# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 07de643e-6b1b-5ff7-a51d-3640fe3b9740
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-03-25
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 25.03.2010 D-1804/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-1804-2010_2010-03-25.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-1804/2010
sch/bah
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 5 .  M ä r z  2 0 1 0

Einzelrichter Hans Schürch, 
mit Zustimmung von Richterin Regula Schenker Senn;
Gerichtsschreiber Christoph Basler.

A._______, geboren (...),
Afghanistan,
(...),
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin); 
Verfügung des BFM vom 4. März 2010 / N(...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-1804/2010

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass  der  Beschwerdeführer,  ein  afghanischer  Staatsangehöriger  mit 
letztem Wohnsitz in Kabul, sein Heimatland eigenen Angaben zufolge 
im Jahr 1998 verliess und am 22. Juni 2009 in der Schweiz um Asyl 
nachsuchte,

dass er sich gemäss der Datenbank Eurodac am 25. November 2008 
in Litauen aufhielt,

dass das BFM am 2. Juli 2009 im Empfangs- und Verfahrenszentrum 
Kreuzlingen  die  Personalien  des  Beschwerdeführers  erhob  und  ihn 
summarisch zum Reiseweg sowie zu den Gründen für das Verlassen 
des Heimatlandes befragte,

dass dem Beschwerdeführer anlässlich dieser Befragung im Hinblick 
auf  eine  allfällige  Zuständigkeit  Litauens  für  die  Durchführung  des 
Asylverfahrens das rechtliche Gehör gewährt wurde (act. A1/13 S. 10),

dass  das  BFM  am  20. Oktober  2009  die  litauischen  Behörden  um 
Übernahme des Beschwerdeführers ersuchte,

dass  sich  die  litauischen  Behörden  am  11. November  2009  zur 
Wiederaufnahme des Beschwerdeführers gemäss Art. 16 Abs. 1 Bst. e 
der Verordnung (EG) Nr. 343/2003 des Rates vom 18. Februar  2003 
(Dublin-II-Verordnung) bereit erklärten,

dass das BFM mit Verfügung vom 4. März 2010 – eröffnet am 17. März 
2010 – in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d des Asylgesetzes vom 
26. Juni  1998  (AsylG,  SR  142.31)  auf  das  Asylgesuch  des  Be-
schwerdeführers  vom  22. Juni  2009  nicht  eintrat,  die  Wegweisung 
nach Litauen verfügte, den Beschwerdeführer – unter Androhung von 
Zwangsmitteln  im  Unterlassungsfall  –  aufforderte,  die  Schweiz 
spätestens am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen, den 
Kanton Zürich verpflichtete, die Wegweisungsverfügung zu vollziehen, 
feststellte, eine allfällige Beschwerde gegen die vorliegende Verfügung 
habe  keine  aufschiebende  Wirkung,  und  dem Beschwerdeführer  die 
editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis aushändigte,

dass  der  Beschwerdeführer mit  Eingabe  vom  22. März 2010  gegen 
diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde erhob 

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und dabei unter anderem beantragte, die angefochtene Verfügung sei 
aufzuheben und die Vorinstanz anzuweisen, ihr Recht zum Selbstein-
tritt  auszuüben und sich für das vorliegende Asylverfahren zuständig 
zu  erklären,  im  Sinne  vorsorglicher  Massnahmen  sei  die  auf-
schiebende Wirkung zu erteilen und die Vollzugsbehörden seien an-
zuweisen,  von  einer  Überstellung  nach  Litauen  abzusehen,  bis  das 
Bundesverwaltungsgericht  über  die  Beschwerde  entschieden  habe, 
und das BFM sei  –  sollte  er  bereits  nach Litauen überstellt  worden 
sein – anzuweisen, die Rückführung in die Schweiz zu veranlassen,

dass er in verfahrensrechtlicher Hinsicht zudem beantragte, es sei die 
unentgeltliche Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 des Bundes-
gesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren 
(VwVG,  SR  172.021)  zu  gewähren  und  von  der  Erhebung  eines 
Kostenvorschusses abzusehen,

dass die vorinstanzlichen Akten am 24. März 2010 beim Bundesver-
waltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

und zieht in Erwägung,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  im  Bereich  des  Asyls  endgültig 
über  Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5  VwVG) des  BFM ent-
scheidet  (Art. 105  AsylG  i.V.m.  Art. 31-33  des  Verwaltungsgerichts-
gesetzes  vom 17. Juni 2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst.  d  Ziff.  1 
des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass  der  Beschwerdeführer  durch  die  angefochtene  Verfügung  be-
sonders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung 
beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde legitimiert ist (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 
Abs. 1 VwVG),

dass  auf  die  frist-  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde  einzu-
treten ist  (Art. 108 Abs. 2  AsylG sowie  Art. 105  AsylG i.V.m. Art. 37 
VGG und Art. 52 Abs. 1 VwVG),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 

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und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art. 32-35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Be-
schwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass sich demnach die Beschwerdeinstanz – sofern sie den Nichtein-
tretensentscheid  als  unrechtmässig  erachtet  –  einer  selbständigen 
materiellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und 
die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (vgl. 
Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurs-
kommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.),

dass  die  Vorinstanz  die  Frage  der  Wegweisung  und  des  Vollzugs 
materiell prüft, weshalb dem Bundesverwaltungsgericht diesbezüglich 
volle Kognition zukommt,

dass  über  offensichtlich  unbegründete  Beschwerden in  einzelrichter-
licher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  be-
ziehungsweise  einer  zweiten  Richterin  entschieden  wird  (Art. 111 
Bst. e AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt, um 
eine  solche  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur 
summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass  gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  vorliegend  auf  einen 
Schriftenwechsel verzichtet wurde,

dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asyl-
suchende in einen Drittstaat ausreisen können, welcher für die Durch-
führung  des  Asyl-  und  Wegweisungsverfahrens  staatsvertraglich  zu-
ständig ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG),

dass  das  BFM  zur  Begründung  seiner  Verfügung  ausführt,  der  Be-
schwerdeführer habe in der Befragung zur Person vom 2. Juli 2009 zu 
Protokoll gegeben, über Tadschikistan nach Pabrade (Litauen) gereist 
zu  sein  und  sich  dort  seit  November  2008  als  Asylbewerber  auf-
gehalten zu haben,

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dass sein Asylgesuch abgelehnt worden sei, bevor er in die Schweiz 
weitergereist sei,

dass zudem ein Eurodac-Treffer vom 25. November 2008 in Pabrade, 
Litauen, vorliege,

dass  Litauen  gestützt  auf  das  "Abkommen  vom  26. Oktober  2004 
zwischen  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  und  der 
Europäischen Gemeinschaft über die Kriterien und Verfahren zur Be-
stimmung  des  zuständigen  Staates  für  die  Prüfung  eines  in  einem 
Mitgliedstaat  oder in  der Schweiz gestellten Asylantrags" sowie dem 
"Übereinkommen  vom  17. Dezember  2004  zwischen  der 
Schweizerischen  Eidgenossenschaft,  der  Republik  Island  und  dem 
Königreich  Norwegen  über  die  Umsetzung,  Anwendung  und  Ent-
wicklung des Schengen-Besitzstandes und über die Kriterien und Ver-
fahren zur Bestimmung des zuständigen Staates für die Prüfung eines 
in der Schweiz, in Island oder in Norwegen gestellten Asylantrags" für 
die Durchführung des Asylverfahrens zuständig sei,

dass  Litauen  am  11. November  2009  einer  Übernahme  des  Be-
schwerdeführers zugestimmt habe,

dass  der  Beschwerdeführer  im  Rahmen des rechtlichen  Gehörs  an-
lässlich der Befragung zur Person vom 2. Juli  2009 geltend gemacht 
habe, er sei aufgrund einer in Afghanistan erlittenen Schussverletzung 
in  Litauen  krank  gewesen,  seine  Aussagen,  die  er  gegenüber  den 
litauischen  Behörden  gemacht  habe,  seien  nicht  richtig  übersetzt 
worden,  weshalb  sein  Asylgesuch abgelehnt  worden  sei,  und er  sei 
ausserhalb  des  Asylzentrums  in  Pabrade  von  russischsprachigen 
Leuten geschlagen worden,

dass Litauen seinen aus dem Abkommen vom 28. Juli 1951 über die 
Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30)  und der Konvention 
vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grund-
freiheiten  (EMRK,  SR  0.101)  erwachsenden  Verpflichtungen  nach-
komme und  der  Beschwerdeführer  nicht  damit  rechnen  müsse,  von 
dort aus in einen möglichen Verfolgerstaat zurückgeschickt zu werden, 
wenn er eine entsprechende Gefährdung geltend mache, und   er bei 
allfällig  auftretenden  Problemen  mit  Dritten  jederzeit  die  litauischen 
Behörden um Hilfe ersuchen könne,

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dass  das  Non-Refoulement-Gebot  bezüglich  des  Heimat-  oder  Her-
kunftsstaates nicht  zu prüfen sei,  da der  Beschwerdeführer in  einen 
Drittstaat reisen könne, wo er Schutz vor Rückschiebung im Sinne von 
Art. 5 Abs. 1 AsylG finde und keine Hinweise zu einer Verletzung von 
Art. 3 EMRK im Falle seiner Rückkehr nach Litauen bestehe,

dass weder die in Litauen herrschende Situation noch andere Gründe 
gegen die Zumutbarkeit der Wegweisung in diesen Staat sprächen und 
der  Vollzug  der  Wegweisung  aufgrund  der  Zustimmung  Litauens 
technisch möglich und praktisch durchführbar sei,

dass in der Beschwerde geltend gemacht wird, der Beschwerdeführer 
sei aus Litauen weggewiesen werden, weshalb ihm nach einer Rück-
kehr dorthin die Rückschiebung nach Afghanistan drohe, wo er verfolgt 
werde,

dass die Situation der Asylsuchenden in Litauen unzumutbar sei,

dass insbesondere die Wegweisung von verletzlichen Personen frag-
lich sei, da sie keinen Zugang zu medizinischer Versorgung hätten,

dass der Beschwerdeführer auf medizinische Versorgung angewiesen 
sei  und  von  Dr.  med.  B._______  wegen  seines  Beines  behandelt 
werde,

dass er  sich  zudem bei  der  psychiatrischen Universitätsklinik  in  Be-
handlung  befinde,  weshalb  feststehe,  dass  er  sich  in  einem  labilen 
Gesundheitszustand befinde,

dass die litauischen Behörden am 11. November 2009 entgegen der 
diesbezüglichen  Feststellung  des  BFM  in  der  angefochtenen  Ver-
fügung  nicht  der  Übernahme,  sondern  gestützt  auf  Art. 16  Abs. 1 
Bst. e  Dublin-II-Verordnung in  Beantwortung  einer  Anfrage des BFM 
vom 20. Oktober  2009  der  Wiederaufnahme  des  Beschwerdeführers 
zustimmten,

dass der Beschwerdeführer somit ohne Weiteres in den Dublin-Staat 
(Litauen)  ausreisen  kann  und  der  allfällige  Vollzug  der  Wegweisung 
nach Litauen möglich ist,

dass vorliegend keine Gründe ersichtlich sind, die einen Selbsteintritt 
des  BFM  gemäss  Art. 3  Abs. 2  Dublin-II-VO  nahegelegt  hätten,  da 

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Litauen unter  anderem Signatarstaat  der  FK und der  EMRK ist  und 
keine konkreten Hinweise dafür bestehen, Litauen würde sich nicht an 
die daraus resultierenden Verpflichtungen halten,

dass davon ausgegangen werden darf,  der Beschwerdeführer würde 
von den litauischen Behörden angemessenen Schutz erhalten, falls er 
sich  wegen  von  Drittpersonen  ausgehenden  Übergriffen  an  diese 
wenden würde,

dass  es  in  der  Unterkunft  für  Asylsuchende  im  litauischen  Pabrade 
eine Gesundheitsstation gibt, in der Ärzte beziehungsweise Ärztinnen 
Dienst  versehen,  weshalb  die  in  der  Beschwerde  vertretene  Auf-
fassung,  kranke  Personen  hätten  keinen  Zugang  zu  medizinischer 
Versorgung, nicht geteilt werden kann,

dass sich CARITAS und das Rote Kreuz um die Bewohner der Unter-
kunft von Pabrade kümmern und ihnen insbesondere auch unentgelt-
liche Rechtsberatung zur Verfügung gestellt wird,

dass sich die Unterkunft  im Gegensatz zu früheren Zeiten nach der 
Erstellung  eines  Neubaus  in  einem  ordentlichen  Zustand  befindet, 
wenn  auch  nicht  zu  verkennen  ist,  dass  die  Unterbringung  –  es 
handelt sich um ein geschlossenes Zentrum, das nur mit Bewilligung 
für maximal drei Tage verlassen werden darf – in gewissen Bereichen 
zu wünschen übrig lässt (vgl. "Der Schlepper", Das Quartalsmagazin 
des  Flüchtlingsrats  Schleswig-Holstein  e.V.,  Nr.  16  –  Herbst  2001, 
S. 12 ff.),

dass das BFM demnach in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG 
zu Recht auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten 
ist, woran auch die Tatsache nichts ändert, dass er sich in der Schweiz 
in ärztlicher Behandlung befindet,

dass  das  Nichteintreten  auf  ein  Asylgesuch  in  der  Regel  die  Weg-
weisung aus der  Schweiz zur  Folge hat  (Art. 44 Abs. 1 AsylG),  vor-
liegend der Kanton keine Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem 
kein Anspruch auf Erteilung einer solchen besteht (vgl. EMARK 2001 
Nr. 21),  weshalb  die  verfügte  Wegweisung  im  Einklang  mit  den 
gesetzlichen  Bestimmungen  steht  und  demnach  vom Bundesamt  zu 
Recht angeordnet wurde,

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dass  das  Bundesamt  das  Anwesenheitsverhältnis  nach  den  gesetz-
lichen Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme von Ausländern 
regelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumut-
bar  oder  nicht  möglich  ist  (Art. 44  Abs. 2 AsylG; Art.  83  Abs. 1  des 
Bundesgesetzes  vom  16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen 
und Ausländer [AuG, SR 142.20]), 

dass in Verfahren nach Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG die Frage nach der 
Zulässigkeit und Möglichkeit des Wegweisungsvollzugs (Art. 83 Abs. 2 
und 3 AuG regelmässig bereits Voraussetzung (und nicht erst Regel-
folge)  des  Nichteintretensentscheides  ist  (vgl. Urteil  des  Bundesver-
waltungsgerichts [BVGE] D-645/2010 vom 1. März 2010 E. 8.1),

dass  demnach  auf  die  Frage  einer  drohenden  Verletzung  des  Non-
Refoulement-Gebots  beziehungsweise  der  Möglichkeit  des  Vollzugs 
der Wegweisung an dieser Stelle nicht mehr einzugehen ist,

dass sich die Frage nach der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs 
in Verfahren nach Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG nicht unter dem Aspekt 
von Art. 83 Abs. 1 und 4 AuG stellt, sondern ebenfalls vor der Prüfung 
des Nichteintretens im Rahmen des Selbsteintrittsrechts (vgl. BVGE D-
645/2010  vom  1.  März  2010  E.  8.2),  welches  wie  vorstehend  aus-
geführt, nicht zur Anwendung gelangt,

dass das BFM demnach den Vollzug der Wegweisung nach Litauen zu 
Recht angeordnet hat,

dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt 
oder  unangemessen  ist  (Art.  106  AsylG),  weshalb  die  Beschwerde 
abzuweisen ist, 

dass der Antrag auf Anordnung vorsorglicher Massnahmen durch das 
Bundesverwaltungsgericht – solche können nur für die Dauer des Be-
schwerdeverfahrens Wirkung entfalten – und die Gesuche um Verzicht 
auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses  und um Gewährung  der 
aufschiebenden  Wirkung  der  Beschwerde  beziehungsweise 
eventualiter  Anordnung  der  Rückführung  in  die  Schweiz  angesichts 
des  vorliegenden  direkten  Entscheides  in  der  Hauptsache  gegen-
standslos geworden sind,

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dass das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im 
Sinne  von  Art. 65  Abs. 1  VwVG unbesehen  der  geltend  gemachten 
Bedürftigkeit  des  Beschwerdeführers  zufolge  Aussichtslosigkeit  der 
Beschwerde abzuweisen ist,

dass  bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von Fr. 600.-- 
(Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 
1 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  wird 
abgewiesen.

3.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.--  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- den  Beschwerdeführer (Einschreiben; Beilagen: zwei  Einladungen 
zum Arzttermin, Einzahlungsschein)

- das BFM, Abteilung Aufenthalt,  mit  den Akten Ref.-Nr. N (...)  (per 
Kurier; in Kopie) 

- die kantonale Behörde (per Telefax)

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Hans Schürch Christoph Basler

Versand: 

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