# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2250c5fc-2b0c-5247-9409-6d6b49ffd779
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-10-09
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 09.10.2023 ZK1 2022 204
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZK1-2022-204_2023-10-09.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Entscheid vom 09. Oktober 2023

Referenz ZK1 22 204

Instanz I. Zivilkammer 

Besetzung Cavegn, Vorsitzender
Michael Dürst und Bäder Federspiel
Casutt, Aktuarin

Parteien A._____
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Laura Oesch
Oesch Mediation und Advokatur, Bahnhofstrasse 4, 7000 Chur 

B._____
Beschwerdeführerin
vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Laura Oesch
Oesch Mediation und Advokatur, Bahnhofstrasse 4, 7000 Chur 

in Sachen

C._____
Beschwerdegegner
vertreten durch lic. iur. Olivia Derungs Risch
Rechtsberatung U18 GmbH, Forchstrasse 239, 8032 Zürich 

D._____
Beschwerdegegner
vertreten durch lic. iur. Olivia Derungs Risch
Rechtsberatung U18 GmbH, Forchstrasse 239, 8032 Zürich 

E._____
Beschwerdegegnerin
vertreten durch lic. iur. Olivia Derungs Risch

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Rechtsberatung U18 GmbH, Forchstrasse 239, 8032 Zürich 

Gegenstand vorsorgliche Massnahmen, Entzug Aufenthaltsbestimmungsrecht 
etc.

Anfechtungsobj. Entscheide Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Graubün-
den, Zweigstelle Prättigau/Davos, vom 02.12.2022, mitgeteilt am 
02.12.2022 / Entscheide Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde 
Graubünden, Zweigstelle Prättigau/Davos vom 13.12.2022, mitge-
teilt am 14.12.2022

Mitteilung 10. Oktober 2023

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Sachverhalt

A. D._____, geb. am _____ 2012, C._____, geb. am _____ 2014, und 
E._____, geb. am _____ 2016, sind die Kinder der Ehegatten B._____ und 
A._____. F._____, die voreheliche Tochter von B._____, wurde von A._____ (Va-
ter) adoptiert. Die Familie wohnt auf einem Landwirtschaftsbetrieb in G._____. 
F._____ ist ausgezogen, kurz nachdem sie volljährig geworden ist.

B. Am 17. November 2022 ging bei der Kindes- und Erwachsenenschutz-
behörde Graubünden, Zweigstelle L._____ (fortan KESB L._____), telefonisch 
eine Gefährdungsmeldung ein, wonach F._____ angegeben habe, seit dem 
11. Lebensjahr von ihrem Stiefvater, A._____, hunderte Male vergewaltigt worden 
zu sein. Sie habe sich nicht gewehrt, da der Vater sonst Gewalt angewendet hätte. 
Die Mutter wisse vom jahrelangen Missbrauch, mache aber nichts dagegen. Seit 
sich F._____ dem Stiefvater verweigere, sei dieser aggressiver geworden und 
schlage vermehrt auch die Halbgeschwister, unter anderem auch mit Gegenstän-
den.

C. Mit drei superprovisorischen Entscheiden vom 29. November 2022 entzog 
die KESB Prättigau/Davos den Eltern, B._____ und A._____, das Aufenthaltsbe-
stimmungsrecht über ihre Kinder D._____, C._____ und E._____ und brachte die 
Kinder im Sinne einer verdeckten Unterbringung in einer Institution behördlich un-
ter. Das Recht auf persönlichen Verkehr zwischen den Eltern und ihren Kindern 
wurde für die Dauer der Abklärung zur Sicherstellung des Kindeswohls superpro-
visorisch verweigert bzw. entzogen. Schliesslich ernannte die KESB Prätti-
gau/Davos lic. iur. Olivia Derungs Risch als Verfahrensvertretung für die Kinder 
D._____, C._____ und E._____. Zudem errichtete die KESB Prättigau/Davos su-
perprovisorisch eine Erziehungsbeistandschaft sowie eine Beistandschaft mit be-
sonderen Befugnissen und setzte I._____ als Beiständin ein. 

D. Am 2. Dezember 2022 erliess die KESB Prättigau/Davos für alle drei Kinder 
je einen separaten Entscheid über vorsorgliche Massnahmen, womit die super-
provisorischen Anordnungen vom 29. November 2022 dahinfielen. In den neuen 
Entscheiden hob die KESB Prättigau/Davos das Aufenthaltsbestimmungsrecht 
von B._____ und A._____ über ihre Kinder D._____, C._____ und E._____ auf, 
mit der Wirkung, dass nur die KESB Prättigau/Davos über einen dauerhaften 
Wechsel des Aufenthaltsorts der Kinder bestimmen durfte, und brachte die Kinder 
im N._____ Graubünden behördlich unter. Ebenso verfügte die KESB Prätti-
gau/Davos die Regelung des persönlichen Verkehrs zwischen den Eltern und ih-
ren Kindern während der Unterbringung im Schlupfhaus und ordnete die Kindes-

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vertretung durch lic. iur. Olivia Derungs Risch an. Schliesslich wurde für alle drei 
Kinder eine Beistandschaft nach Kindesschutzrecht errichtet, wobei der Beistand-
sperson in der jeweiligen Dispositiv-Ziff. 6.b im Rahmen einer Beistandschaft mit 
besonderen Befugnissen diverse Aufgaben und Kompetenzen auferlegt wurden. 
I._____ von der Berufsbeistandschaft Prättigau/Davos wurde als Beiständin er-
nannt.

E. Mit drei weiteren separaten Entscheiden der KESB Prättigau/Davos vom 
13. Dezember 2022 wurden die Kinder aus dem Schlupfhaus entlassen und mit-
tels einer verdeckten Unterbringung bei einer der KESB Prättigau/Davos bekann-
ten Pflegefamilie behördlich untergebracht. Im Sinne einer vorsorglichen Mass-
nahme wurde den Eltern das Recht auf persönlichen Verkehr in der Kalenderwo-
che 51 des Jahres 2022 entzogen und danach für drei Stunden pro Woche unter 
Begleitung einer Fachperson der Fachstelle "VORSA – soziale Arbeit vor Ort" an 
einem neutralen Ort ermöglicht.

F. Mit Beschwerde vom 16. Dezember 2022 liessen B._____ und A._____ 
(fortan Beschwerdeführer), vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Laura Oesch, 
gegen die Entscheide vom 2. Dezember 2022 und vom 13. Dezember 2022 Be-
schwerde erheben mit folgenden Rechtsbegehren: 

1. Die Ziffern 2, 3 und 6b der drei Entscheide der Vorinstanz betreffend 
die Verfahrensbeteiligten vom 2.12.2022 sowie vollumfänglich alle drei 
Entscheide vom der Vorinstanz 14.12.2022 betreffend die Verfahrens-
beteiligten seien aufzuheben.

2. Eventualiter seien die Ziffern 2, 3 und 6b der drei Entscheide der Vor-
instanz betreffend die Verfahrensbeteiligten vom 2.12.2022 sowie voll-
umfänglich alle drei Entscheide vom der Vorinstanz 14.12.2022 betref-
fend die Verfahrensbeteiligten seien aufzuheben und stattdessen eine 
SPF von 6 Stunden wöchentlich und Homemanagement 3 Stunden 
wöchentlich anzuordnen (Kindesschutzmassnahme).

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Vorinstanz.

Des Weiteren beantragten die Beschwerdeführer, der Beschwerde sei die auf-
schiebende Wirkung zu erteilen.

G. Der Vorsitzende der I. Zivilkammer erteilte der Beschwerde mit Verfügung 
vom 19. Dezember 2022 die aufschiebende Wirkung.

H. Mit Beschwerdeantwort vom 28. Dezember 2022 (Poststempel) beantragte 
die KESB Prättigau/Davos die kostenfällige Abweisung der Beschwerde, soweit 
darauf eingetreten werden könne.

