# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 84598494-6768-5565-8f7e-752ce59753c7
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-12-16
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsgericht 16.12.2010 B 2010/182, B 2010/203
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VG_001_B-2010-182--B-2010-2_2010-12-16.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/12

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: B 2010/182, B 2010/203

Stelle: Verwaltungsgericht

Rubrik: Verwaltungsgericht

Publikationsdatum: 13.02.2020

Entscheiddatum: 16.12.2010

Urteil des Verwaltungsgerichts vom 16. Dezember 2010
Steuerrecht, Art. 48 Abs. 1 lit. a StG (sGS 811.1), Art. 213 Abs. 1 lit. a DBG (SR 
642.11). Anforderungen an den Nachweis, dass ein in der Schweiz 
wohnhafter Steuerpflichtiger für den Unterhalt von Kindern im Ausland zur 
Hauptsache aufkommt (Verwaltungsgericht, B 2010/182, 203).

Urteil vom 16. Dezember 2010  

Anwesend: Präsident Prof. Dr. U. Cavelti; Verwaltungsrichter lic. iur. A. Linder, 

Dr. B. Heer, lic. iur. A. Rufener, Dr. S. Bietenharder-Künzle; Gerichtsschreiber lic. iur. 

Th. Vögeli

_______________

In Sachen

Kantonales Steueramt,Davidstrasse 41, 9001 St. Gallen,

Beschwerdeführer,

gegen

Verwaltungsrekurskommission des Kantons St. Gallen,Abteilung I/1, 

Unterstrasse 28, 9001 St. Gallen,

Vorinstanz,

und

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/12

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

R. und B. K.,

Beschwerdegegner,

sowie

Eidgenössische Steuerverwaltung,Hauptabteilung Direkte Bundessteuer, 

Eigerstrasse 65, 3003 Bern,

Beschwerdebeteiligte

betreffend

Staats- und Gemeindesteuern (Einkommen und Vermögen 2007)

sowie direkte Bundessteuer (Einkommen 2007)

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:

A./ Die Eheleute R. und B. K. sind mit den gemeinsamen Kindern A. (geb. 2003) und L. 

(geb. 2005) in Goldach wohnhaft. Der Ehemann ist als Maschinist bei der X. AG in St. 

Gallen tätig, die Ehefrau arbeitet als Raumpflegerin bei der Y. AG in St. Gallen. R.K. ist 

Vater von vier weiteren Kindern, die aus einer am 2. April 2001 geschiedenen Ehe 

stammen und in Serbien leben. R. und B. K. deklarierten für die Staats- und 

Gemeindesteuern 2007 ein steuerbares Einkommen von Fr. 39'268.--. Die 

Veranlagungsbehörde nahm verschiedene Korrekturen vor; namentlich liess sie die für 

drei der vier in Serbien lebenden Kinder geltend gemachten Kinderabzüge nicht zum 

Abzug zu. Die gegen diese Veranlagung erhobenen Einsprachen vom 4. August 2008 

wies das kantonale Steueramt mit Entscheiden vom 23. Juli 2009 ab und legte das 

steuerbare Einkommen für die direkte Bundessteuer 2007 auf Fr. 50'400.-- fest. Für die 

Staats- und Gemeindesteuern 2007 wurde das steuerbare Einkommen auf Fr. 59'600.-- 

und das steuerbare Vermögen auf Fr. 0.-- festgelegt.

B./ Gegen die Einspracheentscheide des kantonalen Steueramts erhoben R. und B.K. 

mit Eingabe vom 30. Juli 2009 Rekurs und Beschwerde mit dem Antrag, die geltend 

gemachten Abzüge für die drei in Serbien lebenden Kinder seien zu gewähren.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/12

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Die Verwaltungsrekurskommission hiess den Rekurs und die Beschwerde mit 

separaten Entscheiden vom 29. Juni 2010 teilweise gut, hob die Einspracheentscheide 

des kantonalen Steueramts vom 23. Juli 2009 auf und veranlagte die Eheleute R. und 

B.K. mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 38'200.- für die direkte Bundessteuer 

2007 und von Fr. 46'000.-- für die Staats- und Gemeindesteuern 2007. Sie erwog im 

wesentlichen, R.K. habe mit dem Urteil des Amtsgerichts Krusevac (Republik Serbien) 

vom 24. Juli 2002, mit welchem ihm die elterliche Sorge für die vier Kinder übertragen 

worden sei, in rechtsgenüglicher Weise nachgewiesen, dass er für den Unterhalt der 

Kinder aufzukommen habe. Die Mutter der Kinder sei nicht zu Unterhaltszahlungen 

verpflichtet worden und es könne den Akten nicht entnommen werden, dass die 

staatliche Fürsorge für die Kinder sorge. Es sei daher nicht ersichtlich, wer ausser R.K. 

für die in Serbien lebenden Kinder aufgekommen sein solle, weshalb auch ohne 

strikten Zahlungsnachweis kein Zweifel bestehe, dass der Steuerpflichtige im Jahre 

2007 für die drei Kinder finanziell gesorgt habe. Zudem seien seine Erklärungen 

bezüglich der Leistung der Unterhaltszahlungen über Buschauffeure und Bekannte 

glaubhaft, da sie der für den Balkanraum bekannten Usanz entsprächen. Für die beiden 

im Jahre 2007 noch minderjährigen Kinder Marija und Milos seien folglich die 

Kinderabzüge von Fr. 6'100.-- bzw. Fr. 6'800.-- zu gewähren. Es sei R.K. allerdings 

zuzumuten, für die folgenden Steuerjahre Bestätigungen derjenigen Personen, denen 

er das Geld zur Überbringung nach Serbien anvertraut habe, über die Höhe der 

Barmittel beizubringen. In bezug auf die im Jahre 2007 bereits volljährige Tochter 

Marina hielt die Verwaltungsrekurskommission fest, dass die eingereichte Bestätigung 

lediglich zeige, dass diese im Schuljahr 2006/2007 in der 4. Klasse der Ausbildung zur 

Konfektionstechnikerin gewesen sei, jedoch keinen Beweis dafür liefere, dass sich die 

volljährige Tochter Ende 2007 immer noch in Ausbildung befunden habe, weshalb der 

Kinderabzug für Marina nicht gewährt werden könne.

C./ Mit separaten Eingaben vom 5. und 30. August 2010 erhob das kantonale 

Steueramt Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit dem Antrag, die Entscheide der 

Verwaltungsrekurskommission vom 29. Juni 2010 seien aufzuheben und die 

Einspracheentscheide vom 23. Juli 2009 seien zu bestätigen, unter Kostenfolgen. Zur 

Begründung wird im wesentlichen vorgebracht, dass der Steuerpflichtige für die 

Geltendmachung des Kinderabzugs zur Hauptsache für den Unterhalt des Kindes 

aufkommen (Staats- und Gemeindesteuern) bzw. mindestens Kosten im Umfang des 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/12

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Kinderabzuges tragen müsse (direkte Bundessteuer). Da es sich dabei um 

steuermindernde Tatsachen handle, trage nach der allgemeinen Regel der 

Steuerpflichtige die Beweislast für deren Vorhandensein, wobei die Steuerbehörden im 

internationalen Verhältnis besonders hohe Anforderungen an den Nachweis der geltend 

gemachten Unterhalts- und Unterstützungsleistungen stellen dürften. R. und B.K. 

hätten jedoch - obwohl sie im Einspracheentscheid zum Steuerjahr 2006 ausdrücklich 

darauf hingewiesen worden seien, dass sie künftig nebst den 

Ausbildungsbescheinigungen auch Zahlungsbelege für die Unterstützungsleistungen 

einzureichen hätten - keine diesbezüglichen Nachweise erbracht. Es sei nicht Sache 

des kantonalen Steueramtes, zu beweisen, wer für den Unterhalt der Kinder 

aufgekommen sei; namentlich spiele es keine Rolle, ob die Mutter tatsächlich so krank 

sei, dass sie keinen finanziellen Beitrag an die Kinder leisten könne, oder ob die Kinder 

von der Fürsorge leben oder von Verwandten unterstützt würden. Ferner bringt das 

kantonale Steueramt vor, dass die Auffassung der Vorinstanz, wonach die Erklärungen 

der Steuerpflichtigen bezüglich der Leistung der Unterhaltszahlungen über 

Buschauffeure und Bekannte auch ohne strikten Zahlungsnachweis glaubhaft seien, da 

sie der für den Balkanraum bekannten Usanz entsprächen, dem Missbrauch bei 

steuerlichen Abzügen Tür und Tor öffnen würde. In bezug auf das Urteil des 

Amtsgerichts Krusevac vom 24. Juli 2002 hält das kantonale Steueramt fest, es sei 

unverständlich, weshalb damit der Unterhalt der Kinder ohne weiteres nachgewiesen 

sei, zumal R.K. seit 1996 Wohnsitz in der Schweiz habe und damit die Betreuung, 

Pflege und Erziehung seiner in Serbien lebenden Kinder nicht wahrgenommen haben 

könne. Sodann erschienen die weiteren ins Recht gelegten Bestätigungen insgesamt 

als wenig aussagekräftig bzw. glaubwürdig.

Die Vorinstanz beantragte in ihren Vernehmlassungen vom 3. September 2010 unter 

Verweis auf die Erwägungen des angefochtenen Entscheids die Abweisung der 

Beschwerden.

R. und B.K. beantragten mit separaten Eingaben vom 9. September 2010 die 

Abweisung der Beschwerden bzw. den Schutz der angefochtenen Entscheide.

Die Eidg. Steuerverwaltung liess sich nicht vernehmen.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/12

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Auf die weiteren Vorbringen der Verfahrensbeteiligten wird, soweit wesentlich, in den 

nachstehenden Erwägungen eingegangen.

Darüber wird in Erwägung gezogen:

1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59 Abs. 1 des 

Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP; Art. 196 

Abs. 1 des Steuergesetzes, sGS 811.1, abgekürzt StG; Art. 1 Abs. 3 und Art. 7 Abs. 2 

der Verordnung zum Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer, sGS 815.1; 

Art. 145 des Gesetzes über die direkte Bundessteuer, SR 642.11, abgekürzt DBG). Das 

kantonale Steueramt ist zur Beschwerde legitimiert, und seine Eingaben vom 5. und 

30. August 2010 entsprechen zeitlich, formal und inhaltlich den gesetzlichen 

Anforderungen (Art. 196 Abs. 1 StG und Art. 161 StG in Verbindung mit Art. 64 Abs. 1 

und Art. 48 Abs. 1 VRP; Art. 145 in Verbindung mit Art. 140 Abs. 1 und 2 DBG). Auf die 

Beschwerden ist einzutreten.

Angefochten sind der Rekursentscheid betr. Staats- und Gemeindesteuern sowie der 

Beschwerdeentscheid betr. direkte Bundessteuer. Nach der bisherigen Praxis waren in 

solchen Fällen zwei separate Urteile zu fällen, die zwar in einem einzigen Akt ergehen 

konnten, aber separate Begründungen und Dispositive für die kantonalen Steuern und 

die direkte Bundessteuer aufweisen mussten (U. Cavelti, in: Zweifel/Athanas, 

Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Band I/2b, 2. Aufl., Basel 2008, N 10b 

zu Art. 143 DBG mit Hinweis auf BGE 130 II 509 E. 8). Dieser Grundsatz wurde in der 

neuesten Rechtsprechung relativiert, da die Befugnisse des Bundesgerichts auf dem 

Gebiet der direkten Bundessteuer mit jenen übereinstimmen, die es in Bezug auf die in 

Art. 73 Abs. 1 des Steuerharmonisierungsgesetzes (SR 642.14, abgekürzt StHG) 

aufgeführten Bereiche der Kantons- und Gemeindesteuern hat. Es ist nunmehr 

zulässig, dass ein einziger Entscheid ergeht und sogar im Dispositiv nicht mehr 

zwischen kantonalen Steuern und der Bundessteuer unterschieden wird, solange sich 

der Begründung klar entnehmen lässt, dass das Urteil sämtliche Steuern umfasst. 

Gegen solche Entscheide kann künftig mit einer einzigen Eingabe Beschwerde beim 

Bundesgericht erhoben werden (BGE 135 II 260, Kommentierung in ZBJV 2010, S. 475 

f.).

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/12

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Die Voraussetzungen für die Geltendmachung von Kinderabzügen sind nach dem 

kantonalen Recht und nach dem Recht der direkten Bundessteuer unterschiedlich. 

Während das kantonale Recht für die Zulässigkeit der Kinderabzüge verlangt, dass der 

Steuerpflichtige für den Unterhalt zur Hauptsache aufkommt und keinen Abzug nach 

Art. 45 Abs. 1 lit. c StG beansprucht (Art. 48 Abs. 1 lit. a StG), genügt es nach dem 

Recht der direkten Bundessteuer, wenn der Steuerpflichtige für den Unterhalt des 

Kindes sorgt (Art. 213 Abs. 1 lit. a DBG), wobei es gemäss Praxis ausreicht, wenn der 

Steuerpflichtige mindestens Kosten im Umfang des geltend gemachten Kinderabzuges 

trägt (vgl. Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum DBG, 2. Aufl., Zürich 

2009, Rz. 27 zu Art. 213 DBG; BGE 2A.536/2001 vom 29. Mai 2002, E.3.2.1.). Diese 

unterschiedliche Behandlung würde es an sich rechtfertigen, zwei separate Entscheide 

zu fällen. Vorliegend geht es indes um die Frage, ob die Leistung der 

Unterhaltsbeiträge der Beschwerdegegner rechtsgenüglich nachgewiesen ist, was 

nach kantonalem Recht und nach dem Recht der direkten Bundessteuern nach 

denselben Kriterien zu beurteilen ist. Daher können die Beschwerden gegen die beiden 

vorinstanzlichen Entscheide im selben Urteil behandelt werden.

2. Streitig ist in den Beschwerdeverfahren einzig die Zulässigkeit der geltend 

gemachten Kinderabzüge, namentlich der rechtsgenügliche Nachweis der von den 

Beschwerdegegnern für die in Serbien lebenden Kinder Marija und Milos 

beanspruchten Unterhaltsbeiträge. Der von den Beschwerdegegnern im Einsprache- 

und Rekursverfahren ebenfalls geltend gemachte Kinderabzug für die Tochter Marina 

ist hingegen nicht mehr Streitgegenstand.

2.1. Gemäss Art. 48 Abs. 1 lit. a Ziff. 2 StG, in der für das vorliegend relevante Jahr 

2007 geltenden Fassung, kann der Steuerpflichtige für jedes unter seiner elterlichen 

Sorge oder Obhut stehende Kind, für dessen Unterhalt er zur Hauptsache aufkommt 

und soweit er keinen Abzug nach Art. 45 Abs. 1 lit. c StG beansprucht, einen 

Kinderabzug von Fr. 6'800.-- geltend machen. Nach dem Wortlaut des Gesetzes wird 

somit vorausgesetzt, dass der Steuerpflichtige "zur Hauptsache" für den Unterhalt 

aufkommt. Dies muss indes nicht notwendigerweise mehr als 50% sein. Wenn der 

Pflichtige 40% des Unterhalts übernimmt und die restlichen 60% je zur Hälfte von 

Alimentenzahlungen und von eigenem Erwerbseinkommen des Kindes bestritten 

werden, liesse sich die Annahme rechtfertigen, der Pflichtige komme zur Hauptsache 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/12

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

für den Unterhalt auf (VerwGE B 2007/14 vom 9. Mai 2007, E. 2.4., in: 

www.gerichte.sg.ch; a.M. StB 48 Nr. 1, Ziff. 2.1). Gemäss der entsprechenden 

Bestimmung im Bereich der direkten Bundessteuer können vom Einkommen für jedes 

minderjährige oder in der beruflichen Ausbildung stehende Kind, für dessen Unterhalt 

der Steuerpflichtige sorgt, Fr. 6'100.-- abgezogen werden (Art. 213 Abs. 1 lit. a DBG). 

Anders als im kantonalen Recht verlangt Art. 213 Abs. 1 lit. a DBG nicht, dass der 

Steuerpflichtige zur Hauptsache für den Unterhalt des Kindes aufkommt, jedoch muss 

der Steuerpflichtige, um den Kinderabzug geltend machen zu können, für das Kind 

tatsächlich sorgen (I.P. Baumgartner, in: Zweifel/Athanas, Kommentar zum 

Schweizerischen Steuerrecht, Bd. I/2a, 2. Aufl. Basel 2008, Rz. 12 zu Art. 35 DBG). Wie 

ausgeführt, verlangt die Praxis diesbezüglich, dass der Steuerpflichtige mindestens 

Kosten im Umfang des Kinderabzugs trägt (vgl. oben E. 1.).

2.2. Nicht erforderlich ist, dass der den Kinderabzug beanspruchende Steuerpflichtige 

das elterliche Sorgerecht im Sinne von Art. 296 ff. des Schweizerischen 

Zivilgesetzbuches (SR 210) ausübt, da das Steuerrecht, soweit es von "sorgen" spricht, 

nicht die elterliche Sorge im Rechtssinne meint, sondern das Sorgen für das leibliche 

Wohl. Trotzdem ist die elterliche Sorge nicht völlig bedeutungslos. Aus 

Praktikabilitätsgründen darf nämlich davon ausgegangen werden, dass der Inhaber des 

elterlichen Sorgerechts, der mit den Kindern zusammenlebt, gleichzeitig auch die 

Kosten des Kinderunterhalts trägt und ihm somit der Kinderabzug zusteht (Richner/

Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., Rz. 29 f. zu Art. 213 DBG mit weiteren Hinweisen; 

Baumgartner, a.a.O., Rz. 20 zu Art. 213 DBG).

R.K. wurde mit Urteil des Amtsgerichts Krusevac vom 24. Juli 2002 das elterliche 

Sorgerecht für die vier Kinder übertragen. Nach dem Gesagten dürfte deshalb 

grundsätzlich davon ausgegangen werden, dass er auch die Kosten des 

Kinderunterhalts trägt und ihm somit der Kinderabzug zusteht. Der vorliegende Fall 

verhält sich jedoch insoweit besonders, als die vier Kinder in Serbien leben und 

gemäss den Angaben der Beschwerdegegner beim Vater von R.K. untergebracht sind, 

während die Mutter der Kinder zu keinerlei Unterhaltsleistungen verpflichtet worden ist. 

Trotz der gerichtlichen Zuteilung der elterlichen Sorge kann somit entgegen der 

Auffassung der Vorinstanz nicht unbesehen davon ausgegangen werden, dass damit in 

rechtsgenüglicher Weise nachgewiesen ist, dass R.K. für den Unterhalt seiner Kinder 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/12

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

aufkommt. Die Vorinstanz verkennt, dass sich ein unbesehenes Abstellen auf die 

elterliche Sorge einzig dann rechtfertigt, wenn der Inhaber derselben auch tatsächlich 

mit den Kindern zusammenlebt. Ist dies nicht der Fall, muss anhand der konkret 

geleisteten (Geld-) Beiträge ermittelt werden, ob der betreffende Elternteil zur 

Hauptsache für den Unterhalt der Kinder aufkommt bzw. tatsächlich für diese sorgt. 

Die Vorinstanz erwog in diesem Zusammenhang, es bestehe auch ohne strikten 

Zahlungsnachweis kein Zweifel daran, dass R.K. im Jahre 2007 für seine in Serbien 

lebenden Kinder finanziell gesorgt habe, zumal nicht ersichtlich sei, wer ausser ihm 

dies getan haben soll. Dieser Auffassung kann sich das Verwaltungsgericht nicht 

anschliessen. Selbst wenn davon ausgegangen würde, dass die Beschwerdegegner 

finanzielle Leistungen für die in Serbien lebenden Kinder erbracht haben, wäre diese 

Tatsache für sich noch nicht ausreichend für die Geltendmachung der Kinderabzüge. 

Diese erfordert nämlich nicht nur, dass der Steuerpflichtige seine Kinder finanziell 

unterstützt bzw. Unterhaltsleistungen erbringt, sondern er muss dies – nach 

kantonalem Recht – auch zur Hauptsache tun, bzw. – nach dem Recht der direkten 

Bundessteuer – mindestens im Umfang des geltend gemachten Kinderabzugs. Alleine 

aufgrund des Urteils vom 24. Juli 2002 über die Zuteilung der elterlichen Sorge und 

angesichts dessen, dass aufgrund der Akten nicht ersichtlich ist, wer ausser R.K. für 

die Kinder sorgen könnte, sind jedoch noch keine die Geltendmachung des 

Kinderabzugs rechtfertigenden Unterhaltsleistungen hinreichend dargetan. Bei 

Personen, die in der Schweiz ansässig sind und Kinder aus erster Ehe in Staaten des 

ehemaligen Jugoslawien haben, wird häufig ein Gerichtsurteil über den Wechsel der 

elterlichen Sorge erwirkt, um den Familiennachzug der Kinder in die Schweiz zu 

ermöglichen. Im Streitfall steht hingegen fest, dass die Kinder in Serbien leben. Nach 

Darstellung des Beschwerdegegners leben sie bei dessen Vater.

2.3. Weiter bringt das kantonale Steueramt zu Recht vor, dass es nicht Sache der 

Veranlagungsbehörde ist, danach zu forschen, wer für den Unterhalt der Kinder 

tatsächlich aufkommt. Ebensowenig muss die Veranlagungsbehörde mangels 

anderweitiger Feststellungen bezüglich allfälliger Unterhaltsleistungen der 

geschiedenen Ehefrau oder Dritter die geltend gemachten Kinderabzüge der 

Beschwerdegegner ohne jeglichen Nachweis zum Abzug zulassen. Nachdem es sich 

beim Unterhaltsbeitrag um eine steuermindernde Tatsache handelt, obliegt, ausgehend 

vom Grundsatz, dass die Steuerbehörde die Beweislast für die steuerbegründenden 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/12

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Tatsachen trägt, während den Steuerpflichtigen die Beweislast für Tatsachen trifft, 

welche die Steuerschuld aufheben oder mindern (Weidmann/Grossmann/Zigerlig, 

Wegweiser durch das st. gallische Steuerrecht, 6. Aufl., Muri-Bern 1999, S. 379 f., mit 

weiteren Hinweisen), der hinreichende Nachweis der geleisteten Unterhaltsbeiträge 

dem Steuerpflichtigen. Zum Beweismass ist festzuhalten, dass im internationalen 

Verhältnis an den Nachweis der von den Steuerpflichtigen geltend gemachten 

Unterhaltszahlungen strenge Anforderungen gestellt werden können, da diese nicht 

einfach nachzuprüfen sind. Leistungen für Kinder im Ausland sind in der Regel durch 

Post- oder Bankbelege zu dokumentieren. Bei fehlenden Post- oder Bankbelegen ist es 

dem Steuerpflichtigen gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung zumutbar, 

zumindest eine schriftliche Bestätigung (Quittung) des Empfängers beizubringen und in 

geeigneter Form (beispielsweise über behördliche Bestätigungen) nachzuweisen, dass 

der Empfänger den Unterstützungsbetrag aus der Schweiz erhalten hat. Blosse 

Zollbelege über die Einfuhr des Geldes ins Ausland genügen nicht (VerwGE B 2009/203 

vom 11. Mai 2010, E. 2.5 mit weiteren Hinweisen, in: www.gerichte.sg.ch; BGE 2A.

609/2003 vom 27. Oktober 2004, E. 2.4; R. Blöchliger, Das Verhältnis vom Kinderabzug 

zum Unterstützungsabzug, ST 2009, 154-168, S. 168).

Einen solchen Nachweis haben die Beschwerdegegner nicht beigebracht, obwohl sie 

vom kantonalen Steueramt im Einspracheentscheid vom 16. August 2007 zur Staats- 

und Gemeindesteuer 2006 ausdrücklich darauf hingewiesen worden waren, dass in 

Zukunft die Kinderabzüge nur noch bei Vorlage von entsprechenden Zahlungsbelegen 

zugelassen würden. Ungeachtet dieses Hinweises haben es die Beschwerdegegner 

unterlassen, irgendeinen Nachweis bezüglich der geleisteten Zahlungen zu erbringen. 

Soweit sie das Geld entsprechend der nach den Feststellungen der Vorinstanz für den 

Balkanraum üblichen Usanz Bekannten und Buschauffeuren, welche nach Serbien 

reisten, mitgegeben haben wollen und aus diesem Grund keine Post-, Bank- oder 

anderen Transaktionsbelege vorweisen können, wären es ihnen immerhin zuzumuten 

gewesen, die betreffenden Personen wenigstens namentlich zu nennen und allenfalls 

eine Bestätigung derselben beizubringen, dass sie das Geld den in Serbien lebenden 

Kindern von R.K. bzw. dessen Vater überbracht haben. Unverständlich ist, wie die 

Vorinstanz trotz der bereits im Einspracheentscheid betreffend Staats- und 

Gemeindesteuern 2006 erfolgten und mit Schreiben vom 14. August 2008 wiederholten 

Aufforderung des kantonalen Steueramts zur Einreichung von entsprechenden Belegen 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 10/12

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

den Rekurs gutheissen, gleichzeitig aber ebenfalls inskünftig die Beibringung von 

Bestätigungen von Personen über die Höhe der ihnen für die Überbringung nach 

Serbien übergebenen Barmittel für die folgenden Steuerjahre fordern konnte. Die 

Beschwerdegegner waren sich spätestens mit der Eröffnung des erwähnten 

Einspracheentscheids vom 16. August 2007 bewusst, dass ihnen die Abzüge nur noch 

bei genügendem Nachweis der geleisteten Zahlungen gewährt werden können, und es 

wäre ihnen daher möglich gewesen, entsprechende Vorkehrungen zu treffen.

2.4. Aufgrund der vorstehenden Erwägungen gelangt das Verwaltungsgericht zum 

Schluss, dass keine hinreichenden Anhaltspunkte vorliegen, wonach der 

Beschwerdegegner Leistungen für seine in Serbien lebenden Kinder erbracht hat. 

Daher hat die Vorinstanz die entsprechenden Abzüge zu Unrecht gewährt. Folglich sind 

die Beschwerden gutzuheissen. Der Rekursentscheid vom 29. Juni 2010 und der 

Beschwerdeentscheid vom 29. Juni 2010 sind aufzuheben und die 

Einspracheentscheide des Kantonalen Steueramts vom 23. Juli 2009 zu bestätigen.

3. Dem Verfahrensausgang entsprechend gehen die amtlichen Kosten des 

Beschwerdeverfahrens zulasten der Beschwerdegegner (Art. 95 Abs. 1 VRP; Art. 145 in 

Verbindung mit Art. 144 DBG). Eine Entscheidgebühr von Fr. 2'000.-- ist angemessen 

(Art. 145 in Verbindung mit Art. 144 Abs. 5 DBG; Art. 13 Ziff. 622 Gerichtskostentarif, 

sGS 941.12). Die Beschwerdegegner haften solidarisch für den gesamten Betrag. Die 

Gebühr ist bei R.K. zu erheben.

Ausseramtliche Kosten sind nicht zu entschädigen. Die Beschwerdegegner sind 

unterlegen (Art. 98bis VRP), und der Beschwerdeführer hat keinen Anspruch auf 

Kostenersatz (vgl. R. Hirt, Die Regelung der Kosten nach st. gallischem 

Verwaltungsrechtspflegegesetz, Diss. St. Gallen 2004, S. 176).

Die amtlichen Kosten des vorinstanzlichen Rekursentscheids von Fr. 900.-- und des 

Beschwerdeentscheids von Fr. 750.-- sind ebenfalls vollumfänglich den 

Beschwerdegegnern aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP; Art. 144 DBG).

Demnach hat das Verwaltungsgericht

zu Recht erkannt:

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 11/12

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

1./ Die Beschwerde wird gutgeheissen, und der Rekursentscheid sowie der 

Beschwerdeentscheid der Vorinstanz vom 29. Juni 2010 werden aufgehoben.

2./ Die Einspracheentscheide des Kantonalen Steueramts vom 23. Juli 2009 werden 

bestätigt.

3./ Die amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens vor Verwaltungsgericht von 

Fr. 2'000.-- werden den Beschwerdegegnern auferlegt, unter solidarischer Haftbarkeit 

für den gesamten Betrag. Die Gebühr wird bei R.K. erhoben.

4./ Die amtlichen Kosten des Rekursverfahrens vor der Vorinstanz von Fr. 900.-- 

werden den Beschwerdegegnern auferlegt.

5./ Die amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens vor der Vorinstanz von Fr. 750.-- 

werden den Beschwerdegegnern auferlegt.

6./ Ausseramtliche Kosten werden nicht entschädigt.

V.          R.           W.

Der Präsident:                  Der Gerichtsschreiber:

Versand dieses Entscheides an:

-   den Beschwerdeführer

-   die Vorinstanz

-   die Beschwerdegegner

-   die Beschwerdebeteiligte

am:

Rechtsmittelbelehrung:

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/12

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Sofern eine Rechtsverletzung nach Art. 95 ff. BGG geltend gemacht wird, kann gegen 

diesen Entscheid gestützt auf Art. 82 lit. a BGG in Verbindung mit Art. 73 StHG innert 

30 Tagen nach Eröffnung beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, 

Beschwerde erhoben werden.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Urteil des Verwaltungsgerichts vom 16. Dezember 2010
	Steuerrecht, Art. 48 Abs. 1 lit. a StG (sGS 811.1), Art. 213 Abs. 1 lit. a DBG (SR 642.11). Anforderungen an den Nachweis, dass ein in der Schweiz wohnhafter Steuerpflichtiger für den Unterhalt von Kindern im Ausland zur Hauptsache aufkommt (Verwaltungsgericht, B 2010/182, 203).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2025-07-19T13:07:47+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen