# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3f4102c4-cf70-55ae-bb32-187c5c0ca008
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-04-30
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 30.04.2025 200 2025 54
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2025-54_2025-04-30.pdf

## Full Text

IV 200 2025 54 
KOJ/FRN/WSI

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 30. April 2025

Verwaltungsrichter Kölliker, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Ackermann, Verwaltungsrichterin Mauerhofer 
Gerichtsschreiberin Franzen

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern  
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 20. Dezember 2024

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. April 2025, IV 200 2025 54

-2-

Sachverhalt:

A.

Die 1999 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
wurde im Mai 2016 von ihren Eltern unter Hinweis auf eine Paraplegie bei 
der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an-
gemeldet (Akten der IV-Stelle Bern [IVB bzw. Beschwerdegegnerin; 
act. II] 1). Die IVB führte medizinische und erwerbliche Erhebungen durch. 
Unter anderem sprach sie der Versicherten Hilfsmittel (act. II 40, 42), einen 
Fahrzeugumbau (act. II 47), bauliche Änderungen in der Wohnung 
(act. II 57, 58, 135), eine berufliche Basisabklärung (act. II 77) sowie ein 
Coaching und Nachhilfeunterricht im Rahmen der gymnasialen Ausbildung 
(act. II 82, 128, 153) zu. 

Nach Erreichen der Volljährigkeit reichte die Versicherte im März 2017 die 
Anmeldung für Erwachsene ein (act. II 95). Mit Verfügung vom 22. Dezem-
ber 2017 (act. II 131, 227) sprach die IVB der Versicherten eine Hilflosen-
entschädigung leichten Grades zu. Mit Mitteilung vom 25. Juli 2019 
(act. II 173) schloss sie die berufliche Eingliederung ab. In der Folge ge-
währte die IVB Frühinterventionsmassnahmen in Form eines Ausbildungs-
coachings (act. II 245) und weitere Hilfsmittel (Akten der IVB [act. IIA] 315). 
Mit Mitteilung vom 27. Juli 2022 (act. II 276) schloss sie die berufliche Ein-
gliederung wiederum ab. Auf Empfehlung des Regionalen Ärztlichen Diens-
tes (RAD; act. IIA 282 S. 6) veranlasste sie eine polydisziplinäre Begutach-
tung (MEDAS-Gutachten vom 4. Oktober 2023 [Eingang bei der IVB, 
act. IIA 348.1 ff.]). Mit Vorbescheid vom 6. Juni 2024 (act. IIA 374) stellte 
sie die Zusprache einer Dreiviertelsrente ab 1. Juli 2019 bei einem IV-Grad 
von 60 % in Aussicht. Hiergegen erhob die Versicherte Einwand 
(act. IIA 375). Am 20. Dezember 2024 verfügte die IVB dem Vorbescheid 
entsprechend (act. IIA 389). 

 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. April 2025, IV 200 2025 54

-3-

B.

Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt 
B.________, mit Eingabe vom 24. Januar 2025 Beschwerde mit den fol-
genden Anträgen:

1. Die Verfügung vom 20. Dezember 2024 sei aufzuheben.
2. Der Beschwerdeführerin sei ab Juli 2019 eine ganze IV-Rente zzgl. 

Verzugszins zuzusprechen.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. MWST zulasten der 
Beschwerdegegnerin.

Mit Beschwerdeantwort vom 20. Februar 2025 schloss die Beschwerde-
gegnerin auf Abweisung der Beschwerde. 

Mit Eingabe vom 3. März 2025 teilte Rechtsanwalt B.________ unter Hin-
weis auf die Verfügung der C.________ vom 17. Februar 2025 (Akten der 
Beschwerdeführerin [act. I 3]) mit, die Beschwerdeführerin sei mangels 
ausreichendem Leistungsausweis von der C.________ ausgeschlossen 
worden. Diese Eingabe wurde der Beschwerdegegnerin am 4. März 2025 
zur Kenntnisnahme zugestellt. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. April 2025, IV 200 2025 54

-4-

zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 20. Dezember 2024 
(act. IIA 389). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführe-
rin auf eine IV-Rente. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Am 1. Januar 2022 sind die Änderungen vom 19. Juni 2020 des IVG 
(Weiterentwicklung der IV) und weiterer Erlasse (insbesondere des ATSG) 
in Kraft getreten (AS 2021 705). In zeitlicher Hinsicht sind – vorbehältlich 
besonderer übergangsrechtlicher Regelungen – grundsätzlich diejenigen 
Rechtssätze massgeblich, die bei der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden 
oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 147 V 
156 E. 7.2.1 S. 159, 146 V 364 E. 7.1 S. 371). Zwar datiert die angefochte-
ne Verfügung vom 20. Dezember 2024 (act. IIA 389), womit sie nach dem 
Inkrafttreten der IVG-Änderung vom 19. Juni 2020 erging. Indessen liegt 
der frühestmögliche Zeitpunkt der potentiellen Entstehung des Rentenan-
spruchs vor dem 1. Januar 2022 (vgl. E. 4.2 hiernach), weshalb die Be-
stimmungen des IVG und diejenigen der Verordnung vom 17. Januar 1961 
über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) in der bis 31. Dezember 
2021 gültigen Fassung (fortan: aArt.) massgebend sind (vgl. auch 
Ziff. 9100 f. des Kreisschreibens über Invalidität und Rente in der Invali-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. April 2025, IV 200 2025 54

-5-

denversicherung [KSIR]; zur Bedeutung von Verwaltungsweisungen 
vgl. BGE 150 V 1 E. 6.4.2 S. 6, 148 V 385 E. 5.2 S. 391, 147 V 79 E. 7.3.2 
S. 82, 146 V 224 E. 4.4.2 S. 228). 

2.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen den ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346). 

2.3 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Gemäss aArt. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 IVG frühestens nach Ablauf 
von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach 
Art. 29 Abs. 1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollendung 
des 18. Altersjahres folgt (Abs. 1). Der Rentenanspruch entsteht nicht, so-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. April 2025, IV 200 2025 54

-6-

lange die versicherte Person ein Taggeld nach aArt. 22 IVG beanspruchen 
kann (Abs. 2).

2.4 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie er zielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

2.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2021 IV 
Nr. 54 S. 180, 9C_540/2020 E. 2.3). 

3.

3.1 Zum Gesundheitszustand und zur Arbeitsfähigkeit der Beschwerde-
führerin finden sich in den Akten insbesondere folgende Angaben:

Das polydisziplinäre MEDAS-Gutachten vom 4. Oktober 2023 (Eingang bei 
der Beschwerdegegnerin, act. IIA 348.1 ff.]) basiert auf Untersuchungen in 
den Fachbereichen Neuropsychologie, Psychiatrie und Neurologie. Im in-
terdisziplinären Konsens stellten die Gutachter folgende Diagnosen 
(act. IIA 348.2 S. 93 f. Ziff. 9.3):

Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:

- Sonstige näher bezeichnete Verhaltens- und emotionale Störungen mit 
Beginn in der Kindheit und Jugend (Aufmerksamkeitsstörung ohne Hy-
peraktivität [ADS]; ICD-10: F98.8)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. April 2025, IV 200 2025 54

-7-

- Status nach Sturzunfall vom 10. April 2016 mit
o konsekutiver Luxationsfraktur BWK 11/12 mit kompletter Ver-

lagerung des Spinalkanals
o komplexe Paraplegie sub Th10 ASIA A
o Status nach primärer operativer Dekompression Th11/12 beid-

seits, Facettektomie, Durarevision, offene Reposition und dor-
sale Spondylodese Th11/12 mit Beckenkammspongiosa

o mit typischen Komplikationen der Paraplegie
- Neurourogene komplette Defäkations-, Miktions- und Sexualfunktions-

störung
o mit Notwendigkeit von regelmässiger Selbstkatheterisierung 

und intravesikaler Botulinum-Toxin Injektion
o neuropathische Schmerzen
o rezidivierende Dekubital- und Fuss-Ulzerationen
o Spastik der unteren Extremitäten

Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:

- Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig remittiert (ICD-10: 
F33.4)

- Bulimia nervosa (ICD-10: F50.2)
- Status nach Schädelhirntrauma mit traumatischer Hirnverletzung und 

Schädelbasisfrakturen anlässlich des Unfalls vom 10. April 2016
o mit bildgebender Darstellung einer fokalen Ischämie zerebellär 

rechts

Lic. phil. D.________, Fachpsychologe für Neuropsychologie FSP, legte im 
neuropsychologischen Teilgutachten vom 23. August 2023 (act. IIA 348.1) 
dar, die Beschwerdeführerin verfüge über ein überdurchschnittliches intel-
lektuelles Leistungsniveau (Gesamt-IQ 116). Auf grundlegender neuroko-
gnitiver Ebene habe sie ein überwiegend altersentsprechendes bis gut al-
tersentsprechendes Leistungsprofil. Leichte Minderleistungen habe sie in 
Teilbereichen attentionaler (geteilte Aufmerksamkeit), mnestischer (non-
verbales Arbeitsgedächtnis, Zugriff auf Langzeitgedächtnisinhalte mit Wie-
dererkennungshilfen) sowie exekutiver Funktionen (Handlungsplanung, 
Antizipationsfähigkeit) gezeigt (act. IIA 348.1 S. 21 f. Ziff. 14.6). Bei Aufga-
ben und Tätigkeiten mit sehr hohen Anforderungen sei die Funktionsfähig-
keit eingeschränkt. Trotz überdurchschnittlicher intellektueller Vorausset-
zungen sei davon auszugehen, dass aufgrund der gezeigten Minderleis-
tungen in diesen Bereichen im Studium und auch in einer zukünftigen be-
ruflichen Tätigkeit als ... Einschränkungen (30 % bezogen auf ein 100 %-
Pensum) bestünden (act. IIA 348.1 S. 20 Ziff. 14.3). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. April 2025, IV 200 2025 54

-8-

Im psychiatrischen Teilgutachten vom 26. September 2023 (act. IIA 348.2) 
führte Dr. med. E.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, 
aus, zum Zeitpunkt der aktuellen Untersuchung sei die Grundstimmung der 
Beschwerdeführerin euthym, die affektive Modulationsfähigkeit sei nicht 
eingeschränkt gewesen. Die Beschwerdeführerin habe eine Ambivalenz, 
Schuldgefühle den Eltern gegenüber sowie Insuffizienzgefühle. Sie sei oft 
innerlich unruhig und ab und zu auch gereizt. Zudem habe sie Zukunfts-
ängste, seit langem sei sie meistens deprimiert, es habe aber auch schon 
Phasen gegeben, in denen die Stimmung viel schlechter gewesen sei. Da-
mit beschreibe die Beschwerdeführerin eine diskrete depressive Sympto-
matik, die Kriterien für eine depressive Episode nach ICD-10 seien aber 
nicht erfüllt. Die Kriterien einer rezidivierenden depressiven Störung seien 
indessen erfüllt. Diese sei gegenwärtig remittiert (act. IIA 348.2 S. 85). Aus 
psychiatrischer Sicht seien vorallem die Einschränkungen, die durch die 
ADS vom vorwiegend unaufmerksamen Typ bedingt seien, zu berücksich-
tigen. Die neuropsychologische Abklärung habe eine leichte kognitive 
Funktionsschwäche mit leichten Beeinträchtigungen in Teilbereichen atten-
tionaler, mnestischer sowie exekutiver Funktionen gezeigt (act. IIA 348.2 
S. 87). Ideal sei aus psychiatrischer Sicht jede Tätigkeit, die den intellektu-
ellen/neuropsychologischen Voraussetzungen der Beschwerdeführerin 
ideal angepasst sei. Aufgrund der überdurchschnittlichen intellektuellen 
Fähigkeiten kämen einfache, repetitive, stark strukturierte Tätigkeiten eher 
nicht in Frage, andererseits führten die leichten neuropsychologischen Ein-
schränkungen bei jeder Tätigkeit, die aufgrund der kognitiven/intellektuellen 
Voraussetzungen in Frage komme, zu gewissen Einbussen. Es bestehe 
eine Arbeitsunfähigkeit von 30 % (act. IIA 348.2 S. 89 Ziff. 8.2.1 ff.). 

Dr. med. F.________, Facharzt für Neurologie, führte im neurologischen 
Teilgutachten vom 3. Oktober 2023 (act. IIA 348.3) aus, die Beschwerde-
führerin sei lebenslang an den Rollstuhl gebunden. Gleichzeitig leide sie an 
rezidivierenden Harnwegsinfekten. Die Behandlung erfolge regelmässig 
durch die Injektion von Botulinum-Toxin sowie einer Antibiose. Die erforder-
liche Selbstkatheterisierung, welche die Beschwerdeführerin vier bis fünf 
Mal täglich durchführen müsse, koste erhebliche Zeit. Allein aufgrund der 
Umstände benötige die Beschwerdeführerin etwa zwei Stunden pro Tag 
mehr für die Körperpflege als normale "Fussgänger". Zusätzlich hätten sich 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. April 2025, IV 200 2025 54

-9-

die ebenfalls bekannten Komplikationen einer rückenmarksbedingten Spas-
tik in den unteren Extremitäten eingestellt. Zudem bestehe ein neuropathi-
scher Schmerz, der sich im Wesentlichen im Bereich des linken Ober-
schenkels auspräge und fast zu jeder Tageszeit vorhanden sei 
(act. IIA 348.3 S. 34 Ziff. 7.1). Im Rahmen der Ausbildungssituation mit 
Nachteilsausgleich an der C.________ könne die Beschwerdeführerin acht 
Stunden anwesend sein, im Rahmen der Tätigkeit als ... allenfalls sechs 
Stunden. Es bestehe eine Leistungseinschränkung durch die notwendige 
zeitaufwendige Selbstkatheterisierung, neuropathische Schmerzen und 
Schmerzen bei Spastik, welche mögliche Positionsänderungen und Pausen 
erforderten. Die Arbeitsunfähigkeit in einer Ausbildungssituation betrage 
50 %. In einer beruflichen Anforderungssituation betrage die Arbeitsun-
fähigkeit 60 % (act. IIA 348.3 S. 35 Ziff. 8). 

In der interdisziplinären Gesamtbeurteilung legten die Gutachter dar, die 
Beschwerdeführerin habe bisher keine Ausbildung abgeschlossen und 
nicht längere Zeit im ersten Arbeitsmarkt gearbeitet. Ideal sei jede Tätigkeit, 
die den intellektuellen/neuropsychologischen Voraussetzungen der Be-
schwerdeführerin angepasst sei. Aufgrund der überdurchschnittlichen intel-
lektuellen Fähigkeiten kämen einfache, repetitive, stark strukturierte Tätig-
keiten eher nicht in Frage. Aufgrund der Notwendigkeit zur Selbstkatheteri-
sierung, der neuropathischen Schmerzen, der Spastik sowie der Interaktion 
des vorbestehenden ADS mit den komplexen Selbstmanagementaufgaben 
im Rahmen der Paraplegie bestehe ein zusätzlicher Pausenbedarf. Dieser 
sei nicht konstant. Interdisziplinär werde die Arbeitsfähigkeit in einer Tätig-
keit als ... oder in einer anderen intellektuell anspruchsvollen Tätigkeit, die 
für die Beschwerdeführerin in Frage komme, auf 40 % geschätzt (60%ige 
Arbeitsunfähigkeit). Die attestierte Einschränkung bestehe seit Abschluss 
der Schulzeit (act. IIA 348.2 S. 94 ff. Ziff. 9.5 ff.). 

3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. April 2025, IV 200 2025 54

-10-

ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).  

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweis wert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen Spezia-
lärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchun-
gen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörte-
rung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Be-
weiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 
E. 1.3.4 S. 227, 135 V 465 E. 4.4 S. 470, 125 V 351 E. 3b bb S. 353; SVR 
2020 IV Nr. 71 S. 246, 8C_260/2020 E. 2.2).

3.3 Das schlüssige und überzeugende polydisziplinäre MEDAS-
Gutachten vom 4. Oktober 2023 (act. IIA 348.1 ff.) erfüllt die höchstrichterli-
chen Beweisanforderungen (vgl. E. 3.2 hiervor) und erbringt vollen Beweis. 
Die darin enthaltenen Feststellungen und Ausführungen beruhen auf ein-
gehenden fachärztlichen Abklärungen und sind in Kenntnis bzw. Würdi-
gung der Vorakten sowie unter Berücksichtigung der geklagten Einschrän-
kungen getroffen worden. Gestützt darauf haben die Gutachter die Befund-
lage, die medizinischen Zusammenhänge und die daraus zu ziehenden 
Schlüsse zum Gesundheitszustand sowie zur medizinisch-theoretisch zu-
mutbaren Arbeitsfähigkeit nachvollziehbar dargestellt und überzeugend 
begründet. Sodann fanden die Ergebnisse der einzelnen fachärztlichen 
Untersuchungen Eingang in die umfassende interdisziplinäre Konsensbeur-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. April 2025, IV 200 2025 54

-11-

teilung. Das Gutachten ist im Übrigen in sich widerspruchsfrei, schlüssig 
sowie überzeugend und es finden sich dazu in den medizinischen Akten 
keine massgebenden entgegenstehenden Anhaltspunkte. Die Beschwer-
degegnerin hat unter diesen Umständen zu Recht auf die gutachterliche 
Beurteilung des Gesundheitszustandes sowie der Arbeits- und Leistungs-
fähigkeit abgestellt, was denn auch zwischen den Parteien unbestritten 
geblieben ist (Beschwerde S. 5 Rz. 12). Damit steht fest, dass in einer 
Tätigkeit als ... oder in einer anderen intellektuell anspruchsvollen Tätigkeit 
seit dem Abschluss der Schulzeit eine 40 %ige Arbeitsfähigkeit 
bzw. 60%ige Arbeitsunfähigkeit besteht (act. IIA 348.2 S. 94 ff. Ziff. 9.5 ff.; 
vgl. E. 3.1 hiervor). Streitig ist dagegen die Invaliditätsbemessung 
(vgl. E. 4.1 ff. hiernach). 

 

4.

4.1

4.1.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft. Die Ermittlung des Valideneinkommens hat 
so konkret wie möglich zu erfolgen (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110, 134 V 
322 E. 4.1 S. 325; SVR 2022 UV Nr. 4 S. 12, 8C_134/2021 E. 3.2). 

Für die Berücksichtigung einer beruflichen Weiterentwicklung müssen pra-
xisgemäss konkrete Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die versicherte 
Person einen beruflichen Aufstieg und ein entsprechend höheres Einkom-
men tatsächlich realisiert hätte, wenn sie nicht invalid geworden wäre. So-
dann genügen blosse Absichtserklärungen der versicherten Person nicht. 
Vielmehr muss die Absicht, beruflich weiterzukommen, durch konkrete 
Schritte wie Kursbesuche, Aufnahme eines Studiums, Ablegung von Prü-
fungen usw. kundgetan worden sein. Diese Grundsätze gelten auch für 
junge Versicherte. Bei der Prüfung der mutmasslichen beruflichen Entwick-
lung können unter Umständen aus einer besonderen beruflichen Qualifizie-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. April 2025, IV 200 2025 54

-12-

rung im Invaliditätsfall Rückschlüsse auf die hypothetische Entwicklung 
gezogen werden, zu der es ohne Eintritt des Gesundheitsschadens ge-
kommen wäre. Nach der Rechtsprechung ist eine solche Annahme unter 
anderem dann zulässig, wenn die angestammte Tätigkeit weitergeführt 
werden kann. Indessen darf aus einer erfolgreichen Invalidenkarriere in 
einem neuen Tätigkeitsbereich nicht ohne Weiteres abgeleitet werden, die 
versicherte Person hätte ohne Invalidität eine vergleichbare Position auch 
im angestammten Tätigkeitsgebiet erreicht (BGE 145 V 141 E. 5.2.1 
S. 144; SVR 2021 IV Nr. 29 S. 91, 9C_472/2020 E. 2.2, 2018 IV Nr. 48 
S. 152, 8C_779/2017 E. 4.2). 

4.1.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 148 V 174 E. 6.2 S. 181, 143 V 295 E. 2.2 
S. 296). Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens 
keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit 
aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne 
gemäss den vom Bundesamt für Statistik (BFS) herausgegebenen Lohn-
strukturerhebungen (LSE) herangezogen werden. Dabei wird in der Regel 
der Totalwert angewendet. Praxisgemäss ist beim anhand der LSE vorge-
nommenen Einkommensvergleich sodann von der Tabellengruppe A (stan-
dardisierte Bruttolöhne) auszugehen, wobei üblicherweise auf die Tabelle 
TA1_tirage_skill_level, privater Sektor, abgestellt wird. Bei der Verwendung 
der standardisierten Bruttolöhne ist gemäss Rechtsprechung jeweils vom 
sogenannten Zentralwert (Median) auszugehen (BGE 148 V 174 E. 6.2 
S. 181, 143 V 295 E. 2.2 S. 297). Wird im Rahmen der Invaliditätsbemes-
sung auf Tabellenlöhne abgestellt, so sind die aktuellsten statistischen Da-
ten beizuziehen. Gemeint sind damit die im Verfügungszeitpunkt bezogen 
auf den Zeitpunkt des Rentenbeginns aktuellsten veröffentlichten Daten 
(BGE 150 V 67 E. 4.2 S. 70). 

Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, 
die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich 
zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern 
lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurch-
schnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit ei-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. April 2025, IV 200 2025 54

-13-

nem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 
S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in welchem Ausmass 
Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und 
beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Ein-
schränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Be-
schäftigungsgrad). Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalidenein-
kommen ist nach pflichtgemässem Er messen gesamthaft zu schätzen, 
wobei der Abzug auf insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen ist 
(BGE 148 V 174 E. 6.3 S. 182, 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 
S. 327; SVR 2024 UV Nr. 14 S. 58, 8C_706/2022 E. 6.1.2, 2018 IV Nr. 46 
S. 147, 8C_211/2018 E. 3.3). Zu beachten ist, dass allfällige bereits in der 
Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche 
Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten 
Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Ge-
sichtspunkts führen dürfen (BGE 148 V 174 E. 6.3 S. 182, 146 V 16 E. 4.1 
S. 20; SVR 2023 IV Nr. 18 S. 63, 8C_332/2022 E. 5.2.1.1). 

4.2 Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt 
des frühestmöglichen Rentenbeginns (vgl. E. 2.3 hiervor) massgeblich, 
wobei Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu 
erheben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkom-
men bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 150 V 67 
E. 4.1 S. 69, 143 V 295 E. 4.1.3 S. 300, 129 V 222). 

Es ist zu Recht unbestritten und nicht zu beanstanden, dass die Beschwer-
degegnerin den frühestmöglichen Rentenbeginn auf Juli 2019 festgelegt 
hat.

4.3 Die Beschwerdeführerin besuchte das Gymnasium in …, als am 
10. April 2016 der invalidisierende Gesundheitsschaden eintrat (vgl. zu 
dieser Konstellation Urteil des Bundesgerichts [BGer] 8C_954/2010 vom 
11. März 2011 E. 3 und 4). Damit gilt die Beschwerdeführerin als Frühinva-
lide gemäss aArt. 26 Abs. 2 IVV. Die Beschwerdegegnerin ging in der an-
gefochtenen Verfügung vom 20. Dezember 2024 (act. IIA 389) bei der Be-
rechnung des Valideneinkommens davon aus, die Beschwerdeführerin 
hätte ohne Gesundheitsschaden eine akademische Ausbildung angetreten 
und abgeschlossen. Für diese Annahme sprechen zum einen die guten 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. April 2025, IV 200 2025 54

-14-

schulischen Leistungen der Beschwerdeführerin in der Sekundarschule 
(auf spez.-Sek.-Niveau; act. II 55 S. 26 ff.) und im Gymnasium (act. II 55 
S. 22 ff.). Nach einem informellen Zwischenbericht des Gymnasiums … 
über eine gefährdete Promotion (act. II 55 S. 21) wechselte sie nach …, wo 
sie (sogar nach ihrem Unfall und der Rückkehr aus…..) wieder einen bes-
seren Notendurchschnitt erzielte (vgl. act. II 55 S. 17 ff.). Für eine akademi-
sche Ausbildung im Gesundheitsfall sprechen daneben auch das der Be-
schwerdeführerin attestierte überdurchschnittliche kognitive Leistungsprofil 
(act. II 206 S. 3) bzw. ihre überdurchschnittliche Intelligenz (act. IIA 348.1 
S. 12) wie vor allem ihre nach Eintritt der Invalidität gezeigte Leistungsbe-
reitschaft und Motivation, die gymnasiale Ausbildung abzuschliessen bzw. 
sich an der C.________ zur ... ausbilden zu lassen (vgl. demgegenüber 
BGer 8C_954/2010 E. 4.1 f., wo eine besondere Willenskraft und eine 
überdurchschnittliche Leistungsbereitschaft im Unterschied zum vorliegen-
den Fall verneint wurden, da vor Eintritt des Gesundheitsschadens keine 
konkreten Indizien dafür bestanden, dass die Beschwerdeführerin nach 
Abschluss der Mittelschule eine höhere Berufsbildung absolviert hätte, und 
auch nach Eintritt desselben keinerlei Anstalten unternommen wurden, um 
tatsächlich einen Mittelschulabschluss nachzuholen respektive eine berufli-
che Ausbildung in Angriff zu nehmen). Die von der Beschwerdegegnerin 
vorgenommene Bestimmung des Valideneinkommens nach Massgabe 
einer akademischen Ausbildung ist somit nicht zu beanstanden und die 
Beschwerdegegnerin hat für die Bemessung zu Recht auf die Tabelle T17 
abgestellt. Beizuziehen ist der Tabellenwert der LSE 2018, Ziff. 2: Intellek-
tuelle und wissenschaftliche Berufe, Total, Frauen. Dieser beträgt – entge-
gen der Beschwerdegegnerin, die von einem Betrag von Fr. 8’000.-- aus-
ging – Fr. 7'946.--. Dies ergibt an die betriebsübliche Arbeitszeit von 41.7 
Stunden (BFS, Betriebsübliche Wochenarbeitszeit nach Wirtschaftsabtei-
lungen [BUA], 2019) angepasst und aufgerechnet auf das Jahr 2019 ein 
Valideneinkommen von Fr. 100'239.80 (Fr. 7'946.-- / 40 x 41.7 x 12 / 107.1 
x 108.0 [BFS, Nominallohnindex, Frauen 2011-2023, T1.2.10, Ziff. M "Frei-
berufliche, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten"]). 

4.4 Soweit die Beschwerdeführerin bei der Bemessung des Invaliden-
einkommens beanstandet, die Beschwerdegegnerin habe die von den Gut-
achtern als "maximal" bezeichnete Arbeitsfähigkeit von 40 % unbesehen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. April 2025, IV 200 2025 54

-15-

übernommen (Beschwerde S. 5 Rz. 11), kann ihr nicht gefolgt werden. Sie 
ist im Rahmen ihrer Schadenminderungspflicht (BGE 148 V 397, 113 V 22 
E. 4a S. 28; SVR 2023 IV Nr. 46 S. 156, 9C_248/2022 E. 5.3.1; AHI 2001 
S. 282 E. 5a aa; RKUV 1987 U 26 S. 391) gehalten, das ihr medizinisch 
zumutbare Pensum erwerblich zu verwerten, weshalb die gutachterlich 
attestierte Arbeits- und Leistungsfähigkeit (act. IIA 348.2 S. 94 ff. 
Ziff. 9.5 ff.) im Einkommensvergleich entsprechend umzusetzen ist. 

Da die Beschwerdeführerin keine ihr grundsätzlich zumutbare Erwerbs-
tätigkeit aufnahm, ist auch das Invalideneinkommen anhand statistischer 
Werte zu ermitteln. Die Beschwerdegegnerin hat auch hier auf eine aka-
demische Tätigkeit bzw. die Tabelle T17 abgestellt (act. IIA 389 S. 5). Indes 
ist zu berücksichtigen, dass die Beschwerdeführerin über keine Matura 
verfügt und sie auch ihre Teilzeitanstellung als ... nicht bewältigen konnte. 
Bereits zu Beginn der Ausbildung an der C.________ wurde seitens des 
Paraplegiker-Zentrums festgehalten, die Beschwerdeführerin bringe für die 
…ausbildung zwar die kognitive Befähigung mit, sich indessen noch zeigen 
müsse, inwieweit die universitären Belastungen für sie somatisch verkraft-
bar seien (act. IIA 198 S. 4). Aus neurologischer Sicht wurde auf eine er-
höhte Ermüdbarkeit und Leistungsschwierigkeiten im Rahmen des eben-
falls diagnostizierten ADS hingewiesen (act. II 206 S. 3). Weiter erwähnte 
die behandelnde Psychiaterin, dass es günstig wäre, wenn die Beschwer-
deführerin eine berufliche Ausbildung in einem Beruf absolviere, den sie 
später ohne Überforderung ausüben könne (act. II 201 S. 4 Ziff. 2.7 und 
S. 5 Ziff. 5.1). Darauf wies in der Folge auch die zuständige Eingliede-
rungsfachperson der IVB hin, welche auch dafür hielt, es müsse kritisch 
geprüft werden, ob eine spätere Arbeitstätigkeit als ... überhaupt möglich 
bzw. die berufliche Tätigkeit aufgrund der Einschränkungen zumutbar sei 
(act. II 237 S. 3, 7). Die Beschwerdeführerin war demnach bei ihrer Ausbil-
dung an der C.________ mit erheblichen Schwierigkeiten konfrontiert, ob-
schon ihr ein Coaching während der Ausbildung wie auch ein Nachteils-
ausgleich bei Prüfungen gewährt wurden (act. II 245, 252, 273 S. 4). 
Schliesslich attestierte ihr der behandelnde Neurologe ab August 2022 für 
mehr als sieben Monate eine vollständige Arbeitsunfähigkeit (act. IIA 325.2 
S. 2 ff.). Wenn die Beschwerdeführerin bei der Umsetzung der medizinisch 
attestierten Arbeitsfähigkeit sogar in dem gutachterlich als besonders ge-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. April 2025, IV 200 2025 54

-16-

eignet erachteten Beruf als ... (act. IIA 348.2 S. 95 Ziff. 9.7 und S. 96 Ziff. 
9.7.5) in diesem Masse eingeschränkt ist, muss Entsprechendes erst recht 
für andere akademische Berufe gelten. Unter den gegebenen Umständen 
kann entgegen der Beschwerdegegnerin – und unabhängig vom Umstand, 
dass die Beschwerdeführerin nach Erlass der angefochtenen Verfügung 
von der C.________ ausgeschlossen worden ist (vgl. Eingabe vom 3. März 
2025 [in den Gerichtsakten], act. I 3) – für den Invaliditätsfall nicht von einer 
akademischen Tätigkeit ausgegangen werden. Das Invalideneinkommen ist 
demnach gestützt auf die Tabelle TA1_tirage_skill_level 2018 zu bestim-
men. Da die Beschwerdeführerin mehr als nur einfache Tätigkeiten gemäss 
dem Kompetenzniveau 1 aus-üben kann (etwas anderes macht sie nicht 
geltend; vgl. act. IIA 348.2 S. 95 f. Ziff. 9.7.1), sie indes weder über beson-
dere Berufs- und Fachkenntnisse noch über eine langjährige Berufspraxis 
oder Führungserfahrung verfügt (vgl. Urteil des BGer 8C_294/2014 vom 
23. September 2014 E. 6) und auch keine komplexeren administrativen und 
organisatorischen Tätigkeiten verrichtet hat (vgl. Urteil des BGer 
8C_431/2021 vom 26. Januar 2022 E. 5.2), kommt das Kompetenzniveau 3 
(oder gar 4) nicht in Frage. Massgebend ist somit das Kompetenzniveau 2. 
Bei einem Tabellenwert von Fr. 4'960.-- (Total Frauen), einem 40 %-
Pensum, angepasst an die die betriebsübliche Arbeitszeit von 41.7 Stun-
den (BFS, BUA, 2019) und aufgerechnet auf das Jahr 2019, resultiert ein 
Invalideneinkommen von Fr. 25'077.60 (Fr. 4'960.--/ 40 x 41.7 x 12 / 105.9 
x 107.0 [BFS, Nominallohnindex, Frauen 2011-2023, T1.2.10, Total] x 0.4).

4.5 Bei einem Valideneinkommen von Fr. 100'239.80 und einem Invali-
deneinkommen von Fr. 25'077.60 resultiert ein IV-Grad von gerundet 
(vgl. BGE 130 V 121 E. 3.2 und 3.3 S. 123) 75 %. Es besteht somit ab dem 
1. Juli 2019 ein Anspruch auf eine ganze IV-Rente. Die Frage eines Ab-
zugs vom Invalideneinkommen kann offen bleiben. 

4.6 Die mit der Weiterentwicklung der IV am 1. Januar 2022 neu in Kraft 
getretenen Bestimmungen haben keinen Einfluss auf den bestehenden 
Rentenanspruch (lit. b der Übergangsbestimmungen des IVG zur Änderung 
vom 19. Juni 2020).

4.7 Auf den höheren Rentenbeträgen sind auch die entsprechenden 
Verzugszinsen – jeweils nach Ablauf von 24 Monaten nach der Entstehung 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. April 2025, IV 200 2025 54

-17-

des Anspruchs – auszurichten (Art. 26 Abs. 2 ATSG i.V.m. Art. 7 ATSV; 
s. a. act. IIA  389 S. 2 und 3). Die Verzugszinspflicht besteht ab 1. Juli 
2021. 

5.

Nach dem Dargelegten ist die Beschwerde gegen die Verfügung vom 
20. Dezember 2024 (act. IIA 389) gutzuheissen, die angefochtene Verfü-
gung aufzuheben und der Beschwerdeführerin ab 1. Juli 2019 eine ganze 
IV-Rente auszurichten. Die höheren Rentenbeträge sich zudem von der 
Beschwerdegegnerin zu verzinsen, wobei die Verzugszinspflicht ab 1. Juli 
2021 besteht. 

6.

6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4). Der geleistete Kostenvor-
schuss von Fr. 800.-- ist der Beschwerdeführerin nach Eintritt der Rechts-
kraft des Urteils zurückzuerstatten.

6.2 Die obsiegende Beschwerdeführerin hat damit Anspruch auf Ersatz 
der Parteikosten (Art. 61 lit. g ATSG). Die Kostennote von Rechtsanwalt 
B.________ vom 3. März 2025 ist nicht zu beanstanden. Die Parteien-
tschädigung wird auf total Fr. 2'725.20 (Aufwand Fr. 2'500.-- [10 h x 
Fr. 250.--], Auslagen von Fr. 21.-- und Mehrwertsteuer [MWST] von 
Fr. 204.20) festgesetzt. Diesen Betrag hat die Beschwerdegegnerin der 
Beschwerdeführerin zu ersetzen. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. April 2025, IV 200 2025 54

-18-

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung der 
IV-Stelle Bern 20. Dezember 2024 aufgehoben und der Beschwerde-
führerin mit Wirkung ab dem 1. Juli 2019 eine ganze Rente der Invali-
denversicherung zugesprochen, zuzüglich Verzugszinsen. 

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt. Der von der Beschwerdeführerin geleistete 
Kostenvorschuss von Fr. 800.-- wird ihr nach Rechtskraft des Urteils 
zurückerstattet. 

3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 2'725.20 (inkl. Auslagen und MWST), zu 
ersetzen. 

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. April 2025, IV 200 2025 54

-19-

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.