# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0a88495c-addc-5aa8-a814-8e338ae90393
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-12-06
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Strafgericht 06.12.2022 SST.2022.82
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_008_SST-2022-82_2022-12-06.pdf

## Full Text

Obergericht 

Strafgericht, 2. Kammer 

 

SST.2022.82 
(ST.2018.24; StA.2017.2268) 

 

 

Urteil vom 6. Dezember 2022 
 

 

Besetzung  Oberrichterin Plüss, Präsidentin  

Oberrichter Fedier  

Oberrichter Cotti  

Gerichtsschreiberin L. Stierli        

 

 
   

Anklägerin   Staatsanwaltschaft Rheinfelden-Laufenburg, 

Riburgerstrasse 4, 4310 Rheinfelden  

 

    
    

Beschuldigte   A._____,  

geboren am tt.mm.1958, von Schwändi GL, 

[…] 

verteidigt durch Rechtsanwalt Dieter Roth,  

[…]   

 

 
 

Gegenstand  Mehrfache Widerhandlungen gegen das Tierschutzgesetz, mehrfache  

Widerhandlungen gegen das Waldgesetz 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Obergericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

1.1. 

Die Staatsanwaltschaft Rheinfelden-Laufenburg erliess am 26. Februar 

2018 einen Strafbefehl, u.a. mit den folgenden – vorliegend noch interes-

sierenden – Vorwürfen: 

 

"[…] 
 
Sachverhalt 2: (Act. 267 - 280) 
 
Halten von Tieren in nicht entweichungssicherem Gehege 
Art. 28 Abs. 1 Bst. a TSchG, Art. 4 Abs. 1 Bst. b TSchG, Art. 7 Abs. 1 Bst. c TSchV 
Die Beschuldigte hat fahrlässig, d.h. aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit die Vorschriften 
über die Tierhaltung missachtet. 
 
Die Polizei stellte am 6. Juli 2017, ca. 17.40 Uhr, auf dem X-Hof in Q. fest, dass aus der 
Umzäunung (ohne Strom und der Zaun wies Lücken auf) die Ziegenherde entweichen 
konnte und sich auf einer Nachbarwiese des B. an dessen Futter verköstigten. Der Nachbar 
hatte um ca. 16.30 Uhr den Vorfall entsprechend der Polizei gemeldet. Die Polizei hat die 
Tiere zurück ins Gehege getrieben. Die Beschuldigte hat das Gehege ungenügend unter-
halten. In der Vergangenheit sind bei ihr immer wieder Tiere aus den Gehegen ausgebro-
chen. Entsprechend müsste sie Massnahmen ergreifen, dass dies nicht mehr geschehen 
kann. 
 
Ort:  Q., X-Hof 
Zeit: 06. Juli 2017, ca. 17.40 Uhr (festgestellt) 
 
[…] 
 
Sachverhalt 4: (Act. 293 - 299) 
 
Halten von Tieren in nicht entweichungssicherem Gehege 
Art. 28 Abs. 1 Bst. a TSchG, Art. 4 Abs. 1 Bst. b TSchG, Art. 7 Abs. 1 Bst. c TSchV 
 
Die Beschuldigte hat fahrlässig, d.h. aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit die Vorschriften 
über die Tierhaltung missachtet. 
 
Unzulässige nachteilige Nutzung des Waldes (Weidenlassen von Nutztieren im Wald) 
Art. 43 Abs. 4 WaG, Art. 16 Abs. 1 WG, Art. 1 Abs. 1 WaV, § 3 Abs. 1 AWaG, § 13 Abs. 1 
AWaG, § 23 Abs. 1 WaV gem. § 36 AWaG 
 
Die Polizei stellte am 9. August 2017, 08.47 Uhr, auf dem X-Hof in Q. fest, dass aus der 
Umzäunung (ohne Strom und der Zaun wies Lücken auf) die Ziegenherde entweichen 
konnte. Die Ziegenherde konnte vorerst im Waldstück oberhalb der Feuerstelle und später 
auf der Wiese des B. festgestellt werden. 
 
Die Beschuldigte wurde entsprechend kontaktiert. Sie gab an, dass die Ziegen den Weg 
nach Hause alleine wieder finden werden. Die Beschuldigte hat das Gehege ungenügend 
unterhalten. In der Vergangenheit sind bei ihr immer wieder Tiere aus den Gehegen aus-
gebrochen. Entsprechend müsste sie Massnahmen ergreifen, dass dies nicht mehr ge-
schehen kann. 
 

 - 3 - 

 

 

Die Beschuldigte hat die Sorgfaltspflicht verletzt, indem sie nicht dafür gesorgt hat, dass 
die Tiere nicht von der Weide ausbrechen können.  
 
Ort:  Q., X-Hof 
Zeit: 09. August 2017, 08.47Uhr (festgestellt) 
 
Sachverhalt 5: (Act. 300 - 306) 
 
Halten von Tieren in nicht entweichungssicherem Gehege 
Art. 28 Abs. 1 Bst. a TSchG, Art. 4 Abs. 1 Bst. b TSchG, Art. 7 Abs. 1 Bst. c TSchV 
 
Die Beschuldigte hat fahrlässig, d.h. aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit die Vorschriften 
über die Tierhaltung missachtet. 
 
[…] 
 
Die Polizei stellte am 11. August 2017, 11.00 Uhr, auf dem X-Hof in Q. fest, dass aus der 
Umzäunung (ohne Strom und der Zaun wies Lücken auf) die Ziegenherde entweichen 
konnte. Die Ziegenherde befand sich auf dem Waldweg, welcher zur Feuerstelle der Ge-
meinde Q. führt.  
 
Die Beschuldigte hat die Sorgfaltspflicht verletzt, indem sie nicht dafür gesorgt hat, dass 
die Tiere nicht von der Weide ausbrechen können.  
 
Ort : Q., X-Hof 
Zeit: 11. August 2017, 11.00Uhr (festgestellt) 
 
Sachverhalt 6: (Act. 307 - 314) 
 
[…] 
 
Verstoss gegen eine Verfügung des Veterinäramtes 
Art. 28 Abs. 3 TSchG 
 
Die Beschuldigte hat einer Verfügung des Veterinäramtes nicht Folge geleistet. 
 
Am Samstag, 19. August 2017, 11.14 Uhr, ging bei der Polizei ein Notruf ein, wonach ein 
herrenloser Hund im Quartier im Q. umherläuft. Die Polizei konnte die Hündin "C." antref-
fen, welcher der Beschuldigten gehört. 
 
Die Beschuldigte hat angegeben, dass ihr der Hund durch das Maisfeld davongerannt sei. 
Anschliessend sei er ihr gefolgt, als sie mit ihrem Auto nach Q. fuhr. 
 
Die Beschuldigte wurde vom Veterinärdienst am 6. Mai 2013 schriftlich verpflichtet, die 
Hündin C. ausbruchsicher unterzubringen, so dass die Hündin nicht auf öffentliches Ge-
lände entweichen kann. Dieser Verpflichtung ist sie nicht nachgekommen. 
 
Ort : Q., X-Hof 
Zeit: 19. August 2017, 10.00Uhr (festgestellt) 
 
Sachverhalt 7: (Act. 315 - 319) 
 
Halten von Tieren in nicht entweichungssicherem Gehege 
Art. 28 Abs. 1 Bst. a TSchG, Art. 4 Abs. 1 Bst. b TSchG, Art. 7 Abs. 1 Bst. c TSchV 
 
Die Beschuldigte hat fahrlässig, d.h. aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit die Vorschriften 
über die Tierhaltung missachtet. 

 - 4 - 

 

 

[…] 
 
Die Polizei stellte am 3. September 2017, 16.45 Uhr, auf dem X-Hof in Q. fest, dass aus 
der Umzäunung (ohne Strom und der Zaun wies Lücken auf) die Ziegenherde entweichen 
konnte. Es befanden sich nur noch zwei Ziegenböcke in der Weide. Die restlichen Ziegen 
konnten ausserhalb des Geheges am Waldrand unterhalb des "T." festgestellt werden. 
 
Die Beschuldigte wurde entsprechend kontaktiert. Sie gab an, dass sich die Ziegenherde 
innerhalb des Geheges befinden würde. Sie habe sie vor 5 Minuten selber gesehen. Es 
bestehe für sie somit kein Handlungsbedarf.  
 
Die Beschuldigte hat das Gehege ungenügend unterhalten. In der Vergangenheit sind bei 
ihr immer wieder Tiere aus den Gehegen ausgebrochen. Entsprechend müsste sie Mass-
nahmen ergreifen, dass dies nicht mehr geschehen kann.  
 
Die Beschuldigte hat die Sorgfaltspflicht verletzt, indem sie nicht dafür gesorgt hat, dass 
die Tiere nicht von der Weide ausbrechen können.  
 
Ort : Q., X-Hof 
Zeit: 03. September 2017, 16.45 Uhr (festgestellt) 
 
[…] 
 
Sachverhalt 9: (Act. 398 - 432) 
 
Mehrfaches Halten von Tieren in nicht entweichungssicherem Gehege 
Art. 28 Abs. 1 Bst. a TSchG, Art. 4 Abs. 1 Bst. b TSchG, Art. 7 Abs. 1 Bst. c TSchV 
 
Die Beschuldigte hat fahrlässig, d.h. aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit die Vorschriften 
über die Tierhaltung missachtet. 
 
Die Polizei stellte wiederholt fest, dass auf dem X-Hof in Q. aus der Umzäunung (ohne 
Strom und mit Lücken) oder Stall Tiere entwichen sind. 
 
Die Beschuldigte hat das Gehege ungenügend unterhalten. In der Vergangenheit sind bei 
ihr immer wieder Tiere aus den Gehegen ausgebrochen. Entsprechend müsste sie Mass-
nahmen ergreifen, dass dies nicht mehr geschehen kann. 
 
Ort:  Q., X-Hof 
 
[…] 
 
b) 
Zeit: 21. Dezember 2017, 14.50 Uhr (festgestellt) 
Tiere: 14 Kühe und ein Kalb; offene Stalltüre; die Tiere befanden sich ca. 300 m 

entfernt vom X-Hof auf der Strasse "R." 
 
[…] 
 
d) 
Zeit: 20. November 2017, 23.00 Uhr (festgestellt) 
Tiere: Die Rinderherde ist aus dem Gehege ausgebrochen und hat vom gelagerten 

Heu beim Nachbarn B. gefressen. Die Polizei hat die Rinder auf die Weide 
zurückgetrieben und den Zaun notdürftig repariert. 

 
Sachverhalt 10: (Act. 1 - 15) 
mehrfaches Halten von Tieren in nicht entweichungssicherem Gehege 

 - 5 - 

 

 

Art. 28 Abs. 1 Bst. a TSchG, Art. 4 Abs. 1 Bst. b TSchG, Art. 7 Abs. 1 Bst. c TSchV 
 
Die Beschuldigte hat fahrlässig, d.h. aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit die Vorschriften 
über die Tierhaltung missachtet. 
 
mehrfache Tierquälerei durch Unterlassung der Befreiung des verfangenen Ziegen-
bocks aus Flexi-Netz 
Art. 26 Abs. 1 Bst. a TSchG, Art. 3 Bst. a+b, Art. 4 Abs. 1+2, Art. 6 Abs. 1 TSchG, Art. 3 
Abs. 1 und Art. 16 Abs. 1 TSchV 
 
Halten von Tieren in Gehegen mit Gegenständen welche Verletzungsgefahren dar-
stellen 
Art. 28 Abs. 1 Bst. a TSchG, Art. 4 Abs. 1 TSchG, Art. 7 Abs. 1 Bst. 1+3 Bst. c TSV 
 
[…] 
 
Unzulässige nachteilige Nutzung des Waldes (Weidenlassen von Nutztieren im Wald) 
Art. 43 Abs. 4 WaG, Art. 16 Abs. 1 WG, Art. 1 Abs. 1 WaV, § 3 Abs. 1 AWaG, § 13 Abs. 1 
AWaG, § 23 Abs. 1 WaV gem. § 36 AWaG 
 
[…] 
 
Am 26. August 2017, ca. 09.30 Uhr, wurde der Einsatzzentrale der Kantonspolizei Aargau 
mitgeteilt, dass der braune Ziegenbock der Beschuldigten am Waldrand aus dem Flexi-
Netz befreit werden musste, da er sich darin verfangen hatte. Am 27. August 2017, ca. 
10.50 Uhr erfolgt erneut eine gleichlautende Mitteilung. Der Ziegenbock der Beschuldigten 
wurde durch die Regionalpolizei unteres Fricktal befreit. Aufgrund des vorgefundenen Ko-
tes ist davon auszugehen, dass der Ziegenbock über eine längere Zeit im Netz gefangen 
war und entsprechend gelitten hat. Entsprechend hatte das Tier bei der Befreiung apa-
thisch gewirkt. 
 
Am 30. August 2017, ca. 0815 Uhr, wurden durch den Veterinärdienst des Kantons Aargau, 
D. und E., durch die Regionalpolizei unteres Fricktal, F. und G. sowie der Kantonspolizei 
Aargau, Umwelt- und Tierdelikte, H. und I. eine unangemeldete Tierschutzkontrolle auf 
dem X-Hof in Q. durchgeführt. Dabei musste der braune Ziegenbock erneut aus dem Flexi-
Netz befreit werden, da er sich dort verfangen hatte. Weiter konnte festgestellt werden, 
dass die Umzäunung der Weide nicht entweichungssicher war und dass von den 14 Woll-
schweinen 13 keine Ohrmarke hatten. Weiter hatte die Kuh keine Ohrmarken und der Stier 
hatte lediglich eine Ohrmarke. Die Beschuldigte hat die Sorgfaltspflicht verletzt, indem sie 
nicht dafür gesorgt hat, dass der Ziegenbock sich nicht wiederholt im Netz verfangen kann. 
 
Die Ziegen sind täglich aus der Weide entwichen. Vom Nachbar B. wurde dem Veterinär-
dienst per Mail mitgeteilt, dass die Ziegen am 2. September 2017, 3. September 2017, 
4. September 2017 und am 5. September 2017 aus dem Gehege entwichen sind. 
 
Den 16 Ziegen gelang es, in Anwesenheit des Veterinärdienstes und den Polizisten, drei-
mal durch den Zaun zu schlüpfen. In der näheren Umgebung des Netzgerätes war der 
Stromschlag spürbar, in weiterer Entfernung war der Stromschlag jedoch nicht mehr spür-
bar. 
 
Anlässlich der Tierschutzkontrolle konnte auch festgestellt werden, dass sich auf den Wei-
den der Ziegen und der Tiere der Rindergattung mehrere Gegenstände befanden, welche 
eine erhebliche Verletzungsgefahr für die Tiere darstellen (defekte Maschendrahtzäune, 
Wellblech, Eisenstangen mit scharfkantigen Rändern). 
 
Die Tiere brechen aus dem Gehege aus und begeben sich in den Wald, wo Krautschicht 
und die Jungpflanzen abgefressen werden.  

 - 6 - 

 

 

 
Die Beschuldigte hat das Gehege ungenügend unterhalten. In der Vergangenheit sind bei 
ihr immer wieder Tiere aus den Gehegen ausgebrochen. Entsprechend müsste sie Mass-
nahmen ergreifen, dass dies nicht mehr geschehen kann. 
 
[…] 
 
Ort.: Q. 
Zeit: 26. August 2017, 09.30 Uhr bis 05. September 2017 
 
[…]" 
 

1.2. 

Gegen diesen Strafbefehl reichte die Beschuldigte am 9. März 2018 Ein-

sprache ein, woraufhin die Staatsanwaltschaft Rheinfelden-Laufenburg am 

13. März 2018 die Akten zur Durchführung des Hauptverfahrens an das 

Bezirksgericht Rheinfelden überwies.  

 

1.3. 

Am 17. Februar 2020 erhob die Staatsanwaltschaft Rheinfelden-Laufen-

burg Zusatzanklage mit folgenden vorliegend noch interessierenden Vor-

würfen: 

 

"[…] 
 
Sachverhalt 3: (Act. 19 - 44) 
 
Halten von Tieren in nicht entweichungssicherem Gehege 
Art. 28 Abs. 1 Bst. a TSchG, Art. 4 Abs. 1 Bst. b TSchG, Art. 7 Abs. 1 Bst. c TSchV 
 
Die Beschuldigte hat fahrlässig, d.h. aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit die Vorschriften 
über die Tierhaltung missachtet. 
 
Am 22.08.2018 hat eine Drittperson der Polizei per E-Mail gemeldet, dass sich zum wie-
derholten Male die Ziegen der Beschuldigten ausserhalb des Zaunes aufhalten. 
 
Die ausrückende Polizei hat daraufhin drei Ziegen ausserhalb des Zaunes festgestellt. Als 
auf diese zugegangen wurde, sind alle selbständig, unter der Umzäunung hindurch, zurück 
auf die Wieder der Beschuldigte gegangen. Dies obwohl der Zaun unter Stromspannung 
stand. 
 
Die Beschuldigte hat das Gehege aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit ungenügend unter-
halten. In der Vergangenheit sind bei ihr immer wieder Tiere aus den Gehegen ausgebro-
chen. Entsprechend hätte die Beschuldigten konkrete Massnahmen ergreifen müssen, da-
mit es den Tieren nicht mehr möglich ist, aus dem Gehege auszubrechen.  
 
Ort:  Q., X-Hof 
Zeit: 22.08.2018, ca. 07.30 Uhr 
 
Sachverhalt 4: (Act. 45 - 48) 
 
Halten von Tieren in nicht entweichungssicherem Gehege 
Art. 28 Abs. 1 Bst. a TSchG, Art. 4 Abs. 1 Bst. b TSchG, Art. 7 Abs. 1 Bst. c TSchV 
 

 - 7 - 

 

 

Die Beschuldigte hat fahrlässig, d.h. aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit die Vorschriften 
über die Tierhaltung missachtet. 
 
Eine Drittperson hat der Polizei telefonisch gemeldet, dass sich zum wiederholten Male die 
Ziegen der Beschuldigten ausserhalb des Zaunes aufhalten. 
 
Bei der polizeilichen Kontrolle am 30.09.2018 haben sich 10 Ziegen ausserhalb des Zau-
nes der Beschuldigte aufgehalten und sind hinauf in Richtung T. gelaufen. Die Polizei hat 
die Ziegen nicht auffinden können. Im Stall und auf der Weide der Beschuldigten hatten 
sich zu dieser Zeit keine Ziegen aufgehalten.  
 
Die Beschuldigte hat das Gehege aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit ungenügend unter-
halten. In der Vergangenheit sind bei ihr immer wieder Tiere aus den Gehegen ausgebro-
chen. Entsprechend hätte die Beschuldigten konkrete Massnahmen ergreifen müssen, da-
mit es den Tieren nicht mehr möglich ist, aus dem Gehege auszubrechen.  
 
Ort:  Q., X-Hof 
Zeit: 30.09.2018 
 
Sachverhalt 5: (Act. 49 - 62) 
 
[…] 
 
Verstoss gegen eine Verfügung des Veterinäramtes 
Art. 28 Abs. 3 TSchG 
 
Die Beschuldigte hat fahrlässig, d.h. aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit, einer Verfügung 
des Veterinäramtes nicht Folge geleistet. 
 
Halten von Tieren in nicht entweichungssicherem Gehege 
Art. 28 Abs. 1 Bst. a TSchG, Art. 4 Abs. 1 Bst. b TSchG, Art. 7 Abs. 1 Bst. c TSchV 
 
Die Beschuldigte hat fahrlässig, d.h. aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit die Vorschriften 
über die Tierhaltung missachtet. 
 
Am 22.08.2018 hat eine Drittperson dem Veterinärdienst des Kantons Aargau per E-Mail 
gemeldet, dass sich der Hund der Beschuldigten und eine Ziege ausserhalb des Zaunes 
aufhalten. Die Beschuldigte hat die Hündin "C." trotz bestehender amtlicher Verfügung vom 
06.05.2013 ohne Leine aus dem Hundegehege gelassen. Gemäss dieser Verfügung muss 
die Beschuldigte ihre Hündin im öffentlich zugänglichen Raum an der Leine (max. 10 m) 
führen. 
 
Die Beschuldigte hat das Gehege aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit ungenügend unter-
halten. In der Vergangenheit sind bei ihr immer wieder Tiere aus den Gehegen ausgebro-
chen. Entsprechend hätte die Beschuldigten konkrete Massnahmen ergreifen müssen, da-
mit es den Tieren nicht mehr möglich ist, aus dem Gehege auszubrechen.  
 
Ort:  Q., X-Hof 
Zeit: 22.08.2018 
 
Sachverhalt 6: (Act. 63 - 83) 
 
Tierquälerei durch Vernachlässigung bzw. Unterlassung der nötigen Pflegehandlun-
gen bei einer gesundheitlich beeinträchtigten Ziege 
Art. 26 Abs. 1 Bst. a TSchG, Art. 3 Bst. a+b, Art. 4 Abs. 1+2, Art. 6 Abs. 1 TSchG, Art. 3 
Abs. 1+3, Art. 5 Abs. 1+2, Art. 16 Abs. 1 TSchV, Art. 7 Abs. 1 der VO des BLV über die 
Haltung von Nutztieren und Haustieren 

 - 8 - 

 

 

 
Die Beschuldigte hat vorsätzlich die Vorschriften über die Tierhaltung missachtet. 
 
Verstoss gegen eine Verfügung des Veterinäramtes 
Art. 28 Abs. 3 TSchG 
 
Die Beschuldigte hat fahrlässig, d.h. aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit, einer Verfügung 
des Veterinäramtes nicht Folge geleistet. 
 
Halten von Tieren in nicht entweichungssicherem Gehege 
Art. 28 Abs. 1 Bst. a TSchG, Art. 4 Abs. 1 Bst. b TSchG, Art. 7 Abs. 1 Bst. c TSchV 
 
Die Beschuldigte hat fahrlässig, d.h. aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit die Vorschriften 
über die Tierhaltung missachtet. 
 
Anlässlich einer Kontrolle am 15.08.2018, 10.15 Uhr bis 11.15 Uhr durch den Veterinär-
dienst auf dem X-Hof in Q. wurde festgestellt, dass sich 11 Ziegen ausserhalb des Gehe-
ges aufhielten und dass eine Ziege hinten links stark lahmte. Ebenfalls konnte beobachtet 
werden, wie alle Ziegen selbständig wieder unter dem Zaun hindurch auf die Wieder zu-
rückkehrten. 
 
Mit Verfügung des Veterinärdienstes des Kantons Aargau vom 09.03.2015 wurde die Be-
schuldigte verpflichtet, die Umzäunung so einzurichten, dass keine Rinder, Schweine und 
Ziegen entweichen können.  
 
Die Beschuldigte hat das Gehege aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit ungenügend unter-
halten. In der Vergangenheit sind bei ihr immer wieder Tiere aus den Gehegen ausgebro-
chen. Entsprechend hätte die Beschuldigten konkrete Massnahmen ergreifen müssen, da-
mit es den Tieren nicht mehr möglich ist, aus dem Gehege auszubrechen. Die Ziege, wel-
che hinten links stark lahmte, hat die Beschuldigte keine ärztliche Hilfe zukommen lassen, 
obwohl sie die hätte erkennen müssen und für die Behandlung des Tieres den Tierarzt 
hätte aufbieten müssen. 
 
Ort:  Q., X-Hof 
Zeit: 15.08.2018, 10.15 Uhr bis 11.15 Uhr 
 
Sachverhalt 7: (Act. 84 - 123) 
 
Halten von Tieren in nicht entweichungssicherem Gehege 
Art. 28 Abs. 1 Bst. a TSchG, Art. 4 Abs. 1 Bst. b TSchG, Art. 7 Abs. 1 Bst. c TSchV 
 
Die Beschuldigte hat fahrlässig, d.h. aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit die Vorschriften 
über die Tierhaltung missachtet. 
 
Am 19.03.2019 hat eine Drittperson der Polizei telefonisch gemeldet, dass sich zum wie-
derholten Male die Ziegen der Beschuldigten ausserhalb des Zaunes aufhalten. 
 
Die ausrückende Polizei hat daraufhin ca. 10 Ziegen ausserhalb des Zaunes festgestellt. 
Diese befanden sich auf der Weide des Nachbarn der Beschuldigten. Währendem die Po-
lizei Photos erstellte, flüchteten die Ziegen in den Wald und von dort wieder auf die Weide 
der Beschuldigten. Die Ziegen gingen unter dem Elektrozaun durch, ohne irgendwelche 
Scheu zu zeigen. Der unterste Draht des Zauns war nachweislich ohne Strom.  
 
Die Beschuldigte hat das Gehege aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit ungenügend unter-
halten. In der Vergangenheit sind bei ihr immer wieder Tiere aus den Gehegen ausgebro-
chen. Entsprechend hätte die Beschuldigten konkrete Massnahmen ergreifen müssen, da-
mit es den Tieren nicht mehr möglich ist, aus dem Gehege auszubrechen.  

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Ort:  Q., X-Hof 
Zeit: 19.03.2019, 14.00 Uhr 
 
Sachverhalt 8: (Act. 124 – 131) 
 
Halten von Tieren in nicht entweichungssicherem Gehege 
Art. 28 Abs. 1 Bst. a TSchG, Art. 4 Abs. 1 Bst. b TSchG, Art. 7 Abs. 1 Bst. c TSchV 
 
Die Beschuldigte hat fahrlässig, d.h. aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit die Vorschriften 
über die Tierhaltung missachtet. 
 
Am 03.09.2019 hat eine Drittperson der Polizei telefonisch gemeldet, dass sich zum wie-
derholten Male die Ziegen der Beschuldigten ausserhalb des Zaunes aufhalten. 
 
Die ausrückende Polizei hat daraufhin 11 Ziegen ausserhalb des Zaunes festgestellt. Diese 
befanden sich auf der Weide des Nachbarn der Beschuldigten. Währendem sich die Polizei 
näherte, liefen diese geschlossen hoch zum Wald. Da beim Wald die Weide des Nachbarn 
mit einem Zaun abgetrennt ist, sprangen zwei Ziegen über diesen Zaun zum X-Hof. Der 
Rest der Ziegen lief entlang des Zaunes der Beschuldigten zielgerichtet zu einer Stelle, an 
welcher sie nacheinander unter dem Zaun durchkrochen. Dabei hat sich ein Bock im Zaun 
verheddert.  
 
Die Beschuldigte hat das Gehege aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit ungenügend unter-
halten. In der Vergangenheit sind bei ihr immer wieder Tiere aus den Gehegen ausgebro-
chen. Entsprechend hätte die Beschuldigten konkrete Massnahmen ergreifen müssen, da-
mit es den Tieren nicht mehr möglich ist, aus dem Gehege auszubrechen.  
 
Ort:  Q., X-Hof 
Zeit: 03.09.2019, 16.50 Uhr 
 
Sachverhalt 9: (Act. 132 - 140) 
 
Halten von Tieren in nicht entweichungssicherem Gehege 
Art. 28 Abs. 1 Bst. a TSchG, Art. 4 Abs. 1 Bst. b TSchG, Art. 7 Abs. 1 Bst. c TSchV 
 
Die Beschuldigte hat fahrlässig, d.h. aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit die Vorschriften 
über die Tierhaltung missachtet. 
 
Am 23.08.2019 hat eine Drittperson der Polizei telefonisch gemeldet, dass sich zum wie-
derholten Male die Ziegen der Beschuldigten ausserhalb des Zaunes aufhalten. 
 
Die ausrückende Polizei hat daraufhin 10 Ziegen ausserhalb des Zaunes festgestellt. Diese 
befanden sich auf der Weide des Nachbarn der Beschuldigten. Währendem sich die Polizei 
näherte, liefen diese geschlossen hoch zum Wald. Da beim Wald die Weide des Nachbarn 
mit einem Zaun abgetrennt ist, liefen die Tiere wieder talwärts entlang des Zaunes der 
Beschuldigten zielgerichtet zu einer Stelle, an welcher sie nacheinander unter dem Zaun 
durchkrochen. Die Polizei hat festgestellt, dass der unterste Draht des Zauns keinen Strom 
führte, der zweiunterste Draht führe eine schwache Stromstärke. 
 
Die Beschuldigte hat das Gehege aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit ungenügend unter-
halten. In der Vergangenheit sind bei ihr immer wieder Tiere aus den Gehegen ausgebro-
chen. Entsprechend hätte die Beschuldigten konkrete Massnahmen ergreifen müssen, da-
mit es den Tieren nicht mehr möglich ist, aus dem Gehege auszubrechen.  
 
Ort:  Q., X-Hof 
Zeit: 23.08.2019, 17.02 Uhr 

 - 10 - 

 

 

 
Sachverhalt 10: (Act. 141 - 148) 
 
Halten von Tieren in nicht entweichungssicherem Gehege 
Art. 28 Abs. 1 Bst. a TSchG, Art. 4 Abs. 1 Bst. b TSchG, Art. 7 Abs. 1 Bst. c TSchV 
 
Die Beschuldigte hat fahrlässig, d.h. aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit die Vorschriften 
über die Tierhaltung missachtet. 
 
Am 27.09.2019 hat eine Drittperson der Polizei telefonisch gemeldet, dass sich zum wie-
derholten Male die Ziegen der Beschuldigten ausserhalb des Zaunes aufhalten. 
 
Die ausrückende Polizei hat daraufhin ca. 10 Ziegen ausserhalb des Zaunes im Waldgebiet 
T. festgestellt. Aufgrund der Dunkelheit und dem steilen Gelände konnten die Tier nicht ins 
Gehege getrieben werden.  
 
Die Beschuldigte hat das Gehege aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit ungenügend unter-
halten. In der Vergangenheit sind bei ihr immer wieder Tiere aus den Gehegen ausgebro-
chen. Entsprechend hätte die Beschuldigten konkrete Massnahmen ergreifen müssen, da-
mit es den Tieren nicht mehr möglich ist, aus dem Gehege auszubrechen.  
 
Ort:  Q., X-Hof 
Zeit: 27.09.2019, 19.15 Uhr 
 
Sachverhalt 11: (Act. 149 - 154) 
 
Halten von Tieren in nicht entweichungssicherem Gehege 
Art. 28 Abs. 1 Bst. a TSchG, Art. 4 Abs. 1 Bst. b TSchG, Art. 7 Abs. 1 Bst. c TSchV 
 
Die Beschuldigte hat fahrlässig, d.h. aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit, die Vorschriften 
über die Tierhaltung missachtet. 
 
Am 30.09.2019 hat eine Drittperson der Polizei telefonisch gemeldet, dass sich zum wie-
derholten Male die Ziegen der Beschuldigten ausserhalb des Zaunes aufhalten. 
 
Die ausrückende Polizei hat daraufhin ca. 7 Ziegen ausserhalb des Zaunes festgestellt. 
Diese befanden sich auf der Weide des Nachbars der Beschuldigten. Währendem sich die 
Polizei näherte, liefen diese zum Zaun, sprangen darüber oder krochen unter dem Zaun 
durch auf die Weide der Beschuldigten. 
 
Die Beschuldigte hat das Gehege aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit ungenügend unter-
halten. In der Vergangenheit sind bei ihr immer wieder Tiere aus den Gehegen ausgebro-
chen. Entsprechend hätte die Beschuldigte konkrete Massnahmen ergreifen müssen, da-
mit es den Tieren nicht mehr möglich ist, aus dem Gehege auszubrechen. 
 
Ort:  Q., X-Hof  
Zeit: 30.09.2019, 14.30 Uhr  
 
Sachverhalt 12: (Act. 155 - 159) 
 
Halten von Tieren in nicht entweichungssicherem Gehege 
Art. 28 Abs. 1 Bst. a TSchG, Art. 4 Abs. 1 Bst. b TSchG, Art. 7 Abs. 1 Bst. c TSchV 
 
Die Beschuldigte hat fahrlässig, d.h. aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit, die Vorschriften 
über die Tierhaltung missachtet. 
 

 - 11 - 

 

 

Am 02.10.2019 hat eine Drittperson der Polizei telefonisch gemeldet, dass sich zum wie-
derholten Male die Ziegen der Beschuldigten ausserhalb des Zaunes aufhalten. 
 
Die ausrückende Polizei hat daraufhin 4 Ziegen ausserhalb des Zaunes festgestellt. Diese 
befanden sich auf der Weide des Nachbars der Beschuldigten. Währendem sich die Polizei 
näherte, liefen diese geschlossen hoch zum Wald.  
 
Die Beschuldigte hat das Gehege aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit ungenügend unter-
halten. In der Vergangenheit sind bei ihr immer wieder Tiere aus den Gehegen ausgebro-
chen. Entsprechend hätte die Beschuldigte konkrete Massnahmen ergreifen müssen, da-
mit es den Tieren nicht mehr möglich ist, aus dem Gehege auszubrechen.  
 
Ort:  Q., X-Hof 
Zeit: 02.10.2019, 09.20 Uhr  
 
Sachverhalt 13: (Act. 160 - 163) 
 
Halten von Tieren in nicht entweichungssicherem Gehege 
Art. 28 Abs. 1 Bst. a TSchG, Art. 4 Abs. 1 Bst. b TSchG, Art. 7 Abs. 1 Bst. c TSchV 
 
Die Beschuldigte hat fahrlässig, d.h. aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit, die Vorschriften 
über die Tierhaltung missachtet. 
 
Aufgrund einer Meldung vom 02.10.2019, dass sich zum wiederholten Male die Ziegen der 
Beschuldigten ausserhalb des Zaunes aufhalten ist die Polizei vor Ort ausgerückt. 
 
Die ausrückende Polizei hat daraufhin einige Ziegen ausserhalb des Zaunes festgestellt. 
Diese befanden sich auf der Weide des Nachbars der Beschuldigten. Währendem sich die 
Polizei näherte, liefen diese geschlossen zu einem Loch im Zaun und kehrten auf die Weide 
der Beschuldigten zurück. 
 
Die Beschuldigte hat das Gehege aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit ungenügend unter-
halten. In der Vergangenheit sind bei ihr immer wieder Tiere aus den Gehegen ausgebro-
chen. Entsprechend hätte die Beschuldigte konkrete Massnahmen ergreifen müssen, da-
mit es den Tieren nicht mehr möglich ist, aus dem Gehege auszubrechen. 
 
Ort:  Q., X-Hof  
Zeit: 02.10.2019, 12.01 Uhr  
 
Sachverhalt 14: (Act. 164 - 168) 
 
Halten von Tieren in nicht entweichungssicherem Gehege 
Art. 28 Abs. 1 Bst. a TSchG, Art. 4 Abs. 1 Bst. b TSchG, Art. 7 Abs. 1 Bst. c TSchV 
 
Die Beschuldigte hat fahrlässig, d.h. aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit, die Vorschriften 
über die Tierhaltung missachtet. 
 
Aufgrund einer Meldung vom 02.10.2019, dass sich zum wiederholten Male die Ziegen der 
Beschuldigten ausserhalb des Zaunes aufhalten ist die Polizei vor Ort ausgerückt. 
Die ausrückende Polizei hat daraufhin einige Ziegen ausserhalb des Zaunes festgestellt. 
Diese befanden sich auf der Weide des Nachbars der Beschuldigten. Währendem sich die 
Polizei näherte, liefen diese geschlossen zu einem Loch im Zaun und kehrten auf die Weide 
der Beschuldigten zurück. 
 

 - 12 - 

 

 

Die Beschuldigte hat das Gehege aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit ungenügend unter-
halten. In der Vergangenheit sind bei ihr immer wieder Tiere aus den Gehegen ausgebro-
chen. Entsprechend hätte die Beschuldigte konkrete Massnahmen ergreifen müssen, da-
mit es den Tieren nicht mehr möglich ist, aus dem Gehege auszubrechen. 
 
Ort:  Q., X-Hof  
Zeit: 02.10.2019, 14.25 Uhr  
 
Sachverhalt 15: (Act. 169 - 175) 
 
Halten von Tieren in nicht entweichungssicherem Gehege 
Art. 28 Abs. 1 Bst. a TSchG, Art. 4 Abs. 1 Bst. b TSchG, Art. 7 Abs. 1 Bst. c TSchV 
 
Die Beschuldigte hat fahrlässig, d.h. aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit, die Vorschriften 
über die Tierhaltung missachtet. 
 
Aufgrund einer Meldung vom 08.10.2019, dass sich zum wiederholten Male die Ziegen der 
Beschuldigten ausserhalb des Zaunes aufhalten ist die Polizei vor Ort ausgerückt. 
 
Die ausrückende Polizei hat daraufhin 10 Ziegen ausserhalb des Zaunes festgestellt. Diese 
befanden sich auf der Weide des Nachbars der Beschuldigten. Währendem sich die Polizei 
näherte, sprangen einige Tiere über den Zaun und kehrten auf die Weide der Beschuldig-
ten zurück. 
 
Die Beschuldigte hat das Gehege aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit ungenügend unter-
halten. In der Vergangenheit sind bei ihr immer wieder Tiere aus den Gehegen ausgebro-
chen. Entsprechend hätte die Beschuldigte konkrete Massnahmen ergreifen müssen, da-
mit es den Tieren nicht mehr möglich ist, aus dem Gehege auszubrechen. 
 
Ort:  Q., X-Hof  
Zeit: 08.10.2019, 16.45 Uhr  
 
Sachverhalt 16: (Act. 176 - 181) 
 
Halten von Tieren in nicht entweichungssicherem Gehege 
Art. 28 Abs. 1 Bst. a TSchG, Art. 4 Abs. 1 Bst. b TSchG, Art. 7 Abs. 1 Bst. c TSchV 
 
Die Beschuldigte hat fahrlässig, d.h. aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit, die Vorschriften 
über die Tierhaltung missachtet. 
 
Aufgrund einer Meldung vom 10.10.2019, dass sich zum wiederholten Male die Ziegen der 
Beschuldigten ausserhalb des Zaunes aufhalten ist die Polizei vor Ort ausgerückt. 
 
Die ausrückende Polizei hat daraufhin einige Ziegen ausserhalb des Zaunes, im Wald T. 
festgestellt. 
 
Es wurde festgestellt, dass nahezu kein Strom über alle sieben Drähte floss. Es regnete 
an diesem Tag stark. 
 
Die Beschuldigte hat das Gehege aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit ungenügend unter-
halten. In der Vergangenheit sind bei ihr immer wieder Tiere aus den Gehegen ausgebro-
chen. Entsprechend hätte die Beschuldigte konkrete Massnahmen ergreifen müssen, da-
mit es den Tieren nicht mehr möglich ist, aus dem Gehege auszubrechen. 
 
Ort:  Q., X-Hof  
Zeit: 10.10.2019, 11.42 Uhr  
 

 - 13 - 

 

 

Sachverhalt 17: (Act. 182 - 187) 
 
Halten von Tieren in nicht entweichungssicherem Gehege 
Art. 28 Abs. 1 Bst. a TSchG, Art. 4 Abs. 1 Bst. b TSchG, Art. 7 Abs. 1 Bst. c TSchV 
 
Die Beschuldigte hat fahrlässig, d.h. aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit, die Vorschriften 
über die Tierhaltung missachtet. 
 
Aufgrund einer Meldung vom 03.12.2019, dass sich zum wiederholten Male die Ziegen der 
Beschuldigten ausserhalb des Zaunes aufhalten ist die Polizei vor Ort ausgerückt. 
 
Die ausrückende Polizei hat daraufhin einige Ziegen ausserhalb des Zaunes der Beschul-
digten festgestellt. 
 
Die Beschuldigte hat das Gehege aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit ungenügend unter-
halten. In der Vergangenheit sind bei ihr immer wieder Tiere aus den Gehegen ausgebro-
chen. Entsprechend hätte die Beschuldigte konkrete Massnahmen ergreifen müssen, da-
mit es den Tieren nicht mehr möglich ist, aus dem Gehege auszubrechen. 
 
Ort:  Q., X-Hof  
Zeit: 03.12.2019, 15.39 Uhr  
 
Sachverhalt 18: (Act. 188 - 197) 
 
Halten von Tieren in nicht entweichungssicherem Gehege 
Art. 28 Abs. 1 Bst. a TSchG, Art. 4 Abs. 1 Bst. b TSchG, Art. 7 Abs. 1 Bst. c TSchV 
 
Die Beschuldigte hat fahrlässig, d.h. aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit, die Vorschriften 
über die Tierhaltung missachtet. 
 
Am 24.01.2020 hat eine Drittperson der Polizei telefonisch gemeldet, dass eine Kuh und 
ein Stier aus einer Weide ausgebrochen sind und auf der Strasse beim X-Hof stehen. 
 
Die ausrückende Polizei hat daraufhin zwei Rinder auf einer Weide oberhalb des Para-
dieshofes festgestellt. In der Weide der Beschuldigten hielten sich weitere Rinder auf. Et-
was später gelang es den beiden Rindern selbständig wieder auf die Weide der Beschul-
digten zu gelangen. 
 
Die Beschuldigte hat das Gehege aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit ungenügend unter-
halten. In der Vergangenheit sind bei ihr immer wieder Tiere aus den Gehegen ausgebro-
chen. Entsprechend hätte die Beschuldigte konkrete Massnahmen ergreifen müssen, da-
mit es den Tieren nicht mehr möglich ist, aus dem Gehege auszubrechen. 
 
Ort:  Q., X-Hof  
Zeit: 24.01.2020, 17.35 Uhr" 
 
 

1.4. 

Mit einer weiteren Zusatzanklage vom 27. Juli 2020 wurde der Beschul-

digte folgendes vorgeworfen. 

 

"I. Zur Last gelegte strafbare Handlungen (Art. 325 Abs. 1 lit. f StPO) 
 
Halten von Tieren in nicht entweichungssicherem Gehege 
Art. 28 Abs. 1 Bst. a i.V.m. Abs. 2 TSchG, Art. 4 Abs. 1 Bst. b TSchG, Art. 7 Abs. 1 
Bst. c TSchV 

 - 14 - 

 

 

 
Die Beschuldigte hat fahrlässig, d.h. aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit, die Vorschriften 
über die Tierhaltung missachtet. 
 
Am 21.02.2020 um 17.45 Uhr hat B. der Polizei telefonisch gemeldet, dass sich Kühe der 
Beschuldigten ausserhalb des Geheges befinden. 
 
Bei der polizeilichen Kontrolle am 21.02.2020 um 18.38 Uhr hat sich eine Kuh ausserhalb 
des Geheges der Beschuldigten aufgehalten. Weiter konnte anlässlich der polizeilichen 
Kontrolle am 22.02.2020 festgestellt werden, dass eine Stelle im Zaun zusammengedrückt 
war und viele neuere Hufabdrücke in der Wiese vorhanden waren. 
 
Die Beschuldigte hat das Gehege aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit ungenügend unter-
halten. In der Vergangenheit sind bei ihr immer wieder Tiere aus den Gehegen ausgebro-
chen. Entsprechend hätte die Beschuldigte konkrete Massnahmen ergreifen müssen, da-
mit es den Tieren nicht mehr möglich ist, aus dem Gehege auszubrechen. 
 
Ort:  Q., X-Hof  
Zeit: 21.02.2020" 
 
 

1.5. 

Mit Zusatzanklage vom 3. September 2020 wurde der Beschuldigten 

schliesslich noch folgendes von der Staatsanwaltschaft Rheinfelden-Lau-

fenburg vorgeworfen: 

 

 
"I. Zur Last gelegte strafbare Handlungen (Art. 325 Abs. 1 lit. f StPO) 
 

Halten von Tieren in nicht entweichungssicherem Gehege 
Art. 28 Abs. 1 Bst. a i.V.m. Abs. 2 TSchG, Art. 4 Abs. 1 Bst. b TSchG, Art. 7 Abs. 1 
Bst. c TSchV 
 
Die Beschuldigte hat fahrlässig, d.h. aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit, die Vorschriften 
über die Tierhaltung missachtet. 
 
Am 04.08.2020 um 17.20 Uhr hat B. der Polizei telefonisch gemeldet, dass sich die Ziegen 
der Beschuldigten ausserhalb des Geheges befinden. 
 
Bei der polizeilichen Kontrolle am 04.08.2020 um 18.40 Uhr haben sich vier Ziegen aus-
serhalb des Geheges der Beschuldigten aufgehalten. Die Polizei konnte feststellen, dass 
sich zwei Ziegen unterhalb des Zaunes wieder ins Gehege zurückkehren konnten. Die bei-
den anderen Ziegen flohen zum Waldrand hinauf, wobei eine Ziege über den Zaun sprang. 
 
Die Beschuldigte hat das Gehege aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit ungenügend unter-
halten. In der Vergangenheit sind bei ihr immer wieder Tiere aus den Gehegen ausgebro-
chen. Entsprechend hätte die Beschuldigte konkrete Massnahmen ergreifen müssen, da-
mit es den Tieren nicht mehr möglich ist, aus dem Gehege auszubrechen. 
 
Ort:  Q., X-Hof  
Zeit: 04.08.2020, 18.40 Uhr" 

1.6. 

Am 8. und 11. Oktober 2021 fand die erstinstanzliche Hauptverhandlung 

mit Befragung der Beschuldigten sowie der Zeugen B., Wm J., D., K., L. 

 - 15 - 

 

 

und M. statt. Die Gerichtspräsidentin des Bezirksgerichts Rheinfelden er-

kannte mit Urteil vom 11. Oktober 2021:  

 

"1. 
Das Verfahren wird betreffend der Vorwürfe  
 
[…] 
 
zufolge Verjährung eingestellt. 
 
2. 
Die Beschuldigte wird von den Vorwürfen 
 
[…] 
 
von Schuld und Strafe freigesprochen. 
 
3. 
Die Beschuldigte ist schuldig  
- der mehrfachen Widerhandlungen gegen das Tierschutzgesetz gemäss Art. 26 Abs. 1 

lit. a TschG in Verbindung mit Art. 3 lit. a und b TschG, Art. 4 Abs. 1 und 2 TschG, Art. 
6 Abs. 1 TschG und Art. 3 Abs. 1 und 3 TschV, Art. 5 Abs. 1 und 2 und Art. 16 Abs. 1 
TschV, Art. 7 Abs. 1 der Verordnung des BLV über die Haltung von Nutztieren und 
Haustieren (mehrfache Tierquälerei durch Unterlassen der Befreiung des verfangenen 
Ziegenbocks im Flexi-Netz; Unterlassung der nötigen Pflegehandlungen einer gesund-
heitlich beeinträchtigen Ziege) 

 
- der mehrfachen Widerhandlungen gegen das Tierschutzgesetz gemäss Art. 28 Abs. 1 

lit. a TschG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 TSchG und Art. 7 Abs. 1 und 3 lit. c TschV, 
(Halten von Tieren in nicht entweichungssicherem Gehege; Halten von Tieren in Ge-
hegen mit Gegenständen, welche Verletzungsgefahr darstellen)  

 
- der mehrfachen Widerhandlungen gegen das Waldgesetz gemäss Art. 43 Abs. 4 WaG 

in Verbindung mit Art. 16 Abs. 1 WaG und Art. 1 WaV sowie § 3 Abs. 1 AWaG in Ver-
bindung mit § 13 Abs. 1 AWaG und § 23 Abs. 2 WaV gemäss § 36 AWaG (unzulässige 
nachteilige Nutzung des Waldes) 

 
- der mehrfachen Widerhandlungen gegen Art. 28 Abs. 3 TschG (mehrfacher Verstoss 

gegen eine Verfügung des Veterinäramtes). 
 
4. 
Die Beschuldigte wird als teilweise Zusatzstrafe zum Urteil vom 4. Juni 2019 des Oberge-
richts des Kantons Aargau in Anwendung der in Ziff. 3 erwähnten Bestimmungen und ge-
stützt auf Art. 34 StGB, 47 StGB und Art. 49 Abs. 1 und 2 StGB zu einer Geldstrafe von 
110 Tagessätzen verurteilt. Der Tagessatz wird auf Fr. 80.–  festgesetzt. Die Geldstrafe 
beläuft sich auf Fr. 8'800.–. 

 
5. 
5.1. 
Der Beschuldigten wird gestützt auf Art. 42 Abs. 1 StGB für die Geldstrafe der bedingte 
Strafvollzug gewährt. Die Probezeit wird gestützt auf Art. 44 Abs. 1 StGB auf 3 Jahre fest-
gesetzt. 
 
5.2. 
Die Beschuldigte wird entsprechend der Vorschrift von Art. 44 Abs. 3 StGB über die Be-
deutung und die Folgen der bedingten Strafe aufgeklärt: Wenn sie sich bis zum Ablauf der 

 - 16 - 

 

 

Probezeit bewährt, d.h. keine Verbrechen oder Vergehen mehr begeht, wird gemäss Art. 
45 StGB die aufgeschobene Strafe nicht mehr vollzogen. Begeht sie aber während der 
Probezeit ein Verbrechen oder Vergehen und ist deshalb zu erwarten, dass sie weitere 
Straftaten verüben wird, so widerruft das Gericht die bedingte Strafe (Art. 46 Abs. 1 StGB). 
6. 
6.1. 
Die Beschuldigte wird in Anwendung der in Ziff. 3 erwähnten Bestimmungen und gestützt 
auf Art. 42 Abs. 2 StGB und 106 StGB zu einer Busse von Fr. 7'000.– verurteilt. 
 
6.2. 
Wird die Busse schuldhaft nicht bezahlt, so wird eine Ersatzfreiheitsstrafe von 87 Tagen 
vollzogen. 
 
7. 
Die Verfahrenskosten bestehen aus: 
a) der Gebühr von Fr. 5'200.00 
b) den Kosten für die amtliche Verteidigung von Fr.  0.00 
c) den Kosten für die unentgeltl. Verbeiständung von Fr.  0.00 
d) den Kosten für Übersetzungen von Fr.  0.00 
e) den Kosten für Gutachten von Fr.  0.00 
f) den Kosten der Mitwirkung anderer Behörden von Fr.  691.90 
g) den Spesen von Fr.  438.00 
h) andere Auslagen (Zeugen Fr. 301.60/ 
 Bergekran Fr. 835.40) Fr.  1'137.00 
i) die Anklagegebühr Fr. 2'500.00 
Total Fr.  9'966.90 
 
Der Beschuldigten werden die Gebühr gemäss lit. a, die Anklagegebühr gemäss lit. i sowie 
die Kosten gemäss lit. f, g und h im Betrag von Fr. 9'966.90 auferlegt. 
 
8. 
Die Beschuldigte trägt ihre Kosten selber." 
 
 

1.7. 

Gegen dieses ihr am 12. November 2021 zugestellte Urteil meldete die Be-

schuldigte am 22. November 2021 Berufung an. Das begründete Urteil 

wurde ihr am 14. März 2022 zugestellt. 

 

2. 

2.1. 

Mit Eingabe vom 4. April 2022 reichte die Beschuldigte die Berufungserklä-

rung ein und beantragte einen vollumfänglichen Freispruch. 

 

2.2. 

Mit Eingabe vom 8. April 2022 verzichtete die Staatsanwaltschaft Rheinfel-

den-Laufenburg darauf, einen Nichteintretensantrag zu stellen oder die An-

schlussberufung zu erklären. 

 

2.3. 

Mit Verfügung vom 17. Mai 2022 wurde im Einverständnis der Parteien das 

schriftliche Berufungsverfahren angeordnet und die bisherige Privatkläge-

rin aus dem Verfahren vor Obergericht entlassen. 

 - 17 - 

 

 

 

2.4. 

Mit Berufungsbegründung vom 6. Juli 2022 hielt die Beschuldigte an ihren 

bereits gestellten Anträgen fest.  

 

2.5. 

Die Staatsanwaltschaft Rheinfelden-Laufenburg beantragte mit Berufungs-

antwort vom 11. Juli 2022 die kostenfällige Abweisung der Berufung. 

 

 
   

Das Obergericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Die Berufung richtet sich gegen die vorinstanzlichen Schuldsprüche und 

entsprechend auch gegen die Strafzumessung und Kostenfolgen. Damit ist 

das vorinstanzliche Urteil – mit Ausnahme der Einstellungen und Freisprü-

chen (Dispositivziffern 1 und 2 des angefochtenen Urteils) – vollständig an-

gefochten und zu überprüfen (Art. 404 Abs. 1 StPO). 

 

2. Mehrfache Widerhandlung gegen Art. 26 Abs. 1 lit. a TSchG ("Tier-

quälerei") 

2.1. 

In Bezug auf den Vorwurf der Widerhandlung gegen Art. 26 Abs. 1 lit. a 

TSchG ("Tierquälerei") wird der Beschuldigten gemäss Sachverhalt 10 des 

Strafbefehls vom 26. Februar 2018 konkret vorgeworfen, dass am 26. Au-

gust 2017 eine Meldung bei der Kantonspolizei Aargau erfolgt sei, dass 

sich der Ziegenbock der Beschuldigten am Waldrand im Flexi-Netz verfan-

gen habe und habe befreit werden müssen. Am 27. August 2017 sei eine 

gleichlautende Meldung erfolgt, woraufhin die Regionalpolizei unteres 

Fricktal den Ziegenbock befreit habe. Aufgrund des vorgefundenen Kotes 

sei davon auszugehen, dass der Ziegenbock eine längere Zeit im Netz ge-

fangen gewesen sei und entsprechend gelitten habe. Bei der Befreiung 

habe der Ziegenbock auch apathisch gewirkt. Weiter habe der Ziegenbock 

auch anlässlich der Tierschutzkontrolle vom 30. August 2017 aus dem 

Flexi-Netz befreit werden müssen.  

 

Weiter wird der Beschuldigten gemäss Sachverhalt 6 der Zusatzanklage 

vom 17. Februar 2020 vorgeworfen, dass sie der anlässlich einer Kontrolle 

durch den Veterinärdienst am 1. August 2018 festgestellten hinten links 

stark lahmenden Ziege keine tierärztliche Behandlung hat zukommen las-

sen, obwohl sie deren Notwendigkeit hätte erkennen und entsprechend ei-

nen Tierarzt hätte aufbieten müssen.  

 

2.2. 

Die Vorinstanz erkannte, dass in Bezug auf den Ziegenbock aufgrund der 

durch die Polizei vorgefundenen Scharr- und Kotspuren erstellt sei, dass 

 - 18 - 

 

 

der Ziegenbock bereits längere Zeit gefangen gewesen sei und sich nicht 

alleine hätte befreien können. Demzufolge habe er unter Angst, Wasser- 

und Nahrungsentzug gelitten, und dies an einem Tag mit grosser Hitze und 

Trockenheit. Gemäss dem Zeugen N. (recte: D.) wäre der Ziegenbock ver-

endet, wenn er nicht befreit worden wäre. Die Beschuldigte habe mindes-

tens in Kauf genommen, dass sich der Ziegenbock wiederholt im Flexi-Netz 

verfangen könne und entsprechend leiden müsse, weshalb der Tatbestand 

erfüllt sei (vorinstanzliches Urteil, E. 11.3.1). 

 

Betreffend die lahmende Ziege erkannte die Vorinstanz ebenfalls, dass die 

Beschuldigte hätte erkennen müssen, dass die Ziege eine tierärztliche Be-

handlung benötigt hätte und es unterlassen habe, der lahmenden Ziege die 

nötige Pflege zukommen zu lassen, weshalb auch hier der Tatbestand er-

füllt sei (vorinstanzliches Urteil, E. 11.3.2). 

 

2.3. 

Mit Berufung macht die Beschuldigte geltend, dass nicht erstellt sei, dass 

der Ziegenbock für so lange Zeit im Flexi-Netz verhangen gewesen sei, 

dass sie überhaupt davon hätte Kenntnis erhalten und ihn befreien können. 

Sie sei als Landwirtin nicht verpflichtet, alle Tiere ständig zu observieren. 

Der vorgefundene Kot sei kein Hinweis darauf, dass der Ziegenbock über 

sehr lange Zeit verhängt gewesen sei, da er auch bereits vorher dort hätte 

sein können. Sodann könne ihr auch nicht der Vorwurf gemacht werden, 

solche Flexi-Netze zu benutzen, da solche Abschrankungen gängige Pra-

xis seien. Sodann habe ein Ziegenbock ein natürliches Bedürfnis, sich mit 

den Hörnern da und dort abzureiben, und oft könne er sich auch selbst-

ständig aus einer misslichen Lage befreien. Es sei nicht erstellt, dass die 

Beschuldigte den Ziegenbock absichtlich im Netz verfangen belassen oder 

in Kauf genommen habe, dass dem Ziegenbock ein solches Missgeschick 

passiere (Berufungsbegründung, Ziff. 17, S. 11 f.). 

 

In Bezug auf die lahmende Ziege lasse sich nicht erstellen, dass die Be-

schuldigte bereits seit hinreichender Zeit Kenntnis davon gehabt habe, 

dass die Ziege gelahmt und tierärztliche Hilfe benötigt habe. Sie sei als 

Landwirtin nicht verpflichtet, ihre Tiere ständig zu observieren. Selbst wenn 

sie vom lahmenden Tier gewusst hätte, so sei oft angezeigt, das Tier zuerst 

zu beobachten und zu schonen, es müsse nicht immer sofort der Tierarzt 

aufgeboten werden. Die Beschuldigte habe das Tier jedoch sicherlich nicht 

absichtlich lange leiden lassen, nachdem sie Kenntnis von den gesundheit-

lichen Beschwerden erlangt habe. Ebenfalls sei nicht erstellt, dass der Tier-

arzt, wenn er sofort gekommen wäre, dem Tier adäquate Hilfe hätte zu-

kommen lassen können (Berufungsbegründung, Ziff. 17, S. 12). 

 

2.4. 

Gemäss Art. 26 Abs. 1 lit. a TSchG macht sich der Tierquälerei strafbar, 

wer ein Tier misshandelt, vernachlässigt, es unnötig überanstrengt oder 

 - 19 - 

 

 

dessen Würde in anderer Weise missachtet. Zu den weiteren gesetzlichen 

Grundlagen und deren Wortlaut kann auf das vorinstanzliche Urteil verwie-

sen werden (vorinstanzliches Urteil, E. 5.2; Art. 82 Abs. 4 StPO). 

 

2.5. 

2.5.1. 

Für den Vorfall vom 26. August 2017 liegen die Meldung des Nachbarn der 

Beschuldigten, B., per E-Mail sowie die von ihm eingereichten Fotos des 

im Flexi-Netz verfangenen Ziegenbocks vor (Untersuchungsakten [UA] 

act. 106 f. und 112 ff.). B. macht in seiner E-Mail geltend, dass sich der 

Ziegenbock mit seinen Hörnern im Zaun verfangen habe und sich nicht 

selbst hätte befreien können. Hätte er den Ziegenbock nicht gesehen und 

befreit, wäre dieser wohl irgendwann an Erschöpfung gestorben. Die mit-

gelieferten Fotoaufnahmen zeigen deutlich, wie die Maschen des Flexi-Net-

zes mehrfach um die Hörner des Ziegenbockes gewickelt waren. Nicht be-

kannt ist hingegen, wie lange der Ziegenbock bei der Entdeckung durch B. 

bereits im Flexi-Netz verfangen war. Der Beschuldigten ist insoweit beizu-

pflichten, als sie nicht verpflichtet ist, ihre Tiere ständig zu observieren. 

Dennoch trägt sie die Pflicht, das Befinden der Tiere sowie den Zustand 

der Einrichtungen so oft wie nötig zu überprüfen und Mängel an Einrichtun-

gen, die das Befinden der Tiere beeinträchtigen, unverzüglich zu beheben 

oder geeignete Massnahmen zum Schutz der Tiere zu treffen (Art. 5 Abs. 1 

TSchV). 

 

2.5.2. 

Dass das Befinden des Ziegenbocks durch das Verheddern im Flexi-Netz 

beeinträchtigt war, steht wohl ausser Frage. Ziegen sind Fluchttiere und 

wenn ihnen diese Möglichkeit genommen oder eingeschränkt wird, wirkt 

sich das unweigerlich auf das Wohlbefinden der Tiere aus. Die Beschul-

digte ist der Ansicht, dass der Ziegenbock nur den Kopf nach unten hätte 

machen müssen, um sich zu befreien (UA act. 26). Die Bilder zeigen je-

doch, dass es dem Ziegenbock allenfalls schon möglich gewesen wäre, 

sich selber zu befreien, jedoch nicht ohne Beschädigungen am ohnehin 

schon in Mitleidenschaft gezogenen Flexi-Netz zu verursachen; er hätte 

sich mit Kraftaufwendungen vom Netz losreissen müssen, was nicht nur für 

eine leichte und vernachlässigbare Einschränkung spricht. Wie bereits aus-

geführt, ist jedoch nicht klar, wie lange sich der Ziegenbock bereits in dieser 

Situation befunden hat und wann die Beschuldigte ihn so angetroffen und 

befreit hätte. Der Beschuldigten kann somit insofern kein Vorwurf gemacht 

werden, den Ziegenbock vorsätzlich in seiner misslichen Lage gelassen zu 

haben. Nachdem auch nicht bekannt ist, ob und wie oft der Ziegenbock 

bereits zuvor aus dem Flexi-Netz hat befreit werden müssen resp. ob der 

Beschuldigten das Problem der für den behornten Ziegenbock ungeeigne-

ten Zaunvorrichtung und der damit einhergehenden Einschränkungen des 

 - 20 - 

 

 

Wohlbefindens des Tieres überhaupt bekannt war, kann ihr auch nicht vor-

geworfen werden, in Kauf genommen zu haben, dass sich der Ziegenbock 

(erneut) im Flexi-Netz verfangen könnte und entsprechend leiden müsste. 

 

Insgesamt lässt sich in Bezug auf den Vorfall vom 26. August 2017 keine 

vorsätzliche Tierquälerei i.S. des Tierschutzgesetzes erstellen.  

 

2.6. 

2.6.1. 

Betreffend den Vorfall vom 27. August 2017 ist im Vollzugsbericht ver-

merkt, dass eine Drittperson erneut meldete, dass sich der Ziegenbock im 

Flexi-Netz verfangen hat (UA act. 4 und 277), weiter liegt ein Foto bei den 

Akten (UA act. 116). Wiederum erkennt man auf der Fotoaufnahme, dass 

sich das Flexi-Netz mehrfach um die Hörner des Ziegenbocks gelegt hat 

und es ihm verunmöglichte, sich selber aus dieser Situation zu befreien. 

Entsprechend musste der Ziegenbock denn auch von Angehörigen der Re-

gionalpolizei befreit werden.  

 

2.6.2. 

Wie bereits oben (E. 2.5.2) ausgeführt, ist das Wohlbefinden des Ziegen-

bocks durch das Verheddern im Netz ohne Zweifel beeinträchtigt. Dem Zie-

genbock war so sein natürliches Fluchtverhalten verwehrt und er war einem 

erhöhten Stresslevel ausgesetzt. Unklar ist erneut, wie lange sich der Zie-

genbock bereits in dieser Situation befunden hatte. Nachdem der Ziegen-

bock jedoch bereits tags zuvor in der gleichen Situation angetroffen worden 

ist, es dem Ziegenbock ohne enorme Kraftanstrengungen nicht möglich ge-

wesen wäre, sich selber aus dem Flexi-Netz zu befreien und entsprechend 

auf die Befreiung durch Menschen angewiesen war, ist belegt, dass das 

Flexi-Netz nicht geeignet war, die Weide von behörnten Ziegen zu umge-

ben. Mehr noch stellte das Flexi-Netz sogar eine Gefahr für den Ziegen-

bock dar. Die Beschuldigte ist zwar nicht verpflichtet, die Tiere ständig zu 

observieren. Umgibt sie sie ihre Tiere jedoch mit einem derart ungeeigne-

ten Zaun, so wäre sie angehalten, in einer hohen Kadenz die Tiere zu über-

prüfen, um das Wohlbefinden der Tiere sicherzustellen oder die Mängel an 

der Einrichtung umgehend zu beheben. Beides hat die Beschuldigte unbe-

strittenermassen nicht gemacht, obwohl der Ziegenbock bereits einen Tag 

zuvor aus dem Flexi-Netz hat befreit werden müssen und der Beschuldig-

ten damit klar war, dass dieses Netz eine Gefahr für das Wohlbefinden des 

behörnten Ziegenbocks darstellt. Insofern hat sie mindestens in Kauf ge-

nommen, dass sich der Ziegenbock erneut im Flexi-Netz verfangen und 

während einer gewissen Zeitspanne so fixiert sein könnte, ohne dass er 

sich selbst befreien könnte und somit erhöhten Stress ausgesetzt wäre. 

Wie sich zeigte, war dies denn auch tatsächlich der Fall.  

 

Nach dem eben Ausgeführten ist zusammenfassend erstellt, dass sich die 

Beschuldigte in Bezug auf den Vorfall vom 27. August 2017 mindestens 

 - 21 - 

 

 

eventualvorsätzlich der Tierquälerei i.S. des Tierschutzgesetzes schuldig 

gemacht hat.  

 

2.7. 

2.7.1. 

Am 30. August 2017 wurde gestützt auf einen Hausdurchsuchungsbefehl 

auf dem Hof der Beschuldigten zwischen 8.50 und 10.25 Uhr eine unange-

meldete Tierschutzkontrolle vorgenommen (UA act. 60 ff.). Dabei wurde 

der Ziegenbock erneut verfangen im Flexi-Netz angetroffen (vgl. Fotos UA 

act. 118 ff.) und musste durch Angehörige der Polizei befreit werden.  

 

2.7.2. 

Es kann vorliegend vollumfänglich auf das oben Ausgeführte (E. 2.6.2) ver-

wiesen werden. Der Ziegenbock wurde am Morgen im Flexi-Netz verfangen 

vorgefunden und es ist davon auszugehen, dass er eine Weile in dieser 

Position verweilen musste. Dafür spricht der angetroffene grössere Haufen 

Ziegenkot (UA act. 126) sowie die Tatsache, dass der Ziegenbock bei der 

Befreiung offenbar apathisch gewirkt hat (UA act. 4). Wiederum ist der Be-

schuldigten der Vorwurf zu machen, dass sie den Mangel am Gehege, wel-

ches das Wohlbefinden des Ziegenbocks massiv einschränkte, nicht beho-

ben hat. Während der Beschuldigten nicht ein direkter Vorsatz der Tierquä-

lerei gemacht werden kann, hat sie dennoch in Kauf genommen, dass sich 

der Ziegenbock zum wiederholten Male im Flexi-Netz verfangen könnte, 

was sodann auch geschehen ist, und entsprechend zu leiden hat. Daher ist 

auch in Bezug auf den vorliegenden Sachverhalt der Tatbestand der Tier-

quälerei i.S. des Tierschutzgesetzes in objektiver und in subjektiver Hin-

sicht erfüllt. 

 

2.8. 

2.8.1. 

Am 15. August 2018 fand eine nicht angemeldete Spezialkontrolle des kan-

tonalen Veterinärdienstes auf dem Hof der Beschuldigten statt. Dabei 

stellte der Kontrolleur N. – neben den sich ausserhalb des Geheges befind-

lichen Ziegen – eine stark lahmende Ziege fest, welche nur noch auf drei 

Beinen lief und sofortige tierärztliche Versorgung benötigte (Verfahrensak-

ten Teil 2, UA act. 67 ff.). Die Beschuldigte selber stellt in Abrede, dass eine 

ihrer Ziege gehinkt habe. Sie habe sie immer kontrolliert. Möglicherweise 

habe die Ziege wegen eines Steins gehinkt (Verfahrensakten Teil 2, UA 

act. 79 f.).  

 

2.8.2. 

Dem Kontrollrapport ist lediglich zu entnehmen, dass eine Ziege gehinkt 

hat. Weitergehende Informationen zum Gesundheitszustand dieser Ziege 

liegen nicht vor. Demzufolge ist auch nicht gänzlich auszuschliessen, dass 

eine frische Verletzung oder – wie von der Beschuldigten vorgebracht – ein 

 - 22 - 

 

 

störender Stein im Huf der Ziege für das Lahmen verantwortlich war. Auf-

grund der vorliegenden Aktenlage bzw. insbesondere mangels eines tier-

ärztlichen Berichts, welcher sich konkreter zu den Ursachen der Lahmheit 

äussern würde, lässt sich nicht zweifelsfrei erstellen, dass die Beschuldigte 

die Ziege vernachlässigt oder ihr die benötigte tiermedizinische Behand-

lung vorenthalten hätte. Entsprechend ist der objektive Tatbestand nicht 

erfüllt und die Beschuldigte vom diesbezüglichen Vorwurf der Tierquälerei 

freizusprechen. 

 

2.9. 

Zusammenfassend erweist sich die Berufung in Bezug auf die Vorfälle vom 

26. August 2017 und 15. August 2018 als begründet, im Übrigen bleibt es 

bei einem Schuldspruch wegen (mehrfacher) Tierquälerei. 

 

3. Widerhandlung gegen Art. 7 Abs. 1 lit. a TSchV ("Gehege mit Ver-

letzungsgefahren") 

3.1. 

Der Beschuldigten wird in der Anklage vorgeworfen (Strafbefehl vom 

26. Februar 2018, Sachverhalt 10), dass anlässlich der Tierschutzkontrolle 

vom 30. August 2017 festgestellt worden sei, dass sich auf den Weiden der 

Ziegen und der Tiere der Rindergattung mehrere Gegenstände befunden 

hätten, welche eine erhebliche Verletzungsgefahr für die Tiere darstellen 

würden (defekte Maschendrahtzäune, Wellblech, Eisenstangen mit scharf-

kantigen Rändern).  

 

3.2. 

Die Vorinstanz erkannte, dass sich den Polizeifotos entnehmen lasse, dass 

sich auf der Weide, auf welcher sich die Tiere befunden hätten, defekte 

Maschendrahtzäune, an welchen sich die Tiere leicht hätten verletzen kön-

nen, befunden hätten. Hingegen lasse sich nicht zweifellos erstellen, dass 

sich auch die Wellbleche und die Eisenstangen auf einer Weide befunden 

hätten, weshalb in Bezug auf die letzteren Gegenstände der Tatbestand 

nicht erfüllt sei (vorinstanzliches Urteil, E. 12.3).  

 

3.3. 

Die Beschuldigte macht mit Berufung geltend, dass sich durch das Stück 

auf der Weide befindlichen Maschendrahtzaun keine so erhebliche Verlet-

zungsgefahr für die Tiere ergeben hätte, welche es rechtsfertigen würde, 

sie dafür wegen Verletzung des Tierschutzgesetzes zu bestrafen. Es sei 

denn auch zu keiner Verletzung der Tiere gekommen (Berufungsbegrün-

dung, Ziff. 18, S. 13). 

 

 - 23 - 

 

 

3.4. 

3.4.1. 

Nach den Vorschriften in der Tierschutzverordnung müssen Unterkünfte 

und Gehege so gebaut und eingerichtet sein, dass die Verletzungsgefahr 

für die Tiere gering ist (Art. 7 Abs. 1 lit. a TSchV).  

 

3.4.2. 

In den Akten liegen Fotos, welche die Kantonspolizei Aargau anlässlich der 

Kontrolle vom 30. August 2017 gemacht hat. Darauf ist zu sehen, dass an 

mehreren Orten Stücke von Maschendrahtzaun und Wellblechen sowie Ei-

senstangen herumlagen (UA act. 135 ff.). Insbesondere sind Maschen-

drahtzäune sichtbar (UA act. 137 unten und UA act. 138 f.), die sich auf 

einer Weide befinden und viele lose Drähte aufweisen, welche teilweise 

weit abstehen. Von diesen herumliegenden Gegenständen ging unweiger-

lich die Gefahr aus, dass sich Tiere darin verwickeln oder sich an den spit-

zen Drähten verletzen könnten. Selbst wenn sich gemäss Aussagen der 

Beschuldigten bislang kein Tier daran verletzt hat, so geht von herumlie-

genden und kaputten Maschendrahtzäunen eine erhebliche Verletzungs-

gefahr aus und sie sind aus einer Weide zu entfernen. Der objektive Tat-

bestand ist erfüllt. Es ist ausgeschlossen, dass der Beschuldigten die her-

umliegenden Maschendrahtzäune sowie die gefährlich abstehenden 

Drähte entgangen sind, zumal sie die Tiere wie auch die Einrichtungen re-

gelmässig überprüfen muss (vgl. Art. 5 Abs. 1 TSchV). Demzufolge ist ihr 

ein vorsätzliches Handeln vorzuwerfen. 

 

4. Mehrfache Widerhandlung gegen Art. 7 Abs. 1 lit. c TSchV ("nicht 

entweichungssichere Gehege") 

4.1. 

Der Beschuldigten wird weiter vorgeworfen, mehrfach gegen Art. 7 Abs. 1 

lit. c TSchV verstossen zu haben, indem sie ihre Gehege ungenügend un-

terhalten habe und ihre Tiere – Ziegen, Rinder und Kühe – immer wieder 

hätten ausbrechen können (Sachverhalt [SV] 2, 4, 5, 7, 9 lit. b und d, 10; 

Zusatzanklage vom 17. Februar 2020, SV 3 – 18, Zusatzanklage vom 

27. Juli 2020).  

 

4.2. 

Die Vorinstanz erkannte, dass schon die Häufigkeit der Vorfälle von entwi-

chenen Tieren zeige, dass die Zäune trotz Reparaturarbeiten zu wenig 

stabil gewesen seien. Zudem würden keine objektiven Hinweise dafür vor-

liegen, dass der Nachbar der Beschuldigten, B., die Zäune zu ihrem Nach-

teil manipuliert habe. Entsprechend sah die Vorinstanz den Tatbestand als 

erfüllt an (vorinstanzliches Urteil, E. 13.3). 

 

 - 24 - 

 

 

4.3. 

Die Beschuldigte bringt mit Berufung vor, dass es sich bei ihren Tieren um 

Nutz- und nicht um wilde und für die Menschen gefährlich werdende Zoo-

tiere handle, weshalb an die Entweichungssicherheit von Viehzäunen er-

heblich tiefere Anforderungen zu stellen seien. Sodann sei jeweils nicht er-

stellt, wie die Tiere das Gehege verlassen hätten, womit auch eine Mani-

pulation oder das mutwillige Entweichen lassen durch den Nachbarn B. o-

der eine nicht bekannte Drittperson nicht auszuschliessen sei (Berufungs-

begründung, Ziff. 19).  

 

4.4. 

4.4.1. 

Nach Art. 7 Abs. 1 lit. c TSchV müssen Unterkünfte und Gehege so gebaut 

und eingerichtet sein, dass die Tiere nicht entweichen können. In erster 

Linie ist Zweck des Tierschutzgesetzes, die Würde und das Wohlergehen 

des Tieres zu schützen (Art. 1 TSchG). Bei der Bestimmung von Art. 7 

Abs. 1 lit. c TSchV steht ebenfalls der Schutz der Tiere im Vordergrund. 

Gemäss den Erläuterungen zu den Bestimmungen der Tierschutzverord-

nung (abrufbar unter: https://www.blv.admin.ch/blv/de/ 

home/suche.html#erl%C3%A4uterungen%20tierschutzverordnung; letzt-

mals besucht am 6. Dezember 2022) soll verhindert werden, dass die Tiere 

in fremder Umgebung Schaden nehmen, da sie dann meist schreckhaft und 

erregt sind, und deshalb eine Gefahr für andere Tiere und Menschen wer-

den.  

 

4.4.2. 

Vorliegend waren es bei den meisten Vorfällen Ziegen, welche aus der 

Weide entwichen sind. Bei vier Vorfällen handelte es sich um Rinder oder 

Kühe. Wie die Beschuldigte grundsätzlich korrekt ausführt, sind damit nicht 

Wildtiere (vgl. Art. 2 Abs. 1 TSchV) betroffen. Jedoch ist, wie oben darge-

legt, nicht primäres Ziel der Tierschutzgesetzgebung, die Sicherheit der 

Menschen zu gewährleisten, sondern das Wohlergehen der Tiere zu schüt-

zen. Daher ist grundsätzlich unerheblich, dass von den ausgebrochenen 

Ziegen und Tiere der Rindergattung keine erhebliche Gefahr für die Men-

schen ausging. Vielmehr gilt es zu beachten, dass die Tiere, einmal aus 

der Weide ausgebrochen, sich überall frei bewegen konnten und entspre-

chend auch in den Wald oder auf befahrene Strassen gelangen konnten, 

wo sie – als nicht in freier Wildbahn sozialisierte Tiere – ihnen unbekannten 

Gefahren ausgesetzt waren.  

 

4.4.3. 

4.4.3.1. 

Am 6. Juli 2017 konnten die Ziegen von der Polizei ausserhalb des Gehe-

ges angetroffen werden (UA act. 271 ff.). Ebenso am 9. August (UA 

act. 297 f.), am 11. August (UA act. 303 ff.) und am 3. September 2017. 

 - 25 - 

 

 

Dabei wurde jeweils festgestellt, dass die Umzäunung ohne Strom gewe-

sen ist und Lücken aufwies (UA act. 268, 294, 301 und 315). Am 30. August 

2017, anlässlich der Kontrolle durch das Veterinäramt, konnten die Ziegen 

beobachtet werden, wie sie durch den Zaun von der Weide entwichen sind 

(UA act. 5; GA act. 207 f.). Der Zeuge D., am 30. August 2017 Kontrolleur 

für das Veterinäramt, erklärte sodann nachvollziehbar, dass die Zäune ma-

rode gewesen sind, in dem Sinne, dass sie über kein straffes Flexinetz und 

keinen Strom verfügt hätten, sodass die Tiere beliebig rein und raus gehen 

konnten (GA act. 208). Der Zeuge D. berichtete nicht von einer Manipula-

tion am Zaun, welche Grund für den Ausbruch der Tiere hätte sein können. 

Ebenfalls der als Zeuge einvernommene Polizist J. erklärte, dass er nie 

eine menschliche Manipulation am Zaun angetroffen habe (GA act. 202). 

Der von der Beschuldigten verdächtigte Nachbar, B. (vgl. z.B. GA act. 196), 

erklärte vor Vorinstanz, dass er nie die Tiere von der Weide der Beschul-

digten lassen würde, da sie ja sein Futter essen würden und die Beschul-

digte ihm dafür keinen Schadenersatz bezahle (GA act. 199). Für die von 

der Beschuldigten geäusserten Vermutung, dass der Nachbar B. den Zaun 

manipulieren oder die Tiere gezielt aus der Weide lassen würde, liegen 

keine Hinweise vor. Es ist denn auch nicht ersichtlich, welches Ziel der 

Nachbar mit einem solchen Vorgehen verfolgen könnte. Es wurde sodann 

vom Zeugen D. persönlich beobachtet, wie die Tiere die Weide selbständig 

verlassen haben. Vor diesem Hintergrund ist zweifelsohne davon auszuge-

hen, dass die Tiere die Weide durch Lücken im Zaun, welcher teilweise 

ohne Strom war, verlassen haben, da dieser durch die Beschuldigte zu we-

nig unterhalten war. Bereits mit Verfügung des Veterinärdienstes vom 

9. März 2015 wurde die Beschuldigte darauf hingewiesen, dass die Um-

zäunung ihrer Tiere so einzurichten ist, dass keine Tiere entweichen kön-

nen (Verfahrensakten Teil 2, UA act. 71 ff.). Sodann wurde die Beschul-

digte am 6. Juli 2017 darüber informiert, dass sich Ziegen ausserhalb des 

Geheges befinden würden (UA act. 268). Der Beschuldigten war demnach 

spätestens zu diesem Zeitpunkt bekannt, dass eine Ausbruchsproblematik 

bestand. In der Folge sind die Tiere dennoch mit einer hohen Kadenz aus 

der Weide entwichen. Die Beschuldigte wäre verpflichtet gewesen, das Ge-

hege ihrer Tiere regelmässig zu überprüfen und in Stand zu halten. Aus 

pflichtwidriger Unvorsichtigkeit hat sie jedoch die Vorschrift, Tiere in ent-

weichungssicheren Gehegen zu halten, missachtet.  

 

4.4.3.2. 

Demnach ist festzuhalten, dass sowohl der objektive wie auch der subjek-

tive Tatbestand des Haltens von Tieren in einem nicht entweichungssiche-

ren Gehege erfüllt sind. Es ist jedoch zugunsten der Beschuldigten (Beru-

fungsbegründung, Ziff. 19 lit. h, S. 16) für die Dauer vom 6. Juli 2017 bis 

3. September 2017 nur von einer einzigen Tathandlung auszugehen, da ihr 

nach Bekanntwerden der Tatsache, dass ihre Ziegen das Gehege regel-

mässig selbständig verlassen, eine gewisse Zeit zugestanden werden 

muss, innert deren Frist sie das Gehege sachgerecht in Stand setzen kann.  

 - 26 - 

 

 

 

4.4.4. 

Am 20. November 2017 konnte die Polizei eine Rinderherde feststellen, 

welche aus dem Gehege ausgebrochen war. Nach dem Zurücktreiben in 

die Weide musste der Zaun notdürftig repariert werden (UA act. 420 ff.). 

Auch hier liegen keine Hinweise vor, dass die Herde mutwillig durch eine 

Drittperson aus dem Gehege gelassen wurde, sondern der Ausbruch ist 

auf den zu wenig stabilen Zaun zurückzuführen, womit auch vorliegend der 

Tatbestand erfüllt ist. Jedoch ist in Bezug auf den Vorfall vom 21. Dezem-

ber 2017 (SV 9 lit. b), als 14 Kühe und ein Kalb ca. 300 Meter vom X-Hof 

entfernt auf der Strasse aufgefunden wurden, zu erkennen, dass bereits 

der objektive Tatbestand nicht erfüllt ist. Es mag zwar sein, dass die Tiere 

entwichen sind, jedoch kann dies durch eine offene Stalltüre erfolgt sein. 

Dass sich die Stalltüre nicht schliessen liesse oder andere Baumängel auf-

weisen würde, ist nicht erstellt. Entsprechend ist damit grundsätzlich von 

einem Stall auszugehen, welcher den Vorschriften der Tierschutzgesetz-

gebung genügt. 

 

4.4.5. 

Am 22. August 2018 wurden erneut Ziegen ausserhalb des Geheges an-

getroffen (Verfahrensakten Teil 2, UA act. 20 ff.) und es konnte durch den 

Polizisten J. beobachtet werden, wie die Ziegen selbständig ins Gehege 

zurückkehren konnten, entweder unter dem Zaun hindurch oder durch 

Überspringen des Zaunes (GA act. 201). Selbiges konnte bereits am 

15. August 2018 durch den Veterinärdienst festgestellt werden (Verfahren-

sakten Teil 2, UA act. 67 ff.). Es ist grundsätzlich auf das oben Ausgeführte 

(E. 4.4.3.) zu verweisen. Es liegen keine Hinweise vor, dass eine andere 

Ursache als der wenig ausbruchsichere Zaun für das Entweichen der Tiere 

verantwortlich wäre. Aufgrund der zeitlich nah aufeinander folgenden Vor-

fälle ist jedoch nur von einer einzigen Tathandlung auszugehen. 

 

4.4.6. 

Am 19. März 2019 wurden durch die Polizei wiederum Ziegen auf dem 

Grundstück des Nachbarn B. angetroffen. Eine Überprüfung des Zaunes 

zeigte, dass der unterste Draht ohne Strom war (Verfahrensakten Teil 2, 

UA act. 85 ff.). Wie bereits oben (E. 4.4.3.1) ausgeführt, bestehen keine 

Hinweise dafür, dass der Nachbar die Ziegen vorsätzlich aus dem Gehege 

gelassen hätte. Auch weist die vorgefundene Spur (vgl. Foto Verfahrens-

akten Teil 2, UA act. 90) darauf hin, dass die Ziegen den Weg unter dem 

Zaun regelmässig begangen haben. Der Beschuldigten war bekannt, dass 

sie den Zaun der Ziegen so zu unterhalten hat, dass die Tiere nicht aus-

brechen können. Indem sie das Gehege nicht genügend unterhalten hat, 

hat sie fahrlässig gegen Vorschriften der Tierhaltung verstossen. Entspre-

chend hat mit der Vorinstanz ein Schuldspruch zu erfolgen. 

 

 - 27 - 

 

 

4.4.7. 

Gleiches gilt in Bezug auf den Vorfall vom 23. August 2019, als die Polizei 

erneut 10 Ziegen auf dem Weideland des Nachbarn B. feststellen konnte, 

welche danach unter den Zaun hindurch wieder in ihr Gehege gelangen 

konnten. Eine Überprüfung ergab, dass der unterste Draht keinen Strom 

führte (Verfahrensakten Teil 2, UA act. 132 ff.). Ebenso verhält es sich mit 

den weiteren Vorfällen vom 3. September 2019 (Verfahrensakten Teil 2, 

UA act. 124 ff.), 27. September 2019 (Verfahrensakten Teil 2, UA act. 141 

ff.), 30. September 2019 (Verfahrensakten Teil 2, UA act. 149 ff.), 2. Okto-

ber 2019 (Verfahrensakten Teil 2, UA act. 155 ff.; act. 160 ff. und act. 164 

ff.), 8. Oktober 2019 (Verfahrensakten Teil 2, UA act. 169 ff.) und am 

10. Oktober 2019 (Verfahrensakten Teil 2, UA act. 176 ff.). Aufgrund der 

nahen zeitlichen Distanz zueinander ist bei den eben ausgeführten Vorfäl-

len jedoch nur von einer Tathandlung auszugehen (vgl. dazu auch oben, 

E. 4.4.3.2). 

 

4.4.8. 

Ein weiteres Mal konnte die Polizei am 3. Dezember 2019 feststellen, dass 

sich diverse Ziegen ausserhalb des Geheges befunden haben (Verfahren-

sakten Teil 2, UA act. 182 ff.). Es kann dazu auf die bisherigen Ausführun-

gen verwiesen werden. Entsprechend hat auch hier ein Schuldspruch zu 

erfolgen. 

 

4.4.9. 

Am 24. Januar 2020 wurden durch die Polizei zwei Rinder ausserhalb des 

Geheges angetroffen. Zudem konnte beobachtet werden, wie sie selbstän-

dig unter dem Zaun hindurch wieder auf die Weide gingen (Verfahrensak-

ten Teil 2, UA act. 188 ff.). Ebenso konnte am 21. Februar 2020 eine Kuh 

ausserhalb des Geheges angetroffen werden (Zusatzanklage vom 27. Juli 

2020; Verfahrensakten Teil 2, Verfahren ST.2020.996). Selbst wenn bei 

letzterem Vorfall nicht klar ersichtlich ist, wie die Kuh die Weide verlassen 

hat, gibt es genügend Hinweise, dass sie das Gehege beim leicht zusam-

mengedrückten Draht verlassen und auch wieder betreten konnte (vgl. Zu-

satzanklage vom 27. Juli 2020; Verfahrensakten Teil 2, Verfahren 

ST.2020.996, act. 4 f.). Entsprechend kann auch diesbezüglich das Entwei-

chen der Kuh nur auf eine ungenügend gesicherte Weide zurückgeführt 

werden und hat auch hier ein Schuldspruch zu erfolgen. 

 

4.4.10. 

Zu guter Letzt wurden am 4. August 2020 durch die Polizei vier Ziegen aus-

serhalb des Geheges auf dem Weideland des Nachbarn B. angetroffen. 

Zudem konnte anschliessend beobachtet werden, wie zwei Ziegen unter 

den Zaun hindurch zurück auf ihre Weide gingen, während eine Ziege über 

den Zaun sprang (Zusatzanklage vom 3. September 2020, Verfahrensak-

ten Teil 2, Verfahren ST.2020.2417). Es kann auf vorliegend ebenfalls auf 

 - 28 - 

 

 

die bereits gemachten Ausführungen zuvor verwiesen werden. Entspre-

chend hat auch hier ein Schuldspruch zu erfolgen.  

 

4.4.11. 

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass sich die Beschuldigte der mehr-

fachen Widerhandlung gegen das Tierschutzgesetz gemäss Art. 28 Abs. 1 

lit. a und Abs. 2 i.V.m. Art. 7 Abs. 1 lit. c TSchV (Halten von Tieren in nicht 

entweichungssicheren Gehegen), begangen durch Fahrlässigkeit, schuldig 

gemacht hat. 

 

5. Mehrfache Widerhandlung gegen Art. 43 Abs. 4 WaG i.V.m. § 13 A-

WaG ("nachteilige Nutzung des Waldes") 

5.1. 

Sodann wird der Beschuldigten in der Anklage vorgeworfen, dass sie sich 

mehrfach der unzulässigen nachteiligen Nutzung des Waldes gemäss 

Art. 43 Abs. 4 und Art. 16 Abs. 1 WaG (Waldgesetz; SR 921.0) i.V.m.  § 13 

Abs. 1 AWaG (Waldgesetz des Kantons Aargau; SAR 931.100) schuldig 

gemacht habe, indem ihre Ziegen aus der Weide entwichen seien und sich 

danach im Wald aufgehalten (SV 4) resp. sich in den Wald begeben hätten, 

wo sie Krautschicht und Jungpflanzen abgefressen hätten (SV 10). 

 

5.2. 

Die Vorinstanz erkannte, dass erstellt sei, dass sich die Ziegen bei diesen 

beiden Vorfällen im Wald befunden hätten und darin frei hätten weiden kön-

nen. Die Beschuldigte hätte dafür besorgt sein müssen, dass ihre Ziegen 

die Weide nicht unbemerkt verlassen können, um im Wald Nahrung aufzu-

nehmen. Demzufolge habe sie ihre Ziegen im Wald weiden lassen (vo-

rinstanzliches Urteil, E. 14.3). 

 

5.3. 

Mit Berufung bringt die Beschuldigte vor, dass einerseits nicht klar sei, in 

welchem Gebiet sich die Ziegen aufgehalten hätten, da sie oberhalb der 

Weide ebenfalls ein Stück Wald besitze und nicht erstellt sei, ob die Ziegen 

diesen oder ein fremdes Waldgebiet betreten hätten. Andererseits sei be-

weismässig nicht abgesichert, wie lange sich die Tiere im Wald aufgehalten 

und ob sie tatsächlich die Krautschicht und Jungpflanzen gefressen hätten. 

Selbst wenn dem so wäre, könne der Beschuldigten nicht vorgeworfen wer-

den, sie habe den Wald vorsätzlich oder fahrlässig übermässig genutzt, da 

sie die Tiere nicht absichtlich in den Wald geschickt habe. Zudem habe sie 

das Gehege regelmässig unterhalten (Berufungsbegründung, Ziff. 20 S. 16 

f.). 

 

 - 29 - 

 

 

5.4. 

5.4.1. 

Nach Art. 43 Art. 4 WaG können die Kantone Widerhandlungen gegen kan-

tonales Recht als Übertretungen ahnden. Gemäss dem kantonalen Wald-

gesetz gehören zu den nachteiligen Nutzungen gemäss Art. 16 WaG u.a. 

die Waldweide (§ 13 Abs. 1 AWaG). Vorsätzliche oder fahrlässige Zuwider-

handlungen werden mit Busse bis zu Fr. 20'000.00 bestraft (§ 36 Abs. 1 

lit. c AWaG). 

 

5.4.2. 

Unerheblich ist vorliegend, dass gewisse Waldgebiete im Eigentum der Be-

schuldigten stehen (vgl. Berufungsbegründung), denn mit dem Eigentum 

an Wald sind Verpflichtungen verbunden (§ 2 Abs. 1 AWaG). Entsprechend 

ist die nachteilige Nutzung auch unzulässig, selbst wenn es sich dabei um 

den Wald im Eigentum der Beschuldigten handelt. Gemäss dem kantona-

len Waldgesetz ist die Waldweide eine unerlaubte Nutzung des Waldes. 

Die "Gefahr" einer Waldweide besteht darin, dass der Wald nachhaltig ge-

schädigt wird und er so seine Funktionen, namentlich seine Schutz-, Wohl-

fahrts- und Nutzfunktion (vgl. Art. 1 lit. c WaG) nicht mehr erfüllen kann. 

Wenn sich die Ziegen im Wald aufhalten, werden sie selbstredend auch 

Jungpflanzen und Krautschicht fressen. Es ist denn auch – u.a. mittels Fo-

tos (vgl. UA act. 297) – erstellt, dass sich die Ziegen im Wald aufgehalten 

haben. Gemäss Polizeibericht vom 9. September 2017 (UA act. 293 ff.) be-

treffend den Vorfall vom 9. August 2017 wird sodann explizit ausgeführt, 

dass die Ziegen zuerst im Waldstück oberhalb der Feuerstelle festgestellt 

werden konnten. Auch am 30. August 2017 konnten die Ziegen durch die 

Polizei im Wald festgestellt werden (UA act. 6). Nachdem der Beschuldig-

ten bereits oben (vgl. E. 4) zum Vorwurf gemacht wird, Tiere in nicht ent-

weichungssicheren Gehegen gehalten zu haben, und sie damit um die 

Möglichkeit wusste, dass die Ziegen jederzeit die Weide verlassen und in 

den Wald gehen könnten, zumal sich der Wald unmittelbar an die Weide 

anschliesst, ist ihr auch vorzuwerfen, mehrfach gegen die Vorschriften des 

kantonalen Waldgesetzes verstossen zu haben, indem ihre Ziegen im Wald 

weideten. In subjektiver Hinsicht ist mindestens von Eventualvorsatz aus-

zugehen. Der vorinstanzliche Schuldspruch wegen mehrfacher unzulässi-

ger nachteiliger Nutzung des Waldes ist somit zu bestätigen.  

 

6. Mehrfache Widerhandlung gegen Art. 28 Abs. 3 TSchG ("Verstoss 

gegen amtliche Verfügung des Veterinäramtes" 

6.1. 

Schliesslich wird der Beschuldigten noch der Vorwurf gemacht, mehrfach 

die Strafbestimmung von Art. 28 Abs. 3 TSchG erfüllt zu haben, indem sie 

gegen amtliche Verfügungen des Veterinäramts verstossen habe. Mit Ver-

fügung des Veterinäramts vom 6. Mai 2013 sei die Beschuldigte verpflichtet 

worden, die Hündin C. ausbruchssicher unterzubringen, damit diese nicht 

auf öffentliches Gelände entweichen könne, sowie mit Verfügung vom 

 - 30 - 

 

 

9. März 2015, die Umzäunung so einzurichten, dass keine Rinder, 

Schweine und Ziegen entweichen können. Am 19. August 2017 sei die 

Hündin C. alleine durch ein Quartier in Q. umhergelaufen (SV 6). Sodann 

sei am 22. August 2018 vom Nachbarn B. dem Veterinäramt gemeldet wor-

den, dass sich der Hund der Beschuldigten ausserhalb des Zaunes aufhal-

ten würde (SV 5 der Zusatzanklage vom 17. Februar 2020). Weiter sei am 

15. August 2018 anlässlich einer Kontrolle auf dem X-Hof festgestellt wor-

den, dass sich 11 Ziegen ausserhalb des Geheges aufgehalten hätten 

(SV 6 der Zusatzanklage vom 17. Februar 2020). Damit habe sie jeweils 

(teilweise fahrlässig) gegen eine Verfügung des Veterinäramts verstossen. 

 

6.2. 

Die Vorinstanz erachtete den angeklagten Sachverhalt als erstellt und ver-

urteilte die Beschuldigte wegen mehrfacher Widerhandlung gegen Art. 28 

Abs. 3 TSchG (vorinstanzliches Urteil, E. 15.3). 

 

6.3. 

Die Beschuldigte macht in ihrer Berufung geltend, dass die Hündin C. am 

19. August 2017 unglücklicherweise habe entweichen können, jedoch 

habe sie alles versucht, die Hündin schnellst möglich wieder einzufangen. 

Seit der Auflage des Veterinäramts im Jahr 2013 habe sie sich zudem da-

rum gekümmert, dass die Hündin jederzeit ausbruchssicher untergebracht 

gewesen sei (Berufungsbegründung, Ziff. 21 lit. a). Sodann sei nicht er-

stellt, dass ihre Hündin C. am 22. August 2018 nicht gehörig eingesperrt 

resp. angeleint gewesen sei. Der diesen Vorwurf erhebende Nachbar B. sei 

seit Jahren mit der Beschuldigten zerstritten und würde ihr schaden wollen 

(Berufungsbegründung, Ziff. 21 lit. b). Sodann habe die Beschuldigte wie-

derholt viel Geld ausgegeben, um das Gehege so gut wie möglich zu un-

terhalten. Aus dem Entweichen einiger Ziegen am 15. August 2018 könne 

nicht darauf geschlossen werden, dass sie die amtliche Verfügung vom 

9. März 2015 nicht ernst genommen habe, da Gehege für Ziegen nicht 

100% ausbruchssicher gebaut werden könnten (Berufungsbegründung, 

Ziff. 21 lit. c). 

 

6.4. 

6.4.1.  

Mit Busse wird bestraft, wer vorsätzlich oder fahrlässig u.a. gegen eine un-

ter Hinweis auf die Strafandrohung von Art. 28 Abs. 3 TSchG an ihn gerich-

tete Verfügung verstösst (Art. 28 Abs. 3 TSchG). 

 

6.4.2. 

Mit Verfügung des Veterinäramts vom 6. Mai 2013 wurde die Beschuldigte 

angewiesen, ihre Hündin C. ausbruchssicher unterzubringen, so dass sie 

nicht auf öffentlich zugängliches Gelände entweichen kann bzw. im öffent-

lich zugänglichen Raum an einer Leine zu führen, unter Androhung einer 

Busse gemäss Art. 28 Abs. 3 TSchG (UA act. 310 ff.).  

 - 31 - 

 

 

 

Mit Verfügung des Veterinäramts vom 9. März 2015 wurde die Beschul-

digte angewiesen, die Umzäunung der Rinder, Schweine und Ziegen so 

einzurichten, dass keine Tiere mehr entweichen können, unter Androhung 

einer Busse gemäss Art. 28 Abs. 3 TSchG (UA act. 73 ff.). 

 

6.4.3. 

Am 19. August 2017 rückte die Polizei unteres Fricktal zu einer Melderin 

aus, welche einen herrenlosen Hund im Quartier gefunden hatte. Der Hund 

konnte als die Hündin C. der Beschuldigten identifiziert werden. Gemäss 

Aussage der Beschuldigten sei der Hund über das Maisfeld davongerannt 

und ihr anschliessend gefolgt, als sie mit dem Auto nach Q. gefahren sei. 

Sie sei davon ausgegangen, dass der Hund wieder von selbst nach Hause 

kommen würde (UA act. 307 f.). Gemäss dem vorliegenden, grundsätzlich 

unbestrittenen Sachverhalt ist somit davon auszugehen, dass die Hündin 

C. der Beschuldigten davongelaufen ist, obwohl diese gehalten gewesen 

wäre, ihre Hündin in einem ausbruchsicheren Gehege zu halten oder je-

derzeit an der Leine zu führen. Die Beschuldigte hat sich in der Folge nicht 

einmal die Mühe gemacht, ihre entlaufene Hündin einzufangen, sondern 

vertraute lediglich darauf, dass diese von selber nach Hause gehen würde. 

Damit hat sie ohne Zweifel in Kauf genommen, gegen die Verfügung des 

Veterinäramts vom 6. Mai 2013 zu verstossen. Der Schuldspruch der Vo-

rinstanz in diesem Punkt erfolgte somit zu Recht und ist zu bestätigen. 

 

6.4.4. 

Am 22. August 2018 wurde vom Nachbarn der Beschuldigten, B., dem Ve-

terinärdienst gemeldet, dass die Hündin C. ohne Leine im Gelände unter-

wegs sei und sich eine Ziege ausserhalb der Weide befinden würde. Dazu 

reichte er ein Foto ein (Verfahrensakten Teil 2, UA act. 49 f., 54 und 55). 

Auf dem Foto ist ersichtlich, wie ein Hund eine sich ausserhalb einer Weide 

befindliche Ziege anbellt. Die Beschuldigte bestreitet nicht, dass es sich 

dabei um ihre Hündin und ihre Ziege handelt. Sie macht lediglich geltend, 

dass dieses Foto nicht rechtens sei, weil kein Datum vermerkt sei (vgl. Ver-

fahrensakten Teil 2, UA act. 53). Wie bereits oben (E. 4.4.3.1) ausgeführt 

wurde, sind keine Gründe ersichtlich, weshalb der Nachbar B. zu Unrecht 

eine derartige Meldung beim Veterinäramt machen sollte, zudem mit einem 

Foto, welches an einem anderen Tag, als von ihm angegeben, aufgenom-

men sein sollte. Entsprechend bestehen auch keine Zweifel daran, dass an 

besagtem Tag die Hündin ohne Leine an einem öffentlich zugänglichen Ort 

unterwegs gewesen ist. Die Beschuldigte hat demnach gegen die Verfü-

gung des Veterinäramts vom 6. Mai 2013 verstossen. Zugunsten der Be-

schuldigten ist sodann von einer fahrlässigen Begehung auszugehen. Ent-

sprechend ist der vorinstanzliche Schuldspruch auch in diesem Punkt zu 

bestätigen. 

 

 - 32 - 

 

 

6.4.5. 

Am 15. August 2018 wurden anlässlich einer Kontrolle des Veterinärdiens-

tes festgestellt, dass sich 11 Ziegen ausserhalb des Geheges im Wald be-

finden (Verfahrensakten Teil 2, UA act. 67 f.). Obwohl die Beschuldigte mit 

Verfügung vom 9. März 2015 explizit darauf aufmerksam gemacht worden 

war, ihre Tiere in ausbruchssicheren Gehegen zu halten, unter Strafandro-

hung bei Verstoss gegen diese Verfügung, hat sie nicht dafür gesorgt, dass 

ihre Tiere in einem entweichungssicheren Gehege untergebracht sind. 

Dass es sich dabei nicht um ein einmaliges Ereignis gehandelt hat, zeigen 

die vielen Vorfälle davor (siehe dazu oben, E. 4.4.3 ff.). Die Beschuldigte 

hat die Zäune nicht genügend in Stand gehalten, damit ihre Tiere, insbe-

sondere die Ziegen, die Weide nicht verlassen konnten. Damit ist der Be-

schuldigten vorzuwerfen, aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit gegen die 

amtliche Verfügung verstossen zu haben. Der vorinstanzliche Schuld-

spruch ist zu bestätigen. 

 

6.5. 

Zusammenfassend hat sich die Beschuldigte somit des mehrfachen, teil-

weise fahrlässigen Verstosses gegen eine Verfügung des Veterinäramts 

schuldig gemacht. 

 

7. 

7.1. 

Die Beschuldigte ist demnach wegen mehrfacher Tierquälerei (Art. 26 

Abs. 1 lit. a TSchG), mehrfacher Widerhandlung gegen das Tierschutzge-

setz (Art. 28 Abs. 1 lit. a TSchG i.V.m. Art. 7 Abs. 1 lit. a und c TSchV [Hal-

ten von Tieren in nicht entweichungssicheren Gehegen; Halten von Tieren 

in Gehegen mit Gegenständen, welche Verletzungsgefahren darstellen]), 

mehrfacher Widerhandlung gegen das Waldgesetz (Art. 43 Abs. 4 WaG 

i.V.m. § 13 AWaG) sowie der mehrfachen Widerhandlung gegen Art. 28 

Abs. 3 TSchG (Verstoss gegen amtliche Verfügungen) schuldig zu spre-

chen und zu bestrafen. 

 

7.2. 

Die Vorinstanz verurteilte die Beschuldigte zu einer bedingten Geldstrafe 

von 110 Tagessätzen à Fr. 80.00, teilweise als Zusatzstrafe zum Urteil vom 

4. Juni 2019 des Obergerichts des Kantons Aargau, bei einer Probezeit von 

3 Jahren und einer Busse von Fr. 7'000.00, Ersatzfreiheitsstrafe 87 Tage. 

 

7.3. 

Die Beschuldigte stellt in ihrer Berufung keine konkreten Anträge in Bezug 

auf die Strafzumessung (vgl. Berufungsbegründung, Ziff. 22). 

 

 - 33 - 

 

 

7.4. 

7.4.1. 

Das Bundesgericht hat die Grundsätze der Strafzumessung nach Art. 47 ff. 

StGB wiederholt dargelegt (BGE 147 IV 241; 144 IV 217; 141 IV 61 E. 6.1.1; 

136 IV 55 E. 5.4 ff.; je mit Hinweisen). Darauf kann verwiesen werden. 

 

7.4.2. 

Der Deliktszeitpunkt umfasst die Jahre 2017 bis 2020 und liegt damit teil-

weise vor Inkrafttreten des neuen Sanktionenrechts (1. Januar 2018). Das 

neue Sanktionenrecht zeitigt auf den vorliegenden Fall indessen keine Aus-

wirkungen und erweist sich auch nicht als milder (vgl. sog. "lex mitior", Art. 2 

Abs. 2 StGB). Es ist demnach das jeweils zum Tatzeitpunkt geltende Recht 

anwendbar. 

 

7.4.3. 

Für die Tierquälerei gemäss Art. 26 Abs. 1 lit. a TSchG ist mit der Vor-

instanz eine Geldstrafe auszusprechen. Eine Freiheitsstrafe käme schon 

aufgrund des Verschlechterungsverbots (Art. 391 Abs. 2 StPO) nicht in 

Frage. Die übrigen Widerhandlungen sind je mit Busse bis zu Fr. 20'000.00 

bedroht. 

 

7.4.4. 

7.4.4.1. 

Hat das Gericht eine Tat zu beurteilen, die der Täter begangen hat, bevor 

er wegen einer andern Tat verurteilt worden ist (sog. retrospektive Konkur-

renz), so bestimmt es die Zusatzstrafe in der Weise, dass der Täter nicht 

schwerer bestraft wird, als wenn die strafbaren Handlungen gleichzeitig be-

urteilt worden wären (Art. 49 Abs. 2 StGB). Die Bestimmung will im We-

sentlichen das in Art. 49 Abs. 1 StGB verankerte Asperationsprinzip auch 

bei retrospektiver Konkurrenz gewährleisten. Der Täter, der mehrere 

gleichartige Strafen verwirkt hat, soll nach einem einheitlichen Prinzip der 

Strafschärfung beurteilt werden, unabhängig davon, ob die Verfahren ge-

trennt durchgeführt werden oder nicht. Es ist mithin in Anwendung von Art. 

49 Abs. 1 und 2 StGB eine Gesamtstrafe auszufällen, soweit es sich um 

gleichartige Strafen handelt (BGE 144 IV 217, E. 2.2 ff.; BGE 142 IV 265, 

E. 2.3.1; BGE 141 IV 61 E. 6.1.2; BGE 138 IV 113 E. 3.4.1 mit Hinweis).  

 

Gemäss Bundesgericht ist in einem ersten Schritt eine Zusatzstrafe für die 

vor der letzten Verurteilung begangenen Delikte in Anwendung von Art. 49 

Abs. 2 StGB zu bilden. In einem zweiten Schritt ist sodann für die nach dem 

letzten Urteil begangenen Taten eine unabhängige Strafe, gegebenenfalls 

in Anwendung von Art. 49 Abs. 1 StGB, festzusetzen. Schliesslich werden 

die Zusatzstrafe für die vor dem letzten Urteil begangenen Taten und die 

Strafe für die nach dem Urteil begangenen Taten addiert (BGE 145 IV 1 

E. 1.3.). 

 

 - 34 - 

 

 

7.4.4.2. 

Für die Frage, ob und in welchem Umfang (d.h. ganz oder teilweise) das 

Gericht eine Zusatzstrafe im Sinne von Art. 49 Abs. 2 StGB aussprechen 

muss, ist auf das Datum der ersten Verurteilung im ersten Verfahren (sog. 

Ersturteil) abzustellen, unabhängig davon, ob das Ersturteil oder dasjenige 

der Rechtsmittelinstanz in Rechtskraft erwächst (BGE 138 IV 113 E. 3.4.3 

mit Hinweisen). Die vorliegend zu beurteilenden Taten wurden teilweise vor 

dem erstinstanzlichen Urteil des Bezirksgerichts Rheinfelden (ST.2016.5), 

welches vom 24. Mai 2018 datiert, und teilweise danach begangen.  

 

Das Obergericht des Kantons Aargau verurteilte die Beschuldigte am 

4. Juni 2019, nachdem diese Berufung gegen das Urteil des Bezirksge-

richts Rheinfelden vom 24. Mai 2018 erhoben hatte, wegen Drohung, Tät-

lichkeiten und mehrfacher, teilweise fahrlässiger Widerhandlung gegen das 

Tierschutzgesetz zu einer bedingten Geldstrafe von 30 Tagessätzen à 

Fr. 90.00 und einer Busse von Fr. 2'500.00 (vgl. aktueller Strafregisteraus-

zug). 

 

Nachdem Gleichartigkeit der Strafen vorliegt, ist entsprechend dem oben 

Ausgeführten teilweise eine Zusatzstrafe auszusprechen.  

 

7.5. 

7.5.1. 

Sowohl Art. 180 StGB (Drohung) als auch der Tierquälereiartikel (Art. 26 

Abs. 1 TSchG) sehen einen Strafrahmen von Freiheitsstrafe bis zu drei 

Jahren oder Gelstrafe vor. Konkret das schwerste Delikt ist vorliegend die 

Drohung. Daher ist die rechtskräftige Grundstrafe (30 Tagessätze) ange-

messen um die vorliegend zu beurteilende mehrfache Tierquälerei zu er-

höhen. Die Reduzierung der daraus resultierenden Gesamtstrafe um die 

Grundstrafe ergibt die Zusatzstrafe. 

 

Am 27. August 2017 musste der Ziegenbock der Beschuldigten aus dem 

Flexinetz befreit werden, in welchem er sich verheddert hatte und woraus 

er sich ohne menschliche Hilfe nicht mehr hätte befreien können. Die Be-

schuldigte, welche um die Untauglichkeit des Flexinetzes gewusst hatte, 

hatte sich nicht darum gekümmert, einen Zaun zu errichten, welcher für die 

behörnten Ziegen keine Gefahr darstellen würde. Die vom Ziegenbock psy-

chisch erlebte Stresssituation ist nicht zu bagatellisieren. Nichtdestotrotz ist 

im Hinblick auf alle unter Tierquälerei fallenden möglichen Handlung noch 

von einem eher leichten Verschulden auszugehen. Zudem konnten am Zie-

genbock keine äusserlichen Verletzungen festgestellt werden. Vorliegend 

erscheinen somit 30 Tagessätze bei einer isolierten Betrachtung dem ge-

rade noch leichten Verschulden angemessen. In Anwendung des Aspera-

tionsprinzips ist somit die Einsatzstrafe (rechtskräftige Grundstrafe) um 

20 Tagessätze zu erhöhen. 

 

 - 35 - 

 

 

7.5.2. 

Am 30. August 2017 kam es zu einem grundsätzlich gleichen Vorfall wie 

am 27. August 2017. Dabei wurde der Ziegenbock bereits am Morgen ver-

fangen im Flexinetz angetroffen und musste befreit werden. Die Leidenszeit 

des Tieres ist entsprechend als etwas kürzer anzusehen. Jedoch ist dem-

gegenüber zu beachten, dass erst drei Tage zuvor der Ziegenbock bereits 

im Netz verfangen war und die Beschuldigte bislang nichts unternommen 

hat, um die vom Netz ausgehende Gefahr für den Ziegenbock zu eliminie-

ren. Im Übrigen kann auf das soeben Ausgeführte verwiesen werden. Bei 

einer isolierten Betrachtung erscheint dem gerade noch leichten Verschul-

den eine Geldstrafe von 30 Tagessätzen angemessen. Entsprechend ist 

die Einsatzstrafe um 20 Tagessätze zu asperieren.  

 

7.5.3. 

Im Rahmen der Täterkomponenten sind keine strafzumessungsrelevanten 

Faktoren ersichtlich. Die Strafempfindlichkeit ist als normal zu bezeichnen. 

Sodann zeigte sich die Beschuldigte weder einsichtig noch reuig, weshalb 

keine Strafminderung in Frage kommt. Entsprechend bleibt es bei einer hy-

pothetischen Gesamtstrafe von insgesamt 70 Tagessätzen.  

 

7.5.4. 

Von der hypothetischen Gesamtstrafe ist sodann die rechtskräftige Grund-

strafe von 30 Tagessätzen in Abzug zu bringen, womit eine Zusatzstrafe 

von 40 Tagessätzen resultiert. 

 

7.5.5. 

Die Tagessatzhöhe bestimmt sich nach den persönlichen und wirtschaftli-

chen Verhältnissen des Täters im Zeitpunkt des Urteils (Art. 34 Abs. 2 

StGB). Gemäss den Angaben der Beschuldigten vor Vorinstanz beträgt ihr 

monatlichen Einkommen Fr. 3'300.00 (GA act. 195), was nach Abzug einer 

Pauschale von 25 % für Krankenkasse und Steuern einen Tagessatz in 

Höhe von Fr. 80.00 ergibt. Es liegen keine Hinweise dafür vor, dass sich 

an den finanziellen und persönlichen Verhältnisse der Beschuldigten etwas 

geändert hätte, womit es bei der Tagessatzhöhe von Fr. 80.00 bleibt. 

 

7.5.6. 

Die Gewährung des bedingten Strafvollzugs wie auch die Festsetzung der 

Probezeit von drei Jahren ist im Berufungsverfahren unangefochten geblie-

ben. Aufgrund des Verschlechterungsverbots (Art. 391 Abs. 2 StPO) hat es 

dabei sein Bewenden. Den letzten Zweifeln an der Legalbewährung ist mit 

einer Probezeit von drei Jahren zu begegnen. 

 

 - 36 - 

 

 

7.6. 

7.6.1. 

7.6.1.1. 

Sodann hat sich die Beschuldigte am 30. August 2017 der Widerhandlung 

gegen das Tierschutzgesetz gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. a TSchG i.V.m. 

Art. 7 Abs. 1 lit. a TSchV schuldig gemacht, indem sie defekte Maschen-

drahtzäune in der Weide liegen gelassen hat, welche eine erhebliche Ver-

letzungsgefahr für die Tiere darstellten. Es ist nicht bekannt, dass sich Tiere 

tatsächlich an den rausragenden Drähten verletzt hätten, jedoch ist die da-

von ausgehende Gefahr erheblich, solche Drähte könnten tiefe Wunden bei 

einem vorbeirennenden Tier verursachen. Zudem gilt es zu beachten, dass 

es für die Beschuldigte ein Leichtes gewesen wäre, die defekten Maschen-

drahtzäune von der Weide zu entfernen, weshalb nicht mehr nur von einem 

leichten Verschulden ausgegangen werden kann. Für diese Widerhand-

lung erscheint eine Busse von Fr. 800.00 angemessen. Ausgehend von der 

Busse von Fr. 2'500.00 gemäss Urteil des Obergerichts vom 4. Juni 2019 

als Grundstrafe ist diese in Anwendung des Asperationsprinzips für das 

vorliegende Delikt um Fr. 500.00 zu erhöhen. 

 

7.6.1.2. 

Weiter hat sich die Beschuldigte vor dem 4. Mai 2018 mehrfach der Wider-

handlung gegen das Tierschutzgesetz gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. a TSchG 

i.V.m. Art. 7 Abs. 1 lit. c TSchV schuldig gemacht, indem sie ihre Tiere in 

nicht entweichungssicheren Gehegen gehalten hat. So sind die Tiere zwi-

schen dem 6. Juli 2017 bis 3. September 2017 und am 20. November 2017 

aus der Weide selbstständig aus der Weide entwichen. Die ausgebroche-

nen Tiere waren allerdings aufgrund der Abgeschiedenheit des Hofes kei-

nen grossen Gefahren, wie beispielsweise einer stark befahrenen Strasse 

oder ähnlichem, ausgesetzt. Insgesamt erscheint das Verschulden, gerade 

im Hinblick darauf, dass die Beschuldigte aus pflichtwidriger Unvorsichtig-

keit gehandelt hat, noch als leicht. Bei einer isolierten Betrachtung er-

schiene je eine Busse von Fr. 200.00 den Verhältnissen angemessen. Die 

Einsatzstrafe ist demnach in Anwendung des Asperationsprinzips um ins-

gesamt Fr. 300.00 zu erhöhen.  

 

7.6.1.3. 

Ebenfalls vor dem 4. Mai 2018 hat sich die Beschuldigte zweimal (9. und 

30. August 2017) der nachteiligen Nutzung des Waldes (Art. 43 Abs. 4 

WaG i.V.m. § 13 Abs. 1 AWaG) schuldig gemacht, indem sich die Tiere, 

nachdem sie aus der Weide entwichen sind, in den Wald begeben und da-

rin geweidet haben. Vorliegend erscheint das Verschulden leicht, da sich 

die Tiere nur für einen kurzen Moment im Wald aufgehalten haben und 

noch keinen grossen Schaden am Wald verursachen konnten. Für jedes 

einzelne Ereignis erschiene eine Busse von je Fr. 150.00 angemessen, im 

Rahmen der Asperation erscheint die Erhöhung um insgesamt Fr. 200.00 

den Umständen angebracht. 

 - 37 - 

 

 

 

7.6.1.4. 

Schliesslich hat die Beschuldigte am 19. August 2017, und damit vor dem 

Urteil vom 4. Mai 2018, gegen eine amtliche Verfügung des Veterinäramts 

verstossen (Art. 28 Abs. 3 TSchG), indem sie ihre Hündin C. nicht aus-

bruchssicher untergebracht hatte und diese frei in einem Quartier in Q. her-

umlaufen konnte. Verschuldenserhöhend wirkt sich vorliegend aus, dass 

der Beschuldigten bekannt war, dass ihre Hündin frei herumläuft und sie, 

trotz Kenntnis der Verfügung des Veterinäramts, nicht bemüht war, die 

Hündin einzufangen und an die Leine zu nehmen resp. in einem ausbruchs-

sicheren Gehege unterzubringen. Damit hat sie eine grosse Gleichgültig-

keit gegenüber den hoheitlich verfügten Anordnungen an den Tag gelegt. 

Dem mittelschweren Verschulden angemessen erscheint eine Busse von 

Fr. 800.00. Entsprechend ist die Einsatzstrafe um Fr. 500.00 zu aspirieren.  

 

7.6.2. 

Insgesamt ergibt sich somit eine hypothetische Gesamtbusse von 

Fr. 4'000.00, wovon die rechtskräftige Grundstrafe von Fr. 2'500.00 in Ab-

zug zu bringen. Daraus resultiert somit eine Zusatzbusse von Fr. 1'500.00.  

 

7.6.3. 

7.6.3.1. 

Nach dem 4. Mai 2018 hat die Beschuldigte in 6 Fällen (15. – 22. August 

2018; 19. März 2019; 23. August – 10. Oktober 2019; 3. Dezember 2019; 

24. Januar – 21. Februar 2020; 4. August 2020) eine Widerhandlung gegen 

Art. 28 Abs. 1 lit. a TSchG i.V.m. Art. 7 Abs. 1 lit. c TSchV begangen, indem 

sie ihre Tiere in nicht entweichungssicheren Gehegen gehalten hat. Wie-

derum ist noch von einem leichten Verschulden auszugehen und es kann 

vollumfänglich auf das oben bereits Ausgeführte verwiesen werden 

(E. 7.6.1.2). Für den ersten Vorfall ist die Einsatzbusse auf Fr. 300.00 fest-

zusetzen und für die weiteren 5 Vorfälle um je Fr. 150.00 auf insgesamt 

Fr. 1'050.00 zu erhöhen. 

 

7.6.3.2. 

Sodann hat die Beschuldigte noch zwei Mal gegen eine amtliche Verfügung 

des Veterinäramts (Art. 28 Abs. 3 TSchG) verstossen. Am 22. August 2018 

wurde die Hündin C. erneut ausserhalb eines ausbruchsicheren Geheges 

angetroffen, ohne angeleint zu sein. Diesbezüglich ist dem Foto (Verfah-

rensakten Teil 2, UA act. 49 f., 54 und 55) zu entnehmen, dass die Beschul-

digte sich in der Nähe des Hundes befand. Es ist von einem gerade noch 

leichten Verschulden auszugehen, was eine Busse von Fr. 300.00 ange-

messen erscheinen lässt. Entsprechend ist die Einsatzbusse um weitere 

Fr. 150.00 zu erhöhen. Hinzu kommt eine weitere Erhöhung um Fr.100.00, 

weil am 15. August 2018 11 Ziegen ausserhalb des Zaunes angetroffen 

worden sind, obwohl die Beschuldigte mit Verfügung des Veterinäramts 

verpflichtet war, ihre Tiere in entweichungssicherer Umzäunung zu halten. 

 - 38 - 

 

 

Die Beschuldigte hat sich jedoch bloss in fahrlässiger Weise über die Ver-

fügung hinweggesetzt, da sie es unterliess, die Umzäunung genügend in 

Stand zu halten. Es ist insgesamt noch von einem leichten Verschulden 

auszugehen und bei einer isolierten Betrachtung wäre eine Busse von 

Fr. 200.00 angemessen.  

 

7.6.3.3. 

Für die Widerhandlungen, begangen nach dem 4. Mai 2018, ergibt sich so-

mit eine Gesamtbusse von Fr. 1'300.00. 

 

7.6.4. 

In einem letzten Schritt ist die Gesamtstrafe für die neuen Delikte von 

Fr. 1'300.00 mit der Zusatzbusse von Fr. 1'500.00 zu addieren, womit eine 

Busse von insgesamt Fr. 2'800.00 resultiert.  

 

7.6.5. 

Auf eine von der Vorinstanz ausgesprochenen Verbindungsbusse gemäss 

Art. 42 Abs. 4 StGB i.V.m. Art. 106 StGB ist vorliegend zu verzichten. Mit 

einer Verbindungsbusse soll der Beschuldigten die Ernsthaftigkeit der 

Sanktion und die Konsequenzen ihres Handelns deutlich vor Augen geführt 

werden. Zudem soll sie gegenüber einem Täter, der sich bloss wegen 

Übertretungen zu verantworten hat und dafür mit einer Busse bestraft wird, 

nicht bessergestellt werden (sog. Schnittstellenproblematik). Vorliegend ist 

"bloss" eines der von der Beschuldigten begangenen Delikte überhaupt mit 

einer Geldstrafe bedroht, welche sodann bedingt ausgesprochen wurde 

(vgl. oben, E. 7.5), im Übrigen wird die Beschuldigte mit einer Gesamt-

busse, teilweise als Zusatzbusse, bestraft. Diese Busse hat die Beschul-

digte zu bezahlen und entsprechend wird ihr in spezialpräventiver Hinsicht 

schon genügend klar vor Augen gehalten, dass ihr Verhalten strafrechtliche 

Auswirkungen zeitigt. 

 

7.6.6. 

Vor diesem Hintergrund bleibt es bei einer Busse von Fr. 2'800.00, teil-

weise als Zusatzbusse zum Urteil des Obergerichts des Kantons Aargau 

vom 4. Juni 2019. Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhaftem Nichtbezahlen 

der Busse ist, ausgehend vom als Umrechnungsschlüssel zu verwenden-

den Tagessatz von Fr. 80.00 (BGE 134 IV 60 E. 7.3.3 S. 77), auf 35 Tage 

Freiheitsstrafe festzusetzen. 

 

7.7. 

Insgesamt ist die Beschuldigte somit zu einer bedingten Geldstrafe von 

40 Tagessätzen à Fr. 80.00 und einer Busse von Fr. 2'800.00, teilweise als 

Zusatzstrafe zum Urteil des Obergerichts des Kantons Aargau vom 4. Juni 

2019, zu verurteilen. 

 

 - 39 - 

 

 

8. 

8.1. 

Die Parteien tragen die Kosten des Berufungsverfahrens nach Massgabe 

ihres Obsiegens und Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Ob eine Partei 

im Berufungsverfahren als obsiegend oder unterliegend gilt, hängt davon 

ab, in welchem Ausmass ihre vor Obergericht gestellten Anträge gutgeheis-

sen wurden (Urteil des Bundesgerichts 6B_330/2016 vom 10. November 

2017 E. 4.3). 

 

Die Beschuldigte wird vom Vorwurf der Tierquälerei betreffend die Vorfälle 

vom 26. August 2017 und 15. August 2018 freigesprochen. Sodann hat ein 

Freispruch zu erfolgen in Bezug auf den Vorwurf des Haltens von Tieren in 

nicht entweichungssicheren Gehegen vom 21. Dezember 2017 (SV 9 

lit. b). Weiter wird sie zu einer deutlich niedrigeren Strafe verurteilt. Mit den 

Hauptanträgen (vollumfänglicher Freispruch) unterliegt die Beschuldigte je-

doch grossmehrheitlich. Entsprechend rechtfertigt es sich, der Beschuldig-

ten die obergerichtlichen Verfahrenskosten zu ¾ aufzuerlegen und diese 

im Übrigen auf die Staatskasse zu nehmen. Die Gerichtsgebühr ist auf 

Fr. 2'000.00 festzusetzen (§ 18 VKD). 

 

8.2. 

Der Kostenentscheid präjudiziert die Entschädigungsfrage. Der Beschul-

digten werden aufgrund ihres teilweisen Obsiegens die Parteikosten im 

Umfang von einem Viertel entschädigt (Art. 436 Abs. 1 i.V.m. Art. 429 

Abs. 1 StPO).  

 

Mit Kostennote vom 28. Oktober 2022 macht der Verteidiger einen Auf-

wand von 17 Stunden und 10 Minuten, bei einem Stundenansatz von 

Fr. 250.00, sowie Auslagen von Fr. 276.30 und 7.7 % Mehrwertsteuer gel-

tend. Die Entschädigung ist gestützt auf diese Kostennote – jedoch bei ei-

nem gemäss § 9 Abs. 2bis AnwT in der Regel anwendbaren Stundenansat-

zes von Fr. 220.00 – zuzüglich der geltend gemachten Auslagen von 

Fr. 117.30 (reduziert beim Aufwand für Fotokopien, da die Entschädigung 

pro kopierte Seite Fr. 0.50 gemäss § 13 Abs. 3 AnwT beträgt) und der ge-

setzlichen Mehrwertsteuer auf gerundet Fr. 4'195.00 festzusetzen. Der Be-

schuldigten ist demnach ausgangsgemäss eine Entschädigung von ¼ von 

Fr. 4'195.00, d.h. Fr. 1'048.75, aus der Staatskasse auszurichten. Die Ver-

rechnung gemäss Art. 442 Abs. 4 StPO bleibt vorbehalten. 

 

8.3. 

Fällt die Rechtsmittelinstanz selbst einen neuen Entscheid, so befindet sie 

darin auch über die von der Vorinstanz getroffene Kostenregelung (Art. 428 

Abs. 3 StPO). Gemäss Art. 426 Abs. 1 StPO trägt die beschuldigte Person 

die Verfahrenskosten, wenn sie verurteilt wird. 

 

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Die Vorinstanz hat die vorinstanzlichen Kosten vollumfänglich der Beschul-

digten auferlegt. Dies ist nicht zu beanstanden. Die Beschuldigte wird 

grossmehrheitlich schuldig gesprochen (Dispositivziffer 3 des vorinstanzli-

chen Urteils). Sodann können der Beschuldigten auch die Verfahrenskos-

ten auferlegt werden, wenn sie wegen Schuldunfähigkeit freigesprochen 

wurde (Art. 419 StPO; vgl. Dispositivziffer 2 des vorinstanzlichen Urteils). 

Ebenso ist die Kostenauflage bei einer Einstellung des Verfahrens möglich, 

wenn die beschuldi