# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 248a0d8b-cb85-5ab9-b403-d976200071e7
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-03-28
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 28.03.2025 C-3221/2021
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-3221-2021_2025-03-28.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung III 

C-3221/2021 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 8 .  M ä r z  2 0 2 5  

Besetzung 
 Richter Vito Valenti (Vorsitz), 

Richterin Caroline Bissegger,  

Richterin Caroline Gehring,    

Gerichtsschreiberin Rahel Schöb. 
 

 
 

Parteien 
 A._______, (Deutschland), 

vertreten durch B._______, (Deutschland), 

Beschwerdeführerin,  

  
 

 
gegen 

 
 

IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,  

Vorinstanz.   
 

 
 

Gegenstand 
 Invalidenversicherung (IV), Invaliditätsbemessung;  

(Verfügung vom 18. Juni 2021). 

 

 

 

C-3221/2021 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die am (…) 1965 geborene, verheiratete, deutsche Staatsangehörige 

A._______ (nachfolgend: Versicherte oder Beschwerdeführerin) ist in ih-

rem Heimatland wohnhaft. Als Ärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie und 

Psychotherapie war sie von (…) 2014 bis (…) 2018 in der Schweiz selbst-

ständig erwerbend und hat entsprechende Beiträge an die schweizerische 

Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung geleistet (Akten der  

Vorinstanz gemäss Aktenverzeichnis vom 22. September 2019 [nachfol-

gend: IVSTA-act.] 1; 3: 19; 31; 138).  

B.  

B.a Die Versicherte meldete sich am 3. April 2019 unter Hinweis auf eine 

schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10: 

F32.2) bei der Invalidenversicherungsstelle des Kantons C._______ (nach-

folgend: IV-Stelle C._______) zum Bezug einer Rente der schweizerischen 

Invalidenversicherung (IV) an (IVSTA-act. 3). Infolge ihres Wegzugs am 

1. Januar 2019 nach Deutschland wurde die Versicherte aufgefordert, ihre 

Anmeldung über die zuständige Verbindungsstelle in Deutschland, der 

D._______ Ärzteversorgung, der IV-Stelle für Versicherte im Ausland 

(nachfolgend: IVSTA oder Vorinstanz) einzureichen (vgl. IVSTA-act. 4 und 

5). Die D._______ Versorgungskammer liess der IVSTA die entsprechende 

Anmeldung der Versicherten vom 27. Februar 2019 sowie die Formulare 

E 204 D, E 205 D und E 207 D mit Schreiben vom 25. April 2019 zukom-

men (eingegangen bei der IVSTA am 23. April 2019; vgl. IVSTA-act. 7).  

B.b Die IVSTA führte in der Folge Abklärungen in medizinischer und er-

werblicher Hinsicht durch (IVSTA-act. 8; 9; 11; 14; 15; 18-21; 24; 28-30). 

Sie holte insbesondere eine Stellungnahme des regionalen ärztlichen 

Dienstes (RAD) ein. Der RAD-Arzt, Dr. E._______, Facharzt für Erwach-

senenpsychiatrie und Psychotherapie FMH, Kinder- und Jugendpsychiatrie 

und Psychotherapie FMH, hielt in seiner Stellungnahme vom 26. Septem-

ber 2019 fest, der Gesundheitszustand der Versicherten könne nicht ab-

schliessend beurteilt werden (IVSTA-act. 32), woraufhin die IVSTA die 

D._______ Ärzteversorgung um Veranlassung einer Wiederbegutachtung 

der Versicherten sowie um Zustellung weiterer medizinischer Unterlagen 

ersuchte (IVSTA-act. 33; vgl. auch IVSTA-act. 34-36).  

B.c Die Versicherte reichte der IVSTA weitere medizinische Dokumente zu-

kommen (IVSTA-act. 41; vgl. auch IVSTA-act. 38). Diese holte hierzu eine 

weitere Stellungnahme des RAD-Arztes Dr. E._______ ein (IVSTA-

C-3221/2021 

Seite 3 

act. 42). Mit Stellungnahme vom 11. Dezember 2019 führte der RAD-Arzt 

erneut aus, dass die zugestellten Akten keine definitive Beurteilung erlau-

ben würden (IVSTA-act. 43).  

B.d Mit Schreiben vom 17. Januar 2020 liess die D._______ Ärzteversor-

gung der IVSTA das neurologisch-psychiatrische Gutachten von Dr. med. 

F._______, Fachärztin für Neurologie und Psychiatrie, Zusatzbezeichnung 

Sozialmedizin und Physikalische Medizin, vom 30. Dezember 2019 zu-

kommen (IVSTA-act. 45). Hierzu führte RAD-Arzt Dr. E._______ am 

25. Februar 2020 im Wesentlichen aus, die im Gutachten diagnostizierte 

mittelgradige Depression sei aus versicherungspsychiatrischer Sicht nicht 

eindeutig nachgewiesen und nicht nachvollziehbar (IVSTA-act. 52).  

B.e Die IVSTA liess in der Folge eine neuropsychologische Testung und 

einen psychiatrischen Bericht einholen (IVSTA-act. 67), welche am 3. Juli 

2020 durch G._______, Facharzt für Neurologie, Facharzt für Psychiatrie 

und Psychotherapie, dipl.ad.Sc. Neuropsychology UZH, zertifizierter medi-

zinischer Gutachter SIM, zertifizierter RAD-Arzt, Vertrauensarzt SGV, er-

stattet wurden (IVSTA-act. 77). RAD-Arzt Dr. E._______ hielt in seiner Stel-

lungnahme vom 1. September 2020 zuhanden der IVSTA fest, der Versi-

cherten sei die Ausübung der bisherigen Tätigkeit als ambulant privattätige 

Kinder- und Jugendpsychiaterin seit Juni 2018 nicht mehr zumutbar. In ei-

ner angepassten Tätigkeit sei eine mindestens 70 %-ige Arbeitsfähigkeit 

bereits seit Juni 2018 zumutbar, wobei funktionelle Einschränkungen be-

stehen würden (IVSTA-act. 85).  

B.f Mit Vorbescheid vom 21. September 2020 stellte die IVSTA der Versi-

cherten die Ausrichtung einer halben IV-Rente ab 1. August 2019 in Aus-

sicht. Zur Begründung führte sie aus, es bestehe ab 1. Juni 2019 bei einer 

Erwerbseinbusse von 56 % ein Anspruch auf eine halbe Rente, da der An-

trag jedoch erst am 27. Februar 2019 gestellt worden sei, könne die Rente 

frühestens ab 1. August 2019 ausgerichtet werden (IVSTA-act. 92).  

B.g Mit E-Mail vom 2. Oktober 2020 übermittelte die Versicherte der IVSTA 

ihren Einwand sowie einen Arztbericht. Zur Begründung brachte sie im We-

sentlichen vor, das Gutachten von G._______ vom 3. Juli 2020 sei man-

gelhaft und sie sei auch in einer Verweisungstätigkeit weiterhin zu 100 % 

arbeitsunfähig (IVSTA-act. 93; 94 und 97). Ihren Einwand ergänzte sie mit 

Eingabe vom 12. Oktober 2020 (IVSTA-act. 100). 

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Seite 4 

B.h Die IVSTA liess das neu eingereichte Dokumente dem RAD zur Stel-

lungnahme zukommen (IVSTA-act. 96). Der RAD-Arzt Dr. E._______ hielt 

am 23. Oktober 2020 fest, in den neu eingereichten neuropsychologischen 

Untersuchungen würden die entsprechenden Untersuchungsresultate- 

und protokolle fehlen. Auch sei ein M6 beim behandelnden Arzt der Versi-

cherten einzuverlangen (IVSTA-act. 102).  

B.i Die IVSTA führte im Folgenden weitere Abklärungen in medizinischer 

Hinsicht durch (IVSTA-act. 112; 118-121; 123; 124). Zu den neu eingegan-

genen Akten nahm der RAD-Arzt Dr. E._______ am 20. April 2021 erneut 

Stellung und führte aus, aus versicherungsmedizinischer Sicht zeigten 

diese nicht schlüssig und nachvollziehbar einen in erheblichem Mass ver-

änderten Gesundheitsschaden gegenüber der RAD-Beurteilung vom 

1. September 2020 auf, weshalb diese nach wie vor ihre Gültigkeit habe. 

Zu ergänzen sei, dass bis anhin nicht sämtliche Behandlungsmöglichkeiten 

zur Behandlung einer depressiven Episode/Störung ausgeschöpft worden 

seien (IVSTA-act. 125).  

B.j Mit Verfügung vom 18. Juni 2021 sprach die IVSTA der Versicherten 

eine halbe Invalidenrente ab dem 1. August 2019 zu (IVSTA-act. 134). Zur 

Berechnung der IV-Rente von monatlich Fr. 152.– ab August 2019 sowie 

Fr. 153.– ab Januar 2021 berücksichtigte die IVSTA bei 33 Versicherungs-

jahren des Jahrgangs, eine Versicherungszeit von 4 Jahren und 11 Mona-

ten, unter Anwendung der Rentenskala 6 sowie ein massgebendes durch-

schnittliches Jahreseinkommen von Fr. 74'568.– (IVSTA-act. 141).  

C.  

Hiergegen erhob die Beschwerdeführerin, vertreten durch ihren Ehemann, 

mit Eingabe vom 10. Juli 2021 Beschwerde an das Bundesverwaltungsge-

richt und liess sinngemäss die Aufhebung der Verfügung beantragen. Zur 

Begründung liess sie im Wesentlichen geltend machen, die RAD-Beurtei-

lungen sowie die neuropsychologischen Testungen von Herrn G._______ 

seien nicht beweiskräftig, die Ausübung einer ärztlichen Tätigkeit sei ihr 

nicht mehr zumutbar und auch in einer angepassten Tätigkeit sei sie nicht 

mehr zu 70 % arbeitsfähig. Sodann sei die Berechnung der Erwerbsein-

busse nicht transparent und der RAD-Arzt sei zu Unrecht davon ausgegan-

gen, sie schöpfe die Behandlungsoptionen nicht aus (Akten im Beschwer-

deverfahren [nachfolgend: BVGer-act.] 1).  

C-3221/2021 

Seite 5 

D.  

Mit Zwischenverfügung vom 26. Juli 2021 (BVGer-act. 2) wurde die Be-

schwerdeführerin aufgefordert, innert Frist einen Kostenvorschuss von 

Fr. 800.– in der Höhe der mutmasslichen Verfahrenskosten zu leisten, an-

sonsten auf die Beschwerde nicht eingetreten werde, sowie eine Prozess-

vollmacht einzureichen. Dieser Aufforderung kam die Beschwerdeführerin 

fristgerecht nach (BVGer-act. 3 und 4). 

E.  

Mit Vernehmlassung vom 23. September 2021 beantragte die Vorinstanz 

die Abweisung der Beschwerde und Bestätigung der angefochtenen Ver-

fügung (BVGer-act. 6).  

F.  

In ihrer Replik vom 22. Oktober 2021 liess die Beschwerdeführerin sinnge-

mäss an ihrer Beschwerde festhalten und im Wesentlichen die bereits in 

der Beschwerde gemachten Ausführungen wiederholen. Ergänzend liess 

sie eine neuropsychologische Stellungnahme von Dipl.-Psych. H._______ 

vom 20. Oktober 2021 einreichen (BVGer-act. 8 samt Beilagen). 

G.  

Die Vorinstanz reichte duplikweise mit Eingabe vom 24. November 2021 

(Datum Poststempel) die neu eingeholte Stellungnahme des RAD-Arztes 

Dr. E._______ vom 17. November 2021 ein und beantragte erneut die Ab-

weisung der Beschwerde (BVGer-act. 10 samt Beilagen). 

H.  

Mit prozessleitender Verfügung vom 26. November 2021 schloss die In-

struktionsrichterin den Schriftenwechsel – vorbehältlich weiterer Instrukti-

onsmassnahmen – ab (BVGer-act. 11).  

I.  

Mit unaufgeforderter Eingabe vom 14. März 2022 (Datum Poststempel) 

reichte die Beschwerdeführerin ein Gutachten von Dr. F._______ vom 

15. Februar 2022 zuhanden der D._______ Ärzteversorgung sowie eine 

Bestätigung der Weiterbezahlung des Ruhegeldes durch letztere ein 

(BVGer-act. 12 samt Beilagen). Die Eingabe samt Beilagen wurden der  

Vorinstanz mit Verfügung vom 18. März 2022 zur Kenntnisnahme zuge-

stellt (BVGer-act. 13).  

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Seite 6 

J.  

Am 6. August 2024 wurde der Beschwerdeführerin mit Blick auf eine allen-

falls drohende reformatio in peius (vgl. E. 11 hiernach) Gelegenheit gege-

ben, Stellung zu nehmen zur möglichen Rückweisung an die Vorinstanz 

oder die Beschwerde allenfalls zurückzuziehen (BVGer-act. 14). Gemäss 

Rückschein der Schweizerischen Post wurde ihr diese Verfügung am 

8. August 2024 zugestellt (BVGer-act. 14). Die Beschwerdeführerin liess 

sich nicht vernehmen (BVGer-act. 15). 

K.  

Auf die weiteren Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, 

soweit für die Entscheidfindung erforderlich, im Rahmen der nachfolgen-

den Erwägungen eingegangen. 

 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das Bundesverwaltungsgericht ist zur Behandlung der vorliegenden 

Beschwerde zuständig (Art. 31, 32 und 33 Bst. d VGG [SR 173.32]; Art. 69 

Abs. 1 Bst. b IVG [SR 831.20]). Die Beschwerdeführerin ist als Adressatin 

der angefochtenen Verfügung durch diese besonders berührt und hat ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Abänderung, weshalb 

sie zur Erhebung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 59 ATSG [SR 830.1]). 

Nachdem auch der Kostenvorschuss rechtzeitig geleistet wurde (Art. 69 

Abs. 1bis und 2 IVG i.V.m. Art. 63 Abs. 4 VwVG; BVGer-act. 3), ist auf die 

frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzutreten (Art. 60 ATSG; 

Art. 52 Abs. 1, Art. 63 Abs. 4 VwVG). 

1.2 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich grund-

sätzlich nach dem VwVG (Art. 37 VGG). Vorbehalten bleiben gemäss Art. 3 

Bst. dbis VwVG die besonderen Bestimmungen des ATSG. Nach der Recht-

sprechung sind neue Verfahrensvorschriften mangels anders lautender 

Übergangsbestimmungen mit dem Tag des Inkrafttretens sofort und in vol-

lem Umfang anwendbar (BGE 130 V 1 E. 3.2; 129 V 113 E. 2.2). 

2.  

2.1 Anfechtungsobjekt und damit Begrenzung des Streitgegenstandes des 

vorliegenden Beschwerdeverfahrens (vgl. BGE 131 V 164 E. 2.1) bildet die 

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Seite 7 

Verfügung der IVSTA vom 18. Juni 2021, mit der die Vorinstanz der Be-

schwerdeführerin die Ausrichtung einer halben Invalidenrente ab dem 

1. August 2019 gewährt hat. Aufgrund der Rechtsbegehren streitig und zu 

prüfen ist, ob die Vorinstanz der Beschwerdeführerin zu Recht eine halbe 

Invalidenrente zugesprochen hat.  

2.2 Vorab ist anzumerken, dass die eventuelle Rentenberechtigung der 

Beschwerdeführerin in Deutschland vorliegend nicht massgeblich ist. Ge-

mäss Art. 46 Abs. 3 der Verordnung (EG) Nr. 883/2004 ist nämlich eine 

vom Träger eines Staats getroffene Entscheidung über den Grad der Inva-

lidität eines Antragstellers für den Träger eines anderen betroffenen Staa-

tes nur dann verbindlich, wenn die in den Rechtsvorschriften dieser Staa-

ten festgelegten Definitionen des Grads der Invalidität in Anhang VII dieser 

Verordnung als übereinstimmend anerkannt sind, was für das Verhältnis 

zwischen Deutschland und der Schweiz (ebenso wie für das Verhältnis zwi-

schen den übrigen EU-Mitgliedstaaten und der Schweiz) nicht der Fall ist 

(vgl. auch Urteil des BVGer C-1905/2020 vom 6. Juli 2021 E. 3.3). 

3.  

3.1 Das Bundesverwaltungsgericht prüft die Verletzung von Bundesrecht 

einschliesslich der Überschreitung oder des Missbrauchs des Ermessens, 

die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen 

Sachverhalts und die Unangemessenheit (Art. 49 VwVG).  

3.2 Das Bundesverwaltungsgericht ist gemäss dem Grundsatz der Rechts-

anwendung von Amtes wegen nicht an die Begründung der Begehren der 

Parteien gebunden (Art. 62 Abs. 4 VwVG). Es kann die Beschwerde auch 

aus anderen als den geltend gemachten Gründen gutheissen oder den an-

gefochtenen Entscheid im Ergebnis mit einer Begründung bestätigen, die 

von jener der Vorinstanz abweicht (vgl. BVGE 2013/46 E. 3.2). 

3.3 Sowohl das Verwaltungsverfahren wie auch der erstinstanzliche Sozi-

alversicherungsprozess sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht 

(vgl. Art. 43 Abs. 1 ATSG; Art. 12 VwVG). Danach hat die Verwaltung und 

im Beschwerdeverfahren das Gericht von Amtes wegen für die richtige und 

vollständige Abklärung des erheblichen Sachverhalts zu sorgen (vgl. 

BGE 136 V 376 E. 4.1.1). Dieser Grundsatz gilt indessen nicht unbe-

schränkt; er findet sein Korrelat in den Mitwirkungspflichten der Parteien 

(vgl. Art. 43 Abs. 3 ATSG; BGE 125 V 195 E. 2 und 122 V 158 E. 1a, je 

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Seite 8 

m.w.H.). Sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, gilt im So-

zialversicherungsrecht der Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein-

lichkeit (BGE 143 V 168 E. 2; 138 V 218 E. 6). 

4.  

4.1 Die Beschwerdeführerin ist deutsche Staatsangehörige und wohnt in 

Deutschland. Damit gelangen das Freizügigkeitsabkommen vom 21. Juni 

1999 (FZA, SR 0.142.112.681) und die Regelwerke der Gemeinschaft zur 

Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit gemäss Anhang II des 

FZA, insbesondere die für die Schweiz am 1. April 2012 in Kraft getretenen 

Verordnungen (EG) Nr. 883/2004 (SR 0.831.109.268.1) und Nr. 987/2009 

(SR 0.831.109.268.11), zur Anwendung. Seit dem 1. Januar 2015 sind 

auch die durch die Verordnungen (EU) Nr. 1244/2010, Nr. 465/2012 und 

Nr. 1224/2012 erfolgten Änderungen in den Beziehungen zwischen der 

Schweiz und den EU-Mitgliedstaaten anwendbar. Das Vorliegen einer an-

spruchserheblichen Invalidität beurteilt sich indes auch im Anwendungsbe-

reich des FZA und der Koordinierungsvorschriften nach schweizerischem 

Recht (vgl. BGE 130 V 253 E. 2.4; Urteil des BGer 9C_573/2012 vom 

16. Januar 2013 E. 4).  

4.2 In zeitlicher Hinsicht sind grundsätzlich diejenigen Rechtssätze mass-

gebend, die bei der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechts-

folgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 144 V 210 E. 4.3.1), 

weshalb jene Vorschriften Anwendung finden, die spätestens beim Erlass 

der Verfügung vom 18. Juni 2021 in Kraft standen; weiter aber auch Vor-

schriften, die zu jenem Zeitpunkt bereits ausser Kraft getreten waren, die 

aber für die Beurteilung allenfalls früher entstandener Leistungsansprüche 

von Belang sind.  

Am 1. Januar 2022 sind die Änderung vom 19. Juni 2020 des IVG und des 

ATSG (Weiterentwicklung der IV; AS 2021 705; BBl 2020 5535 ff.) sowie 

die Änderungen der Verordnung über die Invalidenversicherung vom 

17. Januar 1961 (IVV [SR 831.201]) vom 3. November 2021 (AS 2021 706) 

in Kraft getreten. Weil in zeitlicher Hinsicht – vorbehältlich besonderer über-

gangsrechtlicher Regelungen – grundsätzlich diejenigen Rechtssätze mas-

sgeblich sind, die bei der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu 

Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 364 

E. 7.1 und BGE 144 V 210 E. 4.3.1) und die angefochtene Verfügung vom 

18. Juni 2021 (IVSTA-act. 141) vor dem Inkrafttreten der Änderungen des 

IVG und des ATSG vom 19. Juni 2020 sowie der IVV vom 3. November 

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Seite 9 

2021 datiert, beurteilen sich die Ansprüche der Beschwerdeführerin gegen-

über der IV nach dem IVG, der IVV und des ATSG sowie der Verordnung 

vom 11. September 2002 über den Allgemeinen Teil des Sozialversiche-

rungsrechts (ATSV [SR 830.11]; jeweils Stand am 1. Januar 2021). Sie 

werden im Folgenden denn auch in dieser Fassung zitiert.  

4.3 Das Sozialversicherungsgericht stellt bei der Beurteilung einer Streit-

sache in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen 

Verwaltungsverfügung (hier: 18. Juni 2021) eingetretenen Sachverhalt ab 

(BGE 144 V 224 E. 6.1.1; 132 V 215 E. 3.1.1). Tatsachen, die sich erst 

später verwirklichen, sind jedoch insoweit zu berücksichtigen, als sie mit 

dem Streitgegenstand in engem Sachzusammenhang stehen und geeignet 

sind, die Beurteilung im Zeitpunkt des Verfügungserlasses zu beeinflussen 

(Urteil des BGer 8C_506/2022 vom 21. Juni 2023 E. 4; BGE 121 V 362 

E. 1b).  

5.  

Anspruch auf eine Rente der schweizerischen Invalidenversicherung hat, 

wer invalid im Sinne des Gesetzes ist (vgl. dazu Art. 8 Abs. 1 ATSG sowie 

nachfolgend E. 6) und bei Eintritt der Invalidität während mindestens drei 

Jahren Beiträge geleistet hat (Art. 36 Abs. 1 IVG). Für die Erfüllung der 

dreijährigen Mindestbeitragsdauer können Beitragszeiten mitberücksich-

tigt werden, die in einem EU/EFTA-Staat zurückgelegt worden sind, wobei 

die Beitragszeit in der Schweiz aber mindestens ein Jahr betragen muss 

(Art. 6 und Art. 45 VO [EG] 883/2004; vgl. auch BGE 131 V 390). 

Der Aufstellung der für die Rentenberechnung berücksichtigten Versiche-

rungszeiten und Einkommen in der Verfügung vom 18. Juni 2021 ist zu 

entnehmen, dass die Beschwerdeführerin während 4 Jahren und 11 Mo-

naten Beiträge an die schweizerische AHV/IV geleistet hat (vgl. IVSTA-

act. 141; vgl. auch IVSTA-act. 31; 138; 139). Entsprechend ist die Voraus-

setzung der Mindestbeitragsdauer für den Anspruch auf eine ordentliche 

Invalidenrente erfüllt. Es bleibt zu prüfen, ob sie invalid im Sinne des Ge-

setzes ist. 

6.  

6.1 Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall 

sein (Art. 4 Abs. 1 IVG) und gilt als eingetreten, sobald sie die für die Be-

gründung des Anspruchs auf die jeweilige Leistung erforderliche Art und 

Schwere erreicht hat (Art. 4 Abs. 2 IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch 

Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit 

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Seite 10 

verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verblei-

bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in 

Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 

Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind aus-

schliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berück-

sichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus ob-

jektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG). Arbeitsunfähigkeit 

ist die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychi-

schen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen 

Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer 

wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgaben-

bereich berücksichtigt (Art. 6 ATSG). 

6.2 Anspruch auf eine Invalidenrente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG 

Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit nicht durch zumutbare Eingliede-

rungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können 

(Bst. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durch-

schnittlich mindestens 40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind 

(Bst. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid (Art. 8 

ATSG) sind (Bst. c). Art. 29 Abs. 1 IVG sieht vor, dass der Rentenanspruch 

frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des 

Leistungsanspruchs nach Art. 29 Abs. 1 ATSG, jedoch frühestens im Mo-

nat, der auf die Vollendung des 18. Altersjahrs folgt, entsteht. 

Die Versicherte meldete sich am 27. Februar 2019 (vgl. IVSTA-act. 7) über 

den deutschen Versicherungsträger zum Bezug von Leistungen der Invali-

denversicherung an. Demnach könnte der Beschwerdeführerin frühestens 

ab 1. August 2019 unter der Bedingung, dass die materiellen Anspruchs-

voraussetzungen erfüllt sind (vgl. Sachverhalt B.a; E. 5 hiervor), eine IV-

Rente ausgerichtet werden.  

6.3 Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf 

eine Viertelsrente, bei mindestens 50% auf eine halbe Rente, bei mindes-

tens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei mindestens 70% auf eine 

ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG). Beträgt der Invaliditätsgrad weniger als 

50 %, so werden die entsprechenden Renten nur an Versicherte ausbe-

zahlt, die ihren Wohnsitz und ihren gewöhnlichen Aufenthalt (Art. 13 ATSG) 

in der Schweiz haben (Art. 29 Abs. 4 IVG). Diese Einschränkung gilt jedoch 

nicht für die Staatsangehörigen eines Mitgliedstaates der EU und der 

Schweiz, sofern sie in einem Mitgliedstaat der EU Wohnsitz haben (Art. 7 

VO [EG] 883/2004; vgl. BGE 130 V 253 E. 2.3 und E. 3.1). 

C-3221/2021 

Seite 11 

6.4  

6.4.1 Bei der Beurteilung der Arbeits(un)fähigkeit stützen sich die Verwal-

tung und – im Beschwerdefall – das Gericht auf Unterlagen, die von ärztli-

chen und gegebenenfalls auch anderen Fachleuten zur Verfügung zu stel-

len sind. Ärztliche Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen 

und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher 

Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsfähig ist. Hinsichtlich des Beweis-

wertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Be-

lange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die ge-

klagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) 

abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammen-

hänge sowie der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss-

folgerungen der Expertinnen und Experten begründet sind (BGE 134 V 231 

E. 5.1; 125 V 351 E. 3a). Eine begutachtende medizinische Fachperson 

muss über die notwendigen fachlichen Qualifikationen verfügen (vgl. Ur-

teile des BGer 9C_546/2018 vom 17. Dezember 2018 E. 4.3 mit Verweis 

auf BGE 137 V 210; 9C_555/2017vom 22. November 2017 E. 3.1 m.H.). 

6.4.2 Zwar gilt für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsver-

fahren der Grundsatz der freien Beweiswürdigung, doch hat die Rechtspre-

chung in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gut-

achten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufgestellt (vgl. BGE 125 V 351 

E. 3b). Den von Versicherungsträgern im Verfahren nach Art. 44 ATSG ein-

geholten Gutachten von medizinischen Sachverständigen, die den Anfor-

derungen der Rechtsprechung entsprechen, darf das Gericht vollen Be-

weiswert zuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverläs-

sigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 E. 2.2.2; 135 V 465 E. 4.4). 

Die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des therapeutisch tä-

tigen (Fach-)Arztes einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich be-

stellten fachmedizinischen Experten anderseits lässt es nicht zu, ein Admi-

nistrativgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklä-

rungen zu nehmen, wenn behandelnde Ärzte zu anderslautenden Ein-

schätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine ab-

weichende Beurteilung aufdrängt, weil diese wichtige Aspekte benennen, 

die bei der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Ur-

teil des BGer 8C_150/2022 vom 7. November 2022 E. 12.3). 

6.4.3 Eine direkte Leistungszusprache einzig gestützt auf die Angaben der 

behandelnden Ärztinnen und Ärzte (z.B. Hausärzte oder Spezialärztinnen) 

kommt im Beschwerdeverfahren kaum in Frage, zumal deren Berichte in 

der Regel nicht die materiellen Anforderungen an ein Gutachten erfüllen. 

C-3221/2021 

Seite 12 

Die behandelnden Ärztinnen und Ärzte stehen in einem auftragsrechtlichen 

Verhältnis zur versicherten Person und haben sich in erster Linie auf die 

Behandlung zu konzentrieren. Bei der Würdigung ihrer Berichte hat das 

Gericht sowohl dem Unterschied zwischen Behandlungs- und Begutach-

tungsauftrag wie auch der Erfahrungstatsache, dass Hausärzte mitunter im 

Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung im Zweifelsfall eher 

zu Gunsten ihrer Patienten aussagen, Rechnung zu tragen (BGE 135 V 

465 E. 4.5). Der Umstand allein, dass eine Einschätzung von der Hausärz-

tin oder dem Hausarzt stammt, darf jedoch nicht dazu führen, sie als von 

vornherein unbeachtlich einzustufen. Die einen längeren Zeitraum abde-

ckende und umfassende Betreuung durch behandelnde Ärztinnen und 

Ärzte bringt oft wertvolle Erkenntnisse hervor (Urteil des BGer 

8C_278/2011 vom 26. Juli 2011 E. 5.3).  

6.4.4 Die Stellungnahmen des RAD oder des medizinischen Dienstes der 

IVSTA, welche nicht auf eigenen Untersuchungen beruhen, können wie 

Aktengutachten beweiskräftig sein, sofern ein lückenloser Befund vorliegt 

und es im Wesentlichen nur um die fachärztliche Beurteilung eines an sich 

feststehenden medizinischen Sachverhalts geht, mithin die direkte ärztli-

che Befassung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt (vgl. 

Urteile des BGer 9C_661/2019 vom 26. Mai 2020 E. 4.1; 9C_524/2017 

vom 21. März 2018 E. 5.1; 9C_28/2015 vom 8. Juni 2015 E. 3.2; je m.H.). 

Die Aufgabe der versicherungsinternen Fachpersonen besteht insbeson-

dere darin, aus medizinischer Sicht – gewissermassen als Hilfestellung für 

die medizinischen Laien in Verwaltung und Gerichten, welche in der Folge 

über den Leistungsanspruch zu entscheiden haben – den medizinischen 

Sachverhalt zusammenzufassen und versicherungsmedizinisch zu würdi-

gen (vgl. SVR 2009 IV Nr. 50 [Urteil 8C_756/2008] E. 4.4 m.H.; Urteil des 

BGer 9C_692/2014 vom 22. Januar 2015 E. 3.3). Sie haben die vorhande-

nen Befunde aus medizinischer Sicht zu würdigen, wozu namentlich auch 

gehört, bei widersprüchlichen medizinischen Akten eine Wertung vorzu-

nehmen und zu beurteilen, ob auf die eine oder die andere Ansicht abzu-

stellen oder aber eine zusätzliche Untersuchung vorzunehmen ist 

(BGE 142 V 58 E. 5.1). Enthalten die Akten für die streitigen Belange keine 

beweistauglichen Unterlagen, kann die Stellungnahme einer versiche-

rungsinternen Fachperson in der Regel keine abschliessende Beurtei-

lungsgrundlage bilden, sondern nur zu weitergehenden Abklärungen An-

lass geben (vgl. Urteil des BGer 9C_58/2011 vom 25. März 2011 E. 3.3). 

6.5 Geht es um psychische Erkrankungen, namentlich eine anhaltende so-

matoforme Schmerzstörung, ein damit vergleichbares psychosomatisches 

C-3221/2021 

Seite 13 

Leiden (vgl. BGE 140 V 8 E. 2.2.1.3) oder depressive Störungen leicht- bis 

mittelgradiger Natur (BGE 143 V 409 E. 4.5.2), sind für die Beurteilung der 

Arbeitsfähigkeit systematisierte Indikatoren beachtlich, die – unter Berück-

sichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und 

Kompensationspotentialen (Ressourcen) anderseits – erlauben, das tat-

sächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 

E. 2, E. 3.4–3.6 und 4.1; 143 V 418 E. 6 ff.). Ausgangspunkt der Prüfung 

und damit erste Voraussetzung bildet eine psychiatrische, lege artis ge-

stellte Diagnose (vgl. BGE 141 V 281 E. 2.1; 143 V 418 E. 6 und E. 8.1). 

Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit erwähnten Indikatoren hat das 

Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.1.3): Kategorie 

«funktioneller Schweregrad» (E. 4.3) mit den Komplexen «Gesundheits-

schädigung» (Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde und Symp-

tome; Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz; Komorbidi-

täten [E. 4.3.1]), «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsentwicklung und -struk-

tur, grundlegende psychische Funktionen [E. 4.3.2]) und «sozialer Kon-

text» (E. 4.3.3) sowie Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhal-

tens [E. 4.4]) mit den Faktoren gleichmässige Einschränkung des Aktivitä-

tenniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen (E. 4.4.1) und be-

handlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens-

druck (E. 4.4.2). 

7.  

Zum Gesundheitszustand beziehungsweise zur Arbeits- und Leistungsfä-

higkeit der Beschwerdeführerin lässt sich den vorliegenden medizinischen 

Akten bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 18. Juni 2021 im 

Wesentlichen das Folgende entnehmen (in chronologischer Reihenfolge): 

7.1 In ihrem neurologisch-psychiatrischen Gutachten vom 30. Dezember 

2019 zuhanden der D._______ Ärzteversorgung diagnostiziert 

Dr. F._______ nach persönlicher Begutachtung der Beschwerdeführerin 

eine fortbestehende mindestens mittelschwere depressive Episode (ICD-

10: F32.1) in Kombination mit deutlichen kognitiven Defiziten, eine Migräne 

ohne Aura (ICD-10: G43.0), sensible Defizite am ehesten unter Esci-

talopram. Das Zustandsbild, welches die Beschwerdeführerin gegenwärtig 

unter pharmakologischer Medikation aufzeige habe sich auf keinen Fall ge-

bessert, tendenziell eher verschlechtert. Die Verschlechterung bestehe ins-

besondere in der Kognition. Diese stelle sich eindeutig reduziert dar im Ge-

spräch im Rahmen von nicht zu übersehenden Konzentrationsstörungen. 

Auch das Kurzzeitgedächtnis sei reduziert. Man müsse hier eine deutliche 

Interferenz sehen zwischen der Depression und der Kognition. Theoretisch 

C-3221/2021 

Seite 14 

wäre z.B. die Durchführung einer Testbatterie völlig sinnlos, weil das Er-

gebnis im Rahmen der Kognition immer überdeckt würde von der Stim-

mung, weshalb ein solches Ergebnis nicht bewertbar wäre. Dies führe nicht 

daran vorbei, dass die Defizite gravierend vorhanden seien. Es sei wohl 

davon auszugehen, dass solange sich die depressive Störung nicht wirk-

lich verbessere, auch an der Kognition keine Verbesserung zu erwarten 

sei. Die sensiblen Störungen, am ehesten auch die Parästhesien, seien 

immer noch zu sehen unter Escitalopram. Diese hätten sich eher ver-

schlechtert. Man könne der Beschwerdeführerin ihre Tätigkeit als Kinder-

psychiaterin für mindestens weitere zwei Jahre nicht zumuten (IVSTA-

act. 46 = Beilage 7 zu BVGer-act. 1). 

7.2 Nach eigener Untersuchung sowie neuropsychologischer Testung am 

20. Mai 2020 erstattete G._______, Facharzt für Neurologie, Facharzt für 

Psychiatrie und Psychotherapie, dipl.ad.Sc. Neuropsychology UZH, Zerti-

fizierter medizinischer Gutachter SIM, Vertrauensarzt SGV, am 3. Juli 2020 

ein Gutachten mit neuropsychologischer Zusatzuntersuchung. Der Gut-

achter stellte darin in Zusammenschau der psychopathologischen und 

psychometrischen Befunde die Diagnose einer mittelschweren depressi-

ven Störung (ICD-10: F32.1) mit alltags-, verkehrsmedizinisch- und berufs-

relevanten kognitiven Beeinträchtigungen. Hinweise für eine komorbide 

Persönlichkeitsstörung oder weitere Diagnosen auf fachpsychiatrischem 

Gebiet würden sich nicht finden, die früheren Angstzustände seien abge-

klungen. Auf nichtpsychiatrischem Fachgebiet sei eine Migräne mit gerin-

ger Frequenz und Behandlungsintensität zu diagnostizieren. Mit Bezug zur 

beruflichen Tätigkeit als Ärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie bestehe 

seit Juni 2018 bis auf weiteres eine Arbeitsunfähigkeit von 100 %. Es sei 

zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht absehbar, dass die Beschwerdeführe-

rin ihre berufliche Tätigkeit wieder aufnehmen werde. Mit Bezug zu einer 

angepassten Tätigkeit, z.B. einer beratenden medizinischen Tätigkeit im 

Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK), bestehe ab dem Zeit-

punkt der aktuellen Untersuchung eine Arbeitsfähigkeit von 40 %. Diese 

ergebe sich auf Grundlage der geringen Anforderungen an die Stressresis-

tenz und dem geringen Arbeitsvolumen bzw. der veränderten Rahmenbe-

dingungen im Sinne eines ruhigen Arbeitsumfelds mit gegebenenfalls fle-

xibleren Möglichkeiten für die Arbeitsgestaltung. Bezüglich der Ressourcen 

könne die Beschwerdeführerin trotz der depressiven Symptomatik auf ihre 

jahrelange Erfahrung und Fachkenntnisse zurückgreifen. Es sei davon 

auszugehen, dass bis mindestens April 2019 auch in diesem Bereich eine 

Arbeitsunfähigkeit von 100 % gegeben gewesen sei. Eine sichere Aussage 

über die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit ergebe sich erst 

C-3221/2021 

Seite 15 

anhand der Befunderhebung durch den Gutachter im Juni 2020. Der aktu-

elle Therapieansatz sei sinnvoll und zweckmässig hinsichtlich einer weite-

ren Verbesserung des Gesundheitszustands (IVSTA-act. 77).  

7.3 In seiner medizinischen Stellungnahme vom 1. September 2020 hält 

der RAD-Arzt Dr. E._______ fest, die übereinstimmend in allen medizini-

schen Unterlagen seit Mitte Jahr 2018 festgehaltene 100 %-ige Arbeitsun-

fähigkeit der Beschwerdeführerin in ihrer bisherigen Tätigkeit als privattä-

tige ambulante Kinder- und Jugendpsychiaterin sei nachvollziehbar. In ei-

ner angepassten Tätigkeit sei der Beschwerdeführerin, im Gegensatz zum 

Gutachten von Herrn G._______, eine mindestens 70 %-ige Arbeitsfähig-

keit bereits ab Juni 2018 zumutbar. Die Einschränkungen seien in erster 

Linie auf depressiv bedingte kognitive Einschränkungen zurückzuführen, 

die seit Beginn der depressiven Symptomatik klinisch festgestellt und in 

mehreren medizinischen Unterlagen erwähnt worden seien. Definitiv seien 

diese erst im Gutachten von G._______ 2020 testpsychologisch erfasst, 

wobei sich dort gleichzeitig bei der klinischen Untersuchung keine kogniti-

ven Einschränkungen mehr manifestierten (IVSTA-act. 85)  

7.4 In ihrer neuropsychologischen Stellungnahme vom 17. September 

2020 gibt Dipl.-Psych. H._______, psychologische Psychotherapeutin, an, 

dass sich die Beschwerdeführerin seit Mai 2020 bei ihr in psychotherapeu-

tischer und neuropsychologischer Behandlung befinde. Sie führt aus, die 

Beurteilung von Herrn G._______ sei fachlich anzuzweifeln. Aufgrund der 

von ihr am 20. Mai 2020 durchgeführten neuropsychologischen Diagnostik 

und den entsprechenden Befunden sei die Beschwerdeführerin auch in ei-

ner angepassten Tätigkeit wie bspw. MDK zu 100 % arbeitsunfähig (IV-

STA-act. 84 = 98 = 101).  

Mit ergänzender Stellungnahme vom 19. November 2020 legt sie sodann 

im Wesentlichen dar, dass Störungen der Informationsverarbeitungsge-

schwindigkeit, der geteilten Aufmerksamkeit, des Arbeitsgedächtnisses 

und des verbalen Langzeitgedächtnisses in der Summe zu einer neuropsy-

chologischen Beeinträchtigung führten, die für eine Tätigkeit als Ärztin eine 

100 %-igen Berufsunfähigkeit ergeben würden. Die Störungen der Auf-

merksamkeitsleistungen verunmöglichten für sich genommen Tätigkeiten, 

die ein schnelles und komplexes Reagieren erforderten, womit eine ärztli-

che Tätigkeit am Patienten nicht möglich sei. Die Störungen des Arbeits-

gedächtnisses und des verbalen Langzeitgedächtnisses verunmöglichten 

Tätigkeiten, welche das Verarbeiten, Erfassen oder Erstellen komplexer 

C-3221/2021 

Seite 16 

schriftlicher Informationen erforderten, auch wenn diese Tätigkeiten lang-

sam und ohne Zeitdruck durchgeführt würden, womit auch eine Schreib-

tischtätigkeit als Ärztin nicht möglich sei (IVSTA-act. 112).  

7.5 Aus dem "Ausführlichen ärztlichen Bericht (E 213 D)" von Dr. 

I._______, Facharzt für Psychiatrie, vom 5. Februar 2021 zuhanden der 

D._______ Ärzteversorgung geht die Diagnose einer anhaltenden und 

nicht gebesserten schweren Depression (ICD-10: F33.2 [vgl. korrigiertes 

Gutachten, IVSTA-act. 129 = Beilage 9 zu BVGer-act. 1]) hervor. Die Be-

schwerdeführerin stelle sich seit Juni 2020 regelmässig in der Praxis vor. 

Das schwere depressive Bild der Diagnose F32.2 habe sich im Laufe die-

ser Zeit in keiner Weise gebessert, obschon die Beschwerdeführerin sehr 

versuche ihren Tag zu strukturieren, regelmässig in die spezifische Psy-

chotherapie gehe und eine komplexe Medikation mit Escitalopram (Anmer-

kung: ein Antidepressivum, indiziert zur Behandlung von Depressionen in 

der initialen Phase und als Erhaltungstherapie gegen Rückfälle, zur Pro-

phylaxe neuer Episoden einer unipolaren Depression und von sozialen 

Phobien. Vgl. <https://compendium.ch/product/1360134-escitalopram-

axapharm-filmtabl-10-mg>, zuletzt besucht am 17. März 2025) und 

Agomelatin (Anmerkung: ein Antidepressivum, indiziert zur Behandlung 

depressiver Episoden Erwachsener und zur anschliessenden Erhaltungs-

therapie über 6-12 Monate bei den Patienten, deren depressive Sympto-

matik auf Agomelatin in der Akutbehandlung gut angesprochen hat. Vgl. 

<https://compendium.ch/product/1443245-agomelatin-mepha-filmtabl-25-

mg/mpro>, zuletzt besucht am 17. März 2025) einnehme. Es bestünden 

weiterhin massive kognitive Beeinträchtigungen mit Konzentrationsstörun-

gen, Durchhaltestörungen, einem verlangsamten Denkvermögen, begleitet 

von einer massiven Antriebsarmut, Freudlosigkeit und massiven Schlafstö-

rungen. Sie sei weiterhin zu 100 % arbeitsunfähig (IVSTA-act. 120; 121 

und 124 = Beilage 10 zu BVGer-act. 1).  

7.6 Gemäss dem RAD-Bericht von Dr. E._______ vom 20. April 2021 zeig-

ten die neu eingereichten medizinischen Unterlagen nicht schlüssig und 

nachvollziehbar einen in erheblichem Mass veränderten Gesundheitsscha-

den gegenüber der RAD-Beurteilung vom 1. September 2020 (vgl. E. 6.3 

hiervor), sodass diese nach wie vor ihre Gültigkeit behalte (IVSTA-

act. 125).  

8.  

Die Vorinstanz geht vorliegend insbesondere gestützt auf das Gutachten 

C-3221/2021 

Seite 17 

von G._______ vom 3. Juli 2020 (IVSTA-act. 77) sowie die Stellungnah-

men des RAD-Arztes Dr. E._______ vom 1. September 2020 (IVSTA-

act. 85) und 20. April 2021 (IVSTA-act. 125) davon aus, dass bei der Be-

schwerdeführerin in ihrer zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Fachärztin für 

Kinder- und Jugendpsychiatrie seit Juni 2018 eine 100 %-ige Arbeitsunfä-

higkeit vorliegt. Gestützt auf die vorgenannten Stellungnahmen des RAD-

Arztes Dr. E._______ nimmt sie sodann für leichtere, dem Gesundheitszu-

stand angepasste Tätigkeiten eine Arbeitsfähigkeit von 70 % ab Juni 2018 

an. Bei der Ausübung einer Erwerbstätigkeit bestünden aufgrund des Ge-

sundheitszustands folgende Einschränkungen: Keine Arbeit die Stress er-

zeugt, kein schnelles Arbeiten, keine Arbeiten die komplexe Aufgaben be-

inhalten, keine Arbeiten die Ausdauer erfordern, kein Multitasking. Zudem 

müsse die Möglichkeit bestehen flexibel Pausen einzulegen und Rücksicht 

auf die Übersichtsfähigkeit sowie die Reaktionsgeschwindigkeit genom-

men werden (vgl. IVSTA-act.134).  

8.1 Die Beschwerdeführerin macht beschwerdeweise im Wesentlichen gel-

tend, die berücksichtigte Diagnose der mittelgradig depressiven Episode 

sei falsch. Eine Diagnose entstehe durch die Zusammenschau und Beur-

teilung aller Befunde, was bedeute, dass die Diagnose alle für sie erforder-

lichen Symptome bereits enthalte. Der RAD-Arzt kritisiere, dass in den di-

versen Berichten der behandelnden Ärzte die Symptome nicht komplett 

aufgelistet worden seien. Die IV (recte: IVSTA) habe die behandelnden 

Ärzte in den Anfragen nicht über dieses Erfordernis oder das strukturierte 

Beweisverfahren informiert, welches in Deutschland nicht bekannt sei. Es 

handle sich hierbei um ein Informationsversäumnis der IVSTA. Alle fünf be-

handelnden Ärzte hätten als Diagnose mindestens eine schwere depres-

sive Episode (ICD-10: F32.2) gestellt. Dr. J._______ habe eine rezidivie-

rende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne psychoti-

sche Symptome (ICD-10: F.33.2) diagnostiziert. Im für die IVSTA massge-

benden, aber fehlerhaften Gutachten von G._______ fehle unter anderem 

die Begründung, warum eine andere Diagnose als die Behandlungsdiag-

nose gestellt worden sei. Weiter seien die neuropsychologischen Symp-

tome, welche die Neuropsychologin H._______ fachgerecht abgeklärt 

habe, nicht angemessen bewertet worden, obwohl genau diese die Haupt-

ursache für den stark beeinträchtigen Lebens- und Haushaltsalltag, die ein-

geschränkte Mobilität und das grösste Hindernis für eine berufliche Tätig-

keit darstellten. Die neuropsychologischen Testungen von Herrn 

G._______ seien lückenhaft und zum Teil nicht relevant für die Fragestel-

lung. Es fehlten gemäss Frau H._______ Untersuchungen zu Aufmerk-

C-3221/2021 

Seite 18 

samkeit, Arbeitsgedächtnis, Gedächtnis und Lernfähigkeit in den Berei-

chen visuelles und verbales Gedächtnis, exekutive Funktionen (Planen, 

Problemlösen, Wortflüssigkeit, Flexibilität). Die Testung bei Herrn 

G._______ sei an einem Apparat sowie ausschliesslich in Abwesenheit des 

Gutachters und deswegen nicht fachgerecht durchgeführt. Die persönliche 

Anwesenheit des Gutachters bei der neuropsychologischen Begutachtung 

sei unabdingbar. Das Protokollblatt zu den von H._______ am 20. Mai 

2020 durchgeführten Testungen sei Herr G._______ beim Begutachtungs-

termin übergeben worden, weshalb fraglich sei, warum er diese Tests nicht 

ausgewertet und die Ergebnisse mitberücksichtigte habe. Leichte, dem 

Gesundheitszustand angepasste Tätigkeiten könnten angeblich ab Juni 

2018 zu 70% durchgeführt werden. Die Beschwerdeführerin sei ab Juli 

2018 für mehrere Monate völlig erschöpft ganztägig auf dem Sofa gelegen, 

und benötige bis heute ca. einen halben Tag Ruhe (über den Tag verteilt), 

um sich von schon kleinen geistigen Anstrengungen auszuruhen. Sie habe 

grosse Probleme länger als 10 bis 15 Minuten zu lesen, den gelesenen 

Inhalt könne sie sich nicht merken. Es sei nicht vorstellbar, wie sie 70 % 

arbeiten können soll zusätzlich zu diesem Alltag. Der Gesundheitszustand 

schränke sie in der Ausübung einer Erwerbsarbeit folgendermassen ein: 

Keine Arbeiten, die Stress erzeugen, kein schnelles Arbeiten, keine Arbei-

ten, die komplexe Aufgaben beinhalten, die Ausdauer erfordern und kein 

Multitasking. Trotzdem werde ihr eine ärztliche Tätigkeit als beratende Gut-

achterin (immer komplexe Aufgaben, Multitasking, Stress, schnelles Arbei-

ten, Ausdauer) als angepasste Tätigkeit vorgeschlagen, in einer Reihe mit 

einfachen Tätigkeiten wie Scannen oder einfachen Bürotätigkeiten. Diese 

Einordung halte sie für völlig unangemessen.  

Zu den vom RAD-Arzt benannten nicht ausgeschöpften ambulanten ärztli-

chen Behandlungsoptionen, wonach nur monatliche Untersuchungen beim 

Facharzt für Psychiatrie stattfinden würden, führte sie aus, dass dies der in 

Deutschland übliche Rahmen für die psychiatrische Behandlung von ge-

setzlich Versicherten sei. Soweit der RAD ausführe, dass ihm nicht bekannt 

sei, wo sie sich in psychotherapeutischer Behandlung befinde, habe Frau 

H._______ der IVSTA bereits am 17. September 2020 schriftlich bekannt 

gegeben, dass sie sich bei ihr seit Mai 2020 in psychotherapeutischer (Ver-

haltenstherapie) und neuropsychologischer Behandlung befinde. Sie habe 

eine Behandlung mit transkranieller Magnetstimulation (im Rahmen einer 

Studie) an der Universitätsklinik für Psychiatrie in K._______ beantragt, da 

die positiven Effekte auf neuropsychologische Einbussen bekannt seien. 

Wegen auffälligem Schädel-MRT habe die Klinik die Behandlung leider ab-

gelehnt. Soweit bemängelt werde, dass keine zumutbaren (teil)stationären 

C-3221/2021 

Seite 19 

Behandlungen stattgefunden hätten, habe dies bisher kein Behandler vor-

geschlagen. Sie habe von sich aus beim Institut L._______ (Klinik mit For-

schungsschwerpunkt kognitive Defizite bei Depression) wegen einer neu-

ropsychologischen Behandlung angefragt. Stationär werde nicht an neu-

ropsychologischen Symptomen gearbeitet. Bei ihr stünden die neuropsy-

chologischen Beschwerden im Vordergrund, wofür keine geeigneten stati-

onären Angebote vorhanden seien. Klinikbehandlungen seien deswegen 

weder sinnvoll, noch angemessen. Dass Konzentrations- und Gedächtnis-

störungen im Zwiegespräch nicht sichtbar werden, könne nicht als Beleg 

für irgendeine Erwerbsfähigkeit verwendet werden. Bezüglich dieser mas-

siven Störungen werde im Gutachten von Herrn Dr. I._______ zu Recht auf 

die neuropsychologische Diagnostik von Frau H._______ verwiesen. Dort 

seien diese Symptome umfassend und nicht nur durch subjektive Be-

obachtung, sondern vor allem durch objektive Testung belegt. Die Ergeb-

nisse dieser qualifizierten neuropsychologischen Diagnostik von Frau 

H._______ würden durch unvollständige Widergabe vom RAD-Arzt als un-

bedeutend hingestellt. Die Durchführung einer ambulanten Psychotherapie 

sei kein Indiz für fehlende oder vorhandene Therapieresistenz. Dieser Zu-

sammenhang sei willkürlich herbeigeredet bzw. habe möglicherweise in 

der Schweiz für die Bewilligung einer Psychotherapie eine Bedeutung, in 

Deutschland aber nicht. Bei der Kombination aus Medikament und Psycho-

therapie handle es sich gemäss der AWMF-Leitlinie für Depression um eine 

offiziell empfohlene Therapie bei schwerer depressiver Episode (BVGer-

act. 1).  

8.2 Die Vorinstanz hält dem in ihrer Vernehmlassung entgegen, der mit 

dem Fall betraute RAD-Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH 

habe sich zunächst aus den bisherigen medizinischen Akten und Gutach-

ten kein zweifelsfreies Bild der vorliegenden Leiden bilden vermögen, da 

die diagnostizierte, mittelgradige Depression nicht umfassend einer ent-

sprechenden Behandlung unterzogen worden sei, weshalb sich weitere er-

gänzende Abklärungen aufgedrängt hätten (vgl. IVSTA-act. 54). Die IV-

Stelle habe den Sachverhalt im Anschluss gründlich abklären lassen und 

ein psychiatrisch/neuropsychologisches Gutachten veranlasst (IVSTA-

act. 68). Das Gutachten des G._______ vom 3. Juli 2020 bestätige die Di-

agnose einer mittelschweren, depressive Störung (ICD-10: F32.1) einge-

hend mit einer alltags-, verkehrsmedizinisch und berufsrelevanten kogniti-

ven Beeinträchtigung (vgl. IVSTA-act. 79, S.12). Die von der Beschwerde-

führerin eingebrachte Kritik der Neuropsychologin Frau H.________ mit 

Bericht vom 17. September 2020 (IVSTA-act. 106), demnach das Gutach-

ten lückenhaft und nicht gesamtheitlich sei und folglich nicht verwertbar, 

C-3221/2021 

Seite 20 

habe den beurteilenden Facharzt der IV-Stelle veranlasst, sowohl die feh-

lenden Untersuchungsresultate und Protokolle der neuropsychologischen 

Untersuchung von Frau H._______ vom 20. Mai 2020 einzuholen als auch 

beim behandelnden Vertrauensarzt, Dr. I._______, einen Gutachterbericht 

anzufordern (vgl. IVSTA-act. 107). Mit abschliessender Stellungnahme 

vom 20. April 2021 (IVSTA-act. 132) vermöge der beurteilende RAD-Fach-

arzt weder die seitens des behandelnden Psychiaters (vgl. Bericht vom 

5. Februar 2021 [IVSTA-act. 131]) erstellte Diagnose einer schweren De-

pression zu stützen noch eine gänzliche Arbeitsunfähigkeit in sämtlichen 

Tätigkeiten, wie dies auch der neuropsychologische Befundbericht von 

Frau H.________ vom 20. Mai 2020 berichte, festzustellen. Begründet 

werde dies dadurch, dass je nach Zeitpunkt und Verlauf die depressive 

Episode (ICD-10: F32) oder depressive Störung (ICD-10: F33) leicht-, mit-

tel-, schwergradig und auch remittent sein könne. Die diversen medizini-

schen Unterlagen würden bei der Beschwerdeführerin von einer depressi-

ven leicht- bis mittelgradigen, einmal als teilremittenten Symptomatik, seit 

2019 mehrheitlich von einer mittelgradigen, depressiven Störung spre-

chen. Die gemäss ICD-10 erstellten Mindestkriterien für eine schwere De-

pression würden im Gutachten von Dr. I._______ vom 5. Februar 2021 (IV-

STA-act. 131) nicht allesamt erwähnt, die medikamentöse Behandlung be-

treffend Wirkung und Dosis seien nicht näher beschrieben und folglich nicht 

schlüssig nachvollziehbar (vgl. IVSTA-act. 132). Zusammenfassend könne 

der beurteilende Facharzt der IV-Stelle eine begründete, zweifelsfreie 

schwere, depressive Störung mit gänzlicher Arbeitsfähigkeit nicht nachvoll-

ziehen, und halte die Schlussfolgerungen aus der neurologischen Untersu-

chung von Herrn G._______ vom 3. Juli 2020 weiterhin als massgebend, 

nachvollziehbar und zweifelfrei. Die dazu erfolgte IV-ärztliche Stellung-

nahme mit strukturiertem Beweisverfahren vom 1. September 2020 (vgl. 

IVSTA-act. 88) behalte ihre Gültigkeit und halte in arbeitsmedizinischer 

Hinsicht fest, dass in einer angepassten beruflichen Tätigkeit eine Restar-

beitsfähigkeit von 70 % weiterhin gegeben sei (IVSTA-act. 6).  

8.3 Replicando bringt die Beschwerdeführerin ergänzend im Wesentlichen 

vor, die Vorinstanz behaupte, es sei eine mittelgradige depressive Episode 

(ICD-10: F32.1) diagnostiziert worden. Alle der Vorinstanz vorliegenden 

Stellungnahmen der behandelnden Fachärzte für Psychiatrie würden die 

Diagnose einer schweren depressiven Episode (ICD-10: F32.2) stellen. In 

den Gutachen von Dr. F.________ werde die Diagnose der mittelgradigen 

depressiven Episode und eine arbeitsmedizinische Bewertung einer 

100 %-igen Berufsunfähigkeit genannt. Gegen die von der Behandlungsdi-

C-3221/2021 

Seite 21 

agnose abweichenden Diagnose habe sie sich nicht gewehrt, weil kom-

plexe Schriftstücke grösste Anstrengungen bedeuteten und die 100 %-ige 

Berufsunfähigkeit ihrem Leistungsvermögen entspreche. Das Gutachten 

von Herrn G._______, in dem die gleiche Diagnose gestellt werde, sei mit 

teils gravierenden Fehlern behaftet. Ihre Behandlung mit Medikamenten 

und Psychotherapie entspreche vollständig den Empfehlungen der S3-

Leitlinie der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Fachgesellschaf-

ten (AWMF) und sei deshalb umfassend und geeignet. Soweit die  

Vorinstanz geltend mache, dass die Testergebnisse und Protokolle von 

Frau H._______ gefehlt hätten, seien diese Herrn G._______ übergeben 

worden, der diese als Überschrift in seinem Gutachten erwähnt, aber nicht 

ausgewertet habe. Dr. I._______ habe sich selbst als in gutachterlichen 

Angelegenheiten unerfahren bezeichnet und sei kein Vertrauensarzt. Herr 

G._______ habe sodann keine neurologische Untersuchung durchgeführt 

und in seinem Gutachten sei keine solche dokumentiert. Gemäss dem BSV 

dürften nur noch Psychologen, welche sich fünf Jahre lang im Bereich Neu-

ropsychologie weitergebildet hätten, entsprechende Gutachten verfassen. 

Herr G._______ erfülle im Gegensatz zu Frau H._______ diese Anforde-

rungen nicht. Sie habe um eine weitere neuropsychologische Stellung-

nahme gebeten (vgl. Beilage 1 zu BVGer-act. 8). Nach den Angaben von 

Frau H._______ leite sich die 100 %-ige Berufsunfähigkeit aus den kogni-

tiven Störungen ab und nicht aus dem Schweregrad der Depression. 

Schwere kognitive Störungen könnten auch bei leichtgradigen Depressio-

nen auftreten und die berufliche Leistungsfähigkeit massiv beeinträchtigen. 

Frau H._______ bewerte die Prognose aufgrund der Verlaufsbeobachtung 

in der Behandlung über eineinhalb Jahre als ungünstig (BVGer-act. 8).  

8.4 In ihrer Duplik verweist die Vorinstanz auf eine neu eingeholte Stellung-

nahme des RAD vom 17. November 2021 (vgl. BVGer-act. 10). Darin hält 

der RAD-Arzt Dr. E._______ fest, die Psychologin H._______ vermisse, 

dass in den ICD-10 Kriterien der Schweregrad der kognitiven Störung im 

Rahmen der Depression nicht gesondert beurteilt werde. Tatsache sei, 

dass die Konzentrations- und Aufmerksamkeitsdefizite als Symptome (un-

ter mehreren anderen Symptomen) der Depression gelten und als Ganzes 

in die medizinisch-klinische Beurteilung des Schweregrads der Depression 

einfliessen würden. In den Berichten von Frau H._______ werde keine 

ICD-10 kodierte Diagnose an sich (auch nicht für Depression) und speziell 

nicht betreffend eine kognitive Störung aufgeführt. Es handle sich jeweils 

um psychologische Beurteilungen. Aus medizinischer Sicht gebe es in der 

internationalen Klassifikation psychischer Störungen durchwegs Wege und 

C-3221/2021 

Seite 22 

Möglichkeiten, schwere kognitive Störungen anderweitig und nicht im Rah-

men der Depression, ICD-10 kodiert zu diagnostizieren, sofern die Kriterien 

erfüllt seien (z.B. F06.7). Versicherungstechnisch sei der RAD angehalten, 

die internationale Kodifizierung in jedem Fall zu respektieren und nach die-

sen die Diagnose(n) der Versicherten zu beurteilen. Betreffend neuropsy-

chologische Beurteilung stütze sich der RAD in erster Linie auf das neu-

ropsychologische Gutachten von G._______ vom 3. Juli 2020. Es handle 

sich dabei um eine neuropsychologische klinische Untersuchung und um 

eine umfangreiche computergestützte Psychometrie. Im Gutachten werde 

insgesamt von einer leichten neuropsychologischen Beeinträchtigung aus-

gegangen (Arbeitsunfähigkeit 10-30 % aus rein neuropsychologischer 

Sicht nach den Kriterien FREI ET AL.). Die neuropsychologischen Beein-

trächtigungen würden im Rahmen einer mittelschweren depressiven Epi-

sode laut ICD-10: F32.1 interpretiert. Im Übrigen werde auf die RAD-Stel-

lungnahmen vom 1. September 2020 und 20. April 2021 verwiesen (Bei-

lage 1 zu BVGer-act. 10).  

8.5 Mit unaufgeforderter Eingabe wies die Beschwerdeführerin darauf hin, 

dass zwischenzeitlich im Auftrag der D._______ Ärzteversorgung ein fach-

ärztliches Folgegutachten über ihren Gesundheitszustand zur Fragestel-

lung der Berufsfähigkeit erstellt worden sei, welches eine dauerhafte 

100 %-ige Berufsunfähigkeit bestätige. Auch habe die D._______ Ärzte-

versorgung die 100 %-ige Berufsunfähigkeit anerkannt. Die Beschreibung 

der Diagnose der depressiven Störungen sei mit der per 1. Januar in Kraft 

getretenen ICD-11 auf den aktuellen wissenschaftlichen Stand gebracht 

worden. Die ICD-11 liefere die diagnostische Begründung für ihre kogniti-

ven Einschränkungen. So erscheine bereits an dritter Stelle von insgesamt 

zehn essentiellen Wesensmerkmalen der depressiven Störung «Kogniti-

ven Störungen, die die Funktionsfähigkeit des Individuums signifikant be-

einträchtigen» (BVGer-act. 12).   

9.  

Umstritten und nachfolgend zu prüfen ist, ob die Vorinstanz der Beschwer-

deführerin zu Recht eine halbe Invalidenrente zugesprochen hat.  

9.1 Vorab ist auf die beschwerdeweise geltend gemachten formellen Män-

gel des Gutachtens einzugehen. Die Beschwerdeführerin rügt, der psychi-

atrische Gutachter G._______ erfülle die Anforderungen des BSV an einen 

neuropsychologischen Gutachter nicht.  

C-3221/2021 

Seite 23 

9.1.1 Zur Qualifikation von G._______ zur Erstattung des neuropsycholo-

gischen Teilgutachtens ist vorab festzuhalten, dass eine begutachtende 

medizinische Fachperson über die notwendigen fachlichen Qualifikationen 

verfügen muss (Urteil des BGer 8C_767/2019 vom 19. Mai 2020 E. 3.3) 

und das Bundesverwaltungsgericht dem von der IVSTA im Verfahren nach 

Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten von medizinischen Sachverständigen 

nur dann vollen Beweiswert zuerkennen darf, wenn sie den Anforderungen 

der Rechtsprechung entsprechen und keine konkreten Indizien gegen die 

Zuverlässigkeit der Expertise vorliegen (vgl. E. 6.4.1 hiervor).  

9.1.2 G._______ als Sachverständiger verfügt seit 2012 über einen aner-

kannten, dem Nachweis der erforderlichen Fachkenntnisse dienenden 

spezialärztlichen Titel auf dem Gebiet der Psychiatrie und Psychotherapie 

sowie der Nervenkrankheiten (Neurologie). Der Umstand, dass diese Titel 

in Deutschland (Psychiatrie und Psychotherapie) respektive in Österreich 

(Neurologie) und nicht in der Schweiz erworben wurden, ist zwar insofern 

nicht von Relevanz, als rechtsprechungsgemäss keine FMH-Ausbildung 

verlangt wird und auch eine im Ausland erworbene Fachausbildung ausrei-

chen kann (vgl. hierzu BGE 137 V 210 E. 3.3.2; Urteil des BGer 

9C_669/2018 vom 18. April 2019 E. 4.2.1; vgl. hierzu auch ergänzend 

Art. 21 Abs. 1 bis 3 MedBG [SR 811.11]) und die entsprechenden Weiter-

bildungen durch die MEBEKO im Jahr 2012 anerkannt wurden. G._______ 

sind somit die gleichen Qualifikationen wie den Inhabern und Inhaberinnen 

des in der Schweiz erworbenen Weiterbildungstitels «Psychiatrie und Psy-

chotherapie» sowie «Neurologie» zuzuerkennen. Nachfolgend ist jedoch 

weiter zu prüfen, ob er als Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie 

sowie Neurologie befähigt gewesen war, in rechtsgenüglicher Weise ein 

neuropsychologisches Gutachten zu erstellen. 

9.1.3 Im IV-Rundschreiben Nr. 367 vom 21. August 2017 des BSV, welches 

als Verwaltungsverordnung zu qualifizieren ist (vgl. PIERRE TSCHAN-

NEN/MARKUS MÜLLER/MARKUS KERN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 

5. Aufl. 2022, Rz. 304 f. und 1114 ff.), gelten für die neuropsychologische 

Begutachtung in der IV ab 1. Juli 2017 folgende fachlichen Mindestanfor-

derungen:  

• Eidgenössisch anerkannter Abschluss in Psychologie und privatrechtlicher 

Fachtitel in Neuropsychologie der Föderation der Schweizer Psychologin-

nen und Psychologen FSP oder  

C-3221/2021 

Seite 24 

• Eine gemäss Tarifvertrag zwischen H+ und SVNP (Schweizerische Verei-

nigung der Neuropsychologinnen und Neuropsychologen) sowie BSV (IV), 

MTK (UVG) und BAMV (MV) vom Dezember 2003 zugelassene äquivalente 

Aus- und Weiterbildung oder  

• Eidgenössisch anerkannter Abschluss in Psychologie und einen eidgenös-

sischen oder als gleichwertig anerkannten Weiterbildungstitel in Neuropsy-

chologie gemäss dem Psychologieberufegesetz (der Erwerb des eidgenös-

sischen Weiterbildungstitels wird erst mit der Akkreditierung des Weiterbil-

dungsgangs möglich sein).  

Die Gutachterstellen wurden dementsprechend im Februar 2017 darüber 

informiert, dass alle Aufträge für neuropsychologische Begutachtungen, 

welche ab dem 1. Juli 2017 von der Plattform vergeben werden, durch 

Neuropsychologinnen oder Neuropsychologen durchgeführt werden müs-

sen, welche die obigen fachlichen Anforderungen erfüllen. Im Hinblick auf 

die Sicherstellung der entsprechenden Qualität für neuropsychologische 

Begutachtungen sind die von SuisseMED@P an Gutachterstellen verge-

benen Aufträge mit einer neuropsychologischen Begutachtung stets auf die 

obigen fachlichen Mindestanforderungen zu überprüfen (abrufbar unter 

<https://sozialversicherungen.admin.ch/de/d/5942/download>; zuletzt be-

sucht am 17. März 2025). Wie das Bundesverwaltungsgericht in BVGE 

2022 V/3 festgestellt hatte, reicht mit Blick auf das IV-Rundschreiben 

Nr. 367 vom 21. August 2017 und die neuere bundesgerichtliche Recht-

sprechung (vgl. Urteile des BGer 8C_466/2017 vom 9. November 2017 

E. 4.3 sowie 9C_531/2017 und 9C_532/2017 vom 15. September 2017 

E. 4) ein blosser Abschluss auf Diplom- oder Masterebene nicht mehr aus, 

um eine neuropsychologische Begutachtung für das IV-Verfahren durchzu-

führen (vgl. BVGE 2022 V/3 E. 5.3.4).  

9.1.4 Diese Sichtweise wird auch durch die Leitlinien der Schweizerischen 

Vereinigung der Neuropsychologinnen und Neuropsychologen (SVNP) für 

neuropsychologische Begutachtung bestätigt (abrufbar unter: 

<https://neuro.psychologie.ch/de/qualitatsstandard-leitlinien > Leitlinien für 

neuropsychologische Gutachten>, zuletzt besucht am 17. März 2025). 

Diese Leitlinie hat zwar keinen verbindlichen Charakter, formuliert aber 

doch den fachlich anerkannten Standard für eine sachgerechte, rechtsglei-

che neuropsychologische Begutachtungspraxis in der Schweiz. 

C-3221/2021 

Seite 25 

9.1.5 Diese Qualifikationen entsprechenden denn auch mehrheitlich der im 

vorliegend massgebenden Verfügungszeitpunkt noch nicht in kraftgetre-

tene Verordnungsbestimmung von Art. 7m Abs. 3 ATSV (SR 830.11), wo-

nach neuropsychologische Sachverständige die Anforderungen nach 

Art. 50b KVV (SR 832.102) erfüllen müssen. Gemäss dieser Verordnungs-

bestimmung werden eine kantonale Berufsausübungsbewiligung (Bst. a) 

sowie einen anerkannten Abschluss in Psychologie und einen eidgenössi-

schen oder als gleichwertig anerkannten Weiterbildungstitel in Neuropsy-

chologie nach dem Psychologieberufegesetz vom 18. März 2011 (PsyG; 

SR 935.81) oder einen anerkannten Abschluss in Psychologie nach dem 

PsyG und einen Fachtitel der Föderation der Schweizer Psychologinnen 

und Psychologen (Bst. b) vorausgesetzt.  

9.1.6 Gemäss den Angaben des Medizinalberuferegisters und des Psycho-

logieberuferegisters hat G._______ keinen Weiterbildungstitel in Neu-

ropsychologie erworben (vgl. <www.healthreg-public.admin.ch/medreg/se-

arch > Suche nach Name; <www.healthreg-public.admin.ch/psyreg/search 

> Suche nach Name; beide zuletzt besucht am 17. März 2025). Dem Ver-

zeichnis der Versicherungsmedizin Schweiz (SIM) ist demgegenüber zu 

entnehmen, dass G._______ nebst seinem Zertifikat als medizinischer 

Gutachter SIM über ein Diploma of Advanced Studies (DAS) in Neuropsy-

chology der Universität M._______ verfügt (vgl. <https://www.swiss-insu-

rance-medicine.ch/de/zertifizierte-fachpersonen/suche-fachpersonen-sim 

> Suche nach Name; zuletzt besucht am 17. März 2025). Nichts anderes 

geht denn auch aus dem Briefkopf des Gutachtens vom 3. Juli 2020 hervor 

(vgl. IVSTA-act. 77, S. 1). Der DAS ist Teil des Curriculums zum Erwerb 

des Weiterbildungstitels "Eidgenössisch anerkannter Neuropsychologe" 

(EAN), welcher zu einem Eintrag in das PsyG berechtigt und damit den 

Anforderungen gemäss IV-Rundschreiben Nr. 367 (sowie Art. 7l Abs. 3 

ATSV i.V.m. Art. 50b KVV) genügt. Das DAS entspricht dabei mindestens 

34 ECTS Credits (vgl. § 19 Abs. 2 der Verordnung über die Weiterbildungs-

studiengänge DAS und MAS in Neuropsychologie an der Philosophischen 

Fakultät der Universität M._______ vom 2. Juli 2018 […; nachfolgend: Wei-

terbildungsverordnung M._______]). Demgegenüber setzt der MAS min-

destens 64 ECTS (§ 20 Abs. 2) sowie das Verfassen von 10 Fallberichten 

(§ 21), berufliche Tätigkeit (§ 22) sowie interne und externe Supervision 

(§ 23) voraus. Gemäss Anhang 4 Bst. A der Verordnung des EDI über Um-

fang und Akkreditierung der Weiterbildungsgänge der Psychologieberufe 

(AkkredV-PsyG; SR 935.811.1) vom 25. November 2013 in der vorliegend 

massgebenden Fassung vom 1. Januar 2016 (und im Übrigen auch unver-

ändert geblieben in der aktuell gültigen Fassung vom 15. Dezember 2020) 

C-3221/2021 

Seite 26 

umfasst die Weiterbildung in Neuropsychologie (EAN) nebst der theoreti-

schen Weiterbildung ("Wissen und Können") auch eine praktische Weiter-

bildung: 1. Eine klinisch-neuropsychologische Praxis: mindestens 3600 

Stunden supervidierte, klinisch-neuropsychologische Tätigkeit in mindes-

tens zwei verschiedenen, ambulanten oder stationären Einrichtungen, in 

welchen Menschen mit verschiedenen neuropsychologischen Störungs- 

und Krankheitsbildern diagnostiziert, therapiert und/oder rehabilitiert wer-

den. 2. Eigene klinisch-neuropsychologisch behandelte Fälle: mindestens 

180 verschiedene, nachgewiesene neuropsychologisch behandelte Fälle 

unterschiedlicher Aetiologie; davon mindestens 10 umfassend dokumen-

tierte Fälle (Fallberichte). 3. Supervision: mindestens 200 Einheiten fallbe-

zogene Supervision. Diese praktische Weiterbildung gemäss Anhang 4 

Bst. A der AkkredV-PsyG entspricht damit dem MAS und wird durch den 

DAS nicht abgedeckt, da hierbei gemäss Weiterbildungsverordnung 

M._______ keinen praktischen Leistungsnachweise verlangt werden.  

9.1.7 Nach dem vorstehend Dargelegten verfügt G._______ nicht über ei-

nen anerkannten Fachtitel gemäss den Anforderungen des IV-Rundschrei-

ben Nr. 367. Mit dem Erlagen des DAS hat sich G._______ unzweifelhaft 

wesentliche Qualifikationen in diesem Fachbereich angeeignet, diese ge-

nügen jedoch den Anforderungen an die Qualifikation zur Erstellung rechts-

genüglicher neuropsychologischer Gutachten nicht. Es ist zu betonen, 

dass bei der Fachkompetenz bzw. fachspezifischen Qualifikationen der 

Gutachter ein strenger Massstab anzusetzen ist, weil den medizinischen 

Gutachten eine erhebliche Bedeutung zukommt.  

9.2 Hinsichtlich der neuropsychologischen Abklärung ist in Erinnerung zu 

rufen, dass eine solche rechtsprechungsgemäss lediglich – aber immerhin 

– eine Zusatzuntersuchung darstellt (Urteile des BGer 8C_11/2021 vom 

16. April 2021 E. 4.2; 9C_752/2018 vom 12. April 2019 E. 5.1; UELI KIESER, 

ATSG-Kommentar, 4. Aufl. 2020, N. 75 zu Art. 44 ATSG; vgl. auch Ziff. 

4.3.2.2 der Qualitätsleitlinien für versicherungspsychiatrische Gutachten in 

der Eidgenössischen Invalidenversicherung der Schweizerischen Gesell-

schaft für Psychiatrie und Psychotherapie [SGPP] 2016). Zeigen sich im 

Rahmen dieser Untersuchung Auffälligkeiten, ist das nicht hinreichend, um 

von einem invalidisierenden Gesundheitsschaden ausgehen zu können. 

Vielmehr ist es alsdann die Aufgabe des Arztes, den Gesundheitszustand 

– unter Berücksichtigung der neuropsychologischen Defizite – zu beurtei-

len und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich wel-

cher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (vgl. BGE 132 V 

C-3221/2021 

Seite 27 

93 E. 4; Urteil 8C_11/2021 vom 16. April 2021 E. 4.2). Neuropsychologi-

sche Untersuchungsergebnisse können somit, soweit sie sich in die ande-

ren (interdisziplinären) Abklärungsergebnisse einfügen, im Rahmen einer 

gesamthaften Beweiswürdigung bedeutsam sein (vgl. BGE 119 V 335 

E. 2b/bb). Dies bedeutet jedoch nicht, dass Fachärztinnen und Fachärzte 

für Psychiatrie ohne weiteres eigenständige neuropsychologische Unter-

suchungen durchführen dürfen; vielmehr wird umso deutlicher, wie wichtig 

es ist, dass die dem Facharzt für Psychiatrie vorzulegenden neuropsycho-

logische Befunde fachgerecht erhoben werden. 

9.3 Aufgrund der Akten und der in Frage stehenden kognitiven Beeinträch-

tigungen ist zur vollständigen und umfassenden Abklärung des Gesund-

heitszustandes und der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin eine neu-

ropsychologische Abklärung nötig (vgl. so im Wesentlichen auch der RAD-

Arzt Dr. E._______ in seiner Stellungnahme vom 12. Mai 2020 [IVSTA-

act. 66]). Nach dem vorstehenden Dargelegten fehlt es vorliegend jedoch 

an einer beweiskräftigen neuropsychologischen Abklärung durch einen 

entsprechend qualifizierten Gutachter, weshalb sich das psychiatrische 

Gutachten von G._______ vom 3. Juli 2020 als unvollständig erweist. 

Nachdem die neuropsychologische Abklärung durch den begutachtenden 

Facharzt für Psychiatrie zu berücksichtigen sein wird (vgl. E. 9.2 hiervor), 

kann es vorliegend denn auch nicht bei der Einholung einer neuen neu-

ropsychologischen Abklärung bleiben, sondern die Vorinstanz hat ein 

neues psychiatrisches Gutachten mit neuropsychologischer Zusatzunter-

suchung einzuholen.  

9.4 Sodann erlauben es auch die weiteren vorhandenen Berichte der Ärz-

teschaft oder einer Gutachterstelle nicht für den Zeitpunkt des Verfügungs-

erlasses, mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 134 V 109 E. 9.5), eine differen-

zierte, überzeugende, nachvollziehbare und schlüssige Beurteilung der Ar-

beitsfähigkeit der Beschwerdeführerin sowohl für die bisher ausgeübte Ar-

beit als auch für eine Verweistätigkeit abzuleiten bzw. zu bilden, insbeson-

dere unter Berücksichtigung der Tatsache, dass diese Berichte ebenfalls 

nicht übereinstimmen. 

9.5 Da es somit an einem lückenlosen Befund fehlt können folglich auch 

die Stellungnahmen des RAD-Arztes Dr. E._______ vom 1. September 

2020 (IVSTA-act. 85) und 20. April 2021 (IVSTA-act. 125) keine abschlies-

sende Beurteilungsgrundlagen bilden, sondern nur zu weitergehenden Ab-

klärungen Anlass geben (vgl. E. 6.4.4 hiervor). 

C-3221/2021 

Seite 28 

10.  

Um eine vollständige und umfassende Beurteilung des Gesundheitszu-

stands und der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin zu ermöglichen, 

hat die Vorinstanz, wie von der Beschwerdeführerin beantragt, nach Aktu-

alisierung und Vervollständigung des medizinischen Dossiers die Durch-

führung einer interdisziplinären medizinischen Begutachtung nach Art. 44 

ATSG zu veranlassen. Mit Blick auf die im Raum stehenden Befunde und 

Diagnosen erscheinen Expertisen zumindest in den Fachbereichen 

Psychiatrie (dies unter Berücksichtigung der Standardindikatoren gemäss 

bundesgerichtlicher Rechtsprechung [BGE 145 V 215; 143 V 418; 143 V 

409; 141 V 281]) und Neuropsychologie erforderlich. Zweck dieses inter-

disziplinären Gutachtens ist es, alle relevanten gesundheitlichen Beein-

trächtigungen zu erfassen und die sich daraus je einzeln ergebenden Ein-

schränkungen der Arbeitsfähigkeit in ein Gesamtergebnis zu fassen (BGE 

143 V 124 E. 2.2.4 m.H.). Die interdisziplinäre medizinische Begutachtung 

hat grundsätzlich in der Schweiz zu erfolgen, da die Sachverständigen mit 

den Grundsätzen der schweizerischen Versicherungsmedizin vertraut sein 

müssen (Art. 7m ATSV; vgl. dazu auch Urteil des BVGer C-3864/2017 vom 

11. März 2019 E. 7.5 m.w.H.). Der Beschwerdeführerin sind die ihr zu-

stehenden Mitwirkungsrechte einzuräumen (vgl. insb. Art. 44 Abs. 2 und 3 

ATSG). 

11.  

Ergänzend bleibt darauf hinzuweisen, dass die vorzunehmende Rückwei-

sung die Gefahr einer reformatio in peius beinhaltet, da die von der IVSTA 

mit Verfügung vom 18. Juni 2021 ab 1. August 2019 zugesprochene, halbe 

Rente (IVSTA-act. 134) in Frage gestellt werden könnte (vgl. BGE 137 V 

314 E. 3.2.4). Die Beschwerdeführerin wurde daher vorgängig mit prozess-

leitender Verfügung vom 6. August 2024 das rechtliche Gehör gewährt 

(BVGer-act. 14; vgl. Sachverhalt Bst. J hiervor). Nachdem sich die Be-

schwerdeführerin hierzu nicht innert Frist vernehmen liess (BVGer-act. 15) 

ist androhungsgemäss davon auszugehen, dass sie ihre Beschwerde auf-

rechterhalten will (vgl. BVGer-act. 14). 

12.  

Aufgrund der vorstehenden Erwägungen ist zusammenfassend festzuhal-

ten, dass die Beschwerde insoweit gutzuheissen ist, als die angefochtene 

Verfügung vom 18. Juni 2021 aufzuheben ist und die Akten im Sinne der 

Erwägungen an die Vorinstanz zur Durchführung von weiteren umfassen-

den medizinischen und erwerblichen Abklärungen und anschliessendem 

Erlass einer neuen Verfügung zurückzuweisen sind.  

C-3221/2021 

Seite 29 

13.  

Zu befinden bleibt über die Verfahrenskosten und eine allfällige Parteient-

schädigung.  

13.1 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig (Art. 69 Abs. 1bis und 2 

IVG), wobei die Verfahrenskosten gemäss Art. 63 Abs. 1 VwVG in der Re-

gel der unterliegenden Partei auferlegt werden. Da eine Rückweisung pra-

xisgemäss als Obsiegen der Beschwerde führenden Partei gilt (BGE 132 

V 215 E. 6), sind im vorliegenden Fall der Beschwerdeführerin keine Kos-

ten aufzuerlegen. Dieser ist der geleistete Verfahrenskostenvorschuss in 

der Höhe von Fr. 800.– nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Ur-

teils zurückzuerstatten. Der Vorinstanz werden ebenfalls keine Verfahrens-

kosten auferlegt (Art. 63 Abs. 2 VwVG). 

13.2 Da die nicht anwaltlich vertretene, obsiegende Beschwerdeführerin 

keine Kosten geltend gemacht hat und auch nicht ersichtlich ist, dass ihr 

unverhältnismässig hohe Kosten entstanden wären, ist ihr keine Parteient-

schädigung zuzusprechen (vgl. Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 7 des Reg-

lements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor 

dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 

  

C-3221/2021 

Seite 30 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird insoweit gutgeheissen, als die angefochtene Verfü-

gung vom 18. Juni 2021 aufgehoben wird und die Akten im Sinne der Er-

wägungen an die Vorinstanz zur Durchführung von weiteren Abklärungen 

und anschliessendem Erlass einer neuen Verfügung zurückgewiesen wer-

den. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der Beschwerdeführerin wird 

der von ihr geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 800.– nach Ein-

tritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils zurückerstattet. 

3.  

Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, die Vorinstanz und das BSV. 

 

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Vito Valenti Rahel Schöb 

 

  

C-3221/2021 

Seite 31 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-

rechtlichen Angelegenheiten geführt werden, sofern die Voraussetzungen 

gemäss Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG gegeben sind. Die Frist ist gewahrt, 

wenn die Beschwerde spätestens am letzten Tag der Frist beim Bundes-

gericht eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen Post oder 

einer schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Vertretung 

übergeben worden ist (Art. 48 Abs. 1 BGG). Die Rechtsschrift hat die Be-

gehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unter-

schrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel 

sind, soweit sie die beschwerdeführende Partei in Händen hat, beizulegen 

(Art. 42 BGG). 

 

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