# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8c7781bd-b8b0-5dc3-b2b9-1e5361d1665f
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-09-03
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 03.09.2009 A-3042/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-3042-2009_2009-09-03.pdf

## Full Text

Abtei lung I
A-3042/2009
{T 1/2}

U r t e i l  v o m  3 .  S e p t e m b e r  2 0 0 9

Richterin Kathrin Dietrich (Vorsitz), 
Richter Jérôme Candrian, Richter Lorenz Kneubühler, 
Gerichtsschreiberin Mia Fuchs.

Unique (Flughafen Zürich AG), Postfach, 8058 Zürich,
Beschwerdeführerin,

gegen

Bundesamt für Zivilluftfahrt BAZL, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Wiedererwägung Auflage 4.3 Vorläufiges Betriebsregle-
ment für den Flughafen Zürich.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

A-3042/2009

Sachverhalt:

A.
Am 29. März 2005 genehmigte das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) 
das  vorläufige Betriebsreglement  (vBR) für  den Flughafen Zürich. In 
Ziffer 4.3 des Dispositivs (Ziffer 4.3 vBR) nahm es die Auflage auf, wo-
nach die Flughafen Zürich AG das Projekt für den Neubau von Schall-
schutzanlagen  für  Triebwerkstandläufe  ohne  Verzug an die  Hand  zu 
nehmen und dem Eidgenössischen Departement für Umwelt, Verkehr, 
Energie und Kommunikation (UVEK) ein Plangenehmigungsgesuch zu 
unterbreiten  habe.  Nach  Inbetriebnahme  der  Schallschutzanlagen, 
spätestens aber nach dem 1. April 2009 dürften am Flughafen Zürich 
keine  Triebwerkstandläufe  von  Strahlflugzeugen  sowie  Propellerflug-
zeugen  mit  einem  zulässigen  Gewicht  von  mehr  als  5.7 Tonnen  im 
Freien durchgeführt werden.

Mit  Beschwerde vom 2. Mai  2005 focht  die Flughafen Zürich AG die 
Genehmigungsverfügung  an und  beantragte  unter  anderem die  voll-
ständige Aufhebung von Ziffer 4.3 vBR. Eventualiter verlangte sie, die-
se  Bestimmung sei  insoweit  aufzuheben,  als  sie  verpflichtet  worden 
sei, dem UVEK ohne Verzug ein Plangenehmigungsgesuch für die ver-
langten Schallschutzanlagen für Triebwerkstandläufe einzureichen. Zu-
dem sei der auf den 1. April 2009 angesetzte Termin um die Dauer des 
Rechtsmittelverfahrens zu verlängern und der Passus "im Freien" zu 
streichen und durch "ohne Schallschutzanlage" zu ersetzen (Rechts-
begehren Ziffer 7). Diese Beschwerde der Flughafen Zürich AG sowie 
die übrigen Beschwerden gegen das vBR sind unter der Verfahrens-
nummer A-1936/2006 zusammengefasst und vor dem Bundesverwal-
tungsgericht nach wie vor hängig.

B.
Am 15. Januar 2007 stellte die Flughafen Zürich AG das verlangte Ge-
such  für  den  Neubau  einer  modernen  Schallschutzanlage  für  Trieb-
werkstandläufe an Grossflugzeugen, die mit mehr als Leerlaufleistung 
im Zuge von Unterhalts- und Wartungsarbeiten durchgeführt  werden, 
sowie um die entsprechende Anpassung des Betriebsreglements für 
den Flughafen Zürich.

Das  UVEK  erteilte  die  beantragte  Plangenehmigung  mit  Verfügung 
vom 10. Oktober 2008, wobei es verschiedene Auflagen verfügte.

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Gegen diese Plangenehmigung erhob die Swiss International Air Lines 
AG (SWISS) am 13. November 2008 Beschwerde beim Bundesverwal-
tungsgericht.  Sie  verlangt,  die  Ziffern 2.14.6,  2.14.8,  2.14.10  sowie 
2.14.16 des Dispositivs der Verfügung seien aufzuheben und gemäss 
ihrem Antrag zu ändern. Eventualiter sei die Flughafen Zürich AG zu 
verpflichten, für Standläufe eine geschlossene Halle zu erstellen. Das 
Verfahren (A-7225/2008) ist ebenfalls vor dem Bundesverwaltungsge-
richt hängig.

C.
Nachdem  das  BAZL  der  Flughafen  Zürich AG  mit  Schreiben  vom 
9. Februar 2009 die Wiedererwägung von Ziffer 4.3 vBR angekündigt 
und Gelegenheit  zur  Stellungnahme gegeben hatte, erliess es diese 
am 22. April 2009 wiedererwägungsweise mit abgeändertem Wortlaut. 
In seiner Verfügung macht es geltend, die in der Genehmigungsverfü-
gung vBR formulierte Auflage würde nicht mit den vom UVEK verfüg-
ten Bestimmungen  für  die  Benutzung der  Schallschutzanlage  in  der 
Plangenehmigungsverfügung vom 10. Oktober 2008 übereinstimmen. 
Insbesondere sei das vollständige Verbot von Standläufen ausserhalb 
der Anlage durch die neueren Benützungsbedingungen überholt. Auch 
der Zeitpunkt, ab welchem Standläufe ausserhalb der Schallschutzan-
lage nicht mehr zulässig seien, sei nicht mehr aktuell, weshalb die Auf-
lage an die neuen Verhältnisse anzupassen sei.

Gestützt  auf  diese  Wiedererwägungsverfügung  schrieb  das  Bundes-
verwaltungsgericht das Beschwerdeverfahren A-1936/2006 betreffend 
die ursprüngliche Auflage Ziffer 4.3 vBR am 5. Juni 2009 infolge Ge-
genstandslosigkeit ab.

D.
Gegen die Verfügung des BAZL vom 22. April 2009 hat die Flughafen 
Zürich AG (Beschwerdeführerin) am 11. Mai 2009 erneut Beschwerde 
beim Bundesverwaltungsgericht erhoben und deren Aufhebung bean-
tragt. Mit  Eventualantrag verlangt sie, der zweite Satz der Verfügung 
("Nach Inbetriebnahme der Schallschutzanlage, spätestens ... für die-
se Anlagen entspricht.") sei aufzuheben. Zur Begründung macht sie im 
Wesentlichen geltend, die Pflicht zur Erstellung einer Schallschutzan-
lage für Triebwerkstandläufe richte sich grundsätzlich an den Inhaber 
der  Emissionsquelle  ("Störer"),  mithin  an  SR  Technics  und  SWISS. 
Diese  Aufgabenteilung  entspreche  auch  dem  bisherigen  Rechtszu-
stand, wonach die Schallschutzanlage im Eigentum und in der Verant-

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wortung der Swissair bzw. von SR Technics gestanden habe. Die un-
ternehmerischen  Risiken  für  die  Erstellung  und  den  Betrieb  einer 
Schallschutzanlage müssten klarerweise bei dem oder den Unterneh-
men liegen, welche über das Ausmass der Wartungsarbeiten in Zürich 
entscheiden würden. Entgegen der Darstellung des BAZL könne aus 
Art. 36a Abs. 2  des Luftfahrtgesetzes vom 21. Dezember 1948 (LFG, 
SR 748.0)  keineswegs gefolgert  werden,  dass die direkte Verantwor-
tung für Bau und Betrieb einer Schallschutzanlage bei der Beschwer-
deführerin liege. Eine Schallschutzanlage sei nicht erforderlich für den 
ordnungsgemässen und sicheren Betrieb  eines  Flughafens. Im Übri-
gen handle es sich bei der Schallschutzanlage um einen Industriebe-
trieb, den es unabhängig vom übrigen Flughafenbetrieb zu beurteilen 
gelte.

E.
In seiner Stellungnahme vom 6. Juli 2009 weist das BAZL (Vorinstanz) 
darauf hin, dass die Bereiche, in denen Unterhalts- und Wartungsar-
beiten an Flugzeugen ausgeführt würden, am Flughafen Zürich bisher 
unangefochten zu den Flugplatzanlagen gehört hätten und als solche 
in den entsprechenden Verfahren (bau-)bewilligt worden seien. Die Be-
schwerdeführerin könne sich ihrer Verantwortung für einen (auch um-
weltmässig)  ordnungsgemässen  Flughafenbetrieb  nicht  dadurch  ent-
ziehen, dass sie diese Bereiche bzw. Dienstleistungen für die Abferti-
gung von Passagieren und Fracht nicht als zwingend notwendig anse-
he.  Ob  die  Triebwerkstandläufe  wegen  geplanter  Unterhaltsarbeiten, 
der Line-Maintenance oder ausserplanmässiger Testläufe nötig seien, 
sei  für  die Lärmbetroffenen völlig  unerheblich. Die Verantwortung für 
den geordneten Flughafenbetrieb treffe in jedem Fall die Beschwerde-
führerin  als  Konzessionärin.  Dass  sie  die  Flugzeugunterhalts-  und 
Wartungsdienste nicht selber ausführe, sei nunmehr mit der Formulie-
rung  berücksichtigt,  sie  "habe  dafür  zu  sorgen",  dass  eine  Schall-
schutzanlage erstellt werde.

F.
Das Bundesamt für Umwelt  (BAFU) führt  mit Fachbericht vom 6. Juli 
2009 aus, es ergebe sich einerseits aus dem LFG, wer für die Erstel-
lung der Schallschutzanlage zuständig sei. Andererseits lasse sich aus 
Art. 11  des  Umweltschutzgesetzes  vom  7. Oktober  1983  (USG, 
SR 814.01) ableiten, dass der Inhaber von Emissionsquellen zur Ein-
schränkung dieser Quellen verpflichtet  sei. Als  Inhaberin der Schall-
schutzanlage  müsse  deshalb  die  Beschwerdeführerin  die  aus  lärm-

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schutzrechtlicher  Sicht  erforderlichen  Auflagen  erfüllen.  Die  Beurtei-
lung der Lärmbelastung für ortsfeste Anlagen nach den Anhängen der 
Lärmschutzverordnung vom 15. Dezember 1986 (LSV, SR 814.41) er-
folge aufgrund der speziellen Lärmcharakteristik. Entsprechend gelte 
die  Schallschutzanlage  als  Anlage,  welche  Industrie-  und  Gewerbe-
lärm verursache. Inwieweit die Beschwerdeführerin nicht auch Inhabe-
rin einer Anlage mit Industrie- und Gewerbelärm sein könne, sei nicht 
ersichtlich. Hinsichtlich des Eventualantrags sei  aus Sicht  des BAFU 
zum  Schutz  der  Bevölkerung  vor  übermässigen  Lärmimmissionen 
wichtig, die Schallschutzanlage so rasch als möglich zu erstellen und 
in Betrieb zu nehmen. Die von der Vorinstanz gesetzte Frist erscheine 
deshalb verhältnismässig.

G.
Mit Eingabe vom 31. Juli 2009 nimmt die Beschwerdeführerin Stellung 
zu den Vernehmlassungen der Vorinstanz und des BAFU. Sie macht 
insbesondere geltend, ihre Verpflichtung zu namhaften Investitionen in 
Anlagen, deren Nutzung sie nicht direkt beeinflussen könne und deren 
Auslastung selbst in naher Zukunft keineswegs gesichert sei, erweise 
sich als verfehlt und unverhältnismässig. Zudem würden von den Ge-
bäulichkeiten,  die  am  Standort  Zürich  für  Wartungsarbeiten  dienten 
(Werft, General Aviation Center [GAC]), umfangmässig nur knapp die 
Hälfte in ihrem Eigentum stehen. Zu den Anlagen, die nicht ihr gehör-
ten, hätten bisher – nicht zufällig – gerade die Schalldämpferanlagen 
gezählt.  Auch aus  diesem Grund sei  nicht  einzusehen,  weshalb  die 
Verantwortung für die Erstellung einer neuen Schallschutzanlage (al-
lein) bei ihr liegen solle.

H.
Diesen  Vorbringen  hält  die  Vorinstanz  in  ihrer  Stellungnahme  vom 
14. August 2009 entgegen, dass die Beschwerdeführerin nicht Eigen-
tümerin der Anlagen im Bereich Werft und GAC sei, könne nicht über 
die Tatsache hinwegtäuschen, dass sie als Konzessionärin dem Bund 
gegenüber  die  volle  und  alleinige  Verantwortung  für  einen  sicheren 
und  geordneten –  mithin  auch  umweltmässig  rechtskonformen –  Be-
trieb  des  Flughafens  trage  (Art. 36a Abs. 2  LFG).  Der  besonderen 
Konstellation,  dass  weitere  Unternehmen  und  Eigentümer  für  War-
tungs- und Unterhaltsarbeiten an Luftfahrzeugen am Flughafen Zürich 
tätig  seien,  sei  mit  der  Neuformulierung  der  Auflage  ("dafür  zu 
sorgen",  dass  eine Schallschutzanlage erstellt  und betrieben werde) 
Rechnung getragen worden.

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I.
In  ihren  Schlussbemerkungen  vom  20. August  2009  hält  die  Be-
schwerdeführerin an ihrer Begründung und Sachdarstellung in der Be-
schwerdeschrift fest.

J.
Auf weitergehende Ausführungen in  den Rechtsschriften ist – soweit 
entscheidrelevant – im Rahmen der  nachfolgenden Erwägungen ein-
zugehen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005  (VGG,  SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht  Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 
20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG, 
SR 172.021]). Das BAZL gehört zu den Behörden nach Art. 33 Bst. d 
VGG und  ist  daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts. 
Eine  Ausnahme,  was  das  Sachgebiet  angeht,  ist  nicht  gegeben 
(Art. 32 VGG). Das Bundesverwaltungsgericht ist daher für die Beurtei-
lung der vorliegenden Beschwerde zuständig.

1.2 Zur Beschwerde ist nach Art. 48 Abs. 1 VwVG berechtigt, wer vor 
der Vorinstanz am Verfahren teilgenommen oder keine Möglichkeit zur 
Teilnahme erhalten hat, durch die angefochtene Verfügung besonders 
berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder 
Änderung hat. Die Beschwerdeführerin ist formelle Adressatin der an-
gefochtenen Verfügung und durch diese auch materiell beschwert. Sie 
ist deshalb zur Erhebung der vorliegenden Beschwerde legitimiert.

1.3 Auf  die  frist-  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde  (Art. 50 
und 52 VwVG) ist daher einzutreten.

2.
Das Bundesverwaltungsgericht überprüft die angefochtene Verfügung 
auf Rechtsverletzungen – einschliesslich unrichtiger oder unvollständi-
ger Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und Rechtsfehler 
bei  der  Ausübung  des  Ermessens –  sowie  auf  Angemessenheit  hin 
(Art. 49 VwVG).

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3.
3.1 Das vom BAZL am 29. März 2005 genehmigte vBR enthielt unter 
Ziffer 4.3 des Dispositivs folgende Auflage:

"Die Gesuchstellerin hat das Projekt für den Neubau von Schallschutzan-
lagen für Triebwerkstandläufe ohne Verzug an die Hand zu nehmen und 
dem  UVEK  ein  Plangenehmigungsgesuch  zu  unterbreiten.  Nach  Inbe-
triebnahme der Schallschutzanlagen, spätestens aber nach dem 1. April 
2009 dürfen am Flughafen Zürich keine Triebwerkstandläufe von Strahl-
flugzeugen sowie Propellerflugzeugen mit einem zulässigen Gewicht von 
mehr als 5.7 Tonnen im Freien durchgeführt werden."

Mit  der  vorliegend angefochtenen  Verfügung  vom 22. April  2009 hat 
das BAZL diese Auflage in Wiedererwägung gezogen. Sie lautet neu 
wie folgt:

"Die Gesuchstellerin hat dafür zu sorgen, dass das Projekt für den Neu-
bau einer Schallschutzanlage ohne Verzug an die Hand genommen, dem 
UVEK ein  Plangenehmigungsgesuch  unterbreitet  und  die  Anlage  nach 
Rechtskraft der Plangenehmigung schnellstmöglich gebaut und in Betrieb 
genommen wird. Nach Inbetriebnahme der  Schallschutzanlage,  spätes-
tens aber 1 Jahr nach dem letztinstanzlichen Entscheid über diese Verfü-
gung dürfen am Flughafen Zürich einzig noch Triebwerkstandläufe mit ei-
ner Drehzahl höher als Leerlauf (Idle) von Strahlflugzeugen sowie Propel-
lerflugzeugen  mit  einem  zulässigen  Gewicht  von  mehr  als  5.7 Tonnen 
ausserhalb  einer  geeigneten  Schallschutzanlage  durchgeführt  werden, 
wenn und soweit dies den Betriebsbedingungen für diese Anlagen ent-
spricht."

3.2 Eine Auflage ist  die  mit  einer  Verfügung verbundene zusätzliche 
Verpflichtung zu einem Tun, Dulden oder Unterlassen. Sie gehört wie 
die Bedingung oder die Befristung zu den Nebenbestimmungen einer 
Verfügung.  Als  solche  untersteht  sie  dem  Gesetzmässigkeitsprinzip 
und bedarf einer gesetzlichen Grundlage. Indessen ist nicht zwingend 
erforderlich, dass eine ausdrückliche gesetzliche Grundlage in einem 
Rechtssatz vorgesehen ist. Die  Zulässigkeit  einer  Auflage kann sich 
vielmehr ebenfalls aus dem mit dem Gesetz verfolgten Zweck ergeben 
und damit aus einem mit der Hauptanordnung in einem engen Sachzu-
sammenhang stehenden öffentlichen Interesse hervorgehen. Die Auf-
lage muss zudem mit dem Grundsatz der Verhältnismässigkeit verein-
bar sein, das heisst sie muss die Voraussetzungen der Eignung, der 
Erforderlichkeit und der Verhältnismässigkeit  zwischen Eingriffszweck 
und Eingriffswirkung resp. der Zumutbarkeit erfüllen (zum Ganzen Ur-
teil  des Bundesverwaltungsgerichts  A-1870/2006 vom 14. September 
2007  E. 5.1;  ULRICH HÄFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX UHLMANN,  Allgemeines 
Verwaltungsrecht,  5. Aufl.,  Zürich/Basel/Genf  2006,  Rz. 913,  918 ff.; 

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PIERRE TSCHANNEN/ULRICH ZIMMERLI/MARKUS MÜLLER,  Allgemeines  Verwal-
tungsrecht, 3. Aufl., Bern 2009, § 28 Rz. 95 f.).

4.
Zunächst ist  daher zu prüfen, ob die vom BAZL verfügte Auflage die 
Anforderungen an das Gesetzmässigkeitsprinzip erfüllt.

4.1 Das  BAZL  leitet  die  Verantwortung  der  Beschwerdeführerin,  als 
Flughafenhalterin  für  den  Bau  und  Betrieb  einer  Schallschutzanlage 
besorgt zu sein, aus Art. 36a Abs. 2 LFG ab. Dieser Bestimmung zufol-
ge wird mit der Konzessionierung das Recht verliehen, einen Flugha-
fen gewerbsmässig zu betreiben und insbesondere Gebühren zu erhe-
ben. Der Konzessionär ist verpflichtet, den Flughafen unter Vorbehalt 
der im Betriebsreglement festgelegten Einschränkungen für alle Luft-
fahrzeuge im nationalen und internationalen Verkehr zur Verfügung zu 
stellen, einen ordnungsgemässen, sicheren Betrieb zu gewährleisten 
und für die dafür erforderliche Infrastruktur zu sorgen.

Fraglich ist, ob diese Norm eine genügende gesetzliche Grundlage für 
die vom BAZL erlassene Verfügung darstellt. Dabei ist für den vorlie-
genden Fall insbesondere von Interesse, was unter der "Gewährleis-
tung eines ordnungsgemässen, sicheren Betriebs" durch den Konzes-
sionär zu verstehen ist.

4.2 Ist die Bedeutung einer Rechtsnorm zweifelhaft, ist sie durch Ge-
setzesauslegung zu ermitteln. Auszugehen ist dabei vom Wortlaut der 
auszulegenden Norm, doch kann dieser nicht allein massgebend sein, 
namentlich wenn der Text unklar ist  oder verschiedene Bedeutungen 
zulässt.  Diesfalls  muss  unter  Berücksichtigung  der  weiteren  Ausle-
gungselemente  wie  der  Entstehungsgeschichte,  dem  zeitgemässen 
Verständnis und dem Zweck der Norm nach der wahren Tragweite der 
Rechtsnorm gesucht werden. Wichtig ist auch die Bedeutung, welche 
der Norm im Kontext mit anderen Bestimmungen zukommt (Systema-
tik). Nach herrschender Meinung kommt keiner dieser Auslegungsme-
thoden ein grundsätzlicher Vorrang zu. Vielmehr befolgt das Bundes-
gericht  einen  "pragmatischen  Methodenpluralismus"  (BGE 135  V  50 
E. 5.1; HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., Rz. 216 f.; ULRICH HÄFELIN/WALTER 
HALLER,  Schweizerisches  Bundesstaatsrecht,  7. Aufl.,  Zürich/Basel/ 
Genf  2008,  Rz. 90 ff.,  127 ff.;  ANDRÉ MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ 
KNEUBÜHLER,  Prozessieren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht,  Basel 
2008, S. 85 Rz. 2.182 f.).

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4.3 Dem  Wortlaut  nach  hat  die  Konzessionärin,  das  heisst  die  Be-
schwerdeführerin, für einen ordnungsgemässen und sicheren Betrieb 
zu sorgen. Die Vorgabe an einen sicheren Betrieb verweist auf die luft-
fahrtspezifischen  Anforderungen  gemäss  Art. 3  der  Verordnung  vom 
23. November  1994  über  die  Infrastruktur  der  Luftfahrt  (VIL, 
SR 748.131.1). Flugplätze müssen danach so ausgestaltet, organisiert 
und geführt sein, dass der Betrieb geordnet ist und die Sicherheit für 
Personen und Sachen bei der Bereitstellung von Luftfahrzeugen, beim 
Ein-  und  Aussteigen,  beim  Beladen  und  Entladen,  beim  Rollen  mit 
Flugzeugen oder Bodenfahrzeugen, bei Starts und Landungen sowie 
bei  An-  und Abflügen stets  gewährleistet  ist  (Abs. 1). Es braucht  an 
dieser  Stelle  nicht  weiter  hierauf  eingegangen  zu  werden,  da  die 
Schallschutzanlage  vom BAZL wie  auch  der  Beschwerdeführerin  zu 
Recht nicht unter dem Aspekt der Sicherheit, sondern des ordnungs-
gemässen Betriebs betrachtet wird.

4.4 Zu prüfen ist deshalb weiter, was unter einem ordnungsgemässen 
Flughafenbetrieb nach Art. 36a Abs. 2 LFG zu verstehen ist. Die Par-
teien sind sich über die Tragweite dieser Bestimmung nicht einig.

4.4.1 Der Wortlaut von Art. 36a Abs. 2 LFG als solcher ist sehr allge-
mein formuliert  (vgl. auch die französischen und italienischen Geset-
zestexte: "une exploitation rationnelle",  "un esercizio  adeguato")  und 
vermag keine konkrete Bedeutung wiederzugeben. Die Bestimmung ist 
daher nach den übrigen Auslegungsmethoden, insbesondere systema-
tisch und teleologisch auszulegen.

4.4.2 Art. 36a  LFG steht im Abschnitt "Infrastruktur" unter der Margi-
nalie  "I. Flugplätze,  2. Betrieb,  a. Betriebskonzession".  In  Art. 36c f. 
LFG ist das Betriebsreglement, in den Art. 37 ff. LFG das Plangeneh-
migungsverfahren geregelt.

4.4.3 Art. 36c Abs. 1 LFG verlangt,  dass der Flugplatzhalter  ein Be-
triebsreglement erlässt. Dieses Betriebsreglement hat die im Sachplan 
Infrastruktur der Luftfahrt (SIL), in der Betriebskonzession sowie in der 
Plangenehmigung vorgegebenen Rahmenbedingungen konkret auszu-
gestalten. Insbesondere festzuhalten sind die Organisation des Flug-
platzes, die An- und Abflugverfahren sowie die besonderen Vorschrif-
ten für die Benützung des Flugplatzes (Art. 36c Abs. 2 LFG). Das Be-
triebsreglement sorgt auf einem Flughafen somit für eine klare Rege-
lung der Organisation und der Verfahrensabläufe in der Luft  und am 
Boden (ADRIAN WALPEN,  Bau und Betrieb von zivilen Flughäfen,  Unter 

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besonderer Berücksichtigung der Lärmproblematik um den Flughafen 
Zürich, Zürich/Basel/Genf 2005, S. 178).

4.4.4 Art. 25  Abs. 1  VIL  legt  die  Voraussetzungen  für  die  Genehmi-
gung oder die Änderung des Betriebsreglements fest. Danach müssen 
unter anderem die Vorgaben der Betriebskonzession und der Plangen-
ehmigung umgesetzt  (Bst. b) sowie die luftfahrtspezifischen Anforde-
rungen  und  die  Anforderungen  der  Raumplanung  und  des  Umwelt-, 
Natur- und Heimatschutzes erfüllt sein (Bst. c).

4.4.5 Liest man Art. 36a Abs. 2 LFG zusammen mit Art. 25 Abs. 1 VIL, 
so ergibt  sich,  dass der Betrieb eines Flughafens dann ordnungsge-
mäss ist,  wenn er auf  einem genehmigten und damit  rechtmässigen 
Betriebsreglement  basiert.  "Ordnungsgemäss"  ist  gestützt  auf  eine 
systematische und teleologische Auslegung von Art. 36a Abs. 2 LFG 
somit im Sinne von "rechtskonform" zu verstehen. Diesem Verständnis 
von Art. 36a Abs. 2  LFG steht  auch die  historische Auslegung nicht 
entgegen (vgl. etwa Botschaft  vom 25. Februar  1998 zu einem Bun-
desgesetz über die Koordination und Vereinfachung der Plangenehmi-
gungsverfahren,  Bundesblatt  [BBl]  1998  2591 ff.;  Wortprotokolle  im 
Amtlichen  Bulletin  [AB]  von  Nationalrat  und  Ständerat,  AB  1998  S 
1071, AB 1999 N 68).

4.5 Gestützt  auf  Art. 36a Abs. 2 LFG hat  die Konzessionärin  zudem 
für  die  erforderliche  Infrastruktur  zu  sorgen.  Daraus  lässt  sich  zwar 
nicht eine uneingeschränkte Pflicht des Konzessionärs zur Bereitstel-
lung der erwünschten Infrastruktur, jedoch immerhin eine beschränkte 
Pflicht zum Ausbau des Flughafens ableiten (TOBIAS JAAG, Der Flugha-
fen Zürich im Spannungsfeld von lokalem, nationalem und internatio-
nalem Recht,  in: Das Recht in Raum und Zeit,  Festschrift  für Martin 
Lendi,  Zürich 1998,  S. 218;  WALPEN,  a.a.O.,  S. 160;  KASPAR PLÜSS,  Öf-
fentliche Interessen im Zusammenhang mit  dem Betrieb von Flughä-
fen,  Mit  besonderer  Berücksichtigung  von luftverkehrsbedingten  Ein-
griffen in das Eigentum im Bereich des Flughafens Zürich, Zürich/Ba-
sel/Genf 2007, S. 106 f.).

4.5.1 Bauten und Anlagen,  die ganz oder  überwiegend dem Betrieb 
eines  Flugplatzes  dienen  (Flugplatzanlagen),  dürfen  gemäss  Art. 37 
Abs. 1 LFG nur mit einer Plangenehmigung erstellt oder geändert wer-
den. Das Plangenehmigungsgesuch ist von der Flugplatzhalterin ein-
zureichen (Art. 27a Abs. 3 VIL). Wie das BAZL ausführt – und von der 
Beschwerdeführerin  nicht  bestritten  wird –,  bestehen  am  Flughafen 

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Zürich seit Jahrzehnten Betriebe, die Flugzeuge und Triebwerke war-
ten, unterhalten und reparieren. Diese Betriebe, allen voran die Werf-
ten und Werkstätten der SR Technics, gehörten zu den Flughafenanla-
gen.

4.5.2 In  Art. 2  Bst. e  VIL  wird  eine  Flugplatzanlage  als  eine  Baute 
oder Anlage definiert,  die  aufgrund der Zweckbestimmung des Flug-
platzes  im SIL  örtlich  und funktionell  zu  diesem gehört  und seinem 
ordnungsgemässen und reibungslosen Betrieb dient. Für die Qualifika-
tion als Flugplatzanlage muss somit ein sachimmanenter und unmittel-
barer  Zusammenhang  mit  dem Betrieb  eines  Flugplatzes  oder  eine 
räumlich nahe Beziehung der fraglichen Baute zum Flugverkehr beste-
hen.  Flugplatzanlagen  sind  demnach  etwa  Start-  und  Landepisten, 
Flughafengebäude,  Hangare  und  Parkhäuser,  ferner  Sicherheitsein-
richtungen  wie  Anflugbefeuerungen  und  Instrumentenlandesysteme. 
Als Nebenanlage wären dagegen etwa ein Restaurant oder Nachtklub 
am Rande des Flughafenareals zu qualifizieren, die vorwiegend der lo-
kalen Bevölkerung und nicht in erster Linie den Flugpassagieren die-
nen (vgl. Entscheid der Rekurskommission des Eidgenössischen De-
partements für  Umwelt,  Verkehr, Energie und Kommunikation [REKO 
UVEK]  B-2000-116  vom  9. April  2001  E. 6.1;  BGE  124  II  75  E. 4; 
TOBIAS JAAG/JULIA HÄNNI,  Luftverkehrsrecht  Teil I,  Infrastruktur  der  Luft-
fahrt,  in:  Georg  Müller  [Hrsg.],  Verkehrsrecht,  Schweizerisches  Bun-
desverwaltungsrecht Band IV, Basel 2008, S. 360 Rz. 48).

4.5.3 Dass die fraglichen Schallschutzanlagen zu den Flugplatzanla-
gen zu zählen sind, ist mit Blick auf die Definition von Art. 2 Bst. e VIL 
sowie  unter  Berücksichtigung  der  Rechtsprechung  klar  zu  bejahen. 
Wie das BAZL zu Recht feststellt,  werden auf dem Flughafen Zürich 
zudem seit jeher Unterhaltsarbeiten an Flugzeugen vorgenommen, die 
Standläufe notwendig machen. Da diese unbestrittenermassen starke 
Lärmimmissionen  verursachen  (vgl.  dazu  E. 5.1.1 f.),  dürfen  sie  ge-
mäss dem zur Zeit  geltenden Art. 43 Betriebsreglement vom 31. Mai 
2001 nur mit  Bewilligung der Flugplatzleitung auf Vorfeld, Rollwegen 
und Pisten vorgenommen werden. Ohne Bewilligung müssen sie in ge-
eigneten Schallschutzanlagen erfolgen, weshalb diese auf dem Flug-
hafen  Zürich  sicherlich  zur  notwendigen  Infrastruktur  gehören  (vgl. 
dazu auch Art. 31 vBR). Dies wird auch von der Beschwerdeführerin 
nicht grundsätzlich in Frage gestellt,  hat sie doch von sich aus beim 
UVEK  ein  Plangenehmigungsgesuch  für  eine  solche  Anlage  einge-
reicht. Hätte sie die Anlagen als Nebenanlagen angesehen, wäre kein 

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Plangenehmigungsverfahren notwendig  gewesen,  sondern  eine Bau-
bewilligung nach kantonalem Recht  (Art. 37m LFG;  CHRISTOPH BANDLI, 
Neue  Verfahren  im  Koordinationsgesetz:  Ausgleich  von  Schutz  und 
Nutzen mittels Interessenabwägung, Umweltrecht in der Praxis [URP] 
2001, S. 525).

Entgegen  dem  Vorbringen  der  Beschwerdeführerin  sind  die  Schall-
schutzanlagen auch nicht als Industrieanlagen zu behandeln. Dass der 
Lärm  der  Schallschutzanlage  als  Industrie-  und  Gewerbelärm  nach 
Anhang 6  LSV  zu  beurteilen  ist,  folgt  aus  Ziffer 1  Abs. 5  Anhang 5 
LSV, wonach der Lärm von Reparaturwerkstätten, Unterhaltsbetrieben 
und ähnlichen Betriebsanlagen auf zivilen Flugplätzen dem Lärm von 
Industrie- und Gewerbeanlagen gleichgestellt wird. Dies hat aber nicht 
zur Folge, dass Schallschutzanlagen deswegen als Industrie- oder Ge-
werbeanlagen zu qualifizieren  wären. Wie  das  BAFU als  zuständige 
Fachbehörde zu Recht darlegt, erfolgt die Beurteilung der Lärmbelas-
tung für ortsfeste Anlagen nach den Anhängen der LSV aufgrund der 
speziellen Lärmcharakteristik. Entsprechend gelten Schallschutzanla-
gen  lärmrechtlich  als  Anlagen,  welche  Industrie-  und  Gewerbelärm 
verursachen.

4.6 Schliesslich ist  es entgegen den Ausführungen der Beschwerde-
führerin nicht wesentlich, in wessen Eigentum Flughafenanlagen ste-
hen. Denn die  Verantwortung für  den Betrieb  des  Flughafens liegt – 
wie vorne erwähnt – bei der Beschwerdeführerin als Flughafenhalterin 
(Art. 36a Abs. 2 LFG; JAAG/HÄNNI, a.a.O., S. 351 Rz. 19). Sie kann zwar 
einzelne  Aufgaben  unter  den  Voraussetzungen  von  Art. 15  VIL  auf 
Dritte übertragen. Aber auch in diesem Fall bleibt sie dem Bund ge-
genüber für die Erfüllung der durch Gesetz oder Konzession begrün-
deten  Pflichten  verantwortlich  (Art. 36a Abs. 3  LFG;  WALPEN,  a.a.O., 
S. 160). Diesem Umstand hat das BAZL insofern Rechnung getragen, 
als es verfügte, die Beschwerdeführerin "habe dafür zu sorgen", dass 
das Projekt ohne Verzug an die Hand genommen und der Neubau ei-
ner  Schallschutzanlage  schnellstmöglich  gebaut  und  in  Betrieb  ge-
nommen werde.

4.7 Gehören  Schallschutzanlagen  für  Triebwerkstandläufe  zu  den 
Flugplatzanlagen  und  zur  notwendigen  Infrastruktur  des  Flughafens 
Zürich, muss auch ihr Betrieb ordnungsgemäss bzw. rechtmässig sein. 
Entspricht der Betrieb insbesondere den lärmschutzrechtlichen Vorga-
ben des USG und der LSV nicht, darf das BAZL gestützt auf Art. 36a 

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Abs. 2 LFG i.V.m. Art. 25 VIL bei der Genehmigung des Betriebsregle-
ments die erforderlichen Auflagen verfügen. Das BAZL hat Auflage Zif-
fer 4.3 vBR demnach zu Recht auf Art. 36a Abs. 2 LFG abgestützt. Ob 
daneben auch das Umweltrecht, das den Inhaber einer Emissionsquel-
le zur Einschränkung dieser Quellen verpflichtet (vgl. Art. 11 USG), als 
gesetzliche Grundlage herangezogen werden könnte, kann an dieser 
Stelle offen bleiben.

5.
Basiert  die  verfügte  Auflage  auf  einer  genügenden  gesetzlichen 
Grundlage, ist des Weiteren zu prüfen, ob sie auch verhältnismässig 
ist. Der Grundsatz der Verhältnismässigkeit  fordert,  dass die Verwal-
tungsmassnahmen  zur  Verwirklichung  des  im  öffentlichen  Interesse 
liegenden Ziels geeignet und notwendig sind. Ausserdem muss der an-
gestrebte Zweck in einem vernünftigen Verhältnis zu den Belastungen 
stehen,  die  den  Privaten  auferlegt  werden  (HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, 
a.a.O., Rz. 581).

5.1 Fraglich ist zunächst, ob an der vom BAZL verfügten Auflage über-
haupt ein öffentliches Interesse besteht. Fehlt das öffentliche Interes-
se, erübrigt sich eine Verhältnismässigkeitsprüfung (TSCHANNEN/ZIMMERLI/
MÜLLER, a.a.O., § 21 Rz. 1).

5.1.1 Der Flughafen Zürich ist als gesamte Verkehrsanlage bekannter-
massen nach wie vor sanierungsbedürftig im Sinne des Lärmschutz- 
und Sanierungsrechts  (vgl. BGE 126 II  522 E. 39a sowie  Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts  A-1985/2006  vom  14. Februar  2008 
E. 22). Zwar ist der Betriebslärm im Umfeld des Flughafens – wie das 
Bundesgericht festgehalten hat – von untergeordneter Bedeutung, weil 
der Lärm rollender  und manövrierender Flugzeuge in aller  Regel  im 
Grundgeräusch untergeht (vgl. BGE 126 II 522 E. 37c). Nach Ansicht 
des BAFU gilt dies aber nicht für Triebwerkstandläufe, besonders dann 
nicht, wenn sie nachts stattfinden.

5.1.2 Der  Plangenehmigungsverfügung  für  Schallschutzanlagen  für 
Triebwerkstandläufe an Grossflugzeugen des UVEK vom 10. Oktober 
2008  ist  zu  entnehmen,  dass  die  bestehenden  Schallschutzröhren, 
auch Muffler genannt, alt und teilweise so baufällig sind, dass sie nicht 
mehr sicher betrieben werden können bzw. bereits abgebrochen wer-
den mussten. Um einen gesetzeskonformen Schallschutz für Standläu-
fe bei allen Flugzeugtypen zu erreichen, muss eine neue Schallschutz-
anlage erstellt werden, die dem Stand der Technik entspricht.

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Triebwerkstandläufe verursachen starke Lärmimmissionen. Im Fall des 
Flughafens Zürich sind diese derart gross, dass sie – was von keiner 
Seite, insbesondere auch nicht von der Beschwerdeführerin, bestritten 
wird – umweltrechtlich relevant sind und eingedämmt werden müssen. 
Die  von der  Vorinstanz  verfügte Auflage dient  dieser  Lärmreduktion; 
sie verfolgt damit ein öffentliches Interesse.

5.2 Unter dem Aspekt der Verhältnismässigkeit muss die Massnahme 
geeignet sein, das im öffentlichen Interesse angestrebte Ziel zu errei-
chen.

Die Auflage, dass die Beschwerdeführerin dafür zu sorgen habe, ein 
Projekt für den Neubau einer Schallschutzanlage ohne Verzug an die 
Hand zu nehmen und eine solche schnellstmöglich zu bauen und in 
Betrieb zu nehmen, ist ohne Weiteres geeignet, das Interesse an einer 
Lärmreduktion des Flughafenbetriebs zu erfüllen.

5.3 Die Auflage muss sodann im Hinblick auf den angestrebten Zweck 
erforderlich sein, das heisst sie hat zu unterbleiben, wenn eine gleich 
geeignete, aber mildere Massnahme ausreichen würde.

Die Auflage lässt offen, was für eine Anlage gebaut werden muss. Es 
steht damit im Ermessen der Beschwerdeführerin, ein Gesuch für eine 
von ihr bevorzugte Anlage einzureichen. Insofern beschränkt sich die 
Auflage auf das Notwendige und lässt der Beschwerdeführerin bei der 
konkreten Ausgestaltung freie Hand. Dass eine neue Schallschutzan-
lage nötig ist, sieht im Übrigen auch die Beschwerdeführerin ein. Eine 
mildere  Massnahme ist  nicht  ersichtlich,  weshalb  auch die  Erforder-
lichkeit der Auflage zu bejahen ist.

5.4 Schliesslich verlangt der Grundsatz der Verhältnismässigkeit, dass 
ein vernünftiges Verhältnis zwischen dem angestrebten Ziel und dem 
Eingriff,  den sie für  die betroffenen Privaten bewirkt,  wahrt  (sog. Zu-
mutbarkeit).  Es  ist  dehalb  eine  wertende  Abwägung  vorzunehmen, 
welche im konkreten Fall das öffentliche Interesse an der Massnahme 
und die durch den Eingriff beeinträchtigten privaten Interessen der Be-
troffenen  miteinander  vergleicht  (HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN,  a.a.O., 
Rz. 614).

Eine  neue Schallschutzanlage  für  Triebwerkstandläufe  hätte  weniger 
Lärmimmissionen für  die Bevölkerung im Umfeld des Flughafens zur 
Folge. Sie ist daher von grossem öffentlichem, aber auch privatem In-

Seite 14

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teresse. Demgegenüber ist die Verpflichtung der Beschwerdeführerin, 
dem gesetzlichen  Auftrag  folgend  für  einen  ordnungsgemässen  Be-
trieb der Schallschutzanlage zu sorgen, dieser durchaus auch finanzi-
ell zuzumuten. Seit Jahren sind auf dem Flughafen Zürich Wartungsar-
beiten  an  Flugzeugen,  darunter  auch  Triebwerkstandläufe,  durchge-
führt  worden. Es liegt wie gesehen in der Verantwortung der Flugha-
fenhalterin, insbesondere auch für die Erstellung und den Betrieb von 
Schallschutzanlagen besorgt zu sein (vgl. oben E. 4.4 ff.). Selbst wenn 
damit zusätzliche Kosten verbunden sind, entspricht dies den gesetzli-
chen  Vorgaben,  zumal  die  Beschwerdeführerin  auch  gestützt  auf 
Art. 45 LFG die Kosten der Anlage, des Betriebs und des Unterhalts 
des Flugplatzes zu tragen hat. Die Interessen der Beschwerdeführerin 
vermögen die Interessen der Bevölkerung rund um den Flughafen an 
einer  Eindämmung  der  Lärmimmissionen –  besonders  während  der 
Nachtzeiten – deshalb nicht zu überwiegen.

5.5
Die angefochtene Verfügung erweist sich folglich als gesetz- und ver-
hältnismässig.

6.
6.1 Die Beschwerdeführerin beantragt eventualiter die Aufhebung von 
Satz 2 der Auflage (betreffend die Befristung). Falls ein Jahr nach dem 
letztinstanzlichen  Entscheid  über  die  Genehmigungsverfügung  vBR 
noch keine rechtskräftige Plangenehmigung für eine Schallschutzanla-
ge vorliege bzw. mit dem Bau erst verspätet begonnen werden könne, 
führe  die  Regelung dazu,  dass zumindest  vorübergehend überhaupt 
keine  Standläufe  mehr  stattfinden  könnten.  Eine  solche  Lösung  sei 
völlig unverhältnismässig und darum nicht zu rechtfertigen.

6.2 Das BAZL führt in seiner Stellungnahme aus, die ursprünglich auf 
den  1. April  2009  gesetzte  Frist  zur  Einstellung  von  Standläufen 
ausserhalb  einer  Schallschutzanlage  sei  aufgrund  der  hängigen  Be-
schwerden gegen die Auflage obsolet  geworden,  so dass ein neuer, 
realistisch erscheinender Termin habe festgesetzt werden müssen. Es 
solle aber vermieden werden, den Zeitpunkt, in dem die Lärmbetroffe-
nen von den Immissionen der (nächtlichen) Standläufe entlastet wür-
den, in eine unabsehbare Zukunft zu verschieben.

Ebenso erachtet das BAFU die verfügte Frist als verhältnismässig. Ge-
genwärtig  würden  auf  dem Flughafen  Zürich –  auch  in  der  Nacht – 
Triebwerkstandläufe ohne entsprechende Schallschutzanlage durchge-

Seite 15

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führt. Dem Schutz der Bevölkerung vor übermässigen Lärmimmissio-
nen komme nach nunmehr fast zehnjähriger Planungs- und Diskussi-
onsphase und ohne entsprechenden Schallschutz bei den Triebwerk-
standläufen hohe Priorität zu. Deshalb sei es wichtig, diese so rasch 
als möglich zu erstellen und in Betrieb zu nehmen.

6.3 Es stellt  sich  die  Frage,  ob  die  von der  Vorinstanz  festgesetzte 
Frist,  wonach  nach  Inbetriebnahme der  Schallschutzanlage,  spätes-
tens aber ein Jahr nach dem letztinstanzlichen Entscheid über die Ge-
nehmigungsverfügung vBR grundsätzlich keine Standläufe ausserhalb 
einer  Schallschutzanlage  durchgeführt  werden  dürfen,  verhältnis-
mässig ist oder aber, wie die Beschwerdeführerin beantragt, aufzuhe-
ben  ist.  Die  Beschwerdeführerin  rügt  dabei –  zu  Recht –  nicht  die 
grundsätzliche Unzulässigkeit  einer  Befristung,  sondern  erachtet  de-
ren konkrete  Bemessung für  unverhältnismässig  und daher  unrecht-
mässig. Somit ist auch zur Beantwortung dieser Frage eine Verhältnis-
mässigkeitsprüfung vorzunehmen.

6.3.1 An einer Befristung besteht vorliegend zweifellos ein öffentliches 
Interesse, sorgt sie doch für die Umsetzung der Massnahmen innert 
eines bestimmten Zeitraums. So sollen Triebwerkstandläufe möglichst 
schnell nur noch in einer geeigneten Schallschutzanlage erfolgen. Die 
Befristung eignet sich zudem ohne Weiteres dazu, dieses Ziel zu errei-
chen.

Fraglich erscheint,  ob sie auch erforderlich ist. In sachlicher Hinsicht 
fehlt es an der Erforderlichkeit, wenn eine gleichermassen geeignete, 
aber  mildere  Anordnung  das  angestrebte  Ziel  ebenfalls  erreicht 
(TSCHANNEN/ZIMMERLI/MÜLLER, a.a.O., § 21 Rz. 8). Die Beschwerdeführerin 
macht geltend, die Befristung auf ein Jahr nach Rechtskraft des Ent-
scheids über die Genehmigungsverfügung vBR führe dazu, dass allen-
falls überhaupt keine Standläufe mehr stattfinden könnten. Würde die-
se Befristung fallen gelassen, wäre die Massnahme tatsächlich milder, 
da die Beschwerdeführerin keine zeitlichen Vorgaben einzuhalten hät-
te. Die Vorinstanz wie auch das BAFU weisen jedoch überzeugend da-
rauf hin, dass das Projekt Schallschutzanlage bereits seit Jahren hän-
gig ist und keine weiteren Verzögerungen erträgt. Im Interesse der Be-
völkerung  vor  weiteren  Lärmimmissionen  zu  Tages-  wie  vor  allem 
Nachtzeiten  erscheint  eine  Befristung  daher  notwendig. Eine  Befris-
tung auf ein Jahr nach rechtskräftigem Entscheid über das vBR ist da-
bei realistisch und erscheint nicht zu kurz bemessen. So ist das ent-

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sprechende Verfahren (A-1936/2006) nach wie vor vor dem Bundes-
verwaltungsgericht  hängig;  ein  rechtskräftiger  Entscheid  ist  zurzeit 
noch nicht absehbar. Dagegen bestehen, wenn auch die Plangenehmi-
gungsverfügung noch nicht rechtskräftig ist, bereits konkrete Pläne für 
die zu errichtende Schallschutzanlage. Die Beschwerdeführerin sollte 
daher durchaus in der Lage sein, innert der verfügten Frist für eine ge-
eignete Schallschutzanlage besorgt zu sein.

Schliesslich muss die Massnahme für die Beschwerdeführerin zumut-
bar sein. Auch hier wiegt der Eingriff in die Stellung der Beschwerde-
führerin im Vergleich zur Bedeutung der verfolgten öffentlichen und pri-
vaten Interessen der lärmgeplagten Bevölkerung weniger schwer. Die 
Beschwerdeführerin ist wie schon gesehen ohnehin verpflichtet, unver-
züglich für eine geeignete Schallschutzanlage am Flughafen Zürich zu 
sorgen. Indem die Umsetzung dieser Pflicht  zeitlich festgesetzt wird, 
wird sie nicht in unzumutbarerweise in ihrer Rechtsstellung beeinträch-
tigt.

6.3.2 Auch die vom BAZL festgelegte Frist,  nach welcher grundsätz-
lich keine Triebwerkstandläufe mehr ausserhalb einer Schallschutzan-
lage  zulässig  sind,  ist  folglich  verhältnismässig.  Der  Eventualantrag 
der Beschwerdeführerin ist deshalb ebenfalls abzuweisen.

7.
Zusammenfassend lässt  sich festhalten, dass sich Ziffer 4.3 vBR auf 
Art. 36a Abs. 2 LFG stützen lässt und insgesamt vor dem Verhältnis-
mässigkeitsprinzip standhält. Die Beschwerde der Beschwerdeführerin 
ist deshalb als unbegründet abzuweisen.

8.
Bei  diesem Ausgang des Verfahrens gilt  die  Beschwerdeführerin  als 
unterliegende Partei und hat die Verfahrenskosten von Fr. 1'500.-- zu 
tragen (Art. 63 Abs. 1 VwVG und Art. 1 ff. des Reglements vom 21. Fe-
bruar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesver-
waltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Diese sind mit dem geleiste-
ten Kostenvorschuss in derselben Höhe zu verrechnen.

9.
Der  unterliegenden  Beschwerdeführerin  steht  keine  Parteientschädi-
gung zu (Art. 64 Abs. 1 VwVG Art. 7 Abs. 1 VGKE).

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die Verfahrenskosten von Fr. 1'500.-- werden der Beschwerdeführerin 
auferlegt.  Sie  werden  mit  dem  geleisteten  Kostenvorschuss  von 
Fr. 1500.-- verrechnet.

3.
Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4.
Dieses Urteil geht an:

- die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. 6374 / 3/31/31-06; Einschreiben)
- das Generalsekretariat UVEK (Gerichtsurkunde)
- das BAFU

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Kathrin Dietrich Mia Fuchs

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich-rechtli-
chen Angelegenheiten geführt  werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die 
Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begeh-
ren,  deren Begründung mit  Angabe der  Beweismittel  und die Unter-
schrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel 

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sind, soweit sie die beschwerdeführende Partei in Händen hat, beizu-
legen (vgl. Art. 42 BGG).

Versand: 

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