# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 80990a13-9aa9-5b1b-bcac-8120259b010e
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-09-22
**Language:** de
**Title:** Sachverhalt ungenügend abgeklärt, Rückweisung
**Docket/Reference:** IV.2021.00621
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2021.00621.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2021.00621
IV. Kammer
Sozialversicherungsrichter Hurst, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Arnold Gramigna
Sozialversicherungsrichterin Fankhauser
Gerichtsschreiberin Geiger
Urteil
vom
2
2.
September 2022
in Sa
chen
X.___
Beschwerdeführerin
vertreten durch Rechtsanwalt Jürg Maron
Maron
Zirngast
Rechtsanwälte
Schaffhauserstrasse
345, 8050 Zürich
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
Die 197
1 geborene X.___
(ledig und kinderlos) war als in Österreich ausgebildete Einzelhandelskauffrau zuletzt als
Ver
kaufsberaterin
im Y.___
für die
Z.___
AG bei einem 60 %-Pensum tätig (Urk. 5/15 und Urk. 5/18). Am 7. Juli 2020 (E
ingan
gsdatum) meldete sich die Versicherte
unter Angabe eines seit Dezember 2019 bestehenden
lumboradikulären
Reizsyndroms L4/L5
über
ihre Krankentaggeldversicherung (Schweizerische Mobiliar Versicherungsgesellschaft, nachfolgend: Mobiliar)
bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV
-
Stelle, zum Leistungs
bezug an (Urk. 5/3 und Urk.
5/6)
. Diese klärte die medizinischen und e
rwerblichen Verhältnisse ab
. Nachdem das Arbeitsverhältnis per 31. Dezember 2020 seitens der Arbeitgeberin aufgelöst worden war, schloss die Mobiliar ihren Fall mit dem Hinweis, dass die Beschwerdeführerin ab dem 1. Januar 2021 in einer leidens
adaptierten Tätigkeit wieder voll arbeitsfähig sei
, ab
(Urk. 5/24). M
it Schreiben vom 13
.
April 2021
teilte die IV-Stelle
der V
ersicherten
mit, dass zurzeit
keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen möglich seien
, da
Letztere
sich aufgrund ihres Gesundheitszustandes dazu
nicht
in der Lage fühle (Urk. 5/32
, vgl. auch Verlaufsprotokoll Eingliederungsberatung vom 13. April 2021, Urk. 5/33
). Gestützt auf
eine
Stellungnahme des Regionalen
Ärztlichen Dienstes (RAD) vom 26. Juli 2021 (Urk. 5/42 S. 6 f.)
kündigte die IV
-
Stelle
X.___
mit Vorbescheid vom 3. August 2021 (Urk. 5/43)
die Abw
eisung ihres Leistungs
begehrens
(Invalidenrente) an, worauf sie um Akteneinsicht ersuchte
(Urk. 5/44
).
Mit Verfügung vom 24. September 2021 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren ab (Urk. 2).
2.
Hiergegen erhob die noch
un
vertretene
X.___
am 1
9.
Oktober 2021 Beschwerde und beantragte sinngemäss die Aufhebung der angefochtenen Verfügung (
Urk.
1). Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 1
2.
November 2021 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
4, unter Beilage ihrer Akten,
Urk.
5/1-51). Mit Eingabe vom 1
8.
November 2021 legitimierte sich Rechtsanwalt
lic
.
iur
. Jürg Maron als Vertreter und
ersuchte um Durchführung eines zweiten Schriftenwechsels (
Urk.
6-8). Mit Verfügung vom 1
5.
Dezember 2021 ordnete das hiesige Gericht einen zweiten Schriftenwechsel an und stellte der Beschwerdeführerin die Beschwerdeantwort samt Beilagen zu (
Urk.
9).
Mit
Replik
vom
3.
März 2022
beantragte die Beschwerdeführerin, es seien ihr die gesetzlichen Leistungen zuzusprechen, eventuell sei die Sache zu genaueren Abklärungen der Sachlage an die Vorinstanz zurückzuweisen
(Urk. 12 unter Beilage e
ines Berichtes des
Zentrums
A.___
vom 2. März 2022, Urk. 13). Die
Duplik vom 2. Mai 2022 (Urk. 15) wurde der
Beschwerdeführerin am 3. Mai 2022 zur Kenntnis gebracht (Urk. 16).
3.
Auf die V
orbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird - soweit erforderlich - im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2022 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG), der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV), des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sowie der Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV) in Kraft getreten.
In zeitlicher Hinsicht sind
vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Regelungen
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1, 144 V 210 E. 4.3.1, je mit Hinweisen). Da ferner das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung eines Falles in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung beziehungsweise des streitigen
Einspracheentscheids
eingetretenen Sachverhalt abstellt (BGE 144 V 210 E. 4.3.1, 132 V 215 E. 3.1.1, je mit Hinweisen), sind vorliegend die bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Rechtsvorschriften anwendbar, die nach
folgend auch in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
1.2.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2.2
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgest
ützte Diagnose voraus (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E.
2.1, 130 V 396
E. 5.3 und E.
6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krank
heit
ist jedoch nicht ohne W
eiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Ar
beitsleistung zu erbringen (BGE 145 V 215 E. 5.3.2,
1
43 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E.
3.7, 13
9 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Versicherungsträger und das Sozialversicherungsgericht haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Zudem muss der Arzt über die notwendigen fachlichen Qualifikationen verfügen. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a; Urteil des Bundesgerichts 8C_225/2021 vom 1
0.
Juni 2021 E. 3.2, je mit Hinweisen).
1.5
Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte kommt nach der Rechtsprechung Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 134 V 231 E. 5.1 mit Hinweis auf BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Trotz dieser grundsätzlichen Beweiseignung kommt den Berichten versicherungsinterner medizinischer Fachpersonen praxisgemäss nicht dieselbe Beweiskraft zu wie einem gerichtlichen oder im Verfahren nach Art. 44 ATSG vom Versicherungsträger veranlassten Gutachten unabhängiger Sachver
ständiger. Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssig
keit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1; 139 V 225 E. 5.2; 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
1.6
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen,
besonders
wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1
GSVGer
).
Bei ungenügenden Abklärungen durch den Versicherungsträger holt die Beschwerdeinstanz im Regelfall ein Gerichtsgutachten ein, wenn sie einen (im Verwaltungsverfahren anderweitig erhobenen) medizinischen Sachverhalt über
haupt für gutachterlich abklärungsbedürftig hält oder wenn eine Administrativ
expertise in einem rechtserheblichen Punkt nicht beweiskräftig ist. Die betreffende Beweiserhebung erfolgt alsdann vor der – anschliessend reformato
risch entscheidenden – Beschwerdeinstanz selber statt über eine Rückweisung an die Verwaltung. Eine Rückweisung an den Versicherungsträger bleibt hingegen möglich, wenn sie allein in der notwendigen Erhebung einer bisher vollständig
ungeklärten Frage begründet ist. Ausserdem bleibt es dem kantonalen Gericht (unter dem Aspekt der Verfahrensgarantien) unbenommen, eine Sache zurückzu
weisen, wenn lediglich eine Klarstellung, Präzisierung oder Ergänzung von gutachterlichen Ausführungen erforderlich ist (B
GE 139 V 99 E. 1.1, 137 V 210
E. 4.4.1.4 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 9C_354/2020 vom 8. Septem
ber 2020 E. 2.1)
.
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung vom 24. Septem
ber 2021 (Urk. 2) gestützt auf
ihre Abklärungen
davon aus, dass der zu 60
%
als Verkäuferin tätigen Beschwerdeführerin seit Januar 2020 diese bisherige Tätigkeit nicht mehr möglich sei, sich ihr Gesundheitszustand aber insoweit gebessert habe, dass ihr eine leidensangepasste Tätigkeit (körperlich leichte und
wechselbe
last
e
nde Tätigkeit, ohne
Heben oder Tragen von Lasten über 10 Kilogramm und ohne häufiges Bücken oder längeres Stehen in vorübergebeugter Haltung
) seit Juni 2020 wieder zu 50 % und seit Januar 2021 wieder zu 100 % zumutbar sei.
Da sie in der Schweiz keine abgeschlossene Ausbildung habe, sei das Regionale
Arbeitsvermittlung
szentrum (RAV) für die Unterstützung bei der Stellensuche
nach einer ihren Einschränkungen angepassten Tätigkeit
zuständig.
Im Rahmen der Duplik
(Urk. 15)
verneinte die Beschwerdegegnerin
auch
das Vorliegen eines
invalidisierenden psychischen Gesundheitsschadens.
2.2
Die Beschwerdeführerin macht demgegenüber geltend
, dass sich ihr Gesundheits
zustand weiter verschlechtert habe. So sei sie seit dem 15. Februar 2020 arbeits
unfähig und leide seit Juni 2021 auch unter Depressionen. Deshalb habe sie Anspruch auf eine Invalidenrente, wobei bei der Invaliditätsbemessung aufgrund
ihrer
früheren beruflichen Karriere die gemischte Methode zur Anwendung komme. Gegebenenfalls seien weitere Abklärun
gen nötig (Urk. 1 und Urk. 12).
3.
3.1
Der die Beschwerdeführerin seit dem 15. Januar 2020 behandel
nde Hausarzt Dr. med. B.___
, Facharzt Allgemeine Innere Medizin, diagnos
tizierte in seinem Arztzeugnis vom 24. März 2020 (Urk. 5/11 S. 9) zuhanden
der Mobiliar
ein
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom mit intermittierendem Reizsyndrom L4/5 rechts bei
breitbasigem
Bandscheibenvorfall mit Nervenwur
zelirritation L5
rechts
. Das Leiden habe sich erstmals 2018 angekündigt und sei seit Ende 2019 stärker werdend. Die Beschwerdeführerin sei vom 15. Januar bis 4. Februar
2020
zu
100 %, vom 6. bis 14. Februar
2020
zu 50 % und vom 15. Februar bis 30. April 2020 zu 100 Arbeitsunfähig (gewesen). Unter der aktuellen konservativen Therapie zeichne sich ein langsamer Genesungsprozess ab.
3.2
Dr.
B.___
hielt in seinem Bericht vom 5. Juni 2020 (Urk. 5/11 S. 5 f.) zuhanden
der Mobiliar
fest, dass bei der Beschwerdeführer
in
aktuell
lumbal betonte Rückenschmerzen mit intermittierender Ausstrahlung im
Dermatom
L4/L5 rechts
seitig beständen. Die
Beschwerden
zeigten einen undulierenden Verlauf, insbe
sondere da
Corona
-bedingt die
Physiotherapie
nicht mehr so intensiv habe durch
geführt werden können. Zudem
zeige sich bei
d
er
Beschwerdeführerin
vor allem beim Heben von Lasten eine
Zunahme
der oben beschriebenen Schmerzsympto
matik. Insgesamt zeige sich jedoch unter der aktuell verbesserten, neuen physiotherapeutischen
Behandlung
eine Verbesse
rung der Symptomatik. Die von der Beschwerdeführerin
beschriebenen
radikulären
ausstrahlenden Schmerzen beim Heben von geringeren Lasten (wie Einkaufstasche bis circa 12
Kilogramm
) verunmöglichten derzeit eine Tätigkeit im angestammten beruflichen Umfeld. Dort müsse die Beschwerdeführerin gemäss ihrer Beschreibung vorwiegend Kartons mit Geschirrladungen für den
Verkauf
zubereiten. Diese Kartons seien teilweise sehr schwer; sie habe diesbezüglich keine Unterstützung, da sie alleine für ihren Rayon zuständig sei.
Die berufliche Tätigkeit als Verkaufsberaterin im Sinne einer rein beratenden Tätigkeit sei aktuell zumindest zu 50 % problemlos möglich. Den dargelegten Arbeitsalltag, in dem sie mehrheitlich schwere Lasten - mit Porzellan gefüllte Kartons - heben, verschieben, ins Lager bringen und vom Lager zurückholen müsse, sei mit der aktuellen Klinik nicht vereinbar. Es zeige sich jedoch unter der aktuell verbesserten, neuen physiotherapeutischen Behand
lung
eine zunehmende Besserung
der Klinik. Die Prognose bezüglich der Reintegration in den angestammten beruflichen Alltag mit rein v
e
rkaufsberaten
der Funktion in den nächsten Monaten sei realistisch. Der weitere Verlauf sei abzuwarten.
Falls die Beschwerdeführerin in ihrem Beruf als Verkaufsberaterin mehrheitlich als Lageristin respektive in einem B
erufsp
rofil, bei dem sie mittel
schwere bis schwere Lasten täglich heben müsse, eingesetzt werde, sei ein Berufs
wechsel respektive eine Umschulung angezeigt.
3.3
Im ärzt
lichen Zeugnis des Wirbelsäulenzentrums
der Universitätsklinik
C.___
vom 7. Dezember 2020 (Urk. 5/22) wurde das Belastungsprofil der Beschwerdeführerin formuliert, wonach eine 50%ige Arbeitsfähigkeit in einem wechselbelastenden Beruf mit Vermeidung von Heben und
Tragen
von Gegenständen über 5-10 Kilogramm bis auf Weiteres bestehe. Idealerweise sei die Arbeitstätigkeit auf drei halbe Tage pro Woche aufzuteilen.
3.4
Die Universitätsklinik
C.___
führte in ihrem Bericht vom 15. Januar 2021 (Urk. 5/27) zuhanden der Beschwerdegegnerin folgende Diagnosen auf:
-
Zervikobrachialgie
rechts bei
-
Foramenstenose
C5/6 und C6/7 beidseits
-
Lumbalgie bei
-
Osteochondrose
L4/5
-
lumbosakraler
Übergangsanomalie
-
Degenerative mediale
Meniskushinterhornläsion
rechts
Am 6.
Januar
2021 sei die Beschwerdeführerin vorstellig geworden, da sie seit zwei Wochen zusätzlich
zu ihrer vorbekannten Lumbalgie Ausstrahlungen in den rechten Arm sowie in den rechten Fuss habe.
Das MRI der LWS und HWS vom
selben Tag
zeige eine pansegmentale Degeneration. Das
Punctum
maximum
bestehe mit
Osteochondrose
/
Unkovertrebralarthrose
und Reizzustand sowie dorsalen
Diskusprotrusionen
C5-
7.
Ausserdem
lägen
eine fortgeschrittene
Spo
n
dy
l
a
r
throse
mit Reizzustand C4/5 links und moderat mit Reizzustand C7/Th1
r
echt
s
sowie eine hochgradige
Foramenstenose
C6 beidseits und C7 beidseits vor.
Die
bisherige Tätigkeit
als Verkäuferin
sei der Beschwerdeführerin bis zu 50 % zumutbar, was circa 4 Stunden pro Tag drei Mal in der Woche bedeute. Eine andere wie beispielsweise administrative Tätigkeit könnte eventuell zu einem höheren Prozentsatz ausgeführt werden.
Aufgrund der Beschwerden soll auf das Heben und Tragen von schweren Objekten, das heisse über 5-10 Kilogramm, verzichtet werden. Zusätzlich solle die Arbeit auf drei
Halbtage
aufgeteilt werden.
3.5
Mit ärztlichem Zeugnis vom 5. Februar 2021 (Urk. 5/29)
wurde
seitens Univer
sitätsklinik
C.___
eine
100%ige
Arbeitsunfähigkeit
der Beschwerdeführerin
vom 1. Januar bis 28. Februar 2021 attestiert.
3.6
Seitens der Eingliederungsberatung (vgl. Verlaufsprotokoll Eingliederungsbera
tung vom 13. April 2021, Urk. 5/33) wurde der Beschwerdeführerin der Kontakt mit einem psychologischen Behandler empfohlen, da sich ihre psychische Verfassung verschlechtert habe.
Anlässlich der telefonischen Besprechung vom 31. Mai 2021 (vgl. Gesprächs
notiz, Urk. 5/34) teilte die Beschwerdeführerin mit, dass sie noch keinen Psychologen und Psychiater habe und auch nicht wisse, ob dies von der Versicherung übernommen werde.
Mit E-Mail vom 1
4.
Juni 2021 (Urk. 5/38) informiert
e die Beschwerdeführerin die
zuständige
B
eraterin darüber, dass es im Moment sehr schwierig sei, einen geeig
neten Psychologen mit Kapazität für neue
Patienten
zu finden und zudem die
Kostenfrage im
Raum
stehe. Da sie selbst das
TCM und den
Oste
o
pathen
selbstän
dig finanzieren müsse, habe sie sich entschlossen, hierbei ihre Priorität zu setzen und sich erst später an einen adäquaten Psychologen zu wenden.
3.7
Der die Beschwerdeführerin seit 14. Juli 2020 n
eu als Hausarzt behandelnde Dr.
med. D.___
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und Intensiv
medizin FMH, führte in seinem Bericht vom
1.
Juni 2021 (Urk. 5/37 S. 1-6) zuhanden der Beschwerdegegnerin auf, dass er der Beschwerdeführerin vom 1. August bis 14. September 2020 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für die ange
stammte Tätigkeit attestiert habe und verwies im Weitern auf die Behandlung im Universitätsspital
C.___
und deren Berichte. Die Prognose zur Eingliederung sollte gut sein.
Als Diagnose führte er eine
Zervikobrachialgie
rechts bei
Foramenstenose
C5/6 und C6/7 beidseits sowie eine Lumbalgie bei
Osteochond
rose
L4/5 und bei
lumbosakraler
Übergangsanomalie auf (Urk. 5/37/8).
3.8
Die Universitätsklinik
C.___
wiederholte in ihrem Bericht vom 5. Juli 2021 (Urk. 5/39) zuhanden der Beschwerdegegnerin die zuvor am 15. Januar 2021 gestellten Diagnosen (vgl. E. 3.4). Der Beschwerdeführerin sei vom 1. Januar bis 31. Juli 2021 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert worden.
Wie viele Stunden pro Tag eine dem Leiden angepasste Tätigkeit zumutbar sei, sei akten
anamnestisch nicht zu erheben.
Die Beschwerdeführerin habe anlässlich der Erst
vorstellung am 14. September 2020 über lumbale Rückenschmerzen und ein initial sensorisches Defizit im Bereich des lateralen rechten Oberschenkels berich
tet, welches nun komplett
regredient
sei. MR-grafisch habe sich eine
Foramen
stenose
C5/6 und C6/7 beidseits gezeigt. Neurophysiologisch liege keine neurogene Ausfallsymptomatik vor. Es gäbe keinen Hinweis für eine spinale
radikuläre
Störung beziehungsweise
ein
Karpaltunnelsyndrom der rechten Hand.
Die letzt
malige Vorstellung sei mit chronischer
Zervikobrachialgie
sowie Lumbalgie erfolgt. Nun erfolgten die Zuweisung an den
Osteopathen
, eine physiothera
peutische Behandlung zur Kräftigung der Rumpfmuskulatur sowie lokalanalge
tische Massnahmen. Sollten auch diese konservativen Therapie
massnahmen keine V
erbesserung zeigen, würde ein operatives
Vorgehen im Sinne einer
Spondylodese
in Frage kommen.
D
ie bisherige Arbeit im Verkauf, welche körper
lich streng sei, bewirke bei der
Beschwerdeführerin
Schmerzen vor alle
m beim Stehen sowie Tragen von L
asten. Zunächst soll
e
die konservative Therapiemass
nahme ausgeschöpft werden, danach könne die Prognose gestellt werden.
3.9
RAD-Arzt
Dr.
E.___
, Facharzt für orthopädische Chirurgie und Traumatologie,
fasste in seiner Stellungnahme vom 26. Juli 2021 die gemäss Aktenlage bestehenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfä
higkeit zusammen
(Urk. 5/42 S. 6
f.) und hielt in seiner versicherungsmedizinischen Beurteilung fest, dass anhand der vorliegenden Arztberichte
somatische Gesundheitsschäden
- Wirbelsäule im Bereich HWS und LWS sowie rechtes Kniegelen
k - ausgewiesen seien und diese
seit Längerem stabil sei
en
. Die aktenkundigen Arbeitsunfähig
keitsbewertungen gälten primär für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Verkaufs
beraterin in einer Verkaufsstelle von
Z.___
und seien aus versicherungsmedizinisch-orthopädischer Sicht plausibel unter Berücksichtigung der Ausführungen von
Dr.
B.___
, wonach diese Tätigkeit eben verb
unden gewesen sei mit häufigem H
antieren (Heben und Tragen) von schweren,
mit Porzellan gefüllten Kartons.
Somit bestehe diesbezüglich nachvollziehbar eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit ab Januar 2020 bis auf Weiteres, wobei diese bereits bis zum 31. Juli 2021 attestiert sei.
Für eine behinderungsangepasste Tätigkeit gäbe es nur wenige Angaben. Aus diesen gehe aber hervor, dass eine optimal angepasste Tätigkeit mit dem Belastungsprofil einer körperlich leichten, wechsel
belastenden Tätigk
eit, ohne Heben und Tragen von L
asten über 10 Kilogramm, ohne häufiges Bücken oder längeres Stehen in vornüber gebeugter Haltung spätestens ab Juni 2020 zu 50 % und ab Januar 2021 dann wieder zu 100
%
möglich gewesen sei.
3.10
Im Rahmen des Beschwerdeverfahrens reichte die Beschwerdeführerin
einen Bericht des
Zentrums
A.___
vom 2. März 2022 (Urk. 13) ein,
wobe
i zu berücksichtigen ist, dass f
ür die richterliche Beurteilung eines Falles grundsätzlich die tatsächlichen Verhältnisse zur Zeit des Abschlusses des Verwal
tungsverfahrens massgebend
sind
. Tatsachen, die sich erst später verwirklichen, sind jedoch insoweit zu berücksichtigen, als sie mit dem Streitgegenstand in engem Sachzusammenhang stehen und geeignet sind, die Beurteilung im Zeitpunkt des
Entscheiderlasses
zu beeinflussen (BGE 121 V 362 E. 1b; 99 V 98).
Darin wurden folgende Diagnosen gestellt:
-
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig
mittelgradige
depressive
Episode
(
ICD-10: F33.1) mit/bei:
-
Untergewicht (BMI 18)
-
Zervikobrachialgie
rechts mit/bei:
-
Foramenstenose
5/6 und C6/7 beidseits (Uniklinik
C.___
,
22.
September 2021)
-
Lumbalgie und Verdacht auf leichtgradige sensible
Radikulopathie
L5
rechts mit/bei:
-
Osteochondrose
L4/5
-
Lumbosakrale
Übergangsanomalie (Uniklinik
C.___
,
22. September 2021)
-
Degenerative mediale
Meniskushinterhornläsion
rechts (Uniklinik
C.___
,
22. September 2021)
Bis Februar 2020 sei die Beschwerdeführerin einem 60%-Pensum nachgegangen, Habe Sport betrieben (Fahrradfahren, Spazieren, Pilates,
Yoga,
Powerplate
), habe Kolleg
innen
und Kollegen
gehabt, sei auf Reisen gewesen und habe den Haushalt verrichtet, was neben der Arbeitstätigkeit problemlos mö
glich gewesen sei. Ab 2020 sei sie d
ann zu 100 % arbeitsunfähig geworden, ab dem 15. Februar 2020 bis heute zuerst wegen den Schmerzdiagnosen und ab Juni 2020 hätten Depressionen begonnen. Die Depressionen bewirkten im Alltag, dass die Beschwerdeführerin nur noch weniger als eine Stunde im
Auto
mitfahren könne, Sport sei nicht mehr möglich, sie könne nur noch weniger als eine Stunde
zwei Mal
pro Woche
spazieren
, und das Heimprogramm der Physiotherapie sei gerade noch möglich. Mithilfe beim Kochen sei noch mö
glich, ansonsten nur noch leichte
Arbeiten im
Haushalt
, a
ber ohne Wäschetragen. Wegen des
langen Krankenstand
s
sei per 3.
Dezember 2020 die Kündigung erfolgt, da die schweren Arbeiten
mit
Heben von Lasten nicht
mehr
möglich gewesen seien
und sie nicht mehr lange habe
stehen können. Der Krankenstand und die Kündigung
hätten zu einem massiven Gedankenkreisen mit Verzweiflung, Existenzängsten geführt und sie habe zuvor den Druck der Arbeitgeberin vor der Kündigung immer weniger ertragen und sei dabei immer antriebs- und lustloser geworden. Erst die Inter
vention des ehemaligen Hausarztes
Dr.
D.___
habe zur ersten psychiatrischen Behandlung geführt. Die Schlafstörungen seien versuchsweise mit
Sir
d
alud
behandelt worden, bisher ohne Erfolg. Versuche, die Bewältigungsstrategien der Beschwerdeführerin zu verbessern, seien immer wieder gescheitert und sie habe sich immer weiter zurückgezogen, sei lust- und interesseloser geworden und sei bei kleineren Anforderungen überfordert gewesen. Auch um die Einschränkungen in der Partnerschaft komme es zu Gedankenkreisen. Eine Arbeitsfähigkeit sei erst wieder in
Betracht
zu ziehen, wenn die Beschwerdeführerin die Schmerzen sowie die Depression wesentlich reduzieren könne. Eine Arbeitstätigkeit sei der Beschwerdeführerin in diesem Zustand nicht zuzumuten und dürfte diesen weiter verschlechtern. Auch für angepasste Tätigkeit sei
sie
zu 100
%
arbeit
s
unfähig.
Die Merkmale/Symptome für eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige depressive Episode nach ICD-10: F33.1 seien erfüllt. So weise die Beschwerdeführerin eine depressive Stimmung, Interessenverlust und eine Antriebsminderung auf, wobei es bei Schmerzrückgang zu Remissionen komme. Zudem mache sie sich Selbstvorwürfe wegen mangelnder Leistungsfähigkeit, habe Konzentrationsstörungen und sei vergesslich, komme nur zu 3-4 Stunden Durchschlaf und ihr Appetit sei vermindert.
Aus Sicht der Beschwerdeführerin hingen die Beschwerden mit unbekannten Ursachen zusammen; eventuell habe
sie zu intensiv
Powerplate
betrieben, was
zu den Schmerzen geführt habe. D
ie Kindheit sei belastend verlaufen mit Gewalt durch den Vater und Suizid der Mutter im 15. Lebensjahr der Beschwerdeführerin. Aufgewachsen sei sie in Sambia und habe anschliessend in Österreich ein Internat besucht. Bisher habe es weder ambulante noch stationäre psychiatrische Behandlungen gegeben.
Geplant sei eine Behandlung mit
Sirdalud
und
Zaldiar
, wobei die Beschwerdeführerin Respekt beziehungsweise Angst vor Psychopharmaka habe. Dies
aufgrund ihrer schlechten Vorerfahrung mit sämtlichen Antidepressiva
welche bei ihr starke Nebenwirkungen hervorgerufen hätten. Sie werde aktuell über Antidepressiva aufgeklärt und an deren Akzeptanz seitens der Beschwerdeführerin
werde
gearbeitet.
4.
4.1
Streitig
ist, ob gestützt auf die vorhandenen medizinischen
Unterlagen die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in einer
Verweistätigkeit
verlässlich beurteilt werden kann.
4.2
Die IV-Stelle stützte sich in ihrer ablehnenden Verfügung vom 24. September 2021 (Urk. 2) auf die Einschätzung
von RAD-Arzt
Dr.
E.___
, namentlich auf die
Stellungnahme
vom 26. Juli 2021
(vgl.  E 3.9 hiervor), ab. Der RAD-Arzt nahm dabei keine eigenen Untersuchungen vor, sondern zog lediglich die zitierten Berichte bei.
Darin fasste er die gemäss Aktenlage bestehenden Diagnosen zusammen
und hielt in seiner versicherungsmedizinischen Beurteilung fest, dass anhand der vorlie
genden Arztberichte somatische Gesundheitsschäden - Wirbelsäule im Bereich HWS und LWS sowie rechtes Kniegelenk - ausgewiesen seien
. Unter Berücksich
tigung des Anforderungsprofils attestierte er der Beschwerdeführerin in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Verkaufsberaterin in einer Verkaufsstelle von
Z.___
ab Januar 2020 bis auf Weiteres eine 100%ige Arbeits
un
fähig
keit. Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in einer behinderungsangepassten Tätigkeit hielt
Dr.
E.___
fest, dass es dazu nur wenige Angaben gäbe
.
Dennoch kam er zum Schluss, dass aus
diesen aber hervor
gehe
, dass eine
optimal angepasste Tätigkeit mit dem Belastungsprofil einer körperlich leichten, wechsel
belastenden Tätigkeit, ohne Heben und Tragen von Lasten über 10 Kilogramm, ohne häufiges Bücken oder längeres Stehen in vornüber gebeugter Haltung spätestens ab Juni 2020 zu 50 % und ab Januar 2021 dann wieder zu 100
%
möglich gewesen sei
.
Zwar hat
Dr.
B.___
in seinem vertrauensärztlichen Bericht vom 5. Juni 2020 (vgl. E. 3.2) zuhanden
der Mobiliar
eine Verbesserung der lumbalen Schmerzsymptomatik
festgestellt und der Beschwerdeführerin eine 50%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten (
nur
beratenden Verkaufsfunktion) attestiert, was sich auch mit der Beurteilung der Universitätsklinik vom 7. Dezember 2020 (vgl. E. 3.3) deckt, wonach die Beschwerdeführerin in einer angepassten Tätigkeit zu 50 % arbeitsfähig sei. Doch verkennt
Dr.
E.___
dabei, dass es
bei der Beschwerdeführerin
anfangs Januar 2021
zu MRI-bestätigten
dorsalen
Diskusprotrusionen
C
5-7 gekommen ist und in der Folge zusätzlich zur bestehenden Lumbalgie neu auch eine
Zervikobrachialgie
bei
Foramenstenose
C5/6 und C6/7 beidseits diagnostiziert wurde (vgl. E. 3.4).
In diesem Zusammen
hang wurde mit ärztlichem Zeugnis vom 5. Februar 2021 seitens der Univer
sitätsklinik
C.___
eine vom 1. Januar bis 28. Februar 2021 bestehende 100%ige Arbeitsunfähigke
it attestiert.
Die Universitätsklinik
C.___
attestierte der Beschwerdeführerin sodann
auch
in ihrem Bericht vom 5. Juli 2021 bei
gle
ich
gebliebenen Diagnosen
weiterhin
eine vom 1. Januar bis zum 31. Juli 2021 bestehende vollständige Arbeitsunfähigkeit
und nahm zur Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit nicht Stellung
(vgl.
E.
3.8).
Auch wenn
Dr.
E.___
in seiner Stellungnahme als ausgewiesene somatische Gesundheitsschäden nebst dem rechten Kniegelenk und der LWS auch die HWS mitberücksichtigte, ist e
ntgegen
seiner
Einschätzung aufgrund der vorliegenden medizinischen Aktenlage nicht von einer Besserung der
die Beschwerdeführerin
einschränkenden Beschwerden am Rücken auszugehen,
und
es ist gestützt auf die Berichte der Universitätsklinik
C.___
(vgl. E. 3.4 und E. 3.7 hiervor)
zu vermuten
, dass
mit der
im Januar 2021 neu hinzugetretenen
HWS-Problematik eine die
Arbeitsfähigkeit
beeinflussende
Verschlechterung
des G
esundheitszu
standes eingetreten
sein könnte
.
Angesichts diese
r dargelegten Zweifel an der
Zuverl
ässigkeit und Schlüssigkeit der
v
ersicherungsinternen ärztlichen Abklärungen (RAD-Bericht von Dr.
E.___
gestützt auf einer rein
en Aktenbeurteilung) kann nicht
darauf a
bgestellt werden (vgl. E. 1.5).
4.3
Gestütz
t auf die vorliegenden Berichte
kann der Gesundheit
szustand der Beschwerdeführerin
nicht abschliessend beurteilt werden. Vielmehr besteht weiterer A
bklärungsbedarf bezüglich der somatischen und
- aufgrund des im Beschwerdeverfahren eingerei
chten Berichts des
Zentrums
A.___
vom
2.
März 2022 -
auch der psychischen
Leistungseinschränkungen und deren Auswi
rkung auf die Arbeitsfähigkeit.
Da in erster Linie die Beschwer
degegnerin für die richtige und vollständige Sachverhaltsabklärung zu sorgen hat (vgl. Art. 43 Abs. 1 ATSG),
besteht vorlieg
end weder Raum noch Anlass, ein Gerichtsgutachten einzuholen. Demnach ist die Sache
in Aufheb
ung der angefochtenen Verfügung zur umfassenden Abklärung an die Beschwerdegegne
rin
zurückzuweisen.
Demzufolge ist die Beschwerde im Sinne des
entsprechenden Eventualantrags (vgl. Urk. 12 S. 3)
gutzuheissen.
5.
5.1
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2).
5.2
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind unabhängig vom Streit
wert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwer
degegnerin aufzuerlegen.
5.3
Ausgangsgemäss hat die vertretene Beschwerdeführerin Anspruch auf eine Prozessentschädigung (§ 34 Abs. 3 des Gesetzes über das Sozi
alversicherungs
gericht,
GSVGer
), welche ermessensweise auf Fr.
1'200.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen ist
.
Das Gericht erkennt:
1.
In Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung der Sozialversicherungsanstalt des
Kantons Zürich, IV-Stelle, vom 24. September 2021
aufgehoben und es wird die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen, damit diese - nach erfolgter Abklärung im Sinne der Erwägungen - über den Leistungsanspruch der Beschwerdeführerin neu verfüge.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
800
.-- werden
der Beschwerdegegnerin
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt.
3.
Die Beschwerdegegnerin wird
verpflichtet,
der Beschwerdeführerin
eine Prozessent
schädigung von
Fr.
1’200
.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer
) zu bezahlen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Jürg Maron
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
5.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzustellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
HurstGeiger