# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1cfb02c3-66ec-5c3f-a962-4ada9914bf46
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-07-03
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 5. Kammer 03.07.2018 R 2011 121
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_005_R-2011-121_2018-07-03.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

R 11 121

5. Kammer

Vorsitz Meisser
Richter Audétat, Racioppi, von Salis und Schnyder

Aktuar Simmen

URTEIL

vom 3. Juli 2018

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

A._____ und B._____,
C._____ und D._____,
E._____,
F._____,
G._____,
H._____,
I._____,
K._____,
alle vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Armin Linder,

Beschwerdeführer
gegen

Regierung des Kantons Graubünden,
Beschwerdegegnerin

betreffend Genehmigung Umfahrung Schmitten Süd 
(Landwasserstrasse)

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1. Die H417b Landwasserstrasse ist Bestandteil des schweizerischen Haupt-

strassennetzes. Sie verbindet Tiefencastel und Davos durch das Albula- 

und Landwassertal. In Ausnahmesituationen dient sie als Ausweichroute 

der Prättigauerstrasse. Das auf 1'280 m ü.M. gelegene Dorf Schmitten wird 

von der Landwasserstrasse durchfahren. In den letzten 40 Jahren wurden 

verschiedene Abschnitte der Landwasserstrasse ausgebaut. Als Engpass 

zurückgeblieben ist die Ortsdurchfahrt Schmitten. Der Strassenquerschnitt 

innerorts ist schmal und unübersichtlich. Im gesamten Innerortsbereich 

fehlt ein Trottoir. Das Kreuzen zweier Personenwagen ist auf weiten Teilen 

der Ortsdurchfahrt nicht möglich. In der Vergangenheit wurden verschie-

dene Umfahrungsvarianten geprüft und wieder verworfen.

2. Vom 8. November bis 8. Dezember 2010 lag das 2'270 m lange Strassen-

projekt Plan Nr. 417b.4510 für die Umfahrung Schmitten Süd zusammen 

mit dem Umweltverträglichkeitsbericht (UVB) vom November 2010 öffent-

lich auf. Gleichzeitig und koordiniert erfolgte auch die Auflage des Ro-

dungsgesuchs mit den Angaben über die Ersatzaufforstungen. Das Projekt 

bezweckt die Befreiung der Gemeinde Schmitten vom Durchgangsverkehr 

und die Entlastung von dessen schädlichen Auswirkungen. Es beginnt bei 

der Gemeindegrenze Alvaneu/Schmitten unterhalb des Quartiers Chappali 

und endet rund 280 m nach dem Ostanschluss oberhalb der Schluocht bei 

km 11.75. Die Linienführung wurde so gewählt, dass die Südumfahrung 

nach dem Anschluss Schmitten West entlang der Geländekante hinunter 

in Richtung Annawisa taucht. Anschliessend überquert sie den Schmittner-

bach auf einer ca. 21 m langen Brücke und verläuft unterhalb des Osterhu-

bels parallel zur Terrassenkante auf dem Guot und weiter unterhalb der 

Parfurka und der Allmei und mündet beim Anschluss Schmitten Ost wieder 

in die Landwasserstrasse.

3. Im November 2010 passte die Regierung des Kantons Graubünden den 

kantonalen Richtplan an (neu Südumfahrung Schmitten als Festsetzung) 

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und wies darauf hin, dass die Festlegung als Zwischenergebnis auf dem 

Auflageprojekt von 1982 (Nordumfahrung mit Tunnel östlich des Schmitt-

nerbachs) basiert habe. Grundlage für die Festsetzung sei das aktuelle 

Projekt aus dem Jahr 2010.

4. Gegen das Umfahrungsprojekt erhoben unter anderem am 30. November 

2010 H._____ und L._____, am 1. Dezember 2010 M._____, am 3. De-

zember 2010 F._____ und K._____, am 6. Dezember 2010 I._____, 

G._____, N._____, C._____ und D._____ und A._____ und B._____ sowie 

am 8. Dezember 2010 E._____ als Stockwerkeigentümer der Stockwerkei-

gentümergemeinschaft EVA separate Einsprachen an das Bau-, Verkehrs- 

und Forstdepartement Graubünden (BVFD). Sie beantragten im Wesentli-

chen die Nichtgenehmigung des Auflageprojekts 2010.

5. Am 25., mitgeteilt am 26. Oktober 2011, genehmigte die Regierung das 

aufgrund der Einsprachen und Stellungnahmen abgeänderte Auflagepro-

jekt für die Korrektion der Landwasserstrasse Bauabschnitt Umfahrung 

Schmitten Süd unter Auflagen und der Erteilung spezialrechtlicher Bewilli-

gungen (Abwasserbeseitigung gemäss Art. 7 GSchG; Überdecken von 

Fliessgewässern gemäss Art. 38 Abs. 2 lit. b GSchG; Feststellung des Vor-

liegens der Hecken- und Feldgehölzbeseitigungsbewilligung gemäss Art. 2 

Abs. 4 KWaG). Unter anderem verfügte die Regierung, dass die im UVB 

und im Baugesuch enthaltenen Massnahmen zum Schutz der Umwelt und 

Verminderung der Umweltbelastung vollumfänglich umzusetzen seien. Die 

Umweltbaubegleitung (UBB) habe die getroffenen Massnahmen zu doku-

mentieren und in einem Schlussbericht dem Amt für Natur und Umwelt 

(ANU) zuzustellen. Das Tiefbauamt Graubünden (TBA) habe im Benehmen 

mit dem ANU, der Gemeinde und weiteren kantonalen Stellen den land-

schaftspflegerischen Begleitplan (LBP) zu erarbeiten und umzusetzen. Die 

Massnahmen für den Lärmschutz seien durch die UBB zu überwachen. Auf 

den Einbau eines lärmarmen Asphaltbelags von unter 0 Dezibel werde aus 

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Wirtschaftlichkeitsüberlegungen verzichtet. Allenfalls seien für die Ge-

bäude auf Parzellen 53 und 54 Massnahmen zur Emissionsbegrenzung zu 

treffen. Die Massnahmen für die Luftreinhaltung seien durch die UBB zu 

überwachen. Das TBA sei anzuweisen, die verkehrstechnischen Fragen 

mit der Arbeitsgemeinschaft für Wanderwege (BAW), der Kantonspolizei 

Graubünden (KAPO) und dem Amt für Jagd und Fischerei (AJF) zu lösen. 

Die Einsprachen von M._____, F._____, K._____, G._____, N._____, 

E._____, C._____ und D._____ sowie A._____ und B._____ wurden ab-

gewiesen, soweit darauf eingetreten wurde. Die Einsprachen von L._____ 

und I._____ wurden im Sinne der Erwägungen teilweise gutgeheissen, so-

weit darauf eingetreten wurde, während diejenige von H._____ im Sinne 

der Erwägungen teilweise gutgeheissen wurde. Begründend führte die Re-

gierung im Wesentlichen aus, dass es sich beim Auflageprojekt 2010 um 

jene Variante handle, welche von den drei denkbaren Varianten für eine 

Südumfahrung unter dem Gesichtspunkt von Kosten und Nutzen am bes-

ten abschneide. Die Entlastungswirkung der Südumfahrung sei innerorts 

grösser als bei der Nordumfahrung. Ansonsten müsste der Tunnel der Nor-

dumfahrung mit entsprechenden Kostenfolgen erheblich verlängert wer-

den. In Bezug auf Natur und Landschaft habe jede geprüfte Linienführung 

Vor- und Nachteile in verschiedenen Bereichen. In Berücksichtigung der 

Hauptkriterien Verkehr, Umwelt und Wirtschaftlichkeit schneide das Aufla-

geprojekt 2010 jedoch am besten ab. Eine Interessenabwägung sei zuläs-

sig. Die Regierung messe der Erhöhung der Wohnqualität im geschützten 

Dorfzentrum und der Aufwertung des inneren Ortsbildes ein grösseres Ge-

wicht zu als den negativen Einflüssen des Strassenbauvorhabens.

6. Dagegen erhoben A._____ und B._____, C._____ und D._____, N._____, 

E._____, F._____, L._____, O._____, G._____, H._____, I._____, 

M._____ und K._____ (nachfolgend Beschwerdeführer) am 28. November 

2011 Beschwerde an das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden mit 

folgenden Anträgen:

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"1. Der Entscheid der Regierung des Kantons Graubünden vom 25. Oktober 2011, 
Protokoll Nr. 962, sei aufzuheben, soweit die Einsprachen der Beschwerdefüh-
rer nicht gutgeheissen wurden.

2. Das Projekt H417b, Landwasserstrasse, Umfahrung Schmitten Süd, sei zur 
Überarbeitung an die Vorinstanz zurückzuweisen.

3. Eventuell
▪ sei die geplante Umfahrungsstrasse im Bereich Osterhubel unter Tage zu 

führen;
▪ sei im Bereich Osterhubel für die geplante Umfahrungsstrasse ein Flüster-

belag zu wählen;
▪ seien die Anträge der Beschwerdeführer zur Abänderung des Auflagepro-

jekts gemäss ihren jeweiligen Einspracheanträgen gutzuheissen, soweit 
diese von der Regierung abgewiesen worden sind (vgl. Aufzählung in der 
Begründung Ziff. 5).

4. Soweit die Beschwerdeführer im Einspracheverfahren vorsorglich Ansprüche 
auf angemessene Entschädigung für die im Zusammenhang mit dem Strassen-
projekt Umfahrung Schmitten Süd beanspruchten Rechte und entstehenden 
Wertverluste angemeldet haben, wird an den Anträgen festgehalten.

5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge."

In beweisrechtlicher Hinsicht beantragten die Beschwerdeführer die Durch-

führung eines Augenscheins. Die Beschwerdeführer bemängelten, dass 

der UVB unvollständig sei und verschiedene Unterlagen nicht öffentlich 

aufgelegt worden seien. Zudem sei der Beurteilungsbericht des ANU zu 

spät vorgelegen. Weiter kritisierten die Beschwerdeführer eine ungenü-

gende Begründung des angefochtenen Regierungsentscheids. Überdies 

habe sich die Regierung nicht fundiert mit möglichen Alternativen ausein-

andergesetzt und sei auf den Antrag auf Ausarbeitung eines Strassenpro-

jekts basierend auf der Nordumfahrung zu Unrecht nicht eingetreten. Mit 

der Südumfahrung werde eine intakte Landschaft mit zusammenhängen-

den Landwirtschaftsflächen zerschnitten, das Orts- und Landschaftsbild 

beeinträchtigt sowie die Erlebnis- und Erholungsqualität vermindert. Diese 

schwerwiegenden Auswirkungen könnten mit den vorgesehenen Massnah-

men nicht kompensiert werden. Die Nordumfahrung sei ökologisch verträg-

licher und führe zu einer Befreiung des Dorfes vom Durchgangsverkehr so-

wie zu einer erheblichen Verbesserung der Verkehrssicherheit und Wohn-

qualität der ansässigen Bevölkerung. Weil zur Nordvariante nur Kosten-

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schätzungen vorlägen, könnten die Varianten ökonomisch nicht seriös ver-

glichen werden.

7. Am 3. Januar 2012 verzichtete das ANU unter Verweis auf dessen Beurtei-

lungsbericht vom 28. Juni 2011 auf die Einreichung einer eigenen Stellung-

nahme.

8. Mit Schreiben vom 12. Januar 2012 teilte der Rechtsanwalt der Beschwer-

deführer mit, dass die Beschwerdeführerin O._____ zwischenzeitlich ihr 

betroffenes Grundeigentum verkauft habe, wodurch ihre Legitimation ent-

fallen sei. Er ziehe die Beschwerde, soweit O._____ betreffend, zurück.

9. Die Regierung des Kantons Graubünden (nachfolgend Beschwerdegegne-

rin) beantragte mit Vernehmlassung vom 22. Februar 2012 was folgt:

"1. Die Beschwerde sei vollumfänglich abzuweisen, soweit darauf eingetreten wer-
den kann.

2. Unter Kostenfolge zu Lasten der Beschwerdeführer."

Begründend führte die Beschwerdegegnerin im Wesentlichen aus, dass 

der UVB vom ANU als Bericht im Sinne von Art. 8a UVPV anerkannt wor-

den sei. Er sei vollständig und zusammen mit den weiteren Unterlagen öf-

fentlich zugänglich gemacht worden. Auch der Beurteilungsbericht des 

ANU sei nicht zu spät vorgelegen. Der angefochtene Entscheid sei ausrei-

chend begründet; ein allfälliger Verfahrensmangel wäre ohnehin im Be-

schwerdeverfahren zu heilen. Gegenstand des Projektgenehmigungsver-

fahrens sei nur das Auflageprojekt und die Beschwerdegegnerin dürfe die-

sem die Genehmigung nicht versagen, wenn es rechtmässig sei. Der Vari-

antenvergleich habe auf Planungsstufe zu erfolgen. Die Beschwerdegeg-

nerin als Plangenehmigungsbehörde habe nur abzuklären, ob bei der Pro-

jektierung bzw. der Ausarbeitung des Auflageprojekts alternativen Linien-

führungen die nötige Beachtung geschenkt worden sei. Im angefochtenen 

Beschluss sei dargelegt worden, inwiefern sich die Auflagevariante vergli-

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chen mit der Nordumfahrung, dem Innerortsausbau und den alternativen 

Linienführungen einer Südumfahrung als zweckmässig erweise. Damit sei 

den alternativen Linienführungen die nötige Beachtung geschenkt worden. 

Eine Interessenabwägung durch die Beschwerdegegnerin als Genehmi-

gungsbehörde sei zulässig. Dabei sei der Erhöhung der Wohnqualität im 

geschützten Dorfzentrum und der Aufwertung des inneren Ortsbildes grös-

seres Gewicht beizumessen als den negativen Einflüssen des Strassen-

bauvorhabens.

10. Am 5. April 2012 hielten die Beschwerdeführer (ohne N._____) replicando 

an ihren Anträgen fest und vertieften ihre Argumentation. Dabei führten sie 

noch aus, dass sie erst im Beschwerdeverfahren Kenntnis davon erlangt 

hätten, dass das Auflageprojekt nachträglich 2011 geändert worden sei. Im 

Einspracheverfahren sei ihnen dies nicht angezeigt worden. Sie wüssten 

bis heute nicht, um welche Änderungen es sich handle. Anlässlich der Um-

weltverträglichkeitsprüfung (UVP) hätte die Voruntersuchung aus formellen 

Gründen durchgeführt werden müssen, was zu Unrecht nicht erfolgt sei. Es 

mache keinen Sinn, einen UVB aufzulegen, bevor er vom ANU beurteilt 

worden sei. Art. 20 UVPV verlange zudem, dass der UVB und der Beurtei-

lungsbericht zusammen eingesehen werden könnten. Eine andere kanto-

nale Regelung verstiesse gegen Bundesrecht. Es sei zwar zutreffend, dass 

die Prüfung von Alternativen auf Planungsstufe zu erfolgen habe. Dies sei 

hier aber nicht genügend erfolgt, weder auf Planungs- noch auf Entscheid-

stufe.

11. Am 7. Juni 2012 hielt die Beschwerdegegnerin duplicando an ihren Anträ-

gen fest und führte noch aus, dass aus dem Entscheid hervorgehe, dass 

das Auflageprojekt geändert worden sei. Es stimme somit nicht, dass die 

Beschwerdeführer bis heute keine Kenntnis vom Inhalt der Projektänderun-

gen gehabt hätten. Der UVB stelle gemäss Beurteilung des ANU eine genü-

gende Grundlage zur Beurteilung der Umweltrechtskonformität des Bau-

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vorhabens dar. Bei der Genehmigung von Strassenprojekten, die der UVP 

unterlägen, fänden zeitlich gestaffelt zwei öffentliche Auflagen statt. Dies 

sei hier erfolgt und die gesetzlich vorgesehenen Akten hätten eingesehen 

werden können. Die Bereinigung von Entschädigungsforderungen erfolge 

im separaten Landerwerbsverfahren. Deswegen überweise die Beschwer-

degegnerin Entschädigungsbegehren gemäss ständiger Praxis dem TBA 

zur weiteren Bearbeitung.

12. Am 1. Oktober 2012 fragte das Verwaltungsgericht des Kantons Graubün-

den die Eidgenössische Natur- und Heimatschutzkommission (ENHK) an, 

ob sie im vorliegenden Fall eine fakultative Begutachtung gemäss Art. 8 

NHG vornehmen wolle. Mit Schreiben vom 5. Dezember 2012 antwortete 

die ENHK, dass vorliegend keine obligatorische Begutachtung zu erfolgen 

habe. Aus ihrer Sicht seien im UVB und im Prüfbericht des ANU sowohl die 

Bedeutung der durch das Vorhaben betroffenen Natur- und Kulturland-

schaft als auch die Auswirkungen des Projekts auf diese Qualitäten und 

Werte hinreichend geklärt worden. Die Umfahrungsstrasse führe danach 

zu einer erheblichen Beeinträchtigung der Kulturlandschaft und der Le-

bensräume. Diese Beurteilung sei für die ENHK vollständig und nachvoll-

ziehbar. Auch für die Prüfung einer teilweisen Untertunnelung der Südum-

fahrung wären keine zusätzlichen Grundlagen im Bereich von Natur-, Land-

schafts- und Ortsbildschutz erforderlich. Allerdings lägen für eine Prüfung 

und adäquate Beurteilung einer mit der zur Genehmigung vorgelegten ver-

gleichbaren Variante keine ausreichenden Projektpläne vor. Ob die Prü-

fung und Projektierung neuer Varianten im heutigen Verfahrensstand vor-

genommen werden solle, sei eine verfahrensrechtliche Frage, die zu be-

antworten nicht zu den Aufgaben der ENHK gehöre. Ebenfalls nicht in den 

Aufgabenbereich der ENHK falle die Beurteilung, ob das Projekt in der ge-

samthaften Interessenabwägung gerechtfertigt sei. Vor diesem Hinter-

grund verzichte sie auf die Abgabe eines fakultativen Gutachtens. Falls das 

Gericht zum Schluss komme, dass weitere Projektvarianten näher zu prü-

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fen und zu beurteilen seien, stehe die ENHK für eine vergleichende Begut-

achtung zur Verfügung.

13. Am 17. Dezember 2012 verzichteten die Beschwerdeführer auf eine Stel-

lungnahme zum Schreiben der ENHK vom 5. Dezember 2012.

14. Mit Schreiben vom 19. Dezember 2012 nahm die Beschwerdegegnerin die 

Feststellung der ENHK zur Kenntnis, wonach im UVB und im Prüfbericht 

des ANU die Bedeutung der durch das Vorhaben betroffenen Natur- und 

Kulturlandschaft sowie die Auswirkungen des Projekts auf diese Qualitäten 

und Werke hinreichend geklärt seien. Der Beschwerdegegnerin sei das 

Auflageprojekt 2010 zur Genehmigung unterbreitet worden, nachdem in 

der Planungsphase parallel und zeitlich gestaffelt mehrere Varianten erör-

tert und einander gegenübergestellt worden seien. Gegenstand des vorlie-

genden Verfahrens sei nur das angefochtene Auflageprojekt. Somit sei im 

jetzigen Verfahrensstadium auf die Prüfung und allfällige Begutachtung von 

Projektvarianten zu verzichten.

15. Am 16. Januar 2013 verzichteten die Beschwerdeführer erneut auf die Ein-

reichung einer Stellungnahme.

16. Mit Stellungnahme vom 29. Januar 2013 führte die Beschwerdegegnerin 

im Wesentlichen aus, dass die ENHK den UVB und den Beurteilungsbe-

richt des ANU als vollständig und nachvollziehbar beurteilt und auf die Ab-

gabe eines Gutachtens verzichtet habe, womit die Frage, ob als Beweiser-

gänzung ein fakultatives Gutachten der ENHK mitberücksichtigt werden 

müsse, abschliessend beantwortet sei.

17. Am 30. Januar 2013 verzichtete das ANU auf die Einreichung einer Stel-

lungnahme zum Schreiben der ENHK vom 5. Dezember 2012.

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18. Am 1. Mai 2013 forderte der Instruktionsrichter die Beschwerdegegnerin 

auf, dem Gericht sämtliche vom TBA im Rahmen der Prüfung der drei al-

ternativen Linienführungen für eine Südumfahrung erarbeiteten und ver-

wendeten sachdienlichen Dokumente einzureichen.

19. Mit Schreiben vom 16. Mai 2013 stellte die Beschwerdegegnerin dem Ge-

richt Pläne der Varianten Dezember 2010 und August 2011 sowie der Tun-

nelvariante vom Dezember 2011 zu. Zudem reichte sie eine Vorstudie des 

TBA vom September 2009 und eine Planungsstudie vom November 2009 

ein. Erklärend führte die Beschwerdegegnerin aus, dass das TBA als Fach-

stelle für das Strassenwesen in einem ersten Schritt mögliche Linienführun-

gen für eine Südumfahrung geprüft habe. In dieser Projektierungsphase 

seien auch die Varianten untersucht worden, welche im späteren Einspra-

cheverfahren in Plänen aufgezeichnet worden seien (Varianten Dezember 

2010 und August 2011). Linienführungen, welche aufgrund der Erfahrung 

des TBA mit erheblichen Nachteilen belastet gewesen seien, seien nicht 

mehr weiterverfolgt und auch nicht elektronisch archiviert worden. Auf Ba-

sis des Resultats der Vorstudie sei eine Planungsstudie erarbeitet worden, 

mit welcher die gewählte Linienführung weiter konkretisiert und verifiziert 

worden sei. Nach Durchführung eines Einladungsverfahrens sei der Auf-

trag erteilt worden, aufgrund der Planungsstudie das Auflageprojekt auszu-

arbeiten. Die Beschwerdegegnerin habe im angefochtenen Beschluss aus-

führlich dargelegt, inwiefern sich die Auflagevariante − verglichen mit den 

alternativen Linienführungen einer Südumfahrung − unter Abwägung bau-

technischer, umweltrelevanter sowie wirtschaftlicher Gesichtspunkte als 

zweckmässig erweise.

20. Mit Schreiben vom 1. Juli 2013 bemängelten die Beschwerdeführer, dass 

sie die Beilagen nicht zur Einsicht erhalten hätten. Sie seien in erster Linie 

der Auffassung, dass bei der Gewichtung und Abwägung der massgebli-

chen Interessen eine Nordumfahrung obsiegen müsse. Alle Varianten der 

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Südumfahrung seien der Nordumfahrung unterlegen. Die Interessenabwä-

gung im angefochtenen Entscheid sei auf unvollständigen Entscheidgrund-

lagen erfolgt und rechtswidrig. Es müsse gewährleistet sein, dass Varian-

ten auf vergleichbarer Projektierungsbasis geprüft würden, zumindest 

dann, wenn die als Auflageprojekt favorisierte Variante einen schweren 

Eingriff in intakte Lebens- und Landschaftsräume bedeute. Der angefoch-

tene Entscheid sei aufzuheben und die Sache sei zur ergänzenden Pla-

nung der alternativen Varianten, zur Einholung eines vergleichenden Gut-

achtens der ENHK und zu neuem Entscheid auf genügenden Beurteilungs-

grundlagen an die Vorinstanz zurückzuweisen.

21. Dazu führte die Beschwerdegegnerin am 12. Juli 2013 aus, dass sie in ihrer 

Funktion als Plangenehmigungsbehörde jenes Projekt zu prüfen habe, wel-

ches zuvor das Auflageverfahren durchlaufen habe. Die während der Pla-

nungsphase in Betracht gezogenen Varianten könnten und müssten ihr 

nicht in demselben Detaillierungsgrad vorgelegt werden. Im Plangenehmi-

gungsverfahren sei lediglich abzuklären, ob bei der Projektierung bzw. der 

Ausarbeitung eines Auflageprojektes alternativen Linienführungen die 

nötige Beachtung geschenkt worden sei. Dies sei hier der Fall, habe sie 

doch im angefochtenen Beschluss ausführlich dargelegt, inwiefern sich die 

Auflagevariante verglichen mit den Varianten Nordumfahrung, Innerorts-

ausbau und den alternativen Linienführungen einer Südumfahrung unter 

Abwägung bautechnischer, umweltrelevanter sowie wirtschaftlicher Ge-

sichtspunkte als zweckmässig erweise und weshalb das grosse öffentliche 

Interesse an deren Realisierung stärker zu gewichten sei als die entgegen-

stehenden Interessen. Damit sei erstellt, dass alternativen Linienführungen 

die nötige Beachtung geschenkt worden sei und dass die Beschwerdegeg-

nerin eine umfassende Interessenabwägung vorgenommen habe.

22. Am 16. September 2013 teilte das Gericht den Parteien mit, dass im Rah-

men des Beschwerdeverfahrens ein Augenschein in Schmitten und eine 

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Instruktionsverhandlung in Chur durchgeführt würden. Anlässlich des Au-

genscheins würden die örtlichen Gegebenheiten betreffend das Auflage-

projekt 2010, die Tunnelvariante Nord, die Variante Ortsdurchfahrt mit si-

gnalgesteuerter Lichtsignalanlage und die Varianten der Umfahrung Süd in 

Augenschein genommen. Anlässlich der Instruktionsverhandlung werde 

das TBA dem Gericht und den Beteiligten die Resultate seiner Erarbeitung 

und Prüfung der beiden Südvarianten Dezember 2010 und August 2011 

sowie der Tunnelvariante Süd Dezember 2011 im Vergleich mit dem Auf-

lageprojekt 2010 darstellen.

23. Am 23. Oktober 2013 fand der Augenschein mit sämtlichen Verfahrensbe-

teiligten in Schmitten statt (vgl. dazu das bereinigte Augenscheinprotokoll 

vom 21. November 2013 samt Beilagen).

24. Mit Schreiben vom 15. November 2013 teilte der Rechtsanwalt der Be-

schwerdeführer unter anderem mit, dass der Beschwerdeführer L._____ 

zwischenzeitlich verstorben sei und noch nicht geklärt sei, ob die Erben an 

seine Stelle träten.

25. Mit Schreiben vom 21. November 2013 stellte das Gericht den Verfahrens-

beteiligten die vom TBA im Hinblick auf die Instruktionsverhandlung vom 

29. November 2013 erarbeitete Dokumentation zu.

26. Am 29. November 2013 fand die Instruktionsverhandlung in Chur statt (vgl. 

das bereinigte Protokoll der Instruktionsverhandlung vom 29. Januar 

2014).

27. Im März 2014 wurde im Auftrag des TBA der Zusatzbericht zum UVB 2010 

erstellt. Darin wurden die vier Varianten zum Auflageprojekt beschrieben 

und hinsichtlich der wichtigsten Umweltaspekte (Siedlung, Landschaft, Le-

bensräume, Wald, Lärm, Boden und Bauphase) beurteilt.

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28. Am 6. Mai 2014 nahm das ANU zum Zusatzbericht zum UVB 2010 vom 

März 2014 Stellung und führte aus, dass es die Ausführungen als weitest-

gehend korrekt erachte. Alle vier Varianten wiesen, wie das Auflageprojekt 

2010, gewisse Vor- und Nachteile auf. Aus umweltrechtlicher Sicht könne 

keine Variante eindeutig bevorzugt werden. Sowohl das Auflageprojekt 

2010 als auch die Varianten 1 - 4 seien einer Interessenabwägung durch 

die Beschwerdegegnerin zugänglich.

29. Am 2. Oktober 2014 nahm die Beschwerdegegnerin zu den Unterlagen seit 

der Instruktionsverhandlung und zur Frage, ob sie an ihrem Genehmi-

gungsbeschluss für die Umfahrung Schmitten Süd vom 25., mitgeteilt am 

26. Oktober 2011, festhalte, Stellung und führte dabei im Wesentlichen 

aus, dass die seit der Instruktionsverhandlung zusätzlich vorliegenden Ak-

ten den von der Beschwerdegegnerin gestützt auf die Unterlagen und Vor-

arbeiten des TBA getroffenen Entscheid bestätigten. Das Auflageprojekt 

schneide im Vergleich mit den Varianten für eine Südumfahrung unter Ab-

wägung bautechnischer, wirtschaftlicher und umweltrelevanter Gesichts-

punkte insgesamt deutlich am besten ab und erfülle die Anforderungen an 

eine kantonale Strassenverbindung. Das Projekt sei zweckmässig und ge-

eignet, die damit verfolgten Ziele zu erreichen. Demgegenüber liefe eine 

lichtsignalgesteuerte Ortsdurchfahrt den verfolgten Zielen zuwider, weswe-

gen sie als unzweckmässig abzulehnen sei. Am Genehmigungsbeschluss 

werde festgehalten.

30. Am 14. Oktober 2014 stellte das Gericht den Parteien die Stellungnahme 

der Beschwerdegegnerin vom 2. Oktober 2014 zu und teilte mit, dass sich 

das Gericht in Abweichung zum an der Instruktionsverhandlung vom 

29. September 2013 geschilderten Vorgehen auch aus prozessökonomi-

schen Gründen entschlossen habe, vor Gewährung des rechtlichen 

Gehörs zum Entscheid der Beschwerdegegnerin die ENHK anzufragen, ob 

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sie aufgrund der weiteren Abklärungen und des Entscheids der Beschwer-

degegnerin nun eine Begutachtung gemäss Art. 8 NHG vornehmen wolle. 

Im Anschluss an die Stellungnahme der ENHK zu dieser Anfrage bzw. an 

das Vorliegen des allfälligen Gutachtens werde das Gericht den Parteien 

dazu und zum vorgenannten Entscheid der Beschwerdegegnerin das 

rechtliche Gehör gewähren. Gleichentags fragte das Gericht die ENHK an, 

ob sie aufgrund der bis anhin erfolgten weiteren Abklärungen, der zusätz-

lich erarbeiteten Grundlagen und der Stellungnahme der Beschwerdegeg-

nerin vom 2. Oktober 2014 eine Begutachtung gemäss Art. 8 NHG vorneh-

men wolle.

31. Am 13. November 2014 teilte die ENHK dem Gericht mit, dass sie bereit 

sei, das Vorhaben und die Projektvarianten vertieft zu prüfen und in Berück-

sichtigung der zusätzlichen Unterlagen ein Gutachten nach Art. 8 NHG zur 

umstrittenen Strassenführung abzugeben.

32. Nachdem die ENHK am 10. Juni 2015 unter Mitwirkung des TBA einen Au-

genschein in Schmitten durchgeführt hatte, stellte sie dem Gericht am 

29. Februar 2016 ihr Gutachten zur umstrittenen Umfahrungsstrasse 

Schmitten Süd zu. Darin kam sie zum Schluss, dass das Auflageprojekt 

2010 eine schwere Beeinträchtigung der Lebensräume und der Kulturland-

schaft im Sinne der Schutzziele darstelle. Dies gelte auch für alle Varianten 

einer Südumfahrung. Die festgestellte massive Beeinträchtigung durch die 

ökologische und landschaftliche Zerschneidung der Terrasse südlich von 

Schmitten und ihre Entwertung als Erholungsraum sei angesichts der im 

UVB aufgeführte Verkehrszahlen von durchschnittlich 1‘500 Motorfahrzeu-

gen pro Tag absolut unverhältnismässig. Gestützt darauf beantragte die 

ENHK, auf den Bau einer Umfahrungsstrasse südlich von Schmitten zu ver-

zichten. Die Beschwerden sollten deshalb gutgeheissen und die Genehmi-

gung des Bauvorhabens sowie die Rodungsbewilligung aufgehoben wer-

den. Stattdessen empfahl die ENHK, die Verkehrsprobleme von Schmitten 

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unter Einbezug minimaler baulicher Massnahmen und neuster verkehrs-

technischer Technologien und Möglichkeiten sowie unter Schonung der 

ortsbildrelevanten Bauten mit verkehrslenkenden Massnahmen auf dem 

bestehenden Strassentrassee zu lösen. In zweiter Priorität empfahl die 

ENHK die Weiterführung der Planung einer Tunnelvariante Nord.

33. Mit Schreiben vom 19. April 2016 hielt die Beschwerdegegnerin an ihren 

Anträgen fest und beantragte überdies die Abweisung des Antrags der 

ENHK. Begründend führte sie im Wesentlichen aus, dass ein minimaler In-

nerortsausbau mit Lichtsignalanlage weder für die Schmittner Bevölkerung 

noch für die Verkehrsteilnehmenden befriedigend sei, weshalb diese Vari-

ante abgelehnt werde, selbst wenn sie funktionierte. Mit der Nordumfah-

rung habe sie sich ausführlich auseinandergesetzt. Dabei sei sie zum 

Schluss gelangt, dass diese in absehbarer Zeit nicht finanzierbar und somit 

unverhältnismässig sei. Daran habe sich nichts geändert. Verkehrstech-

nisch und wirtschaftlich nachhaltig sei nur die offene Südumfahrung. Das 

Gutachten der ENHK erachte sie als nicht gänzlich überzeugend. Das 

Mass der Beeinträchtigung der Lebensräume und der Kulturlandschaft 

könne entgegen den Ausführungen der ENHK nicht undifferenziert als 

schwerwiegend beurteilt werden und auch bezüglich des Ortsbildes könne 

nicht von einem schwerwiegenden Eingriff gesprochen werden. In umfas-

sender Abwägung komme die Beschwerdegegnerin erneut zum Schluss, 

dass das nationale, kantonale, regionale und private Eingriffsinteresse 

höher zu gewichten sei als das Interesse an der ungeschmälerten Erhal-

tung der Lebensräume und der Kulturlandschaft südlich von Schmitten.

34. Am 31. Mai 2016 nahmen die Beschwerdeführer zum ENHK-Gutachten 

und zu den Stellungnahmen der Beschwerdegegnerin vom 2. Oktober 

2014 und 19. April 2016 Stellung und hielten an ihren Anträgen fest. Die 

Beschwerdegegnerin habe im Genehmigungsverfahren den Sachverhalt 

unzureichend abgeklärt und das rechtliche Gehör der Beschwerdeführer 

- 16 -

verletzt, indem auf ihre Anträge bezüglich Abklärung, Konkretisierung, ver-

gleichende Evaluierung alternativer Linienführungen und Augenschein 

nicht eingetreten worden sei. Somit hätten für sie gute Gründe bestanden, 

Beschwerde zu erheben, was jedenfalls bei der Kostenregelung zu berück-

sichtigen sei. Das ENHK-Gutachten bestätige die Schwere der Eingriffe 

durch das Auflageprojekt in die Natur, die Landschaft und das Ortsbild. Die 

von der Beschwerdegegnerin verfügten Auflagen und Ersatzmassnahmen 

hätten in der Beurteilung der ENHK keinen entscheidrelevanten Einfluss; 

sie kompensierten das Schädigungspotential des Auflageprojekts nur un-

massgeblich. Die Bedeutung des Vorhabens für den regionalen und natio-

nalen Strassenverkehr und das Interesse an der Verbesserung der Ver-

kehrssicherheit und der Verminderung der Immissionen im Dorf Schmitten 

überwögen diejenigen an der Erhaltung der Landschaft nicht, weil das Ver-

kehrsaufkommen in Schmitten gering sei. Die Beschwerdegegnerin habe 

die Machbarkeit einer Nordumfahrung nie wirklich geprüft. Für die Ge-

samtsicht im Variantenentscheid seien deshalb die Vor- und Nachteile 

auch dieser Nordvariante systematisch aufzuzeigen.

35. Am 22. Juni 2016 hielt die Beschwerdegegnerin an ihren Anträgen und Be-

gründungen fest und bekräftigte nochmals, dass die Innerortsdurchfahrt 

von Schmitten aufgrund der bestehenden Engpässe selbst mit flankieren-

den Massnahmen wie einer Lichtsignalanlage in verkehrstechnischer Hin-

sicht den heutigen Anforderungen nicht genüge. Eine verkehrstechnisch 

und wirtschaftlich nachhaltige Lösung biete nur eine offene Strassen-

führung südlich von Schmitten. Der Bau einer Nordumfahrung sei nicht fi-

nanzierbar und somit unverhältnismässig.

36. Mit Schreiben vom 14. Juli 2016 verzichteten die Beschwerdeführer auf die 

Einreichung einer weiteren Stellungnahme.

- 17 -

37. Am 16. September 2016 kündigte das Gericht an, ein Fachgutachten ein-

zuholen zur Frage, ob eine Lichtsignalanlage als Verkehrssteuerungskon-

zept für die Ortsdurchfahrt Schmitten technisch möglich und geeignet sei. 

Am 15. Februar 2017 erteilte der Instruktionsrichter der Erb + Partner Inge-

nieurbüro AG den Auftrag zur Erstellung eines entsprechenden Fachgut-

achtens.

38. Mit Schreiben vom 9. November 2016 teilte Rechtsanwalt lic. iur. Reto Nigg 

dem Gericht mit, dass er neu die Interessen des Beschwerdeführers 

M._____ vertrete. Die von ihm im verwaltungsgerichtlichen Beschwerde-

verfahren R 11 119 und R 11 120 vertretenen Schutzorganisationen seien 

ausdrücklich damit einverstanden, dass sich M._____ ihnen anschliesse.

39. Am 28. Juni 2017 stellte die Erb + Partner Ingenieurbüro AG dem Gericht 

das Fachgutachten Ortsdurchfahrt Schmitten − Engpasssteuerung vom 

27. Juni 2017 zu. Im entsprechenden Fachgutachten kamen die Gutachter 

im Wesentlichen zum Schluss, dass eine Ortsdurchfahrt mit Engpasssteu-

erung technisch möglich sei. Aufgrund der äusserst beschränkten Platzver-

hältnisse, der vielen Einflüsse und der voraussichtlich sehr beschränkten 

Betriebszeit erachteten die Gutachter eine Lichtsignalanlage mit wechsel-

seitigem Verkehrsregime und LED-Verkehrszeichen, welche die jeweils an-

stehende Lastrichtung für den Schwerverkehr sichtbar machten, Orientie-

rung schüfen und bei geringem Verkehr zusätzlich Warnhinweise absetzen 

könnten, als einfachste und zweckmässigste Lösung.

40. Mit Schreiben vom 21. August 2017 schlossen sich die Beschwerdeführer 

den Ausführungen der Beschwerdeführer im verwaltungsgerichtlichen Be-

schwerdeverfahren R 11 119 und R 11 120 in deren Stellungnahme vom 

4. Juli 2017 an, wonach die Engpasssteuerung optimal auf das Dorf 

Schmitten zugeschnitten sei und das Fachgutachten hinsichtlich der Frage 

zu ergänzen sei, an wie vielen Stunden pro Jahr die maximale Wartezeit 

- 18 -

von 270 Sekunden im ungünstigsten Fall auftrete bzw. an wie vielen Stun-

den pro Jahr mit Wartezeiten von 120 Sekunden oder weniger zu rechnen 

sei.

41. Am 19. September 2017 nahm die Beschwerdegegnerin zum Fachgutach-

ten Ortsdurchfahrt Schmitten − Engpasssteuerung vom 27. Juni 2017 Stel-

lung und bemängelte, dass das Gutachten nichts über die Geeignetheit der 

vorgeschlagenen Engpasssteuerung aussage. Aus verkehrsrechtlicher 

Sicht sowie gemäss den an diese gestellten Anforderungen sei die vorge-

schlagene Engpassteuerung mit zahlreichen, teilweise schwerwiegenden 

Mängeln oder Unzulänglichkeiten behaftet. Nur die wenigsten Anforderun-

gen bzw. Ziele erreichten einen zufriedenstellenden Erfüllungsgrad. Die 

Beschwerdegegnerin sehe sich in ihrer bisherigen Auffassung in Bezug auf 

die signalgesteuerte Ortsdurchfahrt Schmitten gänzlich bestätigt. Eine ver-

kehrstechnisch sinnvolle und wirtschaftlich tragbare Lösung biete nur die 

offene Strassenführung südlich von Schmitten.

42. Am 16. Oktober 2017 stellte die Erb + Partner Ingenieurbüro AG dem Ge-

richt die Ergänzung vom 12. Oktober 2017 des Fachgutachtens vom 

27. Juni 2017 zu. Darin führten die Gutachter unter anderem noch aus, 

dass die Wahrscheinlichkeit des Auftretens der maximalen Wartezeit von 

270 Sekunden während 5 h im Jahr sehr gross sei. Es könne aber nicht 

ausgeschlossen werden, dass es auch darüber hinaus einmal zu einer 

solch langen Wartezeit kommen könne. Unter günstigen Verhältnissen 

seien mittlere Wartezeiten von 120 Sekunden oder weniger möglich. Eine 

zuverlässige Prognose, wie oft solche günstigen Verhältnisse vorkämen, 

sei nicht möglich, da es zu viele Variablen gebe.

43. Am 29. November 2017 nahm die Beschwerdegegnerin zum bereinigten 

Fachgutachten Stellung und bekräftigte abermals ihre Auffassung, wonach 

die Engpasssteuerung erhebliche Schwachstellen aufweise.

- 19 -

44. Mit Schreiben vom 30. November 2017 schlossen sich die Beschwerdefüh-

rer wiederum den Ausführungen der Beschwerdeführer im verwaltungsge-

richtlichen Beschwerdeverfahren R 11 119 und R 11 120 in deren Stellung-

nahme vom 30. November 2017 an, wonach die vorgeschlagene Engpass-

teuerung nicht nur technisch machbar, sondern auch aus volkswirtschaftli-

cher, landschafts-, natur- und ortsbildschützerischer Sicht geeignet und der 

Südumfahrung weit überlegen sei.

45. Am 23. Januar 2018 hielt die Beschwerdegegnerin an ihrer Position fest, 

wonach die mit Schwachstellen behaftete Engpasssteuerung nicht die ge-

eignete Lösung für das Dorf Schmitten sei.

46. Am 24. Januar 2018 schlossen sich die Beschwerdeführer abermals den 

Ausführungen der Beschwerdeführer im verwaltungsgerichtlichen Be-

schwerdeverfahren R 11 119 und R 11 120 in deren Stellungnahme vom 

23. Januar 2018 an. Danach gebe es für die Verkehrsproblematik in 

Schmitten keine Lösung, welche keine Nachteile aufweise. Allerdings 

schneide die Engpasssteuerung bei einer Gegenüberstellung der Vor- und 

Nachteile sehr viel besser ab als die bewilligte Umfahrungsstrasse, welche 

von der ENHK als absolut unverhältnismässig und als schwere Beeinträch-

tigung der Lebensräume und der Kulturlandschaft beurteilt worden sei. Mit-

tels Engpasssteuerung könne mit verhältnismässigen Mitteln eine deutliche 

Verbesserung der Verkehrsproblematik erreicht werden.

47. Am 13. März 2018 teilte Rechtsanwalt lic. iur. Armin Linder dem Gericht 

unter anderem noch mit, dass das Mandatsverhältnis mit dem zwischen-

zeitlich verstorbenen L._____ erloschen sei.

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften und 

im angefochtenen Genehmigungsbeschluss der Beschwerdegegnerin vom 

- 20 -

25., mitgeteilt am 26. Oktober 2011, sowie auf die Erkenntnisse des Au-

genscheins vom 23. Oktober 2013 und die eingereichten Beweismittel wird, 

soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Die Beschwerde vom 28. November 2011 richtet sich gegen den Geneh-

migungsbeschluss vom 25., mitgeteilt am 26. Oktober 2011, betreffend Ge-

nehmigung Umfahrung Schmitten Süd (Protokoll Nr. 962), mit welchem die 

Beschwerdegegnerin das aufgrund der Einsprachen und Stellungnahmen 

abgeänderte Auflageprojekt für die Korrektion der Landwasserstrasse Bau-

abschnitt Umfahrung Schmitten Süd unter Auflagen und der Erteilung spe-

zialrechtlicher Bewilligungen genehmigt und gleichzeitig die Einsprachen 

der heutigen Beschwerdeführer − mit Ausnahme einiger untergeordneter 

Punkte − abgewiesen hat. Gemäss Art. 49 Abs. 1 lit. d des Gesetzes über 

die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100) beurteilt das Verwal-

tungsgericht des Kantons Graubünden Beschwerden gegen Entscheide 

der Regierung über öffentlichrechtliche Streitigkeiten, soweit diese nicht 

nach kantonalem oder eidgenössischem Recht endgültig sind. Der ange-

fochtene Genehmigungsbeschluss ist weder nach kantonalem noch nach 

eidgenössischem Recht endgültig, weshalb er ein taugliches Anfechtungs-

objekt für ein Verfahren vor dem Verwaltungsgericht darstellt. Somit ist das 

angerufene Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden zur Beurteilung 

der vorliegenden Angelegenheit örtlich und sachlich zuständig. Das Ver-

waltungsgericht entscheidet gemäss Art. 43 Abs. 2 lit. a VRG in Fünferbe-

setzung über Beschwerden gegen Entscheide der Regierung, womit das 

vorliegende, in Fünferbesetzung ergangene Urteil auch hinsichtlich der 

funktionellen Zuständigkeit die gesetzlichen Vorgaben erfüllt. Als Eigentü-

mer von Parzellen bzw. Eigentumswohnungen in der Nähe des Auflage-

projekts 2010 sind die Beschwerdeführer vom angefochtenen Genehmi-

- 21 -

gungsbeschluss vom 25., mitgeteilt am 26. Oktober 2011, berührt und wei-

sen ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung auf (vgl. Art. 50 

VRG), weshalb sie zur Beschwerdeerhebung legitimiert sind. Auf die im 

Übrigen frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde vom 28. Novem-

ber 2011 (vgl. Art. 52 Abs. 1 und Art. 38 VRG) ist somit einzutreten.

2.1. In formeller Hinsicht gilt es zunächst auf die von der Beschwerdegegnerin 

gerügte angebliche Verletzung des Gewaltenteilungsprinzips einzugehen. 

Die Beschwerdegegnerin stösst sich daran, dass das streitberufene Ge-

richt im Rahmen des Instruktionsverfahrens sowohl die Beschwerdegegne-

rin als auch das ANU und das TBA je einzeln und direkt zur Einreichung 

einer Vernehmlassung aufgefordert hat. Dies vertrage sich schlecht mit 

dem Grundsatz der Gewaltenteilung gemäss Art. 4 der Verfassung des 

Kantons Graubünden (KV; BR 110.100) im Allgemeinen und auch mit Be-

zug auf die organisatorische Gewaltenteilung im Besonderen. Die Formu-

lierung in der verwaltungsgerichtlichen Aufforderung zur Vernehmlassung 

vom 29. November 2011 ("Beschwerde: Pro Natura und Mitbeteiligte ge-

gen Regierung des Kantons Graubünden, ANU Graubünden und TBA 

Graubünden, betreffend Genehmigung Umfahrung Schmitten Süd [Land-

wasserstrasse]") und insbesondere die Verwendung des Wortes "gegen" 

machten deutlich, dass das Verwaltungsgericht das ANU und das TBA 

nicht als weitere Betroffene im Sinne von Art. 54 Abs. 1 VRG zur Stellung-

nahme eingeladen habe, sondern dass es diese Amtsstellen versehentlich 

als Gegenpartei betrachtet habe. Das ANU und das TBA seien somit nicht 

als Fachbehörde gebeten worden, zu konkreten Fragestellungen Auskunft 

zu geben. Die Beschwerdegegnerin ersuche das Gericht, in Beachtung der 

geltenden Zuständigkeiten künftig auf solche direkten Eingriffe in die Orga-

nisation der Regierung und Verwaltung verzichten zu wollen und sich auf 

die für den angefochtenen Entscheid allein verantwortliche Instanz zu be-

schränken.

- 22 -

2.2. Dem halten die Beschwerdeführer entgegen, dass das Gericht gestützt auf 

Art. 54 Abs. 1 VRG weitere Betroffene zur Vernehmlassung auffordern 

könne. Wer weitere Betroffene seien, könne das Verwaltungsgericht ent-

scheiden. Mit Blick auf den Streitgegenstand und den Umstand, dass das 

ANU als kantonale Umweltschutzfachstelle den UVB beurteilt habe, sei es 

rechtlich ohne Weiteres zulässig und sachlich sogar geboten, dass sich das 

ANU selbständig vernehmen lasse. Gleiches gelte für das TBA als Gesuch-

steller. Der Hinweis der Beschwerdegegnerin auf das Prinzip der Gewal-

tentrennung sei im vorliegenden Zusammenhang sowohl formal als auch 

inhaltlich unbegründet.

2.3. Dazu gilt es festzuhalten, dass mit der Erhebung einer Beschwerde gegen 

einen Regierungsbeschluss die Verfahrensherrschaft von der Regierung 

auf das Verwaltungsgericht übergeht. Für das Verfahren vor Verwaltungs-

gericht gilt gemäss Art. 11 Abs. 1 VRG die Untersuchungsmaxime, d.h. der 

Sachverhalt ist von Amtes wegen zu ermitteln. Das Gericht erhebt die not-

wendigen Beweise, wobei es an Begehren zur Ermittlung des Sachverhalts 

nicht gebunden ist. Als Beweismittel dienen dem Gericht insbesondere 

auch amtliche Akten, Amtsberichte sowie Befragungen und Mitteilungen 

von Auskunftspersonen (Art. 12 Abs. 1 VRG). Behörden sind dabei zur 

Herausgabe von Urkunden und Akten sowie zur Auskunftserteilung ver-

pflichtet (Art. 13 Abs. 1 VRG). Gestützt auf diese Bestimmungen ist es dem 

Verwaltungsgericht unbenommen, direkt und ohne Begrüssung der Be-

schwerdegegnerin von Verwaltungsbehörden amtliche Akten beizuziehen, 

Amtsberichte einzufordern sowie Auskunftspersonen aus der Verwaltung 

zu befragen und von diesen Mitteilungen zu verlangen. Entgegen der be-

schwerdegegnerischen Auffassung handelt es sich hierbei nicht um eine 

Frage der Gewaltenteilung, sondern um die Frage, wem im Verfahren vor 

Verwaltungsgericht die Verfahrensherrschaft zukommt und wie der Sach-

verhalt zu ermitteln ist. Aufgrund des soeben Gesagten ist dies klar das 

Verwaltungsgericht. Eine Verletzung des Grundsatzes der Gewaltenteilung 

- 23 -

liegt folglich nicht vor. Recht zu geben ist der Beschwerdegegnerin inso-

fern, als sie beanstandet, dass das ANU und das TBA in der verwaltungs-

gerichtlichen Aufforderung zur Vernehmlassung vom 29. November 2011 

als Gegenpartei aufgeführt sind. Dies stellt ein Versehen dar, ist im vorlie-

genden verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren doch einzig die 

Beschwerdegegnerin als Gegenpartei der Beschwerdeführer zu betrach-

ten. Das Verwaltungsgericht hat in den weiteren Aufforderungen zur Stel-

lungnahme denn auch davon abgesehen, die beiden Amtsstellen als Ge-

genparteien der Beschwerdeführer aufzuführen. Weil die Beschwerdegeg-

nerin diesbezüglich für die vorliegenden Verfahren keinen Antrag gestellt 

hat und weil das ANU gegenüber dem Verwaltungsgericht mit Schreiben 

vom 3. Januar 2012 ausdrücklich auf die Einreichung einer Vernehmlas-

sung verzichtet hat und auch das TBA keine eigene Stellungnahme zur Be-

schwerde vom 28. November 2011 eingereicht hat, kann es mit diesen Be-

merkungen sein Bewenden haben.

3.1. Weiter gilt es in formeller Hinsicht auf die beschwerdeführerischen Rügen 

einzugehen, wonach sich die Beschwerdegegnerin im angefochtenen Ge-

nehmigungsbeschluss vom 25., mitgeteilt am 26. Oktober 2011, nur äus-

serst summarisch mit den von den heutigen Beschwerdeführern erhobenen 

Einwänden auseinandergesetzt und zu zahlreichen konkreten Vorbringen 

(insbesondere zu den Einwänden betreffend Lärm und Destabilisierung 

des Untergrunds) überhaupt nicht Stellung genommen habe. In der Ver-

nehmlassung vom 22. Februar 2012 habe die Beschwerdegegnerin die im 

angefochtenen Beschluss fehlende Begründung hinsichtlich Lärmbelas-

tung und Stabilität des Untergrunds nachgeholt. Dies zeige, dass die Be-

schwerdegegnerin im äusserst allgemein gehaltenen Entscheid zu ver-

schiedenen konkreten Vorbringen überhaupt nicht Stellung genommen 

habe. Weil die vorliegende Streitsache von erheblicher Komplexität sei, 

dürften höhere Anforderungen an die Begründungspflicht gestellt werden. 

Eine Heilung sei nur zulässig, wenn die Verletzung des rechtlichen Gehörs 

- 24 -

nicht besonders schwer wiege. Vorliegend seien die Gehörsverletzungen 

aber als schwer zu bezeichnen. Zudem verfüge das Verwaltungsgericht 

nicht über die gleiche Kognition wie die Beschwerdegegnerin, weshalb der 

angefochtene Beschluss aufzuheben sei.

3.2. Dem hält die Beschwerdegegnerin entgegen, dass sie ihrer Begründungs-

pflicht im angefochtenen Entscheid auch betreffend Lärmbelastung und 

Stabilität des Untergrunds nachgekommen sei. Sie habe im angefochtenen 

Entscheid auf den UVB und den Beurteilungsbericht des ANU verwiesen, 

welche Teil der Begründung seien. Durch diesen Verweis habe sich die 

Beschwerdegegnerin im angefochtenen Beschluss mit den Vorbringen der 

heutigen Beschwerdeführer hinreichend auseinandergesetzt. Die tatsäch-

lichen Grundlagen, die Rechtsnormen und die Gründe, die zum Entscheid 

geführt hätten, seien im Entscheid enthalten. Die sachgerechte Anfechtung 

sei möglich gewesen. Zudem wäre die behauptete mangelhafte Begrün-

dung keine schwerwiegende Verletzung des Anspruchs auf rechtliches 

Gehör. Weil dem Gericht uneingeschränkte Kognition zustehe, wäre ein all-

fälliger Verfahrensmangel im Beschwerdeverfahren zu heilen. Eine Rück-

weisung würde überdies zu einem formalistischen Leerlauf und zu unnöti-

gen Verzögerungen führen.

3.3. Die Verletzung des Gehörsanspruchs führt, ungeachtet der Erfolgsaussich-

ten der Beschwerde in der Sache selbst, zur Aufhebung des angefochtenen 

Entscheids (BGE 132 V 387 E.5.1). Nach der Rechtsprechung kann ein 

Verfahrensmangel, insbesondere eine Verletzung des Anspruchs auf 

rechtliches Gehör, zwar geheilt werden, wenn die Kognition der urteilenden 

Instanz nicht eingeschränkt ist und dem Beschwerdeführer daraus kein 

Nachteil erwächst. Verlangt wird ferner, dass kein für die Beurteilung der 

Angelegenheit relevantes Kognitionsgefälle besteht (vgl. WIEDERKEHR, Die 

Begründungspflicht nach Art. 29 Abs. 2 BV und die Heilung bei Verletzung, 

in: Zbl 9/2010, S. 481 ff., S. 502 ff.). Eine Heilung ist aber immer dann aus-

- 25 -

geschlossen, wenn es sich um eine besonders schwerwiegende Verlet-

zung der Parteirechte handelt; zudem soll sie die Ausnahme bleiben (BGE 

134 I 331 E.3.1, 126 I 68 E.2 mit Hinweisen; PVG 2008 Nr. 1). Verfügun-

gen oder Entscheide, die unter Missachtung des rechtlichen Gehörs ergan-

gen sind, sind daher grundsätzlich aufzuheben und zur Durchführung eines 

ordnungsgemässen Verwaltungsverfahrens an die Verwaltungsbehörden 

zurückzuweisen (statt vieler: PVG 2011 Nr. 31). Nur wenn es sich aus ver-

fahrensökonomischen Gründen geradezu aufdrängt, ist die Heilung einer 

allfälligen Gehörsverletzung im Rechtsmittelverfahren nach der zitierten 

Praxis ausnahmsweise zuzulassen.

3.4. Der durch Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eid-

genossenschaft (BV; SR 101) gewährleistete Anspruch auf rechtliches 

Gehör dient einerseits der Sachaufklärung und garantiert anderseits ein 

persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht der Parteien im Verfahren, so-

weit dies Einfluss auf ihre Rechtsstellung haben kann. Die Gehörsgarantie 

ist somit ein verfassungsmässig geschütztes Individualrecht, hat also den 

Charakter eines selbständigen Grundrechtes (HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, 

Allgemeines Verwaltungsrecht, 7. Aufl., Zürich/St. Gallen 2016, Rz. 1001 

und 1003). Aus Art. 29 Abs. 2 BV folgt insbesondere auch ein Mindestan-

spruch auf Begründung eines hoheitlichen Aktes. Der Sinn und Zweck der 

Begründungspflicht liegt darin, dass der Bürger wissen soll, warum eine 

Behörde entgegen seinem Antrag entschieden hat. Die Begründung eines 

Entscheids muss deshalb so abgefasst sein, dass der Betroffene ihn gege-

benenfalls sachgerecht anfechten kann. Dies ist nur möglich, wenn sowohl 

er wie auch die Rechtsmittelinstanz sich über die Tragweite des Entscheids 

ein Bild machen können. In diesem Sinne müssen wenigstens kurz die 

Überlegungen genannt werden, von denen sich die Behörde leiten liess 

und auf welche sich ihr Entscheid stützt. Es ist insbesondere nicht nötig, 

dass sie sich mit jeder tatbestandlichen Behauptung und jedem rechtlichen 

Einwand auseinandersetzt, sondern sie kann sich vielmehr auf die für den 

- 26 -

Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (statt vieler BGE 

133 I 270 E.3.1). Ob die Begründung rechtlich zutreffend und haltbar ist, ist 

wiederum keine Frage des formellen Anspruchs auf rechtliches Gehör, son-

dern der materiellen Beurteilung der Streitfrage.

3.5. Vorliegend ist die Beschwerdegegnerin der sie treffenden Begründungs-

pflicht − wie nachstehend dargestellt − in hinreichendem Masse nachge-

kommen. Weil zahlreiche Einsprachen einen identischen oder zumindest 

ähnlichen Inhalt aufwiesen, hat die Beschwerdegegnerin vorab die häufigs-

ten Anträge behandelt (Linienführung, Prüfung der Umweltverträglichkeit 

und Interessenabwägung, Eigentumsrechte und Ersatzleistungen) und bei 

der Beurteilung der Einsprachen sodann soweit möglich auf diese Aus-

führungen verwiesen. Dieses Vorgehen ist grundsätzlich nicht zu bean-

standen. Den beschwerdegegnerischen Ausführungen im angefochtenen 

Genehmigungsbeschluss vom 25., mitgeteilt am 26. Oktober 2011, lässt 

sich sodann entnehmen, dass es sich beim Auflageprojekt 2010 nach Auf-

fassung der Beschwerdegegnerin um jene Variante handle, welche unter 

Berücksichtigung der Hauptkriterien Verkehr, Umwelt und Wirtschaftlichkeit 

von den denkbaren Varianten am besten abschneide. Weiter führte die Be-

schwerdegegnerin im angefochtenen Genehmigungsbeschluss ausführlich 

aus, weshalb ihres Erachtens eine Interessenabwägung zulässig sei und 

weshalb sie der Erhöhung der Wohnqualität im geschützten Dorfzentrum 

und der Aufwertung des inneren Ortsbildes ein grösseres Gewicht zumesse 

als den negativen Einflüssen des Strassenbauvorhabens. Zudem ist die 

Beschwerdegegnerin im angefochtenen Entscheid auch der Begründungs-

pflicht hinsichtlich Lärmbelastung nachgekommen, hat sie doch durch ihren 

Verweis auf den UVB 2010 und den Beurteilungsbericht des ANU vom 

28. Juni 2011 klar zum Ausdruck gebracht, dass sie die Lärmauswirkungen 

des Auflageprojekts 2010 als umweltschutzkonform erachtet. Des Weiteren 

hat die Beschwerdegegnerin im angefochtenen Genehmigungsbeschluss 

− entgegen des beschwerdeführerischen Vorwurfs − auch begründet, wes-

- 27 -

halb der vom ANU vorgeschlagene lärmarme Belag abgelehnt worden ist, 

nämlich weil die Lebensdauer des gewünschten Belags mit der Belagskor-

rektur von unter 0 Dezibel gegenüber dem geplanten Belag wesentlich kür-

zer sei und der Lärmschutzeffekt bedeutend schneller abnehme (vgl. Ge-

nehmigungsbeschluss vom 25., mitgeteilt am 26. Oktober 2011, E.I./B./2.4 

sowie Dispositiv Ziff. A./2.5). Bezüglich Stabilität des Untergrunds lässt sich 

schliesslich bereits dem Technischen Bericht vom November 2010, wel-

cher als Teil des Auflageprojekts öffentlich einsehbar ist, entnehmen, dass 

entlang des Projekttrassees keine Hinweise auf aktive, tiefgründige Insta-

bilitäten des Hangs festgestellt worden sind und der Felsuntergrund, die 

Moräne und der Terrassenschotter stabil sind (vgl. Technischer Bericht 

vom November 2010 [Akten der Beschwerdegegnerin {Bg-act.} 2 Beilage 

2] Ziff. 7.1). Folglich waren den Beschwerdeführern aber auch bezüglich 

Stabilität des Untergrunds die Gründe bekannt, die zum angefochtenen 

Genehmigungsbeschluss geführt haben und eine explizite Wiederholung 

dieser Argumente im angefochtenen Genehmigungsbeschluss vom 25., 

mitgeteilt am 26. Oktober 2011, war nicht zwingend erforderlich, zumal sich 

die Behörde − wie gesehen − nicht mit jeder tatbestandlichen Behauptung 

und jedem rechtlichen Einwand auseinandersetzen muss, sondern sich 

vielmehr auf die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschrän-

ken kann, und die heutigen Beschwerdeführer überdies ihre diesbezügli-

chen Befürchtungen auch nicht näher begründet haben. Gesamthaft be-

trachtet hat die Beschwerdegegnerin den angefochtenen Genehmigungs-

beschluss vom 25., mitgeteilt am 26. Oktober 2011, somit nachvollziehbar 

begründet und ist damit den formellen Anforderungen an die Begründungs-

pflicht eines Entscheids hinreichend nachgekommen. Aufgrund dieser Be-

gründung war es für die heutigen Beschwerdeführer denn auch hinreichend 

klar, von welchen Überlegungen sich die Beschwerdegegnerin im ange-

fochtenen Genehmigungsbeschluss im Wesentlichen hat leiten lassen. Ob 

diese Überlegungen rechtlich zutreffend sind, ist nicht im vorliegend inter-

essierenden formellen Zusammenhang zu prüfen, sondern materieller Na-

- 28 -

tur, worauf nachstehend noch einzugehen sein wird. Auf jeden Fall waren 

die Beschwerdeführer − wie bereits deren Beschwerdeeingabe vom 

28. November 2011 zeigt − ohne Weiteres in der Lage, den missliebigen 

Entscheid sachgerecht anzufechten. Folglich ist aber eine Verletzung des 

rechtlichen Gehörs zu verneinen.

3.6. Selbst wenn vorliegend mit Blick auf die gerügte Begründungspflicht eine 

allfällige Verletzung des rechtlichen Gehörs bejaht würde, wäre der Mangel 

nachträglich geheilt worden, weil es sich aufgrund des vorstehend Gesag-

ten höchstens um eine leichte Verletzung der Parteirechte handeln würde 

und sich die Beschwerdeführer im vorliegenden Verfahren im Rahmen ei-

nes mehrfachen Schriftenwechsels ausführlich und mehrfach zu allen Fra-

gen äussern konnten. Gegen eine Rückweisung sprächen folglich auch 

verfahrensökonomische Überlegungen.

4. Die Beschwerdeführer stören sich des Weiteren ob der Tatsache, dass ihre 

vorsorglich angemeldeten Anträge auf angemessene Entschädigung für 

die im Zusammenhang mit dem Auflageprojekt 2010 beanspruchten 

Rechte und entstehenden Wertverluste von der Beschwerdegegnerin ab-

gewiesen worden seien. Zwar sei die Frage des Landerwerbs erst nach 

Rechtskraft des materiellen Entscheids zu beantworten. Die Beschwerde-

führer seien aber rechtlich gehalten gewesen, die Entschädigungsbegeh-

ren bereits im Einspracheverfahren zu stellen. Es sei unter formalen Ge-

sichtspunkten nicht nachvollziehbar, weshalb die fraglichen Anträge abge-

wiesen worden seien.

Was die Beschwerdeführer mit dieser Argumentation für sich ableiten wol-

len, ist nicht ersichtlich. Es trifft nämlich nicht zu, dass die Beschwerdegeg-

nerin die entsprechenden Entschädigungsbegehren der heutigen Be-

schwerdeführer abgewiesen hat. Vielmehr hat die Beschwerdegegnerin im 

angefochtenen Genehmigungsbeschluss vom 25., mitgeteilt am 26. Okto-

- 29 -

ber 2011, unter Erwägung I./C. im Sinne eines Hinweises auf die massge-

blichen kantonalen Verfahrensregeln festgehalten, dass Fragen des Land-

erwerbs erst nach Rechtskraft des Entscheids über das Auflageprojekt be-

antwortet würden und dass die heutigen Beschwerdeführer im Rahmen des 

Landerwerbsverfahrens noch einmal die Möglichkeit erhielten, ihre diesbe-

züglichen Anliegen vorzubringen. Mit diesen Ausführungen hat die Be-

schwerdegegnerin die Entschädigungsbegehren der heutigen Beschwer-

deführer − entgegen deren Auffassung − nicht abgewiesen. Vielmehr wur-

den die entsprechenden Anträge stillschweigend dem TBA überwiesen, 

was nicht zu beanstanden ist. Gemäss Art. 23 Abs. 2 lit. a und b des Stras-

sengesetzes des Kantons Graubünden (StrG; BR 807.100) können zwar 

mit einer Projekteinsprache − neben Einwänden gegen das Auflageprojekt 

und die damit verbundenen Gesuche für weitere Bewilligungen − auch Ent-

schädigungsbegehren angemeldet werden. Die Bereinigung dieser Forde-

rungen erfolgt jedoch gemäss Art. 24 Abs. 2 StrG im separaten Lander-

werbsverfahren nach den Bestimmungen des kantonalen Enteignungsge-

setzes. Dieses Verfahren kann jedoch erst beginnen, wenn rechtskräftig 

feststeht, welche Personen in welchem Umfang vom Auflageprojekt betrof-

fen sind. Entsprechend ist es in keiner Weise zu beanstanden, wenn im 

angefochtenen Genehmigungsbeschluss vom 25., mitgeteilt am 26. Okto-

ber 2011, darauf hingewiesen wird, dass Fragen der Entschädigung erst 

nach Rechtskraft des materiellen Entscheids über das aufgelegte Aus-

führungsprojekt beantwortet würden. Weil die Beschwerdeführer durch die-

ses Verhalten keine Schmälerung ihrer Rechtsstellung und keine Nachteile 

erfahren, erübrigen sich denn auch weitere Ausführungen hierzu.

5. In beweisrechtlicher Hinsicht gilt es sodann festzuhalten, dass sich die be-

schwerdeführerischen Anträge auf Durchführung eines Augenscheins so-

wie Einholung eines unabhängigen Ingenieurs-Gutachtens zur Variante 

Ortsdurchfahrt mit signalgesteuerter Lichtsignalanlage mittlerweile erledigt 

haben. Denn einerseits ist hat das streitberufene Gericht am 23. Oktober 

- 30 -

2013 einen Augenschein mit sämtlichen Verfahrensbeteiligten durchge-

führt (vgl. dazu das bereinigte Augenscheinprotokoll vom 21. November 

2013 samt Beilagen) und anderseits ist die Beurteilung der Variante Orts-

durchfahrt mit signalgesteuerter Lichtsignalanlage mittlerweile durch einen 

unabhängigen Gutachter erfolgt (vgl. das Fachgutachten Ortsdurchfahrt 

Schmitten − Engpasssteuerung vom 27. Juni 2017 inklusive dessen Ergän-

zung vom 12. Oktober 2017) und auch das TBA hat diesbezüglich sachbe-

zogene Abklärungen getroffen bzw. unabhängige Fachleute beigezogen. 

Weitere Ausführungen zu den erwähnten beschwerdeführerischen Beweis-

anträgen erübrigen sich daher.

6.1. Die Beschwerdeführer machen geltend, die Beschwerdegegnerin habe 

sich nicht ernsthaft und fundiert mit möglichen Alternativen auseinanderge-

setzt und sei auf den Antrag, wonach das TBA anzuweisen sei, ein Stras-

senprojekt basierend auf der Nordumfahrung auszuarbeiten und öffentlich 

aufzulegen, zu Unrecht nicht eingetreten. Dies gelte umso mehr, als im Be-

richt des ANU vom 28. Juni 2011 festgehalten worden sei, dass aus Sicht 

der Umweltschutzfachstelle auch Varianten denkbar seien, mit denen die 

Terrassenlandschaft in ihrer Qualität besser erhalten werden könnte. Ins-

besondere sei im Bericht eine weiter südlich angelegte Strassenführung 

und/oder eine teilweise Untertagelegung der Umfahrungsstrasse angeregt 

worden. Zwar sei zutreffend, dass die Prüfung von Alternativen auf Pla-

nungsstufe zu erfolgen habe. Dies sei hier aber nicht genügend erfolgt. Die 

Nordumfahrung sei aus finanziellen Gründen zu Gunsten der Südumfah-

rung fallen gelassen worden, wobei sich der Kanton hierzu auf blosse 

Schätzungen stütze. Ein seriöser Vergleich in ökonomischer Hinsicht sei 

nicht möglich. Weder auf Planungs- noch auf Entscheidstufe sei der Varia-

ntenvergleich rechtsgenüglich erfolgt. Dies wiege umso schwerer, als die 

Variante Nordumfahrung im Richtplan verankert gewesen sei.

- 31 -

6.2. Dem hält die Beschwerdegegnerin entgegen, dass allein das Auflagepro-

jekt Gegenstand des Projektgenehmigungsverfahrens bilde. Sie dürfe die 

Genehmigung nicht verweigern, wenn das Vorhaben rechtmässig sei. 

Daran ändere die von Art. 2 Abs. 1 lit. b der Raumplanungsverordnung 

(RPV; SR 700.1) geforderte Prüfung von Varianten nichts. Diese habe auf 

Planungsstufe zu erfolgen. Die Plangenehmigungsbehörde habe nur dann 

verschiedene Varianten zu vergleichen, wenn sie genügend konkretisiert 

und im Sinne von echten Varianten vorlägen. Der Entscheid, ob eine Vari-

ante im Detail projektiert und weiterverfolgt werde, liege jedoch im Ermes-

sen der Planungsbehörde. Diese dürfe Varianten, welche mit erheblichen 

Nachteilen belastet seien, nach summarischer Prüfung vom Auswahlver-

fahren ausschliessen. Die Beschwerdegegnerin habe nur abzuklären, ob 

bei der Projektierung bzw. der Ausarbeitung des Auflageprojekts alternati-

ven Linienführungen die nötige Beachtung geschenkt worden sei. Dies sei 

hier der Fall. Die Beschwerdegegnerin habe im angefochtenen Beschluss 

ausführlich dargelegt, inwiefern sich die Auflagevariante − verglichen mit 

den Varianten Nordumfahrung, Innerortsausbau und den alternativen Lini-

enführungen einer Südumfahrung − unter Abwägung bautechnischer, um-

weltrelevanter sowie wirtschaftlicher Gesichtspunkte als zweckmässig er-

weise und weshalb das unbestrittenermassen grosse öffentliche Interesse 

an deren Realisierung stärker zu gewichten sei als die entgegenstehenden 

Interessen. Damit sei zweifellos erstellt, dass alternativen Linienführungen 

im Rahmen der Projektierung und auch seitens der Beschwerdegegnerin 

die nötige Beachtung geschenkt worden sei und die Beschwerdegegnerin 

eine umfassende Interessenabwägung vorgenommen habe.

6.3. Die Kritik der Beschwerdeführer wirft die Frage auf, unter welchen Umstän-

den und in welchem Verfahren die Plangenehmigungsbehörde Projektvari-

anten zu prüfen hat. Geltend gemacht wird eine unvollständige Sachver-

haltsabklärung. Nachfolgend ist somit die Pflicht der Beschwerdegegnerin 

zur Variantenprüfung zu erörtern.

- 32 -

6.4. Die Plangenehmigungsbehörde hat in ihrem Entscheid eine umfassende 

Interessenabwägung vorzunehmen, indem sie alle im konkreten Fall rele-

vanten Interessen ermittelt, bewertet und gegeneinander abwägt, um so-

dann zu entscheiden, welcher der möglichen Varianten der Vorzug zu ge-

ben ist (vgl. Art. 2 Abs. 1 lit. b RPV). Diese Anforderung ergibt sich auch 

aus Art. 3 des Bundesgesetzes über den Natur- und Heimatschutz (NHG; 

SR 451; BGE 137 II 266 E.4 mit Hinweisen) sowie aus dem Erfordernis der 

Standortgebundenheit des Werks für die mit dem Strassenbau erforderli-

che Rodung (Art. 5 Abs. 2 lit. a des Bundesgesetzes über den Wald [WaG; 

SR 921.0]). Dabei ist insbesondere zu prüfen, ob andere, Landschaft bzw. 

Wald und Umwelt schonendere Standorte bzw. Streckenführungen vorhan-

den sind (vgl. Urteil des Bundesgerichtes 1A.191/2003 vom 1. Juli 2004 

E.6). Der Vergleich verschiedener Lösungen ist insbesondere dann ange-

zeigt, wenn die Varianten, die einander gegenübergestellt werden, echte 

Alternativen sind, d.h. sie müssen realistisch und einigermassen ausgereift 

sein. Zudem sind nur dort Varianten zu prüfen, wo tatsächlich auch ein Kon-

flikt mit den einschlägigen Vorschriften zu erkennen ist. Nicht verlangt wer-

den kann hingegen, dass alle in Betracht fallenden Alternativen im Detail 

projektiert werden. So dürfen insbesondere Varianten, die mit erheblichen 

Nachteilen belastet sind, schon nach einer ersten summarischen Prüfung 

aus dem Auswahlverfahren ausgeschlossen werden. Zudem muss nicht 

jede möglicherweise auch bundesrechtskonforme Lösung dem vorgelegten 

Projekt gegenüber gestellt werden. Der Entscheid, welche von mehreren 

rechtskonformen und zweckmässigen Varianten umgesetzt wird, liegt 

grundsätzlich im Ermessen der Planungsbehörde. Diese kann mit der Fest-

stellung, dass ein eingereichtes Projektgesuch alle Genehmigungsvoraus-

setzungen erfüllt und bundesrechtskonform ist, die Prüfung anderer Varia-

nten ausschliessen. Denn die Einhaltung des einschlägigen Bundesrechts 

impliziert, dass den berührten Interessen genügend Rechnung getragen 

worden ist (vgl. BGE 139 II 499 E.7.3.1; Urteile des Bundesgerichtes 

- 33 -

1C_556/2013, 1C_558/2013, 1C_562/2013 vom 21. September 2016 

E.5.2, 1C_108/2014, 1C_110/2014 vom 23. September 2014 E.4.3, 

1C_648/2013 vom 4. Februar 2014 E.4.1; Urteile des Bundesverwaltungs-

gerichtes A-7810/2010 vom 15. Juli 2011 E.4.1, A-594/2009 vom 10. No-

vember 2009 E.4.2 f.). Beim Variantenentscheid steht der Planungs-

behörde ein Ermessensspielraum offen. Dieser Ermessensentscheid, wel-

cher regelmässig durch die politischen Entscheidungsträger vorgeprägt 

wird, wird im gerichtlichen Verfahren nur mit Zurückhaltung überprüft. Das 

Gericht soll nicht aus eigenem Gutdünken, sondern nur aus triftigen Grün-

den von der Beurteilung durch die zuständige Fachbehörde abweichen 

(vgl. BGE 139 II 185 E.9.3; Urteil des Bundesgerichtes 1C_556/2013, 

1C_558/2013, 1C_562/2013 vom 21. September 2016 E.5.2).

6.5. Im vorliegenden Fall bemängeln die Beschwerdeführer zu Recht, dass die 

Beschwerdegegnerin ihren Genehmigungsentscheid vom 25., mitgeteilt 

am 26. Oktober 2011, aufgrund einer ungenügenden Beurteilungsgrund-

lage gefällt hat. Vor diesem Hintergrund musste das angerufene Gericht im 

verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren − obschon es grundsätz-

lich nach dem vorstehend Gesagten nicht Aufgabe des Gerichtes ist, ein 

aufwändiges Beweisverfahren bezüglich allfälliger Alternativvarianten 

durchzuführen − nachholen, was die Beschwerdegegnerin unterlassen hat, 

nämlich die Durchführung eines Augenscheins und einer Instruktionsver-

handlung, die Einholung von zusätzlichen Unterlagen bezüglich allfälliger 

Varianten zum Auflageprojekt sowie die Einholung eines ENHK-Gutach-

tens und eines Verkehrsgutachtens. Erst dadurch − insbesondere durch 

die vom TBA gelieferten Informationen und Pläne − konnte nachträglich 

nach und nach Transparenz bezüglich der verschiedenen Varianten zum 

Auflageprojekt hergestellt werden. Als Alternative zur Durchführung dieses 

aufwändigen Beweisverfahrens im verwaltungsgerichtlichen Beschwerde-

verfahren hätte aus Sicht des Gerichtes auch die Möglichkeit bestanden, 

die Beschwerde nach Durchführung eines ein- bzw. zweifachen Schriften-

- 34 -

wechsels gutzuheissen, den angefochtenen Entscheid zu kassieren und 

die Angelegenheit zur weiteren Abklärung an die Beschwerdegegnerin 

zurückzuweisen. Weil sich dadurch die Angelegenheit indes wohl noch 

mehr verzögert hätte, hat sich das Gericht dagegen entschieden und die 

entsprechenden Beweise selber erhoben. Vor diesem Hintergrund er-

scheint aber die Einreichung der Beschwerde durch die Beschwerdeführer 

gerechtfertigt, lagen doch zum damaligen Zeitpunkt noch kaum Unterlagen 

vor, welche eine Beurteilung bezüglich der allfälligen Varianten zum Aufla-

geprojekt ermöglicht hätten. Dieser Tatsache wird im vorliegenden verwal-

tungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren bei der Kostenverteilung sowie 

bei der Festlegung der Parteientschädigung Rechnung zu tragen sein (vgl. 

nachstehend E.14). Nach dem vom Gericht durchgeführten umfangreichen 

Beweisverfahren mit der Möglichkeit zur Stellungnahme ist der Sachverhalt 

mittlerweile aber ausreichend abgeklärt, was von den Beschwerdeführern 

denn auch nicht (mehr) bestritten wird. Mit den bei den Akten liegenden 

Unterlagen lässt sich insbesondere auch die Frage beurteilen, ob die Be-

schwerdegegnerin zu Recht das Auflageprojekt 2010 als zweckmässigste 

Lösung gewählt hat oder ob sich eine alternative Linienführung als zweck-

mässiger erwiesen hätte. Darauf wird nachstehend noch vertieft einzuge-

hen sein (vgl. insbesondere E.12).

7.1. Weiter rügen die Beschwerdeführer, der UVB vom November 2010 sei un-

vollständig, weil keine Voruntersuchung durchgeführt worden sei. Eine sol-

che hätte aus formellen Gründen zwingend durchgeführt werden müssen. 

Zudem seien im UVB nicht alle aus Sicht des Umweltschutzes relevanten 

Fragen beantwortet worden. So habe das ANU im Beurteilungsbericht fest-

gehalten, dass Projektvarianten, die nicht Gegenstand des UVB gewesen 

seien, eine bessere Erhaltung der Terrassenlandschaft ermöglichen könn-

ten. Dieser Mangel hätte mit einer Voruntersuchung vermieden werden 

können. Zudem seien verschiedene den UVB ergänzende Unterlagen, wie 

Sitzungsprotokolle betreffend Ersatzmassnahmen sowie die Stellung-

- 35 -

nahme des AJF nicht öffentlich aufgelegt worden, obschon Art. 11 der Ver-

ordnung über die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVPV; SR 814.011) vor-

schreibe, dass der Gesuchsteller den Bericht zusammen mit den Unterla-

gen bei der Einleitung des massgeblichen Verfahrens der zuständigen 

Behörde einzureichen habe. Unterlagen im Sinne von Art. 11 UVPV seien 

nicht nur die unmittelbar zur Auflage bestimmten Projektunterlagen, son-

dern sämtliche Unterlagen, welche inhaltlich in einen Zusammenhang mit 

dem UVB stünden. Die Unvollständigkeit des UVB im Zeitpunkt der Ein-

spracheerhebung verstosse gegen Bundesrecht und verletze das rechtli-

che Gehör.

7.2. Die Beschwerdegegnerin ist demgegenüber der Auffassung, dass der UVB 

vom November 2010 vollständig sei. Er stelle gleichzeitig die Voruntersu-

chung und den abschliessenden Bericht dar, was vom ANU akzeptiert wor-

den sei. Ein Variantenvergleich werde im Rahmen der UVP nicht verlangt. 

Variantenstudien seien bereits bei der Planung vorzunehmen. Dies habe 

man im Technischen Bericht und im erläuternden Bericht zur Richtplanan-

passung gemacht. Mit Unterlagen im Sinne von Art. 11 UVPV seien nur die 

allgemeinen, zur Auflage bestimmten Projektunterlagen gemeint. Diese 

Unterlagen seien öffentlich aufgelegt gewesen. Dazu hätten sich die betrof-

fenen Amtsstellen äussern können. Die erwähnten Sitzungsprotokolle 

seien bei der öffentlichen Auflage und zur Zeit der Einspracheerhebung 

noch nicht vorhanden gewesen und hätten somit nicht Teil der Auflageak-

ten sein können. Die Beschwerdeführer hätten indes Einsicht in die Sit-

zungsprotokolle sowie den Beurteilungsbericht des ANU und die Stellung-

nahme des AJF nehmen können. Das rechtliche Gehör sei diesbezüglich 

nicht verletzt.

7.3. Wer eine Anlage, die der Umweltverträglichkeitsprüfung untersteht, planen, 

errichten oder ändern will, muss der zuständigen Behörde gemäss Art. 10b 

Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Umweltschutz (USG; SR 814.01) ei-

- 36 -

nen Umweltverträglichkeitsbericht unterbreiten. Dieser bildet die Grundlage 

der Umweltverträglichkeitsprüfung. Der Bericht hat gemäss Art. 10b Abs. 2 

USG alle Angaben zu enthalten, die zur Prüfung des Vorhabens nach den 

Vorschriften über den Schutz der Umwelt nötig sind. Er wird nach den 

Richtlinien der Umweltschutzfachstellen erstellt und umfasst den Aus-

gangszustand (lit. a), das Vorhaben, einschliesslich der vorgesehenen 

Massnahmen zum Schutze der Umwelt und für den Katastrophenfall, sowie 

einen Überblick über die wichtigsten allenfalls vom Gesuchsteller geprüften 

Alternativen (lit. b) und die voraussichtlich verbleibende Belastung der Um-

welt (lit. c). Zur Vorbereitung des Berichts wird gemäss Art. 10b Abs. 3 

USG eine Voruntersuchung durchgeführt. Werden in der Voruntersuchung 

die Auswirkungen auf die Umwelt und die Umweltschutzmassnahmen ab-

schliessend ermittelt, so gelten die Ergebnisse der Voruntersuchung als 

Bericht (vgl. auch Art. 8a Abs. 1 UVPV). Gemäss Art. 10c Abs. 1 USG be-

urteilen die Umweltschutzfachstellen die Voruntersuchung und den Bericht 

und beantragen der für den Entscheid zuständigen Behörde die zu treffen-

den Massnahmen. Der Bericht und die Ergebnisse der Umweltverträglich-

keitsprüfung können von jedermann eingesehen werden, soweit nicht über-

wiegende private oder öffentliche Interessen die Geheimhaltung erfordern 

(Art. 10d Abs. 1 USG).

7.4. Vorliegend lag der UVB vom November 2010 (Bg-act. 2 Beilage 13) zu-

sammen mit dem strittigen Strassenprojekt Umfahrung Schmitten Süd vom 

8. November bis 8. Dezember 2010 öffentlich auf. Das ANU hält in seinem 

Beurteilungsbericht vom 28. Juni 2011 zum UVB (Bg-act. 2 Beilage 2) fest, 

dass eine eigentliche Voruntersuchung gemäss Art. 8a UVPV nicht durch-

geführt worden sei. Allerdings sei der UVB in enger Zusammenarbeit mit 

den kantonalen Fachstellen erarbeitet worden, weshalb das ANU den UVB 

als Bericht im Sinne von Art. 8a UVPV anerkennen könne. Der UVB sei 

nahezu vollständig, sachlich neutral und weitestgehend richtig abgefasst. 

Er stelle eine genügende Grundlage für die Beurteilung der Umweltrechts-

- 37 -

konformität des Bauvorhabens dar. Er zeige die zum heutigen Zeitpunkt 

absehbaren Konfliktpunkte mit dem in Art. 3 Abs. 1 UVPV angeführten Um-

weltrechtsbereichen nahezu vollständig auf. Eine Beurteilung der 

grundsätzlichen Machbarkeit sowie der Rechtskonformität aus umwelt-

rechtlicher Sicht sei gestützt auf die vorliegenden Unterlagen sowie die im 

ANU und in den beigezogenen Ämtern vorhandenen Informationen mög-

lich. 

Nach dem soeben Gesagten ist die beschwerdeführerische Rüge, wonach 

keine Voruntersuchung durchgeführt worden sei, zwar − rein formell be-

trachtet − grundsätzlich korrekt. Dies hat − wie gesehen − auch das ANU 

in seinem Beurteilungsbericht vom 28. Juni 2011 so festgestellt. Aus dieser 

Tatsache können die Beschwerdeführer aber nichts zu ihren Gunsten ab-

leiten. Wie gesehen hat das ANU nämlich den UVB vom November 2010 

als Bericht im Sinne von Art. 8a UVPV anerkannt, womit gleichzeitig auch 

gesagt ist, dass die Auswirkungen des Vorhabens auf die Umwelt und die 

Umweltschutzmassnahmen im UVB vom November 2010 abschliessend 

ermittelt und dargestellt worden sind (vgl. Art. 10b Abs. 3 USG sowie 

Art. 8a Abs. 1 UVPV). Entscheidend ist, dass weder Art. 10b Abs. 3 USG 

noch Art. 8a Abs. 1 UVPV zwingend ein zweistufiges Verfahren, bestehend 

aus einer Voruntersuchung und der eigentlichen (Haupt-)Untersuchung, 

verlangen. Vielmehr gelten − wie gesehen − bereits die Ergebnisse der Vor-

untersuchung als Bericht, wenn in der Voruntersuchung die Auswirkungen 

auf die Umwelt und die Umweltschutzmassnahmen abschliessend ermittelt 

und dargestellt werden. Vor diesem Hintergrund ist es nicht zu beanstan-

den, dass das ANU den UVB vom November 2010 − auch wenn keine ei-

gentliche Voruntersuchung durchgeführt bzw. diese nicht explizit so be-

nannt worden ist − als Bericht im Sinne von Art. 8a UVPV anerkannt hat. 

Es ist denn auch nicht ersichtlich, welche Nachteile sich für die Beschwer-

deführer aus der Tatsache, dass das ANU den UVB vom November 2010 

als Bericht im Sinne von Art. 8a UVPV anerkannt hat, ergeben könnten.

- 38 -

7.5. Bezüglich des beschwerdeführerischen Vorwurfs, wonach der UVB inhalt-

lich mangelhaft sei, da er sich nicht mit Projektvarianten (insbesondere mit 

der Variante Südumfahrung mit teilweiser Untertaglegung) auseinander-

setze, gilt es festzuhalten, dass der UVB gemäss Art. 10b Abs. 2 lit. b USG 

zwar auch einen Überblick über die wichtigsten allenfalls vom Gesuchstel-

ler geprüften Alternativen zu enthalten hat. Der UVB 2010 setzt sich aber 

einzig mit dem Auflageprojekt 2010 und dessen Umweltauswirkungen aus-

einander. Lediglich im Technischen Bericht vom November 2010 (Bg-act. 2 

Beilage 2 Ziff. 1.2) und im ebenfalls öffentlich aufgelegten erläuternden Be-

richt zur Richtplananpassung (Bg-act. 2 Beilage 16 Ziff. 2.2 und 3) wird die 

Historie der Umfahrung Schmitten erörtert und ein Vergleich der möglichen 

Varianten vorgenommen. Ob damit Art. 10b Abs. 2 lit. b USG ausreichend 

Rechnung getragen wird, kann an dieser Stelle offen bleiben, weil der Man-

gel − sofern es sich denn um einen solchen handelt − mit dem Zusatzbe-

richt zum UVB 2010 vom März 2014 nachträglich behoben wurde. Darin 

wurden nämlich die vier Varianten zum Auflageprojekt beschrieben und 

hinsichtlich der wichtigsten Umweltaspekte (Siedlung, Landschaft, Lebens-

räume, Wald, Lärm, Boden und Bauphase) beurteilt. Zudem stellten die Be-

richterstatter unter dem Titel zusammenfassende Ergebnisse die wichtigs-

ten Unterschiede der vier beurteilten Varianten im Vergleich zum Auflage-

projekt 2010 dar. Mit dem Zusatzbericht zum UVB 2010 vom März 2014 

wurde Art. 10b Abs. 2 lit. b USG zweifelsohne ausreichend Rechnung ge-

tragen, weshalb sich weitere Ausführungen hierzu erübrigen (zur ungenü-

genden Sachverhaltsermittlung durch die Beschwerdegegnerin und des-

sen Folgen vgl. vorstehend E.6.5).

7.6. Weiter rügen die Beschwerdeführer, dass der UVB im Zeitpunkt der Ein-

spracheerhebung unvollständig gewesen sei, weil verschiedene Sitzungs-

protokolle betreffend Ersatzmassnahmen sowie die Stellungnahme des 

AJF nicht vorgelegen hätten. Dies obschon Art. 11 UVPV vorschreibe, dass 

- 39 -

der Gesuchsteller den Bericht zusammen mit den Unterlagen bei der Ein-

leitung des massgeblichen Verfahrens der zuständigen Behörde einzurei-

chen habe.

Gemäss Art. 11 UVPV muss der Gesuchsteller den UVB zusammen mit 

den Unterlagen bei der Einleitung des massgeblichen Verfahrens der zu-

ständigen Behörde einreichen. Was mit "Unterlagen" im Sinne von Art. 11 

UVPV gemeint ist, wird in der bundesrätlichen Verordnung nicht definiert. 

Wie die Beschwerdegegnerin in deren Vernehmlassung vom 22. Februar 

2012 zu Recht ausführt, sind damit aber sicher nicht Projektunterlagen wie 

interne Sitzungsprotokolle, Entwürfe, etc. gemeint. Vielmehr sind darunter 

die eigentlichen Bestandteile des Auflageprojekts zu verstehen. Dieses be-

steht gemäss Art. 11 der Strassenverordnung des Kantons Graubünden 

(StrV; BR 807.110) aus den Projektplänen, dem Technischen Bericht, dem 

Kostenvoranschlag sowie dem Landerwerbsplan und der Rechtserwerbs-

tabelle. Diese Unterlagen wurden vorliegend unbestrittenermassen zusam-

men mit dem UVB vom 8. November bis 8. Dezember 2010 öffentlich auf-

gelegt. Gemäss Art. 20 StrG können sich die betroffenen Amtsstellen so-

dann im Rahmen eines Mitberichtsverfahrens zum Auflageprojekt äussern. 

Von dieser Möglichkeit hat unter anderem auch das AJF Gebrauch ge-

macht und dem BVFD am 13. Dezember 2010 eine Stellungnahme einge-

reicht (vgl. Bg-act. 3 Beilage 9). Wie die Beschwerdegegnerin in deren Ver-

nehmlassung vom 22. Februar 2012 ausführt, suchte im Anschluss an die 

öffentliche Auflage das TBA zusammen mit dem ANU und dem Amt für 

Wald- und Naturgefahren (AWN) nach Lösungen für die Ausscheidung ei-

nes TWW-Vorranggebiets. Zu diesem Zweck fanden am 18. März und am 

12. April 2011 zwei Sitzungen statt. Als Ergebnis dieser Sitzungen ver-

pflichtete sich die Gemeinde Schmitten dazu, ein Vorranggebiet im Walda-

real auszuscheiden und festzulegen. Dies wurde in den entsprechenden 

Sitzungsprotokollen so festgehalten (vgl. die Sitzungsprotokolle vom 

25. März bzw. 18. April 2011 [Bg-act. 3 Beilage 2]). Dementsprechend wa-

- 40 -

ren aber die erwähnten Sitzungsprotokolle wie auch die Stellungnahme des 

AJF vom 13. Dezember 2010 während der öffentlichen Auflage vom 8. No-

vember bis 8. Dezember 2010 und damit auch im Zeitpunkt der Einreichung 

der Einsprachen noch gar noch vorhanden und konnten dementsprechend 

auch nicht Teil der Auflageakten sein. Der Einwand der Beschwerdeführer, 

wonach der UVB deshalb unvollständig sei, ist daher unbegründet und ab-

zuweisen. Im Übrigen wurde den Beschwerdeführern bzw. deren Rechts-

anwalt lic. iur. Armin Linder am 16. November 2011 der Beurteilungsbericht 

des ANU vom 28. Juni 2011 einschliesslich der erwähnten Sitzungsproto-

kolle zusammen mit den Einspracheakten 1 - 15 zugestellt. Dementspre-

chend haben die Beschwerdeführer aber vor Einreichung ihrer Beschwerde 

an das Verwaltungsgericht sowohl Einsicht in die erwähnten Sitzungspro-

tokolle als auch in die Stellungnahme des AJF vom 13. Dezember 2010 

nehmen können.

7.7. Überdies bringen die Beschwerdeführer vor, der Beurteilungsbericht des 

ANU sei erst am 28. Juni 2011 und damit mehr als ein halbes Jahr nach 

der Einsprachefrist vorgelegen. Der Anspruch auf rechtliches Gehör ver-

lange, dass der Bericht zum Zeitpunkt der Projektauflage vorliege und öf-

fentlich zugänglich sei. Es mache keinen Sinn, einen UVB aufzulegen, be-

vor dieser vom ANU beurteilt worden sei, weil der UVB dann immer unter 

dem Vorbehalt von Ergänzungen und Änderungen stehe. Gemäss Art. 20 

Abs. 1 UVPV gebe die zuständige Behörde bekannt, wo der UVB und der 

Beurteilungsbericht eingesehen werden könnten. Folglich müssten diese 

zusammen eingesehen werden können. Eine andere kantonale Regelung 

verstiesse gegen Bundesrecht.

Wie nachstehend dargestellt zielt auch diese Rüge ins Leere. Die Be-

schwerdegegnerin bringt in ihrer Vernehmlassung vom 22. Februar 2012 

zu Recht vor, dass der Beurteilungsbericht des ANU im für die Genehmi-

gung von kantonalen Strassenprojekten anwendbaren Verfahren zum Zeit-

- 41 -

punkt der öffentlichen Projektauflage noch gar nicht vorliegen kann. 

Gemäss Art. 10c Abs. 1 USG i.V.m. Art. 12 Abs. 1 UVPV beurteilt die kan-

tonale Umweltschutzfachstelle (ANU) den UVB bei Projekten, die von einer 

kantonalen Behörde geprüft werden. Die entsprechende Frist, innert der 

die kantonale Umweltschutzfachstelle zum UVB Stellung nimmt, legt 

gemäss Art. 12b Abs. 1 UVPV das kantonale Recht fest. Dieses sieht in 

Art. 8 der kantonalen Verordnung über die Umweltverträglichkeitsprüfung 

(KVUVP; BR 820.150) vor, dass die Fachstelle den UVB innert vier Mona-

ten beurteilt. Nach Eingang aller für die Beurteilung benötigten Unterlagen, 

insbesondere des vollständigen Berichts und der Stellungnahmen der be-

troffenen Amtsstellen, verbleiben der Fachstelle noch mindestens zwei Mo-

nate zur Beurteilung. Bei komplexen Vorhaben kann die zuständige 

Behörde diese Fristen angemessen erstrecken. Vorliegend wurde das Auf-

lageprojekt 2010 mit dem UVB dem ANU durch das BVFD am 4. November 

2010 zugestellt. Die Mitberichte der beigezogenen Amtsstellen wurden 

dem ANU am 22. Dezember 2010 nachgereicht, während die Absichtser-

klärung der Gemeinde Schmitten vom 5. Mai 2011 zur Ausscheidung eines 

TWW-Vorranggebiets am 10. Mai 2011 nachgeliefert wurde (vgl. Beurtei-

lungsbericht des ANU vom 28. Juni 2011 [Bg-act. 2 Beilage 2] S. 4 

Ziff. 2.2). Vor diesem Hintergrund sowie unter Berücksichtigung der Kom-

plexität des Vorhabens und der Tatsache, dass es sich bei den erwähnten 

Behandlungsfristen um Ordnungsfristen handelt (vgl. UVP-Handbuch Mo-

dul 4, Ablauf der UVP und Aufgaben der Beteiligten, BAFU 2009, S. 3 

Ziff. 1.3 [abrufbar unter https://www.bafu.admin.ch › Themen › Umweltver-

träglichkeitsprüfung › UVP-Handbuch {zuletzt besucht am 4. September 

2018}]), ist die Dauer bis zum Erlass des Beurteilungsberichts vom 28. Juni 

2011 nicht zu beanstanden. Der Vorwurf, der Beurteilungsbericht des ANU 

vom 28. Juni 2011 habe zu spät vorgelegen, erweist sich somit als unbe-

gründet. Die Beschwerdeführer verkennen in ihrer Argumentation, dass bei 

der Genehmigung von Strassenprojekten, die der UVP unterliegen, zeitlich 

gestaffelt zwei öffentliche Auflagen stattfinden. Bei der ersten Auflage han-

- 42 -

delt es sich um die Projektauflage gemäss Art. 20 StrG i.V.m. Art. 11 StrV. 

Dabei sorgt die zuständige Behörde gemäss Art. 15 Abs. 1 UVPV dafür, 

dass der UVB öffentlich zugänglich ist. In der Publikation ist entsprechend 

darauf hinzuweisen, dass auch der UVB eingesehen werden kann (Art. 15 

Abs. 2 UVPV). Vorliegend wurde das Auflageprojekt 2010 inklusive UVB 

vom November 2010 im kantonalen Amtsblatt vom 4. November 2010 pu-

bliziert (vgl. Bg-act. 7 zur Duplik vom 7. Juni 2012) und lag vom 8. Novem-

ber bis 8. Dezember 2010 in den Gemeinden Schmitten und Alvaneu öf-

fentlich auf. In der entsprechenden Publikation wurde explizit darauf hinge-

wiesen, dass neben dem Auflageprojekt und weiteren Unterlagen auch der 

UVB eingesehen werden kann. Die zweite öffentliche Auflage mit Möglich-

keit zur Einsichtnahme in den Beurteilungsbericht des ANU findet demge-

genüber erst im Anschluss an die Projektgenehmigung gestützt auf Art. 20 

UVPV statt. Danach gibt die zuständige Behörde − vorbehältlich der ge-

setzlichen Geheimhaltungspflichten sowie des Akteneinsichtsrechts − be-

kannt, wo der UVB, die Beurteilung der Umweltschutzfachstelle, die Ergeb-

nisse einer allfälligen Anhörung des BAFU sowie der Entscheid, soweit er 

die Ergebnisse der Prüfung betrifft, während 30 Tagen eingesehen werden 

können (vgl. auch Art. 10 Abs. 2 KVUVP). Bei dieser Bekanntmachung 

geht es darum, dass die Öffentlichkeit Kenntnis über die Umweltverträg-

lichkeit geplanter Anlagen erhält (vgl. UVP-Handbuch Modul 1, Rechtliche 

Grundlagen, BAFU 2009, S. 10 Ziff. 3.4 [abrufbar unter 

https://www.bafu.admin.ch › Themen › Umweltverträglichkeitsprüfung › 

UVP-Handbuch {zuletzt besucht am 4. September 2018}]). Vorliegend 

konnten der Beurteilungsbericht des ANU vom 28. Juni 2011 zusammen 

mit den weiteren in Art. 20 Abs. 1 UVPV bzw. Art. 10 Abs. 2 KVUVP aufge-

führten Akten vom 31. Oktober bis 1. Dezember 2011 − und damit während 

der Beschwerdefrist − beim TBA in Chur eingesehen werden. Die entspre-

chende Publikation im Kantonsamtsblatt erfolgte am 27. Oktober 2011 (vgl. 

Bg-act. 6). Bei dieser zweiten öffentlichen Auflage lagen der UVB vom No-

vember 2010 und der Beurteilungsbericht des ANU vom 28. Juni 2011 

- 43 -

gleichzeitig auf. Entgegen der beschwerdeführerischen Auffassung trifft es 

somit gerade nicht zu, dass der Beurteilungsbericht der Umweltschutzfach-

stelle bereits zum Zeitpunkt der Projektauflage vorliegen und öffentlich 

zugänglich sein muss. Vielmehr betrifft der von den Beschwerdeführern an-

gerufene Art. 20 Abs. 1 UVPV erst die zweite öffentliche Auflage, welche − 

wie gesehen − erst im Anschluss an die Projektgenehmigung erfolgt. Ein 

Widerspruch zwischen Bundesrecht und kantonalem Recht liegt − entge-

gen den beschwerdeführerischen Ausführungen − nicht vor. Wie gesehen 

muss von Gesetzes wegen nämlich lediglich der UVB gleichzeitig mit dem 

Auflageprojekt öffentlich aufgelegt werden (vgl. Art. 15 Abs. 2 UVPV), 

während der Beurteilungsbericht der Umweltschutzfachstelle erst zusam-

men mit dem Entscheid öffentlich bekannt gemacht werden muss (vgl. 

Art. 20 UVPV). Die diesbezügliche beschwerdeführerische Rüge erweist 

sich somit als unbegründet und ist abzuweisen.

7.8. Schliesslich rügen die Beschwerdeführer noch, die Beschwerdegegnerin 

hätte sie über Änderungen des Auflageprojekts direkt informieren müssen. 

Ein Hinweis im kantonalen Amtsblatt genüge nicht, weil im laufenden Ver-

fahren nicht mit Änderungen am Einsprachegegenstand gerechnet werden 

müsse. Sie hätten erst im Beschwerdeverfahren davon Kenntnis erlangt, 

dass das Auflageprojekt nachträglich geändert worden sei. Dies sei ihnen 

im Einspracheverfahren nicht angezeigt worden. Sie wüssten bis heute 

nicht, um welche Änderungen es sich handle. Das rechtliche Gehör sei ver-

letzt.

Auch dieser Einwand ist − wie nachstehend dargestellt − unbegründet. Wie 

die Beschwerdegegnerin in ihrer Duplik vom 7. Juni 2012 zu Recht aus-

führt, geht aus dem angefochtenen Genehmigungsbeschluss vom 25., mit-

geteilt am 26. Oktober 2011, nämlich deutlich hervor, dass und wie das Auf-

lageprojekt geändert wurde (vgl. E.II./1., III./23., III./24., III./32., III./33. und 

vor allem Dispositiv des angefochtenen Genehmigungsbeschlusses vom 

- 44 -

25., mitgeteilt am 26. Oktober 2011, Ziff. A./1.). Der beschwerdeführerische 

Vorwurf, wonach die Beschwerdeführer erst im Beschwerdeverfahren vom 

geänderten Auflageprojekt Kenntnis erlangt hätten, ist somit nachweislich 

falsch. Im Übrigen weist die Beschwerdegegnerin duplicando zu Recht dar-

auf hin, dass den von den damaligen Einsprechern L._____ selig und 

H._____ in ihren Einsprachen vom 30. November 2010 (vgl. Bg-act. 3 Bei-

lagen 23 und 24) beantragten Projektanpassungen grösstenteils auch ent-

sprochen wurde. So wurde L._____ selig ein neuer landwirtschaftlicher Zu-

gang zur Parzelle 679 zugesprochen, während H._____ ein neuer An-

schluss an seine Parzellen 740 und 741 gewährt wurde (vgl. E.III./23. und 

III./24. des angefochtenen Genehmigungsbeschlusses vom 25., mitgeteilt 

am 26. Oktober 2011). Auch dies zeigt, dass die Beschwerdeführer offen-

kundig schon vor dem Beschwerdeverfahren über die Projektanpassungen 

informiert waren. Die diesbezügliche Rüge erweist sich somit als unbegrün-

det und das rechtliche Gehör ist nicht verletzt.

7.9. Nach dem vorstehend Gesagten sowie basierend auf den Ausführungen 

des ANU im Beurteilungsbericht vom 28. Juni 2011 sowie der Stellung-

nahme vom 6. Mai 2014 taugen der UVB vom November 2010 und seine 

Ergänzung vom März 2014 als Grundlage für die Interessenabwägung. Zu 

dieser Interessenabwägung ist neben den erwähnten Stellungnahmen des 

ANU zwingend auch das Gutachten der ENHK zur umstrittenen Umfah-

rungsstrasse Schmitten Süd vom 29. Februar 2016 beiziehen. Ebenfalls 

beizuziehen ist das Fachgutachten Ortsdurchfahrt Schmitten − Engpass-

steuerung vom 27. Juni 2017 einschliesslich dessen Ergänzung vom 

12. Oktober 2017.

8.1. Gemäss Art. 78 Abs. 1 BV sind für den Natur- und Heimatschutz grundsätz-

lich die Kantone zuständig. Bundeskompetenzen bestehen lediglich im Be-

reich des Biotop- und Artenschutzes (Art. 78 Abs. 4 BV) und zum Schutz 

von Mooren und Moorlandschaften von nationaler Bedeutung (Art. 78 

- 45 -

Abs. 5 BV). Gemäss Art. 78 Abs. 2 BV nimmt der Bund bei der Erfüllung 

seiner Aufgaben Rücksicht auf die Anliegen des Natur- und Heimatschut-

zes und schont Landschaften, Ortsbilder, geschichtliche Stätten sowie Na-

tur- und Kunstdenkmäler; er erhält sie ungeschmälert, wenn das öffentliche 

Interesse es gebietet. Was unter der Erfüllung einer Bundesaufgabe im 

Sinne von Art. 78 Abs. 2 BV bzw. Art. 3 NHG zu verstehen ist, führt Art. 2 

Abs. 1 NHG in nicht abschliessender Weise aus: Dazu gehören insbeson-

dere die Planung, Errichtung und Veränderung von Werken und Anlagen 

durch den Bund, wie z.B. Bauten und Anlagen der Bundesverwaltung, Na-

tionalstrassen oder Bauten und Anlagen der Schweizerischen Bundesbah-

nen (lit. a), die Erteilung von Konzessionen und Bewilligungen, wie zum 

Bau und Betrieb von Verkehrsanlagen, Transportanstalten, Werken und 

Anlagen zur Beförderung von Energie, Flüssigkeiten oder Gasen oder zur 

Übermittlung von Nachrichten sowie Bewilligungen zur Vornahme von Ro-

dungen (lit. b) sowie die Gewährung von Beiträgen an Planungen, Werke 

und Anlagen, wie Meliorationen, Sanierungen landwirtschaftlicher Bauten, 

Gewässerkorrektionen, Anlagen des Gewässerschutzes und Verkehrsan-

lagen (lit. c). Entscheide kantonaler Behörden über Vorhaben, die voraus-

sichtlich nur mit Beiträgen nach Abs. 1 lit. c verwirklicht werden, sind der 

Erfüllung von Bundesaufgaben gleichgestellt (Art. 2 Abs. 2 NHG). Nach 

ständiger Rechtsprechung kann eine Bundesaufgabe auch dann vorliegen, 

wenn eine kantonale Behörde eine bundesrechtliche Aufgabe wahrnimmt. 

Dies ist beispielsweise zu bejahen bei der Erteilung einer raumplanungs-

rechtlichen Ausnahmebewilligung (grundlegend BGE 112 Ib 70 E.4b). Aus-

drücklich in Art. 2 Abs. 1 lit. b NHG erwähnt ist die Erteilung einer Rodungs-

bewilligung: Muss für ein Projekt eine Rodung in einem koordinierten Ver-

fahren bewilligt werden oder wird die Rodungsbewilligung gemäss Art. 21 

Abs. 3 UVPV verbindlich in Aussicht gestellt, liegt nach ständiger Recht-

sprechung eine Bundesaufgabe vor (BGE 138 II 281 E.4.4, 121 II 190 

E.3c/cc,120 Ib 27 E.2c/aa). Das umstrittene Strassenprojekt Umfahrung 

Schmitten Süd betrifft nach dem soeben Gesagten eine Bundesaufgabe im 

- 46 -

Sinne von Art. 2 NHG, weil für das Projekt im Rahmen des koordinierten 

Verfahrens unter anderem eine Rodungsbewilligung gemäss dem Bundes-

gesetz über den Wald erteilt wurde (zur Frage der Rechtmässigkeit der Ro-

dungsbewilligung vgl. Urteil des Verwaltungsgerichtes des Kantons 

Graubünden [VGU] R 11 119 und R 11 120 vom 3. Juli 2018 E.15). Somit 

liegt hier eine Bundesaufgabe vor.

8.2. Bei der Erfüllung von Bundesaufgaben im Sinne von Art. 2 NHG sorgen der 

Bund, seine Anstalten und Betriebe sowie die Kantone dafür, dass das hei-

matliche Landschafts- und Ortsbild, geschichtliche Stätten sowie Natur- 

und Kulturdenkmäler geschont werden und, wo das allgemeine Interesse 

an ihnen überwiegt, ungeschmälert erhalten bleiben (Art. 3 Abs. 1 NHG). 

Diese Pflicht gilt unabhängig von der Bedeutung des Objektes im Sinne 

von Art. 4 NHG, welcher Objekte von nationaler Bedeutung von solchen mit 

regionaler oder lokaler Bedeutung unterscheidet. Eine Massnahme darf 

nicht weitergehen, als es der Schutz des Objektes und seiner Umgebung 

erfordert (Art. 3 Abs. 3 NHG). Art. 3 NHG verlangt keinen absoluten Schutz 

der Landschaft, sondern "nur", dass das heimatliche Landschafts- und 

Ortsbild, geschichtliche Stätten sowie Natur- und Kulturdenkmäler ge-

schont und, wo das allgemeine Interesse an ihnen überwiegt, ungeschmä-

lert erhalten bleiben. Auch bei schwerwiegenden Beeinträchtigungen von 

Lebensräumen und Kulturlandschaften ist somit eine Bewilligung möglich, 

wenn sich im Rahmen der Interessenabwägung das Eingriffsinteresse als 

höher erweist als das Interesse an der ungeschmälerten Erhaltung der Le-

bensräume und der Kulturlandschaft. Der Eingriff ist jedoch nur gestattet, 

wo ein überwiegendes allgemeines Interesse dies erfordert (vgl. BGE 

137 II 266 E.4). Zur Beurteilung dieser Frage ist eine möglichst umfas-

sende Abwägung aller für und gegen das Vorhaben sprechenden öffentli-

chen und privaten Interessen vorzunehmen (vgl. Urteil des Bundesgerich-

tes 1C_108/2014, 1C_110/2014 vom 23. September 2014 E.4.3). Dabei ist 

nicht nur zu prüfen, ob auf die geplanten Bauten und Anlagen gänzlich ver-

- 47 -

zichtet werden könnte (so ausdrücklich Art. 3 Abs. 2 lit. a NHG), sondern 

es müssen auch Alternativen geprüft werden, sofern diese ernsthaft in Be-

tracht fallen (vgl. vorstehend E.6.4). Demgegenüber sind inventarisierte 

Objekte von nationaler Bedeutung gemäss Art. 6 Abs. 1 NHG ungeschmä-

lert zu erhalten, jedenfalls aber unter Einbezug von Wiederherstellungs- 

oder angemessenen Ersatzmassnahmen grösstmöglichst zu schonen. Ein 

Abweichen von der ungeschmälerten Erhaltung im Sinne der Inventare darf 

bei Erfüllung einer Bundesaufgabe gemäss Art. 6 Abs. 2 NHG nur in Erwä-

gung gezogen werden, wenn ihr bestimmte gleich- oder höherwertige In-

teressen von ebenfalls nationaler Bedeutung entgegenstehen. Passend zu 

den unterschiedlichen Schutzniveaus divergieren auch die Anforderungen 

an die Interessenabwägung. Während nach Art. 3 NHG eine umfassende 

Abwägung aller für und gegen das Vorhaben sprechenden öffentlichen und 

privaten Interessen vorzunehmen ist (vgl. BGE 137 II 266 E.4), lässt Art. 6 

NHG nur eine eingeschränkte Interessenabwägung zu: Ist das Interesse, 

welches der ungeschmälerten Erhaltung entgegensteht, nicht von nationa-

ler Bedeutung, so ist der Eingriff a priori unzulässig; denn der Gesetzgeber 

hat für diesen Fall verbindlich zugunsten der ungeschmälerten Erhaltung 

entschieden. Liegt hingegen ein Eingriffsinteresse von ebenfalls nationaler 

Bedeutung vor, muss aufgrund sämtlicher relevanter Gesichtspunkte ent-

schieden werden, ob dieses im konkreten Fall überwiegt oder zumindest 

gleichwertig ist (vgl. GRIFFEL, Die Grundprinzipien des schweizerischen 

Umweltrechts, Zürich 2001, Rz. 396 m.w.H.).

8.3. Darüber hinaus sind die Vorschriften von Art. 1 und 3 des Gesetzes über 

den Natur- und Heimatschutz im Kanton Graubünden (KNHG; BR 496.000) 

einzuhalten, wonach schutzwürdige Landschaften, die Lebensräume der 

einheimischen Tiere und Pflanzen (Biotope), wertvolle Ortsbilder, Gebäu-

degruppen und Einzelbauten, deren Umgebung sowie archäologische 

Fundstellen zu schonen und, wo das öffentliche Interesse an ihrer Erhal-

tung überwiegt, soweit als möglich zu erhalten sind. Das Schonungsgebot 

- 48 -

hinsichtlich Landschaft gilt auch aufgrund von Art. 1 und 3 des Bundesge-

setzes über die Raumplanung (RPG; SR 700). Insbesondere sollen 

gemäss Art. 3 Abs. 2 RPG der Landwirtschaft genügende Flächen geeig-

neten Kulturlandes, insbesondere Fruchtfolgeflächen, erhalten bleiben 

(lit. a), Siedlungen, Bauten und Anlagen sich in die Landschaft einordnen 

(lit. b) naturnahe Landschaften und Erholungsräume erhalten bleiben (lit. d) 

und die Wälder ihre Funktionen erfüllen können (lit. e). Wohngebiete sind 

gemäss Art. 3 Abs. 3 lit. b RPG vor schädlichen oder lästigen Einwirkungen 

wie Luftverschmutzung, Lärm und Erschütterung möglichst zu verschonen. 

Für die öffentlichen oder im öffentlichen Interesse liegenden Bauten und 

Anlagen sind gemäss Art. 3 Abs. 3 RPG sachgerechte Standorte zu be-

stimmen. Insbesondere sollen regionale Bedürfnisse berücksichtigt und 

störende Ungleichheiten abgebaut (lit. a) sowie nachteilige Auswirkungen 

auf die natürlichen Lebensgrundlagen, die Bevölkerung und die Wirtschaft 

vermieden oder gesamthaft gering gehalten werden (lit. c; vgl. Urteil des 

Bundesgerichtes 1C_108/2014, 1C_110/2014 vom 23. September 2014 

E.4.4).

9.1. Von der geplanten Umfahrungsstrasse Schmitten Süd (Auflageprojekt 

2010) sind − wie die ENHK bereits in ihrem Schreiben vom 5. Dezember 

2012 festgestellt hat − keine Objekte betroffen, welche in einem Inventar 

des Bundes nach Art. 5 NHG enthalten sind. Als Trockenstandort von nati-

onaler Bedeutung ist lediglich das 1.1 ha grosse Objekt Nr. 8480 marginal 

betroffen (vgl. UVB vom November 2010 [Bg-act. 2 Beilage 13] Anhang 

6.4.1). Eine obligatorische Begutachtung durch die ENHK nach Art. 7 NHG 

entfällt daher. Indessen kann die ENHK nach Art. 8 NHG i.V.m. Art. 25 der 

Verordnung über den Natur- und Heimatschutz (NHV; SR 451.1) in wichti-

gen Fällen von sich aus in jedem Stadium des Verfahrens ein Gutachten 

über die Schonung oder ungeschmälerte Erhaltung von Objekten abgeben. 

Diese fakultative Begutachtung bezieht sich insbesondere auf Objekte, die 

nicht in einem Bundesinventar nach Art. 5 NHG aufgeführt sind (vgl. LEIM-

- 49 -

BACHER, Kommentar NHG, Zürich 1997, Art. 8 Rz. 1; siehe auch Art. 25 

Abs. 1 lit. d NHV). Eine fakultative Begutachtung nach Art. 8 NHG kann 

auch zum Zug kommen, wenn das ENHK-Gutachten von einer Verfahrens-

partei beantragt wird, wobei die ENHK selbst entscheidet, ob sie ein Gut-

achten abgibt (vgl. LEIMBACHER, a.a.O., Art. 8 Rz. 4).

9.2.1. Vorliegend haben die Beschwerdeführer im verwaltungsgerichtlichen Be-

schwerdeverfahren R 11 119 und R 11 120, welches ebenfalls das Aufla-

geprojekt Umfahrung Schmitten Süd (Auflageprojekt 2010) betrifft, in ihren 

Beschwerden vom 28. November 2011 die Einholung eines Gutachtens bei 

der ENHK nach Art. 8 NHG beantragt. Im Anschluss fragte das Gericht am 

1. Oktober 2012 die ENHK an, ob sie eine fakultative Begutachtung 

gemäss Art. 8 NHG vornehmen wolle. Mit Schreiben vom 5. Dezember 

2012 stellte die ENHK im Wesentlichen fest, dass im UVB und im Prüfbe-

richt des ANU sowohl die Bedeutung der durch das Vorhaben betroffenen 

Natur- und Kulturlandschaft sowie die Auswirkungen des Projekts auf diese 

Qualitäten und Werte hinreichend geklärt worden seien. Die Umfahrungs-

strasse führe danach zu einer erheblichen Beeinträchtigung der Kulturland-

schaft und der Lebensräume. Diese Beurteilung sei für die ENHK vollstän-

dig und nachvollziehbar. Für die Prüfung einer teilweisen Untertunnelung 

der Südumfahrung wären keine zusätzlichen Grundlagen im Bereich von 

Natur-, Landschafts- und Ortsbildschutz erforderlich. Allerdings lägen für 

eine Prüfung und adäquate Beurteilung einer mit der zur Genehmigung vor-

gelegten vergleichbaren Variante keine ausreichenden Projektpläne vor. 

Gemäss Bericht des ANU bleibe offen, ob die genehmigte und umstrittene 

Umfahrung Schmitten Süd dem in Art. 3 NHG verankerten allgemeinen 

Schonungsgebot genüge. Ob die Prüfung und Projektierung neuer Varian-

ten im heutigen Verfahrensstand vorgenommen werden solle, sei eine ver-

fahrensrechtliche Frage, die zu beantworten nicht zu den Aufgaben der 

ENHK gehöre. Ebenfalls nicht in den Aufgabenbereich der ENHK falle die 

Beurteilung, ob das vorliegende Projekt in der gesamthaften Interessenab-

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wägung zwischen dem im kantonalen oder noch weitergehend