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**Case Identifier:** a991d7b3-d3dc-5022-b259-863b2902a174
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-04-14
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 14.04.2009 RR.2009.136
**Docket/Reference:** RR.2009.136
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_RR-2009-136_2009-04-14

## Full Text

Wiedererwägung des Entscheids der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts RR.2008.212 vom 3. April 2009 betreffend Dispositiv Ziffer 2 ;;Wiedererwägung des Entscheids der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts RR.2008.212 vom 3. April 2009 betreffend Dispositiv Ziffer 2 ;;Wiedererwägung des Entscheids der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts RR.2008.212 vom 3. April 2009 betreffend Dispositiv Ziffer 2 ;;Wiedererwägung des Entscheids der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts RR.2008.212 vom 3. April 2009 betreffend Dispositiv Ziffer 2

Entscheid vom 14. April 2009  
II. Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter Cornelia Cova, Vorsitz, 
Andreas J. Keller und Roy Garré,  
Gerichtsschreiberin Andrea Bütler 

   
 
Parteien 

  
BUNDESANWALTSCHAFT,  

Gesuchstellerin 
 

  
   

Gegenstand  Wiedererwägung des Entscheids der Beschwerde-
kammer des Bundesstrafgerichts RR.2008.212 vom 
3. April 2009 betreffend Dispositiv Ziffer 2 

 

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

Geschäftsnummer:  RR.2009.136 
 
 
 

 

 

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Die II. Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass 
 

- die Staatsanwaltschaft in Schiphol/NL (nachfolgend „Staatsanwaltschaft 
Schiphol“) gegen A. sowie weitere Personen ein Strafverfahren führt wegen 
Geldwäscherei sowie Beteiligung an einer kriminellen Organisation und in 
diesem Zusammenhang mit einem Rechtshilfeersuchen vom 10. Mai 2007, 
ergänzt am 18. Juni 2007, an die Schweiz gelangt ist; 

 
- die Bundesanwaltschaft mit Eintretens- und Zwischenverfügung vom 

27. Juni 2007, ergänzt am 23. Juli 2007, sowie mit Schlussverfügung vom 
16. Juli 2008 dem Rechtshilfeersuchen entsprochen und in beiden Verfü-
gungen entschieden hat, u.a. die auf B. lautenden Konten zu sperren 
(RR.2008.212 act. 1.1 bzw. 8.1, 11.1, 11.2);  

 
- B. gegen die genannte Schlussverfügung am 18. August 2008 bei der 

II. Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts (nachfolgend „Bundes-
strafgericht“) Beschwerde hat einreichen lassen (RR.2008.212 act. 1); 

 
- sich aus den von der Bundesanwaltschaft im Verfahren RR.2008.212 ein-

gereichten Akten, worunter sich eine durch die Bundesanwaltschaft teilwei-
se abgedeckte Version des Rechtshilfeersuchens befindet (RR.2008.212 
act. 8.3), lediglich ergibt, dass die Staatsanwaltschaft Schiphol um Be-
schlagnahme und Übermittlung von Bankunterlagen u.a. betreffend Konten 
lautend auf B., nicht jedoch um deren Sperrung ersucht hat; 

 
- das Bundesstrafgericht mit Entscheid RR.2008.212 vom 3. April 2009 die 

Beschwerde von B. abgewiesen, aber die Bundesanwaltschaft aus obge-
nanntem Grund (Übermassverbot) angewiesen hat, sich bei der ersuchen-
den Behörde zu erkundigen, ob sie die Vermögenssperre tatsächlich bean-
tragt oder nicht (Ziff. 2 des Dispositivs; RR.2008.212 act. 12);  

 
- die Bundesanwaltschaft betreffend diese Ziffer 2 des Dispositivs am 6. April 

2009 ein Wiedererwägungsgesuch stellt und festhält, dass aufgrund eines 
Kanzleifehlers dem Bundesstrafgericht lediglich eine abgedeckte Version 
des Rechtshilfeersuchen vom 10. Mai 2007 eingereicht worden sei, sich 
der Antrag der ersuchenden Behörde auf Vermögenssperre aber aus der 
versehentlich (zuviel) abgedeckten Ziffer 7 des Rechtshilfeersuchens erge-
be, sich daher ein Nachfragen bei der ersuchenden Behörde erübrige 
(act. 1, 1.1); 

 
- Art. 12 des Bundesgesetzes vom 20. März 1981 über internationale 

Rechtshilfe in Strafsachen (IRSG; SR 351.1) sowie Art. 30 lit. b des Bun-

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desgesetzes vom 4. Oktober 2002 über das Bundesstrafgericht (SGG; SR 
173.71) für das Verfahren auf die Bestimmungen des Bundesgesetzes über 
das Verwaltungsverfahren vom 20. Dezember 1968 (VwVG; SR 172.021) 
verweisen;  

 
- das VwVG die Möglichkeit der Wiedererwägung in Art. 58 Abs. 1 erwähnt, 

wobei es dabei allerdings um die Wiedererwägung des Entscheids der Vor-
instanz durch diese selbst während eines hängigen Beschwerdeverfahrens 
geht, während mit dem vorliegenden Gesuch die Wiedererwägung eines 
richterlichen Beschwerdeentscheids verlangt wird; 

 
- Wiedererwägung und Revision zunächst immer dort zulässig sind, wo sie 

gesetzlich vorgesehen sind bzw. Wiedererwägungsgesuche a fortiori be-
rechtigt sind, wenn ein Revisionsgrund vorliegt (BGE 113 Ia 146 E. 3a);  

 
- die Wiedererwägung durch die ausführende Behörde gemäss bundesge-

richtlicher Praxis grundsätzlich auch im Rechtshilferecht möglich ist, selbst 
wenn eine Justizbehörde die Schlussverfügung erlassen hat, weil der Ent-
scheid selbst verwaltungsrechtlicher Natur ist, sofern der Entscheid rechts-
widrig erscheint, seine Änderung keine überwiegenden schutzwürdigen In-
teressen verletzt und der Entscheid nicht bereits der Überprüfung einer 
richterlichen Behörde unterlag, immer unter Vorbehalt wohlerworbener 
Rechte Dritter (BGE 121 II 93 E. 3b); 

 
- es sich beim Beschwerdeentscheid RR.2008.212 vom 3. April 2009 indes-

sen um einen Entscheid eines Gerichts handelt (Art. 1 SGG), derartige Ent-
scheide aus Gründen der Rechtssicherheit nicht der Wiedererwägung zu-
gänglich sind (HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 
5. Auflage, Zürich 2006, S. 391 N. 1830; TPF RR.2009.49 vom 5. März 
2009), diesbezüglich jedoch die Revision gestützt auf Art. 31 SGG i. V. m. 
Art. 121 – 129 BGG verlangt werden kann (ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER, 
Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. Aufla-
ge, Zürich 1998, S. 162 N. 444; TPF RR.2008.123-124 vom 11. Juni 2008); 

 
- dementsprechend auf das Wiedererwägungsgesuch betreffend Ziffer 2 des 

Dispositivs des Entscheides des Bundesstrafgerichtes vom 3. April 2009 
nicht einzutreten ist; 

 
- dieses in Anbetracht des Umstandes, dass das Wiedererwägungsgesuch 

von der Bundesanwaltschaft eingereicht worden ist, auch nicht in ein Revi-
sionsgesuch uminterpretiert werden kann und die Revision zudem nur 
rechtskräftige Urteile beschlägt (ELISABETH ESCHER in NIG-

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GLI/UEBERSAX/WIPRÄCHTIGER, Basler Kommentar, Bundesgerichtsgesetz, 
Basel 2008, Art. 121 N. 1), was vorliegend nicht der Fall ist, da die 
Rechtsmittelfrist ans Bundesgericht noch läuft; 

 
- die ausführende Behörde vielmehr eine neue Verfügung zu erlassen hat, 

mit welcher festgestellt wird, dass das Begehren um Sperre der Vermö-
genswerte gemäss Dispositiv Ziffer 2 des Entscheides RR.2008.212 vom 
3. April 2009 im nicht abgedeckten Ersuchen vom 10. Mai 2007 enthalten 
ist; 

 
- die Gesuchstellerin bei diesem Ausgang des Verfahrens als unterliegende 

Partei zu gelten hat, Vorinstanzen oder beschwerdeführenden und unter-
liegenden Bundesbehörden jedoch keine Verfahrenskosten auferlegt wer-
den (Art. 63 Abs. 2 VwVG i.V.m. Art. 30 lit. b SGG). 

 

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Demnach erkennt die II. Beschwerdekammer: 
 
1. Auf das Gesuch um Wiedererwägung des Entscheids der Beschwerdekam-

mer des Bundesstrafgerichts RR.2008.212 vom 3. April 2009 betreffend 
Dispositiv Ziffer 2 wird nicht eingetreten. 

 
2. Es werden keine Kosten erhoben. 

 
 

Bellinzona, 15. April 2009 
 
Im Namen der II. Beschwerdekammer 
des Bundesstrafgerichts 
 
Die Präsidentin:    Der Gerichtsschreiber:  
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Zustellung an 
 
- Rechtsanwalt Roland Bühler 
- Bundesanwaltschaft 
- Bundesamt für Justiz, Fachbereich Rechtshilfe 
 
 
 
 
Rechtsmittelbelehrung 

Gegen diesen Entscheid ist kein ordentliches Rechtsmittel gegeben.