# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4613ae2c-0241-5144-b533-7c2c05cd0e3b
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-06-24
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 24.06.2009 D-7984/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-7984-2008_2009-06-24.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-7984/2008/dcl
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 4 .  J u n i  2 0 0 9

Richter Hans Schürch (Vorsitz), Richter Walter Lang, 
Richter Gérard Scherrer, 
Gerichtsschreiberin Eva Zürcher.

Z._______, geboren _______, Afghanistan,
vertreten durch lic. iur. Monique Bremi, 
Beratungsstelle für Asyl-, und Ausländerrecht, _______,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration BFM,
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 
13. November 2008 / N _______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-7984/2008

Sachverhalt:

A.
Der Beschwerdeführer,  ein  ethnischer  Hazara  beziehungsweise Tad-
schike aus Kandahar, verliess seinen Heimatstaat nach eigenen Anga-
ben im August 2007 und reiste über den Iran, die Türkei, Griechenland 
und Italien am 28. August 2007 unter Umgehung der Grenzkontrollen 
in die Schweiz. Am gleichen Tag reichte er ein Asylgesuch ein. Am 5. 
September  2007  wurde  er  im  Empfangs-  und  Verfahrenszentrum 
A._______ summarisch befragt. Am 30. August 2007 wurde er einer 
radiologischen Handknochenanalyse unterzogen und am 5. September 
2007 wurde ihm zum Resultat der Untersuchung das rechtliche Gehör 
sowie die Möglichkeit zu einer Stellungnahme eingeräumt. Ausserdem 
wurde ihm mitgeteilt,  dass er  infolge unglaubhaft  geltend gemachter 
Minderjährigkeit im Asylverfahren nach den Bestimmungen für erwach-
sene Personen behandelt  werde, wozu er ebenfalls Stellung nehmen 
konnte. Am 21. September  2007 führten zwei  vom BFM beauftragte 
Experten ein Gespräch mit dem Beschwerdeführer durch, gestützt auf 
welches sie am 3. Oktober 2007 zwei landeskundlich-kulturelle und lin-
guistische Analysen erstellten. Am 17. Oktober 2007 führte das BFM 
eine  direkte  Anhörung  durch.  Mit  Verfügung  vom  18. Oktober  2007 
wurde der Beschwerdeführer für den Aufenthalt während des Asylver-
fahrens dem Kanton B._______ zugewiesen. 

Der  Beschwerdeführer  legte  dar,  er  sei  minderjährig  und  habe  sein 
Heimatland  im  Kindesalter  zusammen  mit  seiner  Familie  verlassen, 
um sich im Iran aufzuhalten. Etwa im Jahr 2006 sei er nach Kandahar 
zurückgekehrt, wo er mit einer jungen Frau eine Liebesbeziehung ein-
gegangen sei. Da ihre Familie damit nicht einverstanden gewesen sei, 
hätten eines Tages der Vater und Bruder des Mädchens in der Garage, 
in  welcher  er  –  momentan  abwesend  –  sonst  gearbeitet  habe,  die 
Fensterscheibe eines Autos demoliert  und einen Arbeitskollegen ge-
schlagen. Nach seiner Rückkehr an den Arbeitsort  sei er von seinem 
Arbeitgeber beziehungsweise Partner nach Hause geschickt worden, 
wo er erfahren habe, dass  das Mädchen eine Überdosis Tabletten zu 
sich genommen und gestorben sei. Drei Tage später sei er darüber in-
formiert  worden,  dass Familienangehörige  des Mädchens noch zwei 
Mal erschienen seien und mit seiner Tötung gedroht hätten. Daraufhin 
habe er sich zur Ausreise entschlossen. 

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Der Beschwerdeführer reichte eine afghanische Identitätskarte (Tazka-
ra) zu den Akten.

B.
Mit Verfügung vom 13. November 2008 stellte das BFM fest, dass der 
Beschwerdeführer  die  Flüchtlingseigenschaft  nicht  erfülle  und lehnte 
sein Asylgesuch ab. Es verfügte seine Wegweisung aus der Schweiz 
und deren Vollzug. Es begründete seinen Entscheid im Wesentlichen 
damit, dass die Asylvorbringen den Anforderungen an die Flüchtlings-
eigenschaft nicht standhielten, weil die geltend gemachten Vorbringen 
Probleme zwischen privaten Drittpersonen darstellten und sich der Be-
schwerdeführer diesen Problemen mit der Verlegung seines Wohnsit-
zes  innerhalb  von Afghanistan  entziehen  könne. Den  Wegweisungs-
vollzug erachtete das BFM als zulässig, zumutbar und möglich. Insbe-
sondere wurde angeführt, dass nicht von einer konkreten Gefährdung 
der gesamten Bevölkerung in Afghanistan oder einer Situation allge-
meiner Gewalt auszugehen sei. Die allgemeine Sicherheitslage in eini-
gen Regionen des Landes habe sich trotz einzelner Anschläge nicht 
weiter verschlechtert. Im Übrigen habe der Beschwerdeführer angege-
ben, seine Familienangehörigen, ein Onkel und zwei Tanten, lebten in 
Kandahar und in Kabul. Damit bestehe für ihn ein vom BFM als sicher 
eingestufter  Ort,  an  welchem  er  über  ein  familiäres  Netz  und  über 
Wohnraum verfüge. Mit  den erworbenen beruflichen Erfahrungen als 
Spengler könne er sich nach seiner Rückkehr eine neue Lebensgrund-
lage aufbauen. 

C.
Mit Faxeingabe vom 12. Dezember 2008 der Rechtsvertreterin an das 
Bundesverwaltungsgericht  beantragte  der  Beschwerdeführer,  die 
Verfügung des BFM vom 13. November 2008 sei aufzuheben und die 
Sache sei zur Prüfung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Eventualiter 
sei er als Flüchtling anzuerkennen und es sei ihm Asyl zu gewähren. 
Subeventualiter sei er infolge fehlender Zulässigkeit und Zumutbarkeit 
vorläufig  aufzunehmen. In  verfahrensrechtlicher  Hinsicht  ersuchte  er 
um Gewährung der  unentgeltlichen Prozessführung,  um Verzicht  auf 
die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses  und  um  eine  siebentägige 
Nachfrist  zur  Verbesserung der  Beschwerde. Zur Begründung wurde 
im Wesentlichen vorgebracht, dass unklar geblieben sei, ob dem Be-
schwerdeführer die Verfügung des BFM vom 13. November 2008 eröff-
net  worden sei,  weil  dieser  weder ein vollständiges Exemplar dieser 
Verfügung  erhalten  noch  einen  Rückschein  unterschrieben  habe. Er 

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habe vom kantonalen Sozialamt lediglich eine Kopie der Seiten 1 und 
5 bekommen. Mit dem Gesuch um Akteneinsicht sei auch um Zusen-
dung  der  gesamten  angefochtenen  Verfügung  gebeten  worden.  Die 
vorliegende Faxbeschwerde sei unter den gegebenen Umständen le-
diglich  eingereicht  worden,  um  die  Beschwerdefrist  zu  wahren.  Die 
Rechtsvertreterin  habe erst  vor  kurzem Einsicht  in  die angefochtene 
Verfügung erhalten, weshalb innerhalb der verbleibenden kurzen Zeit 
keine materiell begründete Beschwerde habe eingegeben werden kön-
nen. 

D.
Mit Zwischenverfügung vom 19. Dezember 2008 stellte der zuständige 
Instruktionsrichter  des  Bundesverwaltungsgerichts  fest,  dass  die  am 
5. Dezember 2008 beginnende Beschwerdefrist  im Zeitpunkt des Er-
lasses der Zwischenverfügung noch nicht abgelaufen sei, und forderte 
den Beschwerdeführer auf,  bis zum Ablauf  der Beschwerdefrist  eine 
inhaltlich  und  formell  rechtsgenügliche  Beschwerdeschrift  nachzurei-
chen,  verbunden mit  der Androhung,  im Unterlassungsfall  werde auf 
die Faxbeschwerde nicht eingetreten.

E.
Mit  Eingabe  vom  15.  Dezember  2008,  welche  beim  Bundesverwal-
tungsgericht am 18. Dezember 2008 eintraf, liess der Beschwerdefüh-
rer eine Beschwerdeergänzung einreichen. Während die gestellten An-
träge  denjenigen  der  Faxbeschwerde  vom 12.  Dezember  2008  ent-
sprachen, wurde die Begründung wie folgt ergänzt: Die Vorinstanz sei 
zu Unrecht von der fehlenden Minderjährigkeit des Beschwerdeführers 
ausgegangen, weil einerseits die Altersdifferenz gemäss der durchge-
führten Handknochenanalyse innerhalb der Standardabweichung liege 
und der  Beschwerdeführer  andererseits  seine eigene  Tazkara  sowie 
Kopien des alten Passes, der neuen Tazkara, von Visa und der Impf-
karte seines Vaters nachgereicht habe. Damit sei die behauptete Min-
derjährigkeit  des  Beschwerdeführers  bewiesen,  weshalb  die  Vorin-
stanz im Zeitpunkt der Nachbefragung und der Bundesanhörung hätte 
eine Vertrauensperson zuweisen müssen. Indem sie dies unterlassen 
habe,  seien  der  Grundsatz  der  Gewährung  des  rechtlichen  Gehörs 
und  der  Anspruch  auf  unentgeltliche  Rechtsverbeiständung  verletzt 
worden.  Diese  schwerwiegenden  Verfahrensfehler  könnten  im  Be-
schwerdeverfahren nicht geheilt werden, weshalb sich eine Kassation 
aufdränge.  Zudem  könne  die  Auffassung  der  Vorinstanz,  der  Be-
schwerdeführer  könne  sich  den  geltend  gemachten  Problemen  zwi-

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schen privaten Drittpersonen durch einen Wohnortswechsel entziehen, 
nicht geteilt  werden. Angesichts der Wiedereinführung der Scharia in 
den von den Taliban wiedereroberten Gebieten Afghanistans könne er 
von den Behörden seines Heimatlandes keinen effektiven Schutz er-
warten. Damit habe er begründete Furcht, im Fall einer Rückkehr nach 
Afghanistan  ernsthaften  Nachteilen  im  Sinne  des  Asylgesetzes 
ausgesetzt zu sein. Über eine inländische Fluchtalternative verfüge er 
nicht. Ferner könnten gemäss aktueller Rechtsprechung nur Personen 
in  die  in  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen 
Asylrekurskommission  (EMARK)  2006  Nr.  19  erwähnten  Provinzen 
zurückgeführt werden. In die übrigen Provinzen sei eine Wegweisung 
unabhängig  von  der  Frage  eines  bestehenden  familiären  Netzes 
unzumutbar. Zudem habe sich die Sicherheitslage und die humanitäre 
Situation in Afghanistan seit der Publikation von EMARK 2006 Nr. 19 
in  sämtlichen Landesteilen derart  verschlechtert,  dass eine Wegwei-
sung nach Afghanistan derzeit als grundsätzlich unzumutbar bezeich-
net werden müsse, wie verschiedene Berichte zeigten. Der Beschwer-
deführer könne angesichts der geltend gemachten Verfolgung nicht zu 
seiner  Familie  zurückkehren  und  der  in  Kabul  lebende  Onkel  stelle 
kein tragfähiges Beziehungsnetz dar. Der Beschwerde lagen verschie-
dene fremdsprachige und nicht  in  eine  schweizerische Amtssprache 
übersetzte Beweismittel bei.

F.
Mit  Zwischenverfügung vom 20. Januar 2009 wurde das Gesuch um 
Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtsverbeiständung  abgewiesen 
und der Beschwerdeführer aufgefordert,  innert  angesetzter Frist eine 
Fürsorgebestätigung nachzureichen, verbunden mit der Androhung, im 
Unterlassungsfall  werde von einer fehlenden Bedürftigkeit  ausgegan-
gen.  Auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses  wurde  einstweilen 
verzichtet. Ferner wurde der Beschwerdeführer aufgefordert, innert an-
gesetzter Frist die eingereichten fremdsprachigen Beweismittel in eine 
schweizerische Amtssprache zu übersetzen und deren Originale nach-
zureichen, verbunden mit dem Hinweis, dass im Unterlassungsfall ge-
stützt auf die Aktenlage entschieden werde.

G.
Mit Eingabe vom 4. Februar 2009 (Datum Poststempel) wurde mitge-
teilt, dass der Beschwerdeführer arbeite und keine Sozialhilfe erhalte. 
Der Eingabe lagen Kopien eines Arbeitsvertrages, einer Lohnabrech-

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nung sowie Dokumente betreffend seine Herkunft samt Übersetzungen 
bei.

H.
Mit Zwischenverfügung vom 23. März 2009 wurde das BFM zur Ver-
nehmlassung eingeladen. 

I.
Das BFM beantragte in der Vernehmlassung vom 1. April 2009 die Ab-
weisung der Beschwerde. Es führte aus, dass die vom Beschwerde-
führer geltend gemachte Minderjährigkeit als unglaubhaft erachtet wer-
de, weil die Altersangabe des Beschwerdeführers nicht mit der Eintra-
gung in seiner Tazkara übereinstimme und seine Ausführungen zur an-
geführten Herkunft nicht zu überzeugen vermöchten, da er keine wich-
tigen Orte in Kandahar habe nennen können und gemäss dem Gut-
achten des Länderexperten nur sehr beschränkte Kenntnisse über den 
behaupteten Herkunftsort  Kandahar besitze. Zudem weise die einge-
reichte Tazkara offensichtliche Fälschungsmerkmale auf, da auf  dem 
Ausweispapier  verschiedene  Schriftbilder  sichtbar  seien,  welche  auf 
nachträgliche  Eintragungen  hindeuteten.  Ausserdem  stamme  der 
Stempel  oberhalb  des  Vermerks  der  ausstellenden  Behörde  infolge 
seiner sehr schlechten Qualität kaum von einer Behördenstelle. Ferner 
könnten afghanische Identitätspapiere  sehr  leicht  auf  dem Schwarz-
markt beschafft werden, weshalb ihr Beweiswert als gering einzustu-
fen sei. Die übrigen vom Beschwerdeführer eingereichten Unterlagen 
würden seinen Vater und nicht seine eigene Person betreffen und des-
halb keine Beweiskraft entfalten. Die geltend gemachte Minderjährig-
keit sei somit nicht glaubhaft. Zur Schlussfolgerung des BFM, der Be-
schwerdeführer gelte als volljährig, habe er überdies Stellung nehmen 
können, weshalb keine Verletzung des rechtlichen Gehörs vorliege. 

J.
Die Vernehmlassung wurde dem Beschwerdeführer am 3. April  2009 
mit  einem Replikrecht  zur Kenntnis gebracht. In seiner Eingabe vom 
20. April 2009 ersuchte er um Erstreckung der Frist, welche ihm still-
schweigend gewährt wurde. In seiner Stellungnahme vom 2. Mai 2009 
teilte der Beschwerdeführer mit,  er  habe seinen Bruder in Kandahar 
um ein Foto seiner Angehörigen vor Ort gebeten. Dieses werde nach 
Eintreffen an das Bundesverwaltungsgericht  weitergeleitet. Da er  Af-
ghanistan im Kindesalter verlassen und nach seiner Rückkehr im Jahr 
2006 nur während etwa 10 Monaten in Kandahar gelebt habe, sei es 

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nachvollziehbar, dass er  Kandahar nicht  gut  kenne. Mit  dem in Aus-
sicht gestellten Foto könne er hingegen belegen, dass er von dort ge-
flohen sei. Die in  der Tazkara enthaltene Angabe „16 Jahre im Jahr 
1386“, was dem Jahr 2007 entspreche, sei mit seiner Aussage, er sei 
am 19.08.1369 geboren und mithin 17 Jahre alt,  vereinbar, weil  das 
afghanische Jahr um den 21. März beginne und er am 5. September 
2007  nachbefragt  worden  sei.  In  jedem  Fall  sei  er  im  damaligen 
Zeitpunkt minderjährig gewesen. 

K.
Mit  Eingabe vom 3. Juni 2009 – beim Bundesverwaltungsgericht  am 
8. Juni 2009 eingetroffen – reichte der Beschwerdeführer verschiede-
ne Fotos und Internetauszüge, Identitätsdokumente seines Vaters und 
die Kopie der Tazkara seines Bruders J. sowie Belege einer Postsen-
dung zu den Akten. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt  das Bundesverwaltungsge-
richt Beschwerden gegen Verfügungen nach  Art. 5 des Bundesgeset-
zes vom 20. Dezember 1968 über  das Verwaltungsverfahren (VwVG, 
SR 172.021). Das Bundesamt für Migration (BFM) gehört zu den Be-
hörden nach  Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundes-
verwaltungsgerichts. Eine  das  Sachgebiet  betreffende  Ausnahme im 
Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht 
ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde 
und entscheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 des Asylgeset-
zes  vom 26. Juni 1998  [AsylG,  SR 142.31];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Die  Beschwerde  ist  form-  und  fristgerecht  eingereicht.  Der  Be-
schwerdeführer ist durch die angefochtene Verfügung berührt und hat 
ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise 
Änderung.  Der  Beschwerdeführer  ist  daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde legitimiert  (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 50 
und 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

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2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.

3.1 Der Beschwerdeführer machte in formeller Hinsicht geltend, dass 
ihm zu Unrecht keine Vertrauensperson beigeordnet worden sei, weil 
er  mit  der  Abgabe seiner  Tazkara  und der  übrigen  Beweismittel  die 
geltend gemachte Minderjährigkeit sowie seine Herkunft aus Kandahar 
belegt habe. Zudem liege die Altersdifferenz gemäss der durch-geführ-
ten  Handknochenanalyse  innerhalb  der  Standardabweichung.  Damit 
habe  die  Vorinstanz  den  Grundsatz  der  Gewährung  des  rechtlichen 
Gehörs  und  den  Anspruch  auf  unentgeltliche  Rechtsverbeiständung 
verletzt.  Da  es  sich  um  schwerwiegende  Verfahrensfehler  handle, 
könnten  sie  im  Beschwerdeverfahren  nicht  geheilt  werden,  weshalb 
sich eine Kassation aufdränge. 

3.2 Diese verfahrensrechtliche Rüge ist vorab zu prüfen, da sie allen-
falls geeignet wäre, eine Kassation der vorinstanzlichen Verfügung zu 
bewirken (vgl. EMARK 2004 Nr. 38 und 1994 Nr. 1; FRITZ GYGI, Bundes-
verwaltungsrechtspflege, 2. Aufl., Bern 1983, S. 233 mit weiteren Hin-
weisen, S. 287 und 297; ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER, Verwaltungsverfah-
ren  und  Verwaltungsrechtspflege  des  Bundes,  2. Aufl.,  Zürich  1998, 
S. 225 mit weiteren Hinweisen).

3.2.1 Ist  einer  unbegleiteten  minderjährigen  Person  kein  Vormund 
oder  Beistand  ernannt  worden  und  sind  entsprechende  vormund-
schaftliche Massnahmen seitens  der  zuständigen kantonalen Behör-
den auch nicht innert vernünftiger Frist zu erwarten, so ist der urteils-
fähigen, unbegleiteten und nicht vertretenen minderjährigen Person für 
die  Dauer  des  Asylverfahrens  eine  rechtskundige  Vertrauensperson 
beizuordnen, bevor die erste Anhörung zu den Asylgründen stattfindet 
(vgl. Art. 17 Abs. 3 AsylG; Art. 7 Abs. 3 und 5  der Asylverordnung 1 
vom 11. August  1999  über  Verfahrensfragen  [AsylV 1,  SR 142.311]; 
Art. 12 und 22 des Übereinkommens vom 20. November 1989 über die 
Rechte  des  Kindes [SR 0.107];  EMARK  2004 Nr. 30  [Grundsatzent-
scheid] und dort zitierte Rechtssprechung sowie EMARK 2005 Nr. 16). 

3.2.2 Gemäss der zitierten Praxis der ARK, welcher sich das Bundes-
verwaltungsgericht anschliesst, ist es indessen zulässig, die Frage der 

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Glaubhaftigkeit der geltend gemachten Minderjährigkeit vor  der Anhö-
rung zu den Asylgründen ohne Beizug einer Vertrauensperson zu prü-
fen, sofern Zweifel  an den Altersangaben der asylsuchenden Person 
bestehen. Dabei sind Angaben, die für und solche, die gegen die be-
hauptete  Minderjährigkeit  sprechen,  gegeneinander  abzuwägen. Be-
sonderes Augenmerk ist auf die Aussagen der betroffenen Person und 
die Abgabe respektive Nichtabgabe von Identitätspapieren zu legen. 
Erweisen sich ihre Angaben zu ihrem Alter als unglaubhaft und kann 
die  behauptete  Minderjährigkeit  im  Verlauf  des  Asylverfahrens  auch 
nicht bewiesen werden, ist es nicht zu beanstanden, dass die asylsu-
chende Person für die Anhörung zu den Asylgründen als erwachsene 
Person betrachtet und ihr infolgedessen keine Vertrauensperson zuge-
teilt wird. Kann die asylsuchende Person jedoch – auch nach der An-
hörung  ohne  Vertrauensperson  –  glaubhaft  machen  oder  beweisen, 
dass  sie  minderjährig  ist,  muss  die  Anhörung  zu  den  Asylgründen 
ohne Vertrauensperson im Nachhinein als Verletzung der für unbeglei-
tete  Minderjährige  bestehenden  Verfahrensgarantien  betrachtet  wer-
den und führt – falls das Verfahren bereits auf Beschwerdeebene ge-
führt wird – zur Kassation der angefochtenen erstinstanzlichen Verfü-
gung. 

3.2.3 Vorliegend wurde dem Beschwerdeführer  bereits  anlässlich ei-
ner ergänzenden Nachbefragung mitgeteilt, dass am angegebenen Al-
ter gezweifelt und er deswegen als erwachsene Person betrachtet wer-
de (vgl. Akte A11/4). In der Folge wurde für ihn keine Vertrauensper-
son ernannt  und das BFM führte  die  direkte  Bundesanhörung ohne 
eine solche durch. 

3.2.4 Der Beschwerdeführer machte betreffend sein Alter und die da-
mit  zusammenhängenden  Sachverhalte  unterschiedliche  Angaben: 
Gemäss  dem  Personalienblatt  soll  er  am  19. 8. 1369  (afghanischer 
Kalender) geboren sein (Akte A2/4 S. 3), was er anlässlich der sum-
marischen Erstbefragung bestätigte (Akte 1/12 S. 1). Dieses Geburts-
datum  entspricht  nach  der  europäischen  Zeitrechnung  dem 
10. November 1990. Im Zeitpunkt der Erstbefragung am 5. September 
2007 wäre der  Beschwerdeführer  somit  gemäss diesen Angaben 16 
Jahre und etwa neun Monate alt  gewesen. Dies lässt  sich hingegen 
mit seiner ebenfalls anlässlich der Erstbefragung zu Protokoll gegebe-
nen Aussage, er sei 17 Jahre alt (Akte A1/12 S. 1), nicht vereinbaren. 
Die letzte der  beiden Aussagen widerspricht  zudem der  Angabe auf 
der nachgereichten und am 2. April  2007 ausgestellten Tazkara,  ge-

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mäss welcher er im Jahr 1386 – mithin im Jahr 2007 – 16 Jahre alt 
sein soll, wie das BFM in seiner Vernehmlassung vom 1. April 2009 zu-
treffend festhielt. Dabei vermag seine Erklärung für die unterschiedli-
chen Angaben in der Stellungnahme vom 2. Mai  2009, nämlich dies 
stehe nicht  im Widerspruch,  nicht  zu überzeugen. Vielmehr stellt  sie 
eine  nicht  näher  begründete  Gegenbehauptung  dar. Im  Hinblick  auf 
diese Ungereimtheiten sind ernsthafte Zweifel an der geltend gemach-
ten Minderjährigkeit angebracht.

3.2.5 Nicht miteinander in Einklang zu bringen sind ferner die Aussa-
ge des Beschwerdeführers vom 5. September 2007, die später nach-
gereichte Identitätskarte sei vor zwei Monaten – was anfangs Juli 2007 
wäre – ausgestellt worden und das auf der Tazkara selber enthaltene 
Ausstellungsdatum,  nämlich  der  14. 1. 1386,  was  dem 3. April  2007 
entspricht.  Auch  diese  Ungereimtheit  spricht  gegen  die  behauptete 
Minderjährigkeit. Zudem ist  sie  als  erster  Hinweis auf  eine mögliche 
Fälschung der abgegebenen Tazkara zu betrachten.

3.2.6 In ihrer Vernehmlassung vom 1. April  2009 hielt  die Vorinstanz 
ferner  fest,  dass  die  eingereichte  Tazkara  offensichtlich  Fälschungs-
merkmale aufweise, weil sie einerseits verschiedene Schriftbilder ent-
halte und sich andererseits oberhalb des Vermerks der ausstellenden 
Behörde ein Stempel von sehr schlechter Qualität befinde. Dieser Ein-
schätzung schliesst sich das Bundesverwaltungsgericht an. Ergänzend 
ist  anzufügen,  dass  die  verschiedenen  Schriftbilder  auch  mit  unter-
schiedlichen Schreibutensilien und von unterschiedlicher Hand ange-
bracht  wurden,  was sich  anhand der  Strichstärke und Intensität  der 
Farbe leicht erkennen lässt. Aufgrund dieser Feststellungen ist im vor-
liegenden Fall  davon auszugehen, dass die zu den Akten gegebene 
Tazkara von verschiedenen Personen und mit unterschiedlichen Stiften 
ausgefüllt sowie mit einem unlesbaren Stempel versehen wurde, was 
von einem behördlich ausgestellten  Dokument  nicht  zu  erwarten ist. 
Die Tazkara kann unter  diesen Umständen nicht  als  authentisch be-
trachtet  werden.  Um  einer  missbräuchlichen  Weiterverwendung  des 
Beweismittels vorzubeugen, wird es gestützt auf Art. 10 Abs. 4 AsylG 
eingezogen.  Indem  der  Beschwerdeführer  im  Rahmen  des  Replik-
rechts im Beschwerdeverfahren zu den ihm vorgehaltenen Ungereimt-
heiten  hinsichtlich  der  Beschaffenheit  der  Tazkara  Stellung  nehmen 
konnte, sind die erforderlichen Verfahrensrechte gewahrt. Die fehlende 
Echtheit der nachgereichten Identitätskarte sowie die zuvor erwähnten 

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Aussagedivergenzen  sprechen  grundsätzlich  gegen  die  vom  Be-
schwerdeführer behauptete Minderjährigkeit. 

3.2.7 Als weiteres Indiz gegen die vom Beschwerdeführer geltend ge-
machte Minderjährigkeit ist  seine Aussage, er habe bei der Ausreise 
keine eigenen Papiere besessen (Akte A11/4 S. 2), zu sehen. Die ein-
gereichte  Tazkara  weist  nämlich  als  Ausstellungsdatum den  3. April 
2007  auf  und  der  Beschwerdeführer  will  Kandahar  gemäss  seinen 
Aussagen im August 2007 verlassen haben (Akte A1/12 S. 7). Somit ist 
davon auszugehen, dass er im Zeitpunkt der Ausreise im Besitz seiner 
Tazkara war. 

3.3 Angesichts der insgesamt ungereimt und teilweise  widersprüchli-
chen beziehungsweise offensichtlich tatsachenwidrigen Aussagen des 
Beschwerdeführers und im Hinblick auf die Abgabe einer als gefälscht 
zu betrachtenden Tazkara ging die Vorinstanz im Ergebnis  zu Recht 
von der Unglaubhaftigkeit der geltend gemachten Minderjährigkeit aus. 
Auch  im  Verfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  hat  der  Be-
schwerdeführer nichts vorgebracht, das die von ihm behauptete Min-
derjährigkeit glaubhaft erscheinen liesse. Insbesondere reichte er kei-
ne  echten  heimatlichen  Identitätspapiere  ein. Somit  ist  festzuhalten, 
dass die von ihm behauptete Minderjährigkeit nach der Erstbefragung 
und nach deren Ergänzung auch im weiteren Verlauf des Asylverfah-
rens nicht glaubhaft gemacht werden konnte. Unter diesen Umständen 
ist  es  nicht  zu  beanstanden,  dass  ihm vor  der  Anhörung zu  seinen 
Asylgründen  keine  Vertrauensperson  beigeordnet  wurde.  An  dieser 
Einschätzung vermögen auch die im Beschwerdeverfahren zu den Ak-
ten gegebenen und seinen Vater beziehungsweise seinen Bruder be-
treffenden Beweismittel nichts zu ändern. Insgesamt sind somit die for-
mellen  Einwände  des  Beschwerdeführers  ungerechtfertigt,  weshalb 
eine Kassation nicht in Frage kommt. 

4.

4.1 Gemäss  Art.  2  Abs.  1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person aner-
kannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt 
wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu ei-
ner  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  ihrer  politischen  An-
schauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete 
Furcht hat,  solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte 
Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung  von  Leib,  Leben  oder 

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Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen  unerträglichen  psychischen 
Druck bewirken (Art. 3 AsylG).

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachwei-
sen oder zumindest  glaubhaft  machen. Diese ist  glaubhaft  gemacht, 
wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrschein-
lichkeit  für  gegeben hält. Unglaubhaft  sind insbesondere Vorbringen, 
die in  wesentlichen Punkten zu wenig begründet  oder in sich wider-
sprüchlich  sind,  den  Tatsachen  nicht  entsprechen  oder  massgeblich 
auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 
AsylG).

5.  

5.1 Das  BFM  legte  in  der  angefochtenen  Verfügung  dar,  der  Be-
schwerdeführer könne den von ihm geltend gemachten Problemen mit 
Drittpersonen ausweichen, indem er in einem anderen Landesteil  Af-
ghanistans  Wohnsitz  nehme. Er  sei  somit  nicht  auf  den  Schutz  der 
Schweiz angewiesen.

5.2 Demgegenüber wurde in der Beschwerdeschrift  vorgebracht,  der 
Beschwerdeführer  könne sich nicht  an die Behörden seines Heimat-
landes wenden. Vielmehr habe er zu Protokoll gegeben, dass er in die-
sem Fall verhaftet würde. Diese befürchtete Folge werde in verschie-
denen Berichten bestätigt, weil das afghanische Justizsystem an gra-
vierenden Mängeln leide und die Taliban in den von ihnen eroberten 
Gebieten die Scharia wieder eingeführt hätten. Die Situation afghani-
scher Frauen habe sich verschlechtert  und Ehrenmorde gehörten zu 
den gegen Frauen angewandten Gewaltformen. Der Beschwerdeführer 
sei  von der  Familie  seiner  Freundin  in  asylrelevanter  Weise bedroht 
worden und könne von den Behörden keinen Schutz erwarten. Des-
halb habe er begründete Furcht, im Fall einer Rückkehr nach Afgha-
nistan ernsthaften Nachteilen im Sinne des Asylgesetzes ausgeliefert 
zu sein. 

5.3 In EMARK 2006 Nr. 18 – einem Grundsatzentscheid – setzte sich 
die ARK mit der nichtstaatlichen Verfolgung auseinander und prüfte die 
Anerkennung  von  nichtstaatlicher  Verfolgung  unter  dem  Blickwinkel 
des Wechsels von der Zurechenbarkeits- zur Schutztheorie eingehend. 
Dabei  kam sie  zum Schluss,  dass  nichtstaatliche  Verfolgung  grund-
sätzlich flüchtlingsrechtlich relevant  sei,  wenn der  davon betroffenen 
Person im Heimatland kein Schutz gewährt werden könne. Diese Ein-
schätzung ist  auch vom Bundesverwaltungsgericht  zu beachten. Der 

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Beschwerdeführer macht eine Verfolgung durch die Familie des Mäd-
chens, mit welchem er eine Bekanntschaft einging, geltend. Damit ist 
vorliegend eine nichtstaatliche Verfolgung zu überprüfen.

5.4 Gestützt auf die geltende Praxis ist  im Rahmen der Prüfung der 
Voraussetzungen für die Anerkennung als Flüchtling auch unter dem 
Gesichtspunkt  der  zuvor  erwähnten  Schutztheorie  zu  prüfen,  ob  die 
betroffene Person in einem anderen Landesteil ihres Heimatlandes si-
cher vor flüchtlingsrechtlich relevanter Verfolgung ist. Kann eine inner-
staatliche  Fluchtalternative  bejaht  werden,  liegt  gemäss  langjähriger 
Praxis keine Verfolgung im Sinne des Asylgesetzes vor. 

5.4.1 Im vorliegenden Fall macht der Beschwerdeführer zwar geltend, 
er werde überall  in Afghanistan von den Angehörigen des verstorbe-
nen Mädchens gesucht und müsse mit seiner Tötung rechnen. Ausser-
dem würde er festgenommen, wenn er sich an die Behörden wenden 
würde.

5.4.2 Dieser  Argumentation  kann  indessen  nicht  gefolgt  werden. Ei-
nerseits  nahmen  die  in  der  Beschwerdeschrift  zitierten  Ausschnitte 
aus Berichten zur Lage in Afghanistan insbesondere Bezug auf die Si-
tuation  von  Frauen,  die  Ehrenmorden  ausgesetzt  sind.  So  ist  denn 
auch allgemein bekannt,  dass hinsichtlich der unzulänglichen Verfol-
gung von Straftaten im Zusammenhang mit Ehrenmorden vorallem an 
die betroffenen Frauen zu denken ist. Dass der Beschwerdeführer als 
Mann in diesem Zusammenhang belangt werden soll,  vermag indes-
sen nicht zu überzeugen. So legte er denn auch nicht konkret und de-
tailliert  dar,  warum er im Fall  einer Vorsprache bei den heimatlichen 
Behörden  zur  Gewährung  von  Schutz  festgenommen  und  allenfalls 
verfolgt werden soll. Ferner vermag seine Erklärung, er werde getötet 
oder gesteinigt, weil  in Afghanistan ein Junge und ein Mädchen sich 
nicht treffen dürften (Akte 27/18 S. 15), im Hinblick auf den geltend ge-
machten Tod des Mädchens ebenfalls nicht zu überzeugen. Allein der 
Hinweis auf eine allfällige Wiedereinführung der Scharia vermag daran 
nichts zu ändern. Somit erscheint die Furcht des Beschwerdeführers 
vor einer Festnahme nicht nachvollziehbar. Indem er sich zur Schutz-
gewährung nicht an die heimatlichen Behörden wandte, nahm er ihnen 
jede Chance zur Schutzgewährung vorweg. Unter diesen Umständen 
schlägt seine Begründung, er könne keinen behördlichen Schutz vor 
der Familie des Mädchens erhalten, schon aus diesem Grund fehl.

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5.4.3 In Übereinstimmung mit  der Argumentation des BFM ist  indes-
sen auch nicht von einer landesweiten Verfolgung des Beschwerdefüh-
rers auszugehen. Vielmehr kann angenommen werden,  dass er sich 
beispielsweise in der Grossstadt Kabul – wo überdies gemäss seinen 
Angaben Verwandte väterlicherseits leben – allfälligen Behelligungen 
durch die Familie des verstorbenen Mädchens entziehen kann.  Sein 
Einwand, die Familie des Mädchens werde ihn überall – auch in Kabul 
– finden (Akte A27/18 S. 13),  ist  nicht  realistisch und vermag ange-
sichts der Grösse des Landes und dessen Hauptstadt sowie der räum-
lichen Distanz zwischen Kandahar und Kabul nicht zu überzeugen.  

5.4.4 Zusammenfassend ist  festzustellen,  dass dem Beschwerdefüh-
rer im Grossraum Kabul jedenfalls unter dem Gesichtspunkt der Verfol-
gungssicherheit eine innerstaatliche Fluchtalternative offen stand und 
steht, welche gemäss Praxis die Anerkennung als Flüchtling und somit 
die Asylgewährung ausschliesst (vgl. EMARK 1996 Nr. 1 S. 6 f. E. 5c). 

5.5 Die Frage, ob sich der Beschwerdeführer tatsächlich in Kabul hät-
te niederlassen und sich dort eine neue Existenz hätte aufbauen kön-
nen,  wird unter  dem Aspekt  der Zumutbarkeit  des Wegweisungsvoll-
zugs (vgl. Ziff. 7.4.4) geprüft. 

5.6 Aufgrund der vorstehenden Erwägungen erübrigt es sich, auf die 
weiteren Ausführungen in der Beschwerde näher einzugehen, weil sie 
am Ergebnis  nichts  ändern  könnten. Unter  Berücksichtigung der ge-
samten  Umstände  folgt,  dass  der  Beschwerdeführer  keine  Gründe 
nach Art.  3  AsylG nachweisen oder  glaubhaft  machten  konnte. Das 
BFM hat sein Asylgesuch zu Recht abgelehnt.

6.

6.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 
ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und 
ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Ein-
heit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

6.2 Der  Beschwerdeführer  verfügt  weder  über  eine  ausländerrechtli-
che Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung ei-
ner  solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht  angeordnet 
(Art. 44 Abs. 1 AsylG; EMARK 2001 Nr. 21). 

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7.

7.1 Ist  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar 
oder  nicht  möglich,  so  regelt  das  Bundesamt  das  Anwesenheitsver-
hältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Auf-
nahme von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bun-
desgesetzes  vom  16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]).

7.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtun-
gen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Auslän-
ders in den Heimat-, Herkunfts- oder in einen Drittstaat entgegenste-
hen (Art. 83 Abs. 3 AuG). 

So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus ei-
nem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Ge-
fahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK,  SR 
0.142.30]).

Gemäss  Art. 25  Abs. 3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Über-
einkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grau-
same,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK,  SR 0.105)  und  der  Praxis  zu  Art. 3  der  Konvention  vom 
4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfrei-
heiten  (EMRK,  SR 0.101)  darf  niemand der  Folter  oder  unmenschli-
cher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden.

7.3 Die Vorinstanz wies in  ihrer  angefochtenen Verfügung zutreffend 
darauf hin, dass der Grundsatz der Nichtrückschiebung nur Personen 
schützt,  die  die  Flüchtlingseigenschaft  erfüllen  (vgl.  MARIO GATTIKER, 
Das Asyl- und Wegweisungsverfahren, 3. Aufl., Bern 1999, S. 89). Da 
es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erheb-
liche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann das 
in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Re-
foulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine 

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Rückkehr des Beschwerdeführers in den Heimatstaat ist demnach un-
ter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig.

Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdefüh-
rers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall ei-
ner  Ausschaffung  in  den  Heimatstaat  dort  mit  beachtlicher  Wahr-
scheinlichkeit  einer  nach  Art. 3  EMRK  oder  Art. 1  FoK  verbotenen 
Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäi-
schen  Gerichtshofes  für  Menschenrechte  (EGMR)  sowie  jener  des 
UN-Anti-Folterausschusses  müsste  der  Beschwerdeführer  eine  kon-
krete Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm 
im Fall  einer  Rückschiebung Folter  oder  unmenschliche Behandlung 
drohen würde (vgl. EMARK 2001 Nr. 16 S. 122, mit  weiteren Hinwei-
sen;  EGMR,  Bensaid  gegen  Grossbritannien,  Urteil  vom  6. Februar 
2001, Recueil des arrêts et décisions 2001-I, S. 327 ff.). Dies ist ihm 
indessen nicht gelungen, zumal ihm – wie nachfolgend unter Ziff. 7.4 
erörtert wird – in Kabul eine Aufenthaltsalternative offen steht. Mit ei-
ner Behandlung, welche gegen die EMRK oder die FoK verstiesse, hat 
er somit bei einer Rückkehr in sein Heimatland nicht zu rechnen. Nach 
dem Gesagten ist  der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der 
asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig.

7.4

7.4.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen 
und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunfts-
staat  auf  Grund von Situationen wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner 
Gewalt  und medizinischer Notlage konkret  gefährdet  sind. Wird eine 
konkrete  Gefährdung  festgestellt,  ist  –  unter  Vorbehalt  von  Art. 83 
Abs. 7  AuG –  die  vorläufige  Aufnahme  zu  gewähren  (vgl.  Botschaft 
zum  Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom 
8. März 2002, BBl 2002 3818).

7.4.2  In ihrer vorliegend zu berücksichtigenden Rechtsprechung hatte 
sich die ARK in EMARK 2003 Nr. 10 eingehend zur Lage in Kabul ge-
äussert und die Unterschiede zwischen der Stadt Kabul und anderen 
Regionen Afghanistans dargestellt. Infolge der vergleichsweise günsti-
geren Situation hatte sie den Wegweisungsvollzug nach Kabul  unter 
bestimmten strengen Voraussetzungen, insbesondere einem tragfähi-
gen Beziehungsnetz, der Möglichkeit der Sicherung des Existenzmini-
mums und einer gesicherten Wohnsituation, als zumutbar erachtet. In 
EMARK 2006 Nr. 9 bestätigte die ARK ihre Rechtsprechung aus dem 

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Jahr 2003. Zusätzlich zu Kabul erachtete sie den Wegweisungsvollzug 
in  weitere,  abschliessend  aufgeführte  Provinzen  (Parwan,  Baghlan, 
Takhar, Badakhshan, Kunduz, Balkh, Sari Pul, Herat und die Gegend 
von Samangan,  die nicht  zum Hazarajat  zu  zählen ist)  unter  den in 
EMARK 2003 Nr. 10 erwogenen strengen Bedingungen als zumutbar. 
In den übrigen östlichen, südlichen und südöstlichen Provinzen beste-
he hingegen weiterhin  eine  allgemeine Gewaltsituation,  weshalb  der 
Wegweisungsvollzug dorthin nach wie vor als unzumutbar zu betrach-
ten  sei  (vgl.  EMARK  2006  Nr.  9  E.  7.5.3  und  7.8).  Das 
Bundesverwaltungsgericht  hat  diese Praxis  auch im Hinblick auf  die 
aktuelle  Situation  als  weiterhin  gültig  bestätigt  (vgl.  beispielsweise 
Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  D-5472/2006  vom  26.  März 
2009 und D-5969/2006 vom 11. März 2009).

7.4.3 Von der Vorinstanz wurde in der angefochtenen Verfügung zwar 
nicht  in  Zweifel  gezogen,  dass  der  Beschwerdeführer  aus Kandahar 
stammt;  indessen  kamen entsprechende  Zweifel  in  der  Vernehmlas-
sung vom 1. April  2009 zum Ausdruck. Dort legte die Vorinstanz dar, 
die Aussagen des Beschwerdeführers zu seiner aufgeführten Herkunft 
vermöchten  mangels  konkreter  und  substanzieller  Angaben nicht  zu 
überzeugen. Seine diesbezüglichen Kenntnisse seien sehr beschränkt. 
Das mangelnde Wissen des Beschwerdeführers  über  Kandahar  und 
seine Umgebung lässt sich indessen durchaus damit erklären, dass er 
in frühester Kindheit Kandahar mit seinen Angehörigen verlassen und 
anschliessend bis etwa ein Jahr vor der Reise in die Schweiz im Iran 
gelebt hat. Auch die beiden vom BFM in Auftrag gegebenen Lingua-
Analysen  (vgl. A24/10) bestätigen, dass im Hinblick auf den etwa 15-
jährigen Aufenthalt des Beschwerdeführers im Iran seine bloss margi-
nalen  Kenntnisse  über  den  von ihm angegebenen  Herkunftsort  ver-
ständlich  erscheinen.  Insgesamt  geht  deshalb  das  Bundesverwal-
tungsgericht davon aus, dass der Beschwerdeführer mit  überwiegen-
der Wahrscheinlichkeit aus Kandahar stammt. Die im Beschwerdever-
fahren zu den Akten gereichten Fotos, welche den Beschwerdeführer 
in Kandahar zeigen, lassen sich mit dieser Einschätzung und seinen 
Aussagen, wonach er vor der Reise in die Schweiz nach Kandahar zu-
rückgekehrt sei, vereinbaren. Im Weiteren kann die Lageanalyse und 
Praxis in EMARK 2003 Nr. 10 und 2006 Nr. 9 auch heute noch heran-
gezogen  werden.  Der  Herkunftsort  des  Beschwerdeführers  befindet 
sich nach dem Gesagten nicht in einer der in EMARK 2006 Nr. 9 ab-
schliessend aufgeführten Provinzen,  in  welche – neben Kabul  – der 
Wegweisungsvollzug unter strengen Bedingungen als zumutbar erach-

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tet wird. Der Wegweisungsvollzug des Beschwerdeführers in sein Her-
kunftsgebiet muss demnach als unzumutbar qualifiziert werden. 

7.4.4 Es stellt sich die Frage, ob dem Beschwerdeführer allenfalls eine 
Aufenthaltsalternative  in  einem anderen  Landesteil  Afghanistans  zur 
Verfügung steht. Die Bejahung einer zumutbaren innerstaatlichen Auf-
enthaltsalternative in Kabul, wo die allgemeine Situation als relativ sta-
bil zu bezeichnen ist (vgl. EMARK 2003 Nr. 10 S. 67), oder in einer an-
deren Provinz, in der die allgemeine Situation eine Rückkehr unter be-
stimmten  Umständen  als  zumutbar  erscheinen  liesse  (vgl.  EMARK 
2006 Nr. 9), setzt insbesondere die dortige Existenz eines tragfähigen 
Beziehungsnetzes sowie eine gesicherte Wohnsituation voraus. 

Aufgrund der Aktenlage steht fest, dass der Beschwerdeführer in Ka-
bul einen Onkel  väterlicherseits  und zwei  Tanten hat. Es ist  deshalb 
davon auszugehen, dass er in Kabul über eine gesicherte Wohnsituati-
on und ein tragfähiges Beziehungsnetz verfügt, zumal er in den Befra-
gungen nicht erklärte, seine in Kabul lebenden Verwandten würden ihn 
nicht aufnehmen und unterstützen. Entsprechende, erst im Beschwer-
deverfahren vorgebrachte gegenteilige Äusserungen sind als nachge-
schoben zu betrachten und vermögen nicht zu überzeugen. Im Übri-
gen verfügt der junge und – gestützt auf die Aktenlage – gesunde Be-
schwerdeführer  über  eine  mehrjährige  Erfahrung  als  Autospengler, 
weshalb nichts dagegen spricht, dass er sich auch in Kabul eine neue 
Existenz  aufbauen  kann. Aufgrund  der  Aktenlage  kann  somit  davon 
ausgegangen werden, dass er in Kabul selber – oder zu Beginn allen-
falls  mit  der  Unterstützung  seiner  dort  lebenden  Verwandten  –  eine 
neue Existenzgrundlage schaffen kann. Die für  die Zumutbarkeit  der 
Wegweisung  entscheidenden  Zumutbarkeitsfaktoren  sind  vorliegend 
somit als erfüllt zu betrachten. 

Angesichts der gesamten Umstände ist  der Vollzug der Wegweisung 
als zumutbar zu bezeichnen. 

7.5 Schliesslich  obliegt  es  dem  Beschwerdeführer,  sich  bei  der  zu-
ständigen Vertretung seines Heimatstaates die für eine Rückkehr not-
wendigen Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG), wes-
halb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist.

7.6 Insgesamt  ist  die  durch  die  Vorinstanz  verfügte  Wegweisung  zu 
bestätigen. Die Vorinstanz hat deren Vollzug zu Recht als zulässig, zu-

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mutbar  und  möglich  erachtet.  Nach dem Gesagten fällt  eine  Anord-
nung der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht.

8.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Be-
schwerde ist demnach abzuweisen.

9. Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist das Gesuch um Gewährung 
der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG 
abzuweisen, zumal die Beschwerde unbegründet war. Die Kosten sind 
dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG) und 
auf insgesamt Fr. 600.-- festzusetzen (Art. 16 Abs. 1 Bst. a VGG i.V.m. 
Art.  1bis des  Reglements  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor 
dem  Bundesverwaltungsgericht  vom  21.  Februar  2008  [VGKE,  SR 
173.320.2]).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird ab-
gewiesen.

3.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.-- werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt.

4.
Die vom Beschwerdeführer nachgereichte Tazkara ist einzuziehen.

5.
Dieses Urteil geht an: 

- die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers (Einschreiben; Beila-
ge: Einzahlungsschein)

- das BFM, Abteilung Aufenthalt,  mit  den Akten Ref.-Nr. N _______ 
(per Kurier; in Kopie)

- _______ (in Kopie)

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Hans Schürch Eva Zürcher

Versand: 

Seite 20