# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5c1bdbc8-7835-55ed-bba1-a771fa1f7681
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-04-11
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 11.04.2022 720 21 81/78
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-21-81-78_2022-04-11.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 11. April 2022 (720 21 81 / 78) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Invalidenversicherung 

 

 

Beurteilung des Rentenanspruchs einer versicherten Person, die an einer bipolaren Stö-

rung und einer Persönlichkeitsstörung mit emotional-instabilen und narzisstischen Zü-

gen leidet 

 
 
 
Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Kan-

tonsrichterin Elisabeth Berger Götz, Gerichtsschreiberin Gisela War-
tenweiler 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Guido Ehrler, Advokat, 
Rebgasse 1, Postfach 477, 4005 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Be-
schwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff IV-Rente  

 
 
 
A. Die 1977 geborene A.____ meldete sich am 6. Juni 2003 unter Hinweis auf eine starke 
Migräne, Zusammenbrüche des vegetativen Nervensystems, Depressionen und Panikattacken 
etc. bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an. Mit Verfügung 
vom 12. Oktober 2004 erteilte die IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) der Versicherten eine 

 

 
 
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Kostengutsprache für eine erstmalige berufliche Ausbildung zur Sozialarbeiterin für die Zeit vom 
20. Oktober 2003 bis 19. Oktober 2006.  
 
B. Mit Gesuch vom 15. Dezember 2011 meldete die Versicherte der IV-Stelle, dass sie bei 
einem Autounfall ein Schleudertrauma der Halswirbelsäule (HWS) erlitten habe und deswegen 
seit 5. Juni 2011 arbeitsunfähig sei. Nach Abklärung des medizinischen und erwerblichen Sach-
verhalts lehnte die IV-Stelle mit Verfügung vom 26. November 2012 einen Rentenanspruch ab.  
 
C. Am 7. April 2014 reichte die Versicherte ein weiteres Leistungsgesuch ein, wobei sie 
sich auf eine Depression und einen Zusammenbruch berief. In der Folge beauftragte die IV-Stelle 
Prof. Dr. med. B.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, mit einer Begutachtung der Versi-
cherten. Gestützt auf das Gutachten vom 12. Januar 2018 sprach die IV-Stelle der Versicherten 
bei einem Invaliditätsgrad von 65 % eine Dreiviertelsrente mit Wirkung per 1. Oktober 2014 zu 
(vgl. Verfügung vom 25. Juni 2018).  
 
D. Mit Revisionsgesuch vom 12. Juli 2019 machte die Versicherte eine Verschlechterung 
ihres Gesundheitszustandes seit September 2017 geltend. Zudem habe sich ihre berufliche Si-
tuation insofern geändert, als sie nun an einem geschützten Arbeitsplatz für 4 Stunden täglich 
arbeite. Die IV-Stelle klärte in der Folge erneut die gesundheitlichen und erwerblichen Verhält-
nisse ab. Mit Verfügung vom 29. Januar 2021 lehnte sie eine Erhöhung der laufenden Invaliden-
rente bei einem Invaliditätsgrad von 66 % ab. Zur Begründung führte sie an, dass keine anhal-
tende Verschlechterung des Gesundheitszustandes der Versicherten habe festgestellt werden 
können.    
 
E. Hiergegen erhob A.____ am 26. Februar 2021 Beschwerde ans Kantonsgericht, Abtei-
lung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht), und beantragte sinngemäss die Zusprache einer 
ganzen Rente. Zur Begründung führte sie im Wesentlichen an, dass der medizinische Sachver-
halt nicht genügend abgeklärt worden sei bzw. verschiedene medizinische Unterlagen unberück-
sichtigt geblieben seien.  
 
F. Am 23. März 2021 ersuchte die Versicherte um Bewilligung der unentgeltlichen Prozess-
führung. Mit Verfügung vom 26. März 2021 wurde ihr diese gewährt.  
 
G. Mit Eingabe vom 12. April 2021 zeigte Advokat Guido Ehrler dem Kantonsgericht an, 
dass er die Vertretung der Versicherten übernommen habe. Gleichzeitig beantragte er die Bewil-
ligung der unentgeltlichen Verbeiständung mit ihm als Rechtsvertreter. Diesem Antrag wurde mit 
Verfügung vom 14. April 2021 entsprochen. 
 
H. In ihrer Vernehmlassung vom 14. April 2021 beantragte die IV-Stelle die Abweisung der 
Beschwerde, wobei sie auf die Stellungnahme von Dr. med. C.____, FMH Psychiatrie und Psy-
chotherapie, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), vom 15. März 2021 hinwies. 
 

 

 
 
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I. Mit Replik vom 17. Juni 2021 machte Advokat Guido Ehrler im Wesentlichen geltend, 
dass die Versicherte aufgrund der bipolaren Störung nicht in der Lage sei, selbst den Anforde-
rungen eines geschützten Arbeitsplatzes nachzukommen. Sie könne deshalb ihre verbleibende 
Restarbeitsfähigkeit von 40 % auf dem freien Arbeitsmarkt nicht verwerten. Da die IV-Stelle weder 
einen Bericht bei der Eingliederungsstätte noch ein Verlaufsgutachten bei Prof. B.____ eingeholt 
habe, habe sie den Sachverhalt nicht rechtsgenüglich abgeklärt.   
 
J. Die IV-Stelle schloss in ihrer Duplik vom 21. Juli 2021 auf Abweisung der Beschwerde.  
 
K. Anlässlich der Urteilsberatung vom 6. Januar 2022 stellte das Kantonsgericht den Fall 
aus. Es kam zum Schluss, dass eine abschliessende Beurteilung betreffend die Veränderung des 
Gesundheitszustandes der Versicherten seit der Begutachtung durch Prof. B.____ und dessen 
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit aufgrund der vorliegenden Akten nicht möglich sei. Es 
ziehe deshalb – im Falle eines Urteils – in Betracht, die Angelegenheit zur weiteren Abklärung 
der medizinischen Sachlage mittels eines psychiatrischen Gutachtens und einer anschliessenden 
Neuentscheidung an die IV-Stelle zurückzuweisen (vgl. dazu Beschluss vom 6. Januar 2022). 
Nach Massgabe von BGE 137 V 314 räumte das Kantonsgericht der Versicherten die Gelegen-
heit zum Beschwerderückzug ein. Mit Eingabe vom 17. Januar 2022 liess die Versicherte durch 
ihren Rechtsvertreter mitteilen, dass sie an der Beschwerde festhalte. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 
1.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) 
vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versicherungs-
gericht am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfah-
rens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständigkeit des 
Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die 
Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kan-
tonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden 
gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vor-
liegenden Beschwerde zuständig. Auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte Be-
schwerde vom 26. Februar 2021 ist demnach einzutreten. 
 
1.2 Am 1. Januar 2022 trat die vom Gesetzgeber am 19. Juni 2020 beschlossene Änderung 
des IVG ("Weiterentwicklung der IV", WEIV) in Kraft. Die vorliegend angefochtene Verfügung 
erging vor dem 1. Januar 2022. Nach den allgemeinen Grundsätzen des intertemporalen Rechts 
und des zeitlich massgebenden Sachverhalts (statt vieler: BGE 144 V 210 E. 4.3.1; 129 V 354 E. 
1 mit Hinweisen) sind daher die Bestimmungen des IVG und diejenigen der Verordnung über die 
Invalidenversicherung (IVV) vom 17. Januar 1961 sowie des Bundesgesetzes über den Allgemei-
nen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 in der bis 31. Dezember 
2021 gültig gewesenen Fassung anwendbar (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 23. Februar 
2022, 8C_455/2021, E. 2). Sie werden im Folgenden jeweils in dieser Version wiedergegeben, 
zitiert und angewendet. 

 

 
 
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2. Es ist zu prüfen, ob die Vorinstanz zu Recht von einem im Wesentlichen unveränderten 
Gesundheitszustand ausgegangen ist und folglich die Dreiviertelsrente revisionsweise nicht er-
höht hat. Massgebend ist der Sachverhalt, wie er sich bis zum Erlass der angefochtenen Verfü-
gung vom 29. Januar 2021 entwickelt hat. Dieser Zeitpunkt bildet rechtsprechungsgemäss die 
zeitliche Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugnis (BGE 129 V 1 E. 1.2 mit Hinweis).  
 
3.1 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine ganze Rente, 
wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine 
halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 
40 % invalid ist. Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere 
Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Die Invalidität wird durch eine Beein-
trächtigung der körperlichen, der geistigen oder der psychischen Gesundheit verursacht, wobei 
sie im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein kann (Art. 4 Abs. 1 
IVG; Art. 3 und 4 ATSG). 
 
3.2 Gemäss Art. 17 ATSG sind laufende Invalidenrenten für die Zukunft zu erhöhen, herab-
zusetzen oder aufzuheben, wenn sich der Invaliditätsgrad in einer für den Anspruch erheblichen 
Weise ändert. Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen 
Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflus-
sen. Zu denken ist dabei in erster Linie an eine wesentliche Änderung des Gesundheitszustandes 
der versicherten Person. Darüber hinaus ist die Rente aber auch revidierbar, wenn sich die er-
werblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich ver-
ändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine abweichende medizinische oder recht-
liche Einschätzung von im Wesentlichen unveränderten tatsächlichen Verhältnissen alleine führt 
nicht zu einer materiellen Revision.  
 
3.3 Zeitliche Vergleichsbasis für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung des In-
validitätsgrades bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, 
welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsab-
klärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs beruht (BGE 133 V 
108 E. 5.4; vgl. auch BGE 130 V 1 E. 3.2.3). Vorliegend sprach die IV-Stelle der Versicherten am 
25. Juni 2018 rückwirkend per 1. Oktober 2014 eine Dreiviertelsrente zu. Mit Verfügung vom 
29. Januar 2021 lehnte sie eine Erhöhung der laufenden Dreiviertelsrente ab. Somit beurteilt sich 
die Frage, ob eine Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen eingetreten ist, durch Vergleich 
des Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt der ursprünglichen Rentenverfügung vom 25. Juni 2018 
bestanden hat, mit demjenigen im Zeitpunkt der vorliegend angefochtenen Verfügung vom 
29. Januar 2021. 
 
4.1 Es ist zu prüfen, ob und inwiefern sich der Gesundheitszustand und – damit einherge-
hend – der Grad der Arbeitsunfähigkeit der Versicherten seit der Rentenzusprache am 25. Juni 
2018 in anspruchserheblicher Weise verändert hat. 
 

 

 
 
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4.2 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insbesondere auch bei der Beurtei-
lung der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person ist die Verwaltung – und im Beschwerdefall das 
Gericht – auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute 
zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszu-
stand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher 
Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte 
eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch 
zugemutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 
 
4.3 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs-
prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle ande-
ren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 
pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit-
tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob 
die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestat-
ten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess 
nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, wa-
rum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Be-
weiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange 
umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berück-
sichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der me-
dizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und 
ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 
E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c). 
 
4.4 Dennoch erachtet es die Rechtsprechung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdi-
gung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richt-
linien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführlichen Zusammenstellungen dieser 
Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b und in AHI-Praxis 2001 S. 114 E. 3b, jeweils mit weiteren 
Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer 
Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen 
sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüs-
sigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange 
nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 
E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). Stützt sich der angefochtene Entscheid hingegen ausschliess-
lich auf versicherungsinterne medizinische Unterlagen, sind an die Beweiswürdigung strenge An-
forderungen zu stellen. In solchen Fällen sind bereits bei geringen Zweifeln an der Zuverlässigkeit 
und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen ergänzende Abklärungen vorzunehmen (vgl. Ur-
teil des Bundesgerichts vom 27. Juli 2009, 8C_113/2009, E. 3.2 mit weiteren Hinweisen).  
 
5.1.1 Bei der ursprünglichen Rentenzusprache im Jahr 2018 stützte sich die IV-Stelle auf das 
von ihr in Auftrag gegebene psychiatrische Gutachten von Prof. B.____ vom 12. Januar 2018. 
Daraus ist zu entnehmen, dass die Versicherte in beruflicher Hinsicht im Rahmen von beruflichen 
Massnahmen die Ausbildung zur Sozialarbeiterin im Oktober 2006 erfolgreich abschloss und bis 

 

 
 
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31. Dezember 2014 beim D.____ arbeitete (vgl. Fragebogen für Arbeitgebende vom 23. April 
2014). In gesundheitlicher Hinsicht war sie erstmals vom 22. bis 30. November 1999 wegen eines 
psychischen Erschöpfungszustandes im damaligen Spital E.____ (heute: Spital F.____) hospita-
lisiert. Aufgrund einer generalisierten Angststörung sowie einem Diabetes mellitus Typ I hielt sie 
sich von Dezember 1999 bis Februar 2000 stationär in der damaligen Klinik G.____ (heute: Klinik 
H.____) auf. Im Mai 2004 und Juni 2004 wurde die Versicherte im Auftrag der IV-Stelle von Dr. 
med. I.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, begutachtet. Dr. I.____ hielt in seinem Gut-
achten vom 25. Juni 2004 als Diagnosen eine generalisierte Angststörung (ICD-10 F41.1) und 
eine Dysthymie (ICD-10 F34.1) fest. Aufgrund dieser Leiden sei die Versicherte in ihrer psycho-
physischen Belastbarkeit deutlich eingeschränkt. Sie sei jedoch in der Lage, unter nicht allzu 
grossem Leistungsdruck den Berufsalltag zu bewältigen. Aufgrund einer diagnostizierten bipola-
ren affektiven Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F.31.3), befand sie sich so-
dann vom 21. März 2007 bis 22. März 2007 und vom 22. Oktober 2007 bis 24. November 2007 
erneut in der Klinik G.____ in stationärer Behandlung (vgl. Bericht vom 11. Dezember 2007). Ein 
weiterer stationärer Aufenthalt erfolgte vom 15. August 2014 bis 3. Oktober 2014 erstmals in der 
J.____, nachdem sie im Juli 2013 psychisch zusammengebrochen war (vgl. Austrittsbericht vom 
16. Dezember 2014). Vom 1. April 2015 bis 5. Juni 2015 fand in der Klinik K.____ eine tagessta-
tionäre Behandlung statt (vgl. Austrittsbericht vom 2. Juni 2015 und Austrittsmeldung vom 5. Juni 
2015). Vom 2. März 2016 bis 7. März 2016 war sie auf der Kriseninterventionsstation in den 
L.____) hospitalisiert (vgl. Austrittsbericht vom 8. April 2016). Zwei weitere stationäre Aufenthalte 
in den L.____ erfolgten vom 10. bis 13. Mai 2016 und vom 6. Oktober 2016 bis 22. Dezember 
2016 (vgl. Austrittsberichte vom 26. August 2016 und 24. Februar 2017). Am 15. April 2017 
suchte die Versicherte aufgrund einer ausgeprägten Insomnie und einer inneren Unruhe die Not-
fallstation des Spitals F.____ auf (vgl. Austrittsbericht vom 15. April 2017). Anschliessend wurde 
sie bis 26. Mai 2017 in den L.____ behandelt (vgl. Austrittsbericht vom 28. Juni 2017).  
 
5.1.2 Prof. B.____ hielt als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine bipolare 
Störung, aktuell mitterschwere depressive Episode (ICD-10 F31.3), und eine Persönlichkeitsstö-
rung mit emotional-instabilen und narzisstischen Zügen (ICD-10 F61.0) fest. In ihrer Beurteilung 
führte sie aus, dass die Versicherte Störungen der Konzentration, der Aufmerksamkeit und des 
Antriebs beklage. Im Gespräch habe jedoch keine Verlangsamung festgestellt werden können. 
Das 2-stündige Gespräch und das anschliessende Ausfüllen der Fragebögen seien ihr in relativ 
normalen Zeitabläufen gelungen. Die Versicherte berichte über Energielosigkeit, fehlende Moti-
vation und Erschöpfung. Subjektiv sei sie beherrscht von Gedanken zu versagen und von Selbst-
vorwürfen. Es liessen sich zudem Anzeichen von Selbstmitleid finden. Sie sei von der Sinnlosig-
keit ihres Tuns überzeugt. Der Selbstwert sei reduziert und es falle auf, dass sie sehr hohe An-
sprüche an sich habe und die gesamte Entwicklung in die Krankheit hinein als Abstieg erlebe. 
Ausserdem beschreibe sie ständige Ängste, die panikartig verstärkt würden. In solchen Angst-
momenten befürchte sie, dass sie umfallen könnte. Sie ziehe sich sozial zurück und sei eher 
dünnhäutig. Die Versicherte berichte auch von Gefühlslosigkeit. Sie könne sich weder freuen 
noch traurig sein. Während der Untersuchung habe sie oft geweint. In der Manie sei sie impulsiv 
und gereizt. Zwänge, Wahrnehmungsstörungen oder inhaltliche Denkstörungen seien jedoch 
nicht vorhanden. Bezüglich des formalen Denkens lasse sich eine wechselnde Gedankendichte 

 

 
 
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und ein Gedankenkreisen um das eigene Unvermögen finden. Die Diagnose einer bipolaren Stö-
rung sei unter den medizinischen Fachpersonen nicht streitig. Zu dieser Diagnose passe auch 
der Beginn im mittleren Lebensalter und das bisher gute Ansprechen auf medikamentöse Stim-
mungsstabilisatoren. Aufgrund der aktuellen Symptomatik sei aktuell von einer mittelschweren 
depressiven Erkrankung auszugehen. Zusätzlich bestehe eine Persönlichkeitsstörung. Die Ver-
sicherte beschreibe, dass sie bis zur Pubertät ein eher überangepasstes Kind gewesen sei. In 
der Schule habe sie dann immer wieder Probleme mit Gruppen und Schwierigkeiten in Paarbe-
ziehungen sowie am Arbeitsplatz gehabt. Diese Problematik bestehe heute noch und wirke sich 
in relevanter Weise auf den Alltag aus. Zudem würden die pseudoneurologischen Symptome und 
die Schwierigkeiten anlässlich des Rehabilitationsaufenthalts nach dem HWS-Schleudertrauma 
darauf hinweisen, dass die Versicherte Probleme mit der Selbstregulierung und der Identität 
habe. Sie verfüge jedoch über erhebliche Ressourcen, Sie habe eine gute Auffassungsgabe, sei 
intellektuell gewandt, neugierig, humorvoll, hilfsbereit und zeige gute kommunikative Kompeten-
zen.  
 
5.1.3 Zur Arbeitsfähigkeit führte Prof. B.____ aus, dass die Versicherte in der angestammten 
Tätigkeit als Sozialarbeiterin aktuell nicht arbeitsfähig sei. Die psychische Stabilität, die Belast-
barkeit unter Druck und Stress sowie das Durchhaltevermögen seien ungenügend. Nur mühsam 
gelinge es ihr, Regeln einzuhalten, mit anderen zusammenzuarbeiten und Kritik zu ertragen. Dies 
korrespondiere mit der Beurteilung der Eingliederungsfachleute, welche die Versicherte als nicht 
eingliederbar bezeichnet hätten (vgl. Abschlussbericht der Eingliederungsmassnahmen vom 
28. Juli 2017). Möglicherweise sei sie in einer angepassten Tätigkeit mit geringerem Druck und 
Stress bis zu 40 % arbeitsfähig. Denkbar sei eine Arbeit im Homeoffice. Es sei zudem zu beach-
ten, dass eine Tätigkeit auch eine "narzisstische Gratifikation" für die Versicherte bedeuten 
könne. Die Tatsache, dass sie nach einem abgebrochenen Medizinstudium nicht mehr als Sozi-
alarbeiterin arbeiten könne, sei schwer mit ihrem "Ego" vereinbar. Gestützt auf diese Beurteilung 
sprach die IV-Stelle der Versicherten mit Verfügung vom 29. Januar 2021 ab 1. Oktober 2014 
eine Dreiviertelsrente zu (vgl. auch RAD-Stellungnahme vom 5. Februar 2018).  
 
5.2.1 Seit der Begutachtung durch Prof. B.____ sind folgende wesentliche Arztberichte bei der 
IV-Stelle eingegangen: Aus dem Bericht des Spitals F.____ vom 5. Juni 2019 geht hervor, dass 
sich die Versicherte vom 30. Mai 2019 bis 5. Juni 2019 aufgrund einer schweren diabetischen 
Ketoazidose (= schwerwiegende Stoffwechselentgleisung bei Insulinmangel) hospitalisiert war. 
Aufgrund der hohen Blutzuckerwerte wurde die Versicherte kurzzeitig auf der Intensivstation ver-
sorgt. Am 5. Juni 2019 konnte sie in gebessertem Allgemeinzustand wieder entlassen werden, 
 
5.2.2 Dem Arztbericht von Dr. med. M.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, vom 6. Au-
gust 2019, bei welcher die Versicherte seit Januar 2017 in Behandlung steht, ist zu entnehmen, 
dass diese seit dem 1. April 2019 bei der N.____ AG an einem geschützten Arbeitsplatz im Be-
reich Empfang und Administration für maximal 4 Stunden pro Tag arbeite (vgl. auch Schreiben 
der N.____ AG vom 14. August 2019).  
 
5.2.3 Dr. med. O.____, FMH Endikrinologie/Diabetologie und Innere Medizin, hielt in seinem 
Arztbericht vom 23. August 2019 fest, dass der Diabetes mellitus Typ 1 bei der Versicherten sehr 

 

 
 
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schwierig einzustellen und zu kontrollieren sei. Äussere Einflüsse wie z.B. grosse Hitze und 
Stresssituationen würden zu starken Schwankungen führen. Die Versicherte sei sehr bemüht, 
den Blutzucker gut zu kontrollieren.  
 
5.2.4 Dem Austrittsbericht der L.____ vom 21. Oktober 2019 ist zu entnehmen, dass die Ver-
sicherte dort aufgrund einer bipolaren affektiven Störung, gegenwärtig leichte oder mittelgradige 
Episode, vom 19. September 2019 bis 15. Oktober 2019 hospitalisiert war. Beim Eintritt habe die 
Versicherte berichtet, dass es ihr seit wenigen Tagen affektiv deutlich schlechter gehe. Ein aus-
lösendes Ereignis habe sie nicht benennen können. Im Gespräch habe sie sich mehrfach formal-
gedanklich blockiert, teils weinend, gezeigt. Sie habe vor allem unter starken Schlafproblemen 
gelitten. Zudem habe sie sich innerlich stark angespannt und nervös gefühlt sowie starke Kon-
zentrationsprobleme gehabt. Im stationären Verlauf sei die Versicherte zunehmend innerlich ru-
higer geworden und die Schlafqualität habe sich gebessert. Die Stimmung sei euthym und die 
Konzentrationsstörungen seien deutlich rückläufig gewesen.  
 
5.2.5 Dr. M.____ berichtete am 23. Oktober 2019, dass die Versicherte einmal wöchentlich in 
die Therapiestunde komme. Sie habe sich seit Behandlungsbeginn nie länger in einem euthymen 
psychischen Zustand befunden. Mittelschwere bis zum Teil schwere depressive Phasen von Wo-
chen bis Monaten würden innerhalb von Tagen in manische bis submanische Zustände wech-
seln. In schweren depressiven Zuständen werde ihr eine psychiatrische Spitex verordnet. Bei 
erheblicher Suizidalität, welche im vergangenen Jahr deutlich zugenommen habe, übernachte 
sie bei den Eltern. In depressiven Phasen würden ihre Gedanken um einen möglichen Raptus (= 
Bezeichnung für einen abrupt einsetzenden Erregungszustand) kreisen. Vor dem letzten Klini-
kaufenthalt habe sie an schweren Einschlafstörungen und nächtlichen Angstzuständen gelitten. 
Bei ihrer Untersuchung habe die Versicherte eine erheblich depressive Stimmung gezeigt. Sie 
habe unter einer Wut gelitten, habe geschrien und teilweise die Kontrolle verloren. Sie habe keine 
Zukunft mehr gesehen und habe ihr Leben als wertlos empfunden. Dr. M.____ berichtete auch, 
dass die Versicherte nach der Arbeit in der geschützten Arbeitsstätte völlig erschöpft sei. Sie sei 
kaum fähig, ihren eigenen Haushalt zu erledigen. Als psychiatrische Diagnose hielt sie eine bipo-
lare Störung, gegenwärtig mittelgradige depressive Episode, bei ausgesprochener Suizidalität 
(ICD-10 F31.3) fest. Sie betrachtete die Versicherte auf dem ersten Arbeitsmarkt für jegliche Tä-
tigkeit als vollständig arbeitsunfähig.  
 
5.2.6 Am 9. Dezember 2020 äusserte sich Dr. M.____ erneut über den psychischen Gesund-
heitszustand der Versicherten. Depressive Episoden würden immer häufiger und die Suizidalität 
bedrohlicher. Bei einer akuten Manie sei der Diabetes aufgrund des enormen Stresses instabil. 
Momentan befinde sich die Versicherte in einer submanischen Phase. Bei der Arbeit in der ge-
schützten Arbeitsstätte seien immer wieder Krankheitsunterbrüche zu verzeichnen. Aufgrund Er-
schöpfungszuständen müsse sie oft die Arbeit nach 2 Stunden aufgeben. Sie sei deshalb in ei-
nem geschützten Arbeitsumfeld höchstens zu 4 Stunden mit schwankenden Leistungen arbeits-
fähig. Eine Eingliederung in den ersten Arbeitsmarkt sei wegen der schnell wechselnden depres-
siven Phasen nicht möglich. Nach wie vor erhalte die Versicherte von ihren Eltern Hilfe bei der 
Ernährung und bei der Erledigung des Haushalts. Zudem werde sie weiterhin von der psychiatri-
schen Spitex unterstützt. Dr. M.____ legte in ihrem Bericht ausserdem den Krankheitsverlauf seit 

 

 
 
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Behandlungsbeginn dar. Aus diesem geht unter anderem hervor, dass bei der Versicherten von 
November 2019 bis März 2020 eine starke Depression bestanden habe. Nachdem im April 2020 
eine Verbesserung festzustellen gewesen sei, sei die Versicherte aufgrund eines posttraumatisch 
reaktivierenden Vorfalls am Arbeitsplatz psychisch zusammengebrochen und es sei eine Notfall-
konsultation in den L.____ erfolgt. Im August 2020 habe sie wieder ihre Arbeit aufgenommen. 
Dabei sei sie nur sehr gering belastbar gewesen. Aufgrund einer starken Erkältung sei die Versi-
cherte von ihrem Hausarzt für 2 Wochen krankgeschrieben worden. Eine Stabilisierung habe ab 
November 2020 stattgefunden. Danach sei die Präsenzzeit von 2 Stunden langsam erweitert 
worden. Da sie Gefühle von Unruhe, Schlafstörungen und Hypoglykämien gehabt habe, habe ihr 
Arbeitgeber ihr erlaubt, bei Unwohlsein zu Hause zu bleiben. Aktuell sei sie immer noch stark 
ermüdet. Sie sei reizempfindlich am Arbeitsplatz und unter Leuten. 
 
5.3 Der RAD-Arzt Dr. C.____ nahm am 21. November 2019 erstmals zu den vorliegend strit-
tigen medizinischen Fragen Stellung. Darin führte er aus, dass der Gesundheitszustand der Ver-
sicherten seit der Begutachtung bei Prof. B.____ weitgehend unverändert sei. Die Dekompensa-
tion im September 2019 habe nach einem stationären Aufenthalt wieder stabilisiert werden kön-
nen. In seiner Stellungnahme vom 10. März 2020 führte er aus, dass die von Prof. B.____ fest-
gelegte 40%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit medizinisch gut begründet sei. Es 
seien keine Hinweise vorhanden, welche an der Verwertbarkeit dieser Restarbeitsfähigkeit zwei-
feln liessen. Zum Bericht von Dr. M.____ vom 9. Dezember 2020 meinte Dr. C.____ am 26. Ja-
nuar 2021, dass sich die Versicherte im Zeitpunkt der Begutachtung durch Prof. B.____ in einer 
mittelschweren depressiven Episode befunden habe. Danach habe sie sich in einer submani-
schen Phase, welche sich ab November 2020 stabilisiert habe, befunden. Es gäbe keine Hin-
weise auf eine aktuelle Suizidalität. Die Schwankungen zwischen mittelgradig depressiv und sub-
manisch/manisch würden zu einer bipolaren affektiven Störung gehören. Dies habe Prof. B.____ 
auch ausführlich beschrieben und in ihrer Zumutbarkeitsbeurteilung berücksichtigt. Das Ab-
senzenblatt der Arbeitsstätte zeige, dass die Arbeitsausfälle seit April 2020 viel seltener gewor-
den, seien. Damit sei erstellt, dass sich Gesundheitszustand und Arbeitsfähigkeit der Versicher-
ten seit der Begutachtung durch Prof. B.____ nicht massgeblich verändert hätten. An dieser Be-
urteilung hielt Dr. C.____ in seiner Stellungnahme vom 15. März 2021 fest.  
 
6.1 Die IV-Stelle stützte sich in der angefochtenen Verfügung vom 29. Januar 2021 bei der 
Beurteilung des medizinischen Sachverhalts vollumfänglich auf die Ausführungen ihres RAD-
Arztes Dr. C.____. Sie ging demzufolge davon aus, dass sich der Gesundheitszustand der Ver-
sicherten seit der Rentenzusprache im Jahr 2018 nicht richtungsweisend verändert habe, wes-
halb es der Versicherten weiterhin zumutbar sei, auf dem ersten Arbeitsmarkt einer leidensange-
passten Tätigkeit im Umfang von 40 % nachzugehen. Wie in Erwägung 4.4 hiervor erwähnt, sind 
an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen, wenn ein Versicherungsfall ohne die 
Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden soll. Nach der bundesgerichtlichen 
Rechtsprechung ist jedoch auch eine reine Aktenbeurteilung nicht an sich als unzuverlässig zu 
beurteilen. Dem reinen Aktengutachten kann voller Beweiswert zukommen, sofern ein lückenlo-
ser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die ärztliche Beurteilung eines an sich fest-
stehenden medizinischen Sachverhalts geht. Aktengutachten sind insbesondere dann von Be-

 

 
 
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lang, wenn die relevanten Befunde mehrfach und ohne wesentlichen Widerspruch bereits erho-
ben worden sind, aber die Zuordnung zu einer Diagnose oder das Ausmass der Behinderung 
verschieden bewertet werden. In diesen Fällen kann in einem Aktengutachten das Für und Wider 
der verschiedenen Meinungen erwogen und die überwiegende Wahrscheinlichkeit für eine be-
stimmte Beurteilung deutlich gemacht werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 27. März 2008, 
8C_540/2007, E. 3.2 mit Hinweisen). Es sind allerdings bereits bei geringen Zweifeln an der Zu-
verlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen ergänzende Abklärungen vorzuneh-
men.  
 
6.2 Solche Zweifel liegen hier vor. Dr. C.____ bestätigte zwar, dass nach der Begutachtung 
durch Prof. B.____ im Herbst 2019 eine Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustan-
des der Versicherten eingetreten sei. Er verwies dabei auf den Bericht der L.____ vom 21. Okto-
ber 2019, welchem zu entnehmen ist, dass die Versicherte im September 2019 aufgrund einer 
manischen und hypomanen Episode psychisch dekompensiert habe und deswegen hospitalisiert 
gewesen sei. Er ging jedoch gestützt auf die medizinische Aktenlage davon aus, dass sich der 
psychische Zustand der Versicherten seit Klinikaustritt bzw. spätestens seit November 2020 wie-
der stabilisiert habe. Eine wesentliche Änderung des Gesundheitszustandes seit der Begutach-
tung durch Prof. B.____ sei somit seiner Meinung nach nicht eingetreten. Zudem ist er der Auf-
fassung, dass keine Hinweise auf eine Suizidalität vorlägen (vgl. Stellungnahmen vom 21. No-
vember 2019 und vom 26. Januar 2021). Dieser Ansicht kann jedoch nicht ohne weiteres beige-
pflichtet werden. Zwar befand sich die Versicherte gemäss den Ausführungen von Dr. M.____ in 
ihrem Bericht vom 9. Dezember 2020 ab November 2020 bis zur Konsultation vom 1. Dezember 
2020 in einem stabilisierten psychischen Zustand. Es darf jedoch dabei nicht übersehen werden, 
dass die Versicherte unter anderem an einer bipolaren Störung leidet, bei welcher sich die de-
pressiven und manischen bzw. submanischen Phasen abwechseln. So stellte auch Dr. C.____ 
im Rahmen der Prüfung des Gutachtens von Prof. B.____ in seiner Stellungnahme vom 5. Feb-
ruar 2018 fest, dass Phasenschwankungen beständen, welche einen erheblichen psychiatrischen 
Gesundheitsschaden darstellten. Es ist deshalb angesichts der psychischen Erkrankung der Ver-
sicherten eine Frage der Zeit, wann sich der stabile Zustand wieder ändert. Die Ausführungen 
von Dr. C.____ hinsichtlich des stabilisierten Gesundheitszustandes können deshalb nur dahin-
gehend verstanden werden, dass er der Auffassung ist, im November 2020 habe der gleiche 
psychische Zustand vorgelegen wie bei der Untersuchung durch Prof. B.____. Damals befand 
sich die Versicherte in einer mittelschweren depressiven Episode (vgl. auch Stellungnahme von 
Dr. C.____ vom 26. Januar 2021). Bei seiner Argumentation berücksichtigte Dr. C.____ jedoch 
nicht, dass die behandelnde Psychiaterin Dr. M.____ berichtete, die Phasenschwankungen seien 
seit Oktober 2019 immer häufiger und stärker geworden (vgl. Berichte vom 23. Oktober 2019 und 
9. Dezember 2020). Von schnell wechselnden Episoden war im Gutachten von Prof. B.____ noch 
keine Rede, weshalb der von der behandelnden Psychiaterin beschriebene Krankheitsverlauf als 
Anhaltspunkt für eine Verschlechterung der gesundheitlichen Situation der Versicherten angese-
hen werden muss. Dass sich der Gesundheitszustand dauerhaft verschlechtert haben könntet, 
ergibt sich auch aus dem Hinweis von Dr. M.____, wonach die Suizidalität – entgegen den Aus-
führungen von Dr. C.____ – seit 2018 erheblich zugenommen habe und bedrohlich geworden 
sei. Weiter fällt auf, dass die Versicherte in der Zwischenzeit in der Haushaltsführung erheblich 
eingeschränkt ist. Während Prof. B.____ noch beschrieb, die Versicherte könne ihren Haushalt 

 

 
 
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mehr oder weniger alleine erledigen (vgl. Gutachten, S. 20), führte Dr. M.____ aus, dass die 
Versicherte dazu seit spätestens Oktober 2019 nicht mehr fähig sei (vgl. Berichte vom 23. Okto-
ber 2019 und 9. Dezember 2020). Schliesslich ist das Vorbringen von Dr. C.____, wonach die 
Versicherte bei der Arbeit in der geschützten Arbeitsstätte seit April 2020 viel weniger Krankheits-
absenzen aufweise, nicht stichhaltig. Gemäss Auskunft der N.____ AG betrugen die Fehltage im 
Jahr 2019 36 und im Jahr 2020 34 Tage (vgl. E-Mail vom 21. April 2021). Bei dieser Sachlage 
kann nicht von einer relevanten Reduktion der Krankheitsabsenzen gesprochen werden. Damit 
liegen doch zumindest geringe Zweifel an der Beurteilung durch Dr. C.____ vor, wonach sich der 
Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin seit der Begutachtung durch Prof. B.____ nicht 
dauerhaft und erheblich verschlechtert habe. Die übrigen bei den Akten liegenden medizinischen 
Berichte sind auch nicht beweiskräftig genug, um darauf abstellen zu können. Vor diesem Hin-
tergrund stellt sich die Frage, ob die von Prof. B.____ attestierte 40%ige Arbeitsfähigkeit in einer 
Verweistätigkeit weiterhin Bestand hat. Dies auch deshalb, weil Prof. B.____ ihre Zumutbarkeits-
beurteilung prognostisch formuliert und als "möglicherweise" bezeichnet hat. Mit Blick auf die 
Tätigkeit der Versicherten in der geschützten Arbeitsstätte, welche sie gemäss den Ausführungen 
der N.____ AG und Dr. M.____ zu höchstens 4 Stunden täglich ausführen könne, scheint die 
Prognose von Prof. B.____ betreffend zumutbarer Arbeit wohl zu optimistisch gewesen zu sein.  
 
6.3 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass seit der Rentenzusprache im Jahr 2018 genü-
gend Hinweise auf eine mögliche Verschlechterung des Gesundheitszustandes mit Auswirkung 
auf die Arbeitsfähigkeit vorliegen, welche eine vertiefte verwaltungsexterne Abklärung angezeigt 
erscheinen lassen. Die angefochtene Verfügung vom 21. Januar 2021 ist deshalb aufzuheben.  
 
7. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung hat das angerufene kantonale Versiche-
rungsgericht im Regelfall selbst ein Gerichtsgutachten einzuholen, wenn es einen im Verwal-
tungsverfahren anderweitig erhobenen Sachverhalt überhaupt für gutachterlich abklärungsbe-
dürftig hält oder wenn eine Administrativexpertise in einem rechtserheblichen Punkt nicht beweis-
kräftig ist. Eine Rückweisung an die IV-Stelle ist zulässig, wenn sie allein in der notwendigen 
Erhebung einer bisher vollständig ungeklärten Frage begründet liegt oder wenn lediglich eine 
Klarstellung, Präzisierung oder Ergänzung von gutachterlichen Ausführungen erforderlich ist 
(BGE 139 V 99 E. 1.1). Da die IV-Stelle den medizinischen Sachverhalt aber unvollständig abge-
klärt hat und es nicht die Aufgabe des kantonalen Gerichts ist, im Verwaltungsverfahren ver-
säumte Abklärungen nachzuholen, steht einer Rückweisung an die IV-Stelle unter Berücksichti-
gung der zitierten Rechtsprechung des Bundesgerichts nichts entgegen. Die Angelegenheit ist 
deshalb an die IV-Stelle zurückzuweisen. Diese hat den aktuellen medizinischen Sachverhalt un-
ter Berücksichtigung der nach der Begutachtung von Prof. B.____ ergangenen medizinischen 
Berichte und unter besonderer Beachtung der revisionsrechtlichen Fragestellungen durch ein 
neutrales psychiatrisches Gutachten abklären zu lassen. Gestützt auf die Abklärungsergebnisse 
wird die IV-Stelle anschliessend über das Vorliegen eines Revisionsgrundes und damit zusam-
menhängend über den Rentenanspruch der Versicherten neu zu befinden haben. Die vorliegende 
Beschwerde ist in diesem Sinne gutzuheissen. 
 
8.1 Beim Entscheid über die Verlegung der Verfahrens- und der Parteikosten ist grundsätz-
lich auf den Prozessausgang abzustellen. Hebt das Kantonsgericht eine bei ihm angefochtene 

 

 
 
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Verfügung auf und weist es die Angelegenheit zum weiteren Vorgehen im Sinne der Erwägungen 
und zum Erlass einer neuen Verfügung an die IV-Stelle zurück, so gilt in prozessualer Hinsicht 
die Beschwerde führende Partei als (vollständig) obsiegende und die IV-Stelle als unterliegende 
Partei (BGE 137 V 57 E. 2.1 und 2.2 sowie 132 V 215 E. 6.2, je mit Hinweisen). 
 
8.2 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Be-
willigung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert 
im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1000.-- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen 
ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrenskosten 
in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- fest. Da die 
IV-Stelle unterliegende Partei ist, sind ihr die Verfahrenskosten aufzuerlegen.  
 
8.3 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Da die Versicherte obsiegende Partei ist, ist ihr eine Parteientschädigung 
zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. Der Rechtsvertreter der Versicherten hat in seiner Hono-
rarnote vom 12. August 2021 für das vorliegende Verfahren einen Zeitaufwand von 11,25 Stun-
den geltend gemacht, welcher sich in Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechts-
fragen als angemessen erweist. Dieser Aufwand ist zum in Sozialversicherungsprozessen für 
durchschnittliche Fälle zur Anwendung gelangenden Stundenansatz von Fr. 250.-- zu entschädi-
gen. Nicht zu beanstanden sind sodann die in der Honorarnote ausgewiesenen Auslagen von 
insgesamt Fr. 23.75. Der Beschwerdeführerin ist deshalb eine Parteientschädigung in der Höhe 
von Fr. 3'054.65 (11,25 Stunden à Fr. 250.-- + Auslagen von Fr. 23.75 zuzüglich 7,7 % Mehrwert-
steuer) zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. 
 
9.1 Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG) vom 17. Juni 2005 
ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht zulässig ge-
gen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Selbstständig eröffnete Zwischenentscheide 
sind – mit Ausnahme der Zwischenentscheide über die Zuständigkeit und über Ausstandsbegeh-
ren (vgl. Art. 92 BGG) – nur mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten anfechtbar, 
wenn sie einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a 
BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeiführen und 
damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren er-
sparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung handelt 
es sich bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur Aktenergänzung und 
anschliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um einen Zwischenent-
scheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BGG. Dies gilt auch für einen Rückweisungsentscheid, mit 
dem eine materielle Teilfrage (z.B. eine von mehreren materiellrechtlichen Anspruchsvorausset-
zungen) beantwortet wird (BGE 133 V 477 E. 4.2).  
 
9.2 Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es sich somit um einen Zwischen-
entscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerde in öffentlich-rechtlichen 
Angelegenheiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 93 Abs. 1 BGG genannten  

 

 
 
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Voraussetzungen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet das Bundesgericht. Die nachste-
hende Rechtsmittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. 
 
9.3  Zu ergänzen bleibt, dass nach bundesgerichtlicher Praxis die in einem Rückweisungsent-
scheid getroffene (Kosten- und) Entschädigungsregelung –  wie die Rückweisung im Hauptpunkt 
selbst –  einen Zwischenentscheid (Art. 93 Abs. 1 BGG) darstellt, der in der Regel keinen nicht 
wiedergutzumachenden Nachteil im Sinne von Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG bewirkt und damit nicht 
selbstständig beim Bundesgericht angefochten werden kann. Ihre Anfechtung ist erst mit Be-
schwerde gegen den Endentscheid möglich. Entscheidet die Instanz, an welche die Sache zu-
rückgewiesen wurde, in der Hauptsache voll zu Gunsten der Beschwerde führenden Person, so 
kann die Kosten- oder Entschädigungsregelung im Rückweisungsentscheid direkt innerhalb der 
Frist des Art. 100 BGG ab Rechtskraft des Endentscheids mit ordentlicher Beschwerde beim 
Bundesgericht angefochten werden (BGE 133 V 645 E. 2.2, bestätigt im Urteil des Bundesge-
richts vom 30. Oktober 2008, 9C_567/2008, E. 2 - 4; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 
7. November 2014, 8C_692/2014, E. 2).    
  

 

 
 
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Demgemäss wird  e r k a n n t : 
 

://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, als die angefochtene 
Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft vom 29. Januar 2021 aufge-
hoben und die Angelegenheit zur erneuten Abklärung im Sinne der Er-
wägungen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die Vorinstanz zu-
rückgewiesen wird. 

 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- werden der IV-Stelle 
Basel-Landschaft auferlegt.  

 3. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat der Beschwerdeführerin eine Partei-
entschädigung in der Höhe von Fr. 3'054.65 (inkl. Auslagen und 7,7 % 
Mehrwertsteuer) zu bezahlen. 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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