# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 679c2db9-99be-5530-976a-44cbbc2ca83e
**Source:** Appenzell Ausserrhoden (AR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-01-01
**Language:** de
**Title:** Appenzell Ausserrhoden Obergericht 2. Abteilung O2S-22-11
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AR_Gerichte/AR_OG_002_O2S-22-11_nodate.pdf

## Full Text

Beschwerdeführer 1 A. 

 

Beschwerdeführerin 2 B. 

 

beide vertreten durch: RA AB. 

 

 

 

Beschwerdegegnerin 1 Staatsanwaltschaft Appenzell Ausserrhoden  

Schützenstrasse 1A, 9100 Herisau 

 

vertreten durch: Staatsanwalt C. 

 

 

 

Beschwerdegegner 2 D. 

 

vertreten durch: RA DD. 

 

 

Obergericht Appenzell Ausserrhoden 
2. Abteilung 

 

Beschluss vom 4. Juli 2023 
 

Mitwirkende Obergerichtsvizepräsident M. Hüsser 

Oberrichter M. Winiger, M. Müller, R. Kläger, F. Windisch 

Obergerichtsschreiberin B. Schittli 

 

 

 

Verfahren Nr. O2S 22 11 

 

 

 

Sitzungsort Trogen 

 

 

Seite 2 

Beschwerdegegner 3 

 

 

 

 

 

 

Beschwerdegegnerin 4 

E. 

 

vertreten durch: RA EE. 

 

 

 

F. 

 

vertreten durch RA FF. 

 

 

 

 

  

Gegenstand Parteistellung 

Beschwerde gegen die Verfügung der Staatsanwaltschaft  

U 19 1173-1175 vom 12. Juli 2022 

 

Seite 3 

Anträge 

 

a) der Beschwerdeführer: 
 

1. Es sei in Gutheissung der Beschwerde die Verfügung der Staatsanwaltschaft 
Appenzell Ausserrhoden vom 12. Juli 2022 aufzuheben. 
 

2. Es sei den Beschwerdeführenden im Verfahren U 19 1173-1175 Parteistellung 
einzuräumen. 
 

3. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen und zusätzlich 7.7 % MwSt zulasten 
des Staates.  

 

 

b) der Staatsanwaltschaft: 
 

(kein Antrag) 
 

 

c) des Beschwerdegegners 2: 
 

1. Auf die Beschwerde sei nicht einzutreten. 
 
2. Eventualiter sei die Beschwerde abzuweisen. 
 
3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Beschwerdeführer 1 und 2 unter 

solidarischer Haftbarkeit.  
 

 

d) des Beschwerdegegners 3: 
 

1. Auf die Beschwerde sei mangels Aktivlegitimation nicht einzutreten. 
 
2. Eventualiter sei sie vollumfänglich abzuweisen. 

 

 

e) der Beschwerdegegnerin 4: 
 

1. Auf die Beschwerde vom 2. August 2022 sei nicht einzutreten. 
 
2. Eventualiter sei die Beschwerde vom 2. August 2022 vollumfänglich abzuweisen. 
 
3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich MWST. 

 

 

 

  

 

Seite 4 

Sachverhalt 

 

A. Am 18. Oktober 2019 erstatteten B. (Nichte von G. sel.) und H. (Schwägerin von G. sel.) 

bei der Staatsanwaltschaft Appenzell Ausserrhoden Strafanzeige gegen D., E. sowie F. 

wegen Betrug, Nötigung, Veruntreuung und Diebstahl zum Nachteil von G. sel. 

Rechtsanwältin F. werden zudem Verletzungen der anwaltlichen und notariellen 

Sorgfaltspflichten vorgeworfen (act. B 5/1.1.1 S. 2 und B 5/2.1).  

 

Zusammengefasst soll D. anlässlich seiner Arbeit als Mitarbeiter einer Tankstelle in 

St. Gallen G. sel. kennengelernt und ihr dabei seine Dienste als Gehilfe angeboten haben. 

D. soll dann am Wohnort von G. sel. in P. den Garten gepflegt, eingekauft und Fahrdienste 

zu Gunsten von G. sel. geleistet haben (act. B 5/1.1.1 S. 2). Auch soll D. zeitweise im Besitz 

einer Debitkarte von G. sel. gewesen sein und diese unrechtmässig verwendet haben. D. 

habe einen solchen Einfluss auf G. sel. gehabt, dass diese die Zusammenarbeit mit der 

Stiftung I. kündigte, welche unter anderem beim Erstellen von Testament und 

Vorsorgeauftrag beratend mitgewirkt habe. In der Folge seien eine letztwillige Verfügung, 

eine Patientenverfügung und ein Vorsorgeauftrag erstellt worden. Dabei seien die Gebrüder 

D. und E. sowie Rechtsanwältin F. mandatiert bzw. eingesetzt worden (act. B 5/1.1.1 

S. 2 f.). Zudem sei der Sohn von RA F., RA J., substituiert worden (act. B 5/1.1.1 S. 3). 

Durch RA F. sei im Namen von G. sel. ein Kontakt- und Hausverbot gegenüber B. und H. 

erwirkt worden; später sei dieses von G. sel. wieder aufgehoben worden. In der 

Strafanzeige wird geltend gemacht, die erwähnten Dokumente seien von G. sel. in 

urteilsunfähigem Zustand unterzeichnet und von Rechtsanwältin F. als Notarin beurkundet 

worden. D. habe sich einen Mercedes Oldtimer unrechtmässig angeeignet und diesen 

mutmasslich bereits verkauft. Für dessen Reparatur habe er sich Geld von G. sel. ertrogen, 

welches ihm nicht zugestanden habe. Auf das Grundstück von G. sel. sei eine Hypothek 

aufgenommen worden, wobei der entsprechende Betrag nicht an G. sel. ausbezahlt worden 

sei. G. sel. habe sämtliche Dokumente unterzeichnet, welche ihr von der Täterschaft 

vorgelegt worden seien, wobei sie nicht mehr in der Lage gewesen sei, ihren Willen 

selbständig zu erklären.  

 

B. Am 14. Januar 2019 ging bei der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Appenzell 

Ausserrhoden (KESB) die Gefährdungsmeldung von B. ein (act. B 5/Dossier KESB act. 4). 

Mit Kollegialentscheid vom 5. September 2019 stellte die KESB fest, dass die beiden 

Vorsorgeaufträge von G. sel. vom 12. März 2018 und 19. September 2018 mangels 

Annahme durch die Vorsorgebeauftragten nicht validiert werden können und dass 

Massnahmen des Erwachsenenschutzes erforderlich sind (act. B 5/Dossier KESB act. 108 

S. 8). Für G. sel. wurde eine Beistandschaft nach Erwachsenenschutzrecht errichtet und 

 

Seite 5 

der Beistandsperson unter anderem die Kompetenz zur Vermögensverwaltung und zur 

Besorgung der administrativen Angelegenheiten erteilt. Zudem wurde sie mit der 

Interessenwahrung bezüglich eines allfälligen Verkaufs der Liegenschaft Nr. K., Plan Nr. L. 

in P. beauftragt (act. B 5/Dossier KESB act. 108 S. 9). Als Beiständin für G. sel. wurde N. 

von der Regionalen Berufsbeistandschaft Appenzeller Vorderland ernannt.  

 

C. G. sel. lebte seit mindestens Januar 2013 alleine im Einfamilienhaus O., in P. Vom 9. Januar 

2018 bis 5. April 2018 wohnte sie temporär im Q., P. (act. B 5/1.1.1 S. 3). Am 26. Februar 

2019 trat sie definitiv ins Q. ein. Sie verstarb am 24. November 2019.  

 

D. Am 3. Dezember 2021 teilte die Staatsanwaltschaft den Parteien mit, dass sie beabsichtige, 

die Verfahren gegen D. (U 19 1173), E. (U 19 1174) und F. (U 19 1175) einzustellen 

(act. B 5/2.1.26 bis B 5/2.1.30). In der Folge erweiterten B. und A. mit Eingabe vom 2. resp. 

17. März 2022 (vgl. act. B 10) die Strafanzeige bzw. beantragten eine Erweiterung der 

Strafverfahren (act. B 5/9.1.8 = B 12). Die Behauptung der Beschwerdeführer, G. sel. sei 

während des Verfahrens in keiner Weise auf ihre Teilnahmerechte aufmerksam gemacht 

worden (act. B 12 S. 4), blieb unwidersprochen. 

 

E. Mit Verfügung vom 12. Juli 2022 versagte die Staatsanwaltschaft B. und A. die 

Parteistellung (act. B 2/2 S. 1) und begründete dies damit, dass die Verfahrensrechte der 

verstorbenen Person, die auf ihre Rechte als Privatklägerschaft nicht verzichtet habe, 

gemäss Art. 121 Abs. 1 StPO auf die Angehörigen im Sinne von Art. 110 Abs. 1 StGB 

übergingen. Nichten und Neffen seien keine Angehörigen im Sinne von Art. 110 Abs. 1 

StGB und könnten nicht in die prozessuale Rechtsstellung der verstorbenen Tante eintreten 

(act. B 2/2 S. 2).  

 

F. Gegen die Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 12. Juli 2022 liessen B. und A. am 

2. August 2022 Beschwerde beim Obergericht erheben (act. B 1). Daraufhin wurde den 

Beschwerdegegnern die Gelegenheit zur Einreichung einer Stellungnahme eröffnet 

(act. B 3), wovon alle Gebrauch machten (act. B 4, B 6, B 15 und B 17). Die 

Beschwerdeführer liessen sich am 7. Dezember 2022 im Rahmen des Replikrechts 

nochmals vernehmen (act. B 20). 

 

 

  

 

Seite 6 

Erwägungen 

 

1. Formelles 

 

1.1 

Nach Art. 26 des Justizgesetzes vom 13. September 2010 (JG, bGS 145.31) ist das 

Obergericht Berufungs- und Beschwerdeinstanz in der allgemeinen Strafrechtspflege und 

in Jugendstrafsachen, unter Vorbehalt der Befugnisse des Einzelrichters oder der 

Einzelrichterin. Letztere sind nach Art. 27 JG Beschwerdeinstanz gegenüber dem 

Einzelrichter oder der Einzelrichterin des Kantonsgerichts als Zwangsmassnahmengericht.  

 

1.2 

Das Gesamtgericht hat strafrechtliche Beschwerdefälle der 2. Abteilung zur Beurteilung 

zugewiesen (publiziert etwa im aktuellen Staatskalender Appenzell Ausserrhoden), 

weshalb diese zur Behandlung der Beschwerde zuständig ist. 

 

1.3 

Gegen Verfügungen und Verfahrenshandlungen der Staatsanwaltschaft ist die Beschwerde 

gegeben (Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO). Eine Verfügung, mit welcher einer Person die 

Parteistellung versagt wird, ist mit Beschwerde und bei Verneinung nachfolgend beim 

Bundesgericht mit Strafrechtsbeschwerde anfechtbar (Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO; 

SCHMID/JOSITSCH, Praxiskommentar schweizerische Strafprozessordnung, 3. Aufl. 2018, 

N. 6a zu Art. 118 StPO; BGE 138 IV 193 E. 4). Ausschlussgründe nach Art. 394 StPO 

liegen keine vor. 

 

1.4 

Die Beschwerdefrist beträgt nach Art. 396 Abs. 1 StPO 10 Tage. Die angefochtene 

Verfügung wurde den Beschwerdeführern am 20. Juli 2022 zugestellt (act. B 1 S. 3). Mit 

Erhebung der Beschwerde am 2. August 2022 wurde die Beschwerdefrist gemäss Art. 396 

Abs. 1 StPO in Berücksichtigung, dass der 30. Juli 2022 auf einen Samstag fiel und der 

1. August ein Feiertag ist, gewahrt (Art. 91 Abs. 2 i.V.m. Art. 90 Abs. 2 StPO). 

 

1.5 

Mit der Beschwerde können Rechtsverletzungen, einschliesslich Überschreitung und Miss-

brauch des Ermessens, Rechtsverweigerung und Rechtsverzögerung (lit. a), die 

unvollständige oder unrichtige Feststellung des Sachverhalts (lit. b) sowie Unange-

messenheit (lit. c) gerügt werden (Art. 393 Abs. 2 StPO). Neue Tatsachenbehauptungen 

und Beweise sind zulässig (PATRICK GUIDON, in: Basler Kommentar, Schweizerische 

 

Seite 7 

Strafprozessordnung, 2. Aufl. 2014, N. 16 zu Art. 393 StPO; siehe auch ANDREAS 

J. KELLER, in: Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 3. Aufl. 2020, N. 42 

zu Art. 393 StPO). Die Beschwerde wird in einem schriftlichen Verfahren behandelt 

(Art. 397 Abs. 1 StPO), weshalb eine mündliche Verhandlung entfällt. Heisst die Behörde 

die Beschwerde gut, so fällt sie einen neuen Entscheid (= reformatorischer Entscheid) oder 

hebt den angefochtenen Entscheid auf (= kassatorischer Entscheid) und weist ihn zur 

neuen Entscheidung an die Vorinstanz zurück (Art. 397 Abs. 2 StPO). Reformatorische 

Entscheide gemäss Art. 397 Abs. 2 StPO machen Sinn, wenn nach der konkreten Sach- 

und Rechtslage im Zeitpunkt des Beschwerdeentscheids ein Entscheid in der Sache 

möglich ist (derselbe, a.a.O., N. 7 zu Art. 397 StPO). Kassatorische Entscheide kommen 

namentlich infrage, wenn der Entscheid auf einer unvollständigen Sachverhaltsfeststellung 

beruht, ungenügend begründet ist oder Widersprüche enthält, die nicht durch Auslegung 

beseitigt werden können (derselbe, a.a.O., N. 7 zu Art. 397 StPO).  

 

1.6 

Speziell zu prüfen ist, ob B. und A. zur Einreichung einer Beschwerde befugt, d.h. legitimiert, 

sind. Diese Fragestellung deckt sich mit dem Thema der Beschwerde, konkret der Frage, 

ob den Beschwerdeführern in den Strafverfahren gegen die Beschwerdegegner 

Parteistellung zukommt (NIKLAUS OBERHOLZER, Grundzüge des Strafprozessrechts, 4. Aufl. 

2020, Rz. 2044). Es drängt sich somit auf, die beiden Themenbereiche gemeinsam zu 

prüfen. 

 

1.6.1 

In der angefochtenen Verfügung begründet die Staatsanwaltschaft die Versagung der 

Parteistellung damit, dass die Verfahrensrechte der verstorbenen Person, die auf ihre 

Rechte als Privatklägerschaft nicht verzichtet hat, gemäss Art. 121 Abs. 1 StPO auf die 

Angehörigen im Sinne von Art. 110 Abs. 1 StGB übergehen (act. B 2/2 S. 1). Art. 110 

Abs. 2 StGB bezeichne als Angehörige einer Person ihren Ehegatten, ihre eingetragene 

Partnerin oder ihren eingetragenen Partner, ihre Verwandten in gerader Linie, ihre 

vollbürtigen und halbbürtigen Geschwister, ihre Adoptiveltern, ihre Adoptivgeschwister und 

Adoptivkinder. Wie das Bundesgericht unlängst entschieden habe, seien Nichten und 

Neffen keine Angehörigen im Sinne von Art. 110 Abs. 1 StGB und könnten nicht in die 

prozessuale Rechtsstellung der verstorbenen Tante eintreten (act. B 2/2 S. 2). 

 

1.6.2 

Zur Begründung der Beschwerde bringt RA AB. im Wesentlichen vor, die 

Beschwerdeführerin 2 habe am 18. Oktober 2019 im Auftrag von G. sel. Strafanzeige 

erhoben (act. B 1 S. 5). Diese habe ihrer Nichte gegenüber erwähnt, sie solle ihre Rechte 

 

Seite 8 

im Strafverfahren gegen die Beschwerdegegner 2, 3 und 4 geltend machen. Im Raum stehe 

eine mögliche Körperverletzung von G. sel. durch den Beschwerdegegner 2 mittels einer 

Überdosierung von Medikamenten. G. sel. sei damals Opferstellung zugekommen, womit 

den Beschwerdeführenden zweifellos Parteirechte zukämen und diese 

beschwerdeberechtigt seien (act. B 1 S. 6). Die Beschwerdeführerin 1 sei während des 

Strafverfahrens jederzeit als Partei behandelt worden, wobei sie sämtliche Rechte eines 

Opfers bzw. einer Privatklägerin habe geltend machen können. Namentlich sei die 

Beschwerdeführerin 1 in den Akten der Parteien miteinbezogen worden und sei mit 

Mitteilung vom 3. Dezember 2021 zur Stellung von Akteneinsichtsgesuch und 

Beweisanträgen aufgefordert worden. Die Beschwerdeführenden hätten deshalb auf die 

Fortsetzung ihrer Parteistellung vertrauen können und seien bereits deshalb zur 

Beschwerde legitimiert. Am 17. März 2022 sei die Strafanzeige bzw. seien die 

Strafverfahren erweitert worden. G. sel. sei während der Strafuntersuchung verstorben, 

ohne dass sie von der Verfahrensleitung auf ihre Rechte im Verfahren aufmerksam 

gemacht worden sei. Mit dem Tod der Erblasserin gingen deren Rechte ipso iure auf die 

Erben über. In diesem Verfahren würden damit Rechtsgüter der Beschwerdeführenden 

fraglos direkt verletzt (act. B 1 S. 7). Ein Ausschluss aus dem Verfahren, in welchem ihre 

eigenen Rechtsgüter direkt verletzt seien, wäre willkürlich und würde das rechtliche Gehör 

der Beschwerdeführenden verletzen. Sie seien auch deshalb beschwerdeberechtigt. Das 

Einreichen des Testaments bzw. der mutmasslichen Falschbeurkundung an das 

Erbschaftsamt sei für sich allein bereits ein neuer Lebenssachverhalt, welcher im 

vorliegenden Strafverfahren strafrechtlich zu untersuchen wäre. Die erwähnte (mutmasslich 

strafbare) Handlung der Beschuldigten sei nach der Universalsukzession vorgenommen 

worden, womit nicht mehr die Rechtgüter der Verstorbenen, sondern diejenigen der Erben 

betroffen seien. Den Beschwerdeführenden stünden somit fraglos Parteirechte zu. In der 

Untersuchung wären auch die Eigentumsverhältnisse an einem Fahrzeug zu klären, 

welches die Beschwerdegegner 2 und 3 an sich genommen hätten, obwohl die damalige 

Eigentümerin G. sel. schriftlich bestätigte, dass sie das Fahrzeug den beiden nicht 

geschenkt habe. Das Fahrzeug gehöre damit in die Erbmasse, sei jedoch bis heute nicht 

übergeben worden. Den Entzug des Fahrzeuges könnten die Erben erneut anzeigen, da 

ihnen nun ihr Eigentum entzogen werde. Im Übrigen seien vorliegend auch Rechtsgüter 

verletzt worden, die nicht direkt mit der Person der Verstorbenen verbunden seien, zum 

Beispiel das allgemeine Vertrauen in den Rechtsverkehr bei den Urkundendelikten. Werde 

diese Urkunde ausgestellt, um den gesetzlichen Erben die Erbberechtigung zu entsagen 

oder sich aus der Erbmasse zu begünstigen, so seien auch die Erben als Geschädigte zu 

betrachten (act. B 1 S. 8). Alleine die Verwendung einer solchen falschen Urkunde erfülle 

für sich schon einen eigenen Tatbestand. Es handle sich hier also um eine Untersuchung, 

in welcher die Beschwerdeführenden in ihren eigenen Rechten direkt betroffen seien. Der 

 

Seite 9 

Ausschluss vom Verfahren durch die Staatsanwaltschaft sei willkürlich erfolgt und verletze 

das rechtliche Gehör der Beschwerdeführenden. Im Gegensatz zu dem von der 

Staatsanwaltschaft zitierten Entscheid des Bundesgerichts sei der Sachverhalt hier noch 

nicht festgesetzt. Mit der Stellungnahme vom 17. März 2022 hätten die Beschwerde-

führenden den zu untersuchenden Sachverhalt erweitert und Neuerungen angebracht, 

welche sie direkt in ihren Rechten verletzen würden. Entsprechend könnten der Tatvorwurf, 

die Parteistellung und der zu prüfende Sachverhalt sich im Vorverfahren den Umständen 

anpassen.  

 

In der Stellungnahme vom 7. Dezember 2022 ergänzen die Beschwerdeführer, bisher sei 

in den Beschwerdeantworten unbestritten geblieben, dass sie nach dem Widerruf des 

öffentlich beurkundeten Testaments vom 19. September 2018 durch die Erblasserin und 

dem Eintritt des Todes als gesetzliche Erben ipso iure in die Rechte (insbesondere die 

Vermögensrechte) der Verstorbenen eingetreten seien (act. B 20 S. 2). Diverse zu 

untersuchende Delikte im Strafverfahren beträfen Sachverhalte, welche zum Zeitpunkt des 

Todes der Erblasserin nicht abgeschlossen gewesen (z.B. Dauerdelikte) bzw. gegen die 

Beschwerdeführer verwirklicht worden seien (neue oder nicht abgeschlossene 

Zustandsdelikte). Denn sie beträfen die Rechtsgüter der nun vorhandenen Erben-

gemeinschaft, die vor dem Zeitpunkt des (erneuten/andauernden) deliktischen Wirkens 

durch das Versterben der Erblasserin entstanden sei. Diese (potentiell) aktuelle und 

tatsächliche Verletzung der Rechtsgüter der Beschwerdeführer (als Erbengemeinschaft) 

sei der Strafbehörde in der Erweiterung der Strafanzeige vom 2. März 2022 angezeigt 

worden. Diese weigere sich, dies überhaupt zu untersuchen. Die in den Beschwerde-

antworten genannten Entscheide seien in diesem Punkt nicht einschlägig. Den 

Beschwerdeführern drohe eine formelle Rechtsverweigerung, indem ihnen in der 

Untersuchung insbesondere zu ihren eigenen Rechtsgutsverletzungen die Parteistellung 

entzogen werde (act. B 20 S. 4). Wenn die Untersuchung zu den Vorwürfen eingestellt 

würde, wäre aufgrund des ne bis in idem Grundsatzes eine weitere Strafanzeige in dieser 

Sache nicht mehr möglich. Dieses Vorgehen der Beschwerdegegnerin 1 wäre willkürlich 

und würde die Verfahrensrecht der Beschwerdeführer in schwerer Weise verletzen. 

 

1.6.3 

Die Staatsanwaltschaft verwies im Wesentlichen auf ihre Ausführungen in der 

angefochtenen Verfügung (act. B 4).  

 

1.6.4 

Gemäss dem Beschwerdegegner 2 ist zunächst fraglich, ob die Beschwerdeführer 

überhaupt jemals Rechtsnachfolger der Verstorbenen G. sein werden (act. B 17 S. 2). 

 

Seite 10 

Derzeit seien sie jedenfalls (noch) keine Erben. Über die Erbenstellung der 

Beschwerdeführer werde im von den Beschwerdegegnern 2 und 3 eingeleiteten 

Zivilverfahren im Rahmen der Anfechtung des Testaments zu entscheiden sein. Folglich 

seien sie bis dato nicht beschwert. Als Privatklägerschaft gelte nach Art. 118 StPO eine 

geschädigte Person. Wenn überhaupt, sei als geschädigte Person G. sel. zu bezeichnen. 

Diese habe sich aber gerade nicht als Privatklägerin konstituiert. Eingereicht habe die 

Strafanzeige die Beschwerdeführerin 2, welche weder geschädigt noch Privatklägerin sei. 

Damit stelle sich die Frage, ob durch das Ableben von G. sel. der Mangel bezüglich 

fehlender Stellung als Privatklägerin und die fehlende Parteistellung im Strafverfahren 

behoben worden sei bzw. werden könne. Nach Art. 121 StPO erfolge in Bezug auf eine im 

Strafprozess sich konstituierte Privatklägerschaft nach dem Tod der geschädigten Person 

eine gesetzliche Subrogation auf ihre Angehörigen im Sinne von Art. 110 Abs. 1 StGB als 

ihre Rechtsnachfolger. Dabei sei der Begriff der "Angehörigen" gemäss Bundesgericht 

restriktiv auszulegen, da keine Gesetzeslücke vorliege und daher ein Analogieschluss zu 

Art. 83 ZPO nicht zulässig sei (act. B 17 S. 2 f.). Zusammenfassend könne mit dem 

Ableben der Erblasserin die fehlende Legitimation und Parteistellung der Beschwerdeführer 

nicht geheilt werden (act. B 17 S. 3). Dies gelte für den rein hypothetischen Fall, dass sie 

Rechtsnachfolger werden sollten, was derzeit nicht absehbar sei. 

 

1.6.5 

Der Beschwerdegegner 3 macht geltend, das Bundesgericht habe im Entscheid vom 

25. April 2022 seine ständige Rechtsprechung ausdrücklich bestätigt; Art. 121 StPO weise 

keine Lücke auf (act. B 6 S. 1). Wenn schon, dann würde ohnehin für die Beschwerdeführer 

bestenfalls nur die Stellung als Zivilkläger (Privatkläger) bezüglich des Zivilanspruchs 

übergehen, jedenfalls aber nie die Stellung als Strafkläger. Vorliegend aber gebe es 

überhaupt keinen adhäsionsweisen Zivilanspruch, da über die Erbberechtigung in einem 

inzwischen eingeleiteten Zivilverfahren beim Kantonsgericht Appenzell Ausserrhoden 

entschieden werde (act. B 6 S. 1 f.). Die Ausführungen der Beschwerdeführer gingen somit 

an der Sache vorbei, da sie eben gerade noch nicht Erben seien und vor der Klärung dieser 

Frage aus Art. 560 Abs. 1 ZGB nichts ableiten könnten, auch keine Beschwer (act. B 6 

S. 2). Aus dem Umstand, dass der Staatsanwalt die Beschwerdeführer während des 

Strafverfahrens in rechtlich nicht nachvollziehbarer Weise und entgegen des klaren 

Gesetzeswortlautes von Art. 121 StPO als Partei zugelassen habe, könnten diese nichts 

ableiten, seien sie doch anwaltlich vertreten und es könne vorausgesetzt werden, dass der 

Rechtsvertreter seine Mandanten diesbezüglich aufgeklärt habe. Seien die 

Beschwerdeführer nicht zur strafprozessualen Rechtsnachfolge berufen, seien sie auch 

nicht zur Beschwerdeführung legitimiert, so dass auf die Beschwerde nicht einzutreten resp. 

diese abzuweisen sei. 

 

Seite 11 

1.6.6 

Die Beschwerdegegnerin 4 führt aus, auf die Beschwerde sei mangels Aktivlegitimation 

nicht einzutreten (act. B 15 S. 2). Die Beschwerdeführerin 1 habe die Strafanzeige am 

18. Oktober 2019 entgegen den missverständlichen Ausführungen in der 

Beschwerdeschrift nicht im Auftrag von G. sel., sondern in eigenem Namen und eigenem 

Interesse eingereicht. Der anzeigenden Person, die weder geschädigt, noch Privatklägerin 

sei, stünden keine weitergehenden Verfahrensrechte zu. Ihr fehle die 

Beschwerdelegitimation sowie die Stellung als Privatklägerin. Auch der Tod von G. sel. 

habe daran nichts geändert. Die Rechtsnachfolger der unmittelbar verletzten Person, so 

auch deren Erben, seien bloss mittelbar verletzt und daher ausserhalb des persönlichen 

Anwendungsbereichs von Art. 115 Abs. 1 StPO. Sterbe die geschädigte Person gingen ihre 

strafrechtlichen Verfahrensrechte einzig auf die Angehörigen gemäss Art. 121 StPO i.V.m. 

Art. 110 Abs. 1 StGB über. Auch der Tod von G. sel. habe den Beschwerdeführern nicht 

die bereits zuvor erhoffte Beschwerdelegitimation und Privatklägerstellung verschafft. 

Bezüglich der Beschwerdegegnerin 4 würden in der Stellungnahme vom 2. bzw. 17. März 

2022 zu Recht keine neuen Vorwürfe erhoben. Die Beschwerdeführer behaupteten 

insbesondere nicht, dass die Beschwerdegegnerin 4 ein Delikt zum Nachteil der Erbmasse 

begangen habe solle. Auch aus der Begründung, dass Urkundendelikte das allgemeine 

Vertrauen in den Rechtsverkehr schützten, könnten die Beschwerdeführer nichts zu ihren 

Gunsten ableiten, da sie offensichtlich nicht unmittelbar in eigenen Rechten verletzt und 

somit bestimmungsgemäss nicht geschädigte Personen im Sinne von Art. 115 Abs. 1 StPO 

seien (act. B 15 S. 3). 

 

1.6.7 

Jede Partei, die ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung eines 

Entscheides hat, kann ein Rechtsmittel ergreifen (Art. 382 Abs. 1 StPO). Nach dem Tode 

der beschuldigten oder verurteilten Person oder der Privatklägerschaft können die 

Angehörigen im Sinne von Art. 110 Abs. 1 StGB in der Reihenfolge der Erbberechtigung 

ein Rechtsmittel ergreifen oder das Rechtsmittelverfahren weiterführen, soweit sie in ihren 

rechtlich geschützten Interessen betroffen sind (Art. 382 Abs. 3 StPO).  

 

Stirbt die geschädigte Person, ohne auf ihre Verfahrensrechte als Privatklägerschaft 

verzichtet zu haben, so gehen ihre Rechte auf die Angehörigen im Sinne von Art. 110 

Abs. 1 StGB in der Reihenfolge der Erbberechtigung über (Art. 121 Abs. 1 StPO). Wer von 

Gesetzes wegen in die Ansprüche der geschädigten Person eingetreten ist, ist nur zur 

Zivilklage berechtigt und hat nur jene Verfahrensrechte, die sich unmittelbar auf die 

Durchsetzung der Zivilklage beziehen (Art. 121 Abs. 2 StPO).  

 

 

Seite 12 

Gemäss Art. 110 Abs. 1 StGB sind Angehörige einer Person ihr Ehegatte, ihre 

eingetragene Partnerin oder ihr eingetragener Partner, ihre Verwandten in gerader Linie, 

ihre vollbürtigen oder halbbürtigen Geschwister, ihre Adoptiveltern, ihre Adoptivgeschwister 

und Adoptivkinder.  

 

1.6.8 

Vor dem Hintergrund der oben erwähnten Gesetzesbestimmungen und der Vorbringen der 

Parteien gilt es die folgenden Fragen zu klären: 

 

a. können die Beschwerdeführer etwas daraus ableiten, dass sie im Strafverfahren gegen 

die Beschwerdegegner zunächst als Parteien behandelt wurden (act. B 1 S. 6; 

E. 1.6.8.1)? 

b. gehören die Beschwerdeführer zu den Angehörigen gemäss Art. 110 Abs. 1 StGB 

(E. 1.6.8.2)? 

c. sind privatrechtliche Ansprüche von der geschädigten Person auf Dritte, konkret die 

Beschwerdeführer, übergegangen (E. 1.6.8.3)? 

d. sind die Beschwerdeführer nach Art. 121 Abs. 1 StPO in die Rechte der Verstorbenen 

im Strafverfahren eingetreten (E. 1.6.8.4)? 

e. sind die Beschwerdeführer nach Art. 121 Abs. 2 StPO in die Rechte der verstorbenen 

geschädigten Person eingetreten (E. 1.6.8.5)? 

f. sind die Beschwerdeführer in eigenen rechtlich geschützten Interessen verletzt 

(E. 1.6.8.6)? 

 

1.6.8.1 

Als geschädigte Person gilt die Person, die durch die Straftat in ihren Rechten unmittelbar 

verletzt worden ist (Art. 115 Abs. 1 StPO). Die geschädigte Person ist Verfahrensbeteiligte 

(Art. 105 Abs. 1 lit. a StPO). Um Parteistellung zu erlangen, muss sie sich als 

Privatklägerschaft konstituieren (Art. 118 Abs. 1 StPO). Zu Lebzeiten, d.h. bis am 

24. November 2019, hat G. sel. sich offenbar nicht als Privatklägerin konstituiert (oben 

Sachverhalt C. und D.).  

Ob tatsächlich eine tatbestandsmässige, rechtswidrige und schuldhafte Straftat vorliegt, 

wird erst im Endentscheid festgestellt. Bis dahin bleibt sie eine blosse Hypothese 

(MAZZUCCHELLI/POSTIZZI, Basler Kommentar, StPO, 2. Aufl. 2014, N. 20 zu Art. 115 StPO). 

Da die geschädigte Person diese Erklärung nach Art. 118 Abs. 3 StPO bis zum Abschluss 

des Vorverfahrens abgeben kann, sind ihr bis zur Abgabe der Erklärung mindestens auf 

Verlangen die Rechte (z.B. Akteneinsichtsrecht nach Art. 101 StPO; Teilnahmerechte nach 

Art. 147 StPO; Rechtsmittellegitimation nach Art. 382 StPO) zuzugestehen; zu Beginn des 

Vorverfahrens genügt Glaubhaftmachung der Geschädigtenstellung (SCHMID/JOSITSCH, 

 

Seite 13 

a.a.O., N. 4 zu Art. 115 StPO; OBERHOLZER, a.a.O., Rz. 537; Urteil des Bundesgerichts 

1B_678/2011 vom 30. Januar 2012 E. 2.1).  

 

Vor diesem Hintergrund erscheint es nachvollziehbar und ist nicht zu beanstanden, dass 

die Staatsanwaltschaft den Beschwerdeführern resp. deren Rechtsvertreter im 

Untersuchungsverfahren (vorerst) gewisse Parteirechte gewährte, zum Beispiel die 

Beschwerdeführerin 2 über den Verfahrensstand informierte (act. B 5/9.1.1), dem 

Rechtsvertreter der Beschwerdeführer Akteneinsicht in Aussicht stellte (act. B 5/9.1.2) und 

gewährte (act. B 5/9.1.4) sowie diesen am 3. Dezember 2021 über den geplanten 

Abschluss des Verfahrens informierte (Art. 318 Abs. 1 StPO; act. B 5/2.1.26). Klarheit, ob 

den Beschwerdeführern Parteistellung zukommt oder nicht, muss sie sich erst beim Erlass 

eines Strafbefehls, der Anklageerhebung oder Einstellung des Verfahrens geben. Aus dem 

Umstand, dass ihnen während des Vorverfahrens gewisse Parteirechte gewährt wurden, 

können die Beschwerdeführer also nichts ableiten.  

 

1.6.8.2 

Die gesetzliche Umschreibung des Begriffes der Angehörigen ist abschliessend und eng 

auszulegen (TRECHSEL/BERTOSSA, in: Trechsel/Pieth, [Hrsg.], Schweizerisches Strafge-

setzbuch, 4. Aufl. 2021, N. 2 zu Art. 110 StGB mit weiteren Hinweisen). Unlängst hat das 

Bundesgericht entschieden, dass Nichten und Neffen der verstorbenen Person nicht 

Angehörige im Sinne von Art. 121 Abs. 1 StPO i.V.m. Art. 110 Abs. 1 StGB sind (Urteil des 

Bundesgerichts 6B_1266/2020 vom 25. April 2022 E. 3 = Pra. 111 [2022] Nr. 104). 

 

1.6.8.3 

Gemäss Art. 118 Abs. 1 StPO gilt als Privatklägerschaft die geschädigte Person, die 

ausdrücklich erklärt, sich am Strafverfahren als Straf- oder Zivilkläger zu beteiligen. Der 

Begriff der geschädigten Person wird in Art. 115 StPO definiert. Als geschädigte Person gilt 

die Person, die durch die Straftat in ihren Rechten unmittelbar verletzt worden ist. Im 

Allgemeinen kann nur derjenige geltend machen, unmittelbar geschädigt zu sein, der 

Rechtsgutträger des von der Strafbestimmung geschützten Rechtsguts ist, die verletzt 

worden ist (BGE 141 IV 1 E. 3.1 mit Hinweisen = Pra. 104 [2015] Nr. 37). Die Erben einer 

physisch oder psychisch geschädigten Person müssen als indirekte geschädigte Personen 

betrachtet werden, die grundsätzlich (unter Vorbehalt der Ausnahmen in Art. 121 Abs. 1 

und 2 StPO) nicht als Privatklägerschaft im Strafverfahren auftreten können (BGE 146 

IV 76 E. 2.2 = Pra 109 [2020] Nr. 89; BGE 140 IV 162 E. 4.4 mit Hinweisen; Urteil des 

Bundesgerichts 6B_671/2014 vom 22. Dezember 2017 E. 1.3). 

https://app.legalis.ch/legalis/document-view.seam?documentId=m5pxg5dqn5pxax3boj2f6mjrha
https://app.legalis.ch/legalis/document-view.seam?documentId=m5pxg5dqn5pxax3boj2f6mjrgu
https://app.legalis.ch/legalis/document-view.seam?documentId=mjtwkxzrgqyv62lwl4yq
https://app.legalis.ch/legalis/document-view.seam?documentId=pjpxa4tbl5vf6mrqge2v63s7gm3q
https://app.legalis.ch/legalis/document-view.seam?documentId=m5pxg5dqn5pxax3boj2f6mjsge
https://app.legalis.ch/legalis/document-view.seam?documentId=m5pxg5dqn5pxax3boj2f6mjsge
https://app.legalis.ch/legalis/document-view.seam?documentId=mjtwkxzrgq3f62lwl43tm
https://app.legalis.ch/legalis/document-view.seam?documentId=mjtwkxzrgq3f62lwl43tm
https://app.legalis.ch/legalis/document-view.seam?documentId=pjpxa4tbl5vf6mrqgiyf63s7ha4q
https://app.legalis.ch/legalis/document-view.seam?documentId=mjtwkxzrgqyf62lwl4ytmmq
https://app.legalis.ch/legalis/document-view.seam?documentId=gzrf6nrxgextembrgq

 

Seite 14 

Art. 121 StPO regelt die Übertragung der Rechte der Privatklägerschaft. Wenn folglich die 

geschädigte Person stirbt, ohne vorher auf ihre Verfahrensrechte verzichtet zu haben, 

gehen diese auf die Angehörigen im Sinne von Art. 110 Abs. 1 StGB in der Reihenfolge der 

Erbberechtigung (Abs. 1) über. Was Abs. 2 anbelangt, sieht er vor, dass, wer von Gesetzes 

wegen in die Ansprüche der geschädigten Person eingetreten ist, nur zur Zivilklage 

berechtigt ist und nur jene Verfahrensrechte hat, die sich unmittelbar auf die Durchsetzung 

der Zivilklage beziehen (Urteil des Bundesgerichts 6B_1266/2020 vom 25. April 2022 E. 3.1 

= Pra. 111 [2022] Nr. 104). 

Es empfiehlt sich daher, zwischen dem Begriff der materiellen Rechtsnachfolge des 

Privatrechts und der Parteistellung im Zivil- oder Strafverfahren zu unterscheiden 

(vgl. BGE 140 IV 162 E. 4.4; VIKTOR LIEBER, in: Kommentar zur Schweizerischen 

Strafprozessordnung, 3. Aufl. 2020, N. 1 zu Art. 121 StPO; MAZZUCHELLI/POSTIZZI, a.a.O., 

N. 2 zu Art. 121 StPO). Die Verfahrensrechtsnachfolge gemäss Art. 121 Abs. 1 StPO und 

die materielle Inhaberschaft der Erbrechte überschneiden sich demnach nicht zwingend 

(Urteile des Bundesgerichts 6B_27/2014 vom 10. April 2014 E. 1.2 und 6B_1266/2020 vom 

25. April 2022 E. 3.1 = Pra. 111 [2022] Nr. 104; dieselben, a.a.O., N. 12 zu Art. 121 StPO). 

Somit hat die Strafbehörde vorfrageweise zu bestimmen, ob die fraglichen privatrechtlichen 

Ansprüche an einen Dritten übergegangen sind. Erst im bejahenden Fall hat sie aufgrund 

von Art. 121 StPO zu entscheiden, ob daraus eine strafprozessrechtliche Nachfolge des 

Dritten in die Rechte der geschädigten Person entsteht (dieselben, a.a.O., N. 2 zu Art. 121 

StPO). 

Die (vorfrageweise) zu entscheidende Frage, ob privatrechtliche Ansprüche der 

geschädigten Person, d.h. der verstorbenen G. sel., auf die Beschwerdeführer 

übergegangen sind (LIEBER, a.a.O., N. 1 zu Art. 121 StPO; MAZZUCHELLI/POSTIZZI, a.a.O., 

N. 2 zu Art. 121 StPO; Urteil des Bundesgerichts 6B_1266/2020 vom 25. April 2022 E. 3.1 

= Pra. 111 [2022] Nr. 104), kann zurzeit nicht abschliessend beantwortet werden, da die 

Beschwerdegegner 2 und 3 gegen die Beschwerdeführer 1 und 2 beim Kantonsgericht 

Appenzell Ausserrhoden offenbar ein Zivilverfahren eingeleitet haben, bei dem es um die 

Erbberechtigung der Letzteren geht (act. B 6 S. 1 f. und B 17 S. 2). Entgegen der 

Darstellung der Beschwerdeführer (vgl. die Ausführungen von RA AB. in der Stellungnahme 

vom 7. Dezember 2022, act. B 20 S. 2) wird deren Erbenstellung also sehr wohl bestritten 

und befindet sich- zumindest im Moment - in der Schwebe. 

 

1.6.8.4 

Vorliegend haben die Beschwerdeführerin 2 und ihre Mutter, die Schwägerin der 

Verstorbenen G., Strafanzeige wegen Betrugs, Nötigung, Veruntreuung und Diebstahl 

gegen die Beschwerdegegner 2-4 eingereicht (act. B 5/2.1). Im Unterschied zur 

https://app.legalis.ch/legalis/document-view.seam?documentId=m5pxg5dqn5pxax3boj2f6mjsge
https://app.legalis.ch/legalis/document-view.seam?documentId=m5pxg5dhmjpxax3boj2f6mjrga
https://app.legalis.ch/legalis/document-view.seam?documentId=mjtwkxzrgqyf62lwl4ytmmq
https://app.legalis.ch/legalis/document-view.seam?documentId=m5ptgmjsl4yf64a
https://app.legalis.ch/legalis/document-view.seam?documentId=m5pxg5dqn5pxax3boj2f6mjsge
https://app.legalis.ch/legalis/document-view.seam?documentId=nnpwe43ll5zxi4dpfvvhg5dqn5pxg5dqn5pwc4tugezdc#2
https://app.legalis.ch/legalis/document-view.seam?documentId=m5pxg5dqn5pxax3boj2f6mjsge
https://app.legalis.ch/legalis/document-view.seam?documentId=gzrf6mrxf4zdamju
https://app.legalis.ch/legalis/document-view.seam?documentId=nnpwe43ll5zxi4dpfvvhg5dqn5pxg5dqn5pwc4tugezdc#12

 

Seite 15 

geschädigten Person, die sich wegen ihrer unmittelbaren Betroffenheit als 

Privatklägerschaft konstituieren kann, kommen der Person, die bloss Anzeige erstattet, 

keine weitergehenden Verfahrensrechte zu (Art. 301 Abs. 3 StPO). Ihre Stellung 

beschränkt sich darauf, den Strafverfolgungsbehörden Kenntnis von einer strafbaren 

Handlung zu geben, womit ihr Beitrag im Strafverfahren erbracht ist (OBERHOLZER, a.a.O., 

Rz. 555). Sie hat lediglich Anspruch darauf, dass ihr die Strafverfolgungsbehörde auf 

Anfrage mitteilt, ob ein Strafverfahren eingeleitet und wie es erledigt wurde (Art. 301 Abs. 2 

StPO). 

 

Geschädigte Person im Sinne von Art. 115 Abs. 1 StPO war G. sel. Diese hat zu Lebzeiten 

weder darauf verzichtet, sich als Privatklägerschaft zu konstituieren (Art. 120 Abs. 1 StPO), 

noch wurde sie während der Strafuntersuchung seitens der Staatsanwaltschaft auf ihre 

Rechte aufmerksam gemacht - etwas Anderes wird auf jeden Fall nicht dargetan (Art. 118 

Abs. 4 StPO; act. B 1 S. 6). Weil die Beschwerdeführer 1 und 2 als Neffe bzw. Nichte keine 

Angehörigen im Sinne von Art. 110 Abs. 1 StGB sind (vgl. E. 1.6.7.2), können sie jedoch 

von vornherein nicht nach Art. 121 Abs. 1 StPO in die Rechte der Verstorbenen im 

Strafverfahren eintreten. 

 

1.6.8.5 

Gemäss Lehre (MAZZUCHELLI/POSTIZZI, a.a.O., N. 21 zu Art. 121 StPO) schliesst die in 

Art. 121 Abs. 2 StPO vorgesehene Möglichkeit der Subrogation von Gesetzes wegen die 

Universalsukzession nach Art. 560 ZGB mit ein (eher ablehnend BGE 142 IV 82 E. 3.2). 

Indessen kommen den Beschwerdeführern nach Auffassung des Obergerichts nach 

Art. 121 Abs. 2 StPO keine Verfahrensrechte und damit keine Parteistellung zu, weil in den 

Verfahren gegen die Beschwerdegegner 2-4 seitens der Geschädigten G. sel. überhaupt 

keine Zivilrechtsansprüche erhoben wurden (act. B 5/2.1; OBERHOLZER, a.a.O. Rz. 575; 

SCHMID/JOSITSCH, a.a.O., N. 6 zu Art. 121 StPO).  

 

1.6.8.6 

Abschliessend gilt es zu prüfen, ob die Beschwerdeführer in eigenen rechtlich geschützten 

Interessen verletzt wurden resp. sind. 

 

Aus Art. 121 Abs. 1 StPO folgt, dass die Angehörigen der geschädigten Person keine 

originären Verfahrensrechte haben. Eine Ausnahme gilt jedoch für die Angehörigen des 

Opfers (sog. indirekte Opfer) i.S.v. Art. 116 Abs. 2 StPO, denen selbständige 

Verfahrensrechte zustehen, falls sie eigene Zivilansprüche adhäsionsweise geltend 

machen. Stirbt das direkte Opfer, so tritt auch zugunsten des indirekten Opfers, falls es 

zugleich erbberechtigt ist, die Rechtsnachfolge nach Art. 121 StPO ein 

 

Seite 16 

(MAZZUCHELLI/POSTIZZI, a.a.O., N. 8 zu Art. 121 StPO). Dabei gilt es zu beachten, dass der 

im Rahmen von Art. 121 StPO massgebende Begriff der Angehörigen von demjenigen der 

Opferangehörigen gemäss Art. 116 Abs. 2 StPO abweicht (dieselben, a.a.O., N. 10 zu 

Art. 121 StPO).  

 

Aus der angeblichen Opferstellung der Verstorbenen können die Beschwerdeführer nach 

Auffassung des Obergerichts keine Parteirechte ableiten, weil ihre Erbberechtigung sich 

aufgrund des durch die Beschwerdegegner 2 und 3 beim Kantonsgericht Appenzell 

Ausserrhoden eingeleiteten Anfechtungsverfahrens - im Moment - noch in der Schwebe 

befindet. Kommt hinzu, dass G. sel. zu Lebzeiten entgegen der Darstellung in der 

Beschwerdeschrift (act. B 1 S. 5 f.) keine Opferstellung zukam, da in der Strafanzeige vom 

18. Oktober 2019 ausschliesslich Vermögensdelikte angezeigt wurden (act. B 5/2.1). Erst 

in der Erweiterung der Strafanzeige resp. der Strafverfahren vom 2. bzw. 17. März 2020 

(act. B 5/9.1.8 S. 7 ff.) ist nunmehr von versuchter Tötung resp. schwerer und einfacher 

Körperverletzung zum Nachteil von G. sel. die Rede. Schliesslich haben die 

Beschwerdeführer nicht dargetan und es ergibt sich auch nicht aus den Akten, dass sie 

ihrer verstorbenen Tante in ähnlicher Weise wie ein Ehegatte, ein Kind oder die Eltern 

nahegestanden wären (Art. 116 Abs. 2 StPO).  

 

1.7 

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführer 1 und 2 weder in die 

Rechte der verstorbenen G. sel. nach Art. 121 Abs. 1 oder Abs. 2 StPO eingetreten sind, 

noch in eigenen rechtlichen Interessen betroffen sind. Es ist demzufolge nicht zu 

beanstanden, dass ihnen in den Strafverfahren Nrn. U 19 1173-1175 die Parteistellung 

versagt wurde und auf die Beschwerde ist mangels Aktivlegitimation nicht einzutreten. 

  

 

Seite 17 

2. Kosten 

 

2.1 

 Art. 428 StPO regelt die Kostentragungspflicht im Rechtsmittelverfahren. Gemäss dessen 

Abs. 1 tragen die Parteien die Kosten des Rechtsmittelverfahrens nach Massgabe ihres 

Obsiegens oder Unterliegens. Als unterliegend gilt auch die Partei, auf deren Rechtsmittel 

nicht eingetreten wird. Sodann können auch die weiteren Verfahrensbeteiligten gemäss 

Art. 105 StPO im Rechtsmittelverfahren kostenpflichtig werden. Im Hinblick auf Art. 428 

Abs. 1 Satz 2 StPO können namentlich nicht legitimierte Rechtsmitteleinleger kosten-

pflichtig werden (THOMAS DOMEISEN, in: Basler Kommentar, StPO, 2. Aufl. 2014, N. 4 zu 

Art. 428 StPO).  

 

 Auf die Beschwerde von A. und B. wird mangels Legitimation nicht eingetreten und sie 

unterliegen somit vollumfänglich. Demzufolge sind ihnen die Verfahrenskosten, bestehend 

aus einer Gebühr von CHF 900.00 (Art. 29 Abs. 1 lit. a Gebührenordnung, bGS 233.3), auf-

zuerlegen. Die Beschwerdeführer, die gemeinsam ein Rechtsmittel ergriffen haben, haften 

solidarisch (Art. 418 Abs. 2 StPO; YVONA GRIESSER, in: 

Donatsch/Lieber/Summers/Wohlers [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Straf-

prozessordnung, 3. Aufl. 2020, N. 7 zu Art. 418 StPO).  

 

 2.2 

 Art. 436 Abs. 1 StPO hält fest, dass sich Ansprüche auf Entschädigung und Genugtuung im 

Rechtsmittelverfahren nach den Art. 429-434 StPO richten. Dazu ist festzuhalten, dass den 

Art. 426-434 StPO keine Bestimmung im Sinne von Art. 428 Abs. 1 StPO zu entnehmen ist, 

wonach sich der Anspruch auf Entschädigung nach Massgabe des Obsiegens oder 

Unterliegens richtet, Das muss jedoch - wie bei der Kostenauflage - auch hier gelten 

(SCHMID/JOSITSCH, a.a.O., N. 1 zu Art. 436 StPO; WEHRENBERG/FRANK, Basler Kommen-

tar, StPO, 2. Auf. 2014, N. 6 zu Art. 436 StPO).  

 

Die unterlegenen Beschwerdeführer haben gestützt auf Art. 436 Abs. 1 i.V.m. Art. 433 

Abs. 1 StPO keinen Anspruch auf eine Entschädigung im Beschwerdeverfahren; eben 

sowenig der obsiegende Staat resp. die Staatsanwaltschaft (SCHMID/JOSITSCH, a.a.O., N. 2 

zu Art. 423 StPO). 

 

 Die Beschwerdegegner haben Anspruch auf Entschädigung ihrer Aufwendungen für die 

angemessene Ausübung ihrer Verfahrensrechte im Beschwerdeverfahren (Art. 436 Abs. 1 

i.V.m. Art. 429 Abs. 1 StPO). Die Entschädigung ist vom Staat zu bezahlen, wenn 

- wie hier - Offizialdelikte zur Diskussion stehen (BGE 147 IV 47 E. 4.2.5 f.). Zu beachten 

 

Seite 18 

ist jedoch, dass es sich vorliegend nicht um eine verfahrensabschliessende Verfügung oder 

Verfahrenshandlung der Staatsanwaltschaft handelt. In einer solchen Konstellation kommt 

es nach HILTBRUNNER/LUSTENBERGER/MÜLLER (Verlegung der Kosten und Entschädi-

gungen im Beschwerde- und Berufungsverfahren nach StPO - eine (tabellarische) 

Übersicht, forumpoenale 5/2021 S. 395) zu einer Durchbrechung des Unterliegerprinzips, 

da sich Art. 432 Abs. 2 StPO grundsätzlich auf Endentscheide bezieht. Damit fehlt es 

gemäss den Genannten an einer gesetzlichen Grundlage, der Privatklägerschaft in anderen 

Fällen die Verteidigerkosten der beschuldigten Person aufzuerlegen und diese trägt 

demnach der Staat (siehe auch LUBISHTANI/PAYER, Die Pflicht der Privatklägerschaft zur 

Entschädigung der obsiegenden beschuldigten Person im Rechtsmittelverfahren, SJZ 2021 

S. 1158 und 1161). 

 

 Die Kosten bemessen sich nach dem kantonalen Anwaltstarif (bGS 145.53), müssen jedoch 

verhältnismässig und angemessen sein (SCHMID/JOSITSCH, a.a.O., N. 7 zu Art. 429 StPO).  

 

 RA DD. und RA FF. machen je eine Entschädigung von CHF 2'369.40 (inkl. MWSt) geltend 

(act. B 15 und B 21), RA EE. eine solche von CHF 1'615.50 (inkl. MWSt), act. B 19). Dies 

entspricht einem Aufwand von 11 bzw. 7,5 Stunden (Art. 18 Abs. 1 lit. b i.V.m. Art. 24 Abs. 1 

Anwaltstarif [AT], bGS 145.53). Auch wenn die Vertreterin der Beschwerdegegnerin 4 zu 

Recht darauf hinweist, dass der Vertreter der Beschwerdeführer mit der widersprüchlichen 

Datierung der Eingabe vom 2. bzw. 17. März 2022 zu einem gewissen Mehraufwand 

beigetragen hat (act. B 15 S. 3), erscheint der geltend gemachte Aufwand von 11 Stunden 

für die Stellungnahmen von je 3 Seiten (act. B 15 und B 17) als zu hoch. Zumal der 

angesprochene Widerruf rasch aufgelöst werden konnte (act. B 10) und es im 

Beschwerdeverfahren einzig um die Frage der Parteistellung der Beschwerdeführer ging. 

Ein Aufwand von 7,5 Stunden erscheint für die zu beantwortenden Fragen gerade noch als 

angemessen. Mithin wird den Beschwerdegegnern 2-4 für das Beschwerdeverfahren je 

eine Entschädigung von CHF 1'615.50 (inkl. MWSt) zulasten der Staatskasse 

zugesprochen. 

 

 

  

 

Seite 19 

Demnach beschliesst das Obergericht: 

 

1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.  
 
 
2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens, bestehend aus einer Gebühr von CHF 900.00, 

werden den Beschwerdeführern auferlegt. Die Beschwerdeführer haften solidarisch. 
 
 
3. Den Beschwerdegegnern 2-4 wird für das Beschwerdeverfahren je eine Entschädigung von 

CHF 1'615.50 (inkl. MWSt) aus der Staatskasse zugesprochen.  
 
 
4. Den Beschwerdeführern sowie der Staatsanwaltschaft wird im Beschwerdeverfahren keine 

Entschädigung zugesprochen.  
 
 
5. Rechtsmittel: 

 Gegen diesen Zwischenentscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung Beschwerde in 

Strafsachen erhoben werden, wenn er einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil 

bewirken könnte oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endentscheid 

herbeiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit und Kosten für ein weitläufiges 

Beweisverfahren ersparen würde (Art. 78 ff. Bundesgerichtsgesetz, BGG, SR 173.110, Art. 

93 BGG). Andernfalls ist die subsidiäre Verfassungsbeschwerde gegeben (Art. 113 ff. 

BGG). In beiden Fällen ist die Beschwerde beim Schweizerischen Bundesgericht, Avenue 

du Tribunal fédéral 29, 1000 Lausanne 14, schriftlich einzureichen. Die Beschwerdeschrift 

hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu 

enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden 

sind - soweit vorhanden - beizulegen (Art. 42 BGG). Die Beschwerde hat in der Regel keine 

aufschiebende Wirkung (Art. 103 BGG). 

 
 

6. Mitteilung an: 

- RA AB., mit Gerichtsurkunde 
- RA DD., mit Gerichtsurkunde 
- RA EE., mit Gerichtsurkunde 
- RA FF., mit Gerichtsurkunde 
- die Staatsanwaltschaft (U 19 1173-1175), Herisau, mit Gerichtsurkunde 
 
nach unbenutztem Ablauf der Rechtsmittelfrist an: 
- die Gerichtskasse (im Dispositiv), Herisau, interne Post 
- das Finanzamt (im Dispositiv), Herisau, interne Post 

 
 
 
Der Obergerichtsvizepräsident: 

 

 

Dr. iur. Manuel Hüsser 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
lic. iur. Barbara Schittli 

 
 
 
 
versandt am: 6. Juli 2023