# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fa876320-8e90-5151-bb3b-271a64b33671
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-03-23
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsbehörden Bau- und Verkehrsdirektion 23.03.2021 110 2021 2
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_BVD/BE_VB_001_110-2021-2_2021-03-23.pdf

## Full Text

1/9

Bau- und Verkehrsdirektion

Reiterstrasse 11
3013 Bern
Telefon +41 31 633 30 11
info.ra.bvd@be.ch
www.bvd.be.ch/ra

BVD 110/2021/2

Entscheid der Bau- und Verkehrsdirektion des Kantons Bern (BVD)
vom 23. März 2021
Das Verwaltungsgericht hat eine gegen diesen Entscheid erhobene Beschwerde abgewiesen 
(VGE 2021/123 vom 28. März 2022). Das Bundesgericht hat die Beschwerde gegen das Urteil 
des Verwaltungsgerichts abgewiesen (BGE 1C_268/2022 vom 2. April 2024).

in der Beschwerdesache zwischen

Herrn C.________
Beschwerdeführer 1

Frau D.________
Beschwerdeführerin 2

alle vertreten durch Herrn Rechtsanwalt A.________

und

Herrn F.________
Beschwerdegegner

vertreten durch Herrn Rechtsanwalt G.________

sowie

Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Tschugg, Oberdorf 18, 3233 Tschugg

betreffend die Verfügung der Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Tschugg vom 2. Dezember 
2020 (Baugesuchs-Nr. 15/2020; Umbau Einfamilienhaus in Zweifamilienhaus)

I. Sachverhalt

1. Der Beschwerdegegner reichte am 21. Juli 2020 bei der Gemeinde Tschugg ein Baugesuch 
ein für den Umbau und die Erweiterung eines Einfamilienhauses in ein Zweifamilienhaus auf Pa-
rzelle Tschugg Grundbuchblatt Nr. H.________. Die Parzelle liegt in der Kernzone sowie im Orts-
bilderhaltungsgebiet. Gegen das Bauvorhaben erhoben die Beschwerdeführenden Einsprache. 
Der Beschwerdegegner reichte in der Folge revidierte Pläne vom 24. November 2020 ein, mit 
welchen er auf die ursprünglich geplante Pergola auf der Dachterrasse des Erweiterungsbaus 
verzichtete. Mit Entscheid vom 2. Dezember 2020 erteilte die Gemeinde Tschugg die Baubewilli-
gung.

BVD 110/2021/2 

2/9

2. Dagegen reichten die Beschwerdeführenden am 4. Januar 2021 Beschwerde bei der Bau- 
und Verkehrsdirektion des Kantons Bern (BVD) ein. Sie beantragen die Aufhebung des Entscheids 
vom 2. Dezember 2020 und die Erteilung des Bauabschlags. 

3. Das Rechtsamt, das die Beschwerdeverfahren für die BVD leitet1, führte den Schriftenwech-
sel durch und holte die Vorakten ein. Mit Stellungnahme vom 26. Januar 2021 hält die Gemeinde 
an der Baubewilligung fest. Das Projekt entspreche den Bestimmungen im Baureglement der Ge-
meinde (GBR)2. Der Beschwerdegegner beantragt mit Beschwerdeantwort vom 4. Februar 2021 
die Abweisung der Beschwerde. 

Nach einer Aufforderung des Rechtamts reichte die Gemeinde mit Eingabe vom 2. März 2021 die 
gemäss Bauentscheid massgebenden Pläne nach. 

4. Auf die Rechtsschriften wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in den nachfolgenden 
Erwägungen eingegangen.

II. Erwägungen

1. Eintretensvoraussetzungen

Bauentscheide können nach Art. 40 BauG3 innert 30 Tagen seit Eröffnung mit Baubeschwerde 
bei der BVD angefochten werden. Die BVD ist somit für die Beurteilung der Beschwerde zuständig. 
Zur Beschwerde befugt sind die Baugesuchstellerinnen, die Baugesuchsteller, die Einsprecherin-
nen, die Einsprecher und die zuständige Gemeindebehörde (Art. 40 Abs. 2 BauG). Die Beschwer-
deführenden, deren Einsprache abgewiesen wurde, sind als Grundeigentümerin/Grundeigentü-
mer der unmittelbar benachbarten Parzelle durch den vorinstanzlichen Entscheid beschwert und 
daher zur Beschwerdeführung legitimiert. Auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde 
ist einzutreten.

2. Dachgestaltung

a) In Art. 515 GBR findet sich folgende Bestimmung zur Dachgestaltung:

Art. 515
1 Die Dachgestaltung hat sich nach den ortsüblichen oder vorherrschenden Merkmalen zu richten, wel-

che das Strassen-, Quartier- oder Ortsbild prägen. Vorbehalten bleibt Abs. 3.
2 Für Hauptgebäude sind nur Sattel-, Walm- oder Krüppelwalm- und Mansarddächer erlaubt. In der 

Wohnzone W2 sind bei langrechteckigen Baukuben andere Dachformen zugelassen.
3 Die Dachneigung bei Hauptbauten in den Dorf-, Kernzonen, in der Weiler- oder Landwirtschaftszone 

müssen zwischen 30° a.T. und 45° a.T. liegen. In der Wohnzone W2 beträgt die Dachneigung zwi-
schen 25° a.T. bis 40° a.T.

4 Bei Hauptgebäuden muss ein ausreichender Dachvorsprung angebracht werden.

1 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau- und Verkehrsdirektion 
(Organisationsverordnung BVD, OrV BVD; BSG 152.221.191).
2 Baureglement der Gemeinde Tschugg vom 26. November 2011, genehmigt durch das Amt für Gemeinden und Raum-
ordnung AGR am 18. August 2011.
3 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721.0).

BVD 110/2021/2 

3/9

5 An- und Nebenbauten haben in der Regel dieselbe Dachform und -eindeckung wie das Hauptgebäude 
aufzuweisen. Andere Dachformen sind zugelassen, sofern eine gute Einordnung ins Ortsbild erreicht 
wird.

b) Die Beschwerdeführenden rügen, das Vorhaben widerspreche Art. 515 Abs. 3 GBR. Diese 
Bestimmung schliesse für Hauptbauten in Kernzonen Flachdächer aus. Das projektierte Vorhaben 
erweitere das bestehende Einfamilienhaus, bei dem es sich um eine Hauptbaute handle. Die ge-
plante Erweiterung bilde folglich Teil der Hauptbaute und habe demzufolge ein geneigtes Dach 
aufzuweisen. Die Ansicht der Vorinstanz, wonach der Erweiterungsbau mit einer Terrasse auf 
Höhe des Erdgeschosses des Hauptbaus ausgebildet sei, überzeuge nicht. Das Schwergewicht 
liege auf der Erstellung von neuem Wohnraum und nicht auf dem Bau einer Terrasse. Projektiert 
sei eine Wohnbaute mit Flachdach und nicht eine Terrasse mit darunterliegendem Wohnraum. Es 
handle sich zudem nicht um eine Anbaute im Sinne von Art. 515 Abs. 5 GBR. Das GBR definiere 
in Art. 312 Abs. 2 An- und Nebenbauten als Gebäude mit einer Grundfläche von max. 60 m2. Der 
vorgesehene Erweiterungsbau weise eine Grundfläche von über 60 m2 auf.

Die Gemeinde und der Beschwerdegegner vertreten dagegen die Ansicht, dass das Flachdach 
des Erweiterungsbaus gestützt auf Art. 515 Abs. 5 GBR zulässig ist.  

c) Die Gemeinden sind im Bereich ihrer Bau- und Zonenordnung im Rahmen der gesetzlichen 
Regelungen und der übergeordneten Planung autonom (vgl. Art. 109 KV4 und Art. 65 Abs. 1 
BauG). Diese Autonomie beschränkt sich nicht auf den Bereich der Rechtsetzung. Wo eine Ge-
meinde zum Erlass von Rechtsnormen berechtigt ist, kommt ihr grundsätzlich auch bei deren An-
wendung ein gewisser Beurteilungsspielraum zu. Es ist deshalb vorab Sache der Gemeinde, zu 
bestimmen, wie sie eine eigene Vorschrift verstanden haben will. Wird die Anwendung einer von 
ihr erlassenen Bestimmung Gegenstand eines Beschwerdeverfahrens, haben die Rechtsmittelin-
stanzen zu prüfen, ob die von der Gemeinde geltend gemachte Auslegung und Anwendung recht-
lich haltbar ist. Sie auferlegen sich eine gewisse Zurückhaltung gegenüber der Auffassung der 
Gemeinde, indem sie sich der Prüfung enthalten, ob eine andere Bedeutung der umstrittenen 
Bestimmung ebenfalls möglich und rechtlich vertretbar wäre.5 

d) Die Beschwerdeführenden vertreten – entgegen der Gemeinde und des Beschwerdegeg-
ners – die Ansicht, der Erweiterungsbau falle nicht unter die An- und Nebenbauten im Sinne von 
Art. 515 Abs. 5 GBR. Sie berufen sich dabei auf Art. 312 Abs. 2 GBR und schliessen aus dieser 
Bestimmung, dass es sich vorliegend nicht um eine An- oder Nebenbaute im Sinne des kommu-
nalen Baureglements handle. Dieser Ansicht kann nicht gefolgt werden: Art. 312 GBR definiert 
das Mass der zulässigen Nutzung in den verschiedenen Bauzonen, wobei Absatz 2 dieser Be-
stimmung gewisse Privilegien für unbewohnte An- und Nebenbauten regelt. So gelangt insbeson-
dere ein kleinerer Grenzabstand von 2.0 m zur Anwendung, sofern die mittlere Gebäudehöhe 
dieser unbewohnten An- und Nebenbauten 3 m und ihre Grundfläche 40 m2 nicht übersteigen. 
Aus dieser Bestimmung zu den baupolizeilichen Massen kann nichts für die Frage der Definition 
der An- und Nebenbauten nach Art. 515 Abs. 5 GBR abgeleitet werden. So handelt es sich bei 
Art. 515 GBR einerseits um eine gestalterische Bestimmung unter dem Titel «Bau- und Aussen-
raumgestaltung», welche nichts mit den baupolizeilichen Massen zu tun hat. Andererseits geht es 
vorliegend nicht um eine unbewohnte An- und Nebenbaute; vielmehr ist der Erweiterungsbau be-
wohnt. 

4 Verfassung des Kantons Bern vom 6. Juni 1993 (KV; BSG 101.1). 
5 BVR 2019 S. 15 E. 3.2, 2016 S. 79 E. 4.6, 2015 S. 263 E. 5.1, 2012 S. 20 E. 3.2; VGE 2019/218 vom 21. Juli 2020. 
E. 5.1; Zaugg/Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band II, Bern 2017, Art. 65 N. 3.

BVD 110/2021/2 

4/9

Die Ansicht der Gemeinde, wonach es sich in ästhetischer Hinsicht beim projektierten Erweite-
rungsbau um eine Anbaute im Sinne von Art. 515 Abs. 5 GBR handelt, ist richtig. Die massgeben-
den Pläne machen deutlich, dass sich der eingeschossige Erweiterungsbau hinsichtlich Fläche 
und Volumen dem Hauptbau klar unterordnet und damit als Anbau wahrgenommen wird. Der An-
sicht der Beschwerdeführenden, wonach der Erweiterungsbau als Teil der Hauptbaute gestützt 
auf Art. 515 Abs. 3 GBR auch ein geneigtes Dach aufweisen muss, kann daher nicht gefolgt wer-
den. Es dürfte kaum Sinn und Zweck dieser Bestimmung gewesen sein, dass eine Anbaute wie 
die Vorliegende mit deutlich geringerer Höhe als der Hauptbau aus ästhetischer Sicht ein geneig-
tes Dach aufzuweisen hat. Wie der Beschwerdegegner richtig ausführt, wäre dies kaum im Sinne 
des Ortsbildschutzes, sondern würde vielmehr einen auffälligen Kontrast schaffen. 

Insgesamt ist die Auslegung der Gemeinde, wonach der vorliegende Erweiterungsbau unter die 
Bestimmung von Art. 515 Abs. 5 GBR fällt und daher eine andere Dachform als das Hauptgebäude 
aufweisen darf, nicht zu beanstanden. Ein Flachdach ist damit beim umstrittenen Erweiterungsbau 
grundsätzlich zulässig. Der Einwand der Beschwerdeführenden erweist sich als unbegründet. Vor-
aussetzung gemäss dieser Bestimmung ist allerdings, dass mit dieser Dachform eine gute Ein-
ordnung in das Ortsbild erreicht wird. Darauf ist im Rahmen der ästhetischen Prüfung (E. 3) ein-
zugehen.    

3. Ästhetik, Terraingestaltung

a) Die Beschwerdeführenden bringen vor, das Terrain sei gegen Norden abfallend. Damit die 
projektierte Terrasse von 47 m2 erstellt werden könne, müsse das Terrain entsprechend aufge-
schüttet werden, was die Erstellung einer über die ganze Breite der Parzelle verlaufenden Stütz-
mauer erfordere. Eine weitere Stützmauer sei nötig, weil Terrain an der Westseite des projektier-
ten Erweiterungsbaus abgegraben werden müsse. Entgegen der Ansicht der Vorinstanz und den 
Vorgaben des GBR füge sich die vorgesehene Terrainveränderung nicht harmonisch in die Um-
gebung ein. Eine 60 cm hohe Stützmauer quer durch die ganze Parzelle könne nicht als harmo-
nische Einfügung bezeichnet werden. Dasselbe gelte für die Stützmauer auf der Westseite, deren 
Höhe etwa 1.4 m betragen dürfte. Mit diesen Stützmauern würden relativ weitgehende und gross-
flächige Terrainveränderungen gesichert, welche in ihrer Gesamtheit den Anforderungen von Art. 
518 GBR nicht gerecht würden.

Die Beschwerdeführenden sind sodann der Ansicht, dass der Erweiterungsbau weder in Bezug 
auf seine kubische Form noch in Bezug auf die Dachgestaltung (Flachdach) und die vorgesehene 
Materialisierung (Beton roh) den prägenden Elementen der Umgebung entspricht. Die Bauten in 
der näheren Umgebung würden überwiegend Holzfassaden und Satteldächer mit in der Regel 
parallel zur Strasse verlaufender Firstrichtung aufweisen. Das Gebäude auf der Bauparzelle stehe 
mit dem Giebel zur Strasse und weiche von diesem Muster ab. Die bestehende und eher unruhige 
Gebäudeform werde durch den projektierten Erweiterungsbau verstärkt. Die westseitig projektierte 
Flügelmauer bzw. gegen Süden hin verlängerte Brüstungsmauer beim Terrassenaufgang wirke 
unproportional. Auch die Proportionen des Gebäudes mit einem zweigeschossigen und einem 
eingeschossigen Gebäudeteil seien ungewöhnlich und fänden in der Umgebung keine Entspre-
chung. Unrichtig sei der Einwand, dass das Vorhaben von der öffentlichen Strasse aus nicht zu 
sehen sei.  Die gute Gesamtwirkung hätte nicht bejaht werden dürfen. Bei der Beurteilung habe 
der Berner Heimatschutz zwar den Ortsbildschutzperimeter erwähnt, nicht aber die Inventarisie-
rung des Gebiets mit einem relativ hohen Schutzniveau im ISOS. Es müsse daher davon ausge-
gangen werden, dass dieser Umstand bei der Beurteilung nicht berücksichtigt worden sei. Zu Un-
recht habe der Berner Heimatschutz sodann darauf abgestellt, dass der Erweiterungsbau in Nor-
den von einer Hecke abgeschirmt werde, könne doch diese Hecke jederzeit wieder entfernt wer-
den. Es sei ein Bericht der OLK einzuholen. 

BVD 110/2021/2 

5/9

b) Bauten, Anlagen, Reklamen, Anschriften und Bemalungen dürfen Landschaften, Orts- und 
Strassenbilder nicht beeinträchtigen (Art. 9 Abs. 1 BauG). Diese Vorschrift stellt die „ästhetische 
Generalklausel“ im Sinne eines allgemeinen Beeinträchtigungsverbots dar. Eine Beeinträchtigung 
liegt vor, wenn ein Bauvorhaben einen Gegensatz zur bestehenden Überbauung schafft, der er-
heblich stört. Die Gemeinden dürfen eigene Ästhetikvorschriften erlassen, die über die kantonalen 
Vorschriften hinausgehen können. Derartige Vorschriften müssen, um selbständige Bedeutung zu 
erlangen, konkreter gefasst sein als die Anordnungen des kantonalen Rechts, sie dürfen Letztere 
nicht bloss allgemein anders formulieren.6 Das GBR enthält – soweit hier interessierend – fol-
gende Bestimmungen zur Gestaltung von Bauten und Anlagen:

Art. 511 Gestaltungsgrundsatz 
1 Bauten und Anlagen sind so zu gestalten, dass zusammen mit ihrer Umgebung eine gute Gesamtwir-

kung entsteht.
2 Bei der Beurteilung der guten Gesamtwirkung sind insbesondere zu berücksichtigen 

– die prägenden Elemente und Merkmale des Strassen-, Orts- und Landschaftsbildes, 
– die bestehende und bei Vorliegen einer entsprechenden Planung auch die beabsichtigte Gestaltung 

der benachbarten Bebauung,  
– Standort, Stellung, Form, Proportionen und Dimensionen der Bauten und Anlagen, 
– die Fassaden- und Dachgestaltung sowie die Materialisierung und Farbgebung,  
– die Gestaltung der Aussenräume, insbesondere des Vorlandes und der Begrenzungen gegen den 

öffentlichen Raum,  
– die Gestaltung und Einordnung der Erschliessungsanlagen, Abstellplätze und Eingänge.

3 Die Vorschriften über die Ortsbildpflege bleiben vorbehalten.

Art. 512 Bauweise, Stellung der Bauten
1-2 […]
3 Die Stellung der Bauten hat sich nach den ortsüblichen oder vorherrschenden Merkmalen zu richten, 

welche das Strassen-, Quartier- oder Ortsbild prägen.

Art. 513 Fassadengestaltung
1 Die Fassadengestaltung hat sich nach den ortsüblichen oder vorherrschenden Merkmalen zu richten, 

welche das Strassen-, Quartier- oder Ortsbild prägen.

Art. 515 Dachgestaltung
1 Die Dachgestaltung hat sich nach den ortsüblichen oder vorherrschenden Merkmalen zu richten, wel-

che das Strassen-, Quartier- oder Ortsbild prägen. […]
2-4 […]
5 An- und Nebenbauten haben in der Regel dieselbe Dachform und -eindeckung wie das Hauptgebäude 

aufzuweisen. Andere Dachformen sind zugelassen, sofern eine gute Einordnung ins Ortsbild erreicht 
wird.

Art. 517 Aussenraumgestaltung
1 Die Gestaltung der privaten Aussenräume – insbesondere der öffentlich erlebbaren Einfriedungen, Vor-

gärten, Vorplätzen und Hauszugängen – hat sich nach den ortsüblichen oder vorherrschenden Merk-
malen zu richten, welche das Strassen-, Quartier- oder Ortsbild prägen.

2 […]
Art. 518 Terrainveränderungen und Stützmauern

6 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, Band I, 5. Aufl., Bern 2020, Art. 9-10 N. 4 
und 13; BVR 2009 S. 328 E. 5.2 mit Hinweisen.

BVD 110/2021/2 

6/9

1 Allfällige Terrainveränderungen sind so anzulegen, dass sie sich harmonisch in die Umgebung einfü-
gen. […]

2 […]

Art. 611 Ortsbilderhaltungsgebiet
1 Das Ortsbilderhaltungsgebiet bezweckt die Erhaltung, die Gestaltung und die behutsame Erneuerung 

der für das Ortsbild prägenden Elemente und Merkmale.

Diese Bestimmungen gehen weiter als Art. 9 Abs. 1 BauG; ihnen kommt daher selbständige Be-
deutung zu.

Der Begriff „gute Gesamtwirkung“ stellt einen unbestimmten kommunalen Gesetzesbegriff dar, bei 
dessen Auslegung die kommunalen Behörden einen gewissen Beurteilungsspielraum haben. Je-
doch dürfen auch an das Erfordernis der guten Gesamtwirkung nicht unverhältnismässig hohe 
Ansprüche gestellt werden. Die gute Gesamtwirkung ist weder an geringen noch an besonders 
hohen architektonischen Qualitäten zu messen. Das bedeutet bei durchschnittlichen örtlichen Ge-
gebenheiten, dass das Mittelmass der Umgebung nicht gestört werden darf und sich eine neue 
Baute oder Anlage an den qualitativ hochwertigeren Bauten und Anlagen der Umgebung zu ori-
entieren hat.7

Gestützt auf Vorschriften des allgemeinen Ortsbild- und Landschaftsschutzes dürfen in der Regel 
Art oder Mass der nach der Zonenordnung zulässigen Nutzung nicht eingeschränkt werden8.

c) Der Beschwerdegegner ersucht um Bewilligung eines eingeschossigen Erweiterungsbaus 
auf der Nordwestseite des bestehenden, zweigeschossigen Einfamilienhauses. Dieser Erweite-
rungsbau aus grauem Sichtbeton mit frontseitiger Verglasung weist eine Länge von 6.90 m und 
eine Breite von 11.94 m auf und beinhaltet ein Zimmer, einen Raum «Kochen / Essen / Wohnen» 
sowie ein Bad/WC. Der Erweiterungsbau reicht bis zur Höhe des Erdgeschosses des Hauptbaus. 
Auf dem Erweiterungsbau ist eine Terrasse mit einer Fläche von 62 m2 und einem braunen Holz-
rost geplant, welche vom Wohnraum des Hauptbaus sowie über einen Zugang südwestseitig des 
Hauses begehbar ist. Die Brüstung / das Geländer ist ebenfalls in Beton gehalten. Nordwestlich 
des Erweiterungsbaus soll eine teilweise gedeckte Terrasse mit einer Fläche von 47 m2 entstehen. 
Eine Stützmauer, welche nordwestseitig rund 40 cm aus dem Boden ragt, zieht sich im Anschluss 
an diese Terrasse über die ganze Parzellenbreite. Südwestseitig soll sodann Terrain abgegraben 
werden, um einen Zugang zum gedeckten Teil der Terrasse zu realisieren. Diese Abgrabung be-
dingt eine weitere Stützmauer mit sichtbarer Höhe von rund 1.2 m von der Südwestfassade des 
Erweiterungsbaus bis zur südwestlichen Parzellengrenze.

Die Bauparzelle liegt in der Kernzone sowie im Ortsbilderhaltungsgebiet. Tschugg wurde bei der 
Erstellung des Inventars der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS) zudem als Ortsbild 
von regionaler Bedeutung bewertet und wird als solches im Verzeichnis aufgeführt.9 

7 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, Band I, 5. Aufl., Bern 2020, Art. 9-10 N. 4a; 
BVR 2009 S. 329 E. 5.3, BVR 2006 S. 491 E. 6.3.1.
8 Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 9-10 N. 15 mit Hinweisen.
9 Vgl. Beschwerdebeilage 3.

BVD 110/2021/2 

7/9

d) Die Regionalgruppe Biel-Seeland des Berner Heimatschutzes beurteilte das Vorhaben im 
Mitbericht vom 18. August 2020 wie folgt10: 

«Das Gebäude am B.________ 14 liegt in der Kernzone, ist Bestandteil des Ortsbildschutzperimeters und 
wird umgeben von Bauten jüngeren Datums wie das Objekt selbst. 
Der geplante Anbau sieht nordseitig eine eingeschossige Erweiterung (Untergeschoss) mit Flachdach und 
einer Terrasse mit Pergola vor. Der neue strassenabgewandte Baukörper tritt als einfaches selbständiges 
Volumen in Erscheinung, welches von der Strassenseite aus nicht einsehbar und nordseitig hinter Hecken 
versteckt ist. Passend zum einfachen Baukörper ist eine natürliche und zurückhaltende Materialisierung 
angedacht. Grundsätzlich haben wir aus gestalterischer Sicht keine Einwände gegen das Bauvorhaben. 
Wir verweisen darauf, dass die Materialien und die Farbgebung der Fassaden und des Daches vor der 
Bauausführung zu bemustern und uns zur Einsicht zu unterbreiten sind.»

Die Vorinstanz stützte sich auf diese Ausführungen des Berner Heimatschutzes und kam zum 
Schluss, dass der Anbau nicht als prägendes Element zum Gesamtgebäude zu sehen sei und 
dieser zudem auf der von der Strasse abgewandten Seite als untergeordneter Anbau projektiert 
werde. Der Umgebungsgestaltung werde genügend Rechnung getragen, die projektierten Mauern 
würden den Verlauf des bestehenden Terrains nur geringfügig ändern und sich dem Erweiterungs-
bau anpassen. 

e) Die Umgebung des umstrittenen Bauvorhabens weist gemäss Luftbild in Bezug auf die An-
ordnung der Bauten, die Bauvolumen und die Ausrichtung der Dachfirste eine eher heterogene 
Bebauungsstruktur auf. Die Grösse bzw. Grundform der Häuser dieses Quartiers variiert stark. 
Unmittelbar der Strasse (B.________) entlang befinden sind zwar mehrheitlich Häuser mit parallel 
zur Strasse verlaufender Firstrichtung. In der unmittelbaren Umgebung des geplanten Erweite-
rungsbaus sind doch verschiedenen Ausnahmen zu erkennen. So steht neben dem bestehenden 
Haus des Beschwerdegegners auch das Wohnhaus B.________ 14 mit dem Giebel zur Strasse; 
bei weiteren Gebäuden auf der anderen Strassenseite ist die Firstrichtung ebenfalls nicht parallel 
zur Strasse, sondern abgeschrägt (B.________ 11, 13, 15, 15c). Gleiches gilt für die dahinterlie-
genden Gebäude dieses Quartiers. Es mag zwar zutreffen, dass Satteldächer als Grundform do-
minieren. Aufgrund der verschiedenen Ausprägungen (mit und ohne Dachaufbauten, mit und ohne 
Dachflächenfenstern), der verschiedenen Grössen und der unterschiedlichen Dachfarbe wirkt 
auch das Bild dieser Dächer heterogen. Zahlreiche Gebäude verfügen über kleinere An- oder 
Nebenbauten, wobei diese höchstens vereinzelt als Flachdachbauten ausgestaltet sind (Neben-
bau B.________ 21, Anbau B.________ 3). Die Anforderungen an die Einordnung des geplanten 
Erweiterungsbaus sind aufgrund dieser heterogenen Bebauungsstruktur trotz der Lage der Bau-
parzelle im Ortsbilderhaltungsgebiet zu relativieren.

In diese heterogene Bebauungsstruktur ordnet sich der umstrittene Erweiterungsbau gut ein. Da-
bei ist von Bedeutung, dass sich dieser Anbau dem bestehenden Hauptgebäude aufgrund seiner 
deutlich kleineren Dimensionen und seiner schlichten Ausführung optisch klar unterordnet. Mit 
seiner Höhe, welche bloss bis auf die Höhe des Erdgeschosses des Hauptbaus reicht, wird dieser 
Anbau – wie bereits ausgeführt (E. 2d) – nicht als Teil des Hauptgebäudes wahrgenommen und 
muss sich deshalb in Dachgestaltung und Materialisierung auch nicht zwingend an diesem orien-
tieren. Der Berner Heimatschutz führt überzeugend aus, dass der Erweiterungsbau als einfaches 
und selbständiges Volumen mit natürlicher und zurückhaltender Materialisierung in Erscheinung 
tritt. Die BVD sieht keinen Anlass, von dieser fachlichen Einschätzung abzuweichen. Der Anbau 
ist so gestaltet, dass zusammen mit seiner Umgebung eine gute Gesamtwirkung gewährleistet 
bleibt. Auch das geplante Flachdach dieses Anbaus schafft aufgrund dessen klaren Unterordnung 

10 Zum Zeitpunkt der Beurteilung durch den Bemer Heimatschutz sah der Beschwerdegegner auf der Terrasse noch 
eine Pergola vor.

BVD 110/2021/2 

8/9

und schlichten Bauweise in diesem Umgebungsbild keinen störenden Gegensatz. Vielmehr hilft 
die Ausgestaltung mit Flachdach zusätzlich, dass der Erweiterungsbau unauffällig bleibt und keine 
dominante Haltung einnimmt. Mit dieser Dachform des Anbaus wird daher eine gute Einordnung 
in das Ortsbild erreicht, womit die Voraussetzung von Art. 515 Abs. 5 GBR für eine vom Hauptge-
bäude abweichenden Dachform erfüllt sind. 

Zu Unrecht kritisieren die Beschwerdeführenden schliesslich die Umgebungsgestaltung. Die für 
die Terrasse benötigte Terrainaufschüttung fällt bescheiden aus und ordnet sich daher – den Vor-
gaben von Art. 518 Abs. 1 GBR entsprechend – harmonisch in die Umgebung ein. Die geplante 
Stützmauer als Abschluss dieser Terrasse ragt bloss rund 40 cm aus dem Boden und bleibt damit 
ebenfalls unauffällig. Von Bedeutung ist auch, dass sich diese neue Terraingestaltung auf der von 
der Strasse abgewandten Seite des Hauses befindet und seinen Abschluss an der nordwestlichen 
Parzellengrenze in einem grösseren, bestehenden Baumbestand findet. Von einer atypischen 
oder ortsunüblichen Umgebungsgestaltung kann nicht gesprochen werden. Die kleinere Abgra-
bung auf der Südwestseite des Erweiterungsbaus und die dort vorgesehene, kurze Stützmauer 
fallen nicht ins Gewicht und ändern nichts an der in ästhetischer Hinsicht nicht zu beanstandenden 
Umgebungsgestaltung.     

f) Insgesamt ordnet sich das Bauvorhaben gut in das bestehende Orts- und Umgebungsbild 
ein. Der gestützt auf die Beurteilung des Berner Heimatschutzes getroffene Schluss der Ge-
meinde, dass das Vorhaben trotz Lage im Ortsbilderhaltungsgebiet den ästhetischen Vorgaben 
des GBR entspricht, ist in Berücksichtigung der Gemeindeautonomie nicht zu beanstanden. Daran 
ändert auch der Umstand nichts, dass das Dorf Tschugg bei der Erstellung des ISOS als Ortsbild 
von regionaler Bedeutung bewertet wurde und als solches im Verzeichnis der besuchten Orte im 
Kantonsteil Seeland aufgeführt wird (ISOS Band 2 Seeland, S. 392). Diese Dokumentation ist 
nicht Teil des ISOS; dieses umfasst nur schützenswerte Ortsbilder von nationaler Bedeutung. Sie 
bietet daher nur einen Hinweis auf ein schutzwürdiges Ortsbild.11 Dass der Berner Heimatschutz 
dies in ihrem Bericht nicht erwähnt hat, ist daher nicht zu beanstanden, zumal die Lage im Orts-
bilderhaltungsgebiet der Gemeinde erwähnt und damit berücksichtigt wurde. Aufgrund der nach-
vollziehbaren Beurteilung des Berner Heimatschutzes und des Umstands, dass es sich um ein 
kleineres Bauvorhaben in einem heterogenen Wohnquartier handelt, konnte trotz der Lage im 
Ortsbilderhaltungsgebiet auf den Beizug der OLK verzichtet werden. Der entsprechende Bewei-
santrag der Beschwerdeführenden wird abgelehnt.

4. Kosten

a) Bei diesem Ausgang des Verfahrens unterliegen die Beschwerdeführenden. Sie haben die 
Verfahrenskosten zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG12). Diese werden bestimmt auf eine Pauschal-
gebühr von CHF 2000.00 (Art. 103 Abs. 2 VRPG i.V.m. Art. 19 Abs. 1 GebV13).

b) Die Beschwerdeführenden haben zudem dem Beschwerdegegner die Parteikosten zu er-
setzen (Art. 108 Abs. 3 VRPG). Die Kostennote des Rechtsvertreters des Beschwerdegegners 
gibt zu keinen Bemerkungen Anlass. Die Beschwerdeführenden haben somit dem Beschwerde-
gegner die Parteikosten von CHF 4011.85 zu ersetzen.

11 VGE 2017/51 vom 1.5.2018, E. 6.6 mit Hinweisen.
12 Gesetz vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21).
13 Verordnung vom 22. Februar 1995 über die Gebühren der Kantonsverwaltung (Gebührenverordnung, GebV; BSG 
154.21)

BVD 110/2021/2 

9/9

III. Entscheid

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. Der Bauentscheid der Gemeinde Tschugg vom 2. De-
zember 2020 wird bestätigt.

2. Die Verfahrenskosten von CHF 2000.00 werden den Beschwerdeführenden zur Bezahlung 
auferlegt. Die Beschwerdeführenden haften solidarisch für den gesamten Betrag. Eine se-
parate Zahlungseinladung folgt, sobald dieser Entscheid in Rechtskraft erwachsen ist. 

3. Die Beschwerdeführenden haben dem Beschwerdegegner Parteikosten im Betrag von CHF 
4011.85 (inkl. Mehrwertsteuer) zu ersetzen. Die Beschwerdeführenden haften solidarisch 
für den gesamten Betrag.

IV. Eröffnung

- Herrn Rechtsanwalt A.________, eingeschrieben
- Herrn Rechtsanwalt G.________, eingeschrieben
- Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Tschugg, eingeschrieben

Bau- und Verkehrsdirektion

Der Direktor

Christoph Neuhaus
Regierungsrat

Rechtsmittelbelehrung

Dieser Entscheid kann innert 30 Tagen seit seiner Eröffnung mit Beschwerde beim Verwaltungs-
gericht des Kantons Bern, Speichergasse 12, 3011 Bern, angefochten werden. Eine allfällige Ver-
waltungsgerichtsbeschwerde, die mindestens in vier Exemplaren einzureichen ist, muss einen An-
trag, die Angabe von Tatsachen und Beweismitteln, eine Begründung sowie eine Unterschrift ent-
halten; der angefochtene Entscheid und andere greifbare Beweismittel sind beizulegen.