# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0b2d4c36-fcc5-51c6-8bd9-a2b405c40738
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-02-19
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 19.02.2016 IV 2014/48
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2014-48_2016-02-19.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2014/48

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 10.10.2019

Entscheiddatum: 19.02.2016

Entscheid Versicherungsgericht, 19.02.2016
Art. 17 IVG. Umschulung. Eingliederungswirksamkeit der beantragten 
Umschulung zur Sozialpädagogin verneint, da diese berufliche Massnahme 
nicht zu einer wesentlichen Verbesserung der Verdienstmöglichkeiten 
beizutragen vermag. Der Beschwerdeführerin stehen auf dem 
angestammten Bereich der kaufmännischen Tätigkeiten hinreichend 
Möglichkeiten für eine angemessene (Selbst-)Eingliederung offen (Entscheid 
des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 19. Februar 2016, IV 
2014/48).

Besetzung

Präsidentin Lisbeth Mattle Frei, Versicherungsrichterinnen Marie Löhrer und Marie-

Theres Rüegg Haltinner; Gerichtsschreiber Philipp Geertsen

Geschäftsnr.

IV 2014/48

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Sebastian Lorentz, Weinberg-strasse 29, 

8006 Zürich,

gegen

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

berufliche Massnahmen (Umschulung)

Sachverhalt

A. 

A.a  A.___ meldete sich am 3. August 2004 zum Bezug von IV-Rentenleistungen an (IV-

act. 1). Am 19., 22. und 23. Februar 2007 wurde die Versicherte in der MEDAS 

Zentralschweiz polydisziplinär (rheumatologisch, neurologisch, psychiatrisch und 

neuropsychologisch) begutachtet. Die Experten diagnostizierten im Gutachten vom 

26. April 2007 einen Status nach Snowboard-Unfall mit möglicher HWS-Distorsion/-

Stauchung und Kopfkontusion am 4. Januar 2002. In der angestammten Tätigkeit als 

Geschäftsführerin eines Plattenlegergeschäfts schätzten die Gutachter die 

Arbeitsfähigkeit auf 50%. Sie gingen davon aus, dass die Arbeitsfähigkeit unter 

adäquater Therapie innert maximal 6 Monaten auf 100% gesteigert werden könne (IV-

act. 72). Am 19. Januar 2009 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass sie die 

Kosten für eine berufliche Abklärung (Vorpraktikum B.___) vom 9. Dezember 2008 bis 

31. Mai 2009 übernehme. Für die Zeit vom 3. April 2007 bis 8. Dezember 2008 bestehe 

kein Anspruch auf Wartezeittaggeld. Nach Abschluss der Umschulung werde für die 

Periode vor Beginn "dieser Umschulung" ein Rentenanspruch geprüft (IV-act. 115). Am 

27. Januar 2009 verfügte die IV-Stelle Taggeldleistungen für die Dauer vom 

9. Dezember bis 31. Dezember 2008 und vom 1. Januar bis 31. Mai 2009 (IV-act. 117). 

Gegen die Verfügungen vom 27. Januar 2009 erhob die Versicherte am 26. Februar 

2009 Beschwerde (IV-act. 122). Diese wurde im Entscheid vom 8. Juli 2009, 

IV 2009/71, teilweise gutgeheissen. Die angefochtene Verfügung wurde insoweit 

aufgehoben, als sie den Anspruch auf Wartezeittaggeld verneinte. Das 

Versicherungsgericht wies die Sache zu weiteren Abklärungen und zur Neuverfügung 

betreffend das umstrittene Wartezeittaggeld an die IV-Stelle zurück (IV-act. 149).

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

A.b  Im Auftrag der IV-Stelle fand am 17. und 20. August 2009 eine 

Verlaufsbegutachtung der Versicherten in der MEDAS Zentralschweiz statt. Im 

bidisziplinären (rheumatologisch-psychiatrischen) Verlaufsgutachten vom 

17. November 2009 stellten die Experten keine Diagnosen mit Auswirkung auf die 

Arbeitsfähigkeit. Ohne wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit, aber mit 

Krankheitswert, bestehe im Wesentlichen ein chronifiziertes generalisiertes 

Schmerzsyndrom an Kopf und ganzer Wirbelsäule zervikal betont sowie in 

Schultergürtel und Armen beidseits und Bein rechts mit den Zeichen der zentralen 

Sensitisierung und Allodynie. Sowohl für die bisherige Tätigkeit als Geschäftsführerin 

sowie für körperlich leichte bis mittelschwere manuelle leidensangepasste Tätigkeiten 

bescheinigten die Experten eine 100%ige Arbeitsfähigkeit. Den Beginn der attestierten 

uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit setzten die Gutachter auf das Datum der 

Schlussbesprechung vom 10. November 2009 an (IV-act. 158-27). Mit Vorbescheiden 

vom 1., 2. und 3. März 2010 stellte die IV-Stelle in Aussicht, einen Anspruch auf 

berufliche Massnahmen, auf Wartezeittaggeld und auf Rentenleistungen zu verneinen 

(IV-act. 168 ff.). Dagegen erhob die Versicherte am 13. April 2010 Einwand (IV-

act. 174). Am 12. Juli 2010 verfügte die IV-Stelle entsprechend den Vorbescheiden (IV-

act. 180 ff.). Das Versicherungsgericht hiess die gegen die Verfügungen vom 12. Juli 

2010 betreffend Rentenleistungen und Umschulung erhobene Beschwerde vom 11. 

September 2010 (IV-act. 187-2 ff.) gut, u.a. aufgrund einer eingeholten Stellungnahme 

der MEDAS Zentralschweiz vom 11. Januar 2012 (IV-act. 204). Es sprach der 

Versicherten befristet für die Dauer von Mai 2004 bis November 2009 eine halbe Rente 

zu. Betreffend Umschulung wies es die Sache an die IV-Stelle zur Vornahme weiterer 

Abklärungen zurück. Die Beschwerde gegen die Verfügung vom 12. Juli 2012 

betreffend Anspruch auf Wartezeittaggeld wies es ab (Entscheid vom 19. Juni 2012, 

IV 2010/336, IV-act. 210). Auf Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

der IV-Stelle vom 9. Juli 2012 hin (IV-act. 213) hob das Bundesgericht den kantonalen 

Entscheid, soweit er die Rente betraf, auf (Urteil des Bundesgerichts vom 18. Januar 

2013, 8C_552/2012, IV-act. 219).

A.c  Mit Vorbescheid vom 28. Oktober 2013 stellte die IV-Stelle der Versicherten die 

Abweisung ihres Gesuchs um berufliche Massnahmen in Aussicht (IV-act. 225). 

Dagegen erhob die Versicherte am 26. November 2013 Einwand, worin sie zur 

Begründung auf die von ihr am 12. Juli 2013 beim Europäischen Gerichtshof für 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Menschenrechte eingereichte Beschwerde verwies (IV-act. 226). Am 5. Dezember 2013 

verfügte die IV-Stelle die Abweisung des Gesuchs um berufliche Massnahmen. Zur 

Begründung führte sie aus, der für eine Umschulung erforderliche 

Mindestinvaliditätsgrad von 20% sei nicht gegeben. Sodann sei die von der 

Versicherten bereits in Angriff genommene Ausbildung zur Sozialpädagogin selbst 

dann nicht notwendig, wenn eine Invalidität von 20% gegeben wäre. Es sei nämlich 

nicht ersichtlich, inwiefern ein solcher Beruf dem Leiden der Versicherten angepasster 

wäre als ihre gelernte Tätigkeit als kaufmännische Angestellte. Ein Anspruch auf eine 

Umschulung ergebe sich auch nicht aus Vertrauensschutz, da keine verbindliche 

Zusage vorliege (IV-act. 227).

B.

B.a  Gegen die Verfügung vom 5. Dezember 2013 richtet sich die vorliegende 

Beschwerde vom 24. Januar 2014. Die Beschwerdeführerin beantragt darin unter 

Kosten- und Entschädigungsfolge deren Aufhebung und die Zusprache von 

Umschulungsleistungen. Sodann stellt sie den Antrag, das vorliegende 

Beschwerdeverfahren sei bis zum Entscheid des Europäischen Gerichtshofs für 

Menschenrechte über die dort am 12. Juli 2013 erhobene Beschwerde 

(Verfahrensnummer 45242-13) zu sistieren (act. G 1). Die Beschwerdegegnerin ersucht 

um Abweisung des Sistierungsbegehrens (Stellungnahme vom 12. Februar 2014, act. 

G 3). Die Verfahrensleitung teilte der Beschwerdeführerin am 19. Februar 2014 mit, 

dass vorläufig von einer Sistierung abgesehen werde, da im vorliegenden Verfahren 

u.a. Fragen zu beantworten seien, die sich unabhängig vom Ausgang des Verfahrens 

beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte beurteilten (act. G 4).

B.b  In der ergänzenden Beschwerdebegründung vom 26. Mai 2014 bringt die 

Beschwerdeführerin vor, die Beschwerdegegnerin vermöge aus dem Urteil des 

Bundesgerichts vom 8. Januar 2013, 8C_552/2012, nichts bezüglich der 

umschulungsspezifischen Invalidität abzuleiten. Diese sei vielmehr zu bejahen. Sodann 

sei die Eingliederungswirksamkeit der anbegehrten Umschulungsmassnahme gegeben 

aufgrund des in medizinischer Hinsicht günstigeren Belastungsprofils in der 

umgeschulten Tätigkeit und des Minderverdienstes im angestammten 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Tätigkeitsbereich. Schliesslich sei sie (die Beschwerdeführerin) in ihrem Vertrauen auf 

die Umschulung zu schützen (act. G 9).

B.c  Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 26. August 

2014 die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung verweist sie auf die 

Erwägungen in der angefochtenen Verfügung und die Ausführungen in der 

Beschwerdeantwort vom 11. November 2010 (act. G 12).

Erwägungen

1.

Anfechtungsgegenstand bildet die Verfügung vom 5. Dezember 2013, worin die 

Beschwerdegegnerin das Gesuch der Beschwerdeführerin auf berufliche Massnahmen 

abgewiesen hat. Zwischen den Parteien ist im Beschwerdeverfahren einzig der 

Anspruch auf eine Umschulung umstritten. Lediglich dieser Anspruch bildet den 

Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens. Nicht zu prüfen sind damit andere 

Ansprüche auf berufliche Massnahmen.

1.1  Unter Umschulung im Sinn von Art. 17 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die 

Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) ist rechtsprechungsgemäss die Summe der 

Eingliederungsmassnahmen berufsbildender Art zu verstehen, die notwendig und 

geeignet sind, der vor Eintritt der Invalidität bereits erwerbstätig gewesenen 

versicherten Person eine ihrer früheren annähernd gleichwertige Erwerbsmöglichkeit zu 

vermitteln. Dabei bezieht sich der Begriff der "annähernden Gleichwertigkeit" nicht in 

erster Linie auf das Ausbildungsniveau als solches, sondern auf die nach erfolgter 

Eingliederung zu erwartende Verdienstmöglichkeit. In der Regel besteht nur ein 

Anspruch auf die dem jeweiligen Eingliederungszweck angemessenen, notwendigen 

Massnahmen, nicht aber auf die nach den gegebenen Umständen bestmöglichen 

Vorkehren. Denn das Gesetz will die Eingliederung lediglich so weit sicherstellen, als 

diese im Einzelfall notwendig, aber auch genügend ist (BGE 130 V 489 f. E. 4.2 mit 

Hinweisen). Das Erfordernis der Gleichwertigkeit als Ausdruck der Verhältnismässigkeit 

begrenzt den Umschulungsanspruch "nach oben". Hingegen steht dieser 

Gesichtspunkt Umschulungen nicht entgegen, welche die versicherte Person zu einem 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

bescheideneren beruflichen Ziel führen. Erforderlich ist einzig, dass sich der erwartete 

Teilerfolg noch als genügend eingliederungswirksam bezeichnen lässt, was wiederum 

unter dem Gesichtspunkt des Verhältnismässigkeitsgrundsatzes von Bedeutung ist 

(siehe zum Ganzen Urteil des Bundesgerichts vom 5. August 2010, 9C_244/2010, 

E. 3.1 mit Hinweisen).

1.2  Die Verhältnismässigkeit der Eingliederungsmassnahmen ist im Weiteren nicht 

mehr erfüllt, wenn ein krasses Missverhältnis zwischen den Kosten und dem 

voraussichtlichen Nutzen der Vorkehr besteht. Dabei umfassen die Kosten einer 

Umschulung neben den Kurskosten auch die Taggeldleistungen. Für den Nutzen einer 

Eingliederungsmassnahme ist bei einem mit dem Bildungsstand vergleichbar hohen 

oder sogar höheren angestrebten Ausbildungsniveau und bei annähernder 

Gleichwertigkeit der Erwerbsmöglichkeiten vor und nach deren Durchführung neben 

der Erhaltung der Erwerbsfähigkeit in erster Linie die gesamte noch zu erwartende 

Arbeitsdauer nach Art. 8 Abs. 1  IVG von Bedeutung. Darunter ist die verbleibende 

Zeitspanne bis zum ordentlichen Pensionierungsalter gemäss Art. 21 Abs. 1 des 

Bundesgesetzes über die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHVG; SR 831.10) 

zu verstehen (Urteil des Bundesgerichts vom 5. August 2010, 9C_244/2010, E. 3.2 mit 

Hinweisen).

2.

Die Beschwerdegegnerin begründete die Abweisung der von der Beschwerdeführerin 

beantragten Umschulung zur Sozialpädagogin u.a. mit der fehlenden 

Eingliederungswirksamkeit (IV-act. 227-2).

2.1  Zunächst ist zwischen den Parteien unbestritten und mit den Akten (IV-act. 110-2) 

vereinbar, dass die Verdienstaussichten im der Beschwerdeführerin mit ihrer 

Ausbildung (Kauffrau HKG, IV-act. 1-4 und IV-act. 105; heutiger Titel: 

Betriebswirtschafterin HF, IV-act. 127-4) offen stehenden angestammten 

kaufmännischen Bereich im Wesentlichen mit denjenigen als Sozialpädagogin 

vergleichbar sind. Es ist denn auch nicht geltend gemacht worden, dass die 

Verdienstaussichten als Sozialpädagogin vergleichsweise relevant höher liegen.

bis

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

2.2  Zu prüfen ist unter dem Aspekt der Eingliederungswirksamkeit die Frage, ob die 

Tätigkeit als Sozialpädagogin im Vergleich zum angestammten kaufmännischen 

Berufsfeld den Leiden der Beschwerdeführerin besser angepasst ist und darin eine 

höhere Arbeitsfähigkeit erreicht wird. Die Beschwerdeführerin bejaht diese Frage unter 

Hinweis auf die Einschätzung der MEDAS-Gutachter und ihre im Familienbetrieb 

gemachten Erfahrungen (act. G 9, Rz 24 f.). Demgegenüber bringt die 

Beschwerdegegnerin vor, es sei nicht ersichtlich, inwiefern der angestrebte Beruf dem 

Leiden angepasster sei als die gelernte Tätigkeit als Kauffrau HKG (IV-act. 227-2).

2.2.1  Im MEDAS-Gutachten vom 17. November 2009 führten die Experten aus, das 

Profil der Tätigkeit einer „Sozialarbeiterin“, wie sie im letzten Praktikum (in B.___; IV-

act. 109) ausgeübt worden sei, dürfte einer leidensangepassten Tätigkeit wohl näher 

sein als die früher ausgeübte Tätigkeit als Geschäftsführerin. Im Vergleich mit der 

früher ausgeübten Tätigkeit scheine diejenige als „Sozialarbeiterin“ wegen der 

regelmässigen Wechselposition und der deutlich selteneren Arbeit am PC idealer an 

die Handicaps der Beschwerdeführerin angepasst zu sein. Insofern habe die Realität 

gezeigt, dass die früher ausgeübte Tätigkeit eben nicht ganz einer idealen Tätigkeit 

gleich zu setzen sei (IV-act. 158-25).

2.2.2  Entscheidendes Merkmal für eine leidensangepasste Tätigkeit ist ein 

ergonomisch eingerichteter Arbeitsplatz. Der rheumatologische Gutachter hielt denn 

auch jegliche kaufmännisch-administrative Tätigkeit für leidensangepasst, sofern der 

Arbeitsplatz ergonomisch regelrecht eingerichtet sei (IV-act. 158-33). Im Übrigen 

bezieht sich der von den Gutachtern gezogene Vergleich der Tätigkeit als 

„Sozialarbeiterin“ allein auf die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Geschäftsführerin (IV-

act. 1-4). Diese Tätigkeit ist gerichtsnotorisch mit erhöhter emotionaler, 

kommunikativer und zeitlicher Belastung verbunden und verlangt eine erhöhte 

Flexibilität - woran das Arbeitsklima eines Familienbetriebs nichts zu ändern vermag 

(vgl. zur misslungenen Rückkehr „wegen der hohen Ansprüche“ IV-act. 95). Die 

Beurteilung der Gutachter bildet daher keine verlässliche Grundlage für den Schluss, 

im kaufmännischen Sektor bestünden keine ergonomisch anpassbaren Tätigkeiten, die 

hinsichtlich der Leidensadaption (körperlich leichte bis mittelschwere manuelle 

Tätigkeit und Verzicht auf eine weitgehend anhaltende vornübergeneigte Kopfposition, 

idealerweise mit „ausgesprochener Wechselposition“, IV-act. 158-25) mit der Tätigkeit 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

als Sozialpädagogin gleichwertig wären. Dies gilt umso mehr, als die Gutachter ihre 

Einschätzung allein „basierend auf den subjektiven Angaben der Versicherten“ zur ihrer 

Leistungsfähigkeit vorgenommen haben (IV-act. 204-3).

2.2.3  Hinzu kommt, dass die Tätigkeit als Sozialpädagogin mit mehreren 

Anforderungen verbunden ist, die mit dem Anforderungsprofil einer 

leidensangepassten Tätigkeit kontrastieren. So beinhaltet die Tätigkeit als 

Sozialpädagogin Betreuungs- und Leitungsaufgaben von Menschen in schwierigen 

Lebenssituationen. Sozialpädagoginnen haben Tagesabläufe zu organisieren. Sie 

strukturieren, gestalten und erleben gemeinsam den Alltag ihrer Klientinnen und 

Klienten. In Einzel- und Gruppengesprächen vereinbaren sie Ziele und besprechen 

Konflikte (IV-act. 128-1). Sozialpädagogen arbeiten oft unregelmässig (IV-act. 128-4). 

Des Weiteren fallen auch bei dieser Tätigkeit Büroarbeiten an, was die 

Beschwerdeführerin anerkennt (IV-act. 158-37). Gemäss Aussagen der 

Beschwerdeführerin werden ihre Schmerzen u.a. durch die mit den genannten 

Tätigkeitsanforderungen verbundenen Faktoren wie Termindruck, Stress, Konflikte und 

hohe Konzentration verstärkt (IV-act. 100-2). Teamsitzungen bzw. die gleichzeitige 

Bearbeitung verschiedener Informationsquellen sollten vermieden werden (IV-

act. 158-25; gemäss Selbsteinschätzung der Beschwerdeführerin sollte sie möglichst 

nur mit einem Gesprächspartner zusammen sein müssen, damit sie nicht ihre 

Aufmerksamkeit verteilen müsse, IV-act. 158-13). Als ungünstig empfindet die 

Beschwerdeführerin sodann, wenn sie viele Dinge gleichzeitig im Kopf behalten müsse. 

Sie sei heute nicht mehr in der Lage, sich einen Überblick zu verschaffen und halten zu 

können. Es solle nicht dauernd „Unvorgesehenes auftauchen“ (IV-act. 158-13). Diese - 

wenn auch betreffend die Tätigkeit als Geschäftsführerin getroffene - Aussage (IV-

act. 158-12 f.) lässt zusätzlich Zweifel an der vergleichsweise besseren 

Leidensadaption der Tätigkeit als Sozialpädagogin entstehen, die gerade erhöhte 

Anforderungen an das organisierte und strukturierte Begleiten von Menschen in 

schwierigen Lebenssituationen stellt. Zudem dürften wohl regelmässig 

unvorhersehbare Umstände in schwierigen Lebenssituation auftreten, was mit einer 

ideal angepassten Tätigkeit gemäss Einschätzung der Beschwerdeführerin nicht zu 

vereinbaren ist (IV-act. 158-13; vgl. auch die zurückhaltende Beurteilung in der RAD-

Stellungnahme vom 27. April 2009, IV-act. 125-2).

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

2.2.4  Vor diesem Hintergrund ist nicht ersichtlich, inwieweit die beantragte 

Umschulung zur Sozialpädagogin eingliederungswirksam ist, mithin zu einer - im 

Vergleich zu einer leidensangepassten kaufmännischen Tätigkeit - wesentlichen 

Verbesserung der Leistungsfähigkeit oder der Verdienstmöglichkeiten beizutragen 

vermag. Die Beschwerdeführerin verfügt angesichts ihrer Ausbildung und der ihr noch 

offen stehenden kaufmännischen Tätigkeiten über hinreichende Voraussetzungen, um 

sich selbst und ohne Umschulungsmassnahme angemessen auf dem Arbeitsmarkt 

eingliedern zu können. Die Beschwerdegegnerin hat damit einen Anspruch auf eine 

Umschulung zur Sozialpädagogin zu Recht verneint und es kann offen bleiben, ob die 

übrigen Voraussetzungen für einen Umschulungsanspruch erfüllt sind.

3.

Zu prüfen bleibt damit das Vorbringen der Beschwerdeführerin, es seien ihr gestützt 

auf den Vertrauensschutz die beantragten Umschulungsleistungen zuzusprechen.

3.1  Abgeleitet aus dem Grundsatz von Treu und Glauben (Art. 9 der Bundesverfassung 

[BV; SR 101]), der den Bürger und die Bürgerin in ihrem berechtigten Vertrauen auf 

behördliches Verhalten schützt, können falsche Auskünfte von Verwaltungsbehörden 

unter bestimmten Voraussetzungen eine vom materiellen Recht abweichende 

Behandlung der rechtsuchenden Person gebieten. Gemäss Rechtsprechung und 

Doktrin ist dies der Fall, 1. wenn die Behörde in einer konkreten Situation mit Bezug auf 

bestimmte Personen gehandelt hat; 2. wenn sie für die Erteilung der betreffenden 

Auskunft zuständig war oder wenn die rechtsuchende Person die Behörde aus 

zureichenden Gründen als zuständig betrachten durfte; 3. wenn die Person die 

Unrichtigkeit der Auskunft nicht ohne weiteres erkennen konnte; 4. wenn sie im 

Vertrauen auf die Richtigkeit der Auskunft Dispositionen getroffen hat, die nicht ohne 

Nachteil rückgängig gemacht werden können, und 5. wenn die gesetzliche Ordnung 

seit der Auskunftserteilung keine Änderung erfahren hat. Bei unterbliebener - gebotener 

- Auskunft gelten diese Grundsätze analog (wobei die dritte Voraussetzung diesfalls 

lautet: wenn die Person den Inhalt der unterbliebenen Auskunft nicht kannte oder deren 

Inhalt so selbstverständlich war, dass sie mit einer anderen Auskunft nicht hätte 

rechnen müssen; BGE 131 V 480 f. E. 5).

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 10/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

3.2  Vorliegend kann offen bleiben, ob die Beschwerdegegnerin ursprünglich eine das 

Vertrauen der Beschwerdeführerin in eine Umschulung zur Sozialpädagogin 

begründende vorbehaltslose Grundlage geschaffen hatte. Denn selbst wenn dies 

bejaht würde, ist zu beachten, dass die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin 

spätestens mit der im Verfahren IV 2009/71 ergangenen Beschwerdeantwort vom 

8. Mai 2009 zur Kenntnis brachte, dass ihr mit der Mitteilung vom 19. Januar 2009 

keine Umschulungsmassnahmen, sondern bloss eine berufliche Abklärung 

zugesprochen worden seien, es mithin noch offen sei, ob berufliche Massnahmen 

durchgeführt würden (IV-act. 129-4; in der Replik vom 29. Mai 2009 nahm die 

Beschwerdeführerin keine Stellung zu diesem Gesichtspunkt, IV-act. 138-2). Mit der 

Beschwerdeführerin wurde diese aus medizinischer Sicht offen gebliebene 

Fragestellung denn auch explizit besprochen (vgl. Aktennotiz des Berufsberaters vom 

25. Mai 2009, IV-act. 134; vgl. auch die zur Klärung des medizinischen Sachverhalts 

am 5. Juni 2009 angeordnete MEDAS-Begutachtung, IV-act. 141). Spätestens ab 

diesem Zeitpunkt durfte die Beschwerdeführerin nicht mehr auf eine (allenfalls) früher 

abgegebene Zusicherung vertrauen. Der Beginn ihrer FH-Ausbildung erfolgte erst am 

1. September 2009 (vgl. IV-act. 110-2 und IV-act. 187-5) und damit in einem Zeitpunkt, 

in dem für sie erkennbar keine (allenfalls zuvor abgegebene) vertrauensbegründende 

Zusicherung (mehr) bestand. Das später begonnene Studium an der Fachhochschule 

erfolgte damit nicht im Vertrauen auf die Richtigkeit einer behördlichen Zusicherung. 

Die Beschwerdeführerin erklärte denn auch bei der MEDAS-Begutachtung am 

20. August 2009, sie werde die Ausbildung unabhängig von einer Finanzierung durch 

die IV beginnen, nachdem sie die Zulassung zur Fachhochschule erhalten habe (IV-

act. 158-37). Damit fehlt zumindest eine notwendige Voraussetzung für den 

Vertrauensschutz. Insbesondere wäre es der Beschwerdeführerin damals noch frei 

gestanden, die Ausbildung zur Sozialpädagogin nicht aufzunehmen. Hinzu kommt, 

dass die Kosten für die bis 31. Mai 2009 befristete Abklärung bzw. das Vorpraktikum 

von der Beschwerdegegnerin getragen wurden. Bis zum 31. Mai 2009 erhielt die 

Beschwerdeführerin ebenfalls ein Taggeld (IV-act. 115 ff.). Sie macht sodann weder 

substanziiert geltend (zu den Ausführungen der Beschwerdeführerin betreffend 

Vertrauensschutz siehe IV-act. 187-9 f. und IV-act. 198-4 f.) noch ergibt sich aus den 

Akten, dass die Beschwerdeführerin vor der Zeit ab Kenntnisnahme von der 

Beschwerdeantwort vom 8. Mai 2009 Dispositionen getroffen hätte, welche die Zeit 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 11/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

danach beschlagen und die sie nicht ohne Nachteil wieder hätte rückgängig machen 

können.

4.

Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen. Das Beschwerdeverfahren ist 

kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom 

Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). 

Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint in der vorliegend zu beurteilenden 

Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend sind sie 

vollumfänglich der Beschwerdeführerin aufzuerlegen. Der geleistete Kostenvorschuss 

von Fr. 600.-- ist ihr daran anzurechnen. Ausgangsgemäss hat die Beschwerdeführerin 

keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung.

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1. 

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 

Die Beschwerdeführerin bezahlt eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--. Der geleistete

Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird ihr daran angerechnet.

bis

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 19.02.2016
	Art. 17 IVG. Umschulung. Eingliederungswirksamkeit der beantragten Umschulung zur Sozialpädagogin verneint, da diese berufliche Massnahme nicht zu einer wesentlichen Verbesserung der Verdienstmöglichkeiten beizutragen vermag. Der Beschwerdeführerin stehen auf dem angestammten Bereich der kaufmännischen Tätigkeiten hinreichend Möglichkeiten für eine angemessene (Selbst-)Eingliederung offen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 19. Februar 2016, IV 2014/48).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2025-07-19T08:25:48+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen