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**Case Identifier:** 82c23d3e-069a-5b5b-830b-0ea704c5c6cf
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-09-28
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Verwaltungsgericht 28.09.2023 WBE.2023.81
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_006_WBE-2023-81_2023-09-28.pdf

## Full Text

Verwaltungsgericht 

2. Kammer 

 

 

WBE.2023.81 / jr / we       
(3-RV.2021.57)  

Art. 76 

 

Urteil vom 28. September 2023 
 
 

Besetzung  Verwaltungsrichter Berger, Vorsitz  

Verwaltungsrichterin Martin 

Verwaltungsrichter Plüss 

Gerichtsschreiberin Roder    

 

 
   

Beschwerde-

führer  

 Kantonales Steueramt, Geschäftsbereich Recht , Rechtsdienst, 

Telli-Hochhaus, 5004 Aarau   

 

gegen 

 
   

Beschwerde-

gegner 1 

 A._____ 

 

Beschwerde-

gegnerin 2 

 B._____ 

 

beide vertreten durch Aegerter + Brändle, AG für Steuer- und 

Wirtschaftsberatung, Zürcherstrasse 82, 8640 Rapperswil SG   

 

 
 

   

Gegenstand  Beschwerdeverfahren betreffend Kantons- und Gemeindesteuern 2009; 

Nachsteuern 

 

Entscheid des Spezialverwaltungsgerichts, Abt. Steuern,  

vom 26. Januar 2023 

  

 - 2 - 

 

 

 

 
   

Das Verwaltungsgericht entnimmt den Akten: 

 

A. 

1. 

A._____ (verheiratet mit B._____) war im für das vorliegende Verfahren 

relevanten Jahr 2009 Alleinaktionär der D._____ und der C._____.  

 

Mit öffentlicher Beurkundung vom 2. November 2009 und Grundbuchein-

trag vom 27. November 2009 übertrug die D._____ der C._____ 

unentgeltlich 754 m2 Bauland des Grundstückes GB Q._____ Nr. aaa. Die 

C._____ bildete damit unter Beizug von 389 m2 Land des eigenen 

Grundstückes GB Q._____ Nr. bbb die neue Parzelle GB Q._____ Nr. ccc, 

welche anschliessend überbaut wurde. Die entschädigungslose 

Grundstückübertragung von der D._____ auf die C._____ trat bei den 

beiden Gesellschaften buchmässig nicht in Erscheinung.  

 

Das zuständige Grundbuchamt R._____ informierte die Gemeinde 

Q._____ mit Meldung vom 23. Dezember 2009 über die Veränderungen im 

Grundbesitz der D._____ sowie der C._____. Die entsprechende Meldung 

ging am 5. Januar 2010 beim Gemeindesteueramt Q._____ ein und wurde 

gleichentags an die Sektion juristische Personen des Kantonalen 

Steueramts (KStA) weitergeleitet. Die Sektion juristische Personen des 

KStA veranlagte im Oktober 2011 die D._____ für den Zeitraum vom 1. Juli 

2009 bis 30. Juni 2010 deklarationsgemäss; eine Aufrechnung im 

Zusammenhang mit der Grundbuchtransaktion vom 2. November 2009 

erfolgte nicht. Auch der Alleinaktionär A._____, der in der Steuererklärung 

für 2009 (gemeinsam von den Eheleuten A. und B._____ eingereichte 

Steuererklärung) vom 26. Januar 2011 (Eingang beim Gemeindesteueramt 

Q._____ am 1. Februar 2011) keinen Beteiligungsertrag deklariert hatte, 

wurde am 24. Juli 2012 deklarationsgemäss veranlagt.  

 

2. 

2.1. 

Am 16. Juli 2015 sandte der leitende Revisor der Sektion juristische Perso-

nen des KStA dem Gemeindesteueramt Q._____ einen Bericht betreffend 

geldwerte Leistung von der D._____ an die C._____. Diesen Bericht liess 

er gleichzeitig als Meldung im Hinblick auf die Eröffnung eines 

Nachsteuerverfahrens dem für die Gemeinde Q._____ zuständigen 

Steuerkommissär des KStA zukommen. Im Bericht führte der Revisor 

insbesondere aus, dass die 2009 erfolgte unentgeltliche 

Grundstückübertragung gewinn- bzw. einkommenssteuerlich als 

Vorteilszuwendung an eine Schwestergesellschaft bzw. in Anwendung der 

Dreieckstheorie im Umfang des Verkehrswerts des übertragenen Baulan-

des als verdeckte Gewinnausschüttung der D._____ an den Alleinaktionär 

A._____ zu qualifizieren sei. Der Verkehrswert sei vom KStA, Sektion 

 - 3 - 

 

 

 

Grundstückschätzung, auf ca. Fr. 300.00 pro m2 geschätzt worden, so dass 

sich eine Vorteilszuwendung an die Schwestergesellschaft C._____ bzw. 

eine geldwerte Leistung an A._____ von total Fr. 226'200.00 

(754m2 x Fr. 300.00) ergebe. Weil der Sektion juristische Personen des 

KStA die Meldung des zuständigen Grundbuchamts R._____ über die 

Veränderung im Grundstückbesitz der beiden Aktiengesellschaften 

vorgelegen sei und die Veranlagungsbehörde damit Kenntnis des 

massgeblichen Sachverhalts gehabt habe, sei ein Nachsteuerverfahren bei 

der D._____ mangels Vorliegens einer neuen Tatsache nicht möglich. Für 

das Gemeindesteueramt Q._____ stelle die geldwerte Leistung hingegen 

eine neue Tatsache dar, da es für die Behandlung der Grundbuchmeldung 

nicht zuständig gewesen sei und diese zur Bearbeitung an die Sektion 

juristische Personen des KStA weitergeleitet habe.  

 

2.2. 

Daraufhin eröffnete das KStA, Rechtsdienst, am 29. August 2019 gegen 

die Eheleute A._____ und B._____ ein Nachsteuer- und Bussenverfahren 

betreffend Kantons- und Gemeindesteuern 2009 wegen Nichtdeklaration 

eines Beteiligungsertrags, genauer: einer verdeckten Gewinnausschüttung 

der D._____ an den Alleinaktionär A._____ im Zusammenhang mit der 

(teilweisen) Grundstückübertragung vom 2. November 2009.  

 

Mit Verfügung vom 20. November 2020 setzte das KStA, Geschäftsbereich 

Recht, die Nachsteuern für die Kantons- und Gemeindesteuern 2009 auf 

Fr. 18'278.40 (inkl. Verzugszinsen) fest. Dabei wurde die "verdeckte Ge-

winnausschüttung D._____" von Fr. 226'200.00 als Einkommen 

(Beteiligungsertrag) erfasst. Vom Aussprechen einer Busse wegen vollen-

deter Steuerhinterziehung sah das KStA, Geschäftsbereich Recht, zufolge 

fehlenden relevanten Verschuldens ab. 

 

B. 

Eine Einsprache von A._____ und B._____ gegen die Nachsteuerver-

fügung vom 20. November 2020 wies das KStA, Geschäftsbereich Recht, 

am 26. März 2021 ab. 

 

C. 

Gegen den Einspracheentscheid liessen A._____ und B._____ am 

28. April 2021 Rekurs beim Spezialverwaltungsgericht, Abt. Steuern, erhe-

ben, welches am 26. Januar 2023 entschied: 

 

1. 
In Gutheissung des Rekurses werden die Nachsteuerverfügung vom 
20. November 2020 und der Einspracheentscheid vom 26. März 2021 er-
satzlos aufgehoben. 
 
2. 
Die Kosten des Verfahrens werden auf die Staatskasse genommen. 

 - 4 - 

 

 

 

 
3. 
Es wird eine Parteientschädigung von CHF 2'500.00 (inkl. 7.7 % MWSt) 
ausgerichtet. 

 

D. 

1. 

Gegen das Urteil des Spezialverwaltungsgerichts, Abt. Steuern, vom 

26. Januar 2023 gelangte das KStA, Geschäftsbereich Recht, mit Eingabe 

vom 1. März 2023 ans Verwaltungsgericht und stellte folgende Anträge: 

 

1. 
In Gutheissung der Beschwerde sei das Urteil des Spezialverwaltungs-
gerichts, Abteilung Steuern, vom 26. Januar 2023 (3-RV.2021.57) aufzu-
heben. 
 
2. 
Unter Kostenfolge zulasten der Beschwerdegegner. 

 

2. 

Das Spezialverwaltungsgericht, Abt. Steuern, reichte am 2. März 2023 eine 

Vernehmlassung ein, die den Beschwerdegegnern zusammen mit der Be-

schwerde zur Beschwerdeantwort innert 30 Tagen und dem Beschwerde-

führer zur Kenntnis zugestellt wurde. Die Beschwerdegegner liessen sich 

nicht vernehmen und es gingen keine weiteren Eingaben ein. 

 

3. 

Das Verwaltungsgericht hat den Fall auf dem Zirkularweg entschieden 

(vgl. § 7 des Gerichtsorganisationsgesetzes vom 6. Dezember 2011 [GOG; 

SAR 155.200]). 

 

 
   

Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

 

I. 

1. 

Das Verwaltungsgericht beurteilt Beschwerden gegen Entscheide des 

Spezialverwaltungsgerichts, Abt. Steuern, in Kantons- und Gemeinde-

steuersachen (§ 54 Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 

vom 4. Dezember 2007 [Verwaltungsrechtspflegegesetz, VRPG; 

SAR 271.200] i.V.m. § 198 Abs. 1 des Steuergesetzes vom 15. Dezember 

1998 [StG; SAR 651.100]). Es ist somit zur Behandlung des vorliegenden 

Falls zuständig und überprüft den angefochtenen Entscheid im Rahmen 

der Beschwerdeanträge auf unrichtige oder unvollständige Feststellung 

des Sachverhalts sowie Rechtsverletzungen (§ 199 StG; § 48 Abs. 2 und 

§ 55 Abs. 1 VRPG).  

 

 - 5 - 

 

 

 

2. 

Die übrigen Prozessvoraussetzungen geben zu keinen Bemerkungen An-

lass. Auf die Beschwerde ist einzutreten. 

 

II. 

1.  

1.1.  

Der Streit dreht sich nicht um die einkommenssteuerrechtliche Qualifikation 

der entschädigungslosen Landübertragung der D._____ auf die C._____ 

beim Beschwerdegegner als deren Alleinaktionär. Uneinigkeit besteht 

vielmehr darüber, ob überhaupt ein Nachsteuerverfahren eingeleitet 

werden durfte, oder ob es an der dafür namentlich erforderlichen der 

zuständigen Steuerbehörde nicht bekannten Tatsache bzw. an dem nicht 

bekannten Beweismittel gemäss § 206 Abs. 1 StG fehlte.  

 

1.2. 

In der Sache geht es um eine Nachsteuer für die Steuerperiode 2009. Für 

abgeschlossene Sachverhalte, welche sich vor dem Inkrafttreten des 

neuen Rechts ereignet haben, bleibt unabhängig vom Zeitpunkt der Einlei-

tung des Verfahrens das materielle und formelle alte Recht massgebend 

(§ 261 StG; MARIANNE KLÖTI-WEBER/DANIEL SCHUDEL/PATRIK SCHWARB 

[Hrsg.], Kommentar zum Aargauer Steuergesetz, 5. Aufl. 2023 [Kommentar 

5. Aufl.], § 261 StG i.V.m. ANDRIN WALDBURGER, in: MARIANNE KLÖTI-

WEBER/DAVE SIEGRIST/DIETER WEBER [Hrsg.], Kommentar zum Aargauer 

Steuergesetz, 4. Aufl. 2015, N. 1, 3, 5 und 9 zu § 261 StG). Anwendbar auf 

den vorliegenden Fall sind somit die im Jahr 2009 geltenden Gesetzes-

bestimmungen. 

 

2. 

2.1. 

Die Vorinstanz begründet ihr Urteil im Wesentlichen damit, dass es für die 

Erhebung einer Nachsteuer betreffend die natürlichen Personen an der ge-

mäss § 206 Abs. 1 StG erforderlichen Tatbestandsbestandvoraussetzung 

der neuen Tatsache oder des neuen Beweismittels gefehlt habe. Neu seien 

Tatsachen oder Beweismittel, wenn sie im ordentlichen Veranlagungsver-

fahren beziehungsweise während des anschliessenden Rechtsmittelver-

fahrens nicht aktenkundig gewesen und somit erst nach Rechtskraft der 

Veranlagung beziehungsweise des Entscheids zum Vorschein gekommen 

seien. Massgebend sei der Aktenstand im Zeitpunkt der Veranlagung. Im 

vorliegenden Fall datiere die definitive Steuerveranlagung der Beschwer-

degegner vom 24. Juli 2012. Es sei erstellt, dass die Sektion juristische 

Personen des KStA in diesem Zeitpunkt Kenntnis von der entschädigungs-

losen Landabtretung der D._____ an die C._____ gehabt habe, sei sie 

doch mit der am 7. Januar 2010 bei ihr eingegangenen Grundbuchmeldung 

über diesen Vorgang informiert worden. Diese Kenntnis müsse sich die 

Steuerkommission Q._____ unter Berücksichtigung der Rechtsprechung 

 - 6 - 

 

 

 

des Verwaltungsgerichts anrechnen lassen: Gemäss Urteil des 

Verwaltungsgerichts WBE.2013.73 vom 19. September 2013, Erw. 4.3.2, 

wäre es Aufgabe der Sektion juristische Personen des KStA gewesen, 

dafür besorgt zu sein, dass alle die juristische Person betreffenden 

Informationen auch den für die Veranlagung der an ihr Beteiligten 

Zuständigen zugänglich gewesen wären. Demnach hätte die Steuer-

kommission Q._____ im Zeitpunkt der Eröffnung der Steuerveranlagung 

2009 am 24. Juli 2012 Kenntnis der geldwerten Leistung haben müssen. 

Dies umso mehr, als die Grundbuchmeldung vom 23. Dezember 2009 auch 

der Gemeinde Q._____ zugesandt worden sei. Damit beruhe das 

eingeleitete Nachsteuerverfahren nicht auf einer neuen Tatsache und die 

Nachsteuerveranlagung sei zu Unrecht erfolgt. Es bestehe aber kein 

Zweifel daran, dass – hätte eine neue Tatsache vorgelegen – die von den 

Beschwerdegegnern pflichtwidrig nicht deklarierte geldwerte Leistung mit 

einer Nachsteuer zu erfassen gewesen wäre. 

 

2.2. 

Der Beschwerdeführer vertritt demgegenüber die Ansicht, dass das hypo-

thetische Wissen der Sektion juristische Personen des KStA über die ver-

deckte Gewinnausschüttung dem Gemeindesteueramt Q._____ zu 

Unrecht angerechnet worden sei. Der Entscheid des Verwaltungsgerichts, 

auf den sich die Vorinstanz stütze und in welchem festgestellt worden sei, 

dass sich die für die Veranlagung von natürlichen Personen zuständigen 

Gemeindesteuerämter das Wissen der für die Veranlagung der juristischen 

Personen, an denen die in Frage stehenden natürlichen Personen beteiligt 

seien, zuständigen Mitarbeiter bzw. Mitarbeiterinnen des Kantonalen 

Steueramts anrechnen lassen müssten, sei vom Bundesgericht mit Urteil 

2C_1023/2013 vom 8. Juli 2014 aufgehoben worden. Entsprechend könne 

der im zitierten Entscheid vertretenen Ansicht des Verwaltungsgerichts 

gerade nicht gefolgt werden. Das Bundesgericht habe rechtsverbindlich 

festgehalten, dass die Veranlagungsbehörde grundsätzlich davon aus-

gehen dürfe, dass die Steuererklärung wahrheitsgemäss und vollständig 

ausgefüllt worden sei und nur dann weitere Untersuchungen durchführen 

müsse, wenn sich aus den Akten offensichtlich ergebe, dass der massge-

bliche Sachverhalt unvollständig oder unklar sei. Auch in solchen Fällen 

werde der adäquate Kausalzusammenhang zwischen mangelhafter Dekla-

ration und ungenügender oder unvollständiger Veranlagung nur unter 

strengen Voraussetzungen unterbrochen, namentlich, wenn seitens der 

Steuerbehörden grobe Fahrlässigkeit gegeben sei. Eine solche könne nicht 

bereits angenommen werden, wenn die Veranlagungsbehörde keine 

Kenntnis von Informationen habe, welche anderen Einheiten der Verwal-

tung vorgelegen haben. Vorausgesetzt sei vielmehr, dass die entsprechen-

den Informationen auch effektiv übermittelt worden seien. Fehle es an einer 

solchen Übermittlung, könne gemäss Bundesgericht der Veranlagungsbe-

hörde für die natürlichen Personen das Wissen der anderen Verwaltungs-

einheit nicht vorgehalten werden und eine Nachsteuererhebung sei nicht 

 - 7 - 

 

 

 

ausgeschlossen. Der vorinstanzliche Entscheid widerspreche dieser bun-

desgerichtlichen Rechtsprechung. Es sei deshalb in Abweichung davon 

vom Vorliegen einer neuen Tatsache i.S.v. § 206 Abs. 1 StG auszugehen.  

 

Dass die Grundbuchmeldung im Dezember 2009 offensichtlich irrtümlich 

dem Gemeindesteueramt Q._____ zugestellt worden sei, ändere daran 

nichts. Es sei korrekt gewesen, dass das Gemeindesteueramt diese 

Meldung, die nicht ein Rechtsgeschäft der Beschwerdegegner, sondern 

eines zwischen der D._____ und der C._____ betroffen habe, gleichentags 

an die Sektion juristische Personen des KStA weitergeleitet habe. Aus der 

Weiterleitung könne nicht auf die Kenntnis von der verdeckten 

Gewinnausschüttung durch das Gemeindesteueramt geschlossen werden. 

Die Beurteilung einer allfälligen verdeckten Gewinnausschüttung bei 

Rechtsgeschäften zwischen Schwestergesellschaften sei Aufgabe des 

KStA und nicht der Gemeindesteuerämter. Wenn sodann eine entspre-

chende Meldung des KStA an die Gemeinden unterbleibe, dürften diese 

davon ausgehen, dass keine verdeckte Gewinnausschüttung vorliege. Da 

die Meldung des KStA vorliegend erst nach Eintritt der Rechtskraft der Ver-

anlagung der Kantons- und Gemeindesteuern erfolgt sei, liege eine neue 

Tatsache i.S.v. § 206 Abs. 1 StG vor und die zu wenig veranlagte Einkom-

menssteuer sei als Nachsteuer zuzüglich Verzugszins zu erheben.  

 

2.3. 

Mit Vernehmlassung vom 2. März 2023 räumt die Vorinstanz die fehlende 

Erwähnung der Bundesgerichtsurteile 2C_1023/2013 und 2C_1024/2013 

vom 8. Juli 2014 in ihrem Entscheid ein. Dennoch stimme dieser mit der 

entsprechenden bundesgerichtlichen Rechtsprechung überein: Das Ge-

meindesteueramt Q._____ habe bereits am 23. Dezember 2009 

(Versanddatum) – und somit vor der Steuererklärung am 1. Februar 2011 

– Kenntnis von dem die geldwerte Leistung begründenden Landhandel ge-

habt. Die entscheidende Information ergebe sich aus der Grundbuchmel-

dung, welcher die entschädigungslose Übertragung der Liegenschaft und 

damit ein offensichtliches Missverhältnis zwischen Leistung und Gegen-

leistung bei einem Geschäft unter nahestehenden Personen zu entnehmen 

sei. Ab Erhalt dieser Meldung habe das Gemeindesteueramt bzw. die 

Steuerkommission Q._____ nicht mehr von einer vollständigen 

Steuererklärung ausgehen dürfen, sondern wäre verpflichtet gewesen, wei-

tere Untersuchungen betreffend geldwerte Leistung durchzuführen. Der 

adäquate Kausalzusammenhang zwischen pflichtwidrig unterlassener De-

klaration und ungenügender Veranlagung sei aufgrund der pflichtwidrig un-

terlassenen Prüfung der Grundbuchmeldung unterbrochen worden, sodass 

es aufgrund dieser groben Fahrlässigkeit an einer neuen Tatsache fehle.  

 

 - 8 - 

 

 

 

3. 

3.1.  

3.1.1. 

Gemäss § 206 Abs. 1 StG wird, sofern sich aufgrund von Tatschen oder 

Beweismitteln, die der zuständigen Steuerbehörde nicht bekannt waren, 

ergibt, dass eine Veranlagung zu Unrecht unterblieben oder eine rechts-

kräftige Veranlagung unvollständig ist, oder eine unterbliebene oder unvoll-

ständige Veranlagung auf ein Verbrechen oder Vergehen gegen die 

Steuerbehörde zurückzuführen ist, die nicht erhobene Steuer samt Zins als 

Nachsteuer eingefordert. Die Bestimmung ist gleichlautend mit Art. 53 

Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Harmonisierung der direkten Steuern 

der Kantone und Gemeinden vom 14. Dezember 1990 (Steuerharmonisie-

rungsgesetz, StHG; SR 642.14) und Art. 151 des Bundesgesetzes über die 

direkte Bundessteuer vom 14. Dezember 1990 (DBG; SR 642.11) betref-

fend die ordentliche Nachsteuer. Als detaillierte Regelung belässt Art. 53 

Abs. 1 StHG dem kantonalen Gesetzgeber keinen Gestaltungsspielraum 

(zum Ganzen Urteil des Bundesgerichts 2C_263/2018 vom 11. Februar 

2019, Erw. 2). 

 

3.1.2. 

Die Nachsteuer ist keine vom ursprünglichen Steueranspruch verschie-

dene Forderung, sondern die Mehrsteuer, die sich aufgrund des Nach-

steuerverfahrens gegenüber der ursprünglichen Veranlagung ergibt 

(MARTIN E. LOOSER in: MARTIN ZWEIFEL/MICHAEL BEUSCH [Hrsg.], Kommen-

tar zum Schweizerischen Steuerrecht, Bundesgesetz über die Harmonisie-

rung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden [StHG], 

4. Aufl. 2022, N. 1a zu Art. 53 StHG). Sie hat keinen Strafcharakter und es 

gelten für sie keine besonderen Bemessungsgrundsätze. Ein Verschulden 

der steuerpflichtigen Person ist nicht erforderlich (MARTIN E. LOOSER, 

a.a.O, N. 5 zu Art. 53 StHG). Der Gesetzgeber unterscheidet zwei Nach-

steuertatbestände: Nicht bekannte Tatsachen oder Beweismittel und Ver-

brechen oder Vergehen (§°206 Abs. 1 StG; vgl. auch Art. 53 Abs. 1 StHG 

und Art. 151 Abs. 1 DBG). Sie entsprechen den Ursachen für den Steuer-

ausfall. Neben ihnen setzt die Nachsteuer einen Steuerausfall und die 

Rechtskraft der Veranlagung voraus (MARTIN E. LOOSER, a.a.O, N. 4 zu 

Art. 53 StHG). Vorliegend ist, wie einleitend festgehalten, strittig, ob der 

Nachsteuertatbestand der neuen Tatsache bzw. des neuen Beweismittels 

erfüllt ist. 

 

3.1.3. 

3.1.3.1. 

Für die Frage, ob Tatsachen oder Beweismittel neu sind, ist der Aktenstand 

betreffend die steuerpflichtige Person bzw. die steuerpflichtigen Personen 

im Zeitpunkt der Veranlagung massgeblich (Urteile des Bundesgerichts 

2C_458/2014 / 2C_459/2014 vom 26. März 2015, Erw. 2.1; 2C_807/2011 

vom 9. Juli 2012, Erw. 2.6.1; 2C_21/2008 / 2C_22/2008 vom 10. Juni 2008, 

 - 9 - 

 

 

 

Erw. 2.1). Grundsätzlich gelten Tatsachen oder Beweismittel dann als neu, 

wenn sie im Zeitpunkt der Veranlagung zwar vorhanden waren, im ordentli-

chen Veranlagungsverfahren bzw. während des anschliessenden Rechts-

mittelverfahrens aber nicht aktenkundig waren und erst nach Rechtskraft 

der Veranlagung bzw. des Entscheids zum Vorschein und damit zur Kennt-

nis der Steuerbehörden gelangten (sog. unechte Noven) (DAVID SCHENKER, 

in: Kommentar 5. Aufl., N. 18 f. zu § 206 StG; MARTIN E. LOOSER, a.a.O., 

N. 7 zu Art. 53 StHG; Urteil des Bundesgerichts 2C_868/2020 vom 25. Au-

gust 2021, Erw. 2.1.1). Was den Akten entnommen werden konnte, gilt 

nicht als neu, selbst wenn die Steuerbehörden davon aus irgendwelchen 

Gründen keine Kenntnis genommen haben (DAVID SCHENKER, a.a.O., 

N. 18 zu § 206 StG). Die Kenntnis der im Verfahren involvierten Personen 

haben sich die Steuerbehörden anrechnen zu lassen, nicht jedoch das Wis-

sen einer anderen Steuerbehörde oder einer anderen Verwaltungseinheit. 

Entsprechend muss sich die für die Veranlagung eines bzw. einer Steuer-

pflichtigen zuständige Steuerkommission das Wissen der Sektion 

Juristische Personen des KStA nicht anrechnen lassen. Anders verhält es 

sich nur dann, wenn Informationen, welche anderen Einheiten der Verwal-

tung vorlagen, effektiv übermittelt wurden (Urteil des Bundesgerichts 

2C_1023/2013 / 2C_1024/2013 vom 8. Juli 2014, Erw. 3.2 und zum Gan-

zen DAVID SCHENKER, a.a.O., N. 18 zu § 206 StG m.w.H.).  

 

Die unterbliebene und unvollständige Veranlagung muss auf den unvoll-

ständigen Aktenstand im Zeitpunkt der ordentlichen Veranlagung zurück-

zuführen sein (Urteil des Bundesgerichts 2C_263/2018 vom 11. Februar 

2019, Erw. 3.3 am Schluss). Das heisst, die Unkenntnis der neuen Tatsa-

chen oder Beweismittel muss kausal für den festgestellten Steuerausfall 

sein (DAVID SCHENKER, a.a.O., N. 15 zu § 206 StG). Ein Verschulden der 

steuerpflichtigen Person ist nicht erforderlich, vielmehr kommt es auf die 

Würdigung der jeweiligen Pflichten der steuerpflichtigen Person und der 

Steuerbehörde bei der Veranlagung an (Urteil des Bundesgerichts 

2C_868/2020 vom 25. August 2021, Erw. 2.1.2 mit Hinweisen). 

 

3.1.3.2. 

Gemäss § 179 Abs. 1 StG (in der seit 1. Januar 2001 gültigen Fassung) 

stellen die Veranlagungsbehörden zusammen mit den steuerpflichtigen 

Personen die für eine vollständige und richtige Besteuerung massgeben-

den tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse fest. Daraus folgt, dass Be-

hörden und Steuerpflichtige gemeinsam auf die richtige und vollständige 

Veranlagung hinarbeiten und die steuerpflichtige Person alles tun muss, 

um eine solche zu ermöglichen. Insbesondere muss sie das Formular der 

Steuererklärung wahrheitsgemäss und vollständig ausfüllen und die ent-

sprechenden Beilagen einreichen (§ 180 StG, in der seit 1. Januar 2001 

gültigen Fassung).  

 

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Die Steuerbehörde ihrerseits prüft die Steuererklärung und nimmt die erfor-

derlichen Untersuchungen vor (§ 190 Abs. 1 StG, in der seit 1. Januar 2001 

gültigen Fassung), darf sich jedoch grundsätzlich darauf verlassen, dass 

die Steuererklärung richtig und vollständig ist (vgl. zum Ganzen Urteile des 

Bundesgerichts 2C_230/2015 vom 3. Februar 2016, Erw. 2.2 f.; 

2C_868/2020 vom 25. August 2021, Erw. 2.2.1 f.). Sie ist nicht verpflichtet, 

ohne besonderen Anlass Quervergleiche mit Akten anderer Steuerpflichti-

ger vorzunehmen oder im Steuerdossier nach ergänzenden Unterlagen zu 

suchen.  

 

Allerdings darf sie auch nicht in der Art auf der Steuererklärung abstellen, 

wie wenn es sich um eine Selbstveranlagung handeln würde. Aufgrund der 

Untersuchungsmaxime muss sie zu einer gründlicheren Prüfung schreiten, 

wenn sich aus den Akten offensichtlich ergibt, dass die Steuererklärung die 

relevanten Tatsachen unvollständig oder unklar wiedergibt. Wenn die 

Steuerbehörde diese Unvollständigkeit oder Ungenauigkeit hätte erkennen 

müssen, ist der vorausgesetzte adäquate Kausalzusammenhang zwischen 

der lückenhaften Deklaration und der Unterbesteuerung unterbrochen. Un-

ter diesen Umständen kann folglich kein Nachsteuerverfahren mehr einge-

leitet werden, da sich die Unterbesteuerung nicht erst aus einer neuen Tat-

sache ergibt (Urteile des Bundesgerichts 9C_649/2022 vom 7. März 2023, 

Erw. 3.2; 2C_116/2021 vom 8. Juli 2021, Erw. 6.1 und 6.2; 2C_442/2018 

vom 3. Juni 2019, Erw. 2.2; 2C_676/2016 vom 5. Dezember 2017, 

Erw. 4.1; 2C_1018/2015 / 2C_1019/2015 vom 2. November 2017, 

Erw. 6.1, in: RDAF 2017 II S. 630 und StR 73/2018 S. 255; 2C_1023/2013 

/ 2C_1024/2013 vom 8. Juli 2014, Erw. 3.2). Von einer solchen Unterbre-

chung des Kausalzusammenhangs wird indessen praxisgemäss nur aus-

gegangen, wenn der Steuerbehörde grobe Fahrlässigkeit vorzuwerfen ist 

(Urteile des Bundesgerichts 2C_676/2016 / 2C_677/2016 vom 5. Dezem-

ber 2017, Erw. 4.1; 2C_1023/2013 / 2C_1024/2013 vom 8. Juli 2014, 

Erw. 3.2, in: StE 2014 B 97.41 Nr. 27 und StR 69/2014 S. 735; 

2C_123/2012 / 2C_124/2012 vom 8. August 2012, Erw. 5.3.4, je mit Hin-

weisen).   

 

4.  

4.1.  

Es ist unbestritten, dass die Beschwerdegegner in der Steuererklärung für 

das Jahr 2009 keinen Beteiligungsertrag der D._____ deklariert haben. 

Weder aus den entsprechenden Steuererklärungsformularen, noch aus 

den Beilagen zur Steuererklärung ergibt sich ein Hinweis auf den 

Beteiligungsertrag. Anhand des Wertschriften- und Guthaben-

verzeichnisses ist aber (immerhin) die Beteiligung der Beschwerdegegner 

an den beiden Gesellschaften D._____ und C._____ aktenkundig. Insoweit 

ist dem Beschwerdeführer somit zu folgen, dass für das 

 - 11 - 

 

 

 

Gemeindesteueramt Q._____ jedenfalls aufgrund des De-

klarationsverhaltens der Beschwerdegegner kein Anlass zu weiteren Un-

tersuchungen bestand. 

 

4.2. 

Bereits am 5. Januar 2010 hatte indessen das Gemeindesteueramt eine 

Grundbuchmeldung betreffend das Grundstückgeschäft zwischen der 

D._____ und der C._____ vom 2. November 2009 erhalten.  

 

4.2.1. 

Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers erfolgte diese Meldung 

durch das Grundbuchamt nicht irrtümlich an das Gemeindesteueramt 

Q._____, sondern in Übereinstimmung mit den gesetzlich statuierten 

Meldepflichten Dritter: Gemäss § 185 Abs. 3 aStG (in der Fassung vom 

15. Dezember 1998, in Kraft vom 1. Januar 2001 bis 31. Dezember 2015 

[aStG; SAR 651.100]) waren die Urkundspersonen bei Grundstück-

verkäufen verpflichtet, dem Grundbuchamt zuhanden der Steuerbehörden 

eine zusätzliche Vertragskopie einzureichen. Die Grundbuchämter wiede-

rum waren nach § 63 der (alten) Verordnung zum Steuergesetz vom 

11. September 2000 (in der Fassung vom 11. September 2000, in Kraft 

vom 1. Januar 2001 bis 31. Dezember 2015 [SAR 651.111; aStGV]) ver-

pflichtet, von jeder Handänderung den zuständigen Gemeinderäten und 

Gemeindesteuerämtern sowie dem Kantonalen Steueramt die für die 

Steuerveranlagung notwendigen Angaben zu melden. Praxisgemäss er-

folgte diese sog. Grundbuchmeldung gem. § 63 aStGV ausschliesslich an 

das Gemeindesteueramt derjenigen Gemeinde, auf deren Gebiet das 

Grundstück lag und oblag es sodann diesem, die Meldung an die zustän-

dige Behörde (Gemeinderat, Steuerkommission oder Kantonales Steuer-

amt) weiterzuleiten (MARTIN SCHADE in: MARIANNE KLÖTI-WEBER/DAVE 

SIEGRIST/DIETER WEBER [Hrsg.], Kommentar zum Aargauer Steuergesetz, 

3. Aufl. 2009, N. 14 zu § 185 StG). 

 

Mit der Einführung des informatisierten Grundbuchs Caprista wurde die 

elektronische Grundbuchmeldung eingeführt. Damit kann der Grundstück-

verkaufsvertrag von den Steuerbehörden direkt über das System einge-

sehen werden, was die Verpflichtung der Urkundspersonen zur Einrei-

chung einer zusätzlichen Vertragskopie obsolet macht (MARTIN SCHADE, in:  

Kommentar 5. Aufl., N. 13 f. zu § 185 StG). An der Meldepflicht der Grund-

buchämter wurde aber festgehalten und sie wurde von der Verordnungs-

stufe in eine gesetzliche Bestimmung überführt. Seit 1. Januar 2016 lautet 

§ 185 Abs. 3 StG: "Die Grundbuchämter melden den zuständigen Steuer-

behörden von Amtes wegen Eintragungen im Grundbuch, die zu einer Be-

steuerung nach diesem Gesetz Anlass geben können. Mit dieser Melde-

pflicht verbunden ist das Einsichtsrecht der Steuerbehörden in die Daten 

des Grundbuchs, die sie zur Erfüllung ihrer gesetzlichen Aufgaben benöti-

gen, sowie in die entsprechenden Grundbuchbelege". 

 - 12 - 

 

 

 

 

§ 63 aStGV sieht – wie sich auch aus der neuen Regelung in § 185 Abs. 3 

StG ergibt, mit welcher, abgesehen vom Fallenlassen der Meldepflicht mit 

Bezug auf den Gemeinderat und dem neu eingeführten Einsichtsrecht der 

Steuerbehörden ins Grundbuch, keine materielle Gesetzesänderung beab-

sichtigt war – eine Meldepflicht namentlich an die zuständigen Gemeinde-

steuerämter vor. Diese Meldepflicht dient, zumal der Kanton Aargau bei der 

Grundstückgewinnsteuer nicht etwa dem monistischen System folgt, son-

dern bei Gewinnen aus der Veräusserung von Geschäftsliegenschaften 

grundsätzlich die Einkommensteuer bzw. die Gewinnsteuer zur Anwen-

dung gelangt (vgl. § 95 Abs. 2 StG; siehe dazu auch YASIN 

YLDIRIM/MARIANNE KLÖTI-WEBER, in: Kommentar 5. Aufl., N. 7 ff. zu § 95 

StG), einer umfassenden Information der Gemeindesteuerämter im Hin-

blick auf mögliche Steuerfolgen aus den gemeldeten Handänderungen.  

 

4.2.2. 

Damit kann hier, wie bereits festgehalten, entgegen der Darstellung des 

Beschwerdeführers nicht gesagt werden, dass die Meldung des Grund-

buchamts R._____ dem Steueramt der Gemeinde Q._____, in der nicht nur 

die beiden Gesellschaften, zwischen denen die Handänderung stattfand, 

ihren Sitz hatten, sondern auch der Alleinaktionär der C._____ seinen 

Wohnsitz hatte und auch heute noch hat, offensichtlich irrtümlich zugestellt 

worden wäre. Ob eine gemeldete Handänderung tatsächlich Steuerfolgen 

nach sich zieht oder nicht, ist von den Veranlagungsbehörden zu 

entscheiden. Vorliegend gelangte das Gemeindesteueramt beim Eingang 

der Grundbuchmeldung, da sie einen Handwechsel zwischen zwei 

juristischen Personen, wenn auch beide mit Sitz in Q._____ betraf, offenbar 

zur Auffassung, aus dieser Handänderung könnten, wenn überhaupt, nur 

Steuerfolgen mit Bezug auf die beiden betroffenen Gesellschaften 

resultieren, deren Veranlagung nicht in seinen, sondern in den 

Zuständigkeitsbereich des KStA, genauer: der Sektion juristische Personen 

des KStA, fällt. Damit lag sie falsch (siehe unten Erw. II/4.3.3). Zuständige 

Veranlagungsbehörde im vorliegenden Fall war nicht nur das für die Ver-

anlagung der juristischen Personen zuständige KStA, JP, (§ 162 StG, in 

der seit 1. Januar 2001 gültigen Fassung; CONRAD M. WALTHER, in: Kom-

mentar 5. Aufl., N. 3 zu § 162 StG), sondern auch die für die Veranlagung 

der natürlichen Personen zuständige Steuerkommission (§ 164 StG, in der 

seit 1. Januar 2007 gültigen Fassung).  

 

4.2.3. 

Indem das Steueramt Q._____ die Grundbuchmeldung an die Sektion 

juristische Personen des KStA weiterleitete und nicht einmal eine Kopie 

dieser Meldung in seinen eigenen Akten behielt, beraubte es sich im 

Hinblick auf die Einkommenssteuerveranlagung 2009 für den Fall der 

Nichtdeklaration einer allfälligen verdeckten Gewinnausschüttung aus dem 

 - 13 - 

 

 

 

Grundstückgeschäft der Möglichkeit, eine solche zu entdecken. Die Ent-

deckung einer nicht deklarierten Gewinnausschüttung wäre nach Weiter-

sendung der Grundbuchmeldung allein noch aufgrund einer entsprechen-

den Meldung der Sektion juristische Personen des KStA möglich gewesen 

– wozu es aber in der Folge nicht kam.  

 

4.3. 

4.3.1. 

(Mit-)Ursache der unvollständigen Veranlagung der Beschwerdegegner ist 

damit der Umstand, dass die Grundbuchmeldung am 5. Januar 2009 vom 

Gemeindesteueramt Q._____ (ohne Erstellung einer Kopie für sich selbst) 

an die Sektion juristische Personen des KStA weitergeleitet wurde und dem 

Gemeindesteueramt bei Vornahme der Veranlagung der 

Beschwerdegegner am 24. Juli 2012 nicht mehr zur Verfügung stand. Bei 

dieser Sachlage fragt sich, ob der für die Erhebung einer Nachsteuer 

vorausgesetzte adäquate Kausalzusammenhang zwischen der lückenhaf-

ten Deklaration und der Unterbesteuerung durch die geschilderte unzutref-

fende Weiterleitung der Grundbuchmeldung (welche dann bei Vornahme 

der Veranlagung der Beschwerdegegner nicht mehr vorlag) unterbrochen 

wurde. Im Vordergrund steht dabei die Frage, ob dem Gemeindesteueramt 

Q._____ in diesem Zusammenhang grobe Fahrlässigkeit vorzuwerfen ist.  

 

4.3.2. 

Ob ein Vorzugsgeschäft zwischen der Kapitalgesellschaft und der Anteils-

inhaberin oder dem Anteilsinhaber zustande kommt, oder ob dieses 

zwischen zwei Schwestergesellschaften abgewickelt wird, spielt steuer-

rechtlich keine Rolle: Bei geldwerten Leistungen zwischen Schwesterge-

sellschaften fliesst der Vorteil zwar betriebswirtschaftlich unmittelbar von 

einer Gesellschaft zur anderen. Auf dem gemeinsamen Beteiligungsver-

hältnis fussende Zuwendungen zwischen solchen Gesellschaften haben 

steuerrechtlich aber als verdeckte Gewinnausschüttungen an den Anteils-

inhaber oder die Anteilsinhaberin einerseits und als verdeckte Kapitalein-

lagen des Anteilsinhabers oder der Anteilsinhaberin an die empfangende 

Gesellschaft anderseits zu gelten (BGE 138 II 57, Erw. 4.2). Befindet sich 

die Beteiligung im Privatvermögen des Anteilsinhabers oder der Anteilsin-

haberin greift in jedem Fall die reine Dreieckstheorie (Urteil des Bundesge-

richts 2C_630/2021 / 2C_631/2021vom 17. Mai 2022, Erw. 2.4.3 mit zahl-

reichen Hinweisen). 

 

4.3.3. 

Die Dreieckstheorie, insbesondere die erwähnte reine Dreieckstheorie (vgl. 

zur sog. modifizierten Dreieckstheorie, deren Anwendung bei im Ge-

schäftsvermögen gehaltenen Beteiligungen bzw. bei von juristischen Per-

sonen gehaltenen Beteiligungen postuliert wird; MADELEINE SIMONEK, Un-

ternehmenssteuerrecht, 2019, S. 347 f. mit Hinweisen) muss als Bestand-

 - 14 - 

 

 

 

teil des "Wissensrucksacks" jedes Mitglieds einer (Einkommens-)Steuerbe-

hörde angesehen werden. Wer natürliche Personen veranlagt, die an meh-

reren Kapitalgesellschaften beteiligt sind, so dass ein Leistungsaustausch 

zwischen diesen Gesellschaften denkbar ist, muss damit rechnen, dass 

solche Leistungsaustauchgeschäfte allenfalls zu nicht drittvergleichskon-

formen Preisen oder gar (wie hier) ohne Erbringung einer Gegenleistung 

vorgenommen werden. Damit ist aber auch offensichtlich, dass, worauf die 

Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung zutreffend hinweist, das Steueramt 

Q._____ beim Eingang der Grundbuchmeldung betreffend das 

Grundstückgeschäft vom 2. November 2009, aus der klar hervorgeht, dass 

die Landabtretung "entschädigungslos (ohne Gebäude Nr. ddd)" 

(vgl. letzte Spalte letzte Zeile der Grundbuchanmeldung)" erfolgte, Veran-

lassung gehabt hätte, die Grundbuchmeldung im Hinblick auf die – später 

einzureichende Steuererklärung der Beschwerdegegner für das Steuerjahr 

2009 – zu den Steuerakten der Beschwerdegegner zu nehmen. Unabhän-

gig vom späteren Einkommenssteuerdeklarationsverhalten der Beschwer-

degegner in ihrer Steuererklärung für das Steuerjahr 2009 wäre es damit 

möglich gewesen, aufgrund der Akten zu prüfen, ob die Beschwerdegegner 

Einkommen aus einer verdeckten Gewinnausschüttung der D._____ an 

ihren Hauptaktionär deklarierten bzw. (mangels einer solchen Deklaration) 

Nachfragen zum Grundstückgeschäft vom 2. November 2009 zu stellen 

und/oder weitere Untersuchungen dazu durchzuführen. Insgesamt erweist 

sich damit das Verhalten des Gemeindesteueramts Q._____, welches erst 

dazu führte, dass ihm der entschädigungslose Landübergang von der 

D._____ an die C._____ anlässlich der Einkommenssteuerveranlagung 

unbekannt blieb bzw. nicht (mehr) bekannt war, als grobfahrlässig. Mit der 

Vorinstanz ist somit hier der erforderliche Kausalzusammenhang zwischen 

der lückenhaften Einkommensdeklaration der Beschwerdegegner und 

deren Unterbesteuerung im Jahr 2009 als Folge des grobfahrlässigen 

Verhaltens des Gemeindesteueramts Q._____ als unterbrochen zu 

betrachten. Den Beschwerdegegnern kann daher im Zusammenhang mit 

dem Grundstückgeschäft vom 2. November 2009 keine Nachsteuer 

auferlegt werden.  

 

5. 

Diese Erwägungen führen zur Abweisung der Beschwerde.  

 

III. 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens gehen die Kosten des verwaltungs-

gerichtlichen Verfahrens zu Lasten des KStA, welches als Behörde Be-

schwerde geführt und damit vermögensrechtliche Interessen des Gemein-

dewesens verfolgt hat (§ 189 Abs. 1 StG i.V.m. § 31 Abs. 2 VRPG, 

AGVE 2006, S. 285). 

 

 - 15 - 

 

 

 

Die Zusprechung von Parteikostenersatz an die Beschwerdegegner fällt 

angesichts dessen, dass sie sich am verwaltungsgerichtlichen Verfahren 

nicht beteiligt haben, ausser Betracht.  

 

 
   

Das Verwaltungsgericht erkennt: 

 

1. 

Die Beschwerde gegen den Entscheid des Spezialverwaltungsgerichts, 

Abt. Steuern, 3-RV.2021.57 vom 26. Januar 2023 wird abgewiesen. 

 

2. 

Die verwaltungsgerichtlichen Verfahrenskosten, bestehend aus einer 

Staatsgebühr von Fr. 1'500.00 sowie Kanzleigebühr und den Auslagen von 

Fr. 248.00, gesamthaft Fr. 1'748.00, sind vom Kantonalen Steueramt zu 

bezahlen. 

 

3. 

Es werden keine Parteikosten ersetzt. 

 

 
 

   

Zustellung an: 

das Kantonale Steueramt 

die Beschwerdegegner (Vertreter) 

die Eidgenössische Steuerverwaltung  

 

Mitteilung an: 

den Gemeinderat Q._____ 

das Spezialverwaltungsgericht, Abt. Steuern 

 

 
   

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Dieser Entscheid kann wegen Verletzung von Bundesrecht, Völkerrecht, 

kantonalen verfassungsmässigen Rechten sowie interkantonalem Recht 

innert 30 Tagen seit der Zustellung mit Beschwerde in öffentlich-recht-

lichen Angelegenheiten beim Schweizerischen Bundesgericht, 

Schweizerhofquai, 6004 Luzern, angefochten werden. Die Frist steht still 

vom 7. Tag vor bis und mit 7. Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 

15. August und vom 18. Dezember bis und mit 2. Januar. Die unterzeich-

nete Beschwerde muss das Begehren, wie der Entscheid zu ändern sei, 

sowie in gedrängter Form die Begründung, inwiefern der angefochtene Akt 

Recht verletzt, mit Angabe der Beweismittel enthalten. Der angefochtene 

Entscheid und als Beweismittel angerufene Urkunden sind beizulegen 

 - 16 - 

 

 

 

(Art. 82 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht [Bundesgerichts-

gesetz, BGG; SR 173.110] vom 17. Juni 2005). 

 

 
 

   

Aarau, 28. September 2023 

 

Verwaltungsgericht des Kantons Aargau 

2. Kammer 

Vorsitz: Gerichtsschreiberin:  

 

      i.V. 

 

Berger Roder