# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ef3e9dd9-2b9c-5a95-885f-1b43e36d494a
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2008-12-01
**Language:** de
**Title:** Zürich Kassationsgericht 01.12.2008 AA080118
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_KSG_001_AA080118_2008-12-01.pdf

## Full Text

Kassationsgericht des Kantons Zürich

Kass.-Nr. AA080118/U/la

Mitwirkende: die Kassationsrichter Moritz Kuhn, Präsident, Bernhard Gehrig,

Andreas Donatsch, die Kassationsrichterin Yvona Griesser und

der Kassationsrichter Reinhard Oertli sowie der juristische Se-

kretär Christof Tschurr

Zirkulationsbeschluss vom 1. Dezember 2008

in Sachen

X.,

Beklagter, Appellant und Beschwerdeführer

gegen

Z.,

Kläger, Appellat und Beschwerdegegner
vertreten durch Rechtsanwalt

betreffend

Forderung

Nichtigkeitsbeschwerde gegen ein Urteil der II. Zivilkammer des Ober-
gerichts des Kantons Zürich vom 13. Juni 2008 (LB070083/U)

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Das Gericht hat in Erwägung gezogen:

 I.

1. Mit Eingabe vom 25. April 2005 reichte der Beschwerdegegner beim

Bezirksgericht Andelfingen eine Klage gegen den Beschwerdeführer ein mit dem

Rechtsbegehren, dieser sei zu verpflichten, ihm Fr. 140'000.-- nebst Zins zu

bezahlen (BG act. 2). Der Beschwerdeführer beantragte die Abweisung der Klage

(BG act. 8). Mit Urteil vom 8. Juni 2007 hiess das Bezirksgericht die Klage voll-

umfänglich gut (BG act. 72). Auf Berufung des Beschwerdeführers hiess auch das

Obergericht des Kantons Zürich, II. Zivilkammer, die Klage vollumfänglich gut und

verpflichtete den Beschwerdeführer, dem Beschwerdegegner Fr. 140'000.-- nebst

Zins zu bezahlen (KG act. 2).

2. Gegen das obergerichtliche Urteil reichte der Beschwerdeführer rechtzei-

tig (OG act. 114/1, KG act. 1) beim Kassationsgericht eine kantonale Nichtigkeits-

beschwerde ein (KG act. 1). Mit Schreiben vom 23. Juli 2008 wurde den Parteien

und der Vorinstanz Kenntnis von der Einreichung der Nichtigkeitsbeschwerde

gegeben (KG act. 5). Da diese die formellen Anforderungen an eine Nichtigkeits-

beschwerde kaum zu erfüllen schien, die Beschwerdefrist aber noch bis zum

4. September 2008 lief, wurde der Beschwerdeführer mit gleichzeitigem

Schreiben auf die gesetzlichen Anforderungen an eine Nichtigkeitsbeschwerde

gemäss §§ 281 und 288 ZPO hingewiesen und darauf, dass es ihm freistehe, die

Beschwerde bis zu diesem Zeitpunkt im Sinne der genannten Bestimmungen zu

ergänzen (KG act. 4). Eine solche Ergänzung ging bis heute nicht ein.

3. Wie die nachfolgenden Erwägungen zeigen, erweist sich sofort, dass auf

die Beschwerde nicht eingetreten werden kann. Deshalb kann - nach bereits

erfolgtem Beizug der vorinstanzlichen Akten (KG act. 6/1 und 6/2) - von

Weiterungen im Sinne von § 289 ZPO abgesehen, d.h. darauf verzichtet werden,

dem Beschwerdegegner Gelegenheit zur Beantwortung der Beschwerde und der

Vorinstanz zur Vernehmlassung zu geben (Frank/Sträuli/Messmer, Kommentar

zur zürcherischen Zivilprozessordnung, 3. Auflage, Zürich 1997, N 2 zu § 289).

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4. Aus der Natur des Beschwerdeverfahrens, das keine Fortsetzung des

Verfahrens vor dem Sachrichter darstellt, folgt, dass sich der Nichtigkeitskläger

konkret mit dem angefochtenen Entscheid auseinandersetzen und den behaup-

teten Nichtigkeitsgrund in der Beschwerdeschrift selbst nachweisen muss (§ 288

Ziff. 3 ZPO). In der Beschwerdebegründung sind insbesondere die angefochtenen

Stellen des vorinstanzlichen Entscheides zu bezeichnen und diejenigen Akten-

stellen, aus denen sich ein Nichtigkeitsgrund ergeben soll, im Einzelnen anzuge-

ben. Es ist nicht Sache der Kassationsinstanz, in den vorinstanzlichen Akten nach

den Grundlagen des geltend gemachten Nichtigkeitsgrundes zu suchen. Wer die

vorinstanzliche Beweiswürdigung als willkürlich rügt, muss in der Beschwerde ge-

nau darlegen, welche tatsächlichen Annahmen des angefochtenen Entscheides

auf Grund welcher Aktenstellen willkürlich sein sollen. Wird Aktenwidrigkeit einer

tatsächlichen Annahme behauptet, so sind ebenfalls die Bestandteile der Akten,

die nicht oder nicht in ihrer wahren Gestalt in die Beweiswürdigung einbezogen

worden sein sollen, genau anzugeben. Wer vorbringt, angerufene Beweismittel

seien nicht abgenommen worden, hat zu sagen, wo und zu welchen Behauptun-

gen er sich auf diese berufen hat (ZR 81 Nr. 88 Erw. 6; Frank/Sträuli/Messmer,

a.a.O., N 4 zu § 288; Spühler/Vock, Rechtsmittel in Zivilsachen im Kanton Zürich

und im Bund, Zürich 1999, S. 72 f.; von Rechenberg, Die Nichtigkeitsbeschwerde

in Zivil– und Strafsachen nach zürcherischem Recht, 2.A., Zürich 1986, S. 16 ff.).

5. Die Beschwerde des Beschwerdeführers wird diesen Anforderungen an

die Substantiierung einer Nichtigkeitsbeschwerde nicht gerecht. Der Beschwer-

deführer legt nicht dar, was für einen Nichtigkeitsgrund (der in § 281 ZPO aufge-

führten Gründe) die Vorinstanz gesetzt haben soll, und er setzt sich nicht konkret

mit dem angefochtenen vorinstanzlichen Urteil bzw. dessen Begründung ausein-

ander. Insbesondere gehen seine Ausführungen zu (erstinstanzlichen) Zeugen-

einvernahmen an den vorinstanzlichen Erwägungen vorbei, dass das entschei-

dende Beweisthema einzig von den Beweissätzen 12b und 12c des erstinstanz-

lichen Beweisauflagebeschlusses erfasst werde (KG act. 2 S. 11 Erw. 5.3.2) und

dass sich der Beschwerdeführer diesbezüglich neben der persönlichen Befragung

der Parteien ausschliesslich auf Urkundenbeweise berufen habe (KG act. 2 S. 12

Erw. 5.3.4). Die daran vorbeigehenden Ausführungen des Beschwerdeführers

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können schon deshalb keinen Nichtigkeitsgrund nachweisen. Dies gilt auch für

seine weiteren Ausführungen (Beschwerde KG act. 1 S. 5 - 9), mit welchen sich

der Beschwerdeführer nicht mit der vorinstanzlichen Begründung (vgl. insbes. KG

act. 2 S. 8 - 10 Erw. 5.1 und 5.2, S. 15 Erw. 5.3.6) auseinandersetzt und schon

deshalb keinen Nichtigkeitsgrund nachweisen kann. Zudem kann auf Fragen der

Anwendung von Bundesrecht im vorliegenden Fall, in welchem der angefochtene

vorinstanzliche Beschluss auch der Beschwerde in Zivilsachen ans Bundesgericht

unterliegt (vgl. die vorinstanzliche Rechtsmittelbelehrung KG act. 2 S. 17), wegen

der Bestimmung von § 285 Abs. 1 und 2 ZPO nicht eingetreten werden. Dazu

gehört auch die Vertragsauslegung nach Vertrauensprinzip (vgl. z.B. Urteil des

Bundesgerichts vom 8. Juli 2008 4A_156/2008 Erw. 1.1).

Auf die Nichtigkeitsbeschwerde kann aus diesen Gründen nicht eingetreten

werden.

6. Ausgangsgemäss sind die Kosten des Beschwerdeverfahrens dem

Beschwerdeführer aufzuerlegen (§ 64 Abs. 2 ZPO). Mangels erheblichen Auf-

wandes ist dem Beschwerdegegner für das Beschwerdeverfahren keine Prozes-

sentschädigung zuzusprechen.

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Das Gericht beschliesst:

1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2. Die Gerichtsgebühr für das Kassationsverfahren wird festgesetzt auf

Fr. 5'000.--.

3. Die Kosten des Kassationsverfahrens werden dem Beschwerdeführer

auferlegt.

4. Für das Beschwerdeverfahren werden keine Prozess- bzw. Umtriebsentsch-

ädigungen zugesprochen.

5. Gegen diesen Entscheid kann unter den Voraussetzungen von

Art. 90 ff. BGG innert 30 Tagen nach dessen Empfang schriftlich durch eine

Art. 42 BGG entsprechende Eingabe Beschwerde gemäss Art. 72 ff. BGG

an das Schweizerische Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, erhoben werden.

Der Streitwert beträgt Fr. 140'000.--.

Sodann läuft die Frist von 30 Tagen zur Anfechtung des Urteils des

Obergerichtes vom 13. Juni 2008 mit Beschwerde an das Bundesgericht

neu ab Empfang des vorliegenden Entscheides (Art. 100 Abs. 1 und 6

BGG).

Hinsichtlich des Fristenlaufes gelten die Art. 44 ff. BGG.

6. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die II. Zivilkammer des Oberge-

richts des Kantons Zürich und an das Bezirksgericht Andelfingen (Proz. Nr.

CG050009), je gegen Empfangsschein.

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KASSATIONSGERICHT DES KANTONS ZÜRICH
Der juristische Sekretär: