# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** db24ff75-d148-50bf-a272-ad5886d38ea8
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-06-19
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 19.06.2019 ZK1 2019 85
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZK1-2019-85_2019-06-19.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

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Entscheid vom 19. Juni 2019

Referenz ZK1 19 85

Instanz I. Zivilkammer 

Besetzung Michael Dürst, Vorsitzende
Pedrotti und Pritzi
Guetg, Aktuar

Parteien X._____
Beschwerdeführerin
vertreten durch Rechtsanwalt MLaw Alexander Egli
Masanserstrasse 35, Postfach 414, 7001 Chur 

Gegenstand fürsorgerische Unterbringung (Ablehnung Entlassungsgesuch)

Anfechtungsobj. Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Nordbün-
den vom 21. Mai 2019, mitgeteilt am 21. Mai 2019 

Mitteilung 26. Juni 2019

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I. Sachverhalt

A. Für X._____ besteht seit dem 11. Mai 2016 eine Massnahme nach Erwach-
senenschutzrecht (Vertretungsbeistandschaft mit umfassender Einkommens- und 
Vermögensverwaltung, Wohnen, Medizin und Gesundheit, öffentliche Verwaltung 
und Versicherungen / Entzug Zugriff auf das Betriebskonto). 

B. Mit Entscheid vom 7. Juni 2018 wurde die Erwachsenenschutzmassnahme 
für X._____ um eine Mitwirkungsbeistandschaft für die folgenden Bereiche erwei-
tert: Kauf auf Rechnung, Voraus- oder Ratenzahlung, Abschluss von Verträgen via 
Internet oder Telefonnetz, Abschluss von Verträgen mit Kreditkartenunternehmun-
gen und Zahlungen mit Kreditkarte sowie Abschluss von Abzahlungs- oder Lea-
singsverträgen.

C. Gestützt auf den Entscheid vom 21. September 2018 war X._____ vom 25. 
September bis 5. Oktober 2018 in der Akutpsychiatrie der Psychiatrischen Dienste 
Graubünden (nachfolgend PDGR) zur stationären Begutachtung fürsorgerisch un-
tergebracht. Das Gutachten von Dr. med. A._____, Fachärztin für forensische 
Psychiatrie und Psychotherapie FMH, ging am 29. Oktober 2018 ein. Weil 
X._____ anlässlich einer Besprechung mit der Kindes- und Erwachsenenschutz-
behörde Nordbünden (nachfolgend KESB) über ihre Pläne zur Durchführung einer 
Entzugsbehandlung informierte, wurde einstweilen von eine fürsorgerischen Un-
terbringung abgesehen. 

D. Nachdem die KESB Kenntnis von einem gegen X._____ verhängten Straf-
befehl erhalten hatte und nach diversen Gesprächen mit ihrer Tante sowie ihrem 
Beistand und der Klinik B._____, wurde X._____ am 19. März 2019 vom instruie-
renden Mitglied der KESB über den geplanten Entscheid einer fürsorgerischen 
Unterbringung angehört. 

E. Mit Entscheid vom 21. März 2019, mitgeteilt am 25. März 2019, ordnete die 
KESB unter anderem die fürsorgerische Unterbringung von X._____ zur Entzugs-
behandlung und persönlichen Betreuung in der Akutpsychiatrie der PDGR (umfas-
send die Stationen D11, D21 und D22 der Klinik C._____) an, unter Beibehaltung 
der behördlichen Entlassungskompetenz.

Mit Bezugnahme auf das Gutachten von Dr. med. A._____ vom 26. Oktober 2018 
erwog die KESB, dass X._____ an einem Abhängigkeitssyndrom (ICD-10 F19.2) 
sowie einer emotional instabilen Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typ (ICD-
10 F60.31) leide. Somatisch seien eine chronische Virushepatitis C, eine chroni-
sche Polyarthritis, rezidivierende Pneumonien und Untergewicht (BMI 15.8) fest-

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gestellt worden. X._____ sei nicht krankheitseinsichtig und erkenne auch keinen 
Behandlungsbedarf. Eine ambulante Behandlung und Betreuung sei weiterhin in-
diziert, jedoch nicht umsetzbar, weil diese von X._____ abgelehnt werde. Eine 
regelmässige Ernährung sei nicht gewährleistet. Es gelinge X._____ im Rausch 
nicht, Gefahren zu erkennen und Hilfe zu holen. Selbständig könne X._____ nicht 
wohnen. Sie benötige eine dauerhafte und unmittelbare Begleitung und Betreu-
ung. Unterbleibe die notwendige Behandlung und Betreuung, sei mit akuten psy-
chischen und somatischen Komplikationen des Störungsbildes zu rechnen mit 
dem Risiko irreversibler Gesundheitsschäden. X._____ habe bislang trotz Kund-
gabe entsprechender Absichten keinen Entzug absolviert und auch sonst keine 
zielführenden Schritte zur Stabilisierung ihrer Lebenssituation unternommen. Sie 
habe sich vielmehr weiterhin Gefahren ausgesetzt und die Unterstützung durch 
ihre Hausärztin bzw. ihren Psychiater verloren. Ein ambulantes Setting sei nicht 
zielführend. Eine Unterbringung in einem betreuenden, stützenden und schützen-
den Rahmen sei unerlässlich. Eine Aufnahme in einer entsprechenden Einrichtung 
setze jedoch einen körperlichen Entzug voraus. Eine Entzugsbehandlung könne in 
der Klinik C._____ durchgeführt werden. Aufgrund der Gesamtumstände könne 
X._____ die notwendige persönliche Fürsorge und Behandlung nur im Rahmen 
einer fürsorgerischen Unterbringung in der Akutpsychiatrie der PDGR gewährt 
werden (vgl. KESB act. 362, S. 2, Ziff. 1). 

F. X._____ wurde gleichentags durch die Kantonspolizei Graubünden der Kli-
nik C._____ zugeführt (KESB act. 375).

G. Mit Email vom 25. März 2019 teilte der Beistand von X._____ der KESB 
mit, dass das D._____ abklären werde, ob für X._____ auf Ende Mai ein Platz frei 
sei. Ein Eintritt sei aber nur möglich, wenn diese keine Benzodiazepine mehr kon-
sumiere. Ein entsprechender Entzug sei jedoch schwierig, sodass ein Eintritt vor-
aussichtlich erst in 6 Wochen stattfinden könne. X._____ sei vor 15 Jahren bereits 
im D._____ zur Behandlung gewesen. Dieses habe sich aber verändert, sodass 
eine vorgängige Besichtigung sinnvoll wäre (KESB act. 373).

H. Während eines Telefongespräches vom 26. März 2019 informierte die 
KESB die PDGR darüber, dass nebst einem Kokain- auch ein Benzodiazepin-
Entzug Voraussetzung für die Aufnahme in das als Anschlusslösung vorgesehene 
D._____ sei (KESB act. 380).

I. Anlässlich eines Telefongespräches vom 16. April 2019 teilte pract. med. 
E._____, Assistenzarzt der PDGR, der KESB mit, dass der Entzug von Kokain 
und Heroin laufen würde, die Proben seit Anfang April negativ seien und sich der 

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Allgemein- und Ernährungszustand verbessert habe. X._____ habe ca. 10-15 kg 
zugenommen und sie sei im Affekt sowie psychischen Zustand bedeutend stabiler. 
X._____ erhalte eine Tagesdosis an Benzodiazepine (ursprünglich 30mg, aktuell 
15mg). Der Entzug werde diesbezüglich vorangetrieben und die Menge sukzessi-
ve reduziert. Der Entzug erfolge im geschlossenen Rahmen. Ausgang erhalte sie 
im begleiteten Rahmen (vgl. KESB act. 390). 

J. Am 26. April 2019 wurde die KESB von der Klinik C._____ darüber infor-
miert, dass X._____ nach einem erlaubten Ausgang nicht mehr in die Klinik 
zurückgekehrt sei (KESB act. 392). X._____ kehrte am 27. April 2019 freiwillig in 
die Klinik zurück (KESB act. 393).

K. Am 2. Mai 2019 teilte das D._____ der KESB telefonisch mit, dass auf Ende 
Mai ein Platz für X._____ frei werden würde. Das D._____ wolle aber die Erfolgs-
chancen eines Aufenthaltes selbst eruieren. Sofern sich X._____ weigere und kei-
ne eigene Motivation habe, sei dies viel vergebene Mühe und Energie für alle Be-
teiligten. Die KESB teilte ihrerseits mit, dass nun ein Standortgespräch mit dem 
Therapeuten, der KESB, dem Beistand etc. geplant werde, um X._____ den Plan 
eines Aufenthaltes in einer Wohngemeinschaft im D._____ zu vermitteln. Eine de-
finitive Zusage über die Aufnahme von X._____ behielt sich das D._____ vor (vgl. 
KESB act. 394). 

L. Mit Email vom 8. Mai 2019 teilte der Beistand von X._____ der KESB mit, 
dass er mit Frau F._____ (Ambulatorium Chur) sowie Frau G._____ (Sozialdienst 
Klinik C._____), verschiedene Anschlusslösungen abgeklärt habe. Dabei habe 
sich gezeigt, dass die Aussichten auf einen Erfolg in einer Therapiestation von 
diesen als sehr gering eingeschätzt würden. Beide würden X._____ schon lange 
kennen. Als etwas besser würden diese die Erfolgschancen im Rahmen eines be-
treuten Wohnens einschätzen. Er habe sich über die ihm empfohlenen Institutio-
nen im Internet erkundigt. Platzanfragen habe er noch keine gestellt, da X._____ 
hierfür zuerst an dem Standortgespräch ein Minimum an Kooperationsbereitschaft 
zeigen müsse (vgl. KESB act. 397). 

M. Mit Gesuch vom 13. Mai 2019 beantragte Rechtsanwalt MLaw Alexander 
Egli namens und im Auftrag von X._____, diese sofort aus der fürsorgerischen 
Unterbringung in der Klinik C._____ zu entlassen; unter Kosten- und Entschädi-
gungsfolge. Begründend führte er an, dass die angeordnete Unterbringung 
gemäss Akten dazu dienen würde, die Beschwerdeführerin durch einen vorgängi-
gen Entzug auf ein Wohnen in betreutem Rahmen vorzubereiten. X._____ sei je-
doch nicht behandlungseinsichtig und lehne die Option eines betreuten Wohnens 

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kategorisch ab. Eine bei Suchterkrankten inhärente Gefahr von Verwahrlosung, 
Selbst- und Fremdgefährdung etc. würde gemäss bundesgerichtlicher Rechtspre-
chung nicht genügen, um eine Zurückbehaltung zu begründen. Im Rahmen des 
Gesuches stellte Rechtsanwalt MLaw Alexander Egli überdies den Antrag, 
X._____ die unentgeltliche Prozessführung und Rechtsverbeiständung zu ge-
währen (KESB act. 404). 

N. Mit Entscheid vom 21. Mai 2019, gleichentags mitgeteilt, erkannte die 
KESB was folgt:

1. Bezüglich fürsorgerischer Unterbringung wird angeordnet:

a. Das Entlassungsgesuch vom 13. Mai 2019 wird abgelehnt;

b. X._____ bleibt zur Entzugsbehandlung und persönlichen Betreuung 
in der Akutpsychiatrie der Psychiatrischen Dienste Graubünden (um-
fassend die Stationen D11, D21 und D22 der Klinik C._____ in Chur) 
untergebracht (Art. 426 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 428 Abs. 1 
ZGB).

2. Betreffend Verfahrenskosten wird verfügt:

a. Die Kosten im Verfahren Überprüfung fürsorgerische Unterbringung 
werden auf Fr. 500.00 festgesetzt. 

b. Auf die Erhebung dieser Kosten wird aufgrund der besonderen Um-
stände verzichtet. 

c. Über den Antrag auf Bestellung von MLaw Alexander Egli als unent-
geltlicher Rechtsbeistand wird in einem separaten Verfahren ent-
schieden.

3. (Kosten)

4. (Mitteilung)

Zunächst wiederholt die KESB in ihrem Entscheid die Gründe, welche bereits dem 
Entscheid vom 21. März 2019 zur fürsorgerischen Unterbringung zugrunde lagen. 
Es sei unbestritten, dass X._____ psychisch schwer krank sei. Sie sei von zahlrei-
chen Substanzen abhängig und es liege eine unbehandelte Persönlichkeitss-
törung vor. Diese Komorbidität führe zu einer hohen gesundheitlichen (körperlich 
wie auch psychisch) sowie einer sozialen Gefährdung (Vereinsamung, Verwahrlo-
sung, Unfallgefahr, Delinquenz). Der langjährige Verlauf zeige eindrücklich, dass 
sich die Situation von X._____ sowohl in medizinischer wie auch psychosozialer 
Hinsicht stets zuspitze. Die fürsorgerische Unterbringung sei zur Behandlung und 
Betreuung angeordnet worden. Es sei von Anfang an geplant gewesen, schrittwei-
se vorzugehen. In einem ersten Schritt solle ein kontrollierter Entzug der Substan-
zen stattfinden, danach die Entwöhnung mit Vorbereitung auf ein Leben ohne 
Drogen, sozialpädagogischer Aufbau von Kompetenzen der Selbstfürsorge und 
schliesslich das Leben ohne Drogen. 

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Ziel sei, die Suchtmittel kontrolliert zu entziehen. Dies sei Bedingung für die Auf-
nahme in einer betreuten Wohnsituation. Der Entzug stelle aber auch die Basis für 
psychotherapeutische bzw. motivierende Massnahmen dar. Die folgenden Phasen 
mit hauptsächlich psychosozialen Zielsetzungen könnten nur nach erfolgreichem 
Abschluss der Entgiftung angegangen werden. Der Entzug sei derzeit noch nicht 
abgeschlossen, weswegen weiterführende Massnahmen noch nicht möglich ge-
wesen seien. Die Massnahme sei X._____ insofern zumutbar, als damit gemäss 
geltenden Regeln der Suchtbehandlung Aussicht auf Erfolg bestehe. Das Lehr-
buch der DGPPN ("Therapie psychischer Erkrankungen", 14. Auflage von 2019) 
empfehle langfristig angelegte, schwerpunktmässig ambulante Therapieprogram-
me, mit Pharmakotherapie und Psychotherapie. Mit ihrem Vorgehen berücksichti-
ge die KESB diese evidenzbasierte Empfehlung. Einzig der Umstand, dass ange-
sichts der sich zuspitzenden Situation ein stationäres, unfreiwilliges Setting ge-
wählt werden musste, weiche davon ab. Einer freiwilligen Behandlung hätte sich 
X._____ aber nicht unterzogen. 

Der vom Gesetzgeber verlangte "ernsthafte gesundheitliche Schaden" sei gutach-
terlich bestätigt worden und bilde sich auch in der sozialen Dysfunktion von 
X._____ schlüssig ab. Der Gesundheitsschaden sei nicht bloss medizinisch, son-
dern bio-psychosozial zu sehen. Eine rein medizinische Sichtweise würde das 
Wesen der komorbiden Erkrankung verkennen. Es sei X._____ eine Unterbrin-
gung mit der Möglichkeit der Behandlung gegen ihren Willen zuzumuten, zumal 
die Wahrscheinlichkeit bestehen würde, dass der Schwächezustand und die dar-
aus resultierenden sozialen Folgen verbessert werden könnten. Der im Zusam-
menhang mit der fürsorgerischen Freiheitsentziehung einhergehende Freiheits-
entzug sei zweifellos sehr schwerwiegend. Aufgrund ihrer Sucht und der Persön-
lichkeitsstörung sei die Freiheit und Selbstbestimmung von X._____ aber bereits 
jetzt schon stark eingeschränkt. In Abwägung der Vor- und Nachteile erscheine 
die Zwangsunterbringung als derzeit einziger Ausweg, andernfalls X._____ ein 
unmittelbarer Rückfall, schwere körperliche und psychische Folgen, Delinquenz, 
fortgesetztes chronisches Leiden, soziale Dysfunktion und Isolation drohen wür-
den. Der Gesetzgeber habe mit Art. 426 ZGB und Art. 434 ZGB auch chronisch 
Kranken eine Behandlung zukommen lassen wollen und ihnen damit die Teilhabe 
am sozialen Leben ermöglichen wollen. Liesse man eine fürsorgerische Unter-
bringung nur in Fällen akuter Selbstgefährdung im rein medizinischen Sinne zu, 
erhielten sehr viele Betroffene keine Hilfe. Denn dadurch würden nur zeitlich dring-
liche, kurzfristige Behandlungen ermöglicht, langdauernde und schwerwiegende 
ohne zeitliche Dringlichkeit wie im vorliegenden Fall jedoch nicht. Die fürsorgeri-
sche Unterbringung sei folglich aufrecht zu erhalten.

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O. Gegen diesen Entscheid liess X._____ (nachfolgend Beschwerdeführerin), 
vertreten durch Rechtsanwalt MLaw Alexander Egli, mit Eingabe vom 27. Mai 
2019 Beschwerde ans Kantonsgericht von Graubünden erheben, mit den folgen-
den Anträgen:

1. Der angefochtene Entscheid der Kollegialbehörde KESB Nordbünden 
vom 21. Mai 2019 betreffend Ablehnung des Entlassungsgesuchs vom 
13. Mai 2019 sei vollumfänglich aufzuheben und die Beschwerdeführe-
rin sei umgehend aus der fürsorgerischen Unterbringung zu entlassen.

2. Unter voller gerichtlicher und aussergerichtlicher Kosten- und Ent-
schädigungsfolge zuzüglich 7.7% MWST zu Lasten des Staats.

Im Wesentlichen wird darin ausgeführt, dass keine konkrete Selbstgefährdung 
bestehe und schon daher die Voraussetzungen für eine fürsorgerische Unterbrin-
gung fehlen würden. Eine Aussicht auf eine eigentliche Besserung sei nicht gege-
ben. Die suchtkranke Beschwerdeführerin verschliesse sich dem Entzug und wei-
teren Entzugsbehandlungen, da sie bereits alles versucht habe, und sich selbst 
als austherapiert betrachte. So sei sie bereits über 50 Mal ohne Erfolg behandelt 
worden. Bei dieser Ausgangslage erweise sich der Unterbringungsentscheid als 
sinnlos (vgl. act. A.1). 

P. In ihrer Beschwerdeantwort vom 29. Mai 2019 beantragte die KESB die 
kostenfällige Abweisung der Beschwerde und verzichtete sowohl auf eine einläss-
liche Beschwerdeantwort als auch auf die Teilnahme an einer allfälligen Hauptver-
handlung.

Q. Mit prozessleitender Verfügung vom 3. Juni 2019 betraute der Vorsitzende 
der I. Zivilkammer Dr. med. H._____, Facharzt Psychiatrie und Psychotherapie 
FMH, mit der Begutachtung der Beschwerdeführerin. Das Kurzgutachten habe 
sich insbesondere über den Gesundheitszustand sowie die Notwendigkeit der für-
sorgerischen Unterbringung zu äussern (vgl. act. D.2).

R. Mit Schreiben vom 5. Juni 2019 übermittelte die KESB dem Vorsitzenden 
der I. Zivilkammer eine Aktennotiz betreffend ein Standortgespräch vom 29. Mai 
2019 (vgl. act. D.3 und D.3.1). 

S. Am 6. Juni 2019 übermittelte Dr. med. H._____ dem Kantonsgericht von 
Graubünden sein Kurzgutachten. Darin kommt er im Wesentlichen zum Schluss, 
dass bei der Beschwerdeführerin eine ausgeprägte Suchterkrankung, kompliziert 
durch eine Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typ, vorliege. Zum Zeitpunkt 
der Untersuchung habe aber weder eine akute Fremd- noch Selbstgefährdung 
bestanden. Im bestehenden Rahmen erscheine eine fürsorgerische Unterbringung 
zum Zweck der Verhinderung einer erneuten deutlichen Verschlechterung des 

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Gesundheitszustandes dienlich, nicht aber im Sinne einer Therapie. Eine erfolg-
reiche Therapie sei nur in Kooperation mit der Beschwerdeführerin möglich (act. 
C.1). 

T. Der Vorsitzende der I. Zivilkammer des Kantonsgerichts von Graubünden 
teilte der KESB mit Schreiben vom 13. Juni 2019 mit, dass vor dem Hintergrund 
der gutachterlichen Schlussfolgerungen eine recht hohe Wahrscheinlichkeit der 
Entlassung der Beschwerdeführerin bestehen würde. Die KESB werde daher um 
erneute Prüfung der Entlassung ersucht (act. D.5). 

U. Mit Eingabe vom 14. Juni 2019 nahm die KESB zur Frage der Entlassung 
Stellung (act. A.4). 

V. Die Verhandlung vor der I. Zivilkammer des Kantonsgerichts von Graubün-
den fand am 19. Juni 2019 statt. Infolge ferienbedingter Abwesenheit des Kan-
tonsgerichtspräsidenten, Dr. iur. Norbert Brunner, amtet Kantonsgerichtsvizeprä-
sidentin, Ursula Michael Dürst, als Vorsitzende der I. Zivilkammer. Das Entscheid-
dispositiv wurde den Parteien gleichentags vorzeitig zugestellt (act. F.1). 

W. Auf die weiteren Ausführungen in den Akten, im angefochtenen Entscheid 
sowie in den Rechtsschriften wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Er-
wägungen eingegangen. 

II. Erwägungen

1. Die Beschwerdeführerin wendet sich mit ihrer Eingabe vom 27. Mai 2019 
gegen den Entscheid der KESB vom 21. Mai 2019, mitgeteilt am 25. Mai 2019, mit 
welchem ihr Gesuch um Entlassung aus der behördlich angeordneten fürsorgeri-
schen Unterbringung abgewiesen worden war (vgl. act. B.2 und 3). Hierfür steht 
ihr gemäss Art. 450 in Verbindung mit Art. 60 Abs. 1 des Einführungsgesetzes 
zum Zivilgesetzbuch (EGzZGB; BR 210.100) das Rechtsmittel der Beschwerde 
ans Kantonsgericht von Graubünden offen. Die zehntägige Beschwerdefrist wurde 
eingehalten (vgl. Art. 450b Abs. 2 ZGB). Die zur Anfechtung erforderliche Be-
schwer der Beschwerdeführerin ist ohne weiteres anzunehmen (Art. 450 Abs. 2 
Ziff. 1 ZGB). Die weiteren formellen Eintretensvoraussetzungen geben zu keinen 
Bemerkungen Anlass, so dass auf die Beschwerde einzutreten ist. 

2.1. Das Verfahren vor der gerichtlichen Beschwerdeinstanz richtet sich nach 
Art. 450a ff. ZGB. Zu beachten sind sodann die allgemeinen Verfahrensgrundsät-
ze des erstinstanzlichen Verfahrens (Art. 443 ff. ZGB), die auch im Verfahren vor 
der gerichtlichen Beschwerdeinstanz anwendbar sind, soweit das Gesetz in den 

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Art. 450 ff. ZGB keine abweichenden Vorschriften enthält (Daniel Steck, in: Gei-
ser/Reusser [Hrsg.], Basler Kommentar zum Erwachsenenschutz, Basel 2012, 
N 13 zu Art. 450 ZGB). Dies gilt namentlich für die in Art. 446 ZGB verankerte un-
eingeschränkte Untersuchungs- und Offizialmaxime und das an gleicher Stelle 
festgeschriebene Prinzip der Rechtsanwendung von Amtes wegen. Der Anwen-
dungsbereich dieser zentralen Verfahrensgrundsätze bezieht sich auf sämtliche 
Verfahren vor der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde und erstreckt sich – 
wenn auch teilweise in abgeschwächter Form – nach dem Grundsatz der Einheit 
des Prozesses auch auf die Verfahren vor der gerichtlichen Beschwerdeinstanz 
(Christoph Auer/Michèle Marti, in: Geiser/Reusser [Hrsg.], Basler Kommentar zum 
Erwachsenenschutz, Basel 2012, N 1 zu Art. 446 ZGB m.w.H.). Aus Art. 
450a ZGB wie auch aus Art. 5 Ziff. 4 der Konvention zum Schutze der Menschen-
rechte und Grundfreiheiten (EMRK; SR 0.101) ergibt sich schliesslich, dass das 
Gericht Tat- und Rechtsfragen wie auch die Angemessenheit frei überprüft und 
ihm von Bundesrechts wegen volle Kognition zukommt. 

2.2. Das Gesetz schreibt ausdrücklich vor, dass das Gericht aufgrund eines 
Gutachtens entscheiden muss, wenn die betroffene Person an einer psychischen 
Störung leidet (Art. 450e Abs. 3 ZGB). Das Gutachten muss von einer unabhängi-
gen, im laufenden Verfahren noch nicht involvierten sachverständigen Person er-
stellt werden und in dem Sinne aktuell sein, dass es sich zu den sich im gerichtli-
chen Verfahren stellenden Fragen äussert (Thomas Geiser/Mario Etzensberger, 
in: Geiser/Reusser[Hrsg.], Basler Kommentar zum Erwachsenenschutz, Basel 
2012, N 11 zu Art. 439; BGE 143 III 189 E. 3.3.). Mit dem Kurzgutachten vom 6. 
Juni 2019 von Dr. med. H._____, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie 
FMH, welcher die Beschwerdeführerin am 5. Juni 2019 persönlich untersuchte, 
wurde dieser Vorgabe Genüge getan.

2.3. Gemäss Art. 450e Abs. 4 Satz 1 ZGB muss die gerichtliche Beschwerdein-
stanz die betroffene Person in der Regel als Kollegium anhören, was faktisch 
zwingend zur Durchführung einer mündlichen Hauptverhandlung führt (vgl. Chri-
stof Bernhart, Handbuch der fürsorgerischen Unterbringung, Basel 2011, N 848 f.). 
Mit der Durchführung der mündlichen Hauptverhandlung am 19. Juni 2019 wurde 
diese Vorgabe umgesetzt. Da die Beschwerdeführerin anwaltlich vertreten ist, 
muss die Einsetzung einer Vertretung gemäss Art. 450e Abs. 4 Satz 2 ZGB nicht 
geprüft werden.

3. Gemäss Art. 426 Abs. 1 ZGB darf eine Person, welche an einer psychi-
schen Störung oder an einer geistigen Behinderung leidet oder verwahrlost ist, in 
einer geeigneten Einrichtung untergebracht werden, wenn die nötige Behandlung 

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oder Betreuung nicht anders erfolgen kann. Die Belastung und der Schutz von 
Angehörigen und Dritten sind zu berücksichtigen (Abs. 2). Die betroffene Person 
wird entlassen, sobald die Voraussetzungen der Unterbringung nicht mehr erfüllt 
sind (Abs. 3; vgl. E. 4. ff.). Die Massnahme gelangt zur Anwendung, wenn eine 
Person der persönlichen Fürsorge oder Pflege bedarf (vgl. Thomas Geiser/Mario 
Etzensberger, a.a.O., N 6 vor Art. 426-439 ZGB). Die fürsorgerische Unterbrin-
gung dient dem Schutz der betroffenen Person und nicht der Umgebung (vgl. dazu 
Botschaft zur Änderung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches [Erwachsenen-
schutz, Personenrecht und Kindesrecht] vom 28. Juni 2006, BBl 2006 7001, 
S. 7062). Erste gesetzliche Voraussetzung für eine Anordnung der Massnahme ist 
einer der drei abschliessend genannten Schwächezustände: Psychische Störung, 
geistige Behinderung oder schwere Verwahrlosung. Erforderlich ist sodann eine 
sich aus dem Schwächezustand ergebende Notwendigkeit der Behandlung bezie-
hungsweise Betreuung. Eine weitere Voraussetzung ist, dass der Person die nöti-
ge Behandlung oder Betreuung nicht auf andere Weise als durch eine Einweisung 
beziehungsweise Zurückbehaltung in einer Einrichtung gewährt werden kann. Ge-
setzlich verlangt ist schliesslich eine geeignete Einrichtung (vgl. Urteil des Bun-
desgerichts 5A_228/2016 vom 11. Juli 2016, E. 3.1). Die genannten Vorausset-
zungen bedingen sich gegenseitig und sind nur in ihrem Zusammenhang ver-
ständlich. Der Schwächezustand allein vermag eine fürsorgerische Unterbringung 
nie zu rechtfertigen, sondern immer nur zusammen mit der Notwendigkeit einer 
Behandlung oder Betreuung. Selbst bei Vorliegen einer solchen ist die freiheitsbe-
schränkende Unterbringung aber nur gesetzeskonform, wenn der Zweck der Un-
terbringung nicht mit einer milderen Massnahme erreicht werden kann (Verhält-
nismässigkeitsprinzip) und die Unterbringung für den angestrebten Zweck auch 
tauglich ist (vgl. Thomas Geiser/Mario Etzensberger, a.a.O., N 7 zu Art. 426 ZGB). 
Der Grundsatz der Verhältnismässigkeit verlangt ausserdem, dass eine fürsorgeri-
sche Unterbringung nur verfügt werden darf, wenn und solange mit einer konkre-
ten Selbst- oder Fremdgefährdung von einem gewissen Ausmass zu rechnen ist. 
So hat das Bundesgericht festgehalten, dass es für die Beurteilung des Behand-
lungs- bzw. Betreuungsbedarfs wesentlich sei, mit welcher konkreten Gefahr für 
die Gesundheit oder das Leben der betroffenen Person bzw. von Dritten zu rech-
nen sei, wenn die Behandlung der gutachterlich festgestellten Krankheit bzw. die 
Betreuung unterbliebe (vgl. BGE 140 III 101 E. 6.2.2 und 140 III 105 E. 2.4 mit 
Verweisen auf die Urteile des Bundesgerichts 5A_312/2007 vom 10. Juli 2007, E. 
2.3, und 5A_288/2011 vom 19. Mai 2011, E. 5.3).

4. Einweisungsentscheide gestützt auf Art. 426 ZGB erwachsen nie in materi-
elle Rechtskraft. Der Gesetzgeber hat überdies bewusst auf eine Befristung der 

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von der KESB angeordneten Unterbringung verzichtet, weil Art. 426 Abs. 3 ZGB 
die oberste zeitliche Grenze für die Zurückbehaltung bestimmt: Die Entlassung 
muss erfolgen, sobald die Voraussetzungen für eine Unterbringung nicht mehr 
gegeben sind (Art. 426 Abs. 3 ZGB). Eine betroffene Person kann entsprechend 
jederzeit ein Gesuch um Entlassung stellen (vgl. Art. 426 Abs. 4 ZGB). Art. 426 
Abs. 3 ZGB weicht in doppelter Hinsicht vom früheren Recht ab. Zum einen ist die 
Voraussetzung nicht mehr, dass der Zustand der betroffenen Person die Entlas-
sung erlaubt. Zum anderen wird die Rechtsfolge nicht mit "muss" umschrieben, 
sondern passiv. Mit der neuen Umschreibung der Voraussetzungen wollte der Ge-
setzgeber eine restriktivere Formulierung als das frühere Recht wählen und der 
sog. Drehtürpsychiatrie entgegen wirken (vgl. Botschaft, a.a.O., 7036 f.; Thomas 
Geiser/Mario Etzensberger, a.a.O., N 44 zu Art. 426 ZGB). Ob die Formulierung 
allerdings tatsächlich restriktiver ist, darf bezweifelt werden. Sinnvoll ist demge-
genüber zweifellos, dass die Entlassung immer dann zu unterbleiben hat, wenn 
die Voraussetzungen für eine Einweisung gegeben sind. Der Entscheid über die 
Entlassung ist anhand der Lage des Betroffenen im aktuellen Zeitpunkt zu be-
stimmen (Thomas Geiser/Mario Etzensberger, a.a.O., N 44 zu Art. 426 ZGB). Ent-
sprechend hat auch die Beschwerdeinstanz auf den zum Entscheidzeitpunkt aktu-
ellen Zustand abzustellen (vgl. Peter Breitschmid/Isabel Matt, in: Breit-
schmid/Jungo [Hrsg.] Kommentar zum Schweizer Privatrecht, 3. Auflage, Zürich 
2016, N 8 zu Art. 426 ZGB). Bei der Beurteilung der Entlassungsfrage hat 
schliesslich eine Interessenabwägung im Hinblick auf den Zweck der fürsorgeri-
schen Unterbringung, nämlich die Wiedererlangung der Selbständigkeit und der 
Eigenverantwortung im Entlassungszeitpunkt vorgenommen zu werden (vgl. Tho-
mas Geiser/Mario Etzensberger, a.a.O., N 45 zu Art. 426 ZGB).

5.1. Zunächst ist zu prüfen, ob bei der Beschwerdeführerin einer der im Gesetz 
genannten Schwächezustände vorliegt, welche die persönliche Fürsorge notwen-
dig machen. Die psychische Störung umfasst die anerkannten Krankheitsbilder 
der Psychiatrie, d.h. Psychosen und Psychopathien, seien sie körperlich begründ-
bar oder nicht (vgl. Botschaft, a.a.O., S. 7062). Psychische Störung ist ein Begriff 
des Rechts, der sich aber auf die medizinische Terminologie abstützt. Der Begriff 
ist aus der modernen Medizin entnommen und entspricht der Klassifikation der 
WHO (ICD; International Classification of Disturbances [vgl. Thomas Geiser/Mario 
Etzensberger, a.a.O., N 15 f. zu Art. 426 ZGB]).

5.2. Sowohl das Gutachten vom 26. Oktober 2018 (vgl. KESB act. 293/1, S. 43, 
Frage 7.1.) als auch das Kurzgutachten vom 6. Juni 2019 (act. C.1, S. 4, Ziff. 6) 
diagnostizieren der Beschwerdeführerin übereinstimmend insbesondere psychi-

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sche und Verhaltensstörungen durch multiplen Substanzgebrauch, Abhängigkeits-
syndrom mit ständigem Substanzgebrauch (ICD-10 F19.25) sowie eine emotional 
instabile Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typ (ICD-10 F60.31). Die gestell-
ten Diagnosen werden von der Beschwerdeführerin soweit ersichtlich nicht in Ab-
rede gestellt. Vor diesem Hintergrund bestehen auf Seiten der Beschwerdeführe-
rin zwei Schwächezustände i.S.v. Art. 426 ZGB (psychische Störungen). 

5.3.1. Eine weitere kumulative Voraussetzung für eine fürsorgerische Unterbrin-
gung ist die sich aus diesem Schwächezustand ergebende Notwendigkeit einer 
Behandlung bzw. Betreuung. Der Grundsatz der Verhältnismässigkeit verlangt 
weiter, dass eine fürsorgerische Unterbringung nur verfügt bzw. nur solange auf-
rechterhalten werden darf, als mit einer konkreten Selbst- oder Fremdgefährdung 
von einem gewissen Ausmass zu rechnen ist. So hat das Bundesgericht festge-
halten, dass es für die Beurteilung des Behandlungs- bzw. Betreuungsbedarfs we-
sentlich sei, mit welcher konkreten Gefahr für die Gesundheit oder das Leben der 
betroffenen Person bzw. von Dritten zu rechnen sei, wenn die Behandlung der 
gutachterlich festgestellten Krankheit bzw. die Betreuung unterbleibe (vgl. BGE 
140 III 101 E. 6.2.2 sowie BGE 140 III 105 E. 2.4 mit Verweisen auf die Bundesge-
richtsurteile 5A_312/2007 vom 10. Juli 2007 E. 2.3 und 5A_288/2011 vom 19. Mai 
2011 E. 5.3). Für eine Unterbringung muss die Gefahr gegenwärtig sein, d.h. 
Schäden müssen drohen, wenn keine Freiheitsentziehung erfolgt. Die Gegenwär-
tigkeit der Gefahr ist dabei gegeben, wenn ein schadenstiftendes Ereignis unmit-
telbar bevorsteht. Ebenso muss für eine Unterbringung eine erhebliche Gefahr 
ausgewiesen werden (Christof Bernhart, a.a.O., N 386 ff.).

5.3.2. Die KESB hielt in ihrem Entscheid vom 21. Mai 2019 pauschal fest, dass 
insbesondere die komorbid auftretenden psychischen Störungen bei der Be-
schwerdeführerin zu einer hohen gesundheitlichen (körperlich und psychisch) so-
wie sozialen Gefährdung (Vereinsamung, Verwahrlosung, Unfallgefahr, Delin-
quenz) führen würde. Der langjährige Verlauf zeige eindrücklich, dass die Be-
schwerdeführerin nicht in der Lage sei, ihre Situation zu ändern. Die Lage habe 
sich vielmehr sowohl in medizinischer als auch psychosozialer Hinsicht stets zu-
gespitzt. Der ernsthafte gesundheitliche Schaden liege zweifellos vor. Er sei im 
medizinischen Sinne gutachterlich bestätigt und bilde sich auch in der sozialen 
Dysfunktion der Beschwerdeführerin schlüssig ab. Der Gesundheitsschaden sei 
nicht bloss medizinisch, sondern bio-psychosozial zu sehen. Eine rein medizini-
sche Sichtweise, welche auf Suizidalität oder sonstige unmittelbare somatische 
oder psychische Folgen fokussiere, würde das Wesen der komorbiden Erkrankung 
verkennen. Die Beschwerdeführerin sei nicht in der Lage, alleine zu wohnen.

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5.3.3. Die schon von der KESB beauftragte Gutachterin, Dr. med. A._____, führte 
hinsichtlich der Frage nach konkreten Gefahren bei Unterbleiben einer Behand-
lung aus, dass mit erneuten akuten psychischen Komplikationen des Störungsbil-
des der Beschwerdeführerin zu rechnen sei, wobei stationäre Kriseninterventionen 
und Akutbehandlungen (ca. im Monatsabstand) zu erwarten seien. Es bestünde 
jedes Mal die Gefahr, dass es bei der Beschwerdeführerin vor Erreichen der me-
dizinischen Hilfe zu irreversiblen Gesundheitsschädigungen kommen könne. Als 
Beispiele nennt sie Schädel-Hirn-Traumata durch Sturzgeschehen bzw. Einwir-
kung Dritter, Intoxikation, Schädigung von peripheren Nerven bei Fehllagerung im 
intoxikierten Zustand oder schwerwiegende Infektionserkrankungen (z.B. HIV). 
Eine Fremdgefährdung sei weniger wahrscheinlich, jedoch nicht auszuschliessen. 
Eine mittelfristige Gefahr sei darin zu erkennen, dass bei Fortsetzung der aktuel-
len Situation eine zunehmende körperliche und soziale Schädigung mit Invalidität, 
Vereinsamung und Verwahrlosung eintreten könne (vgl. KESB act. 293/1, S. 45, 
Ziff. 7.7.). 

5.3.4. Im Kurzgutachten vom 6. Juni 2019 hält Dr. med. H._____ fest, dass zum 
Untersuchungszeitpunkt weder eine akute Fremd- noch Selbstgefährdung bestan-
den habe. Eine Selbstgefährdung bestehe jedoch insofern, als dass mit an Si-
cherheit grenzender Wahrscheinlichkeit angenommen werden könne, dass die 
Patientin ohne den schützenden Rahmen wieder in das von ihr hinlänglich be-
kannte Muster zurückfallen werde, was mit dem Risiko von erneuten körperlichen 
Schäden durch den Drogenkonsum und dessen Folgen verbunden sei (vgl. act. 
C.1, S. 5).

5.3.5. Die Beschwerdeinstanz konnte sich anlässlich der Verhandlung vom 19. 
Juni 2019 von der Beschwerdeführerin ein Bild machen. Diese erschien in einem 
bewusstseinsklaren Zustand. Die ihr gestellten Fragen konnte sie adäquat beant-
worten. Die Beschwerdeführerin erschien angemessen gekleidet und in einem 
gepflegten Zustand. Auch wenn sie bei ihren Ausführungen teilweise in einen 
leicht angeregten Zustand verfiel, konnte die Beschwerdeinstanz keine von ihr 
ausgehende Gefahr, weder für sich selbst noch für Dritte, erkennen. Die Be-
schwerdeführerin ist zwar sehr schlank (wohl ca. 52 kg), doch liegt kein akut unte-
rernährter Zustand wie zum Zeitpunkt ihrer Einweisung vor (BMI von wohl gegen 
15.8 [vgl. angefochtener Entscheid, S. 2, 1. Absatz; act. C.1, S. 3, Ziff. 4). Insge-
samt wies die Beschwerdeführerin – soweit die Beschwerdeinstanz dies beurteilen 
kann – einen guten und stabilen Allgemeinzustand auf. Bei dieser Ausgangslage 
kann nicht (mehr) auf die geforderte konkrete, unmittelbare und erhebliche Fremd- 
bzw. Selbstgefährdung geschlossen werden.

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Das gutachterlich festgestellte hohe Rückfallrisiko ausserhalb eines engmaschi-
gen Betreuungssettings mit einhergehender psychischer wie auch medizinischer 
Zustandsverschlechterung kann nicht wegdiskutiert werden (vgl. act. C.1, S. 5; 
KESB act. 293/1, S. 45 Ziff. 7.7.). Greift die Beschwerdeführerin wieder zu Drogen 
bzw. Medikamenten, dürfte unweigerlich – wenn auch über eine gewisse Zeit-
spanne hinweg – ein erheblicher Gewichtsverlust resultieren. Die bisherige Bio-
graphie der Beschwerdeführerin mit gut 50 (teilweise auf freiwilliger Basis erfolg-
ten) stationären Behandlungen erhärtet diese Annahme. Die Gefahr einer Zu-
standsverschlechterung im Falle ihrer Entlassung, insbesondere infolge Drogen-
konsums, stellt im Allgemeinen aber keinen genügenden Betreuungs- bzw. Be-
handlungsbedarf dar (vgl. Urteile des Obergerichts Zürich PA180018 vom 6. Juni 
2019 E. 4.4.3.; PA130019 vom 13. Juni 2013 E. II./4.3.1.; vgl. auch das Urteil des 
Bundesgerichts 5A_288/2011 vom 19. Mai 2011, E. 5.3.). Auch eine fürsorgeri-
sche Unterbringung bei Suchtkranken setzt wie bei jeder psychischen Störung 
voraus, dass eine konkrete Gefahr für die Gesundheit der betroffenen Person bzw. 
Dritter besteht, wenn deren Behandlung bzw. die Betreuung unterbleibt (Urteil des 
Bundesgerichts 5A_189/2013 vom 11. April 2013 E. 2.2. und 2.3.). Dass Drogen-
konsum und Medikamentenmissbrauch die Gesundheit schädigen und zu einer 
gewissen Selbstvernachlässigung führen können, braucht nicht vertieft zu werden. 
Ebenso wenig die während eines Rauschzustandes akzentuierte Gefahr von Ver-
letzungen. Die blosse Tendenz aber zu ungesunden oder illegalen Tätigkeiten so-
wie den damit einhergehenden Folgen vermag indes keine Schutzbedürftigkeit im 
Sinne von Art. 426 ZGB zu begründen. Ein den Anforderungen genügender 
Schutzbedarf lässt sich nämlich nicht schon aus der Gefahr ableiten, dass es wie-
der zu ähnlichen Vorfällen kommen könnte wie vor der Einweisung. 

5.4.1. Fehlt es an der vorausgesetzten Schutzbedürftigkeit der Beschwerdeführe-
rin, so ist die Verhältnismässigkeit der Massnahme grundsätzlich ohne weiteres zu 
verneinen und die untergebrachte Person wäre mangels Voraussetzungen aus der 
Unterbringung zu entlassen (vgl. aber nachfolgend). 

5.4.2. Wie angedeutet, sollte mit der die Entlassung regelnde Formulierung des 
neuen Art. 426 Abs. 3 ZGB der sog. Drehtürpsychiatrie entgegen gewirkt werden 
(vgl. Botschaft Erwachsenenschutz, a.a.O., S. 7063). Der Patient soll die Klinik 
nicht bereits verlassen können, sobald die akute Krise, die zur Einweisung geführt 
hat, vorüber ist; vielmehr ist eine gewisse Zeit für die Stabilisierung des Gesund-
heitszustands oder für die Organisation der notwendigen Betreuung ausserhalb 
der Einrichtung erforderlich, da ansonsten in Kürze wieder eine Einweisung in die 
Klinik nötig wird (Hermann Schmid, Kommentar Erwachsenenschutz, Zürich 2010, 

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N 17 zu Art. 426 ZGB; vgl. auch Bernhart, a.a.O., N 399 f.). Im Hinblick auf den 
Zweck der fürsorgerischen Unterbringung, nämlich die Wiedererlangung der 
Selbständigkeit und der Eigenverantwortung im Entlassungszeitpunkt, ist eine In-
teressenabwägung vorzunehmen. So kann es im Einzelfall für eine Entlassung 
nicht genügen, dass eine Person bereits wieder in der Lage wäre, für sich selber 
zu sorgen, wenn mit einem Rückfall zu rechnen ist und eine nur noch kurze Wei-
terführung der Therapie in der Anstalt zu einer anhaltenden Besserung führen 
könnte. Eine kurze Verzögerung der Entlassung ist auch zulässig, um die Nachbe-
treuung zu organisieren, wenn die betroffene Person ohne eine solche durch die 
Entlassung Schaden nehmen würde (Thomas Geiser/Mario Etzensberger, a.a.O., 
N 45 zu Art. 426 ZGB). Vor diesem Hintergrund erhellt, dass die Tatsache, dass 
die Beschwerdeführerin keine Schutzbedürftigkeit im Sinne des Gesetzes auf-
weist, nicht grundsätzlich gegen die Intention der Vorinstanz spricht. Die KESB 
wies diesbezüglich offen auf ihr erklärtes Ziel einer nachhaltigeren Veränderung 
der Lebensumstände der Beschwerdeführerin hin. Die Beschwerdeführerin solle 
nicht bloss einen Entzug durchführen. Vielmehr sei ein mehrstufiges Vorgehen 
geplant. In einem ersten Schritt solle mittels der angeordneten stationären Mass-
nahme die Drogenabstinenz der Beschwerdeführerin erzielt werden. Diese bilde 
sodann Grundlage zum Eintritt in eine (Therapie-)Institution sowie eine betreute 
Wohnform, um eine Behandlung ihrer Drogenabhängigkeit sowie ihrer Persönlich-
keitsstörung zu unterstützen (vgl. act. A. 4, S. 1). 

5.4.3. Die Intention der KESB ist achtenswert. Doch darf bei soviel gutem Willen 
das Augenmass nicht verloren gehen, was eine Würdigung der Eignung einer 
Weiterführung der Massnahme voraussetzt. Wie dargelegt, soll die angeordnete 
fürsorgerische Unterbringung in einem ersten Schritt den Entzug gewährleisten, 
damit die Beschwerdeführerin sodann in einer Institution ihre Drogenabhängigkeit 
weiter therapieren und sich mit der Persönlichkeitsstörung auseinanderzusetzen 
kann, was schlussendlich im Eintritt in eine betreute Wohnform münden soll (vgl. 
act. A. 4, S. 1). 

Bereits fraglich erscheint nun, ob der beabsichtigte Entzug in der Station D11 der 
Klinik C._____ bewerkstelligt werden kann, war es der Beschwerdeführerin doch 
bislang offensichtlich möglich, weiterhin Drogen bzw. Medikamente unbefugt zu 
beschaffen und zu konsumieren (vgl. act. C.1, S. 2). Gemäss Angaben der Be-
schwerdeführerin könne sie erst seit drei Wochen nicht mehr unbefugt Drogen 
bzw. Medikamente beschaffen, weil sie auf ihrem Zimmer isoliert worden sei (vgl. 
act. F.3, S. 2). Es kann den Ausführungen der Beschwerdeführerin entnommen 
werden, dass sie keine grossen Hoffnungen in eine herkömmliche Drogentherapie 

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setzt, erachtet sie sich selbst doch nach vier abgeschlossenen Behandlungen als 
austherapiert. Einzig eine Behandlung bei Dr. I._____ erachtet sie als zielführend 
(vgl. act. F.3, S. 2 und 3). Dass Entgiftungen bei der Beschwerdeführerin bislang 
nicht fruchteten, ergibt sich ohne weiteres aus ihrer Biographie und den bisherig 
durchgeführten Entzügen mit dem bekannten Ergebnis. Besteht jedoch keinerlei 
Aussicht auf eine eigentliche Besserung, erscheint die Weiterführung der Unter-
bringung von Suchtkranken, die in solchen Fällen grundsätzlich nur die vorüber-
gehende Ausnüchterung bzw. körperlicher Entzug sicherstellen kann, lediglich in 
einer ersten Phase als gerechtfertigt (vgl. AGVE 1982, S. 130 ff.). Dies aber eben-
falls nur dann, wenn wenigstens eine vertretbare Hoffnung besteht, dass der Ent-
zug die betroffene Person für eine weitergehende Behandlung motivieren würde. 
Aufgrund der Ausführungen der Beschwerdeführerin kann letzteres negiert wer-
den. Im Rahmen einer fürsorgerischen Unterbringung erweist sich die Beschwer-
deführerin entsprechend als nicht entzugswillig, sodass der angestrebte Zweck 
des längerfristigen Entzuges mit entsprechender Besserung ihres Zustandes 
durch die Unterbringung schlicht nicht erreichbar ist, was denn auch Dr. med. 
H._____ in seinem Gutachten ausführt (vgl. act. C.1, S. 5). Folglich ist auch durch 
eine kurzzeitige Weiterführung der Unterbringung nicht mit einer nachhaltigeren 
Besserung zu rechnen. 

Die Beschwerdeführerin zeigt sich indes insoweit entzugswillig, als es ihrem aus-
drücklich erklärten Ziel entspricht, sich von Dr. I._____ behandeln zu lassen, wel-
cher angeblich bereits drei Freunde der Beschwerdeführerin "geheilt" habe (vgl. 
act. F.3, S. 2). Eine entsprechende Entzugstherapie scheint nunmehr auch vom 
Beistand der Beschwerdeführerin unterstützt zu werden, welcher deren Möglich-
keit offenbar abklärt (vgl. act. D.3.1).

5.4.4. Durch die fürsorgerische Unterbringung soll die Grundlage geschaffen wer-
den, die Beschwerdeführerin nach erfolgtem Entzug einer Therapie sowie einer 
betreuten Wohnform zuzuführen (vgl. angefochtener Entscheid vom 21. Mai 
2019). Es gilt jedoch zu konstatieren, dass die Beschwerdeführerin in den gut drei 
Monaten in der Klinik weder behandelt worden war (vgl. act. F.3, S. 2), noch eine 
adäquate Anschlusslösung gefunden werden konnte. Zwar führte der Beistand 
Gespräche mit dem D._____. Diesbezüglich wurde jedoch festgehalten, dass eine 
Aufnahme nur stattfinden würde, wenn sich die Beschwerdeführerin dem Eintritt 
nicht völlig verweigern würde (vgl. KESB act. 394). Gleiches ist wohl auch in Be-
zug auf die übrigen Institutionen festzuhalten, die vom Beistand als mögliche Al-
ternativen eruiert, aber noch nicht angeschrieben wurden. Sämtliche Institutionen 
würden gemäss Auskunft des Beistandes ein Minimum an Kooperationsbereit-

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schaft voraussetzen, wobei verschiedene Stellen (Klinik C._____) die Aussichten 
auf Erfolg in einer Therapiestation als sehr gering einschätzen würden (vgl. KESB 
act. 397). Aus dem bisherigen Verhalten der Beschwerdeführerin sowie ihren Aus-
sagen vor dem Gutachter und anlässlich der Hauptverhandlung vom 19. Juni 2019 
ist darauf zu schliessen, dass sie eine Anschlusslösung, wie sie von der KESB 
beabsichtigt wird, wie bis anhin konsequent ablehnen wird (vgl. act. F.3, S. 2; act. 
C.1, S. 3, Ziff. 3). Explizit bestritt die Beschwerdeführerin denn auch den Vermerk 
in der Aktennotiz zum Standortgespräch vom 29. Mai 2019, wonach sie einen Ein-
tritt in ein betreutes Wohnen befürworten würde (act. D.3.1 in fine). Ihr Rechtsan-
walt bestätigte anlässlich der Hauptverhandlung, dass diese Notiz falsch sei (vgl. 
act. F.3, S. 5). Auch wenn es wünschenswert wäre, dass sich die offenkundig be-
handlungs- und betreuungsbedürftige Beschwerdeführerin freiwillig in Therapie 
begeben würde, um ihre Erkrankung behandeln zu lassen, erscheint das Vorge-
hen der KESB vorliegend nicht zielführend. Aus dem vorstehend Gesagten erhellt 
nämlich, dass eine adäquate Nachfolgelösung (stationäre Therapie / betreutes 
Wohnen) infolge fehlender Kooperationsbereitschaft nicht umsetzbar ist. Sympto-
matisch ist denn auch, dass aufgrund des ablehnenden Verhaltens der Beschwer-
deführerin bis dato keine Aufnahmezusage einer Institution erhältlich war. Am Wi-
derstand der Beschwerdeführerin gegen eine Nachfolgelösung im angestrebten 
Sinne dürfte sich auch längerfristig durch die fürsorgerische Unterbringung nichts 
ändern, stellt die Massnahme doch aus gutachterlicher Sicht eine hierfür nicht 
zweckdienliche Massnahme dar (vgl. act. C.1, S. 5). Eine Weiterführung der für-
sorgerischen Unterbringung auf unbestimmte Zeit und ohne dass eine Nachfol-
gelösung absehbar wäre, käme einer nicht zulässigen Verwahrung gleich. Dies 
umso mehr, als die Beschwerdeführerin in der Klinik keine Behandlung erhält, kei-
ne Aussicht auf Besserung besteht und aufgrund des aktuell stabilen Zustandes 
zumindest mittelfristig (vgl. Gutachten vom 18. Oktober 2018, KESB act. 293/1, S. 
46, Ziff. 7.7.) kein Betreuungsbedarf sicherzustellen wäre (vgl. auch Thomas Gei-
ser/Mario Etzensberger, a.a.O., N 18 zu Art. 426 in fine). Anders zu entscheiden 
führte dazu, dass das Institut der fürsorgerischen Unterbringung zum Selbstzweck 
würde. So hat denn auch der Gutachter Dr. med. H._____ darauf hingewiesen, 
dass aufgrund der Tatsache, dass eine erfolgreiche Therapie nur in Kooperation 
mit der Beschwerdeführerin möglich sei und diese den weiteren Aufenthalt in der 
Klinik C._____ massiv ablehnen würde, die Entlassung die bessere von zwei 
schlechten Lösungen sei (vgl. act. C.1, S. 5). 

5.4.5. Vor dem Hintergrund des Gesagten erhellt, dass sich keine über die Akut-
phase hinausgehende Unterbringung zur – bereits erreichten – Stabilisierung des 
Gesundheitszustandes bzw. der – mangels Kooperation nicht umsetzbaren – Or-

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ganisation der Behandlung bzw. Betreuung ausserhalb der Einrichtung rechtfertigt. 
Eine (kurzfristige) Weiterführung der Zwangsunterbringung würde nicht zu einer 
nachhaltigen Verbesserung der Situation führen. Mit anderen Worten bestehen 
keine Interessen, welche die Interessen der Beschwerdeführerin auf sofortige Ent-
lassung aus der fürsorgerischen Unterbringung überwiegen würden und für eine 
Weiterführung der Unterbringung sprächen. Die Beschwerde ist folglich gutzuheis-
sen und der angefochtene Entscheid der KESB aufzuheben. Die Beschwerdefüh-
rerin ist entsprechend ihrem Gesuch umgehend aus der fürsorgerischen Unter-
bringung zu entlassen.

5.4.6. Abschliessend sei das Vorbringen der KESB kurz thematisiert, wonach die 
fürsorgerische Unterbringung nicht bloss für medizinisch akute Fälle, sondern 
auch für chronisch Kranke, auf eine Langzeittherapie angewiesene Personen an-
gedacht sei. Diese Sichtweise findet in dieser absoluten Formulierung weder in 
der einschlägigen Literatur noch in der bundesgerichtlichen Rechtsprechung eine 
Stütze. Die fürsorgerische Unterbringung dient in der Hauptsache dazu, eine aus 
einem Schwächezustand resultierende akute Gefahr – sei es für die betroffene 
Person selbst oder Dritte – zu bannen, indem die betroffene Person in einen ge-
schützten und betreuten Rahmen eingewiesen wird. Würde das formulierte Erfor-
dernis fallen gelassen, würde folglich die allgemeine Rückfallgefahr insbesondere 
bei Suchterkrankten zur Begründung der fürsorgerischen Unterbringung genügen, 
so würde aus dieser eine eigentliche Verwahrung, deren Aufhebung erst mit einer 
positiven Rückfallprognose möglich wäre. Von diesem Blickwinkel kann – zumin-
dest für die originäre Anordnung der fürsorgerischen Unterbringung – nicht auf das 
Erfordernis der akuten Gefahr verzichtet werden. Es ist indessen daran zu erin-
nern, dass im Rahmen einer möglichen Entlassung die Therapiebedürftigkeit der 
betroffenen Person auch bei Wegfall der Unterbringungsvoraussetzungen zu einer 
Weiterführung der Unterbringung führen kann. Dann nämlich, wenn die Interessen 
an einer Weiterführung die Interessen der betroffenen Person auf Entlassung 
überwiegen. Dies ist beispielsweise dann der Fall, wenn die kurze Weiterführung 
der Therapie in der Anstalt absehbar zu einer anhaltenden Besserung führen 
könnte (Thomas Geiser/Mario Etzensberger, a.a.O., N 45 zu Art. 426 ZGB), bzw. 
Zeit für die adäquate Organisation des Lebens ausserhalb der Klinik benötigt wird. 
Gerade diese Voraussetzungen mussten im konkreten Fall indessen verneint wer-
den (vgl. E. 5.4.4. f.). 

6.1. Gemäss Art. 63 Abs. 1 des Einführungsgesetzes zum Schweizerischen Zi-
vilgesetzbuches (BR 210.100; EGzZGB) werden für das Verfahren vor der Kindes- 
und Erwachsenenschutzbehörde Kosten erhoben. In Übereinstimmung mit der 

19 / 21

Vorinstanz kann in Anwendung von Art. 63 Abs. 3 EGzZGB auf die Erhebung von 
Verfahrenskosten verzichtet werden. Die Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens, 
die auf CHF 500.00 festgesetzt werden (Art. 25 Abs. 2 lit. a der Verordnung zum 
Kindes- und Erwachsenenschutz [BR. 215.100; KESV]), verbleiben beim Kanton 
Graubünden und werden der Rechnung der KESB Nordbünden belastet.

6.2. In Verfahren vor der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde wird in der 
Regel keine Parteientschädigung zugesprochen (Art. 63 Abs. 4 EGzZGB). Die 
Formulierung lässt in Ausnahmefällen eine Entschädigung zu (vgl. auch PKG 
2013 Nr. 8 E. 5.b.). Für die KESB wäre bereits zu einem früheren Zeitpunkt er-
kennbar gewesen, dass eine Entlassung der Beschwerdeführerin aus der fürsor-
gerischen Unterbringung angezeigt gewesen wäre. Entsprechend hätte sie die 
Beschwerdeführerin auf eigene Initiative hin entlassen können. Nachdem die Be-
schwerdeführerin in sämtlichen Punkten obsiegt, erscheint es der Beschwerdein-
stanz nicht sachgerecht, ihr die Kosten ihres Rechtsvertreters – allenfalls im Rah-
men der rückzahlungsverpflichtenden unentgeltlichen Rechtsverbeiständung – 
aufzubürden. Anlässlich der Hauptverhandlung reichte Rechtsanwalt MLaw Alex-
ander Egli eine Honorarnote samt Honorarvereinbarung ins Recht (vgl. act. G.1). 
Darin werden ein zu entschädigender Aufwand von 17.66 Stunden zu je 
CHF 250.00 sowie eine Spesenentschädigung von CHF 130. 95 geltend gemacht. 
Der Aufwand ist auf die beiden Verfahren zu verteilen, so dass auf das Verfahren 
vor der KESB (bis und mit 21. Mai 2019) ein Stundenaufwand von total 5.91 Stun-
den entfällt. Die geltend gemachte Spesenentschädigung ist hälftig zu verteilen. 
Es resultiert ein von der Vorinstanz zu entschädigender Aufwand von 
CHF 1'661.80 (inkl. Spesen und MwSt.).

7.1. In Bezug auf die Grundsätze der Kostenauflage im erwachsenenschutz-
rechtlichen Beschwerdeverfahren verweisen die Art. 63 Abs. 5 und Art. 60 Abs. 2 
EGzZGB subsidiär auf die Bestimmungen der ZPO. Demnach werden die Pro-
zesskosten gemäss Art. 106 Abs. 1 ZPO grundsätzlich der unterliegenden Partei 
auferlegt. Die Beschwerdeführerin dringt mit ihren Anträgen vollumfänglich durch. 
Bei diesem Verfahrensausgang verbleiben die Kosten des Beschwerdeverfahrens 
von insgesamt CHF 2'875.00 (CHF 1'500.00 Gerichtsgebühr und CHF 1'375.00 
Gutachterkosten) beim Kanton Graubünden. 

7.2. Bleibt noch die Entschädigung der Beschwerdeführerin für das Beschwer-
deverfahren festzusetzen. Nach Abzug des für das vorinstanzliche Verfahren an-
gefallenen Aufwandes (5.91 Stunden) verbleibt ein für das Beschwerdeverfahren 
zu entschädigender Aufwand von 11.75 Stunden à CHF 250.00 sowie die Hälfte 

20 / 21

der geltend gemachten Spesen. Die Beschwerdeführerin ist folglich für das Be-
schwerdeverfahren mit CHF 3'234.20 (inkl. Spesen und MwSt.) zu entschädigen. 

21 / 21

III. Demnach wird erkannt:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen und der angefochtene Entscheid der 
KESB Nordbünden vom 21. Mai 2019 wird aufgehoben. Das Entlassungs-
gesuch vom 13. Mai 2019 wird gutgeheissen. X._____ ist umgehend aus 
der fürsorgerischen Unterbringung zu entlassen.

2. Es wird davon Vormerk genommen, dass sich X._____ bei Dr. I._____ be-
handeln lassen möchte. Es wird ferner von der gemäss Standortbespre-
chung vom 29. Mai 2019 bestehenden Bereitschaft ihres Beistandes Vor-
merk genommen, sie bei diesem Vorhaben zu unterstützen.

3. a. Die Kosten für das Verfahren vor der KESB Nordbünden von CHF 500.00 
verbleiben beim Kanton Graubünden und werden der Rechnung der KESB 
Nordbünden belastet.

b. Die KESB Nordbünden hat X._____ für das erstinstanzliche Verfahren mit 
CHF 1'661.80 (inkl. Spesen und MwSt.) zu entschädigen.

4. a. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von CHF 2'875.00 (CHF 1'500.00 
Gerichtskosten und CHF 1'375.00 Gutachterkosten) verbleiben beim Kan-
ton Graubünden und werden der Rechnung des Kantonsgerichts von 
Graubünden belastet.

b. X._____ wird für das Beschwerdeverfahren zulasten des Kantons 
Graubünden mit CHF 3'234.20 (inkl. Spesen und MwSt.) aus der Gerichts-
kasse entschädigt.

5. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 72 BGG Beschwerde in Zivil-
sachen an das Schweizerische Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, geführt 
werden. Die Beschwerde ist dem Bundesgericht schriftlich, innert 30 Tagen 
seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in der 
gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die 
Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen 
und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 72 ff. und Art. 90 
ff. BGG.

6. Mitteilung an: