# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0167214d-9c3b-5e6c-9858-cce808a58f07
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-10-25
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 25.10.2023 E-566/2023
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-566-2023_2023-10-25.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
 
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-566/2023 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 5 .  O k t o b e r  2 0 2 3   

Besetzung 
 Richter Markus König (Vorsitz), 

Richterin Constance Leisinger,  

Richterin Esther Marti,    

Gerichtsschreiber Nicholas Swain. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Türkei,   

vertreten durch Rechtsanwältin Raffaella Massara, 

(…),  

Gesuchsteller,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Revision;  

Urteil des Bundesverwaltungsgerichts E-1415/2022  

vom 13. Dezember 2022 (N […]). 

 

 

 

E-566/2023 

Seite 2 

Sachverhalt: 

I. 

A.  

Der Gesuchsteller suchte am 28. Mai 2017 in der Schweiz um Asyl nach. 

Mit Verfügung vom 28. April 2020 stellte das SEM fest, er erfülle die Flücht-

lingseigenschaft nicht; es wies sein Asylgesuch ab und ordnete die Weg-

weisung aus der Schweiz sowie den Vollzug an. Die vom Gesuchsteller 

gegen diese Verfügung erhobene Beschwerde vom 4. Juni 2020 wurde 

vom Bundesverwaltungsgericht mit Urteil D-2892/2020 vom 10. August 

2020 vollumfänglich abgewiesen. 

B.  

Auf ein am 21. Dezember 2020 gestelltes Revisionsgesuch des Gesuch-

stellers (aufgrund neu entdeckter Beweismittel in Form von Strafermitt-

lungsakten aus der Türkei aus dem Jahr 2018) trat das Gericht mit Urteil 

D-6417/2020 vom 10. Februar 2021 mangels Leistung des Kostenvor-

schusses nicht ein.  

II. 

C.  

Mit einer als "qualifiziertes Wiedererwägungsgesuch" bezeichneten Ein-

gabe vom 13. März 2021 gelangte der Gesuchsteller wiederum an das 

SEM. Die Vorinstanz nahm diese Eingabe teils als Mehrfachgesuch, teils 

als Wiedererwägungsgesuch entgegen und wies diese Begehren mit Ver-

fügung vom 22. Februar 2022 ab. Auf die vom Gesuchsteller vorgebrach-

ten Revisionsgründe trat sie mangels funktioneller Zuständigkeit nicht ein. 

D.  

Eine gegen diese Verfügung erhobene Beschwerde vom 25. März 2022 

wurde vom Bundesverwaltungsgericht mit Urteil E-1415/2022 vom 13. De-

zember 2022 abgewiesen. 

  

E-566/2023 

Seite 3 

III. 

E.  

E.a Mit wiederum als "qualifiziertes Wiedererwägungsgesuch" bezeich- 

neter Eingabe an das SEM vom 24. Januar 2023 beantragte der Gesuch-

steller, die Verfügung vom 28. April 2020 sei aufzuheben und er sei als 

Flüchtling vorläufig aufzunehmen; eventualiter sei die Unzulässigkeit be-

ziehungswiese Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs festzustellen 

und er sei vorläufig aufzunehmen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht wurde 

beantragt, der Wegweisungsvollzug sei bis zum Abschluss des vorliegen-

den Verfahrens auszusetzen und die Migrationsbehörde sei anzuweisen, 

von jeglichen Vollzugsmassnahmen abzusehen. Ferner sei ihm die unent-

geltliche Prozessführung zu gewähren und von der Erhebung eines Kos-

tenvorschusses abzusehen. 

E.b In der Beilage wurden folgende Beweismittel eingereicht: 

‒ Schreiben des Rechtsanwalts B._______ vom (…) 2023 (inkl. Überset-

zung);   

‒ Zustellung Ermittlungsakten an Staatsanwaltschaft C._______ vom (…) 

2022 mit Forschungsbericht vom (…) 2022 (inkl. Übersetzung);   

‒ Protokoll der Staatsanwaltschaft vom (…) 2022 (inkl. Übersetzung); 

‒ Überweisungsschreiben der Gendarmerie an Oberstaatsanwaltschaft 

C._______ vom (…) 2022 (inkl. Übersetzung); 

‒ Entscheid über die Nichtzuständigkeit der Oberstaatsanwalt-

schaft C._______ vom (…) 2022 (inkl. Übersetzung);   

‒ Antrag auf Haftbefehl der Oberstaatsanwaltschaft D._______ an das 

Friedensrichteramt D._______ vom (…) 2023 (inkl. Übersetzung);   

‒ Haftbefehl des Friedensrichteramt D._______ vom (…) 2023 (inkl. 

Übersetzung);  

‒ DHL-Sendenachweis (inkl. Couverts im Original) für die Übermittlungen 

der Beweismittel aus der Türkei via Übersetzungsdienst (erhalten am 

20. Januar 2023);   

‒ Printscreen UYAP (Ulusal Yargi Agi Bilisim Sistemi; E-Justiz-Informati-

onssystem) vom (…) 2023.  

  

E-566/2023 

Seite 4 

F.  

Mit Eingabe vom 26. Januar 2023 wurden weitere Beweismittel eingereicht: 

‒ Vollmacht zugunsten des Rechtsanwalts B._______ vom 25. Oktober 

2021 inklusive Apostille; 

‒ vollständige Fassung des Open-Source-Untersuchungsberichts vom 

(…) 2022; 

‒ Protokoll der Einvernahme von E._______ (Onkel des Gesuchstellers) 

durch die Gendarmerie-Kommandantur der Provinz D._______ vom 

(…) 2022;  

‒ Untersuchungsbericht der Direktion der Terrorbekämpfungsabteilung 

der Provinz D._______ betreffend den Gesuchsteller vom (…) 2022;  

‒ Bericht der Abteilungsleitung zur Bekämpfung der Cyberkriminalität der 

Gendarmerie-Kommandantur der Provinz D._______ vom (…) 2022; 

‒ Protokoll einer Foto-Analyse der Abteilungsleitung zur Bekämpfung der 

Cyberkriminalität der Gendarmerie-Kommandantur der Provinz 

D._______ vom (…) 2022; 

‒ Dokumente betreffend Identitätsnachforschung vom (…) 2022 (respek-

tive undatiert). 

G.  

Mit Begleitschreiben vom 30. Januar 2023 beziehungsweise 1. Februar 

2023 überwies das SEM diese Eingaben zur Behandlung zuständigkeits-

halber an das Bundesverwaltungsgericht. 

H.  

Der Instruktionsrichter setzte mit Verfügung vom 1. Februar 2023 den Voll-

zug der Wegweisung per sofort einstweilen aus. 

I.  

Mit Zwischenverfügung vom 13. März 2023 stellte der Instruktionsrichter 

fest, die Eingabe vom 24. Januar 2023 werde, soweit vorbestandene Be-

weismittel betreffend, als Gesuch um Revision des Urteils des Bundesver-

waltungsgerichts E-1415/2022 vom 13. Dezember 2022 entgegengenom-

men und behandelt. Das Gesuch um Aussetzung des Vollzugs wurde gut-

geheissen und es wurde festgestellt, dass der Gesuchsteller den Ausgang 

des Verfahrens in der Schweiz abwarten dürfe. Das Gesuch um unentgelt-

liche Prozessführung wurde gutgeheissen und auf die Erhebung eines 

Kostenvorschusses wurde verzichtet.   

E-566/2023 

Seite 5 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet gemäss Art. 105 AsylG 

(SR 142.31) auf dem Gebiet des Asyls in der Regel endgültig über Be-

schwerden gegen Verfügungen des SEM (vgl. zur Ausnahme Art. 83 Bst. d 

Ziff. 1 BGG). Es ist ausserdem zuständig für die Revision von Urteilen, die 

es in seiner Funktion als Beschwerdeinstanz gefällt hat (vgl. BVGE 

2007/21 E. 2.1). 

1.2 Gemäss Art. 45 VGG gelten für die Revision von Urteilen des Bundes-

verwaltungsgerichts die Art. 121–128 BGG sinngemäss. Nach Art. 47 VGG 

findet auf Inhalt, Form und Ergänzung des Revisionsgesuches Art. 67 

Abs. 3 VwVG Anwendung. 

1.3 Das Revisionsgesuch ist ein ausserordentliches Rechtsmittel, das sich 

gegen einen rechtskräftigen Beschwerdeentscheid richtet. Wird das Ge-

such gutgeheissen, beseitigt dies die Rechtkraft des angefochtenen Ur-

teils, und die bereits entschiedene Streitsache ist neu zu beurteilen  

(vgl. MOSER et al., Prozessieren vor dem Bundesverwaltungsgericht, 

3. Aufl. 2022, S. 348 Rz. 5.36). 

1.4 Das Bundesverwaltungsgericht zieht auf Gesuch hin seine Urteile aus 

den in Art. 121–123 BGG aufgeführten Gründen in Revision (Art. 45 VGG). 

Nicht als Revisionsgründe gelten Gründe, welche die Partei, die um Revi-

sion nachsucht, bereits im ordentlichen Beschwerdeverfahren hätte gel-

tend machen können (sinngemäss Art. 125 BGG sowie Art. 46 VGG; vgl. 

auch BVGE 2021 VI/4 E. 6–9.1). 

2.  

2.1 Im Revisionsgesuch ist insbesondere der angerufene Revisionsgrund 

anzugeben und die Rechtzeitigkeit des Revisionsbegehrens im Sinne von 

Art. 124 BGG darzutun (vgl. Art. 47 VGG i.V.m. Art. 67 Abs. 3 VwVG). 

2.2 Vier der eingereichten Beweismittel – Schreiben von Rechtsanwalt  

B._______ vom (…) 2023, Antrag auf Haftbefehl der Oberstaatsanwalt-

schaft D._______ an das Friedenrichteramt D._______ vom (…) 2023, 

Haftbefehl des Friedenrichteramts D._______ vom (…) 2023, Printscreen 

UYAP vom (…) 2023 – datieren nach dem Urteil E-1415/2022 vom 13. De-

zember 2022. Es handelt sich bei diesen Dokumenten somit um nachträg-

lich entstandene Beweismittel, welche vorbestandene respektive nachträg-

lich entstandene Tatsachen belegen sollen. Diese Beweismittel sind daher 

im Rahmen eines qualifizierten Wiedererwägungsgesuchs durch die 

E-566/2023 

Seite 6 

Vorinstanz zu beurteilen und bilden nicht Gegenstand des vorliegenden 

Revisionsverfahrens (vgl. zum Ganzen BVGE 2013/22 insbes. E. 12). 

Diesbezüglich ist auf das Revisionsgesuch nicht einzutreten. Diese Be-

weismittel sind mit dem vorliegenden Urteil an die Vorinstanz rückzuüber-

weisen.  

2.3 Mit den zehn anderen Beweismitteln zeigt der Gesuchsteller den Revi-

sionsgrund im Sinne von Art. Art. 123 Abs. 2 Bst. a BGG auf: Schreiben der 

Gendarmerie C._______ an Oberstaatsanwaltschaft C._______ vom (…) 

2022, inklusive "Open-Source-Forschungsbericht" über Facebook-Aktivitä-

ten des Gesuchstellers vom (…) 2022; Protokoll der Staatsanwaltschaft 

vom (…) 2022; Überweisungsschreiben der Gendarmerie C._______ an 

die Oberstaatsanwaltschaft C._______ vom (…) 2022; Entscheid über die 

Nichtzuständigkeit der Oberstaatsanwaltschaft C._______ im Verfahren 

(…) vom (…) 2022; vollständige Fassung des Open-Source- 

Forschungsberichts der Abteilung zur Bekämpfung der Cyberkriminalität 

der Gendarmerie-Kommandantur der Provinz D._______; Dokument be-

treffend Identitätsabklärungen vom (…) 2022; Protokoll der Einvernahme 

von E._______ durch die Gendarmerie-Kommandantur der Provinz 

D._______ vom (…) 2022; Untersuchungsbericht der Direktion der Ter-

rorbekämpfungsabteilung der Provinz D._______ betreffend den Gesuch-

steller vom (…) 2022; Bericht (Protokoll) der Abteilungsleitung zur Bekämp-

fung der Cyberkriminalität der Gendarmerie-Kommandantur der Provinz 

D._______ vom (…) 2022; Protokoll Foto-Analyse der Abteilungsleitung 

zur Bekämpfung der Cyberkriminalität der Gendarmerie-Kommandantur 

der Provinz D._______ vom (…) 2022. 

2.4 In Bezug auf den (implizit angerufenen) Revisionsgrund des nachträg-

lichen Auffindens entscheidender Beweismittel (Art. 123 Abs. 2 Bst. a 

BGG) beträgt die Revisionsfrist 90 Tage nach deren Entdeckung, frühes-

tens jedoch nach der Eröffnung des Entscheids (vgl. Art. 124 Abs. 1 Bst. d 

BGG). Das Revisionsbegehren vom 24. Januar 2023 wurde innert 90 Ta-

gen nach Abschluss des Beschwerdeverfahrens E-1415/2022 eingereicht; 

somit ist auf das frist- und formgerecht eingereichte Revisionsgesuch inso-

weit einzutreten. 

3.  

3.1 Gemäss Art. 123 Abs. 2 Bst. a BGG kann die Revision eines Urteils 

verlangt werden, wenn die ersuchende Partei nachträglich erhebliche Tat-

sachen erfährt oder entscheidende Beweismittel auffindet, die sie im frühe-

ren Verfahren nicht beibringen konnte, dies unter Ausschluss der Tatsa-

chen und Beweismittel, die erst nach dem Entscheid entstanden sind. 

E-566/2023 

Seite 7 

3.2 Erhebliche Tatsachen beziehungsweise entscheidende Beweismittel 

bilden demnach nur einen Revisionsgrund, wenn sie vor dem in Revision 

zu ziehenden Entscheid entstanden sind, in früheren Verfahren aber nicht 

beigebracht werden konnten, weil sie der gesuchstellenden Person damals 

nicht bekannt waren beziehungsweise trotz hinreichender Sorgfalt nicht 

bekannt sein konnten oder ihr die Geltendmachung oder Beibringung aus 

entschuldbaren Gründen nicht möglich war (vgl. BGE 134 III 47 E. 2.1  

sowie Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurs-

kommission [EMARK] 1994 Nr. 27 E. 5a f. [zu Art. 66 Abs. 3 VwVG]). 

3.3 Die neuen Tatsachen oder Beweismittel müssen sodann erheblich, das 

heisst dazu geeignet sein, die tatbeständliche Grundlage des Entscheids 

zu ändern und bei zutreffender Würdigung zu einem anderen, für die ge-

suchstellende Person günstigeren Ergebnis zu führen. Neu entdeckte Tat-

sachen oder Beweismittel sind erheblich, wenn sie die Beweisgrundlage 

des früheren Urteils so erschüttern können, dass aufgrund des veränderten 

Sachverhalts für die betreffende Partei ein wesentlich günstigerer Ent-

scheid wahrscheinlich ist (vgl. MOSER, a.a.O., Rz. 5.51, m.H.a. BGE 

122 IV 67 E. 2a, 122 II 17 E. 3 und 120 IV 248 E. 2b; zudem SEILER et al., 

Bundesgesetz über das Bundesgericht, Handkommentar, 2. Aufl. 2015, 

Rz. 11 f. zu Art. 123). Nachträglich entstandene Beweismittel (welche vor-

bestehende Tatsachen belegen sollen) können, wie erwähnt, nicht im Rah-

men eines Revisionsgesuchs vom Bundesverwaltungsgericht berücksich-

tigt werden, sondern wären gegebenenfalls durch das SEM im Rahmen 

eines Wiedererwägungsverfahrens zu prüfen (vgl. vorstehende E. 2.2). 

3.4  

3.4.1 Der Gesuchsteller machte im vorangegangenen Beschwerdeverfah-

ren exilpolitische Aktivitäten geltend und brachte vor, es bestehe gemäss 

Abklärungen seines türkischen Rechtsanwalts ein Eintrag im UYAP. Diesen 

Vorbringen wurde vom Gericht die asylrechtliche Relevanz abgesprochen, 

unter anderem mit der Begründung, die eingereichten Beweismittel würden 

nicht auf laufende Ermittlungen gegen ihn hindeuten, und er habe keine 

näheren diesbezüglichen Angaben machen oder weiteren Akten vorweisen 

können, obwohl dies zu erwarten gewesen wäre (vgl. Urteil des BVGer  

E-1415/2022 vom 13. Dezember 2022 E. 6.3.2). Mit den Eingaben vom 

24. Januar 2023 und 30. Januar 2023 reichte der Gesuchsteller nunmehr 

Dokumente zum Beleg der gegen ihn durch die türkischen Behörden ein-

geleiteten Ermittlungen ein.  

E-566/2023 

Seite 8 

3.4.2 Den vor dem Beschwerdeurteil vom 13. Dezember 2022 entstande-

nen Polizeiakten lässt sich entnehmen, dass die Polizei- und Verwaltungs-

behörden in C._______ und D._______ gegen den Gesuchsteller wegen 

des Verdachts der Propaganda für eine terroristische Organisation mit dem 

Mittel sozialer Medien Ermittlungen eingeleitet und Abklärungen vorge-

nommen haben. In C._______ eröffnete zwar in der Folge die dortige 

Staatsanwaltschaft ein staats-anwaltliches Ermittlungsverfahren; mit Ver-

fügung vom (…) 2022 erklärte sich die Oberstaatsanwaltschaft C._______ 

aber als nicht zuständig und überwies die Ermittlungsakten zur allfälligen 

weiteren Behandlung an die Oberstaatsanwaltschaft D._______ (vgl. Ent-

scheid über die Nichtzuständigkeit vom 9. Dezember […]). 

3.4.3 Aus diesen Dokumenten ergibt sich keine wesentlich veränderte 

Sachlage hinsichtlich der Verfolgungssituation des Gesuchstellers. In dem 

vorliegenden Verfahrensstadium stand im Zeitpunkt der Ausfällung des Ur-

teils E-1415/2022 weder fest, ob ein förmliches Strafverfahren gegen ihn 

eröffnet würde, das zu einer Anklage und in der Folge einer strafrechtlichen 

Verurteilung führen könnte, noch was deren Inhalt (insbesondere Anklage-

punkte und gefordertes Strafmass) wäre. Demnach vermag der Gesuch-

steller mit diesen Beweismitteln nicht aufzuzeigen, dass ihm bei einer 

Rückkehr in die Heimat wegen diesen Umständen mit erheblicher Wahr-

scheinlichkeit und in absehbarer Zukunft eine flüchtlingsrechtlich relevante 

Verfolgung respektive eine menschenrechtswidrige Behandlung drohen 

würde. Der von der Friedenrichteramt D._______ am (…) 2023 ausge-

stellte Haftbefehl ist erst nach Abschluss des vorangegangenen Beschwer-

deverfahrens entstanden und kann daher im vorliegenden Revisionsver-

fahren nicht berücksichtigt werden. Die Frage einer sich aus diesem Doku-

ment (und den anderen nachträglich entstandenen Beweismitteln) allen-

falls ergebenden relevanten Gefährdung des Gesuchstellers wird vom 

SEM unter wiedererwägungsrechtlichen Gesichtspunkten zu prüfen sein.  

3.4.4 Auch in den übrigen Ausführungen in der Eingabe vom 24. Januar 

2023 sind keine Revisionsgründe zu erblicken. Namentlich wurden der 

schlechte Gesundheitszustand des Gesuchstellers und das Fehlen eines 

tragfähigen Beziehungsnetzes bereits im Rahmen des Beschwerdeverfah-

rens vorgebracht und im Beschwerdeurteil E-1415/2022 vom 13. Dezem-

ber 2022 im Rahmen der Prüfung der Zulässigkeit und Zumutbarkeit des 

Wegweisungsvollzugs ausdrücklich gewürdigt.  

E-566/2023 

Seite 9 

3.4.5 Dem Gesuchsteller gelingt es nach dem Gesagten im Rahmen des 

vorliegenden Revisionsverfahrens nicht, die revisionsrechtliche Erheblich-

keit der neuen Tatsachen und Beweismittel darzutun. 

3.4.6 Bei diesem Ergebnis kann die Frage offenbleiben, ob es dem Ge-

suchsteller bei Beachtung der gebotenen Sorgfalt möglich und zumutbar 

gewesen wäre, die im vorliegenden Verfahren zu würdigenden Dokumente 

früher beizubringen und im Verfahren E-1415/2022 vorzulegen, mithin ob 

die Revisionsvorbringen als revisionsrechtlich verspätet im Sinne von 

Art. 123 Abs. 2 Bst. a BGG und Art. 46 VGG zu erachten wären. 

4.  

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass keine revisionsrechtlich relevan-

ten Gründe dargetan sind. Das Gesuch um Revision des Urteils des Bun-

desverwaltungsgerichts vom 13. Dezember 2022 ist demzufolge abzuwei-

sen. 

5.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem Gesuchsteller 

aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Nachdem der Instruktionsrichter sein 

Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung gemäss 

Art. 65 Abs. 1 VwVG mit Instruktionsverfügung vom 13. März 2023 gut- 

geheissen hatte und den Akten keine Hinweise auf eine massgebende Ver-

änderung der finanziellen Verhältnisse zu entnehmen sind, ist jedoch auf 

eine Kostenauflage zu verzichten. 

 

 

(Dispositiv nächste Seite)  

E-566/2023 

Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Das Revisionsgesuch wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 

2.  

Die Akten werden (mit Bezug auf die nach dem Urteil E-1415/2022  

vom 13. Dezember 2022 entstandenen Beweismittel) im Sinne der Erwä-

gungen an das SEM rücküberwiesen. 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Gesuchsteller, das SEM und die kantonale Mig-

rationsbehörde. 

 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Markus König Nicholas Swain 

 

 

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