# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4877d955-c370-5108-bef6-f1b1e4e07239
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-09-15
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 15.09.2010 C-4292/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-4292-2010_2010-09-15.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-4292/2010

{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 5 .  S e p t e m b e r  2 0 1 0

Richter Antonio Imoberdorf (Vorsitz), 
Richterin Ruth Beutler, Richterin Elena Avenati-Carpani, 
Gerichtsschreiberin Susanne Stockmeyer.

P._______ und T._______, 
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Gesuch um Bewilligung der Einreise.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-4292/2010

Sachverhalt:

A.
Die  aus  Thailand  stammende  W._______  (geb.  1961,  nachfolgend: 
Gesuchstellerin  bzw. Eingeladene) beantragte am 11. März 2010 bei 
der  Schweizerischen  Botschaft  in  Bangkok  ein  Visum für  einen  90-
tägigen Besuchsaufenthalt  bei ihrer  Schwester P._______ und deren 
Ehemann  T._______  (im  Folgenden:  Gastgeber  bzw.  Beschwerde-
führer) im Kanton Bern. 

Nach Verweigerung der Visumserteilung in  eigener Kompetenz über-
mittelte  die Schweizerische Vertretung das Gesuch zur  Prüfung und 
zum Entscheid an die Vorinstanz.

B.
Nachdem  der  Migrationsdienst  des  Kantons  Bern  beim  Gastgeber 
ergänzende Auskünfte einholen liess und an das BFM weitergeleitet 
hatte,  wies  die  Vorinstanz  das  Einreisegesuch  mit  Verfügung  vom 
31. Mai  2010  ab.  Dies  im  Wesentlichen  mit  der  Begründung,  es 
bestünden begründete  Zweifel  an  der  fristgerechten Wiederausreise. 
Die  Gesuchstellerin  stamme aus einer  Region,  aus  welcher  der  Zu-
wanderungsdruck  als  Folge  der  dort  herrschenden  wirtschaftlichen 
und  politischen  Verhältnisse  nach  wie  vor  stark  anhalte. 
Erfahrungsgemäss versuchten viele Personen aus Thailand sich ins-
besondere im westlichen Ausland eine vermeintlich  bessere  Zukunft 
aufzubauen.  Aufgrund  der  eingereichten  Unterlagen  sei  auch  nicht 
davon  auszugehen,  der  geschiedenen,  kinderlosen  Gesuchstellerin 
oblägen  besondere  berufliche,  familiäre  oder  gesellschaftliche  Ver-
pflichtungen, die gegebenenfalls Gewähr für eine fristgerechte Rück-
kehr bieten könnten. Es bliebe den Gastgebern alsdann unbenommen, 
ihren Gast auch im Ausland zu treffen.  

C.
Mit  Rechtsmitteleingabe  vom  7.  Juni  2010  beantragen  die  Be-
schwerdeführer  sinngemäss die Aufhebung der vorinstanzlichen Ver-
fügung  und  die  Erteilung  des  gewünschten  Besuchervisums  an  die 
Gesuchstellerin. Zur Begründung bringen sie im Wesentlichen vor, bei 
der Eingeladenen handle es sich um die Schwester der Ehefrau, die 
schon mehrere Male in der Schweiz zu Besuch gewesen sei und diese 
jeweils  wieder  fristgemäss verlassen habe. Das Visumsgesuch habe 
die Gesuchstellerin gestellt, bevor sich die politische Lage in Thailand 

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zugespitzt habe. Sie lebe zudem nicht im verarmten Nordosten Thai-
lands,  sondern  in  Bangkok,  wo  sie  Besitzerin  eines  mittelgrossen 
Restaurants sei. Dort wohne auch ihre Familie sowie ihr Adoptivkind. 
Die  Beschwerdeführer  machen  weiter  geltend,  ihre  finanziellen  Ver-
hältnisse liessen es nicht zu, mit der ganzen Familie nach Thailand zu 
reisen, weshalb die Schwägerin – auf eigene Kosten – in die Schweiz 
kommen wolle. 

D.
In ihrer Vernehmlassung vom 28. Juli 2010 spricht sich die Vorinstanz 
unter Erläuterung der bereits genannten Gründe für die Abweisung der 
Beschwerde aus. Ergänzend führt sie aus, die Gesuchstellerin sei an-
lässlich früherer Besuchsaufenthalte in der Schweiz nicht rechtzeitig in 
ihr  Heimatland  zurückgekehrt  und  habe  in  einem  Fall  sogar  weg-
gewiesen werden müssen. 

E.
In seiner Replik vom 1. September 2010 macht der Beschwerdeführer 
zusätzlich  geltend,  er  sei  –  anstelle  des  beantragten  dreimonatigen 
Verbleibs  –  mit  einem einmonatigen  Besuchsaufenthalt  der  Gesuch-
stellerin  in  der  Schweiz  einverstanden.  Zur  Sicherstellung  der  frist-
gerechten  Rückreise  sei  er  zudem  bereit,  eine  Barkaution  von 
Fr. 5'000.- zu hinterlegen. 

F.
Auf den weiteren Akteninhalt  wird, soweit rechtserheblich, in den Er-
wägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht unter 
Vorbehalt der in Art. 32 VGG genannten Ausnahmen Beschwerden ge-
gen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20.  Dezember 
1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), welche von 
einer in Art. 33 VGG aufgeführten Behörde erlassen wurden. Darunter 
fallen  u.a.  Verfügungen  des  BFM  betreffend  Verweigerung  der  Ein-
reisebewilligung,  welche  vom  Bundesverwaltungsgericht  endgültig 

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beurteilt  werden  (Art.  83  Bst. c  Ziff.  1  des  Bundesgerichtsgesetzes 
vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Sofern  das  Verwaltungsgerichtsgesetz  nichts  anderes  bestimmt, 
richtet  sich  das  Verfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  nach 
dem VwVG (Art. 37 VGG).

1.3 Die Beschwerdeführer sind gemäss Art. 48 Abs. 1 VwVG zur Be-
schwerde berechtigt. Auf  die  frist-  und formgerechte Beschwerde ist 
einzutreten (Art. 50 und 52 VwVG).

2.
Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung 
von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des 
Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechts-
erheblichen Sachverhaltes und – sofern nicht eine kantonale Behörde 
als  Beschwerdeinstanz  verfügt  hat  –  die  Unangemessenheit  gerügt 
werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Be-
schwerdeverfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist ge-
mäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begründung der Begehren nicht ge-
bunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den geltend 
gemachten  Gründen  gutheissen  oder  abweisen.  Massgebend  ist 
grundsätzlich  die  Rechts-  und  Sachlage  zum Zeitpunkt  seines  Ent-
scheides (vgl. E. 1.2 des in BGE 129 II 215 teilweise publizierten Ur-
teils 2A.451/2002 vom 28. März 2003).

3.
Das  schweizerische  Ausländerrecht  kennt  –  entgegen  den  be-
schwerdeweise  getätigten  Ausführungen  –  weder  ein  allgemeines 
Recht auf Einreise noch gewährt es einen besonderen Anspruch auf 
Erteilung eines Visums. Die Schweiz ist  daher – wie andere Staaten 
auch – grundsätzlich nicht gehalten, Ausländerinnen und Ausländern 
die  Einreise  zu  gestatten.  Vorbehältlich  völkerrechtlicher  Ver-
pflichtungen  handelt  es  sich  dabei  um  einen  autonomen  Entscheid 
(vgl. Botschaft zum Bundesgesetz über Ausländerinnen und Ausländer 
vom 8. März 2002, BBl 2002 3774; BGE 135 II 1 E. 1.1 mit Hinweisen).

4.
4.1 Ausländerinnen  und  Ausländer  benötigen  zur  Einreise  in  die 
Schweiz bzw. den Schengenraum für einen Aufenthalt von höchstens 
drei  Monaten  gültige  Reisedokumente,  die  zum  Grenzübertritt  be-
rechtigen,  und  ein  Visum,  sofern  dieses  erforderlich  ist  (vgl.  Art.  5 

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Abs. 1 Bst. a des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die 
Ausländerinnen  und  Ausländer  [AuG,  SR  142.20],  Art. 2  Abs. 1  der 
Verordnung vom 22. Oktober 2008 über die Einreise und die Visum-
erteilung [VEV, SR 142.204] i.V.m. Art. 5 Abs. 1 Bst. a und b der Ver-
ordnung [EG] Nr. 562/2006 des Europäischen Parlaments und des Ra-
tes vom 15. März 2006 über einen Gemeinschaftskodex für das Über-
schreiten  der  Grenzen  durch  Personen  [nachfolgend:  Schengener 
Grenzkodex, SGK, ABl. L 105 vom 13.04.2006, S. 1] i.V.m. Art. 2 der 
Verordnung [EU] Nr. 265/2010 des Europäischen Parlaments und des 
Rates  vom 25.  März  2010  zur  Änderung  des  Übereinkommens  zur 
Durchführung  des  Übereinkommens  von  Schengen  und  der  Ver-
ordnung [EG] Nr. 562/2006 in Bezug auf den Verkehr von Personen mit 
einem  Visum  für  den  längerfristigen  Aufenthalt  [ABI.  L  85  vom 
31.03.2010, S. 1]).

4.2 Im Weiteren müssen sie den Zweck und die Umstände ihres be-
absichtigten  Aufenthalts  belegen  und  hierfür  über  ausreichende 
finanzielle  Mittel  verfügen  (Art. 5  Abs. 1  Bst. c  SGK,  Art. 5  Abs. 1 
Bst. b  AuG);  sie  dürfen  zudem  nicht  im  Schengener  Informations-
system (SIS) zur Einreiseverweigerung ausgeschrieben sein und keine 
Gefahr  für  die  öffentliche  Ordnung,  die  innere  Sicherheit,  die  öf-
fentliche Gesundheit oder die internationalen Beziehungen eines Mit-
gliedstaats  darstellen  (Art. 5  Abs. 1 Bst. d  und e  SGK,  Art. 5  Abs. 1 
Bst. c AuG). Namentlich haben Ausländerinnen und Ausländer zu be-
legen,  dass  sie  das  Land  vor  Ablauf  der  Gültigkeitsdauer  des  be-
antragten Visums wieder verlassen (vgl. Art. 14 Bst. d der Verordnung 
[EG]  810/2009  des  Europäischen  Parlaments  und  des  Rates  vom 
13. Juli  2009  über  einen  EG-Visakodex  der  Gemeinschaft  [EG-
Visakodex],  [ABI.  L  243  vom 15.09.2009,  S.  1]).  Hinsichtlich  der  in 
Frage  kommenden  Belege  zur  Glaubhaftmachung  des  Aufenthalts-
zwecks  verweist  Art. 5  Abs. 2  SGK  auf  den  Anhang I.  Art. 5  Abs. 3 
SGK  sowie  Art. 2  Abs. 2  und  Art. 7–11  VEV  regeln  ausführlich  das 
Einreiseerfordernis der ausreichenden finanziellen Mittel.

5.
Gemäss Anhang I zur Verordnung (EG) Nr. 539/2001 des Rates vom 
15. März 2001 (ABl. L 81 vom 21.03.2001, S. 1–7) unterliegt die Ge-
suchstellerin als thailändische Staatsangehörige der Visumspflicht.

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6.
6.1 Zur Prüfung des Kriteriums der gesicherten Wiederausreise muss 
ein zukünftiges Verhalten beurteilt werden. Dazu lassen sich in der Re-
gel  keine gesicherten Feststellungen,  sondern lediglich Voraussagen 
machen. Dabei sind sämtliche Umstände des konkreten Einzelfalles zu 
würdigen.

6.2 Anhaltspunkte  zur Beurteilung der  fristgerechten Wiederausreise 
können sich aus der allgemeinen Situation im Herkunftsland der Be-
sucherin  oder  des  Besuchers  ergeben.  Einreisegesuche  von 
Bürgerinnen  und  Bürgern  aus  Staaten  bzw.  Regionen  mit  politisch 
oder wirtschaftlich vergleichsweise ungünstigen Verhältnissen können 
darauf  hindeuten,  dass  die  persönliche  Interessenlage  in  solchen 
Fällen  nicht  mit  dem  Ziel  und  Zweck  einer  zeitlich  befristeten  Ein-
reisebewilligung in Einklang steht.

6.3 Die  Gesuchstellerin  stammt  aus  Thailand. Die  Wirtschaft  dieses 
Landes hat sich nach der Asienkrise von 1997/98 deutlich erholt. Das 
Wachstum des Bruttoinlandproduktes belief sich 2009 auf -2.3% (nach 
dem tiefen Minuswachstum von -7.1% im 1. Quartal und dem Sprung 
von 5.8% im letzten Quartal). Die Wachstumsprognose für 2010 liegt 
zwischen 3.5% und 4.5%, dies jedoch unter Vorbehalt innenpolitischer 
Risiken,  welche  bereits  in  den  Jahren  2005  bis  2008  für  eine  Ver-
langsamung  des  Wirtschaftswachstums  sorgten  (vgl.  zu  den 
wirtschaftlichen  Indizes  die  Länder-  und  Reiseinformationen  auf  der 
Webseite des Auswärtigen Amtes, Länder- und Reiseinformationen > 
Thailand > Wirtschaft, <http://www.auswaertiges-amt.de  >, Stand: April 
2010,  besucht  im  September  2010).  Die  grundsätzlich  ermutigende 
wirtschaftliche  Entwicklung  kann  nicht  über  die  Tatsache  hinweg-
täuschen,  dass  nach  wie  vor  breite  Bevölkerungsschichten  von  ver-
gleichsweise  schwierigen  ökonomischen  und  sozialen  Lebens-
bedingungen  betroffen  sind. Das  Bruttoinlandprodukt  (BIP)  pro  Kopf 
betrug im Jahre 2009 nur gerade USD 4'401 (vgl. Staatssekretariat für 
Wirtschaft  >  Themen  >  Aussenwirtschaft  >  Länderinformationen  > 
Asien/Ozeanien > Thailand, <http://www.seco.admin.ch  >, Stand: März 
2009, besucht im September 2010). 

6.4 Vor dem Hintergrund der fortbestehenden ungünstigen Lebensver-
hältnisse  ist  –  vor  allem  in  der  jüngeren  Bevölkerung  –  ein  starker 
Migrationsdruck festzustellen. Dabei gilt auch die Schweiz als Zielland 
vieler  Auswanderer  im  erwerbsfähigen  Alter,  welche  sich  hier  unter 

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http://www.auswaertiges-amt.de/
http://www.seco.admin.ch/

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besseren  Lebensbedingungen  eine  (neue)  Existenz  aufbauen 
möchten.  Diese  Tendenz  zur  Auswanderung  wird  erfahrungsgemäss 
dort  noch  begünstigt,  wo  bereits  ein  soziales  Beziehungsnetz  (Ver-
wandte, Freunde) im Ausland besteht. Im Falle der Schweiz führt dies 
angesichts der restriktiven Zulassungsregelung oftmals zur Umgehung 
ausländerrechtlicher Bestimmungen. Dabei wird nicht selten versucht, 
den Aufenthalt zu verlängern oder – beispielsweise durch Ausbildung 
oder  Heirat  –  auf  eine  andere  migrationsrechtliche  Grundlage  zu 
stellen.

7.
7.1 Bei der  Risikoanalyse sind allerdings nicht  nur solch allgemeine 
Umstände und Erfahrungen, sondern auch sämtliche Gesichtspunkte 
des  konkreten  Einzelfalles  zu  berücksichtigen.  Obliegt  einer 
gesuchstellenden  Person  im  Heimatland  beispielsweise  eine  be-
sondere  berufliche,  gesellschaftliche  oder  familiäre  Verantwortung, 
kann dieser  Umstand durchaus die  Prognose für  eine anstandslose 
Wiederausreise  begünstigen.  Umgekehrt  muss  bei  Personen,  die  in 
ihrer Heimat keine besonderen Verpflichtungen haben, das Risiko für 
ein fremdenpolizeilich nicht regelkonformes Verhalten (nach bewilligter 
Einreise zu einem Besuchsaufenthalt) hoch eingeschätzt werden.

7.2 Bei der  Gesuchstellerin  handelt  es sich um eine 49-jährige,  ge-
schiedene Frau. Unklarheiten bestehen bezüglich ihrer familiärer Ver-
hältnisse: Sie selbst  hat  in  ihrem Visumsgesuch vom 11. März 2010 
keine Angaben zu allfälligen Kindern getätigt. Beschwerdeweise wird 
hingegen  geltend  gemacht,  ihre  Familie  und  insbesondere  ihr 
Adoptivkind würden in Bangkok leben. Weiterführende Erläuterungen 
zur konkreten familiären Situation sowie zur Betreuungssituation des 
Adoptivkindes  fehlen  hingegen.  Es  kann  jedoch  in  Anbetracht  der 
ursprünglich  beantragten  Aufenthaltsdauer  von  drei  Monate  ohne 
weiteres  davon  ausgegangen werden,  die  Fürsorge  des  10-jährigen 
Adoptivkindes sei auch während der Abwesenheit der Gesuchstellerin 
gewährleistet. 

7.3 In beruflicher Hinsicht machen die Beschwerdeführer geltend, die 
Eingeladene sei Besitzerin eines mittelgrossen Restaurants in Bang-
kok.  Entsprechende  Beweismittel,  welche  die  effektiven  wirtschaft-
lichen  Verhältnisse  der  Gesuchstellerin  belegen,  haben  die 
Beschwerdeführer nicht eingereicht. Gewisse Vorbehalte sind deshalb 
durchaus angebracht. Dies umso mehr, als die Gesuchstellerin selbst 

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in  ihrem Visumsgesuch  vom 11. März  2010  keine Angaben zu ihrer 
beruflichen  Tätigkeit  machte,  sondern  besagtes  Feld  ("Derzeitige 
berufliche Tätigkeit") leer gelassen hat. Gestützt auf die bestehenden 
Akten kann auch nicht von der Vermutung ausgegangen werden, die 
Gesuchstellerin  befinde  sich  in  vorteilhaften  und  stabilen 
wirtschaftlichen Verhältnissen, die sie verlässlich von einer Emigration 
abzuhalten vermöchten. 

8.
Aufgrund  obgenannter  Ausführungen  sind  bei  der  Gesuchstellerin 
keine  eigentlichen  Verpflichtungen  erkennbar,  welche  die  Prognose 
einer  fristgerechten  und  anstandslosen  Wiederausreise  nach  einem 
Besuchsaufenthalt  begünstigen könnten. Vor diesem Hintergrund fällt 
umso mehr ins Gewicht, dass die Gesuchstellerin anlässlich früherer 
Besuchsaufenthalte  in  der  Schweiz  –  entgegen  den  Aussagen  der 
Beschwerdeführer – nicht rechtzeitig nach Thailand zurückkehrte und 
in einem Fall sogar weggewiesen werden musste (vgl. Schreiben der 
Fremdenpolizei  des Kantons Bern vom 4. Februar  1999). Nicht  aus-
zuschliessen ist, dass die Eingeladene auch nach erneuter Einreise in 
die Schweiz geneigt sein könnte, sich über die beantragte Visumdauer 
hinaus in  der  Schweiz aufzuhalten. In  diesem Zusammenhang kann 
auch die Erklärung des Beschwerdeführers nicht gehört werden, er sei  
anstelle  des  beantragten  dreimonatigen  Aufenthalts  mit  einem 
einmonatigen  Besuchsaufenthalt  der  Gesuchstellerin  in  der  Schweiz 
einverstanden (vgl. Stellungnahme vom 1. September 2010). 

9.
Vor  dem  allgemeinen  und  persönlichen  Hintergrund  durfte  die  Vor-
instanz demnach davon ausgehen, dass keine hinreichende Gewähr 
für  eine fristgerechte und anstandslose Wiederausreise der Gesuch-
stellerin nach einem Besuchsaufenthalt besteht. Daran kann auch die 
Hinterlegung einer  Barkaution von Fr. 5'000.-  nichts  ändern,  wie  sie 
der  Beschwerdeführer  replikweise  anbietet  (vgl.  dazu  Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts C-7005/2007 vom 25. Juni 2009 E. 9). Als 
Gastgeber  kann  er  zwar  für  gewisse  finanzielle  Risiken  im  Zu-
sammenhang  mit  dem  Besuchsaufenthalt  Garantie  leisten.  Für  ein 
bestimmtes  Verhalten  der  Eingeladenen  kann  er  aber  –  mangels 
rechtlicher und faktischer Durchsetzbarkeit  – nicht garantieren. Denn 
bei  der  Abwägung  des  Risikos  einer  nicht  fristgerechten 
Wiederausreise  ist  naturgemäss  nicht  so  sehr  die  Haltung  des 
Gastgebers,  sondern  in  erster  Linie  das  mögliche  Verhalten  des 

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Gastes  selbst  von  Bedeutung.  Nur  Letzterer  ist  in  der  Lage,  hin-
reichend  Gewähr  für  seine  Rückkehrbereitschaft  zu  bieten  (BVGE 
2009/27 E. 9).

10.
Aus den dargelegten Gründen ist  daher nicht  zu beanstanden, dass 
die  Vorinstanz  das  öffentliche  Interesse  sowie  die  Beachtung  der 
geltenden Bestimmungen entsprechend gewichtete und der  Gesuch-
stellerin  die  Einreise  verweigerte.  Die  angefochtene  Verfügung  ist 
somit  im Ergebnis  rechtmässig  (Art.  49  VwVG). Die  Beschwerde ist 
demzufolge abzuweisen.

11.
Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens werden die unterliegen-
den Beschwerdeführer kostenpflichtig (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die Ver-
fahrenskosten sind auf Fr. 700.- festzusetzen (Art. 1 ff. des Reglements 
über  die  Kosten und  Entschädigungen vor  dem Bundesverwaltungs-
gericht vom 21. Februar 2008 [VGKE, SR 173.320.2]).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr.  700.-  werden  den  Beschwerdeführern 
auferlegt.  Sie  werden  mit  dem  geleisteten  Kostenvorschuss  ver-
rechnet.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführer (Einschreiben)
- die Vorinstanz ([])
- das Migrationsamt des Kantons Bern 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Antonio Imoberdorf Susanne Stockmeyer

Versand: 

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