# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3cb64fbb-f9c3-58eb-b66f-c0da6bd20142
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-05-25
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 25.05.2021 200 2020 368
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2020-368_2021-05-25.pdf

## Full Text

200 20 368 UV
KOJ/SCC/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern 
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 25. Mai 2021

Verwaltungsrichter Kölliker, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Schütz, Verwaltungsrichter Knapp
Gerichtsschreiberin Schertenleib Gamero

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführer

gegen

Allianz Suisse Versicherungs-Gesellschaft AG
Richtiplatz 1, 8304 Wallisellen, Zustelladresse: Postfach, 8010 Zürich
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 16. April 2020

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Mai 2021, UV/20/368, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1956 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) war 
im C.________ tätig und dadurch bei der Allianz Versicherungs-
Gesellschaft AG (Allianz bzw. Beschwerdegegnerin) gegen die Folgen von 
Unfällen und Berufskrankheiten versichert, als er am 5. August 2009 mit 
dem Motorrad verunfallte und Polytraumata erlitt; u.a. zog er sich eine sen-
somotorisch inkomplette Paraplegie sub Th9 (AIS C) zu (Akten der Unfall-
versicherung [act. II] 1, 11, 22, 35, 36). Die Allianz erbrachte in der Folge 
Leistungen für die Unfallfolgen, wobei sie nach Gewährung des rechtlichen 
Gehörs (act. II 50, 65) am 8. September 2010 wegen grobfahrlässigen Ver-
haltens eine Kürzung der Taggeldleistungen von 20 % verfügte (act. II 80). 
Die hiergegen erhobene Einsprache (act. II 86) wies die Allianz mit Ent-
scheid vom 12. November 2010 ab (act. II 90). Nachdem der Versicherte 
beim Verwaltungsgericht des Kantons Bern Beschwerde erhoben (act. II 
93) und die Allianz einen Antrag auf eine reformatio in peius gestellt hatte, 
in dem Sinne, als sämtliche Geldleistungen um 20 % zu kürzen seien (act. 
II 102), zog der Versicherte die Beschwerde zurück. Mit Urteil vom 8. April 
2011 schrieb das Verwaltungsgericht des Kantons Bern das Beschwerde-
verfahren als erledigt vom Protokoll ab (UV/2010/131 [act. II 104]). 

Die Allianz veranlasste weiter eine Begutachtung durch die D.________ 
GmbH (MEDAS-Gutachten vom 18. Juni 2013 [Akten der Unfallversiche-
rung {act. IIA} 134]). Nach Gewährung des rechtlichen Gehörs (act. IIA 136, 
146) sprach sie mit Verfügung vom 7. November 2013 dem Versicherten 
ab 1. April 2013 bei einem Invaliditätsgrad von 41 % eine UV-Rente zu und 
übernahm weiterhin die Heilungskosten gemäss Art. 21 des Bundesgeset-
zes vom 20. März 1981 über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20; act. 
IIA 159). Mit Verfügung vom 9. Dezember 2013 sprach sie zudem als Folge 
des Unfalls bei einem Integritätsschaden von 67.5 % eine Integritätsent-
schädigung von Fr. 85'050.-- zu (act. IIA 164). Nachdem die Allianz bei der 
D.________ eine Stellungnahme vom 4. Februar 2014 eingeholt hatte (act. 
IIA 180), zog der Versicherte eine Einsprache betreffend fehlende Kosten-

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gutsprache für wöchentliche Physiotherapiesitzungen (act. IIA 165) zurück 
(act. IIA 184). 

B.

Die IV-Stelle Bern (IVB), bei welcher sich der Versicherte am 15. Oktober 
2009 zum Bezug von Leistungen angemeldet hatte, gewährte eine Ausbil-
dung zum ... (act. II 107) und sprach mit Verfügung vom 30. April 2014 dem 
Versicherten ab 1. April 2013 bei einem Invaliditätsgrad von 41 % eine 
Viertelsrente zu (act. IIA 193). Nach einer Revision wegen Verschlechte-
rung des Gesundheitszustandes (act. IIA 213, 215) sprach die IVB dem 
Versicherten mit Verfügung vom 7. März 2017 ab 1. Juni 2016 eine ganze 
IV-Rente zu (act. IIA 228).

C.

Am 27. Februar 2017 ersuchte der Versicherte die Allianz um eine Renten-
revision (act. IIA 225; vgl. auch act. IIA 229). Diese veranlasste eine inter-
disziplinäre Begutachtung durch die D.________ (MEDAS-Gutachten vom 
5. September 2017; Akten der Unfallversicherung [act. IIB] 237) und ge-
währte das rechtliche Gehör (act. IIB 239, 242, 244). Mit Verfügung vom 
7. Februar 2018 kürzte die Allianz die Geldleistungen ab 1. Juni 2016 um 
20 % (Ziff. 1) und sprach dem Versicherten ab 1. Juni 2020 bei einem Inva-
liditätsgrad von 55 % eine entsprechend gekürzte UV-Rente von 
Fr. 2'393.70 zu (Ziff. 2). Sie lehnte einen Anspruch auf eine Hilflosenent-
schädigung ab (Ziff. 4) und stellte die Heilbehandlungskosten per 31. März 
2021 ein (Ziff. 5). Einer Beschwerde entzog sie die aufschiebende Wirkung 
(Ziff. 6; act. IIB 248). Hiergegen erhoben der Versicherte am 12. März 2018 
und die Krankenkasse E.________ am 29. März 2018 (act. IIB 251, 256), 
letztere bezüglich der Einstellung der Heilbehandlungskosten, Einsprache. 
Nachdem die Allianz am 1. November 2019 auf eine reformatio in peius 
aufmerksam gemacht hatte, indem die Kürzung der Geldleistungen von 
20 % auf 50 % erhöht werden könnte (act. IIB 301), reichte der Versicherte 

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eine Stellungnahme ein (act. IIB 306). Mit Entscheid vom 16. April 2020 
wies die Allianz die Einsprachen ab (act. IIB 310).

D.

Am 18. Mai 2020 erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt 
B.________, beim Verwaltungsgericht des Kantons Bern Beschwerde. Er 
beantragte das Folgende:

1. Der Einsprache-Entscheid vom 16. April 2020 der Beschwerdegegnerin sei aufzu-
heben.

2. Die Beschwerdegegnerin sei zu verurteilen, dem Beschwerdeführer rückwirkend ab 
1. Juni 2016 basierend auf einem Invaliditätsgrad von 100 % eine jährliche UVG-
Komplementärrente in der Höhe von Fr. 65’282.40 auszurichten, zuzüglich Ver-
zugszinsen von 5 % ab dem 1. Juni 2016. 

3. Eventualiter: Die Beschwerdegegnerin sei zu verurteilen, den Invaliditätsgrad des 
Beschwerdeführers neu zu berechnen, wobei das beschwerdeführerische Invali-
deneinkommen 
a. nach Massgabe der LSE-Tabelle 2014, T1, monatlicher Bruttolohn nach Wirt-

schaftszweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht, Sektor 3, Dienstleistun-
gen, Männer, Kompetenzniveau 2 sowie 

b. unter Berücksichtigung eines leidensbedingten Abzuges von mindestens 20 %

festzusetzen sei und es sei die Beschwerdegegnerin zu verurteilen, dem Be-
schwerdeführer gestützt auf den so berechneten Invaliditätsgrad rückwirkend ab 
dem 1. Juni 2016 eine UVG-Komplementärrente auszurichten, zuzüglich Verzugs-
zinsen von 5 % ab dem 1. Juni 2016.

4. Die Beschwerdegegnerin sei zu verurteilen, dem Beschwerdeführer rückwirkend ab 
dem 1. Juni 2016 eine Hilflosenentschädigung leichten Grades auszurichten, zu-
züglich Verzugszinsen von 5 % ab dem 1. Juni 2016.

5. Die Beschwerdegegnerin sei zu verurteilen, von einer Kürzung der dem Beschwer-
deführer gemäss Ziff. 1 bis 3 hiervor geschuldeten Geldleistungen abzusehen.

6. Die Beschwerdegegnerin sei zu verurteilen, dem Beschwerdeführer die Kosten für 
die Physiotherapie mit einer 14-täglichen Therapiefrequenz auch weiterhin zu ver-
güten.

7. Subeventualiter: Der Einsprache-Entscheid vom 16. April 2020 der Beschwerde-
gegnerin sei aufzuheben und die Sache sei zur Vornahme weiterer Abklärungen an 
die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen verbunden mit der Anordnung, eine neue 
Verfügung im Sinne der Beschwerderügen zu erlassen.

- unter Kosten– und Entschädigungsfolgen    -

Mit Beschwerdeantwort vom 18. September 2020 schloss die Beschwerde-
gegnerin auf Abweisung der Beschwerde.

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Mit Replik vom 3. Dezember 2020 und Duplik vom 10. Februar 2021 hielten 
die Parteien an ihren Anträgen fest.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 
ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des 
kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege 
[VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet der Einspracheentscheid vom 16. April 
2020 (act. IIB 310), mit welchem die Beschwerdegegnerin die Verfügung 
vom 7. Februar 2018 bestätigte und die Geldleistungen ab 1. Juni 2016 um 
20 % kürzte, dem Beschwerdeführer ab 1. Juni 2016 eine UV-Rente bei 
einem Invaliditätsgrad von 55 % zusprach, einen Anspruch auf eine Hilflo-
senentschädigung ablehnte sowie die Heilbehandlungskosten per 31. März 
2021 einstellte. Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch des Be-
schwerdeführers, die Kürzung von Geldleistungen sowie der Anspruch auf 
eine Hilflosenentschädigung und die Kostenübernahme für die Heilbehand-
lung in Form von Physiotherapie ab 1. April 2021. 

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1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Ist die versicherte Person infolge des Unfalles zu mindestens 10 % 
invalid (Art. 8 ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (aArt. 18 
Abs. 1 UVG in der bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Fassung). Der 
Bundesrat regelt die Bemessung des Invaliditätsgrades in Sonderfällen. Er 
kann dabei auch von Art. 16 ATSG abweichen (Art. 18 Abs. 2 UVG).

2.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). 

2.2.1 Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, 
geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer 
Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust 
der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche-
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied 
zur Arbeitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätig-
keitsbereich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleiben-
de Erwerbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem 
ausgeglichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder 
bloss teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbs-
unfähigkeit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346). Arbeitsunfähigkeit ist die 
durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen 
Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf 
oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird 
auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbe-
reich berücksichtigt (Art. 6 ATSG).

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2.3 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf 
Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufge-
hoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG).

2.3.1 Liegt ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtlicher 
und tatsächlicher Hinsicht umfassend ("allseitig") zu prüfen, wobei keine 
Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 10 f.; 
Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 14. Mai 2020, 8C_86/2020, 
E. 6).

2.3.2 Die Erheblichkeit der Sachverhaltsänderung, welche Voraussetzung 
für eine Revision der Rente der Unfallversicherung nach Art. 17 Abs. 1 
ATSG ist, bejaht das BGer, wenn sich der Invaliditätsgrad um 5 Prozent-
punkte ändert. So wurde ein Revisionsgrund verneint in einem Fall, in dem 
die Differenz des Invaliditätsgrades gegenüber der ursprünglichen Renten-
verfügung (von 70 % auf 74 %) weniger als 5 Prozentpunkte betrug, ob-
wohl die prozentuale Erhöhung des Invaliditätsgrades 5,7 % ausmachte 
(BGE 145 V 141 E. 7.3.1 S. 148, 140 V 85 E. 4.3 S. 87; BGer 8C_86/2020, 
E. 2.3). 

2.3.3 Als zeitliche Vergleichsbasis ist einerseits der Sachverhalt im Zeit-
punkt der ursprünglichen Rentenverfügung und anderseits derjenige zur 
Zeit der streitigen Revisionsverfügung zu berücksichtigen (BGE 133 V 108 
E. 5.4 S. 114; Entscheid des BGer vom 4. Dezember 2017, 8C_643/2017, 
E. 2.3).

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 IV 
Nr. 27 S. 87 E. 4.2.1). 

https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=soz&query_words=Unfallversicherung%2C+Revision+der+Rente&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F141-V-9%3Ade&number_of_ranks=0#page9

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3.

3.1 Vorab ist festzustellen, dass die IVB mit Verfügung vom 7. März 
2017 dem Beschwerdeführer ab 1. Juni 2016 bis auf weiteres bei einem 
Invaliditätsgrad von 100 % eine ganze IV-Rente zugesprochen hatte 
(act. IIA 228), wobei die Invaliditätsschätzung der Invalidenversicherung 
gegenüber dem Unfallversicherer keine Bindungswirkung entfaltet 
(BGE 131 V 362 E. 2.2 S. 366), weshalb vorliegend darauf nicht abzustel-
len ist. 

Der Beschwerdeführer machte gegenüber der Beschwerdegegnerin eine 
Verschlechterung des Gesundheitszustandes geltend und ersuchte diese 
am 27. Februar 2017 um eine Rentenrevision (act. IIA 225, 229). Zu prüfen 
ist, ob seit der Rentenzusprechung gemäss Verfügung vom 7. November 
2013 (act. IIA 159), mit welcher dem Beschwerdeführer ab 1. April 2013 
eine UV-Rente bei einem Invaliditätsgrad von 41 % zugesprochen worden 
war, bis zum angefochtenen Entscheid vom 16. April 2020 (act. IIB 310) 
eine revisionsrechtlich relevante Änderung des Sachverhalts eingetreten ist 
(vgl. E. 2.3 hiervor).

3.2 Aus medizinischer Sicht ist den Akten im Wesentlichen das Folgen-
de zu entnehmen:

3.2.1 Die mit Verfügung vom 7. November 2013 ab 1. April 2013 bei ei-
nem Invaliditätsgrad von 41 % zugesprochene UV-Rente (act. IIA 159) ba-
sierte aus medizinischer Sicht auf dem MEDAS-Gutachten vom 18. Juni 
2013 (act. IIA 134). Die Dres. med. F.________, Facharzt für Chirurgie und 
Manualmedizin, G.________, Facharzt für Neurologie und Dr. phil. 
H.________, Neuropsychologe FSP, diagnostizierten das Folgende:

Frontalkollision als Motorradfahrer mit einem entgegenkommenden Fahrzeug am 5. August 
2009 mit/bei: 
Instabiler BWK10-Fraktur mit (S22.0)

sensomotorisch inkompletter Paraplegie sub Th9 (S24.0)
Processus transversi-Frakturen LWK5 beidseits (S32.0)

Schädel-Hirntrauma (S06.6) mit subarachnoidaler Blutung und petechialen Blutungen im 
Putamen (S06.8), mit leichter kognitiver Störung im Sinne einer hirnorganischen Fatigue-
Symptomatik (F06.7) 
Gesichtsschädeltrauma mit Fraktur des Os zygomaticum rechts, Fraktur des Sinus maxilla-
ris rechts (S02.4)
Stumpfes Thoraxtrauma mit Rippenfraktur 11 rechts mit Hämatothorax (S22.3/S27.1)
Mehrfragmentäre Femurschaftfraktur rechts (S72.3)
Gefässläsion der Arteria iliaca interna rechts (S35.5)

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Tuberculum majus-Fraktur rechts (S42.2)
Luxation im Chopart-Gelenk (S93.3) und zweitgradig offene OSG-Fraktur lateral (S82.8) 
Dislozierte Calcaneusfraktur rechts (S92.0)
Eingestauchte Tibiakopffraktur medial links (S82.1)
Ruptur der langen Bizepssehne rechts (S46.1)
Temporäre autonome Dysregulation mit Blasen-, Darm- und Sexualfunktionsstörungen, 
inzwischen voll kompensiert

Die Experten hielten fest, der Beschwerdeführer sei im Rollstuhl erschie-
nen, den er geschickt führe. Das rechte komplett plegische Bein werde mit 
einer Orthese stabilisiert, die mit einem Kniescharnier gebeugt und bei 
Streckung arretiert werden könne. Dem Beschwerdeführer sei es damit 
möglich, aufzustehen und ca. 50 Meter mit Unterarmgehstützen zu laufen. 
Das linke Bein sei voll belastungsfähig und muskulär bestünden keine Ein-
schränkungen (im neurologischen Bereich bestünden allerdings gewisse 
Defizite im linken Bein). Beim Einsatz des passiv nach vorne geführten 
rechten plegischen Beines werde das Körpergewicht mit den Gehstützen 
von den oberen Extremitäten übernommen. Funktionell entspreche der 
Zustand der rechten unteren Extremität einem Beinverlust. Erheblich beein-
trächtigt sei der Beschwerdeführer durch die mehrmals pro Tag auftreten-
den schmerzhaften Krämpfe, die spontan auftreten und nach kurzer Zeit 
wieder abklingen würden. Aus neurologischer Sicht bestünden periphere 
sensomotorische Ausfallzeichen rechtsseitig distal von TH12 bzw. L1 mit 
hochgradigen Muskelatrophien, einer Anästhesie und einer hochgradigen 
Parese der Hüft- und Beinmuskulatur. Die Ätiologie werde aus den vorlie-
genden Berichten nicht klar. Die einschiessenden Schmerzen im rechten 
Bein seien neuropathisch verursacht. Am linken Bein ergäben sich diskrete 
myelopathische Zeichen. Deren pathologische Relevanz sei angesichts der 
Rollstuhlpflicht des Beschwerdeführers gering. Die Standsicherheit bzw. die 
Sicherheit des Einbeinstandes links sei jedoch wahrscheinlich leichtgradig 
eingeschränkt (act. IIA 134/29 Ziff. 5.3). Im Rahmen der neuropsychologi-
schen Untersuchung hätten keine spezifischen kognitiven Defizite objekti-
viert werden können. Eine spezifische kognitive Störung könne nicht postu-
liert werden, was auch gut damit vereinbar sei, dass der Beschwerdeführer 
nach dem Unfall die Umschulung erfolgreich abgeschlossen habe. Darüber 
hinaus bestünden dennoch klinische Hinweise auf eine hirnorganische 
Symptomatik. Vor dem Hintergrund des erlittenen Schädelhirn-Traumas mit 
nachgewiesener Subarachnoidalblutung und petechialen Blutungen im Pu-
tamen müsse davon ausgegangen werden, dass eine hirnorganisch be-

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gründbare Fatigue-Symptomatik bestehe, welche sich unter Belastung im 
Tagesverlauf als nachlassende intellektuelle Belastbarkeit manifestiere. Die 
Folge davon seien Ermüdungserscheinungen, die im vorliegenden Fall in 
der Untersuchung klinisch fassbar gewesen seien und sich auch als zu-
nehmende Fehleranfälligkeit bei einer Aufgabe mit konzentrativ hoher Be-
anspruchung manifestiert habe. Eine derartige Fatigue-Symptomatik lasse 
sich – vergleichbar mit Schmerzen – nicht mit standardisierten Testinstru-
menten messen. Sie stelle ein subjektives Phänomen dar, welche im vor-
liegenden Fall klinisch fassbar gewesen sei und zudem aufgrund der nach-
gewiesenen Hirnverletzungen hirnorganisch plausibel sei. Damit gingen 
gewisse qualitative Leistungseinschränkungen einher (act. IIA 134/29 f. Ziff. 
5.3). Der Beschwerdeführer sei bis zum Unfall langjährig in der …, dann im 
…bereich als … und sodann als … tätig gewesen und habe auch … sowohl 
theoretisch wie praktisch einen „grossen Rucksack“ erworben, sodass trotz 
eines fehlenden Diploms im administrativen Bereich eine Umschulung zum 
... gewährt worden sei. Die Ausbildung habe er Ende März 2013 erfolgreich 
abgeschlossen. Eine volle Leistungsfähigkeit könne nach der Umschulung 
aber nicht erwartet werden. Es bestünden trotz des guten Verlaufes klare 
Befunde einer inkompletten Paraplegie sub Th9, die eine volle Leistungs-
fähigkeit verunmöglichten. Einschränkend seien vor allem die mehrmals 
pro Tag auftretenden schmerzhaften krampfartigen Missempfindungen vor 
allem der rechten, aber auch der linken unteren Extremität. Obwohl die 
Schmerzattacken nur kurzzeitig aufträten, klängen sie noch nach. Funktio-
nell sei das rechte Bein trotz noch nachweisbarer muskulärer und sensori-
scher Restaktivitäten praktisch ausgeschaltet (act. IIA 134/31 Ziff. 5.4). Die 
zuletzt ausgeübte Tätigkeit im …bereich sei aufgrund der inkompletten Pa-
raplegie sub Th9 dauerhaft nicht mehr zumutbar (act. IIA 134/35 Ziff. 3.1.1). 
Der Beschwerdeführer sei zum ... HF umgeschult worden; er könne mor-
gens und nachmittags jeweils drei Stunden arbeiten; es komme nachmit-
tags wegen der Fatigue-Symptomatik zu einem graduellen Leistungsabfall, 
woraus faktisch eine Leistungsfähigkeit von fünf Stunden pro Tag ohne 
zusätzliche Leistungsminderung resultiere (act. IIA 134/35 Ziff. 3.1.3).

3.2.2 Im Bericht vom 21. März 2016 führte der behandelnde Arzt der Re-
haklinik I.________ aus, in Bezug auf die bekannte Syrinx bestehe offenbar 
eine langsam fortschreitende Problematik. Der Patient berichte von fluktuie-

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renden, jedoch häufig auftretenden Schmerzen und einem Spannen, vor 
allem im rechten Bein. Im Hinblick auf die Tatsache, dass er in den letzten 
Jahren einer stetigen Verschlechterung unterworfen worden sei, werde sich 
langsam die Frage stellen, zu welchem Zeitpunkt allenfalls eine operative 
Intervention sinnvoll und vom Patienten auch wünschbar sei (act. IIA 213). 
Im Verlaufsbericht vom 21. April 2016 hielt die behandelnde Ärztin der Re-
haklinik I.________ fest, Hauptproblem seien weiterhin die attackenartig 
auftretenden neuropathischen Schmerzen des rechten Beines, welche 
auch während der aktuellen Untersuchung zweimal aufgetreten seien. Die 
schleichende Zunahme der neuropathischen Schmerzen stehe im Zusam-
menhang mit einer langsam progredienten Myelopathie bei bekannter Sy-
rinx (act. IIA 215).

3.2.3 Im MEDAS-Gutachten vom 5. September 2017 diagnostizierten Dr. 
phil. H.________ sowie die Dres. med. F.________ und G.________ aus 
neuropsychologischer, chirurgisch-traumatologischer und neurologischer 
Sicht das Folgende (act. IIB 237/29 Ziff. 6): 

Frontalkollision als Motorradfahrer mit einem entgegenkommenden Fahrzeug am 
05.08.2009 mit/bei 
Instabiler BWK10-Fraktur (S22.0) mit 

- sensomotorisch inkompletter Paraplegie sub Th9 (S24.0)
- aktuell im Vergleich zu 2013 mit diskreter Besserung der Kraftverhältnisse im Be-

reich der unteren rechten Extremität, bei allerdings weiterhin vorhandener hoch-
gradiger Einschränkung der Kraftverhältnisse mit inkompletter Plegie, damit ein-
hergehend auch mit Verschlechterung der neuropathischen Schmerzsymptomatik 
(M79.2) durch verstärkte Stimulierung/Triggerung im Bereich der betroffenen Ner-
ven 

Processus transversi-Frakturen LWK5 beidseits (S32.0)
Schädelhirntrauma (S06.6) mit subarachnoidaler Blutung und petechialen Blutungen im 
Putamen (S06.8) 

- aktuell im Vergleich zu 2013 mit schmerzbedingter Verschlechterung der kognitiven 
Leistungsfähigkeit (stärker ausgeprägte Aufmerksamkeitsprobleme, vermehrte 
Pausen durch häufiger auftretende neuropathische Schmerzattacken), dadurch 
stärker ausgeprägte Fatigue Symptomatik (entsprechend einer kognitiven Störung 
gemäss F06.7) 

Gesichtsschädeltrauma mit Fraktur des Os zygomaticum rechts, Fraktur des Sinus maxilla-
ris rechts (S02.4)
Stumpfes Thoraxtrauma mit Rippenfraktur 11 rechts mit Hämatothorax (S22.3/S27.1)
Mehrfragmentäre Femurschaftfraktur rechts (S72.3)
Gefässläsion der Arteria iliaca interna rechts (S35.5)
Tuberculum majus-Fraktur rechts (S42.2)
Luxation im Chopart-Gelenk (S93.3) und zweitgradig offene OSG-Fraktur lateral (S82.8) 
Dislozierte Calcaneusfraktur rechts (S92.0)
Eingestauchte Tibiakopffraktur medial links (S82.1)
Ruptur der langen Bizepssehne rechts (S46.1)
Temporäre autonome Dysregulation mit Blasen-, Darm- und Sexualfunktionsstörungen, 
aktuell weiterhin voll kompensiert 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Mai 2021, UV/20/368, Seite 12

Die Gutachter führten aus, zusammenfassend ergebe sich objektiv im 
Rahmen der neurologischen Untersuchung im Vergleich mit den 2013 er-
hobenen Befunden eine diskrete Besserung der Kraftverhältnisse im Be-
reich der unteren rechten Extremität, bei allerdings weiterhin vorhandener 
hochgradiger Einschränkung der Kraftverhältnisse mit inkompletter Plegie. 
Subjektiv mache der Beschwerdeführer im Vergleich zu 2013 eine Ver-
schlechterung mit nunmehr häufigeren und intensiveren neuropathischen 
Schmerzattacken im Bereich des rechten Beines geltend, was ihn zu häufi-
geren Unterbrechungen bei seinen Aktivitäten zwingen würde, um aus dem 
Rollstuhl aufzustehen und das Bein mit Dehn- oder Streckübungen wieder 
zu entlasten. Dies führe nach seinen Angaben in ca. 50 % der Fälle zu ei-
ner anschliessenden Minderung der neuropathischen Schmerzen. Die Ärz-
te der Rehaklinik I.________ hätten diesbezüglich ein Verkleben von Nar-
bengewebe im Bereich des betroffenen Rückenmarks vermutet, während 
eine Verschlimmerung der thorakalen Syrinx MR-tomographisch habe aus-
geschlossen werden können. Dies wäre grundsätzlich möglich, sie seien 
jedoch der Auffassung, dass die Verschlimmerung der neuropathischen 
Schmerzsymptomatik auch damit zusammenhängen könne, dass der Be-
schwerdeführer durch die diskret verbesserte Kraft im Hüftbereich rechts 
das rechte Bein etwas mehr bewege, was wiederum zu einer vermehrten 
sensiblen Stimulation der Nerven mit Triggerung von neuropathischen 
Schmerzen führe. Therapeutische Möglichkeiten, welche zu einer namhaf-
ten Besserung des Gesundheitszustandes führen könnten, würden sich 
nicht anbieten (act. IIB 237/28). Zusammenfassend bestehe aus neuropsy-
chologischer Sicht im Vergleich zur 2013 erhobenen Situation eine Ver-
schlechterung, die hauptsächlich auf die verstärkte neuropathische 
Schmerzproblematik zurückgehen dürfte. Es sei davon auszugehen, dass 
es im Zusammenhang mit den verstärkt auftretenden neuropathischen 
Schmerzen zu einem vermehrten Pausenbedarf und einer erhöhten Ermü-
dung und Erschöpfung komme, die als Fatigue-Symptomatik zusammenge-
fasst werden könne. Die Fatigue wiederum gehe einher mit verschlechter-
ten Aufmerksamkeitsleistungen, was einerseits objektiv nachweisbar sei 
und sich andererseits auch schon im Alltag des Versicherten negativ aus-
gewirkt habe, indem er wenige Tage vor dem Untersuchungstermin vom 
17. August 2017 einen selbstverschuldeten Autounfall auf der Autobahn 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Mai 2021, UV/20/368, Seite 13

erlitten habe, der nach Angaben des Beschwerdeführers wahrscheinlich 
auf Sekundenschlaf (Übermüdung) zurückzuführen sei (act. IIB 237/28 f.).

Aufgrund der jetzt nachgewiesenen Verschlechterung der neuropsycholo-
gischen Befunde könne nicht mehr an der Leistungsbeurteilung von 2013 
festgehalten werden, es bestehe heute eine im Vergleich zu damals gerin-
gere Leistungsfähigkeit (act. IIB 237/29). Die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als 
… sei nicht zumutbar (act. IIB 237/31 Ziff. 7/4.1.1). Grundsätzlich könne der 
Beschwerdeführer weiterhin Tätigkeiten im Sitzen ausüben. Die neurolo-
gisch und neuropsychologisch ausgewiesene Verschlechterung des Ge-
sundheitszustandes führe dazu, dass der Beschwerdeführer häufiger als 
2013 Pausen einlegen müsse, um die auftretenden neuropathischen 
Schmerzattacken zu lösen. Die Leistungsfähigkeit in einer angepassten, 
d.h. sitzenden Tätigkeit (z.B. als ...) liege bei drei bis maximal vier Stunden 
täglich an fünf Tagen in der Woche (act. IIB 237/32 Ziff. 7/4.2.1). Optimal 
wäre eine Tätigkeit im Homeoffice, da für die Bewältigung des Arbeitswe-
ges für den auf den Rollstuhl angewiesenen Beschwerdeführer ein hoher 
zeitlicher und kraftmässiger Aufwand anfalle (act. IIB 237/32 Ziff. 7/4.2.2).

3.2.4 Im Bericht vom 22. Mai 2018 hielten die Ärzte der Rehaklinik 
I.________ u.a. fest, anlässlich der ambulanten Jahreskontrolle vom 3. Mai 
2018 hätten sie den Patienten in stabilem bis leicht verschlechtertem Re-
habilitationszustand gesehen. Das Schmerzsyndrom des rechten Beins sei 
weiterhin stark ausgeprägt. Es bestehe zudem der Verdacht auf eine spas-
tische Komponente (act. IIB 263/2).

Am 5. November 2018 erfolgte eine psychologische Standortbestimmung 
im Rahmen einer Evaluation einer Spinal-Cord-Stimulator-Implantation. Der 
Beschwerdeführer habe von einigen aktiven Schmerzbewältigungsstrategi-
en berichtet, z.B. Ablenkung, Anwendung eines TENS-Geräts und Dehnen. 
Es liege eine psychosoziale Belastung vor (Rechtsstreit mit Unfallversiche-
rung, finanzielle Belastung, Erkrankung der Ehefrau; act. IIB 297).

Laut Operationsbericht der Rehaklinik I.________ vom 26. Februar 2019 
wurde aufgrund der zunehmenden Spastik und des neuropathischen 
Schmerzsyndroms, möglicherweise im Rahmen eines symptomatischen 
Tetherings bei sensomotorisch inkompletter Paraplegie sub Th12 nach 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Mai 2021, UV/20/368, Seite 14

BWK10-Fraktur im Rahmen eines Motorradunfalls im Jahr 2009, die Im-
plantierung einer Rückenmarkstimulation durchgeführt (act. IIB 287/5). 

Im Austrittsbericht der Rehaklinik I.________ vom 28. Februar 2019 führten 
die behandelnden Ärzte aus, intra- sowie postoperativ habe sich der Ver-
lauf unkompliziert gestaltet (act. IIB 287/3). 

Im Bericht vom 10. März 2020 hielten die behandelnden Ärzte der Rehakli-
nik I.________ u.a. fest, die neuropathische Schmerzproblematik im Be-
reich des rechten Beines sei schon seit einigen Jahren tendenziell progre-
dient und die Implantation eines Neurostimulators habe diesbezüglich nur 
beschränkt eine Linderung gebracht (act. IIB 309/2).

3.3

3.3.1 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

3.3.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Mai 2021, UV/20/368, Seite 15

3.4 Bezüglich des Revisionsgrundes ist den Akten zu entnehmen, dass 
die Experten im MEDAS-Gutachten vom 5. September 2017 von einer Ver-
schlechterung aus neurologischer und neuropsychologischer Sicht ausge-
hen, da der Beschwerdeführer häufiger als im Jahr 2013 Pausen einlegen 
müsse, um die auftretenden neuropathischen Schmerzattacken zu lösen 
(act. IIB 237/28). Im Rahmen der Begutachtung im Jahr 2013 hatten sie 
noch postuliert, dem Beschwerdeführer sei eine angepasste sitzende 
Tätigkeit während fünf Stunden pro Tag ohne zusätzliche Leistungsminde-
rung zumutbar (vgl. act. IIA 134/35). An dieser Einschätzung hielten sie bei 
der Begutachtung im Jahr 2017 nicht mehr fest. In der Beurteilung der Ar-
beits- und Leistungsfähigkeit führten sie vielmehr aus, dem Beschwerde-
führer sei eine sitzende Tätigkeit an drei bis maximal vier Stunden pro Tag 
zumutbar (vgl. act. IIB 237/32). Dabei stützten sie sich auch auf die Beurtei-
lung der behandelnden Ärzte der Rehaklinik I.________, welche in den 
Berichten vom 21. März und 21. April 2016 von einer langsam progredien-
ten Myelopathie bzw. einer schleichenden Zunahme der neuropathischen 
Schmerzen im Zusammenhang mit einer langsam progredienten Myelopa-
thie bei bekannter Syrinx berichteten (act. IIA 213, 215). Die Experten 
berücksichtigten ebenso die Einschätzung von Dr. med. J.________, 
Fachärztin für Neurologie, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), vom 15. 
August 2016, welche die Verschlechterung des Gesundheitszustandes als 
plausibel beurteilte und von einer zumutbaren Arbeits- und Leistungsfähig-
keit von drei bis maximal vier Stunden pro Tag ausging (act. IIB 237/25/32). 
Es liegt somit ein Revisionsgrund vor, wobei nicht zu beanstanden ist, dass 
die Beschwerdegegnerin den Zeitpunkt auf den 1. Juni 2016 festlegte (vgl. 
act. II 248/3). Der Rentenanspruch ist damit frei zu prüfen (vgl. E. 2.3.1 
hiervor).

3.5 Das MEDAS-Gutachten vom 5. September 2017 erfüllt die Anforde-
rungen an den Beweiswert eines medizinischen Berichts. Die Ausführun-
gen und Feststellungen der Experten beruhen auf eingehenden fachärztli-
chen Abklärungen (act. IIB 237/18 ff.) und sind in Kenntnis der Vorakten 
(act. IIB 237/3 ff.) sowie unter Berücksichtigung der geklagten Beschwer-
den (act. IIB 237/14 f.) getroffen worden. Basierend darauf haben die Ex-
perten die medizinischen Befunde, die zu stellenden Diagnosen und die 
daraus zu ziehenden Schlussfolgerungen schlüssig und einleuchtend dar-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Mai 2021, UV/20/368, Seite 16

gestellt. Dem ausführlichen MEDAS-Gutachten vom 5. September 2017 ist 
voller Beweiswert im Sinne der einschlägigen Rechtsprechung (vgl. 
BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 E. 3a 
S. 352) beizumessen. Es wurden rein die Unfallfolgen beurteilt (act. IIB 
237/29 f.); die Gutachter stellten überzeugend fest, dass grundsätzlich alle 
vom Beschwerdeführer geltend gemachten subjektiven Beschwerden durch 
entsprechende objektive Befunde erklärt werden können, insbesondere die 
inkomplette Paraplegie im rechten Bein, die verstärkt auftretenden neur-
opathischen Schmerzen im rechten Bein sowie damit zusammenhängend 
auch die verstärkte Fatigue-Symptomatik und der erhöhte Pausenbedarf 
(act. IIB 237/30). Die Beurteilung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit, wo-
nach der Beschwerdeführer nunmehr eine zumutbare sitzende Tätigkeit 
(z.B. die mit Hilfe der Invalidenversicherung erfolgreich abgeschlossene 
Ausbildung als ...) zu einem Pensum von drei bis maximal vier Stunden pro 
Tag, verteilt auf mehrere Blöcke wegen den Pausen, ausüben kann, ist 
schlüssig und überzeugt (act. IIB 237/32). Das neuropathische Schmerz-
syndrom war den Experten bei der Begutachtung bekannt. Es gibt keine 
Hinweise in den Berichten der behandelnden Ärzte der Rehaklinik 
I.________, welche auf eine Verschlechterung nach der Begutachtung hin-
deuten würden; die neuropathische Schmerzproblematik ist im Bereich des 
rechten Beines seit einigen Jahren tendenziell progredient. Auch wenn die 
Implantation eines Neurostimulators diesbezüglich nur beschränkt eine 
Linderung gebracht hat (vgl. act. IIB 309/2), ist eine Veränderung hinsicht-
lich der Arbeits- und Leistungsfähigkeit nicht postuliert worden. Obwohl 
ohnehin keine Bindungswirkung der IV-Verfügung besteht (vgl. E. 3.1 hier-
vor), ist dennoch zu bemerken, dass der RAD ebenso von einer Arbeits- 
und Leistungsfähigkeit von drei bis maximal vier Stunden in einer ange-
passten Tätigkeit ausging (vgl. act. IIA 228). 

4.

4.1

4.1.1 Für die Bemessung des Valideneinkommens ist in der Unfallversi-
cherung nach jenem hypothetischen Verdienst zu fragen, welchen die ver-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Mai 2021, UV/20/368, Seite 17

sicherte Person ohne die unfallbedingte Schädigung wahrscheinlich erzie-
len würde. Dieser kann sich zwar mit dem mutmasslichen Verdienst als 
gesunde Person decken, aber nur dann, wenn keine weiteren, nicht unfall-
bedingten, leistungsschmälernden Beeinträchtigungen vorhanden sind 
(SVR 2018 UV Nr. 33 S. 115 E. 2.1).

4.1.2 Bereits in der Verfügung vom 7. November 2013, mit welcher die 
Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer eine UV-Rente bei einem 
Invaliditätsgrad von 41 % zugesprochen hatte (act. IIA 159), ging die Be-
schwerdegegnerin gestützt auf den im Rahmen eines Vollpensums als … 
auf der …abteilung, C.________, erzielten Lohn im Jahr 2009 von Fr. 
79'736.40 aus, was indexiert auf das Jahr 2013 ein hypothetisches Vali-
deneinkommen von Fr. 82'394.-- ergab (act. IIA 159/3). Im angefochtenen 
Einspracheentscheid vom 16. April 2020 indexierte die Beschwerdegegne-
rin dieses hypothetische Valideneinkommen zu Recht auf das Jahr 2016 
auf, was Fr. 82'972.-- ergibt (act. IIB 310/4) und auch vom Beschwerdefüh-
rer nicht beanstandet wird.

4.2

4.2.1 Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens 
keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit 
aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung entweder Tabellen-
löhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebe-
nen Lohnstrukturerhebungen (LSE) oder Lohnangaben aus der Dokumen-
tation von Arbeitsplätzen (DAP) der Schweizerischen Unfallversicherungs-
anstalt (Suva) herangezogen werden (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 297; 
SVR 2019 IV Nr. 28 S. 88 E. 5.1.3). Wird auf Tabellenlöhne abgestellt, sind 
grundsätzlich immer die aktuellsten statistischen Daten zu verwenden 
(BGE 143 V 295 E. 2.3 S. 297).

4.2.2 Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Per-
sonen, die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im 
Vergleich zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeit-
nehmern lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unter-
durchschnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Mai 2021, UV/20/368, Seite 18

einem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 
E. 5.2 S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481).

Die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, 
hängt von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des konkre-
ten Einzelfalles ab (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Na-
tionalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad). Der Einfluss sämt-
licher Merkmale auf das Invalideneinkommen ist nach pflichtgemässem 
Ermessen gesamthaft zu schätzen, wobei der Abzug auf insgesamt höchs-
tens 25 % zu begrenzen ist (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 
E. 5.2 S. 327; SVR 2018 IV Nr. 46 S. 148 E. 3.3). 

4.3

4.3.1 Da der Beschwerdeführer keine angepasste Tätigkeit ausübt, hat 
die Beschwerdegegnerin bei der Ermittlung des Invalideneinkommens zu 
Recht auf die LSE 2016, Tabelle TA1, Ziff. 45-96 Sektor Dienstleistungen, 
Männer, abgestellt. Sie geht vom Kompetenzbereich 3, „praktische Tätig-
keiten, welche ein grosses Wissen in einem Spezialgebiet voraussetzen“, 
somit von monatlich Fr. 7'065.-- bzw. Fr. 84'780.-- pro Jahr aus. Weiter er-
folgt – entgegen dem angefochtenen Entscheid vom 16. April 2020 (act. IIB 
310/4 Ziff. 8) – eine Anpassung an die betriebsübliche wöchentliche Ar-
beitszeit (2016; Sektor III: 41.7 Stunden pro Woche), was bei einem Pen-
sum von 100 % Fr. 88'383.15 ergibt (Fr. 7'065.-- / 40 x 41.7 x 12 = 
Fr. 88'383.15; act. IIB 310/4 Ziff. 8). Gestützt auf das MEDAS-Gutachten 
vom 5. September 2017 ist von einer Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 
drei bis maximal vier Stunden pro Tag (act. IIB 237/32 Ziff. 4.2.3), d.h. 17.5 
Stunden pro Woche auszugehen, weshalb ein hypothetisches Invalidenein-
kommen von Fr. 37'091.25 resultiert (Fr. 88'383.15 / 41.7 x 17.5 = 
Fr. 37'091.25).

4.3.2 Der Beschwerdeführer moniert, es sei ihm aus gesundheitlichen 
Gründen (Rollstuhlpflicht, regelmässig auftretende, heftige Spasmen im 
rechten Bein, Fatigue-Symptomatik) nicht mehr möglich, ein Invalidenein-
kommen zu erzielen (Beschwerde S. 13). In Übereinstimmung mit der Inva-
lidenversicherung sei davon auszugehen, dass er aufgrund der ausgewie-
senen Einschränkungen seit dem 1. Juni 2016 über keine verwertbare  

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Mai 2021, UV/20/368, Seite 19

Resterwerbsfähigkeit mehr verfüge und ihm kein Invalideneinkommen mehr 
angerechnet werden könne. Zudem sei er am 7. März 2020 64 Jahre alt 
geworden, weshalb auch aufgrund des Alters keine verwertbare Restar-
beitsfähigkeit vorliege (Beschwerde S. 14). 

Das trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigung zumutbarerweise erzielba-
re Einkommen ist bezogen auf einen ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu er-
mitteln, wobei an die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und Ver-
dienstaussichten rechtsprechungsgemäss keine übermässigen Anforde-
rungen zu stellen sind (vgl. BGE 138 V 457 E. 3.1 S. 459; SVR 2019 IV 
Nr. 21 S. 66 E. 4.2). Nach diesen Gesichtspunkten bestimmt sich im Einzel-
fall, ob die invalide Person die Möglichkeit hat, ihre restliche Erwerbsfähig-
keit zu verwerten und ob sie ein rentenausschliessendes Einkommen zu 
erzielen vermag oder nicht (BGE 110 V 273 E. 4b S. 276; ZAK 1991 S. 320 
E. 3b). Es ist deshalb nicht darauf abzustellen, ob der Beschwerdeführer 
unter den konkreten Arbeitsmarktverhältnissen vermittelt werden kann, 
sondern einzig darauf, ob er die verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich 
nutzen könnte, wenn die verfügbaren Arbeitsplätze dem Angebot an Ar-
beitskräften entsprechen würden (vgl. SVR 2016 IV Nr. 2 S. 6 E. 4.4). Be-
züglich der von den MEDAS-Gutachtern attestierten Arbeits- und Leis-
tungsfähigkeit liegen keine Hinweise vor, dass auf ihre Einschätzung nicht 
abgestellt werden könnte (vgl. E. 3.5 hiervor). Das Zumutbarkeitsprofil lau-
tet auf eine sitzende Tätigkeit, z.B. eine Arbeit als ..., zu drei bis maximal 
vier Stunden pro Tag, aufgeteilt in mehrere Blöcke wegen den zusätzlichen 
Pausen, wobei eine im Homeoffice ausgeübte Tätigkeit optimal wäre, da 
die Bewältigung des Arbeitsweges nicht mehr anfiele (vgl. act. IIB 237/32 
Ziff. 4.2.2 und Ziff. 4.2.3). Das Zumutbarkeitsprofil ist nicht so eng formu-
liert, dass es auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt, welcher gekennzeich-
net ist durch ein gewisses Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage 
nach Arbeitskräften und einen Fächer verschiedenster Tätigkeiten aufweist 
und zwar sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intellektu-
ellen Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes 
(vgl. BGE 138 V 457 E. 3.1 S. 459; SVR 2019 IV Nr. 21 S. 66 E. 4.2), keine 
für den Beschwerdeführer geeigneten Stellen geben würde. Die wirtschaft-
lichen Faktoren des effektiven Arbeitsmarkts sind hier nicht zu berücksich-
tigen (vgl. auch Beschwerdeantwort S. 7). Der Beschwerdeführer war vor 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Mai 2021, UV/20/368, Seite 20

dem Unfallereignis langjährig in der … und danach im …bereich tätig, zu-
letzt als … und …, weshalb er über eine entsprechende Erfahrung im Ge-
sundheitsbereich verfügt. Die … Arbeit ist ihm zwar nicht mehr zumutbar, 
er hat jedoch Kenntnisse in Führung und in administrativer sowie planeri-
scher Hinsicht, weshalb er weiterhin die erworbenen Kenntnisse in einer 
zumutbaren sitzenden Tätigkeit anwenden kann. Die Invalidenversicherung 
ermöglichte ihm zudem eine Umschulung zum ... HF, welche er im März 
2013 erfolgreich abschloss (vgl. act. IIA 122). Damit verfügt er über genü-
gend Kenntnisse, um eine angepasste …tätigkeit aufzunehmen. Soweit der 
Beschwerdeführer geltend macht, er habe keinerlei Berufserfahrung auf 
diesem Gebiet, er sei ausgesteuert und nach diversen erfolglosen Bewer-
bungen ohne realistische Aussicht auf eine Stelle – was er auch gegenüber 
den Gutachtern erwähnte (act. IIB 237/26 Ziff. 5.2) –, so bezieht er sich 
damit auf den realen Arbeitsmarkt, welcher hier nicht massgebend ist. Auch 
soweit sich der Beschwerdeführer auf sein fortgeschrittenes Alter beruft, 
kann ihm nicht gefolgt werden. Zur Massgeblichkeit des Faktors Alter im 
Bereich der Unfallversicherung ist vorab auf die spezialgesetzliche Be-
stimmung von Art. 28 Abs. 4 der Verordnung vom 20. Dezember 1982 über 
die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) zu verweisen, wonach in Fällen, 
in denen ein Versicherter nach dem Unfall die Erwerbstätigkeit altershalber 
nicht mehr aufnimmt oder sich das vorgerückte Alter erheblich als Ursache 
der Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit auswirkt, für die Bestimmung 
des Invaliditätsgrades die Erwerbseinkommen massgebend sind, die ein 
Versicherter im mittleren Alter bei einer entsprechenden Gesundheitsschä-
digung erzielen könnte. Vorliegend bestehen indessen keine Anhaltspunk-
te, dass die Beschwerdegegnerin diese Bestimmung im Rahmen des Ein-
kommensvergleichs angewendet hätte (zu den Voraussetzungen vgl. BGE 
122 V 418 E. 3b S. 422), was nicht zu beanstanden ist und vom Beschwer-
deführer zu Recht auch nicht gerügt wird. Soweit dieser im Übrigen geltend 
macht, zufolge seines Alters verfüge er „in Übereinstimmung mit der Invali-
denversicherung“ über keine Resterwerbsfähigkeit mehr (Beschwerde S. 
14 Art. 5; vgl. in diesem Zusammenhang BGE 145 V 2 E. 5.3.1 S. 16), ist 
festzuhalten, dass ihm eine angepasste Tätigkeit mit dem formulierten Zu-
mutbarkeitsprofil, welche die Experten erstmals im MEDAS-Gutachten vom 
18. März 2013 definierten (act. IIA 134/35 f. Ziff. 3.1.3 und 3.2.1), seit März 
2013, d.h. nach Abschluss der erfolgreichen Umschulung zum ... HF, zu-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Mai 2021, UV/20/368, Seite 21

mutbar ist. Entscheidend wäre somit nicht, dass er am 7. März 2020 64 
Jahre alt geworden ist (Beschwerde S. 14), sondern dass ihm ab März 
2013, d.h. als er 57 Jahre alt war, eine angepasste Tätigkeit zumutbar war, 
als ihm eine Aktivitätsdauer von mehreren Jahren verblieb (vgl. auch BGE 
146 V 16 E. 7.1 S. 25).

4.3.3 Der Beschwerdeführer beanstandet weiter, die Heranziehung des 
Tabellenlohns (Sektor Dienstleistungen, Kompetenzniveau 3) sei mit den 
tatsächlichen Verhältnissen nicht mehr zumutbar. Der Beschwerdeführer 
verfüge über keinen …abschluss im universitären Bereich. Mit dem …di-
plom habe er eine nicht näher spezifizierte Grundausbildung und nicht ei-
nen Ausbildungsabschluss, welcher ihm „ein grosses Wissen in einem 
Spezialgebiet“ vermittelt hätte (Beschwerde S. 15). Vielmehr rechtfertige 
das abgeschlossene Nachdiplomstudium in „…“ an der K.________ und 
die langjährige Arbeitslosigkeit ein Abstützen auf die LSE TA1 2014, Sektor 
3 Dienstleistungen, Männer, Kompetenzniveau 2 (Beschwerde. S. 17). 

Weder die mangelnde Berufserfahrung noch die erfolglose Stellensuche 
auf dem realen Arbeitsmarkt vermögen ein Abstellen auf das Kompetenzni-
veau 2 (praktische Tätigkeiten wie Verkauf/Pflege/Datenverarbeitung und 
Administration/Bedienen von Maschinen und elektronischen 
Geräten/Sicherheitsdienst/Fahrdienst) zu begründen. Der Beschwerdefüh-
rer hatte bereits in seiner vor dem Unfall ausgeübten Tätigkeit eine …funk-
tion inne und erzielte einen entsprechenden Verdienst (Fr. 6'133.60 x 13 = 
Fr. 79'736.80; act. II 44); es überzeugt deshalb nicht, dass er unter Berück-
sichtigung des vorerwähnten Zumutbarkeitsprofils mit einer zusätzlichen 
Ausbildung nurmehr ein tieferes Einkommen (Ziff. 45-96 Sektor Dienstleis-
tungen, Kompetenzniveau 2, Männer, von Fr. 5'312.--) erzielen könnte.

4.3.4 Der Beschwerdeführer beantragt ferner, es sei ihm aufgrund der 
Umstände (Ausmass der Behinderung, Lebensalter und mehrjähriger Ar-
beitslosigkeit) ein Tabellenlohnabzug von 20 % zu gewähren (Beschwerde 
S. 18). 

Die gesundheitliche Einschränkung ist vorliegend bereits im Rahmen der 
Arbeitsfähigkeit berücksichtigt worden und darf nicht zu einer doppelten 
Anrechnung führen (vgl. BGE 146 V 16 E. 4.1 S. 20). Auch die weiteren 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Mai 2021, UV/20/368, Seite 22

Merkmale (Alter [zum Alter in der UV vgl. E. 4.3.2 hiervor sowie Entscheid 
des BGer vom 6. Oktober 2017, 8C_439/2017, E. 5.6.3 f.], Dienstjahre und 
Beschäftigungsgrad) rechtfertigen keinen Tabellenlohnabzug; selbst wenn 
der Beschwerdeführer nicht mehr im eigentlichen … Bereich arbeiten kann, 
ist doch seine Erfahrung im …bereich zu berücksichtigen. Zudem wirkt sich 
eine sitzend ausgeübte Tätigkeit zu drei bis maximal vier Stunden pro Tag, 
verteilt über mehrere Blöcke, wegen den Pausen, optimal ausgeübt im 
Homeoffice, nicht lohnmindernd aus. Dies gilt auch für den Umstand, dass 
der Beschwerdeführer arbeitslos ist, da er auf dem realen Arbeitsmarkt 
keine Stelle gefunden hat, wobei auch zu bemerken ist, dass er eine eh-
renamtliche Tätigkeit ausübt (vgl. act. IIB 237/26).

4.4 Bei einem Valideneinkommen von Fr. 82'972.-- und einem Invali-
deneinkommen von Fr. 37'091.25 resultiert eine Erwerbseinbusse von 
Fr. 45'880.75 (Fr. 82'972.-- ./. Fr. 37'091.25 = Fr. 45'880.75) und damit ein 
Invaliditätsgrad von gerundet 55 % (Fr. 45'880.75 / Fr. 82'972.-- x 100 = 
55.2 %).

5.

5.1 Umstritten ist weiter, dass die Beschwerdegegnerin die Rente ge-
stützt auf Art. 37 Abs. 3 UVG mit Wirkung ab 1. Juni 2016 um 20 % kürzte 
(act. IIB 310/7 Ziff. 24, 310/8 Ziff. 29). Der Beschwerdeführer moniert, diese 
Kürzung der Geldleistungen sei mit Verfügung vom 7. Februar 2018 erst-
mals erwähnt worden und mit Schreiben vom 1. November 2019 sei sogar 
eine Kürzung von 50 % angedroht worden. Der Begründung der Be-
schwerdegegnerin, infolge des Revisionsgrundes sei der Rentenanspruch 
in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht umfassend zu prüfen, was auch 
bezüglich der angedrohten Leistungskürzung gelte, könne nicht gefolgt 
werden (Beschwerde S. 7). Die Beschwerdegegnerin habe mit Verfügung 
vom 8. September 2010 – bestätigt mit Einspracheentscheid vom 12. No-
vember 2010 – eine Kürzung des Taggeldes gestützt auf Art. 37 Abs. 2 
UVG vorgenommen; dieser Entscheid habe Gegenstand des Beschwerde-
verfahrens vor dem Verwaltungsgericht des Kantons Bern gebildet 
(UV/2010/1313). Damit habe die Beschwerdegegnerin die Frage nach all-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Mai 2021, UV/20/368, Seite 23

fälligen Kürzungen der Geldleistungen bereits im Jahr 2010 beurteilt. Bei 
dieser Ausgangslage gehe es nicht an, nach erfolgter rechtskräftig verfüg-
ter Taggeldkürzung wegen Grobfahrlässigkeit plötzlich daraus eine solche 
wegen Vergehen bzw. Wagnis zu machen. Die angedrohte Rentenkürzung 
sei nicht zulässig (Beschwerde S. 9). Weiter beanstandet der Beschwerde-
führer, entgegen der Meinung der Beschwerdegegnerin könnten im Rah-
men der Rentenrevision die zufolge Rechtskraft der ursprünglichen (Ren-
ten-)Verfügung damals bejahten Anspruchsvoraussetzungen und festge-
setzten Leistungsbemessungskriterien nicht erneut überprüft werden (Be-
schwerde S. 10).

Es steht fest, dass die Beschwerdegegnerin mit Verfügung vom 8. Sep-
tember 2010 (act. II 80), bestätigt mit Einspracheentscheid vom 12. No-
vember 2010 (act. II 90), eine Taggeldkürzung gestützt auf Art. 37 Abs. 2 
UVG anordnete. Im Rahmen des damaligen Beschwerdeverfahrens (Duplik 
vom 17. März 2011) machte die Beschwerdegegnerin eine Kürzung der 
Taggeldleistungen gestützt auf Art. 37 Abs. 3 UVG geltend (act. II 102). 
Dem Beschwerdeführer wurde in der Folge eine reformatio in peius ange-
droht (act. II 103). Nach Rückzug der gegen den Einspracheentscheid vom 
12. November 2010 (act. II 90) erhobenen Beschwerde (act. 104) erwuchs 
der Einspracheentscheid in Rechtskraft (vgl. Urteil des Verwaltungsgerichts 
des Kantons Bern vom 8. April 2011 [UV/2010/13; act. II 104]). Eine ge-
richtliche Beurteilung war mithin nicht erfolgt, was der Zulässigkeit einer 
Wiedererwägung durch die Beschwerdegegnerin gegebenenfalls entge-
gengestanden wäre.

5.2 Der Versicherungsträger kann auf formell rechtskräftige Verfügun-
gen oder Einspracheentscheide zurückkommen, wenn diese zweifellos 
unrichtig sind und wenn ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist 
(Art. 53 Abs. 2 ATSG).

5.2.1 Die Wiedererwägung dient der nachträglichen Korrektur einer ur-
sprünglich unrichtigen Rechtsanwendung oder Sachverhaltsfeststellung 
durch die Verwaltung (BGE 117 V 8 E. 2c S. 17; SVR 2019 IV Nr. 47 
S. 153 E. 2.1; Entscheid des BGer vom 30. Oktober 2012, 9C_396/2012, 
E. 2.1). Nach der Rechtsprechung kann die Wiedererwägung rechtskräfti-
ger Verfügungen bzw. Einspracheentscheide nur in Betracht kommen, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Mai 2021, UV/20/368, Seite 24

wenn es sich um die Korrektur grober Fehler der Verwaltung handelt 
(ZAK 1988 S. 555 E. 2b). Zweifellos ist die Unrichtigkeit, wenn kein ver-
nünftiger Zweifel daran möglich ist, dass die Verfügung unrichtig war. Es ist 
nur ein einziger Schluss – derjenige auf die Unrichtigkeit der Verfügung – 
denkbar. In diesem Sinne qualifiziert unrichtig ist eine Verfügung, wenn die 
notwendigen (fachärztlichen) Abklärungen überhaupt nicht oder nicht mit 
der erforderlichen Sorgfalt durchgeführt wurden, oder wenn eine Leistung 
aufgrund falscher Rechtsregeln bzw. ohne oder in unrichtiger Anwendung 
der massgeblichen Bestimmungen zugesprochen wurde. Zurückhaltung bei 
der Annahme zweifelloser Unrichtigkeit ist stets dann geboten, wenn der 
Wiedererwägungsgrund eine materielle Anspruchsvoraussetzung betrifft, 
deren Beurteilung massgeblich auf Schätzungen oder Beweiswürdigungen 
und damit auf Elementen beruht, die notwendigerweise Ermessenszüge 
aufweisen. Eine vor dem Hintergrund der seinerzeitigen Sach- und Rechts-
lage einschliesslich der Rechtspraxis vertretbare Beurteilung der (invali-
ditätsmässigen) Anspruchsvoraussetzungen kann nicht zweifellos unrichtig 
sein (BGE 141 V 405 E. 5.2 S. 414; SVR 2019 IV Nr. 47 S. 153 E. 2.1).

5.2.2 Die Wiedererwägung setzt voraus, dass die Berichtigung der zwei-
fellos unrichtigen Verfügung von erheblicher Bedeutung ist. Massgebend 
für die Beantwortung dieser Frage sind nach der Rechtsprechung die ge-
samten Umstände des Einzelfalls, zu denen auch die Zeitspanne gehört, 
die seit der zu Unrecht erfolgten Leistungsgewährung verstrichen ist. Eine 
allgemeingültige betragliche Grenze lässt sich allerdings nicht festlegen. 
Die Höhe des unrechtmässig ausbezahlten Betrages ist dabei insofern von 
Bedeutung, als das Interesse der Verwaltung an der richtigen Durchführung 
des objektiven Rechts gegenüber demjenigen an der Rechtssicherheit in 
der Regel umso weniger ins Gewicht fällt, je geringer die zu Unrecht ausge-
richteten Leistungen sind. Bei periodischen Leistungen wird die Erheblich-
keit praktisch immer bejaht, während bei punktuellen Leistungen die Gren-
ze praxisgemäss bei einigen hundert Franken liegt. Die Voraussetzung der 
Erheblichkeit der Berichtigung dient im Übrigen der Verwaltungs- und Pro-
zessökonomie (BGE 107 V 180 E. 2b S. 182; ARV 2000 S. 211 E. 3b; Ent-
scheid des BGer vom 4. Mai 2017, 8C_18/2017, E. 3.2.2).

5.3

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Mai 2021, UV/20/368, Seite 25

5.3.1 Hat die versicherte Person den Versicherungsfall vorsätzlich oder 
bei vorsätzlicher Ausübung eines Verbrechens oder Vergehens herbeige-
führt oder verschlimmert, so können ihr die Geldleistungen vorübergehend 
oder dauernd gekürzt oder in schweren Fällen verweigert werden (Art. 21 
Abs. 1 ATSG). 

5.3.2 Hat der Versicherte den Unfall bei nicht vorsätzlicher Ausübung ei-
nes Verbrechens oder Vergehens herbeigeführt, so können ihm in Abwei-
chung von Art. 21 Abs. 1 ATSG die Geldleistungen gekürzt oder in beson-
ders schweren Fällen verweigert werden (Art. 37 Abs. 3 Satz 1 UVG).

5.3.3 Die Kürzung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen ist 
eine verwaltungsrechtliche Sanktion. Sie bezweckt den Schutz der Versi-
cherung vor ungerechtfertigter Inanspruchnahme und hat nicht pönalen 
Charakter (BGE 129 V 354 E. 3.2 in fine S. 359; BGE 119 V 241 E. 4b in 
fine S. 249). Die Versicherung soll nicht über Gebühr mit Schäden belastet 
werden, welche die Betroffenen bei Anwendung der ihnen zumutbaren 
Sorgfalt hätten vermeiden können (BGE 111 V 186 E. 2a S. 187; vgl. auch 
BGE 114 V 190 E. 4b/bb S. 192). Deshalb kann in objektiver Hinsicht 
grundsätzlich allein das abstrakte oder konkrete Gefährdungspotential für 
die versicherte Person selber von Bedeutung sein. Desgleichen kann sub-
jektiv die Vorgehensweise, namentlich die Rücksichtslosigkeit des Verhal-
tens, nur insofern beachtlich sein, als dadurch die Gefahr, sich selber ernst-
lich und irreversibel zu verletzen oder allenfalls von Dritten verletzt zu wer-
den, erst geschaffen oder erhöht wird. Nicht erforderlich ist eine richtige 
Vorstellung von der genauen Art des durch das vorwerfbare Verhalten ein-
gegangenen Gesundheitsrisikos (BGE 111 V 186 E. 4b S. 195). Nur soweit 
reicht der Vorwurf, der eine Leistungskürzung oder sogar die Verweigerung 
der Leistung rechtfertigt. Die Beurteilung hat aufgrund der gesamten Um-
stände des konkreten Falles zu erfolgen (BGE 134 V 315 E. 4.5.1.1 S. 319 
f.). Es ist zu prüfen, ob subjektiv oder objektiv bedeutsame Entlastungs-
gründe vorliegen, die das Verschulden in einem milderen Licht, somit die 
Verkehrsregelverletzung nicht als schwerwiegend erscheinen lassen 
(BGE 118 V 305 E. 2b S. 307; vgl. auch RUMO-JUNGO/HOLZER, Bundesge-
setz über die Unfallversicherung, 4. Aufl. 2012, S. 203; Entscheid des BGer 
vom 2. März 2020, 8C_707/2019, E. 2.2).

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Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Mai 2021, UV/20/368, Seite 26

5.3.4 Der Begriff des Vergehens gemäss Art. 37 Abs. 3 UVG bestimmt 
sich nach Art. 10 Abs. 3 des Schweizerischen Strafgesetzbuches vom 
21. Dezember 1937 (StGB; SR 311.0), wonach Vergehen Taten sind, die 
mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bedroht sind.

5.3.5 Nach Art. 90 Abs. 2 des Strassenverkehrsgesetzes vom 19. De-
zember 1958 (SVG; SR 741.01) wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren 
oder mit Geldstrafe bestraft, wer durch grobe Verletzung der Verkehrsre-
geln eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft oder in 
Kauf nimmt.

5.3.6 Der objektive Tatbestand verlangt nach der Rechtsprechung, dass 
der Täter eine wichtige Verkehrsvorschrift in objektiv schwerer Weise miss-
achtet und die Verkehrssicherheit ernstlich gefährdet. Eine ernstliche Ge-
fahr für die Sicherheit anderer ist bereits bei einer erhöhten abstrakten Ge-
fährdung gegeben. Diese setzt die naheliegende Möglichkeit einer konkre-
ten Gefährdung oder Verletzung voraus. Eine konkrete Gefahr oder Verlet-
zung ist nicht verlangt (BGer 8C_707/2019, E. 5.1.1).

Subjektiv erfordert der Tatbestand ein rücksichtsloses oder sonst schwer-
wiegend verkehrsregelwidriges Verhalten, d.h. ein schweres Verschulden, 
bei fahrlässigem Handeln mindestens grobe Fahrlässigkeit. Diese ist jeden-
falls zu bejahen, wenn der Täter sich der allgemeinen Gefährlichkeit seiner 
verkehrsregelwidrigen Fahrweise bewusst ist. Grobe Fahrlässigkeit kommt 
aber auch in Betracht, wenn der Täter die Gefährdung anderer Verkehrs-
teilnehmer pflichtwidrig gar nicht in Betracht gezogen, also unbewusst fahr-
lässig gehandelt hat. In solchen Fällen ist grobe Fahrlässigkeit zu bejahen, 
wenn das Nichtbedenken der Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer auf 
Rücksichtslosigkeit beruht. In diesem Sinn rücksichtslos ist nicht nur das 
bedenkenlose Verhalten gegenüber fremden Rechtsgütern, sondern auch 
ein blosses (momentanes) Nichtbedenken der Gefährdung fremder Inter-
essen. Je schwerer die Verkehrsregelverletzung objektiv wiegt, desto eher 
wird Rücksichtslosigkeit subjektiv zu bejahen sein, sofern keine besonde-
ren Gegenindizien vorliegen. Grundsätzlich ist von einer objektiv groben 
Verletzung der Verkehrsregeln auf ein zumindest grobfahrlässiges Verhal-
ten zu schliessen. Die Rücksichtslosigkeit ist ausnahmsweise zu verneinen, 
wenn besondere Umstände vorliegen, die das Verhalten subjektiv in einem 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Mai 2021, UV/20/368, Seite 27

milderen Licht erscheinen lassen (BGer 8C_707/2019, E. 5.1.2 mit Hinwei-
sen).

5.3.7 Bei Fehlverhalten im Strassenverkehr ist grobe Fahrlässigkeit im 
Sinne von Art. 37 Abs. 2 UVG in der Regel dann anzunehmen, wenn in 
ursächlichem Zusammenhang mit dem Unfall eine elementare Verkehrs-
vorschrift oder mehrere wichtige Verkehrsregeln schwerwiegend verletzt 
wurden. Der Begriff der groben Fahrlässigkeit nach Art. 37 Abs. 2 UVG ist 
in diesen Fällen weiter zu fassen als derjenige der groben Verletzung von 
Verkehrsregeln nach Art. 90 Ziff. 2 SVG, welcher ein rücksichtsloses oder 
sonst schwerwiegend regelwidriges Verhalten voraussetzt (BGer 
8C_707/2019, 5.2 mit Hinweisen).

5.4

5.4.1 Wie erwähnt begründete die Beschwerdegegnerin die Leistungskür-
zung ursprünglich gestützt auf Art. 37 Abs. 2 UVG (act. II 80). Indessen ist 
zu beachten, dass der Beschwerdeführer laut Akten der Kantonspolizei 
L.________ vom 11. August 2009 wegen Überholen trotz Gegenverkehr, 
mit Behinderung (Art. 35 Abs. 2 SVG, Art. 90 Abs. 2 SVG), Überholen in 
einer unübersichtlichen Kurve oder vor Kuppe (Art. 11 Abs. 3 der Verkehrs-
regelverordnung vom 13. November 1962 [VRV; SR 741.11], Art. 35 Abs. 4 
und Art. 90 Abs. 2 SVG) und mangelnder Aufmerksamkeit (Art. 3 Abs. 1 
VRV, Art. 31 Abs. 1 und Art. 90 Abs. 2 SVG) angezeigt wurde (act. II 35); 
bei den unter Art. 90 Abs. 2 SVG fallenden Tatbeständen handelt es sich 
um Vergehen (vgl. Art. 10 Abs. 3 StGB). Wird ein Unfall gleichzeitig grob-
fahrlässig und bei Ausübung eines Vergehens – beispielsweise bei Ver-
stössen gegen das SVG – herbeigeführt, so findet Art. 37 Abs. 3 als lex 
specialis Anwendung (RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., 4. Aufl. 2012, S. 213 
mit Hinweisen). Demnach wurde Art. 37 UVG bei der ursprünglichen Leis-
tungsfestsetzung unrichtig angewendet (vgl. BGE 127 V 10 E. 4b S. 13) 
und es liegt bei der unrichtigen Anwendung einer massgeblichen Bestim-
mung eine zweifellose Unrichtigkeit vor (vgl. SVR 1995 ALV Nr. 53 = EVGE 
vom 30. Mai 1995). Die weitere Voraussetzung der erheblichen Bedeutung 
ist zu bejahen, wird sie doch bei periodischen Leistungen praktisch immer 
bejaht (vgl. E. 5.2.2 hiervor). Sind somit die (strengeren) Wiedererwä-
gungs-Voraussetzungen erfüllt, kann die von der Beschwerdegegnerin auf-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Mai 2021, UV/20/368, Seite 28

geworfene Frage, ob bei Vorliegen eines Revisionsgrundes im Sinne von 
Art. 17 Abs. 1 ATSG im Rahmen der freien Überprüfung des Rentenan-
spruchs auch das Kürzungsmass überprüft werden kann (vgl. Beschwer-
deantwort, Ziff. III/17), offenbleiben.

5.4.2 Wie nachfolgend aufzuzeigen ist, ändern die Vorbringen des Be-
schwerdeführers an der Zulässigkeit der Wiedererwägung nichts. 

Der Anzeige der Kantonspolizei L.________ vom 11. August 2009 ist zu 
entnehmen, dass der Beschwerdeführer am 5. August 2009 mit seinem 
Motorrad auf der …strasse von … kommend in Richtung … fuhr. Im Gebiet 
„…“ habe er einen vor ihm fahrenden Anhängerzug überholen wollen. Weil 
die Strasse an dieser Stelle nicht sehr übersichtlich sei und eine Kurve 
aufweise, müsse der Beschwerdeführer das entgegenkommende Fahrzeug 
auf der anderen Fahrbahn übersehen haben. Unmittelbar nachdem der 
Beschwerdeführer zum Überholen angesetzt habe, sei es zur Frontalkolli-
sion gekommen (act. II 35). 

In rechtlicher Hinsicht ist zu berücksichtigen, dass Überholen nur gestattet 
ist, wenn es nicht überhaupt verboten ist, der nötige Raum übersichtlich 
und frei ist und andere Verkehrsteilnehmer nicht behindert oder gefährdet 
werden. Gemäss konstanter Rechtsprechung muss nicht nur die für den 
Überholvorgang benötigte Strecke übersichtlich und frei sein, sondern zu-
sätzlich jene, die ein entgegenkommendes Fahrzeug bis zu jenem Punkt 
zurücklegt, wo der Überholende die linke Strassenseite freigegeben haben 
wird. Der Überholende muss von Anfang an die Gewissheit haben, sein 
Überholmanöver sicher und ohne Gefährdung Dritter abschliessen zu kön-
nen (Entscheid des BGer vom 2. März 2020, 8C_707/2019, E. 6.3 mit Hin-
weisen). 

Mit Blick auf die Angaben der Kantonspolizei L.________ zum Unfallher-
gang steht ausser Frage, dass der Beschwerdeführer den objektiven Straf-
tatbestand einer groben Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 
2 SVG (früher: Art. 90 Ziff. 2 SVG) erfüllte. Die Voraussetzungen zum 
Überholen waren offensichtlich nicht gegeben, da keine freie Sicht für ein 
gefahrloses Überholmanöver bestand (act. II 35). Aufgrund der fehlenden 
freien Sicht (unübersichtliche Stelle mit Kurve und der Anhängerzug) hätte 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Mai 2021, UV/20/368, Seite 29

dem Beschwerdeführer die allgemeine Gefährlichkeit seines Verhaltens 
bewusst sein müssen. Er setzte zum Überholen an, ohne dass er die Ge-
wissheit hatte, dies gefahrlos für sich und die anderen Verkehrsteilnehmer 
beenden zu können. Der entgegenkommende Fahrzeugführer habe eine 
Vollbremsung eingeleitet und versucht, nach rechts auszuweichen, trotz-
dem habe er eine Frontalkollision nicht verhindern können (act. II 35). Da-
mit ist auch der subjektive Tatbestand nach Art. 90 Abs. 2 SVG erfüllt.

Soweit der Beschwerdeführer vorbringt, die angedrohte Rentenkürzung sei 
nicht zulässig, da die Strafverfolgungsbehörden des Kantons N.________ 
auf den Antrag nicht eingetreten seien und der Sachverhalt längst beurteilt 
wäre (Beschwerde S. 9), kann ihm nicht gefolgt werden. Ebensowenig 
überzeugt der Einwand, dem Beschwerdeführer könne lediglich ein bloss 
leichtes Verschulden bezüglich des Unfalles vom 5. August 2009 angelas-
tet werden, da die Untersuchungsrichterin den Sachverhalt dahingehend 
gewürdigt habe, dass der Beschwerdeführer „den entgegenkommenden 
Personenwagen übersehen haben“ müsse (Replik, S. 6). Dem Antrag der 
Untersuchungsrichterin vom 15. März 2010, es sei auf die Anzeige der 
Kantonspolizei L.________ vom 11. August 2009 – in Anwendung von Art. 
4 Abs. 1 Ziff. 4 i.V.m. Art. 2 des Gesetzes vom 15. März 1995 über das 
Strafverfahren (StrV; BSG 321.1) gestützt auf Art. 54 StGB – nicht einzutre-
ten, da der Beschwerdeführer beim Unfall schwer verletzt worden sei, folg-
te die Staatsanwaltschaft des M.________ am 16. März 2010 (act. II 45). 
Weder erfolgte eine gerichtliche Beurteilung noch wurde der Nichteintre-
tensbeschluss mit einem geringen Verschulden des Beschwerdeführers 
begründet. Die Strafverfolgungsbehörden sahen vielmehr von einer Über-
weisung an das Gericht oder von einer Bestrafung ab wegen der schweren 
Betroffenheit des Beschwerdeführers durch die unmittelbaren Folgen des 
Unfalles (schwere Verletzungen), wobei die rechtliche Qualifikation der zur 
Anzeige gebrachten Delikte in keiner Art und Weise in Frage gestellt wur-
de. Festzuhalten ist insoweit zum einen, dass es nicht erforderlich ist, dass 
ein Strafentscheid vorliegt, und es gegebenenfalls Sache der Verwaltung 
und des Sozialversicherungsrichters ist, selbstständig zu prüfen, ob eine für 
die Leistungskürzung oder -verweigerung relevante strafbare Handlung 
vorliegt. Zum andern bedeutet die verfügte Einstellung des Strafverfahrens 
nicht, dass sich der Beschwerdeführer keines Vergehens schuldig gemacht 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Mai 2021, UV/20/368, Seite 30

hat. Es würde zu stossenden Rechtsungleichheiten führen, wenn Versicher-
te, die von Bestrafung befreit werden, nicht unter die Kürzungsregel fallen 
würden. Diese bezweckt wie erwähnt (E. 5.3.3 hiervor) den Schutz der 
Versicherung vor ungerechtfertigter Inanspruchnahme und hat nicht pöna-
len Charakter (vgl. BGE 129 V 354 E. 3.2 S. 358 f. mit Hinweisen).

5.4.3 Nach dem Gesagten erfolgte die ursprüngliche Rentenzusprechung 
mit Verfügung vom 7. November 2013 (act. IIA 164) ohne 20%ige Kürzung 
der Geldleistungen. Als rechtsfehlerhafte Verfügung ist sie zweifellos un-
richtig. Zudem ist die Korrektur von erheblicher Bedeutung. Mithin ist sie in 
Wiedererwägung zu ziehen (vgl. auch E. 5.2 hiervor). Art. 37 Abs. 3 UVG 
räumt kein Erschliessungsermessen in dem Sinn ein, dass der Unfallversi-
cherer frei darüber entscheiden könnte, ob eine Kürzung zu verfügen ist 
oder nicht (RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., 4. Aufl. 2012, S. 214). Bezüglich 
des Grades der Kürzung steht der Beschwerdegegnerin jedoch ein Ermes-
sen zu, in welches der Sozialversicherungsrichter nicht ohne triftigen Grund 
eingreifen soll. Die Kürzung von 20 % ist hier dem Verschulden des Be-
schwerdeführers angemessen (act. IIB 310/7 Ziff. 28) und es besteht kein 
Anlass in das Ermessen der Beschwerdegegnerin einzugreifen. Nicht zu 
beanstanden ist, dass die Kürzung mit Wirkung ex nunc et pro futuro ab 
1. Juni 2016 erfolgt; darüber kann die Beschwerdegegnerin ebenfalls er-
messensweise befinden (UELI KIESER, Kommentar zum ATSG, 4. Aufl. 
2020, Rz. 77 zu Art. 53 mit Hinweis auf BGE 110 V 291 E. 3c S. 295).

5.5 Der Höchstanspruch der ab 1. Juni 2016 zugesprochenen monatli-
chen UV-Rente beträgt Fr. 2'992.10 (act. IIB 310/6 Ziff. 18) und ist somit 
um 20 % zu kürzen, was Fr. 2'393.70 (Fr. 2'992.20 x 0.80) ergibt (vgl. 
act. IIB 310/8 Ziff. 29).

6.

6.1 Der Beschwerdeführer beantragt sodann die Ausrichtung einer Hilf-
losenentschädigung leichten Grades ab 1. Juni 2016, da er in den alltägli-
chen Lebensverrichtungen Aufstehen/Absitzen/Abliegen sowie bei der 
Fortbewegung im oder ausser Haus und der Pflege gesellschaftlicher Kon-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Mai 2021, UV/20/368, Seite 31

takte (Kontaktaufnahme) hilflos im Sinne des Gesetzes sei (Beschwerde S. 
19 f.).

6.2 Als hilflos gilt eine Person, die wegen der Beeinträchtigung der Ge-
sundheit für alltägliche Lebensverrichtungen dauernd der Hilfe Dritter oder 
der persönlichen Überwachung bedarf (Art. 9 ATSG). Bei Hilflosigkeit 
(Art. 9 ATSG) hat der Versicherte Anspruch auf eine Hilflosenentschädi-
gung (Art. 26 Abs. 1 UVG).

6.3 Gemäss Art. 38 Abs. 4 UVV gilt die Hilflosigkeit als leicht, wenn der 
Versicherte trotz der Abgabe von Hilfsmitteln in mindestens zwei alltägli-
chen Lebensverrichtungen regelmässig in erheblicher Weise auf die Hilfe 
Dritter angewiesen ist (lit. a) oder einer dauernden persönlichen Überwa-
chung bedarf (lit. b) oder einer durch das Gebrechen bedingten ständigen 
und besonders aufwendigen Pflege bedarf (lit. c) oder wegen einer schwe-
ren Sinnesschädigung oder eines schweren körperlichen Gebrechens nur 
dank regelmässiger und erheblicher Dienstleistungen Dritter gesellschaftli-
che Kontakte pflegen kann (lit. d).

Nach der herrschenden Praxis (BGE 133 V 450 E. 7.2 S. 463) sind die fol-
genden sechs alltäglichen Lebensverrichtungen relevant:

- Ankleiden, Auskleiden;

- Aufstehen, Absitzen, Abliegen;

- Essen;

- Körperpflege;

- Verrichtung der Notdurft;

- Fortbewegung (im oder ausser Haus), Kontaktaufnahme.

Bei Lebensverrichtungen, welche mehrere Teilfunktionen umfassen, ist 
nach der Rechtsprechung nicht verlangt, dass die versicherte Person bei 
der Mehrzahl dieser Teilfunktionen fremder Hilfe bedarf; vielmehr ist bloss 
erforderlich, dass sie bei einer dieser Teilfunktionen regelmässig in erhebli-
cher Weise auf direkte oder indirekte Dritthilfe angewiesen ist (BGE 121 V 
88 E. 3c S. 91). Gelegentliche Zwischenfälle der Hilfsbedürftigkeit können 
nicht zur Annahme einer Notwendigkeit regelmässiger Dritthilfe führen. Die 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Mai 2021, UV/20/368, Seite 32

Hilfe ist erst dann regelmässig, wenn sie die versicherte Person täglich 
oder eventuell (nicht voraussehbar) täglich benötigt (SVR 2017 IV Nr. 42 
S. 126 E. 5.3).

6.4 Mit Blick auf die schlüssigen Angaben im MEDAS-Gutachten vom 
5. September 2017 (act. IIB 237/17 Ziff. 2.9) benötigt der Beschwerdeführer 
für die obgenannten alltäglichen Lebensverrichtung Ankleiden/Auskleiden, 
Essen, Körperpflege, Verrichten der Notdurft keine direkte oder indirekte 
Hilfe Dritter.

Bezüglich Aufstehen, Absitzen, Abliegen ist dem MEDAS-Gutachten vom 
5. September 2017 zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer im Rollstuhl 
ist, wobei er sich in der Zwischenzeit ein Handbike mit Elektrounterstützung 
angeschafft habe. Er gehe ins Rollstuhlturnen, um Basketball zu spielen 
(act. IIB 237/15 Ziff. 2.2, 237/26 Ziff. 5.2). Er müsse gelegentlich aufstehen 
und könne weiterhin ca. 50 Meter mit Stöcken und mit Schiene gehen 
(act. IIB 237/15 Ziff. 2.3). Damit benötigt der Beschwerdeführer in dieser 
alltäglichen Lebensverrichtung nicht regelmässig in erheblicher Weise di-
rekte oder indirekte Dritthilfe.

Bei der Fortbewegung (im oder ausser Haus) und der Kontaktaufnahme ist 
gestützt auf das MEDAS-Gutachten vom 5. September 2017 zu bemerken, 
dass der Beschwerdeführer sich im Rollstuhl im und ausser Haus selbst-
ständig fortbewegen kann, somit nicht auf direkte oder indirekte Dritthilfe 
angewiesen ist, auch wenn er viel mehr Zeit als früher benötige, um den 
Rollstuhl in das Auto zu packen und mit dem Auto loszufahren (act. IIB 
237/15 Ziff. 2.3). 

6.5 Damit sind die Voraussetzungen für die Ausrichtung einer leichten 
Hilflosenentschädigung nicht erfüllt, ist der Beschwerdeführer doch nicht in 
mindestens zwei alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erhebli-
cher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen.

7.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Mai 2021, UV/20/368, Seite 33

7.1 Der Beschwerdeführer beanstandet weiter die Einstellung der Heil-
behandlungskosten per 31. März 2021; insbesondere beantragt er, die Be-
schwerdegegnerin sei zu verurteilen, dem Beschwerdeführer die Kosten 
der 14-täglichen Physiotherapie rückwirkend ab 1. Juni 2016 zu vergüten. 
Er begründet dies mit der Beurteilung der Ärzte der Rehaklinik I.________, 
wonach durch die Physiotherapie sein Gesundheitszustand vor wesentli-
cher Beeinträchtigung bewahrt werden könne (Beschwerde S. 21 f.). 

7.2 Gemäss Art. 21 Abs. 1 UVG werden nach der Festsetzung der Ren-
te dem Bezüger die Pflegeleistungen und Kostenvergütungen (Art. 10–13) 
gewährt, wenn er: an einer Berufskrankheit leidet (lit. a); unter einem Rück-
fall oder an Spätfolgen leidet und die Erwerbsfähigkeit durch medizinische 
Vorkehren wesentlich verbessert oder vor wesentlicher Beeinträchtigung 
bewahrt werden kann (lit. b); zur Erhaltung seiner verbleibenden Erwerbs-
fähigkeit dauernd der Behandlung und Pflege bedarf (lit. c); erwerbsunfähig 
ist und sein Gesundheitszustand durch medizinische Vorkehren wesentlich 
verbessert oder vor wesentlicher Beeinträchtigung bewahrt werden kann 
(lit. d). Sind die Voraussetzungen von Art. 21 Abs. 1 UVG nicht erfüllt, hat 
der Unfallversicherer keine Heilbehandlung mehr zu übernehmen; an seine 
Stelle tritt der obligatorische Krankenpflegeversicherer (BGE 140 V 130 
E. 2.2 S. 132; 134 V 109 E. 4.2 S. 115).

7.3

7.3.1 Im MEDAS-Gutachten vom 5. September 2017 führten die Experten 
zu weiteren medizinischen Massnahmen aus, die medikamentöse Behand-
lung mit Lyrica, Citalopram und Magnesium sei weiterhin notwendig, um die 
neuropathischen Schmerzen einzudämmen. Alle zwei Jahre solle eine kli-
nisch-neurologische und MR-tomographische Kontrolle erfolgen, am besten 
in der Rehaklinik I.________, um den Verlauf der Syrinx und der neurologi-
schen Symptome zu überwachen. Bei Verschlechterung wären weitere 
Behandlungsmassnahmen indiziert, allenfalls auch ein operatives Vorge-
hen. Selbstverständlich bedürfe der Beschwerdeführer weiterhin lebens-
länglich der notwendigen technischen Vorrichtungen (Rollstuhl, Schienen, 
Absatzerhöhungen, Kompressionsstrumpf, Unterarmgehstützen, Sitzer-
höhung). Eine Fortsetzung der Physiotherapie erscheine hingegen wie 
schon 2013 erläutert nicht indiziert, da dadurch keine Verbesserung der 

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Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Mai 2021, UV/20/368, Seite 34

Mobilität zu erwarten sei. Der Beschwerdeführer könne von sich aus 
selbstständig entsprechende Übungen durchführen und z.T. auch 
Schwimmen gehen, um den aktuellen Zustand zu erhalten (act. IIB 237/33 
Ziff. 6.1).

7.3.2 Im Bericht vom 9. November 2017 führte Dr. med. O.________, 
Fachärztin für Paraplegiologie, Rehaklinik I.________, aus, die ambulante 
Physiotherapie sei zur Instruktion und Kontrolle von Heimübungen für die 
oberen Extremitäten (Kräftigung, Schulterzentrierung) zur Vermeidung von 
Überlastungsbeschwerden im Rahmen der Rollstuhlmobilität, zur Tonusre-
gulation des linken Beines zur Vermeidung von progredienten Gelenksein-
schränkungen und als schmerzlindernde Massnahme weiterhin indiziert. 
Bei stabilem Verlauf sei eine Physiotherapiefrequenz alle 14 Tage (ca. drei 
Serien jährlich) mit Durchführung eines Heimprogrammes ausreichend. Die 
Erfahrungen zeigten, dass Patienten mit Syrinx oder Tethering von reizlin-
dernden Massnahmen physiotherapeutischer Art oder Craniosacraltherapie 
profitierten. Dies sei auch beim Beschwerdeführer der Fall. Nach der phy-
siotherapeutischen Behandlung berichte er über eine geringere Frequenz 
der einschiessenden Schmerzen und über einen verbesserten Nachtschlaf 
während einiger Tage (act. IIB 252). 

7.3.3 Im Bericht vom 10. März 2020 hielten die behandelnden Ärzte der 
Rehaklinik I.________ fest, seit Sistieren der ambulanten Physiotherapie 
sei eine tendenzielle Kraftabnahme der oberen und unteren Extremitäten 
sowie eine leichte Verschlechterung der Gelenksbeweglichkeit der unteren 
Extremitäten zu verzeichnen. Wie bereits bei der letzten Kontrolle erwähnt, 
sei zum langfristigen Erhalt der Mobilität eine physiotherapeutische Be-
handlung respektive ein regelmässiges Krafttraining unter Anbetracht der 
Altersinvolution dringend indiziert. Aufgrund der versicherungstechnischen 
Problematik hätten sie dem Patienten vorerst eine Serie ambulante Physio-
therapie mit Instruktion eines Eigentrainings ausgestellt. Bei weiterer Ver-
schlechterung sei eine physiotherapeutische Langzeitbehandlung jedoch 
unumgänglich (act. IIB 309/2).

7.4 Die MEDAS-Gutachter äusserten sich in aller Deutlichkeit über die 
Notwendigkeit weiterer Physiotherapie wie sie der Beschwerdeführer bean-
tragt. Die Ausführung, die Mobilität könne mit weiteren Physiotherapiebe-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Mai 2021, UV/20/368, Seite 35

handlungen nicht verbessert werden, ist nachvollziehbar und überzeugt. 
Der danach eingereichte Bericht der behandelnden Ärztin Dr. med. 
O.________ ändert nichts daran; sie geht zwar davon aus, dass sich die 
verbleibende Erwerbsfähigkeit beim Sistieren der ambulanten Physiothera-
pie verschlechtern würde. Den Gutachtern war jedoch bekannt, dass die 
Erwerbsfähigkeit vor allem wegen des neuropathischen Schmerzsyndroms 
eingeschränkt ist. Sie erachteten jedoch eher eine medikamentöse Be-
handlung als notwendig, um die neuropathischen Schmerzen einzudäm-
men (act. IIB 237/32 Ziff. 6.1). Zudem gingen die Gutachter davon aus, 
dass der Beschwerdeführer selbstständig (Heim)-Übungen durchführen 
könne (vgl. act. IIB 237/33 Ziff. 6.1). Die Beschwerdegegnerin hat die Phy-
siotherapieleistungen deshalb zu Recht eingestellt. Allfällig weitere durch-
zuführende Heilbehandlungen gemäss Art. 21 Abs. 1 lit. c UVG wurden per 
31. März 2021, d.h. mit Erreichen des 65. Altersjahrs, terminiert, wobei der 
Beschwerdeführer diesbezüglich keine konkreten Einwände vorbringt.

7.5 Der Beschwerdeführer bringt schliesslich vor, falls seiner Berech-
nung des rentenbegründenden Invaliditätsgrades, mithin der UV-Rente, 
einem Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung leichten Grades und einer 
Vergütung der Heilbehandlungen, namentlich der 14-täglichen Physiothe-
rapie, nicht gefolgt werden könne, so rechtfertige sich eine ergänzende 
Sachverhaltsabklärung. Diesem Vorbringen kann nicht gefolgt werden, ist 
doch der Sachverhalt nach dem oben Erwähnten rechtsgenüglich abgeklärt 
und es kann in antizipierter Beweiswürdigung auf weitere Beweismass-
nahmen verzichtet werden (vgl. BGE 144 V 361 E. 6.5 S. 368, 124 V 90 E. 
4b S. 94, 122 V 157 E. 1d S. 162; SVR 2019 IV Nr. 50 S. 163 E. 4).

7.6 Nach dem Dargelegten hat der Beschwerdeführer ab 1. Juni 2016 
(vgl. E. 3.4 hiervor) bei einem Invaliditätsgrad von gerundet 55 % (vgl. 
E. 4.6 hiervor) Anspruch auf eine UV-Rente, welche gestützt auf Art. 37 
Abs. 3 UVG um 20 % zu kürzen ist (vgl. E. 5.5 hiervor). Er hat zudem we-
der Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung leichten Grades (vgl. E. 6.5 
hiervor) noch auf Kostenübernahme der 14-täglichen Physiotherapie rück-
wirkend ab 1. Juni 2016. Allfällig weitere Heilbehandlungen im Sinne von 
Art. 21 Abs. 1 lit. c UVG werden von der Beschwerdegegnerin bis 31. März 
2021 übernommen (vgl. E. 7.4 hiervor). Damit erweist sich der angefochte-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Mai 2021, UV/20/368, Seite 36

ne Einspracheentscheid der Allianz vom 16. April 2020 (act. IIB 310), wel-
cher auf der Verfügung vom 7. Februar 2018 basiert (act. IIB 248), als rech-
tens und die Beschwerde ist abzuweisen.

8.

8.1 Gemäss Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. aArt. 61 lit. a ATSG in der bis 31. 
Dezember 2020 gültig gewesenen und hier anwendbaren Fassung (vgl. 
Art. 83 ATSG) ist das Verfahren für die Parteien kostenlos.

8.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der unterliegende Be-
schwerdeführer keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 1 Abs. 
1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG [Umkehrschluss]).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch wird eine Parteien-
tschädigung zugesprochen.

3. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- Allianz Suisse Versicherungs-Gesellschaft AG  
- Bundesamt für Gesundheit

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Mai 2021, UV/20/368, Seite 37

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.