# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 86aaad41-9794-524e-88dd-0a188961b9cd
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-09-22
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 22.09.2025 E-1082/2021
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-1082-2021_2025-09-22.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-1082/2021 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 2 .  S e p t e m b e r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Richter Mathias Lanz (Vorsitz), 

Richter Kaspar Gerber,  

Richter Markus König,    

Gerichtsschreiber Kevin Schori. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

sowie deren Kind, 

B._______, geboren am (…), 

Iran,   

beide vertreten durch MLaw Lara Märki, Rechtsanwältin,  

HEKS RBS AG - Rechtsberatungsstelle für Asylsuchende 

Aargau, 

Beschwerdeführerinnen,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung; 

Verfügung des SEM vom 4. Februar 2021 / N (…). 

 

 

 

E-1082/2021 

Seite 2 

Sachverhalt: 

I. 

 

A.  

A.a Die Beschwerdeführerin suchte am 29. Februar 2016 in der Schweiz 

um Asyl nach. 

A.b Anlässlich der Befragung zur Person (BzP) und der Anhörung vom 

13. August 2018 (mit Fortsetzung am 3. September 2018) machte sie im 

Wesentlichen Folgendes geltend: 

Sie sei persischer Ethnie schiitischen Glaubens und stamme aus Ker-

manshah, wo sie mit ihrer als (…) tätigen Mutter und ihrer Schwester auf-

gewachsen sei. Der Vater sei früh verstorben. In Kermanshah und Teheran 

habe sie während zwei Jahren (…) studiert. In beiden Städten habe ihre 

Mutter ein Haus. Während des Studiums und nach dem Bachelorabschluss 

im Jahr (…) habe sie unter anderem Privatunterricht gegeben. Ausserdem 

habe sie als (…) und bei (…) gearbeitet. Am (…) 2009 habe sie einen ver-

mögenden vorgeblichen «(…)» geheiratet, der sich alsbald als einflussrei-

cher Geheimdienstmitarbeiter des Ettelaat herausgestellt habe. Schon 

während der Flitterwochen sei er ihr gegenüber gewalttätig geworden, 

habe sie vergewaltigt und dabei im Intimbereich verletzt. Während des Ge-

schlechtsverkehrs habe er manchmal Tonaufnahmen mit Folterszenen ab-

spielen lassen, auf denen seine Stimme wahrnehmbar gewesen sei. Nach 

den Flitterwochen habe sie zunächst für ein paar Monate bei ihrer Mutter 

in Kermanshah gewohnt, wobei ihr Mann regelmässig zu Besuch gekom-

men sei. Auch dort habe er sie misshandelt. Sie habe sich mehrmals das 

Leben nehmen wollen. Ihrer Mutter habe sie dann von ihrer unglücklichen 

Ehe berichtet, weshalb diese mit ihrem Ehemann Kontakt aufgenommen 

und eine Einwilligung zur Scheidung verlangt habe. Diese habe er am (…) 

2009 ohne Weiteres schriftlich erteilt in der Annahme, sie würde sich so-

wieso nicht trauen, die Scheidung einzureichen. Anschliessend sei sie (Be-

schwerdeführerin) dennoch für rund zwei Monate ins Haus des Eheman-

nes in Teheran gezogen, wo die Misshandlungen weitergegangen seien. 

Zuhause habe es manchmal konspirative Treffen gegeben und sie habe 

auf seinem Laptop und in Ordnern Dokumente gefunden, die seine ge-

heimdienstliche Tätigkeit bestätigt hätten. Im (…) 2009 habe ihre Mutter 

anlässlich eines Besuchs aufgrund blauer Flecken bemerkt, dass sie miss-

handelt worden sei, und habe sie zurück nach Kermanshah gebracht. Am 

(…) 2010 habe sie sich in Abwesenheit ihres Mannes mit anwaltlicher 

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Seite 3 

Unterstützung und gestützt auf die Scheidungseinwilligung gerichtlich von 

ihm scheiden lassen. Ihr Ex-Mann habe diesen mutigen und erfolgreichen 

Schritt nicht erwartet, sie weiterhin als seine Frau betrachtet und sie zu-

rückgefordert – auch um zu verhindern, dass sie heikle Informationen über 

seine Geheimdiensttätigkeit weitergebe. Hierzu habe er ihr gegenüber und 

mittels telefonischer Belästigungen der Mutter Drohungen gegen sie (Be-

schwerdeführerin) ausgesprochen, was sie bewogen habe, sich fortan in 

verschiedenen Städten – bei Verwandten und in Pensionshäusern – vor 

ihrem Ex-Mann und dessen Gefolgsleuten zu verstecken, umso mehr als 

dieser vermutlich für den zwischenzeitlichen gewaltsamen Tod ihrer als (…) 

tätig gewesenen Schwägerin verantwortlich gewesen sei. Ihre Mutter habe 

sich bezüglich der Drohungen mehrmals bei der Polizei beschwert, diese 

habe jedoch aufgrund der hohen Stellung des Ex-Mannes beim Ettelaat 

nichts unternommen. Sie habe sich stets beobachtet und bedroht gefühlt, 

sogar noch in Griechenland nach ihrer Ausreise. Mehrere Versuche, den 

Iran legal in Richtung Europa oder Kanada – dort lebe ihre Schwester – zu 

verlassen, seien zunächst hauptsächlich infolge verweigerter Visa geschei-

tert; hierfür sei womöglich ebenfalls ihr Ex-Mann verantwortlich gewesen. 

Am (…) 2015 sei sie schliesslich illegal auf dem Landweg ausgereist und 

via die Türkei und Griechenland am 19. Februar 2016 auf dem Luftweg mit 

einem vom Schlepper besorgten (…) Pass in die Schweiz gelangt. Das Ziel 

sei eigentlich England oder Kanada gewesen, jedoch habe sie zu wenig 

finanzielle Mittel gehabt und der Schlepper habe ihre Dokumente einbehal-

ten.  

Nach der Ausreise habe der Ex-Mann ihre Mutter geschlagen und bedroht 

sowie Dokumente und seinen Laptop mitgenommen. In der Schweiz lebe 

sie nun im Konkubinat mit dem Landsmann C._______ (N […]). Politisch 

sei sie nie aktiv gewesen und habe abgesehen vom Erwähnten keine wei-

teren Probleme mit Privatpersonen, Behörden, Parteien oder Organisatio-

nen gehabt. Gesundheitlich gehe es ihr abgesehen von der psychischen 

Belastung durch das Erlebte gut. Sie mache sich aber Sorgen um ihre ge-

sundheitlich angeschlagene Mutter, welche einen Hirnschlag erlitten habe.  

A.c Die Beschwerdeführerin reichte folgende Beweismittel ein: 

– Iranischer Identitätsausweis im Original mit beglaubigter englischer 

Übersetzung, 

– iranische Scheidungsurkunde respektive Scheidungsurteil im Original 

mit beglaubigter englischer Übersetzung, 

– Vertrag über das in der Schweiz gelebte Konkubinat mit C._______, 

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Seite 4 

– acht Fotos (ihre Mutter, eine Verletzung, die Hochzeit mit dem Ex-Mann 

sowie den Ex-Mann zeigend), 

– Kopie des Bachelor-Diploms mit beglaubigter englischer Übersetzung,  

– Foto des Identitätsausweises des Ex-Mannes, 

– Kopie der Scheidungseinwilligung, 

– Bildschirmausdruck der Facebook-Nachrichten der Schwägerin, 

– Foto der Todesanzeige der Schwägerin, 

– Bildschirmausdruck der Zulassung zum Masterstudium, 

– Bildschirmausdrucke von Drohnachrichten. 

A.d Am (…) wurde die Tochter der Beschwerdeführerin geboren, deren Va-

terschaft C._______ am (…) anerkannte. 

B.  

Mit Verfügung vom 12. Dezember 2019 verneinte die Vorinstanz die Flücht-

lingseigenschaft der Beschwerdeführerinnen, lehnte deren Asylgesuche 

ab und ordnete ihre Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug an. 

C.  

Eine von den Beschwerdeführerinnen gegen diese Verfügung erhobene 

Beschwerde vom 16. Januar 2020 wurde vom Bundesverwaltungsgericht 

mit Urteil E-343/2020 vom 19. Februar 2020 insoweit gutgeheissen, als das 

Gericht die Verfügung des SEM vom 12. Dezember 2019 aufhob und die 

Sache zur Wiederaufnahme des erstinstanzlichen Verfahrens und zur Neu-

beurteilung an die Vorinstanz zurückwies. 

II. 

D.  

Das SEM nahm in der Folge das erstinstanzliche Verfahren wieder auf und 

nahm weitere Abklärungen vor. 

Die Beschwerdeführerinnen mandatierten am 20. Oktober 2020 die rubri-

zierte Rechtsberatungsstelle zu ihrer Vertretung im weiteren Asylverfahren. 

E.  

Mit Verfügung vom 4. Februar 2021 – eröffnet am 9. Februar 2021 – ver-

neinte die Vorinstanz wiederum die Flüchtlingseigenschaft der Beschwer-

deführerinnen, lehnte deren Asylgesuche ab und ordnete ihre Wegweisung 

aus der Schweiz sowie den Vollzug an. 

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Seite 5 

F.  

F.a Mit Eingabe vom 11. März 2021 erhoben die Beschwerdeführerinnen 

beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde gegen die Verfügung vom 

4. Februar 2021. Darin beantragten sie die Aufhebung der angefochtenen 

Verfügung, die Anerkennung als Flüchtlinge und die Gewährung von Asyl, 

eventualiter die Gewährung der vorläufigen Aufnahme als Flüchtlinge we-

gen Unzulässigkeit des Vollzugs der Wegweisung sowie subeventualiter 

die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Rückweisung der Sa-

che an die Vorinstanz zur Neubeurteilung. In prozessualer Hinsicht bean-

tragten sie die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege mitsamt Ver-

zicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses sowie die Beiordnung ih-

rer damaligen Rechtsvertreterin als unentgeltliche Rechtsbeiständin. 

F.b Als Beweismittel lagen der Beschwerde eine Schnellrecherche der 

Schweizerischen Flüchtlingshilfe (SFH) vom 10. April 2015, eine (hand-

schriftliche) Liste von Verwandten, welche die Beschwerdeführerin auf-

grund des ausserehelichen Kindes bei den iranischen Behörden anzeigen 

würden, sowie ein Entscheid des Bezirksgerichts D._______ vom 10. De-

zember 2020 über die Anordnung einer Erziehungsbeistandschaft bei.   

G.  

Mit Eingabe vom 18. März 2021 ergänzten die Beschwerdeführerinnen ihre 

Beschwerde und reichten als zusätzliche Beweismittel dreizehn Bild-

schirmausdrucke betreffend die Kontaktversuche des Ex-Mannes sowie 

ein Bestätigungsschreiben von Bekannten ein (jeweils ohne Übersetzung).  

H.  

Mit Zwischenverfügung vom 23. März 2021 stellte das Bundesverwaltungs-

gericht den rechtmässigen Aufenthalt der Beschwerdeführerinnen in der 

Schweiz während des Beschwerdeverfahrens fest, hiess die Gesuche um 

Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und amtlichen Rechtsver-

beiständung gut, verzichtete auf die Erhebung eines Kostenvorschusses, 

setzte die vormalige Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerinnen als ihre 

amtliche Rechtsbeiständin ein und lud die Vorinstanz ein, eine Vernehm-

lassung einzureichen. 

I.  

Mit innert antragsgemäss erstreckter Frist eingegangener Vernehmlassung 

vom 16. April 2021 beantragte das SEM sinngemäss die Abweisung der 

Beschwerde. 

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Seite 6 

J.  

Mit Replik vom 10. Mai 2021 hielten die Beschwerdeführerinnen sinnge-

mäss an ihren Beschwerdeanträgen fest. 

K.  

Mit Eingabe vom 3. Juni 2021 reichten die Beschwerdeführerinnen einen 

Arztbericht (Erstkonsultation) der E._______ vom 7. Mai 2021 betreffend 

die Beschwerdeführerin ein. 

L.  

Mit Eingabe vom 1. September 2021 ergänzten die Beschwerdeführerin-

nen ihre Beschwerde und beantragten im Sinne eines zusätzlichen Even-

tualbegehrens die Gewährung der vorläufigen Aufnahme infolge Unzumut-

barkeit des Wegweisungsvollzugs.   

Als Beweismittel lagen der Eingabe Fotos eines angeblichen Arztzeugnis-

ses betreffend die Mutter der Beschwerdeführerin vom 24. August 2021 

(ohne Übersetzung), einer Mensa-Karte der Universität F._______ und ei-

nes Informationsschreibens betreffend die Teilnahme der Beschwerdefüh-

rerin am Integrationsvorkurs «G._______» der Universität F._______ bei. 

M.  

Mit Schreiben vom 23. Februar 2023 ersuchte die vormalige Rechtsvertre-

terin um Entlassung aus ihrem Amt als amtliche Rechtsbeiständin, gleich-

zeitig wurde um Einsetzung der rubrizierten Rechtsvertreterin als neue 

amtliche Rechtsbeiständin ersucht. Mit Zwischenverfügung vom 7. März 

2023 entliess das Bundesverwaltungsgericht die bis zu jenem Zeitpunkt 

beigeordnete Rechtsvertreterin antragsgemäss aus ihren Verpflichtungen 

als amtliche Rechtsbeiständin und ordnete den Beschwerdeführerinnen 

ebenso antragsgemäss die rubrizierte Rechtsvertreterin bei. 

N.  

Mit Eingabe vom 7. März 2024 reichten die Beschwerdeführerinnen fünf 

psychiatrische beziehungsweise psychologische Berichte ein (jeweils da-

tiert auf den 31. Januar 2024, 9. Januar 2024, 2. Februar 2024, 31. August 

2022 und 6. Oktober 2022; sowohl die erst- als auch die zweitrubrizierte 

Beschwerdeführerin betreffend). Aus dem Bericht vom 31. August 2022 

(adressiert an das Familiengericht H._______) geht unter anderem hervor, 

dass die Beschwerdeführerin aufgrund einer mutmasslichen Misshandlung 

der Tochter gegen C._______ Anzeige erstattet habe, die 

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Seite 7 

Erziehungsbeiständin der Tochter informiert und eine Gefährdungsmel-

dung an die KESB (Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde) veranlasst 

worden sei. 

O.  

Aus organisatorischen Gründen wurde am 3. Januar 2025 der vorsitzende 

Richter im Spruchkörper aufgenommen. 

P.  

Mit Verfügung vom 31. März 2025 räumte das Bundesverwaltungsgericht 

den Beschwerdeführerinnen die Möglichkeit ein, sich innert Frist zu ihrer 

aktuellen (gesundheitlichen) Situation sowie zum Stand der Anzeige res-

pektive des Strafverfahrens betreffend C._______ zu äussern und geeig-

nete Beweismittel einzureichen.  

Q.  

Q.a Mit Eingabe vom 9. Mai 2025 reichten die Beschwerdeführerinnen in-

nert antragsgemäss erstreckter Frist folgende Dokumente und Beweismit-

tel ein: 

– Schriftliche Stellungnahme der Beschwerdeführerin vom 12. April 

2025, 

– Kurzeinschätzung der Mutter-Kind-Institution «I._______» vom 

22. April 2025, 

– Arztbericht vom 22. April 2025 betreffend die psychische Gesundheit 

der Beschwerdeführerin, 

– Arztbericht vom 27. November 2024 zuhanden der vormals zuständi-

gen Beistandsperson, 

– Bericht zur aktuellen Situation von B._______ aus psychotherapeuti-

scher Sicht vom 14. April 2025, 

– psychologischer Bericht betreffend B._______ vom 25. November 

2024 zuhanden der vormals zuständigen Beistandsperson, 

– Austrittsbericht Stiftung J._______ vom 13. April 2025, 

– Entscheid des Bezirksgerichts H._______ (KESB) vom 24. September 

2024 betreffend das Besuchsrecht von C._______, 

– Rechenschaftsbericht Kindesschutz des Kindes- und Erwachsenen-

schutzdienstes (KESD) H._______ vom 26. November 2024, 

– Antrag des KESD an das Bezirksgericht H._______ vom 28. November 

2024 um Änderung einer Massnahme (inkl. Beilagen), 

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Seite 8 

– Stellungnahme der Beistandsperson vom 8. April 2025 betreffend eine 

Verfügung der KESB, 

– Entscheid des Bezirksgerichts H._______ (KESB) vom 12. Dezember 

2023 betreffend Änderung einer Massnahme, 

– Entscheid des Bezirksgerichts H._______ (KESB) vom 26. Februar 

2024 betreffend die Errichtung einer Beistandschaft für die Beschwer-

deführerin, 

– Entscheid des Bezirksgerichts D._______ (KESB) vom 27. April 2022 

betreffend das Ferienrecht von C._______, 

– Anträge des KESD und der Stiftung J._______ an das Bezirksgericht 

H._______ (KESB) betreffend die Errichtung einer Begleitbeistand-

schaft für die Beschwerdeführerin, 

– Entscheid des Obergerichts K._______ vom 5. April 2023 in der Straf-

sache betreffend C._______ (Abweisung der Beschwerde der Be-

schwerdeführerin betreffend die Einstellungsverfügung der Staatsan-

waltschaft). 

Q.b Hierzu führten die Beschwerdeführerinnen aus, dass diese Doku-

mente ihre Vulnerabilität belegen würden. Nebst den psychischen Be-

schwerden verwiesen sie auf die bereits in der Beschwerde dargelegten 

Flucht- und Asylgründe. Sämtliche vorliegenden Berichte würden zeigen, 

dass insbesondere B._______ dringend ein sicheres, stabiles und verläss-

liches Umfeld benötige. Es sei aus Kindesschutzgründen nicht zu verant-

worten, sie erneut aus ihrem Umfeld zu reissen. Eine Wegweisung in den 

Iran würde ihre weitere Entwicklung und psychische Gesundheit schwer-

wiegend gefährden. Bezugsperson sei nicht nur ihre Mutter, sondern auch 

die zahlreichen Betreuerinnen und ihre Psychologin. Die muslimisch-schii-

tischen Traditionen und Riten im Iran seien ihr fremd und eine Integration 

in die streng religiöse frauenfeindliche Gesellschaft im Iran unvorstellbar. 

Sie sei in der Schweiz verwurzelt und kenne nur die hiesige Lebensweise 

und Gesellschaft. Sie seien in der Schweiz hervorragend integriert und 

würden bei einer Wegweisung aus einer für sie unterstützenden Lebens-

struktur gerissen, was im Falle von B._______ zu einer Entwurzelung füh-

ren würde. Im Iran hätten sie keine Bezugspersonen, welche ihnen bei ei-

ner allfälligen Rückkehr beistehen könnten. Der Vollzug der Wegweisung 

sei daher nicht zumutbar.   

R.  

Mit Verfügung vom 30. Mai 2025 lud das Bundesverwaltungsgericht die  

Vorinstanz ein, eine ergänzende Vernehmlassung respektive eine Duplik 

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Seite 9 

einzureichen und sich zum einen zur Replik vom 10. Mai 2021, und zum 

anderen zum seither veränderten/aktualisierten Sachverhalt und den damit 

verbundenen Vorbringen und Eventualbegehren (Gewährung der vorläufi-

gen Aufnahme wegen Unzumutbarkeit des Vollzugs der Wegweisung) zu 

äussern. 

S.  

Nach mehrfach erstreckter Frist zog das SEM mit Verfügung vom 27. Juni 

2025 die angefochtene Verfügung teilweise in Wiedererwägung, hob deren 

Dispositivziffern 4 und 5 (Vollzug der Wegweisung) auf, stellte fest, der Voll-

zug der Wegweisung sei zurzeit nicht zumutbar und ordnete die vorläufige 

Aufnahme der Beschwerdeführerinnen an.  

T.  

Mit Verfügung vom 15. Juli 2025 forderte das Bundesverwaltungsgericht 

die Beschwerdeführerinnen auf, innert Frist mitzuteilen, ob sie ihre Be-

schwerde – soweit diese nicht gegenstandslos geworden ist – zurückzie-

hen oder ob sie an den nicht gegenstandslos gewordenen Beschwerdebe-

gehren festhalten möchten.  

U.  

Mit Schreiben vom 17. Juli 2025 hielten die Beschwerdeführerinnen an ih-

rer Beschwerde im nicht gegenstandslos gewordenen Umfang fest. Dar-

über hinaus zeigten sie sich mit der vorläufigen Aufnahme infolge Unzu-

mutbarkeit des Wegweisungsvollzugs nicht einverstanden und machten 

geltend, ihnen sei eventualiter infolge Unzulässigkeit des Wegweisungs-

vollzugs die vorläufige Aufnahme zu gewähren.    

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Am 1. März 2019 ist eine Teilrevision des AsylG (SR 142.31) in Kraft 

getreten (AS 2016 3101); für das vorliegende Verfahren gilt das bis zu die-

sem Zeitpunkt gültige Recht (vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur 

Änderung des AsylG vom 25. September 2015). 

1.2 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

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Seite 10 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-

ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-

son Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Eine solche 

Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb 

das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 

1.3 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.4 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Die 

Beschwerdeführerinnen haben am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und haben 

ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung. Sie sind daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 

und aArt. 108 Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf 

die Beschwerde ist einzutreten. 

2.  

Mit Verfügung vom 27. Juni 2025 zog die Vorinstanz im Rahmen des zwei-

ten Schriftenwechsels die angefochtene Verfügung teilweise in Wiederer-

wägung. Sie hob dabei die Dispositivziffern 4 und 5 der angefochtenen 

Verfügung vom 4. Februar 2021 auf, stellte die Unzumutbarkeit des Voll-

zugs der Wegweisung fest und ordnete die vorläufige Aufnahme der Be-

schwerdeführerinnen in der Schweiz an. Die Beschwerde ist damit hinsicht-

lich des Eventualantrags um Gewährung der vorläufigen Aufnahme unter 

Feststellung der Unzulässigkeit respektive Unzumutbarkeit gegenstands-

los geworden (zumal die in Art. 83 Abs. 2-4 AIG [SR 142.20] erwähnten drei 

Bedingungen für einen Verzicht auf den Vollzug der Wegweisung alternati-

ver Natur sind, vgl. BVGE 2009/51 E. 5.4, 2013/1 E. 6.2).  

Als (materieller) Prüfgegenstand verbleibt daher einzig die Frage nach der 

Flüchtlingseigenschaft der Beschwerdeführerinnen und einer allenfalls da-

raus fliessenden Asylgewährung. 

3.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG (vgl. BVGE 2014/26 

E. 5). 

 

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Seite 11 

4.  

4.1 Die Beschwerdeführerinnen erhoben verschiedene formelle Rügen. So 

habe sich die Vorinstanz im Rahmen der Prüfung der Glaubhaftigkeit der 

Vorbringen der Beschwerdeführerin entgegen den Anweisungen im Kassa-

tionsurteil E-343/2020 mit ihren Ausführungen in der Beschwerde vom 

16. Januar 2020 nicht auseinandergesetzt und keine Gesamtwürdigung 

vorgenommen. Hinsichtlich der Gefährdungssituation im Iran habe sie so-

dann keine weiteren Abklärungen getätigt und dem Entscheid einen fal-

schen und aktenwidrigen Sachverhalt zugrunde gelegt. Auf die Vorbringen 

in der Beschwerde vom 16. Januar 2020 (Ehrenmorde im Iran aufgrund 

ausserehelicher Beziehungen) habe es keinerlei Bezug genommen. Damit 

habe die Vorinstanz sowohl die Pflicht zur Feststellung des rechtserhebli-

chen Sachverhalts als auch die Begründungspflicht respektive den An-

spruch auf rechtliches Gehör verletzt. Im Rahmen der Vernehmlassung 

habe sich das SEM mit pauschalen und unsubstanziierten Behauptungen 

begnügt und sich in keiner Weise mit den Beschwerdevorbringen ausei-

nandergesetzt.  

Diese formellen Rügen sind vorab zu beurteilen, da sie allenfalls geeignet 

wären, eine Kassation der angefochtenen Verfügung zu bewirken. 

4.2 Zunächst ist festzustellen, dass die vom Bundesverwaltungsgericht im 

Urteil E-343/2020 festgestellten formellen Mängel (vgl. a.a.O. E. 7.2: insb. 

fehlende Prüfung der nichtehelichen Partnerschaft mit C._______ und der 

Zeugung eines unehelichen Kindes unter dem Aspekt der Flüchtlingseigen-

schaft und der Zulässigkeit und Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs, 

allfällige Abklärungen hinsichtlich der Natur der Partnerschaft respektive 

deren Auflösung), welche im genannten Urteil zur Kassation der Verfügung 

vom 12. Dezember 2019 geführt haben, mit der angefochtenen Verfügung 

vom 4. Februar 2021 als geheilt respektive – soweit den Vollzug betref-

fend – mit der teilweisen Wiedererwägung und der Gewährung der vorläu-

figen Aufnahme vom 27. Juni 2025 als gegenstandslos zu betrachten sind.  

Im Rahmen des wiederaufgenommenen Asylverfahrens nach dem Kassa-

tionsurteil nahm das SEM unter Berücksichtigung der Situation der Be-

schwerdeführerinnen diverse Abklärungen zur Lage im Iran vor (vgl. vor-

instanzliche Akten A40, A43-45), welche in die angefochtene Verfügung 

einflossen. Darin wurden die Auswirkungen der nichtehelichen Partner-

schaft und der ausserehelichen Zeugung eines Kindes nunmehr unter dem 

Aspekt der Flüchtlingseigenschaft und – wenngleich ohne weitere Vertie-

fung – als Regelfolge unter dem Aspekt der Zulässigkeit und Zumutbarkeit 

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Seite 12 

des Wegweisungsvollzuges geprüft und erörtert (vgl. a.a.O. Ziff. II/2 sowie 

Ziff. III/2). Den Einwänden der Beschwerdeführerinnen, wonach das SEM 

entgegen seiner Pflicht zur Feststellung des rechtserheblichen Sachver-

haltes sowie der Untersuchungs-, Abklärungs- und Begründungspflicht 

keine weiteren Sachverhaltsabklärungen zu ihrer Gefährdungssituation im 

Iran getätigt habe, es insbesondere wesentliche Aspekte (z.B. Ehrenmorde 

im Iran aufgrund ausserehelicher Beziehungen, Bezugnahme auf die Ar-

gumentation in der Beschwerde vom 16. Januar 2020, Berücksichtigung 

der bestehenden Tatsache einer unverheirateten, alleinerziehenden Mutter 

eines unehelichen Kindes) nicht berücksichtigt und auf das Urteil  

D-3687/2020 (mit gänzlich anderem Sachverhalt) verwiesen habe, kann 

daher nicht gefolgt werden. Es war nicht erforderlich, dass sich das SEM 

mit sämtlichen Sachverhaltsvorbringen auseinandersetzt. Eine erneute 

Kassation mit Rückweisung der Sache an die Vorinstanz zur Neubeurtei-

lung fällt somit unter diesem Gesichtspunkt nicht in Betracht. 

4.3 Die Beschwerdeführerinnen rügten weiter eine einseitige Würdigung 

der Glaubhaftigkeit der Vorbringen durch die Vorinstanz, welche die Aus-

führlichkeit und die Vielzahl an Realkennzeichen in den Schilderungen der 

Beschwerdeführerin nicht berücksichtigt habe. 

Es ist den Beschwerdeführerinnen zwar dahingehend zuzustimmen, dass 

sich die Vorinstanz im Rahmen der Würdigung der Glaubhaftigkeit ihrer 

Vorbringen hauptsächlich auf negative Elemente gestützt hat und die Wür-

digung entsprechend unausgewogen ausgefallen ist. Diese Rüge be-

schlägt indes weniger die Verletzung von formellen Verfahrensansprüchen 

und -garantien als vielmehr die eigentliche Würdigung des Sachverhalts 

durch die Vorinstanz unter dem Aspekt des Glaubhaftmachens nach Art. 7 

AsylG. Ob diese Würdigung rechtskonform ausgefallen ist, wird nachfol-

gend in E. 7 zu prüfen sein. Eine Kassation der angefochtenen Verfügung 

ist daher auch aus diesem Grund nicht angezeigt.  

4.4 Nach dem Ausgeführten besteht kein Anlass, die Verfügung aus for-

mellen Gründen aufzuheben und die Sache erneut an die Vorinstanz zu-

rückzuweisen.  

5.  

5.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

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politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken; den frauenspezifischen 

Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

5.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

6.  

6.1 Nach Ansicht der Vorinstanz vermochten die Vorbringen der Beschwer-

deführerin weder den Anforderungen von Art. 3 AsylG an die Flüchtlingsei-

genschaft noch denjenigen von Art. 7 AsylG an das Glaubhaftmachen zu 

genügen. 

6.1.1 Während der Anhörung habe die Beschwerdeführerin einerseits das 

Bild eines einflussreichen, hoch positionierten und unter verschiedenen 

Identitäten auftretenden, in Spionageprojekte und Korruptionsfälle invol-

vierten Ex-Mannes gezeichnet, der auch Menschen gefoltert, vergewaltigt 

und getötet habe. Anderseits aber habe sie ein Verhalten des Ex-Mannes 

geschildert, das eindeutig gegen eine solche Persönlichkeit spreche: So 

habe dieser die schriftliche Einwilligung zur Scheidung nach einmaliger 

Aufforderung ihrer Mutter gegeben. Ihre Vermutung, er habe nicht ge-

glaubt, dass sie die Scheidung in die Tat umsetzen würde, sei realitätsfern. 

Dies werde durch die unsubstanziierte Schilderung seiner Reaktion bestä-

tigt, als er erfahren habe, dass sie sich habe scheiden lassen. Den Akten 

sei auch nicht zu entnehmen, dass er der Scheidung etwas entgegenge-

setzt hätte. Obwohl er über ihren Wohnort Bescheid gewusst habe und sie 

im Besitz seines Computers mit all den belastenden Dokumenten gewesen 

sei, hätten sich seine Drohungen im Senden von Nachrichten und im Be-

obachten des Hauses erschöpft. Obschon er gedroht habe, sie und ihre 

Mutter ins Gefängnis zu bringen, falls sie nicht zu ihm zurückkehren würde, 

sei in den darauffolgenden sechs Jahren nach der Scheidung nichts mehr 

passiert. Auch habe sie kein einziges Dokument eingereicht, das ihre An-

schuldigungen gegenüber ihrem Ex-Mann belege, obwohl sie jahrelang im 

E-1082/2021 

Seite 14 

Besitz dessen Computers mit all diesen Unterlagen gewesen sei. Vor die-

sem Hintergrund sei das geschilderte abwartende und lediglich drohende 

Verhalten des Ex-Mannes nicht nachvollziehbar. Demgegenüber sei er 

ohne ersichtlichen Grund erst nach ihrer Ausreise bei ihrer Mutter einge-

drungen, um seine Unterlagen zurückzuholen. Mit der geschilderten Stel-

lung beim Geheimdienst unvereinbar sei sodann, dass er nie habe heraus-

finden können, über welche Nummer und unter welchem neuen Namen sie 

nach der Scheidung telefoniert habe. Weiter habe sie kein nachvollziehba-

res Bild zu zeichnen vermocht, unter welchen Umständen und an welchen 

Orten sie sich versteckt habe. Ihren Aussagen fehle es angesichts der An-

gabe, sich nach der Scheidung bis zur Ausreise knapp fünf Jahre versteckt 

zu haben, an der erforderlichen Tiefe. Trotz Nachfragen habe sie auch nicht 

nachvollziehbar erklären können, weshalb sie während all den Jahren ein 

Telefon habe eingeschaltet lassen, auf das sie immer wieder Drohungen 

erhalten habe, zumal sie ihren Ex-Mann auf Facebook ohne Weiteres blo-

ckiert habe. Art, Umstände und Kommunikationskanäle der Drohungen 

habe sie zudem widersprüchlich geschildert und die Unstimmigkeiten auf 

Vorhalt nicht aufzulösen vermocht. Schliesslich sei ihre Vermutung haltlos, 

wonach der nachträgliche Tod ihrer Schwägerin einen direkten Zusammen-

hang mit ihren angeblichen Problemen haben könnte.  

Die eingereichten Beweismittel vermöchten eine Verfolgung durch den Ex-

Mann nicht zu belegen: Die eingereichten Auszüge aus SMS und Face-

book/Messenger mit den angeblichen anonym oder unter falscher Identität 

abgegebenen Drohungen nach ihrer Ausreise seien teilweise gar nicht di-

rekt an sie, sondern an eine mitreisende Frau gesendet worden. Es stelle 

eine reine Behauptung dar, dass diese Drohungen von ihrem Ex-Mann 

stammen würden. Ausserdem könnten solche Nachrichten leicht fingiert 

werden. Die übrigen Beweismittel, insbesondere die Scheidungsunterla-

gen, bestätigten zwar ihre Angaben, vermöchten eine Verfolgung durch ih-

ren Ex-Mann indes ebenso wenig zu belegen. 

Die angeblichen Probleme mit ihrem Ex-Mann sowie dessen Funktion im 

Ettelaat seien somit nicht glaubhaft, weshalb deren Asylrelevanz nicht ge-

prüft werden müsse.    

6.1.2 Unter dem Aspekt von Art. 3 AsylG hielt das SEM Folgendes fest: 

In der Beschwerde vom 26. Januar 2020 an das Bundesverwaltungsgericht 

habe die Beschwerdeführerin die Beendigung der Beziehung zu 

C._______ erwähnt und diese Beziehung wie auch den ausserehelichen 

E-1082/2021 

Seite 15 

Geschlechtsverkehr und das unehelich gezeugte Kind als Auslöser für eine 

begründete Furcht vor ihrem Ex-Mann und vor strafrechtlichen Sanktionen 

im Falle einer Rückkehr in den Iran geltend gemacht. Diese Auffassung 

teile das SEM nicht, denn Berichten und dem Urteil des Bundesverwal-

tungsgerichts D-3687/2020 vom 25. September 2020 (dort insb. E. 6.2.2) 

zufolge würden die iranischen Behörden eine aussereheliche Beziehung 

nicht von Amtes wegen, sondern lediglich auf Anzeige von privater Seite 

verfolgen. Die Befürchtungen in Bezug auf eine mögliche Verfolgung durch 

ihren Ex-Mann seien indes bereits als unglaubhaft erkannt worden. Es sei 

mithin davon auszugehen, dass sie von ihrem Ex-Mann offiziell geschieden 

sei, seit der Scheidung vom (…) 2010 bis zur Ausreise im (…) 2015 nichts 

mehr mit ihrem Ex-Mann zu tun gehabt habe und von dessen Seite daher 

keine Gefahr einer Denunziation bei den Behörden bestehe. Auch von Sei-

ten ihrer nahen Familie seien keine entsprechenden Hinweise ersichtlich. 

Eigenen Angaben zufolge stehe sie mit ihrer Mutter und ihrer Schwester in 

Kanada in regem Kontakt, der Vater sei bereits vor vielen Jahren verstor-

ben. Aus den Akten seien keine Familienangehörige ersichtlich, die ein sol-

ches Vorgehen in Erwägung ziehen könnten. Sollte es entgegen aller 

Wahrscheinlichkeit dennoch zu einem Verfahren von Amtes wegen gegen 

sie kommen, könnte sie ihren Konkubinatsvertrag mit C._______ vom 

21. Dezember 2017 vorweisen. Mit diesem Vertrag sei sie eine Verbindung 

eingegangen, die mit einer Sigheh (Ehe auf Zeit) verglichen werden könne. 

Der Konkubinatsvertrag gehe sogar über eine Sigheh hinaus und formu-

liere eine Absicht zur Eheschliessung, was ihr einen zusätzlichen Schutz 

biete. Ausserdem bestehe die Möglichkeit, gleichzeitig mit der Beschaffung 

von gültigen Reisepapieren für eine allfällige Rückkehr auch die Legalisie-

rung des Status ihrer Tochter anzustreben. Eine begründete Furcht vor 

flüchtlingsrechtlich relevanter Verfolgung bestehe daher nicht. Entspre-

chend würden die Beschwerdeführerinnen die Flüchtlingseigenschaft nicht 

erfüllen und die Asylgesuche seien abzulehnen. 

6.2  

6.2.1 In ihrer Beschwerde vom 11. März 2021 und deren Ergänzung vom 

18. März 2021 kritisierten die Beschwerdeführerinnen zum einen die 

Glaubhaftigkeitsprüfung der Vorinstanz. Das SEM verkenne die Ausführ-

lichkeit und die Vielzahl an Realkennzeichen in den Schilderungen der Be-

schwerdeführerin, unterlasse eine Gesamtwürdigung unter Einbezug der 

für die Glaubhaftigkeit sprechenden Elemente und befasse sich nicht mit 

den bereits in der Beschwerde vom 16. Januar 2020 geäusserte Einwän-

den gegen die Glaubhaftigkeitsprüfung in der Verfügung vom 12. Dezem-

ber 2019. Es sei sodann nicht nachvollziehbar, wie das SEM zur 

E-1082/2021 

Seite 16 

Schlussfolgerung gelange, die Einwilligung des Ex-Mannes zur Scheidung 

sei realitätsfern. Infolge seiner hohen Position und seiner Macht habe er 

niemals damit gerechnet, dass die Beschwerdeführerin den Mut auf-

brächte, sich von ihm scheiden zu lassen. Ihre Freiheit und Selbstbestim-

mung seien ihr sehr wichtig gewesen. Weiter habe sie entgegen der vor-

instanzlichen Auffassung die Reaktion ihres Ex-Mannes auf die Scheidung 

sehr detailliert dargestellt. Sie habe alle hierzu gestellten Fragen beantwor-

tet und die für sie essenziellen Punkte ausgeführt. Hätte das SEM genau-

ere Angaben hierzu haben wollen, hätte es nachfragen oder eine ergän-

zende Anhörung durchführen müssen. Die Scheidung sei für ihren in hoher 

Position beim Ettelaat tätigen Ex-Mann beschämend und beleidigend ge-

wesen. Er habe sich nicht gegen die Scheidung gewehrt, um nicht noch 

mehr Aufsehen zu erregen. Hinzu komme, dass sie nicht wisse, welche 

seiner mehreren Identitäten er bei der Eheschliessung angegeben habe 

und er sich womöglich aufgrund der Verwendung einer Falschidentität nicht 

beim Gericht habe melden wollen. Es sei wiederum rein spekulativ, wenn 

das SEM behaupte, der Einfluss des Ex-Mannes reiche so weit, dass er 

vor einer gerichtlichen Instanz eine (legale) Scheidung hätte verhindern 

können. Sie habe sich sodann mit der Unterstützung der Mutter und weite-

rer Bekannter sehr gut versteckt und regelmässig ihren Aufenthaltsort ge-

wechselt, weshalb der Ex-Mann seine Drohungen nicht in die Tat habe um-

setzen können. Dabei sei sie meistens versteckt in einem Auto in andere 

Städte gefahren worden. Entsprechend sei sie sich nicht immer im Klaren 

darüber gewesen, wo sie hingebracht worden sei, was ihre mangelnden 

Detailangaben erkläre. Entgegen der Behauptung des SEM habe sie aber 

ein konkretes Beispiel einer Stadt genannt.  

Entgegen der Auffassung des SEM sei der Tod der Schwägerin tatsächlich 

der kausale und ausschlaggebende Grund zur Flucht gewesen, denn unter 

dem neuen Präsidenten Rohani seien Informationen über ehemalige Mit-

arbeiter des Ettelaat während der Präsidentschaft von Ahmadinedschad 

gesammelt worden. Sie und ihre Schwägerin seien Informations- und Ge-

heimnisträgerinnen über die Geheimdiensttätigkeit des Ex-Mannes gewe-

sen. Mit ihrem Tod sei sie sich der vom Ex-Mann ausgehenden Gefahr be-

wusst geworden. Zusammenfassend seien ihre Ausführungen mithin 

durchaus genügend substanziiert, in sich schlüssig, plausibel und in we-

sentlichen Punkten widerspruchsfrei. 

6.2.2 Angesichts dessen sei der Beschwerdeführerin letztlich nichts ande-

res übriggeblieben, als ihre jahrelange Flucht innerhalb des Irans zu been-

den und das Land zu verlassen, zumal sie keinen innerstaatlichen Schutz 

E-1082/2021 

Seite 17 

erhalten hätte. Von drohender innerfamiliärer Gewalt betroffene iranische 

Frauen und gerade solche mit unehelichen Kindern befänden sich gemäss 

verschiedenen Berichten mangels genügender Schutzangebote in einer 

schwierigen Situation. Im Falle einer Rückkehr in den Iran habe sie daher 

ernsthafte, frauenspezifische Nachteile im Sinne von Art. 3 AsyIG zu be-

fürchten, weshalb sie Anspruch auf Feststellung ihrer Flüchtlingseigen-

schaft und Gewährung des Asyls habe.  

6.2.3 Darüber hinaus verwiesen die Beschwerdeführerinnen auf den be-

reits in der Beschwerde vom 16. Januar 2020 geltend gemachten Anspruch 

auf Anerkennung als Flüchtlinge aufgrund des im Ausland unehelich gebo-

renen Kindes und der damit verbundenen bedeutsamen Furcht vor flücht-

lingsrechtlich relevanten Nachteilen im Falle ihrer Rückkehr in den Iran. 

Den damals vorgelegten Berichten sei zu entnehmen, dass das iranische 

Gesetz sexuelle Handlungen zwischen nichtverheirateten Personen ver-

biete und ausserehelicher Geschlechtsverkehr als Verstoss gegen die 

«Rechtsansprüche Gottes» gewertet und entsprechend bestraft werde. Zu-

dem sei das Eingehen einer nichtehelichen Beziehung ein Tatmotiv für ei-

nen Ehrenmord, wogegen der iranische Staat nur mangelhaften Schutz 

biete. Uneheliche Kinder seien sodann mit einer rechtlichen Diskriminie-

rung konfrontiert. Diese seien durch das iranische Strafgesetzbuch in ih-

rem Recht auf Leben und persönliche Sicherheit nur vage geschützt. Die 

Argumentation des SEM in der angefochtenen Verfügung (keine Gefahr 

einer Denunziation oder Beanzeigung der ausserehelichen Beziehung und 

ohnehin keine behördliche Verfolgung von Amtes wegen) basiere auf einer 

subjektiven Einschätzung, die jeglicher Grundlage entbehre. Der Ex-Mann 

der Beschwerdeführerin würde sie auf jeden Fall bei den iranischen Behör-

den aufgrund der Tatsache, dass sie in der Schweiz ein uneheliches Kind 

gezeugt habe, anzeigen. Die von ihm ausgehende Bedrohung halte trotz 

ihrer langen Abwesenheit an, was die eingereichten Beweismittel belegten. 

Hinzu komme, dass er offensichtlich psychisch schwer gestört sei. Weitere 

potenzielle Anzeigeerstatter könnten der eingereichten Liste von Verwand-

ten entnommen werden. Entgegen dem SEM könne der Konkubinatsver-

trag ferner nicht mit einer Sigheh (Ehe auf Zeit) verglichen werden oder gar 

eine Absicht zur Eheschliessung darstellen. Weiter habe sie die Beziehung 

zu C._______ beendet, womit gleichsam der Konkubinatsvertrag hinfällig 

sei. Mit ihm habe sie sich weder standesamtlich noch religiös getraut und 

die Kommunikation gestalte sich schwierig, weshalb betreffend die Ausge-

staltung des Besuchsrechts auch eine Erziehungsbeistandschaft habe an-

geordnet werden müssen. Vor diesem Hintergrund sei von dessen Seite in 

einem allfälligen Verfahren vor den iranischen Behörden keine 

E-1082/2021 

Seite 18 

Unterstützung zu erwarten, zumal er ohnehin nicht dort lebe. Entgegen der 

rein subjektiven, unhaltbaren und gar fahrlässigen Einschätzung des SEM, 

wonach dem unehelichen Kind abgesehen von erbrechtlichen Einschrän-

kungen grundsätzlich dieselben Rechte wie «legal» gezeugten Kindern zu-

kämen, belege der Bericht der SFH-Länderanalyse vom 10. April 2015 das 

Gegenteil; ihm würden massive Nachteile durch den iranischen Staat dro-

hen. 

Aufgrund des Gesagten und angesichts der im Falle einer Rückkehr in den 

Iran zu befürchtenden massiven und flüchtlingsrechtlich relevanten Konse-

quenzen, ihres damit bestehenden Anspruchs auf Anerkennung als Flücht-

linge und der daraus sich ergebenden Unzulässigkeit des Wegweisungs-

vollzugs, müsse ihnen zumindest die vorläufige Aufnahme gewährt wer-

den.  

6.3 In der Vernehmlassung hielt das SEM fest, dass die Schnellrecherche 

der SFH-Länderanalyse vom 10. April 2015 Probleme beleuchte, auf die 

im angefochtenen Entscheid ausführlich und unter Anreicherung mit stär-

ker gewichteten und aktuelleren Quellen eingegangen worden sei. Weiter 

sei die zeitliche Eingrenzung der als Beweismittel vorgelegten Bildschirm-

ausdrucke von Chatverläufen nicht möglich. Wären diese Nachrichten wie 

in der Beschwerde erwähnt, bereits im (…) 2020 erhalten worden, erstaune 

deren Einreichung erst nach Erlass des angefochtenen Entscheides. Aus-

serdem gehe aus diesen Mitteilungen nicht schlüssig hervor, wer der mög-

liche Autor und wer der Adressat sei. Mitteilungen dieser Art könnten prob-

lemlos fingiert werden und hätten daher geringen Beweiswert, weshalb sie 

nicht geeignet seien, eine Verfolgung durch den Ex-Mann zu belegen. Wei-

ter könnten weder den Akten noch der Beschwerde Hinweise auf eine kon-

krete Bedrohung seitens irgendwelcher Verwandter hinsichtlich einer mög-

lichen Denunziation der Beschwerdeführerin an die Behörden entnommen 

werden, weshalb auch die vorgelegte Namensliste nicht beweistauglich er-

scheine. Im Übrigen enthalte die Beschwerdeschrift keine neuen erhebli-

chen Tatsachen oder Beweismittel, welche eine Änderung der angefochte-

nen Verfügung rechtfertigen könnten, weshalb auf die dortigen Erwägun-

gen zu verweisen sei.  

6.4 In der Replik machten die Beschwerdeführerinnen geltend, es sei 

falsch, wenn das SEM in der Vernehmlassung das Bestehen neuer erheb-

licher Tatsachen verneine. Sodann widerspreche die Schnellrecherche der 

SFH-Länderanalyse vom 10. April 2015 den Ausführungen beziehungs-

weise der Quellen der Vorinstanz nicht. Die von ihnen zu befürchtenden 

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Seite 19 

flüchtlingsrechtlich relevanten Nachteile bei einer Rückkehr in den Iran be-

stünden unabhängig von dieser Quellengrundlage. Überdies argumentiere 

das SEM im angefochtenen Entscheid betreffend alleinstehende Frauen 

mit unehelichen Kindern unzureichend und aufgrund einer bloss subjekti-

ven Einschätzung. Mit seinem Hinweis auf die Abstützung auf aktuellere 

Quellen verkenne es ihre konkreten Verhältnisse und Lebenssituation, zu-

mal eine Anzeige durch den Ex-Mann wahrscheinlich bereits erfolgt sei 

oder bei der Rückkehr erfolgen würde. Ferner sei ihnen die Relevanz der 

erst mit der Eingabe vom 18. März 2021 beigebrachten Bildschirmaufnah-

men für das Verfahren zuvor nicht bewusst gewesen. Die Sachverhaltsab-

klärung, insbesondere mittels adäquater Fragestellungen, wäre ohnehin 

Aufgabe des SEM gewesen. Das SEM missachte sodann die im Vergleich 

zum strikten Beweis herabgesetzten Beweisanforderungen der Glaubhaft-

machung nach Art. 7 AsylG, woran auch ihre Mitwirkungspflicht nichts än-

dere. Es sei denn auch weder möglich noch zumutbar, die Verfolgung 

durch den Ex-Mann oder weitere Dritte zu beweisen. Die Bildschirmauf-

nahmen würden der Untermauerung ihrer Aussagen dienen. Betreffend die 

Liste der Verwandten treffe es zwar zu, dass es diesbezüglich keine Hin-

weise auf mögliche Anzeigeerstattungen gegen sie in den Akten gebe, je-

doch seien hierzu vom SEM auch keine adäquaten Fragen gestellt worden.  

Ferner bekräftigten die Beschwerdeführerinnen die vom SEM pflichtwidrig 

unterlassene Gesamtbeurteilung des rechtlich relevanten Sachverhalts; 

die Berücksichtigung auch der positiven, für sie sprechenden Elemente sei 

unzulässigerweise unterblieben. Das SEM begnüge sich mit pauschalen 

und unsubstanziierten Behauptungen und nehme keinerlei Bezug auf ihre 

Vorbringen. Weiter habe die Beschwerdeführerin gemäss dem beiliegen-

den Arztbericht am 7. Mai 2021 einen gesundheitlichen Zusammenbruch 

erlitten und deshalb einen psychiatrischen Dienst konsultiert. Gemäss dem 

Arztbericht leide sie an (…) (ICD-10 F[…]) aufgrund multipler Faktoren, ins-

besondere im Zusammenhang mit der vom Ex-Mann ausgehenden Ge-

fährdung und dem abgelehnten Asylantrag.  

6.5 In der Beschwerdeergänzung vom 1. September 2021 machten die Be-

schwerdeführerinnen unter Vorlage eines Arztzeugnisses zunächst darauf 

aufmerksam, dass die Mutter der Beschwerdeführerin als einzige Unter-

stützerin im Heimatland seit kurzem aufgrund gesundheitlicher Probleme 

([…]) krank und nicht mehr arbeitsfähig sei. Im Zusammenhang mit der Zu-

mutbarkeit des Wegweisungsvollzugs machten sie weiter auf Notwendig-

keit der Berücksichtigung des länderspezifischen Hintergrundes, der Ver-

hältnisse vor Ort, der individuellen Lebensumstände, der allfälligen 

E-1082/2021 

Seite 20 

Zugehörigkeit zu einer vulnerablen Gruppe, des allfälligen Bestehens be-

günstigender individueller Umstände sowie gegebenenfalls des Kindes-

wohls gemäss Art. 3 Abs. 1 des Übereinkommens vom 20. November 1989 

über die Rechte des Kindes (sog. Kinderrechtskonvention, KRK; SR 0.107) 

aufmerksam. Hierbei gelte es vorliegend zu beachten, dass Frauen im Iran 

nach wie vor in vielerlei Hinsicht diskriminiert seien, etwa beim Zugang zu 

Gerichten in gesellschaftlichen Bereichen. Sie beide gehörten zur Gruppe 

der besonders verletzlichen Personen und seien konkret gefährdet, weil 

keine begünstigenden individuellen Umstände vorlägen. Sie wären im 

Falle einer Rückkehr unweigerlich einer existenziellen Notlage und mithin 

einer konkreten Gefährdung ausgesetzt, weshalb der Vollzug der Wegwei-

sung unzumutbar sei. Sie hätten demnach Anspruch auf Gewährung der 

vorläufigen Aufnahme.  

7.  

7.1 Die Beschwerdeführerin macht geltend, von ihrem in hoher Position 

beim Ettelaat tätigen Ex-Mann nach der Scheidung mit dem Tod bedroht 

und verfolgt worden zu sein. Dieser würde zudem auch heute noch nach 

ihr suchen und habe hierzu mit ihr nahestehenden Personen Kontakt auf-

genommen und über diese Drohungen ausgesprochen.  

Nachfolgend ist zunächst zu prüfen, ob die entsprechenden Vorbringen 

den Anforderungen von Art. 7 AsylG an das Glaubhaftmachen standhalten. 

7.1.1 Das Bundesverwaltungsgericht hat die Anforderungen an das Glaub-

haftmachen von Asylvorbringen in verschiedenen Entscheiden vertieft dar-

gelegt (vgl. BVGE 2015/3 E. 6.5.1, 2013/11 E. 5.1 und 2010/57 E. 2.3, je 

m.w.H.). Gemäss dieser ständigen Praxis sind Vorbringen dann glaubhaft, 

wenn sie genügend substanziiert, konkret, präzis, in sich schlüssig und 

plausibel sind; sie dürfen sich nicht in vagen Schilderungen erschöpfen 

oder den Tatsachen oder der allgemeinen Erfahrung widersprechen und 

sie dürfen nicht widersprüchlich sein oder der inneren Logik entbehren. 

Darüber hinaus muss die asylsuchende Person persönlich glaubwürdig er-

scheinen, was insbesondere dann nicht der Fall ist, wenn sie ihre Vorbrin-

gen auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abstützt, wichtige Tatsa-

chen unterdrückt oder bewusst falsch darstellt, im Laufe des Verfahrens 

Vorbringen auswechselt oder unbegründet nachschiebt, mangelndes Inte-

resse am Verfahren zeigt oder die nötige Mitwirkung verweigert. Glaubhaft-

machung bedeutet – im Gegensatz zum strikten Beweis – ein reduziertes 

Beweismass und lässt Raum für gewisse Einwände und Zweifel an den 

Vorbringen. Eine Behauptung gilt bereits als glaubhaft gemacht, wenn das 

E-1082/2021 

Seite 21 

Gericht von ihrer Wahrheit nicht völlig überzeugt ist, sie aber überwiegend 

für wahr hält, obwohl nicht alle Zweifel beseitigt sind. Für die Glaubhaftma-

chung reicht es demgegenüber nicht aus, wenn der Inhalt der Vorbringen 

zwar möglich ist, aber in Würdigung der gesamten Aspekte wesentliche 

und überwiegende Umstände gegen die vorgebrachte Sachverhaltsdar-

stellung sprechen. Entscheidend ist im Sinne einer Gesamtwürdigung, ob 

die Gründe, die für die Richtigkeit der Sachverhaltsdarstellung sprechen, 

überwiegen oder nicht; dabei ist auf eine objektivierte Sichtweise abzustel-

len. 

7.1.2 Zunächst ist festzustellen, dass die Beschwerdeführerin die Miss-

handlungen durch ihren Ex-Mann grundsätzlich erlebnisbasiert und mit ei-

ner Vielzahl von Realkennzeichen geschildert hat. So schilderte sie bei-

spielsweise die erste Vergewaltigung in den Flitterwochen sowie die letzte 

erlebte Misshandlung, wobei ihr Ex-Mann eine Waffe auf ihren Kopf gerich-

tet habe, überwiegend anschaulich und mit vielen Details (vgl. A23 F103, 

F118). Es bestehen daher keine wesentlichen Zweifel an diesen Vorbrin-

gen. Dementsprechend ist der Beschwerdeführerin nicht abzusprechen, 

dass sie womöglich tatsächlich während der Beziehung mit ihrem Ex-Mann 

vergewaltigt und misshandelt wurde und dies naheliegenderweise ein 

Grund für die eingereichte Scheidung darstellt.  

Im Kontrast hierzu sind die Ausführungen zu den Umständen der Schei-

dung und insbesondere der anschliessenden Bedrohung durch den Ex-

Mann grösstenteils widersprüchlich, substanzarm und nicht nachvollzieh-

bar ausgefallen, worauf nachfolgend im Detail einzugehen ist. Zudem be-

stehen gewichtige Zweifel an der geschilderten einflussreichen geheim-

dienstlichen Tätigkeit des Ex-Mannes. 

7.1.3 Der Vorinstanz ist dahingehend zuzustimmen, dass das geschilderte 

Verhalten des Ex-Mannes nicht nachvollziehbar ist. Einerseits habe er sie 

vollständig kontrollieren und über sie verfügen wollen (vgl. A23 F103), an-

dererseits sei er bereitwillig mit ihrer Mutter «zum entsprechenden Büro» 

gegangen, um die Scheidungserklärung zu unterschreiben (vgl. A23 F103, 

F111), nur um sie anschliessend weiter zu drangsalieren und zu verfolgen. 

Darüber hinaus hätte der Ex-Mann ihren Aussagen zufolge gar damit rech-

nen müssen, dass sie bei der Scheidung einen Teil seines Vermögens er-

hält (vgl. A23 F122). Die Ausführungen in der Beschwerde, wonach ihr ihre 

Freiheit und Selbstbestimmung sehr wichtig seien, vermögen das geschil-

derte widersprüchliche Verhalten ihres Ex-Mannes nicht zu erklären. In die-

ser Hinsicht ist weiter nicht einsichtig, weshalb sie nach Erhalt der 

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Seite 22 

Scheidungseinwilligung am (…) 2009 (vgl. A23 F123 sowie das aktenkun-

dige Scheidungsurteil selben Datums [A19 Beweismittel Nr. 4]) entgegen 

ihren Ausführungen (vgl. A23 F123) nicht unmittelbar die Scheidung einge-

reicht, und stattdessen später noch für zwei Monate bis zum (…) 2009 zum 

Ex-Mann nach Teheran gezogen sei (vgl. A23 F106 f., F130, F118: 

«Ich…bzw. meine Mutter hatte diese Einwilligung bei sich, als ich mit dem 

gemeinsamen Leben mit ihm in Teheran angefangen habe.»), obschon sie 

während des Aufenthalts bei der Mutter vom Ex-Mann weiter schwer miss-

handelt worden sei und ihre Mutter ihm verboten habe, sie zu sehen (vgl. 

A23 F103; F122). Auf eine entsprechende Nachfrage des SEM antwortete 

sie ausweichend und vage (vgl. A23 F125). Vom Vollzug der Scheidung 

soll der Ex-Mann sodann erst ein oder zwei Monate später erfahren haben 

(vgl. A23 F132), was angesichts der geschilderten mächtigen Position beim 

Ettelaat nicht nachvollziehbar ist. Ihre Antwort auf eine klärende Nachfrage 

des SEM war ausweichend und nicht überzeugend (vgl. A23 F151). 

Als Erklärung, weshalb der angeblich mächtige Ex-Mann nichts gegen die 

Scheidung unternommen habe, wurde in der Beschwerde geltend ge-

macht, dass diese für ihn eine grosse Beleidigung und Scham dargestellt 

habe, weshalb er weiteres Aufsehen habe vermeiden wollen. Dessen un-

geachtet scheint es für ihn kein Problem gewesen zu sein, gar seine Ar-

beitskollegen für die Beschattung und Verfolgung der Beschwerdeführerin 

einzuspannen (vgl. A4 Ziff. 7.01 f.; A23 F134). Dies ihren Angaben zufolge 

sogar bis nach Griechenland, wo sie weiter von dessen Schergen beo-

bachtet und bedroht worden sei, weshalb sie sich an die örtliche Polizei 

gewandt habe (vgl. A23 F146, F170). Der Ex-Mann betrieb ihren Aussagen 

zufolge demnach einen enormen Aufwand, um ihrer habhaft zu werden, 

welcher sich weit über die Landesgrenzen des Iran erstreckt habe. Die Er-

klärung, der Ex-Mann habe weitere Aufmerksamkeit vermeiden wollen, 

überzeugt daher offenkundig nicht. Auch der Einwand, sie wisse aufgrund 

seiner verschiedenen Identitätsausweise nicht, welche Identität er bei der 

Eheschliessung angegeben habe und er sich möglicherweise deshalb 

nicht beim Gericht gemeldet habe, ist nicht nachvollziehbar. Es ist davon 

auszugehen, dass die Beschwerdeführerin Kenntnis vom Inhalt ihrer  

Eheurkunde hat. Zudem wurden die Angaben zur Identität des Ex-Mannes 

auf der Scheidungserklärung vom Gericht akzeptiert (vgl. die als Beweis-

mittel eingereichte Scheidungsurkunde inkl. Übersetzung, Beweismittel 

Nr. 4 und Nr. 10). Darüber hinaus ist ohnehin nicht erkenntlich, weshalb 

dies für den Ex-Mann ein Hindernis hätte darstellen sollen. Sodann ist es 

widersprüchlich, wenn die Beschwerdeführerin ihren Ex-Mann auf der ei-

nen Seite als sehr mächtig und bis in die höchsten Kreise vernetzt darstellt, 

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Seite 23 

auf der anderen Seite indes argumentiert, sein Einfluss reiche nicht soweit, 

dass er eine gerichtliche Scheidung hätte verhindern können.  

Die Argumentation in der Beschwerde ist weiter widersprüchlich, indem ei-

nerseits geltend gemacht wird, es sei nebst den Drohungen nichts Schlim-

meres passiert, weil sie sich sehr gut versteckt und regelmässig ihren Auf-

enthaltsort gewechselt habe, die Beschwerdeführerin andererseits an den 

Befragungen geltend machte, sie sei engmaschig beschattet worden und 

per Mobiltelefon für ihren Ex-Mann weiterhin erreichbar gewesen (vgl. A23 

F119, F134-136, F152 ff., F160; A4 Ziff. 7.01 f.). Es ist vor diesem Hinter-

grund anzunehmen, dass der angeblich mächtige Ex-Mann – im Besitze 

sämtlicher Ressourcen des Ettelaat – ihren Aufenthaltsort ohne weiteres 

jederzeit hätte ausfindig machen können, zumal er sie gar in Griechenland 

habe aufspüren können (vgl. A23 F146-148). Weiter ist lebensfremd, dass 

sich die Beschwerdeführerin nicht immer darüber im Klaren gewesen sein 

soll, in welche Städte sie jeweils gebracht worden sei, da sie sich meistens 

auf der Rückbank oder am Boden liegend im Auto versteckt habe. In einer 

derartigen Situation ist ohne Weiteres davon auszugehen, dass sich die 

Beschwerdeführerin – bereits vorgängig oder zumindest während der Fahrt 

mit ihrer Freundin (vgl. A23 F159) – über den Zielort und das weitere Vor-

gehen ausgetauscht hat. Sie habe sich sodann jeweils bei Verwandten 

oder in verschiedenen Pensionen aufgehalten, wo sie unweigerlich mit 

Leuten Kontakt gehabt hätte. Die Nennung einer einzigen Stadt anlässlich 

der Anhörung (vgl. A23 F13) vermag über die substanzlosen Ausführungen 

der Ereignisse in den beinahe sechs Jahren vor der Ausreise nicht hinweg-

zutäuschen. Ihre Angaben hinsichtlich des Telefonkontakts mit ihrem Ex-

Mann fielen sodann ebenfalls widersprüchlich und inkonsistent aus, zumal 

sie an der BzP einerseits angab, nie direkt mit ihm Kontakt gehabt zu ha-

ben (vgl. A4 Ziff. 7.02), andererseits an der Anhörung geltend machte, er 

habe ihr immer geschrieben (vgl. A23 F134 ff., F152 ff.).  

Zur Begründung des anhaltenden Verfolgungsinteresses ihres Ex-Mannes 

machte die Beschwerdeführerin geltend, unter anderem über den Laptop 

des Ex-Mannes und damit über kompromittierende Informationen über 

seine Arbeit beim Ettelaat verfügt zu haben (vgl. A23 F120, F133, F141, 

F169). Dieser schien dabei stets den Aufenthaltsort des Laptops gekannt 

zu haben, zumal es ihm ihren Angaben zufolge ohne Weiteres möglich war, 

nach ihrer Ausreise zuhause bei ihrer Mutter einzudringen und diesen zu 

behändigen (vgl. A23 F73). Vor diesem Hintergrund ist weder nachvollzieh-

bar, weshalb sich der beim Geheimdienst in hoher Position tätige Ex-Mann 

nicht viel früher des für ihn so wichtigen Laptops behändigt hat noch 

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weshalb die Beschwerdeführerin den Laptop nicht einfach herausgegeben 

hat, zumal sie die Drohungen und Nachstellungen auf dessen Angst vor 

einer Veröffentlichung der darauf enthaltenen Informationen zurückführte 

(vgl. A23 F141). Ihre diesbezügliche Erklärung an der Anhörung vermag 

nicht zu überzeugen (vgl. A23 F165). Weshalb der Ex-Mann seine angeb-

lichen Drohungen vor diesem Hintergrund nicht in die Tat umsetzte, ver-

mochte die Beschwerdeführerin nicht schlüssig zu erklären (vgl. A23 F141 

f.).  

Ohnehin erstaunt der geschilderte sorglose Umgang des in hoher Position 

beim Ettelaat tätigen Ex-Mannes mit Geheimdienstinformationen. So habe 

er der Beschwerdeführerin bereits in den Flitterwochen bereitwillig Folter-

videos von seiner Arbeit gezeigt und davon ausführlich erzählt (vgl. A23 

F113-115) sowie mit seinen Geheimdienstkollegen zuhause in ihrer Anwe-

senheit Treffen abgehalten und über Spionagetätigkeiten und Auslandein-

sätze gesprochen (vgl. A23 F119). Ausserdem habe er mehrere Male direkt 

neben ihr mit dem Präsidenten des Ettelaat gesprochen (vgl. A23 F171 f.). 

Darüber hinaus sei es ihr problemlos möglich gewesen, höchst sensible 

Informationen – darunter gar Unterlagen über Korruption, in welcher ihr Ex-

Mann verwickelt gewesen sei – über die zuhause aufbewahrten Ordner 

sowie über den ungesicherten Laptop einzusehen (vgl. A23 F119). Hierbei 

widersprach sich die Beschwerdeführerin mehrfach selbst: Zum einen gab 

sie an, ihr Ehemann habe ihr nichts über seine Arbeit erzählt, sie habe sich 

seine Sachen gar nicht angeschaut, da sie damit eigentlich überhaupt 

nichts zu tun gehabt haben wolle respektive habe sie gar nicht gewusst, 

was für Dateien und Dossiers auf dem Laptop gespeichert gewesen seien. 

Zum anderen wusste sie ausführlich von dessen Tätigkeiten und Einsätzen 

sowie dem Inhalt der angeblich streng geheimen Dossiers und Dateien zu 

berichten (vgl. A23 F103, F113-115, F119 f., F126 ff.). Es ist lebensfremd, 

dass ein Kadermitarbeiter im Geheimdienst derart sorglos mit streng ge-

heimen und sensiblen Informationen umgeht. 

Zusätzlich spricht der Umstand, dass die Beschwerdeführerin vor ihrer 

Ausreise im (…) 2015 noch die Prüfung zur Zulassung zum Masterstudium 

absolviert habe (vgl. A23 F90 f.), gegen die geschilderte Verfolgung durch 

den Ex-Mann. Es ist nicht ersichtlich, wie es ihr unter den geschilderten 

Umständen (ständige Nachstellungen durch den Ehemann und dessen 

Gefolgsleute, regelmässiger Wechsel des Aufenthaltsorts, Aufenthalte in 

angeblich unbekannten Städten) hätte möglich sein sollen, für diese Prü-

fungen zu lernen und diese zu schreiben.  

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Im Übrigen kann auf die zutreffenden Erwägungen in der angefochtenen 

Verfügung verwiesen werden (vgl. a.a.O. Ziff. II/1). 

7.1.4 Die eingereichten Beweismittel sind sodann insgesamt nicht geeig-

net, die geltend gemachte Bedrohung durch den Ex-Mann glaubhaft zu 

machen. Hinsichtlich der eingereichten Drohnachrichten kann auf die zu-

treffenden Erwägungen des SEM in der angefochtenen Verfügung 

(vgl. a.a.O. S. 5 f) sowie der Vernehmlassung verwiesen werden. Die Kon-

taktversuche stammen von unterschiedlichen Konten («[…]» resp. «[…]»), 

wobei beide Konten soweit ersichtlich jeweils zehn Beiträge erstellt haben 

und eines der Konten nicht einmal über Abonnenten verfügt (das andere 

Konto über lediglich deren zwei; vgl. Eingabe vom 18. März 2021 Beilagen 

2-4). Es ist zudem nicht ersichtlich, weshalb der Ex-Mann mit dem vermu-

tungsweise ebenfalls aus Iran stammenden Bekannten der Beschwerde-

führerin in der Schweiz zunächst in gebrochenem Englisch kommunizieren 

sollte (vgl. a.a.O. Beilage 5). Das Bestätigungsschreiben von drei Bekann-

ten der Beschwerdeführerin ist sodann als Gefälligkeitsschreiben von ent-

sprechend geringem Beweiswert zu qualifizieren (vgl. a.a.O. Beilage 7). 

Die biographischen Anamnesen in den eingereichten Arztberichten basie-

ren schliesslich auf den Angaben der Beschwerdeführerin und stimmen 

teilweise mit ihren Vorbringen im Asylverfahren nicht überein (vgl. z.B. Ein-

gabe vom 7. März 2024 Beilagen 1 und 4: Arztberichte vom 31. Januar 

2024 S. 2 und vom 31. August 2022 S. 4). Zusammenfassend ist festzu-

stellen, dass es der Beschwerdeführerin nicht gelungen ist, die angebliche 

Bedrohung durch den Ex-Mann und damit die geschilderten Vorflucht-

gründe glaubhaft zu machen. Entsprechend hat das SEM zu Recht die 

Flüchtlingseigenschaft der Beschwerdeführerinnen im Sinne von Art. 3 

AsylG verneint und die Asylgesuche abgelehnt.  

Demnach kann offenbleiben, ob die angebliche Bedrohung durch den Ex-

Mann überhaupt als flüchtlingsrechtlich relevant in Sinne von Art. 3 AsylG 

zu qualifizieren wäre.  

7.2 Wer erst durch die Ausreise aus dem Heimat- oder Herkunftsstaat oder 

wegen seines Verhaltens nach der Ausreise eine Verfolgungssituation be-

gründet hat (sog. subjektive Nachfluchtgründe), hat – unter Vorbehalt von 

Art. 3 Abs. 4 AsylG – grundsätzlich ebenfalls Anspruch auf die Flüchtlings-

eigenschaft; verwehrt bleibt einzig das Asyl (vgl. Art. 54 AsylG).  

Die Beschwerdeführerinnen machen geltend, dass ihnen aufgrund der aus 

einer unehelichen Beziehung mit C._______ in der Schweiz 

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Seite 26 

hervorgegangenen zweitrubrizierten Beschwerdeführerin bei einer Rück-

kehr in den Iran flüchtlingsrechtlich relevante Konsequenzen drohten.  

7.2.1 Die Einleitung eines Strafverfahrens gegen die Beschwerdeführerin 

seitens der iranischen Behörden von Amtes wegen ist unwahrscheinlich, 

selbst wenn die Behörden – beispielsweise bei der rein hypothetischen 

Einreise – entdecken würden, dass sie ein uneheliches Kind hat. Es ist 

davon auszugehen, dass die iranischen Behörden ein solches Verfahren 

erst dann einleiten würden, wenn Drittpersonen aus dem privaten Umfeld 

Anzeige erheben würden (vgl. D-3687/2020 vom 25. September 2020 

E. 6.2.2; Danish Refugee Council und Danish Immigration Service, Iran: 

Relations outside of marriage in Iran and marriages without the acceptance 

of the family, Februar 2018, S. 5 f., < https://www.refworld.org/reference/ 

countryrep/dis/2018/en/120684 >, abgerufen am 05.09.2025). Vorliegend 

ist dies wenig wahrscheinlich. Als Verwandte verbleiben in der Heimat le-

diglich ihre Mutter und eine Tante; ihre Schwester lebe in Kanada (vgl. A4 

Ziff. 3; A23 F36-40). Kontakt pflegt die Beschwerdeführerin sodann einzig 

mit ihrer Schwester und ihrer Mutter, wobei sie die Mutter viel nach 

B._______ frage (vgl. A4 Ziff. 4.04; A23 F41-44). Zwar reichte sie mit der 

Beschwerde eine Liste mit potenziellen privaten Klägern ein (vgl. Be-

schwerdebeilage 6), wobei weitere Ausführungen, weshalb die gelisteten 

Personen bereit wären, tatsächlich ein solches Verfahren gegen sie einzu-

leiten, fehlen. Bei den aufgelisteten fünf Personen handelt es sich sodann 

um den Ex-Mann sowie dessen Bruder und Cousin sowie um zwei Cousins 

der Beschwerdeführerin, wobei insbesondere vor dem Hintergrund der für 

unglaubhaft befundenen Vorbringen unklar ist, inwiefern diese Personen 

von einer allfälligen Rückkehr mit einem unehelichen Kind erfahren sollten. 

Somit fehlen konkrete Hinweise für eine drohende Denunzierung der Be-

schwerdeführerin bei den heimatlichen Behörden. Sollte es entgegen aller 

Wahrscheinlichkeit dennoch zu einem Verfahren gegen sie kommen, wies 

die Vorinstanz zu Recht auf die Möglichkeit hin, in Absprache mit dem ira-

nischen (ausreisepflichtigen) Kindsvater geltend zu machen, die Tochter 

sei im Rahmen einer Ehe auf Zeit (Sigheh) gezeugt worden. In der Be-

schwerde wird diese Möglichkeit mit Hinweis auf das Zerwürfnis zwischen 

der Beschwerdeführerin und dem Kindsvater in Abrede gestellt. Aus den 

Akten ergibt sich indes, dass die Tochter vom Vater anerkannt worden ist, 

er im Rahmen der gerichtlichen Entscheide ein Besuchsrecht hat und die-

ses auch – soweit ersichtlich – wahrnimmt (vgl. Beweismitteleingabe vom 

9. Mai 2025). Es ist entsprechend davon auszugehen, dass der Kindsvater, 

ungeachtet des Zerwürfnisses mit der Beschwerdeführerin, ein Interesse 

am Wohlergehen seiner Tochter hat und daher entsprechend auch – für 

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Seite 27 

den rein hypothetischen Fall einer Rückkehr in den Iran – in eine solche 

Absprache einwilligen würde.    

7.2.2 Nach dem Ausgeführten ist insgesamt nicht davon auszugehen, dass 

den Beschwerdeführerinnen bei einer allfälligen Rückkehr in den Iran eine 

flüchtlingsrechtlich relevante Verfolgung aufgrund der im Rahmen einer un-

ehelichen Beziehung gezeugten zweitrubrizierten Beschwerdeführerin 

droht. 

7.2.3 Somit erfüllen die Beschwerdeführerinnen die Flüchtlingseigenschaft 

auch unter dem Gesichtspunkt von Art. 54 AsylG nicht.  

7.3 Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Vorinstanz zu Recht die 

Flüchtlingseigenschaft der Beschwerdeführerinnen verneint und die Asyl-

gesuche abgelehnt hat.  

8.  

Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt 

es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug 

an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 

AsylG). 

Die Beschwerdeführerinnen verfügen insbesondere weder über eine aus-

länderrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Er-

teilung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht 

angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

9.  

Nachdem das SEM in seiner Verfügung vom 27. Mai 2025 die Unzumut-

barkeit des Wegweisungsvollzugs festgestellt und die vorläufige Aufnahme 

der Beschwerdeführerinnen angeordnet hat, erübrigen sich praxisgemäss 

weitere Ausführungen zur Zulässigkeit und Möglichkeit des Wegweisungs-

vollzugs. 

10.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig 

sowie vollständig feststellt. Die Beschwerde ist abzuweisen, soweit sie 

nicht gegenstandslos geworden ist. 

  

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Seite 28 

11.  

11.1 Die Kosten des Beschwerdeverfahrens und die Parteientschädigung 

sind nach dem Verhältnis von Obsiegen und Unterliegen der beschwerde-

führenden Person aufzuerlegen beziehungsweise zuzusprechen.  

11.2 Die Beschwerdeführerinnen sind mit ihrem Antrag auf Feststellung 

der Flüchtlingseigenschaft und der Gewährung des Asyls unterlegen. Be-

züglich der Feststellung der Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs 

und der Gewährung der vorläufigen Aufnahme sind sie als obsiegend zu 

betrachten. Praxisgemäss bedeutet dies ein hälftiges Obsiegen. Bei die-

sem Ausgang des Verfahrens wären die um die Hälfte reduzierten Verfah-

renskosten von Fr. 375.– den Beschwerdeführerinnen aufzuerlegen 

(Art. 63 Abs. 1 VwVG). Da jedoch mit Verfügung vom 23. März 2021 das 

Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung gutgeheissen 

wurde und aufgrund der Akten nicht von einer Veränderung der finanziellen 

Verhältnisse auszugehen ist, sind keine Verfahrenskosten zu erheben. 

11.3 Bei Gegenstandslosigkeit des Verfahrens ist der beschwerdeführen-

den Partei eine Entschädigung für die ihr erwachsenen notwendigen Kos-

ten zuzusprechen, sofern sie die Gegenstandslosigkeit nicht durch ihr ei-

genes Verhalten bewirkt hat (Art. 15 i.V.m. Art. 5 VGKE). Diese Vorausset-

zungen sind vorliegend gegeben, da die teilweise Gegenstandslosigkeit 

der Beschwerde durch die wiedererwägungsweise Feststellung der Unzu-

mutbarkeit des Vollzugs der Wegweisung und die Gewährung der vorläufi-

gen Aufnahme der Beschwerdeführerinnen durch das SEM herbeigeführt 

wurde. 

11.4 Die Rechtsvertretung der Beschwerdeführerinnen reichte am 10. Mai 

2021 eine Kostennote ein, welche mit Kostennote vom 3. Juni 2025 aktua-

lisiert wurde. Für die Zeit bis zum 10. Mai 2021 wurde in der Kostennote 

gleichen Datums ein zeitlicher Aufwand von Total 13.75 Stunden zu einem 

Stundenansatz von Fr. 250.– sowie Auslagen in Höhe von Fr. 52.– geltend 

gemacht. Dies erscheint insgesamt als angemessen.  

In der aktuellen Kostennote vom 3. Juni 2025 wurden ab dem 10. Mai 2021 

ein Aufwand von Total 15.5 Stunden zu einem Stundenansatz von 

Fr. 300.– sowie Auslagen in Höhe von Fr. 20.– geltend gemacht. Dies er-

scheint unter Einbezug der Stellungnahme vom 17. Juli 2025 und unter 

Berücksichtigung der besonderen Umstände des Verfahrens als gerade 

noch angemessen.  

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Seite 29 

Das SEM ist demnach anzuweisen, den Beschwerdeführerinnen eine um 

die Hälfte reduzierte Parteientschädigung von Fr. 4'080.– (inklusive Ausla-

gen und ohne Mehrwertsteuerzuschlag im Sinne von Art. 9 Abs. 1 Bst. c 

VGKE) auszurichten.  

11.5 Mit Verfügung vom 23. März 2021 wurde das Gesuch um Gewährung 

der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung gutgeheissen und die vormalige 

Rechtsvertreterin MLaw Janine Hess als amtliche Rechtsbeiständin der 

Beschwerdeführerinnen eingesetzt. Mit Verfügung vom 7. März 2023 

wurde diese aus ihren Verpflichtungen als amtliche Rechtsbeiständin ent-

lassen und MLaw Lara Märki, Rechtsanwältin, neu als amtliche Rechtsbei-

ständin eingesetzt. Im Gesuch um Mandatswechsel vom 23. Februar 2023 

trat die vormalige Rechtsvertreterin einen allfälligen Honoraranspruch an 

MLaw Lara Märki respektive die HEKS Rechtsberatungsstelle ab. Der amt-

lichen Rechtsbeiständin ist im Umfang des Unterliegens durch das Bun-

desverwaltungsgericht ein amtliches Honorar zu entrichten. 

Unter Berücksichtigung der massgebenden Stundenansätze (Fr. 200.– bis 

Fr. 220.– für Anwältinnen und Anwälte und Fr. 100.– bis Fr. 150.– für nicht-

anwaltliche Vertreterinnen und Vertreter) ist der amtlichen Rechtsbeistän-

din vom Bundesverwaltungsgericht ein um die Hälfte reduziertes Honorar 

in der Höhe von insgesamt Fr. 2’618.– (inklusive Auslagen und ohne Mehr-

wertsteuerzuschlag im Sinne von Art. 9 Abs. 1 Bst. c VGKE) auszurichten. 

 

(Dispositiv nächste Seite)  

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Seite 30 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit sie nicht gegenstandslos gewor-

den ist. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Das SEM wird angewiesen, den Beschwerdeführerinnen eine Parteient-

schädigung von Fr. 4’080.– auszurichten. 

4.  

Der amtlichen Rechtsbeiständin, MLaw Lara Märki, wird zulasten der Ge-

richtskasse ein Honorar von Fr. 2’618.– zugesprochen. 

5.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerinnen, das SEM und die kanto-

nale Migrationsbehörde. 

 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Mathias Lanz Kevin Schori 

 

 

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