# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d5d26593-2cde-5649-abdc-412648427d94
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-11-20
**Language:** de
**Title:** Ruptur der Rotatorenmanschette nicht überwiegend wahrscheinlich unfallkausal. Abweisung.
**Docket/Reference:** UV.2016.00297
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/UV.2016.00297.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
UV.2016.00297
IV. Kammer
Sozialversicherungsrichter Hurst, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Arnold Gramigna
Sozialversicherungsrichter Vogel
Gerichtsschreiberin Schwegler
Urteil vom 20. November 2017
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Fortuna Rechtsschutz-Versicherungs-Gesellschaft AG
Rechtsdienst,
lic
.
iur
.
O.___
Soodmattenstrasse
2, 8134 Adliswil 1
gegen
Suva
Rechtsabteilung
Postfach 4358, 6002 Luzern
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
Der 1951 geborene X.___ war seit dem 1. Februar 2015 als Perso
nalberater für die Y.___ tätig und in dieser Eigenschaft bei der Suva gegen Berufs- und Nichtberufsunfälle versichert, als er am 26. Januar 2016 mit geschultertem Sousafon im Dunkeln über einen hervorstehenden Schachtdeckel stolperte und auf die Rundsteine einer Wassersickergrube fiel (Bagatellunfallmeldung vom 29. Januar 2016, Urk. 8/1). Die Erstbehandlung fand am 29. Januar 2016 bei Dr. med. Z.___, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, statt, welcher in seinem Bericht vom 14. Juni 2016 eine Sup
raspinatussehnen-Ruptur, eine Bizeps-Instabilität und eine AC-Arthrose Schul
ter rechts diagnostizierte (Urk. 8/16). Mit Verfügung vom 22. Juli 2016 stellte die Suva die Versicherungsleistungen (Heilkosten und Taggeld) per 31. Mai 2016 ein und hielt fest, dass die aktuell noch bestehenden Beschwerden nicht mehr unfallbedingt, sondern ausschliesslich krankhafter Natur seien (Urk. 8/35). Die hiergegen am 14. September 2016 erhobene Einsprache (Urk. 8/40) wies die Suva mit
Einspracheentscheid
vom 1. Dezember 2016 ab (Urk. 2).
2.
Hiergegen erhob der Versicherte am 28. Dezember 2016 Beschwerde und bean
tragte, es sei der angefochtene
Einspracheentscheid
vom 1. Dezember 2016 auf
zuheben und es seien dem Beschwerdeführer über den 31. Mai 2016 hinaus die gesetzlichen UVG-Leistungen zu erbringen. Eventualiter seien weitere Abklä
rungen vorzunehmen bzw. die Angelegenheit an die Beschwerdegegnerin zu weiteren Abklärungen zurückzuweisen (Urk. 1). Mit Beschwerdeantwort vom 6. März 2017 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 7 unter Beilage ihrer Akten, Urk. 8/1-50 und Urk. 9). Mit
Replik vom 7. April 2017 hielt der Beschwerdeführer an seinen Anträgen fest (Urk. 12). Die Beschwerdegegnerin schloss
duplicando
wiederum auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 16 unter Beilage der chirurgischen Beurteilung vom 12. Mai 2017, Urk. 17), was dem Beschwerdeführer am 24. Mai 2017 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 18).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
Die Beschwerdegegnerin hielt im angefochtenen
Einspracheentscheid
im Wesentli
chen dafür, dass unbestritten sei, dass der Beschwerdeführer am 26. Januar 2016 einen Unfall erlitten habe. Allerdings bleibe der Unfallhergang unklar. Gestützt auf die kreisärztliche Beurteilung von Dr. med. A.___, Facharzt für Chirurgie, vom 19. Juli 2017 sei davon auszugehen, dass der Unfallmecha
nismus nicht geeignet gewesen sei, eine Supraspinatussehne zu zerreissen und im MRI sowie bei der Operation hätten sich deutliche, degenerative Verände
rungen im Schulterbereich gezeigt. Damit sei nicht überwiegend wahrscheinlich von einer unfallbedingten Schädigung auszugehen (Urk. 2).
Der Beschwerdeführer führte demgegenüber zur Begründung der Beschwerde aus, dass er nicht direkt auf die rechte Schulter gestürzt sei. Er habe den Unfall
hergang stets korrekt geschildert und dieser entspreche auch den Schilderungen von zwei Personen, die den Unfall beobachtet hätten. Ausgehend davon sei Dr. med. B.___, Facharzt für Orthopädische Chirurgie spez. Schulter
chirurgie, zum Schluss gekommen, dass die
Rotatorenmanschetten
-Läsion mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das Unfallereignis vom 26. Januar 2016 zurückzuführen sei. Der Status quo sine sei am 31. Mai 2016 nicht erreicht gewesen (Urk. 1 und Urk. 12).
In der Beschwerdeantwort vom 6. März 2017 und der Duplik vom 22. Mai 2017 ergänzte die Beschwerdegegnerin, dass Dr. B.___ von einem Sturz nach vorne ausgehe, die beiden Zeugen allerdings geltend machten, der Beschwer
deführer sei seitwärts auf die rechte Seite gefallen. In den weiteren externen Berichten wurde ebenfalls von ganz unterschiedlichen Unfallhergängen ausge
gangen. Damit bleibe der Unfallhergang unklar. Allerdings könne dies ohnehin offen bleiben, da Dr. Z.___ anlässlich der Erstbehandlung drei Tage später eine freie Beweglichkeit des Schultergelenkes notiert habe. Hätte der Beschwer
deführer aber bei dem Ereignis vom 26. Januar 2016 eine ausgedehnte trauma
tische Zerreissung der Supraspinatussehne erlitten, so wären zeitnah starke Schulterschmerzen und insbesondere eine nahezu vollständige Aufhebung der aktiven Beweglichkeit der Schulter zu erwarten gewesen. Der Bericht über die Erstbehandlung habe Dr. B.___ nicht vorgelegen, so dass nicht darauf abgestellt werden könne (Urk. 7 und Urk. 16).
2.
2.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. November 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesgeset
zes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallver
sicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen,
die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat
(vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier
zu beurteilende Unfall hat sich am
26. Januar 2016
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
2.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis
zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
2.3
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder über
haupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/
aa
).
Die
blosse
Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht.
Da es sich
hiebei
um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die ent
sprechende Beweislast
–
anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist
–
nicht bei der versicherten Per
son, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76).
Diese Beweisgrundsätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten
massge
bend
(
Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E.
2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des
S
tatus quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der
S
tatus quo sine
vel
ante noch nicht wieder erreicht ist, hat der Unfa
llversicherer gestützt auf Art. 36 Abs.
1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kostenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die
Heilbehandlungskosten nach Art.
10 UVG fallen
(Urteil des Bundesgerichts 8C_637/20
13 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
2.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorak
ten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134  V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre
Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die befragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unpar
teilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im Sozialversiche
rungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters oder der Gut
achterin allerdings ein strenger Massstab anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356 S. 572; BGE 135 V 465 E. 4.4, 125 V 351 E. 3b/
ee
, 122 V 157 E. 1c; vgl. auch BGE 123 V 331 E. 1c).
3.
Die medizinische Aktenlage präsentiert sich im Wesentlichen folgendermassen:
3.1
Im Bericht vom 14. Juni 2016 notierte Dr. Z.___, dass die Erstbehandlung am 29. Januar 2016 stattgefunden habe. Die Schulter rechts sei frei beweglich gewesen, Abduktion und Anteversion seien endphasig schmerzhaft, die lange Bizepssehne sei ebenfalls schmerzhaft. Es bestehe ein
painful
arch
und der
Jobe
Test falle schmerzhaft und kraftvermindert aus. Die Innen- und Aussenrotation sei schmerzhaft eingeschränkt.
Dr. Z.___ diagnostizierte eine Supraspinatussehnen-Ruptur, eine Bizeps-Insta
bilität und eine AC-Arthrose der rechten Schulter (Urk. 8/16).
3.2
Dr. med. C.___, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, führte am 26. April 2016 eine Sonographie der Schulter durch. Er notierte dabei eine sub
totale bis totale Ruptur der rechten Supraspinatussehne mit Begleitbursitis sowie degenerative Veränderungen in der linken Supraspinatussehne. Eine leichte Omarthrose liege beidseits vor (Urk. 8/4).
3.3
Dr. med. D.___, Leitender Arzt Orthopädie der E.___, führte in seinem Bericht vom 6. Juni 2016 aus (Urk. 8/6), dass der Beschwerdeführer ohne vorbestehende Beschwerden am 26. Januar 2016 auf die rechte Seite gestürzt sei mit sofortigen Schulterschmerzen rechts. Zusätzlich habe er sich Rippen-Frakturen und eine Wirbelsäulen-Kontusion zugezogen. Von Seiten der Wirbelsäule und der Rippen bestehe eine gute Heilung. Verblieben sei ein star
ker belastungsabhängiger Schmerz im Bereich der rechten Schulter, insbeson
dere rotationsabhängig.
Dr. D.___ diagnostizierte eine schmerzhafte Supraspinatussehnen-Ruptur rechts mit Instabilität der langen Bizepssehne und aktivierter AC-Arthrose. In Anbe
tracht der erheblichen Beschwerden empfehle er die arthroskopische
Rotatoren
manschetten-Rekonstruktion
mit Bizeps-
Tenodese
subpectoral
und einer AC-Gelenksresektion, womit der Beschwerdeführer einverstanden sei.
3.4
Dr. A.___ führte in seiner Beurteilung vom 17. Juni 2016 aus, dass der Beschwer
deführer am 26. Januar
2016
gestolpert
und
direkt auf seine rechte Schulter
gefallen sei. Dieser Unfallhergang sei
per se nicht geeignet
gewesen,
eine
Rotatorenmanschette
zu zerreissen.
W
eder das MRI noch die Sonografie der rechten Schulter
habe frische, trauma
tisch bedingte Schäden
gezeigt
und der Unfallh
ergang sei
nicht geeignet
gewe
sen, wie oben ausführlich beschrie
ben, eine
Rotatorenmanschette
zu zerreissen.
Der Status quo sine sei somit am 31. Mai
2016 nach der Schulterprellung wie
der erreicht
gewesen, die dar
über hin
aus anhaltenden Beschwerden seien
mit dem geforderten Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit Folgen der degenerativen Veränderungen wie im MRI und in der Sonografie ausführlich beschrieben und
nicht Folge des Anpralltraumas (Urk. 8/19).
3.5
Dr. D.___ führte in seiner Stellungnahme vom 23. Juni 2016 zum Bericht von Dr. A.___ aus, dass der Beschwerdeführer vor dem erwähnten Ereignis keinerlei Schmerzen im Bereich der rechten Schulter gehabt habe. Der Sturz-Mechanis
mus sei insgesamt unklar. Der Beschwerdeführer sei mit einem schweren Sousa
phon nach hinten gefallen und dann auf die rechte Seite, wobei es mit überwie
gender Wahrscheinlichkeit zu einer Abstützbewegung gekommen sei, was dann letztendlich zu einer Krafteinwirkung auf den ausgestreckten Arm geführt habe, allenfalls auch noch mit einer Rotationskomponente. Dass es sich um eine erhebliche Krafteinwirkung gehandelt habe zeige auch, dass sich der Beschwer
deführer beim Sturz Rippen-Frakturen rechts und eine Wirbelsäulen-Kontusion zugezogen habe. Seit dem Ereignis bestünden auch klare Brücken-Symptome, welche zu einer
Rotatorenmanschetten
-Ruptur passten.
Des Weiteren sei auch nicht korrekt, dass keine Zeichen einer frischen traumati
schen Läsion im MRI vorlägen. Es sei in der Literatur klar dargelegt, dass die Absenz eines Ödems im Tuberculum majus bei einer Supraspinatussehnen-Ruptur nicht gegen eine unfallbedingte Schädigung spreche. Die Ruptur-Mor
phologie sei im
antero
-distalen Supraspinatussehnen-Bereich liegend mit Aus
strahlung in das laterale
Pulley
. Dies sei eine Morphologie, die typischerweise bei unfallbedingten Schädigungen vorkomme. Es zeigten sich zudem keinerlei Hinweise auf eine vorbestehende relevante Schädigung der
Rotatorenman
schette
. Zudem zeigten sich am
antero
-distalen Tuberculum majus noch kleine Sehnen-Reste, was typische Zeichen einer traumatischen Ruptur seien.
Zusammenfassend bestehe ein Unfallmechanismus, der sehr wohl für eine trauma
tische Ruptur geeignet sei und es bestünden in der Anamnese und im MRI keine Hinweise für eine vorbestehende Schädigung der
Rotatorenman
schette
.
Die traumatische Genese müsse als überwiegend wahrscheinlich ange
nommen werden (Urk. 8/27).
3.6
Dr. A.___ nahm am 19. Juli 2016 erneut eine Beurteilung vor und führte ergän
zend aus, dass bei einem direkten Anprall
ein adäquates Knochenmarksig
nal zu sehen sein
müsste
. Bei einer starken Zugbelastung, insbesondere nach kranial dorsal, die zu einer Zerreiss
ung der Supraspinatussehne führe, mü
ss
e selbstverständlich kein Kno
chenmarksi
gnal im MRI erscheinen. Dies sei
aber nicht der Fall
gewesen
.
Gegen eine akute Traumatisierung spreche im Übrigen der von
Dr. Z.___
am 2
9.
Januar 2016 erhobene Befund, da bei einem frischen Sehnenabriss, was doch einer massiven Traumatisierung entspreche, nicht von einer frei bewegli
chen rechten Schulter gesprochen werden könne.
Weiter führe
Dr. D.___
aus, es bestehe keine Muskelatrophie oder eine fettige Infiltration. Im MRI zeige sich eine absolut unauffällige
Trophik
der Supraspi
natussehne ohne irgendwelche Zeichen einer Verfettung. Diesbezüglich sei anzumerken, dass es zu einer Verfettung
Goutaillier
Grad I circa ein Jahr nach einer Rissbildung benötige. Ebenso sei eine Dehiszenz von zirka
1
cm erst nach einem halben bis einem Jahr sichtbar. Dies spreche aber nicht für eine trauma
tische Ruptur, das heisse lediglich das Fehlen einer Muskelverfettung oder einer
Sehnendehiszenz
genüge nicht dem geforderten Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zur Annahme eines frischen Sehnenrisses. Ausserdem bestätige der Orthopäde, dass ein ventraler
Akromionsporn
sich bei der Opera
tion gezeigt habe. Das MRI habe zusätzlich eine AC-Gelenksarthrose sowie einen Knorpelverlust am Humeruskopf gezeigt. Die Bizepssehne sei ausgedünnt und
tendinopathisch
verändert gewesen.
Zusammenfassend sei der Unfallmechanismus nicht geeignet, eine Supraspinatus
sehne zu zerreissen und im
MRI sowie bei der Operation hätten sich deutliche, degenerative Veränderungen im Schulterbereich gezeigt. Somit sei nicht mit dem geforderten Be
weisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlich
keit von einer unfallbedingten Schädigung auszugehen. Wesentlich wahr
scheinlicher handle es sich hier um degenerative Veränderungen im
Bereich der Supraspinatussehne (Urk. 8/33).
3.7
Am 25. November 2016 erstattete Dr. med. B.___, Facharzt für orthopä
dische Chirurgie spez. Schulterchirurgie, sein Gutachten zuhanden des Beschwerdeführers (Urk. 8/44/4 f.).
Ein wesentlicher Faktor zur Beurteilung der Unfallk
ausalität des vorliegenden Scha
dens
sei
der Hergang des Unfalls.
Der Beschwerdeführer könne
sich jedoch nicht im Detail an den
Sturz erinnern. Somit bleibe der Sturzmechanism
us ungeklärt.
Dr. A.___ gehe
in seiner Beur
teilung von einem Sturz direkt auf die rechte Schulter aus. Der
Beschwerdefüh
rer sei
mit einem umhängenden, z
irka 25kg schweren Sousaphon ge
stürzt.
Der Beschwerdeführer sei
b
eim vorwärts L
aufen gestolpert und nach vorne gestürzt. Be
i einem normalen Reflexmuster we
rd
e
er zum Abfangen des Sturzes die Arme nach vorne gestreckt haben
, um den Sturz abzufangen. Der Beschwerdeführer sei
eher adipös konstituiert mit einem Körpergewi
cht von zirka 100kg. Hinzu komme
bei dem Sturz das Gewicht des Sousaphons von zirka 25kg. Der Sturz an
sich führe bei der zu Boden ge
henden Masse von mindestens 125kg zu einem ausgeprägten, traumatischen Ereignis. Der Sturz
habe
erwartungsgemäss nicht abgefangen werden
können, sondern er sei
mit
dem rechten
Thorax
auf
das um den
Rumpf gehängte Sousaphon
gefallen, wobei
er sich Kontusionen der Rippe
n 6-8 rechts zuzog. Dies spreche
für ein Nachgeben des abstützenden rechten Armes mit möglicher Torsion n
ach hinten und innen, was biome
ch
a
nisch einen
Rotator
enmanschetten
-Defekt erklären kö
nn
e
.
In diesem Fall liege
ein klar definiertes Ereigni
s vor, der Sturzmechanismus sei jedoch unklar. Der Beschwerdeführer habe
vor dem Unfallereignis keine Schul
terbeschwerden auf der rechten Seite
gehabt. Die Schulterschmerzen stü
nden in enger zeitlicher
Korrelation zu dem Sturz, seien
aber bei stärkeren Thorax
schmerzen n
ach Rippenkontusion und LWS-Kont
usion jedoch vernachlässigt
worden
. In der Fragestellung zum Erscheinungsbild der Sehnenläs
ion zeige
die Ruptur einen
an der
Rotatorenmanschette
vorw
iegend vorne
lokalisierten Defekt, es bestehe eine Läsion des Intervalls
zwisc
hen Supraspinatus- und
Subs
capul
arissehne
und es
habe
präoperativ
-
durch das MRI gut dargestellt
-
ein transmuraler Riss ohne Atrophie der zugehörigen
Supraspinatusmuskulatur
bestanden. Die Sehne habe keine ausge
prägte Retraktion
gezeigt
.
Gemäss Literatur spreche am ehesten eine Atrophie der
Rotatorenmanschetten
-Muskulatur für eine degenerativ bedingte Läsion der Sehne, welche im Falle des Beschwerdeführers nicht vorhanden sei, was w
iederum für eine traumati
sche Genese des Schadens spreche
. Zur Frage d
er geeigneten Einwirkung scheine
der oben aufgeführte Sturzmecha
nismus am plausibelsten
. Dies führe zu einer hef
tigen passiven Bewegung des Armes nach hinten und innen bzw. zur Seite und aussen, was biomechanisch eine traumatische Ruptur der Supraspinatussehne erklären könne.
S
eit dem Unfallereignis am 26. Januar
2016
hätten
persistie
rende Schmerzsymptome in der rechten Schulter
bestanden
, also Brücken
symptome, welche hauptsächlich bei Belastungen wie Schwimmen oder Arbeitsbelastungen mit Gewichten auf
getreten seien. Diese seien bei zu
vor symptomloser rechter Schulter ohne das Unfallereignis nicht erklärbar und wären kurz
-
bis mitt
elfristig nicht zu erwarten gewesen. Somit sei der Status q
uo sine am 31.05.2016
nicht erreicht.
Im Falle der
Rotatorenmanschetten
-Läsion des
Beschwerdeführers bestehe
mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit ein k
ausaler Zusammenhang mit dem Unfallereignis vom 26.01.2016.
3.8
F.___, Facharzt für Chirurgie, und Dr. med. G.___, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, führten in ihrer von der Beschwer
degegnerin eingeholten orthopädischen Stellungnahme vom 10. Februar 2017 aus, dass zum Unfallhergang
widersprüchliche Angaben
existierten
. Aufgrund
des Verletzungsmusters erscheine eine direkte Kont
usion der Schulter wahr
schei
nlich. Ein direkter Anprall gelte
als nicht geeignet
,
eine traumatische Ver
letzung der
Rot
atorenmanschette
zu verursachen
. Die zeitnah zu dem Unfaller
eignis dokumentierte freie Beweglichkeit des Schultergelenkes
stehe i
m Gegen
satz dazu, dass der
Beschwerdeführer
bei dem Ereignis vom 26.01.2016 eine traumatische Zerreissung der Supraspinatussehne erlitten ha
be
.
Die anfä
nglich nur geringen Schultersch
merzen und die Zunahme
der Schmer
zen im Verlauf stünden
einer frischen traumatischen Verletzung der
Rotatoren
manschette
entgegen.
Mit dem Befund der sonographischen Untersuchung vom 26.04.2016 und dem Befund der kernspintomographische
n Untersuchung vom 31.05.2016 wü
rden Zeichen eines fortgeschrittenen Verschleissleidens der rechten Schulter doku
mentiert.
In der Altersgruppe des
Beschwerdeführers käm
en Zusammenhangs
trennungen der
Rotatorenmanschet
te
,
die klinisch nicht manifest seien
, bereits häufig vor.
Die Zusammenhangstrennungen der
Rotatorenmanschette
d
es rechten Schulter-ge
lenkes seien
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht Folge des
Ereig
-
nisses
vom 26.01.201
6. Eine Unfallkausalität sei nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit gegeben (Urk. 9 S. 12 f.).
3.9
Dr. B.___ äusserte sich am 30. März 2017 zuhanden des Beschwerdeführers über die orthopädische Stellungnahme
von med.
pract
. F.___ und Dr. G.___. Er führte aus, dass die dokumentierten Befunde - auch ohne Berücksichtigung des Unfallmechanismus - mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für die Unfallkau
salität des Gesundheitsschadens sprechen. Insbesondere habe Dr. Z.___ entge
gen den Angaben von med.
pract
. F.___ und Dr. G.___ nicht eine schmerzfreie Beweglichkeit der rechten Schulter dokumentiert und keinen Kraftverlust erwähnt, sondern festgehalten, dass ein
painful
arc
sowie eine endphasige Schmerzhaftigkeit bei Flexion und Abduktion bestehe und dass ein positiver, schmerzhafter und kraftverminderter
Jobe
-Test bestehe (Urk. 13).
3.10
Med.
pract
. F.___ nahm am 12. Mai 2017 erneut Stellung zur Argumentation von Dr. B.___ und legte dar, dass dessen Argumentation nicht überzeuge. Es sei nicht überwiegend wahrscheinlich, dass die mit der MR-
Arthrographie
vom 31. Mai 2016 dokumentierten Veränderungen der
Rotatorenmanschette
der rechten Schulter kausal durch das Ereignis vom 26. Januar 2016 verursacht worden seien (Urk. 17).
4.
Unbestritten und aufgrund der medizinischen Akten plausibel ist, dass die Prel
lung der Schulter per 31. Mai 2016 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit abgeheilt ist bzw. diesbezüglich der Status quo sine erreicht ist. Zu prüfen bleibt, ob die
Rotatorenmanschetten
-Läsion mit überwiegender Wahrscheinlich
keit unfallkausal oder degenerativ bedingt ist.
4.1
4.1
Unbestritten ist, dass der Beschwerdeführer am 26. Januar 2016 auf dem Weg nach Hause mit geschultertem Sousaphon gestürzt ist. Unklar bleibt allerdings, wie sich das Ereignis genau zugetragen hat:
In der Bagatellunfallmeldung sowie im Bericht von Dr. Z.___ wurde angege
ben, dass der Beschwerdeführer
über einen hervorstehenden Schachtdeckel gestolpert und auf die Rundsteine der Wassersickergrube gefallen sei (Urk. 8/1; Urk. 8/16). Dr. D.___ notierte in seinem Bericht vom 6. Juni 2016, dass der Beschwerdeführer beim Sturz auf die rechte Seite gefallen sei und danach sofortige Schulterschmerzen verspürt habe (Urk. 8/6). Entsprechend ging Dr. A.___ in seiner Beurteilung vom 17. Juni 2016 davon aus, dass der Beschwerdeführer gestolpert und direkt auf die rechte Schulter gefallen sei - ein solcher Unfallhergang sei nicht geeignet, die
Rotatorenmanschette
zu zerreissen (Urk. 8/19).
Dr. D.___ nahm am 23. Juni 2016 Stellung und führte aus, dass der Sturzmecha
nismus unklar sei und der Beschwerdeführer mit einem schweren Sousafon nach hinten und dann auf die rechte Seite gefallen sei, wobei es mit überwie
gender Wahrscheinlichkeit zu einer Abstützbewegung gekommen sei, was dann letztendlich zu einer Krafteinwirkung auf den ausgestreckten Arm geführt habe, allenfalls auch noch mit einer Rotations-Komponente. Dieser Unfallmechanis
mus sei sehr wohl geeignet, eine traumatische Ruptur hervorzurufen (Urk. 8/27).
Dr. B.___ konstatierte, dass der Sturzmechanismus nicht im Detail wiederge
geben werden könne. Der Beschwerdeführer sei beim vorwärts Laufen gestolpert und nach vorne gestürzt. Bei einem normalen Reflexmuster werde er zum Abfangen des Sturzes die Arme nach vorne gestreckt haben, um den Sturz abzufangen. Bei einem Körpergewicht von ca. 100 kg und einem Gewicht des Sousafons von ca. 25 kg habe die zu Boden gehende Masse von mindestens 125 kg zu einem ausgeprägten, traumatischen Ereignis geführt. Der Sturz habe nicht abgefangen werden können, sondern er sei mit dem rechten Thorax auf das um den Rumpf gehängte Sousafon geprallt. Dies spreche für ein Nachgeben des abstützenden rechten Armes mit möglicher Torsion nach hinten und innen, was
biomechanisch einen
Rotatorenmanschetten
-Defekt erklären könne (Urk. 8/4).
Die im Beschwerdeverfahren eingereichte ausführliche Schilderung des Ereignis
ses durch die zwei direkt hinter dem Beschwerdeführer gehenden Musikkollegen stellt sich folgendermassen dar (Urk. 3/3): Der Beschwerdeführer sei mit geschultertem Sousafon aus dem Probelokal gegangen. Nachdem er ca. 5 m gegangen sei, sei er über einen hervorstehenden Schachtdeckel nach vorne gestolpert und nach zwei vergebens gemachten Ausfallschritten sei er mit aus
gestreckten Armen seitwärts auf die rechte Seite gefallen und heftig in die Rabatte auf die Rundsteine aufgeschlagen.
Zusammenfassend bleibt damit unklar, wie der Beschwerdeführer genau gestürzt ist, womit sich nicht abschliessend beurteilen lässt, ob der Sturz über
haupt geeignet war, eine Läsion der
Rotatorenmanschette
zu verursachen. Infolge des unklaren Ablaufes des Sturzereignisses und der damit nicht erstell
ten Tauglichkeit zur Verursachung der Verletzung lässt sich die Supraspinatus
sehnen-Ruptur nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit als unfallkausal beurteilen.
4.2
4.2.1
Hinzu kommt, dass - entgegen den Ausführungen von Dr. D.___ vom 23. Juni 2016 und Dr. B.___ (vgl. E. 3.3, E. 3.5, E. 3.7 und E. 3.9) - auch die nach dem Unfallereignis erhobenen klinischen und bildgebenden Befunde gestützt auf die schlüssigen und nachvollziehbaren Ausführungen von med.
pract
. F.___ und Dr. G.___ nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf eine unfallkausale
Rotatorenmanschetten
-Ruptur schliessen lassen. Sie führten dies
bezüglich am 10. Februar 2017 folgendes aus:
Hätte der Beschwerdeführer am 26. Januar 2016 eine ausgedehnte traumatische Zerreissung der Supraspinatussehne erlitten, so wären zeitnah zu dem
Ereignis starke Schulterschmerzen und insbesondere eine nahezu vollständige Aufhe
bung der Beweglichkeit der Schulter zu erwarten gewesen - Dr. Z.___ habe dies allerdings nicht beschrieben. Er habe einen
painful
arc
und einen schmerz
haften
Jobe
-Test dokumentiert, was aber nicht auf eine frische Verletzung der Supraspinatussehne hindeute, sondern Zeichen einer nicht unfallabhängigen
Impingement
-Symptomatik sei (Urk. 9 S. 7). Dafür spreche auch, dass Dr. B.___ angebe, dass die Schulterschmerzen initial nicht im Vordergrund gestanden hätten und erst im März 2016 sei es beim Schwimmen und Oberkör
pertraining zu vermehrten Schulterschmerzen gekommen. Zunehmende Schmerzen im Verlauf seien keine Zeichen einer frischen Verletzung sondern wiesen eher auf ein Verschleissleiden hin. Nach einer traumatischen Zerreissung der Supraspinatussehne wäre der Beschwerdeführer nicht in der Lage gewesen, die Dachziegel an seinem Ferienhaus auszuwechseln, wie er dies Dr. B.___ geschildert habe (Urk. 9 S. 8).
Hinzu käme, dass Dr. C.___ neben einem leichten
Humeruskopfhochstand
auch beschreibe, dass kaum noch Sehnengewebe des Supraspinatus rechts erkennbar sei und eine Retraktion der Sehne bestehe. Mit dem Befund der MRI-Untersu
chung vom 31. Mai 2016 werde zusätzlich eine fettige Degeneration der
Rota
torenmanschetten-Muskulatur
Goutallier
Grad 1 beschrieben. Nach einer Zusammenhangstrennung der
Rotatorenmanschette
komme es aber erst nach einer erheblichen zeitlichen Verzögerung zu einem Höhertreten des Humerus
kopfes. Dieser Befund lasse somit auf einen länger zurückliegenden Schaden schliessen und könne durch ein Ereignis, welches erst 3 Monate zurückliege, nicht erklärt werden. Auch zu einer weiten Retraktion der Sehne und zu einer fettigen Degeneration des Muskels komme es erst nach einer erheblichen zeitli
chen Verzögerung. Die
musculotendinöse
Retraktion gelte als das bedeutendste pathophysiologische Zeichen einer lange bestehenden
Zusammenhangstrennung - womit auch dieser Befund nicht auf das Ereignis vom 26. Januar 2016 zurückgeführt werden könne (Urk. 9 S. 8).
Des Weiteren beschreibe Dr. C.___ degenerative Veränderungen auch der linken Supraspinatussehne, welche allerdings am 26. Januar 2016 nicht verletzt wor
den sei. Dies sei ebenfalls ein starkes Indiz für eine Vorschädigung der betroffe
nen Seite (Urk. 9 S. 8).
In Anbetracht aller medizinischen Dokumente sei überwiegend wahrscheinlich, dass die Beschwerden des Beschwerdeführers im Bereich der rechten Schulter denen entsprochen hätten, welche nach einer Prellung zu erwarten seien (end
gradig schmerzhaft eingeschränkte Funktion bei ansonsten freier Funktion der Schulter, Urk. 17 S. 3).
4.2.2
Der Vollständigkeit halber ist festzuhalten, dass auch das Argument von Dr. B.___ und Dr. D.___, dass der Beschwerdeführer vor dem Ereignis am 26. Januar 2016 beschwerdefrei gewesen sei zur Begründung der Unfallkausa
lität nicht ausreicht (vgl. Urk. 8/27; Urk. 8/44/5): Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist
d
ie
Argumentation nach der Formel „
post
hoc ergo
propter
hoc", nach deren Bedeutung eine gesundheitliche Schädigung schon dann als durch den Unfall verursacht gilt, weil sie
nach diesem aufgetreten ist,
beweis
rechtlich nicht zulässig und vermag zum Beweis natürlicher Kausalzusammen
hänge nic
ht zu genügen (BGE 119 V 335 E.
2b/
bb
., Urteil des Bundesgerichts 8
C_332/2013 vom 25. Juli 2013 E.
5.1).
4.3
Zusammenfassend ist gestützt auf die ausführlichen und schlüssigen Beurteilun
gen von med.
pract
. F.___ und Dr. G.___ (Urk. 9 und Urk. 17), welche sich mit den übrigen kreisärztlichen Einschätzungen decken (Urk. 8/19), festzuhalten, dass die Zusammenhangstrennungen der
Rotatorenmanschette
des rechten Schultergelenkes unter Berücksichtigung der
klinischen und objektiven Befunde sowie des unklar gebliebenen Unfallhergangs nicht mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit Folge des Ereignisses vom 26. Januar 2016 sind. Insbesondere legten sie auch nachvollziehbar dar, weshalb die Annahmen von Dr. D.___ und Dr. B.___, die Ruptur der
Rotatorenmanschette
sei auf das Ereignis vom 26. Januar 2016 zurückzuführen, nicht überzeugen. Weitere Aufschlüsse sind von der Einholung eines Gerichtsgutachtens nicht zu erwarten.
5
.
Nach dem Gesagten erweist sich die Leistungseinstellung der Beschwerdegegne
rin per
30. Mai 2016
als rechtens, weshalb ein Anspruch des Beschwerdeführers auf
weitere Leistungen über
diesen Zeitpunkt hinaus zu verneinen ist. Damit erweist sich die Beschwerde als unbegründet, weshalb sie abzuweisen ist.
6.
Das Verfahren ist kostenlos.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Fortuna Rechtsschutz-Versicherungs-Gesellschaft AG
-
Suva
-
Bundesamt für Gesundheit
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
HurstSchwegler