# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e01d6079-cfcd-53e7-9abd-00667cf9095b
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2022-12-01
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 01.12.2022 CA.2022.10
**Docket/Reference:** CA.2022.10
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_CA-2022-10_2022-12-01

## Full Text

Berufung gegen SK-Entscheid (Art. 398 StPO); Tätigkeit als Finanzintermediär ohne Bewilligung (Art. 44 Abs. 1 FINMAG i.V.m. Art. 14 Abs. 1 GwG);;Berufung gegen SK-Entscheid (Art. 398 StPO); Tätigkeit als Finanzintermediär ohne Bewilligung (Art. 44 Abs. 1 FINMAG i.V.m. Art. 14 Abs. 1 GwG);;Berufung gegen SK-Entscheid (Art. 398 StPO); Tätigkeit als Finanzintermediär ohne Bewilligung (Art. 44 Abs. 1 FINMAG i.V.m. Art. 14 Abs. 1 GwG);;Berufung gegen SK-Entscheid (Art. 398 StPO); Tätigkeit als Finanzintermediär ohne Bewilligung (Art. 44 Abs. 1 FINMAG i.V.m. Art. 14 Abs. 1 GwG)

Urteil vom 1. Dezember 2022  
Berufungskammer 

Besetzung  Richter Olivier Thormann, Vorsitzender, 
Beatrice Kolvodouris Janett und Brigitte Stump Wendt 
Gerichtsschreiberin Nathalie Hiltbrunner 
 

Parteien  A., erbeten verteidigt durch Rechtsanwalt Daniel S. 
Weber und Rechtsanwalt Michael Mráz,  

Berufungsführer/Beschuldigter 
 

gegen 
 
1. EIDGENÖSSISCHES FINANZDEPARTEMENT, Gene-

ralsekretariat EFD, Dr. Christian Heierli, Leiter 
Strafrechtsdienst,  

Anschlussberufungsführerin  
  

  2. BUNDESANWALTSCHAFT, vertreten durch Staats-
anwältin des Bundes Lucienne Fauquex,  

Berufungsgegnerin  
 
 
 
 
 
 

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

Geschäftsnummer: CA.2022.10 

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Gegenstand 
 

Tätigkeit als Finanzintermediär ohne Bewilligung 
(Art. 44 Abs. 1 FINMAG i.V.m. Art. 14 Abs. 1 GwG) 
Berufung (vollumfänglich) vom 21. April 2022 und An-
schlussberufung (teilweise) vom 13. Mai 2022 gegen 
das Urteil der Strafkammer des Bundesstrafgerichts 
SK.2021.17 vom 2. Dezember 2021 

  

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Sachverhalt: 

A. Prozessgeschichte und erstinstanzliches Urteil  

A.1 Gestützt auf eine Strafanzeige der Finanzmarktaufsicht (nachfolgend: FINMA) 
vom 28. Juni 2019 eröffnete das Eidgenössische Finanzdepartement (nachfol-
gend: EFD) am 22. Oktober 2019 in Sachen B. AG, heute firmierend unter C. AG, 
gegen unbekannt ein Verwaltungsstrafverfahren nach dem Bundesgesetz über 
das Verwaltungsstrafrecht vom 22. März 1974 (VStrR, SR 313.0) wegen Ver-
dachts auf Tätigkeit als Finanzintermediär ohne Bewilligung gemäss Art. 44 des 
Bundesgesetzes über die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht vom 22. Juni 
2007 (Finanzmarktaufsichtsgesetz [FINMAG], SR 956.1) i.V.m. Art. 14 des Bun-
desgesetzes vom 10. Oktober 1997 über die Bekämpfung der Geldwäscherei 
und der Terrorismusfinanzierung im Finanzsektor (Geldwäschereigesetz [GwG], 
SR 955.0; Akten EFD [Verfahrens-Nr. 442.3-151] pag. 040-0001). 

A.2 Mit Strafverfügung vom 20. Januar 2021 sprach das EFD A. (nachfolgend: Be-
schuldigter) wegen vorsätzlicher Tätigkeit als Finanzintermediär ohne Bewilli-
gung gemäss Art. 44 Abs. 1 FINMAG i.V.m. Art. 14 Abs. 1 GwG, begangen vom 
28. Dezember 2017 bis zum 12. Februar 2018, schuldig und verurteilte ihn zu 
einer bedingten Geldstrafe von 150 Tagessätzen à Fr. 440.00 bei einer zweijäh-
rigen Probezeit und zu einer Busse von Fr. 13'200.00 sowie zur Bezahlung der 
Verfahrenskosten von Fr. 2'750.00 (EFD pag. 100-0001 ff.). 

A.3 Der Beschuldigte verlangte mit Schreiben vom 1. Februar 2021 ans EFD die ge-
richtliche Beurteilung (Art. 72 VStrR; EFD pag. 100-0027 ff.). 

A.4 Mit Übermittlungsschreiben vom 19. April 2021 überwies das EFD die Akten ge-
mäss Art. 50 Abs. 2 FINMAG an die Bundesanwaltschaft zuhanden des Bun-
desstrafgerichts. Das EFD beantragte, der Beschuldigte sei entsprechend der 
Strafverfügung wegen vorsätzlicher Tätigkeit als Finanzintermediär ohne Bewilli-
gung gemäss Art. 44 Abs. 1 FINMAG i.V.m. Art. 14 Abs. 1 GwG schuldig zu 
sprechen, begangen vom 28. Dezember 2017 bis zum 12. Februar 2018, und zu 
einer bedingten Geldstrafe von 150 Tagessätzen à Fr. 440.00 bei einer Probezeit 
von zwei Jahren und zu einer Busse von Fr. 13'200.00 sowie zur Bezahlung der 
Verfahrenskosten von Fr. 2'750.00 zu verurteilen. Eventualiter sei der Beschul-
digte wegen fahrlässiger Tätigkeit als Finanzintermediär ohne Bewilligung ge-
mäss Art. 44 Abs. 1 i.V.m. Abs. 2 FINMAG und Art. 14 Abs. 1 GwG schuldig zu 
sprechen und zu einer Busse von Fr. 25'000.00 zu verurteilen (TPF pag. 
7.100.004 ff.). 

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A.5 Am 21. April 2021 reichte die Bundesanwaltschaft die Akten des EFD zusammen 
mit dem Begehren um gerichtliche Beurteilung beim Bundesstrafgericht ein (TPF 
pag. 7.100.002 ff.). 

A.6 Die Hauptverhandlung fand am 30. November 2021 in Anwesenheit der Vertre-
tung des EFD sowie der Verteidigung und des Beschuldigten vor der Einzelrich-
terin der Strafkammer des Bundesstrafgerichts am Sitz des Gerichts statt (TPF 
pag. 7.720.001 ff.). Die Bundesanwaltschaft verzichtete auf eine Teilnahme (Art. 
75 Abs. 4 VStrR). Anlässlich der Hauptverhandlung hat das Gericht den Beschul-
digten sowie E. als Zeugen und Rechtsanwalt Dr. D. als Auskunftsperson einver-
nommen (TPF pag. 7.731.001 ff.; 7.761.001 ff.; 7.771.001 ff.). 

A.7 Mit Urteil vom 2. Dezember 2021 sprach die Einzelrichterin der Strafkammer des 
Bundesstrafgerichts (nachfolgend: Vorinstanz) den Beschuldigten schuldig we-
gen vorsätzlicher Tätigkeit als Finanzintermediär ohne Bewilligung gemäss 
Art. 44 Abs. 1 FINMAG i.V.m. Art. 14 Abs. 1 GwG. Sie bestrafte ihn mit einer 
Geldstrafe von 120 Tagessätzen à Fr. 440.00, bedingt vollziehbar bei einer Pro-
bezeit von zwei Jahren, sowie mit einer Busse von Fr. 13'200.00 (TPF pag. 
7.930.001 ff.). Das Urteil wurde den Parteien schriftlich direkt in vollständiger 
Ausfertigung eröffnet und am 1. April 2022 zugestellt (TPF pag. 7.930.050 ff.).  

B. Verfahren vor der Berufungskammer des Bundesstrafgerichts 

B.1 Gegen das Urteil der Vorinstanz liess der Beschuldigte durch seine Verteidiger 
am 11. April 2022 Berufung anmelden (CAR pag. 1.100.055). Am 21. April 2022 
erklärte er die vollumfängliche Berufung und beantragte einen Freispruch (CAR 
pag. 1.100.064). 

B.2 Das EFD erklärte mit Eingabe vom 13. Mai 2022 teilweise Anschlussberufung 
bezüglich der Bemessung der Strafe (CAR pag. 1.400.003 ff.). 

B.3 Im Rahmen der Prozessvorbereitung holte die Berufungskammer entsprechend 
der Verfügung über die Beweismassnahmen vom 30. August 2022 (CAR 
pag. 4.200.001 f.) einen aktuellen Auszug aus dem schweizerischen Strafregister 
(CAR pag. 4.401.033), einen aktuellen Auszug aus dem Betreibungsregister 
(CAR pag. 4.402.031), die letzte Steuererklärung und Veranlagungsverfügung 
(CAR pag. 4.401.008 ff.) sowie schriftliche Angaben des Beschuldigten über 
seine persönliche und finanzielle Situation (CAR pag. 4.200.005 ff.) ein.  

B.4 Mit Schreiben vom 12. September 2022 teilte der Beschuldigte unter anderem 
mit, dass er sich vorbehalte, im Rahmen des rechtlichen Gehörs eine schriftliche 
Stellungnahme einzureichen (CAR pag. 4.200.004). Nach diesbezüglicher und 

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zur Berufung auf das Aussageverweigerungsrecht getätigter Nachfrage der Ver-
fahrensleitung beim Beschuldigten vom 14. November 2022 (CAR 
pag. 4.600.001), stellte das EFD mit Eingabe vom 18. November 2022 den An-
trag, eine allfällige schriftliche Stellungnahme des Beschuldigten zur Sache im 
Vorfeld der Berufungsverhandlung sei nicht zu gestatten und gegebenenfalls aus 
den Akten zu weisen (CAR pag. 4.600.002 ff.). Am 24. November 2022 reichte 
der Beschuldigte eine schriftliche Stellungnahme zur Sache ein und hielt fest, 
dass er anlässlich der Berufungsverhandlung voraussichtlich von seinem Aussa-
geverweigerungsrecht Gebrauch machen bzw. eine entsprechende Stellung-
nahme verlesen werde (CAR pag. 4.600.006 ff.). Die Verfahrensleitung stellte die 
Eingabe des Beschuldigten dem EFD zu und stellte in Aussicht, über dessen 
Antrag, diese aus den Akten zu weisen, anlässlich der Berufungsverhandlung zu 
befinden (CAR pag. 2.300.006). Mit Eingabe vom 29. November 2022 zog das 
EFD diesen Antrag zurück (CAR pag. 4.600.024). 

B.5 Die Berufungsverhandlung fand am 1. Dezember 2022 in Anwesenheit des Be-
schuldigten, seiner Verteidigung und dem Vertreter des EFD am Sitz der Beru-
fungskammer des Bundesstrafgerichts in Bellinzona statt (CAR pag. 5.100.001). 
Die Bundesanwaltschaft verzichtete gestützt auf Art. 50 Abs. 3 FINMAG und 
Art. 75 Abs. 4 VStrR auf Teilnahme (CAR pag. 4.100.003). Anlässlich der Beru-
fungsverhandlung war eine Einvernahme mit dem Beschuldigten vorgesehen. 
Der Beschuldigte verweigerte jedoch die Aussage und trug stattdessen mit Zu-
stimmung der Verfahrensleitung im Sinne von Art. 143 Abs. 6 Satz 2 StPO ein 
vorgefertigtes Statement vor, das er zu den Akten reichte (CAR pag. 5.300.001 ff. 
und pag. 5.200.001 ff.). 

B.6 Anlässlich der Berufungsverhandlung stellte und begründete der Beschuldigte 
folgende Anträge: 
 
1. Der Beschuldigte sei von Schuld und Strafe freizusprechen; 

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (inkl. MWST) zulasten der Staats-
kasse. 

Das EFD stellte und begründete seinerseits folgende Anträge: 
 
1. A. sei schuldig zu sprechen der Tätigkeit als Finanzintermediär ohne Bewilli-

gung gemäss Art. 44 Abs. 1 FINMAG i.V.m. Art. 14 Abs. 1 GwG, begangen in 
der Zeit vom 28. Dezember 2017 bis zum 12. Februar 2018, und zu verurteilen 
zu einer Freiheitsstrafe von 240 Tagen, bedingt erlassen auf eine Probezeit 
von 2 Jahren, sowie zu einer Busse von CHF 20’000. 

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2. A. sei zu verurteilen zur Bezahlung der erst- und zweitinstanzlichen Verfah-
renskosten, inkl. der Kosten des Strafverfahrens des EFD und der Anklage-
führung in der Höhe von CHF 5’000. 

3. A. sei keine Entschädigung auszurichten. 

B.7 Das Berufungsurteil wird den Parteien in Anwendung von Art. 79 Abs. 2 VStrR 
in der vollständigen Ausfertigung mit den wesentlichen Entscheidgründen 
schriftlich eröffnet.  

 
Die Berufungskammer erwägt: 

 Formelle Erwägungen 

1. Anwendbare Verfahrensbestimmungen 

Kommt es in einem Verwaltungsstrafverfahren zu einer Beurteilung durch kanto-
nale Gerichte (vgl. Art. 73 ff. VStrR) so können die Rechtmittel der StPO ergriffen 
werden (Art. 80 Abs. 1 VStrR). Die Bestimmungen über das gerichtliche Verfah-
ren gelten sinngemäss auch für das Verfahren vor dem Bundesstrafgericht 
(Art. 81 VStrR). Soweit die Artikel 73–81 nichts anderes bestimmen, gelten für 
das Verfahren vor den kantonalen Gerichten und das Verfahren vor dem Bun-
desstrafgericht die entsprechenden Vorschriften der StPO (Art. 82 VStrR).  

2. Eintreten 

Die Berufungserklärung des Beschuldigten und die Anschlussberufungserklä-
rung des EFD erfolgten jeweils fristgerecht (Art. 399 Abs. 1-3 StPO). Die Bun-
desgerichtsbarkeit ist vorliegend gestützt auf Art. 50 Abs. 2 FINMAG gegeben. 
Die Berufungskammer des Bundesstrafgerichts ist somit in der Besetzung mit 
drei Richtern oder Richterinnen für die Beurteilung der vorliegenden Berufung 
und der Anschlussberufung örtlich und sachlich zuständig (Art. 21 Abs. 1 lit. a 
StPO i.V.m. Art. 82 VStrR; Art. 38a und Art. 38b StBOG). Die Anschlussberufung 
ist nicht zulässig, wenn sie ohne nähere Begründung auf die Frage der Strafzu-
messung beschränkt bleibt, obwohl die Erstinstanz dem diesbezüglichen Antrag 
der Staatsanwaltschaft vollumfänglich gefolgt war (BGE 147 IV 505 E. 4.4.3). 
Vorliegend hat die Vorinstanz den Antrag des EFD bezüglich Strafmass unter-
schritten und die Anfechtung des Strafmasses durch das EFD wird zudem recht-
lich begründet. Die Anschlussberufung beschränkt auf die Strafzumessung ist 
damit vorliegend zulässig. Es ist sowohl auf die Berufung und als auch auf die 
Anschlussberufung einzutreten. 

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3. Verfahrensgegenstand und Kognition 

Das Urteil der Vorinstanz wurde vollumfänglich angefochten und ist somit im Be-
rufungsverfahren vollumfänglich zu überprüfen. Die Rechtsmittelinstanz verfügt 
im Berufungsverfahren über volle Kognition (Art. 398 Abs. 3 StPO). Sie hat das 
erstinstanzliche Urteil im Rahmen der angefochtenen Punkte umfassend zu 
überprüfen (Art. 398 Abs. 2 StPO). Das Verschlechterungsverbot gilt aufgrund 
der Anschlussberufung des EFD nicht, d.h. das Urteil darf auch zu Ungunsten 
des Beschuldigten abgeändert werden (vgl. Art. 391 Abs. 2 StPO e contrario). 

4. Anwendbares Recht 

Für die Frage des anwendbaren Rechts wird auf die zutreffenden Erwägungen 
der Vorinstanz verwiesen (E. 1.1 erstinstanzliches Urteil). Anwendbar sind die im 
Tatzeitpunkt in Kraft gewesenen Regelungen. Es sind dies insbesondere die da-
maligen Fassungen des FINMAG, des GwG und der Verordnung über die Be-
kämpfung der Geldwäscherei und der Terrorismusfinanzierung (Geldwäscherei-
verordnung, GwV; SR 955.01). Art. 44 Abs. 1 FINMAG wurde per 1. Januar 2020 
redaktionell angepasst (AS 2018 5247, 2019 4631; BBl 2015 8901). Im GwG 
wurde, soweit hier relevant, seither ebenfalls auf den 1. Januar 2020 Art. 14 Abs. 
1 GwG angepasst (AS 2018 5247, 2019 4631; BBl 2015 8901). Art. 4 GwV wurde 
per 1. August 2021 bezüglich virtuelle Währungen erweitert (AS 2021 400). In 
der Begründung werden die Gesetze in ihrer früheren Fassung hier mit aFIN-
MAG, aGwG und aGwV zitiert. 

 Materielle Erwägungen 

5. Sachverhalt und Beweiswürdigung 

5.1 Anklagevorwurf 

Die Vorinstanz hat den Anklagevorwurf aus der als Anklage geltenden Überwei-
sung des EFD vom 19. April 2021 mit Verweis auf die Strafverfügung vom 20. Ja-
nuar 2021 (vgl. Art. 73 Abs. 2 VStrR) zusammengefasst wie folgt wiedergegeben 
(E. 2.1 erstinstanzliche Urteilsbegründung): 

Dem Beschuldigten wird zusammengefasst vorgeworfen, als Verwaltungsrat der 
B. nicht unterbunden zu haben, dass die Gesellschaft nach Durchführung eines 
«Initial Coin Offering» (nachfolgend: ICO) im Zeitraum 28. Dezember 2017 bis 
12. Februar 2018 den Token «M.» ins private «Wallet» der jeweiligen Investoren 
übertragen und dadurch als Zahlungsmittel ausgegeben habe, unter Überschrei-
tung der Schwellenwerte zur Berufsmässigkeit. Dabei habe B. sich vorab keiner 

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anerkannten Selbstregulierungsorganisation (nachfolgend: SRO) angeschlossen 
oder über keine Bewilligung der FINMA verfügt. 

5.2 Unbestrittener Sachverhalt 

Der angeklagte Sachverhalt ist in Bezug auf die objektiven Abläufe unbestritten. 
Die Vorinstanz hat sämtliche Beweismittel und Geschehnisse zutreffend zusam-
mengefasst, worauf verwiesen werden kann (E. 2.3 erstinstanzliche Urteilsbe-
gründung). Zum besseren Verständnis wird zusammenfassend nochmals Fol-
gendes festgehalten: 

Die B. beabsichtigte gemäss ihrem «White-Paper» (Business-Plan) vom 2. No-
vember 2017 (EFD pag. 010-0056 ff.) eine auf der Blockchain basierte Zahlungs-
plattform zu entwickeln, über die in beliebigen Kryptowährungen für Waren und 
Dienstleistungen bezahlt werden kann. Es sollte zudem eine eigene Kryptowäh-
rung namens M. herausgegeben werden, die allgemein handelbar ist, jedoch mit 
der Besonderheit, dass sie auf der eigenen Plattform kostenlos eingesetzt und 
konvertiert werden kann (EFD pag. 010-0080). Um das Geschäft zu finanzieren, 
wurden bereits vor der Schaffung der Zahlungsplattform M. im Markt angeboten. 
Das sogenannte Initial Coin Offering (ICO) wurde vom 2. bis 20. November 2017 
durchgeführt (EFD pag. 010-0095). Dabei wurden 275 Mio. M. von 12'800 Teil-
nehmern im Gegenwert von USD 17'875'000.00 gezeichnet (EFD pag. 010-
0097). Mit den M. Token wurden keine Beteiligungen an der B. erworben und es 
bestand seitens dieser keine Rückzahlungspflicht (EFD pag. 031-0425). Im 
White-Paper hiess es, dass der M. Token zu Beginn keine Funktionen habe und 
er erst als Zahlungsmittel eingesetzt werden könne, nachdem der Regulierungs-
status der Plattform mit der FINMA geklärt sei (EFD pag. 010-0083). Im Dezem-
ber 2017 vermeldete die B. auf ihrer Webseite, dass sie die M. bis Ende Monat 
an die ICO-Teilnehmer ausgeben werde und diese kurz darauf auf zwei Plattfor-
men handelbar seien (EFD pag. 010-0447). 

Nach Durchführung eines «Know-Your-Costumer»-Prozesses (nachfolgend: 
KYC-Prozess) wurden die erworbenen M. vom 28. Dezember 2017 bis am 
12. Februar 2018 in die privaten «Wallets» von mindestens 11’447 ICO-Teilneh-
mern, bei denen der KYC-Prozess erfolgreich abgeschlossen worden war und 
welche die Token beantragten, übertragen (EFD pag. 010-0498 und 010-0509 
sowie EFD pag. 100-0052 Ziff. 26). Die Empfänger der M. konnten nach der 
Übertragung frei über die ihren Wallets zugeordneten M. verfügen. Unter ande-
rem konnten die M. auf Dritthandelsplattformen, auf denen sie zugelassen waren, 
gehandelt werden (EFD pag. 010-0101). Technisch war es auch zu diesem Zeit-
punkt ohne weiteres möglich, den M. Token bilateral als Zahlungsmittel einzuset-

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zen (EFD pag. 010-0497). Das EFD erhob, dass per 13. Mai 2020 114'204 Trans-
aktionen von M. stattgefunden hatten (EFD pag. 011-0007). Die B. hatte nach 
Ausgabe des Tokens keine Kontrolle über dessen Verwendung (EFD pag. 010-
0496 f.). 

Der durchgeführte KYC-Prozess wurde im Rahmen des Aufsichtsverfahrens der 
FINMA durch eine Spezialprüfungsbeauftragte analysiert. Diese kam zum 
Schluss, dass die B. die Sorgfaltspflichten nach dem GwG trotz KYC-Prozess 
materiell nicht eingehalten habe (Bericht der der J. AG vom 29. Oktober 2018, 
EFD pag. 010-0504 ff.). So wurden beispielsweise bei 28 der geprüften Dossiers 
die wirtschaftlich berechtigten Personen nicht gemäss den gesetzlichen Bestim-
mungen festgestellt (EFD pag. 010-0520 Ziff. 4.3.6). Es wurden keine Kunden-
profile bzw. Risikoprofile erstellt (EFD pag. 010-0521 Ziff. 4.3.8). Die selbst er-
stellte Länder-Blacklist wurde in 53 Fällen missachtet und in 41 dieser Fälle wur-
den die M. auf nicht identifizierbare Adressen transferiert (EFD pag. 010-0521 f. 
Ziff. 4.3.9).  

5.3 Bestrittener Sachverhalt 

Umstrittene und näher zu prüfende Sachverhaltsfrage ist, inwiefern der Beschul-
digte wusste, dass sein Verhalten bzw. dasjenige der B. möglicherweise der 
Rechtsordnung widerspricht respektive, ob er zumindest ein unbestimmtes Emp-
finden hatte, etwas Unrechtes zu tun.  

5.4 Beweismittel 

5.4.1 Zur Beurteilung dieser Frage sind insbesondere die aktenkundigen schriftlichen 
Austausche zwischen der FINMA und dem von der B. beauftragten Rechtsanwalt 
Dr. D. und dem Beschuldigten wesentlich (Zusammenstellung durch die Vo-
rinstanz in E. 2.3.5 erstinstanzliche Urteilsbegründung). Rechtsanwalt Dr. D. und 
der Mitarbeiter des Fintech-Desk der FINMA E. wurden von der Vorinstanz als 
Auskunftsperson bzw. als Zeuge einvernommen (TPF pag. 7.771.001 ff. und 
7.761.001 ff.). Der Beschuldigte hat im erstinstanzlichen Verfahren von seinem 
Aussageverweigerungsrecht Gebrauch gemacht (TPF pag. 7.731.001 ff.), er 
reichte jedoch ein anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung persönlich 
verlesenes «Statement» zu den Akten (TPF pag. 7.721.001 ff.). Für die Zusam-
menfassung der Aussagen und Angaben im Statement wird auf die entspre-
chende Erwägung der Vorinstanz verwiesen (E. 2.3.7 erstinstanzliche Urteilsbe-
gründung).  

5.4.2 Im Berufungsverfahren verweigerte der Beschuldigte wiederum die Aussage und 
trug als einzig ergänzendes Beweismittel ein vorgefertigtes Statement vor (CAR 

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pag. 5.200.001 ff.). Er legte darin zusammengefasst dar, dass er von seiner Un-
schuld überzeugt und mit dem erstinstanzlichen Urteil nicht einverstanden sei. 
Seine Geschäftsaktivitäten würden zum einen auf die Tätigkeit als Vermögens-
verwalter und Trustee fokussieren. Auf der anderen Seite unterstütze die von ihm 
beherrschte K. GmbH in- und ausländische Kunden bei der Buchhaltung, den 
Steuern und bei der Vermögensverwaltung. Sie würden auch Dienstleistungen 
im Bereich der Gründung eines Unternehmens und Domizil, Einsitznahmen als 
Verwaltungsrat und/oder Direktor sowie in der Unternehmensadministration er-
bringen. Aktuell habe er insgesamt 28 Mandate in verschiedenen Gesellschaften. 
Er sei ein sehr aktiver Verwaltungsrat, der seine Gesellschaften gut bis sehr gut 
kenne. Sein Leumund und seine Reputation seien makellos. Es gebe keinen Zu-
sammenhang zwischen seinen Geschäftsaktivitäten, den Anzahl Mandaten und 
dem B.-FaII. Er hätte sich genau gleich verhalten, wenn B. sein einziges Verwal-
tungsratsmandat gewesen wäre (CAR pag. 5.200.001 f.). Das B.-Mandat stelle 
nur einen sehr geringen Teil seines Einkommens dar, wofür er nicht seien guten 
Leumund bzw. seine Gewähr für eine einwandfreie Geschäftsführung, die die 
Basis all seiner Geschäftsaktivitäten seien, riskiere. Er habe sich entgegen der 
Behauptung der Vorinstanz sehr stark für B. interessiert. Er habe D. regelmässig 
gefragt, ob sie bei B. aufsichtsrechtlich compliant unterwegs seien (CAR pag. 
5.200.002 f.). Er habe sich jederzeit sorgfältig und regelmässig über B. und das 
Projekt informiert, indem er die vorhandenen Unterlagen wie das White-Paper 
oder weitere Präsentationen von B. studiert und regelmässig aktiv an Telefon-
konferenzen und Meetings teilgenommen habe. Er selbst kenne sich als Finanz-
intermediär und Compliance Officer von SRO-angeschlossenen Gesellschaften 
ziemlich gut mit den «klassischen» geldwäschereirechtlichen Sorgfaltspflichten 
aus. In Bezug auf Fintechs oder ICOs habe er sich im Oktober/November 2017 
noch nicht vertieft ausgekannt und habe sich für die juristischen Feinheiten voll 
und ganz auf D., der ein hervorragender Rechtsanwalt im Bereich Fintech und 
Token-Qualifikation sei, verlassen. Die Beantwortung des FINMA-Schreibens 
vom 5. Dezember 2017 sei von D. vorbereitet worden. Er habe diese am 22. De-
zember 2017 nach sorgfältigem Lesen unterzeichnet (CAR pag. 5.200.004). Er 
habe jederzeit nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt und sich auf die 
Beratung von D. verlassen, der in direktem Kontakt mit der FINMA gestanden 
habe. Er habe keinen Grund gehabt, an den klaren rechtlichen Einschätzungen 
von D. zu zweifeln (CAR pag. 5.200.005). 

  

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5.5 Vorbringen der Parteien 

5.5.1 Der Beschuldigte bzw. seine Verteidigung brachte im Berufungsverfahren zum 
Sachverhalt zusammengefasst vor, der Beschuldigte sei gestützt auf die Bera-
tung des Anwalts der B., stets davon ausgegangen, dass mit einem nicht funkti-
onsfähigen M. Token kein Zahlungsmittel ausgegeben werde (CAR pag. 
5.200.017 Rz. 53.). Er habe sich auf die ausgewiesene Fachkompetenz seines 
Rechtsanwalts verlassen. Dieser sei in direktem Kontakt mit der FINMA gestan-
den und es sei ihm der vollständige anklagerelevante Sachverhalt vorgelegen 
(CAR pag. 5.200.018 Rz. 60). Dr. D., der Rechtsvertreter der B., habe gegenüber 
dem Beschuldigten klar und eindeutig festgehalten, dass der M. während dem 
ICO bzw. während der Entwicklungsphase nicht als Zahlungsmittel zu qualifizie-
ren sei (CAR. pag. 5.200.018 Rz. 61). Er habe nicht gewusst und nicht wissen 
können, dass der M. ein Zahlungsmittel darstellen könnte (CAR pag. 5.200.020 
Rz. 69). Im generischen Schreiben des FINMA Enforcement vom 5. Dezember 
2017 habe er kein Alarmsignal gesehen. Im Schreiben seien Fragen zu der spä-
teren operationellen Phase gestellt worden. Er sei aufgrund des positiven Tref-
fens mit dem FINMA Fintech Desk vom 12. Dezember 2017 davon ausgegangen, 
dass der Token ausgegeben werden könne (CAR pag. 5.200.022 f. Rz. 85). Ihm 
habe der Geschäftsbereich Enforcement bis dato, wie jedem Durchschnittsbür-
ger, nichts gesagt (CAR pag. 5.200.023 Rz. 86). D. habe das Antwortschreiben 
an die FINMA vom 22. Dezember 2022 verfasst. Die ausgearbeiteten Antworten 
seien dem Beschuldigten aufgrund der Zweiphasigkeit des Projekts als sachge-
mäss und plausibel erschienen (CAR pag. 5.200.023 Rz. 87). Es habe absolut 
keinen Grund gegeben, an der Rechtmässigkeit seines Handelns zu zweifeln 
(CAR pag. 5.200.024 Rz. 92). Der Beschuldigte sei für seine Tätigkeit als Ver-
mögensverwalter und Trustee und als Verwaltungsrat in regulierten bzw. SRO-
unterstellten Gesellschaften zwingend auf eine einwandfreie Gewähr angewie-
sen. Er hätte es deshalb auf keinen Fall zugelassen, wenn B. mit der Herausgabe 
des M. eine illegale finanzintermediäre Tätigkeit ausgeübt hätte (CAR pag. 
5.200.024 Rz. 94).  

5.5.2 Das EFD führte hingegen zum strittigen Sachverhalt unter anderem aus, unge-
achtet der wiederholten Hinweise der FINMA auf ihre Aufsichtsmitteilung sowie 
der hängigen Abklärung auf eine mögliche Unterstellung, habe die B. ab dem 
28. Dezember 2017 M. ausgegeben (CAR pag. 5.200.035). Der B. bzw. dem Be-
schuldigten sei bereits vor Erlass der FINMA-Wegleitung am 16. Februar 2018 
bewusst gewesen, dass der M. ein Zahlungsmittel sei (CAR pag. 5.200.038 Ziff. 
44). Sie seien sich auch der aufsichtsrechtlichen Problematik in Bezug auf die 
Ausgabe eines Zahlungsmittels bewusst gewesen. Sie hätten dies im White-Pa-
per auch angeführt und seien aus diesem Grund an die FINMA gelangt. Sie hät-
ten es jedoch unterlassen, trotz erheblicher Zweifel an der Rechtmässigkeit des 

- 12 - 

Geschäftsmodells eine Auskunft der FINMA abzuwarten und hätten im Wissen 
um eine mögliche Unterstellung unter das GwG ohne Anschluss an eine SRO 
Token an die ICO-Teilnehmer ausgegeben (CAR pag. 5.200.039 Ziff. 52). Einem 
versierten Finanzmarktteilnehmer und Profi-Verwaltungsrat, wie dem Beschul-
digten, habe klar sein müssen, dass es nicht auf die leichte Schulter zu nehmen 
sei, wenn die FINMA Abklärungen wegen Hinweisen auf eine Tätigkeit ohne Be-
willigung eröffne. Zweifellos sei dies D. klar gewesen. Selbst einem Laien sei 
nach Erhalt eines solchen Schreibens ferner zweifellos klar, dass er erhebliche 
rechtliche Risiken eingehe, wenn er die Klärung der von der FINMA aufgeworfe-
nen Bewilligungsfrage nicht abwarte (CAR pag. 5.200.040 f. Ziff. 56). Bei Aus-
gabe des M. Ende 2017 sei dem Beschuldigten bewusst gewesen, dass die 
rechtliche Subsumtion dieser Ausgabe unter die Bewilligungspflicht des GwG 
nicht geklärt und entsprechend mit einer Bewilligungspflicht des Geschäftsmo-
dells der B. zu rechnen gewesen sei (CAR pag. 5.200.041 Ziff. 57). Der Beschul-
digte habe die Erwartungshaltung der Investoren höher gewichtet als die Einhal-
tung der geldwäschereirechtlichen Vorgaben und habe deren Verletzung im In-
teresse des Geschäftes bewusst in Kauf genommen (CAR pag. 5.200.043 Ziff. 
67). 

5.6 Würdigung der Berufungskammer 

5.6.1 Grundlagen der Beweiswürdigung 

Das Gericht würdigt die Beweise frei nach seiner aus dem gesamten Verfahren 
gewonnen Überzeugung (Art. 77 Abs. 3 VStrR und Art. 10 Abs. 2 StPO i.V.m. 
Art. 82 VStrR). Es berücksichtigt die im Vorverfahren und im Hauptverfahren er-
hobenen Beweise (Art. 350 Abs. 2 StPO i.V.m. Art. 82 VStrR). Die Akten der 
Verwaltung über die von ihr erhobenen Beweise dienen auch dem Gericht als 
Beweismittel; dieses kann von sich aus oder auf Antrag einer Partei weitere zur 
Aufklärung des Sachverhalts erforderliche Beweise aufnehmen oder Beweisauf-
nahmen der Verwaltung wiederholen (Art. 77 Abs. 1 VStrR). 

5.6.2 Zu den Abklärungen der B. bei der FINMA 

5.6.2.1 Im September 2017, das heisst noch vor dem ICO im November 2017, fand ein 
E-Mailaustausch zwischen dem von der B. beauftragten Rechtsanwalt Dr. D. und 
dem Mitarbeiter beim Fintech-Desk bei der FINMA E. statt (EFD pag. 010-0524 
ff. und 031-0421 ff.). D. schrieb am 20. September 2017 betreffend das Projekt 
der B. an E.. Er schrieb unter anderem wörtlich (EFD pag. 010-0526; Hervorhe-
bung durch das Gericht): 

- 13 - 

Der Klient möchte einen Token ausgeben, der auch ein Zahlungsmittel sein 
kann. Dadurch ist die CHF 3'000 Grenze gemäss FINMA RS 2008/3 zu beach-
ten. Das ist aber für die Tokenausgabe ein Hindernis, da der Klient höhere Be-
träge einnehmen möchte. Es gibt verschiedene Vorschläge, wie man dem Prob-
lem begegnen könnte: 

• ICO jetzt durchführen, aber Einzahlung erst nach Erhalt Banklizenz 
• ICO zuerst mit Höchstgrenze CHF 3'000 durchführen. 

Zu diesem Zeitpunkt scheint D. davon ausgegangen zu sein, dass die Tokenaus-
gabe, die Ausgabe (auch) eines Zahlungsmittels darstellt. Er sah darin auch 
Schwierigkeiten für die Durchführung des ICO. 

Am Folgetag, am 21. September 2017, meldete sich D. erneut bei E. In dieser E-
Mail vertrat er nun die Ansicht, dass das ICO, das im Oktober 2017 starten soll, 
als reine Finanzierung nicht nach aufsichtsrechtlichem Eingreifen der FINMA 
rufe, da der Token erst nachdem das Zahlungssystem operationell sei, als Zah-
lungsmittel verwendet werden könne. Er drängte E. sodann um eine rasche Be-
antwortung der Frage, ob die Geldaufnahme mittels ICO unter dem Aspekt der 
verbotenen Annahme von Publikumsgeldern relevant sei (EFD pag. 010-0524 
ff.).  

E. schrieb am 27. September 2017, dass die FINMA derzeit ihre Position zu ICO-
Modellen finalisiere (EFD pag. 010-0528). Darauf schrieb D. E. am 28. Septem-
ber 2017 eine E-Mail, in der er schilderte, dass bei der B. seines Erachtens keine 
finanzmarktrelevante Tätigkeit vorliege, insbesondere, weil der Token erst als 
Zahlungsmittel verwendet werden könne, wenn das Zahlungssystem operationell 
werde. Er bat, um möglichst rasche Rückmeldung, ob aus Sicht der FINMA Ein-
wände gegen geplante Vorgehen – ICO im 4. Quartal 2017, operationeller Start 
des Zahlungssystems sobald die regulatorischen Fragen mit der FINMA geklärt 
sind – bestehen würden (EFD pag. 010-0527 f. und 031-0425).  

5.6.2.2 Am 29. September 2017 publizierte die FINMA die Aufsichtsmitteilung 04/2017 
zum Thema «Aufsichtsrechtliche Behandlung von Initial Coin Offering» (nachfol-
gend: Aufsichtsmitteilung, abrufbar unter <https://www.finma.ch/de/dokumenta-
tion/finma-aufsichtsmitteilungen/>, zuletzt besucht am 29. Dezember 2022). Am 
2. Oktober 2017 wies E. D. auf die FINMA-Aufsichtsmitteilung hin (EFD pag. 031-
0424). In dieser Aufsichtsmitteilung wurde insbesondere festgehalten, dass das 
Geldwäschereigesetz Anwendung finde, wenn die Schaffung eines Tokens durch 
einen Anbieter von ICOs die Ausgabe eines Zahlungsmittels darstelle. Weiter 
hiess es, es sei wahrscheinlich, dass verschiedene ICO-Modelle in den Anwen-
dungsbereich eines Finanzmarktgesetzes fallen. Das gelte auch für ICO-Aktivi-
täten, die auf eine Umgehung von geltendem Finanzmarktrecht abzielten. Wegen 

- 14 - 

der sehr unterschiedlichen Ausgestaltung von ICO-Modellen könne die FINMA 
eine abschliessende aufsichtsrechtliche Beurteilung nur im konkreten Einzelfall 
vornehmen. Derzeit nehme sie Abklärungen in mehreren unterschiedlichen Fäl-
len vor. Im Falle einer Verletzung oder Umgehung von obengenannten Gesetzen 
würden Enforcement-Verfahren initiiert. Unternehmen oder Personen, die ICOs 
durchführen möchten, hätten sicherzustellen, dass sie die Pflichten nach den für 
sie einschlägigen Finanzmarktgesetzen einhalten. Die FINMA empfehle, sich 
rechtzeitig vor Lancierung eines ICO über die finanzmarktrechtlichen Rahmen-
bedingungen ihres Vorhabens zu informieren. Für Anfragen zu ICOs könnten 
sich interessierte Kreise an den Fintech-Desk der FINMA wenden (Aufsichtsmit-
tteilung 04/2017 S. 3 f.). 

5.6.2.3 Gemäss Angabe des Beschuldigten wurde er am 16. Oktober 2017 angefragt, 
ob er bei der neu gegründeten B. Verwaltungsrat werden wolle. Dies war also 
bereits nachdem D. bei der FINMA auf Rückmeldung betreffend ICO drängte und 
gerade mal zwei Wochen bevor Beginn des ICO ab dem 2. November 2017. Viel 
Zeit, um sich mit der Thematik des ICO zu beschäftigen, blieb dem Beschuldigten 
also nicht. Das ICO wurde durchgeführt, obwohl die FINMA die Anfrage betref-
fend allfällige Einwände gegen dieses nicht beantwortet hatte. D. sagte vor der 
Vorinstanz aus, dass E. ihm gegenüber, vermutlich im September 2017, münd-
lich am Telefon gesagt habe, dass das ICO grundsätzlich keines Rulings der 
FINMA bedürfe, dass ohne jedoch stets gewisse Restrisiken verbleiben würden. 
Diese Restrisiken würden bei ICO der B. jedoch nicht besonders hoch sein und 
die Faktenlage sei klar (TPF pag. 7.771.006 Z. 15 ff.). E. selbst gab in seiner 
Zeugeneinvernahme vor der Vorinstanz an, er könne sich nicht an diese Aussage 
erinnern (TPF pag. 7.761.006 Z. 1 ff.). Eine solche mündliche und zudem sehr 
vage Einschätzung unter Hinweis auf Bestehen eines Risikos stellt in jedem Fall 
keine abschliessende offizielle vertrauensbegründende Beantwortung einer Un-
terstellungsanfrage durch die FINMA dar. So sagte E. ebenfalls, dass das Fin-
tech-Desk, nach seiner Erinnerung, keine schriftliche Stellungnahme abgegeben 
habe. Sie hätten die Anfrage an den Geschäftsbereich Enforcement abgegeben. 
Dies wohl, weil die Tätigkeit bereits aufgenommen worden sei (CAR pag. 
7.761.004 Z. 24 ff.).  

5.6.2.4 Am 5. Dezember 2017, d.h. nach Durchführung des ICO durch die B., aber noch 
vor Ausgabe des M., schrieb der Geschäftsbereich Enforcement der FINMA der 
B.: «Wir sind im Besitz von Informationen, wonach Ihre Unternehmung möglich-
erweise eine nach den Finanzmarktgesetzen bewilligungspflichtige Tätigkeit aus-
üben könnte.» Dieser Satz ist im Zusammenhang mit der Aufsichtsmitteilung 
04/2017 zu lesen, wonach bei Verletzung oder Umgehung der Finanzmarktge-
setze Enforcement-Verfahren durchgeführt werden. So wird bereits aus diesem 
Satz offensichtlich, dass die FINMA in diesem Zeitpunkt den Verdacht hegte, es 

- 15 - 

sei bereits eine Verletzung der Finanzmarktgesetze vorgefallen. Sie wies darauf 
hin, dass eine Tätigkeit in den von den Finanzmarktgesetzen geregelten Berei-
chen ohne die notwendige Bewilligung oder Registrierung nach Art. 44 FINMAG 
strafbar sei. Sie setzte sodann der B. Frist zum Ausfüllen eines Fragekatalogs. 
Die ausführlichen Fragen bezogen sich ausschliesslich auf das ICO und den M. 
Token (EFD pag. 010-0106 ff.). Insbesondere wurden folgende drei Fragen ge-
stellt (EFD pag. 010-0111): 

6.2 Stellen die M. Token ein Zahlungsmittel dar oder ist kurz- bzw. mittelfris-
tig beabsichtigt, die M. Token als Zahlungsmittel einzusetzen?  

6.3 Falls nein, inwiefern ist sichergestellt, dass die Teilnehmer des ICO bzw. 
Dritte die M. Token in Zukunft nicht als Zahlungsmittel verwenden? 

6.4 Welchen Nutzen haben die Teilnehmer des ICO von den M. Token, 
wenn sie sie in Zukunft nicht als Zahlungsmittel einsetzen können? 

Es war aus diesem Schreiben der FINMA offensichtlich, dass diese sich mit der 
Frage beschäftigte, ob das ICO die Ausgabe der M. Token die Finanzmarktge-
setze verletzt und im Besonderen, ob die Ausgabe eines Zahlungsmittels vorliegt. 
Auch ein allenfalls zukünftiger Einsatz als Zahlungsmittel interessierte sie. Zum 
Projekt der Schaffung eines Zahlungssystems wurde keine einzige Frage ge-
stellt. So ist es schlicht nicht nachvollziehbar, wie die Betroffenen – wie von der 
Verteidigung argumentiert wurde (CAR pag. 5.100.009 und 5.200.021 Rz. 76) – 
in guten Treuen hätten davon ausgehen können, dieses Schreiben habe sich 
nicht auf das ICO und die Ausgabe der M., sondern auf die spätere operationelle 
Phase nach Schaffung des Zahlungssystems der B. bezogen. Daran, dass nach 
der Qualifikation als Zahlungsmittel gefragt wurde, konnte sich auch D. erinnern. 
Da er selbst der Auffassung war, der M. sei mit Ausgabe (noch) kein Zahlungs-
mittel, sah er, gemäss seinen Aussagen, in diesem Schreiben vom 5. Dezember 
2017 keine Warnung (vgl. TPF pag. 7.771.007 Z. 3 ff.). So scheint er davon aus-
gegangen zu sein, dass seine Interpretation der gesetzlichen Bestimmungen die 
einzig richtige war, ohne in Betracht zu ziehen, dass die FINMA dies anders be-
urteilen könnte. Das tat er, obwohl er zunächst selbst nach einer Einschätzung 
der FINMA gefragt hatte und obwohl sich eine andere Betrachtung durch die 
FINMA aufgrund des Schreibens vom 5. Dezember 2017 aufdrängte. 

5.6.2.5 Am 12. Dezember 2017 fand ein Treffen zwischen den Rechtsvertretern der B., 
insbesondere D., und Mitarbeitenden des Fintech-Desk der FINMA, unter ande-
rem E., statt (vgl. EFD pag. 010-0529 und TPF pag. 7.771.008 Z. 19 ff.). Nach 
Aussage von D. habe dieses Treffen circa 45 Minuten bis eine Stunde gedauert 
und fünf Projekte, also nicht nur die B., betroffen. Man sei da nicht gross auf die 

- 16 - 

einzelnen Projekte eingegangen, sondern es sei darum gegangen, wie die 
FINMA vorgehe. Er habe an dieser Sitzung nur Beruhigendes vernommen, das 
einzige nicht Beruhigende sei gewesen, dass die FINMA unglaublich lange Ant-
wortfristen habe (TPF pag. 7.771.008 Z. 23 ff.). Es war somit in diesem Zeitpunkt 
absehbar, dass die B. von der FINMA mindestens bis Ende 2017 keine Rückmel-
dung bekommen würde. Das Schreiben des Geschäftsbereichs Enforcement 
vom 5. Dezember 2017 scheint an diesem Treffen nicht erwähnt oder bespro-
chen worden zu sein.  

5.6.2.6 Die B. beantwortete das Schreiben des Geschäftsbereichs Enforcement vom 
5. Dezember 2017 mit Brief datierend vom 22. Dezember 2017 (EFD pag. 010-
0094 ff.). Nach Angabe des Beschuldigten war es D., der dieses Schreiben ver-
fasste. Er habe es nur noch unterzeichnen müssen. Er habe dieses aber zuvor 
sorgfältig gelesen und die Ausführungen im Schreiben hätten für ihn Sinn ge-
macht und seinem Verständnis des Projekts entsprochen (CAR pag. 5.200.004, 
TPF pag. 7.721.003). In diesem Antwortschreiben vom 22. Dezember 2017 
wurde das Projekt der B. eingehend geschildert und die Fragen der FINMA wur-
den beantwortet. Es wurde mitgeteilt, dass noch keine M. ausgegeben worden 
seien (EFD pag. 010-0102). Zu den Fragen zum Thema Verwendung des M. als 
Zahlungsmittel wurde Folgendes geschrieben (EFD pag. 010-0103): 

6. 5 (6. 2) Stellen die M. Token ein Zahlungsmittel dar oder ist kurz- bzw. 
mittelfristig beabsichtigt, die M. Token als Zahlungsmittel einzusetzen? 

 Die M. sollen als Utility Token den Zugang zur Plattform ermöglichen 
und darin auch als Zahlungsmittel genutzt werden können. 

6.6 (6.3) Falls nein, inwiefern ist sichergestellt, dass die Teilnehmer des 
ICO bzw. Dritte die M. Token in Zukunft nicht als Zahlungsmittel ver-
wenden? 

 Entfällt. 

6. 7 (6.4) Welchen Nutzen haben die Teilnehmer des ICO von den M. To-
ken, wenn sie sie in Zukunft nicht als Zahlungsmittel einsetzen kön-
nen? 

  Entfällt. 

 So teilte man der FINMA also mit, dass die M. in Zukunft als Zahlungsmittel ein-
gesetzt würden.  

5.6.2.7 Am 16. Februar 2018, und somit nach Ausgabe der M. durch die B., publizierte 
die FINMA eine «Wegleitung für Unterstellungsanfragen betreffend Initial Coin 
Offerings (ICOs)» (abrufbar unter <https://www.finma.ch/de/news/2018/02/ 

- 17 - 

20180216-mm-ico-wegleitung/>, zuletzt besucht am 29. Dezember 2022; nach-
folgend: Wegleitung FINMA). Darin wurden insbesondere verschiedene Token-
kategorien definiert (Ziff. 3.1 S. 2 f.) und festgehalten, dass ein ICO eines Zah-
lungstokens eine dem GwG unterstellte Ausgabe von Zahlungsmitteln darstelle, 
sobald die Token auf einer Blockchain-Infrastruktur technisch übertragen werden 
können (Ziff. 3.6 S. 6). E. gab als Zeuge zu Protokoll, die Aufsichtsmitteilung 
04/2017 sei relativ generischer Natur gewesen, weshalb man sich veranlasst ge-
sehen habe, weitere Konkretisierungen vorzunehmen (TPF pag. 7.761.007 Z. 21 
ff.). Von einer auslegungsbedürftigen Rechtslage sei einerseits gesprochen wor-
den, weil die Gesetze in der Schweiz ganz generell prinzipienbasiert formuliert 
seien und keine spezifische Auskunft über Token enthalten. Anderseits hätten 
sie damals eine substantielle Anzahl solcher Geschäftsmodelle gesehen, wes-
halb sie Bedarf gesehen hätten, den Markt auf die geltende Rechtslage hinzu-
weisen (TPF pag. 7.761.007 Z. 28 ff.). Für die Beurteilung des Unrechtsbewusst-
seins des Beschuldigten muss diese Wegleitung ausser Acht gelassen werden, 
da sie im relevanten Zeitraum eben noch nicht vorhanden war. Zur Rüge der 
rückwirkenden Anwendung der Wegleitung FINMA bezüglich Legalitätsprinzip 
wird im Übrigen auf die nachfolgenden Erwägungen im Rahmen der rechtlichen 
Würdigung verwiesen (siehe unten E. 6.4.). 

5.6.3 Gesamtwürdigung zum Unrechtsbewusstsein 

5.6.3.1 D. sagte aus, im Jahr 2017 hätten sie nicht den geringsten Hinweis gehabt, dass 
B. das GwG verletzen könnte (CAR pag. 7.771.006 Z. 1 f.). Diese Aussage er-
scheint insbesondere vor dem Hintergrund des Schreibens des Geschäftsbe-
reichs Enforcement der FINMA vom 5. Dezember 2017 nicht nachvollziehbar. 
Der Geschäftsbereich Enforcement tritt auf den Plan, wenn die FINMA vermutet, 
dass eine Gesetzesverletzung vorliegen könnte. Dies ist jeder im Finanzmarkt-
bereich tätigen Person in der Schweiz bekannt. Insbesondere mussten dies der 
in einer auf Wirtschaftsrecht spezialisierten Anwaltskanzlei tätige Rechtsanwalt 
D. und der im Finanzmarkt tätige Beschuldigte mit zahlreichen Verwaltungsrats-
mandaten wissen. Zudem war in der Aufsichtsmitteilung 04/2017 der FINMA, die 
öffentlich zugänglich war und auf die D. zuhanden der B. noch speziell hingewie-
sen wurde, vermerkt, dass ein Enforcement-Verfahren im Falle von Verletzungen 
oder Umgehungen der Gesetze initiiert wird (Aufsichtsmitteilung 04/2017 S. 3). 
D. war zudem als Vertreter der B. mit der FINMA in Kontakt. Wie dem E-Mailver-
kehr mit E. zu entnehmen ist, ging es gerade darum zu klären, ob Geldaufnahme 
mittels ICO bei zukünftiger Verwendung als Zahlungsmittel geldwäschereirele-
vant ist (vgl. u.a. EFD pag. 010-0526). Die FINMA fragte im Schreiben vom 5. De-
zember 2017 ganz spezifisch nach der Qualifikation als Zahlungsmittel (EFD pag. 
010-0111). Klar gegen die Tatsache, dass die Problematik betreffend Qualifika-
tion des M. als Zahlungsmittel angeblich nicht bedacht worden wäre, sprechen 

- 18 - 

zum einen die E-Mail von D., in denen er am 20. September 2017 betreffend 
Token von einem Zahlungsmittel sprach (EFD pag. 010-0526) und am 21. Sep-
tember 2017 dann festhielt, dass der M. vorerst nicht als Zahlungsmittel verwen-
det werden könne (EFD pag. 010-0526), und zum anderen seine Aussagen. Er 
sagte, man habe gespürt, dass die FINMA vor deren Token-Klassifizierung nicht 
gewusst habe, wie sie mit Tokens umgehen solle. Daher habe man gesagt, «jetzt 
machen wir es ganz deutlich. Wir schreiben, es ist kein Zahlungsmittel bis alles 
klar ist» (TPF pag. 7.771.005 Z. 41 ff.). Gemeint war damit der Text im White-
Paper vom 2. November 2017, wonach der M. ein Token «with no features sei» 
(EFD pag. 010-0083). Offenbar waren die Verantwortlichen der B. der Meinung, 
es reiche, selbst zu sagen der M. sei (noch) kein Zahlungsmittel um die erkannte 
aufsichtsrechtliche Unklarheit zu beseitigen. 

5.6.3.2 Es erscheint sodann merkwürdig bzw. inkonsequent, wenn der Beschuldigte und 
sein Rechtsberater absolut überzeugt gewesen sein wollen, dass die Ausgabe 
des Tokens nicht dem GwG untersteht, dann aber dennoch einen KYC-Prozess 
durchführen liessen. Im Vertrag zwischen der I. AG und der B. betreffend Video-
Identifizierung und e-Signing von Personen vom 3. November 2017 hiess es in 
der Präambel, die B. sei nach Art. 3 Abs. 1 GwG verpflichtet, bei der Aufnahme 
der Geschäftsbeziehung die Vertragspartei aufgrund eines beweiskräftigen Do-
kumentes zu identifizieren (EFD pag. 010-0451). Dieses Vorgehen zeigt eben-
falls, dass bei den Verantwortlichen der B. zumindest ansatzweise von Beginn 
weg ein Bewusstsein für eine allfällige Problematik betreffend Anwendbarkeit des 
GwG vorhanden war. Die Behauptung, man habe keinerlei Hinweise auf eine 
Anwendbarkeit des GwG bei Ausgabe der M. gehabt, ist nicht haltbar. 

5.6.3.3 D. sagte, der Grund, weshalb man ab dem 28. Dezember 2017 die M. in die 
Wallets der Investoren übertragen habe, sei gewesen, dass man es diesen ver-
sprochen habe und von der FINMA kein rotes Signal gekommen sei (TPF pag. 
7.771.008 Z. 32 ff.). Richtig ist, dass die FINMA nicht sofort einschritt mit einer 
konkreten Anweisung an die B., das ICO bzw. die Ausgabe der M. zu stoppen. 
Die Mitteilung der Enforcement-Abteilung der FINMA, dass sie eine Prüfung der 
Rechtsmässigkeit vornehme, und deren Hinweis auf die Strafbarkeit der Nicht-
einhaltung der Finanzmarktgesetze mussten jedoch bereits als ein solches, rotes 
Signal gewertet werden. Mit der Ausgabe der M. ohne Abwarten der Antwort der 
FINMA und ohne Anschluss an eine SRO wurde bewusst ein Risiko eingegan-
gen. Grund für das Handeln scheint ein wirtschaftlicher Druck durch die Investo-
ren gepaart mit der Überzeugung gewesen zu sein, die FINMA werde dann schon 
der selbst vorgenommenen Interpretation folgen, wonach kein Zahlungsmittel 
ausgegeben werde, solange das Zahlungssystem nicht operativ ist. Passend 
dazu sagte die Verteidigung anlässlich der Berufungsverhandlung, man sei da-
von ausgegangen, dass es kein Zahlungsmittel sei bzw. dass man das (Anm.: 

- 19 - 

wohl die Qualifikation als Zahlungsmittel) noch gestalten könne (CAR pag. 
5.100.009). Es sind jedoch nicht Private, die bestimmen, wie das Recht auf eine 
neue Technologie anzuwenden ist. Diese Aufgabe fiel vielmehr den zuständigen 
Behörden, vorab der FINMA, zu. Deren Einschätzung war in Bezug auf das Pro-
jekt der B. ausstehend. Wobei aufgrund der Aufsichtsmitteilung 04/2017 klar war, 
dass das GwG Anwendung findet, wenn die Schaffung eines Tokens ein Zah-
lungsmittel darstellt (S. 3 Aufsichtsmitteilung). Zudem hatte die FINMA mit 
Schreiben vom 5. Dezember 2017 auf einen möglichen Verstoss hingewiesen. 
So kann es nicht ausreichen, der FINMA die eigene Rechtsauffassung zu prä-
sentieren, um dann umgehend, ohne Abwarten von deren Beurteilung, Fakten zu 
schaffen. Die FINMA hatte im Schreiben vom 5. Dezember 2017 klargemacht, 
dass sie sich mit der Durchführung des ICO beschäftigt. So ist nicht nachvoll-
ziehbar, wie D. bzw. der Beschuldigte davon ausgehen konnten, mit dem Ant-
wortschreiben an die FINMA vom 22. Dezember 2017 – also auch noch unmit-
telbar vor den Festtagen –, in dem die eigene Beurteilung dargestellt wurde, hätte 
sich die Prüfung des ICO durch den Geschäftsbereich Enforcement der FINMA 
erledigt, sofern die FINMA nicht umgehend einschreitet. 

5.6.3.4 Der Beschuldigte hielt in seinen persönlichen Statements fest, D. habe ihn regel-
mässig über die Fortschritte im B. Projekt und über seine regelmässigen Kon-
takte und Gespräche mit der FINMA informiert (CAR pag. 5.200.004, TPF pag. 
7.721.003). Die Handlungen des Rechtsvertreters sind ihm grundsätzlich anzu-
rechnen. D. selbst schilderte auf die Frage, was er damals dem Beschuldigten 
betreffend Unterstellungsanfrage mitgeteilt habe bzw. ob es eine Unterstellungs-
anfrage an der B. an die FINMA gegeben habe, nochmals die Umstände, ohne 
etwas zur Kommunikation mit den Beschuldigten zu sagen (TPF 7.771.006 f. Z. 
39 ff.). Zu einer weiteren Frage sagte er, der Beschuldigte und die B. hätten wis-
sen wollen, ob sie mit dem ICO in ein Risiko laufen. Er habe ihnen gesagt, dass 
das so geht, dass sie es so strukturiert hätten, dass es gehe. Er sei den Behörden 
relativ nahegestanden. Er habe immer mit der FINMA in Kontakt gestanden und 
sei auch Experte für die Gesetzgebung gewesen. Man habe sich dauernd aus-
getauscht. Das Thema, das hier Prozessgegenstand sei, sei aber nie diskutiert 
worden (TPF pag 7.771.007 Z. 37 ff.).  

Die Verteidigung betonte, dass D. spezialisiert auf Finanzmarktrecht sei und seit 
vielen Jahren als führender Rechtsanwalt im Bereich FinTech und Token-Quali-
fikation gelte (CAR pag. 5.200.019). Vor diesem Hintergrund ist es nachvollzieh-
bar, dass der Beschuldigte sich bzw. die B. bei D. betreffend Rechtsberatung 
zum ICO in guten Händen wähnte. Allerdings müssen dem Beschuldigten als 
Verwaltungsrat der B. auch die eigenen Kenntnisse entgegengehalten werden. 
Er hielt in seinen persönlichen Statements fest, als Finanzintermediär und Com-
pliance Officer von SRO angeschlossenen Gesellschaft kenne er sich ziemlich 

- 20 - 

gut mit den «klassischen» geldwäschereirechtlichen Sorgfaltspflichten aus (CAR 
pag. 5.200.004, TPF pag. 7.721.002). So mag es dem Beschuldigten zwar an 
vertieften Kenntnissen im Bereich FinTech gefehlt haben, wofür er sich zur Kom-
pensation von D. beraten liess. Die Grundregeln des GwG, die sowohl für her-
kömmliche als auch für neue Technologien gelten, waren jedoch durchaus in sei-
nem eigenen Kompetenzbereich.  

Unabhängig davon, was zwischen D. und dem Beschuldigten alles kommuniziert 
worden war, hatte der Beschuldigte unbestrittenermassen Kenntnis vom Schrei-
ben des Geschäftsbereichs Enforcement der FINMA vom 5. Dezember 2017. 
Entgegen der Formulierung der Verteidigung ist der Beschuldigte aufgrund sei-
ner jahrelangen Geschäftstätigkeit im Finanzmarktbereich kein «Durchschnitts-
bürger» (vgl. CAR pag. 5.200.023 Rz. 86). So musste ihm, wie bereits erwähnt, 
der Ernst der Lage bei einem Eingreifen des Geschäftsbereichs Enforcement klar 
sein. Er kannte das Projekt der B. nach eigenen Angaben bestens (CAR pag. 
5.200.004). Er wusste somit insbesondere, dass die M. Token nach Ausgabe frei 
handel- und übertragbar sein würden und dass sie später auf der Zahlungsplatt-
form der B. als Zahlungsmittel eingesetzt werden könnten. Vor diesem Hinter-
grund war es ihm aufgrund seines Wissens ohne weiteres möglich zu erkennen, 
dass eine geldwäschereirechtliche Problematik vorliegen könnte. Er wusste 
auch, dass die FINMA sich zur Zulässigkeit des Vorgehens der B. nie offiziell 
geäussert hatte, sondern die Beurteilung der Rechtslage allein durch den Rechts-
anwalt der B. vorgenommen worden war. Selbst wenn er die Einschätzung von 
D. für plausibel hielt, konnte er vernünftigerweise – mindestens nach dem Schrei-
ben der FINMA vom 5. Dezember 2017 – nicht blindlings darauf vertrauen, dass 
die FINMA dies gleich beurteilen würde.  

5.6.4 Insgesamt kommt die Berufungskammer beweiswürdigend zum Schluss, dass 
der Beschuldigte das Risiko in Kauf nahm, dass das Vorgehen der B. nicht 
rechtskonform ist und die FINMA der rechtlichen Einschätzung des Rechtsbera-
ters der B. nicht folgen und den M. als Zahlungsmittel qualifizieren würde. Es ist 
sodann nachvollziehbar, dass der Beschuldigte seinen Leumund nicht aufs Spiel 
setzen wollte. Er hoffte jedoch trotz eindeutiger und für ihn erkennbarer Warnsig-
nale, dass die FINMA der Rechtseinschätzung des beratenden Rechtsanwaltes 
folgen würde. Der Beschuldigte hatte zumindest ein unbestimmtes Empfinden, 
etwas Unrechtes zu tun. 

 

 

 

- 21 - 

6. Rechtliche Würdigung 

6.1 Vorbringen der Parteien im Berufungsverfahren 

6.1.1 Der Beschuldigte brachte im Berufungsverfahren in rechtlicher Hinsicht wie be-
reits im bisherigen Verfahren vor, der M. habe bei seiner Ausgabe im angeklag-
ten Zeitraum kein Zahlungsmittel dargestellt (CAR pag. 5.200.009 ff. Rz. 5 ff.; vgl. 
auch EFD pag. 100-0027 ff. Rz. 8, 26 ff.; 090-0012 Rz. 6 und -0014 ff.; TPF pag. 
7.721.031 ff. Rz. 2 ff.). Es sei das strafrechtliche Bestimmtheitsgebot verletzt, da 
im November bzw. Dezember 2017 die Rechtslage unklar gewesen sei. Es sei 
für ihn nicht vorhersehbar gewesen, dass der M. bereits vor Inbetriebnahme der 
eigenen Zahlungsplattform als Zahlungsmittel qualifiziert würde (CAR pag. 
5.200.015 ff. Rz. 40 ff.). Der objektive Tatbestand sei nicht erfüllt (CAR pag. 
5.200.017 Rz. 49). Eventualiter sei er einem unvermeidbaren Verbotsirrtum un-
terlegen, da er nicht gewusst habe, dass er sich rechtswidrig verhalte (CAR pag. 
5.200.017 ff. Rz. 50 ff.; vgl. auch EFD pag. 100-0027 ff. Rz. 72 ff.; TPF pag. 
7.721.031 ff. Rz. 75 ff.). Zudem habe er nicht mit Eventualvorsatz gehandelt und 
der subjektive Tatbestand sei nicht erfüllt (CAR pag. 5.200.026 f. Rz. 106 ff.; vgl. 
auch TPF pag. 721.044 Ziff. 68 ff.). Er habe darauf vertraut, dass keine Bewilli-
gungspflicht bestehe und somit, dass sich das Risiko der Tatbestandserfüllung 
nicht verwirklichen werde. Dies entspreche der Definition der bewussten Fahr-
lässigkeit (CAR pag. 5.200.027 Rz. 110 f.). 

6.1.2 Das EFD plädierte hingegen dafür, dass der Tatbestand von Art. 44 Abs. 1 aFIN-
MAG i.V.m. Art. 14 Abs. 1 aGwG – wie dies schon die Vorinstanz beurteilt hatte 
– erfüllt und die Ausführungen des Beschuldigten unbehilflich seien. Die An-
nahme eines vermeidbaren Verbotsirrtums durch die Vorinstanz sei rechtsfehler-
haft (EFD pag. 5.200.030 ff.).  

6.2 Rechtliche Grundlagen 

6.2.1 Grundprinzipien des Geldwäschereigesetzes 

Das GwG regelt die Bekämpfung der Geldwäscherei im Sinne von Art. 305bis 

StGB, die Bekämpfung der Terrorismusfinanzierung im Sinne von Art. 260quinquies 
Abs. 1 StGB und die Sicherstellung der Sorgfalt bei Finanzgeschäften (Art. 1 
GwG). Das GwG gilt für Finanzintermediäre und für natürliche und juristische 
Personen, die gewerblich mit Gütern handeln und dabei Bargeld entgegenneh-
men (Art. 2 GwG). Finanzintermediäre sind grundsätzlich Personen, die berufs-
mässig fremde Vermögenswerte annehmen oder aufbewahren oder helfen, sie 
anzulegen oder zu übertragen (Art. 2 Abs. 2 und 3 GwG). Zu den Sorgfaltspflich-

- 22 - 

ten der Finanzintermediäre gehören insbesondere die Identifizierung der Ver-
tragspartei und die Feststellung der wirtschaftlich berechtigten Personen (Art. 3 
und Art. 4 GwG). 

6.2.2 Objektiver Tatbestand 

Nach Art. 44 Abs. 1 aFINMAG macht sich strafbar wer, vorsätzlich ohne Bewilli-
gung, Anerkennung, Zulassung oder Registrierung eine nach den Finanzmarkt-
gesetzen bewilligungs-, anerkennungs-, zulassungs- oder registrierungspflich-
tige Tätigkeit ausübt. Das Geldwäschereigesetz gehört zu den Finanzmarktge-
setzen. Es gilt für Finanzintermediäre (Art. 2 Abs. 1 aGwG). Als Finanzinterme-
diäre gelten unter anderem auch Personen, die Dienstleistungen für den Zah-
lungsverkehr erbringen, namentlich für Dritte elektronische Überweisungen vor-
nehmen oder Zahlungsmittel wie Kreditkarten und Reiseschecks ausgeben oder 
verwalten (Art. 2 Abs. 3 lit. b aGwG). Eine Dienstleistung für den Zahlungsverkehr 
liegt insbesondere vor, wenn der Finanzintermediär nicht in Bargeld bestehende 
Zahlungsmittel ausgibt oder verwaltet und seine Vertragspartei damit an Dritte 
Zahlungen leistet (Art. 4 Abs. 1 lit. b aGwV). Als Ausnahme gilt, wenn der Emit-
tent des Zahlungsmittels auch der Verkäufer einer Ware ist – es sich somit um 
ein Zweiparteienverhältnis handelt (FINMA Rundschreiben 2011/1 Tätigkeit als 
Finanzintermediär nach GwG, Ausführungen zur Geldwäschereiverordnung 
[GwV] vom 20. Oktober 2010 [nachfolgend: FINMA-RS 11/1], Rz. 64). Berufs-
mässig übt ein Finanzintermediär seine Tätigkeit gemäss Art. 7 Abs. 1 aGwV 
unter anderem aus, wenn er damit pro Kalenderjahr einen Bruttoerlös von mehr 
als Fr. 50'000.00 erzielt (lit. a) oder Transaktionen durchführt, deren Gesamtvo-
lumen Fr. 2 Mio. pro Kalenderjahr überschreitet (lit. d). Finanzintermediäre nach 
Art. 2 Abs. 3 aGwG, die nicht einer anerkannten Selbstregulierungsorganisation 
(SRO) angeschlossen sind, müssen bei der FINMA eine Bewilligung für die Aus-
übung ihrer Tätigkeit einholen (Art. 14 Abs. 1 aGwG). Bis zum Anschluss an eine 
SRO oder bis zur Erteilung einer Bewilligung durch die FINMA ist es diesen Fi-
nanzintermediären untersagt, als Finanzintermediär Handlungen vorzunehmen, 
die weiter gehen als diejenigen, die zwingend zur Erhaltung der Vermögenswerte 
erforderlich sind (Art. 11 Abs. 2 aGwV). Für die weiteren Details wird auf die zu-
treffenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen (E. 2.2.1 bis 2.2.4 erstinstanz-
liche Urteilsbegründung).  

  

- 23 - 

6.2.3 Verantwortlichkeit 

Der Geschäftsherr, Arbeitgeber, Auftraggeber oder Vertretene, der es vorsätzlich 
oder fahrlässig in Verletzung einer Rechtspflicht unterlässt, eine Widerhandlung 
des Untergebenen, Beauftragten oder Vertreters abzuwenden oder in ihren Wir-
kungen aufzuheben, untersteht den Strafbestimmungen, die für den entspre-
chend handelnden Täter gelten (Art. 6 Abs. 2 VStrR). Als Geschäftsherren gelten 
unter anderem Verwaltungsräte einer Aktiengesellschaft (vgl. Art. 716 Abs. 1 Ziff. 
5 Obligationenrecht [OR; SR 220]). Im Übrigen wird auf die zutreffenden Ausfüh-
rungen der Vorinstanz zur Verantwortlichkeit verwiesen (E. 2.2.5 erstinstanzliche 
Urteilsbegründung).  

6.2.4 Subjektiver Tatbestand 

In subjektiver Hinsicht verlangt die Tatvariante von Art. 44 Abs. 1 aFINMAG Vor-
satz. Vorsätzlich begeht eine Tat, wer diese mit Wissen und Willen ausführt (Art. 
12 Abs. 2 Satz 1 StGB). Der Täter muss um die reale Möglichkeit der Verwirkli-
chung des Tatbestands wissen und dessen Erfüllung wollen. Eventualvorsatz ist 
dem direkten Vorsatz gleichgestellt (Art. 12 Abs. 2 Satz 2 StGB). Nach ständiger 
bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist Eventualvorsatz gegeben, wenn der Tä-
ter den Eintritt des Erfolgs beziehungsweise die Tatbestandsverwirklichung für 
möglich hält, aber dennoch handelt, weil er den Erfolg für den Fall seines Eintritts 
in Kauf nimmt, sich mit ihm abfindet, mag er ihm auch unerwünscht sein. Ob der 
Täter die Tatbestandsverwirklichung in Kauf genommen hat, muss das Gericht – 
bei Fehlen eines Geständnisses der beschuldigten Person – aufgrund der Um-
stände entscheiden. Dazu gehören die Grösse des dem Täter bekannten Risikos 
der Tatbestandsverwirklichung, die Schwere der Sorgfaltspflichtverletzung, die 
Beweggründe des Täters und die Art der Tathandlung. Je grösser die Wahr-
scheinlichkeit der Tatbestandsverwirklichung ist und je schwerer die Sorgfalts-
pflichtverletzung wiegt, desto näher liegt die Schlussfolgerung, der Täter habe 
die Tatbestandsverwirklichung in Kauf genommen. Das Gericht darf vom Wissen 
des Täters auf den Willen schliessen, wenn sich dem Täter der Eintritt des Erfolgs 
als so wahrscheinlich aufdrängte, dass die Bereitschaft, ihn als Folge hinzuneh-
men, vernünftigerweise nur als Inkaufnahme des Erfolgs ausgelegt werden kann 
(zum Ganzen BGE 133 IV 222 E. 5.3). 

Gegenstand des Vorsatzes sind die objektiven Tatbestandsmerkmale (TRECH-
SEL/FATEH-MOGHADAM, in: Trechsel/Pieth [Hrsg.], StGB Praxiskommentar, 
4. Aufl. 2019, Art. 12 StGB N. 5). Das für den Vorsatz notwendige Wissen ver-
langt, soweit es sich auf Tatbestandsmerkmale bezieht, deren Verständnis eine 
rechtliche Wertung voraussetzt, nicht die juristisch exakte Erfassung des gesetz-

- 24 - 

lichen Begriffs. Vielmehr genügt es, wenn der Täter den Tatbestand so verstan-
den hat, wie es der landläufigen Anschauung eines Laien entspricht (sog. Paral-
lelwertung in der Laiensphäre; BGE 138 IV 130 E. 3.2.1).  

Bei der Frage nach der Bewilligungspflicht handelt es sich um ein rechtlich ge-
prägtes Tatbestandsmerkmal. Das Bundesgericht führt hinsichtlich des Wissens 
um eine Bewilligungspflicht aus, dass, wer in einem potentiell bewilligungspflich-
tigen Bereich im Bewusstsein, nicht über alle erforderlichen (behördlichen) Infor-
mationen zu verfügen, tätig ist, sich nicht auf Nichtwissen berufen kann (Urteil 
des Bundesgerichts 6B_63/2017 vom 17. November 2017 E. 3.3). Bei seiner Be-
gründung stützt sich das Bundesgericht auf bestehende Rechtsprechung, wo-
nach insbesondere wissentlich handelt, wer sich bewusst für das Nichtwissen 
entschieden hat. Dies schliesst denn auch einen Sachverhaltsirrtum gemäss 
Art. 13 StGB aus. In dieser Hinsicht greift das Bundesgericht auf die illustrative 
Formel zurück: «Wer weiss, dass er nichts weiss, irrt nicht» (BGE 135 IV 12 E. 
2.3.1; Urteil der Berufungskammer des Bundesstrafgerichts CA.2019.27 vom 22. 
September 2020 E. 1.2.3. bestätigt in Urteil des Bundesgerichts 6B_1355/2020 
vom 14. Januar 2022 E. 5.4.3). Anders gesagt, versteht der Täter in laienhafter 
Anschauung die soziale Bedeutung des von ihm verwirklichten Sachverhalts, so 
handelt er mit Vorsatz, auch wenn er über die genaue rechtliche Qualifikation irrt, 
was als rechtlich unbeachtlicher Subsumtionsirrtum anzusehen ist (Urteil des 
Bundesgerichts 6B_804/2018 E. 3.3.1 mit Hinweis auf BGE 129 IV 238 E. 3.2.2).  

6.3 Subsumtion 

6.3.1 Objektiver Tatbestand 

Die B. verfügte bei Ausgabe der M. Tokens vom 28. Dezember 2017 bis am 
12. Februar 2018 weder über eine Bewilligung der FINMA für eine finanzinterme-
diäre Tätigkeit noch war sie damals einer SRO angeschlossen (Art. 14 aGwG). 
Sie hat mit der Ausgabe der M. Token unter Entgegennahme von über USD 17 
Mio. die Schwelle der Berufungsmässigkeit nach Art. 7 Abs. 1 lit. a und lit. d 
aGwV deutlich überschritten.  

Umstritten und näher zu prüfen ist die Frage, ob der M. bereits im Zeitpunkt sei-
ner Ausgabe als Zahlungsmittel im Sinne von Art. 4 Abs. 1 lit. b aGwV galt. Es 
kann grundsätzlich auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen 
werden (E. 2.5.1.1 erstinstanzliche Urteilsbegründung). Es ist in Ergänzung 
nochmals festzuhalten, dass mit dem M. Token eine Kryptowährung ausgebeben 
wurde. Die M. Token waren nach Ausgabe und Übertragung in die privaten Wal-
lets der ICO-Teilnehmer nicht mehr im Einflussbereich der B. Sie konnten auf 
Handelsplattformen gehandelt und unter den Marktteilnehmern bilateral auch als 

- 25 - 

Zahlungsmittel verwendet werden. Massgebend ist der tatsächliche Verwen-
dungszweck des Tokens für die ICO-Teilnehmer. So stellte der M. entgegen der 
Auffassung des Beschuldigten kein «Anlage-Token» dar, weil seine Ausgabe der 
B. zur Finanzierung der Entwicklung ihres Zahlungssystems diente. Der M. ver-
mittelte kein Beteiligungsrecht an der B. Die B. selbst bezeichnete den M. in ih-
rem White-Paper zwar als «Token with no features». Hätte der Token jedoch 
tatsächlich keinerlei Nutzen gehabt, so hätte ihn niemand erworben. Zum einen 
erhielten die ICO-Teilnehmer die Möglichkeit, den M.-Token zukünftig als Zah-
lungsmittel für Waren und Dienstleistungen von Drittanbietern auf dem Zahlungs-
system der B. zu nutzen. Der Zugang zum Zahlungssystem war jedoch auch 
ohne Besitz von M. möglich und die Entwicklung der Plattform noch nicht sicher. 
Zum anderen spekulierten die ICO-Teilnehmer auf eine Wertsteigerung des M. 
im Laufe der Zeit. Entgegen der Auffassung des Beschuldigten macht auch das 
den M. nicht vergleichbar mit einer Aktie, die ein Wertrecht an einer Gesellschaft 
darstellt. Mit jeder Währung kann auch spekuliert werden. Der Beschuldigte er-
wähnte sodann die allgemein bekannten Kryptowährungen BitCoin und Ether, 
die vornehmlich als Wertanlage gekauft würden und nicht aufgrund ihrer Zah-
lungsfunktion (CAR pag. 5.200.0012 Rz. 17). Diese beiden Währungen gelten 
als sogenannte «Zahlungs-Token» (Wegleitung FINMA, S. 4 Ziff. 3.2.1). Die Tat-
sache, dass die Kryptowährungen als Geldanlage genutzt werden, ändert nichts 
an deren grundsätzlichen Konzeption als Zahlungsmittel. Zumal mit dem Erwerb 
dieser Kryptowährungen keine anderweitigen Rechte verbunden sind, ist es de-
ren möglicher Einsatz als Zahlungsmittel, der ihnen im Handel einen Wert ver-
leiht. Dies gilt auch für den M.  

Zum Tatzeitpunkt war die Token-Qualifikation der FINMA gemäss der Weglei-
tung für Unterstellungsanfragen betreffend ICOs vom 16. Februar 2018 mit der 
Unterscheidung in «Zahlungs-Token», «Nutzungs-Token» und «Anlage-Token» 
noch unbekannt. Es war aber bekannt, wozu die M. verwendet werden können. 
Der M. war von Beginn weg, zumindest als zukünftiges Zahlungsmittel konzipiert. 
Seine Bestimmung hat sich im Laufe der Zeit nicht gewandelt, sondern war schon 
im Zeitpunkt der Ausgabe klar.  

Das Rechtsverständnis des Beschuldigten, wonach der Token zuerst kein Zah-
lungsmittel, gewesen sein soll, sondern erst bei Inbetriebnahme des Zahlungs-
systems der B. quasi eine Wandlung durchmachen würde, ist für die Berufungs-
kammer nicht nachvollziehbar. Zur Auslegung des Begriffs des Zahlungsmittels 
in Art. 4 Abs. 1 lit. b aGwV müssen die Grundprinzipien des GwG berücksichtigt 
werden. Die Sorgfaltspflichten des GwG, die unter anderem bei einer finanzinter-
mediären Tätigkeit durch Ausgabe eines Zahlungsmittels zu erfüllen sind, kön-
nen nur ab der Entgegennahme der Vermögenswerte und bis zur Ausgabe der 

- 26 - 

Kryptowährung eingehalten werden. Denn danach können die Token ohne jegli-
che Kontrolle des Ausgebers weiter übertragen werden. Werden die Sorgfalts-
pflichten nach GwG nicht vor der Ausgabe eingehalten, besteht keine genügende 
Rückverfolgbarkeit zur Feststellung der Herkunft der Gelder. Würde der Auffas-
sung des Beschuldigten gefolgt, wonach die Ausgabe des M. nicht dem GwG 
unterlag, so könnte dieses systematisch umgegangen werden, indem die Funk-
tion als Zahlungsmittel einfach erst für die Zukunft in Aussicht gestellt wird. Die 
Sorgfaltspflichten können nachträglich nicht mehr eingehalten werden. In Nach-
achtung der Ratio legis des GwG ergibt sich somit keine andere Auslegungsmög-
lichkeit, als dass bereits die zukünftige Funktion eines Tokens als Zahlungsmittel 
dazu führt, dass dieser als Zahlungsmittel zu qualifizieren ist. Der M. sollte als 
Zahlungsmittel für Waren und Dienstleistungen eingesetzt werden, die nicht von 
der B. angeboten werden. Es bestand ein Dreiparteienverhältnis. 

Es lag somit bereits im Zeitpunkt der Ausgabe der M. Token eine finanzinterme-
diäre Tätigkeit nach Art. 2 Abs. 3 lit. b aGwG i.V.m. Art. 4 Abs. 1 lit. b aGwV vor. 
Die B. hat im Zeitraum vom 28. Dezember 2017 bis am 12. Februar 2018 berufs-
mässig eine finanzintermediäre Tätigkeit ausgeübt, ohne einer SRO angeschlos-
sen gewesen zu sein oder über eine Bewilligung der FINMA verfügt zu haben. 
Der objektive Tatbestand von Art. 44 Abs. 1 aFINMAG i.V.m. Art. 14 Abs. 1 aGwG 
ist erfüllt. 

6.3.2 Verantwortlichkeit 

Der Beschuldigte war bis anfangs 2018 der einzige Verwaltungsrat der B. Am 
4. Januar 2018 wurde er zum Vizepräsidenten des Verwaltungsrates. Er hatte 
die Stellung eines Geschäftsherrn bzw. eine Garantenstellung inne. Es wird auf 
die zutreffenden und unbestrittenen Ausführungen der Vorinstanz verwiesen 
(E.2.5.2 erstinstanzliche Urteilsbegründung). Dem Beschuldigten ist die Ge-
schäftstätigkeit der B. in seiner Funktion als Verwaltungsrat strafrechtlich zuzu-
rechnen. Er hat es unterlassen, die Ausgabe der M. Token ohne Anschluss an 
eine SRO oder Vorliegen einer Bewilligung der FINMA zu verhindern. 

6.3.3 Subjektiver Tatbestand 

Der Beschuldigte wusste, dass die B. in einem potentiell bewilligungspflichtigen 
Bereich tätig ist und dass diese weder einer SRO angeschlossen ist, noch über 
eine Bewilligung der FINMA für eine finanzintermediäre Tätigkeit nach GwG ver-
fügt. Er wusste, dass die B. mit der Ausgabe des M. Transaktionen durchführte, 
die die Schwelle zur Berufsmässigkeit nach GwG deutlich überschritten. 

- 27 - 

Er wusste, dass der M. Token frei handel- und übertragbar ist und in Zukunft auf 
der Zahlungsplattform der B. als Zahlungsmittel eingesetzt werden soll. Er 
wusste, dass die FINMA sich nie zur Rechtmässigkeit des ICO und der Ausgabe 
der M. geäussert hatte und eine Prüfung durch den Geschäftsbereich Enforce-
ment im Gange war (vgl. dazu oben E. 5.6.3). Eine Verletzung der Geldwä-
schereibestimmungen war dem Beschuldigten zwar unerwünscht. Zumal er aber 
wusste, dass der M. als Zahlungsmittel konzipiert ist, musste er damit rechnen, 
dass das dies auch im Zeitpunkt der Ausgabe gelten würde. Das Risiko, dass der 
M. Token bereits im Zeitpunkt der Ausgabe im Sinne der Geldwäschereibestim-
mungen als Zahlungsmittel zu qualifizieren ist, drängte sich ihm als Experte in 
der Finanzbranche als so wahrscheinlich auf, dass die Bereitschaft zur Ausgabe 
des M. ohne Anschluss an eine SRO oder Vorliegen einer Bewilligung und unter 
den gegebenen Umständen nur als Inkaufnahme einer Verletzung des GwG aus-
gelegt werden kann. Unter den beweismässig erstellten Umständen konnte er 
nicht darauf vertrauen, dass keine Gesetzesverletzung vorliegen würde. Der 
Eventualvorsatz ist gegeben. Ein Sachverhaltsirrtum liegt nicht vor. 

6.4 Grundsatz der Legalität 

6.4.1 Eine Strafe darf nur wegen einer Tat verhängt werden, die das Gesetz ausdrück-
lich unter Strafe stellt (Art. 1 StGB i.V.m. Art. 2 VStrR). Der in Art. 1 StGB veran-
kerten Grundsatzes der Legalität «nulla poena sine lege» oder «keine Strafe 
ohne Gesetz» ist verletzt, wenn jemand wegen eines Verhaltens strafrechtlich 
verfolgt wird, das im Gesetz überhaupt nicht als strafbar bezeichnet wird; wenn 
das Gericht ein Verhalten unter eine Strafnorm subsumiert, unter welche es auch 
bei weitestgehender Auslegung der Bestimmung nach den massgebenden 
Grundsätzen nicht subsumiert werden kann; oder wenn jemand in Anwendung 
einer Strafbestimmung verfolgt wird, die rechtlich keinen Bestand hat (BGE 138 
IV 13 E. 4.1). Teil des Grundsatzes der Legalität ist das sogenannte Be-
stimmtheitsgebot («nulla poena sine lege certa»). Eine Strafnorm muss so prä-
zise formuliert sein, dass der Bürger sein Verhalten danach richten und die Fol-
gen eines bestimmten Verhaltens mit einem den Umständen entsprechenden 
Grad an Gewissheit erkennen kann (BGE 141 IV 279 E. 1.3.3; 138 IV 13 E. 4.1 
mit Hinweisen). Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts und des Europä-
ischen Gerichtshofes für Menschenrechte darf das Gebot nach Bestimmtheit 
rechtlicher Normen nicht in absoluter Weise verstanden werden. Der Gesetzge-
ber kann nicht darauf verzichten, allgemeine und mehr oder minder vage Begriffe 
zu verwenden, deren Auslegung und Anwendung der Praxis überlassen werden 
müssen. Der Grad der erforderlichen Bestimmtheit lässt sich nicht abstrakt fest-
legen. Er hängt unter anderem von der Vielfalt der zu ordnenden Sachverhalte, 
von der Komplexität und der Vorhersehbarkeit der im Einzelfall erforderlichen 

- 28 - 

Entscheidung, von den Normadressaten, von der Schwere des Eingriffs in Ver-
fassungsrechte und von der erst bei der Konkretisierung im Einzelfall möglichen 
und sachgerechten Entscheidung ab (BGE 138 IV 13 E. 4.1. mit Hinweisen auf 
BGE 132 I 49 E. 6.2, 128 I 327 E. 4.2 und Urteil des Europäischen Gerichtshofes 
für Menschenrechte Larissis Dimitrios gegen Griechenland vom 24. Februar 
1998, Recueil CourEDH 1998-I S. 362).  

Ebenfalls Teil des Grundsatzes der Legalität ist das Rückwirkungsverbot («nulla 
poena sine lege praevia»). Danach darf eine Tat nur bestraft werden, wenn sie 
bereits zur Zeit ihrer Begehung mit Strafe bedroht war (vgl. Art. 2 Abs. 1 StBG 
i.V.m. Art. 2 VStrR).  

6.4.2 Die massgebenden Rechtsgrundlagen wurden oben wiedergegeben (E. 6.2). Der 
Beschuldigte monierte eine rückwirkende Anwendung oder Berücksichtigung der 
Wegleitung der FINMA für Unterstellungsanfragen betreffend ICOs vom 16. Feb-
ruar 2018 (CAR pag. 5.200.015 f. Rz. 40 ff.). Entgegen der Auffassung des Be-
schuldigten findet jedoch mit der Qualifikation des M. als Zahlungsmittel im Zeit-
punkt der Ausgabe keine rückwirkende Anwendung neuer Grundsätze statt. Das 
GwG und die GwV haben sich in Bezug auf die Regelung der Ausgabe eines 
Zahlungsmittels zwischen Ende 2017 und Februar 2018 nicht geändert. Die Re-
geln des GwG und der GwV sind technologieneutral ausgestaltet, sodass sie 
grundsätzlich auch auf neue Technologien Anwendung finden. Aufsichtsmittei-
lungen und Wegleitungen der FINMA sind keine Regulierungsinstrumente, son-
dern gehören zur Aufsichtskommunikation. Eine Aufsichtsmitteilung wird definiert 
als «Mitteilung an eine bestimmte Gruppe von Beaufsichtigten zur Auslegung des 
Finanzmarktrechts durch die FINMA oder Hinweise zu potentiellen Risiken». 
Eine Wegleitung ist «eine Arbeitshilfe für Beaufsichtigte bei Bewilligungs- und 
Meldefragen» (zum Ganzen Leitlinien der FINMA zur Kommunikation vom 
25. September 2014 Ziff. 3.1.3, abrufbar unter <https://www.finma.ch/ de/ news/ 
2014/10/mm-leitlinien-enforcement-kommunikation-20141030>, zuletzt besucht 
am 27. Dezember 2022). Die Publikation der Wegleitung FINMA modifizierte so-
mit die Rechtslage nicht. Anders als der Beschuldigte dies darstellte, fand mit der 
Wegleitung der FINMA vom 16. Februar 2018 keine unvorhersehbare «Umqua-
lifizierung» des M. von einem «Asset-Token» in einen «Zahlungs-Token» statt 
(vgl. CAR pag. 5.200.016 Rz. 42). Vielmehr war zuvor noch keine Qualifizierung 
vorgenommen worden. Mit anderen Worten bestand noch keine allgemein be-
kannte eindeutige Rechtspraxis bezüglich der Anwendung der finanzmarktrecht-
lichen Regeln auf ICOs. Dass nicht in Bargeld bestehende Zahlungsmittel als 
Dienstleistung für den Zahlungsverkehr nach Art. 2 Abs. 3 lit. b aGwG gelten, 
liess sich direkt dem Wortlaut von Art. 4 Abs. 1 lit. b aGwV entnehmen. Dass die 
Ausgabe eines Tokens, der als Zahlungsmittel dient, dem GwG unterliegt, war 
die offensichtliche Folgerung aus dieser Bestimmung, wie es die FINMA in ihrer 

- 29 - 

publizierten Aufsichtsmitteilung 04/2017 vom 29. September 2017 festgehalten 
hatte. Die Frage, ob dies auch gilt, wenn ein noch zu schaffendes Zahlungssys-
tem des Ausgebers erst später operativ wird, war damit nicht ohne Weiteres be-
antwortet.  

6.4.3 So bestand eine gewisse Auslegungsbedürftigkeit insbesondere von Art. 4 
Abs. 1 lit. b aGwV zur Beurteilung der Frage, zu welchem Zeitpunkt ein Token 
als Zahlungsmittel gilt und somit die Ausgabe des M. den Geldwäschereibestim-
mungen unterlag. Wie oben ausgeführt, führt eine gewisse Auslegungsbedürftig-
keit einer Gesetzesbestimmung nicht unweigerlich dazu, dass das Be-
stimmtheitsgebot verletzt und damit eine Strafbarkeit ausgeschlossen ist. Die 
erstmalige Anwendung einer Bestimmung auf einen bisher nicht üblichen Sach-
verhalt kann nicht generell das Bestimmtheitsgebot verletzen. Art. 4 GwV wurde 
per 1. August 2021 bezüglich virtueller Währungen ergänzt. Nach heutiger 
Rechtslage ergibt sich direkt aus dem Gesetzeswortlaut, dass virtuelle Währun-
gen, die tatsächlich oder nach der Absicht des Organisators oder Herausgebers 
als Zahlungsmittel für den Erwerb von Waren oder Dienstleistungen eingesetzt 
werden oder der Geld- und Wertübertragung dienen als Zahlungsmittel gelten 
(Art. 4 Abs. 1bis lit. c GwV). Daraus kann jedoch nicht geschlossen werden, die 
Bestimmung sei zuvor derart unklar gewesen, dass sie das strafrechtliche Be-
stimmtheitsgebot verletzt habe. Die Auslegungen nach den damals wie heute 
gängigen Grundprinzipen der Geldwäschereigesetzgebung liess vorliegend auch 
nach der Formulierung von Art. 4 Abs. 1 lit. b aGwV vernünftigerweise keinen 
anderen Schluss zu, als dass das GwG bereits im Zeitpunkt der Ausgabe An-
wendung finden muss, da die Sorgfaltspflichten zu einem späteren Zeitpunkt 
nicht mehr nachgeholt werden können (vgl. dazu oben E. 6.3.1). Es bestand zu-
dem die Möglichkeit, allfällige Unklarheiten mittels einer Unterstellungsanfrage 
bei der FINMA zu beseitigen. Auf diese Möglichkeit wies die Aufsichtsmitteilung 
04/2017 denn auch hin. So war es für den Beschuldigten aufgrund der Rechts-
lage hinreichend vorhersehbar, dass der M. im Zeitpunkt seiner Ausgabe als Zah-
lungsmittel gelten könnte und somit eine finanzintermediäre Tätigkeit darstellt, 
die ohne SRO-Anschluss oder Bewilligung der FINMA strafbar ist.  

6.4.4 Der Beschuldigte wird nicht für eine Tat bestraft, die im Tatzeitpunkt noch nicht 
strafbar oder deren Strafbarkeit nicht hinreichend vorhersehbar war. Der Grund-
satz der Legalität ist gewahrt. 

6.5 Schuld/Verbotsirrtum 

6.5.1 Gemäss Art. 21 StGB handelt nicht schuldhaft, wer bei der Begehung der Tat 
nicht weiss und nicht wissen kann, dass er sich rechtswidrig verhält. War der 
Irrtum vermeidbar, so mildert das Gericht die Strafe. Der Verbotsirrtum betrifft die 

- 30 - 

Konstellation, bei welcher der Täter in Kenntnis aller Tatumstände und somit vor-
sätzlich handelt, aber sein Tun versehentlich für erlaubt hält (BGE 129 IV 238 E. 
3.1.). Zum Ausschluss eines Verbotsirrtums genügt gemäss bundesgerichtlicher 
Rechtsprechung das unbestimmte Empfinden, dass das in Aussicht genommene 
Verhalten der Rechtsordnung widerspricht (BGE 104 IV 217 E. 2.; vgl. auch BGE 
130 IV 77 E. 2.4). Vermeidbar ist ein Verbotsirrtum gemäss Bundesgericht regel-
mässig dann, wenn der Täter selbst an der Rechtmässigkeit seines Verhaltens 
zweifelte oder hätte Zweifel haben müssen. Dasselbe gilt, wenn er durch die zu-
ständige Behörde ausdrücklich auf die Rechtslage hingewiesen worden ist oder 
sich über behördliche Anordnungen hinwegsetzt. Falls Anlass zu Zweifeln an der 
Rechtmässigkeit des Verhaltens besteht, hat sich der Täter grundsätzlich bei der 
zuständigen Behörde zuvor näher zu informieren (BGE 129 IV 6 E. 4.1; 104 IV 
217 E. 3a S. 221; 99 IV 249 E. 1 S. 251; je mit Hinweisen). Werden Auskünfte 
bei einem Rechtsberater bzw. Anwalt eingeholt, gilt es zu berücksichtigen, dass 
sich der Täter auf die Auskunft nur verlassen kann, wenn diesem jener Sachver-
halt zur Prüfung vorlag, der vom Täter nachher verwirklicht wurde, und er im Gut-
achten unter allen rechtlichen Gesichtspunkten geprüft worden ist, die auch der 
Täter kennen musste (BGE 98 IV 293 E. 4a). Sind Rechtsfragen umstritten, darf 
sich der Betroffene nicht ohne weiteres auf den für ihn günstigen juristischen Rat 
verlassen (BGE 129 IV 6 E. 4.2; 121 IV 109 E. 5b; zum Ganzen vgl. Urteil des 
Bundesgerichts 6B_804/2018 vom 4. Dezember 2018 E. 3.2). Ob der Täter 
weiss, dass sein Verhalten der Rechtsordnung widerspricht respektive er ein un-
bestimmtes Empfinden hat, etwas Unrechtes zu tun, ist eine Sachverhaltsfrage. 
Rechtsfrage ist, ob der Irrtum vermeidbar war (Urteile des Bundesgerichts 
6B_804/2018 vom 4. Dezember 2018 E. 3.2 und 6B_368/2017 vom 10. August 
2017 E. 4.2). 

6.5.2 Beweiswürdigend hat die Berufungskammer festgestellt, dass der Beschuldigte 
zumindest ein unbestimmtes Empfinden hatte, etwas Unrechtes zu tun (E. 5.6.3). 
Er musste unter den gegebenen Umständen Zweifel an der Rechtsmässigkeit 
des Verhaltens der B. haben. Die nähere Information durch die zuständige Be-
hörde, die FINMA, hat er nicht abgewartet. Soweit er geltend machte, sich auf 
die Auskunft seines Rechtsberaters, Rechtsanwalt Dr. D., verlassen zu haben, 
ist dies vorliegend zur Begründung eines unvermeidbaren Verbotsirrtums nicht 
hinreichend. D. hatte kein Gutachten erstellt, das den Sachverhalt unter allen 
rechtlichen Gesichtspunkten geprüft hätte. Spätestens nach dem Schreiben der 
FINMA, Geschäftsbereich Enforcement, vom 5. Dezember 2017, in welchem da-
rauf hingewiesen wurde, dass die B. eine nach den Finanzmarktgesetzen bewil-
ligungspflichtige Tätigkeit ausüben könnte und Fragen zum ICO und der Verwen-
dung des M. als Zahlungsmittel stellte, hätte der Beschuldigte an der Rechtsmäs-
sigkeit des ICO zweifeln müssen. Er durfte sich unter diesen Umständen nicht 
ohne weiteres auf den für die B. günstigen juristischen Rat verlassen.  

- 31 - 

Der Beschuldigte nahm in Kauf, dass er sich rechtswidrig verhält. Er hat sich 
somit nicht geirrt und befand sich – entgegen der Feststellung der Vorinstanz 
(E. 2.5.5.3 f. erstinstanzliche Urteilsbegründung) – nicht in einem Verbotsirrtum. 
Zumal kein Irrtum vorliegt, muss die Frage, ob der Irrtum vermeidbar gewesen 
wäre, nicht näher geprüft werden. 

7. Strafzumessung 

7.1 Anwendbares Recht 

Am 1. Januar 2018 sind die revidierten Bestimmungen des allgemeinen Teils des 
StGB in Kraft getreten. Gemäss Art. 2 Abs. 1 sowie Art. 2 VStrR wird nach gel-
tendem Recht beurteilt, wer nach dessen Inkrafttreten eine Straftat begangen 
hat. Massgebend ist der Zeitpunkt der Vornahme der tatbestandsmässigen 
Handlung (POPP/BERKEMEIER, Basler Kommentar, 4. Aufl. 2019, Art. 2 StGB N. 
5). Als Ausnahme bestimmt Art. 2 Abs. 2 StGB, dass eine Tat, die vor Inkrafttre-
ten des Gesetzes begangen wurde, nach dem neuen Recht zu beurteilen ist, 
wenn dieses für den Täter milder ist («lex mitior»). Dieser Grundsatz kommt 
ebenfalls zum Tragen, wenn ausserstrafrechtliche Regeln, von denen ein Straf-
barkeitselement abhängt, die elementaren Voraussetzungen der Strafe begrenzt 
(POPP/BERKEMEIER, a.a.O., Art. 2 StGB N. 14). Entsprechend des Grundsatzes 
der Alternativität gelangt jedoch in Bezug auf ein und dieselbe Tat nur entweder 
das alte oder das neue Recht zur Anwendung (BGE 134 IV 82 E. 6.2.3 mit Hin-
weisen). Bei einem Dauerdelikt ist das neue Recht anzuwenden (TRECH-
SEL/VEST, in: Trechsel/Pieth [Hrsg.], StGB Praxiskommentar, 4. Aufl. 2021, Art. 2 
StGB N. 5). 

Vorliegend wurde mit der Ausgabe der M. Token vom 28. Dezember 2017 bis am 
12. Februar 2018 Geldwäschereigefahr geschaffen. Die rechtswidrige finanzin-
termediäre Tätigkeit fand also in diesem Zeitraum statt. Die Tathandlung des Be-
schuldigten ist die Unterlassung in seiner Funktion als Verwaltungsrat der B. de-
ren Handeln zu unterbinden. Es liegt somit ein strafbares Verhalten in Form einer 
Unterlassung vor, die sich über längere Zeit erstreckt. Dies wird als Dauerdelikt 
qualifiziert. Es ist somit das Recht im Zeitpunkt der Beendigung der strafbaren 
Handlung anwendbar (vgl. für die Verjährung Art. 98 lit. c StGB i.V.m. Art. 2 
VStrR). Es gelangt das neue Sanktionenrecht, wie es seit dem 1. Januar 2018 in 
Kraft ist, zur Anwendung.  

  

- 32 - 

7.2 Grundlagen und Strafrahmen 

Gemäss Art. 47 Abs. 1 StGB i.V.m. Art. 2 VStrR misst das Gericht die Strafe nach 
dem Verschulden des Täters zu. Es berücksichtigt das Vorleben und die persön-
lichen Verhältnisse sowie die Wirkung der Strafe auf das Leben des Täters. Das 
Verschulden bestimmt sich gemäss Art. 47 Abs. 2 StGB nach der Schwere der 
Verletzung oder Gefährdung des betroffenen Rechtsguts, nach der Verwerflich-
keit des Handelns, den Beweggründen und Zielen des Täters sowie danach, wie 
weit der Täter nach den inneren und äusseren Umständen in der Lage war, die 
Gefährdung oder Verletzung zu vermeiden. Bei der Strafzumessung ist zwischen 
Tat- und Täterkomponente zu unterscheiden. Die für die Zumessung der Strafe 
erheblichen Umstände und deren Gewichtung sind in der Urteilsbegründung fest-
zuhalten (Art. 50 StGB). Im Übrigen wird für die Strafzumessungsregeln auf die 
Ausführungen der Vorinstanz verwiesen (E. 3.2 erstinstanzliche Urteilsbegrün-
dung). 

Art. 44 Abs. 1 aFINMAG sieht einen Strafrahmen von Geldstrafe bis zu drei Jah-
ren Freiheitsstrafe vor. Durch das Vorliegen von Strafmilderungs- oder Straf-
schärfungsgründen wird der ordentliche Strafrahmen nicht automatisch nach un-
ten oder nach oben erweitert. Der ordentliche Strafrahmen ist nur zu verlassen, 
wenn ausgewöhnliche Umstände vorliegen und die für die betreffende Tat ange-
ordnete Strafe im konkreten Fall zu hart bzw. zu milde erscheint (BGE 136 IV 55 
E. 5.8). Solche aussergewöhnlichen Umstände sind vorliegend nicht ersichtlich.  

7.3 Tatkomponente  

7.3.1 Objektive Tatschwere 

7.3.1.1 Schwere der Verletzung oder Gefährdung des betroffenen Rechtsgutes  

Die B. hat innerhalb von rund 1.5 Monaten eine Kyptowährung an über 11’000 
Personen ausgegeben und dafür einen Gegenwert von über USD 17 Mio. erhal-
ten. Bis im Mai 2020 fanden über 114’000 Transaktionen von M. statt (EFD pag. 
011-007). Die geldwäschereirechtlichen Sorgfaltspflichten der Identifizierung der 
Vertragspartner und der Feststellung der wirtschaftlichen Berechtigten wurden 
ungenügend eingehalten. Die Prüfung nach Massgabe des GwG kann nicht mehr 
nachgeholt werden. Es wurde damit eine grosse Gefahr geschaffen, dass der M. 
zur Geldwäscherei oder zur Terrorismusfinanzierung missbraucht werden 
könnte. Dies schadet der Reputation des Schweizer Finanzplatzes beträchtlich. 
Der Schutzzweck des GwG der Bekämpfung der Geldwäscherei und der Terro-
rismusfinanzierung wurde aufgrund der hohen Summe, Anzahl Teilnehmer und 

- 33 - 

Anzahl Transaktionen stark beeinträchtigt. Verschuldensmindernd ist zu berück-
sichtigen, dass – wenn auch ein ungenügender –ein KYC-Prozess durchgeführt 
und ICO-Teilnehmer identifiziert wurden. So wurde doch ein Versuch unternom-
men, das Geldwäschereirisiko zu minimieren. Das Geschäftsmodell der B. wäre 
grundsätzlich bewilligungsfähig gewesen bzw. wurde der SRO-Anschluss später 
vorgenommen. 

7.3.1.2 Art und Weise des Vorgehens bzw. Verwerflichkeit des Handelns 

Die Tatsache, dass sich der Beschuldigte mit seinem Nichteinschreiten gegen 
die Ausgabe des M. dem Druck der Investoren beugte, anstatt die Beurteilung 
der FINMA abzuwarten oder die B. einer SRO anzuschliessen, wurde als sein 
tatbestandsmässiges Handeln gewürdigt. Da es nicht wesentlich über die Tatbe-
standmässigkeit hinausgeht, kann es im Rahmen der Strafzumessung nicht 
nochmals straferhöhend berücksichtigt werden. Eine erhöhte kriminelle Energie 
oder besonders skrupelloses Verhalten im strafrechtlichen Sinne sind bei ihm 
nicht auszumachen. Anders als gewisse Täter im Bereich der Finanzmarktde-
likte, die ohne jegliche rechtlichen Abklärungen handeln, hat er doch gezeigt, 
dass ihm die aufsichtsrechtlichen Bestimmungen nicht völlig gleichgültig waren. 
Er liess sich von einem Rechtsanwalt beraten, der im Bereich FinTech als be-
sonders versiert galt, den er seit längerer Zeit kannte und dem er vertraute. Es 
fand zudem ein Kontakt mit der FINMA stand. Dies ist leicht verschuldensmin-
dernd zu berücksichtigen.  

Art. 44 Abs. 1 aFINMAG i.V.m. Art. 6 Abs. 2 VStrR normiert ein Unterlassungs-
delikt. Dem Beschuldigten wird strafrechtlich kein aktives Tun, sondern ein Un-
terlassen in seiner Rolle als Verwaltungsrat zur Last gelegt. Im Vergleich zum 
Tätigkeitsdelikt von Art. 44 Abs. 1 aFINMAG i.V.m. Art. 6 Abs. 1 VStrR wiegt das 
Tatverschulden geringer. Beziehungsweise ist die Grösse des Tatbeitrages des 
Beschuldigten zu berücksichtigen. Der Beschuldigte trägt zwar als Verwaltungs-
rat die (strafrechtliche) Verantwortung für das Handeln der B. Er war jedoch nicht 
derjenige, der als Hauptverantwortlicher die Entscheide für das Handeln der Ge-
sellschaft traf. Dies führt ebenfalls zu einem leicht verringerten Tatverschulden. 

7.3.2 Subjektive Tatschwere 

7.3.2.1 Willensrichtung und Beweggründe 

Der Beschuldige handelte nicht mit direkten Vorsatz, sondern eventualvorsätz-
lich. Dies ist verschuldensmindernd zu berücksichtigen. Das Handeln des Be-
schuldigten war wirtschaftlich und somit finanziell motiviert. Dies ist bei Finanz-

- 34 - 

marktdelikten jedoch tatbestandsimmanent. Die B. strebte wie jede gewinnorien-
tierte Gesellschaft ein möglichst gewinnbringendes Geschäft an. Es ist beweis-
mässig nicht erstellt, wie stark der Beschuldigte persönlich vom Erfolg der B. oder 
gar spezifisch von der Ausgabe der M. direkt profitiert hat. So können die finan-
ziellen Beweggründe für das Handeln entgegen der Erwägungen der Vorinstanz 
nicht verschuldenserhöhend berücksichtigt werden. Achtenswerte Beweggründe 
liegen keine vor.  

7.3.2.2 Vermeidbarkeit der Tat 

Die Tat wäre durch ein Abwarten der Beurteilung durch die FINMA oder einen 
SRO-Anschluss leicht vermeidbar gewesen. Ein (vermeidbarer) Verbotsirrtum 
liegt nicht vor. Allerdings ist zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte zu einem 
Zeitpunkt in den Verwaltungsrat geholt wurde, als das Geschäftsmodell der B. 
bereits bestand und potentiellen Investoren bereits Versprechungen mit einem 
klaren Zeitplan gemacht worden waren. Der ihm vertraute Rechtsanwalt Dr. D. 
versicherte ihm, dass das Vorgehen der B. rechtlich unproblematisch sei. Insbe-
sondere erstellte D. das Antwortschreiben an die FINMA vom 22. Dezember 
2017 und legte dieses dem Beschuldigten kurz vor Weihnachten zur Unterschrift 
vor. Hätte der Beschuldigte interveniert und die Ausgabe der M. unmittelbar vor 
dem geplanten Termin verhindert, so hätte er gegenüber seinen Geschäftspart-
nern mit Sicherheit einen sehr schweren Stand gehabt. Es hätte die Gefahr be-
standen, dass die ICO-Teilnehmer, von denen die B. zur Finanzierung ihres Pro-
jekts abhängig war, das Vertrauen in das Projekt verlieren. So bestand für ihn 
subjektiv doch ein gewisser Druck, sich nach dem Anraten der übrigen Beteiligten 
zu verhalten. Es liegt damit eine leicht herabgesetzte Vermeidbarkeit der Tat vor. 

7.3.3 Tatverschulden 

Während die Gefährdung des betroffenen Rechtsgutes aufgrund der geschaffe-
nen Geldwäschereigefahr erheblich ist, fallen die Art und Weise des Vorgehens 
des Beschuldigten und das gesamte subjektive Tatverschulden verschuldens-
mindernd ins Gewicht. Insgesamt ist das Tatverschulden im Verhältnis zum wei-
ten Strafrahmen als gerade noch leicht zu bezeichnen. Eine Strafe im Umfang 
von sechs Monaten bzw. 180 Strafeinheiten erscheint angemessen. 

  

- 35 - 

7.4 Täterkomponente 

7.4.1 Vorleben und persönliche Verhältnisse 

Der Beschuldigte ist nicht vorbestraft (CAR pag. 4.401.033). Er lebt in guten fi-
nanziellen Verhältnissen (CAR pag. 4.200.005 ff. und pag. 4.401.008 ff.). Er be-
schrieb im Berufungsverfahren, dass seine Geschäftsaktivitäten einerseits auf 
die Tätigkeit als Vermögensverwalter und Trustee fokussieren würden. Diese 
Dienstleistungen biete er über zwei von ihm beherrschte Aktiengesellschaften 
an. Auf der anderen Seite unterstütze die von ihm beherrschte K. GmbH in- und 
ausländische Kunden bei der Buchhaltung, den Steuern und bei der Vermögens-
verwaltung. Sie würden auch Services im Bereich der Gründung eines Unterneh-
mens und Domizil, Einsitznahmen als Verwaltungsrat und/oder Direktor sowie in 
der Unternehmensadministration anbieten. Insgesamt habe er aktuell 28 Man-
date in verschiedenen Gesellschaften. Bei fast allen Gesellschaften mache er die 
Buchhaltung und kenne diese bestens (CAR pag. 5.200.001 f.). Im Rahmen des 
erstinstanzlichen Verfahrens hatte der Beschuldigte per 10. November noch 57 
Mandate angegeben (TPF pag. 7.721.001). Die Vorinstanz wertete das fortge-
setzte Geschäftsmodell des Beschuldigten aufgrund der grossen Anzahl Man-
date als bedenklich. Eine sorgfältige Mandatsausübung lasse sich kaum sicher-
stellen und die Überforderung habe sich im vorliegenden Fall manifestiert. Sie 
wertete dies leicht straferhöhend (E. 3.3.2.2 erstinstanzliche Urteilbegründung). 
Die Geschäftstätigkeit des Beschuldigten ist jedoch nicht Teil des vorliegend zu 
beurteilenden strafrechtlichen Vorwurfes. Die Berufungskammer erachtet eine 
diesbezügliche Straferhöhung als unangemessen. Die hier zu beurteilende Tat 
hätte sich durchaus auch ereignen können, hätte der Beschuldigte keine anderen 
Mandate gehabt. Das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse wirken sich 
neutral auf die Strafe aus. 

7.4.2 Verhalten nach der Tat und im Strafverfahren 

Der Beschuldigte hat sich im Strafverfahren grundsätzlich kooperativ verhalten. 
Die Verweigerung der Mitwirkung und der Aussage ist sein Recht. Zumal er sich 
als unschuldig erachtete, können ihm keine Reue und Einsicht zu Gute gehalten 
werden. Während der Dauer des Strafverfahrens hat er sich bei vielseitiger Ge-
schäftstätigkeit nichts mehr zu Schulden kommen lassen. Das Verhalten nach 
der Tat und im Strafverfahren ist ebenfalls neutral zu werten. 

7.4.3 Strafempfindlichkeit 

Im Rahmen der Strafempfindlichkeit ist die Wirkung der Strafe auf das Leben des 
Beschuldigten zu berücksichtigen (vgl. Art. 47 Abs. 1 StGB). Nach ständiger 

- 36 - 

Rechtsprechung des Bundesgerichts ist eine erhöhte Strafempfindlichkeit nur bei 
aussergewöhnlichen Umständen zu bejahen (Urteil des Bundesgerichts 
6B_1001/2016 vom 3. April 2017 E. 1.4.2 mit Hinweisen). Der Beschuldigte gab 
an, eine Verurteilung würde ihn in seiner beruflichen Existenz berauben, da er 
die Gewähr für eine einwandfreie Geschäftsführung verliere (CAR pag. 
5.200.005). Ob der Beschuldigte seine Gewähr für eine einwandfreie Geschäfts-
führung tatsächlich verlieren wird, steht nicht fest. Eine allfällige verwaltungs-
rechtliche Konsequenz der strafrechtlichen Verurteilung stellt keine direkte nega-
tive Folge der Strafe dar. Durch eine tiefere Strafe liessen sich die möglichen 
verwaltungsrechtlichen Folgen nicht unbedingt vermindern. Die Berufungskam-
mer berücksichtigt somit vorliegend keine erhöhte Strafempfindlichkeit.  

7.5 Strafart und konkretes Strafmass 

Zumal sich die Täterkomponente weder strafmindernd noch straferhöhend aus-
wirkt, bleibt es bei einem Strafmass von sechs Monaten bzw. 180 Strafeinheiten. 
Bis zu dieser Strafhöhe ist sowohl eine Geldstrafe als auch eine Freiheitsstrafe 
möglich (Art. 34 Abs. 1 und Art. 40 Abs. 1 StGB i.V.m. Art. 44 aFINMAG und 
Art. 2 VStrR). Das Prinzip der Verhältnismässigkeit gebietet, dass bei alternativ 
zur Verfügung stehenden und hinsichtlich des Schuldausgleichs äquivalenten 
Sanktionen im Regelfall jene gewählt werden soll, die weniger stark in die per-
sönliche Freiheit des Betroffenen eingreift bzw. die ihn am wenigsten hart trifft 
(BGE 134 IV 97 E. 4.2.2). So ist vorliegend für einen Ersttäter die mildere Strafart 
der Geldstrafe zu wählen. 
 
Ein Tagessatz beträgt in der Regel mindestens 30 und höchstens 3000 Franken. 
Ausnahmsweise, wenn die persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse des 
Täters dies gebieten, kann der Tagessatz bis auf 10 Franken gesenkt werden. 
Das Gericht bestimmt die Höhe des Tagessatzes nach den persönlichen und 
wirtschaftlichen Verhältnissen des Täters im Zeitpunkt des Urteils, namentlich 
nach Einkommen und Vermögen, Lebensaufwand, allfälligen Familien- und Un-
terstützungspflichten sowie nach dem Existenzminimum (Art. 34 Abs. 2 StGB). 
Das monatliche Nettoeinkommen des Beschuldigten betrug gemäss Steuererklä-
rung für das Jahr 2021 Fr. 15'182.50 (CAR pag. 4.401.015). Mangels anderer 
Angaben ist auf diesen aktuellsten Betrag abzustellen. Unterstützungspflichten 
bestehen keine. Bei einem Pauschalabzug von 20 Prozent für Krankenkasse und 
Steuern ergibt dies gemäss Berechnungsformular der Konferenz der Strafverfol-
gungsbehörden der Schweiz (KSBS) einen Tagessatz von Fr. 400.00. Das kon-
krete Strafmass beträgt somit 180 Tagessätze zu Fr. 400.00.  

  

- 37 - 

7.6 Bedingter Vollzug 

7.6.1 Das Gericht schiebt den Vollzug einer Geldstrafe in der Regel auf, wenn eine 
unbedingte Strafe nicht notwendig erscheint, um den Täter von der Begehung 
weiterer Verbrechen oder Vergehen abzuhalten (Art. 42 Abs. 1 StGB). Materiell 
ist demnach das Fehlen einer ungünstigen Prognose vorausgesetzt, womit pra-
xisgemäss auf das Fehlen von Anhaltspunkten für eine Wiederholungsgefahr ab-
gestellt wird (BGE 134 IV 60 E. 7.2).  

7.6.2 Die formellen und materiellen Voraussetzungen für einen Aufschub des Strafvoll-
zugs sind vorliegend erfüllt. Dem Beschuldigten kann keine schlechte Prognose 
gestellt werden. Die Geldstrafe wird somit bedingt ausgesprochen. Die Probezeit 
wird in Anwendung von Art. 44 Abs. 1 StGB auf das Minimum von zwei Jahren 
festgesetzt. 

7.7 Verbindungsbusse 

7.7.1 Eine bedingte Strafe kann mit einer unbedingten Geldstrafe oder mit einer Busse 
nach Art. 106 StGB verbunden werden (Art. 42 Abs. 4 StGB). Die sogenannte 
Verbindungsbusse soll gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung im Sinn ei-
nes Denkzettels dazu beitragen, das unter spezial- und generalpräventiven Ge-
sichtspunkten eher geringe Drohpotenzial der bedingten Geldstrafe zu erhöhen 
(BGE 134 IV 60 E. 7.3.1). So heisst es auch in der Botschaft des Bundesrates, 
dass die Bestimmung in erster Linie dazu dient, die Schnittstellenproblematik 
zwischen der Busse (für Übertretungen) und der bedingten Geldstrafe (für Ver-
gehen), insbesondere im Bereich des Strassenverkehrsrechts, zu entschärfen 
(Botschaft zur Änderung des Strafgesetzbuches in der Fassung vom 13. Dezem-
ber 2002 und des Militärstrafgesetzbuches in der Fassung vom 21. März 2003, 
BBl 2005 S. 4695, 4699 ff. und 4705 ff.). Eine vorsätzliche Widerhandlung nach 
Art. 44 Abs. 1 FINMAG wird mit GeId- oder Freiheitsstrafe geahndet, während 
eine fahrlässige begangene Widerhandlung nach Art. 44 Abs. 2 FINMAG mit 
Busse bestraft wird. lm ersten Fall kann der Vollzug aufgeschoben werden im 
zweiten nicht (vgl. Art. 42 Abs. i sowie Art. 105 Abs. 1 StGB). So Iiegt auch im 
Bereich des Finanzmarktstrafrechts eine Art Schnittstellenproblematik vor. Es 
handelt sich jedoch nicht um eine Massendelinquenz wie im Strassenverkehrs-
bereich, sodass sich eine automatisierte Verbindungsstrafe aufdrängt. Es scheint 
eine genauere Betrachtung im Einzelfall angezeigt. 

7.7.2 Aus spezialpräventiver Sicht erscheint der Beschuldigte vorliegend auch mit ei-
ner bedingten Strafe genügend bestraft. Ein zusätzlicher Denkzettel erscheint 
nicht notwendig, um ihm den Ernst der Lage vor Augen zu führen. Auch aus ge-

- 38 - 

neralpräventiver Sicht hat die strafrechtliche Verurteilung für sich und unabhän-
gig von der konkreten Strafe bereits eine hinreichende Wirkung. Die Berufungs-
kammer verzichtet im vorliegenden Fall auf das Aussprechen einer Verbindungs-
busse. 

8. Kosten und Entschädigung 

8.1 Nach Art. 97 VStrR bestimmen sich die Kosten im gerichtlichen Verfahren nach 
den Art. 417 bis 428 StPO. Die beschuldigte Person trägt Art. 426 Abs. 1 StPO 
zufolge die Verfahrenskosten, wenn sie verurteilt wird (Art. 426 Abs. 1 Satz 1 
StPO). Fällt die Rechtsmittelinstanz selber einen neuen Entscheid, so befindet 
sie darin auch über die von der Vorinstanz getroffene Kostenregelung (Art. 428 
Abs. 3 StPO). Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien ge-
mäss Art. 428 Abs. 1 Satz 1 StPO nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unter-
liegens.  

8.2 Die Verfahrenskosten setzen sich zusammen aus den Gebühren zur Deckung 
des Aufwands und den Auslagen im konkreten Straffall (Art. 422 Abs. 1 StPO). 
Nach Art. 424 Abs. 1 StPO regeln Bund und Kantone die Berechnung der Ver-
fahrenskosten und legen die Gebühren fest. Nach Art. 73 Abs. 3 des Bundesge-
setzes über die Organisation der Strafbehörden des Bundes (Strafbehördenor-
ganisationsgesetz, StBOG; SR 173.71) gilt ein Gebührenrahmen von Fr. 200.00 
bis Fr. 100'000.00 für jedes der folgenden Verfahren: Vorverfahren, erstinstanz-
liches Verfahren, Rechtsmittelverfahren (vgl. ferner Art. 6-7bis des Reglements 
des Bundesstrafgerichts vom 31. August 2010 über die Kosten, Gebühren und 
Entschädigungen in Bundesstrafverfahren [BStKR; SR 173.713.162]). 

8.3 Die Verfahrenskosten des erstinstanzlichen Verfahren von insgesamt 
Fr. 7'510.00 (Kosten Verwaltung Fr. 4'000.00 und Kosten Gericht Fr. 3’194.00) 
werden bestätigt. Aufgrund der Bestätigung des Schuldspruchs werden sie ge-
stützt auf Art. 426 Abs. 1 StPO vollumfänglich dem Beschuldigten auferlegt. 

8.4 Anlässlich der Berufungsverhandlung vom 1. Dezember 2022 reichte der Vertre-
ter des EFD die Kostenaufstellung für die Anklageerhebung ein (CAR pag. 
5.200.046). Das EFD machte darin für die Anklageerhebung vor der Berufungs-
kammer eine Gebühr von Fr. 1'000.00 (inkl. Reise- und Verpflegungskosten von 
Fr. 309.00) geltend. Die Berufungskammer hat bereits im Urteil CA.2019.27 vom 
22. September 2020 festgehalten, dass es an einer rechtlichen Grundlage für die 
Erhebung solcher Gebühren vor der Rechtsmittelinstanz beziehungsweise für 
deren Zuschlagung auf die Gerichtsgebühren fehlt (E. II.3.2; siehe auch Urteil 
der Berufungskammer CA.2021.27 vom 31. Oktober 2022 E. II.12.1.5). Der sei-

- 39 - 

tens des EFD zitierte Art. 6 Abs. 4 lit. c BStKR sieht eine Gebühr für die Ankla-
geerhebung vor. Die Anklage wird jedoch bei der Strafkammer erhoben und nicht 
nochmals vor der Berufungskammer. Eine Gebühr für die Anklagevertretung ist 
nicht vorgesehen. Angesichts der strengen Handhabung des Legalitätsprinzips 
im Bereich des Gebührenrechts (vgl. HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, Allgemeines 
Verwaltungsrecht, 8. Aufl. 2020, Rz. 2795) ist dem Begehren des EFD um De-
ckung der Kosten für die Anklageerhebung bzw. die Anklagevertretung vor der 
Rechtsmittelinstanz nicht stattzugeben.  

8.5 Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren wird auf Fr. 3'000.00 festgesetzt 
(Art. 73 Abs. 3 lit. c StBOG und Art. 7bis BStKR). Der Beschuldigte unterliegt mit 
seinem Antrag auf Freispruch vollumfänglich und erwirkt keinen für ihn günstige-
res Urteil. Der Anschlussberufung des EFD mit Antrag auf Ausfällung einer hö-
heren Strafe wird hingegen teilweise stattgegeben. In dieser Konstellation wird 
der Beschuldigte als vollumfänglich unterliegend betrachtet und hat sämtliche 
Verfahrenskosten zu tragen.  

8.6 Ein Anspruch des Beschuldigten auf Entschädigung nach Art. 429 Abs. 1 und 
Art. 436 Abs. 1 und 2 StPO besteht nicht. 

9. Weitere Verfügungen 

9.1 Für den Vollzug des vorliegenden Urteils ist gemäss Art. 90 Abs. 1 VStrR das 
EFD zuständig. 

9.2 Nach Art. 3 Ziff. 29 und Art. 4 der Verordnung vom 10. November 2004 über die 
Mitteilung kantonaler Strafentscheide (SR 312.3) ist das vorliegende Urteil ohne 
Verzug, das heisst ohne Abwarten der Rechtskraft, und in vollständiger Ausferti-
gung der FINMA mitzuteilen. 

  

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Die Berufungskammer erkennt: 

 Neues Urteil 

1. A. wird der vorsätzlichen Tätigkeit als Finanzintermediär ohne Bewilligung ge-
mäss Art. 44 Abs. 1 FINMAG i.V.m. Art. 14 GwG, begangen in der Zeit vom 28. 
Dezember 2017 bis am 12. Februar 2018, schuldig gesprochen. 

2. A. wird bestraft mit einer Geldstrafe von 180 Tagessätzen à Fr. 400.00, total aus-
machend Fr. 72'000.00. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die 
Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt. 

3. Die erstinstanzlichen Verfahrenskosten von Fr. 7'194.00 (Verwaltung 
Fr. 4'000.00, Gericht Fr. 3'194.00) werden A. zur Bezahlung auferlegt. 

4. Der Vollzug des vorliegenden Urteils erfolgt durch das eidgenössische Finanz-
departement. 

 Kosten i