# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** efab9058-2541-5568-beb7-186349800516
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-09-09
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Strafkammer 09.09.2010 SK1 2010 40
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_004_SK1-2010-40_2010-09-09.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 9. September 2010 Schriftlich mitgeteilt am:
SK1 10 40 [nicht/mündlich eröffnet]

Urteil
I. Strafkammer

Vorsitz Vizepräsident Schlenker
Richter Präsident Brunner und Michael Dürst
Redaktion Aktuar ad hoc Pers

In der strafrechtlichen Berufung

des A., Angeklagter und Berufungskläger, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. et 
oec. Pius Fryberg, Quaderstrasse 8, 7000 Chur, 

gegen

das Urteil des Bezirksgerichts Plessur vom 11. Juni 2010, mitgeteilt am 15. Juli 
2010, in Sachen der S t a a t s a n w a l t s c h a f t  G r a u b ü n d e n , 
Sennhofstrasse 17, 7001 Chur, Strafklägerin und Berufungsbeklagte, gegen den 
Angeklagten und Berufungskläger,

betreffend Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz,

hat sich ergeben:

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I. Sachverhalt

A. A. ist am _ in Z. (Y.) geboren und dort als Einzelkind in geordneten 
Familienverhältnissen aufgewachsen. In Z. besuchte er den Kindergarten und ging 
acht Jahre zur Schule. Nach Beendigung der Schule arbeitete er ab dem Jahre 
1996 bei verschiedenen Firmen als Hilfsarbeiter. Im Mai 2005 kam er in die 
Schweiz und war bis im Mai 2008 als Pizzaiolo in den Restaurants B. und C. in X. 
angestellt. Anschliessend war er arbeitslos, ehe es im Juli 2009 zu einem 
Anstellungsverhältnis als Hilfsarbeiter bei der Firma D. in X. kam. Dabei verdient 
er ca. Fr. 3'600.-- netto im Monat. A. verfügt über kein Vermögen und ist im 
Betreibungsregister mit einer Betreibung verzeichnet.

A. ist einmal vorbestraft: Am 9. November 2007 wurde er vom 
Kreispräsidenten Roveredo wegen grober Verletzung von Verkehrsregeln zu einer 
bedingten Geldstrafe von 15 Tagessätzen à Fr. 60.-- sowie einer Busse von Fr. 
600.-- verurteilt.

Im vorliegenden Verfahren wurde A. am 7. Januar 2010 in X. verhaftet und 
anschliessend in Untersuchungshaft genommen, aus welcher er am 11. Februar 
2010 entlassen wurde. Insgesamt befand er sich 36 Tage in Untersuchungshaft.

B. Mit Verfügung vom 11. Januar 2010 eröffnete die Staatsanwaltschaft 
Graubünden ein Strafverfahren gegen A. und wies die Durchführung der 
Untersuchung dem Untersuchungsrichteramt X. zu. Nachdem dieses die 
erforderlichen Beweiserhebungen vorgenommen hatte, schloss es die 
Untersuchung mit Verfügung vom 6. April 2010. Mit Verfügung vom 21. April 2010 
versetzte die Staatsanwaltschaft Graubünden A. wegen Widerhandlung gegen Art. 
19 Ziff. 2 lit. a BetmG, mehrfacher Widerhandlung gegen Art. 19 Ziff. 1 BetmG 
sowie mehrfacher Widerhandlung gegen Art. 19a Ziff. 1 BetmG in 
Anklagezustand. Dieser Anklage liegt gemäss Staatsanwaltschaft Graubünden 
folgender Sachverhalt zugrunde:

„1.1 In der Zeit von Februar 2009 bis zu seiner Verhaftung vom 7. Januar 
2010 kaufte der Angeklagte in W. und dort zunächst bei einem 
namentlich unbekannten Chilenen 80 gr Kokain für Fr. 6'400.-- und 
dann bei E. weitere 1'820 gr Kokain zum Grammpreis zwischen Fr. 
60.-- und Fr. 70.--; sodann führte er im Dezember 2009 weitere 15 gr 
Kokain von der Dominikanischen Republik in die Schweiz ein. 
Insgesamt verfügte er somit über 1'915 gr Kokain.

1.2 Einen Teil des übernommenen Kokains hat der Angeklagte selber 
konsumiert. Die restlichen 1'640 gr Kokain hat er im Zeitraum Februar 
2009 bis Januar 2010 eigenhändig in Portionen zu 5 oder 10 gr Kokain 

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abgepackt und anschliessend an Drittpersonen verkauft oder diesen 
beim gemeinschaftlichen Konsum überlassen. Diese 
Abgabehandlungen erfolgten praktisch ausschliesslich in X.; nur in 
einem Fall gab der Angeklagte das Kokain in U. ab. Beim Verkauf 
verlangte der Angeklagte für ein Gramm Kokain jeweils zwischen Fr. 
80.-- und Fr. 100.--. Im Einzelnen tätigte er die nachfolgend 
aufgeführten Kokainabgaben:

- 15 gr an G.,

- 80 gr an _,

- 100 gr an _,

- 100 gr an _,

- 300 gr an _,

- 50 gr an _,

 - 50 gr an _,

- 250 gr an _,

- 70 gr an _,

- 100 gr an _,

- 100 gr an _,

- 150 gr an F.,

- 5 gr an einen _,

- 10 gr an einen _,

- 10 gr an einen _,

- 250 für den Gemeinschaftskonsum.

1.3 Anlässlich seiner Festnahme vom 7. Januar 2010 in X. trug der 
Angeklagte 44 gr Kokain auf sich. Er hatte vor, dieses Kokain bei 
nächster sich bietender Gelegenheit Drittpersonen zu verkaufen.

1.4 Im Zeitraum von Februar 2009 bis Januar 2010 hat somit der 
Angeklagte unter vielen verschiedenen Malen insgesamt 1'684 gr 
Kokain gehandelt oder dies tun wollen. Am 7. Januar 2010 wurde beim 
Angeklagten Kokain sichergestellt und analysiert. Dabei ergab sich 
bezüglich des bei ihm zu Hause gefundenen Kokains ein 
Reinheitsgehalt von 64% und bezüglich des von ihm kurz vorher in W. 
geholten Kokains ein solcher von 10%. Die Qualität des vom 
Angeklagten gehandelten Kokains reicht demnach von schlecht bis 
sehr gut. Geht man von jeweils durchschnittlicher Qualität und damit 
hinsichtlich der 1'684 gr Kokain von einem Reinheitsgehalt von 30% 
aus, hat der Angeklagte 505.2 gr reines Kokain verkauft, sonstwie 
Drittpersonen abgegeben oder hiezu Anstalten getroffen.

1.5 Der Angeklagte hat ein Gramm Kokain für Fr. 60.-- bis Fr. 80.-- 
angekauft und dann für Fr. 80.-- bis Fr. 100.-- weiterverkauft. Mit dem 
Verkauf der 1'390 gr Kokain erzielte er demnach einen Bruttoerlös von 
über Fr. 111'000.--. Da er auf 1 verkauftes Kokaingramm eine Marge 

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von Fr. 20.-- hatte, belief sich der mit dem Kokainverkauf erzielte 
Reinerlös auf mindestens Fr. 28'000.--.

2.1 In der Zeit von Januar 2008 bis Januar 2010 erwarb der Angeklagte in 
X. bei F. unter mehreren (Malen) total 5 kg Marihuana sowie bei G. 
400 gr Marihuana. Einen Teil dieses Marihuanas hat der Angeklagte in 
der Folge selber konsumiert. Das restliche Marihuana, nämlich total 
4'550 gr, hat er in X. an Drittpersonen verkauft. Im Einzelnen tätigte A. 
folgende Marihuana-Abgaben:

- 1 kg an _,

- 40 gr an _,

- 1 kg an _,

- 300 gr an _,

- 120 gr an _,

- 600 gr an _,

- 430 gr an _,

- 380 gr an _,

- 80 gr an _,

- 500 gr an _,

- 100 gr an _.

2.2 Dabei verlangte der Angeklagte für 100 gr Marihuana Fr. 1'250.-- und 
löste somit mit dem Verkauf der 4'550 gr Marihuana total Fr. 56'875.--. 
Dabei erzielte er auf 100 gr Marihuana, das er verkaufte, eine Marge 
von Fr. 350.--. Sein Reinerlös aus dem Marihuanaverkauf beläuft sich 
somit auf Fr. 15'925.--.

2.3 Von Januar 2008 bis Herbst 2009 verkaufte der Angeklagte in X. unter 
mehreren Malen Drittpersonen insgesamt 84 Ecstasy-Tabletten. Dabei 
gab er diese Pillen zum Einstandspreis von Fr. 5.-- pro Stück weiter.

3.1 In der Zeit von Januar 2008 bis zu seiner Festnahme vom 7. Januar 
2010 konsumierte der Angeklagte unter mehreren verschiedenen 
Malen in X. total 225 gr Kokain. Sodann fand die Polizei bei ihm zu 
Hause 5.8 gr Kokain. Der Angeklagte wollte auch dieses Kokain selber 
konsumieren.

3.2 In der Zeit von Januar 2008 bis ca. Oktober 2009 hat der Angeklagte 
in X. unter mehreren Malen insgesamt 700 gr Marihuana durch 
Rauchen konsumiert.

3.3 Von Januar 2009 bis September 2009 schluckte der Angeklagte ca. 50 
Ecstasy-Tabletten. Sodann wurden bei ihm anlässlich der 
Hausdurchsuchung 165 solcher Tabletten sichergestellt. Der 
Angeklagte hatte vor, auch diese Pillen selber zu konsumieren.

4.1 Das Mobiltelefon Samsung GT-C6112 und 3 SIM-Karten, die der 
Angeklagte für seine Drogengeschäfte benutzte, sowie eine 
Elektrowaage „tomol“, die er für das Abportionieren der 
Betäubungsmittel verwendet hatte, wurden beschlagnahmt. Ebenso 
beschlagnahmt wurden die bei der Festnahme bzw. der 

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Hausdurchsuchung sichergestellten 49.8 gr Kokain und 165 Ecstasy-
Tabletten sowie eine kleine Menge Marihuana.

4.2 Beschlagnahmt wurden sodann Fr. 700.-- Bargeld, das am 7. Januar 
2010 bei der Hausdurchsuchung gefunden wurde und direkt aus dem 
Drogenverkauf stammt. Im Hinblick auf eine allfällige Ersatzforderung 
wurden sodann der dem Angeklagten gehörende Personenwagen H. 
mit einem Zeitwert von ca. Fr. 22'000.-- sowie ab dem Konto _ des 
Angeklagten bei der I. Fr. 3'617.25 beschlagnahmt.“

C. Mit Schreiben vom 22. Januar 2010 wurde Rechtsanwalt lic. iur. et oec. 
Pius Fryberg auf eigenen Antrag vom Untersuchungsrichter ab sofort zum 
amtlichen Verteidiger von A. ernannt.

D. Anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung vom 11. Juni 2010 stellte 
die Staatsanwaltschaft Graubünden in der Ergänzung zur Anklageschrift vom 21. 
April 2010 folgende Anträge:

„1. A. sei

- der Widerhandlung gegen Art. 19 Ziff. 1 BetmG in Verbindung mit 
Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG,

- der mehrfachen Widerhandlung gegen Art. 19 Ziff. 1 BetmG und

- der mehrfachen Widerhandlung gegen Art. 19a Ziff. 1 BetmG,

schuldig zu sprechen.

2.a) Dafür sei er mit einer Freiheitsstrafe von 36 Monaten sowie einer 
Busse von Fr. 600.--, ersatzweise zu einer Freiheitsstrafe von 6 
Tagen, zu bestrafen.

   b) Für den Teil von 20 Monaten sei die Freiheitsstrafe in Anwendung von 
Art. 43 StGB bei einer Probezeit von 2 Jahren bedingt aufzuschieben.

   c) Die erstandene Untersuchungshaft von 36 Tagen sei an den zu 
vollziehenden Teil der Freiheitsstrafe anzurechnen.

3. Der für die vom Kreispräsidenten Roveredo mit Strafmandat vom 9. 
November 2007 ausgesprochene Geldstrafe von 15 Tagessätzen zu je 
Fr. 60.-- gewährte bedingte Strafvollzug sei nicht zu widerrufen. Der 
Angeklagte sei diesbezüglich zu verwarnen.

4. Der Angeklagte sei gestützt auf Art. 71 Abs. 1 StGB zu einer 
Ersatzabgabe von Fr. 25'000.-- zu verurteilen. Von der zusätzlichen 
Erhebung einer Ersatzabgabe sei abzusehen.

5.a) Die beim Angeklagten beschlagnahmten Betäubungsmittel (49.8 gr 
Kokain, 165 Ecstasy-Tabletten und etwas Marihuana) sowie die 
sonstigen beschlagnahmten Gegenstände seien gestützt auf Art. 69 
Abs. 1 StGB gerichtlich einzuziehen.

   b) Das beschlagnahmte Bargeld in Höhe von Fr. 700.-- sei gestützt auf 
Art. 70 Abs. 1 StGB gerichtlich einzuziehen.

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   c) Die auf dem Postkonto _ des Angeklagten beschlagnahmten Fr. 
3'617.25 sowie der beschlagnahmte H. seien gerichtlich einzuziehen 
und als Ersatzforderung zu verwenden.

6. Kostenfolge sei die gesetzliche.“

E. Der Verteidiger machte in seinen Ausführungen zum Sachverhalt und zu 
den rechtlichen Erwägungen keine Bemerkungen. Der Angeklagte habe ein volles 
Geständnis abgelegt. Er habe zusammen mit Kollegen zunächst Drogen gekauft 
und konsumiert. Dabei habe er gemerkt, dass mit dem Verkauf von Drogen Geld 
verdient werden könne, woraufhin er damit angefangen habe. Er sei nicht 
skrupellos und konsumiere heute keine Drogen mehr. Er müsse, um den 
Führerausweis zu bekommen, immer wieder seinen Urin abgeben. Bisher habe es 
keine Beanstandungen gegeben. Er lebe in der Schweiz mit seiner Freundin 
zusammen. Zudem habe ihm die Fremdenpolizei mitgeteilt, dass er die Schweiz 
werde verlassen müssen, wodurch er genügend bestraft sei. Aus diesem Grund 
wurde eine bedingte Strafe beantragt. Der Angeklagte habe aus dem Vorfall seine 
Lehren gezogen und er stehe zu seiner Verantwortung. Hinsichtlich der 
Verwarnung und der Einziehungen könne den Anträgen der Staatsanwaltschaft 
gefolgt werden. Der Angeklagte entschuldigte sich in seinem Schlusswort. Er 
bereue seine Taten, werde nie mehr mit Drogen handeln, und übernehme die volle 
Verantwortung. Zudem wolle er weiterhin in der Schweiz leben.

F. Mit Urteil vom 11. Juni 2010, mitgeteilt am 15. Juli 2010, erkannte das 
Bezirksgericht Plessur wie folgt:

„1. A. ist der Widerhandlung gegen Art. 19 Ziff. 2 BetmG, der mehrfachen 
Widerhandlung gegen Art. 19 Ziff. 1 BetmG und der mehrfachen 
Widerhandlung gegen Art. 19a Ziff. 1 BetmG schuldig.

2.a) Dafür wird A. mit einer Freiheitsstrafe von 36 Monaten, unter 
bedingtem Aufschub einer Teilstrafe von 24 Monaten, bestraft.

   b) Der Vollzug der Teilstrafe von 24 Monaten wird unter Ansetzung einer 
Probezeit von 2 Jahren aufgeschoben.

   c) Die erstandene Untersuchungshaft von 36 Tagen ist an den zu 
vollziehenden Teil der Freiheitsstrafe anzurechnen.

3.a) Dafür wird A. weiter mit einer Busse von CHF 600.00 bestraft.

   b) Die Ersatzfreiheitsstrafe für die Busse beträgt 6 Tage. Sie tritt an die 
Stelle der Busse, soweit A. diese nicht bezahlt.

4. Auf den Widerruf der mit Strafmandat des Kreispräsidenten Roveredo 
vom 9. November 2007 bedingt ausgesprochenen Geldstrafe von 15 
Tagessätzen à CHF 60.00 wird verzichtet. Der Angeklagte wird 
diesbezüglich verwarnt.

5.a) Die sichergestellten und mit Verfügung des 
Untersuchungsrichteramtes X. vom 6. April 2010 beschlagnahmten 

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49.8 g Kokain, 165 Ecstasy-Tabletten und etwas Marihuana sind 
gestützt auf Art. 69 StGB gerichtlich einzuziehen und zu vernichten.

   b) Die sichergestellten und mit Verfügung des 
Untersuchungsrichteramtes X. vom 6. April 2010 beschlagnahmten 
Gegenstände (1 Mobiltelefon Samsung GT-C6112 samt 2 SIM-Karten 
[I./I.], 1 SIM-Karte LycaMobile, 1 Elektrowaage Marke tomol) sind 
gestützt auf Art. 69 StGB gerichtlich einzuziehen und zu vernichten, 
soweit sie nicht verwertet werden können.

   c) Das sichergestellte und mit Verfügung des Untersuchungsrichteramtes 
X. vom 6. April 2010 beschlagnahmte Bargeld von CHF 700.00 
(Empfangsschein Nr. _ vom 15. Februar 2010) ist gestützt auf Art. 70 
Abs. 1 StGB gerichtlich einzuziehen.

6. A. wird gestützt auf Art. 71 Abs. 1 StGB zu einer Ersatzforderung 
verurteilt. Zu ihrer Begleichung werden die auf dem Postkonto _ von A. 
beschlagnahmten CHF 3'617.25 sowie der beschlagnahmte H., NR. _ 
(Stammnummer _) gerichtlich eingezogen und verwertet. Mit der 
Verwertung wird die Staatsanwaltschaft Graubünden beuaftragt.

7.a) Die Kosten des Verfahrens von CHF 12'088.00 (Untersuchungskosten 
der Staatsanwaltschaft Graubünden von CHF 6'860.00, 
Gerichtskosten von CHF 2'000.00 und Honorar der amtlichen 
Verteidigung von CHF 3'228.00 inkl. 7.6% MwSt.) gehen zu Lasten 
von A..

   b) Die Kosten der angerechneten Untersuchungshaft von CHF 6'170.00 
sowie des Strafvollzuges gehen zu Lasten des Kantons Graubünden. 
A. hat sich daran nach Massgabe von Art. 380 Abs. 2 StGB zu 
beteiligen.

   c) Die Kosten der Übersetzerin von CHF 180.00 gehen zu Lasten der 
Gerichtskasse.

   d) Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden vorschussweise aus 
der Gerichtskasse beglichen.

   e) Paula Da Silva Osorio schuldet dem Bezirksgericht Plessur folglich 
Total CHF 12'088.00 (Busse: CHF 600.00 [bereits bezahlt]; 
Verfahrenskosten: CHF 12'088.00). Dieser Betrag ist innert 30 Tagen 
seit Zustellung des Urteils auf das PC-Konto _ des Bezirksgerichtes 
Plessur zu überweisen.

8. (Rechtsmittelbelehrung).

9. (Mitteilung).“

In der Begründung führte es aus, das Verschulden des Täters wiege 
schwer. So habe er über einen Zeitraum von rund einem Jahr 505.2 g reines 
Kokain sowie 4'550 g Marihuana in Umlauf gebracht. Dies habe er im Wissen 
darum getan, dass der Konsum von harten Drogen gravierende gesundheitliche 
Konsequenzen mit sich bringe. Er habe mit einer Menge Kokain gehandelt, die 
bedeutend höher gewesen sei als die für die Annahme eines schweren Falles 
erforderliche Mindestmenge. Mit Kokain habe der Angeklagte ein besonders 

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gefährliches Betäubungsmittel verkauft, wodurch er einen kriminellen Willen zum 
Ausdruck gebracht habe. Hinzu komme, dass er mit dem Drogenhandel einzig und 
allein eine Verbesserung seiner finanziellen Situation und damit seiner 
Lebensumstände angestrebt habe. Dass er mit Drogen gehandelt habe, um sich 
den Eigenkonsum zu finanzieren, habe der Angeklagte nie behauptet. Mit anderen 
Worten habe keine irgendwie geartete Notlage bestanden, welche sein Verhalten 
in einem milderen Licht erscheinen lasse. Der Angeklagte habe allein aus 
Gewinnsucht und damit aus ausgesprochen egoistischen Motiven gehandelt, was 
sich zu seinen Ungunsten auswirken müsse. Er habe offensichtlich ohne Weiteres 
gesundheitliche Schäden anderer in Kauf genommen, nur um seine finanzielle 
Situation aufzubessern. Daneben habe er über längere Zeit und unter mehreren 
Malen insgesamt 225 g Kokain, 700 g Marihuana sowie etwa 50 Ecstasy-
Tabletten konsumiert. 

G. Gegen dieses Urteil erhob A. mit Eingabe vom 4. August 2010 Berufung an 
das Kantonsgericht Graubünden mit folgendem Rechtsbegehren:

„1. Ziff. 2 des Dispositivs des angefochtenen Urteils sei aufzuheben.

2. A. sei mit einer Freiheitsstrafe von allerhöchstens 24 Monaten zu 
bestrafen, wobei der Vollzug der Strafe unter Ansetzung einer 
Probezeit von 2 Jahren aufzuschieben sei.

Die erstandene Untersuchungshaft von 36 Tagen sei an eine allenfalls 
zu vollziehende Freiheitsstrafe anzurechnen.

3. Es sei der unterzeichnende Rechtsanwalt auch im Berufungsverfahren 
als amtlicher Verteidiger von A. zu bestellen.

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge.“

Im Wesentlichen rügt der Berufungskläger den dem angefochtenen Urteil 
zugrunde liegenden angeblichen Gewinn, die Menge sowie den Umstand, dass 
die Vorinstanz im Resultat fast ausschliesslich auf die gehandelte Menge 
abgestellt habe. Das Geständnis und die kooperative Bereitschaft des 
Berufungsklägers seien bei der Strafzumessung bedeutend höher zu gewichten 
als die gehandelte Menge Betäubungsmittel. Ebenso seien das noch relativ 
jugendliche Alter des Berufungsklägers sowie der drohende Widerruf der 
Aufenthaltsbewilligung und die damit einhergehende Rückkehr nach Y. zu wenig 
berücksichtigt worden. Zusammenfassend sei eine Freiheitsstrafe auszusprechen, 
die es erlaube, dem Berufungskläger den bedingten Strafvollzug zu gewähren.

H. Mit Vernehmlassung vom 17. August 2010 beantragte die 
Staatsanwaltschaft Graubünden die Abweisung der Berufung und die Bestätigung 
des vor-instanzlichen Urteils.

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Mit Schreiben vom 23. August 2010 verzichtete das Bezirksgericht Plessur 
unter Einreichung der Akten auf eine Vernehmlassung.

Auf die Erwägungen im angefochtenen Urteil sowie auf die Ausführungen in 
der Rechtsschrift des Verteidigers wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden 
Erwägungen eingegangen.

II. Erwägungen

1.a) Gegen Urteile der Bezirksgerichte können der Verurteile und der 
Staatsanwalt beim Kantonsgericht Berufung erheben (Art. 141 Abs. 1 des 
kantonalen Gesetzes über die Strafrechtspflege [StPO; BR 350.000]. Dazu ist die 
schriftliche Berufung innert zwanzig Tagen seit der schriftlichen Eröffnung des 
angefochtenen Entscheids einzureichen. Sie ist zu begründen und hat darzutun, 
welche Mängel des erstinstanzlichen Entscheids gerügt werden und ob das ganze 
Urteil oder lediglich Teile davon angefochten werden (Art. 142 Abs. 1 StPO). 
Diesen Anforderungen vermag die vorliegende, frist- und formgerecht eingereichte 
Berufung zu genügen, weshalb auf sie einzutreten ist.

b) Die I. Strafkammer des Kantonsgerichts überprüft das erstinstanzliche Urteil 
in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht im Rahmen der gestellten Anträge frei 
(Art. 146 Abs. 1 StPO). Sie besitzt somit eine umfassende, uneingeschränkte 
Kognitionsbefugnis, und zwar auch in Bezug auf Ermessensfehler, obschon sie 
sich bei deren Überprüfung eine gewisse Zurückhaltung auferlegt. Wenn die 
Aktenlage die Beurteilung zulässt und keine Verletzung des rechtlichen Gehörs 
vorliegt, oder der Mangel geheilt ist, entscheidet die I. Strafkammer in der Sache 
selbst (Art. 146 Abs. 2 StPO, e contrario). Die Rückweisung an die Vorinstanz 
bildet die Ausnahme (vgl Padrutt, Kommentar zur Strafprozessordnung des 
Kantons Graubünden, 2. Aufl., X. 1996, S. 376).

2. Der Vorsitzende kann gemäss Art. 144 Abs. 1 StPO von Amtes wegen oder 
auf Antrag eine mündliche Berufungsverhandlung durchführen, wenn die 
persönliche Befragung des Angeklagten für die Beurteilung der Streitsache 
wesentlich ist. Ein dementsprechender Antrag wurde vom Berufungskläger nicht 
gestellt. Das angerufene Gericht erachtet die Durchführung einer mündlichen 
Berufungsverhandlung im vorliegenden Fall denn auch nicht für notwendig.

3. A. stellt in der Berufungsschrift den Antrag, Rechtsanwalt lic. iur. et oec. 
Pius Fryberg sei auch im Berufungsverfahren als sein amtlicher Verteidiger zu 

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bestellen. Zieht der Angeklagte nicht einen privaten Verteidiger auf eigene Kosten 
bei, so bestellt ihm der Präsident unter Berücksichtigung berechtigter Wünsche 
einen amtlichen Verteidiger, wenn die Anklage vor Gericht mündlich vertreten 
wird, wenn die Anklage eine Freiheitsstrafe von mehr als zwei Jahren oder eine 
Massnahme im Sinne von Art. 59, Art. 60, Art. 61 und Art. 64 StGB beantragt oder 
wenn die tatsächliche oder rechtliche Schwierigkeit des Falles es rechtfertigt (Art. 
144 Abs. 2 StPO i.V.m. Art. 102 Abs. 1 StPO). Dabei unterscheidet das Gesetz 
nicht, ob die Freiheitsstrafe bedingt bzw. teilbedingt oder unbedingt beantragt wird. 
Vorliegend wurde von der Anklage eine Freiheitsstrafe von 36 Monaten sowie eine 
Busse von Fr. 600.-- beantragt. Dieser Antrag wurde von der Vorinstanz zum 
Urteil erhoben. Der Berufungskläger hat mithin gemäss Gesetz Anspruch auf 
einen amtlichen Verteidiger. Die beantragte amtliche Verteidigung von 
Rechtsanwalt lic. iur. et oec. Pius Fryberg wird daher bewilligt.

