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**Case Identifier:** b1cc47ce-849e-533e-bb3e-ae2a91fa7364
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-09-25
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Verwaltungsgericht 25.09.2025 WBE.2025.108
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_006_WBE-2025-108_2025-09-25.pdf

## Full Text

Verwaltungsgericht 

2. Kammer 

 

WBE.2025.108 / vk / jb 
ZEMIS [***]; (E. 2025.003)  

Art. 63 

 

Urteil vom 25. September 2025 
 
 

Besetzung  Verwaltungsrichter Busslinger, Vorsitz  

Verwaltungsrichter Clavadetscher 

Verwaltungsrichterin Dambeck 

Gerichtsschreiberin i.V. Kuzmanović  

 

 
   

Beschwerde-

führer  

 A._____, geboren am tt.mm.jjjj, von Kosovo  

vertreten durch Dr. iur. Urs Oswald, Rechtsanwalt,  

Krähenbühlstrasse 31, Postfach, 5620 Bremgarten AG 

 

gegen 

 

  Amt für Migration und Integration Kanton Aargau, Rechtsdienst, 

Bahnhofplatz 3C, 5001 Aarau  

 

 
 

   

Gegenstand  Beschwerdeverfahren betreffend Widerruf der Niederlassungsbewilligung 

und Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung (Rückstufung) 

 

Entscheid des Amtes für Migration und Integration vom 12. Februar 2025 

  

 - 2 - 

 

 

 
   

Das Verwaltungsgericht entnimmt den Akten: 

 

A. 

Der aus dem heutigen Kosovo stammende Beschwerdeführer reiste am 

24. Juni 2002 im Alter von zwölf Jahren zusammen mit seiner Mutter und 

seinen Geschwistern im Rahmen des Familiennachzugs zu seinem Vater 

in die Schweiz ein, worauf ihm am 11. Juli 2002 die Niederlassungsbe-

willigung erteilt wurde. Deren Kontrollfrist wurde in der Folge jeweils ver-

längert, letztmals am 5. Dezember 2019 bis zum 31. Dezember 2024 (Ak-

ten des Amts für Migration und Integration [MI-act.] 1 f., 8 ff., 97). 

 

Im April 2017 heiratete der Beschwerdeführer eine Landsfrau, die im Besitz 

einer Aufenthaltsbewilligung ist (act. 2). Aus der Ehe gingen zwei Kinder 

(geboren 2017 und 2019) hervor, welche ebenfalls Staatsangehörige des 

Kosovo sind und wie ihr Vater über die Niederlassungsbewilligung verfügen 

(act. 2). 

 

Der Beschwerdeführer wurde in der Schweiz ab 2008 mehrfach straffällig 

und wegen Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrsgesetz vom 

19. Dezember 1958 (SVG; SR 741.01) bzw. Verletzungen von in diesem 

Zusammenhang stehenden (Sicherheits-)Vorschriften wie folgt verurteilt: 

 

- Strafbefehl des Bezirksamts Bremgarten vom 12. Juni 2008 wegen 

Führens eines Motorfahrzeugs ohne Führerausweis und Entwendung 

eines Motorfahrzeugs zum Gebrauch; Verurteilung zu einer Geldstrafe 

von 20 Tagessätzen zu je Fr. 30.00, bedingt aufgeschoben bei einer 

Probezeit von zwei Jahren, und einer Busse von Fr. 400.00 (MI-

act. 27 ff.);  

- Strafbefehl des Bezirksamts Aarau vom 29. Januar 2010 wegen Fahr-

streifenwechsels zum Überholen auf einer Einspurstrecke über eine 

Sperrfläche und Überholens über eine Sperrfläche; Verurteilung zu 

einer Busse von Fr. 300.00 (MI-act. 39 f.);  

- Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten vom 4. August 

2011 wegen Nichtbeherrschens des Fahrzeugs, Führens eines Motor-

fahrzeugs ohne Versicherungsschutz, Inverkehrbringens eines Fahr-

zeugs ohne gültigen Fahrzeugausweis und ohne Kontrollschilder sowie 

Nichttragens eines Schutzhelms als Führer; Verurteilung zu einer Geld-

strafe von 45 Tagessätzen zu je Fr. 60.00, bedingt aufgeschoben bei 

einer Probezeit von vier Jahren, und einer Busse von Fr. 1'000.00  

(MI-act. 58 ff.);  

- Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten vom 28. Mai 2015 

wegen Nichtabgabe von Fahrzeugausweis und Kontrollschildern trotz 

behördlicher Aufforderung; Verurteilung zu einer unbedingten Geld-

strafe von 10 Tagessätzen zu je Fr. 130.00 (MI-act. 75 ff.);  

 - 3 - 

 

 

- Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten vom 8. Oktober 

2015 wegen Überschreitens der allgemeinen Höchstgeschwindigkeit 

ausserorts; Verurteilung zu einer Busse von Fr. 100.00 (MI-act. 78 f.);  

- Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten vom 19. Januar 

2017 wegen Missachtung der allgemeinen Höchstgeschwindigkeit aus-

serorts; Verurteilung zu einer Busse von Fr. 160.00 (MI-act. 80 f.); 

- Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten vom 8. Februar 

2019 wegen Nichtabgabe von Fahrzeugausweis und Kontrollschildern 

trotz behördlicher Aufforderung; Verurteilung zu einer unbedingten 

Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu je Fr. 130.00 (MI-act. 92 f.). 

 

Für ab 2019 begangene Delikte wurde er wie folgt verurteilt: 

 

- Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten vom 20. Februar 

2020 wegen mehrfacher Nichtabgabe von Fahrzeugausweisen und 

Kontrollschildern trotz behördlicher Aufforderung; Verurteilung zu einer 

unbedingten Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu je Fr. 140.00 (MI-

act. 108 ff.);  

- Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten vom 2. Juli 2020 

wegen Nichtabgabe von Fahrzeugausweis und Kontrollschildern trotz 

behördlicher Aufforderung; Verurteilung zu einer unbedingten Geld-

strafe von 40 Tagessätzen zu je Fr. 140.00 (MI-act. 117 ff.);  

- Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zofingen-Kulm vom 15. Juli 2020 

wegen Nichtbeachtens des Vorschriftssignals "Vorgeschriebene Fahrt-

richtung nach links", Verletzung der Verkehrsregeln; Verurteilung zu 

einer Busse von Fr. 100.00 (MI-act. 120 f.);  

- Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Baden vom 7. Dezember 2023 

wegen Unterlassung der Richtungsanzeige und Verwendung eines Te-

lefons ohne Freisprecheinrichtung während der Fahrt; Verurteilung zu 

einer Busse von Fr. 200.00 (MI-act. 137 f.). 

 

Zuletzt wurde der Beschwerdeführer mit Urteil des Bezirksgerichts Brem-

garten vom 24. September 2024 wegen Misswirtschaft, Betrugs, Urkun-

denfälschung, Geldwäscherei und Beschäftigung von Ausländerinnen und 

Ausländern ohne Bewilligung zu einer Freiheitsstrafe von zwölf Monaten 

und, teilweise als Zusatzstrafe zum Strafbefehl der Staatsanwaltschaft 

Muri-Bremgarten vom 2. Juli 2020, zu einer Geldstrafe von 150 Tagessät-

zen zu je Fr. 120.00 verurteilt. Der Vollzug beider Strafen wurde bedingt 

aufgeschoben bei einer Probezeit von zwei Jahren. Zudem wurde eine 

Busse von Fr. 3'000.00 ausgesprochen (MI-act. 147 ff.). 

 

Aufgrund der wiederholten Straffälligkeit erachtete das MIKA die gesetz-

lichen Integrationskriterien als nicht erfüllt (MI-act. 175 ff.) und verfügte 

nach vorgängiger Gewährung des rechtlichen Gehörs (MI-act. 179 ff.) am 

11. Dezember 2024 den Widerruf der Niederlassungsbewilligung des Be-

schwerdeführers unter ersatzweiser Erteilung einer auf ein Jahr befristeten 

 - 4 - 

 

 

Aufenthaltsbewilligung. Die Erteilung der Aufenthaltsbewilligung verband 

es mit der Bedingung, dass der Beschwerdeführer zum Zeitpunkt der Ver-

längerung seiner Aufenthaltsbewilligung im Jahr 2025 zu belegen habe, 

dass er nicht mehr straffällig wurde (MI-act. 189 ff.). 

 

B. 

Gegen die Verfügung des MIKA vom 11. Dezember 2024 liess der Be-

schwerdeführer mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 9. Januar 2025 

beim Rechtsdienst des MIKA (Vorinstanz) Einsprache erheben (MI-

act. 198 ff.). 

 

Am 12. Februar 2025 erliess die Vorinstanz folgenden Einspracheent-

scheid (act. 1 ff.): 

 

1.  
Die Einsprache wird abgewiesen.  
 
2.  
Es werden keine Gebühren erhoben.  
 
3.  
Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 

 

Auf die Begründung wird, soweit erforderlich, in den folgenden Erwägungen 

eingegangen. 