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I. Mit Stellungnahme vom 4. Januar 2023 (Poststempel) beantragte lic. iur. 
Olivia Derungs Risch (fortan Kindesvertreterin) im Namen der Kinder, es sei der 
Entzug des Aufenthaltsbestimmungsrechts aufzuheben, die Beistandschaft von 
I._____ zu bestätigen, eine sozialpädagogische Familienbegleitung zu installieren 
und schliesslich ein kinderpsychologisches Gutachten über das Kind C._____ zu 
erstellen.

J. Mit Stellungnahme vom 19. Januar 2023 hielt die KESB Prättigau/Davos an 
den bereits gemachten Anträgen fest und führte aus, dass ihre in den angefochte-
nen Entscheiden getroffenen Anordnungen zu Recht verfügt worden seien. Die 
aufschiebende Wirkung sei zu Unrecht erteilt worden.

K. Am 26. Januar 2023 liessen die Beschwerdeführer erneut eine Stellung-
nahme einreichen, worin sie an den Anträgen in der Beschwerde festhielten.

L. Die Kindesvertreterin beantragte mit Stellungnahme vom 31. Januar 2023 
(Poststempel 1. Februar 2023), es sei die Beistandschaft vorsorglich oder super-
provisorisch für die Dauer des Verfahrens zu bestätigen und es sei die Beiständin 
für die Dauer des Verfahrens mit der Installation einer Familienbegleitung zu be-
auftragen.

M. Mit einer weiteren Stellungnahme vom 7. Februar 2023 bestätigte die Kin-
desvertreterin ihre Anträge vom 31. Januar 2023 und machte weitere, detaillierte 
Ausführungen zur Stellungnahme der Beschwerdeführer vom 26. Januar 2023.

N. Die KESB Prättigau/Davos hielt mit Eingabe vom 7. Februar 2023 an ihren 
bereits in der Beschwerdeantwort vom 28. Dezember 2022 begründeten Anträgen 
fest.

O. Die Beschwerdeführer liessen mit Eingaben vom 10. Februar 2023 bzw. 
vom 20. Februar 2023 festhalten, dass vorsorgliche Massnahmen im aktuellen 
Zeitpunkt nicht angezeigt seien, und bestritten die in den Eingaben der KESB 
Prättigau/Davos und der Kindesvertreterin gemachten Ausführungen.

P. Am 12. April 2023 überwies die KESB Prättigau/Davos dem Kantonsgericht 
das in der Zwischenzeit eingegangene fachpsychologische Gutachten der 
J._____.

Q. Die Beschwerdeführer reichten zum Gutachten mit Eingabe vom 16. Mai 
2023 eine Stellungnahme ein. 

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R. Am 13. Juli 2023 ging eine weitere Stellungnahme der Kindesvertreterin 
ein, welche an ihren Anträgen im Wesentlichen festhielt.

S. Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen und das Verfahren erweist 
sich als spruchreif. Auf die Ausführungen in den Rechtsschriften, im angefochte-
nen Entscheid sowie auf die Verfahrensakten wird, soweit erforderlich, in den 
nachstehenden Erwägungen eingegangen.

Erwägungen

1.  Formelles

1.1. Die Beschwerdeführer haben mit einer Beschwerdeschrift vom 16. Dezem-
ber 2022 insgesamt sechs Entscheide angefochten. Zum einen haben die Be-
schwerdeführer die Ziffern 2, 3 und 6b aller drei vorsorglichen Entscheide der 
KESB Prättigau/Davos vom 2. Dezember 2022 angefochten. Zum anderen wurden 
die ergänzenden Entscheide der KESB Prättigau/Davos vom 13. Dezember 2022 
angefochten, in welchen die Unterbringung der drei Kinder D._____, C._____ und 
E._____ in einer Pflegefamilie angeordnet, die Regelung des persönlichen Ver-
kehrs der Eltern mit ihren Kindern vorgenommen sowie der Pflegefamilie Weisun-
gen erteilt wurden (act. A.1, I.1). 

1.2. Bei allen angefochtenen Entscheiden handelt es sich um Entscheide über 
vorsorgliche Massnahmen (Art. 445 ZGB i.V.m. Art. 314 Abs. 1 ZGB). Für derarti-
ge Verfahren gelten die Bestimmungen über das Verfahren vor der Erwachsenen-
schutzbehörde sinngemäss (Art. 314 Abs. 1 ZGB i.V.m. Art. 443 ff. ZGB). 

Gegen vorsorgliche Massnahmen kann Beschwerde bei der zuständigen Instanz 
erhoben werden (Art. 445 Abs. 3 ZGB i.V.m. Art. 450 Abs. 1 ZGB). Das Kantons-
gericht von Graubünden ist die einzige kantonale Beschwerdeinstanz für Ent-
scheide der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (Art. 60 Abs. 1 EGzZGB [BR 
210.100]). Die Frist für die Anfechtung eines Entscheids über vorsorgliche Mass-
nahmen beträgt zehn Tage (Art. 445 Abs. 3 ZGB). Gemäss Art. 450 Abs. 3 ZGB 
ist die Beschwerde schriftlich und begründet bei der Beschwerdeinstanz einzurei-
chen, wobei in formeller Hinsicht nach herrschender Lehre keine hohen Anforde-
rungen gestellt werden dürfen (vgl. Botschaft zur Änderung des Schweizerischen 
Zivilgesetzbuches [Erwachsenenschutz, Personenrecht und Kindesrecht] vom 28. 
Juni 2006, BBl 2006 S. 7001 ff., S. 7085 [zit. Botschaft]). 

Die Entscheide vom 2. Dezember 2022 wurden den Beschwerdeführern am 6. 
Dezember 2022 zugestellt (act. B.8). Die vorliegende Beschwerde wurde am 16. 

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Dezember 2022 (Poststempel) beim Kantonsgericht eingereicht. Mit Eingabe vom 
16. Dezember 2022 haben die Beschwerdeführer die 10-tägige Frist für die An-
fechtung der Dispositiv-Ziffern 2 und 3 der Entscheide vom 2. Dezember 2022 
(act. B.1, III.2-3) eingehalten. Für die übrigen Ziffern 4-11 des Entscheiddispositivs 
(act. B.1, III.4-11), welche nicht vorsorglich angeordnet wurden, betrug die Anfech-
tungsfrist 30 Tage (Art. 450b Abs. 1 ZGB), welche mit Eingabe vom 16. Dezember 
2022 ebenfalls eingehalten wurde. 

Des Weiteren wurden die drei darauffolgenden Entscheide der KESB Prätti-
gau/Davos vom 13. Dezember 2022 betreffend die Umplatzierung im Rahmen der 
vorsorglichen behördlichen Unterbringung, die Anpassung der vorsorglichen Re-
gelung betreffend den persönlichen Verkehr sowie die Weisung an die Pflegefami-
lie angefochten (act. B.4 - B.6, act. A.1). Auch hinsichtlich dieser drei Entscheide 
wurde die Beschwerdefrist von 10 Tagen eingehalten. 

Die Beschwerdeführer haben alle angefochtenen Entscheide mit einer einzigen 
Beschwerdeschrift angefochten. Dies ist nicht zu beanstanden, nachdem die Ent-
scheide vom 2. Dezember 2022 und vom 13. Dezember 2022 mit Bezug auf die 
Kinder jeweils den identischen Wortlaut aufweisen und die Entscheide vom 13. 
Dezember 2022 jeweils die am 2. Dezember 2022 angeordnete behördliche Un-
terbringung für alle drei Kinder in identischer Weise neu regelten. Aufgrund des 
engen Zusammenhangs der Verfahren hätte zur Vereinfachung des Verfahrens 
wohl ohnehin eine Vereinigung von separat eingereichten Beschwerden stattge-
funden (Art. 125 lit. c ZPO).

Die vorliegende Beschwerde genügt den Begründungsanforderungen und wurde 
somit bezüglich aller angefochtenen Entscheide frist- und formgerecht eingereicht 
(Art. 311 Abs. 1 ZPO; act. B.1, I.1). Auf die Beschwerde ist daher einzutreten. 

2. Verfahrensbestimmungen

2.1. Für das Verfahren vor der gerichtlichen Beschwerdeinstanz gelten primär 
die bundesrechtlichen Verfahrensbestimmungen des ZGB (Art. 450 ff. i.V.m. 
Art. 314 Abs. 1 ZGB) und subsidiär die vom Kanton erlassenen Verfahrensbe-
stimmungen. Sofern weder das ZGB noch das EGzZGB eine Regelung enthalten, 
ist die ZPO sinngemäss anwendbar, soweit die Kantone nichts anderes bestim-
men (Art. 450f ZGB). Gemäss Art. 60 Abs. 5 EGzZGB gelten neben den kantona-
len Ausführungsbestimmungen die Regelungen für die zivilprozessuale Berufung 
sinngemäss, soweit das übergeordnete Recht nichts Anderes vorsieht. Demnach 

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kann die Rechtsmittelinstanz gemäss Art. 316 Abs. 1 ZPO aufgrund der Akten und 
ohne Durchführung einer mündlichen Hauptverhandlung entscheiden.

2.2. Zu beachten sind im Verfahren vor der gerichtlichen Beschwerdeinstanz die 
allgemeinen Verfahrensgrundsätze des erstinstanzlichen Verfahrens (Art. 443 ff. 
ZGB i.V.m. Art. 314 Abs. 1 ZGB), soweit das Gesetz in den Art. 450 ff. ZGB keine 
abweichenden Vorschriften enthält. Dies gilt namentlich für die in Art. 446 ZGB 
verankerte uneingeschränkte Untersuchungs- und Offizialmaxime und das an glei-
cher Stelle festgeschriebene Prinzip der Rechtsanwendung von Amtes wegen. 
Der Anwendungsbereich dieser zentralen Verfahrensgrundsätze bezieht sich auf 
sämtliche Verfahren vor der Kindesschutzbehörde und erstreckt sich nach dem 
Grundsatz der Einheit des Prozesses auch auf die Verfahren vor der gerichtlichen 
Beschwerdeinstanz (Luca Maranta, in: Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler Kom-
mentar, Zivilgesetzbuch I, 7. Aufl., Basel 2022, N 40 zu Art. 446 ZGB).

3. Vorsorgliche Massnahmen

3.1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich pro Kind gegen je zwei Entscheide 
der KESB Prättigau/Davos über vorsorgliche Massnahmen (act. B.1-B.6). Mit der 
Marginalie "Vorsorgliche Massnahmen" bestimmt Art. 445 ZGB, dass die Erwach-
senenschutzbehörde auf Antrag einer am Verfahren beteiligten Person oder von 
Amtes wegen alle für die Dauer des Verfahrens notwendigen vorsorglichen Mass-
nahmen trifft (Abs. 1) und dass sie bei besonderer Dringlichkeit vorsorgliche Mass-
nahmen sofort ohne Anhörung der am Verfahren beteiligten Personen treffen 
kann, diesen gleichzeitig Gelegenheit zur Stellungnahme gibt und anschliessend 
neu entscheidet (Abs. 2). Die Bestimmung ist im Kindesschutzverfahren sinn-
gemäss anwendbar (Art. 314 Abs. 1 ZGB; Daniel Steck, in: Breitschmid/Jungo 
[Hrsg.], Handkommentar zum Schweizer Privatrecht, Personen- und Familien-
recht, Partnerschaftsgesetz, 3. Aufl., Zürich 2016, N 2 zu Art. 445 ZGB; BGE 140 
III 529 E. 2.2.1). Vorausgesetzt wird Dringlichkeit, d.h. dass der Endentscheid 
nicht abgewartet werden kann, um das Wohl der vom Entscheid betroffenen Per-
sonen zu schützen, oder bei Zuwarten der Massnahme ein erheblicher Nachteil für 
die betroffene Person zu befürchten ist. Dieser Nachteil kann nicht durch die be-
troffene Person selbst oder eine allenfalls eingesetzte Beiständin oder ihr Umfeld 
abgewendet werden und kann auch mit anderen Mitteln nicht verhindert werden. 
Mit der vorsorglichen Massnahme darf nicht stärker in die Rechtsposition einge-
griffen werden, als mit der in der Sache zur Diskussion stehenden voraussichtlich 
definitiven Massnahme (Luca Maranta, in: Büchler/Jakob [Hrsg.], Kurzkommentar 
ZGB, Schweizerisches Zivilgesetzbuch, 2. Aufl., Basel 2018, N 4a zu Art. 445 

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ZGB; Patrick Fassbind, in: Kren Kostkiewicz et al. [Hrsg.], ZGB Kommentar, Orell 
Füssli, 4. Aufl., Zürich 2021, N 1 zu Art. 445 ZGB). 

3.2. Bei der Anordnung vorsorglicher Massnahmen kommt dem Grundsatz der 
Verhältnismässigkeit besondere Bedeutung zu (Fassbind, a.a.O., N 1 zu Art. 445 
ZGB m.w.H.). Es ist die mildeste Massnahme zu treffen, welche den angestrebten 
Erfolg noch zu gewährleisten vermag. Die Massnahme muss erforderlich, geeignet 
(Art. 389 Abs. 2 ZGB) und im Sinne des Grundsatzes der Verhältnismässigkeit 
auch zumutbar sein (Steck, a.a.O., N 8 zu Art. 445 ZGB m.w.H.). 

3.3.1. Mit superprovisorischem Entscheid vom 29. November 2022 entzog die 
KESB Prättigau/Davos den Beschwerdeführern das Aufenthaltsbestimmungsrecht 
über ihre drei Kinder E._____, C._____ und D._____ und brachte die Kinder 
behördlich unter (act. B.11-13). Dies begründete die KESB Prättigau/Davos damit, 
dass bei ihr am 17./18. November 2022 Gefährdungsmeldungen von Dr. med. 
M._____ betreffend alle drei Kinder eingegangen seien. Die ältere Halbschwester 
der Kinder, F._____, habe berichtet, dass sie seit ihrem 11. Lebensjahr vom Stief-
vater und leiblichen Vater der drei betroffenen Kinder vergewaltigt worden sei. Der 
Stiefvater habe die Halbschwester der Kinder extrem unter Druck gesetzt und 
auch die Mutter wisse seit einigen Monaten vom jahrelangen Missbrauch Be-
scheid. Da die Halbschwester nun den Geschlechtsverkehr verweigere, sei der 
Stiefvater aggressiver geworden und schlage vermehrt auch die betroffenen Kin-
der, unter anderem auch mit Gegenständen. Ausserdem habe die Mutter der 
Halbschwester gesagt, sie dürfe dem Hausarzt nur von der physischen Gewalt, 
nicht aber vom Geschlechtsverkehr und den sexuellen Übergriffen erzählen (act. 
B.11-13, I.1, S. 1). Mit Mail vom 20. November 2022 habe der Hausarzt eine 
schriftliche Gefährdungsmeldung nachgereicht und das vorstehend Gesagte 
abermals ausgeführt. Er habe ergänzt, dass angesichts der Schilderungen der 
Tochter und der Mutter von einer jahrelangen Situation von häuslicher Gewalt 
ausgegangen werden müsse. Entsprechend den ihm bekannten Persönlichkeits-
merkmalen des Vaters erachte er die Situation so, dass eine akute Gefährdung 
der Familie, namentlich der drei minderjährigen Kinder, bei Bekanntwer-
den/Offenlegung bzw. Untersuchung des beschriebenen Sachverhalts nicht aus-
geschlossen werden könne. Es müsse seines Erachtens von einem erheblichen 
Gefahrenpotential des Vaters ausgegangen werden (act. B.11-13, I.1, S. 2). Aus 
den Akten gehe gemäss der KESB Prättigau/Davos auch hervor, dass die ältere 
Schwester den Familienhaushalt vor Kurzem verlassen habe. Es sei zu befürch-
ten, dass die durch sie berichteten bzw. erlebten psychischen, physischen und 
sexuellen Übergriffe des Vaters sich nun auf die drei betroffenen Kinder verlager-

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ten. Daher bestehe auch die Gefahr, dass sich die Übergriffe intensivieren wür-
den. Da der Vater sehr labil sei, könne eine Übersprunghandlung nicht ausge-
schlossen werden. Bei einem Verbleib im Elternhaus bestehe für die Kinder daher 
eine akute Gefährdung des Kindeswohls bzw. der physischen, psychischen und 
sexuellen Integrität und Entwicklung. Auch die Mutter zeige keine Anzeichen, dass 
sie in der Lage wäre, die Kinder davor zu schützen. Die vorgebrachten Anschuldi-
gungen gegen den Vater bzw. das Verhalten beider Elternteile zeigten klare Indi-
zien für eine erhebliche Kindeswohlgefährdung, welcher nur mit einem Entzug des 
Aufenthaltsbestimmungsrechts der Eltern und der Unterbringung der drei betroffe-
nen Kinder in einer geeigneten Institution begegnet werden könne. Daher sei das 
Aufenthaltsbestimmungsrecht der Eltern über ihre drei Kinder aufzuheben und die 
Kinder seien im Sinne einer verdeckten Unterbringung behördlich in einer Instituti-
on unterzubringen (act. B.11-13, I.1, jeweils S. 2). 

Demzufolge begründete die KESB Prättigau/Davos den superprovisorischen Ent-
zug des Aufenthaltsbestimmungsrechts der Eltern über ihre drei Kinder mit einer 
möglichen Kindeswohlgefährdung von Seiten des Vaters im Sinne von anzuneh-
mender psychischer, körperlicher oder sexueller Gewalt. 

3.3.2. Am 2. Dezember 2022 erliess die KESB Prättgau/Davos je einen Entscheid 
über vorsorgliche Massnahmen für alle drei Kinder der Beschwerdeführer (act. 
B.1-3). Darin hielt sie fest, dass die superprovisorische Massnahme vom 29. No-
vember 2022 von Gesetzes wegen dahinfalle (act. B.1-3, III.1). Sie hielt vorsorg-
lich weiter am Entzug des Aufenthaltsbestimmungsrechts der Beschwerdeführer 
über ihre Kinder fest, brachte die Kinder im N._____ Graubünden unter und regel-
te vorsorglich den persönlichen Verkehr zwischen den Beschwerdeführern und 
ihren Kindern neu (act. B.1-3, III.2 und 3). Die KESB Prättigau/Davos begründete 
dies wie folgt: Nachdem die superprovisorischen Anordnungen ausgeführt worden 
seien, habe man medizinische Untersuchungen bei den Kindern vorgenommen. 
Im Rahmen der medizinischen Untersuchungen bei Eintritt in die Unterbringungs-
institution hätten die Fachärzte keine Hinweise auf körperliche, psychische oder 
sexuelle Übergriffe bzw. auf einen Missbrauch feststellen können. Allerdings sei 
von sämtlichen involvierten Fachpersonen festgehalten worden, dass die Kinder 
stark verwahrlost gewesen seien. Sie hätten Karies, verfaulte Zähne, schmutzige 
Finger und ungepflegte Wunden gehabt sowie schmutzige, kaputte und ungepfleg-
te Kleidung getragen. Alle Kinder seien entwicklungsverzögert und würden Hin-
weise auf einen feinmotorischen Entwicklungsrückstand aufweisen. Laut KESB 
Prättigau/Davos fehlen Hinweise auf eine Förderung von Seiten der Eltern, was 
angesichts des erhöhten Förderbedarfs auf eine Vernachlässigung hindeute. Die 

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Kinder hätten zudem erzählt, dass der Beschwerdeführer die ältere Halbschwester 
schlage. Dem Kurzbericht von Dr. Dr. K._____ sei zu entnehmen, dass angesichts 
der weiter angespannten Situation aus gutachterlicher Sicht aktuell von einer 
Rückführung ins Elternhaus abgeraten werde. Auch bei Abholung der Kinder im 
Elternhaus seien starke Mängel in der Haushaltsführung aufgefallen. Die KESB 
Prättigau/Davos sei der Ansicht, dass die Situation der Familie zu Hause sowie die 
Erziehungsfähigkeit der Eltern durch die Anordnung eines Gutachtens abgeklärt 
werden müsse. Angesichts der vorliegenden starken Verwahrlosung komme sie 
zum Schluss, dass das Kindswohl aktuell bei den Eltern zu Hause gefährdet sei 
und die Kinder weiterhin in einer Institution untergebracht werden bzw. bleiben 
sollen (act. B.1-3, jeweils Ziff. II.2, S. 2 f.).

3.3.3. Mit weiteren drei Entscheiden vom 13. Dezember 2022 über vorsorgliche 
Massnahmen über alle drei Kinder der Beschwerdeführer brachte die KESB Prät-
tigau/Davos die Kinder vorsorglich bei einer Pflegefamilie unter und beauftragte 
die im Entscheid vom 2. Dezember 2022 eingesetzte Beiständin mit dem Vollzug 
(act. B.4-6, III.1). Weiter regelte die KESB Prättigau/Davos den persönlichen Ver-
kehr zwischen den Beschwerdeführern und ihren Kindern (act. B.4-6, jeweils Ziff. 
III.2).

Die KESB Prättigau/Davos begründete das Festhalten am Entzug des Aufent-
haltsbestimmungsrechts der Beschwerdeführer über ihre Kinder damit, dass sie 
weiterhin der Ansicht sei, dass die Situation bei der Familie zu Hause sowie die 
Erziehungsfähigkeit der Eltern vor einer allfälligen Rückkehr einer vertieften Ab-
klärung bedürfe. Diese solle durch ein Gutachten abgeklärt werden, welches in 
einem separaten Entscheid angeordnet werde (act. B.4-6, jeweils Ziff. II.1, S. 3). 

3.4. Wie vorstehend dargelegt, hat die KESB Prättigau/Davos den Entzug des 
Aufenthaltsbestimmungsrechts in den Verfügungen unterschiedlich begründet. 
Zuerst sah sie eine Kindeswohlgefährdung von Seiten des Vaters im Sinne von 
anzunehmender psychischer, körperlicher oder sexueller Gewalt. Nachdem keine 
Hinweise auf körperliche, psychische oder sexuelle Übergriffe oder ein Missbrauch 
bei den Kindern festgestellt werden konnten, wechselte die KESB Prättigau/Davos 
ihre Begründung und führte aus, dass die Erziehungsfähigkeit der Eltern vor einer 
allfälligen Rückkehr ihrer Kinder einer vertieften Abklärung bedürfe. Sie stützte 
sich dabei insbesondere auf die im N._____ festgestellten Mängel an Hygiene und 
der damit einhergehenden Verwahrlosung der Kinder. Ebenso stelle – gemäss 
KESB Prättigau/Davos – die mangelnde Förderung der Kinder aufgrund der Ent-
wicklungsrückstände eine Vernachlässigung dar. Nachfolgend ist daher zu prüfen, 

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ob der Entzug des Aufenthaltsbestimmungsrechts aufgrund der von der KESB 
Prättigau/Davos festgestellten Verwahrlosung rechtmässig war.

