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**Case Identifier:** 00848a5f-1eb0-5232-b9bb-3e67ded82f2e
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2008-07-18
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 18.07.2008 IV 2007/134
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2007-134_2008-07-18.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2007/134

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 23.06.2020

Entscheiddatum: 18.07.2008

Entscheid Versicherungsgericht, 18.07.2008
Art. 28 Abs. 1 IVG (Fassung bis 31.12.2007). Anspruch auf Invalidenrente. 
Anforderungen an den Beweiswert von Arztberichten. Stellenwert von 
Einschätzungen von behandelnden Fachärzten und Hausärzten, die von 
einem überzeugenden unabhängigen polydisziplinären Gutachten 
abweichen. Nur psychiatrische Diagnosen relevant (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 18. Juli 2008, IV 
2007/134).

Präsident Franz Schlauri, Versicherungsrichterin Karin Huber-Studerus; 

Versicherungsrichter Martin Rutishauser, Gerichtsschreiberin Miriam Lendfers

Entscheid vom 18. Juli 2008

in Sachen

F.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Remo Maurer, LL.M., Bahnhofstrasse 15,

Postfach 252, 9450 Altstätten,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

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Rente

Sachverhalt:

A.   

A.a  F.___, Jahrgang 1967, meldete sich am 28. Dezember 2005 zum Bezug von 

Leistungen der Invalidenversicherung (IV) an und beantragte Berufsberatung, 

Arbeitsvermittlung und Rente (IV-act. 1). Ihre Hausärztin Dr. med. A.___ diagnostizierte 

im Arztbericht vom 17. Januar 2006 eine schwere depressive Episode mit 

psychotischen Symptomen und chronische Kopfschmerzen. Die Arbeitsfähigkeit 

betrage seit 1. Mai 2005 50% (IV-act. 10-1). In diesem Rahmen sei eine leichte 

Tätigkeit mit wechselnder Arbeitshaltung und ohne Verantwortung für komplexe 

Zusammenhänge zumutbar (IV-act. 10-1, 10-4). Dr. A.___ reichte ein ausführliches 

Gutachten einer konsiliarischen Untersuchung des Instituts für Assessment GmbH vom 

31. März 2005 ein. Darin wurde eine schwere depressive Episode mit psychotischen 

Symptomen diagnostiziert und die Arbeitsfähigkeit auf 0% geschätzt (IV-act. 10-5 ff.). 

Der Psychiater Dr. med. B.___ verwies im Arztbericht vom 18. Januar 2006 auf einen 

Zustand nach schwer depressiver Episode mit psychotischen Symptomen. Seit Mitte 

November 2005 sei die Beschwerdeführerin wieder voll arbeitsfähig (IV-act. 11).

A.b Die IV-Stelle gab am 5. Juni 2006 beim Ärztlichen Begutachtungsinstitut GmbH, 

Basel (ABI), eine interdisziplinäre Abklärung in Auftrag (IV-act. 16). Das Gutachten vom 

22. August 2006 nennt die Diagnose rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig 

leichte Episode (ICD-10 F33.0), sowie ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit 

Kopfschmerzen vom Spannungstyp (ICD-10 G44.2). Aus psychiatrischer Sicht bestehe 

eine maximale Einschränkung der Arbeits- bzw. Leistungsfähigkeit von 20% aufgrund 

der etwas verminderten Belastbarkeit. Aus somatischer Sicht liessen sich weder 

subjektive Beschwerden zur Kenntnis nehmen, noch objektive Befunde oder daraus 

abzuleitende Diagnosen feststellen, insbesondere keine, die die Arbeitsfähigkeit 

tangieren würden. Diese Einschätzung gelte spätestens seit Januar 2006 (IV-act. 18-10 

f.). Gestützt auf diese Beurteilung erliess die IV-Stelle am 15. Januar 2007 zwei 

Vorbescheide, in denen sie der Versicherten ankündigte, sie gedenke, Ansprüche auf 

Arbeitsvermittlung und auf Rente zu verneinen (IV-act. 24, 26). Mit Schreiben vom 

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17. Januar 2007 teilten die Versicherte und ihr Ehemann der IV-Stelle mit, sie seien mit 

der Rentenabweisung nicht einverstanden. Die Versicherte sei sicher mehr als 50% 

arbeitsunfähig (IV-act. 27). Mit zwei Verfügungen vom 22. Februar 2007 lehnte die IV-

Stelle Ansprüche der Versicherten auf Arbeitsvermittlung und Rente ab. Aufgrund des 

subjektiven Krankheitsempfindens seien Eingliederungsmassnahmen nicht 

erfolgversprechend (IV-act. 28). In der Arbeitsfähigkeit sei die Versicherte nur zu 20% 

eingeschränkt. Da der Invaliditätsgrad unter 40% liege, bestehe kein Rentenanspruch 

(IV-act. 29).

B.  

B.a Gegen die ablehnende Rentenverfügung vom 22. Februar 2007 richtet sich die in 

Vertretung der Versicherten eingereichte Beschwerde von Rechtsanwalt lic. iur. Remo 

Maurer, LL.M., vom 26. März 2007. Er beantragt die Aufhebung der Verfügung. Die 

Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin sei neu abzuklären und gestützt darauf sei die 

Invalidität neu zu berechnen. Das von der Beschwerdegegnerin in der 

Rentenbeurteilung als massgeblich betrachtete ABI-Gutachten stehe in Widerspruch 

insbesondere zur Beurteilung des Instituts für Assessment. Zudem habe es sich nicht 

vertieft mit dem zumindest als Differentialdiagnose erwähnten Verdacht auf 

posttraumatische Belastungsstörung gemäss Bericht des Instituts für Assessment 

befasst, sondern eine solche kurzerhand abgelehnt. Das ABI-Gutachten habe sich im 

Weiteren nicht mit den Feststellungen des Instituts für Assessment befasst, wonach die 

Beschwerdeführerin ihre Interessen, Hobbies, sozialen Kontakte und auch die Libido 

völlig verloren habe. Auch die Tatsache, dass die Beschwerdeführerin vor der 

Begutachtung in Basel die ihr verschriebenen Medikamente nicht eingenommen habe, 

sei zu ihren Ungunsten ausgelegt worden. Die Beschwerdeführerin mache geltend, sie 

habe vor der Fahrt nach Basel, weil sie so früh habe aufstehen müssen, vergessen, die 

Medikamente einzunehmen, eventuell auch wegen des bevorstehenden Termins schon 

etwas vorher. Es werde beantragt, zumindest Bericht darüber einzuholen, welchen 

Einfluss diese Nichteinnahme auf die im Gutachten erwähnten Serumspiegel gehabt 

habe. Schliesslich äussere sich das Gutachten auch nicht dazu, wie oft oder in welchen 

Zeiträumen sich leichtgradige und schwere depressive Störungen abwechseln würden. 

Bislang sei der Frage nicht vertieft nachgegangen worden, ob die Beschwerdeführerin 

entgegen den Ausführungen im ABI-Gutachten nicht doch einen primären 

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Krankheitsgewinn durch Konfliktbewältigung mittels Krankheit erziele. Im Vordergrund 

stehe dabei insbesondere die Vermutung, dass die Beschwerdeführerin im Grunde 

genommen nicht in die Schweiz habe auswandern wollen, sondern dies ihrem 

Ehemann zuliebe getan habe (act. G 1). Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin 

stellte dem Gericht am 12. April 2007 ein Gesuch um unentgeltliche Prozessführung 

und reichte die erforderlichen Unterlagen ein (act. G 4). Am 16. April 2007 machte er 

geltend, die Rechtsschutzversicherung der Beschwerdeführerin habe die 

Kostenübernahme verweigert (act. G 6).

B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 16. Mai 2007 

die Abweisung der Beschwerde. Das ABI-Gutachten entspreche den Anforderungen 

der Rechtsprechung. Das Ärzteteam sei zum Schluss gekommen, dass die 

Arbeitsfähigkeit zu 20% beeinträchtigt sei und dies bedingt sei durch die leichte 

depressive Episode bei einer rezidivierenden depressiven Störung. Das ABI-Gutachten 

sei aktueller als der Bericht des Instituts für Assessment und die Einschätzung der 

Arbeitsfähigkeit des ABI entspreche der des behandelnden Psychiaters (act. G 7).

B.c Der zuständige Abteilungspräsident des Versicherungsgerichts gewährte der 

Beschwerdeführerin am 18. Mai 2007 die unentgeltliche Prozessführung (Befreiung von 

den Gerichtskosten und Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung; 

act. G 9).

B.d In der Replik vom 29. Mai 2007 lässt der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin 

an den Anträgen der Beschwerde festhalten. Es scheine einigermassen verwunderlich, 

dass die Beschwerdeführerin ohne weiteres die vorher diagnostizierten traumatischen 

Belastungsstörungen verloren haben solle. Ebenfalls müsse bereits die Diagnose der 

depressiven Störung in einer leichten Episode Anlass dazu geben, sich mit der Frage 

zu beschäftigen, ob und gegebenenfalls mit welcher Wahrscheinlichkeit und in welchen 

Abständen eine Verschlimmerung der Depression zu erwarten sei. Das ABI-Gutachten 

erlaube es nicht, begründet darzulegen, weshalb die vorangehenden Diagnosen nicht 

mehr zutreffend sein sollten bzw. weshalb der momentan festgestellte Zustand stabil 

sein und sich nicht möglicherweise verschlechtern sollte (act. G 10).

B.e Mit Schreiben vom 5. Juni 2007 hält die Beschwerdegegnerin an ihrem Antrag fest 

und verweist im Übrigen auf die Ausführungen in der Beschwerdeantwort (act. G 12).

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B.f  Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin reichte mit Schreiben vom 25. Juni 

2007 einen Bericht der Psychiatrie-Dienste Süd vom 1. Juni 2007 ein (act. G 14). Mit 

Schreiben vom 16. Juli 2007 liess er dem Gericht seine Kostennote zukommen und 

verwies auf die Deckung einer Rechtsschutzversicherung in der Höhe von Fr. 1'550.- 

(act. G 15). Wegen dieser Deckung widerrief der zuständige Abteilungspräsident des 

Gerichts die bereits bewilligte unentgeltlich Prozessführung (act. G 16). Der 

Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin stellte mit Schreiben vom 20. Juli 2007 klar, 

dass die Versicherung die Deckung aus zeitlichen Gründen abgelehnt hatte. Sie habe 

die Anwaltskosten auf Antrag des Rechtsvertreters teilweise bezahlt, weil der 

abschlägige Bescheid durch Verschulden der Versicherung zu spät bei ihm 

eingegangen sei (act. G 17). Daraufhin hielt der zuständige Abteilungspräsident mit 

Schreiben vom 16. August 2007 fest, dass es sich nach erneuter Prüfung der 

Verhältnisse rechtfertige, die unentgeltliche Prozessführung doch zu bewilligen (act. G 

18).

Erwägungen:

1.   

Am 1. Januar 2008 sind mit der 5. IVG-Revision verschiedene Änderungen des 

Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) in Kraft getreten. Weil 

in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend sind, die bei 

der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 127 V 

467 Erw. 1), und weil bei der Beurteilung ferner auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses 

der streitigen Verfügung vom 22. Februar 2007 eingetretenen Sachverhalt abzustellen 

ist (BGE 121 V 366 Erw. 1b), sind vorliegend die bis zum 31. Dezember 2007 geltenden 

materiellen Bestimmungen anzuwenden.

2.   

Im vorliegenden Verfahren ist der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin zu 

überprüfen. Die Verfügung vom 22. Februar 2007, mit der ein Anspruch auf berufliche 

Massnahmen abgewiesen wurde, ist unangefochten in Rechtskraft erwachsen.

3.   

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3.1  Unter Invalidität wird bei als Gesunden voll erwerbstätigen Personen die 

voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise 

Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Erwerbsunfähigkeit 

ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit 

verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze 

oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). Der Grad der für einen allfälligen 

Rentenanspruch massgebenden Invalidität wird gemäss Art. 16 ATSG durch einen 

Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das Einkommen, das die versicherte Person 

nach dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der notwendigen und 

zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen 

könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt wird zum Einkommen, 

das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 

(Valideneinkommen). Nach Art. 28 Abs. 1 IVG in der bis 31. Dezember 2007 gültig 

gewesenen Fassung besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn der 

Versicherte mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn er 

wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so 

besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem IV-Grad von mindestens 40% 

auf eine Viertelsrente (aArt. 28 Abs. 1 IVG).

3.2  Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im 

Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung 

zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 

Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 Erw. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von 

Amtes wegen festzustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel 

eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruchs gestatten. Hinsichtlich 

des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen 

Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der 

Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der 

medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten 

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begründet sind (BGE 125 V 352 Erw. 3a). Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin 

macht zu Recht geltend, dass bei einander widersprechenden medizinischen Berichten 

das gesamte Beweismaterial gewürdigt werden muss und die Gründe anzugeben sind, 

warum auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abgestellt wird.

3.3  Im Folgenden sind die vorhandenen medizinischen Unterlagen zu würdigen.

3.3.1 Dr. med. C.___ und Dr. med. D.___ von der Psychiatrischen Klinik Wil 

diagnostizierten im Austrittsbericht vom 21. Januar 2005 eine Anpassungsstörung mit 

Angst und depressiver Reaktion und nannten differentialdiagnostisch eine 

posttraumatische Belastungsstörung mit Somatisierungsstörung (chronische 

Kopfschmerzen). Die albanische Beschwerdeführerin sei 1999 im achten Monat 

schwanger mit ihren beiden anderen Kindern nach Serbien Montenegro gereist. Sie 

habe dort während des Kosovokriegs grosse Angst, eine Frühgeburt des dritten Kinds 

mittels Kaiserschnitt in einem serbischen Krankenhaus und eine anschliessende Flucht 

nach Mazedonien erleben müssen. Bei Austritt aus der Klinik Wil sei die 

Beschwerdeführerin nicht arbeitsfähig gewesen (IV-act. 18-18).

3.3.2 Das Institut für Assessment in Zug begutachtete die Beschwerdeführerin am 

21. März 2005 im Auftrag der SWICA Gesundheitsorganisation. Die Gutachter PD 

Dr. med. E.___ und Dipl.-Psych. G.___ befassten sich eingehend und sorgfältig mit 

zahlreichen Vorakten. Anamnestisch hielten sie fest, die Beschwerdeführerin schlafe 

sehr schlecht. Sie habe häufig Albträume. Die Beziehung zu ihrem Ehemann sei nicht 

gut. Die Beschwerdeführerin habe müde und im Antrieb vermindert gewirkt. Mimik und 

Gestik seien deutlich eingeschränkt gewesen. Formale Denkstörungen seien nicht 

sicher auszuschliessen. Das inhaltliche Denken sei fixiert auf die Kriegserlebnisse im 

Kosovo und die Angst vor einem neuen Krieg. Insgesamt habe die Beschwerdeführerin 

äusserst angespannt, psychomotorisch unruhig, depressiv und ängstlich gewirkt. Im 

Test zur Erfassung der Schwere der Depression weise der Gesamtwert einen Score 

von 92 auf, der weit über der Norm von ≤ 57 liege und damit eine schwere depressive 

Verstimmung anzeige. Im State-Trait-Anxiety-Inventory habe die Beschwerdeführerin in 

der Erfassung der Zustandsangst einen Wert von 78. Dieser sei im Vergleich zur Norm 

von 38 deutlich erhöht. Die Erfassung der Angst als überdauerndes 

Persönlichkeitsmerkmal habe aufgrund der starken motorischen Unruhe und des 

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Erregungszustands der Beschwerdeführerin abgebrochen werden müssen. Die 

kognitive Leistungsfähigkeit habe sich in der Testung weit unterdurchschnittlich 

gezeigt. Die starke Angst vor einem Krieg scheine sie ganz zu beherrschen. Interessen, 

Hobbies, soziale Kontakte und auch die Libido seien nach und nach völlig verloren 

gegangen. Sie ziehe sich meist in ein Zimmer zurück und überlasse die Sorge um die 

Kinder und den Haushalt ganz dem Ehemann. Die Testergebnisse mit hohem 

Depressions- und Angstwert würden sich mit den Verhaltensbeobachtungen im 

direkten Kontakt decken. Die Gutachter stellten die Diagnose der schweren 

depressiven Episode mit psychotischen Symptomen. Die Diagnose der 

Anpassungsstörung als Anpassungsprozess an das belastende Lebensereignis im 

Kosovo 1999 sehe man in Anbetracht der langen Dauer von inzwischen sechs Jahren 

seit diesem Ereignis als nicht zutreffend. Eine posttraumatische Belastungsstörung 

könnte man diskutieren, jedoch sei der Verlauf so atypisch, dass die oben angeführte 

Diagnose (gemeint ist wohl die schwere depressive Episode mit psychotischen 

Symptomen) zu stellen sei. Um das völlige Abgleiten in eine Psychose zu verhindern 

und langfristig die Chance auf eine zumindest teilweise Wiederherstellung der 

Arbeitsfähigkeit zu ermöglichen, müsse dringend eine psychiatrisch-

psychotherapeutische Behandlung eingeleitet werden, wobei diese stationär erfolgen 

sollte. Die momentane Arbeitsunfähigkeit von 100% sei ausgewiesen. Eine zumindest 

teilweise Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit wurde nur durch eine rasche stationäre 

und später ambulant weitergeführte psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung 

als möglich erachtet (IV-act. 10-19 bis 10-28).

3.3.3 Auch die Allgemeinmedizinerin Dr. A.___ nannte im Arztbericht vom 14. Januar 

2006 die Diagnose der schweren depressiven Episode mit psychotischen Symptomen, 

schätzte die Arbeitsunfähigkeit ab 1. Mai 2005 jedoch lediglich noch auf 50% (IV-

act. 10-1). Der Psychiater Dr. B.___, bei dem die Beschwerdeführerin vom 2. Juni bis 

20. Oktober 2005 in Behandlung stand, schätzte im Bericht vom 18. Januar 2005 

(richtig: 2006) die Arbeitsunfähigkeit bis 15. November 2005 auf 50% und 

anschliessend auf 0%. Er erwähnte, bei der einfach strukturierten Beschwerdeführerin 

bestehe geringe Motivation, einer Beschäftigung nachzugehen resp. der Wunsch, als 

Hausfrau zuhause bei den Kindern zu sein (IV-act. 11-2). Im Bericht vom 26. Juni 2005 

hatte er noch die Diagnose der schweren depressiven Episode mit psychotischen 

Symptomen genannt und differentialdiagnostisch eine schizoaffektive Störung erwähnt. 

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Einen Arbeitsversuch im 50%-Pensum hatte er als möglich bezeichnet, abhängig vom 

Verlauf der weiteren Behandlung (IV-act. 10-30 f.).

3.3.4 Das ABI begutachtete die Beschwerdeführerin am 10. Juli 2006. Der 

begutachtende Psychiater Dr. med. H.___ hielt die Angaben der Beschwerdeführerin 

fest, wonach ihr Ehemann sehr hilfsbereit sei. Etwa ein Jahr zuvor habe sie mit ihm 

nicht mehr sprechen können, habe keine Gefühle mehr für ihn empfunden. Dies habe 

sich jetzt gebessert. Allerdings habe sie das Interesse an sexuellen Kontakten verloren. 

Ein Jahr zuvor habe sie auch schlecht schlafen können, dies gehe jetzt wesentlich 

besser. Nach ihren Angaben habe sie anfangs 2005 unter schweren depressiven 

Verstimmungen gelitten. Bei der aktuellen Untersuchung sei sie leicht depressiv 

gewesen, so die Einschätzung von Dr. H.___. Zur Dolmetscherin habe sie einen guten 

affektiven Kontakt aufgenommen, habe lebhaft mit unauffälliger Mimik und Gestik über 

ihre Beeinträchtigungen berichtet. Diagnostisch handle es sich um eine rezidivierende 

depressive Störung, die gegenwärtig leichtgradig ausgebildet sei. Eine 

posttraumatische Belastungsstörung könne nicht diagnostiziert werden. Die 

Beschwerdeführerin sei zwar während einiger Tage in ihrer Heimat psychisch belastet 

gewesen, als ihr Dorf von Serben belagert worden sei. Dies habe bei der Schwangeren 

einen vorzeitigen Blasensprung ausgelöst. Sie habe sich aber nie in Gefangenschaft 

befunden und sei nie körperlich misshandelt worden. Die damaligen Ereignisse hätten 

sich ihr nicht aufgedrängt, sie leide auch nicht unter entsprechenden Angstträumen. 

Weder seien die Voraussetzungen noch die Symptome für die Diagnose einer 

posttraumatischen Belastungsstörung vorhanden (IV-act. 18-9).

3.4  Die vorhandenen medizinischen Unterlagen lassen das Vorliegen einer 

posttraumatischen Belastungsstörung tatsächlich als unwahrscheinlich erscheinen. 

Zwar ist durchaus nachvollziehbar, dass die Umstände der Geburt des jüngsten Kindes 

in einem serbischen Spital, die Sorge um ihre Familie und nach der Geburt der 

beschwerliche Weg nach Mazedonien für die Beschwerdeführerin sehr belastende 

Erlebnisse waren. Sowohl das ABI als auch das Institut für Assessment begründen 

aber in nachvollziehbarer Weise, dass diese Ereignisse überwiegend wahrscheinlich 

keine posttraumatische Belastungsstörung ausgelöst haben. Das Institut für 

Assessment wies darauf hin, der Verlauf (ausgeprägte behandlungsbedürftige 

Symptome und Arbeitsausfall erst zwei Jahre nach dem belastenden Ereignis, keine 

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eindeutig auszumachenden Flashbacks, im Gespräch kein vermindertes, sondern 

aufsuchendes Verhalten kriegsbezogener Themen, psychotische Anzeichen) würde 

eine posttraumatische Belastungsstörung nicht nahelegen (IV-act. 10-27). Gemäss den 

klinisch-diagnostischen Leitlinien der von der Weltgesundheitsorganisation 

herausgegebenen internationalen Klassifikation psychischer Störungen soll die 

Diagnose der posttraumatischen Belastungsstörung nur gestellt werden, wenn die 

Störung innerhalb von sechs Monaten nach einem traumatisierenden Ereignis von 

aussergewöhnlicher Schwere aufgetreten ist. Eine "wahrscheinliche" Diagnose könne 

auch dann gestellt werden, wenn der Abstand zwischen dem Ereignis und dem Beginn 

der Störung mehr als sechs Monate betrage, vorausgesetzt, die klinischen Merkmale 

seien typisch, und es könne keine andere Diagnose (wie Angst- oder Zwangsstörung 

oder depressive Episode) gestellt werden (Dilling/Mombour/Schmidt [Hrsg.], 

Internationale Klassifikation psychischer Störungen. ICD-10 Kapitel V (F). Klinisch-

diagnostische Leitlinien, 5. Aufl., Bern 2005, S. 170). Vor diesem Hintergrund erscheint 

die Beurteilung der Gutachter des Instituts für Assessment und des ABI, eine 

posttraumatische Belastungsstörung liege wohl nicht vor, als überzeugend. Der von 

Dr. med. I.___ am 14. Dezember 2004 geäusserte Verdacht auf eine posttraumatische 

Belastungsstörung konnte jedenfalls nicht bestätigt werden. Er erwähnte zwar offenbar, 

die Beschwerdeführerin habe von Flashbacks, Albträumen, erhöhter Reizbarkeit und 

körperlichen Missempfindungen berichtet (vgl. die Wiedergabe in IV-act. 10-14). Die 

Gutachter des Instituts für Assessment konnten hingegen im Gespräch Flashbacks 

nicht eindeutig ausmachen und berichteten auch im Übrigen von einem für eine 

posttraumatische Belastungsstörung derart atypischen Verlauf, dass sie diese 

Diagnose ausschlossen. Im Zeitpunkt der ABI-Begutachtung hatte die 

Beschwerdeführerin offenbar keine Albträume mehr. Auch die behandelnden Ärzte 

erwähnten kaum Anzeichen für eine posttraumatische Belastungsstörung. Vor diesem 

Hintergrund ist überwiegend wahrscheinlich, dass bei der Beschwerdeführerin keine 

posttraumatische Belastungsstörung vorliegt bzw. vorlag.

3.5  Insgesamt weisen die medizinischen Akten auf eine Verbesserung des 

Gesundheitszustands der Beschwerdeführerin seit der Begutachtung durch das Institut 

für Assessment im März 2005 hin. An die Stelle einer schweren ist eine leichte 

depressive Episode getreten. Die Hausärztin schätzte die Arbeitsunfähigkeit ab 1. Mai 

2005 lediglich noch auf 50% (IV-act. 10-1). Der behandelnde Psychiater Dr. B.___ ging 

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für Juni 2005 bis 15. November 2005 ebenfalls von einer Arbeitsunfähigkeit von 50% 

aus und berichtete für diese Zeit von einer schweren depressiven Episode mit 

psychotischen Symptomen. Ab Mitte November 2005 nannte er jedoch keine 

psychiatrische Diagnose mehr und hielt die Beschwerdeführerin nicht mehr für in der 

Arbeitsfähigkeit eingeschränkt (IV-act. 10-30; 11-1). Anlässlich der Begutachtung durch 

das ABI berichtete die Beschwerdeführerin selbst von spürbaren Verbesserungen; so 

bereitete ihr offenbar der Schlaf keine Probleme mehr. Anders als gegenüber den 

Gutachtern des Instituts für Assessment berichtete sie auch nicht mehr von Albträumen 

(IV-act. 10-20; 18-9). Die Beziehung zu ihrem Ehemann hatte sich gemäss ihren 

Angaben deutlich verbessert, sie beschrieb ihn als sehr hilfsbereit. Ihre Gefühlslage ihm 

gegenüber habe sich verbessert. Sie sagte aus, regelmässig spazieren zu gehen und 

fern zu sehen (IV-act. 18-6 f.). Noch im März 2005 hatte sie demgegenüber angegeben, 

nicht fernsehen zu können, weil ihr die Bilder Angst machen würden. Früher sei sie 

gern spazieren gegangen, doch heute - im März 2005 - mache ihr nichts mehr Freude 

(IV-act. 10-21). Während die Gutachter des Instituts für Assessment noch eine deutlich 

eingeschränkte Mimik und Gestik beobachtet hatten (IV-act. 10-22), berichteten die 

ABI-Gutachter von einer lebhaften Unterhaltung mit der Dolmetscherin mit 

ausgeprägter Mimik und Gestik (IV-act. 18-8). Insgesamt präsentierte sich die 

Beschwerdeführerin bei der ABI-Begutachtung offensichtlich in einem deutlich 

besseren Zustand als noch ein Jahr und knapp vier Monate zuvor bei der 

Begutachtung im Institut für Assessment.

3.6  Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin beantragt in der Beschwerde, es sei 

Bericht darüber einzuholen, welchen Einfluss die Nichteinnahme der Antidepressiva auf 

die im Gutachten erwähnten Serumspiegel gehabt habe (act. G 1, S. 4). Insofern im 

ABI-Gutachten eine Bestätigung der klinischen Feststellungen darin gesehen wird, 

dass eine Serumspiegelmessung das Unterlassen der angegebenen 

Medikamenteneinnahme gezeigt habe, ist darauf hinzuweisen, dass diese Annahme 

offenbar nur mit besonderer Vorsicht getroffen werden kann. Nach Auffassung von 

John J. Mann kann der Blutspiegel aus individuellen Gründen um einen Faktor 20 

variieren (Mann John J., Drug Therapy. The Medical Management of Depression, in: 

The New England Journal of Medicine, Massachusetts Medical Society, Beitrag vom 

27. Oktober 2005, S. 1829). Auf weitere in diese Richtung zielende Erhebungen kann 

jedoch verzichtet werden, weil selbst die ABI-Gutachter dem Ergebnis der 

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Blutserumkontrolle nicht zentrale Bedeutung beigemessen, sondern dieses lediglich in 

die Gesamtwürdigung miteinbezogen haben. Eine Würdigung der medizinischen 

Aktenlage ergibt vorliegend, dass dem Ergebnis der ABI-Begutachtung gefolgt werden 

kann.

3.7  Im Licht der Aktenlage besteht entgegen der Ansicht des Rechtsvertreters kein 

Grund zur Annahme eines ausgeprägten, therapeutisch nicht mehr angehbaren 

primären Krankheitsgewinns, also einer Entlastung vom Konfliktdruck und einer 

Bindung von Angst durch Symptombildung (Pschyrembel, 260. Aufl., Berlin 2004, 

S. 984). Der ABI-Gutachter Dr. H.___ hielt explizit fest, es lägen keine Hinweise auf 

unbewusste Konflikte vor, ein primärer Krankheitsgewinn sei nicht vorhanden (IV-

act. 18-9). Auch die übrigen medizinischen Akten lassen nicht auf einen ausgeprägten 

primären Krankheitsgewinn schliessen. Mangels gegenteiliger ausgeprägter Befunde 

kann die zumutbare Willensanstrengung der Beschwerdeführerin zur Überwindung der 

Beschwerden nicht verneint werden. Selbst wenn von einem primären 

Krankheitsgewinn auszugehen wäre, liesse dies allein noch nicht auf eine 

rentenrelevante Invalidität schliessen.

3.8   

3.8.1 Am 1. Juni 2007, also mehrere Monate nach Erlass der angefochtenen Verfügung, 

wandten sich die Psychiatrie-Dienste Süd an den Rechtsvertreter der 

Beschwerdeführerin und gaben an, diese sei seit Ende Januar 2007 bei ihnen in 

Behandlung. Zum Eintrittsgespräch habe sie eine mittelgradige depressive Episode 

präsentiert. Im Weiteren liege eine posttraumatische Belastungsstörung nach 

Kriegserlebnissen vor. Seit Behandlungsbeginn am 31. Januar 2007 bestehe eine 

Arbeitsfähigkeit von 0% (act. G 14.1).

3.8.2 Im mehrfach bestätigten Entscheid I 783/05 vom 18. April 2006 hielt das 

Bundesgericht in Erw. 2.2 fest, die psychiatrische Exploration könne von der Natur der 

Sache her nicht ermessensfrei erfolgen. Sie eröffne dem begutachtenden Psychiater 

deshalb praktisch immer einen gewissen Spielraum, innerhalb dessen verschiedene 

medizinisch-psychiatrische Interpretationen möglich, zulässig und zu respektieren 

seien, sofern der Experte lege artis vorgegangen sei (vgl. die Leitlinien der 

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Schweizerischen Gesellschaft für Versicherungspsychiatrie für die Begutachtung 

psychischer Störungen, in: SAeZ 2004 S. 1050 f.). Zu beachten sei auch die Divergenz 

von medizinischem Behandlungs- und Abklärungsauftrag. Das Bundesgericht will u.a. 

der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass Hausärzte mitunter wegen ihrer 

auftragsrechtlichen Vertrauensstellung im Zweifel eher zu Gunsten ihrer Patienten 

aussagen. Im Hinblick auf einen möglichen Ziel- und Interessenkonflikt (Behandlung 

versus Begutachtung) gilt das auch für Spezialärzte. Namentlich in umstrittenen Fällen 

kann nicht ohne weiteres auf die Angaben eines behandelnden Spezialarztes abgestellt 

werden (I 814/03 vom 5. April 2004, Erw. 2.4.2). Aus diesen Gründen schliesst das 

Bundesgericht, es könne nicht angehen, eine medizinische Administrativ- oder 

Gerichtsexpertise stets dann in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen 

zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu unterschiedlichen Einschätzungen 

gelangten oder an vorgängig geäusserten abweichenden Auffassungen festhielten. 

Anders verhalte es sich hingegen, wenn die behandelnden Ärzte objektiv feststellbare 

Gesichtspunkte vorbrächten, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt geblieben 

seien und sich eigneten, zu einer abweichenden Beurteilung zu führen (vgl. auch etwa 

I 663/05 vom 27. November 2006, Erw. 2.2.2; U 58/06 vom 2. August 2006, Erw. 2.2 in 

fine). – Solche Überlegungen sind bei Kontroversen zwischen Gutachter und 

behandelndem Arzt oder Spezialarzt geeignet, beim richterlichen Entscheid über die 

Überzeugungskraft eines Gutachtens den Ausschlag zu geben. Dass deswegen im 

Sinn einer starren Beweisregel die Infragestellung einer angezweifelten Expertise 

ausgeschlossen und die freie Beweiswürdigung eingeschränkt wäre, ist daraus nicht zu 

schliessen (Urteil des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen IV 2007/53 vom 

18. März 2008, Erw. 2.4.3). Es ist gerichtsnotorisch, dass im heutigen 

Begutachtungswesen kein generelles fachliches Kompetenzgefälle zwischen 

Gutachtern und behandelnden Ärzten vorhanden ist. Daher sind Gutachten nicht per se 

beweisend, gleichgültig, ob sie angefochten sind oder nicht. Selbst wenn ein 

behandelnder Arzt keine neuen, objektiv feststellbaren Gesichtspunkte vorbringt, kann 

seine abweichende Beurteilung beim Richter derartige Zweifel an der Schlüssigkeit 

eines Gutachtens aufkommen lassen, dass er darauf nicht abstellen darf (Urteil des 

Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen IV 2006/162 vom 11. Oktober 2007, 

Erw. 3f).

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Dies ist vorliegend in Bezug auf den Bericht der Psychiatrie-Dienste Süd vom 1. Juni 

2007 nicht der Fall. Die Einschätzung ist kurz und nur unzureichend begründet. Eine 

Auseinandersetzung mit Vorakten und abweichenden Meinungen findet nicht statt. 

Nicht erläutert wird zudem, weshalb eine posttraumatische Belastungsstörung 

vorliegen sollte; dies wurde wie erwähnt vom Institut für Assessment und vom ABI 

nachvollziehbar als unwahrscheinlich bezeichnet. Insgesamt kann man sich des 

Eindrucks nicht erwehren, dass die behandelnden Ärzte der Psychiatrie-Dienste Süd ihr 

Urteil stark unter dem Eindruck ihrer therapeutischen Bemühungen abgaben. Ihre vom 

ABI-Gutachten abweichende Einschätzung vermag an der Schlüssigkeit des 

Gutachtens keine derartigen Zweifel auszulösen, dass nicht darauf abgestellt werden 

könnte.

4.   

4.1  Insgesamt erscheint es zwar als gegeben, dass die Beschwerdeführerin eine 

schwere depressive Episode durchmachte. Die Feststellungen des ABI sowie von 

Dr. B.___ lassen jedoch darauf schliessen, dass eine solche nicht länger anhielt und 

sich im hier massgebenden Zeitraum deutlich gebessert hat.

4.2  Entgegen der Ansicht des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin erscheint es 

nicht als zielführend, das ABI oder ein anderes Begutachtungsteam zu beauftragen, 

sich mit der Frage zu beschäftigen, ob und gegebenenfalls mit welcher 

Wahrscheinlichkeit und in welchen Abständen eine Verschlimmerung der Depression 

zu erwarten ist. Ein Psychiater wird derartige hypothetische zukünftige Verläufe nicht 

zuverlässig abschätzen können. Selbst wenn dies jedoch gelänge, entstünde keine 

taugliche Grundlage für eine Rentenzusprache. Sollte sich der Gesundheitszustand der 

Beschwerdeführerin dauerhaft und wesentlich verschlechtern, so steht es ihr 

selbstverständlich frei, sich erneut bei der IV-Stelle anzumelden.

4.3  Der Hinweis des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin in der Replik, seine 

Klientin befinde sich nach ihrer Auffassung wieder in einer schweren depressiven 

Phase, macht keine neue Begutachtung notwendig. Bereits das ABI führte aus, dass 

sich die Beschwerdeführerin nicht mehr arbeitsfähig fühle, wobei sie als Grund ihre 

Kopfschmerzen und ihre verminderte Belastbarkeit nenne. Die subjektive Krankheits- 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/16

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und Behinderungsüberzeugung genüge aber nicht, um daraus aus psychiatrischer 

Sicht eine Arbeitsunfähigkeit in einem über 20% liegenden Ausmass ableiten zu 

können (IV-act. 18-9). Dr. B.___ erwähnte, die Beschwerdeführerin sei einfach 

strukturiert und habe geringe Motivation, einer Beschäftigung nachzugehen resp. den 

Wunsch, zuhause bei den Kindern zu sein (IV-act. 11-2). Die Selbsteinschätzung der 

Beschwerdeführerin, die sich seit Jahren als vollständig arbeitsunfähig betrachtet, ist 

nicht massgebend, sodass deswegen keine neue Begutachtung in Auftrag zu geben 

ist.

5.   

5.1  Gemäss den obenstehenden Erwägungen ist die angefochtene Verfügung nicht zu 

beanstanden und die Beschwerde abzuweisen. Bei einer Arbeitsunfähigkeit von 

maximal 20% erreicht die Beschwerdeführerin keine rentenbegründende Invalidität von 

mindestens 40%.

5.2   

5.2.1 Der Beschwerdeführerin wurde die unentgeltliche Rechtspflege und 

Rechtsverbeiständung am 18. Mai 2007 bzw. 16. August 2007 (act. G 9; G 18) bewilligt. 

Wenn die wirtschaftlichen Verhältnisse der Beschwerdeführerin es gestatten, kann sie 

jedoch zur Nachzahlung der Gerichtskosten, der Auslagen für die Vertretung und der 

vom Staat entschädigten Parteikosten verpflichtet werden (Art. 288 Abs. 1 ZPO/SG 

i.V.m. Art. 99 Abs. 2 VRP/SG).

5.2.2 Der unterliegenden Beschwerdeführerin sind die Gerichtskosten in der Höhe von 

Fr. 600.- aufzuerlegen. Zufolge unentgeltlicher Rechtspflege ist sie von der Bezahlung 

zu befreien.

5.2.3 Der Staat ist zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung zu verpflichten, für die 

Kosten der Rechtsvertretung der Beschwerdeführerin aufzukommen, soweit diese nicht 

anderweitig gedeckt sind. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat am 16. Juli 

2007 eine Kostennote eingereicht, in der er ein Honorar von Fr. 2'700.- geltend macht 

und davon die Zahlung der Rechtsschutzversicherung der Beschwerdeführerin von 

Fr. 1'550.- in Abzug bringt (act. G 15.1). Im Rahmen der unentgeltlichen 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/16

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Prozessführung ist das Resthonorar von Fr. 1'150.- um 20% zu reduzieren (Art. 31 

Abs. 3 des Anwaltsgesetzes/SG), was ein reduziertes Honorar von Fr. 920.- ergibt. 

Zuzüglich den geltend gemachten Barauslagen von Fr. 81.50 und 7.6% 

Mehrwertsteuer (Fr. 76.10) ergibt sich eine Entschädigung von insgesamt Fr. 1'077.60.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

entschieden:

1.  Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.  Die Beschwerdeführerin wird im Sinne der Erwägungen von der Bezahlung der 

Gerichtskosten von Fr. 600.- befreit.

3.  Der Staat hat den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers mit Fr. 1'077.60

(inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 18.07.2008
	Art. 28 Abs. 1 IVG (Fassung bis 31.12.2007). Anspruch auf Invalidenrente. Anforderungen an den Beweiswert von Arztberichten. Stellenwert von Einschätzungen von behandelnden Fachärzten und Hausärzten, die von einem überzeugenden unabhängigen polydisziplinären Gutachten abweichen. Nur psychiatrische Diagnosen relevant (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 18. Juli 2008, IV 2007/134).

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