# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** abbf2779-43ab-5064-ba7c-2bc2563aad55
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-04-25
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 25.04.2022 IV 2020/132
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2020-132_2022-04-25.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2020/132

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 25.08.2022

Entscheiddatum: 25.04.2022

Entscheid Versicherungsgericht, 25.04.2022
Art. 16, 44 und 61 ATSG, Art. 28, 28a und 29 IVG und Art. 25 und 88a IVV; 
Folgen der Beweislosigkeit betreffend Arbeitsfähigkeit infolge 
Inkonsistenzen im Verhalten und den Aussagen der versicherten Person und 
fehlender echtzeitlicher medizinischer Unterlagen. Beweiswert des 
Gutachtens. Berechnung des Invaliditätsgrades. Verwendung des 
Bruttoeinkommens. Berücksichtigung von Nebeneinkommen aus 
selbständiger Erwerbstätigkeit und ursprünglich als Spesen deklarierten, 
von der Steuerbehörde dem Einkommen zugewiesenen Beträgen. 
Vorliegend keine Berücksichtigung der Geschäftsgewinne der GmbH der 
versicherten Person, da sie sich mit Verlusten abwechselten, stark 
schwankten und die versicherte Person sich nie Dividenden auszahlte 
(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 25. April 
2022, IV 2020/132).

Entscheid vom 25. April 2022

Besetzung

Versicherungsrichterinnen Michaela Machleidt Lehmann (Vorsitz) und Marie Löhrer, 

Versicherungsrichter Joachim Huber; Gerichtsschreiberin Felicia Sterren

Geschäftsnr.

IV 2020/132

Parteien

A.___,

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Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Reto Diggelmann, Neugasse 14, 9401 Rorschach,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.  

A.___ (nachfolgend: Versicherter) meldete sich am 3. Oktober 2012 wegen 

Gelenkschmerzen, Ischias, Schwindelgefühlen und Depressionen zum Bezug von 

Leistungen bei der Invalidenversicherung an (IV-act. 1). Seit 1988 war er als 

Selbständigerwerbender und später als Gesellschafter und Geschäftsführer der B.___ 

GmbH in der C.___branche tätig (vgl. IV-act. 5-4, 9 und 11).

A.a. 

Da der Versicherte zur Linderung seiner Beschwerden für mehrere Monate nach 

D.___ verreist war (vgl. IV-act. 33-3 und 38 ff.), teilte die IV-Stelle ihm am 15. April 2013 

mit, dass keine beruflichen Massnahmen möglich seien (IV-act. 42).

A.b. 

Am 20. November 2013 führte die IV-Stelle eine Abklärung vor Ort durch (IV-

act. 68). Der Abklärungsbericht wurde durch die Stellungnahme der Z.___ Treuhand AG 

im Namen des Versicherten ergänzt (IV-act. 64; vgl. auch IV-act. 67).

A.c. 

Mit Vorbescheid vom 12. März 2014 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die 

Abweisung des Rentenbegehrens in Aussicht (IV-act. 73). Gegen diesen Vorbescheid 

erhob der Versicherte, nun vertreten durch Rechtsanwalt Reto Diggelmann, am 2. Mai 

2014 Einwand (IV-act. 74). In der Folge fand am 6. Oktober 2014 eine Abklärung beim 

A.d. 

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Regionalen ärztlichen Dienst (nachfolgend: RAD) statt (vgl. IV-act. 89 ff.). Mit zweiter 

Anhörung vom 5. Januar 2015 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass sie am 

Vorbescheid vom 12. März 2014 festhalte (IV-act. 96). Dazu nahm der Versicherte am 

16. Februar 2015 Stellung (IV-act. 99). Mit Verfügung vom 23. März 2015 wies die IV-

Stelle das Leistungsbegehren des Versicherten ab (IV-act. 104). Gegen diese 

Verfügung erhob der Versicherte am 11. Mai 2015 Beschwerde (IV-act. 107). Mit 

Entscheid vom 26. Mai 2017 hiess das Versicherungsgericht die Beschwerde gut und 

wies die Sache zu weiteren Abklärungen an die IV-Stelle zurück (IV 2015/155; IV-

act. 128).

Nach Aktualisierung der medizinischen Unterlagen (vgl. IV-act 138 ff.) ordnete die 

IV-Stelle am 6. Dezember 2017 eine polydisziplinäre Begutachtung an (Allgemeine 

Innere Medizin, Rheumatologie, Neurologie, Neuropsychologie und Psychiatrie; IV-

act. 149). Mit der Begutachtung wurde die Medizinische Abklärungsstelle Bern ZVMB 

GmbH (nachfolgend: ZVMB) beauftragt (vgl. IV-act. 155 und 158). Nach persönlichen 

Untersuchen im Juli 2018 attestierten die ZVMB-Gutachter dem Versicherten am 

17. Dezember 2018 in der angestammten Tätigkeit bis Dezember 2014 eine 

Arbeitsfähigkeit von 50 %, danach keine Arbeitsfähigkeit mehr. In einer adaptierten 

Tätigkeit attestierten sie ihm bis Dezember 2014 eine volle Arbeitsfähigkeit, danach 

phasenweise, letztmals ab dem Gutachtenszeitpunkt (Juli 2018) eine Reduktion der 

Arbeitsfähigkeit um 50 % (IV-act. 202-13 und 202-15).

A.e. 

Nach erneutem Vorbescheidverfahren (IV-act. 211 ff.) sprach die IV-Stelle dem 

Versicherten mit Verfügung vom 17. Mai 2019 eine halbe Rente ab 1. Juli 2016 zu (IV-

act. 220 f.). Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte am 2. September 2019 

Beschwerde (IV-act. 226). Anlässlich einer erneuten Anfrage hielt der RAD fest, dass es 

im Juni 2019 zu einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes gekommen sei, 

weshalb seither eine vollständige Arbeitsunfähigkeit vorliege (IV-act. 231). Die IV-Stelle 

widerrief die Verfügung vom 25. Juni 2019 deshalb am 28. November 2019 (IV-

act. 235). Mit Stellungnahme vom 8. Januar 2020 führte der RAD aus, der Versicherte 

werde wohl keine verwertbare Arbeitsfähigkeit mehr erlangen (IV-act. 357). Am 

6. Februar 2020 schrieb das Versicherungsgericht das Beschwerdeverfahren als 

gegenstandslos ab (IV-act. 258).

A.f. 

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B.  

Nach neuerlichem Vorbescheidverfahren (IV-act. 262 ff.) sprach die IV-Stelle dem 

Versicherten mit Verfügung vom 14. Mai 2020 ab 1. Juli 2016 eine halbe und ab 

1. September 2019 eine ganze Rente zu (IV-act. 266 f.).

A.g. 

Gegen diese Verfügung erhebt der Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer), 

weiterhin vertreten durch Rechtsanwalt Reto Diggelmann, am 17. Juni 2020 

Beschwerde. Er beantragt, die Verfügung vom 14. Mai 2020 sei insoweit aufzuheben, 

als ihm für den Zeitraum ab 1. Juli 2016 bis 31. August 2019 lediglich eine halbe 

Invalidenrente zugesprochen worden sei. Ihm sei ab dem 1. Januar 2015 eine 

unbefristete ganze Invalidenrente zuzusprechen. Eventualiter sei die Angelegenheit zur 

weiteren Sachverhaltsabklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, unter 

Kosten- und Entschädigungsfolgen. Zur Begründung bringt er im Wesentlichen vor, die 

Beschwerdegegnerin habe das Valideneinkommen fehlerhaft errechnet. Sie habe bei 

der Ermittlung des Valideneinkommens auf das Nettoeinkommen gemäss 

Steuerdeklaration abgestellt, statt auf das Bruttoeinkommen und nicht das gesamte 

massgebliche Einkommen berücksichtigt. Namentlich habe sie nicht beachtet, dass die 

Steuerbehörde seine Repräsentationsspesen nicht vollumfänglich anerkannt und 

diesbezüglich eine Aufrechnung des steuerbaren Einkommens vorgenommen habe. 

Zudem habe der Beschwerdeführer in den Jahren 2010 und 2011 nebst seinem 

Einkommen aus unselbständiger Erwerbstätigkeit auch noch ein Einkommen aus 

selbständiger Erwerbstätigkeit erzielt. Zum Valideneinkommen seien sodann die 

Geschäftsgewinne hinzuzurechnen. Auf Seiten des Invalideneinkommens sei der 

maximale Leidensabzug von 25 % zuzugestehen. Auch das ZVMB-Gutachten halte 

fest, dass bereits ab Januar 2015 eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % bestanden habe, 

sodass dem Beschwerdeführer ab diesem Zeitpunkt bereits eine ganze Rente 

auszurichten sei (act. G1).

B.a. 

Am 23. Juni 2020 reicht der Beschwerdeführer ein Schreiben der Steuerbehörde 

ein, in welchem diese bestätigt, dass ihre Meldung an die SVA St. Gallen vom 

19. Februar 2019 die Nettolöhne der Jahre 2008 bis 2011 und 2015 bis 2017 der 

Haupterwerbstätigkeit des Beschwerdeführers enthalte (act. G2 und G2.1).

B.b. 

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Mit Beschwerdeantwort vom 21. September 2020 beantragt die Beschwerdegeg­

nerin, es sei festzuhalten, dass der Beschwerdeführer von Januar bis August 2015, von 

Oktober 2016 bis Januar 2018 und von Oktober 2018 bis August 2019 Anspruch auf 

eine befristete Dreiviertelsrente sowie ab September 2019 Anspruch auf eine 

unbefristete ganze Rente habe. Im Übrigen sei die Beschwerde abzuweisen. Zur 

Begründung führt sie im Wesentlichen aus, übereinstimmend mit dem beweiskräftigen 

ZVMB-Gutachten sei davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer in 

leidensadaptierter Tätigkeit von Januar bis Mai 2015, von Juli 2016 bis Oktober 2017 

und von Juli 2018 bis Mai 2019 zu 50 %, und ab Juni 2019 voll arbeitsunfähig gewesen 

sei. Dass die Gutachter die zwischenzeitlich vorliegenden höheren Arbeitsfähigkeiten 

nicht näher hätten bestimmen können, liege am aggravierenden Verhalten des 

Beschwerdeführers. Dass dieser die Winter mehrheitlich im Ausland verbracht habe, 

erschwere eine rückwirkende Arbeitsfähigkeitsschätzung ebenfalls. Er habe die Folgen 

der Beweislosigkeit zu tragen. Wie der Beschwerdeführer zu Recht ausführe, sei beim 

Valideneinkommen vom Bruttolohn gemäss den Einträgen im individuellen Konto 

(nachfolgend: IK) auszugehen. Die nicht beitragspflichtigen Spesen könnten dabei nicht 

berücksichtigt werden, allerdings sei das Einkommen aus selbständiger 

Erwerbstätigkeit von je Fr. 5'000.-- in den Jahren 2010 und 2011 zu berücksichtigen. 

Da der Betriebserfolg stark schwankend und in der beachteten Zeitperiode von drei 

Jahren sogar zweimal negativ gewesen sei, sei er bei der Bemessung des 

Valideneinkommens nicht zu berücksichtigen. Das Valideneinkommen betrage 

demnach Fr. 89'333.35, unter Anpassung der Nominallohnentwicklung bis 2014 somit 

Fr. 91'404.--. Für das Invalideneinkommen sei auf die Tabelle TA1 der gemäss den vom 

Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) 

abzustellen. Im Jahr 2014 habe der durchschnittliche Bruttolohn für Männer im 

Kompetenzniveau 1 (einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art) 

Fr. 66'453.-- betragen. Bei einer 50%igen Arbeitsfähigkeit sei damit das 

Invalideneinkommen ohne Leidensabzug auf Fr. 33'227.-- zu veranschlagen. In 

Übereinstimmung mit dem Beschwerdeführer sei davon auszugehen, dass er mit 

seinen gesundheitlichen Einschränkungen mit schubweisem Verlauf und auch aufgrund 

des Teilzeitpensums eine gewisse Reduktion des üblichen Lohnniveaus in Kauf 

nehmen müsse. Gerechtfertigt erscheine ein Abzug vom Tabellenlohn in der Höhe von 

10 %. Damit resultiere ein Invalideneinkommen von gerundet Fr. 29'904.--. Ins 

B.c. 

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Verhältnis gesetzt mit dem Valideneinkommen von Fr. 91'404.-- ergebe dies einen 

Invaliditätsgrad von 67 %. Demnach sei die angefochtene Rentenverfügung 

entsprechend zu korrigieren und dem Beschwerdeführer seien von Januar bis August 

2015, von Oktober 2016 bis Januar 2018 und von Oktober 2018 bis August 2019 

befristete Dreiviertelsrenten zuzusprechen (act. G5).

Mit Replik vom 9. Dezember 2020 führt der Beschwerdeführer aus, er verlange 

nicht die vollumfängliche Hinzurechnung der Spesenpauschalen, sondern nur 

desjenigen Anteils, auf welchem er schliesslich auch Einkommenssteuern bezahlt habe. 

Es sei kein Grund ersichtlich, weshalb die steuerliche Beurteilung anders ausfallen 

sollte als die sozialversicherungsrechtliche. Wieso die Geschäftsgewinne von 

durchschnittlich Fr. 23'090.85 im Jahr für die Bemessung des Valideneinkommens 

unbeachtlich sein sollten, sei ebenfalls nicht nachvollziehbar. Entscheidend sei, was die 

versicherte Person im massgeblichen Zeitpunkt aufgrund ihrer beruflichen Fähigkeiten 

und ihrer persönlichen Umstände nach dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit ohne Gesundheitsschaden tatsächlich verdient hätte, wobei die 

Einkommensermittlung so konkret wie möglich zu erfolgen habe. Das Bundesgericht 

habe festgehalten, dass bei Selbständigerwerbenden zumeist auf die IK-Einträge im 

individuellen Konto (nachfolgend: IK) abzustellen sei. Dies sei demnach nicht generell 

der Fall. Für einen maximalen Tabellenlohnabzug würden die im massgeblichen 

Zeitraum schubartig verlaufende Krankheit, der Umstand, dass auch gemäss 

Ausführungen der Beschwerdegegnerin lediglich Teilzeitarbeit möglich gewesen sei, 

die unbestrittene Tatsache, dass der Beschwerdeführer an Legasthenie leide und auch 

sein fortgeschrittenes Alter sprechen. Im Weiteren sei zu berücksichtigen, dass der 

Beschwerdeführer seit Jahren als faktisch Selbständigerwerbender im eigenen 

Unternehmen tätig gewesen sei, was eine anderweitige Beschäftigung im 

massgeblichen Zeitraum erschwert hätte. Dass die Beschwerdegegnerin von einer 

stark schwankenden Arbeitsfähigkeit im massgeblichen Zeitraum ausgehe, rechtfertige 

einen maximalen Tabellenlohnabzug. In der angefochtenen Verfügung solle gemäss der 

Beschwerdegegnerin ab 1. Juli 2016 bis 31. August 2019 eine gleichbleibende 

Arbeitsunfähigkeit bestanden haben, weshalb der Beschwerdeführer Anspruch auf eine 

halbe Rente habe. In der Beschwerdeantwort behaupte die Beschwerdegegnerin nun 

plötzlich, für einige Zeiträume sei eine volle Arbeitsfähigkeit zu berücksichtigen. Diese 

B.d. 

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Erwägungen

1.  

widersprüchliche Argumentation verstosse gegen Treu und Glauben. Im ZVMB-

Gutachten werde festgehalten, im Dezember 2014 habe sich der Gesundheitszustand 

des Beschwerdeführers verschlechtert. Ab Juni 2015 bis Sommer 2016 habe eine 

bessere Arbeitsfähigkeit resultiert, welche aber nicht näher bestimmbar sei. Mit 

wirksamer Schmerzbehandlung mit dem Medikament Y.___ habe zumindest eine 

Arbeitsfähigkeit von 50 % in einer leidensadaptierten Tätigkeit bestanden, angeblich 

"mit zunehmend besserer Wirkung". Diese Angaben seien völlig unbestimmt und nicht 

verwertbar, weshalb die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung auch 

nicht darauf abgestellt habe. Der weitere Verlauf und die zunehmende 

Verschlechterung seines Gesundheitszustands würden zeigen, dass entgegen den 

Angaben im ZVMB-Gutachten von "deutlich überzeichneten Schmerzäusserungen" 

und dergleichen keine Rede sein könne. Der Vorwurf, weil er die Winter mehrheitlich im 

Ausland verbracht habe, würden echtzeitliche Arztberichte fehlen, sei nicht 

nachvollziehbar. Entsprechendes werde im ZVMB-Gutachten nicht festgehalten. Der 

Beschwerdeführer habe die Winter nur deshalb in D.___ verbracht, weil das wärmere 

Klima für eine Linderung seiner Beschwerden gesorgt habe. Hätte die 

Beschwerdegegnerin Arztberichte als erforderlich betrachtet, hätte sie solche seit 

Beginn des Verfahrens 2012 jederzeit einholen bzw. ärztliche Untersuchungen 

anordnen können (act. G9).

Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf eine einlässliche Duplik (vgl. act. G11).B.e. 

Am 1. Januar 2022 sind mit der Revision zur Weiterentwicklung der 

Invalidenversicherung verschiedene Änderungen des Bundesgesetzes über die 

Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) in Kraft getreten. Weil in zeitlicher Hinsicht 

grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend sind, die bei der Erfüllung des zu 

Rechtsfolgen führenden Tatbestands Geltung haben, und weil ferner das 

Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung eines Falles grundsätzlich auf den bis 

zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung (hier: 14. Mai 2020) eingetretenen 

Sachverhalt abstellt, sind im vorliegenden Fall die bis zum 31. Dezember 2021 gültig 

gewesenen materiellen Bestimmungen anwendbar (vgl. hierzu BGE 132 V 215 E. 3.1.1 

mit weiteren Hinweisen).

1.1. 

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Anspruch auf eine Invalidenrente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des 

Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) Versicherte, die ihre 

Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch 

zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern 

können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 

mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu 

mindestens 40 % invalid sind (lit. c). Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 des 

Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; 

SR 830.1) die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder 

teilweise Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der 

körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer 

Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der 

Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt 

(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind 

ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. 

Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht 

überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).

1.2. 

Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die 

versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie 

mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % 

besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von 

mindestens 40 % ein Anspruch auf eine Viertelsrente.

1.3. 

Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 

Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung 

zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 

Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4).

1.4. 

Im Sozialversicherungsrecht gilt der Untersuchungsgrundsatz (Art. 61 lit. c ATSG). 

Verwaltung und Sozialversicherungsgericht haben von sich aus für die richtige und 

vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen. 

Rechtserheblich sind alle Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den 

streitigen Anspruch so oder anders zu entscheiden ist. In diesem Rahmen haben 

Verwaltungsbehörden und das Sozialversicherungsgericht zusätzliche Abklärungen 

stets dann vorzunehmen oder zu veranlassen, wenn hierzu aufgrund der 

Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebenden Anhaltspunkte 

1.5. 

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2.  

hinreichender Anlass besteht (Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 4. Aufl., Bern/St. Gallen/

Zürich 2020, Art. 61 N 107). Im Sozialversicherungsprozess tragen die Parteien in der 

Regel eine Beweislast nur insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu 

Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt 

Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift allerdings erst Platz, wenn es sich als 

unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer 

Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit 

für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 138 V 218 E. 6 mit Hinweisen).

Die urteilenden Instanzen haben die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche 

Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen (Art. 61 lit. c ATSG). 

Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für 

die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die 

geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) 

abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in 

der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen 

des Experten begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a mit Hinweisen). Auf von 

Versicherungsträgern im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholte, den Anforderungen 

der Rechtsprechung entsprechende Gutachten externer Spezialärzte (sogenannte 

Administrativgutachten) ist abzustellen, solange nicht konkrete Indizien gegen die 

Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 E. 1.3.4, 135 V 466 E. 4.4; 

Urteil des Bundesgerichts vom 15. Juli 2020, 8C_335/2020, E. 4.1, und vom 

13. Februar 2019, 8C_801/2018, E. 4.3).

1.6. 

Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz 

nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit zu fällen (vgl. BGE 126 V 353 E. 5b; BGE 125 V 193 E. 2, je mit 

Hinweisen).

1.7. 

Der Beschwerdeführer meldete sich am 3. Oktober 2012 zum Bezug von 

Leistungen an. Die sechsmonatige Karenzfrist nach Art. 29 Abs. 1 IVG ist demnach per 

3. April 2013 abgelaufen. Das in diesem Punkt nicht bestrittene, beweiskräftige ZVMB-

Gutachten verweist betreffend Arbeitsunfähigkeit bis Oktober 2014 auf die RAD-

Stellungnahme vom 5. November 2014 (IV-act. 202-15 i.V.m. 95-2). Gemäss dieser 

Stellungnahme war der Beschwerdeführer von Mai bis Juli 2012 wegen eines 

polyarthritischen Schubs voll arbeitsunfähig. Anschliessend habe der rheumatologische 

Behandler keine weiteren Arbeitsunfähigkeitszeugnisse mehr ausgestellt und den 

2.1. 

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Beschwerdeführer ab Juli 2012 für leichtere körperliche Tätigkeiten für vollumfänglich 

arbeitsfähig in seiner eigenen Firma gehalten. Die Ärztin der Klinik E.___ sowie der 

behandelnde Hausarzt hätten dem Beschwerdeführer hingegen weiterhin eine 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 50 % auch in einer adaptierten Tätigkeit 

bescheinigt. Seit September 2012 sei der Beschwerdeführer in seiner angestammten 

Tätigkeit durchgehend zu 50 % arbeitsunfähig (vgl. ärztlicher Bericht der RAD-

Abklärung vom 6. Oktober 2014, IV-act. 94-5 f.; vgl. auch frühere RAD-Stellungnahme 

vom 25. Oktober 2012, IV-act. 14-1).

Sollte der Beschwerdeführer, wie der RAD mit Verweis auf den behandelnden 

Rheumatologen annahm, während der zweiten Hälfte des Julis und des gesamten 

Augusts 2012 in seiner angestammten Tätigkeit voll arbeitsfähig gewesen sein, so 

würde dies einen wesentlichen Unterbruch des Wartejahres darstellen (vgl. Art. 28 

Abs. 1 lit. b IVG i.V.m. Art. 29  IVV, wonach ein wesentlicher Unterbruch der 

Arbeitsunfähigkeit vorliegt, wenn die versicherte Person an mindestens 

30 aufeinanderfolgenden Tagen voll arbeitsfähig war). Das Wartejahr gemäss Art. 28 

Abs. 1 lit. b IVG könnte demnach erst im August 2012 zu laufen beginnen und würde 

im August 2013 enden, sodass der Beschwerdeführer frühestens per 1. September 

2013 Anspruch auf eine allfällige Rente der Invalidenversicherung haben könnte. Würde 

hingegen auf die Einschätzung des Hausarztes und der Ärztin der Klinik E.___ 

abgestellt, wie dies auch der Krankentaggeldversicherer des Beschwerdeführers tat 

(dieser ging von einer Arbeitsunfähigkeit von 80 % im Juli 2012, von 50 % vom 

1. August bis 3. September 2012, danach wieder von einer Arbeitsunfähigkeit von 

80 % aus, vgl. act. G5.2/1-2), so wäre das Wartejahr bereits Ende April 2013 erfüllt, 

sodass ein allfälliger Rentenanspruch frühestens ab 1. Mai 2013 hätte entstehen 

können. Da die angestammte Tätigkeit des Beschwerdeführers keine durchgehend 

leichte körperliche Tätigkeit ist und der behandelnde Rheumatologe anlässlich seines 

Berichts vom 19. November 2012 mitteilte, es sei ihm bei diesem speziellen Patienten 

nicht (mehr) möglich, eine wirkliche Arbeitsfähigkeitsbescheinigung zu geben (vgl. IV-

act. 21-3), ist entgegen der Ansicht des RAD im Juli und August 2012 mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht von einer vollständigen Arbeitsfähigkeit in der 

angestammten Tätigkeit auszugehen, sodass das Wartejahr per Ende April 2013 als 

abgelaufen zu betrachten ist. Wie sich aus den nachfolgenden Ausführungen ergeben 

wird, ist für die vorliegende Angelegenheit indes nicht relevant, ob das Wartejahr per 

1. Mai oder per 1. September 2013 erfüllt war.

2.2. 

ter

Streitig und zu prüfen sind der Beginn und die Höhe des Rentenanspruchs des 

Beschwerdeführers vor dem 31. August 2019. Für den Zeitraum danach hat der 

2.3. 

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3.  

Beschwerdeführer unstreitig Anspruch auf eine unbefristete ganze Rente. Während der 

Beschwerdeführer eine durchgehende ganze Rente ab 1. Januar 2015 fordert, hat die 

Beschwerdegegnerin im Beschwerdeverfahren eine teilweise Gutheissung beantragt, 

indem sie sich für eine Zusprache einer Dreiviertelsrente vom 1. Januar 2015 bis 

31. August 2015, 1. Oktober 2016 bis 31. Januar 2018 und 1. Oktober 2018 bis 

31. August 2019 ausgesprochen hat (act. G5). Zu klären sind demnach Rentenbeginn 

sowie Rentenhöhe im zu prüfenden Zeitraum vom 1. Mai 2013 bis 31. August 2019.

Beide Parteien sehen das ZVMB-Gutachten als beweiskräftig an. Es entspricht 

denn auch den seitens der Rechtsprechung verlangten Beweisanforderungen (vgl. 

hierzu E. 1.5 vorstehend). In einigen Punkten stellt der Beschwerdeführer die 

Ergebnisse der Begutachtung indes in Frage und beantragt eventualiter die 

Rückweisung zu weiteren Abklärungen. Nachfolgend ist deshalb die Kritik des 

Beschwerdeführers am ZVMB-Gutachten zu prüfen.

3.1. 

Während die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung für eine 

adaptierte Tätigkeit noch eine durchgehende Arbeitsunfähigkeit von 50 % vom 1. Juli 

2016 bis 31. Mai 2019 und ab Juni 2019 eine deutliche Verschlechterung der 

Arbeitsfähigkeit annahm (vgl. IV-act. 262-2 und 266 f.), macht sie im vorliegenden 

Beschwerdeverfahren Unterbrüche in der Anspruchsberechtigung vom 1. September 

2015 bis 30. September 2016 und vom 1. Februar 2018 bis 30. September 2018 

geltend. Sie geht für die massgeblichen Zeiträume davon aus, dass die Arbeitsfähigkeit 

des Beschwerdeführers sich verbesserte, wobei das genaue Ausmass der 

Verbesserung beweislos bleibe (vgl. act. G5). Der Beschwerdeführer hingegen 

bestreitet, dass seine Arbeitsfähigkeit phasenweise höher als 50 % war bzw. macht 

geltend, dass er während der fraglichen Zeiträume sicher nicht vollständig arbeitsfähig 

gewesen sei (vgl. act. G9).

3.2. 

Die ZVMB-Gutachter hielten unter Bezugnahme auf die echtzeitlichen 

medizinischen Akten fest, im Dezember 2014 sei eine Verschlechterung des 

Gesundheitszustands eingetreten, indem der Beschwerdeführer einen polyarthritischen 

Schub erlitten und sich als Behandlungsfolge ab Januar 2015 eine Neuropathie 

entwickelt habe. Die Entzündungsaktivität sei Anfang 2015 und in echtzeitlichen 

Behandlerberichten vom Juni und August 2015 bereits als gebessert beschrieben 

worden. Die Schmerzbehandlung mit Y.___ sei wirksam gewesen, sodass ab Juni 2015 

eine Arbeitsfähigkeit von zumindest 50 % bestanden habe, mit zunehmend besserer 

Wirkung der Schmerzbehandlung rückblickend sogar eher höher. Insbesondere könne 

3.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/29

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     (vgl. zum Ganzen IV-act. 202-15; vgl. auch IV-act. 202-9)

3.4. Zwar bescheinigten die Behandler dem Beschwerdeführer zeitweise und teilweise 

weitergehende Arbeitsunfähigkeiten. Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung 

lässt die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des therapeutisch tätigen 

(Fach-)Arztes einerseits und Begutachtungsauftrag der amtlich bestellten 

fachmedizinischen Expertin anderseits es jedoch nicht zu, ein Administrativ- oder 

Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu 

nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. 

aus heutiger Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit leidensadaptiert durch die 

Neuropathie begründet werden. Somit wäre nach effektiver Behandlung der 

angegebenen sensiblen Überempfindlichkeiten in den schubfreien Phasen 

leidensadaptiert eine höhere Arbeitsfähigkeit möglich gewesen, wobei angesichts der 

Inkonsistenzen das Ausmass des tatsächlich möglichen Leistungsniveaus nicht genau 

bestimmbar sei. Immerhin habe der Beschwerdeführer auch selbst beschrieben, in 

D.___ grossteils beschwerdefrei gewesen zu sein. Diese Verlagerung des 

Lebensmittelpunkts habe aber auch eine adäquate Therapie erschwert, die 

therapeutischen Optionen seien noch nicht ausgeschöpft. Erst im Sommer 2016 sei es 

zu einem neuen Entzündungsschub gekommen (Laborbefunde Juli 2016). Zum 

30. August 2017 hätten die humoral-entzündlichen Aktivitäten sich wieder normalisiert, 

wobei sich der sicherlich fluktuierende Verlauf in diesem Zeitraum nicht näher 

bestimmen lasse. Erst mit der aktuellen Untersuchung vom Juli 2018 seien erneut 

Entzündungsaktivitäten gemessen worden und gelte das aktuelle Funktionsprofil und 

Arbeitsfähigkeitsbewertung. In Zusammenfassung bleibe folgende, durch deutliche 

Inkonsistenzen überlagerte Bewertung in einer leidensadaptierten Verweistätigkeit:

ab Januar 2015 bis und mit Mai 2015: 50 % Arbeitsunfähigkeit–

ab Juni 2015 bis Sommer 2016: bessere Arbeitsfähigkeit, nicht näher bestimmbar 

(wegen Inkonsistenz)

–

ab Sommer 2016 bis Oktober 2017: 50 % Arbeitsunfähigkeit (Schub) bis Oktober 

2017 (keine Entzündungswerte mehr)

–

ab November 2017: wieder bessere Arbeitsfähigkeit, nicht näher bestimmbar 

(wegen Inkonsistenz)

–

ab Juli 2018 (Begutachtung): wieder 50 % Arbeitsunfähigkeit–

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Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil 

die behandelnden Ärzte wichtige – und nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretation 

entspringende – Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder 

ungewürdigt geblieben sind (statt vieler: Urteile des Bundesgerichts vom 17. Februar 

2021, 8C_783/2020, E. 5.2, und vom 3. Mai 2021, 8C_164/2021, E. 3.2.1, je mit 

Hinweisen). Vorliegend nannten die behandelnden Ärzte keine solchen Aspekte, welche 

im ZVMB-Gutachten unberücksichtigt geblieben wären. Dementsprechend vermögen 

ihre abweichenden Arbeitsfähigkeitsschätzungen keine relevanten Zweifel an den 

Ergebnissen der Begutachtung zu wecken.

3.5. Soweit der Beschwerdeführer vorbringt, entgegen der Behauptung der 

Beschwerdegegnerin könnten ihm keine Inkonsistenzen vorgehalten werden, ist darauf 

hinzuweisen, dass namentlich der neurologische Gutachter und der für die 

neuropsychologische Begutachtung beigezogene Fachpsychologe Inkonsistenzen 

dokumentierten und der psychiatrische Gutachter ein teilweise demonstrativ 

anmutendes Verhalten beschrieb. Im Einzelnen beschrieb der neurologische Gutachter, 

der Beschwerdeführer habe mit dem zur Untersuchung mitgebrachten, ca. 13 kg 

schweren Rucksack zügig und ohne jeglichen Schmerzausdruck hantiert und seine 

diversen Utensilien mit gutem Zupacken sortiert. Zum Beispiel habe er zwei 

mitgebrachte schwere Ordner gut gegriffen und verstaut und den Reissverschluss gut 

greifen und zuziehen können. Dieses allgemeine gute Bewegungsrepertoire sei im 

deutlichen Widerspruch zu Auffälligkeiten während der gezielten klinischen 

Untersuchung gestanden, bei welcher der Beschwerdeführer immer wieder aufgesetzt 

und plakativ inszeniert wirkende Stöhn-, Ächz- und Au-Geräusche gezeigt habe, 

welche in keiner Weise mit einem echten Schmerzverhalten korrespondiert hätten. So 

sei beispielsweise ein überzeichnetes Stöhnen und Ächzen geäussert worden bei der 

direkten Sensibilitätsprüfung an Fusssohlen, Fussrücken und Unterschenkeln. Bei 

anderem Untersuchungsschwerpunkt, beispielsweise bei der Überprüfung der 

Beinlängendifferenz und gleichzeitiger Berührung an Fusssohlen, Fussrücken und 

Unterschenkeln seien hingegen in keiner Weise solche Schmerzäusserungen 

dargeboten worden. Auch die angegebene überaus inaktive Lebensführung mit 20 bis 

22 Stunden Liegen täglich habe keine Spuren im Sinne einer Atrophie der Arme und 

Beine hinterlassen. Der Beschwerdeführer habe bei der Überprüfung des Gaenslen-

Zeichens gestöhnt, kontrastierend dazu sei der Händedruck bei der Verabschiedung 

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normal möglich gewesen, ohne Schmerzangaben und mit normaler Kraft. Die 

vigorimetrische Bestimmung der Faustschlusskraft habe null Bar ergeben, was 

diskrepant sei zum Hantieren mit dem Rucksack und dem normalen Händedruck (IV-

act. 202-85 f. und 202-89). Der neuropsychologische Gutachter beobachtete ein 

insgesamt demonstratives Verhalten und hielt fest, die Validität der gezeigten 

Leistungen sei eingeschränkt, zumal die Resultate in einem Performanzvalidierungstest 

grenzwertig und in einem weiteren Verfahren deutlich auffällig gewesen seien. Er 

beschrieb detailliert Inkonsistenzen innerhalb und zwischen Tests, zwischen klinischer 

Beobachtung und Testdiagnostik sowie zwischen klinischen Beobachtungen und 

subjektiven Beschwerden und erklärte, wegen der schwankenden 

Anstrengungsbereitschaft würden die unterdurchschnittlichen Ergebnisse invalid 

bleiben (vgl. IV-act. 202-96 f. und 202-99 f.). Auch der psychiatrische Gutachter hielt 

ein teilweise demonstrativ anmutendes Verhalten fest (vgl. IV-act. 202-111). Daraus 

schlossen die ZVMB-Gutachter in der interdisziplinären Beurteilung, es erscheine 

schwierig, die subjektiven Angaben des Beschwerdeführers bezüglich der 

Schmerzausprägung und funktionalen Störungen vollumfänglich zu bewerten, da sich 

Befundinkonsistenzen beobachten liessen und auch auf die im Rahmen der früheren 

RAD-Untersuchung im Oktober 2014 beobachteten Auffälligkeiten hingewiesen werden 

müsse. Andeutungen des Beschwerdeführers hinsichtlich seines "Kampfes um 

Gerechtigkeit" würden auffallen. Dies möge verständlich sein, erschwere aber die 

medizinische Bewertung erheblich (IV-act. 202-9).

3.6. Entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers sind die Angaben der 

Gutachter somit nicht unbestimmt. Vielmehr ist mit den Gutachtern davon auszugehen, 

dass das objektiv bestehende Fähigkeitsprofil des Beschwerdeführers im Zeitpunkt der 

Begutachtung höher gelegen haben dürfte als er es beschrieb respektive zeigte, 

sodass das tatsächliche Ausmass angesichts dieser Überlagerung nur schwer 

bestimmbar war (vgl. hierzu IV-act. 202-10). Auch kann aus dem weiteren 

gesundheitlichen Verlauf bzw. der von ihm geltend gemachten zunehmenden 

Verschlechterung nicht darauf geschlossen werden, seine Schmerzäusserungen seien 

anlässlich der ZVMB-Begutachtung nicht überzeichnet gewesen. Nicht zu beanstanden 

ist in diesem Zusammenhang auch die gutachterliche Feststellung, eine rheumatoide 

Arthritis sei zwar zweifelsfrei zu bestätigen, habe aber bislang kaum zu destruktiven 

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Veränderungen an den Gelenken geführt, und es könne lediglich eine leichte 

Polyneuropathie objektiviert werden (vgl. IV-act. 202-11 und 202-14).

3.7. Der Beschwerdeführer bringt weiter vor, der Vorwurf, weil er die Winter 

mehrheitlich im Ausland verbracht habe, würden echtzeitliche Arztberichte fehlen, sei 

nicht nachvollziehbar. Der Beschwerdeführer verbrachte seit seiner IV-Anmeldung 

jeweils vier bis acht Monate jährlich von Herbst/Winter bis Frühling/Frühsommer in 

D.___ (vgl. beispielhaft IV-act. 33-3, 68-1 f., 97, 148). Den Gutachtern war bekannt, 

dass die Behandler diese Aufenthalte in einer warmen Klimazone befürworteten und als 

für den Gesundheitszustand des Beschwerdeführers förderlich ansahen. Dennoch 

hielten sie sachlich fest, dass diese Aufenthalte in D.___ die Behandlung und 

Therapieadhärenz erschwerten. Dies ist nicht zu beanstanden, zumal der 

Beschwerdeführer während seiner Auslandaufenthalte keine Termine bei den Ärzten, 

die ihn in der Schweiz behandelten, wahrnehmen konnte und teilweise die 

medikamentöse Behandlung absetzte bzw. absetzen musste (vgl. zum Ganzen IV-act. 

202-5, 202-10, 202-13, 202-15, 202-56 und 202-60).

3.8. Die Beschwerdegegnerin war nicht verpflichtet, während der 

Auslandabwesenheiten des Beschwerdeführers medizinische Unterlagen bei diesem 

einzuholen, zumal er sich – abgesehen von einer Behandlung Ende 2014 aufgrund 

eines Schubs (vgl. hierzu etwa IV-act. 123-11) – in D.___ nicht in regelmässiger 

ärztlicher Behandlung befand und geltend machte, es gehe ihm aufgrund des Klimas in 

D.___ besser. Folge der behandlungsarmen Zeiträume in Verbindung mit den 

festgestellten Inkonsistenzen im Verhalten und in den Angaben des Beschwerdeführers 

ist jedoch, dass es den ZVMB-Gutachtern nicht möglich war, die Arbeitsfähigkeit für 

diese genau zu bestimmen (vgl. IV-act. 202-15). Eine genauere Bestimmung der 

Arbeitsfähigkeit wäre auch durch weitere Abklärungen nicht möglich. Auf die 

Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durch die Behandler und den Beschwerdeführer 

kann, wie bereits ausgeführt, nicht abgestellt werden. Namentlich ist in diesem 

Zusammenhang darauf hinzuweisen, dass auch die Behandler den Beschwerdeführer 

während seiner Auslandabwesenheiten nicht untersuchen und keine Entzündungswerte 

im Zusammenhang mit der Arthritis bestimmen konnten, sodass eine Anpassung der 

Arbeitsfähigkeitsschätzung nicht erfolgen konnte bzw. sich einzig auf die – wegen der 

anlässlich der Begutachtung festgestellten Inkonsistenzen nicht verlässlichen – 

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subjektiven Angaben des Beschwerdeführers gestützt hätte (vgl. hierzu auch IV-

act. 40-2). Führen von der versicherten Person zu verantwortende Inkonsistenzen 

verbunden mit den wiederkehrenden Auslandabwesenheiten dazu, dass ein 

erhebliches krankheitswertes Geschehen nicht mehr mit ausreichender 

Wahrscheinlichkeit festgestellt werden kann, so wirkt sich die daraus resultierende 

Beweislosigkeit zum Nachteil der versicherten Person aus (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts vom 20. September 2018, 9C_659/2017, E. 4.1 und 4.4 mit Hinweisen 

sowie Urteil des Bundesgerichts vom 20. September 2018, 9C_659/2017, E. 4.2 ff.). 

Die Gutachter stellten keine andauernde Einschränkung der Arbeitsfähigkeit durch die 

Neuropathie fest. Allfällige Entzündungswerte können nicht mehr echtzeitlich bestimmt 

werden. Von zusätzlichen Abklärungen sind deshalb keine wesentlichen 

Erkenntnisgewinne mehr zu erwarten. Der Beschwerdeführer trägt, da eine genauere 

Bestimmung der Arbeitsfähigkeit wegen des von ihm gezeigten Verhaltens sowie seiner 

Auslandabwesenheiten nicht möglich ist, die Folgen der Beweislosigkeit für die 

Phasen, für welche die Gutachter die Arbeitsfähigkeit nicht näher bestimmen konnten.

3.9. Nach dem Gesagten ist auf die Arbeitsfähigkeitsschätzung der ZVMB-Gutachter 

abzustellen und für die Zeiträume, in welchen sie die Arbeitsfähigkeit nicht näher 

bestimmen konnten, von einer Beweislosigkeit zum Nachteil des Beschwerdeführers 

auszugehen.

4.

4.1. Zwischen den Parteien streitig und nachfolgend zu prüfen ist die Berechnung des 

Invaliditätsgrades. Für die Bestimmung des Invaliditätsgrads wird das 

Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 

Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 

Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum 

Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 

(Valideneinkommen; Art. 16 ATSG).

4.2. Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des 

frühestmöglichen Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei Validen- und 

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Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erheben und allfällige 

rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen bis zum Verfügungserlass zu 

berücksichtigen sind (BGE 129 V 222 E. 4.1 f. mit Hinweisen). Der 

Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden 

hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und 

einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der 

Invaliditätsgrad bestimmen lässt (Urteil des Bundesgerichts vom 3. November 2021, 

9C_354/2021, E. 4.1; BGE 128 V 29 E. 1). Es ist bei beiden Einkommen von 

Bruttobeträgen auszugehen. Denn das Abstellen einerseits auf ein Brutto-Einkommen 

für das Invaliden- und andererseits auf ein Netto-Einkommen für das 

Valideneinkommen würde zu einem verzerrten Bild der Einkommenseinbusse und einer 

Verfälschung des Erwerbsunfähigkeitsgrads führen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 

24. März 2003, 5P.464/2002, E. 3.2.1 f.).

4.3. Für die Bemessung des Valideneinkommens entscheidend ist, was die versicherte 

Person im massgebenden Zeitpunkt auf Grund ihrer beruflichen Fähigkeiten und 

persönlichen Umstände als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Da nach empirischer 

Feststellung in der Regel die bisherige Tätigkeit im Gesundheitsfall weitergeführt 

worden wäre, ist grundsätzlich vom letzten vor Eintritt der gesundheitlichen 

Beeinträchtigung erzielten, der Teuerung sowie der realen Einkommensentwicklung 

angepassten Verdienst auszugehen. Ausnahmen müssen mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit erstellt sein (Urteil des Bundesgerichts vom 6. Oktober 2020, 

8C_703/2019, E. 4.1, mit Hinweis auf BGE 139 V 28 E. 3.3.2).

4.4. Als Erwerbseinkommen gelten mutmassliche jährliche Erwerbseinkommen, von 

denen Beiträge gemäss dem Bundesgesetz über die Alters- und 

Hinterlassenenversicherung (AHVG; SR 831.10) erhoben würden. Nicht dazu gehören 

insbesondere Leistungen des Arbeitgebers für den Lohnausfall infolge Unfall oder 

Krankheit bei ausgewiesener Arbeitsunfähigkeit (Art. 25 Abs. 1 lit. a der Verordnung 

über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]). Nebeneinkünfte, für welche eine 

AHV-Beitragspflicht besteht, sind ebenfalls zu berücksichtigen (vgl. Kieser, a.a.O., 

Art. 16 N 51). Nebenerwerb aus der Vermietung von Wohnungen gehört hingegen nicht 

zum massgebenden Einkommen, solange die Vermietung keinen gewerblichen 

Charakter aufweist (vgl. Ulrich Meyer/Marco Reichmuth, Bundesgesetz über die 

https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=01.01.2020&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=soz&query_words=Verh%E4ltnisse+im+Zeitpunkt+des+Beginns+des+Rentenanspruchs+&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F139-V-28%3Ade&number_of_ranks=0#page28

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Invalidenversicherung [IVG], in Hans-Ulrich Stauffer/Basile Cardinaux [Hrsg.], 

Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, 3. Aufl., Zürich/

Basel/Genf 2014, Art. 28a N 15).

4.5.

4.5.1. Bei Selbständigerwerbenden kann für die Ermittlung des Valideneinkommens in 

der Regel auf die Einträge im IK abgestellt werden. Dabei ist bei stärkeren 

Schwankungen ein Durchschnittswert zu wählen. Letztlich sind aber die effektiven 

Verhältnisse massgebend, wobei in Bezug auf Selbständigerwerbende deren 

Möglichkeiten zur Steueroptimierung in Rechnung zu stellen sind. Der versicherten 

Person steht deshalb der Gegenbeweis offen, dass die verabgabten Einkünfte allenfalls 

erheblich vom tatsächlich erzielten Verdienst abweichen. Bei der Ermittlung der 

Vergleichseinkommen der Selbständigerwerbenden ist der Zinsertrag vom investierten 

Eigenkapital abzuziehen und es sind die von der versicherten Person in einem 

Geschäftsjahr effektiv bezahlten AHV/IV/EO-Beträge zum Betriebsgewinn 

hinzuzuzählen (vgl. Kieser, a.a.O., Art. 16 N 33; Meyer/Reichmuth, a.a.O., Art. 28a N 16 

ff.).

4.5.2. Ist die versicherte Person als wirtschaftlich Berechtigte an der Gesellschaft, bei 

der sie angestellt ist, anzusehen, bilden neben ihrem in der Erfolgsrechnung 

verbuchten und der SVA als Einkommen aus unselbständiger Erwerbstätigkeit 

gemeldeten Lohn grundsätzlich auch die Geschäftsgewinne Bestandteil des 

Valideneinkommens. Das als Gewinnvortrag in die Bilanz des folgenden 

Geschäftsjahres übernommene Betriebsergebnis stellt dabei eine Reinvestition in die 

Firma dar. Allerdings kann der von einer Gesellschaft erwirtschaftete Gewinn nicht 

einfach dem Erwerbseinkommen des geschäftsführenden alleinigen Gesellschafters 

(unter Aufrechnung des bezogenen Eigenlohns) gleichgesetzt werden, weil diesem 

dadurch auch jener Teil des Betriebsgewinns zugerechnet würde, welcher nach den 

zwingenden aktienrechtlichen Vorschriften als Reservekapital in der Gesellschaft 

verbleiben muss und nicht als Dividende ausgeschüttet werden darf (Meyer/Reichmuth, 

a.a.O., Art. 28a N 16 ff. mit Hinweis auf Urteil des Bundegerichs vom 21. Juli 2009, 

9C_111/2009, E. 2.1).

5.

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5.1. Vorliegend ist der frühestmögliche Zeitpunkt eines Rentenbeginns der 1. Mai 2013 

(Ablauf des Wartejahrs und der Karenzfrist, vgl. E. 2.2 vorstehend). Dementsprechend 

sind die Verhältnisse im Jahr 2013 für den Einkommensvergleich massgebend (vgl. 

E. 4.2 vorstehend).

5.2. Der Beschwerdeführer war zwar zuletzt angestellter Arbeitnehmer. Er war indes als 

weitestgehend alleiniger Arbeitnehmer (vgl. hierzu die Lohnkosten gemäss 

Erfolgsrechnung der GmbH, IV-act. 30, und die Lohnausweise des Beschwerdeführers, 

IV-act. 124) bei seiner eigenen GmbH als einziger Gesellschafter mit Einzelunterschrift 

und Geschäftsführer angestellt (vgl. IV-act. 9, 26 und 68). Faktisch bestimmte er somit 

als wirtschaftlich Berechtigter an seiner Arbeitgeberin vergleichbar wie ein 

Selbständigerwerbender darüber, welche Aufträge die GmbH annahm und welches 

Einkommen sie ihm auszahlte.

5.3. Die Beschwerdegegnerin anerkennt im vorliegenden Verfahren inzwischen, dass es 

sich bei den von ihr bis zum Verfügungszeitpunkt verwendeten Angaben der Steuer­

behörden um nicht heranzuziehendes Nettoeinkommen handelt (vgl. IV-act. 266 f. und 

G2.1) und stattdessen auf das Bruttoeinkommen abzustellen ist (vgl. hierzu auch E. 4.2 

vorstehend). Gemäss IK-Auszug war der Beschwerdeführer bis ins Jahr 2007 

selbständig erwerbstätig und erzielte stark schwankende Einkommen. Ab 2008 war er 

bei seiner eigenen GmbH angestellt und sein Einkommen wurde regelmässiger. 

Gemäss IK-Auszug erzielte der Beschwerdeführer in den Jahren 2008 bis 2010 ein 

jährliches Bruttoeinkommen von Fr. 90'000.-- und im Jahr 2011 ein solches von 

Fr. 78'000.-- (IV-act. 131). Zwar weist der IK-Auszug auch für das Jahr 2012 ein 

Einkommen von Fr. 90'000.-- aus, in jenem Jahr war der Beschwerdeführer jedoch 

bereits gesundheitlich eingeschränkt und erhielt Krankentaggelder (vgl. IV-act. 1-3, 

68-6 und 124-6 sowie E. 2.1 vorstehend), sodass dieses Jahr für die Festsetzung des 

Valideneinkommens nicht mehr berücksichtigt werden kann.

5.4. Die Beschwerdegegnerin stellt lediglich auf die Jahre 2009 bis 2011 ab, ohne dies 

vertieft zu begründen (vgl. act. G5, S. 5 f.). Vorliegend ist jedoch die Verwendung eines 

Durchschnittswerts über die gesamte Zeitdauer der Anstellung des Beschwerdeführers 

bei seiner GmbH angezeigt, denn daraus wird klar, dass der Beschwerdeführer 

anstrebte, sich dauerhaft einen Jahreslohn von Fr. 90'000.-- auszuzahlen. Dies gelang 

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im Jahr 2011 offenbar nicht, wobei auffällt, dass die GmbH in jenem Jahr einen Gewinn 

von Fr. 23'801.42 auswies (siehe Erfolgsrechnung, IV-act. 30). Der Durchschnittswert 

über vier Jahre ergibt daher vorliegend ein repräsentativeres Abbild des Einkommens, 

das im Gesundheitsfall (weiterhin) erzielt worden wäre als ein Durchschnittswert über 

drei Jahre.

6.

6.1. Der Beschwerdeführer liess sich von seiner GmbH ab 2008 effektive Spesen, ab 

2009 unter dem Titel "Repräsentationsspesen" jährlich Fr. 12'000.-- auszahlen (vgl. IV-

act. 124 und act. G1.1.2). Er macht geltend, dass diese Beträge von der Steuerbehörde 

nicht in vollem Umfang als Spesen anerkannt und deshalb in der Steuerveranlagung 

teilweise zum Einkommen dazugeschlagen worden seien. Diesbezüglich reicht er die 

Veranlagungsberechnungen des Steueramtes für die Jahre 2008 bis 2012 ein. Diesen 

ist zu entnehmen, dass dem Beschwerdeführer im Jahr 2008 Fr. 8'000.-- pauschale 

Spesenvergütung, in den Jahren 2009 bis 2011 Fr. 7'000.- pauschale Spesenvergütung 

an das Einkommen aus unselbständigem Haupterwerb angerechnet wurden 

(act. G1.1.3).

6.2. Bei echten pauschalen Spesen sind keine Sozialversicherungsbeiträge geschuldet. 

Spesenpauschalen hingegen, denen keine effektiven Auslagen gegenüberstehen, 

dienen mitunter der Einsparung von Steuern und Sozialleistungen und stellen 

verkappten Lohn dar (vgl. Ullin Streiff/Adrian von Kaenel/Roger Rudolph, 

Arbeitsvertrag, Praxiskommentar zu Art. 319-362 OR, 7. Auflage, Zürich/Basel/Genf 

2012, Art. 327a N 3 f.). Die Steuerbehörde prüft daher die Rechtmässigkeit von 

pauschal geleisteten Spesen. Die SVA erhält die Steuermeldung von der 

Steuerbehörde und veranlagt nach deren Vorliegen die definitiven Beiträge. Die 

Differenz wird nachgefordert (vgl. zur Festsetzung der AHV-Beiträge von 

Selbstständigerwerbenden insbesondere Art. 24 - 27 der Verordnung über die Alters- 

und Hinterlassenenversicherung [AHVV; SR 831.101]; vgl. auch Wegleitung über die 

Beiträge der Selbstständigerwerbenden und Nichterwerbstätigen in der AHV, IV und 

EO [WSN] Ziff. 1144 ff., 1185 ff.).

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6.3. Vorliegend steht unstreitig fest, dass die Steuerbehörde die vom 

Beschwerdeführer geltend gemachten Beträge nicht in vollem Umfang als Spesen 

anerkannte, sondern einen Teil davon zu den Einkünften aus unselbständigem 

Haupterwerb hinzurechnete. Damit handelt es sich bei diesem Teilbetrag um 

beitragspflichtiges Einkommen, das dementsprechend auf Seiten des 

Valideneinkommens zu berücksichtigen ist. Demnach sind Fr. 8'000.-- für das Jahr 

2008 und je Fr. 7'000.-- für die Jahre 2009 bis 2011 zum Valideneinkommen 

hinzuzurechnen (vgl. act. G1.1.3).

7.

7.1. Nebst dem Einkommen aus unselbständigem Haupterwerb in seiner eigenen 

GmbH erzielte der Beschwerdeführer in den Jahren 2010 und 2011 unstreitig ein 

Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit in Höhe von jeweils Fr. 5'000.-- (vgl. IV-

act. 207). Die Beschwerdegegnerin hat im vorliegenden Verfahren zu Recht anerkannt, 

dass diese Einkünfte ebenfalls zum Valideneinkommen hinzuzurechnen sind.

7.2. Der Beschwerdeführer macht geltend, die Geschäftsgewinne seiner GmbH seien 

ebenfalls zum Valideneinkommen zu addieren (vgl. act. G1). Die Beschwerdegegnerin 

bringt dagegen vor, in zwei der drei von ihr berücksichtigten Jahre sei ein Verlust ein­

getreten. Der Betriebserfolg sei dermassen schwankend, dass er nicht berücksichtigt 

werden dürfe (vgl. act. G5).

7.3. Die Erfolgsrechnung der entsprechenden Jahre weist für das Jahr 2008, in 

welchem der Beschwerdeführer das Arbeitsverhältnis mit seiner GmbH aufnahm, einen 

Gewinn von Fr. 79'187.39 aus. Für die beiden folgenden Jahre weist sie Verluste von 

Fr. 5'648.31 bzw. 5'261.20 aus, für das Jahr 2011 einen Gewinn von Fr. 23'801.42 und 

für das Jahr 2012 wiederum einen Verlust von Fr. 30'726.85. Auffallend ist, dass der 

Beschwerdeführer sich im Jahr 2011 – in welchem die GmbH einen Gewinn von 

Fr. 23'801.42 schrieb – ein tieferes Einkommen auszahlte (Fr. 78'000.-- statt 

Fr. 90'000.--) und dass im Jahr darauf ein deutlich höherer Verlust eintrat, wobei die 

gesundheitliche Situation des Beschwerdeführers sich in jenem Jahr verschlechtert 

hatte. Zudem fällt auf, dass nur im Jahr 2008 Fr. 20'000.-- den Reserven der GmbH 

zugewiesen wurden. In den Folgejahren wurden weder Reserven gebildet noch 

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Dividenden ausgeschüttet (vgl. IV-act. 30). Mit Blick auf diese grossen Differenzen bei 

den Gewinnen und die Tatsache, dass der Beschwerdeführer sich kein einziges Mal 

eine Dividende ausschütten liess, kann nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 

festgestellt werden, dass der Beschwerdeführer im Gesundheitsfall zusätzlich zu 

seinen Lohneinkünften auch von Geschäftsgewinnen profitiert hätte. Die 

Geschäftsgewinne sind deshalb für die Bestimmung des Valideneinkommens nicht zu 

berücksichtigen.

7.4. Nach dem Gesagten ergeben sich folgende, jeweils aus unselbständigem Erwerb, 

nicht als Spesen anerkanntem zusätzlichem Einkommen und selbständigem Erwerb 

bestehende Jahreseinkommen:

2008: Fr. 90'000.-- + Fr. 8'000.-- = Fr. 98'000.--

2009: Fr. 90'000.-- + Fr. 7'000.-- = Fr. 97'000.--

2010: Fr. 90'000.-- + Fr. 7'000.-- + Fr. 5'000.-- = Fr. 102'000.--

2011: Fr. 78'000.-- + Fr. 7'000.-- + Fr. 5'000.-- = Fr. 90'000.--

7.5. Diese einzelnen Einkommen der Jahre 2008 bis 2011 sind vor der Berechnung des 

Durchschnittswertes der Nominallohnentwicklung für Männer bis 2013 gemäss der 

Tabelle "T39 Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der 

Reallöhne" der LSE anzupassen (vgl. E. 4.3 vorstehend und Urteil des Bundesgerichts 

vom 13. Oktober 2015, 8C_233/2015, E. 3.4). Dies ergibt die folgenden Beträge:

Indexierung 2008 auf 2013: Fr. 98'000.-- / 2'092 x 2'204 =      Fr. 103'246.65

Indexierung 2009 auf 2013: Fr. 97'000.-- / 2'136 x 2'204 =      Fr. 100'088.00

Indexierung 2010 auf 2013: Fr. 102'000.-- / 2'151 x 2'204 =    Fr. 104'513.25

Indexierung 2011 auf 2013: Fr. 90'000.-- / 2'171 x 2'204 =       Fr. 91'368.05

Total                                                                                            Fr. 399'215.95

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Der an die Nominallohnentwicklung angepasste Durchschnittswert beträgt demnach 

Fr. 99'804.00. Dieser Betrag ist für die vorliegende Berechnung als Valideneinkommen 

einzusetzen.

​8.

8.1. Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-

erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist 

kein effektives Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person 

nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich 

zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der 

Rechtsprechung statistische Werte, insbesondere LSE, beigezogen werden (BGE 139 

V 592 E. 2.3).

8.2. Vorliegend sind die Parteien für das Invalideneinkommen zu Recht von den Werten 

der Tabelle TA1 der LSE, Total sämtliche Wirtschaftszweige, Kompetenzniveau 1, 

Männer, ausgegangen. Der Jahreslohn 2013 für ein Vollzeitpensum betrug gemäss 

dieser Tabelle Fr. 65'654.-- (siehe Anhang 2 der von der Informationsstelle AHV/IV 

herausgegebenen IV-Textausgabe, Ausgabe 2019, S. 228, basierend auf der 

Schweizerischen Lohnstrukturerhebung LSE des Bundesamtes für Statistik).

8.3. Während der Beschwerdeführer von diesem Tabellenlohn einen Abzug von 25 % 

fordert, beantragt die Beschwerdegegnerin im Beschwerdeverfahren einen solchen von 

10 %. Mit dem Tabellenlohnabzug ist zu berücksichtigen, dass gesundheitlich 

beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, 

im Vergleich zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren arbeitnehmenden 

Personen lohnmässig benachteiligt sind und deshalb mit unterdurchschnittlichen 

Lohnansätzen rechnen müssen. Ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne 

herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen 

des konkreten Einzelfalls (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, 

Nationalität, Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad) ab (BGE 126 V 75). Bereits 

in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche 

Einschränkungen dürfen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten 

Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts 

https://swisslex.westlaw.com/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=BGEx126xVx75_82&AnchorTarget=BGEx126xVx75

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führen. Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalideneinkommen ist nach 

pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, d.h. dass nicht für jedes Merkmal 

der entsprechende Abzug zu quantifizieren ist und die einzelnen Abzüge 

zusammenzuzählen sind. Der Abzug ist auf höchstens 25 % begrenzt (Urteil des 

Bundesgerichts vom 20. April 2018, 9C_833/2017, E. 2.2; BGE 134 V 327 E. 5.2).

8.4. Referenzpunkt für die Verwertung der Restarbeitsfähigkeit ist nicht der 

tatsächliche, sondern der hypothetisch ausgeglichene Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 

ATSG). Nach der Rechtsprechung handelt es sich dabei um einen theoretischen und 

abstrakten Begriff, der dazu dient, den Leistungsbereich der Invalidenversicherung von 

demjenigen der Arbeitslosenversicherung abzugrenzen. Der Begriff umschliesst 

einerseits ein bestimmtes Gleichgewicht zwischen dem Angebot von und der 

Nachfrage nach Stellen; anderseits bezeichnet er einen Arbeitsmarkt, der von seiner 

Struktur her einen Fächer verschiedenartiger Stellen offen hält und zwar sowohl 

bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen wie 

auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes. Nach diesen Gesichtspunkten bestimmt 

sich im Einzelfall, ob die invalide Person die Möglichkeit hat, ihre restliche 

Erwerbsfähigkeit zu verwerten, und ob sie ein rentenausschliessendes Einkommen zu 

erzielen vermag oder nicht (BGE 110 V 273 E. 4b; ZAK 1991 S. 320 f. E. 3b). Daraus 

folgt, dass für die Invaliditätsbemessung nicht darauf abzustellen ist, ob eine invalide 

Person unter den konkreten Arbeitsmarktverhältnissen vermittelt werden kann, sondern 

einzig darauf, ob sie die ihr verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nutzen könnte, 

wenn die verfügbaren Arbeitsplätze dem Angebot an Arbeitskräften entsprechen 

würden (AHI-Praxis 6/1998 S. 291).

8.5. Der Beschwerdeführer war ab April 2012 (vgl. E. 2.2 vorstehend) in seiner 

angestammten Tätigkeit nur noch 50 % arbeitsfähig, wobei jedoch bis Dezember 2014 

in einer adaptierten Tätigkeit noch eine Arbeitsfähigkeit von 100 % bestand. Danach 

bestand in der angestammten Tätigkeit gar keine Arbeitsfähigkeit mehr und in einer 

adaptierten Tätigkeit phasenweise nur noch eine Arbeitsfähigkeit von 50 %. Bis zum 

Eintritt der vollständigen Arbeitsunfähigkeit auch in einer adaptierten Tätigkeit im Juni 

2019 waren ihm gemäss dem Adaptionsprofil im ZVMB-Gutachten manuell sehr 

leichte, feinmotorisch einfache Arbeiten mit den Händen im Greifraum bis Brusthöhe 

möglich. Zumutbar waren Tätigkeiten ohne höhere Steh- und Gehbelastung und ohne 

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Arbeiten auf Leitern und Gerüsten, sodass wechselbelastende, überwiegend sitzende 

Tätigkeiten besser geeignet waren. Zu berücksichtigen war eine Lese- und 

Rechtschreibeschwäche, welche den bisherigen beruflichen Werdegang indes nicht 

massgebend beeinträchtigt hatte (vgl. IV-act. 202-12 f. und 202-15).

8.6. Der ausgeglichene Arbeitsmarkt umfasst auch sogenannte Nischenarbeitsplätze, 

also Arbeitsangebote, bei welchen Menschen mit Behinderungen mit einem sozialen 

Entgegenkommen von Seiten des Arbeitgebers rechnen können. Von einer 

Arbeitsgelegenheit kann dann nicht mehr gesprochen werden, wenn die zumutbare 

Tätigkeit nur in so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der ausgeglichene 

Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt, oder sie nur unter nicht realistischem 

Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden 

einer entsprechenden Stelle daher von vornherein ausgeschlossen erscheint (siehe 

zum Ganzen Urteil des Bundesgerichts vom 24. April 2012, 8C_869/2011, E. 4.3.5 mit 

Hinweisen).

8.7. Zum Zeitpunkt des ZVMB-Gutachtens war der Beschwerdeführer 5_ Jahre alt. Aus 

den Akten ergibt sich, dass er in seiner angestammten Tätigkeit eine körperlich 

anspruchsvolle handwerkliche Tätigkeit ausgeübt hatte. Das war ihm nach Eintritt der 

Arbeitsunfähigkeit nicht mehr möglich. Administrative Tätigkeiten kamen mangels 

Ausbildung und wegen seiner Lese- und Rechtschreibeschwäche für den 

Beschwerdeführer nicht in Frage. Eine berufliche Umorientierung wäre deshalb auf dem 

damaligen Arbeitsmarkt zweifellos nicht einfach gewesen (vgl. BGE 146 V 16 E. 4.1). 

Auf dem für das vorliegende Verfahren relevanten hypothetisch ausgeglichenen 

Arbeitsmarkt standen dem Beschwerdeführer aber eine Vielzahl von möglichen 

Arbeitsstellen offen. Zu denken ist etwa an einfache Kontroll-, Überwachungs-, 

Sortier-, Verpackungs-, Recycling-, (De-)Montage- sowie 

Maschinenbedienungsarbeiten, welche keine hohen Anforderungen an seine 

Gehfähigkeit und Kraft oder Feinmotorik der Hände stellten und – mit Rücksicht auf die 

Arthritis des Beschwerdeführers – keine Exposition an Kälte, Nässe oder Zugluft 

beinhalteten. Dafür hätte der Beschwerdeführer keine besondere Berufserfahrung oder 

Fachkenntnisse benötigt und auch die von ihm geltend gemachte Legasthenie wäre 

einer solchen Tätigkeit nicht im Wege gestanden. Gemäss der bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung werden Hilfsarbeiter sodann altersunabhängig nachgefragt (vgl. Urteil 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 26/29

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des Bundesgerichts vom 29. Juni 2018, 9C_862/2017, E. 3.3). Dass aufgrund der 

arthritischen Schübe des Beschwerdeführers gehäuft mit Arbeitsausfällen zu rechnen 

war, hätte das Finden einer Stelle zwar nicht verunmöglicht, aber doch erschwert, und 

ist im Rahmen des Tabellenlohnabzugs ebenfalls zu berücksichtigen, da ein potentieller 

Arbeitgeber mit immer wieder auftretenden Arbeitsausfällen hätte rechnen müssen (vgl. 

hierzu Urteile des Bundesgerichts vom 28. November 2014, 9C_485/2014, E. 3.3.1, 

und 9C_941/2012 vom 20. März 2013 E. 4.3.1 f.). Männer in Teilzeitarbeit verdienen 

sodann statistisch betrachtet weniger als Männer in einem Vollzeitpensum (vgl. Tabelle 

T18 der LSE 2012 bis 2018).

8.8. Insgesamt erscheint ein Tabellenlohnabzug von 15 % somit für den Zeitraum, ab 

welchem der Beschwerdeführer auch in einer adaptierten Tätigkeit nur noch teilzeitlich 

arbeitsfähig war, angemessen. Mit Blick auf die strenge bundesgerichtliche 

Rechtsprechung lässt sich der vom Beschwerdeführer beantragte Tabellenlohnabzug 

von 25 % hingegen nicht rechtfertigen. Der Jahreslohn gemäss LSE 2013 ist demnach 

um 15 % zu kürzen, woraus ein Einkommen von Fr. 55'805.90 (Fr. 65'654.-- x 0.85) bei 

einem Vollzeitpensum bzw. Fr. 27'902.95 für ein Pensum von 50 % resultiert.

9.

9.1. In einer ersten Phase vom 1. Mai 2013 (Beginn eines allfälligen Rentenanspruchs 

nach Erfüllung der Karenzfrist und des Wartejahrs) bis 31. Dezember 2014 bestand in 

einer adaptierten Tätigkeit noch eine Arbeitsfähigkeit von 100 %, sodass kein 

Teilzeitabzug berücksichtigt werden und höchstens ein Tabellenlohnabzug von 5 % 

erfolgen kann. Aus der Gegenüberstellung des Valideneinkommens von Fr. 99'804.00 

und des Invalideneinkommens von Fr. 62'371.30 (Fr. 65'654.-- x 0.95) ergibt sich ein 

Invaliditätsgrad von gerundet 38 % (100 - [Fr. 62'371.30 / Fr. 99'804.00 x 100]; zu den 

Rundungsregeln des Invaliditätsgrades vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 30. Januar 

2019, 8C_575/2018, E. 7.1, mit Hinweis auf BGE 130 V 121 E. 3.2). Damit hat der 

Beschwerdeführer für diesen Zeitraum keinen Anspruch auf eine Rente. Davon gehen 

auch beide Parteien übereinstimmend aus.

9.2. Mit Eintritt der gesundheitlichen Verschlechterung per 1. Januar 2015 beträgt der 

Invaliditätsgrad gerundet 72 % (100 - [Fr. 27'902.95 / Fr. 99'804.00 x 100]). Damit hat 

der Beschwerdeführer ab diesem Datum Anspruch auf eine ganze Rente.

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9.3. Eine Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, sich im 

Aufgabenbereich zu betätigen, ist für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung 

von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass sie 

voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen, 

nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat und 

voraussichtlich weiterhin andauern wird (Art. 88a Abs. 1 IVV). Eine Verschlechterung 

der Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen ist zu 

berücksichtigen, sobald sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat 

(Art. 88a Abs. 2 IVV). Der Gesetzgeber hat mit Art. 88a IVV somit eine abstrakte Regel 

geschaffen, ab wann eine Verbesserung oder Verschlechterung des 

Gesundheitszustands grundsätzlich zu berücksichtigen ist. Soweit der 

Beschwerdeführer moniert, eine Arbeitsfähigkeit von wenigen Monaten sei nicht 

verwertbar und deshalb nicht zu berücksichtigen, kann ihm nicht zugestimmt werden. 

Nach eigenen Angaben war der Beschwerdeführer ab 2015 nicht mehr in seiner 

eigenen GmbH arbeitsfähig, sodass ihm eine Aufgabe dieser nicht mehr möglichen 

Tätigkeit ohne Weiteres zumutbar war. Die auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt ihm 

zumutbaren Hilfsarbeitertätigkeiten hätte er auch für die Dauer von relativ kurzen 

Zeiträumen annehmen können, zumal er hierfür beachtliche Ressourcen mitbrachte 

(handwerkliche Erfahrung, selbständige Arbeitsweise, gute Schulbildung, Deutsch als 

Muttersprache etc.) und Hilfstätigkeiten in der Regel keine langen Einarbeitungszeiten 

bedingen.

9.4. Gestützt auf die voranstehenden Erwägungen hat der Beschwerdeführer die 

Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (vgl. E. 3.8 vorstehend). Aufgrund der im Juni 

2015 eingetretenen, nicht näher bestimmbaren Verbesserung des 

Gesundheitszustands (vgl. IV-act. 144-7 ff. und E. 3.3 vorstehend) ist der 

Rentenanspruch per 30. September 2015 wieder aufzuheben. Im Sommer 2016 kam es 

zu einer erneuten Verschlechterung des Gesundheitszustands, sodass ab 1. Juli 2016 

erneut ein Anspruch auf eine ganze Rente besteht. Ab November 2017 ist wiederum 

von verbesserten bzw. einer unbestimmbaren Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers 

auszugehen, sodass der Rentenanspruch per 31. Januar 2018 wiederum aufgehoben 

ist. Ab der Begutachtung im Juli 2018 ist erneut eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % 

ausgewiesen, sodass ab 1. Juli 2018 wieder Anspruch auf eine ganze Rente besteht. 

Danach kam es zu einer weiteren gesundheitlichen Verschlechterung im Juni 2019, 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 28/29

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sodass der Invaliditätsgrad sich per 1. September 2019 erhöhte. Da bereits durch die 

zuvor bestehende Arbeitsunfähigkeit von 50 % Anspruch auf eine ganze Rente besteht, 

hat diese Verschlechterung des Gesundheitszustands keine Auswirkung auf die 

Rentenhöhe mehr. Zusammengefasst hat der Beschwerdeführer demnach wie folgt 

Anspruch auf eine ganze Rente:

In diesem Umfang ist die Beschwerde demnach gutzuheissen. Der weitergehende 

Antrag auf eine durchgehende unbefristete ganze Rente ab 1. Januar 2015 ist dagegen 

abzuweisen. Die Sache ist zur Berechnung und Ausrichtung der Rentenleistungen an 

die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

10.

10.1. Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- 

erscheint angemessen. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend ist sie 

vollumfänglich der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen (vgl. betreffend Überklagung das 

Urteil des Bundesgerichts vom 7. Januar 2016, 9C_288/2015, E. 4.2). Die 

Beschwerdegegnerin hat deshalb die gesamte Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu 

bezahlen. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist dem Beschwerdeführer 

zurückzuerstatten.

10.2. Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei 

Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom 

Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In 

der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach 

Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung (HonO; sGS 963.75) pauschal Fr. 1'500.-- bis 

Fr. 15'000.--. Der Beschwerdeführer hat so weitgehend obsiegt, dass sich die 

vom 1. Januar 2015 bis 30. September 2015–

vom 1. Juli 2016 bis 31. Januar 2018–

ab 1. Juli 2018 unbefristet–

bis

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 29/29

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Zusprache einer ungekürzten Parteientschädigung rechtfertigt. Eine durchschnittliche 

pauschale Parteientschädigung von Fr. 4'000.-- (inklusive Barauslagen und 

Mehrwertsteuer) erscheint angemessen.

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung vom 

14. Mai 2020 aufgehoben und dem Beschwerdeführer vom 1. Januar 2015 bis 

30. September 2015, vom 1. Juli 2016 bis 31. Januar 2018 und ab 1. Juli 2018 eine 

ganze Rente zugesprochen. Zur Festsetzung und Ausrichtung der Rentenleistungen 

wird die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2. Die Beschwerdegegnerin bezahlt eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--. Dem 

Beschwerdeführer wird der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- zurückerstattet.

3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung 

von Fr. 4'000.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 25.04.2022
	Art. 16, 44 und 61 ATSG, Art. 28, 28a und 29 IVG und Art. 25 und 88a IVV; Folgen der Beweislosigkeit betreffend Arbeitsfähigkeit infolge Inkonsistenzen im Verhalten und den Aussagen der versicherten Person und fehlender echtzeitlicher medizinischer Unterlagen. Beweiswert des Gutachtens. Berechnung des Invaliditätsgrades. Verwendung des Bruttoeinkommens. Berücksichtigung von Nebeneinkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit und ursprünglich als Spesen deklarierten, von der Steuerbehörde dem Einkommen zugewiesenen Beträgen. Vorliegend keine Berücksichtigung der Geschäftsgewinne der GmbH der versicherten Person, da sie sich mit Verlusten abwechselten, stark schwankten und die versicherte Person sich nie Dividenden auszahlte (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 25. April 2022, IV 2020/132).

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