 

C. 

Mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 13. März 2025 liess der Be-

schwerdeführer beim Verwaltungsgericht des Kantons Aargau (Verwal-

tungsgericht) Beschwerde erheben und folgende Anträge stellen 

(act. 11 ff.): 

 

1. 
Der Einspracheentscheid des Rechtsdienstes des Amtes für Migration und 
Integration vom 12. Februar 2025 sei aufzuheben. 
 
2. 
Die Niederlassungsbewilligung sei dem Beschwerdeführer zu belassen; 
von einer Rückstufung sei abzusehen. 
 
3. 
Der Einsprecher sei zu verwarnen. 
 
4. 
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten des Kantons Aargau. 

 

Die Begründung ergibt sich, soweit erforderlich, aus den nachstehenden 

Erwägungen. 

 

 - 5 - 

 

 

Nach Eingang des Kostenvorschusses reichte die Vorinstanz aufforder-

ungsgemäss die Akten ein und beantragte unter Festhaltung an ihren 

Erwägungen im angefochtenen Entscheid die Abweisung der Beschwerde 

(act. 22 ff., 28). Die Beschwerdeantwort wurde dem Beschwerdeführer mit 

Instruktionsverfügung vom 2. April 2025 zugestellt. Es wurde kein weiterer 

Schriftenwechsel angeordnet (act. 29 f.). 

 

Das Verwaltungsgericht hat den Fall auf dem Zirkularweg entschieden (vgl. 

§ 7 des Gerichtsorganisationsgesetzes vom 6. Dezember 2011 [GOG; 

SAR 155.200]). 

 

 
   

Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

 

I. 

1. 

Einspracheentscheide des MIKA können innert 30 Tagen seit Zustellung 

mit Beschwerde an das Verwaltungsgericht weitergezogen werden (§ 9 

Abs. 1 des Einführungsgesetzes zum Ausländerrecht vom 25. November 

2008 [EGAR; SAR 122.600]). Beschwerden sind schriftlich einzureichen 

und müssen einen Antrag sowie eine Begründung enthalten; der angefoch-

tene Entscheid ist anzugeben, allfällige Beweismittel sind zu bezeichnen 

und soweit möglich beizufügen (§ 2 Abs. 1 EGAR i. V. m. § 43 des Ge-

setzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 4. Dezember 2007 [Ver-

waltungsrechtspflegegesetz, VRPG; SAR 271.200]). 

 

Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen den Einspracheentscheid 

der Vorinstanz vom 12. Februar 2025. Die Zuständigkeit des Verwaltungs-

gerichts ist somit gegeben. Auf die frist- und formgerecht eingereichte Be-

schwerde ist daher einzutreten.  

 

2. 

Unter Vorbehalt abweichender bundesrechtlicher Vorschriften oder Be-

stimmungen des EGAR können mit der Beschwerde an das Verwaltungs-

gericht einzig Rechtsverletzungen, einschliesslich Überschreitung oder 

Missbrauch des Ermessens und unrichtige oder unvollständige Feststel-

lung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt werden. Die Ermessens-

überprüfung steht dem Verwaltungsgericht jedoch grundsätzlich nicht zu 

(§ 9 Abs. 2 EGAR). Schranke der Ermessensausübung bildet das Verhält-

nismässigkeitsprinzip (vgl. BENJAMIN SCHINDLER/ANNE KNEER, in: Martina 

Caroni/Daniela Thurnherr [Hrsg.], Stämpflis Handkommentar zum Bundes-

gesetz über die Ausländerinnen und Ausländer und über die Integration 

[AIG], 2. Aufl., Bern 2024, N. 6 zu Art. 96 AIG mit Hinweisen). In diesem 

Zusammenhang hat das Verwaltungsgericht gemäss bundesgerichtlicher 

Rechtsprechung insbesondere zu klären, ob die Vorinstanz die gemäss 

Art. 96 des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer und 

 - 6 - 

 

 

über die Integration vom 16. Dezember 2005 (Ausländer- und Integrations-

gesetz, AIG; SR 142.20) relevanten Kriterien (öffentliche Interessen, 

persönliche Verhältnisse, Integration) berücksichtigt hat und ob diese 

rechtsfehlerfrei gewichtet wurden (vgl. SCHINDLER/KNEER, a. a. O., N. 8 zu 

Art. 96 AIG). Schliesslich ist im Rahmen einer Gesamtbetrachtung zu 

entscheiden, ob die getroffene Massnahme durch ein überwiegendes 

öffentliches Interesse gerechtfertigt erscheint (sog. Verhältnismässigkeit im 

engeren Sinn). 

 

II. 

1. 

1.1. 

Die Vorinstanz hält im angefochtenen Entscheid zusammenfassend fest, 

der Beschwerdeführer sei mehrfach einschlägig rückfällig geworden und 

wiederholt mit unbedingt zu vollziehenden Geldstrafen belegt worden. Fünf 

der bislang zwölf Verurteilungen gingen auf nach dem 1. Januar 2019 be-

gangene Straftaten zurück, wobei die Schwere dieser Taten zugenommen 

habe und sie zuletzt zu einem hohen Strafmass geführt hätten. Unter Be-

rücksichtigung der Vorstrafen sowie dieser bislang schwersten Delikte, die 

der Beschwerdeführer zwischen dem 7. Januar 2020 und 24. August 2021 

begangen habe, sei das Integrationskriterium der Beachtung der öffent-

lichen Sicherheit und Ordnung gemäss Art. 58a Abs. 1 lit. a AIG i. V. m. 

Art. 77a Abs. 1 lit. b der Verordnung über Zulassung, Aufenthalt und Er-

werbstätigkeit vom 24. Oktober 2007 (VZAE; SR 142.201) nicht erfüllt. Das 

Verhalten des Beschwerdeführers zeige eine seit vielen Jahren beste-

hende ausgeprägte Renitenz und Geringschätzung gegenüber der schwei-

zerischen Rechtsordnung, weshalb ein hinreichend gewichtiges Integra-

tionsdefizit für die Rückstufung der Bewilligung bestehe. Unerheblich für 

den erfüllten Widerrufsgrund von Art. 63 Abs. 2 AIG sei, dass der Be-

schwerdeführer sonst keine Integrationsdefizite gemäss Art. 58a Abs. 1 

AIG aufweise, d. h. im Umkehrschluss drei von vier Integrationskriterien 

erfülle, wobei fraglich sei, ob im Rahmen von Art. 63 Abs. 2 AIG ein be-

stimmtes Integrationsdefizit bei einer Gesamtbetrachtung der Integration 

durch andere (überdurchschnittlich gut erfüllte) Integrationselemente kom-

pensiert werden könne (act. 6). 

 

Die Rückstufung sei schliesslich verhältnismässig: Sie erweise sich als 

geeignetes und erforderliches Mittel, um den Beschwerdeführer zu einer 

Verhaltensänderung zu bewegen. Bezüglich des öffentlichen Interesses 

kommt die Vorinstanz zum Schluss, der Beschwerdeführer weise aufgrund 

seiner wiederholten, langjährigen Delinquenz, des kumulierten hohen 

Strafmasses, der Art der Delikte und seiner damit zum Ausdruck kommen-

den ausgeprägten Renitenz und Geringschätzung gegenüber der schwei-

zerischen Rechtsordnung ein gewichtiges Integrationsdefizit auf, weshalb 

ein sehr grosses öffentliches Interesse an der Rückstufung der Bewilligung 

bestehe. Der Umstand, dass der Beschwerdeführer lediglich ein Integra-

 - 7 - 

 

 

tionskriterium nicht erfülle, führe nicht zu einer Herabsetzung des öffentli-

chen Interesses. Massgeblich sei das Gewicht des festgestellten Integra-

tionsdefizits, und dieses wiege vorliegend schwer. Demgegenüber sei sein 

privates Interesse am Verzicht auf eine Rückstufung von untergeordneter 

Bedeutung, zumal er sich weiterhin in der Schweiz aufhalten dürfe und das 

Familienleben durch die Rückstufung nicht beeinträchtigt werde.  

 

1.2. 

Der Beschwerdeführer bringt demgegenüber zunächst zum Urteil vom 

24. September 2024 vor, dass nicht er selbst, sondern sein damaliger amt-

licher Verteidiger auf ein begründetes Urteil verzichtet habe. Er habe die 

Haltung seines Verteidigers, wonach ohnehin keine Erfolgsaussichten be-

stünden und das Mandat beendet werde, hinnehmen müssen – obwohl er 

mit dem ergangenen Urteil nicht einverstanden gewesen sei. Mangels 

schriftlicher Urteilsbegründung seien die Erwägungen des Strafgerichts zur 

Landesverweisung unbekannt. Diese seien jedoch für die Beurteilung der 

Verhältnismässigkeit einer Rückstufung von erheblicher Bedeutung. Der 

Beschwerdeführer kommt zum Schluss, das Strafgericht sei von einem 

Härtefall ausgegangen und habe deshalb von einer Landesverweisung 

abgesehen.  

