# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b45b842b-7332-56a8-a18a-c13f62a5c6c6
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2014-08-19
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 19.08.2014 D-3180/2014
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-3180-2014_2014-08-19.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung IV 

D-3180/2014/pjn 

 

 

  U r t e i l  v o m  1 9 .  A u g u s t  2 0 1 4  

Besetzung 

 
Einzelrichter Bendicht Tellenbach, 

mit Zustimmung von Richterin Esther Karpathakis; 

Gerichtsschreiber Daniel Merkli. 

   Parteien 
 

A._______ , geboren (…), 

und dessen Ehefrau 

B._______ , geboren (…), 

Äthiopien,  

(…) 

Beschwerdeführende,  

 

  
gegen 

  
Bundesamt für Migration (BFM),  

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz.  

 

Gegenstand 

 
Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung;  

Verfügung des BFM vom 11. Oktober 2013 / N________ 

 

 

D-3180/2014 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Mit undatierter Eingabe an die schweizerische Botschaft in Khartum (Ein-

gang 10. April 2011) beantragte der Beschwerdeführer sinngemäss, es 

sei ihm und seiner Familie die Einreise in die Schweiz zwecks Durchfüh-

rung eines Asylverfahrens zu bewilligen.  

B.  

Mit Schreiben vom 5. Juli 2013 stellte das BFM fest, dass mangels ent-

sprechender Willensäusserung bis zum heutigen Zeitpunkt kein Asylge-

such der Beschwerdeführerin vorliege und wies im Weiteren darauf hin, 

dass gemäss Mitteilung der Schweizer Botschaft in Khartum vom 

23. März 2010 eine Befragung vor Ort aus sicherheitstechnischen, struk-

turellen und organisatorischen Gründen nicht möglich sei, weshalb von 

einer solchen abgesehen werde, was der Rechtsprechung des Bundes-

verwaltungsgerichts entspreche (BVGE 2007/30 E. 5.8 S. 367 f.). Gleich-

zeitig ersuchte das BFM die Beschwerdeführenden zur Vervollständigung 

des rechtserheblichen Sachverhalts um Beantwortung konkreter Fragen 

zu Familienangehörigen und Verwandten in Drittstaaten, den Asylgründen 

und zum Aufenthalt im Sudan (vgl. BVGE 2007/30 E. 5.4 S. 364 f.).  

C.  

Mit sowohl vom Beschwerdeführer als auch von der Beschwerdeführerin 

unterzeichneter, undatierter Stellungnahme (Posteingang Botschaft 

8. September 2013) beantworteten die Beschwerdeführenden das Schrei-

ben des BFM vom 5. Juli 2013. 

D.  

Der Beschwerdeführer machte in seinen Eingaben im Wesentlichen gel-

tend, er sei in Äthiopien während der Schulferien für die C._____ tätig 

gewesen und im Juli 1987 zwangsrekrutiert worden. Das Militärtraining 

habe nach dreiwöchiger Haft begonnen. Bereits nach drei Tagen sei er 

aus dem Militär geflohen und über D._______ und seinem Herkunftsort 

E._______  am 5. August 1987 in den Sudan gelangt. In Khartum habe er 

Oppositionspartien unterstützt und an mehreren Treffen mit der äthiopi-

schen Regierung teilgenommen, wobei er auch Kritik an der äthiopischen 

Regierungspartei geäussert habe, weshalb die äthiopische Regierung 

mehrmals versucht habe, ihn nach Äthiopien zurückzuschaffen. In der 

Folge habe er sich in einer ägyptischen koptischen Kirche versteckt. Un-

bekannte hätten ihn zu Hause gesucht und seine Ehefrau und ihre Kinder 

belästigt, weshalb er sich seither in der Kirche aufhalte. 2006 seien An-

D-3180/2014 

Seite 3 

gehörige von Oppositionsparteien inhaftiert worden. Er könne nicht nach 

Äthiopien zurückkehren und auch nicht bis ans Ende seines Lebens aus 

Furcht vor Deportation in einer Kirche leben.   

Die Beschwerdeführerin machte ihrerseits geltend, ihre Familie sei vom 

Militärregime in Äthiopien umgebracht worden, und da sie nicht alleine in 

Äthiopien habe bleiben wollen und im Sudan eine ältere Schwester gelebt 

habe, sei sie 1989 in den Sudan geflüchtet, wo sie in F.______ lebe. Wie 

ihr Ehemann habe auch sie mit den Kindern nie in einem Flüchtlingscamp 

gelebt. Sie lebe in ständiger Angst davor, nach Äthiopien deportiert zu 

werden. Auch würden ihre Kinder als Christen in der Schule benachteiligt.   

E.  

Mit Verfügung vom 11. Oktober 2013 – eröffnet am 16. April 2014 – ver-

weigerte das BFM den Beschwerdeführenden die Einreise in die Schweiz 

und lehnte deren Asylgesuche ab.  

Zur Begründung führte das BFM im Wesentlichen aus, die im Heimatstaat 

erlittenen Behelligungen lägen mehr als zwanzig und die geltend ge-

machten Bedrohungen aufgrund der politischen Äusserungen an politi-

schen Treffen mehrere Jahre zurück. Daher bestehe zwischen den gel-

tend gemachten Ereignissen und dem Zeitpunkt der gewünschten Einrei-

se in die Schweiz kein genügend enger zeitlicher und sachlicher Kausal-

zusammenhang mehr, was die Verneinung der Flüchtlingseigenschaft zur 

Folge habe, diene doch das schweizerische Asylrecht nicht dem Aus-

gleich erlittenen Unrechts.  

Im Weiteren bleibe der Vollständigkeit  halber zu prüfen, ob einer Asylge-

währung durch die Schweiz der Asylausschlussgrund von aArt. 52 Abs. 2 

des Asylgesetzes (AsylG, SR 142.31) entgegenstehe, wonach einer Per-

son das Asyl verweigert werden könne, wenn ihr zugemutet werden kön-

ne, sich in einem anderen Staat um Aufnahme zu bemühen. Zwar – so 

das BFM – sei die Lage der äthiopischen Flüchtlinge und Asylbewerber 

im Sudan angesichts deren Anzahl nicht einfach. Indessen bestünden 

keine konkreten Anhaltspunkte für die Annahme, dass den Beschwerde-

führenden ein weiterer Verbleib im Sudan nicht zumutbar wäre. Ange-

sichts des langjährigen Aufenthalts könne davon ausgegangen werden, 

dass die Hürden für eine zumutbare Existenz in F._______ nicht unüber-

windbar seien. Zudem stelle eine schwierige Lebenssituation und insofern 

humanitäre Überlegungen keinen Grund für eine Einreisebewilligung dar. 

Hinsichtlich der Benachteiligungen aufgrund ihrer Zugehörigkeit zum 

D-3180/2014 

Seite 4 

christlichen Glauben sei zwar nicht auszuschliessen, dass die Beschwer-

deführenden wegen ihrer Religion gewisse Schwierigkeiten haben könn-

ten, indessen herrsche keine allgemeine und staatliche Unterdrückung 

oder Verfolgung von Christen im Sudan. Die Beschwerdeführenden leb-

ten denn auch seit längerem im Sudan, ohne dass es zu konkreten Vor-

fällen gekommen wäre. Schliesslich sei festzustellen, dass die Be-

schwerdeführenden über keine besondere Beziehungsnähe zur Schweiz 

verfügten. 

F.  

Die von den Beschwerdeführenden auf den 18. April 2014 datierte, am 

28. April 2014 im Sudan aufgegebene und der Schweizerischen Post am 

3. Mai 2014 übergegebene Eingabe an das BFM wurde in der Folge von 

der Schweizerischen Post wegen unleserlicher Adresse an die Absender 

retourniert (Posteingang Schweizerische Botschaft in Khartum am 1. Juni 

2014). 

G.  

Am 6. Juni 2014  übermittelte die Schweizerische Botschaft dem BFM die 

Eingabe vom 18. April 2014 und das BFM diese dem Bundesverwaltungs-

gericht am 11. Juni 2014 zur weiteren Behandlung. 

H.  

Mit Zwischenverfügung vom 25. Juni 2014 wurde den Beschwerdeführer-

enden, da die fristgerecht eingereichte Beschwerdeeingabe keine Unter-

schrift enthielt und in kaum verständlichem Deutsch abgefasst war, Gele-

genheit zur Beschwerdeverbesserung innert sieben Tagen gegeben. Die-

se Zwischenverfügung wurde den Beschwerdeführenden gemäss Emp-

fangsbestätigung am 1. Juli 2014 eröffnet.   

I.  

Am 25. Juli 2014 überwies das BFM dem Bundesverwaltungsgericht (Ein-

gang am 28. Juli 2014) eine auf den 3. Juli 2014 datierte, offenbar mit den 

Fingerabdrücken der Beschwerdeführenden versehene Eingabe in engli-

scher Sprache (ohne Eingangsstempel, kein beiliegendes Kuvert).   

 

 

 

D-3180/2014 

Seite 5 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu 

den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bun-

desverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im 

Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist 

daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde; es ent-

scheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser – was hier nicht zu-

trifft – bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor wel-

chem die beschwerdeführende Partei Schutz sucht (Art. 105 AsylG; 

Art. 83 Bst. c Ziff.  1 und Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2 Wie im Sachverhalt Bst. H festgehalten, wurden die Beschwerdefüh-

renden mit Zwischenverfügung vom 25. Juni 2014 zur Beschwerdever-

besserung innert sieben Tagen aufgefordert. Diese Zwischenverfügung 

wurde den Beschwerdeführenden gemäss Empfangsbestätigung am 

1. Juli 2014 eröffnet.  

Abklärungen ergaben, dass die Beschwerdeführenden die Eingabe vom 

3. Juli 2014 an das BFM gesendet hatten und diese in der Folge von der 

Schweizerischen Post wegen unleserlicher Adresse an die Schweizeri-

sche Botschaft retourniert worden war. Allerdings ist nicht klar, wann die 

Eingabe vom 3. Juli 2014 der Schweizerischen Post übergeben worden 

war und wann die Schweizerischen Post diese wegen unleserlicher Ad-

resse an die Schweizerische Botschaft retourniert hat. Da die Beweislast 

für die Zustellung an die Partei der eröffnenden Behörde obliegt (vgl. 

ANDRÉ MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER, Prozessieren vor 

dem Bundesverwaltungsgericht, 2. Aufl. Basel 2013, Rz. 3.150, S. 210), 

ist aufgrund der Aktenlage davon auszugehen, dass die Beschwerdefüh-

renden ihre mangelhafte Beschwerde fristgerecht verbessert haben. Zwar 

trägt die Eingabe vom 3. Juli 2014 nicht die erforderlichen Unterschriften 

der Beschwerdeführenden, sondern offensichtlich lediglich deren Finger-

abdrücke, indessen erschiene unter Berücksichtigung von Sinn und 

Zweck der Vorschriften von Art. 52 Abs. 1 und 2 VwVG die Ausfällung ei-

nes Nichteintretensentscheides vorliegend als zu formalistisch. Wie in 

EMARK 2003 Nr. 16 festgehalten, soll nämlich mit dem Erfordernis einer 

Originalunterschrift in der Verwaltungsrechtspflege vorab die Gefahr einer 

Manipulation ausgeschlossen werden, das heisst insbesondere die Mög-

lichkeit einer Beschwerdeeinreichung durch eine vom Verfügungsadres-

D-3180/2014 

Seite 6 

saten nicht autorisierte Drittperson. Vorliegend kann aufgrund der Akten-

lage die Gefahr einer Manipulation mit hinreichender Bestimmtheit aus-

geschlossen werden. So ist auf der Empfangsbestätigung vom 1. Juli 

2014 die Unterschrift des Beschwerdeführers zu erkennen, weshalb fest-

steht, dass die Beschwerdeführenden Kenntnis von der Zwischenverfü-

gung vom 25. Juni 2014 erhielten. Es kann daher auch davon ausgegan-

gen werden, dass die Beschwerdeführenden die Verfasser der Eingabe 

vom 3. Juli 2014 sind, zumal diese, wie bereits die ursprüngliche Be-

schwerde, überwiegend offensichtlich mit Hilfe eines Übersetzungspro-

gramms verfasst wurde (mit dem Unterschied, dass die Eingabe vom 

3. Juli 2014 statt in deutscher in englischer Sprache und in verständlicher 

Form abgefasst ist). Zwar ist die Eingabe vom 3. Juli 2014 nicht in einer 

Amtssprache des Bundes abgefasst, jedoch wird in Verfahren betreffend 

Asylgesuche aus dem Ausland praxisgemäss auch eine in englischer 

Sprache verfasste Eingabe akzeptiert, vorausgesetzt, diese ist – wie vor-

liegend – verständlich und es kann ohne weiteres darüber befunden wer-

den.  

1.3 Die Beschwerdeführenden haben am Verfahren vor der Vorinstanz 

teilgenommen, sind durch die angefochtene Verfügung besonders be-

rührt, haben ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung bezie-

hungsweise Änderung und sind daher zur Einreichung der Beschwerde 

legitimiert. Auf die frist- und – vom sprachlichen Mangel abgesehen – 

nachträglich formgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten 

(Art. 108 Abs. 1 AsylG; Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 

Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG). 

2.  

Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht und die unrichtige 

oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts ge-

rügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 

3.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise 

einer zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Da es sich 

vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt, um eine solche handelt, ist der 

Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen (Art. 111a Abs. 2 

AsylG). 

D-3180/2014 

Seite 7 

4.  

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines 

Schriftenwechsels verzichtet. 

5.  

Mit der dringlichen Änderung des Asylgesetzes vom 28. September 2012 

(AS 2012 5359), welche am 29. September 2012 in Kraft trat, wurden un-

ter anderem die Bestimmungen betreffend die Stellung von Asylgesuchen 

aus dem Ausland aufgehoben. Die Übergangsregelungen halten jedoch 

fest, dass für die im Ausland vor dem Inkrafttreten der Änderung vom 

28. September 2012 gestellten Gesuche die massgeblichen Artikel 

(aArt. 12, 19, 20, 41 Abs. 2, 52 und 68 AsylG) in der bisherigen Fassung 

anwendbar sind. Demnach sind auf den vorliegenden Fall die bisherigen 

Bestimmungen betreffend das Auslandverfahren anzuwenden. 

6.  

6.1 Wird ein Asylgesuch im Ausland bei einer schweizerischen Vertretung 

gestellt, so führt diese mit der asylsuchenden Person in der Regel eine 

Befragung durch und überweist das Gesuch anschliessend an das BFM 

(vgl. dazu alt Art. 19 und Art. 20 Abs. 1 AsylG sowie Art. 10 Abs. 1 der 

Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 über Verfahrensfragen [AsylV 1, 

SR 142.311]). Ist die Durchführung einer Befragung nicht möglich, so wird 

die asylsuchende Person von der Vertretung aufgefordert, ihre Asylgrün-

de schriftlich festzuhalten (Art. 10 Abs. 2 AsylV 1).  

6.2 Nach aArt. 20 Abs. 2 und 3 AsylG ist die Einreise in die Schweiz zu 

bewilligen, wenn eine unmittelbare Gefahr für Leib, Leben oder Freiheit 

aus einem Grund nach Art. 3 AsylG glaubhaft gemacht wird, das heisst im 

Hinblick auf die Anerkennung als Flüchtling und Asylgewährung, oder 

aber wenn für die Dauer der näheren Abklärung des Sachverhalts ein 

weiterer Aufenthalt im Wohnsitz- oder Aufenthaltsstaat oder die Ausreise 

in einen Drittstaat nicht zumutbar erscheint. 

6.3 Vorliegend wurde auf eine Befragung durch die Botschaft mangels 

entsprechender Kapazitäten der schweizerischen Botschaft in Khartum 

verzichtet und den Beschwerdeführenden – zwecks Wahrung des rechtli-

chen Gehörs – ein schriftlicher Fragekatalog zugestellt. Vor dem Hinter-

grund der massgeblichen Praxis zur Behandlung von Asylgesuchen aus 

dem Ausland und Einreisebewilligung sowie unter Berücksichtigung der 

Aktenlage ist festzustellen, dass im vorliegenden Verfahren auf eine Be-

fragung verzichtet werden durfte und dass mit der Einladung zur Stel-

D-3180/2014 

Seite 8 

lungnahme den massgeblichen verfahrensrechtlichen Anforderungen Ge-

nüge getan wurde (vgl. dazu BVGE 2007/30, insbes. E. 5.6 f.). 

6.4 Gemäss Art. 3 AsylG wird ein Ausländer als Flüchtling anerkannt, 

wenn er in seinem Heimatstaat oder im Land, wo er zuletzt wohnte, we-

gen seiner Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimm-

ten sozialen Gruppe oder wegen seiner politischen Anschauungen ernst-

haften Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen 

Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten na-

mentlich die Gefährdung von Leib, Leben oder Freiheit sowie Massnah-

men, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken; den frauen-

spezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG). 

6.5 Hält sich die asylsuchende Person – wie im vorliegenden Fall – in ei-

nem Drittstaat auf, bedeutet dies noch nicht zwingend, dass es ihr auch 

zuzumuten ist, sich dort um Aufnahme zu bemühen. In einem solchen 

Fall ist aber im Sinne einer Vermutung davon auszugehen, die betreffen-

de Person habe in diesem Drittstaat bereits den erforderlichen Schutz ge-

funden, was in der Regel zur Ablehnung des Asylgesuchs und der Ver-

weigerung der Einreisebewilligung führt. In jedem Falle sind die Kriterien 

zu prüfen, welche die Zufluchtnahme in diesem Drittstaat als zumutbar er-

scheinen lassen, und diese sind mit einer allfälligen Beziehungsnähe zur 

Schweiz abzuwägen (vgl. BVGE 2011/10). 

6.6 Die Frage, ob das BFM zu Recht die Flüchtlingseigenschaft der Be-

schwerdeführenden mangels hinreichendem zeitlichem und sachlichem 

Zusammenhang verneint hat, kann vorliegend offenbleiben, da aus nach-

folgenden Gründen davon auszugehen ist, dass die Beschwerdeführen-

den im Sudan einen – allenfalls erforderlichen – Schutz gefunden haben 

und ihnen dort ein weiterer Aufenthalt zumutbar ist.  

Die Beschwerdeführenden halten sich bereits seit 1989 in Khartum auf, 

was den Schluss zulässt, dass die dortigen Schwierigkeiten nicht unüber-

windbar sind. Im Weiteren ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführen-

den, sollten sie sich an ihrem derzeitigen Aufenthaltsort nicht mehr hinrei-

chend sicher fühlen und sich ihre dortige sonstige Lebenssituation ver-

schlechtern, über die Möglichkeit verfügen, sich beim UNHCR als Flücht-

linge zu registrieren und in dem ihnen zugewiesenen Camp zu leben. 

Ferner weisen die Beschwerdeführenden kein Profil auf, welches sie mit 

erheblicher Wahrscheinlichkeit zum Ziel eines Entführungsversuches ma-

chen würde. Zwar hat der Beschwerdeführer nach eigenen Angaben in 

D-3180/2014 

Seite 9 

K.________ Oppositionspartien unterstützt und an mehreren Treffen mit 

der äthiopischen Regierung teilgenommen, wobei er auch Kritik an der 

äthiopischen Regierungspartei geäussert habe. Indessen liegen diese Tä-

tigkeiten viele Jahre zurück und die Schilderung des Beschwerdeführers, 

wonach er seit 2006 aus Furcht vor Deportation versteckt in einer Kirche 

lebe, erscheint angesichts der Tatsache, dass es in den letzten Jahren zu 

keinen weiteren Vorkommissen gekommen ist, als überzeichnet. Hinsicht-

lich des Vorbringens der Beschwerdeführenden, in K._______ aufgrund 

ihres christlichen Glaubens benachteiligt zu werden, ist festzuhalten, dass 

Christen im Sudan trotz offizieller Anerkennung ihrer Religion offenbar 

immer stärker unter Druck geraten. Seit der Ausrufung eines unabhängi-

gen multireligiösen Staates Südsudan im Juli 2011 verstärkt die Regie-

rung in Khartum die Islamisierung des Nordens. Indessen findet auch im 

heutigen Zeitpunkt keine Gruppenverfolgung von Christen im Sudan statt. 

Die Beschwerdeführenden gaben denn auch nicht an, Opfer von ein-

schneidenden Diskriminierungen geworden zu sein. Zwar können verein-

zelte Diskriminierungen von Christen im Sudan – vor allem in den mehr-

heitlich von Muslimen bewohnten Regionen – nicht ausgeschlossen wer-

den; diesen könnten sich die Beschwerdeführenden jedoch durch die Auf-

nahme in ein Flüchtlingscamp entziehen. 

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass vorliegend keine konkreten Hin-

weise dafür bestehen, die Beschwerdeführenden seien gegenwärtig einer 

Gefährdung ausgesetzt oder hätten eine unmittelbar drohende Deportati-

on nach Äthiopien oder eine Entführung durch terroristische Gruppen zu 

befürchten. An dieser Einschätzung vermögen die Ausführungen in der 

Beschwerde, die sich in einer Wiederholung der bereits im Rahmend es 

vorinstanzlichen Verfahrens geltend gemachten Vorbringen wiederholen, 

nichts zu ändern.  

Schliesslich ist festzustellen, dass keine nahen Verwandten oder Be-

zugspersonen der Beschwerdeführenden in der Schweiz leben und 

den Akten auch sonst keine Hinweise auf Anknüpfungspunkte zur 

Schweiz zu entnehmen sind.  

6.7 Die Beschwerdeführenden vermochten insgesamt nicht aufzuzeigen, 

dass sie auf die Schutzgewährung durch die Schweiz angewiesen sind 

beziehungsweise ihnen gerade die Schweiz den erforderlichen Schutz 

gewähren muss. Der weitere Verbleib im Sudan ist ihnen nach dem Ge-

sagten zuzumuten und die Vorinstanz hat ihnen zu Recht die Einreise in 

die Schweiz verweigert und die Asylgesuche abgelehnt. 

D-3180/2014 

Seite 10 

7.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig 

und vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Das BFM hat die Asylge-

suche und Gesuche um Einreise in die Schweiz zu Recht abgelehnt. Die 

Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen. 

8.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten grundsätzlich den 

Beschwerdeführenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Aus verwal-

tungsökonomischen Gründen sowie in Anwendung von Art. 63 Abs. 1 in 

fine VwVG und Art. 2 und 6 Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 

über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsge-

richt (VGKE, SR 173.320.2) ist vorliegend jedoch auf die Erhebung von 

Verfahrenskosten zu verzichten.  

 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

D-3180/2014 

Seite 11 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, die Schweizer Vertre-

tung in Khartum und das BFM. 

 

 

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: 

 

 

 

Bendicht Tellenbach Daniel Merkli 

 

 

 

 

Versand: