# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3a7957e3-4fea-5cbf-829f-e385d9a7f1ce
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-05-15
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 15.05.2017 SB160483
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB160483_2017-05-15.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: SB160483-O/U/jv 
 

Mitwirkend: Oberrichter Dr. iur. F. Bollinger, Präsident, Oberrichterin lic. iur.  

L. Chitvanni und Oberrichter lic. iur. B. Gut sowie Gerichts-

schreiberin lic. iur. S. Kümin Grell 

 

Urteil vom 15. Mai 2017 

 
in Sachen 

 
A._____,  

Beschuldigter und Berufungskläger 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich,  

vertreten durch Staatsanwältin lic. iur. S. Altenburger,  

Anklägerin und Berufungsbeklagte 

 
betreffend  

mehrfacher Mord 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Meilen vom 4. Juli 2016  

(DG160002) 

 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 13. Januar 

2016 ist diesem Urteil beigeheftet (Urk. 40). 

 

-   2   - 

Urteil der Vorinstanz: 

(Urk. 103 S. 131 ff.) 

 
Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig des mehrfachen Mordes im Sinne von 

Art. 112 StGB. 

2. Das Verfahren betreffend den Vorwurf der Pornografie im Sinne von Art. 197 

Abs. 5 StGB wird eingestellt. 

3. Der Beschuldigte A._____ wird bestraft mit einer Freiheitsstrafe von 20 Jahren, wo-

von bis und mit heute 632 Tage (12. Oktober 2014 bis und mit 4. Juli 2016) durch 

vorläufige Festnahme, Untersuchungshaft sowie durch vorzeitigen Massnahmen-

vollzug erstanden sind. 

4. Es wird eine stationäre therapeutische Massnahme im Sinne von Art. 59 StGB an-

geordnet.  

5. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird zugunsten der stationären Massnahme aufge-

schoben.  

Es wird vorgemerkt, dass sich der Beschuldigte seit dem 26. November 2015 im 

vorzeitigen Massnahmenvollzug befindet. 

6. Die folgenden mit Zirkulationsbeschluss vom 31. Mai 2016 beschlagnahmten  

Vermögenswerte des Beschuldigten werden eingezogen und dem Bundesamt für 

Justiz zur Verwertung und Verteilung überlassen: 

− Forderung des Beschuldigten gegen die Privatkläger 1-3 auf Bezahlung von 

CHF 100'000.– aus der Vereinbarung vom 4. März 2016 (act. 69); 

− obligatorischer Anspruch des Beschuldigten gegen die Privatkläger 1-3 auf 

Übereignung des Grundstückes B._____, Grundbuchblatt …, Stockwerkei-

gentum mit Sonderrecht an der Wohnung im Niveau …,  

C._____-Strasse …, … Zürich, aus der Vereinbarung vom 4. März 2016 

(act. 69). 

7. Die mit Zirkulationsbeschluss vom 31. Mai 2016 angeordnete Beschlagnahme des 

Grundstückes B._____, Grundbuchblatt …, Stockwerkeigentum mit Sonderrecht an 

-   3   - 

der Wohnung im Niveau …, C._____-Strasse …, … Zürich, sowie die Grundbuch-

sperre über dieses Grundstück werden aufgehoben.  

Das Grundbuchamt B._____ wird angewiesen, die mit Zirkulationsbeschluss vom 

31. Mai 2016 angeordnete Grundbuchsperre zu löschen. 

8. Die folgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV vom 17. November 2015 

[act. 24/9] beschlagnahmten Gegenstände werden eingezogen und nach Eintritt der 

Rechtskraft dieses Entscheids dem Forensischen Institut Zürich, Zeughaus-

strasse11, 8004 Zürich, zur Vernichtung überlassen: 

− Messer 1, "…" (Asservaten-Nr. A007'548'176) 

− Messer 2 "…" (Asservaten-Nr. A007'548'289) 

− Messer 4 "…" (Asservaten-Nr. A007'551'113) 

− Klingenteil A (Asservaten-Nr. A007'548'314) 

− Klingenteil B (Asservaten-Nr. A007'548'198) 

− Klingenteil C (Asservaten-Nr. A007'551'124) 

− Klingenteil D (Asservaten-Nr. A007'552'241) 

− Klingenteil E (Asservaten-Nr. A007'552'252) 

− Klingenteil F (Asservaten-Nr. A007'552'274) 

− Klingenteil G (Asservaten-Nr. A007'672'631) 

9. Die folgenden sichergestellten Gegenstände werden eingezogen und nach Eintritt 

der Rechtskraft dieses Entscheids der Kantonspolizei Zürich zur Vernichtung über-

lassen: 

− Festplatte, sichergestellt im Deskcomputer … (Asservaten-Nr. A007'580'452) 

− Teleskopschlagrute (Asservaten-Nr. A009'390'118) 

10. Die folgenden sichergestellten Gegenstände werden nach Eintritt der Rechtskraft 

dieses Entscheids dem Beschuldigten A._____ herausgegeben: 

− Sichtmappe mit Lebenslauf des Beschuldigten (Asservaten-Nr. A007'577'631) 

− … Ausweis in Kreditkartenform (Asservaten-Nr. A007'578'057) 

− SIM-Verpackung "…" 076 … (Asservaten-Nr. A007'578'076) 

-   4   - 

− Rotbraunes Pulver verpackt in Minigrip (A007'578'087) 

− … [des Staates D._____] und … [des Staates E._____] Reisepass sowie 

Schreiben … [des Staates E._____] Generalkonsulat (Asservaten-Nr. 

A007'578'189) 

− Militärdienstbuch (Asservaten-Nr. A007'578'190) 

− Maturitätszeugnis etc. (Asservaten-Nr. A007'578'214) 

− Versicherungsausweis (Asservaten-Nr. A007'578'236) 

− Schreiben vorsorglicher Entzug des Führerausweises (Asservaten-Nr. 

A007'578'270) 

− Steuererklärung und Bankunterlagen (Asservaten-Nr. A007'578'305) 

− Schulunterlagen D._____ (Asservaten-Nr. A007'578'316) 

− Personenstandsausweis (Asservaten-Nr. A007'578'327) 

− Kontoauszug F._____ [Bank] (Asservaten-Nr. A007'579'660) 

− Mobiltelefon Samsung schwarz (Asservaten-Nr. A007'577'824) 

− USB Memorystick Corsair (Asservaten-Nr. A007'577'846) 

− Speicherkarte Canon (Asservaten-Nr. A007'577'857) 

− Externe Festplatte Lacie (Asservaten-Nr. A007'578'009) 

− Festplatte (Asservaten-Nr. A007'580'496) 

− Notebook Lenovo Think Pad (Asservaten-Nr. A007'578'021) 

− Festplatte (Asservaten-Nr. A007'580'543) 

− Deskcomputer … (Asservaten-Nr. A007'577'959) 

− 2 Verpackungsbehälter Samsung Galaxy S4 mini (Asservaten-Nr. 

A007'578'098) 

11. Die folgenden sichergestellten Gegenstände werden nach Eintritt der Rechtskraft 

dieses Entscheids an das Notariat G._____ herausgegeben: 

− Braune Holzschachtel, enthaltend handschriftliche Aufzeichnungen, Bank-

konten, etc. (Asservaten-Nr. A007'577'664) 

− Quittung für Taschenuhr (Asservaten-Nr. A007'577'722) 

-   5   - 

− Agenda (Asservaten-Nr. A007'577'755) 

− Handnotizen mit Telefonnummern (Asservaten-Nr. A007'577'777) 

− Gasdruckpistole der Marke ... samt Holster (Asservaten-Nr. A007'577'948) 

− Messerblock mit 8 Messern und 1 Schere (Asservaten-Nr. A007'578'554) 

12. Es wird davon Vormerk genommen, dass die Privatkläger keine Anträge gestellt 

haben. 

13. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

CHF 6'000.– ; die weiteren Kosten betragen: 

CHF   5'000.–  Gebühr für das Vorverfahren 

CHF 36'715.05  Gutachterkosten 

CHF  1'269.–  Legalinspektion 

CHF  9'537.35  Obduktion 

CHF  700.–  Telefonkontrolle 

CHF  10'817.–  Auslagen 

CHF  15'563.–  Auslagen Polizei 

CHF  110.–  Grundbuchkosten (Beschlagnahme) 

CHF 
 
 
 

 56'186.75 
 
 
 

 Kosten für die amtliche Verteidigung (CHF 20'027.35 zzgl. 
Auslagen von CHF 1'569.50 für das Vorverfahren; 
CHF 30'000.– zzgl. Auslagen von CHF 427.90 für das 
Hauptverfahren; zzgl. CHF 4'162.– MwSt.) 

CHF  141'898.15  Total 

14. Die Kosten und Auslagen der Untersuchung sowie des gerichtlichen Verfahrens, 

einschliesslich der Kosten für die amtliche Verteidigung, werden dem Beschuldigten 

auferlegt und aus den gemäss Dispositivziffer 6 eingezogenen Vermögenswerten 

gedeckt. 

15. Rechtsanwalt lic. iur. X._____ wird für seine Bemühungen als amtlicher Verteidiger 

des Beschuldigten in der Zeit vom 13. Oktober 2014 bis 8. Juli 2016 mit total 

CHF 56'186.75 (inkl. 8% MwSt.) entschädigt. Die Kasse des Bezirksgerichts Meilen 

wird angewiesen, diesen Betrag an Rechtsanwalt lic. iur. X._____ auszubezahlen. 

16. (Mitteilungen) 

-   6   - 

17. (Rechtsmittel) 

Berufungsanträge: 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

 (Urk. 122 S. 1 ff.) 

1. Ziffer 1 des ergangenen Urteilsdispositivs des Bezirksgerichts Meilen vom 

4. Juli 2016 (Geschäfts-Nr. DG160002-G/U-Dispo/St-Zo/gr) sei aufzuheben 

und der Beschuldigte sei von Schuld und Strafe freizusprechen. Eventualiter 

sei der Beschuldigte der fahrlässigen Tötung in Putativnotwehrexzess im 

Sinne von Art. 117 StGB i.V.m. Art. 13 Abs. 2 StGB zum Nachteil des  

H._____ schuldig zu sprechen. Subeventualiter sei der Beschuldigte des 

Totschlags im Sinne von Art. 113 StGB zum Nachteil des H._____ schuldig 

zu sprechen. Sub-subeventualiter sei der Beschuldigte der vorsätzlichen Tö-

tung im Sinne von Art. 111 StGB zum Nachteil des H._____ schuldig zu 

sprechen. Der Beschuldigte sei des Totschlags im Sinne von Art. 113 StGB 

zum Nachteil der I._____ schuldig zu sprechen. Subeventualiter sei der Be-

schuldigte der vorsätzlichen Tötung im Sinne von Art. 111 StGB zum Nach-

teil der I._____ schuldig zu sprechen.  

2. Ziffer 3 des ergangenen Urteilsdispositivs des Bezirksgerichts Meilen vom 

4. Juli 2016 (Geschäfts-Nr. DG160002-G/U-Dispo/St-Zo/gr) sei aufzuheben. 

Der Beschuldigte sei unter Anrechnung der durch vorläufige Festnahme, Un-

tersuchungshaft sowie durch vorzeitigen Massnahmenvollzug bereits er-

standenen Freiheitsstrafe angemessen zu bestrafen.  

3. Ziffer 6 des ergangenen Urteilsdispositivs des Bezirksgerichts Meilen vom 

4. Juli 2016 (Geschäfts-Nr. DG160002-G/U-Dispo/St-Zo/gr) sei aufzuheben. 

Die Vermögenswerte der mit Zirkularbeschluss vom 31. Mai 2016 beschlag-

nahmten Vermögenswerte seien vollumfänglich dem Beschuldigten heraus-

zugeben. Eventualiter sei dem Beschuldigten der Überschuss nach der 

Verwertung herauszugeben.  

-   7   - 

4. Ziffer 7 des ergangenen Urteilsdispositivs des Bezirksgerichts Meilen vom 

4. Juli 2016 (Geschäfts-Nr. DG160002-G/U-Dispo/St-Zo/gr) sei aufzuheben. 

Die mit Zirkulationsbeschluss vom31. Mai 2016 angeordnete Beschlagnah-

me des Grundstückes B._____, Grundbuchblatt …, Stockwerkeigentum mit 

Sonderrecht an der Wohnung im Niveau …, C._____-Strasse …, … Zürich, 

sowie die Grundbuchsperre über dieses Grundstück sei bis zum rechtskräf-

tigen Entscheid des Berufungsgerichts aufrechtzuerhalten.  

5. Ziffer 11 des ergangenen Urteilsdispositivs des Bezirksgerichts Meilen  

vom 4. Juli 2016 (Geschäfts-Nr. DG160002-G/U-Dispo/St-Zo/gr) sei teil-

weise aufzuheben. Dem Beschuldigten seien die folgenden Gegenstände 

herauszugeben: Braune Holzschachtel, enthaltend handschriftliche Auf-

zeichnungen, Bankkonten, etc. (Asservaten-Nr. A007'577'664), Quittung  

für Taschenuhr (Asservaten-Nr. A007'577'722), Agenda (Asservaten-Nr. 

A007'577'755), Handnotizen mit Telefonnummern (Asservaten-Nr. 

A007'577'777).  

6. Ziffer 14 des ergangenen Urteilsdispositivs des Bezirksgerichts Meilen vom 

4. Juli 2016 (Geschäfts-Nr. DG160002-G/U-Dispo/St-Zo/gr) sei aufzuheben. 

Die Kosten des Verfahrens seien teilweise dem Beschuldigten aufzuerlegen 

und im Übrigen auf die Staatskasse zu nehmen. Der Beschuldigte sei zu-

dem wegen dem eingestellten Verfahren wegen Pornographie angemessen 

zu entschädigen.  

7. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge vor erster und zweiter Instanz zu 

Lasten des Staates. Der amtliche Verteidiger RA lic. iur. X._____ sei ent-

sprechend seiner am 05.05.2017 eingereichten Honorarnote aus der Staats-

kasse zu entschädigen.  

b) Der Staatsanwaltschaft: 

(Urk. 125 S. 1) 

Das Urteil des Bezirksgerichts Meilen vom 4. Juli 2016 sei vollumfänglich zu 

bestätigen.  

-   8   - 

 

Erwägungen: 

I. Verfahrensgang und Umfang der Berufung 

1. Verfahrensgang 

1.1. Mit obenerwähntem Urteil vom 4. Juli 2016 sprach das Bezirksgericht  

Meilen den Beschuldigten des mehrfachen Mordes im Sinne von Art. 112 StGB 

schuldig, bestrafte ihn mit einer Freiheitsstrafe von 20 Jahren, abzüglich 632 Tage 

Haft und vorzeitigem Massnahmenvollzug (Dispositiv-Ziffer 1 und 3), ordnete eine 

stationäre therapeutische Massnahme im Sinne von Art. 59 StGB an (Dispositiv-

Ziffer 4) und schob den Vollzug der Freiheitsstrafe zugunsten dieser Massnahme 

auf (Dispositiv-Ziffer 5). Demgegenüber wurde das Verfahren betreffend den Vor-

wurf der Pornografie eingestellt (Dispositiv-Ziffer 2). Weiter entschied die Vor-

instanz über diverse beschlagnahmte Vermögenswerte bzw. sichergestellte Ge-

genstände (Dispositiv-Ziffern 6 - 11), regelte die Kostenfestsetzung und die Kos-

tenauflage (Dispositiv-Ziffer 13 und 14) und setzte die Entschädigung für die amt-

liche Verteidigung fest (Dispositiv-Ziffer 15).  

1.2. Mit Eingabe vom 13. Juli 2016 meldete die amtliche Verteidigung gegen 

den obenerwähnten Entscheid rechtzeitig Berufung an (vgl. Urk. 97). Mit Beru-

fungserklärung vom 28. November 2016 verzichtete die amtliche Verteidigung 

einstweilen auf die Stellung von Beweisanträgen und stellte die folgenden Anträge 

(vgl. Urk. 106 S. 2 f.): 

1. Ziffer 1 des ergangenen Urteilsdispositivs des Bezirksgerichts 
Meilen vom 4. Juli 2016 sei aufzuheben. Der Beschuldigte sei der 
fahrlässigen Tötung im Putativnotwehrexzess im Sinne von Art. 
117 StGB i.V.m. Art. 13 Abs. 2 StGB zum Nachteil des H._____ 
schuldig zu sprechen. Subeventualiter sei der Beschuldigte des 
Totschlags im Sinne von Art. 113 StGB zum Nachteil des 
H._____ schuldig zu sprechen. Sub-subeventuali-ter sei der Be-
schuldigten der vorsätzlichen Tötung im Sinne von Art. 111 StGB 
zum Nachteil des H._____ schuldig zu sprechen. Der Beschuldig-
te sei des Totschlags im Sinne von Art. 113 StGB zum Nachteil 
der I._____ schuldig zu sprechen. Subeventualiter sei der Be-

-   9   - 

schuldigte der vorsätzlichen Tötung im Sinne von Art. 111 StGB 
zum Nachteil der I._____ schuldig zu sprechen. 

2. Ziffer 3 des ergangenen Urteilsdispositivs des Bezirksgerichts 
Meilen vom 4. Juli 2016 sei aufzuheben. Der Beschuldigte sei un-
ter Anrechnung der durch vorläufige Festnahem, Untersuchungs-
haft sowie durch vorzeitigen Massnahmenvollzug bereits erstan-
denen Freiheitsstrafe angemessen zu bestrafen. 

3. Ziffer 6 des ergangenen Urteilsdispositivs des Bezirksgerichts 
Meilen vom 4. Juli 2016 sei aufzuheben. Die Vermögenswerte 
des mit Zirkulationsbeschluss vom 31. Mai beschlagnahmten 
Vermögenswerte seien vollumfänglich dem Beschuldigten her-
auszugeben. Eventualiter sei dem Beschuldigten der Überschuss 
nach der Verwertung herauszugeben. 

4. Ziffer 7 des ergangenen Urteilsdispositivs des Bezirksgerichts 
Meilen vom 4. Juli 2016 sei aufzuheben. Die mit Zirkulationsbe-
schluss vom 31. Mai 2016 angeordnete Beschlagnahme des 
Grundstücks B._____, Grundbuchblatt …, Stockwerkeigentum mit 
Sonderrecht an der Wohnung im Niveau …,  
C._____-Strasse …, … Zürich, sowie die Grundbuchsperre über 
dieses Grundstück sei bis zum rechtskräftigen Entscheid des Be-
rufungsgerichts aufrechtzuerhalten. 

5. Ziffer 9 des ergangenen Urteilsdispositivs des Bezirksgerichts 
Meilen vom 4. Juli 2016 sei teilweise aufzuheben. Dem Beschul-
digten sei die Festplatte, sichergestellt im Deskcomputer … (As-
servaten-Nr. A007'580'452), herauszugeben. 

6. Ziffer 11 des ergangenen Urteilsdispositivs des Bezirksgerichts 
Meilen vom 4. Juli 2016 sei aufzuheben. Dem Beschuldigten sei-
en die folgenden Gegenstände herauszugeben: Braune Holz-
schachtel, enthaltend handschriftliche Aufzeichnungen, Bank-
konten, etc. (Asservaten-Nr. A007'577'664), Quittung für Taschen-
uhr (Asservaten-Nr. A007'577'722), Agenda (Asservaten-Nr. 
A007'577'755), Handnotizen mit Telefonnummern (Asservaten-Nr. 
A007'577'777), Gasdruckpistole der Marke … samt Holster (As-
servaten-Nr. A007'577'948), Messerblock mit 8 Messern und 
1 Schere (Asservaten-Nr. A007'578'554). 

7. Ziffer 14 des ergangenen Urteilsdispositivs des Bezirksgerichts 
Meilen vom 4. Juli 2016 sei aufzuheben. Die Kosten des Ver-
fahrens seien teilweise dem Beschuldigten aufzuerlegen und im 
Übrigen auf die Staatskasse zu nehmen. Der Beschuldigte sei 
zudem wegen dem eingestellten Verfahren wegen Pornographie 
angemessen zu entschädigen. 

8. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge vor erster und zweiter In-
stanz zu Lasten des Staates. 

-   10   - 

1.3. Die Staatsanwaltschaft verzichtete mit Eingabe vom 15. Dezember 2016 

auf Anschlussberufung und beantragte die Bestätigung des vorinstanzlichen Ur-

teils (vgl. Urk. 111). 

1.4. Die Berufungsverhandlung fand am 15. Mai 2017 in Anwesenheit des Be-

schuldigten, seiner amtlichen Verteidigung und der Staatsanwältin statt (Prot. II 

S. 3).  

1.5. An der Berufungsverhandlung modifizierte die Verteidigung die mit der Be-

rufungserklärung gestellten Anträge (vgl. Urk. 122). Neu verlangte sie auch den 

Freispruch des Beschuldigten von Schuld und Strafe (vgl. Urk. 122 S. 1 Ziff. 1). 

Weiter wird keine Herausgabe der Festplatte, sichergestellt im Deskcomputer …, 

verlangt (Asservaten-Nr. A007'580'452, vgl. Urk. 122 S. 2 [kein Antrag zur Aufhe-

bung von Dispositiv-Ziffer 9] gegenüber Urk. 106 S. 2 Antrag 5 [Antrag auf teilwei-

se Aufhebung von Dispositiv-Ziffer 9 des vorinstanzlichen Urteils]). Ebenso wenig 

wird die Herausgabe der Gasdruckpistole der Marke … samt Holster (Asservaten-

Nr. A007'577'948) und des Messerblocks mit 8 Messern und 1 Schere (Asserva-

ten-Nr. A007'578'554, vgl. Urk. 122 S. 2 neuer Antrag 5, gegenüber Urk. 106 S. 2 

f. Antrag 6) verlangt. Damit sind Dispositiv-Ziffer 9 des vorinstanzlichen Urteils 

überhaupt nicht und Dispositiv-Ziffer 11 nur teilweise angefochten.  

2. Umfang der Berufung 

2.1. Gestützt auf die oben erwähnten Anträge der Berufungserklärung und die 

Anträge an der Berufungsverhandlung (vgl. Urk. 122 S. 1 - 3) sind die nachfol-

genden Dispositiv-Ziffern des vorinstanzlichen Urteils rechtskräftig, was vorweg 

festzustellen ist: 

- Dispositiv-Ziffer 2 (Einstellung betr. Pornografie) 
- Dispositiv-Ziffer 4 (Anordnung einer Massnahme nach Art. 59 

StGB) 
- Dispositiv-Ziffer 5 (Aufschub des Vollzugs der Freiheitsstrafe zu-

gunsten der Massnahme) 

- Dispositiv-Ziffer 8 (Einziehung diverser Gegenstände und Ver-
nichtung durch das FOR) 

-   11   - 

- Dispositiv-Ziffer 9 (Einziehung von zwei Gegenständen und Ver-
nichtung durch Kantonspolizei Zürich) 

- Dispositiv-Ziffer 10 (Herausgabe diverser Gegenstände an den 
Beschuldigten) 

- Dispositiv-Ziffer 11 (teilweise: Herausgabe der folgenden sicher-
gestellten Gegenstände an das Notariat G._____: Gasdruckpisto-
le der Marke … samt Holster (Asservaten-Nr. A007'577'948) und 
Messerblock mit 8 Messern und 1 Schere (Asservaten-Nr. 
A007'578'554) 

- Dispositiv-Ziffer 12 (Vormerknahme, dass die Privatkläger keine 
Anträge gestellt haben) 

- Dispositiv-Ziffer 13 (Kostenfestsetzung) 
- Dispositiv-Ziffer 15 (Festsetzung Entschädigung amtliche Vertei-

digung) 

2.2. Die übrigen Dispositiv-Ziffern des vorinstanzlichen Urteils stehen im Beru-

fungsverfahren zur Disposition. 

 

II.  Prozessuales 

1. Verletzung des Anklagegrundsatzes 

1.1. Die Verteidigung machte vor Vorinstanz bezüglich der angeklagten  

Tötungsdelikte eine Verletzung des Anklagegrundsatzes geltend (vgl. Urk. 85 

S. 7 f.). 

1.2. Die Vorinstanz hat sich in ihrem Entscheid umfassend zu dem aus dem 

Anklagegrundsatz (Art. 9 StPO) und der daraus abzuleitenden Umgrenzungs- und 

Informationsfunktion sowie zum Inhalt der Anklage (Art. 325 StPO) geäussert und 

hat zu den von der Verteidigung vorgebrachten Rügen ausführlich und zutreffend 

Stellung bezogen. Auf ihre diesbezüglichen Erwägungen kann ohne Weiterungen 

vollumfänglich verwiesen werden (vgl. Urk. 103 S. 10 - 13). Der Vorinstanz ist zu-

zustimmen, dass vorliegend die kurz und präzis formulierte Anklageschrift den 

Anforderungen des Anklagegrundsatzes in jeder Hinsicht standhält und hat damit 

zu Recht eine Verletzung des Anklagegrundsatzes verneint.  

-   12   - 

1.3. Daran ändern auch die von der Verteidigung im Rahmen der Berufungs-

verhandlung vorgebrachten Rügen nichts (vgl. Urk. 122 S. 7). Wenn die Verteidi-

gung erneut rügt, bei den fehlenden Sachverhaltselementen bzw. Details des 

Tatablaufs handle es sich entgegen der Vorinstanz nicht um von der Verteidigung 

behauptete, sondern um elementare protokollierte Aussagen des Beschuldigten 

(vgl. Urk. 122 S. 7), so blendet sie erneut aus, dass die Anklageschrift nicht die 

Behauptungen des Beschuldigten, sondern den von der Staatsanwaltschaft dem 

Beschuldigten zur Last gelegten Sachverhalt umschreibt. Die Anklageschrift hält 

sodann wörtlich fest: "Anlässlich des äusserst gewaltsamen Vorgehens gegen 

seine Eltern wusste der Beschuldigte, dass er sie dadurch tötete, und er wollte 

diese Folgen bzw. nahm diese zumindest in Kauf" (Anklage S. 3), weshalb nicht 

ersichtlich ist – dies entgegen der Verteidigung (vgl. Urk. 122 S. 8) – inwiefern der 

"erforderliche" Vorsatz nicht genügend umschrieben sein soll. Eine Verletzung 

des Anklageprinzips liegt damit nicht vor.  

2. Beweisanträge 

2.1. Mit Eingabe vom 24. Februar 2017 stellte die amtliche Verteidigung den 

folgenden Beweisantrag (vgl. Urk. 114): 

Es seien Berichte von den A._____ behandelnden Ärzten der Klinik 
Rheinau, namentlich von Dr. med. J._____ sowie Dr. med. K._____ 
und allfällig weiteren Ärzten, über den bisherigen Therapieverlauf von 
A._____ und seinen aktuellen psychischen und physischen Zustand 
einzuholen sowie seien diese Therapieberichte in die Verfahrensakten 
mitaufzunehmen, je ein Exemplar dieser Berichte sei dem Unterzeich-
neten rechtzeitig, d.h. spätestens bis 1 Woche vor der Verhandlung zur 
Kenntnis zuzustellen. 

2.2. Mit Schreiben vom 13. März 2017 wurde bei den oben erwähnten Ärzten 

ein Verlaufsbericht angefordert (vgl. Urk. 116/1 und 116/2). Der Bericht vom 

4. Mai 2017 ging hierorts am 9. Mai 2017 ein (vgl. Urk. 117) und wurde den Par-

teien zugestellt. Damit wurde dem Beweisantrag Folge geleistet. 

 

-   13   - 

III. Sachverhalt 

1. Ausgangslage 

1.1. Die Vorinstanz hielt dazu in ihrem Entscheid zutreffend fest, dass der Be-

schuldigte hinsichtlich des äusseren Anklagesachverhaltes im Laufe der Unter-

suchung und anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Schlusseinvernahme vom 

15. Dezember 2015 weitestgehend geständig war (vgl. Urk. 103 S. 15 unter Hin-

weis auf Urk. 12/11), dabei insbesondere nicht nur die Tatsache anerkannte, mit 

Messern auf seine beiden Eltern eingestochen zu haben, sondern auch das dar-

aus resultierte in der Anklageschrift beschriebene Verletzungsbild, wobei er die 

objektiven Folgen des Gebrauchs der Messer nicht in Abrede stellte (vgl. Urk. 103 

S. 15 unter Hinweis auf die Urk. 12/1 Antworten 10-12 und Urk. 12/11 Antworten 

43 f.).  

1.2. Zutreffend ist sodann, dass sich der Beschuldigte vor Vorinstanz auf sein 

Aussageverweigerungsrecht berief und – unter Verweis auf seine bisherigen Ein-

vernahmen und das Plädoyer der Verteidigung (vgl. Urk. 103 unter Hinweis auf 

Prot. I S. 31 ff.) – jegliche Aussagen zur Sache verweigerte und pauschal erklärte, 

den Tatablauf, wie in der Anklage umschrieben, nicht zu anerkennen (Prot. I. 

S. 32 f.). Ebenso zutreffend ist schliesslich, dass der Beschuldigte den inneren 

Anklagesachverhalt, insbesondere den Tötungsvorsatz, in sämtlichen Befra-

gungen in Abrede stellte und wiederholt geltend machte, in Notwehr gehandelt zu 

haben (vgl. Urk. 103 S. 15 unter Hinweis auf Urk. 12/11 Antworten 44 f. und 

Urk. 28/12 S. 3 f. = Einvernahme vor dem Zwangsmassnahmengericht). 

1.3. An der Berufungsverhandlung erklärte sich der Beschuldigte bezüglich des 

äusseren Sachverhalts geständig (Urk. 123 S. 18). Er erklärte zudem im Wesent-

lichen, es habe sich um eine unüberlegte Reaktion gehandelt, der Vater habe ihn 

am Nacken gepackt, worauf er wegen des zuvor erlebten Vorfalls mit dem Tür-

steher in Todesangst geraten sei (Urk. 123 S. 17, 19).  

-   14   - 

2. Aktenlage / vorhandene Beweismittel 

2.1. Es steht fest, dass die Tat abgesehen vom Beschuldigten und dessen ver-

storbenen Eltern von keiner weiteren Person beobachtet wurde, so dass die Aus-

sagen des Beschuldigten im Mittelpunkt stehen (vgl. Urk. 12/1-11, Urk. 28/12, 

Prot. I S. 12 f. und Urk. 123 S. 17 ff.). Im Rahmen der Untersuchung wurden auch 

diverse weitere Personen befragt (vgl. Urk. 14/1-29), die zum eigentlichen Tat-

geschehen zwar keine Angaben machen konnten, deren Aussagen mit Bezug auf 

die Familienverhältnisse oder die Persönlichkeit des Beschuldigten dennoch ge-

wisse Anhaltspunkte oder Indizien liefern können (so auch Vorinstanz in Urk. 103 

S. 16).  

2.2. Die Vorinstanz hat in ihrem Entscheid im Einzelnen die bei den Verfahren-

sakten liegenden Berichte und Gutachten aufgezählt, welche im Zusammenhang 

mit den am Tatort und am Beschuldigten vorgenommenen Spurensicherungen 

stehen und die einerseits die körperlichen Untersuchungen des Beschuldigten 

sowie die andererseits an den Leichen durchgeführten Untersuchungen, insbe-

sondere die Feststellungen der von den Verstorbenen aufgewiesenen Verletzun-

gen, betreffen. Darauf kann vollumfänglich verwiesen werden (vgl. Urk. 103 S. 16 

Ziff. 2.2 unter Hinweis auf die entsprechenden Akten). 

2.3. Weiter hat die Vorinstanz auf die Aktenunterlagen betreffend die psychiat-

rischen Begutachtungen des Beschuldigten (vgl. insbesondere Urk. 29/1 und 

29/16) hingewiesen sowie auf den Bericht der Klinik Hirslanden vom 11. Oktober 

2014, der aufgrund des Aufenthalts des Beschuldigten in derselben unmittelbar 

nach der Tat erstellt wurde (vgl. Urk. 18/2), und auf die Berichte zu den insgesamt 

drei Aufenthalten des Beschuldigten in der PUK Zürich (erster Aufenthalt vom 

18. November 2013 bis 17. Dezember 2013 = Sammel-Urk. 19/10; zweiter Auf-

enthalt vom 27. Juni 2014 bis 6. September 2014 = Sammel-Urk. 19/11; dritter 

Aufenthalt [unmittelbar nach der Tat] vom 11. Oktober 2014 bis 13. Oktober 2014 

= Sammel-Urk. 19/12). 

-   15   - 

3. Sachverhaltserstellung 

3.1. Die Vorinstanz hat die theoretischen Grundsätze der richterlichen Beweis-

würdigung ausführlich und korrekt zitiert, so dass diesbezüglich zur Vermeidung 

von unnötigen Wiederholungen vollumfänglich auf die entsprechenden Erwägun-

gen zu verweisen ist (vgl. Urk. 103 S. 17 ff. Ziff. 3.1 bis 3.3). 

3.2. Mit der Vorinstanz ist festzuhalten, dass sich der Beschuldigte – was den 

äusseren Hergang des angeklagten Sachverhalts betrifft – während der Untersu-

chung weitestgehend geständig zeigte; er namentlich den ihm vorgehaltenen 

äusseren Tatablauf in der Schlusseinvernahme durch die Staatsanwaltschaft an-

erkannte (vgl. Urk. 12/11 S. 8 f. Antworten 43 f.; vgl. auch Urk. 12/1 S. 2 f. Antwor-

ten 10 - 12 und Urk. 28/12 S. 3), was sich mit dem objektiven Befund der Unter-

suchung deckt. Die Vorinstanz wies zutreffend darauf hin, dass über das detail-

lierte Verletzungsbild insbesondere die Gutachten des Instituts für Rechtsmedizin 

(IRMZ) vom 5. Dezember 2014 zu den Todesfällen (Urk. 17/6, Urk. 17/14, vgl. 

auch Urk. 15/10 S. 36 ff.) im Recht liegen, wonach sowohl †H._____ wie auch 

†I._____ an durch fremde Hand beigebrachten Stichverletzungen gestorben seien 

(Urk. 17/6 S. 14, Urk. 17/14 S. 14). Die Tatsache, dass der erste und der zweite 

DNA-Kurzbericht des FOR ZH vom 27. Oktober 2014 bzw. vom 5. November 

2014 (Urk. 15/4 und Urk. 15/6) verschiedene Übereinstimmungen von Blutspuren 

am Tatort und an den Tatmessern mit dem DNA-Profil des Beschuldigten auflis-

ten, belegt ohnehin, dass der Beschuldigte unmittelbar in das Tatgeschehen in-

volviert war, was im Übrigen auch durch die diesbezüglichen mehrfachen Zuga-

ben des Beschuldigten in sämtlichen Einvernahmen in der Untersuchung Bestäti-

gung fand. Die Vorinstanz hielt zudem richtig fest, dass selbst die Verteidigung 

den in der Anklageschrift umschriebenen äusseren Tathergang nicht in Frage 

stellte, zumal auch sie – auch wenn sie die Schuldfähigkeit des Beschuldigten 

generell bestreitet und (in Bezug auf die Tötung von †H._____) Notwehrexzess 

bzw. Putativnotwehrexzess geltend macht – davon ausgeht, dass der Beschuldig-

te mit verschiedenen Messern mehrfach auf †H._____ und †I._____ eingesto-

chen, Ersterem ca. 17 und Letzteren ca. 40 Stich- und Schnittverletzungen zuge-

fügt und beide dadurch getötet hat (vgl. Urk. 103 S. 20 f. unter Hinweis auf 

-   16   - 

Urk. 85 Rz. 6 ff., vgl. auch Urk. 122 S. 16). Damit kann der in der Anklageschrift 

umschriebene äussere Sachverhalt grundsätzlich als erstellt betrachtet werden. 

3.3. In subjektiver Hinsicht stellte der Beschuldigte – wie die Vorinstanz richtig 

zusammenfasste – in Abrede, seine Eltern vorsätzlich, d.h. wissentlich und wil-

lentlich, getötet zu haben (vgl. Urk. 103 S. 20 unter Hinweis auf z.B. Urk. 12/3 

Antworten 305 ff. und Urk. 12/11 Antworten 44 f.), was er auch im Berufungsver-

fahren tut (vgl. Urk. 123 S. 17). Damit bestreitet er den inneren Anklagesachver-

halt. Die Verteidigung bestritt demgegenüber nur (aber immerhin) den direkten 

Vorsatz des Beschuldigten (Urk. 85 Rz. 31), ging im Übrigen aber von einer vor-

sätzlichen Tatbegehung – wenngleich mit einer allenfalls irrtümlichen Annahme 

einer Notwehrsituation – aus. Auch im Berufungsverfahren blieb die Verteidigung 

bei ihrem Standpunkt (vgl. Urk. 122 u.a. S. 48 Ziff. 70 am Ende).  

3.4. Die Vorinstanz hielt korrekt fest, dass das was der Beschuldigte wusste, 

wollte oder in Kauf nahm, zum Inhalt des subjektiven Tatbestandes gehört, also 

Tatfrage ist (vgl. Urk. 103 S. 20). Korrekt ist sodann, dass für den Nachweis des 

Vorsatzes sich das Gericht – soweit der Beschuldigte nicht geständig ist – regel-

mässig nur auf äusserlich feststellbare Indizien und auf Erfahrungsregeln stützen 

kann, die Rückschlüsse von den äusseren Umständen auf die innere Einstellung 

des Täters erlauben (BGE 130 IV 58, E. 8.5). Rechtsfrage ist hingegen, ob im 

Lichte der festgestellten Tatsachen der Schluss auf den (Eventual-)Vorsatz be-

gründet ist (BGE 137 IV 1, E. 4.2.3 m.w.H.). Da sich insoweit Tat- und Rechts-

fragen teilweise überschneiden können, hat der Sachrichter die in diesem Zu-

sammenhang relevanten Tatsachen möglichst erschöpfend darzustellen, damit 

erkennbar wird, aus welchen Umständen er auf den (Eventual-)Vorsatz geschlos-

sen hat (BGE 133 IV 9, E. 4.1 m.w.H.). Auf die Frage, ob der Beschuldigte – ge-

stützt auf die erstellten Sachverhaltselemente – (direkt) vorsätzlich gehandelt hat, 

wird – wie dies die Vorinstanz tat – im Rahmen der rechtlichen Würdigung zu-

rückzukommen sein.  

3.5. Die Vorinstanz hat die Vorbringen der Verteidigung – die hier der Über-

sichtlichkeit wegen übernommen werden – korrekt zusammengefasst und festge-

halten, dass sie (die Verteidigung) abgesehen vom fraglichen (direkten) Vorsatz 

-   17   - 

des Beschuldigten – anders als die Staatsanwaltschaft – davon ausgeht, dass der 

Beschuldigte, unmittelbar bevor er nach einem Küchenmesser gegriffen und auf 

†H._____ sowie anschliessend auf †I._____ eingestochen habe, von Ersterem 

überraschend angegriffen worden sei; namentlich habe dieser den Beschuldigten 

plötzlich von hinten gepackt, ihm würgend seinen Arm um den Hals gelegt und ihn 

zu sich gezogen. Dabei habe der Beschuldigte Schmerzen verspürt und keine 

Luft mehr bekommen. Aufgrund dieses überraschenden Angriffs sei der Beschul-

digte in Todesangst geraten und habe sich panisch zur Wehr gesetzt. Dabei habe 

sich im Kopf des Beschuldigten ein Vorfall mit einem Türsteher im Zürcher Club 

"L._____" abgespielt, wobei der Türsteher den Beschuldigten ebenfalls gewürgt 

habe. Gegen den Angriff seines Vaters habe sich der Beschuldigte nur dadurch 

zur Wehr zu setzen gewusst, dass er nach einem Messer gegriffen und auf die-

sen eingestochen habe. Während sich der Beschuldigte gegen seinen Vater zur 

Wehr gesetzt habe, sei auch die Mutter in die Küche gestürmt, woraufhin der Be-

schuldigte noch mehr in Panik geraten sei und gedacht habe, dass auch seine 

Mutter ihn angreifen wolle (vgl. Urk. 103 S. 21 f. unter Hinweis auf Urk. 85 Rz. 5 

ff.). Mit diesem Vorbringen mache die Verteidigung – so die Zusammenfassung 

der Vorinstanz weiter – in Bezug auf die Tötung von †H._____ Notwehrexzess 

bzw. Putativnotwehrexzess geltend. Ferner halte die Verteidigung dafür, der Be-

schuldigte habe aus einer heftigen Gemütsbewegung heraus gehandelt und ma-

che in diesem Zusammenhang einen schwelenden Familienkonflikt geltend, der 

sich über Jahre angestaut und mit der Tatausführung entladen habe; namentlich 

sei der Beschuldigte von seinem Vater jahrelang angeschrien, provoziert, belei-

digt, bedroht, erniedrigt und auch immer wieder tätlich angegriffen worden (vgl. 

Urk. 103 S. 21 f. unter Hinweis auf Urk. 85 Rz. 3). Sodann mache die Verteidi-

gung geltend, der Beschuldigte sei "in Rage" geraten, habe bei der Tatausführung 

"nur noch rot" gesehen, habe sich selber nicht mehr stoppen können und habe 

einen "vollständigen Systemzusammenbruch" erlitten (vgl. Urk. 103 S. 21 f. unter 

Hinweis auf Urk. 85 Rz. 7); der Beschuldigte habe eine vollständige Erinnerungs-

lücke hinsichtlich der Zeit zwischen dem ersten Zustechen und dem Ende der Tat 

(vgl. Urk. 103 S. 22 unter Hinweis auf Urk. 85 Rz. 9). Schliesslich halte die Vertei-

digung dafür, dass sich der Beschuldigte während der Tatausführung in einer flo-

-   18   - 

rid-wahnhaften Psychose befunden habe, weshalb aufgrund dessen schizophre-

nen Erkrankung im Tatzeitpunkt weder Einsichts- noch Steuerungsfähigkeit gege-

ben gewesen sei (vgl. Urk. 103 S. 22 unter Hinweis auf Urk. 85 Rz. 10 ff.). Auch 

im Berufungsverfahren brachte die Verteidigung im Wesentlichen dieselben Ar-

gumente vor (vgl. Urk. 122).  

3.6. Damit bestehen bezüglich des Tatablaufs seitens des Beschuldigten von 

der Darstellung der Anklagebehörde in der Anklageschrift divergierende Sachver-

haltselemente, die nachfolgend im Rahmen der Beweiswürdigung anhand der 

vorhandenen Beweismittel vertieft zu erörtern sind. Diese Differenzen betreffen 

das Vorliegen der vom Beschuldigten behaupteten objektiven Angriffssituation, 

die – allenfalls irrtümliche – subjektive Vorstellung des Beschuldigten über das 

Vorliegen eines solchen Angriffs bzw. dessen "Todesangst", die behaupteten Er-

innerungslücken hinsichtlich der eigentlichen Tatausführung sowie der geltend 

gemachte "Kontrollverlust" bzw. das Vorliegen einer florid-wahnhaften Symptoma-

tik im Rahmen der schizophrenen Erkrankung des Beschuldigten. Der Vorinstanz 

ist zuzustimmen, dass in diesem Zusammenhang den Aussagen des Beschuldig-

ten besondere Aufmerksamkeit zu widmen ist (vgl. Urk. 103 S. 22).  

3.7. Strategisch-manipulatives Aussageverhalten des Beschuldigten im 

Allgemeinen 

3.7.1. Im Hinblick auf die Analyse der Aussagen des Beschuldigten wies die Vor-

instanz auf verschiedene aus den Akten der PUK Zürich sowie aus den zwei er-

stellten Gutachten hervorgehenden Einschätzungen durch die Ärzte, mithin durch 

Sachverständige, sowie auf Aussagen weiterer Personen hin, die eine besonders 

kritische Würdigung der Depositionen des Beschuldigten indizieren. Im Folgenden 

wird exemplarisch auf solche Äusserungen bzw. Einschätzungen hingewiesen. 

3.7.2. Konkret wies die Vorinstanz auf den Austrittsbericht der PUK Zürich vom 

23. Dezember 2013 hin (vgl. Urk. 103 S. 22 unter Hinweis auf Sammelakten PUK 

Urk. 19/10), in welchem festgehalten wird, dass sich der Beschuldigte vorder-

gründig anzupassen wisse sowie auf die Feststellungen im Konsilium von 

Dr. M._____ und PD Dr. N._____ vom 13. Dezember 2013 (Forensisch-

-   19   - 

psychiatrische Abklärung. Empfehlungen im Rahmen einer Entlassung, Sammel-

akten PUK unter Urk. 19/12) hin, der Beschuldigte scheine Realitäten zu verken-

nen, bagatellisiere Vorfälle und nehme es scheinbar mit der Wahrheit nicht allzu 

genau. Weiter wird im selben Bericht (Konsilium) festgehalten, es bestehe eine 

sehr gravierende Diskrepanz zwischen den Schilderungen und sehr angepasst-

freundlichem-devoten Verhalten des Beschuldigten gegenüber Ärzten und auf der 

anderen Seite sein drangsalierendes-attackierendes Verhalten gegenüber Mit-

patienten, bei denen er Angst verbreite (Sammelakten PUK Zürich unter 

Urk. 19/12 S. 3 f.). 

3.7.3. Weiter wies die Vorinstanz auf die Feststellungen im Gutachten von Frau 

Dr. med. M._____ vom 25. August 2014 (vgl. Urk. 29/1) hin, welches im Rahmen 

der fürsorgerischen Unterbringung vom 27. Juni 2014 bis 6. September 2014 (vgl. 

Sammelakten PUK Zürich unter Urk. 19/11) – also rund eineinhalb Monate vor der 

Tat – erstellt wurde. Darin – so die korrekte Zusammenfassung der Vorinstanz – 

werde dem Beschuldigten eine gut erhaltene Selbstkontrolle und Steuerung attes-

tiert, soweit er mit offiziellen Personen (Polizei, Ärzte oder der KESB) verkehre. 

Gegenüber solchen Personen wirke er auf den ersten Blick angepasst, freundlich 

und devot, wenngleich gegebenenfalls etwas eigenwillig. Gegenüber seiner Mut-

ter, mit welcher im Rahmen der Begutachtung eingehende Gespräche stattgefun-

den hatten, sowie gegenüber seinen Mitpatienten habe der Beschuldigte in der 

Vergangenheit demgegenüber ein psychotisches, drangsalierendes bis attackie-

rendes Verhalten gezeigt, das bei den Betroffenen Angst ausgelöst habe (vgl. 

Urk. 103 S. 23 unter Hinweis auf Urk. 29/1 S. 9 ff. und S. 63). 

3.7.4. Im psychiatrischen Gutachten von Herrn Dr. med. O._____ vom 31. Juli 

2015 (vgl. Urk. 29/16), welches im Rahmen des vorliegenden Strafverfahrens er-

stellt wurde, wird sodann festgestellt, dass der Beschuldigte im Rahmen der Ein-

vernahmen und gutachterlichen Explorationen häufig darauf hingewiesen habe, 

dass er psychotisch-wahnhaft und nicht bei Sinnen gewesen sei und dass er klar 

deklariert habe, einen Freispruch oder eine verminderte Schuldfähigkeit erreichen 

zu wollen. Bei diesem Aussageverhalten sei deshalb die strategisch-manipulative 

-   20   - 

Kompetenz des Beschuldigten zu berücksichtigen (vgl. Urk. 103 S. 23 unter Hin-

weis auf Urk. 29/16 S. 64, 88). 

3.7.5. Zutreffend ist sodann – was die Vorinstanz weiter festhält –, dass auch  

P._____, die ehemalige Lebenspartnerin von †H._____, und Q._____, eine Be-

kannte des Beschuldigten, über diese strategisch-manipulative Kompetenz des 

Beschuldigten berichteten. Die Vorinstanz hielt in ihrem Entscheid die diesbezüg-

lichen Aussagen dieser Personen fest, worauf hier verwiesen werden kann (vgl. 

Urk. 103 S. 23 f. unter Hinweis auf Urk. 14/5). 

3.7.6. Schliesslich hält auch der Bericht der PUK Zürich, Zentrum für Stationäre 

Forensische Psychiatrie Rheinau, über den Verlauf der vorzeitig angetretenen 

stationären Massnahme des Beschuldigten vom 3. Juni 2016 fest (vgl. Urk. 74), 

dass die «Authentizität der anscheinenden Verbindlichkeit» des Beschuldigten 

gegenüber dem Personal als zumindest fraglich erscheine. Weiter werden dem 

Beschuldigten Tendenzen zur Bagatellisierung der speziellen Krankheits- und  

Delinquenzanamnese sowie bezüglich des Wirkungszusammenhangs von  

Cannabiskonsum und psychiatrischer Erkrankung bescheinigt (vgl. Urk. 74 S. 3), 

worauf bereits die Vorinstanz hinwies (vgl. Urk. 103 S. 24). 

3.7.7. Wie eingangs dargelegt, weisen die oben aufgezeigten Äusserungen, die 

vorwiegend von Fachpersonen erfolgten, darauf hin, dass eine besonders kri-

tische Würdigung der Depositionen des Beschuldigten angezeigt ist. Wenn die 

Verteidigung geltend macht, diese Aussagen des Beschuldigten müssten unter 

Berücksichtigung seiner schweren Vor- und Krankheitsgeschichte angesehen 

werden und weiter ausführt, er habe die Anzeichen und Auswirkungen seiner 

Krankheit genauestens erkannt, weswegen es nachvollziehbar sei, dass er bei 

den Einvernahmen und gutachterlichen Explorationen darauf hinwies (vgl. Urk. 

122 S. 8 f.), so bestätigt sie (die Verteidigung) gerade, dass sich der Beschuldigte 

wie festgehalten geäussert hat. Die vorinstanzliche Erwägung, der Beschuldigte 

habe klar deklariert, einen Freispruch oder eine verminderte Schuldfähigkeit er-

reichen zu wollen, ist – entgegen der Verteidigung (vgl. Urk. 122 S. 9 f.) – nicht 

aktenwidrig, sondern stützt sich auf das Gutachten und auf die dort vom Gut-

achter festgehaltenen Äusserungen des Beschuldigten ihm gegenüber anlässlich 

-   21   - 

der Explorationsgespräche (vgl. Urk. 29/16 S. 64 und S. 88). Dass diese Aus-

führungen des Gutachters jeglicher Grundlage in den Akten entbehren sollen (so 

Verteidigung in Urk. 122 S. 9 f.), ist daher falsch.  

3.8. Zum behaupteten Würgen bzw. zum Angriff des Vaters des Beschuldigten 

3.8.1. Die Anklageschrift hält fest, der Vater habe den Beschuldigten, als Letzterer 

in der Küche vor der Kaffeemaschine gestanden sei, von hinten horizontal an 

dessen linken Schulter bzw. seinen Arm vorne um den Hals des Beschuldigten 

gelegt und ihm gesagt, er solle verreisen, er wolle ihn nicht mehr sehen, wenn er 

nach draussen gehe, würden er (H._____) und I._____ ihn nicht mehr hineinlas-

sen (vgl. Anklage S. 2). 

3.8.2. Die Verteidigung macht geltend – was die Vorinstanz korrekt zusammen-

fasste –, dass der Beschuldigte unmittelbar vor der Tat von seinem Vater von hin-

ten gepackt worden sei und dass dieser dem Beschuldigten seinen Arm würgend 

um den Hals gelegt habe, wobei Letzterer heftige Schmerzen verspürt und keine 

Luft mehr bekommen habe; aufgrund dieses überraschenden Angriffs sei der Be-

schuldigte in Todesangst geraten und habe sich panisch zur Wehr gesetzt. Dabei 

habe sich im Kopf des Beschuldigten ein Vorfall mit einem Türsteher im Zürcher 

Nachtclub "L._____" abgespielt, wobei der Türsteher den Beschuldigten ebenfalls 

gewürgt habe (vgl. Urk. 103 S. 26 f. unter Hinweis auf Urk. 85 Rz. 5 ff.). An der 

Berufungsverhandlung wiederholte die Verteidigung das bereits vor Vorinstanz 

Vorgebrachte (vgl. Urk. 122 S. 14 f.). 

3.8.3. Es ist aktenkundig, dass der Beschuldigte am 23. August 2014 im Spital 

Zollikerberg vorsprach und dort davon berichtete, am Vortag, mithin am 22. Au-

gust 2014, abends an der …strasse vor dem Club L._____ von einem Türsteher 

gewürgt worden zu sein. Im Rahmen der erfolgten ärztlichen Untersuchung konn-

te der Beschuldigte nach Ausschluss einer ossären Läsion und unauffälliger neu-

rologischer Untersuchung in stabilem Allgemeinzustand wieder in die PUK entlas-

sen werden, wobei ihm eine Verordnung für die Physiotherapie bei persistieren-

den Nackenschmerzen ausgehändigt und ein dreimal täglich einzunehmendes 

Schmerzmittel (Irfen 600 mg) verschrieben wurde (vgl. ambulanter Bericht Spital 

-   22   - 

Zollikerberg an Dr. med. R._____ in Sammelakten PUK Urk. 19/11). Der Beschul-

digte berichtete bei einer notfallmässigen Zuweisung via Sanität durch die PUK 

beim Spital Zollikerberg am 29. August 2014 u.a. erneut, seit eines Würgetraumas 

vor ca. 1 Woche Schmerzen im Bereiche des Sternum-Rippenüberganges und 

am Thorax posterolateral linksseitig sowie im Bereich der HWS paravertebral zu 

verspüren (vgl. ambulanter Bericht bzw. Austrittsbericht Spital Zollikerberg an Dr. 

med. R._____ in Sammelakten PUK Urk. 19/11). Die neue Untersuchung, insbe-

sondere die neuen Thorax-Röntgenbilder ergaben einen Normalbefund und kei-

nen Anhalt für Rippenfrakturen oder Infiltrate. Dem Beschuldigten wurde wiede-

rum ein Schmerzmittel (Novalgin 20 Tropfen bis max 4 tgl.) verschrieben. Über 

das medizinische Ergebnis der Untersuchung wusste der Beschuldigte Bescheid 

(Urk. 12 S. 3 Antwort 25). Gestützt darauf ist vorliegend nicht in Abrede zu stellen, 

dass der Beschuldigte am 22. August 2014 Opfer eines solchen Würgevorfalls 

geworden war, zumal auch dem Bericht der PUK vom 4. Mai 2017 entnommen 

werden kann, dass der Beschuldigte deswegen intensiv (physio- und psychothe-

rapeutisch) behandelt wurde (vgl. Urk. 117 S. 2). 

3.8.4. Was nun die Aussagen des Beschuldigten zum behaupteten Angriff des 

Vaters in den diversen Einvernahmen betrifft, so fasste die Vorinstanz diese kor-

rekt zusammen (Hafteinvernahme vom 13. Oktober 2014: Urk. 12/1; Einvernahme 

vor dem Zwangsmassnahmengericht vom 15. Oktober 2014: Urk. 28/12; Einver-

nahme vom 29. Oktober 2014: Urk. 12/3; Einvernahme vom 28. Januar 2015: Urk. 

12/6; Einvernahme vom 14. April 2015: Urk. 12/8 und Einvernahme vom 15. De-

zember 2015: Urk. 12/11), worauf hier zur Vermeidung von Wiederholungen ver-

wiesen werden kann (vgl. Urk. 103 S. 27 – 30). Die Vorinstanz erwog in diesem 

Zusammenhang, die Aussagen des Beschuldigten zum (angeblichen) Würge-

angriff des Vaters wirkten inkonsistent und nicht erlebnisbasiert bzw. nicht erleb-

nisecht. Von einem eigentlichen "Würgen" habe der Beschuldigte lediglich einmal 

gesprochen, nämlich in der Einvernahme vom 29. Oktober 2014 (vgl. Urk. 103 

S. 30 unter Hinweis auf Urk. 12/3 Antwort 204). Davon, dass er dabei keine Luft 

mehr bekommen habe, habe er ebenfalls nur einmal gesprochen, nämlich in der 

Einvernahme vom 14. April 2015, und zudem erst auf Frage hin; dabei habe er 

jedoch angefügt, dass dies bloss "möglich" sei (vgl. Urk. 103 S. 30 unter Hinweis 

-   23   - 

auf Urk. 12/8 Antwort 31). Zudem sei eine steigernde und dramatisierende Ent-

wicklung in den diesbezüglichen Aussagen des Beschuldigten zu erkennen, was 

gegen deren Glaubhaftigkeit und für eine prozessstrategisch manipulierte Aus-

sage spreche. In der tatnächsten Einvernahme vom 13. Oktober 2014 habe der 

Beschuldigte zwar geltend gemacht, er sei "von hinten angegriffen worden" und 

habe "aus Notwehr" gehandelt (vgl. Urk. 103 S. 30 unter Hinweis auf Urk. 12/1 

Antwort 11) – bei Letzterem handle es sich eher um eine rechtliche Würdigung als 

um eine Tatsachenaussage –, auf Ergänzungsfrage der Verteidigung hin habe er 

aber präzisierend ausgeführt, dass der Vater ihn von hinten mit den Händen an 

seinem Leibchen festgehalten habe (vgl. Urk. 103 S. 30 f. unter Hinweis auf Urk. 

12/1 Antwort 151). Weder ein "Würgen" noch ein "den Arm um den Hals legen" 

habe der Beschuldigte in dieser Einvernahme erwähnt. In der nachfolgenden Ein-

vernahme vor dem Zwangsmassnahmengericht am 15. Oktober 2014 habe der 

Beschuldigte ebenfalls geltend gemacht, "aus Notwehr" gehandelt zu haben; 

nunmehr habe er jedoch neu das Sachverhaltselement hinzugefügt, der Vater ha-

be ihn "um den Hals gehalten" (vgl. Urk. 103 S. 31 untere Hinweis auf Urk. 28/12 

S. 3 f.). Bereits aus der Wortwahl (um den Hals "halten") müsse folgen, dass der 

geschilderte Vorfall von einem eigentlichen "Würgen" weit entfernt sei. Von einem 

solchen "Würgen" habe der Beschuldigte erst in der dritten Einvernahme vom 

29. Oktober 2014 gesprochen (vgl. Urk. 103 S. 31 unter Hinweis auf Urk. 12/3 

Antwort 204), mithin erst zweieinhalb Wochen nach der Tat. Diesen Schlussfolge-

rungen der Vorinstanz ist vorbehaltlos zuzustimmen. 

3.8.5. Zweifel an der im Laufe der Untersuchung stetig aggravierten Darstellung 

des Beschuldigten lassen sich weiter daraus ableiten, dass der Beschuldigte in 

der Einvernahme vom 29. Oktober 2014 (vgl. Urk. 12/3) bei der Schilderung, von 

seinem Vater am Hals gepackt worden zu sein (vgl. S. 20 Antwort 179, vgl. auch 

S. 22 Antwort 203) von sich aus ergänzte, er wisse nicht mehr genau wie (vgl. 

S. 22 Antwort 203), um erst danach nachzuschieben, gewürgt worden zu sein 

(S. 23 Antwort 204). Wenn der Beschuldigte am 29. Oktober 2014 aber erklärte, 

nicht mehr genau zu wissen, wie er von seinem Vater am Hals gepackt wurde, so 

erstaunt es doch in hohem Masse, dass er beinahe 6 Monate später, nämlich in 

der Einvernahme vom 14. April 2015 in der Lage war, mehrmals zu zeigen, wie 

-   24   - 

sein Vater ihn von hinten gepackt haben soll (vgl. Protokollnotiz in Urk. 12/8 S. 4: 

«Der Beschuldigte greift mit seinem rechten Arm horizontal zu seiner linken 

Schulter.»). Bemerkenswert ist sodann, dass der Beschuldigte in diesem Zusam-

menhang konzedierte, nicht die schmerzhafte «Umarmung» bzw. die «Umklam-

merung» bzw. das «Reissen» (vgl. Urk. 12/8 S. 4 f. Antwort 30) habe für ihn eine 

lebensbedrohende Massnahme dargestellt, sondern die Erinnerung an seinen 

wenigen Wochen zuvor erlebten Vorfall mit dem Türsteher und die bestehenden 

und darauf zurückführenden Schmerzen (vgl. Urk. 12/8 S, 5 Antwort 32, vgl. auch 

S. 4 Antwort 23, S. 18 Antworten 158 - 160). Ähnlich hatte sich der Beschuldigte 

bereits in der Einvernahme vom 28. Januar 2015 geäussert (vgl. Urk. 12/6 S. 33 

Antwort 308), wo er ausgeführt hatte, nachdem der Vater ihn von hinten gepackt 

habe – in einer früheren Einvernahme hatte er wie gezeigt angegeben, nicht mehr 

zu wissen, wie er gepackt wurde (vgl. Urk. 12/3 S. 22 Antwort 203) –, sei ihm das 

ganze Trauma vom Würgegriff beim Vorfall in der Bar wieder hochgekommen, 

wobei auch in Zusammenhang mit dieser Schilderung ein ausdrückliches Würgen 

seitens des Vaters unerwähnt blieb (vgl. Urk. 12/6 S. 33 Antwort 308). Schliess-

lich erklärte der Beschuldigte an der Berufungsverhandlung, sein Vater habe ihn 

von hinten am Nacken gepackt, und ergänzte auf Hinweis auf seine früheren 

Aussagen, dieser habe ihn von vorne am Leibchen nach hinten gezogen mit dem 

Unterarm gegen den Hals (Urk. 123 S. 19 f.). Ganz abgesehen davon, dass es 

sich dabei um zwei sehr unterschiedliche Schilderungen in der selben Einver-

nahme handelt, war von einem Würgen also wiederum nicht konkret die Rede. 

Auch die späteren Schilderungen des Beschuldigten lassen daher ein eigentliches 

Würgen durch den Vater als höchst zweifelhaft erscheinen.  

3.8.6. Angesichts der Tatsache, dass mit zunehmendem Zeitablauf normaler-

weise die Erinnerungsleistung nicht zu-, sondern abnimmt, lässt sich plausibel 

nicht erklären, weshalb der Beschuldigte den später geltend gemachten (Wür-

ge)Angriff seines Vaters nicht von allem Anfang an schilderte. Besonders un-

schön ist sodann, dass der Beschuldigte auf entsprechendem Vorhalt, vehement 

in Abrede stellte, das Würgen nicht von Anfang an erwähnt zu haben, und dafür 

ein Versäumnis in der damaligen Protokollierung seiner Aussagen verantwortlich 

zu machen versuchte (vgl. Urk. 12/3 S. 24 Antwort 220), wobei er sich sogleich 

-   25   - 

auf seinen Anwalt als Zeuge berief. Abgesehen davon, dass eine unvollständige 

Protokollierung durch seinen Verteidiger nie gerügt wurde, insbesondere auch 

nicht an jenem 29. Oktober 2014, kann mit der Vorinstanz darauf hingewiesen 

werden, dass es der Verteidiger selbst war, der im Rahmen der ersten Einver-

nahme auf Zusatzfrage des Beschuldigten eine detailliertere Schilderung des an-

geblichen «Angriffes» des Vaters verlangte (vgl. Urk. 12/1 S. 18 Antwort 151, vgl. 

Urk. 103 S. 32), weshalb ausgeschlossen werden kann, dass ein derart wichtiges 

Detail aus Versehen oder gar absichtlich nicht notiert worden wäre bzw. dass ein 

solches Versäumnis von der Verteidigung nicht bemerkt und nicht sogleich gerügt 

worden wäre. Die Frage der Verteidigung lautete: «Wie hat Sie Ihr Vater von hin-

ten angegriffen?» und der Beschuldigte antwortete darauf: «Er hat mich von hin-

ten mit den Händen an meinem Leibchen festgehalten und angeschrien.» (vgl. 

Urk. 12/1 S. 18 Frage und Antwort 151). In dieser Antwort blieb das Würgen oder 

aber das Legen des Armes vorne um den Hals des Beschuldigten klarerweise 

unerwähnt, was nicht der Fall gewesen wäre, wenn der angebliche Würgevorfall 

seitens des Vaters erlebnisbasiert gewesen wäre. Wie die Vorinstanz zutreffend 

bemerkte, ist angesichts der aufgezeigten Aussageentwicklung im Ergebnis nicht 

glaubhaft, dass der Vater den Beschuldigten «gewürgt» bzw. dass der Beschul-

digte dabei keine Luft mehr bekommen haben soll.  

3.8.7. Zusammenfassend erscheint die Darstellung des Beschuldigten, von sei-

nem Vater am Tattag gewürgt worden zu sein als nachgeschobene Schutzbe-

hauptung (vgl. auch Vorinstanz Urk. 103 S. 32). 

3.9. Zur behaupteten Todesangst des Beschuldigten und der subjektiv wahr-

genommenen Angriffs- bzw. Gefährdungssituation durch die Berührung seitens 

des Vaters. 

3.9.1. Die Verteidigung machte vor Vorinstanz wie auch an der Berufungs-

verhandlung geltend, der Beschuldigte sei unmittelbar vor der Tat davon ausge-

gangen, dass sein Vater ihn angegriffen und sein Leben bedroht habe; er habe 

entsprechend in Todesangst gehandelt. Grund für diese subjektive Wahrnehmung 

eines lebensbedrohlichen Angriffs durch seinen Vater sei einerseits gewesen, 

dass dieser den Beschuldigten von hinten gepackt, einen Arm um seinen Hals ge-

-   26   - 

legt und ihn gewürgt habe, sodass er keine Luft mehr bekommen habe (vgl. Zu-

sammenfassung der Vorinstanz in Urk. 103 S. 32 f. unter Hinweis auf Urk. 85 

Rz. 46 sowie Urk. 122 S. 14 f.). Andererseits machte die Verteidigung geltend, 

dass aufgrund des Verhaltens des Vaters zum Tatzeitpunkt wie auch aufgrund 

dessen Verhalten davor (jahrelanges Schlagen, Anschreien und Demütigen) 

"überzeugende und drängende Umstände" bestanden hätten, aufgrund derer der 

Beschuldigte von einem lebensbedrohlichen Angriff habe ausgehen dürfen bzw. 

müssen (vgl. Urk. 103 S. 32 f. unter Hinweis auf Urk. 85 Rz. 46).  

3.9.2. Nachdem – wie bereits dargelegt – nicht glaubhaft ist, dass der Beschuldig-

te vor der Tat von seinem Vater gewürgt wurde (vgl. oben), erwog die Vorinstanz 

zutreffend, dass die vom Beschuldigten geltend gemachte Todesangst auf einem 

anderen Umstand beruhen müsste, um dem Entscheid zugrunde gelegt zu wer-

den. In diesem Zusammenhang erwog die Vorinstanz weiter, aufgrund der Tat-

vorgeschichte sei wenig wahrscheinlich, dass der Beschuldigte aber aus anderen 

Gründen Todesängste verspürt habe, denn die Monate bzw. Jahre vor der Tat 

hätten ausnahmslos gezeigt, dass nicht der Sohn sich vor dem Vater – und schon 

gar nicht vor der Mutter – habe fürchten müssen, sondern umgekehrt. Der Be-

schuldigte habe denn auch selbst ausgeführt, dass er seinem Vater körperlich 

überlegen gewesen sei und dass dieser seit dem 16. Altersjahr des Beschuldigten 

Angst vor ihm gehabt habe und ihn seither nur noch habe anschreien und be-

schimpfen, aber nicht mehr physisch angehen können (vgl. Urk. 103 S. 33 unter 

Hinweis auf Urk. 12/3 S. 16 f. Antworten 144 und 148, vgl. dazu auch Urk. HD 14 

S. 3 Antwort 15 bzw. ND 8 S. 2 Antwort 5 in den Beizugsakten der Untersuchung 

2013/5669; vgl. Urk. 12/3 S. 15 Antwort 134, wo der Beschuldigte ausführte, vom 

Vater im Zeitraum seit er etwa 5 oder 6 Jahre alt gewesen sei bis er 17 oder 

18 Jahre alt gewesen sei, geschlagen worden zu sein; vgl. Urk. 12/3 S. 16 Ant-

wort 139: Als Kind sei er fast täglich vom Vater geschlagen worden, d.h. bis er 

etwa 13 oder 14 Jahre alt gewesen sei. Vgl. allerdings die Aussage des Beschul-

digten im Gegensatz dazu in seiner ersten Einvernahme, wo er noch behauptete, 

«im letzten Winter», mithin im Winter 2013 / 2014, vom Vater geschlagen worden 

zu sein: Urk. 12/1 S. 8 Antworten 52 - 54). Diesen Schlussfolgerungen der Vor-

-   27   - 

instanz, die sie mit diversen Beispielen belegte (vgl. nachfolgend), ist vollumfäng-

lich zuzustimmen. 

3.9.3. Zutreffend ist vorerst, dass die Akten mehrere Vorfälle dokumentieren, wel-

che belegen, dass der Beschuldigte seine Eltern ängstigte, und nicht umgekehrt. 

In diesem Zusammenhang zitierte die Vorinstanz die Strafanzeige, welche 

†I._____ und †H._____ gegen ihren Sohn wegen Nötigung und Drohung am 18. 

bzw. am 19. November 2013 stellten (Beizugsakten Staatsanwaltschaft 

See/Oberland, Nr. 2013/5669, HD Urk. 2 f.). Die Vorinstanz hielt in ihrem Ent-

scheid die massgeblichen Aussagen beider Elternteile des Beschuldigten zum 

Geschehenen fest (vgl. Urk. 103 S. 33 f.), welche Darstellungen der Beschuldigte 

indessen in verschiedenen Punkten als unzutreffend bezeichnete. Immerhin kon-

zedierte er, dass er seinem Vater an jenem 17. November 2013 im Verlaufe eines 

Streits ein Kissen mit einem grossen Fleichmesser präsentierte und ihn aufforder-

te, sich selbst umzubringen, was er dann in der polizeilichen Einvernahme als 

«blöde Idee» (!) bezeichnete (vgl. HD 14 S. 1 Beizugsakten 2013/5669). Weiter ist 

gestützt auf die Zugaben des Beschuldigten erstellt, dass er seinen Vater einen 

Feigling nannte und dass der Vater im weiteren Verlauf der Auseinandersetzung 

die Wohnung verliess und die Polizei verständigte, was auch durch den entspre-

chenden Polizeirapport (vgl. Urk. 1 S. 2 Beizugsakten 2013/5669) dokumentiert 

ist. Selbst wenn der Beschuldigte den Vorfall teilweise anders schilderte, insbe-

sondere in Abrede stellte, beabsichtigt zu haben, die in der Wohnung verbliebene 

Mutter – die er zugegebenermassen am Öffnen der Wohnungstüre bei Eintreffen 

der Polizei hinderte – mit dem in seiner Hand gehaltenen «Cheminéehaken» zu 

bedrohen, zeigt dieser Vorfall eindrücklich, wie die Verhältnisse im Hause A-

HI._____ waren, nämlich, dass seine Eltern sich vor dem Beschuldigten fürchte-

ten (was die Mutter am 20. November 2013 gegenüber der Staatsanwältin bekräf-

tigte; vgl. Urk. HD 17/1 beigezogene Akten 2013/5669, zum Inhalt des Gesprächs 

vgl. Zusammenfassung in der vorinstanzlichen Erwägungen, Urk. 103 S. 34) und 

danach bestrebt waren, einer weiteren Zuspitzung des Konflikts auszuweichen 

und sich zurückzuziehen. Immerhin erfolgte aufgrund dieses Vorfalls der erste 

Aufenthalt des Beschuldigten in der PUK Zürich, der bis zum 17. Dezember 2013 

dauerte (vgl. dazu Sammelakten Urk. 19/10). Der Beschuldigte anerkannte im Üb-

-   28   - 

rigen an der Einvernahme vom 13. Oktober 2014, seinen Eltern gedroht zu ha-

ben, weswegen er auch in die PUK habe gehen müssen, wobei er gleich relati-

vierte, dies sei nicht ernst gemeint gewesen (vgl. Urk. 12/1 S. 11 Antwort 84). An 

der Berufungsverhandlung stellte der Beschuldigte schliesslich in Abrede, seine 

Eltern mit dem Cheminéehaken bedroht zu haben. Der Vater sei bedrohlich ge-

worden und ihm nachgerannt (vgl. Urk. 123 S. 7 f.).  

3.9.4. Über Todesdrohungen des Beschuldigten gegen beide Eltern und deren 

Angst vor dem Beschuldigten hatte offenbar auch †H._____, der Vater des Be-

schuldigten, gegenüber seiner Freundin P._____ bereits im August 2013 (vgl. 

Urk. 14/5 S. 8 Antwort 49) berichtet. 

3.9.5. Die Vorinstanz schilderte detailliert einen weiteren Vorfall vom 14. Novem-

ber 2013, der †H._____ anlässlich der Einvernahme im bereits erwähnten Vorfall 

der Polizei geschildert hatte. Auch in diesem Vorfall – diesbezüglich kann auf die 

Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (vgl. Urk. 103 S. 35 f.) – diver-

gierte die Darstellung des Beschuldigten dazu von derjenigen seines Vaters. Auch 

hier konzedierte indessen der Beschuldigte, bei jenem Vorfall «aus Angst» zu ei-

nem Kamm gegriffen, diesen gegen seinen Vater geschlagen und ihn am Bauch 

leicht getroffen («gekratzt») zu haben, bzw. später am selben Tag – weil der Vater 

auf ihn habe «losgehen» wollen, um sich zu verteidigen – mit dem Messergriff auf 

den Handrücken des Vaters geschlagen zu haben (vgl. Urk. ND 8, Beizugsakten 

2013/5669). Bei dieser Darstellung – die Befragung des Beschuldigten fand am 

17. Dezember 2013 statt, mithin am Tag seiner Entlassung aus der PUK Zürich 

(vgl. ND 8 Beizugsakten 2013/5669) –, nämlich dass er sich bei der erwähnten 

Auseinandersetzung gegen seinen Vater verteidigt habe, blieb er auch in der lau-

fenden Untersuchung sowie vor Berufungsinstanz, wobei er seine Opferrolle in 

diesem Vorfall noch zusätzlich neu ausschmückte (sein Vater habe den Kopf des 

Beschuldigten «bei der Türe eingeklemmt», vgl. Urk. 12/3 S.14 Antwort 125, vgl. 

auch Urk. 123 S. 9) und damit wiederum sein Vorgehen mit dem Kamm (er stiess 

dem Vater den spitzigen Metallteil des Kammes in den Bauch) gegenüber seinem 

Vater (damit er die Türe loslasse) zu rechtfertigen versuchte. Die Vorinstanz hat 

diesbezüglich dargetan, dass die neue Darstellung des Beschuldigten allein auf-

-   29   - 

grund der örtlichen Begebenheiten (die Badezimmertüre liess sich nach innen öff-

nen, so dass die Türe bei deren Loslassen durch den sich draussen aufhaltenden 

Vater geschlossen geblieben wäre und nicht gegen den Oberschenkel bzw. Leiste 

des sich im Bad aufhaltenden Beschuldigten geprallt wäre) nicht plausibel ist, wei-

ter unlogisch sowie inkonsistent und damit unglaubhaft ist, was hier zu überneh-

men ist. Mit der Vorinstanz ist sodann festzuhalten, dass auch mit Bezug auf den 

anschliessenden Vorfall (Schläge mit einem Messer auf den Handrücken des Va-

ters) von Verteidigungshandlungen des Beschuldigten keine Rede sein kann (vgl. 

Urk. 103 S. 37). Dass seine Eltern dem Beschuldigten im Übrigen trotz dieser 

Vorfälle noch wohlgesinnt waren, geht daraus hervor, dass sie letztlich die gestell-

ten Strafanträge am 26. Dezember 2013 zurückzogen (vgl. Urk. 15 und Urk. 16 

beigezogene Akten 2013/5669), was am 16. Januar 2014 zur Einstellung der 

Strafuntersuchung (vgl. Urk. 22 beigezogene Akten 2013/5669) führte. 

3.9.6. Fest steht weiter, dass der Beschuldigte am 27. Juni 2014 aufgrund von 

Selbst- und Fremdgefährdung zum zweiten Mal stationär in die PUK Zürich ein-

gewiesen wurde, wobei dem Eintrittsrésumé entnommen werden kann, dass der 

Beschuldigte am Eintrittstag Drohungen gegen seine Eltern ausgestossen, dane-

ben aber auch geäussert hatte, er werde einen erweiterten Suizid durchführen 

(vgl. Urk. 19/11, vgl. auch Urk. 123 S. 9 f.). Aber auch während dieses zweiten 

stationären Aufenthalts in der PUK Zürich sprach er Drohungen aus: So ist dem 

Verlaufsbericht des PUK Zürich (Aufenthalt vom 27. Juni bis 6. September 2014; 

vgl. Sammelakten Urk. 19/11) zu entnehmen, dass der Beschuldigte am 11. Au-

gust 2014 Morddrohungen gegen seine Mutter ausgesprochen hatte (vgl. Ver-

laufsbericht Eintrag vom 12.8.2014, 14.17/14.41, S. 4 unter Sammelakten 19/11).  

3.9.7. Die Vorinstanz schloss aus diesen verschiedenen Vorfällen, dass nicht der 

Vater eine körperliche Gefahr für den Beschuldigten darstellte, sondern dass  

– wenigstens seit der Beschuldigte seinem Vater körperlich überlegen war, was 

nach mehrfach wiederholten, eigenen Angaben ab dem 16. Altersjahr des  

Beschuldigten der Fall gewesen sei – umgekehrt der Beschuldigte regelmässig 

gewaltsam gegen seine Eltern vorgegangen war, diesen gegenüber ernsthafte 

(Todes-)Drohungen ausgesprochen hatte und sich diese vor dem Beschuldigten 

-   30   - 

gefürchtet hatten. Die Vorinstanz erwog sodann weiter, dass daraus hervorgeht, 

dass der Beschuldigte keine objektiven Gründe hatte, sich vor seinen Eltern, na-

mentlich seinem Vater, zu fürchten, weswegen vor diesem Hintergrund die Aus-

sagen des Beschuldigten, er habe aufgrund der Berührungen seines Vaters vor 

der Tat "Todesangst" verspürt und es sei ihm "schwarz vor den Augen" gewor-

den, als unglaubhaft erscheinen (vgl. 103 S. 38). Diese Erwägungen der Vor-

instanz verdienen vollumfängliche Zustimmung. Bei diesem Stand der Dinge kann 

selbst wenn der Beschuldigte immer wieder von «Todesangst» spricht, nicht da-

von ausgegangen werden, er sei vor der Tat subjektiv von einer lebensbedrohli-

chen Angriffssituation seitens seines Vaters ausgegangen. Dies selbst ausgehend 

davon, dass der Beschuldigte aufgrund des Würgeangriffs durch einen Türsteher 

gewisse Schmerzen am Hals verspürte. 

3.10. Zu den geltend gemachten schlimmen Familienverhältnissen 

3.10.1. Die Vorinstanz wies im Einzelnen auf die Darstellung des Beschuldigten 

zu den – nach seiner Auffassung schlimmen – Familienverhältnissen hin (vgl. Urk. 

103 S. 38 f. Ziff. 3.12.1), wonach er als Kind vom Vater fast täglich geschlagen, 

geohrfeigt und gestossen worden sei, was meistens deshalb geschehen sei, weil 

seine schulischen Leistungen nicht den Erwartungen des Vaters genügt hätten. 

Der Beschuldigte machte weiter geltend, seine Eltern hätte ihn in der letzten Wo-

che aufs Heftigste ununterbrochen gestresst (vgl. Urk. 12/1 S. 6 Antwort 35). Sie 

hätten seine Verletzung am Halswirbel nicht anerkannt und ihm gesagt, er solle 

arbeiten gehen, bzw. der Vater habe immer wiederholt, er sei ein Hypochonder, 

ein Simulant (Urk. 12/1 S. 7 Antwort 38 f.). Auch die Mutter habe gesagt, dass die 

von ihm geltend gemachte Verletzung daher rühre, dass er nichts mache und nur 

herumliegen würde (12/1 S. 7 Antwort 42), wobei die Eltern extrem laut geschrien 

hätten und ihn in derselben Woche insofern gestresst hätten, als sie ihm vorge-

halten hätten, dass er keine Schule besuche und sie ihm mitgeteilt hätten, nichts 

mehr zu bezahlen (vgl. 12/1 S. 7 Antworten 42 ff.). 

3.10.2. Der Beschuldigte erklärte, er habe aufgrund des Würgevorfalls durch ei-

nen Türsteher heftige Schmerzen gehabt, und habe seine Eltern gebeten, das 

Haus verlassen zu dürfen, um Schmerzmittel zu kaufen, worauf sie ihm gesagt 

-   31   - 

hätten, wenn er das Haus verliesse, würden sie sofort die Polizei anrufen (Urk. 

12/3 S. 10 f. Antwort 85, vgl. auch 12/6 S. 32 Antwort 296 und S. 33 Antwort 308). 

Vorerst steht auch aufgrund der Aussagen des Beschuldigten fest, dass er die 

Wohnung seiner Eltern hätte verlassen können (vgl. 12/3 S. 4 Antworten 35 f.). 

Darüber hinaus ist – entgegen den Beteuerungen des Beschuldigten, ununter-

brochen in der Wohnung geblieben zu sein (vgl. Urk. 12/3 S. 11 Antwort 100) – 

aktenkundig (vgl. auch Vorbringen der Verteidigung in Urk. 85 S. 9 zu Ziff. 4 am 

Ende), dass der Beschuldigte trotz der Drohung der Eltern am Freitag, mithin am 

Tag vor der Tat – dennoch das Haus verliess (vgl. Aussagen des Beschuldigten in 

Urk. 12/10 S. 9 Antwort 66, vgl. dazu auch Aussagen von S._____ in Urk. 14/17 

S. 3 Antworten 15 ff.). Nachdem er über Tage dem dauernden Verbot der Eltern 

ausgesetzt gewesen sein will, das Haus zu verlassen, um in einer Apotheke die – 

nach seiner Darstellung – dringend benötigten Schmerzmittel zu beschaffen, ist 

nicht nachvollziehbar, weshalb er bei dieser Gelegenheit keine Apotheke aufsuch-

te (vgl. Urk. 123 S. 22). Dieser Umstand relativiert die geltend gemachte Intensität 

seiner Schmerzen erheblich. Der Beschuldigte räumte im Übrigen auch ein, dass 

der Untersuch im Spital Zollikon nach Vornahme von Röntgenbildern ergeben ha-

be, dass alles in Ordnung gewesen sei (vgl. Urk. 12/3 S. 3 Antwort 26). Im Übri-

gen tritt auch mit Bezug auf die Schilderungen des Würgevorfalls im Club 

«L._____» und dessen Folgen die Tendenz des Beschuldigten zur Aggravation 

deutlich zu Tage. So machte er zuerst geltend, die ganze Wirbelsäule sei ver-

schoben gewesen (vgl. Urk. 12/6 S. 27 Antwort 245), er habe grosse Schmerzen 

gehabt und die ihm in der PUK verabreichten Medikamente hätten nichts genützt, 

(vgl. Urk. 12/6 S. 27 f., Antworten 245 ff.), weswegen er die PUK verlassen habe 

und zuerst zwei Wochen lang bei Kollegen gewohnt habe. Er habe Ruhe ge-

braucht, deswegen sei er nach Hause gegangen, wo er aber die nötige Ruhe von 

seinen Eltern nicht erhalten habe. Wenig später und auch an der Berufungsver-

handlung sprach er davon, er habe sich nicht bewegen können, er sei sozusagen 

bettlägerig gewesen (vgl. Urk. 12/6 S. 30 Antwort 281, Urk. 123 S. 14 f.). Dass der 

Beschuldigte gemäss eigenen Aussagen seinem Kollegen S._____ am Tag vor 

der Tat beim Umziehen geholfen hat (Urk. 123 S. 15 f., 22), wie auch die Tatsa-

che, dass der Beschuldigte trotz der geltend gemachten Beschwerden eine Reise 

-   32   - 

nach D._____ im Hinblick auf seinen Eintritt in die Drogenentzugsstation in 

T._____ unternehmen konnte (vgl. Urk. 12/6 S. 28 Antworten 253 ff.), relativiert 

seine Schilderungen betreffend seinen Gesundheitszustand zusätzlich in hohem 

Masse.  

3.10.3. Es trifft zu, dass Nachbarn, verschiedene Bekannte und Freunde der Fa-

milie übereinstimmend die Familienverhältnisse als schwierig bezeichneten, ins-

besondere die Beziehung zwischen dem Vater und seinem Sohn, aber auch jene 

zwischen den Ehegatten (so Vorinstanz in Urk. 103 S. 39 Ziff. 3.12.2 unter Hin-

weis auf und die einzelnen Aussagen in den Einvernahmen). Dass der Beschul-

digte in seiner Kindheit von seinem Vater geschlagen wurde, wurde – wie die Vor-

instanz korrekt festhielt – von verschiedenen Personen bestätigt (vgl. Urk. 103 

S. 39 Ziff. 3.12.2. unter Hinweis auf z.B. Urk. 14/12 Antwort 22, Urk. 14/15 Ant-

wort 18, Urk. 14/24 Antworten 30 f., Urk. 14/22 Antworten 22 und 30, Urk. 14/27 

Antwort 7 und Urk. 14/29 Antworten 32 und 57 ff.). Zutreffend ist auch, dass eine 

weitere Bekannte darüber berichtete, †H._____ habe den Beschuldigten immer 

wieder kritisiert, erniedrigt und ihm die Zuneigung, die er so sehr gesucht habe, 

vorenthalten (vgl. U._____ in Urk. 14/24 Antwort 11, vgl. auch V._____ in Urk. 

14/23 Antworten 19 ff.). Nach W._____, einem Bekannten des Beschuldigten, sei 

die Erwartungshaltung des Vaters das Hauptproblem für die Beziehungskonflikte 

gewesen (vgl. Urk. 14/22 Antwort 10). Auch AA._____ berichtete darüber, dass 

sein Bruder, †H._____, enttäuscht gewesen sei, dass sein Sohn nicht so heraus-

gekommen sei, wie er sich dies erhofft hätte, worüber er sich geschämt habe (vgl. 

Urk. 14/7 Antwort 21). Richtig ist aber auch, dass diesen eher negativen Be-

schreibungen von †H._____ auch anderweitige, eher positive Schilderungen ge-

genüberzustellen sind. Die Vorinstanz wies in diesem Zusammenhang insbeson-

dere auf die Aussagen von P._____, der Freundin von †H._____ hin, auf die hier 

verwiesen werden kann (vgl. Urk. 103 S. 39 f. Ziff. 3.12.3).  

3.10.4. Der Beschuldigte beschrieb das Verhältnis zu seiner Mutter als grundsätz-

lich gut, auch wenn sie zuletzt auch begonnen habe, ihn anzuschreien (vgl. Urk. 

12/1 Antworten 58 ff.). Auch wenn der Beschuldigte die Mutter im Zusammenhang 

mit ihrer Mitteilung an die KESB vor Vorinstanz der Falschaussage bezichtigte 

-   33   - 

(vgl. Prot. I S. 26, Urk. 123 S. 10) und er ihr vorwarf, damit bewusst den Schritt 

der Einweisung gewählt zu haben, anstatt das Gespräch mit ihm zu suchen, nur 

weil sie die Drogen gestört hätten (vgl. Prot. I S. 26, Urk. 123 S. 10), kann mit der 

Vorinstanz festgehalten werden, dass sich sein Verhältnis zur Mutter im Allgemei-

nen wesentlich besser gestaltete als jenes zum Vater (vgl. Urk. 103 S. 40 

Ziff.3.12.4).  

3.10.5. Die Vorinstanz wies zutreffend darauf hin, dass die Schilderungen des 

Beschuldigten zu den Familienverhältnissen, die er als dramatisch darstellte, 

durch Aussenberichte relativiert würden, da diese insbesondere aufzeigten, dass 

der Beschuldigte in den Jahren vor der Tat einen wesentlichen Anteil zu den Fa-

milienkonflikten selbst beitrug. Die Vorinstanz erwog in diesem Zusammenhang, 

dass verschiedene Personen aus dem Familien- und Bekanntenkreis, aber auch 

Sachverständige letztlich ausführten, dass der Beschuldigte an einer "Wohl-

standsverwahrlosung" gelitten und dass er von seinen Eltern erwartet habe, dass 

diese seinen Lebensunterhalt finanzieren würden, ohne aber selbst irgendeinen 

Teil dazu beizutragen oder sich an gewisse Regeln zu halten (so Vorinstanz in 

Urk. 103 S. 40 f. Ziff.3.12.5). Hervorzuheben ist dabei die Feststellung im Gutach-

ten von Frau Dr. med. M._____ in ihrem im Auftrag der KESB erstellten Gutach-

ten vom 25. August 2014, wo sie – vor der hier zu beurteilenden Tat – festhielt, 

der Beschuldigte mache seinen Vater für seine Situation verantwortlich und halte 

dafür, dass der Vater ihm sein Leben vermiest habe, weswegen es ihm sein Vater 

schuldig sei, für ihn zu zahlen (vgl. Urk. 29/1 S. 18). Diese Einstellung bestätigte 

der Beschuldigte grundsätzlich auch an der Berufungsverhandlung (vgl. Urk. 123 

S. 13).  

3.10.6. Unzweifelhaft ist, dass selbst unter Berücksichtigung, dass sich die Fa-

milienbeziehungen in den Jahren und Monaten vor der Tat verschlechterten, der 

Beschuldigte nach wie vor auf die Unterstützung seiner Eltern, insbesondere sei-

ner Mutter zählen konnte, was zum Beispiel die von der Vorinstanz zitierte Text-

nachricht der Mutter des Beschuldigten an ihn vom 7. September 2014 (vgl. 

Urk. 103 S. 41 Ziff. 3.12.6 unter Hinweis auf Urk. 20/21 S. 4, vgl. auch die weite-

ren Textachrichten in Urk. 20/21) belegt. Fest steht sodann, dass der Beschul-

-   34   - 

digte nach seinem letzten Entweichen aus der PUK Zürich am 6. September 2014 

– wie er selber deklarierte – Geborgenheit bei seinen Eltern suchte (vgl. Prot. I 

S. 27 f.), welche Erwartungshaltung in krassem Widerspruch zum äusserst nega-

tiven Bild steht, welches er von seinen Eltern in den diversen Einvernahmen 

zeichnete und was seine diesbezüglichen Schilderungen relativiert. 

3.10.7. Mit der Vorinstanz ist daher festzuhalten, dass sich die Familienverhältnis-

se zwar insgesamt als mitunter schwierig darstellten, dass der Beschuldigte die 

Situation jedoch in dieser Hinsicht dramatisierte und sich als Opfer darzustellen 

versuchte (vgl. dazu Vorinstanz mit Zitatbeispiel aus den Aussagen des Beschul-

digten: Urk. 103 S. 42 Ziff. 3.12.8 unter Hinweis auf Urk. 12/3 Antwort 126). Zuzu-

stimmen ist sodann den Erwägungen der Vorinstanz, der Beschuldigte sei weder 

in seiner Kindheit, noch später ein einfacher Sohn gewesen, wobei er sich gegen-

über seinen Eltern sehr fordernd und egoistisch verhalten habe (vgl. Urk. 103 

S. 42). Korrekt ist sodann, dass es sich beim Beschuldigten um einen im Tatzeit-

punkt 30-jährigen Mann handelte, der bei seinen Eltern wohnte, welcher – abge-

sehen von wenigen Monaten – noch nie selbst für seinen eigenen Lebensunter-

halt aufgekommen war und welcher nicht in der Lage bzw. nicht gewillt war, sein 

Leben eigenständig zu gestalten, welche Einstellung zwangsläufig Konflikte mit 

seinen Eltern, insbesondere mit seinem Vater, vorprogrammierte, wobei die Eltern 

den Beschuldigten gleichwohl weiterhin unterstützten und immer wieder versuch-

ten, ihm bei der Bewältigung seiner Probleme behilflich zu sein. Bei diesem Stand 

der Dinge verbietet sich – dies mit der Vorinstanz (vgl. Urk. 103 S. 42) – von ge-

radezu "dramatischen Familienverhältnissen" auszugehen, wie dies der Beschul-

digte und die Verteidigung geltend machen. Dagegen spricht im Übrigen auch die 

Tatsache, dass der Beschuldigte immer wieder nachhause zu seinen Eltern zu-

rückkehrte.  

 

3.11. Zu den behaupteten Erinnerungslücken des Beschuldigten 

3.11.1. Die Vorinstanz wies darauf hin, dass der Beschuldigte in den staats-

anwaltschaftlichen Einvernahmen sowohl hinsichtlich der Geschehnisse unmittel-

-   35   - 

bar vor der Tat wie auch zu jenen unmittelbar nach der Tat detaillierte Angaben 

gemacht, er jedoch umfassende Erinnerungslücken für die Zeit ab dem ersten 

Zustechen bis zum Ende der Tat geltend gemacht habe (vgl. Urk. 103 S. 42 f. un-

ter Hinweis auf Urk. 12/8 Antworten 35 ff., 58, 75 f.).  

3.11.2. Auffallend ist mit der Vorinstanz dabei, dass der Beschuldigte in der tat-

nächsten Einvernahme durchaus gewisse Angaben betreffend die Zeit zwischen 

dem ersten Einstechen auf seinen Vater und dem Ende der Tat gemacht hatte, 

dass er aber im weiteren Verlauf der Untersuchung zunehmende Erinnerungslü-

cken geltend machte, die nicht durch natürlichen Zeitablauf zu erklären sind (vgl. 

Urk. 103 S. 43). Die Vorinstanz listete in ihrem Entscheid die massgebenden 

Aussagen des Beschuldigten in seiner ersten Einvernahme auf (Annäherung des 

Vaters von hinten, Erstellung einer Skizze dazu, Beschreibung des ersten Mes-

serstichs gegen den Vater, weiter die Bewegung des Vaters, das weitere Einste-

chen des Beschuldigten auf seinen Vater von oben, das Wissen des Beschuldig-

ten von mehrmaligem Einstechen auf den Vater, die Angabe, dass während sei-

nes Einstechens auf den Vater niemand sprach, nämlich auch die herbeieilende 

Mutter nicht; das Hinausstossen seiner Mutter aus der Küche und das darauf er-

folgte Einstechen auf sie; Geltendmachung eines «Filmrisses» ab diesem Zeit-

punkt, allerdings mit der Angabe, weder Vater noch Mutter hätten sich gewehrt; 

demgegenüber Schilderung von detaillierten Angaben zu seinem Verhalten nach 

der Tat, namentlich betreffend seine Versuche, sich das Leben zu nehmen; An-

gaben über seinen Entscheid, die Klinik Hirslanden aufzusuchen und seine späte-

re «halbfreiwillige» Meldung bei der PUK; vgl. dazu Urk. 103 S. 43 Ziff. 3.13.3 un-

ter Hinweis auf die Aktenstellen) und stellte diese den Aussagen des Beschuldig-

ten in den späteren Einvernahmen gegenüber, in welchen er zusätzliche, vorher 

nicht dagewesene Erinnerungslücken gelten machte (vgl. Urk. 103 S. 44 f. 

Ziff. 3.13.4 - 3.13.6). Weiter fällt auf, dass der Beschuldigte erst in der Einver-

nahme vom 14. April 2015 Stimmen erwähnte, die ihm gesagt hätten, er solle sich 

die Pulsadern aufschneiden, bzw. er solle sich vor den Zug werfen (vgl. Urk. 12/8 

Antworten 58, 75 und 91). Die Vorinstanz erwog dazu zutreffend, dass der Zeitab-

lauf vorerst nicht als Erklärung für Erinnerungslücken dienen vermag, die erst im 

Verlaufe der Einvernahmen zugenommen haben, zumal schon die Zeitspanne 

-   36   - 

zwischen den Einvernahmen ausgesprochen kurz ist. Weiter ist mit der Vor-

instanz auffallend, dass der Beschuldigte nicht nur die Dauer der Erinnerungs-

lücken inkonsistent schilderte, sondern auch, dass diese genau mit dem Beginn 

der Tatausführung einsetzen und exakt mit der Beendigung der Tat wieder auf-

hören, mithin nur das eigentliche Tatgeschehen, also das ihm zur Last gelegte 

Verhalten – betreffen. Weiter ist der Vorinstanz zuzustimmen, dass die äusserst 

detaillierten Schilderungen der Erinnerungen des Beschuldigten an die Ereignisse 

unmittelbar nach der Tat in einer auffälligen Diskrepanz zu den angeblich nicht 

vorhandenen Erinnerungen an die Tat selber stehen (vgl. Urk. 103 S. 45).  

3.11.3. Bei dieser Ausgangslage liegt mit der Vorinstanz der Verdacht nahe, dass 

der Beschuldigte aus purem Eigennutz gezielte Erinnerungslücken geltend mach-

te, namentlich im Hinblick auf die Geltendmachung von Rechtfertigungsgründen 

(Würgen bzw. Todesangst) oder aber strafmindernden Umständen (Verzweiflung 

nach der Tat und Suizidgedanken; vgl. dazu Vorinstanz in Urk. 103 S. 45 f.). 

Wenn die Vorinstanz schliesslich aufgrund der Inkonsistenz der Aussagen des 

Beschuldigten sowie des ungewöhnlich abrupten Einsetzens und Verschwindens 

der angeblichen Erinnerungslücken erwog, die diesbezüglichen Aussagen des 

Beschuldigten seien nicht glaubhaft und erschienen als bewusst und strategisch-

manipulativ zurecht gelegtes Verteidigungsmittel bzw. als Schutzbehauptung, so 

ist dem zuzustimmen. Dass beim Beschuldigten wesentliche Erinnerungslücken 

vorlagen ist daher nicht anzunehmen, sondern vielmehr, dass er seine in den 

Grundzügen vorhandenen und reproduzierbaren Erinnerungen zu verdrängen 

versucht (so auch Vorinstanz in Urk. 103 S. 46 unter Hinweis auf die Äusserun-

gen des Beschuldigten dem Gutachter gegenüber, wonach er nicht weiter über 

die Tathandlung sprechen wollte, vgl. Urk. 29/16 S. 69). 

 

3.12. Zum behaupteten Kontrollverlust und der florid-wahnhaften Phase während 

der Tatausführung 

3.12.1. Die Vorinstanz fasste die Aussagen des Beschuldigten in den diversen 

Einvernahmen zum behaupteten Kontrollverlust und zur behaupteten florid-

-   37   - 

wahnhaften Phase während der Tatausführung detailliert zusammen. Zur Ver-

meidung von Wiederholungen kann an dieser Stelle darauf verwiesen werden 

(vgl. Urk. 103 S. 46 ff., Ziff. 3.14.1 – 3.14.4.).  

3.12.2. Der psychiatrische Gutachter hielt in seiner Beurteilung unter Hinweis auf 

die im Rahmen der Untersuchung erfolgten Befragungen dafür, dass die psychi-

sche Verfassung des Beschuldigten am Tatvortag (10. Oktober 2014) im nüchter-

nen Zustand nicht von der schizophrenen Problematik dominiert wurde und gute 

Steuerungsmechanismen und keine wesentlichen formalen und inhaltlichen 

Denkstörungen vorlagen, die das Auftreten bestimmt hätten (vgl. Urk. 29/16 

S. 85). Da für den Tattag selbst (11. Oktober 2014) kein wesentlicher Substanz-

mittelkonsum nachgewiesen wurde (vgl. dazu eingehend nachfolgend zu Frage 

der Schuldfähigkeit), dürfe von einer vergleichbaren Verfassung ausgegangen 

werden, bevor es zum verbalen Streit gekommen sei (vgl. Urk. 29/16 S. 85). Der 

Gutachter hielt weiter fest, im Vorfeld der gewaltsamen Eskalation dürfte die Ge-

fühlslage des Beschuldigten durch Ärger, Enttäuschung, Dominanzstreben und 

Wut geprägt gewesen sein. Aufgrund der als stabil und geordnet dargestellten 

Verfassung am Morgen des Vortags vor Substanzkonsum und des auch am Tat-

morgen vom Beschuldigten weder deklarierten, noch laborchemisch objektivierba-

ren Konsums, sei anzunehmen, dass keine florid-wahrhafte Psychose im Rahmen 

der Schizophrenie bestanden habe (vgl. Urk. 29/16 S. 86).  

3.12.3. Diese Schlussfolgerungen des Gutachters werden aufgrund der Tatsache, 

dass sich der Beschuldigte unmittelbar nach der Tat in die Klinik Hirslanden be-

geben hatte – welche diesen anschliessend im Rahmen einer fürsorgerischen Un-

terbringung der PUK Zürich zuwies –, durch die detaillierte ärztliche Beurteilung 

des Gesundheitszustandes des Beschuldigten unmittelbar nach der Tat gestützt. 

Wie die Vorinstanz bereits festhielt, vermerkte die behandelnde Ärztin Dr. 

AB._____ im provisorischen Austrittsbericht des Notfallzentrums der Klinik Hirs-

landen vom 11. Oktober 2014 unter dem Titel "Eintrittsstatus", dass der allgemei-

ne Zustand des Beschuldigten beim Eintritt in die Klinik "gut" und dass dieser 

"wach" und "orientiert zu Ort, Zeit und Situation" gewesen sei (vgl. Urk. 103 S. 49 

Ziff. 3.14.7 unter Hinweis auf Urk. 18/2 S. 1). Aber auch im provisorischen Aus-

-   38   - 

trittsbericht der PUK Zürich vom 12. Oktober 2014 (Urk. 19/2; vgl. auch das Ein-

trittsrésumé: Urk. 19/12 S. 1) wird unter dem Titel "psychischer Befund (nach 

AMDP) bei Eintritt" festgehalten, dass der Beschuldigte "altersentsprechend ge-

kleidet, mit leicht blutverschmiertem (v.a. am Kragen, vorne rechts) T-Shirt, nicht 

sehr gepflegt, freundlich zugewandt" und zudem "wach, bewusstseinsklar; zeitlich 

unscharf (Samstag, 27.10.2014), zu den übrigen Qualitäten voll orientiert" gewe-

sen sei. Im selben Bericht wird weiter festgehalten, die Aufmerksamkeit sei "redu-

ziert", die "Auffassung (…) schlecht" gewesen, die Konzentration habe infolge feh-

lender Kooperationsbereitschaft des Beschuldigten nicht überprüft werden kön-

nen, scheine allerdings ebenfalls eingeschränkt gewesen zu sein. Das Gedächt-

nis sei ungenügend, die Merkfähigkeit aber gut gewesen. Es seien beim Beschul-

digten keine Befürchtungen oder Zwänge und "aktuell kein Hinweis auf akute 

wahnhafte inhaltlichen Denkstörungen und Sinnestäuschungen eruierbar" gewe-

sen. Der Beschuldigte habe allerdings berichtet, dass er seine Gedanken (im Kopf 

drin) höre. Trotz depressiver Stimmung könne sich der Beschuldigte jedoch freu-

en und schaue optimistisch in die Zukunft. Der Beschuldigte sei sodann während 

des Eintrittsgesprächs unruhig gewesen, mehrmals aufgestanden und "besonders 

erpicht" darauf gewesen, "sich möglichst sauber zu desinfizieren (vgl. Urk. 19/2 

S. 4). Auch im Eintrittsrésumé zur dritten stationären Aufnahme der PUK Zürich 

wird sodann festgehalten, dass zurzeit "keine inhaltlichen Denkstörungen (Wahn, 

Halluzinationen) oder Ich-Störungen" feststellbar gewesen seien (Urk. 19/12 S. 1). 

3.12.4. Die obenerwähnten Institutionen (Klinik Hirslanden und PUK Zürich) hat-

ten nachweislich am Tattag, d.h. kurze Zeit nach der Tatausführung direkt mit 

dem Beschuldigten zu tun. Es waren Ärzte, mithin Fachleute, die die abgegebe-

nen Beurteilungen des Gesundheitszustandes des Beschuldigten zu jenem Zeit-

punkt vornahmen. Gesamthaft ergaben die geschilderten Eintrittsbefunde dem 

Gutachter, der sich damit eingehend auseinandersetzte (vgl. Urk. 29/16 S. 88), 

keinen Grund zur Annahme einer florid-wahnhaften Psychose, weswegen das 

Vorliegen einer solchen auch nicht bejaht werden kann. In diesem Zusammen-

hang erwähnte der Gutachter im Übrigen die bei den Besprechungen des Tat-

ablaufs wiederholt vom Beschuldigten ihm gegenüber angebrachten Hinweise, 

dass er psychotisch-wahnhaft und nicht bei Sinnen gewesen sei, wobei er auch 

-   39   - 

klar deklariert habe, auf eine Schuldminderung zu hoffen. Dies veranlasste den 

Gutachter zur Bemerkung, bei diesem Angabeverhalten sei die strategisch-

manipulative Kompetenz des Beschuldigten zu berücksichtigen sowie die auch 

früher gezeigte deutliche Tendenz, nicht zur Tat zu stehen bzw. dies auf situative 

Umstände oder Substanzkonsum zu externalisieren (vgl. Urk. 29/16 S. 88 vgl. 

Aussagen des Beschuldigten gegenüber dem Gutachter in Urk. 29/16 S. 62 ff., 

insbesondere S. 64 f.).  

3.12.5. Wenn die Vorinstanz – nicht zuletzt gestützt auf den Hinweis des Gutach-

ters – erwog, die Aussagen des Beschuldigten, er habe "nur noch schwarz" gese-

hen und keine Kontrolle über seine Handlungen mehr gehabt, erschienen ange-

sichts der übrigen Beweismittel als unglaubhaft, so ist dem zuzustimmen. Zutref-

fend sind sodann die Erwägungen der Vorinstanz, das strategisch-manipulative 

Verhalten widerspiegle sich sodann nicht zuletzt auch im Nachtatverhalten des 

Beschuldigten, der im Rahmen seines Aufenthalts in der Klinik Hirslanden bzw. 

der PUK Zürich die Tat nicht bloss unerwähnt gelassen, sondern seine Schnittver-

letzungen vielmehr durch unverdächtige Angaben zu erklären versucht habe (vgl. 

Vorinstanz in Urk. 103 S. 55 unter Hinweis auf die verschiedenen Angaben des 

Beschuldigten in Urk. 18/2 S. 1 und 4, Urk. 19/2 S. 2: Verletzungen aus Suizid-

versuch bzw. aus Unfall stammend). Weiter erwog die Vorinstanz zurecht, der 

Beschuldigte sei offensichtlich darauf "erpicht" gewesen, sich "sauber zu desinfi-

zieren", zu duschen, neue Kleider zu erhalten und seine alten, blutverschmutzten 

Kleider zu waschen (Vgl. Urk. 103 S. 52 unter Hinweis auf Urk. 19/2 S. 4 und 

Urk. 14/9 Antworten 8, 13 ff.), welch ausgesprochen rationales Verhalten den 

Schluss nahelege, dass sich der Beschuldigte seiner Schuld bewusst gewesen 

sei und versucht habe, Spuren zu verwischen. 

3.12.6. Gestützt auf das Gesagte gelangte die Vorinstanz mit dem psychiatri-

schen Gutachten vom 31. Juli 2015 zu Schluss, dass die Handlungen des Be-

schuldigten im Tatzeitpunkt – namentlich dessen überaus heftige und brutale Re-

aktion auf die subjektiv als massiv empfundene Provokation des Vaters – zwar 

von seiner kombinierten Persönlichkeitsstörung mit narzisstischen und dissozial-

psychopathischen Zügen sowie seiner hebephren-schizophrenen Erkrankung 

-   40   - 

mitgeprägt war, dass im Tatzeitpunkt jedoch keine florid-wahnhafte Phase der 

Schizophrenie bestand (vgl. Urk. 103 S. 52 unter Hinweis auf Urk. 29/16 S. 80, 

82, 87), was hier zu übernehmen ist.  

3.12.7. Es trifft zu, dass im von den behandelnden Ärzten erstellten Bericht über 

den Verlauf der vorzeitig angetretenen stationären Massnahme (bzw. der Unter-

suchungshaft) in der PUK Rheinau vom 3. Juni 2016 (Urk. 74) festgehalten wird, 

"im Eintrittszeitpunkt" hätten schwere inhaltliche Denkstörungen, akustische und 

optische Trugwahrnehmungen und Störungen des Ich-Erlebens bestanden bzw. 

habe "initial" ein "schweres psychotisches Zustandsbild mit überwiegend akus-

tischen Halluzinationen, schwerem sozialem Rückzug und verzweifelter Stim-

mungslage" vorgelegen (vgl. Urk. 74 S. 2). Angesichts der Tatsache, dass der 

Beschuldigte erst am 13. Oktober 2014, mithin zwei Tage nach der Tat, in die Kli-

nik Rheinau eintrat und dass der erwähnte Bericht in erster Linie über den Thera-

pieverlauf (Entwicklung und Behandlung des Beschuldigten) Auskunft zu erstatten 

hatte, vermögen die zitierten Feststellungen zum Eintrittszeitpunkt in diese Klinik 

den oben dargelegten, von der Klinik Hirslanden wie auch von der PUK Zürich 

festgehaltenen Befund nicht zu entkräften, worauf auch die Vorinstanz bereits zu-

treffend hinwies (vgl. Urk. 103 S. 52 f.).  

4. Zusammenfassung strittiger Sachverhalt 

4.1. Die Würdigung der Aussagen des Beschuldigten lässt ein Würgen un-

mittelbar vor der Tat nicht zu. 

4.2. Der Beschuldigte hatte keine objektiven Gründe, sich vor den Eltern, na-

mentlich vor seinem Vater zu fürchten, weshalb die geltend gemachte Todesangst 

als unglaubhaft erscheint. Auch kann nicht davon ausgegangen werden, der Be-

schuldigte sei vor der Tat subjektiv von einer lebensbedrohenden Angriffssituation 

ausgegangen. 

4.3. Die Familienverhältnisse stellten sich als schwierig dar, gleichwohl kann 

nicht von dramatischen Verhältnissen ausgegangen werden, wie sie der Beschul-

digte geltend macht. 

-   41   - 

 

IV. Rechtliche Würdigung 

1. Ausgangslage 

1.1. Es steht fest, dass der Beschuldigte zuerst seinen Vater und danach seine 

Mutter tötete. Bei Vorliegen von zwei Opfern ist evident, dass dabei nicht von Tat-

einheit auszugehen ist, wie die Verteidigung im Berufungsverfahren neu geltend 

macht (vgl. Urk. 122 S. 24 f.). Den korrekten Erwägungen der Vorinstanz zur De-

liktsmehrheit ist nichts mehr beizufügen (vgl. Urk. 103 S. 56 f.). An die Adresse 

der Verteidigung sei doch noch bemerkt, dass sie selber eine unterschiedliche 

rechtliche Subsumption für jede einzelne Tat beantragt, was in unauflösbarem 

Widerspruch zur behaupteten Tatidentität steht.  

1.2. Art. 111 StGB regelt als Grunddelikt die vorsätzliche Tötung. Charakteri-

siert wird diese Norm durch das Fehlen von spezifischen Tatbestandsmerkmalen. 

Sie setzt lediglich die vorsätzliche Verursachung des Todes eines Menschen  

voraus (vgl. Trechsel/Fingerhuth, in Trechsel/Pieth, StGB PK, 2. Auflage,  

Zürich/St.Gallen 2013, N 1 zu Art. 111 StGB, BSK StGB II - Schwarzenegger, 

3. Auflage 2013, N 4 zu Art. 111 StGB).  

1.3. Nicht zur Anwendung gelangt diese allgemeine Strafbestimmung, wenn die 

konkrete Tat unter den privilegierten Spezialtatbestand des Art. 113 StGB  

(Totschlag) oder die qualifizierte Norm von Art. 112 StGB (Mord) fällt. Gemäss 

Art. 112 macht sich des Mordes schuldig, wer besonders skrupellos handelt, na-

mentlich wenn sein Beweggrund, der Zweck der Tat oder die Art der Ausführung 

besonders verwerflich sind. 

1.4. Verneint der Richter das Element der besonderen Skrupellosigkeit im kon-

kreten Fall, so ist der Grundtatbestand der vorsätzlichen Tötung im Sinne von 

Art. 111 StGB erfüllt, es sei denn, der Täter habe in einer nach den Umständen 

entschuldbaren heftigen Gemütsbewegung oder unter grosser seelischer Be-

lastung gehandelt (Art. 113 StGB). 

-   42   - 

1.4.1. Zu prüfen ist daher, unter welchen Tatbestand das Verhalten des Beschul-

digten zu subsumieren ist.  

2. Parteistandpunkte 

2.1. Die Vorinstanz hat die Parteistandpunkte der Staatsanwaltschaft und der 

Verteidigung in ihrem Entscheid zutreffend zusammengefasst (Urk. 103 S. 54 f.). 

Diese Zusammenfassung ist der Übersichtlichkeit wegen hier wiederzugeben:  

2.2. Die Staatsanwaltschaft qualifiziert das Verhalten des Beschuldigten hin-

sichtlich des Anklagevorwurfes 1 als mehrfachen Mord i.S.v. Art. 112 StGB. Der 

Beschuldigte habe seine Eltern mit direktem Vorsatz ersten Grades getötet. Es 

lägen weder Rechtfertigungsgründe (insbesondere Notwehr) vor noch sei der Be-

schuldigte schuldunfähig. Die Tatausführung sei – im Gesamtzusammenhang be-

trachtet – insbesondere deshalb besonders skrupellos gewesen, weil der Be-

schuldigte mit Messern bewaffnet gegen seine unbewaffneten, wehrlosen und ihm 

körperlich unterlegenen Eltern vorgegangen sei. Angesichts der Art, Häufigkeit 

und Intensität der Messerstiche – die einem veritablen "Niedermetzeln" bzw. ei-

nem beispiellosen "Overkill" gleichgekommen seien – habe der Beschuldigte be-

sonders grausam und verwerflich sowie mit einer Unerbittlichkeit, Brutalität, einer 

grossen Gefühlskälte und Empathielosigkeit sondergleichen gehandelt und das 

Leben seiner ihm vertrauten, leiblichen Eltern geringgeschätzt und diese heim-

tückisch umgebracht (Urk. 40 S. 3). Ferner liege besondere Skrupellosigkeit auch 

aufgrund der krass primitiv-egoistischen Motivlage vor, nämlich der Tötung zweier 

Menschen, die ihm (dem Beschuldigten) eröffnet hätten, dass er die Wohnung 

nun verlassen müsse, wodurch der Beschuldigte seinen bis anhin parasitären, lu-

xuriösen Lebensstil in Gefahr gesehen habe (Urk. 84 S. 13 ff.).  

2.3. Die Verteidigung beantragt im Hauptstandpunkt einen Freispruch sowohl 

hinsichtlich der vorgeworfenen Tötung von †H._____ wie auch hinsichtlich jener 

an †I._____. Dies begründet sie primär damit, dass der Beschuldigte im Tatzeit-

punkt weder Einsichts- noch Steuerungsfähigkeit gehabt habe und damit nicht 

schuldfähig gewesen sei (Art. 19 Abs. 1 StGB; Urk. 85 S. 12 ff.). Mit Bezug auf die 

Tötung von †H._____ begründet sie den beantragten Freispruch ferner mit einem 

-   43   - 

entschuldbaren Notwehrexzess (Art. 16 Abs. 2 StGB) bzw. einem entschuldbaren 

Putativnotwehrexzess (Art. 16 Abs. 2 StGB i.V.m. Art. 13 Abs. 1 StGB), der dar-

aus folge, dass der Beschuldigte (objektiv) von seinem Vater angegriffen und in 

seinem Leib und Leben bedroht worden sei – bzw. (eventualiter) der Beschuldigte 

(subjektiv) von einer solchen Angriffssituation ausgegangen sei – und der Be-

schuldigte zwar unverhältnismässig reagiert habe (weshalb rechtfertigende Not-

wehr nach Art. 15 StGB ausscheide), dieser Notwehrexzess jedoch angesichts 

der vom Beschuldigten wahrgenommenen lebensbedrohlichen Angriffssituation, 

dessen Todesangst und Panik, der Vorgeschichte der gewalttätigen Auseinander-

setzungen zwischen dem Beschuldigten und seinem Vater sowie der emotionalen 

Gefühlsentladung aufgrund des angestauten, schwelenden Familienkonflikts in 

entschuldbarer Aufregung und Bestürzung erfolgt sei (Urk. 85 S. 31 ff., 35 ff.). 

Eventualiter beantragt die Verteidigung – ebenfalls nur bezüglich der Tötung von 

†H._____ – eine Schuldigsprechung der fahrlässigen Tötung in Putativnotwehr-

exzess (Art. 117 i.V.m. Art. 13 Abs. 2 i.V.m. Art. 16 Abs. 2 i.V.m. Art. 13 Abs. 1 

StGB), nämlich für den Fall, dass der Irrtum des Beschuldigten über das Vorlie-

gen einer Notwehrsituation vermeidbar gewesen sein sollte (Urk. 85 S. 37 ff.). 

Sowohl hinsichtlich der Tötung von †H._____ wie auch hinsichtlich jener von 

†I._____ beantragt die Verteidigung sodann subeventualiter bzw. eventualiter die 

Schuldigsprechung wegen Totschlags i.S.v. Art. 113 StGB. Dies begründet sie im 

Wesentlichen damit, dass der Beschuldigte aufgrund der wahrgenommenen An-

griffssituation, der Todesangst bzw. der Panik sowie des angestauten, schwelen-

den Familienkonflikts, der sich in einer emotionalen Gefühlsexplosion entladen 

habe, in einer nach den Umständen entschuldbaren heftigen Gemütsbewegung 

gehandelt habe (Urk. 85 S. 38 ff., 43 ff.). Subsubeventualiter bzw. subeventualiter 

beantragt die Verteidigung – ebenfalls in Bezug auf beide Tötungsdelikte – die 

Schuldigsprechung der vorsätzlichen Tötung nach Art. 111 StGB, weil das Mord-

qualifikationsmerkmal der besonderen Skrupellosigkeit nach Art. 112 StGB nicht 

erfüllt sei. Dies sei namentlich der Fall, weil der Beschuldigte nicht mit direktem 

Vorsatz gehandelt habe, weil er von einer lebensbedrohlichen Angriffssituation 

ausgegangen sei und in Todesangst bzw. Panik gehandelt habe und weil seine 

Handlungen Folge einer emotionalen Gefühlsexplosion aufgrund des angestau-

-   44   - 

ten, schwelenden Familienkonflikts gewesen seien (Urk. 85 S. 48 f., 22 ff.). An der 

Berufungsverhandlung wiederholte die Verteidigung im Wesentlichen das bereits 

vor erster Instanz Vorgebrachte (vgl. Urk. 122 S. 24 ff.). 

3. Schuld(un)fähigkeit 

3.1. Die Verteidigung macht geltend, der Beschuldigte sei schuldunfähig gewe-

sen, bei ihm habe zum Tatzeitpunkt weder Einsichts- noch Steuerungsfähigkeit 

vorgelegen (vgl. Urk. 122 S. 36 Ziff. 54). 

3.2. Gemäss Art. 19 StGB ist nicht strafbar, wer zur Zeit der Tat nicht fähig war, 

das Unrecht seiner Tat einzusehen oder gemäss dieser Einsicht zu handeln. War 

der Täter zur Zeit der Tat nur teilweise fähig, das Unrecht seiner Tat einzusehen 

oder gemäss dieser Einsicht zu handeln, so mildert das Gericht die Strafe. Nach 

Art. 20 StGB ordnet die Untersuchungsbehörde oder das Gericht eine Begutach-

tung durch einen Sachverständigen an, wenn ernsthafter Anlass besteht, an der 

Schuldfähigkeit des Täters zu zweifeln. Ein solches Gutachten wurde eingeholt 

(vgl. Urk. 29/16). 

3.3. Der Beschuldigte wurde von Dr. med. O._____ eingehend psychiatrisch 

begutachtet.  

3.3.1. In seinem Gutachten vom 31. Juli 2015 kommt der Sachverständige zum 

Ergebnis (Urk. 29/16 S. 75 ff.), dass der Beschuldigte an einer kombinierten Per-

sönlichkeitsstörung mit narzisstischen und dissozial-psychopathischen Zügen 

(ICD-10: F61.0), einer hebephrenen Schizophrenie (ICD-10: F20.1), einer  

Cannabisabhängigkeit (ICD-10: F12.21) sowie an schädlichem Gebrauch von Al-

kohol (ICD-10: F.10.1) leide. Den Tötungsdelikten sei ein langjähriger, chronisch 

schwelender familiärer Beziehungskonflikt vorausgegangen, der in den letzten 

Jahren mit Aufkeimen der schizophrenen Erkrankung eine deutlichere Ausprä-

gung erfahren habe. Der Konflikt bezüglich Gewalt habe sich überwiegend auf 

den Vater bezogen. Zwischen diesem und dem Beschuldigten habe wohl seit der 

frühen Jugend ein Machtkampf stattgefunden, bei welchem zuerst der Vater do-

miniert, doch in den letzten Jahren zunehmend der Beschuldigte die Oberhand 

-   45   - 

gewonnen habe; gemäss den Angaben der Mutter habe der Beschuldigte dabei 

teils dominant-tyrannisch gewirkt. Die Beziehung des Beschuldigten zu seinen El-

tern sei strategisch-manipulativ und passiv-aggressiv ausgestaltet gewesen. Der 

Beschuldigte habe ein Rückzugsverhalten gezeigt, nur spärlich kommuniziert und 

seine Eltern teils wie Bedienstete behandelt (Urk. 29/16 S. 83). 

3.3.2. Die tatauslösende Situation, als der Vater den Beschuldigten von hinten 

angefasst und ihn aufgefordert habe, die Wohnung zu verlassen, habe der Be-

schuldigte auf Basis des Machtkampfes mit Dominanzstreben, der Gereiztheit und 

seiner psychischen Labilität aufgrund der schizophrenen Erkrankung als "ausge-

prägte Provokation" erlebt. Seit der Machtumkehr auf körperlicher Ebene habe es 

der Beschuldigte nicht mehr sanktionslos toleriert, dass ihn sein Vater angefasst 

habe. Auf Grundlage der bereits vorbestehenden Gewaltbereitschaft, insbesonde-

re gegenüber seinem Vater, der als ausgeprägt empfundenen Provokation und 

der unmittelbaren Verfügbarkeit eines vor ihm liegenden Messers habe der Be-

schuldigte die Provokation mit einer Messerattacke beantwortet (Urk. 29/16 

S. 86 f.). In der Tathandlung – mit welcher der Beschuldigte auf die subjektiv emp-

fundene Provokation ungleich viel heftiger reagiert habe als bei früheren Ausei-

nandersetzungen und bei welcher er auch die am Streit im Wesentlichen unbetei-

ligte Mutter miteinbezog – habe sich vermutlich auch die generelle Wut über seine 

eigene Lebenssituation und die anhaltende Disharmonie mit den Eltern entladen. 

Die übermässig intensive und wohl nur über wenige Minuten andauernde hoch 

aggressive Spannung und Tatausgestaltung sei nicht mit der Persönlichkeitsprob-

lematik, sondern mit der schizophrenen Erkrankung zu erklären. Zwar habe der 

persönlichkeitsimmanente Narzissmus, das passiv-aggressive Verhalten, die Nei-

gung zu Dominanz und das Negieren der Entscheidungen der Eltern dazu beige-

tragen, dass die Provokation als massiv empfunden und die Reaktion derart heftig 

ausgefallen sei, jedoch erkläre dies nicht die ausgeübte Gewalt (Urk. 29/16 

S. 87). 

3.3.3. Der Gutachter führte weiter aus, dass aufgrund des Tatvorlaufs sowie des 

Verhaltens des Beschuldigten nach der Tat keine Hinweise zur Annahme einer 

florid-wahnhaften Psychose im Tatzeitpunkt bestünden (Urk. 29/16 S. 84 ff., 

-   46   - 

87 ff.). Selbst ohne florid-wahnhafte Phase der Schizophrenie sei der Beschuldig-

te jedoch durch die bereits seit dem Jahre 2010 bestehende schizophrene Er-

krankung bezüglich Gewaltbereitschaft, Hemmschwelle und Impulskontrolle be-

einträchtigt. Die Schizophrenie führe nicht nur zu Distanzlosigkeit, Beeinträch-

tigungen der Perspektivenübernahme bzw. Empathiemangel, sondern auch zu ei-

ner Schwächung der Impulskontrolle und unverhältnismässigen Reaktionen 

(Urk. 29/16 S. 87). 

3.4. Es wurde sch