4. Entzug des Aufenthaltsbestimmungsrechts

4.1. Die elterliche Sorge schliesst das Recht ein, den Aufenthaltsort des Kindes 
zu bestimmen (Art. 301a Abs. 1 ZGB). Kann einer Gefährdung des Kindes nicht 
anders begegnet werden, so hat die Kindesschutzbehörde es den Eltern wegzu-
nehmen und in angemessener Weise unterzubringen (Art. 310 Abs. 1 ZGB). Eine 
Gefährdung des Kindes gibt Anlass zum Entzug des Aufenthaltsbestimmungs-
rechts, wenn das Kind im Umfeld der Eltern bzw. des Elternteils nicht so geschützt 
und gefördert wird, wie es für seine körperliche, geistige und sittliche Entfaltung 
nötig wäre. Die Entziehung des Rechts, den Aufenthaltsort des Kindes zu bestim-
men, ist nur zulässig, wenn andere Massnahmen, namentlich solche nach Art. 307 
und Art. 308 ZGB, ohne Erfolg geblieben sind oder von vornherein als ungenü-
gend erscheinen, um der Gefährdung des Kindes zu begegnen (BGer 
5A_402/2016 v. 16.1.2017 E. 3 m.H.a. Grundsätze der Verhältnismässigkeit und 
der Subsidiarität; BGer 5A_724/2015 v. 2.6.2016 E. 6.3 mit Hinweisen). Mit dem 
Entzug des Aufenthaltsbestimmungsrechts verbleibt die elterliche Sorge bei den 
Eltern, doch verlieren sie wichtige Befugnisse, welche ihnen durch die elterliche 
Sorge verliehen sind. Das Familienleben wird durch den Entzug der Aufenthalts-
bestimmung wesentlich einschneidender berührt als durch ambulante Massnah-
men, da die wechselseitige Freude von Kindern und Eltern an der Gesellschaft 
des anderen unterbrochen wird. Auch unter dem Gesichtspunkt von Art. 5 Abs. 1 
lit. d EMRK (SR 0.101) ist die ausgeführte Stufenfolge von Kindesschutzmass-
nahmen zu wahren (Peter Breitschmid, in: Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler 
Kommentar, Zivilgesetzbuch I, Art. 1-456 ZGB, 7. Aufl., Basel 2022, N 1 zu Art. 
310 ZGB). Voraussetzung der Wegnahme von Kindern bzw. des Entzugs des 
Aufenthaltsbestimmungsrechts ist mit anderen Worten, dass der Gefährdung der 
Kinder nicht anders begegnet und das Kind in seiner körperlichen, geistigen und 
sittlichen Entwicklung nicht anders geschützt werden kann (Breitschmid, a.a.O. N 
3 zu Art. 310 ZGB). Dies bringt das Subsidiaritätsprinzip deutlich zum Ausdruck. 
Ambulante, die Familiengemeinschaft respektierende Massnahmen haben vor 
stationären Massnahmen Vorrang. Der Obhutsentzug setzt nicht voraus, dass 
ambulante Massnahmen versucht wurden, aber erfolglos blieben, sondern nur, 
dass aufgrund der Umstände nicht damit gerechnet werden kann, es lasse sich 
die Gefährdung mit solchen abwenden. Da indessen auch der Obhutsentzug Risi-
ken einschliesst, sind einschneidende Veränderungen nur nach fachärztlicher Ab-
klärung anzuordnen (Breitschmid, a.a.O., N 4 zu Art. 310 ZGB).

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4.2. Vorliegend hat die KESB Prättigau/Davos den Entzug des Aufenthaltsbe-
stimmungsrecht in den superprovisorischen Entscheiden vom 29. November 2022 
gestützt auf die Vorwürfe von F._____ angeordnet. Im Wesentlichen hat sie dies 
mit einer massiven Gefährdung der Kinder begründet, welcher durch die Kennt-
nisse der Eltern über die Gefährdungsmeldung von F._____ geschaffen würde. 
Letztlich wurde auf eine akute Gefährdung des Kindeswohls bzw. der physischen, 
psychischen und sexuellen Integrität und Entwicklung der Kinder geschlossen. Als 
in der Folge bei ärztlichen Abklärungen die erhobenen Vorwürfe nicht erhärtet 
werden konnten, wurde der Entzug des Aufenthaltsrechts in den Entscheiden vom 
2. und 13. Dezember 2022 zwar beibehalten. Der Entzug wurde jedoch nunmehr 
vollständig auf eine Verwahrlosung der Kinder gestützt, welche von sämtlichen 
involvierten Fachpersonen festgehalten worden sei. Im Wesentlichen hätten die 
Kinder schlechte Zähne, Wunden, welche nicht verheilt seien, schmutzige Kleider 
und würden übel riechen. Bei einem Hausbesuch seien zudem betreffend Haus-
haltsführung und Hygiene starke Mängel festgestellt worden. Die KESB Prätti-
gau/Davos sei der Ansicht, dass es einer vertieften Abklärung bedürfe, welche 
durch die Anordnung eines Gutachtens erfolgen soll. Angesichts der starken Ver-
wahrlosung komme die KESB Prättigau/Davos zum Schluss, dass das Kindswohl 
aktuell bei den Eltern zuhause gefährdet sei und die Kinder in einer Institution 
(N._____ Graubünden gemäss Entscheid vom 2. Dezember 2022) bzw. bei einer 
Pflegefamilie untergebracht werden müssten. 

4.3. Beim Studium der Akten fällt auf, dass zum Zeitpunkt der mit der angefoch-
tenen Anordnung erlassenen Massnahmen vom 2. Dezember 2022 wenig Ab-
klärungen erfolgt sind. Nach Eintritt der Kinder in das N._____ wurde zwar ein 
deutlich verwahrloster Zustand festgestellt (KESB S. 373, S. 375, S. 379). Im wei-
teren Verlauf wurde die Schulleitung befragt, welche jedoch hinsichtlich der Ver-
wahrlosung keine näheren Angaben machte (KESB S. 381 ff.). Ebenso wurden 
diverse Personen befragt (KESB S. 366 und 368) sowie bei Dr. Dr. K._____ eine 
Stellungnahme eingeholt (KESB S. 360 ff.). Letztere stellte eine Verwahrlosung 
fest, welche das Vorhandensein einer Kindswohlgefährdung nahelege, weshalb 
sie von einer sofortigen Rückführung der Kinder zu ihren Eltern aus gutachterli-
cher Sicht abrate. Für die Ausgestaltung des persönlichen Kontakts stellte sie da-
gegen auf die Vorwürfe von F._____ ab und erkannte zumindest implizit auch aus 
diesem Grund auf eine Kindswohlgefährdung. Im Weiteren wurden die Beschwer-
deführer von der KESB Prättigau/Davos angehört (KESB S. 345). Die KESB Prät-
tigau/Davos stellte in ihren Entscheiden schliesslich auf eine starke Verwahrlo-
sung ab, woraus sie zum Schluss komme, dass das Kindswohl aktuell bei den El-
tern zuhause gefährdet sei und die Kinder in einer Institution untergebracht wer-

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den sollten (act. B.1-B.3, jeweils E. 2). In der Folge kümmerte sich die KESB Prät-
tigau/Davos um eine Unterbringung in einer Pflegefamilie, welche in der Folge ge-
funden und mit den Entscheiden vom 13. Dezember 2022 verfügt wurde (act. B.4-
B.6). 

4.4. In ihrer Beschwerdeantwort vom 28. Dezember 2022 begründete die KESB 
Prättigau/Davos ihre Entscheide wiederum mit den Vorwürfen von F._____, deren 
Rückzug unglaubwürdig scheine, weiteren Gewaltvorwürfen und Ausführungen 
zum Kontrollverhalten/Druck der Eltern. Der Rückzug der Aussagen von F._____ 
bedeute nicht, dass Übergriffe nicht stattgefunden hätten, vielmehr sei dies ein 
übliches Verhalten (act. A.2, Rz. 9 und 10). Soweit die Beschwerdeführer Bestäti-
gungen von ihren Bekannten über ihr angemessenen Verhalten einreichten, sei es 
üblich, dass die Eltern alle ihnen zur Verfügung stehenden Ressourcen mobilisier-
ten, um gegen die KESB Prättigau/Davos vorzugehen. Es gebe jedoch auch auf-
fallend viele Meldungen, welche bestätigten, dass die Kinder bei ihren Eltern nicht 
gut aufgehoben seien (act. A.2, Rz. 25). Zur Verwahrlosung sei festzuhalten, dass 
es vorliegend nicht um eine leichte Verwahrlosung gehe. Gemäss ärztlichem Be-
richt seien die Kinder vielmehr in einem deutlich verwahrlosten Zustand. Alle Kin-
der hätten Zahnprobleme, einige Wundprobleme, sie hätten schmutzige Kleider 
getragen, nach Zigarettenrauch gerochen und seien sogar teilweise verkotet ge-
wesen. Die Kleider hätten sogleich entsorgt werden müssen. Dies weise gemäss 
Dr. Dr. K._____ auf eine unzureichende Körperhygiene und mangelnde Zuführung 
zu einer ärztlichen Behandlung hin. Zudem fehle eine entsprechende Förderung 
von Seiten der Eltern, was angesichts der Entwicklungsverzögerung ebenfalls auf 
eine Vernachlässigung hindeute. Die Eltern kämen daher ihrer Aufsichtspflicht 
nicht nach. Verwahrlosung bzw. Vernachlässigung seien nach heutiger Lehre als 
Kindsmisshandlung zu qualifizieren und stellten eine qualifizierte Kindswohlge-
fährdung dar (act. A.2, Rz. 36). Die KESB Prättigau/Davos habe entgegen den 
Ausführungen der Beschwerdeführer den Grundsatz der Verhältnismässigkeit sehr 
wohl eingehalten. Sie sei zum Schluss gekommen, dass das Kindswohl auch mit 
entsprechender Unterstützung nicht habe gewahrt werden können (act. A.2, Rz. 
37 ff.). 

4.5. Die Kindesvertreterin vertrat jeweils die Auffassung, dass es das Ziel sein 
müsse, die Kinder baldmöglichst nach Hause zurückkehren zu lassen. Gemäss 
Ausführungen in der Stellungnahme vom 4. Januar 2023 (vgl. act. A.3) sei es für 
die Kinder ein Schock gewesen, aus dem Elternhaus gerissen zu werden. Die Un-
terbringung in einer Pflegefamilie sei für sie zwar durchaus eine Alternative gewe-
sen. Ob die Eltern der Erziehungsverantwortung genügten, könne erst nach Fer-

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tigstellung des Gutachtens festgestellt werden. Sie gehe davon aus, dass die Be-
schwerdeführerin, B._____, mit der Führung des Haushaltes, des Hofs und der 
Betreuung von drei Kindern sehr gefordert und zum Teil überfordert sei. Sie habe 
einen erschöpften Eindruck gemacht und sei bereit, jegliche Unterstützung anzu-
nehmen. Nach der Gewährung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde sei 
das Aufenthaltsbestimmungsrecht wieder zu erteilen, allerdings unter Errichtung 
verschiedener Kindesschutzmassnahmen, namentlich einer Bestätigung der Bei-
standschaft nach Art. 308 Abs. 1 ZGB und der Installation einer sozialpädagogi-
schen Familienbegleitung. Mit Stellungnahme vom 12. Juli 2023 hielt die Kindes-
vertreterin schliesslich fest, dass das mittlerweile eingereichte Gutachten zwar die 
Fremdplatzierung aller drei Kinder empfehle. Damit würden die drei Kinder wie-
derum aus ihrer Ursprungsfamilie herausgerissen. E._____, C._____ und D._____ 
würden heute gemäss ihren Eindrücken anlässlich eines Hausbesuchs einen 
glücklichen Eindruck machen. Eine Platzierung in einer Pflegefamilie und in einer 
Institution wäre ganz klar nicht im Willen der Kinder und stellte eine grosse Ge-
fährdung der Kinder dar. Diese hätten nie verstanden, weshalb sie nicht bei ihren 
Eltern aufwachsen dürften. Den Beschwerdeführern sei offensichtlich klar gewor-
den, dass sie einiges im Familienalltag in Bezug auf Sauberkeit und Pflege der 
Kinder ändern müssen. Sie hätten in der Zwischenzeit vieles unternommen. Auch 
seien sie sich der schulischen Förderung bewusst und hätten bereits einige Ver-
änderungen in Angriff genommen. Der Kindsvater sei des Weiteren sehr gefordert 
und vermutlich auch überfordert. Es werde jedoch bestritten, dass mit der teilwei-
sen Überforderung eine so grosse Gefährdung des Kindeswohls einhergehe, dass 
dieser Gefährdung nur mit einer Platzierung der Kinder und nicht mit milderen 
Massnahmen begegnet werden könne (act. A.12).

4.6. Die Beschwerdeführer nahmen schliesslich mit Eingabe vom 16. Mai 2023 
zum fachpsychologischen Gutachten Stellung und bestritten die Schlussfolgerun-
gen dahingehend, dass die Eltern bereits mitmachen würden, was die Organisati-
on der spezifischen Förderung ihrer Kinder angehe. Sie würden sich nicht dage-
gen wehren, dass C._____ spezifische Sondermassnahmen erhalte. Die Förde-
rung werde auch immer wieder zwischen den Eltern und Fachpersonen bespro-
chen. Auch bei D._____ sei inzwischen eine Abklärung wegen möglicher Legas-
thenie erfolgt. Ebenso werde bei E._____ eine Abklärung erfolgen. Es sei darauf 
hinzuweisen, dass die Gutachter keine körperliche Verwahrlosung im Zeitpunkt 
der Begutachtung hätten feststellen können (act. A.11, S. 4).

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5. Verhältnismässigkeit der Massnahme

5.1. Das Kantonsgericht hat als Beschwerdeinstanz die Voraussetzungen für die 
Anordnung der vorsorglichen Massnahmen im Zeitpunkt des Beschwerdeent-
scheides zu prüfen. Mit anderen Worten ist massgebend, wie sich der Sachverhalt 
aktuell gestaltet. Dabei ist zu beachten, dass der Beschwerde aufschiebende Wir-
kung gewährt wurde und die Kinder D._____, C._____ und E._____ noch im De-
zember 2022 wieder zu ihren Eltern zurückgeführt wurden (act. D.1).

5.2. Aus den Akten ergibt sich, dass die Kinder D._____, C._____ und E._____ 
beim Eintritt in das H._____ in einem Zustand angetroffen wurden, welcher als 
deutlich verwahrlost bezeichnet werden kann (vgl. dazu auch die Ausführungen 
der KESB Prättigau/Davos in ihrer Stellungnahme vom 28. Dezember 2022, act. 
A.2, Rz. 27 f. sowie Aktennotiz des Telefons von Dr. Dr. K._____ vom 30. Novem-
ber 2022, KESB S. 162 und Kurzbericht, KESB S. 149). Ein derartiger Zustand 
führt jedoch nicht dazu, dass den Eltern das Aufenthaltsbestimmungsrecht ohne 
weitere Abklärungen entzogen werden kann. Vielmehr ist dies nur möglich, wenn 
keine milderen Massnahmen in Betracht fallen. Aus den Akten geht nicht hervor, 
dass die KESB Prättigau/Davos diesbezüglich Abklärungen getätigt hätte. Nach-
dem aufgrund der ersten Abklärungen die Vorwürfe betreffend Missbrauch der 
Kinder durch den Kindsvater nicht erhärtet werden konnten, hätte die KESB Prät-
tigau/Davos jedoch Abklärungen hinsichtlich der Verhältnismässigkeit der Mass-
nahme treffen müssen. Wie die Beschwerdeführer in ihrer Beschwerdeeingabe 
vom 16. Dezember 2022 (act. A.1, Rz. 17) zu Recht geltend machten, wurde die 
Familie A._____ bereits einmal bei der Haushaltsführung unterstützt, nachdem im 
Januar 2017 bei der KESB Prättigau/Davos eine Gefährdungsmeldung eingegan-
gen war, die schon damals Vorbringen hinsichtlich der Verwahrlosung enthalten 
hatte. In der Folge hatten Besuche zur Hilfe im Homemanagement stattgefunden. 
Die damalige Hausbegleiterin kam zum Schluss, dass die Beschwerdeführerin 
keine Hilfe brauche, und teilte dies der KESB Prättigau/Davos mit. In der Folge 
wurde das Abklärungsverfahren eingestellt (KESB S. 918 ff.). 

Die KESB Prättigau/Davos hat es in den beiden angefochtenen Entscheiden – 
möglicherweise unter dem nach wie vor bestimmenden Eindruck der von F._____ 
gegen den Kindsvater erhobenen schweren Vorwürfe betreffend den sexuellen 
Missbrauch und die Anwendung von Gewalt (vgl. auch die Ausführungen der 
KESB in act. A.2, S. 2-5) – unterlassen, hinsichtlich der Unterstützung im Home-
management weitere Abklärungen zu treffen. Vielmehr ging sie aufgrund der 
Schilderungen von einem qualifizierten Kindsmissbrauch aus, welcher letztlich 
mildere Massnahmen zum Vornherein ausschloss. Ob durch den Beizug von 

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Haushalthilfen oder anderen unterstützenden Fachkräften den von den Fachper-
sonen festgestellten Zuständen – insbesondere die Hygiene und die Zahnpflege 
betreffend – mit einer milderen Massnahme als durch einen vorsorglich angeord-
neten Entzug des Aufenthaltsbestimmungsrechts hätte begegnet werden können, 
wurde nicht weiter erörtert. 

Wie die Beschwerdeführer zutreffend festhalten, wären verschiedene mildere 
Massnahmen zumindest denkbar gewesen, wie beispielsweise eine sozialpäd-
agogische Familienbegleitung. Obwohl die KESB Prättigau/Davos in ihrer Be-
schwerdeantwort darauf hinweist, dass sie den Verhältnismässigkeitsgrundsatz 
sehr wohl eingehalten habe, und es keine Möglichkeit gegeben habe, die Kinder 
anders zu schützen, ist aus den angefochtenen Entscheiden und den diesen zu-
grundeliegenden Akten nicht ersichtlich, dass sich die KESB Prättigau/Davos mit 
entsprechenden, weniger einschneidenden Alternativen auseinandergesetzt hat. 
Aus den dem Kantonsgericht überlassenen Akten ergibt sich, dass nach Vorliegen 
des Eintrittsbefundes des H._____ sowie des Berichts von Dr. Dr. K._____ – letz-
tere erachtet auch nach der Feststellung der Verwahrlosung die Kindswohlgefähr-
dung als für den Entzug des Aufenthaltsbestimmungsrechts massgebend – keine 
weiteren alternativen Massnahmen in Erwägung gezogen worden waren. Lediglich 
der Entzug des Aufenthaltsbestimmungsrechts und die unbefristete Fremdplatzie-
rung zuerst im N._____ und in der Folge in einer Pflegefamilie wurden in Betracht 
gezogen. 

5.3. Wie bereits erwähnt, setzt der Entzug des Aufenthaltsbestimmungsrechts 
nicht voraus, dass ambulante Massnahmen versucht wurden. Es muss jedoch 
zumindest eine Auseinandersetzung mit der Frage erfolgen, ob sich die Gefähr-
dung nicht mit milderen Massnahmen abwenden lässt. Da einschneidende Verän-
derungen nur nach fachkundiger Abklärung anzuordnen sind, welche sich mit den 
Voraussetzungen eines Entzugs des Aufenthaltsbestimmungsrechts und den mil-
deren Massnahmen auch auseinandersetzt, eine solche Abklärung vorliegend 
aber fehlt, wurde der mit der vorsorglichen Massnahme angeordnete Entzug des 
Aufenthaltsbestimmungsrecht in Missachtung des Grundsatzes der Verhältnis-
mässigkeit erlassen. Daran ändern auch die Ausführungen der KESB Prätti-
gau/Davos in ihrer Beschwerdeantwort vom 28. Dezember 2022 nichts, wonach 
sie nach ihren Abklärungen zum Schluss gekommen sei, dass die Beschwerde-
führer weder in der Lage seien, das Kindeswohl zu achten und nachhaltig zu 
schützen, noch die körperliche, geistige und sittliche Entfaltung ihrer Kinder zu 
fördern, und zwar auch nicht mit entsprechender Unterstützung (act. A.2, Rz. 40). 
Derartige Überlegungen gehen aus den angefochtenen Entscheiden nicht hervor. 

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Es ist insbesondere nicht erkennbar, dass sich die KESB Prättigau/Davos mit Fra-
gen allfälliger milderer Massnahmen, wie z.B. eine Unterstützung im Sinne eines 
Homemanagements, auseinandergesetzt hätte. Vielmehr fehlte es anlässlich der 
Anordnung von vorsorglichen Massnahmen daran, weshalb diese in Verletzung 
des Grundsatzes der Verhältnismässigkeit und somit rechtswidrig erfolgt sind. 

5.4. In Würdigung des Sachverhalts aufgrund der im Entscheidzeitpunkt vorlie-
genden Erkenntnisse ist nun zudem was folgt festzuhalten: Das fachpsychologi-
sche Gutachten der J._____ erachtet die Erziehungseignung der Kindsmutter und 
des Kindsvaters im Rahmen einer Vollzeitbetreuung als deutlich eingeschränkt 
(act. E.7, S. 81 und 84). Neben der zum Zeitpunkt der Fremdplatzierung offenkun-
digen körperlichen Verwahrlosung aller Kinder müsse von einer emotionalen Ver-
nachlässigung in der Form von Zuwendung und adäquater Förderung ausgegan-
gen werden. Die Entwicklungsrückstände der Kinder deuteten darauf hin. Es sei 
nicht unwahrscheinlich, dass diese Entwicklung auf die mangelnde Beschäftigung 
der Kindeseltern mit den Kindern zurückzuführen sei. Hinweise auf eine entspre-
chende Förderung der Kinder fehlten. Offenkundige Nachweise für körperliche, 
psychische oder sexuelle Übergriffe hätten weder von den involvierten Fachkräf-
ten noch im Rahmen der aktuellen Begutachtung erbracht werden können (act. 
E.7, S. 89). Zum Zeitpunkt der Begutachtung im April 2023 wurde eine Fremdplat-
zierung der Kinder empfohlen, wobei weitere Brüche nach der aus gutachterlicher 
Sicht problematischen Fremd- und Rückplatzierung zu vermeiden seien. D._____ 
und E._____ seien in einer Pflegefamilie zu platzieren, C._____ aufgrund seiner 
besonderen Bedürfnisse in einer Pflegeinstitution (act. E.7, S. 92). 

Die Beschwerdeführer hielten dazu fest, das Gutachten habe sich überhaupt nicht 
mit den mentalen und psychischen Auswirkungen auseinandergesetzt, welche 
eine Fremdplatzierung auf die Entwicklung und das Wohl der Kinder hätte. Auch 
sonst sei das Gutachten unzureichend begründet und würde wichtige Fragen ein-
fach weglassen (act. A.10, S. 3 ff.). Die Beschwerdeführer verweisen zudem auf 
bereits angehobene Fördermassnahmen und die gute Integration von C._____ in 
der Schule. Die Gutachter hätten zudem keinerlei körperliche Verwahrlosungen im 
Zeitpunkt der Begutachtung feststellen können (act. A.11, S. 5). 

Die Kindesvertreterin hielt schliesslich in ihrer Stellungnahme vom 12. Juli 2023 
fest, dass sich die Situation heute anders darstelle als im Dezember 2022. Die 
Kinder würden auf sie einen gesunden, ordentlichen und glücklichen Eindruck ma-
chen. Eine Fremdplatzierung läge nicht im Willen der Kinder und würde eine gros-
se Gefährdung des Kindeswohls mit sich bringen. Die Beschwerdeführer hätten in 
der Zwischenzeit einiges unternommen, gerade mit Blick auf Hygiene und Zahn-

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pflege. Überdies treffe auch die Feststellung im Gutachten, wonach die Be-
schwerdeführer in Bezug auf die Einschränkungen ihrer Kinder nicht reflektiert 
seien, heute nicht mehr zu (act. A.12).

5.5. Es kann nun festgestellt werden, dass die in den angefochtenen Entschei-
den von der KESB Prättigau/Davos festgestellte Verwahrlosung der Kinder mit 
Blick auf die Hygiene und die Zahnpflege im heutigen Zeitpunkt nicht mehr besteht 
bzw. mit alternativen Massnahmen behoben werden konnte. Nachweise für kör-
perliche, psychische oder sexuelle Gewalt des Kindsvaters seinen Kindern ge-
genüber konnten gemäss den Ausführungen der J._____ weder von den involvier-
ten Fachkräften noch im Rahmen der Begutachtung erbracht werden. Eine 
Kindsmisshandlung, wie sie die KESB Prättigau/Davos in ihrer Beschwerdeant-
wort vom 28. Dezember 2022 ausführte, konnte folglich nicht in dieser Form fest-
gestellt werden. Somit beruhten die Entscheide vom 2. Dezember 2022 auf einem 
Sachverhalt, welcher heute nicht mehr besteht bzw. welchem in der Zwischenzeit 
mit anderen Massnahmen als dem Entzug des Aufenthaltsbestimmungsrechts und 
einer Fremdplatzierung entgegengetreten werden konnte. Vor diesem Hintergrund 
sind die Ziffern 2 und 3 der Entscheide vom 2. Dezember 2022, welche den Be-
schwerdeführern das Aufenthaltsbestimmungsrecht über die Kinder entziehen und 
ihren persönlichen Verkehr vorsorglich regeln, aufzuheben. Ebenso ist die jeweili-
ge Dispositivziffer 6b aufzuheben, welche der eingesetzten Beiständin im Rahmen 
einer Beistandschaft mit besonderen Befugnissen Aufgaben und Kompetenzen 
verleiht, die im Zusammenhang mit dem Entzug des Aufenthaltsbestimmungs-
rechts stehen (z.B. die Suche nach einer geeigneten Institution; vgl. act. B.1-3, 
jeweils Ziff. III.6b). Schliesslich sind alle drei Entscheide vom 13. Dezember 2022 
aufzuheben, zumal die Fremdplatzierung in einer Pflegefamilie den Entzug des 
Aufenthaltsbestimmungsrechts der Eltern voraussetzt.

5.6. Das Kantonsgericht verkennt nicht, dass mit Blick auf die Entwicklung der 
Kinder D._____, C._____ und E._____ ein Förderbedarf besteht. Mit welchen 
Mass-nahmen diesem zu begegnen ist, das heisst ob die Förderung in der Ent-
wicklung der Kinder mit der von den Gutachtern empfohlenen Fremdplatzierung in 
einer Pflegefamilie (D._____ und E._____) bzw. einer Institution (C._____) oder 
aufgrund der heutigen Situation mit anderen Massnahmen zu erreichen ist, ist je-
doch nicht Gegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens gegen vorsorg-
lich erfolgte Anordnungen, welche den im Gutachten erkannten Förderbedarf nicht 
als Grundlage hatten. Vielmehr ist dies im Hauptverfahren zu entscheiden. Glei-
ches gilt auch mit Blick auf die von der Kindsvertreterin gestellten Anträge betref-
fend Installation einer Beistandschaft mit entsprechenden Aufgaben, sowie einer 

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sozialpädagogischen Familienbegleitung. Diese sind auf die im Hauptentscheid 
gewählten Massnahmen auszurichten.

6. Kosten

6.1. Bei diesem Ausgang des Verfahrens gehen die Kosten des Beschwerde-
verfahrens, welche auf CHF 1'500.00 festgesetzt werden, zu Lasten des Kantons 
Graubünden (Art. 63 Abs. 1 EGzZGB [BR 210.100] i.V.m. Art. 10 Abs. 1 VGZ [BR 
320.210]). Die Aufwandsentschädigung für die Kindesvertreterin, lic. iur. Olivia 
Derungs Risch, deren Stundenansatz bei der Anordnung der Verfahrensvertretung 
der drei Kinder auf CHF 220.00 zzgl. MwSt. und Spesen, ohne Interessenwertzu-
schlag, festgesetzt wurde (vgl. Verfügung vom 2. Dezember 2022, E. 4, [act. B.1]), 
wird mangels eingereichter Honorarnote aufgrund eines mutmasslichen Aufwan-
des von rund 12 Stunden für die Rechtsschriften, die Hausbesuche sowie die Ge-
spräche mit den Kindern auf pauschal CHF 3'000.00 inkl. MwSt. und Spesen fest-
gesetzt. Die Kosten für die Führung der Verfahrensvertretung stellen Verfahrens-
kosten dar (Beat Reichlin, in: KOKES [Hrsg.], Praxisanleitung Kindesschutzrecht, 
N 7.66; Urteil des Bundesgerichts 5A_840/2011 vom 13. Januar 2012 E. 6). Damit 
belaufen sich die Verfahrenskosten für das vorliegende Beschwerdeverfahren auf 
total CHF 4'500.00, bestehend aus CHF 1'500.00 Gerichtsgebühren für das Be-
schwerdeverfahren und CHF 3'000.00 pauschal für die Verfahrensbeistandschaft. 
Diese Kosten gehen zu Lasten des Kantons Graubünden. 

6.2. Zudem hat der Kanton Graubünden die obsiegenden Beschwerdeführer für 
das Beschwerdeverfahren zu entschädigen (Art. 450f ZGB i.V.m. Art. 95 ZPO 
i.V.m. Art. 105 und Art. 106 ZPO). Die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführer 
macht mit Honorarnote vom 16. Mai 2023 einen zu entschädigenden Aufwand von 
35.25 Stunden zu einem Ansatz von CHF 260.00 pro Stunde und damit eine Ent-
schädigung von insgesamt CHF 10'165.80 (inkl. Spesenpauschale von 3% und 
MwSt. von 7.7%) geltend (act. G.3). Der verrechnete Stundenansatz entspricht der 
Honorarvereinbarung vom 9. Dezember 2022 (act. G.1 und G.2) und die Baraus-
lagen der praxisgemäss gewährten Spesenpauschale von 3% (vgl. ZK1 20 31 v. 
20.4.2021 E. 1.4.2). Der geltend gemachte Zeitaufwand erscheint angesichts der 
sich stellenden Rechts- und Sachverhaltsfragen sowie der eingereichten Rechts-
schriften allerdings überzogen. Die Beschwerdeführer haben fünf Rechtsschriften 
eingereicht, wobei insbesondere die Stellungnahmen vom 26. Januar 2023 und 
vom 20. Februar 2023, welche im Rahmen des allgemeinen Replikrechts erfolg-
ten, weitschweifig ausgefallen und um insgesamt 7 Stunden zu kürzen sind. 
Ebenso erweist sich die Eingabe vom 10. Februar 2023 als unnötig, weshalb eine 
weitere Kürzung um 2 Stunden vorzunehmen ist. Dies ergibt für das Verfahren 

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einen angemessenen Aufwand von 26.25 Stunden. Bei einem Honoraransatz von 
CHF 260.00 pro Stunde sowie der Spesenpauschale von 3% und der Mehrwert-
steuer von 7.7% resultiert ein Honorar von CHF 7'571.05, welches den Beschwer-
deführern als Parteientschädigung zu Lasten des Kantons Graubünden auszurich-
ten ist.

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Demnach wird erkannt:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen und die Ziffern 2, 3 und 6b der drei an-
gefochtenen Entscheide der KESB Prättigau/Davos vom 2. Dezember 2022 
sowie alle drei angefochtenen Entscheide der KESB Prättigau/Davos vom 
13. Dezember 2022 werden aufgehoben. 

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von CHF 4'500.00, bestehend aus 
CHF 1'500.00 Gerichtsgebühr und CHF 3'000.00 Kosten der Kindsvertrete-
rin, verbleiben beim Kanton Graubünden (Kantonsgericht).

3. Olivia Derungs Risch (Kindsvertreterin) ist für das Beschwerdeverfahren 
zulasten des Kantons Graubünden (Kantonsgericht) mit CHF 3'000.00 (inkl. 
Spesen und MwSt.) zu entschädigen. 

4. Für das Beschwerdeverfahren werden B._____ und A._____ mit 
CHF 7'571.05 (inkl. Spesenpauschale und MwSt.) zu Lasten des Kantons 
Graubünden entschädigt.

5. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 72 BGG Beschwerde in Zivil-
sachen an das Schweizerische Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, geführt 
werden. Die Beschwerde ist dem Bundesgericht schriftlich, innert 30 Tagen 
seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in der 
gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die 
Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen 
und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 72 ff. und Art. 90 
ff. BGG.

6. Mitteilung an: