# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6ca8788b-1ac9-5e1f-9b14-72ccd13c78c7
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2009-11-03
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 2. Kammer 03.11.2009 S 2007 114
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_002_S-2007-114_2009-11-03.pdf

## Full Text

S 07 114

2. Kammer als Versicherungsgericht

URTEIL
vom 3. November 2009

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Versicherungsleistungen nach UVG

1. a) Die heute 55-jährige … (geb. ...1954) arbeitete ab 1990 als Verkäuferin in ... 

Am 07.01.1993 stürzte sie auf der verreisten Strasse und brach sich den 

rechten Fussknöchel (Bimalleolarfraktur). Noch am selben Tag wurde sie 

operativ versorgt, wobei das Osteosynthesematerial im Herbst 1993 entfernt 

wurde. Nach anfänglich gutem Heilungsverlauf traten wiederkehrende 

Schmerzen und Schwellungszustände am rechten Fussgelenk auf. Im Juni 

1996 wurde die Versicherte von Dr. … begutachtet, welcher eine beginnende 

Arthrose im oberen rechten Sprunggelenk als Unfallfolge diagnostizierte und 

ihr eine volle Arbeitsfähigkeit in wechselbelastender Tätigkeit attestierte.

b) Mit Verfügung vom 07.10.1997 sprach der Unfallversicherer (Winterthur-

Versicherungen) der Versicherten eine Integritätsentschädigung von 15% zu; 

die Übernahme weiterer Heilungskosten wurde ab 31.12.1995 und die 

Ausrichtung von Taggeldern ab 31.05.1996 eingestellt. Nach Gutheissung 

einer hiergegen erhobenen Einsprache wurde die Versicherte im Februar 

1999 ein zweites Mal durch den Orthopäden Dr. … wegen der erlittenen 

Köchelverletzung vor sechs Jahren (1993) begutachtet.

c) Mit Verfügung vom 05.01.2000 sprach der genannte Unfallversicherer der 

Versicherten neu eine Integritätsentschädigung von 20% zu; die Einstellung 

für weitere Heilungskosten sollte neu ab 26.03.1999 und die Ausrichtung von 

Taggeldern neu mit einem abschliessenden Betrag erfolgen. Im 

Einspracheverfahren und mit Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons 

Graubünden vom 08.05.2001 (S 00 355) wurde diese Verfügung zunächst 

bestätigt. Eine dagegen erhobene Beschwerde an das Eidgenössische 

Versicherungsgericht (EVG U 273/01) wurde dann aber teilweise 

gutgeheissen und die Sache an den Unfallversicherer zur Abklärung der 

Unfallkausalität der zusätzlich geklagten Rückenschmerzen, der deshalb 

erlittenen Arbeits- und Erwerbseinschränkungen und zur Schätzung des 

definitiven Integritätsschadens (IE) zurückgewiesen. Gestützt auf die 

höchstrichterlichen Vorgaben wurde noch ein ergänzendes Gutachten 

(08.12.2003) bei Dr. … eingeholt, welcher die Rückenschmerzen als 

degenerativ (alters-/abnützungsbedingt) bezeichnete und einen 

Kausalzusammenhang zwischen der Sprunggelenkarthrose und den 

Rückenleiden verneinte.

d) Mit rechtskräftiger Verfügung vom 01.09.2004 gewährte der Unfallversicherer 

der Versicherten eine IE von 25% und ab 01.01.2000 eine Invalidenrente auf 

der Basis eines Invaliditätsgrades von 22%, wobei jene Festsetzung auf einer 

Einigung der Parteien - aussergerichtlicher Vergleich - mit dem Vorbehalt 

beruhte, dass dieser Vergleich hinfällig würde, falls sich im Zuge der noch 

durchzuführenden medizinischen Begutachtung durch die 

Invalidenversicherung (IV) oder den Unfallversicherer zeigen sollte, dass die 

geklagten Rückenschmerzen mit dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit eben doch - entgegen der Beurteilung von Dr. … - 

unfallkausal wären. Im Herbst 2005 wurde der Allgemein- und Unfallchirurge 

Dr. … (Spitäler Chur AG) zuerst von der IV und im Sommer 2006 auch noch 

zusätzlich vom Unfallversicherer mit einer medizinischen Begutachtung der 

Versicherten beauftragt. Im Gutachten vom 24.07.2006 hielt der Genannte 

dabei fest, dass die ermittelten Rückenbeschwerden und 

Symptomausweitungen nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit in 

kausalem Zusammenhang mit der unfallbedingten Fussverletzung stünden.

e) Mit Verfügung vom 19.09.2006 verneinte der Unfallversicherer seine 

gesetzliche Leistungspflicht aus UVG für die geklagten Rückenbeschwerden 

und die festgestellte Symptomausweitung, was eine Erhöhung der bisher 

gewährten IV-Rente - mangels erheblicher Änderung des unfallbedingten IV-

Grads von 22% - ausschliesse. In der dagegen erhobenen Einsprache der 

Versicherten wurde vorgebracht, dass die jahrelange (unfallbedingte) Fehl- 

und Schonhaltung die Rückenbeschwerden und Symptomausweitung 

(Gesundheitsverschlechterung) verursacht habe. Die Einholung eines 

polydisziplinären Gutachtens werde ergeben, dass ein Anspruch auf 

Rentenleistungen ab 01.01.2002 (Basis IV-Grad 100%) bestünde. Mit 

Entscheid vom 27.04.2007 wies der Unfallversicherer die Einsprache ab.

2. Hiergegen liess die Einsprecherin am 29.05.2007 frist- und formgerecht 

Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden erheben, mit 

den Begehren um kostenfällige Aufhebung des angefochtenen 

Einspracheentscheids vom April 2007 samt der ihm zugrunde liegenden 

Verfügung vom September 2006 (Ziff. 1) und es seien ihr mit Wirkung ab 

Januar 2002 die gesetzlichen Versicherungsleistungen (Rentenleistungen, 

Anpassung Integritätsentschädigung, medizinische Massnahmen etc.) auf der 

Grundlage einer Invalidität von 100% auszurichten (Ziff. 2); ferner werde 

prozessual – wegen Auslandabwesenheit bis 13.06.2007 – die vorläufige 

Sistierung des Verfahrens beantragt. Zur Begründung ihrer Anträge brachte 

die Beschwerdeführerin vor, dass Dr. … bestätigt habe, dass sich die lumbale 

Rückenproblematik auf die ganze Wirbelsäule ausgedehnt habe und weitere 

Symptome an den oberen und unteren Extremitäten hinzugekommen seien. 

Die von ihm damals eruierte Arbeitsfähigkeit sei aber nur noch medizinisch-

theoretischer Natur, da die Schmerzproblematik wegen der jahrelangen Fehl- 

und Schonhaltung immer schlimmer geworden sei. Eine umfassende 

polydisziplinäre Begutachtung sei unerlässlich. In einem weiteren Gutachten 

vom 25.01.2007 gehe Dr. … davon aus, dass bei Verletzungen der unteren 

Extremitäten eine veränderte Statik zu Rückenbeschwerden führen könne. 

Gerade dies sei hier der Fall. Auch sei eine psychische Fehlentwicklung im 

Sinne einer Schmerzverarbeitungsstörung noch näher zu prüfen. Der erlittene 

Unfall 1993 sei als mittelschweres bis schweres Trauma zu werten, da eine 

gravierende Fussverletzung (Knöchelbruch) mit komplikationsreichem 

Heilungsverlauf vorliege. Vorsorglich werde die Ausrichtung einer Rente ab 

01.01.2002 auf der Basis eines IV-Grades von 100% beantragt. Es bestehe 

für sie keine Möglichkeit mehr, eine Arbeitstätigkeit zu 40% in sitzender 

Stellung verteilt auf jeweils 2 Std. am Vor- und Nachmittag zu finden. Ab 2002 

sei daher von einer Vollinvalidität auszugehen. Darüber hinaus seien auch 

weitere Versicherungsleistungen geschuldet. - In der Folge wurde das 

Verfahren auf Ersuchen der Beschwerdeführerin mehrmals – letztmals bis am 

02.03.2009 – sistiert.

3. In der Vernehmlassung (Beschwerdeantwort) vom 28.04.2009 beantragte der 

Unfallversicherer (Vorinstanz) die Abweisung der Beschwerde. Nach der 

Beurteilung von Dr. … sei die diagnostizierte Arthrose am rechten 

Sprunggelenk mittelschwer und die Beschwerdeführerin in einer adäquaten 

Tätigkeit (überwiegend sitzend, unterbrochen mit kurzen Gehstrecken, ohne 

Heben schwerer Lasten) voll arbeitsfähig. Es habe bisher kein 

wissenschaftlicher Nachweis für einen Sachzusammenhang zwischen der 

Sprunggelenkarthrose und den Rückenbeschwerden erbracht werden 

können. Nichts anderes ergebe sich auch aus dem Bericht von Dr. … vom 

25.01.2007, welcher bestenfalls einen möglichen Kausalzusammenhang 

sehe. Die behauptete Gesundheitsverschlechterung mit Auswirkungen auf die 

Erwerbsfähigkeit sei in keinem der Gutachten von Dr. … (1996/1999/2003) 

oder von Dr. … (2005/2006) dokumentiert. Nach der Fachmeinung von Dr. … 

sei die Arthrose im oberen Sprunggelenk nicht massiv zunehmend, weshalb 

die Voraussetzungen für eine Rentenrevision klarerweise nicht erfüllt seien. 

Auch die im Zusammenhang mit der Rückenproblematik bestehende 

Symptomausweitung sei unfallfremd. Nach Ansicht von Dr. … habe sich 

diesbezüglich eine Eigendynamik entwickelt und sich der Symptomkomplex 

dadurch stark erweitert und chronifiziert. Die Fussproblematik sei nur noch im 

Hintergrund. Eine polydisziplinäre Begutachtung sei nicht angezeigt, zumal 

sich die Experten einig seien, dass die Rückenproblematik und 

Symptomausweitung bis hin zur Kopfschmerz- und Schwindelproblematik 

nicht unfallkausal seien.

4. In ihrer Replik vom 22.04.2009 (recte: 02.07.2009) wies die 

Beschwerdeführerin noch darauf hin, dass sie seit dem 01.03.2003 eine halbe 

Rente der Invalidenversicherung (Basis IV-Grad 53%) beziehe. Zu den 

Gutachten von Dr. … (Herbst 2005/Sommer 2006) bemerkte sie, dass dieser 

keine eigenen Abklärungen getroffen habe, sondern einzig auf ein LWS-MRI 

vom 09.10.2001 abgestellt habe. Der Beweiswert jener Gutachten sei 

unzureichend, da nach der zweiten Abklärung im Juli 2006 eine 

Verschlimmerung der Symptome (ganze Wirbelsäule schmerzhaft, auch 

Nacken-, Kopf- und Hüftschmerzen, Sensibilitätsstörungen in den Armen 

usw.) eingetreten und von ihr auch geschildert worden sei. Im Übrigen müsste 

die psychische Symptomatik und deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit 

noch genauer beurteilt werden. Dem genannten Experten fehle die nötige 

Fachkompetenz, um diesbezüglich eine seriöse Diagnose stellen zu können. 

Zweifel seien auch an der Kompetenz von Dr. … angezeigt, da dieser die 

fehlende Kausalität zwischen der Sprunggelenksarthrose und den 

Rückenbeschwerden nur aus seinen erfolglos betriebenen 

Literaturrecherchen ableite. Er übersehe dabei, dass sie bereits während 

Jahren als Folge der Fussverletzung eine Schonhaltung (Schongang) 

praktiziere, welche das Achsenskelett aus dem Gleichgewicht gebracht habe. 

Ihre langjährige Hausärztin Dr. … beurteile die Kausalitätsfrage in ihrem 

Abklärungsbericht vom 14.04.2008 denn auch abweichend von den zwei 

anderen Ärzten (Dres. … und …). Dr. … fehle als Vertrauensarzt der 

Vorinstanz die erforderliche Unabhängigkeit. Immerhin habe er aber 

eingeräumt, dass bei Verletzungen der unteren Extremitäten wegen 

ungleicher Statik kurzfristig Rückenbeschwerden auftreten könnten. Im 

Rahmen einer unabhängigen Expertise müsse ein allfälliger Zusammenhang 

daher nun noch geklärt werden. In diesem Punkt sei der Sachverhalt zu wenig 

abgeklärt und somit der Untersuchungsgrundsatz durch die Vorinstanz 

verletzt worden. Bei korrekter Beurteilung aller Gesundheitsleiden hätte 

letztlich mindestens ein IV-Grad von 60% resultiert.

5. In ihrer Duplik vom 27.09.2009 führte die Vorinstanz noch aus, dass sich die 

Beschwerdeführerin treuwidrig verhalte, da die ursprüngliche rechtskräftige 

Verfügung vom 01.09.2004 auf einer gegenseitigen Einigung 

(aussergerichtlicher Vergleich) beruht habe und der damalige Vorbehalt für 

deren (dessen) Gültigkeit durch das Gutachten von Dr. … (2005/06) 

einwandfrei erfüllt worden sei. Mit jener Begutachtung sei die 

Beschwerdeführerin einverstanden gewesen. Darin sei aber eine 

Unfallkausalität der Rückenbeschwerden klar verneint worden. Eine 

zusätzliche (polydisziplinäre) Begutachtung sei auch aufgrund der enormen 

Zeitverzögerungen, welche die Beschwerdeführerin durch ihre wiederholten 

Sistierungsbegehren (2007-2009) selbst verursacht habe, abzulehnen. Die 

damit bezweckte Verzögerungstaktik dürfe nicht dazu führen, dass auf die 

inzwischen 3-4 Jahre alten Gutachten der Dres. … und … nicht mehr 

abgestellt werden könne. Dr. … sei für die Begutachtung ausreichend 

dokumentiert gewesen (LWS-MRI v. 09.01.2001 sowie Röntgenaufnahme der 

LWS v. 10.12.2004). Es sei daher nachvollziehbar, dass er bei den Gutachten 

auf jene aktuelle Verlaufsdiagnostik abgestellt und keine zusätzlichen 

Bildaufnahmen angefertigt habe. Zudem seien diese Facharztberichte schon 

in einem früheren Urteil des Verwaltungsgerichts (S 07 131 betreffend IV-

Rente) als einleuchtend, widerspruchsfrei und schlüssig bezeichnet worden. 

Nach dem Rückweisungsurteil des EVG (U 273/01) habe zuvor auch noch Dr. 

… entsprechende Abklärungen über eine allfällige Unfallkausalität getätigt, 

diese mit ergänzendem Bericht vom 08.12.2003 aber eindeutig verneint. Die 

Beschwerdeführerin wolle einfach nicht akzeptieren, dass keine Kausalität 

zwischen der ursprünglichen Sturzverletzung 1993 (mit Knöchelbruch) und 

den späteren Rückenschmerzen mit Symptomausweitung bestünde. Daran 

ändere auch die erstmals in der Replik erwähnte anderslautende 

Kausalitätsbeurteilung der langjährigen Hausärztin Dr. … nichts, da ihre 

Beurteilung (April 2008) die älteren Gutachten nicht zu stürzen vermöge. Die 

aktuelle Wissenschaft sei berücksichtigt worden, weshalb eine weitere 

Begutachtung unnötig sei.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. a) Nach Art. 18 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 

832.20) hat die Versicherte Anspruch auf eine Invalidenrente, sofern sie 

infolge eines Unfalles mindestens zu 10% invalid geworden ist (Abs. 1). Als 

invalid gilt, wer voraussichtlich bleibend oder für längere Zeit in seiner 

Erwerbsfähigkeit beeinträchtigt ist (Art. 8 Abs. 1 Bundesgesetz über den 

allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechtes [ATSG; SR 830.1]). Für die 

Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die 

Versicherte nach Eintritt der Invalidität sowie nach Durchführung 

medizinischer Behandlungen und allfälliger Eingliederungsmassnahmen 

durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage 

erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie 

erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG). Für die 

Ermittlung des IV-Grades kommt es primär auf die wirtschaftliche 

Erwerbsunfähigkeit und nicht auf die medizinische Arbeitsunfähigkeit an (PVG 

2005 Nr. 11, 1982 Nr. 80; BGE 132 V 395 E. 2.1). Ohne zuverlässige und 

beweistaugliche Bestimmung der prozentualen Arbeitsfähigkeit durch die 

Ärzte (als Beurteilungsgrundlage) ist eine seriöse Festsetzung der 

Erwerbsunfähigkeit (IV-Grad) aber zum vorneherein gar nicht möglich (BGE 

125 V 261 E. 4, 122 V 160 f. E. 1c, 115 V 134 E. 2). Vorliegend sind sich die 

Parteien über den unfallrelevanten Gesundheitsschaden (Arbeitsunfähigkeit) 

und dessen Auswirkungen auf die Erwerbsfähigkeit (IV-Grad) bis zuletzt 

uneins geblieben. 

b) Die Beschwerdeführerin machte zudem noch eine Verschlechterung ihres 

Allgemeinzustands geltend, was eine Erhöhung des bisher anerkannten IV-

Grads (22%) gerechtfertigt hätte. Art. 17 Abs. 1 ATSG hält dazu fest, dass 

eine Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft 

entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben wird, sofern sich der IV-

Grad der Rentenbezügerin erheblich ändert (Kieser, ATSG-Kommen-tar, 2. 

Auflage, Zürich 2009, zur Revision der IV-Rente, Art. 17 Rz 14-44 [S. 232-

240]).    

2. a) Im konkreten Fall sind folgende Gutachten und Arztberichte aktenkundig und 

für die Entscheidfindung von Bedeutung: 

 Im Ergänzungsgutachten vom 08.12.2003 verneinte der Orthopäde Dr. … 
– nachdem er die Versicherte schon im Juni 1996 und im Februar 1999 
wegen der im Januar 1993 erlittenen Knöchelverletzung untersucht und 
behandelt hatte – eine Unfallkausalität zwischen dem Sturzunfall (1993) 
und den aktuell geklagten Leiden (Rückenschmerzen mit 
Symptomausweitung). Er verwies dabei einerseits auf seine erfolglose 
Recherche in der gängigen Medline Datenbank und anderseits darauf, 
dass das Problem der Rückenschmerzen in seiner Häufigkeit und in 
seinen Ursachen komplex sei. Ein kausaler Zusammenhang zwischen der 
festgestellten Sprunggelenksarthrose und den Rückenschmerzen könne 
nicht hergestellt werden. Zudem sei es eine medizinische 

Erfahrungstatsache, dass Rückenbeschwerden in den hoch 
industrialisierten Ländern zu einem der häufigsten Krankheitsbilder 
gehörten, wobei deren Ursachen sehr vielschichtig seien. Die 
bildgebenden Untersuchungen (LWS-MRI 2001) hätten ebenfalls zu einer 
Verneinung der Unfallkausalität geführt.

 Im Zweitgutachten vom 24.07.2006 hielt der Allgemein- und Unfallchirurge 
Dr. … (Spitäler Chur AG) – nachdem er die Patientin bereits einmal im 
Herbst 2005 begutachtet hatte – seinerseits fest, dass ein gesicherter 
Zusammenhang zwischen der ermittelten Fehlhaltung und den Bein-
/Rückenschmerzen nicht nachgewiesen werden könne, woraus er 
schloss, dass auch keine überwiegende Wahrscheinlichkeit eines 
natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen der Arthrose im oberen 
rechten Sprunggelenk und den lumbalen Rückenschmerzen (als 
Sekundärfolge einer permanenten Fehlbelastung mit Schonhinken) bejaht 
werden könne. Auch die Symptomausweitung (mit Kopfschmerzen; 
Schwindelproblematik) könne zweifelsfrei nicht als Unfallfolge bezeichnet 
werden.

 Im Abklärungsbericht vom 25.01.2007 des Vertrauensarztes der 
Vorinstanz, Dr. …, werden die Angaben der Dres. …/… noch bestätigt, 
wobei hier „bestenfalls“ von einer (bloss) möglichen Unfallkausalität 
zwischen dem Köchelbruch (1993) und den aktuell (2007) geklagten 
Gesundheitsleiden (Rücken-/Kopfschmerzen) die Rede ist.

 Im Arztzeugnis (bestehend aus einem Blatt) vom 14.04.2008 der 
Hausärztin Dr. … wurde die Diagnose „Rezidivierendes 
lumbospondylogenes Syndrom links bei Fehlbelastung, Fehlhaltung und 
Wirbelsäulen-Fehlform“ gestellt.

b) In Würdigung der soeben aufgezählten Medizinalgutachten und Arztatteste ist 

das Gericht zur Überzeugung gelangt, dass es keine triftigen Gründe gibt, 

nicht auf die umfassenden, übereinstimmenden und in sich 

widerspruchsfreien Erkenntnisse (Schlussfolgerungen) der Spezialisten Dr. 

… (Ergänzungsgutachten 2003; Vorakten 1999/1996) und Dr. … 

(Zweitgutachten 2006; Vorakten 2005) abzustellen. Die unabhängig 

voneinander erstellten Fachgutachten vermögen in jeder Beziehung zu 

überzeugen, da sie sich eingehend mit dem aktuellen Wissensstand der Lehre 

und Forschung zu einer allfälligen Kausalität zwischen den geklagten 

Gesundheitsleiden auseinandersetzten und eine solche Unfallkausalität 

letztlich einhellig verneinten. Die von der Beschwerdeführerin gegen die 

Zuverlässigkeit und die Aussagekraft jener Expertisen ins Feld geführten 

Argumente, wonach der Orthopäde Dr. … eigene Abklärungen unterlassen 

habe und es dem Unfallchirurgen und Spitalarzt Dr. … vorab an der 

erforderlichen Fach-/Urteilskompetenz gefehlt habe, entbehren offensichtlich 

jeder sachlichen Grundlage. Abgesehen davon, dass die erwähnten 

Gutachter - nebst ihrem eigenen, langjährigen und allseits anerkannten 

Fachwissen - noch auf weitere fundierte Untersuchungsresultate (LWS-MRI 

2001; Röntgenaufnahme LWS 2004) abstellen konnten, gilt es nicht zu 

übersehen, dass auch der Vertrauensarzt Dr. … im Januar 2007 im 

Wesentlichen zu identischen Befunden wie die Dres. … und … gelangte. 

Soweit die Beschwerdeführerin die Unabhängigkeit des Vertrauensarztes 

anzweifelte, verhält sie sich selbst widersprüchlich, zumal sie für ihren 

Standpunkt anführte, dessen Meinung weiche von den Beurteilungen der zwei 

Erstgenannten bezüglich „Unfallkausalität“ ab. Zum Einen trifft dies inhaltlich 

nicht zu, da Dr. … bloss bestenfalls die Möglichkeit einer Kausalität bejahte. 

Den erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

verneinte er demnach ebenso, wie die beiden anderen Fachärzte, welche eine 

Unfallkausalität gar explizit ausschlossen. Zum Anderen mutet es etwas 

seltsam an, wenn man zwar die Unabhängigkeit und damit zugleich den 

Beweiswert der Beurteilung des Vertrauensarztes in Frage stellt, umgekehrt 

aber dennoch gerade mit dieser Beurteilung die (bloss vermeintlich) 

gegenteiligen Schlussfolgerungen der Dres. … und … entkräften bzw. gar 

widerlegen möchte. Daran ändert selbst das Arztzeugnis der Hausärztin Dr. 

… vom April 2008 nichts, da aus der dort aufgeführten Diagnose – ohne 

plausible und nähere Begründung - ebenfalls noch nicht auf eine 

Unfallkausalität zu den schon vor 15 Jahren (1993) erlittenen 

Sturzverletzungen geschlossen werden kann. Im Übrigen sind die Angaben 

von Hausärzten stets mit einer gewissen Vorsicht zu würdigen, da ihnen 

wegen der Nähe zu ihren Patienten nicht die gleiche Objektivität wie neutralen 

Gutachtern zugebilligt werden kann (BGE 125 V 351, E. 3b cc). Auch der 

Hinweis der Beschwerdeführerin, dass selbst für einen medizinischen Laien 

nachvollziehbar sein dürfte, dass eine permanente Ungleichbelastung der 

unteren Extremitäten als Folge des Schonverhaltens zu gravierenden 

Verspannungen der Wirbelsäule bzw. zu entsprechenden 

Abnützungserscheinungen des knöchernen Skeletts führe, vermag an der 

anderslautenden Gesamtbeurteilung der genannten Gutachter nichts zu 

rütteln, zumal es nach dem Unfallchirurgen Dr. … eben gerade keinen 

wissenschaftlichen Nachweis für einen derartigen - von betroffenen Patienten 

oftmals vermuteten - Zusammenhang gibt. In Anbetracht der eindeutigen 

medizinischen Faktenlage darf auch von einer weiteren (polydisziplinären) 

Begutachtung – wie von der Beschwerdeführerin ausdrücklich beantragt – 

abgesehen werden, da daraus zum vorneherein keine neuen Erkenntnisse zu 

erwarten sind. Zudem hat sich die Beschwerdeführerin die lange 

Verfahrensdauer weitgehend selbst zuzuschreiben, weil sie durch ihre 

zahlreichen Sistierungsanträge (2007-2009) eine raschere Fallerledigung 

selber erheblich erschwerte, wenn nicht gar verunmöglichte. Mit diesem 

Einwand dringt sie daher ebenso nicht durch.

c) Schliesslich ist der Vorinstanz auch darin beizupflichten, dass keine Hinweise 

oder Indizien für eine Verschlechterung der unfallkausalen 

Sprunggelenksarthrose bzw. für eine Erhöhung der unfallbedingten 

Einschränkungen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit ersichtlich sind. 

Die objektiven Befunde sind laut Dr. … bis 2005/2006 unverändert geblieben 

und sowohl Dr. … als auch Dr. …  stellten keine massive Verschlimmerung 

der Arthrose fest. Die zusammen mit der Rückenproblematik bestehende 

Symptomausweitung (mit Kopfschmerzen; Schwindelattacken), auf welche 

der verschlechterte Gesundheitszustand zurückzuführen ist, ist laut Dr. … 

zweifelsfrei „unfallfremd“. Die Vorinstanz hat deshalb vorliegend zu Recht 

auch die strengen Voraussetzungen für eine Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 

1 ATSG als nicht erfüllt angesehen.

3. a) Der angefochtene Einspracheentscheid vom 27.04.2007 ist demzufolge 

rechtmässig, was zu seiner Bestätigung und zur Abweisung der dagegen 

erhobenen Beschwerde vom 29.05.2007 - mit Sistierung bis 02.03.2009 -  

führt.

b) Gerichtskosten werden nicht erhoben, da das kantonale 

Beschwerdeverfahren nach Art. 61 lit. a ATSG kostenlos ist. Eine 

aussergerichtliche Entschädigung steht der Vorinstanz nicht zu, da sie als 

Unfallversicherer eine öffentlich-rechtliche Aufgabe wahrnimmt, was eine 

gesonderte Parteientschädigung vorab ausschliesst (Umkehrschluss aus Art. 

61 lit. g ATSG). 

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Kosten erhoben.