# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b3e532fe-8373-5f8e-b0fb-a059e033ff88
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-03-04
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 04.03.2024 SB230336
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB230336_2024-03-04.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer  

Geschäfts-Nr.: SB230336-O/U/cwo

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. B. Gut, Präsident, lic. iur. B. Amacker und 

lic. iur. K. Vogel sowie die Gerichtsschreiberin MLaw A. Blaser

Urteil vom 4. März 2024

in Sachen

A._____, 
Beschuldigter und Berufungskläger

amtlich verteidigt durch Rechtsanwältin MLaw X1._____

gegen

Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl, 
vertreten durch Leitenden Staatsanwalt lic. iur. D. Kloiber, 

Anklägerin und Berufungsbeklagte sowie Anschlussberufungsklägerin

betreffend mehrfache versuchte schwere Körperverletzung etc. und Widerruf 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 9. Abteilung, 
vom 28. September 2022 (DG220050)

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Anklage:

Die Anklage der Staatsanwaltschaft Zürich - Sihl vom 28. März 2022 (Urk. 1/19) ist 

diesem Urteil beigeheftet.

Urteil der Vorinstanz:
(Urk. 90 S. 145 ff.)

"Es wird erkannt:

1. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte die Tatbestände der Drohung, der 

Beschimpfung und des Ungehorsams gegen amtliche Verfügungen (Dossier 30) im 

Zustand der nicht selbstverschuldeten Schuldunfähigkeit erfüllt hat.

2. Der Beschuldigte ist schuldig

 der mehrfachen versuchten schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 

StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB; 

 der versuchten Erpressung im Sinne von Art. 156 Ziff. 1 StGB in Verbindung 

mit Art. 22 Abs. 1 StGB;

 der mehrfachen, teilweise geringfügigen Sachbeschädigung im Sinne von 

Art. 144 Abs. 1 StGB, teilweise in Verbindung mit Art. 172ter StGB;

 des mehrfachen Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB;

 der mehrfachen, teilweise versuchten Gewalt und Drohung gegen Behörden 

und Beamte im Sinne von Art. 285 Ziff. 1 StGB, teilweise in Verbindung mit 

Art. 22 Abs. 1 StGB;

 des Vergehens gegen das Tierschutzgesetz im Sinne von Art. 26 Abs. 1 lit. a 

TSchG;

 der Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB;

 der mehrfachen sexuellen Belästigung im Sinne von Art. 198 StGB;

 des mehrfachen Ungehorsams gegen amtliche Verfügungen im Sinne von 

Art. 292 StGB sowie

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 der mehrfachen Übertretung der Allgemeinen Polizeiverordnung der Stadt 

Zürich im Sinne von Art. 26 APV in Verbindung mit Art. 4 APV.

3. Der Beschuldigte wird freigesprochen von den Vorwürfen:

 der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 StGB zum Nachteil von 

B._____ (Dossier 104);

 der Hinderung einer Amtshandlung im Sinne von Art. 286 StGB (Dossier 111) 

sowie

 der mehrfachen sexuellen Belästigung im Sinne von Art. 198 StGB zum Nach-

teil von C._____ und D._____ (Dossier 40), zum Nachteil von E._____ (Dossier 

69) und zum Nachteil von F._____ (Dossier 93).

4. Der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 11. August 2020 ausge-

fällte bedingte Vollzug betreffend die Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu CHF 30 wird 

widerrufen. 

5. Der Beschuldigte wird bestraft mit 24 Monaten Freiheitsstrafe (wovon bis und mit 

heute 585 Tage durch Haft erstanden sind) und einer Busse von CHF 1'800.

6. Die Freiheitsstrafe wird vollzogen. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschul-

digte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 

18 Tagen.

7. Es wird eine stationäre therapeutische Massnahme im Sinne von Art. 59 StGB 

(Behandlung von psychischen Störungen) angeordnet. Der Vollzug der Freiheits-

strafe wird zu diesem Zweck aufgeschoben.

8. Der Beschuldigte wird im Sinne von Art. 66a StGB für 6 Jahre des Landes verwiesen.

9. Die Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener Informationssystem wird 

angeordnet.

10. Die Privatkläger 12 (G._____), 18 (H._____) und 19 (I._____) werden aus dem Ru-

brum entfernt.

11. Die Privatklägerin 1 (J._____ AG) wird mit ihrem Schadenersatzbegehren auf den 

Weg des Zivilprozesses verwiesen.

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12. Der Privatkläger 15 (K._____) wird mit seinem Schadenersatzbegehren auf den Weg 

des Zivilprozesses verwiesen. 

13. Das Genugtuungsbegehren der Privatklägerin 9 (L._____) wird abgewiesen.

14. Das Genugtuungsbegehren des Privatklägers 13 (M._____) wird abgewiesen.

15. Es wird beim Beschuldigten die Abnahme einer DNA-Probe und Erstellung eines 

DNA-Profils im Sinne von Art. 5 des DNA-Profil-Gesetzes angeordnet. Das Forensi-

sche Institut Zürich (FOR) wird mit dem Vollzug beauftragt und der Beschuldigte ver-

pflichtet, innert 30 Tagen ab Eintritt der Rechtskraft des Urteils beim Forensischen 

Institut Zürich, Polizei- & Justizzentrum PJZ, Erkennungsdienst‚ Güterstrasse 33, 

8010 Zürich zwecks DNA-Probenahme für die DNA-Profilerstellung zu erscheinen. 

Kommt er dieser Verpflichtung unentschuldigt nicht nach, wird die Kantonspolizei 

hiermit verpflichtet, ihn - auf entsprechende Mitteilung des Forensischen Instituts 

Zürich hin - zwangsweise vorzuführen. Der Beschuldigte wird auf Art. 205, 207 und 

417 StPO aufmerksam gemacht.

16. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:

CHF 12'000.00 ; die weiteren Kosten betragen:

CHF 5'000.00   Gebühr für das Vorverfahren;

CHF 25'695.55   Auslagen Gutachten;

CHF 197.40   Auslagen Untersuchung;

CHF 3'327.85   Auslagen Diverses;

CHF 1'779.00
  Entschädigung ehemalige amtliche Verteidigung 
  (RA X2._____);

CHF 9'557.20   Entschädigung ehemalige amtliche Verteidigung   (RAin X3._____);

CHF 16'661.85
  Entschädigung ehemalige amtliche Verteidigung 
  (RA X4._____);

CHF 20'901.10   Entschädigung amtliche Verteidigung   (RAin X1._____).

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.

17. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen 

diejenigen der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten zu 5/6 auferlegt 

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und zu 1/6 auf die Gerichtskasse genommen. Die Kosten der amtlichen Verteidigung 

werden auf die Gerichtskasse genommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung ge-

mäss Art. 135 Abs. 4 StPO im Umfang von 5/6.

18. Die Kosten des obergerichtlichen Beschwerdeverfahrens UB200219-O betreffend 

Anordnung von Sicherheitshaft in der Höhe von CHF 1'200 werden dem Beschuldig-

ten auferlegt.

19. Die Kosten des obergerichtlichen Beschwerdeverfahrens UB220044-O betreffend 

Verlängerung der Untersuchungshaft in der Höhe von CHF 900 werden dem 

Beschuldigten auferlegt.

20. Rechtsanwältin MLaw X1._____ wird für ihre Aufwendungen als amtliche Verteidige-

rin des Beschuldigten mit CHF 20'901.10 (inkl. MwSt.) aus der Gerichtskasse ent-

schädigt.

21. [Mitteilungen]

22. [Rechtsmittel]"

Berufungsanträge:

a) Der Verteidigung des Beschuldigten:

(Urk. 145 S. 1 f.)

1. Die Ziffern 1, 2, 4-9, 11, 12, 15, 16 (mit Ausnahme der Entschädigungen für die 

amtlichen Verteidigungen), 17 (mit Ausnahme der Kostenübernahme der amtlichen 

Verteidigung auf die Staatskasse), 18 und 19 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich 

vom 28. September 2022 (DG220050-L/U) seien aufzuheben.

2. Der Beschuldigte sei von sämtlichen Vorwürfen vollumfänglich freizusprechen. 

Eventualiter, im Falle der Abweisung des Antrages auf Freispruch, sei festzustellen, 

dass der Beschuldigte die noch durch das Obergericht zu beurteilenden Tatbestände 

im Zustand der nicht selbst verschuldeten Schuldunfähigkeit im Sinne von Art. 19 

Abs. 1 StGB erfüllt hat und es sei deswegen von einer Strafe abzusehen. 

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Eventualiter, im Falle der Abweisung des Antrages auf Freispruch, sei eine ambu-

lante Massnahme im Sinne von Art. 63 StGB, subeventualiter mit einer einleitenden 

stationären Behandlung im Sinne von Art. 63 Abs. 3 StGB anzuordnen.

Eventualiter, im Falle der Abweisung des Antrages auf Freispruch, sei davon 

Vormerk zu nehmen, dass sich A._____ vorbehält, für die erstandene Untersu-

chungs- und Sicherheitshaft im Rahmen eines selbständigen nachträglichen 

Verfahrens im Sinne von Art. 363 StPO nach Ablauf der ambulanten Massnahme 

eine angemessene Genugtuung zu fordern. 

3. Es sei festzustellen, dass die Vorinstanz das Beschleunigungsgebot verletzt hat.

4. Es sei vom Widerruf der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 

11. August 2020 ausgefällten bedingten Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu 

CHF 30.00 abzusehen.

5. Es sei von einer Landesverweisung und einer Ausschreibung im Schengener Infor-

mationssystem abzusehen.

6. Die Schadenersatz- und Genugtuungsbegehren der Privatkläger seien abzuweisen, 

eventualiter auf den Zivilweg zu verweisen.

7. Für die erstandene Untersuchungshaft sei dem Beschuldigten eine angemessene 

Genugtuung zuzusprechen.

8. Die Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft sei vollumfänglich abzuweisen.

9. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten des Staates.

b) Der Staatsanwaltschaft:

(Urk. 146 S. 1 f.)

1. Bestätigung der vorinstanzlichen Feststellungen betreffend Schuldunfähigkeit und 

der vorinstanzlichen Schuld- und Freisprüche (Dispositiv Ziff. 1 bis 3);

2. Bestätigung des vorinstanzlichen Widerrufs des bedingten Vollzugs der mit Strafbe-

fehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 11. August 2020 gewährten bedingten 

Vollzugs betreffend die Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu Fr. 30.-- (Dispositiv Ziff. 4);

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3. Bestrafung mit 36 Monaten Freiheitsstrafe, abzüglich der erstandenen Haft (Disposi-

tiv Ziff. 5);

4. Im Übrigen Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils (Dispositiv Ziff. 6 ff.);

5. Unter Kostenfolgen des zweitinstanzlichen Verfahrens zulasten des Beschuldigten.

c) Des Veterinäramts:

(Urk. 100 S. 2)

Bestätigung des vorinstanzlichen Entscheids.

Erwägungen:

I. Prozessgeschichte/Prozessuales

1. Verfahrensgang

1.1. Am 3. Oktober 2022 meldete der Beschuldigte fristgerecht Berufung gegen 

das eingangs wiedergegebene Urteil des Bezirksgerichts Zürich (nachfolgend: 

Vorinstanz) vom 28. September 2022 an (Urk. 57), welches ihm am selben Tag 

mündlich sowie schriftlich im Dispositiv eröffnet worden war (vgl. Prot. I S. 22; 

Urk. 49). Nach Zustellung des begründeten Urteils (Urk. 85 = Urk. 90) am 8. Juni 

2023 (Urk. 89/2) reichte der Beschuldigte am 19. Juni 2023 fristgerecht seine 

Berufungserklärung ein (Urk. 94). Im Nachgang zur Urteilsfällung erging sodann 

am 24. Mai 2023 ein Beschluss der Vorinstanz, in welchem dem Beschuldigten die 

Kosten des obergerichtlichen Beschwerdeverfahrens UB220167-O betreffend Ver-

längerung der Sicherheitshaft in der Höhe von Fr. 900.– auferlegt wurden (Urk. 83). 

Diese Kostenauflage blieb unangefochten (vgl. Urk. 145 S. 1 f.), weshalb deren 

Rechtkraft vorab mittels Beschluss festzustellen ist. 

1.2. Mit Präsidialverfügung vom 22. Juni 2023 wurde den Privatklägern, der 

Staatsanwaltschaft sowie dem Veterinäramt eine Kopie der Berufungserklärung 

des Beschuldigten zugestellt und Frist angesetzt, um Anschlussberufung zu erhe-

ben oder ein Nichteintreten auf die Berufung zu beantragen. Sodann wurde diesen 

Frist angesetzt, um zu den Beweisanträgen des Beschuldigten Stellung zu nehmen 

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(Urk. 96). Das Veterinäramt verzichtete in der Folge auf Anschlussberufung sowie 

Stellungnahme zu den Beweisanträge und beantragte die Bestätigung des 

vorinstanzlichen Urteils (Urk. 100). Mit Eingabe vom 4. Juli 2023 (Datum Eingang) 

erklärte die Staatsanwaltschaft sodann Anschlussberufung und beschränkte diese 

auf die Bemessung der Strafe und den Vollzug derselben. Sie stellte sodann 

Anträge zu den Beweisanträgen sowie zur Frage der Sicherheitshaft (Urk. 101). Mit 

Präsidialverfügung vom 5. August 2023 wurde der Beweisantrag des Beschuldig-

ten auf Einholung eines Ergänzungsgutachtens schliesslich abgewiesen 

(Urk. 109). 

1.3. Mit Präsidialverfügung vom 28. Juni 2023 wurde das Fortdauern der Sicher-

heitshaft bis zum definitiven Entscheid über deren Verlängerung verfügt und dem 

Beschuldigten sowie der Staatsanwaltschaft Frist zur Stellungnahme angesetzt 

(Urk. 98). Mit Eingabe vom 5. Juli 2023 beantragte die amtliche Verteidigung, der 

Beschuldigte sei aus der Sicherheitshaft zu entlassen, eventualiter seien geeignete 

Ersatzmassnahmen anzuordnen (Urk. 102). Die Staatsanwaltschaft beantragte mit 

Vernehmlassung vom 10. Juli 2023, das Gesuch um Entlassung aus der Sicher-

heitshaft bzw. eventualiter um Anordnung von Ersatzmassnahmen sei abzuweisen 

(Urk. 103). Mit Präsidialverfügung vom 18. Juli 2023 wurde dem Gefängnis Zürich 

Frist angesetzt, um dem Gericht einen aktuellen Vollzugsbericht zuzustellen und 

insbesondere Auskunft über die Medikamentenabgabe an den Beschuldigten zu 

geben (Urk. 104). Am 28. Juli 2023 ging beim hiesigen Gericht der Führungsbericht 

des Gefängnisses Zürich ein (Urk. 106). Mit Präsidialverfügung vom 31. Juli 2023 

wurde das Haftentlassungsgesuch des Beschuldigten abgewiesen und die Sicher-

heitshaft bis zum Endentscheid der Berufungsinstanz in der Hauptsache verlängert 

(Urk. 107). 

1.4. Mit Eingabe vom 27. September 2023 erklärte die amtliche Verteidigung, ab 

1. Oktober 2023 als selbständige Anwältin in einer anderen Kanzlei tätig zu sein 

und ersuchte um Vergütung ihrer Aufwendungen während ihres Anstellungsverhält-

nisses bis Ende September 2023. Hierzu reichte sie eine Honorarnote ein. Ihrem 

Gesuch wurde mittels Stempelverfügung vollumfänglich entsprochen (Urk. 111 

i.V.m. Urk. 112). 

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1.5. Auf Ersuchen des Gesundheitsdienstes des Gefängnisses Zürich wurde mit 

Präsidialverfügung vom 17. November 2023 die Hospitalisation des Beschuldigten 

auf der Bewachungsstation des Inselspitals Bern verfügt (Urk. 113 i.V.m. Urk. 114). 

Am 1. Dezember 2023 wurden die Parteien zur Berufungsverhandlung auf den 

4. März 2024 vorgeladen, wobei dem Veterinäramt das Erscheinen freigestellt 

wurde (Urk. 116).

1.6. Mit Eingabe vom 2. Januar 2024 stellte die amtliche Verteidigung ein Haft-

entlassungsgesuch und beantragte eventualiter die Anordnung geeigneter Ersatz-

massnahmen (Urk. 119). Der Staatsanwaltschaft wurde mit Präsidialverfügung 

vom 3. Januar 2024 das ebengenannte Haftentlassungsgesuch zugestellt und Frist 

zur Stellungnahme angesetzt (Urk. 120). Mit Vernehmlassung vom 8. Januar 2024 

beantragte die Staatsanwaltschaft die Abweisung des Haftentlassungsgesuchs 

(Urk. 122). Die amtliche Verteidigung nahm mit Eingabe vom 12. Januar 2024 

hierzu Stellung (Urk. 123). Mit Präsidialverfügung vom 17. Januar 2024 wurde dem 

Gefängnis Zürich Frist angesetzt, um das Gericht darüber in Kenntnis zu setzen, 

welche Medikamente dem Beschuldigten verschrieben wurden, in welchen Zeitab-

ständen er diese erhält, auf welchem Weg sie ihm verabreicht werden und ob es 

sich um Depotmedikamente handelt (Urk. 124). Nach Einholung der Entbindung 

vom Berufsgeheimnis (Urk. 126 i.V.m. Urk. 127) erteilte das Gefängnis Zürich mit 

Eingabe vom 19. Juli 2024 Auskunft über die aktuelle Medikation des Beschuldig-

ten (Urk. 128). Mit IncaMail wurde der amtlichen Verteidigung sowie der Staatsan-

waltschaft sodann Frist angesetzt, um hierzu Stellung zu nehmen (Urk. 129). Die 

Staatsanwaltschaft verzichtete in der Folge auf Stellungnahme (Urk. 130) und die 

amtliche Verteidigung reichte eine solche mit Eingabe vom 23. Januar 2024 ein 

(Urk. 131). Mit Präsidialverfügung vom 24. Januar 2024 wurde das Haftent-

lassungsgesuch des Beschuldigten sodann abgewiesen (Urk. 132). 

1.7. Zur heutigen Berufungsverhandlung erschienen der Beschuldigte (aus der 

Sicherheitshaft zugeführt) in Begleitung seiner amtlichen Verteidigerin MLaw 

X1._____und der Leitende Staatsanwalt lic. iur. D. Kloiber (Prot. II. S. 13). Es war 

weder über Vorfragen noch Beweisanträge zu entscheiden (Prot. II S. 15 ff.). In der 

Sache selbst stellten die Parteien die eingangs wiedergegebenen Anträge 

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(Urk. 145 S. 1 f. i.V.m. Urk. 146 S. 1 f., Urk. 100 S. 2 und Prot. II. S. 13-15). Das 

Verfahren ist spruchreif. 

2. Umfang der Berufung

2.1. Die Berufungserklärung des Beschuldigten richtet sich gegen die vorinstanz-

liche Feststellung, dass der Beschuldigte die Tatbestände der Drohung, der 

Beschimpfung und des Ungehorsams gegen amtliche Verfügungen (Dossier 30) im 

Zustand der nicht selbstverschuldeten Schuldunfähigkeit erfüllt habe (Dispositiv-

ziffer 1), die vorinstanzlichen Schuldsprüche (Dispositivziffer 2), den Widerruf 

(Dispositivziffer 4), die Strafe (Dispositivziffer 5), den Vollzug (Dispositivziffer 6), die 

Anordnung einer Massnahme sowie den Aufschub der Freiheitsstrafe zu diesem 

Zweck (Dispositivziffer 7), die Landesverweisung sowie die Ausschreibung im 

Schengener Informationssystem (Dispositivziffern 8-9), die Zivilansprüche der 

Privatkläger 1 und 15 (Dispositivziffern 11-12), die Abnahme einer DNA-Probe und 

Erstellung eines DNA-Profils (Dispositivziffer 15), die Festsetzung der Gerichts-

gebühr und der weiteren Kosten mit Ausnahme der Kosten für die (ehemaligen) 

amtlichen Verteidigungen des Beschuldigten (Dispositivziffer 16), die Kostenauf-

lage mit Ausnahme der Kostenübernahme der amtlichen Verteidigung durch die 

Gerichtskasse (Dispositivziffer 17), sowie die Kostenauflage zweier obergericht-

licher Beschwerdeverfahren (Dispositivziffern 18-19). Die amtliche Verteidigung 

beantragte einen vollumfänglichen Freispruch, eventualiter die Feststellung, dass 

der Beschuldigte die noch durch das Obergericht zu beurteilenden Tatbestände im 

Zustand der nicht selbst verschuldeten Schuldunfähigkeit im Sinne von Art. 19 

Abs. 1 StGB erfüllt habe und das Absehen von einer Strafe sowie die Anordnung 

einer ambulanten Massnahme, subeventualiter eine ambulante Massnahme mit 

einer stationären Einleitung. Eventualiter sei sodann davon Vormerk zu nehmen, 

dass der Beschuldigte sich vorbehalte, für die erstandene Untersuchungs- und 

Sicherheitshaft im Rahmen eines selbständigen nachträglichen Verfahrens im 

Sinne von Art. 363 StPO nach Ablauf der ambulanten Massnahme eine ange-

messene Genugtuung zu fordern. Die amtliche Verteidigung beantragte weiter, es 

sei festzustellen, dass die Vorinstanz das Beschleunigungsgebot verletzt habe. Es 

sei vom Widerruf der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 11. Au-

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gust 2020 ausgefällten bedingten Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu Fr. 30.– ab-

zusehen. Weiter sei von einer Landesverweisung und der Ausschreibung im 

Schengener Informationssystem abzusehen. Die Schadenersatz- und Genug-

tuungsbegehren der Privatkläger seien abzuweisen, eventualiter auf den Zivilweg 

zu verweisen. Für die erstandene Untersuchungshaft sei dem Beschuldigten eine 

angemessene Genugtuung zuzusprechen. Alles unter Kosten- und Entschädi-

gungsfolgen zulasten des Staates (Urk. 94 S. 2 f.). Bei diesen Anträgen blieb es 

– mit Ausnahme des zusätzlichen Antrags, dass die Anschlussberufung der Staats-

anwaltschaft vollumfänglich abzuweisen sei – auch im Rahmen der Berufungsbe-

gründung (Urk. 145 S. 1 f.).

2.2. Die Staatsanwaltschaft erhob mit Eingabe vom 29. Juni 2023 Anschlussbe-

rufung und beschränkte diese auf die Bemessung der Strafe und den Vollzug bzw. 

den bedingten Vollzug der Strafe (Urk. 101 S. 1 f.). Sie beantragte, die Bestätigung 

der vorinstanzlichen Feststellung betreffend Schuldunfähigkeit und der vorinstanz-

lichen Schuld- und Freisprüche (Dispositivziffern 1-3), die Bestätigung des 

vorinstanzlichen Widerrufs (Dispositivziffer 4), eine Bestrafung mit 36 Monaten 

Freiheitsstrafe, abzüglich der erstandenen Haft, sowie einer Busse von Fr. 1'800.– 

(Dispositivziffer 5) und im Übrigen die Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils 

(Dispositivziffer 6-20) unter Kostenfolgen des zweitinstanzlichen Verfahrens zulas-

ten des Beschuldigten (Urk. 101 S. 2). Bei diesen Anträgen blieb es auch anlässlich 

der Anschlussberufungsbegründung (Urk. 146 S. 1 f.).

2.3. Nicht angefochten und in Rechtskraft erwachsen sind somit die Dispositiv-

ziffern 3 (Freisprüche), 10 (Entfernung der Privatkläger 12, 18 und 19 aus dem Ru-

brum), 13 (Abweisung Genugtuungsbegehren der Privatklägerin 9), 14 (Abweisung 

Genugtuungsbegehren des Privatklägers 13), teilweise 16 (Kostenfestsetzung be-

treffend die Entschädigungen der amtlichen Verteidigungen), teilweise 17 (betref-

fend die Kostenübernahme der amtlichen Verteidigung auf die Staatskasse) und 20 

(Entschädigung amtliche Verteidigung), was vorab festzustellen ist.

-   12   -

3. Formelles

3.1. Es ist darauf hinzuweisen, dass sich die urteilende Instanz nicht mit allen 

Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzen und jedes einzelne Vorbringen 

ausdrücklich widerlegen muss (vgl. BGE 136 I 229 E. 5.2; BGer. 6B_1130/2014 

vom 8. Juni 2015 E. 4). Die Berufungsinstanz kann sich somit auf die für ihren Ent-

scheid wesentlichen Punkte beschränken.

3.2. Soweit nachfolgend auf Erwägungen der Vorinstanz im angefochtenen 

Entscheid verwiesen wird, erfolgt dies in Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO 

(vgl. dazu etwa BGer. 6B_570/2019 vom 23. September 2019, E. 4.2, m.w.H., 

sowie NYDEGGER, Der Verweis auf die Entscheidbegründung der Vorinstanz 

gemäss Art. 82 Abs. 4 StPO, recht 2021, S. 15 ff.), auch ohne dass dies jeweils 

explizit Erwähnung findet.

4. Beschleunigungsgebot 

4.1. Die amtliche Verteidigung macht eine Verletzung des Beschleunigungs-

gebots geltend und führt hierzu zusammengefasst aus, die Hauptverhandlung habe 

am 24. August 2022 stattgefunden, eröffnet worden sei das Urteil jedoch erst am 

28. September 2022. Schliesslich habe sich die Vorinstanz knapp neun Monate 

Zeit gelassen, bis sie das begründete Urteil verschickt habe. Am 19. Juni 2023 

habe sie sodann Berufung erklärt, die Berufungsverhandlung finde jedoch erst 

heute statt (Urk. 145 S. 3). 

4.2. Gemäss Art. 5 Abs. 1 StPO nehmen die Strafbehörden die Strafverfahren 

unverzüglich an die Hand und bringen sie ohne unbegründete Verzögerung zum 

Abschluss. Das Beschleunigungsgebot (vgl. auch Art. 29 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 1 

EMRK) gilt in sämtlichen Verfahrensstadien und verpflichtet die Strafbehörden, 

Verfahren voranzutreiben, um die beschuldigte Person nicht unnötig über die 

gegen sie erhobenen Vorwürfe im Ungewissen zu lassen (BGE 143 IV 49 E. 1.8.2; 

BGE 133 IV 158 E. 8). Ob die Pflicht zur beförderlichen Behandlung verletzt worden 

ist, entzieht sich starren Regeln und hängt von den konkreten Umständen des Ein-

zelfalls ab, die in ihrer Gesamtheit zu würdigen sind. Kriterien für die Angemessen-

heit der Verfahrensdauer sind etwa die Schwere des Tatvorwurfs, die Komplexität 

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des Sachverhalts, die gebotenen Untersuchungshandlungen, die Schwierigkeit und 

Dringlichkeit der Sache, das Verhalten der Behörden und dasjenige der beschul-

digten Person sowie die Zumutbarkeit für diese (BGE 143 IV 373 E. 1.3.1; 

BGE130 I 269 E. 3.1). Einer Verletzung des Beschleunigungsgebots kann mit einer 

Strafreduktion, einer Strafbefreiung bei gleichzeitiger Schuldigsprechung oder in 

extremen Fällen – als ultima ratio – mit einer Verfahrenseinstellung Rechnung 

getragen werden (BGE 133 IV 158 E. 8; BGer. 6B_260/2020 vom 2. Juli 2020 

E. 2.3.4). Bei der Frage nach der sachgerechten Folge ist zu berücksichtigen, wie 

schwer die beschuldigte Person durch die Verfahrensverzögerung getroffen wird, 

wie gravierend die ihr vorgeworfenen Taten sind und welche Strafe ausgesprochen 

werden müsste, wenn das Beschleunigungsgebot nicht verletzt worden wäre. 

Rechnung zu tragen ist auch den Interessen der Geschädigten und der Komplexität 

des Falls. Schliesslich ist in Betracht zu ziehen, wer die Verfahrensverzögerung zu 

vertreten hat (BGE 143 IV 373 E. 1.4.1.). Soweit das Verfahren aus Gründen der 

Arbeitslast und wegen faktischer und prozessualer Schwierigkeiten zu unumgäng-

lichen Verfahrensunterbrüchen führt, ist dies für sich allein nicht zu beanstanden, 

solange der Stillstand nicht als stossend erscheint. Das Beschleunigungsgebot ist 

nur verletzt, wenn eine von der Strafbehörde zu verantwortende krasse Zeitlücke 

zu Tage tritt. Dafür genügt es nicht schon, dass diese oder jene Handlung etwas 

rascher hätte vorgenommen werden können (BGer. 6B_1303/2018 vom 

9. September 2019 E. 1.3 mit Hinweisen). 

4.3. Muss das Gericht das Urteil begründen, so sieht die Strafprozessordnung 

vor, dass das begründete Urteil den Parteien innert 60 Tagen (ausnahmsweise 

innert 90 Tagen) zugestellt wird (Art. 84 Abs. 3 StPO). Es handelt sich hierbei um 

eine Ordnungsvorschrift, deren Nichteinhaltung keinen unmittelbaren Einfluss auf 

die Gültigkeit oder Rechtskraft des Urteils hat. Das Nichteinhalten der Fristen ist 

hingegen ein Indiz für eine Verletzung des Beschleunigungsgebots, insbesondere, 

wenn die Zeit der Untätigkeit nicht erklärbar bzw. zu rechtfertigen ist (BSK StPO-

ARQUINT, Art. 84 N. 9). Eine Verzögerung zwischen der mündlichen Eröffnung des 

Entscheids und der schriftlichen Begründung kann damit zu einer Verletzung des 

Prinzips führen (BSK StPO-SUMMERS, Art. 5 N. 2). 

-   14   -

4.4. In Anbetracht der Tatsache, dass die Anklage vom Beschuldigten etliche 

mutmasslich begangene Delikte aus dem Zeitraum März 2020 bis Juni 2021 bzw. 

Januar 2022 (in Haft, vgl. Dossier 111) umfasst, erscheint die Gesamtdauer des 

Verfahrens prima facie nicht übermässig lange. Es stellt sich jedoch die Frage, ob 

die Vorinstanz das Beschleunigungsgebot verletzt hat, indem einerseits von der 

Hauptverhandlung am 24. August 2022 bis zur mündlichen Eröffnung des 

Entscheids am 28. September 2022 (Prot. I S. 22) über ein Monat verging und an-

dererseits von der Eröffnung des Urteils bis zur Zustellung der begründeten 

Fassung des Urteils an den Beschuldigten am 8. Juni 2023 weitere 8 Monate ver-

gingen (Urk. 89/2). Beides erscheint auf den ersten Blick eher lange. Die Vorinstanz 

begründete die Verzögerung in der Zustellung der Begründung einerseits damit, 

dass die zuständige Gerichtsschreiberin auch in einem anderen – aussergewöhn-

lich grossen – Prozess beteiligt gewesen sei und die Abteilung per Ende 2022 ver-

lassen habe, worauf die Aufgabe der Begründung des Entscheids einer anderen 

Gerichtsschreiberin übertragen worden sei, welche zunächst jedoch eigene lau-

fende Fälle habe abarbeiten müssen (Urk. 77). 

4.5. Es ist vorliegend einerseits zu berücksichtigen, dass sich der Beschuldigte 

in Haft befand und nach wie vor befindet. Andererseits geht es im vorliegenden Fall 

um etliche Deliktsvorwürfe. Es handelt sich um einen etwas komplexeren Fall, bei 

dem sich insbesondere auch Fragen zur Schuldfähigkeit, Massnahmebedürftigkeit, 

Landesverweisung und zu diversen Zivilansprüchen stellen. Die Tatsache, dass 

zwischen Hauptverhandlung und mündlicher Eröffnung ein Monat verging, ist nicht 

zu beanstanden. Dies wurde mit den Parteien einvernehmlich so vereinbart 

(vgl. Prot. I S. 15). Die Vermutung liegt nahe, dass hierfür schlicht kein früherer 

Termin mit den Parteien gefunden werden konnte. Die Zeitspanne zwischen münd-

licher Eröffnung und schriftlicher Begründung von über 8 Monaten ist hingegen zu 

lange. Auch ohne besondere (personelle) Engpässe, wie sie nun mal vorkommen 

können, wäre eine Begründung innert zwei bzw. drei Monaten – nebst dem üblichen 

Verhandlungsbetrieb einer ersten Instanz – vorliegend wohl nicht möglich gewe-

sen. Dies vermag jedoch nichts daran zu ändern, dass die Begründungsdauer von 

über 8 Monaten in Anbetracht dessen, dass der Beschuldigte sich in Haft befand 

und nach wie vor befindet übermässig lange ist. Haftfälle sind prioritär zu behan-

-   15   -

deln. Die Berufungserklärung der amtlichen Verteidigung ging sodann am 20. Juni 

2023 hierorts ein (Urk. 94 S. 1). Die Berufungsverhandlung fand sodann erst heute 

statt. Diese Wartezeit von fast 9 Monaten lässt sich zwar durch die hohe Arbeitslast 

und damit einhergehende fehlende freie Termine erklären, was jedoch nicht der 

Beschuldigte zu vertreten hat. Das Beschleunigungsgebot wurde – sowohl durch 

die überlange Wartezeit auf die begründete Fassung des Urteils der Vorinstanz als 

auch durch diejenige vom Eingang der Berufungserklärung bis zur heutigen 

Verhandlung – verletzt. Dies wird im Rahmen der Strafzumessung zugunsten des 

Beschuldigten zu berücksichtigen sein. 

II. Schuldpunkt

A. Sachverhalt

1. Vorbemerkungen 

1.1. Grundlagen der Beweiswürdigung

Hinsichtlich der Grundlagen der Beweiswürdigung kann auf die Ausführungen der 

Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 90 S. 18-20 E. II.B.).

1.2. Verwertbarkeit der Polizeirapporte und Einvernahmen

Hinsichtlich der Verwertbarkeit der Polizeirapporte und Einvernahmen kann auf die 

Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 90 S. 21-24 E. II.C. und 

E. II.D.). Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die von der Polizei im 

Polizeirapport notierten Aussagen der Beteiligten nicht belastend verwertet werden 

dürfen, sofern die Beteiligten nicht förmlich und schriftlich nach den Vorschriften 

der Strafprozessordnung befragt wurden. Sämtliche Einvernahmen des Beschul-

digten sind – mit Ausnahme seiner Einvernahme vom 30. November 2020 – ver-

wertbar. Sodann sind die Einvernahmen der Auskunftspersonen und Zeugen 

grundsätzlich uneingeschränkt verwertbar mit Ausnahme der Aussagen von 

B._____ (Dossier 104), N._____ (Dossier 76), O._____ und P._____ (Dossier 111), 

C._____ und D._____ (Dossier 40) sowie E._____ (Dossier 69). 

-   16   -

1.3. Glaubwürdigkeit

1.3.1. Auf die Ausführungen der Vorinstanz zur Glaubwürdigkeit kann jeweils 

grundsätzlich verwiesen werden. Nicht gefolgt werden kann der Vorinstanz jedoch 

hinsichtlich ihrer Ausführungen zur Glaubwürdigkeit des Beschuldigten (Urk. 90 

S. 30 E. II.E.1.4.1.). Hier sind einige grundsätzliche Erwägungen anzubringen.

1.3.2. In früheren Zeiten gab es die Vorstellung, Menschen komme mehr oder 

weniger Glaubwürdigkeit im Sinne einer dauerhaften persönlichen Eigenschaft zu, 

die gewissermassen ihrer Person anhafte und sie präge. Dabei wurde häufig an 

den sozialen Stand, die Reputation, die berufliche Stellung oder den Lebenswandel 

angeknüpft. Diesem Konzept der allgemeinen Glaubwürdigkeit als dauerhafte 

personale Eigenschaft wurde in der Lehre und Rechtsprechung schon vor langer 

Zeit eine Absage erteilt (BENDER/NACK/TREUER, Tatsachenfeststellung vor Gericht, 

4. Aufl., München 2014, Rz. 220). 

1.3.3. Gemäss Vorinstanz sei zur allgemeinen Glaubwürdigkeit festzuhalten, dass 

der Beschuldigte als unmittelbar von einem Strafverfahren betroffene Person ein 

nachvollziehbares Interesse daran habe, den Sachverhalt in einem für ihn günsti-

gen Licht darzustellen (Urk. 90 S. 30 E. II.E.1.4.1.). Unzutreffend ist hier bereits die 

Begrifflichkeit, da es sich bei der prozessualen Stellung im Strafverfahren gerade 

nicht um die allgemeine Glaubwürdigkeit handelt.

1.3.4. Unzutreffend ist die Feststellung der Vorinstanz aber auch deshalb, weil die 

prozessuale Stellung einer aussagenden Person ohne Bedeutung für deren Glaub-

würdigkeit ist. Das Gericht hat im Strafprozess bei bestrittenen Sachverhalten stets 

dieselbe Aufgabe: Es muss im konkreten Fall entscheiden, ob eine Person schuldig 

ist oder nicht. Dies entscheidet das Gericht anhand der Beweismittel, unter ande-

rem anhand der Aussagen der beschuldigten Person und ihrer Glaubwürdigkeit. 

Dass eine Person beschuldigt bzw. von der Staatsanwaltschaft angeklagt wird und 

ein Interesse hat, sich in einem günstigen Licht darzustellen, ist ausnahmslos in 

jedem Strafprozess der Fall. Insofern ist die prozessuale Stellung und diese Inter-

essenlage einer beschuldigten Person immer gleich und taugt nie für die eingangs 

erwähnte gerichtliche Unterscheidung, ob eine Person schuldig oder unschuldig ist. 

-   17   -

Denn auch eine unschuldige Person hat genau dasselbe Interesse, sich in einem 

günstigen Licht darzustellen. Mit anderen Worten, die Glaubwürdigkeit aufgrund 

der prozessualen Stellung ist kein Alleinstellungsmerkmal für eine beschuldigte 

bzw. schuldige Person. Es findet sich in der einschlägigen Literatur zur Aussagen-

würdigung denn auch keine einzige Stelle, wonach der prozessualen Stellung eine 

Bedeutung zukäme. 

1.3.5. Die vorinstanzliche Feststellung der verminderten Glaubwürdigkeit aufgrund 

der prozessualen Stellung verstösst gegen die Unschuldsvermutung von Art. 10 

StPO, Art. 32 Abs. 1 BV und Art. 6 Abs. 2 EMRK. Der Gedanke, dass eine beschul-

digte Person weniger glaubwürdig sei als eine Person, gegen welche keine Stra-

funtersuchung im Gange ist, stammt aus dem Zeitalter der Inquisition im Mittelalter. 

Oftmals basiert eine solche Feststellung bloss auf einem Zirkelschluss, indem vom 

Resultat der Würdigung, wonach die Schuld erwiesen ist, eine Erklärung für das 

Bestreiten durch den Beschuldigten gesucht wird. Dies ist aber ebenso wenig 

zulässig und erweckt den Anschein von Voreingenommenheit. Dem Entscheid der 

Vorinstanz ist zu Recht nicht zu entnehmen, dass die behauptete verminderte 

Glaubwürdigkeit des Beschuldigten aufgrund dessen prozessualer Stellung irgend-

einen relevanten Einfluss auf ihr Fazit gehabt hätte. Es handelt sich deshalb ohne-

hin um einen papierfüllenden Textbaustein, der entbehrlich ist. 

1.3.6. Damit soll aber nicht gesagt werden, dass die Glaubwürdigkeit einer Person 

im Rahmen der Beweiswürdigung nie relevant sei. Sie kann sogar im negativen 

Sinne durchaus erhebliches Gewicht erlangen. So etwa wenn bekannt ist, dass 

eine Person schon mehrere Verurteilungen wegen falscher Anschuldigung aufweist 

und eine Tat mit ähnlicher Vorgehensweise zu beurteilen ist. Die Glaubwürdigkeit 

kann aber auch relevant sein, wenn die aussagende Person in einem Verfahren 

nachweislich verschiedentlich die Unwahrheit gesagt hat. Diese Überlegung kommt 

auch im vorliegenden Fall zum Tragen. Der Beschuldigte wurde von völlig unter-

schiedlichen Personen verschiedener, voneinander völlig unabhängiger strafbarer 

Übergriffe ähnlicher Art bezichtigt und er stritt fast alle Taten zunächst kategorisch 

ab. Später im Verfahren machte er dann aber im Widerspruch dazu doch gewisse 

Zugeständnisse. Hinzu kommt seine gutachterlich festgestellte psychische Beein-

-   18   -

trächtigung, die auf eine stark verzerrte Wahrnehmung bis hin zu teilweiser Schuld-

unfähigkeit schliessen lassen. Insofern haften den pauschalen Bestreitungen des 

Beschuldigten zum vornherein erhebliche Zweifel aufgrund einer reduzierten 

Glaubwürdigkeit an. 

2. Versuchte schwere Körperverletzung und sexuelle Belästigung zulasten der 
Privatklägerin Q._____ (Dossier 72)

2.1. Hinsichtlich Anklagevorwurf (Urk. 90 S. 43 E. II.E.7.1.) und Aussagen des 

Beschuldigten, der Privatklägerin 14 (Q._____) und der Zeugin R._____ kann auf 

die Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 90 S. 31 f. und S. 44-47 

E. II.E.2. und E. II.E.7.2.1-7.2.7.). Auch auf die Ausführungen der Vorinstanz unter 

dem Titel der Sachverhaltserstellung kann grundsätzlich verwiesen werden 

(Urk. 90 S. 47 f. E. II.E.7.3.1.-7.3.6.). Zusammenfassend und teilweise ergänzend 

gilt es was folgt auszuführen: 

2.2. Der Beschuldigte bestritt, die Privatklägerin 14 und die Zeugin R._____ zu 

kennen und führte aus, er sei nicht dort gewesen, sondern habe geschlafen 

(Urk. 3/12 F/A 6 i.V.m. Urk. 3/12 F/A 15, Urk. 42 S. 7 sowie Urk. 3/8 F/A 11 und 

F/A 13). Er habe keine Schleckbewegungen gemacht (Urk. 3/12 F/A 14) und nie 

eine Frau berührt oder angesprochen (Urk. 42 S. 15). Er sagte damit grundsätzlich 

konstant und in sich schlüssig aus. Dass er die beiden nicht kannte, wird von diesen 

sodann bestätigt. Hingegen ist die Aussage, er habe zum Tatzeitpunkt geschlafen 

objektiv widerlegt, da der Beschuldigte gemäss Polizeirapport kurze Zeit nach dem 

Vorfall beim Schulhaus S._____ durch die ausgerückte Polizeipatrouille aufgegrif-

fen wurde – er war mithin sowohl wach als auch in Tatortnähe (Urk. D72/1 S. 2 

i.V.m. Urk. 72/4 F/A 18). 

2.3. Betreffend die Glaubwürdigkeit der Privatklägerin 14 und der Zeugin 

R._____ gilt es zunächst zu bedenken, dass es sich bei ihnen um Freundinnen 

handelt (Urk. D72/3 F/A 9 i.V.m. Urk. D72/5 F/A 8). Von Bedeutung ist jedoch in 

erster Linie die Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen. Die Privatklägerin 14 führte zum 

Tatgeschehen sodann aus, der Beschuldigte habe ihr einen geraden Kick mit dem 

Fuss gegeben und sie im Hals- und Brustbereich getroffen, wobei das Bier, welches 

-   19   -

sie in der Hand gehabt habe, zu Boden und sie zurück gefallen sei (Urk. D72/3 

F/A 12), was die Zeugin R._____ bestätigte (Urk. D72/5 F/A 14 i.V.m. Urk. D72/5 

F/A 23 und F/A 24). Die Privatklägerin 14 erläuterte weiter, sie habe danach für ca. 

fünf Sekunden nicht mehr atmen können (Urk. D72/3 F/A 12), ihr Hals- und Brust-

bereich sei rot gewesen und sie habe ausserdem Schmerzen in der Brust gehabt. 

Beides habe einige Stunden angehalten (Urk. D72/3 F/A 16). Nach dem Fusstritt 

habe er sodann immer wieder zu ihr geschaut und gelacht sowie mit dem Fuss auf 

den Boden gestampft. Mit der Zunge habe er in ihre Richtung "geschleckt". Aus-

serdem habe er gewollt, dass sie von seinem Bier trinke, welches er in der Hand 

gehalten habe (Urk. D72/3 F/A 19). Es habe sie gegraust und sie wütend gemacht. 

Sie habe sich danach "grausig" gefühlt (Urk. D72/3 F/A 20 i.V.m. F/A 21-22). 

2.4. Die Privatklägerin 14 schilderte den Vorfall damit konstant, in sich wider-

spruchsfrei und äusserst detailliert. Sie konnte u.a. auch die Erscheinung des 

Beschuldigten genau beschreiben (Urk. D72/3 F/A 25). Sie belastete den Beschul-

digten zwar, tat dies jedoch nicht unnötig stark, indem sie ausführte, zwar zurück-

gefallen aber nicht zu Boden gegangen zu sein (Urk. D72/3 F/A 12), sodann gab 

sie an, er habe sie nur einmal getreten (Urk. D72/4 F/A 26). Sie führte weiter an, 

nicht zu wissen, weshalb sie Atemnot gehabt habe, vielleicht sei es auch wegen 

dem Schock gewesen (Urk. D72/4 F/A 23). Sie schilderte zudem eindrücklich die 

Auswirkungen, die die Tat psychisch auf sie hatte. So führte sie kurz nach dem 

Vorfall aus, wenn sie nun am Abend im Quartier T._____ unterwegs sei, wo sie 

auch wohne, sei es ihr momentan nicht wohl (Urk. D72/3 F/A 7). Sie sei danach 

schockiert und gleichzeitig hässig gewesen. Sie habe sich gefragt, warum es sie 

getroffen habe, sie hätten nicht einmal Blickkontakt gehabt (Urk. D72/4 F/A 49). 

Auffallend ist, dass gewisse ihrer Ausführungen bei der zweiten Einvernahme 

– einige Monate nach der ersten – detaillierter waren, was sich durch den nach-

lassenden Schock, dessen Auswirkungen sie an der ersten Einvernahme eindrü-

cklich beschrieb, jedoch erklären lässt. Dies betrifft denn auch nicht den 

Kernsachverhalt, sondern nebensächliche Schilderungen wie die Reaktion des …-

Demonstrationsumzugs. Sie gab anlässlich der zweiten Einvernahme auch an, sich 

bei gewissen Dingen nicht mehr ganz sicher zu sein, so z.B., ob der Beschuldigte 

Lackschuhe getragen habe. Sie wisse nur noch, dass diese schwarz gewesen 

-   20   -

seien (Urk. D72/4 F/A 34), was in Anbetracht der vergangenen Zeit als normal er-

scheint und für die Glaubhaftigkeit und gegen ein Auswendiglernen ihrer Aussagen 

spricht. Die Aussagen der Privatklägerin 14 sind damit insgesamt glaubhaft. 

2.5. Auch die Zeugin R._____ belastete den Beschuldigten zwar, tat dies jedoch 

nicht übermässig. So erklärte sie, dieser habe die Privatklägerin 14 lediglich einmal 

gekickt (Urk. D72/5 F/A 22). Sie gab auch an, wenn sie etwas nicht wusste oder 

nicht wahrgenommen hat. So erklärte sie, sie habe die Zungenbewegungen des 

Beschuldigten nicht gesehen (Urk. D72/5 F/A 47). Die Aussagen der Zeugin 

R._____ sind damit ebenfalls als glaubhaft einzustufen. 

2.6. Die Aussagen der Privatklägerin 14 und jene der Zeugin R._____ lassen 

sich ohne Weiteres in Einklang bringen, ohne abgesprochen zu wirken. Die opti-

schen Folgen des Fusstritts wurden sodann nach dem Vorfall bildlich festgehalten. 

Die Rötung am oberen Brust- und unteren Halsbereich der Privatklägerin 14 ist auf 

den bei den Akten liegenden Fotos gut erkennbar (Urk. D72/6). Damit liegt ein 

objektives Beweismittel vor, welches die Aussagen der Privatklägerin 14 und der 

Zeugin R._____ zu stützen vermag. Insgesamt kann daher festgehalten werden, 

dass die Behauptungen des Beschuldigten teilweise objektiv widerlegt sind und da-

mit auch seine weiteren lediglich sehr pauschalen Aussagen zum Vorfall nicht als 

glaubhaft erscheinen lassen. Diese vermögen die glaubhaften Aussagen und durch 

einen Fotobeleg gestützten Aussagen der Privatklägerin 14 sowie der Zeugin 

R._____ nicht zu entkräften. Der eingeklagte Sachverhalt ist erstellt. 

3. Versuchte schwere Körperverletzung zulasten des Privatklägers K._____ 
(Dossier 77)

3.1. Hinsichtlich Anklagevorwurf (Urk. 90 S. 52 E. II.E.9.1.) und Aussagen des 

Beschuldigten, des Privatklägers 15 (K._____) sowie der Zeugen U._____, 

V._____ und W._____ (Urk. 90 S. 53-59 E. II.E.9.2.1.-9.2.8.) kann auf die Ausfüh-

rungen der Vorinstanz verwiesen werden. Auch auf die Ausführungen zu deren 

Glaubwürdigkeit sowie zur Glaubhaftigkeit der Aussagen kann verwiesen werden. 

-   21   -

Gleiches gilt für die eigentliche Sachverhaltserstellung (Urk. 90 S. 59-61 E. II.9.4.). 

Zusammenfassend und teilweise ergänzend gilt es was folgt auszuführen: 

3.2. Der Beschuldigte bestritt zunächst, dass es bei der Haltestelle AA._____ 

eine Bank gibt (Urk. 3/13 F/A 2) und führte aus, den Privatkläger 15 nicht zu 

kennen. Dieser habe ihn geschlagen (Urk. 3/13 F/A 3-5). Anlässlich der Haupt-

verhandlung führte der Beschuldigte hingegen aus, der Privatkläger 15 sei be-

trunken gewesen und habe sich einfach auf ihn gesetzt. Er habe ihn daraufhin aus 

Reflex weggedrückt. Dieser sei dann am Boden gewesen und habe geschrien 

(Urk. 42 S. 8). Anlässlich der Berufungsverhandlung erklärte er in seinem Schluss-

wort, er habe diesen gestossen, wobei danach Urin auf seiner Hose gewesen sei, 

weshalb er nach Hause gegangen sei, um diese zu wechseln (Prot. II. S. 19). 

3.3. Der Beschuldigte sagte damit weder konstant noch widerspruchsfrei aus, 

was gegen die Glaubhaftigkeit seiner Aussagen spricht. Das Zugeständnis des 

Beschuldigten, dass er den Privatkläger 15 wegdrückte bzw. stiess, worauf dieser 

zu Boden ging und schrie, bestätigt jedoch im Wesentlichen auch der Zeuge 

W._____, welcher den ganzen Vorfall beobachtet hat (Urk. D77/9 F/A 21). Die 

Aussagen der Zeuginnen V._____ und U._____, welche den Privatkläger 15 am 

Boden liegend sahen (Urk. D77/7 F/A 18 i.V.m. F/A23) vermögen dies ebenfalls zu 

stützen. Zu guter Letzt lässt sich dies auch mit den Schilderungen des Privatklägers 

15 in Einklang bringen. Dieser führte aus, der Beschuldigte habe ihn am linken 

Oberarm gepackt und mit samt Rollator auf die Strasse geworfen (Urk. D77/4 F/A 7 

i.V.m. F/A F/A 15-16, F/A 20-21 und F/A 23; Urk. D77/6 F/A 11 i.V.m. F/A 15, 

F/A 20-21, F/A 23). 

3.4. Hingegen erscheint es eine reine Schutzbehauptung des Beschuldigten zu 

sein, dass er angibt, der Privatkläger 15 sei betrunken gewesen und habe sich 

einfach auf ihn draufgesetzt, weshalb er diesen aus Reflex weggedrückt habe. Der 

Zeuge W._____ führte hierzu aus, beobachtet zu haben, wie der Privatkläger 15 

mit dem Rollator zur Bank gelaufen und den Beschuldigten gefragt habe, ob da 

noch frei sei. Er habe dann keine Antwort erhalten und sich hingesetzt, worauf der 

Beschuldigte sich umgedreht und diesen von der Seite an den Schultern gepackt 

und auf die Strasse geschmissen habe. Der Privatkläger 15 sei dann frontal auf die 

-   22   -

Strasse gefallen (Urk. D77/9 F/A 21). Er spricht also nicht davon, dass der Privat-

kläger 15 sich auf den Beschuldigten setzte, was ein eher ungewöhnlicher Vorgang 

gewesen wäre, weshalb zu erwarten wäre, dass er dies bei seiner Befragung auch 

so wiedergibt, wäre es denn passiert. Auch die Behauptung der Privatkläger 15 sei 

betrunken gewesen, lässt sich durch nichts stützen. Keiner der Zeugen äusserte 

sich dahingehend, so auch nicht die Zeugin U._____, welche direkt mit diesem zu 

tun hatte. Auch im ärztlichen Bericht ist nichts Entsprechendes vermerkt, was zu 

erwarten gewesen wäre, sollte die Behauptung des Beschuldigten über die 

Trunkenheit des Privatklägers 15 tatsächlich zutreffen. Es erscheint sodann lebens-

fremd, dass ein nüchterner Mensch sich einfach so auf einen fremden Menschen 

setzt. Die diesbezüglichen Ausführungen des Beschuldigten sind daher als 

unglaubhaft zu werten. 

3.5. Die Aussagen des Zeugen W._____ erscheinen hingegen glaubhaft, sind 

diese doch sowohl detailliert als auch in sich widerspruchsfrei. Er belastet den 

Beschuldigten zwar, tut dies jedoch nicht übermässig. Er war sichtlich bemüht, alles 

korrekt wiederzugeben, so rief er nach der Einvernahme gar nochmals an, um sich 

dahingehend zu korrigieren, dass er sich nicht mehr sicher sei, ob der Beschuldigte 

hinter oder vor der Bank auf den Privatkläger 15 zugegangen sei (Urk. D77/10). 

Seine Schilderungen stimmen im Wesentlichen mit jenen des Privatklägers 15 

überein und decken sich betreffend Szenerie nach dem eigentlichen Vorfall mit den-

jenigen der weiteren Zeuginnen. 

3.6. Die Aussagen des Privatklägers 15 sind sodann ebenfalls detailliert und 

grundsätzlich das Wesentliche betreffend konstant. Er gab zwar einmal an, er sei 

am linken Oberarm gepackt worden und einmal erklärte er, es sei der rechte gewe-

sen (Urk. D77/4 F/A 21; Urk. D77/6 F/A 22). Hierbei handelt es sich jedoch um ein 

unwichtiges Detail, gab der Beschuldigte doch zu, ihn so weggedrückt zu haben, 

dass dieser auf den Boden fiel. Sodann führte der Privatkläger 15 einmal aus, er 

sei nach vorne gefallen, habe sich mit den Händen abgestützt und sei mit der Stirn 

auf der Strasse aufgekommen (Urk. D77/6 F/A 27). In der gleichen Einvernahme 

führte er jedoch auch aus, er sei auf das Gesäss gefallen (Urk. D77/6 F/A 36). 

Diese Unstimmigkeit ist jedoch auch nicht wesentlich. Sowohl die Zeugin U._____ 

-   23   -

als auch der Zeuge W._____ haben den Privatkläger 15 auf dem Bauch liegend 

gesehen bzw. beobachtet, wie dieser frontal auf die Strasse fiel (Urk. D77/7 F/A 18 

i.V.m. F/A 23 und Urk. D77/9 F/A 21). Die Zeugin V._____ gab zwar an, ihn auf 

dem Rücken liegend gesehen zu haben (Urk. D77/8 F/A 28), dass der Privatkläger 

15 sich allenfalls nicht einmal kurz umgedreht hat und dabei am Gesäss weh getan 

hat, kann hierbei nicht ausgeschlossen werden. Der ärztliche Befund und die Foto-

aufnahme der Verletzung des Privatklägers 15 deuten jedoch ebenfalls darauf hin, 

dass er zumindest zunächst vornüber gestürzt und mit der Stirn auf dem Asphalt 

aufgekommen sein muss, attestieren bzw. zeigen diese doch eine Rissquetsch-

wunde an dessen linken äusseren Augenbraue (Urk. D77/14 S. 1 des ärztlichen 

Berichts i.V.m. Urk. D77/11 S. 2). Diese vermögen damit die erste Aussage des 

Privatklägers 15 bezüglich dessen Sturz zu bestätigen. Der Privatkläger 15 belas-

tete den Beschuldigten sodann zwar mit seinen Aussagen, tat dies jedoch nicht 

unnötig stark, so erklärt er etwa, auf der Strasse habe sich kein Fahrzeug befunden 

bzw. habe er keines gesehen (Urk. D77/6 F/A 38-39). Er stellte den Vorfall damit 

nicht unnötig drastisch dar. Ausserdem gab er zu, wenn er etwas nicht (mehr) 

wusste. Er führte etwa aus, zu glauben, dass er gesessen sei, dies aber gar nicht 

mehr so genau zu wissen. Er wolle nichts Falsches sagen (Urk. D77/6 F/A 25). 

Seine für die Sachverhaltserstellung wesentlichen Aussagen sind daher als glaub-

haft zu werten.

3.7. Wie bereits ausgeführt stützt die Zeugin U._____ die Aussagen des 

Privatklägers 15 insofern, als dass sie ihn mit dem Bauch auf dem Boden liegend 

an der Unfallstelle in Gegenwart des Beschuldigten gesehen hat. Sie äusserte sich 

zurückhaltend und erklärte, was sie nicht wusste, bzw. nicht gesehen hat, so z.B., 

dass sie das Abbremsen der Fahrzeuge sowie den Sturz des Privatklägers 15 nicht 

gesehen habe (Urk. D77/7 F/A 19 i.V.m. F/A 29). Ihre Aussagen sind detailliert und 

in sich widerspruchsfrei. Diese sind daher glaubhaft.

3.8. Auch die Zeugin V._____ sagte detailliert und widerspruchsfrei aus. Sie 

belastete den Beschuldigten zwar und ging davon aus, dass er es gewesen sein 

müsse, weil er immer für Ärger gesorgt habe, gab jedoch auch zu, dass sie das 

nicht selbst gesehen habe (Urk. D77/8 F/A 36). Dies deutet darauf hin, dass ihre 

-   24   -

Aussagen glaubhaft sind, wenngleich sie gegenüber dem Beschuldigten nicht ganz 

unvoreingenommen war. Die Ausführungen decken sich sodann im Wesentlichen 

mit den Aussagen der Zeugin U._____ und des Privatklägers 15. Diese sind daher 

als glaubhaft zu werten. 

3.9. Der Sachverhalt ist damit anklagegemäss erstellt.

4. Versuchte Erpressung und versuchte Gewalt und Drohung gegen Behörden 
und Beamte zulasten von N._____ und AB._____ (Dossier 76)

4.1. Hinsichtlich Anklagevorwurf (Urk. 90 S. 48 f. E. II.E.8.1.), Aussagen des 

Beschuldigten sowie des Zeugen AB._____ (Urk. 90 S. 49-51 E. II.E.8.2.1-8.2.4.) 

und die Ausführungen zu deren Glaubwürdigkeit sowie zur Glaubhaftigkeit der Aus-

sagen kann auf die Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 90 S. 51 

f. E. II.E.8.3.1.-8.3.4.). Gleiches gilt für die eigentliche Sachverhaltserstellung 

(Urk. 90 S. 52 E. II.E.8.3.5.). Zusammenfassend und ergänzend gilt es Nachfolgen-

des festzuhalten:

4.2. Der Beschuldigte gab zunächst an, den Zeugen AB._____ noch nie gesehen 

zu haben (Urk. 3/14 F/A 3 und F/A 5). Er habe mit Herrn AC._____ und Herrn 

X4._____ einen Termin gehabt und sei dann verhaftet worden (Urk. 3/14 F/A 5). 

Anlässlich der Hauptverhandlung gab der Beschuldigte dann aber zu, den Zeugen 

AB._____ und seine Arbeitskollegin N._____ bedroht zu haben, als diese seiner 

Forderung nach mehr Geld nicht nachgekommen seien und auf das Plexiglas ge-

schlagen zu haben. Gespuckt habe er aber nicht (Urk. 42 S. 8). Er habe einen Ter-

min gehabt und etwa eine Stunde gewartet. Als er an den Schalter gekommen sei, 

habe er nach dem Betrag für die Arbeit gefragt. Sie habe ihm gesagt, sie gebe ihm 

nur Fr. 20.–. Dann sei das Tempo hochgekommen. Er habe sich gesagt, er sei 

mehr wert, habe auf das Fenster geschlagen, arabisch gesprochen und sei gegan-

gen (Urk. 42 S. 9). Anlässlich der Berufungsverhandlung führte der Beschuldigte 

aus, er habe Geld benötigt und dort rund Fr. 10'000.– auf dem Konto gehabt. Die 

Frau, welche Herrn AC._____ vertreten habe, habe ihm erklärt, dass er nur Fr. 20.– 

erhalte. Er habe aber Fr. 100.– oder Fr. 150.– gewollt. Das habe er normalerweise 

immer bekommen. Er sei nicht freundlich gewesen, habe aber nicht gedroht. Er 

-   25   -

habe dann schliesslich, nachdem er länger auf die Frau gewartet habe, auf den 

Plastik auf dem Tisch geschlagen und sei gegangen (Urk. 144 S. 10 f.). 

4.3.  Der Zeuge AB._____ erklärte hingegen, der Beschuldigte habe ihm und sei-

ner Familie gedroht, sie würden dann schon noch sehen. Er habe Geld gewollt und 

als er gemerkt habe, dass es nichts nütze, habe er dann die Plexiglasscheibe – d.h. 

den Spuckschutz – gegen sie geschlagen (Urk. D76/3 F/A 18). Er habe die 

Drohungen ernst genommen und hätte nicht auf der anderen Seite des Tresens 

stehen wollen (Urk. D76/3 F/A 30 i.V.m. F/A 31). Die Drohungen, die sich auch 

gegen Frau N._____ gerichtet hätten, seien massiv gewesen (Urk. D76/3 F/A 38 

i.V.m. F/A 39). 

4.4. Der Zeuge AB._____ äusserte sich damit entgegen dem Beschuldigten wi-

derspruchsfrei. Er gab auch offen zu, wenn er etwas nicht (mehr) wusste. So er-

klärte er etwa, keine genaueren Angaben zur Drohung gegenüber ihm und seiner 

Familie machen zu können. Er wolle dem Beschuldigten auch keine Worte in den 

Mund legen, die er nicht gesagt habe (Urk. D76/3 F/A 18 und F/A 19). Er belastete 

diesen also nicht übermässig stark, was sich auch darin zeigte, dass er angab, nicht 

von der Plexiglasscheibe getroffen worden zu sein (Urk. D76/3 F/A 23). Er berich-

tete zwar ungefragt, von einem weiteren Vorfall (Urk. D76/3 F/A 39-40), was dem 

Eindruck, dass er ihn nicht unnötig belasten wollte, jedoch vorliegend nicht weiter 

abträglich ist, äusserte er sich doch insgesamt relativ zurückhaltend. Die Aussagen 

des Zeugen sind damit glaubhaft. 

4.5. Die Aussagen des Beschuldigten hingegen waren zwar detailliert, jedoch 

nicht konstant bzw. widerspruchsfrei. So erklärte er zunächst, überhaupt nicht vor 

Ort gewesen zu sein, ehe er dann doch eingestand, dort gewesen zu sein. Er gab 

schliesslich zu, Frau N._____ und dem Zeugen AB._____ gedroht zu haben als er 

nicht mehr Geld erhielt und gegen den aufgestellten Spuckschutz geschlagen zu 

haben, was mit der Schilderung des Zeugen AB._____ übereinstimmt und daher 

als glaubhaft zu erachten ist, auch wenn er das Eingeständnis bezüglich der Dro-

hung anlässlich der Berufungsverhandlung wieder zurücknahm. Wenngleich der 

Beschuldigte – zumindest anlässlich der Hauptverhandlung – ausführte, gedroht zu 

haben, lässt sich hingegen weder aus den Aussagen des Zeugen AB._____ noch 

-   26   -

denjenigen des Beschuldigten anklagegemäss erstellen, dass er damit gedroht hat, 

er werde ihnen etwas antun, sollten sie ihm nicht mehr Geld geben. Der restliche 

Sachverhalt ist hingegen anklagegemäss erstellt. 

5. Hausfriedensbruch betreffend die Anlaufstelle "AD._____" und (teilweise ver-
suchte) Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte zulasten von 
AE._____ und AF._____ (Dossiers 78 und 79)

5.1. Bezüglich Anklagevorwurf (Urk. 90 S. 61 E. II.E.10.1.) Aussagen des 

Beschuldigten sowie der Zeugen AF._____ und AE._____ (Urk. 90 S. 61-66 

E. II.E.10.2.), Ausführungen zu deren Glaubwürdigkeit sowie zur Glaubhaftigkeit 

der Aussagen kann auf die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden. Glei-

ches gilt für die eigentliche Sachverhaltserstellung (Urk. 90 S. 66 f. E. II.E.10.3.). 

Zusammenfassend und ergänzend gilt es Nachfolgendes auszuführen:

5.2. Der Beschuldigte erklärte, das Hausverbot sei "fertig" gewesen (Urk. 3/15 

F/A 17). Er habe vor drei oder vier Jahren für einen Monat ein Hausverbot gehabt 

(Urk. 3/15 F/A 19), sei an diesem Tag jedoch nicht im AD._____ gewesen 

(Urk. 3/15 F/A 18). Anlässlich der Hauptverhandlung führte er schliesslich aus, er 

sei dort gewesen, habe aber niemanden bedroht. Das Hausverbot habe nicht mehr 

bestanden (Urk. 42 S. 9).

5.3. Die Zeugin AE._____ führte hingegen aus, sie habe die Türe des Treffpunkts 

AD._____ gegen aussen geöffnet, da es geklingelt habe. Der Beschuldigte habe 

sich nach vorne gedrängt, worauf sie ihm gesagt habe, er habe ein Hausverbot. Er 

habe sie dann kurz, schnell und leicht am rechten Oberarm berührt, worauf sie zur 

Seite gegangen sei und er habe eintreten können. Sie habe ihm gesagt, dass er 

gehen solle, was er nicht gemacht habe. Sie sei dann zum Zeugen AF._____ ins 

Büro gegangen und habe ihn darüber informiert, dass der Beschuldigte da sei. Als 

sie aus dem Büro zurückgekommen seien, sei der Beschuldigte bereits im Rau-

cherraum gewesen. Der Zeuge AF._____ habe ihm gesagt, er solle jetzt gehen, 

sonst würden sie die Polizei rufen. Der Beschuldigte habe Lederhandschuhe ge-

habt, mit denen er rumgefuchtelt habe. Er habe dem Zeugen AF._____ gesagt, er 

-   27   -

würde ihn schlagen, wenn er nicht weggehe und habe ihn mit der Schulter wegge-

schubst (Urk. D78/5 F/A 22 i.V.m. F/A 27). 

5.4. Der Zeuge AF._____ führte in Übereinstimmung mit der Aussage der Zeugin 

AE._____ aus, der Beschuldigte habe im Raucherraum wild gestikuliert und um 

sich geschlagen. Dieser sei sodann mit dem Handschuh in der Hand auf ihn losge-

gangen, habe Drohgebärden gemacht, indem er den Handschuh geschüttelt und 

mit erhobener Hand auf ihn zugegangen sei und habe ihn gleichzeitig leicht 

weggeschubst (Urk. D76/6 F/A 22 i.V.m. F/A 23). Der Beschuldigte habe ihn Schul-

ter an Schulter berührt. Es sei ein Schubsen bzw. Touchieren gewesen (Urk. D78/6 

F/A 33-34). 

5.5. Die Aussagen des Beschuldigten waren bezüglich des Hausverbots 

konstant und widerspruchsfrei, hinsichtlich der Frage, ob er vor Ort war oder nicht, 

hingegen nicht. Ansonsten liegen lediglich wenige, pauschale Aussagen und keine 

detaillierten Schilderungen des Beschuldigten vor, welche eine eigentliche Würdi-

gung zuliessen. Die Aussagen der beiden Zeugen decken sich damit im Kern. 

Beide sagten gleichbleibend aus, belasteten den Beschuldigten nicht übermässig 

und äusserten sich generell eher zurückhaltend. So führte der Zeuge AF._____ 

etwa aus, der Beschuldigte habe ihn ein wenig zur Seite gedrängt, geschubst 

(Urk. D78/6 F/A 25). Auch die Zeugin AE._____ führte aus, das Schubsen sei nicht 

stark gewesen (Urk. D78/5 F/A 33). Beide gaben zudem an, wenn sie etwas nicht 

(mehr) wussten. Der Zeuge AF._____ gab z.B. an, sich nicht an die Wortwahl der 

Beleidigungen des Beschuldigten erinnern zu können (Urk. D78/6 F/A 29). Die 

Zeugin AE._____ führte sodann aus, nicht mit 100% Gewissheit sagen zu können, 

ob sie damit gerechnet habe, dass der Beschuldigte die Aussage umsetzen und 

den Zeugen AF._____ schlagen würde (Urk. D78/5 F/A 31). Der Zeuge AF._____ 

schilderte auch Dinge, von denen er nichts wissen konnte, bzw. die er nicht selbst 

erlebt hatte, so alles zur Tat bis die Zeugin AE._____ zu ihm kam, um ihn um Hilfe 

zu bitten. Es ist davon auszugehen, dass er diese Information von dieser erhalten 

hat. Dies ist der Glaubhaftigkeit seiner Aussagen vorliegend jedoch nicht abträglich. 

Aufgrund der glaubhaften und im Kern übereinstimmenden, zurückhaltenden Aus-

sagen der beiden Zeugen ist der Sachverhalt bezüglich der Dossiers 78 und 79 mit 

-   28   -

Ausnahme der Tatsache, dass der Beschuldigte vom Hausverbot wusste, anklage-

gemäss erstellt, denn ein für den Tatzeitpunkt gültiges Hausverbot liegt nicht bei 

den Akten. 

6. Drohung und Beschimpfung zulasten von Privatkläger M._____ sowie Unge-
horsam gegen amtliche Verfügungen (Dossier 30)

6.1. Hinsichtlich Anklagevorwurf kann grundsätzlich – mit der Einschränkung, 

dass dem Beschuldigten nicht vorgeworfen wird, den Privatkläger einmal bespuckt 

zu haben, sondern ihm vorgeworfen wird, dies versucht zu haben (vgl. Urk. 19 S. 6) 

– auf die Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 90 S. 24 f. 

E. II.E.1.1.). Auch bezüglich Aussagen des Beschuldigten, des Privatklägers 13 

(M._____) und der Zeugin AG._____ (Urk. 90 S. 25-30 E. II.E.1.2.) und die Ausfüh-

rungen zur Glaubhaftigkeit der Aussagen kann auf die Erwägungen der Vorinstanz 

verwiesen werden (Urk. 90 S. 30 f. E. II.E.1.4.2.-1.4.4.). Zusammenfassend und 

teilweise ergänzend gilt es sodann Nachfolgendes festzuhalten: 

6.2. Der Beschuldigte bestritt den Sachverhalt gemäss Anklage konstant, indem 

er erklärte, der Privatkläger 13 sei derjenige, der ihn zum Tatzeitpunkt bereits seit 

etwa einer Woche verfolgt habe und ihm zu nahe gekommen sei, weshalb er ihm 

gesagt habe, er solle Distanz halten und abhauen (Urk. D30/5 F/A 5 i.V.m. F/A 6-8 

und F/A 14). Er habe dem Privatkläger 13 nicht damit gedroht, ihn zu schlagen – 

auch nicht mit einem Bier (Urk. D30/5 F/A 31 i.V.m. F/A 33). Er habe diesen jedoch 

beschimpft mit "Hau ab du Schiessdreck" (Urk. D30/5 F/A 27-28). Bezüglich der 

Wegweisungsverfügung führte er an, er habe das Recht überall hinzugehen und 

werde auch weiterhin in den Kreis 4 gehen (Urk. D30/5 F/A 47 i.V.m. F/A 49 und 

F/A 50). Die Aussagen des Beschuldigten waren damit zwar konstant und wider-

spruchsfrei, jedoch wenig detailliert. Er äusserte sich auch nicht zu seiner 

Emotionslage. 

6.3. Der Privatkläger 13 führte aus, vom Beschuldigten als Hurensohn und 

Schwuchtel beleidigt worden zu sein, sodann habe dieser mehrfach mit dem rech-

ten Arm ausgeholt und die Faust zurückgenommen, um ihm Schläge anzudrohen, 

und damit gedroht, ihn mit einer Bierdose zu schlagen (Urk. D30/6 F/A 4 i.V.m. 

-   29   -

F/A 8-10; Urk. D30/7 F/A 14 i.V.m. F/A 24, F/A 26). Der Beschuldigte habe zudem 

versucht, ihn anzuspucken (Urk. D30/6 F/A 8 i.V.m. F/A 27; Urk. D30/7 F/A 32). Er 

habe Angst davor verspürt, dass es in eine körperliche Auseinandersetzung 

umschlagen könnte (Urk D30/6 F/A 13; Urk. D30/7 F/A 36-37). In Einklang mit den 

Aussagen des Privatklägers 13 erklärte die Zeugin AG._____, sie habe beobachtet, 

dass gespuckt worden sei (Urk. D30/8 F/A 9). Sie habe Drohungen und Beschimp-

fungen wahrgenommen (Urk. D30/8 F/A 10-12). Sie habe das Gefühl, dass der Be-

schuldigte den Privatkläger 13 bedrohen oder tätlich habe angreifen wollen. Sie 

habe gesehen, dass dieser mit der Bierdose in der Hand in Richtung des Privatklä-

gers 13 ausgeholt habe. Der Beschuldigte habe sehr bedrohlich gewirkt 

(Urk. D30/8 F/A 15).

6.4. Die Aussagen des Privatklägers 13 sind ebenfalls konstant, gegenüber 

jenen des Beschuldigten jedoch deutlich detaillierter, was auch auf die Aussagen 

der Zeugin AG._____ zutrifft. Sowohl diese als auch der Privatkläger 13 gaben so-

dann ihre Emotionslage glaubhaft zum Ausdruck. Der Privatkläger 13 erklärte 

hierzu u.a., Angst wegen der drohenden Auseinandersetzung verspürt zu haben 

(Urk. D30/6 F/A 13). Die Zeugin AG._____ wiederum schilderte eindrucksvoll, dass 

der Beschuldigte sehr bedrohlich gewirkt habe, so wie er gesprochen und sich be-

wegt habe. Sie selbst wäre niemals in seine Nähe gegangen (Urk. D30/8 F/A 15). 

Die beiden belasten den Beschuldigten mit ihren Aussagen zwar, tun dies jedoch 

nicht übermässig, indem beispielsweise der Privatkläger 13 ausführte, der Beschul-

digte habe ihn lediglich bedroht, jedoch nie geschlagen, zudem habe er lediglich 

versucht, ihn zu bespucken, habe ihn jedoch nicht getroffen (Urk. D30/6 F/A 10-11 

i.V.m. F/A 26-27; Urk. D30/7 F/A 15 i.V.m. F/A 32). Die Zeugin AG._____ wiederum 

relativierte das Verhalten des Beschuldigten auch, indem sie angab, nicht zu wis-

sen, ob es nur Imponiergehabe gewesen sei oder ob dieser den Privatkläger 13 

wirklich habe mit der Bierdose schlagen wollen (Urk. D30/8 F/A 15). Beide gaben 

auch an, wenn sie sich bezüglich gewisser Angaben nicht sicher waren. So äus-

serte der Privatkläger 13, dass er Schwierigkeiten habe, zu beurteilen, wie lange 

der Vorfall gedauert habe (Urk. D30/6 F/A 12) oder einzuschätzen, ob der Beschul-

digte versucht habe, ihn zu schlagen, oder nur damit gedroht habe (Urk. D30/7 

F/A 16). Die Zeugin AG._____ erklärte beispielsweise, dass sie sich an den Wort-

-   30   -

laut der Drohungen und Beschimpfungen entweder nicht erinnern könne oder diese 

nicht gehört habe (Urk. D30/8 F/A 12). Die detaillierten Schilderungen der Situation 

durch den Privatkläger 13 und die Zeugin AG._____ lassen sich sodann wider-

spruchslos in Einklang bringen ohne abgesprochen zu wirken.

6.5. Die Aussagen des Privatklägers 13 und der Zeugin AG._____ sind damit 

insgesamt glaubhaft, während die mehr oder weniger pauschale Bestreitung des 

Beschuldigten unglaubhaft ist. Der Beschuldigte befand sich sodann unbestritte-

nermassen im Kreis 4, obwohl für den Zeitraum eine ihm eröffnete Wegweisungs-

verfügung 3 betreffend das Wegweisungsgebiet Kreis 4 gegen ihn bestand 

(Urk. D30/9). Der Sachverhalt ist damit anklagegemäss erstellt.

7. Mehrfache (teilweise geringfügige) Sachbeschädigung sowie mehrfache 
Hausfriedensbrüche zulasten der Privatklägerin J._____ AG [Café AH._____] 
sowie Tätlichkeiten zulasten der Privatklägerin AJ._____ (Dossiers 3, 7, 10, 
12, 15, 45) 

7.1. Hinsichtlich Anklagevorwürfe (Urk. 90 S. 76 E. II.E. 16.1.1.-16.1.2.) und 

Aussagen des Beschuldigten sowie der Auskunftsperson AI._____ kann auf die 

Ausführungen der Vorinstanz hierzu verwiesen werden (Urk. 90 S. 77 f. 

E. II.E.16.2.). Zu korrigieren sind hierzu nachfolgend lediglich die Ausführungen der 

Vorinstanz zu den Aussagen der Auskunftsperson AI._____ bezüglich Dossier 10. 

Zusammenfassend, teilweise korrigierend und ergänzend ist Folgendes auszufüh-

ren:

7.2. Anlässlich der Berufungsverhandlung erklärte der Beschuldigte allgemein zu 

dem Vorwurf der Hausfriedensbrüche im Café AH._____, er habe dort die Toilette 

benutzt, ohne etwas zu konsumieren, weshalb er ein Hausverbot erhalten habe. 

Seine Wohnung sei oberhalb des Café AH._____. An einem Abend sei er für seine 

Freundin dort gewesen, da sie orientalisch habe essen wollen. Er sei dort zur Bus-

haltestelle gegangen. Er – wohl die Person, die ihm das Hausverbot erteilte – sei 

dann zu ihm gekommen und habe ihm eine Faust auf das Ohr gegeben (Urk. 144 

S. 12). 

-   31   -

7.3. Der Beschuldigte erklärte bezüglich Dossier 3, die Glasvitrine sei schon ka-

putt, seitdem er dort hingehe. Wenn er auf den Bus warte, sitze er einfach dort. 

Dann sei ein Hausverbot gemacht worden. Er sei nicht reingegangen, er ertrage 

den Geruch nicht (Urk. 42 S. 10 f.). Die Auskunftsperson AI._____ führte zu Dossier 

3 hingegen aus, der Beschuldigte sei ca. um 22.00 Uhr reingekommen, habe sein 

Bein gehoben und seinen Fuss auf die Vitrine geknallt, welche kaputt gegangen 

sei. Es sei ein Teil des Glases rausgespickt (Urk. D3/6 F/A 11 i.V.m. F/A 27). Bei 

den Akten liegt denn auch eine Fotodokumentation, auf welcher die beschädigte 

Glasvitrine ersichtlich ist (Urk. D3/4). Auf Foto 2 ist sodann gut erkennbar, dass am 

oberen Rand der Vitrine ein Stück Glas fehlt (Urk. D3/4 S. 2). Wenngleich der 

Beschuldigte bezüglich Dossier 3 nicht vor Ort durch die Polizei angetroffen werden 

konnte (Urk. D3/1), schilderte die Auskunftsperson AI._____ widerspruchsfrei, de-

tailliert und zurückhaltend den Tatablauf. Ihre Aussagen sind glaubhaft. Fotos be-

legen sodann die geschilderten Schäden, welche vom Beschuldigten als solche 

nicht in Abrede gestellt werden. Seine Aussage, dass er aufgrund des Geruchs die 

Bar nie betreten habe, ist unglaubhaft, zumal er einerseits offensichtlich vom Scha-

den an der Vitrine wusste – welche sich in der Bar befindet – und andererseits 

bezüglich Dossier 15 zugab, die Bar betreten zu haben (Urk. D15/3 F/A 1). Sodann 

liegt bei den Akten ein für den Tatzeitpunkt gültiges Hausverbot, welches im Beisein 

des Beschuldigten durch einen Polizeibeamten unterzeichnet wurde, da sich dieser 

weigerte, den Empfang zu quittieren (Urk. D3/3; Urk. D7/4; Urk. D15/5). Der Ankla-

gesachverhalt ist damit erstellt. 

7.4. Der Beschuldigte machte zu Dossier 7 keine Aussagen. Die Auskunftsper-

son AI._____ erklärte hierzu zwar, sich nicht mehr genau zu erinnern. Sie hätten 

nach Ausstellen des Hausverbots einfach entschieden, die Polizei zu rufen, sobald 

er reinkomme (Urk. D3/6 F/A 42). Wahrscheinlich habe er draussen Gäste beläs-

tigt, sei reingekommen und habe nicht mehr gehen wollen. Es sei dann jeweils so 

gewesen, dass er vor dem Tresen gestanden habe, so dass die Leute nicht mehr 

hätten bestellen können, verunsichert gewesen seien und nach Hause gegangen 

seien (Urk. D7/3 F/A 43). Es erscheint nachvollziehbar, dass sich die Auskunfts-

person AI._____ in Anbetracht der Menge der Vorfälle nicht mehr an jeden im Detail 

erinnern kann und daher lediglich eine Mutmassung anstellte. Ebenso nach-

-   32   -

vollziehbar erscheint, dass sie aufgrund des Hausverbots und der Renitenz des 

Beschuldigten jeweils die Polizei rief, wenn dieser wieder auftauchte. Die Polizei 

traf den Beschuldigten vor Ort zwar nicht mehr an, rückte jedoch aufgrund des 

Anrufs der Auskunftsperson AI._____ aus (Urk. D7/1), was ihre Aussagen zu stüt-

zen vermag. Ihre zurückhaltenden Aussagen erscheinen daher glaubhaft. Bei den 

Akten liegt zudem das für das Café AH._____ ausgestellte Hausverbot lautend auf 

den Beschuldigten, datierend vom 26. Juni 2020, wobei der Beschuldigte seine 

Unterschrift darauf verweigert hat, was ein Mitarbeiter der Stadtpolizei darauf fest-

gehalten hat (Urk. D3/3; Urk. D7/4; Urk. D15/5). Der Anklagesachverhalt ist damit 

erstellt.  

7.5. Zu Dossier 10 erklärte der Beschuldigte, er habe niemanden bespuckt 

(Urk. 42 S. 11). Weitere Aussagen hierzu tätigte er nicht. Die Auskunftsperson 

AI._____ führte hierzu aus, die Privatklägerin 4 (AJ._____) habe ihr erzählt, dass 

der Beschuldigte ihr an einem Morgen ins Gesicht gespuckt habe (Urk. D3/6 F/A 13 

i.V.m. F/A 14). Sie sei weder beim Vorfall am Morgen noch bei jenem am Abend 

dabei gewesen. Beim Vorfall am Morgen sei die Privatklägerin 4 bei der Ablösung 

sehr aufgelöst gewesen (Urk. D3/6 F/A 33 i.V.m. F/A 34). Die Ausführungen der 

Auskunftsperson AI._____ bezüglich das Spucken betreffen damit grundsätzlich ei-

nen Vorfall an einem Morgen und damit nicht jenen in Dossier 10 zur Anklage ge-

brachten Vorfall, da dieser sich am Abend ereignet haben soll. Zu diesem führte sie 

lediglich aus, nicht dabei gewesen zu sein. Sodann ergibt sich aus dem Polizeirap-

port, dass die Polizei am 3. August 2020 zum Café AH._____ ausrückte, da der 

Beschuldigte sich dort in Missachtung des Hausverbots, welches bei den Akten 

liegt und dem Beschuldigten eröffnet worden war (Urk. D3/3; Urk. D7/4; Urk. D15/5) 

aufhielt, wobei sie ihn dort auch antrafen (Urk. D10/1). Damit ist erstellt, dass der 

Beschuldigte zum Tatzeitpunkt in Missachtung des Hausverbots vor Ort war. 

Hingegen ist nicht erstellt, dass der Beschuldigte die Geschädigte AJ._____ an-

spuckte, da diese nicht befragt wurde, die Auskunftsperson AI._____ sich zum zur 

Anklage gebrachten Vorfall nicht äussern konnte und der Beschuldigte dies bestritt. 

7.6. Bezüglich Dossier 12 konnte der Beschuldigte vor Ort durch die Polizei nicht 

angetroffen werden (Urk. D12/1), sodann liegen keine verwertbaren Aussagen 

-   33   -

eines Zeugen bei den Akten, der den Vorfall gesehen hat. Der Beschuldigte selbst 

bestritt den Sachverhalt (Urk. 42 S. 12) und die Auskunftsperson AI._____ führte 

aus, sie sei bei diesem Vorfall nicht anwesend gewesen (Urk. D3/6 F/A 37). Damit 

lässt sich der Sachverhalt von Dossier 12 nicht erstellen.

7.7. Bezüglich Dossier 15 gab der Beschuldigte zu, die Bar betreten zu haben 

(Urk. D15/3 F/A 1), wobei die Polizei ihn vor Ort auch antraf (Urk. D15/1). Der 

Beschuldigte erklärte zwar, vom Hausverbot nichts gewusst zu haben (Urk. D15/3 

F/A 3), was in Anbetracht der Tatsache, dass dieses durch einen Polizisten in 

seinem Beisein unterzeichnet wurde, da er die Unterschrift darauf verweigerte, 

jedoch unglaubhaft ist (Urk. D15/5). Der Anklagesachverhalt ist damit erstellt. 

7.8. Bezüglich Dossier 45 liegen keine verwertbaren Aussagen vor, die den 

Beschuldigten belasten würden. Die Auskunftsperson AI._____ konnte sich hierzu 

nicht äussern (Urk. D3/6 F/A 45), der Beschuldigte sagte auch nichts dazu und der 

Meldeerstatter wurde nie befragt. Einzig belegt ist damit, dass die Polizei an jenem 

Tag ausrückte, wobei sie ihn vor Ort nicht antraf (Urk. D45/1). Der Anklagesach-

verhalt lässt sich damit nicht erstellen. 

8. Hausfriedensbrüche betreffend das AK._____-areal, die AL._____-bar, das 
AM._____, die Bar AN._____, die Fachschule AO._____ sowie das Sozial-
zentrum AP._____ (Diverse Dossiers)

8.1. Anklagevorwürfe

Hinsichtlich der diversen Anklagevorwürfe betreffend Hausfriedensbruch im 

AK._____-areal, in der AL._____-bar, im AM._____, in der Bar AN._____, auf dem 

Areal der Fachschule AO._____ sowie im Sozialzentrum AP._____ kann vollum-

fänglich auf die Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 90 S. 79-83, 

E. II.E.17.2.,17.4.,17.6.,17.8., 17.10. und 17.12.).

8.2. AK._____-areal

8.2.1. Zu Dossier 1 befragt führte der Beschuldigte aus, sich weder an das Haus-

verbot noch den Vorfall erinnern zu können (Urk. 3/1 F/A 3 i.V.m. F/A 5). Bezüglich 

Dossier 2 äusserte er sich dahingehend, dass er im Quartier wohne und sich unge-

-   34   -

recht behandelt fühle (Urk. D2/3 F/A 1). Er akzeptiere das Hausverbot nicht 

(Urk. D2/3). Betreffend Dossier 5 meinte er, er habe das AK._____-areal betreten, 

weil er hier wohne. Dies sei sein Quartier (Urk. D5/4 F/A 2). An das Hausverbot 

erinnere er sich nicht (Urk. D5/4 F/A 3). Zu Dossier 18 führte er auf die Frage, wes-

halb er das AK._____-areal betreten habe, aus, es sei schön dort (Urk. D28/3 

F/A 2). Bezüglich Dossier 25 bestritt er dort gewesen zu sein (Urk. D25/3 F/A 1). 

Betreffend Dossier 16 führte er aus, er wohne in der Nähe und habe da sein wollen 

(Urk. D16/4 F/A 1). An das Hausverbot könne er sich nicht erinnern (Urk. D16/4 

F/A 3). Zu Dossier 31 befragt führte er aus, das Hausverbot sei ihm egal 

(Urk. D31/5 F/A 3). Hinsichtlich Dossier 32 erklärte der Beschuldigte, nie bei der 

Bar gewesen zu sein (Urk. D32/3 F/A 2). Bezüglich Dossier 33 äusserte der Be-

schuldigte sich dahingehend, dass er das Kino & Bar AQ._____ betreten habe, weil 

es sein Quartier sei. Er wohne in der Nähe (Urk. D33/3 F/A 2). Zu Dossier 73 führte 

der Beschuldigte aus, er habe das AK._____-areal wegen der Sonne betreten 

(Urk. D73/3 F/A 2). Hinsichtlich Dossier 24 meinte er, er wisse, dass er das 

AK._____-areal trotz bestehendem Hausverbot betreten habe (Urk. D24/3 F/A 1). 

Anlässlich seiner Befragung an der Hauptverhandlung führte der Beschuldigte all-

gemein aus, er habe ein Hausverbot von der Bar. Er gehe aber auf den Flohmarkt 

wie alle anderen auch. Die AK._____ sei ein grosses Areal (Urk. 42 S. 12). Anläss-

lich der Berufungsverhandlung erklärte er schliesslich, manchmal sei er zur … ge-

gangen, sei dort gesessen und zur Bar gegangen. Diese sei leer gewesen. Sie 

habe ihn gefragt, ob er etwas trinken wolle, worauf er mit nein geantwortet und 

gesagt habe, dass er gleich wieder zurückkomme. Er habe dann die Toilette be-

nutzt. Als er zurückgekommen sei, habe sie ihn erneut gefragt, ob er etwas trinken 

wolle, worauf er gemeint habe, nein, das nächste Mal dann. Sie habe dann gesagt, 

sie würde die Polizei rufen, was sie dann auch gemacht habe (Urk. 144 S. 10). 

8.2.2. Bei den Akten befinden sich die durch die AR._____ Security Services GmbH 

ausgestellten Hausverbote über das AK._____-areal vom 2. März 2020, 22. Juni 

2020 und 26. Juni 2020, wobei der Beschuldigte lediglich das erste unterzeichnete 

und auf den beiden weiteren die Unterschrift verweigerte, wobei ihm diese im Bei-

sein eines Polizeibeamten übergeben wurden (Urk. 4/1; Urk. D2/4 S. 1-2; 

Urk. D5/5; Urk. D11/5; Urk. D14/4; Urk. D16/5; Urk. D18/3 Urk. D19/5-6; 

-   35   -

Urk. D22/3; Urk. D23/3; Urk. D24/5; Urk. D25/6; Urk. D29/2; Urk. D33/4-5; 

Urk. 34/3 S. 2; Urk. 34/4; Urk. D71/3; Urk. D7/4; Urk. 46/4). Weiter bei den Akten 

liegt eine Vollmacht der Stadt Zürich, welche die AR._____ Security Services 

GmbH unter anderem zur Umsetzung des Hausrechts ermächtigt (Urk. D2/4 S.3; 

Urk. D5/3; Urk. D16/3 S. 2; Urk. D19/3 S. 2; D31/4 S. 1; Urk. 34/3 S. 3; Urk. D44/3 

S. 2, Urk. D46/3 S. 2) sowie eine Vollmacht von Kino & Bar AQ._____, welche die 

AR._____ Security Services GmbH unter anderem zur Umsetzung des Hausrechts 

ermächtigt (Urk. D16/3 S. 1; Urk. D19/3 S. 1; D 31/4 S. 2; Urk. 34/3 S. 1; Urk. D44/3 

S. 1; Urk. D46/3 S. 1). 

8.2.3. Bezüglich der Dossiers 1, 2, 11, 14, 16, 18, 22-26, 29, 31, 32, 34, 44, 46 und 

71 besteht je ein Polizeirapport, aus welchem hervorgeht, dass der Beschuldigte 

zu den jeweiligen Tatzeitpunkten, d.h. am 22. Juni 2020 um ca. 17.25 Uhr 

(Urk D1/1), am 26. Juni 2020 um 19.35 Uhr (Urk. D2/1), am 2. August 2020 um 

ca. 14.00 Uhr (Urk. D11/1 S. 2), am 3. August 2020 um ca. 18.40 Uhr (Urk. D14/1 

S. 2), am 10. September 2020 um ca. 22.45 Uhr (Urk. D16/1 S. 3), am 7. Septem-

ber 2020 um ca. 22.20 Uhr (Urk. D18/1 S. 3), am 19. August 2020 um ca. 14.30 Uhr 

(Urk. D19/1 S. 1 f.), am 1. September 2020 um ca. 14.40 Uhr (Urk. D22/1 S. 3), am 

16. September 2020 um ca. 16.45 Uhr (Urk. D23/1 S. 2), am 12. September 2020 

um 22.00 Uhr (Urk. D24/1 S. 3), am 22. Oktober 2020 um ca. 20.30 Uhr (Urk. D25/1 

S. 2), am 13. Oktober 2020 um 22.15 Uhr (Urk. D26/1 S. 2 f.), am 11. Oktober 2020 

um ca. 18.30 Uhr (Urk. D29/1 S. 2), am 20. Oktober 2020 um 21.08 Uhr (Urk. D31/1 

S. 3), am 13. Oktober 2020 um 18.57 Uhr (Urk. D32/1 S. 3), am 9. September 2020 

um ca. 12.30 Uhr (Urk. D34/1 S. 2), am 9. November 2020 um ca. 20.35 Uhr 

(Urk. D44/1 S. 2), am 17. Oktober 2020 um 17.40 Uhr (Urk. D46/1 S. 2) und am 

1. März 2021 um 19.10 Uhr (Urk. D71/1 S. 2) auf dem AK._____-areal durch die 

Polizei angetroffen werden konnte.  

8.2.4. Würdigung

Bei den Akten liegen für die Tatzeiträume gültige gegen den Beschuldigten aus-

gesprochene Hausverbote für das AK._____-areal. Aus den Polizeirapporten der 

Dossiers 1, 2, 11, 14, 16, 18, 19, 22-26, 29, 31, 32, 34, 44, 46 und 71 geht sodann 

hervor, dass der Beschuldigte noch auf dem AK._____-areal oder dabei dieses zu 

-   36   -

verlassen durch die Polizei angetroffen werden konnte, womit der Sachverhalt 

bezüglich dieser Dossiers ohne Weiteres erstellt ist. Bezüglich der Dossiers 2, 5, 

16, 24, 28, 31, 33 und 73 zeigte der Beschuldigte sich sodann geständig, womit 

zusätzlich die Dossiers 5, 28, 33 und 73 als erstellt zu betrachten sind. 

8.3. AL._____-bar

8.3.1. Bei den Akten liegt ein für die Tatzeitpunkte der Dossiers 4, 6, 9, 20, 21 und 

27 gültiges Hausverbot der AL._____-bar (Urk. D4/3; Urk. D6/3; Urk. D9/4; 

Urk. D20/3; Urk. D21/3; Urk. D27/4). Dieses wurde dem Beschuldigten im Beisein 

der Polizei eröffnet (Urk. D6/1 S. 2). Aus den Polizeirapporten zu den Dossiers 6 

und 9 ergibt sich sodann, dass der Beschuldigte zum Tatzeitpunkt vor Ort bei der 

AL._____-bar durch die Polizei angetroffen werden konnte (Urk. D6/1 i.V.m. 

Urk. D9/1), weshalb der Sachverhalt bezüglich der Dossiers 6 und 9 ohne weiteres 

erstellt ist. 

8.3.2. Die Privatklägerin 5 erklärte, dass es zutreffend sei, dass der Beschuldigte 

sich bei sämtlichen Vorfällen in der AL._____-bar oder deren Aussenbereich auf-

gehalten habe (Urk. 70/3 F/A 50). Aus den Polizeirapporten zu den Dossiers 4, 20, 

21 und 27 geht sodann hervor, dass sie jeweils die Einsatzkräfte gerufen hat 

(Urk. D4/1 S. 2; Urk. D20/1 S. 2; Urk. D21/1 S. 2; Urk. 27/1 S. 2), womit ihre dies-

bezügliche Aussage als glaubhaft einzustufen ist, wenngleich sie sich nicht an 

jeden Vorfall im Detail erinnern konnte. So konnte sie sich an den Vorfall bezüglich 

Dossier 4 erst nach Vorlage des Polizeirapports erinnern (Urk. D70/3 F/A 43). 

Bezüglich Dossier 20 führte sie aus, sie wisse nicht, ob es der Abend gewesen sei, 

an dem sie an einem Tisch in der Nähe gesessen oder an dem Abend gewesen 

sei, an dem er auf einem Bänkli gesessen habe (Urk. D70/3 F/A 47). Zu Dossier 27 

führte sie sodann aus, dies könnte vom Datum her der Abend gewesen sein, an 

dem sie in der Nähe gesessen habe. Er sei nicht besonders aufgefallen (Urk. D70/3 

F/A 49). Sie äusserte sich damit zu diesen Dossiers äusserst zurückhaltend und 

gab zu, gewisse Dinge nicht mehr genau zu wissen (Urk. 70/3 F/A 45 i.V.m. F/A 46 

und F/A 47). Hinsichtlich ihrer Ausführungen zu Dossier 70, die gleichzeitig 

Dossier 21 betreffen, kann sodann vollumfänglich auf die dortigen Erwägungen 

verwiesen werden (E. II.A.12.). An diesen Vorfall konnte sie sich nachvollzieh-

-   37   -

barerweise deutlich detaillierter erinnern. Ihre Aussagen erscheinen glaubhaft. Der 

Beschuldigte gestand zwar zunächst ein, das Hausverbot missachtet zu haben und 

immer wieder in der AL._____-bar zu sein (Urk. 3/22 F/A 6). Er bestritt dies jedoch 

später, indem er anlässlich der Hauptverhandlung ausführte, er gehe nicht in die 

Bar rein. Es sitze jeweils auf einem mindestens 100 Meter entfernten Bänkli 

(Urk. 42 S. 13). Seine Aussagen sind damit weder konstant noch detailliert. Sie sind 

sodann teilweise dadurch objektiv widerlegt, dass er durch die Polizei vor Ort 

angetroffen werden konnte (bzgl. Dossier 6 und 9). Seine Aussagen erscheinen 

damit unglaubhaft. Aufgrund der glaubhaften Aussagen der Privatklägerin 5, dem 

in den Akten liegenden Hausverbot sowie den Feststellungen in den Polizeirappor-

ten ist damit auch der Sachverhalt bezüglich der Dossiers 4, 20, 21 und 27 ankla-

gegemäss erstellt. 

8.4. AM._____

Bei den Akten befindet sich ein für die beiden Tatzeitpunkte gültiges Hausverbot 

gegenüber dem Beschuldigten, welches ihm im Beisein der Polizei übergeben 

wurde (Urk. D8/3; Urk. D13/5). Bezüglich Dossier 13 konnte er sodann noch vor Ort 

durch die Polizei angetroffen werden (Urk. D13/1 S. 3). Er gab zudem zunächst 

auch zu, im AM._____ gewesen zu sein (Urk. D13/4 F/A 1), erklärte jedoch später, 

er sei nur bei der Treppe beim AS._____-Kino gewesen, wo er sein Bier getrunken 

habe (Urk. 42 S. 13). Seine Aussagen waren daher weder konstant noch wider-

spruchsfrei. Letztere Aussage ist sodann durch die Feststellung der Polizei objektiv 

widerlegt. Bezüglich Dossier 8 konnte der Beschuldigte hingegen weder vor Ort 

durch die Polizei angetroffen werden (Urk. D8/1 S. 2) noch befinden sich verwert-

bare Aussagen hierzu in den Akten. Damit kann der Sachverhalt gemäss Dossier 

8 nicht erstellt werden. Der Sachverhalt gemäss Dossier 13 ist hingegen ohne wei-

teres anklagegemäss erstellt. 

8.5. Bar AN._____

Aus dem Polizeirapport zu Dossier 17 ergibt sich zwar implizit, dass der Beschul-

digte zumindest in der Nähe durch die Polizei angetroffen wurde, zumal sie eine 

Kurzeinvernahme mit ihm durchführte (Urk. 17/1 i.V.m. Urk. 17/3). Anlässlich dieser 

-   38   -

erklärte er, bei der Bushaltestelle gewesen zu sein (Urk. D17/3 F/A 2). Es bleibt 

damit offen, wo genau die Polizei ihn angetroffen hat. Mangels verwertbarer Aus-

sage des Meldeerstatters oder eines anderen Zeugen lässt sich der Sachverhalt 

damit nicht erstellen. Anlässlich der Berufungsverhandlung führte der Beschuldigte 

zwar aus, die Toilette der Bar AN._____ benutzt zu haben (Urk. 144 S. 13). Ob dies 

zum Tatzeitpunkt war oder allenfalls der Auslöser für das Hausverbot war, blieb 

jedoch unklar. Aus den Akten ergibt sich im Übrigen auch nicht, dass der Beschul-

digte Kenntnis vom Hausverbot hatte. Bei den Akten befindet sich zwar ein solches 

für die Bar AN._____ vom 2. September 2020. Dieses wurde jedoch lediglich von 

der Geschäftsführung der AT._____ AG unterzeichnet (Urk. D17/4). Ein Empfangs-

nachweis liegt nicht bei. Daher lässt sich der Sachverhalt von Dossier 17 nicht er-

stellen. 

8.6. Fachschule AO._____

Bei den Akten liegt ein Hausverbot der Stadt Zürich, welches das gesamte Areal 

des Schulhauses S._____ betrifft und am 8. April 2021 gegen den Beschuldigten 

ausgesprochen wurde. Dieser bestätigte die Kenntnisnahme am Abend des 9. April 

2021 (Urk. D74/4; Urk. D75/3; Urk. D80/3). Bezüglich der Dossiers 74 und 80 

wurde der Beschuldigte sodann zu den Tatzeitpunkten jeweils vor Ort auf dem 

Areal des Schulhauses S._____ bzw. der Fachschule AO._____ durch die Polizei 

angehalten (Urk. D74/1 S. 2 i.V.m. Urk. D80/1 S. 2), weshalb die Dossiers 74 und 

80 ohne Weiteres anklagegemäss erstellt sind. Mangels verwertbarer Aussagen 

zulasten des Beschuldigten bzw. eines Geständnisses desselben lässt sich der 

Sachverhalt gemäss Dossier 75 hingegen nicht anklagegemäss erstellen, denn der 

Beschuldigte konnte vor Ort nicht durch die Polizei angetroffen werden (Urk. D75/1 

S. 2).

8.7. Sozialzentrum AP._____

Der Beschuldigte bestreitet während dem Monat, währenddessen für ihn ein Haus-

verbot gegolten habe, beim Sozialzentrum AP._____ gewesen zu sein (Urk. 42 

S. 14). Wenngleich der Beschuldigte vor Ort durch die Polizei angetroffen werden 

konnte (Urk. D81/1 S. 2) und ein für diesen Zeitraum gültiges Hausverbot vorlag 

-   39   -

(Urk. D81/4), ist nicht belegt, dass der Beschuldigte von diesem je Kenntnis erlangt 

hat. Bei den Akten befindet sich lediglich ein von der Stadt Zürich gegenüber dem 

Beschuldigten ausgestelltes und vom 14. April 2021 bis zum 31. Mai 2021 gültiges 

Hausverbot für das Sozialzentrum AP._____ (Urk. D81/4). Ein Empfangsbeleg 

oder ähnliches liegt hingegen nicht bei. Wie sich aus den Akten ergibt verfügte der 

Beschuldigte aufgrund seiner renitenten Art offenbar teilweise über mehrere für 

unterschiedliche Zeiträume gültige Hausverbote derselben Örtlichkeiten. Es ist 

daher nicht auszuschliessen und erscheint durchaus wahrscheinlich, dass dies hier 

ebenfalls der Fall war. Er sprach denn auch von einem Hausverbot für das Sozial-

zentrum, welches einen Monat gültig gewesen sei, von welchem er offenbar Kennt-

nis hatte (Urk. 42 S. 14). Das bei den Akten liegende Hausverbot ist hingegen für 

mehr als einen Monat gültig. Es ist damit im Zweifel zugunsten des Beschuldigten 

davon auszugehen, dass es sich hierbei um ein anderes Hausverbot handelt, von 

welchem der Beschuldigte keine Kenntnis hatte. Der Sachverhalt von Dossier 81 

ist damit bezüglich der Kenntnisnahme des Hausverbots nicht erstellt. 

9. Vergehen gegen das Tierschutzgesetz (Dossier 82)

9.1. Die amtliche Verteidigung machte hinsichtlich Dossier 82 geltend, man sehe 

auf dem Video nicht, ob der Beschuldigte die Hündin getroffen habe, da ein Fahr-

gast die Sicht versperre. Es sei daher nicht klar, ob die Hündin nur zurückgewichen 

sei, weil sich der Fuss des Beschuldigten in ihre Richtung bewegt habe oder weil 

sie tatsächlich getroffen worden sei. Die Bewegung sei nämlich nicht besonders 

schnell erfolgt, weshalb nicht auszuschliessen sei, dass die Hündin den sich ihr 

nähernden Fuss gesehen habe und daher zurückgewichen sei. Der Beschuldigte 

sei deshalb in dubio pro reo freizusprechen (Urk. 145 S. 7). 

9.2. Bezüglich Anklagevorwurf (Urk. 90 S. 67 E. II.E.11.1.), Aussagen des 

Beschuldigten (Urk. 90 S. 67 E. II.E.11.2.1.-11.2.2.) und Ausführungen zu den 

Bildern und dem Überwachungsvideo (Urk. 90 S. 68 E. II.E.11.3.1.-11.3.2.) kann 

auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden. Zusammen-

fassend und teilweise ergänzend gilt es Nachfolgendes festzuhalten: 

9.3. Der Beschuldigte hat zugegeben, die Person auf dem Überwachungsvideo 

-   40   -

zu sein (Urk. 3/15 F/A 36), erklärte jedoch, es habe sich um eine normale Bewe-

gung aufgrund der Bewegung des Busses gehandelt (Urk. 3/15 F/A 40). Er habe 

die Hündin nicht getreten (Urk. 3/15 F/A 34 und Urk. 42 S. 14). Die Hündin habe 

von alleine reagiert. Vielleicht habe sie vor seinem Geruch Angst gehabt (Urk. 42 

S. 14). Auf dem Überwachungsvideo ist eindeutig der Beschuldigte erkennbar, wie 

er gezielt in Richtung Kopf der Hündin tritt, wobei die Bewegung nicht aufgrund der 

Bewegung des Busses aus dem Verlust des Gleichgewichts o.ä. heraus geschah. 

Der Kopf der Hündin wird auf den Videoaufnahmen zwar durch eine Drittperson 

verdeckt, aufgrund der Proportionen muss sich dieser jedoch genau beim Fuss des 

Beschuldigten befunden haben. Die Hündin wich denn auch unmittelbar nach dem 

erfolgten Tritt zurück. Der Hundehalter reagierte ebenfalls umgehend und packte 

den Beschuldigten an den Schultern (Urk. D82/5). Diese Reaktionen lassen sich 

denn auch nicht anders als durch den Tritt des Beschuldigten gegen den Kopf der 

Hündin erklären. Dass diese von seinem Geruch Angst gehabt haben soll, ist 

schlicht nicht nachvollziehbar. Aufgrund des zeitlichen Ablaufs ist klar, dass die 

Hündin – entgegen der Vermutung der amtlichen Verteidigung – auch nicht in 

Antizipation des sich nähernden Fusses des Beschuldigten zurückwich. Die Aus-

führungen des Beschuldigten und Annahmen der amtlichen Verteidigung sind mit-

tels Videoaufzeichnung widerlegt. Daher ist rechtsgenügend erwiesen, dass der 

Beschuldigte die Hündin mit dem Fuss gegen den Kopf getreten hat. Der Anklage-

sachverhalt ist erstellt.

10. Sexuelle Belästigung zulasten der Privatklägerinnen AU._____ und R._____ 
(Dossier 37) 

10.1. Hinsichtlich den Anklagevorwurf kann auf die Ausführungen der Vorinstanz 

verwiesen werden (Urk. 90 S. 32 E. II.E.3.1.). Auch auf die Ausführungen bezüglich 

der Aussagen des Beschuldigten sowie der Privatklägerinnen 10 und 7 (Urk. 90 

S. 31-35 E. II.E.2, 3.2.1, 3.3.-3.7.), die Erwägungen zu deren Glaubwürdigkeit 

sowie zur Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen kann verwiesen werden (Urk. 90 S. 35 f. 

E. II.E.3.8.1-3.8.4.). Zusammenfassend und teilweise ergänzend gilt es sodann 

was folgt auszuführen: 

-   41   -

10.2. Der Beschuldigte sagte konstant und widerspruchsfrei aus. Er erklärte, vom 

Einkaufen gekommen und zwei schwere Taschen bei sich gehabt zu haben und 

sich beim Brunnen vor dem Café AV._____ zwischen die Beine gefasst zu haben. 

Befriedigt habe er sich jedoch nicht (Urk. 3/18 F/A 3). Die Privatklägerinnen 7 

(AU._____) und 10 (R._____) führten hingegen übereinstimmend aus, gemeinsam 

draussen im Café AV._____ gesessen zu haben, als der Beschuldigte zu ihnen an 

den Tisch gekommen sei und begonnen habe, sich mit einer Hand zu befriedigen. 

Die Privatklägerin 10 habe daraufhin begonnen zu schreien und gesagt, er solle 

aufhören. Dem habe er keine Folge geleistet (Urk. D37/3 F/A 3 i.V.m. F/A 5 und 

F/A 7; Urk. D37/4 F/A 17 i.V.m. F/A 21; Urk. D37/5 F/A 6-7 i.V.m. Urk. D37/6 

F/A 15). Er sei erregt gewesen (Urk. D37/4 F/A 18 i.V.m. Urk. D37/6 F/A 16 und 

F/A 18). Sie hätten sich sexuell belästigt gefühlt (Urk. D37/4 F/A 9 i.V.m. Urk. D37/5 

F/A 12). Die Ausführungen der Privatklägerinnen und des Beschuldigten stimmen 

also insofern überein, als er zum Tatzeitpunkt beim Café AV._____ war und sich 

zwischen die Beine gefasst hat, wobei der Beschuldigte meinte, sich nicht befriedigt 

zu haben. Er nahm sodann wahr, dass die Privatklägerin 10 schrie (Urk. 3/18 

F/A 3). Damit ist aufgrund der übereinstimmenden Aussagen aller Beteiligten er-

stellt, dass der Beschuldigte sich am Tatort befunden, zwischen die Beine gegriffen 

und die Privatklägerin 10 geschrien hat. 

10.3. Die Privatklägerinnen 7 und 10 äusserten sich insgesamt konstant, detail-

reich und widerspruchsfrei. Ihre Aussagen divergieren in deren Wortwahl und 

wirken dadurch nicht abgesprochen. Ihre jeweiligen Schilderungen lassen sich 

ohne weiteres miteinander in Einklang bringen, wobei es zu beachten gilt, dass die 

beiden sich, zumindest kurz nach dem Vorfall, noch über diesen ausgetauscht 

haben (Urk. D37/4 F/A 14 i.V.m. Urk. D37/6 F/A 44). Sie belasteten den Beschul-

digten zwar beide, taten dies jedoch nicht unnötig stark. So erklärten beide, dass 

er sie nicht berührt und die Hose immer anbehalten habe bzw. dass sie sein Glied 

nicht gesehen hätten (Urk. D37/3 F/A 8 i.V.m. Urk. D37/4 F/A 19, F/A 27-28, 

Urk. D37/5 F/A 11 und Urk. D37/6 F/A 17-18 und F/A 26-27). Sie gaben beide zu, 

wenn sie etwas nicht mehr wussten oder sich nicht sicher waren. So erklärte etwa 

die Privatklägerin 7, nicht mehr genau zu wissen, wie lange es gedauert habe, bis 

die Polizei vor Ort gewesen sei. Sie könne auch nicht sagen, wie lange der Be-

-   42   -

schuldigte sich befriedigt habe (Urk. D37/6 F/A 28-29). Auch die Privatklägerin 10 

erklärte, sie wisse nicht, wie lange es gegangen sei (Urk. D37/4 F/A 17). Beide 

schilderten eindrücklich ihre Gefühlslage. So erklärte die Privatklägerin 10, sie habe 

verschiedene Dinge, wie Wut, Scham und Ekel empfunden. Es sei sehr unange-

nehm gewesen. Sie habe sich bedroht gefühlt, nachdem er nicht gegangen sei, 

obwohl sie ihm dies mehrfach gesagt hätten (Urk. D37/4 F/A 24). Die Privatkläge-

rin 7 schilderte, perplex und schockiert gewesen zu sein (Urk. D37/6 F/A 22). Sie 

sei sich angegriffen vorgekommen (Urk. D37/6 F/A 31). Die Äusserungen der 

Privatklägerinnen 7 und 10 wirken insgesamt äusserst glaubhaft. So lässt sich denn 

auch erklären, warum die Privatklägerin 10 geschrien hat, von dem auch der 

Beschuldigte berichtet. Durch seine Version ist dies schlicht nicht nachvollzieh- 

bzw. erklärbar. Seine Ausführungen sind diesbezüglich unglaubhaft. Damit ist auch 

erstellt, dass der Beschuldigte vor den beiden Privatklägerinnen 7 und 10 über den 

Hosen an seinen Schritt griff und daran rieb, als würde er sich befriedigen, wobei 

die Schilderungen der Privatklägerinnen dahingehend zu deuten sind, dass er dies 

nicht nur simulierte, was jedoch von der Anklage nicht umfasst ist. Der Sachverhalt 

ist damit aufgrund der glaubhaften Aussagen der Privatklägerinnen 7 und 10 an-

klagegemäss erstellt.

11. Sexuelle Belästigung zulasten der Privatklägerin L._____ (Dossier 40)

11.1. Hinsichtlich den Anklagevorwurf kann auf die Ausführungen der Vorinstanz 

verwiesen werden, wobei vorliegend nur noch der die Privatklägerin 9 (L._____) 

betreffende Teil relevant ist, da der Freispruch hinsichtlich der Privatklägerinnen 

C._____ und D._____ nicht angefochten wurde (Urk. 90 S. 36 E. II.E.4.1.). Auch 

bezüglich Aussagen des Beschuldigten, der Privatklägerin 9 und der Auskunftsper-

son AI._____ (Urk. 90 S. 31 f. und S. 36-38 E. II.E.2. und E. II.E.4.2.1-4.2.5.) und 

auf die Ausführungen zu deren Glaubwürdigkeit sowie zur Glaubhaftigkeit ihrer 

Aussagen kann auf die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 90 

S. 38 E. II.E.4.3.1.-4.3.4.). Zusammenfassend und teilweise ergänzend gilt es was 

folgt auszuführen: 

11.2. Der Beschuldigte äusserte sich in seinen Befragungen kaum zum Sachver-

halt gemäss Anklage. Er erklärte lediglich, die Privatklägerin 9 sei eine Arme 

-   43   -

(Urk. 3/23 F/A 2). Er habe nie eine Frau berührt oder angesprochen (Urk. 42 S. 15). 

Die Privatklägerin 9 schilderte hingegen, der Beschuldigte habe sich zunächst 

durch seine Hosen an seine Genitalien gefasst und bei jedem Tisch gehalten. Als 

er bei ihr angelangt sei, hätten sie und ihre Begleitungen diesen zunächst ignoriert. 

Der Beschuldigte habe weiter rumgeschrien und sich über den Hosen befriedigt. Er 

habe gesagt, er wisse schon, welche von den Dreien er heute ficke. Er habe immer 

mit seiner Zunge über die Lippen geleckt. Sie hätten ihn dann gebeten, sich zu 

entfernen, was er nicht getan habe. Er habe dann begonnen, seine Hosen aufzu-

machen und habe seine Genitalien in der Hand gehabt. Sie sei dann aufgesprun-

gen und habe ihn angeschrien, nun sei fertig. Als sie die Polizei gerufen habe, sei 

er weggegangen (Urk. D40/7 F/A 12). 

11.3. Die Aussagen des Beschuldigten sind damit sehr knapp und unspezifisch. 

Die Aussagen der Privatklägerin 9 hingegen sind detailliert und widerspruchsfrei. 

Sie belastet den Beschuldigten zwar, tut dies jedoch nicht unnötig stark. So erklärte 

sie beispielsweise, er habe sie nicht berührt (Urk. D40/7 F/A 13). Sie schilderte ihre 

Emotionslage detailliert und nachvollziehbar. So führte sie etwa aus, sie habe sich 

unwohl gefühlt und gedacht, am besten ignorieren, dann passiere ihr nichts. Sie 

habe wenig Reaktion zeigen wollen, damit er nicht näher komme. Als er dann so 

nahe gekommen sei, habe sie Angst gehabt (Urk. D40/7 F/A 19). Ihre Aussagen 

sind glaubhaft. Man kommt sodann nicht umhin als zu bemerken, dass die Schilde-

rung der Vorgehensweise des Beschuldigten durch die Privatklägerin 9 ins Schema 

bzw. den Modus Operandi des Beschuldigten zu passen scheint, vergleicht man 

diese mit den Schilderungen über dessen Vorgehen der beiden Privatklägerinnen 7 

und 10 bezüglich Dossier 37. Diese erfolgten schliesslich gänzlich unabhängig von-

einander. Die Privatklägerin 9 hat sich jedoch nicht dahingehend geäussert, dass 

der Beschuldigte ihr gesagt habe, er werde ihr zeigen, wie er ficke. Dies lässt sich 

daher nicht erstellen. Der restliche Sachverhalt bezüglich die Privatklägerin 9 lässt 

sich hingegen anklagegemäss erstellen.

12. Sexuelle Belästigung zulasten der Privatklägerin AW._____ (Dossier 70)

12.1. Die amtliche Verteidigung monierte bezüglich Dossier 70, die Privat-

klägerin 5, habe keine detaillierten sondern nur allgemeine Angaben über den 

-   44   -

Vorfall machen können. Diese habe ausgesagt, dass sie es nicht mehr genau 

wisse. Der Vorfall sei schon zwei Jahre her (Urk. 145 S. 6). 

12.2. Hinsichtlich Anklagevorwurf (Urk. 90 S. 40 f. E. II.E.6.1.) und Aussagen des 

Beschuldigten sowie der Privatklägerin 5 (AW._____) kann vollumfänglich auf die 

Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 90 S. 31 f. und S. 41 f. 

E. II.E.2. und E. II.E.6.2.1-6.2.4.). Auch auf die Ausführungen der Vorinstanz zu de-

ren Glaubwürdigkeit sowie zur Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen kann verwiesen wer-

den (Urk. 90 S. 42 f. E. II.E.6.3.1.-6.3.4.). Zusammenfassend und teilweise 

ergänzend gilt es was folgt auszuführen: 

12.3. Der Beschuldigte bestritt den Sachverhalt pauschal, indem er ausführte, die 

Privatklägerin 5 nicht zu kennen. Er erklärte sodann, es gehe nicht um Sex, sondern 

Kokain (Urk. 3/22 F/A 4-5). Die Privatklägerin 5 führte hingegen aus, der Beschul-

digte habe – aus Reaktion auf ihren Hinweis, dass er Hausverbot habe – Stossbe-

wegungen in ihre Richtungen gemacht, wie wenn man in der Missionarsstellung 

Sex habe (Urk. D70/3 F/A 14-16). Er habe zudem sexualisierte Zungenbewegun-

gen gemacht, die an sie gerichtet gewesen seien (Urk. D70/3 F/A 12 i.V.m. F/A 17) 

und habe sie als Schlampe betitelt (Urk. D70/3 F/A 12). Sie habe sich belästigt 

sowie eingeschüchtert gefühlt und habe ihn aufgefordert zu gehen (Urk. D70/3 

F/A 53 i.V.m. F/A 54). 

12.4. Der Beschuldigte bestritt damit den Sachverhalt zwar konstant, tat dies 

jedoch pauschal ohne detaillierte Ausführungen zu tätigen. Die Privatklägerin 5 

äusserte sich hingegen – entgegen den Ausführungen der amtlichen Vertei-

digung – detailliert, indem sie etwa die Zungenbewegungen des Beschuldigten 

genau beschrieb. Sie erklärte hierzu, es habe sich um Bewegungen der Zunge 

zwischen einem imaginären Peace-Zeichen gehandelt, wie für den Oralsex bei 

Frauen (Urk. D70/3 F/A 12 i.V.m. F/A 17). Sie belastete den Beschuldigten mit 

ihren Aussagen zwar, tat dies jedoch nicht unnötig stark. Sie führte etwa aus, dass 

er sie nie berührt habe (Urk. D70/3 F/A 21 i.V.m. F/A 22). Sodann gab sie an, wenn 

sie etwas nicht mehr wusste. So äusserte sie sich etwa auf die Frage, wie das 

Ganze anfing, dahingehend, dass sie das nicht mehr wisse. Es wäre daher nicht 

fair, jetzt eine Aussage zu machen, an die sie sich nicht mehr genau erinnern könne 

-   45   -

(Urk. D70/3 F/A 13). Sie wollte den Beschuldigten also offensichtlich auch nicht 

unnötig belasten. Aufgrund der glaubhaften Aussagen der Privatklägerin 5 lässt 

sich der Sachverhalt, so wie er angeklagt ist, erstellen. 

13. Sexuelle Belästigung zulasten der Privatklägerin BA._____ (Dossier 89)

13.1. Hinsichtlich Anklagevorwurf kann grundsätzlich auf die Ausführungen der 

Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 90 S. 69 E. II.E.12.1.). Zu ergänzen ist, dass 

die Geschädigte den Beschuldigten gemäss Anklage auch mehrfach angeschrien 

und aufgefordert haben soll, damit aufzuhören und sie in Ruhe zu lassen (Urk. 19 

S. 14). Hinsichtlich Aussagen des Beschuldigten sowie der Privatklägerin 8 

(BA._____) kann vollumfänglich auf die Ausführungen der Vorinstanz verwiesen 

werden (Urk. 90 S. 31 f. und S. 69 f. E. II.E.2. und E. II.E.12.2.1.-12.2.3.). Auch auf 

die Ausführungen der Vorinstanz zur Glaubwürdigkeit des Beschuldigten, sowie der 

Privatklägerin 8 und zur Glaubhaftigkeit von deren Aussagen kann verwiesen 

werden. Gleiches gilt für die eigentliche Sachverhaltserstellung (Urk. 90 S. 70 f. 

E. II.E.12.4.1.-12.4.5.). Zusammenfassend und teilweise ergänzend gilt es Nach-

folgendes auszuführen: 

13.2. Der Beschuldigte führte aus, es stimme nicht, dass er sich der Privatkläge-

rin 8 in den Weg gestellt habe (Urk. 3/15 F/A 42). Er sei nie hinter einer Frau her 

gewesen, diese seien hinter ihm her (Urk. 3/15 F/A 45). Er habe nie eine Frau 

berührt oder angesprochen (Urk. 42 S. 15). Anlässlich der Berufungsverhandlung 

erklärte er, er könne sich nicht daran erinnern. Er habe eine Frau und Freundinnen. 

Die Privatklägerin 8 sei ein "Monk". Ihre Haare seien vom Schweiss ganz nass 

gewesen. Er wisse nicht, was sie gesagt habe. Es sei schade für sie (Urk. 144 S. 11 

f.). 

13.3. Die Privatklägerin 8 führte hingegen aus, sie sei dem Beschuldigten auf der 

Strasse begegnet, wo s