# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3ef052fa-9c45-5cf2-8f07-3ac1c3841b37
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-02-06
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 06.02.2014 200 2013 603
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2013-603_2014-02-06.pdf

## Full Text

200 13 603 IV
SCJ/IMD/KRK

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 6. Februar 2014

Verwaltungsrichter Scheidegger, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Schütz, Verwaltungsrichterin Fuhrer
Gerichtsschreiber Imhasly

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern 
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 5. Juni 2013

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Feb. 2014, IV/13/603, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1978 geborene A.________ (nachfolgend Versicherte bzw. Beschwer-
deführerin) meldete sich im November 2003 erstmals zum Bezug einer 
Rente der Invalidenversicherung (nachfolgend IV) bei der IV-Stelle Bern 
(nachfolgend IVB bzw. Beschwerdegegnerin) an. Zur Art der Behinderung 
gab sie eine "Diskushernien OP L5 S1 links" an (Akten der IVB, Antwortbei-
lage [AB] 1). Die IVB nahm Abklärungen in erwerblicher und medizinischer 
Hinsicht vor. Insbesondere veranlasste sie eine neurochirurgisch-
psychiatrische Begutachtung bei Dr. med. C.________, Fachärztin für Neu-
rochirurgie FMH (Gutachten vom 23. November 2004; AB 33), und 
Dr. med. D.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH 
(Gutachten vom 25. September 2005; AB 22). Mit Verfügung vom 1. März 
2006 lehnte die IVB einen Rentenanspruch bei einem Invaliditätsgrad von 6 
% ab (AB 26). Eine dagegen gerichtete Einsprache vom 3. April 2006 (AB 
29) wies sie mit Entscheid vom 3. April 2007 ab (AB 42), was vom Verwal-
tungsgericht des Kantons Bern mit Urteil vom 4. April 2008, IV 68068, ge-
schützt wurde (AB 48).

B.

Im November 2010 meldete sich die Versicherte unter Hinweis auf Rü-
ckenprobleme aufgrund verschiedener Unfälle – zuletzt am 30. Juli 2010 
und am 27. September 2010 – erneut zum Leistungsbezug bei der IV an 
(AB 55). Die IVB holte erwerbliche und medizinische Unterlagen ein, darun-
ter die Akten der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (nachfolgend 
SUVA; AB 67.1 - 67.18). Mit Schreiben vom 27. Dezember 2011 informierte 
sie die Versicherte über eine vorgesehene Begutachtung bei den Dres. 
med. C.________ und D.________ (AB 73). Die Versicherte zeigte sich mit 
Schreiben vom 18. Januar 2012 einverstanden mit der Begutachtung, je-
doch nicht mit der Auswahl der Gutachter (AB 80). Die IVB ihrerseits hielt 
mit Verfügung vom 17. Februar 2012 am geplanten Vorgehen fest (AB 82). 
Diese Verfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft. Gestützt auf die 

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daraufhin erstellten Gutachten vom 10. Mai 2012 (Dr. med. C.________; 
AB 90.1) bzw. 31. Mai 2012 (Dr. med. D.________; AB 91.1) stellte die IVB 
mit Vorbescheid vom 5. Dezember 2012 die Abweisung des Rentenge-
suchs bei einem Invaliditätsgrad von 25 % in Aussicht (AB 100). Nachdem 
die Versicherte durch Rechtsanwalt B.________ mit Schreiben vom 
22. Januar 2013 Einwand gegen die vorgesehene Rentenablehnung erhe-
ben liess (AB 101), holte die IVB Stellungnahmen beim Regionalen Ärztli-
chen Dienst (RAD) der IV-Stellen Bern/Freiburg/Solothurn vom 26. Februar 
2013 bzw. 23. Mai 2013 (AB 103 bzw. 110) sowie einen Verlaufsbericht 
des behandelnden Arztes vom 28. März 2013 (AB 106) ein und verfügte 
am 5. Juni 2013 (AB 112) wie im Vorbescheid vorgesehen.

C.

Dagegen liess die Versicherte, wiederum vertreten durch Rechtsanwalt 
B.________, am 4. Juli 2013 Beschwerde mit folgenden Anträgen erheben:

1. Die Verfügung der IV-Stelle Bern vom 5. Juni 2013 sei aufzuhe-
ben.

2. Die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, der Beschwerdefüh-
rerin eine ganze Rente, eventuell eine Dreiviertelsrente, subeven-
tuell eine halbe Rente, subsubeventuell eine Viertelsrente zuzu-
sprechen. 

3. Eventuell: Die Akten seien zur weiteren medizinischen Abklärung 
und zum Erlass einer neuen Verfügung an die Beschwerdegegne-
rin zurückzuweisen.

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge.

