# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3e1cb476-dfa2-5e07-9cc2-f561a469b349
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-11-28
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 28.11.2017 UV 2015/70
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2015-70_2017-11-28.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2015/70

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 20.08.2019

Entscheiddatum: 28.11.2017

Entscheid Versicherungsgericht, 28.11.2017
Art. 28 Abs. 3 UVV. Unzureichende Abklärung der Leistungsfähigkeit des 
Beschwerdeführers unter Einbezug der unfallfremden Beeinträchtigungen. 
Rückweisung zu weiteren Abklärungen (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom28. November 2017, UV 
2015/70).

Entscheid vom 28. November 2017

 

Besetzung                                                                      

Präsident Joachim Huber, Versicherungsrichterinnen Christiane

Gallati Schneider und Michaela Machleidt Lehmann; Gerichtsschreiber Markus 

Lorenzi             

Geschäftsnr.                                                                                                                  

UV 2015/70          

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Willi Füchslin, Zürcherstrasse 49, Postfach 644, 

8853 Lachen SZ,

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gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 

4358, 6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand                                                                   

Invalidenrente

Sachverhalt

A.   

A.___ (nachfolgend: Versicherter) bezog mit Unterbrüchen ab dem 1. Juli 1995 zufolge 

psychischer Beschwerden bei einer Arbeitsunfähigkeit von 50% und einem 

Invaliditätsgrad von 52% eine halbe Rente der Invalidenversicherung (vgl. zum Ganzen 

die Akten der Invalidenversicherung unter Suva-act. III.42, dazu insbesondere 37, 53, 

88, 114, 131 f., 134).

B.   

B.a  Am 24. Februar 2005 wurde dem Versicherten beim Händewaschen schwarz vor 

Augen, er sackte zusammen und schlug mit dem Hinterkopf auf dem Keramikboden 

auf. Dabei zog er sich eine Commotio cerebri und eine nicht dislozierte Schädelfraktur 

Os occipitale rechts zu. Darüber hinaus verblieben beim Versicherten aufgrund dieses 

Unfalls ein Verlust des Geruchsinns sowie eine subjektive Geschmacksinnstörung 

(Geruchs-/Geschmacksverwechslung). Dem Versicherten wurden von der 

leistungspflichtigen Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) Taggelder bis 

zum 30. März 2005 ausgerichtet und eine Integritätsentschädigung auf der Basis einer 

Integritätseinbusse von 22.5% zugesprochen. Bei verheilten Verletzungen und 

Verneinung der Adäquanz der psychischen Beschwerden waren keine weiteren 

Leistungen der Unfallversicherung geschuldet (vgl. rechtskräftiges Urteil des 

Versicherungsgerichtes des Kantons St. Gallen vom 14. Februar 2007, UV 2006/63; 

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abrufbar unter www.gerichte.sg.ch; Dienstleistungen; Rechtsprechung; 

Versicherungsgericht).

B.b  Am 18. Februar 2006 verletzte sich der Versicherte bei Holzarbeiten an der rechten 

Hüfte (Suva-act. I.2). Das Kantonsspital St. Gallen (KSSG) diagnostizierte eine dorsale 

Hüftluxation mit mehrfragmentärer Fraktur des dorsalen Acetabulumpfeilers rechts, die 

noch am Unfalltag mit offener Reposition und Plattenosteosynthese operativ behandelt 

wurde (Suva-act. I.4, 10). Bei fortgeschrittener Hüftgelenksarthrose mit 

Femurkopfnekrose implantierte Dr. med. B.___, Facharzt FMH für Orthopädische 

Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, dem Versicherten am 12. März 

2007 eine nicht zementierte Hüfttotalprothese (Suva-act. I.69 f., 78-1). Die weiterhin 

verpflichtete Suva erbrachte die gesetzlichen Leistungen und sprach dem Versicherten 

mit rechtskräftiger Verfügung vom 7. Dezember 2007 mit Wirkung ab 1. Dezember 

2007 eine Invalidenrente bei einem – vergleichsweise festgelegten – 

Erwerbsunfähigkeitsgrad von 30% und einem – vergleichsweise festgelegten – 

versicherten Verdienst von Fr. 60‘000.-- zu. Die Integritätseinbusse für die rechte Hüfte 

wurde auf 31% festgelegt (Suva-act. I.88, 94, 96).

B.c  Am 12. und 25. März 2012 stürzte der Versicherte und erlitt Rippenfrakturen, eine 

Schleimbeutelläsion am rechten Ellbogen und ein Schädelhirntrauma mit subduralem 

Hämatom, das am 25. März 2012 über eine osteoplastische Trepanation ausgeräumt 

wurde. Auch wurde am gleichen Tag eine Bursektomie am rechten Ellbogen 

durchgeführt (Suva-act. I.2, 11, III.2 bis 4, 9, 19). Aufgrund eines posttraumatischen 

Hydrocephalus erfolgte am 12. April 2012 in der Klinik für Neurochirurgie des KSSG die 

Einlage eines VP-Shunts (Suva-act. III.20, 21-2). Die verpflichtete Suva erbrachte 

wiederum die gesetzlichen Leistungen (Heilbehandlung und Taggelder).

C.  

Mit Verfügung vom 17. Juli 2013 sprach die Invalidenversicherung dem Versicherten 

bei 100%-iger Arbeitsunfähigkeit und einem Invaliditätsgrad von 100% ab 1. 

September 2012 eine ganze Rente zu (Suva-act. III.55).

D.  

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D.a Der Versicherte wurde auf Veranlassung der Suva am 2. April 2014 im 

Kompetenzzentrum Versicherungsmedizin der Suva in Luzern interdisziplinär abgeklärt. 

Die Gesamtbeurteilung gestützt auf die Abklärungsergebnisse in den Fachgebieten 

Neurologie, Orthopädie und Psychiatrie erging am 21. Mai 2014 (Suva-act. III.94). 

Zusammenfassend wurde ausgeführt, dass das Leistungsvermögen des Versicherten 

aufgrund der Unfallfolgen gesamthaft auf 50% (effektive Arbeitszeit und 

Arbeitsproduktivität; Rendement) geschätzt werde (Suva-act. III.94-4). Dr. med. C.___, 

Facharzt für Neurologie FMH, Abteilung Versicherungsmedizin der Suva, schätzte am 

31. Oktober 2014 den vom Versicherten erlittenen Integritätsschaden auf total 65% 

(Suva-act. III.108).

D.b Am 13. November 2014 verfügte die Suva bei einer Integritätseinbusse von 11.5% 

für die Unfälle vom 12. und 25. März 2013 (65% minus 22.5% minus 31%) eine 

Integritätsentschädigung von Fr. 14‘490.--. Mangels erheblicher zusätzlicher 

Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit durch die vorgenannten Unfälle im Vergleich 

zum Vorzustand bestehe weiterhin ein unveränderter Anspruch auf die mit Verfügung 

vom 7. Dezember 2007 zugesprochene Rente (Suva-act. III.110). Die dagegen am 26. 

November 2014 mündlich erhobene Einsprache (Suva-act. III.114) wies die Suva mit 

Einspracheentscheid vom 12. Oktober 2015 ab (Suva-act. III.121).

E.   

E.a  Gegen den Einspracheentscheid erhob der Versicherte (nachfolgend: 

Beschwerdeführer) am 6. November 2015 Beschwerde. Sinngemäss beantragte er die 

Aufhebung des Einspracheentscheids vom 12. Oktober 2015 sowie die Veranlassung 

einer neuen Begutachtung durch unabhängige Fachärzte. Seine Arbeitsfähigkeit 

betrage lediglich 30% (act. G 1).

E.b  Mit Beschwerdeantwort vom 14. Dezember 2015 beantragte die Suva 

(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde sowie die 

Bestätigung des Einspracheentscheids vom 12. Oktober 2015 (act. G 3).

E.c  Mit Replik vom 16. Februar 2016 liess der mittlerweile durch Rechtsanwalt Willi 

Füchslin, Lachen, vertretene Beschwerdeführer beantragen, der angefochtene 

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Einspracheentscheid der Suva sei dahingehend abzuändern, dass dem 

Beschwerdeführer eine Invalidenrente gestützt auf einen Invaliditätsgrad von deutlich 

mehr als 30% zustehe. Eventualiter sei die Sache in Aufhebung des 

Einspracheentscheids zu ergänzenden Abklärungen an die Beschwerdegegnerin 

zurückzuweisen, alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge (act. G 7).

E.d  Die Beschwerdegegnerin reichte am 7. März 2016 die Duplik ein und hielt 

unverändert an ihrem Antrag auf Beschwerdeabweisung fest (act. G 9).

E.e  Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie den Inhalt der 

übrigen Akten wird, soweit entscheidwesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen 

eingegangen.

Erwägungen

1.   

Am 1. Januar 2017 sind die aufgrund der 1. UVG-Revision geänderten Bestimmungen 

des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) und der 

dazugehörenden Verordnung über die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) in Kraft 

getreten. Nachdem vorliegend Bestimmungen zur Anwendung gelangen, die mit der 

Revision keine Änderung erfahren haben, erübrigt sich eine intertemporalrechtliche 

Beurteilung.

2.   

Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist, ob die Beibehaltung 

der Rente gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 30% rechtmässig war.

2.1  Wird die versicherte Person infolge eines Unfalles zu mindestens 10% invalid (Art. 

8 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 

[ATSG; SR 830.1]), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). 

Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder 

teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Für die Bestimmung des 

Invaliditätsgrads wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt 

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der unfallbedingten Invalidität und nach Durchführung allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 

Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das 

sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG).

2.2  Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezügers 

erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft 

entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur 

Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die 

geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. 

Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des 

Gesundheitszustands, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen 

Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustands erheblich 

verändert haben (BGE 130 V 349 f. E. 3.5). Eine Veränderung der gesundheitlichen 

Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in 

seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat 

(Urteil des Bundesgerichts vom 11. Mai 2009, 9C_261/2009, E. 1.2). Dagegen stellt die 

bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen 

unverändert gebliebenen Gesundheitszustands auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein 

genommen keinen Revisionsgrund im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG dar (Urteil des 

Bundesgerichts vom 3. Oktober 2013, 8C_211/2013, E. 2.2). Im Bereich der 

obligatorischen Unfallversicherung ist die erforderliche Erheblichkeit der 

Sachverhaltsänderung gegeben, wenn sich der Invaliditätsgrad um 5% verändert (BGE 

140 V 87 E. 4.3).

2.3  Für das gesamte Verwaltungs- und Beschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der 

freien Beweiswürdigung. Danach haben die Versicherungsträger und das Gericht die 

Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 

pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das 

Gericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die 

verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs 

gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen 

Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen 

und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere 

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medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist 

entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen 

Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 

Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen 

Zusammenhänge und der medizinischen Situation einleuchtet und ob die 

Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den 

Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die 

Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht 

oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3.a). Die Invaliditätsschätzung der 

Invalidenversicherung entfaltet gegenüber dem Unfallversicherer keine 

Bindungswirkung. Bei der beweismässigen Auswertung medizinischer Berichte und 

Gutachten sind die von der Rechtsprechung vorgegebenen Regeln zu beachten (Urteil 

des Bundesgerichts vom 25. August 2011, 8C_543/2011, E. 3 mit Hinweisen).

3.   

Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden 

werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen 

auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der 

versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen 

vorzunehmen (BGE 122 V 162 f. E. 1.d; BGE 135 V 470 E. 4.4).

3.1  Die Beschwerdegegnerin stützt sich bezüglich der medizinischen 

Schlussfolgerungen auf die versicherungsinternen neurologischen, orthopädischen und 

psychiatrischen Beurteilungen bzw. die interdisziplinäre Gesamtbeurteilung, welche 

anlässlich der Untersuchung vom 2. April 2014 abgegeben wurden (Suva-act. III.93, 94, 

95 und 96). Die Untersuchungsberichte wurden in Kenntnis und unter Würdigung der 

umfangreichen Vorakten erstellt (Suva-act. III.95-1 ff.). Sie beruhen auf eigenständigen 

Untersuchungen der Fachärzte, befassen sich mit den geklagten Beschwerden (Suva-

act. III.94-1 f., 95-12, 96-7 ff.) und legen der Beurteilung die bildgebenden Unterlagen 

zugrunde (Suva-act. III.95-11). Da keine Anhaltspunkte dafür bestehen, dass objektiv 

wesentliche Tatsachen nicht berücksichtigt worden sind, gibt es grundsätzlich keine 

Gründe, von den versicherungsinternen fachärztlichen Einschätzungen abzuweichen. 

Dies wird mit der Replik des Beschwerdeführers vom 16. Februar 2016 auch nicht 

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mehr ausdrücklich geltend gemacht (act. G 7 S. 7 f.). Weiter vermögen die übrigen 

medizinischen Berichte, insbesondere auch die neuropsychologischen 

Untersuchungsberichte/Austrittsberichte der Rehaklinik Bellikon vom 30. Mai 2012 

(Suva-act. III.24), des Zentrums für ambulante Rehabilitation Zürich vom 6. September 

2012 (Suva-act. III.43) und des Universitätsspitals Zürich (Suva-act. III.83) keine 

konkreten Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Fachgutachten und der 

interdisziplinären Gesamtbeurteilung zu nennen, nachdem diese wie die 

versicherungsinternen Untersuchungsberichte von grundsätzlich denselben Befunden 

ausgehen und in diesen Punkten keine abweichenden Beurteilungen vorliegen. In 

Bezug auf die neurologische Diagnose bezüglich Grad der neuropsychologischen 

Störung nach Hirnverletzung (Dr. C.___ geht von einer leichten bis mittelschweren 

Störung aus, davor wurde eine mittelschwere bis schwere Störung diagnostiziert) ist 

von Relevanz, dass sich die Störung seit den Unfällen im März 2012 im Verlauf 

gebessert hat (vgl. Suva-act. III.83-3). Zusammenfassend ist festzuhalten, dass auf die 

Beurteilungen aus den Fachgebieten Neurologie, Orthopädie und Psychiatrie sowie die 

interdisziplinäre Gesamtbeurteilung grundsätzlich abzustellen ist.

3.2  In Bezug auf den orthopädischen Gesundheitsschaden (Hüftschaden) nach dem 

Unfall vom 18. Februar 2006 ist eine Verbesserung eingetreten. Die Parteien stützten 

sich beim vergleichsweise festgelegten Invaliditätsgrad von 30% aufgrund des 

unfallkausalen Hüftschadens auf die kreisärztliche Untersuchung vom 23. August 2007 

(Suva-act. I.78). Zum damaligen Zeitpunkt war bereits eine Verbesserung der 

Hüftbeschwerden nach implantierter Hüfttotalprothese im März 2007 bzw. eine 

Steigerung der Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit absehbar (Suva-act. I.78-3). 

Aktuell sind aufgrund des Hüftleidens in adaptierter Tätigkeit (ohne Gehen auf 

unebenem Gelände, Besteigen von Leitern, Arbeiten in der Hocke oder kniend, Heben 

und Tragen von Lasten über 15 Kilogramm bis Lendenhöhe bzw. über 10 Kilogramm 

über Kopf) keine Einschränkungen mehr ausgewiesen (Suva-act. III.93-3 f., 94-2). Aus 

der neurologischen Beurteilung vom 21. Mai 2014 ergibt sich, dass hinsichtlich der 

leichten bis mittelschweren kognitiven Störung die Fähigkeit des Beschwerdeführers 

vermindert ist, mehrere Aufgaben gleichzeitig zu bearbeiten und bei komplexen 

planerischen Problemen die Übersicht zu behalten. Aufgrund der reduzierten 

psychophysischen Belastbarkeit sei dem Beschwerdeführer die Möglichkeit zu 

selbstgewählten Kurzpausen zu gewähren. Tätigkeiten, die eine erhöhte Unfallgefahr 

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bergen würden, ferner Schicht- und Nachtarbeit sowie Tätigkeiten unter Zeitdruck 

seien aufgrund der Unfallfolgen für den Beschwerdeführer nicht geeignet. Zeitlich 

werde das Leistungsvermögen aufgrund der Unfallfolgen auf neurologischem 

Fachgebiet auf 50% (effektive Arbeitszeit und Arbeitsproduktivität; Rendement) 

geschätzt (Suva-act. III.95-17 f.). Von neurologischen Einschränkungen war vor den 

Unfallereignissen im März 2012 nicht die Rede. In diesem Zusammenhang führt Dr. 

C.___ mit Bericht vom 8. Juli 2014 aus, dass die traumatische Hirnverletzung aus dem 

Jahr 2005 gestützt auf die neurologische Untersuchung der Rehaklinik Valens vom Jahr 

2006 nicht zu einer wesentlichen kognitiven Einschränkung geführt habe, weshalb die 

aktuell nachgewiesenen leichten bis mittelschweren kognitiven Funktionsstörungen 

überwiegend wahrscheinlich in einem kausalen Zusammenhang zur – durch die Unfälle 

im März 2012 verursachten – traumatischen Hirnverletzung stehen würden (Suva-act. 

III.101-1). Damit ist aus neurologischer Sicht von einer Verschlechterung des 

Gesundheitszustands bzw. einem neuen Gesundheitsschaden beim Beschwerdeführer 

seit der rechtskräftigen Rentenzusprache vom 7. Dezember 2007 auszugehen. 

Insgesamt sind damit Revisionsgründe rechtsgenüglich vorhanden. Inwieweit diese 

sich auf den Invaliditätsgrad des Beschwerdeführers auswirken, ist nachfolgend zu 

klären.

4.   

Ist ein Revisionsgrund gegeben, ist der Invaliditätsgrad auf der Grundlage eines richtig 

und vollständig festgestellten Sachverhalts neu und ohne Bindung an frühere 

Invaliditätsschätzungen zu ermitteln (Urteil des Bundesgerichts vom 21. Oktober 2014, 

9C_378/2014, E. 4.2). Wie bereits erwähnt, ist den versicherungsinternen 

neurologischen, orthopädischen und psychiatrischen Beurteilungen bzw. der 

interdisziplinären Gesamtbeurteilung bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft 

zuzuerkennen (E. 3.1). Damit besteht neurologisch (Suva-act. III.95-18) und auch 

insgesamt (Suva-act. III.94-4) eine um 50% verminderte Leistungsfähigkeit (effektive 

Arbeitszeit und Arbeitsproduktion; Rendement) aufgrund der Unfallfolgen bzw. eine 

50%-ige Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit (Suva-act. III.94-4). Orthopädische 

Einschränkungen aufgrund des Unfalls vom 18. Februar 2006 sind in adaptierter 

Tätigkeit nicht mehr vorhanden (vgl. vorstehende E. 3.2). Ferner sind weiterhin keine 

unfallbedingten psychischen Beschwerden ausgewiesen (Suva-act. III.94-2).

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4.1  Streitig und zu prüfen sind die für die Berechnung des Invaliditätsgrads 

heranzuziehenden Vergleichseinkommen (vgl. vorstehende E. 2.1).

4.2 

4.2.1      War die Leistungsfähigkeit des Versicherten aufgrund einer nicht versicherten 

Gesundheitsschädigung vor dem Unfall dauernd herabgesetzt, so ist für die 

Bestimmung des Invaliditätsgrads der Lohn, den er aufgrund der vorbestehenden 

verminderten Leistungsfähigkeit zu erzielen imstande wäre, dem Einkommen 

gegenüber zu stellen, das er trotz der Unfallfolgen und der vorbestehenden 

Beeinträchtigung erzielen könnte (Art. 28 Abs. 3 UVV). Im Rahmen von Art. 28 Abs. 3 

UVV handelt es sich bei dem vor dem Unfall erzielten Einkommen bei bereits 

herabgesetzter Leistungsfähigkeit zwar ebenfalls um ein Invalideneinkommen. Es 

entspricht jedoch mit Bezug auf den Unfall dem Valideneinkommen, während das nach 

diesem Unfall erzielbare Einkommen das Invalideneinkommen darstellt. Der 

Validenlohn im Sinne von Art. 28 Abs. 3 UVV bildet mithin vom Verordnungsgeber 

gewollt bzw. definitionsgemäss ein gesundheitsbedingt reduziertes Einkommen (Urteil 

des Bundesgerichts vom 2. September 2016, 8C_847/2015, E. 4.1.2).

4.2.2      Der Beschwerdeführer bezieht seit dem 1. Juli 1995 zufolge 

unfallunabhängiger psychischer Beschwerden bei einem Invaliditätsgrad von 52% 

mindestens eine halbe Rente der Invalidenversicherung (vgl. vorstehende lit. A). Zum 

Zeitpunkt der Unfälle in den Jahren 2005, 2006 und 2012 bestand diese Einschränkung 

weiterhin, wenn auch zwischenzeitlich in weniger ausgeprägtem Masse (vgl. 

rechtskräftiges Urteil des Versicherungsgerichtes des Kantons St. Gallen vom 5. 

November 2009; IV 2008/156, E. 2.4; Suva-act. III.42-329 ff.). Dass indes in 

psychiatrischer Hinsicht seit der Rentenzusprache der Invalidenversicherung ab dem 

Jahr 1995 eine wesentliche Verbesserung eingetreten wäre, wird seitens des 

Beschwerdeführers nicht geltend gemacht und ist auch nicht ersichtlich. Für eine 

andauernde reduzierte Leistungsfähigkeit vor den Unfällen spricht weiter, dass der 

AHV-beitragspflichtige Lohn nach der festgestellten psychischen Beeinträchtigung nie 

eine Höhe erreicht hat, die für ein mögliches Arbeitspensum von über 50% spricht 

(Suva-act. I.94, III.42-146, 154, 158, 162). Seitens des Beschwerdeführers sind auch 

keine Bemühungen ersichtlich, die eine relevant verbesserte psychische Verfassung 

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überwiegend wahrscheinlich erscheinen liessen. Weder wurden die wenig einträglichen 

selbständigen Tätigkeiten bei der D.___ AG und bei der E.___ GmbH zugunsten einer 

besser bezahlten unselbständigen Tätigkeit im angestammten Beruf als 

Heizungsmonteur aufgegeben noch sind Anstrengungen dazu ausgewiesen.

4.2.3      Die Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers war dementsprechend im 

Sinne von Art. 28 Abs. 3 UVV seit der ersten Rentenzusprache durch die 

Beschwerdegegnerin dauernd aus unfallfremden Gründen zu 50% herabgesetzt. Damit 

ist Art. 28 Abs. 3 UVV zur Ermittlung der Vergleichseinkommen anzuwenden.

4.3  Die IV-Stelle des Kantons St. Gallen ging bei ihrer Berechnung im Jahr 2000 von 

einem zumutbaren Erwerbseinkommen ohne Behinderung als A-Monteur von Fr. 

68‘250.--, bei angepasster Tätigkeit in einem 50%-Pensum als Marketingplaner von Fr. 

32‘500.-- aus (Suva-act. III.42-132). Der Beschwerdeführer ist gelernter 

Heizungsmonteur (Suva-act. III.42-42) und hat die Umschulung zum Marketingplaner 

nicht erfolgreich absolviert (Suva-act. 42-75). Er betrieb in den Jahren 1986 bis 1995 

selbständig ein Heizungsgeschäft (Suva-act. III.42-4) und hat zugunsten einer 

selbständigen Tätigkeit auf einen marktüblichen Lohn als unselbständig Erwerbender 

im angestammten Beruf als Heizungsmonteur verzichtet (Suva-act. III.42-11, 33 ff., 93). 

Trotzdem ist zugunsten des Beschwerdeführers davon auszugehen, dass er ohne 

jeglichen unfallbedingten Gesundheitsschaden bei nicht einträglichen Geschäften und 

nach der Scheidung von seiner Ehefrau (Suva-act. III.42-94) die Tätigkeit bei der D.___ 

AG und E.___ GmbH aufgegeben hätte und in seinen angestammten Beruf als 

unselbständig Erwerbender zurückgekehrt wäre. Damit kann bezüglich 

Valideneinkommen auf die Ausführungen in der Replik vom 16. Februar 2016 verwiesen 

werden, wonach beim Beschwerdeführer ohne jeglichen Gesundheitsschaden im Jahr 

2013 von einem Lohn in der Höhe von Fr. 79‘646.-- auszugehen wäre (act. G 7 S. 5). 

Für die Berechnung nach Art. 28 Abs. 3 UVV bedeutet dies, dass der Lohn, den der 

Beschwerdeführer aufgrund der vorbestehenden um 50% verminderten 

Leistungsfähigkeit zu erzielen imstande wäre, Fr. 39‘823.-- betragen würde. 

Tabellenlohnabzugsgründe sind keine ersichtlich.

4.4  Die unfallkausale Arbeitsunfähigkeit beträgt – wie erwähnt – 50% (vgl. die 

vorstehende E. 4). Zur Bestimmung des Invalideneinkommens nach Art. 28 Abs. 3 UVV 

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sind indes nicht nur die unfallkausalen, sondern auch die unfallfremden 

Beeinträchtigungen miteinzubeziehen. Der psychiatrische Gutachter der 

Beschwerdegegnerin, Dr. med. F.___, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie 

FMH, diagnostizierte eine leichte depressive Episode einer rezidivierenden depressiven 

Störung, eine schizoide Persönlichkeitsstörung und eine Alkoholabhängigkeit (Suva-

act. III.96-11) und sprach diesen Beeinträchtigungen eine Unfallkausalität ab (Suva-act. 

III.96-14). Es mangelt im interdisziplinären Gutachten aber an einer Gesamtbeurteilung 

der Arbeitsfähigkeit aufgrund sämtlicher Beschwerden, auch der nicht unfallkausalen. 

Es ist unklar, wie sich die unfallfremden psychischen Beeinträchtigungen nebst dem zu 

einer 50%-igen Arbeitsunfähigkeit führenden neurologischen bzw. unfallkausalen 

Gesundheitsschaden auf die Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers auswirken. 

Auch aus den von der Beschwerdegegnerin eingereichten Akten der 

Invalidenversicherung, welche dem Beschwerdeführer bei 100%-iger 

Arbeitsunfähigkeit bei einem Invalideneinkommen von Fr. 0.-- seit dem 1. September 

2012 eine ganze Rente zuspricht (Suva-act. III.55), ergibt sich für das vorliegende 

Verfahren weder schlüssig das zur Berechnung heranzuziehende Invalideneinkommen 

nach Art. 28 Abs. 3 UVV noch die Möglichkeit zur Prüfung der Verwertbarkeit einer 

allfälligen Restarbeitsfähigkeit. Anzumerken ist immerhin, dass der Beschwerdeführer 

selbst von einer (maximalen) Arbeitsfähigkeit von 30% ausgeht (act. G 1).

5.   

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass sich in Würdigung der Akten zwar das zur 

Berechnung des Invaliditätsgrads relevante Valideneinkommen nach Art. 28 Abs. 3 

UVV bestimmen lässt, die Akten aber kein verlässliches Bild über die aktuelle 

Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers auch unter Einbezug der unfallfremden 

psychischen Beeinträchtigungen zulassen. Damit lässt sich weder rechtsgenüglich das 

zur Berechnung heranzuziehende Invalideneinkommen nach Art. 28 Abs. 3 UVV noch 

die Verwertbarkeit einer allfälligen Restarbeitsfähigkeit beurteilen. Es sind weitere 

(medizinische) Abklärungen notwendig und bei Bedarf die vollständigen Akten der 

Invalidenversicherung beizuziehen.

6.   

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/13

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

6.1  Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung des 

Einspracheentscheids vom 12. Oktober 2015 dahingehend gutzuheissen, dass die 

Streitsache zu ergänzenden Abklärungen im Sinn der Erwägungen und zu 

anschliessend neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen wird.

6.2  Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Hingegen hat der 

Beschwerdeführer bei diesem Verfahrensausgang Anspruch auf eine 

Parteientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG). Es rechtfertigt sich, diese – wie in 

vergleichbaren Fällen üblich – auf pauschal Fr. 4'000.-- (einschliesslich Barauslagen 

und Mehrwertsteuer) festzulegen.

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.   

Die Beschwerde wird dahingehend gutgeheissen, dass der Einspracheentscheid vom 

12. Oktober 2015 aufgehoben und die Streitsache zu ergänzenden Abklärungen im 

Sinn der Erwägungen und zu neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin 

zurückgewiesen wird.

2.   

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.   

Die Beschwerdegegnerin hat den Beschwerdeführer mit Fr. 4'000.-- (einschliesslich 

Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 28.11.2017
	Art. 28 Abs. 3 UVV. Unzureichende Abklärung der Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers unter Einbezug der unfallfremden Beeinträchtigungen. Rückweisung zu weiteren Abklärungen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom28. November 2017, UV 2015/70).

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