# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fcde37e0-bb73-51ed-9845-b75328539b19
**Source:** Appenzell Ausserrhoden (AR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-02-24
**Language:** de
**Title:** Appenzell Ausserrhoden Obergericht 4. Abteilung 24.02.2022 OG O4V-21-6
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AR_Gerichte/AR_OG_004_OG-O4V-21-6_2022-02-24.pdf

## Full Text

Beschwerdeführerin A1. 

 

vertreten durch: RA AA.  

 

 

Vorinstanz Departement Inneres und Sicherheit, Schützenstrasse 1, 

9100 B. 

 

 

Verfügende Behörde   Amt für Inneres, Abteilung Migration, Landsgemeindeplatz 2, 

9043 Trogen 

 

 

Gegenstand Widerruf der Aufenthaltsbewilligung  

Beschwerde gegen den Rekursentscheid des Departements 

Inneres und Sicherheit vom 28. Januar 2021 

 

  

Obergericht Appenzell Ausserrhoden  
4. Abteilung 

 

Urteil vom 24. Februar 2022 
 

Mitwirkende Obergerichtspräsident W. Kobler 

Oberrichterinnen D. Cadosch Autolitano, M. Gasser Aebischer  

Oberrichter E. Graf, P. Louis 

Obergerichtsschreiber D. Hofmann 

 

 

Verfahren Nr. O4V 21 6 

 

 

Sitzungsort Trogen 

 

 

 

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Rechtsbegehren 

 

a) der Beschwerdeführerin: 

 1. Der Rekursentscheid vom 28. Januar 2021 sowie die Verfügung des Migrationsamts 

vom 30. September 2020 seien aufzuheben; 

 2. Vom Widerruf der Aufenthaltsbewilligung sei abzusehen; 

 Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge.  

 

 

b) der Vorinstanz: 

 1. Die Beschwerde sei abzuweisen. 

 2. Unter Kostenfolge zulasten der Beschwerdeführerin. 

 

 

c) der verfügenden Behörde: 

 Die Beschwerde sei vollumfänglich abzuweisen, unter Kostenfolge zulasten der Beschwer-

deführerin. 

 

 

 

Sachverhalt 

 

A. A1. (geb. am XX.XX.1967) ist nordmazedonische Staatsangehörige. Am 30. Juli 2019 reiste 

sie in die Schweiz ein (act. 10/249) und heiratete am 18. November 2019 in B. den Schweizer 

C. (act. 10/145), worauf sie im Rahmen des Familiennachzugs eine Aufenthaltsbewilligung 

erhielt (act. 10/143). Nach einer polizeilichen Intervention am 7. April 2020 verliess A1. die 

eheliche Wohnung in Waldstatt. Seit diesem Zeitpunkt lebt sie von ihrem Mann getrennt 

(act. 10/32).  

 

B. Nach der Gewährung des rechtlichen Gehörs widerrief das Amt für Inneres, Abteilung 

Migration, mit Verfügung vom 30. September 2020 die Aufenthaltsbewilligung von A1. 

(act. 10/26). Gleichzeitig ordnete es an, dass A1. die Schweiz innert 30 Tagen nach 

Rechtskraft der Verfügung zu verlassen habe. Zur Begründung wurde im Wesentlichen 

ausgeführt, dass der Bewilligungsanspruch mit der Aufgabe der ehelichen Gemeinschaft 

erloschen sei und keine wichtigen Gründe vorlägen, welche einen weiteren Aufenthalt von 

A1. in der Schweiz erforderlich machten. 

 

 

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C. Gegen diese Verfügung liess A1., vertreten durch RA AA., mit Eingabe vom 20. Oktober 

2020 (act. 10/19) beim Departement Inneres und Sicherheit Rekurs erheben mit den 

Anträgen, die Verfügung aufzuheben und vom Widerruf der Aufenthaltsbewilligung 

abzusehen.  

 

D. Mit Entscheid vom 28. Januar 2021 (act. 2) wies das Departement Inneres und Sicherheit 

den Rekurs ab. Gleichzeitig wurde A1. aufgefordert, die Schweiz bis spätestens 31. März 

2021 zu verlassen. 

 

E. Gegen diesen Entscheid liess A1. (im Folgenden: Beschwerdeführerin), vertreten durch RA 

AA., mit Eingabe vom 1. März 2021 (act. 1) mit den eingangs erwähnten Rechtsbegehren 

Beschwerde beim Obergericht erheben.  

 

F. Mit Schreiben vom 19. März 2021 (act. 7) und 30. März 2021 (act. 9) liessen sich das 

Departement Inneres und Sicherheit (im Folgenden: Vorinstanz) und das Amt für Inneres, 

Abteilung Migration (im Folgenden: verfügende Behörde) mit den eingangs erwähnten 

Rechtsbegehren zur Beschwerde vernehmen.  

 

G. Mit Eingabe vom 25. Mai 2021 (act. 13) liess die Beschwerdeführerin eine Replik einreichen, 

worin sie an ihren Anträgen festhielt.  

 

H. Auf die Begründung der gestellten Anträge wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen 

näher eingegangen. 

 

 

 

Erwägungen 

 

1.  

1.1 Die von Amtes wegen vorzunehmende Prüfung der Prozessvoraussetzungen ergibt, dass 

diese sowohl hinsichtlich der Beschwerdeberechtigung als auch hinsichtlich der Form- und 

Fristerfordernisse erfüllt sind. Die sachliche bzw. funktionale Zuständigkeit des Obergerichts 

ergibt sich aus Art. 54 Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG, bGS 

143.1), wonach das Obergericht zur Behandlung von Beschwerden gegen letztinstanzliche 

Verfügungen der Verwaltungsbehörden zuständig ist. Die Beschwerdeführerin ist als 

Adressatin des angefochtenen Rekursentscheides, mit dem ihre Begehren abgewiesen 

wurden, formell beschwert. Auf die Beschwerde ist grundsätzlich, aber unter folgendem 

Vorbehalt einzutreten:  

 

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1.2 Nicht eingetreten werden kann auf die Beschwerde, soweit die Beschwerdeführerin den 

Antrag stellt, die Verfügung des Amtes für Inneres, Abteilung Migration, vom 30. September 

2020 sei aufzuheben. Aufgrund des Devolutiveffekts der Beschwerde ist diese Verfügung 

durch den Rekursentscheid ersetzt worden. Vor dem Obergericht kann einzig dieser 

Entscheid angefochten werden, womit die Verfügung vom 30. September 2020 kein 

taugliches Anfechtungsobjekt bildet (vgl. dazu BGE 134 II 142 E. 1.4; Urteil des Bundes-

gerichts 2C_432/2016 vom 26. Januar 2018 E. 1.1).  

 

2. Bei der Beurteilung der hier vorliegenden Beschwerde ist die Kognition des Obergerichts 

gemäss Art. 56 Abs. 1 VRPG darauf beschränkt, den angefochtenen Entscheid hinsichtlich 

allfälliger Rechtsverletzungen zu überprüfen, wozu auch eine rechtsfehlerhafte Ausübung 

des Ermessens zählt. Im Weiteren kann beurteilt werden, ob die Vorinstanzen den Sach-

verhalt unrichtig oder unvollständig festgestellt haben. Die Überprüfung der Angemessenheit 

ist dem Obergericht jedoch verwehrt (Art. 56 Abs. 1 VRPG e contrario). 

 

3. Ausländische Ehegatten von Schweizerinnen und Schweizern haben Anspruch auf Erteilung 

und Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung, wenn sie mit diesen zusammenwohnen 

(Art. 42 Abs. 1 des Bundesgesetzes über Ausländerinnen und Ausländer und über die 

Integration, Ausländer- und Integrationsgesetz, AIG, SR 142.20). Nach Auflösung der Ehe 

oder der Familiengemeinschaft besteht der Anspruch auf Verlängerung der Aufenthalts-

bewilligung weiter, wenn die Ehegemeinschaft mindestens drei Jahre bestanden hat und die 

Integrationskriterien nach Art. 58a erfüllt sind (Art. 50 Abs. 1 lit. a AIG) oder wenn wichtige 

persönliche Gründe einen weiteren Aufenthalt in der Schweiz erforderlich machen (Art. 50 

Abs. 1 lit. b AIG).  

 

4. Der Anspruch nach Art. 50 Abs. 1 lit. a AIG setzt kumulativ voraus, das die Ehegemeinschaft 

mindestens drei Jahre bestanden hat und eine erfolgreiche Integration besteht. Erstgenannte 

Voraussetzung erfüllt die Beschwerdeführerin klar nicht, lebten die Eheleute doch höchstens 

während 5 Monaten in ehelicher Gemeinschaft in derselben Wohnung, was auch in der 

Beschwerde nicht in Abrede gestellt wird. Daher kann die Beschwerdeführerin aus Art. 50 

Abs. 1 lit. a AIG nichts zu ihren Gunsten ableiten, selbst wenn anzunehmen wäre, dass sie 

sich – wie von ihr geltend gemacht – sprachlich, sozial und beruflich erfolgreich integriert hat. 

Ein Anspruch der Beschwerdeführerin auf Verlängerung ihrer Aufenthaltsbewilligung gestützt 

auf Art. 50 Abs. 1 lit. a AIG ist folglich, unabhängig von einer erfolgreichen Integration, zu 

verneinen.  

 

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5. Bei Art. 50 Abs. 1 lit. b AIG geht es darum, nacheheliche ausländerrechtliche Härtefälle bei 

der Bewilligungsverlängerung nach der Auflösung der ehelichen Gemeinschaft zu vermei-

den. Insofern bedarf es eines Bezugs des Härtefalls zur aufgelösten Ehe (MARC SPESCHA, 

in: Spescha/Thür/Zünd/Bolzli/Hruschka [Hrsg.], Kommentar Migrationsrecht, 5. Aufl. 2019, 

N. 12 zu Art. 50 AIG). Dieser wird nicht dadurch ausgeschlossen, dass die Initiative für die 

Trennung nicht vom behaupteten Opfer, sondern vom anderen Ehegatten kommt (Urteil des 

Bundesgerichts 2C_915/2019 vom 13. März 2020 E. 3.2). Verlangt wird jedoch eine 

erhebliche Intensität der Konsequenzen für das Privat- und Familienleben, die mit der 

Lebenssituation nach dem Dahinfallen der abgeleiteten Anwesenheitsberechtigung 

verbunden sein muss (BGE 139 II 393 E. 6). Solche Gründe können namentlich vorliegen, 

wenn die Beschwerdeführerin Opfer ehelicher Gewalt wurde oder die Ehe nicht aus freiem 

Willen geschlossen wurde oder die soziale Wiedereingliederung im Herkunftsland stark 

gefährdet erscheint (Art. 50 Abs. 2 AIG). Das Vorliegen eines wichtigen persönlichen 

Grundes für einen nachehelichen Härtefall ist von der betroffenen Person in geeigneter 

Weise glaubhaft zu machen; dabei trifft sie eine weitreichende Mitwirkungspflicht. Allgemein 

gehaltene Behauptungen oder Hinweise auf punktuelle Spannungen genügen nicht; wird 

häusliche Gewalt in Form psychischer Oppression behauptet, müssen die Systematik der 

Misshandlung bzw. deren zeitliches Andauern und die daraus entstehende subjektive 

Belastung objektiv nachvollziehbar konkretisiert und beweismässig unterlegt werden (Urteil 

des Bundesgerichts 2C_314/2019 vom 11. März 2020; BGE 138 II 229 E. 3.2.2).  

 

Dasselbe gilt, soweit damit verbunden geltend gemacht werden soll, bei einer Rückkehr in 

die Heimat erweise sich die soziale Wiedereingliederung als stark gefährdet. Auch hier 

genügen allgemeine Hinweise nicht; die befürchtete Beeinträchtigung muss im Einzelfall 

aufgrund der konkreten Umstände glaubhaft erscheinen. Nur in diesem Fall und beim Beste-

hen entsprechender Beweisanträge, die nicht in antizipierter Beweiswürdigung abgewiesen 

werden können, wobei aber allfälligen sachinhärenten besonderen Beweisschwierigkeiten 

Rechnung zu tragen ist, rechtfertigt es sich, ein ausländerrechtliches Beweisverfahren 

durchzuführen (BGE 138 II 229 E. 3.2.3). Hat der Aufenthalt nur kürzere Zeit gedauert und 

wurden keine engen Beziehungen zur Schweiz geknüpft, lässt sich ein Anspruch auf weiteren 

Verbleib nicht begründen, wenn die erneute Integration im Herkunftsland keine besonderen 

Probleme darstellt (BGE 139 II 393 E. 6). Entscheidend ist, ob die persönliche, berufliche 

und familiäre Wiedereingliederung als stark gefährdet zu gelten hat und nicht, ob ein Leben 

in der Schweiz einfacher wäre (Urteil des Bundesgerichts 2C_216/2009 vom 20. August 2009 

E. 3). Ein persönlicher, nachehelicher Härtefall setzt aufgrund der konkreten Umstände eine 

erhebliche Intensität der Konsequenzen für das Privat- und Familienleben der ausländischen 

Person voraus, die mit ihrer Lebenssituation nach dem Dahinfallen der Anwesenheitsbe-

rechtigung verbunden ist (BGE 137 II 345 E. 3.2.3).   

 

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5.1 Die Vorinstanz kommt im angefochtenen Entscheid zum Schluss, dass keine Hinweise auf 

eine relevante Gewaltanwendung des Gatten vorlägen. Vielmehr müsse davon ausgegangen 

werden, dass die Ehepartner unter falschen Voraussetzungen geheiratet und sich dann 

auseinandergelebt hätten. Es möge zutreffen, dass eine Rückkehr in die Heimat mit 

Schwierigkeiten verbunden sei. Doch sei diese Rückkehr zumutbar, zumal davon auszuge-

hen sei, dass die Beschwerdeführerin in ihrem Alter nach wie vor über ein Beziehungsnetz 

in ihrer Heimat verfüge.  

 

5.2 Die Beschwerdeführerin führt dazu in der Beschwerde aus, dass der Ehemann bereits bald 

nach der Eheschliessung eine Seite gezeigt habe, die sie zuvor nicht gekannt habe. Er habe 

die Beschwerdeführerin bei jedem ihrer Schritte kontrollieren wollen und gewünscht, dass 

diese ihn den ganzen Tag umsorge und insbesondere keine Arbeitstätigkeit aufnehme. Der 

Ehegatte habe ein Verhalten an den Tag gelegt, das eine psychische Erkrankung vermuten 

lasse. Zudem sei sie es als Witwe mit zwei Kindern gewohnt gewesen, selbständig 

Entscheidungen zu treffen und ein eigenes Einkommen zu erzielen. Die Beschwerdeführerin 

habe erkannt, dass C. sie wohl nur deshalb geheiratet habe, weil er jemanden gebraucht 

habe, der ihm unentgeltlich den Haushalt führe und ihn pflegen könne. Als er festgestellt 

habe, dass er eine selbständige Frau geheiratet habe, die nicht jeden seiner Wünsche 

befolge, sei er teilweise handgreiflich geworden, habe sie vor die Tür gesetzt und schliesslich 

beim Migrationsamt angezeigt. Seit April 2020 habe sich die Beziehung der Beschwerde-

führerin zu dem in […] wohnhaften D. weiter vertieft. Sie würden beab-sichtigen, nach der 

Scheidung von C. zu heiraten. Dieser sei jedoch nicht bereit, die Zustimmung zur Scheidung 

zu erteilen, obwohl er die Scheidung wolle. Auch dies erstelle deutlich, dass C. offensichtlich 

der Beschwerdeführerin schaden möchte. Müsste die Beschwerdeführerin die Schweiz 

verlassen, so müsste sie in der Heimat neu Fuss fassen. Tatsache sei, dass sie in ihrer 

Heimat ihre Wohnung aufgelöst und ihre Stelle aufgegeben habe. Eine Rückkehr in ihre 

Heimat sei ihr angesichts ihres Alters, der fehlenden Aussichten, sich wieder im Arbeitsmarkt 

zu integrieren zu können und des Umstands, dass sie hier über ein grosses und intaktes 

Beziehungsnetz verfüge, nicht zumutbar. 

 

5.3 Soweit die Beschwerdeführerin geltend macht, die Rückkehr in die Heimat sei ihr nicht 

zumutbar und sie sei Opfer ehelicher Gewalt geworden, belegt sie dies - entgegen ihrer 

Begründungspflicht - nicht. Was sie schildert, ist nicht geeignet, eine hinreichend schwere 

psychische Beeinträchtigung durch den Ehegatten glaubhaft zu machen. Es bestehen keine 

Anhaltspunkte, dass die Beschwerdeführerin während der Dauer der ehelichen Gemein-

schaft einer systematischen Misshandlung des Ehegatten, mit dem Ziel, Macht und Kontrolle 

über sie auszuüben, unterworfen gewesen wäre. Dagegen spricht vielmehr, dass die 

 

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Beschwerdeführerin nach unbestrittener Aussage des Ehegatten während des Zusammenle-

bens jeden Tag gearbeitet hat (act. 10/132). Es ist daher nicht davon auszugehen, dass sie 

während der Ehe isoliert war und in ihrer Bewegungsfreiheit wesentlich eingeschränkt wurde. 

Die Behauptung, wonach der Ehemann teilweise handgreiflich geworden sei, erweist sich mit 

Blick auf einen nachehelichen Härtefall als nicht genügend substantiiert, so dass nicht weiter 

darauf einzugehen ist. Dass sie nun einen anderen Schweizer zu heiraten gedenkt, ist im 

Zusammenhang mit Art. 50 Abs. 1 lit. b AIG nicht von Belang. Zurzeit ist sie immer noch mit 

C. verheiratet. Ob eine künftige Heirat mit ihrem neuen Lebenspartner einen allfälligen 

Aufenthaltsanspruch auslöst, wäre im Rahmen eines separaten Gesuchs erstinstanzlich von 

der zuständigen Migrationsbehörde zu prüfen (vgl. Art. 42 AIG). Die Beschwerdeführerin 

kann sich folglich nicht auf einen nachehelichen Aufenthaltsanspruch berufen. 

 

5.4 Die 54-jährige Beschwerdeführerin lebte bis zum 30. Juli 2019 in Nordmazedonien. Sie hält 

sich damit erst seit relativ kurzer Zeit in der Schweiz auf, wobei zudem mehr als ein Aufent-

haltsjahr auf die aufschiebende Wirkung der Rechtsmittel zurückzuführen ist. Zuvor hat sie 

ihr ganzes Leben in Nordmazedonien verbracht, weshalb keineswegs von einem langen und 

lebensprägenden Aufenthalt der Beschwerdeführerin in der Schweiz gesprochen werden 

kann. Zwar kann nicht in Abrede gestellt werden, dass sie sich um Integration in die 

schweizerischen Verhältnisse bemüht, doch ist ihre soziale und berufliche Integration in der 

Schweiz nicht so weit fortgeschritten, dass ihre Reintegration in Nordmazedonien unsicher 

wäre. Ihre zwei volljährigen Kinder leben gemäss den Akten in Nordmazedonien (act. 10/82), 

wobei die Beschwerdeführerin nicht aufzeigt, was einer Kontaktaufnahme mit diesen 

entgegenstehen sollte. Auch wenn die Wiedereingliederung der Beschwerdeführerin im 

Heimatland mit Schwierigkeiten verbunden ist, kann deshalb die Schlussfolgerung gezogen 

werden, dass ihrer Rückkehr keine unüberwindlichen Hindernisse entgegenstehen. Wie die 

Vorinstanz vernehmlassungsweise korrekt ausführt, ist ihr auch zuzumuten, die Scheidung 

und auch die Ehevorbereitungen für eine allfällige neue Eheschliessung in Nordmazedonien 

abzuwarten. Eine Rückkehr nach Nordmazedonien erscheint daher aufgrund der gesamten 

Umstände als zumutbar.  

 

6. Zusammenfassend ergibt sich damit, dass der Widerruf der Aufenthaltsbewilligung der 

Beschwerdeführerin und ihre Wegweisung aus der Schweiz zu Recht erfolgten. Die 

Beschwerde ist damit abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.  

 

7. Da die der Beschwerdeführerin durch die Vorinstanz angesetzte Frist zum Verlassen der 

Schweiz schon lange abgelaufen ist, gilt es eine angemessene neue Ausreisefrist anzuset-

zen (Art. 64d Abs. 1 AIG). Im vorliegenden Fall erscheint eine Ausreisefrist bis zum 31. Mai 

2022 als gerechtfertigt. Sollte ein Weiterzug dieses Urteils an das Bundesgericht erfolgen 

 

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und Letzteres dem Rechtsmittel aufschiebende Wirkung verleihen, hat die Beschwerdefüh-

rerin sich binnen zweier Monate ab dem Datum eines den Wegweisungspunkt nicht 

ändernden bundesgerichtlichen Endentscheids aus der Schweiz zu entfernen. 

 

8. Nach Art. 19 Abs. 3 in Verbindung mit Art. 53 Abs. 1 VRPG ist im Beschwerdeverfahren vor 

Obergericht gebühren- und kostenpflichtig, wer ganz oder teilweise unterliegt oder auf 

dessen Rechtsmittel nicht eingetreten wird. Der Beschwerdeführerin ist ausgangsgemäss 

eine Entscheidgebühr aufzuerlegen, wobei eine Gebühr von Fr. 1‘500.-- als angemessen 

erscheint (Art. 4a des Gesetzes über die Gebühren in Verwaltungssachen (bGS 233.2). Der 

Kostenvorschuss von Fr. 1‘500.-- ist anzurechnen. Auf die Zusprechung einer Parteient-

schädigungen besteht kein Anspruch (Art. 53 Abs. 3 VRPG). 

 

 

 

  

 

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Das Obergericht erkennt: 

 
 
1. Die Beschwerde von A1. wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 
 
 
2. Der Beschwerdeführerin wird zum Verlassen der Schweiz eine neue Frist bis spätestens 

31. Mai 2022 bzw. im Sinne der Erwägung 7 angesetzt. 
 
 
3. Der Beschwerdeführerin wird eine Entscheidgebühr von Fr. 1'500.-- auferlegt. Der Kosten-

vorschuss von Fr. 1'500.-- wird angerechnet.  
 
 
4. Es werden keine Parteientschädigungen ausgerichtet.  
 
 
5. Rechtsmittel: 
 Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit der Zustellung Beschwerde in öffentlich-

rechtlichen Angelegenheiten erhoben werden. Die Zulässigkeit einer solchen Beschwerde 
richtet sich nach Art. 82 ff. Bundesgerichtsgesetz (BGG, SR 173.110). Die Beschwerde ist 
beim Schweizerischen Bundesgericht, Avenue du Tribunal fédéral 29, 1000 Lausanne 14, 
schriftlich einzureichen. Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit 
Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten; der angefochtene Entscheid 
sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind - soweit vorhanden - beizulegen (Art. 
42 BGG). Die Beschwerde hat in der Regel keine aufschiebende Wirkung (Art. 103 BGG). 

 
 
6. Zustellung an die Beschwerdeführerin über deren Anwältin, die Vorinstanz sowie die 

verfügende Behörde.  
 
 

Im Namen der 4. Abteilung des Obergerichts 
 
 
Der Obergerichtspräsident:  

 

 

lic. iur. Walter Kobler 

Der Gerichtsschreiber:   

 

 

lic. iur. Daniel Hofmann 

 
 
 
 
 
 
versandt am: 28. Februar 2022