# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 889effe0-1a0f-5ea1-bb89-cdb0bbc86fdb
**Source:** Aargau (entscheidsuche) (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2026-01-09
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Verwaltungsgericht 09.01.2026 WPR.2026.4
**Docket/Reference:** WPR.2026.4
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_006_WPR-2026-4_2026-01-09.pdf

## Full Text

Verwaltungsgericht 

2. Kammer 

 

WPR.2026.4 / sa / jh 
ZEMIS [***]; N [***]  

 

 

Urteil vom 9. Januar 2026 
 
 

Besetzung  Verwaltungsrichter J. Huber  

Gerichtsschreiberin i.V. Angliker 

 

 
   

Gesuchsteller   Amt für Migration und Integration Kanton Aargau, 

Sektion Asyl und Rückkehr, Bahnhofstrasse 88, 5001 Aarau 

vertreten durch lic. iur. Silvio Siegrist, Bahnhofstrasse 88, 5001 Aarau 

 

 
   

Gesuchsgegner   A._____, geboren am tt.mm.jjjj, von Kolumbien  

z. Zt. im Bezirksgefängnis, 5000 Aarau 

amtlich vertreten durch lic. iur. Fritz Tanner, Rechtsanwalt, 

Gschneitackerweg 1, 5727 Oberkulm 

 

 
   

Gegenstand  Ausschaffungshaft gestützt auf Art. 76 AIG / Haftüberprüfung 

 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Der Einzelrichter entnimmt den Akten: 

 

A. 

Der Gesuchsgegner reiste am 24. September 2002 in die Schweiz ein und 

heiratete am 8. November 2002 die Schweizer Staatsangehörige B._____ 

(Akten des Amts für Migration und Integration [MI-act.] 2, 4). Im Rahmen 

des Familiennachzugs erhielt der Gesuchsgegner am 20. November 2002 

eine Aufenthaltsbewilligung (MI-act. 2 ff., 10). 

 

Am tt.mm.jjjj kam die gemeinsame Tochter zur Welt (MI-act. 96). 

 

Das Bezirksamt Aarau verurteilte den Gesuchsgegner mit Strafbefehl vom 

19. Mai 2008 wegen mehrfacher Drohung gegenüber seiner Ehefrau zu 

einer bedingten Geldstrafe von 45 Tagessätzen zu je Fr. 30.00 (MI-

act. 80 ff.).  

 

Am 16. April 2010 wurde die Ehe geschieden (MI-act. 109). 

 

Der Gesuchsgegner wurde in den Jahren 2008 bis 2012 mehrmals wegen 

Bagatelldelikten verurteilt (MI-act. 97, 101, 110, 142). 

 

Am 31. Oktober 2013 lief die Aufenthaltsbewilligung des Gesuchsgegners 

ab (MI-act. 202). 

 

Das Bezirksgericht Aarau verurteilte den Gesuchsgegner mit Urteil vom 

26. März 2014 wegen Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz zu 

einer bedingten zweijährigen Freiheitsstrafe (MI-act. 184 ff.). 

 

Ein Schreiben des Amts für Migration und Integration Kanton Aargau 

(MIKA) vom 17. Oktober 2014 zur Gewährung des rechtlichen Gehörs 

betreffend die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung und Weg-

weisung konnte dem Gesuchsgegner nicht zugestellt werden (MI-

act. 202 ff.).  

 

Am 22. Oktober 2014 teilte C._____, der damalige Vertreter des 

Gesuchsgegners, dem MIKA mit, der Gesuchsgegner habe die Schweiz 

verlassen (MI-act. 209 f.). 

 

Der Gesuchsgegner meldete sich am 11. Januar 2022 am Schalter des 

MIKA, um seine Aufenthaltsbewilligung zu verlängern (MI-act. 236). Am 

13. Januar 2022 anlässlich der Befragung zur Gewährung des rechtlichen 

Gehörs betreffend das Erlöschen seiner Aufenthaltsbewilligung, gab der 

Gesuchsgegner an, er habe nichts vom Ablaufen seines Ausweises 

gewusst, er sei immer in der Schweiz gewesen. Lediglich für einen Monat 

sei er nach Kolumbien zurückgekehrt, wo er noch Geschwister und eine 

 - 3 - 

 

 

Tochter habe. Später gab er an, niemanden in der Heimat zu kennen (MI-

act. 244 ff.). 

 

Mit Verfügung vom 23. März 2023 hielt das MIKA das Erlöschen der 

Aufenthaltsbewilligung fest, wies den Gesuchsgegner aus der Schweiz weg 

und ordnete an, der Gesuchsgegner habe die Schweiz und den Schengen-

Raum 90 Tage nach Eintritt der Rechtskraft zu verlassen (MI-act. 304 ff.). 

 

Am 30. März 2023 stellte der Gesuchsgegner ein Asylgesuch. Das 

Staatsekretariat für Migration (SEM) schrieb das Asylgesuch am 13. Juni 

2023 wegen Verletzung der Mitwirkungspflichten formlos ab (MI-

act. 475 ff.).  

 

Nachdem die Verfügung vom 23. März 2023 am 28. April 2023 in Rechts-

kraft erwachsen war, setzte das MIKA dem Gesuchsgegner mit Schreiben 

vom 12. Mai 2023 eine Ausreisefrist bis zum 15. August 2023 an (MI-

act. 319 f.). 

 

Am 25. Mai 2023 ersuchte der damalige Vertreter des Gesuchsgegners 

"vorsorglich" um Verlängerung, eventualiter um Neuerteilung der Aufent-

haltsbewilligung sowie um Gewährung des prozeduralen Aufenthalts für 

den Gesuchsgegner (MI-act. 324 ff.). Ab dem 29. Mai 2023 galt der 

Gesuchsgegner als unbekannten Aufenthalts (MI-act. 467).  

 

Mit Verfügung vom 4. August 2023 trat das MIKA auf das Gesuch vom 

25. Mai 2023 nicht ein (MI-act. 339 ff.). Die dagegen erhobene Einsprache 

wies der Rechtsdienst des MIKA am 18. Dezember 2023 ab, soweit er 

darauf eintrat (MI-act. 397 ff.). Mit Urteil WBE.2024.27 vom 30. September 

2024 wies auch das Verwaltungsgericht die Beschwerde ab (MI-

act. 489 ff.). Das Urteil erwuchs am 12. November 2024 in Rechtskraft (MI-

act. 509), woraufhin das MIKA dem Gesuchsgegner am 3. Dezember 2024 

eine neue Ausreisefrist bis zum 4. März 2025 ansetzte (MI-act. 511). 

 

Am 25. März 2025 sprach der Gesuchsgegner beim MIKA vor und gab an, 

er habe eine Herzkrankheit und Probleme in seiner Heimat. Das MIKA 

räumte ihm daraufhin bis zum 28. März 2025 Zeit ein, um ein Asylgesuch 

zu stellen (MI-act. 524). Der Gesuchsgegner stellte am 2. April 2025 im 

Bundesasylzentrum (BAZ) Q._____ ein Asylgesuch, weigert sich jedoch 

aus gesundheitlichen Gründen, dort zu übernachten (MI-act. 532 ff.).  

 

Das SEM meldete am 17. April 2025 auf Nachfrage des MIKA, es sei kein 

Asylverfahren erfasst worden, da der Gesuchsgegner beim Transfer ins 

R._____ verschwunden sei (MI-act. 534). 

 

Der Gesuchsgegner blieb am 5. Mai 2025 einer Vorladung des MIKA 

unentschuldigt fern (MI-act. 536 ff.).  

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Am 27. Juni 2025 sprach der Gesuchsgegner beim MIKA vor und erklärte, 

er habe gesundheitliche Probleme und werde sich nach einer Unter-

suchung beim BAZ melden (MI-act. 546). 

 

Das MIKA meldete den Gesuchsgegner am 5. September 2025 für einen 

Flug am 13. Oktober 2025 nach Kolumbien an (MI-act. 558 ff.). 

 

Am 22. September 2025 erteilte das MIKA der Kantonspolizei Aargau den 

Auftrag zur Festnahme des Gesuchsgegners (MI-act. 572). Nachdem der 

Gesuchsgegner spätestens ab dem 6. Oktober 2025 als unbekannten 

Aufenthalts galt, wurde der Flug gleichentags annulliert (MI-act. 575).  

 

Der Gesuchsgegner wurde am 6. Januar 2026 angehalten und gleichen-

tags zum Vollzug einer Ersatzfreiheitsstrafe für nicht bezahlte Bussen in 

den Strafvollzug versetzt (MI-act. 582 ff.). Nach seiner Entlassung am 

8. Januar 2026, 13.45 Uhr, wurde der Gesuchsgegner dem MIKA zugeführt 

(MI-act. 589 ff.).  

 

B. 

Im Rahmen der Befragung durch das MIKA wurde dem Gesuchsgegner am 

8. Januar 2026 das rechtliche Gehör betreffend die Anordnung einer 

Ausschaffungshaft gewährt (MI-act. 597 ff.). Gleichentags wurde die Haft-

erstehungsfähigkeit des Gesuchsgegners geprüft und bejaht (MI-

act. 611 ff.). Im Anschluss an die Befragung wurde dem Gesuchsgegner 

die Anordnung der Ausschaffungshaft wie folgt eröffnet (act. 1): 

 

1. 
Es wird eine Ausschaffungshaft angeordnet. 
 
2. 
Die Haft begann am 8. Januar 2026, 13.45 Uhr. Sie wird in Anwendung 
von Art. 76 AIG für drei Monate bis zum 7. April 2026, 12.00 Uhr, ange-
ordnet. 
 
3. 
Die Haft wird im Zentrum für ausländerrechtliche Administrativhaft Zürich 
(ZAA) oder im Gefängnis Bässlergut vollzogen. Soweit für die Befragung 
oder die Durchführung einer Haftverhandlung zwingend, erfolgt die In-
haftierung für die notwendige Dauer im Bezirksgefängnis Aarau.  

 

C. 

Anlässlich der heutigen Verhandlung vor dem Einzelrichter des Verwal-

tungsgerichts wurden der Gesuchsteller und der Gesuchsgegner befragt. 

 

D. 

Der Gesuchsteller beantragte die Bestätigung der Haftanordnung (Proto-

koll S. 6 f., act. 51 f.). 

 

 - 5 - 

 

 

Der Gesuchsgegner liess folgende Anträge stellen (Protokoll S. 7, act. 52): 

 

1. 
Das Gesuch um Bestätigung der Haft sei abzuweisen. 
 
2. 
Der Gesuchsgegner sei aus der Haft zu entlassen. 
 
3. 
Der Gesuchsgegner sei zu verpflichten, sich regelmässig beim MIKA zu 
melden. 
 
4. 
Der amtliche Vertreter sei aus der Staatskasse zu entschädigen. 
 
5. 
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. 

 

 
   

Der Einzelrichter zieht in Erwägung: 

 

I.   

1. 

Das angerufene Gericht überprüft die Rechtmässigkeit und Angemessen-

heit einer durch das MIKA angeordneten Ausschaffungshaft aufgrund einer 

mündlichen Verhandlung spätestens nach 96 Stunden (Art. 80 Abs. 2 des 

Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer und über die 

Integration vom 16. Dezember 2005 [Ausländer- und Integrationsgesetz, 

AIG; SR 142.20], § 6 des Einführungsgesetzes zum Ausländerrecht vom 

25. November 2008 [EGAR; SAR 122.600]). Die Haftüberprüfungsfrist 

beginnt mit der ausländerrechtlich motivierten Anhaltung der betroffenen 

Person zu laufen (vgl. BGE 127 II 174, Erw. 2. b/aa). 

 

2. 

Im vorliegenden Fall wurde der Gesuchsgegner am 8. Januar 2026, 

13.45 Uhr, aus dem Strafvollzug entlassen und dem MIKA zugeführt. Die 

mündliche Verhandlung begann am 9. Januar 2026, 11.00 Uhr; das Urteil 

wurde um 12.30 Uhr eröffnet. Die richterliche Haftüberprüfung erfolgte 

somit innerhalb der Frist von 96 Stunden. 

 

II.  

1. 

Wurde ein erstinstanzlicher Weg- oder Ausweisungsentscheid eröffnet 

oder wurde die betroffene Person mit einer erstinstanzlichen Landesver-

weisung belegt, kann die zuständige kantonale Behörde die betroffene 

Person zur Sicherstellung des Vollzugs in Haft nehmen (Art. 76 AIG). 

 

Zuständige kantonale Behörde im Sinne von Art. 76 Abs. 1 AIG ist bei 

migrationsamtlichen Wegweisungen gemäss § 13 Abs. 1 EGAR und bei 

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Landesverweisungen gemäss § 89 der Verordnung über den Vollzug von 

Strafen und Massnahmen vom 23. September 2020 (Strafvollzugsver-

ordnung, SMV; SAR 253.112) das MIKA. Im vorliegenden Fall wurde die 

Haftanordnung durch das MIKA und damit durch die zuständige Behörde 

erlassen (act. 1 ff.). 

 

2. 

2.1. 

Das MIKA begründet seine Haftanordnung damit, dass es den Gesuchs-

gegner aus der Schweiz ausschaffen und mit der Haft den Vollzug sicher-

stellen wolle. Der Haftzweck ist damit erstellt. 

 

2.2. 

Der Haftrichter hat sich im Rahmen der Prüfung, ob die Ausschaffungshaft 

rechtmässig ist, Gewissheit darüber zu verschaffen, ob ein erstinstanzlicher 

Weg- oder Ausweisungsentscheid eröffnet oder eine erstinstanzliche 

Landesverweisung ausgesprochen wurde (Art. 76 Abs. 1 AIG).  

 

Mit Verfügung vom 23. März 2023 wies das MIKA den Gesuchsgegner aus 

der Schweiz weg und ordnete an, der Gesuchsgegner habe die Schweiz 

und den Schengen-Raum 90 Tage nach Eintritt der Rechtskraft zu 

verlassen (MI-act. 304 ff.). Nachdem das MIKA auf dessen Gesuch um 

Verlängerung bzw. Neuerteilung der Aufenthaltsbewilligung nicht eintrat 

und weder der Rechtsdienst des MIKA die dagegen erhobene Einsprache 

(MI-act. 397 ff.) noch das Verwaltungsgericht die dagegen geführte Be-

schwerde guthiessen (MI-act. 489 ff.) und der Gesuchsgegner anlässlich 

der heutigen Verhandlung angab, die Schweiz seither nicht verlassen zu 

haben (Protokoll S. 4 f., act. 49 f.), liegt mittlerweile sogar ein rechts-

kräftiger Wegweisungsentscheid vor. Entgegen den Ausführungen des 

amtlichen Vertreters haben diese Verfahren nicht dazu geführt, dass der 

Wegweisungsentscheid konsumiert wurde (act. 58). 

 

2.3. 

Gemäss Art. 80 Abs. 6 lit. a AIG ist die Haft zu beenden, wenn sich erweist, 

dass der Vollzug der Wegweisung aus rechtlichen oder tatsächlichen 

Gründen undurchführbar ist. 

 

Der amtliche Vertreter bringt vor, es sei nicht erwiesen, ob der Gesuchs-

gegner für eine längere Flugreise flugfähig sei (act. 59). Die Flugfähigkeit 

des Gesuchsgegner wurde jedoch am 8. September 2025 geprüft und 

bejaht (MI-act. 560 f.). Anzeichen, dass sich daran in der Zwischenzeit 

etwas geändert hat, liegen nicht vor und werden auch nicht geltend 

gemacht. Zudem wird das MIKA abklären, ob der Gesuchsgegner 

medizinisch begleitet ausgeschafft werden kann (Protokoll S. 8, act. 53). 

 

 - 7 - 

 

 

Weitere Anzeichen, die an der Ausschaffungsmöglichkeit in rechtlicher 

oder tatsächlicher Hinsicht Zweifel aufkommen lassen würden, sind keine 

ersichtlich.  

 

3. 

3.1. 

Das MIKA stützt seine Haftanordnung auf Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 AIG, 

wonach ein Haftgrund dann vorliegt, wenn konkrete Anzeichen befürchten 

lassen, dass sich die betroffene Person der Ausschaffung entziehen will, 

insbesondere, weil sie der Mitwirkungspflicht nach Art. 90 AIG und Art. 8 

Abs. 1 lit. a oder Art. 47 Abs. 1 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 

(AsylG, SR 142.31) nicht nachkommt. Ob im Sinne dieser Gesetzesbe-

stimmung konkrete Anzeichen befürchten lassen, dass sich eine Person 

der Ausschaffung entziehen will, ist aufgrund des ganzen bisherigen 

Verhaltens, insbesondere auch gegenüber den Behörden, sowie ihrer 

eigenen Aussagen zu beurteilen. Auch wenn einzelne Fakten für sich eine 

Ausschaffungshaft nicht rechtfertigen, kann dies aufgrund der Gesamtheit 

der Vorkommnisse der Fall sein. Erforderlich sind gewichtige Anhalts-

punkte dafür, dass die betroffene Person sich der Ausschaffung entziehen 

und untertauchen will. Die blosse Vermutung, dass sie sich der Weg-

weisung entziehen könnte, genügt nicht; deren Vollzug muss erheblich 

gefährdet erscheinen (vgl. BGE 129 I 139, Erw. 4.2.1).  

 

Von einer Untertauchensgefahr und damit von einem Haftgrund ist zudem 

auch dann auszugehen, wenn das bisherige Verhalten der betroffenen 

Person darauf schliessen lässt, dass sie sich behördlichen Anordnungen 

widersetzt (Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 4 AIG).  

 

Eine klare Trennung der beiden genannten Haftgründe ist in der Praxis 

kaum möglich. Vielmehr ist Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 4 AIG wohl als 

Präzisierung von Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 AIG zu verstehen, womit die 

beiden Bestimmungen als einheitlicher Haftgrund zu betrachten sind (vgl. 

ANDREAS ZÜND, in: Spescha/Bolzli/de Weck/Hruschka/Priuli/Zünd [Hrsg.], 

Kommentar Migrationsrecht, 6. Aufl. 2026, N. 7 zu Art. 76 AIG; JANINE 

SERT, in: Caroni/Thurnherr [Hrsg.], Stämpflis Handkommentar zum 

Ausländer- und Integrationsgesetz [AIG], 2. Aufl. 2024, N. 17 zu Art. 76). 

 

Der Gesuchsgegner wurde am 23. März 2023 vom MIKA aus der Schweiz 

weggewiesen und hätte die Schweiz und den Schengen-Raum 90 Tage 

nach Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheids verlassen müssen (MI-

act. 304 ff.). Dies hat er nicht getan. Stattdessen galt der Gesuchsgegner 

mehrmals als unbekannten Aufenthalts (MI-act. 467, 575). Überdies er-

schien der Gesuchsgegner unentschuldigt zu einem Termin des MIKA nicht 

(MI-act. 536 ff.). Er hielt sich demnach bereits in Vergangenheit den Be-

hörden nicht zur Verfügung. 

 

 - 8 - 

 

 

Im Rahmen der Befragung zur Gewährung des rechtlichen Gehörs am 

8. Januar 2026 gab der Gesuchsgegner aktenwidrig zu Protokoll, er sei nie 

unbekannten Aufenthalts gewesen und sei Vorladungen immer gefolgt. 

Überdies gab er an, er sei bereit einen Flug nach Kolumbien anzutreten, 

wenn es keine andere Möglichkeit gebe, dies sei kein Problem (MI-

act. 598 f.). Anlässlich der heutigen Verhandlung gab der Gesuchsgegner 

unter anderem aktenwidrig zu Protokoll, er sei auch vor dem 11. Januar 

2022 immer wieder beim Migrationsamt erschienen und habe eine 

Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung beantragt und nach der Aus-

weisung gefragt (Protokoll S. 3, act. 48). Zudem machte der Gesuchs-

gegner während der gerichtlichen Befragung widersprüchliche Angaben. 

Zum einen gab er an, die Ausreisepflicht habe man ihm erst nach Bekannt-

werden seiner Herzprobleme erläutert, sonst hätte er die Schweiz ver-

lassen (Protokoll S. 3, act. 48). Andererseits machte er geltend, die vielen 

Dokumente, welche er in Bezug auf seien Ausreise erhalten habe, hätten 

in ihm eine solche Angst ausgelöst, dass er nach Deutschland ausreisen 

wollte, jedoch am Zoll zurückgeschickt worden sei (Protokoll S. 4, act. 49).  

 

In jeden Fall hat der Gesuchsgegner die Schweiz trotz Wissens um seine 

Ausreisepflicht nicht ordnungsgemäss nach Kolumbien verlassen. 

 

Der Gesuchsgegner gab anlässlich der heutigen Verhandlung zwar erneut 

an, er werde freiwillig ausreisen. Da er zugleich aber geltend macht, ihm 

drohe in Kolumbien Gefahr (Protokoll S. 4 f., act. 49 f.), erscheint diese 

Aussage als blosse Schutzbehauptung, um die drohende und nun ange-

ordnete Ausschaffungshaft abzuwenden. Aufgrund seines gesamten bis-

herigen Verhaltes ist nicht davon auszugehen, dass der Gesuchsgegner 

nach einer Entlassung aus der Ausschaffungshaft die Schweiz selbständig 

in Richtung Kolumbien verlassen würde. Damit ist der Haftgrund von Art. 76 

Abs. 1 lit. b Ziff. 3 und 4 AIG erfüllt. 

 

3.2. 

Ein weiterer Haftgrund besteht gemäss Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 1 i. V. m. 

Art. 75 Abs. 1 lit. f AIG zudem, wenn sich ein Betroffener rechtswidrig in der 

Schweiz aufhält, ein Asylgesuch einreicht und damit offensichtlich be-

zweckt, den drohenden Vollzug seiner Weg- oder Ausweisung zu ver-

meiden. Ein solcher Zweck ist zu vermuten, wenn eine frühere Einreichung 

des Asylgesuchs möglich und zumutbar war und wenn das Gesuch unter 

anderem in einem engen zeitlichen Zusammenhang mit einer Weg-

weisungsverfügung eingereicht wurde. 

 

Der Gesuchsgegner verfügt über keinen Aufenthaltstitel mehr und hätte die 

Schweiz bis am 15. August 2023 verlassen müssen (MI-act. 319 f.). Dies 

hat er nicht getan. Somit hält er sich seit diesem Zeitpunkt rechtswidrig in 

der Schweiz auf. Der Gesuchsgegner hat sein Asylgesuch am 30. März 

2023 infolge der Wegweisungsverfügung des MIKA vom 23. März 2023 

 - 9 - 

 

 

gestellt (MI-act. 304 ff., 472 ff.). Die Einreichung des Asylgesuchs steht 

damit in einem auffälligen zeitlichen und sachlichen Konnex zur ent-

sprechenden Wegweisungsverfügung. Nachdem das SEM dieses Verfah-

ren aufgrund Verletzung der Mitwirkungspflichten formlos abschrieb (MI-

act. 476 ff.), stellte der Gesuchsgegner am 2. April 2025 erneut ein Asyl-

gesuch, welches jedoch nicht erfasst wurde, da der Gesuchsgegner beim 

Transfer ins R._____ verschwand (MI-act. 532 ff.). Der Gesuchsgegner hat 

seine Asylanträge somit auch nicht ernsthaft verfolgt. Anlässlich der 

heutigen Verhandlung gab der Gesuchsgegner als Rechtfertigung zu 

Protokoll, es werde in den Asylzentren viel geraucht, viel getrunken und es 

sei laut. Er könne sich aus gesundheitlichen Gründen nicht dort aufhalten 

(Protokoll S. 4, act. 49). Da sich der Gesuchsgegner gemäss eigenen 

Angaben bereits seit 2013 ohne Aufenthaltsbewilligung in der Schweiz 

aufhält, ist nicht nachvollziehbar, weshalb er erst nach Erlass einer Weg-

weisungsverfügung ein Asylgesuch eingereicht hat.  

 

Somit muss davon ausgegangen werden, dass der Gesuchsgegner die 

Asylgesuche nur deshalb einreichte, um den drohenden Vollzug der 

Wegweisung zu vermeiden. Demnach ist auch der Haftgrund von Art. 76 

Abs. 1 lit. b Ziff. 1 i. V. m. Art. 75 Abs. 1 lit. f AIG gegeben. 

 

4. 

Der amtliche Vertreter brachte in Bezug auf die Haftbedingungen vor, der 

Gesuchsgegner vertrage Rauch und Lärm nicht (act. 60). Wie der Vertreter 

des Gesuchstellers ausführte, gibt es im ZAA auch Nichtraucherzellen 

(Protokoll S. 8, act. 53). Bezüglich der Haftbedingungen liegen damit keine 

Beanstandungen vor, die geeignet wären, die Haft als unverhältnismässig 

zu bezeichnen.  

 

5. 

Es liegen auch keine Anzeichen dafür vor, dass das MIKA dem 

Beschleunigungsgebot (Art. 76 Abs. 4 AIG) nicht ausreichend Beachtung 

geschenkt hätte. 

 

6. 

Das MIKA ordnete die Ausschaffungshaft für drei Monate an. Nachdem der 

Vollzug der Rückführung massgeblich vom Verhalten des Gesuchsgegners 

abhängig ist und es diesbezüglich zu Verzögerungen kommen kann, ist die 

beantragte Haftdauer nicht zu beanstanden. Im Übrigen ist festzuhalten, 

dass das MIKA bisher stets bemüht war, Ausschaffungen so rasch wie 

möglich zu vollziehen. Sollte das MIKA entgegen seiner bisherigen 

Gewohnheit das Beschleunigungsgebot verletzen, besteht die Möglichkeit, 

ein Haftentlassungsgesuch zu stellen.  

 

 - 10 - 

 

 

7. 

Abschliessend stellt sich die Frage, ob die Haftanordnung deshalb nicht zu 

bestätigen sei, weil sie im konkreten Fall gegen das Prinzip der Verhältnis-

mässigkeit verstossen würde.  

 

Dass die Ausschaffungshaft geeignet ist, sicherzustellen, dass der Ge-

suchsgegner für einen Ausschaffungsflug zur Verfügung steht, ist notorisch 

und erfordert keine weiteren Erläuterungen. 

 

Eine mildere Massnahme zur Sicherstellung des Vollzugs der Wegweisung 

ist nicht ersichtlich. Insbesondere kann aufgrund der festgestellten Unter-

tauchensgefahr der Vollzug der Ausschaffung nicht mittels einer Melde-

pflicht beim MIKA sichergestellt werden. Bezüglich der familiären Ver-

hältnisse ergeben sich keine Anhaltspunkte, welche gegen eine Haft-

anordnung sprechen würden. Der Gesuchsgegner macht auch nicht 

geltend, er sei nicht hafterstehungsfähig, zumal seine Hafterstehungs-

fähigkeit am 8. Januar 2026 ärztlich festgestellt wurde (MI-act. 611 f.). Den 

gesundheitlichen und altersbedingten Problemen des Gesuchsgegners 

kann im Rahmen des Haftvollzugs weiterhin Rechnung getragen werden. 

Andere relevante private Interessen, welche im Rahmen der Verhältnis-

mässigkeitsprüfung zu berücksichtigen wären, sind nicht ersichtlich und 

werden auch nicht geltend gemacht. Insgesamt sind somit im Moment 

keine Gründe ersichtlich, welche die Haft als unverhältnismässig er-

scheinen lassen. 

 

III. 

1. 

Gemäss § 28 Abs. 1 EGAR ist das Verfahren betreffend Haftüberprüfung 

unentgeltlich. Demgemäss werden keine Kosten erhoben. 

 

2. 

Dem Gesuchsgegner ist gemäss § 27 Abs. 2 EGAR zwingend ein amtlicher 

Rechtsvertreter zu bestellen, da der Gesuchsteller eine Haft für eine Dauer 

von mehr als 30 Tagen anordnete. Der Vertreter des Gesuchsgegners wird 

aufgefordert, nach Haftentlassung des Gesuchsgegners seine Kostennote 

einzureichen. 

 

IV. 

1. 

Der Gesuchsgegner wird darauf hingewiesen, dass ein Haftentlas-

sungsgesuch frühestens einen Monat nach Haftüberprüfung gestellt wer-

den kann (Art. 80 Abs. 5 AIG) und beim MIKA einzureichen ist (§ 15 Abs. 1 

EGAR). 

 

 - 11 - 

 

 

2. 

Soll die Haft gegebenenfalls verlängert werden, ist nicht zwingend eine 

Verhandlung mit Parteibefragung durchzuführen (Aargauische Gerichts- 

und Verwaltungsentscheide [AGVE] 2009, S. 359 ff., Erw. I/4.3 ff.). Im 

Rahmen der Befragung zwecks Gewährung des rechtlichen Gehörs hat 

das MIKA dem Gesuchsgegner daher die Frage zu unterbreiten, ob er die 

Durchführung einer mündlichen Verhandlung wünscht und ob er in diesem 

Fall eine Präsenzverhandlung verlangt oder mit einer Verhandlung via 

Videotelefonie einverstanden ist (Urteil des Bundesgerichts 2C_846/2021 

vom 19. November 2021). Die Anordnung einer allfälligen Haftverläng-

erung ist dem Verwaltungsgericht spätestens acht Arbeitstage vor Ablauf 

der bewilligten Haft einzureichen. 

 

3. 

Der vorliegende Entscheid wurde den Parteien zusammen mit einer kurzen 

Begründung anlässlich der heutigen Verhandlung mündlich eröffnet. Das 

Dispositiv wurde den Parteien ausgehändigt.  

 

 
   

Der Einzelrichter erkennt: 

 

1. 

Die am 8. Januar 2026 angeordnete Ausschaffungshaft wird bis zum 

7. April 2026, 12.00 Uhr, bestätigt. 

 

2. 

Die Haft ist im Zentrum für ausländerrechtliche Administrativhaft Zürich 

oder im Gefängnis Bässlergut Basel zu vollziehen. Für die Dauer der Be-

fragung oder die Durchführung einer Haftverhandlung kann die Inhaftie-

rung, soweit zwingend notwendig, im Bezirksgefängnis Aarau erfolgen. 

 

3. 

Der Gesuchsgegner ist spätestens am 10. Januar 2026 ins Zentrum für 

ausländerrechtliche Administrativhaft Zürich oder in eine andere Haft-

anstalt, welche den Anforderungen an eine Haftanstalt für Ausschaffungs-

haft entspricht, zu überführen. Erfolgt keine Überführung, ist der Gesuchs-

gegner aus der Haft zu entlassen. 

 

4. 

Es werden keine Kosten auferlegt. 

 

5. 

Als amtlicher Rechtsvertreter wird lic. iur. Fritz Tanner, Rechtsanwalt, 

Oberkulm, bestätigt. Der Rechtsvertreter wird aufgefordert, nach Haftent-

lassung des Gesuchsgegners seine detaillierte Kostennote einzureichen. 

 

 - 12 - 

 

 

 
   

Zustellung an: 

den Gesuchsgegner (Vertreter, im Doppel) 

das MIKA (mit Rückschein) 

das Staatssekretariat für Migration, 3003 Bern 

 

 
   

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Dieser Entscheid kann wegen Verletzung von Bundesrecht, Völkerrecht, 

kantonalen verfassungsmässigen Rechten sowie interkantonalem Recht 

innert 30 Tagen seit der Zustellung mit Beschwerde in öffentlich-

rechtlichen Angelegenheiten beim Schweizerischen Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14, angefochten werden. Die unterzeichnete Beschwerde 

muss das Begehren, wie der Entscheid zu ändern sei, sowie in gedrängter 

Form die Begründung, inwiefern der angefochtene Akt Recht verletzt, mit 

Angabe der Beweismittel enthalten. Der angefochtene Entscheid und als 

Beweismittel angerufene Urkunden sind beizulegen (Art. 82 ff. des 

Bundesgesetzes über das Bundesgericht vom 17. Juni 2005 [Bundes-

gerichtsgesetz; BGG; SR 173.110]). 

 

 
   

Aarau, 9. Januar 2026 

 

Verwaltungsgericht des Kantons Aargau 

2. Kammer 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin i.V.: 

 

 

 

J. Huber Angliker