# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c60eef33-8bce-5fb0-9a67-971cef2e6545
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2011-10-27
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 27.10.2011 SB110390
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB110390_2011-10-27.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 

 
 

Geschäfts-Nr. SB110390-O/U/eh 

 

Mitwirkend: der Oberrichter lic. iur. R. Naef, Präsident, der Ersatzoberrichter 

lic. iur. E. Leuenberger und die Ersatzoberrichterin lic. iur.  

M. Bertschi sowie die juristische Sekretärin lic. iur. S. Schwarzwälder 

 

Urteil vom 27. Oktober 2011 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Angeklagter und Appellant 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Dr. iur. X._____,  

 

gegen 

 

Oberjugendanwaltschaft des Kantons Zürich,  
vertreten durch Oberjugendanwalt lic. iur. S. Stierli, 

Anklägerin und Appellatin 

 

betreffend  

mehrfacher Raub etc. und Widerruf 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Horgen, Jugendgericht, vom  
9. Dezember 2010 (DJ100018) 

-   2   - 

 

Anklage und Nachtragsanklage: 

Die Anklageschrift der Jugendanwaltschaft Limmattal/Albis vom 12. August 2010 

(Urk. 38) sowie die Nachtragsanklageschrift der Jugendanwaltschaft Limmattal/ 

Albis vom 18. Oktober 2010 (Urk. 43) sind diesem Urteil beigeheftet. 

 

Urteil und Beschluss der Vorinstanz: 

Das Jugendgericht erkennt: 

1. Der Angeklagte ist schuldig 

− des mehrfachen Raubs im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 und Ziff. 2, teilweise 
in Verbindung mit Art. 25 StGB 

− des mehrfachen Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB 

− der strafbaren Vorbereitungshandlungen zu einem Raub im Sinne von 
Art. 260bis Abs. 1 StGB 

− des mehrfachen Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB, teilweise 
in Verbindung mit Art. 22 StGB 

− der mehrfachen Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB 

− der Hinderung einer Amtshandlung im Sinne von Art. 286 StGB 

− der mehrfachen Entwendung eines Motorfahrzeugs zum Gebrauch im 
Sinne von Art. 94 Ziff. 1 Abs. 1 SVG, teilweise in Verbindung mit 
Art. 22 StGB 

− des mehrfachen Missbrauchs von Ausweisen und Schildern im Sinne 
von Art. 97 Ziff. 1 Abs. 7 SVG. 

2. Der Angeklagte wird bestraft, mit einer Freiheitsstrafe von 4 Jahren und  

6 Monaten (wovon 549 Tage durch Haft und durch vorsorgliche Unter-

bringung erstanden sind). 

3. Die Freiheitsstrafe wird vollzogen. 

4. Es wird eine ambulante Massnahme im Sinne von Art. 63 StGB angeordnet. 

-   3   - 

5. Die mit Vollzugsverfügung der Jugendanwaltschaft Limmattal/Albis vom 

26. Juli 2008 gewährte bedingte Entlassung aus dem Strafvollzug wird  

widerrufen und die Reststrafe von 43 Tagen wird vollzogen. 

6. Es wird vorgemerkt, dass der Angeklagte das Schadenersatzbegehren der 

Geschädigten 18 in der Höhe von Fr. 40.– nebst Zins zu 5% seit dem 

18. Februar 2010 anerkannt hat. 

7. Die Schadenersatzbegehren der nachfolgenden Geschädigten werden voll-

umfänglich auf den Weg des ordentlichen Zivilprozesses verwiesen: 

Geschädigter 1   Fr. 1'379.– 

Geschädigter 2   Fr. 2'000.– 

Geschädigter 3   Fr. 2'000.– 

Geschädigte 8   Fr. 200.– 

Geschädigte 9   Fr. 1'269.70 

Geschädigte 10   Fr. 6'000.– 

Geschädigte 12   Fr. 2'100.– 

Geschädigte 17   Fr. 1'870.45. 

8. Der Angeklagte wird verpflichtet, den nachfolgenden Geschädigten die  

angeführten Beträge zu bezahlen: 

Geschädigte 14   Fr. 520.90 

Geschädigte 16   Fr. 200.– 

Im Mehrbetrag wird das Schadenersatzbegehren der Geschädigten 14 auf 

den Weg des ordentlichen Zivilprozesses verwiesen. 

9. Auf das Schadenersatzbegehren des Geschädigten 15 wird nicht einge-

treten. 

10. Der Angeklagte wird verpflichtet, der Geschädigten 18 eine Genugtuung in 

der Höhe von Fr. 500.– zu bezahlen.  

 

-   4   - 

11. Die Gerichtsgebühr wird angesetzt auf: 

Fr. 400.– ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 22'259.70   Auslagen Untersuchung 

Fr. 500.–   Geschädigtenvertretung 

Fr. .....    amtliche Verteidigung 

12. Die Kosten, inklusive derjenigen der amtlichen Verteidigung und der Ver-

tretung der Geschädigten 18, werden dem Angeklagten auferlegt, jedoch im 

Fr. 200.– übersteigenden Betrag auf die Gerichtskasse genommen und  

definitiv abgeschrieben. 

13. (Mitteilung) 

14. (Rechtsmittel) 

15. (Rechtsmittel Rekurs) 

 

Sodann beschliesst das Jugendgericht: 

1. Die durch die Kantonspolizei Zürich sichergestellten und bei den Akten  

befindlichen 8 Kabelbinder, die Rolle Klebeband und das Messer (schwarz/ 

silbern) werden definitiv eingezogen und vernichtet. 

2. (Mitteilung) 

3. (Rechtsmittel) 

4. (Rechtsmittel) 

 

 

 

-   5   - 

 

Berufungsanträge: 

a) Der Verteidigung des Angeklagten: 

 (schriftlich, Urk. 87) 

 1. Die als stationäre Massnahme bzw. vorsorgliche Unterbringung in der 

B._____ verbrachten 362 Tage seien dem Berufungskläger vollum-

fänglich als Untersuchungshaft auf die ausgefällte Freiheitsstrafe anzu-

rechnen. 

 2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Vorinstanz bzw. 

des Staates.  

 

b) Des Vertreters der Oberjugendanwaltschaft: 

(schriftlich, Urk. 113) 

1. Die Berufung sei vollumfänglich abzuweisen. 

2. Die Kosten des Berufungsverfahrens seien dem Beschuldigten aufzu-

erlegen. 

 

Das Gericht erwägt: 

I. Prozessuales 

1. Anwendbares Recht 

Die Schweizerische Strafprozessordnung ist am 1. Januar 2011 in Kraft getreten. 

Da das vorinstanzliche Urteil vor deren Inkrafttreten gefällt wurde, beurteilt sich 

das dagegen erhobene Rechtsmittel gestützt auf Art. 453 Abs. 1 StPO und Art. 51 

Abs. 1 JStPO nach bisherigem kantonalem Prozessrecht (StPO/ZH und 

GVG/ZH). 

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2. Gegenstand des Berufungsverfahrens 

Mit Urteil des Jugendgerichtes des Bezirkes Horgen vom 9. Dezember 2010  

wurde der Angeklagte des mehrfachen Raubes, der strafbaren Vorbereitungs-

handlungen zu einem Raub, des mehrfachen Diebstahls, der mehrfachen Sach-

beschädigung, der Hinderung einer Amtshandlung, der mehrfachen Entwendung 

eines Motorfahrzeuges zum Gebrauch sowie des mehrfachen Missbrauchs von 

Ausweisen und Schildern schuldig gesprochen. Er wurde bestraft mit einer  

Freiheitsstrafe von 4 Jahren und 6 Monaten. An die Freiheitsstrafe angerechnet  

wurden 548 Tage Haft und vorsorgliche Unterbringung. Es wurde der Vollzug der 

Freiheitsstrafe und eine vollzugsbegleitende ambulante Massnahme im Sinne von 

Art. 63 StGB angeordnet. Die bedingte Entlassung aus dem Strafvollzug gemäss 

Vollzugsverfügung der Jugendanwaltschaft Limmattal/Albis vom 26. Juli 2008 

wurde widerrufen und die Reststrafe von 43 Tagen vollzogen. Ferner hat die Vo-

rinstanz über verschiedene Zivilforderungen entschieden.  

Gegen das Urteil hat der Angeklagte Berufung erhoben und diese beschränkt auf 

die Festlegung der auf die Freiheitsstrafe anrechenbaren Tage Haft und vorsorgli-

che Unterbringung (Urk. 72). Die Untersuchungsbehörde hat weder eigenständig 

Berufung noch Anschlussberufung erhoben. Demzufolge ist das vorinstanzliche 

Urteil in Rechtskraft erwachsen mit Ausnahme der auf die Freiheitsstrafe  

anrechenbaren Anzahl Tage, welche durch vorsorgliche Unterbringung des  

Angeklagten in der B._____ erstanden sind.  

Der Angeklagte beantragt im Berufungsverfahren, es seien ihm die als stationäre 

Massnahme bzw. vorsorgliche Unterbringung in der B._____ verbrachten 362 Ta-

ge vollumfänglich als Untersuchungshaft auf die ausgefällte Freiheitsstrafe anzu-

rechnen (Urk. 87). Die von der Vorinstanz ermittelten 458 Tage anrechenbare 

Haft (vorläufige Festnahme 8 Tage, Untersuchungshaft 49 Tage, Unterbringung 

im Aufnahmeheim D._____ 120 Tage, Gefängnisaufenthalt C._____ 117 Tage 

und Gefängnisaufenthalt E._____ 164 Tage) sind unbestritten (Urk. 87 S. 3).  

Gegenstand des Berufungsverfahrens bildet einzig die Frage, in welchem Umfang 

die Zeit, welche der Angeklagte in der B._____ verbrachte, auf die ausgefällte 

Strafe anzurechnen ist. Über die genaue Anzahl Tage, welche der  

-   7   - 

Angeklagte in der B._____ verbracht hat, werden nachfolgend noch 

 Ausführungen zu machen sein.  

3. Beweisanträge 

Die Untersuchungsbehörde stellte im Berufungsverfahren keine Beweisanträge 

(Urk. 101). Der Angeklagte liess die Zeugeneinvernahme der Verantwortlichen 

des B._____ über das Einschliessungsregime beantragen sowie die Befragung 

seines Vaters bezüglich der faktischen Einschliessung seines Sohnes (Urk. 103). 

In der Berufungsverhandlung vom 27. Oktober 2011 wurde F._____, stellvertre-

tender therapeutischer Leiter der B._____, als Zeuge betreffend das konkrete 

Einschliessungsregime des Angeklagten im B._____ befragt. Von  

einer Befragung des Vaters des Angeklagten ist abzusehen, da die Aussagen von 

F._____ bereits hinreichende und zuverlässige Angaben über die  

Einschliessung enthalten. Es ist nicht zu erwarten, dass die Befragung des Vaters 

des Angeklagten zu dieser Frage zusätzliche oder abweichende Erkenntnisse  

ergeben könnte. 

II. Materiellrechtliches 

1. Standpunkt der Vorinstanz und des Angeklagten 

Die Vorinstanz hat festgestellt, dass der Angeklagte vom 17. Februar 2009 bis 

3. März 2010 in der B._____ vorsorglich untergebracht war, wobei er sich von 

diesen insgesamt 380 Tagen während 18 Tagen auf der Flucht befand. Vom ef-

fektiven Aufenthalt in der Institution von 362 Tagen rechnete die Vorinstanz dem 

Angeklagten lediglich einen Viertel (90.5 Tage bzw. aufgerundet 91 Tage) an die 

Freiheitsstrafe an, mit der Begründung, beim B._____ handle es sich um eine 

 offene Institution, weshalb der Angeklagte während dieses Aufenthaltes weniger 

stark in seiner persönlichen Freiheit beschränkt worden sei (Urk. 93 S. 13). 

 

 

-   8   - 

Der Angeklagte macht demgegenüber in seinen Beanstandungen geltend, der 

B._____ stelle zwar eine offene Anstalt dar, jedoch sei dies stark zu relativeren, 

da er aufgrund seiner fünf Entweichungen wiederholt für längere Zeit sowohl 

nachts als auch tagsüber im B._____ eingesperrt worden sei. Darüber hinaus sei 

seine Freiheit während den 362 Tagen derart massiv eingeschränkt worden, dass 

die Beschränkung mit dem Vollzug von Untersuchungshaft bzw. dem Vollzug ei-

ner Massnahme in einer geschlossenen Anstalt ohne weiteres gleichzusetzen sei. 

Er habe das Gelände des B._____ auch während der Zeit als er nicht eingesperrt  

gewesen sei nicht verlassen können, ohne einen Fluchtalarm auszulösen. Er sei 

24 Stunden pro Tag überwacht und kontrolliert gewesen. Aufgrund seiner  

diversen Fluchten sei er stets im strengen Regime der Anfangszeit verhaftet ge-

blieben und habe nicht von der mit der Zeit gewährten immer grösseren  

Freiheit profitieren können (Urk. 87 S. 5 f.). 

An der Berufungsverhandlung führte der Angeklagte aus, dass er im B._____ ein 

Einzelzimmer gehabt habe, dessen Fenster nicht vergittert gewesen seien und 

dessen Tür nicht abgeschlossen worden sei. Es sei problemlos gewesen, vom 

B._____ zu flüchten, jedoch habe jedes Verlassen des Geländes der Institution 

und jede Abwesenheit ohne Abmeldung als Flucht gegolten. Er sei im B._____ 

permanent unter Kontrolle gewesen: Die Sozialpädagogen hätten immer gewusst, 

wo man sich aufhalte und wenn man das Haus verliess, habe man sich immer  

abmelden müssen, im Eintrittspavillon sogar, wenn man bloss in der Cafeteria  

etwas habe trinken wollen. In der Nacht habe ein Nachtdienst auf einer bis zwei 

Runden die Zimmer kontrolliert, um zu schauen, ob die Bewohner anwesend  

gewesen seien (Prot. II S. 9 ff.). Der Angeklagte legte dar, dass er aufgrund  

seiner diversen Fluchten immer wieder für eine gewisse Zeit in das sogenannte 

Einschliesszimmer gekommen sei. Dort seien die Fenster vergittert gewesen und 

während der Nacht sei die Tür abgeschlossen worden (Prot. II S. 7). Aufgrund 

seines Verhaltens sei er nicht in den Genuss von Freiheiten gekommen, so habe 

er in der ganzen Zeit, welche er im B._____ verbracht habe, nur zwei Mal zu 

Hause übernachten dürfen. Ebenfalls habe er auch nur zweimal probeweise und 

in Begleitung eines Sozialpädagogen bzw. zweier Mitinsassen in den Ausgang  

gehen können (Prot. II S. 8). Der Angeklagte bestätigte sodann, dass er genau so 

-   9   - 

behandelt worden sei wie alle anderen Bewohner, welche eine eigentliche Mass-

nahme absolvierten (Prot. II S. 11). 

2. Anrechnung einer jugendstrafrechtlichen Schutzmassnahme an eine Strafe 
nach Erwachsenenstrafrecht 

2.1. Grundsatz 

Der Aufenthalt des Angeklagten in der B._____ erfolgte im Rahmen einer mit Ver-

fügung der Jugendanwaltschaft Limmattal/Albis vom 20. Oktober 2008 angeord-

neten vorsorglichen Unterbringung gestützt auf Art. 15 Abs. 1 JStG (Urk. 26/1). 

Wenn eine solche Unterbringung aus einem anderen Grund als der Zweckerrei-

chung aufgehoben wird, entscheidet die zuständige Behörde, ob und wieweit der 

Freiheitsentzug noch zu vollziehen ist. Dabei ist die mit der Unterbringung ver-

bundene Freiheitsbeschränkung anzurechnen (Art. 32 Abs. 3 JStG).  

Auch bei Zusammentreffen einer Schutzmassnahme nach Jugendstrafrecht mit 

Strafen nach Erwachsenenstrafrecht ist der mit der jugendstrafrechtlichen 

Schutzmassnahme verbundene Freiheitsentzug gestützt auf Art. 32 Abs. 3 JStG 

und Art. 57 Abs. 3 StGB auf die erwachsenenstrafrechtliche Strafe anzurechnen  

(Gürber/Hug/Schläfli, Basler Kommentar, Strafrecht I, 2. A., Basel 2007, N 8 zu 

Art. 32 JStG).  

Die mit Verfügung der Jugendanwaltschaft Limmattal/Albis vom 20. Oktober 2008 

angeordnete Unterbringung wurde von der Vorinstanz mit Urteil vom 9. Dezember 

2010 implizit im Sinne von Art. 32 Abs. 3 JStG aufgehoben indem sie eine voll-

ziehbare Freiheitsstrafe ausfällte und eine vollzugsbegleitende ambulante Mass-

nahme anordnete. Entsprechend ist nun über die Anrechnung der Massnahme an 

die Strafe zu entscheiden (BGE 137 IV 12).  

2.2. Anrechenbare Massnahmedauer 

Bei der Bestimmung der anrechenbaren Massnahmedauer ist der Grad der  

Beschränkung der persönlichen Freiheit zu berücksichtigen. Bei einer Mass-

nahme in einer geschlossenen Anstalt ist die Beschränkung der persönlichen 

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Freiheit unabhängig von der inneren Anstaltsordnung mit derjenigen im Strafvoll-

zug vergleichbar (BGE 117 IV 225).  

Auch der Umfang der Anrechnung einer jugendstrafrechtlichen Schutzmassnah-

me richtet sich nach dem Mass der Beschränkung in der persönlichen Freiheit 

(Gürber/Hug/Schläfli, a.a.O., N 6 zu Art. 32 JStG). Ist der Massnahmevollzug  

unter dem Aspekt der tatsächlichen Beschränkung der persönlichen Freiheit dem 

Strafvollzug ungefähr gleichzusetzen, ist die ganze Massnahmedauer anrechen-

bar, bei weniger starker Beschränkung der persönlichen Freiheit kann nur eine 

teilweise Anrechnung erfolgen. Dabei ist massgebend, inwieweit das Recht des 

Betroffenen beeinträchtigt ist, sich frei zu bewegen, seinen Aufenthalts- und Woh-

nort frei zu bestimmen (BGE 6S.329/2002 vom 9. Januar 2003, E. 1.2.). 

3. Umfang der Anrechnung in concreto 

3.1. Ausgangspunkt Dauer der Unterbringung 

Der Angeklagte wurde mit Verfügung der Jugendanwaltschaft vom 11. Februar 

2009 ab 17. Februar 2009 im Rahmen einer vorsorglichen Unterbringung gestützt 

auf Art. 15 Abs. 1 JStG in die B._____ eingewiesen (Urk. 26/2). Per 3. März 2010 

wurde er mit Verfügung der Jugendanwaltschaft Limmattal/Albis vom 2. März 

2010 zur Weiterführung der vorsorglichen Unterbringung in das  

Untersuchungsgefängnis C._____ eingewiesen (Urk. 26/3). Der Aufenthalt des 

Angeklagten in der B._____ dauerte demzufolge vom  

17. Februar 2009 bis zum 3. März 2010 insgesamt 380 Tage. Die Vorinstanz zog 

davon die 18 Tage, welche der Angeklagte auf der Flucht verbrachte ab und kam 

so zum Schluss, dass über die Anrechnung von 362 Tagen zu befinden sei. Dabei 

ist ihr jedoch entgangen, dass sich drei der vorläufigen Festnahmen, welche sie 

mit insgesamt acht Tagen berechnete, in der Zeit befanden, in welcher der Ange-

klagte grundsätzlich im B._____ eingewiesen war. Es betrifft dies die Festnahmen 

vom 15. bis 16. Mai 2009, vom 27. bis 29. Januar 2010 und vom 25. bis 

26. Februar 2010. Diese sechs Tage hat sie sowohl im Rahmen der vorläufigen 

Festnahmen als auch bei der vorsorglichen Unterbringung und damit doppelt be-

rücksichtigt. Dasselbe gilt für die Untersuchungshaft, für welche die Vorinstanz 

-   11   - 

insgesamt 49 Tage als erstandene Haft auf die ausgesprochene Strafe anrechne-

te. Die Untersuchungshaft, welche der Angeklagte vom 16. bis 28. Mai 2009  

(12 Tage) und vom 29. Januar bis 15. Februar 2010 (18 Tage) verbüsste, wurden 

ebenfalls sowohl als Untersuchungshaft als auch als vorsorgliche Unterbringung 

und damit doppelt berücksichtigt. Diese insgesamt 36 Tage, welche der Ange-

klagte während er im Massnahmezentrum B._____ eingewiesen war als vorläufi-

ge Festnahme und Untersuchungshaft erstanden hat, sind auf jeden Fall voll an 

die auszusprechende Strafe anzurechnen und von der Dauer der vorsorglichen  

Unterbringung nach Art. 15 JStG abzuziehen. 

Weiter ergibt sich aus dem Abschlussbericht des Massnahmezentrums B._____ 

vom 20. Juni 2010 (Urk. 34/1), dass sich der Angeklagte sogar während 23 Tagen 

auf der Flucht befand. Diese sind von der Aufenthaltsdauer im B._____ ebenfalls 

abzuziehen. Daraus ergibt sich, dass im vorliegenden Verfahren noch über  

321 Tage zu entscheiden ist, welche der Angeklagte im Rahmen der vorsorg-

lichen Unterbringung in der B._____ verbracht hat.  

3.2. Ausmass der Beschränkung der persönlichen Freiheit 

Bei der B._____ handelt es sich um ein Massnahmezentrum für junge Erwachse-

ne. Sie stellt eine offene Anstalt dar. Gemäss Auskunft des therapeutischen Lei-

ters, G._____, vom 2. Februar 2011, handelt es sich beim  

B._____ um eine vollständig offene Einrichtung, die Türen der Wohneinrichtungen 

werden abends nicht abgeschlossen und der Angeklagte wurde auf dem Gelände 

der Institution nicht geschlossen untergebracht (Urk. 88/1). In den B._____ aufge-

nommen werden junge Erwachsene, welche für eine Massnahme gemäss Art. 61 

StGB eingewiesen werden sowie solche mit einer Suchproblematik, für welche  

eine Massnahme nach Art. 60 StGB angeordnet wurde. Ferner werden Jugendli-

che im Rahmen vorsorglicher Unterbringungen im Sinne von Art. 15 JStG in der 

Institution untergebracht (Heer, Basler Kommentar, a.a.O; N 55 zu Art. 61).  

Letzteres war beim Angeklagten der Fall.  

 

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Der anlässlich der Berufungsverhandlung als Zeugen einvernommene stellver-

tretende therapeutische Leiter des B._____, F._____, bestätigte, dass der 

B._____ ein offenes Massnahmezentrum sei, ohne Zäune und Bewachung, was 

es für die Bewohner grundsätzlich einfach mache, die Institution zu verlassen. Ein 

Verlassen des Geländes zähle jedoch als Flucht und der Abwesende werde sofort 

bei der Polizei zur Fahndung ausgeschrieben (Prot. II S. 13 und 17). Jeder neu 

Eingewiesene komme zunächst in den Eintrittspavillon, wo die Kontrolle enger sei 

als im späteren Stammpavillon. Im Eintrittspavillon gehe es darum, den Bewohner 

an das neue Umfeld zu gewöhnen und zu stabilisieren, die Fluchtgefahr der ein-

zelnen Bewohner sei dort auch noch grösser (Prot. II S. 15). Der Zeuge führte 

aus, dass es im B._____ immer Personenkontakt gebe. Die Betreuer wüssten, 

wer als Bewohner im B._____ sei und sie nähmen diese auf dem Gelände auch 

wahr. Dadurch werde eine gewisse Kontrolle gewährleistet. In der Nacht werde 

die Anwesenheit der Bewohner durch den Nachtdienst kontrolliert, welcher jede 

Nacht zwei Rundgänge mache. Bei einer Abwesenheit werde der Betroffene  

sofort zur Fahndung ausgeschrieben. Wenn jemand fliehe, habe dies zur Folge, 

dass die betreffende Person den von ihr erarbeiteten Status verlieren könne und 

damit auch gewisse Freiheiten verliere. Im Eintrittspavillon gäbe es zudem ein 

Einschliesszimmer, wo fluchtgefährdete Personen über Nacht eingeschlossen 

werden könnten. Der Disziplinararrest werde im Untersuchungsgefängnis voll-

zogen. Der Zeuge bestätigte auf Frage, dass der Angeklagte im Einschliesszim-

mer gewesen sei (Prot. II S. 16 ff.). Weiter führte der Zeuge aus, dass im B._____ 

grundsätzlich niemand aufgenommen werde, der überhaupt nicht bereit sei, in die 

Institution einzutreten. Eine geschlossene Unterbringung im Sinne von Art. 15 

Abs. 2 JStG sei bei der B._____ nicht möglich. Abgesehen davon komme allen 

Bewohnern im B._____ dieselbe Behandlung zu. Hinsichtlich der Beschränkung 

der persönlichen Freiheit gäbe es insbesondere keine unterschiedliche  

Behandlung zwischen Jugendlichen, welche gemäss Art. 15 Abs. 1 JStG im  

Sinne einer vorsorglichen Unterbringung eingewiesen würden, und jungen  

Erwachsenen, welche eine Massnahme nach Art. 60 oder Art. 61 StGB absolvier-

ten (Prot. II S. 14 und 20). 

-   13   - 

Betreffend das Ausmass der Beschränkung der persönlichen Freiheit des Ange-

klagten kann vorweg festgehalten werden, dass er hinsichtlich der Wahl seines 

Aufenthalts- und Wohnortes im Rahmen seiner Unterbringung im B._____ einge-

schränkt war und zwar unabhängig davon, ob er nun eingeschlossen wurde oder 

nicht. Es handelt sich bei der von der Jugendanwaltschaft verfügten vorsorglichen 

Unterbringung im B._____ um eine stationäre Massnahme. Zwar war noch keine 

Massnahme für junge Erwachsene im Sinne von Art. 61 StGB angeordnet, jedoch 

ist dem Schlussbericht des B._____ vom 20. Juni 2010 (Urk. 34/1) zu entnehmen, 

dass der Angeklagte stark in den Massnahmebetrieb eingebunden war mit Einzel-

therapie, Gruppentherapie und Familientherapie. Ferner hat der Angeklagte im 

B._____ eine Lehre als Schlosser angefangen. Aus den Aussagen des Angeklag-

ten und des Zeugen F._____ ergibt sich weiter, dass die Anwesenheit des Ange-

klagten im B._____ sowohl tags- als auch nachtsüber kontrolliert wurde. Durch 

die Präsenz der Betreuer und Sozialpädagogen fand eine Art ständige Überwa-

chung statt, man hat zumeist gewusst, wo der Angeklagte sich aufhielt. In der ge-

samten Zeit im B._____ und somit während über einem Jahr durfte der Angeklag-

te nur zwei begleitete Ausflüge unternehmen und zweimal zuhause übernachten. 

Ein Verlassen des Areals hatte zur Folge, dass der Angeklagte als flüchtig galt 

und zur Fahndung ausgeschrieben wurde. Kommt hinzu, dass der Angeklagte 

wegen seiner Fluchten mehrere Disziplinararreste im Untersuchungsgefängnis zu 

absolvieren hatte und da er fluchtgefährdet war, auch mehrmals im sogenannten  

Einschliesszimmer übernachten musste, wo er nachtsüber eingeschlossen wurde. 

Daraus ergibt sich, dass der Angeklagte in seiner persönlichen Freiheit erheblich 

beschränkt war. Zwar war die Tür zu seinem Zimmer, soweit er nicht im  

Einschliesszimmer übernachten musste, nicht abgeschlossen und auf dem  

Gelände des B._____ konnte er sich frei bewegen. Er durfte jedoch das Areal der 

Institution nicht verlassen, musste dort übernachten und war tagsüber in strenge 

Strukturen eingebunden. In der ganzen Zeit, die der Angeklagte im B._____ ver-

bracht hat, kam er praktisch kaum in den Genuss von Freiheiten. Es ist daher 

nicht ersichtlich, inwiefern dieses Regime den Angeklagten weniger stark in seiner 

persönlichen Freiheit beschränkt haben soll als es beispielsweise der Vollzug  

einer Halbgefangenschaft tut, welcher auf die Strafe voll angerechnet wird. Das 

-   14   - 

Mass der Beschränkung der persönlichen Freiheit des Angeklagten im B._____ 

war mit demjenigen im Strafvollzug durchaus vergleichbar.  

Entscheidend ist auch, dass der Zeuge F._____ aussagte, dass sich der Vollzug 

für den Angeklagten, welcher im Sinne einer vorsorglichen Unterbringung gemäss 

Art. 15 Abs. 1 JStG im B._____ eingewiesen war, in keiner Weise von demjenigen 

für einen jungen Erwachsenen, welcher eine Massnahme nach Art. 60 oder 

Art. 61 StGB zu absolvieren hatte, unterschied. Auch hinsichtlich seiner persönli-

chen Freiheit war er nicht minder beschränkt als ein junger Erwachsener (Prot. II 

S. 14). Inhaltlich kam die vorsorgliche Unterbringung im B._____ damit einem 

vorzeitigen Massnahmeantritt einer Massnahme für junge Erwachsene im Sinne 

von Art 61 StGB gleich. Entsprechend ist nach zutreffender Auffassung eine ju-

gendstrafrechtliche vorsorgliche Einweisung in ein Massnahmezentrum für junge  

Erwachsene unbesehen auf die Strafe anzurechnen (Heer, a.a.O., N 76 zu  

Art. 61 StGB). 

Die Oberjugendanwaltschaft machte geltend, dass die B._____ nicht mehr als of-

fene Massnahmeeinrichtung angesehen werden könne, wenn die  

erkennende Kammer zum Schluss käme, dass der Vollzug im B._____ voll anzu-

rechnen sei. Denn lediglich eine geschlossene Unterbringung eines Jugendlichen 

könne zu 100 % an die Strafe angerechnet werden und unter diesem Titel könn-

ten keine Jugendlichen im B._____ platziert werden (Prot. II S. 21 und Urk. 113 

S. 2). Diese Argumentation überzeugt jedoch nicht: Es darf nicht relevant sein, ob 

eine Vollzugsanstalt als offen oder geschlossen bezeichnet wird und so darf auch 

nicht alleine entscheidend sein, unter welchem Titel jemand in eine Vollzugs-

anstalt eingewiesen wird, relevant sind in erster Linie die vorherrschenden tat-

sächlichen Bedingungen. Es kann demnach nicht angehen, dass der Vollzug im 

B._____, welcher sich für alle Bewohner ausnahmslos gleich gestaltet, einem  

jungen Erwachsenen ganz angerechnet wird, weil er im Rahmen einer Mass-

nahme nach Art. 60 oder 61 StGB eingewiesen worden ist, einem Jugendlichen, 

welcher unter dem Titel "vorsorgliche Unterbringung" im Sinne von Art. 15 JStG 

im B._____ weilt, jedoch nur teilweise.  

-   15   - 

Daher rechtfertigt sich vorliegend eine volle Anrechnung der Unterbringung des 

Angeklagten in der B._____ im Umfang von 321 Tagen. 

4. Fazit 

Auf die mit Urteil des Jugendgerichtes des Bezirkes Horgen vom 9. Dezember 

2010 ausgefällte Freiheitsstrafe von 4 Jahren und 6 Monaten sind demgemäss 

779 Tage (458 Tage Haft und 321 Tage Unterbringung) anzurechnen.  

III. Kostenfolgen 

Der Angeklagte obsiegt im Berufungsverfahren vollumfänglich. Die Kosten des 

Berufungsverfahrens inklusive derjenigen der amtlichen Verteidigung sind daher 

auf die Gerichtskasse zu nehmen (§ 396a StPO/ZH). 

Das Gericht beschliesst: 

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Jugendgerichtes des Bezirkes  

Horgen vom 9. Dezember 2010 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist: 

"Das Jugendgericht erkennt: 

1. Der Angeklagte ist schuldig 

- des mehrfachen Raubs im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 und Ziff. 2, teilweise in 
Verbindung mit Art. 25 StGB 

- des mehrfachen Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB 

- der strafbaren Vorbereitungshandlungen zu einem Raub im Sinne von 
Art. 260bis Abs. 1 StGB 

- des mehrfachen Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB, teilweise in 
Verbindung mit Art. 22 StGB 

- der mehrfachen Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB 

- der Hinderung einer Amtshandlung im Sinne von Art. 286 StGB 

- der mehrfachen Entwendung eines Motorfahrzeugs zum Gebrauch im Sinne 
von Art. 94 Ziff. 1 Abs. 1 SVG, teilweise in Verbindung mit Art. 22 StGB 

- des mehrfachen Missbrauchs von Ausweisen und Schildern im Sinne von  
Art. 97 Ziff. 1 Abs. 7 SVG. 

-   16   - 

2. Der Angeklagte wird bestraft, mit einer Freiheitsstrafe von 4 Jahren und 6 Monaten 
…. 

3. Die Freiheitsstrafe wird vollzogen. 

4. Es wird eine ambulante Massnahme im Sinne von Art. 63 StGB angeordnet. 

5. Die mit Vollzugsverfügung der Jugendanwaltschaft Limmattal/Albis vom 26. Juli 2008 
gewährte bedingte Entlassung aus dem Strafvollzug wird widerrufen und die Rest-
strafe von 43 Tagen wird vollzogen. 

6. Es wird vorgemerkt, dass der Angeklagte das Schadenersatzbegehren der Geschä-
digten 18 in der Höhe von Fr. 40.– nebst Zins zu 5% seit dem 18. Februar 2010  
anerkannt hat. 

7. Die Schadenersatzbegehren der nachfolgenden Geschädigten werden vollumfänglich 
auf den Weg des ordentlichen Zivilprozesses verwiesen: 

Geschädigter 1  Fr. 1'379.– 

Geschädigter 2  Fr. 2'000.– 

Geschädigter 3  Fr. 2'000.– 

Geschädigte 8  Fr. 200.– 

Geschädigte 9  Fr. 1'269.70 

Geschädigte 10  Fr. 6'000.– 

Geschädigte 12  Fr. 2'100.– 

Geschädigte 17  Fr. 1'870.45. 

8. Der Angeklagte wird verpflichtet, den nachfolgenden Geschädigten die angeführten 
Beträge zu bezahlen: 

Geschädigte 14  Fr. 520.90 

Geschädigte 16  Fr. 200.– 

 Im Mehrbetrag wird das Schadenersatzbegehren der Geschädigten 14 auf den Weg 
des ordentlichen Zivilprozesses verwiesen. 

9. Auf das Schadenersatzbegehren des Geschädigten 15 wird nicht eingetreten. 

10. Der Angeklagte wird verpflichtet, der Geschädigten 18 eine Genugtuung in der Höhe 
von Fr. 500.– zu bezahlen.  

11. Die Gerichtsgebühr wird angesetzt auf: 
Fr. 400.– ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 22'259.70   Auslagen Untersuchung 

Fr. 500.–   Geschädigtenvertretung 

Fr. 19'587.75    amtliche Verteidigung (festgesetzt mit Verfügung vom 16. Februar 2011) 

12. Die Kosten, inklusive derjenigen der amtlichen Verteidigung und der Vertretung der 
Geschädigten 18, werden dem Angeklagten auferlegt, jedoch im Fr. 200.– über-
steigenden Betrag auf die Gerichtskasse genommen und definitiv abgeschrieben. 

-   17   - 

13. (Mitteilungen) 

14./15.(Rechtsmittel)" 

2. Es wird festgestellt, dass der Beschluss des Jugendgerichtes des Bezirkes 

Horgen vom 9. Dezember 2010 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:  

"Sodann beschliesst das Jugendgericht: 

1. Die durch die Kantonspolizei Zürich sichergestellten und bei den Akten befindlichen 8 
Kabelbinder, die Rolle Klebeband und das Messer (schwarz/silbern) werden definitiv 
eingezogen und vernichtet. 

2. (Mitteilungen) 

3./4. (Rechtsmittel)" 

3. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil. 

Das Gericht erkennt: 

1. Auf die mit Urteil des Jugendgerichtes des Bezirkes Horgen vom 9. Dezem-

ber 2010 ausgefällte Freiheitsstrafe werden 779 Tage angerechnet, welche 

durch Haft und vorsorgliche Unterbringung erstanden sind.  

2. Die Kosten des Berufungsverfahrens, einschliesslich derjenigen der 

amtlichen Verteidigung, werden auf die Gerichtskasse genommen. 

3. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− die amtliche Verteidigung (im Doppel für sich und zuhanden  
des Angeklagten) (übergeben) 

− die Oberjugendanwaltschaft des Kantons Zürich (übergeben) 
− das Amt für Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- 

und Vollzugsdienste (versandt) 

in vollständiger Ausfertigung an 

− die amtliche Verteidigung (im Doppel für sich und zuhanden  
des Angeklagten) 

− die Oberjugendanwaltschaft des Kantons Zürich 
 

-   18   - 

 
sowie nach Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälliger Rechts-

mittel an 

− die Vorinstanz 
− das Amt für Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- 

und Vollzugsdienste 
− die Justizvollzugsanstalt H._____ 
− die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A und B  

4. Rechtsmittel: 

 Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang der vollständigen,  
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesge-

richtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

__________________________________ 

OBERGERICHT DES KANTONS ZÜRICH 

I. Strafkammer 

 Der Präsident: Die juristische Sekretärin: 

 

 

 Oberrichter lic. iur. R. Naef lic. iur. S. Schwarzwälder 
 

	Urteil vom 27. Oktober 2011
	Anklage und Nachtragsanklage:
	Urteil und Beschluss der Vorinstanz:
	Das Jugendgericht erkennt:
	1. Der Angeklagte ist schuldig
	 des mehrfachen Raubs im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 und Ziff. 2, teilweise in Verbindung mit Art. 25 StGB
	 des mehrfachen Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB
	 der strafbaren Vorbereitungshandlungen zu einem Raub im Sinne von Art. 260bis Abs. 1 StGB
	 des mehrfachen Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB, teilweise in Verbindung mit Art. 22 StGB
	 der mehrfachen Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB
	 der Hinderung einer Amtshandlung im Sinne von Art. 286 StGB
	 der mehrfachen Entwendung eines Motorfahrzeugs zum Gebrauch im Sinne von Art. 94 Ziff. 1 Abs. 1 SVG, teilweise in Verbindung mit Art. 22 StGB
	 des mehrfachen Missbrauchs von Ausweisen und Schildern im Sinne von Art. 97 Ziff. 1 Abs. 7 SVG.

	2. Der Angeklagte wird bestraft, mit einer Freiheitsstrafe von 4 Jahren und  6 Monaten (wovon 549 Tage durch Haft und durch vorsorgliche Unterbringung erstanden sind).
	3. Die Freiheitsstrafe wird vollzogen.
	4. Es wird eine ambulante Massnahme im Sinne von Art. 63 StGB angeordnet.
	5. Die mit Vollzugsverfügung der Jugendanwaltschaft Limmattal/Albis vom 26. Juli 2008 gewährte bedingte Entlassung aus dem Strafvollzug wird  widerrufen und die Reststrafe von 43 Tagen wird vollzogen.
	6. Es wird vorgemerkt, dass der Angeklagte das Schadenersatzbegehren der Geschädigten 18 in der Höhe von Fr. 40.– nebst Zins zu 5% seit dem 18. Februar 2010 anerkannt hat.
	7. Die Schadenersatzbegehren der nachfolgenden Geschädigten werden vollumfänglich auf den Weg des ordentlichen Zivilprozesses verwiesen:
	8. Der Angeklagte wird verpflichtet, den nachfolgenden Geschädigten die  angeführten Beträge zu bezahlen:
	Im Mehrbetrag wird das Schadenersatzbegehren der Geschädigten 14 auf den Weg des ordentlichen Zivilprozesses verwiesen.
	9. Auf das Schadenersatzbegehren des Geschädigten 15 wird nicht eingetreten.
	10. Der Angeklagte wird verpflichtet, der Geschädigten 18 eine Genugtuung in der Höhe von Fr. 500.– zu bezahlen.
	11. Die Gerichtsgebühr wird angesetzt auf:
	12. Die Kosten, inklusive derjenigen der amtlichen Verteidigung und der Vertretung der Geschädigten 18, werden dem Angeklagten auferlegt, jedoch im Fr. 200.– übersteigenden Betrag auf die Gerichtskasse genommen und  definitiv abgeschrieben.
	13. (Mitteilung)
	14. (Rechtsmittel)
	15. (Rechtsmittel Rekurs)
	Sodann beschliesst das Jugendgericht:
	1. Die durch die Kantonspolizei Zürich sichergestellten und bei den Akten  befindlichen 8 Kabelbinder, die Rolle Klebeband und das Messer (schwarz/ silbern) werden definitiv eingezogen und vernichtet.
	2. (Mitteilung)
	3. (Rechtsmittel)
	4. (Rechtsmittel)
	Berufungsanträge:
	Das Gericht erwägt:
	I.  Prozessuales

	1. Anwendbares Recht
	2. Gegenstand des Berufungsverfahrens
	3. Beweisanträge
	II.  Materiellrechtliches

	1. Standpunkt der Vorinstanz und des Angeklagten
	2. Anrechnung einer jugendstrafrechtlichen Schutzmassnahme an eine Strafe nach Erwachsenenstrafrecht
	2.1. Grundsatz
	2.2. Anrechenbare Massnahmedauer

	3. Umfang der Anrechnung in concreto
	3.1. Ausgangspunkt Dauer der Unterbringung
	Der Angeklagte wurde mit Verfügung der Jugendanwaltschaft vom 11. Februar 2009 ab 17. Februar 2009 im Rahmen einer vorsorglichen Unterbringung gestützt auf Art. 15 Abs. 1 JStG in die B._____ eingewiesen (Urk. 26/2). Per 3. März 2010 wurde er mit Verfü...
	Weiter ergibt sich aus dem Abschlussbericht des Massnahmezentrums B._____ vom 20. Juni 2010 (Urk. 34/1), dass sich der Angeklagte sogar während 23 Tagen auf der Flucht befand. Diese sind von der Aufenthaltsdauer im B._____ ebenfalls abzuziehen. Daraus...
	3.2. Ausmass der Beschränkung der persönlichen Freiheit

	4. Fazit
	III.  Kostenfolgen

	Das Gericht beschliesst:
	1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Jugendgerichtes des Bezirkes  Horgen vom 9. Dezember 2010 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:
	"Das Jugendgericht erkennt:
	1. Der Angeklagte ist schuldig
	- des mehrfachen Raubs im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 und Ziff. 2, teilweise in Verbindung mit Art. 25 StGB
	- des mehrfachen Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB
	- der strafbaren Vorbereitungshandlungen zu einem Raub im Sinne von Art. 260bis Abs. 1 StGB
	- des mehrfachen Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB, teilweise in Verbindung mit Art. 22 StGB
	- der mehrfachen Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB
	- der Hinderung einer Amtshandlung im Sinne von Art. 286 StGB
	- der mehrfachen Entwendung eines Motorfahrzeugs zum Gebrauch im Sinne von Art. 94 Ziff. 1 Abs. 1 SVG, teilweise in Verbindung mit Art. 22 StGB
	- des mehrfachen Missbrauchs von Ausweisen und Schildern im Sinne von  Art. 97 Ziff. 1 Abs. 7 SVG.
	2. Der Angeklagte wird bestraft, mit einer Freiheitsstrafe von 4 Jahren und 6 Monaten ….
	3. Die Freiheitsstrafe wird vollzogen.
	4. Es wird eine ambulante Massnahme im Sinne von Art. 63 StGB angeordnet.
	5. Die mit Vollzugsverfügung der Jugendanwaltschaft Limmattal/Albis vom 26. Juli 2008 gewährte bedingte Entlassung aus dem Strafvollzug wird widerrufen und die Reststrafe von 43 Tagen wird vollzogen.
	6. Es wird vorgemerkt, dass der Angeklagte das Schadenersatzbegehren der Geschädigten 18 in der Höhe von Fr. 40.– nebst Zins zu 5% seit dem 18. Februar 2010  anerkannt hat.
	7. Die Schadenersatzbegehren der nachfolgenden Geschädigten werden vollumfänglich auf den Weg des ordentlichen Zivilprozesses verwiesen:
	Geschädigter 1   Fr. 1'379.–
	Geschädigter 2   Fr. 2'000.–
	Geschädigter 3   Fr. 2'000.–
	Geschädigte 8   Fr. 200.–
	Geschädigte 9   Fr. 1'269.70
	Geschädigte 10   Fr. 6'000.–
	Geschädigte 12   Fr. 2'100.–
	Geschädigte 17   Fr. 1'870.45.
	8. Der Angeklagte wird verpflichtet, den nachfolgenden Geschädigten die angeführten Beträge zu bezahlen:
	Geschädigte 14   Fr. 520.90
	Geschädigte 16   Fr. 200.–
	Im Mehrbetrag wird das Schadenersatzbegehren der Geschädigten 14 auf den Weg des ordentlichen Zivilprozesses verwiesen.
	9. Auf das Schadenersatzbegehren des Geschädigten 15 wird nicht eingetreten.
	10. Der Angeklagte wird verpflichtet, der Geschädigten 18 eine Genugtuung in der Höhe von Fr. 500.– zu bezahlen.
	11. Die Gerichtsgebühr wird angesetzt auf:
	12. Die Kosten, inklusive derjenigen der amtlichen Verteidigung und der Vertretung der Geschädigten 18, werden dem Angeklagten auferlegt, jedoch im Fr. 200.– übersteigenden Betrag auf die Gerichtskasse genommen und definitiv abgeschrieben.
	13. (Mitteilungen)
	14./15.(Rechtsmittel)"

	2. Es wird festgestellt, dass der Beschluss des Jugendgerichtes des Bezirkes Horgen vom 9. Dezember 2010 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:
	"Sodann beschliesst das Jugendgericht:
	1. Die durch die Kantonspolizei Zürich sichergestellten und bei den Akten befindlichen 8 Kabelbinder, die Rolle Klebeband und das Messer (schwarz/silbern) werden definitiv eingezogen und vernichtet.
	2. (Mitteilungen)
	3./4. (Rechtsmittel)"

	3. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.
	Das Gericht erkennt:
	1. Auf die mit Urteil des Jugendgerichtes des Bezirkes Horgen vom 9. Dezember 2010 ausgefällte Freiheitsstrafe werden 779 Tage angerechnet, welche durch Haft und vorsorgliche Unterbringung erstanden sind.
	2. Die Kosten des Berufungsverfahrens, einschliesslich derjenigen der amtlichen Verteidigung, werden auf die Gerichtskasse genommen.
	3. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an
	 die amtliche Verteidigung (im Doppel für sich und zuhanden  des Angeklagten) (übergeben)
	 die Oberjugendanwaltschaft des Kantons Zürich (übergeben)
	 das Amt für Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und Vollzugsdienste (versandt)
	 die amtliche Verteidigung (im Doppel für sich und zuhanden  des Angeklagten)
	 die Oberjugendanwaltschaft des Kantons Zürich
	 die Vorinstanz
	 das Amt für Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und Vollzugsdienste
	 die Justizvollzugsanstalt H._____
	 die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A und B

	4. Rechtsmittel: