# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c526417d-5ae3-512b-a558-80ff14db3f57
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-04-07
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht II. Zivilkammer 07.04.2025 ZR2 2024 47
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_007_ZR2-2024-47_2025-04-07.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Graubünden
Dretgira superiura dal chantun Grischun
Tribunale d'appello del Cantone dei Grigioni

Urteil vom 7. April 2025
mitgeteilt am 17. April 2025

Referenz ZR2 24 47

Instanz Zweite zivilrechtliche Kammer

Besetzung Nydegger, Vorsitz
Bergamin und Richter-Baldassarre
Jent-Sørensen, Aktuarin ad hoc

Parteien A._____
Berufungskläger
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Claudio Allenspach
Hofstrasse 11, 7000 Chur

gegen

B._____
Berufungsbeklagte
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. HSG Hermann Just
Postfach 414, Masanserstrasse 35, 7001 Chur

Gegenstand Forderung aus Arbeitsvertrag

Anfechtungsobj. Entscheid Regionalgericht Landquart vom 15. Februar 2023, 
mitgeteilt am 14. Mai 2023 (Proz. Nr. 115-2021-18)

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Sachverhalt

A. Die Parteien haben über drei Instanzen eine arbeitsrechtliche Streitigkeit 
geführt. Das Bundesgericht hat mit Urteil vom 11. Oktober 2024 (BGer 
4A_194/2024) die Beschwerde gegen den Entscheid des Kantonsgerichts vom 14. 
Februar 2024 (ZK2 23 39) teilweise gutgeheissen und die Sache zu neuer 
Entscheidung über die Kosten- und Entschädigungsfolgen des kantonalen 
Verfahrens an das Kantonsgericht zurückgewiesen, wobei bei einem CHF 
30'000.00 nicht übersteigenden Streitwert nach Art. 114 lit. c ZPO keine 
Gerichtskosten zu sprechen sind. 

B. Die B._____ macht für das erstinstanzliche Verfahren eine 
Parteientschädigung von CHF 9'508.60 und für das Berufungsverfahren eine solche 
von CHF 4'218.80 geltend. 

C. A._____ (nachfolgend: Berufungskläger) geht in seiner Stellungnahme 
davon aus, dass er für das erstinstanzliche Verfahren höchstens eine 
Parteientschädigung von 48 % (74 % - 26 %) schulde. Für das Berufungsverfahren 
betrage die Parteientschädigung höchstens 70 % (85 % - 15 %). Die 
Angemessenheit der von der B._____ geltend gemachten Honorare in der Höhe 
von CHF 19'107.25 und CHF 5'241.50 (je inkl. Barauslagen und MWSt.) werden 
angesichts des geleisteten Aufwands als unangemessen hoch bestritten.

D. Mit Stellungnahme vom 20. Dezember 2024 bestreitet die B._____ 
(nachfolgend: Berufungsbeklagte) die gegnerischen Ausführungen.

E. Die Akten des Verfahrens ZK2 23 39 wurden beigezogen. Die Sache ist 
spruchreif.

Erwägungen

1. Der Berufungskläger beanstandet die Höhe der geltend gemachten Honorare 
von CHF 19'017.25 für die erste Instanz und CHF 5'241.50 für das 
Berufungsverfahren; diese seien angesichts des geleisteten Aufwandes übersetzt 
(act. A.3). Die Berufungsbeklagte weist darauf hin, dass der Umfang der 
Rechtsschiften nichts zu ihrer Qualität aussage. Der Streitwert habe sich im 
Berufungsverfahren nicht nur auf CHF 26'311.60 belaufen, habe doch der 
Berufungskläger – trotz teilweiser Gutheissung seiner Klage in der Höhe von CHF 
3'688.40 durch die Vorinstanz – in der Berufung unverändert CHF 30'000.00 geltend 
gemacht. Der Berufungskläger habe die eingereichten Honorarnoten nie 

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beanstandet und damit den geltend gemachten Aufwand als angemessen 
akzeptiert (act. A. 2 und A.4). 

2. Richtig ist, dass der Berufungskläger in der Berufung den Betrag von CHF 
30'000.00 verlangt hat (ZK2 23 39, act. A.1, S. 2 Ziff. 3). Dazu hat sich das 
Kantonsgericht bereits in E. 2.1 des Urteils vom 14. Februar 2024 geäussert: 
"Streitig und zu beurteilen kann demnach nur die Abweisung der Klage sein, im 
Umfang der Differenz zum Eingeklagten, also (CHF 30'000.00 ./. CHF 3'688.40 =) 
CHF 26'311.60". Das Kantonsgericht hat die Berufung alsdann auf der Basis dieses 
Streitwertes von CHF 26'311.60 beurteilt, was soweit ersichtlich von keiner der 
Parteien beanstandet wurde, sodass auch bei den Entschädigungsfolgen von 
diesem Betrag auszugehen ist.

3. Der Berufungskläger hält die Höhe der von der Berufungsbeklagten 
beanspruchten Honorarforderungen für unangemessen hoch (act. A.3); die 
Berufungsbeklagte weist darauf hin, dass der Berufungskläger die im erst- und im 
zweitinstanzlichen Verfahren eingereichten Honorarnoten bis anhin nie beanstandet 
habe (act. A.4). Von der Höhe der Honorare war bereits im Urteil vom 14. Februar 
2024 (ZK2 23 39, E. 8) die Rede, dort ging es allerdings um das Honorar des 
Berufungsklägers, der CHF 19'735.50 (inklusive Spesen und Mehrwertsteuer; RG 
act. VI/5 und VI/6) geltend gemacht hatte. Das wurde vom Kantonsgericht als eher 
hohes Honorar bezeichnet, angesichts des relativ aufwändigen Verfahrens und 
nicht zuletzt angesichts der Tatsache, dass der Vertreter der Berufungsbeklagten 
ein Honorar in ähnlicher Höhe geltend machte (CHF 19'017.25; RG act. VI/7), für 
nicht unangemessen gehalten. Damit wurde allerdings nicht über das Honorar der 
Berufungsbeklagten entschieden, sondern dieses wurde lediglich als 
Vergleichsgrösse herangezogen. 

Wesentlich ist, dass der Berufungskläger bisher die Honorarnoten der 
Berufungsbeklagten nicht beanstandet hat. Weil in laufenden Verfahren nicht 
feststeht, wie dieses ausgehen wird, sind die Parteien gehalten, das, was sie zu den 
gegnerischen Honorarforderungen vorbringen wollen, vor der jeweiligen 
Urteilsfällung zu tun bzw. im Rechtsmittelverfahren mit der Anfechtung der 
zugesprochenen Entschädigung. Tun sie dies nicht, kann nicht im Nachhinein 
darauf zurückgekommen werden. Und wenn das Verfahren so ausgeht, wie dies 
hier der Fall war, dass die Höhe der Honorarforderungen der Berufungsbeklagten 
vor den kantonalen Instanzen keine Rolle spielte, weil sie damals nicht entschädigt 
werden musste, kann die Angemessenheit der Honorarnoten nach der 
Rückweisung durch das Bundesgericht nicht erstmals und neu zur Diskussion 
gestellt werden, weil für das Rückweisungsverfahren einzig die bisherigen 

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Grundlagen massgeblich sind. Hätte das Bundesgericht nicht nur in der Sache, 
sondern auch die Kosten- und Entschädigungsfolgen entschieden (was möglich ist, 
vgl. Art. 68 Abs. 5 BGG), hätte der Berufungskläger auch keine Gelegenheit gehabt, 
die Honorarforderungen aus dem kantonalen Verfahren nochmals zur Diskussion 
zu stellen.

Der Berufungskläger hält den Aufwand der Berufungsbeklagten "die Relation zum 
Aufwand des Klägers, der insbesondere wesentlich umfassendere Rechtsschriften 
vorgelegt hat" für unangemessen hoch (act. A.3, S. 2). Diesbezüglich ist daran zu 
erinnern, dass nach Art. 2 Abs. 2 Ziff. 2 der Verordnung über die Bemessung des 
Honorars der Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte (Honorarverordnung, HV; BR 
310.250) grundsätzlich vom geltend gemachten Aufwand auszugehen ist, ausser 
dieser wäre unangemessen und für die Prozessführung nicht erforderlich. Die 
Seitenanzahl der eingereichten Rechtsschriften ist dabei kein entscheidendes 
Kriterium, ganz abgesehen davon, dass sich der gedankliche juristische Aufwand 
nicht notwendigerweise im Umfang der Rechtsschiften niederschlägt. Die 
Rechtsschriften können sich auch aus anderen Gründen unterscheiden: so kann 
etwa ein Zitat aus einem blossen Hinweis bestehen, es kann aber auch ein langes 
wörtliches Zitat in die Rechtsschrift aufgenommen werden, die Seiten können 
unterschiedlich dicht gefüllt (Schriftgrösse Zeilenabstand, Seitenränder) sein etc. 
Schon deshalb kann das Gericht nicht gehalten sein, die Rechtsschriften nach dem 
Kriterium des Umfanges abzugleichen.

4.1. Die Parteientschädigung i.S.v. Art. 95 Abs. 3 lit. b ZPO ist verhältnismässig 
festzulegen und zwar nach ständiger Praxis nach Quoten, und nicht unter 
Verrechnung der konkreten Honorare (KGer GR ZK2 18 42 v. 15.12.2020 E. 15.2). 
Mit der erstinstanzlichen Klage machte der Berufungskläger CHF 30'000.00 brutto 
(abzüglich die gesetzlich und vertraglich geschuldeten 
Sozialversicherungsbeitrage, zuzüglich Zins) geltend und die Beklagte verlangte die 
vollumfängliche Abweisung der Klage. Die erste Instanz verpflichtete die Beklagte 
zur Zahlung von CHF 3'688.40 (abzüglich Sozialversicherungsbeiträge und 
zuzüglich Zins). Die Gerichtskosten von CHF 5'000.00 für dieses arbeitsrechtliche 
Verfahren wurden auf die Gerichtskasse genommen und der 
Kläger/Berufungskläger verpflichtet, die Beklagte/Berufungsbeklagte mit CHF 
15'213.80 (inkl. Barauslagen und MWSt.) zu entschädigen. Aufgrund des 
Bundesgerichtsentscheides hätte dem Berufungskläger richtigerweise mehr 
zugesprochen werden müssen, nämlich insgesamt CHF 7'695.20 (CHF 3'688.40 + 
CHF 4'006.80), was bei einem Streitwert von 30'000.00 ein Obsiegen von gerundet 
25 % ausmacht. Die gerundete Parteientschädigung berechnet sich demnach bei 

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einem Obsiegen der Berufungsbeklagten von 75 % - 25 % auf 50 % = CHF 9'508.60. 
Der Berufungskläger ist deshalb zu verpflichten, dem Berufungsbeklagten für das 
erstinstanzliche Verfahren gerundet CHF 9'508.60 zu bezahlen. Das entspricht 
vorbehältlich einer kleinen Rundungsdifferenz jenem Prozentsatz, den auch der 
Berufungskläger in seiner Eingabe nennt (act. A.2).

4.2. Im Berufungsverfahren wurde ein verbleibender Streitwert von CHF 
26'311.60 beurteilt (vgl. E. 2). Zugesprochen wurde dem Berufungskläger 
ursprünglich CHF 16'456.80 (CHF 4'006.80 für nicht bezogene Ferien und CHF 
12'450.00 für die Entschädigung von Überstunden); im Mehrbetrag (CHF 26'311.60 
- CHF 16'456.80) wurde die Berufung abgewiesen. Das Bundesgericht wies in der 
Folge die Beschwerde der Berufungsbeklagten hinsichtlich der nicht bezogenen 
Ferien im Betrage von CHF 4'006.80 ab, hinsichtlich der geltend gemachten 
Überstundenentschädigung im Betrage von CHF von 12'450.00 jedoch gut, sodass 
dem Berufungskläger letztlich aus dem Berufungsverfahren der entsprechende 
Betrag von CHF 4'006.80 zusteht, während der Berufungsbeklagten CHF 22'304.80 
verbleiben. Das entspricht einem Verhältnis von 15.23 % zu 84.77 %. Gerundet ist 
hinsichtlich der Parteientschädigung von einem Verhältnis von 15 zu 85 
auszugehen, sodass der Berufungskläger zu verpflichten ist, die Berufungsbeklagte 
mit 70 % (85-15) des geltend gemachten Honorars von insgesamt CHF 5'241.50, 
d.h. mit CHF 3'669.05 für das Berufungsverfahren zu entschädigen. Die Differenz 
zu der von der Berufungsklägerin geltend gemachten Parteientschädigung von CHF 
4'218.80 (act. A.4) ist darauf zurückzuführen, dass die Berufungsbeklagte für das 
Berufungsverfahren zu Unrecht von einem Streitwert von CHF 30'000.00 (vgl. oben 
E. 2) ausgegangen ist.

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Es wird erkannt:

1. Gemäss Rückweisungsentscheid des Bundesgerichts vom 11. Oktober 2024 
im Verfahren BGer 4A_194/2024 werden die Kosten- und 
Entschädigungsfolgen im Urteil des Berufungsverfahrens ZK2 23 39 vom 14. 
Februar 2024 wie folgt festgesetzt:

2. Die Regelung der Kosten für das Verfahren des Regionalgerichts (Dispositiv-
Ziff. 4 des Berufungsurteils) wird bestätigt.

3. A._____ wird in Abänderung von Dispositiv-Ziff. 5 des Berufungsurteils 
verpflichtet, der B._____ für das Verfahren vor dem Regionalgericht eine 
Parteientschädigung von CHF 9'508.60 (inkl. Spesen und MWSt.) zu 
bezahlen.

4. Die Regelung der Kosten für das Berufungsverfahren (Dispositiv-Ziff. 6 des 
Berufungsurteils) wird bestätigt.

5. A._____ wird in Abänderung vom Dispositiv-Ziff. 7 des Berufungsurteils 
verpflichtet, der B._____ für das Berufungsverfahren eine 
Parteientschädigung von CHF 3'669.05 (inkl. MWSt. und Spesen) zu 
bezahlen.

6. [Rechtsmittelbelehrung]

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