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**Case Identifier:** 05116fbd-f293-5e6d-9657-35862cf6c9ce
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-06-11
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 11.06.2015 IV 2013/60
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2013-60_2015-06-11.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2013/60

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 14.05.2020

Entscheiddatum: 11.06.2015

Entscheid Versicherungsgericht, 11.06.2015
Art. 28 IVG. Rentenanspruch. Würdigung Gutachten. Rückweisung zur 
Verlaufsbeurteilung und zu neuer Verfügung wegen gesundheitlicher 
Verschlechterung. Für die Zeit vor der Verschlechterung wird die 
Beschwerde abgewiesen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons 
St. Gallen vom 11. Juni 2015, IV 2013/60).

Entscheid Versicherungsgericht, 11.06.2015

Versicherungsrichterin Marie Löhrer (Vorsitz), Versicherungsrichterinnen Lisbeth Mattle 

Frei und Marie-Theres Rüegg Haltinner; Gerichtsschreiber Philipp Geertsen

Entscheid vom 11. Juni 2015

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Robert Baumann, Waisenhausstrasse 17, 

Postfach, 9001 St. Gallen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

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Rente

Sachverhalt:

A.    

A.a  A.___ meldete sich am 23. April 2010 wegen generalisierter chronischer 

Schmerzen und Müdigkeit, zunehmend seit 2008, zum Bezug von IV-Leistungen an (IV-

act. 1). Anlässlich des FI-Gesprächs mit dem Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) vom 

3. Mai 2010 gab der behandelnde Dr. med. B.___, Facharzt FMH für Innere Medizin, an, 

die Versicherte leide an einem chronischen Erschöpfungszustand mit Müdigkeit, 

Schlafstörungen, generalisierten Schmerzen und Dekonditionierung, einem 

Zervikalsyndrom bei degenerativen HWS-Veränderungen, einer Fingerpolyarthrose und 

einem Spreizfuss beidseits mit Hallux valgus. Eine leidensangepasste Tätigkeit könne 

der Versicherten mit einem Pensum von 50% zugemutet werden (Protokoll vom 

4./5. Mai 2010, IV-act. 6; vgl. auch den Bericht von Dr. B.___ vom 8. Oktober 2010 

[Datum Posteingang IV-Stelle], IV-act. 48). Am 30. August 2010 teilte die IV-Stelle der 

Versicherten mit, eine Arbeitsvermittlung sei zurzeit nicht möglich, da sie sich nicht in 

der Lage fühle zu arbeiten (IV-act. 37).

A.b  Dr. med. C.___, Innere Medizin und Rheumatologie FMH, der die Versicherte vom 

20. Juli bis 10. Dezember 2010 ambulant behandelt hatte, führte im Bericht vom 

23. Dezember 2010 als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine 

Fibromyalgie sowie ein chronisches Panvertebralsyndrom mit spondylogenen 

Ausstrahlungen in die Extremitäten auf (IV-act. 51-3 ff.). Er reichte weitere medizinische 

Berichte ein (Bericht der Klinik für Neurologie des Kantonsspitals St.Gallen [KSSG] vom 

13. Dezember 2010, worin ausgeführt wurde, es hätten sich keine Hinweise für ein 

neurologisches Grundleiden finden lassen, IV-act. 51-7 ff.; konsiliarischer 

Untersuchungsbericht von Dr. C.___ vom 20. Juli 2010, IV-act. 51-10 ff.).

A.c  Im Auftrag der IV-Stelle wurde die Versicherte am 19. April 2011 internistisch/

rheumatologisch durch Dr. med. D.___, Spezialarzt FMH für Innere Medizin, speziell 

Rheumaerkrankungen, und psychiatrisch durch Dr. med. E.___, FMH Psychiatrie und 

Psychotherapie, begutachtet. Im Gesamtgutachten vom 14. Mai 2011 hielten die 

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Gutachter fest, die Versicherte leide mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit an einer 

Anpassungsstörung, Angst und depressive Reaktion gemischt (ICD-10: F43.22) DD: 

anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4), bei Verdacht auf 

Fibromyalgie bei generalisiertem Schmerzsyndrom (ICD-10: M79.0), an einem 

chronischen Panvertebralsyndrom mit spondylogenen Ausstrahlungen in die 

Extremitäten, bei radiologisch und klinisch unauffälligen, altersentsprechenden 

Fingergelenken, an leichten Spreizfüssen und angedeutetem leichtem Hallux valgus 

nicht rigid beidseits. Für die angestammte Reinigungstätigkeit bestehe aus somatischer 

Sicht seit 20. Mai 2010 eine 50%ige und ab 3. Juni 2010 eine 100%ige 

Arbeitsunfähigkeit. Aus psychiatrischer Sicht bestehe nicht kumulativ zur somatischen 

Einschränkung eine anhaltende 40%ige Einschränkung. Für eine leidensangepasste 

Tätigkeit attestierte Dr. D.___ eine 50%ige Arbeitsfähigkeit und Dr. E.___ eine ebenfalls 

nicht kumulative 40%ige Arbeitseinschränkung. Eine den Schmerzen und deren Folgen 

angepasste Tätigkeit sei nur in einem geschütztem Rahmen möglich (IV-act. 58; zum 

psychiatrischen Teilgutachten vom 9. Mai 2011 siehe IV-act. 59).

A.d  RAD-Ärztin Dr. med. F.___, Fachärztin für Physikalische Medizin u. Rehabilitation, 

und RAD-Arzt G.___, Facharzt für Arbeitsmedizin, hielten zur Klärung des 

medizinischen Sachverhalts verschiedene Rückfragen an die beiden Gutachter für 

erforderlich (Stellungnahme vom 30. Mai 2011, IV-act. 61). Hierzu nahmen Dr. E.___ am 

29. Juni 2011 (IV-act. 65) und Dr. D.___ am 3. Juli 2011 Stellung (IV-act. 66). RAD-

Ärztin Dr. F.___ hielt die Beurteilung der Dres. D.___ und E.___ nicht für 

nachvollziehbar. Im Vordergrund stehe die somatoforme Schmerzstörung. 

Diesbezüglich sei eine "psychiatrische" Komorbidität von erheblicher Schwere nicht 

ausgewiesen. Zeichen einer mittelschweren Depression liessen sich nicht 

nachvollziehen. Auch die übrigen Förster-Kriterien seien "nicht überwiegend 

ausgewiesen". Dr. D.___ begründe die Einschätzung, dass nur halbtags eine 

Arbeitsfähigkeit vorliegen solle, mit dem selbstlimitierenden, vermeidenden Verhalten 

und der sich entwickelten Dekonditionierung. Bei diesen Faktoren würde es sich nicht 

um einen langandauernden Gesundheitsschaden handeln. Es sei deshalb eine MEDAS-

Begutachtung erforderlich (Stellungnahme vom 31. August 2011, IV-act. 67). Daraufhin 

beauftragte die IV-Stelle die ABI Aerztliches Begutachtungsinstitut GmbH mit einer 

polydisziplinären Begutachtung der Versicherten. Diese fand am 21. November 2011 

statt. Im polydisziplinären (internistischen, orthopädischen und psychiatrischen) 

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Gutachten vom 3. Januar 2012 erhoben die Experten der ABI als Diagnose mit Einfluss 

auf die Arbeitsfähigkeit ein chronisches panvertebrales Schmerzsyndrom ohne 

radikuläre Symptomatik. Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit bestehe u.a. eine 

Schmerzverarbeitungsstörung (ICD-10: "F54"). Für körperlich leichte bis höchstens 

mittelschwere adaptierte Tätigkeiten bestehe eine 100%ige Arbeitsfähigkeit (IV-

act. 76). RAD-Ärztin Dr. F.___ bezeichnete die Beurteilung der ABI-Experten als 

ausführlich, schlüssig und nachvollziehbar (Stellungnahme vom 15. Februar 2012, IV-

act. 79).

A.e  Ausgehend von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten 

stellte die IV-Stelle der Versicherten mit Vorbescheid vom 1. März 2012 in Aussicht, 

das Rentengesuch abzuweisen (IV-act. 82). Dagegen erhob die Versicherte am 19. April 

2012 Einwand (IV-act. 86). Diesen begründete sie ergänzend in der Eingabe vom 

23. Mai 2012 (IV-act. 91). Mit dieser reichte sie eine Stellungnahme von Dr. B.___ zum 

IV-Vorbescheid und zum ABI-Gutachten vom 25. April 2012, worin dieser einen 

Verdacht auf eine psychiatrische Begleiterkrankung äusserte (IV-act. 91-9 f.), und eine 

ärztliche Bestätigung von Dr. med. H.___, Spezialarzt für Psychiatrie und 

Psychotherapie FMH, vom 7. Mai 2012 ein. Dieser gab an, dass die Versicherte im 

Zeitraum vom 23. März 1998 bis 24. Februar 1999 an acht Konsultationen 

teilgenommen habe. Vom 21. Mai bis 20. Juni 2007 sei er von der Versicherten dreimal 

aufgesucht worden. Seit dem 14. April 2012 sei sie wieder bei ihm in Behandlung. 

Früher habe die Versicherte ein italienisches Temperament gehabt. Gegenwärtig sei sie 

ein Schatten von sich selbst (IV-act. 91-11 f.). Mit Schreiben vom 27. Juni 2012 (IV-

act. 92) reichte die Versicherte ein psychiatrisches Konsilium von Dr. med. I.___, Eidg. 

Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 20. Juni 2012 ein. Dieses beruht auf 

einer persönlichen Untersuchung der Versicherten vom 7. Mai 2012. Dr. I.___ 

berichtete, die Versicherte leide seit ihrem 34. Lebensjahr an einer rezidivierenden 

depressiven Störung, gegenwärtig schwere Episode, seit Mai 2010 (unter 

Berücksichtigung der Beurteilung durch den Hausarzt) bestehend. Es gehe dabei um 

eine Komorbidität von erheblicher Schwere, Ausprägung und Dauer und nicht um eine 

reaktive Depression auf die Schmerzempfindung. "Die Schmerzempfindung gehört zum 

somatischen Syndrom, das einer schweren Depression zu subsummieren ist". Seines 

Erachtens hätten die Vorgutachter den vorliegenden Fall undifferenziert beurteilt. Eine 

Revision durch eine dritte, unabhängige Stelle sei dringend indiziert (IV-act. 93). In der 

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Folge holte die IV-Stelle einen Arztbericht bei Dr. H.___ ein. Dieser gab am 

5. September 2012 als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine 

anhaltende affektive, depressive Störung (ICD-10: F34.8) und eine andauernde 

Persönlichkeitsänderung bei chronischem Schmerzsyndrom (ICD-10: F62.8) an. Die 

drei bei ihm stattgefundenen Behandlungsphasen würden zeigen, dass es mit der 

Versicherten "auf und ab" gegangen sei und "starke affektive Reaktionen auf das 

Umfeld" stattgefunden hätten. Die derzeitige Störungsphase sei hartnäckig. Es fänden 

"etwa monatlich" psychotherapeutische Sitzungen und eine leichte symptomatische 

medikamentöse Behandlung statt. Seit der ABI-Begutachtung habe sich nichts 

Wesentliches geändert. Zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste 

Tätigkeiten verwies Dr. H.___ auf das ABI-Gutachten. Die Diskrepanz zwischen den 

subjektiven Angaben und der objektiven Befunde sei derart, dass die Fragen nach der 

Restleistungsfähigkeit der Versicherten nicht von einer psychiatrischen Praxis aus 

beantwortet werden könnten (IV-act. 96).

A.f   Die RAD-Ärztinnen Dr. F.___ und Dr. med. J.___, Fachärztin für Psychiatrie und 

Psychotherapie, gelangten in den Stellungnahmen vom 11. und 16. Oktober 2012 zum 

Schluss, es könne aus rheumatologischer sowie psychiatrischer Sicht an der 

Einschätzung der ABI festgehalten werden (IV-act. 98). Die IV-Stelle zeigte der 

Versicherten am 5. November 2012 an, sie werde am im Vorbescheid in Aussicht 

gestellten Entscheid festhalten (IV-act. 99). Hierzu liess sich die Versicherte mit 

Schreiben vom 29. November 2012 vernehmen (IV-act. 102). Am 22. Januar 2013 

verfügte die Versicherte die Abweisung des Rentengesuchs (IV-act. 103).

B.    

B.a  Gegen diese Verfügung richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 7. Februar 

2013. Die Beschwerdeführerin beantragt darin unter Kosten- und Entschädigungsfolge 

deren Aufhebung. Es sei ihr mit Wirkung ab wann rechtens, allerspätestens ab 1. Mai 

2011 und bis auf weiteres, eine ganze Invalidenrente zuzusprechen. Eventualiter sei die 

Streitsache an die Beschwerdegegnerin zur Vornahme weiterer medizinischer 

Abklärungen zurückzuweisen. Im Wesentlichen bringt sie vor, das ABI-Gutachten sei 

nicht beweiskräftig. Stattdessen sei bei der Beurteilung des Rentenanspruchs auf die 

Einschätzung von Dr. I.___ abzustellen, der eine vollständige Arbeitsunfähigkeit 

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bescheinigt habe. Was die somatischen Beeinträchtigungen anbelange, so seien diese 

durch Dr. D.___ zutreffend beurteilt wurden. Bei der Bestimmung des 

Invalideneinkommens rechtfertige sich ein 25%iger Tabellenlohnabzug (act. G 1).

B.b  Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 18. März 2013 

die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung führt sie aus, die Beurteilung der 

Arbeitsfähigkeit durch die ABI-Experten sei beweiskräftig. Es rechtfertige sich ein 

Tabellenlohnabzug von 10% (act. G 4).

B.c  In der Replik vom 30. April 2013 hält die Beschwerdeführerin unverändert an der 

Beschwerde fest (act. G 7). Sie reicht einen Bericht des behandelnden Dr. med. K.___, 

Leitender Arzt in der Abteilung Psychosomatik des Departements Innere Medizin des 

KSSG, vom 30. Januar 2013 ein. Darin berichtet dieser, die Beschwerdeführerin leide 

unter einer erheblichen, bereits chronifizierten, seit Jahren bestehenden rezidivierenden 

depressiven Störung. Derzeit bestehe eine mittelschwere bis schwere depressive 

Episode. Früher, in den 80er-Jahren sei sie in Behandlung seines Vorgängers 

gestanden. Die Beschwerdeführerin habe angegeben, schon damals an einer 

depressiven Symptomatik gelitten zu haben (act. G 7.1).

B.d  Die Beschwerdegegnerin hat die Frist für eine Duplik unbenützt verstreichen 

lassen (act. G 9).

B.e  Am 13. März 2014 (act. G 10) reicht die Beschwerdeführerin einen weiteren Bericht 

von Dr. K.___ vom 7. März 2014 ein, worin dieser eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit 

bescheinigt (act. G 10.1). Mit Eingabe vom 30. Juni 2014 (act. G 12) legt die 

Beschwerdeführerin Berichte des behandelnden Dr. med. L.___, Leitender Arzt in der 

Klinik für Rheumatologie, Departement Innere Medizin des KSSG, vom 24. April 2014, 

4. Juli und 3. Oktober 2013 ins Recht. Dr. L.___ hält darin die Beschwerdeführerin seit 

Behandlungsbeginn vom 15. März 2013 für 100% arbeitsunfähig (act. G 12.1).

Erwägungen:

1.     

Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist der Rentenanspruch 

der Beschwerdeführerin.

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1.1   Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; 

SR 831.20) besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte 

Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 

zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht ein 

Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein 

Anspruch auf eine Viertelsrente.

1.2   Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil 

des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die ganze oder teilweise 

Erwerbsunfähigkeit, es sei denn, eine versicherte Person sei vor dem Eintritt der 

Gesundheitsbeeinträchtigung nicht erwerbstätig gewesen und es habe ihr auch nicht 

zugemutet werden können, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. In diesem Fall gilt 

gemäss Art. 8 Abs. 3 ATSG die Unmöglichkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, 

als Invalidität. Erwerbsunfähigkeit ist demgegenüber der durch eine Beeinträchtigung 

der körperlichen oder geistigen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer 

Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der 

Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt 

(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind 

ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. 

Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht 

überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG). Die Invalidität im Sinn von Art. 8 Abs. 1 ATSG 

wird durch einen Einkommensvergleich ermittelt (Art. 16 ATSG).

1.3   Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 

Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung 

zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 

Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen). Hinsichtlich des 

Beweiswerts eines ärztlichen Berichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen 

Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden 

ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der 

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medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise 

begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a).

1.4   Im Sozialversicherungsprozess gelten die Grundsätze der Untersuchungspflicht 

und der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Demgemäss hat der 

Versicherungsträger bzw. im Beschwerdefall das Gericht den rechtserheblichen 

Sachverhalt von Amtes wegen abzuklären, ohne dabei an die Anträge der Parteien 

gebunden zu sein. Verwaltungsbehörden und Sozialversicherungsgerichte haben 

zusätzliche Abklärungen stets vorzunehmen, wenn hierzu aufgrund der 

Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebender Anhaltspunkte 

hinreichender Anlass besteht (BGE 110 V 53 E. 4a in fine).

2.     

Zunächst ist die Frage zu beantworten, ob der medizinische Sachverhalt rechts­

genüglich abgeklärt ist. In den Akten liegen verschiedene, sich teils widersprechende 

medizinische Beurteilungen, die es nachfolgend zu würdigen gilt.

2.1   Dres. D.___ und E.___ diagnostizierten mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine 

Anpassungsstörung, Angst und depressive Reaktion gemischt (ICD-10: F43.22) DD: 

anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4), einen Verdacht auf 

Fibromyalgie bei generalisiertem Schmerzsyndrom (ICD-10: M79.0), ein chronisches 

Panvertebralsyndrom mit spondylogenen Ausstrahlungen in die Extremitäten, 

radiologisch und klinisch unauffällige, altersentsprechende Fingergelenke, leichte 

Spreizfüsse und einen angedeuteten leichten Hallux valgus nicht rigid beidseits 

(Gutachten vom 14. Mai 2011). Somatischerseits wurde für leidensangepasste 

Tätigkeiten eine 50%ige Arbeitsfähigkeit bescheinigt. Aus psychiatrischer Sicht 

bestehe eine anhaltende 40%ige Arbeitseinschränkung nicht kumulativ zur 

somatischen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Eine den Schmerzen und deren 

Folgen angepasste Tätigkeit sei nur noch in einem geschützten Rahmen möglich (IV-

act. 58-17).

2.1.1         Dr. D.___ begründet die Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit für die 

angestammte Tätigkeit mit einer Dekonditionierung, der objektivierten, allerdings leicht 

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bis mittelgradigen degenerativen Veränderungen der HWS, BWS und LWS, negativ 

beeinflusst durch die doch beträchtliche Adipositas. Welche dieser Gesichtspunkte 

auch die Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten beeinträchtigen, legt 

Dr. D.___ indessen im Gutachten nicht dar (IV-act. 58-16). Erst auf Nachfrage der 

Beschwerdegegnerin ergänzte er in der Stellungnahme vom 3. Juli 2011, die 

bescheinigte quantitative Einschränkung sei aus Gründen der rascheren Ermüdung, der 

Anfälligkeit für Verspannungen und entsprechenden Schmerzen erfolgt. Die vermehrt 

einzustreuenden Kurzpausen seien schon bedingt durch das selbstlimitierende, 

vermeidende Verhalten der Beschwerdeführerin (IV-act. 66). Zweifel weckt an der 

Beurteilung von Dr. D.___, dass sich in der Diagnoseliste keine Dekonditionierung 

findet und die erwähnte Adipositas als Diagnose ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit 

aufgeführt wird (IV-act. 58-14). Er legt des weiteren nicht schlüssig dar, auf welcher 

somatischen Grundlage die raschere Ermüdung und die Anfälligkeit für Verspannungen 

beruhen, und inwiefern diese selbst bei einer leidensangepassten Tätigkeit zu einer 

50%igen Einschränkung zu führen vermögen. Die degenerativen Veränderungen an der 

Wirbelsäule sind gemäss Dr. D.___ nicht ausgeprägt (IV-act. 58-12; darauf hat bereits 

Dr. C.___ hingewiesen, IV-act. 51-13). Hinzu kommt, dass er das selbstlimitierende 

Verhalten - entgegen der Ausführungen der Beschwerdeführerin (act. G 7, Rz 2.a) - bei 

der Begründung der Arbeitsunfähigkeit miteinbezogen (IV-act. 66-2) und damit keine 

strikt objektive Beurteilung der Restleistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin 

vorgenommen hat. Diese wäre vorliegend umso erforderlicher gewesen, als sich im 

Rahmen des von Dr. D.___ erhobenen rheumatologischen Status Inkonsistenzen 

ergeben haben (IV-act. 58-8: grösstenteils normale Befunde; "palpatorisch sich 

unbeobachtend fühlend indolent, sind auf Befragen sämtliche Sehnenansatzstellen am 

ganzen Körper druckdolent, stereotyp «viel viel Schmerz»"; betreffend HWS "erst auf 

Befragen dann schmerzhaft"; Inkonsistenz bei Langsitz, IV-act. 58-9), die indessen von 

ihm keiner (erkennbaren) Würdigung unterzogen wurden.

2.1.2         Fragen an der psychiatrischen Beurteilung wirft der Umstand auf, dass 

weder im Gutachten noch in der ergänzenden Antwort vom 29. Juni 2011 (IV-act. 65) 

schlüssig begründet wurde, weshalb der Beschwerdeführerin - sowohl bezüglich der 

angestammten Reinigungstätigkeit als auch für leidensangepasste Tätigkeiten - bloss 

noch Tätigkeiten in einem geschützten Rahmen zugemutet werden können (siehe 

hierzu IV-act. 59-10). Die diesbezügliche Argumentation von Dr. E.___, die 

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Beschwerdeführerin brauche jeweils nach 30 Minuten körperlicher Tätigkeit längere 

Pausen, um sich von den Schmerzen und der "totalen Erschöpfung" zu erholen (IV-

act. 65), vermag nämlich gerade bei im allgemeinen Arbeitsmarkt zur Verfügung 

stehenden leichten körperlichen Tätigkeiten ohne nähere Begründung nicht 

einzuleuchten. Zumindest erklärte Dr. E.___ nicht nachvollziehbar, weshalb seine 

Einschätzung unabhängig von der körperlichen Schwere der Tätigkeit gilt. Der von ihm 

beschriebene Pausenbedarf scheint sich ferner hauptsächlich an den Angaben der 

Beschwerdeführerin zu orientieren ("Sie zwinge sich, im Haushalt Arbeiten zu 

verrichten, müsse aber jeweils nach 30 Minuten genervt aufgeben und vor den 

Schmerzen kapitulieren", IV-act. 59-6; siehe auch IV-act. 59-9: "Diese 

Willensanstrengung bricht jedoch jeweils nach ca. 30 Minuten zusammen und dann 

geht nichts mehr"). Eine objektive Einordnung dieser Angaben der Beschwerdeführerin 

bzw. ihrer Ressourcen fehlt. RAD-Ärztin Dr. F.___ hat zudem plausibel und in 

Übereinstimmung mit der bundesgerichtlichen Rechtsprechung in der Stellungnahme 

vom 31. August 2011 dargelegt, dass die Bejahung einer psychischen Komorbidität 

durch Dr. E.___ "in Form von Ängsten und reaktiven depressiven Verstimmungen" (IV-

act. 59-9) unzutreffend ist (IV-act. 67).

2.1.3         Vor diesem Hintergrund gelangte RAD-Ärztin Dr. F.___, auf deren weitere 

Begründung verwiesen werden kann, in der Stellungnahme vom 31. August 2011 zu 

Recht zur Auffassung, der Sachverhalt erweise sich als abklärungsbedürftig und es sei 

eine MEDAS-Begutachtung erforderlich (IV-act. 67).

2.2   Gegen das ABI-Gutachten vom 3. Januar 2012, auf das sich die 

Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung stützt, bringt die 

Beschwerdeführerin verschiedene Einwände vor.

2.2.1         Zunächst führt sie gegen das ABI-Gutachten die davon abweichenden 

medizinischen Beurteilungen der Dres. D.___, E.___, C.___ und B.___ ins Feld (act. G 1, 

Rz 3.a und Rz 5.a, act. G 7 Rz 2.c). Was die Einschätzung der Dres. D.___ und E.___ 

anbelangt, so fehlt dieser die Beweiskraft (siehe vorstehende E. 2.1). Allein schon aus 

diesem Grund vermag deren Beurteilung das ABI-Gutachten nicht in Zweifel zu ziehen. 

Dies gilt vorliegend umso mehr, als sich die ABI-Experten mit der abweichenden 

Würdigung der Dres. D.___ und E.___ ausführlich auseinandergesetzt haben (IV-

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act. 76-16 f. und 76-22 f.). Dr. B.___ bescheinigte der Beschwerdeführerin am 25. April 

2012 eine mindestens 50%ige Arbeitsunfähigkeit für eine leidensangepasste Tätigkeit. 

Allerdings berücksichtigte er dabei auch bzw. "insbesondere" fachfremde 

psychiatrische Gründe (IV-act. 91-9). Des Weiteren nahm er hinsichtlich der 

Beeinträchtigungen der diagnostizierten Fibromyalgie keine Prüfung der Försterkriterien 

vor. Die Würdigung der Arbeitsfähigkeit durch Dr. C.___ steht der 

versicherungsmedizinischen ABI-Beurteilung nicht entgegen. Einerseits bescheinigte er 

für leidensangepasste Tätigkeiten eine "zumindest" 50%ige Arbeitsfähigkeit. 

Andererseits nahm er keine Überwindbarkeitsprüfung vor, sondern beschränkte sich 

auf den Hinweis, dass "die Fibromyalgie von der IV nicht als rentenwirksam" beurteilt 

werde. Im Übrigen bezeichnete er die degenerativen Veränderungen der HWS und der 

LWS als nicht sehr ausgeprägt (IV-act. 51-13), was mit der somatischen Würdigung im 

ABI-Gutachten einhergeht ("moderate degenerative Veränderungen", IV-act. 76-21).

2.2.2         Die Beweiskraft des ABI-Gutachtens sieht die Beschwerdeführerin ferner 

durch das psychiatrische Konsilium von Dr. I.___ erschüttert (act. G 1, Rz 3.c und 4.a, 

act. G 7, Rz 3.a f.). Dr. I.___ diagnostizierte eine rezidivierende depressive Störung, 

gegenwärtig schwere Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10: F33.2) und hielt 

die Beschwerdeführerin für voll arbeitsunfähig (psychiatrisches Konsilium vom 20. Juni 

2012, IV-act. 93). Entscheidend ist hinsichtlich der Würdigung des ABI-Gutachtens, 

dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin seit dem Tod ihrer 

Schwester im April 2012 überwiegend wahrscheinlich erheblich verschlechtert hat (IV-

act. 93-2; siehe auch den Bericht von Dr. K.___ vom 7. März 2014, act. G 10.1: Die 

jetzige depressive Verstimmung habe sich im Jahre 2012 nach dem Tod ihrer ältesten 

Schwester entwickelt und sie habe sich wieder in psychiatrisch-psychotherapeutische 

Behandlung begeben) und sich Dr. I.___ somit ein anderer Gesundheitszustand als 

dem psychiatrischen ABI-Gutachter präsentierte. Bezüglich der von Dr. I.___ 

aufgeführten retrospektiven Wertungen fällt zunächst auf, dass sich diese allein auf die 

Angaben der Beschwerdeführerin stützen und sich grösstenteils nicht mit der 

Voraktenlage vereinbaren lassen. So lässt sich die Angabe "anamnestisch seit 

mindestens 2 Jahren ist die Stimmung andauernd gedrückt" (IV-act. 93-4) mit dem vom 

psychiatrischen ABI-Gutachter erhobenen Befund ("Stimmung war ausgeglichen", 

siehe hierzu sowie dem im Wesentlichen unauffälligen psychiatrischen Befund IV-

act. 76-15) nicht vereinbaren. Die von Dr. I.___ übernommene Angabe, die 

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Beschwerdeführerin habe bis über 50 Stunden pro Woche als Reinigungskraft 

gearbeitet (IV-act. 93-4), bzw. ein überdurchschnittliches Erwerbspensum geleistet, 

findet in der Voraktenlage keine Stütze (siehe IK-Auszug in IV-act. 7; sowie zur 

wiederholten Angabe "insgesamt zumindest 50%" IV-act. 48-1 und 59-5). Schliesslich 

fällt zugunsten der Beweiskraft des psychiatrischen Teils des ABI-Gutachtens ins 

Gewicht, dass die gesamte vor April 2012 ergangene medizinische Voraktenlage 

einhellig den Schluss enthält, nicht ein depressives, sondern ein somatoformes 

Geschehen oder eine Anpassungsstörung stehe im Vordergrund des Leidensbilds der 

Beschwerdeführerin (siehe etwa IV-act. 51, 58-14 und 76).

2.2.3         Im Weiteren soll gemäss Ausführungen der Beschwerdeführerin auffallend 

sein, dass bei ihr just am Tag der Untersuchung durch die ABI-Gutachter am 

21. November 2011 eine zwischenzeitlich eingetretene Besserung des 

Gesundheitszustands festgestellt worden sei (act. G 1, Rz 3.a). Der psychiatrische ABI-

Gutachter führte aus, die Beschwerdeführerin habe angegeben, mittlerweile akzeptiert 

zu haben, mit ihren Schmerzen und der dadurch bedingten Kraftlosigkeit und 

Leistungsunfähigkeit zu leben. Er hielt fest, so sei es durch den natürlichen Verlauf und 

durch Adaptationsvorgänge zu einer "gewissen" Besserung gekommen. Aufgrund der 

von Dr. E.___ gestellten Diagnose könne aber eine Arbeitsunfähigkeit nicht bestätigt 

werden (IV-act. 76-16 f.). Im Rahmen der Gesamtbeurteilung wies er darauf hin, aus 

psychiatrischer Sicht seien retrospektive Beurteilungen immer mit einer gewissen 

Unsicherheit behaftet, da der Verlauf naturgemäss schwankend sein könne. Aufgrund 

der Angaben der Beschwerdeführerin müsse aus heutiger Sicht allerdings postuliert 

werden, dass bereits seit längerem ein vergleichbares psychisches Zustandsbild 

vorgelegen habe, wie es sich heute präsentiere, sodass die festgelegte Arbeitsfähigkeit 

auch in der Vergangenheit Gültigkeit haben dürfte (IV-act. 76-25). An diesen 

abwägenden Ausführungen ist kein Mangel erkennbar, der den Beweiswert des ABI-

Gutachtens zu erschüttern vermöchte.

2.2.4         Zudem rügt die Beschwerdeführerin, die ABI-Beurteilung basiere auf einem 

unvollständigen medizinischen Sachverhalt, seien doch die ABI-Gutachter davon 

ausgegangen, dass sie in der Vergangenheit noch nie in psychiatrisch-

psychotherapeutischer Behandlung gewesen sei, was aber aktenmässig klar widerlegt 

sei (act. G 1, Rz 3.a, und act. G 7, Rz 3.a und Rz 3b [betreffend die in den 80er Jahren 

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stattgefundenen psychosomatischen Behandlungen]). Die Beschwerdegegnerin weist 

in diesem Zusammenhang vorab zutreffend darauf hin, dass die Beschwerdeführerin 

anlässlich der psychiatrischen Exploration in der ABI ausgeführt habe, sie sei nie in 

psychiatrischer Behandlung gewesen (act. G 4, Rz 2.3; IV-act. 76-14). Des Weiteren 

wurde im ABI-Gutachten die von Dr. E.___ erwähnte, erfolglos beendete "frühere kurze 

psychiatrische Intervention" sowie dessen Einschätzung, dass eine 

psychotherapeutische Behandlung wenig sinnvoll und Erfolg versprechend sei, 

aufgeführt (IV-act. 76-9; gegenüber Dr. E.___ gab die Beschwerdeführerin an, "früher 

sei sie einmal bei einem Psychiater gewesen, der ihr nicht helfen konnte, weil die 

Ursache ihrer Beschwerden nicht psychiatrischer Natur sei", IV-act. 59-7). Dr. B.___ 

erzählte die Beschwerdeführerin im Übrigen erst im April 2012 von einem früheren 

"sporadischen Kontakt" zu Dr. H.___ (auf Dr. B.___ wirkte das Aussageverhalten der 

Beschwerdeführerin "befremdlich"; zum Ganzen siehe IV-act. 91-10). Deshalb und da 

es sich um abgeschlossene, sporadische psychiatrische Behandlungen bei Dr. H.___ 

(vom 23. März 1998 bis 24. Februar 1999 fanden acht Konsultationen statt; vom 

21. Mai bis 20. Juni 2007 wurde Dr. H.___ dreimal aufgesucht, IV-act. 91-11) handelt, 

vermag die fehlende einlässliche Kenntnis der (sporadischen) Behandlungen bei 

Dr. H.___ keinen Mangel am ABI-Gutachten zu begründen. Gleiches gilt betreffend die 

von Dr. K.___ im Bericht vom 30. Januar 2013 erwähnte Behandlung in den 80-er 

Jahren (act. G 7.1, S. 2). Hinzu kommt, dass der psychiatrische ABI-Gutachter gestützt 

auf die eigene Untersuchung nachvollziehbar begründete, weshalb er eine depressive 

Störung ausschloss (IV-act. 76-15). Seine Schlussfolgerung, aus heutiger Sicht 

ergäben sich keine Hinweise darauf, dass die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin 

in der Vergangenheit jemals während längerer Zeit aufgrund eines psychiatrischen 

Leidens namhaft eingeschränkt gewesen wäre (IV-act. 76-16), lässt sich mit den 

sporadischen Behandlungen bei Dr. H.___ und der restlichen Voraktenlage vereinbaren. 

Im Licht dieser Verhältnisse ist die von der Beschwerdeführerin vorgebrachte Rüge 

unbegründet, auch wenn es wünschenswert gewesen wäre, dass der psychiatrische 

ABI-Gutachter in Kenntnis der von Dr. E.___ geschilderten psychiatrischen Behandlung 

die Beschwerdeführerin mit ihrem Aussageverhalten konfrontiert hätte, anstatt eine 

frühere Inanspruchnahme (wohl einer massgeblichen) psychiatrisch-

psychotherapeutischen Behandlung bei der Stellungnahme zur Selbsteinschätzung zu 

verneinen (IV-act. 76-16).

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2.2.5         Sodann sind die ABI-Gutachter gemäss Darstellung der Beschwerdeführerin 

von weiteren unzutreffenden bzw. irrigen Annahmen ausgegangen. Sie sei 

offensichtlich in verschiedener Hinsicht "falsch" verstanden worden (act. G 1, Rz 3.a). 

Betreffend die Selbsteinschätzung der Beschwerdeführerin haben die ABI-Gutachter 

ausgeführt, für die Untersucher entstehe nicht der Eindruck, als ob sie sich selbst noch 

in verwertbarem Ausmass für arbeitsfähig halte (IV-act. 76-25). Es bleibt damit unklar, 

wie die Beschwerdeführerin zur Auffassung gelangt, "anders als im Gutachten 

angenommen" sehe sie sich nicht mehr als arbeitsfähig (act. G 1, Rz 3a). Entscheidend 

ist weiter, dass die Explorationen jeweils in italienischer Sprache durchgeführt und sich 

für eine ungenügende Kommunikation keine konkreten Hinweise finden lassen. 

Entgegen der Darstellung der Beschwerdeführerin findet sich an der von ihr 

referenzierten Gutachtenstelle (S. 10, IV-act. 76-11) keine Erwähnung, dass das 

Spazierengehen "mit einer Kollegin" durchgeführt wird (IV-act. 91-6; bereits gegenüber 

Dr. D.___ gab sie an, kleinere Spaziergänge [täglich eine Stunde] und Kleineinkäufe 

vorzunehmen, IV-act. 58-7). Lediglich bei der Stellungnahme zur Selbsteinschätzung 

wird u.a. die von der Beschwerdeführerin bestrittene Angabe aufgeführt, sie würde 

auch mit Kolleginnen Kaffee trinken (IV-act. 76-16). Ob dies nun zutrifft oder nicht, lässt 

sich rückwirkend wohl nicht mehr abklären, kann indessen offen bleiben. Denn dieser 

Gesichtspunkt vermag ohnehin keinen relevanten Kommunikationsmangel darzutun, 

zumal Umstände auf ein fragliches Aussageverhalten seitens der Beschwerdeführerin 

ausgewiesen sind (vgl. vorstehende E. 2.2.4). Auch ein Mangel im Rahmen der 

Arbeitsfähigkeitsbeurteilung ist nicht ersichtlich, stützte sich der psychiatrische 

Gutachter hinsichtlich der sozialen Situation hauptsächlich auf die unbestritten 

gebliebene "sehr gute Beziehungssituation" innerhalb der Familie (mit dem weiteren 

Hinweis, dass in der Herkunftsfamilie ebenfalls gute Beziehungen bestünden, IV-

act. 76-16; zur guten Beziehung zu den Töchtern siehe ferner das psychiatrische 

Konsilium von Dr. I.___, IV-act. 93-3). Vergleichbares gilt hinsichtlich des fraglichen 

Aufenthalts in M.___, der über die Sozial- und Arbeitsanamnese hinaus keinen 

Niederschlag in der gutachterlichen Beurteilung gefunden hat und offenbar zumindest 

ernsthaft beabsichtigt gewesen ist (IV-act. 91-6). Schliesslich ist im Gutachten der 

Dres. D.___ und E.___ festgehalten, dass die Beschwerdeführerin im August 2010 in 

N.___ weilte (IV-act. 58-7).

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2.2.6         Gegen die Beurteilung des somatischen ABI-Gutachters wendet die 

Beschwerdeführerin ein, dieser sei nicht Facharzt für Rheumatologie (act. G 7, Rz 2.b). 

Somatischerseits wurde die Beschwerdeführerin nicht rheumatologisch, sondern von 

Dr. med. O.___, FMH Orthopädische Chirurgie, untersucht und beurteilt. Angesichts 

dessen, dass zwischen der Beurteilung von Dr. O.___ und der rheumatologischen 

Voraktenlage keine wesentlichen Differenzen hinsichtlich der objektivierbaren Befunde 

bestehen (mässige degenerative Veränderungen an der Wirbelsäule; IV-act. 76-23, 

58-12 und 51-13) und weder ersichtlich noch dargetan ist, dass das somatisch 

objektivierbare Leidensbild zwingend einer rheumatologischen Begutachtung bedurft 

hätte, ist ein Mangel zu verneinen. Zu ergänzen bleibt, dass die Beurteilung 

somatoformer Zustände wie die übrigen psychischen Leiden in den Fachbereich der 

Psychiatrie fallen (BGE 130 V 353 f. E. 2.2.3).

2.2.7         Schliesslich ergeben sich auch aus den Berichten der Dres. K.___ (act. G 7.1 

und 10.1) und L.___ (act. G 12.1) keine Mängel am ABI-Gutachten. Den Berichten von 

Dr. K.___ liegt eine seit dem April 2012 und damit nach dem ABI-Gutachten 

eingetretene Verschlechterung des Gesundheitszustands zugrunde (act. G 10.1). Es 

ergeben sich daraus ferner keine relevanten Gesichtspunkte, die bereits im Zeitpunkt 

der ABI-Begutachtung vom 21. November 2011 bestanden hätten und im ABI-

Gutachten ausser Acht gelassen worden wären. Die bescheinigte 100%ige 

Arbeitsunfähigkeit wird denn auch auf den Beginn der Behandlung im Januar 2013 

datiert (act. G 10.1). Das Gesagte gilt gleichermassen für die rudimentär begründeten 

Berichte von Dr. L.___ (act. G 12.1).

2.2.8         Zusammenfassend ist gestützt auf das die Anforderungen an beweiskräftige 

Gutachten erfüllende ABI-Gutachten (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/bb) bis Ende März 2012 

davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin für leidensangepasste Tätigkeiten 

über eine 100%ige Arbeitsfähigkeit verfügte. Eine konkrete Berechnung der 

Vergleichseinkommen kann vorerst offen gelassen werden. Denn ausgehend von einer 

100%igen Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten würde kein 

rentenbegründender Invaliditätsgrad resultieren, selbst wenn zugunsten der 

Beschwerdeführerin ein von ihr beantragter Prozentvergleich (act. G 1, Rz 7) 

vorgenommen und ein 25%iger Tabellenlohnabzug gewährt würde.

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2.2.9         Was die Zeit ab April 2012 anbelangt, so ergeben sich aus den 

Ausführungen der Dres. I.___ und K.___ mehrere Hinweise auf einen verschlechterten 

Gesundheitszustand (vgl. vorstehende E. 2.2.2 und 2.2.7). Daran ändert nichts, dass 

Dr. H.___ im Bericht vom 5. September 2012 auf die Arbeitsfähigkeitsbeurteilung der 

ABI-Gutachter verwies, begründete er dies doch einzig mit der durch ihn offenbar nicht 

beurteilbaren Diskrepanz zwischen subjektiven Angaben und objektiven Befunden (IV-

act. 96-4). Des Weiteren wies er darauf hin, dass sich die "jetzige Phase" hartnäckig 

zeige (IV-act. 96-2). Dies spricht für einen veränderten Gesundheitszustand. Auch der 

psychiatrische ABI-Gutachter wies darauf hin, dass eine fachärztliche psychiatrisch-

psychotherapeutische Behandlung erfolgen solle, wenn es im weiteren Verlauf zu einer 

Verschlechterung und einer manifesten depressiven Störung komme (IV-act. 76-17). Da 

sich weder Dr. K.___ noch Dr. I.___ bei ihrer Beurteilung der Restleistungsfähigkeit auf 

eine kritische Einordnung der Angaben der Beschwerdeführerin stützen, was 

angesichts der aktenkundigen Inkonsistenzen für eine aussagekräftige 

Arbeitsfähigkeitsschätzung erforderlich ist, erweist sich der Sachverhalt seit April 2012 

als noch nicht spruchreif. Die Sache ist daher zur psychiatrischen 

Verlaufsbegutachtung des Gesundheitszustands seit April 2012 an die 

Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Mit Blick darauf, dass in den Berichten von 

Dr. L.___ neu von einer Cervico-Cephalo-Brachialgie beidseits die Rede ist (act. 

G 12.1), die ABI-Begutachtung inzwischen schon mehr als vier Jahre zurückliegt und 

ein degeneratives Wirbelsäulenleiden besteht, erscheint auch eine somatische 

Verlaufsbeurteilung angezeigt. Hernach wird die Beschwerdegegnerin über das die Zeit 

ab April 2012 betreffende Rentengesuch erneut zu befinden haben.

3.     

3.1   Nach dem Gesagten ist in teilweiser Gutheissung der Beschwerde die 

angefochtene Verfügung insoweit aufzuheben, als darin das Rentengesuch für die Zeit 

ab April 2012 abgewiesen wurde. Die Sache ist im Sinn der Erwägungen zur 

Verlaufsbegutachtung des Gesundheitszustands ab April 2012 und zu neuer Verfügung 

an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Soweit die Beschwerdeführerin für die 

Zeit vor April 2012 um Rentenleistungen ersucht, ist die Beschwerde abzuweisen.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/18

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3.2   Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- 

erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Da die 

Beschwerdeführerin Rentenleistungen mit Wirkung ab spätestens 1. Mai 2011 

beantragt hat und die Rückweisung lediglich die Zeit ab April 2012 betrifft, ist von 

einem Obsiegen von drei Vierteln auszugehen. Dem Obsiegen entsprechend haben die 

Beschwerdeführerin Fr. 150.-- und die Beschwerdegegnerin Fr. 450.-- zu bezahlen. Der 

geleistete Kostenvorschuss ist der Beschwerdeführerin im Betrag von Fr. 150.-- 

anzurechnen und im Restbetrag von Fr. 450.-- zurückzuerstatten.

3.3   Da die Beschwerdeführerin teilweise obsiegt, hat sie einen reduzierten Anspruch 

auf eine Parteientschädigung. Dieser ist vom Gericht ermessensweise festzusetzen, 

wobei insbesondere der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand Rechnung zu 

tragen ist (Art. 61 lit. a ATSG). Bei vollständigem Obsiegen wäre eine 

Parteientschädigung von Fr. 3‘500.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) 

angemessen. Wegen des nur teilweisen Obsiegens erscheint eine Parteientschädigung 

von Fr. 2'625.-- als gerechtfertigt. Die Beschwerdegegnerin hat der 

Beschwerdeführerin somit eine Parteientschädigung von Fr. 2'625.-- (inklusive 

Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

entschieden:

1.    In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung 

insoweit aufgehoben, als darin das Rentengesuch für die Zeit ab April 2012 

abgewiesen wurde. Die Sache wird im Sinn der Erwägungen zur Verlaufsbegutachtung 

und zu neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen. Im Übrigen wird 

die Beschwerde abgewiesen.

2.    An die Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- haben die Beschwerdeführerin Fr. 150.-- und 

die Beschwerdegegnerin Fr. 450.-- zu bezahlen. Der geleistete Kostenvorschuss wird 

bis

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/18

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der Beschwerdeführerin im Betrag von Fr. 150.-- angerechnet und im Restbetrag von 

Fr. 450.-- zurückerstattet

3.    Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung 

von Fr. 2‘625.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 11.06.2015
	Art. 28 IVG. Rentenanspruch. Würdigung Gutachten. Rückweisung zur Verlaufsbeurteilung und zu neuer Verfügung wegen gesundheitlicher Verschlechterung. Für die Zeit vor der Verschlechterung wird die Beschwerde abgewiesen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 11. Juni 2015, IV 2013/60).

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