# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a4d84150-6349-5b46-8b84-5183d869e768
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-08-25
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 25.08.2014 IV 2013/597
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2013-597_2014-08-25.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2013/597

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 05.06.2020

Entscheiddatum: 25.08.2014

Entscheid Versicherungsgericht, 25.08.2014
Art. 28 IVG; Invalidisierender Gesundheitsschaden; Mahn- und 
Bedenkzeitverfahren; Prozentvergleich (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 25. August 2014, IV 
2013/597).

Entscheid Versicherungsgericht, 25.08.2014

Präsidentin Lisbeth Mattle Frei, Versicherungsrichterin Marie Löhrer, a.o. 

Versicherungs-richter Christian Zingg; Gerichtsschreiber Ahmet Birguel

Entscheid vom 25. August 2014

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Advokat lic. iur. Martin Boltshauser, c/o Procap Schweiz, Frohburg-

strasse 4, Postfach, 4601 Olten,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Rente

Sachverhalt:

A.      

A.a  Im Februar 2012 meldete sich A.___ zum Bezug von Leistungen der

Invalidenversicherung an und ersuchte um Unterstützung bei der beruflichen 

Integration und um Ausrichtung einer Rente. Sie gab an, an Zwangserkrankung, Stress 

und Überforderung zu leiden (IV-act. 1).

A.b  Mit Schreiben vom 27. Februar 2012 teilte die IV-Stelle des Kantons St. Gallen der 

Versicherten mit, dass eine berufliche Eingliederungsmassnahme in ihrem Fall nicht 

angezeigt sei, da sie als Hausfrau tätig sei. Der Anspruch auf Rentenleistungen werde 

hingegen noch überprüft (IV-act. 8).

A.c  Im Bericht vom 29. März 2012 diagnostizierten die Ärzte vom Ambulatorium der 

Psychiatrischen Klinik B.___ bei der Versicherten eine Zwangsstörung mit vorwiegend 

Zwangshandlungen sowie mittelgradige depressive Episoden. Die Versicherte sei in

ihrem Alltag in verschiedensten Bereichen massiv eingeschränkt. Eine Arbeit sei aktuell 

nicht denkbar. Aufgrund der Länge und der Schwere der Erkrankung sei von einer eher 

ungünstigen Prognose auszugehen. Es sei denkbar, dass die Krankheit invalidisierend 

bleibe (IV-act. 18).

A.d  Am 16. Mai 2012 wurde die Versicherte vom Ambulatorium B.___ wegen 

schwergradiger Zwangssymptomatik in das Psychiatrische Zentrum C.___ zugewiesen. 

Die Zuweisung sei erfolgt, weil sich die Versicherte nahezu den ganzen Tag mit ihren 

Zwangsgedanken und -handlungen beschäftigt und sich dadurch vernachlässigt und 

stark an Gewicht abgenommen habe. Die Situation sei zudem für die im gleichen 

Haushalt lebende Tochter unerträglich geworden. Die Versicherte wurde vom 16. Mai 

2012 bis 30. Juni 2012 im Psychiatrischen Zentrum C.___ hospitalisiert. Dabei hätten 

sich die Zwänge rückläufig entwickelt und der somatische Zustand habe sich erheblich 

verbessert. Es sei jedoch eine langfristig angelegte Behandlung nötig (siehe 

Austrittsbericht vom 30. Juni 2012; IV-act. 33, 5/8 ff).

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

A.e  Im Januar 2013 führte die IV-Stelle bei der Versicherten eine Haushaltsabklärung 

durch. Der Abklärungsbericht vom 18. Februar 2013 qualifizierte die Versicherte als 

Vollerwerbstätige (IV-act. 31).

A.f   Mit Verlaufsbericht vom 2. April 2013 hielten die Ärzte des Ambulatoriums der 

Psychiatrischen Klinik B.___ einen verschlechterten Gesundheitszustand fest. Es habe 

sich neu der Verdacht auf eine Erkrankung des schizophrenen Formenkreises (ICD-10: 

F42.1) gestellt. Nach dem Austritt aus dem Psychiatrischen Zentrum C.___ habe die 

Versicherte die in die Wege geleitete Anschlussbehandlung nicht wahrgenommen und 

ihre Medikamente abgesetzt. Am 16. Dezember 2012 sei sie auf Drängen der Sozialen 

Dienste D.___ wieder in der Klinik vorstellig geworden. Sie habe denselben 

körperlichen und psychischen Zustand gezeigt wie vor ihrer ersten Hospitalisation. Eine 

zweite Hospitalisation habe die Versicherte nicht wahrgenommen; sie sei von der 

Verwandtschaft abgeholt und zwei Monate versorgt worden. Die Ärzte bescheinigten 

der Versicherten eine vollständige Arbeitsunfähigkeit (IV-act. 33).

B.    

B.a  Die IV-Stelle des Kantons St. Gallen liess durch die Medizinische 

Gutachterzentrum Region St. Gallen GmbH ein psychiatrisches Gutachten über die 

Versicherte erstellen (Gutachten von Dr. med. E.___, Facharzt für Psychiatrie und 

Psychotherapie, vom 14. Juni 2013, IV-act. 40; nachfolgend MGSG-Gutachten). Das 

Gutachten hielt folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit fest: a) 

Zwangsstörung mit Zwangsgedanken und Zwangshandlungen; b) rezidivierende 

depressive Störung mit mittelgradigen depressiven Episoden; und c) generalisierte 

Angststörung. Aus psychiatrischer Sicht lasse sich bei der Versicherten seit etwa 1998 

eine Zwangsstörung mit Zwangsgedanken und Zwangshandlungen mit Waschen, 

Putzen, Staubsaugen erheben. Diese Zwangsstörung sei etwa im Januar 2011 

eskaliert, als die Zwangshandlungen sie zunehmend eingeengt hätten und sie über 

Stunden tagsüber damit beschäftigt gewesen sei. Bei Unterlassen dieser 

Zwangshandlungen sei es zu verstärkten Angstzuständen gekommen. Daneben könne 

im Rahmen der langjährigen Partnerproblematik mit Trennung 2004 und Scheidung 

2006 eine rezidivierende depressive Störung mit wiederholt mittelgradigen depressiven 

Episoden erhoben werden. Diese sei nach der stationären Behandlung im Verlauf 2012 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

zunehmend gebessert und seit etwa anfangs 2013 weitgehend remittiert. Weiters lasse 

sich eine generalisierte Angststörung erheben, die sich bis zu paranoiden Vorstellungen 

gesteigert habe, nachdem es zu wiederholten Problemen mit Vermietern/Nachbarn 

gekommen sei und die Versicherte innert kürzester Zeit sechsmal die Wohnung 

gewechselt habe. Diese Angststörung habe sich derzeit weitgehend gebessert. 

Bezüglich Arbeitsfähigkeit gelangte der Gutachter zu folgenden Schlüssen:

a)      Angestammte Tätigkeit als Hilfsarbeiterin:

-       Zeitraum 01.2011 bis 12.2012: Arbeitsunfähigkeit 70 %

-       Ab 01.2013: Arbeitsunfähigkeit 30 %

b)      Leidensadaptierte Tätigkeit:

-       Zeitraum 01.2011 bis 12.2012: Arbeitsunfähigkeit 60 %

-       Ab 01.2013: Arbeitsunfähigkeit 25 %

c)      Tätigkeit im Haushalt:

-       Zeitraum 01.2011 bis 12.2012: Arbeitsunfähigkeit 40 %

-       Ab 01.2013: Arbeitsunfähigkeit 20 %.

Aus psychiatrischer Sicht sollte es sich um Tätigkeiten ohne erhöhte emotionale 

Belastung, ohne erhöhten Zeitdruck (Stressbelastung), ohne erforderliche geistige 

Flexibilität, ohne erforderliche überdurchschnittliche Konzentrationsfähigkeit und ohne 

überdurchschnittliche Dauerbelastung handeln. Einer sofortigen beruflichen 

Eingliederung stünden keine medizinischen Hinderungsgründe entgegen. Die Prognose 

erscheine nach dem bisherigen Krankheitsverlauf eher günstig, nachdem im Verlauf 

unter psychiatrischer und psychotherapeutischer Behandlung, kombiniert mit 

medikamentöser Therapie, eine Besserung des psychischen Zustandsbildes zu 

erheben sei. Diese therapeutischen Massnahmen seien konsequent fortzusetzen, seien 

der Versicherten zuzumuten und könnten aufgrund der anamnestisch zu erhebenden 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

mangelnden Compliance auch auferlegt werden. Unter diesen therapeutischen 

Massnahmen sei vor allem ein Erhalten der Arbeitsfähigkeit zu erwarten, während eine 

wesentliche Besserung der Leistungsfähigkeit eher unwahrscheinlich sei.

B.b  Mit Stellungnahme vom 8. Juli 2013 hielt der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) fest, 

dass aus versicherungsmedizinischer Sicht auf das MGSG-Gutachten abgestellt 

werden könne. Das Gutachten sei umfassend, in Kenntnis der Vorakten erstellt, beruhe 

auf allseitigen Untersuchungen, berücksichtige die geklagten Beschwerden und sei in 

der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge, der medizinischen 

Schlussfolgerungen und in der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nachvollziehbar (IV-act. 

41).

B.c  Mit Vorbescheid vom 10. Juli 2013 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass 

kein Anspruch auf eine Invalidenrente bestehe und das Leistungsbegehren abgewiesen 

werde (IV-act. 44). Dagegen erhob die Versicherte mit Schreiben vom 13. September 

2013 Einwand und ersuchte um eine erneute Prüfung der Invalidität. Gestützt auf das 

MGSG-Gutachten habe sie mindestens Anspruch auf eine befristete Rente. Zudem sei 

unklar, ob sich ihre gesundheitliche Situation wieder verschlechtert habe. Es bestehe 

eine Kostengutsprache für einen längeren Aufenthalt in der spezialisierten Klinik F.___. 

Die Rücksprache mit dem Ambulatorium B.___ habe ergeben, dass bei ihr ein hoher 

Verdacht auf eine Erkrankung aus dem schizophrenen Formenkreis bestehe (IV-act. 

48). Mit Ergänzungsschreiben vom 1. Oktober 2013 ersuchte die Versicherte die IV-

Stelle, ihre stationäre Behandlung in der Klinik F.___ abzuwarten. Sie habe zudem 

Anspruch auf Arbeitsintegrationsunterstützung (IV-act. 51).

B.d  Die IV-Stelle ersuchte daraufhin den RAD um eine weitere Stellungnahme. Dieser 

hielt mit Stellungnahme vom 24. Oktober 2013 fest (IV-act. 52), dass der Verdacht auf 

eine Erkrankung aus dem schizophrenen Formenkreis bereits im Arztbericht des 

Ambulatoriums B.___ vom 2. April 2013 geäussert und adäquat behandelt worden sei. 

Aus versicherungsmedizinischer Sicht gebe es keine Anhaltspunkte, um von den 

bisherigen Beurteilungen abzuweichen.

B.e  Mit Verfügung vom 29. Oktober 2013 wies die IV-Stelle das Gesuch um eine 

Invalidenrente vollumfänglich ab (IV-act. 53).

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

C.    

C.a  Mit Beschwerde vom 29. November 2013 beantragt die Beschwerdeführerin, die 

Verfügung vom 29. Oktober 2013 sei aufzuheben und es sei ihr für den Zeitraum ab

1. August 2012 aufgrund der attestierten Arbeitsunfähigkeit eine ganze Invalidenrente 

zuzusprechen; unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Zudem ersucht sie um die 

unentgeltliche Prozessführung mit Rechtsverbeiständung. Sie bringt vor, das MGSG-

Gutachten habe für den Zeitraum Januar 2011 bis Dezember 2012 für eine adaptierte 

Tätigkeit nur eine 40%-ige Arbeitsfähigkeit und für eine Tätigkeit als Hilfsarbeiterin eine 

30%-ige Arbeitsfähigkeit festgestellt. Die Beschwerdegegnerin sei hingegen nur von 

der Teilbeurteilung für die Zeit ab Januar 2013 ausgegangen. Dabei hätte sie aber noch 

einmal mögliche Eingliederungsmassnahmen prüfen müssen. Bis zum Entscheid über 

berufliche Massnahmen müsse die Invalidenrente weiterlaufen (act. G 1).

C.b  Mit Beschwerdeantwort vom 12. Februar 2014 beantragt die Beschwerdegegnerin 

die Abweisung der Beschwerde. Sie wendet ein, dass die Beschwerdeführerin 

entgegen den Empfehlungen im Austrittsbericht vom 30. Juni 2012 auf Mitte August 

2012 nicht in die Tagesklinik eingetreten sei, an der empfohlenen ambulanten 

integrierten Behandlung im Ambulatorium B.___ nicht teilgenommen und die 

Medikamenteneinnahme nicht fortgeführt habe, obwohl gemäss Gutachten diese 

Behandlungen nachweislich zu einer wesentlichen Verbesserung des 

Gesundheitszustandes geführt hätten. Damit habe die Beschwerdeführerin ihre 

Schadenminderungspflicht nicht erfüllt und die lange Dauer der Arbeitsunfähigkeit 

selbst provoziert. Zudem liege kein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von 

Gesetz und Rechtsprechung vor. Die Beschwerdegegnerin sei jedoch bereit, der 

Beschwerdeführerin Eingliederungsmassnahmen anzubieten (act. G 4).

C.c  Mit Präsidialentscheid vom 19. Februar 2014 gewährte das Versicherungsgericht 

der Beschwerdeführerin die unentgeltliche Rechtspflege und ernannte ihren 

Rechtsvertreter zum Rechtsbeistand (act. G 5).

C.d  Mit Replik vom 21. März 2014 hält die Beschwerdeführerin an ihren Anträgen fest. 

Sie bestreitet insbesondere, die lange Dauer ihrer Arbeitsunfähigkeit selbst provoziert 

zu haben. Das MGSG-Gutachten führe aus, dass sie eine deutliche Besserung des 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

psychischen Zustandsbildes mit Revision der depressiven Störung und zunehmender 

Besserung der Zwangsstörung habe erreichen können, indem sie derzeit die 

Zwangshandlungen aufgrund der derzeitigen Wohnsituation nicht ausüben könne. Die 

Veränderung des Gesundheitszustandes könne folglich nicht allein auf die 

medikamentöse Behandlung zurückgeführt werden. Zudem sei die Beschwerdeführerin 

nie aufgefordert worden, die Behandlung im Sinne der Schadenminderungspflicht 

wieder aufzunehmen (act. G 7).

C.e  Mit Schreiben vom 25. April 2014 erklärt die Beschwerdegegnerin, auf die 

Einreichung einer Duplik zu verzichten (act. G 9).

Erwägungen:

1.       

1.1   Im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren sind grundsätzlich nur 

Rechtsverhältnisse zu überprüfen und zu beurteilen, zu denen die zuständige 

Verwaltungsbehörde vorgängig verbindlich - in Form einer Verfügung - Stellung 

genommen hat. Insoweit bestimmt die Verfügung den beschwerdeweise 

weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand. Umgekehrt fehlt es an einem 

Anfechtungsgegenstand und somit an einer Sachurteilsvoraussetzung, wenn und 

insoweit keine Verfügung ergangen ist (BGE 131 V 164 E. 2.1).

1.2   Gegenstand der angefochtenen Verfügung und damit auch Gegenstand des vor­

liegenden Verfahrens bildet der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin. Nicht 

Gegenstand dieses Verfahrens bildet demgegenüber ein möglicher Anspruch der 

Beschwerdeführerin auf Eingliederungsmassnahmen, namentlich auf berufliche 

Massnahmen. Soweit die Beschwerdeführerin mit vorliegender Beschwerde die 

Gewährung beruflicher Massnahmen verlangt, ist mangels Anfechtungsgegenstands 

darauf nicht einzutreten.

2.     

Hinsichtlich des Rentenanspruchs ist zunächst zu prüfen, ob ein invalidisierender 

Gesundheitsschaden im Sinne von Gesetz und Rechtsprechung von vornherein 

verneint werden kann, wenn die psychische Störung therapierbar ist.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

2.1   Das Bundesgericht hat in einem Grundsatzentscheid eingeräumt, dass über die 

Frage, ob und welche Bedeutung der Therapierbarkeit oder Behandelbarkeit einer 

psychischen Störung für den Anspruch auf eine Invalidenrente zukommt, keine 

einheitliche Rechtsprechung herrsche (BGE 127 V 294 E. 4). Nach umfassender 

Abwägung gelangte es im besagten Entscheid zum Schluss, dass die Behandelbarkeit 

einer psychischen Störung, für sich allein betrachtet, nichts über deren 

invalidisierenden Charakter aussage (E. 4c). Für die Entstehung des Anspruchs auf eine 

Invalidenrente ist einzig und allein vorausgesetzt, dass die Versicherten: a) ihre 

Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch 

zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern 

können; b) während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 

mindestens 40 Prozent arbeitsunfähig gewesen sind; und c) nach Ablauf dieses Jahres 

zu mindestens 40 Prozent invalid sind (Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die 

Invalidenversicherung; IVG; SR 831.20). Dies bedeutet indes keineswegs, dass eine 

fachärztlich festgestellte psychische Krankheit ohne weiteres gleichbedeutend mit dem 

Vorliegen einer Invalidität ist. Vielmehr muss im Einzelfall eine Beeinträchtigung der 

Erwerbstätigkeit unabhängig der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie 

ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein.

2.2   Soweit die Beschwerdegegnerin die Abweisung einer Invalidenrente bloss mit der 

Therapierbarkeit der psychischen Störung begründet, hält ein solcher Entscheid vor 

dem Gesetz nicht Stand, wird doch im publizierten Grundsatzentscheid klar 

festgehalten, dass sich im Gesetz keine derartige negative Anspruchsvoraussetzung 

findet. Es ist nicht ersichtlich und wird von der Beschwerdegegnerin auch nicht 

dargetan, dass sich an dieser Sichtweise etwas Grundlegendes geändert hätte.

3.     

Zu prüfen bleibt, ob ein Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Invalidenrente 

besteht.

3.1   Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil 

des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die voraussichtlich bleibende oder 

längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit 

verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze 

oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

3.2   Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit die 

Erwerbsunfähigkeit bzw. den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 

bzw. das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch 

andere Fachleute zur Verfügung stellen. Aufgabe des Arztes bzw. der Ärztin ist es, den 

Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang 

und bezüglich welcher Tätigkeit die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 

256 E. 4). Für das gesamte Verwaltungs- und Beschwerdeverfahren gilt der Grundsatz 

der freien Beweiswürdigung. Danach haben die Versicherungsträger und das 

Sozialversicherungsgericht die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche 

Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des 

Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen 

Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden 

ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der 

medizinischen Situation einleuchtend und ob die Schlussfolgerungen des Experten 

begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a).

3.3   Massgebliche medizinische Grundlage für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der 

Beschwerdeführerin ist das MGSG-Gutachten vom 14. Juni 2013. Zusammen mit der 

übrigen medizinischen Aktenlage erlaubt das Gutachten eine rechtsgenügliche 

Beurteilung der Arbeitsfähigkeit. Es erfüllt sämtliche rechtsprechungsgemässen 

Anforderungen an ein beweiskräftiges Gutachten. Dies wird von den Parteien insoweit 

auch nicht angezweifelt. Jedenfalls behauptet auch die Beschwerdeführerin nicht, das 

Gutachten sei nicht beweiskräftig, weshalb weitere medizinische Abklärungen 

erforderlich seien.

4.     

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 10/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Da sowohl das MGSG-Gutachten als auch der RAD-Bericht den Gesundheitszustand 

in zwei Zeitabschnitten beurteilen, rechtfertigt es sich, den Rentenanspruch 

nachstehend ebenfalls für beide Zeiträume getrennt zu prüfen (vgl. BGE 106 V 16 E. 

3a).

4.1   Für den Zeitraum Januar 2011 bis Dezember 2012 bescheinigt das MGSG-

Gutachten der Beschwerdeführerin eine Arbeitsunfähigkeit von 70% in der 

angestammten Tätigkeit bzw. von 60% in leidensangepasster Tätigkeit.

4.1.1         Der Rentenanspruch entsteht frühestens nach Ablauf von sechs Monaten 

nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach Art. 29 Abs. 1 ATSG (Art. 29 Abs. 

1 IVG) und nach Ablauf eines sog. Wartejahres (Art. 28 Abs. 1 lit. b und c IVG). Der 

Beschwerdeführerin wird die massgebliche Arbeitsunfähigkeit ab Januar 2011 

bescheinigt. Aufgrund des Wartejahres kommt eine Rente damit frühestens ab Januar 

2012 in Betracht. Die Anmeldung für eine Invalidenrente erfolgte im Februar 2012. 

Zuzüglich der sechsmonatigen Wartezeit besteht ein möglicher Rentenanspruch ab 1. 

August 2012.

4.1.2         Gemäss Gutachten wird ab Januar 2013 eine gesundheitliche Verbesserung

attestiert, indem ab Januar 2013 nur noch eine Arbeitsunfähigkeit in angepasster 

Tätigkeit von 25% bestehe. Unter Berücksichtigung der dreimonatigen Frist gemäss

Art. 88a Abs. 1 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) und 

mit Blick auf die Vorauszahlungspflicht von Rentenleistungen für den ganzen 

Kalendermonat (Art. 19 Abs. 3 ATSG, SR 830.1) ist diese Verbesserung ab 1. Mai 2013 

zu berücksichtigen.

4.2   Als Nächstes ist anhand der bescheinigten Arbeitsunfähigkeit der Invaliditätsgrad 

für den genannten Zeitabschnitt zu ermitteln.

4.2.1         Die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird in der Regel durch einen 

Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das Einkommen, das die versicherte Person 

nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und 

allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei 

ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 11/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Beziehung gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 

geworden wäre (Valideneinkommen; Art. 16 ATSG). Für die Bestimmung des trotz 

Gesundheitsschädigung zumutbarerweise noch realisierbaren Einkommens 

(Invalideneinkommens) ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, 

in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes 

Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des 

Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue 

Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so ist zur Bemessung des Validen- sowie 

Invalideneinkommens auf die LSE-Tabellenlöhne abzustellen (BGE 129 V 472 E. 4.2.1; 

126 V 75 E. 3b). Sind wie vorliegend sowohl das Validen- als auch das 

Invalideneinkommen ausgehend vom selben Tabellenlohn zu berechnen, erübrigt sich 

deren genaue Ermittlung. Diesfalls entspricht der Invaliditätsgrad dem Grad der 

Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichtigung des Abzuges vom Tabellenlohn - sog. 

Prozentvergleich (Urteil des EVG vom 9. März 2007,

I 697/05, E. 5.4).

4.2.2         Ferner ist beim Invalideneinkommen in Form eines entsprechenden Abzugs 

der Tatsache Rechnung zu tragen, dass persönliche und berufliche Merkmale - auch 

invaliditätsfremde Faktoren -, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, 

Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad, 

Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b) und je nach 

Ausprägung die versicherte Person deswegen die verbleibende (Rest-) Arbeitsfähigkeit 

auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem 

erwerblichem Erfolg verwerten kann (BGE 126 V 75 E. 5b). Es handelt sich um einen 

allgemeinen behinderungsbedingten Abzug (BGE 126 V 75 E. 5a/bb). Dabei ist der 

Abzug unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen 

gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25% zu begrenzen (BGE 134 V 

322 E. 5.2).

4.2.3         Die Beschwerdeführerin vermag ihre Restarbeitsfähigkeit lediglich noch in

einem eingeengten Spektrum möglicher Bereiche zu verwerten (Tätigkeiten ohne 

erhöhte emotionale Belastung, ohne erhöhten Zeitdruck, ohne erforderliche geistige 

Flexibilität, ohne erforderliche überdurchschnittliche Konzentrationsfähigkeit und ohne 

überdurchschnittliche Dauerbelastung; IV-act. 40). Weitere Umstände, die einen Abzug 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

begründen würden, sind nicht ersichtlich. Vorliegend kommt höchstens ein 

Leidensabzug von 10% in Frage.

4.3   Unter Berücksichtigung eines Tabellenlohnabzugs von 10% sowie der 

bescheinigten Arbeitsunfähigkeit von 60% resultiert ein Invaliditätsgrad von 64% 

(100% - [40% x 0.9]). Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60% bis 69% besteht 

ein Anspruch auf eine Dreiviertelsrente (vgl. Art. 28 Abs. 2 IVG). Die 

Beschwerdeführerin hat demnach für den Zeitraum vom 1. August 2012 bis 30. April 

2013 Anspruch auf eine Dreiviertelsrente.

4.4   Für den Zeitraum ab Januar 2013 bescheinigt das MGSG-Gutachten der 

Beschwerdeführerin noch eine Arbeitsunfähigkeit in leidensangepasster Tätigkeit von 

25%. Dieser Einschätzung widerspricht die Beschwerdeführerin nicht. Sie bringt jedoch 

vor, dass nochmals mögliche Eingliederungsmassnahmen zu prüfen seien. Bis zum 

Entscheid über berufliche Massnahmen müsse die Invalidenrente weiterlaufen.

4.5   Gleich wie für den ersten Zeitabschnitt entspricht auch hier der Invaliditätsgrad 

dem Grad der Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichtigung des Leidensabzugs 

(Prozentvergleich); bei einem (maximal möglichen) Leidensabzug von 10% ergibt sich 

ein Invaliditätsgrad von 33% (100% - [75% x 0.9]). Damit liegt für die Zeit ab 1. Mai 

2013 keine rentenbegründende Invalidität von mindestens 40% mehr vor (vgl. Art. 28 

Abs. 2 IVG).

5.     

5.1   Wie bereits erwähnt, bildet ein möglicher Anspruch auf 

Eingliederungsmassnahmen nicht Gegenstand dieses Verfahrens. Der von der 

Beschwerdeführerin angerufene Grundsatz "Eingliederung vor Rente" kommt nur dann 

zum Tragen, wenn ohne Eingliederungsmassnahmen ein Rentenanspruch droht. Das 

ist aufgrund des unbestritten verbesserten Gesundheitszustandes ab Januar 2013 

nicht mehr der Fall, weshalb nur noch nicht rententangierende berufliche 

Eingliederungsmassnahmen zur Debatte stehen können. Solche Massnahmen hat die 

Beschwerdegegnerin im Beschwerdeverfahren denn auch angeboten.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

5.2   Soweit die Beschwerdegegnerin erstmals in der Beschwerdeantwort und damit in 

Verletzung der Begründungspflicht im Verfügungsverfahren (vgl. Art. 74 Abs. 2 IVV)

unter Hinweis auf die Schadenminderungspflicht einen vorübergehenden Renten­

anspruch verneint, ist ihr nicht zu folgen. Zwar ist der Beschwerdegegnerin 

beizupflichten, dass die versicherte Person alles ihr Zumutbare unternehmen muss, um 

die Dauer und das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit zu verringern und den Eintritt der 

Invalidität zu verhindern (sog. Eingliederungs- und Schadenminderungspflicht; Art. 7 

Abs. 1 IVG). Entzieht oder widersetzt sie sich beispielsweise einer zumutbaren 

Behandlung, die eine wesentliche Verbesserung der Erwerbsfähigkeit verspricht, so 

können Leistungen vorübergehend oder dauernd gekürzt oder verweigert werden (Art. 

21 Abs. 4 ATSG). Dafür muss sie allerdings vorher schriftlich gemahnt und auf die 

Rechtsfolgen hingewiesen werden; es ist ihr auch eine angemessene Bedenkzeit 

einzuräumen (sog. Mahn- und Bedenkzeitverfahren; Art. 21 Abs. 4 Satz 2 ATSG). Daran 

fehlt es im vorliegenden Fall, worauf der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin in der 

Replik zutreffend hingewiesen hat (act. G 7 S. 4), weshalb sich schon von daher eine 

Verweigerung der befristeten Rente verbietet. Dazu kommt, dass im MGSG-Gutachten 

an keiner Stelle ausgeführt wird, bei adäquater Fortsetzung der Behandlung 

entsprechend den Empfehlungen im Austrittsbericht des Ambulatoriums vom 30. Juni 

2012 wäre bereits vor Ende 2012 eine relevante Verbesserung der Arbeitsfähigkeit zu 

erwarten gewesen. Dafür fehlen auch konkrete Anhaltspunkte. So wird im erwähnten 

Austrittsbericht einerseits eine volle Arbeitsunfähigkeit beim Austritt bescheinigt und 

anderseits der Übertritt in die Tagesklinik auf Mitte August 2012 empfohlen. Auch von 

daher erscheinen erheblich verbesserte Verhältnisse vor Ende 2012 wenig 

wahrscheinlich.

6.     

6.1   Damit ist in teilweiser Gutheissung der Beschwerde die angefochtene Verfügung 

vom 29. Oktober 2013 aufzuheben und der Beschwerdeführerin ist rückwirkend für die 

Zeit vom 1. August 2012 bis 30. April 2013 eine Dreiviertelsrente zuzusprechen. Die 

Sache ist zur Festsetzung und Ausrichtung der geschuldeten Leistungen an die 

Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen, 

soweit darauf einzutreten ist.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

6.2   Der Beschwerdeführerin wurde die unentgeltliche Rechtspflege mit 

Rechtsverbeiständung bewilligt (act. G 5). Die Beschwerdeführerin ist darauf 

hinzuweisen, dass einer Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, zur 

Nachzahlung verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 99 Abs. 2 VRP [sGS 

951.1] i.V.m. Art. 123 Abs. 1 ZPO [SR 272]).

6.3   Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Praxisgemäss ist die Gerichtsgebühr für das 

vorliegende Verfahren auf Fr. 600.-- festzulegen und entsprechend dem 

Verfahrensausgang hälftig beiden Parteien aufzuerlegen. Zufolge unentgeltlicher 

Rechtspflege ist die Beschwerdeführerin von der Bezahlung ihres Anteils zu befreien.

6.4   Die obsiegende beschwerdeführende Partei hat Anspruch auf Ersatz der 

Parteikosten; diese werden vom Gericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den 

Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des 

Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das 

Honorar vor Versicherungsgericht pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.-- (Art. 22 Abs. 1 

lit. b HonO; sGS 963.75). Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat keine 

Kostennote eingereicht. Aufgrund der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand ist 

praxisgemäss von einer Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- (inklusive Barauslagen 

und Mehrwertsteuer) auszugehen.

6.5   Aufgrund des hälftigen Obsiegens hat die Beschwerdegegnerin den hälftigen 

Anteil der Parteikosten der Beschwerdeführerin zu entschädigen. Die zu entrichtende 

Entschädigung beträgt demnach Fr. 1'750.--. Die andere Hälfte der Parteikosten ist im 

Rahmen der unentgeltlichen Prozessführung vom Staat zu vergüten. Diese ist um einen 

Fünftel herabzusetzen (Art. 31 Abs. 3 AnwG; sGS 963.70). Die Entschädigung durch 

den Staat beträgt demnach noch Fr. 1'400.--.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

entschieden:

bis

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

1.      In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung vom 29. Oktober 

2013 aufgehoben und der Beschwerdeführerin mit Wirkung ab 1. August 2012 bis 30. 

April 2013 eine Dreiviertelsrente zugesprochen. Zur Festsetzung der Rentenhöhe wird 

die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen. Im Übrigen wird die 

Beschwerde abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2.      Die Beschwerdegegnerin bezahlt einen Anteil an der Gerichtsgebühr von Fr. 

300.--. Die Beschwerdeführerin wird von der Bezahlung ihres Anteils an der Gerichts­

gebühr von Fr. 300.-- befreit.

3.      Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung 

von Fr. 1'750.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

4.      Der Staat entschädigt den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin zufolge 

unentgeltlicher Rechtspflege mit Fr. 1'400.-- (einschliesslich Barauslagen und 

Mehrwertsteuer).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 25.08.2014
	Art. 28 IVG; Invalidisierender Gesundheitsschaden; Mahn- und Bedenkzeitverfahren; Prozentvergleich (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 25. August 2014, IV 2013/597).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2025-07-19T09:42:13+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen