# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fe842374-a57d-5346-8da5-221e6d85ca5b
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-11-11
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht 11.11.2021 810 21 108
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_003_810-21-108_2021-11-11.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und 

Verwaltungsrecht 

 

vom 11. November 2021 (810 21 108) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Rechtspflege  

 

 

Unentgeltliche Prozessführung  

 

 
 

Besetzung Präsidentin Franziska Preiswerk-Vögtli, Gerichtsschreiber Sandro 
Jaisli 
 
 

Beteiligte A.____, Beschwerdeführer 
  

 
gegen 
 
 

 Steuer- und Enteignungsgericht des Kantons Basel-Landschaft 
(Abteilung Steuergericht), Kreuzbodenweg 1, 4410 Liestal, Be-
schwerdegegner 
 

  
  

Betreff Unentgeltliche Prozessführung  
(Entscheid des Steuer- und Enteignungsgerichts des Kantons Basel-
Landschaft, Abteilung Steuergericht, vom 29. Januar 2021) 

 

 

A. Mit Veranlagungsverfügung Nr. 18/2410 V vom 26. Februar 2019 veranlagte die Steuer-

verwaltung des Kantons Basel-Landschaft (Steuerverwaltung) A.____ zu einer Handänderungs-

steuer in der Höhe von Fr. 2'500.-- und mit Veranlagungsverfügung Nr. 18/2410 vom 21. März 

2019 zu einer Grundstückgewinnsteuer in der Höhe von Fr. 38'831.--. Diese Verfügungen wurden 

im Amtsblatt des Kantons Basel-Landschaft (Amtsblatt) vom XX.XX. 2020 publiziert. Auf die ge-

gen diese Verfügungen am 6. Juli 2020 erhobene Einsprache trat die Steuerverwaltung mit Ein-

spracheentscheid vom 23. Juli 2020 mangels Fristwahrung nicht ein.  

 

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B. Gegen diesen Entscheid rekurrierte A.____ mit Eingabe vom 24. August 2020 beim 

Steuer- und Enteignungsgericht des Kantons Basel-Landschaft, Abteilung Steuergericht (Steuer-

gericht). Mit den Gesuchen vom 16. Oktober 2020 ersuchte A.____ das Steuergericht um Ge-

währung der unentgeltlichen Rechtspflege und beantragte die Löschung des gesetzlichen Pfand-

rechts betreffend die Grundstückgewinnsteuer mittels superprovisorischer Massnahme. Das Ge-

such um unentgeltliche Rechtspflege sowie der (super)provisorische Antrag auf Löschung des 

gesetzlichen Pfandrechts wies das Steuergericht mit Präsidialverfügung vom 22. Oktober 2020 

ab, wogegen A.____ mit Eingabe vom 4. November 2020 Einsprache erhob.  

 

C. Mit Entscheid vom 29. Januar 2021 wies das Steuergericht die Einsprache zufolge feh-

lender Mittellosigkeit von A.____ ab und setzte ihm eine nicht erstreckbare Nachfrist zur Bezah-

lung des Kostenvorschusses in der Höhe von Fr. 2'000.-- bis am 30. April 2021.  

 

D. Gegen diesen Entscheid des Steuergerichts erhob A.____ mit Eingabe vom 23. April 2021 

beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht (Kantons-

gericht), Beschwerde und stellte sinngemäss die Anträge, der Entscheid des Steuergerichts vom 

29. Januar 2021 sei aufzuheben und es sei ihm die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren. 

Zudem sei das auf der Stockwerkeigentumsparzelle Nr. XX im Grundbuch B.____ eingetragene 

gesetzliche Pfandrecht der Beschwerdegegnerin superprovisorisch zu löschen, wobei ihm auch 

für das Verfahren vor dem Kantonsgericht die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren sei. Zur 

Begründung führte er im Wesentlichen aus, dass er mittellos sei und sein Gesuch zudem nicht 

als aussichtslos betrachtet werden könne.  

 

E. Mit Vernehmlassung vom 21. Mai 2021 beantragte das Steuergericht die Abweisung der 

Beschwerde.  

 

F. Mit Schreiben vom 7. Juni 2021 erstreckte das Kantonsgericht A.____ die Frist zur Einrei-

chung des Gesuchs um unentgeltliche Rechtspflege einschliesslich der erforderlichen Belege 

peremtorisch bis am 2. Juli 2021.  

 

G. Mit Schreiben vom 2. Juli 2021 reichte A.____ das Formular Gesuch um unentgeltliche 

Rechtspflege ein und bat gleichzeitig um eine weitere letztmalige Fristerstreckung zur Ergänzung 

des Gesuchs bis am 16. Juli 2021. 

 

H. Mit Verfügung des Kantonsgerichts vom 14. Juli 2021 wurde der Antrag von A.____ auf 

Löschung des Grundsteuerpfandrechts superprovisorisch abgewiesen. Ebenfalls abgewiesen 

wurde der Antrag des Beschwerdeführers auf nachperemtorische Erstreckung der Frist zur Er-

gänzung der Unterlagen zum Gesuch um unentgeltliche Prozessführung.  

 

I. Mit Eingabe vom 16. Juli 2021 ersuchte A.____ erneut um eine Fristerstreckung zur Er-

gänzung seines Gesuches um unentgeltliche Rechtspflege bis am 30. Juli 2021.  

 

  

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Die Präsidentin zieht  i n  E r w ä g u n g : 

 

1.1 Nach § 131 Abs. 1 des Gesetzes über die Staats- und Gemeindesteuern (StG) vom 7. 

Februar 1974 und § 43 Abs. 2 des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungspro-zess-

ordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 können Entscheide des Steuergerichts mit Verwaltungs-

gerichtsbeschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Verfassungs- und Verwal-tungsrecht, ange-

fochten werden. Zwischenverfügungen sind nach § 43 Abs. 2bis VPO selbständig anfechtbar, 

wenn sie einen der in dieser Bestimmung genannten Fälle zum Gegenstand haben. Als Zwi-

schenverfügungen im Sinne von § 43 Abs. 2bis VPO gelten auch Rechtsmittelentscheide betref-

fend Zwischenentscheide (Urteil des Kantonsgerichts [KGE VV] vom 6. September 2010 [810 10 

136] E. 1.1; Urteil des Bundesgerichts 2C_1032/2015 vom 24. November 2015 E. 2.1). Der Ent-

scheid des Steuergerichts vom 29. Januar 2021 mit welchem dem Beschwerdeführer die unent-

geltliche Rechtspflege verweigert und der Antrag auf Erlass einer superprovisorischen Mass-

nahme abgewiesen wurde, stellt eine Zwischenverfügung im Sinne von § 43 Abs. 2bis lit. g und f 

VPO dar. Gemäss § 1 Abs. 3 lit. f VPO entscheidet bei Beschwerden gegen Zwischenverfügun-

gen die präsidierende Person. Nach § 131 Abs. 2 lit. a StG ist die steuerpflichtige Person zur 

Beschwerde befugt.  

 

1.2 Ein gesetzliches Pfandrecht geht allen anderen Pfandrechten vor und besteht als unmit-

telbar gesetzliches Pfandrecht auch ohne Eintrag in das Grundbuch (vgl. für die vorliegenden 

gesetzlichen Pfandrechte betreffend die Immobiliensteuern Art. 836 Abs. 2 des Schweizerischen 

Zivilgesetzbuches (ZGB) vom 10. Dezember 1907 i.V.m. § 148 Abs. 1 lit. b des kantonalen Ge-

setzes über die Einführung des Zivilgesetzbuches (EG ZGB) vom 16. November 2006 i.V.m. § 

70 StG). Soweit der Beschwerdeführer die superprovisorische Löschung der gesetzlichen Pfand-

rechte auf der Stockwerkeigentumsparzelle Nr. XX im Grundbuch B.____ beantragte (vgl. Sach-

verhalt lit. D hiervor), kann darauf mangels Beschwerdelegitimation des Beschwerdeführers nicht 

eingetreten werden. Weigert sich der Pfandgläubiger, der Löschung der Grundpfandverschrei-

bung zuzustimmen, kann respektive muss der belastete Grundeigentümer gerichtlich gegen ihn 

vorgehen. Legitimiert ist also ausschliesslich der Eigentümer des Grundstückes, welches mit der 

in Frage stehenden Grundpfandverschreibung belastet ist (SAMUEL ZOGG, in: Geiser/Wolf [Hrsg.], 

Basler Kommentar zum Zivilgesetzbuch II, 6. Auflage, Basel 2019, N 24 ff. zu Art. 826 ZGB). Der 

Beschwerdeführer ist gemäss Grundbuchauszug nicht (mehr) Eigentümer der belasteten Stock-

werkeigentumsparzelle Nr. XX des Grundbuchs B.____ und deshalb nicht zur Geltendmachung 

der gerichtlichen Löschung der gesetzlichen Grundpfandverschreibungen betreffend die Handän-

derungs- und Grundstückgewinnsteuer legitimiert. Da die übrigen Prozessvoraussetzungen er-

füllt sind, kann auf die Beschwerde im aufgezeigten reduzierte Umfang eingetreten werden. 

 

2. Streitgegenstand bildet die Frage, ob das Steuergericht dem Beschwerdeführer die un-

entgeltliche Prozessführung zu Recht zufolge mangelnder Bedürftigkeit mit Einspracheentscheid 

vom 29. Januar 2021 nicht gewährt hatte. 

 

3. Voraussetzung für den Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege ist erstens das Vorlie-

gen von Bedürftigkeit des Betroffenen, zweitens die Nicht-Aussichtslosigkeit der Rechtssache 

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und drittens die Notwendigkeit der Verbeiständung (vgl. § 130 Abs. 1 StG in Verbindung mit § 22 

Abs. 1 und 2 VPO). Die beiden ersten Bedingungen gelten für jegliche Form der unentgeltlichen 

Prozessführung, die dritte naturgemäss für die unentgeltliche Vertretung. Diese Voraussetzungen 

müssen kumulativ gegeben sein (ADRIAN STAEHELIN/DANIEL STAEHELIN/PASCAL GROLLIMUND, Zi-

vilprozessrecht, unter Einbezug des Anwaltsrechts und des internationalen Zivilprozessrechts, 3. 

Aufl., Zürich/Basel/Genf 2019, S. 264; Urteil des Kantonsgerichts [KGE VV] vom 20. Januar 2016 

[810 15 304] E. 7.2). Bezüglich der Darlegung der Mittellosigkeit verweist § 22 Abs. 1 Satz 2 VPO 

auf die Bestimmungen des Zivilprozessrechts, d.h. auf Art. 119 Abs. 2 ZPO. Für den Entscheid 

über die Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege ist die gesamte wirtschaftliche Situation im 

Zeitpunkt der Einreichung des Gesuchs massgebend (BGE 120 Ia 181 E. 3a). Dabei ist eine 

Gegenüberstellung von Einkommen und Vermögen einerseits sowie vom notwendigen Bedarf 

andererseits vorzunehmen (BÜHLER, Die Prozessarmut, in: Schöbi [Hrsg.], Gerichtskosten, Par-

teikosten, Prozesskaution, unentgeltliche Prozessführung, Bern 2001, S. 137; Urteil des Kantons-

gerichts [KGE VV] vom 3. April 2019 [810 19 58] E. 6.2.3). Mittellos beziehungsweise bedürftig 

ist, wer nicht über die erforderlichen Mittel für ein Verfahren verfügt, dafür also Werte beanspru-

chen müsste, die zur Deckung des Grundbedarfs für sich und seine Familie notwendig sind 

(GEROLD STEINMANN, in: Ehrenzeller/Schindler/Schweizer/Vallender [Hrsg.], Die schweizerische 

Bundesverfassung, St. Galler Kommentar, 3. Auflage, Zürich/St. Gallen 2014, N 68 zu Art. 29). 

Die Gründe dafür sind – von Rechtsmissbrauch abgesehen – unerheblich.  

 

4.1 Art. 119 Abs. 2 Satz 1 ZPO hält ausdrücklich fest, dass die gesuchstellende Person ihre 

Einkommens- und Vermögensverhältnisse darzulegen und sich zur Sache sowie zu den Beweis-

mitteln zu äussern hat. Damit trifft die gesuchstellende Person eine umfassende Mitwirkungs-

pflicht, bei welcher es sich allerdings nicht um eine eigentliche Rechtspflicht, sondern vielmehr 

um eine Obliegenheit handelt (Urteil Bundesgericht 5A_955/2015 vom 29. August 2016 E. 4; Ur-

teil des Bundesgerichts 4A_114/2013 vom 20. Juni 2013 E. 2.2 und 4.3.1; FRANK EMMEL, in: 

Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozess-

ordnung (ZPO), 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2016, N 6 f. zu Art. 119; WUFFLI/FUHRER, a.a.O., Rz. 

788 und 791). Diese Mitwirkungsobliegenheit bedingt nicht nur die Einreichung von Unterlagen, 

sondern auch erläuternde Anmerkungen dazu (WUFFLI/FUHRER, a.a.O., Rz. 799). Im Verfahren 

betreffend die unentgeltliche Rechtspflege gilt somit ein durch diese umfassende Mitwirkungsob-

liegenheit eingeschränkter Untersuchungsgrundsatz (Urteil des Bundesgerichts 4A_274/2016 

vom 19. Oktober 2016 E. 2.3).  

 

4.2 Die fehlende oder mangelhafte Mitwirkung kann zwar zur Abweisung des Gesuchs füh-

ren, nicht hingegen zur Anspruchsverwirkung, denn nach Abweisung des Gesuchs steht es der 

gesuchstellenden Person bei verändertem Sachverhalt und unter Vorbehalt des rechtsmiss-

bräuchlichen Prozessierens offen, ein neues Gesuch einzureichen (Urteil Bundesgericht 

5A_886/2017 vom 20. März 2018 E. 3.3.2; STAEHELIN/STAEHELIN/GROLLIMUND, a.a.O., S. 269). 

Das Gericht hat von sich aus weder den Sachverhalt nach jeder Richtung hin abzuklären noch 

unbesehen alles, was behauptet wird, von Amtes wegen zu überprüfen (Urteil des Bundesge-

richts 4A_274/2016 vom 19. Oktober 2016 E. 2.3; EMMEL, a.a.O., N 7 zu Art. 119). Vielmehr hat 

die gesuchstellende Person ihre Mittellosigkeit in jedem Fall in nachvollziehbarer Art und Weise 

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zu begründen und zu dokumentieren. Dies bedeutet, dass die Einkommens- und Vermögensver-

hältnisse eindeutig, vollständig und soweit möglich auch dokumentiert dargestellt werden müs-

sen, damit sich das Gericht ohne aufwendige Nachforschungen einen Überblick über die finanzi-

elle Gesamtsituation machen kann (WUFFLI/FUHRER, a.a.O., Rz. 790, 793 und 794; WUFFLI, 

a.a.O., Rz. 680). Die allgemeine Mitwirkungspflicht wird damit im Rahmen der Feststellung der 

Mittellosigkeit durch die Dokumentationspflicht konkretisiert (WUFFLI/FUHRER, a.a.O., Rz. 803 f.; 

WUFFLI, a.a.O., Rz. 687 f.). Dementsprechend muss die gesuchstellende Person alle Massnah-

men ergreifen, die von ihr vernünftigerweise erwartet werden dürfen, um ihre wirtschaftliche Si-

tuation darzustellen (WUFFLI/FUHRER, a.a.O., Rz. 887).  

 

4.3 Das Gericht seinerseits muss aber einer unbeholfenen Person im Hinblick auf ihre Mit-

wirkungspflicht bezüglich der finanziellen Verhältnisse klar und deutlich aufzeigen, was es für die 

Beurteilung des Gesuchs alles benötigt (WUFFLI, a.a.O., Rz. 696; vgl. auch Urteil des Bundesge-

richts 5A_536/2016 vom 19. Dezember 2016 E. 4.1.2: ʺUnbeholfene Personen hat das Gericht 

auf Angaben hinzuweisen, die es zur Beurteilung des Gesuchs um unentgeltliche Rechtspflege 

benötigtʺ). Wer durch einen Rechtsanwalt vertreten wird, kann dagegen nicht als unbeholfen gel-

ten (Urteil des Bundesgerichts 5A_382/2010 vom 22. September 2010 E. 3.2.2). Entsprechend 

hat das Gericht gemäss Art. 97 ZPO grundsätzlich nur die nicht anwaltlich vertretene Partei über 

die unentgeltliche Rechtspflege aufzuklären. Die Gerichte müssen daher nicht anwaltlich vertre-

tene Gesuchsteller einladen, unvollständige Angaben und Belege zu ergänzen (Urteil des Bun-

desgerichts 5A_536/2016 vom 19. Dezember 2016 E. 4.1.2). Wird trotzdem ein ungenügendes 

Gesuch eingereicht, so hat das Gericht eine Nachfrist zur Nachreichung der relevanten Unterla-

gen anzusetzen, was sich aus der richterlichen Fragepflicht nach Art. 56 ZPO ergibt (WUFFLI, 

a.a.O., Rz. 696). Von der Ansetzung einer Nachfrist kann gegebenenfalls abgesehen werden, 

wenn die gesuchstellende Person anwaltlich vertreten oder selbst prozesserfahren ist, sie also 

weiss, dass sie ihre finanziellen Verhältnisse umfassend offenlegen und belegen muss (Urteil 

4A_114/2013 vom 20. Juni 2013 E. 4.3.2 mit Hinweisen).  

 

5. Gemäss der hiervor beschriebenen Rechtslage muss das Gericht einer nicht anwaltlich 

vertretenen Person im Hinblick auf ihre Mitwirkungspflicht bezüglich der finanziellen Verhältnisse 

klar und deutlich aufzeigen, was es für die Beurteilung des Gesuchs alles benötigt. Das Gericht 

hat dazu dem Gesuchsteller alle im offiziellen Formular ʺGesuch um unentgeltliche Rechtspflegeʺ 

genannten Angaben und Unterlagen explizit zu nennen, welche dieser seinem Gesuch noch nicht 

beigelegt hat, die aber zur Beurteilung des Gesuches erforderlich sind. Zur Verbesserung res-

pektive Vervollständigung des Gesuches hat das Gericht dem Gesuchsteller zudem eine ange-

messene Nachfrist anzusetzen. Unterlässt es diese Aufklärung über die unentgeltliche Rechts-

pflege, kann ein Gesuch nach der Praxis des Kantonsgerichts nicht wegen Verletzung der Mit-

wirkungsobliegenheit abgewiesen werden. Da die Vorinstanz keine weiteren Abklärungen vorge-

nommen hatte, beziehungsweise den Beschwerdeführer weder über die Voraussetzungen der 

unentgeltlichen Rechtspflege hinreichend aufgeklärt noch ihm zur Verbesserung beziehungs-

weise Vervollständigung seines Gesuches eine angemessene Nachfrist gesetzt hatte, verneinte 

sie die Mittellosigkeit des Gesuchstellers zu Unrecht. Die Vorinstanz wies nämlich das Gesuch 

des Beschwerdeführers mit Präsidialverfügung vom 22. Oktober 2020 direkt zufolge fehlender 

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Mittellosigkeit beziehungsweise mangelhafter Mitwirkung des Gesuchstellers bei der Überprü-

fung seiner Mittellosigkeit ab, was sich nach dem Gesagten als überspitzt formalistisch und damit 

unzulässig erweist.  

 

6. Bei dieser Ausgangslage ist in Aufhebung des Einspracheentscheides des Steuergerichts 

Nr. 510 20 98 vom 29. Januar 2021 die Beschwerde, soweit darauf eingetreten werden kann, 

gutzuheissen und die Sache zur neuen Beurteilung im Sinne der Erwägungen an das Präsidium 

des Steuergerichtes zurückzuweisen. Damit kann vorliegend offengelassen werden, ob der An-

spruch auf rechtliches Gehör des Beschwerdeführers wegen nichtgenehmigter Teilnahme an der 

Verhandlung verletzt wurde. Gleiches gilt für die Frage der Nichtaussichtslosigkeit der Begehren 

des Beschwerdeführers, wobei die Prozessaussichten nach einer vorläufigen und summarischen 

Prüfung wohl eher als gut zu betrachten sind. Eine prima facie Prüfung ergibt nämlich, dass die 

Steuerverwaltung durch das gewählte Vorgehen im Zusammenhang mit der amtlichen Publika-

tion der Verfügungen weder zumutbare Adress- beziehungsweise Aufenthaltsnachforschungen 

unternommen noch den Beschwerdeführer vorgängig aufgefordert hatte, in der Schweiz eine Ver-

tretung beziehungsweise ein Zustelldomizil zu bezeichnen. Beides sind aber für eine formell kor-

rekte Eröffnung einer Verfügung durch amtliche Publikation erforderliche Voraussetzungen (URS 

PETER CAVELTI, in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz über das Ver-

waltungsverfahren, 2. Aufl., Bern/St. Gallen 2018, N 29 zu Art. 20 mit weiteren Hinweisen).  

 

7. Es bleibt über die Kosten zu befinden. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor 

Kantonsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren und die 

Beweiskosten und werden in der Regel in angemessenem Ausmass der unterliegenden Partei 

auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Dem Steuergericht sind praxisgemäss keine Verfahrenskosten auf-

zuerlegen. Die Parteikosten werden wettgeschlagen (§ 21 Abs. 1 VPO).  

  

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Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

 

://: 1. In Aufhebung des Einspracheentscheides des Steuergerichts Nr. 510 20 

98 vom 29. Januar 2021 wird die Beschwerde gutgeheissen, soweit da-

rauf eingetreten werden kann.  

   

 2. Die Angelegenheit wird zur neuen Beurteilung im Sinne der Erwägungen 

an das Präsidium des Steuer- und Enteignungsgerichtes Basel-Land-

schaft, Abteilung Steuergericht, zurückgewiesen 

   

 3. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

   

 4. Die Parteikosten werden wettgeschlagen.  

 

 

 

 

 

 

Präsidentin 
 
 
 
 
 

Gerichtsschreiber 
 
 
 
 
 
 

 

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