# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 94a5e0d7-4eaf-504f-b5ef-4c3ede01062a
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-06-01
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 01.06.2021 S 2021 7
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2021-7_2021-06-01.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 21 7

3. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz von Salis

Richter Audétat, Racioppi

Aktuarin ad hoc Christen

URTEIL

vom 1. Juni 2021

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____,

vertreten durch Inclusion Handicap,

Beschwerdeführerin

gegen

Sozialversicherungsanstalt des Kantons Graubünden,

Beschwerdegegnerin

betreffend IV-Rente

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I. Sachverhalt:

1. A._____, geboren 1995, meldete sich am 10. April 2013 im Alter von knapp 

18 Jahren erstmals wegen psychischer Probleme bei der IV-Stelle des 

Kantons Graubünden zum Bezug von Leistungen an. Ihr behandelnder 

Psychiater hatte im November 2012 eine Schizophrenie diagnostiziert und 

es hatten zwei stationäre Behandlungen durch die P.________  stattge-

funden. Mit Verfügung vom 11. Dezember 2013 trat die IV-Stelle auf das 

Leistungsbegehren aufgrund fehlender Mitwirkung nicht ein. Dieser Ent-

scheid blieb unangefochten.

2. Am 5. August 2014 meldete sich A._____ erneut zum Bezug von IV-Leis-

tungen an. In der Folge fanden Eingliederungsmassnahmen statt. Von 

März 2015 bis Juli 2015 absolvierte A._____ ein Arbeitstraining bei der 

B._____ und am 1. August 2015 begann sie dort eine Lehre als Blumen-

bindemitarbeiterin. Diese Lehre brach sie nach dem ersten Jahr wegen 

einer Schwangerschaft ab, was den Abschluss der beruflichen Mass-

nahme zur Folge hatte. Am 3. Dezember 2016 kam ihre Tochter zur Welt. 

Vom 18. Dezember 2016 bis zum 27. Januar 2017 wurde sie zum dritten 

Mal stationär von den P.________ behandelt.

3. Im Frühjahr 2017 wurde die berufliche Massnahme wiederaufgenommen 

und am 10. November 2017 fand eine erste Haushaltabklärung statt. 

A._____ wurde von der IV-Stelle durch Berufsberatung sowie durch ein 

Bewerbungs- und Jobcoaching unterstützt und machte von November 

2017 bis Juli 2018 ein Arbeitstraining bei der G._____ GmbH. Am 1. Au-

gust 2018 konnte sie bei dieser Firma eine Ausbildung zur Detailhandels-

assistentin Fachrichtung Garten EBA beginnen. Nach rund neun Monaten 

wurde der Lehrvertrag am 6. Mai 2019 aufgelöst und mit Verfügung vom 

15. Juli 2019 wurde die berufliche Massnahme abgebrochen.

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4. Im Frühjahr 2017 heiratete A._____ den Vater ihrer Tochter in seinem Hei-

matland L._____, nachdem er im Herbst 2016 kurz vor der Geburt des 

gemeinsamen Kindes aus der Schweiz ausgewiesen worden war. Im 

Herbst 2018 konnte der Ehemann wieder in die Schweiz einreisen und die 

Familie bezog eine gemeinsame Wohnung.

5. Im Auftrag der IV-Stelle wurde A._____ vom Psychiater Dr. med. C._____ 

von den Kliniken D._____ untersucht. Mit Gutachten vom 12. Februar 

2020 diagnostizierte er eine Hebephrene Schizophrenie mit aktuell oligo-

symptomatischem Verlauf. Weitere Eingliederungsmassnahmen hielt er 

nicht für erfolgversprechend und die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen und 

in einer adaptierten einfachen Hilfstätigkeit schätzte er auf 50 %, verteilt 

auf 6.5 Stunden pro Arbeitstag. Das Gutachten umfasste ein neuropsy-

chologisches Teilgutachten, in welchem A._____ ein kognitives Leistungs-

potential im Bereich einer Lernbehinderung mit leichten neuropsychologi-

schen Funktionsdefiziten attestiert wurde.

6. Mit Vorbescheid vom 17. März 2020 sah die IV-Stelle eine Ablehnung des 

Rentenbegehrens vor. Auf Einwand von A._____ veranlasste sie eine 

zweite Haushaltabklärung. Diese fand am 20. August 2020 statt und ergab 

eine Einschränkung von 4.25 %. Mit Vorbescheid vom 16. September 

2020 sah die IV-Stelle erneut die Ablehnung des Rentenbegehrens vor. 

Am 26. Oktober 2020 erhob A._____ hiergegen Einwand.

7. Mit Verfügung vom 4. Dezember 2020 wies die IV-Stelle das Leistungsbe-

gehren ab. Der Invaliditätsgrad liege bei 27.6 %. Im Bereich Erwerb liege 

er bei 51 % (Valideneinkommen CHF 56'597.00, Invalideneinkommen 

CHF 27'808.00), im Bereich Haushalt bei 4.25 %. Bei einer Gewichtung 

von je 50 % ergebe sich für den Bereich Erwerb ein Teilinvaliditätsgrad 

von 25.5 %, für den Bereich Haushalt ein solcher von 2.1 %. Es sei davon 

auszugehen, dass A._____ im Gesundheitsfall zu 50 % erwerbstätig wäre. 

Bei der Abklärung durch den Gutachter Dr. med. C._____ habe sie gesagt, 

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sie könne sich keine höhere Erwerbstätigkeit als 50 % ausserhause vor-

stellen. Diese Aussage sei als "Aussage der ersten Stunde" glaubwürdiger 

als die spätere Aussage bei der Haushaltabklärung am 20. August 2020, 

wonach sie als Gesunde zu 80 % erwerbstätig wäre. Dies umso mehr, als 

sie nun seit November 2020 ein zweites Kind habe.

8. Gegen diese Verfügung erhob A._____ (nachfolgend: Beschwerdeführe-

rin) am 18. Januar 2021 Beschwerde an das Verwaltungsgericht des Kan-

tons Graubünden. Sie beantragte die Aufhebung der angefochtenen Ver-

fügung und die Zusprache einer Rente. In formeller Hinsicht beantragte 

sie die Durchführung eines zweiten Schriftenwechsels und die Gewährung 

der unentgeltlichen Prozessführung. Zur Begründung machte sie im We-

sentlichen geltend, sie wäre im Gesundheitsfall zu 80 % erwerbstätig und 

für das Valideneinkommen sei auf den Tabellenwert für Geburts- und 

Frühinvalide abzustellen, da sie aus gesundheitlichen Gründen keinen Be-

rufsabschluss habe erzielen können. Sie stellte auch die gutachterlich fest-

gestellte Arbeitsfähigkeit und damit das Invalideneinkommen in Frage.

9. Die IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) beantragte in ihrer Ver-

nehmlassung vom 9. Februar 2021 die Abweisung der Beschwerde. Die 

Beschwerdeführerin habe erst in Kenntnis der Folgen und nach Beratung 

durch die H.________ Graubünden angegeben, dass sie im Gesundheits-

fall zu 80 % erwerbstätig wäre. Da dränge sich der Verdacht auf, dass 

Überlegungen versicherungsrechtlicher Natur diesen Sinneswandel be-

wirkt hätten. Die Beschwerdegegnerin legte eine Checkliste der 

H.________ Graubünden zur Vorbereitung auf eine Haushaltabklärung 

bei, welche eine Empfehlung zur Angabe einer 80 bis 100%igen Erwerbs-

tätigkeit im Gesundheitsfall enthielt. Weiter machte die Beschwerdegeg-

nerin geltend, vorliegend würden die Umstände – Familie mit zwei kleinen 

Kindern – klar für eine reduzierte Erwerbstätigkeit sprechen. Dem Validen-

einkommen als Frühinvalide stimmte die Beschwerdegegnerin zu und be-

züglich Invalideneinkommen führte sie aus, es seien keine Anhaltspunkte 

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ersichtlich, welche das psychiatrische Gutachten erschüttern und damit 

die Arbeitsfähigkeit bzw. das Invalideneinkommen in Frage stellen wür-

den.

10. Mit Replik vom 24. März 2021 hielt die Beschwerdeführerin an ihren An-

trägen fest. Sie machte geltend, ihr Gesundheitsschaden sei nicht erst am 

23. Mai 2014 mit der dritten Hospitalisation eingetreten, sondern spätes-

tens mit dem ersten Klinikeintritt am 31. März 2012. Bei der gutachterlich 

attestierten Arbeitsfähigkeit sei zu berücksichtigen, dass sie ein höheres 

zeitliches Pensum einsetzen müsse, im Rahmen eines 50%igen zeitlichen 

Pensums könne sie nur eine Leistung von 31 % erbringen. Die Beschwer-

deführerin beanstandete sodann das Ergebnis der Haushaltabklärung. 

Gesamthaft ergebe sich im Haushalt eine Einschränkung von 20.5 %. Im 

Gesundheitsfall wäre sie gezwungen, ein mindestens 80%iges Arbeits-

pensum zu haben, da die Erwerbssituation des Ehemannes nicht stabil sei 

und sein Einkommen für die Familie nicht ausreiche. Das Valideneinkom-

men als Frühbehinderte sei auf Basis 2020 auf CHF 83'500.00 festzule-

gen. Auch das Invalideneinkommen sei zu korrigieren, ihr stünden nur 

noch Tätigkeiten am untersten Spektrum der Hilfstätigkeiten offen. Der 

LSE Wert sei um mindestens 15 % zu reduzieren, so dass das Invaliden-

einkommen bei maximal CHF 47'274.00 liege. So resultiere bei einem Er-

werbsanteil von 80 % ein rentenbegründender Invaliditätsgrad von 70 %, 

bei einem Erwerbsanteil von 50 % ein solcher von 51.5 %.

11. Die Beschwerdegegnerin hielt mit Duplik vom 6. April 2021 an ihren An-

trägen fest. Sie erwiderte, der Gesundheitsschaden habe erst mit dem Kli-

nikeintritt am 23. Mai 2014 eine relevante Auswirkung auf die Arbeitsfähig-

keit gehabt. Es sei nicht zu beanstanden, dass sie bei der Ermittlung des 

Invalideneinkommens von einer 50%igen Leistungsfähigkeit ausgegan-

gen sei. Zum Ergebnis der Haushaltabklärung gab sie an, die Abklärungs-

expertin habe nachvollziehbar festgehalten, dass die tatsächlich von den 

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Familienangehörigen geleisteten Hilfen nicht oder nur teilweise angerech-

net werden könnten. 

Auf die weiteren Ausführungen in der angefochtenen Verfügung und in 

den Rechtsschriften sowie auf die im Recht liegenden Beweismittel wird, 

soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.

II. Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-

cherung (IVG; SR 831.20) sind Verfügungen der kantonalen IV-Stellen di-

rekt vor dem Versicherungsgericht am Ort der IV-Stelle anfechtbar. Die im 

vorliegenden Fall angefochtene Verfügung der IV-Stelle des Kantons 

Graubünden (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) vom 4. Dezember 2020 

stellt demnach ein taugliches Anfechtungsobjekt für ein Verfahren vor dem 

Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden (nachfolgend: Verwaltungs-

gericht) dar. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts als Ver-

sicherungsgericht ergibt sich aus Art. 57 des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Ver-

bindung mit Art. 49 Abs. 2 lit. a des Gesetzes über die Verwaltungsrechts-

pflege (VRG; BR 370.100). Die Beschwerdeführerin ist als formelle und 

materielle Adressatin von der angefochtenen Verfügung berührt und hat 

ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung (Art. 59 

ATSG), weshalb sie zur Beschwerde legitimiert ist. Auf die zudem frist- 

und formgerecht eingereichte Beschwerde (Art. 60 und Art. 61 lit. b ATSG) 

ist somit einzutreten.

2. Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin den Rentenan-

spruch der Beschwerdeführerin zu Recht verneint hat. Uneinig sind sich 

die Parteien in der Frage des Zeitpunkts eines allfälligen Rentenbeginns 

(siehe nachfolgend Erwägung 3 ff.). Umstritten ist auch das Invalidenein-

kommen beziehungsweise die Gewichtung der Tätigkeitsbereiche Erwerb 

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und Haushalt (siehe unten Erwägungen 4 ff. und 6 ff.). Zu prüfen ist weiter 

die Arbeitsfähigkeit (siehe unten Erwägung 5), die Einschränkung im 

Tätigkeitsbereich Haushalt/Familie (siehe unten Erwägung 9 ff.) und das 

Valideneinkommen (siehe unten Erwägung 7 ff.). Einig sind sich die Par-

teien darin, dass das Gutachten von Dr. med. C._____, Facharzt für 

Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 12. Februar 2020 (IV-act. 175) 

eine taugliche Grundlage für die Festlegung der Arbeitsfähigkeit und der 

leidensangepassten Tätigkeiten darstellt. Für die Beantwortung der strei-

tigen Fragen ist der Sachverhalt zu berücksichtigen, der sich bis zum Er-

lass der angefochtenen Verfügung am 4. Dezember 2020 verwirklicht hat 

und anwendbar sind in zeitlicher Hinsicht diejenigen materiellen 

Rechtssätze, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbe-

standes Geltung haben (BGE 143 V 409 E.2.1 und 132 V 215 E.3.1.1; 

Urteile des Bundesgerichts 8C_43/2021 vom 27. April 2021 E.2.1 und 

9C_663/2018 vom 12. Februar 2019 E.4). Massgeblich ist der im Sozial-

versicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein-

lichkeit (BGE 144 V 427 E.3.2).

3. Geklärt wird zuerst die Frage des Beginns eines allfälligen Rentenan-

spruchs. Die Beschwerdegegnerin ist der Ansicht, ein Anspruch könne 

frühestens ein Jahr nach dem Beginn der stationären Behandlung durch 

die P.________  am 23. Mai 2014 entstanden sein. Die Beschwerdefüh-

rerin hält dafür, dass spätestens mit dem ersten Klinikeintritt am 31. März 

2012 von einem relevanten Krankheitsgeschehen auszugehen sei.

3.1. Gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG hat eine Versicherte erst Anspruch auf 

eine Rente, nachdem sie während eines Jahres ohne wesentlichen Unter-

bruch durchschnittlich mindestens 40 Prozent arbeitsunfähig gewesen ist. 

Ein wesentlicher Unterbruch der Arbeitsunfähigkeit liegt vor, wenn die ver-

sicherte Person an mindestens 30 aufeinanderfolgenden Tagen voll ar-

beitsfähig war (Art. 29ter der Verordnung über die Invalidenversicherung 

[IVV; SR 831.201]). Als Arbeitsunfähigkeit gilt dabei die durch eine Beein-

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trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit be-

dingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufga-

benbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Art. 6 ATSG). 

3.2. Hätte das Wartejahr, wie die Beschwerdeführerin geltend macht, mit dem 

erstmaligen Klinikeintritt am 31. März 2012 begonnen, so wäre es unter-

brochen worden. Vom 1. August 2012 bis zum 21. November 2012 hatte 

die Beschwerdeführerin eine Lehrstelle als Detailhandelsfachfrau EFZ bei 

E._____ in einem vollen Arbeitspensum inne (IV-act. 2 S. 1 und 12). Sie 

war also fast vier Monate lang voll arbeitsfähig, mithin deutlich länger als 

die für einen Unterbruch erforderlichen 30 Tage. Der Sichtweise der Be-

schwerdeführerin kann deshalb nicht gefolgt werden. Aber auch die Sicht-

weise der Beschwerdegegnerin trifft nicht zu. Stattdessen fällt der Beginn 

des Wartejahres auf den 21. November 2012, aus den nachfolgend dar-

gelegten Gründen. 

3.3. Am 21. November 2012 begab sich die Beschwerdeführerin in die Be-

handlung von Dr. med. F._____, Facharzt für Psychiatrie und Psychothe-

rapie FMH, welcher eine paranoide Schizophrenie diagnostizierte (ICD-10 

F20.0) und eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bis auf Weiteres attestierte 

(IV-act. 13 S. 2 ff.). In der Folge wurde die Beschwerdeführerin vom 18. 

Januar 2013 bis zum 25. Januar 2013 stationär durch die P.________ be-

handelt (IV-act. 13 S. 8 ff.), danach besuchte sie die Tagesklinik. Ihr Zu-

stand besserte sich vorübergehend, so dass Dr. med. F._____ für die Zeit 

ab dem 22. April 2013 eine 75%ige Arbeitsunfähigkeit attestierte (IV-act. 

21 S. 3). Ab dem 9. Mai 2013 schätzte er die Arbeitsunfähigkeit wieder mit 

100 % bis auf Weiteres ein (IV-act. 20). Die Beschwerdeführerin brach ihre 

Lehre ab und war in der Folge nicht erwerbstätig und weder für ihre Eltern 

noch für die Beschwerdegegnerin erreichbar (IV-act. 22 und 25). Die 

psychiatrische Behandlung erfuhr Unterbrüche, da die Beschwerdeführe-

rin nach der Umschreibung ihres Psychiaters "teilweise vermisst" war (IV-

act. 37 S. 2). Dieser Zustand dauerte an, bis am 23. Mai 2014 eine weitere 

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Hospitalisation bei den P.________ nötig wurde. Ab dem 21. November 

2012 war die Beschwerdeführerin demnach ohne wesentlichen Unter-

bruch zu 100 oder 75 % arbeitsunfähig. Am 21. November 2013 war das 

Wartejahr deshalb erfüllt.

3.4. Der Beginn eines allfälligen Rentenanspruchs hängt indessen nicht nur 

vom Wartejahr ab, sondern steht auch in Zusammenhang mit dem Zeit-

punkt der Anmeldung bei der IV. Gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG entsteht der 

Rentenanspruch frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach der An-

meldung zum Bezug von Leistungen bei der zuständigen IV-Stelle. Die 

Rente wird vom Beginn des Monats an ausbezahlt, in dem der Rentenan-

spruch entsteht (Art. 29 Abs. 3 IVG). Vorliegend meldete sich die Be-

schwerdeführerin erstmals am 10. April 2013 zum Bezug von Leistungen 

der IV an (IV-act. 5). Diese Anmeldung ist vorliegend nicht relevant, da die 

Beschwerdegegnerin mit rechtskräftiger Verfügung vom 11. Dezember 

2013 mangels Mitwirkung nicht auf das Leistungsbegehren eintrat (IV-act. 

28). Abzustellen ist auf die zweite Anmeldung vom 5. August 2014 (IV-act. 

30). Die Beschwerdeführerin kann demnach unter Berücksichtigung der 

sechsmonatigen Frist frühestens ab dem 1. Februar 2015 Anspruch auf 

Auszahlung einer Rente haben.

3.5. Gemäss Art. 29 Abs. 2 IVG entsteht der Anspruch auf eine Rente nicht, 

solange die versicherte Person ein Taggeld nach Art. 22 IVG beanspru-

chen kann. Dies steht in Zusammenhang damit, dass in der IV der Grund-

satz "Eingliederung vor Rente" gilt. Die Eingliederungsmassnahmen ge-

hen den Renten grundsätzlich vor. Ein Rentenanspruch besteht in der Re-

gel so lange nicht, als von Eingliederungsmassnahmen eine rentenbeein-

flussende Änderung erwartet werden kann (Art. 28 Abs. 1 lit. a IVG, Kreis-

schreiben über die Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung 

[KSIH] Rz. 1045). Im vorliegenden Fall wurden der Beschwerdeführerin im 

Zeitraum von März 2015 bis Juli 2019 Eingliederungsmassnahmen und 

Taggelder gewährt. So erteilte die Beschwerdegegnerin zu Beginn Kos-

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tengutsprache für ein Arbeitstraining vom 16. März 2015 bis zum 31. Juli 

2015 (IV-act. 48) und sprach der Beschwerdeführerin für die Zeit des Ar-

beitstrainings Taggelder zu (IV-act. 51). Danach erfolgte die Kostengut-

sprache für die erstmalige berufliche Ausbildung als Blumenbindemitarbei-

terin bei der B._____ ab dem 1. August 2015 (IV-act. 60) mit entsprechen-

dem Taggeld (IV-act. 60, 61, 66). Als die Beschwerdeführerin die Ausbil-

dung nach dem ersten Lehrjahr wegen Schwangerschaft abbrach, wurde 

die berufliche Massnahme per 31. Juli 2016 beendet (IV-act. 82). Vier Mo-

nate nach der Geburt der Tochter gewährte die Beschwerdegegnerin Be-

rufsberatung (IV-act. 90) und erteilte Kostengutsprache für ein halbjähri-

ges Bewerbungscoaching ab dem 27. April 2017 (IV-act. 93). Diese 

Bemühungen führten zu einem Arbeitsversuch bei der G._____ GmbH 

vom 1. November 2017 bis zum 31. Juli 2018. Die Beschwerdegegnerin 

verfügte Kostengutsprache für den Arbeitsversuch (IV-act. 103, 117) und 

gewährte Taggelder (IV-act. 104, 109, 118). Anschliessend an den Ar-

beitsversuch konnte die Beschwerdeführerin bei der G._____ GmbH eine 

Lehre als Detailhandelsassistentin Fachrichtung Garten EBA ab dem 1. 

August 2018 absolvieren. Die Beschwerdegegnerin übernahm die Kosten 

für die erstmalige berufliche Ausbildung und ein Job Coaching (IV-act. 

128) und gewährte Taggelder (IV-act. 129, 136). Nachdem die Beschwer-

deführerin die Lehre am 6. Mai 2019 abgebrochen hatte, verfügte die Be-

schwerdegegnerin am 15. Juli 2019 den Abschluss der beruflichen Mass-

nahme (IV-act. 164). Bis zum 15. Juli 2019 konnte der Rentenanspruch 

der Beschwerdeführerin demnach infolge von Eingliederungsmassnah-

men und Taggeldleistungen nicht entstehen. Termin für einen allfälligen 

Rentenbeginn ist demnach der 1. Juli 2019.

4. Geprüft wird nun, ob die Beschwerdegegnerin das Invalideneinkommen 

korrekt bemessen hat, beziehungsweise ob bei der Anwendung der ge-

mischten Methode die Bereiche Erwerb und Haushalt richtig gewichtet 

wurden. Die rechtlichen Grundlagen dafür präsentieren sich wie folgt.

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4.1. Als Invalidität gilt die durch einen körperlichen, geistigen oder psychischen 

Gesundheitsschaden als Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder 

Unfall verursachte, voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde 

ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit oder Unmöglichkeit, sich im bis-

herigen Aufgabenbereich zu betätigen (Art. 4 IVG i.V.m. Art. 8 ATSG). 

Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG hat die versicherte Person bei einem Invali-

ditätsgrad von mindestens 40 % Anspruch auf eine Viertelsrente, ab 50 % 

auf eine halbe Rente, ab 60 % auf eine Dreiviertelsrente und ab 70 % auf 

eine ganze Rente. Bei erwerbstätigen Personen erfolgt die Bemessung 

der Invalidität aufgrund eines Einkommensvergleichs (Art. 28a Abs. 1 IVG 

i.V.m. Art. 16 ATSG). Dabei wird das Erwerbseinkommen, das die versi-

cherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der me-

dizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch 

eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitslage erzielen 

könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkom-

men, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Vali-

deneinkommen). Bei Nichterwerbstätigen wird darauf abgestellt, in wel-

chem Masse sie unfähig sind, sich im bisherigen Aufgabenbereich zu 

betätigen (Art. 28a Abs. 2 IVG). Diese Methode wird Betätigungsvergleich 

oder spezifische Methode genannt. Als Aufgabenbereich der im Haushalt 

tätigen Versicherten gilt dabei die übliche Tätigkeit im Haushalt sowie die 

Pflege und Betreuung von Angehörigen (Art. 27 IVV). Bei Teilerwerbstäti-

gen schliesslich kommt die gemischte Methode zur Anwendung, eine 

Kombination von Einkommens- und Betätigungsvergleich (Art. 28a Abs. 3 

IVG). 

4.2. Die Statusfrage, mithin die Frage, ob eine Versicherte bei der Invaliditäts-

bemessung als Erwerbstätige, Teilerwerbstätige oder als Nichterwerbs-

tätige einzustufen ist, ergibt sich aus der Annahme, was die Versicherte 

bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitli-

che Beeinträchtigung bestünde. Entscheidend ist nicht, welches Ausmass 

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der Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemu-

tet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch erwerbs-

tätig wäre. Dabei sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerbli-

chen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsauf-

gaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die 

Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen zu 

berücksichtigen (BGE 141 V 15 E.3.1, 133 V 504 E.3.3, 125 V 146 E.2c; 

Urteil des Bundesgerichts 8C_526/2020 vom 31. Oktober 2020 E.3.2). Die 

Beantwortung der Statusfrage erfordert zwangsläufig eine hypothetische 

Beurteilung, die auch hypothetische Willensentscheidungen der versicher-

ten Person zu berücksichtigen hat. Derlei ist einer direkten Beweisführung 

wesensgemäss nicht zugänglich und muss in aller Regel aus äusseren 

Indizien erschlossen werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_526/2020 

vom 31. Oktober 2020 E.3.3).

4.3. Im vorliegenden Fall sind sich die Parteien darin einig, dass das Invaliden-

einkommen nach der gemischten Methode zu bestimmen ist. Uneinig sind 

sie sich bei der Gewichtung der beiden Bereiche. Die Beschwerdegegne-

rin geht davon aus, dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall zu 

50 % erwerbstätig und zu 50 % im Haushalt tätig wäre. Die Beschwerde-

führerin ist hingegen der Meinung, es sei von einer 80%igen Erwerbstätig-

keit und von einer 20%igen Tätigkeit im Haushalt auszugehen.

4.3.1. Ausgangspunkt für die Beurteilung der Statusfrage sind die Lebensum-

stände der versicherten Person vor dem Auftreten der invalidisierenden 

Krankheit. Die Beschwerdeführerin wurde 1995 geboren, besuchte die Pri-

mar- und Realschule in I._____ und absolvierte ein 10. Schuljahr in 

J._____. Die Lehre als Detailhandelsfachfrau EFZ bei E._____ musste sie 

im Alter von 17 Jahren abbrechen, als im November 2012 die Schizophre-

nie erstmals auftrat. 

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4.3.2. Relevant für die Statusfrage sind auch die Lebensumstände vom Eintritt 

der Invalidität bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung am 4. Dezem-

ber 2020. In den Jahren 2013 und 2014 dominierte die Krankheit das Le-

ben der Beschwerdeführerin, sie wurde zweimal stationär durch die 

P.________ behandelt und besuchte die Tagesklinik in K._____. Nach-

dem sich ihr Zustand stabilisiert hatte, begann sie am 16. März 2015 im 

Rahmen einer Eingliederungsmassnahme ein Arbeitstraining bei der 

B._____. Am 1. August 2015 konnte sie am selben Ort eine Ausbildung 

zur Blumenbindemitarbeiterin beginnen. Diese Ausbildung brach sie nach 

einem Jahr am 31. Juli 2016 wegen einer Schwangerschaft ab. Im Dezem-

ber 2016 kam ihre Tochter zur Welt. Zum Stillen setzte sie eigenmächtig 

die im Zusammenhang mit der Schizophrenie verschriebenen Medika-

mente ab, was dazu führte, dass sie vom 18. Dezember 2016 bis zum 27. 

Januar 2017 zum vierten Mal stationär von den P.________ behandelt 

werden musste. Im Frühjahr 2017 heiratete die Beschwerdeführerin den 

Vater ihrer Tochter in seinem Heimatland L._____, nachdem er im Herbst 

2016 kurz vor der Geburt des gemeinsamen Kindes aus der Schweiz aus-

gewiesen worden war. Als ihre Tochter rund ein Jahr alt war, absolvierte 

die Beschwerdeführerin unterstützt von der IV und von ihren Eltern von 

November 2017 bis Juli 2018 einen Arbeitsversuch bei der G._____ 

GmbH und begann dort am 1. August 2018 die Ausbildung zur Detailhan-

delsassistentin Fachrichtung Garten EBA. Im Herbst 2018 konnte ihr Ehe-

mann in die Schweiz einreisen und die Familie bezog eine eigene Woh-

nung, nachdem die Beschwerdeführerin zuvor mit ihrer Tochter bei ihren 

Eltern gewohnt hatte. Am 6. Mai 2019 brach die Beschwerdeführerin ihre 

Ausbildung ab. Von September bis November 2019 arbeitete sie im Ver-

kauf für die M._____ AG (IV-act. 190 S. 14), in der Folge war sie nicht 

mehr berufstätig. Im November 2020 kam ihr zweites Kind zur Welt. 

4.3.3. Relevant für die Statusfrage sind auch die finanziellen Verhältnisse. Die 

Beschwerdeführerin ist verheiratet mit einem Mann, der aus dem L._____ 

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stammt. Aus den Akten geht nicht hervor, ob er über eine Ausbildung ver-

fügt. Fest steht, dass er in den rund zwei Jahren seit seiner Einreise in die 

Schweiz keine stabile und gut bezahlte Stelle gefunden hatte, sondern in 

verschiedenen Jobs als Hilfskraft tätig gewesen war. Im Gesuch um un-

entgeltliche Prozessführung gibt die Beschwerdeführerin für ihren Mann 

ein Erwerbseinkommen zwischen CHF 0.00 und CHF 4'000.00 an. Aus 

den eingereichten Unterlagen ist ersichtlich, dass der Ehemann im Jahr 

2019 nur ein Einkommen von CHF 2'095.00 erzielte (Veranlagungsverfü-

gung Direkte Bundessteuer 2019). Im Jahr 2020 verdiente er von Januar 

bis März bei der N._____ AG gemäss Lohnausweis CHF 7'260.00 netto. 

Von April bis Oktober 2020 war er bei der O._____ GmbH angestellt und 

verdiente dort gemäss Lohnausweis CHF 24'129.00 netto. Über ein nam-

haftes Vermögen verfügen die Beschwerdeführerin und ihr Mann nicht, 

wie sie in glaubhafter Weise im Gesuch um unentgeltliche Prozessführung 

angibt.

4.3.4. Von Bedeutung für die Statusfrage ist weiter die Aussage der betroffenen 

Person. Erklärt diese in glaubhafter Weise, wie sie sich ihr Leben ohne die 

gesundheitlichen Einschränkungen einrichten würde, ist von dieser Aus-

sage nicht ohne Weiteres abzuweichen. Widersprechen sich die Aussa-

gen, so wird in der Regel den sogenannten spontanen "Aussagen der ers-

ten Stunde" ein grösseres Gewicht beigemessen als den späteren, im Wis-

sen um die rechtlichen Konsequenzen getätigten Aussagen (BGE 143 V 

168 E.5.2.2, Urteil des Bundesgerichts 8C_395/2020 vom 28. September 

2020 E.3). Vorliegend gab die Beschwerdeführerin anlässlich der Haus-

haltabklärung vom 20. August 2020 an, ohne den Gesundheitsschaden 

wäre sie zu 80 % als Blumenbindemitarbeiterin tätig, weil dies aus finan-

ziellen Gründen notwendig wäre (IV-act. 191). Entgegen der Ansicht der 

Beschwerdegegnerin steht diese Aussagen nicht im Widerspruch zur Aus-

sage gegenüber dem Gutachter Dr. med. C._____ am 20. Dezember 

2019. Damals hatte die Beschwerdeführerin erklärt, die nächsten Jahre 

- 15 -

werde sie sich um die Erziehung ihrer Tochter kümmern. Sie sei froh, dass 

der Mann nun eine feste Arbeit habe (…). Gerne würde sie ein wenig ar-

beiten gehen, zum Beispiel 50 %, doch nur sofern während dieser Zeit gut 

für die Tochter gesorgt werde (IV-act. 175 S. 23 f.). Anders als die Aussage 

anlässlich der Haushaltabklärung beschreibt die Aussage bei der Begut-

achtung nicht die hypothetische Situation im Gesundheitsfall, sondern die 

Zukunftsvorstellung aus der Perspektive der tatsächlichen damaligen Si-

tuation. Die Formulierung im Gutachten lässt keinen Zweifel daran, dass 

die Beschwerdeführerin von der tatsächlichen Situation sprach. Die Aus-

sage findet sich im Kapitel "Aktuelle Beschwerden" und wird vom Gutach-

ter eingeleitet mit "an Zukunftsvorstellungen meinte die Explorandin". Ent-

sprechend gab die Beschwerdeführerin denn auch bei der Haushaltab-

klärung an, sie habe die Frage des Gutachters so verstanden, wieviel sie 

mit ihrer jetzigen gesundheitlichen Situation arbeiten würde, und nicht bei 

Gesundheit (IV-act. 193 S. 10). Die Beschwerdegegnerin hat deshalb zu 

Unrecht auf die Aussage über das 50%-Pensum bei der Begutachtung ab-

gestellt. Diese Aussage erlaubt keinen Schluss auf das Arbeitspensum im 

Gesundheitsfall. Anlässlich der ersten Haushaltabklärung am 10. Novem-

ber 2017 blieb die Frage der Erwerbstätigkeit im hypothetischen Gesund-

heitsfall ungeklärt. Im Bericht wurde damals festgehalten, es sei im Mo-

ment unklar, in welchem Mass die Beschwerdeführerin nebst der Betreu-

ung der Tochter bei Gesundheit arbeiten würde (IV-act. 108 S. 8). 

4.3.5. Die Beschwerdegegnerin wirft der Beschwerdeführerin in der Vernehmlas-

sung vor, die Angabe eines 80%-Pensums anlässlich der Haushaltab-

klärung entspreche nicht ihrer eigenen Anschauung, sondern sei die Folge 

davon, dass die H.________ Graubünden die Versicherten pauschal und 

unabhängig von ihrer persönlichen Situation auffordere, eine Arbeitstätig-

keit von mindestens 80 % anzugeben. Zum Beweis reichte die Beschwer-

degegnerin die "Checkliste/Vorbereitung auf eine Haushaltabklärung" der 

H.________ Graubünden ein, welche folgende Passage enthält:

- 16 -

"Formular Bestätigung der Erwerbstätigkeit bei Gesundheit: (…) Ich empfehle: 80 oder 

100% reinzuschreiben und eine Tätigkeit/Beruf, den sie sich vorstellen kann, wenn sie 

gesund wäre, das Kind könne sie einer Tagesmutter/Krippe geben, weil sie ja gut verdie-

nen würde (hypothetisch). Es gibt keine Beweise für diese Aussagen, weil sie rein hypo-

thetisch sind! (…) Die Aussage, wenn ich gesund bin würde ich bei den Kindern zuhause 

sein (freiwillig), kann die Gefährdung/Streichung der Rente bedeuten! Dies muss man 

sich bewusst sein!"

Die Beschwerdeführerin widerspricht diesem Vorwurf in ihrer Replik nicht, 

so dass davon ausgegangen werden kann, dass die Beschwerdeführerin 

von der H.________ tatsächlich in dieser unsachgemässen Weise beraten 

wurde. Der Aussage der Beschwerdeführerin anlässlich der Haushaltab-

klärung, sie wäre im Gesundheitsfall zu 80% erwerbstätig, ist deshalb kein 

Beweiswert beizumessen.

4.3.6. In welchem Umfang die Beschwerdeführerin im hypothetischen Gesund-

heitsfall erwerbstätig wäre, muss somit aus den gesamten Umständen ge-

folgert werden. Wäre die Beschwerdeführerin gesund, so hätte sie ihre 

Ausbildung als Detailhandelsfachfrau bei E._____ mit einem Eidgenössi-

schen Fähigkeitszeugnis abschliessen können. Sie hätte mit überwiegen-

der Wahrscheinlichkeit ein feste Stelle gefunden und in ihrem Beruf einen 

höheren Lohn erzielt als ihr Ehemann. Allem Anschein nach verfügt der 

Ehemann nicht über eine in der Schweiz verwertbare Berufsausbildung, 

arbeitete er bisher doch zu sehr tiefen Löhnen und nie in einer dauerhaften 

Vollzeitstelle. Wäre die Beschwerdeführerin gesund, so hätte es sich des-

halb aus finanziellen Gründen aufgedrängt, dass sie mit einem Pensum 

von mindestens 80 % in ihrem erlernten Beruf gearbeitet hätte und dass 

ihr Ehemann hauptsächlich die Betreuung der Kinder und den Haushalt 

übernommen hätte. Dass die Beschwerdeführerin sich im Gesundheitsfall 

auf dieses Familienmodell eingelassen hätte, darf angenommen werden. 

Dies insbesondere deshalb, weil die Beschwerdeführerin sogar unter der 

Beeinträchtigung durch ihre Krankheit einen Wiedereinstieg ins Erwerbs-

leben gesucht hat. Rund ein Jahr nach der Geburt ihrer Tochter begann 

- 17 -

sie einen Arbeitsversuch und absolvierte danach ein erstes Lehrjahr als 

Detailhandelsassistentin Fachrichtung Garten EBA. Weil ihr Mann damals 

noch in seinem Heimatland L._____ lebte und nicht in die Schweiz einrei-

sen konnte, übernahm die Mutter der Beschwerdeführerin die Betreuung 

ihrer Enkelin. Die Beschwerdeführerin begann den Arbeitsversuch in ei-

nem 50%-Pensum und steigerte sich auf ein 100%-Pensum. Während der 

Lehre von August 2018 bis Mai 2019 arbeitete sie in einem 80%-Pensum. 

Aus dem Verlaufsprotokoll der IV-Berufsberatung geht hervor, dass die 

Beschwerdeführerin sich in dieser Situation wohl fühlte und ihre Tochter 

während der Arbeitszeit ihrer Mutter zur Betreuung überlassen konnte (IV-

act. 125 S. 1). Die Beschwerdeführerin zeigte also trotz ihrer Krankheit 

und trotz ihrer Mutterschaft ein klares Interesse an einer Berufsausbildung 

und fühlte sich als berufstätige Mutter wohl. Daraus darf geschlossen wer-

den, dass sie im Gesundheitsfall umso mehr an einer Berufstätigkeit inter-

essiert gewesen wäre und ebenfalls kein Problem damit gehabt hätte, die 

Kinderbetreuung nicht immer selber übernehmen zu können. Dass im No-

vember 2020 eine zweite Tochter hinzukam, ändert daran entgegen der 

Ansicht der Beschwerdegegnerin nichts. 

4.3.7. Die Beschwerdegegnerin stützt sich auf die Angaben des Bundesamtes 

für Statistik zur Erwerbsquote nach Familiensituation (https://www.bfs.ad-

min.ch/bfs/de/home/statistiken/bevoelkerung/familien/erwerbs-haus-fami-

lienarbeit.html, zuletzt besucht am 1. Juni 2021). Danach kommt in der 

Schweiz bei Paarhaushalten mit Kindern das Modell mit vollzeiterwerbs-

tätigem Vater und teilzeiterwerbstätiger Mutter am häufigsten vor. Entge-

gen der Ansicht der Beschwerdegegnerin stützt die Statistik ihre Sicht-

weise nicht. Wie gezeigt, könnte die Beschwerdeführerin im Gesundheits-

fall einen höheren Lohn erzielen als ihr Ehemann, und ihr Einkommen 

wäre verlässlicher, da sie bessere Chancen auf eine langfristige Festan-

stellung hätte. Dass die Beschwerdeführerin und ihr Mann sogar im Krank-

heitsfall eine Arbeitstätigkeit der Beschwerdeführerin in einem hohen Pen-

- 18 -

sum in Betracht zogen, geht aus dem Bericht zur ersten Haushaltab-

klärung vom 10. November 2017 hervor. Dort wurde angegeben, mit der 

bevorstehenden Einreise des Ehemannes sei die Situation offen. Es sei 

unklar, wer nach der Einreise des Ehemannes arbeiten gehe (IV-act. 108 

S. 8). Die Konstellation bei der Beschwerdeführerin weicht somit ab von 

derjenigen der Mehrheit der Paare in der Schweiz, bei welchen der Vater 

aufgrund der nach wie vor bestehenden Lohnungleichheit zwischen Män-

nern und Frauen einen höheren Lohn erzielen kann als die Mutter. 

4.3.8. Die Beschwerdegegnerin geht zu Unrecht davon aus, dass sich die Be-

schwerdeführerin nach dem Abbruch der Lehre beim G._____ am 6. Mai 

2019 nicht mehr ernsthaft um eine Arbeitstätigkeit bemüht habe. Vielmehr 

arrangierte die Beschwerdeführerin selbständig eine Anstellung bei der 

M._____ AG ab dem 24. September 2019 (IV-act. 190 S. 14). Gegenüber 

dem Gutachter Dr. med. C._____ erwähnte sie zudem eine Tätigkeit als 

Security-Mitarbeiterin auf einer Baustelle (IV-act. 175 S. 38). Diese beiden 

Arbeitsversuche sind zwar allem Anschein nach gescheitert, sie bekräfti-

gen aber die Annahme, dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall 

mit einem hohen Pensum erwerbstätig wäre.

4.3.9. Somit kann festgehalten werden, dass die Beschwerdegegnerin die Berei-

che Erwerb und Haushalt zu Unrecht mit je 50 % gewichtet hat. Angesichts 

der gesamten Umstände ist davon auszugehen, dass die Beschwerdefüh-

rerin im Gesundheitsfall zu 80 % erwerbstätig gewesen wäre, so dass sich 

für den Bereich Erwerb eine Gewichtung von 80 % ergibt, für den Bereich 

Haushalt eine solche von 20 %.

5. Als Invalideneinkommen definiert Art. 16 ATSG das Erwerbseinkommen, 

das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durch-

führung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungs-

massnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Ar-

beitsmarktlage erzielen könnte. Für die Bemessung des Invalideneinkom-

- 19 -

mens ist die Frage entscheidend, welche Arbeitsleistungen der versicher-

ten Person in welchem Umfang noch zugemutet werden können, bezie-

hungsweise wie gross die Arbeitsfähigkeit in einer optimal angepassten 

Tätigkeit ist. Zur Einschätzung der Arbeitsfähigkeit sind Verwaltung und 

Gerichte auf Angaben ärztlicher Experten angewiesen. Aufgabe des Arz-

tes beziehungsweise des Psychiaters ist es, den Gesundheitszustand der 

versicherten Person zu beurteilen und Stellung zu nehmen, in welchem 

Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten diese arbeitsunfähig ist (BGE 

125 V 261 E.4). Bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit können sich die 

IV-Stellen und die Sozialversicherungsgerichte auf den Regionalen Ärztli-

chen Dienst (RAD, Art. 59 Abs. 2bis IVG), auf die Berichte der behandeln-

den Ärztinnen und Ärzte oder auf externe medizinische Sachverständige 

stützen (Art. 59 Abs. 3 IVG). Arztberichte unterliegen wie sämtliche Be-

weismittel in sozialversicherungsrechtlichen Verfahren der freien Beweis-

würdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Der Beweiswert der ärztlichen Stellung-

nahmen hängt deshalb nach der Rechtsprechung davon ab, ob sie für die 

streitigen Belange umfassend sind, auf allseitigen Untersuchungen beru-

hen, die geklagten Beschwerden berücksichtigen, in Kenntnis der Vorak-

ten (Anamnese) abgegeben wurden, in der Beurteilung der medizinischen 

Zusammenhänge und der medizinischen Situation einleuchten und in den 

daraus gezogenen Schlussfolgerungen zu überzeugen vermögen (BGE 

134 V 231 E.5.1, 125 V 351 E.3a). Richtlinien für die Beweiswürdigung in 

Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten sind 

indessen mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung vereinbar. So ist 

rechtsprechungsgemäss den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens ein-

geholten Gutachten von versicherungsexternen Spezialärzten, welche auf 

Grund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Ein-

sicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu 

schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Be-

weiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen ihre Zu-

verlässigkeit sprechen (BGE 137 V 210 E.1.3.4, 125 V 353 E.3b/bb). Im 

- 20 -

vorliegenden Fall stützte sich die Beschwerdegegnerin auf Empfehlung 

des RAD vollumfänglich auf das Gutachten von Dr. med. C._____ vom 12. 

Februar 2020 (Case Report, IV-act. 206 S. 13). Dies ist nicht zu beanstan-

den. Dem Gutachten von Dr. med. C._____ ist vor dem Hintergrund der 

dargelegten Beweiswürdigungsregeln volle Beweiskraft beizumessen. Die 

Beschwerdeführerin bringt denn auch nichts vor, was gegen dieses Gut-

achten sprechen würde. Zwar hatte sie in der Beschwerdeschrift ohne 

Kenntnis der Akten die von Dr. med. C._____ festgelegte Arbeitsfähigkeit 

noch pauschal kritisiert, in der Replik verzichtete sie aber auf Kritik und 

stellte selber ohne Vorbehalte auf das Gutachten ab.

6. Geprüft wird nun, ob die Beschwerdegegnerin die von Dr. med. C._____ 

festgestellte Arbeitsfähigkeit bei der Ermittlung des Invalideneinkommens 

in korrekter Weise umgesetzt und das Invalideneinkommen korrekt ermit-

telt hat.

6.1. Gemäss Dr. med. C._____ liegt die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdefüh-

rerin bei 50 % in einer sehr einfachen, vorwiegend repetitiven Tätigkeit 

unter Anleitung, zu realisieren über einen Zeitraum von 6.5 Stunden pro 

Arbeitstag (IV-act. 175 S. 37). Zum Zeitpunkt des Beginns äusserte sich 

Dr. med. C._____ in seinem Gutachten vom 12. Februar 2020 nicht. Der 

RAD gab indessen an, die von Dr. med. C._____ festgestellte Arbeitsun-

fähigkeit bestehe "seit Jahren" (IV-act. 206 S. 13). Für die vorliegend rele-

vante Zeit seit dem möglichen Beginn des Rentenanspruchs am 1. Juli 

2019 kann somit auf die von Dr. med. C._____ festgelegte Arbeitsfähigkeit 

abgestellt werden. Für die Zukunft gab Dr. med. C._____ an, es bleibe 

abzuwarten, ob die Beschwerdeführerin diese 50%ige Leistungsvorgabe 

auch langfristig zu erfüllen vermöge (IV-act. 175 S. 36). Bei dieser Ein-

schätzung schwingt eine gewisse Unsicherheit mit, diese liegt aber im 

Rahmen des Üblichen bei prognostischen Einschätzungen. Es kann des-

halb auch für die Zeit nach der Erstellung des Gutachtens am 12. Februar 

- 21 -

2020 bis auf Weiteres auf die Einschätzung von Dr. med. C._____ abge-

stellt werden.

6.2. Die Beschwerdeführerin macht geltend, die Beschwerdegegnerin habe 

nicht berücksichtigt, dass sie ein höheres zeitliches Pensum einsetzen 

müsse, um einen gewissen Prozentsatz an Leistung zu erreichen. Im Rah-

men eines zeitlichen Pensums von 50 % könne sie nur eine Leistung von 

31 % erbringen, so dass nur von einer Arbeitsfähigkeit von 31 % auszuge-

hen sei. Dem kann nicht gefolgt werden. Dr. med. C._____ beschreibt un-

missverständlich, dass er die Beschwerdeführerin für fähig erachtet, eine 

Leistung von 50 % zu erbringen, wenn ihr dafür ein erweiterter Zeitrahmen 

von 6.5 Stunden pro Arbeitstag zur Verfügung steht. Entgegen der Ansicht 

der Beschwerdeführerin reduziert sich ihre Arbeitsfähigkeit durch den er-

höhten Zeitbedarf nicht. Eine solche erhöhte Präsenz ist ihr nach der 

Rechtsprechung im Rahmen ihrer Schadenminderungspflicht zumutbar 

(Urteil des Bundesgerichts 8C_119/2007 vom 10. März 2008 E.5.2). Im 

Zusammenhang mit der Arbeitsfähigkeit ist die angefochtene Verfügung 

somit nicht zu beanstanden. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass 

die Beschwerdegegnerin den erhöhten Zeitbedarf zu Recht auch nicht im 

Rahmen eines allfälligen Leidensabzuges berücksichtigt hat. Nach der 

Rechtsprechung rechtfertigt der Umstand, dass eine versicherte Person 

krankheitsbedingt nicht die Leistung erbringen kann, welche eine Gesunde 

Person in der entsprechenden Präsenzzeit erbringen könnte, keinen Ab-

zug, der über die Berücksichtigung der eingeschränkten Leistungsfähig-

keit und damit des Rendements hinausgeht (Urteile des Bundesgerichts 

8C_705/2018 vom 16. Mai 2019 E.4.3 und 8C_793/2017 vom 8. Mai 2018 

E. 7.3). Der Beschwerdeführerin kann deshalb nicht darin gefolgt werden, 

dass ihr ein Leidensabzug von 15 % zu gewähren sei.

6.3. Die Beschwerdegegnerin hat für die Ermittlung des Invalideneinkommens 

der Beschwerdeführerin zu Recht auf die Lohnstrukturerhebung (LSE) des 

Bundesamtes für Statistik abgestellt, weil die Beschwerdeführerin ihre 

- 22 -

Restarbeitsfähigkeit seit dem Abbruch der beruflichen Massnahme im Juli 

2019 nicht über längere Zeit verwertete und kein Einkommen erzielte, auf 

welches abgestellt werden könnte. Zu beanstanden ist aber, dass die Be-

schwerdeführerin auf die LSE 2016 abstellte, obwohl zum Zeitpunkt des 

Erlasses der angefochtenen Verfügung am 4. Dezember 2020 bereits die 

LSE 2018 vorlag. Dies ist zu korrigieren. Gestützt auf die LSE 2018 er-

rechnet sich das Invalideneinkommen der Beschwerdeführerin wie folgt. 

Gemäss Tabelle TA1 im Anhang der LSE 2018 beläuft sich der durch-

schnittliche monatliche Bruttolohn für Frauen im privaten Sektor im Durch-

schnitt aller Wirtschaftszweige für Tätigkeiten im Kompetenzniveau 1, das 

heisst für einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art, auf 

CHF 4'371.00. Aufgerechnet auf die durchschnittliche Arbeitszeit von 41.7 

Wochenstunden und unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung 

(2018 0.5 %, 2019 0.9 %) ergibt sich für das Vergleichsjahr 2020 ein durch-

schnittlicher jährlicher Bruttolohn von CHF 55'449.20 (CHF 4'371.00 : 40 

x 41.7 x 1.005 x 1.009 x 12). Bei der für die Beschwerdeführerin festge-

stellten Arbeitsfähigkeit von 50 % ergibt sich somit ein Invalideneinkom-

men von CHF 27'724.60. Es besteht damit eine geringfügige Abweichung 

gegenüber dem von der Beschwerdegegnerin ermittelten Invalidenein-

kommen von CHF 27'808.00. 

7. Geprüft wird nun, ob die Beschwerdegegnerin das Valideneinkommen für 

das Vergleichsjahr 2020 zu Recht auf CHF 56'597.00 festgelegt hat. Die 

Beschwerdeführerin ist der Ansicht, das Valideneinkommen liege bei 

CHF 83'500.00.

7.1. Art. 26 IVV enthält eine Spezialregelung für die Bemessung des Validen-

einkommens bei Versicherten ohne Ausbildung. Art. 26 Abs. 1 IVV bezieht 

sich auf Versicherte, die wegen der Invalidität keine zureichenden berufli-

chen Kenntnisse erwerben konnten, und sieht als Valideneinkommen ei-

nen nach Alter abgestuften Prozentsatz des Medianwertes gemäss LSE 

vor. Art. 26 Abs. 2 IVV bezieht sich auf Versicherte, welche eine begon-

- 23 -

nene Ausbildung nicht abschliessen konnten. In diesem Fall entspricht das 

Valideneinkommen dem durchschnittlichen Einkommen eines Erwerbs-

tätigen im Beruf, für den die Ausbildung begonnen wurde.

7.2. Unbestritten ist, dass das Valideneinkommen nach den Regeln für Frühin-

valide festzulegen ist, weil die Beschwerdeführerin wegen ihrem psychi-

schen Leiden keinen Ausbildungsabschluss erlangen konnte. Dies geht 

denn auch aus dem Gutachten von Dr. med. C._____ hervor, wo ausge-

führt wird: "Wenn man vor allem das umfangreiche Aktendossier berück-

sichtigt (…), so hat der bisherige Verlauf gezeigt, dass auch wenn sich alle 

Beteiligten maximal bemühen bis auf weiteres eine Anlehre, geschweige 

denn eine Lehre ausser Reichweite der kognitiven und emotionalen Mög-

lichkeiten der Explorandin liegen" (IV-act. 175 S. 35).

7.3. Streitig ist, ob vorliegend auf Art. 26 Abs. 1 IVV oder auf Art. 26 Abs. 2 IVV 

abzustellen ist. Die Beschwerdeführerin verlangt ein Abstellen auf Art. 26 

Abs. 1 IVV und macht geltend, sie sei bereits mit einem psychischen Lei-

den mit Krankheitswert in die Berufsbildung eingestiegen. Dem kann nicht 

gefolgt werden. Wie bereits erwähnt begann die Beschwerdeführerin am 

1. August 2012 eine Lehre als Detailhandelsfachfrau EFZ bei E._____ in 

einem Vollpensum (IV-act. 12, vgl. oben Erwägung 3.2). Die invalidisie-

rende Schizophrenie trat erst während dieser Lehre im November 2012 

auf (IV-act. 13 S. 2 ff.). Zwar war die Beschwerdeführerin bereits vor Be-

ginn der Lehre vom 31. März 2012 bis zum 2. April 2012 bei den 

P.________ hospitalisiert gewesen. Dieser kurze stationäre Aufenthalt 

hatte aber nicht in Zusammenhang mit einer ernsthaften psychischen Er-

krankung gestanden, sondern war die Folge einer Eskalation aufgrund von 

Problemen in der Schule und mit den Eltern gewesen. Die damals 17-jäh-

rige Beschwerdeführerin war gegen den Willen ihrer Eltern eine Beziehung 

mit einem Mann mit Flüchtlingsstatus eingegangen und von der Schule 

verwiesen worden, weil sie gegen die Hausordnung verstossen hatte. Bei 

einem Besuch zu Hause war sie ausgerastet, hatte randaliert und ihre El-

- 24 -

tern verbal und tätlich angegriffen. Die Eltern hatten die Polizei alarmiert 

und in der Folge war es im Rahmen eines fürsorgerischen Freiheitsent-

zugs zur Einweisung ins Spital und im Anschluss in die psychiatrische Kli-

nik gekommen. Dort war eine Anpassungsstörung diagnostiziert worden 

und bereits nach drei Tagen war die Beschwerdeführerin in psychisch sta-

bilem Zustand und ohne Medikation entlassen worden (Bericht 

P.________, IV-act. 13 S. 2 f.). Die Beschwerdeführerin hatte somit ihre 

Lehre gesund angetreten und die invalidisierende psychische Krankheit 

war erst im Laufe der Ausbildung aufgetreten.

7.4. Die Beschwerdegegnerin hat demnach das Valideneinkommen zu Recht 

gestützt auf Art. 26 Abs. 2 IVV nach dem durchschnittlichen Einkommen 

einer Detailhandelsfachfrau bemessen. Sie hat sich dabei aber zu Unrecht 

auf die LSE 2016 gestützt. Wie bereits erwähnt ist vorliegend auf die LSE 

2018 abzustellen (vgl. vorne Erwägung 6.3). Ausgehend vom Wert für 

Frauen im Detailhandel auf dem Kompetenzniveau 2 der Tabelle TA1 der 

LSE 2018 ergibt sich somit ein Valideneinkommen von CHF 57'225.20 

(CHF 4'511.00 : 40 x 41.7 x 1.005 x 1.009 x 12).

8. Bei einem Invalideneinkommen von CHF 27'724.60 und einem Validen-

einkommen von CHF 57'225.20 ergibt sich eine Erwerbseinbusse von 

CHF 29'500.60, mithin einen Teilinvaliditätsgrad für den Erwerbsbereich 

von 51.5 %.

9. Zu überprüfen ist nun der Teilinvaliditätsgrad im Bereich Haushalt. Die Be-

schwerdegegnerin legte diesen gestützt auf den Bericht zur Haushaltab-

klärung vom 20. August 2020 auf 4.25 % fest (IV-act. 193 S. 9), nach der 

Ansicht der Beschwerdeführerin liegt er bei 20.5 %.

9.1. Bei der Einschätzung der Einschränkungen im Haushalt ist nach der 

Rechtsprechung die Schadenminderungspflicht zu berücksichtigen. Da-

nach ist auszugehen vom Grundsatz, dass einer Leistungsansprecherin 

- 25 -

im Rahmen der Schadenminderungspflicht Massnahmen zuzumuten sind, 

die ein vernünftiger Mensch in der gleichen Lage ergreifen würde, wenn 

er keinerlei Entschädigung zu erwarten hätte. Für die im Haushalt tätigen 

Versicherten bedeutet dies, dass sie Verhaltensweisen zu entwickeln ha-

ben, welche die Auswirkungen der Behinderung im hauswirtschaftlichen 

Bereich reduzieren und ihnen eine möglichst vollständige und unabhän-

gige Erledigung der Haushaltarbeiten ermöglichen. Kann die versicherte 

Person wegen ihrer Behinderung gewisse Haushaltarbeiten nur noch 

mühsam und mit viel höherem Zeitaufwand erledigen, so muss sie in erster 

Linie ihre Arbeit einteilen und in üblichem Umfang die Mithilfe von Famili-

enangehörigen in Anspruch nehmen. Ein invaliditätsbedingter Ausfall darf 

bei im Haushalt tätigen Personen nur insoweit angenommen werden, als 

die Aufgaben, welche nicht mehr erfüllt werden können, durch Drittperso-

nen gegen Entlöhnung oder durch Angehörige verrichtet werden, denen 

dadurch nachgewiesenermassen eine Erwerbseinbusse oder doch eine 

unverhältnismässige Belastung entsteht. Die im Rahmen der Invaliditäts-

bemessung bei einer Hausfrau zu berücksichtigende Mithilfe von Famili-

enangehörigen geht daher weiter als die ohne Gesundheitsschädigung 

üblicherweise zu erwartende Unterstützung. Geht es um die Mitarbeit von 

Familienangehörigen, ist danach zu fragen, wie sich eine vernünftige Fa-

miliengemeinschaft einrichten würde, wenn keine Versicherungsleistun-

gen zu erwarten wären. Die Tatsache, dass sich die in Art. 159 Abs. 2 und 

3 ZGB zwischen den Ehegatten und in Art. 272 ZGB zwischen Eltern und 

Kindern statuierten Beistandspflichten nicht unmittelbar durchsetzen las-

sen, sondern nur freiwillig erfüllt werden können, ändert an der Schaden-

minderungspflicht der im Haushalt beschäftigten Versicherten nichts. 

Denn wie auch im Erwerbsbereich darauf abzustellen ist, ob die verblei-

bende Erwerbsfähigkeit auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt 

grundsätzlich verwertbar ist, unabhängig davon, ob eine solche Anstellung 

rechtlich durchsetzbar ist, ist auch in Bezug auf den Haushaltbereich da-

von auszugehen, was in der sozialen Realität üblich und zumutbar ist, un-

- 26 -

abhängig davon, ob eine Mithilfe rechtlich durchsetzbar ist (zum Ganzen 

BGE 133 V 504 E.4.2 mit Hinweisen).

9.2. Nach der Rechtsprechung gelten für den Beweiswert einer Haushaltab-

klärung die rechtlichen Voraussetzungen für medizinische Gutachten ana-

log (BGE 128 V 93 E.4, vgl. oben Erwägung 5). Die Abklärung muss dem-

nach in der Beurteilung der Situation einleuchten und in den daraus gezo-

genen Schlussfolgerungen zu überzeugen vermögen. Zudem muss sie in 

Kenntnis der wesentlichen Vorakten erfolgen. Dabei ist insbesondere die 

ärztliche Einschätzung der Leistungsfähigkeit von der Abklärungsperson 

zu berücksichtigen (Urteil des Bundesgerichts 9C_90/2010 vom 22. April 

2010 E.4.1.1.2). Liegt eine psychische Erkrankung vor, so ist den ärztli-

chen Stellungnahmen mehr Gewicht einzuräumen, weil es der Ab-

klärungsperson regelmässig nur beschränkt möglich ist, das Ausmass des 

psychischen Leidens und der damit verbundenen Einschränkungen zu er-

kennen (Urteil des Bundesgerichts 9C_631/2009 vom 2. Dezember 2009 

E.5.1.2). Im vorliegenden Fall stand der Abklärungsperson mit dem Gut-

achten von Dr. med. C._____ vom 12. Februar 2020 eine aktuelle und 

überzeugende Einschätzung der Leistungsfähigkeit der Beschwerdefüh-

rerin zur Verfügung. Zwar kannte die Abklärungsperson das Gutachten 

von Dr. med. C._____ und erwähnte es entsprechend in ihrem Bericht (IV-

act. 193 S. 2). Wie nachstehend im Detail aufgezeigt wird, berücksichtigte 

die Abklärungsperson die von Dr. med. C._____ festgestellten Einschrän-

kungen bei der Beurteilung der Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin 

in einzelnen Bereichen aber nicht in genügendem Ausmass. 

9.3. Gemäss der ICD-10, dem allgemein anerkannten internationalen Klassifi-

kationssystem für Krankheiten und Gesundheitsprobleme (einsehbar auf 

www.icd-code.de), sind die schizophrenen Störungen im Allgemeinen 

durch grundlegende und charakteristische Störungen von Denken und 

Wahrnehmung sowie inadäquate oder verflachte Affekte gekennzeichnet. 

Die Bewusstseinsklarheit und intellektuellen Fähigkeiten sind in der Regel 

- 27 -

nicht beeinträchtigt, obwohl sich im Laufe der Zeit gewisse kognitive Defi-

zite entwickeln können (ICD-10 F20.-). Die Hebephrene Schizophrenie der 

Beschwerdeführerin ist eine Form der Schizophrenie, bei der die affektiven 

Veränderungen im Vordergrund stehen, Wahnvorstellungen und Halluzi-

nationen flüchtig und bruchstückhaft auftreten, das Verhalten verantwor-

tungslos und unvorhersehbar ist und Manierismen häufig sind. Die Stim-

mung ist flach und unangemessen. Das Denken ist desorganisiert, die 

Sprache zerfahren. Der Kranke neigt dazu, sich sozial zu isolieren. Wegen 

der schnellen Entwicklung der Minussymptomatik, besonders von Affekt-

verflachung und Antriebsverlust, ist die Prognose zumeist schlecht 

(F20.1). Dr. med. C._____ führte dazu aus, die Fähigkeiten der Beschwer-

deführerin seien bescheiden, was auch dem neuropsychologischen Leis-

tungsprofil zu entnehmen sei. Dass häufig ein Motivationsmangel gegeben 

gewesen oder zumindest vermutet worden sei, könne mit nachvollziehba-

rer Frustration erklärt werden, vor allem jedoch im Sinne des sogenannten 

minussymptomatischen Krankheitskomplexes einer Schizophrenie (IV-

act. 175 S. 35). Aus dem Abklärungsbericht Haushalt geht hervor, dass 

die krankheitsbedingte Antriebslosigkeit und Unorganisiertheit die Be-

schwerdeführerin in fast allen Tätigkeitsbereichen beeinträchtigt und dass 

sie viel Unterstützung von ihren Angehörigen braucht (vgl. IV-act. 193). 

Nachfolgend werden die einzelnen Tätigkeitsbereiche im Detail überprüft.

9.4. Den Bereich "Ernährung" hat die Abklärungsperson mit 20 % gewichtet 

und keine relevante Einschränkung festgestellt (IV-act. 193 S. 8). Dies ist 

nicht zu beanstanden. Die Beschwerdeführerin kocht die Mahlzeiten 

selbständig und räumt die Küche in der Regel selber auf. Einmal pro Wo-

che reinigt der Ehemann die Küche gründlich und ab und zu erledigt er 

den Abwasch. Diese Mithilfe ist im Rahmen der Schadenminderungspflicht 

zumutbar.

9.5. Den Bereich "Wohnungs- und Hauspflege, Haustierhaltung" gewichtete 

die Abklärungsperson bei einem vorgegebenen Rahmen von 0 bis 40 % 

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mit 30 % (IV-act. 193 S. 8). Diese Gewichtung erscheint unangemessen. 

Die Beschwerdeführerin und ihre Familie führen einen sehr einfachen 

Haushalt. Sie sind eine kleine Familie von damals drei, heute vier Perso-

nen, und wohnen in einer 4.5-Zimmer-Wohnung mit Balkon in einem Mehr-

familienhaus. Sie haben keinen Garten, keine Haustiere und bloss eine 

einzige Pflanze. Der Beschwerdeführerin kann darin gefolgt werden, dass 

in dieser Situation eine Gewichtung von 20 % angemessen ist. Die Ein-

schränkung im Bereich Wohnungspflege wurde im Abklärungsbericht auf 

10 % festgelegt (IV-act. 193 S. 8). Dies wird der Situation nicht gerecht. 

Allem Anschein nach wirkt sich die Krankheit der Beschwerdeführerin in 

diesem Bereich besonders stark aus. Es gelingt ihr nicht, die Arbeiten sel-

ber zu machen, sie beginnt jeweils ohne System mit einer Arbeit, kann sie 

aber nicht zu Ende führen. Deshalb übernimmt der Ehemann die Arbeiten 

weitgehend. Er reinigt die Böden ein bis zwei Mal pro Woche, reinigt Küche 

und Bad regelmässig gründlich, bezieht die Betten, reinigt die Fenster, 

pflegt die Pflanze und entsorgt den Abfall. Diese intensive Mithilfe des 

Ehemannes geht um 20 % über die im Rahmen der Schadenminderungs-

pflicht gebotene und zumutbare Mithilfe hinaus.

9.6. Im Bereich "Einkauf, weitere Besorgungen" wurde keine Einschränkung 

festgestellt (IV-act. 193 S. 8). Dies erscheint korrekt und wird von der Be-

schwerdeführerin auch nicht beanstandet. Auch die Gewichtung dieses 

Bereichs mit 10 % erscheint angemessen.

9.7. Der Bereich "Wäsche und Kleiderpflege" wurde mit 15 % gewichtet (IV-

act. 193 S. 9). Die Beschwerdeführerin verlangt eine Korrektur auf 10 %. 

Dem ist zu vor dem Hintergrund des vorgegebenen Rahmens von 0 bis 

20 % zu folgen, ist doch die Familie klein, die Arbeitssituation bequem 

(Waschmaschine und Tumbler in der Wohnung [IV-act. 193 S. 7]) und be-

stehen bezüglich der Garderobe keine besonderen Anforderungen. Eine 

Einschränkung wurde im Bereich "Wäsche und Kleiderpflege" nicht fest-

gelegt, dies erscheint korrekt.

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9.8. Der Bereich "Pflege und Betreuung von Kindern und/oder Angehörigen" 

wurde mit 25 % gewichtet (IV-act. 193 S. 9). Dies ist angesichts der geän-

derten Gewichtungen in den bereits genannten Bereichen auf 40 % zu 

korrigieren, was denn auch angemessen erscheint. Zum Zeitpunkt der 

Haushaltabklärung hatte die Beschwerdeführerin ein Kleinkind im Alter 

von gut dreieinhalb Jahren zu betreuen, zum Zeitpunkt des Erlasses der 

angefochtenen Verfügung war die ältere Tochter vier Jahre alt und das 

jüngere Kind gerade erst zur Welt gekommen. Der Beschwerdeführerin 

kann darin gefolgt werden, dass die Betreuung ihrer beiden kleinen Kinder 

absolut im Vordergrund steht und einen grossen Anteil ihrer gesamten 

Tätigkeit ausmacht. Die Einschränkung in diesem Bereich wurde auf 5 % 

festgelegt (IV-act. 193 S. 9). Dies ist, wie die Beschwerdeführerin zu Recht 

geltend macht, nach oben zu korrigieren. Zwar beschrieb die Beschwer-

deführerin bei der Haushaltabklärung, dass sie bei der Betreuung ihrer 

Tochter nie Blockaden oder Überforderung erlebe. In der Zeit, in welcher 

die Beschwerdeführerin die Betreuung selber übernimmt, besteht dem-

nach keine relevante Einschränkung. Auch dass der Ehemann bei der Be-

treuung der Kinder mitwirkt, dass er insbesondere an den Wochenenden 

die Beschwerdeführerin massgeblich entlastet, wurde zu Recht nicht als 

Einschränkung der Beschwerdeführerin gewertet. Zu berücksichtigen ist 

aber, dass neben dem Ehemann auch die Mutter der Beschwerdeführerin 

mithilft. Zum Zeitpunkt der Haushaltabklärung im August 2020 nahm sie 

ihre Enkelin zweimal pro Woche am Abend zu sich nach Hause und be-

treute sie über Nacht und am Folgetag (IV-act. 193 S. 9). Damit übernahm 

die Mutter unter der Woche zwei Fünftel der Betreuungsarbeit, während 

die Beschwerdeführerin selber drei Fünftel zu leisten vermochte. Die Mit-

hilfe der Mutter geht damit deutlich weiter, als dies im Rahmen der Scha-

denminderungspflicht geboten erscheint. Dies umso mehr, da seit Novem-

ber 2020 neben der rund vierjährigen Erstgeborenen auch noch das 

zweite Kind zu betreuen ist. Es erscheint deshalb angemessen, die Ein-

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schränkung der Beschwerdeführerin im Bereich Kinderbetreuung auf 20 % 

festzulegen.

9.9. Die Einschränkung der Beschwerdeführerin im Haushalt und bei der Kin-

derbetreuung errechnet sich somit wie folgt:

Gewichtung Einschränkung Behinderung

Ernährung 20 % 0 % 0 %

Wohnungspflege 20 % 20 % 4 %

Einkauf 10 % 0 % 0 %

Wäsche 10 % 0 % 0 %

Kinder 40 % 20 % 8 %

Total 12 %

10. Es sind nun alle Faktoren für die Festlegung des Invaliditätsgrades geklärt. 

Anzuwenden ist die gemischte Methode, wobei der Bereich Erwerb mit 

80 % zu gewichten ist, der Bereich Haushalt mit 20 %. Der Teil-Invaliditäts-

grad im Bereich Erwerb liegt bei 51.5 %, derjenige im Bereich Haushalt 

bei 12 %. Der Invaliditätsgrad errechnet sich somit wie folgt.

Gewichtung Einschränkung Behinderung

Erwerb 80 % 51.5 % 41.2 %

Haushalt 20 % 12% 2.4 %

Total 43.6 %

11. Bei einem Invaliditätsgrad von 43.6 % hat die Beschwerdeführerin gemäss 

Art. 28 Abs. 2 IVG Anspruch auf eine Viertelsrente. Diese Rente ist ihr für 

die Zeit ab dem 1. Juli 2019 auszurichten. Die angefochtene Verfügung ist 

somit rechtswidrig und aufzuheben.

12. Gemäss Art. 61 lit. fbis ATSG in Verbindung mit Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das 

Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Ver-

weigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 

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kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und un-

abhängig vom Streitwert im Rahmen von CHF 200.00 bis 1'000.00 festge-

legt. Vorliegend hat die unterliegende Beschwerdegegnerin Kosten von 

CHF 700.00 zu übernehmen.

13. Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Per-

son Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom Versiche-

rungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses be-

messen. Vorliegend macht die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin 

mit Abrechnung vom 14. April 2021 einen Zeitaufwand von 10 Stunden 

und Barauslagen von CHF 20.00 geltend. Dies erscheint angemessen. Ei-

nen konkreten Stundenansatz macht die Rechtsvertreterin nicht geltend. 

Anzuwenden ist ein reduzierter Ansatz von CHF 160.00. Dies entspre-

chend der Praxis des Verwaltungsgerichts, wonach Anwältinnen und An-

wälten, die innerhalb einer Hilfsorganisation tätig sind, nicht der volle An-

waltstarif entschädigt wird, weil ihre Arbeitssituation von derjenigen der 

selbständigen Anwälte abweicht und ihnen strukturbedingte Einsparungen 

möglich sind (PVG 2010 Nr. 31). Inklusive MWST ergibt sich somit eine 

aussergerichtliche Entschädigung von CHF 1'744.70.

14. Das Gesuch der Beschwerdeführerin um unentgeltliche Prozessführung 

und Rechtsverbeiständung ist bei diesem Ausgang des Verfahrens gegen-

standslos geworden.

III. Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen und die angefochtene Verfügung der 

IV-Stelle des Kantons Graubünden vom 4. Dezember 2020 wird aufgeho-

ben.

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2. A._____ wird mit Wirkung ab dem 1. Juli 2019 eine Viertelsrente der Inva-

lidenversicherung zugesprochen

3. Die Kosten von CHF 700.00 gehen zulasten der IV-Stelle des Kantons 

Graubünden.

4. Die IV-Stelle des Kantons Graubünden entschädigt A._____ ausserge-

richtlich mit CHF 1'744.70 (inkl. MWST). 

5. [Rechtsmittelbelehrung]

6. [Mitteilungen]

Die an das Bundesgericht erhobene Beschwerde wird mit Urteil vom 5. Mai 2022 

abgewiesen (8C_479/2021).