# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6ba5c0e0-6a8c-54f1-bf73-017044115c6b
**Source:** Uri (UR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-08-28
**Language:** de
**Title:** Uri Obergericht Verwaltungsrechtliche Abteilung 28.08.2020 2020_OG V 20 1
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/UR_Gerichte/UR_OG_004_2020-OG-V-20-1_2020-08-28.pdf

## Full Text

Staatshaftung. Art. 454 Abs. 1 ZGB. Verantwortlichkeit des Kantons für widerrechtli-
che Kindesschutzmassnahmen der KESB. Verwaltungsrechtliche Klage der betroffe-
nen Kindseltern. Widerrechtlichkeit des vorsorglich angeordneten Entzugs des Auf-
enthaltsbestimmungsrechts und der externen Unterbringung der klägerischen Kinder 
im konkreten Fall bejaht. Die Kosten der Kindesschutzmassnahme sowie ein Teil der 
Anwaltskosten der Eltern waren als Schaden zu ersetzen. Der Genugtuungsan-
spruch wurde im Grundsatz bejaht. Gerichtliche Feststellung der Widerrechtlichkeit 
der Massnahme als «andere Art der Genugtuung». Teilweise Gutheissung der Klage; 
Abweisung der Klage, soweit den zugesprochenen Schadenersatzbetrag überstei-
gend und einen Geldbetrag als Genugtuung fordernd.  
 
Obergericht, 28. August 2020, OG V 20 1 
 
Aus den Erwägungen: 
 
2. b) Gemäss Art. 454 Abs. 1 ZGB hat Anspruch auf Schadenersatz und, sofern die 
Schwere der Verletzung es rechtfertigt, auf Genugtuung, wer im Rahmen der behördlichen 
Massnahmen des Erwachsenenschutzes (oder Kindesschutzes, siehe vorstehend E. 2a) 
durch widerrechtliches Handeln oder Unterlassen verletzt wird. Voraussetzung der Haftung 
ist zunächst die Widerrechtlichkeit der Handlung. Dabei ist von einem objektiven Widerrecht-
lichkeitsbegriff auszugehen (Patrick Fassbind, in Kren Kostkiewicz/Wolf/Amstutz/Fankhauser 
[Hrsg.], ZGB Kommentar, 3. Aufl., Zürich 2016, Art. 454 N. 4). Eine Schadenszufügung im 
Sinne der objektiven Widerrechtlichkeitstheorie ist dann widerrechtlich, wenn sie durch die 
Verletzung eines absoluten Rechts (zum Beispiel Eigentum, Besitz, Leben, körperliche be-
ziehungsweise psychische Integrität) des Geschädigten gegen eine allgemeine gesetzliche 
Pflicht verstösst (Mösch Payot/Rosch, in Rosch/Büchler/Jakob [Hrsg.], Erwachsenenschutz-
recht, 2. Aufl., Basel 2015, Art. 454 - 456 ZGB N. 7). Widerrechtlichkeit ist somit grundsätz-
lich bei jedem Verstoss gegen Normen des Bundesrechts einschliesslich der EMRK und des 
kantonalen Rechts gegeben, soweit diese Bestimmungen die Voraussetzungen, die Zustän-
digkeit und das Verfahren der Kindesschutzmassnahme regeln (vergleiche BGE 118 II 259 
E. 2b; für die Massgeblichkeit dieser Rechtsprechung auch unter dem geltenden Recht ver-
gleiche: BGE 140 III 95 E. 2.2 f.). Dabei bedeutet das blosse Umstossen einer Ermessens-
entscheidung im Rechtsmittelverfahren bei voller Kognition der Rechtsmittelinstanz hingegen 
noch nicht haftungsrelevante Widerrechtlichkeit. Widerrechtlichkeit setzt bei Ermessensent-
scheidungen Ermessensmissbrauch, -überschreitung oder -unterschreitung voraus (Ivo 
Schwander, in Fischer/Luterbacher [Hrsg.], Haftpflichtkommentar, Zürich 2016, Art. 454 ZGB 
N. 16; siehe auch Mösch Payot/Rosch, a.a.O., Art. 454-456 ZGB N. 7). Zu differenzieren ist 
schliesslich bei Rechtsakten, die sich später als unrichtig erweisen: Wird die Haftung aus 
einem Rechtsakt (oder einem Verfahren, das in einen Rechtsakt mündet) abgeleitet, so liegt 
eine haftungsbegründende Widerrechtlichkeit nicht bereits vor, wenn sich dieser später als 
unrichtig, gesetzwidrig oder gar willkürlich erweist. Eine solche Widerrechtlichkeit ist erst 
dann gegeben, wenn der Angestellte eine für die Ausübung seiner Funktion wesentliche 
Pflicht, eine wesentliche Amtspflicht, verletzt hat (BGE 2C_834/2009 vom 19.10.2010 E. 2.2; 
Mösch Payot/Rosch, a.a.O., Art. 454-456 ZGB N. 7). Gutheissung eines Rechtsmittels gegen 
einen Entscheid einer KESB oder aufsichtsrechtliche Intervention bedeuten somit keines-
wegs schon, dass eine haftungsrechtliche Verantwortung zu bejahen ist (Peter Breitschmid, 
in Breitschmid/Jungo [Hrsg.], Handkommentar zum Schweizer Privatrecht, 3. Aufl., Zürich 
2016, Art. 454-456 N. 2). 
 
c) Eine Ausnahme hiervon muss für Fälle gelten, die aus prozessualen Gründen in das 
Verfahren der Verantwortlichkeitsklage verwiesen werden. In der Praxis wird das aktuelle 
praktische Interesse an der gerichtlichen Prüfung regelmässig verneint, wenn eine Mass-
nahme des Kindes- oder Erwachsenenschutzes dahingefallen ist (zum Beispiel eine Entlas-
sung aus der fürsorgerischen Unterbringung stattgefunden hat). Auf entsprechende Be-
schwerden, die eine Feststellung der Widerrechtlichkeit der Massnahme verlangen, wird 

nicht eingetreten respektive solche Beschwerden werden – falls die Massnahme während 
hängigen Verfahren dahinfällt – abgeschrieben (vergleiche BGE 140 III 94 f. E. 2.1 ff.). Die 
Praxis wird damit gerechtfertigt, dass die Widerrechtlichkeit einer Massnahme im Verfahren 
der Verantwortlichkeitsklage aufgeworfen und so der gerichtlichen Prüfung zugeführt werden 
kann (vergleiche BGE 140 III 96 E. 2.3). Die Rechtsprechung leitet ab, dass auf diese Weise 
auch sichergestellt wird, dass die Anforderungen an eine wirksame Beschwerde im Sinn von 
Art. 13 EMRK zur Überprüfung der Einhaltung von Art. 5 Ziff. 4 EMRK gewahrt werden (ver-
gleiche BGE 140 III 94 f. E. 2.1). Aus diesem Grund muss der Rechtsschutz im Verfahren 
der Verantwortlichkeitsklage im Wesentlichen der gleiche sein wie im Beschwerdeverfahren 
gegen die Massnahmeverfügung, wenn diese zum Zeitpunkt ihres Erlasses wegen Dahinfal-
lens des praktischen Interesses nicht einer gerichtlichen Prüfung hat zugeführt werden kön-
nen. Insbesondere darf der Rechtsschutz nicht von zusätzlichen Voraussetzungen abhängig 
gemacht werden. Das bedeutet zunächst, dass im Verfahren der Verantwortlichkeitsklage 
sämtliche Rügen erhoben werden können, die auch in einer Beschwerde gegen die Verfü-
gung über die dahingefallene Massnahme hätten erhoben werden können. Das Gericht hat 
somit die Rechtmässigkeit der Massnahmeverfügung mit voller Kognition zu prüfen (verglei-
che Art. 450a Abs. 1 ZGB). Der Grundsatz der Gleichheit des Rechtsschutzes bedeutet 
auch, dass eo ipso auch eine Widerrechtlichkeit im Sinne von Art. 454 Abs. 1 ZGB vorliegt, 
ohne dass – im Sinne einer weiteren Voraussetzung – eine wesentliche Amtspflichtverlet-
zung dazu kommen müsste, wenn die Prüfung der Verfügung im Lichte der Beschwerde-
gründe ergibt, dass die Verfügung unrichtig oder gesetzwidrig ist. Würde die Widerrechtlich-
keit im Sinne von Art. 454 Abs. 1 ZGB in einem solchen Fall von der zusätzlichen Vorausset-
zung einer wesentlichen Amtspflichtverletzung abhängig gemacht, würde die Überprüfung im 
Vergleich zur Anfechtung der Verfügung von einer zusätzlichen Hürde abhängig gemacht. 
Damit wäre eine wirksame Beschwerde nicht gewährleistet und der Rechtsweggarantie (Art. 
29a BV) nicht Genüge getan (vergleiche BGE 126 I 152 E. 3c; anders aber wohl BGE 
2A.493/2000 vom 02.03.2001 E. 6a).  
 
d) Die Unterbringung der Kinder dauerte im konkreten Fall vom 10. April 2019 bis am 16. 
April 2019. Die Verfügung der KESB vom 16. April 2019 hatte unter anderem die Genehmi-
gung der am 10. April 2019 mündlich und vorsorglich angeordneten Massnahme zum Ge-
genstand (vergleiche hierzu: Art. 5 Abs. 3 Gesetz über die Einführung des Kindes- und Er-
wachsenenschutzrechts [EG/KESR, RB 9.2113]) und hob die Unterbringung per 16. April 
2019 auf. Hinsichtlich der Unterbringung der Kinder konnte zum Zeitpunkt des Verfügungser-
lasses somit keine Beschwerde geführt werden, weil es an einem aktuellen praktischen Inte-
resse an der gerichtlichen Prüfung im Sinne der dargelegten Praxis gefehlt hätte (E. 2c hie-
vor). Entsprechend muss das Gericht die Verfügung der KESB vom 16. April 2019 bezüglich 
der Unterbringung der Kinder im Rahmen der hier vorliegenden Verantwortlichkeitsklage mit 
voller Kognition prüfen und ist eine Widerrechtlichkeit im Sinne der Verantwortlichkeit zu be-
jahen, soweit die Verfügung einer solchen Überprüfung nicht standhält. Inwieweit darüber-
hinaus eine wesentliche Amtspflichtverletzung vorliegt, kann, da eine solche hier nicht Vo-
raussetzung für die Verantwortlichkeit ist, offenbleiben (vergleiche E. 2c hievor). 
 
3. a) Ist das Wohl des Kindes gefährdet und sorgen die Eltern nicht von sich aus für Ab-
hilfe oder sind sie dazu ausserstande, so trifft die Kindesschutzbehörde gestützt auf Art. 307 
Abs. 1 ZGB die geeigneten Massnahmen zum Schutz des Kindes. Kann der Gefährdung des 
Kindes nicht anders begegnet werden, so hat die Kindesschutzbehörde es den Eltern weg-
zunehmen und in angemessener Weise unterzubringen (Art. 310 Abs. 1 ZGB). Diese Kin-
desschutzmassnahme hat zur Folge, dass das Recht, den Aufenthaltsort des Kindes zu be-
stimmen, den Eltern beziehungsweise einem Elternteil entzogen und der Kindesschutzbe-
hörde übertragen wird, die nunmehr für die Betreuung des Kindes verantwortlich ist. Die Ge-
fährdung des Kindes, die Anlass zum Entzug des Aufenthaltsbestimmungsrecht gibt, muss 
darin liegen, dass das Kind im Umfeld der Eltern beziehungsweise des Elternteils nicht so 
geschützt und gefördert wird, wie es für seine körperliche, geistige und sittliche Entfaltung 
nötig wäre. Unerheblich ist, auf welche Ursachen die Gefährdung zurückzuführen ist: Sie 
können in den Anlagen oder in einem Fehlverhalten des Kindes, der Eltern oder der weiteren 

Umgebung liegen. Desgleichen spielt keine Rolle, ob die Eltern ein Verschulden an der Ge-
fährdung trifft. Massgebend sind die Verhältnisse im Zeitpunkt der Entziehung. An die Wür-
digung der Umstände ist ein strenger Massstab zu legen. Die Entziehung ist nur zulässig, 
wenn andere Massnahmen ohne Erfolg geblieben sind oder von vornherein als ungenügend 
erscheinen. Der Entzug des Rechts, den Aufenthaltsort des Kindes zu bestimmen, ist somit 
nur zulässig, wenn der Gefährdung des Kindes nach den Grundsätzen der Verhältnismäs-
sigkeit und der Subsidiarität nicht durch andere Massnahmen gemäss Art. 307 und Art. 308 
ZGB begegnet werden kann (zum Ganzen: BGE 5A_70/2016 vom 25.04.2016 E. 3.1 mit 
zahlreichen Hinweisen). 
 
b) Die Kindesschutzbehörde trifft auf Antrag einer am Verfahren beteiligten Person oder 
von Amtes wegen alle für die Dauer des Verfahrens notwendigen vorsorglichen Massnah-
men (Art. 314 Abs. 1 i.V.m. Art. 445 Abs. 1 ZGB). Sie kann die unter E. 3a hievor beschrie-
bene Kindesschutzmassnahme demnach auch vorsorglich anordnen (vergleiche BGE 140 III 
531 E. 2.2.1). Die Anordnung einer vorsorglichen Massnahme setzt allerdings Dringlichkeit 
voraus. Es muss sich daher als notwendig erweisen, die fraglichen Vorkehren sofort zu tref-
fen (BGE 5A_339/2017 vom 08.08.2017 E. 4.4.1 mit Hinweisen). Es liegt dabei in der Natur 
der Sache, dass die Anordnung von vorsorglichen Massnahmen nicht auf einer erschöpfen-
den Sachverhaltsabklärung beruht. In sachverhaltlicher Hinsicht ist die Behörde daher nicht 
gehalten, für ihren Entscheid zeitraubende tatsächliche oder rechtliche Abklärungen zu tref-
fen (BGE 2C_720/2016 vom 18.01.2017 E. 2.1 mit Hinweisen). Das bedeutet selbstredend 
aber nicht, dass die Behörde von ihrer Pflicht, den Sachverhalt von Amtes wegen zu erfor-
schen (vergleiche Art. 446 Abs. 1 ZGB), entbunden wäre. Vielmehr muss die Behörde auch 
bei vorsorglichen Massnahmen alle notwendigen Sachverhaltsabklärungen treffen, die unter 
den konkreten Gegebenheiten zumutbarerweise getroffen werden können. Damit die Anord-
nung einer vorsorglichen Massnahme zulässig ist, muss sich der Sachverhalt nach Durch-
führung der zumutbaren Sachverhaltsabklärungen so präsentieren, dass die Wahrschein-
lichkeit des Vorliegens der Voraussetzungen einer Kindesschutzmassnahme bejaht werden 
kann (vergleiche Patrick Fassbind, a.a.O., N. 1 zu Art. 445). Es genügt insofern das Be-
weismass der Glaubhaftmachung (Auer/Marti, in Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 5. 
Aufl., 2014, N. 29 zu Art. 445). 
 
5. a) Vorliegend ist zunächst in Erinnerung zu rufen, dass die am 10. April 2019 mündlich 
und vorsorglich angeordnete Kindesschutzmassnahme zu einer der schärfsten Massnahmen 
gehört, die das Kindesschutzrecht bietet. Entsprechend hoch sind die Anforderungen an die 
Verhältnismässigkeit und Subsidiarität. Zwar kann auch diese scharfe Massnahme auf dem 
Weg der vorsorglichen Anordnung getroffen werden und es trifft zu, dass der Sachverhalt bei 
vorsorglichen Massnahmen notgedrungen nicht gleich gründlich abgeklärt werden kann wie 
bei einem einlässlichen Verfahren. Dazu ist allerdings erforderlich, dass die Umstände zum 
Zeitpunkt der Anordnung tatsächlich dringlich waren und dass die Sachverhaltsabklärungen 
soweit vorgenommen wurden, dass eine Dringlichkeit auch zuverlässig beurteilt werden 
kann. Insbesondere darf «vorsorglich» nicht mit «auf Vorrat» verwechselt werden und auf-
grund der Schwere der Massnahme war zu erwarten, dass die Behörde trotz tatsächlicher 
oder vermeintlicher Dringlichkeit die Abklärungen mit besonderer Sorgfalt und Umsicht vor-
nimmt.  
 
b) Im konkreten Fall erweckt zunächst Bedenken, dass die Kläger als Kindseltern anläss-
lich des Termins bei der KESB am 10. April 2019 – nachdem sie zuvor nicht in das Verfahren 
miteinbezogen wurden – vor vollendete Tatsachen gestellt wurden, wie sie in ihrer Klage zu 
Recht vorbringen (S. 9 Ziff. 7.5). Zwar trägt das Protokoll zu diesem Termin den Titel «Anhö-
rung» und die KESB bringt in ihrer Stellungnahme an das Gericht vom 7. Februar 2020 vor, 
die vorsorgliche Fremdplatzierung habe zum Zeitpunkt der Anhörung noch nicht festgestan-
den. Dem kann mit Blick auf das aktenkundige Protokoll indessen nicht gefolgt werden. 
Gleich zu Beginn der Sitzung wurde den Kindseltern mitgeteilt, dass vorsorglich ein Entzug 
des Aufenthaltsbestimmungsrechts erfolge und die Kinder notfallmässig untergebracht wür-
den. Dass eine entsprechende Massnahme nur erwogen würde und von den weiteren Erhe-

bungen abhängig sei, lässt sich dem Protokoll nicht entnehmen. Auch der weitere Verlauf 
des Gesprächs weist darauf hin, dass sich die KESB zu diesem Zeitpunkt die Meinung be-
reits gebildet hatte und die Kindseltern in der Folge gewissermassen gegen eine bereits fest-
stehende Massnahme ankämpften. Es kann dahinstehen, ob mit dem gewählten Vorgehen 
der Anspruch der Eltern auf rechtliches Gehör verletzt wurde. Jedenfalls aber unterliess es 
die KESB den Sachverhalt genügend abzuklären, denn dazu gehört grundsätzlich, dass vor 
Erlass einer Massnahme die Sichtweise der Eltern adäquat erhoben wird. Das haben im 
konkreten Fall auch die involvierten externen Fachpersonen betont, insbesondere die Fach-
person der KJP Uri. Nachvollziehbar führte diese aus, die Eltern seien mit den Aussagen der 
Kinder zu konfrontieren. In einem zweiten Teil seien die Kinder dazu zu holen, damit die El-
tern Gelegenheit erhalten zu versichern, dass es keine Reaktion auf die Kinder geben werde. 
Damit hätten die Befürchtungen der Kinder auf Repressalien unter Umständen ausgeräumt 
werden können. Selbstverständlich wäre denkbar gewesen, dass die Eltern völlig uneinsich-
tig reagiert und/oder eine unglaubhafte Versicherung abgegeben hätten. Das Entscheidende 
ist vorliegend aber, dass es soweit gar nie kam, weil die Eltern gleich mit der angeordneten 
Massnahme konfrontiert wurden und die weiteren Aussagen der Eltern keine taugliche Beur-
teilungsgrundlage mehr bilden konnten (dazu unten E. 5c). Wesentlich ist weiter, dass das 
richtige Vorgehen im konkreten Fall, wie die Fachperson der KJP Uri nachvollziehbar aus-
führte, ganz entscheidend davon abhing, wie die Eltern auf die Aussagen der Kinder konkret 
reagieren. Zeigten diese eine sehr hohe Kooperationsbereitschaft und würden sie von sich 
aus Termine bei der Familienberatung vereinbaren und ihre Problematik selbst zum Thema 
machen, so sei gemäss der Fachperson der KJP Uri sogar von einer Meldung an die KESB 
abzusehen. Vermutlich wäre es gestützt auf diese Einschätzung sinnvoll gewesen, dass be-
reits die Schule oder die SSA die Eltern konfrontiert hätte. Spätestens von der KESB wäre 
aber ein entsprechendes Vorgehen zu erwarten gewesen. Im konkreten Fall wurden die 
Kindseltern bis zur mündlichen Eröffnung der Massnahme am 10. April 2019 aber nie in der 
beschriebenen Weise mit den Aussagen der Kinder konfrontiert. Stattdessen wurden sie 
damit konfrontiert, dass die Kinder untergebracht würden, und konnten sie sich danach noch 
äussern. Der Ablauf am Termin vom 10. April 2019 wird einer Anhörung in einer solch sen-
siblen Angelegenheit wie der vorliegenden in keiner Weise gerecht. 
 
c) Die KESB bringt in ihrer Stellungnahme an das Gericht vom 7. Februar 2020 vor, die 
Kläger seien als Eltern mit den Aussagen der Kinder durchaus konfrontiert worden, nämlich 
anlässlich der Anhörung vom 10. April 2019. Wie bereits aufgezeigt, entsprach die Anhörung 
vom 10. April 2019 nicht den Anforderungen, die an eine solche zu stellen sind. Das Vorge-
hen der KESB verunmöglichte es vielmehr, eine adäquate Beurteilung des elterlichen Ver-
haltens vornehmen zu können. Aufgrund der Konfrontation mit der Massnahme befanden 
sich die Eltern in einem Zustand vollkommener Überraschung und des Schocks. Eine unbe-
fangene Sachverhaltsabklärung war unter diesen Umständen nicht möglich. Es ist ein we-
sentlicher Unterschied, ob die Eltern in für sie erkennbar ergebnisoffener Weise in einem 
ersten Schritt schlicht mit den Aussagen der Kinder konfrontiert werden oder ob sie im Wis-
sen um die feststehende schwerwiegende Massnahme in einem Zustand des Schocks auf 
die vorgehaltenen Aussagen reagieren müssen. Die KESB bringt in ihrer Stellungnahme an 
das Gericht vom 7. Februar 2020 selber vor, dass Glaubwürdigkeitsabwägungen in Fällen 
wie dem vorliegenden zum Schwierigsten gehören, was im Rahmen einer Kindesschutzab-
klärung vorzunehmen ist. Umso wichtiger wäre es gewesen, der Empfehlung der KJP Uri 
folgend, eine möglichst unbefangene Aussage der Eltern zu den Aussagen der Kinder zu 
erhalten. Gestützt auf die so erhobenen elterlichen Aussagen hätte sinnvoll über deren Ver-
halten geurteilt werden können. Erst eine gemäss der Empfehlung zustande gekommene 
Aussage der Eltern hätte somit überhaupt eine taugliche Grundlage für die Beurteilung des 
elterlichen Verhaltens bilden können. Die Beurteilung des elterlichen Verhaltens wiederum 
wäre wichtig gewesen für die weitere Beurteilung, welche Massnahme die angezeigte ist. 
Denn je nach Kooperationsbereitschaft und Einsicht der Eltern hätten sich verschiedene 
Handlungsanweisungen ergeben. So aber standen auf der einen Seite die Aussagen der 
Kinder und auf der anderen Seite die inadäquat erhobenen Aussagen der Eltern. Eine 
Glaubwürdigkeitsabwägung, wie sie in der vorliegenden Sache auch gemäss KESB so wich-

tig gewesen wäre, war so gar nicht möglich. Entsprechend fehl geht insofern auch das Vor-
bringen der KESB, es habe das glaubhafte Risiko bestanden, dass die Situation der Kinder 
durch das offene Auftreten der KESB sehr viel schwieriger und härter werde (im Sinne von 
Repressalien der Eltern gegenüber den Kindern). Zutreffend ist, dass das älteste Kind ge-
genüber der KESB entsprechende Befürchtungen äusserte. Wenn die KESB diese Befürch-
tungen in der Folge ernst nahm, ist auch dies nicht zu beanstanden. Die KESB unterliess es 
allerdings, den Eltern Gelegenheit zu geben, allfällige Befürchtungen glaubhaft soweit zu 
zerstreuen, dass eine externe Unterbringung womöglich nicht erforderlich gewesen wäre. Es 
ist auch diesbezüglich auf die nachvollziehbare Empfehlung der KJP Uri zu verweisen, wel-
che empfahl, in einem zweiten Schritt (also nach Konfrontation der Eltern mit den Aussagen 
der Kinder) die Kinder dazu zu holen, damit die Eltern in deren Anwesenheit versichern, dass 
es keine Repressalien gebe. Je nach weiterer Reaktion der Eltern (Kooperationsbereitschaft, 
Einsicht einerseits oder Blockade, Uneinsichtigkeit etc. andererseits) wäre die Sache dringli-
cher oder weniger dringlich gewesen und hätte gestützt darauf eine Notfallplatzierung erfol-
gen müssen oder hätte es allenfalls ausgereicht, den Eltern Weisungen zu erteilen. Weil 
aber die Eltern vor Erlass der Massnahme nicht genügend einbezogen wurden, fand auch 
bezüglich der Befürchtungen der Kinder, es gebe Repressalien der Eltern, keine adäquate 
Erhebung des Sachverhalts statt und wurde auch in diesem Zusammenhang eine adäquate 
Beurteilung verunmöglicht.  
 
d) Schliesslich ergaben sich aus den Akten – noch bevor die Eltern überhaupt vorgeladen 
wurden – genügend Hinweise, dass die Situation zu Hause womöglich nicht so akut war, wie 
es auf den ersten Blick scheinen mochte. Damit soll nicht gesagt werden, dass die Aussagen 
der Kinder und insbesondere des ältesten Kindes nicht ernst zu nehmen gewesen wären. 
Die Schilderungen über die körperlichen Züchtigungen konnten durchaus als glaubwürdig 
beurteilt werden. Die körperlichen Züchtigungen wurden denn auch von den Klägern an der 
Anhörung vom 10. April 2019 im Grundsatz und im späteren Verlauf auch konkreter einge-
räumt. Ebenso nachvollziehbar erscheint es, dass die KESB aufgrund dieser Züchtigungen 
einen kindesschutzrechtlichen Handlungsbedarf sah. Eine ganz andere Frage ist aber, ob 
die konkreten Umstände den sofortigen Einsatz einer der schärfsten Kindesschutzmass-
nahmen erlaubten respektive ob die Umstände für eine sachgerechte Beurteilung der Not-
wendigkeit einer solchen dringlichen Massnahme genügend abgeklärt waren. Hier ist, wie 
gesagt, bedeutsam, dass sich aus den Akten Hinweise ergaben, welche geeignet waren, an 
der Dringlichkeit der Angelegenheit zumindest Zweifel zu wecken. Zu nennen ist einmal die 
Empfehlung der KJP Uri zum weiteren Vorgehen. Diese beinhaltete ein stufenweises Vorge-
hen mit Einbezug der Eltern. Je nach Verhalten der Eltern wäre die Angelegenheit dringlich 
geworden oder wäre sie weniger dringlich gewesen. Die KJP ging somit gerade nicht von 
einer a priori dringlichen Situation aus. Zu berücksichtigen ist schliesslich, dass das älteste 
Kind im zweiten Einzelgespräch mit der Schulsozialarbeiterin vom 4. April 2019 äusserte, 
dass die Situation in der Klasse zurzeit belastender sei als zu Hause. Zu Hause gehe es et-
was besser. Diese Aussage soll selbstverständlich nicht als Beleg dafür genommen werden, 
dass die körperlichen Züchtigungen nicht mehr vorkamen oder überhaupt nie vorgekommen 
sind. Es sollen damit die körperlichen Züchtigungen auch weder bagatellisiert noch ein kin-
desschutzrechtlicher Handlungsbedarf ausgeschlossen werden. Ein weiteres Indiz, dass die 
Angelegenheit womöglich nicht so akut war, wie initial vielleicht angenommen, und auch mil-
dere Massnahmen als der Entzug des Aufenthaltsbestimmungsrechts in Betracht hätten 
kommen können, ist darin aber allemal zu sehen. Die aktenkundigen Indizien hätten die Be-
hörde dafür sensibilisieren sollen, dass die möglichst objektive Erhebung der elterlichen 
Aussagen umso wichtiger war. Wie hinlänglich gezeigt, wurde eine sachgerechte Erhebung 
der elterlichen Aussagen aber nicht durchgeführt. 
 
e) Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Ausgangslage zum Zeitpunkt als die vor-
sorgliche Unterbringung angeordnet wurde insgesamt dergestalt war, dass eine Dringlichkeit 
gar nicht zuverlässig beurteilt werden konnte. Geht man davon aus, dass die Massnahme 
bereits zu Beginn der Anhörung vom 10. April 2019 feststand und mit der eingangs ergange-
nen Mitteilung faktisch angeordnet wurde, gilt dies ohne Weiteres, denn zu diesem Zeitpunkt 

waren die Eltern noch überhaupt nicht ins Verfahren einbezogen worden. Würde davon aus-
gegangen, die Massnahme sei erst am Ende der Anhörung angeordnet worden, so gilt dies 
ebenfalls, denn zu diesem Zeitpunkt bestand trotz formellen Einbezugs der Eltern ebenso 
wie zu Beginn keine genügende Sachverhaltsgrundlage, um die nötige Dringlichkeit der 
Massnahme beurteilen zu können (vergleiche E. 5c hievor). Damit wurde die vorsorgliche 
Unterbringung vom 10. April 2019 gestützt auf einen unrichtig beziehungsweise unvollstän-
dig erhobenen Sachverhalt angeordnet (vergleiche Art. 450a Abs. 1 Ziff. 2 ZGB). Dies be-
deutet eine Verletzung des strikten Untersuchungsgrundsatzes (Art. 446 Abs. 1 ZGB) und 
somit eine Widerrechtlichkeit im Sinne von Art. 454 Abs. 1 ZGB (vergleiche E. 3b hievor). 
 
6. a) Für die Verantwortlichkeit wird weiter vorausgesetzt, dass ein Vermögensschaden 
eingetreten ist, der durch die widerrechtliche Handlung bewirkt worden ist. Zwischen Vermö-
gensschaden und widerrechtlicher Handlung muss ein Kausalzusammenhang bestehen 
(Mösch Payot/Rosch, a.a.O., Art. 454-456 ZGB N. 7). Vermögensschaden meint eine unfrei-
willige Vermögensverminderung, also die Differenz zwischen dem Stand des Vermögens vor 
und nach dem schädigenden Ereignis (BGE 4A_49/2016 vom 09.06.2016 E. 5.1; Mösch 
Payot/Rosch, a.a.O., Art. 454-456 ZGB N. 7). Der Kausalzusammenhang ist gegeben, wenn 
die Ursache nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung 
geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen (Mösch Payot/Rosch, 
a.a.O., Art. 454-456 ZGB N. 7). Die Bemessung des Schadenersatzes richtet sich nach kan-
tonalem Staatshaftungsrecht respektive – so vorliegend mangels spezieller Regelung (ver-
gleiche Peter Huber-Fries, Das Urner Staats- und Verwaltungsrecht in der Praxis, Altdorf 
2013, S. 81) – subsidiär nach den massgebenden Bestimmungen des Obligationenrechts 
(Mösch Payot/Rosch, a.a.O., Art. 454 - 456 ZGB N. 9). Die Haftung gemäss Art. 454 Abs. 1 
ZGB ist verschuldensunabhängig (Hausheer/Wey, in Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 
6. Aufl., 2018, N. 17 und 31 zu Art. 454). 
 
b) Die externe Unterbringung der Kinder der Kläger hat Kosten im Gesamtbetrag von CHF 
6'095.00 verursacht. Diese Kosten, die Teil des Kindesunterhalts sind (Art. 276 Abs. 1 ZGB), 
hätten grundsätzlich die Kläger als Eltern zu tragen. Die Kosten basieren jedoch auf einer 
widerrechtlichen Kindesschutzmassnahme. Im Betrag von CHF 6'095.00 ist den Klägern 
somit ein Vermögensschaden entstanden, der in einem Kausalzusammenhang zu der wider-
rechtlichen Handlung steht. Besondere Herabsetzungsgründe sind nicht ersichtlich, weshalb 
den Klägern der Betrag von CHF 6'095.00 durch den Beklagten zu ersetzen ist.  
 
c) Die Kläger machen weiter Schadenersatz im Gesamtbetrag von CHF 8'209.95 für Kos-
ten ihrer anwaltlichen Vertretung geltend. Dabei handelt es sich um Aufwendungen, die bis 
zur Formulierung der vorliegenden Klage entstanden sind (Klage vom 02.01.2020 Ziff. 17.9 
S. 24). Dazu ist vorab festzuhalten, dass die Kosten, die im Zusammenhang mit dem vorlie-
gend hängigen Klageverfahren entstanden sind (so zum Beispiel die Formulierung der Kla-
ge), Teil der Kostenliquidation des vorliegenden gerichtlichen Verfahrens sind (siehe E. 10b 
hernach). Diese Anwaltskosten sind nach Massgabe des Obsiegens beziehungsweise Unter-
liegens zu verlegen und sind von einem Schadenersatzanspruch gemäss Art. 454 Abs. 1 
ZGB zu trennen.  
 
Was die weiteren Anwaltskosten betrifft, gilt es zu differenzieren. Die Kläger machen zwar 
die gesamten Anwaltskosten als Schadenersatz geltend, das heisst insbesondere auch die-
jenigen Kosten, die im Zusammenhang mit dem weiteren Abklärungsverfahren der KESB 
nach Aufhebung der vorsorglichen Fremdplatzierung am 16. April 2019 entstanden sind 
(vergleiche Bst. C hievor). Notwendige, aber nicht hinreichende Voraussetzung dafür wäre, 
dass das weitere Abklärungsverfahren ebenfalls widerrechtlich gewesen wäre. In ihrer Klage 
äussern die Kläger zwar Unmut über die weitere Verfahrensführung der KESB. Sie substanti-
ieren aber nicht näher, inwiefern das weitere Abklärungsverfahren auf einer konkreten 
Rechtsverletzung beruht hätte. Auch rügen sie nicht, dass die Erteilung der Weisungen ge-
mäss Dispositiv-Ziff. 4 der Verfügung vom 16. April 2019, wonach sie eine Familienberatung 
in Anspruch zu nehmen und die Anwendung von Gewalt zu unterlassen hätten, gestützt auf 

einen unrichtig festgestellten Sachverhalt oder sonst rechtswidrig angeordnet worden wäre. 
Mit Blick darauf, dass kindesschutzrechtlich durchaus Handlungsbedarf bestand (vergleiche 
E. 5d hievor), sind diesbezügliche Sachverhalts- oder Rechtsfehler auch nicht ersichtlich. 
Dass die KESB, nachdem die Kindseltern die Termine bei der Familienberatung wahrge-
nommen hatten und am 2. Oktober 2019 ein Hausbesuch bei der Familie stattgefunden hat-
te, der nichts Auffälliges zu Tage brachte, zum Schluss kam, es seien keine weiteren Kin-
desschutzmassnahmen notwendig, belegt ebenfalls nicht, dass die Weisungen oder das wei-
tere Abklärungsverfahren widerrechtlich gewesen wären. Weder substantiiert gerügt noch 
ersichtlich ist schliesslich, dass das Abklärungsverfahren rechtsverzögernd oder -
verweigernd geführt worden wäre. Damit fehlt es für das weitere Verfahren nach dem 16. 
April 2019 schon an der Widerrechtlichkeit, weswegen Anwaltskosten nach diesem Zeitpunkt 
unter dem Titel der Verantwortlichkeit nicht geltend gemacht werden können.  
 
Hingegen sind den Klägern im Zusammenhang mit der vorsorglichen Fremdplatzierung An-
waltskosten entstanden. Die Kläger haben ihren Rechtsvertreter nach der Anhörung vom 10. 
April 2019 am 11. April 2019 konsultiert. Am 12. April 2019 nahm der Rechtsvertreter zu-
sammen mit den Klägern an einem Abklärungsgespräch der KESB teil und wies unter ande-
rem auf die Widerrechtlichkeit der vorsorglichen Fremdplatzierung hin. Am 15. April 2019 
fand mit den Klägern und deren Rechtsvertreter ein weiteres Abklärungsgespräch bei der 
KESB statt, in dessen Folge die Fremdplatzierung aufgehoben wurde. Angesichts der 
Schwere der Massnahme und der für die Kläger als Laien schwierig einschätzbaren Rechts-
lage war der Beizug eines Rechtsanwalts für die Wahrung ihrer Interessen nachvollziehbar 
und angemessen. Die entstandenen Anwaltskosten stehen somit in einem hinreichenden 
Kausalzusammenhang zur widerrechtlich angeordneten vorsorglichen Fremdplatzierung, 
weshalb die diesbezüglichen Kosten mangels besonderer Herabsetzungsgründe den Klä-
gern vollständig zu ersetzen sind. Die Anwaltsleistungen bis und mit 9. Mai 2019 wurden den 
Klägern pauschal mit CHF 1'000.00 in Rechnung gestellt (klägerische Beilage 12). Dieser 
Betrag erscheint für die Leistungen im Zusammenhang mit der Vertretung bezüglich der vor-
sorglichen Fremdplatzierung angemessen, ungeachtet dessen, dass die entsprechende Ho-
norarrechnung bis am 9. Mai 2019 datiert ist. Im Umfang von CHF 1'000.00 hat der Beklagte 
den Klägern somit die Anwaltskosten zu ersetzen. 
 
d) Weitere Schadensposten sind nicht geltend gemacht. Der vom Beklagten den Klägern 
geschuldete Schadenersatz beläuft sich somit insgesamt auf CHF 7'095.00 (CHF 6'095.00 
[Kosten Kindesschutzmassnahme] + CHF 1'000.00 [Anwaltskosten]).  
 
7. a) Geltend gemacht ist weiter ein Zins auf dem Schadensbetrag zu 5 Prozent seit 
wann rechtens. Mangels besonderer Bestimmungen im kantonalen Staatshaftungsrecht ist 
auch diese Frage nach den entsprechenden Grundsätzen des Obligationenrechts zu beant-
worten. Zum Schaden gehört nach konstanter Rechtsprechung der Zins vom Zeitpunkt an, in 
welchem das schädigende Ereignis sich finanziell ausgewirkt hat. Er läuft bis zur Zahlung 
des Schadenersatzes und wird als Schadenszins bezeichnet (BGE 122 III 54 E. 4a). Er wird 
vom Haftpflichtigen vom Tag hinweg geschuldet, auf den der Schaden ermittelt worden ist, 
und bildet den Ausgleich dafür, dass der Ersatzberechtigte den betreffenden Betrag erst spä-
ter erhält, ihn also in der Zwischenzeit nicht nutzen konnte (BGE 82 II 463 f. E. 1). Der Scha-
denszins bezweckt, den Anspruchsberechtigten entsprechend so zu stellen, wie wenn er für 
seine Forderung am Tage der unerlaubten Handlung befriedigt worden wäre (BGE 81 II 519 
E. 6). Bei mehreren Rechnungsposten kann ein mittlerer Fälligkeitstermin gewählt werden 
(Weber/Schaetzle, Zeit ist Geld oder der unterschätzte Einfluss des Rechnungstages auf die 
Schadensberechnung, HAVE 2/2004, S. 98). Der Satz des Schadenszinses ist in der Regel 
in Anlehnung an Art. 73 Abs. 1 OR auf 5 Prozent festzulegen (BGE 122 III 54 E. 4b).  
 
b) Im konkreten Fall fielen Unterbringungskosten für den Zeitraum vom 10. April 2019 bis 
zum 16. April 2019 an. Vom 10. bis am 12. April 2019 befanden sich die Kinder in der Notfal-
laufnahme einer Kinder- und Jugendsiedlung. Ab dem 12. bis zum 16. April 2019 befanden 
sie sich bei einer Notfallpflegefamilie. Für den Aufenthalt in der Kinder- und Jugendsiedlung 

wurde je eine Rechnung für jedes Kind gestellt und für den Aufenthalt bei der Notfallpflege-
familie wurde eine Rechnung für alle Kinder gemeinsam gestellt. Die Anwaltskosten wurden 
separat in Rechnung gestellt. Es rechtfertigt sich aufgrund der verschiedenen Rechnungs-
posten einen mittleren Fälligkeitstermin zu wählen und diesen auf den 13. April 2019 festzu-
legen. Es ist kein Grund ersichtlich, von der Regel des fünfprozentigen Zinssatzes abzuwei-
chen. Der Beklagte hat den Klägern somit CHF 7'095.00 zuzüglich Zins zu 5 Prozent seit 
dem 13. April 2019 zu bezahlen. 
 
8. a) Weiter geltend gemacht ist ein Anspruch auf Genugtuung im Betrag von CHF 
5‘000.00. Anspruch auf Genugtuung besteht, soweit die Schwere der Verletzung es rechtfer-
tigt (Art. 454 Abs. 1 ZGB). Die Bemessung der Genugtuung richtet sich vorliegend ebenfalls 
nach den Grundsätzen des Obligationenrechts (vergleiche E. 6a hievor analog). Anstatt oder 
neben der Leistung einer Geldsumme kann das Gericht auch auf eine andere Art der Genug-
tuung erkennen (Art. 49 Abs. 2 OR). Insbesondere ist die Feststellung der Widerrechtlichkeit 
als „andere Art der Genugtuung“ möglich und zulässig (BGE 140 III 94 E. 2.1). Die gerichtli-
che Missbilligung kann unter Umständen angemessene Genugtuung verschaffen (Roland 
Brehm, Berner Kommentar, 4. Aufl., Bern 2013, Art. 49 OR N. 107). 
 
b) Die angeordnete widerrechtliche Kindesschutzmassnahme betraf den vorsorglichen Ent-
zug des Aufenthaltsbestimmungrechts und die vorsorgliche Fremdplatzierung der klägeri-
schen Kinder. Diese Massnahme gehört zu den schärfsten Massnahmen, die das Kindes-
schutzrecht bietet, und tangiert das Persönlichkeitsrecht der Kläger auf Ausübung der elterli-
chen Gewalt in qualifizierter Weise. Die erlittene Persönlichkeitsverletzung der Kläger wiegt 
aus diesem Grund objektiv schwer (vergleiche Entscheid Appellationsgericht Basel-Stadt 
vom 15.08.1977 in BJM 1981 S. 143). Zu berücksichtigen ist vorliegend aber, dass die vor-
sorgliche Fremdplatzierung nur rund sechs Tage dauerte und somit von kurzer Dauer war. 
Die Kinder waren an geeigneten Orten untergebracht und die Kläger wussten über den Auf-
enthaltsort ihrer Kinder Bescheid. Auch wurden die Kläger über die Befindlichkeit der Kinder 
zumindest in groben Zügen orientiert. Die Kläger waren also nicht im Ungewissen darüber, 
ob für die Kinder angemessen gesorgt wird. Aus den Akten geht weiter hervor, dass die Kin-
der sich in der Fremdplatzierung insgesamt gut zurechtfanden. Die Kläger berichten zwar 
darüber, dass das älteste Kind nach dem Vorfall mit der Fremdplatzierung von Schuldgefüh-
len geplagt worden sei und das jüngste Kind seither wieder vermehrt einnässe. Das mittlere 
Kind habe zudem geäussert, dass die Mutter ihre Natelnummer dem Kind auf den Arm 
schreiben solle, damit es sie anrufen könne, falls es wieder einmal in ein fremdes Auto ein-
steigen müsse. Die Kläger bringen weiter vor, es habe durch die Fremdplatzierung eine 
Stigmatisierung der gesamten Familie stattgefunden. Es ist nicht in Abrede zu stellen, dass 
die Fremdplatzierung geeignet war, auf das Familienleben negative Auswirkungen der ge-
schilderten Art zu zeitigen. Vorkommnisse, die auf eine schwere Traumatisierung der Kinder 
oder der Eltern hinweisen würden, fehlen jedoch. Auch ist nicht substantiiert, inwiefern die 
geltend gemachten Beeinträchtigungen in einer genugtuungsrelevanten Art fortdauern wür-
den. Die widerrechtliche Fremdplatzierung war deshalb zwar aufgrund ihrer a priori vorhan-
denen Schwere durchaus geeignet, bei den Klägern eine genugtuungsbegründende seeli-
sche Unbill von rechtserheblichem Ausmass zu erzeugen. Indessen erscheint in casu auf-
grund der konkreten Umstände die gerichtliche Feststellung der Widerrechtlichkeit als ange-
messene Art der Genugtuung. Eine zusätzlich zuzusprechende Geldsumme drängt sich nicht 
auf. Insbesondere bei der geltend gemachten Stigmatisierung dürfte die explizite gerichtliche 
Feststellung der Widerrechtlichkeit die nötige Abhilfe ohnehin besser schaffen als eine Geld-
summe. Im Dispositiv des vorliegenden Entscheids ist daher die Widerrechtlichkeit des vor-
sorglichen Entzugs des Aufenthaltsbestimmungsrechts und der vorsorglichen Fremdplatzie-
rung ausdrücklich festzustellen. In diesem Sinne und Umfang ist der Genugtuungsanspruch 
der Kläger begründet. 
 
9. Als Fazit ergibt sich, dass die Klage teilweise begründet ist. Der Beklagte hat den Klä-
gern aufgrund des Schadens, der durch die widerrechtliche Kindesschutzmassnahme ent-
standen ist, Schadenersatz im Betrag von insgesamt CHF 7‘095.00 zuzüglich Zins zu 5 Pro-

zent seit 13. April 2019 zu bezahlen. Im Weiteren ist der Genugtuungsanspruch der Kläger in 
dem Sinne begründet, als dass explizit festzustellen ist, dass die betreffende Kindesschutz-
massnahme widerrechtlich erfolgte. In diesem Umfang ist die Klage gutzuheissen. Im Übri-
gen – insbesondere soweit den Schadenersatzbetrag von CHF 7‘095.00 übersteigend und 
Genugtuung im Betrag von CHF 5‘000.00 fordernd – ist die Klage abzuweisen.