# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8c8f0b25-26c0-5390-b60e-a6d8b7b95be2
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-12-05
**Language:** de
**Title:** Zug Obergericht Strafabteilung 05.12.2022 S 2022 44
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Obergericht/ZG_OG_002_S-2022-44_2022-12-05.pdf

## Full Text

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Strafabteilung S 2022 44

Oberrichter Dr.iur. A. Sidler, Abteilungspräsident
Oberrichter lic.iur. St. Dalcher
Oberrichter Dr.iur. A. Staub
Gerichtsschreiber MLaw F. Eller

Urteil vom 5. Dezember 2022

Staatsanwaltschaft des Kantons Zug, An der Aa 4, Postfach, 6301 Zug, 
vertreten durch Staatsanwältin lic.iur. A.________, 
Anklägerin und Berufungsbeklagte,

und

B.________,
Privatkläger im Straf- und Zivilpunkt und Berufungsbeklagter,

gegen

C.________, geb. tt.mm.1997 in D.________, von E.________, 
(Adresse dem Gericht bekannt), 
erbeten verteidigt durch Rechtsanwalt MLaw F.________,
Beschuldigte und Berufungsklägerin,

betreffend

unbefugtes Aufnehmen von Gesprächen

(Berufung der Beschuldigten gegen das Urteil der Einzelrichterin am Strafgericht des Kantons Zug 
vom 1. September 2022; SE 2021 52)

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Sachverhalt und Überblick über das Verfahren

1. Die Staatsanwaltschaft des Kantons Zug (nachfolgend: Staatsanwaltschaft) wirft C.________ 
(nachfolgend: Beschuldigte) vor, sie habe an mehreren Daten zwischen Januar und Februar 
2018 private Gespräche zwischen ihr und B.________ (nachfolgend: Privatkläger) 
ohne dessen Einwilligung aufgenommen. Ein letztes Gespräch habe sie am 18. März 2018 
aufgezeichnet (SE GD 1 und 1/1).

2. Betreffend den Verlauf des Untersuchungsverfahrens und des erstinstanzlichen Gerichtsver-
fahrens wird auf den Überblick über das Verfahren im Urteil der Einzelrichterin am Strafge-
richt des Kantons Zug (nachfolgend: Vorinstanz) verwiesen (OG GD 1 S. 2). 

3. Am 18. Mai 2022 erschienen die Beschuldigte und ihr erbetener Verteidiger zur Hauptver-
handlung bei der Vorinstanz. Die Beschuldigte wurde dabei befragt. Nach den Parteivorträ-
gen erklärten sich die Parteien mit einer schriftlichen Urteilseröffnung einverstanden (SE GD 
17). Die Vorinstanz fällte das Urteil am 1. September 2022 (SE GD 18) und versandte das 
Dispositiv gleichentags (SE GD 19). Das Urteilsdispositiv wurde am 2. September 2022 von 
der Verteidigung für die Beschuldigte entgegengenommen (SE GD 19/1), wobei diese am 
11. September 2022 Berufung anmeldete (SE GD 20). Die weiteren Verfahrensparteien, de-
nen das Urteilsdispositiv zugestellt wurde, liessen sich innert Frist nach Art. 399 Abs. 1 StPO 
nicht vernehmen. 

4. Das von der Vorinstanz am 16. September 2022 versandte, schriftlich begründete, 29-seitige 
Urteil wurde der Staatanwaltschaft und der Verteidigung am 19. September 2022 zugestellt 
(SE GD 21/1). Dem Privatkläger konnte das Urteil am 21. September 2022 zugestellt werden 
(SE GD 21/2). Der Urteilsspruch lautete wie folgt: 

"1. Das Verfahren gegen die Beschuldigte C.________ wird hinsichtlich des Vorwurfs des unbefug-
ten Aufnehmens von Gesprächen gemäss Art. 179ter StGB in einem Fall zufolge fehlenden 
Strafantrags eingestellt (Aufzeichnung des Gespräches vom 27. Januar 2018).

2. Die Beschuldigte C.________ wird des mehrfachen unbefugten Aufnehmens von Gesprächen 
gemäss Art. 179ter StGB schuldig gesprochen.

3. Sie wird bestraft mit einer Geldstrafe von 25 Tagessätzen zu je CHF 30.00, unter Gewährung 
des bedingten Strafvollzugs bei einer Probezeit von zwei Jahren.

4. Die Verfahrenskosten betragen 

CHF 570.00 Untersuchungskosten
CHF 2'000.00Entscheidgebühr 
CHF 195.00 Auslagen
CHF 2'765.00Total

und werden der Beschuldigten auferlegt.

5. Die nicht bezifferte Zivilforderung des Privatklägers B.________ wird auf den Zivilweg verwie-
sen.

6. Die Beschuldigte wird verpflichtet, den Privatkläger B.________ für seine anwaltlichen Aufwen-
dungen im vorliegenden Verfahren mit CHF 212.50 zu entschädigen. Im darüberhinausgehen-
den Betrag wird sein Entschädigungsantrag abgewiesen.

7. Rechtsmittel Berufung […]"

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5. Mit Eingabe vom 10. Oktober 2022 reichte die Verteidigung der Beschuldigten bei der 
Strafabteilung des Obergerichts des Kantons Zug (nachfolgend: Gericht) die Berufungser-
klärung ein (OG GD 2). Die Beschuldigte stellte folgende Anträge:

"1. In Gutheissung der Berufung seien Dispositivziffer 2 und 3 des Urteils vom 01.09.2022 aufzuhe-
ben und die Beschuldigte sei von Schuld und Strafe vollumfänglich freizusprechen. 

2. In Gutheissung der Berufung seien [recte: sei] Dispositivziffer 4 des Urteils vom 01.09.2022 auf-
zuheben und die Verfahrenskosten seien auf die Staatskasse zu nehmen. Eventualiter seien die 
Verfahrenskosten dem Privatkläger aufzuerlegen. Subeventualiter seien die zivilprozessualen 
Verfahrenskosten im Umfang von CHF 200.00 auszuscheiden und dem Privatkläger aufzuerle-
gen. Subsubeventualiter seien die Verfahrenskosten gestützt auf Art. 425 StPO der Beschuldig-
ten zu erlassen. 

3. In Gutheissung der Berufung sei Dispositivziffer 6 des Urteils vom 01.09.2022 aufzuheben und 
dem Beschuldigten [recte: Privatkläger] sei keine Parteientschädigung zuzusprechen. 

4. Es sei der Rechtsanwalt der Beschuldigten, Rechtsanwalt F.________, für seine Bemühungen 
mit insgesamt CHF 4'941.71 (inkl. MWST) aus der Staatskasse entschädigt [recte: zu entschä-
digen]. Eventualiter habe der Privatkläger diese Entschädigung zu bezahlen.

Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen"

6. Die Verfahrensleitung übersandte mit Präsidialverfügung vom 11. Oktober 2022 dem Privat-
kläger und der Staatsanwaltschaft die Berufungserklärung der Beschuldigten und setzte ih-
nen Frist für die Erhebung der Anschlussberufung sowie betreffend Anträge auf Nichteintre-
ten auf die Berufung. Sodann wurden den Parteien Frist gesetzt, Beweisanträge beim Ge-
richt einzureichen (OG GD 3). Von der Staatsanwaltschaft und vom Privatkläger wurde we-
der Anschlussberufung erhoben, noch ein Nichteintreten auf die Berufung der Beschuldigten 
beantragt (OG GD 6). 

7. Das Gericht lud die Beschuldigte mit Vorladung vom 18. November 2022 zur Berufungsver-
handlung am 5. Dezember 2022 vor (OG GD 8). Mit Eingabe vom 28. November 2022 bean-
tragte der erbetene Verteidiger das schriftliche Verfahren (OG GD 9). Mit Schreiben vom 
28. November 2022 lehnte die Verfahrensleitung dieses Ansinnen ab (OG GD 10). 

8. Die Beschuldigte erschien am 5. Dezember 2022 ohne ihren erbetenen Verteidiger zur Beru-
fungsverhandlung. Die Staatsanwaltschaft und der Privatkläger, denen das Erscheinen an 
der Berufungsverhandlung freigestellt wurde, nahmen daran nicht teil. Die Beschuldigte wur-
de zur Person und zur Sache befragt. Der erbetene Verteidiger übermittelte sodann am 
5. Dezember 2022, 07:27 Uhr, eine schriftliche Berufungsbegründung, welche von der Be-
schuldigten als Plädoyer verlesen wurde (OG GD 12, 13 S. 10). Sie hielt dabei an ihren in 
der Berufungserklärung gestellten Anträgen fest und beantragte zusätzlich, dass ihrem 
Rechtsanwalt für das Verfahren vor Obergericht eine Entschädigung von CHF 800.00 zuzu-
sprechen sei. Die Beschuldigte erklärte im Anschluss an ihren Parteivortrag und ihr Schluss-
wort das Einverständnis zur schriftlichen Eröffnung des Urteils (OG GD 13 S. 10). 

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Erwägungen und Begründung des Urteils

I. Prozessuales und Formelles

1. Berufung 

1.1 Die Verteidigung hat fristgerecht zuerst am 11. September 2022 bei der Vorinstanz Berufung 
angemeldet und danach mit elektronischer Eingabe um 23:55 Uhr am letzten Tag des Fris-
tenlaufs (d.h. am Montag, 10. Oktober 2022) beim Gericht Berufung erklärt. Es wurden ferner 
keine Nichteintretensanträge seitens der Parteien gestellt, und Nichteintretensgründe sind 
auch nicht ersichtlich. Auf die Berufung ist mithin einzutreten. 

1.2 Im Berufungsverfahren gilt die Dispositionsmaxime. Der Berufungskläger muss in seiner Be-
rufungserklärung angeben, ob er das Urteil vollumfänglich oder nur in Teilen anficht (Art. 399 
Abs. 3 lit. a StPO). Ficht er nur Teile des Urteils an, hat er in der Berufungserklärung verbind-
lich anzugeben, auf welche Teile (Schuldpunkt, allenfalls bezogen auf einzelne Handlungen, 
Bemessung der Strafe, etc.) sich die Berufung beschränkt (Art. 399 Abs. 4 StPO). Das Beru-
fungsgericht überprüft das erstinstanzliche Urteil nur in den angefochtenen Punkten (Art. 404 
Abs. 1 StPO). Es kann zugunsten der beschuldigten Person auch nicht angefochtene Punkte 
überprüfen, um gesetzwidrige oder unbillige Entscheidungen zu verhindern (Art. 404 Abs. 2 
StPO). Soweit die Einschränkung der Berufung auf einzelne Punkte eindeutig und der 
Grundsatz der Untrennbarkeit oder inneren Einheit nicht verletzt ist, muss die Einschränkung 
durch das Berufungsgericht respektiert werden. Die nicht angefochtenen Urteilspunkte wer-
den – unter dem Vorbehalt von Art. 404 Abs. 2 StPO – rechtskräftig. Eine spätere Ausdeh-
nung der Berufung ist ausgeschlossen, nicht aber eine weitere Beschränkung (vgl. dazu um-
fassend Urteil des Bundesgerichts 6B_1403/2019 vom 10. Juni 2020 E. 1.3 m.H.).

1.3 Die Berufungserklärung der Verteidigung richtet sich gegen den Schuldspruch (Disp. Ziff. 2), 
gegen die Sanktion (Disp. Ziff. 3), gegen die Auferlegung der Kosten (Disp. Ziff. 4) sowie ge-
gen die Entschädigung des Privatklägers (Disp. Ziff. 6). Die Staatsanwaltschaft und der Pri-
vatkläger haben sodann weder Berufung noch Anschlussberufung erklärt. Die weiteren Dis-
positivziffern 1 und 5 wurden von den Parteien weder mittels Berufung noch mittels An-
schlussberufung angefochten, weswegen diese in Rechtskraft erwachsen sind. Dies ist im 
Urteil festzustellen. Es gilt das Verschlechterungsverbot gemäss Art. 391 Abs. 2 StPO betref-
fend die Sanktion der Vorinstanz. 

1.4 Gemäss Art. 82 Abs. 4 StPO kann das Gericht für die tatsächliche und die rechtliche Würdi-
gung des Anklagesachverhalts aus Gründen der Prozessökonomie auf die Begründung der 
Vorinstanz verweisen, wenn es dieser beipflichtet. Ein Verweis erscheint bei nicht streitigen 
Sachverhalten und abstrakten Rechtsausführungen sinnvoll, kommt hingegen bei strittigen 
Sachverhalten und Beweiswürdigungen sowie der rechtlichen Subsumtion des konkreten 
Falls nur dann in Frage, wenn den vorinstanzlichen Erwägungen (vollumfänglich) beigepflich-
tet wird (BGE 141 IV 244 E. 1.2.3). Falls das Gericht in diesem Sinne von der Verweisungs-
möglichkeit Gebrauch macht, wird Art. 82 Abs. 4 StPO jeweils nicht mehr separat aufgeführt.

1.5 Gemäss Art. 6 StPO klären die Strafbehörden von Amtes wegen alle für die Beurteilung der 
Tat und der beschuldigten Person bedeutsamen Tatsachen ab. Das Gericht erachtete es als 
notwendig, die Beschuldigte zur Person und zur Sache zu befragen, zumal die Vorinstanz ei-

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ne Notstandssituation aufgrund der Aussagen der Beschuldigten als nicht erstellt erachtete 
und folglich das entsprechende Sachverhaltsfundament zwischen den Parteien umstritten 
war. Ferner ist die Vorinstanz von einer prozessualen Unverwertbarkeit sämtlicher Einver-
nahmen der Beschuldigten ausgegangen, weswegen es als geboten erschien, die Beschul-
digte erneut zu befragen. Für ein schriftliches Verfahren, wie von der Verteidigung der Be-
schuldigten beantragt, bestand nach Art. 406 Abs. 2 lit. a StPO kein Anlass. Weitere Beweis-
anträge wurden von den Parteien im erstinstanzlichen Gerichtsverfahren und im Berufungs-
verfahren nicht gestellt und es bestand keine Notwendigkeit, weitere Beweisabnahmen von 
Amtes wegen anzuordnen. 

2. Strafantrag

2.1 Die Beschuldigte argumentiert, es würde kein gültiger Strafantrag vorliegen und mithin an ei-
ner Prozessvoraussetzung mangeln (SE GD 17/2 S. 6; OG GD 9; OG GD 12 S. 2 ff.). 

2.2 Betreffend die rechtlichen Grundlagen der Strafantragsstellung wird auf die Ausführungen 
der Vorinstanz verwiesen (OG GD 1 S. 4 ff., Ziff. 2.1, Ziff. 2.2.1). 

2.3 Die Vorinstanz hielt in tatsächlicher Hinsicht sinngemäss anhand mehrerer Indizien fest, dass 
Rechtsanwältin G.________ als amtliche Verteidigerin des damals Beschuldigten 
B.________ mündlich ermächtigt wurde, Strafantrag gegen die damalige Privatklägerin 
C.________ zu stellen. Dies reiche in rechtlicher Hinsicht für eine Strafantragsstellung aus. 
Die Beschuldigte wendete dagegen ein, dass diese Schlussfolgerung der Vorinstanz ange-
sichts der Beweislage willkürlich sei. 

2.4 Aus den Akten ergibt sich, dass der Privatkläger B.________ am 16. April 2019 erstmalig in 
einem anderen Strafverfahren als beschuldigte Person zu den Vorwürfen von C.________ 
betreffend Vergewaltigung, Nötigung, etc. durch die Polizei befragt wurde. Dabei anwesend 
war auch seine damalige Verteidigung, Rechtsanwältin G.________. In den Fragen 41-43 
der Einvernahme wurden B.________ zwecks Vorhalt unter anderem die drei Tonaufzeich-
nungen, welche die Beschuldigte der Polizei freiwillig als belastende Beweismittel eingereicht 
hatte, abgespielt (act. 2/2/1). Unter Bezugnahme auf diese Einvernahme vom 16. April 2019 
stellte Rechtsanwältin G.________ im Auftrag und im Namen ihres Klienten B.________ am 
15. Juli 2019 Strafantrag gegen C.________ (vgl. act. 1/4: "[…] stellen wir hiermit Strafantrag 
[…]"). Die Strafantragsstellung erfolgte zeitgleich mit einer telefonischen Konsultation mit 
B.________ am 15. Juli 2019 (SE GD 17/2/1), einen Tag vor dem Ablauf der gesetzlichen 
Strafantragsfrist. Das Schreiben vom 15. Juli 2019 mit dem Strafantrag gegen die Beschul-
digte wurde sodann in Kopie an B.________ zugestellt (vgl. OG GD 1 S. 5, Ziff. 2.2.2 
m.w.H.).  

2.5 Angesichts der Sachlage ist in tatsächlicher Hinsicht erstellt, dass die Verteidigerin 
G.________ am 15. Juli 2019 mündlich bevollmächtigt wurde, für B.________ zu handeln 
und Strafantrag in seinem Namen zu stellen. Die Strafantragsstellung nimmt durch die Kom-
bination der Passage "[…] stellen wir hiermit Strafantrag […]" mit dem Zusenden einer Orien-
tierungskopie an den Klienten implizit auf eine vorherige Besprechung Bezug, welche zudem 
auch in der Honorarnote der Verteidigung ausgewiesen wurde. Ferner steht der Strafantrag 

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vom 15. Juli 2019 in direktem Zusammenhang mit der Einvernahme vom 16. April 2019, an 
welcher B.________ (damals als Beschuldigter) und seine Verteidigerin G.________ teil-
nahmen. Aufgrund des genannten Zusammenhangs zwischen den Tonaufzeichnungen und 
den damaligen Vorwürfen von C.________ gegen B.________ war die Strafantragsstellung 
vom amtlichen Mandat sachlich und inhaltlich abgedeckt. Die Strafantragsstellung lag ferner 
auch im prozessualen Interesse von B.________, zumal dieser mit der Strafantragsstellung 
unterstrich, dass die Tonaufzeichnungen durch die Privatklägerin als Beweismittel durch eine 
Straftat erlangt wurden und gegen ihn beweisrechtlich nicht verwertet werden dürfen. Die 
Strafantragsstellung diente folglich der Verbesserung der Rechtsposition von B.________ in 
dem gegen ihn geführten Strafverfahren. Auch diese besondere Interessenlage indiziert, 
dass der Beschuldigte der Strafantragsstellung zustimmte. Zusammenfassend wurde der 
Strafantrag in Vertretung rechtsgenüglich gestellt und es sind keine Hinweise ersichtlich, 
dass die Strafantragsstellung durch Rechtsanwältin G.________ ohne eine entsprechende 
Willensäusserung des Privatklägers erfolgte. 

2.6 Entgegen der Verteidigung gibt es keine Anhaltspunkte, dass der Privatkläger oder seine 
Rechtsvertreterin bereits vor dem 16. April 2019 von den Tonaufzeichnungen wussten. So 
sind auf der Honoraraufstellung der amtlichen Verteidigerin G.________ vor dem 16. April 
2019 nur marginale Aufwendungen vermerkt worden, welche nicht im Zusammenhang mit 
einer Akteneinsicht stehen (SE GD 17/2/1). Eine Akteneinsicht vor der ersten Einvernahme 
der beschuldigten Person ist ferner gesetzlich nicht geboten (Art. 101 Abs. 1 StPO), allge-
mein aus Gründen der unverfälschten Wahrheitsfindung unüblich und insgesamt im vorlie-
genden Fall nicht plausibel.   

2.7 Eine schriftliche Vollmacht der Rechtsvertretung als Anhang zum eingereichten Strafantrag 
ist keine zusätzliche Bedingung für die Gültigkeit eines Strafantrags (Urteil des Bundesge-
richts 6B_139/2021 vom 9. Juni 2021 E. 3.2). Wesentlich ist vielmehr, dass der Strafantrag 
mit dem Willen des Antragsstellers eingereicht wurde. Aufgrund der Feststellungen des Ge-
richts war dies der Fall. Entgegen der Argumentation der Verteidigung ist somit für die Frage 
der Strafantragsstellung nicht relevant, dass die Staatsanwaltschaft von der Verteidigung ei-
ne Vollmacht einverlangte, indessen nicht vom Privatkläger. Der Strafantrag nimmt sodann 
ausreichend klar auf die im Berufungsverfahren relevanten Vorwürfe Bezug. Der Strafantrag 
des Privatklägers gegen die Beschuldigte im Zusammenhang mit "Abhören und Aufnehmen 
fremder Gespräche" (vgl. act. 1/4) wurde mithin durch die Rechtsvertreterin des Privatklägers 
für den Privatkläger innert Frist und gültig gestellt. 

2.8 Eine rechtsmissbräuchliche Antragsstellung durch den Privatkläger liegt ferner entgegen der 
Argumentation der Verteidigung nicht vor. Wie noch aufzuzeigen ist, brachte die Beschuldig-
te die Tonaufzeichnungen in das damals gegen den Privatkläger betreffend Vergewaltigung 
und weitere Delikte geführte Strafverfahren ein und wollte, dass diese von den Strafverfol-
gungsbehörden im Rahmen ihrer Vorwürfe gegen den Privatkläger gewürdigt werden. Der 
Privatkläger hatte mithin bereits von sich aus Anlass, einen Strafantrag betreffend die Ton-
aufzeichnungen einzureichen, um damit auszudrücken, dass die entsprechenden Beweismit-
tel durch eine strafbare Handlung einer Privatperson erlangt wurden und nur bedingt als Be-
weismittel gegen ihn verwendet werden dürfen. Bei dieser Ausgangslage hat die Strafan-
tragsstellung durch den Privatkläger nicht den Charakter einer schikanösen und rechtsmiss-
bräuchlichen Handlung. Dass der Privatkläger ferner die Tonaufzeichnungen aufgrund eige-

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ner rechtswidriger Handlungen provozierte und selbstverschuldet herbeiführte, ist nicht er-
stellt (vgl. E. II.3. Ziff. 3.6). 

3. Verwertbarkeit der erhobenen Beweismittel 

3.1 Die Verteidigung wendete ein, dass die Aussagen der Beschuldigten, welche sie im Verfah-
ren gegen den Privatkläger am 6. September 2018 und am 31. Oktober 2018 als Auskunfts-
person tätigte (vgl. act. 2/1/1 und 2/1/2), nicht verwertbar seien. Auch die sichergestellten 
Tonaufzeichnungen seien beweisrechtlich nicht verwertbar (SE GD 17/2 S. 4 f.; SE GD 17 
S. 2). 

3.2 Die Vorinstanz folgte diesen Ausführungen der Verteidigung betreffend die Unverwertbarkeit 
der Aussagen der Beschuldigten, welche sie als Auskunftsperson im Verfahren gegen 
B.________ abgab und verwendete diese nicht zum Nachteil der Beschuldigten. Die ent-
sprechenden Ausführungen der Vorinstanz sind dabei schlüssig und wurden von der Be-
schuldigten im Berufungsverfahren nicht in Frage gestellt, weswegen darauf verwiesen wer-
den kann (OG GD 1 S. 11 Ziff. 3.3.2). Nachfolgend sind mithin sämtliche Aussagen der Be-
schuldigten als Auskunftsperson im Verfahren gegen B.________ nicht beweisrechtlich zu ih-
ren Lasten verwertbar und werden in der Beweiswürdigung ausser Acht gelassen. 

3.3 Grundsätzlich verwertbar sind hingegen die Aussagen der Beschuldigten vor Schranken der 
Vorinstanz, soweit diese nicht direkt auf unverwertbare frühere Ergebnisse aus der Befra-
gung der Beschuldigten als Auskunftsperson zurückgreift und diese bspw. der Beschuldigten 
konkret vorhält (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_1080/2020 vom 10. Juni 2021 E. 5.5). 

3.3.1 Die Fragen der Vorinstanz an die Beschuldigte vor Schranken erfolgten vor dem Hintergrund 
der Kenntnis der Akten und des Anklagevorwurfs durch die Beschuldigte und nach einer kor-
rekten Rechtsbelehrung der Beschuldigten. Der Beschuldigten stand es offen, zu entschei-
den, ob sie die Aussagen verweigern will oder nicht. Insbesondere war der Beschuldigten, 
welche in ihrem Parteivortrag (über ihren Anwalt) rechtlich fundiert mit der Unverwertbarkeit 
ihrer früheren Aussagen als Auskunftsperson argumentierte (SE GD 17/2 S. 4), ausreichend 
bewusst, dass die Unverwertbarkeit dieser früheren Aussagen zur Diskussion stand. Eine 
"qualifizierte Belehrung" über die Rechtslage, d.h. mit der konkreten Aufklärung, welche Be-
weise verwertbar sind und welche nicht, ist dabei weder gesetzlich in Art. 158 Abs. 1 StPO 
vorgesehen, noch angesichts dieser Ausgangslage aus Fairnessgründen geboten. 

3.3.2 Die entsprechenden, von der Vorinstanz zitierten Literaturmeinungen betreffend die Pflicht 
hinsichtlich einer "qualifizierte Belehrung" mitsamt absoluter Unverwertbarkeit als Rechtsfol-
ge bei einer Unterlassung (vgl. OG GD 1 S. 11 mit dem Hinweis auf Ruckstuhl, Schweizeri-
sche Strafprozessordnung, 2. A. 2014, Art. 158 StPO N. 37), sind nicht überzeugend. Eine 
entsprechende qualifizierte Belehrungspflicht ergibt sich weder aus Art. 158 Abs. 1 StPO, 
noch kann eine solche aus Art. 3 Abs. 2 lit. a oder c StPO abgeleitet werden. Auch die aktu-
elle Revision der Strafprozessordnung sieht eine über Art. 158 Abs. 1 StPO hinausgehende 
Belehrungspflicht nicht vor (BBl 2022 1560 ff.). So steht einer beschuldigten Person stets die 
Möglichkeit der Aussageverweigerung offen und es dürfen ihr daraus keine rechtlichen Nach-
teile erwachsen (BGE 130 I 126 E. 2). Demzufolge können die einer beschuldigten Person 

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zustehenden Verfahrensrechte auch ohne eine qualifizierte Rechtsbelehrung wahrgenom-
men werden. Ferner wird die Verwertbarkeit oder Unverwertbarkeit von Beweismitteln 
grundsätzlich erst im Endentscheid festgelegt (BGE 143 IV 387 E. 4.4), so dass entspre-
chende konkrete Belehrungen durch die Verfahrensleitung bereits während des Beweisver-
fahrens und noch vor Anhörung der Parteien unter dem Gesichtspunkt der gefestigten Mei-
nung über einen sachrelevanten Verfahrensgegenstand als heikel erscheinen. Ebenfalls 
nicht korrekt ist die in den von der Vorinstanz zitierten Lehrmeinungen geäusserte Auffas-
sung, dass die Verletzung der qualifizierten Belehrungspflicht zur absoluten Unverwertbarkeit 
der entsprechenden Aussagen führt. So liegt offenkundig keine Fallkonstellation von Art. 140 
Abs. 1 StPO vor, welche zu einer absoluten Unverwertbarkeit des Beweismittels führen wür-
de. Abgesehen von den Fällen gemäss Art. 140 Abs. 1 StPO muss sich eine absolute Un-
verwertbarkeitsfolge gemäss Art. 141 Abs. 1 StPO explizit aus dem Gesetz ergeben, ansons-
ten systematisch nach dem Prüfschema von Art. 141 Abs. 2 und 3 StPO vorzugehen ist. Da 
eine "qualifizierte Belehrung" keine gesetzliche Grundlage im Schweizer Strafprozessrecht 
findet, gibt es naheliegenderweise auch keine gesetzliche Regelung, welche explizit die Un-
verwertbarkeit der Beweismittel postuliert, die ohne qualifizierte Belehrung erhoben wurden. 
Eine absolute Unverwertbarkeit ist mithin rechtlich nicht anzunehmen. Auch nach deutschem 
Recht, wo eine qualifizierte Belehrungspflicht hinsichtlich eines unverwertbaren Beweismit-
tels höchstrichterlich anerkannt wurde, führt eine Verletzung der qualifizierten Belehrungs-
pflicht nicht zu einer absoluten Unverwertbarkeit der Aussage (vgl. Urteil des Bundesge-
richtshofs 4 StR 455/08 vom 18. Dezember 2008, BGHSt 53, 112). 

3.3.3 Eine qualifizierte, über Art. 158 Abs. 1 StPO hinausgehende Belehrungspflicht mit Hinweis 
auf unverwertbare Beweismittel ist mithin abzulehnen (offen gelassen im Urteil des Bundes-
gerichts 6B_527/2014 vom 26. September 2014 E. 1.4). Selbst wenn man von einer solchen 
Pflicht zur "qualifizierten Belehrung" ausgehen müsste, untersteht diese mangels expliziter 
gesetzlicher Erwähnung nicht einem gesetzlich erwähnten Beweisverwertungsverbot und 
stellt auch keinen Fall einer absolut unerlaubten Beweiserhebungsmethode nach Art. 140 
Abs. 1 StPO dar. Vor dem Hintergrund von Art. 141 Abs. 2 und 3 StPO wäre insbesondere im 
vorliegenden Fall, wo der Beschuldigten an der erstinstanzlichen Hauptverhandlung deutlich 
bekannt war, dass ihre Aussagen als Auskunftsperson voraussichtlich nicht verwertet werden 
können (SE GD 17/2 S. 4), von der Verletzung einer Ordnungsvorschrift mit primär formalem 
Charakter auszugehen, die keine Auswirkungen auf die Gültigkeit der Beweiserhebung hat. 

3.3.4 Die Einlassung der Beschuldigten vor Strafgericht – d.h. zumindest diejenigen Passagen, 
welche keinen Vorhalt ihrer unverwertbaren Aussagen als Auskunftsperson beinhalten – un-
terliegt damit grundsätzlich der freien richterlichen Beweiswürdigung gemäss Art. 10 Abs. 2 
StPO.  

3.4 Mit der Vorinstanz ist ferner festzuhalten, dass die Tonaufzeichnungen, welche sich auf dem 
Mobiltelefon befanden, das die Beschuldigte freiwillig der Kantonspolizei Aargau übergab, 
verwertbar sind. 

3.4.1 Aus den Akten ergibt sich, dass die Beschuldigte am 6. September 2018 auf dem Poli-
zeistützpunkt Aarau erschien und angab, vom Privatkläger B.________ genötigt und verge-
waltigt worden zu sein. Die Beschuldigte teilte in diesem Zusammenhang dem zuständigen 
Polizeibeamten spontan mit, dass sich auf ihrem Mobiltelefon diverse beweisrelevante 

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Sprach- und Textnachrichten befänden, darunter auch eine Aufnahme von dem Treffen im 
Kaffee bezüglich des Heiratsangebots (act. 1/1). Die Beschuldigte offerierte mithin von sich 
aus die entsprechenden Daten als Beweismittel, ohne dazu von einer staatlichen Behörde 
aufgefordert oder verpflichtet worden zu sein. In diesem Zusammenhang ist aktenkundig, 
dass die Beschuldigte das Mobiltelefon mitsamt dem PIN-Code dem zuständigen Polizeibe-
amten aushändigte, welcher darüber ein Sicherstellungsprotokoll erstellte. Aus dem Sicher-
stellungsprotokoll ergibt sich, dass die Beschuldigte auf eine Siegelung verzichtete und sie 
sich mit einer "Durchsuchung des vorgenannten Mobiltelefons einverstanden" erklärte (act. 
5/1). Gemäss dem Polizeirapport wurden anschliessend die Daten des Mobiltelefons foren-
sisch gespiegelt (act. 1/1 S. 2, Ziff. 3). Nach der Verfahrensübernahme durch die Staatsan-
waltschaft des Kantons Zug beschlagnahmte diese das Mobiltelefon der Beschuldigten 
zwecks Beweissicherung (act. 1/1 S. 2). Ferner wurde die Zuger Polizei vorliegend am 1. Ok-
tober 2018 von der Staatsanwaltschaft mit umfassenden Ermittlungen betreffend die von der 
Beschuldigten explizit als sachrelevant bezeichneten Textnachrichten und Tonaufzeichnun-
gen betraut (act. 1/2 S. 3). Dies ergibt sich auch implizit aus dem Beschlagnahmebefehl, 
welcher in Kopie am 1. Oktober 2018 zusammen mit dem Ermittlungsauftrag an die ermit-
telnden Polizeibeamten H.________ und I.________ versendet wurde (SE GD 17/2/2). Der 
Beschlagnahmebefehl, welcher die Anordnung enthält, relevante Dateien aus der forensisch 
gesicherten Datenmenge zu sichern, wurde ferner ebenfalls der Beschuldigten zugestellt.

3.4.2 Die sichergestellten Daten sind, wie erwähnt, von der Beschuldigten freiwillig eingereicht 
worden, wobei diese auf eine Siegelung verzichtete und explizit der Durchsuchung des Mo-
biltelefons durch die Polizei zustimmte. Die Polizei tat daraufhin nichts anderes, als die von 
der Beschuldigten bezeichneten Tonaufzeichnungen forensisch zu sichern. In diesem Kon-
text ist ein Durchsuchungsbefehl, welcher gemäss Art. 241 Abs. 1 StPO die Rechte der da-
mals geschädigten C.________ als Inhaberin der sichergestellten Daten wahren soll, nicht 
notwendig (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_900/2015 vom 29. Januar 2019 E. 1.4.3). So 
ist entgegen der Auffassung der Verteidigung nicht nachvollziehbar, warum freiwillig von ei-
ner Verfahrenspartei eingereichte Beweismittel durch die Strafverfolgungsbehörden nicht 
ausgewertet werden dürfen, bzw. warum hierzu zusätzlich noch ein Durchsuchungsbefehl 
ausgestellt werden müsste. Der entsprechende Vorgang hatte nicht den Charakter einer 
Zwangsmassnahme; vielmehr wollte die Beschuldigte, dass die Tonaufzeichnungen von ih-
rem Mobiltelefon forensisch gesichert und zu den Akten genommen werden, um den Privat-
kläger zu belasten. Die unbestrittenermassen beweisrelevanten Tonaufzeichnungen wurden 
in der Folge beschlagnahmt, gestützt auf Art. 192 Abs. 1 StPO zu den Akten genommen und 
gestützt auf Art. 194 StPO für das vorliegende Verfahren beigezogen. Ein Durchsuchungsbe-
fehl oder eine erneute Beschlagnahme ist dabei bei einem Aktenbeizug nach Art. 194 StPO 
gesetzlich nicht vorgesehen und folglich nicht notwendig. Der anwaltschaftlich vertretenen 
Beschuldigten wäre es ferner offen gestanden, gestützt auf Art. 264 Abs. 1 und 3 StPO nach 
dem Erkennen des Aktenbeizugs ein Beschlagnahmeverbot geltend zu machen und unver-
züglich eine Siegelung der Tonaufzeichnungen zu beantragen, was sie indessen unterliess. 

3.4.3 Dass die Beschuldigte fast zwei Jahre später damit konfrontiert wurde, dass die von ihr aus 
eigenem Antrieb und freiwillig übergebenen Dateien eine strafbare Handlung nachweisen 
könnten und ein entsprechender Strafantrag vom Privatkläger gestellt wurde, ist dabei recht-
lich irrelevant. Der nemo tenetur-Grundsatz verbietet grundsätzlich staatlichen Zwang und 
Druck gegen beschuldigte Personen bei Beweiserhebungen; diese sollen nicht gezwungen 

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werden, sich selber zu belasten (BGE 131 IV 36 E. 3.1). Dieser Grundsatz findet folglich kei-
ne Anwendung bei freiwilligen und bewussten Handlungen, auch wenn diese zu einem späte-
ren Zeitpunkt aufgrund einer anderen Einschätzung als problematisch erkannt und abgelehnt 
werden (wie bspw. ein widerrufenes Geständnis, vgl. Urteil des Bundesgerichts 
6B_1220/2019 vom 14. April 2020 E. 4.4). Eine Rechtsbelehrung der Beschuldigten nach 
Art. 158 Abs. 1 StPO bei der Übergabe des Mobiltelefons war ferner nicht notwendig, da eine 
solche Rechtsbelehrung nur bei Einvernahmen von beschuldigten Personen gesetzlich vor-
gesehen ist. Die Tonaufzeichnungen sind mithin beweisrechtlich verwertbar und unterliegen 
der freien richterlichen Beweiswürdigung nach Art. 10 Abs. 2 StPO. 

II. Gegenstand der Berufung 

1. Standpunkte der Parteien 

1.1 Die Vorinstanz führte aus, es sei aufgrund der beweisrechtlich verwertbaren Tonaufzeich-
nungen erwiesen, dass die Beschuldigte am 12. Februar 2018 und am 18. März 2018 mit ih-
rem Mobiltelefon von zwei privaten Gesprächen mit dem Privatkläger ohne dessen Einwilli-
gung eine Tonaufzeichnung erstellt hatte. Aufgrund der Tonaufzeichnungen sei erkennbar, 
dass die Aufzeichnungen während einer Autofahrt gemacht worden seien und ein privates 
Gespräch zwischen der Beschuldigten und dem Privatkläger zum Inhalt gehabt hätten. Die 
Beschuldigte habe bei den Aufnahmen vorsätzlich gehandelt. Das Verhalten lasse sich unter 
Art. 179ter StGB subsumieren. Die Anforderungen an einen Beweisnotstand seien nicht er-
füllt, denn die behaupteten Darlehen an den Beschuldigten hätten sich in einem Zivilprozess 
auch anderweitig nachweisen lassen. Es sei auch nicht nachvollziehbar, dass die Beschul-
digte vom Privatkläger zum Zeitpunkt der Tonaufzeichnungen bedroht oder genötigt worden 
sei. Sodann bestünden keinerlei private Interessen der Beschuldigten, dem Privatkläger die 
Beteiligung an einer Scheinehe nachzuweisen. Auch die Argumentation betreffend eines 
Sachverhaltsirrtums der Beschuldigten überzeuge nicht. 

1.2 Die Verteidigung führte in der Berufungsbegründung vom 5. Dezember 2022 zur Sache aus, 
dass sich die Beschuldigte in einem Zustand der Beweislosigkeit befunden habe. Ausserdem 
sei sie vom Privatkläger zumindest implizit bedroht worden. Ohne die Tonbandaufnahmen 
hätte sie dem Privatkläger niemals nachweisen können, dass ihr der Antragssteller Geld 
schulde. Es habe eine Notwehr- und Notstandskonstellation vorgelegen (OG GD 12, S. 6). 

2. Recht 

2.1 Die Vorinstanz fasst die rechtlichen Grundlagen zum unbefugten Aufnehmen von Ge-
sprächen nach Art. 179ter StGB, zum Notstand nach Art. 17 StGB und zum Sachverhaltsirr-
tum gemäss Art. 13 Abs. 1 StGB korrekt zusammen, so dass darauf verwiesen werden kann 
(OG GD 1 S. 20 f. Ziff. 3.1). 

2.2 Sofern notwendig, erfolgen zusätzliche rechtliche Ausführungen im Rahmen der Subsumpti-
on des Sachverhalts. 

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3. Beweismittel und Beweiswürdigung 

3.1 Die Beschuldigte gab der Polizei freiwillig ihr Mobiltelefon, wo die – aus ihrer Sicht damals für 
den Privatkläger belastenden – Tonaufzeichnungen, insbesondere die Dateien "AUD-
20180318-WA0011" und "AUD-20180212-WA0030" gespeichert waren. Wie sich aus den au-
tomatisch generierten Dateibezeichnungen ergibt, stammen die beiden Dateien vom 12. Fe-
bruar 2018 und vom 18. März 2018. Die Tonaufzeichnungen haben den nachfolgenden In-
halt: 

3.1.1 "AUD-20180212-WA0030" (summarisch, vgl. Abschrift in OG GD 4): Der Privatkläger spricht 
über mögliche Ratenzahlungen an die Beschuldigte. Seine Möglichkeiten seien begrenzt, er 
müsse Rechnungen zahlen, etc. Er habe keinen Grund, ihr das Geld nicht zu geben. Er wer-
de ihr das nie vergessen, das hätte nicht einmal ein Kollege für ihn gemacht. Die Beschuldig-
te bestätigt, dass es niemand wissen müsse. Der Privatkläger erwähnt weiter seine Rech-
nungen, die er bezahlen müsse. Er sei 100 % fair, etc. Er lasse niemals zu, dass das Geld 
über ihn gehe, er sei immer fair. Die Beschuldigte solle für sich schauen, ob es für sie 
stimmt. Sie solle auch sagen, ob 20 zu wenig sei, ihn interessiere das nicht, es gehe nicht 
über ihn. Er überlege sich, nochmals über ihn zurück zu gehen und mit ihm zu reden. [Ende].

3.1.2 "AUD-20180318-WA0011" (summarisch, vgl. Abschrift in OG GD 4): Der Privatkläger fragt, 
ob dies die Tankstelle sei und ob sie etwas zu trinken holen möchten. Sie habe einen Rie-
sen-Fehler gemacht. Er wäre sogar handgreiflich geworden, wenn er sie an diesem Tag ge-
sehen hätte. Sie seien Kollegen, oder? Es gehe nur ihn und sie etwas an. Warum habe sie 
von der Anzahlung erzählt? Die Beschuldigte antwortete darauf, dass sie gar nichts erzählt 
habe. "Er" (unbekannter Mann) habe ihr gesagt, er (der Privatkläger) habe "ihm" (unbekann-
ter Mann) etwas gesagt, dass sie ihm Geld gegeben habe. Der Privatkläger sagte daraufhin, 
dass er "ihm" gesagt habe, es seien CHF 1'000.00 gewesen und dass sie ihm geholfen habe. 
Sie solle ehrlich sein und ihm sagen, was sie gesagt habe. Die Beschuldigte antwortete, dass 
sie nichts gesagt habe, er habe ja gesagt, sie solle "ihm" (unbekannter Mann) nichts sagen. 
Der Privatkläger fragt sich, warum "er" (unbekannter Mann) ihm gesagt habe, C.________ 
habe "ihm" (unbekannter Mann) gesagt, sie habe eine Anzahlung gemacht, sie habe 10'000 
gegeben und so Zeugs. Die Beschuldigte wiederholt erneut, dass sie gar nichts gesagt habe. 
Der Privatkläger fragt nochmals nach, ob sie wirklich nichts gesagt habe. Er habe das Ge-
fühl, "er" (unbekannter Mann) wolle etwas von ihm, "er" probiere es hinten durch. Aber er ha-
be gute Neuigkeiten für die Beschuldigte (C.________). [Ende]. 

3.1.3 Die Beschuldigte erstellte ferner zwei kurze Sequenzen von aufgezeichneten Tondateien. 
Die Sequenzen nehmen auf die Aussage des Privatklägers Bezug, dass er ihr das Geld 
zurückzahle und dass er ihr nie vergessen werde, dass sie ihm geholfen habe (SE GD, bei-
gezogene Daten aus act. 1/3; vgl. Abschrift in OG GD 4). 

3.2 Der Privatkläger wurde am 16. April 2019 im Rahmen des gegen ihn geführten Strafverfah-
rens betreffend Nötigung, Drohung und Vergewaltigung von der Zuger Polizei als beschuldig-
te Person einvernommen. Bei dieser Einvernahme waren die (im vorliegenden Verfahren) 
Beschuldigte C.________, ihre Vertrauensperson J.________, ihre Rechtsbeiständin MLaw 
K.________ und die amtliche Verteidigerin des Privatklägers (und damaligen Beschuldigten) 
anwesend und ihnen wurde das Recht, Ergänzungsfragen an den Privatkläger zu stellen, 
gewährt (act. 2/2/1). Im Rahmen der Befragung wurde der Privatkläger auch zu den Tonauf-

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zeichnungen befragt, welche die Beschuldigte als Beweismittel gegen ihn ins Verfahren ein-
gebracht hatte. Auf Vorhalt der Tonaufzeichnungen bestritt der Privatkläger nicht, dass er 
und die Beschuldigte auf den Tonaufzeichnungen zu hören waren (act. 2/2/1 Ziff. 41-43).  

3.3 Die Beschuldigte gab ferner an der Hauptverhandlung bei der Vorinstanz zu Protokoll, dass 
sie begonnen habe aufzunehmen, weil sie sich unwohl und bedroht gefühlt habe. Dies als 
Beweissicherung. Sie habe nicht von Anfang an aufgenommen, sondern habe bemerkt, dass 
er (der Privatkläger) sich in seiner Art ihr gegenüber verändert habe. Sie habe sich nicht 
mehr wohl gefühlt (SE GD 17/1 S. 3). Sie habe die Tonaufzeichnungen gemacht, weil sie 
sich unwohl und bedroht gefühlt habe und zur Beweissicherung. Sie habe sicherstellen wol-
len, dass ihr geglaubt werde, falls sie mit jemandem spreche oder Anzeige erstatte. Sie habe 
aber damals nicht geplant, Anzeige zu erstatten, sie sei sich in dem Zeitpunkt gar nicht be-
wusst gewesen, was passiere. Sie habe auch viele Arztgespräche gehabt, die sie aufge-
zeichnet habe. Sie habe nicht festgestellt, dass der Privatkläger gemerkt habe, dass die Ge-
spräche aufgezeichnet worden sind, sie wisse nicht ob er es bemerkt habe, das Handy sei 
nicht versteckt gewesen. Die Beschuldigte vermerkte abschliessend, dass sie aus Angst rea-
giert habe, sie habe sich selber nicht schaden wollen. Sie und die Polizei seien die einzigen 
gewesen, welche die Dateien gehört haben (SE GD 17/1 S. 4). 

3.4 An der Berufungsverhandlung verweigerte die Beschuldigte die Aussagen zur Sache. 

3.5 Die Beschuldigte gestand an der Vorinstanz ein, dass sie zweimal am 12. Februar 2018 und 
am 18. März 2018 Tonaufzeichnungen im Rahmen eines privaten Gesprächs mit dem Privat-
kläger in dessen Fahrzeug erstellte. Dies wiederholte die Beschuldigte sinngemäss auch in 
ihrem Parteivortrag vor dem Gericht (OG GD 12 S. 6). Wie die Vorinstanz korrekt feststellte 
und an dieser Stelle im Sinne einer Eventualfeststellung festzuhalten ist, kann dieser Um-
stand alleine schon aufgrund der durch die Beschuldigte an die Polizei übergebenen Tonauf-
zeichnungen auf ihrem Mobiltelefon ausreichend klar als erstellt gelten. Ebenfalls ist erstellt, 
dass der Privatkläger von den Tonaufzeichnungen nichts wusste und diese weder explizit, 
implizit oder konkludent genehmigte. So ergibt sich aus den Tonaufzeichnungen weder ein 
explizites Einverständnis des Privatklägers zur Aufzeichnung, noch ist ein implizites oder 
konkludentes Einverständnis angesichts des privaten Inhalts der Aufzeichnungen schlüssig 
anzunehmen. So äusserte der Privatkläger in der Konversation mehrfach ein Geheimhal-
tungsinteresse betreffend seine private finanzielle Lage, welches die Beschuldigte auch 
bestätigte ("Ja, es muess au niemer wüsse", OG GD 4). Dass der Privatkläger die Tonauf-
zeichnung auf dem Mobiltelefon der Beschuldigten nicht erkannte, ergibt sich im Übrigen 
auch plausibel aus dem Umstand, dass er sich neben dem Gespräch noch um das Lenken 
des Fahrzeugs im Strassenverkehr kümmern musste. 

3.6 Umstritten ist indessen, aus welchen Gründen die Beschuldigte die Tonaufzeichnungen er-
stellte. So gab sie an der Hauptverhandlung der Vorinstanz zu Protokoll, dass sie sich vom 
Privatkläger bedroht gefühlt und die Tonaufnahmen zu Beweiszwecken erstellt habe. Diese 
Angaben sind indessen aus mehreren Gründen nicht glaubhaft. 

3.6.1 So befand sich die Beschuldigte zum Zeitpunkt der Tonaufzeichnungen jeweils im Fahrzeug 
des Privatklägers, nachdem sie sich verabredet hatten. Die Beschuldigte macht nicht gel-
tend, dass sie zur Verabredung oder zum Einsteigen ins Fahrzeug des Privatklägers genötigt 

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worden sei, sondern es ist anzunehmen, dass sie sich freiwillig ins Fahrzeug begab. Sodann 
ergeben sich aus den Tonaufzeichnungen selber keine Hinweise auf Drohungen oder der-
gleichen. Vielmehr ist das Gegenteil der Fall: In der Konversation vom 12. Februar 2018 
spricht der Privatkläger davon, dass er ihr sehr dankbar für die Darlehen sei, das hätte keiner 
seiner Kollegen für ihn gemacht. Er sei immer fair und sie müsse selber wissen, ob das mit 
den 20 für sie stimme. Auch aus der Konversation vom 18. März 2018 ergeben sich keine 
Hinweise auf eine Drohung. Der Privatkläger sagte zwar, dass er vorher wütend auf die Be-
schuldigte gewesen sei, aber dies scheint sich zum Zeitpunkt des Treffens gelegt zu haben. 
Es ist entgegen der Argumentation der Verteidigung nicht erkennbar, dass der Privatkläger 
der Beschuldigten durch seine Aussagen direkt oder indirekt Gewalt oder einen sonstigen 
Nachteil androhte. Auf jeden Fall führen die Beschuldigte und der Privatkläger ihre Konversa-
tion betreffend ihr gemeinsames Verhalten gegenüber einer Drittperson weiter und gehen 
anschliessend soweit ersichtlich zusammen in der Tankstelle etwas zu trinken holen. Aus 
dieser Konversation ergibt sich auch, dass der Privatkläger der Darstellung der Beschuldig-
ten Glauben schenkte und die Drittperson eines unehrlichen Verhaltens verdächtigte, was 
letztlich auch auf ein gewisses, zum damaligen Zeitpunkt bestehendes Vertrauensverhältnis 
seitens des Privatklägers hindeutet. Ferner ergeben sich aus beiden aufgezeichneten Kon-
versationen keine Hinweise, dass der Privatkläger sich gegenüber der Beschuldigten betref-
fend Wortwahl und Stimme auf eine Art und Weise verhielt, welche als aggressiv oder be-
drohlich eingestuft werden könnte. 

3.6.2 Letztlich ist die Beschuldigte nicht in der Lage, zu substantiieren, warum sie sich zum Tat-
zeitpunkt vom Privatkläger bedroht gefühlt habe, bspw. indem sie konkret angegeben hätte, 
welche Drohungen oder drohende Handlungen der Beschuldigte vorgenommen habe, um sie 
in Angst und Schrecken zu versetzen. Die Beschuldigte ist mithin nicht in der Lage, die 
Gründe für eine Bedrohungslage zu schildern, was nicht hilfreich ist, um eine solche weiter 
zu plausibilisieren. Sofern die Beschuldigte ausführt, der Privatkläger habe – wohl vor dem 
Hintergrund ihrer wechselhaften persönlichen Beziehung – "sich verändert" oder sie habe 
sich "nicht mehr wohl gefühlt", so ergeben sich daraus keine Hinweise auf eine effektive, 
strafrechtlich relevante Bedrohungslage, in der die Beschuldigte gefangen war. Dass der Pri-
vatkläger und sein – gemäss der Darstellung der Beschuldigten – dubioses Milieu/Umfeld mit 
der Zeit ein gewisses Unwohlsein bei ihr auslösten, ist von der Intensität her nicht geeignet, 
eine Drohungslage zu begründen. 

3.6.3 Letztlich ist ebenfalls entscheidend, dass die Beschuldigte dem Privatkläger anscheinend 
ohne schriftlichen Darlehensvertrag höhere Geldsummen auslieh und mithin ein Motiv hatte, 
Tonaufzeichnungen zu Beweiszwecken anzufertigen. So ergibt sich aus dem Gespräch vom 
12. Februar 2018 (bzw. schon aus dem vorherigen Gespräch vom 27. Januar 2018), dass 
der damals arbeitslose Privatkläger die Darlehen offenbar nicht einfach so zurückzahlen 
konnte und Ratenzahlungen in Aussicht stellte. Folglich war die mündlich vereinbarte Rück-
zahlung eines für die Beschuldigte wesentlichen Geldbetrags faktisch gefährdet. Insgesamt 
ist für das Gericht erstellt, dass die Beschuldigte es aufgrund der wechselhaften, unglücklich 
verlaufenen privaten Beziehung zum insolventen Privatkläger bereits im Februar 2018 bereu-
te, diesem Geld ausgeliehen zu haben. Sie forderte die Rückzahlung ihrer Darlehen, was der 
Privatkläger aber gemäss eigenen Angaben nicht konnte und sie stattdessen offenbar immer 
wieder vertröstete. Vor diesem Hintergrund entschloss sich die Beschuldigte, am 12. Februar 
2018 und am 18. März 2018, Tonaufzeichnungen der privaten Gespräche mit dem Privatklä-

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ger zu erstellen, um betreffend die mündlich vereinbarten Darlehenszahlungen wenigstens 
etwas in der Hand zu haben, sollte sich der Privatkläger bspw. zu einem späteren Zeitpunkt 
darauf berufen, die Darlehen seien nie ausgerichtet worden. Die Beschuldigte erstellte damit 
die Tonaufzeichnungen effektiv aus Beweiszwecken; allerdings nicht, um etwaige Drohungen 
zu beweisen, sondern um ihren finanziellen Anspruch auf die Darlehensrückzahlung zu un-
termauern. Die Beschuldigte erstellte dabei die Tonaufzeichnungen absichtlich und heimlich. 
Sie wurde am 12. Februar 2018 und am 18. März 2018 sodann nicht durch den Privatkläger 
bedroht und war auch nicht irrigerweise der Ansicht, sie sei durch den Privatkläger bedroht 
worden. 

4. Subsumption 

4.1 Das Verhalten der Beschuldigten kann in objektiver Hinsicht betreffend die Vorwürfe vom 
12. Februar 2018 und vom 18. März 2018 ohne weiteres unter den Tatbestand des unbefug-
ten Aufnehmens von Gesprächen nach Art. 179ter StGB subsumiert werden. Die beiden Ge-
spräche fanden zwischen der Beschuldigten und dem Privatkläger im vertraulichen Umfeld 
des Fahrzeugs des Privatklägers statt. Sie hatten u.a. private Schulden und die finanzielle 
Lage des Privatklägers zum Gegenstand, was das vertrauliche Wesen der geführten Konver-
sation weiter untermauerte. Die Gespräche waren mithin nicht öffentlich im Sinne von 
Art. 179ter StGB. Eine elektronisch-digitale Aufnahme mittels dem Mobiltelefon stellt ferner 
eine Tonaufzeichnung im Sinne von Art. 179ter StGB dar. In subjektiver Hinsicht handelte die 
Beschuldigte gemäss den richterlichen Feststellungen über ihre Motive mit Wissen und Wil-
len und mithin vorsätzlich gemäss Art. 12 Abs. 2 StGB. Entsprechend ist auch der subjektive 
Tatbestand erstellt.   

4.2 Die Beschuldigte rechtfertigt ihre Handlungen, indem sie vorbringt, sie habe sich bedroht ge-
fühlt und habe die Aufzeichnungen aus Beweiszwecken aufgenommen. Wie dargelegt, han-
delt es sich dabei um eine Schutzbehauptung. Vor diesem Hintergrund ist auch eine Beru-
fung auf einen Sachverhaltsirrtum nach Art. 13 StGB nicht statthaft. Denn wie gerichtlich 
festgestellt wurde, ging die Beschuldigte auch nie irrigerweise davon aus, dass sie vom Pri-
vatkläger bedroht werde oder dieser eine Gefahr für sie darstellte. Ein blosses "Unwohlsein" 
betreffend den Privatkläger und dessen dubioses Milieu sowie ein allgemeines Gefühl, vom 
Privatkläger bedrängt zu werden, stellt ferner keine Gefühlslage dar, welche Straftaten recht-
fertigen könnte. 

4.3 Die in casu illegalen Tonaufzeichnungen können auch nicht dadurch gerechtfertigt werden, 
dass die Beschuldigte Ängste hinsichtlich der Rückzahlung des Darlehens durch den Privat-
kläger hatte und einen Beweisnotstand fürchtete. So konnte die Beschuldigte die Barbezüge 
ab ihrem Privatkonto mittels den Bankkontoauszügen nachweisen (act. 2/1/2 Beilage 1 ff.). 
Sodann wäre sie in der Lage gewesen, vor einem Zivilgericht die Darlehen unter Verweis auf 
die Barbezüge ab ihrem Konto glaubhaft zu schildern, insbesondere betreffend den Hinter-
grund der Darlehenserteilung (offenbar wollte der arbeitslose Privatkläger damals einen 
BMW M2 leasen) wie auch der angebotenen Ratenzahlungen durch den Privatkläger. So 
kann eine (glaubhafte) Parteiaussage nach Art. 191 f. ZPO unter Wahrheitspflicht gemäss 
Art. 306 StGB in einem Zivilprozess auch ohne schriftlichen Darlehensvertrag und ohne wei-
tere Beweisurkunden den Beweis über das Bestehen einer mündlich unter vier Augen ver-

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einbarten Darlehensschuld mitsamt Rückzahlungspflicht erbringen. Im Übrigen wurde im Po-
lizeirapport vermerkt, dass sich die entsprechenden Zahlungen auch aus Textnachrichten der 
Beschuldigten und des Privatklägers ergeben (act. 1/2 S. 4). Ferner bestritt der Privatkläger 
das Bestehen der Darlehensrückzahlungsforderung weder im privaten Gespräch mit der Be-
schuldigten am 12. Februar 2018 noch im Gespräch vom 18. März 2018. Vielmehr anerkann-
te der Privatkläger seine Schulden, bedankte sich sinngemäss für die Darlehensausrichtung 
und stellte der Beschuldigten Ratenzahlungen in Aussicht, so bald er dies könne. Es liegt 
damit nicht ein Fall vor, in dem eine berechtigte Darlehensforderung sowie die damit zusam-
menhängende Rückzahlungspflicht böswillig und wider besseres Wissen bestritten wurde. 
Eine unmittelbare Gefährdung der Vermögensinteressen der Beschuldigten bestand damit 
zum Zeitpunkt der Tonaufzeichnungen nicht. Ferner ist zu erwägen, dass der Privatkläger, 
der freimütig gegenüber der Beschuldigten seine desolaten finanziellen Verhältnisse darlegt 
und sie um Ratenzahlungen bittet, ein erhöhtes Interesse an der Vertraulichkeit der Unterhal-
tung hat. So bestand während des Gesprächs auch ein Konsens zwischen der Beschuldigten 
und dem Privatkläger, dass dies nicht jeder wissen müsse. Dies ist auch nachvollziehbar, 
denn private Schulden sind ein Umstand, den Menschen üblicherweise in erhöhtem Ausmass 
als vertraulich behandelt haben möchten. Auch dieser Umstand spricht im Rahmen einer In-
teressenabwägung gegen ein rechtmässiges Handeln der Beschuldigten. Insgesamt befand 
sich die Beschuldigte bezüglich die Darlehensforderung nicht in einem Beweisnotstand und 
hatte auch keine berechtigten Gründe, anzunehmen, dass sie sich in einem Beweisnotstand 
befand. 

4.4 Anzufügen ist, dass auch die vorgebrachte Thematik, eine Scheinehe mit dem Onkel des 
Beschuldigten aus dem Kosovo (vermutlich die Drittperson, welche in den Tonaufzeichnun-
gen als "er" bezeichnet wurde) einzugehen, nicht geeignet ist, einen Beweisnotstand herbei-
zuführen. Wie bereits die Vorinstanz darlegte, handelt es sich beim Verbot der Scheinehe 
nach Art. 118 Abs. 2 AIG nicht um eine Institution, welche die Beschuldigte (der von "ihm" 
[dem Verwandten des Privatklägers aus dem Kosovo] scheinbar "20" [CHF 20'000.00] für die 
mutmassliche Scheinehe angeboten wurde, vgl. OG GD 4) schützt. Hinweise darauf, dass 
die Beschuldigte durch den Privatkläger zu einer Scheinehe strafrechtlich relevant genötigt 
wurde, ergeben sich weder aus den Tonaufzeichnungen, noch wurde dies im Verfahren sub-
stantiiert vorgebracht. Die Beschuldigte hat mithin kein rechtliches Interesse daran, dem Pri-
vatkläger oder dessen Onkel eine Scheinehe oder die Anstiftung bzw. Gehilfenschaft zu ei-
ner Scheinehe nachzuweisen. Folglich ergibt sich auch bei diesem Themenfeld aufgrund ei-
ner Interessenabwägung, dass die Tonaufzeichnungen nicht gerechtfertigt werden können.   

4.5 Das tatbestandsmässige Handeln der Beschuldigten kann somit nicht gerechtfertigt werden. 
Die Beschuldigte ist folglich des mehrfachen unbefugten Aufnehmens von Gesprächen 
gemäss Art. 179ter StGB schuldig zu sprechen. 

III. Sanktion 

1. Die Vorinstanz legt die anwendbaren Rechtsbestimmungen der Sanktionsbemessung 
grundsätzlich korrekt dar. Darauf kann verwiesen werden (OG GD 1 S. 24 ff., Ziff. 1). 

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2. Die Beschuldigte wurde des zweifachen Verstosses gegen Art. 179ter StGB schuldig gespro-
chen. Das Gesetz sanktioniert entsprechende Verstösse mit einer Freiheitsstrafe bis zu ei-
nem Jahr (was 365 Strafeinheiten entspricht) oder einer Geldstrafe. 

2.1 In objektiver Hinsicht kann die Tatschwere für die erste Aufnahme vom 12. Februar 2018 ge-
rade noch knapp als leicht taxiert werden. Es handelte sich um die kurze und heimliche Auf-
zeichnung eines Gesprächs mit einem Bekannten und grenzt sich damit bspw. von Tonauf-
zeichnungen mit intimen Gesprächsinhalten oder dergleichen (bzw. der Zugänglichmachung 
solcher Aufnahmen gegenüber Dritten) deutlich ab. Das Gespräch beinhaltete allerdings pri-
vate Schulden und Hinweise auf mögliche ausländerrechtliche Gesetzesverstösse eines 
Verwandten, was, wie dargelegt, für ein erhöhtes Interesse des Gesprächspartners hinsicht-
lich der Vertraulichkeit des Gesprächs spricht. Die Beschuldigte fuhr sodann mit der Tonauf-
zeichnung fort, obwohl sie selber bestätigte, dass die Schuldensituation des Privatklägers 
niemand kennen müsse. Die objektive Tatschwere wird indessen vorliegend durch das sub-
jektive Tatverschulden relativiert. Wie bereits die Vorinstanz zu Recht in die Würdigung der 
subjektiven Tatschwere miteinbezog, handelte die Beschuldigte zwar vorsätzlich, stand aber 
in einer emotionalen Abhängigkeit zum Privatkläger und war damals in einer gesundheitlich 
angeschlagenen Verfassung. Sodann muss aufgrund der Sozialhilfeabhängigkeit der Be-
schuldigten davon ausgegangen werden, dass der vom Privatkläger geschuldete Betrag von 
deutlich mehr als CHF 5'000.00 bedeutend war und sie zumindest zum Tatzeitpunkt immer 
mehr befürchtete, dass sie diesen Betrag vom insolventen Privatkläger nur schwer zurück 
erhalten würde. Wie die Vorinstanz bereits trefflich aufzeigte, wird ein Gefühl der Hilflosigkeit 
bzw. auch ein Gefühl der Reue über die Ausrichtung der Darlehen an den Privatkläger den 
Entscheid der Beschuldigten, Tonaufzeichnungen der Gespräche anzufertigen, wesentlich 
mitgeprägt haben. Entsprechend ist es aufgrund dieser mitigierenden subjektiven Faktoren 
gerechtfertigt, das Gesamtverschulden als sehr leicht zu taxieren, was eine Strafansetzung 
deutlich im untersten Drittel des ordentlichen Strafrahmens, der bei Art. 179ter StGB bis zu 
365 Strafeinheiten reicht, rechtfertigt. Eine Sanktion von 40 Strafeinheiten entspricht dem 
sehr leichten Tatverschulden. 

2.2 Die zweite Tonaufzeichnung vom 18. März 2018 erfolgte vor identischem Hintergrund mit 
identischen Motiven. Sie ist hinsichtlich objektiver Tatschwere und subjektivem Tatverschul-
den aus den dargelegten Gründen insgesamt ebenfalls als sehr leicht zu taxieren. Verschul-
densangemessen wäre erneut eine Sanktion von 40 Strafeinheiten. Da die Tonaufzeichnung 
vom 18. März 2018 sowohl von der Motivation wie auch von der Tathandlung her mit der 
Tonaufzeichnung vom 12. Februar 2018 eng verbunden ist und überdies auch ein enger zeit-
licher und situativer Zusammenhang besteht, kommt der Asperationsgrundsatz stark ausge-
prägt zur Anwendung. Dies führt dazu, dass die Erstsanktion nach Art. 49 Abs. 1 StGB nur 
um einen Drittel, bzw. 13 Strafeinheiten für die Zweitverurteilung zu erhöhen ist. 

2.3 Die Beschuldigte führte an der Berufungsverhandlung aus, dass sie weiterhin aus gesund-
heitlichen Gründen von der Sozialhilfe abhängig sei und ca. CHF 2'000.00 (inkl. Miete) aus-
bezahlt erhalte. Wegen ihren Nierenleiden sei sie in medizinscher Abklärung und der Antrag 
auf Leistungen der Invalidenversicherung sei hängig. Sie wohne zurzeit in einer Einzimmer-
wohnung. Sie habe kein Vermögen und keine Schulden. Der Privatkläger habe ihr das ge-
schuldete Geld nie zurück bezahlt und sie habe ihn betrieben. Ferner habe sie die Kosten ih-
res erbetenen Verteidigers bislang nicht bezahlt. Es ergeben sich aus den Aussagen der Be-

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schuldigten oder aus den Verfahrensakten keine Hinweise auf eine besondere Strafempfind-
lichkeit der Beschuldigten. 

2.4 Es ist indessen von Amtes wegen zu Gunsten der Beschuldigten zu berücksichtigen, dass 
die Straftaten bald fünf Jahre zurück liegen. Die Verjährung der Straftaten wäre gemäss 
Art. 97 Abs. 1 lit. d StGB in sieben Jahren nach Tatbegehung am 12. Februar 2025 bzw. am 
18. März 2025 eingetreten. Zwei Drittel der Verjährungsfrist wurden folglich am 12. Oktober 
2022 bzw. am 18. November 2022 erreicht. Die Beschuldigte weist ferner keine Einträge im 
Strafregister auf (OG GD 11). Aufgrund dieser Umstände ist eine Strafmilderung gemäss 
Art. 48 lit. e StGB zwingend (BGE 140 IV 145 E. 3.1). Der erhebliche zeitliche Abstand zwi-
schen Straftat und Urteil und das entsprechend deutlich reduzierte Strafbedürfnis rechtferti-
gen vorliegend eine Senkung der Strafe von 53 Strafeinheiten auf 35 Strafeinheiten. 

3. Aufgrund der ausgefällten tat- und schuldangemessenen Sanktion von 35 Strafeinheiten 
kommt nur eine Geldstrafe als Strafart in Betracht. Es ist bei der vorstrafenlosen Beschuldig-
ten kein spezial- oder generalpräventiver Grund ersichtlich, um vorliegend auf eine Freiheits-
strafe zu erkennen. 

4. Die Beschuldigte ist wie erwähnt nicht vorbestraft. Eine günstige Legalprognose wird vermu-
tet (BGE 134 IV 1 E. 4.2.2). Es sind dabei keine Umstände ersichtlich, welche geeignet 
wären, diese Vermutung umzustossen. Der bedingte Vollzug der Strafe nach Art. 42 Abs. 1 
StGB kann unter Ansetzung der minimalen Probezeit von zwei Jahren gewährt werden. Auf-
grund des längeren Ablaufs der Zeit seit den beiden Straftaten sowie der Geringfügigkeit der 
Delinquenz erscheint sodann eine Verbindungsbusse nach Art. 42 Abs. 4 StGB nicht als ge-
eignet, um eine höhere spezialpräventive Wirkung bei der Beschuldigten zu bewirken, zumal 
sie auch erhebliche Verfahrenskosten zu tragen hat.  

5. Angesichts der weiterhin bestehenden Sozialhilfeabhängigkeit und dem damit einhergehen-
den eingeschränkten Einkommen sowie der angeschlagenen Gesundheit der Beschuldigten 
kann der anwendbare Tagessatz auf CHF 30.00 festgelegt werden. 

6. Tat- und schuldangemessen erscheint eine Sanktion von 35 Tagessätzen zu CHF 30.00. 
Aufgrund des Verschlechterungsverbots gemäss Art. 391 Abs. 2 StPO kann die Sanktion ge-
genüber der Vorinstanz jedoch nicht erhöht werden. Entsprechend wird die Beschuldigte mit 
einer Geldstrafe von 25 Tagessätzen zu CHF 30.00, bedingt aufgeschoben mit einer Probe-
zeit von zwei Jahren, sanktioniert. 

7. Betreffend die bereits rechtsgenüglich erfolgte Belehrung der Beschuldigten über den mögli-
chen Widerruf der bedingten Strafe bei erneuten Verbrechen oder Vergehen gemäss Art. 44 
Abs. 3 StGB wird auf das Urteil der Vorinstanz verwiesen (OG GD 1 S. 26 Ziff. 2.6). 

IV. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

1. Betreffend die rechtlichen Grundlagen des Kostenspruchs der ersten Instanz hinsichtlich der 
Kosten des Vorverfahrens und des erstinstanzlichen Gerichtsverfahrens wird auf die Darle-
gung der Vorinstanz verwiesen (OG GD 1 S. 27 E. V. Ziff. 1-3). Sofern notwendig, erfolgen 
Ergänzungen dazu im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen. 

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2. Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens vor dem Berufungsgericht tragen die Parteien 
grundsätzlich nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Ob 
eine Partei als obsiegend oder unterliegend gilt, hängt davon ab, in welchem Ausmass ihre 
vor Berufungsgericht gestellten Anträge gutgeheissen wurden. Fällt die Rechtsmittelinstanz 
selber einen neuen Entscheid, so befindet sie darin auch über die von der Vorinstanz getrof-
fene Kostenregelung (Art. 428 Abs. 3 StPO). 

3. Gemäss § 24 Abs. 1 der Verordnung des Obergerichts des Kantons Zug über die Kosten in 
der Zivil- und Strafrechtspflege (KoV OG; BGS 161.7) gilt im Berufungsverfahren die gleiche 
Entscheidgebühr wie für erstinstanzliche Entscheide. Die gerichtliche Entscheidgebühr be-
trägt gemäss § 23 Abs. 1 lit. b KoV OG für erstinstanzliche Entscheide des Strafgerichts 
CHF 500.00 bis CHF 20'000.00. 

4. Der Kostenspruch der Vorinstanz kann bestätigt werden. Die Beschuldigte wurde in den we-
sentlichen Vorwürfen schuldig gesprochen. Dass eine Einstellung wegen fehlendem Strafan-
trag bei einem Vorwurf (Aufnahme vom 27. Januar 2018) erfolgte, ist betreffend den Kosten-
spruch nicht relevant, da der rechtliche Themenkreis wie auch die Aufwendungen bei allen 
drei Aufnahmen identisch waren und so weder für die Parteien, noch für die Vorinstanz ein 
ausscheidbarer Mehraufwand entstand (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_904/2015 vom 
27. Mai 2016 E. 7.4). Wie die Vorinstanz sodann korrekt ausführte, wären beim einen Vor-
wurf betreffend die Tonaufzeichnung vom 27. Januar 2018, der zur Einstellung des Verfah-
rens führte, die Kosten auch gestützt auf Art. 426 Abs. 2 StPO der Beschuldigten aufzuerle-
gen gewesen. Diese hat eine Tonaufzeichnung eines privaten Gesprächs erstellt und damit 
die Persönlichkeitsrechte des Beschuldigten nach Art. 28 ZGB, insbesondere dessen Recht 
auf die Vertraulichkeit seiner persönlichen Ansichten, etc. im Rahmen eines privaten Ge-
sprächs, verletzt (vgl. dazu Waldmeier, Informationelle Selbstbestimmung – ein Grundrecht 
im Wandel?, Diss. Zürich 2015, S. 35 ff.). Die Rechtsverletzung von Art. 28 ZGB zum Nach-
teil des Privatklägers erfolgte absichtlich und damit schuldhaft, kann, wie dargelegt, nicht ge-
rechtfertigt werden und führte kausal zur Eröffnung eines Strafverfahrens gegen die Be-
schuldigte. 

5. Sodann hat auch der Umstand, dass die Zivilklage des Privatklägers mangels Bezifferung 
gemäss Art. 126 Abs. 2 lit. b StPO auf den Zivilweg verwiesen wurde und ihm keine Ent-
schädigung für die Aufwendungen seiner Anwältin in der Höhe von CHF 212.50 zugespro-
chen werden kann (s. unten, Ziff. 8), mangels wesentlichen ausscheidbaren Aufwendungen 
auf den Kostenspruch keine Konsequenzen. Beide Punkte betrafen nebensächliche Urteils-
folgen, die keinen relevanten Beurteilungs- oder Verteidigungsaufwand erforderten und im 
Vergleich zu den Schuldsprüchen kein Gewicht haben. Die Kosten der Vorinstanz von 
CHF 2'765.00 sind folglich vollumfänglich der Beschuldigten aufzuerlegen. Entgegen der Ar-
gumentation der Verteidigung bleibt bei diesem Ausgang für die Anwendung für Art. 427 
Abs. 2 StPO kein Raum, da die Beschuldigte schuldig gesprochen wurde und die Kosten 
trägt.

6. Im Berufungsverfahren unterliegt die Beschuldigte im Hauptpunkt. Soweit eine Gutheissung 
der Berufung betreffend die CHF 212.50 Entschädigung an den Privatkläger erfolgte (s. un-
ten, Ziff. 8), so ist dieser Punkt im Vergleich zum Sanktionspunkt derart untergeordnet, dass 
es sich nicht rechtfertigt, von einer vollumfänglichen Kostenauferlegung abzuweichen. Die 

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Beschuldigte trägt damit die Kosten des Berufungsverfahrens. Die Entscheidgebühr ist auf 
CHF 3'000.00 festzusetzen. 

7. Die Beschuldigte beantragte subeventualiter, dass ihr die Verfahrenskosten gestützt auf 
Art. 425 StPO zu erlassen seien. Nach dem Gesetzeswortlaut ist Art. 425 StPO als Kann-
Bestimmung konzipiert. Die Strafbehörden verfügen folglich bei der Frage, ob Verfahrenskos-
ten zu stunden oder zu erlassen sind, über einen grossen Ermessens- und Beurteilungsspiel-
raum. Das Verfahren sowie die Kriterien für einen Kostenerlass richten sich dabei weitge-
hend nach der kantonalen Ausführungsgesetzgebung (Urteil des Bundesgerichts 
6B_239/2021 vom 26. Mai 2021 E. 2). Im Kanton Zug besteht zwar keine explizite Aus-
führungsgesetzgebung zu Kostenerlässen, dafür aber gestützt auf § 8 Abs. 1 der Geschäfts-
ordnung des Obergerichts (BGS 161.112) die konstante kantonale Zuständigkeitspraxis, 
dass der Obergerichtspräsident als Abteilungspräsident der Justizverwaltungsabteilung des 
Obergerichts des Kantons Zug erst nach der rechtskräftigten Festsetzung der Kosten über 
Kostenerlassersuchen nach Art. 425 StPO entscheidet. Ein Kostenerlassersuchen der Be-
schuldigten ist mithin bei der Justizverwaltungsabteilung des Obergerichts des Kantons Zug 
einzureichen, nachdem die Kosten rechtskräftig beurteilt wurden. Da die Kosten gemäss den 
vorstehenden Erwägungen der Beschuldigten auferlegt wurden, ist über den Eventualantrag 
nicht gesondert zu entscheiden. 

8. Entgegen der Vorinstanz ist dem Privatkläger keine Entschädigung für die anwaltschaftliche 
Vertretung zuzusprechen. Wie die Vorinstanz korrekt feststellte, hat die anwaltschaftliche 
Vertretung des Privatklägers nicht wesentlich zur Abklärung der Straftaten der Beschuldigten 
beigetragen. Es ist folglich nicht erkennbar, warum der Beizug einer Rechtsanwältin durch 
den Privatkläger im Sinne von Art. 433 Abs. 1 StPO notwendig gewesen sein sollte. So wäre 
der Privatkläger ohne weiteres auch alleine in der Lage gewesen, bei der Polizei ein Strafan-
tragsformular auszufüllen oder den Strafantrag direkt an der Einvernahme zu Protokoll zu 
geben. Dies auch vor dem Hintergrund, dass der Privatkläger über einschlägige Erfahrung 
mit der Polizei, welche in seine Jugend zurückgeht, verfügt (act. 1/2 S. 5). Eine Zivilforderung 
musste ferner durch den Privatkläger nicht vertieft geprüft werden, da dem Privatkläger kein 
zivilrechtlicher Schaden entstanden ist und der Persönlichkeitsverletzung vorliegend offen-
kundig die notwendige Schwere fehlt, um eine Genugtuungsforderung nach Art. 49 OR zu 
begründen. Auch wenn vorliegend durch den Privatkläger nur moderate anwaltliche Leistun-
gen in Anspruch genommen wurden, rechtfertigt sich die Zusprechung einer Entschädigung 
für eine im Übrigen inhaltlich weitgehend unbekannte anwaltschaftliche Rechtsberatung des 
Privatklägers in einem Bagatellverfahren, wo eine tiefe bedingte Geldstrafe der Beschuldig-
ten zur Diskussion stand, nicht. Gestützt auch auf das weite Ermessen, welches einem 
Sachgericht bei der Entschädigungsfrage des Privatklägers zusteht (Urteil des Bundesge-
richts 6B_806/2019 vom 9. Oktober 2019 E. 2.3), ist ein Anspruch des Privatklägers auf eine 
Prozessentschädigung vorliegend zu verneinen. Die Berufung der Beschuldigten ist folglich 
in diesem Nebenpunkt gutzuheissen. 

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Urteilsspruch

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil der Einzelrichterin am Strafgericht des Kantons Zug vom 
1. September 2022 hinsichtlich Dispositivziffer 1 (Einstellung des Verfahrens betreffend den 
Vorwurf des unbefugten Aufnehmens von Gesprächen nach Art. 179ter StGB in einem Fall 
[Aufzeichnung des Gesprächs vom 27. Januar 2018]) und Dispositivziffer 5 (Verweisung der 
Zivilforderung des Privatklägers auf den Zivilweg) in Rechtskraft erwachsen ist.

2. Die Berufung der Beschuldigten C.________ wird im Hauptpunkt abgewiesen. 

3. Die Beschuldigte wird des mehrfachen unbefugten Aufnehmens von Gesprächen gemäss 
Art. 179ter StGB schuldig gesprochen. 

4. Sie wird bestraft mit einer Geldstrafe von 25 Tagessätzen zu CHF 30.00, unter Gewährung 
des bedingten Strafvollzugs bei einer Probezeit von zwei Jahren. 

5. Die Kosten des Vorverfahrens und des erstinstanzlichen Gerichtsverfahrens von 
CHF 2'765.00 werden in Bestätigung des erstinstanzlichen Kostenspruchs der Beschuldigten 
auferlegt. 

6. Der Antrag des Privatklägers B.________ auf Ausrichtung einer Entschädigung für die Auf-
wendungen seiner Rechtsvertretung wird abgewiesen. 

7. Die Kosten des Berufungsverfahrens betragen

CHF 3'000.00Entscheidgebühr
CHF 80.00 Auslagen
CHF 3'080.00Total

und werden der Beschuldigten auferlegt.

8. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben wer-
den. Die Beschwerdegründe und die Beschwerdelegitimation richten sich nach den massge-
blichen Bestimmungen des Bundesgerichtsgesetzes (BGG).

          Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang der vollständigen, begründeten Ausferti-
gung an gerechnet, schriftlich, begründet und mit bestimmten Anträgen sowie unter Beilage 
des Entscheids und der Beweismittel (vgl. Art. 42 BGG) beim Schweizerischen Bundesge-
richt, 1000 Lausanne 14, einzureichen.

9. Mitteilung an:
- Staatsanwaltschaft des Kantons Zug, Staatsanwältin lic.iur. A.________
- erbetene Verteidigung, Rechtsanwalt MLaw F.________
- Privatkläger B.________
- Strafgericht des Kantons Zug, Einzelrichterin (zur Kenntnis)
- Gerichtskasse des Kantons Zug (nur im Dispositiv)

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sowie nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälliger Rechtsmittel 
an:

- Zuger Polizei (zur Kenntnis gemäss § 123 GOG)

Obergericht des Kantons Zug 
Strafabteilung

Dr.iur. A. Sidler MLaw F. Eller
Abteilungspräsident Gerichtsschreiber 

versandt am: