# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 047620b6-fe5e-5e0a-8154-0a2f7d90e305
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-06-16
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 16.06.2023 S 2023 25
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2023-25_2023-06-16.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 23 25

3. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz Pedretti

RichterIn von Salis, Audétat

Aktuar Ott

URTEIL

vom 16. Juni 2023

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____, 

vertreten durch Rechtsanwalt Prof. Dr. iur. Hardy Landolt, 

Beschwerdeführer

gegen

Sozialversicherungsanstalt des Kantons Graubünden, 

Beschwerdegegnerin

betreffend IV-Rente

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I. Sachverhalt:

1. A._____ (Jahrgang 1984) war als Hilfsarbeiter in einem Gipsergeschäft 

und zuletzt als Produktionsmitarbeiter Fleischwaren bei der B._____ AG 

tätig. Am 8. August 2012 erlitt er einen Unfall, bei welchem er sich eine 

Knieverletzung zuzog. Mit gleichentags erstattetem Bericht diagnostizierte 

Dr. med. C._____ namentlich eine Kniedistorsion beidseits. Bei 

persistierenden Beschwerden am linken Knie wurde am 16. Juli 2014 eine 

arthroskopische Knorpelglättung, Plica-Resektion und Synovialablation 

durchgeführt. Danach zeigte sich ein protrahierter Verlauf. Im 

Austrittsbericht der Rehaklinik D._____ vom 12. Februar 2015 zu dem 

zuvor stattgehabten mehrwöchigen Aufenthalt wurde eine leichte, 

wechselbelastende Arbeit für ganztags zumutbar erachtet. Mit Bericht vom 

30. Juni 2015 fand Kreisarzt Dr. med. E._____ bei guter Kniebeweglichkeit 

keine wesentlichen objektiven Zeichen für erhebliche Restfolgen des 

Unfallereignisses. Im Vordergrund stünden die Muskelatrophie im 

Oberschenkel und das chronifizierte Schmerzsyndrom. Die IV-Stelle ging 

von einer vollumfänglichen Arbeitsfähigkeit in einer 

behinderungsgerechten Tätigkeit aus und verneinte mit Verfügung vom 

2. Juni 2016 einen Anspruch auf eine Invalidenrente. Dieser Entscheid 

erwuchs unangefochten in Rechtskraft. 

2. Auf das im Mai 2017 gestellte Leistungsbegehren trat die IV-Stelle 

mangels Glaubhaftmachung eines verschlechterten Gesundheitszustands 

mit Verfügung vom 19. September 2017 nicht ein. Auch dieser Entscheid 

ist in Rechtskraft erwachsen.

3. In der Folge meldete sich A._____ im September 2020 erneut zum 

Leistungsbezug an, nachdem seit März 2020 Schmerzen im Bereich des 

Schultergürtels links aufgetreten waren und er ab dem 16. April 2020 nach 

einem Beckentrauma am Tag zuvor zu 100 % arbeitsunfähig geschrieben 

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worden war. Die IV-Stelle tätigte erwerbliche und medizinische 

Abklärungen. Mit Bericht vom 4. Oktober 2020 wies Hausarzt Dr. med. 

F._____ eine Periarthropathia humeroscapularis tendinopathica beidseits 

linksbetont mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit aus. Er attestierte 

eine Arbeitsunfähigkeit von 75 % ab August 2020 und hielt nach 

Stabilisierung des Gesundheitszustands eine körperlich leichte, 

wechselbelastende Tätigkeit mit wenig Arbeiten über Kopf und ohne 

Arbeiten in gebückter Stellung für möglich.

4. Mit Mitteilung vom 1. Juli 2021 sprach die IV-Stelle A._____ Beratung und 

Unterstützung bei der Stellensuche zu. Ab dem 29. Juni 2021 nahm er an 

einer Vorbereitungsmassnahme bei der Institution T._____ teil (vgl. 

Mitteilung vom 5. Juli 2021), welche bis zum 31. Oktober 2021 verlängert 

wurde (vgl. Mitteilung vom 30. September 2021). Dabei erreichte er eine 

tägliche Präsenzzeit von sechs Stunden an fünf Tagen pro Woche. Am 3. 

Januar 2022 wurde die Arbeitsvermittlung abgeschlossen.

5. Daraufhin veranlasste die IV-Stelle eine polydisziplinäre Begutachtung 

von A._____ in den Fachgebieten Allgemeine Innere Medizin, Orthopädie 

und Psychiatrie samt Durchführung einer Evaluation der funktionellen 

Leistungsfähigkeit (EFL) in der Klinik G._____. Der Begutachtungsauftrag 

wurde der estimed AG zugeteilt (nachfolgend estimed-Gutachten). In der 

am 24. Juni 2022 erstatteten Expertisen wiesen die Gutachterin und 

Gutachter einen chronischen Knieschmerz links mit Auswirkungen auf die 

Arbeitsfähigkeit aus. Ohne Einfluss darauf sei namentlich eine 

Periarthropathia humeroscapularis tendinopathica beidseits linksbetont 

bei muskulärer Dysbalance im Schulter-Nacken-Bereich. Während sie die 

angestammte Tätigkeit als Produktionsmitarbeiter für aufgehoben 

befanden, wiesen sie in leidensangepassten Tätigkeiten eine 

Arbeitsfähigkeit von 90 % aus.

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6. Mit Vorbescheid vom 1. Dezember 2022 stellte die IV-Stelle A._____ die 

Abweisung seines Leistungsbegehrens in Aussicht. Zum 

Abklärungsergebnis hielt sie namentlich fest, die zuletzt ausgeübte 

Tätigkeit als Produktionsmitarbeiter Fleischwaren sei gesundheitsbedingt 

nicht mehr zumutbar. In einer leidensangepassten, leichten bis 

mittelschweren, wechselbelastenden Tätigkeit mit wenig Arbeiten über 

Schulterhöhe, im Bücken oder mit Heben von Lasten bis 15 kg bestehe 

aber eine Arbeitsfähigkeit von 100 %. In Gegenüberstellung des 

Einkommens ohne gesundheitliche Beeinträchtigungen von CHF 59'095.-- 

und dem gestützt auf die Tabellenlöhne der Lohnstrukturerhebung (LSE) 

des Bundesamts für Statistik (BfS) ermittelten Einkommen mit Invalidität 

von CHF 66'340.-- resultiere per 2022 ein Invaliditätsgrad von 0 %. Da 

dieser somit unter 40 % liege, bestehe kein Anspruch auf 

Rentenleistungen. Dagegen erhob A._____ am 9. Januar 2023 vorsorglich 

und am 26. Januar 2023 einen begründeten Einwand. Mit Verfügung vom 

3. Februar 2023 entschied die IV-Stelle wie vorbeschieden und verneinte 

in Abweisung des Leistungsbegehrens einen Anspruch von A._____ auf 

eine Invalidenrente.

7. Dagegen liess A._____ (nachfolgend Beschwerdeführer) am 28. Februar 

2023 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden 

erheben und in Aufhebung der Verfügung vom 3. Februar 2023 

beantragen, ihm sei unter Berücksichtigung der gesetzlichen Wartefristen 

eine ganze Invalidenrente zuzusprechen. Eventualiter sei die 

Angelegenheit an die IV-Stelle zurückzuweisen. In prozessualer Hinsicht 

ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und 

Verbeiständung. Zur Begründung brachte er im Wesentlichen vor, er 

bestreite, dass bei ihm keine rentenbegründende Invalidität bzw. sogar 

eine negative Invalidität vorliegen soll. Es sei nicht nachvollziehbar bzw. 

geradezu absurd, wenn das Erwerbseinkommen mit Invalidität über dem 

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Valideneinkommen liege. Seit dem letzten rentenablehnenden Entscheid 

seien psychische Beeinträchtigungen hinzugetreten, wobei er nach 

Ansicht seiner Behandler stärker eingeschränkt sei als aus dem Gutachten 

hervorgehe. Zudem sei nicht nachvollziehbar, weshalb er in geeigneten 

Verweisungstätigkeiten zu 100 % leistungsfähig sein soll, wenn die 

Gutachter gleichzeitig eine Arbeitstätigkeit im Umfang von 30 % auf dem 

zweiten Arbeitsmarkt empfehlen würden. Ausserdem sei die 

Verwertbarkeit der Arbeitsfähigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt im 

aktuellen Zeitpunkt nicht vorhanden. Daher sei ihm eine ganze 

Invalidenrente zuzusprechen.

8. Die IV-Stelle (nachfolgend Beschwerdegegnerin) schloss in der 

Vernehmlassung vom 3. April 2023 auf Abweisung der Beschwerde und 

nahm in ablehnender Weise zu den Vorbringen in der Beschwerde 

Stellung.

9. Der Beschwerdeführer replizierte am 8. Mai 2023 bei unveränderten 

Anträgen. 

10. Die Beschwerdegegnerin verzichtete mit Eingabe vom 22. Mai 2023 auf 

die Einreichung einer Duplik.

Auf die weiteren Vorbringen der Parteien in den Rechtschriften, die 

angefochtene Verfügung vom 3. Februar 2023 sowie die weiteren Akten 

wird, sofern erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

II. Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen die Verfügung der IV-

Stelle des Kantons Graubünden vom 3. Februar 2023. Eine solche 

Anordnung, die laut Bundesrecht der Beschwerde an das 

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Versicherungsgericht am Ort der verfügenden IV-Stelle unterliegt, kann 

beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden als dem örtlich und 

sachlich zuständigen Versicherungsgericht angefochten werden (vgl. 

Art. 49 Abs. 2 lit. a des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRG; 

BR 370.100] i.V.m. Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die 

Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20] sowie Art. 57 des 

Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Als formeller und 

materieller Verfügungsadressat ist der Beschwerdeführer von der 

angefochtenen Verfügung unmittelbar betroffen und hat ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung. Er ist somit 

zur Beschwerdeerhebung legitimiert (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 59 

ATSG). Die Beschwerde wurde zudem frist- und auch formgerecht 

eingereicht (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 60 Abs. 1 und 2 ATSG, Art. 38 f. 

sowie Art. 61 lit. b ATSG). Darauf ist somit einzutreten.

2.1. Streitgegenstand bildet vorliegend die Frage, ob die Beschwerdegegnerin 

zu Recht einen Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente 

verneint hat. Dieser entstünde angesichts der Anmeldung im September 

2020 gestützt auf Art. 29 Abs. 1 IVG frühestens ab dem 1. März 2021 (d.h. 

sechs Monate nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs), sofern bis 

dahin das Wartejahr erfüllt ist (Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG). Diesbezüglich ist 

den Akten zu entnehmen, dass dem Beschwerdeführer eine seit dem 

16. April 2020 bestehende, durchgehende Arbeitsunfähigkeit in der 

bisherigen Tätigkeit von 100 % bzw. 75 % bescheinigt wurde. Demnach 

ist das Wartejahr in Übereinstimmung mit der Beschwerdegegnerin als im 

April 2021 erfüllt zu betrachten. Hinsichtlich des Rentenanspruchs ist 

allerdings zu berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer während der 

Eingliederungsmassnahme vom 29. Juni 2021 bis zum 31. Oktober 2021 

ein Taggeld bezog, weshalb er für diesen Zeitraum ohnehin keinen 

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Anspruch auf eine Invalidenrente hat (vgl. Art. 29 Abs. 2 IVG und Art. 43 

Abs. 2 IVG; BGE 126 V 241 E.5; Urteile des Bundesgerichts 9C_380/2021 

vom 31. Januar 2022 E.5.1, 9C_689/2019 vom 20. Dezember 2019 E.3.1 

ff., 9C_450/2019 vom 14. November 2019 E.3.3.1 f., 8C_202/2015 vom 

21. Mai 2015 E.2 und 9C_672/2008 vom 23. Oktober 2008 E.4.2; 

MEYER/REICHMUTH, in: Stauffer/Cardinaux [Hrsg.], Rechtsprechung des 

Bundesgericht zum Bundesgesetz über die Invalidenversicherung [IVG], 

4. Aufl., Zürich/Genf 2022, Art. 22 Rz. 15, Art. 29 Rz. 10 ff. und Art. 43 

Rz. 2).

2.2. Uneinigkeit unter den Parteien herrscht insbesondere hinsichtlich der 

Bemessung der Vergleichseinkommen und dabei bezüglich der 

(Rest-)Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers insbesondere in 

leidensangepasster Tätigkeit, der Höhe der Vergleichseinkommen und der 

Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen 

Arbeitsmarkt.

2.3. In Bezug auf das anwendbare Recht ist festzuhalten, dass seit dem 

1. Januar 2022 die revidierten Bestimmungen des IVG (sowie des ATSG) 

und der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) in 

Kraft sind (Weiterentwicklung der IV). Da der hier umstrittene 

Rentenanspruch seine Begründung jedoch noch vor dem 1. Januar 2022 

fände, sind die bis zum 31. Dezember 2021 gültig gewesenen 

Bestimmungen massgebend (vgl. Übergangsbestimmungen des IVG zur 

Änderung vom 19. Juni 2020; Kreisschreiben des Bundesamts für 

Sozialversicherungen [BSV] über Invalidität und Rente in der 

Invalidenversicherung [KSIR], gültig ab dem 1. Januar 2022, Rz. 9101 

[Stand: 1. Juli 2022]). Dies ergibt sich aus den allgemeinen Grundsätzen 

des intertemporalen Rechts und des zeitlich massgebenden Sachverhalts 

(statt vieler: BGE 146 V 364 E.7.1, 144 V 210 E.4.3.1 und 129 V 354 E.1 

m.w.H.; Urteile des Bundesgerichts 8C_608/2022 vom 16. Mai 2023 E.3.1, 

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8C_4/2023 vom 2. März 2023 E.3 und 9C_548/2022 vom 23. Februar 

2023 E.1.1). 

3.1. Im Allgemeinen setzt der Anspruch auf Leistungen der 

Invalidenversicherung unter anderem voraus, dass die versicherte Person 

invalid oder von Invalidität unmittelbar bedroht ist. Invalidität ist gemäss 

Art. 8 Abs. 1 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit 

dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (vgl. ferner Art. 4 IVG). 

Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, 

geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer 

Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust 

der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung 

des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen 

der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen (Art. 7 Abs. 2 

Satz 1 ATSG).

3.2. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob 

dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen 

Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, 

in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der 

Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der 

medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der 

Expertin oder des Experten begründet sind (vgl. BGE 134 V 231 E.5.1 und 

125 V 351 E.3a; anstatt vieler: Urteile des Bundesgerichts 9C_488/2022 

vom 13. März 2023 E.4.1 9C_40/2022 vom 4. August 2022 E.4.1, 

9C_26/2022 vom 30. Mai 2022 E.4.1 und 9C_528/2021 vom 11. Februar 

2022 E.4.1). Den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens (nach Art. 44 

ATSG) eingeholten Gutachten von externen Spezialärzten, welche 

aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach 

Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde 

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zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Beweiswürdigung volle 

Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die 

Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (vgl. BGE 137 V 210 E.1.3.4, 135 

V 465 E.4.4 und 125 V 351 E.3b/bb; siehe auch Urteile des 

Bundesgerichts 9C_290/2022 vom 11. Januar 2023 E.3, 8C_166/2022 

vom 13. Oktober 2022 E.4.1.1, 8C_213/2022 vom 4. August 2022 E.2.3, 

8C_84/2022 vom 19. Mai 2022 E.2.2 und 8C_33/2021 vom 31. August 

2021 E.2.2.2). In Bezug auf Berichte von behandelnden Ärzten darf und 

soll der Richter auch der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass 

behandelnde Ärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche 

Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten 

aussagen (BGE 135 V 465 4.5 und 125 V 351 E.3b/cc). Insbesondere lässt 

es die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag der therapeutisch 

tätigen (Fach-)Person einerseits und von Begutachtungsauftrag des 

amtlich bestellten fachmedizinischen Experten (vgl. dazu BGE 124 I 170 

E.4) andererseits nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets 

in Frage zu stellen und zum Anlass für weitere Abklärungen zu nehmen, 

wenn die behandelnden Arztpersonen oder Therapiekräfte zu 

anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben 

immerhin die Fälle, in denen sich eine vom (amtlichen) Gutachten 

abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die Berichte der behandelnden 

Ärztinnen und Ärzte wichtige – nicht rein der subjektiven Interpretation 

entspringende – Aspekte benennen, die bei der Begutachtung unerkannt 

oder ungewürdigt geblieben sind (BGE 135 V 465 E.4.5 f.; Urteile des 

Bundesgerichts 8C_502/2022 vom 17. April 2023 E.5.1, 8C_80/2022 vom 

4. Mai 2022 E.4, 8C_787/2021 vom 23. März 2022 E.11.2.2, 8C_736/2021 

vom 22. März 2022 E.5.2, 8C_764/2021 vom 3. März 2022 E.4.2 und 

8C_164/2021 vom 3. Mai 2021 E.3.2.1).

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4. Im Folgenden ist somit zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht 

auf das estimed-Gutachten vom 24. Juni 2022 abgestellt hat oder ob 

konkrete Indizien gegen dessen Zuverlässigkeit sprechen bzw. dieses von 

der übrigen medizinischen Aktenlage in Zweifel gezogen wird. Während 

die Beschwerdegegnerin das estimed-Gutachten im Ergebnis für 

schlüssig, nachvollziehbar und widerspruchsfrei erachtet (vgl. 

angefochtene Verfügung vom 3. Februar 2023 [IV-act. 191 S. 4]), ist der 

Beschwerdeführer der Ansicht, dass er wesentlich stärker eingeschränkt 

sei als im Gutachten angenommen. Seine behandelnden Ärzte seien der 

Auffassung, er sei lediglich im Umfang von 25 % leistungsfähig. 

Insbesondere seien psychische Beeinträchtigungen hinzugekommen.

4.1. Mit Blick auf die Beweiswertigkeit des estimed-Gutachtens vom 24. Juni 

2022 ist festzustellen, dass sich die Gutachterin und Gutachter in ihrer 

Beurteilung in Kenntnis der medizinischen Vorakten (vgl. IV-act. 182 S. 41 

ff. und 92 ff.) mit den gesundheitlichen Einschränkungen des 

Beschwerdeführers auseinandergesetzt und ihre Schlussfolgerungen 

gestützt auf die eigenen Untersuchungen getroffen haben (vgl. IV-act. 182 

S. 76 ff., 106 ff. und 143 f.). Auch flossen die vom Beschwerdeführer 

gemachten Angaben zur Krankheitsentwicklung und zum jetzigen Leiden 

in die Gesamtbeurteilung zum Gesundheitszustand und zur 

Arbeitsfähigkeitseinschätzung mit ein (vgl. IV-act. 182 S. 13 f., 70 ff., 101 

ff. und 140 ff.). Die gutachterlichen Ausführungen in der Beurteilung der 

medizinischen Zusammenhänge sind einleuchtend und die gezogenen 

Schlussfolgerungen zum Gesundheitszustand sowie zur 

versicherungsrechtlich relevanten Einschätzung der Arbeitsfähigkeit 

nachvollziehbar (vgl. IV-act. 182 S. 14 ff., 81 ff., 113 ff. und 144 ff. sowie 

separate Beilage der Beschwerdegegnerin betreffend das orthopädische 

Teilgutachten von Dr. med. H._____ [Bg-act. 1] S. 28 f.). Ferner ist das 

Gutachten für die streitigen Belange umfassend. In der 

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Konsensbeurteilung diagnostizierten die Gutachterin und Gutachter einen 

funktionelle Auswirkungen zeitigenden chronischen Knieschmerz links 

mit/bei Muskelatrophie am linken Oberschenkel mit Kraftverlust, St. n. 

isolierter Knorpelschädigung retropatellar und medialer Femurkondylus 

mit Begleitsynovialitis sowie symptomatischer Plica mediopatellaris des 

linken Kniegelenks, St. n. Sturz auf die Knie von einem Dreitritt im Jahr 

2012 und St. n. arthroskopischer Knorpelglättung, Plica-Resektion und 

Synovialablation am 16. Juli 2014. Als Diagnosen ohne Auswirkungen auf 

die Arbeitsfähigkeit führten sie namentlich eine Periarthropathia 

humeroscapularis tendinopathica beidseits linksbetont bei muskulärer 

Dysbalance im Schulter-Nacken-Bereich aus (IV-act. 182 S. 14 f.). Diese 

Diagnosen leitete der orthopädische Gutachter Dr. med. H._____, 

Facharzt für Unfallchirurgie, Vertrauensarzt SGV und zertifizierter 

medizinischer Gutachter SIM, aus den ihm zur Verfügung stehenden 

Arztberichten, den anamnestischen Angaben des Beschwerdeführers 

sowie dem orthopädisch-chirurgischen Untersuchungsbefund her (vgl. IV-

act. 182 S. 5, 87, und 107 ff. und 113 ff. bzw. Bg-act. 1 S. 28 f.). In 

funktioneller Hinsicht hielt Dr. med. H._____ fest, beim Beschwerdeführer 

finde sich aufgrund des muskulären Defizits im Oberschenkelbereich eine 

Verminderung der groben Kraft der linken unteren Extremität. Wegen der 

Kraftminderung im Bereich der linken unteren Extremität mit statischer 

Unsicherheit sei das Heben und Tragen von Gewichtslasten relevant 

eingeschränkt. Das Gewichtslimit werde auf 5 kg pro obere Extremität 

festgelegt. Aufgrund der Kniegelenkserkrankung links bestehe auch eine 

relevante Einschränkung für eine permanent stehende oder gehende 

Körperposition. Das Arbeiten in einer Zwangshaltung sei ebenfalls nicht 

möglich (vgl. IV-act. 182 S. 115). Diese Ausführungen erscheinen 

insbesondere angesichts der von Dr. med. H._____ erhobenen 

Einschränkungen der unteren Extremitäten des Beschwerdeführers bei 

ansonsten aber weitgehend unauffälligen Untersuchungsbefunden 

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plausibel (vgl. IV-act. 182 S. 107 ff.). Vor diesem Hintergrund befand er 

nachvollziehbar, dass der Beschwerdeführer in seiner angestammten 

Tätigkeit als Gipser als vollständig arbeitsunfähig anzusehen sei (vgl. IV-

act. 182 S. 118). Demgegenüber sei ihm eine dem Leiden angepasste, 

körperlich leichte Tätigkeit vollumfänglich zumutbar, wobei aufgrund der 

bestehenden Schmerzsituation im Bereich des linken Kniegelenks eine 

Leistungsminderung während dieser Anwesenheit von 10 % bestehe (vgl. 

IV-act. 182 S. 120). Insgesamt wies der orthopädische Gutachter Dr. med. 

H._____ somit eine seit Januar 2015 bestehende Arbeitsfähigkeit von 

90 % in angepasster Tätigkeit aus (vgl. IV-act. 182 S. 121), welche auch 

Einzug in die Konsensbeurteilung fand (vgl. IV-act. 182 S. 17). Darin 

verneinten die Gutachterin und Gutachter ebenso auf Nachfrage, dass 

sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit dem letzten 

materiellen Entscheid wesentlich verändert habe (vgl. IV-act. 182 S. 18).

4.2. Wenn nun der Beschwerdeführer gestützt auf die Berichte seiner 

behandelnden Ärzte, insbesondere seines Hausarztes Dr. med. F._____, 

vorbringt, er sei lediglich im Umfang von 25 % leistungsfähig und daher 

erheblich stärker eingeschränkt als im estimed-Gutachten angenommen, 

ist ihm vorab entgegenzuhalten, dass ärztliche Beurteilungen von der 

Natur der Sache her unausweichlich Ermessenzüge aufweisen (vgl. 

BGE 148 V 49 E.6.2.1, 145 V 361 E.4.1.2 und 4.3, 140 V 193 E.3.1 sowie 

137 V 210 E.3.4.2.3; Urteile des Bundesgerichts 8C_660/2022 vom 

25. Mai 2023 E.4.2, 8C_401/2022 vom 31. Januar 2023 E.3.2, 

8C_153/2021 vom 10. August 2021 E.5.3.2, 8C_138/2021 vom 7. Juni 

2021 E.4.2, 8C_720/2020 vom 8. Januar 2021 E.4.2 und 5.3 sowie 

8C_699/2018 vom 28. August 2019 E.4.2.2). Nur weil die behandelnden 

Ärzte zu einer anderen Einschätzung gelangen, kann dies nicht zum 

Anlass weiterer Abklärungen genommen werden. Das im vorliegenden 

Verfahren erneut beigebrachte ärztliche Zeugnis von Dr. med. F._____ 

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vom 1. November 2020 (Akten des Beschwerdeführers [Bf-act.] 3 = IV-

act. 106), das MRI der HWS vom 12. Oktober 2021 (Bf-act. 4), die 

Behandlungsvereinbarung mit der Tagesklinik der I._____ vom 26. Januar 

2022 (Bf-act. 5) und das Dauerrezept von Dr. med. J._____ vom 23. März 

2022 (Bf-act. 6) waren der estimed-Gutachterin und den Gutachtern denn 

auch bereits bekannt (vgl. IV-act. 182 S. 28 ff.). Darin wird nichts 

vorgebracht, was bei der gutachterlichen Beurteilung durch die Fachärztin 

und -ärzte der estimed AG unerkannt oder ungewürdigt geblieben sein soll 

(vgl. BGE 135 V 465 E.4.5 f.; Urteile des Bundesgerichts 8C_603/2022 

vom 6. Juni 2023 E.4, 8C_109/2023 vom 5. Juni 2023 E.6.3, 8C_502/2022 

vom 17. April 2023 E.5.1, 8C_42/2022 vom 13. April 2022 E.4, 

8C_308/2021 vom 4. Oktober 2021 E.5.1.2, 8C_313/2020 vom 12. August 

2020 E.8.2.3 und 8C_143/2019 vom 21. August 2019 E.4.4.1). So wurden 

insbesondere auch die in den Berichten von Dr. med. F._____ – auch in 

jenem vom Beschwerdeführer eingereichten vom 1. November 2020 (vgl. 

Bf-act. 3 = IV-act. 106; siehe ferner Berichte von Dr. med. F._____ vom 

29. Januar 2021 [IV-act. 124 S. 3 ff.], vom 4. Oktober 2020 [IV-act. 134 

S. 11] und vom 15. Juli 2020 [IV-act. 134 S. 4 f.]; vgl. zudem Berichte von 

Dr. med. K._____ vom 27. Juli 2020 [IV-act. 111 S. 10 f.] und vom 12. Juni 

2020 [IV-act. 111 S. 4 ff.]) – genannten Schmerzen im Sinne einer 

Periarthropathia humeroscapularis tendinopathica beidseits linksbetont, 

des Status nach Beckentrauma am 15. April 2020 sowie der chronischen 

Kniebeschwerden links ausgeprägter als rechts berücksichtigt (vgl. IV-

act. 182 S. 31, 53 ff., 71 und 101 f., 108 ff. bzw. Bg-act. 1 S. 22 ff.). Soweit 

der Beschwerdeführer namentlich gestützt auf seinen Hausarzt Dr. med. 

F._____ geltend macht, er sei nur noch zu 25 % leistungsfähig, ist dies 

insoweit zu relativieren, als dass dieser zwar mit Bericht vom 4. Oktober 

2020 infolge der verminderten körperlichen Belastbarkeit insbesondere im 

Bereich der oberen Extremitäten eine Arbeitsfähigkeit von 25 % attestierte 

und nach Stabilisierung des Gesundheitszustands körperlich leicht 

- 14 -

belastende Tätigkeiten in Wechselbelastung und mit wenig Arbeiten über 

Kopf bzw. in gebückter Stellung für zumutbar erachtete (vgl. IV-act. 134 

S. 12; siehe ferner Bericht von Dr. med. F._____ vom 1. November 2020 

[106 = Bf-act. 3]). Warum jedoch auch in solchen leidensangepassten 

Tätigkeiten lediglich eine Arbeitsfähigkeit von 25 % bestehen soll, vermag 

nicht einzuleuchten, kann doch die von Dr. med. F._____ ausgewiesene 

verminderte körperliche Belastbarkeit vornehmlich der oberen 

Extremitäten durch das entsprechend adaptierte Zumutbarkeitsprofil 

weitgehend kompensiert werden. In seinem Bericht vom 29. Januar 2021 

attestierte Dr. med. F._____ sodann denn auch die von ihm ausgewiesene 

75%ige Arbeitsunfähigkeit ausdrücklich für die zuletzt vom 

Beschwerdeführer ausgeübte Tätigkeit als Mitarbeiter in der 

Fleischtrocknerei (vgl. IV-act. 124 S. 2 und 6). Dagegen befand er eine 

dem Leiden angepasste Tätigkeit während sechs bis acht Stunden pro 

Tag für zumutbar (vgl. IV-act. 124 S. 6; siehe ferner Bericht von Dr. med. 

L._____ vom 14. März 2015 [IV-act. 22 S. 2]). Insofern hielt er wie auch 

die estimed-Gutachterin und Gutachter in ihrer Expertise vom 24. Juni 

2022 dafür, dass der Beschwerdeführer in leidensangepassten Tätigkeiten 

eine nur mässig eingeschränkte bis volle Arbeitsfähigkeit aufweist (vgl. IV-

act. 124 S. 4). Gleichermassen scheint bereits Dr. med. K._____ in ihrem 

Bericht vom 12. Juni 2020 von einer Zumutbarkeit leichter, 

wechselbelastender (vorwiegend sitzender) Tätigkeiten ausgegangen zu 

sein (vgl. IV-act. 111 S. 6; siehe ferner auch Bericht der Klinik G._____ 

vom 23. August 2016 zum durchgeführten Job Match [IV-act. 114 S. 5], 

Sprechstundenbericht von Dr. med. M._____ vom 22. Juli 2016 [IV-

act. 114 S. 3], Austrittsbericht der Rehaklinik D._____ vom 12. Februar 

2015 [IV-act. 12 S. 14]). Dies stimmt letztlich auch mit den Ergebnissen 

der im Rahmen der Begutachtung durchgeführten EFL überein. Dabei 

wurde eine erhebliche Symptomausweitung festgestellt. Infolgedessen 

seien die Resultate der physischen Leistungstests für die Beurteilung der 

- 15 -

zumutbaren Belastbarkeit nur teilweise verwertbar. Es sei davon 

auszugehen, dass bei gutem Effort eine bessere Leistung hätte erbracht 

werden können, als gezeigt worden sei. Die beobachtete Belastbarkeit 

entspreche im Wesentlichen einer leichten Tätigkeit (Hantieren von Lasten 

bis max. 7.5 kg). Mit Blick auf die Zumutbarkeit sei aus somatischer Sicht 

aufgrund der festgestellten Symptomausweitung von einer höheren 

Belastbarkeit auszugehen. Zeitlich sollte eine ganztägige Belastung 

möglich sein (vgl. IV-act. 182 S. 129). Diese Ergebnisse der EFL 

berücksichtigten die Gutachterin und Gutachter konsensual im Rahmen 

des estimed-Gutachtens (vgl. IV-act. 182 S. 17). Dabei wurde aufgrund 

der bestehenden Schmerzsituation im Bereich des linken Kniegelenks 

eine um 10 % verminderte Leistungs- bzw. Arbeitsfähigkeit in 

leidensangepassten Tätigkeiten ausgewiesen (vgl. IV-act. 182 S. 17 und 

120 f.). Als solche definierte Dr. med. H._____ sowie die übrigen 

beteiligten Gutachter überwiegend im Sitzen zu verrichtende, 

wechselbelastende Tätigkeiten ohne Arbeiten in gebückter oder 

vornübergebeugter Haltung im Sitzen und/oder Stehen bzw. in kauernder 

oder kniender Stellung, ohne Arbeiten mit asymmetrischer 

Lasteinwirkungen, ohne Gehen in unebenem Gelände oder längerem 

Abwärtsgehen, ohne häufiges Treppengehen, ohne Arbeiten auf Dächern, 

Gerüsten, Leiter oder Podesten und ohne das Hantieren von Lasten 

(körpernah/-fern bzw. bis Taillen-/Brusthöhe bis max. 5 kg beidhändig) 

(vgl. IV-act. 182 S. 119 f.). Insofern erweisen sich zusammengefasst 

körperlich leichte, wechselbelastende und überwiegend sitzend 

ausgeübte Tätigkeiten als leidensangepasst. Soweit hinsichtlich des 

Hebens, Tragens oder Bewegens von Lasten leicht unterschiedliche 

Angaben angenommen werden (vgl. Hantieren von Gewichten bis max. 

7.5 kg bzw. Heben von Lasten bis 15 kg [vgl. angefochtene Verfügung vom 

3. Februar 2023 {IV-act. 191}; siehe ferner Beurteilung von RAD-Arzt 

N._____ vom 2. März 2021 {IV-act. 192 S. 22 f.}]), vermag dies der 

- 16 -

Beschwerdegegnerin nicht zum Vorwurf gereichen. Denn letztlich handelt 

es sich dabei allesamt um körperlich leichtere Tätigkeiten. Wenn nun 

Dr. med. F._____ in seinem ärztlichen Zeugnis vom 26. Januar 2023 zu 

Handen des RAV wiederum eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestierte 

(vgl. Bf-act. 7), liegt angesichts des hiervor Ausgeführten nahe, dass sich 

diese ohnehin nicht näher substanziierte Bescheinigung auf die bisherige 

Tätigkeit als Produktionsmitarbeiter in der Fleischwarenproduktion bezog. 

Insgesamt liegt mithin keine abweichende medizinische Beurteilung vor, 

welche die gutachterlich ausgewiesene Arbeitsfähigkeit von 90 % in 

Verweisungstätigkeiten seit Januar 2015 bzw. die sachverständige 

Einschätzung, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers 

nicht wesentlich verändert hat, in Zweifel zu ziehen vermöchte. Diese 

erweist sich in Berücksichtigung der gesundheitlichen Einschränkungen 

entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers als plausibel. 

4.3. Dem Beschwerdeführer kann des Weiteren auch insoweit nicht gefolgt 

werden, als er geltend macht, sein psychischer Gesundheitszustand habe 

sich verschlechtert. Damit hat sich der psychiatrische estimed-Experte 

Dr. med. O._____, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, im 

Gutachten vom 24. Juni 2022 befasst. Dieser stellte darin – wie auch aus 

den Akten hervorgeht (vgl. Berichte von Dr. med. K._____ vom 27. Juli 

2020 [IV-act. 111 S. 10] und vom 12. Juni 2020 [IV-act. 111 S. 4 f.] sowie 

Bericht von Dr. med. F._____ vom 4. Oktober 2020 [IV-act. 134 S. 12]) – 

Hinweise auf eine Schmerzverarbeitungsstörung fest, ohne jedoch eine 

spezifische psychiatrische Diagnose ausweisen zu können (vgl. IV-

act. 182 S. 146). Aus versicherungsmedizinischer Sicht führte er in seiner 

Beurteilung aus, es scheine unbestritten, dass der Beschwerdeführer 

einer Familie aus U._____ entstamme, die Handel betrieben und sich 

kurze oder längere Zeit nach dem Beginn des Krieges entschieden habe, 

auszuwandern. Der Beschwerdeführer sei nicht im Militärdienst gewesen 

- 17 -

bzw. nicht ausgehoben worden. Auch seine Familie sei nicht direkt in 

Kriegshandlungen verwickelt oder polizeilicher Gewalt ausgesetzt worden. 

Es liessen sich keine Hinweise auf eine posttraumatische 

Belastungsstörung finden; die spezifische Symptomatik sei nicht 

vorhanden. Es könne angenommen werden, dass der Beschwerdeführer 

über mehrere Stationen schliesslich im Jahr 2008 in die Schweiz 

eingereist sei, womit ein Zeitraum von 18 Jahren zwischen dem 

Kriegsbeginn und dem Abschluss der Flucht festzuhalten sei. Es sei 

wahrscheinlich, dass die Familie in V._____ vorübergehend eine Bleibe 

gefunden und offenbar durch Verwandte unterstützt worden sei. Auch dort 

scheine weder der Beschwerdeführer noch seine Familienangehörigen 

grossen Traumatisierungen ausgesetzt gewesen zu sein. Nach den 

Schilderungen des Beschwerdeführers habe er sich mehr oder weniger 

zufällig zur Weiterreise nach W._____ und schliesslich in die Schweiz 

entschieden; letztere habe gute Existenzbedingungen aufgewiesen. 

Weder zu den Ortswechseln noch zu den Abläufen in der Schweiz hätten 

sich verlässliche Angaben zur seelischen Verarbeitung in Erfahrung 

bringen können. Ausgeprägte Reaktionen bzw. eine eigentliche 

Psychopathologie sei nicht dingfest zu machen. Dass gewisse Umbrüche 

nicht immer leicht gefallen seien, sei naheliegend, in dem Sinne auch 

normal. Eindrücklich sei wie lange der Beschwerdeführer in der Schweiz 

gebraucht habe, bis er die Erwerbsfähigkeit im ersten Arbeitsmarkt 

erreicht habe. Die ganze Arbeitsbiographie zeige Unterbrüche und 

Veränderungen. Nach all dem, was bekannt sei, dürfte der Unfall als 

Gipser nicht sehr schwer gewesen sein. Ein Schädel-Hirn-Trauma oder 

eine schwer pathologische psychische Verarbeitung des Ereignisses 

seien ausgeschlossen. Immerhin sei der Beschwerdeführer trotz der 

entwickelten Schmerzen in der Lage gewesen, das ganze Prozedere der 

vermittelten Ehe ohne Schwierigkeiten zu vollziehen. Die 

Schmerzzustände bzw. Beschwerden würden als ausserordentliche 

- 18 -

Belastung erlebt und die Überzeugung, nicht mehr arbeiten zu können 

resp. kein Geld mehr verdienen zu können, sei ausgeprägt nachweisbar. 

Nicht nur wegen der Bildungsvoraussetzungen, den ungenügenden 

Deutschkenntnissen und der fehlenden Vertrautheit mit den hiesigen 

Abläufen sei die Arbeitsintegration sehr stark erschwert. In den Akten 

werde mehrfach die psychische Seite seiner Gesamtpersönlichkeit 

mitbeurteilt. Die Schmerzzustände würden erwähnt. Immer wieder werde 

aber auch die vollständige Arbeitsfähigkeit aus dem Fachgebiet der 

Psychiatrie bestätigt. Die Klinik G._____ hätte im Jahre 2016 eine 

depressive Anpassungsstörung erwähnt, wobei bereits im Jahr 2017 keine 

psychiatrische Diagnose mehr habe festgelegt werden können. Seit 

diesem Referenzbereich seien Verschlechterungen im seelischen Bereich 

nicht nachweisbar. Damit müsse auch die damalige Arbeitsfähigkeit 

übernommen werden, weil im seelischen Bereich keine neuen 

Dimensionen aufgetreten seien (vgl. IV-act. 182 S. 145). 

4.4. Diese Ausführungen erweisen sich als nachvollziehbar. Denn während 

Dr. med. P._____, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie sowie 

Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, im Bericht 

der Psychosomatik der Klinik G._____ vom 15. September 2016 noch eine 

(keine funktionellen Auswirkungen zeitigende) depressive 

Anpassungsreaktion (ICD-10 F43.22) diagnostiziert hatte (vgl. IV-act. 114 

S. 17 ff.; siehe ferner interdisziplinärer Sprechstundenbericht vom 

14. September 2016 [IV-act. 114 S. 14 f.]), revidierte er seine Beurteilung 

im Austrittsbericht der Psychosomatik vom 28. Februar 2017 (vgl. IV-

act. 114 S. 27 ff.). Darin führte er aus, dass in Abänderung der Diagnose 

für ihn keine formale Diagnose nach den Kriterien der ICD-10 

beschreibbar sei. Der Beschwerdeführer habe in keiner Weise depressiv 

verstimmt oder eingeschränkt gewirkt. Eine Symptomausweitung bei 

chronischem somatischem Schmerzsyndrom im Bereiche des 

- 19 -

Psychischen sei nicht zu erhärten. Als Leitaffekte zeigten sich Ärger und 

Resignation wegen der schwierigen wirtschaftlichen und sozialen Lage, 

nicht aber eine eigenständige psychiatrische Erkrankung oder 

Anpassungsstörung (vgl. IV-act. 114 S. 29). Letztlich wies Dr. med. 

P._____ lediglich eine Beobachtung bei Verdacht auf psychische 

Krankheiten oder Verhaltensstörungen (ICD-10 Z03.2) aus (vgl. ebenda). 

Bei einer solchen Z-codierten Diagnose handelt es sich nicht um eine 

Erkrankung im Sinne der anerkannten internationalen 

Klassifikationssysteme, sondern um Faktoren, die den 

Gesundheitszustand beeinflussen und zur Inanspruchnahme des 

Gesundheitswesens führen. Die Kategorien Z00-Z999 sind für Fälle 

vorgesehen, in denen Sachverhalte als "Diagnosen" oder "Probleme" 

angegeben sind, die nicht als Krankheit, Verletzung oder äussere Ursache 

unter den Kategorien A00-Y89 klassifizierbar sind. Z-codierte Diagnosen 

fallen somit nicht unter den Begriff der invaliditätsrechtlich erheblichen 

Gesundheitsbeeinträchtigungen; sie stellen grundsätzlich keine 

invalidisierenden Gesundheitsschäden dar (vgl. Urteile des 

Bundesgerichts 8C_787/2021 vom 23. März 2022 E.14.1, 8C_21/2020 

vom 8. April 2020 E.4.2.9, 9C_542/2019 vom 12. November 2019 E.3.2, 

8C_699/2018 vom 28. August 2019 E.4.2.2, 9C_537/2011 vom 28. Juni 

2012 E.3.1 f. und 8C_302/2011 vom 20. September 2011 E.2.3; vgl. auch 

weiterhin https://www.dimdi.de/static/de/klassifikationen/icd/icd-10-

gm/kode-suche/htmlgm2023/chapter-xxi.htm, zuletzt besucht am: 16. Juni 

2023).

4.5. Wenn nun der Beschwerdeführer beschwerdeweise pauschal vorbringt, 

seit dem letzten materiellen Entscheid seien psychische 

Beeinträchtigungen hinzugetreten bzw. es sei eine psychisch bedingte 

Verschlechterung eingetreten, vermag dies die Beweiskraft des estimed-

Gutachtens vom 24. Juni 2022 nicht zu erschüttern. Denn abgesehen 

- 20 -

davon, dass diese Vorbringen ohnehin nicht näher substanziiert werden, 

hat sich der psychiatrische Gutachter Dr. med. O._____ im Rahmen seiner 

Untersuchung damit auseinandergesetzt und in der Anamneseerhebung 

spezifisch nach psychiatrischen Beschwerden seit dem Referenzzeitpunkt 

gefragt, wobei die Angaben des Beschwerdeführers dazu 

ausserordentlich vage geblieben sind (vgl. IV-act. 182 S. 142 f.). Dr. med. 

O._____ resümierte diesbezüglich, dass sich bei der Erhebung der 

ganzen Anamnese zahlreiche Inkonsistenzen ergeben hätten. Auch der 

Tagesablauf und die Alltagsgestaltung hätten sich nicht fassen lassen. 

Ebenso wenig habe sich die Zunahme der Beeinträchtigungen seit dem 

Referenzzeitpunkt klar feststellen bzw. eindeutig darstellen lassen. Es 

müsse somit davon ausgegangen werden, dass im seelischen Bereich die 

Situation unverändert sei. Das vage Beklagen einer Schmerzzunahme als 

verallgemeinernde Angabe genüge nicht zur Begründung einer 

Verschlechterung auf dem psychiatrischen Fachgebiet (vgl. IV-act. 182 

S. 146). Dies erweist sich auch insoweit als nachvollziehbar, als anlässlich 

der psychiatrischen Begutachtung ein weitgehend unauffälliger 

psychiatrischer Befund erhoben wurde (vgl. IV-act. 182 S. 143 f.). Auch 

äusserte sich Dr. med. O._____ zu den bisherigen 

Behandlungsmassnahmen. Dazu führte er aus, dass zum Ablauf der 

ambulanten Psychotherapie wenig bekannt sei. Sie soll seit einigen 

Monaten durchgeführt werden und die Konsultationsfrequenz sei reduziert 

worden, was eine schwerwiegende Problematik praktisch ausschliesse. In 

der psychiatrischen Klinik Q._____ werde eine handlungsorientierte 

Therapie durchgeführt, die sicher auch das Ziel einer Beschäftigung und 

Strukturierung der Woche verfolge und keinem hohen therapeutischen 

Anspruch genüge. Seit dem Referenzzeitpunkt vor fünf Jahren habe sich 

die Situation somit nicht wesentlich verändert, obwohl ausgeprägte 

Beschwerden auch heute noch und verstärkt im Sinne der 

Schmerzzustände angegeben würden (vgl. IV-act. 182 S. 146). Die dem 

- 21 -

estimed-Gutachter bekannte (vgl. IV-act. 182 S. 30) und vom 

Beschwerdeführer im vorliegenden Verfahren erneut beigebrachte 

Behandlungsvereinbarung mit der Tagesklinik der I._____ vom 26. Januar 

2022 (Bf-act. 5) vermag an diesen Ausführungen nicht zu ändern. Zudem 

wurde im Rahmen der estimed-Begutachtung festgestellt, dass die 

Medikamentenspiegel für verschiedene vom Beschwerdeführer 

angegebene Arzneimittel, mitunter Psychopharmaka (vgl. Duloxetin 

[Antidepressiva] und Quetiapin [Neuroleptika]; vgl. hierzu etwa 

https://compendium.ch/product/1314091-duloxetin-axapharm-kaps-30-

mg und https://compendium.ch/product/1237366-quetiapin-mepha-retard-

depotabs-200-mg, zuletzt besucht am 16. Juni 2023), unter den 

einschlägigen Normwerten lagen (vgl. IV-act. 182 S. 78), womit sich die 

Therapieadhärenz als unzureichend erweist (vgl. IV-act. 182 S. 75 und 

80).

4.6. Soweit der Beschwerdeführer ferner einen Widerspruch zur gutachterlich 

attestierten Arbeitsfähigkeit von 90 % in adaptierten Tätigkeiten darin 

erblickt, dass die Expertin und Experten gleichzeitig die Aufnahme einer 

Arbeitstätigkeit im Umfang von 30 % auf dem zweiten Arbeitsmarkt 

empfehlen würden, vermag sein Einwand nicht zu verfangen. So hielten 

die Gutachterin und Gutachter mit Blick auf sein Eingliederungspotential 

was folgt fest: "Es würde erstaunen, wenn der Versicherte wieder im 

ersten Arbeitsmarkt berufstätig werden könnte. Sein Krankheitskonzept, 

seine Einstellung macht eine solche Entwicklung unwahrscheinlich. Aus 

rein medizinischer Sicht wäre eine Aufnahme einer adaptierten Tätigkeit 

auf dem zweiten Arbeitsmarkt zu empfehlen, es sollte zunächst in einem 

niederprozentigen Pensum (z.B. 30 %) mit exzessiver Steigerung 

erfolgen" (vgl. IV-act. 182 S. 18). Wenn der Beschwerdeführer daraus 

folgert, die Expertin und Experten würden damit selber an ihrer eigenen 

Beurteilung bzw. der zuvor geäusserten 90%igen Arbeitsfähigkeit in einer 

- 22 -

Verweistätigkeit zweifeln, kann ihm nicht gefolgt werden. Mit dieser 

Argumentation scheint er zu übersehen, dass sich die hiervor zitierte 

Antwort ausdrücklich auf die Frage nach den Möglichkeiten einer IV-

unterstützten beruflichen Wiedereingliederung bezog. Sie betrifft mithin 

nicht die gutachterliche Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in 

leidensangepasster Tätigkeit, sondern steht in Zusammenhang mit 

möglichen Eingliederungsoptionen und gibt auch eine Prognose 

hinsichtlich deren Erfolgsaussichten ab. Dabei ist die Empfehlung zur 

Aufnahme einer zunächst niederprozentigen Tätigkeit auf dem zweiten 

Arbeitsmarkt mit anschliessend exzessiver Steigerung neben der 

arbeitsmarktlichen Abwesenheit von der Einstellung des 

Beschwerdeführers geprägt und gibt mögliche Erschwernisse in Bezug auf 

die Eingliederung wieder. Denn dazu gab der Beschwerdeführer 

namentlich an, er könne wegen der Schmerzen keine Arbeit suchen (vgl. 

IV-act. 182 S. 74]). Die Gutachterin und Gutachter stellten insofern 

namentlich eine krankheitsbedingt überlagerte Motivation und 

ausgeprägte psychosoziale Belastungsfaktoren (Migration, fehlende 

Berufsausbildung, fehlende Integration und Sprachkenntnisse) fest (vgl. 

IV-act. 182 S. 15 f., 75 f., 105, 117, 146 f.]). Daher liegt nahe, dass diese 

invaliditätsfremden Faktoren die Gutachterin und Gutachter dazu 

bewogen haben, mit Blick auf IV-unterstütze Eingliederungsmöglichkeiten 

eine Reintegration in den zweiten Arbeitsmarkt mit exzessiv steigerbarem 

Arbeitspensum zu empfehlen. Letztlich bleibt es aber bei der an 

verschiedenen Stellen im estimed-Gutachten vom 24. Juni 2022 

festgehaltenen, unmissverständlichen Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in 

adaptierten Tätigkeiten, dass diese (nur) aufgrund der bestehenden 

Schmerzsituation im Bereich des linken Kniegelenks um 10 % reduziert ist 

und damit (seit Januar 2015) 90 % beträgt (vgl. IV-act. 182 S. 15, 17, 83, 

f., 120 f. und 147).

- 23 -

4.7. Insgesamt ergibt sich daher, dass die Vorbringen des Beschwerdeführers 

und die von ihm angeführten Zeugnisse und Berichte seiner behandelnden 

Ärzte nicht geeignet sind, den Beweiswert des estimed-Gutachtens vom 

24. Juni 2022 zu schmälern. Daher ist nicht zu beanstanden, wenn die 

Beschwerdegegnerin von einer Arbeitsfähigkeit von 90 % in adaptierter 

Tätigkeit seit Januar 2015 und damit von einem im Wesentlichen 

unveränderten Gesundheitszustand ausging. Vor diesem Hintergrund 

kann auf die beantragte (Rückweisung zur) Einholung eines weiteren 

Gutachtens verzichtet werden, zumal das streitberufene Gericht aufgrund 

der bereits abgenommenen Beweise seine Überzeugung gebildet hat und 

annehmen darf, dass diese Überzeugung durch weitere 

Beweiserhebungen nicht geändert würde (vgl. BGE 144 II 427 E.3.1.3, 

141 I 60 E.3.3, 136 I 229 E.5.3 und 134 I 140 E.5.3; Urteile des 

Bundesgerichts 9C_718/2022 vom 8. Juni 2023 E.4.1, 9C_548/2022 vom 

23. Februar 2023 E.3.2, 9C_436/2022 vom 26. Januar 2023 E.3.3, 

9C_59/2022 vom 31. März 2022 E.4.4, 8C_411/2021 vom 27. August 

2021 E.4.3.2 und 9C_89/2020 vom 18. Juni 2020 E.4.8).

5. Des Weiteren rügt der Beschwerdeführer die Höhe des der angefochtenen 

Verfügung zugrunde gelegten Invalideneinkommens. Die 

Beschwerdegegnerin nehme an, er würde in einer geeigneten 

Verweisungstätigkeit theoretisch mehr verdienen als in der angestammten 

Tätigkeit. Es sei geradezu absurd, wenn die erheblich eingeschränkte 

Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit in monetärer Hinsicht mit einem 

Erwerbseinkommen bewertet werde, welches über dem 

Valideneinkommen liege.

5.1. Mit diesem Vorbringen vermag er nicht durchzudringen. Übt die 

versicherte Person – wie hier – nach Eintritt des Gesundheitsschadens 

keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit 

aus, können die Tabellenlöhne gemäss der vom Bundesamt für Statistik 

- 24 -

(BfS) herausgegebenen Lohnstrukturerhebung (LSE) herangezogen 

werden (BGE 148 V 174 E.6.2, 143 V 295 E.2.2 und 135 V 297 E.5.2). 

Dabei wird in der Regel der geschlechtsspezifische Zentralwert (Median) 

über alle Wirtschaftszweig (Zeile Total) hinweg angewendet. 

Praxisgemäss ist beim anhand der LSE vorgenommenen 

Einkommensvergleich sodann von der Tabellengruppe A (standardisierte 

Bruttolöhne) auszugehen, wobei üblicherweise auf die Tabelle 

TA1_tirage_skill_level, privater Sektor, abgestellt wird (Urteile des 

Bundesgerichts 9C_49/2023 vom 30. März 2023 E.7.3, 8C_128/2022 vom 

15. Dezember 2022 E.6.2.1, 8C_236/2022 vom 4. Oktober 2022 E.9.6.1, 

8C_104/2021 vom 27. Juni 2022 E.6.3.2 und 8C_18/2022 vom 5. Mai 

2022 E.3.1). In BGE 148 V 174 vom 9. März 2022 hat das Bundesgericht 

unter anderem mit Bezugnahme auf die jüngsten Erkenntnisse aus der 

Wissenschaft und auch auf inzwischen publizierte Beiträge entschieden, 

dass im heutigen Zeitpunkt kein ernsthafter sachlicher Grund für die 

Änderung der Rechtsprechung besteht, wonach Ausgangspunkt für die 

Bemessung des Invalideneinkommens anhand statistischer Werte 

grundsätzlich die Zentral- bzw. Medianwerte der LSE darstellen (vgl. 

dortige E.9.2.3; siehe ferner Urteile des Bundesgerichts 9C_311/2022 vom 

18. April 2023 E.4.2, 8C_628/2021 vom 23. Januar 2023 E.5.1, 

8C_623/2022 vom 12. Januar 2023 E.5.1.1, 8C_667/2021 vom 8. Juni 

2022 E.6.1.2 und 8C_112/2022 vom 31. Mai 2022 E.5.1). Es wies darauf 

hin, dass einerseits der Medianlohn teilweise auch von Personen mit 

gesundheitlicher Beeinträchtigung erzielt werde und andererseits als 

Korrekturinstrumente für eine einzelfallgerechte Betrachtung die 

Parallelisierung der beiden Einkommen sowie die Möglichkeit eines 

Abzugs vom Tabellenlohn zur Verfügung stünden (BGE 148 V 174 E.9.2.2 

f.). Da das Bundesgericht mit diesem zu der bis zum 31. Dezember 2021 

geltenden Rechtslage im Bereich der Invalidenversicherung ergangenen 

- 25 -

Urteil somit eine Rechtsprechungsänderung verworfen hat, erübrigen sich 

Weiterungen dazu.

5.2. Soweit der Beschwerdeführer beim Einkommensvergleich ferner eine 

Parallelisierung der Vergleichseinkommen geltend macht, weil er vor 

Eintritt der gesundheitlichen Beeinträchtigungen unterdurchschnittlich 

verdient habe, kann was folgt festgehalten werden: In der angefochtenen 

Verfügung vom 3. Februar 2023 ging die Beschwerdegegnerin von einem 

Einkommen ohne Invalidität per 2022 von CHF 59'095.-- aus (vgl. IV-

act. 191 S. 2 und IV-act. 185). Dieses entspricht dem aufindexierten 

Valideneinkommen, das bereits der Verfügung vom 2. Juni 2016 zugrunde 

gelegt (vgl. IV-act. 79 S. 2; siehe ferner Case Report vom 2. Juni 2016 [IV-

act. 80 S. 12]) und gestützt auf den vom Beschwerdeführer damals als 

Hilfsarbeiter in einem Gipsergeschäft verdienten Lohn ermittelt worden 

war (vgl. Fragebogen für Arbeitgebende vom 1. April 2015 [IV-act. 39 S. 2] 

= CHF 4'393.-- x 13 = CHF 57'109.--; siehe ferner auch Verfügung der 

Suva vom 14. August 2015 [IV-act. 68 S. 2] und Einspracheentscheid der 

Suva vom 16. November 2015 [IV-act. 74 S. 5], Zusammenfassung der 

Entscheidgrundlagen für die Rentenfestsetzung der Suva vom 13. August 

2015 [IV-act. 72 S. 10] sowie Case Report vom 3. Februar 2023 [IV-

act. 192 S. 27]; vgl. zur Aufindexierung: IV-act. 185). Als Vergleichswert 

für die Ermittlung einer allfälligen Unterdurchschnittlichkeit erweist es sich 

in Anwendung der praxisgemäss üblichen LSE-Tabelle TA1 (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 9C_315/2020 vom 22. September 2020 E.4 und 

9C_323/2019 vom 2. September 2019 E.3.1 f.) angesichts der auf dem 

Bau ausgeübten Hilfsarbeiten demnach als sachgerecht, auf die 

Wirtschaftszweige Ziffer 41-43 für das Baugewerbe abzustellen (vgl. 

https://www.kubb-tool.bfs.admin.ch/de/code/433402?q=gipserei, zuletzt 

besucht am: 16. Juni 2023). Der hier anzuwendende statistische 

Medianlohn für Männer im Kompetenzniveau 1 beträgt gemäss LSE 2020 

- 26 -

CHF 5'731.--, welcher umgerechnet auf die betriebsübliche wöchentliche 

Arbeitszeit von 41.1 Stunden (vgl. BfS, Statistik der betriebsüblichen 

Arbeitszeit, BUA, T 03.02.03.01.04.01, Wirtschaftszweig "43 Sonstiges 

Ausbaugewerbe") und angepasst an die Nominallohnentwicklung für das 

Jahr 2022 ein Einkommen von CHF 71'227.10 ergibt (CHF 5'731.-- x 12 : 

40 x 41.1 x 0.998 x 1.01). Dazu ist zu bemerken, dass zur Sicherstellung 

der Vergleichbarkeit mit denselben Nominallohnentwicklungswerten wie in 

der Berechnung der Beschwerdegegnerin gerechnet wird. Die 

Beschwerdegegnerin wandte für ihre Berechnungen der 

Vergleichseinkommen die geschlechtsunspezifischen 

Nominallohnentwicklungswerte (Schweizerischer Lohnindex, Index und 

Veränderung auf der Basis 2010, Tabellenblatt T1.10) über alle 

Wirtschaftszweige hinweg (Zeile "B-S 05-96 Total") an und schätzte die 

Nominallohnentwicklung für 2022 auf 1 % (IV-act. 185) . Korrekterweise 

hätten aber die geschlechtsspezifische Nominallohnentwicklung (Urteile 

des Bundesgerichts 8C_703/2019 vom 6. Oktober 2020 E.4.3, 

8C_72/2019 vom 11. Juni 2019 E.4.1, 8C_704/2018 vom 31. Januar 2019 

E.9 und 9C_444/2018 vom 17. Oktober 2018 E.3.1 m.H.a. BGE 129 V 

408; vgl. auch betreffend die per 1. Januar 2022 geltenden Rechtslage: 

KSIR [Stand: 1. Juli 2022], Rz. 3210 und Bemerkungen in Anhang III zu 

den Tabellen[blätter] T1.10, T1.1.10 und T1.2.10) und hinsichtlich der 

Nominallohnentwicklung des Valideneinkommens die 

wirtschaftszweigspezifischen Werte verwendet werden sollen (Urteile des 

Bundesgerichts 8C_703/2019 vom 6. Oktober 2020 E.4.3 und 

9C_467/2009 vom 19. August 2009 E.2.2). Weil dies vorliegend aber 

keinen massgeblichen Einfluss auf die Beurteilung des Rentenanspruchs 

des Beschwerdeführers zeitig, werden den nachfolgenden Berechnungen 

weiterhin die von der Beschwerdegegnerin angewandten 

Nominallohnwicklungswerte zugrunde gelegt. Angesichts des von der 

Beschwerdegegnerin dem Einkommensvergleich zugrunde gelegten 

- 27 -

Einkommens ohne Invalidität von CHF 59'095.-- (vgl. IV-act. 185 und die 

angefochtene Verfügung vom 3. Februar 2023 [IV-act. 191 S. 2]) und dem 

hiervor ermittelten Vergleichswert von CHF 71'227.10 beträgt die 

Einkommensdifferenz CHF 12'132.10 bzw. 17.03 %. Wenn namentlich 

angesichts der fehlenden Berufsausbildung des Beschwerdeführers sowie 

dessen soziokulturellen Hintergrunds davon auszugehen ist, dass er sich 

im Gesundheitsfall nicht aus freien Stücken mit einem bescheideneren 

Einkommensniveau begnügen wollte, ist auf die Rechtsprechung zur 

Parallelisierung (vgl. dazu BGE 148 V 174 E.6.4 und 135 V 297 E.6.1; 

Urteil des Bundesgerichts 8C_133/2022 vom 7. September 2022 E.4.2.2) 

zurückzugreifen und die über einen Wert von 5 % hinausgehende 

Unterdurchschnittlichkeit für die Ermittlung des Valideneinkommens 

auszugleichen. Dabei resultiert ein (aufgewertetes) Valideneinkommen 

von CHF 67'176.30 (CHF 59'095.-- : [1-0.1203]), was allerdings – wie noch 

aufzuzeigen sein wird – trotzdem keinen Rentenanspruch verleiht (vgl. E.7 

hernach).

5.3. Im Übrigen müsste auch dann eine Parallelisierung vorgenommen 

werden, wenn auf das zuletzt als Produktionsmitarbeiter im Bereich 

Fleischwaren erzielte Einkommen abgestellt würde, das gemäss den 

Angaben der Arbeitgeberin (auch per 2020 ohne Gesundheitsschädigung) 

CHF 52'000.-- (CHF 4'000.-- x 13) betrug und aufindexiert einen Betrag 

von CHF 52'415.-- ergibt (vgl. Fragebogen für Arbeitgebende vom 

26. Januar 2021 [IV-act. 121 S. 5], Evaluationsgespräch Eingliederung 

vom 28. April 2021 [IV-act. 142 S. 2] und IK-Auszug vom 21. Januar 2021 

[IV-act. 118]). In Gegenüberstellung zu dem in der Fleischverarbeitung 

bzw. -produktion gemäss LSE 2020 in den Wirtschaftszweigen Ziffer 10/11 

(Herstellung von Nahrungsmitteln; siehe https://www.kubb-

tool.bfs.admin.ch/de/code/101300, zuletzt besucht am: 16. Juni 2023; 

siehe ferner estimed-Gutachten vom 24. Juni 2022 [IV-act. 182 S. 7, 11 

- 28 -

und 73 und 131], Evaluationsgespräch Eingliederung vom 28. April 2021 

[IV-act. 142 S. 2], Schreiben "Anlass und Umstände der Begutachtung" 

vom 1. Februar 2022 [IV-act. 169 S. 2 und 5], Case-Report vom 3. Februar 

2023 [IV-act. 192 S. 8 und 16] und Arbeitszeugnis vom 7. September 2020 

[IV-act. 99 S. 5]) im Kompetenzniveau 1 und umgerechnet auf die 

betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 42.2 Stunden erzielbaren, 

aufindexierten Einkommen von CHF 59'619.50 (CHF 4'672.-- x 12 : 40 x 

42.2 x 0.998 x 1.01) resultiert eine Differenz von CHF 7'204.50, was 12.08 

% entspricht. Bei einer Bereinigung der über der Erheblichkeitsschwelle 

von 5 % liegenden Unterdurchschnittlichkeit betrüge somit ein 

parallelisiertes Valideneinkommen CHF 56'408.75 (CHF 52'415.-- : [1 - 

0.0708]). Dieses liegt allerdings unter dem im Einkommensvergleich in der 

angefochtenen Verfügung vom 3. Februar 2023 zugrunde gelegten 

Verdienst ohne Invalidität von CHF 59'095.--, was sich im Ergebnis zu 

Ungunsten des Beschwerdeführers auswirkt.

6. Ferner stellt der Beschwerdeführer die Verwertbarkeit seiner 

Restarbeitsfähigkeit in Abrede. Aufgrund seiner starken Beeinträchtigung, 

dem Migrationshintergrund, den mangelnden Deutschkenntnissen und 

dem soziokulturellen Hintergrund sei die Verwertbarkeit auf dem ersten 

Arbeitsmarkt als nicht vorhanden zu rügen.

6.1. Massgebend für die Frage der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit ist 

entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers nicht der effektive erste, 

sondern der hypothetisch ausgeglichene Arbeitsmarkt (vgl. Art. 7 Abs. 1 

und Art. 16 ATSG). Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts handelt 

es sich dabei um einen theoretischen abstrakten Begriff, der dazu dient, 

den Leistungsbereich der Invalidenversicherung von demjenigen der 

Arbeitslosenversicherung abzugrenzen. Der Begriff umschliesst einerseits 

ein bestimmtes Gleichgewicht zwischen dem Angebot von und der 

Nachfrage nach Stellen. Anderseits bezeichnet er einen Arbeitsmarkt, der 

- 29 -

von seiner Struktur her einen Fächer verschiedenartiger Stellen offen hält 

und zwar sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und 

intellektuellen Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des körperlichen 

Einsatzes. Nach diesen Gesichtspunkten bestimmt sich im Einzelfall, ob 

die invalide Person die Möglichkeit hat, ihre restliche Erwerbsfähigkeit zu 

verwerten (vgl. BGE 148 V 174 E.9.1, 134 V 64 E.4.2.1 und 110 V 273 

E.4b; Urteile des Bundesgerichts 8C_300/2022 vom 2. März 2023 E.4.2, 

8C_192/2022 vom 7. Juli 2022 E.6.1.1 f., 8C_52/2022 vom 2. Juni 2022 

E.2.3.1, 8C_416/2020 vom 2. Dezember 2020 E.4, 9C_766/2019 vom 

11. September 2020 E.4.1, 8C_710/2018 vom 30. Januar 2019 E.7.1 und 

8C_458/2018 vom 23. Oktober 2018 E.4.2). Dabei ist nicht von 

realitätsfremden Einsatzmöglichkeiten auszugehen, sondern nur von 

Tätigkeiten, die unter Berücksichtigung der gesamten objektiven und 

subjektiven Gegebenheiten des Einzelfalles zumutbar sind (vgl. Urteile 

des Bundesgerichts 9C_42/2023 vom 11. Mai 2023 E.3.2, 8C_300/2022 

vom 2. März 2023 E.4.2, 8C_369/2021 vom 28. Oktober 2021 E.6.1, 

8C_30/2020 vom 6. Mai 2020 E.5.3 und 9C_485/2014 vom 28. November 

2014 E.2.2). An die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und 

Verdienstaussichten sind jedoch keine übermässigen Anforderungen zu 

stellen (BGE 138 V 457 E.3.1; Urteile des Bundesgerichts 9C_42/2023 

vom 11. Mai 2023 E.3.3, 8C_300/2022 vom 2. März 2023 E.6.2 und 

8C_369/2021 vom 28. Oktober 2021 E.6.1). Die Möglichkeit einer 

versicherten Person, das verbliebene Leistungsvermögen auf dem 

allgemeinen ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, hängt von den 

konkreten Umständen des Einzelfalles ab. Massgebend sind 

rechtsprechungsgemäss die Art und Beschaffenheit des 

Gesundheitsschadens und seiner Folgen, der absehbare Umstellungs- 

und Einarbeitungsaufwand und in diesem Zusammenhang auch die 

Persönlichkeitsstruktur, vorhandene Begabungen und Fertigkeiten, 

Ausbildung, beruflicher Werdegang oder die Anwendbarkeit von 

- 30 -

Berufserfahrung aus dem angestammten Bereich. Unverwertbarkeit der 

Restarbeitsfähigkeit ist anzunehmen, wenn die zumutbare Tätigkeit in nur 

so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der ausgeglichene 

Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder sie nur unter nicht realistischem 

Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre 

und das Finden einer entsprechenden Stelle daher zum Vornherein als 

ausgeschlossen erscheint (BGE 148 V 174 E.9.1; Urteile des 

Bundesgerichts 9C_42/2023 vom 11. Mai 2023 E.3.2, 9C_403/2022 vom 

15. März 2023 E.5.1, 8C_192/2022 vom 7. Juli 2022 E.6.1.1 f., 

9C_21/2022 vom 15. Juni 2022 E.2.3.1, 8C_52/2022 vom 2. Juni 2022 

E.2.3.1 f., 8C_55/2022 vom 19. Mai 2022 E.4.3 und 6.1.2, 9C_366/2021 

vom 3. Januar 2022 E.4.2 und 9C_520/2021 vom 22. Dezember 2021 

E.4.3.1).

6.2. Gemäss dem estimed-Gutachten vom 24. Juni 2022 ist der 

Beschwerdeführer in der angestammten Tätigkeit nicht mehr arbeitsfähig, 

während ihm eine leidensangepasste Tätigkeit zu 90 % zumutbar sei (vgl. 

IV-act. 182 S. 17 f.), wobei die Gutachterin und Gutachter ein 

Fähigkeitsprofil definiert haben. Danach sind überwiegend im Sitzen zu 

verrichtende, wechselbelastende Tätigkeiten ohne Arbeiten in gebückter 

oder vornübergebeugter Haltung im Sitzen und/oder Stehen bzw. in 

kauernder oder kniender Stellung, ohne Arbeiten mit asymmetrischer 

Lasteinwirkungen, ohne Gehen in unebenem Gelände oder längerem 

Abwärtsgehen, ohne häufiges Treppengehen, ohne Arbeiten auf Dächern, 

Gerüsten, Leitern oder Podesten und ohne das Hantieren von Lasten 

(körpernah/-fern bzw. bis Taillen-/Brusthöhe bis max. 5 kg beidhändig) 

zumutbar (vgl. IV-act. 182 S. 17 und 119 f.). Insofern wird im estimed-

Gutachten vom 24. Juni 2022 hinsichtlich der verbliebenen 

Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers zwar ein detailliertes 

Anforderungsprofil definiert, das die bei ihm vorliegenden 

- 31 -

Funktionseinschränkungen aufgreift. Dieses Belastungsprofil, wonach 

zusammengefasst leichte, wechselbelastende und überwiegend in 

sitzender Position auszuübende Tätigkeiten ausführbar sind, erscheint 

aber nicht derart eingeschränkt, dass der ausgeglichene Arbeitsmarkt eine 

entsprechende Stelle praktisch nicht kennt und das Finden einer 

entsprechenden Stelle daher zum vornherein als ausgeschlossen 

erscheint (vgl. BGE 148 V 174 E.9.1; Urteile des Bundesgerichts 

9C_42/2023 vom 11. Mai 2023 E.3.2, 9C_403/2022 vom 15. März 2023 

E.5.1,8C_300/2022 vom 2. März 2023 E.4.2, 8C_52/2022 vom 2. Juni 

2022 E.2.3.1, 8C_170/2021 vom 23. September 2021 E.5.1.1, 

9C_644/2019 vom 20. Januar 2020 E.4.2, 8C_143/2019 vom 21. August 

2019 E.5.2, 8C_458/2018 vom 23. Oktober 2018 E.4.1 ff. und 

9C_253/2017 vom 6. Juli 2017 E.2.2.1). Vielmehr umfasst mit Blick auf 

den massgebenden, ausgeglichenen Arbeitsmarkt das vorliegend 

anwendbare Kompetenzniveau 1 (einfache Tätigkeiten körperlicher oder 

handwerklicher Art) auch dem Beschwerdeführer zumutbare Tätigkeiten, 

die körperlich leicht sind und in überwiegend sitzender Arbeitsposition 

ausgeführt werden können (vgl. etwa Urteile des Bundesgerichts 

8C_128/2022 vom 15. Dezember 2022 E.4 und 6.2.3, 8C_339/2022 vom 

9. November 2022 E.4.1 und 6.4.2, 9C_502/2021 vom 4. August 2022 

E.3.2.3, 8C_143/2021 vom 7. Juni 2021 E.4.3.2, 8C_139/2020 vom 

30. Juli 2020 E.6.3.3, 8C_495/2019 vom 11. Dezember 2019 E.4.2.1 f. 

und 8C_528/2019 vom 12. November 2019 E.4.1 und E.4.2.2). Zu denken 

wäre beispielsweise an leichte Überwachungs-, Kontroll- oder 

Prüffunktionen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_202/2021 vom 

17. Dezember 2021 E.5.3, 8C_535/2021 vom 25. November 2021 E.5.4.3 

und 9C_574/2019 vom 16. Oktober 2019 E.2.3). Denn auf dem 

theoretischen ausgeglichenen Arbeitsmarkt werden praxisgemäss auch 

reine – ohne körperliche Anstrengung zu verrichtende – 

Überwachungstätigkeiten automatisierter Maschinen und 

- 32 -

Produktionsabläufe nachgefragt (vgl. Urteile des Bundesgerichts 

9C_39/2022 vom 24. März 2022 E.4.2, 9C_520/2021 vom 22. Dezember 

2021 E.4.3.2 und 8C_442/2019 vom 20. Juli 2019 E.4.2). Zudem umfasst 

der massgebende ausgeglichene Arbeitsmarkt auch Stellen- und 

Arbeitsangebote, bei denen mit einem sozialen Entgegenkommen von 

Seiten des Arbeitgebers (Nischenarbeitsplätze) gerechnet werden kann 

(vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_21/2022 vom 15. Juni 2022 E.2.3.1, 

8C_52/2022 vom 2. Juni 2022 E.2.3.1, 9C_693/2019 vom 18. Dezember 

2019 E.4.1.3 und 8C_117/2018 vom 31. August 2018 E.2.2.2). Als 

unbehelflich erweist sich der Hinweis des Beschwerdeführers auf die 

konkrete Arbeitsmarktlage, ist der ausgeglichene Arbeitsmarkt doch ein 

theoretischer und abstrakter Begriff, weshalb nicht darauf abzustellen ist, 

ob eine invalide Person unter den konkreten Arbeitsmarktverhältnissen 

vermittelt werden kann (vgl. BGE 148 V 174 E.9.1 und 134 V 64 E.4.2.1; 

Urteile des Bundesgerichts 8C_300/2022 vom 2. März 2023 E.4.2, 

8C_239/2022 vom 1. Juni 2022 E.4.2, 8C_77/2019 vom 8. März 2019 

E.3.2.3, 8C_36/2018 vom 6. Juni 2018 E.5.2 und 9C_302/2017 vom 6. Juli 

2017 E.3.3). Praxisgemäss werden für Hilfsarbeiten weder eine 

Berufsausbildung noch Erfahrungen oder sonstige Vorkenntnisse 

vorausgesetzt werden (Urteile des Bundesgerichts 8C_734/2022 vom 

23. Februar 2023 E.5.2, 8C_250/2022 vom 8. November 2022 E.5.3.1, 

8C_799/2021 vom 3. März 2022 E.4.3.3, 8C_170/2021 vom 

23. September 2021 E.5.1.2.1 und 8C_55/2021 vom 9. Juni 2021 E.5.2.1), 

weshalb auch der Migrationshintergrund und der soziokulturelle Kontext 

des Beschwerdeführers nicht von ausschlaggebender Bedeutung sind. Da 

dem Kompetenzniveau 1 zugeordnete einfache Tätigkeiten nach der 

Rechtsprechung zudem keine (guten) Kenntnisse der deutschen Sprache 

erfordern (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_630/2022 vom 3. Mai 2023 

E.6.3, 8C_703/2021 vom 28. Juni 2022 E.5.3, 8C_549/2019 vom 

26. November 2019 E.7.3 und 9C_898/2017 vom 25. Oktober 2017 E.3.4), 

- 33 -

fallen die mangelhaften Sprachkenntnisse des Beschwerdeführers 

ebenfalls nicht besonders ins Gewicht. Dass der für den 

Beschwerdeführer nötige Betreuungsaufwand bei einer Arbeitsstelle im 

ersten Arbeitsmarkt derart gross wäre, dass das entsprechende 

Entgegenkommen realistischerweise von einem durchschnittlichen 

Arbeitgeber auf dem ersten Arbeitsmarkt nicht mehr erwartet werden kann 

(vgl. ähnlich den Urteilen des Bundesgerichts 9C_464/2021 vom 

16. September 2022 E.4.3.2, 9C_321/2018 vom 16. Oktober 2018 E.5 und 

9C_277/2016 vom 15. März 2017 E.4.3), ist auch mit Blick auf die 

gesundheitlichen Einschränkungen nicht ersichtlich. Hinzu kommt, dass 

der Beschwerdeführer aufgrund seiner bisherigen beruflichen Laufbahn 

mit verschiedenen Tätigkeiten als Hilfsarbeiter auf dem Bau bzw. in einem 

Gipsergeschäft, als Betriebsmitarbeiter Recycling, als Küchenhilfe und 

Reinigungskraft sowie als Produktionsmitarbeiter in der 

Fleischverarbeitung (vgl. undatierte Lebensläufe [IV-act. 150, 26 und 11 

S. 3], estimed-Gutachten vom 24. Juni 2022 [IV-act. 182 S. 73 und 142], 

Schlussbericht der Institution T._____ vom 15. Dezember 2021 über die 

berufliche Abklärung sowie die Standortgespräche vom 12. Juli, 

23. August, 21. September und 25. Oktober 2021 [IV-act. 165 S. 1 ff.], 

Evaluationsgespräch Eingliederung vom 28. April 2021 [IV-act. 142 S. 2], 

Anmeldung zum Leistungsbezug vom 16. September 2020 [IV-act. 97 

S. 6], Bericht von Dr. med. K._____ vom 12. Juni 2020 [IV-act. 111 S. 4], 

Einspracheentscheid der Suva vom 16. November 2015 [IV-act. 74 S. 2], 

Fragebogen für Arbeitgebende vom 1. April 2015 [IV-act. 39 S. 2], 

Sprechstundenbericht berufliche Eingliederung der Rehaklinik D._____ 

vom 17. März 2015 [IV-act. 23 S. 1], Bericht von Dr. med. L._____ vom 

14. März 2015 [IV-act. 22 S. 2], Anmeldung zum Leistungsbezug vom 

4. März 2015 [IV-act. 6 S. 4], Besprechungsnotiz der Suva vom 

11. September 2014 [IV-act. 11 S. 10], Arbeitszeugnis der B._____ AG 

vom 7. September 2020 [IV-act. 99 S. 5], Arbeitszeugnis des 

- 34 -

Einsatzprogramms Y._____ vom 9. Mai 2016 [IV-act. 99 S. 3 f.], 

undatiertes Arbeitszeugnis des Gipsergeschäfts R._____ [IV-act. 99 S. 2], 

Teilnahmebestätigung des Einsatzprogramms X._____ vom 27. Februar 

2012 [IV-act. 99 S. 1]) über Fertigkeiten verfügt, die er durchaus in einer 

geeigneten Verweistätigkeit nutzbar machen könnte. Dabei ist auch auf 

seine Persönlichkeitsstruktur als grundsätzlich selbstständig, zuverlässig 

und sorgfältig arbeitende Person hinzuweisen (vgl. Schlussbericht der 

Institution T._____ vom 15. Dezember 2021 über die berufliche Abklärung 

[IV-act. 165 S. 7 f.], Standortgespräch Institution T._____ vom 12. Juli 

2021 [IV-act. 154 S. 1 = IV-act. 165 S. 1], Arbeitszeugnis der B._____ AG 

vom 7. September 2020 [IV-act. 99 S. 5], Arbeitszeugnis des 

Einsatzprogramms Y._____ vom 9. Mai 2016 [IV-act. 99 S. 3 f.], 

undatiertes Arbeitszeugnis des Gipsergeschäfts R._____ [IV-act. 99 S. 2], 

Teilnahmebestätigung des Einsatzprogramms X._____ vom 27. Februar 

2012 [IV-act. 99 S. 1]). Aufgrund der bisher ausgeübten, mitunter 

praktischen Tätigkeiten dürfte sich zudem der Umstellungs- und 

Einarbeitungsaufwand in eine Verweisungstätigkeit in Grenzen halten. Es 

fehlen somit jegliche Anhaltspunkte dafür, dass der Beschwerdeführer 

aufgrund personenbezogener und beruflicher Merkmale seine verbliebene 

Restarbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nicht 

verwerten könnte. Vielmehr stehen dem Beschwerdeführer – wie 

aufgezeigt – auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt genügend 

Einsatzmöglichkeiten in einer leidensadaptierten Tätigkeit offen.

7. Allerdings ist zu beachten, dass nach der bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung persönliche und berufliche Merkmale der versicherten 

Person wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dauer der 

Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie 

Beschäftigungsgrad je nach Ausprägung Auswirkungen auf die Lohnhöhe 

haben können, weshalb ein auf höchstens 25 % begrenzter Leidensabzug 

- 35 -

von dem nach den LSE-Tabellenlöhnen zu ermittelnden 

Invalideneinkommen vorgenommen werden kann, soweit anzunehmen ist, 

dass die trotz des Gesundheitsschadens verbleibende Leistungsfähigkeit 

infolge eines oder mehrerer dieser Merkmale auf dem allgemeinen, 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt (vgl. dazu BGE 148 V 174 E.9.1 und 134 V 

64 E.4.2.1) nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen verwertet werden 

kann (BGE 148 V 174 E.6.3, 146 V 16 E.4.1, 135 V 297 E.5.2, 134 V 322 

E.5.2 und 126 V 75 E.5b/aa-cc; Urteile des Bundesgerichts 8C_304/2022 

vom 30. Mai 2023 E.3.4, 9C_360/2022 vom 4. November 2022 E.4.1, 

8C_115/2021 vom 10. August 2021 E.3.2.1 und 9C_283/2020 vom 

17. August 2020 E.7.1.1). Bei der Bestimmung der Höhe des Abzugs ist 

der Einfluss aller in Betracht fallender Merkmale auf das 

Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach 

pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und insgesamt, wie 

erwähnt, auf höchstens 25 % des Tabellenlohnes zu begrenzen (BGE 148 

V 174 E.6.3, 146 V 16 E.4.1, 135 V 297 E.5.2, 134 V 322 E.5.2, 126 V 75 

E.5b/bb-cc; Urteile des Bundesgerichts 8C_304/2022 vom 30. Mai 2023 

E.3.4, 9C_360/2022 vom 4. November 2022 E.4.1, 8C_276/2021 vom 

2. November 2021 E.5.1, 9C_283/2020 vom 17. August 2020 E.7.1.1 und  

9C_787/2018 und 9C_795/2018 vom 19. Juli 2019 E.6.2). Die 

Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem 

Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen 

einer körperlich leichten Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit 

eingeschränkt ist (BGE 148 V 174 E.6.3, 146 V 16 E.4.1 und 126 V 75 

E.5a/bb; Urteile des Bundesgerichts 9C_42/2023 vom 11. Mai 2023 E.5.2, 

9C_311/2022 vom 18. April 2023 E.4.2, 8C_250/2022 vom 8. November 

2022 E.4.3, 8C_115/2021 vom 10. August 2021 E.3.2.1 und 9C_283/2020 

vom 17. August 2020 E.7.1.1). Vorliegend ist aufgrund der sich auf das 

Zumutbarkeitsprofil auswirkenden gesundheitlichen 

Funktionseinschränkungen und der dabei bestehenden Einschränkung 

- 36 -

der Leistungsfähigkeit von 10 % (vgl. vorstehende Erwägung 6.2 und IV-

act. 182 S. 17 und 119 f.) anzunehmen, dass der Beschwerdeführer selbst 

im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeiten in seiner 

Leistungsfähigkeit beeinträchtigt ist. Dem ist gemäss Bundesgericht 

grundsätzlich mit einem leidensbedingten Abzug Rechnung zu tragen (vgl. 

Urteil des Bundesgerichts 9C_311/2022 vom 18. April 2023 E.4.3.2), auch 

wenn qualitative Einschränkungen nicht standardmässig zu einem Abzug 

vom Tabellenlohn führen (Urteil des Bundesgerichts 9C_312/2022 vom 

5. Januar 2023 E.5.5.2 m.H.a. BGE 148 V 174). Denn qualitative oder 

quantitative Einschränkungen aufgrund des medizinischen Anforderungs- 

und Belastungsprofils grenzen in erster Linie das Spektrum erwerblicher 

Tätigkeiten weiter ein, welche unter Berücksichtigung der Fähigkeiten, 

Ausbildung und Berufserfahrung versicherten Person realistischerweise 

noch in Frage kommen. Davon zu unterscheiden ist die Frage, ob mit 

Bezug auf eine konkret in Betracht fallende Tätigkeit bei ausgeglichener 

Arbeitsmarktlage verglichen mit einem gesunden Mitbewerber nur bei 

Inkaufnahme einer Lohneinbusse reale Chancen für eine Anstellung 

bestehen (Urteile des Bundesgerichts 8C_509/2022 vom 10. Mai 2023 

E.6.2, 9C_312/2022 vom 5. Januar 2023 E.5.5.1, 9C_305/2022 vom 

24. November 2022 E.3.2.2.2.1, 8C_269/2021 vom 1. Dezember 2021 

E.3.2, 8C_151/2020 vom 15. Juli 2020 E.6.2 und 8C_297/2018 vom 6. Juli 

2018 E.3.5). Wie hoch der Tabellenlohnabzug letztlich veranschlagt wird, 

kann hier indes offen bleiben, da auch bei einem Abzug von 25 % kein 

rentenbegründender Invaliditätsgrad resultierte. Denn in 

Gegenüberstellung des parallelisierten Valideneinkommens von 

CHF 67'176.30 (vgl. E.5.2 hiervor) und einem ebenfalls auf das Jahr 2022 

aufgerechneten, gestützt auf die LSE 2020, Tabelle TA1, mit einem 

Leidensabzug von 25 % bemessenen Invalideneinkommen von 

CHF 49'755.25 (LSE 2020 [veröffentlicht am 23. August 2022 {vgl. 

BGE 143 V 295 E.4.1.1 und Urteil des Bundesgerichts 9C_15/2018 vom 

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2. Juli 2018 E.4.3}], Tabelle TA1, Kompetenzniveau 1, Männer, Zeile 

"Total", umgerechnet auf die durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit 

von 41.7 Stunden, Arbeitsfähigkeit von 100 %, Leidensabzug 25 %, 

aufindexiert bis ins Jahr 2022 [vgl. hierzu IV-act. 185] = CHF 5'261.-- x 12 

: 40 x 41.7 x 1 x 0.998 x 1.01 x 0.75) resultiert ein Invaliditätsgrad von 

gerundet 26 %, was keinen Anspruch auf eine Invalidenrente verleiht. 

Gleiches gilt bei der gemäss estimed-Gutachten vom 24. Juni 2022 

angenommenen Arbeitsfähigkeit von 90 %, bei welcher sich das 

Einkommen mit Invalidität auf CHF 44'779.70 beläuft (= CHF 5'261.-- x 12 

: 40 x 41.7 x 0.9 x 0.998 x 1.01 x 0.75), was einen Invaliditätsgrad von 

gerundet 33 % ergibt.  

8.1. Insgesamt ergibt sich, dass die Beschwerde sich als unbegründet erweist 

und daher abzuweisen ist. Laut Art. 69 Abs. 1bis IVG i.V.m. Art. 61 lit. fbis 

ATSG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um Leistungen aus 

der Invalidenversicherung vor dem kantonalen Versicherungsgericht 

kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und 

unabhängig vom Streitwert im Rahmen von CHF 200.-- bis CHF 1'000.-- 

festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein 

durchschnittlicher Aufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Kosten in 

Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens auf CHF 700.-- 

fest. Bei diesem Prozessausgang wird der Beschwerdeführer 

grundsätzlich kostenpflichtig. Allerdings hat er um unentgeltliche 

Rechtspflege und Verbeiständung ersucht. Da die Voraussetzungen (vgl. 

etwa Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden [VGU] S 21 

101 vom 4. April 2023 E.7.2.1) dafür gegeben sind (vgl. insbesondere zur 

Bedürftigkeit: Verfügung der Gemeinde S._____ vom 5. April 2023 zur 

öffentlich-rechtlichen Unterstützung [act. H6 des Beschwerdeführers zum 

Gesuch um unentgeltliche Prozessführung]), kann dem Gesuch 

entsprochen werden. Demzufolge gehen die Gerichtskosten von 

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CHF 700.-- (vorläufig) zulasten der Gerichtskasse. Der obsiegenden 

Beschwerdegegnerin steht kein Anspruch auf Ersatz der Parteikosten zu 

(Art. 61 lit. g ATSG e contrario).

8.2. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers machte in seiner Eingabe 

vom 14. Juni 2023 insgesamt einen Aufwand von 7.583 Stunden à 

CHF 360.-- (CHF 2'730.--) zuzüglich Auslagen sowie MWST geltend. 

Gemäss Art. 5 Abs. 1 der Verordnung über die Bemessung des Honorars 

der Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte (Honorarverordnung, HV; 

BR 310.250) beträgt der Honoraransatz für den berechtigten Aufwand im 

Rahmen der bewilligten unentgeltlichen Vertretung CHF 200.-- pro 

Stunde. Zudem sind die Barauslagen mit der praxisgemäss 

anzuerkennenden Spesenpauschale von 3 % des Honorars zu 

veranschlagen (vgl. VGU S 22 109 vom 31. Januar 2022 E.7.2 und S 20 

52 vom 24. März 2022 E.11.3). Insgesamt ist somit eine Entschädigung 

von CHF 1'682.45 (7.583 Stunden à CHF 200.-- [CH 1'516.65] zzgl. 3 % 

Kleinspesenpauschale [CHF 45.50] und 7.7 % MWST [CHF 120.30]) 

angemessen. 

III. Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.1. In Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung (Art. 76 VRG) werden 

die Kosten von CHF 700.-- zulasten von A._____ von der Gerichtskasse 

übernommen.

2.2. A._____ wird in der Person von Rechtsanwalt Prof. Dr.  iur. Hardy Landolt 

ein Rechtsvertreter auf Kosten des Staates bestellt. Dieser wird durch die 

Gerichtskasse mit CHF 1'682.45 (inkl. Spesen und MWST) entschädigt.

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2.3. Wenn sich die Einkommens- oder Vermögensverhältnisse von A._____ 

gebessert haben und er hierzu in der Lage ist, hat er das Erlassene und 

die Kosten der Rechtsvertretung zu erstatten (Art. 77 VRG).

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilung]