# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a88176bb-dea3-54a7-b6e9-b5c4ab7fb762
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-10-13
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 13.10.2020 S 2020 47
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2020-47_2020-10-13.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 20 47

3. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz Pedretti
RichterIn von Salis, Racioppi 

Aktuarin Kuster

URTEIL

vom 13. Oktober 2020

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____,
vertreten durch Rechtsanwalt Prof. Dr. iur. Hardy Landolt,

Beschwerdeführer

gegen

Sozialversicherungsanstalt des Kantons Graubünden,

Beschwerdegegnerin

betreffend IV-Rente

- 2 -

1. A._____, Zimmermann mit eidgenössischem Fähigkeitsausweis, wurde 

aufgrund eines Knieleidens mittels beruflicher Massnahmen der Invaliden-

versicherung zwischen Januar 2005 und Mai 2008 zum Berufsagogen aus-

gebildet. Ab dem 1. Juni 2008 erhielt er für die Beeinträchtigung aus dem 

Unfall vom 25. März 1998 eine SUVA-Rente von 13 % aufgrund eines ver-

sicherten Jahresverdientes von CHF 73'700.--. Am 20. Januar 2012 mel-

dete er sich wegen Achsel-, Genick- (Diskushernie Höhe Halswirbelsäule) 

und Rückenschmerzen (zwei Diskushernien Höhe Rückenwirbelsäule) bei 

der IV-Stelle zum Bezug einer Invalidenrente an. Im Kantonsspital B._____ 

fand erstmals am 28. Februar 2012 eine Operation an der Halswirbelsäule 

(Diskektomie/Fusion mit Zwischenwirbel-Interponat C4/5 wegen C5-Syn-

drom links bei sequestriertem Bandscheibenvorfall C4/5) statt. Am 14. Au-

gust 2012 wurde A._____ an der Rückenwirbelsäule (umschriebene late-

rale Teil-Nukleotomie wegen Recessus-Stenose L3/4 links bei hypertro-

pher Spondylarthrose und Bandscheibenvorwölbung) operiert. Am 6. Mai 

2014 fand eine zweite Operation an der Halswirbelsäule (Diskektomie/Fu-

sion mit Zwischenwirbel-Interponat wegen C6-Syndrom links bei Foramen-

Stenose C5/6) sowie am 2. Februar 2015 auch noch eine Supraspinatus-

sehnenrefixation links mit Acromioplastik und Bizepstenotomie statt.

2. Am 26. Juni 2013 gewährte ihm die IV-Stelle Frühinterventionsmassnah-

men in Form eines Teilbeitrages von CHF 5'000.-- bei (erfolgreichem) Ab-

schluss der vereinbarten Ausbildung zum Hauswart bei seinem bisherigen 

Arbeitgeber von August 2013 bis August 2014 (wobei ihm per Dezember 

2013 bzw. Juni 2014 gekündigt wurde und er die Ausbildung schliesslich 

abbrach). Nach telefonischer Anmeldung von A._____ wegen Zahlungs-

schwierigkeiten gewährte ihm die IV-Stelle am 21. Januar 2015 aufgrund 

einer lang dauernden Krankheit und nachdem ein Anspruch auf eine ganze 

(befristete) Invalidenrente als nachgewiesen erschien, ab dem 1. Juni 2014 

Vorschusszahlungen nach Art. 19 Abs. 4 ATSG. Die zuständige AHV-Aus-

gleichskasse richtete A._____ ab dem 1. Juli 2015 vorerst provisorische 

- 3 -

Zahlungen von monatlich CHF 1'955.-- aus mit dem Hinweis, dass die ge-

leisteten provisorischen Zahlungen mit der Nachzahlung der ordentlichen 

Rente verrechnet würden. Nach Einholen einer interdisziplinären RAD-Ab-

klärung vom 16. Oktober 2015 (Fachbereiche: Psychiatrie und Rheumato-

logie), einer Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) bei den 

Kliniken Valens vom 11. November 2015, dem Erlass des Vorbescheids 

vom 30. November 2015 und dem Einspruch vom 7. Januar 2016, sprach 

die IV-Stelle A._____ mit Verfügung vom 9. November 2016 eine halbe In-

validenrente vom 1. Juni bis zum 31. August 2014 (IV-Grad 57 %) und eine 

ganze Invalidenrente vom 1. September 2014 bis zum 31. Dezember 2015 

(IV-Grad 100 %) zu. Anschliessend schloss die IV-Stelle einen Anspruch 

auf eine Invalidenrente aufgrund eines zu geringfügigen IV-Grades von 

35 % aus.

3. Die dagegen erhobene Beschwerde, in welcher er die Ausrichtung einer 

unbefristeten Invalidenrente bzw. die Rückweisung der Angelegenheit 

beantragt hatte, wies das Verwaltungsgericht Graubünden mit Urteil vom 

10. April 2018 ab (Verfahren S 16 155). Ebenso blieb das dagegen 

eingelegte Rechtsmittel beim Bundesgericht erfolglos (Urteil 9C_367/2018 

vom 20. August 2018).

4. Während des noch hängigen verwaltungsgerichtlichen Verfahrens S 16 

155 stellte A._____ am 18. August 2017 einen Antrag um Neubeurteilung 

seines Leistungsanspruchs infolge Verschlechterung seines Gesundheits-

zustands (Herzinfarkt). Nachdem sowohl das Verwaltungsgericht des Kan-

tons Graubünden als auch das Bundesgericht seine Beschwerden abge-

wiesen hatten, nahm die IV-Stelle den Antrag vom 18. August 2017 als 

Neuanmeldung entgegen und trat auf diesen ein. 

- 4 -

5. In der Folge klärte die IV-Stelle den Sachverhalt ab und holte verschiedene 

Arztberichte ein. Ausserdem liess sie A._____ bei der MediCore AG poly-

disziplinär (Allgemeine Innere Medizin, Kardiologie, Neurologie, Orthopädi-

sche Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, Pneumolo-

gie sowie Psychiatrie und Psychotherapie) begutachten. In ihrem Gutach-

ten vom 12. Dezember 2019 (Explorationen im Mai/Juni 2019) stellten die 

Gutachter der MediCore AG folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die 

Arbeitsfähigkeit: emphysembetonte Pneumopathie bei medizinisch-theore-

tischer Ateminvalidität von 66.6 % bis 100 %, verbleibende Bewegungsein-

schränkung der linken Schulter bei Status nach linksseitiger Schulterarthro-

skopie mit offener Supraspinatussehnen-Refixation, Bizepstenotenotomie 

und Akromioplastik am 2. Februar 2015, verbleibende Bewegungsein-

schränkung der HWS bei Status nach Dekompression in den Segmenten 

C5/6 und C4/5 mit Diskektomie und Fusion, rezidivierendes LWS-Syndrom 

nach Dekompression im Segment L3/4 links und lateraler Nukleotomie am 

14. August 2012 sowie verbleibende endgradige Beugeeinschränkung bei 

Status nach Implantation einer linksseitigen Kniegelenks-Totalendopro-

these. Darüber hinaus führten sie unter anderem folgende Diagnosen ohne 

Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit auf: Zustand nach Non-Stemi am 

13. Mai 2017 mit akut koronarer Angiographie gleichentags und Stenting 

sowie rekoronar Angiographie und erneutem Stenting, rezidivierende de-

pressive Störung, gegenwärtig remittiert, sowie Status nach rechtsseitiger 

Supraspinatus- und Subscapularissehnen-Refixation am 26. Februar 2018 

ohne verbliebene Funktionseinschränkung. Hinsichtlich der Arbeitsfähig-

keit gelangten sie zu folgendem Schluss: Wegen der pneumologischen Be-

funde sei die angestammte Tätigkeit nicht mehr zumutbar. In einer adap-

tierten Tätigkeit bestehe allerdings eine Arbeitsfähigkeit von 75 %.

6. Dr. med. D._____, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Regiona-

ler Ärztlicher Dienst (RAD) Ostschweiz, stellte in seiner Abschlussbeurtei-

lung vom 20. Januar 2019 auf das Gutachten der MediCore AG ab und 

- 5 -

erachtete A._____ in einer Verweistätigkeit (d.h. einer körperlich leichten 

Tätigkeit ohne Überkopfarbeiten, ohne Arbeiten in Schulterhöhe, ohne rü-

ckenbelastende und kniebelastende Zwangshaltungen) zu 75 % arbeits-

fähig. 

7. Mit Vorbescheid vom 20. Januar 2020 stellte die IV-Stelle A._____ die Ab-

weisung des Leistungsbegehrens in Aussicht (kein Anspruch auf eine In-

validenrente). Nach dagegen erhobenem Einwand vom 10. Februar 2020 

verfügte die IV-Stelle mit Datum vom 18. März 2020 wie vorbeschieden und 

verneinte einen Anspruch auf eine Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad 

von 35.5 %. 

8. Hiergegen erhob A._____ (nachfolgend: Beschwerdeführer) am 29. April 

2020 (Poststempel) Beschwerde an das Verwaltungsgericht des Kantons 

Graubünden. Er stellte folgende Rechtsbegehren:

"1. Es sei die Verfügung der IV-Stelle vom 18. März 2020 aufzuheben und es 
sei ihm mindestens eine halbe Invalidenrente mit Wirkung ab dem 22. Au-
gust 2017 (unter Berücksichtigung allfälliger Wartefristen) zuzusprechen.

2. Eventuell sei die Verfügung der IV-Stelle vom 18. März 2020 aufzuheben 
und die Angelegenheit im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz 
zurückzuweisen.

3. Alles unter gesetzlicher Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der 
IV-Stelle und unter Gewähren der unentgeltlichen Rechtspflege und -ver-
beiständung."

Begründend führte er im Wesentlichen aus, dass sich sein Gesundheitszu-

stand seit der letzten Verfügung vom 9. November 2016 verschlechtert 

habe und eine im Vergleich zur gutachterlichen Arbeitsfähigkeits-Einschät-

zung von 75 % tiefere Arbeitsfähigkeit vorliege. Ausserdem gebiete es der 

Grundsatz der rechtsgleichen Behandlung, dass der Tabellenlohn sowohl 

aufgrund seiner eingeschränkten Leistungsfähigkeit in zeitlicher Hinsicht 

- 6 -

als auch aufgrund seines eingeschränkten funktionellen Leistungsvermö-

gens gekürzt werde. Zudem sei ihm ein Leidensabzug von 15 % zu ge-

währen.

9. In ihrer Vernehmlassung vom 11. Mai 2020 (Eingang) beantragte die IV-

Stelle die Abweisung der Beschwerde unter Kostenfolge zu Lasten des Be-

schwerdeführers. Zur Begründung verwies sie im Wesentlichen auf die an-

gefochtene Verfügung vom 18. März 2020.

 

Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften, die angefochtene 

Verfügung sowie die übrigen Akten wird, soweit erforderlich, in den nach-

stehenden Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen die Verfügung der IV-Stelle 

des Kantons Graubünden vom 18. März 2020, worin das Leistungsbegeh-

ren des Beschwerdeführers abgewiesen wurde (kein Anspruch auf eine In-

validenrente). Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die 

Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) sind Verfügungen der kantonalen 

IV-Stellen direkt vor dem Versicherungsgericht am Ort der IV-Stelle an-

fechtbar. Als kantonales Versicherungsgericht ist das Verwaltungsgericht 

des Kantons Graubünden für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde 

sowohl örtlich als auch sachlich zuständig (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 57 

des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs-

rechts [ATSG; SR 830.1] und Art. 49 Abs. 2 lit. a des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege [VRG; BR 370.100]). Der Beschwerdeführer ist 

- 7 -

Adressat der angefochtenen Verfügung, weshalb er durch die angefoch-

tene Verfügung unmittelbar betroffen ist und ein schutzwürdiges Interesse 

an deren Aufhebung oder Änderung hat. Er ist demnach zur Beschwerde-

führung legitimiert (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 59 ATSG). Auf die im Übri-

gen frist- und formgerecht (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 60 und Art. 61 

ATSG) eingereichte Beschwerde ist somit einzutreten.

2.1.1. Der Antrag des Beschwerdeführers um Neubeurteilung seines Anspruchs 

auf eine Invalidenrente ging während des noch hängigen verwaltungsge-

richtlichen Verfahrens S 16 155 im August 2017 bei der IV-Stelle ein. Nach-

dem sowohl das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden als auch 

das Bundesgericht seine Beschwerden abgewiesen hatten, nahm die IV-

Stelle den Antrag vom August 2017 als Neuanmeldung entgegen und 

prüfte, ob der Beschwerdeführer ab dem 1. Februar 2018, d.h. sechs Mo-

nate nach der Neuanmeldung gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG, einen Anspruch 

auf eine Invalidenrente hat (vgl. zum Ganzen IV-act. 255 S. 1).

2.1.2. Der Beschwerdeführer bringt in seiner Beschwerde nichts gegen die Ent-

gegennahme seines Antrags vom August 2017 als Neuanmeldung vor. 

Vielmehr prüft er seinerseits, ob ein Neuanmelde- bzw. ein Revisionsgrund 

im Sinne einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustands vorliegt. 

Sein Rechtsbegehren im Hauptstandpunkt lautet, es sei ihm "mindestens 

eine halbe Invalidenrente mit Wirkung ab 22. August 2017 (unter Berück-

sichtigung allfälliger Wartefristen)" zuzusprechen. Dies konkretisiert er in 

seiner Begründung sodann dahingehend, dass ihm "mindestens eine Vier-

telinvalidenrente mit Wirkung ab 1. Februar 2018 (unbefristet) zuzuspre-

chen" sei. Insofern besteht somit Einigkeit darüber, dass der Rentenan-

spruch des Beschwerdeführers ab dem 1. Februar 2018 zu prüfen ist, was 

denn auch Art. 29 Abs. 1 IVG entspricht (vgl. ferner zum Wartejahr IV-

act. 256 S. 20). 

- 8 -

2.2.1. Am Streitgegenstand vorbei zielt das Vorbringen des Beschwerdeführers, 

wonach er entgegen der RAD-Beurteilung vom 22. Dezember 2015 [recte: 

wohl 12. November 2015] der Auffassung sei, dass die unbestrittenermas-

sen vorhandenen psychischen Beschwerden das funktionelle Leistungs-

vermögen beeinträchtigten, weshalb er vorsorglich um Einholung einer ge-

richtlichen Expertise ersuche. Die auf der genannten RAD-Abschlussbeur-

teilung vom 12. November 2015 (vgl. IV-act. 153 S. 17) basierende Verfü-

gung vom 9. November 2016 (vgl. IV-act. 151 S. 3) wurde bereits rechts-

kräftig beurteilt und bildet nicht Thema des vorliegenden Verfahrens. 

2.2.2. Als unbehelflich erweist sich des Weiteren das Vorbringen des Beschwer-

deführers, wonach sich seine Leistungsfähigkeit im angestammten Beruf 

im Vergleich zur Situation im Zeitpunkt der Verfügung vom 9. November 

2016, wo noch eine 50%ige Arbeitsfähigkeit im bisherigen Beruf festgestellt 

worden sei, um 50 % (d.h. auf eine Arbeitsunfähigkeit von 100 %) ver-

schlechtert habe. Abgesehen davon, dass die IV-Stelle in der angefochte-

nen Verfügung für die Bemessung des Invalideneinkommens ohnehin auf 

die Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit abgestellt hat, übersieht der Be-

schwerdeführer, dass die IV-Stelle auf seine Neuanmeldung eingetreten ist 

und insbesondere mit der Einholung des polydisziplinären Gutachtens der 

MediCore AG vom 12. Dezember 2019 den Rentenanspruch des Be-

schwerdeführers in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht umfassend ge-

prüft hat (vgl. BGE 141 V 9). Es erübrigt sich daher, wie vom Beschwerde-

führer vorgenommen, das Vorliegen eines Neuanmelde- bzw. Revisions-

grunds (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts 8C_379/2019 vom 21. August 

2019 E.2.2) zu prüfen. 

- 9 -

2.3. Nach dem Gesagten ist somit streitig und zu prüfen, ob die IV-Stelle das 

Leistungsbegehren des Beschwerdeführers zu Recht abgewiesen resp. 

den Anspruch auf eine Invalidenrente (ab dem 1. Februar 2018) zu Recht 

verneint hat. Umstritten ist dabei die (Rest-)Arbeitsfähigkeit des Beschwer-

deführers in einer leidensangepassten Tätigkeit sowie die Bemessung des 

Invalideneinkommens.

3. Anspruch auf eine Invalidenrente haben Versicherte von vornherein nur 

dann, wenn sie zu mindestens 40 % invalid sind (vgl. Art. 28 Abs. 2 IVG).

3.1. Bei erwerbstätigen Versicherten gilt als Invalidität die durch einen körperli-

chen, geistigen oder psychischen Gesundheitsschaden verursachte, vor-

aussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde Erwerbsunfähigkeit 

(Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 8 Abs. 1 ATSG), welche Folge von Geburts-

gebrechen, Krankheit oder Unfall sein kann (Art. 4 Abs. 1 IVG). Zur Beur-

teilung der Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund-

heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen, wobei eine Erwerbsun-

fähigkeit zudem nur vorliegt, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwind-

bar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG). Keine Beeinträchtigungen der Gesundheit stel-

len soziokulturelle Schwierigkeiten mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähig-

keit sowie psychosoziale Faktoren dar. Invaliditätsfremde Faktoren sind 

darüber hinaus auch Aggravation und Simulation (vgl. zum Ganzen KIESER, 

ATSG-Kommentar, 4. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2020, Art. 7 Rz. 22 ff.; siehe 

bezüglich Aggravation und ähnlicher Erscheinungen auch BGE 141 V 281 

E.2.2.1 f., 140 V 193 E.3.3).

3.2. Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist 

Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Be-

stimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versi-

- 10 -

cherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der me-

dizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch 

eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitslage erzielen könnte 

(Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das 

sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkom-

men). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, 

dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig mög-

lichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden. Aus der Ein-

kommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (allgemeine 

Methode des Einkommensvergleichs; BGE 144 I 21 E.2.1, 142 V 290 E.4, 

141 V 15 E.3.2, 128 V 29 E.1; Urteil des Bundesgerichts 9C_225/2019 vom 

11. September 2019 E.2).

4.1. Bei der Feststellung des Gesundheitszustands und der Beurteilung der Er-

werbsfähigkeit der versicherten Person sind die Verwaltung und das im 

Streitfall angerufene Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls andere Fachleute zur Verfügung stellen. Die Aufgabe des 

Arztes besteht darin, mit den Mitteln fachgerechter ärztlicher Untersuchung 

unter Berücksichtigung der subjektiven Beschwerden die Befunde zu erhe-

ben und gestützt darauf die Diagnose zu stellen. Hiermit erfüllt der Arzt 

seine originäre Aufgabe, wofür die Verwaltung und das im Streitfall ange-

rufene Gericht nicht kompetent sind. Bei der Folgeabschätzung der erho-

benen gesundheitlichen Beeinträchtigungen für die Arbeitsfähigkeit kommt 

dem Arzt jedoch keine abschliessende Beurteilungskompetenz zu. Viel-

mehr gibt er eine Einschätzung zur Arbeitsfähigkeit ab, welche er aus sei-

ner Sicht so substanziell wie möglich begründet. Die ärztlichen Auskünfte 

bilden sodann eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, wel-

che Arbeitsleistungen dem Versicherten konkret noch zugemutet werden 

können (vgl. BGE 140 V 193 E.3.2, 132 V 93 E.4, 125 V 256 E.4).

- 11 -

4.2.1. Das Bundesrecht schreibt nicht vor, wie die einzelnen Beweismittel zu wür-

digen sind. Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbe-

schwerdeverfahren gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach 

haben Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte die Beweise 

grundsätzlich frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie um-

fassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren be-

deutet dies, dass das Gericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von 

wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob 

die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen 

Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander widerspre-

chenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das 

gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum 

es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (vgl. 

BGE 125 V 351 E.3a). Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist 

entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf 

allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden 

berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden 

ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Be-

urteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolge-

rungen des Experten begründet sind (vgl. BGE 134 V 231 E.5.1, 125 V 351 

E.3a). Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder 

die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten 

oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (vgl. 

BGE 125 V 351 E.3a, 122 V 157 E.1c). Dennoch hat es die Rechtspre-

chung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar erach-

tet, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten 

Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. BGE 125 V 351 E.3b, 

118 V 286 E.1b, 112 V 30 E.1a). 

4.2.2. Den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten von 

externen Spezialärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und 

- 12 -

Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei 

der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei 

der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht kon-

krete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (vgl. BGE 

137 V 210 E.1.3.4, 125 V 351 E.3b/bb). In Bezug auf Berichte von behan-

delnden Ärzten darf und soll der Richter auch der Erfahrungstatsache 

Rechnung tragen, dass behandelnde Ärzte mitunter im Hinblick auf ihre 

auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ih-

rer Patienten aussagen (vgl. BGE 135 V 465 E.4.3.2, 4.4 und 4.5, 125 V 

351 E.3a und 3b). Sodann kommt auch den Berichten und Gutachten ver-

sicherungsinterner Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erschei-

nen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und 

keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit sprechen. Die Tatsache allein, 

dass der befragte Arzt in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungs-

träger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befan-

genheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das 

Misstrauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet er-

scheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den 

Arztberichten im Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unpartei-

lichkeit des Gutachters allerdings ein strenger Massstab anzulegen (vgl. 

BGE 125 V 351 E.3b, 122 V 157 E.1c). Bestehen auch bloss geringe Zwei-

fel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen 

Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (vgl. BGE 

135 V 465 E.4.3.2 und 4.4; Urteil des Bundesgerichts 8C_245/2011 vom 

25. August 2011 E.5.3).

4.2.3. Bei einer psychiatrischen Exploration ist nach der Rechtsprechung zudem 

zu beachten, dass diese von der Natur der Sache her nicht ermessensfrei 

erfolgen kann. Sie eröffnet dem begutachtenden Psychiater praktisch im-

mer einen Spielraum für verschiedene medizinisch-psychiatrische Interpre-

tationen, was zulässig und zu respektieren ist, sofern der Experte lege artis 

- 13 -

vorgegangen ist. Daher kann es nicht angehen, eine medizinische Admi-

nistrativ- oder Gerichtsexpertise stets dann in Frage zu stellen und zum 

Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu 

unterschiedlichen Einschätzungen gelangen oder an vorgängig geäusser-

ten abweichenden Auffassungen festhalten (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

9C_4/2015 vom 5. Mai 2015 E.3.2).

5. Vorliegend stellt sich die Frage, ob die IV-Stelle zu Recht auf die Beurtei-

lungen im Gutachten der MediCore AG vom 12. Dezember 2019 (Explora-

tionen im Mai/Juni 2019) abgestellt hat oder ob konkrete Indizien gegen 

dessen Zuverlässigkeit sprechen, sodass von der Einschätzung der Ar-

beitsfähigkeit von 75 % in einer adaptierten Tätigkeit (d.h. körperlich 

leichte, wechselbelastende Tätigkeit) für den hier massgebenden Zeitraum 

ab Februar 2018 abzuweichen wäre. 

6.1. Nach Auffassung des streitberufenen Gerichts erfüllt das MediCore-

Gutachten vom 12. Dezember 2019 die von der bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung an den Beweiswert eines medizinischen Berichts gestell-

ten Anforderungen, weshalb ihm Beweiskraft zukommt. Das Gutachten 

beruht auf eigenen Untersuchungen und berücksichtigt die vom 

Beschwerdeführer geklagten und aktenkundigen Beschwerden (vgl. IV-

act. 246 S. 5; vgl. ferner bspw. zum psychiatrischen Teilgutachten [IV-

act. 246 S. 35 ff.], orthopädischen Teilgutachten [IV-act. 246 S. 59 f.] und 

pneumologischen Teilgutachten [IV-act. 246 S. 80 f.]). Die Beurteilung 

erfolgte in Kenntnis der medizinischen Vorakten, einschliesslich der 

wesentlichen, vom Beschwerdeführer aufgeführten Arztberichte der 

behandelnden Fachpersonen (vgl. IV-act. 246 S. 23 ff.; vgl. ferner IV-

act. 246 S. 77 ff. und S. 96 ff.), und die Schlussfolgerungen wurden 

gestützt auf die eigenen klinischen Untersuchungen sowie die erhobenen 

Laborbefunde getroffen (vgl. zum psychiatrischen Teilgutachten [IV-

- 14 -

act. 246 S. 44 ff.], orthopädischen Teilgutachten [IV-act. 246 S. 62 ff.], 

pneumologischen Teilgutachten [IV-act. 246 S. 84 ff.], neurologischen 

Teilgutachten [IV-act. 246 S. 103 f.] und kardiologischen Teilgutachten [IV-

act. 246 S. 111]). Zudem ist das Gutachten für die streitigen Belange 

umfassend.

6.2. Die MediCore-Gutachter stellten folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf 

die Arbeitsfähigkeit: emphysembetonte Pneumopathie bei medizinisch-

theoretischer Ateminvalidität von 66.6 % bis 100 %, verbleibende 

Bewegungseinschränkung der linken Schuler bei Status nach linksseitiger 

Schulterarthroskopie mit offener Supraspinatussehnen-Refixation, 

Bizepstenotenotomie und Akromioplastik am 2. Februar 2015, 

verbleibende Bewegungseinschränkung der HWS bei Status nach 

Dekompression in den Segmenten C5/6 und C4/5 mit Diskektomie und 

Fusion, rezidivierendes LWS-Syndrom nach Dekompression im Segment 

L3/4 links und lateraler Nukleotomie am 14. August 2012 sowie 

verbleibende endgradige Beugeeinschränkung bei Status nach 

Implantation einer linksseitigen Kniegelenks-Totalendoprothese. Zudem 

stellten sie unter anderem folgende Diagnosen ohne Auswirkungen auf die 

Arbeitsfähigkeit: Zustand nach Non-Stemi am 13. Mai 2017 mit akut 

koronarer Angiographie gleichentags und Stenting sowie rekoronar 

Angiographie und erneutem Stenting, rezidivierende depressive Störung, 

gegenwärtig remittiert, sowie Status nach rechtsseitiger Supraspinatus- 

und Subscapularissehnen-Refixation am 26. Februar 2018 ohne 

verbleibende Funktionseinschränkung (vgl. IV-act. 246 S. 6 f.). 

6.2.1. Dazu führten sie in der Konsensbeurteilung folgendes aus: In der aktuellen 

orthopädisch-traumatologischen Untersuchung zeigten sich nahezu 

identische Befunde zu jenen aus der rheumatologischen RAD-Abklärung 

vom 16. Oktober 2015. Abweichend von den damalig formulierten 

- 15 -

Diagnosen sei seither eine operative Behandlung an der rechten Schulter 

erfolgt. Der Heilungsprozess in diesem anatomischen Bereich sei gut 

verlaufen und ohne Funktionsbeeinträchtigungen ausgeheilt. Ausserdem 

sei am linken Kniegelenk im Januar 2017 eine Totalendoprothese 

eingesetzt worden. Dieser Eingriff habe zu einer Reduktion der 

Kniegelenksschmerzen geführt. Verblieben sei eine endgradige 

Beugeeinschränkung des linken Kniegelenks. Eine negative Auswirkung 

auf die Arbeitsfähigkeit habe durch beide Eingriffe nicht stattgefunden. Eine 

Verschlechterung des Gesundheitszustands sei aus orthopädischer Sicht 

nicht eingetreten. Auf neurologischem Fachgebiet werde die Behandlung 

bei Myokardinfarkt und beschriebener transienter ischämischer Attacke im 

Jahr 2017 gewürdigt. Diesbezüglich seien keine spürbaren Folgen 

entstanden. Gemäss Aktenunterlagen seien keine akuten 

Parenchymläsionen festgestellt worden; nebenbefundlich hätten sich 

kleinere mikrovaskuläre Veränderungen gezeigt. Die mögliche radikuläre 

Beteiligung links, a.e. von S1 DD L5 stehe nicht im Vordergrund des 

Beschwerdebildes. Auch bestehe keine typische Claudicatio-Symptomatik. 

Neurologisch bedingte funktionelle Einschränkungen lägen nicht vor. Die 

kardiologische gutachterliche Beurteilung bescheinige eine insgesamt gute 

linksventrikuläre Funktion sowie eine 60%ige Leistungsfähigkeit. Diese 

könne mit Trainingsmangel erklärt werden und sei verbesserungsfähig. 

Daraus resultiere eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit. Aus 

psychiatrischer Sicht liessen sich keine erheblichen Feststellungen 

benennen. Das Vorliegen einer aktiven depressiven Störung oder andere 

psychiatrische Krankheitsbilder seien auszuschliessen, eine Symptomatik 

werde denn auch vom Begutachteten kaum beschrieben. Diagnostisch sei 

von einer remittierten depressiven Störung auszugehen. Aus 

pneumologischer Sicht habe die Interpretation der Spiroergometrie eine 

erhebliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestätigt. Das gesicherte 

Lungenemphysem werde mit langjährigem Nikotinkonsum begründet. Der 

Begutachtete sei allerdings extrem wenig symptomatisch. Die Befunde 

- 16 -

bestätigten jedoch die aufgehobene Arbeitsfähigkeit in angestammter 

Tätigkeit (Mitarbeiter Betriebsunterhalt und Hauswirtschaft/Wohnen). In 

Berücksichtigung aller gemachten Befunde, welche sich in verschiedenen, 

teilweise erheblichen Einschränkungen objektivieren liessen, sei die 

angestammte Tätigkeit wegen der pneumologischen Befunde nicht mehr 

ausführbar. In einer adaptierten Tätigkeit sei eine Arbeitsfähigkeit von 75 % 

(weiterhin; vgl. IV-act. 139 S. 18 und S. 21, IV-act. 140 S. 3 und IV-act. 151 

S. 2; vgl. auch IV-act. 255 S. 2 oben) gegeben. Aufgrund der multiplen 

Beschwerden am Bewegungsapparat seien vermehrte Pausen in einer 

Grössenordnung von zwei Stunden täglich zuzubilligen, was in der 

reduzierten Arbeitsfähigkeit berücksichtigt sei (vgl. IV-act. 246 S. 5 ff.).

6.2.2. Diese Ausführungen zur Beurteilung der medizinischen Situation sind 

einleuchtend und die gezogenen Schlussfolgerungen zum 

Gesundheitszustand und zur Arbeitsfähigkeits-Einschätzung 

nachvollziehbar begründet. Die Gutachter setzten sich denn auch mit den 

vorbefundlichen Feststellungen der behandelnden Ärzte auseinander und 

zeigten gegebenenfalls auf, weshalb sie eine andere Ansicht vertreten. So 

führte beispielsweise Dr. med. E._____ in seinem orthopädischen 

Teilgutachten aus, der behandelnde Orthopäde Dr. med. F._____ teile in 

seinem Bericht vom 14. November 2018 mit, dass dem Beschwerdeführer 

die Tätigkeit als Zimmermann sowie im Betriebsunterhalt nicht mehr 

zuzumuten sei (begrenztes Gehen auf Treppen und kein Einnehmen einer 

knienden Position). Aus gutachterlicher Sicht bestehe bezüglich dieser 

Einschränkungen Einvernehmen, jedoch werde in der Tätigkeit als 

Hauswart eine Restarbeitsfähigkeit von 50 % weiterhin gesehen, da eine 

wesentliche Verschlechterung (bei unveränderter linksseitiger 

Kniegelenksbeweglichkeit) nicht eingeschätzt werde. Weiter führte er aus, 

dass sich die Funktionsstörungen im Bereich der linken Schulter, des linken 

Kniegelenks und der HWS aufgrund der aktuellen Befunderhebung 

objektivieren liessen. Die Beschwerden im Bereich der LWS hingegen 

- 17 -

liessen sich bezüglich ihrer Massivität nur teilweise nachvollziehen. Seit der 

RAD-Begutachtung vom 16. Oktober 2015 sei eine operative Behandlung 

der rechten Schulter (am 26. Februar 2018; wobei davon auszugehen ist, 

dass die Operation lediglich zu einer vorübergehenden Verschlechterung 

des Gesundheitszustands bzw. Arbeitsunfähigkeit führte [vgl. etwa IV-

act. 246 S. 71]) sowie des linken Kniegelenks (am 30. Januar 2017) 

durchgeführt worden. Die Funktion der rechten Schulter sei wieder 

vollständig schmerzfrei hergestellt worden. Nach Implantation der 

linksseitigen Kniegelenkstotalendoprothese seien die Beschwerden bei 

erhaltener Kniegelenksfunktion reduziert worden. Insgesamt könne von 

einem unveränderten Gesundheitszustand im Bereich des 

Bewegungsapparates ausgegangen werden. Diese Einschätzung werde 

unter anderem durch das Aktivitätenniveau im Tagesprofil belegt (vgl. IV-

act. 246 S. 69 f.). Auch pract. med. C._____ gelangte in ihrem 

psychiatrischen Teilgutachten zum Schluss, dass sich der 

Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit der RAD-Begutachtung 

vom 16. Oktober 2015 (anlässlich derer keine psychiatrische Diagnose mit 

Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit gestellt wurde, vgl. IV-act. 139 S. 7) 

aus gutachterlich-psychiatrischer Sicht nicht verschlechtert habe. Auch 

wenn der Tod des Bruders nachvollziehbarerweise zu einer vorübergehend 

tangierten Befindlichkeit geführt habe, so sei nicht von einer 

gesundheitlichen Störung auszugehen gewesen (vgl. IV-act. 246 S. 53). 

Zudem hielt sie fest, dass in Berücksichtigung der durchgeführten 

Behandlung mit Antidepressivum (vgl. IV-act. 246 S. 37 und S. 47 oben) 

die Diagnose einer vollständig remittierten leichten depressiven Episode 

gestellt werden könne (vgl. IV-act. 246 S. 47 unten). Aus psychiatrischer 

Sicht hätten (allerdings) keine längerdauernden Absenzen bzw. 

Arbeitsunfähigkeiten bestanden (vgl. IV-act. 246 S. 52). 

6.2.3. Soweit der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde lediglich pauschal 

vorbringt, seines Erachtens bestehe eine tiefere Arbeitsfähigkeit, vermag 

- 18 -

er das MediCore-Gutachten nicht in Zweifel zu ziehen. Dieses beruht auf 

umfassenden Untersuchungen und berücksichtigt die vorhandenen 

somatischen Beeinträchtigungen. Insofern und vor dem Hintergrund 

dessen, dass bereits am 11. November 2015 eine EFL durchgeführt 

worden war (vgl. IV-act. 140) und aus gutachterlicher Sicht hinsichtlich des 

Bewegungsapparates ein unveränderter Gesundheitszustand vorliegt (vgl. 

IV-act. 246 S. 70), erübrigt es sich denn auch, die vom Beschwerdeführer 

offerierte EFL durchzuführen. Die Gutachter trafen die Einschätzung der 

Arbeitsfähigkeit in leidensadaptierter Tätigkeit in Kenntnis der vorhandenen 

somatischen Beeinträchtigungen bzw. letztere sind darin eingeflossen. 

Dies gilt auch mit Blick auf das Vorbringen des Beschwerdeführers, wonach 

seine Arbeitseffizienz bzw. sein Arbeitstempo aufgrund der Notwendigkeit 

regelmässiger Pausen eingeschränkt sei, führte dies doch zu einer 

Reduktion der Arbeitsfähigkeits-Einschätzung in leidensadaptierter 

Tätigkeit auf 75 % (vgl. IV-act. 246 S. 8 und im Speziellen das 

orthopädische Teilgutachten [IV-act. 246 S. 71]). Soweit der 

Beschwerdeführer schliesslich rügt, dass sich die IV-Stelle nicht mit der 

bundesgerichtlichen Rechtsprechung zur Mehrfachdiagnose (vgl. statt 

vieler Urteil des Bundesgerichts 8C_713/2015 vom 9. Februar 2016) 

auseinandergesetzt habe, so ist ihm entgegenzuhalten, dass er diesen 

Einwand im Verfahren vor der IV-Stelle nicht erhoben hatte (vgl. IV-

act. 253). Da darüber hinaus im MediCore-Gutachten vom 12. Dezember 

2019 sämtliche Befunde erhoben und sowohl in den Teilgutachten als auch 

in der Konsensbeurteilung gewürdigt worden sind, kann darauf abgestellt 

werden. 

6.3. Somit ergibt sich, dass die Vorbringen des Beschwerdeführers nicht 

geeignet sind, den Beweiswert des MediCore-Gutachtens mit seinen 

Feststellungen zum hier massgebenden Zeitraum ab dem 1. Februar 2018 

zu schmälern. Es ist daher nicht zu beanstanden, wenn die IV-Stelle auf 

die im Gutachten attestierte 75%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten 

- 19 -

Tätigkeit abstellte. Vor diesem Hintergrund kann auf die vom 

Beschwerdeführer beantragten Beweisvorkehren verzichtet werden, zumal 

das streitberufene Gericht seine Überzeugung aufgrund der bereits 

abgenommenen Beweise gebildet hat und es annehmen kann, dass diese 

Überzeugung durch weitere Beweiserhebungen nicht geändert würde (vgl. 

BGE 136 I 229 E.5.3, 134 I 140 E.5.3). 

7. Nachfolgend bleibt zu prüfen, ob das Invalideneinkommen korrekt bemes-

sen wurde. 

7.1. Die IV-Stelle stützte sich bei der Bemessung des Invalideneinkommens auf 

die Tabelle TA1 der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) 2016 für 

Tätigkeiten auf dem Kompetenzniveau 1 im privaten Sektor für Männer, 

wobei umgerechnet auf die durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit von 

41.7 Stunden und aufindexiert auf das Jahr 2019 bei einer Arbeitsfähigkeit 

von 75 % ein Invalideneinkommen von CHF 51'313.80 (= CHF 5'340.-- x 

12 : 40 x 41.7 x 1.003995 x 1.01 x 1.01 x 0.75) resultierte. Der Beschwer-

deführer macht nun im Wesentlichen geltend, dass das unter Heranzie-

hung der LSE berechnete Invalideneinkommen gestützt auf das Gebot der 

rechtsgleichen Behandlung nicht nur wegen seiner eingeschränkten Leis-

tungsfähigkeit in zeitlicher Hinsicht, sondern auch aufgrund der konkret vor-

handenen Einschränkung des funktionellen Leistungsvermögens zu kürzen 

sei. Zudem sei ihm namentlich aufgrund seiner fehlenden Berufserfahrung 

in einer Verweistätigkeit, der langen Abwesenheit vom Arbeitsmarkt, seines 

Alters sowie der nunmehr offenstehenden Teilzeittätigkeiten ein Leidens-

abzug von 15 % zu gewähren. Im Ergebnis resultiere daraus ein Invali-

ditätsgrad von über 40 %, womit zumindest ein Anspruch auf eine unbefris-

tete Viertelsrente bestehe. 

- 20 -

7.2.1. Ein leidensbedingter Abzug kommt auch bei Heranziehen der LSE zur Be-

stimmung des Invalideneinkommens nicht generell und in jedem Fall zur 

Anwendung. Ein Abzug soll nicht automatisch, sondern dann erfolgen, 

wenn im Einzelfall Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die versicherte Per-

son wegen eines oder mehrerer einkommensbeeinflussender Merkmale 

ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen 

Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwer-

ten kann (Urteil des Bundesgerichts 9C_323/2019 vom 2. September 2019 

E.4.2 m.H.a. BGE 126 V 75 E.5a/bb und E.5b/aa). Praxisgemäss soll mit 

dem Abzug vom Tabellenlohn der Tatsache Rechnung getragen werden, 

dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Be-

hinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie 
und Beschäftigungsgrad je nach Ausprägung Auswirkungen auf die Lohn-
höhe haben können. Der Abzug ist unter Würdigung der Umstände im Ein-

zelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 

25 % nicht übersteigen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_114/2017 vom 

11. Juli 2017 E.3.1 m.H.a. BGE 135 V 297 E.5.2; vgl. auch Urteil des Bun-

desgerichts 9C_447/2019 vom 8. Oktober 2019 E.3.1 m.w.H.).

7.2.2. Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem In-

valideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen kör-

perlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit einge-

schränkt ist. Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurtei-

lung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Ein-

schränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Ab-

zugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Ge-

sichtspunkts führen dürfen (Urteil des Bundesgerichts 9C_846/2014 vom 

22. Januar 2015 E.4.1.1 m.w.H.). Praxisgemäss werden keine separat 

quantifizierten Abzüge je für die massgeblichen Kriterien vorgenommen 

und addiert, sondern vielmehr der Abzug gesamthaft geschätzt (vgl. Urteil 

des Bundesgerichts 8C_536/2019 vom 26. September 2019 E.5.2.2 f.).

- 21 -

7.3.1. Im vorliegenden Fall wurde die verminderte Belastbarkeit des Stütz- und 

Bewegungsapparats in qualitativer Hinsicht bei der Festlegung des Belas-

tungsprofils einer adaptierten Tätigkeit (d.h. leichte, wechselbelastende 

Tätigkeit ohne Überkopfarbeiten, ohne Arbeiten in Schulterhöhe, ohne rü-

ckenbelastende und kniebelastende Zwangshaltungen) berücksichtigt (vgl. 

insbesondere IV-act. 246 S. 71). Zudem wurde in zeitlicher Hinsicht dem 

mit den multiplen Beschwerden begründeten erhöhten Pausenbedarf durch 

die um 25 % reduzierte Leistungsfähigkeit (d.h. Arbeitsfähigkeit von 75 %) 

Rechnung getragen (vgl. insbesondere IV-act. 246 S. 71). Soweit der Be-

schwerdeführer einen Abzug mit dem Verweis auf die Einschränkungen 

des funktionellen Leistungsvermögens geltend macht, ist ihm entgegenzu-

halten, dass die sich aus medizinischer Sicht auf die Arbeitsfähigkeit aus-

wirkenden körperlichen Limitierungen, welche bereits beim Belastungspro-

fil berücksichtigt worden sind, nicht nochmals – als abzugsrelevant – her-

angezogen werden dürfen. Dies käme einer unzulässigen doppelten An-

rechnung derselben Gesichtspunkte gleich (vgl. vorstehende Erwä-

gung 7.2.2). Es bestehen denn auch keine Anhaltspunkte dafür, dass die 

gesundheitlichen Einschränkungen nicht bereits vollumfänglich in die Be-

urteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit in leidensadaptierter Tätigkeit 

miteinbezogen worden wären. Zudem verkennt der Beschwerdeführer, 

dass der Umstand allein, dass nur mehr leichte Arbeiten zumutbar sind, 

keinen zusätzlichen Leidensabzug rechtfertigt, weil der Tabellenlohn im 

Kompetenzniveau 1 bereits eine Vielzahl von leichten Tätigkeiten umfasst 

(vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_841/2017 vom 14. Mai 2018 E.5.2.2.2 

m.w.H.). Darin ist entgegen seiner Auffassung kein Verstoss gegen das 

Gebot der rechtsgleichen Behandlung zu erblicken. Im Übrigen übersieht 

der Beschwerdeführer dabei, dass bei ihm eben gerade nicht der un-

gekürzte Tabellenlohn, sondern ein um 25 % reduzierter Tabellenlohn an-

gerechnet wurde. 

- 22 -

7.3.2. Dem Beschwerdeführer kann des Weiteren nicht gefolgt werden, soweit er 

geltend macht, es fehle ihm in einer adaptierten Tätigkeit an Berufserfah-

rung. Vielmehr kann er die im Rahmen seiner Ausbildung zum Zimmer-

mann erlernten Fertigkeiten sowie die anlässlich seiner diversen berufli-

chen Tätigkeiten gewonnene Berufserfahrung (als Berufsagoge bzw. Mit-

arbeiter Betriebsunterhalt und Hauswirtschaft/Wohnen) im Rahmen einer 

Verweistätigkeit nutzbar machen; auch lange Einarbeitungszeiten dürften 

dementsprechend wegfallen. Da die funktionellen Einschränkungen des 

Beschwerdeführers mit den gewöhnlichen betrieblichen Anforderungen im 

Kompetenzniveau 1 vereinbar sind, leuchtet auch nicht ein, inwiefern der 

Beschwerdeführer im Vergleich zu anderen Arbeitnehmern eine deutlich 

höhere Krankheitsanfälligkeit aufweisen sollte. Auch zeitigen die im Medi-

Core-Gutachten festgestellten Beeinträchtigungen aus pneumologischer 

Sicht keine über das orthopädisch-traumatologische Belastungsprofil hin-

ausgehenden Einschränkungen in einer adaptierten Tätigkeit (vgl. IV-

act. 246 S. 8). 

Zudem ist mit der IV-Stelle festzuhalten (vgl. dazu Vernehmlassung der IV-

Stelle vom 18. Januar 2017 im Verfahren S 16 155), dass der deutschspra-

chige Beschwerdeführer mit Schweizer Bürgerrecht und ausgewiesenen 

Schul- und Berufskenntnissen im Kompetenzniveau 1 durchaus auch über 

gewisse Wettbewerbsvorteile verfügt. Insofern ist eine Benachteiligung auf-

grund der (zum Teil selbstverschuldeten) langen Abwesenheit vom Arbeits-

markt zu relativieren. Ein Abzug aufgrund des Alters wurde schon im Urteil 

9C_367/2018 vom 20. August 2018 E.3.5 bei dem damals bereits über 50-

jährigen Beschwerdeführer vom Bundesgericht abschlägig beurteilt, wes-

halb auch vorliegend kein solcher gewährt werden kann. Ausserdem wer-

den Hilfsarbeiten (wie sie hier im Fokus stehen) nach der Rechtsprechung 

grundsätzlich altersunabhängig nachgefragt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

9C_130/2019 vom 5. September 2019 E.3.2 m.w.H.). Soweit der Be-

schwerdeführer ferner geltend macht, es sei ihm aufgrund der nunmehr 

- 23 -

möglichen Teilzeitarbeit ein Leidensabzug zu gewähren, kann ihm nicht ge-

folgt werden. Vielmehr geht aus dem MediCore-Gutachten vom 12. De-

zember 2019 hervor, dass die um 25 % reduzierte Arbeitsfähigkeit in adap-

tierter Tätigkeit mit der Summe aller skelettalen Beeinträchtigungen be-

gründet wird (vgl. IV-act. 246 S. 8). Im orthopädischen Teilgutachten wird 

die adaptierte Tätigkeit sodann weiter präzisiert, wobei ausdrücklich aus-

geführt wird, dass leichte, wechselbelastende Tätigkeiten ohne Überkopfa-

rbeiten, ohne Arbeiten in Schulterhöhe sowie ohne rücken- bzw. kniebelas-

tende Zwangshaltungen während acht Stunden möglich sind, indes ein ver-

mehrter Pausenbedarf von ca. zwei Stunden besteht, was eine Arbeits-

fähigkeit von 75 % ergebe (vgl. IV-act. 246 S. 71). Insofern kann bei der 

ausgewiesenen ganztags zumutbaren adaptierten Tätigkeit bei reduzier-

tem Rendement pro Zeiteinheit kein Abzug aufgrund des Beschäftigungs-

grads erfolgen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_211/2018 vom 8. Mai 

2018 E.4.4). 

8. Im Ergebnis resultiert bei einem unbestritten gebliebenen Valideneinkom-

men von CHF 79'560.55 und einem Invalideneinkommen von 

CHF 51'313.80 (zur Berechnung vgl. vorstehende Erwägung 7.1) ein Inva-

liditätsgrad von gerundet 36 %, womit ein Anspruch auf eine Invalidenrente 

entfällt. Die Beschwerde erweist sich somit als unbegründet, weshalb sie 

abzuweisen ist.

9. Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkei-

ten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen der Invali-

denversicherung vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. 

Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom 

Streitwert im Rahmen von CHF 200.-- bis CHF 1'000.-- festgelegt. Bei Fäl-

len wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Aufwand ent-

standen ist, rechtfertigt es sich, die Kosten auf CHF 700.-- festzulegen. 

- 24 -

Diese sind vom unterliegenden Beschwerdeführer zu tragen (vgl. Art. 73 

Abs. 1 VRG). Der obsiegenden IV-Stelle steht kein Anspruch auf eine aus-

sergerichtliche Parteientschädigung zu (vgl. Art. 61 lit. g ATSG e contrario).

10.1. Zu prüfen bleibt, ob das Gesuch des Beschwerdeführers um unentgeltliche 

Rechtspflege gutzuheissen ist, das heisst, ob die Kosten von CHF 700.-- in 

Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung von der Gerichtskasse zu 

übernehmen sind und auch der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers 

durch die Gerichtskasse zu entschädigen ist.

10.2. Nach Art. 29 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenos-

senschaft (BV; SR 101) hat jede Person, die nicht über die erforderlichen 

Mittel verfügt, Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege, wenn ihr Rechts-

begehren nicht aussichtslos erscheint. Soweit es zur Wahrung ihrer Rechte 

notwendig ist, hat sie ausserdem Anspruch auf einen unentgeltlichen 

Rechtsbeistand. Diese Regelung wird für das sozialversicherungsrechtli-

che Beschwerdeverfahren in Art. 61 lit. f ATSG und Art. 76 VRG konkreti-

siert.

10.2.1. Aus den vom Beschwerdeführer eingereichten Unterlagen geht hervor, 

dass seine monatlichen Ausgaben die monatlichen Einnahmen von 

CHF 1'152.-- klar übersteigen, zumal sich bereits der Grundbetrag eines 

Ehepaars auf CHF 2'040.-- (CHF 1'700.-- samt Zuschlag von 20 %) beläuft. 

Die Bedürftigkeit ist damit ausgewiesen. Zwar ist unbewegliches Vermö-

gen, d.h. eine Liegenschaft vorhanden. Diese ist allerdings derart hoch be-

lehnt, dass eine Aufstockung der Hypothek schwierig erscheint und auch 

ein Verkauf der Liegenschaft in Würdigung der konkreten Umstände unver-

hältnismässig wäre. Da die vorliegende Streitsache darüber hinaus nicht 

aussichtslos erschien, sind die Kosten von CHF 700.-- in Gewährung der 

- 25 -

unentgeltlichen Prozessführung (vorläufig) von der Gerichtskasse zu über-

nehmen. 

10.2.2. Neben der Bedürftigkeit des Beschwerdeführers und der fehlenden Aus-

sichtslosigkeit der Streitsache ist vorliegend auch die Notwendigkeit einer 

fachkundigen Rechtsvertretung zu bejahen, weshalb der Beschwerdefüh-

rer Anspruch auf einen unentgeltlichen Rechtsbeistand hat. Der beschwer-

deführerische Rechtsvertreter machte in seiner Eingabe vom 13. Mai 2020 

insgesamt einen Aufwand von CHF 2'229.85 geltend (5.6667 h à 

CHF 360.-- [CHF 2'040.--] zzgl. Auslagen von CHF 189.85). Gemäss Art. 5 

Abs. 1 der Verordnung über die Bemessung des Honorars der Rechtsan-

wältinnen und Rechtsanwälte (Honorarverordnung, HV; BR 310.250) be-

trägt der Honoraransatz für den berechtigten Aufwand im Rahmen der be-

willigten unentgeltlichen Vertretung allerdings nur CHF 200.-- pro Stunde. 

Insgesamt ist somit eine Entschädigung von CHF 1'257.25 (5.6667 h à 

CHF 200.-- [CHF 1'133.35] zzgl. 3 % Spesenpauschale [CHF 34.--] und 

7.7 % MWST [CHF 89.90]) angemessen. Diese Kosten sind in Gewährung 

der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung (vorläufig) von der Gerichts-

kasse zu übernehmen. 

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

- 26 -

2.1. In Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung (Art. 76 VRG) werden die 

Kosten von CHF 700.-- zulasten von A._____ von der Gerichtskasse über-

nommen.

2.2. A._____ wird in der Person von Rechtsanwalt Prof. Dr. iur. Hardy Landolt 

ein Rechtsvertreter auf Kosten des Staates bestellt. Dieser wird durch die 

Gerichtskasse mit CHF 1'257.25 (inkl. Barauslagen und MWST) entschä-

digt.

2.3. Wenn sich die Einkommens- oder Vermögensverhältnisse von A._____ ge-

bessert haben und er hierzu in der Lage ist, hat er das Erlassene und die 

Kosten der Rechtsvertretung zu erstatten (Art. 77 VRG).

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilungen]

Die an das Bundesgericht erhobene Beschwerde wurde mit Urteil vom 8. Juni 2021 

abgewiesen (8C_330/2021).