# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 30c7ea58-e479-52f9-aab5-ba90216651da
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-01-25
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 25.01.2013 SB120347
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB120347_2013-01-25.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer    
 
 

Geschäfts-Nr. SB120347-O/U/pb/cs 
 
Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. Spiess, Präsident, lic. iur. Burger und 

lic. iur. Stiefel sowie der Gerichtsschreiber Dr. Bischoff 

 

Urteil vom 25. Januar 2013 

 
in Sachen 

 

A._____,  
Beschuldigter, Erstberufungskläger und Anschlussberufungsbeklagter 

 

verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis, vertreten durch Leitende Staatsanwältin 
lic. iur. Wiederkehr,  

Anklägerin, Zweitberufungsklägerin und Anschlussberufungsklägerin 

 

sowie 

 

B._____,  
Privatklägerin und Drittberufungsklägerin 

 

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Y._____ 

 

betreffend Körperverletzung etc. 
Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichts des Bezirks Dietikon 
vom 8. März 2012 (GG110058) 
 

-  2  - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis vom 16. Dezember 

2011 (Urk. 21) ist diesem Urteil beigeheftet.  

Urteil der Vorinstanz: 

1. Der Beschuldigte ist schuldig 

− der Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB; 

− der mehrfachen Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB; 

− der versuchten Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB i.V.m. Art. 22 

Abs. 1 StGB; 

− der Anstiftung zur Irreführung der Rechtspflege im Sinne von Art. 304 

Ziff.1 Abs. 2 StGB i.V.m. Art. 24 Abs. 1 StGB. 

2. Der Beschuldigte ist der Anstiftung zur Begünstigung im Sinne von Art. 305 

Abs. 1 StGB i.V.m. Art. 24 Abs. 1 StGB nicht schuldig und wird freigespro-

chen. 

3. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu 

Fr. 20.00 (entsprechend Fr. 3'600.00), wovon 44 Tagessätze als durch Haft 

geleistet gelten. 

4. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 4 Jahre 

festgesetzt. 

5. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis vom 15. Dezem-

ber 2011 beschlagnahmten Fr. 550.00 werden definitiv beschlagnahmt und 

zur teilweisen Deckung der Verfahrenskosten verwendet. 

-  3  - 

6. Das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis vom 15. Dezem-

ber 2011 beschlagnahmte Mobiltelefon (Marke Nokia, silber, IMEI-Nr. …; 

Sachkaution Nr. …) wird dem Beschuldigten nach Löschung der gespeicher-

ten Nacktbilder der Privatklägerin auf erstes Verlangen von der Kasse des 

Bezirksgerichts Dietikon herausgegeben. 

7. Der Kantonspolizei Zürich, KIA-ICT, wird der Auftrag erteilt, die auf dem Mo-

biltelefon (Marke Nokia, silber, IMEI-Nr. …; Sachkaution Nr. …) gespeicher-

ten Nacktbilder der Privatklägerin zu löschen und anschliessend der Kasse 

des Bezirksgerichts Dietikon zu retournieren.  

8. Der Beschuldigte wird gemäss seiner Anerkennung verpflichtet, der C._____ 

[Versicherung], …, … [Adresse], Schadenersatz von Fr. 5'627.10 zu bezah-

len. 

9. Der Beschuldigte wird dem Grundsatze nach verpflichtet, der Privatklägerin 

B._____ allfällige zukünftige, im Zusammenhang mit den vorliegend beurteil-

ten Straftaten erwachsende Therapie- und Gesundheitskosten zu vergüten.  

10. Der Beschuldigte wird gemäss seiner Anerkennung verpflichtet, der Privat-

klägerin B._____ Schadenersatz von Fr. 400.00 zuzüglich 5 % Zins ab 

12. Dezember 2010 zu zahlen. Im Mehrumfang wird das Schadenersatzbe-

gehren abgewiesen. 

11. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin B._____ Fr. 1'500.00 

zuzüglich 5 % Zins ab 12. Dezember 2010 als Genugtuung zu bezahlen. Im 

Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen. 

-  4  - 

12. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 2'000.00 ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 450.00   Kosten Kantonspolizei 

Fr. 3'000.00   Gebühr Anklagebehörde 

Fr.     Kanzleikosten 

Fr. 31.95   Auslagen Untersuchung 

Fr. 8'201.80   amtliche Verteidigung 

Fr.         unentgeltliche Rechtsvertretung 
 

13. Die Kosten (Entscheidgebühr, Kosten Kantonspolizei, Auslagen Untersu-

chung, Gebühr Anklagebehörde) werden dem Beschuldigten auferlegt. Die 

Kosten der amtlichen Verteidigung sowie ein Viertel der Kosten der 

unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerschaft werden auf die 

Staatskasse genommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung beim 

Beschuldigten. 

14. Zu drei Vierteln werden die Kosten der unentgeltlichen Vertretung der 

Privatklägerschaft der Privatklägerin auferlegt, jedoch auf die Staatskasse 

genommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung bei der Privatklägerin. 

Berufungsanträge: 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

 (Urk. 71) 

1. Das Urteil sei bezüglich Ziff. 1, 2, 3, 4, 8, 9, 11, 13 aufzuheben. 

2. Ziff. 1, 2, 3, 4, 8, 9, 11, 13 seien durch folgenden Wortlaut zu ersetzen: 

1. Der Beschuldigte ist schuldig der fahrlässigen Körperverletzung. 

2. Der Beschuldigte ist der 

- Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB 

-  5  - 

- mehrfachen Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB 
- versuchten Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB i.V.m. Art. 22 

Abs. 1 StGB 
- Anstiftung zur Irreführung der Rechtspflege im Sinne von 

Art. 304 Ziff. 1 Abs. 2 StGB i.V.m. Art. 24 Abs. 1 StGB 
nicht schuldig und wird freigesprochen. 

3. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 80 Ta-

gessätzen zu Fr. 20.00 (entsprechend Fr. 1600.00), wovon 

44 Tagessätze als durch Haft geleistet gelten. 

4. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit 

auf 2 Jahre festgesetzt. 

… 

8. Ziff. 8 wird aufgehoben. 

9. Ziff. 9 wird aufgehoben. 

… 

11. Ziff. 11 wird aufgehoben. 

… 

13. Die Kosten (Entscheidgebühr, Kosten Kantonspolizei, Auslagen 

Untersuchung, Gebühr Anklagehebörde) werden dem Beschul-

digten auferlegt. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden 

auf die Staatskasse genommen. 

Die Kosten der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerschaft 

werden der Privatklägerin auferlegt, jedoch auf die Staatskasse 

genommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung bei der Privat-

klägerin. 

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b) Der Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis: 

(Urk. 80) 

1. Der Beschuldigte A._____ sei schuldig zu sprechen 

− der Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 StGB; 

− der mehrfachen Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB; 

− der versuchten Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB i.V.m. Art. 22 

Abs. 1 StGB; 

− der Anstiftung zur Irreführung der Rechtspflege im Sinne von 

Art. 304 Ziff. 1 Abs. 2 i.V.m. Art. 24 Abs. 1 StGB. 

2. Der Beschuldigte sei zu einer Freiheitsstrafe von 12 Monaten zu verur-

teilen. 

Eventualiter: Der Beschuldigte sei zu einer Geldstrafe von 300 Ta-

gessätzen zu Fr. 30.– zu verurteilen. 

3. Die Freiheitsstrafe sei im Umfange von 6 Monaten zu vollziehen. Der 

Vollzug der restlichen 6 Monate sei bei einer Probezeit von 4 Jahren 

aufzuschieben. 

4. Die beschlagnahmte Barschaft in der Höhe von Fr. 550.– sei zur De-

ckung der Verfahrenskosten einzuziehen. 

5. Das beschlagnahmte Natel sei einzuziehen und zu vernichten. 

6. Der Beschuldigte sei zu einer angemessenen Zahlung von Schadener-

satz und Genugtuung zu verpflichten. 

-  7  - 

Das Gericht erwägt: 

I. 
 

Prozessuales 

1. Gegen das eingangs im Dispositiv wiedergegebene Urteil des Einzel-

gerichts in Strafsachen des Bezirks Dietikon vom 8. März 2012 meldeten sowohl 

der Beschuldigte mit Eingabe vom 12. März 2012 als auch die Staatsanwaltschaft 

mit Eingabe vom 15. März 2012 sowie die Privatklägerin mit Eingabe vom 

21. März 2012 rechtzeitig Berufung an (Urk. 54, 55 und 58; Art. 399 Abs. 1 StPO). 

Nach Erhalt des begründeten Urteils am 8. August 2012 liess indes nur der Be-

schuldigte am 27. August 2012 fristgerecht seine Berufungserklärung im Sinne 

von Art. 399 Abs. 3 StPO einreichen (Urk. 67/2; Urk. 71); von Seiten der Staats-

anwaltschaft und der Privatklägerin gingen keine Berufungserklärungen ein. Mit 

Präsidialverfügung vom 13. September 2012 wurde der Staatsanwaltschaft und 

der Privatklägerin sodann Frist zur Anschlussberufung angesetzt (Urk. 72). Mit 

Eingabe vom 19. September 2012 erklärte die Staatsanwaltschaft Anschlussberu-

fung und beschränkte diese auf die Strafzumessung und den bedingten Vollzug 

der Strafe (Urk. 74). Die Privatklägerin erhob keine Anschlussberufung. Am 

10. Oktober 2012 (Poststempel) reichte der Beschuldigte das Datenerfassungs-

blatt samt Beilagen zu seinen wirtschaftlichen Verhältnissen beim Obergericht ein 

(Urk. 77/1-11). Anträge auf Beweisergänzung oder Nichteintreten auf die Anklage 

wurden von keiner Seite gestellt. 

2. Im Rahmen seiner Berufungserklärung beantragte der Beschuldigte die 

Aufhebung der Dispositivziffern 1, 2, 3, 4, 8, 9, 11 und 13 des vorinstanzlichen Ur-

teils. Er sei einzig der fahrlässigen Körperverletzung schuldig zu sprechen und mit 

einer Geldstrafe von 80 Tagessätzen zu Fr. 20.– zu bestrafen, wovon 44 Tages-

sätze durch Haft geleistet seien. Der Vollzug der Geldstrafe sei aufzuschieben 

und die Probezeit auf 2 Jahre festzusetzen (Urk. 71, S. 2). 

-  8  - 

2.1. Der Beschuldigte ficht mithin das gesamte Erkenntnis an, mit Ausnah-

me der Entscheide über die Verwendung der bei ihm beschlagnahmten Fr. 550.– 

zur Deckung der Verfahrenskosten (Dispositivziffer 5), die Herausgabe seines be-

schlagnahmten Mobiltelefons nach erfolgter Löschung der darauf gespeicherten 

Nacktbilder der Privatklägerin durch die Kantonspolizei (Dispositivziffern 6 und 7), 

seine Verpflichtung, der Privatklägerin Fr. 400.– Schadenersatz zuzüglich 5 % 

Zins ab dem 12. Dezember 2010 zu bezahlen (Dispositivziffer 10), sowie die Ko-

stenfestsetzung (Dispositivziffer 12). 

2.2. Mit seinem Berufungsantrag Ziffer 2.13 verlangt der Beschuldigte in-

dessen, es seien die Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens (Entscheidgebühr, 

Kosten Kantonspolizei, Auslagen Untersuchung, Gebühr Anklagehebörde) dem 

Beschuldigten aufzuerlegen und die Kosten der amtlichen Verteidigung auf die 

Staatskasse zu nehmen (Urk. 71, S. 2), was exakt der Anordnung im Urteil der 

Vorinstanz entspricht, weshalb diese ebenfalls bereits in Rechtskraft erwachsen 

ist. 

2.3. Mit seinem Berufungsantrag Ziffer 2.13, zweiter Absatz, lässt der Be-

schuldigte weiter verlangen, die Kosten der unentgeltlichen Vertretung der Privat-

klägerschaft seien der Privatklägerin aufzuerlegen, jedoch auf die Staatskasse zu 

nehmen; vorbehalten bleibe eine Nachforderung bei der Privatklägerin (Urk. 71, 

S. 2). Da der Beschuldigte durch die teilweise Auferlegung der erstinstanzlichen 

Kosten der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerin nicht beschwert ist und 

die Privatklägerin die ihr teilweise auferlegten Kosten ihrer unentgeltlichen Vertre-

tung nicht angefochten hat, hat es auch mit dieser Regelung im erstinstanzlichen 

Urteil sein Bewenden. 

3. Mit Beschluss ist somit vorab festzustellen, dass die Dispositivziffern 2, 

5 – 7, 10 und 12 – 13 des vorinstanzlichen Urteils in Rechtskraft erwachsen sind. 

Ferner ist auf die Berufungen der Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis und der Pri-

vatklägerin nicht einzutreten. 

4. Anlässlich der Berufungsverhandlung stellten die Parteien die eingangs 

erwähnten Anträge. 

-  9  - 

5. Die Privatklägerin unterzeichnete am 16. Dezember 2010 fristwahrend 

und formgültig einen Strafantrag gegen den Beschuldigten wegen Drohung und 

Körperverletzung (Urk. 18/1). 

II. 
 

Sachverhalt 

1. Dem Beschuldigten wird zusammengefasst vorgeworfen, er habe am 

12. Dezember 2010, ca. um 17:45 Uhr, der auf dem Beifahrersitz mitfahrenden 

Geschädigten anlässlich einer Autofahrt von D._____ nach E._____ im Rahmen 

einer verbalen Auseinandersetzung vom Fahrersitz aus bewusst, weil er die Ge-

schädigte habe zum Schweigen bringen wollen, völlig unvermittelt mit seiner rech-

ten Hand, mutmasslich zu einer Faust geballt, heftig ins Gesicht gegen die Nase 

geschlagen, so dass umgehend Blut aus der Nase geflossen sei, die Geschädigte 

enorme Schmerzen verspürt und einen Nasenbeinbruch erlitten habe, wobei der 

Beschuldigte diese Folgen seines Schlages in Kauf genommen habe (Urk. 21, 

S. 2 f.). 

1.1. Während der Weiterfahrt nach E._____ habe er auf die inständige Bitte 

der Geschädigten, sie infolge der enormen Schmerzen und des starken Blutens in 

ein Krankenhaus zu fahren, erklärt, dies erst zu tun, wenn sie sich bei ihm ent-

schuldigt und ihn geküsst habe, was sie allerdings nicht getan habe, weshalb der 

Beschuldigte in die Garage seines Clubs "F._____" in E._____ gefahren sei, wo-

bei er der verängstigten Geschädigten weiteres Ungemach angedroht und sie 

damit unter Druck gesetzt habe, sie erneut und erst recht zu schlagen oder sie in 

den Wald zu fahren und "dort sonst etwas" mit ihr zu machen, falls sie ihren Mund 

aufmache, etwas Falsches sage oder ihn anzeige. Diese Drohung habe er durch 

wiederholtes Andeuten erneuter Schläge mit seinem angewinkelten rechten Arm 

in Richtung der Geschädigten unterstrichen. Diese sei aufgrund des Erlebten völ-

lig überfordert gewesen und habe grosse Angst gehabt, der Beschuldigte würde 

seine Drohungen in die Tat umsetzen und sie erneut schlagen, weshalb sie ein-

geschüchtert hingenommen habe, dass er sie nicht ins Spital gefahren, sondern 

nach der Ankunft in besagter Garage angewiesen habe, im Fahrzeug zu warten, 

-  10  - 

bis er einige Arbeiten im Club erledigt und sie sich eine glaubhafte Geschichte für 

den Arzt überlegt habe, wie sie sich ihre Verletzung zugezogen habe, bevor er sie 

schliesslich gegen 22:00 Uhr endlich ins Spital gebracht habe, nachdem sie auf-

grund der grossen Schmerzen und weil sie dringend ins Spital habe gehen wol-

len, eingewilligt habe, dort wahrheitswidrig seine Version anzugeben, wonach sie 

im Club beim Putzen die Treppe runtergefallen sei. Als ihr der diensthabende Arzt 

zu verstehen gegeben habe, ihr Verletzungsbild deute eher auf eine Gewaltein-

wirkung als auf einen Unfall hin, habe sie angesichts der Drohungen des Be-

schuldigten und dessen Anwesenheit bei der ärztlichen Untersuchung auf der ihr 

von diesem vorgegebenen, falschen Version beharrt (Urk. 21, S. 3 f.). 

1.2. Erst drei Tage später habe sich die Geschädigte trotz der erwähnten 

Drohungen aufgerafft, bei der Polizeistation G._____ wegen der Geschehnisse 

vom 12. Dezember 2010 Anzeige gegen den Beschuldigten zu erstatten (Urk. 21, 

S. 4). 

1.3. Nachdem der Beschuldigte von der Anzeige erfahren habe, habe er die 

Geschädigte weiter unter Druck gesetzt mit dem Ziel, dass sie ihre Aussagen als 

unwahr bezeichnen und die Anzeige zurückziehen würde. So habe er sie telefo-

nisch angewiesen, ein ihm vor dem Versand zur Korrektur vorzulegendes Schrei-

ben aufzusetzen und an die Staatsanwaltschaft, die Kantonspolizei sowie an sei-

nen Club zu schicken, wonach sie anlässlich der Anzeigeerstattung eine Falsch-

aussage gemacht, ihn zu Unrecht bezichtigt und sich ihre Verletzung durch einen 

selbstverschuldeten Unfall in seinem Club zugezogen habe. Im Weigerungsfalle 

würde er dafür sorgen, dass sie aus der Schweiz verschwinde, ihre Familie kaputt 

machen, sie wieder schlagen oder ihr sonst etwas antun und vor allem intime Bil-

der von ihr ins Internet stellen, weshalb sie gegen ihren Willen seiner Aufforde-

rung nachgekommen sei, das Schreiben an ihrem Wohnort verfasst und ihm per 

Mail zugesandt habe, bevor sie es nach Vornahme der von ihm geforderten An-

passungen am 29. Dezember 2010 schliesslich per Post an die verlangten Adres-

saten versandt habe (Urk. 21, S. 5). 

1.4. Dies alles habe die Geschädigte aus Angst getan, der Beschuldigte 

könnte seine Drohungen in die Tat umsetzen. Dabei sei dem Beschuldigten klar 

gewesen und er habe beabsichtigt, durch sein Vorgehen die Geschädigte gefügig 

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zu machen und zu veranlassen, sich mit dem Schreiben bei den Strafverfolgungs-

behörden selber wahrheitswidrig einer Straftat zu bezichtigen und dadurch zu-

sätzlich ein Strafverfahren gegen sich in Gang zu bringen, was auch geschehen 

sei (Urk. 21, S. 6). 

2. Die Vorinstanz gelangte zum Ergebnis, dass der Anklagesachverhalt 

insbesondere aufgrund der glaubhaften Aussagen der Geschädigten und der un-

glaubhaften Darstellungen des Beschuldigten sowie aufgrund der Arztberichte, 

des Anzeigerückzugsschreibens und teilweise aufgrund des SMS-Verkehrs zwi-

schen dem Beschuldigten und der Geschädigten anklagegemäss erstellt sei 

(Urk. 70, S. 8 ff.). 

3. Der Beschuldigte bestreitet im Wesentlichen, 

- die Geschädigte eventualvorsätzlich verletzt zu haben, 

- sie vor und nach dem Spitalbesuch weiter bedroht zu haben, 

- vor dem Erhalt des Entschuldigungsbriefes von der Geschädigten und des 

Briefes der Polizei von der Anzeige durch die Geschädigte gewusst zu ha-

ben, 

- dass er Druck auf die Geschädigte ausgeübt habe, um den Rückzug der 

Anzeige zu erreichen, 

- dass er ihr gedroht und Angst gemacht habe. 

Ferner macht er geltend, 

- dass die Geschichte mit dem Treppensturz nicht seine Idee gewesen sei, 

- dass er gar nicht mit dem Computer umgehen könne, 

- dass die Geschädigte alles, was sie getan habe, freiwillig getan habe, 

- dass die Nase der Geschädigten durch die frühere Operation geschwächt 

gewesen sein müsse. 

3.1. Da sich die Anklage und das vorinstanzliche Urteil im Wesentlichen auf 

die Aussagen der Geschädigten stützen und an objektiven Beweismitteln nur die 

Arztberichte (Urk. 5/4; Urk. 5/6), die SMS-Gesprächstexte über den begrenzten 

Zeitraum vom 13. bis zum 16. Dezember 2010 (Urk. 6/4) sowie die verschiedenen 

Versionen des Briefes "Anzeigerückerstattung" vom 24. Dezember 2010 (Urk. 1/4; 

Urk. 1/9; Urk. 8/1) vorliegen, ist daher auch im Lichte der vorbestehenden Bezie-

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hung zwischen dem Beschuldigten und der Geschädigten unter Einbezug der po-

lizeilichen Befragung des Notarztes vom 5. Dezember 2011 (Urk. 4/1) näher auf 

deren Aussagen einzugehen und der der Anklage zu Grunde liegende Sachver-

halt nach den allgemein gültigen Beweisregeln zu prüfen. 

3.2. Das Gericht legt gemäss Art. 10 Abs. 2 StPO seinem Urteil denjenigen 

Sachverhalt zu Grunde, den es aus seiner freien, aus der Hauptverhandlung und 

aus den Untersuchungsakten geschöpften Überzeugung als verwirklicht erachtet. 

Ist der Beschuldigte nicht geständig und äussert er andere Sachverhaltsdarstel-

lungen, als sich durch die übrigen Beweismittel und Indizien ergeben, so ist nach 

dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung aufgrund der Aussagen und aller in 

Betracht fallenden Umstände zu prüfen, ob der nicht mit Sicherheit feststehende 

Sachverhalt als gegeben erachtet werden kann (ZR 72 Nr. 80). Dabei sind an den 

Nachweis von Täterschaft und Schuld hohe Anforderungen zu stellen. Ein 

Schuldspruch darf nur dann erfolgen, wenn die Schuld des Beschuldigten mit hin-

reichender Sicherheit erstellt ist, mit anderen Worten, wenn Beweise dafür vorlie-

gen, dass der Beschuldigte mit seinem Verhalten objektiv und subjektiv den ihm 

zur Last gelegten Straftatbestand verwirklicht hat. Das Gericht muss eine persön-

liche Gewissheit hinsichtlich der Tatschuld erhalten. Nicht ausreichend ist, wenn 

die vorliegenden Beweise zwar objektiv klar auf eine Schuld des Beschuldigten 

hindeuten, das Gericht aber persönlich nicht zu überzeugen vermögen. Dabei 

kann jedoch nicht verlangt werden, dass die Tatschuld gleichsam mathematisch 

sicher und unter allen Aspekten unwiderlegbar feststeht. Eine bloss theoretische, 

entfernte Möglichkeit, dass der wirkliche Sachverhalt anders sein könnte, genügt 

nicht, um einen Freispruch zu begründen. Es muss genügen, wenn vernünftige 

Zweifel an der Schuld des Beschuldigten ausgeschlossen werden können. Hinge-

gen ist irrelevant, ob das Gericht tatsächlich zweifelt, denn massgebend ist, ob bei 

einer objektiven Betrachtungsweise solche Zweifel angebracht gewesen wären. 

Wenn sich das Gericht nach Erschöpfung aller Erkenntnisquellen weder von der 

Existenz noch von der Nichtexistenz der beweisbedürftigen Tatsachen zu über-

zeugen vermag, ist nach dem in Art. 10 Abs. 3 StPO festgehaltenen Grundsatz "in 

dubio pro reo" von der für den Beschuldigten günstigeren Sachlage auszugehen 

(SCHMID, Handbuch des Schweizerischen Strafprozesses, Zürich/St. Gallen 2009, 

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N 227; SCHMID, Schweizerische Strafprozessordnung, Praxiskommentar, Zü-

rich/St. Gallen 2009, Art. 10 N 10). 

3.3. Zu diesem Zweck ist vorab eine Zusammenfassung der umfangreichen 

Befragungen des Beschuldigten und der Geschädigten sowie jener des Notarztes 

vorzunehmen: 

3.3.1. In seiner ersten polizeilichen Befragung vom 4. Januar 2011 hatte der 

Beschuldigte zunächst gänzlich in Abrede gestellt, tätlich gegen die Geschädigte 

geworden zu sein, ihr gedroht oder sie genötigt zu haben. Er machte im Wesentli-

chen geltend, die Geschädigte habe eine falsche Anzeige gegen ihn erstattet, um 

dadurch zu Geld zu kommen. Sie lüge. Sie sei die Treppe heruntergefallen und 

habe sich dabei an der Nase verletzt. Er habe sie an diesem Tag nicht in D._____ 

abgeholt. Später habe er sie von E._____ ins Spital gefahren (Urk. 2/1, S. 2 ff.). 

3.3.2. Anlässlich seiner untersuchungsrichterlichen Hafteinvernahme vom 

9. November 2011, mithin rund 11 Monate nach dem Vorfall, gab der Beschuldig-

te im Wesentlichen zu Protokoll (Urk. 2/2, S. 2 ff.), es stimme nicht, dass er der 

Geschädigten am 12. Dezember 2010, ca. um 17:45 Uhr, im Rahmen einer ver-

balen Auseinandersetzung während einer Autofahrt einen Faustschlag ins Ge-

sicht verpasst und ihr dadurch die Nase gebrochen habe. Sie habe ihm erklärt, im 

Club "F._____" die Treppe runtergefallen zu sein. Er habe sie dann ins Spital und 

danach nach Hause gebracht. Er meine, sie habe eine Nasenkorrektur gemacht 

und Plastik in der Nase. Genau dort habe sie sich wieder verletzt. Es stimme auch 

nicht, dass er sie nach dem Spitalbesuch weiter bedroht habe. Er wisse, dass er 

sie auch noch von einem späteren Arztbesuch von H._____ nach Hause gebracht 

habe. Sie habe den Brief geschickt und sich auch mündlich bei ihm entschuldigt. 

Sie wisse selber nicht, wieso sie ihn angezeigt habe. Es stimme, dass sie über ein 

paar Monate bis zu diesem Vorfall eine intime Beziehung gehabt hätten. Vor dem 

Erhalt des Entschuldigungsbriefes von der Geschädigten und des Briefes der Po-

lizei habe er nichts gewusst von der Anzeige. Nein, er habe die Geschädigte nie 

darum gebeten, die Anzeige zurückzuziehen. Auf Vorhalt seines SMS vom 

14. Dezember 2010, 15:32:07 Uhr, räumte der Beschuldigte dann allerdings erst-

mals ein, dass er der Geschädigten geschrieben habe, sie solle sagen, dass sie 

gestürzt sei. Es sei aber nur darum gegangen, was die Versicherung decke und 

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was nicht (Urk. 2/2, S. 9 f.). Er habe ihr gesagt, dass die Beziehung aufhören 

müsse. Er könne sich nicht daran erinnern, dass die Geschädigte ihm gesagt ha-

be, es sei vorbei. Im Weiteren blieb der Beschuldigte bei seiner bisherigen Dar-

stellung und seinen Bestreitungen (Urk. 2/2, S. 14 ff.). Er könne sich wirklich nicht 

mehr erinnern, wann er das erste Mal von der Anzeige erfahren habe. Auf dem 

Brief sei die Geschädigte als Verfasserin aufgeführt. Wie es zu diesem Schreiben 

gekommen sei, wisse er nicht. Er habe die Geschädigte zu 100 % nicht angewie-

sen, dieses Schreiben aufzusetzen. Es stimme nicht, dass er deswegen Druck 

aufgesetzt und der Geschädigten gedroht und sie dazu gezwungen habe. Beim 

Durchlesen des Briefes scheine ihm deutlich, dass sie lüge. 

3.3.3. Am 10. November 2011 gab der Beschuldigte in der ersten Anhörung 

der Zwangsmassnahmenrichterin zu Protokoll (Urk. 12/9, S. 1 ff.), er werde Fol-

gendes sagen: Alle Aussagen seien falsch, und er wolle gerne die Wahrheit erklä-

ren. Einen Tag vorher habe er im "F._____" eine Party gehabt. Die Geschädigte 

sei auch dort gewesen. Am nächsten Tag sei ein Reinigungstag gewesen. Die 

Geschädigte habe sich freiwillig gemeldet, dass sie ihm helfe. Dann sei er um 

Viertel vor sechs zu ihr und habe ihr gesagt, dass er sie von D._____ abhole. 

Dann sei er gekommen, und die Geschädigte sei später gekommen und ins Auto 

gestiegen. Sie habe sofort mit ihm zu streiten begonnen und ihn beschimpft. Er 

sei ruhig gewesen und habe sie gefragt, ob sie sich beruhigen könne. Er habe ihr 

gesagt, dass sie freiwillig gekommen sei, und sie gebeten, dass sie aufhöre. Er 

wisse nicht, welche Gründe sie gehabt habe. Sie störe seine Familie und sein Le-

ben. Sie habe weiter geredet und mit den Händen gefuchtelt. Sie sei so nahe ge-

kommen, dass sie beinahe das Lenkrad genommen und sie beinahe von der 

Strasse abgekommen seien. Er habe sie während der Fahrt vom Lenkrad wegge-

drückt. Sie habe auf der Nase eine kleine Verletzung gehabt und geweint und ge-

jammert. Sie habe ihn geschüttelt und gefragt, weshalb er das gemacht habe. 

Dass die Geschädigte ihm gesagt habe, sie sei die Treppe heruntergefallen, sei 

alles falsch, auch seine Aussage. Er sei zu dieser Zeit in ärztlicher Behandlung 

gewesen. Jetzt sage er die Wahrheit. Er entschuldige sich. Die Geschädigte habe 

geblutet, aber nicht aufgrund eines Faustschlages. Auf den Vorhalt, die Staats-

anwaltschaft werfe ihm vor, die Geschädigte unter Druck gesetzt und ihr gedroht 

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zu haben, gemeinsame Fotos ins Internet zu stellen, fuhr der Beschuldigte weiter 

(Urk. 12/9, S. 3), er habe gesehen, dass sie eine kleine Verletzung gehabt habe. 

Er habe sie gefragt, ob sie nach Hause oder mit ihm weiter mitfahren wolle. Er 

habe ihr gesagt, falls sie ihn weiterhin während der Fahrt störe, werde sie be-

kommen, was sie verdiene. Sie sei freiwillig mit ihm mitgekommen. Sie seien wei-

ter nach E._____ gefahren und hätten gestritten. In E._____ sei er in die Garage 

gefahren. Dann habe er sie gefragt, ob sie ins Spital möchte oder nach oben mit-

kommen wolle. Sie habe im Auto bleiben wollen und dass er sie ins Spital bringe. 

Er habe heisses Wasser und einen Lappen für sie geholt und anschliessend seine 

Arbeit gemacht. Nach seiner Arbeit habe er sie ins Spital gebracht. In der Zwi-

schenzeit habe sie im Auto diverse Schäden verursacht. Hätte sie Angst gehabt, 

hätte sie keine CDs zerkratzt und Dinge zerbrochen. Das Auto sei offen gewesen, 

damit sie nach draussen hätte gehen können. Als er sie geschubst habe, sei es 

nicht seine Absicht gewesen, sie zu verletzen, sondern die Situation zu beruhi-

gen. Nach dem Spitalbesuch habe er sie nach Hause gebracht. Ein paar Tage 

später habe er sie von einem weiteren Arztbesuch nach Hause gefahren. 

3.3.4. Zu Beginn der staatsanwaltschaftlichen Befragung vom 15. November 

2011 erklärte der Beschuldigte, er habe einen Brief geschrieben, da er umgehend 

mit der Staatsanwältin sprechen und möglichst schnell einen Anwalt wolle. Er wol-

le möglichst schnell entlassen werden. Er entschuldige sich für seine Falschaus-

sage (Urk. 2/4, S. 1 f.). Weiter gab er zu Protokoll, die Geschädigte sei damals im 

Zentrum von D._____ schon depressiv, nervös bzw. hässig in sein Auto gestie-

gen, ohne "guten Tag" oder "guten Morgen" zu sagen, und habe angefangen, auf 

das Handschuhfach zu schlagen. Er sei schon am Fahren gewesen. Sie sei mit 

ihren Händen in der Nähe des Lenkrades gewesen, weswegen er sie aus Sicher-

heitsgründen mit der rechten Hand vom Lenkrad weggestossen habe. Durch den 

Stoss habe er wahrscheinlich ihre Hände weggestossen. Sie habe vielleicht einen 

Ring an den Händen getragen. Er habe nämlich gesehen, dass sie sich an der 

Nase äusserlich etwas gekratzt habe. Wie gut ihre Nase vorher gewesen sei, wis-

se er nicht. Nach dem Stoss habe die Nase geblutet, aber normal ausgesehen. 

Später habe die Geschädigte ihm dann erzählt, dass sie vorher eine Operation 

gehabt habe. Er habe es aus Sicherheitsgründen getan und würde sagen, es sei 

-  16  - 

nicht mit der Faust, sondern der offenen Hand gewesen. Vielleicht sei es aber 

auch seine Hand gewesen, welche ihre Faust gegen ihr Gesicht geschlagen ha-

be. Er könne sich nicht genau erinnern. Auf Frage, ob er zugebe, dass er die Ge-

schädigte mit der rechten Hand ins Gesicht geschlagen habe, meinte er (Urk. 2/4, 

S. 4), er könne sagen, dass er sie mehr gestossen als geschlagen habe. Seiner 

Meinung nach sei es nicht möglich, dass er ihr die Nase gebrochen habe. Die 

Röntgenbilder habe er nicht gesehen. Er habe selber den Ellbogen operiert und 

deswegen immer Schmerzen. Die Geschichte mit dem Treppensturz sei die Idee 

der Geschädigten gewesen. Sie habe dies im Spital E._____ ohne sein Wissen 

so erzählt. Ihm habe sie dies erst auf dem Rückweg vom Spital erzählt. Auf den 

Vorhalt, dies hätte er bereits vor einer Woche erzählen können, entschuldigte sich 

der Beschuldigte. Mit dem Stoss habe er die Geschädigte auch zum anständig 

Reden anhalten wollen. Er wolle aus der Haft entlassen werden. 

3.3.5. In seiner staatsanwaltschaftlichen Befragung vom 30. November 2011 

gab der Beschuldigte zu den Aussagen der Geschädigten im Wesentlichen zu 

Protokoll (Urk. 2/5, S. 1 ff.), es gebe schon Sachen, wo er Kommentare abgeben 

könnte, aber er wolle dies nicht. Er wolle sich bei der Geschädigten für alles und 

bei der Staatsanwältin für die falschen Aussagen entschuldigen. Der Fehler, der 

gewesen sei, sei gewesen. Er wolle sein Leben weiter planen. Er habe einen 

grossen Geschäftsschaden und Familienprobleme. Er habe eine neue Arbeitsstel-

le bekommen und müsse den Vertrag unterschreiben. Er bitte darum, freigelassen 

zu werden. Auf Nachfrage, wofür genau er sich bei der Geschädigten entschuldi-

gen wolle, erklärte der Beschuldigte, er habe sie geschoben oder geschlagen im 

Auto. Es sei beides falsch. Er wolle sich dafür entschuldigen, ohne Details. Auf 

Frage, ob er anerkenne, der Geschädigten die Nase gebrochen zu haben, erklär-

te er, die Bilder nie gesehen zu haben. Er wisse nicht, ob er der Geschädigten die 

Nase gebrochen habe. Er habe die Geschädigte geschoben. Er habe ein Problem 

mit dem rechten Arm, er meine, sie müsste eine schwache Nase haben. Das, was 

im Auto passiert sei, habe er falsch gemacht. Er wisse nicht, was er sonst noch 

falsch gemacht habe. Vielleicht hätte er die Geschädigte etwas früher ins Spital 

bringen können. Er müsse ehrlich sagen, die Geschädigte habe den Brief kreiert. 

Sie habe ihm diesen dann geschickt, so wie sie es gesagt habe. Sie habe es so 

-  17  - 

geschrieben, und sie hätten sich darauf geeinigt. Er sehe es nicht als Druck auf 

die Geschädigte an. Er würde gerne nach Hause gehen und nie mehr Kontakt mit 

der Geschädigten haben. Er entschuldige sich nochmals bei ihr. 

3.3.6. Anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Schlusseinvernahme vom 

14. Dezember 2011 erklärte der Beschuldigte auf Vorhalt von Anklagesachverhalt 

Ziff. 1. (Urk. 2/6, S. 2), das sei in seinem Auto geschehen. Das werde in seinem 

Leben nie wieder geschehen. Ihn würde noch interessieren, ob da stehe, in wel-

cher Position die Geschädigte in diesem Moment gewesen sei. Ja, er anerkenne 

diesen Sachverhalt vollumfänglich. 

3.3.6.1. Es treffe auch zu, dass er die Geschädigte nicht umgehend ins Spi-

tal gebracht habe, sondern zuerst in den Club gefahren sei und sich dort eine 

Weile aufgehalten habe. Es stimme nicht, dass er sie massiv unter Druck gesetzt 

und von ihr verlangt habe, sie müsse ihn küssen und sich entschuldigen, ansons-

ten er sie nicht ins Spital fahre. Er habe ihr auch nicht erneut Schläge angedroht 

oder zu solchen ausgeholt, falls sie irgendwo etwas Falsches erzählen würde. Sie 

hätten normal geredet. Er habe gar nicht gedacht, dass die Nase gebrochen sein 

könnte, andernfalls er sie wahrscheinlich sofort ins Krankenhaus gebracht hätte. 

Es sei in ihrer Mentalität, dass sie mit den Armen und Händen sprächen. Dies ha-

be auch die Geschädigte getan. Es habe ihm leid getan, als er gesehen habe, 

dass Blut geflossen sei. Sein Ziel sei gewesen, seine Arbeit zu Ende zu bringen. 

Er habe gedacht, sie habe nur Nasenbluten (Urk. 2/6, S. 3 f.). Unterwegs habe sie 

ihn danach gefragt, sie ins Spital zu bringen. 

3.3.6.2. Dass die Geschädigte erzählt habe, sie sei die Treppe runterge-

stürzt, sei deren Entscheidung gewesen. Er habe sie nicht beeinflusst. Vielleicht 

habe sie sich Gedanken darüber gemacht, was sie ihren Eltern sagen würde. Auf 

Vorhalt von Anklagesachverhalt Ziff. 2. meinte der Beschuldigte, dies stimme alles 

nicht. Vielleicht habe sie es nicht gehört, aber er habe sich mehrmals bei ihr ent-

schuldigt. Er sei in die Garage gefahren wegen seiner Arbeit und habe gar nicht 

darüber nachgedacht, dass sie schwer verletzt sei. Sie hätten unterwegs die gan-

ze Zeit darüber gesprochen und auch dass es ihnen beiden leid getan habe, dass 

so etwas geschehen sei. Er habe der Geschädigten angeboten, mit in den Club 

zu kommen. Sie habe jedoch im Auto bleiben wollen. Die Geschädigte habe keine 

-  18  - 

Angst gehabt, ansonsten sie nicht 12 CDs und mehrere Kugelschreiber zerbro-

chen hätte. Als er in die Garage zurückgekommen sei, habe er sie sofort ins Spi-

tal gebracht (Urk. 2/6, S. 5 ff.). 

3.3.6.3. Auf Vorhalt des Anklagesachverhalts betreffend Nötigung (Ziff. 3.) 

gab der Beschuldigte erstmals zu Protokoll (Urk. 2/6, S. 9 ff.), die Geschädigte 

habe ihm zwei Briefe geschrieben. In einem handschriftlichen, den sie persönlich 

beim Club eingeworfen habe, habe sie sich ihm gegenüber für alles entschuldigt. 

Es könne sein, dass er diesen Brief noch habe, auf dem sie unterschrieben habe. 

Später sei dann diese "Anzeigerückerstattung" gekommen. Dies sei die Wahrheit. 

Er werde sich bemühen, diesen Brief zu finden. Er könne sich nicht mehr genau 

daran erinnern, wann er von der Anzeigeerstattung durch die Geschädigte erfah-

ren habe. Ausser der Geschädigten und ihm wisse niemand Bescheid über ihre 

"unschönen Angelegenheiten". Er habe mit niemandem darüber gesprochen 

(Urk. 2/6, S. 11). Sein Sohn habe schon von der Beziehung von ihm und der Ge-

schädigten gewusst, auch früher. Der Anklagevorwurf stimme nicht (Urk. 2/6, 

S. 13). Er habe keinen Druck auf die Geschädigte ausgeübt. Ja, solche Nacktbil-

der der Geschädigten seien noch auf seinem Telefon. Er habe dies gar nicht be-

achtet. Das bedeute ihm nicht viel. Er könne mit dem Computer nicht umgehen. 

Sie hätten diese Bilder gemeinsam bei der Geschädigten zu Hause auf dem In-

ternet angeschaut. Es sei nicht sein Wunsch gewesen, diese Fotos ins Internet zu 

stellen. Die Geschädigte habe mehrmals gesagt, dass sie eine Anzeige gegen ihn 

machen würde. Aber das erste, was er gesehen habe, sei die "Anzeigerückerstat-

tung". Es sei so, dass sie über alles gesprochen hätten, aber er habe keinen 

Druck auf die Geschädigte ausgeübt (Urk. 2/6, S. 17). Die Geschädigte habe frei-

willig getan, was sie getan habe. 

3.3.7. Anlässlich der Anhörung bei der Zwangsmassnahmenrichterin vom 

5. Dezember 2012 erklärte der Beschuldigte (Urk. 12/33, S. 2 ff.), er habe nichts 

mehr zu sagen, er akzeptiere, was die Geschädigte gesagt habe. Auf Frage, was 

genau er akzeptiere, meinte er, er wisse es nicht genau. Nach Rücksprache mit 

seiner Rechtsvertreterin fügte er an, er akzeptiere das, was gewesen sei, wo er 

geschlagen und die Geschädigte an der Nase geblutet habe. Ja, er gebe zu, die 

Geschädigte mit der Faust ins Gesicht geschlagen zu haben. Ja, so wie die Rönt-

-  19  - 

genbilder zeigten, akzeptiere er, dass dieser Schlag der Geschädigten die Nase 

gebrochen habe. Den Brief hätten sie zusammen abgemacht. Dies sei keine Er-

pressung gewesen. Es stimme, die Geschädigte sei nach dem Schlag ungefähr 

eine Stunde im Auto gewesen, sicher nicht länger als zwei Stunden. Aber er ak-

zeptiere, wenn man die Zeitspanne vom Schlagen bis sie im Spital in E._____ 

gewesen sei, betrachte. Er habe nicht gedroht; sie hätten zusammen normal dar-

über geredet, was passiert sei. Er habe bei der Geschädigten keine Angst gese-

hen. Auf die Frage, ob die Geschädigte eingeschüchtert gewesen sei, meinte er, 

ja, sie habe geweint. Er sei auch traurig gewesen. Nein, er habe sie nicht unter 

Druck gesetzt, als er gehört habe, dass sie zur Polizei gegangen sei. Auch mit 

weiteren Schlägen habe er nicht gedroht. Auf Frage, ob er gedroht habe, intime 

Fotos im Internet zu veröffentlichen, meinte er, die Geschädigte habe diese Fotos 

selber auch gehabt. Er wisse nicht, ob sie aus Angst vor ihm mehrere Schreiben 

an die Polizei, die Staatsanwaltschaft und seinen Arbeitsort verfasst habe. Von 

ihm seien diese Schreiben nicht. Sie habe ihm einen Brief geschrieben. Sie habe 

ihm gemeldet, dass sie Anzeige erstattet habe, und sich bei ihm entschuldigt. Sie 

habe in diesem Brief gelogen. Wahrscheinlich habe sie die falsche Auskunft 

schon im Spital gegeben, um es ihrer Familie erklären zu können. Er wisse nicht 

mehr, ob sie ihm einen Brief zum Lesen per Mail oder per Telefon mitgeteilt habe, 

aber sie habe dies geschrieben. Er habe zu Beginn der Untersuchung gelogen, 

da sie im Spital eine falsche Aussage abgegeben habe. Sie sei die Treppe herun-

tergefallen. Dies sei ihre Idee gewesen, nicht seine. Auf dem Rückweg vom Spital 

habe sie ihm dies gesagt. Daher habe er einen falschen Weg eingeschlagen. Er 

wisse nicht mehr genau, ob er mit der Faust geschlagen habe. Er könne sich nicht 

daran erinnern. Es sei einfach passiert. 

3.3.8. Anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung vom 6. März 2012 

gab der Beschuldigte rund 15 Monate nach dem Vorfall im Wesentlichen zu Pro-

tokoll (Urk. 46, S. 2 ff.), seine Einstellung sei, dass er sich gewehrt habe. Die Ge-

schädigte habe ihn als erstes an der rechten Schulter berührt. Er habe Angst ge-

habt, dass sie das Lenkrad berühre. Als Reaktion darauf habe er sie wegge-

schubst. Es habe sich herausgestellt, dass er sie in diesem Moment geschlagen 

habe. Er habe dies nicht gewollt. Es sei nicht bewusst, während der Autofahrt, 

-  20  - 

gewesen. Er habe nicht geschaut, wohin seine Armbewegung gegangen sei. Es 

habe nicht stark sein können, da er seine rechte Hand operiert hätte. Zuerst hät-

ten sie gestritten. Die Geschädigte habe dann gemerkt, dass er nicht auf sie rea-

giert und geradeaus geschaut habe. Sie habe sich ihm auf Augenhöhe genähert 

und ihn dann geschubst. Sie sei nicht zufrieden gewesen, dass er ihr keine Auf-

merksamkeit geschenkt habe. Darum habe sie ihn an der rechten Schulter be-

rührt. Auf diese Bewegung habe er reagiert. Er habe es eilig gehabt, um zur Ar-

beit zu gelangen. Es sei eine Art "hau ab" oder "sitz ruhig" gewesen, damit er fah-

ren könnte. Es sei Blut aus ihrer Nase geflossen, und sie habe ein Taschentuch 

gesucht, das sie sich dann an die Nase gehalten habe. Er habe sie geschlagen, 

weil sie ihn beim Fahren gestört habe. Den Nasenbeinbruch habe er nicht in Kauf 

genommen. Er habe nicht gedacht, dass er sie geschlagen habe. Er habe ge-

dacht, er habe sie weggeschoben. Auf dem Weg nach E._____ habe die Ge-

schädigte gar nicht verlangt, ins Spital gefahren zu werden. Im Parkhaus habe sie 

nicht aussteigen und nach oben kommen wollen, da sie nicht mit ihm zusammen 

habe gesehen werden wollen, was er akzeptiert habe. Nachdem die Arbeit erle-

digt gewesen sei, habe er gesehen, dass sie CDs kaputtgemacht und Kugel-

schreiber zerbrochen habe. Als er aus der Tiefgarage gefahren sei, habe sie ihn 

gebeten, sie ins Krankenhaus zu fahren. Da alles normal ausgesehen habe, habe 

er gefragt, weshalb. Als sie nochmals den Wunsch geäussert habe, habe er sie 

dorthin gebracht. Dort sei sie mit dem Arzt zur Untersuchung gegangen. Was sie 

dem Arzt erzählt habe, habe er nicht mitbekommen. Dies habe sie ihm erst auf 

dem Rückweg erzählt. Er habe von ihr wissen wollen, weshalb sie nicht die 

Wahrheit gesagt habe, worauf sie gesagt habe, er solle sich an diese Version hal-

ten. Auf dem Rückweg habe sie ihm auch gesagt, dass sie schon eine Operation 

an der Nase gehabt habe. Darum habe sie zur ärztlichen Kontrolle gehen wollen. 

Er habe gedacht, es sei gar keine Verletzung gewesen und er habe sie nur an der 

Nasenspitze erfasst. Diese Verletzung sei ihm heute noch unklar; auch weshalb 

sie vier Stunden im Auto gewartet habe und nicht von sich aus ins Spital gegan-

gen sei. Das Krankenhaus sei 200 Meter vom Fahrzeug entfernt gewesen. Die 

Geschädigte habe maximal 1 ½ Stunden im Auto gesessen, bis seine Arbeit fertig 

gewesen sei. 

-  21  - 

Zuerst habe sie den handschriftlichen Brief durch die Gittertüre in den Club 

geworfen. Danach habe sie ihn informiert, dass sie ihn bei der Polizei angezeigt 

habe, und sie habe sich persönlich bei ihm entschuldigt. Sie habe ihn telefonisch 

darüber unterrichtet. Er habe nicht darauf reagiert, und es habe ihn auch nicht in-

teressiert. Er habe sie gefragt: "Wie kannst Du mich anzeigen, wenn Du mich als 

erstes an der Schulter geschubst hast und mich bei der Fahrt gestört hast? Was 

sagst Du dazu?". Und so habe ihr Telefongespräch geendet. Sie habe dann die-

sen Brief geschrieben und ihm per E-Mail geschickt, und sie hätten dann das na-

türlich zusammen korrigiert. Und so habe sie das abgeschickt. Es habe da keinen 

Druck gegeben. Es sei ihr Wunsch gewesen. Auf die Frage, weshalb die Geschä-

digte andere Aussagen gemacht habe, meinte der Beschuldigte (Urk. 46, S. 7), er 

wisse, dass die Geschädigte eine finanzielle Krise gehabt habe. Vielleicht habe 

sie zu Geld kommen wollen. Er wisse es wirklich nicht. 

3.3.9. Die Geschädigte erklärte anlässlich ihrer ersten polizeilichen Befra-

gung am Tag ihrer Anzeige vom 15. Dezember 2010, mithin drei Tage nach dem 

Vorfall, im Wesentlichen (Urk. 3/1, S. 1 ff.), es sei ca. um 17:30 Uhr auf der …-

Strasse in I._____. gewesen, als der Beschuldigte ihr im fahrenden Fahrzeug den 

Schlag versetzt habe, nachdem er sie ca. um 17:15 Uhr bei ihr zuhause abgeholt 

habe. Sie hätten gemeinsam nach E._____ in seinen Club fahren wollen. Ins Spi-

tal sei sie schliesslich gegen 22:00 Uhr gekommen. Ca. um 23:30 bis 00:00 Uhr 

habe er sie nach Hause gefahren. Der Beschuldigte habe sofort angefangen zu 

fragen, weshalb es vorbei sein solle, nachdem sie ihm zuvor ein SMS gesandt 

habe, in dem sie sich beschwert habe, nicht mehr in seinem Club arbeiten zu wol-

len, und dass es vorbei sei. Wenn er mit ihr sprechen wolle, solle er zu ihr kom-

men. Sie sei mit dem Wochenende nicht einverstanden gewesen. Sie habe ihm 

gerade mitteilen wollen, was ihr daran nicht gefallen habe, als völlig unerwartet 

die Faust gekommen sei. Der Beschuldigte habe ihr die Faust ins Gesicht ge-

schlagen, während er sein Fahrzeug in Richtung Autobahn gelenkt habe. Sie sei 

völlig perplex gewesen, habe sich die Nase gehalten und ihn gefragt, ob er ver-

rückt sei, da ihre Nase zu bluten angefangen habe. Er habe ihr ein Taschentuch 

verweigert und sie nicht ins Spital bringen wollen. Er würde ihr zeigen, wie man 

sich benehme. Er habe zuerst sprechen und sie nirgendwohin bringen wollen. Sie 

-  22  - 

solle ihm zuerst einmal danken und ihm einen Kuss geben dafür. Sie habe jedoch 

heftig geweint und sei fast ausgerastet vor lauter Schmerz. Er habe verlangt, dass 

sie mit Weinen aufhöre, ansonsten er sie in den Wald bringen würde. Irgendwo in 

D._____ habe er das Fahrzeug verlassen und ein nasses, rotes Badetuch ge-

bracht, mit dem sie sich, ihre Klamotten und das Fahrzeug putzen sollte. Erst 

dann würde er sie ins Spital bringen. Dann seien sie weiter in Richtung E._____ 

gefahren. Sie habe ihm gesagt, er sei ein Verrückter. Sie kenne ihn so gar nicht. 

Sie würde ihn anzeigen, weil er sie grundlos geschlagen habe. Er habe nur ge-

lacht. Sie habe ihm entgegnet, dass sie ihn nicht mehr sprechen wolle, da ihre 

Nase vermutlich gebrochen sei. Er habe gewusst, dass ihre Nase operiert gewe-

sen sei. Sie habe ihn wiederholt darauf aufmerksam gemacht, dass er sie ins 

Krankenhaus fahren solle. Vor lauter Schmerz sei sie bewusstlos geworden. Als 

sie wieder zu sich gekommen sei, hätten sie sich im Parkhaus in E._____ befun-

den. Er habe ihr gesagt, dass sie geschlafen habe. Sie solle hier warten. Nachher 

würde er sie ins Spital bringen. Dies habe er aber erst zwei bis drei Stunden spä-

ter gemacht. Er habe ihr noch einen Kübel Wasser gebracht und gesagt, sie solle 

sich eine schöne Geschichte für das Krankenhaus ausdenken. Mit dem Wasser 

habe er dann sein Fahrzeug geputzt. Ihr Gesicht sei bereits stark angeschwollen 

gewesen. Anschliessend habe er ihren Sitz etwas nach hinten gestellt und ver-

langt, dass sie noch etwas schlafe. Sie habe immer wieder wiederholt, dass er ein 

Psychopath sei und sie ins Krankenhaus wolle. Er habe nur gelacht und gesagt, 

dass sie sich dies selber zugefügt habe, weil sie ihn dazu gebracht habe. Ca. um 

22:00 Uhr habe er sie schliesslich ins Spital gefahren und sie während der Fahrt 

gefragt, was sie sich ausgedacht habe. Sie habe ihm gesagt, dass sie erzählen 

würde, von der Treppe gefallen zu sein. Anschliessend sei sie von einem Arzt un-

tersucht worden. Der Beschuldigte sei auch anwesend gewesen. Sie habe ihm 

die Geschichte mit der Treppe aufgetischt. Der Arzt habe sie anschliessend noch 

genauer untersucht und röntgen lassen. Dann habe er sie damit konfrontiert, dass 

er ihr aufgrund des Verletzungsbildes nicht glaube. Anschliessend habe der Be-

schuldigte sie nach Hause gebracht. Dabei habe er ständig gesagt, sie tue nur so, 

wie wenn sie die Nase gebrochen hätte. Er habe ihr Fr. 100.-- gegeben, damit sie 

Medikamente kaufen könne. Er habe ihr auch gesagt, dass er sie lieben würde. 

-  23  - 

Sie habe geantwortet, dass er für sie gestorben sei. Später habe sie ihn einmal 

angerufen und gesagt, er solle dafür gerade stehen, dass er ihr die Nase gebro-

chen habe. Er wolle dies jedoch nicht, weshalb sie ihn anzeige. 

Nach dem plötzlichen Schlag habe sie sich sofort ins Gesicht gegriffen, weil 

dieses unheimlich geschmerzt und sie gespürt habe, wie Blut aus der Nase ge-

ronnen sei. Wo und für wie lange sie bewusstlos geworden sei, wisse sie nicht 

mehr. Sie habe um sich herum alles hören können, aber sie wisse es nicht. Sie 

sei erst wieder zu sich gekommen, als sie in E._____ parkiert hätten. Sie sei im 

Fahrzeug geblieben, bis er sie ins Krankenhaus gebracht habe. Sie habe vor lau-

ter Schmerzen gar nicht richtig gehen können. Ihr sei übel gewesen, und sie habe 

schlafen wollen. Er habe sie zwei Stunden im Fahrzeug gelassen, ihr das Aus-

steigen aber nicht verweigert, sondern einfach erklärt, sie solle nirgendwo hinge-

hen, er würde kommen und sie ins Spital bringen. Sie hätte schon weggehen 

können, habe aber kein Guthaben auf dem Handy und kein Geld dabeigehabt und 

sei nicht wintertauglich gekleidet gewesen. Sie habe die ganze Zeit verlangt, dass 

er sie ins Krankenhaus bringe. Er habe zuerst seine Arbeit erledigen wollen. Sie 

sollte sich zuerst ausdenken, was sie im Spital erzählen wolle, und sich beruhi-

gen. Sie habe im Spital nicht die Wahrheit erzählt, weil der Beschuldigte ihr dies 

so gesagt habe. Sie habe über das weitere Vorgehen nicht richtig Bescheid ge-

wusst und befürchtet, dass die Unfallversicherung die Kosten nicht übernehmen 

würde. Der Beschuldigte habe sie diesbezüglich unter Druck gesetzt, indem er 

gesagt habe, eine Anzeige bringe nichts. Er habe ja nicht geschlagen. Er würde 

ihr helfen, wenn die Nase wirklich gebrochen sei. Er liebe sie. Er würde ihr nicht 

verzeihen, wenn sie ihn anzeige. Er würde ihr Leben kaputt machen. Sie wisse 

die genauen Worte nicht mehr, aber er habe ihr Angst gemacht. Dies habe sie 

dazu bewogen, beim Arzt die Unwahrheit zu erzählen. Der Beschuldigte habe ihr 

gestern geschrieben, was sie im Personalbüro bezüglich dieser Tat sagen solle. 

Sie habe überhaupt keine Zeit dazu gehabt, sich zu wehren. Er habe sie völlig 

unvorbereitet geschlagen. Sie wolle eine Entschuldigung von ihm mit einer Recht-

fertigung, keine Rache. Sie könne derzeit nicht zur Arbeit und habe deswegen 

auch weniger Geld. 

-  24  - 

3.3.10. Anlässlich ihrer polizeilichen Befragung vom 11. Januar 2011 gab die 

Geschädigte im Wesentlichen zu Protokoll (Urk. 3/2, S. 2 ff.), wenn sie die Be-

stimmungen der Rechtspflegedelikte gekannt hätte, wäre es gar nie soweit ge-

kommen. Sie sage jetzt die Wahrheit, was sich wirklich zugetragen habe. Sie ha-

be mit dem Beschuldigten in einer Paarbeziehung gestanden. Sie wolle sich für 

die Anzeigeerstattung entschuldigen. Diese habe nicht den Tatsachen entspro-

chen. Sie habe ein Schreiben an die Adresse der Polizei und der Staatsanwalt-

schaft verfasst, wonach sie diese Anzeige gegen den Beschuldigten zurückziehen 

wolle. Sie sei die Verfasserin dieses Schreibens und habe es freiwillig verfasst. 

Sie wolle die Anzeige zurückziehen und sich für ihr Verhalten entschuldigen. Sie 

habe sich all ihre früheren Aussagen ausgedacht. Sie sei in jenen Tagen sauer 

gewesen. Es stimme, dass sie an jenem Abend die Treppe runtergefallen sei. Sie 

habe sich gedacht, dies ausnützen und vom Beschuldigten Geld verlangen zu 

können. Sie sei am 12. Dezember 2010 mit dem Zug in den Club nach E._____ 

gelangt und dort zwischen 20:00 und 20:30 Uhr angekommen. Sie sei alleine im 

Treppenabgang gestürzt und habe sich dabei verletzt. An der linken Seite habe 

sie sich überall verletzt und an der Nase geblutet. Die Nase habe sie schon ein-

mal operieren müssen. Wie sie sich die Verletzung zugezogen habe, daran könne 

sie sich nicht mehr erinnern. Ab und zu sei sie ein Tolpatsch. Es passiere ab und 

zu, dass sie sich verletze. Die gegen den Beschuldigten gemachten Äusserungen 

seien daher falsch. Dazu sei es gekommen, weil sie eifersüchtig sei, da er noch 

eine Ehefrau habe. Sie habe den Sturz ausnützen und sich an ihm rächen und zu 

Geld kommen wollen. Ihre heutigen Aussagen würden definitiv der Wahrheit ent-

sprechen. Sie wolle sich beim Beschuldigten entschuldigen und hoffe, er verzeihe 

ihr. Sie wolle den Kontakt aufrechterhalten. 

3.3.11. Anlässlich ihrer polizeilichen Befragung vom 31. Mai 2011 als Be-

schuldigte wegen falscher Anschuldigung und Irreführung der Rechtspflege gab 

B._____ im Wesentlichen zu Protokoll (Urk. 3/3, S. 2 ff.), einen Freund, eine feste 

Beziehung, habe sie nicht. Sie treffe sich einfach manchmal mit dem Beschuldig-

ten. Sie seien nicht öffentlich zusammen. Den Beschuldigten habe sie im März 

2010 über ihren Bekanntenkreis kennengelernt, als sie einmal ins "F._____" in 

E._____ gegangen sei. Sie seien öfters dorthin gegangen, und sie seien vom Be-

-  25  - 

schuldigten dort auch eingeladen worden. Er habe dann eine Aushilfskraft ge-

sucht, und sie habe zugesagt. Eigentlich sage ihr das Nachleben aber nicht zu. 

So habe sie manchmal, ca. 5 Mal im Jahr, als Aushilfe dort gearbeitet. Mit der Zeit 

seien sie sich nähergekommen, und es sei eine Beziehung zwischen ihnen ent-

standen. Sie sei noch nie mit einem verheirateten Mann zusammen gewesen, 

weshalb auch ihre Mutter nichts davon wisse. Es sei keine richtige Beziehung. 

Heute sei sie auf der Suche nach einem festen Freund. Eine Stimme in ihr frage 

immer, was sie eigentlich von diesem Mann wolle. Er sei einfach sehr nett zu ihr. 

Er sei aber verheiratet und habe nie richtig Zeit. Auf Frage, ob sie in einem Ab-

hängigkeitsverhältnis zu ihm stehe, meinte sie (Urk. 3/3, S. 5), der Beschuldigte 

sehe in ihr einfach seine Muse. Deshalb hätten sie sich auch immer wieder ge-

stritten. Sicherlich habe er viel Geld. Sie habe nie Geld von ihm verlangt, aber 

manchmal habe er ihr Fr. 200.– bis Fr. 300.– zur Bezahlung von Rechnungen ge-

geben. Dies sei zwei- bis dreimal gewesen. Sie schätze ihn eher als geizig ein. Er 

habe ihr das Gefühl gegeben, dass er ihr Geld gegeben habe, da sie eine Bezie-

hung gehabt hätten. Total seien es sicher nicht Fr. 1'000.– gewesen. Sie sei in 

keiner Art und Weise von ihm abhängig. Sie habe auch keine Schulden bei ihm. 

Sie habe manchmal sogar gratis im "F._____" ausgeholfen. Dies habe sie auch 

gestört, denn er habe dies nicht berücksichtigt. Vor zwei Wochen habe sie letzt-

mals Kontakt mit dem Beschuldigten gehabt, als die Einladung der Polizei ge-

kommen sei. Sie habe ihn angerufen, da er habe wissen wollen, wenn sie eine 

Einladung erhalte. Es sei ja nicht einfach ihre Sache. Sie habe ihn ja auch ange-

zeigt. Er habe ihr gesagt, sie habe sich dies selber eingebrockt. Nun müsse sie 

auch selber wieder rausfinden. Ja, sie habe einen Computer zu Hause. Das 

Schreiben "Anzeigerückerstattung" habe damit zu tun, dass sie den Beschuldig-

ten falsch beschuldigt habe. Es sei bei ihr zuhause auf ihrem PC von ihr selber 

und alleine geschrieben worden. Sie habe es dem Beschuldigten jedoch mehr-

mals am Telefon vorgelesen. 

3.3.11.1. Zuerst habe sie den Beschuldigten nicht anzeigen wollen. Doch 

wer so stark auf ihre Nase schlage, solle nicht so einfach davonkommen. Da ihre 

Familie nichts von der Beziehung zum verheirateten Beschuldigten wissen dürfe, 

habe sie am Sturz auf der Treppe festhalten müssen. Hätte er sie in den Bauch 

-  26  - 

geschlagen, so dass man es nicht gesehen hätte, hätte sie ihn wohl nicht ange-

zeigt, aber die gebrochene Nase sei einfach zu viel gewesen. Der Beschuldigte 

habe von ihr gefordert, dass sie die Anzeige zurückziehe. Er habe ihr gedroht, 

dass er die Fotos von ihnen ins Internet stellen würde und er sie vor der Familie 

blamieren würde. Deshalb habe sie Angst gehabt, denn dadurch hätten alle von 

ihrer Beziehung zum Beschuldigten gewusst, was schlimm für sie gewesen wäre. 

Er sei für sie wie ein "Monster" gewesen. Sie könne auch sagen, dass sie seit 

dem Schlag nicht mehr zusammen seien. Seit März 2011 habe sie einen Freund, 

dem sie vor drei Tagen alles erzählt und gesagt habe, weshalb sie zur Polizei 

müsse. Auch dieser habe ihr geraten, die Wahrheit zu sagen. Da sie ausser von 

ihrem Vater oder ihrem Bruder beim Streiten noch nie geschlagen worden sei, sei 

dieser Schlag des Beschuldigen einfach zu viel gewesen. Hätte er sie nicht so 

stark geschlagen, wäre es nicht zu diesem Problem gekommen. Er sei nicht ihr 

Mann und habe daher kein Recht, ihr etwas zu befehlen. Auch habe er sie mehre-

re Stunden allein gelassen und erst später ins Spital gebracht. 

3.3.11.2. Die Aussagen, welche sie in ihrer ersten polizeilichen Befragung 

gemacht habe, seien daher die wahren (Urk. 3/3, S. 8). Ab dem Schlag habe sie 

dem Beschuldigten gesagt, dass sie eine Anzeige machen würde. Von da an ha-

be er Druck aufgesetzt, dass sie keine Anzeige mache. Er habe den Schlag bis 

heute nicht bereut. Sie habe die Anzeige dann gemacht und ihm dies auch gleich 

gesagt. Gleichzeitig habe sie unheimliche Angst vor ihm gehabt. Er habe gesagt, 

dass er alles machen würde, um die Geschichte umzudrehen. Er würde ihre Fo-

tos ins Internet stellen und mit ihrer Mutter von Erwachsenen zu Erwachsenen re-

den. Er habe auch noch mit weiteren Schlägen gedroht. Dann habe er gesagt, da 

sie so gut schreiben könne, solle sie dieses Anzeigerückerstattungsschreiben 

ausfertigen. Er habe ihr vorgegeben, was sie genau schreiben solle. Sie solle es 

auf sein Mail schicken. Er habe dieses angeblich auch seinem Anwalt gezeigt. Als 

der Beschuldige das Okay gegeben habe, habe sie das Schreiben an die von ihm 

vorgegebenen Adressen abgeschickt; an die Polizei in J._____ per Post und per 

Mail und an den Club "F._____". Die Adresse auf dem Couvert, adressiert an die 

Staatsanwaltschaft Limmattal/Abis, Zweigstelle J._____, sei ihre Handschrift. Sie 

habe mit dem Beschuldigten in diesem Zusammenhang auch viel Kontakt per 

-  27  - 

SMS gehabt, auch telefoniert. Sie hätten einfach so miteinander gestritten. Sie 

habe nur Aushilfe im Club "F._____" gemacht. Sie sei nicht angestellt gewesen. 

Er habe sie eher ausgenutzt. Zu jener Zeit sei das Verhältnis zum Beschuldigten 

normal freundschaftlich gewesen. Tiefen habe es gegeben, wenn er sie mit Arbei-

ten beauftragt habe, sich zu seinen Gästen zu setzen und zu lächeln. Dies habe 

ihr nicht gepasst, obwohl er ihr anschliessend Geld gegeben habe. Sie seien dar-

über in verbalen Streit geraten, wie am 12. Dezember 2010 auf der Autofahrt von 

ihrem Wohnort nach E._____. 

3.3.11.3. Auf Frage, ob sie unter Druck gesetzt worden sei, erklärte die Ge-

schädigte (Urk. 3/3, S. 10), der Beschuldigte habe ihr Verhaltensregeln bekannt 

gegeben, wie sie sich bei der Polizei zu verhalten hätte. Auch dass ihr die Polizei 

mit Gefängnis drohen würde. Nachdem sie das erste Mal bei der Polizei gewesen 

sei, habe er gesagt, dass sie dies durchstehen würden und er eine allfällige Bus-

se gegen sie bezahlen würde. Er habe ihr auch einen Besuch im Gefängnis in 

Aussicht gestellt, falls sie verurteilt würde. Er habe jeden Schritt von ihr in dieser 

Angelegenheit wissen wollen. Er habe verlangt, dass sie an der "Anzeigerücker-

stattung" festhalten solle. Auf Vorhalt der SMS zwischen ihnen vom 13.12.2010 

bis zum 16.12.2010, meinte sie, sie könne sich praktisch an jede SMS erinnern. 

Diese entsprächen der Wahrheit. 

3.3.12. Anlässlich ihrer staatsanwaltschaftlichen Befragung als Privatkläge-

rin und Auskunftsperson vom 30. November 2011 gab die Geschädigte unter 

Wahrung der Teilnahmerechte des Beschuldigten per Videoübertragung im We-

sentlichen zu Protokoll (Urk. 3/4, S. 4 ff.), sie habe bei der ersten und bei der drit-

ten polizeilichen Befragung die Wahrheit gesagt und wolle nichts dazu ergänzen 

oder korrigieren. Die Anzeigerückerstattung habe sie machen müssen, da der Be-

schuldigte ihr dies gesagt habe. Sie habe ihn ungefähr im Februar oder März 

2010 kennengelernt. Sie hätten keine enge, öffentliche Beziehung, aber eine inti-

me Freundschaftsbeziehung gepflegt, damit seine Frau dies nicht rausbekomme. 

Sie hätten nie zusammen gewohnt. Er sei immer zu ihr gekommen. Seit er sie ge-

schlagen habe, stehe sie in keinem Verhältnis mehr zum Beschuldigten. Es habe 

sich so entwickelt, dass er auch ihr Chef geworden sei. Sie habe immer Problem-

arbeiten gemacht. Sie sei dort aushelfen gegangen. Er habe dies ausgenutzt. Er 

-  28  - 

habe sie jeweils bar in die Hand bezahlt, wenn sie etwas gearbeitet habe. Sie hät-

ten nichts Fixes vereinbart. Seit der letzten Einvernahme bei der Polizei sei sie 

nicht mehr kontaktiert worden. Zuvor habe der Beschuldigte wissen wollen, was 

sie bei der Polizei gesagt habe. 

3.3.12.1. Der Beschuldigte habe sie am 12. Dezember 2010 um 18:00 Uhr 

abgeholt. Sie hätten nach E._____ in den Club fahren und ihre Meinungsver-

schiedenheiten besprechen wollen. Im Auto habe gleich ein Gespräch begonnen, 

und sie hätten sich gesagt, was ihnen nicht gefalle. Als sie gesprochen habe, sei 

unerwartet ein Schlag gekommen. Er habe umgedreht und sei zurückgefahren, da 

sie zu weinen begonnen habe. Sie habe es nicht glauben können, dass er sie ge-

schlagen habe, und dann habe sie voll die Schmerzen gehabt und ihre Nase habe 

geblutet. Früher habe er sie nur einmal gewatscht, geohrfeigt. Er habe gesagt, je 

mehr er eine Frau schlage, desto mehr liebe ihn diese, und dann würde sie mehr 

gehorchen. Aber sie hätte nie gedacht, dass er sie so schlagen würde, dass sie 

die Nase brechen würde. Nach dem Schlag habe sie ihn gefragt, ob er verrückt 

sei. Sie habe nicht gewusst, dass die Nase gebrochen gewesen sei, aber sie ha-

be unglaublich grosse Schmerzen gespürt. Er habe gesagt, sie solle zu weinen 

aufhören, sich entschuldigen und ihn küssen. Sie habe ihm gesagt, er sei ver-

rückt, er sei ein Psychopath. Er solle sie ins Krankenhaus fahren. Er sei aber in 

D._____ umhergefahren und habe gewollt, dass sie sich dafür entschuldige, was 

sie ihm gesagt habe. Sie habe in diesem Moment Angst vor seinem Benehmen 

gehabt und es nicht fassen können. Er sei so böse gewesen: Sie habe es ver-

dient, dass er sie geschlagen habe. Sie sei schuld, dass er zu spät ins "F._____" 

komme. Er müsse dort zuerst Sachen erledigen und bringe sie erst dann ins Spi-

tal. Sie habe Angst gehabt, dass er sie nochmals schlage. Der Schmerz alleine 

habe schon solche Angst ausgelöst. Sie habe sich nicht entschuldigt. Er habe 

dann angehalten, ein Handtuch aus seinem Gepäck genommen und irgendwo, 

wo es Wasser gehabt habe, nass gemacht. Sie sollte sich damit abwischen und 

sich beruhigen. Er sei dann wieder in Richtung E._____ losgefahren. Sie habe die 

ganze Zeit geweint und gesagt, er sei ein Schwein, ein A…, ein Monster, da er sie 

geschlagen habe. Er habe auch noch gesagt, sie solle ihre Klappe halten, sonst 

fahre er in den Wald und mache sonst etwas mit ihr. Dann sei sie glaublich in 

-  29  - 

Ohnmacht gefallen vor lauter Angst, Blut und Schmerz. Kurz bevor er im 

"F._____" parkiert habe, sei sie wieder zu sich gekommen. Sie habe ihm gesagt, 

wenn er sich nicht entschuldige, würde sie ihn anzeigen. Er habe gemeint, das 

würde er nicht tun. Er würde sie erst ins Spital fahren, wenn sie mit ihm zusam-

men ausgedacht hätte, was sie im Spital erzählen solle. Er habe parkiert, gesagt, 

sie solle hier warten, und einen Eimer und einen Schwamm geholt, aber erst nach 

ungefähr eineinhalb Stunden. Sie habe kein Geld und kein Guthaben auf dem 

Handy gehabt und deshalb nicht gewusst, wo sie hin und was sie machen sollte. 

Sie habe gedacht, er würde kommen, sich entschuldigen und sie ins Spital fahren. 

Zweitens habe sie Angst gehabt. Die ganze Zeit vom Schlag an habe sie Todes-

angst gehabt (Urk. 3/4, S. 10). 

3.3.12.2. Zuvor habe der Beschuldigte auch gesagt, sie solle die Klappe hal-

ten. Wenn sie noch etwas Falsches sagen würde, würde er sie nochmals schla-

gen. Er habe gesagt, sie solle erzählen, sie sei beim Putzen die Treppe runterge-

fallen. Dann habe sie gesagt, es sei okay, sie sollten ins Spital fahren. Die Details 

seien erst später gekommen, als der Beschuldigte realisiert habe, dass sie ihn 

anzeige bzw. angezeigt habe. Im Spital beim Arzt sei sie total verängstigt gewe-

sen. Der Beschuldigte sei auch ins Arztzimmer mitgekommen. Auf Frage des Arz-

tes habe sie gesagt, sie sei die Treppe runtergefallen. Dann habe er sie überall 

untersucht und in einem anderen Zimmer den Kopf röntgen lassen. Der Arzt habe 

dann zu ihr und dem Beschuldigten gesagt, sie sei ausser des Nasenbeinbruchs 

nirgends verletzt. Zuvor im Zimmer habe der Arzt gesagt, sie könne ihm ruhig sa-

gen, wenn sie geschlagen worden sei. Es sei unmöglich, sich nirgendwo am Kör-

per zu verletzen, wenn man von einer steilen Treppe falle. Der Beschuldigte habe 

sie nach Hause gefahren und gesagt, sie solle es niemandem erzählen. Er wün-

sche ihr gute Besserung, so als sei nichts passiert. Sie habe lieber nichts gesagt, 

ausser: "Ich hasse dich, du Arschloch, du kannst mich vergessen ab heute!". Sie 

habe sich dann unter Narkose die Nase zurückbiegen lassen müssen. In der Zeit 

habe sie dem Beschuldigten ein SMS gesandt, wonach er sich entschuldigen sol-

le, ihre Nase sei gebrochen, es gehe so nicht, was das solle. Sie habe ihre ganze 

Familie anlügen müssen, sie sei die Treppe runtergefallen. Auch ihrer Tante habe 

sie sich nicht getraut, die Wahrheit zu sagen. Sie hätte einfach Angst gehabt, die-

-  30  - 

se würde den Beschuldigten dann auch anrufen. Auf jeden Fall habe er mit ihr 

ausgemacht, dass er ihre Tante anrufen würde, um zu fragen, wie es ihr gehe. Ih-

re Tante sei misstrauisch gewesen und habe ein paar Mal gefragt, ob sie ge-

schlagen worden sei. Sie habe aber Angst gehabt, es dieser zu sagen. Auf jeden 

Fall habe sie den Beschuldigten am 15. Dezember 2010 angezeigt, weil er sich 

nicht habe entschuldigen und normal mit ihr darüber sprechen wollen. Sie habe 

ihm mehrmals gesagt, sie zeige ihn an, das gehe so nicht. Der Beschuldigte habe 

nur gedroht, sie solle es lieber nicht machen, andernfalls er sie nochmals bzw. 

erst recht zusammenschlage. Sie könne sowieso nichts ausrichten. Er habe soviel 

Geld und einen guten Anwalt. Sie hätten auf … [Sprache des osteuropäischen 

Staates K._____] miteinander kommuniziert. 

3.3.12.3. Im Spital sei sie gegen 22:00 oder 22:15 Uhr gewesen. Es stimme 

nicht, dass sie auf das Handschuhfach geschlagen habe oder mit ihren Händen in 

die Nähe des Lenkrades gekommen sei. Es stimme auch nicht, dass er sie vom 

Lenkrad weggestossen habe. Ihre Hände habe sie im Schoss gehabt. Im Spital 

habe sie ein Formular ausfüllen und Angaben machen müssen. Der Beschuldigte 

sei dabei gewesen. Sie hätten das Formular gemeinsam ausgefüllt. Er habe nicht 

gewollt, dass sie "F._____" schreibe, sondern den Namen des Restaurants dar-

über. Sie habe es trotzdem hingeschrieben. Er habe ihr gesagt, was sie im Ein-

zelnen ausfüllen solle. Sie habe Angst gehabt, dem Arzt die Wahrheit zu sagen, 

da der Beschuldigte ihr zuvor ja gedroht habe (Urk. 3/4, S. 17 f.). Sie wisse nicht, 

was passiert wäre, wenn sie die Wahrheit gesagt hätte. Sie habe einfach Angst 

gehabt. Sie wolle gar nicht darüber nachdenken. Der Beschuldigte sei beim Un-

tersuch dabei gewesen, da er derjenige gewesen sei, der ihr "geholfen" habe, der 

sie ins Spital gebracht habe. Sie wisse nicht, ob der Beschuldigte von ihrer 

Schönheitsoperation an der Nase gewusst habe. Seine Angabe im Schreiben aus 

der U-Haft, wonach es ihre Idee gewesen sei, bereits im Spital falsche Angaben 

zu machen, stimme nicht. Sie habe "F._____" auf das Formular schreiben wollen, 

er den Namen des Restaurants. Vom tatsächlichen Tatort habe sie nichts sagen 

dürfen. Das Schreiben "Anzeigerückerstattung" habe sie geschrieben und unter-

zeichnet. Der Beschuldigte sei per Telefon dabei gewesen und habe ihr gesagt, 

was sie schreiben und wohin sie den Brief schicken solle. Er habe sie immer wie-

-  31  - 

der angerufen, nachdem sie ihn angezeigt habe. Als er die Einladung der Polizei 

erhalten habe, habe er feststellen können, dass sie ihn nun angezeigt habe. Sie 

habe ihm das gesagt. Er habe dann erst recht damit angefangen, sie zu bedro-

hen. Kurz nach der Anzeige habe er sie angewiesen und gezwungen, den Brief 

zu schreiben. Bevor sie ihn abgeschickt habe, habe der Beschuldigte diesen per 

Mail sehen und auch noch die Uhrzeit geändert haben wollen. Alles, was im Brief 

stehe, sei sozusagen vom Beschuldigten. Sie habe ihm jeden geschriebenen Satz 

übersetzen müssen. Sie habe ihm diesen Brief auf Deutsch gemailt, während sie 

beide am Telefon gewesen seien. Sie wisse auch nicht, weshalb sie den Brief der 

Polizei nach J._____ habe senden müssen, nachdem sie die Anzeige in G._____ 

gemacht habe. Der Beschuldigte habe es ihr so gesagt. Sie habe nur das ge-

macht, was er gesagt habe, damit er sie in Ruhe lasse. Er habe gesagt, er würde 

dafür sorgen, dass sie aus der Schweiz verschwinden müsse, er würde ihre Fami-

lie kaputt machen, intime Bilder von ihr ins Internet stellen, sie blossstellen und ihr 

Leben in der Schweiz kaputt machen, falls sie die Briefe nicht verschicke. Sie sei 

hilflos gewesen, da sie es niemandem habe sagen können. Er sei ziemlich 

glaubwürdig gewesen. Er habe sie sehr oft nackt fotografiert mit dem Telefon und 

einer Kamera, mit welcher er im Club immer auch Leute fotografiert habe. Sie ha-

be ihm einfach blind vertraut. Es wäre ein Albtraum gewesen, falls er diese Bilder 

ins Internet gestellt hätte. 

3.3.12.4. In der Einvernahme vom 31. Mai 2011 habe sie die Wahrheit ge-

sagt. Ja, es sei zutreffend, dass sie der Ehefrau des Beschuldigten SMS ge-

schickt habe. Sie glaube, dies sei gewesen, nachdem er sie geschlagen habe. Sie 

habe mit dieser darüber sprechen wollen, sich aber nicht getraut. Sie habe dann 

die Frau angerufen, aber sofort wieder aufgelegt, nachdem diese sich gemeldet 

habe. 

3.3.13. L._____, damaliger Notfallarzt, erklärte anlässlich seiner polizeilichen 

Befragung vom 5. Dezember 2011, rund ein Jahr nach der Untersuchung 

(Urk. 4/1, S. 2 ff.), die Geschädigte habe eine offensichtliche Rissquetschwunde 

am Nasenrücken und ansonsten keine sofort erkennbaren Verletzungen gehabt. 

Beim Röntgenbild habe er einen Bruch des Nasenbeins festgestellt. Im Wundver-

sorgungsraum habe er die Geschädigte in Begleitung eines erwachsenen, kräfti-

-  32  - 

gen Mannes (des Beschuldigten) vorgefunden. Auf Frage habe sie ihm erklärt, die 

Treppe hinuntergefallen zu sein. Er habe die Patientin untersucht und aufgrund 

der Schmerzen am Nasenrücken und der Nasenwurzel ein Röntgenbild veran-

lasst. Der Röntgenassistentin habe er gesagt, er wolle die Geschädigte dann 

noch alleine sprechen. Dort habe er ihr erklärt, dass ihre Schilderung unglaub-

würdig sei und ganz andere Verletzungen verursacht haben würde, da er die frag-

liche Treppe im Club "F._____" sogar kenne. Sie habe auf dem geschilderten 

Sachverhalt bestanden. Zurück im Wundversorgungsraum habe er das Röntgen-

bild mit der Geschädigten besprochen und erklärt, dass ein Bruch vorliege. Er 

könne sich vorstellen, dass die Behandlung ca. 45 Minuten gedauert habe. Die 

Geschädigte habe nicht eingeschüchtert gewirkt, sondern differenziert und intelli-

gent. Dies insbesondere nach dem Gespräch unter vier Augen ohne ihren Beglei-

ter im Röntgenraum. Der Beschuldigte sei in seiner Anwesenheit sehr ruhig ge-

wesen und der Geschädigten nicht ins Wort gefallen. Ihm sei nicht aufgefallen, 

dass er sie unter Druck gesetzt hätte. Soweit er sich erinnere, hätten die beiden in 

seiner Anwesenheit in keiner Sprache gesprochen, die er nicht verstanden habe. 

Er sei aber nicht durchgehend anwesend gewesen. Schriftliche Angaben zum Un-

fallhergang habe die Geschädigte nicht machen müssen. Seines Erachtens sei 

die Verletzung in den letzten Stunden vor der Behandlung, aber nicht einige Tage 

vorher, entstanden. 

3.4. Beim Abwägen von Aussagen ist im Besonderen zwischen der Glaub-

würdigkeit einer Person und der Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen zu unterscheiden. 

Während Erstere Grundlage dafür liefert, ob einer Person getraut werden kann, ist 

Letztere für die im Prozess massgebende Entscheidung bedeutungsvoll, ob sich 

der behauptete Sachverhalt zur Hauptsache so zugetragen hat oder nicht (HAU-

SER, Der Zeugenbeweis im Strafprozess, Zürich 1974, S. 312 ff.). Die Glaubwür-

digkeit einer Person ergibt sich nebst ihrer prozessualen Stellung vor allem aus 

den persönlichen Beziehungen und Bindungen zu den übrigen Prozessbeteiligten. 

Allerdings kommt der allgemeinen Glaubwürdigkeit einer Person eine eher 

untergeordnete Rolle zu. Nach der Lehre und Rechtsprechung ist vielmehr auf die 

Glaubhaftigkeit ihrer Aussage abzustellen. Um eine Aussage als zuverlässig ta-

xieren zu können, ist sie insbesondere auf das Vorhandensein einer hinreichen-

-  33  - 

den Anzahl Realitätskriterien zu überprüfen (BENDER, Die häufigsten Fehler bei 

der Beurteilung von Zeugenaussagen, in: SJZ 81, S. 53 ff.; vgl. auch ZR 72 

Nr. 80, mit Verweisen). Als Kennzeichen wahrheitsgetreuer Aussagen sind zu 

werten: Innere Geschlossenheit und Folgerichtigkeit in der Darstellung des Ge-

schehnisablaufs, konkrete und anschauliche Wiedergabe des Erlebnisses, Schil-

derung des Vorfalles in so charakteristischer Weise, wie sie nur von demjenigen 

zu erwarten ist, der den Vorfall selber erlebt hat, Kenntlichmachung der psychi-

schen Situation von Täter und Zeuge, Selbstbelastung oder unvorteilhafte Dar-

stellung der eigenen Rolle, Entlastungsbemerkungen zugunsten des Beschuldig-

ten, Konstanz in der Aussage bei verschiedenen Befragungen, wobei sich aber 

sowohl die Formulierung als auch die Angaben über die Nebenumstände verän-

dern können (HAUSER, a.a.O., S. 316). 

3.4.1. Es sind daher die Aussagen des Beschuldigten sowie diejenigen der 

Geschädigten und jene des Notarztes auf ihre Glaubhaftigkeit zu prüfen. Stehen 

sich dabei widersprechende Aussagen gegenüber, so gilt es, diese im Rahmen 

der freien richterlichen Beweiswürdigung unter dem Gesichtspunkt der Glaubwür-

digkeit der aussagenden Person und der Glaubhaftigkeit ihrer Aussage zu würdi-

gen. Im Rahmen einer Gesamtwürdigung ist schliesslich zu entscheiden, welche 

Darstellung zu überzeugen vermag. 

3.4.2. Im vorinstanzlichen Urteil wurden die allgemeinen Überlegungen zur 

generellen Glaubwürdigkeit des Beschuldigten und der Geschädigten bereits dar-

gelegt und zutreffend erwogen, dass die Aussagen des Beschuldigten mit Vor-

sicht und jene der Geschädigten mit einer gewissen Zurückhaltung zu würdigen 

seien (Urk. 70, S. 5 f.). 

3.4.2.1. Zu ergänzen ist, dass sowohl der verheiratete Beschuldigte als auch 

die Geschädigte zur Tatzeit und auch danach ein grosses Interesse daran zu ha-

ben schienen, dass ihre unbestritten intime, ehewidrige Beziehung in ihren Fami-

lien und ihrem privaten Umfeld nicht weiter bekannt würde. So sagte der Beschul-

digte beispielsweise einmal aus, ausser der Geschädigten und ihm wisse nie-

mand Bescheid über ihre "unschönen Angelegenheiten". Er habe mit niemandem 

darüber gesprochen (Urk. 2/6, S. 11), während die Geschädigte beispielsweise zu 

Protokoll gab, sie sei noch nie mit einem verheirateten Mann zusammen gewe-

-  34  - 

sen, weshalb ihre Mutter nichts davon wisse (Urk. 3/3, S. 5). Da ihre Familie 

nichts von der Beziehung zum verheirateten Beschuldigten wissen dürfe, habe sie 

am Sturz auf der Treppe festhalten müssen. Er habe ihr gedroht, dass er die Fo-

tos von ihnen ins Internet stellen und sie vor der Familie blamieren würde. Des-

halb habe sie Angst gehabt, denn dadurch hätten alle von ihrer Beziehung zum 

Beschuldigten gewusst, was schlimm für sie gewesen wäre (Urk. 3/3, S. 7; vgl. 

auch Urk. 3/4, S. 4 und S. 13). Offenbar sandte die Geschädigte der Ehefrau des 

Beschuldigten sogar SMS und wollte diese anrufen, um über das Erlebte zu spre-

chen, legte aber sofort wieder auf, da sie sich nicht getraute (Urk. 3/4, S. 26 f.). 

3.4.2.2. Auch unter dem Aspekt, dass sowohl der Beschuldigte als auch die 

Geschädigte ihre Beziehung geheim halten wollten, hatten beide ein Interesse da-

ran, nicht die wahren Gründe für die Verletzung der Geschädigten zu erzählen. Ih-

re generelle Glaubwürdigkeit erweist sich daher unter diesem Blickwinkel als glei-

chermassen beeinträchtigt. 

3.4.2.3. Nachdem beide ihre Darstellung im Verlaufe der Ermittlungen in 

Kernpunkten eingestandenermassen diametral geändert haben, kommt das auf-

fällige Aussageverhalten von beiden als weitere Beeinträchtigung ihrer generellen 

Glaubwürdigkeit hinzu. 

3.5. Hinsichtlich des Vorwurfs der Körperverletzung (Anklageziffer 1.) ergibt 

sich aus den Aussagen des Beschuldigten, dass er seine diesbezügliche Darstel-

lung mehrmals geändert hat. Nach anfänglich kategorischem Bestreiten (Urk. 2/1, 

S. 2 ff.; Urk. 2/2, S. 2 ff.) räumte er in seiner ersten Anhörung vor der Zwangs-

massnahmenrichterin erstmals halbherzig ein (Urk. 12/9, S. 1 ff.), die Geschädigte 

am Tatabend in D._____ abgeholt und während der Fahrt in seinen Club nach 

E._____ im Rahmen eines verbalen Disputes vom Lenkrad weggedrückt zu ha-

ben, worauf sie auf der Nase eine kleine Verletzung gehabt und geweint habe. 

Die Aussage der Geschädigten, wonach sie die Treppe runtergestürzt sei, wie 

auch seine Aussage, seien falsch. Den Faustschlag bestritt er nach wie vor und 

beschönigte seine tätliche Intervention. Bei seiner relativierenden, beschönigen-

den und verharmlosenden Darstellung blieb der Beschuldigte auch in den folgen-

den zwei staatsanwaltschaftlichen Befragungen, und er versuchte, sich mit der 

fadenscheinigen Beteuerung herauszureden, er habe die Geschädigte aus Si-

-  35  - 

cherheitsgründen mehr vom Lenkrad weggestossen, als mit der Hand geschla-

gen, auch um sie anzuhalten, anständig mit ihm zu reden. Er habe ein Problem 

mit dem rechten Arm und meine, die Geschädigte müsse eine schwache Nase 

haben (Urk. 2/4; Urk. 2/5). In der Schlusseinvernahme anerkannte er den diesbe-

züglichen Anklagesachverhalt vollumfänglich (Urk. 2/6, S. 2). Dabei blieb er auch 

anlässlich seiner zweiten Anhörung bei der Zwangsmassnahmenrichterin. Er ge-

be zu, die Geschädigte mit der Faust ins Gesicht geschlagen zu haben, und so, 

wie die Röntgenbilder zeigten, akzeptiere er, dass dieser Schlag ihr die Nase ge-

brochen habe (Urk. 12/33, S. 2 ff.). Vor der Vorinstanz machte er erneut beschö-

nigend – aber erstmals – geltend, er habe sich nur gewehrt, da sie ihn zuerst an 

der Schulter berührt habe. Er habe sie weggeschubst. Es habe sich herausge-

stellt, dass er sie in diesem Moment unbewusst und ungewollt geschlagen habe 

(Urk. 46, S. 2 ff.). 

3.5.1. Aufgrund der weiteren Beweismittel erweisen sich die Bestreitungen 

und Beteuerungen des Beschuldigten als unglaubhaft, unzutreffend und unbehelf-

lich, so dass nicht auf diese abgestellt werden kann. Seine vorbehaltlose Zugabe 

in der staatsanwaltschaftlichen Schlusseinvernahme wie auch die ersten Aussa-

gen der Geschädigten bei der Polizei sowie ihre weiteren Aussagen als Beschul-

digte wegen falscher Anschuldigung und Irreführung der Rechtspflege und jene 

anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Befragung als Auskunftsperson (Urk. 3/1; 

Urk. 3/3; Urk. 3/4, S. 4 ff.) sind dagegen zutreffend. Dass die Geschädigte in ihrer 

zweiten polizeilichen Befragung vom 11. Januar 2011 absichtlich die Unwahrheit 

gesagt hatte, ergibt sich unter anderem auch aus den entsprechenden Zugaben 

des Beschuldigten, wonach nicht ein Treppensturz, sondern seine tätliche Inter-

vention im Auto die Ursache der Verletzung der Geschädigten gewesen sei. 

3.5.2. Beide ärztlichen Berichte bestätigen, dass der Beschuldigte – auch 

mit einem operierten Arm – jedenfalls so stark geschlagen haben muss, dass die 

Geschädigte eine Nasenbeinfraktur erlitt, nachdem eine Drittursache für die Ver-

letzung ausgeschlossen werden kann. Zudem hat die Geschädigte mehrmals 

glaubhaft betont, dass der Schlag völlig unerwartet gekommen und sehr stark 

gewesen sei und dass sie grosse Schmerzen verspürt habe (z.B. Urk. 3/1, S. 3 

und 5; Urk. 3/3, S. 7; Urk. 3/4, S. 6 ff.). 

-  36  - 

3.5.2.1. Laut dem ärztlichen, unter Hinweis auf Art. 307 StGB erstatteten Be-

richt des damals behandelnden Notfallarztes, med. pract. L._____, … Spital 

E._____, vom 17. August 2011 fand die Untersuchung der Geschädigten am 

12. Dezember 2010 um 22:08 Uhr statt. Es wurde ein nicht verschobener Bruch 

des Nasenbeins diagnostiziert. Aus Sicht des behandelnden Arztes war eine loka-

le Gewalteinwirkung auf das Nasenbein für diese Verletzung verantwortlich. Die 

Patientin habe einen Treppensturz geschildert, wobei sie sich die 2007 operierte 

Nase angeschlagen habe. Aus ärztlicher Sicht sei genauso gut ein tätlicher Angriff 

möglich, dies insbesondere, da keine bei einem Treppensturz häufige Verletzun-

gen festgestellt worden seien. Die Verletzung habe einen kleinen Bluterguss im 

Bereich des Nasenrückens von ca. 1 cm Durchmesser sowie eine kleine Riss-

quetschwunde von ca. 0,5 cm zur Folge gehabt. Laut ärztlichem Bericht ist nichts 

bekannt über krankhafte, vorbestehende Veränderungen, welche die Folgen der 

Verletzung beeinflusst haben könnten (Urk. 5/3 f.). 

3.5.2.2. Gemäss dem ärztlichen, unter Hinweis auf Art. 307 StGB erstatteten 

Bericht von Dr. med M._____ Facharzt FMH, Ästhetische-Rekonstruktive Chirur-

gie, Kiefer- und Gesichtschirurgie, Plastische Operationen, vom 3. November 

2011 ist die Verletzung aufgrund eines Schlages ins Gesicht entstanden. Als Fol-

ge der Verletzung habe die Deformation der Nase am 14. Dezember 2010 erst-

malig gerichtet werden können. Es hätten Atembeschwerden als bleibende Funk-

tionsstörung bestanden. Eine bleibende Atembehinderung sei möglich. Die Ar-

beitsunfähigkeit habe vier Wochen ab dem 14. Dezember 2010 betragen. Es hät-

ten keine krankhaften vorbestehenden Veränderungen die Folgen der Verletzung 

beeinflusst (Urk. 5/5 f.). 

3.5.2.3. Aus den ärztlichen Berichten ergibt sich zudem, dass die Schön-

heitsoperation, welcher sich die Geschädigte im Jahre 2007 unterzogen hatte 

(Urk. 3/4, S. 18 und 26), keine krankhaften, vorbestehenden Veränderungen ge-

zeitigt hat, welche die Folgen der Verletzung beeinflusst haben könnten. 

3.5.3. Die Aussagen, welche Notfallarzt med. pract. L._____ rund ein Jahr 

nach der Untersuchung der Geschädigten bei der Polizei zu Protokoll gegeben 

hatte, stützen diese Prognose und deren Ursache ebenfalls (Urk. 4/1). 

-  37  - 

3.5.3.1. Im angefochtenen Urteil wurde unter Hinweis auf Art. 6 Ziff. 3 lit. d 

EMRK erwogen, die polizeilichen Aussagen von med. pract. L._____ könnten nur 

zu Gunsten des Beschuldigten verwertet werden (Urk. 70, S. 5 oben). 

3.5.3.2. Eine staatsanwaltschaftliche Befragung des Arztes als Zeuge, in 

welcher die Teilnahmerechte des Beschuldigten nach Art. 147 Abs. 1 StPO hätten 

gewährt werden können, wurde nicht durchgeführt, offenbar da dieser seinen Ar-

beitsort und seinen Lebensmittelpunkt inzwischen wieder nach … verlegt hatte 

(Urk. 1/7, S. 3). Beweise, die in Verletzung der Bestimmungen dieses Artikels er-

hoben wurden, dürfen nicht zulasten der Partei verwertet werden, die nicht anwe-

send war (Art. 147 Abs. 4 StPO; Urteil des Bundesgerichts 1B_264/2012 vom 

10. Oktober 2012 E. 4.2). Dieses Verwertungsverbot und der Konfrontationsan-

spruch gemäss Art. 6 Ziff. 3 lit. d EMRK werden von der Praxis des EGMR und 

des Bundesgerichts relativiert, indem das Verwertungsverbot auch von der Ent-

scheidungsrelevanz abhängig gemacht wird, bezüglich derer das Konfrontations-

recht eingeschränkt war. Der Anspruch, den Belastungszeugen Fragen zu stellen, 

ist dann absolut, "wenn dem streitigen Zeugnis alleinige oder ausschlaggebende 

Bedeutung zukommt, dieses also den einzigen oder einen wesentlichen Beweis 

darstellt". Begründen die anderen Beweismittel einen schweren Tatverdacht, so 

kann die Berücksichtigung der Aussage "als zusätzlicher Mosaikstein zum 

Schuldspruch führen, ohne dass die Verteidigungsrechte dadurch verletzt wären" 

(BGE 131 I 476 E. 2.2; BGE 133 I 33 E. 4.4.1; Basler Kommentar, Schweizeri-

sche Strafprozessordnung, Art. 147 N 28 ff.). 

3.5.3.3. Nachdem den polizeilichen Aussagen von med. pract. L._____ vom 

5. Dezember 2011 (Urk. 4/1) keine alleinige oder ausschlaggebende Bedeutung 

zukommt und diese nicht den einzigen oder einen wesentlichen Beweis darstell-

ten, können sie "als zusätzlicher Mosaikstein" auch zulasten des Beschuldigten 

verwertet werden, zumal die ärztlichen Berichte, die Aussagen der Geschädigten 

und die teilweisen Zugaben des Beschuldigten selber bereits einen schweren 

Tatverdacht begründen. 

3.5.4. Schliesslich ist auch der Inhalt des von der Geschädigten am 13. De-

zember 2010, mithin am Tag nach dem Vorfall, an den Beschuldigten geschrie-

-  38  - 

benen SMS ein weiteres Indiz für die Wahrheit ihrer Aussagen hinsichtlich der er-

littenen Nasenbeinfraktur (Urk. 6/4, S. 8). 

3.5.5. Der Beschuldigte bestreitet, die Verletzung der Geschädigten in Kauf 

genommen, diese bewusst und gewollt geschlagen zu haben. 

3.5.5.1. Was der Beschuldigte wusste, wollte und in Kauf nahm, betrifft inne-

re Tatsachen und ist damit Tatfrage. Rechtsfrage ist demgegenüber, ob der 

Schluss auf Eventualvorsatz berechtigt erscheint. Als innerer Vorgang lässt sich 

dieser jedoch häufig nur anhand einer eingehenden Würdigung des äusseren 

Verhaltens sowie allenfalls weiterer Umstände erschliessen, wobei in diesem Be-

reich Tat- und Rechtsfragen sehr eng miteinander verbunden sein können (Pra 

1993, S. 881 f.; Urteil des Bundesgerichts 6B_572/2011 vom 20. Dezember 2011 

E. 2.1.4; BGE 133 IV 9 E. 4.1 m.w.H.). 

3.5.5.2. Angesichts der vom Beschuldigten verursachten Verletzung (vgl. 

vorstehend Erw. II.3.5.2. ff.) muss er mit seinem Arm – trotz früherer Operation – 

kräftig ausgeholt und geschlagen haben. Bereits mit SMS vom 13. Dezember 

2010 unterstellte die Geschädigte dem Beschuldigten, sie aus Wut geschädigt zu 

haben (Urk. 6/4, S. 8). Laut der Darstellung des Beschuldigten sei die Geschädig-

te damals bereits beim Einsteigen ins Auto depressiv, nervös bzw. "hässig" ge-

wesen (Urk. 2/4, S. 1 f.). In der Folge entwickelte sich aus Meinungsverschieden-

heiten eine verbale Auseinandersetzung zwischen den beiden, in deren Verlauf 

die Geschädigte den Beschuldigten beleidigt und gedemütigt haben musste, so 

dass dieser ihr zeigen wollte, wie sie sich zu benehmen habe, und eine Entschul-

digung von ihr verlangte (Urk. 3/1, S. 3; Urk. 3/3, S. 7 unten). Dass diese glaub-

hafte und wiederholt ohne Widersprüche geäusserte Darstellung der Geschädig-

ten zutrifft, ergibt sich auch aus dem Inhalt der vorhandenen SMS des Beschul-

digten an die Geschädigte vom 14. Dezember 2010, 02:00:58 Uhr, in der er 

durchblicken liess, von der Geschädigten (in seinem Stolz) verletzt worden zu 

sein, und eine Entschuldigung verlangte (Urk. 6/4, S. 3 f.). Die Beteuerung des 

Beschuldigten, die Geschädigte lediglich aus Fahrtsicherheitsgründen gestossen 

oder geschlagen zu haben, erweist sich daher als Schutzbehauptung, zumal er 

zudem eingeräumt hatte, er habe die Geschädigte mit dem Stoss auch zum an-

ständig Reden anhalten wollen (Urk. 2/4, S. 4). Es war somit vielmehr so, dass 

-  39  - 

die Geschädigte ihn beleidigt und gedemütigt hatte, worauf er die Beherrschung 

verlor und ihm unvermittelt die rechte Hand "ausrutschte". Angesichts dieser Um-

stände und der Stärke des Schlages entfällt die Möglichkeit eines unbewussten, 

ungewollten Vorganges. 

3.5.6. Demzufolge erweist sich der dem Beschuldigten zur Last gelegte An-

klagesachverhalt zum Vorwurf der Körperverletzung (Anklageziffer 1.) als erstellt. 

3.6. Bei den Vorwürfen der Drohung und Nötigung (Anklageziffer 2.) ergibt 

sich aus den Aussagen des Beschuldigten und der Geschädigten, dass sie sich 

gegenseitig damit belasten, die Idee für die dem Notarzt aufgetischte Geschichte 

mit dem Treppensturz gehabt zu haben. 

3.6.1. Die Geschädigte machte geltend, aus Angst davor, der Beschuldigte 

könnte die Drohung wahr machen, sie erneut zu schlagen oder ihr Leben kaputt 

zu machen, beim Arzt die falschen Angaben gemacht zu haben. Die ganze Zeit 

nach dem Schlag habe sie Todesangst gehabt. Sie sei völlig verängstigt gewe-

sen. Der Beschuldigte habe ihr gesagt, was sie schreiben solle (Urk. 3/1, S. 9; 

Urk. 3/4, S. 11 und 17 f.). 

3.6.2. Die diesbezüglichen Aussagen der Geschädigten weisen indessen 

Widersprüche auf und werden durch die Aussagen des Notarztes entkräftet. So 

hatte med. pract. L._____ bei der Polizei erklärt, die Geschädigte habe nicht ein-

geschüchtert gewirkt, sondern differenziert und intelligent, dies insbesondere 

nach dem Gespräch unter vier Augen, ohne ihren Begleiter im Röntgenraum. Der 

Beschuldigte sei in seiner Anwesenheit sehr ruhig gewesen und der Geschädig-

ten nicht ins Wort gefallen. Ihm sei nicht aufgefallen, dass er sie unter Druck ge-

setzt hätte (Urk. 4/1, S. 2 ff.). Diese (zugunsten des Beschuldigten lautenden) An-

gaben vermögen die Aussage der Geschädigten, wonach sie "Todesangst" ge-

habt habe, nicht zu bestätigen, sondern enttarnen sie in diesem Zusammenhang 

vielmehr als Übertreibung und Lügensignal, zumal die Glaubwürdigkeit des Not-

arztes als unabhängiger Dritter in keiner Weise eingeschränkt ist und keine Ver-

anlassung besteht, an der Glaubhaftigkeit seiner Angaben zu zweifeln. 

3.6.3. Ebenfalls gegen die von der Geschädigten geltend gemachte grosse 

Angst und weiteren Drohungen seitens des Beschuldigten in jenem Zeitraum 

spricht, dass sie gemäss ihren ersten Aussagen bei der Polizei (Urk. 3/1, S. 4), 

-  40  - 

dem Beschuldigten, als dieser sie um 22:00 Uhr schliesslich ins Spital gefahren 

und während der Fahrt gefragt habe, was sie sich ausgedacht habe, gesagt habe, 

dass sie erzählen würde, von der Treppe gefallen zu sein. Weiter räumte die Ge-

schädigte auch ein, beim Ausfüllen des Formulars im Spital zusammen mit dem 

Beschuldigten darauf bestanden zu haben, als Unfallort "F._____" hinzuschreiben 

und nicht das Restaurant darüber (Urk. 3/4, S. 19). 

3.6.4. Angesichts dieser Zweifel an der Glaubhaftigkeit der diesbezüglichen 

Darstellung der Geschädigten und des weiteren Umstandes, dass nicht nur der 

Beschuldigte, sondern auch sie ein erhebliches Interesse daran hatte, ihre Bezie-

hung weiterhin vor ihrem privaten Umfeld geheim zu halten (vgl. vorstehend 

Erw. II.3.4.2.1. f.), und sie überdies unter anderem auch erklärte, sie habe am 

Sturz auf der Treppe festhalten wollen, da ihre Familie nichts von der Beziehung 

zum verheirateten Beschuldigten habe wissen dürfen (Urk. 3/3, S. 7), erweist sich 

ihre in diesem Zusammenhang gemachte Darstellung, wonach der Beschuldigte 

sie bis zur Ankunft im Spital weiter bedroht und zur Angabe der nur von ihm aus-

gedachten Geschichte genötigt habe, als nicht überzeugend und wenig glaubhaft. 

3.6.5. Die Anklagebehörde hat aufgrund der Tatsache, dass die Geschädig-

te "erst" drei Tage nach der Tat Anzeige gegen den Beschuldigten erstattete, ge-

schlossen, dass sie dies aufgrund weiterer Drohungen nicht früher getan habe, 

und dem Beschuldigten daraus den Vorwurf einer weiteren, versuchten Nötigung 

gemacht (Anklageziffer 2.1). Nachdem die Geschädigte mehrmals zu Protokoll 

gab, dass der Beschuldigte sich einfach nicht bei ihr habe entschuldigen wollen, 

und sich auch aus ihren Gesprächsmitteilungen an ihn ergibt, dass sie sich des-

halb sowie angesichts der Stärke des Schlages und der Schwere ihrer Verletzung 

zu einer Anzeige entschloss (Urk. 3/1, S. 4; Urk. 3/3, S. 8; Urk. 3/4, S. 10 unten; 

Urk. 6/4, S. 8 ff.: z.B. SMS der Geschädigten vom 13.12.2010, 10:12:59, 15:24:48 

und 17:16:20 Uhr, sowie vom 14.12.2010, 18:05:47 Uhr), lässt sich dieser Ankla-

gevorwurf bereits anhand der Aussagen der Geschädigten sowie mangels ande-

rer belastender Beweismittel, wie beispielsweise entsprechender Gesprächsmit-

teilungen des Beschuldigten, nicht erstellen, weshalb der Beschuldigte vom An-

klagevorwurf in Anklageziffer 2.1 freizusprechen ist. 

-  41  - 

3.6.6. Da bezüglich dieses Anklagesachverhalts (Anklageziffer 2. und 2.2) 

keine weiteren, die Darstellung der Geschädigten bestätigenden und den Be-

schuldigten belastenden Beweismittel, wie beispielsweise SMS oder allfällige Kor-

respondenz, vorhanden sind, verbeiben nicht zu unterdrückende Zweifel, weshalb 

der Beschuldigte in Anwendung des Grundsatzes "in dubio pro reo" auch vom 

Anklagevorwurf der Drohung und Nötigung gemäss Anklageziffer 2. und 2.2 frei-

zusprechen ist. 

3.7. Hinsichtlich des Vorwurfs der Nötigung und der Anstiftung zur Irrefüh-

rung der Rechtspflege (Anklageziffer 3.) ist der Beschuldigte wiederum mehrfach 

überführt, unwahre Aussagen gemacht zu haben, wie dies bereits im angefochte-

nen Urteil zutreffend dargelegt wurde. Darauf kann verwiesen werden (Urk. 70, 

S. 8; Art. 82 Abs. 4 StPO). 

3.7.1. In der staatsanwaltschaftlichen Befragung vom 30. November 2011 

bestätigte er indessen die diesbezügliche Darstellung der Geschädigten ("so wie 

sie gesagt hat"), wonach diese ihm das Rückzugsschreiben geschickt habe und 

sie sich darauf geeinigt hätten. Er bestritt jedoch, Druck auf die Geschädigte aus-

geübt zu haben (Urk. 2/5, S. 2). In der staatsanwaltschaftlichen Schlusseinver-

nahme vom 14. Dezember 2011 erklärte er dann halbwahr, dass sie sich erst im 

Nachhinein über den Brief unterhalten hätten und er sich ansonsten nicht mit dem 

Brief befasst habe, fügte dem aber später noch bei, dass sie zwar darüber ge-

sprochen hätten, die Geschädigte es aber freiwillig getan habe (Urk. 2/6, S. 11 

und 17). An der Hauptverhandlung vom 6. März 2012 bestätigte er schliesslich 

auch, dass ihm das Schreiben vorgängig per E-Mail zugesandt worden sei, sie es 

zusammen korrigiert hätten und sie es abgeschickt habe, wobei er nach wie vor 

betonte, dass es der Wunsch der Geschädigten gewesen sei (Urk. 46, S. 6 f.). 

3.7.2. Dass der Beschuldigte nicht bloss aufgrund der ihm von der Geschä-

digten – gemäss übereinstimmender Darstellung (vgl. Urk. 2/6, S. 17; Urk. 3/3, 

S. 8) – mehrfach angekündigten Anzeige (vgl. auch Urk. 6/4, S. 8 ff: SMS vom 

14.12.2010, 18:05:47 Uhr) stets informiert gewesen sein musste, beweist unter 

anderem auch der Umstand, dass das von der Geschädigten erstellte "Anzeige-

rückerstattungsschreiben" vom 24. Dezember 2010 ihm an diesem Tag von ihr 

per Mail übermittelt worden war (Urk. 8/1). Wie sie glaubhaft mit der Ergänzung 

-  42  - 

ausgesagt hatte, hätten beide zeitgleich mit der Übermittlung des Mails am Tele-

fon gesprochen (Urk. 3/4, S. 20 ff.). 

3.7.3. Mit seinen nach und nach gemachten Zugaben bestätigte der Be-

schuldigte mithin praktisch die ganze, überzeugende Darstellung der Gescheh-

nisse durch die Geschädigte, mit Ausnahme des Umstandes, dass er ihr gedroht 

und sie unter anderem mit der Veröffentlichung intimer Bilder im Internet unter 

Druck gesetzt habe. Wenn dem tatsächlich so gewesen wäre, dass die Geschä-

digte alles freiwillig gemacht hätte, wie der Beschuldigte glauben machen will, ist 

nicht einzusehen, weshalb er zu Beginn der Ermittlungen diesen Vorwurf bestritt 

und in der Folge bloss häppchenweise Zugabe um Zugabe machte. Die Beteue-

rungen des Beschuldigten, mit der Geschädigten einvernehmlich über alles ge-

sprochen zu haben, erweisen sich unter den gegebenen Umständen, angesichts 

seines Aussageverhaltens sowie aufgrund der Tatsache, dass er ein grosses Inte-

resse daran hatte, dass es nicht zu einem Strafverfahren gegen ihn kommen wür-

de, als unglaubhaft. 

3.7.4. Die diesbezüglichen Aussagen der Geschädigten haben sich demge-

genüber als glaubhaft erwiesen, wurden über weite Teile schliesslich sogar vom 

Beschuldigten bestätigt und sind zudem bezüglich des von ihr verfassten "Anzei-

gerückerstattungsschreibens" überdies auch durch den entsprechenden Mail-

Abdruck (Urk. 8/1) untermauert. Das Drohmittel, die intimen Bilder der Geschädig-

ten, waren auf seinem Mobiltelefon vorhanden, weshalb er die Drohung hätte 

wahrmachen können; allenfalls auch ohne persönliche Computerkenntnisse, in-

dem er sich diese gegebenenfalls angeeignet hätte. Ein Motiv, weshalb die Ge-

schädigte bezüglich dieses Anklagevorwurfs den Beschuldigten zu Unrecht hätte 

belasten sollen, ist nicht ersichtlich, zumal das Weiterführen des Verfahrens ge-

gen den Beschuldigten auch die Gefahr in sich barg und wieder verstärkte, ihre 

Beziehung könnte dadurch auch in ihrem privaten Umfeld bekannt werden. Der 

einzige vom Beschuldigten genannte mögliche Grund, wonach die Geschädigte 

damit finanzielle Probleme hätte lösen wollen, überzeugt ebenfalls nicht, da keine 

Hinweise dafür bestehen, dass sie Geld von ihm verlangt haben könnte, und er 

solches im Übrigen auch nie geltend machte. 

-  43  - 

3.7.5. Es bestehen daher keine rechtserheblichen, unüberbrückbaren Zwei-

fel daran, dass der Beschuldigte der Geschädigten unter anderem androhte, ihre 

intimen Bilder zu veröffentlichen, und dass er sie auf diese Weise unter Druck 

setzte, damit sie die gegen ihn erstattete Anzeige zurückziehe, ihre Aussagen als 

unwahr bezeichne und dadurch gleichzeitig selber ein Strafverfahren gegen sich 

in Gang bringe. In der Folge wurde auch tatsächlich ein Strafverfahren gegen die 

Geschädigte eröffnet, welches mit Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 15. Au-

gust 2011 sistiert wurde (Urk. 9/1). 

Der dem Beschuldigten unter Anklageziffer 3. zur Last gelegte Anklagevor-

wurf ist demzufolge rechtsgenügend erstellt. 

III. 
 

Rechtliche Würdigung 

1. Die Vorinstanz hat das fehlbare Verhalten des Beschuldigten als Kör-

perverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB, mehrfache Nötigung im 

Sinne von Art. 181 StGB, versuchte Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB i.V.m. 

Art. 22 Abs. 1 StGB sowie Anstiftung zur Irreführung der Rechtspflege im Sinne 

von Art. 304 Ziff. 1 Abs. 2 StGB i.V.m. Art. 24 Abs. 1 StGB gewürdigt (Urk. 70, 

S. 13). 

2. Nachdem der Beschuldigte von den Vorwürfen gemäss der Anklagezif-

fer 2. freizusprechen ist (vgl. vorstehend Erw. II.3.6.4. ff.), entfällt beim Tatbestand 

der Nötigung eine mehrfache wie auch eine versuchte Tatbegehung von vornhe-

rein. 

3. Der Beschuldigte fügte der Geschädigten durch seinen unvermittelten 

Schlag ins Gesicht eine Nasenbeinfraktur zu, was den objektiven Tatbestand der 

einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB erfüllt. In 

subjektiver Hinsicht bestreitet der Beschuldigte eine eventualvorsätzliche Bege-

hung und macht ein fahrlässiges Tatgeschehen geltend. 

3.1. Gemäss Art. 12 Abs. 2 StGB begeht ein Verbrechen oder Vergehen 

vorsätzlich, wer die Tat mit Wissen und Willen ausführt (Satz 1). Vorsätzlich han-

-  44  - 

delt bereits, wer die Verwirklichung der Tat für möglich hält und in Kauf nimmt 

(Satz 2). Beim Eventualvorsatz strebt der Täter den Erfolg nicht an, sondern 

weiss lediglich, dass dieser möglicherweise mit der willentlich vollzogenen Hand-

lung verbunden ist. Der Eventualvorsatz ist zu bejahen, wenn der Täter den Erfolg 

für den Fall seines Eintritts in Kauf nimmt und sich mit ihm abfindet, mag er ihm 

auch unerwünscht sein (BGE 137 IV 1 E. 4.2.3; BGE 134 IV 26 E. 3.2.2; BGE 133 

IV 1 E. 4.1). Die zu aArt. 18 StGB entwickelte Rechtsprechung ist auch auf das 

neue Recht anwendbar (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_488/2009 vom 

24. September 2009 E. 1.4). 

3.2. Angesichts der Umstände und der Stärke des Schlages entfällt die 

Möglichkeit eines unbewussten und ungewollten Tatvorgehens (vgl. vorstehend 

Erw. II.3.5.5.2.). Wer, wie der Beschuldigte, in der ihm vorgeworfenen und erstell-

ten Weise mit einem – operierten oder gesunden – Arm unvermittelt gegen das 

Gesicht einer anderen Person schlägt, muss mit der naheliegenden Möglichkeit 

rechnen, dass der Arm oder die – allenfalls zu einer Faust geballte – Hand so auf 

die Nase auftrifft, dass eine Fraktur derselben eintreten kann, auch wenn dies, 

wie beim Beschuldigten, nicht sein direktes Handlungsziel war. Indem der Be-

schuldigte seinen Arm auf diese Weise einsetzte, nahm er daher die erfolgte Tat-

bestandsverwirklichung in Kauf und handelte somit eventualvorsätzlich. 

4. Wegen Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB wird bestraft, wer jeman-

den durch Gewalt, Androhung ernstlicher Nachteile oder durch andere Beschrän-

kung seiner Handlungsfreiheit nötigt, etwas zu tun, zu unterlassen oder zu dulden. 

4.1. Als geschütztes Rechtsgut von Art. 181 StGB gilt nach der Bundesge-

richtspraxis die Handlungsfreiheit bzw. die Freiheit der Willensbildung und Wil-

lensbetätigung des Einzelnen (BGE 134 IV 216 E. 4.4.3). Die Tatbestandsvariante 

der "anderen Beschränkung der Handlungsfreiheit" ist aus rechtsstaatlichen 

Gründen restriktiv auszulegen. Das Zwangsmittel der "anderen Beschränkung der 

Handlungsfreiheit" muss, um tatbestandsmässig zu sein, das üblicherweise ge-

duldete Mass an Beeinflussung in ähnlicher Weise eindeutig überschreiten, wie 

es für die im Gesetz ausdrücklich genannten Zwangsmittel der Gewalt und der 

Androhung ernstlicher Nachteile gilt (BGE 134 IV 216 E. 4.1). Die weite Um-

schreibung des Nötigungstatbestands hat zur Folge, dass nicht jedes tatbe-

-  45  - 

standsmässige Verhalten bei Fehlen von Rechtfertigungsgründen auch rechtswid-

rig ist. Vielmehr bedarf die Rechtswidrigkeit bei Art. 181 StGB einer zusätzlichen, 

besonderen Begründung. Eine Nötigung ist unrechtmässig, wenn das Mittel oder 

der Zweck unerlaubt ist oder wenn das Mittel zum angestrebten Zweck nicht im 

richtigen Verhältnis steht oder wenn die Verknüpfung zwischen einem an sich zu-

lässigen Mittel und einem erlaubten Zweck rechtsmissbräuchlich oder sittenwidrig 

ist (BGE 129 IV 6 E. 3.4; BGE 119 IV 301 E. 2b m.w.H.). 

4.2. Der subjektive Tatbestand verlangt Vorsatz, das heisst das Bewusst-

sein und den Willen des Täters, das Opfer durch