# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4d268017-083d-5f6b-8865-e66e8e9f223b
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-09-04
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht Sonstige Kammern 04.09.2025 SR1 2024 6
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_999_SR1-2024-6_2025-09-04.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Graubünden
Dretgira superiura dal chantun Grischun
Tribunale d'appello del Cantone dei Grigioni

Urteil vom 4. September 2025
mitgeteilt am 15. Oktober 2025

[Gegen dieses Urteil wurde Beschwerde erhoben. Der Fall ist am Bundesgericht 
hängig (6B_924/2025).]

Referenz SR1 24 6

Instanz Erste strafrechtliche Kammer

Besetzung Moses, Vorsitz
Cavegn und Richter-Baldassarre
Bernhard, Aktuarin

Parteien A.________
Beschuldigte
vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Claudia Nievergelt Giston

gegen

Staatsanwaltschaft Graubünden
Rohanstrasse 5, 7001 Chur

B.________
Privatkläger
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. HSG Patrick Stach

Gegenstand gewerbsmässiger betrügerischer Missbrauch einer 
Datenverarbeitungsanlage gemäss Art. 147 Abs. 2 StGB und 
Veruntreuung gemäss Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB

Anfechtungsobj. Urteil Regionalgericht Maloja vom 30. November 2023, mitgeteilt 
am 24. Januar 2024 (Proz. Nr. 515-2023-9)

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Sachverhalt

A. Das Regionalgericht Maloja sprach A.________ (nachfolgend: die 
Beschuldigte) am 30. November 2023 des gewerbsmässigen betrügerischen 
Missbrauchs einer Datenverarbeitungsanlage gemäss aArt. 147 Abs. 2 StGB und 
der Veruntreuung gemäss Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB schuldig. Es bestrafte sie mit 
einer Freiheitsstrafe von 28 Monaten. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wurde im 
Umfang von 14 Monaten unter Ansetzung einer Probezeit von drei Jahren 
aufgeschoben. Das Regionalgericht widerrief den mit Strafbefehl der 
Staatsanwaltschaft Graubünden vom 10. September 2019 bedingt 
ausgesprochenen Vollzug der Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu je CHF 30.00. Die 
Beschuldigte wurde für die Dauer von sieben Jahren des Landes verwiesen. Weiter 
verpflichtete das Regionalgericht die Beschuldigte, B.________ (nachfolgend: der 
Privatkläger) CHF 651'671.37 zzgl. 5 % Zins seit 1. Januar 2022 zu bezahlen. Im 
Übrigen wurde die Zivilklage auf den Zivilweg verwiesen. Die Beschuldigte wurde 
zusätzlich verpflichtet, den Privatkläger mit CHF 10'000.00 (inkl. MwSt. und 
Spesen) zu entschädigen. Auf die Zivilklage des Vereins C.________ wurde nicht 
eingetreten. Die Kosten wurden der Beschuldigten auferlegt.

B. Gegen das Urteil meldete die Beschuldigte am 11. Dezember 2023 Berufung 
an. Die Berufungserklärung erfolgte am 14. Februar 2024. Die Beschuldigte 
beantragt zusammengefasst, sie sei von sämtlichen Vorwürfen freizusprechen und 
die Zivilklage des Privatklägers sei abzuweisen (eventualiter auf den Zivilweg zu 
verweisen), alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten des Staates 
(eventualiter unter solidarischer Haftung zulasten des Privatklägers und des Vereins 
C.________). Die Beschuldigte beantragt ferner eine Konfrontationseinvernahme 
mit dem Privatkläger sowie die Einvernahmen von D.________, E.________ und 
F.________ als Zeugen.

C. Die Staatsanwaltschaft verzichtete am 27. Februar 2024 auf eine 
Stellungnahme und beantragte die Abweisung der Beweisanträge.

D. Am 12. September 2024 wurden die Parteien zur Hauptverhandlung vom 
14. Januar 2025 vorgeladen. In der Vorladung wurde darauf hingewiesen, dass der 
Privatkläger anlässlich der Berufungsverhandlung als Auskunftsperson befragt 
werde, wofür er persönlich zu erscheinen habe.

E. Am 21. Oktober 2024 hiess der Vorsitzende der I. Strafkammer den Antrag, 
D.________ als Zeugen zu befragen, gut. Die weiteren in der Berufungserklärung 
gestellten Beweisanträge wies er ab.

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F. Die Berufungsverhandlung fand am 14. Januar 2025 in Anwesenheit der 
Beschuldigten und ihrer Verteidigung, der Staatsanwaltschaft und des 
Rechtsvertreters des Privatklägers statt. Der Privatkläger liess über seinen 
Rechtsvertreter mitteilen, dass er nicht erscheinen werde.

G. Die Beschuldigte hielt an ihrem Antrag, es sei der Privatkläger 
einzuvernehmen, fest. Der Privatklägervertreter beantragte die Befragung von 
G.________ (Bankberater des Privatklägers) als Zeuge. Nach Befragung des 
Zeugen D.________ und der Beschuldigten wurde die Verhandlung vertagt und es 
wurde auf den 26. August 2025 neu vorgeladen.

H. Die Fortsetzung der Hauptverhandlung fand am 26. August 2025 in 
Anwesenheit der Beschuldigten und deren Verteidigung, der Staatsanwaltschaft 
und des Rechtsvertreters des Privatklägers statt. Der Privatkläger liess sich 
abermals entschuldigen. G.________ wurde als Zeuge einvernommen. Der von der 
Staatsanwaltschaft eingereichte Strafbefehl wurde zu den Akten genommen. Die 
Verteidigung reichte diverse Beilagen zum Plädoyer ein. Der Antrag des 
Privatklägers auf Edition der Unterlagen der Bank M.________ wurde abgewiesen.

I. Die Staatsanwaltschaft beantragt die Abweisung der Berufung.

J. Der Privatkläger beantragt die Abweisung der Berufung und die Bestätigung 
des vorinstanzlichen Urteils, insbesondere sei die Beschuldigte zu verpflichten, dem 
Privatkläger den Betrag von CHF 651’671.37, zuzüglich 5 % Zins jährlich seit dem 
1. Januar 2022, und eine Entschädigung von CHF 10'000.00 inkl. 7,7 % MWST und 
Spesen für das erstinstanzliche Verfahren zu bezahlen.

K. Die Beschuldigte wiederholt die mit Berufungserklärung gestellten Anträge 
(Freispruch von beiden Vorwürfen, Abweisung der Zivilklage) und beantragt eine 
Entschädigung von CHF 36'806.95 zulasten der Staatskasse (eventualiter des 
Privatklägers).

Erwägungen

1. Prozessuales

1.1. Die Eintretensvoraussetzungen geben zu keinen Bemerkungen Anlass. Auf 
die Berufung ist einzutreten.

1.2. Nicht angefochten und daher in Rechtskraft erwachsen ist Dispositivziffer 8 
des Urteils des Regionalgerichts Maloja (Nichteintreten auf die Zivilklage des Ve-
reins C.________). Die Rechtskraft ist vorab festzustellen.

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1.3. Anlässlich der Berufungsverhandlung vom 26. August 2025 stellte die 
Verteidigung erneut den Antrag, es sei der Privatkläger einzuvernehmen. Das 
Obergericht wies den Beweisantrag unter Hinweis auf das Beschleunigungsgebot 
ab. Da der Privatkläger bereits zweimal nicht erschienen ist, ist fraglich, ob er einer 
dritten Vorladung Folge leisten wird. Eine weitere Verfahrensverzögerung ist nicht 
mehr hinnehmbar.

1.4. Der Beweisantrag des Privatklägers auf Edition der Unterlagen, 
insbesondere Gesprächsnotizen der Bank M.________, wurde abgewiesen. Diese 
Dokumente betreffen das Verhältnis zwischen der Bank M.________ und ihrem 
Kunden (dem Privatkläger) und sind im Strafverfahren gegen die Beschuldigte von 
keinem Nutzen.

1.5. Die von der Verteidigung aufgeworfenen Vorfragen betreffend die 
Verwertbarkeit verschiedener Beweise werden im Rahmen der Beweiswürdigung 
behandelt.

2. Gewerbsmässiger betrügerischer Missbrauch einer Datenverarbeitungs-
anlage gemäss aArt. 147 Abs. 2 StGB

2.1. Anklagevorwurf und Urteil Vorinstanz

Die Staatsanwaltschaft geht in ihrer Anklage davon aus, dass der Privatkläger der 
Beschuldigten am 15. Januar 2018 die Daten seiner Kreditkarte per WhatsApp 
übermittelt habe, damit sie für ihn ein Hotel buche. Im Zeitraum vom 21. März 2018 
bis 25. August 2020 habe die Beschuldigte ohne Einwilligung des Privatklägers 
seine Kreditkarte für eigene Zwecke benutzt. Insgesamt sei von über 1'600 
Einzeltransaktionen mit einem Gesamtwert von CHF 724'887.91 auszugehen. Die 
Beschuldigte habe ihr Vorgehen berufsmässig ausgeübt.

Die Vorinstanz erachtete den angeklagten Sachverhalt als erstellt, wobei sie von 
einem geringeren Deliktsbetrag, nämlich CHF 667'543.95, ausging.

2.2. Standpunkt der Beschuldigten und zu erstellender Sachverhalt

Die Beschuldigte bestreitet nicht, die Kreditkarte des Privatklägers (auch) für eigene 
Zwecke benutzt zu haben. Sie sei aber von seinem grundsätzlichen Einverständnis 
ausgegangen. Auf der anderen Seite gab sie bei einzelnen Transaktionen zu, keine 
explizite Erlaubnis gehabt zu haben. Zu klären ist, ob eine Einwilligung des 
Privatklägers zur privaten Nutzung der Kreditkarte durch die Beschuldigte bestand 
und – falls ja – welchen Umfang diese hatte.

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2.3. Grundsätze der Beweiswürdigung

Das Gericht würdigt die Beweise frei nach seiner aus dem gesamten Verfahren 
gewonnenen Überzeugung (Art. 10 Abs. 2 StPO). Bestehen unüberwindliche 
Zweifel an der Erfüllung der tatsächlichen Voraussetzungen der angeklagten Tat, 
so geht das Gericht von der für die beschuldigte Person günstigeren Sachlage aus 
(Art. 10 Abs. 3 StPO). Aussagen sind dahingehend zu prüfen, ob sie verständlich, 
zusammenhängend und glaubhaft sind. Ebenso ist abzuklären, ob sie mit den 
weiteren Beweisen in Einklang stehen (vgl. statt vieler Urteil des Bundesgerichts 
7B_766/2023 vom 14. August 2025 E. 2.2.3 m.w.H.).

2.4. Beweismittel

Zur Erstellung des Sachverhalts dienen insbesondere die Aussagen der 
Beschuldigten (act. H.6; RG-act. 34; StA-act. 1.10; 10.14 und 10.15), die 
Strafanzeige der Bank M.________ (StA-act. 5.2), die 
Kreditkartenabrechnungen/Transaktionslisten (StA-act. 3.30; 5.3 ff.; 10.16), diverse 
Tabellen/Listen betreffend die Kreditkartentransaktionen mit Stellungnahmen (StA-
act. 1.11; 1.35; 2.13; 3.14 ff.; RG-act. 26), die Auszüge aus dem WhatsApp-Chat 
zwischen der Beschuldigten und dem Privatkläger (StA-act. 10.11 f.), die 
Vereinbarung ("Settlement Agreement") zwischen der Beschuldigten und dem 
Privatkläger betreffend "Geldverlust von ca. CHF 650'000.00" (StA-act. 2.4), die 
schriftlichen Aussagen des Privatklägers auf die Fragen der Kantonspolizei (StA-
act. 3.4) sowie die Aussagen des Zeugen G.________ vor Obergericht (act. H.17).

2.5. Verwertbarkeit

2.5.1. Mangelnde notwendige Verteidigung

Die Beschuldigte bringt vor, sämtliche vor dem 7. Dezember 2020 (Datum der 
Mitteilung über die Verteidigung) erhobenen Beweismittel (insbesondere die 
Aussagen der Beschuldigten bei der Polizei) seien nicht verwertbar, weil die 
Beschuldigte nicht verteidigt gewesen sei, aber offensichtlich ein Fall notwendiger 
Verteidigung (Landesverweis, Deliktssumme) vorgelegen habe (act. H.13 Ziff. 1.1).

Die beschuldigte Person muss verteidigt werden, wenn ihr eine Freiheitsstrafe von 
mehr als einem Jahr (…) oder eine Landesverweisung droht (Art. 130 lit. b StPO). 
Wurden in Fällen, in denen die Verteidigung erkennbar notwendig gewesen wäre, 
Beweise erhoben, bevor eine Verteidigerin oder ein Verteidiger bestellt worden ist, 
so sind diese Beweise nur verwertbar, wenn die beschuldigte Person auf eine 
Wiederholung der Beweiserhebung verzichtet (Art. 131 Abs. 3 StPO).

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Die Staatsanwaltschaft wendet ein, im Zeitpunkt der Strafanzeige sei nicht klar 
gewesen, dass die gewerbsmässige Taterfüllung gegeben sei und nur diese sei 
Katalogtat für die Landesverweisung. Bei der ersten polizeilichen Einvernahme sei 
die Notwendigkeit der Verteidigung nicht erkennbar gewesen (act. H.18 S. 5 f.).

Aufgrund der ausländischen Staatsangehörigkeit der Beschuldigten war klar, dass 
eine Landesverweisung grundsätzlich im Raum stand. Die Anzahl der 
Transaktionen, die der Beschuldigten mit der Strafanzeige vorgeworfen wurden, 
wiesen zudem auf eine gewerbsmässige Begehung hin. Dass ein Fall notwendiger 
Verteidigung vorlag, war also bereits im Zeitpunkt der ersten polizeilichen Befragung 
am 10. November 2020 erkennbar. Sämtliche Beweise, die bis zur Mandatierung 
der Verteidigung am 26. November 2020 (Vollmacht; StA-act. 2.2) erhoben wurden, 
sind daher in Anwendung von Art. 131 Abs. 3 StPO i.V.m. Art. 141 Abs. 5 StPO 
nicht verwertbar.

2.5.2. Verletzung der Teilnahmerechte

Da der Privatkläger nicht zur Einvernahme erscheinen konnte, wurden ihm durch 
die Staatsanwaltschaft bzw. Polizei Fragen zugestellt. Der Rechtsvertreter des 
Privatklägers reichte dessen schriftliche Stellungnahme am 16. März 2021 ein (StA-
act. 3.4). Eine weitere Befragung des Privatklägers konnte während des ganzen 
Verfahrens nicht durchgeführt werden (das Obergericht hatte ihn zweimal erfolglos 
vorgeladen). Die Verteidigung macht geltend, dass die Antworten des Privatklägers 
nicht verwertbar seien, da die Beschuldigte nie an einer Befragung teilgenommen 
habe und auch ihr Konfrontationsrecht nie habe ausüben können (act. H.13 
Ziff. 1.2).

Einvernahmen, die in Abwesenheit einer Partei stattfanden, sind nicht zu deren 
Lasten verwertbar (Art. 147 Abs. 4 StPO). Der Privatkläger wurde im ganzen 
Verfahren nie formell einvernommen. Die schriftliche Beantwortung der Fragen 
erfolgte ohne Gewährung der Teilnahmerechte der Beschuldigten, weshalb die 
Antworten des Privatklägers nicht zu ihren Lasten verwertbar sind.

2.5.3. Verletzung rechtliches Gehör

Am 12. November 2020 erliess die Staatsanwaltschaft Editionsverfügungen an die 
Bank N.________ (Bank N.________; StA-act. 6), die Bank M.________ (StA-
act. 7 und 8) und die Bank P.________ (StA-act. 9). Nach Ansicht der Verteidigung 
sind die Editionen der Bankunterlagen als geheime Zwangsmassnahmen erfolgt 
und der Beschuldigten sei nie die Gelegenheit gegeben worden, sich dazu zu 

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äussern, wodurch ihr rechtliches Gehör verletzt worden sei. Dies führe zur 
Unverwertbarkeit der Beweismittel (act. H.13 Ziff. 1.5).

Tatsächlich ist nicht ersichtlich, dass die Beschuldigte aktiv über die erfolgten 
Durchsuchungen der Bankunterlagen informiert wurde. Andererseits haben die 
Beschuldigte und deren Verteidigung spätestens mit der Akteneinsicht Kenntnis von 
den Editionen erlangt und hätten Massnahmen ergreifen können, was sie nicht 
getan haben. Das Argument, dass das Nichtergreifen entsprechender 
Rechtsbehelfe auf die schlechte Leistung des damaligen Verteidigers 
zurückzuführen ist, ist nicht zu hören, wären jenen (namentlich einem 
Siegelungsgesuch) wohl wenig Erfolg beschieden gewesen. Jedenfalls sind die 
Bankunterlagen verwertbar.

2.5.4. Verwertbarkeit der Folgebeweise

Ermöglichte ein Beweis, der nicht verwertet werden darf, die Erhebung eines 
weiteren Beweises, so ist dieser nur dann verwertbar, wenn er auch ohne die 
vorhergehende Beweiserhebung möglich gewesen wäre (Art. 141 Abs. 4 StPO).

Die Beschuldigte bringt vor, dass weitere Beweise – so insbesondere ihre Aussagen 
anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme – nicht verwertbar seien, weil 
diese nur aufgrund der illegal erhobenen Beweise (ihre Aussagen bei der Polizei, 
nicht konfrontierte Stellungnahme des Privatklägers) zustande gekommen seien 
(act. H.13 Ziff. 1.4).

Vorhalte von Angaben des Privatklägers finden sich in den Fragen 13, 16, 17 und 
18 der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme. Die Fragen 16 bis 18 beziehen sich 
auf die beanstandeten Transaktionen mit der Kreditkarte des Privatklägers. Die 
Liste wurde der Beschuldigten vorgelegt, damit sie anstreichen konnte, welche 
Transaktionen nicht von ihr getätigt wurden. Damit bezieht sich der Vorhalt nicht auf 
nicht konfrontierte Aussagen des Privatklägers, sondern auf Angaben, die mit der 
Strafanzeige eingereicht worden waren, und auf Beweismittel, die auch ohne die 
Aussagen des Privatklägers beschafft werden konnten. Die Antwort auf Frage 13, 
die die fehlende Einwilligung betrifft und sich auf die Stellungnahme des 
Privatklägers stützt, ist indes nicht verwertbar. Abgesehen davon ist die 
staatsanwaltschaftliche Einvernahme jedoch nicht als Folgebeweis zu betrachten 
und die Aussagen der Beschuldigten sind verwertbar. Inwiefern die Bankeditionen 
als unverwertbare Folgebeweise anzusehen sind, erschliesst sich dem Obergericht 
nicht. Der Tatverdacht gegenüber der Beschuldigten war gegeben. Bei einem 
Vermögensdelikt ist es naheliegend, die Bankunterlagen der verdächtigen Person 

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einzuverlangen. Die Editionen stützen sich daher nicht auf unverwertbare Aussagen 
der Beschuldigten.

2.5.5. Verwendung der Beilagen zum Plädoyer der Verteidigung

Die Verteidigung hat anlässlich der Berufungsverhandlung Urkunden zu den Akten 
gegeben. Der Privatkläger stellt sich auf den Standpunkt, dass dies nach Schluss 
des Beweisverfahrens und damit verspätet erfolgt sei, weshalb die Beilagen nicht 
zu berücksichtigen seien (act. H.18 S. 6 f.). Die Verteidigung bringt dagegen vor, 
die Einreichung sei deshalb erst mit dem Plädoyer erfolgt, weil die Beilagen mit der 
Befragung des Privatklägers hätten eingereicht werden sollen. Da diese nun nicht 
stattgefunden habe, die Beschuldigte aber am entsprechenden Beweisantrag 
festgehalten habe, habe sie die Gelegenheit nicht erhalten, die Beilagen rechtzeitig 
einzureichen (act. H.18 S. 9).

Es trifft zu, dass aufgrund des Festhaltens am Beweisantrag der Einvernahme des 
Privatklägers die Verteidigung nicht explizit aufgefordert wurde, allfällige Beilagen 
noch einzureichen. Die Urkunden wurden verspätet eingereicht. Der Beschuldigten 
erwächst dadurch jedoch keinen Nachteil, da die Beilagen für die Urteilsfindung 
nicht von Relevanz sind.

2.6. Wiedergabe der Beweismittel

2.6.1. Strafanzeige Bank M.________

Am 18. September 2020 reichte die Bank M.________ Strafanzeige gegen 
Unbekannt ein, war aber aufgrund ihrer Abklärungen bereits zum Schluss 
gekommen, dass zumindest ein Teil der Transaktionen zugunsten der 
Beschuldigten erfolgt waren, sie mithin tatverdächtig war. Insgesamt ging die Bank 
M.________ von einem Betrag von CHF 445'156.04 aus (StA-act. 5.2).

2.6.2. Chat-Nachrichten

Es gibt drei Konversationen zwischen dem Privatkläger und der Beschuldigten, die 
vorliegend massgeblich sind. Einerseits ist es diejenige vom 15. Januar 2018, 
anlässlich derer der Privatkläger der Beschuldigten seine Kreditkartendaten angab, 
damit sie für ihn ein Hotel in O.1.________ buchen könne. Seit diesem Zeitpunkt 
verfügte die Beschuldigte über die entsprechenden Daten (StA-act. 10.11).

In einer weiteren Nachricht versprach der Privatkläger der Beschuldigten, sie für 
ihre Hilfe mit EUR 20'000.00 zu entschädigen (StA-act. 10.11 S. 7). 

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Die dritte Konversation stammt vom 21. März 2018. Die Beschuldigte informierte 
den Privatkläger per WhatsApp darüber, dass sie seine Kreditkarte benutzt habe, 
um für sich einen Flug zu buchen. Sie hält fest, dass sie wisse, dass es nicht richtig 
gewesen sei. Sie werde seine Kartennummer löschen und sie nie mehr benutzen. 
Er solle ihr bitte eine Kontonummer angeben, worauf sie das Geld zurückerstatten 
könne. Mit seiner Antwort geht der Privatkläger nicht auf die Nachricht der 
Beschuldigten ein (StA-act. 10.12 S. 2).

2.6.3. Kreditkartenabrechnungen/Transaktionsdaten

Über die Rechtsvertretung des Privatklägers sind die Kreditkartenabrechnungen für 
die Jahre 2018, 2019 und 2020 der Staatsanwaltschaft eingereicht worden (StA-
act. 3.39). Insgesamt wurden im Zeitraum vom 22. März 2018 bis 25. August 2020 
Zahlungen im Umfang von CHF 709'015.33 getätigt (inkl. Gebühren für 
Auslandszahlungen und abzüglich zurückgebuchte Beträge; StA-act. 1.35). Es fällt 
auf, dass die Anzahl der Transaktionen im Verlauf des angeklagten Zeitraums 
beinahe exponentiell angestiegen ist (vgl. auch RG-act. 26). Sowohl der 
Privatkläger als auch die Beschuldigte haben mehrmals zu den einzelnen 
Transaktionen Stellung genommen, also notiert bzw. ausgesagt, wer die 
Transaktion ausgeführt hat, und im Falle der Beschuldigten, ob dies im eigenen 
Interesse oder im Interesse des anderen (des Privatklägers) geschah. Vor 
Obergericht wurde die Beschuldigte ausführlich auch zu einzelnen Transaktionen 
befragt. Die Aussagen des Privatklägers sind – wie bereits ausgeführt – nicht 
zulasten der Beschuldigten verwertbar.

2.6.4. Settlement Agreement

Der damalige Verteidiger der Beschuldigten reichte der Staatsanwaltschaft die 
Vereinbarung zwischen dem Privatkläger und der Beschuldigten ein. Darin 
anerkannte die Beschuldigte, die Kreditkarte des Privatklägers missbraucht 
(misuse) zu haben und rund (approximately) CHF 650'000.00 ausgegeben zu 
haben für Lebenshaltungskosten, Möbel, alkoholische Getränke, Kleider, Magazin-
Abonnemente und Reisekosten. Sie habe Geld benutzt, um eine Unternehmung zu 
gründen, und habe grosse Beträge auf ihr PayPal-Konto überwiesen. Die 
Beschuldigte verpflichtete sich, den Betrag in Raten zurückzubezahlen. Der 
Privatkläger verzichtete im Gegenzug auf rechtliche Schritte (StA-act. 2.4). Noch 
am 13. August 2021 erklärte der Privatkläger sein Desinteresse an der 
Strafverfolgung (StA-act. 3.7). Die Beschuldigte geriet mit den Ratenzahlungen in 
Rückstand. Das Strafverfahren wurde weitergeführt (StA-act. 3.10).

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2.6.5. Aussagen der Beschuldigten

Die Beschuldigte gab an, den Privatkläger am WEF 2016 kennengelernt zu haben. 
Es sei eine Freundschaft bzw. Geschäftsbeziehung entstanden, wobei sich diese 
beiden Bereiche schlecht hätten abgrenzen lassen. Eine sexuelle Beziehung 
verneinte die Beschuldigte. Die Beschuldigte habe den Privatkläger auf gewissen 
Reisen (O.2.________, O.3.________, O.4.________, O.1.________) begleitet, mit 
ihm Zeit verbracht und auch Besorgungen für ihn erledigt (Buchungen von Hotels, 
Restaurants, Flügen etc.). Für die Zahlungen habe sie jeweils seine Kreditkarte 
benutzt. Er sei sehr grosszügig gewesen, habe ihr immer wieder Beträge 
zugesteckt, ihr Kleider gekauft, ihr Hotelzimmer bezahlt und zu 
Restaurantbesuchen eingeladen. Er habe ihr erzählt, wie reich er sei (StA-act. 1.10 
F/A 1; act. H.6 Rz. 80 ff.).

Einmal habe der Privatkläger ihr für ihre Arbeit EUR 20'000.00 versprochen. Er habe 
sie nie entschädigt, habe ihr aber als Dank manchmal Geld gegeben (StA-act. 1.10 
F/A 3 ff.). Da er den versprochenen Betrag nie bezahlt habe, habe sie seine 
Kreditkarte für sich benutzt (StA-act. 1.10 F/A 9). Eine konkrete Abmachung zur 
Nutzung der Kreditkarte habe es nicht gegeben (StA-act. 1.10 F/A 11).

Zum Beweis der Einwilligung verwies die Beschuldigte u.a. auf die Antwort des 
Privatklägers auf ihre Nachricht, mit der sie ihm die Buchung des Flugs auf seine 
Kosten gestanden hätte. Diese Transaktion habe er ihr erlaubt (act. H.6 Rz. 133 ff.). 
Die Beschuldigte sagte weiter aus, sie habe keine Zustimmung für die einzelnen 
Ausgaben eingeholt (StA-act. 1.10 F/A 12). Sie sei von einem grundsätzlichen 
Einverständnis für die Nutzung der Karte ausgegangen. Sie habe gedacht, er würde 
schon sagen, wenn es für ihn nicht (mehr) stimme (act. H.6 Rz. 158 ff.). Von der 
Staatsanwältin auf die Transaktionen betreffend "H.________" und PayPal Konten 
angesprochen, gab sie zu, dass dies "dumm" (PayPal) gewesen sei und dazu 
gedient habe, sich Geld zu überweisen ("H.________"; StA-act. 1.10 F/A 22 f.). Zu 
"H.________" wollte sich die Beschuldigte vor Obergericht nicht mehr äussern.

Bei der Staatsanwaltschaft, vom Regionalgericht und in der Berufungsverhandlung 
wurde der Beschuldigten eine Tabelle mit den Transaktionen, die als Anhang zur 
Anklageschrift dem Regionalgericht eingereicht worden war, vorgelegt (StA-
act. 1.35; RG-act. 26). Die Beschuldigte wurde anlässlich der 
Berufungsverhandlung zu einzelnen Transaktionen befragt. Sie gab an, alle 
Zahlungen an Flixbus für sich getätigt zu haben. Alle Käufe bei Farfetch seien mit 
kleinen Ausnahmen ebenfalls für sie gewesen (sie habe mal einen Schal oder einen 
Hut für den Privatkläger gekauft). Einkäufe auf Zalando seien ebenfalls immer für 

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sie gewesen. Reisebuchungen (Flüge, Hotels, Züge) hätten für sie oder den 
Privatkläger sein können. Sie sei oft gereist, mal mit der Kreditkarte des 
Privatklägers, mal habe sie selbst bezahlt. Bücher habe sie mal für sich und mal für 
den Privatkläger bestellt. Sie habe öfters bei Coop eingekauft, aber auch ab und zu 
für den Privatkläger. Sie erwähnte, dass sie für ihn spezielle Tee- und Kaffeesorten 
gekauft habe. Bei Feinkost Käfer hätten sie und der Privatkläger Häppchen 
eingekauft und diese dann in ein Krankenhaus gebracht (act. H.6 Rz. 649). Über 
Mytheresa habe sie auch für den Privatkläger Kleider bestellt, beispielsweise einen 
Pullover. Zahlungen für "H.________" seien immer für sie gewesen. Auch 
Buchungen über Airbnb seien immer für sie gewesen. Der Privatkläger habe 
gewusst, dass sie Bücher schreibe und publiziere. Entsprechende Überweisungen 
(z.B. I.________) habe sie für sich gemacht. Zahlungen auf ihr PayPal-Konto 
(_____ und _____) habe sie getätigt. Teilweise seien Zahlungen nicht 
durchgegangen und zurückgekommen (act. H.6 Rz. 211 ff.). 

Die Beschuldigte gab an, in der relevanten Zeit gearbeitet und sich mit ihrem Lohn 
den Lebensunterhalt finanziert zu haben. Mit dem Geld des Privatklägers habe sie 
sich den Luxus (Einkäufe, Reisen) finanziert (StA-act. 1.10 F/A 25 und 28).

Die Vereinbarung habe sie unterzeichnet, weil sie das Vertrauen des Privatklägers 
wieder habe gewinnen wollen (act. H.6 Rz. 1099). Sie habe guten Willen zeigen 
wollen und habe alles versucht zu machen, damit der Privatkläger wieder glücklich 
sei (RG-act. 34 F/A 8).

2.6.6. Aussagen G.________

Der Bankberater des Privatklägers bestätigte, dass jener banklagernde Post 
vereinbart hatte. Die Post sei nie abgeholt worden. Einmal im Jahr habe die Bank 
die Vermögensübersicht per Ende Jahr per Kurier physisch nach O.5.________ 
geschickt. Das Konto, von dem die Kreditkartenrechnungen per LSV abgebucht 
worden seien, habe einen Kontostand von rund CHF 500'000.00 gehabt. Inhaber 
und einziger Bevollmächtigter sei der Privatkläger gewesen. Die letzte 
Kreditkartenrechnung sei nicht bezahlt worden, weil das Konto kein genügender 
Saldo aufgewiesen habe. Aufgrund dessen habe man die Abrechnungen geprüft 
und festgestellt, dass Transaktionen dabei gewesen seien, die auffällig gewesen 
seien, weil sie nicht offensichtlich dem Privatkläger haben zugerechnet werden 
können. Der Privatkläger sei gebeten worden, die nicht von ihm getätigten 
Ausgaben anzugeben. Daraufhin habe die Bank M.________ Strafanzeige 
erstattet. Die Kreditkarte sei nicht mittels Zwei-Faktor-Authentifizierung oder 
sonstiger Massnahmen gesichert gewesen (act. H.17).

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2.7. Würdigung der Beweismittel und Fazit Sachverhalt

Der Privatkläger (bzw. seine Bank) hat Strafanzeige eingereicht und von der 
Beschuldigten ein Schuldeingeständnis (Vereinbarung) unterzeichnen lassen. 
Damit besteht ein gewichtiges Indiz, dass er mit der Nutzung der Kreditkarte nicht 
einverstanden war.

Der Privatkläger hatte der Beschuldigten seine Kreditkartendaten am 15. Januar 
2018 per WhatsApp mitgeteilt, damit sie für ihn ein Hotel buchen konnte. Eine 
einmalige Übergabe der Kreditkartendaten für eine konkrete Buchung beinhaltet 
noch keine Berechtigung für eine unbeschränkte Verwendung für eigene 
Interessen.

Am 21. März 2018 informierte die Beschuldigte den Privatkläger per WhatsApp, 
dass sie seine Kreditkarte benutzt habe, um für sich einen Flug zu buchen. Die 
Nachricht der Beschuldigten an den Privatkläger nach der Flugbuchung zeigt, dass 
sie selbst nicht davon ausging, die Kreditkarte nutzen zu dürfen. Die Antwort des 
Privatklägers nimmt keinen Bezug auf den Inhalt ihrer Nachricht. Daraus lässt sich 
keineswegs ein Einverständnis für die weitergehende, unbeschränkte Nutzung der 
Kreditkarte ableiten.

Selbst wenn die Beschuldigte grundsätzlich einen Anspruch auf Entschädigung für 
ihre Arbeit gehabt haben sollte (wofür keine Beweise vorliegen), steht der mit der 
Kreditkarte bezogene Betrag von mindestens CHF 325'000.00 in keinem Verhältnis 
zu den versprochenen EUR 20'000.00 und auch nicht zu den von ihr geltend 
gemachten Dienstleistungen für den Privatkläger.

Eine explizite Erlaubnis, die Kreditkarte unbeschränkt für eigene Zwecke nutzen zu 
dürfen, findet sich nirgends und behauptet auch die Beschuldigte nicht. Sie sei von 
einem konkludenten Einverständnis ausgegangen. Ihre Aussagen sind 
ausweichend. Sie sagt zwar, berechtigt gewesen zu sein, räumt dann aber ein, nie 
vor den Transaktionen eine Erlaubnis eingeholt zu haben. Sie habe ab und zu über 
ihre Bezüge informiert. Sie sei davon ausgegangen, dass der Privatkläger ihr schon 
sage, wenn er nicht mit der Nutzung einverstanden wäre. Um die (stillschweigende) 
Erlaubnis im getätigten Umfang zu geben, hätte der Privatkläger jedoch über die 
tatsächliche Nutzung Bescheid wissen müssen. Aufgrund der Angaben des Zeugen 
G.________ ist erstellt, dass der Privatkläger die Kreditkartenabrechnungen 
banklagernd erhalten hat, diese aber nie abgeholt und damit nie zur Kenntnis 
genommen hat. Die Bank hatte ihm lediglich eine Vermögensübersicht per Ende 
Jahr per Kurier zugestellt, woraus sich die einzelnen Bewegungen nicht ablesen 

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lassen. Daraus, dass der Privatkläger regelmässig Geld bei der Bank abgehoben 
haben soll, durfte die Beschuldigte nicht schliessen, dass er mit ihrer Nutzung seiner 
Kreditkarte einverstanden war. Dass es ihm allem Anschein nach egal war, wie sein 
Kontostand war, bedeutet nicht, dass er ihr die Kreditkarte zur Verfügung stellen 
wollte.

Dass der Privatkläger die Beschuldigte während der gesamten Zeit immer wieder 
beauftragte, Zahlungen (in beider Interessen in seiner Anwesenheit) vorzunehmen, 
beinhaltet ebenfalls keine Befugnis, die Kreditkarte ohne Beschränkung zu nutzen.

Es ist festzustellen, dass die Beschuldigte noch bei der Staatsanwaltschaft ziemlich 
deutlich sagte, dass ihr bewusst war, dass sie nicht für alle Bezüge die Erlaubnis 
hatte. Im späteren Verfahren stellte sie sich auf den Standpunkt, sie hätte die 
Kreditkarte benutzen dürfen. Vor Obergericht zu den einzelnen Transaktionen 
befragt, hatte sie teilweise klare Erinnerungen, wofür die Ausgaben waren (z.B. die 
Einkäufe bei Feinkost Käfer). Bei der Staatsanwaltschaft gab sie zu, dass ein 
Grossteil der Transaktionen in den Jahren 2019 und 2020 von ihr getätigt worden 
seien (vgl. auch StA-act. 2.12 und 2.13), während sie vor Obergericht einiges 
zurückhaltender aussagte. Das mag mit dem Zeitablauf oder auch mit dem Wechsel 
der Verteidigung zusammenhängen. Dass die Beschuldigte immer mehr bezog, je 
näher das Verfalldatum der Kreditkarte rückte, deutet darauf hin, dass ihr bewusst 
war, dass sie die verbleibende Zeit nutzen musste. Die Überweisungen auf ihr 
PayPal Konto und an "H.________" (ebenfalls eher gegen Ende des relevanten 
Zeitraums) dienten der Liquiditätsbeschaffung. Dass sie dafür das Einverständnis 
des Privatklägers gehabt haben soll, behauptet sie selbst nicht. Sie bezeichnete 
dies bei der Staatsanwaltschaft gar als dumm. Die Aussagen der Beschuldigten 
erwecken den Eindruck, dass sie für sich dieses Leben in Luxus als angebracht 
erachtete. Eine Einsicht in das von ihr begangene Unrecht (der Privatkläger hätte ja 
intervenieren können, wenn es ihm nicht gepasst hätte) ist nicht zu bemerken. Auch 
aus der Unterzeichnung der Vereinbarung und dem Versuch, die Schuld 
abzuzahlen, lässt sich keine eigentliche Reue entnehmen. Die Beschuldigte gab an, 
dies getan zu haben, um das Vertrauen des Privatklägers wiederzugewinnen. 

Aus dem Ausgeführten folgt, dass der angeklagte Sachverhalt erstellt ist. Die 
Beschuldigte hat demnach ohne Befugnis die Kreditkartendaten des Privatklägers 
für eigene Zwecke benutzt. Rechnet man die Transaktionen zusammen, die die 
Beschuldigte anlässlich der Berufungsverhandlung als in ihrem Interesse getätigt 
angab, kommt man auf einen Betrag von rund CHF 325'000.00. In mindestens 
diesem Umfang hat sie eine Vermögensverschiebung zu ihren Gunsten bewirkt. In 
Anbetracht der Vereinbarung, mit der die Beschuldigte einen Betrag von 

14 / 28

CHF 650'000.00 vorbehaltlos anerkannte, dürfte der effektive Deliktsbetrag weit 
darüber liegen.

3. Rechtliches

Wie die Vorinstanz zutreffend ausführte, ist aArt. 147 StGB (Fassung gültig bis 
30. Juni 2023) anwendbar (act. E.1 E. 2.1). Gemäss aArt. 147 StGB wird mit 
Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe bestraft, wer in der Absicht, sich 
oder einen andern unrechtmässig zu bereichern, durch unrichtige, unvollständige 
oder unbefugte Verwendung von Daten oder in vergleichbarer Weise auf einen 
elektronischen oder vergleichbaren Datenverarbeitungs- oder Datenübermittlungs-
vorgang einwirkt und dadurch eine Vermögensverschiebung zum Schaden eines 
andern herbeiführt oder eine Vermögensverschiebung unmittelbar darnach 
verdeckt (Abs. 1). Handelt der Täter gewerbsmässig, so wird er mit Freiheitsstrafe 
bis zu zehn Jahren oder Geldstrafe nicht unter 90 Tagessätzen bestraft (Abs. 2).

Unter Hinweis auf das Urteil des Bundesgerichts 6B_606/2015 vom 7. Oktober 2015 
führte die Vorinstanz aus, dass jemand den Tatbestand von aArt. 147 StGB erfüllt, 
der eine Kreditkarte und dazugehörigen Code vom Karteninhaber zur einmaligen 
Benutzung anvertraut erhält, die Karte dann aber darüber hinaus verwendet 
(act. E.1 E. 2.2.1). Die Verteidigung erachtet den Tatbestand als nicht erfüllt. Aus 
ihrer Sicht mangelt es vorliegend an der Betrugsähnlichkeit. Insbesondere unter 
dem Blickwinkel der Opfermitverantwortung sei eine Verurteilung wegen aArt. 147 
StGB stossend, da der Privatkläger jegliche Sicherheitsvorkehrungen ignoriert habe 
(act. H.14 Rz. 105 ff.). Diese Ansicht entspricht nicht der bundesgerichtlichen 
Rechtsprechung und auch nicht dem gesetzgeberischen Willen (vgl. BGE 150 IV 
188 E. 4.8; 129 IV 315 E. 2.2.1). Durch die unbefugte Verwendung der Kreditkarte 
des Privatklägers und die daraus folgenden Vermögensverschiebung zu ihren 
Gunsten hat die Beschuldigte den objektiven Tatbestand erfüllt. Die 
Gewerbsmässigkeit ist ebenfalls gegeben, indem die Beschuldigte über einen 
Zeitraum von zweieinhalb Jahren eine Vielzahl an Transaktionen für 
Einrichtungsgegenstände, Kunst, Reisen, Kleider, Lebensmittel und Kurse zu ihren 
Gunsten vornahm und sich damit einen beträchtlichen Anteil an ihren Lebenskosten 
finanzierte (vgl. act. E.1 E. 2.2.3). Wie zuvor ausgeführt, ist der Beschuldigten nicht 
zu glauben, dass sie von der Einwilligung des Beschuldigten ausging. Sie handelte 
demnach zumindest eventualvorsätzlich und mit Bereicherungsabsicht, womit der 
subjektive Tatbestand ebenfalls erfüllt ist (so zutreffend die Vorinstanz in E. 2.3).

Die Beschuldigte hat sich damit des gewerbsmässigen Missbrauchs einer 
Datenverarbeitungsanlage schuldig gemacht.

15 / 28

4. Veruntreuung gemäss Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB

4.1. Anklagevorwurf

Die Staatsanwaltschaft wirft der Beschuldigten zusammengefasst vor, sie habe 
Geld (insgesamt CHF 24'758.10), das sie zugunsten des Vereins C.________ auf 
das Konto des von ihr geführten Vereins K.________ erhalten habe, 
vereinbarungswidrig nicht weitergeleitet. Sie habe den Wert des ihr anvertrauten 
Gelds nicht erhalten, sondern dieses für andere Zwecke verbraucht. Unter anderem 
habe sie es auf ihr privates Konto überwiesen.

4.2. Standpunkt der Beschuldigten und zu erstellender Sachverhalt

Die Beschuldigte und ihr Verein K.________ hatten zusammen mit J.________ und 
D.________ (Gründer des Vereins C.________) einen Charity Event organisiert. An 
diesem Anlass sollten u.a. Bilder ukrainischer Künstler (insbesondere von der 
Mutter von J.________) versteigert werden. Unbestritten ist, dass sämtliche 
Einnahmen des Charity Events zunächst auf das Konto des Vereins K.________ 
gingen, weil der Verein C.________ zu dem Zeitpunkt noch über kein Konto 
verfügte. Aktenkundig ist, dass die Beschuldigte Beträge vom Konto von 
K.________ auf ihr eigenes Konto überwies.

Die Beschuldigte machte in ihren Einvernahmen wiederholt geltend, es habe keine 
klare Vereinbarung über die Aufteilung der Einnahmen aus der Versteigerung 
gegeben. Der Verein C.________ habe sich an den Kosten der Veranstaltung vom 
19. März 2022 beteiligen müssen, das sei klar gewesen. Zudem hätten mit der 
Veranstaltung ukrainische Flüchtlinge im Allgemeinen unterstützt werden sollen, 
nicht nur die Künstler. 

Umstritten und zu klären ist, ob der ganze Betrag, der an dem besagten Abend 
eingenommen wurde, für den Verein C.________ und damit für die ukrainischen 
Künstler vorgesehen war, oder ob auch ein Teil an andere Flüchtlinge bzw. den 
Verein K.________ hätte gehen sollen. Weiter ist umstritten, ob der Beschuldigten 
für die Organisation des Anlasses ein Unkostenbeitrag zustehen sollte.

4.3. Beweismittel und Verwertbarkeit

4.3.1. Als Beweismittel liegen insbesondere der Chatverlauf zwischen der 
Beschuldigten, J.________ und D.________ (StA-act. 11.4), die Korrespondenz 
zwischen J.________, D.________ und der Beschuldigten (StA-act. 11.5), 
Kontoauszüge (StA-act. 11.9), die Aussagen der Beschuldigten (StA-act. 11.10; 

16 / 28

RG-act. 34 und act. H. 6), von J.________ (StA-act. 11.7 und 11.10) sowie die 
Aussagen von D.________ (act. H.7) im Recht.

4.3.2. Die Verteidigung bringt vor, Chat-Nachrichten und Briefe, die der 
Beschuldigten nicht vorgehalten worden seien und zu denen sie sich nicht habe 
äussern können, dürften nicht zu ihren Ungunsten verwertet werden (act. H.13 
Ziff. 1.6). Die Beschuldigte hatte umfassende Akteneinsicht und wurde zum 
Sachverhalt mehrmals ausführlich befragt. Es ist nicht ersichtlich, warum einzelne 
Chatnachrichten, die der Beschuldigten in der Befragung zwar nicht explizit 
vorgehalten wurden, von denen sie aber wusste, dass sie sich in den Akten 
befanden, nicht verwertet werden dürften (StA-act. 11.4). Dasselbe gilt für den von 
ihr verfassten Brief und die an sie gerichtete Antwort von D.________ (StA-
act. 11.5). Die Vorinstanz hat auf keine unverwertbaren Beweise abgestellt.

4.4 Beweiswürdigung

J.________ gab an, dass die Beschuldigte am Anfang gesagt habe, sie (der Verein 
C.________) könnten 100 % des Erlöses haben. Später habe die Beschuldigte 
gesagt, sie müssten noch 15 % des Erlöses abgeben (StA-act. 11.7 F/A 12). Es sei 
aus dem WhatsApp-Chat klar ersichtlich, dass die Einnahmen an den Verein 
C.________ gehen sollten (StA-act. 11.10 F/A 4 und 9). Dem WhatsApp Chat 
zwischen D.________, J.________ und der Beschuldigten lässt sich entnehmen, 
dass die Beschuldigte die anderen beiden bei der Gründung des Vereins 
C.________ unterstützte. Der Zweck des Vereins sollte sein, Künstler (finanziell) zu 
unterstützen und Kunst aus der Ukraine wegzubringen (StA-act. 11.4 S. 3). Weiter 
geht es um die Organisation eines "Charity Dinners for Ukraine" am 19. März 2022 
im L.________ in O.1.________, an dem Bilder (u.a. von der Mutter von 
J.________) versteigert, ukrainisch gekocht und allgemein Spenden generiert 
werden sollten. Eine klare Verabredung, dass der gesamte Erlös aus der 
Versteigerung dem Verein C.________ zukommen soll, findet sich im Chat-Verlauf 
nicht. In einer Nachricht nach dem besagten Abend schrieb die Beschuldigte, sie 
würde es schön finden, wenn doch circa 15 % des Umsatzes an sie gehen würden 
(StA-act. 11.4 S. 12). Am 3. Mai 2022 und erneut am 5. Mai 2022 schickte 
J.________ eine Abrechnung von der Versteigerung mit der Bitte, den Betrag auf 
das Konto des Vereins C.________ zu überweisen (StA-act. 11.4 S. 21 f.). 
D.________ schrieb in seinem Brief vom 25. Mai 2022 an die Beschuldigte, dass 
sie über einen zusätzlichen kleinen Betrag von ihren Einnahmen aus der 
Versteigerung an K.________ reden könnten, vielleicht 10 % (StA-act. 11.5). Auch 
J.________ erklärte sich bereit, 10 % des Erlöses als Entschädigung für ihren 
Aufwand zu überlassen (Schreiben vom 8. Juni 2022, StA-act. 11.5). Die 

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Beschuldigte stellte sich auf den Standpunkt, dass es in Bezug auf die Aufteilung 
der Einnahmen keine klare Vereinbarung gegeben habe (StA-act. 11.10 F/A 1). 
Weiter sagte sie aus, J.________ habe einen Anspruch auf die Einnahmen aus den 
verkauften Bildern gehabt. Sie hätten jedoch nie geregelt, ob sie sich auch an den 
Kosten für die Veranstaltung hätten beteiligen sollen (StA-act. 11.10 F/A 3 und 5). 
Sie hätten zu dritt des Öfteren darüber gesprochen, dass ein Teil des Erlöses für 
die Kosten genutzt werden solle (StA-act. 11.10 F/A 11). Sie habe einfach den 
ukrainischen Flüchtlingen helfen wollen (StA-act. 11.10 F/A 27). Vor Obergericht 
sagte die Beschuldigte weiter aus, es sei alles sehr schnell gegangen und die 
Organisation des Events habe im Vordergrund gestanden. Es sei nie konkret 
besprochen worden, wer welchen Anteil am Erlös erhält bzw. wer was bezahlt 
(act. H.6 Rz 919 ff. und Rz. 936 ff.). D.________ bestätigte, dass nichts vereinbart 
gewesen sei betreffend Verwendung des Erlöses (act. H.7 F/A 9). Er war sich nicht 
mehr sicher, wer wie viel hätte erhalten sollen (act. H.7 F/A 10).

4.5. Fazit

Gemäss Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB wird bestraft, wer ihm anvertraute 
Vermögenswerte unrechtmässig in seinem oder eines anderen Nutzen verwendet. 
Eine Veruntreuung kann nur bezüglich fremder Vermögenswerte begangen werden. 
Den vorliegenden Beweismitteln kann nicht entnommen werden, dass eine 
Abmachung zwischen den Beteiligten des Vereins C.________ und des Vereins 
K.________ bzw. der Beschuldigten bestand, wer welchen Anteil am Erlös des 
Charity-Abends erhalten sollte. Da nicht eindeutig ist, welche Vermögenswerte (also 
welcher Teil des sich auf dem Konto des Vereins K.________ befindlichen Gelds) 
wem zustanden bzw. welche Vermögenswerte nicht der Beschuldigten gehören 
sollten, mangelt es am genügenden Nachweis der Fremdheit des anvertrauten 
Vermögens. Die Beschuldigte ist in dubio pro reo vom Vorwurf der Veruntreuung 
gemäss Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB freizusprechen.

5. Strafzumessung

5.1. Grundsatz

Das Gericht misst die Strafe nach dem Verschulden des Täters zu. Es berücksichtigt 
das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse sowie die Wirkung der Strafe auf 
das Leben des Täters. Das Verschulden wird nach der Schwere der Verletzung oder 
Gefährdung des betroffenen Rechtsguts, nach der Verwerflichkeit des Handelns, 
den Beweggründen und Zielen des Täters sowie danach bestimmt, wie weit der 

18 / 28

Täter nach den inneren und äusseren Umständen in der Lage war, die Gefährdung 
oder Verletzung zu vermeiden (Art. 47 StGB).

5.2. Strafrahmen und Art der Strafe

aArt. 147 Abs. 2 StGB sieht als Strafrahmen  Freiheitsstrafe bis zu zehn Jahren oder 
Geldstrafe nicht unter 90 Tagessätzen vor. Gründe, den ordentlichen Strafrahmen 
zu verlassen, gibt es keine.

Grundsätzlich geht die Geldstrafe der Freiheitsstrafe vor. Ist aber eine 
Freiheitsstrafe geboten, um den Täter von der Begehung weiterer Verbrechen oder 
Vergehen abzuhalten, oder kann eine Geldstrafe voraussichtlich nicht vollzogen 
werden, kann auf eine Freiheitsstrafe statt Geldstrafe erkannt werden (Art. 41 
StGB).

Die Beschuldigte hat Schulden in ihr nicht bekannter Höhe (StA-act. 4.7 F/A 11; 
act. H.6 Rz. 42 ff.). Das Einkommen der Beschuldigten ist gemäss ihren Angaben 
nicht konstant (act. H.6 Rz. 29 ff.). Gemäss Steuerfaktoren betrug dieses im Jahr 
2022 ermessensweise CHF 36'000.00 (act. D.51). Hinzu kommt, dass die bisher 
bedingt ausgesprochenen Strafen gemäss Strafregister (act. D.50 und D. 55) 
offenbar nicht ausreichten, die Beschuldigte von weiterer Delinquenz abzuhalten. 
Deshalb ist vorliegend eine Freiheitsstrafe auszusprechen.

5.3. Tatkomponenten

Die Beschuldigte finanzierte sich während zweieinhalb Jahren einen Anteil an ihren 
Lebenskosten und darüber hinaus ihren Luxus auf Kosten des Privatklägers. 
Insgesamt hat sie mindestens einen Betrag von CHF 325'000.00 für sich 
ausgegeben, was mehr als CHF 10'000.00 im Monat entspricht. Stellte man auf den 
von ihr mit Vereinbarung anerkannten Betrag ab, wären es rund CHF 21'000.00 pro 
Monat (CHF 650'000.00 insgesamt). Die Zahl an getätigten Einzeltransaktionen ist 
– wie das Regionalgericht zu Recht festhielt – selbst für eine gewerbsmässige 
Begehung hoch. In subjektiver Hinsicht ist zu berücksichtigen, dass die 
Beschuldigte das ihr vom Privatkläger entgegengebrachte Vertrauen ausnutzte, um 
sich zu bereichern. Die Beschuldigte hatte ausgesagt, sie habe ein Einkommen 
gehabt, sie war also nicht auf die zusätzlichen Bezüge auf fremde Kosten 
angewiesen (StA-act. 4.7 F/A 6 f.). Gemäss ihren Angaben hat sie bereits 
grosszügige Geschenke vom Privatkläger erhalten, wenn sie zusammen unterwegs 
waren (StA-act. 1.10 F/A 1). Sie hätte jederzeit auf den weiteren Luxus verzichten 
können und von der unrechtmässigen Verwendung der fremden Kreditkarte 
absehen können.

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Das Tatverschulden ist insgesamt als noch leicht einzustufen. Die hypothetische 
Strafe ist entsprechend auf 20 Monate Freiheitsstrafe festzusetzen.

5.4. Täterkomponenten

Die Beschuldigte ist im deutschen Strafregister mit fünf Vorstrafen verzeichnet. U.a. 
wurde sie im November 2014 wegen Betrugs in 46 Fällen mit Computerbetrug in 
6 Fällen verurteilt. Eine weitere Verurteilung wegen Betrugs erfolgte am 30. August 
2017. Hinzu kommen Verurteilungen wegen Diebstahls und Erschleichung von 
Leistungen (act. D.55). Im schweizerischen Strafregister findet sich u.a. eine 
Vorstrafe wegen mehrfacher Urkundenfälschung (act. D.50). Eine eigentliche 
Einsicht in das Unrecht ihrer Tat war nicht zu bemerken. Die Beschuldigte hatte 
zwar anfänglich versucht, den Betrag zurückzuzahlen, stellte dann aber die 
Ratenzahlungen ein. Infolge der zahlreichen einschlägigen Vorstrafen, ist die 
Einsatzstrafe aufgrund der Täterkomponente um vier Monate zu erhöhen.

5.5. Fazit Strafe

Die Beschuldigte ist für den gewerbsmässigen betrügerischen Missbrauch einer 
Datenverarbeitungsanlage mit einer Freiheitsstrafe von 24 Monaten zu bestrafen.

5.6. Vollzug

5.6.1. Grundsatz

Bei Freiheitsstrafen zwischen einem und zwei Jahren ist der Strafaufschub nach 
Art. 42 Abs. 1 StGB die Regel. Bei ungünstiger oder höchst ungewisser Prognose 
ist von der Regel abzuweichen und die Strafe ist zu vollziehen. Bei der 
Prognosestellung ist eine Gesamtwürdigung aller wesentlichen Umstände 
vorzunehmen. Mit einzubeziehen sind die Tatumstände, das Vorleben, der 
Leumund und weitere Tatsachen, die gültige Schlüsse auf den Charakter des Täters 
und die Aussichten seiner Bewährung zulassen. Relevante Faktoren sind etwa 
strafrechtliche Vorbelastung, Sozialisationsbiographie, Arbeitsverhalten, soziale 
Bindungen, Suchtgefährdungen etc. (BGE 134 IV 1 E. 4.2).

5.6.2. Prognose

Das Strafregister der Beschuldigten weist zahlreiche einschlägige Vorstrafen aus 
(act. D.50 und D.55). Diese liegen nicht derart weit zurück, als dass man sie als 
Jugendsünden bezeichnen könnte. Die bedingt ausgesprochenen Strafen scheinen 
der Beschuldigten keinen Eindruck gemacht zu haben. Die Beschuldigte zeigt wenig 
Einsicht in das von ihr begangene Unrecht. Ihre Aussagen deuten darauf hin, dass 

20 / 28

sie der Meinung ist, die Bezüge mit der fremden Kreditkarte hätten ihr zugestanden. 
Sie sah es gewissermassen als Lohn für ihre Arbeit. Dass dieser in keinem 
Verhältnis zu den Leistungen stand, die sie angab ausgeführt zu haben, scheint ihr 
nicht bewusst gewesen zu sein. Das Ausmass des Deliktsbetrags hat sie erst im 
Rahmen des Strafverfahrens wahrgenommen. Dass sie viel reiste, sich Kleider 
kaufte und dies als gerechtfertigt ansah, lässt erheblich daran zweifeln, dass sie 
sich in einer ähnlichen Situation in Zukunft anders verhalten wird. Die Beschuldigte 
arbeitet im Kunstbereich. Ihr Einkommen ist schwankend und abhängig von den 
Projekten, die sie betreut. Ob ihre Projekte tatsächlich ein genügendes Einkommen 
generieren, bleibt unklar. Die von ihr mit Mitteln des Privatklägers gegründete 
Unternehmung ist mittlerweile im Konkurs. Dass die Beschuldigte sich einen Namen 
in der O.6.________ Kunstszene gemacht hat, scheint glaubhaft. Die Beschuldigte 
gab an, einen Freund zu haben. Weitere Familienmitglieder wohnen nicht in der 
Schweiz. Kontakt hat sie mit ihrem Vater, der in Deutschland wohnt. Die 
Beschuldigte hat gezeigt, dass sie in kurzer Zeit einen erfolgreichen Anlass 
organisieren, Leute mobilisieren und motivieren kann und dass sie gut vernetzt ist. 
Mit korrekter Buchführung und zweckgebundener Verwendung von Geld nimmt sie 
es indes nicht so genau. Sie scheint für sich ein Leben in Luxus als angemessen zu 
empfinden, welches sie aber mit eigenen Mitteln nicht finanzieren kann. Es ist davon 
auszugehen, dass sich in der Kunstszene im O.6.________ einige wohlhabende 
Personen bewegen. Da bei der Beschuldigten kaum Einsicht feststellbar ist, kann 
nicht ausgeschlossen werden, dass sie eine sich bietende Gelegenheit zur 
Bereicherung erneut ergreifen könnte. Insgesamt ist von einer ungünstigen 
Prognose der Legalbewährung auszugehen und die Strafe wäre vollumfänglich zu 
vollziehen.

Da jedoch die Vorinstanz eine teilbedingte Strafe ausgesprochen hat und das 
Verschlechterungsverbot gilt, ist ein Teil der Strafe aufzuschieben. Gemäss Art. 43 
Abs. 2 StGB darf der unbedingt vollziehbare Teil die Hälfte der Strafe nicht 
übersteigen. Von den 24 Monaten sind zwölf Monate zu vollziehen und zwölf 
Monate sind aufzuschieben. Die Probezeit beträgt zwei Jahre.

5.7. Anrechnung Haft

Die Dauer der Polizeihaft von einem Tag (10. November 2020, 16.30 Uhr, bis 
11. November 2020, 15.42 Uhr; dazu BGE 150 IV 377) ist an den unbedingten Teil 
der Freiheitsstrafe anzurechnen. Aufgrund des Verschlechterungsverbots sind 
entsprechend dem Urteil der Vorinstanz zwei Hafttage anzurechnen.

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5.8. Widerruf

Begeht der Verurteilte während der Probezeit ein Verbrechen oder Vergehen und 
ist deshalb zu erwarten, dass er weitere Straftaten verüben wird, so widerruft das 
Gericht die bedingte Strafe oder den bedingten Teil der Strafe (Art. 46 StGB). 

Die Beschuldigte beging den betrügerischen Missbrauch einer 
Datenverarbeitungsanlage vor und während der Probezeit des Strafbefehls der 
Staatsanwaltschaft Graubünden vom 10. September 2019. Wie zuvor ausgeführt, 
ist von einer ungünstigen Prognose auszugehen. Der bedingte Vollzug der 
Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu je CHF 30.00 ist demnach zu widerrufen.

6. Landesverweis (FZA)

6.1. Rechtliche Grundlagen

Die Beschuldigte hat mit dem gewerbsmässigen betrügerischen Missbrauch einer 
Datenverarbeitungsanlage eine Katalogtat im Sinne von Art. 66a Abs. 1 lit. c StGB 
begangen, die eine obligatorische Landesverweisung für fünf bis 15 Jahre zur Folge 
hat.

Von der Anordnung der Landesverweisung kann nur ausnahmsweise unter den 
kumulativen Voraussetzungen abgesehen werden, dass sie (1.) einen schweren 
persönlichen Härtefall bewirken würde und (2.) die öffentlichen Interessen an der 
Landesverweisung gegenüber den privaten Interessen des Ausländers am Verbleib 
in der Schweiz nicht überwiegen. Dabei ist der besonderen Situation von 
Ausländern Rechnung zu tragen, die in der Schweiz geboren oder aufgewachsen 
sind (Art. 66a Abs. 2 StGB; sog. Härtefallklausel). Die Härtefallklausel ist restriktiv 
anzuwenden. Ob ein schwerer persönlicher Härtefall im Sinne von Art. 66a Abs. 2 
StGB vorliegt, bestimmt sich anhand der gängigen Integrationskriterien. Zu 
berücksichtigen sind namentlich der Grad der (persönlichen und wirtschaftlichen) 
Integration, einschliesslich familiäre Bindungen des Ausländers in der Schweiz bzw. 
in der Heimat, die Aufenthaltsdauer, der Gesundheitszustand und die 
Resozialisierungschancen (BGE 146 IV 105 E. 3.4.2 ff. m.w.H.).

6.2. Persönliche Angaben

Die Beschuldigte ist deutsche Staatsangehörige. Sie wurde 1984 in O.8.________ 
geboren und lebte bis zu ihrem 6. Lebensjahr dort. Anschliessend wohnte sie 
12 Jahre in Frankreich. Danach lebte sie für zwei Jahre (2002 bis 2004) bei ihrem 

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Vater in den USA. In der Folge zog sie nach Deutschland. Seit 2016 wohnt sie im 
O.6.________ (StA-act. 4.7 F/A 4).

Die Beschuldigte hat einen Freund. Kinder hat sie keine. Ihr Vater, zu dem sie 
Kontakt pflegt, lebt in Deutschland. Auch ihre Schwester wohnt dort. Die 
Beschuldigte organisiert Kunstausstellungen und schreibt Artikel. Sie setzt sich für 
die Kunst und Kultur im O.6.________ ein. Sie ist im Umfang der von ihr betreuten 
Projekte erwerbstätig. Ihr Einkommen variiert. Sie kann damit ihren Lebensunterhalt 
bestreiten. Sie konnte nicht sagen, wie viel sie im Jahr 2024 verdient hat. Vermögen 
hat sie keines. Die Beschuldigte hat Schulden in ihr nicht bekannter Höhe (act. H.6 
Rz. 23 ff.).

6.3. Härtefallprüfung

Die Beschuldigte ist zwar in der Schweiz geboren, hat aber die prägenden (Schul-) 
Jahre nicht hier verbracht. Erst mit 32 Jahren ist sie wieder in die Schweiz gezogen. 
Ein schwerer persönlicher Härtefall, der einer Landesverweisung entgegenstehen 
würde, ist zu verneinen. Die Chancen der Beschuldigten, in Deutschland – oder im 
restlichen EU-Raum – Fuss zu fassen, sind intakt. Die Beschuldigte spricht mehrere 
Sprachen, hat schon in verschiedenen Ländern gelebt und ist viel gereist. Ihre 
Kenntnisse im Kunstbereich kann sie weltweit einsetzen. Gesundheitliche 
Einschränkungen sind keine bekannt.

6.4. FZA

Die Verteidigung weist darauf hin, dass aufgrund der deutschen 
Staatsangehörigkeit der Beschuldigten das Abkommen zwischen der 
Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits und der Europäischen 
Gemeinschaft und ihren Mitgliedstaaten andererseits über die Freizügigkeit 
(Personenfreizügigkeitsabkommen [FZA; SR 0.142.112.681]) zu berücksichtigen ist 
(act. H.14 Rz. 171 ff.).

Nach Art. 5 Abs. 1 Anhang I FZA dürfen die im Abkommen eingeräumten Rechte 
nur durch Massnahmen, die aus Gründen der öffentlichen Ordnung, Sicherheit und 
Gesundheit gerechtfertigt sind, eingeschränkt werden. Ob die öffentliche Ordnung 
und Sicherheit (weiterhin) gefährdet ist, folgt aus einer Prognose des künftigen 
Wohlverhaltens. Es ist nach Art und Ausmass der möglichen Rechtsgüterverletzung 
zu differenzieren: Je schwerer die Gefährdung, desto niedriger die Anforderungen 
an die in Kauf zu nehmende Rückfallgefahr (BGE 145 IV 364 E. 3.5.2; Urteil des 
Bundesgerichts 6B_709/2022 vom 4. Oktober 2023 E. 4.2 m.w.H.).

23 / 28

Vorliegend war unmittelbar nur das Vermögen des Privatklägers betroffen und nicht 
besonders schwer zu gewichtende Rechtsgüter wie die psychische, physische oder 
sexuelle Integrität, weshalb höhere Anforderungen an die Rückfallgefahr bzw. die 
Legalprognose zu stellen sind. Die Beschuldigte hat mit dem gewerbsmässigen 
betrügerischen Missbrauch einer Datenverarbeitungsanlage eine namhafte 
Deliktssumme von mindestens CHF 325'000.00 erlangt. Nicht unbesehen bleiben 
kann, dass die Beschuldigte während des angeklagten Zeitraumes ein eigenes 
Einkommen erwirtschaftete und folglich ohne finanzielle Not delinquierte. Aufgrund 
der Vorstrafen und der ungünstigen Prognose wäre die Strafe vollumfänglich zu 
vollziehen. Auch zu berücksichtigen ist, dass die Beschuldigte während laufender 
Probezeit straffällig wurde, was den Widerruf der letzten Vorstrafe zur Folge hat. In 
Würdigung der Gesamtumstände besteht weiterhin ein erhöhtes Risiko, dass die 
Beschuldigte ähnliche Straftaten begehen könnte, weshalb die Anordnung einer 
Landesverweisung auch vor dem Hintergrund des FZA als verhältnismässig 
erscheint. Die Dauer der Landesverweisung ist allerdings – in Abweichung zum 
vorinstanzlichen Urteil – auf das gesetzliche Minimum von 5 Jahren (Art. 66a Abs. 1 
StGB) festzusetzen.

7. Zivilklage

Das Regionalgericht hat die Zivilklage des Privatklägers im Umfang von 
CHF 651'671.37 gutgeheissen und die Beschuldigte zur Zahlung verpflichtet. 

Der Privatkläger führt aus, dass der Schaden eigentlich CHF 724'887.91 betragen 
würde (act. H.12 Rz. 28). Er akzeptiere aber das Urteil der Vorinstanz. Im höheren 
Betrag nicht berücksichtigt sind die vom Privatkläger selbst getätigten Zahlungen. 
Der Privatkläger hatte keine Sicherungsmechanismen auf seiner Kreditkarte 
eingerichtet. Seine Daten hat er der Beschuldigten per WhatsApp mitgeteilt. Dass 
ihm ein nicht unerhebliches Selbstverschulden anzurechnen ist, liegt auf der Hand. 
Der Privatkläger hat nicht am Strafverfahren teilgenommen. Seine anfänglichen 
Angaben, wonach sämtliche Bezüge von der Beschuldigten getätigt worden seien, 
hat die Beschuldigte glaubhaft in Zweifel gezogen. Es kann nicht mit 
verhältnismässigem Aufwand im Strafverfahren eruiert werden, wie gross der 
effektiv der Beschuldigten anzurechnende Schaden ist. Die Zivilklage ist deshalb 
auf den Zivilweg zu verweisen.

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8. Kosten und Entschädigungen

8.1. Kosten Untersuchungsverfahren und Gerichtskosten erste Instanz

Die beschuldigte Person trägt die Verfahrenskosten, wenn sie verurteilt wird. 
Ausgenommen sind die Kosten für die amtliche Verteidigung (Art. 426 Abs. 1 StPO). 
Mit vorliegendem Urteil wird die Beschuldigte von einem Anklagevorwurf 
(Veruntreuung) freigesprochen. Der die Veruntreuung ausmachende Anteil ist auf 
einen Fünftel festzusetzen. Die Kosten sind dementsprechend aufzuteilen. Die 
Untersuchungskosten, die insgesamt CHF 7'137.00 ausmachen, sind im Umfang 
von CHF 5'709.60 der Beschuldigten und im Umfang von CHF 1'427.40 dem 
Kanton Graubünden (Staatsanwaltschaft) aufzuerlegen.

Die Gerichtsgebühren des erstinstanzlichen Verfahrens wurden auf CHF 10'000.00 
festgesetzt. Nach dem zuvor genannten Verteilschlüssel entfallen davon 
CHF 8'000.00 auf die Beschuldigte und CHF 2'000.00 auf den Kanton Graubünden 
(Regionalgericht Maloja). 

Die Kosten der amtlichen Verteidigung (Rechtsanwalt Guido Lazzarini) für das 
erstinstanzliche Verfahren im Umfang von CHF 11'954.37 sind einstweilen vom 
Regionalgericht Maloja zu bezahlen. Vorzubehalten ist Art. 135 Abs. 4 StPO, 
wonach die Beschuldigte vier Fünftel (CHF 9'563.50) zurückzuerstatten hat, sobald 
es ihr die wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben. 

8.2. Entschädigungen erste Instanz

Der Privatkläger hat Anspruch auf Entschädigung der Kosten seiner 
Rechtsvertretung, soweit diese notwendig war (Art. 433 Abs. 1 lit. a StPO). Der 
Vorinstanz folgend ist eine solche von CHF 10'000.00 pauschal angemessen (vgl. 
act. E.1 E. 8.3.2.1). Nicht geschuldet ist die Mehrwertsteuer, da der Privatkläger 
seinen Wohnsitz im Ausland hat.

8.3. Kosten Berufungsverfahren

Die Kosten des Berufungsverfahrens sind auf CHF 4'000.00 festzusetzen. Sie sind 
nach Obsiegen und Unterliegen zu verteilen (Art. 428 Abs. 1 StPO). Die 
Beschuldigte beantragte einen vollumfänglichen Freispruch. Indem sie vom 
untergeordneten Vorwurf der Veruntreuung freigesprochen wird, obsiegt sie zu 
einem Fünftel. Entsprechend sind CHF 3'200.00 der Beschuldigten aufzuerlegen 
und CHF 800.00 dem Kanton Graubünden (Obergericht).

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8.4. Entschädigungen Berufungsverfahren

Die Beschuldigte hat Anspruch auf eine Entschädigung für die Kosten der 
Rechtsvertretung, wenn sie freigesprochen wird (Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO). 
Rechtsanwältin Claudia Nievergelt Giston macht für ihre Aufwendungen im 
Berufungsverfahren insgesamt CHF 36'806.95 geltend (134.5 Stunden insgesamt). 
Gestützt auf Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 Abs. 1 HV (BR 310.25) beträgt der 
Stundenansatz CHF 270.00 bzw. CHF 202.50 für Substituten. Die Aufwände der 
Assistentin sind zu streichen, da diese mit dem Honorar abgegolten sind. Die 
Leistungsabrechnung weist rund 170 Positionen auf. Es fällt auf, dass eine grosse 
Anzahl verrechneter Arbeitsschritte sowohl von der Anwältin als auch von der 
Praktikantin erfasst wurden. Gemäss Honorarvereinbarung wird im 15 Minutentakt 
abgerechnet (act. G.1). Der Leistungserfassung lässt sich nicht entnehmen, ob ein 
Arbeitsschritt eher eine Minute oder 15 Minuten gedauert hat. Dies kombiniert mit 
der enormen Menge an erfassten Positionen führt dazu, dass nicht eruiert werden 
kann, wie gross der geleistete Aufwand effektiv war. Angesichts des Umfangs der 
Akten, der Komplexität des Falles, der Tatsache, dass die Verteidigung nach dem 
erstinstanzlichen Verfahren gewechselt hat, dass zwei Personen mit dem Fall 
befasst waren (was dem Ausbildungszweck des Praktikums entspricht) und dass 
zwei Hauptverhandlungen vor Obergericht stattfanden, erscheint eine 
Entschädigung von CHF 20'000.00 pauschal inkl. Spesen und MWST angemessen. 
Davon hat der Kanton Graubünden (Obergericht) CHF 4'000.00 (entsprechend der 
Obsiegensquote von 1/5) zu bezahlen. Der Anspruch steht der Rechtsvertretung zu 
(Art. 429 Abs. 3 StPO).

Die Privatklägerschaft hat gegenüber der beschuldigten Person Anspruch auf 
angemessene Entschädigung für notwendige Aufwendungen im Verfahren, wenn 
sie obsiegt (Art. 433 Abs. 1 lit. a StPO). Die Stach Rechtsanwälte AG macht für die 
Vertretung des Privatklägers im Berufungsverfahren eine Entschädigung von 
CHF 15'164.90 geltend (act. G.3). Zu streichen sind die Positionen, mit denen der 
Versand von Schreiben separat verrechnet wurde (15.07.2024 und 11.12.2024). Zu 
streichen sind die Positionen vom 14.09.2024 und 22.10.2024, die die Vorladung 
betreffen, was bereits am 13.09.2024 veranschlagt wurde. Für das Plädoyer sind 
pauschal acht Stunden als angemessen anzurechnen (Positionen vom 07.01.2025 
bis und mit 13.01.2025). Die Dauer der Berufungsverhandlungen ist auf je sieben 
Stunden herabzusetzen (Positionen vom 14.01.2025 und vom 26.08.2025). Der 
Kontakt mit der Gerichtsreporterin ist kein notwendiger Aufwand im Strafverfahren 
und daher nicht zu entschädigen (Position vom 21.01.2025). Für die Vorladung 
wurden im Mai 2025 zweimal 0.20 Stunden verrechnet, wobei 0.20 Stunden 

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insgesamt genügen. Für die Verarbeitung des Schreibens des Gerichts am 
28.07.2025 sind 0.20 Stunden ausreichend (statt 0.60). Am 15. August 2025 ging 
die Mitteilung des Privatklägers, dass er nicht an der Verhandlung teilnehme, beim 
Obergericht ein. Die Position vom 05.08.2025 "Besprechung weiteres Vorgehen, 
Teilnahme Hauptverhandlung / E-Mail an Sie" ist mit der Ausarbeitung des 
entsprechenden Schreibens (Positionen vom 14. und 15.08.2025) abgegolten. 
Ebenfalls zu streichen ist die Position vom 09.08.2025 "Erarbeitung des Schreibens 
an das Obergericht", da dieselbe Position am 13.08.2025 erneut erfasst wurde (das 
entsprechende Schreiben ging am 15.08.2025 beim Obergericht ein). Dafür 
(Positionen vom 13.08.2025 bis 18.08.2025) sind 0.20 Stunden genügend. Das 
Akten- und Rechtsstudium zur Entbindung vom Bankkundengeheimnis (Position 
vom 21.08.2025) ist als unnötig zu streichen, weil das dazugehörige Schreiben 
bereits vorher ausgefertigt worden war (der Privatkläger hat es am 21. August 2025 
unterzeichnet). Insgesamt sind 43.35 Stunden zu CHF 240.00 zuzüglich Spesen 
von CHF 312.12 als angemessen zu entschädigen. Das ergibt eine dem 
Privatkläger zustehende, von der Beschuldigten zu leistende Entschädigung für das 
Berufungsverfahren von CHF 10'716.10.

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Es wird erkannt:

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Regionalgerichts Maloja vom 
30. November 2023, mitgeteilt am 24. Januar 2024 (Proz. Nr. 515-2023-9), 
wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:

[…]

8. Auf die Zivilklage des Vereins C.________ gegen A.________ über 
CHF 4'758.00 wird nicht eingetreten. Diesbezüglich wird keine 
Entschädigung zugesprochen.

[…]

2. A.________ wird vom Vorwurf der Veruntreuung gemäss Art. 138 Ziff. 1 
Abs. 2 StGB freigesprochen.

3. A.________ ist schuldig des gewerbsmässigen betrügerischen Missbrauchs 
einer Datenverarbeitungsanlage gemäss aArt. 147 Abs. 2 StGB.

4. A.________ wird bestraft mit einer Freiheitsstrafe von 24 Monaten.

5. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird im Umfang von 12 Monaten 
aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt. Im Umfang von 
12 Monaten wird die Freiheitsstrafe vollzogen.

6. Die Polizeihaft von zwei Tagen wird an den unbedingten Teil der 
Freiheitsstrafe angerechnet.

7. Der bedingte Vollzug der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Graubünden 
vom 10. September 2019 ausgesprochenen Geldstrafe von 30 Tagessätzen 
zu je CHF 30.00 wird widerrufen.

8. A.________ wird für 5 Jahre aus der Schweiz verwiesen.

9. Die Zivilklage von B.________ wird auf den Zivilweg verwiesen.

10. Die Untersuchungskosten von CHF 7'137.00 gehen im Umfang von 
CHF 5'709.60 zulasten von A.________ und im Umfang von CHF 1'427.40 
zulasten des Kantons Graubünden (Staatsanwaltschaft).

11. Die Gerichtsgebühren des erstinstanzlichen Verfahrens von CHF 10'000.00 
gehen im Umfang von CHF 8'000.00 zulasten von A.________ und im 
Umfang von CHF 2'000.00 zulasten des Kantons Graubünden 
(Regionalgericht Maloja).

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12. Die Kosten der amtlichen Verteidigung für das erstinstanzliche Verfahren von 
CHF 11'954.37 werden einstweilen aus der Kasse des Regionalgerichts 
Maloja bezahlt. Vorbehalten bleibt die Rückerstattungspflicht von 
A.________ nach Art. 135 Abs. 4 StPO im Umfang von CHF 9'563.50.

13. A.________ hat B.________ für das erstinstanzliche Verfahren mit 
CHF 10'000.00 zu entschädigen.

14. Die Gerichtsgebühr des Berufungsverfahrens von CHF 4'000.00 geht im 
Umfang von CHF 3'200.00 zulasten von A.________ und im Umfang von 
CHF 800.00 zulasten des Kantons Graubünden (Obergericht).

15. Rechtsanwältin Claudia Nievergelt Giston wird für das Berufungsverfahren 
mit CHF 4'000.00 zulasten des Kantons Graubünden (Obergericht) 
entschädigt.

16. A.________ hat B.________ für das Berufungsverfahren mit CHF 10'716.10 
zu entschädigen.

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