 

Weiter bringt der Beschwerdeführer vor, das Kriterium der Beachtung der 

öffentlichen Sicherheit und Ordnung werde durch die Erfüllung der drei 

anderen Integrationskriterien mehr als kompensiert. Eine solche Kompen-

sation sei im Rahmen der Verhältnismässigkeitsprüfung zwingend gebo-

ten.  

 

Zudem rügt der Beschwerdeführer, dass keine Gesamtbeurteilung vorge-

nommen worden sei: Erst das Urteil vom 24. September 2024 enthalte eine 

Androhung ernsthafter Sanktionen, sodass sich die Frage der Bewährung 

für ihn erstmals in diesem Zusammenhang gestellt habe. Unter diesen 

Umständen sei eine migrationsrechtliche Verwarnung ausreichend. Im 

Übrigen sei der Beschwerdeführer trotz elf Strafbefehlen und der Verur-

teilung vom 24. September 2024 nie migrationsrechtlich verwarnt worden. 

Schliesslich dürfe auch nicht von einem grossen öffentlichen Interesse an 

der Rückstufung ausgegangen werden: Die vier Integrationskriterien seien 

von etwa gleicher Bedeutung und daher mit je 25 % zu gewichten. Da er 

drei von vier Kriterien erfülle, sei das öffentliche Interesse mit maximal 25 % 

zu veranschlagen. Demgegenüber überwiege das sehr grosse private 

Interesse des Beschwerdeführers an der Beibehaltung der Niederlas-

sungsbewilligung klar. Eine Verwarnung sei ausreichend. 

 

2. 

2.1. 

Das Verwaltungsgericht hat sich erstmals mit Entscheid WBE.2020.8 vom 

7. Juli 2020 ausführlich mit der per 1. Januar 2019 neu eingeführten Mass-

 - 8 - 

 

 

nahme der Rückstufung gemäss Art. 63 Abs. 2 AIG (Widerruf der Nieder-

lassungsbewilligung mit ersatzweiser Erteilung einer Aufenthaltsbewilli-

gung) und deren Verhältnis zum Widerruf gemäss Art. 63 Abs. 1 AIG (Wi-

derruf der Niederlassungsbewilligung mit Wegweisung) auseinanderge-

setzt und seine Rechtsauffassung unter Berücksichtigung von BGE 148 II 1 

(zu WBE.2020.8) mit Entscheid WBE.2020.341 vom 17. November 2022 

präzisiert. Zusammengefasst ergibt sich, was folgt. 

 

2.2. 

Gemäss Art. 63 Abs. 2 AIG kann die Niederlassungsbewilligung einer aus-

ländischen Person widerrufen und durch eine Aufenthaltsbewilligung er-

setzt werden (Rückstufung). Die genannte Regelung wurde mit der Revi-

sion des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer vom 

16. Dezember 2005 (Ausländergesetz, AuG) und dessen Umbenennung 

zum AIG (Änderung vom 16. Dezember 2016; AS 2017 6521, 2018 3171; 

Bundesblatt [BBl] 2013 2397, 2016 2821) neu ins Gesetz eingefügt und per 

1. Januar 2019 in Kraft gesetzt. Eine Rückstufung setzt das Vorliegen eines 

Rückstufungsgrundes im Sinne von Art. 63 Abs. 2 AIG voraus. Ein solcher 

liegt grundsätzlich dann vor, wenn sich erweist, dass die betroffene Person 

eine oder mehrere der Integrationsanforderungen von Art. 58a AIG nicht 

bzw. nicht mehr erfüllt (präzisierend BGE 148 II 1, Erw. 5; zu den einzelnen 

Integrationskriterien siehe Art. 77a und 77c–77f VZAE; vgl. Entscheid des 

Verwaltungsgerichts WBE.2020.401 vom 27. Juni 2022, Erw. II/5.2.2). 

 

Wie bisher kann die Niederlassungsbewilligung einer ausländischen Per-

son zudem gestützt auf Art. 63 Abs. 1 AIG (i. V. m. Art. 64 Abs. 1 lit. c AIG) 

widerrufen und die betroffene Person aus der Schweiz weggewiesen wer-

den, wenn ein Widerrufsgrund gemäss Art. 63 Abs. 1 AIG vorliegt (Widerruf 

mit Wegweisung). Widerrufs- und Rückstufungsgründe können gleichzeitig 

erfüllt sein. Die Rückstufung stellt eine eigenständige migrationsrechtliche 

Massnahme dar und ist nicht als mildere Massnahme zum Widerruf mit 

Wegweisung zu verstehen. Vielmehr geht der Widerruf mit Wegweisung 

der Rückstufung vor, sofern ein Widerrufsgrund vorliegt und sich der Wider-

ruf mit Wegweisung als verhältnismässig erweist. 

 

Da der Widerruf mit Wegweisung und die Rückstufung je eigenständige 

Massnahmen darstellen und gleichzeitig begründet sein können, sind all-

fällige Verwarnungen je separat zu prüfen und können eine Verwarnung 

unter Androhung des Widerrufs mit Wegweisung und eine Verwarnung un-

ter Androhung der Rückstufung unter Umständen sogar gleichzeitig verfügt 

werden, wenn sowohl ein Widerrufs- als auch ein Rückstufungsgrund vor-

liegt, der Widerruf mit Wegweisung und die Rückstufung jedoch unverhält-

nismässig sind. 

 

 - 9 - 

 

 

3. 

Nach dem Gesagten haben die Vorinstanzen im vorliegenden Fall zu Recht 

eine Rückstufung der ausländerrechtlichen Bewilligung des Beschwerde-

führers gemäss Art. 63 Abs. 2 AIG geprüft, nachdem sie zum Schluss ge-

langt waren, dass ein Widerruf mit Wegweisung rechtlich unzulässig wäre, 

da das Bezirksgericht Bremgarten in seinem Urteil vom 24. September 

2024 auf eine Landesverweisung verzichtet hatte (Art. 63 Abs. 3 AIG;  

MI-act. 191; act. 4, Erw. II/2.3). 

 

Im Folgenden ist zu prüfen, ob die Vorinstanz die durch das MIKA verfügte 

Rückstufung der ausländerrechtlichen Bewilligung des Beschwerdeführers 

zu Recht für zulässig befunden hat. 

 

4. 

4.1. 

In einem ersten Schritt ist zu prüfen, ob ein Rückstufungsgrund vorliegt. 

 

4.2. 

4.2.1. 

Wie bereits ausgeführt liegt ein Rückstufungsgrund im Sinne von Art. 63 

Abs. 2 AIG vor, wenn sich erweist, dass die betroffene Person eines oder 

mehrere der in Art. 58a Abs. 1 AIG genannten Integrationskriterien nicht 

bzw. nicht mehr erfüllt. 

 

4.2.2. 

Rückstufungen können prinzipiell auch bei Niederlassungsbewilligungen 

verfügt werden, die vor dem 1. Januar 2019 (Inkrafttreten der Rückstu-

fungsnorm) erteilt wurden (vgl. BGE 148 II 1, Erw. 2.3.1). 

 

Bei der Prüfung eines Integrationsdefizits bzw. des Vorliegens eines Rück-

stufungsgrundes darf unter gewissen Voraussetzungen auch auf Sachver-

haltselemente abgestellt werden, welche sich vor Inkrafttreten der Rückstu-

fungsnorm verwirklicht haben, da Integration und Integrationsdefizite Dau-

ersachverhalte darstellen, welche mit der Einreise der betroffenen Person 

in die Schweiz beginnen und in der Folge andauern. Wird in Anwendung 

von Art. 63 Abs. 2 i. V. m. Art. 58a AIG das Vorliegen eines allfälligen 

Integrationsdefizits überprüft und dabei auf Umstände abgestellt, welche 

sich bereits vor Inkrafttreten der genannten Bestimmungen verwirklicht ha-

ben, liegt darin nach dem Gesagten eine unechte Rückwirkung (Entscheid 

des Verwaltungsgerichts WBE.2020.8 vom 7. Juli 2020, Erw. II/4.1.4; 

bestätigt durch BGE 148 II 1, Erw. 5.1). 

 

Beim Abstellen auf Sachverhaltselemente, welche sich vor Inkrafttreten der 

Rückstufungsnorm verwirklicht haben, ist jedoch der Rechtsnatur der alt-

rechtlichen Niederlassungsbewilligung – mithin deren grundsätzlichen 

Dauerhaftigkeit – Rechnung zu tragen. Zurückhaltung ist primär deshalb 

 - 10 - 

 

 

angezeigt, weil die Niederlassungsbewilligung bedingungsfeindlich konzi-

piert war und ist (Art. 34 Abs. 1 AuG bzw. AIG). Bis Ende 2018 mussten 

Niederlassungsberechtigte deshalb nicht den Verlust der Niederlassungs-

bewilligung befürchten, wenn bei ihnen Integrationsdefizite auftraten. Sie 

durften vielmehr darauf vertrauen, dass ihre Niederlassungsbewilligung un-

angetastet blieb, solange sie keinen Widerrufsgrund im Sinne von Art. 63 

Abs. 1 AuG erfüllten. Hielten sie sich seit mehr als 15 Jahren ununterbro-

chen und ordnungsgemäss in der Schweiz auf, konnte ihre Niederlas-

sungsbewilligung bloss noch aufgrund einer längerfristigen Freiheitsstrafe 

oder eines schwerwiegenden Verstosses gegen die öffentliche Sicherheit 

und Ordnung widerrufen werden (Art. 63 Abs. 2 AuG). Ihnen ist deshalb ein 

Kontinuitätsvertrauen zuzubilligen (vgl. Entscheid des Verwaltungsgerichts 

WBE.2020.200 vom 8. Dezember 2020, Erw. II/3.4.4.2, und BGE 148 II 1, 

Erw. 5.3). 

 

Nach dem Gesagten ist bei der Feststellung von Rückstufungsgründen in 

zeitlicher Hinsicht primär auf Sachverhaltselemente abzustellen, die nach 

dem 1. Januar 2019 verwirklicht wurden. Das Abstellen auf Sachverhalts-

elemente, die vor dem 1. Januar 2019 verwirklicht wurden, ist nur dann zu-

lässig, wenn das vorgeworfene Verhalten nach dem 1. Januar 2019 an-

dauert bzw. angedauert hat. Zudem sollen nur ernsthafte Integrationsdefi-

zite zu einer Rückstufung führen. D. h. es muss ein aktuelles, zu einem er-

heblichen Teil (auch noch) nach dem 1. Januar 2019 verwirklichtes Inte-

grationsdefizit von einem gewissen Gewicht bestehen (vgl. BGE 148 II 1, 

Erw. 5.3; Entscheid des Verwaltungsgerichts WBE.2020.440 vom 18. Juli 

2022, Erw. II/3.1 am Schluss). 

 

4.2.3. 

Im Gegensatz zum Widerruf mit Wegweisung unterliegt die Rückstufung 

nicht dem Dualismusverbot gemäss Art. 63 Abs. 3 AIG. Ein Verzicht des 

Strafrichters auf die Anordnung einer Landesverweisung hindert die Mi-

grationsbehörden nicht, eine Rückstufung zu verfügen, da die Rückstufung 

keine Wegweisung beinhaltet. Vielmehr bezweckt sie, mangelhaft inte-

grierte niedergelassene Personen, denen unter dem bisherigen Recht die 

Niederlassungsbewilligung nicht hätte entzogen werden dürfen, auf eine 

Aufenthaltsbewilligung zurückstufen zu können, um sie verbindlich an ihre 

Integrationsverpflichtungen zu erinnern (Entscheid des Verwaltungs-

gerichts WBE.2020.8 vom 7. Juli 2020, Erw. II/4.1.3, bestätigt durch 

BGE 148 II 1, Erw. 4.3.2 f.). 

 

4.3. 

4.3.1. 

Gemäss Art. 63 Abs. 2 i. V. m. Art. 58a Abs. 1 lit. a AIG liegt ein Rückstu-

fungsgrund vor, wenn eine niederlassungsberechtigte ausländische Per-

son das Integrationskriterium der Beachtung der öffentlichen Sicherheit und 

Ordnung nicht bzw. nicht mehr erfüllt. 

 - 11 - 

 

 

 

4.3.2. 

Wann von einer Nichtbeachtung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung 

als Integrationsdefizit im Sinne von Art. 58a Abs. 1 lit. a AIG und damit 

gleichsam von einem Rückstufungsgrund gemäss Art. 63 Abs. 2 AIG aus-

zugehen ist, wird in Art. 77a Abs. 1 VZAE konkretisiert. Danach liegt eine 

Nichtbeachtung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung insbesondere 

dann vor, wenn die betreffende Person gesetzliche Vorschriften und be-

hördliche Verfügungen missachtet (lit. a), wenn sie öffentlich-rechtliche 

oder privatrechtliche Verpflichtungen mutwillig nicht erfüllt (lit. b), oder 

wenn sie ein Verbrechen gegen den Frieden, ein Kriegsverbrechen, ein 

Verbrechen gegen die Menschlichkeit oder terroristische Taten öffentlich 

billigt oder dafür wirbt oder zum Hass gegen Teile der Bevölkerung aufsta-

chelt (lit. c). 

 

Wie aus dem Verweis im Titel der Verordnungsbestimmung erhellt, gelten 

die Konkretisierungen von Art. 77a VZAE nicht bloss für das Integrations-

kriterium von Art. 58a Abs. 1 lit. a AIG, sondern auch für die Widerrufs-

gründe von Art. 63 Abs. 1 lit. b AIG und Art. 62 Abs. 1 lit. c AIG. Wie stark 

die öffentliche Sicherheit und/oder Ordnung durch Missachtung gesetz-

licher Vorschriften oder behördlicher Verfügungen oder durch mutwillige 

Nichterfüllung öffentlich- oder privatrechtlicher Verpflichtungen im Sinne 

von Art. 77a Abs. 1 lit. a und b VZAE beeinträchtigt sein muss, damit eine 

Nichtbeachtung im Sinne von Art. 58a Abs. 1 lit. a AIG vorliegt, lässt sich 

dementsprechend in Relation zu den genannten Widerrufsgründen bestim-

men. Art. 63 Abs. 1 lit. b AIG setzt für den Widerruf einer Niederlassungs-

bewilligung mit Wegweisung einen schwerwiegenden Verstoss gegen die 

öffentliche Sicherheit und Ordnung voraus, während Art. 62 Abs. 1 lit. c AIG 

für den Widerruf einer Aufenthaltsbewilligung mit Wegweisung einen erheb-

lichen oder wiederholten Verstoss verlangt. Für eine blosse Nichtbeach-

tung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung im Sinne von Art. 58a Abs. 1 

lit. a AIG – deren Feststellung zum Verlust der Niederlassungsbewilligung 

führen kann, nicht aber zur Aufenthaltsbeendigung – ist die Schwere des 

vorausgesetzten Fehlverhaltens deutlich tiefer anzusetzen als für einen 

schwerwiegenden Verstoss im Sinne von Art. 63 Abs. 1 lit. b AIG. Sie ist 

zudem tiefer anzusetzen als für einen erheblichen oder wiederholten Ver-

stoss im Sinne von Art. 62 Abs. 1 lit. c AIG. Gleichzeitig kann nicht jede 

noch so geringfügige Beeinträchtigung der öffentlichen Sicherheit und Ord-

nung Anlass geben, den Fortbestand der Niederlassungsbewilligung ge-

stützt auf Art. 63 Abs. 2 AIG in Frage zu stellen. Daher ist auch für die An-

nahme einer Nichtbeachtung im Sinne von Art. 58a Abs. 1 lit. a AIG voraus-

zusetzen, dass die öffentliche Sicherheit und Ordnung mit einer gewissen 

Erheblichkeit beeinträchtigt wird. Die Erheblichkeit der Beeinträchtigung 

kann sich – wie bei den Widerrufsgründen von Art. 63 Abs. 1 lit. b und 

Art. 62 Abs. 1 lit. c AIG – in der Schwere eines einmaligen Fehlverhaltens 

manifestieren. Eine erhebliche Beeinträchtigung kann aber auch dadurch 

 - 12 - 

 

 

zustande kommen, dass die fragliche Person die öffentliche Sicherheit 

und/oder Ordnung wiederholt weniger schwer beeinträchtigt und dadurch 

zeigt, dass sie auch künftig nicht gewillt bzw. nicht fähig sein wird, sich an 

die Rechtsordnung zu halten (vgl. Art. 62 Abs. 1 lit. c AIG ["erheblich oder 

wiederholt"]; vgl. auch BGE 137 II 297, Erw. 3.3, sowie Botschaft des Bun-

desrats zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer vom 

8. März 2002 [Botschaft AuG], BBl 2002 3709 ff., 3810; vgl. schliesslich 

Botschaft des Bundesrats zur Änderung des Ausländergesetzes [Integra-

tion] vom 8. März 2013 [Botschaft AIG], BBl 2013 2397 ff., 2428). 

 

Bezüglich Nichtbeachtung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung als 

Rückstufungsgrund gilt das Gleiche wie für alle anderen Rückstufungs-

gründe. Massgeblich ist, ob der Rückstufungsgrund durch ein Verhalten 

begründet ist, welches in erheblichem Masse nach dem 1. Januar 2019 

verwirklicht wurde. Die Berücksichtigung auch früheren Verhaltens ist nur 

bei Dauersachverhalten zulässig. Mit anderen Worten muss das vorgewor-

fene Verhalten auch nach dem 1. Januar 2019 andauern und wird früheres 

Verhalten primär berücksichtigt, um zu beurteilen, ob daraus auf eine ge-

wisse Konstanz geschlossen werden kann, wodurch die Vorwerfbarkeit des 

aktuellen Verhaltens klarer manifestiert wird. 

 

4.3.3. 

Der Beschwerdeführer hat von 2008 bis 2023 über einen Zeitraum von rund 

15 Jahren hinweg wiederholt delinquiert und dabei insgesamt zwölf rechts-

kräftige Straferkenntnisse erwirkt, mit welchen er zu einer bedingten Frei-

heitsstrafe von zwölf Monaten, zu Geldstrafen von insgesamt 315 Tages-

sätzen – davon 215 Tagessätze bedingt – sowie zu Bussen von insgesamt 

Fr. 5'260.00 verurteilt wurde (siehe vorne lit. A).  

 

Da bei einer Rückstufung in erster Linie das Verhalten der betroffenen Per-

son oder das Fortdauern dieses Verhaltens nach Inkrafttreten der Rückstu-

fungsnorm per 1. Januar 2019 massgeblich ist, ist für die Prüfung des 

Rückstufungsgrundes primär auf die jüngsten fünf Verurteilungen abzu-

stellen (MI-act. 108 ff., 117 ff., 120 f., 137 f.). Alle übrigen vor dem 1. Janu-

ar 2019 begangenen Delikte können lediglich ergänzend mitberücksichtigt 

werden (siehe vorne Erw. II/4.2.2), um die neue Situation im Lichte der 

bisherigen zu würdigen und in diesem Sinn die Entstehung sowie das Fort-

dauern des Integrationsdefizits umfassend einzuordnen. 

 

Es ist folglich zu prüfen, ob die seit dem 1. Januar 2019 begangenen Straf-

taten mit Blick auf die Gesamtumstände ein hinreichend gewichtiges 

aktuelles Integrationsdefizit des Beschwerdeführers hinsichtlich der Beach-

tung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung im Sinne von Art. 63 Abs. 2 

i. V. m. Art. 58a Abs. 1 lit. a AIG und Art. 77a Abs. 1 lit. a VZAE zu be-

gründen vermögen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_723/2022 vom 

30. November 2022, Erw. 4.1).  

 - 13 - 

 

 

 

Seit dem 1. Januar 2019 wurde der Beschwerdeführer viermal wegen 

Widerhandlungen gegen die Strassenverkehrsvorschriften verurteilt. So 

kam er im November 2019 (MI-act. 108) und im März 2020 (MI-act. 117) 

der behördlichen Aufforderung zur Abgabe von Fahrzeugausweisen und 

Kontrollschildern nicht nach und wurde hierfür mit Strafbefehlen vom Fe-

bruar und Juli 2020 zu unbedingten Geldstrafen von insgesamt 70 Tages-

sätzen verurteilt. Am 25. März 2020 missachtete er zudem das Vorschrifts-

signal "Vorgeschriebene Fahrtrichtung nach links" und wurde deshalb mit 

Strafbefehl vom 15. Juli 2020 mit einer Busse von Fr. 100.00 bestraft  

(MI-act. 120 f.). Schliesslich wurde er mit Strafbefehl vom 7. Dezember 

2023 wegen Unterlassung der Richtungsanzeige und Verwendung eines 

Telefons ohne Freisprecheinrichtung während der Fahrt vom 8. August 

2023 zu einer Busse von Fr. 200.00 verurteilt (MI-act. 137 f.). Auch wenn 

diese Verstösse für sich allein betrachtet nicht besonders schwerwiegend 

sind, zeugen sie doch von einem gewissen fortgesetzten Unvermögen oder 

Unwillen des Beschwerdeführers, sich – insbesondere im Strassenver-

kehr – an behördliche Anordnungen und gesetzliche Vorschriften zu halten. 

 

Von entscheidendem Gewicht ist jedoch die zuletzt ergangene Verurteilung 

durch das Bezirksgericht Bremgarten vom 24. September 2024. Der Be-

schwerdeführer wurde wegen Misswirtschaft, Betrugs, Urkundenfälschung, 

Geldwäscherei sowie der Beschäftigung von Ausländerinnen und Aus-

ländern ohne Bewilligung zu einer Freiheitsstrafe von zwölf Monaten und 

einer Geldstrafe von 150 Tagessätzen zu je Fr. 120.00, jeweils bedingt 

vollziehbar bei einer Probezeit von zwei Jahren, sowie zu einer Busse von 

Fr. 3'000.00 verurteilt (MI-act. 147 ff.). Die Kantonale Staatsanwaltschaft 

Aargau warf dem Beschwerdeführer mit Anklageschrift vom 6. Mai 2024 

Folgendes vor (MI-act. 153 ff.): Die vom Beschwerdeführer gegründete 

Gesellschaft wurde ab Februar 2018 regelmässig betrieben. Ab März 2019 

folgten Konkursandrohungen. Der erste Verlustschein datiert vom 7. Ja-

nuar 2020. Am 24. August 2021 wurde über die Gesellschaft schliesslich 

der Konkurs eröffnet, welcher mangels Aktiven am 5. November 2021 wie-

der eingestellt wurde (MI-act. 154). Trotz klarer Anzeichen der Überschul-

dung unterliess es der Beschwerdeführer, die gesetzlich vorgeschriebenen 

Kapitalschutzmassnahmen zu ergreifen, was die Verschleppung des Kon-

kurses und die Verschlimmerung der Vermögenslage der Gesellschaft zur 

Folge hatte (Restschuld von Fr. 105'310.25; MI-act. 155). Darüber hinaus 

beantragte der Beschwerdeführer am 27. März 2020 einen Covid-19-Kredit 

und gab dabei für das Jahr 2019 wahrheitswidrig einen überhöhten Um-

satzerlös von Fr. 300'000.00 (statt effektiv Fr. 233'010.00) an, wodurch ein 

zu hoher Kreditbetrag erwirkt wurde (MI-act. 156). Die gewährten Kredit-

mittel verwendete der Beschwerdeführer sodann missbräuchlich, indem er 

Privatdarlehen von Fr. 13'500.00 zurückzahlte, sich selbst ein Darlehen 

von Fr. 9'369.90 gewährte und mehrere Bargeldbezüge tätigte (total 

Fr. 26'900.00), ohne deren Verwendung zur Deckung der laufenden Ge-

 - 14 - 

 

 

schäftskosten nachweisen zu können (MI-act. 157). Schliesslich beschäf-

tigte er im November 2020 eine ausländische Person ohne erforderliche 

Arbeitsbewilligung (MI-act. 159).  

 

Diese nach dem 1. Januar 2019 begangenen Straftaten des Beschwer-

deführers, die zur schwersten gegen ihn verhängten Strafe (Freiheitsstrafe 

von zwölf Monaten) führten, genügen, um ein hinreichend gewichtiges ak-

tuelles Integrationsdefizit hinsichtlich der Beachtung der öffentlichen Si-

cherheit und Ordnung im Sinne von Art. 63 Abs. 2 i. V. m. Art. 58a Abs. 1 

lit. a AIG und Art. 77a Abs. 1 lit. a VZAE zu begründen. 

 

Was der Beschwerdeführer dagegen vorbringt, vermag nichts an dieser 

Beurteilung zu ändern. Soweit er geltend macht, das Strafgericht habe von 

der Anordnung einer Landesverweisung deshalb abgesehen, weil es von 

einem Härtefall ausgegangen sei, geht sein Einwand ins Leere. Der Ver-

zicht auf eine strafrechtliche Landesverweisung erlaubt keinen Rück-

schluss auf die migrationsrechtliche Qualifikation des deliktischen Verhal-

tens, da im Straf- und im Migrationsrecht unterschiedliche rechtliche Vo-

raussetzungen zu prüfen sind. Im Kern rügt der Beschwerdeführer damit 

ohnehin nicht das Vorliegen eines Rückstufungsgrundes, sondern stellt 

sinngemäss die Verhältnismässigkeit der Massnahme in Abrede (hierzu 

nachfolgend Erw. II/5). Unabhängig davon kann eine Rückstufung selbst 

dann verfügt werden, wenn im Strafverfahren auf die Anordnung einer 

Landesverweisung verzichtet wurde, da das Dualismusverbot gemäss 

Art. 63 Abs. 3 AIG bei Rückstufungen keine Anwendung findet (siehe vorne 

Erw. II/4.2.3). Auch die weiteren Vorbringen – namentlich die Einwände 

betreffend die fehlende Urteilsbegründung sowie die angeblich ungenü-

gende Vertretung durch seinen damaligen amtlichen Verteidiger – greifen 

nicht. Das Urteil des Bezirksgerichts Bremgarten vom 24. September 2024 

ist in Rechtskraft erwachsen, weshalb sich der Beschwerdeführer dieses 

vollumfänglich entgegenhalten lassen muss. 

 

Was sodann die Straffälligkeit des Beschwerdeführers vor dem Inkraft-

treten der Rückstufungsregelung anbelangt, ist Folgendes festzuhalten: 

Die Regelmässigkeit und Häufigkeit der früheren Straftaten des Beschwer-

deführers (siehe vorne lit. A) zeugen von einer Uneinsichtigkeit und 

Unbelehrbarkeit. Mit den erneuten Straffälligkeiten nach dem 1. Januar 

2019 – darunter auch die bislang schwerwiegendsten von ihm begangenen 

Delikte – macht der Beschwerdeführer deutlich, dass er auch künftig nicht 

gewillt ist, sich an die Rechtsordnung zu halten. Vor diesem Hintergrund 

besteht die Gefahr, dass er ohne die Anordnung einschneidender migra-

tionsrechtlicher Massnahmen auch in Zukunft gesetzliche Vorschriften 

sowie behördliche Verfügungen missachten wird. 

 

Nach dem Gesagten stellt das nach Inkrafttreten der gesetzlichen Rück-

stufungsregelung an den Tag gelegte deliktische Verhalten des Beschwe-

 - 15 - 

 

 

rdeführers ein hinreichend gewichtiges aktuelles Integrationsdefizit hin-

sichtlich der Beachtung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung im Sinne 

von Art. 63 Abs. 2 i. V. m. Art. 58a Abs. 1 lit. a AIG und Art. 77a Abs. 1 lit. a 

VZAE dar. Der Rückstufungsgrund der Nichtbeachtung der öffentlichen 

Sicherheit und Ordnung ist erfüllt. 

 

4.4. 

Da aus den Akten nicht auf das Vorliegen weiterer Rückstufungsgründe 

geschlossen werden kann und die Vorinstanzen dem Beschwerdeführer 

sogar attestieren, dass er die anderen drei Integrationskriterien von 

Art. 58a Abs. 1 AIG erfüllt (MI-act. 192, act. 6), steht fest, dass keine wei-

teren Rückstufungsgründe erfüllt sind. 

 

4.5. 

Nachdem beim Beschwerdeführer ein Rückstufungsgrund gemäss Art. 63 

Abs. 2 AIG vorliegt, erweist sich der Widerruf seiner Niederlassungsbe-

willigung unter ersatzweiser Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung (Rück-

stufung) als begründet. 

 

5. 

5.1. 

Weiter ist zu prüfen, ob die gemäss Art. 63 Abs. 2 i. V. m. Art. 58a Abs. 1 

lit. a AIG begründete Rückstufung angesichts der gesamten Umstände ver-

hältnismässig erscheint (Art. 5 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schwei-

zerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 [BV; SR 101]), also ob es 

im vorliegenden Fall verhältnismässig ist, die Niederlassungsbewilligung 

des Beschwerdeführers zu widerrufen und ihm stattdessen eine Aufent-

haltsbewilligung zu erteilen. 

 

Mithin ist die Eignung und Erforderlichkeit der Rückstufung zu prüfen und 

sind die entgegenstehenden öffentlichen und privaten Interessen gegen-

einander abzuwägen. 

 

Ob diesbezüglich sämtliche relevanten Kriterien berücksichtigt und richtig 

angewandt worden sind bzw. ob sich die Massnahme als verhältnismässig 

erweist, ist als Rechtsfrage durch das Verwaltungsgericht frei zu prüfen. 

 

5.2. 

Dass der Entzug des privilegierten migrationsrechtlichen Status der Nie-

derlassungsbewilligung und die damit verbundene Verminderung der recht-

lichen Voraussetzungen für eine aufenthaltsbeendende Massnahme im 

Fall zukünftigen weiteren Fehlverhaltens grundsätzlich geeignet sind, den 

Beschwerdeführer an seine Integrationsverpflichtung zu erinnern und ihm 

anzuzeigen, dass sein bisheriges Verhalten nicht mehr toleriert wird, ist 

offenkundig. Der Beschwerdeführer hat es denn auch in der Hand, das 

 - 16 - 

 

 

rückstufungsbegründende desintegrative Verhalten einzustellen – mithin in 

Zukunft keine Straftaten mehr zu begehen. 

 

5.3. 

Die Rückstufung erweist sich im Fall des Beschwerdeführers ebenso als 

erforderlich. Wie bereits dargelegt (siehe vorne Erw. II/4.3.3 sowie lit. A), 

hat der Beschwerdeführer über viele Jahre hinweg wiederholt delinquiert 

und dabei auch nach Inkrafttreten der Rückstufungsnorm am 1. Januar 

2019 mehrere Straftaten begangen, darunter die bislang schwersten Delik-

te, die zudem die am schwersten ins Gewicht fallende Strafe (zwölfmona-

tige Freiheitsstrafe) nach sich zogen.  

 

Besonders ins Gewicht fällt, dass der Beschwerdeführer selbst während 

des laufenden Strafverfahrens wegen Misswirtschaft, Betrugs, Urkunden-

fälschung, Geldwäscherei und Beschäftigung von Ausländerinnen und 

Ausländern ohne Bewilligung erneut delinquierte, indem er am 8. August 

2023 Verkehrsregelverletzungen beging und deswegen mit Strafbefehl 

vom 7. Dezember 2023 mit einer Busse von Fr. 200.00 bestraft wurde (vgl. 

MI-act. 137 f.). Zwar handelt es sich dabei um Übertretungen und damit 

eher geringfügige Delikte. Entscheidend ist jedoch, dass der Beschwerde-

führer selbst angesichts eines laufenden Strafverfahrens nicht willens oder 

in der Lage war, sich rechtskonform zu verhalten. Dies zeigt eine Unbe-

lehrbarkeit und eine gewisse Gleichgültigkeit zumindest gegenüber den 

strafrechtlichen Sanktionen, welche bislang gegen ihn ausgesprochen wur-

den. Ein gleichermassen zielführendes milderes Mittel, welches beim Be-

schwerdeführer die notwendige Verhaltensänderung herbeiführen könnte, 

ist demnach nicht ersichtlich. 

 

Der Beschwerdeführer macht zwar geltend, die Frage der Bewährung habe 

sich für ihn erstmals nach dem Strafurteil vom 24. September 2024 gestellt, 

weshalb eine migrationsrechtliche Verwarnung ausreichend sei. Dieses 

Vorbringen überzeugt jedoch nicht. Zwar sind Rückstufungen ohne vor-

gängige Verwarnungen und Ermahnungen gemäss Lehre und Praxis nur 

zurückhaltend auszusprechen (Urteil des Bundesgerichts 2C_2/2024 vom 

9. Oktober 2024, Erw. 6.3 m. V. a. BGE 148 II 1, Erw. 6.4; Entscheide des 

Verwaltungsgerichts WBE.2021.255 vom 3. Januar 2023, Erw. II/7.3 und 

WBE.2022.292 vom 19. Mai 2023, Erw. II/7; MARC SPESCHA, in: Spescha/ 

Zünd/Bolzli/Hruschka/de Weck [Hrsg.], Kommentar Migrationsrecht, 

5. Aufl. 2019, N. 24 und 26 zu Art. 63 AIG). Gleichwohl ist eine Rückstufung 

auch ohne vorgängige Verwarnung zulässig und eine Verwarnung erst 

dann in Betracht zu ziehen, wenn die Rückstufung zwar begründet ist, sich 

aber als unverhältnismässig im engeren Sinne erweist, d. h. kein überwie-

gendes öffentliches Interesse an der Rückstufung besteht (Art. 63 Abs. 2 

i. V. m. Art. 96 Abs. 2 AIG; Entscheid des Verwaltungsgerichts 

WBE.2022.292 vom 19. Mai 2023, Erw. II/6.2).  

 

 - 17 - 

 

 

Hinzu kommt, dass bis Ende 2018 eine Rückstufung gesetzlich noch gar 

nicht vorgesehen war und deshalb auch keine migrationsrechtliche 

Verwarnung ausgesprochen werden konnte. Zwar wäre nach altem Recht 

eine Verwarnung mit Androhung eines Widerrufs der Niederlassungs-

bewilligung grundsätzlich denkbar gewesen. Allerdings waren die bis Ende 

2018 begangenen Delikte kaum ausreichend gravierend, um einen Wider-

rufsgrund im Sinne von Art. 63 Abs. 1 AIG zu begründen. Eine Verwarnung 

drängte sich daher auch aus dieser Sicht nicht auf. Nach Inkrafttreten der 

Rückstufungsregelung per 1. Januar 2019 rechtfertigten sodann die zu-

nächst noch geringfügigen Delikte – namentlich die Strafbefehle vom 

20. Februar 2020, 2. Juli 2020, 15. Juli 2020 und 7. Dezember 2023 – keine 

Rückstufung, sodass bis zum Urteil des Bezirksgerichts Bremgarten vom 

24. September 2024 auch keine Verwarnung angezeigt war.  

 

Ausschlaggebend ist vielmehr, dass dem Beschwerdeführer auch ohne 

formelle migrationsrechtliche Verwarnung bereits mehrfach unmissver-

ständlich vor Augen geführt worden war, dass sein Verhalten nicht akzep-

tiert wird – namentlich durch die wiederholten, teils bedingt ausgespro-

chenen, strafrechtlichen Sanktionen sowie das gegen ihn hängige Straf-

verfahren wegen schwerer Delikte. Anstatt diese klaren Warnsignale zum 

Anlass zu nehmen, sich künftig rechtskonform zu verhalten, delinquierte er 

erneut. Sein Hinweis, die Bewährungsfrage stelle sich für ihn "erst jetzt", 

erweist sich daher als unbehelflich. 

 

Da der Beschwerdeführer schliesslich auch nicht darlegt, inwiefern er sein 

Verhalten seit dem Urteil vom 24. September 2024 konkret geändert haben 

will, kann nicht von einer Verhaltensänderung ausgegangen werden. Eine 

blosse Verwarnung erscheint daher nicht geeignet, die von ihm erwartete 

Verhaltensänderung zu bewirken. Die Rückstufung der Bewilligung erweist 

sich somit im Fall des Beschwerdeführers als erforderlich. 

 

5.4. 

5.4.1. 

Zu klären bleibt, ob die Rückstufung durch ein überwiegendes öffentliches 

Interesse gerechtfertigt erscheint. Konkret muss bei Gegenüberstellung 

aller öffentlichen und privaten Interessen ein überwiegendes öffentliches 

Interesse an der Verfügung der Massnahme resultieren. 

 

5.4.2. 

5.4.2.1. 

Liegt bei einer niederlassungsberechtigten Person ein Rückstufungsgrund 

vor (Art. 63 Abs. 2 i. V. m. Art. 58a AIG), bestimmt sich das öffentliche In-

teresse am Widerruf der Niederlassungsbewilligung und deren Ersatz 

durch eine Aufenthaltsbewilligung danach, wie desintegriert die betroffene 

Person aufgrund des bei ihr festgestellten Integrationsdefizits bzw. des 

zugrundeliegenden Verhaltens erscheint. Je nach Art und Ausprägung des 

 - 18 - 

 

 

im konkreten Einzelfall vorliegenden Integrationsdefizits kann die fragliche 

Person mehr oder weniger weit aus dem Gesellschaftsverband entrückt 

sein. Entsprechend gross oder weniger gross ist das gesamtgesellschaft-

liche Interesse, sie durch Entzug des privilegierten migrationsrechtlichen 

Status der Niederlassungsbewilligung an ihre Integrationsverpflichtung zu 

erinnern und gleichzeitig die rechtliche Hürde für eine aufenthaltsbe-

endende Massnahme im Fall künftigen weiteren Fehlverhaltens zu senken. 

 

Liegt sodann bei einer niederlassungsberechtigten Person unter mehreren 

verschiedenen Integrationsaspekten nach Art. 58a Abs. 1 lit. a–d AIG ein 

Defizit vor, sind also mehrere Rückstufungsgründe gemäss Art. 63 Abs. 2 

AIG gegeben, führt dies nach dem Gesagten zu einer Erhöhung des öffent-

lichen Interesses an einer Rückstufung (vgl. auch Entscheid des Verwal-

tungsgerichts WBE.2021.298 vom 28. März 2022, Erw. II/5.2.2 betr. Erhö-

hung des öffentlichen Interesses an einem Widerruf mit Wegweisung bei 

Vorliegen mehrerer Widerrufsgründe gemäss Art. 63 Abs. 1 AIG). 

 

Neben der Art und Ausprägung des vorliegenden Integrationsdefizits bzw. 

der vorliegenden Integrationsdefizite ist mit Blick auf das öffentliche Inter-

esse an einer Rückstufung zu berücksichtigen, inwieweit der betroffenen 

niederlassungsberechtigten Person ihr jeweiliges desintegratives Verhal-

ten vorwerfbar ist. Dabei können vor allem besondere persönliche Ver-

hältnisse ein Integrationsdefizit entschuldigen (vgl. Art. 58a Abs. 2 AIG 

i. V. m. Art. 77f VZAE). 

 

5.4.2.2. 

Hinsichtlich des privaten Interesses einer niederlassungsberechtigten Per-

son, nicht im Sinne von Art. 63 Abs. 2 AIG auf eine Aufenthaltsbewilligung 

zurückgestuft zu werden, ist zunächst Folgendes festzuhalten: Anders als 

bei einem Widerruf mit Wegweisung (Art. 63 Abs. 1 AIG) gehen mit einer 

Rückstufung keine unmittelbaren Entfernungs- oder Fernhaltemassnah-

men einher. Entsprechend werden durch eine Rückstufung auch die grund-

rechtlichen Ansprüche der rückgestuften Person auf Achtung des Privat- 

und Familienlebens (Art. 8 der Konvention zum Schutze der Menschen-

rechte und Grundfreiheiten vom 4. November 1950 [EMRK; SR 0.101]; 

Art. 13 Abs. 1 BV) nicht tangiert. Das private Interesse der betroffenen 

Person, von einer Rückstufung verschont zu werden, ist daher grundsätz-

lich nicht als hoch einzustufen. 

 

Gleichwohl ist zu berücksichtigen, dass der Widerruf der Niederlassungs-

bewilligung und deren Ersatz durch eine Aufenthaltsbewilligung für die be-

troffene ausländische Person in verschiedener Hinsicht zu einer substan-

tiellen Verschlechterung ihrer Rechtsposition führt. An erster Stelle ist dies-

bezüglich die mit dem migrationsrechtlichen Status verbundene Sicherheit 

der Anwesenheitsberechtigung in der Schweiz zu nennen. Im Gegensatz 

zur unbefristeten Niederlassungsbewilligung (Art. 34 Abs. 1 AIG) muss 

 - 19 - 

 

 

eine Aufenthaltsbewilligung regelmässig verlängert werden (Art. 33 Abs. 3 

AIG). Im Zuge einer Rückstufung verbindet das Migrationsamt die zu ertei-

lende Aufenthaltsbewilligung zudem mit einer Integrationsvereinbarung 

oder Integrationsempfehlung nach Art. 58b AIG – oder es erteilt sie unter 

Bedingungen, an welche der weitere Verbleib in der Schweiz geknüpft wird 

(Art. 62a VZAE; vgl. auch Art. 33 Abs. 2 und 5 AIG). Auch über den in 

Art. 62 Abs. 1 lit. d AIG festgeschriebenen Widerrufsgrund der Nichteinhal-

tung einer Bedingung hinaus sind die rechtlichen Voraussetzungen für eine 

aufenthaltsbeendende Massnahme gegenüber Personen mit Aufenthalts-

bewilligung weniger hoch als gegenüber solchen mit Niederlassungsbewil-

ligung (vgl. Art. 62 Abs. 1 mit Art. 63 Abs. 1 AIG; vgl. insbesondere Art. 62 

Abs. 1 lit. c mit Art. 63 Abs. 1 lit. b AIG). Daneben vermittelt eine Aufent-

haltsbewilligung dem Bewilligungsträger noch in weiteren Punkten eine 

deutlich schlechtere Rechtsstellung als die Niederlassungsbewilligung. So 

liegt bei einer Person mit Aufenthaltsbewilligung die Bewilligung eines Fa-

miliennachzugs des Ehegatten und der minderjährigen Kinder – vorbehalt-

lich allfälliger grundrechtlicher oder freizügigkeitsrechtlicher Ansprüche – 

im pflichtgemässen Ermessen des Migrationsamts. Die entsprechenden 

Familienangehörigen einer Person mit Niederlassungsbewilligung verfügen 

diesbezüglich über einen Rechtsanspruch (vgl. Art. 44 mit Art. 43 AIG). So-

dann untersteht ein Kantonswechsel für eine Person mit Aufenthaltsbewil-

ligung in formeller und in materieller Hinsicht höheren, wenn auch nur ge-

ringfügig höheren, Voraussetzungen als für eine Person mit Niederlas-

sungsbewilligung (Art. 37 Abs. 1–3 AIG). Schliesslich erlischt eine Aufent-

haltsbewilligung mit der Abmeldung ins Ausland oder sechsmonatigen Aus-

landsabwesenheit des Bewilligungsträgers. Eine Aufrechterhaltung der Be-

willigung, wie sie das Migrationsamt bei einer Niederlassungsbewilligung 

auf Gesuch hin gewähren kann, ist nicht möglich (Art. 61 AIG). 

 

Insgesamt ist nach dem Gesagten das private Interesse einer niederlas-

sungsberechtigten Person daran, dass auf ihre Rückstufung verzichtet und 

ihr die Niederlassungsbewilligung belassen wird, grundsätzlich zwar nicht 

als hoch, aber dennoch als erheblich zu bezeichnen. 

 

5.4.3. 

5.4.3.1. 

Wie bereits dargelegt (siehe vorne Erw. II/4.3.3, 5.3 sowie lit. A), hat der 

Beschwerdeführer während seines hiesigen Aufenthalts bereits vielfach 

delinquiert und dadurch zwölf aktenkundige Straferkenntnisse erwirkt. 

Zwar hat der Beschwerdeführer seit dem 1. Januar 2019 zunächst nur 

geringfügige Strassenverkehrsdelikte begangen (siehe vorne lit. A). Dies 

dürfte jedoch vor allem dem Umstand geschuldet sein, dass er sich zu jener 

Zeit im laufenden Strafverfahren wegen der bislang schwersten Delikte 

befand, für welche am 24. September 2024 das Urteil erging. Die erneute 

Straffälligkeit nach dem 1. Januar 2019, welche ausserdem die am 

schwersten ins Gewicht fallende Strafe nach sich zog, zeugt von einer Un-

 - 20 - 

 

 

belehrbarkeit und einer gewissen Gleichgültigkeit zumindest gegenüber 

den strafrechtlichen Sanktionen, welche bislang gegen ihn ergriffen wur-

den. Insgesamt demonstriert der Beschwerdeführer mit seinem Verhalten 

eine gewisse Renitenz gegenüber staatlichen Verfügungen und Regeln. 

Seine Delinquenz ist daher als erheblich zu qualifizieren. Gesamthaft be-

trachtet ist dem Beschwerdeführer aufgrund seiner schwerwiegenden und 

wiederholten Missachtung gesetzlicher Vorschriften im Sinne von Art. 77a 

Abs. 1 lit. a VZAE ein gewichtiges Integrationsdefizit zu attestieren. Ent-

sprechend besteht im heutigen Zeitpunkt ein grosses öffentliches Interes-

se, seine Niederlassungsbewilligung zu widerrufen und durch eine Aufent-

haltsbewilligung zu ersetzen. 

 

Das Vorbringen des Beschwerdeführers, wonach die Nichterfüllung des 

Integrationskriteriums der Beachtung der öffentlichen Sicherheit und Ord-

nung durch die Erfüllung der drei übrigen Integrationskriterien kompensiert 

werde und eine solche Kompensation im Rahmen der Verhältnismässig-

keitsprüfung zwingend sei, vermag nicht zu überzeugen. Der Beschwerde-

führer macht geltend, die vier Kriterien seien gleichwertig und daher je mit 

25 % zu gewichten, sodass er mit den angeblich erfüllten 75 % hinreichend 

integriert sei. Eine derartige schematische Prozentrechnung ist dem Ge-

setz jedoch fremd. Vielmehr genügt bereits die Nichterfüllung eines einzi-

gen Integrationskriteriums, um ein Integrationsdefizit anzunehmen (siehe 

vorne Erw. II/2.2). Im Übrigen erachtet es das Bundesgericht in dem von 

ihm zitierten Urteil 2C_2/2024 vom 9. Oktober 2024 in Erwägung 6.4.3 als 

fraglich, ob eine derartige Kompensation überhaupt möglich sei (mit 

weiteren Hinweisen; siehe auch HUNZIKER, a. a. O., N. 51 zu Art. 63 AIG). 

Daraus ergibt sich, dass eine "zwingende Kompensation", wie sie der Be-

schwerdeführer behauptet, im Rahmen der Verhältnismässigkeitsprüfung 

nicht angenommen werden kann. Hinzu kommt, dass der Beschwerdefüh-

rer auch nicht substanziiert darlegt, inwiefern er die anderen Integrations-

elemente "überdurchschnittlich gut" erfüllt haben will, um das nicht erfüllte 

Integrationskriterium kompensieren zu können, sodass ein Ausgleich des 

bestehenden Defizits im Bereich der öffentlichen Sicherheit und Ordnung 

ausser Betracht fällt.  

 

5.4.3.2. 

Auch wenn die Rückstufung der Bewilligung für den Beschwerdeführer mit 

einer substanziellen Verschlechterung seiner Rechtsposition einhergeht, 

ist sein weiterer Aufenthalt in der Schweiz derzeit nicht gefährdet, sondern 

primär davon abhängig, dass er sich in Zukunft vollumfänglich an die 

Rechtsordnung hält. Zudem steht beim Beschwerdeführer, dessen Ehefrau 

und Kinder in der Schweiz leben (siehe vorne lit. A), derzeit auch kein 

Familiennachzug an, welcher bei einer Rückstufung allenfalls nicht mehr 

bewilligt werden könnte. 

 

 - 21 - 

 

 

Weitere Aspekte, welche für die Bemessung seines privaten Interesses 

relevant wären, sind nicht ersichtlich und werden auch nicht substanziiert 

vorgebracht. Das private Interesse des Beschwerdeführers, den privile-

gierten migrationsrechtlichen Status der Niederlassungsbewilligung zu 

behalten, ist demnach als mittel bis gross zu gewichten. 

 

5.4.4. 

Nach dem Gesagten besteht ein überwiegendes öffentliches Interesse an 

der Rückstufung des Beschwerdeführers, weshalb sich die Massnahme 

insgesamt auch als verhältnismässig im engeren Sinne erweist. Eine 

Verwarnung steht somit nicht zur Diskussion. 

 

6. 

Zusammenfassend erweist sich die Rückstufung im Sinne von Art. 63 

Abs. 2 AIG als begründet und verhältnismässig – und damit als zulässig. 

Der Entscheid der Vorinstanz ist nicht zu beanstanden und die Beschwerde 

ist vollumfänglich abzuweisen. 

 

III. 

Im Beschwerdeverfahren werden die Verfahrenskosten nach Massgabe 

des Unterliegens und Obsiegens auf die Parteien verlegt (§ 31 Abs. 2 

VRPG). Nachdem der Beschwerdeführer unterliegt, gehen die Kosten des 

verwaltungsgerichtlichen Verfahrens zu seinen Lasten. Ein Parteikosten-

ersatz fällt ausser Betracht (§ 32 Abs. 2 VRPG). 

 

 
   

Das Verwaltungsgericht erkennt: 

 

1. 

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 

2. 

Die verwaltungsgerichtlichen Verfahrenskosten, bestehend aus einer Ge-

richtsgebühr von Fr. 1'500.00, sind vom Beschwerdeführer zu bezahlen. 

 

3. 

Es werden keine Parteikosten ersetzt. 

 

 
 

   

Zustellung an: 

den Beschwerdeführer (Vertreter, im Doppel) 

die Vorinstanz (mit Rückschein) 

das Staatssekretariat für Migration, 3003 Bern 

 

  

 - 22 - 

 

 

 
 

   

Rechtsmittelbelehrung 

 

Migrationsrechtliche Entscheide können wegen Verletzung von Bundes-

recht, Völkerrecht, kantonalen verfassungsmässigen Rechten sowie inter-

kantonalem Recht innert 30 Tagen seit der Zustellung mit Beschwerde in 

öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten beim Schweizerischen Bun-

desgericht, 1000 Lausanne 14, angefochten werden, soweit nicht eine 

Ausnahme im Sinne von Art. 83 lit. c des Bundesgesetzes über das Bun-

desgericht vom 17. Juni 2005 (Bundesgerichtsgesetz, BGG; SR 173.110) 

vorliegt. Die Frist steht still vom 7. Tag vor bis und mit 7. Tag nach Ostern, 

vom 15. Juli bis und mit 15. August und vom 18. Dezember bis und mit 

2. Januar. Das Bundesgericht tritt auf Beschwerden nicht ein, wenn weder 

das Bundesrecht noch das Völkerrecht einen Anspruch auf die in Frage 

stehende Bewilligung einräumt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

2C_694/2008 vom 25. September 2008). 

 

In allen anderen Fällen können migrationsrechtliche Entscheide wegen 

Verletzung von verfassungsmässigen Rechten innert 30 Tagen seit Zustel-

lung mit der subsidiären Verfassungsbeschwerde beim Schweizeri-

schen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, angefochten werden. 

 

Die unterzeichnete Beschwerde muss das Begehren, wie der Entscheid zu 

ändern sei, sowie in gedrängter Form die Begründung, inwiefern der ange-

fochtene Akt Recht verletzt, mit Angabe der Beweismittel enthalten. Der 

angefochtene Entscheid und als Beweismittel angerufene Urkunden sind 

beizulegen (Art. 82 ff. BGG bzw. Art. 113 ff. BGG). 

 

 
 

   

Aarau, 25. September 2025 

 

Verwaltungsgericht des Kantons Aargau 

2. Kammer 

Vorsitz: Gerichtsschreiberin i. V.: 

 

  i.V. 

 

Busslinger Kuzmanović