# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 07d102ba-16b4-5ecc-976d-a5ae1ce54323
**Source:** Nidwalden (NW)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-12-02
**Language:** de
**Title:** Nidwalden Gerichte 02.12.2022 30512
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/NW_Gerichte/NW_OG_001_30512_2022-12-02.pdf

## Full Text

GERICHTE     OBERGERICHT  Marktgasse 4, 6371 Stans, 041 618 79 70, www.nw.ch 

 

BAS 21 1 Urteil BGer 1B_450/2022 vom 30.5.2023/Abweisung 

Urteil vom 20. Juni 2022 

Beschwerdeabteilung in Strafsachen 

 

 

 

Besetzung Vizepräsidentin Barbara Brodmann, Vorsitz, 

Oberrichter Armin Murer, 

Oberrichter Rolf Gabriel, 

Gerichtsschreiberin Sarah Huber. 

 

 

 

Verfahrensbeteiligte A.__,  

amtlich verteidigt durch Rechtsanwältin Kim Mauerhofer, 

Marktgasse 35, 3011 Bern, 

Beschwerdeführer/Beschuldigter, 

gegen 

Staatsanwaltschaft Nidwalden, 

Kreuzstrasse 2, Postfach 1242, 6371 Stans, 

Beschwerdegegnerin 1/Strafuntersuchungsbehörde, 

und 

Dr. iur. B.__, 

vertreten durch Rechtsanwältin C.__, 

Beschwerdegegnerin 2 / vormalige amtliche Verteidi-

gung. 

 

 

 

Gegenstand Wechsel der amtlichen Verteidigung  

Neubeurteilung nach Rückweisung durch das Bundesgericht 

(Urteil 1B_470/2020 vom 22. Dezember 2020). 

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2 │ 64 

 

Sachverhalt: 

A.  

Die Staatsanwaltschaft Nidwalden (Staatsanwaltschaft) führt gegen A.__ (Beschwerdeführer) 

mehrere Strafuntersuchungen wegen Verdachts auf verschiedene Delikte (mehrfacher ver-

suchter Raub, schwere Körperverletzung bzw. eventualiter versuchte schwere Körperverlet-

zung, einfache Körperverletzung, Tätlichkeiten, mehrfacher Diebstahl, Gehilfenschaft zum ver-

suchten Raub, mehrfache versuchte Erpressung, mehrfache Beschimpfung, mehrfache Dro-

hung, Nötigung, Freiheitsberaubung und Entführung, mehrfacher Hausfriedensbruch, Gewalt 

und Drohung gegen Behörden und Beamte, Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelge-

setz, Widerhandlung gegen das Heilmittelgesetz, Widerhandlung gegen die Strassenverkehrs-

gesetzgebung sowie Widerhandlungen gegen das Waffengesetz). Die Strafuntersuchungen 

dauern an. Der Beschwerdeführer wurde am 2. Dezember 2020 um 10.00 Uhr aus mehrmo-

natiger Untersuchungshaft entlassen. Seither untersteht er dem Regime diverser Ersatzmas-

snahmen. 

Mit Verfügung vom 7. November 2018 wurde Rechtsanwältin B.__ rückwirkend per 30. Okto-

ber 2018 als (notwendige) amtliche Verteidigerin des Beschwerdeführers eingesetzt. Mit Ver-

fügung vom 26. August 2019 wurde sie überdies betreffend weiterer gegen den Beschwerde-

führer erhobener Vorwürfe als (notwendige) amtliche Verteidigerin eingesetzt. Beide Verfü-

gungen erwuchsen unangefochten in Rechtskraft.  

 

B.  

Am 14. April 2020 liess der Beschwerdeführer durch seine am 9. April 2020 mandatierte Wahl-

verteidigerin Mauerhofer um Widerruf der amtlichen Verteidigung durch Rechtsanwältin B.__ 

und Einsetzung von Rechtsanwältin Mauerhofer als seine amtliche Verteidigerin ersuchen. Die 

Staatsanwaltschaft wies das Gesuch mit Verfügung vom 10. Juni 2020 ab.  

 

C.  

Dagegen erhob der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 29. Juni 2020 Beschwerde beim 

Obergericht des Kantons Nidwalden mit den Rechtsbegehren:  

3 │ 64 

 

«I. Verfahrensantrag: 

Die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 10. Juni 2020 mit der Bezeichnung ‹Amtliche Verteidigung 

(Art. 132 StPO)› sei aufzuheben und Frau Rechtsanwältin lic. iur. Kim Mauerhofer sei anstelle von Frau 

Rechtsanwältin Dr. iur. B.__ rückwirkend ab 14. April 2020 als amtliche Verteidigerin von Herrn A.__ ein-

zusetzen. 

– Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Staatskasse –» 

Insofern das Obergericht Nidwalden die Vertretung der eingesetzten notwendigen Verteidige-

rin an Einvernahmen der Strafuntersuchungsbehörden durch deren ausserkantonalen bzw. 

Luzerner Rechtspraktikantinnen MLaw E.__ und MLaw F.__ als zulässig erachte, beantrage 

er die folgenden:  

«II. Beweisanträge: 

  1. Das Bezirksgericht Willisau des Kantons Luzern sei anzuweisen, dem Obergericht folgende Fragen 

zu beantworten: 

a. Von wann bis wann (genaue Daten) befand sich Frau MLaw E.__ beim Bezirksgericht Willisau 

im Praktikum? 

b. Welcher Abteilung bzw. welchen Richterinnen und / oder Richtern (Strafrichtern oder Zivilrich-

terinnen) war Frau MLaw E.__ während ihres Praktikums unterstellt? 

c. Hatte Frau MLaw E.__ während ihres Praktikums mit strafrechtlichen Angelegenheiten juristisch 

zu tun? 

d. Falls c. bejaht wird: 

– inwiefern, 

– wie häufig und 

– in welcher Vertiefung hatte Frau MLaw E.__ während ihres Praktikums mit strafrechtlichen 

Angelegenheiten juristisch zu tun? 

2. Die vormaligen Anwaltspraktikumsa[r]beitgeber von Frau MLaw F.__, namentlich das Bezirksgericht 

Luzern und die Staatsanwaltschaft 1 Luzern, seien anzuweisen, dem Obergericht folgende Fragen 

zu beantworten: 

a. Von wann bis wann (genaue Daten) befand sich Frau MLaw F.__ im Praktikum? 

b. Nur an das Bezirksgericht Luzern: Welcher Abteilung bzw. welchen Richterinnen und / oder 

Richtern (Strafrichtern oder Zivilrichterinnen) war Frau F.__ während ihres Praktikums unter-

stellt? 

c. Nur an das Bezirksgericht Luzern: Hatte Frau MLaw F.__ während ihres Praktikums mit straf-

rechtlichen Angelegenheiten juristisch zu tun? 

d. Falls c. bejaht wird: 

– Inwiefern, 

– (nur an das Bezirksgericht Luzern:) wie häufig und 

– in welcher Vertiefung hatte Frau MLaw F.__ während ihres Praktikums mit strafrechtlichen Ange-

legenheiten juristisch zu tun? 

4 │ 64 

 

Schliesslich ersuchte er um die Gewährung des rechtlichen Gehörs im zweiten Schriftenwech-

sel (Rechtsbegehren Ziff. III).  

 

D.  

Mit Urteil vom 14. Juli 2020 («Urteil BAS 20 11») wies das Obergericht Nidwalden, Beschwer-

deabteilung in Strafsachen, die Beschwerde ab, soweit darauf einzutreten war. Das in der 

Folge angerufene Bundesgericht hiess die Beschwerde mit Urteil 1B_470/2020 vom 22. De-

zember 2020 gut, hob das angefochtene Urteil auf und wies die Sache zu neuem Entscheid 

im Sinne der Erwägungen an das Obergericht zurück. 

 

E. 

Mit Eingabe vom 31. Januar 2021 ersuchte der Beschwerdeführer um Bekanntgabe der Zu-

sammensetzung des Gerichts und stellte ein Ausstandsgesuch in Aussicht. Mit Schreiben vom 

4. Februar 2021 wurden die Parteien über die voraussichtliche Zusammensetzung (Vizepräsi-

dentin Barbara Brodmann, Vorsitz; Oberrichter Rolf Gabriel; Oberrichter Armin Murer; Ge-

richtsschreiberin Carmen Meier) orientiert.  

 

F. 

Mit prozessleitenden Schreiben vom 4. und 10. Februar 2021 wurde den Beschwerdegegnern 

die Beschwerdeschrift vom 29. Juni 2020 (vorstehende lit. C) sowie die Eingabe des Be-

schwerdeführers vom 31. Januar 2021 zur Kenntnis gebracht und Gelegenheit zur Stellung-

nahme eingeräumt.  

 

G. 

Die Staatsanwaltschaft schloss in ihrer Eingabe vom 22. Februar 2021 auf Abweisung der 

Beschwerde, unter Kostenfolge zulasten des Beschwerdeführers.  

 

H. 

Am 24. April 2021 gelangte der Beschwerdeführer mit einem Ausstandsbegehren an die Be-

schwerdeabteilung in Strafsachen des Obergerichts Nidwalden und verlangte den Ausstand 

der Richterpersonen gemäss der voraussichtlichen Zusammensetzung. Die Beschwerdeab-

teilung überwies das Ausstandsbegehren am 30. April 2021 zuständigkeitshalber der Strafab-

teilung des Obergerichts, wobei die betroffenen Gremiumsmitglieder zugleich Stellung nah-

men und die kostenfällige Abweisung des Ausstandgesuchs beantragten. Mit Beschluss  

5 │ 64 

 

SA 21 9 vom 2. Juni 2021 wies das Obergericht Nidwalden, Strafabteilung, das Ausstandsbe-

gehren ab, soweit es darauf eintrat. 

 

I. 

Nach mehrmals erstreckter Frist und abschlägigem Entscheid der Aufsichtsbehörde über die 

Anwältinnen und Anwälte des Kantons ZY.__ betreffend die von Rechtsanwältin B.__ ersuchte 

Entbindung vom Berufsgeheimnis ging am 17. November 2021 deren Stellungnahme ein.  

 

J. 

Mit unaufgeforderter Replik vom 17. Dezember 2021 modifizierte der Beschwerdeführer sei-

nen Verfahrensantrag wie folgt: 

«Die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 10. Juni 2020 mit der Bezeichnung ‹Amtliche Verteidigung 

(Art. 132 StPO)› sei aufzuheben und Rechtsanwältin lic. iur. Kim Mauerhofer sei anstelle von Rechtsanwältin 

Dr. iur. B.__ rückwirkend ab 14. April 2020 bis und mit 4. August 2021 als amtliche Verteidigerin von A.__ 

einzusetzen. 

– Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Staatskasse –» 

 

K. 

Sowohl die Staatsanwaltschaft als auch Rechtsanwältin B.__ verzichteten auf eine weitere 

Eingabe.  

 

L. 

Das Obergericht Nidwalden, Beschwerdeabteilung in Strafsachen, beurteilte die Sache in 

Nachachtung der bundesgerichtlichen Erwägungen neu und auf dem Zirkularweg (Art. 390 

Abs. 4 StPO). Zufolge Kündigung kam es zu einem Gerichtsschreiberwechsel. 

  

6 │ 64 

 

Erwägungen: 

1. 

1.1 

Hebt das Bundesgericht einen Entscheid auf und weist es die Sache zu neuer Beurteilung an 

die kantonale Instanz zurück, so wird der Streit in jenes Stadium vor der kantonalen Instanz 

zurückversetzt, in dem er sich vor Erlass des angefochtenen Entscheids befunden hat. Im 

Falle eines bundesgerichtlichen Rückweisungsentscheids hat die mit der neuen Entscheidung 

befasste kantonale Instanz ihrem Urteil die rechtliche Beurteilung, mit der die Rückweisung 

begründet wird, zugrunde zu legen. Jene bindet auch das Bundesgericht, falls ihm die Sache 

erneut unterbreitet wird. Aufgrund dieser Bindungswirkung ist es den erneut mit der Sache 

befassten Gerichten wie auch den Parteien, abgesehen von allenfalls zulässigen Noven, ver-

wehrt, der Überprüfung einen anderen als den bisherigen Sachverhalt zu unterstellen oder die 

Sache unter rechtlichen Gesichtspunkten zu prüfen, die im Rückweisungsentscheid ausdrück-

lich abgelehnt oder überhaupt nicht in Erwägung gezogen worden sind. Die neue Entschei-

dung der kantonalen Instanz ist somit auf diejenige Thematik beschränkt, die sich aus den 

bundesgerichtlichen Erwägungen als Gegenstand der neuen Beurteilung ergibt. Das Verfah-

ren wird nur insoweit neu in Gang gesetzt, als dies notwendig ist, um den verbindlichen Erwä-

gungen des Bundesgerichts Rechnung zu tragen (BGE 143 IV 214 E. 5.2.1 S. 220 und  

135 III 334 E. 2, je mit Hinweisen; Urteile BGer 6B_613/2018 vom 7. Januar 2019 E. 1.3 und 

6B_54/2018 vom 28. November 2018 E. 1.2). Dabei kann sich die neue Entscheidung in den 

Grenzen des Verbots der reformatio in peius auch auf Punkte beziehen, die vor Bundesgericht 

nicht angefochten waren, sofern dies der Sachzusammenhang erfordert (BGE 123 IV 1 E. 1; 

Urteile BGer 6B_980/2017 vom 20. Dezember 2018 E. 2.2. und 6B_1438/2017 vom 12. Okto-

ber 2018 E. 2.3.1 je mit Hinweisen). 

 

1.2 

Da das Bundesgerichtsgesetz das Institut der Teilrechtskraft nicht kennt, ist im aktuellen Be-

rufungsverfahren grundsätzlich nochmals über alle Punkte zu entscheiden, wobei die urtei-

lende Kammer in ihrem neuen Entscheid nur in jenen Punkten auf ihr früheres Urteil zurück-

kommen darf, die zu dessen Aufhebung geführt haben, selbst wenn aus formellen Gründen 

das ganze Urteil aufgehoben wurde (BGE 123 IV 1 E. 1). Die anderen Teile des Urteils haben 

Bestand und werden in das neue Urteil übernommen (NIKLAUS SCHMID/DANIEL JOSITSCH, 

Handbuch des Schweizerischen Strafprozessrechts, 3. Aufl. 2017, Rz. 1713). 

7 │ 64 

 

1.3 

Das Bundesgericht bestätigte die Auffassung des Obergerichts, wonach zur Vertretung vor 

Gericht befugte Rechtspraktikanten auch zur Vertretung vor den Strafverfolgungsbehörden 

berechtigt sind. Im Übrigen erwog das Bundesgericht, es fehle dem Beschwerdeentscheid 

vom 14. Juli 2020 hinsichtlich bestimmter Rügen des Beschwerdeführers am rechtserhebli-

chen Sachverhalt. Im Rahmen der Neubeurteilung sind demnach die Vorbringen des Be-

schwerdeführers unter Berücksichtigung der massgeblichen tatsächlichen Umstände erneut 

zu beurteilen. 

 

1.4 

Vorliegend haben sich im Verlaufe des Rechtsmittelverfahrens folgende neue Tatsachen er-

geben: Gemäss den Verfügungen vom 13. Juli 2021 und 5. August 2021 sistierte die Staats-

anwaltschaft am 23. Oktober 2020 auf Ersuchen von Rechtsanwältin Mauerhofer die amtliche 

Verteidigung durch Rechtsanwältin B.__ mit Wirkung ab dem 1. November 2020 bis zum 

Vorliegen eines rechtskräftigen Entscheides im Rechtsmittelverfahren gegen die Verfügung 

der Staatsanwaltschaft Nidwalden vom 10. Juni 2020 (amtl. Bel. 17, 19, 20). Die 

Strafuntersuchung war in der Folge mit Rechtsanwältin Mauerhofer als Wahlverteidigerin von 

A.__ weitergeführt worden. Da die wirksame Verteidigung durch Rechtsanwältin Mauerhofer 

aus finanziellen Gründen nicht mehr gewährleistet gewesen war und deshalb die sistierte amt-

liche Verteidigung durch Rechtsanwältin B.__ hätte aufgehoben werden müssen, hat die 

Staatsanwaltschaft nach Rücksprache mit Rechtsanwältin B.__ deren amtliches Mandat mit 

Verfügung vom 5. August 2021 per sofort widerrufen (amtl. Bel. 19, 20 Ziff. 3.4) und Rechts-

anwältin Mauerhofer per 5. August 2021 als amtliche Verteidigerin des Beschwerdeführers 

eingesetzt (amtl. Bel. 20). 

Vor diesem Hintergrund ist nun über das leicht modifizierte, aber zulässige Rechtsbegehren 

des Beschwerdeführers in seiner Eingabe vom 17. Dezember 2021 zu befinden. Der Be-

schwerdeführer macht zusammengefasst geltend, Rechtsanwältin B.__ habe mehrere Pflicht-

verletzungen begangen. Zudem sei das Vertrauensverhältnis erheblich gestört. Damit hätten 

zum Zeitpunkt der Gesuchseinreichung vom 14. April 2020 wichtige Gründe für einen Wechsel 

der amtlichen Verteidigung vorgelegen. Soweit Rechtsanwältin Mauerhofer ihre Rügen im 

Rechtsmittelverfahren erweiterte, weil ihr nicht in sämtliche Akten der Staatsanwaltschaft Ein-

sicht gewährt wurde, handelt es sich um zulässige Noven, die zu berücksichtigen sind. 

  

8 │ 64 

 

2. 

2.1 

Verlangt die beschuldigte Person einen Wechsel der amtlichen Verteidigung, so hat sie die 

Gründe dafür nicht zu beweisen, aber glaubhaft zu machen (NIKLAUS RUCKSTUHL, Basler Kom-

mentar Strafprozessordnung/Jugendstrafprozessordnung, 2. Aufl. 2014, N. 9 zu Art. 134 

StPO; vgl. auch Urteile BGer 1B_397/2018 vom 16. Oktober 2018 E. 2.3; 1B_507/2019 vom 

24. Juni 2020 E. 2.2). 

Anwendungsfall einer nicht wirksamen Verteidigung und damit Grund für einen Verteidiger-

wechsel sind u.a. schwere Pflichtverletzungen der amtlichen Verteidigung. Der amtlich vertei-

digte Beschuldigte hat einen grundrechtlichen Anspruch auf sachkundige, engagierte und ef-

fektive Wahrnehmung seiner Parteiinteressen. Ein Begehren um Auswechslung des amtlichen 

Verteidigers ist zu bewilligen, wenn aus objektiven Gründen eine sachgemässe Vertretung der 

Interessen des Beschuldigten durch den bisherigen Rechtsanwalt nicht mehr gewährleistet ist 

(BGE 138 IV 161 E. 2.4). Weist der Verteidiger offensichtliche Mängel auf, muss die Strafbe-

hörde – grundsätzlich als ultima ratio und nachdem sie den Betroffenen auf seine Pflichten 

hingewiesen hat – einen Wechsel des Pflichtverteidigers vornehmen (Urteil BGer 

1B_166/2020 vom 25. Juni 2020 E. 3.1.2). Der Anspruch auf eine wirksame Verteidigung ist 

verletzt, wenn die Verteidigung ihre anwaltlichen Berufs- und Standespflichten zum Nachteil 

des Beschuldigten in schwerwiegender Weise vernachlässigt. Als schwere Pflichtverletzung 

fällt aber nur sachlich nicht vertretbares bzw. offensichtlich fehlerhaftes Prozessverhalten der 

Verteidigung in Betracht, sofern der Beschuldigte dadurch in seinen Verteidigungsrechten sub-

stanziell eingeschränkt wird. Ein solch eklatanter Verstoss gegen allgemein anerkannte Ver-

teidigerpflichten liegt etwa in folgenden Fällen vor (vgl. Urteile BGer 1B_166/2020 vom 25. Juni 

2020 E. 3.1.2; 6B_909/2018 vom 23. Januar 2019 E. 1.2; 6B_28/2018 vom 7. August 2018 

E. 8.3; 6B_307/2016 vom 17. Juni 2016 E. 2.2; BGE 126 I 194 E. 3d; 120 Ia 48 E. 2c/d): 

− wenn die Verteidigung eines nicht geständigen Beschuldigten andeutet, sie halte ihren 

Mandanten für schuldig; 

− bei krassen Frist- und Terminversäumnissen; 

− bei Fehlen des Verteidigers an der Hauptverhandlung (Art. 336 Abs. 2 StPO) oder bei 

wichtigen Zeugeneinvernahmen; 

− bei mangelnder Sorgfalt bei der Vorbereitung von Einvernahmen und anderen Prozess-

handlungen oder fehlender Vorsorge für Stellvertretungen; 

− wenn der Verteidiger keine eigene Leistung erbringt und sich lediglich als unkritischer 

Sprecher des Beschuldigten betätigt. 

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9 │ 64 

 

Bei umfangreichen oder komplexen Straffällen und nach längerer Ausübung des Mandats ist 

ein Wechsel der amtlichen Verteidigung nur mit Zurückhaltung zu bewilligen (VIKTOR LIEBER, 

in: Donatsch/Hansjakob/Lieber [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessord-

nung, 3. Aufl. 2020, N. 19a zu Art. 134 StPO mit Verweis auf die Urteile BGer 6B_448/2011 

vom 27. Juli 2012 E. 2.4; 1B_398/2013 vom 22. Januar 2014 E. 2.3; BGE 126 I 26 E. 4b/aa). 

 

2.2 

2.2.1 

Der Beschwerdeführer macht zunächst geltend, es sei an den zwei ersten polizeilichen Ein-

vernahmen nach den Verhaftungen vom 21. August 2019 (STA-Nr. A1 19 4619) und 13. März 

2020 (STA-Nr. A1 20 781) keine notwendige Verteidigung erfolgt. Indem Rechtsanwältin B.__ 

zu diesen beiden Einvernahmen nicht erschienen sei, habe sie beide Male eine schwere 

Pflichtverletzung begangen. 

 

2.2.2 

Was die polizeiliche Hafteinvernahme vom 21. August 2019 angeht, ist den Akten zu entneh-

men, dass die Staatsanwaltschaft die diesbezügliche Strafuntersuchung erst am Folgetag 

(22. August 2019) eröffnete und Rechtsanwältin B.__ informierte (STA-Nr. A1 19 4619, 

act. 12.1). Rechtsanwältin B.__ hatte demnach keine Kenntnis von der erwähnten polizeilichen 

Hafteinvernahme zur Prüfung der Hafterstehungsfähigkeit und Klärung der Haftvollzugsmoda-

litäten. Der Beschwerdeführer anerkennt deshalb in seiner Eingabe vom 17. Dezember 2021 

(S. 4 Ziff. 26 f.) zu Recht, dass diesbezüglich keine Pflichtverletzung seitens Rechtsanwältin 

B.__ vorliegt. Es ist folglich nicht weiter darauf einzugehen. 

 

2.2.3 

Mit Verfügung vom 13. März 2020 wurde gegen den Beschwerdeführer die Strafuntersuchung 

STA-Nr. A1 20 781 wegen Erpressung etc. eröffnet (act. 6.1). Dem Beschwerdeführer wird 

vorgeworfen, G.__ am Donnerstag, 12. März 2020, über das Mobiltelefon angerufen und dabei 

verlangt zu haben, dass er ihm [dem Beschwerdeführer] am nächsten Tag Geld bringt, an-

sonsten ihm erhebliche Nachteile drohen würden. Bei der gleichentags durchgeführten Ein-

vernahme handelte es sich um eine von der Staatsanwaltschaft delegierte polizeiliche von 

14.21 Uhr bis 14.55 Uhr dauernde Hafteinvernahme. Der Beschwerdeführer erschien aus der 

gleichentags um 12.10 Uhr erfolgten vorläufigen Festnahme zur Einvernahme (STA-Nr. A1 20 

781, act. 4.1.2).  

10 │ 64 

 

Laut Staatsanwaltschaft ist Rechtsanwältin B.__ vorgängig über die geplanten Einvernahmen 

informiert worden. Rechtsanwältin B.__ gibt an, sie sei zumindest im Zeitpunkt der telefoni-

schen Orientierung über die Festnahme des Beschuldigten nicht über die gleichentags ge-

plante Einvernahme informiert worden. Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers liegt da-

rin kein Widerspruch. Selbst wenn dem so wäre, kann es sich hinsichtlich solcher Einzelheiten 

im Kontext von rund 106 Einvernahmen verteilt über rund 2 Jahre im Rahmen von rund 10 

unterschiedlichen, den Beschwerdeführer betreffenden Strafuntersuchungen nur um ein Miss-

verständnis handeln. So oder anders ist einzig von Relevanz, dass der Beschwerdeführer sich 

vor Beginn der polizeilichen Hafteinvernahme vom 13. März 2020 von Rechtsanwältin B.__ 

telefonisch beraten lassen konnte. Nichts Anderes lässt sich aus der Aussage des Beschwer-

deführers zu Beginn der Einvernahme ableiten, als er auf Vorhalt der Möglichkeiten einer Ver-

teidigung angab, seine Anwältin sei bereits informiert (STA-Nr. A1 20 781, act. 5.1.1 ff. dep. 4). 

Sodann wurde der Beschwerdeführer auf seine Rechte hingewiesen, insbesondere sein Aus-

sageverweigerungsrecht; er hätte somit schweigen können. Schliesslich diente die Einver-

nahme vom 13. März 2020 primär der Klärung der Haftvollzugsmodalitäten, weshalb sie bei 

weitem nicht als derart wichtig einzustufen ist, als dass die Absenz der Verteidigung als 

schwerwiegende Pflichtverletzung zu qualifizieren wäre. Viel entscheidender war die staats-

anwaltschaftliche Einvernahme zur Sache vom 14. März 2020 (8.35 Uhr bis 10.45 Uhr), bei 

der Rechtsanwältin B.__ persönlich zugegen war (STA-Nr. A1 20 781, act. 5.1.7 ff.). Ein 

schwerer Verstoss gegen allgemein anerkannte Verteidigerpflichten ist nicht ersichtlich. Der 

Beschwerdeführer scheint zu übersehen, dass es vorliegend um eine pflichtwidrige «Schlecht- 

bzw. Nichtverteidigung» geht und nicht um die Frage der Verwertbarkeit seiner Aussagen vom 

13. März 2020. Seine diesbezüglichen Rügen sind jedenfalls unbegründet. 

 

2.3 

2.3.1 

Der Beschwerdeführer macht weiter geltend, Rechtsanwältin B.__ habe pflichtwidrig auf die 

Teilnahme an zwei haftrelevanten Einvernahmen von Mitbeschuldigten zu Beginn des Straf-

verfahrens verzichtet. Für einen strafprozessrechtskundigen Rechtsanwalt sei offensichtlich, 

dass die notwendige Verteidigung nicht auf die Teilnahme an Einvernahmen von Mitbeschul-

digten verzichten dürfe, wie es vorliegend «fatalerweise» geschehen sei. Diese beiden «offen-

sichtlichen schweren Pflichtverletzungen» habe die beschwerdeführerische Rechtsvertreterin 

bereits vor Erlass der angefochtenen Verfügung bewusst kurz und diplomatisch geltend 

11 │ 64 

 

gemacht, seien aber von der Staatsanwaltschaft «wider Erwarten und bedauerlicherweise» 

nicht als solche erkannt worden. 

Der Beschwerdeführer bezieht sich auf die delegierten polizeilichen Einvernahmen der Mitbe-

schuldigten H.__ vom 24. August 2019 (Dauer: 10.08 Uhr bis 14.50 Uhr) und I.__ vom 25. 

August 2019 (Dauer: 10.10 Uhr bis 12.55 Uhr). H.__ und I.__ werden verdächtigt, zusammen 

mit dem Beschwerdeführer und J.__ am 21. August 2019, um ca. 18.10 Uhr, beim Schulhaus 

ZW.__ in ZZ.__ K.__ abgepasst zu haben. Der Beschwerdeführer soll K.__ von seinem Mofa 

gerissen und ihn ins angrenzende Wiesland geworfen haben. Anschliessend soll er K.__ ge-

waltsam zum geparkten Fahrzeug gezerrt haben. Als sich K.__ habe wehren wollen, soll der 

Beschwerdeführer ihm gedroht haben. Zudem soll der Beschwerdeführer K.__ mehrere harte 

Kopfnüsse gegeben haben. Hernach soll der Beschwerdeführer K.__ gegen dessen Willen auf 

den Rücksitz des Personenwagens gestossen und ihm befohlen haben, sich in die Mitte zu 

setzen. Die Beschuldigten seien anschliessend mit K.__ gegen dessen Willen nach ZV.__ 

gefahren. J.__ habe das Fahrzeug gelenkt. Während der Fahrt habe der Beschwerdeführer 

von K.__ Geld gefordert, ihn dabei bedroht und Gewalt gegen ihn ausgeübt. In ZV.__ habe 

I.__ K.__ aufgefordert, ihm seinen Schlüsselbund als Pfand auszuhändigen, was dieser auch 

getan habe. Anschliessend seien alle gemeinsam zurück nach ZZ.__ gefahren. 

Als Folge dessen wurde mit Verfügung vom 22. August 2019 gegen den Beschwerdeführer 

eine Strafuntersuchung wegen versuchten Raubs, versuchter Erpressung, Freiheitsberaubung 

bzw. Entführung, Tätlichkeit, Drohung und Körperverletzung eröffnet (STA-Nr. A1 19 4619 etc., 

act. 12.1). Die Eröffnung der Strafuntersuchung gegenüber dem Mitbeschuldigten H.__ er-

folgte am 23. August 2019 (STA-Nr. A1 19 4619 etc., act. 12.3), jene gegenüber dem Mitbe-

schuldigten I.__ am 24. August 2019 (STA-Nr. A1 19 4619 etc., act. 12.9). 

Die Staatsanwaltschaft hat bereits am Abend des 23. August 2019, 18.45 Uhr, und damit noch 

vor den fraglichen Einvernahmen der beiden Mitbeschuldigten H.__ und I.__, einen Antrag auf 

Anordnung der Untersuchungshaft gegen den Beschwerdeführer gestellt (STA-Nr. A1 19 4619 

etc., act. 7.1.1.11 ff.). Die beiden Einvernahmen der Mitbeschuldigten H.__ und I.__ waren 

demnach für den Haftantrag nicht relevant. Auch für die Anordnung der Untersuchungshaft 

waren die Einvernahmen irrelevant; das Kantonsgericht Nidwalden, Einzelgericht in Strafsa-

chen als Zwangsmassnahmengericht (fortan: Zwangsmassnahmengericht), stützte sich in sei-

ner Verfügung vom 25. August 2019 betreffend Anordnung der Untersuchungshaft (ZM 19 11) 

nicht auf Aussagen in den beiden strittigen Einvernahmen, sondern nur auf Aussagen von 

Opfer und Zeugen (STA-Nr. A1 19 4619 etc., act. 7.1.1.24 ff. E. 3.4.). Die Untersuchungshaft 

ist zudem nicht allein aufgrund des Tatverdachts betreffend des eben erwähnten Vorfalls vom 

12 │ 64 

 

21. August 2019 beantragt worden. Es waren eine Reihe weiterer Tatvorwürfe mitverantwort-

lich (vgl. STA-Nr. A1 4619 etc., 7.1.1.11 ff.).  

Insgesamt sind keine Hinweise aktenkundig, die für eine besondere Wichtigkeit der beiden 

Einvernahmen sprechen. Der Beschwerdeführer hat den vorgeworfenen Sachverhalt nicht von 

vornherein abgestritten und neben H.__ und I.__ haben auch weitere Beteiligte das Gesche-

hene ähnlich geschildert (STA-Nr. A1 19 4619 etc., act. 8.1.1 ff.). Dass das mit der Hauptsache 

befasste Gericht in seinem Strafurteil belastend auf die Aussagen in den beiden Einvernahmen 

abstellen wird, darf damit stark bezweifelt werden. Überdies kann der Beschwerdeführer je-

derzeit die Wiederholung der beiden Einvernahmen beantragen (vgl. Art. 147 Abs. 2 und 3 

StPO). Jedoch war bereits zu diesem Zeitpunkt absehbar, dass auch die Staatsanwaltschaft 

die beiden Mitbeschuldigten befragen würde. Dementsprechend wurden I.__ am 16. Oktober 

2020 und H.__ am 23. Oktober 2020 unter Wahrung der Teilnahmerechte nochmals ausführ-

lich von der Staatsanwaltschaft zur Sache befragt (STA-Nr. A1 19 4619 etc., act. 8.1.2.23 ff.). 

Nachdem der Beschwerdeführer nicht mehr von Rechtsanwältin B.__ verteidigt werden wollte, 

hat Rechtsanwältin Mauerhofer den Beschwerdeführer in Absprache mit Rechtsanwältin B.__ 

zu dieser Einvernahme begleitet (STA-Nr. A1 19 4619 etc., act. 4.1.93 f.). Damit wurden die 

Konfrontationsrechte des Beschwerdeführers gewahrt und er hatte die Möglichkeit, seine Fra-

gerechte auszuüben. Es sind ihm keine rechtlichen Nachteile entstanden. Seine Behauptung, 

dass die Nichtteilnahme der amtlichen Verteidigung sich «erheblich nachteilig auf das Verfah-

ren ausgewirkt» sowie «haftrelevant und retrospektiv haftmitbegründend» gewesen sei, er-

scheint spekulativ und ist aktenwidrig. Der Beschwerdeführer wurde nicht einzig aufgrund der 

Aussagen der beiden Mitbeschuldigten in Haft versetzt. Es bleibt folglich unklar, inwiefern die 

amtliche Verteidigung ihre anwaltlichen Berufs- und Standespflichten zum Nachteil des Be-

schuldigten in schwerwiegender Weise vernachlässigt hätte, oder inwiefern sachlich nicht ver-

tretbares bzw. offensichtlich fehlerhaftes Prozessverhalten der Verteidigung vorläge. Die dies-

bezüglichen Rügen sind unbegründet.  

Soweit der Beschwerdeführer vorbringt, Rechtsanwältin B.__ habe ihn pflichtwidrig nicht auf 

sein Anwesenheitsrecht bei den beiden Einvernahmen hingewiesen, handelt es sich um eine 

blosse Parteibehauptung; objektive Anhaltspunkte fehlen gänzlich. Aus den Akten ergibt sich 

vielmehr, dass der Beschwerdeführer bis auf wenige Ausnahmen gemeinsam mit Rechtsan-

wältin B.__ an Einvernahmen (insbesondere von Auskunftspersonen) teilnahm, was ohne ent-

sprechende Information nicht möglich gewesen wäre (vgl. STA-Nr. A1 19 4618 5.2.53 ff.; 

5.2.79 ff.; 5.2.92 ff.; 5.2.101 ff.; STA-Nr. A1 19 4619 8.1.4.8; 8.2.1.22 ff.; 8.2.2.4 ff.; 8.2.2.18 

ff.; STA-Nr. A1 19 4759 5.2.24 ff.; 5.2.36 ff.; STA-Nr. A1 19 4761 4.2.29 ff.; 4.2.51 ff.; STA-Nr. 

13 │ 64 

 

A1 19 4762 5.2.37 ff.; 5.2.48 ff.; STA-Nr. A1 19 4797 4.2.17 ff.; STA-Nr. A1 20 781 5.2.1 ff.; 

5.2.8 ff.; 5.2.21 ff.). Der Beschwerdeführer vermag auch damit keine pflichtwidrige Verletzung 

der Verteidigungsrechte glaubhaft zu machen. 

 

2.3.2 

Mit Beschwerde ans Bundesgericht wurde vom Beschwerdeführer erstmals vorgebracht, auch 

der Teilnahmeverzicht von Rechtsanwältin B.__ an der haftrelevanten Einvernahme des Mit-

beschuldigten J.__ vom 22. August 2019 und jener von L.__ vom 5. November 2018 würden 

eine Pflichtverletzung darstellen. Rechtsanwältin B.__ habe ihn sodann pflichtwidrig nicht auf 

sein Anwesenheitsrecht bei den beiden Einvernahmen hingewiesen. Diese Tatsachen hätten 

sich erst nach Einsicht in die nicht rechtzeitig zugestellten vollständigen Akten erschlossen. 

Die im Rahmen der unter E. 2.3.1 geschilderten Strafuntersuchung erfolgte delegierte polizei-

liche Einvernahme von J.__ vom 22. August 2019, dauerte von 14.13 Uhr bis 15.15 Uhr und 

fand demnach parallel zur delegierten polizeilichen Einvernahme des Beschwerdeführers 

(13.00 Uhr bis 14.28 Uhr) statt, an welcher Rechtsanwältin B.__ anwesend war (STA-Nr. A1 

19 4619 etc., act. 8.1.1.4 ff.; 8.1.4.1 ff.). Angesichts dessen ist nicht zu beanstanden, dass die 

Verteidigerin die Teilnahme an der Einvernahme ihres Mandanten präferierte. Abgesehen da-

von ist weder ein Grund ersichtlich noch dargetan, weshalb eine Teilnahme von Rechtsanwäl-

tin B.__ an besagter Einvernahme des J.__ zwingend gewesen wäre, da dessen Einvernahme 

für die Anordnung der Untersuchungshaft des Beschuldigten nicht relevant war (vgl. dazu die 

Ausführungen in E. 2.3.1). Zudem kann er jederzeit eine Wiederholung derselben verlangen 

(vgl. Art. 147 Abs. 2 und 3 StPO). Bereits zu diesem Zeitpunkt war jedoch absehbar, dass eine 

Einvernahme des Mitbeschuldigten J.__ durch die Staatsanwaltschaft folgen würde. So wurde 

J.__ bereits am Folgetag, am 23. August 2019 (Dauer: 15.36 Uhr bis 16.11 Uhr), anlässlich 

einer delegierten polizeilichen Einvernahme erneut zur Sache befragt. An dieser Einvernahme 

nahmen sowohl die Rechtspraktikantin MLaw E.__ als auch der Beschwerdeführer selbst teil 

(STA-Nr. A1 19 4619 etc., act. 8.1.4.8 ff., act. 4.1.93 f.). Am 29. Juli 2020 (Dauer: 8.30 Uhr bis 

10.06 Uhr) hat die Staatsanwaltschaft J.__ nochmals zur Sache einvernommen. Daran nahm 

seine Wahlverteidigerin, Rechtsanwältin Mauerhofer, nach Absprache mit Rechtsanwältin 

B.__ teil (STA-Nr. A1 19 4619 etc., act. 8.1.4.14 ff.). Insgesamt lässt sich auch in diesem Punkt 

keine rechtlich relevante Pflichtverletzung durch Rechtsanwältin B.__ begründen. 

Die delegierte polizeiliche Einvernahme von L.__ vom 5. November 2018 betrifft einen straf-

rechtlich relevanten Vorfall vom 20. Oktober 2018, bei dem gestützt auf die bisherigen Unter-

suchungserkenntnisse der Verdacht besteht, dass nebst L.__ auch der Beschwerdeführer, 

14 │ 64 

 

J.__, M.__, N.__ und O.__ beteiligt waren. Konkret werden sie verdächtigt, am Samstag, 20. 

Oktober 2018, um 18.45 Uhr, gemeinschaftlich mittels Gewalt bzw. Androhung von körperli-

cher Gewalt versucht zu haben, P.__, Q.__ und R.__ dazu zu bringen, ihnen Geld auszuhän-

digen. 

Die Strafuntersuchungen gegen L.__ und den Beschwerdeführer wegen versuchten Raubs 

wurden am 24. Oktober 2018 eröffnet (STA-Nr. A1 18 5398, act. 12.6 f.). Zum Zeitpunkt der 

delegierten polizeilichen Einvernahme von L.__ vom 5. November 2018 (Dauer: 14.59 Uhr bis 

18.29 Uhr) war Rechtsanwältin B.__ noch nicht im Amt. Sie wurde erst auf Antrag vom 6. No-

vember 2018 (STA-Nr. 18 5398, act. 12.34) und mit Verfügung vom 7. November 2018 rück-

wirkend per 30. Oktober 2018 als amtliche Verteidigerin des Beschwerdeführers eingesetzt. 

Insofern fällt ein pflichtwidriger Teilnahmeverzicht von Rechtsanwältin B.__ ausser Betracht. 

Soweit der Beschwerdeführer wiederum behauptet, Rechtsanwältin B.__ habe ihn pflichtwidrig 

nicht auf sein Anwesenheitsrecht aufmerksam gemacht, wird auf die Ausführungen in E. 2.3.1 

verwiesen. Der Beschwerdeführer vermag damit keine Pflichtverletzung glaubhaft zu machen. 

 

2.4 

Der Beschwerdeführer rügt weiter, die Staatsanwaltschaft stelle sich auf den Standpunkt, sie 

habe ihn und die amtliche Verteidigung in neun von ihr durchgeführten Einvernahmen von der 

Teilnahme ausschliessen dürfen. Weshalb der staatsanwaltschaftliche Teilnahmeausschluss 

einen Wechsel der amtlichen Verteidigung begründet, lässt der Beschwerdeführer jedoch of-

fen. Rechtsanwältin B.__ kann jedenfalls keine Pflichtverletzung vorgeworfen werden, wenn 

sie von der Staatsanwaltschaft nicht aufgeboten wird. Ob diese Teilnahmeausschlüsse rech-

tens und die Aussagen verwertbar sind oder nicht, ist nicht im Rahmen dieses Verfahrens zu 

überprüfen. Weiterungen erübrigen sich.  

 

2.5  

Zusammenfassend steht fest, dass betreffend die erwähnten Einvernahmen keine pflichtwid-

rige Verletzung der Verteidigungsrechte durch Rechtsanwältin B.__ vorliegt. Die diesbezügli-

chen Rügen sind unbegründet. 

  

15 │ 64 

 

3. 

3.1 

Rechtsanwältin Mauerhofer stellt sich auf den Standpunkt, die Verteidigung durch Rechtsprak-

tikanten sei per se unzulässig und bundesrechtswidrig (Beschwerde Ziff. 89 – 92; Beschwerde 

in Strafsachen Ziff. 159 ff.). Das Bundesgericht hat die entsprechenden Vorbringen im Rück-

weisungsentscheid abschliessend beurteilt. Die Richter kamen zum Schluss, es sei weder per 

se unzulässig noch bundesrechtswidrig, wenn die eingesetzte amtliche Verteidigung eine 

Rechtspraktikantin oder einen Rechtspraktikanten einsetzte (dortige E. 3.1.2).  

Auf entsprechende Kritik des Beschwerdeführers erwog das Bundesgericht, dass einem Ein-

satz von Luzerner Rechtspraktikantinnen und Rechtspraktikanten im Kanton Nidwalden inhalt-

lich nichts entgegenstehe. Zudem sei eine zur Vertretung vor Gericht befugte Person in majore 

minus auch zur Vertretung vor den Strafverfolgungsbehörden berechtigt. Hinsichtlich der für 

die Erteilung der Praktikantenbewilligung vorausgesetzten Praxiserfahrung setze das Kanto-

nale Anwaltsgesetz in Art. 5 Abs. 2 Ziff. 2 voraus, dass die Gesuchstellerin oder der Gesuch-

steller zwei Monate bei der verantwortlichen Anwältin bzw. dem Anwalt oder in der Rechts-

pflege tätig gewesen sein müsse, was der Vereinbarung für die gegenseitige Anerkennung der 

kantonalen Rechtspraktikantenbewilligungen der Kantone Luzern, Nidwalden, Obwalden und 

Uri entgegen den Vorbringen des Beschwerdeführers nicht widerspreche. Darin sei die Rege-

lung getroffen worden, dass Rechtspraktikantinnen und Rechtspraktikanten im Kanton Nidwal-

den erst ab dem dritten Praktikumsmonat zur Prozessführung zugelassen seien. Dass diese 

Praktikumszeit zwingend bei einer Anwältin oder einem Anwalt absolviert worden sein müsse, 

lasse sich daraus nicht ableiten und vermöge der Beschwerdeführer mit seinem Verweis auf 

ein Telefonat mit der kantonalen Anwaltskommission auch nicht (rechtsgenüglich) darzutun. 

Die Zulassung Luzerner Rechtspraktikanten im Kanton Nidwalden sei statthaft. Der Argumen-

tation des Beschwerdeführers, wonach die Formulierung in Art. 5 Abs. 2 Ziff. 2 AnwG/NW «[...] 

oder in der Rechtspflege tätig war» so zu verstehen sei, dass die Gesuchstellerin oder der 

Gesuchsteller zuvor über längere Zeit bei einem Rechtspflegeorgan als fest angestellte Juristin 

oder fest angestellter Jurist und nicht als Praktikantin oder Praktikant tätig gewesen sein 

müsse, könne nicht gefolgt werden (dortige E. 3.2.4). Daran ist sowohl das Obergericht Nidwal-

den als auch das Bundesgericht selbst gebunden, weshalb sich Weiterungen erübrigen. 

  

16 │ 64 

 

3.2 

3.2.1 

Der Beschwerdeführer wirft Rechtsanwältin B.__ eine Schlechtverteidigung vor, weil sie sich 

an insgesamt 19 Einvernahmen durch vier verschiedene Luzerner Rechtspraktikantinnen und 

Rechtspraktikanten hat vertreten lassen. Die Vertretung der notwendigen Verteidigerin durch 

die vier Rechtspraktikanten MLaw E.__, MLaw F.__, MLaw S.__ und MLaw T.__ sei nicht 

zulässig gewesen; es handle sich dabei um ungenügende Verteidigungen (Beschwerde in 

Strafsachen, Ziff. 129 - 159).  

Die beschwerdeführerische Rechtsvertreterin führt aus, «bereits aufgrund des gesunden Men-

schenverstands» habe MLaw E.__ ihrer Aufgabe «nicht gewachsen gewesen sein» können 

(Beschwerde, Ziff. 86 S. 13). Sie bezeichnet MLaw E.__ als eine «total unerfahrene 

Rechtspraktikantin» (ebd.) bzw. als «massiv unterqualifizierte MLaw E.__» (ebd., Ziff. 120 

S. 17). «Das zuvor Gesagte gilt ebenso für die Stellvertretung durch MLaw F.__» (ebd., 

Ziff. 121 S. 17). Beiden Juristinnen wirft die beschwerdeführerische Rechtsvertreterin überdies 

«Unerfahrenheit und mangelnde Fachkenntnis» vor (ebd., Ziff. 131 S. 18), was sich darin ge-

zeigt habe, dass sie an 11 Einvernahmen keine bzw. kaum Ergänzungsfragen gestellt hätten. 

Das Stellen vieler Ergänzungsfragen ist kein Qualitätsmerkmal (dazu sinngemäss: Urteil BGer 

6B_89/2014 vom 1. Mai 2014 E. 1.5.1). Dem stimmt auch der Beschwerdeführer ausdrücklich 

zu (Beschwerde, Ziff. 133 S. 18). Wenn Ergänzungsfragen nicht sinnvoll erscheinen, kann auf 

sie verzichtet werden, ohne dabei pflichtwidrig zu werden. Es gibt vorliegend keinerlei Anzei-

chen dafür, dass MLaw E.__ oder MLaw F.__ aus mangelnder Fachkenntnis oder Erfahrung 

und nicht etwa aus verteidigungstaktischen Gründen auf Ergänzungsfragen verzichtet haben. 

Entsprechendes vermag der Beschwerdeführer mit seiner pauschalen Behauptung, Ergän-

zungsfragen seien «in Anbetracht der Einzelheiten mehr als geboten gewesen» (ebd., Ziff. 

131), auch nicht darzutun. Am Rande sei dennoch erwähnt, dass entgegen den Behauptungen 

des Beschwerdeführers durch die Rechtspraktikanten mehrmals Ergänzungsfragen gestellt 

wurden, so etwa durch MLaw E.__ anlässlich der delegierten polizeilichen Einvernahmen vom 

23. August 2019 (STA-Nr. A1 19 4619, act. 8.1.4.8 ff.), jener vom 10. Oktober 2019 (STA-Nr. 

A1 19 4760, act. 5.1.1 ff.) und der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 18. November 

2019 (STA-Nr. A1 19 4759, act. 5.2.24 ff.) sowie durch S.__ anlässlich der staatsanwaltschaft-

lichen Einvernahme vom 14. November 2018 (STA-Nr. A1 18 5398, act. 8.4.1 ff.). 

  

17 │ 64 

 

3.2.2 

Zur weiteren Begründung der geltend gemachten «offensichtlichen Unerfahrenheit» von MLaw 

E.__ und MLaw F.__ bringt die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers vor, die Rechtsprak-

tikanten seien am Beginn ihres jeweiligen Praktikums bei Rechtsanwältin B.__ bzw. in den 

ersten Praktikumsmonaten gewesen (Beschwerde, Ziff. 96 – 124; Beschwerde in Strafsachen, 

Ziff. 177). Sie hätten die Voraussetzungen gemäss Art. 5 Ziff. 2. des Anwaltsgesetzes des 

Kantons Nidwalden unter Mitberücksichtigung von Art. 127 Abs. 5 i.V.m. Art. 131 Abs. 1 StPO 

und der interkantonalen Vereinbarung offensichtlich nicht erfüllt. «MLaw E.__ (Bezirksgericht 

Willisau) und MLaw F.__ (Bezirksgericht Luzern)» hätten vor deren Anwaltspraktika angeblich 

je «ein lediglich dreimonatiges Gerichtspraktikum absolviert». Gemäss eingeholter Auskunft 

einer ehemaligen Gerichtspraktikantin, welche wie MLaw E.__ auch im Jahr 2019 beim Be-

zirksgericht Willisau im Praktikum gewesen sei, gäbe es an diesem Gericht gar keine Strafab-

teilung. Gemäss Auskunft würden selten und lediglich kleinere SVG-Delikte und noch seltener 

Widerhandlungen gegen das Tierschutzgesetz behandelt. Die Gerichtspraktikanten seien vor 

allem mit privat- und familienrechtlichen Fällen beschäftigt. Die Beurteilung von Verbrechen 

und zahlreichen Vergehen und damit der massgeblichen Vorwürfe gegenüber dem Beschwer-

deführer sei im Kanton Luzern dem Kriminalgericht vorbehalten. Folglich hätten weder MLaw 

E.__ noch MLaw F.__ während ihrer ohnehin nur kurzen Gerichtspraktika mit notwendigen 

Verteidigungen zu tun gehabt (Beschwerde in Strafsachen, Ziff. 163 l.). Mangelnde berufliche 

Erfahrung wirft der Beschwerdeführer den Rechtspraktikanten schliesslich im Strafrecht und 

mit Klienten wie dem Beschwerdeführer vor, welcher aufgrund der beiden Inhaftierungen psy-

chisch schwer angeschlagen und sogar suizidal gewesen sei (ebd., Ziff. 163 w. und 177). 

Nach den glaubhaften Angaben von Rechtsanwältin B.__ war MLaw E.__ vor dem Praktikum 

in der Anwaltskanzlei U.__ AG drei Monate (…) am Bezirksgericht Willisau als Rechtsprakti-

kantin tätig, was die eigens betriebenen Nachforschungen von Rechtsanwältin Mauerhofer 

bestätigt hat (vgl. Beschwerde, Rechtsbegehren Ziff. II./1.). Gemäss Recherche von Rechts-

anwältin Mauerhofer auf der Webseite der U.__ AG absolvierte MLaw F.__ zum Zeitpunkt ihrer 

einzigen Teilnahme an einer Einvernahme betreffend den Beschwerdeführer – konkret der 

Einvernahme von V.__ (Vater des Beschwerdeführers) als Auskunftsperson vom 21. Novem-

ber 2019 – den zweiten Praktikumsmonat bei Rechtsanwältin B.__ (ebd., Ziff. 123). Ihren wei-

teren Abklärungen zufolge war MLaw F.__ zuvor beim Bezirksgericht Luzern und der Staats-

anwaltschaft 1 Luzern im Anwaltspraktikum gewesen (vgl. ebd., Rechtsbegehren Ziff. II). Dem 

Linkedin-Profil von F.__ kann in Übereinstimmung dazu entnommen werden, dass sie von (…) 

bis (…) am Bezirksgericht Luzern, von (…) bis (…) bei der Staatsanwaltschaft Luzern und von 

18 │ 64 

 

(…) bis (…) bei U.__ Anwaltspraktika absolvierte (https://ch.linkedin.com/[...], besucht am 13. 

Mai 2022 [vollständiges Profil nur für angemeldete Nutzer ersichtlich]). Selbst wenn in den 

Akten nicht schriftlich vorliegend, verfügten MLaw E.__ und MLaw F.__ folglich zweifellos über 

gültige Luzerner Praktikantenbewilligungen, ansonsten ihr Einsatz als Anwaltspraktikantinnen 

an den Gerichten des Kantons Luzern gar nicht möglich gewesen wäre. Es ist zudem gerichts-

notorisch, dass die Staatsanwaltschaft Nidwalden Vertretungsbefugnisse von Rechtsprakti-

kanten überprüft. Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers argumentiert widersprüchlich, 

wenn sie dies, entgegen ihren ursprünglichen Rechtsbegehren in der Beschwerde, erstmalig 

vor Bundesgericht unter dem Vorwand bestreitet, ihr sei nicht rechtzeitig Akteneinsicht gewährt 

worden.  

Soweit der Beschwerdeführer rügt, MLaw E.__ habe «sich sogar noch im ersten (!) Prakti-

kumsmonat bei RAin B.__» befunden (Beschwerde, Ziff. 86 S. 13), ist dies insoweit irrefüh-

rend, als es möglicherweise der erste Praktikumsmonat bei Rechtsanwältin B.__ war, sie aber 

bereits eine mehrmonatige praktische Berufserfahrung vorweisen konnte. Analoges gilt für 

MLaw F.__. Damit ist der Hinweis gemäss Vereinbarung betreffend Rechtspraktikantenbewil-

ligungen erfüllt, wonach Rechtspraktikanten in Nidwalden erst ab dem dritten Praktikumsmo-

nat – bezogen auf sämtliche Praktika, die bereits absolviert sind – zur Prozessführung zuge-

lassen sind. Hierfür genügt analog Art. 6 AnwG, dass sich der betreffende Rechtspraktikant 

mittels Praktikantenbewilligung ausweist. Entgegen den beschwerdeführerischen Vorbringen 

(Ziff. 116 S. 14) sind sie nicht verpflichtet, der Staatsanwaltschaft einen Lebenslauf einzu-

reichen. 

 

3.3 

3.3.1 

Der Beschwerdeführer listet insgesamt 19 Einvernahmen auf (in der nachfolgenden Tabelle 

fett markiert), an denen Rechtsanwältin B.__ sich pflichtwidrig durch die vier Rechtspraktikan-

ten und Rechtspraktikantinnen MLaw E.__, MLaw F.__, MLaw S.__ und MLaw T.__ habe ver-

treten lassen. Es handle sich um Einvernahmen von besonderer Bedeutung, so etwa «um 

Einvernahmen des Beschwerdeführers selbst als beschuldigte Person, dem eine mehrjährige 

Haftstrafe und die Landesverweisung» drohten. Einige Einvernahmen des Beschwerdeführers 

seien sogar «für das weitere Verfahren besonders wegweisende und haftrelevante 

Einvernahmen ganz zu Beginn der Strafuntersuchung, darunter nota bene die 

Hafteinvernahme selbst». Bei den übrigen Einvernahmen handle es sich um Einvernahmen 

von Mitbeschuldigten, Auskunftspersonen und Zeugen. Bei den Mitbeschuldigten handle es 

19 │ 64 

 

sich «klarerweise nicht um unbedeutende Drittpersonen, sondern um ins Tatgeschehen 

involvierte Personen, bei welchen die Gefahr von belastenden Aussagen naturgemäss 

besonders hoch» sei (Beschwerde, Ziff. 85; Beschwerde in Strafsachen, Ziff. 163). Aufgrund 

der «wichtigen Rolle» der genannten Beteiligten müsse «naturgemäss mit belastenden Aus-

sagen gerechnet werden», welchen anhand des Frage- bzw. Konfrontationsrechts durch den 

Strafverteidiger begegnet werden müsse. Es gehe hinsichtlich der Einsätze aller vier 

Rechtspraktikanten jeweils um die «heikle Anfangsphase» in den betreffenden Strafverfahren. 

Es gehe um zahlreiche, insgesamt 14 Strafverfahren, welche teilweise miteinander verwoben 

seien (Beschwerde in Strafsachen, Ziff. 163). Die «zahlreichen unzulässigen Einsätze durch 

weitere Rechtspraktikanten und zwar in absolut unverhältnismässigem Masse» hätten sich der 

Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers erst nach Einreichung der Beschwerde bei der Vo-

rinstanz erschlossen, namentlich anhand der Einsicht in die Zwischenrechnung vom 13. Ja-

nuar 2020. Diese im Verfahren A1 18 5492 etc. durchgeführten Einvernahmen fänden sich 

«im Unterschied zu allen anderen 13 Verfahren nicht in einem Dateiordner mit dem Titel: 

„Einvernahmen", sondern in den Dateiordnern mit den Titeln: „8.1 Beschuldigte Personen", 

„8.2 anderweitig beschuldigte Personen", „8.3 Auskunftspersonen" sowie „8.4 Zeuginnen, 

Zeugen"», was bisher mangels Einsicht in die Zwischenrechnung und aufgrund der Vielzahl 

der auf einmal und innert kurzer Fristen zu studierenden Akten «entgangen» sei. Es handle 

sich hierbei um «massgebliche Sachverhalte, welche von der Vorinstanz anhand der ihr 

zustehenden vollen Akteneinsicht von Amtes wegen hätten festgestellt werden können und 

müssen, wenn sie die gebotene eigenständige Beweiserhebung anhand des beantragten 

Aktenbeizugs vorgenommen hätte» (Beschwerde in Strafsachen, Ziff. 182). Der Beschwerde-

führer sei «sehr darüber irritiert» gewesen, dass Rechtsanwältin B.__ «derart häufig ihre Prak-

tikantinnen an Einvernahmen von ihm und anderen Personen geschickt habe, anstatt persön-

lich teilzunehmen». Er habe deswegen «an ihrer Motivation gezweifelt». Diese Stellvertretun-

gen seien allesamt unzulässig gewesen (Beschwerde in Strafsachen, Ziff. 194). 

Der Beschwerdeführer lässt insgesamt offen, auf welche «wegweisenden und haftrelevanten» 

Einvernahmen er sich genau bezieht und welche Mitbeschuldigten er anspricht. Zudem bleibt 

spekulativ und ohne konkreten Vorhalt, bei welchen Einvernahmen belastende Aussagen ge-

gen den Beschwerdeführer geäussert worden sein sollen. Aus den weitschweifigen aber pau-

schalen Ausführungen erhellt nicht, inwiefern im Einsatz der Rechtspraktikanten und 

Rechtspraktikantinnen ein fehlerhaftes Verhalten von Rechtsanwältin B.__ vorliegt. Verlangt 

die beschuldigte Person einen Wechsel der amtlichen Verteidigung, so hat sie die Gründe 

dafür zwar nicht zu beweisen, aber zumindest glaubhaft zu machen (NIKLAUS RUCKSTUHL, 

20 │ 64 

 

Basler Kommentar Strafprozessordnung/Jugendstrafprozessordnung, 2. Aufl. 2014, N. 9 zu 

Art. 134 StPO; vgl. auch Urteile BGer 1B_397/2018 vom 16. Oktober 2018 E. 2.3; 

1B_507/2019 vom 24. Juni 2020 E. 2.2). Es obliegt in erster Linie der beschuldigten Person, 

eine Verletzung der Verteidigungsrechte zu melden (BGE 126 I 194 S. 199 E. 3d). Entgegen 

den Ausführungen des Beschwerdeführers kann es somit nicht Aufgabe des Gerichts sein, die 

Akten auf allfällige Verfehlungen der amtlichen Verteidigung «abzusuchen», zumal diesfalls 

die Staatsanwaltschaft hätte einschreiten müssen. Wenn sich die Rechtsvertreterin des Be-

schwerdeführers «aufgrund der Vielzahl der auf einmal und innert kurzer Fristen zu 

studierenden Akten» Versäumnisse vorwerfen muss, sind solche nicht vom Gericht zu korri-

gieren. 

 

3.3.2 

Zur sorgfältigen Umsetzung der Vorgaben im Rückweisungsentscheid und um einen Überblick 

zu erhalten, an welchen Einvernahmen Rechtsanwältin B.__ zugegen war und an welchen 

Einvernahmen sie sich durch ihre Rechtspraktikanten vertreten liess, hat das Gericht sämtliche 

Einvernahmen (exkl. handschriftliche) bis zum Gesuch um Wechsel der amtlichen Verteidi-

gung vom 14. April 2020 tabellarisch zusammengetragen. Sie betreffen die folgenden Unter-

suchungsverfahren gegen den Beschwerdeführer: 

 

 

 

 

GERICHTE     OBERGERICHT  Marktgasse 4, 6371 Stans, 041 618 79 70, www.nw.ch 

 

 

Dossier Strafverfahren wegen Vorfall 

A1 18 5398 Nötigung und versuchten 
Raubs vom 20. Oktober 
2018 

Betrifft einen strafrechtlich relevanten Vorfall vom 20. Oktober 2018, bei dem gestützt auf die bisherigen Untersu-
chungserkenntnisse nebst L.__ auch der Beschwerdeführer, J.__, M.__, N.__ 
 und O.__ beteiligt gewesen seien. Die Beteiligten werden verdächtigt, R.__ und Q.__ am 20. Oktober 2018 bedroht 
und genötigt zu haben, sich zum Vorplatz des Berufsschulhauses zu begeben. P.__ sei dort bedroht, gewürgt und 
dazu aufgefordert worden, ihnen Geld zu geben.  

A1 19 4797 versuchten Raubs zwi-
schen 3. April 2019 bis 
17. April 2019 

Dem Beschwerdeführer wird vorgeworfen, im Zeitraum vom 3. April 2019 bis 17. April 2019 in ZZ.__ am ZU.__ 
versucht zu haben, W.__ auszurauben. 

A1 19 6580 Gewalt und Drohung gegen 
Beamte am 21. Juni 2019 

Dem Beschwerdeführer wird vorgeworfen, am 21. Juni 2019 um ca. 23.40 Uhr im Bahnhof in ZY.__, Polizisten 
tätlich angegriffen zu haben. Dabei soll er im Zug eine Flasche behändigt haben und den Aufforderungen der 
handelnden Polizisten, den Zug zu verlassen, nicht nachgekommen sein. Den Zug soll er erst nach Androhung des 
Tasers verlassen haben. Ausserhalb des Zuges sei er auf eine Treppe gesessen und soll sich aufbrausend, um-
herschreiend und sich selber mit den Händen auf den Kopf schlagend, verhalten haben. Kurz darauf soll er aufge-
standen sein und einen Polizisten am Reverse gepackt und die handelnden Polizisten bedroht haben. Weiter soll 
er die Polizisten weggestossen, eine Flasche behändigt haben und diese zerschlagen haben, um sie gegen die 
handelnden Polizisten einzusetzen. Weiter habe er den handelnden Polizisten mehrfach mit folgenden Wortlauten 
gedroht: "lch werde euch alle umbringen", "lch werde euch aufschlitzen", "lch werde meine Kollegen bei euch vorbei 
schicken", "Meine Freundin wird einer Polizistin in dessen Fotze ficken, bis diese verblutet", "Ihr seid alles Opfer, 
welche früher keine Freunde hatten", "Ihr seid keine Polizisten, sondern Hampelmänner in Blau" und "Alles was ihr 
heute getan habt, kommt auf euch zurück". 

22 │ 64 

 
A1 19 4759, 
19 4760, 19 4761, 
19 4762, 19 3894 

mehrfacher Drohung, Be-
schimpfung, gegenseitigen 
Tätlichkeiten und einfacher 
Körperverletzung am 
26. Juni 2019 12.00 Uhr 
und 23.00 Uhr, 
27. Juni 2019 ca. 00.30 und 
28. Juni 2019 

Dem Beschwerdeführer wird vorgeworfen, am 26. Juni 2019 zwischen 12.00 Uhr und 23.00 Uhr, W.__ mittels 
WhatsApp-Nachrichten bedroht und beschimpft zu haben. 
 
Dem Beschwerdeführer wird weiter vorgeworfen, am Mittwoch 26. Juni 2019 zwischen ca. 23.00 Uhr und 23.35 Uhr 
vor der ZT.__-Bar an der ZS.__ in ZZ.__ Y.__ beschimpft, ihn und seine Brüder mit dem Tod bedroht und ihn 
schliesslich tätlich angegangen zu haben. 
 
Dem Beschwerdeführer wird sodann vorgeworfen, am 28. Juni 2019 zwischen 18.00 Uhr und 19.00 Uhr in ZZ.__, 
ZR.__, X.__ verbal beschimpft und bedroht sowie ein Springmesser nach ihm geworfen zu haben. 

  Strafverfahren gegen A.__ (hellorange) 

  Strafverfahren gegen X.__ (dunkelorange) 

A1 19 6581 mehrfacher Einschleich-
diebstähle zwischen 
19. Juli 2019 und 
20. Juli 2019 

Dem Beschwerdeführer wird vorgeworfen, zwischen dem 19. Juli 2019, 10.50 Uhr, und 20. Juli 2019, 18.00 Uhr, in 
ZQ.__, ZP.__, mehrfach Einschleichdiebstähle begangen zu haben bzw. daran beteiligt gewesen zu sein. Weiter 
wird dem Beschwerdeführer vorgeworfen, zwischen dem 19. Juli 2019, 10.50 Uhr, bis am 20. Juli 2019, 18.00 Uhr, 
als Begleitperson während Lernfahrten mit dem Personenwagen NW__, an mehrere teils unbekannte Orte, mitge-
fahren zu sein. Dabei habe der Beschwerdeführer eine Lernfahrt als Begleitperson unternommen, ohne den ge-
setzlichen Anforderungen zu genügen. 

A1 20 674 wegen Widerhandlung ge-
gen das Heilmittelgesetz im 
Sommer 2019 

Dem Beschwerdeführer wird vorgeworfen, das in der Schweiz nicht zugelassene Arzneimittel "Kamagra" im Som-
mer 2019 an verschiedene Drittpersonen im Kanton Nidwalden verkauft zu haben sowie versucht zu haben, es in 
Verkehr zu bringen. 

A1 19 4618 schwerer Körperverletzung, 
ev. versuchter schwerer 
Körperverletzung vom 
1. August 2019 

Dem Beschwerdeführer wird vorgeworfen, Z.__ am 1. August 2019 um ca. 20.30 Uhr vor dem ZO.__ in ZZ.__ eine 
gefüllte Glasflasche auf den Kopf und ihn anschliessend mit den Fäusten sowie seinem Knie ins Gesicht und in die 
Bauchgegend geschlagen und ihn so schwer verletzt zu haben.Dem Beschwerdeführer wird weiter vorgeworfen, 
am 1. August 2019 in ZZ.__ versucht zu haben, ein Kilogramm Marihuana (Drogenhanf) zu verkaufen. 

A1 19 4618 Widerhandlung gegen das 
Betäubungsmittelgesetz am 
1. August 2019 

Dem Beschwerdeführer wird vorgeworfen, am 1. August 2019 in ZZ.__ versucht zu haben, ein Kilogramm Mari-
huana (Drogenhanf) zu verkaufen. 

23 │ 64 

 
A1 19 4619 versuchten Raubs, ver-

suchter Erpressung, Frei-
heitsberaubung bzw. Ent-
führung, Tätlichkeit, Dro-
hung und Körperverletzung 
vom 21. August 2019 

Der Beschwerdeführer wird verdächtigt, mit H.__, I.__ und J.__ am 21. August  2019 um ca. 18.10 Uhr beim Schul-
haus ZW.__ in ZZ.__ K.__ abgepasst zu haben. Der Beschwerdeführer soll ihn ab seinem Mofa gerissen und ihn 
ins angrenzende Wiesland geworfen haben. Anschliessend soll er K.__ gewaltsam zum geparkten Fahrzeug ge-
zerrt haben. Als sich K.__ habe wehren wollen, soll der Beschwerdeführer ihm gedroht haben. Zudem soll der 
Beschwerdeführer K.__ mehrere harte Kopfnüsse gegeben haben. Hernach soll der Beschwerdeführer K.__ gegen 
dessen Willen auf den Rücksitz des Personenwagens gestossen und ihm befohlen haben, sich in die Mitte zu 
setzen. Die Beschuldigten seien anschliessend mit K.__ gegen dessen Willen nach ZV.__ gefahren. J.__ habe das 
Fahrzeug gelenkt. Während der Fahrt habe der Beschwerdeführer von K.__ Geld gefordert, ihn dabei bedroht und 
Gewalt gegen ihn ausgeübt. In ZV.__ habe I.__ K.__ aufgefordert, ihm seinen Schlüsselbund als Pfand auszuhän-
digen, was dieser auch getan habe. Anschliessend seien alle gemeinsam zurück nach ZZ.__ gefahren. 

A1 20 781 wegen Erpressung vom 
12. März 2020 

Dem Beschwerdeführer wird vorgeworfen, G.__ am Donnerstag 12. März 2020 über das Mobiltelefon angerufen 
und dabei verlangt zu haben, dass er ihm [dem Beschwerdeführer] am nächsten Tag Geld bringen soll, ansonsten 
ihm erhebliche Nachteile drohen würden.  

 

 

 

 

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Einvernahmen A.__ als Beschuldigter 

        
        

Datum Beginn Ende Art der Einvernahme Vorladung Dossier act. anwesend 
        

06.11.2018 09:56 10:22 delegierte polizeiliche Einvernahme auf mündliche Vorladung A1 18 5398 8.1.148 ff. RA B.__ 

04.02.2019 08:40 10:32 staatsanwaltschaftliche Einvernahme auf schriftliche Vorladung A1 18 5398 8.1.152 ff. RA B.__ 

23.06.2019 10:42 13:35 polizeiliche Einvernahme aus vorläufiger Festnahme A1 19 6580 5.1.1 ff. - 

21.08.2019 22:58 23:15 polizeiliche Einvernahme (nach Festnahme) aus vorläufiger Festnahme A1 19 4619 8.1.1.1 ff. - 

22.08.2019 13:00 14:28 delegierte polizeiliche Einvernahme aus vorläufiger Festnahme A1 19 4619 8.1.1.4 ff. RA B.__ 

23.08.2019 08:44 09:44 delegierte polizeiliche Einvernahme aus vorläufiger Festnahme A1 19 4618 5.1.1 ff. E.__* 

23.08.2019 13:00 15:05 staatsanwaltschaftliche Einvernahme aus vorläufiger Festnahme A1 19 4619 8.1.1.12 ff. E.__ 

18.09.2019 09:03 11:02 delegierte polizeiliche Einvernahme  aus Untersuchungshaft A1 19 4618 5.1.6 ff. RA B.__ 

18.09.2019 13:37 14:09 delegierte polizeiliche Einvernahme  aus Untersuchungshaft A1 19 4619 8.1.1.28 ff. E.__ 

04.10.2019 09:00 11:04 polizeiliche Einvernahme aus Untersuchungshaft A1 19 6581 8.1.1.1 ff. E.__ 

10.10.2019 08:39 09:46 delegierte polizeiliche Einvernahme aus Untersuchungshaft A1 19 4760 4.1.1 ff. E.__ 

10.10.2019 09:56 10:53 delegierte polizeiliche Einvernahme aus Untersuchungshaft A1 19 4760 5.1.1 ff. E.__ 

19.11.2019 15:07 15:49 delegierte polizeiliche Einvernahme aus Untersuchungshaft A1 19 4618 5.1.17 ff. RA B.__ 

13.03.2020 14:21 14:55 delegierte polizeiliche Einvernahme aus vorläufiger Festnahme A1 20 781 5.1.1 ff. - 

14.03.2020 08:35 10:20 staatsanwaltschaftliche Einvernahme aus Untersuchungshaft A1 20 781 5.1.7 ff. RA B.__ 

14.03.2020 10:27 10:45 staatsanwaltschaftliche Hafteinvernahme aus Untersuchungshaft A1 20 781 5.1.18 ff. RA B.__ 

 

 

 

 

 

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Einvernahmen von Auskunftspersonen 
   

               

Datum Beginn Ende Auskunftsperson Art der Einvernahme Vorladung Dossier act. anwesend 
         

20.10.2018 19:57 21:12 P.__ polizeiliche Einvernahme als Opfer auf mündliche Vorladung A1 18 5398 8.3.1 ff. - 

20.10.2018 19:58 22:04 R.__ polizeiliche Einvernahme als Opfer auf mündliche Vorladung A1 18 5398 8.3.7 ff. - 

22.10.2018 15:03 16:15 AA.__ delegierte Polizeiliche Einvernahm auf mündliche Vorladung A1 18 5398 8.3.16 ff. - 

12.11.2018 08:00 10:50 R.__ staatsanw. Einvernahme als Opfer auf schriftliche Vorladung A1 18 5398 8.3.23 ff. S.__* 

12.11.2018 13:00   Q.__ staatsanw. Einvernahme als Opfer auf schriftliche Vorladung A1 18 5398 8.3.38 ff. S.__ 

27.06.2019 14:02 16:14 Y.__ delegierte polizeiliche Einvernahme auf mündliche Vorladung A1 19 4759 5.4.20 ff. - 

27.06.2019 14:13 16:23 W.__ delegierte polizeiliche Einvernahme auf mündliche Vorladung A1 19 4759 5.4.31 ff. - 

04.07.2019 10:00 12:30 Y.__ polizeiliche Einvernahme als Opfer auf mündliche Vorladung A1 19 4759 5.2.1 ff. - 

04.07.2019 10:06 12:17 X.__ polizeiliche Einvernahme als Opfer auf mündliche Vorladung A1 19 4759 5.2.10 ff. - 

04.07.2019 10:00 12:51 W.__ polizeiliche Einvernahme als Opfer auf mündliche Vorladung A1 19 4760 4.2.1 ff. - 

22.07.2019 08:20 09:30 AB.__ polizeiliche Einvernahme auf mündliche Vorladung A1 19 4759 5.2.17 ff. - 

29.07.2019 15:37 17:10 AC.__ polizeiliche Einvernahme auf schriftliche Vorladung A1 19 6581 8.2.1 ff - 

19.08.2019 08:30 09:25 AD.__ polizeiliche Einvernahme auf mündliche Vorladung A1 19 4618 5.2.1 ff. - 

22.08.2019 13:11 17:15 Z.__ polizeiliche Einvernahme auf mündliche Vorladung A1 19 4618 5.2.6 ff. - 

22.08.2019 17:25 17:46 AD.__ delegierte polizeiliche Einvernahme auf mündliche Vorladung A1 19 4618 5.2.37 ff. - 

29.08.2019 10:03 11:18 AE.__ delegierte polizeiliche Einvernahme auf mündliche Vorladung A1 19 4619 8.2.2.4 ff. E.__* 

03.09.2019 08:11 10:05 X.__ polizeiliche Einvernahme auf mündliche Vorladung A1 19 4759 5.4.39 ff. - 

03.09.2019 19:08 20:30 W.__ polizeiliche Einvernahme als Opfer auf mündliche Vorladung A1 19 4760 4.2.7 ff. - 

13.09.2019 08:39 0.42 K.__ staatsanwaltschaftliche Einvernahme auf schriftliche Vorladung A1 19 4619 8.2.1.22 ff. RA B.__ 

16.09.2019 08:15 11:30 Z.__ staatsanwaltschaftliche Einvernahme auf schriftliche Vorladung A1 19 4618 5.2.53 ff. RA B.__ 

02.10.2019 07:56 09:00 J.__ delegierte polizeiliche Einvernahme auf Zuführung A1 19 6581 8.2.24 ff. - 

05.10.2019 10:04 12:32 W.__ delegierte polizeiliche Einvernahme auf mündliche Vorladung A1 19 4797 4.2.7 ff. - 

26 │ 64 

 
11.10.2019 09:03 10:38 O.__ delegierte polizeiliche Einvernahme  auf schriftliche Vorladung A1 19 4618 5.2.68 ff. E.__ 

18.11.2019 14:40 16:25 AF.__ staatsanwaltschaftliche Einvernahme auf schriftliche Vorladung A1 19 4759 5.2.24 ff. E.__ 

19.11.2019 14:12 14:48 O.__ delegierte polizeiliche Einvernahme aus Untersuchungshaft A1 19 4797 4.2.17 ff. RA B.__ 

21.11.2019 13:35 16:10 V.__ delegierte polizeiliche Einvernahme auf mündliche Vorladung A1 19 47 61 4.2.51 ff. F.__* 

25.11.2019 14:30 16:10 AG.__ staatsanwaltschaftliche Einvernahme auf schriftliche Vorladung A1 19 4618 5.2.79 ff. RA B.__ 

25.11.2019 13:30 14:25 AG.__ staatsanwaltschaftliche Einvernahme auf schriftliche Vorladung A1 19 4619 8.2.2.18 ff. RA B.__ 

25.11.2019 08:05 08:55 AG.__ staatsanwaltschaftliche Einvernahme auf schriftliche Vorladung A1 19 4759 5.2.36 ff. RA B.__ 

25.11.2019 09:00 10:10 AG.__ staatsanwaltschaftliche Einvernahme auf schriftliche Vorladung A1 19 4762 5.2.37 ff. RA B.__ 

25.11.2019 10:20 11:20 AG.__ staatsanwaltschaftliche Einvernahme auf schriftliche Vorladung A1 19 47 61 4.2.29 ff. RA B.__ 

02.12.2019 09:35 10:25 AF.__ staatsanwaltschaftliche Einvernahme auf schriftliche Vorladung A1 19 4618 5.2.92 ff. RA B.__ 

03.02.2020 13:40 15:00 AF.__ staatsanwaltschaftliche Einvernahme auf schriftliche Vorladung A1 19 4762 5.2.48 ff. RA B.__ 

12.03.2020 21:06 22:45 G.__ polizeiliche Einvernahme auf mündliche Vorladung A1 20 781 5.2.1 ff. - 

23.03.2020 15:05 16:40 AF.__ staatsanwaltschaftliche Einvernahme auf schriftliche Vorladung A1 19 4618 5.2.101 ff. RA B.__ 

31.03.2020 13:00 14:25 AH.__ staatsanwaltschaftliche Einvernahme auf schriftliche Vorladung A1 20 781 5.2.8 ff. RA B.__ 

31.03.2020 14:40 16:35 G.__ staatsanwaltschaftliche Einvernahme auf schriftliche Vorladung A1 20 781 5.2.21 ff. RA B.__ 
         

         

  Das Teilnahmerecht des Beschuldigten bei diesen Einvernahmen war ausgeschlossen  (A1 18 5398 act. 4.2.89).  

  Diese Einvernahmen haben gleichzeitig mit anderen Einvernahmen stattgefunden.    

 

 

 

 

Einvernahmen von Zeugen 

                  

Datum Beginn Ende Zeuge/Zeugin Art der Einvernahme Vorladung Dossier act. anwesend 
         

14.11.2018 14:00 17:30 P.__ staatsanwalt. Einvernahme als Opfer auf schriftliche Vorladung A1 18 5398 8.4.1 ff. 
RA B.__ 
S.__* 

23.03.2020 17:12 18:36 AD.__ staatsanwaltschaftliche Einvernahme auf schriftliche Vorladung A1 19 4618 5.3.1 ff. RA B.__ 

27 │ 64 

 
 

 

 

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Einvernahmen von Mitbeschuldigten 

         

         

Datum Beginn Ende Mitbeschuldigter Art der Einvernahme Vorladung Dossier act. anwesend 
         

20.10.2018 00:02 00:20 N.__ delegierte polizeiliche Einvernahme aus vorläufiger Festnahme A1 18 5398 7.1.3 ff. - 

21.10.2018 15:28 17:41 N.__ delegierte polizeiliche Einvernahme aus vorläufiger Festnahme A1 18 5398 8.1.1 ff. - 

22.10.2018 11:01 12:21 N.__ delegierte polizeiliche Einvernahme aus vorläufiger Festnahme A1 18 5398 8.1.17 ff. - 

24.10.2018 14:38 15:18 N.__ delegierte polizeiliche Einvernahme auf mündliche Vorladung A1 18 5398 8.1.30 ff. - 

25.10.2018 13:50 15:38 J.__ delegierte polizeiliche Einvernahme auf polizeiliche Vorführung A1 18 5398 8.2.1 ff. - 

26.10.2018 09:18 12:33 M.__ delegierte polizeiliche Einvernahme auf polizeiliche Vorführung A1 18 5398 8.2.25 ff. - 

27.10.2018 10:13 13:27 O.__ delegierte polizeiliche Einvernahme auf mündliche Vorladung A1 18 5398 8.1.64 ff. - 

27.10.2018 12:58 13:19 M.__ delegierte polizeiliche Einvernahme auf polizeiliche Vorführung A1 18 5398 8.2.42 ff. - 

05.11.2018 14:59 18:29 L.__ delegierte polizeiliche Einvernahme auf mündliche Vorladung A1 18 5398 8.1.105 ff. - 

16.01.2019 08:30 12:13 N.__ staatsanw. Einvernahme auf schriftliche Vorladung A1 18 5398 8.1.40 ff. T.__* 

22.01.2019 08:05 11:15 J.__ staatsanw. Einvernahme auf schriftliche Vorladung A1 18 5398 8.2.47 ff. S.__* 

22.01.2019 14:00   M.__ staatsanw. Einvernahme auf schriftliche Vorladung A1 18 5398 8.2.67 ff. S.__ 

28.01.2019 13:30 15:24 O.__ staatsanw. Einvernahme auf schriftliche Vorladung A1 18 5398 8.1.90 ff. T.__ 

30.01.2019 08:30 10:50 L.__ staatsanw. Einvernahme auf schriftliche Vorladung A1 18 5398 8.1.135 ff. T.__ 

22.06.2019 16:12 17:15 AG.__ pol. Einvernahme (nach Festnahme) aus vorläufiger Festnahme A1 19 6580 5.4.4 ff. - 

30.07.2019 14:38 16:55 AI.__ delegierte polizeiliche Einvernahme auf mündliche Vorladung A1 19 6581 8.1.4.1 ff. - 

21.08.2019 16:30 17:15 O.__ delegierte polizeiliche Einvernahme aus Untersuchungshaft A1 19 6581 8.1.3.1 ff. - 

22.08.2019 14:13 15:15 J.__ delegierte polizeiliche Einvernahme aus vorläufiger Festnahme A1 19 4619 8.1.4.1 ff. - 

22.08.2019 11:30 13:15 AG.__ pol. Einvernahme (nach Festnahme) aus vorläufiger Festnahme A1 19 6581 8.1.2.15 ff. - 

23.08.2019 16:20 17:00 H.__ pol. Einvernahme (nach Festnahme) aus vorläufiger Festnahme A1 19 4619 8.1.2.1 ff. - 

23.08.2019 15:36 16:11 J.__ delegierte polizeiliche Einvernahme aus Untersuchungshaft A1 19 4619 8.1.4.8 E.__* 

29 │ 64 

 
23.08.2019 10:50 11:25 AG.__ polizeiliche Einvernahme aus vorläufiger Festnahme A1 19 6581 8.1.2.36 ff. - 

23.08.2019 08:12 10:22 AI.__ delegierte polizeiliche Einvernahme auf mündliche Vorladung A1 19 6581 8.1.4.12 ff. - 

24.08.2019 10:08 14:50 H.__ delegierte polizeiliche Einvernahme aus vorläufiger Festnahme A1 19 4619 8.1.2.4 ff. - 

24.08.2019 19:48 19:58 I.__ pol. Einvernahme (nach Festnahme)  auf mündliche Vorladung A1 19 4619 8.1.3.1 ff. - 

25.08.2019 10:10 12:55 I.__ delegierte polizeiliche Einvernahme aus vorläufiger Festnahme A1 19 4619 8.1.3.4 ff. - 

08.09.2019 09:15 10:40 O.__ delegierte polizeiliche Einvernahme aus Untersuchungshaft A1 19 6581 8.1.3.6 ff. - 

08.09.2019 13:32 15:08 AI.__ delegierte polizeiliche Einvernahme auf mündliche Vorladung A1 19 6581 8.1.4.25 ff. - 

 

Anderweitige Einvernahmen 
         

         

Datum Beginn Ende Betroffener Art der Einvernahme Vorladung Dossier act. anwesend 
         

27.06.2019 04:02 05:46 A.__ pol. Einvernahme als Opfer auf mündliche Vorladung A1 19 4759 5.4.1 ff. - 

27.06.2019 13:56 17:32 X.__ del. pol. Einv. als Beschuldigter auf mündliche Vorladung A1 19 4759 5.4.10 ff. - 

 

 

* Rechtspraktikant / Rechtspraktikantin von Rechtsanwältin B.__     
 

 
  

Das Teilnahmerecht des Beschuldigten war bei diesen Einvernahmen ausgeschlossen (A1 18 5398 act. 4.2.89). 
 

   
   

 

 

30│64 

 

3.3.3 

Genauer zu erläutern sind die Einvernahmen, an denen weder Rechtsanwältin B.__ persönlich 

noch eine Stellvertretung anwesend war.  

3.3.3.1  Einvernahmen des Beschwerdeführers als Beschuldigter: 

Was die erste polizeiliche Einvernahme vom 23. Juni 2019 aus vorläufiger Festnahme im Ver-

fahren A1 19 6580 betrifft, ist zu bezweifeln, dass bereits eine Strafuntersuchung eröffnet und 

Rechtsanwältin B.__ über die Einvernahme informiert war, denn eine Eröffnungsverfügung 

befindet sich nicht in den Akten. Der entsprechende Polizeirapport datiert erst vom 20. Au-

gust 2019 und ging am 26. August 2019 bei der Staatsanwaltschaft 1 Luzern ein. Ein Hinweis 

auf Rechtsanwältin B.__ als amtliche Verteidigung findet sich darin nicht (STA-Nr. A1 19 6580, 

act. 2.1 ff.). Im Einvernahmeprotokoll ist zudem «keine Verteidigung gewünscht» vermerkt 

(STA-Nr. A1 19 6580, act. 5.1.1 ff.).  

Ähnliches gilt für die erste polizeiliche Einvernahme des Beschwerdeführers aus vorläufiger 

Festnahme im Verfahren STA-Nr. A1 19 4619. Die entsprechende Strafuntersuchung gegen 

den Beschwerdeführer wurde erst am Folgetag, dem 22. August 2019, 10.50 Uhr, eröffnet 

(STA-Nr. A1 19 4619, act. 12.1). Zudem gab der Beschwerdeführer zu Protokoll: «lch möchte 

aktuell keine Verteidigung und habe keine Fragen in Sachen einem Rechtsanwalt.» (STA-Nr. 

A1 19 4619, act. 7.1.1 ff.). Die Umstände der delegierten polizeilichen Einvernahme des Be-

schwerdeführers vom 13. März 2020 aus vorläufiger Festnahme wurden bereits vorstehend 

erläutert (vgl. E. 2.2.3). 

 

3.3.3.2  Einvernahmen von Auskunftspersonen: 

Die Strafuntersuchung STA-Nr. A1 18 5398 gegen den Beschwerdeführer wurde erst am 

24. Oktober 2018 eröffnet. Erst auf Antrag vom 6. November 2018 (STA-Nr. A1 18 5398, 

act. 12.34) und mit Verfügung vom 7. November 2018 wurde Rechtsanwältin B.__ rückwirkend 

per 30. Oktober 2018 als amtliche Verteidigerin des Beschwerdeführers eingesetzt. Sie konnte 

deshalb von den polizeilichen Einvernahmen von P.__ und R.__ vom 20. Oktober 2018 (auf 

mündliche Vorladungen) sowie der delegierten polizeilichen Einvernahme des AA.__ am 22. 

Oktober 2018 (auf mündliche Vorladung) keine Kenntnis haben.  

Die delegierten polizeilichen Einvernahmen (auf mündliche Vorladung) des Y.__ und des W.__ 

vom 27. Juni 2019 betrafen eine Strafuntersuchung gegen  

X.__ (STA-Nr. A1 19 4759, act. 5.4.20 ff.; 5.4.31 ff.). Die Strafuntersuchung  

STA-Nr. A1 19 4759 gegen den Beschwerdeführer wurde erst am 5. September 2019 eröffnet, 

31│64 

 

sodass Rechtsanwältin B.__ über die (auf mündliche Vorladung) erfolgten Einvernahmen von 

Y.__, X.__, W.__ und AB.__ vom 4. Juli 2019, 22. Juli 2019 und 3. September 2019 nicht 

informiert sein konnte (STA-Nr. A1 19 4759, act. 6.1 ff.).  

Zu bezweifeln ist auch, dass die Strafuntersuchung gegen den Beschwerdeführer im Verfah-

ren STA-Nr. A1 19 6581 eröffnet war, als die polizeiliche Einvernahme von AC.__ vom 29. Juli 

2019 (auf schriftliche Vorladung) und die delegierte polizeiliche Einvernahme von J.__ am 

2. Oktober 2019 (auf Zuführung) stattfanden. In den Akten findet sich keine formelle Eröffnung. 

Zudem wurde der Beschwerdeführer in diesem Verfahren erst am 4. Oktober 2019 polizeilich 

einvernommen (STA-Nr. A1 19 6581, act. 8.1.1.1 ff.) und der entsprechende Polizeirapport 

vom 20. November 2019 ging erst am 26. November 2019 bei der Staatsanwaltschaft 2 Luzern 

ein (STA-Nr. A1 19 6581, act. 2.1.1).  

Nicht anders verhält es sich im Verfahren STA-Nr. A1 19 4618. Nachdem die Strafuntersu-

chung gegen den Beschwerdeführer erst am 22. August 2019, 16.15 Uhr, eröffnet wurde, 

konnte Rechtsanwältin B.__ über die auf mündliche Vorladung hin erfolgten Einvernahmen 

der AD.__ und des Z.__ vom 19. August 2019 und 22. August 2019 nicht rechtzeitig im Bilde 

sein (STA-Nr. A1 19 4618, act. 6.1 ff.).  

Auch über die delegierte polizeiliche, auf mündliche Vorladung hin, erfolgte Einvernahme von 

W.__ vom 5. Oktober 2019 konnte Rechtsanwältin B.__ nicht informiert sein, nachdem die 

entsprechende Strafuntersuchung gegen den Beschwerdeführer erst am 10. September 2019 

eröffnet wurde (STA-A1 19 4797, act. 5.1 ff.).  

Gleiches gilt für die auf mündliche Vorladung hin erfolgte polizeiliche Einvernahme von G.__ 

vom 12. März 2020. Erst mit Verfügung vom 13. März 2020 wurde diesbezüglich die Strafun-

tersuchung gegen den Beschwerdeführer eröffnet (STA-Nr. A1 20 781, act. 6.1). 

 

3.3.3.3  Einvernahmen von Mitbeschuldigten: 

Wie soeben zur Strafuntersuchung A1 18 5398 ausgeführt, wurde Rechtsanwältin B.__ erst 

per 7. November 2018 mandatiert. Sie konnte somit von den zwischen dem 20. Oktober 2018 

und 5. November 2018 durchgeführten Einvernahmen der Mitbeschuldigten N.__, J.__, M.__, 

O.__ und L.__ keine Kenntnis haben.  

Gemäss den bereits gemachten Ausführungen zum Verfahren STA-Nr. A1 19 6580 

(E. 3.3.3.1) ist auch zu bezweifeln, dass zum Zeitpunkt der polizeilichen Einvernahmen von 

AG.__ vom 22. Juni 2019 aus vorläufiger Festnahme, die entsprechende Strafuntersuchung 

gegen den Beschwerdeführer bereits eröffnet war. Selbiges gilt für die delegierten polizeilichen 

32│64 

 

Einvernahmen von AI.__ am 30. Juli 2019 (auf mündliche Vorladung) und O.__ am 21. August 

2019 aus Untersuchungshaft, die polizeiliche Einvernahme von AG.__ vom 22. August 2019 

nach Festnahme am selben Tag, die polizeiliche Einvernahme von AG.__ am 23. August 2019 

aus vorläufiger Festnahme, die delegierten polizeilichen Einvernahmen von AI.__ am 23. Au-

gust 2019 und 8. September 2019 (auf mündliche Vorladung) und die delegierte polizeiliche 

Einvernahme von O.__ am 8. September 2019 aus Untersuchungshaft im Verfahren STA-Nr. 

A1 19 6581.  

Zur Einvernahme von J.__ vom 22. August 2019 wird auf E. 2.3.2 verwiesen. Die polizeiliche 

Einvernahme von H.__ am 23. August 2019 fand unmittelbar nach dessen Festnahme statt 

(Festnahme: 15.03 Uhr, Einvernahmebeginn: 16.20 Uhr [STA-Nr. A1 19 4619, act. 7.1.3; 

8.1.2.1 ff.]), sodass Rechtsanwältin B.__ zufolge Kurzfristigkeit offenkundig teilnehmen konnte.  

Was die delegierte polizeiliche Einvernahme von H.__ vom 24. August 2019 aus vorläufiger 

Festnahme und die polizeiliche Einvernahme von I.__ vom 24. August 2019 unmittelbar nach 

Festnahme (Einvernahmebeginn: 19.48 Uhr, Festnahme: 19.35 Uhr) und dessen delegierte 

polizeiliche Einvernahme vom 25. August 2019 aus vorläufiger Festnahme betrifft, ist auf die 

Ausführungen in E. 2.3.1 zu verweisen. 

Rechtsanwältin B.__ hat – mit einer Ausnahme – an sämtlichen Einvernahmen des Beschwer-

deführers teilgenommen oder sich vertreten lassen. An den Opfer- sowie Zeugeneinvernah-

men war sie meist selber anwesend. Auch bei den Einvernahmen des Beschuldigten war die 

Anwältin grösstenteils persönlich anwesend. An den Einvernahmen von Mitbeschuldigten hat 

Rechtsanwältin B.__ nicht persönlich teilgenommen. Zu beachten ist dabei allerdings, dass 

der Beschwerdeführer die vorgeworfenen Sachverhalte im Grundsatz nicht abstreitet (vgl. 

STA-Nr. A1 18 5398, act. 8.1.153 ff.; STA-Nr. A1 19 4618, act. 5.1.6 ff.; STA-Nr. A1 19 4619, 

8.1.1.31 ff.) und die Mitbeschuldigten das Geschehene ähnlich schildern. Für die gerichtliche 

Beurteilung werden die Aussagen der Mitbeschuldigten somit nicht ausschlaggebend sein. Im 

Übrigen ist die Rechtsprechung des Bundesgerichts nicht dahingehend zu verstehen, dass 

eine Nachlässigkeit bereits vorliegt, wenn der amtliche Verteidiger nicht an sämtlichen Einver-

nahmen persönlich teilnimmt oder eine Stellvertretung organisiert. Rechtsprechung und Ge-

setz (Art. 336 Abs. 2 StPO) beziehen sich in erster Linie auf dessen Anwesenheit an der 

Hauptverhandlung, wichtigen Zeugeneinvernahmen (Urteil BGer 1B_166/2020 vom 25. Juni 

2020 E. 3.1.2) und wesentlichen Konfrontationseinvernahmen (BGE 120 la 48 E. 2c). Solche 

sind vorliegend, soweit bereits erkennbar, nicht betroffen. Laut Bundesgericht ist der Verzicht 

des Offizialverteidigers auf persönliche Teilnahme an Konfrontationseinvernahmen nicht in je-

dem Fall und eo ipso eine Verletzung der Verteidigungsrechte. Stellt sich für den 

33│64 

 

Angeschuldigten oder seinen Anwalt in der Folge heraus, dass die Interessen des Angeschul-

digten das Beisein des Verteidigers aus erheblichen Gründen verlangt hätten, kann es not-

wendig erscheinen, die Konfrontationseinvernahmen auf Antrag des Angeschuldigten oder 

seines Verteidigers wiederholen zu lassen (BGE 120 Ia 48 E. 2e/cc). Im vorliegenden Fall 

wurden sämtliche Mitbeschuldigten, nachdem sie polizeilich einvernommen wurden, erneut 

von der Staatsanwaltschaft befragt. An diesen Einvernahmen war der Beschwerdeführer stets 

durch Rechtspraktikanten verteidigt. 

 

3.3.4 

Im strittigen Zeitraum haben stellvertretend für Rechtsanwältin B.__ vier verschiedene 

Rechtspraktikanten an mehreren Einvernahmen, hauptsächlich Einvernahmen von Mitbe-

schuldigten, teilgenommen. Zur Begründung werden von Rechtsanwältin B.__ sinngemäss ihr 

Ausbildungsauftrag sowie Terminkollisionen bzw. andere berufliche und familiäre Verpflichtun-

gen erwähnt. Daraus kann Rechtsanwältin B.__ im Grunde kein Vorwurf gemacht werden, 

selbst wenn die Verteidigung mit der Annahme eines amtlichen Mandats eine gewisse Ab-

kömmlichkeit aufweisen sollte. Sodann ist die Anzahl der eingesetzten Rechtspraktikanten mit 

Blick auf die Strafuntersuchungsdauer zu sehen. Rechtsanwältin B.__ ist anfangs November 

2018 als amtliche Verteidigerin eingesetzt worden. Im April 2020 stellte der Beschwerdeführer 

das Gesuch um Wechsel. Angesichts dieser Zeitspanne ist die Anzahl eingesetzter 

Rechtspraktikanten und Rechtspraktikantinnen an Einvernahmen nicht zu beanstanden.  

Ganz allgemein kann gesagt werden, dass die Teilnahme von Rechtspraktikanten an Einver-

nahmen in Vertretung der amtlichen Verteidigung sowohl im Kanton Luzern als auch im Kanton 

Nidwalden gängige Praxis ist. Erst recht bei derart umfangreichen Mandaten wie dem vorlie-

genden mit zahlreichen Vorfällen und Mitbeschuldigten. Zu Recht hat die Staatsanwaltschaft 

Nidwalden auch im vorliegenden Fall die vier Rechtspraktikanten zugelassen. Die persönliche 

Teilnahme der amtlichen Verteidigung an Einvernahmen kann nicht generell verlangt werden, 

wie es die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers geltend macht. Vielmehr ist im Einzelfall 

und aufgrund der gesamten Umstände zu prüfen, wann und ob eine persönliche Teilnahme 

geboten erscheint. Inwiefern die Interessen des Beschwerdeführers im vorliegenden Fall hin-

sichtlich der von den Rechtspraktikanten begleiteten Einvernahmen das persönliche Beisein 

von Rechtsanwältin B.__ verlangt hätten, ist nicht erkennbar. Gegenteiliges vermag auch der 

Beschwerdeführer mit seinen bloss pauschalen Vorwürfen nicht darzutun. Schliesslich kann 

für die Beurteilung einer sachkundigen, engagierten und effektiven Wahrnehmung von 

34│64 

 

Parteiinteressen nicht allein ausschlaggebend sein, wie oft die amtliche Verteidigung persön-

lich an Einvernahmen teilgenommen hat.  

 

3.4 

Der Beschwerdeführer rügt, bei 19 (in der Tabelle fett markierten) Einvernahmen hätten die 

Rechtspraktikantinnen praktisch keine oder allenfalls «nur sehr kurze und keinesfalls 

strategische Vorbesprechungen» mit dem Beschwerdeführer abgehalten. Es sei ihm 

überlassen worden, welche Aussagen er machen wolle. Er sei auf sich allein gestellt gewesen 

(Beschwerde in Strafsachen, Ziff. 163 n. und o.). 

Zur Instruktionen des Beschwerdeführers durch die Rechtspraktikanten und Rechtspraktikan-

tinnen (und Rechtsanwältin B.__) hielt die Staatsanwaltschaft glaubhaft fest, dass die zur Ver-

fügung gestellten Zeitfenster vor und während den Einvernahmen jeweils zur Besprechung mit 

dem Beschwerdeführer genutzt worden seien. Es sei deshalb davon auszugehen, dass In-

struktionsgespräche stattgefunden hätten. Damit übereinstimmend sind den Akten mehrere 

Vor- und Nachbesprechungen mit dem Beschwerdeführer zu entnehmen. Beispielsweise 

wünschte MLaw E.__ anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Hafteinvernahme des Beschul-

digten vom 23. August 2019 vorgängig eine Besprechung mit dem Beschwerdeführer (STA 

Nr. A1 19 4619, act. 8.1.1.12 ff.). Auch Rechtsanwältin B.__ verlangte mehrmals einen Unter-

bruch der Einvernahme zwecks Besprechung mit dem Beschwerdeführer (vgl. etwa delegierte 

polizeiliche Einvernahme vom 19. November 2019 [STA-Nr. A1 19 4797, act. 4.2.17 ff.; staats-

anwaltschaftliche Einvernahmen vom 13.09.2019 [STA-Nr. A1 19 4619, act. 8.2.1.22 ff.], 25. 

November 2019 [STA-Nr. A1 19 4762, act. 5.2.37 ff.] und 31. März 2020 [STA-Nr. A1 20 781, 

act. 5.2.21 ff.]). Den Zwischenrechnungen von Rechtsanwältin B.__ vom 13. Januar 2019 kön-

nen sodann mehrere Aufwandpositionen mit dem Hinweis auf Vor- und Nachbesprechungen 

mit dem Beschwerdeführer entnommen werden (vgl. dazu detailliert im Folgenden; STA-Nr. 

A1 19 4619, act. 4.1.4 ff.; STA-Nr. A1 18 5398, act. 4.2.13 ff.).  

Nachdem sich den Rechtsschriften des Beschwerdeführers keine konkreten Beanstandungen 

entnehmen lassen und sich aus den Akten keine Hinweise ergeben, dass insbesondere die 

Rechtspraktikanten und Rechtspraktikantinnen generell auf Vorbesprechungen mit dem Be-

schwerdeführer verzichtet hätten, erweist sich der Vorwurf als unbegründet. Ob und in welcher 

Ausführlichkeit eine Vorbesprechung überhaupt sachgerecht ist, liegt im Zweifelsfall im pflicht-

gemässen Ermessen der Verteidigung. Strategische Entscheide, wie sie vom Beschwerdefüh-

rer vermisst werden, sind in diesem Rahmen hauptsächlich bezogen auf das Aussagen- und 

Mitwirkungsverweigerungsrecht denkbar. Solche erfordern jedoch sicherlich keine 

35│64 

 

zeitaufwändigen Besprechungen, zumal vor einer Einvernahme als beschuldigte Person oh-

nehin eine entsprechende Rechtsbelehrung erfolgt. 

 

3.5 

3.5.1 

Der Beschwerdeführer wirft Rechtsanwältin B.__ vor, mehrfach die Aufsichtspflicht der 

Rechtspraktikanten und Rechtspraktikantinnen verletzt zu haben. Praktikanten seien umfas-

send zu beaufsichtigen, in die Praxis einzuführen und zu instruieren. Rechtsanwältin B.__ 

habe die Rechtspraktikanten und Rechtspraktikantinnen nicht mit den relevanten Akten zur 

Vorbereitung der Einvernahmen versorgt. Zudem sei sie, als ein aktives Einwirken anlässlich 

der Befragungen geboten gewesen wäre, nicht selbst vor Ort gewesen. Ihre Instruktion der 

Rechtspraktikanten, im Zweifelsfall auf Ergänzungsfragen zu verzichten, sei höchst zweifel-

haft. Derartige Instruktionen seien «insbesondere in der vorliegenden komplexen 

Angelegenheit absolut verfehlt und pflichtwidrig». Es gäbe in den Akten sodann keinerlei 

Hinweise darauf, dass Rechtsanwältin B.__ die vier Rechtspraktikanten jemals an eine 

Einvernahme mitgenommen habe (Beschwerde in Strafsachen, Ziff. 163 n., o. und u.). 

 

3.5.2 

Rechtsanwältin B.__ hält entgegen, ihre Rechtspraktikanten seien vorgängig umfassend ori-

entiert und instruiert worden. In der Anwaltskanzlei U.__ AG seien 18 Rechtsanwälte und je-

weils 3-4 Rechtspraktikanten tätig. Während der jeweils 9-monatigen Praktikumszeit werde in 

einem Fall, soweit nicht Terminkollisionen dazwischenkämen, immer der gleiche Rechtsprak-

tikant eingesetzt. Die Rechtspraktikanten würden zu Beginn des Praktikums allgemein zu Ein-

vernahmen in Strafverfahren instruiert, bevor sie an eine erste Einvernahme delegiert würden. 

Es werde ihnen anhand von Beispielen aufgezeigt, wie sie sich verhalten sollen und auf was 

sie zu achten hätten. Häufig würden sie anfänglich einen der Rechtsanwälte an eine Einver-

nahme begleiten (vgl. Stellungnahme von Rechtsanwältin B.__ vom 15. November 2021, Ziff. 

15 f.). Damit übereinstimmend ist den Akten, anders als vom Beschwerdeführer behauptet, zu 

entnehmen, dass Rechtsanwältin B.__ den Praktikanten MLaw S.__ im Rahmen seines ersten 

Einsatzes zur staatsanwaltschaftlichen Einvernahme des Opfers P.__ vom 14. November 

2018 begleitete (STA Nr. A1 18 5398, act. 8.4.1 ff.).  

Die Rechtspraktikanten wüssten, so Rechtsanwältin B.__, dass sie eine Einvernahme unter-

brechen und bei allfälligen Unsicherheiten sie selbst oder einen strafrechtsversierten Anwalt 

der Kanzlei telefonisch kontaktieren könnten. Sodann seien die Rechtspraktikanten in der 

36│64 

 

vorliegenden Angelegenheit über die Fallumstände und Mitbeteiligten orientiert worden. Dies 

sei einerseits mündlich geschehen, andererseits würden bürointern laufend fortgeführte Fall-

dokumentationen bestehen, in denen die Vorwürfe und Hauptaussagen von Beteiligten notiert 

seien. Die Rechtspraktikanten hätten vor der ersten Teilnahme an Einvernahmen die wesent-

lichen Akten (u.a. Einvernahmeprotokolle oder Haftakten) erhalten und die Anweisung, diese 

zu lesen. Bei Belastungszeugen seien die Rechtspraktikanten auf die wichtigsten Aussage-

punkte hingewiesen worden und man habe mögliche Ergänzungsfragen vorbesprochen (vgl. 

Stellungnahme von Rechtsanwältin B.__ vom 15. November 2021, Ziff. 15 f.). 

Den Zwischenrechnungen von Rechtsanwältin B.__ vom 13. Januar 2019 lassen sich folgende 

Positionen betreffend die Rechtspraktikanten und Rechtspraktikantinnen entnehmen, welche 

deren Ausführungen bestätigen: Am 21.11.2018 «Aktenstudium sowie Aktennotiz (Zusam-

menstellung der Aussagen)»; am 23.01.2019 «Zusammenfassung Protokoll J.__ 22.01.2019»; 

am 16.01.2019, 25.01.2019, 29.01.2019 und 30.01.2019 «Aktennotiz ergänzen»; am 

30.09.2019: Aktenstudium, Abklärung der Rechtslage; am 20.11.2019 Ergänzung Deliktsüber-

sicht (STA-Nr. A1 19 4619, act. 4.1.4 ff.; STA-Nr. A1 18 5398, act. 4.2.13 ff.).  

Insgesamt sind die Rechtspraktikanten gemäss den glaubhaften Aussagen von Rechtsanwäl-

tin B.__ und den aktenkundigen Indizien hinsichtlich der Teilnahme an Einvernahmen über die 

wichtigsten Punkte umfassend instruiert und orientiert worden. Die Instruktion hinsichtlich Er-

gänzungsfragen entspricht der Usanz und ist nicht zu beanstanden. Des Weiteren ist weder 

dargetan noch ersichtlich, inwiefern eine aktive Intervention anlässlich einer bestimmten Ein-

vernahme geboten gewesen aber nicht erfolgt wäre. Ein offensichtlich fehlerhaftes Verhalten 

von Rechtsanwältin B.__ ist in diesem Zusammenhang nicht erkennbar. 

 

3.6 

Der Beschwerdeführer stellt sich weiter auf den Standpunkt, dass das Ausmass der Vertretun-

gen durch die vier Rechtspraktikanten absolut unverhältnismässig und unvertretbar sei (Be-

schwerde in Strafsachen, Ziff. 59 q). Die von Rechtsanwältin B.__ in den Zwischenrechnungen 

vom 13. Januar 2020 geltend gemachten Arbeitsstunden zeigten, dass die Praktikantinnen 

MLaw E.__ und MLaw F.__ in den Verfahren A1 19 4619 etc. sowie  

A1 19 4761 insgesamt 40% und MLaw S.__ und MLaw T.__ im Verfahren  

A1 18 5492 etc. fast 60% der gesamten Verteidigungsarbeit geleistet hätten (vgl. Replik vom 

17. Dezember 2021, Ziff. 49; Beschwerde in Strafsachen, Ziff. 59 q). Er sei «sehr darüber 

irritiert» gewesen, dass Rechtsanwältin B.__ «derart häufig ihre Praktikantinnen an Einvernah-

men von ihm und anderen Personen geschickt habe, anstatt persönlich teilzunehmen» und 

37│64 

 

habe deswegen «an ihrer Motivation gezweifelt». Diese Stellvertretungen seien allesamt un-

zulässig gewesen (Beschwerde in Strafsachen, Ziff. 194). 

In der Zwischenrechnung vom 13. Januar 2020 betreffend «Akten-Nr. A1 18 5490, 5398; Straf-

verfahren gegen Herrn A.__ (Raub)» macht Rechtsanwältin B.__ über den Zeitraum vom 30. 

Oktober 2018 bis zum 17. September 2019 einen Aufwand von insgesamt 46.74 Stunden gel-

tend (STA-Nr. A1 18 5398, act. 4.2.13 ff.). Demnach leistete Rechtsanwältin B.__ 19.25 Stun-

den, MLaw S.__ rund 16.08 Stunden und MLaw T.__ 11.41 Stunden. Die von MLaw S.__ 

erbrachten Leistungen werden inhaltlich folgendermassen umschrieben:  

12.11.2018: Teilnahme Einvernahme R.__ (03h 00m) 

12.11.2018: Teilnahme Einvernahme Q.__ inklusive An- und Rückreise mit ÖV (03h 45m) 

14.11.2018: Teilnahme Einvernahme P.__ (nach 45 Minuten durch B.__) (00h 45m) 

21.11.2018: Aktenstudium sowie Aktennotiz (Zusammenstellung der Aussagen) (02h 00m) 

22.01.2019: Teilnahme Einvernahme J.__ (02h 00m) 

22.01.2019: An- und Rückreise (ZY.__-ZZ.__-ZY.__) mit ÖV (01h 15m) 

22.01.2019: Teilnahme Einvernahme M.__ (01h 45m) 

22.01.2019: An- und Rückreise (ZY.__-ZZ.__-ZY.__) mit ÖV (01h 15m) 

23.01.2019: Zusammenfassung Protokoll J.__ 22.01.2019 (00h 15m) 

23.01.2019: Schreiben an Klient (00h 05m) 

Die von MLaw T.__ erbrachten Leistungen werden folgendermassen umschrieben: 

14.01.2019 Vorbereitung Einvernahme (00h 20m) 

16.01.2019 Hin- und Rückreise mit ÖV (01h 15m) 

16.01.2019 Teilnahme Einvernahme N.__ (02h 00m) 

16.01.2019 Aktennotiz ergänzen (00h 30m) 

24.01.2019 Emails an Staatsanwaltschaft (00h 10m) 

25.01.2019 Aktennotiz ergänzen (00h 20m) 

28.01.2019 Teilnahme Einvernahme O.__ (01h 30m) 

28.01.2019 An- und Rückreise (ZY.__-ZZ.__-ZY.__) mit ÖV (01h 15m) 

29.01.2019 Aktennotiz ergänzt (00h 20m) 

29.01.2019 Vorbereitung Einvernahme L.__ (00h 20m) 

30.01.2019 Teilnahme Einvernahme L.__ (01h 45m) 

30.01.2019 An- und Rückreise (ZY.__-ZZ.__-ZY.__) (01h 15m) 

30.01.2019 Ergänzen Aktennotiz (00h 25m) 

Gemäss der Zwischenrechnung vom 13. Januar 2020 betreffend «Akten-Nr. A1 19 46 19 + 

4618; Strafverfahren gegen Herrn A.__» wird über den Zeitraum vom 22. August 2019 bis zum 

7. Januar 2020 ein Aufwand von insgesamt 104.47 Stunden geltend gemacht (STA-Nr. A1 

1946, act. 4.1.4 ff.). Danach hat Rechtsanwältin B.__ rund 63.74 Stunden, MLaw E.__ 36.90 

38│64 

 

Stunden und F.__ rund 3.83 Stunden geleistet. Die von MLaw E.__ erbrachten Leistungen 

werden inhaltlich folgendermassen umschrieben:  

22.08.2019 Abklärung Festnahme Klient (Telefon an Staatsanwaltschaft LU, Polizei LU, Staatsan-

waltschaft NW, Telefon von Polizei NW betreffend Terminkoordination für Einver-

nahme) (00h 30m) 

23.08.2019 Einvernahme Klient inklusive Wartezeit (01h 45m) 

23.08.2019 Hafteinvernahme Klient und Einvernahme Mitbeschuldigter inklusive Wartezeit (03h 

30m) 

23.08.2019 An- und Rückreise mit ÖV für Einvernahme am Morgen (01h 15m) 

23.08.2019 An- und Rückreise mit ÖV für Einvernahmen am Nachmittag (01h 15m) 

29.08.2019 Einvernahme Auskunftsperson (01h 15m) 

29.08.2019 Besprechung mit Klient (00h 15m) 

29.08.2019 An- und Rückreise Einvernahme ZN.__-ZZ.__-ZN.__ mit ÖV (01h 15m) 

29.08.2019 Telefon mit Klient (00h 10m) 

18.09.2019 Teilnahme an Einvernahme in ZZ.__ AO.__ (Nachmittag), kurze Nachbesprechung mit 

Klient inklusive An- und Rückreise (03h 20m) 

18.09.2019 Vorbereitung Einvernahme (00h 20m) 

30.09.2019 Aktenstudium, Abklärung der Rechtslage, Redaktion Stellungnahme an  Obergericht 

Nidwalden (03h 45m) 

02.10.2019 Telefon mit Klient (00h 15m) 

02.10.2019 Schreiben an Klient (00h 10m) 

03.10.2019 Telefon mit Klient (00h 15m) 

04.10.2019 Teilnahme an Einvernahme Klient, inklusive Wartezeit, inklusive An- und Rückreise 

(03h 55m) 

04.10.2019 Schreiben an Klient (00h 10m) 

09.10.2019 Telefon mit Klient (00h 17m) 

09.10.2019 Telefon mit Herr AJ.__ (Polizei) betr. Einvernahme Herr O.__ (00h 05m) 

10.10.2019 Teilnahme an Einvernahme Klient (W.__-Fälle), kurze Nachbesprechung mit Klient in-

klusive An- und Rückreise (04h 00m) 

11.10.2019 Teilnahme an Einvernahme von Herr O.__ (01h 50m) 

11.10.2019 An- und Rückreise ZN.__-ZZ.__-ZN.__ mit ÖV (01h 15m) 

24.10.2019 Telefon von Klient (00h 12m) 

18.11.2019 Durchsicht und Korrektur Stellungnahme an ZMG (01h 15m) 

18.11.2019 Teilnahme an Einvernahme von AF.__ (inklusive Wartezeit, Herr AF.__ hatte 1h Ver-

spätung), inklusive Vorbesprechung mit Klient (02h 40m) 

18.11.2019 An- und Rückreise Einvernahme (01h 15m) 

20.11.2019 Ergänzung Deliktsübersicht (00h 45m) 

Die von MLaw F.__ erbrachten Leistungen werden wie folgt umschrieben: 

21.11.2019  An- und Rückreise (01h 15m) 

21.11.2019 Teilnahme an Einvernahme V.__ (02h 35m) 

39│64 

 

Insgesamt geht aus den betreffenden Zwischenrechnungen hervor, dass die von den vier 

Rechtspraktikanten erbrachten Leistungen praktisch nur in der Teilnahme an Einvernahmen, 

deren Vor- und Nachbereitung, deren An- und Rückreise sowie der Vor- und Nachbespre-

chung mit dem Klienten bestanden. 

Die genannten Zwischenrechnungen zeigen sodann, dass Rechtsanwältin B.__ beinahe sämt-

liche Telefonate und Korrespondenzen mit dem Beschwerdeführer, dessen Vater und den Ver-

folgungs-, Untersuchungs- und Gerichtsbehörden führte. Zudem sind diverse zeitintensive 

Aufwendungen von Rechtsanwältin B.__ aufgelistet, die das Aktenstudium inkl. Studium von 

Einvernahmeprotokollen, Entscheiden, Verfügungen und Gutachten betreffen. Rechtsanwältin 

B.__ hat mit Ausnahme einer Replik im Beschwerdeverfahren gegen den Haftentscheid des 

Zwangsmassnahmengerichts vom 25. August 2019 alle Rechtsschriften, d.h. sämtliche Stel-

lungnahmen zu den Haftanträgen der Staatsanwaltschaft und die Beschwerden gegen die 

Haftentscheide des Zwangsmassnahmengerichts persönlich verfasst (STA-Nr. A1 19 4619, 

act. 4.1.31 ff.; 4.1.43 ff.; STA-Nr. A1 19 4619, act. 7.1.1.45 ff.; 7.1.1.75 ff.; 7.1.1.116 ff.; 

7.1.1.202; 7.1.1.274 ff.). Darüber hinaus hat sie an der Mehrzahl von Einvernahmen des Be-

schwerdeführers teilgenommen und diese vorbereitet. 

Schliesslich ist daran zu erinnern, dass eine wirksame Strafverteidigung nicht bloss die Teil-

nahme an Beweisabnahmen umfasst. Nebst Redaktion von Eingaben, dem Plädieren vor 

Schranken und der persönlichen Beratung ist die Grundlage der Verteidigungsarbeit das Fest-

legen der Verteidigungsstrategie. Mit Rücksicht darauf erscheint es verfehlt, die Verteidigungs-

arbeit von Rechtsanwältin B.__ allein am zeitlichen Aufwand zu messen und daraus eine pro-

zentuale Aufteilung der Leistungen zwischen ihr und den Rechtspraktikanten ableiten zu wol-

len. Eine derart formelle und einseitige Betrachtungsweise wird der vielschichtigen Aufgabe 

eines Strafverteidigers nicht gerecht. Entscheidend ist vielmehr, welche konkreten Arbeiten 

Rechtsanwältin B.__ persönlich erledigte. So gesehen hat sie die Kerntätigkeit der Strafvertei-

digung bzw. strategisch richtungsweisende Verteidigungsarbeiten selbst erledigt und nicht an 

ihre Rechtspraktikanten delegiert. Das Verhältnis der Verteidigungsleistung von Rechtsprakti-

kanten und Rechtsanwältin B.__ ist damit nicht zu beanstanden. Rechtsanwältin B.__ waren 

die Akten bestens bekannt und sie hat die Interessen des Beschwerdeführers sachkundig ver-

treten. Gegen den Einsatz der vier Rechtspraktikanten und Rechtspraktikantinnen ist nichts 

einzuwenden, zumal dadurch die Verteidigungsrechte des Beschwerdeführers nicht beein-

trächtigt wurden. Eine Vernachlässigung der Pflichten durch Rechtsanwältin B.__, wie sie vom 

Beschwerdeführer behauptet wird, ist nicht erwiesen. 

 

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3.7 

Der Beschwerdeführer stellt für den Fall, dass das Obergericht die Substituierung für zulässig 

erachtet, diverse Beweisanträge (Rechtsbegehren Ziff. II). Das Obergericht Nidwalden habe 

die Bezirksgerichte Willisau und Luzern sowie die Staatsanwaltschaft 1 Luzern anzuweisen, 

diverse Fragen über die Praktika der beiden Rechtspraktikantinnen MLaw E.__ und MLaw 

F.__ auf das Genaueste zu beantworten (Dauer der Praktika unter Angabe der exakten Daten 

des Ein- und Austritts, für welche Abteilungen bzw. welche Richter MLaw E.__ und MLaw F.__ 

welche Fälle aus welchen Rechtsgebieten bearbeiteten etc.). 

MLaw E.__ und MLaw F.__ verfüg(t)en offensichtlich über eine Praktikantenbewilligung ge-

mäss Art. 5 Abs. 1 AnwG und handel(te)n unter Verantwortung von Rechtsanwältin B.__. 

Selbst wenn keinerlei datenschutzrechtliche Bedenken bestünden, wäre es den Bezirksgerich-

ten Willisau und Luzern sowie der Staatsanwaltschaft 1 Luzern kaum zuzumuten, den dama-

ligen Verrichtungen von MLaw E.__ und MLaw F.__ bis in das letzte Detail nachzuforschen, 

insbesondere, weil diese umfangreichen wie zeitraubenden Nachforschungen kaum nennens-

werte Erkenntnisse brächten. Über Tatsachen, die unerheblich, offenkundig, der Strafbehörde 

bekannt oder bereits rechtsgenügend erwiesen sind, wird nicht Beweis geführt (Art. 139 Abs. 

2 StPO). Der Beweisantrag wird somit abgewiesen. 

 

4. 

4.1 

Der Beschwerdeführer erblickt im Rückzug der Haftbeschwerde vom 6. April 2020 eine Ver-

letzung der Verteidigungspflichten. Rechtsanwältin B.__ habe ihn hinsichtlich der rechtlichen 

und praktischen Korrelation zwischen der Untersuchungshaft und dem vorzeitigen Strafvollzug 

juristisch falsch beraten. Diese Fehlberatung habe ihn zum Rückzug der Haftbeschwerde be-

wegt und bedeute eine «unwirksame und sogar massiv schädliche Verteidigung». 

 

4.2 

Den Erwägungen des Bundesgerichts entsprechend ist vorab der massgebliche Sachverhalt 

in Bezug auf die Haftbeschwerde vom 6. April 2020 festzuhalten. Demnach wurde der Be-

schwerdeführer am 21. August 2019 von der Kantonspolizei Nidwalden festgenommen. Mit 

Verfügung vom 25. August 2019 (ZM 19 11) versetzte das Zwangsmassnahmengericht den 

Beschwerdeführer bis Donnerstag, 21. November 2019, in Untersuchungshaft. Mit Verfügun-

gen vom 19. November 2019 (ZM 19 17) und vom 24. Februar 2020 (ZM 20 9) wurde die 

Untersuchungshaft schliesslich bis zum 13. März 2020 verlängert. Mit der zuletzt genannten 

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Verfügung wurden Ersatzmassnahmen für die Dauer von sechs Monaten, d.h. bis Freitag, 

21. August 2020, angeordnet. In der Folge wurde der Beschwerdeführer am 6. März 2020 aus 

der Untersuchungshaft entlassen. Am 12. März 2020 ist gegen den Beschwerdeführer bei der 

Kantonspolizei Nidwalden eine Anzeige wegen Erpressung gestellt worden. Daraufhin erliess 

die Staatsanwaltschaft Nidwalden einen Haftbefehl und der Beschwerdeführer wurde am 

13. März 2020 um 12.10 Uhr von der Kantonspolizei Nidwalden erneut festgenommen und der 

Staatsanwaltschaft Nidwalden zugeführt (STA-Nr. A1 20 781, act. 4.1.1 ff.). Mit Verfügung vom 

16. März 2020 (ZM 20 17) versetzte das Zwangsmassnahmengericht den Beschwerdeführer 

für die Dauer von sechs Monaten, d.h. bis Sonntag, 13. September 2020, in Untersuchungs-

haft (ebd., act. 4.1.22 ff.). Mit Beschwerde vom 17. März 2020 an das Obergericht Nidwalden, 

Beschwerdeabteilung in Strafsachen, beantragte Rechtsanwältin namens und im Auftrag des 

Beschwerdeführers was folgt (ebd., act. 4.1.43 ff.; damaliges Verfahren BAS 20 2): 

« 1. Der Beschwerdeführer sei umgehend aus der Untersuchungshaft zu entlassen. 

2. Eventualiter sei die Untersuchungshaft bis 31. März 2020 zu beschränken. 

3. Es sei sodann zu prüfen, ob Ersatzmassnahmen ausreichend sind, um den bestehenden Haftgründen 

Rechnung zu tragen. 

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MwSt.) im Rahmen der amtlichen Verteidigung zu Lasten 

des Staates.» 

Gleichentags gelangte der Beschwerdeführer schriftlich an den fallführenden Staatsanwalt. 

Sinngemäss verlangte er aufgrund der «unmenschlichen» Einzelhaft die Versetzung in sein 

altes Abteil. Er schreibt, «bitte helfen Sie mir, […] dass ich in mein altes Abteil kann», «ich 

habe paranoia, kann nicht schlafen, essen, trinken und drehe durch alleine», «ich kann nicht 

mehr!! », «Helfen Sie mir!» (ebd., act. 4.1.39; 4.1.76). Mit einem weiteren Brief (eingegangen 

bei der Staatsanwaltschaft Nidwalden am 3. April 2020) bat der Beschwerdeführer explizit da-

rum, so schnell wie möglich in den vorzeitigen Vollzug versetzt zu werden. Er habe es mit 

Herrn AK.__ besprochen. Aufgrund seiner Einsamkeit und psychischen Verfassung halte er 

es alleine in der Haft nicht mehr aus. Er brauche soziale Kontakte, freies Telefonieren mit 

seiner Familie und wolle die Therapie mit Frau AL.__ weiterführen (ebd., act. 4.1.96). 

Mit Eingabe vom 6. April 2020 – welche nun im Streite liegt – zog Rechtsanwältin B.__ die 

beim Obergericht Nidwalden eingereichte Haftbeschwerde vom 17. März 2020 zurück, da ihr 

Mandant so rasch als möglich in den vorzeitigen Vollzug wechseln wolle (ebd., act. 4.1.68).  

  

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4.3 

Rechtsanwältin Mauerhofer stellt sich zusammengefasst hauptsächlich auf den Standpunkt, 

ein Wechsel in den vorzeitigen Strafvollzug wäre auch während des hängigen Beschwerde-

verfahrens vor Obergericht möglich gewesen, ohne dass ein Rückzug der Haftbeschwerde 

notwendig gewesen wäre, womit Rechtsanwältin B.__ eine falsche Rechtsauffassung vertrete. 

Ihre Fehlberatung habe den Beschwerdeführer zum Rückzug der Haftbeschwerde bewogen. 

Gemäss einer internen Aktennotiz vom 6. April 2020 hat Rechtsanwältin B.__ bereits Tage 

zuvor mit dem Beschwerdeführer diskutiert, ob der Rückzug der Haftbeschwerde und der vor-

zeitige Vollzug Sinn macht. Sie habe ihm jedoch gesagt, es sei sinnvoller, noch die ein, zwei 

Wochen bis zum Entscheid [des Obergerichts] abzuwarten (Beilage 2 zum amtl. Beleg 25). 

Rechtsanwältin B.__ vertritt demnach die von Rechtsanwältin lic. iur. Kim Mauerhofer abwei-

chende Auffassung, wonach sich die Haftbeschwerde und ein Gesuch um vorzeitigen Straf-

vollzug widersprechen. In der Tat ist damit ein Widerspruch verbunden. Mit der fraglichen Haft-

beschwerde wurde das Vorliegen von Haftgründen und damit die Legitimation des Freiheits-

entzugs als solcher bestritten. Die Haftvoraussetzungen müssen allerdings im vorzeitigen 

Strafvollzug ebenso wie in der Untersuchungshaft gegeben sein (BGE 143 IV 160 E. 2.3), 

denn im Vergleich zur Untersuchungshaft handelt es sich beim vorzeitigen Strafvollzug bloss 

um eine andere Vollzugsform der Haft (vgl. BGE 117 Ia 72 E. 1d). Insoweit wäre ein gleichzei-

tiges Gesuch um vorzeitigen Strafvollzug während der hängigen Haftbeschwerde geradezu 

paradox gewesen, da über den eigentlichen Haftantrag und damit das V