# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3e20609b-3be9-5314-99ab-8f19d33ef86f
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-10-15
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 15.10.2025 F-6680/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-6680-2025_2025-10-15.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-6680/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 5 .  O k t o b e r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Einzelrichter Gregor Chatton,  

mit Zustimmung von Richterin Susanne Genner,  

Gerichtsschreiberin Annina Mondgenast. 
 

 
 

Parteien 
 1. A._______,    

2. B._______,   

3. C._______,    

4. D._______,   

alle vertreten durch Dr. iur. Nils Reimann,  

Rechtsschutz für Asylsuchende, Bundesasylzentrum Region 

Zürich, (…),  

Beschwerdeführende,  

  
 

 
gegen 

 
 

Staatssekretariat für Migration SEM,  

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

  
 

 
 

Gegenstand 
 Zuweisung der Asylsuchenden an die Kantone;  

Verfügung des SEM vom 25. August 2025. 

 

 

 

F-6680/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Beschwerdeführenden (A._______, geboren 1977; B._______, gebo-

ren 2011; C._______, geboren 2011; D._______, geboren 2016; alle 

Staatsangehörige von Afghanistan) suchten am 23. Juni 2025 in der 

Schweiz um Asyl nach.  

B.  

Mit Verfügung vom 25. August 2025 (gleichentags eröffnet) anerkannte die  

Vorinstanz die Beschwerdeführerinnen 1, 3 und 4 gestützt auf Art. 3 Abs. 1 

und 2 AsylG (SR 142.31) und den Beschwerdeführer 2 gestützt auf Art. 51 

Abs. 1 AsylG als Flüchtlinge, gewährte ihnen in der Schweiz Asyl und wies 

sie dem Kanton E._______ zu. Einer Beschwerde gegen die Kantonszu-

weisung entzog sie die aufschiebende Wirkung und hielt fest, die Be-

schwerdeführenden hätten den Entscheid im zugewiesenen Kanton abzu-

warten. 

C.  

Gegen die Kantonszuweisung erhoben die Beschwerdeführenden am 

2. September 2025 (Poststempel 3. September 2025) Beschwerde beim 

Bundesverwaltungsgericht und beantragten die Aufhebung der Dispositiv-

ziffern 4 und 5 der angefochtenen Verfügung. Die Vorinstanz sei anzuwei-

sen, sie dem Kanton F._______ zuzuweisen. Eventualiter sei die Sache 

zur erneuten Beurteilung der Kantonszuweisung an die Vorinstanz zurück-

zuweisen. In prozessualer Hinsicht ersuchten sie um Wiederherstellung 

der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde, um koordinierte Behand-

lung der Verfahren aller Familienmitglieder (N […] und N […]) sowie um 

Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege unter Verzicht auf die Erhe-

bung eines Kostenvorschusses.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Verfügungen des SEM betreffend Kantonszuweisung unterliegen der 

Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht (Art. 105 AsylG i.V.m. 

Art. 31 ff. VGG und Art. 5 VwVG). Dieses entscheidet in der vorliegenden 

Materie endgültig (Art. 83 Bst. c Ziff. 6 BGG). 

F-6680/2025 

Seite 3 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Die Beschwerdeführenden sind zur Einreichung der Beschwerde legi-

timiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Die Beschwerde wurde frist- und formge-

recht eingereicht (Art. 108 Abs. 1 AsylG; Art. 52 Abs. 1 VwVG); auf diese 

ist einzutreten. 

1.4 Die Beschwerde erweist sich als offensichtlich begründet, weshalb sie 

im Verfahren einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung einer zwei-

ten Richterin beziehungsweise eines zweiten Richters, ohne Durchführung 

eines Schriftenwechsels und mit summarischer Begründung zu behandeln 

ist (Art. 111 Bst. e AsylG, Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG). 

2.  

2.1 Entscheide über die Zuweisung asylsuchender Personen an einen 

Kanton können gemäss Art. 27 Abs. 3 AsylG nur mit der Begründung an-

gefochten werden, sie verletzten den Grundsatz der Einheit der Familie. 

Auf anerkannte Flüchtlinge ist die Kognitionsbeschränkung von Art. 27 

Abs. 3 AsylG nach der derzeit gültigen Rechtsprechung nicht anwendbar. 

Diese können eine Verletzung von Art. 26 des Abkommens vom 28. Juli 

1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) und von 

Art. 37 AIG (SR 142.20), welche den Wechsel des Wohnorts in einen an-

deren Kanton für ausländische Personen regelt, vor Bundesverwaltungs-

gericht rügen (vgl. BVGE 2012/2 E. 3.2.3).  

2.2 Flüchtlinge mit rechtmässigem Aufenthalt in der Schweiz geniessen 

das Recht, ihren Aufenthaltsort zu wählen und sich frei zu bewegen, vor-

behältlich der Bestimmungen, die unter den gleichen Umständen für aus-

ländische Personen im Allgemeinen gelten (vgl. Art. 26 FK und Art. 58 und 

Art. 60 AsylG; BVGE 2012/2 E. 3.2.2). Art. 26 FK zielt darauf ab, die Ein-

schränkungen der freien Wahl des Aufenthaltsortes und der Bewegungs-

freiheit für Flüchtlinge auf ein Minimum zu beschränken. Zulässig sind nur 

einschränkende Bestimmungen, welche für sämtliche Kategorien von aus-

ländischen Personen gelten. Abzustellen ist auf diejenigen Einschränkun-

gen, welche auf ausländische Personen mit einer Niederlassungsbewilli-

gung anwendbar sind. Nach ständiger Rechtsprechung begründet 

Art. 26 FK für Flüchtlinge einen Anspruch auf Kantonszuweisung bezie-

hungsweise -wechsel im gleichen Umfang, wie er einer niedergelassenen 

Person gestützt auf Art. 37 Abs. 3 AIG zusteht. Nach Massgabe dieser Be-

stimmung besteht ein Anspruch auf Kantonswechsel, sofern nicht 

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Widerrufsgründe nach Art. 63 AIG vorliegen und sich eine darauf gestützte 

Verweigerung als verhältnismässig erweist (vgl. BVGE 2012/2 E. 5.2.2 so-

wie statt vieler zuletzt Urteile des BVGer F-5343/2025 vom 23. Juli 2025 E. 

2.2; F-4127/2025 vom 14. Juli 2025 E. 2.2; F-2933/2025 vom 7. Mai 2025 

E. 2.4; F-1334/2025 vom 13. März 2025 E. 2.2; jeweils m.w.H.). 

3.  

Mit der angefochtenen Verfügung hat die Vorinstanz die Beschwerdefüh-

renden als Flüchtlinge anerkannt und ihnen Asyl gewährt. Art. 27 Abs. 3 

AsylG ist damit auf die Beschwerdeführenden nicht anwendbar. Als aner-

kannte Flüchtlinge mit Asyl haben sie grundsätzlich Anspruch auf freie 

Wahl des Kantons, in dem sie sich niederlassen möchten. Vorbehalten 

bleibt das Vorliegen von Widerrufsgründen nach Art. 63 AIG. Indem die  

Vorinstanz dennoch Art. 27 Abs. 3 AsylG auf die Kantonszuweisung der 

Beschwerdeführenden anwandte, hat sie Bundesrecht verletzt (Art. 49 

Bst. a VwVG). Ausserdem hat sie nicht geprüft, ob der Zuweisung der Be-

schwerdeführenden an den Kanton F._______ Widerrufsgründe im Sinne 

von Art. 63 AIG entgegenstehen. Insofern erweist sich der rechtserhebliche 

Sachverhalt als unvollständig abgeklärt und der Untersuchungsgrundsatz 

ist verletzt (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 12 VwVG, Art. 49 Bst. b VwVG; vgl. zu-

letzt Urteile des BVGer F-4373/2025 E. 3; F-5343/2025 E. 3; F-3294/2025 

E. 2.3).  

4.  

Gemäss Art. 61 Abs. 1 VwVG entscheidet das Bundesverwaltungsgericht 

grundsätzlich in der Sache selbst oder weist diese ausnahmsweise mit ver-

bindlichen Weisungen an die Vorinstanz zurück. Eine Rückweisung kommt 

insbesondere dann in Betracht, wenn weitere Sachverhaltsfeststellungen 

getroffen werden müssen und der Vorinstanz als Erstinstanz ein gewisser 

Ermessensspielraum zukommt (vgl. BVGE 2020 VI/1 E. 10.1.2; 2020 VII/6 

E. 12.6; 2015/30 E. 8.1). Vorliegend lässt sich die Entscheidungsreife nicht 

mit geringem Aufwand herstellen, weshalb die Sache an die Vorinstanz zu-

rückzuweisen ist. 

5.  

Die Beschwerde ist gutzuheissen. Die Dispositivziffern 4 und 5 der ange-

fochtenen Verfügung sind aufzuheben und die Sache zur vollständigen 

Sachverhaltsabklärung im Sinne der Erwägungen sowie zur neuen Ent-

scheidung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Diese wird insbesondere ab-

zuklären haben, ob einer Zuweisung der Beschwerdeführenden in Anbe-

tracht von Art. 60 AsylG in den Kanton F._______ Widerrufsgründe im 

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Sinne von Art. 63 AIG entgegenstehen und, falls ja, ob sich eine darauf 

gestützte Verweigerung als verhältnismässig erweist.  

6.  

6.1 Bei diesem Verfahrensausgang sind keine Kosten zu erheben (Art. 63 

Abs. 1 und 2 VwVG). Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege unter 

Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses ist mit dem vorliegen-

den Entscheid in der Sache gegenstandslos geworden. 

6.2 Vorliegend handelt es sich um eine zugewiesene unentgeltliche 

Rechtsvertretung im Sinn von Art. 102h AsylG, deren Leistungen vom 

Bund nach Massgabe von Art. 102k AsylG entschädigt werden (vgl. auch 

Art. 111ater AsylG). Die Leistungen der Rechtsvertretung sind damit durch 

die vom Bund ausgerichtete Pauschale abgegolten (vgl. zuletzt einlässlich 

Urteile des BVGer F-5343/2025 E. 6.2, F-4119/2025 vom 14. Juli 2025 

E. 6.2; F-4127/2025 vom 14. Juli 2025 E. 6.2). Folglich ist keine Parteient-

schädigung zuzusprechen.  

(Dispositiv nächste Seite)  

  

F-6680/2025 

Seite 6 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen. 

2.  

Die Dispositivziffern 4 und 5 der Verfügung vom 25. August 2025 werden 

aufgehoben und die Sache zur Abklärung und Neubeurteilung im Sinne der 

Erwägungen an die Vorinstanz zurückgewiesen. 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

4.  

Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

5.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, die Vorinstanz und die 

kantonale Migrationsbehörde. 

 

 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Gregor Chatton Annina Mondgenast 

 

 

 

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