# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c0b36824-1c54-58dc-9a46-56673d17258d
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2019-07-09
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 09.07.2019 F-1127/2019
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-1127-2019_2019-07-09.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-1127/2019 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  9 .  J u l i  2 0 1 9  

Besetzung 
 Richterin Susanne Genner (Vorsitz), 

Richter Gregor Chatton,  

Richter Yannick Antoniazza-Hafner, 

Gerichtsschreiberin Ulrike Raemy. 
 

 
 

Parteien 
 1. A._______,   

2. B._______,  

Beschwerdeführende,  

 
 

 
gegen 

 
 

Staatssekretariat für Migration SEM,  

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 
 

 
 

Gegenstand 
 Schengen-Visum zu Besuchszwecken für C._______. 

 

 

 

F-1127/2019 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

C._______, eine 1991 geborene marokkanische Staatsangehörige (nach-

folgend: Gesuchstellerin), hat bereits in der Vergangenheit mehrmals 

Schengen-Visa für einen längeren Aufenthalt in der Schweiz beantragt, de-

ren Ausstellung jeweils von der Schweizerischen Botschaft in Rabat bzw. 

vom SEM verweigert wurde, letztmals mit Einspracheentscheid vom 

18. April 2016 (vgl. Akten der Vorinstanz [SEM-act.] 1).  

B.  

Am 22. Oktober 2018 beantragte sie bei der Schweizerischen Botschaft in 

Rabat ein Schengen-Visum für einen elftägigen Besuchsaufenthalt im Kan-

ton Zürich (vom 17. Januar 2019 bis 27. Januar 2019). Die Gastgeber (und 

Beschwerdeführenden) hatten zuvor am 16. Oktober 2018 ein entspre-

chendes Einladungsschreiben zuhanden der Schweizerischen Botschaft in 

Rabat verfasst, sich dabei als Schwager bzw. Schwester zu erkennen ge-

geben und erklärt, sie möchten der Gesuchstellerin (und Eingeladenen) die 

Möglichkeit geben, ihre Schulferien bei ihnen verbringen und sich erholen 

zu können (vgl. SEM-act. 4/19-23).  

Im Gesuch vom 22. Oktober 2018 gab C._______ an, Studentin am «Insti-

tut D._______» in Agadir zu sein (vgl. SEM-act. 4/22). Dem Gesuch waren 

zwei Schreiben dieses Instituts beigelegt, datiert am 16. Oktober 2018. Da-

rin wird bescheinigt, die Gesuchstellerin sei im Rahmen einer Weiterbil-

dung im 2. Jahr für das Fach Buchhaltung eingeschrieben (Schuljahr 

2018/2019); sie habe im Januar 2019 elf Tage Schul- bzw. Semesterferien 

und werde am 28. Januar 2019 zurückerwartet (SEM-act. 4/16-17). 

C.  

Mit Formularverfügung vom 25. Oktober 2018 verweigerte die Schweizeri-

sche Botschaft in Rabat das Visum, dies mit der Begründung, die Absicht 

der Gesuchstellerin, vor Ablauf des Visums aus dem Hoheitsgebiet der 

Schengen-Mitgliedstaaten auszureisen, habe nicht hinreichend festgestellt 

werden können (SEM-act. 4/27). 

D.  

Gegen die Verweigerung des Visums erhoben die Gastgeber am 4. No-

vember 2018 Einsprache bei der Vorinstanz. 

F-1127/2019 

Seite 3 

Begründend führten sie aus, da sich die Gastgeberin im letzten Lehrjahr 

befinde, könne sie momentan nicht reisen. Deshalb wäre es schön, wenn 

Amina für diese elf Tage zu ihnen kommen dürfte (SEM-act. 2/4). 

E.  

Im Rahmen des Einspracheverfahrens nahm die Vorinstanz Einsicht in die 

Akten der Schweizer Vertretung in Rabat und liess durch die Migrationsbe-

hörde im Wohnsitzkanton der Gastgeber weitere Abklärungen zum Sach-

verhalt vornehmen. Einen von dieser Behörde an sie gerichteten Frageka-

talog beantworteten die Gastgeber umgehend und führten unter anderem 

aus, die Gesuchstellerin mache eine Ausbildung in der Buchhaltung. Sie 

befinde sich im zweiten Ausbildungsjahr und wolle nach ihrem Ferienauf-

enthalt in der Schweiz nach Marokko zurückkehren und ihre Ausbildung 

beenden (vgl. SEM-act. 5/38-39). 

F.  

Mit Verfügung vom 12. Februar 2019 wies die Vorinstanz die Einsprache 

ab. Dabei teilte sie die Einschätzung der schweizerischen Auslandvertre-

tung, wonach die anstandslose und fristgerechte Wiederausreise der Ge-

suchstellerin nach einem Besuchsaufenthalt nicht als hinreichend gesi-

chert betrachtet werden könne. Diese stamme aus einem Land, aus wel-

chem als Folge der schwierigen wirtschaftlichen und politischen Verhält-

nisse ein Zuwanderungsdruck bestehe. Im Weiteren seien aus den persön-

lichen, familiären und wirtschaftlichen Verhältnissen der Eingeladenen 

keine Umstände ersichtlich, die besondere Gewähr für die Wiederausreise 

nach einem Besuchsaufenthalt bieten könnten, handle es sich doch bei ihr 

um eine junge, ledige und kinderlose Person, welche sich noch in der Aus-

bildung befinde, aber (noch) nicht in einem Arbeitsverhältnis stehe (SEM-

act. 6/43). 

G.  

Am 4. März 2019 (Postaufgabe: 6. März 2019) gelangten die Gastgeber 

mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht und beantragten sinn-

gemäss, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und das Schengen-

Visum sei für einen Besuchsaufenthalt zu erteilen. Zur Begründung verwie-

sen sie im Wesentlichen auf ihre Eigenschaft als Garanten und stellten in 

Aussicht, über die korrekte Ein- und Wiederausreise im Rahmen des Be-

suchsaufenthalts der Gesuchstellerin besorgt zu sein. Die Gesuchstellerin 

arbeite seit 1. März 2018 als kaufmännische Direktorin in einem Reisebüro 

und absolviere gleichzeitig im Abendunterricht eine Weiterbildung in der 

Buchhaltung. Ferner habe sie im Jahr 2015 eine Ausbildung am «Institut 

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Seite 4 

E._______» abgeschlossen. Da sich der Arbeitgeber der Gesuchstellerin 

im Zeitpunkt der Gesuchstellung im Ausland befunden habe, habe sie da-

mals keine Arbeitsbestätigung einreichen können. Der Beschwerde waren 

verschiedene Unterlagen beigelegt, unter anderem eine Kopie einer Ar-

beitsbestätigung eines Reisebüros in Agadir sowie eines Abschlusszertifi-

kates des Instituts E._______ vom 1. Juli 2015 (Akten des Bundesverwal-

tungsgerichts [BVGer-act. 1]).  

H.  

In seiner Vernehmlassung vom 8. April 2019 schloss das SEM auf Abwei-

sung der Beschwerde (BVGer-act. 5). 

I.  

Die Beschwerdeführenden verzichteten auf eine Replik. 

J.  

Auf den weiteren Akteninhalt wird, soweit rechtserheblich, in den Erwägun-

gen eingegangen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Von der Vorinstanz erlassene Einspracheentscheide bezüglich Schen-

gen-Visa sind mit Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht anfechtbar 

(vgl. Art. 31 ff. VGG i.V.m. Art. 5 VwVG). Das Rechtsmittelverfahren richtet 

sich nach dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt (Art. 37 

VGG). 

1.2 Die Beschwerdeführenden haben am vorangegangenen Einsprache-

verfahren teilgenommen und sind als Gastgeber beziehungsweise Ver-

wandte der Gesuchstellerin durch die angefochtene Verfügung besonders 

berührt. Zwar war der angegebene Besuchszeitraum im Verfügungszeit-

punkt (12. Februar 2019) bereits verstrichen. Indessen haben die Be-

schwerdeführenden durch die Beschwerdeerhebung kundgetan, dass sie 

und die Gesuchstellerin nach wie vor ein Interesse an der Erteilung eines 

Visums haben. Sie sind daher zur Erhebung des Rechtsmittels legitimiert 

(Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die im Übrigen frist- und formgerecht einge-

reichte Beschwerde ist daher einzutreten (Art. 50 und 52 VwVG). 

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Seite 5 

1.3 In der vorliegenden Beschwerdeangelegenheit entscheidet das Bun-

desverwaltungsgericht endgültig (Art. 83 Bst. c Ziff. 1 BGG). 

2.  

Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung 

von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Er-

messens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheb-

lichen Sachverhaltes und – soweit nicht eine kantonale Behörde als Be-

schwerdeinstanz verfügt hat – die Unangemessenheit gerügt werden 

(Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet das Bundesrecht 

von Amtes wegen an. Es ist gemäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begrün-

dung der Begehren nicht gebunden. Massgebend ist grundsätzlich die 

Sachlage zum Zeitpunkt seines Entscheides (vgl. BVGE 2014/1 E. 2 m.H.; 

2011/43 E. 6.1). 

3.  

Der angefochtenen Verfügung liegt das Gesuch einer marokkanischen 

Staatsangehörigen um Erteilung eines Visums für einen elftägigen Be-

suchsaufenthalt in der Schweiz zugrunde. Da sich die Gesuchstellerin nicht 

auf die EU/EFTA-Personenfreizügigkeitsabkommen berufen kann und die 

beabsichtigte Aufenthaltsdauer 90 Tage nicht überschreitet, fällt die vorlie-

gende Streitsache in den persönlichen und sachlichen Anwendungsbe-

reich der Schengen-Assoziierungsabkommen, mit denen die Schweiz den 

Schengen-Besitzstand und die dazugehörigen gemeinschaftsrechtlichen 

Rechtsakte übernommen hat (BVGE 2014/1 E. 3; 2011/48 E. 3). Das Aus-

länder- und Integrationsgesetz (AIG, SR 142.20) und dessen Ausführungs-

bestimmungen gelangen nur soweit zur Anwendung, als die Schengen-As-

soziierungsabkommen keine abweichenden Bestimmungen enthalten (Art. 

2 Abs. 4 AIG). 

4.  

4.1 Drittstaatsangehörige dürfen über die Aussengrenzen des Schengen-

Raums für einen Aufenthalt von höchstens 90 Tagen innerhalb eines Zeit-

raums von 180 Tagen einreisen, wenn sie im Besitz eines Visums sind, falls 

ein solches nach Massgabe der Verordnung (EU) 2018/1806 des Europäi-

schen Parlaments und des Rates vom 14. November 2018 (Aufstellung der 

Liste der Drittländer, deren Staatsangehörige beim Überschreiten der Aus-

sengrenzen im Besitz eines Visums sein müssen, sowie der Liste der Dritt-

länder, deren Staatsangehörige von dieser Visumpflicht befreit sind [ABl. L 

303/39 vom 28.11.2018; nachfolgend: Verordnung [EU] 2018/1806; in Kraft 

seit 15. Februar 2019]) erforderlich ist (Art. 6 Abs. 1 Bst. b der Verordnung 

http://links.weblaw.ch/BVGE-2014/1

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Seite 6 

[EG] Nr. 2016/399 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 9. 

März 2016 über einen Gemeinschaftskodex für das Überschreiten der 

Grenzen durch Personen [Kodifizierter Text] [Schengener Grenzkodex, 

SGK, Abl. L 77/1 vom 23.03.2016]; Art. 6 Abs. 1 der Verordnung über die 

Einreise und die Visumserteilung vom 15. August 2018 [VEV]; vgl. auch 

Art. 2 Ziff. 6 SGK; Art. 5 Abs. 1 Bst. a AIG). Als marokkanische Staatsan-

gehörige unterliegt die Gesuchstellerin unbestrittenermassen der Visum-

pflicht (Anhang I der bereits erwähnten Verordnung Nr. 2018/1806; Art. 8 

Abs. 1 VEV). 

4.2 Voraussetzung zur Visumserteilung und zur Einreise ist unter anderem, 

dass die drittstaatsangehörige Person keine Gefahr für die öffentliche Ord-

nung, die innere Sicherheit, die öffentliche Gesundheit oder die internatio-

nalen Beziehungen eines Mitgliedstaats darstellt (Art. 6 Abs. 1 Bst. e SGK) 

und Gewähr für die gesicherte Wiederausreise bietet (Art. 32 Abs. 1 Bst. b 

der Verordnung [EG] Nr. 810/2009 des Europäischen Parlaments und des 

Rates vom 13. Juli 2009 über einen Visakodex der Gemeinschaft [Visako-

dex, VK, ABl. L 243/1 vom 15.09.2009]; Art. 5 Abs. 2 AIG; BVGE 2011/48 

E. 4.5; 2009/27 E. 5.2). Wenn die betreffende Person nicht bereit ist, das 

Hoheitsgebiet des Schengen-Raums fristgerecht wieder zu verlassen, ist 

eine Gefahr für die öffentliche Ordnung im Sinne von Art. 6 Abs. 1 Bst. e 

SGK anzunehmen (BVGE 2014/1 E. 4.3 m.H.). Die Behörden haben daher 

zu prüfen und drittstaatsangehörige Personen zu belegen, dass die Gefahr 

einer rechtswidrigen Einwanderung oder einer nicht fristgerechten Aus-

reise nicht besteht respektive dass die gesuchstellende Person für die ge-

sicherte Wiederausreise Gewähr bietet (Art. 14 Abs. 1 Bst. d VK; Art. 21 

Abs. 1 VK; BVGE 2014/1 E. 4.4; Art. 5 Abs. 2 AIG; BVGE 2009/27 E. 5.2).  

4.3 Das schweizerische Ausländerrecht kennt weder ein allgemeines 

Recht auf Einreise noch gewährt es einen besonderen Anspruch auf Ertei-

lung eines Visums. Die Schweiz ist daher grundsätzlich nicht gehalten, 

drittstaatsangehörigen Personen die Einreise zu gestatten. Das Schengen-

Recht schränkt die nationalstaatlichen Befugnisse insoweit ein, als es ein-

heitliche Voraussetzungen für Einreise und Visum aufstellt und die Mitglied-

staaten verpflichtet, die Einreise bzw. das Visum zu verweigern, wenn die 

Voraussetzungen nicht erfüllt sind. Einen Anspruch auf Einreise bzw. Vi-

sum vermittelt aber auch das Schengen-Recht nicht (BVGE 2014/1 E. 4.1.1 

und E. 4.1.5; 2011/48 E. 4; Urteil des BVGer F-7617/2016 vom 12. März 

2018 E. 4.1). 

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Seite 7 

4.4 Sind sämtliche Voraussetzungen für die Visumserteilung erfüllt, ist das 

Schengen-Visum auszustellen. Ist hingegen einer der in Art. 32 Abs. 1 VK 

(nicht abschliessend) aufgelisteten Tatbestände gegeben, darf ein einheit-

liches Visum nicht erteilt werden (vgl. Art. 21 Abs. 1 und Abs. 3 VK; Art. 32 

Abs. 1 VK; BVGE 2014/1 E. 4.5; 2011/48 E. 4.6; Urteil des BVGer 

F-7617/2016 E. 4.1). Das Schengen-Visum ist deshalb unter anderem zu 

verweigern, wenn Zweifel an der von der drittstaatsangehörigen Person 

bekundeten Absicht bestehen, das Hoheitsgebiet der Mitgliedstaaten vor 

Ablauf der Gültigkeit des beantragten Visums wieder zu verlassen (Art. 32 

Abs. 1 Bst. b VK; BVGE 2014/1 E. 4.4). Den Behörden kommt bei der Be-

urteilung, ob die Voraussetzungen für die Visumserteilung erfüllt sind, ein 

weiter Beurteilungsspielraum zu (BVGE 2014/1 E. 4.1.5 in fine; Urteil des 

BVGer F-7617/2016 E. 4.1). 

4.5 Sind – abgesehen vom Visum selbst – die Einreisevoraussetzungen 

nicht erfüllt, kann in Ausnahmefällen ein Visum mit räumlich beschränkter 

Gültigkeit erteilt werden, das nur für das Hoheitsgebiet des betreffenden 

Mitgliedstaats gilt. Von dieser Möglichkeit kann der betreffende Mitglied-

staat unter anderem Gebrauch machen, wenn er es aus humanitären 

Gründen, aus solchen des nationalen Interesses oder aufgrund internatio-

naler Verpflichtungen für erforderlich hält (vgl. Art. 3 Abs. 4 VEV; Art. 25 

Abs. 1 Bst. a VK; Art. 6 Abs. 5 Bst. c SGK).  

5.  

5.1 In der Regel lassen sich keine gesicherten Feststellungen darüber tref-

fen, ob eine drittstaatsangehörige Person tatsächlich beabsichtigt, vor Ab-

lauf des Visums den Schengen-Raum zu verlassen, weshalb darüber eine 

Prognose zu erstellen ist. Hierzu sind alle Umstände des Einzelfalles zu 

würdigen. Die Beweisführungslast obliegt dabei der drittstaatsangehörigen 

Person (Art. 14 Abs. 1 Bst. d VK; Art. 14 Abs. 3 i.V.m. Anhang II VK; Art. 5 

Abs. 1 Bst. c SGK; Art. 5 Abs. 2 AIG; BVGE 2014/1 E. 4.4 und E. 6.1). An-

haltspunkte zur Beurteilung der Gewähr für eine fristgerechte Wiederaus-

reise können sich zunächst aus der allgemeinen Situation im Herkunftsland 

der drittstaatsangehörigen Person ergeben. Namentlich bei Einreisegesu-

chen von Personen aus Staaten bzw. Regionen mit politisch, wirtschaftlich 

und sozial ungünstigen Verhältnissen rechtfertigt sich eine strenge Praxis, 

da die persönliche Interessenlage in solchen Fällen erfahrungsgemäss 

häufig nicht mit dem Ziel und Zweck einer zeitlich befristeten Einreisebe-

willigung im Einklang steht (BVGE 2014/1 E. 6.1 m.H.). 

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Seite 8 

5.2 Marokko gilt zwar grundsätzlich als wirtschaftlich stabil. Die Wirtschaft 

befindet sich, trotz eines Einbruchs im Jahr 2016, im Aufschwung. Dennoch 

ist die soziale Lage vieler Marokkanerinnen und Marokkaner schwierig. Ein 

zentrales Hindernis ist dabei das geringe Bildungsniveau. Die Analphabe-

tenrate bleibt mit rund 30 % der über 15-Jährigen eine der höchsten in der 

arabischen Welt. Zudem hat das Königreich mit zahlreichen sozialen Prob-

lemen zu kämpfen, die durch Verstädterung und Industrialisierung entste-

hen. Die grösste Herausforderung für die marokkanische Wirtschaft bleibt 

jedoch der Arbeitsmarkt, da der Bevölkerungszuwachs in den aktiven Al-

tersgruppen deutlich höher liegt als die Schaffung neuer Arbeitsplätze. Die 

reale Arbeitslosenquote dürfte somit, insbesondere bei den Jugendlichen, 

deutlich über den offiziell angegeben ca. 10% liegen (Quellen: Deutsches 

Auswärtiges Amt, www.auswaertiges-amt.de > Reise & Sicherheit > Reise- 

und Sicherheitshinweise: Länder A-Z > Marokko > Wirtschaft bzw. Innen-

politik, Stand: 18. März 2019; Deutsches Bundesministerium für wirtschaft-

liche Zusammenarbeit und Entwicklung in Europa, www.bmz.de > Länder 

> Naher Osten und Nordafrika > Marokko > Informationen zum Land > So-

ziale Situation, alle Seiten besucht im Juni 2019; vgl. anstelle vieler auch 

Urteil des BVGer F-934/2018 vom 21. März 2019 E. 6.2). 

6.  

6.1 Vor diesem Hintergrund besteht vielfach der Wunsch nach Auswande-

rung, welcher sich besonders stark bei jüngeren und ungebundenen Per-

sonen manifestiert. Dass viele Menschen aus Marokko emigrieren, zeigt 

sich ebenfalls an den kontinuierlich steigenden Überweisungen von Aus-

landmarokkanern. Ebenso wirkt sich dieser Umstand auf die Schweizer 

Asylstatistik aus, in der Marokko nach wie vor zu den wichtigsten Her-

kunftsländern gehört (vgl. www.sem.admin.ch > Publikationen & Service > 

Asylstatistik > Übersichten > Asylgesuche nach Nationen [letzte 37 Mo-

nate] sowie: www.sem.admin.ch > Publikationen & Service > Asylstatistik 

Jahresstatistiken > Kommentierte Asylstatistik 2018 S. 3, besucht im Mai 

2019). Wie die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid bereits ausgeführt 

hat, ist ein im Zielland bestehendes, minimales soziales Beziehungsnetz 

aus Verwandten oder Freunden zudem ein wichtiges Element, das den 

Entscheid auszuwandern erleichtern kann. Angesichts der restriktiven Zu-

lassungsregelung führt dies nicht selten zur Umgehung von ausländer-

rechtlichen Bestimmungen, indem die Gesuchstellenden – einmal einge-

reist – versuchen, den Aufenthalt auf eine ganz andere rechtliche Basis 

abzustützen (BVGE 2014/1 E. 6.2.2; 2009/27 E. 7). Das Risiko einer nicht 

fristgerechten Wiederausreise der Gesuchstellerin ist demnach grundsätz-

lich als hoch einzuschätzen (anstelle vieler vgl. Urteile des BVGer 

http://www.bmz.de/
http://www.sem.admin.ch/
http://www.sem.admin.ch/

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Seite 9 

F-934/2018 E. 7.1; F-2618/2017 vom 14. Dezember 2017 E. 6.2; 

C-7276/2015 vom 3. März 2016 E. 5.3). 

6.2 In die Prognose über die Absicht einer gesuchstellenden Person, den 

Schengen-Raum fristgerecht zu verlassen, sind weiter deren persönliche, 

familiäre und berufliche Situation sowie deren Interessenlage miteinzube-

ziehen (BVGE 2014/1 E. 6.3.1). Obliegt einer gesuchstellenden Person im 

Heimatland beispielsweise eine besondere berufliche, gesellschaftliche o-

der familiäre Verantwortung, kann dies die Prognose für eine anstandslose 

Wiederausreise begünstigen. Umgekehrt muss bei Personen, die in ihrer 

Heimat keine besonderen Verpflichtungen haben, das Risiko eines auslän-

derrechtlich nicht regelkonformen Verhaltens nach einer bewilligten Ein-

reise als hoch eingeschätzt werden (BVGE 2014/1 E. 6.3.1 m.H.; 2009/27 

E. 8). 

6.3 Die Gesuchstellerin gab im Antragsformular an, Studentin am Institut 

D._______ zu sein, und legte ihrem Gesuch die Kopie zweier Bestätigun-

gen des Instituts D._______ vom 16. Oktober 2018 bei, wonach sie sich im 

zweiten Ausbildungsjahr bzw. Semester befinde, vom 17. Januar 2019 bis 

27. Januar 2019 Ferien habe und am 28. Januar 2019 zurückerwartet 

werde. Auch die Gastgeber gaben im Rahmen der Inlandabklärungen an, 

die Beschwerdeführerin befinde sich noch in Ausbildung (vgl. Sachverhalt 

Bst. B., D. und E.).  

6.4 Auf Beschwerdeebene wird nunmehr geltend gemacht, die Eingela-

dene habe bereits im Jahr 2015 eine Ausbildung am Institut E._______ 

absolviert, sei seit 1. März 2018 erwerbstätig und bilde sich berufsbeglei-

tend weiter. In diesem Zusammenhang legen die Beschwerdeführenden 

folgende Unterlagen ins Recht: 

- Kopie einer Arbeitsbestätigung des Reisebüros vom 4. März 2019,  

- Kopie einer Bestätigung des Reisebüros gleichen Datums, wonach der Ge-

suchstellerin im laufenden Jahr 15 Ferientage zustehen würden, 

- Kopie einer Gehaltsabrechnung vom Januar 2019, 

- Kopie einer Bestätigung des Instituts E._______, wonach die Gesuchstellerin 

am 1. Juli 2015 eine zweijährige Ausbildung im Hotelfach abgeschlossen habe. 

Des Weiteren führen sie aus, der Gesuchstellerin obliege die Pflege ihrer 

Mutter, da sie mehr zu Hause sei als ihr Vater und ihre Brüder (vgl. Sach-

verhalt Bst. B, E, G).  

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Seite 10 

6.5 Die eingereichten Unterlagen lassen zunächst den Sachverhalt in ei-

nem anderen Licht erscheinen. So ist der Bestätigung des Instituts 

E._______] vom 1. Juli 2015 zu entnehmen, dass die Gesuchstellerin in 

den Jahren 2013 bis 2015 eine Ausbildung im Hotelfach als «technicien 

specialisé» absolviert hat. Zudem ist sie gemäss der Bestätigung des Rei-

sebüros vom 4. März 2019 seit 1. März 2018 dort arbeitstätig. Die behaup-

tete Erwerbstätigkeit und das abgeschlossene Studium am Institut 

E._______ können jedoch dadurch nicht zweifelsfrei belegt werden. Die 

Angaben stehen im Widerspruch zu einem früheren Visumsantrag vom 

22. November 2015, in dem die Gesuchstellerin erklärt und mit entspre-

chenden Unterlagen belegt hatte, an der Universität […] in Agadir für das 

Studienjahr 2015/2016 an der «Faculté des Lettres et des Sciences Hu-

maines» immatrikuliert zu sein und dort Französisch zu studieren. Auch die 

damalige Gastgeberin hatte in ihrer Einsprache angegeben, dass die Ge-

suchstellerin an der Universität in Agadir studiere (vgl. zum Ganzen SEM-

act. 1 [nicht paginiert]). Die Gesuchstellerin hat widersprüchliche Angaben 

gemacht, indem sie im vorliegenden Verfahren zunächst angab, Studentin 

zu sein, obwohl sie im Gesuchsformular ausdrücklich nach ihrem aktuellen 

Beruf gefragt worden war, und später eine Erwerbstätigkeit behauptete, 

welche mit den in der Vergangenheit gemachten Angaben (Französisch-

Studium in Agadir) nicht in Einklang zu bringen ist. Selbst wenn zu Gunsten 

der Beschwerdeführenden angenommen würde, dass die Gesuchstellerin 

im Reisebüro angestellt ist, erscheint dennoch nicht nachvollziehbar, inwie-

fern diese Tätigkeit sie davon abhalten könnte, Marokko definitiv zu verlas-

sen. Es wird nicht glaubhaft aufgezeigt, dass die Gesuchstellerin eine be-

sondere berufliche Verantwortung wahrnehmen würde.  

6.6 Es kommt hinzu, dass die geltend gemachte Berufstätigkeit – insbe-

sondere auch mit Blick auf die berufsbegleitende Weiterbildung – nicht mit 

dem Vorbringen zu vereinbaren ist, wonach sich die Gesuchstellerin um 

ihre Mutter kümmere, da sie im Vergleich zu den übrigen Familienmitglie-

dern mehr Zeit zu Hause verbringe. Im Übrigen geht aus der nur knappen 

Erwähnung der Unterstützung nicht hervor, dass die allenfalls erforderliche 

Betreuung der Mutter nur durch die Gesuchstellerin geleistet werden kann.  

6.7 Zusammenfassend ergibt sich, dass der Gesuchstellerin in Marokko 

keine besonderen beruflichen, familiären oder gesellschaftlichen Verpflich-

tungen obliegen. Vor dem geschilderten Hintergrund erscheint das Risiko, 

dass die Gesuchstellerin die Schweiz nach einem Besuchsaufenthalt nicht 

wieder rechtzeitig verlassen könnte, erheblich. Daran vermögen auch die 

gegenteiligen Zusicherungen der Beschwerdeführenden nichts zu ändern: 

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Seite 11 

Gastgeber können zwar für bestimmte finanzielle Risiken im Zusammen-

hang mit dem Besuchsaufenthalt, nicht aber für ein bestimmtes Tun oder 

Unterlassen ihres Gastes rechtswirksam einstehen (vgl. BVGE 2014/1 

E. 6.3.7 m. w. H.; 2009/27 E. 9.). Aus dem gleichen Grund kann auch nicht 

entscheidend sein, dass die Beschwerdeführenden im Zusammenhang mit 

dem beabsichtigten Aufenthalt grossen Aufwand betrieben haben. 

7.  

Unter Berücksichtigung der allgemeinen Situation im Herkunftsland und 

vor dem dargelegten persönlichen Hintergrund durfte die Vorinstanz davon 

ausgehen, dass keine hinreichende Gewähr für eine fristgerechte und an-

standslose Wiederausreise der Gesuchstellerin nach einem Besuchsauf-

enthalt besteht. Demnach wurde das Visum für den gesamten Schengen-

Raum zu Recht verweigert. Gründe humanitärer oder anderer Art, die die 

Erteilung eines Visums mit räumlich beschränkter Gültigkeit gerechtfertigt 

hätten (vgl. dazu E. 5.5 vorstehend), wurden nicht geltend gemacht. 

8.  

Die angefochtene Verfügung ist im Lichte von Art. 49 VwVG nicht zu bean-

standen. Die Beschwerde ist deshalb abzuweisen. 

9.  

Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten den Be-

schwerdeführenden aufzuerlegen (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 1 ff. 

des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigun-

gen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 

 

(Dispositiv siehe nächste Seite) 

  

F-1127/2019 

Seite 12 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 800.– werden den Beschwerdeführenden 

auferlegt. Sie sind durch den in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss 

gedeckt. 

3.  

Dieses Urteil geht an: 

– die Beschwerdeführenden (Einschreiben) 

– die Vorinstanz (Akten Ref-Nr. […] zurück) 

 

 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Susanne Genner Ulrike Raemy 

 

 

 

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