# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ddb8e86e-e660-5d00-b16f-580e0866c4fd
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-07-07
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 07.07.2010 RR.2010.96
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG/CH_BSTG_001_RR-2010-96_2010-07-07.pdf

## Full Text

Entscheid vom 7. Juli 2010  
II. Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter Cornelia Cova, Vorsitz, 
Roy Garré und Joséphine Contu,  
Gerichtsschreiberin Marion Schmid  

   
 
Parteien 

  
A., vertreten durch Rechtsanwalt Michael Endres,  
 

Beschwerdeführer 
 

 gegen 
   

BUNDESAMT FÜR JUSTIZ,  
 

Beschwerdegegner 
 

Gegenstand  Internationale Rechtshilfe an Deutschland 
 
Auslieferung (Art. 55 IRSG) 
 
Kostenvorschuss (Art. 30 lit. b SGG i.V.m. Art. 63 
Abs. 4 VwVG) 

 

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

Geschäftsnummer:  RR.2010.96 
 
 
 

 

 

- 2 - 

 

 

 
Die II. Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass: 
 
- die Staatsanwaltschaft Berlin am 3. Juli 2009 einen Haftbefehl gegen  

A. zur Vollstreckung eines Urteils des Amtsgerichts Tiergarten in Berlin vom 
22. September 2008 bzw. eines Berufungsurteils des Landgerichts Berlin 
vom 26. November 2008 wegen Computerbetrugs erliess; 

 
- die deutschen Behörden gemäss Ausschreibung vom 5. Oktober 2009 im 

Schengener Informationssystem um Verhaftung von A. zwecks Auslieferung 
ersuchten; 

 
- die Senatsverwaltung für Justiz in Berlin in diesem Zusammenhang mit Aus-

lieferungsersuchen vom 10. November 2009 um Auslieferung von A. für die 
ihm im obgenannten Haftbefehl vom 3. Juli 2009 zur Last gelegten Straftaten 
ersuchte; 

 
- sich A. anlässlich der Befragung durch die Staatsanwaltschaft Zug am  

10. Februar 2010 gegen eine vereinfachte Auslieferung aussprach; ihm 
gleichzeitig eine Frist von 14 Tagen zur Einreichung einer Stellungnahme 
gewährt wurde; innert der gesetzten Frist beim Bundesamt für Justiz (nach-
folgend „BJ“) keine Stellungnahme einging; 

 
- das Advokatur & Notariatsbüro HütteLAW AG dem BJ mit Datum vom 

22. März 2010 die Vertretung von A. anzeigte und um Akteneinsicht bat, wel-
che mit Schreiben vom 24. März 2010 gewährt wurde; 

 
- das BJ mit Entscheid vom 1. April 2010 die Auslieferung von A. an Deutsch-

land für die dem Auslieferungsersuchen vom 10. November 2009 zugrunde 
liegenden Straftaten bewilligte (act. 1.2); 

 
- A. mit Beschwerde vom 6. Mai 2010 an die II. Beschwerdekammer des Bun-

desstrafgerichts gelangte (act. 1); 
 

- der Beschwerdeführer am 11. Mai 2010 über seinen Rechtsvertreter eingela-
den wurde, bis zum 25. Mai 2010 einen Kostenvorschuss von CHF 3'000.-- 
zu leisten und darauf aufmerksam gemacht wurde, dass bei Säumnis auf die 
Beschwerde nicht eingetreten wird (act. 3); 

 
- der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers mit Schreiben vom 19. Mai 2010 

um Fristerstreckung für die Bezahlung des Kostenvorschusses von 60 Tagen 
ersuchte (act. 4); 

- 3 - 

 

 

 
- die II. Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts eine Fristerstreckung bis 

zum 25. Juni 2010 bewilligte (act. 4); 
 

- die Frist zur Bezahlung des Kostenvorschusses gewahrt ist, wenn der Betrag 
rechtzeitig zu Gunsten der Behörde der Schweizerischen Post übergeben 
oder einem Post- oder Bankkonto in der Schweiz belastet worden ist  
(Art. 30 lit. b SGG i.V.m. Art. 21 Abs. 3 VwVG), und die Rechtzeitigkeit im 
Zweifelsfall vom Pflichtigen zu beweisen ist; 

 
- der Beschwerdeführer den ihm auferlegten Kostenvorschuss innert der ver-

längerten Frist nicht bezahlt und weder um Zahlungserleichterungen noch um 
die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege ersucht hat; 

 
-  auf die Beschwerde daher androhungsgemäss nicht einzutreten ist  

(Art. 30 lit. b SGG i.V.m. Art. 63 Abs. 4 VwVG); 
 
-  der Beschwerdeführer bei diesem Ausgang des Verfahrens kostenpflichtig 

wird (Art. 30 lit. b SGG i.V.m. Art. 63 Abs. 1 VwVG); für die Berechnung der 
Gerichtsgebühren das Reglement vom 11. Februar 2004 über die Gerichts-
gebühren vor dem Bundesstrafgericht (SR 173.711.32) zur Anwendung ge-
langt (Art. 63 Abs. 5 VwVG i.V.m. Art. 15 Abs. 1 lit. a SGG ); die Gerichtsge-
bühr vorliegend auf Fr. 300.-- anzusetzen ist. 

 

- 4 - 

 

 

Demnach erkennt die II. Beschwerdekammer: 
 
1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. 
 
2. Die Gerichtsgebühr von Fr. 300.-- wird dem Beschwerdeführer auferlegt. 

 
 
 

Bellinzona, 8. Juli 2010 
 
Im Namen der II. Beschwerdekammer 
des Bundesstrafgerichts 
 
Die Präsidentin:  Die Gerichtsschreiberin:  
 
 
 
 
 
 
 
 
Zustellung an 
 
- Rechtsanwalt Michael Endres  
- Bundesamt für Justiz  
 
 
 
Rechtsmittelbelehrung 

Gegen Entscheide auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen kann innert zehn 
Tagen nach der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim Bundesgericht Beschwerde 
eingereicht werden (Art. 100 Abs. 1 und 2 lit. b BGG). 
 

Gegen einen Entscheid auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen ist die 
Beschwerde nur zulässig, wenn er eine Auslieferung, eine Beschlagnahme, eine Herausgabe von 
Gegenständen oder Vermögenswerten oder eine Übermittlung von Informationen aus dem 
Geheimbereich betrifft und es sich um einen besonders bedeutenden Fall handelt (Art. 84 Abs. 1 
BGG). Ein besonders bedeutender Fall liegt insbesondere vor, wenn Gründe für die Annahme 
bestehen, dass elementare Verfahrensgrundsätze verletzt worden sind oder das Verfahren im 
Ausland schwere Mängel aufweist (Art. 84 Abs. 2 BGG).