# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 296b578f-7d23-57d7-aa43-2fdc7fa342df
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-02-02
**Language:** de
**Title:** Zürich Baurekursgericht 02.02.2023 BRGE IV Nr. 0016/2023
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Baurekurs/ZH_BRK_001_BRGE-IV-Nr--0016-202_2023-02-02.pdf

## Full Text

Baurekursgericht 
des Kantons Zürich 

4. Abteilung 

 

 

 
 
 
G.-Nr. R4.2022.00148 
BRGE IV Nr. 0016/2023      

 
 
  Entscheid vom 2. Februar 2023      
 
 
 

Mitwirkende Abteilungspräsident Reto Philipp, Baurichter Urs Hany, Baurichterin Petra 
Röthlisberger, Gerichtsschreiber Paul Wegmann     

 
 

in Sachen Rekurrent 

OM, […] 

vertreten durch […] 

 

gegen Rekursgegnerin 

1. Baudirektion Kanton Zürich, Walchetor, Walcheplatz 2, Postfach, 
8090 Zürich  

Mitbeteiligte 

2. Politische Gemeinde X, […] 

Nr. 2 vertreten durch Stadtrat X […] 

3. Politische Gemeinde Y, […] 

Nr. 3 vertreten durch Gemeinderat Y […]  

 

 
betreffend Verfügung der Baudirektion Kanton Zürich Nr. BD00910156 vom 27. Juli 

2022; Festlegung des Gewässerraums am kantonalen Gewässer Glatt im 
Siedlungsgebiet, Glattfelden, Bülach, Hochfelden, Höri, Niederglatt und 
Oberglatt 
______________________________________________________ 

 

 

R4.2022.00148 Seite 2 

hat sich ergeben: 

A. 

Mit Verfügung vom 27. Juli 2022 (publiziert am 25. August 2022) legte die 

Baudirektion im Rahmen des Gewässerraumprojekts Kanton Zürich (Los 3) 

an der Glatt, öffentliches Gewässer Nr. 6000, im Siedlungsgebiet der Ge-

meinden Glattfelden, Bülach, Hochfelden, Höri, Niederglatt und Oberglatt 

den Gewässerraum fest und entschied zugleich über die erhobenen Einwen-

dungen. 

B. 

Mit Eingabe vom 23. September 2022 erhob OM fristgerecht Rekurs an das 

Baurekursgericht des Kantons Zürich und beantragte – unter Kosten- und 

Entschädigungsfolgen zulasten der Baudirektion – "es sei der Gewässer-

raum im Abschnitt Z und soweit erforderlich darüber hinaus gemäss Festle-

gung der angefochtenen Verfügung aufzuheben und die Baudirektion einzu-

laden, den Gewässerraum im Abschnitt Z mit einer Gesamtbreite von 34,6 m, 

gemessen ab der Ufermauer Seite Y in Richtung Z, festzulegen." 

C. 

Mit Präsidialverfügung vom 27. September 2022 wurde vom Rekurseingang 

Vormerk genommen und das Vernehmlassungsverfahren eröffnet. Die Poli-

tischen Gemeinden X und Y wurden als Mitbeteiligte in das Rekursverfahren 

einbezogen. 

D. 

Mit Vernehmlassung vom 24. Oktober 2022 beantragte die Baudirektion – 

unter Verweis auf den Mitbericht des Amtes für Abfall, Wasser, Energie und 

Luft (AWEL) vom 20. Oktober 2022 – die Abweisung des Rekurses. Die Stadt 

X beantragte mit Eingabe vom 5. Oktober 2022, der Rekurs sei abzuweisen, 

soweit darauf einzutreten sei. Die Gemeinde Y verzichtete stillschweigend 

auf Einreichung einer Vernehmlassung. 

 

 

R4.2022.00148 Seite 3 

E. 

Mit Replik vom 6. Dezember 2022 und Duplik vom 22. Dezember 2022 (unter 

Verweis auf den Mitbericht des AWEL vom 21. Dezember 2022) hielten der 

Rekurrent und die Baudirektion an ihren Anträgen fest. Die Mitbeteiligten 

liessen sich innert Frist nicht vernehmen. 

F. 

Auf die Vorbringen der Parteien wird, soweit zur Entscheidbegründung erfor-

derlich, in den nachfolgenden Erwägungen Bezug genommen. 

Es kommt in Betracht: 

1. 

Der Rekurrent ist Eigentümer von Grundstücken in der Gemeinde Y (Kat.-

Nr. 1) und der Stadt X (Kat.-Nrn. 2 und 3), auf denen – als Teil des Abschnitts 

Z – mit der angefochtenen Verfügung der Gewässerraum der Glatt festgelegt 

wurde. Er ist demnach von der strittigen Gewässerraumfestlegung stärker 

als beliebige Dritte berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an der Auf-

hebung oder Änderung des angefochtenen Entscheids. Entsprechend ist der 

Rekurrent ohne weiteres im Sinne von § 21 Abs. 1 des Verwaltungsrechts-

pflegegesetzes (VRG) und § 338a des Planungs- und Baugesetzes (PBG) 

zur Rekurserhebung legitimiert. Da auch die übrigen Prozessvoraussetzun-

gen erfüllt sind, ist auf den Rekurs einzutreten. Dem steht insbesondere auch 

nicht der Umstand entgegen, dass seitens des Rekurrenten gegen die – vor-

liegend im vereinfachten Verfahren gemäss § 15e ff. der Verordnung über 

den Hochwasserschutz und die Wasserbaupolizei (HWSchV) erfolgte – Fest-

legung vorgängig keine Einwendung im Sinne von § 15g Abs. 4 HWSchV 

erhoben wurde, da es sich dabei (im Unterschied zu Konstellationen der feh-

lenden Teilnahme an einem Einspracheverfahren) nicht um eine Prozessvo-

raussetzung handelt. 

 

 

R4.2022.00148 Seite 4 

2. 

Im streitbetroffenen obersten Abschnitt des im Siedlungsgebiet von Y und X 

festgelegten Gewässerraums der Glatt (Abschnitt Z) ist ein symmetrisch an-

geordneter Gewässerraum mit einer Breite von 56 m vorgesehen. Der frag-

liche Abschnitt betrifft rechtsufrig zur Hauptsache die rekurrentischen Grund-

stücke Kat.-Nrn. 2 und 3. Ersteres ist derzeit fast vollständig der Industrie-

zone I 5.0 gemäss BZO der Stadt X, letzteres der kantonalen Landwirt-

schaftszone zugeschieden, wobei Kat.-Nr. 3 derzeit unüberbaut ist, während 

sich auf Kat.-Nr. 2 weitestgehend (und im strittigen Gewässerraum aus-

schliesslich) blosse Ruinen befinden (vgl. die im Geografischen Informati-

onssystem des Kantons Zürich [GIS-ZH bzw. GIS-Browser; 

https://maps.zh.ch/] ersichtlichen Orthofotos). Beide Parzellen gehören zu-

sammen mit weiteren Grundstücken bzw. Grundstücksteilen zum im regio-

nalen Richtplan Unterland bezeichneten regionalen Arbeitsplatzgebiet Z, für 

das eine hohe bauliche Dichte angestrebt wird (Regionaler Richtplan Unter-

land, Richtplankarte Siedlung und Landschaft sowie Richtplantext, S. 17 [Nr. 

3], 19 und 21 f.). Auf der linken Seite der Glatt betrifft die Gewässerraumfest-

legung im fraglichen Abschnitt primär das Grundstück Kat.-Nr. 1, wobei sich 

auf einem Teil desselben – unmittelbar an die Glatt grenzend – die Kernzone 

Z/B gemäss BZO der Gemeinde Y befindet, während die Parzelle im Übrigen 

zur kantonalen Landwirtschaftszone gehört. Auch bei den in der Kernzone 

ursprünglich vorhandenen fünf Gebäuden handelt es sich heute um Ruinen. 

Innerhalb des Grundstücks Kat.-Nr. 1 (auf der flussabgewandten Seite der 

Kernzone) hat die Baudirektion mit Verfügung vom 28. September 2022 sta-

tische Waldgrenzen festgesetzt, wobei diese Verfügung vom Rekurrenten 

ebenfalls angefochten wurde (separates Rekursverfahren G.-Nr. 

R4.2022.00178; vgl. zum Ganzen die Hinweise im [im GIS-Browser ersicht-

lichen] ÖREB-Kataster, wo überdies auf ein derzeit sistiertes Verfahren be-

treffend Festsetzung von Waldabstandslinien verwiesen wird). 

3.1 

Der Rekurrent macht geltend, die Festlegung des Gewässerraums entbehre 

einer hinreichenden Koordination mit den relevanten raumplanerischen Rah-

menbedingungen. Die Revision der Nutzungsplanung der Gemeinde Y sei 

von der Baudirektion mit Verfügung vom 15. Juli 2021 mit Vorbehalt geneh-

migt worden. Nicht genehmigt worden sei die Kernzone B, wogegen der Re-

 

 

R4.2022.00148 Seite 5 

kurrent Rekurs erhoben habe. Mit rechtskräftigem Entscheid habe das Bau-

rekursgericht die Nichtgenehmigung insoweit aufgehoben, als damit die Ge-

meinde Y eingeladen worden sei, die Kernzone B in einer separaten Teilre-

vision einer Nichtbauzone zuzuweisen (vgl. hierzu den – den Parteien mit 

Ausnahme der Stadt X bekannten und letzterer zusammen mit dem vorlie-

genden Entscheid zuzustellenden – Entscheid BRGE IV Nr. 0022/2022 vom 

10. Februar 2022 betreffend [vom Baurekursgericht bestätigte] Nichtgeneh-

migung der in Art. 3 Abs. 3 BZO statuierten Einordnungsgrundsätze für die 

Kernzone B sowie betreffend [vom Baurekursgericht aufgehobene] Einla-

dung der Gemeinde, die Kernzone B einer Nichtbauzone zuzuweisen). Das 

Schicksal der Kernzone B sei derzeit unklar. Weiter sei die im GIS ersichtli-

che Waldabstandslinie nie rechtskräftig festgelegt worden und habe die Bau-

direktion als Folge des genannten Entscheids des Baurekursgerichts Wald 

im Bereich der Kernzone B festgestellt, wogegen der Rekurrent jedoch Ein-

sprache erhoben habe. Schliesslich arbeite die Stadt X seit Längerem an 

ihrer Revision der Nutzungsplanung, wobei der aktuelle Entwurf für die 

Grundstücke Kat.-Nrn. 2 und 3 eine Industriezone mit der Baumassenziffer 

8.0 vorsehe. Die Nutzungsplanung verzögere sich im Bereich Z insbeson-

dere deshalb, weil der Kanton u.a. den Nachweis des Hochwasserschutzes 

verlange, wobei der Rekurrent – auf Einladung des Kantons – selbst ein Vor-

projekt für den Hochwasserschutz habe ausarbeiten lassen. Bereits die der-

zeit für das Grundstück Kat.-Nr. 4 [recte: 2] geltende Zonierung mit einer 

Baumassenziffer von 5.0 weise eine bauliche Dichte nach, die nach den Kri-

terien des Kantons Zürich bei der Festsetzung des Gewässerraums zu be-

rücksichtigen sei. Gerügt werde eine fehlende Koordination der angefochte-

nen Gewässerraumfestlegung mit dem Verfahren betreffend Waldfeststel-

lung und Waldabstand im Bereich der Kernzone B (wobei nach den Kriterien 

des Kantons für die Festlegung des Gewässerraums das Vorliegen von Wald 

bzw. einer Waldabstandslinie durchaus ein Grund für eine asymmetrische 

Festlegung des Gewässerraums oder eine Reduktion desselben sein 

könne), eine fehlende Koordination mit dem Hochwasserschutzprojekt des 

Rekurrenten sowie eine fehlende Koordination mit den nicht rechtskräftig ab-

geschlossenen Verfahren betreffend Revision der kommunalen Bau- und Zo-

nenordnungen. Weiter weist der Rekurrent darauf hin, die beantragte Reduk-

tion des Gewässerraums sei mit den Anliegen des Hochwasserschutzes ver-

einbar, was mit dem genannten Vorprojekt nachgewiesen werde. Da der Ge-

wässerraum zwischen eine Kernzone und eine Industriezone mit hoher bau-

 

 

R4.2022.00148 Seite 6 

licher Dichte zu liegen komme, seien die Voraussetzungen für eine Reduk-

tion erfüllt. Weiter zeige das Hochwasserschutzprojekt auf, dass eine Revi-

talisierung auch mit einer antragsgemässen Ausscheidung des Gewässer-

raums möglich sei. Mit dem Verzicht auf einen Gewässerabstand auf der 

Seite der Gemeinde Y könne der Bestand der Kernzone B gesichert werden, 

was ausdrücklicher Wunsch der Gemeindeversammlung Y sei. 

In der Replik wird ergänzend festgehalten, der vorinstanzliche Verweis, wo-

nach es sich um Ruinen handle, berücksichtige nicht, dass gemäss gültigem 

Kernzonenplan in den festgesetzten Baufeldern Neubauten erstellt werden 

dürften (vgl. hierzu Art. 5 Abs. 3 BZO Y, wonach in der Kernzone Z/B Ge-

bäude nur – unter Beibehaltung unter anderem der bisherigen Lage – umge-

baut oder ersetzt werden dürfen und Neubauten, mit Ausnahme von Klein- 

und Anbauten und abstandsfreien Bauten, nicht gestattet sind). 

3.2 

Die Baudirektion entgegnet vernehmlassungsweise, mit dem vom Regie-

rungsrat eingeführten "vereinfachten Verfahren" (vgl. § 15e ff. HWSchV) sei 

die Festlegung des Gewässerraums unabhängig von einem nutzungsplane-

rischen Verfahren oder einem Verfahren zur Festsetzung eines Wasserbau-

projekts möglich. Die Gewässerraumfestlegung sei gestützt auf die bekann-

ten und geltenden, im Technischen Bericht, Teil III (betreffend die Gemein-

den X und Y; vgl. act. 13.5.2.1) dargelegten raumplanerischen Grundlagen 

vorgenommen worden. Im Abschnitt Z werde der minimale Gewässerraum 

symmetrisch angeordnet festgelegt wobei entsprechend der korrekten Dar-

stellung im genannten Technischen Bericht keine ausreichenden Gründe für 

eine Erhöhung, eine Reduktion oder eine asymmetrische Anordnung vorlie-

gen würden. Insbesondere könnten Ruinen nicht mit bestehenden Bauten im 

Sinne von § 15k HWSchV gleichgesetzt werden. Im Übrigen wäre selbst das 

Vorhandensein von dicht überbautem Gebiet keine Grundlage, um die ver-

langte Reduktion einzufordern; es handle sich lediglich um die Vorausset-

zung für die ausnahmsweise Zulässigkeit einer Reduktion. Auch mit einer 

Zonenplananpassung im streitigen Gebiet liesse sich das Vorliegen von be-

sonderen Verhältnissen gemäss § 15k HWSchV nicht begründen. Eine Har-

monisierung des Gewässerraums mit der "eventuell vorhandenen Waldfest-

stellung/Waldabstandslinie" werde kaum den bundesrechtlichen Vorgaben 

entsprechen. Sodann stehe der streitige Gewässerraum mit dem wasserbau-

 

 

R4.2022.00148 Seite 7 

lichen Vorprojekt offensichtlich nicht in Widerspruch. Weiter hält die Baudi-

rektion unter erneutem Verweis auf den Technischen Bericht, Teil III, fest, 

entgegen dem Rekurrenten seien die für das Vorliegen von dicht überbautem 

Gebiet sprechenden Indizien grösstenteils nicht erfüllt; insbesondere liege 

das streitige Gebiet nicht im Hauptsiedlungsgebiet. Unabhängig davon, ob 

die Breite zur Sicherstellung des Hochwasserschutzes geringer als die Breite 

des minimalen Gewässerraums ausfalle, sei eine Reduktion des minimalen 

Gewässerraums somit rechtlich nicht zulässig.  

Die Stadt X weist in ihrer Vernehmlassung darauf hin, die Festlegung des 

Gewässerraums im fraglichen Abschnitt sei nicht koordinationspflichtig und 

präjudiziere die Teilrevision der kommunalen Nutzungsordnung der Stadt X 

im Gebiet Z nicht, weshalb die rekurrentische Rüge von vornherein unbe-

gründet sei. 

4.1 

Gemäss Art. 36a des Gewässerschutzgesetzes (GSchG) legen die Kantone 

nach Anhörung der betroffenen Kreise den Raumbedarf der oberirdischen 

Gewässer fest, der erforderlich ist für die Gewährleistung der natürlichen 

Funktionen der Gewässer, den Schutz vor Hochwasser sowie die Gewäs-

sernutzung (Abs. 1). Für Fliessgewässer hält Art. 41a Abs. 2 der Gewässer-

schutzverordnung (GSchV) – unter Vorbehalt des vorliegend nicht einschlä-

gigen Abs. 1 – fest, dass die Breite des Gewässerraums bei einer Gerinne-

sohle von weniger als 2 m natürlicher Breite mindestens 11 m, bei einer Ge-

rinnesohle von 2-15 m natürlicher Breite die 2,5-fache Breite der Gerinne-

sohle plus 7 m betragen müsse. Die nach den Absätzen 1 und 2 berechnete 

Breite des Gewässerraums muss unter den in Abs. 3 genannten Vorausset-

zungen erhöht werden. Gemäss Art. 41a Abs. 4 GSchV kann die Breite des 

Gewässerraums, soweit der Hochwasserschutz gewährleistet ist, einerseits 

den baulichen Gegebenheiten in dicht überbauten Gebieten (lit. a), anderer-

seits den topografischen Verhältnissen in Gewässerabschnitten, in denen 

das Gewässer den Talboden weitgehend ausfüllt und die beidseitig von Hän-

gen gesäumt sind, deren Steilheit keine landwirtschaftliche Bewirtschaftung 

zulässt (lit. b), angepasst werden. § 15k Abs. 1 HWSchV hält fest, dass die 

Gewässerräume in der Regel beidseitig gleichmässig zum Gewässer ange-

ordnet werden; bei besonderen Verhältnissen kann davon abgewichen wer-

 

 

R4.2022.00148 Seite 8 

den, insbesondere zur Verbesserung des Hochwasserschutzes, für Revitali-

sierungen, zur Förderung der Artenvielfalt oder bei bestehenden Bauten und 

Anlagen in Bauzonen, wobei praxisgemäss der Nachweis erbracht werden 

muss, dass durch eine asymmetrische Anordnung in der Summe eine bes-

sere Lösung resultiert. Im Gewässerraum dürfen nur standortgebundene, im 

öffentlichen Interesse liegende Anlagen wie Fuss- und Wanderwege, Fluss-

kraftwerke oder Brücken erstellt werden (Art. 41c Abs. 1 Satz 1 GSchV), wo-

bei Anlagen im Gewässerraum in ihrem Bestand grundsätzlich geschützt 

sind, sofern sie rechtmässig erstellt wurden und bestimmungsgemäss nutz-

bar sind (Abs. 2, vgl. auch § 15m Abs. 1 HWSchV, wonach rechtmässig er-

stellte und bestimmungsgemäss nutzbare Bauten und Anlagen innerhalb der 

Bauzonen, die im Gewässerraum liegen, nach § 357 PBG geändert werden 

dürfen). 

Der Begriff des "dicht überbauten Gebiets" wird neben § 41a Abs. 4 lit. a 

GSchV auch in § 41b Abs. 3 GSchV (betreffend Anpassung des Gewässer-

raums für stehende Gewässer) und in § 41c Abs. 1 Satz 2 lit. a GSchV (be-

treffend Ausnahmebewilligungen für Anlagen im Gewässerraum) verwendet, 

wobei die Rechtsprechung von einem einheitlichen Begriffsverständnis aus-

geht (vgl. BGE 140 II 428, E. 3.1; 143 II 77, E. 2.7). Dabei wird unter Verweis 

auf den Erläuternden Bericht des Bundesamts für Umwelt (BAFU) vom 20. 

April 2011 zur Parlamentarischen Initiative Schutz und Nutzung der Gewäs-

ser (07.492) – Änderung der Gewässerschutz-, Wasserbau-, Energie- und 

Fischereiverordnung (im Folgenden: Erläuternder Bericht; vgl. insb. S. 12) 

dargelegt, der Verordnungsgeber habe eine Anpassung des Gewässer-

raums bzw. Ausnahmebewilligungen vor allem in dicht überbauten städti-

schen Quartieren und Dorfzentren zulassen wollen, die (wie Basel und Zü-

rich) von Flüssen durchquert würden. In solchen Gebieten sollten die raum-

planerisch erwünschte städtebauliche Verdichtung und die Siedlungsent-

wicklung nach innen ermöglicht und Baulücken geschlossen werden können. 

Dagegen bestehe in peripheren Gebieten, die an ein Fliessgewässer an-

grenzten, regelmässig kein überwiegendes Interesse an einer verdichteten 

Überbauung des Gewässerraums, sondern sei der minimale Raumbedarf 

des Gewässers gemäss Art. 41a Abs. 2 und Art. 41b Abs. 1 GSchV zu res-

pektieren. Mit dem Begriff "dicht überbaut" werde überdies zum Ausdruck 

gebracht, dass eine "weitgehende" Überbauung nicht genüge. Auch sei der 

Begriff des "dicht überbauten" Gebiets, der Ausnahmen vom Grundsatz des 

Schutzes und der extensiven Nutzung des Gewässerraums gemäss Art. 36a 

 

 

R4.2022.00148 Seite 9 

GSchG erlaube, restriktiv auszulegen (zum Ganzen BGE 140 II 428, E. 7; 

143 II 77, E. 2.7, mit weiteren Hinweisen). Gestützt auf die bundesgerichtli-

che Rechtsprechung sowie das (in dieser jeweils erwähnte) Merkblatt des 

Bundesamts für Raumentwicklung (ARE) und des BAFU, Gewässerraum im 

Siedlungsgebiet, Merkblatt vom 18. Januar 2013 zur Anwendung des Be-

griffs "dicht überbaute Gebiete" der Gewässerschutzverordnung (im Folgen-

den: Merkblatt) hat die Verwaltungspraxis Kriterien erarbeitet, anhand derer 

das Vorliegen eines "dicht überbauten Gebiets" geprüft wird. Dabei spricht 

für dicht überbautes Gebiet gemäss dem genannten Merkblatt insbesondere 

der Umstand, dass es sich um eine Zentrums- oder Kernzone oder einen 

Entwicklungsschwerpunkt handelt, gegen dicht überbautes Gebiet demge-

genüber das Vorhandensein bedeutender Grünräume oder von Gewässer-

abschnitten mit ökologischer oder landschaftlicher Bedeutung; zu berück-

sichtigen sind auch die Bebaubarkeit der Parzellenfläche, die bauliche Nut-

zung in der Umgebung und die Nähe zu öffentlichen Anlagen an Gewässern 

(Merkblatt, S. 4 f.; vgl. auch Christoph Fritzsche, Kommentar zum Gewäs-

serschutzgesetz und zum Wasserbaugesetz, Zürich 2016, Art. 36a GSchG 

Rz. 91, wonach im Sinne einer groben Annäherung dicht überbautes Gebiet 

vorliege, wenn die Grundstücke in der Umgebung baulich weitgehend aus-

genützt sind, das zur Bebauung geplante Grundstück in einer Kernzone oder 

Zentrumszone liegt, in der Umgebung des zur Bebauung geplanten Grund-

stücks bereits viele Bauten und Anlagen im Uferstreifen bzw. Gewässerraum 

stehen oder die Bauparzelle eine Baulücke bildet). Der im Kanton Zürich ver-

wendete, auf der vom AWEL erstellten Informationsplattform Gewässerraum 

(https://gewaesserraum.ch/) einsehbare Katalog von Indizien für die Qualifi-

kation als "dicht überbaut" (https://gewaesserraum.ch/gewaesserraum-fest-

legen/anpassung-pruefen/4b/; zuletzt besucht am 13. Januar 2023) stellt na-

mentlich darauf ab, ob sich das Grundstück bzw. Gebiet im Hauptsiedlungs-

gebiet (z.B. Kern- und Zentrumszonen) der Gemeinde befindet, durch land-

wirtschaftliche Nutzflächen vom Hauptsiedlungsgebiet abgegrenzt ist, eine 

Baulücke bildet, für eine bauliche Verdichtung prädestiniert ist oder einer pla-

nerisch erwünschten Siedlungsentwicklung entspricht, in einer Zone mit ho-

her Ausnützung liegt und ob es bereits weitgehend mit Bauten und Anlagen 

überstellt ist, sowie darauf, ob die Grundstücke in der Umgebung baulich 

weitgehend ausgenützt sind, das Vorhaben keine bedeutenden, siedlungs-

internen Grünräume tangiert, grösstenteils naturbelassene Ufervegetation 

bzw. grosse Grünflächen entlang des Ufers vorzufinden sind und ob Bauten 

und Anlagen direkt ans Ufer grenzen (vgl. zum Ganzen auch die von der 

 

 

R4.2022.00148 Seite 10 

Schweizerischen Bau-, Planungs- und Umweltdirektoren-Konferenz [BPUK], 

der Konferenz kantonaler Landwirtschaftsdirektoren [LDK], dem BAFU, dem 

ARE sowie dem Bundesamt für Landwirtschaft [BLW] im Jahr 2019 heraus-

gegebene Modulare Arbeitshilfe zur Festlegung und Nutzung des Gewässer-

raums in der Schweiz, Modul 1 S. 11 [im Folgenden Modul 1 etc.]). Die frag-

liche Indizienliste gelangte auch vorliegend zur Anwendung (vgl. Techni-

scher Bericht, Teil I, Allgemein [act. 13.5.1], S. 23 f.; Technischer Bericht, 

Teil III [act. 13.5.2.1], Anhang A09). 

4.2 

Gemäss Art. 25a des Raumplanungsgesetzes (RPG) ist bei Errichtung oder 

Änderung einer Baute oder Anlage, welche Verfügungen mehrerer Behörden 

erfordert, eine Behörde zu bezeichnen, die für ausreichende Koordination 

(Abs. 1) und dabei insbesondere für eine inhaltliche Abstimmung sowie mög-

lichst für eine gemeinsame oder gleichzeitige Eröffnung der Verfügungen 

(Abs. 2 lit. d) sorgt, wobei die Verfügungen keine Widersprüche enthalten 

dürfen (Abs. 3). Diese Grundsätze sind auf das Nutzungsplanverfahren sinn-

gemäss anwendbar (Abs. 4), wobei insoweit allerdings zu beachten ist, dass 

Nutzungspläne selber Koordinationsinstrumente bilden, welche mit eigenen 

Mitteln und Verfahren auf der planerischen Ebene die Anwendung verschie-

denartiger Vorschriften sicherstellen und die Konflikte zwischen den unter-

schiedlichen Nutzungsinteressen lösen sollen (vgl. zu letzterem Arnold Marti, 

in: Praxiskommentar RPG: Baubewilligung, Rechtsschutz und Verfahren, 

Zürich/Basel/Genf 2020, Art. 25a Rz. 55). 

Gemäss Art. 36a Abs. 3 Satz 1 GSchG sorgen die Kantone dafür, dass der 

Gewässerraum bei der Richt- und Nutzungsplanung berücksichtigt sowie ex-

tensiv gestaltet und bewirtschaftet wird. Art. 46 GSchV hält sodann fest, dass 

die Kantone die Massnahmen nach dieser Verordnung soweit erforderlich 

aufeinander und mit Massnahmen aus anderen Bereichen abstimmen und 

ausserdem für eine Koordination der Massnahmen mit den Nachbarkanto-

nen sorgen (Abs. 1). Auch haben sie bei der Erstellung der Richt- und Nut-

zungsplanung die Planungen nach der GSchV zu berücksichtigen (Abs. 1bis). 

 

 

R4.2022.00148 Seite 11 

5.1.1 

Wie erwähnt moniert der Rekurrent in verschiedener Hinsicht eine ungenü-

gende Koordination der Festlegung des Gewässerraums mit anderen raum-

planungsrechtlichen Festlegungen, wobei sich die entsprechende Frage ent-

gegen der Vorinstanz unabhängig davon stellt, welches Verfahren (Festle-

gung im nutzungsplanerischen Verfahren gemäss § 15a ff. HWSchV, Fest-

legung im vereinfachten Verfahren gemäss § 15e ff. HWSchV oder Festle-

gung im Projektfestsetzungsverfahren gemäss § 15j HWSchV) hinsichtlich 

der Gewässerraumfestlegung zur Anwendung gelangt. 

Was zunächst die Frage der Koordination mit den laufenden Revisionen der 

kommunalen Nutzungsplanung der beiden betroffenen Gemeinden anbe-

langt, so zeigt sich zunächst, dass die Vorgaben gemäss Art. 36 Abs. 3 

GSchG und Art. 46 GSchV primär wenn nicht sogar ausschliesslich auf die 

Berücksichtigung der den Gewässerraum betreffenden Festlegungen im 

Rahmen der Nutzungsplanung, jedoch nicht zwingend auf eine Koordination 

in umgekehrter Richtung abzielen (vgl. auch die Thematisierung nur des erst-

genannten Aspekts bei Fritzsche, a.a.O., Rz. 106 sowie in Modul 2, S. 21 f., 

wo überdies auf die Funktion des kantonalen Richtplans als Instrument der 

Koordination des Gewässerraums mit weiteren raumwirksamen Aufgaben 

wie der Abstimmung mit der Siedlungsentwicklung hingewiesen wird). Auch 

erschiene es mit Blick darauf, dass die Festlegung des Gewässerraums von 

Bundesrechts wegen bis zum 31. Dezember 2018 hätte erfolgen sollen (vgl. 

GSchV, Übergangsbestimmung zur Änderung vom 4. Mai 2011, Abs. 1), so-

wie aus Praktikabilitätsüberlegungen fragwürdig, allein gestützt auf die ge-

mäss Art. 25 Abs. 4 RPG lediglich sinngemäss anwendbaren Koordinations-

grundsätze eine weitere Verzögerung der fraglichen Festlegungen durch ein 

generelles Koordinationserfordernis der Gewässerraumfestlegungen mit lau-

fenden kommunalen Nutzungsplanungen herbeizuführen, soweit dafür nicht 

zwingende Gründe ersichtlich sind, was vorliegend nicht der Fall ist. In die-

sem Sinn wurde bereits im seitens des Rekurrenten angeführten Entscheid 

des Baurekursgerichts BRGE IV Nr. 0022/2022 (vgl. vorstehend E. 3.1) dar-

gelegt, dass im Verhältnis zu den damals strittigen nutzungsplanerischen 

Festlegungen die Ausscheidung des Gewässerraums vorgängig oder koor-

diniert erfolgen müsse (vgl. a.a.O., E. 6.2, S. 32 f.), womit vorliegend die 

erstgenannte Variante realisiert wurde. Inwiefern aufgrund dieses Vorgehens 

eine unzureichende Abstimmung mit der kommunalen Nutzungsplanung re-

sultieren sollte, ist nicht zu erkennen: Hinsichtlich der Gemeinde Y und damit 

 

 

R4.2022.00148 Seite 12 

des Grundstücks Kat.-Nr. 1 geht die angefochtene Verfügung (bzw. der die-

ser zugrundeliegende technische Bericht) von der bestehenden teilweisen 

Zuweisung zur Kernzone aus (vgl. act. 13.5.2.1 S. 41), so dass sich eine – 

im mit BRGE IV Nr. 0022/2022 abgeschlossenen Verfahren unter anderem 

thematisierte – Änderung der Zonierung im Sinne einer vollständigen Zuwei-

sung zu einer Nichtbauzone lediglich zuungunsten des Rekurrenten auswir-

ken könnte. Demgegenüber wäre mit den zur Diskussion stehenden Ände-

rungen der BZO der Stadt X hinsichtlich der Grundstücke Kat.-Nrn. 2 und 3 

zwar eine Erhöhung der Ausnützung (Kat.-Nr. 2) bzw. die Einzonung (Kat.-

Nr. 3) verbunden, doch hat einerseits dieser Aspekt – der im Übrigen mit den 

bereits geltenden Vorgaben des regionalen Richtplans korrespondiert (vgl. 

E. 2) – im Technischen Bericht Niederschlag gefunden (vgl. act. 13.5.2.1 

S. 42 f.), während er sich zum andern bezüglich der letztlich damit verknüpf-

ten Frage, ob es sich um dicht überbautes Gebiet handelt, nicht als aus-

schlaggebend erweist (vgl. dazu näher E. 5.2). Unter diesen Umständen war 

die Vorinstanz nicht gehalten, eine weitergehende Koordination der Gewäs-

serraumfestlegung mit den Verfahren betreffend Revision der kommunalen 

Nutzungsplanung vorzunehmen, weshalb die entsprechende Rüge fehlgeht. 

Nichts anderes gilt, soweit eine fehlende Koordination mit dem Hochwasser-

schutzprojekt des Rekurrenten gerügt wird. Zunächst handelt es sich bei die-

sem privaten Vorprojekt von vornherein nicht um ein laufendes wasserbau-

polizeiliches Verfahren. Vor allem aber steht die strittige Festlegung des Ge-

wässerraums zum fraglichen Hochwasserschutzprojekt von vornherein gar 

nicht im Widerspruch, nachdem dieses seinerseits von einem symmetrisch 

angeordneten Gewässerraum mit einer Breite von 56 m ausgeht (vgl. act. 

5.3.2 S. 5 f. und act. 5.3.4). Die weiteren auf das Hochwasserschutzprojekt 

Bezug nehmenden Rügen betreffen die materielle Frage einer Reduktion des 

Gewässerraums (vgl. dazu E. 5.2), nicht jedoch die gerügte Verletzung des 

Koordinationsgrundsatzes. 

5.1.2 

Damit verbleibt das Vorbringen einer unzureichenden Koordination der Ge-

wässerraumfestlegung mit den Verfahren betreffend Waldfeststellung und 

betreffend Festsetzung von Waldabstandslinien. Hinsichtlich der behaupte-

ten Auswirkungen der waldrechtlichen Festlegungen auf die Ausscheidung 

des Gewässerraums beschränkt sich der Rekurrent wie erwähnt auf den Hin-

weis, wonach das Vorliegen von Wald bzw. einer Waldabstandslinie Grund 

 

 

R4.2022.00148 Seite 13 

für eine Reduktion des Gewässerraums oder eine asymmetrische Festle-

gung sein könnten. Indessen lässt sich solches den einschlägigen rechtli-

chen Grundlagen (vgl. E. 4.1) in dieser Form nicht entnehmen (vgl. präzi-

sierend sogleich). Vielmehr finden die entsprechenden raumplanerischen 

Festlegungen primär im Kontext der Harmonisierung des Gewässerraums 

mit bestehenden Vorgaben Erwähnung, indem im Nahbereich von Waldare-

alen die Gewässerraumgrenze nach Möglichkeit mit bestehenden Waldpar-

zellengrenzen, Waldabstandslinien, Böschungsoberkanten/Geländekanten 

und markanten Geländepunkten zusammengelegt wird (vgl. act. 13.5.1 S. 

25; im gleichen Sinn https://gewaesserraum.ch/ gewaesserraum-festle-

gen/anpassung-pruefen/4c/ [zuletzt besucht am 13. Januar 2023]). Eine sol-

che (vom Rekurrenten bezeichnenderweise gar nicht geforderte) Harmoni-

sierung würde sich jedoch – ausgehend von den geplanten, aber wie in E. 2 

erwähnt ihrerseits umstrittenen Waldgrenzen (sowie den korrespondieren-

den Waldabstandslinien) – entweder (bei einer Harmonisierung mit den vor-

gesehenen Waldgrenzen) für den Rekurrenten weitestgehend als nachteilig 

erweisen oder aber (bei einer Orientierung an den Waldabstandslinien) auf-

grund von deren Lage und Verlauf – teilweise unmittelbar am Flussufer, da-

nach nicht parallel, sondern schräg zu diesem verlaufend – offensichtlich 

nicht zu einer gewässerschutzrechtlich zulässigen Gewässerraumausschei-

dung führen (vgl. zur Lage des Waldes im Verhältnis zum Gewässerraum die 

Karte "Öffentliche Oberflächengewässer, Gewässerraum, Wasserrechte und 

Hochwasserrückhaltebecken" und zur Lage der geplanten Waldabstandsli-

nien die Karte "ÖREB-Kataster" im GIS-ZH), während bei einer erfolgreichen 

Anfechtung der waldrechtlichen Festlegungen die Frage der Harmonisierung 

wie auch weitere Koordinationsfragen ohnehin entfallen würden. 

Soweit nun aber der Rekurrent waldrechtliche Festsetzungen mit Blick auf 

die beantragte Reduktion des Gewässerraums als relevant erachtet, kann 

ihm nicht gefolgt werden: Weder handelt es sich angesichts der abschlies-

senden Aufzählung in Art. 41a Abs. 4 GSchV um einen selbständigen Re-

duktionsgrund (und überdies aufgrund der potentiellen Lage des Waldes 

auch nicht im Sinne von Abs. 5 um einen Grund für einen Verzicht auf die 

Festlegung des Gewässerraums), noch ist gestützt auf die in E. 4.1 referier-

ten Kriterien für dicht überbautes Gebiet ersichtlich, inwiefern sich entspre-

chende Waldgrenzen zugunsten der rekurrentischen Argumentation, wo-

nach es sich vorliegend um dicht überbautes Gebiet handle, auswirken könn-

ten. Damit verbleibt der behauptete Zusammenhang mit der Frage einer 

 

 

R4.2022.00148 Seite 14 

asymmetrischen Festlegung des Gewässerraums. Allerdings handelt es sich 

weder beim Bestehen von Wald noch bei der – mit der rekurrentischen Ar-

gumentation möglicherweise anvisierten – Problematik einer aufgrund der 

kombinierten Wirkung von Waldabstandslinien, Gewässerraum und nut-

zungsplanerischer Beschränkung von Bauten auf die Lage der bisherigen 

Bauten (vgl. Art. 5 Abs. 3 BZO Y) resultierenden Unüberbaubarkeit des 

Grundstücks Kat.-Nr. 1 um einen der in § 15k HWSchV genannten Gründe 

oder einen diesen wertungsmässig gleichgelagerten Grund für eine asym-

metrische Anordnung. Selbst wenn aber aufgrund der nicht abschliessenden 

Aufzählung in § 15k HWSchV auch Auswirkungen auf die Überbaubarkeit als 

Grund für eine asymmetrische Anordnung anerkannt würden, hätte dies in 

der vorliegenden Konstellation keine veränderte Einschätzung zur Folge: 

Dies zum einen bereits deshalb, weil sich die allfällige Unüberbaubarkeit wie 

erwähnt aus der letztlich hinzunehmenden Kombination mehrerer planungs-

rechtlicher Festlegungen und nicht aufgrund einer einzelnen, gegebenenfalls 

anpassungsbedürftigen Festlegung ergibt (vgl. zu diesem Aspekt im Zusam-

menhang mit der Frage einer Anpassung der Waldabstandslinien bereits 

BRGE IV Nr. 0022/2022 vom 10. Februar 2022, E. 5.3.2). Zum andern und 

vor allem ist sodann zu berücksichtigen, dass in der konkret zu beurteilenden 

Konstellation – bei Zugrundelegung der aktuell vorgesehenen Waldgrenzen 

und der korrespondierenden Waldabstandslinien (da bei Wegfall der wald-

rechtlichen Festsetzungen auch die Koordinationsfrage von vornherein ent-

fiele) – die Sicherstellung einer minimalen Überbaubarkeit der Parzelle Kat.-

Nr. 1 eine sehr weitgehende Verschiebung des Gewässerraums bzw. (im 

Sinne des rekurrentischen Antrags) auf der entsprechenden Flussseite das 

vollständige Fehlen eines Gewässerraums bedingen würde. Eine solche Lö-

sung, die schon mit Blick auf die Gewährleistung der natürlichen Funktionen 

des Gewässers unzulässig erscheint, hätte überdies – da entgegen dem Re-

kurrenten eine Reduktion des Gewässerraums nicht in Betracht fällt (vgl. 

dazu im Einzelnen E. 5.2) – eine massive Benachteiligung der gegenüberlie-

genden Parzellen zur Folge. Letzteres erschiene unter dem Aspekt der Op-

fersymmetrie auch dann nicht angängig, wenn berücksichtigt wird, dass die 

konkret betroffenen Grundstücke ebenfalls im Eigentum des Rekurrenten 

stehen, würde doch damit zum einen zwecks Sicherung der Partikularinte-

ressen des Rekurrenten in nicht unerheblichem Ausmass das übergeordnete 

öffentliche Interesse an der Schaffung des richtplanerisch festgelegten regi-

onalen Arbeitsplatzgebietes auf den benachteiligten Parzellen beeinträchtigt, 

während zum andern mit einer entsprechenden extremen asymmetrischen 

 

 

R4.2022.00148 Seite 15 

Festlegung auch eine gewisse Präjudizierung der Lage des Gewässerraums 

auf den angrenzenden Grundstücken einherginge (vgl. den Antrag, wonach 

die angefochtene Festlegung soweit erforderlich über den strittigen Abschnitt 

hinaus zu korrigieren sei, sowie den Umstand, dass stromaufwärts derzeit 

noch kein Gewässerraum ausgeschieden ist). Kann aber auch unter Berück-

sichtigung allfälliger waldrechtlicher Festsetzungen letztlich keine abwei-

chende Festlegung des Gewässerraums resultieren, so erweist sich die ver-

langte Koordination als nicht erforderlich. 

Zusammenfassend ergibt sich somit, dass bereits aufgrund genereller Über-

legungen, zumindest aber in der konkret zu beurteilenden Konstellation 

keine Veranlassung für eine Koordination der Verfahren betreffend einerseits 

Festlegung des Gewässerraums und andererseits Festsetzung der Wald-

grenzen (und nachgelagert Festsetzung von Waldabstandslinien) bestand. 

Entsprechend entfällt auch die Notwendigkeit einer – seitens der Parteien 

auch gar nicht beantragten – Koordination des vorliegenden Rekursverfah-

rens mit dem Rekursverfahren G.-Nr. R4.2022.00178 betreffend Festset-

zung der statischen Waldgrenzen (vgl. zu letzterem bereits E. 2). 

5.2 

Beim im strittigen Abschnitt festgelegten Gewässerraum mit einer Breite von 

56 m handelt es sich um die im zugrundeliegenden Fachgutachten vom 

26. Juni 2014 – ausgehend von einer natürlichen Sohlenbreite von 26 m – 

ermittelte minimale Breite (vgl. 13.5.2.1 S. 11 und 50; vgl. für das Gutachten 

https://gewaesserraum.ch/links-nach-themen/ [zuletzt besucht am 13. Ja-

nuar 2023]), wobei der Rekurrent diese Berechnungsweise nicht in Frage 

stellt. Hingegen erachtet er die Voraussetzungen einer Reduktion als erfüllt. 

Soweit dabei unter Verweis auf die Vereinbarkeit der beantragten Reduktion 

mit dem Hochwasserschutz argumentiert wird, ist dies von vornherein un-

behelflich, da es sich dabei lediglich um eine notwendige, jedoch keine hin-

reichende Voraussetzung einer Reduktion handelt (vgl. Art. 41a Abs. 4 

GSchV und dazu bereits E. 4.1). Entscheidend ist somit, ob für den strittigen 

Abschnitt von dicht überbautem Gebiet auszugehen ist, wobei zwar der Hin-

weis der Vorinstanz, wonach diesfalls nicht automatisch eine Reduktion er-

folgen würde, zutreffend ist, bei Bejahung von dicht überbautem Gebiet eine 

Reduktion aber jedenfalls im Sinne einer vertieften Interessenabwägung nä-

her zu prüfen wäre, was vorliegend – ausgehend von der fehlenden Beja-

hung dicht überbauten Gebiets zu Recht – unterblieben ist (vgl. act. 13.5.2.1 

 

 

R4.2022.00148 Seite 16 

S. 53 und 55 sowie die fehlende Erwähnung des streitbetroffenen Abschnitts 

in den Anhängen A10, A11 und A12). Dabei wird praxisgemäss ein Abschnitt 

nur dann als "dicht überbaut" oder "nicht dicht überbaut" bezeichnet, wenn 

für den betreffenden Abschnitt eine Reduktion des Gewässerraums erfolgt 

oder eine Reduktion im Detail geprüft wurde, der Nachweis jedoch zeigte, 

dass die Indizien für das Vorliegen von dicht überbautem Gebiet nicht aus-

reichend erfüllt sind; an Abschnitten, an denen nicht vordergründig die Ab-

sicht besteht, den minimalen Gewässerraum zu reduzieren, wird anhand ei-

ner groben Einschätzung lediglich eine Tendenz für "dicht überbaut" oder 

"nicht dicht überbaut" angegeben (act. 13.5.1 S. 12 und 24). Entsprechend 

wurde für den streitbetroffenen Abschnitt Z die "Tendenz nicht dicht über-

baut" ausgewiesen (act. 13.5.2.1 Anhang A09). Nachdem aber die Frage der 

entsprechenden Qualifikation des Abschnitts zum Gegenstand des vorlie-

genden Rekursverfahrens gemacht wurde, ist in diesem eine abschliessende 

Beurteilung vorzunehmen. 

Dabei zeigt sich gestützt auf die einschlägigen Kriterien (vgl. E. 4.1), dass 

die Vorinstanz den fraglichen Abschnitt zu Recht nicht als "dicht überbaut" 

qualifiziert hat. Was zunächst die linke Seite der Glatt mit dem Grundstück 

Kat.-Nr. 1 betrifft, so ist dieses zwar teilweise der Kernzone zugeschieden. 

Die entsprechende – kleine – Kernzone befindet sich jedoch ausserhalb des 

Hauptsiedlungsgebiets der Gemeinde Y und ist von diesem durch ausge-

dehnte landwirtschaftliche Nutzflächen getrennt. Auch handelt es sich weder 

um ein für eine bauliche Verdichtung prädestiniertes Gebiet (in Korrektur der 

umfassenden Bejahung dieses Kriteriums in act. 13.5.2.1 Anhang A09) noch 

um eine Zone mit hoher Ausnützung. Schliesslich ist das Grundstück auch 

nicht weitgehend mit Bauten und Anlagen überstellt, da die vorhandenen Ru-

inen – mit Blick auf den Zweck einer Reduktion, bei bestehenden Siedlungen 

eine Siedlungsentwicklung nach innen zu ermöglichen – insoweit nicht in Be-

tracht fallen. Zusammenfassend lassen sich mithin aus der räumlichen Kons-

tellation auf der linken Flussseite keine Argumente für die seitens des Re-

kurrenten vertretene Qualifikation als "dicht überbautes Gebiet" herleiten. 

Demgegenüber sind die auf der rechten Flussseite gelegenen Parzellen auf-

grund des Eintrags im regionalen Richtplan (vgl. E. 2) zweifellos für eine bau-

liche Verdichtung prädestiniert, was im technischen Bericht denn auch kei-

neswegs übersehen wurde (vgl. die umfassende Bejahung dieses Kriteriums 

in act. 13.5.2.1 Anhang A09). Selbst wenn aber überdies (in Korrektur der 

 

 

R4.2022.00148 Seite 17 

Einschätzung im genannten Anhang) auch von einer hohen Ausnützung aus-

gegangen würde, ändert dies nichts daran, dass sich die fraglichen Parzellen 

nicht innerhalb des Hauptsiedlungsgebiets der Stadt X, sondern im Gegenteil 

am Rand des gesamten Siedlungsgebiets befinden. Soweit sodann die ent-

sprechenden Grundstücke nicht überhaupt unüberbaut sind, befinden sich 

auf ihnen jedenfalls fast ausschliesslich Ruinen, ohne dass es sich mit Blick 

auf die fehlende Überbauung auch der umliegenden Grundstücke um eine 

Baulücke handeln würde. Die blosse planerische Absicht einer zukünftigen 

dichten Überbauung eines bestimmten Gebiets kann jedoch nicht dazu füh-

ren, dass bereits vor ihrer Realisierung von einem dicht überbauten Gebiet 

im gewässerschutzrechtlichen Sinn ausgegangen würde (vgl. auch Fritz-

sche, a.a.O., Rz. 101, wonach für eigentliche – selbst innerstädtische – Neu-

baugebiete der Gewässerraum entsprechend den Mindestvorgaben von 

Art. 41a Abs. 2 GSchV festzusetzen ist; vgl. zudem den Umstand, dass im 

Merkblatt, S. 6 ff. zwar generell von Verdichtungsgebieten die Rede ist, das 

auf S. 9 verwendete Beispiel jedoch zeigt, dass dabei weniger auf noch un-

überbaute, als vielmehr auf nachzuverdichtende Gebiete Bezug genommen 

wird). Zu berücksichtigen ist auch insoweit der (bereits in E. 4.1 dargelegte) 

Zweck der Reduktionsmöglichkeit, wonach es primär darum geht, dass die 

Ausscheidung des Gewässerraums in bereits dicht überbauten Gebieten oft 

nicht oder nur den Gegebenheiten angepasst sinnvoll ist und eine Ausnahme 

insbesondere dort ermöglicht werden soll, wo der Gewässerraum die natür-

lichen Funktionen auch auf lange Sicht nicht erfüllen kann (vgl. hierzu auch 

BGE 140 II 428, E. 3.2 und 3.4, mit weiteren Hinweisen). Auch fällt in Be-

tracht, dass aufgrund der Grösse der fraglichen Parzellen (Kat.-Nr. 2: 18'363 

m2, Kat.-Nr. 3: 7'894 m2) sowohl die Überbaubarkeit und Nutzbarkeit als sol-

che als auch spezifisch die Realisierung des richtplanerisch vorgegebenen 

regionalen Arbeitsplatzgebietes bei symmetrischer Ausscheidung des mini-

malen Gewässerraums ohne weiteres möglich ist, so dass die intendierte 

hohe bauliche Dichte gerade keine Abweichung von den gewässerschutz-

rechtlichen Minimalvorgaben erforderlich macht. 

Hat demnach zusammenfassend die Vorinstanz den streitbetroffenen Ab-

schnitt zu Recht nicht als "dicht überbautes Gebiet" qualifiziert, so fällt die 

beantragte Reduktion des minimalen Gewässerraums von vornherein ausser 

Betracht, so dass der Rekurs insoweit abzuweisen ist. 

 

 

R4.2022.00148 Seite 18 

5.3 

Der Rekurrent beantragt überdies eine asymmetrische Anordnung des Ge-

wässerraums, wobei sich der entsprechende Antrag allerdings von der – wie 

dargelegt nicht angängigen – Reduktion der Gewässerraumbreite an sich 

nicht trennen lässt, da eine Korrektur der angefochtenen Verfügung in dem 

Sinne, dass ein Gewässerraum von 56 m vollständig asymmetrisch zulasten 

der rechtsufrigen Grundstücke festgelegt würde, vom rekurrentischen Antrag 

gar nicht abgedeckt wäre. Indessen besteht für eine asymmetrische Anord-

nung ohnehin keine Veranlassung. Eine solche hat (wie in E. 4.1 dargelegt) 

nur ausnahmsweise und unter ganz bestimmten Voraussetzungen zu erfol-

gen. Dass diese Voraussetzungen vorliegend realisiert wären, wird seitens 

des Rekurrenten nicht dargetan und ist auch nicht ersichtlich. Insbesondere 

ist mit Blick auf das rekurrentische Vorbringen, wonach nur ein Verzicht auf 

einen Gewässerabstand auf der Seite der Gemeinde Y den Bestand der 

Kernzone B sichern könnte, darauf hinzuweisen, dass die in § 15k HWSchV 

für eine asymmetrische Festlegung unter anderem erwähnte Konstellation 

bestehender Bauten und Anlagen in Bauzonen vorliegend nicht einschlägig 

ist, da die auf dem Grundstück Kat.-Nr. 1 befindlichen Ruinen diese Voraus-

setzung nicht erfüllen. Daran ändert auch die nutzungsplanerisch an sich be-

stehende Möglichkeit von Neubauten an gleicher Lage nichts, da mit der in 

§ 15k HWSchV genannten Voraussetzung im Gegenteil Konstellationen er-

fasst werden sollen, in denen bestehende Bauten bei Ausscheidung eines 

symmetrischen Gewässerraums innerhalb desselben zu liegen kämen und 

entsprechend – mit Blick auf den Bestandesschutz – die Funktionen des Ge-

wässers langfristig beeinträchtigen könnten. Kein Grund für eine asymmetri-

sche Festlegung liegt schliesslich in der aufgrund der Kombination mehrerer 

planungsrechtlicher Festlegungen gegebenenfalls resultierenden Unüber-

baubarkeit des Gebiets der Kernzone B (wobei auch die in BRGE IV Nr. 

0022/2022 erfolgte Aufhebung der Einladung zur Auszonung nicht deshalb 

erfolgte, weil das fragliche Gebiet per se als Bauzone zu erhalten wäre, son-

dern lediglich darauf beruhte, dass eine Auszonung erst im Nachgang zu den 

entsprechenden rechtskräftigen gewässerschutzrechtlichen und waldrechtli-

chen Festlegungen vorgenommen werden könnte). Es kann insoweit vollum-

fänglich auf die entsprechenden Ausführungen im Rahmen der Prüfung der 

Rüge einer fehlenden Koordination der Gewässerraumfestlegung mit den 

waldrechtlichen Festsetzungen (E. 5.1.2) verwiesen werden. 

 

 

R4.2022.00148 Seite 19 

6. 

Zusammengefasst ist der Rekurs abzuweisen. 

7.1 

Ausgangsgemäss sind die Verfahrenskosten dem Rekurrenten aufzuerlegen 

(§ 13 VRG). 

Nach § 338 Abs. 1 PBG bzw. § 2 der Gebührenverordnung des Verwaltungs-

gerichts (GebV VGr) legt das Baurekursgericht die Gerichtsgebühr nach sei-

nem Zeitaufwand, nach der Schwierigkeit des Falls und nach dem bestimm-

baren Streitwert oder dem tatsächlichen Streitinteresse fest. Liegt wie hier 

ein Verfahren ohne bestimmbaren Streitwert vor, beträgt die Gerichtsgebühr 

in der Regel Fr. 500.-- bis Fr. 50'000.-- (§ 338 Abs. 2 PBG; § 3 Abs. 2 GebV 

VGr). Bei der Bemessung der Gebührenhöhe steht der Rekursinstanz ein 

grosser Ermessensspielraum zu (Kaspar Plüss, in: Kommentar VRG, 

3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2014, § 13 Rz. 25 ff.). 

Demnach ist die Gerichtsgebühr vorliegend auf Fr. 6'000.-- festzusetzen. 

7.2 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens steht dem Rekurrenten von vornherein 

keine Umtriebsentschädigung zu.