In der Begründung wird nebst allgemeiner Kritik an der höchstrichterlichen 
Rechtsprechung zu den somatoformen Schmerzstörungen (und ähnlichen 
Beschwerdebildern) im Wesentlichen vorgebracht, der Beschwerdeführerin 
sei die vollständige Überwindung der bei ihr diagnostizierten somatoformen 
Schmerzstörung nicht zumutbar, da mit dem seit acht Jahren persistieren-
den depressiven Leiden eine psychiatrische Komorbidität von erheblicher 
Schwere, Intensität, Ausprägung und Dauer vorläge und alternativ die 
rechtsprechungsgemäss zu prüfenden Kriterien allesamt erfüllt seien. In 
Bezug auf die Invaliditätsbemessung wird gerügt, die Beschwerdegegnerin 
sei von einem zu tiefen hypothetischen Valideneinkommen ausgegangen. 

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Bei korrekter Bestimmung des Valideneinkommens bestehe bereits unter 
Berücksichtigung eines leidensbedingten Abzuges von 10 % beim Invali-
deneinkommen ein Rentenanspruch.

Mit Beschwerdeantwort vom 3. Oktober 2013 schliesst die Beschwerde-
gegnerin auf Abweisung der Beschwerde. Sie bringt vor, es sei von der 
Überwindbarkeit der Schmerzstörung auszugehen. In der Beschwerde 
werde im Weiteren nicht begründet, weshalb ein leidensbedingter Abzug 
von 10 % zu gewähren sei.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-
cherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

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1.2 Angefochten ist die Verfügung vom 5. Juni 2013 (AB 112). Strittig 
und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Rente der 
Invalidenversicherung.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und 
damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschrän-
kungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung 
allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, ab-
wenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv 
bestimmt (BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.1 S. 353; SVR 
2007 IV Nr. 47 S. 154 E. 2.4).

Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens, so auch einer an-
haltenden somatoformen Schmerzstörung, setzt zunächst eine fachärztlich 
(psychiatrisch) gestellte Diagnose nach einem wissenschaftlich anerkann-
ten Klassifikationssystem voraus (BGE 136 V 279 E. 3.2.1 S. 282). Wie 
jede andere psychische Beeinträchtigung begründet indes auch eine dia-

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gnostizierte anhaltende somatoforme Schmerzstörung als solche noch kei-
ne Invalidität. Vielmehr besteht eine Vermutung, dass die somatoforme 
Schmerzstörung oder ihre Folgen mit einer zumutbaren Willensanstren-
gung überwindbar sind. Bestimmte Umstände, welche die Schmerzbewälti-
gung intensiv und konstant behindern, können den Wiedereinstieg in den 
Arbeitsprozess unzumutbar machen, weil die versicherte Person alsdann 
nicht über die für den Umgang mit den Schmerzen notwendigen Ressour-
cen verfügt. Ob ein solcher Ausnahmefall vorliegt, entscheidet sich im Ein-
zelfall anhand verschiedener Kriterien. Im Vordergrund steht die Feststel-
lung einer psychischen Komorbidität von erheblicher Schwere, Ausprägung 
und Dauer. Massgebend sein können auch weitere Faktoren, so: chroni-
sche körperliche Begleiterkrankungen; ein mehrjähriger, chronifizierter 
Krankheitsverlauf mit unveränderter oder progredienter Symptomatik ohne 
länger dauernde Rückbildung; ein sozialer Rückzug in allen Belangen des 
Lebens; ein verfestigter, therapeutisch nicht mehr beeinflussbarer innersee-
lischer Verlauf einer an sich missglückten, psychisch aber entlastenden 
Konfliktbewältigung (primärer Krankheitsgewinn; "Flucht in die Krankheit"); 
das Scheitern einer konsequent durchgeführten ambulanten oder statio-
nären Behandlung (auch mit unterschiedlichem therapeutischem Ansatz) 
trotz kooperativer Haltung der versicherten Person. Je mehr dieser Kriteri-
en zutreffen und je ausgeprägter sich die entsprechenden Befunde darstel-
len, desto eher sind – ausnahmsweise – die Voraussetzungen für eine zu-
mutbare Willensanstrengung zu verneinen (BGE 137 V 64 E. 4.1 S. 67, 136 
V 279 E. 3.2.1 S. 282, 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.3 S. 354). 
Diese für alle Versicherten in gleicher Weise geltende Gerichtspraxis ist 
weder menschenrechtswidrig noch diskriminierend (SVR 2008 IV Nr. 62 
S. 204 E. 4.2) noch basiert sie – mit Blick auf die rechtliche Natur des Krite-
rienkataloges – auf medizinwissenschaftlich unhaltbaren Annahmen (SVR 
2012 IV Nr. 32 S. 128 E. 2.3 - 2.5).

2.3 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

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Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird bei einer erwerbstätigen 
versicherten Person das Erwerbseinkommen, das sie nach Eintritt der Inva-
lidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausge-
glichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Er-
werbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden 
wäre (Art. 16 ATSG).

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 132 V 93 E. 4 S. 99).

2.5 Wurde eine Rente wegen eines fehlenden oder zu geringen Invali-
ditätsgrades bereits einmal verweigert, so wird eine neue Anmeldung nur 
geprüft, wenn die versicherte Person glaubhaft macht, dass sich der Grad 
der Invalidität in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat 
(Art. 87 Abs. 2 und 3 der Verordnung über die Invalidenversicherung vom 
17. Januar 1961 [IVV; SR 831.201]; bis 31. Dezember 2011 Art. 87 Abs. 3 
und 4 IVV). Diese Eintretensvoraussetzung soll verhindern, dass sich die 
Verwaltung immer wieder mit gleichlautenden und nicht näher begründe-
ten, d.h. keine Veränderung des Sachverhalts darlegenden Rentengesu-
chen befassen muss (BGE 133 V 108 E. 5.3.1 S. 112).

Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache mate-
riell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Per-
son glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsäch-
lich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revi-
sionsfall nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vorzugehen (SVR 2011 IV Nr. 2 S. 8 
E. 3.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren 
rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das 
neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zusätzlich noch zu prüfen, ob die fest-

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gestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine rentenbegründende Inva-
lidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt 
die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 
E. 3a S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1).

Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invaliditätsgrad 
erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuanmeldungsver-
fahren – analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG – durch Ver-
gleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten materiellen Beur-
teilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit demjenigen zur 
Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 S. 112; 130 V 
71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

3.

3.1 Fest steht, dass die Beschwerdegegnerin auf die Neuanmeldung 
eingetreten ist und den Rentenanspruch in der angefochtenen Verfügung 
vom 5. Juni 2013 (AB 112) materiell geprüft hat. Die Eintretensfrage ist – 
da nicht streitig – vom Gericht nicht zu beurteilen (BGE 109 V 108 E. 2b 
S. 114). Indes ist zu prüfen, ob im massgebenden Vergleichszeitraum zwi-
schen dem Einspracheentscheid vom 3. April 2007 (AB 42) und der Verfü-
gung vom 5. Juni 2013 (AB 112) eine Veränderung in den tatsächlichen 
Verhältnissen eingetreten ist, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad in einer 
für den Rentenanspruch erheblichen Weise zu beeinflussen (vgl. E. 2.5 
hiervor).

3.2 Die durch den Einspracheentscheid vom 3. April 2007 (AB 42) 
bestätigte Verfügung vom 1. März 2006 (AB 26) basierte im Wesentlichen 
auf dem neurochirurgischen Gutachten von Dr. med. C.________ vom 
23. November 2004 (AB 33) und dem psychiatrischen Gutachten von 
Dr. med. D.________ vom 25. September 2005 (AB 22). 

Dr. med. C.________ stellte folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die 
Arbeitsfähigkeit (AB 33 S. 11):

• Chronifiziertes lumbovertebrales Schmerzsyndrom mit Generali-
sierung

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- Status nach Microdiscectomie L5/S1 links 20.08.2003
- Klinisch:
- verminderte Beweglichkeit der LWS ohne Muskelhart-

spann
- keine radikuläre Störung

• Psychisches Leiden
Bedarf zwingend einer psychiatrischen Begutachtung

Bei der Versicherten lägen seit Jahren lumbale Schmerzen vor, welche seit 
der Diskushernienoperation vom 20. August 2003 eine zunehmende Gene-
ralisierung/Schmerzausweitung erfahren hätten. Die Versicherte empfinde 
ein den ganzen Körper betreffendes Leiden, eine radikuläre Symptomato-
logie werde nicht geschildert und könne neurologisch auch nicht nachge-
wiesen werden. Ein schwerwiegendes Rückenleiden und somit auch eine 
wesentliche Arbeitsunfähigkeit für eine angepasste Tätigkeit aufgrund eines 
somatischen Befundes liessen sich ausschliessen (AB 33 S. 11 f.).

Dr. med. D.________ diagnostizierte mit Auswirkung auf die Arbeitsfähig-
keit ein generalisiertes Schmerzsyndrom im Sinne einer somatoformen 
Schmerzstörung (ICD-10: F45.0) und eine depressive Reaktion (ICD-10: 
F43.20; AB 22 S. 6). Bei der Versicherten liege keine auffällige prämorbide 
Persönlichkeitsstörung vor, die psychiatrische Komorbidität sei unbedeu-
tend, körperliche Begleiterkrankungen bestünden nicht in bedeutendem 
Ausmass und die soziale Integration sei nicht verloren gegangen. Es lägen 
ungünstige soziokulturelle Umstände vor, welche ihren Willen schmälerten, 
die Schmerzen zu überwinden; sie erziele einen Krankheitsgewinn. Insge-
samt sei jedoch davon auszugehen, dass die Schmerzüberwindung zumut-
bar sei (AB 22 S. 7 f.). Die Gutachter kamen zum Schluss, dass insgesamt 
von einer Arbeitsfähigkeit von 90 % in einer leidensangepassten Tätigkeit 
auszugehen sei (AB 22 S. 8 f.).

3.3 Hinsichtlich der Entwicklung des Gesundheitszustands seit Erlass 
des Einspracheentscheids vom 3. April 2007 (AB 42) lässt sich den Akten 
im Wesentlichen das Folgende entnehmen:

3.3.1 Im Untersuchungsbericht vom 14. Januar 2009 (AB 63 S. 110 ff.) 
hielt der SUVA-Kreisarzt-Stellvertreter Dr. med. E.________, Facharzt für 
Chirurgie FMH, fest, ein nach einem Treppensturz vom 21. September 
2008 durchgeführtes MRI der Lendenwirbelsäule habe eine breitbasig 

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leichte linksbetonte Diskusprotrusion auf Höhe L4/5 mit Tangierung und 
allenfalls Reizung der Wurzel L5 links ergeben. Der Verlauf nach dem 
Rückentrauma sei ungewöhnlich, vor allem die räumliche Ausdehnung der 
Schmerzen spreche eher für eine Schmerzverarbeitungsstörung.

3.3.2 Der SUVA-Kreisarzt Dr. med. F.________, Facharzt für Allgemeine 
Medizin FMH, führte im Untersuchungsbericht vom 30. Juli 2009 (AB 63 S. 
98 ff.) aus, die Versicherte sei am 27. April 2009 in der Physiotherapie auf 
einem Stepper nach hinten umgefallen, was wahrscheinlich zu einer Rü-
ckenkontusion, jedoch bildgebend nicht zu neuen unfallkausal bedingten 
strukturellen Läsionen geführt habe. Die MRI-Untersuchung zeige einen 
Zustand nach Diskushernienoperation im Jahr 2003 sowie degenerative 
Veränderungen. Bei der Untersuchung zeige sich eine grotesk geschonte, 
verspannte, ubiquitär dolente Rückenproblematik, welche in keiner Art und 
Weise mit den organischen Befunden erklärbar sei. 

3.3.3 Im Austrittsbericht des Spitals G.________ vom 6. Mai 2010 (AB 63 
S. 27 ff.) betreffend einer stationären Abklärung und Behandlung vom 12. 
bis zum 23. April 2010 wurden die folgenden Diagnosen aufgeführt: Chro-
nisches Schmerzsyndrom (ICD-10: F45.41), mittelgradige depressive Epi-
sode (ICD-10: F32.1), Asthma bronchiale, Verdacht auf Heliobacter-
assoziierte Gastritis, unklare Transaminasenerhöhung, laborchemisch sub-
klinische Hyperthyreose. Radiologisch habe sich eine regrediente linksbe-
tonte Bandscheibenhernie L4/5 gezeigt, welche keine relevante Neuro-
kompression aufweise. Klinisch zeige sich eine generalisierte Dekonditio-
nierung der Haltemuskulatur mit schmerzhaften Myogelosen im Bereich 
des gesamten Rückens, der dorsalen und lateralen Beckenkämme sowie 
der glutealen Muskulatur. Bei der Versicherten bestehe genügend Poten-
zial einer anhaltenden Verbesserung. Dies benötige eine weiterführende 
intensive multimodale Therapie.

3.3.4 Im Untersuchungsbericht vom 28. Oktober 2010 (AB 63 S. 89 ff.) 
verwies der SUVA-Kreisarzt-Stellvertreter Dr. med. E.________ auf einen 
Status nach Sturzereignissen am 30. Juli und am 27. September 2010, 
welche ohne Anhaltspunkte für Frakturen zu massiver Schmerzexazerbati-
on geführt hätten. Bei der Untersuchung habe sich im Bereich der Halswir-
belsäule klinisch eine endphasige schmerzbedingte Bewegungseinschrän-

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kung ohne wesentlichen Muskelhartspann gezeigt. Anzeichen für radikuläre 
Ausfälle im Bereich der Oberextremitäten hätten nicht vorgelegen. Das 
Hauptproblem stelle die Lendenwirbelsäule mit der vorbestehenden Dis-
kushernie auf Höhe L4/5 mit einem möglichen Radikulärsyndrom L5 links 
dar. 

3.3.5 Im Bericht des Spitals G.________ vom 18. Februar 2011 (AB 
67.17) wurde eine depressive Episode, leicht bis mittelgradig (ICD-10: 
F32.1), diagnostiziert. Aus psychosomatischer Sicht habe sich die depres-
sive Störung seit April 2010 etwas gebessert. Die Patientin sei zwar weiter-
hin vermehrt reizbar und innerlich unruhig, Schwingungsfähigkeit und 
Freudfähigkeit seien jedoch erhalten. Kontrastierend dazu sei das Funkti-
onsniveau im Rahmen zweier weiterer Stürze in einem erschreckenden 
Mass abgefallen. Zusammengefasst liessen sich die psychosozialen Chro-
nifizierungsfaktoren Depression, anhaltende Schlafstörung und soziale Be-
lastungssituation festhalten, im Übrigen erscheine die Patientin psychia-
trisch nicht und in ihrem Copingverhalten nicht schwer beeinträchtigt, aber 
in der Konsultation nur schwer beurteilbar.

3.3.6 In einem weiteren Bericht des Spitals G.________ vom 8. Septem-
ber 2011 (AB 70 S. 27 ff.) wurde festgehalten, die Patientin präsentiere 
eine multifokale Schmerzsymptomatik, dessen Maximum im Bereich der 
unteren Lendenwirbelsäule liege. Begleitend seien wechselseitige Bein-
schmerzen vorhanden, die einer Irritation der L5- oder S1-Wurzel entspre-
chen könnten. Als mögliche Ursache dieser Schmerzsymptomatik sei kern-
spintomographisch eine voluminöse Diskushernie auf Höhe LWK4/5 para-
median linksbetont nachgewiesen worden. Zusätzlich finde sich ein chroni-
sches Zervikalsyndrom, als dessen Ursache kernspintomographisch keine 
fassbare Pathologie habe identifiziert werden können.

3.3.7 Im Gutachten vom 10. Mai 2012 (AB 90.1) diagnostizierte Dr. med. 
C.________ ein lumbovertebrales Schmerzsyndrom mit ischialgiformer 
Ausstrahlung rechts, ein zervikozephales Schmerzsyndrom mit gelegentli-
cher Ausstrahlung in den linken Arm sowie ein allfälliges psychisches Lei-
den (AB 90.1 S. 23 ff.). Die neurologische Untersuchung werde durch eine 
gewisse Aggravationstendenz der Versicherten erschwert. Gegenüber der 
Untersuchung im Jahr 2004 sei die Beweglichkeit der Halswirbelsäule et-

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was eingeschränkt, eine radikuläre Störung der oberen Extremitäten beste-
he nicht. Die Beweglichkeit der Lendenwirbelsäule scheine seit 2004 ver-
mehrt vermindert zu sein, radikuläre Ausfälle würden sich im Bereiche der 
unteren Extremitäten nicht nachweisen lassen. Anhaltspunkte für eine Mye-
lopathie lägen keine vor. Radiologisch/neuroradiologisch komme im zervi-
kalen Wirbelsäulenabschnitt eine deutliche Fehlhaltung der Halswirbelsäule 
mit degenerativen Veränderungen und möglicher Wurzelreizung C5 und C6 
rechts durch Diskushernien zur Darstellung. Es bestehe keine Si-
gnalstörung im Halsmark und keine Wurzeltangierung links, wo die Versi-
cherte Schmerzen angebe. Im lumbalen Wirbelsäulenbereich bestünden 
eine Fehlhaltung und deutliche degenerative Veränderungen mit möglicher 
Wurzelreizung L5 und S1 links, nicht jedoch eine Wurzelkompression. Die 
Diskushernie L4/5 links sei seit dem 21. Juni 2011 etwas grössenregre-
dient. Eine Wurzelbeeinträchtigung rechts, welche die Schmerzen im rech-
ten Bein erklären könnte, liege nicht vor. Die Arbeitsfähigkeit der Versicher-
ten sei infolge der verminderten Belastbarkeit der Wirbelsäule durch die 
Fehlhaltung und die deutlichen degenerativen Veränderungen einge-
schränkt. Eine gut angepasste Tätigkeit, welche Zwangshaltungen oder 
körperliche Belastungen ausschliesse, könne ganztags mit entsprechender 
Stundenzahl ausgeübt werden, wobei wegen kurzer Pausen eine Leis-
tungseinbusse von 25 % bestehen dürfte. Zumutbar seien Arbeiten mit He-
ben und Tragen von Gewichten von 5 kg in wechselbelastender Tätigkeit. 
Die Sitzdauer sowie die Gehstrecke lägen bei je einer Stunde. Der Arbeits-
platz dürfe keine Zwangshaltungen der Hals- oder Lendenwirbelsäule not-
wendig machen, repetitives Bücken bzw. gebücktes Arbeiten oder Über-
kopfarbeiten wären auszuschliessen (AB 90.1 S. 29).

Dr. med. D.________ diagnostizierte im Gutachten vom 31. Mai 2012 (AB 
91.1) eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4), eine 
rezidivierende depressive Störung, leichtgradige Episode (ICD-10: F33.0), 
sowie eine lange Phase von Arbeitsuntätigkeit (ICD-10: Z56). Die Versi-
cherte zeige hinsichtlich ihrer Gesundheit seit 2005 einen eher negativen 
Verlauf. So sei es zu einer imposanten Häufung von Bagatell-Unfällen ge-
kommen, was schwer erklärbar sei. In der Folge habe sich die Schmerz-
symptomatik verstärkt, die Versicherte leide oft an Ganzkörperschmerzen. 
Akzentuiert seien die Schmerzen im Kopf, im Rücken und in der Schulter 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Feb. 2014, IV/13/603, Seite 13

vorhanden. Die Versicherte zeige weiterhin Hinweise für das Vorliegen ei-
ner psychosomatischen Überlagerung: Sie sei auf die Schmerzen fixiert, 
äussere hypochondrische Befürchtungen und zeige eine Schmerzausdeh-
nung. Es falle auf, dass Lebensprobleme zu einer Verstärkung der 
Schmerzen führen würden. Diese bildeten oft den Hauptfokus ihres Inter-
esses. Es könne somit eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung dia-
gnostiziert werden. Hinsichtlich des depressiven Geschehens müsse un-
terdessen von einer rezidivierenden depressiven Störung ausgegangen 
werden, das Ausmass der jeweiligen Episoden sei wechselhaft. Den Akten 
könne unter anderem entnommen werden, dass von April 2010 bis April 
2011 eine leicht- bis mittelgradige depressive Episode bestanden habe. So 
wie die Versicherte ihren Zustand ab ca. 2011 schildere, wie den Akten zu 
entnehmen sei und wie sich die derzeitige Symptomatik präsentiere, lasse 
sich auf eine leichtgradige depressive Episode schliessen: Die Versicherte 
sei nicht schwermütig gedrückt und nicht suizidal. Sie pflege eine regel-
mässige Tagesstruktur und habe die Kontakte aufrechterhalten können. Bei 
der Besprechung am 1. Mai 2012 hätten sich auch keine Konzentrations-
störungen feststellen lassen, der affektive Rapport sei nicht gehemmt. Die 
Versicherte werde relativ locker ambulant psychiatrisch betreut, gehe sie 
doch nur alle fünf Wochen zu ihrer Psychiaterin und habe die antidepressiv 
wirkenden Medikamente abgebaut. Es gebe ungünstige krankheitsfremde 
Faktoren: Lange Phase von Arbeitsuntätigkeit; teilweise sekundärer Krank-
heitsgewinn, da die Versicherte durch ihren Status als Kranke von allen 
Seiten tatkräftig unterstützt werde; fehlende Motivation zur Wiederaufnah-
me einer beruflichen Leistung. Aufgrund der leichtgradig ausgeprägten 
psychischen Komorbidität, der körperlichen Befunde, welche sie in ihrer 
Arbeitsfähigkeit einschränken würden, sowie der Progredienz und Chronifi-
zierung der Schmerzstörung sei die Versicherte zu 15 bis 20 % in ihrer Ar-
beitsfähigkeit eingeschränkt. Zu dieser Beurteilung führe insbesondere die 
Tatsache, dass keine deutliche psychische Komorbidität bestehe. Die Pro-
gnose sei aus psychiatrischer Sicht günstig (AB 91.1 S. 7 ff.). 

Interdisziplinär könne unter Berücksichtigung der psychiatrischen und neu-
rochirurgischen Befunde, deren Auswirkungen sich überdecken würden, 
von einer Restarbeitsfähigkeit von 70 % ausgegangen werden. Eine kör-

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perlich belastende Tätigkeit sei nicht mehr zumutbar (AB 90.1 S. 30, 91.1 
S. 11). 

3.4 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 232 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a 
S. 352).

3.5 Die Gutachten der Dres. med. C.________ und D.________ vom 
10. bzw. 31. Mai 2012 (AB 90.1, 91.1) – auf die sich die Beschwerdegegne-
rin in medizinischer Hinsicht stützt – erfüllen grundsätzlich die rechtspre-
chungsgemäss an den Beweiswert eines ärztlichen Berichts gestellten An-
forderungen (E. 3.4 hiervor), weshalb ihnen volle Beweiskraft zukommt. Die 
darin enthaltenen Feststellungen beruhen auf eigenen Abklärungen und 
sind in Kenntnis der Vorakten sowie unter Berücksichtigung der geklagten 
Beschwerden getroffen worden. Die Ausführungen in der Beurteilung der 
medizinischen Zusammenhänge sind einleuchtend und die gezogenen 
Schlussfolgerungen zum Gesundheitszustand und zur Arbeitsfähigkeit im 
Zeitpunkt der Begutachtung werden nachvollziehbar begründet.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Feb. 2014, IV/13/603, Seite 15

3.5.1 Gestützt auf das Gutachten von Dr. med. C.________ ist davon 
auszugehen, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin 
im massgebenden Vergleichszeitraum verschlechtert hat (AB 90.1 S. 25 f.), 
womit eine Veränderung in den tatsächlichen Verhältnissen eingetreten ist, 
die geeignet ist, den Invaliditätsgrad zu beeinflussen. Der Rentenanspruch 
ist deshalb frei zu prüfen (vgl. E. 2.5 hiervor).

3.5.2 Aus psychiatrischer Sicht diagnostizierte Dr. med. D.________ eine 
anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4), was grundsätz-
lich nicht bestritten wird. Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin 
sind indessen die für die ausnahmsweise Annahme eines invalidisierenden 
Charakters der Schmerzstörung erforderlichen Voraussetzungen nicht er-
füllt, weshalb auch die von Dr. med. D.________ attestierte reduzierte Ar-
beitsfähigkeit von 80 bis 85 % nicht berücksichtigt werden kann. 

Im Vordergrund der Prüfung der Möglichkeit der willentlichen Überwindung 
der somatoformen Schmerzstörung steht die Frage, ob eine psychische 
Komorbidität von erheblicher Schwere, Ausprägung und Dauer gegeben ist 
(vgl. E. 2.2 hiervor), welche ein von den belastenden Lebensumständen 
verselbstständigtes und davon unterscheidbares Leiden darstellt (Ent-
scheid des Bundesgerichts [BGer] vom 27. November 2009, 8C_591/2009, 
E. 4.1). Dies ist bei der von Dr. med. D.________ diagnostizierten rezidivie-
renden depressiven Störung, leichtgradige Episode (ICD-10: F33.0), nicht 
der Fall: So geht bereits aus dem Bericht der Psychiatrischen Dienste des 
Spitals H.________ vom 23. November 2010 (AB 67.10) hervor, dass die 
depressive Symptomatik in engem Zusammenhang mit der zunehmenden 
Schmerzsymptomatik stehe und sich diese nach einer zwischenzeitlichen 
Verbesserung aufgrund der ausgeprägten Rückenschmerzen mit Ausstrah-
lung in die Beine und den Schmerzen im Schulter- und Nackenbereich re-
aktiv wieder verschlechtert habe, wozu auch die multiplen Unfälle beigetra-
gen hätten. Dieser Zusammenhang wird denn auch von der Beschwerde-
führerin selbst implizit bestätigt durch ihre Aussage anlässlich der Begut-
achtung bei Dr. med. D.________, wonach es ihr psychisch noch besser 
gehen würde, wenn sie nicht an den Schmerzen leiden würde (AB 91.1 
S. 5). 

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Zu den weiteren massgebenden Kriterien (vgl. E. 2.2 hiervor) ist festzuhal-
ten, dass die Beschwerdeführerin zwar unbestrittenermassen an chroni-
schen körperlichen Begleiterkrankungen mit Auswirkungen auf die Arbeits-
fähigkeit in einer leichten bis mittelschweren Tätigkeit leidet (vgl. E. 3.3.7 
hiervor). Hingegen ist kein schwerwiegender, nahezu umfassender sozialer 
Rückzug mit gleichsam apathischem Verharren in sozialer Isolierung (BGE 
130 V 352 E. 3.3.2 S. 359) ausgewiesen. Laut psychiatrischem Gutachten 
pflege die Beschwerdeführerin eine regelmässige Tagesstruktur und habe 
ihre Kontakte aufrechterhalten können (AB 91.1 S. 8). Sie habe gute 
Freundinnen, welche sie regelmässig treffe (AB 91.1 S. 5). Dabei ist letzt-
lich nicht entscheidend, ob die Kontakte mehr den Charakter von Aufmun-
terungs-, Unterstützungs-, und Krankenbesuchen haben, wie in der Be-
schwerde geltend gemacht wird (S. 7). Ein mehrjähriger, chronifizierter 
Krankheitsverlauf mit weitgehend unveränderter Symptomatik ohne länger 
dauernde Rückbildung lässt sich zwar mit Bezug auf die Schmerzproble-
matik nicht von der Hand weisen; dieser Verlauf ist jedoch für Somatisie-
rungsstörungen diagnosespezifisch und daher nicht ausschlaggebend 
(Entscheid des BGer vom 16. Dezember 2008, 8C_195/2008, E. 7.3). Fer-
ner sind entgegen den Vorbringen in der Beschwerde (S. 8) keine Hinweise 
für einen primären Krankheitsgewinn ersichtlich. Soweit die Beschwerde-
führerin geltend macht, die Schmerzerkrankung provoziere ein Ausmass an 
Zuwendung, wie es in der Kindheit gefehlt habe, handelt es sich dabei – 
wenn dieser Zusammenhang überhaupt bestehen sollte – um einen sekun-
dären Krankheitsgewinn. Schliesslich kann vom Scheitern einer konse-
quent durchgeführten ambulanten oder stationären Behandlung trotz ko-
operativer Haltung der versicherten Person nicht ausgegangen werden, ist 
es doch laut Gutachten von Dr. med. D.________ zu einer Verbesserung 
der depressiven Symptomatik gekommen (AB 91.1 S. 5, 7 f.). Nach dem 
Ausgeführten sind die massgebenden Kriterien weder gehäuft noch derart 
ausgeprägt erfüllt, als dass von der Unzumutbarkeit der Willensanstren-
gung zur Überwindung der somatoformen Schmerzstörung gesprochen 
werden könnte. 

3.5.3 Bezüglich der in der Beschwerde (S. 13 ff.) unter Hinweis auf das 
Rechtsgutachten vom 24. November 2012 zur Rechtslage betreffend Zu-
sprache von IV-Renten in Fällen andauernder somatoformer Schmerz-

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störungen und ähnlicher Krankheiten unter Berücksichtigung der Recht-
sprechung des Bundesgerichts bis Herbst 2012 und der Bundesgesetzge-
bung im Rahmen der 5. und 6. IV-Revision von Prof. Dr. iur. Jörg Paul Mül-
ler und Dr. iur. Matthias Kradolfer (abrufbar unter http://www.djs-
jds.ch/images/stories/rechtsgutachten_muller-kradolfer_12_2012.pdf) vor-
gebrachten Kritik an der bundesgerichtlichen Überwindbarkeitsrechtspre-
chung kann auf den unlängst ergangenen und zur Publikation vorgesehe-
nen Entscheid des Bundesgerichts vom 31. Oktober 2013, 8C_972/2012, 
verwiesen werden. Darin hat sich das Bundesgericht eingehend zur Pro-
blematik geäussert und an seiner bisherigen Rechtsprechung festgehalten. 
Weitere Ausführungen dazu erübrigen sich an dieser Stelle.

3.5.4 In somatischer Hinsicht rügt die Beschwerdeführerin – wie bereits 
im Einwand vom 22. Januar 2013 (AB 101) – sinngemäss die Nichtberück-
sichtigung einer Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes seit der 
neurochirurgischen Begutachtung. Diese Rüge ist berechtigt: Dr. med. 
C.________ erwähnte im Gutachten gestützt auf ein MRI vom 7. Mai 2012 
(AB 90.2) eine mögliche Wurzelreizung L5 und S1 links, schloss eine Wur-
zelkompression jedoch explizit aus. Im Weiteren hielt die Gutachterin fest, 
dass die Diskushernie L4/5 links seit dem 21. Juni 2011 etwas grössenre-
gredient sei (AB 90.1 S. 26). Demgegenüber legte Dr. med. I.________, 
Facharzt für Orthopädische Chirurgie FMH, im Bericht vom 17. November 
2012 (AB 101 S. 8 f.) dar, im MRI der Wirbelsäule vom 30. Oktober 2012 
(AB 101 S. 10) zeige sich eine gegenüber dem MRI vom Juni 2011 akzen-
tuierte Diskushernie mit Massenvorfall mediolateral links mit Kompression 
der Wurzel L5 links. Damit ist bildgebend nachgewiesen, dass sich die Si-
tuation im Bereich der lumbalen Wirbelsäule nach der Erstellung des Gut-
achtens durch Dr. med. C.________, jedoch noch vor Erlass der vorliegend 
angefochtenen Verfügung vom 5. Juni 2013 (AB 112), verändert hat, womit 
auf die Einschätzungen der Gutachterin zu diesem Zeitpunkt nicht mehr 
hätte abgestellt werden dürfen. Nichts daran ändert die Stellungnahme des 
RAD-Arztes Dr. med. J.________, Facharzt für Allgemeine Medizin FMH, 
vom 23. Mai 2013 (AB 110), der aufgrund des Abratens des behandelnden 
Arztes von einer Infiltrationsbehandlung oder eines invasiven Eingriffs (AB 
106 S. 1) davon ausging, dass die interdisziplinär abgeklärte somatoforme 
Schmerzstörung im Vordergrund stehe und keine erhebliche radikuläre 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Feb. 2014, IV/13/603, Seite 18

Symptomatik vorliege. Selbst wenn die somatoforme Schmerzstörung in 
der Gesamtbetrachtung im Vordergrund stünde und aus therapeutischer 
Sicht auf einen invasiven Eingriff zu verzichten wäre, ist – was im Übrigen 
auch der RAD-Arzt für möglich hält (AB 103 S. 2) – nicht ausgeschlossen, 
dass aufgrund der nachgewiesenen Akzentuierung der Diskushernie und 
der Wurzelkompression L5 links im Zeitpunkt des Verfügungserlasses eine 
gegenüber der gutachterlichen Einschätzung stärker ins Gewicht fallende 
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit vorlag. Der medizinische Sachverhalt 
erweist sich damit in somatischer Hinsicht als ungenügend abgeklärt. Die 
Sache ist an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie eine neu-
rochirurgische Nachbegutachtung bei Dr. med. C.________ veranlasse und 
anschliessend erneut über den Rentenanspruch der Beschwerdeführerin 
entscheide. 

3.6 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde gutzuheissen und die an-
gefochtene Verfügung vom 5. Juni 2013 aufzuheben. Die Akten sind zu 
medizinischen Abklärungen im Sinne der Erwägungen zurückzuweisen. Im 
Anschluss hat die Beschwerdegegnerin eine neue Verfügung zu erlassen.

4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzulegen.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 700.--, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4). Der geleistete Kostenvor-
schuss von Fr. 700.-- ist der Beschwerdeführerin nach Eintritt der Rechts-
kraft des Urteils zurückzuerstatten.

4.2 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Feb. 2014, IV/13/603, Seite 19

nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Pro-
zesses bemessen (vgl. Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG).

Entsprechend der angemessenen Kostennote von Rechtsanwalt 
B.________ vom 25. Oktober 2013 wird die Parteientschädigung festge-
setzt auf Fr. 2'550.20 (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung der 
IV-Stelle Bern vom 5. Juni 2013 aufgehoben und die Sache an die Be-
schwerdegegnerin zurückgewiesen, damit sie nach Vornahme der Ab-
klärungen im Sinne der Erwägungen neu verfüge. 

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt. Der von der Beschwerdeführerin geleistete 
Kostenvorschuss von Fr. 700.-- wird nach Rechtskraft des Urteils 
zurückerstattet.

3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 2'550.20 (inkl. Auslagen und MWSt.), zu 
ersetzen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin (samt einge-

reichten Akten)
- IV-Stelle Bern (samt eingereichten Akten)
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Hinweis: Im Falle einer Anfechtung dieses Entscheides sind die Akten dem 
Bundesgericht zuzustellen.

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

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Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.