# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7a6e341a-31b5-5702-a89e-7ea1de16d5aa
**Source:** Schaffhausen (SH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-04-02
**Language:** de
**Title:** Schaffhausen Obergericht 02.04.2024 60/2022/40
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SH_OG/SH_OG_001_60-2022-40_2024-04-02.pdf

## Full Text

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Freiwillige öffentliche Versteigerung; Steigerungsbedingungen; Mindest-

preis; Schätzung – Art. 651 Abs. 2 ZGB; Art. 229 und Art. 236 OR; Art. 139 und 

Art. 140 EG ZGB; Art. 2, Art. 3 und Art. 52 GG.  

Im Kanton Schaffhausen sind die Gemeinden zuständig, gerichtlich angeordnete 

freiwillige Versteigerungen durchzuführen (E. 2.2).  

Weil das Kantonsgericht mit seiner Anordnung den endgültigen Vollzug der Teilung 

beabsichtigte, hatte die Gemeinde nach einer ersten, nur teilweise erfolgreich ver-

laufenen Versteigerung eine weitere Versteigerung anzuordnen (E. 2.3). 

Angesichts der Umstände durfte und musste die Gemeinde auf die Festlegung ei-

nes Mindestpreises verzichten, um dem Anspruch der Miteigentümer auf Teilung 

innert angemessener Frist gerecht zu werden (E. 3.2).  

Es besteht keine gesetzliche Verpflichtung und war auch nicht erforderlich, ein Ver-

kehrswertgutachten einzuholen (E. 4). 

OGE 60/2022/40 vom 2. April 2024 

Keine Veröffentlichung im Amtsbericht 

Sachverhalt  

Mit Urteil vom 9. Dezember 2015 hob das Kantonsgericht des Kantons Schaffhau-

sen das zwischen den Geschwistern X., Y. und Z. zu je 1/3 bestehende Miteigen-

tum an vier in der Gemeinde A. gelegenen Grundstücken auf und ordnete die öf-

fentliche Versteigerung durch das zuständige Amt an. Am 4. November 2021 fand 

eine erste Versteigerung statt. Nachdem nur ein Grundstück zum festgelegten Min-

destpreis an Z. verkauft werden konnte, legte der Gemeinderat der Gemeinde A. 

mit Beschluss vom 5. April 2022 die Steigerungsbedingungen einer weiteren Ver-

steigerung fest; insbesondere werde auf ein Mindestgebot verzichtet. Die von Z. 

gegen diesen Beschluss erhobenen Rechtsmittel wiesen der Regierungsrat mit Be-

schluss vom 16. August 2022 und das Obergericht mit Entscheid vom 2. April 2024 

ab.    

Aus den Erwägungen 

2. Der Beschwerdeführer moniert, die Auffassung des Regierungsrats, wo-

nach gemäss dem Entscheid des Kantonsgerichts vom 9. Dezember 2015 nach 

einer nicht erfolgreichen öffentlichen Versteigerung jeweils eine weitere Versteige-

rung anzusetzen sei, bis das Miteigentum aufgehoben werden könne, verletze 

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Recht und stelle allenfalls einen Ermessensmissbrauch dar. Es bestehe keine 

rechtliche Grundlage für eine weitere Versteigerung mit Kostenfolgen für die 

Grundeigentümer. Das Kantonsgericht habe nicht angeordnet, dass nach einer er-

folglosen Versteigerung weitere Versteigerungen erfolgen sollten. Der Gemeinde-

rat A. könne eine solche nicht von sich aus beschliessen, weshalb die Steigerungs-

bedingungen vom 3. März 2022 keine Rechtswirkung entfalteten. Es fehle hierfür 

an einer zivilrechtlichen Grundlage. 

Die Gemeinde A. macht geltend, zwischen den Parteien habe im Verfahren vor 

Kantonsgericht Einigkeit darüber bestanden, dass die Grundstücke öffentlich zu 

versteigern seien. Weil keine Einschränkungen formuliert worden seien und das 

Kantonsgericht die Versteigerung autoritativ angeordnet habe, sei die öffentliche 

Versteigerung nicht (mehr) vom Willen der Parteien abhängig. 

2.1. Können sich die Miteigentümer über die Art der Aufhebung von Miteigen-

tum nicht einigen, so wird die Sache nach Anordnung des Gerichts körperlich ge-

teilt oder, wenn dies ohne wesentliche Verminderung ihres Wertes nicht möglich 

ist, öffentlich oder unter den Miteigentümern versteigert (Art. 651 Abs. 2 ZGB). Das 

Verfahren sowie die Konditionen der öffentlichen Versteigerung richten sich nach 

den vom Teilungsgericht festgesetzten Steigerungsbedingungen, den Art. 229 ff. 

OR sowie den kantonalen Bestimmungen zur öffentlichen Versteigerung. Zu den 

freiwilligen Versteigerungen im Sinne von Art. 229 OR werden folglich auch die im 

Gesetz in zahlreichen Bestimmungen – wie Art. 651 Abs. 2 ZGB – vorgesehenen 

gesetzlichen Versteigerungen gezählt (vgl. BGE 149 III 165 E. 3.4.2 f. sowie 

Ruoss/Gola, in: Widmer Lüchinger/Oser [Hrsg.], Basler Kommentar, Obligationen-

recht I, 7. A., Basel 2020, Vor Art. 229–236 OR N. 14, je mit weiteren Hinweisen). 

2.2. Der Beschwerdeführer stellt zu Recht nicht mehr in Frage, dass der Ge-

meinderat A. gemäss den einschlägigen kantonalen Bestimmungen grundsätzlich 

zuständig ist, gerichtlich angeordnete freiwillige Versteigerungen durchzuführen. 

Dies geht, wie der Regierungsrat korrekt festgehalten hat, aus den einschlägigen 

kantonalen Bestimmungen hinreichend klar hervor (vgl. Art. 139 f. des Gesetzes 

über die Einführung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches vom 27. Juni 1911 

[EG ZGB, SHR 210.100] sowie Art. 2 f. und Art. 52 des Gemeindegesetzes vom 

17. August 1998 [GG, SHR 120.100]).  

2.3. Die vollziehende Behörde hat die Tragweite eines Urteilsdispositivs im Ein-

zelfall anhand der Urteilserwägungen auszulegen (vgl. BGE 143 III 420 E. 2.2 so-

wie 136 III 345 E. 2.1, je mit Hinweisen). Das Kantonsgericht hob in Dispositiv-

Ziffer 4 des Urteils vom 9. Dezember 2015 u.a. das an den Grundstücken GB A. 

SH Nrn. […] bestehende Miteigentum auf und ordnete Folgendes an: "Die in der 

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Schweiz belegenen Grundstücke werden öffentlich versteigert. Die Durchführung 

wird dem jeweils zuständigen Amt übertragen. […] Der Nettoerlös […] wird den 

Parteien zu je 1/3 zugewiesen". Weitergehende Anordnungen – insb. konkrete 

Steigerungsbedingungen – finden sich im Dispositiv nicht. In den Urteilserwägun-

gen führte das Kantonsgericht im Zusammenhang mit der angeordneten Aufhe-

bung des Miteigentums einzig aus, die Parteien hätten übereinstimmende, das Ge-

richt bindende Anträge über die Art der Teilung, namentlich die öffentliche Verstei-

gerung, gestellt; es bestehe mithin Einigkeit, dass sämtliche im Miteigentum der 

Parteien stehenden Grundstücke öffentlich zu versteigern seien. Nachdem das Ge-

richt an die übereinstimmenden Anträge gebunden sei, sei folglich für die in der 

Schweiz gelegenen Grundstücke die öffentliche Versteigerung anzuordnen, wobei 

jeder Miteigentümer grundsätzlich Anspruch auf 1/3 des Netto-Erlöses habe. 

Der Beschwerdeführer bestreitet nicht, dass die Parteien vor Kantonsgericht über-

einstimmend die freiwillige öffentliche Versteigerung als Teilungsart beantragt ha-

ben. Die Gemeinde A. weist zu Recht darauf hin, dass es den Parteien im Verfah-

ren vor Kantonsgericht freigestanden hätte, die Anordnung konkreter Steigerungs-

bedingungen zu beantragen (vgl. […]; dazu BGE 149 III 165 E. 3.5.3; Graham-

Siegenthaler, in: Aebi-Müller/Müller [Hrsg.], Berner Kommentar, Schweizerisches 

Zivilgesetzbuch, Bern 2022, Art. 651 N. 40). Stellen die Parteien keine Anträge be-

züglich Steigerungsmodalitäten, liegt deren Festlegung grundsätzlich im Ermessen 

des Gerichts. Dieses ist weder verpflichtet, ein Mindestgebot festzusetzen, noch 

ein Verkehrswertgutachten einzuholen, und hat das vorliegend auch nicht getan. 

Entsprechend hatte das Kantonsgericht keinen Anlass, von Anfang an – gleichsam 

präventiv für den Fall des Scheiterns einer ersten Versteigerung mangels Errei-

chen des Mindestpreises – eine zweite Steigerung anzuordnen (vgl. dazu Brun-

ner/Wichtermann, in: Geiser/Wolf [Hrsg.], Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch II, 

7. A., Basel 2023, Art. 651 N. 14 mit Hinweisen). Deren Notwendigkeit entstand 

denn auch erst dadurch, dass nachträglich einvernehmlich ein Mindestpreis in die 

Steigerungsbedingungen aufgenommen worden war, der jedoch nur teilweise – 

bezüglich des Grundstücks Nr. […] – erzielt wurde. Gestützt auf die Erwägungen 

des Kantonsgerichts ist nach Treu und Glauben davon auszugehen, dass es mit 

seiner Anordnung den endgültigen Vollzug der Teilung durch anteilsmässige Ver-

teilung des Erlöses des Verkaufs der Liegenschaften beabsichtigte. Das Kantons-

gericht hat nach dem insofern klaren Wortlaut von Dispositiv-Ziffer 4 des Urteils 

vom 9. Dezember 2015 denn auch nicht die Durchführung einer Versteigerung (im 

Sinne einer einmaligen Gant) angeordnet, sondern die Versteigerung der in der 

Schweiz gelegenen Grundstücke, mithin deren Veräusserung mittels Versteige-

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rung unabhängig von der konkret dazu erforderlichen Anzahl von Ganten. Die Auf-

fassung der Gemeinde A., wonach nach der ersten, nur teilweise erfolgreich ver-

laufenen Versteigerung eine weitere Versteigerung durchzuführen sei, bis der Er-

lös verteilt werden kann, ist nicht zu beanstanden und steht insbesondere im Ein-

klang mit dem Anspruch der Miteigentümer auf Teilung innert angemessener Frist 

(vgl. in diesem Kontext bereits BGE 51 II 294 S. 296 sowie KG GR ZK1 2018 33 

vom 9. September 2019 E. 6.3.2 mit Hinweisen; Brunner/Wichtermann, in: Gei-

ser/Wolf [Hrsg.], Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch II, 6. A., Basel 2019, Art. 651 

N. 14). Entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers fehlt es damit nicht 

an einer rechtlichen Grundlage für die Ansetzung der zweiten Versteigerung. Die 

Rüge ist unbegründet. 

3. Weiter rügt der Beschwerdeführer, der Verzicht auf die Aufnahme eines 

Mindestgebots in den Steigerungsbedingungen II stelle eine Rechtsverletzung, al-

lenfalls einen Missbrauch des Ermessens dar. Die Grundeigentümer würden in ih-

ren Eigentumsrechten beeinträchtigt. Selbst wenn der Gemeinderat im Rahmen 

der Gemeindeautonomie über einen relativ weitgehenden Entscheidungsspiel-

raum verfügen möge, seien die Interessen der Grundeigentümer zu berücksichti-

gen und angemessen zu wahren. Der Mindestpreis wäre anhand des Marktwerts 

auf CHF 125/m2 anzusetzen, wobei eine Unterschreitung dieses Betrags im Ver-

kaufsfall zu einer Verletzung der berechtigten wirtschaftlichen Interessen der Ei-

gentümer führen würde. 

Die Gemeinde A. vertritt den Standpunkt, der Markt gebe die vom Beschwerdefüh-

rer vorgegebenen Werte nicht her. Würde der Verzicht auf die Aufnahme eines 

Mindestpreises zu einer Versteigerung deutlich unter dem Marktwert führen, hätten 

die Eigentümer die Möglichkeit, mitzubieten. 

3.1. Das Kantonsgericht hat im Urteil vom 9. Dezember 2015 autoritativ ange-

ordnet, dass die betreffenden Grundstücke öffentlich zu versteigern sind. Hat das 

Teilungsgericht keine Steigerungsmodalitäten festgelegt, so obliegt dies der nach 

kantonalem Recht zuständigen Steigerungsbehörde, d.h. dem Gemeinderat A. 

(vgl. vorne, E. 2.2). Das kantonale Recht betreffend freiwillige öffentliche Verstei-

gerungen beschränkt sich auf Art. 139 und 140 EG ZGB, wonach freiwillige öffent-

liche Versteigerungen von Grundstücken unter Mitwirkung eines Mitglieds des Ge-

meinderats stattzufinden haben und wenigstens drei Tage vor ihrer Abhaltung aus-

gekündet werden müssen; die Gantbedingungen sind vor Beginn der Steigerung 

zu verlesen. Im Rahmen dieser Vorschriften haben die Gemeinden die Steige-

rungsbedingungen zu regeln (vgl. OGE 60/2001/26 vom 26. Juli 2002 E. 2a, Amts-

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bericht 2002, S. 145). Nachdem das Kantonsgericht nicht von der Möglichkeit, kon-

krete Versteigerungsmodalitäten festzulegen, Gebrauch gemacht hat (vgl. 

vorne, E. 2.3 f.), steht der Gemeinde A. bei der Festlegung der Steigerungsbedin-

gungen eine relativ erhebliche Entscheidungsfreiheit zu (vgl. Art. 50 Abs. 1 BV; 

Art. 105 KV; Art. 3 GG; BGE 147 I 433 E. 4.1 mit Hinweisen).  

3.2. Der Beschwerdeführer weist grundsätzlich zu Recht darauf hin, dass die 

Gemeinden auch im geschützten Autonomiebereich an die Grundrechte gebunden 

sind (vgl. Art. 5, 7 ff. und 35 Abs. 2 BV; dazu BGE 135 I 265 E. 4.2 mit Hinweisen). 

Sodann hat sich die Gemeinde an die Vorgaben von Art. 229 ff. OR sowie weitere 

kantonale Vorschriften über die öffentliche Versteigerung zu halten (Art. 236 OR; 

vgl. auch BGE 149 III 165 E. 3.2). Die Festlegung eines Mindestpreises wird indes 

weder im einschlägigen kantonalen Recht noch in den Art. 229 ff. OR vorgeschrie-

ben; diese sehen als zentrale Erfordernisse kumulativ die öffentliche Auskündigung 

und das freie Bietrecht vor, beides mit dem Zweck, den bestmöglichen Preis zu 

erzielen (vgl. dazu Ruoss/Gola, Vor Art. 229–236 OR N. 17 ff.). Inwiefern vorlie-

gend aus der Eigentumsgarantie (Art. 26 BV) bzw. der Wirtschaftsfreiheit (Art. 27 

BV) eine Notwendigkeit abgeleitet werden könnte, einen Mindestpreis festzuset-

zen, ist nicht ersichtlich. Zu berücksichtigen ist die Rechtsprechung, wonach ein 

Gericht, welches einen Mindestpreis anordnet, zugleich eine zweite Steigerung 

vorsehen muss für den Fall, dass die erste ergebnislos verlaufen sollte, wobei für 

diese zweite Steigerung kein Mindestangebot mehr zur Bedingung gemacht wer-

den darf, damit ein Zuschlag innert absehbarer, den Beteiligten zumutbarer Zeit 

ermöglicht wird (vgl. BGE 51 II 294 S. 296 f.; Graham-Siegenthaler, Art. 651 N. 71 

Fn. 211 mit Hinweis). Dies spricht dafür, dass die Gemeinde in der vorliegenden 

Situation – teilweise gescheiterte erste Versteigerung mit einvernehmlich festge-

legtem Mindestpreis, gescheiterter Versuch einer gütlichen Einigung, zwei von drei 

Miteigentümern verlangen eine weitere Versteigerung und sind mit deren Bedin-

gungen (u.a.: kein Mindestpreis) einverstanden – nicht nur auf die Festlegung ei-

nes Mindestpreises verzichten durfte, sondern musste, um dem Anspruch der Mit-

eigentümer auf Teilung innert angemessener Frist gerecht zu werden. Der Be-

schwerdeführer sieht darüber hinweg, dass die Gemeinde nach Treu und Glauben 

die Interessen sämtlicher Miteigentümer berücksichtigen und dabei auch auf einen 

fairen Ausgleich divergierender Interessen achten musste (vgl. Art. 5, 8 und 9 BV). 

Unter Berücksichtigung der konkreten Umstände hat die Gemeinde A. beim Ver-

zicht auf die Aufnahme eines Mindestpreises im Rahmen ihres pflichtgemässen 

Ermessens gehandelt und die Grundsätze der Verhältnismässigkeit sowie von 

Treu und Glauben gewahrt. Ins Gewicht fällt dabei auch, dass die Gemeinde zu-

nächst versucht hat, eine gütliche Einigung unter den Miteigentümern zu erzielen, 

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mithin verhältnismässig vorgegangen ist (vgl. Art. 5 Abs. 2 BV). Erst nach dem 

Scheitern dieser Bemühungen hat sie eine zweite Versteigerung angesetzt, wobei 

sie in zulässiger Weise das bei zwei Dritteln der Miteigentümer offensichtlich über-

wiegende Interesse an einem baldigen Steigerungszuschlag höher gewichtete als 

das vom Beschwerdeführer geltend gemachte Interesse, den von ihm befürchteten 

"Verkauf zu Schleuderpreisen" zu vermeiden. Diesbezüglich weist die Gemeinde 

zu Recht darauf hin, dass es jedem der heutigen Miteigentümer freisteht, mitzubie-

ten. Zu beachten ist auch, dass eine öffentliche Versteigerung ohne Mindestpreis 

potenziell mehr Bieter anziehen, das wettbewerbsmässige Aufeinandertreffen von 

Angeboten verstärken und dadurch schliesslich zu einem höheren Verkaufspreis 

führen kann (vgl. i.d.S. Graham-Siegenthaler, Art. 651 N. 71 mit weiteren Hinwei-

sen). Selbstredend geht dieses Vorgehen mit gewissen Unwägbarkeiten einher, 

die jedoch angesichts der gesamten Umstände – insbesondere hat der Beschwer-

deführer im gerichtlichen Verfahren unstrittig vorbehaltlos eingewilligt, dass die be-

sagten Grundstücke öffentlich versteigert werden – in Kauf zu nehmen und nicht 

als dem Staat zurechenbare Verkürzungen grundrechtlich vermittelter Ansprüche 

anzusehen sind (vgl. dazu Pierre Tschannen, Staatsrecht der Schweizerischen 

Eidgenossenschaft, 5. A., Bern 2021, Rz. 343). Selbst wenn man aber von einem 

mittelbaren Grundrechtseingriff ausgehen wollte, würde der Schutz der Grund-

rechte Dritter überwiegen (vgl. Art. 36 Abs. 2 BV; Astrid Epiney, in: Ehrenzeller et 

al. [Hrsg.], Die schweizerische Bundesverfassung, St. Galler Kommentar, 4. A., 

Zürich/St. Gallen 2023, Art. 36 N. 18 u. 51), müsste doch diesfalls konsequenter-

weise auch der Anspruch der Miteigentümer auf eine baldige Durchführung der 

Teilung als Ausfluss der Eigentumsgarantie anerkannt werden.  

3.3. Zusammenfassend ist nicht ersichtlich, inwiefern die Gemeinde A. durch 

den Verzicht auf die Festsetzung eines Mindestpreises Recht verletzt haben soll. 

Die Gemeinde A. hat sodann das ihr zustehende Ermessen pflichtgemäss ausge-

übt. Auch diese Rüge des Beschwerdeführers ist unbegründet. 

4. Zuletzt rügt der Beschwerdeführer den Verzicht auf das Einholen einer ak-

tuellen Schätzung der Grundstücke für den Fall, dass auf einen Mindestpreis ver-

zichtet werde. Wenn ein Angebot deutlich unter dem Verkehrswert liege, müsse 

der Steigerungsleiter dieses ablehnen, andernfalls handle er rechtswidrig oder zu-

mindest missbräuchlich. Indes stellt Art. 651 Abs. 2 ZGB die Festlegung der Stei-

gerungsmodalitäten wie dargelegt in das Ermessen des Gerichts. Legt das Gericht, 

wie vorliegend geschehen, keine Steigerungsmodalitäten fest, obliegt es der voll-

ziehenden Behörde, d.h. dem Gemeinderat A., die Bedingungen im Rahmen der 

Art. 229 ff. OR sowie der einschlägigen kantonalen Vorschriften festzulegen (vgl. 

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vorne, E. 3.1). Es besteht demnach keine gesetzliche Verpflichtung und war auch 

nicht erforderlich, ein Verkehrswertgutachten einzuholen. Vielmehr konkretisiert 

sich, worauf die Gemeinde zu Recht hinweist, der aktuelle Marktwert eben gerade 

anlässlich der öffentlichen Versteigerung (vgl. auch KG GR ZK1 2018 33 vom 

9. September 2019 E. 6.3.2). Diese Rüge des Beschwerdeführers ist somit eben-

falls unbegründet. 

5. Die Beschwerde erweist sich somit als unbegründet. Sie ist abzuweisen.