# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4a11b191-baef-5268-bee0-8acf5b66c2ba
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-06-15
**Language:** de
**Title:** Keine wesentliche Verschlechterung des Gesundheitszustandes ausgewiesen.
**Docket/Reference:** IV.2017.01361
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2017.01361.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2017.01361
IV. Kammer
Sozialversicherungsrichter Hurst, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Philipp
Sozialversicherungsrichter Vogel
Gerichtsschreiberin Curiger
Urteil
vom
15. Juni 2018
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1982 geborene
X.___
meldete sich am
3.
April 2014 unter Hinweis auf eine physische und psychische Gesundheitsproblematik bei der Sozialversiche
rungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk. 6/2). Diese tätigte erwerbliche (Urk. 6/8, 6/10) sowie medizinische (Urk. 6/12-13) Abklärungen. Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
verneinte sie mit Ver
fügung vom 1
1.
September 2014 einen Rentenanspruch der Versicherten (Urk. 6/17).
1.2
Mit Schreiben vom 8. April 2016 wandte sich die behandelnde Ärztin der Versi
cherten an die IV-Stelle und ersuchte um Gewährung beruflicher Massnahmen (Urk. 6/19). Am
9.
Juni 2016
ging das ausgefüllte Anmeldeformular der Versi
cherten
bei der IV-Stelle
ein (Urk. 6/21)
. Mit Verfügung vom 16. Juni 2016
wies
die IV-Stelle
das Leistungsbegehren ab
(Urk. 6/
25
).
1.3
Am 3. November 2016 meldete die behandelnde Ärztin der Versicherten diese erneut zum Leistungsbezug bei der IV-Stelle an (Urk. 6/26)
, was mit ausgefülltem Anmeldeformular vom 22. November 2016 bestätigt wurde (Urk. 6/27).
In der Folge holte die IV-Stelle einen Bericht des behandelnden Arztes ein (Urk. 6/44) und veranlasste die Erstellung eines polydisziplinären Gutachtens bei der
Y.___
, welches am
1.
Juni 2017 erstattet wurde (Urk. 6/46). Nach durchgeführtem
Vorbescheid
verfahren
verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 14. November 2017 einen Anspruch der Versicherten auf Leistungen der Invalidenversicherung (Urk.
2
[=
6/59
]
).
2.
Dagegen erhob
die Versicherte mit Eingabe vom 1
1.
Dezember 2017 Beschwerde und beantragte sinngemäss, die Verfügung vom 14. November 2017 sei aufzuhe
ben und es seien ihr berufliche Massnahmen zu gewähren (Urk. 1).
Mit Beschwerdeantwort vom 1. Februar 2018 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 5), was der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 5. Februar 2018 angezeigt wurde (Urk. 7).
Mit Eing
abe vom 20. Februar 2017 (recte:
2018) legte die Beschwerdeführerin einen Bericht
der behandelnden Ärztin
auf (Urk. 8-9), den sie auch der Beschwer
degegnerin zukommen liess (Urk. 10). Am 19. April 2018 reichte sie erneut eine Eingabe ein (Urk. 11).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert,
so wird nach
Art.
87
Abs.
3 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss
Abs.
2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuan
meldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invali
ditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den All
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (
ATSG
)
vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegrün
dende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Ände
rung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige Einspracheentscheid, welche oder welcher auf einer materi
ellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 2
6.
März 2010 E. 2.1 mit Hinweisen).
1.2
Gesetz und Verordnung enthalten keine Vorschriften über die
materiellrechtliche
Revision von Eingliederungsleistungen wegen einer seit ihrer Zusprechung ein
getretenen Veränderung der Verhältnisse. Ebenso wenig ist geregelt, unter wel
chen Voraussetzungen im Falle einer vorangegangenen Verweigerung von Ein
gliederungsleistungen ein neues Gesuch entgegenzunehmen und zu prüfen ist. In BGE 105 V 173 hat das Bundesgericht entschieden, dass Eingliederungsleistungen gleich wie Renten und Hilflosenentschädigungen zu behandeln sind und dass demzufolge
Art.
17 ATSG sowie die dazugehörigen Verordnungsbestimmungen in analoger Weise auch auf die Revision von Eingliederungsleistungen angewen
det werden müssen.
Art.
87
Abs.
3 IVV betrifft – trotz seiner Stellung im Abschnitt E «Die Revision der Rente und der Hilflosenentschädigung» – zwar
nicht die eigentliche
materiellrechtliche
Revision laufender Leistungen, sondern
einen andern Sachverhalt
, nämlich die Neuprüfung nach vorangegangener Leis
tungsverweigerung. Es rechtfertigt sich aber, die vorerwähnte Rechtsprechung auch auf
Art.
87
Abs.
3 IVV
auszudehnen und diese Bestimmung ebenfalls in analoger Weise auf Eingliederungsleistungen anzuwenden. Aufgrund der dorti
gen Verweisung auf
Art.
87
Abs.
2 IVV
ist daher, wenn eine Eingliederungsleis
tung verweigert wurde, eine neue Anmeldung nur zu prüfen, wenn die versicherte Person glaubhaft macht (vgl. BGE 130 V 64 E. 5.2, 72 E. 2.2 mit Hinweisen), dass sich die tatsächlichen Verhältnisse in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert haben (BGE 125 V 410 E. 2b, 109 V 119 E. 3a; AHI 2000 S. 233 E. 1b).
1.3
Invalide oder von einer Invalidität bedrohte Versicherte haben Anspruch auf Ein
gliederungsmassnahmen, soweit diese notwendig und geeignet sind, die Er
werbs
fähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder her
zustellen, zu erhalten und zu verbessern, und die Voraussetzungen für den Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind (Art. 8 Abs. 1 des Bundes
gesetzes über die Invalidenversicherung [IVG]). Die Eingliederungsmassnahmen bestehen in medizinischen Massnahmen, Integrationsmassnahmen zur Vorbe
rei
tung auf die berufliche Eingliederung, Massnahmen beruflicher Art (Berufs
bera
tung, erstmalige berufliche Ausbildung, Umschulung, Arbeitsvermittlung, Kapi
talhilfe) sowie in der Abgabe von Hilfsmitteln (Art. 8 Abs. 3 IVG).
1.
4
Der Anspruch auf Umschulung setzt voraus, dass die versicherte Person wegen der Art und Schwere des Gesundheitsschadens im bisher ausgeübten Beruf und in den für sie ohne zusätzliche berufliche Ausbildung offen stehenden zumutba
ren Erwerbstätigkeiten eine bleibende oder längere Zeit dauernde Erwerbsein
busse von etwa 20 % erleidet, wobei es sich um einen blossen Richtwert handelt (BGE 124 V 108 E. 2a und b mit Hinweisen; vgl. auch BGE 130 V 488 E. 4.2; AHI 2000 S. 27 E. 2b und S. 62 E. 1 je mit Hinweisen).
1.
5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, wel
che Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.
6
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie
stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestell
ten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychi
schen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Aus
einandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfol
gerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebenenfalls deut
lich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid wurde erwogen, mit Verfügungen vom 11. Septem
ber 2014 und 16. Juni 2016 sei ein Anspruch der Versicherten auf Leistungen der Invalidenversicherung verneint worden. Nachdem sich die Versicherte erneut zum Leistungsbezug angemeldet habe, sei ihr Gesundheitszustand umfassend abgeklärt worden. Dabei habe sich gezeigt, dass die Versicherte in ihrer Arbeits
fähigkeit nicht eingeschränkt sei.
Aus diesem Grund stünden ihr keine Leistungen der Invalidenversicherung zu (Urk. 2).
2.2
Demgegenüber macht die Beschwerdeführerin im Wesentlichen geltend, es sei ihr krankheitsbedingt seit Jahren nicht möglich, eine Anstellung zu finden. Dies würde aus ihrer Erwerbsbiografie sowie der Auflistung ihrer Absenzen hervorge
hen.
Zu Unrecht seien diese Unterlagen von der IV-Stelle nicht berücksichtigt worden, womit ihr rechtliches Gehör verletzt worden sei.
Es entspreche nicht den Tatsachen, dass die Begutachtung ergeben habe, dass sie vollständig arbeitsfähig sei. Zudem sei die Begutachtung zu einem Zeitpunkt erfolgt, als sie arbeitslos und daher
relativ unbelastet
gewesen sei. Der
psychiatrische
Gutachter habe überdies
zu Unrecht keine Stellungnahme ihres behandelnden Psychiaters eingeholt, wes
halb das Gutachten
unvollständig sei
(Urk. 1).
Mit Eingaben vom 2
0.
Februar 2018 und 1
9.
April 2018 brachte die Beschwerde
führerin weiter vor, sie habe sich am
5.
August 2017 eine Fraktur am linken Handgelenk zugezogen, weswegen sie in ihrer angestammten Tätigkeit nicht mehr arbeitsfähig sei. Zudem
leide sie am rechten Handgelenk
an einem Karpal
tunnelsyndrom. D
as
Gutachten vom 1. Juni 2017 sei damit überholt, weshalb die IV-Stelle anzuhalten sei, weitere Abklärungen vorzunehmen (Urk. 8 und
Urk.
11).
3.
Die
Rüge der Beschwerdeführerin, die Beschwerdegegnerin habe
nicht alle Akten
berücksichtigt,
so insbesondere ihren Zusatzeinwand mit der
Absenzenliste
sow
ie der Erwerbsbiografie,
und damit ihren Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 42 ATSG, Art. 57a Abs. 1 IVG, Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung, BV; vgl. BGE 124 V 180 E. 1a)
verletzt,
ist unbegründet
.
Aus dem angefochtenen Entscheid geht hervor, dass und weshalb die Beschwer
degegnerin auf das eingeholte
Y.___
-Gutachten (
vom
1.
Juni 2017, Urk. 6/46
) abstellte
. In diesem wurde die Erwerbsbiografie der Beschwerdeführerin bereits berücksichtigt. D
ie Verwaltung kann sich
rechtsprechungsgemäss
auf die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken und muss sich nicht aus
drücklich mit jeder tatbeständlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinandersetzen (BGE 124 V 180 E. 1a und E. 2b, 126 V 75 E. 5b/dd; Urteil des Bundesgerichts 8C_30/2016 vom 8. März 2016 E. 2 mit Hinweisen). Die Beschwerdeführerin vermochte den Entscheid zudem sachgerecht anzufechten und konnte ihr Anliegen mit der Beschwerde gegen die Verfügung
1
4.
November 2017
(Urk. 2) vor einer Beschwerdeinstanz vortragen, die sowohl den Sachverhalt als auch die Rechtslage frei überprüft (vgl. BGE 127 V 431 E. 3d/aa).
Aus diesem Grund
wurde der Anspruch der Beschwerdeführerin auf rechtliches Gehör nicht verletzt
.
4.
Die IV-Stelle stützte sich bei Erlass der Verfügungen vom 11. September 2014 sowie 16. Juni 2016 im Wesentlichen auf den Bericht
des Dr. med.
Z.___
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychiatrie, vom 11. Mai 2014 (Urk. 6/13). In diesem wurden keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit genannt. Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurden fo
lgende aufgeführt (Urk. 6/13 S.
10):
-
Persönlichkeitsakzentuierung (ICD-10: Z 73.1)
-
Dysthymia
(ICD-10: F 34.1)
Die Versicherte
klage
über Rückenschmerzen, ein Taubheitsgefühl im Bereich des rechten Oberschenkels sowie muskuläre Verspannungen. Sie leide unter Ein
schlafstörungen, könne nicht abschalten und sei ständig unruhig (Urk. 6/13 S. 8).
Die Versicherte sei bewusstseinsklar und vollständig orientiert. Der Kontakt könne problemlos hergestellt und gehalten werden. Sie wirke teils gereizt, die Stimmung sei subdepressiv. Die affektive Schwingungsfähigkeit sei leicht redu
ziert. Der Gedankengang sei geordnet, Anhaltspunkte für Wahrnehmungsstörun
gen fänden sich nicht. Die von ihr beschriebene innere Unruhe sei äusserlich nicht bemerkbar. Auffassung, Ausdauer und Konzentration seien intakt (Urk. 6/13
S.
9-10).
Zur Arbeitsfähigkeit wurde festgehalten, die Versicherte sei in ihrer angestamm
ten Tätigkeit vollständig arbeitsfähig (Urk. 6/13 S. 11).
5
.
5
.1
5
.1.1
Im
Y.___
-
Gutachten vom
1. Juni 2017 wurden keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit aufgeführt (Urk. 6/46 S. 8).
Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurden folgende genannt (Urk. 6/46 S. 8):
-
Dysthymia
(ICD-10: F 34.1), differenzialdiagnostisch depressive Störung, aktuell
subsyndromale
bis allenfalls leichte depressive Episode (ICD-10
: F
33.0)
-
rigide
anankastisch
akzentuierte Persönlichkeitsstruktur (ICD-10: Z 73)
-
undifferenzierte Somatisierungsstörung (ICD-10: F 45.1) mit multiplen psychosomatischen Reaktionen
-
Karpaltunnelsyndrom rechts mit geringem Taubheitsgefühl der Finger
kuppe D3 rechts ohne sonstige Funktionsbeeinträchtigung der rechten oberen Extremität
-
Zustand nach Unterschenkelfraktur links und operativer Behandlung ohne Funktionseinschränkungen des linken Beines
-
geringe degenerative Veränderungen der Lendenwirbelsäule ohne Ein
schränkung der Beweglichkeit, ohne neurologische Auffälligkeiten
-
chronische Sinusitis
-
Asthma bronchiale
-
Pollen- und
Gräserallergie
-
arterielle Hypertonie
-
Adipositas Grad II (BMI 35,3 kg/m
2
)
5
.1.2
Im psychiatrischen Teilgutachten wurde ausgeführt, die Explorandin
klage
über eine gedrückte Stimmung. Sie habe Zukunftssorgen, Existenzängste, fühle sich rat
-
und hilflos. Trotz intensiver Bemühungen finde sie keine Anstellung. Die Absagen würden sich negativ auf ihr Selbstwertgefühl aus
wirken. Bei Tätigkeiten, welche ihr gefielen, sei sie weder in ihrem Konzentrationsvermögen noch in ihrer Ausdauer eingeschränkt. Ihr Gedächtnis sei ungestört. Sie habe Freude am Lesen, Fotografieren, Malen und Zeichnen. Sie trainiere zudem konsequent zwei-
bis dreimal in der Woche auf ihrem Hometrainer (Urk. 6/46 S. 19-20).
Die Explorandin sei im Kontakt zunächst zurückhaltend, was sich im Verlauf der Untersuchung jedoch ändere. Sie sei zugewandt, freundlich und es könne durch
gehend ein tragfähiger Kontakt aufrechterhalten werden. Aufmerksamkeit und Ausdauer seien erhalten. Die Explorandin könne sich auf die jeweiligen Ge
sprächsinhalte einstellen, die höheren kognitiven Leistungen seien angemessen differenziert. Auch die Merkfähigkeit sei ausreichend erhalten. Hinweise auf mnestische Defizite seien nicht eruierbar.
In der emotional affektiven Schwin
gungsfähigkeit verfüge sie über das gesamte Ausdrucksspektrum. Es zeige sich keine durchgehende Depressivität (Urk. 6/46 S. 27).
Zur Arbeitsfähigkeit wurde festgehalten,
aufgrund dessen, dass der Ausprägungs
grad der
Dysthymie
, der undifferenzierten Somatisierungsstörung sowie der Per
sönlichkeitsakzentuierung gering sei, sei die Versicherte in ihrer Arbeitsfähigkeit nicht eingeschränkt (Urk. 6/46 S. 29).
5
.1.3
Im orthopädisch-
traumatologischen
Teilgutachten wurde festgehalten, die Explo
randin
klage
über einen zu hohen Blutdruck, permanente Rückenschmerzen der Lendenwirbelsäule, Nackenschmerzen sowie Nackenverspannungen. Zudem habe sie häufig Kopfschmerzen. Kürzlich sei überdies ein Karpaltunnelsyndrom rechts diagnostiziert worden. Sie trage deshalb eine Nachtschiene, was jedoch nicht helfe (Urk. 6/46 S. 35).
Die Explorandin nehme
zu Beginn der Untersuchung ohne Schmerzäusserungen eine sitzende Position ein. Alle Positionswechsel würden ohne Schmerzäusserun
gen vorgenommen. Die Beweglichkeit der Halswirbelsäule sei nicht schmerzhaft eingeschränkt. Klinisch sichtbare Hinweise für ein Karpaltunnelsyndrom würden nicht vorliegen. Die Beweglichkeit der Schulter-, Ellbogen-, Hand- sowie Finger
gelenke erfolge altersentsprechend frei (Urk. 6/46 S. 37-38).
Die Beschwerden der Explorandin könnten nicht objektiviert werden
, würden demonstrativ vorgetragen
und seien nicht konsistent. Die Beweglichkeit und Funktion sämtlicher Abschnitte des Achsorgans seien ohne auffälligen Befund. Auch die paravertebrale Muskulatur zeige keine Auffälligkeiten. An den Händen
fänden sich seitengleiche Gebrauchszeichen
. Das Karpaltunnelsyndrom
rechts sei klinisch nicht relevant (Urk. 6/46 S. 41
-42
).
Zur Arbeitsfähigkeit wurde ausgeführt,
die Versicherte sei aus
orthopädisch-trau
matologischer
Sicht in ihrer angestammten Tätigkeit zu 100
%
arbeitsfähig
. Es fänden sich Hinweise für eine Aggravation, wobei nicht mit Sicherheit beurteilt werden könne, ob diese intendiert sei
(Urk. 6/46 S. 41
-42
).
5
.1.4
Im internistischen Teilgutachten wurde festgehalten, die Explorandin
klage
über Kopf- und Rückenschmerzen mit Ausstrahlung in den rechten Oberschenkel. Aus
serdem habe sie Schmerzen in beiden Handgelenken. In psychischen Belastungs
situationen würden sich die Kopfschmerzen verstärken und in Kombination mit Durchfall und Schlafstörungen auftreten (Urk. 6/46 S. 49).
Die Explorandin leide unter einer bereits bekannten arteriellen Hypertonie, die jedoch medikamentös gut behandelt werde. Zudem bestehe eine Pollen- und
Grä
serallergie
, eine chronische Sinusitis und ein bronchiales Asthma. Aus internisti
scher Sicht sei die Versicherte sowohl in angestammter als auch in angepasster Tätigkeit vollständig arbeitsfähig (Urk. 6/46 S. 52).
5
.1.5
In der interdisziplinären Zusammenfassung wurde
ausgeführt, der Gesundheits
zustand der Versicherten habe sich seit Erlass der letzten IV-Verfügungen nicht massgeblich verändert.
Es habe zu keinem Zeitpunkt eine Arbeitsunfähigkeit bestanden.
Die Versicherte sei in ihrer angestammten Tätigkeit zu 100 % arbeits
fähig (Urk. 6/46 S. 9
-10
und 16).
5
.2
Das Gutachten vermag zu überzeugen.
Es beruht auf sorgfältigen und allseitigen Untersuchungen (Urk. 6/
46 S. 22-28, S. 37-40, S.
50
), berücksichtigt die geklag
ten Beschwerden (Urk.
6/46 S. 19-20, S. 35, S. 49
) und ist in Kenntnis der rele
vanten
Vorakten
abgegeben worden (Urk. 6/
46 S. 3-8
).
Die Beschwerdeführerin macht geltend, das Gutachten sei unvollständig, weil der psychiatrische Gutachter es unterlassen habe, eine Stellungnahme ihres behan
delnden Arztes einzuholen
. Zudem sei sie damals arbeitslos und daher unbelastet gewesen, weshalb ihr Gesundheitszustand nur ungenügend erfasst worden sei
(Urk. 1 S. 2).
Aus
der Expertise
geht hervor, dass den
Gutachtern
die Berichte der behandelnden Ärztin zur Verfügung standen (Urk. 6/46 S. 4-6). Mit diesen setzte sich der psychiatrische Gutachter eingehend auseinander (Urk. 6/
46 S. 31). Aus diesem Grund bestand keine Notwendigkeit,
die behandelnde
Ärztin
um eine wei
tere Stellungnahme zu ersuchen
. Das Vorgehen des psychiatrischen Gutachters steht auch in Einklang mit der bundesgerichtlichen Rechtsprechung,
gemäss wel
cher
das Einholen fremdanamnestischer Angaben keine Voraussetzung zur Erstellung eines beweiskräftigen Gutachtens dar
stellt
(Urteil des Bundesgerichts
9C_482/2010 vom 21. September 2010 E. 4.1).
Aus dem Gutachten geht
weiter
hervor, dass
die Beschwerdeführerin gegenüber dem Gutachter erwähnte, seit Längerem arbeitslos zu sein (Urk. 6/46 S. 25).
Diese Information berücksichtigte der psychiatrische Gutachter bei seiner Beurteilung, weshalb das Vorbringen der Beschwerdeführerin
nicht verfängt
.
Weiter bringt die Beschwerdeführerin vor, die IV-Stelle habe das Gutachten falsch interpretiert. Der psychiatrische Gutachter sei zum Schluss gekommen, sie benö
tige Unterstützung, weshalb ihr diese zu gewähren sei (Urk. 1 S. 2).
Zwar führte der psychiatrische Gutachter unter dem Titel «Prognose» aus, es wäre wünschenswert, wenn die Beschwerdeführerin Unterstützung in Form eines Coachings oder einer Weiterbildungsmassnahme erhielte, um ihr den beruflichen Einstieg zu erleichtern (Urk. 6/46 S. 32).
Dabei handelt es sich jedoch lediglich um eine Empfehlung, die vor dem Hintergrund der jahrelangen Absenz der Beschwerdeführerin
vom Arbeitsmarkt erfolgte und nicht in Zusammenhang mit einer gesundheitlichen Einschränkung steht. So legte der psychiatrische Gutach
ter unmissverständlich dar, die psychiatrischen Diagnosen würden keine Arbeits
unfähigkeit begründen (Urk. 6/46 S. 29).
Da lediglich gesundheitlich bedingte Einschränkungen einen Rechtsanspruch auf Leistungen der Invalidenversiche
rung zu begründen vermögen, ist der ablehnende Entscheid der IV-Stelle nicht zu beanstanden.
5
.3
Nach dem Gesagten erweist sich das
Y.___
-Gutachten vom 1. Juni 2017 als beweiskräftig, weshalb mit der gutachterlichen Einschätzung von einem gleich gebliebenen Gesundheitszustand seit den letzten materiellen Beurteilungen aus
zugehen ist.
5.4
Die Beschwerdeführerin bringt weiter vor, ihr Gesundheitszustand habe sich seit der Begutachtung verschlechtert. Sie habe sich
nach der Begutachtung eine Frak
tur am linken Handgelenk zugezogen und sei seither in allen manuellen Tätig
keiten eingeschränkt. Zudem leide sie an der rechten Hand an einem Karpaltun
nelsyndrom, welches sich verschlimmert habe (Urk. 8). Als Beweis legte sie einen Bericht der behandelnden Handchirurgin, Dr. med.
A.___
,
Fachärztin FMH für Chirurgie und Handchirurgie, vom 16. Februar 2018 auf (Urk. 9).
Im Bericht von Dr.
A.___
wird festgehalten, die
Patientin
leide unter einer per
sistierenden
Kahnbeinps
eud
arthrose
links, einem Zustand nach
palmarer
Platte
nosteosynthese sowie einem Verdacht auf ein Karpaltunnelsyndrom rechts
.
Ver
dachtsdiagnosen sind nicht geeignet, eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zu begründen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_454/2013 vom 24. September 2013 E. 6.3). Bereits aus diesem Grund vermag
das Vorbringen, die Beschwerdeführerin sei durch ein Karpaltunnelsyndrom in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt, nicht
zu überzeugen. Hinzu kommt, dass schon
im
Y.___
-Gutachten vom 1. Juni 2017 festgehalten
wurde
, die Beschwerdeführerin leide unter einem Karpaltunnelsyn
drom (Urk. 6/46 S. 40).
Eine klinisch relevante Funktionsbeeinträchtigung des
selben wurde jedoch verneint
(Urk. 6/46 S. 4
1
).
Seltsam
mutet an
, dass die von der Beschwerdeführerin erwähnte Fraktur am linken Handgelenk bisher nicht aktenkundig war. Es findet sich in den Unterlagen
keine Unfallmeldung
. Die Beschwerdeführerin erwähnte weder in ihrem Einwand vom 7. Oktober 201
7
noch in demjenigen vom 30. November 2017 eine Fraktur oder eine Einschrän
kung am linken Handgelenk (Urk. 6/54, 6/57). Auch in ihrer Beschwerdeschrift vom 11. Dezember 2017 nahm sie lediglich Bezug auf ihren psychiatrischen Gesundheitszustand
(Urk. 2). Es erscheint daher unglaubhaft, dass seit dem August 2017 eine wesentliche Einschränkung des linken Handgelenks vorliegen soll. Dagegen spricht auch das von der Beschwerdeführerin aufgelegte Schreiben von
Dr.
A.___
, in welchem der Beschwerdeführerin für Arbeiten ohne schwere manuelle Belastung des linken Handgelenks eine vollständige Arbeitsfähigkeit attestiert wurde (Urk. 9).
Zu berücksichtigen ist schliesslich, dass eine Fraktur grundsätzlich nicht geeignet ist, eine längerdauernde Einschränkung der Arbeits
fähigkeit zu begründen.
6.
Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung vom 1
4.
November 2017 nicht zu beanstanden, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.
7.
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr. 700.-- festzulegen und ausgangsgemäss
von der Beschwerdeführerin
zu tragen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG).
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
700
.-- werden
der Beschwerdeführerin
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
X.___
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
, unter Beilage einer Kopie von
act
. 11
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundesge
setzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizu
legen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
HurstCuriger