4. Gegenstand des vorliegenden Berufungsverfahrens bildet ausschliesslich 
die Frage der Strafzumessung, nicht dagegen der Schuldspruch an sich. Auch die 
von der Vorinstanz für den Eigenkonsum ausgesprochene Busse von Fr. 600.-- 
wurde vom Berufungskläger nicht angefochten, weshalb sie nicht überprüft 
werden muss. Die Verteidigung beantragt, die ausgesprochene Freiheitsstrafe von 
36 Monaten sei auf allerhöchstens 24 Monate zu reduzieren, wobei deren Vollzug 
unter Ansetzung einer Probezeit von zwei Jahren aufzuschieben sei. 

5.a) Der Berufungskläger wurde von der Vorinstanz eines Verbrechens (Art. 19 
Ziff. 2 des Betäubungsmittelgesetzes [BetmG; SR 812.121] i.V.m. Art. 10 Abs. 2 
des Schweizerischen Strafgesetzbuchs [StGB; SR 311.0]) sowie eines Vergehens 
(Art. 19 Ziff. 1 i.V.m. Art. 10 Abs. 3 StGB) verurteilt. Die für die Übertretung nach 
Art. 19a Ziff. 1 BetmG ausgesprochene Busse von Fr. 600.-- wurde mit der 
Berufung nicht angefochten und ist deshalb nicht Gegenstand des vorliegenden 
Verfahrens. Dass vorliegend der Qualifikationsgrund des schweren Falles nach 
Art. 19 Ziff. 2 BetmG gegeben ist, wird auch seitens der Verteidigung ausdrücklich 
nicht bestritten. Grundlage für die Strafzumessung bildet demnach der in Art. 19 
Ziff. 1 in Verbindung mit Art. 19 Ziff. 2 BetmG vorgesehene Strafrahmen von 
Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr, womit eine Geldstrafe verbunden werden 
kann. Die Höchststrafe stellt eine Freiheitsstrafe von 20 Jahren dar (Art. 40 StGB).

b) Gemäss Art. 47 Abs. 1 StGB misst das Gericht die Strafe nach dem 
Verschulden des Täters zu und berücksichtigt dabei das Vorleben und die 
persönlichen Verhältnisse sowie die Wirkung der Strafe auf das Leben des Täters. 
Das Verschulden wird nach der Schwere der Verletzung oder Gefährdung des 

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betroffenen Rechtsguts, nach der Verwerflichkeit des Handelns, den 
Beweggründen und Zielen des Täters sowie danach bestimmt, wie weit der Täter 
nach den inneren und äusseren Umständen in der Lage war, die Gefährdung oder 
Verletzung zu vermeiden (Art. 47 Abs. 2 StGB). Je leichter es für ihn gewesen 
wäre, die von ihm übertretene Norm zu respektieren, desto schwerer wiegt die 
Entscheidung gegen sie und damit seine Schuld (vgl. Trechsel/Affolter-Eijsten, 
Schweizerisches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, W. 2008, N 21 zu Art. 47 
StGB; Wiprächtiger, Basler Kommentar, Strafrecht I, 2. Aufl., Basel 2007, N 65 zu 
Art. 47 StGB). Daraus geht hervor, dass sich die Strafe grundsätzlich auf die 
Schuld bezieht. Wie nach altem soll auch nach geltendem Recht das Verschulden 
die Strafe begründen und nach oben begrenzen, wobei Verschulden im Sinne 
dieser Bestimmung das Mass der Vorwerfbarkeit des Rechtsbruchs ist (vgl. 
Wiprächtiger, a.a.O., N 10 ff. zu Art. 47 StGB). Folglich ist die Strafzumessung 
innerhalb des zulässigen Strafrahmens und unter Berücksichtigung allfälliger 
Strafminderungs- und Strafmilderungsgründe sowie Straferhöhungs- und 
Strafschärfungsgründe im Wesentlichen eine Frage des Ermessens, bei dessen 
Überprüfung sich das angerufene Gericht als Rechtsmittelinstanz Zurückhaltung 
aufzuerlegen hat und nicht ohne Not in das Ermessen der Vorinstanz eingreift.

c) Das Verschulden des Berufungsklägers wiegt - wie die Vorinstanz 
zutreffend ausgeführt hat - schwer. Die Menge der umgesetzten Drogen ist zwar 
für die Strafzumessung nicht von ausschlaggebender Bedeutung, sie bildet 
indessen einen ersten massgeblichen Anhaltspunkt für den kriminellen Willen des 
Täters (BGE 121 IV 193 E.2b/aa S. 196 = Pra. 85 (1996) Nr. 28 E. 2.b/aa S. 71 f.). 
Auch der Gesetzgeber hat bei der Umschreibung des schweren Falles dem 
quantitativen Aspekt erhebliches Gewicht beigemessen. Dies sicher zu Recht, 
denn wer eine grosse Menge Rauschgift in Umlauf bringt und damit Leben und 
Gesundheit vieler Menschen gefährdet, nimmt eine besonders skrupellose und 
menschenverachtende Haltung ein und dokumentiert ein bedenkliches Mass an 
Gleichgültigkeit und mangelnder Achtung vor Leib und Leben seiner Mitmenschen, 
was grundsätzlich ein hohes Verschulden offenbart. Der Berufungskläger hat über 
einen Zeitraum von rund einem Jahr 505.2 g reines Kokain sowie 4'550 g 
Marihuana in Umlauf gebracht. Somit hat der Berufungskläger den für die 
Annahme eines schweren Falles massgeblichen Grenzwert von 18 g reinem 
Kokain um ein Vielfaches überschritten. Er hat augenscheinlich eine erhebliche 
Menge reinen Kokains in Umlauf gebracht und damit eine abstrakte Gefahr für die 
Gesundheit sehr vieler Menschen geschaffen. Hinzu kommt, dass der 
Berufungskläger einzig und allein aus Gewinnsucht gehandelt hat und nicht 

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zwecks Finanzierung des Eigenkonsums. Wie die Vorinstanz zutreffend 
ausgeführt hat, nahm der Berufungskläger ohne Weiteres gesundheitliche 
Schäden anderer in Kauf, nur um seine finanzielle Situation aufzubessern. Dieser 
Umstand wurde bei der Strafzumessung richtigerweise straferhöhend gewertet.

d) Was der Berufungskläger sodann hinsichtlich der Menge sowie dem von 
der Anklage und der Vorinstanz gesamthaft ermittelten Gewinn aus dem Verkauf 
von 1'390 g Kokain und 4'550 g Marihuana in Höhe von Fr. 43'925.-- vorbringt, 
verfängt nicht und erweist sich als unbegründet. So macht er geltend, er könne 
sich einen derartigen Gewinn schlicht nicht vorstellen, sei doch von diesem 
angeblichen Gewinn bei seiner Verhaftung praktisch nichts mehr vorhanden 
gewesen. Den einzigen Vermögenswert, den er besessen habe, sei das Auto 
gewesen, welches er allerdings lediglich auf Kredit gekauft habe. Zudem habe er 
absolut keinen aufwändigen Lebensstil geführt. All dies lasse Zweifel aufkommen, 
ob er tatsächlich mit einer so grossen Menge Betäubungsmittel gehandelt habe, 
wie ihm dies vorgeworfen werde. Er habe in der Untersuchung die 
Mengenangaben zwar nach unten korrigiert, aller Wahrscheinlichkeit nach aber 
immer noch mehr angegeben, als er effektiv gehandelt habe.

Abgesehen davon, dass eine differenzierte und substantiierte 
Auseinandersetzung mit der aufgeführten Thematik gänzlich unterbleibt, ist 
festzuhalten, dass Anklage und Vorinstanz auf die vom Berufungskläger nach 
unten korrigierten zugestandenen Mengen abgestellt haben. Aus welchem Grund 
der Berufungskläger anlässlich der Untersuchung mengenmässig mehr hätte 
zugestehen sollen, als er denn tatsächlich verkauft hat, ist nicht ersichtlich und 
wird nicht ansatzweise dargetan. Sodann ist hinsichtlich der Menge festzuhalten, 
dass im Bereich des Drogenhandels nicht genau Buch über die getätigten 
Drogengeschäfte geführt wird, weshalb die Mengenangaben oft weitgehend auf 
Schätzungen beruhen (vgl. Urteil des Kantonsgerichts vom 13. Oktober 2004, SF 
04 39 E. 2.d). Im vorliegend massgebenden Gesamtbereich, der - wie bereits 
erwähnt - doch deutlich über dem Grenzwert eines schweren Falles der 
Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz liegt, verliert die genaue 
Drogenmenge zudem ganz erheblich an Bedeutung (vgl. Urteil des 
Bundesgerichts 6S.465/2004 vom 12. Mai 2005 E. 3.1 sowie SK1 10 24, S. 19). 
Das Verschulden nimmt nämlich nicht proportional zur gehandelten Drogenmenge 
zu, da diese nur ein Kriterium der Verschuldensbeurteilung neben vielen anderen 
darstellt. Deshalb spielt die genaue Drogenmenge in jenen Fällen, in denen die 
Grenze zum schweren Fall der Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz 
klar überschritten wird, keine entscheidende Rolle. Es genügt in diesen Fällen 

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vielmehr, die Grössenordnung zu kennen. Anders wäre nur dann zu entscheiden, 
wenn die Abweichung grösser wäre, nämlich dergestalt dass sie ins Gewicht fallen 
würde, oder wenn bei Mengen um die 18 g herum die Frage relevant würde, ob 
ein schwerer Fall gegeben sei.

Für die Strafzumessung ebenso wenig von Belang ist die exakte Höhe des 
vom  Berufungskläger infolge Drogenverkaufs erwirtschafteten Gewinns bzw., ob 
sich der von der Anklage und der Vorinstanz ermittelte Gewinn tatsächlich auf 
rund Fr. 44'000.-- belief. Diese Frage kann für die Strafzumessung letztlich offen 
bleiben, gilt doch als erstellt, dass er mit dem Verkauf der Drogen die ermittelten 
und auch zugestandenen Gewinnmargen erzielt hat. Ob es sich dabei um einen 
Gewinn von insgesamt rund Fr. 44'000.-- handelte oder dieser allenfalls leicht 
geringer ausfiel, ist auch insofern nicht von Bedeutung, als er die 
Betäubungsmittel ganz klar aus Gewinnsucht und somit mit ausgesprochen 
egoistischen Motiven verkauft hat und nicht zwecks Finanzierung des 
Eigenkonsums.

e) Bei der Strafzumessung sind ferner allfällige Vorstrafen zu berücksichtigen 
(vgl. Wiprächtiger, a.a.O., N 100 zu Art. 47 StGB). Die Vorinstanz hat die Vorstrafe 
des Berufungsklägers wegen grober Verletzung von Verkehrsregeln aus dem Jahr 
2007 als leicht straferhöhend bewertet, was nicht zu beanstanden ist.

f) Zu Recht hat die Vorinstanz sodann ausgeführt, dass sich das 
Zusammentreffen mehrerer strafbarer Handlungen strafschärfend auswirkt (Art. 49 
Abs. 1 StGB).

g) Inwiefern das Alter des Berufungsklägers von 27 Jahren im Zeitpunkt der 
Tathandlungen strafmindernd berücksichtigt werden sollte, ist nicht ersichtlich. Die 
Argumentation der Verteidigung, wonach der Berufungskläger in seinem noch 
relativ jungen Alter zu wenig realisiert habe, welche Konsequenzen der Handel mit 
Betäubungsmitteln habe, obwohl ihm bewusst gewesen sei, dass der Konsum von 
harten Drogen gravierende gesundheitliche Schädigungen nach sich ziehe, ist in 
keinster Weise nachvollziehbar und bedarf keiner weiteren Ausführungen. Das 
Alter könnte allenfalls thematisiert werden, wenn es unter 20 Jahren liegen würde.

h) Weiter macht der Berufungskläger geltend, sein Geständnis und die 
kooperative Bereitschaft sei bei der Strafzumessung bedeutend höher zu 
gewichten, als die gehandelte Menge Betäubungsmittel. So habe er ein 
vollumfängliches Geständnis abgelegt und nie bestritten, mit Drogen gehandelt zu 
haben. Er habe im Gegenteil eine weit höhere Menge angegeben, als er effektiv 

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umgesetzt habe und sich während der ganzen Strafuntersuchung kooperativ 
gezeigt.

Das Geständnis und das kooperative Verhalten des Berufungsklägers sind 
mit einer Strafreduktion von einem Fünftel bis zu einem Drittel zu berücksichtigen. 
Ein Geständnis kann sodann nach der Rechtsprechung nur zugunsten des Täters 
berücksichtigt werden, wenn es auf Einsicht in das begangene Unrecht oder Reue 
schliessen lässt oder der Täter dadurch zur Tataufdeckung über den eigenen 
Tatanteil beiträgt. Mit der erwähnten Strafreduktion sind somit auch Einsicht und 
Reue abgegolten (vgl. BGE 121 IV 202 E. 2.d/cc S. 205; Urteil des Bundesgerichts 
6S. 463/2004 vom 13. Mai 2005 E.3). Die Vorinstanz befand, dass das vom 
Berufungskläger abgelegte Geständnis am stärksten strafmindernd ins Gewicht 
falle. Dies vor allem deshalb, weil er es nicht erst aufgrund einer erdrückenden 
Beweislage abgelegt habe, was auf Einsicht in das begangene Unrecht und auf 
Reue schliessen lasse. Es kann also davon ausgegangen werden, dass wegen 
des kooperativen Verhaltens des Berufungsklägers bei der Aufklärung der 
Straftaten sowie dessen Einsicht und Reue eine Strafreduktion im Bereich von 
einem Fünftel bis zu einem Drittel als angemessen erscheint. Gemäss Art. 49 Abs. 
1 StGB verurteilt das Gericht den Täter zu der Strafe der schwersten Straftat und 
erhöht sie angemessen, wenn er durch eine oder mehrere Handlungen die 
Voraussetzungen für mehrere gleichartige Strafen erfüllt. Das Gericht darf jedoch 
das Höchstmass der angedrohten Strafe nicht um mehr als die Hälfte erhöhen. 
Dabei ist es an das gesetzliche Höchstmass der Strafart gebunden. Im konkreten 
Fall droht Art. 19 Ziff. 1 in Verbindung mit Art. 19 Ziff. 2 BetmG beim schweren Fall 
eine Höchststrafe von 20 Jahren an. Geht man davon aus, dass die Mindeststrafe 
beim schweren Fall (18 g reines Kokain) ein Jahr Freiheitsstrafe beträgt, das 
Verschulden schon unter dem Aspekt des gewinnorientierten Dealens, was 
gemäss Lehre und Rechtsprechung eben gerade besonders verwerflich ist, 
schwer wiegt, die Strafe zu schärfen ist, die Strafe sodann - ob es die Verteidigung 
nun wahrhaben will oder nicht - wegen der doch hohen während rund einem Jahr 
gehandelten Drogenmenge und der Gefährdung einer Vielzahl von Menschen 
erheblich erhöht werden muss und die Vorstrafe (nur) leicht straferhöhend wirkt, 
so hätte eine Freiheitsstrafe von über 48 Monaten ausgefällt werden können. 
Damit ist erstellt, dass die Vorinstanz - ausgehend vom gesetzlichen Höchstmass 
der für die vom Berufungskläger begangenen Straftaten - sowohl dem Geständnis 
und seiner Kooperationsbereitschaft als auch seiner Einsicht und Reue in die 
begangenen Taten in ausreichendem Masse Rechnung getragen hat. Eine weitere 
Strafreduktion drängt sich unter diesem Gesichtspunkt jedenfalls nicht auf, zumal 

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sich das angerufene Gericht als Rechtsmittelinstanz bei der Überprüfung von 
Ermessensfragen der Vorinstanz Zurückhaltung aufzuerlegen hat und nicht ohne 
Not in dessen Ermessen eingreift.

i) Zugunsten des Berufungsklägers strafmindernd wurde von der Vorinstanz 
des Weiteren die Bereitschaft zur Besserung berücksichtigt. Es bestünden 
glaubhafte Anhaltspunkte dafür, dass er sich inzwischen vom Drogenkonsum 
losgesagt habe.

j) Schliesslich macht der Berufungskläger geltend, er lebe seit Mai 2005 in 
der Schweiz und seit etwa fünf Jahren in einer festen Beziehung mit einer 
Schweizerin. Die Fremdenpolizei des Kantons Graubünden habe ihm klar zu 
verstehen gegeben, dass seine Aufenthaltsbewilligung unabhängig von der 
ausgesprochenen Freiheitsstrafe widerrufen werde. Ihm bleibe somit nichts 
anderes übrig, als in sein Heimatland Y. zurückzukehren, was ihm 
ausserordentlich schwer falle. Bei der Strafzumessung sei gebührend zu 
berücksichtigen, dass er mit der Ausweisung bereits genug bestraft sei. Darüber 
hinaus sei zu berücksichtigen, dass der Berufungskläger sich diesem Verfahren 
gestellt habe und nicht einfach in sein Heimatland zurückgekehrt sei. Auch dies 
zeige, dass er die nötigen Lehren gezogen habe und somit Gewähr bestehe, dass 
er sich künftig wohl verhalten werde. Damit sei der Zweck des Strafverfahrens - 
die Resozialisierung - erreicht.

Ob die Strafe im Dienst der Resozialisierung tiefer angesetzt werden darf, 
als es dem Verschulden entsprechen würde, ist im Schrifttum umstritten (vgl. 
Trechsel/Affolter-Eijsten, a.a.O., N 12 zu Art. 47 StGB). Dennoch spielen 
spezialpräventive Überlegungen insbesondere in der Praxis des Bundesgerichts 
eine gewichtige Rolle, indem die mutmasslichen Auswirkungen der Strafe auf den 
Täter berücksichtigt werden. Ausgangspunkt dieser neueren Rechtsprechung 
bildet BGE 118 IV 337 E. 2c S. 340. Danach dient das Strafrecht in erster Linie der 
Verbrechensverhütung und der Resozialisierung. Es sind deshalb Sanktionen, 
welche die Besserung oder Heilung des Täters gewährleisten, zu verhängen und 
solche, die dem Anliegen der Verbrechensverhütung zuwiderlaufen, möglichst zu 
vermeiden. So braucht das vom Verschulden begrenzte Strafmass nicht 
ausgeschöpft zu werden, wenn eine geringere Strafe den Täter voraussichtlich 
von weiteren Straftaten abzuhalten vermag. Das Gericht hat bei der 
Strafzumessung u.a. die Wirkung der Strafe auf das zukünftige Leben des Täters 
zu berücksichtigen und innerhalb des Strafrahmens die Schuldstrafe mit der 
geringstmöglichen Entsozialisierungsgefahr festzusetzen (vgl. Wiprächtiger, 

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a.a.O., N 54 ff. zu Art. 47 StGB). Es mag im vorliegenden Fall wohl zutreffen, dass 
der drohende Widerruf der Aufenthaltsbewilligung durch die Fremdenpolizei für 
den Berufungskläger eine gewisse Härte bedeutet und diesem Umstand von der 
Vorinstanz bei der Bemessung der Strafe nicht genügend - zumindest nicht 
ausdrücklich - Rechnung getragen wurde. Der Berufungskläger lebt mit seiner 
Freundin in einem geordneten sozialen Umfeld, aus welchem er im Falle eines 
Widerrufs der Aufenthaltsbewilligung herausgerissen würde. Dieser Umstand kann 
unter dem Aspekt der Strafempfindlichkeit grundsätzlich zusätzlich strafmindernd 
berücksichtigt werden, wobei eine derartige Strafminderung allerdings lediglich 
leicht ins Gewicht fällt. Dies unter anderem deshalb, weil der Berufungskläger 
nicht darlegt, aus welchem Grund eine Rückkehr nach Y. für ihn unzumutbare 
Konsequenzen mit sich bringen würde. Ferner steht es seiner Freundin frei, ihn 
dorthin zu begleiten und weiter mit ihm zusammenzuleben. Eine noch weitere 
Strafminderung unter dem Gesichtspunkt der Resozialisierung bzw. der 
Strafempfindlichkeit drängt sich daher nicht auf, zumal das angerufene Gericht als 
Rechtsmittelinstanz - wie bereits erwähnt - nicht ohne Not in das pflichtgemässe 
Ermessen der Vorinstanz eingreifen sollte. Im    Übrigen ist darauf hinzuweisen, 
dass, auch wenn die Berufungsinstanz von einem weniger gravierenden 
Sachverhalt als die erste Instanz ausgeht oder einzelne Sachverhaltselemente 
etwas anders gewichtet, sie an die erstinstanzliche Strafzumessung nicht 
gebunden ist und die Strafe grundsätzlich gleich belassen kann (vgl. Urteil des 
Bundesgerichts vom 19. Juni 2001, 6S.43/2001 E. 3.b = Pra. 90 (2001) Nr. 197 S. 
1192). 

6. Das Gericht schiebt den Vollzug einer Freiheitsstrafe von mindestens sechs 
Monaten und höchstens zwei Jahren in der Regel auf, wenn eine unbedingte 
Strafe nicht notwendig erscheint, um den Täter von der Begehung weiterer 
Verbrechen oder Vergehen abzuhalten (Art. 42 Abs. 1 StGB). Den Vollzug einer 
Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr und höchstens drei Jahren kann das 
Gericht nur teilweise aufschieben, wenn dies notwendig ist, um dem Verschulden 
des Täters genügend Rechnung zu tragen (Art. 43 Abs. 1 StGB). Massgebend ist 
die Dauer der ausgesprochenen, nicht der noch zu vollziehenden Strafe (vgl. 
Schneider/Garré, Basler Kommentar, Strafrecht I, 2. Aufl., Basel 2007, N 8 zu Art. 
42 StGB und N 8 zu Art. 43 StGB; Trechsel/Stöckli, Schweizerisches 
Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, W. 2008, N 5 zu Art. 42 StGB). Die objektiven 
Voraussetzungen für die Gewährung des vollständig bedingten Vollzugs der 
Freiheitsstrafe sind vorliegend bei einer ausgesprochenen Freiheitsstrafe von 3 
Jahren bzw. 36 Monaten nicht gegeben, weshalb lediglich ein teilweise bedingter 

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Vollzug in Frage kommt. Dabei darf der unbedingt vollziehbare Teil die Hälfte der 
Strafe nicht übersteigen (Art. 43 Abs. 2 StGB). Weiter muss bei der teilbedingten 
Freiheitsstrafe der aufgeschobene wie auch der zu vollziehende Teil mindestens 
sechs Monate betragen (Art. 43 Abs. 3 StGB). Die Vorinstanz ihrerseits hat 
diesbezüglich bereits Wohlwollen walten lassen, indem sie bei der Bestimmung 
des zu vollziehenden Teils der Freiheitsstrafe zum einen den gesetzlich 
zulässigen Strafrahmen von 18 Monaten nicht voll ausgeschöpft hat und zum 
anderen unter der von der Anklage geforderten Dauer von 16 Monaten geblieben 
ist. Das angefochtene Urteil ist somit auch in diesem Punkt nicht zu beanstanden.

7. Zusammenfassend kann somit festgehalten werden, dass das Verschulden 
des Berufungsklägers schwer wiegt, da er über eine längere Zeit eine grosse 
Menge an Betäubungsmitteln an eine Vielzahl von Personen abgegeben hat, dass 
die Gewinnsucht und (leicht) die Vorstrafe straferhöhend zu werten sind und dass 
mehrere strafbare Handlungen sowie die mehrfache Begangenschaft 
strafschärfend zu berücksichtigen sind. Demgegenüber sind strafmindernd das 
abgelegte Geständnis des Berufungsklägers, dessen Kooperation sowie die 
Einsicht und Reue, die Bereitschaft zur Besserung durch Verzicht auf Drogen in 
der Zukunft sowie (leicht) die Strafempfindlichkeit zu werten. Weitere 
Strafminderungs- bzw. Strafmilderungsgründe, welche eine Reduktion der 
ausgesprochenen Freiheitsstrafe rechtfertigen würden, liegen nicht vor. Unter 
Würdigung aller Umstände des konkreten Falles ist die von der Vorinstanz 
ausgesprochene Freiheitsstrafe von 36 Monaten, davon 12 Monate unbedingt, 
nicht zu beanstanden. Das angefochtene Urteil erweist sich demnach in allen 
Punkten als rechtmässig, weshalb die Berufung abzuweisen ist.

8. Bei diesem Ausgang des Verfahrens trägt der Berufungskläger die Kosten 
des Berufungsverfahrens (Art. 160 Abs. 1 StPO). Die Kosten der amtlichen 
Verteidigung übernimmt vorschussweise der Kanton Graubünden (Art. 155 Abs. 1 
StPO). Mangels Einreichung einer Honorarrechnung seitens von Rechtsanwalt lic. 
iur. et oec. Pius Fryberg erachtet das Gericht im vorliegenden Fall eine 
Entschädigung von Fr. 1'500.-- (inkl. MWSt) in Anbetracht des Aufwands als 
angemessen.

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III. Demnach wird erkannt

1. Die Berufung wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 3000.-- sowie die Kosten der 
amtlichen Verteidigung von Fr. 1'500.-- (inkl. MWSt) gehen zu Lasten des 
Berufungsklägers. 

Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden vorschussweise vom Kanton 
Graubünden bezahlt. 

3. Gegen diesen Entscheid kann gemäss Art. 78 des Bundesgerichtsgesetzes 
(BGG; SR 173.110) Beschwerde in Strafsachen an das Schweizerische 
Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, geführt werden. Diese ist dem 
Bundesgericht schriftlich innert 30 Tagen seit Eröffnung der vollständigen 
Ausfertigung der Entscheidung in der gemäss Art. 42 f. BGG 
vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Zulässigkeit, die 
Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen und das Verfahren 
der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 78 ff. und 90 ff. BGG.   

4. Mitteilung an: