# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 45e65b88-f99e-5e45-8248-c8b9bd4b29db
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-08-06
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 06.08.2019 RU190038
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_RU190038_2019-08-06.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Zivilkammer    
 
 

Geschäfts-Nr.: RU190038-O/U 

 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. P. Diggelmann, Vorsitzender, Oberrichter  

Dr. P. Higi und Oberrichter Dr. M. Sarbach sowie Gerichts-

schreiberin lic. iur. K. Würsch 

Urteil vom 6. August 2019 

in Sachen 

 

A._____,  
Kläger und Beschwerdeführer, 

 

gegen 

 

B._____ L.P.,  
Beklagte und Beschwerdegegnerin, 

 
betreffend 

Forderung / Kostenvorschuss 
 
 
Beschwerde gegen eine Verfügung des Friedensrichteramtes Geroldswil vom 20. 
Juni 2019 (GV.2019.00010) 
 

- 2 - 

Erwägungen: 

1. 

1.1. A._____ (Kläger und Beschwerdeführer, fortan Beschwerdeführer) stellte mit 

Schreiben vom 14. Mai 2019 beim Friedensrichteramt Geroldswil gegenüber 

B._____ L.P. (Beklagte und Beschwerdegegnerin, fortan Beschwerdegegnerin) 

folgendes Schlichtungsgesuch (act. 7/1): 

"Die beklagte Partei sei zu verpflichten, der klagenden Partei Fr. 600.– 
 zzgl. Zins zu 5% seit 14. Mai 2019 zu bezahlen. 
 Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der beklagten 
 Partei." 

Gemäss Darlegungen im Schlichtungsgesuch steht die geltend gemachte Forde-

rung im Zusammenhang mit einem Aufenthalt des Beschwerdeführers im Hotel 

C._____ vom 31. März bis 6. April 2019, bei welchem das Hotelzimmer angeblich 

in Abweichung zu den Buchungsangaben und -bestätigung über keine separate 

Dusche verfügt habe. Mit Eingabe vom 18. Juni 2019 reichte der Beschwerdefüh-

rer eine auf Englisch übersetzte Version seines Schlichtungsgesuches nach. Er 

teilte dem Friedensrichteramt weiter mit, ein Zustelldomizil der Beschwerdegegne-

rin in der Schweiz sei ihm nicht bekannt. Er hoffe aber, das Friedensrichteramt 

mache von der Möglichkeit in Art. 140 ZPO Gebrauch und lasse die Beschwerde-

gegnerin ein Zustelldomizil in der Schweiz bezeichnen (act. 7/2). 

1.2. Mit Verfügung vom 20. Juni 2019 setzte das Friedensrichteramt Geroldswil 

dem Beschwerdeführer eine Frist bis zum 30. Juni 2019 an, um einen Kostenvor-

schuss von Fr. 500.00 für die ihn allenfalls treffenden Kosten zu leisten. Bei Nicht-

leistung innert einer Nachfrist werde auf das Schlichtungsgesuch nicht eingetreten 

(act. 7/3 = act. 3 = act. 6, Dispositiv-Ziffer 1). 

2. 

2.1. Der Beschwerdeführer focht die Verfügung des Friedensrichteramtes vom 

20. Juni 2019 mit Eingabe vom 1. Juli 2019 (überbracht) rechtzeitig mit Be-

schwerde bei der Kammer an. Er stellt den folgenden Rechtsmittelantrag (act. 2 

S. 2; act. 7/4): 

- 3 - 

"Es sei Ziff. 1 der Verfügung des Friedensrichteramts Geroldswil vom 
 20. Juni 2019 (GV.2019.00010) aufzuheben und der von der klagen-
 den Partei zu leistende Kostenvorschuss für das Schlichtungsverfah-
 ren auf Fr. 250.– festzusetzen." 

2.2. Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen (act. 7/1-4). Das Verfahren 

ist heute in sämtlichen Belangen spruchreif, zumal der nicht pflichtigen Partei kei-

ne Gelegenheit zur Stellungnahme zu geben ist, wenn ein Kostenvorschuss für 

die mutmasslichen Gerichtskosten erhoben und dieser angefochten wird, weil sie 

davon nicht betroffen ist. Auf die Vorbringen des Beschwerdeführers ist – soweit 

entscheidrelevant – im Rahmen der folgenden Erwägungen einzugehen. 

3. 

Entscheide über die Leistung von Kostenvorschüssen sind selbständig mit Be-

schwerde anfechtbar (Art. 103 ZPO i.V.m. Art. 319 lit. b Ziff. 1 ZPO). Mit der Be-

schwerde können unrichtige Rechtsanwendung und offensichtlich unrichtige Fest-

stellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 320 ZPO). 

4. 

4.1. Das Friedensrichteramt ging anhand des Schlichtungsgesuches von einem 

Streitwert von Fr. 600.00 aus. Gestützt auf diesen Streitwert sei mit mutmassli-

chen Kosten von Fr. 500.00 zu rechnen, wofür nach Art. 98 ZPO ein Vorschuss 

zu leisten sei (act. 6). 

4.2. Der Beschwerdeführer erachtet den angenommenen Streitwert von 

Fr. 600.00 als korrekt. Mit der Festsetzung des Kostenvorschusses auf Fr. 500.00 

verlasse das Friedensrichteramt jedoch den zwingenden Gebührenrahmen. Wer-

de für die Bemessung des Kostenvorschusses rein auf den Streitwert abgestellt 

– wie dies in der angefochtenen Verfügung der Fall sei –, würde sich die Gebühr 

nach dem Gebührenrahmen von § 3 Abs. 1 GebV OG auf Fr. 176.00 belaufen. 

Ein Verlassen des Gebührenrahmens sei einzig in § 3 Abs. 3 GebV OG für den 

Fall eines Urteilsvorschlages oder Entscheides vorgesehen, aber selbst dann 

würde sich der Gebührenrahmen maximal auf Fr. 375.00 erweitern (act. 2 S. 3). 

Anlässlich zweier Telefonate habe der Friedensrichter die Höhe des Kostenvor-

schusses mit den Kosten für die Zustellung des Schlichtungsgesuches an die Be-

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schwerdegegnerin und den Kosten eines Dolmetschers anlässlich einer Schlich-

tungsverhandlung begründet. Der Beschwerdeführer rügt, diese Überlegungen 

ergäben sich nicht aus der Begründung der angefochtenen Verfügung. Hinsicht-

lich der Zustellkosten verweist der Beschwerdeführer sodann auf das Pauschal-

system zu den Gerichtskosten sowie auf § 2 Abs. 2 GebV OG. In Bezug auf die 

Dolmetscherkosten macht der Beschwerdeführer geltend, der Anfall solcher Kos-

ten sei noch viel zu ungewiss, als dass dafür ein Vorschuss zu verlangen wäre 

(act. 2 S. 4). 

4.3. Gestützt auf Art. 98 ZPO kann das Friedensrichteramt als Schlichtungsbe-

hörde von der klagenden Partei die Leistung eines Kostenvorschusses bis zur 

Höhe der mutmasslichen Verfahrenskosten verlangen (ZK ZPO-Honegger, 3. A., 

Zürich/Basel/Genf 2016, Art. 207 N 3). Die Gebühren für das Schlichtungsverfah-

ren richten sich nach der Gebührenverordnung des Obergerichts (GebV OG) vom 

8. September 2010 (Art. 95 Abs. 2 lit. a i.V.m. Art. 96 ZPO i.V.m. § 199 GOG 

i.V.m. § 1 lit. a GebV OG). Der Streitwert der Klage bildet auch im Schlichtungs-

verfahren eine wesentliche Grundlage zur Festsetzung der (mutmasslichen) Kos-

ten (§ 2 Abs. 1 lit. a i.V.m. § 3 GebV OG). Wird die Bezahlung einer bestimmten 

Geldsumme verlangt, so entspricht der Streitwert diesem Betrag, welcher sich 

vorliegend auf Fr. 600.00 beläuft. Zinsen werden nicht hinzugerechnet (Art. 91 

Abs. 1 ZPO). Nebst dem Streitwert (§ 2 Abs. 1 lit. a i.V.m. § 3 GebV OG) bilden 

sodann auch der Zeitaufwand und die Schwierigkeit des Falles die Grundlage für 

die Festsetzung der Gebühr (§ 2 Abs. 1 lit. c und d GebV OG). Die Kostenfestset-

zung resp. Höhe des Kostenvorschusses für die mutmasslichen Kosten erfolgt 

dabei innerhalb des gesetzlichen Rahmens nach Ermessen (siehe dazu OGer ZH 

RU130030 vom 15. Juli 2013, E. 3.3.).  

Der Beschwerdeführer hält zu Recht dafür, dass der Gebührenrahmen beim 

Streitwert von Fr. 600.00 gemäss § 3 Abs. 1 GebV OG von Fr. 65.00 bis 

Fr. 250.00 reicht. Vom Friedensrichteramt wurde ein Kostenvorschuss zur De-

ckung der mutmasslichen Kosten des Schlichtungsverfahrens festgesetzt (vgl. 

act. 6, Erwägungen). Ein Antrag auf Entscheidfällung nach Art. 212 ZPO wurde 

bislang nicht gestellt (act. 7/1), bei Streitigkeiten mit einem Streitwert von weniger 

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als Fr. 5'000.00 kann allerdings ungeachtet eines Antrags ein Urteilsvorschlag un-

terbreitet werden (Art. 210 Abs. 1 lit. c ZPO). Damit ist die Erweiterung des Ge-

bührenrahmens nach § 3 Abs. 3 GebV OG um die Hälfte der Gebühr und somit 

bis Fr. 375.00 möglich. Mit der Kostenpauschale sind die Leistungen etwa für Vor-

ladungen, Telekommunikation, Ausfertigung und Zustellungen abgegolten (vgl. 

§ 2 Abs. 2 GebV OG, siehe auch ZK ZPO-Honegger, a.a.O., Art. 207 N 4). Eine 

Zustellung des Schlichtungsgesuches an die im Ausland ansässige Beschwerde-

gegnerin rechtfertigt das Überschreiten des Gebührenrahmens nicht, sondern ist 

bei Festsetzung des Kostenvorschusses innerhalb desselben zu berücksichtigen. 

Von der Gebührenpauschale gemäss § 3 GebV OG nicht erfasst sind Dolmet-

scherkosten (Art. 95 Abs. 2 lit. d ZPO). Allerdings ist dem Beschwerdeführer darin 

zuzustimmen, dass der Anfall sowie die Höhe solcher Kosten im jetzigen Zeit-

punkt noch völlig ungewiss sind, weshalb sich eine Berücksichtigung von Kosten 

bei der Festsetzung des Kostenvorschusses unter diesem Titel heute nicht recht-

fertigt.  

Angesichts des Streitwertes, dem mutmasslichen Zeitaufwand und der Schwierig-

keit des Falles erscheint die Festsetzung des Kostenvorschusses auf Fr. 250.00 

als angemessen. Dies führt zur Gutheissung der Beschwerde, zu entsprechender 

Aufhebung von Dispositiv-Ziffer 1 der Verfügung des Friedensrichteramtes Ge-

roldswil vom 20. Juni 2019 und zur Neufestsetzung des Kostenvorschusses auf 

Fr. 250.00. Der Beschwerdeführer erklärt, einen Kostenvorschuss über Fr. 500.00 

mit Valuta vom 24. Juni 2019 bereits geleistet zu haben (act. 2 S. 2), weshalb das 

Friedensrichteramt Geroldswil das Verfahren fortsetzen kann.  

5. 

Da der Beschwerdeführer mit seiner Beschwerde obsiegt und der Beschwerde-

gegnerin im vorliegenden Verfahren keine Parteistellung zukommt, sind die Kos-

ten des Beschwerdeverfahrens auf die Staatskasse zu nehmen bzw. keine Kos-

ten zu erheben.  

Im Schlichtungsverfahren sind keine Parteientschädigungen zuzusprechen 

(Art. 113 Abs. 1 ZPO), was auch für das Rechtsmittelverfahren gilt (siehe OGer 

ZH RU170032 vom 21. Juni 2017 m.w.H.).  

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Von der Zustellung des vorliegenden Entscheides an die Beschwerdegegnerin im 

Ausland ist abzusehen, weil sie davon nicht betroffen ist.  

Es wird erkannt: 

1. In Gutheissung der Beschwerde wird der in Dispositiv-Ziffer 1 der Verfügung 

des Friedensrichteramtes Geroldswil vom 20. Juni 2019 festgelegte Kosten-

vorschuss neu auf Fr. 250.00 festgesetzt. 

2. Für das Beschwerdeverfahren werden keine Kosten erhoben. 

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

4. Schriftliche Mitteilung an den Beschwerdeführer, sowie – unter Rücksen-

dung der erstinstanzlichen Akten – an das Friedensrichteramt Geroldswil, je 

gegen Empfangsschein. 

5. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist 
innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesge-
richt, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen 

Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). 

Dies ist ein Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 BGG.  

Es handelt sich um eine vermögensrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert beträgt 
Fr. 600.00. 

Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. 
 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

II. Zivilkammer 
 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. K. Würsch 
 

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versandt am: 
 

	Urteil vom 6. August 2019
	Erwägungen:
	Es wird erkannt:
	1. In Gutheissung der Beschwerde wird der in Dispositiv-Ziffer 1 der Verfügung des Friedensrichteramtes Geroldswil vom 20. Juni 2019 festgelegte Kostenvorschuss neu auf Fr. 250.00 festgesetzt.
	2. Für das Beschwerdeverfahren werden keine Kosten erhoben.
	3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.
	4. Schriftliche Mitteilung an den Beschwerdeführer, sowie – unter Rücksendung der erstinstanzlichen Akten – an das Friedensrichteramt Geroldswil, je gegen Empfangsschein.
	5. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (...