# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 78501993-1e72-5964-bc64-6f1c533e3781
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-08-25
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Handelsgericht 25.08.2010 HG 2009 30
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_002_HG-2009-30_2010-08-25.pdf

## Full Text

HG 09 30, publiziert Januar 2012

Urteil des Handelsgerichts des Kantons Bern

vom 25. August 2010

Besetzung

Oberrichterin Wüthrich-Meyer (Vorsitz), Handelsrichter Burkhalter, Handelsrichter Bircher 
Gerichtsschreiberin Leiser

Verfahrensbeteiligte

X. 
Kläger

gegen

A.________ AG 
Beklagte

Gegenstand
Forderung

Regeste: 
1) Art. 398 Abs. 2 OR. Haftung der Bank aus Anlageberatung.
2) Keine Haftung der Bank aus angeblich schlechter Anlageberatung, da

- der Kläger die grundsätzlichen Risiken, die mit den von ihm getätigten Anlagen 
zusammen hingen, gekannt hat;

- weder ein natürlicher, noch ein normativer Konsens darüber bestand, dass der Kläger 
keine USA-Aktien und keine Papiere in Dollar haben wollte (indirekte Anlagen), die 
Beklagte nach Treu und Glauben vielmehr davon ausgehen durfte, dass sich die 
Weisungen des Klägers nur auf direkte Anlagen bezogen;

- die Weisung - selbst wenn sie indirekte Anlagen umfasst hätte - spätestens mit dem 
Kauf einer weiteren Anlage, deren allfälligen USA-Bezug der Kläger hätte erkennen 
können, zumindest konkludent aufgelöst worden wäre;

- die Beklagte davon ausgehen durfte, dass sich der Kläger als langjähriger Kunde im 
Anlagebereich und mit höchstem Risikoprofil in den Grundzügen auskannte;

- der Beklagten auch sonst – insbesondere in der Zeit vor dem Bankencrash – keine 
Pflichtverletzung vorgeworfen werden kann;

- auch bei Vorliegen einer Pflichtverletzung kein Ersatz des Schadens geschuldet 
wäre, da der adäquate Kausalzusammenhang zu verneinen wäre; und

- sich der Kläger auch nicht auf Grundlagenirrtum oder absichtliche Täuschung berufen 
kann.

Vorbemerkungen:
Der Kläger hatte im Rahmen der Bankenkrise aufgrund des Zusammenbruchs der Lehman 
Brothers Inc. einen finanziellen Verlust erlitten. Er forderte deshalb von der Beklagten 
Schadenersatz aus Anlageberatungsvertrag mit der Begründung, Letztere habe gegen die 
klägerische Vorgabe (keine Anlagen mit USA-Bezug) verstossen, ihn getäuscht und ihre 
Aufklärungspflichten aus dem Vertrag verletzt. Das Handelsgericht des Kantons Bern wies 
die Klage ab.

Auszug aus den Erwägungen:

I. Prozessgeschichte

(...)

II. Formelles

(...)

III. Materielles

A) Sachverhalt

(...)

B) Beweiswürdigung

(...)

C) Rechtliche Ausführungen
1. Allgemeine Ausführungen zum Anlageberatungsvertrag

Unter Anlageberatung ist die sorgfältige und adressatengerechte Beratung von Kunden 
in Fragen der Geld- und Kapitalanlage, insbesondere auch die Abgabe von 
Anlageempfehlungen zu verstehen. Der Kunde fällt dabei den Kaufs- und 
Verkaufsentscheid selber (EMCH/RENZ/ARPAGAUS, Das schweizerische Bankgeschäft, 
Zürich 2004, N. 1572). In der Regel muss dann vom Vorliegen eines Beratungsauftrages 
ausgegangen werden, wenn sich die Bank auf eine Beratung einlässt und eine 
tatsächliche Beratung der Kunden erfolgt und der Kunde diese Beratungsleistung 
entgegennimmt und danach handelt (EMCH/RENZ/ARPAGAUS, op. cit., N. 1575). Inhalt 
und Umfang müssen aber von Fall zu Fall abgeklärt werden (EMCH/RENZ/ARPAGAUS, op. 
cit., N. 1575). Der Anlageberater wirkt wie der Vermögensverwalter aktiv bei der 
Planung der Investition oder der Umdisposition von Vermögenswerten mit. Im 
Gegensatz zum Vermögensverwalter macht der Anlageberater jedoch lediglich 
Anlagevorschläge. Der Anlageentscheid erfolgt aber letztlich durch den Kunden selbst 
(THOMAS GROSS, Fehlerhafte Vermögensverwaltung - Klage des Anlegers auf 
Schadenersatz, in: AJP 2006, S. 162). Bereits wenn die Bank den Kunden, dessen 
Konto sie führt, ohne einen speziellen Vermögensverwaltungsauftrag zu haben, berät, 

handelt sie im Rahmen der bestehenden allgemeinen bankvertragsrechtlichen 
Geschäftsbeziehung. Selbst wenn die Beratung nichts mit Fragen des Kontos zu tun 
hat, ist die Bank dazu vertraglich verpflichtet (vgl. DANIEL GUGGENHEIM, Die Verträge der 
schweizerischen Bankpraxis, Zürich 1985, S. 72). Die Bank ist auch ohne formelle 
Grundlage dann als Anlageberaterin zu betrachten, wenn sich wegen einer 
andauernden Geschäftsbeziehung zwischen der Bank und dem Kunden ein besonderes 
Vertrauensverhältnis entwickelt hat, aus welchem der Kunde nach Treu und Glauben 
auch unaufgefordert Beratung und Abmahnung erwarten darf (BGE 133 III 97 E., 7.2). 
Dies grenzt die Anlageberatung zugleich von der reinen Konto-/Depotbeziehung ab 
(BGE 133 III 97, E. 7.2). Bei der Vermögensverwaltung durch die Bank verwaltet diese 
das Vermögen des Kunden in wirtschaftlicher und technischer Hinsicht. Das heisst, sie 
hat die umfassende Verantwortung für die Vermögenserhaltung und -vermehrung und 
die technische Durchführung und Umsetzung der Anlageentscheide. Es wird eine 
Anlagestrategie festgelegt. Danach werden von den Kunden normalerweise keine 
(direkten) Anlageaufträge mehr erteilt (vgl. SANDRO ABEGGLEN, in: SZW 2001, S. 181). 

Die Sorgfalts- und Treuepflicht der Bank beim Anlageberatungsvertrag richtet sich nach 
Auftragsrecht (vgl. BGE 133 III 97). Gemäss Art. 398 Abs. 2 OR haftet die Beauftragte, 
in casu die Bank, dem Kunden für getreue und sorgfältige Ausführung des ihr 
übertragenen Geschäfts. Die in Auftragsverhältnissen vorkommenden 
Aufklärungspflichten werden in der Regel als Teil der Treuepflicht des Beauftragten 
bezeichnet. Eine Verletzung der Aufklärungspflicht bewirkt, dass der Partner Entscheide 
anders trifft, als er sie in Kenntnis der wahren Sachlage getroffen hätte. Der Partner z.B. 
der Bankkunde fällt einen „falschen“ Entscheid, was aber noch nichts über einen 
allfälligen Schadenersatzanspruch aussagt (ABEGGLEN, op. cit., S. 83). Das Ausmass 
der Aufklärungspflicht richtet sich nach dem konkreten Inhalt des Vertrages sowie nach 
den Kenntnissen und Erfahrungen des Auftraggebers. Kennt dieser die Risiken der 
Spekulationstätigkeit, braucht er keine Aufklärung. Ist ohne weiteres ersichtlich, dass der 
Kunde von den Risiken keine Ahnung hat, muss ihn die Bank darauf hinweisen. Eine 
uneingeschränkte Pflicht des Beauftragten, den Auftraggeber von sich aus und vor 
Beginn der Ausführung des Auftrages nach den Umständen des Falles über Chancen 
und Risiken aufzuklären, besteht jedoch nur, wenn zwischen den Parteien ein 
Vermögensverwaltungsvertrag besteht. Führt die Bank hingegen nur punktuell 
Geschäfte für den Auftraggeber aus, ist sie nicht zu einer generellen Interessenwahrung 
verpflichtet und muss ihn deshalb in der Regel nur auf Verlangen aufklären. Die 
Anforderungen an ihre Aufklärungspflicht sind jedoch höher, wenn der Auftraggeber 
nicht nur mit seinem Vermögen, sondern auch mit ihren Krediten spekuliert (Urteil 
4C.410/1997 vom 23. Juni 1998, E. 3b, publ. in: Pra 87/1998 Nr. 155 S. 827 und SJ 
1999 S. 205; Urteil 4C.45/2001 vom 31. August 2001, E. 4a, publ. in: SJ 2002 I S. 274; 
Urteil 4C.166/2000 vom 8. Dezember 2000, E. 5b/dd). Die Pflicht zur Aufklärung entfällt 
jedoch auch bei der Anlageberatung immer dann, wenn der Kunde durch die unbedingte 
Erteilung von Weisungen zu erkennen gibt, dass er solche weder benötigt noch wünscht 
(BGE 133 III 97, E. 7.1.2 = 4C.270/2006; SIBBERN/VON DER CRONE, in: SZW 2007 173; 
SJ 2007 I 252). Gemäss der Praxis des Bundesgerichts besteht grundsätzlich keine 
Beratungspflicht der Bank im Rahmen gezielter Weisungen des Kunden zu 
kontorelevanten Verfügungen, wenn der Kunde durch die unbedingte Erteilung 
entsprechender Aufträge oder Weisungen zu erkennen gibt, dass er Aufklärung und 

Beratung seitens der Bank weder benötigt noch wünscht. Eine Warnpflicht besteht hier 
nur in Ausnahmefällen, etwa wenn die Bank bei pflichtgemässer Aufmerksamkeit 
erkennen muss, dass der Kunde eine bestimmte, mit der Anlage verbundene Gefahr 
nicht erkannt hat, oder wenn sich in der andauernden Geschäftsbeziehung zwischen der 
Bank und dem Kunden ein besonderes Vertrauensverhältnis entwickelt hat, aus 
welchem der Kunde nach Treu und Glauben auch unaufgefordert Beratung und 
Abmahnung erwarten darf. 

(...) Gestützt auf die übereinstimmenden Aussagen der Parteien und die eingereichten 
Unterlagen liegt dem vorliegenden zu beurteilenden Vertragsverhältnis ein 
Anlageberatungsvertrag zugrunde. 

Sodann hat das Beweisverfahren ergeben, dass der persönliche Kontakt zwischen den 
Parteien nur sehr rudimentär gewesen ist und sich die telefonischen Kontakte auf die 
Präsentation von neuen Anlagemöglichkeiten beschränkte. Dass der Kläger eine nähere 
Beratung oder Informationen über die laufenden Geschäfte oder generell zu den 
verschiedenen Produkten wünschte, welche über das Zusenden der periodischen 
Bankauszügen hinausgehen würde, wurde von den Parteien nicht vorgebracht und 
ergibt sich auch nicht aus dem Beweisergebnis. Wie das Beweisverfahren aufgezeigt 
hat, erfolgte jeweils nur eine punktuelle Beratung beim Kauf und Verkauf der 
verschiedenen Produkte. Der Bestand eines besonders engen Vertrauensverhältnisses 
wird – mit Ausnahme im 2. Parteivortrag des Klägers – weder explizit geltend gemacht 
noch hat das Beweisverfahren das Vorhandensein einer engen Beziehung ergeben. Der 
Kläger brachte mehrmals vor, dass er keine Ahnung von wirtschaftlichen 
Zusammenhängen gehabt habe und dass er sich bei seinen Entscheiden voll auf seinen 
Kundenberater verlassen habe, da er selber nichts von Anlagengeschäften verstehe. 
(...) Wie das Beweisverfahren ergeben hat, zeichnet sich das Verhalten des Klägers in 
der hier zu beurteilenden Zeit durch ein gewisses Desinteresse aus. Es wurde kein 
Vermögensverwaltungsvertrag abgeschlossen, der Kläger wollte seine Entscheide 
selber treffen. Trotzdem verzichtete er auf regelmässige Treffen und damit auch über 
zusätzliche Informationen durch seinen Kundenberater. Der Kläger hat durch seine 
Äusserungen und sein Verhalten der Beklagten klar zu erkennen gegeben, dass er 
nebst den punktuellen Beratung bei Käufen und Verkäufen der Anlagen keine weiteren 
Beratungen oder generelle Informationen zu den Produkten wünschte. Der Kläger 
verfügte bereits vor seinem Wechsel in die Abteilung Private Banking über direkte und 
indirekte Anlagen. Mangels Nachfragen seitens des Klägers und anderen Hinweisen 
konnte die Beklagte davon ausgehen, dass sich der Kläger zumindest in den 
Grundzügen auskannte, auch wenn er die Details von einzelnen Produkten nicht kannte. 
Daran ändert sich auch nichts, wenn der Kläger vorbringt, dass er dem Kundenberater 
jeweils gesagt habe, dass er sich auf ihn verlasse. Der Kläger gab damit allenfalls zu 
erkennen, dass er für einzelne Käufe Beratung wünschte, was eben auch der Natur 
eines Anlageberatungsvertrages entspricht. Dass er generell keine Ahnung über direkte 
und indirekte Anlagen hatte, ging aus dem Kundenprofil nicht hervor. Im Gegenteil, 
handelte sich beim Kläger doch um einen langjährigen Kunden im Anlagebereich, so 
dass die Beklagte auch davon ausgehen durfte, dass sich der Kläger mit den 
Grundbegriffen, wie Emittentenrisiko, etc. auskannte. Wenn der Kläger nun vorbringt, 
dass er sich nicht einmal in den Grundzügen auskannte, muss ihm entgegengehalten 

werden, dass er – gerade beim Anlageberatungsvertrag – auch eine 
Selbstverantwortung trägt und dem Kundenberater hätte mitteilen müssen, wenn er eine 
generelle Informationen und Aufklärungen wünschte.
Der Kläger machte sodann nicht geltend, dass die Beklagte seine Vermögenswerte 
laufend hätte überwachen und ihn bei Änderungen umgehend informieren sollen.
Letztlich kannte der Kläger die Risiken von Anlagen, auch wenn er sich nicht für die 
wirtschaftlichen Zusammenhänge interessierte. Dies ergibt sich dadurch, dass er über 5 
Jahre hin Verluste hingenommen hat, ohne darauf zu reagieren. (...) Der Kläger kannte 
damit grundsätzlich die Risiken, die mit den von ihm getätigten Anlagen zusammen 
hingen. Gestützt auf die gemachten Ausführungen bestand für die Beklagte vorliegend 
weder eine generelle Aufklärungs- noch eine Warnpflicht (BGE 133 III 97).

2. Einzelne Vertragsverletzung

Der Kläger wirft der Beklagten eine Verletzung ihrer Sorgfalts- Treue- und 
Aufklärungspflichten, insbesondere die fehlende Aufklärung über den amerikanischen 
Hintergrund der gekauften Anlagen, die falsche Beurteilung der klägerischen 
Risikobereitschaft sowie die fehlerhafte Beratung über das Halten der Papiere vom 12. 
September 2008 vor. 

Weisung betreffend USA-Bezug

(...)

Wie das Beweisverfahren ergeben hat, bestand ein natürlicher Konsens darüber, dass 
der Kläger keine USA-Aktien und keine Papiere in Dollar haben wollte. Gemäss Kläger 
umfasste seine Weisung jegliche Art von Anlagegeschäften. Die Beklagte hingegen ging 
davon aus, dass die Weisung nur Direktanlagen, wie bspw. Aktien und Obligationen 
umfasste. Betreffend indirekte Anlagen bestand kein natürlicher Konsens, weshalb zu 
überprüfen ist, ob allenfalls ein normativer Konsens ermittelt werden kann.

Gerichtsnotorisch ist, dass bei indirekten Anlagen – und damit auch bei der vorliegenden 
„4-jährige CHF Podium Note auf Aktien Lehman Brothers Treasury BV“ - praktisch nicht 
gewährleistet werden kann, dass eine bestimmte Aktie resp. ein bestimmtes Land nicht 
enthalten / vertreten ist. Bei einem Anlagefonds ergibt sich dies bspw. bereits daraus, 
dass ein Fonds mehrere Subfonds enthalten kann, was eine Kontrolle über die 
detaillierte Zusammensetzung einer jeder einzelnen Aktie praktisch unmöglich macht. 
Eine solche Kontrolle würde sodann auch den Rahmen eines Anlageberatungsvertrages 
sprengen. Gestützt auf diese Tatsache sowie dem Hintergrundwissen des 
Kundenberaters ist es grundsätzlich nachvollziehbar, dass die Beklagte die Weisung 
des Klägers nur auf direkte Anlagemöglichkeiten bezogen hat. Jedoch muss auch ein 
Kundenberater beachten, dass ein Kunde nicht über das gleiche Wissen über 
Finanzanlagen verfügt wie er. Vorliegend haben beide Parteien erklärt, dass sie 
anlässlich des Gespräches vom 24. Februar 2005 zusammen die Kundendokumentation 
sowie die verschiedenen Anlagemöglichkeiten besprochen haben. Der Kläger macht 
sogar geltend, dass er verschiedene Produkte abgelehnt habe, da sie einen USA-Bezug 

aufgewiesen hätten. Aus den Klagebeilagen (...) ist ersichtlich, dass der Kläger 
anlässlich des Erstgespräches vom 24. Februar 2005 Anteile am Fonds P. erstanden 
hat. Aus der Vermögensaufteilung nach Ländern ist ersichtlich, dass die USA mit 8.21% 
am Fonds beteiligt ist (...). Aufgrund der Tatsache, dass die einzelnen 
Anlagemöglichkeiten anhand der Kundendokumentation und den Factsheets 
besprochen wurde und der Kläger nach Erteilung der Weisung Anteile am Fonds P. 
erworben hat, durfte die Beklagte nach Treu und Glauben davon ausgehen, dass sich 
die Weisung einzig auf Direktanlagen bezogen hat und indirekte Anlagen, zu welchen 
auch die strukturierten Produkte gehören, nicht von der klägerischen Weisung umfasst 
waren. Es besteht damit vorliegend kein normativer Konsens bezüglich der Weisung, 
welche sich gemäss Kläger auch auf indirekte Anlagen bezogen hat.

Wie das Beweisverfahren ergeben hat, bestand auch über die Dauer der Weisung kein 
natürlicher Konsens. Der Kläger stellt sich auf den Standpunkt, dass die Weisung 
während des ganzen Vertragsverhältnisses gegolten habe, die Beklagte hingegen ging 
davon aus, dass sich die Weisung auf das Gespräch vom 24. Februar 2005 
beschränkte. Wie oben ausgeführt, handelt es sich beim Anlageberatungsvertrag um 
eine punktuelle Beratung. Auch wenn teilweise die Bedürfnisse der Kunden schriftlich 
festgehalten werden, so entspricht es doch nicht der Natur des 
Anlageberatungsvertrages, dass eine ständige Überwachung und Bewirtschaftung der 
Vermögenswerte des Kunden stattfinden. Vorliegend wird vom Kläger auch nicht 
vorgebracht, dass eine ständige Überwachung oder eine regelmässige Information 
vereinbart worden ist. Der Kunde trifft in diesem Vertragsverhältnis seine Entscheide 
eben gerade selber. Unter Berücksichtigung der Rechtsnatur des 
Anlageberatungsvertrages und der Tatsache, dass zum Zeitpunkt des Irakkrieges viele 
Kunden auf amerikanische Produkte verzichteten, konnte die Beklagte nach Treu und 
Glaube davon ausgehen, dass es sich um eine einmalige Weisung, beschränkt auf die 
am 24. Februar 2005 getätigten Finanztransaktionen, handelte. Auch wenn die Beklagte 
die Bedürfnisse des Klägers aufgeschrieben hat, war sie im Anlageberatungsverhältnis 
nicht verpflichtet, solche Weisungen langfristig entgegenzunehmen und umzusetzen. 
Sodann muss auch hier festgehalten werden, dass die klägerische Weisung eben 
gerade indirekte Anlagen nicht umfasste, so dass selbst eine langfristige Weisung durch 
den Kauf der „4-jährige CHF Podium Note auf Aktien Lehman Brothers Treasury BV“ 
nicht verletzt worden wäre.
Letztlich kann auch festgehalten werden, dass die klägerische Weisung – selbst wenn 
davon auch indirekte Anlagen betroffen gewesen wären – spätestens mit dem Kauf der 
Anlage Q. zumindest konkludent aufgelöst worden wäre. Wie das Beweisverfahren 
ergeben hat, kaufte der Kläger dieses Produkt anlässlich des Gespräches vom 06. Juni 
2006. Die Beklagte hat den Kläger extra ins Büro bestellt, um ihm die Anlage zu 
präsentieren. Beweismässig ist erstellt, dass der Kläger das Factsheet für dieses 
Produkt erhalten hat und damit einen allfälligen USA-Bezug hätte erkennen können. Die 
Beklagte hat damit keine Vertragsverletzung begangen, indem sie dem Kläger 
verschiedene Produkte mit amerikanischen Anteilen präsentierte, ohne explizit auf den 
Bezug einer amerikanischen Gesellschaft hinzuweisen. Einerseits waren eben indirekte 
Anlagen nicht von der Weisung umfasst und andererseits bestand zum Zeitpunkt des 
Kaufes der „4-jährige CHF Podium Note auf Aktien Lehman Brothers Treasury BV“ 
keine Weisung, wonach ein solches Produkt nicht hätte präsentiert werden dürfen. Dass 

eine weitergehende Aufklärungspflicht bestanden hat, konnte nicht bewiesen werden.

Risikobeurteilung des Klägers

Eine Risikobeurteilung umfasst einerseits die Risikofähigkeit und andererseits die 
Risikotoleranz des Kunden (...).
Vorliegend hat das Beweisverfahren ergeben, dass das Risikoprofil des Klägers 
„kapitalgewinnorientiert“ gewesen ist. Dies ergibt sich aus der Anlagestrategie vor dem 
24. Februar 2005, wonach der Kläger über eine der risikoreichsten 3a Säule-Anlage 
verfügte und aus der Kundendokumentation, aus welcher ebenfalls unmissverständlich 
hervorgeht, dass der Kläger über Anlagen verfügte, die dem Profil „Growth“ 
entsprachen. Der Strategiewechsel geht ebenfalls aus dem Depotverzeichnis vom 19. 
Oktober 2009 hervor (...). Der Kläger selbst bestätigte sodann anlässlich des 
Parteiverhörs, dass er zur Kenntnis genommen habe, dass er sein Risikoprofil 
gewechselt habe. Dem klägerischen Vermögensverzeichnis kann entnommen werden, 
dass der Kläger über genügend finanzielle Mittel verfügte, die es ihm erlaubten, auch 
riskantere Finanzgeschäfte zu betätigen. Die Risikotoleranz des Klägers entspricht 
ebenfalls dem Profil „Growth“. Indem er während 5 Jahren grösser Verluste in Kauf 
nahm ohne Gegenmassnahmen einzuleiten, signalisierte der Kläger eben auch, dass er 
bereit gewesen ist, gewisse Verluste in Kauf zu nehmen.
Zudem ist es gerichtsnotorisch, dass im Zeitpunkt des Kaufes der „4-jährige CHF 
Podium Note auf Aktien Lehman Brothers Treasury BV“ die Emittentin dieses Produktes 
von den Rating-Agenturen sehr positiv bewertet wurde. Selbst wenn der Käufer das 
tiefste Risikoprofil aufgewiesen hätte, wäre dieses durch den vorgenannten Kauf nicht 
verletzt worden. Daran ändert sich auch nichts, wenn die Beklagte den Kläger nicht im 
Detail über das Emittentenrisiko aufgeklärt hat. Wie bereits oben ausgeführt, bestand 
keine generelle Aufklärungspflicht. Die Beklagte durfte davon ausgehen, dass sich ein 
langjähriger Kunde im Anlagebereich, welcher zudem über das höchste Risikoprofil 
verfügte, in den Grundzügen auskannte. 

Verhalten der Beklagten im September 2008

Der Kläger bringt vor, dass die Beklagte die Zusammenarbeit mit der Lehman Brothers 
Inc. bereits im März 2008 sukzessive heruntergefahren habe und sich damit den 
wachsenden Problemen bewusst gewesen sei. Anlässlich des Telefonats vom 12. 
September 2008 habe die Beklagte dem Kläger sogar von einem Verkauf der „4-jährige 
CHF Podium Note auf Aktien Lehman Brothers Treasury BV“ abgeraten. Wie aus der 
Beweiswürdigung hervorgeht, konnte der Kläger vorliegend den Beweis nicht erbringen, 
dass sich die Beklagte grundsätzlich bezüglich der Lehman Brothers Inc. Fehlverhalten 
hat. Diesbezüglich kann insbesondere auch auf den FINMA-Bericht verwiesen werden 
(...). 
Für den hier zu beurteilenden Fall kann für die Zeit vor dem September 2008 auf die 
obigen Ausführungen verwiesen werden. Es bestand für die Beklagte keine generelle 
Aufklärungspflicht, gemäss welcher sie den Kläger in der Zeit nach dem Kauf der „4-
jährige CHF Podium Note auf Aktien Lehman Brothers Treasury BV“ über den Verlauf 

der Anlage hätte informieren müssen.
Unbestrittenermassen fand am 12. September 2008 ein Telefonat zwischen den 
Parteien statt. Die Beklagte stützte sich bei ihrer Empfehlung auf die Angaben der 
internen Analysten und der externen Rating-Agenturen. Gestützt auf diese Angaben 
wurde dem Kläger empfohlen, die „4-jährige CHF Podium Note auf Aktien Lehman 
Brothers Treasury BV“ nicht zu verkaufen, da man davon ausgegangen ist, dass die 
Lehman Brothers Inc. gerettet würde. Der Kläger konnte nicht substantiiert darlegen, 
weshalb die Beklagten entgegen den allgemeinen Empfehlungen der internen Analysten 
und der externen Rating-Agenturen zu einem Verkauf hätte raten sollen. Das 
Beweisverfahren hat keine Hinweise ergeben, dass sich die Beklagte nicht auf diese 
Empfehlungen verlassen durfte. Der Kläger bringt diesbezüglich auch einzig vor, dass 
die Beklagte es hätte besser wissen müssen. Inwiefern eine Pflichtverletzung vorliegen 
sollte, konnte nicht näher substantiiert werden, weshalb vorliegend eine 
Pflichtverletzung verneint werden muss. 

3. Selbst wenn von einer Pflichtverletzung der Beklagten ausgegangen würde, wäre 
vorliegend kein Ersatz des Schadens geschuldet, da der adäquate 
Kausalzusammenhang zu verneinen wäre:

(...)

Der Kläger wirft der Beklagten einerseits vor, dass sie seine Weisung, wonach er 0.0 
USA und keine Papiere in Dollar wolle, nicht in seinem Sinne beachtet habe. Eine 
Missachtung einer solchen Weisung ist jedoch nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge 
und der allgemeinen Lebenserfahrung nicht geeignet, um einen „Erfolg“ von der Art des 
hier eingetretenen Schadens herbeizuführen. Der Zusammenbruch der Lehman 
Brothers Inc. war beim Kauf der „4-jährige CHF Podium Note auf Aktien Lehman 
Brothers Treasury BV“ nicht vorhersehbar. Als Folge der globalen Finanzkrise brachen 
sehr viele Unternehmungen – unabhängig vom Ort des Sitzes der jeweiligen 
Gesellschaft – zusammen. Gleiches gilt für eine allfällige Verletzung einer 
Aufklärungspflicht bezüglich des Emittentenrisikos. Wie das Beweisverfahren ergeben 
hat, wurde die Emittentin der „4-jährige CHF Podium Note auf Aktien Lehman Brothers 
Treasury BV“ im Zeitpunkt des Kaufes sehr positiv bewertet. Der Kläger legt vorliegend 
nicht dar, dass er die genannte Anlage nicht gekauft hätte, wenn er das Emittentenrisiko 
gekannt hätte, obwohl die Emittentin eben gerade sehr positiv beurteilt worden ist.

Gleiches gilt für eine allfällige Pflichtverletzung im September 2008. Im Zeitpunkt als der 
Kläger die Beklagte telefonisch kontaktierte, war ein Verkauf der „4-jährige CHF Podium 
Note auf Aktien Lehman Brothers Treasury BV“ objektiv gesehen gar nicht mehr 
möglich, weshalb der adäquate Kausalzusammenhang auch in diesem Zusammenhang 
zu verneinen wäre.

4. Schliesslich macht der Kläger geltend, dass er sich in einem Grundlagenirrtum befunden 
habe resp. absichtlich getäuscht worden sei. 

(...)

Der Grundlagenirrtum wird weder in der Klage (...) noch im zweiten Parteivortrag 
substantiiert begründet. Insbesondere bringt der Kläger nicht vor, dass er die Weisung 
als notwendige Grundlage des Vertrages betrachtet hat. Der Anlageberatungsvertrag 
mit der Beklagten bestand bereits vor dem Erstgespräch vom 24. Februar 2005 und 
damit vor der Erteilung der Weisung. Den Ausführungen des Klägers anlässlich des 
Parteiverhörs kann einzig entnommen werden, dass er die „4-jährige CHF Podium Note 
auf Aktien Lehman Brothers Treasury BV“ nicht gekauft hätte, wenn er gewusst hätte, 
dass diese indirekte Anlage einen USA-Bezug gehabt habe. Diese Vorbringen betreffen 
jedoch den Kaufvertrag, welcher mit der Emittentin abgeschlossen wurde und nicht den 
Anlageberatungsvertrag. Mangels Substantiierung muss ein Grundlagenirrtum verneint 
werden. Letztlich kann auch festgehalten werden, dass ein Grundlagenirrtum auch 
mangels Erkennbarkeit verneint werden muss. Wie bereits oben ausgeführt, durfte die 
Beklagte nach Treu und Glaube davon ausgehen, dass sich die Weisung einzig auf 
direkte Anlagen, wie bspw. Aktien bezogen hat. Es war für sie damit nicht erkennbar, 
dass sich der Kläger allenfalls in einem Irrtum befunden hat. Sodann hätte der Kläger 
einen allfälligen Irrtum – welcher vorliegend zu verneinen ist – aufgrund der 
regelmässigen Auszüge erkennen können.

Eine absichtliche Täuschung im Sinne von Art. 28 OR liegt vor, wenn ein 
Vertragsschliessender durch absichtliche Täuschung seitens des andern zu dem 
Vertragsabschluss verleitet worden ist. Diesfalls ist der Vertrag für den Irrenden nicht 
verbindlich, auch wenn der erregte Irrtum kein wesentlicher war.
Der Tatbestand der absichtlichen Täuschung ist vorliegend nicht erfüllt. Wie das 
Beweisverfahren ergeben hat, wurde der Kläger nicht absichtlich getäuscht. Die 
Beklagte durfte nach Treu und Glaube davon ausgehen, dass die Weisung einzig 
direkte Anlagen erfasste und dass sie zeitlich auf den 24. Februar 2005 beschränkt war. 
Es gab objektiv gesehen keine Gründe, weshalb die Beklagte den Kläger über das 
Produkt täuschen sollte. Der Kläger konnte vorliegend nicht beweisen, dass die 
Beklagte ihn absichtlich getäuscht hat. Letztlich kann auch hier auf den FINMA-Bericht 
verwiesen werden, aus welchem hervorgeht, dass der Beklagten kein Fehlverhalten 
betreffend Verkauf der „4-jährige CHF Podium Note auf Aktien Lehman Brothers 
Treasury BV“ vorgeworfen werden kann.

IV. Kosten und Parteientschädigung

(...) 

Hinweise:
Das Bundesgericht hat die gegen das vorliegende Urteil erhobene Beschwerde abgewiesen, 
soweit es darauf eintrat (Urteil 4A_383/2011 vom 12. Dezember 2011).