# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7ea49e02-c9f9-5e1d-95c5-7e987946a845
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-04-04
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 04.04.2023 RR.2021.202
**Docket/Reference:** RR.2021.202
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_RR-2021-202_2023-04-04

## Full Text

Internationale Rechtshilfe in Strafsachen an Peru; Herausgabe zur Einziehung (Art. 74a IRSG);;Internationale Rechtshilfe in Strafsachen an Peru; Herausgabe zur Einziehung (Art. 74a IRSG);;Internationale Rechtshilfe in Strafsachen an Peru; Herausgabe zur Einziehung (Art. 74a IRSG);;Internationale Rechtshilfe in Strafsachen an Peru; Herausgabe zur Einziehung (Art. 74a IRSG)

Entscheid vom 4. April 2023 
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter 

Roy Garré, Vorsitz, 

Daniel Kipfer Fasciati und Miriam Forni, 

Gerichtsschreiberin Chantal Blättler Grivet Fojaja  

   
 

Parteien 

  

A. LTD., vertreten durch Rechtsanwalt Rodolphe Gau-

tier und/oder Rechtsanwalt Oliver Kunz, 

Beschwerdeführerin 

 

 gegen 

   

STAATSANWALTSCHAFT III DES KANTONS  

ZÜRICH, 

Beschwerdegegnerin 

 

Gegenstand  Internationale Rechtshilfe in Strafsachen an Peru 

 

Herausgabe zur Einziehung (Art. 74a IRSG) 

  

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: RR.2021.202 

 

 

 

- 2 - 

 

 

Sachverhalt: 

 

A. Mit Verfügung vom 16. Juni 2004 ordnete die damalige Bezirksanwalt-

schaft IV für den Kanton Zürich (nachfolgend «BAK IV»; heute Staatsanwalt-

schaft III des Kantons Zürich, nachfolgend «Staatsanwaltschaft III») unter 

der Verfahrensnummer REC 7/2004/422 gestützt auf ein Ersuchen der Fis-

calía penal Especializada en Delitos de Tráfico Ilícito de Drogues etc. in 

Lima/Peru vom 29. April 2004 provisorisch die Sperre der Kontobeziehung 

mit der Nr. 1, lautend auf die A. Ltd., bei der Bank B. in Zürich an (vgl. Ver-

fahrensakten BAK IV, Urk. 5 S. 1). Hintergrund des Ersuchens waren zwei 

Strafverfahren mit den Dossier-Nrn. 29-2002 und 7853-2022 gegen C. Ihm 

und weiteren Personen wurde vorgeworfen, illegale Kommissionsgelder an 

den ehemaligen Geheimdienstchef von Peru bezahlt zu haben, damit sie bei 

der Vergabe von Verträgen hinsichtlich Lieferung von Waffen und anderen 

Gerätschaften an die peruanischen Streitkräfte und die Nationalpolizei be-

vorzugt worden seien (vgl. Verfahrensakten BAK IV, Urk. 12 Ziff. I S. 1).  

 

 Nach Eingang des formellen Rechtshilfeersuchens der peruanischen Behör-

den vom 10. Mai 2004 wies die BAK IV mit Eintretens- und Zwischenverfü-

gung vom 29. Juli 2004 unter anderem die Bank B. an, das genannte Konto 

der A. Ltd. weiterhin gesperrt zu halten (Verfahrensakten BAK IV, Urk. 3-5). 

Mit Schlussverfügung vom 28. Oktober 2004 verfügte die BAK IV nebst an-

derem die Aufrechterhaltung der Kontosperre (Verfahrensakten BAK IV, 

Urk. 12). Die Schlussverfügung erwuchs in Rechtskraft, nachdem die dage-

gen von C. und der A. Ltd. erhobenen Rechtsmittel mit Beschluss des Ober-

gerichts des Kantons Zürich UK040179/U/ml vom 15. Januar 2005 und Urteil 

des Bundesgerichts 1A.43/2005 vom 19. August 2005 abgewiesen wurden 

(Verfahrensakten BAK IV, Urk. 19 und 30).  

 

 

B. Mit Schreiben vom 19. April 2021 übermittelten die peruanischen Behörden 

der Schweiz das Rechtshilfeersuchen der Primera Fiscalía Provincial Tran-

sitoria de Extinción de Dominio de Lima vom 19. Februar 2021, mit welchem 

um Herausgabe der obgenannten gesperrten Vermögenswerte bei der Bank 

B., lautend auf die A. Ltd., ersucht wurde. Das Rechtshilfeersuchen stützt 

sich auf zwei Einziehungsurteile Nr. 25 und Nr. 27 des Juzgado especiali-

zado de extinción de dominio con sede Lima y competencia territorial en los 

distritos judiciales de Lima (nachfolgend «Juzgado de Lima») vom 27. No-

vember 2020 und 10. Februar 2021 (Verfahrensakten Staatsanwaltschaft III, 

Urk. 1). Die A. Ltd. nahm mit Schreiben vom 16. August 2021 zum Rechts-

hilfeersuchen der peruanischen Behörden Stellung und beantragte die voll-

umfängliche Abweisung des Rechtshilfeersuchens sowie die Aufhebung der 

- 3 - 

 

 

Sperre des auf die A. Ltd. lautenden Kontos bei der Bank B. (Verfahrensak-

ten Staatsanwaltschaft III, Urk. 9).  

 

 

C. Mit Verfügung vom 18. August 2021 ordnete die Staatsanwaltschaft III die 

Herausgabe der sich auf dem Konto Nr. 1, lautend auf A. Ltd., bei der 

Bank B. in Zürich gesperrten Vermögenswerte in der Höhe von 

USD 8'488'919.18 (Wert per Dezember 2017) samt der bis zum Vollzug auf-

gelaufenen Zinsen, an den ersuchenden Staat Peru an (Verfahrensakten 

Staatsanwaltschaft III, Urk. 10 S. 14 ff.).  

 

 

D. Dagegen erhob die A. Ltd. mit Eingabe vom 22. September 2021 bei der 

Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts Beschwerde. Sie beantragt, 

die Verfügung der Staatsanwaltschaft III vom 18. August 2021 sei aufzuhe-

ben, das Ersuchen der peruanischen Behörden um Herausgabe der gesperr-

ten Vermögenswerte lautend auf die A. Ltd. bei der Bank B. sei abzuweisen 

und die Beschlagnahme von sämtlichen im Rahmen des vorliegenden Ver-

fahrens gesperrten Vermögenswerte sei mit sofortiger Wirkung aufzuheben 

(act. 1 S. 2).  

 

 

E. Das Bundesamt für Justiz (nachfolgend «BJ») und die Staatsanwaltschaft III 

beantragen je mit Beschwerdeantworten vom 13. bzw. 18. Oktober 2021 die 

Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei (act. 6 und 7). Die 

A. Ltd. hält in ihrer Replik vom 22. November 2021 an den in ihrer Be-

schwerde gestellten Anträgen fest (act. 10). Im Rahmen ihrer Duplikeinga-

ben vom 1. bzw. 2. Dezember 2021 teilen das BJ und die Staatsanwalt-

schaft III mit, dass sie an ihren Anträgen in den Beschwerdeantworten fest-

halten (act. 12 und 13, 13.1), was der A. Ltd. am 6. Dezember 2021 zur 

Kenntnis gebracht wurde (act. 14). Mit unaufgeforderter Eingabe vom 

17. Dezember 2021 nimmt die A. Ltd. zu den Ausführungen der Staatsan-

waltschaft III vom 2. Dezember 2021 Stellung (act. 15). Die Eingabe der 

A. Ltd. wurde dem BJ und der Staatsanwaltschaft III am 20. Dezember 2021 

zur Kenntnis gebracht (act. 16).   

 

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten 

wird, soweit erforderlich, in den rechtlichen Erwägungen Bezug genommen. 

 

 

  

- 4 - 

 

 

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 

 

1. 

1.1 Für die Rechtshilfe zwischen der Republik Peru und der Schweiz sind in ers-

ter Linie die Bestimmungen des Staatsvertrages vom 21. April 1997 zwi-

schen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Republik Peru über 

Rechtshilfe in Strafsachen (SR 0.351.964.1; nachfolgend «RV-PER»)     

massgeblich, der am 2. Dezember 1998 in Kraft getreten ist. Ausserdem ge-

langen vorliegend, soweit direkt anwendbar, das Übereinkommen vom 

17. Dezember 1997 über die Bekämpfung der Bestechung ausländischer 

Amtsträger im internationalen Geschäftsverkehr (OECD Anti-Korruptions-

Konvention; SR 0.311.21) sowie die Art. 43 ff. des Übereinkommens vom 

31. Oktober 2003 der Vereinten Nationen gegen Korruption (UNCAC; 

SR 0.311.56) zur Anwendung. 

 

1.2 Soweit diese Staatsverträge bestimmte Fragen nicht abschliessend regeln, 

gelangen das Bundesgesetz vom 20. März 1981 (Rechtshilfegesetz, IRSG; 

SR 351.1) und die Verordnung vom 24. Februar 1982 über internationale 

Rechtshilfe in Strafsachen (Rechtshilfeverordnung, IRSV; SR 351.11) zur 

Anwendung (Art. 1 Abs. 1 lit. b IRSG). Das innerstaatliche Recht gelangt 

nach dem Günstigkeitsprinzip auch dann zur Anwendung, wenn dieses ge-

ringere Anforderungen an die Rechtshilfe stellt (Art. 28 RV-PER; BGE 145 

IV 294 E. 2.1; 142 IV 250 E. 3; 140 IV 123 E. 2). Vorbehalten bleibt die Wah-

rung der Menschenrechte (BGE 145 IV 294 E. 2.1; 123 II 595 E. 7c; 

TPF 2016 65 E. 1.2).  

 

1.3 Auf Beschwerdeverfahren in internationalen Rechtshilfeangelegenheiten 

sind zudem die Bestimmungen des Bundesgesetzes vom 20. Dezem-

ber 1968 über das Verwaltungsverfahren (Verwaltungsverfahrensgesetz, 

VwVG; SR 172.021) anwendbar (Art. 39 Abs. 2 lit. b i.V.m. Art. 37 Abs. 2 

lit. a Ziff. 1 StBOG), wenn das IRSG nichts anderes bestimmt (siehe Art. 12 

Abs. 1 IRSG).  

 

 

2. 

2.1 Die Schlussverfügung der ausführenden kantonalen Behörde unterliegt der 

Beschwerde an die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts (Art. 80e 

Abs. 1 IRSG). Die entsprechende Beschwerdefrist beträgt 30 Tage 

(Art. 80k IRSG). Zur Beschwerdeführung ist berechtigt, wer persönlich und 

direkt von einer Rechtshilfemassnahme betroffen ist und ein schutzwürdiges 

Interesse an deren Aufhebung oder Änderung hat (Art. 80h lit. b IRSG). Als 

persönlich und direkt betroffen gilt im Falle der Herausgabe von 

- 5 - 

 

 

Kontoinformationen an den ersuchenden Staat der jeweilige Kontoinhaber 

(Art. 9a lit. a IRSV; Übersicht über die Rechtsprechung in BGE 137 IV 134 

E. 5; TPF 2010 47 E. 2.1; Urteil des Bundesgerichts 1C_126/2014 vom 

16. Mai 2014 E. 1.3). Beinhaltet die Rechtshilfemassnahme die Herausgabe 

von gesperrtem Kontovermögen an den ersuchenden Staat, ist der betref-

fende Kontoinhaber ebenfalls beschwerdelegitimiert (BGE 131 II 169 

E. 2.2.3 m.w.H.; Entscheid des Bundesstrafgerichts RR.2021.175 vom 

23. Mai 2022 E. 2.2.1). 

 

2.2 Vorliegend geht es um die rechtshilfeweise Herausgabe der Vermögens-

werte eines Kontos, das auf die Beschwerdeführerin lautet. Als Kontoinha-

berin ist die Beschwerdeführerin persönlich und direkt von der Rechtshilfe-

massnahme betroffen und folglich zur Beschwerdeführung berechtigt. 

 

2.3 Auf die im Übrigen form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist somit 

einzutreten. 

 

 

3. Zulässige Beschwerdegründe sind die Verletzung von Bundesrecht (inklu-

sive Staatsvertragsrecht), einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch 

des Ermessens sowie die unzulässige oder offensichtlich unrichtige Anwen-

dung ausländischen Rechts in den Fällen nach Art. 65 IRSG i.V. mit Art. 80i 

Abs. 1 IRSG. Die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts überprüft zu-

dem die Richtigkeit und die Vollständigkeit der Feststellung des rechtserheb-

lichen Sachverhalts sowie die Angemessenheit des angefochtenen Ent-

scheides gemäss Art. 49 lit. b und c VwVG i.V.m. Art. 39 Abs. 2 lit. b StBOG 

(TPF 2007 57 E. 3.2). 

 

Die Beschwerdekammer ist nicht an die Begehren der Parteien gebunden 

(Art. 25 Abs. 6 IRSG). Sie prüft die bei ihr erhobenen Rügen grundsätzlich 

mit freier Kognition. Sie ist aber nicht verpflichtet, nach weiteren der Gewäh-

rung der Rechtshilfe allenfalls entgegenstehenden Gründen zu forschen, die 

aus der Beschwerde nicht hervorgehen (BGE 132 II 81 E. 1.4; 130 II 337 

E. 1.4; Urteil des Bundesgerichts 1A.1/2009 vom 20. März 2009 E. 1.6; 

TPF 2011 97 E. 5). Ebenso wenig muss sich die urteilende Instanz mit allen 

Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzen. Sie kann sich auf die für 

ihren Entscheid wesentlichen Punkte beschränken, und es genügt, wenn die 

Behörde wenigstens kurz die Überlegungen nennt, von denen sie sich leiten 

liess und auf welche sich ihr Entscheid stützt (BGE 141 IV 249 E. 1.3.1; 139 

IV 179 E. 2.2; Urteil des Bundesgerichts 1A.59/2004 vom 16. Juli 2004 E. 5.2 

mit weiteren Hinweisen). 

 

- 6 - 

 

 

4. 

4.1 Zunächst ist auf die formelle Rüge der Beschwerdeführerin der Verletzung 

des rechtlichen Gehörs durch die Beschwerdegegnerin einzugehen. Die Be-

schwerdeführerin macht geltend, die Beschwerdegegnerin habe es unterlas-

sen oder sich gar geweigert, gewichtige Vorbringen der Beschwerdeführerin 

mit der angemessenen Sorgfalt und Ernsthaftigkeit zu prüfen. So sei sie auf 

die gerügte Verletzung des Ordre public, den Hinweis auf die Pflicht der er-

suchten Behörden, einen Einziehungsentscheid gemäss Art. 74a Abs. 3 

IRSG auf dessen EMRK-Konformität hin zu überprüfen sowie die allfällige 

Verletzung des Rechts auf wirksame Beschwerde überhaupt nicht eingegan-

gen. Auch auf die zentrale Rüge der Verletzung des in Art. 7 EMRK veran-

kerten Rückwirkungsverbotes sei die Beschwerdegegnerin nur mit wenigen 

Zeilen eingegangen und habe versucht, mit der fälschlichen Verweisung auf 

das in dieser Konstellation nicht anwendbare Vertrauensprinzip eine rechtli-

che Würdigung zu umgehen. Da gerade dieses Vorbringen für den Verfah-

rensausgang von entscheidender Bedeutung sei, wiege die Verletzung des 

Anspruchs auf angemessene Prüfung in diesem Zusammenhang umso 

schwerer. Die Beschwerdegegnerin habe ferner dem Rechtsvertreter der 

Beschwerdeführerin die Akteneinsicht verweigert. Er habe umfassende Ein-

sicht in die Rechtshilfeakten verlangt, wohingegen die Vorinstanz dem nur 

insofern entsprochen habe, als dass dem Rechtsvertreter der Beschwerde-

führerin die Möglichkeit eingeräumt wurde, vor Ort Einsicht in die Akten des 

Notifikationsverfahrens NOT 2004/171210027 zu nehmen. Hinsichtlich der 

relevanteren Akten des Rechtshilfeverfahrens REC 7/2004/422, in welchem 

die Vermögenssperre erwirkt worden sei, habe die Beschwerdegegnerin an-

geboten, ein IDG-Verfahren bei der Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zü-

rich einzuleiten. Ein solches Verfahren benötige jedoch Zeit, weshalb die Be-

schwerdeführerin keine Möglichkeit gehabt habe, die Akten innert der Be-

schwerdefrist zu erhalten, geschweige denn zu analysieren (act. 1 S. 53 ff.). 

 

4.2  

4.2.1 Im Bereich der internationalen Rechtshilfe wird der in Art. 29 Abs. 2 BV ver-

ankerte Anspruch auf rechtliches Gehör in Art. 80b IRSG und ergänzend in 

Art. 26 ff. VwVG (durch Verweis in Art. 12 Abs. 1 IRSG) konkretisiert (vgl. 

Urteil des Bundesgerichts 1A.57/2007 vom 24. September 2007, E. 2.1; 

TPF 2010 142 E. 2.1; TPF 2008 91 E. 3.2), welche sowohl in Verfahren vor 

den Bundesbehörden als auch vor kantonalen Behörden zur Anwendung ge-

langen (vgl. Entscheid des Bundesstrafgerichts RR.2016.60 vom 10. Au-

gust 2016, E. 4.2.1 m.w.H.). 

 

4.2.2 Der Anspruch auf rechtliches Gehör verlangt insbesondere, dass die Be-

hörde die Vorbringen des vom Entscheid in seiner Rechtsstellung 

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Betroffenen auch tatsächlich hört, prüft und in der Entscheidfindung berück-

sichtigt. Daraus folgt die Verpflichtung der Behörde, ihren Entscheid zu be-

gründen. Dabei ist es nicht erforderlich, dass sie sich mit allen Parteistand-

punkten einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen aus-

drücklich widerlegt. Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesent-

lichen Punkte beschränken. Die Begründung muss so abgefasst sein, dass 

sich der Betroffene über die Tragweite des Entscheids Rechenschaft geben 

und ihn in voller Kenntnis der Sache an die höhere Instanz weiterziehen kann 

(ZIMMERMANN, La coopération judiciaire internationale en matière pénale, 

5. Aufl. 2019, S. 525 ff., N. 486 ff.). In diesem Sinne müssen wenigstens kurz 

die Überlegungen genannt werden, von denen sich die Behörde hat leiten 

lassen und auf die sich ihr Entscheid stützt (vgl. zum Ganzen BGE 141 III 28 

E. 3.2.4; 139 V 496 E. 5.1; 138 I 232 E. 5.1; 126 I 97 E. 2b). Die Begrün-

dungspflicht ist nur dann verletzt, wenn die Behörde auf die für den Ausgang 

des Verfahrens wesentlichen Vorbringen selbst implizit nicht eingeht 

(BGE 133 III 235 E. 5.2; vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_906/2021 vom 

1. Juni 2022 E. 3.1 m.w.H.). Der vorliegend für die Begründungspflicht mass-

gebende Art. 35 Abs. 1 VwVG geht inhaltlich nicht über den verfassungs-

rechtlichen Anspruch hinaus (Urteil des Bundesgerichts 4A.633/2010 vom 

23. Mai 2011 E. 2.2; vgl. zum Ganzen zuletzt u.a. Entscheid des Bun-

desstrafgerichts RR.2016.84 vom 20. September 2016 E. 5.2; je m.w.H.). 

 

4.2.3 Art. 80b IRSG regelt sodann die Teilnahme am Rechtshilfeverfahren und die 

Akteneinsicht (vgl. BGE 127 II 104 E. 3b). Gemäss Art. 80b IRSG können 

die Berechtigten Einsicht in die Akten nehmen, soweit dies für die Wahrung 

ihrer Interessen notwendig ist. Berechtigt im Sinne von Art. 80b Abs. 1 IRSG 

ist, wer Parteistellung hat, mithin, wer im Sinne von Art. 80h lit. b IRSG be-

schwerdeberechtigt ist. Akteneinsicht ist zu gewähren, soweit diese notwen-

dig ist, um die Interessen des Berechtigten zu wahren, d.h. allein jene Akten 

sind offen zu legen, welche ihn direkt und persönlich betreffen. Ein darüber-

hinausgehender Anspruch auf Akteneinsicht besteht nicht, namentlich 

kann nicht Einsicht in Akten verlangt werden, auf welche sich die Behörde 

bei ihrem Entscheid nicht stützt. Folglich bezieht sich auch die Pflicht der 

Vorinstanz zur Herausgabe der Akten an die Beschwerdeinstanz (Art. 57 

Abs. 1 VwVG am Ende) nur auf jene Unterlagen, auf welche sich der ange-

fochtene Entscheid stützt (TPF 2010 142 E. 2.1; Entscheid des Bundesstraf-

gerichts RR.2016.148 vom 20. September 2016 E. 5; je m.w.H.). Gemäss 

bundesgerichtlicher Rechtsprechung besteht kein Recht auf Einsicht in ab-

geschlossene Rechtshilfeverfahren (BGE 136 IV 16 E. 2.4). Denn mit rechts-

kräftig gewordener Entscheidung erlischt sowohl das Anfechtungsrecht 

(Art. 80n Abs. 2 IRSG) als auch das Recht auf Zustellung der (vollstreckbar 

- 8 - 

 

 

gewordenen) Entscheidung (Art. 80m Abs. 2 IRSG; Entscheid des Bun-

desstrafgerichts RR.2018.172 vom 13. September 2018 E. 4.3). 

 

4.3  

4.3.1 Zum Vorwurf, die Beschwerdegegnerin sei ihrer Begründungspflicht nicht 

nachgekommen, ist zunächst festzuhalten, dass sich die Beschwerdegegne-

rin in der angefochtenen Verfügung über mehrere Seiten zur Rechtmässig-

keit der Herausgabe der auf der Kontobeziehung Nr. 1 bei der Bank B. in 

Zürich liegenden Vermögenswerte an die ersuchende Behörde geäussert 

hat. Sie ist dabei zum Schluss gekommen, dass die formellen Voraussetzun-

gen (Zuständigkeit der ersuchenden Behörde und Rechtskräftigkeit des Ein-

ziehungsurteils Nr. 25 vom 27. November 2020, welcher Grundlage des pe-

ruanischen Einziehungsbegehrens bilde) erfüllt seien. Darüber hinaus hat 

sich die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung zu den von 

der Beschwerdeführerin in ihren Stellungnahmen vom 23. Dezember 2020 

und 16. August 2021 erhobenen Rügen, das peruanische Verfahren gegen 

C. in Peru verletze grundlegende Verfahrensgarantien, geäussert. Sie legte 

in diesem Zusammenhang dar, weshalb sich die Beschwerdeführerin ihrer 

Ansicht nach nicht auf Art. 2 lit. a IRSG berufen könne. Auch setzte sich die 

Beschwerdegegnerin mit den von der Beschwerdeführerin erhobenen Vor-

würfen, wonach dieser im peruanischen Verfahren das rechtliche Gehör 

nicht gewährt worden sei, und die im Rechtshilfeersuchen erwähnten straf-

baren Handlungen allesamt verjährt seien, auseinander. Schliesslich legte 

die Beschwerdegegnerin dar, weshalb aus ihrer Sicht die Kontosperre ver-

hältnismässig sei und eine Verletzung durch die peruanischen Behörden we-

der des Beschleunigungsgebotes noch des strafrechtlichen Rückwirkungs-

verbotes vorlägen. Wie bereits erwähnt, war die Beschwerdegegnerin nicht 

verpflichtet, sich mit jeder tatbeständlichen Behauptung und jedem rechtli-

chen Einwand auseinanderzusetzen; sie durfte sich vielmehr auf die für den 

Entscheid wesentlichen Gerichtspunkte beschränkten (vgl. supra E. 4.2.2). 

Vor diesem Hintergrund ist die Begründung der angefochtenen Verfügung 

nicht zu beanstanden. Die 60 Seiten umfassende Beschwerde zeigt denn 

auch auf, dass die angefochtene Verfügung eine substanziierte Anfechtung 

ohne Weiteres ermöglichte. Eine andere Frage ist, ob die Begründung in der 

angefochtenen Verfügung inhaltlich zu überzeugen vermag. Dies ist jedoch 

nicht eine Frage des rechtlichen Gehörs, sondern der materiellen Überprü-

fung des Anfechtungsgegenstandes.   

 

4.3.2 Mit Bezug auf die geltend gemachte Rüge, wonach die Beschwerdegegnerin 

der Beschwerdeführerin das Recht auf Akteneinsicht nur teilweise gewährt 

habe, ist Folgendes zu bemerken: Aktenkundig ist, dass der Beschwerde-

führerin am 5. Dezember 2009, 8. Dezember 2020, 12. Januar und 

- 9 - 

 

 

15. Juni 2021 die Schlussverfügung im Verfahren REC 7/2004/422 der vor-

maligen BAK IV vom 28. Oktober 2004, eine Verfahrensstandsanfrage der 

Beschwerdegegnerin an das BJ vom 24. September 2020, ein Übermitt-

lungsschreiben des BJ vom 2. Dezember 2020 (inkl. eines Schreibens der 

peruanischen Behörden), ein Schreiben der Beschwerdegegnerin an das BJ 

vom 12. Januar 2021 sowie das peruanische Rechtshilfeersuchen vom 

19. Februar 2021 (vgl. supra lit. B) zugestellt worden sind (Verfahrensakten 

Staatsanwaltschaft III, Urk. 6). Damit hat die Beschwerdeführerin grundsätz-

lich sämtliche Akten erhalten, auf die in der angefochtenen Verfügung Bezug 

genommen worden ist. Etwas Anderes wird auch von der Beschwerdeführe-

rin nicht geltend gemacht. Einen darüber hinausgehenden Anspruch auf Ak-

teneinsicht hat die Beschwerdeführerin – wie dargelegt (supra E. 4.2.3) – 

nicht. Die Beschwerdeführerin hat sodann von vornherein keinen Anspruch 

auf Einsicht in die Akten betreffend das abgeschlossene Rechtshilfeverfah-

ren REC 7/2004/422 (vgl. BGE 136 IV 16 E. 2.4). Denn mit rechtskräftig ge-

wordener Entscheidung erlischt sowohl das Anfechtungsrecht (Art. 80n 

Abs. 2 IRSG) als auch das Recht auf Zustellung der (vollstreckbar geworde-

nen) Entscheidung (Art. 80m Abs. 2 IRSG; vgl. supra E. 4.2.3). Damit be-

steht diesfalls grundsätzlich auch kein Interesse mehr, die Verfahrensakten 

einzusehen (vgl. Entscheid des Bundesstrafgerichts RR.2018.172 vom 

13. September 2018 E. 4.2). Mit Bezug auf die Akten des Notifikationsver-

fahrens NOT 2004/171210027 führt die Beschwerdeführerin selber aus, 

dass ihr die Beschwerdegegnerin die Gelegenheit eingeräumt habe, diese in 

den Räumlichkeiten der Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich einzuse-

hen (vgl. Verfahrensakten Staatsanwaltschaft III, Urk. 14). Damit hat die Be-

schwerdegegnerin das Akteneinsichtsrecht der Beschwerdeführerin ge-

wahrt; ein weitergehender Anspruch, wie beispielsweise auf Zustellung der 

Akten, ergibt sich auch nicht aus Art. 29 BV (BGE 120 IV 242 E. 2.a).  

 

 Zusammenfassend erweist sich die Rüge der Verletzung des rechtlichen Ge-

hörs als unbegründet. Die Beschwerde ist in diesem Punkt abzuweisen.  

 

 

5. 

5.1 Nach Art. 51 UNCAC ist die Rückgabe von Vermögenswerten ein wesentli-

cher Grundsatz dieses Übereinkommens. Die Massnahmen zur Wiederer-

langung von Vermögensgegenständen durch Einziehung richten sich nach 

dem innerstaatlichen Recht der jeweiligen Vertragsstaaten (Art. 54 f. UN-

CAC).  

 

5.2 Gemäss Art. 74a IRSG können Vermögenswerte, die zu Sicherungszwecken 

beschlagnahmt wurden, der zuständigen ausländischen Behörde auf 

- 10 - 

 

 

Ersuchen am Ende des Rechtshilfeverfahrens zur Einziehung herausgege-

ben werden (Abs. 1). Vermögenswerte nach Absatz 1 umfassen unter ande-

rem den Erlös aus einer strafbaren Handlung, deren Ersatzwert und einen 

unrechtmässigen Vorteil (Abs. 2 lit. b). Nach der Rechtsprechung erfordert 

Art. 74a Abs. 2 lit. b IRSG einen Konnex zwischen der strafbaren Handlung 

und den beschlagnahmten Vermögenswerten. Dieser ist gegeben, wenn die 

strafbare Handlung die wesentliche und adäquate Ursache der Vermögens-

werte darstellt. Zwischen der strafbaren Handlung und der Erlangung der 

Vermögenswerte muss ein Kausalzusammenhang bestehen. Die Erlangung 

der Vermögenswerte muss die unmittelbare Folge der strafbaren Handlung 

darstellen (BGE 129 II 453 E. 4.1 m.w.H.; vgl. zum Ganzen Urteil des Bun-

desgerichts 1C_513/2010 vom 11. März 2011 E. 3.3). 

 

5.3 Die Herausgabe kann in jedem Stadium des ausländischen Verfahrens er-

folgen, in der Regel gestützt auf einen rechtskräftigen und vollstreckbaren 

Entscheid des ersuchenden Staates (Art. 74a Abs. 3 IRSG). Dabei genügt 

auch ein selbständiger, rechtskräftiger Einziehungsentscheid analog zu 

Art. 376 StPO (AEPLI, Basler Kommentar, 2015, N. 41 zu Art. 74a IRSG). Die 

Regelungsabsicht des Gesetzgebers zielt darauf ab, eine Kontrolle darüber 

zu ermöglichen, dass die Einziehung oder Rückgabe von Vermögenswerten 

an den Geschädigten aufgrund eines gerichtlichen Verfahrens erfolgt, das 

den in der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreihei-

ten vom 4. November 1950 (EMRK; SR 0.101) und im Internationalen Pakt 

vom 16. Dezember 1966 über bürgerliche und politische Rechte (UNO-Pakt 

II; SR 0.103.2) festgelegten Verfahrensgrundsätzen entspricht und der aus-

ländische Entscheid weder dem schweizerischen ordre public noch den in-

ternational gewährleisteten Menschenrechten widerspricht; ausgeschlossen 

ist dagegen eine inhaltliche Kontrolle, d.h. eine Kontrolle der Begründetheit 

des ausländischen Entscheids (BGE 123 II 595 E. 4e), sofern dieser nicht 

vorweg als offensichtlich unzutreffend erscheint (BGE 131 II 169 E. 6 m.w.H. 

= Pra 95 [2006] Nr. 35; vgl. TPF 2015 81 E. 4.1.2; Entscheid des Bun-

desstrafgerichts RR.2020.285 vom 11. Juni 2021 E. 8.2). 

 

 

6. 

6.1 Gegen die angeordnete Herausgabe der gesperrten Vermögenswerte macht 

die Beschwerdeführerin in einem ersten Punkt in verschiedener Hinsicht eine 

Verletzung von Art. 2 lit. a IRSG geltend. Das peruanische Einziehungsver-

fahren verstosse in eklatanter Weise gegen verschiedene Mindeststandards 

der EMRK und des UNO-Pakts II. Insbesondere seien der Anspruch der Be-

schwerdeführerin auf rechtliches Gehör gemäss Art. 6 Abs. 1 EMRK sowie 

das Recht auf Orientierung und der Anspruch auf ein billiges Verfahren nach 

- 11 - 

 

 

Art. 14 UNO-Pakt II verletzt. Die peruanischen Behörden hätten die Be-

schwerdeführerin nicht über das Verfahren der selbstständigen Einziehung 

orientiert, weshalb sie ihre Mitwirkungsrechte nicht habe wahrnehmen kön-

nen, obwohl sie dieses Verfahren aufgrund ihrer Eigenschaft als Kontoinha-

berin in ihrem Eigentumsrecht betroffen habe. Darüber hinaus verstosse der 

Einziehungsentscheid Nr. 25 der peruanischen Behörden gegen das in Art. 7 

Abs. 1 Satz 1 EMRK verankerte Rückwirkungsverbot. Das dem Entscheid 

Nr. 25 zugrundeliegende Gesetzesdekret 1373 sei erst über ein Jahrzehnt 

nach den vermeintlichen Taten von C. in Kraft getreten. Zum Zeitpunkt der 

relevanten Ereignisse habe keine gesetzliche Grundlage existiert, nach wel-

cher die Beschlagnahme und Einziehung von Vermögenswerten ohne Ver-

urteilung rechtmässig gewesen wäre. Die Anwendung des Gesetzesdekrets 

1373 im Entscheid Nr. 25 stelle klarerweise eine rückwirkende Anwendung 

eines Gesetzes auf einen über 20 Jahre zurückliegenden Sachverhalt dar 

(act. 1 S. 4 und 24 ff.).  

 

6.2  

6.2.1 Gemäss Art. 2 lit. a IRSG wird einem Ersuchen um Zusammenarbeit in Straf-

sachen nicht entsprochen, wenn Gründe für die Annahme bestehen, dass 

das Verfahren im Ausland den in der EMRK oder im UNO-Pakt II festgeleg-

ten Verfahrensgrundsätzen nicht entspricht. Ist der ersuchende Staat – wie 

vorliegend – nicht Vertragsstaat der EMRK, ist grundsätzlich auf den UNO-

Pakt II abzustellen, sofern dieser einen der EMRK zumindest gleichwertigen 

Schutz gewährleistet (BGE 123 II E. 7d).  

 

Mit Art. 2 IRSG soll vermieden werden, dass die Schweiz durch Leistung von 

Rechtshilfe im Rahmen der internationalen Zusammenarbeit die Durchfüh-

rung solcher Verfahren in Strafsachen unterstützt, in welchen den verfolgten 

Personen die ihnen in einem demokratischen Rechtsstaat zustehenden und 

insbesondere die völkerrechtlich normierten Minimalgarantien – hier die Ver-

fahrensgarantien des UNO-Pakts II – nicht gewährt werden oder welche den 

internationalen Ordre public verletzen (vgl. BGE 111 Ib 138 ff., BGE 109 Ib 

64 ff., BGE 108 Ib 408 ff., ferner Urteil des Bundesgerichts A.156/1987 vom 

1. Juli 1987 E. 7a). Aus dieser Zielsetzung ergibt sich, dass einzelne Verfah-

rensverstösse im ausländischen Untersuchungsverfahren für sich allein nicht 

genügen, um die Rechtshilfe auszuschliessen; es ist in erster Linie Aufgabe 

der Rechtsmittelinstanzen des ersuchenden Staates, solche Verfahrensfeh-

ler zu korrigieren und sicherzustellen, dass dem Beschuldigten trotzdem ein 

faires Strafverfahren garantiert wird (Urteil des Bundesgerichts 1A.278/1997 

vom 19. Februar 1998 E. 6b). Der Ausschluss der Rechtshilfe rechtfertigt 

sich nur, wenn das ausländische Strafverfahren insgesamt die i.c. durch den 

UNO-Pakt II umschriebenen Minimalgarantien nicht erfüllt.  

- 12 - 

 

 

6.2.2 Nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichts können sich 

grundsätzlich nur Personen auf Art. 2 IRSG berufen, deren Auslieferung an 

einen anderen Staat oder deren Überweisung an einen internationalen Ge-

richtshof beantragt wurde. Geht es um die Herausgabe von Beweismitteln, 

kann sich nur der Beschuldigte auf Art. 2 IRSG berufen, der sich auf dem 

Gebiet des ersuchenden Staates aufhält, sofern er geltend machen kann, 

konkret der Gefahr einer Verletzung seiner Verfahrensrechte ausgesetzt zu 

sein. Dagegen können sich juristische Personen im allgemeinen bzw. natür-

liche Personen, welche sich im Ausland aufhalten oder sich auf dem Gebiet 

des ersuchenden Staates befinden, ohne dort einer Gefahr ausgesetzt zu 

sein, grundsätzlich nicht auf Art. 2 IRSG berufen (BGE 130 II 217 E. 8.2 

m.w.H.; Urteile des Bundesgerichts 1C_103/2009 vom 6. April 2009 E. 2; 

1C_70/2009 vom 17. April 2009 E. 1.2; 1A.43/2007 vom 24. Juli 2007 E. 3.2; 

1A.212/2000 vom 19. September 2000 E. 3a/cc). Nach der Rechtsprechung 

der Beschwerdekammer kann sich auch eine juristische Person auf Art. 2 

IRSG berufen, wenn sie selbst im ausländischen Strafverfahren beschuldigt 

ist. Ihre Rügemöglichkeit beschränkt sich dabei naturgemäss aber auf die 

Verletzung des Rechts auf ein faires Verfahren nach Art. 6 EMRK und Art. 14 

UNO-Pakt II (TPF 2016 138 E. 4.2 und 4.3; Entscheid des Bundesstrafge-

richts RR.2017.130 vom 25. Oktober 2017 E. 5.2.2).  

 

Werden Vermögenswerte an den ersuchenden Staat herausgegeben, erhält 

dieser darauf direkten Zugriff, weshalb die Eigentumsgarantie (Art. 26 Abs. 1 

BV) betroffen ist. Deshalb ist gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung 

bei der Einziehung von Vermögenswerten dem Betroffenen die Befugnis zu-

zuerkennen, sich auf Art. 2 IRSG zu berufen; dies auch dann, wenn er sich 

nicht im ersuchenden Staat aufhält (Urteil des Bundesgerichts 1A.53/2007 

vom 11. Februar 2008 E. 4.3; Entscheide des Bundesstrafgerichts 

RR.2018.348 und RR.2018.349 je vom 15. Oktober 2019 E. 7.2). Die Beru-

fung auf Mängel des ausländischen Verfahrens bleibt indes insoweit ver-

wehrt, als der Betroffene im ersuchenden Staat auf Rechtsbehelfe verzich-

tete, mit denen er Mängel des dortigen Verfahrens hätte rügen können (Ur-

teile des Bundesgerichts 1C_397/2017 vom 7. August 2017 E. 1.2; 

1C_431/2008 vom 22. Januar 2009 E. 4.3; Entscheide des Bundesstrafge-

richts RR.2017.306 vom 8. März 2018 E. 5.3.2; RR.2017.30 vom 13. Juli 

2017 E. 5.2). 

 

6.3 Die Beschwerdeführerin hat ihren Sitz nicht in Peru und war unbestrittener-

massen im peruanischen Strafverfahren nicht Beschuldigte. Wie vorstehend 

ausgeführt, kann sich nach der Rechtsprechung allerdings die von der Ver-

mögensherausgabe betroffene Person auf Art. 2 IRSG berufen. Dies hat –

entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin – grundsätzlich auch für 

- 13 - 

 

 

juristische Personen und damit auch für die Beschwerdeführerin zu gelten 

(Entscheid des Bundesstrafgerichts RR.2017.306 vom 8. März 2018 E. 5.4).  

 

6.4  

6.4.1 In der Sache selbst ist zunächst festzuhalten, dass gemäss Praxis des Bun-

desgerichts zu den rechtsstaatlichen Mindestanforderungen im Sinne von 

Art. 2 lit. a IRSG, denen ein ausländisches Einziehungsurteil genügen muss, 

der Anspruch des Kontoinhabers auf rechtliches Gehör zählt (BGE 145 IV 

99 E. 3.3; 123 II 595 E. 5c/bb; Urteile des Bundesgerichts 1C_393/2018 vom 

14. Dezember 2018 E. 3.3; 1A.53/2007 vom 11. Februar 2008 E. 4.3). Dabei 

hat insbesondere auch die formelle Inhaberin der einzuziehenden Vermö-

genswerte Anspruch auf rechtliches Gehör und zwar auch dann, wenn es 

sich bei ihr um eine juristische Konstruktion zur Verdeckung der wahren In-

haberschaft an den Vermögenswerten handelt (BGE 123 II 595 E. 5c/bb).  

 

6.4.2 Die Beschwerdeführerin hatte spätestens seit dem Rechtshilfeverfahren 

REC 7/2004/422 in der Schweiz im Jahre 2004 Kenntnis von der rechtshilfe-

weise erfolgten Beschlagnahme ihrer Vermögenswerte und damit auch vom 

peruanischen Strafverfahren. Die Beschwerdeführerin hat sich eigenen An-

gaben zufolge und soweit ersichtlich im peruanischen Strafverfahren nie ein-

gebracht. Wenn sie nun im vorliegenden Beschwerdeverfahren geltend 

macht, sie sei von den peruanischen Behörden zu keinem Zeitpunkt ord-

nungsgemäss in das Verfahren einbezogen worden (act. 1 S. 25), weshalb 

es ihr nicht erlaubt gewesen sei, nachzuweisen, dass die beschlagnahmten 

Vermögenswerte rechtmässigen Ursprungs gewesen seien oder etwelche 

sonstige Einreden zu erheben, ist ein solches Verhalten widersprüchlich. Der 

Beschwerdeführerin war seit über 17 Jahren bekannt, dass in Peru ein Straf-

verfahren hängig war und in diesem Zusammenhang rechtshilfeweise ihre 

Vermögenswerte in der Schweiz im Hinblick auf eine spätere Einziehung ge-

sperrt worden waren (vgl. Beschluss des Obergerichts des Kantons Zürich 

UK040179/U/ml vom 15. Januar 2005 E. 2.c = Verfahrensakten BAK IV, 

Urk. 19; Urteil des Bundesgerichts 1A.43/2005 vom 19. August 2005 E. 6.2 

= Verfahrensakten BAK IV, Urk. 30). Sie musste daher damit rechnen, dass 

das beschlagnahmte Vermögen Gegenstand eines Einziehungsverfahrens 

werden könnte. Trotzdem blieb sie beinahe zwei Jahrzehnte untätig. Sie soll 

erst Ende Juli 2021, als sie vom vorliegenden Rechtshilfeverfahren betref-

fend Einziehung der Vermögenswerte Kenntnis erhalten habe, erstmals ein 

Rechtsmittel in Peru, ergriffen haben, und zwar eine sog. Amparo-Be-

schwerde an das peruanischen Verfassungsgericht gegen sämtliche Ent-

scheide des Einziehungsverfahrens. Weshalb die Beschwerdeführerin nicht 

bereits zu einem viel früheren Zeitpunkt in Peru die Aufhebung der Vermö-

gensbeschlagnahme oder zumindest Akteneinsicht in das peruanische 

- 14 - 

 

 

Verfahren verlangt hat, erschliesst sich nicht. Peru hat den UNO-Pakt II rati-

fiziert. Die Beschwerdeführerin hätte daher grundsätzlich die Möglichkeit ge-

habt, die gerügte Verletzung ihrer Mitwirkungs- und Verteidigungsrechte im 

peruanischen Verfahren geltend zu machen, Akteneinsicht zu verlangen und 

einen Verteidiger ihrer Wahl zu bestellen. Sie macht nicht geltend, sie hätte 

in Peru entsprechende Anträge gestellt, welche von den peruanischen Be-

hörden in Verletzung von Art. 14 UNO-Pakt II abgelehnt worden seien. Ihr 

Vorgehen, im schweizerischen Rechtshilfeverfahren nun geltend zu machen, 

ihr sei im peruanischen Verfahren das rechtliche Gehör nicht eingeräumt und 

insbesondere der Einziehungsentscheid nicht eröffnet worden, verdient un-

ter diesen Umständen keinen Rechtsschutz. Hinzu kommt, dass die Be-

schwerdeführerin eigenen Angaben zufolge und wie bereits ausgeführt ge-

gen die Einziehungsentscheide Beschwerde ans peruanische Verfassungs-

gericht erhoben habe. Gemäss Ausführungen der Beschwerdeführerin er-

mögliche die Amparo-Beschwerde die Überprüfung eines Entscheides auf 

dessen Verfassungskonformität (act. 1 S. 48 f.). Allfällige Verletzungen der 

Verteidigungsrechte der Beschwerdeführerin im peruanischen Einziehungs-

verfahren sollten daher im Rahmen der angeblich erhobenen Amparo-Be-

schwerde geltend gemacht werden können. Damit bestehen gerade keine 

Anhaltspunkte für die Annahme, dass diesbezüglich in Peru kein wirksamer 

Rechtsschutz gegeben ist. 

 

6.4.3 Es gilt sodann zu prüfen, ob und inwieweit das angerufene Rückwirkungs-

verbot nach Art. 15 UNO-Pakt II im Rahmen des selbständigen Einziehungs-

verfahren überhaupt Anwendung findet. Gemäss der genannten Bestim-

mung darf niemand wegen einer Handlung oder Unterlassung verurteilt wer-

den, die zur Zeit ihrer Begehung nach inländischem oder nach internationa-

lem Recht nicht strafbar war. Ebenso darf keine schwerere Strafe als die im 

Zeitpunkt der Begehung der strafbaren Handlung angedrohte Strafe ver-

hängt werden. Wird nach Begehung einer strafbaren Handlung durch Gesetz 

eine mildere Strafe eingeführt, so ist das mildere Gesetz anzuwenden 

(Art. 15 Abs. 1 UNO-Pakt II). Das in Art. 15 UNO-Pakt II statuierte Rückwir-

kungsverbot setzt dem Wortlaut der genannten Bestimmung zufolge das 

Vorliegen einer «Strafe» voraus. Wird die Rechtsprechung zum inhaltlich 

gleichlautenden Art. 7 EMRK herangezogen, so kann auch die Einziehung 

von Erlösen aus Straftaten Strafcharakter haben, wenn sie mit einer Vermu-

tung verbunden ist, dass alle Vermögenswerte des Täters innerhalb einer 

längeren Zeitspanne als aus den Taten erlangt gelten, der Richter bei der 

Festsetzung der Höhe der einzuziehenden Vermögenswerte das Verschul-

den des Täters berücksichtigen und für den Fall der Nichtzahlung eine Frei-

heitsstrafe angeordnet werden kann (Urteil des EGMR vom 9. Februar 1995 

i.S. Welch gegen Vereinigtes Königreich, Nr. 17440/90, Ziff. 12, 33 f.). Das 

- 15 - 

 

 

selbstständige Einziehungsverfahren der Extinción de Dominio nach perua-

nischem Recht bezweckt gemäss den Ausführungen der ersuchenden Be-

hörde die Bekämpfung der organisierten Kriminalität und ermöglicht die Ein-

ziehung von Vermögenswerten, die Objekt, Instrument, Ertrag oder Gewinn 

aus einer rechtswidrigen Handlung darstellen. Die Einführung der Extinción 

de Dominio erfolgte in Lichte des Beitritts Perus zu diversen völkerrechtli-

chen Übereinkommen der Vereinten Nationen zur Bekämpfung des Betäu-

bungsmittelhandels, der transnationalen organisierten Kriminalität und der 

Korruption. Das Verfahren beruht auf dem Grundsatz, dass Eigentumsrechte 

nur auf rechtmässige Weise erworben werden können und auch nur auf 

rechtmässige Weise verwendet werden dürfen. Die Extinción de Dominio ist 

unabhängig vom strafrechtlichen Verfahren und setzt keinen Schuldspruch 

voraus (Verfahrensakten  Staatsanwaltschaft III, Urk. 1 S. 3 und 11). Daraus 

folgt, dass die im Einziehungsentscheid Nr. 25 angeordnete Einziehung der 

Vermögenswerte der Beschwerdeführerin gerade keine Strafe ist und eine 

Berufung auf Art. 15 Abs. 1 UNO-Pakt II von vornherein fehl geht.  

 

 

7. 

7.1 Die Beschwerdeführerin moniert in einem weiteren Punkt, dass sämtliche 

Entscheide des peruanischen Einziehungsverfahren infolge der am 

27. Juli 2021 bei den Verfassungsrichtern des Oberen Justizgerichts von 

Lima gegen die Einziehungsentscheide erhobenen Amparo-Beschwerde 

nicht rechtskräftig seien. Eine allfällige Gutheissung der Beschwerde 

führe dazu, dass die Einziehungsentscheide Nr. 25 und Nr. 27 sowie das 

Rechtshilfeersuchen als verfassungswidrig und deshalb nichtig bzw. unwirk-

sam erklärt würden. In diesem Fall würde das Rechtshilfeersuchen die 

Grundvoraussetzung von Art. 74a Abs. 3 IRSG nicht erfüllen, da kein rechts-

kräftiger und vollstreckbarer Einziehungsentscheid vorläge (act. 1 S. 48 ff.). 

 

7.2 Zunächst ist festzuhalten, dass gemäss den peruanischen Behörden der 

Einziehungsentscheid Nr. 25 vom 27. November 2020 am 10. Februar 2021 

in Rechtskraft erwachsen ist (vgl. Entscheid Nr. 27 vom 10. Februar 2021; 

Verfahrensakten Staatsanwaltschaft III, Urk. 1). Selbst wenn dies nicht zu-

treffen sollte bzw. der am 27. Juli 2021 erhobenen Amparo-Beschwerde ge-

gen die Einziehungsentscheide Nr. 25 und 27 die aufschiebende Wirkung 

zukäme (vgl. dazu auch nachfolgend E. 10.2), mit dem Ergebnis, dass die 

Einziehungsentscheide nicht in Rechtskraft erwachsen wären, schlösse dies 

die Herausgabe der beschlagnahmten Vermögenswerte an die peruani-

schen Behörden nicht aus. Die Herausgabe von Vermögenswerten an den 

ersuchenden Staat erfolgt gemäss Art. 74a Abs. 3 IRSG «in der Regel» ge-

stützt auf einen rechtskräftigen und vollstreckbaren Entscheid. 

- 16 - 

 

 

Ausnahmsweise kann daher die Herausgabe bereits vorher erfolgen; dies 

dann, wenn die deliktische Herkunft der Vermögenswerte offensichtlich ist 

(BGE 131 II 169 E. 6; 123 II 595 E. 4; Urteil des Bundesgerichts 1A.53/2007 

vom 11. Februar 2008 E. 5; Entscheide des Bundesstrafgerichts 

RR.2007.183 vom 21. Februar 2008 E. 2.1; RR.2007.207 vom 6. Novem-

ber 2008 E. 2.3). Wie nachfolgend zu zeigen sein wird, ist im vorliegenden 

Fall die deliktische Herkunft der Vermögenswerte ohne Weiteres zu bejahen. 

Damit könnte ausnahmsweise auf das Erfordernis eines rechtskräftigen und 

vollstreckbaren Einziehungsentscheides verzichtet werden.  

 

 

8. 

8.1 Die Beschwerdeführerin bestreitet, dass die beschlagnahmten Gelder den 

Erlös einer strafbaren Handlung gemäss Art. 74a IRSG darstellen. In den 

beiden Strafverfahren gegen C. Nr. 29-2002 und Nr. 7853-2000 sei die pe-

ruanische Staatsanwaltschaft nicht in der Lage gewesen, glaubhaft nachzu-

weisen, dass die Vermögenswerte auf den Konten der Beschwerdeführerin 

tatsächlich aus kriminellen Handlungen stammen würden. Ein «paper trail» 

bzw. eine illegale Herkunft der gesperrten Vermögenswerte seien auch aus 

den beizuziehenden Bankunterlagen, die vor geraumer Zeit rechtshilfeweise 

an Peru herausgegeben worden seien, nicht ansatzbar zu erkennen. So ba-

siere der angebliche Nachweis eines Zusammenhangs der Gelder mit den 

angeblichen Delikten im Entscheid Nr. 25 auf Zeugenaussagen von verurtei-

len, angeblichen Mittätern sowie selbständig ernannten «Experten» von 

NGOs. Es widerspreche der Unschuldsvermutung, wenn aufgrund von Ver-

urteilungen von Dritten (wie jene der Herren D. und E.) automatisch auf die 

Schuld von C. geschlossen werde, wie es im Entscheid Nr. 25 zumindest 

implizit gemacht werde. Der genannte Entscheid verschweige ferner, dass 

ein anderer «Mitverschwörer» F. vollumfänglich freigesprochen worden sei. 

Durch Weglassen dieser entscheidenden Tatsache hätten die peruanischen 

Behörden versucht, den Anschein zu erwecken, alle vermeintlichen Mittäter 

seien ihrer Strafe zugeführt worden, während einzig C. aufgrund seiner 

«Flucht» nicht habe verurteilt werden können. Es sei sodann erstellt, dass 

dem peruanischen Staat kein Schaden erwachsen sei, weil die Kampfflug-

zeuge nachgewiesenermassen zu einem angemessenen Preis erworben 

worden seien (act. 1 S. 38 ff.).  

 

8.2  

8.2.1 Wenn die Herausgabe gestützt auf ein im ersuchenden Staat ergangenes 

rechtskräftiges und vollstreckbares Urteil verlangt wird, muss die Frage, ob 

die beanspruchten Gegenstände oder Vermögenswerte aus einer strafbaren 

Handlung stammen, als entschieden betrachtet werden, wie auch jene, ob 

- 17 - 

 

 

die Gegenstände oder Vermögenswerte einzuziehen oder zurückzuerstatten 

sind (BGE 123 II 595 E. 4e). Dies gilt zumindest dann, wenn das Urteil nicht 

vorweg als offensichtlich unzutreffend erscheint (BGE 131 II 169 E. 6 m.w.H. 

= Pra 95 [2006] Nr. 35; Urteil des Bundesgerichts 1C_513/2010 vom 

11. März 2011 E. 5.4.3/5.5; TPF 2015 81 E. 4.1.2; vgl. supra E. 5.3). 

 

8.2.2 Das Juzgado de Lima erwägt in seinem Entscheid vom 27. November 2020 

Folgendes: Das vorliegende selbständige Einziehungsverfahren stehe in di-

rektem Zusammenhang mit den in Peru gegen C. geführten Strafverfahren 

mit den Dossier-Nummern 29-2002 sowie 7853-2002. Beide Strafverfahren 

hätten den Erwerb von je 18 Kampfflugzeugen der Typen «[…]» und «[…]» 

zu überteuerten Preisen durch den peruanischen Staat bzw. die Entgegen-

nahme von Korruptionszahlungen im Zusammenhang mit dem Erwerb der 

genannten Kampfflugzeuge zum Gegenstand. Die von der Primera Fiscalia 

Provincial eingereichten Beweismittel, nämlich Zeugenaussagen von Mitbe-

schuldigten, Urkundenbeweise und bereits ergangene Urteile gegen die Mit-

beschuldigten E., D. und G. hätten die Entrichtung von Kommissionszahlun-

gen im Zusammenhang mit dem Erwerb der genannten Kampfflugzeuge so-

wie das Korruptionsschema im Umfeld von H. bestätigt. Darüber hinaus sei 

aufgrund der Ermittlungsergebnisse erstellt, dass im Zusammenhang mit 

dem Kauf der fraglichen Kampfflugzeuge eine kriminelle Vereinigung unter 

der Mitwirkung von C. gebildet worden sei, die das Ziel verfolgt habe, aus 

dem Kauf der betreffenden Flugzeuge Kommissionszahlungen zu generie-

ren, die zu gewissen Teilen in schwarze Kassen für die Wiederwahl von I. 

und zu anderen Teilen zwecks unrechtmässiger Bereicherung an diverse 

Beteiligte ebendieser kriminellen Vereinigung hätten fliessen sollen. Die Fi-

nanzanalyse habe klar belegen können, dass Vermögenswerte des staatli-

chen Gemeinwesens von Peru über verschiedene Kontobeziehungen in Pa-

nama, die faktisch alle C. zuzurechnen seien, in der Folge auf die Kontobe-

ziehung der Beschwerdeführerin bei der Bank B. abgeflossen seien. Konkret 

habe das peruanische Verteidigungsministerium seit April 1996 neun Über-

weisungen auf ein Konto der J. Ltd. bei der panamaischen Bank K. vorge-

nommen, wobei es sich um illegale Kommissionen für C. und dessen Kom-

plizen gehandelt habe. Vom Konto der J. Ltd. sei ein Betrag von USD 5 Mio. 

an ein weiteres panamaisches Bankkonto überwiesen worden, an wel-

chem C. berechtigt gewesen sei. Von diesem Konto aus sei der Betrag von 

USD 4 Mio. an ein anderes panamaisches Konto der Gesellschaft L., woran 

ebenfalls C. berechtigt gewesen sei, weitertransferiert worden. Die Gesell-

schaft L. habe schliesslich ein Darlehen über denselben Betrag, d.h. über 

USD 4 Mio. aufgenommen. Das geliehene Geld habe C., zum einen Teil in 

US-Dollar und zum anderen in Euro, an das streitgegenständliche Schweizer 

Konto, deren Kontoinhaberin die Beschwerdeführerin ist, überwiesen. In der 

- 18 - 

 

 

Folge habe C. unter anderem in Wertschriften investiert, wobei die beschlag-

nahmten Vermögenswerte im Umfang von über USD 8 Mio. einer Rechnung 

entsprechen würden, die von den peruanischen Behörden im Jahre 2017 

vorgenommen worden sei. Dabei seien die Gewinne aus Investitionen, Zin-

sen und Dividenden berücksichtigt worden. Daher handle es sich bei den 

beschlagnahmten Geldern im gesamten Umfang um Vermögenswerte delik-

tischer Herkunft (Verfahrensakten Staatsanwaltschaft III, Urk. 1 S. 7 ff. und 

S. 28 ff., Übersetzung S. 33 ff. und S. 84 ff.).  

 

8.2.3 Anhaltspunkte, die den Einziehungsentscheid Nr. 25 vorweg als offensicht-

lich unzutreffend erscheinen lassen, bestehen nicht. Die im genannten Ein-

ziehungsentscheid enthaltene Feststellung, dass Teile der unberechtigten 

Kommissionszahlungen aus dem Kauf der Kampfflugzeuge auf das Konto 

der Beschwerdeführerin bei der Bank B. geflossen sind, ist für die schweize-

rischen Behörden demnach verbindlich. Insbesondere hat die ersuchende 

Behörde dargelegt, dass mit der mutmasslich erhaltenen Kommissionszah-

lung von USD 5 Mio. Investitionen in Wertschriften getätigt worden und zwi-

schenzeitlich Zinsen aufgelaufen sind, weshalb sie daher davon ausgeht, 

dass die beschlagnahmten Vermögenswerte im Umfang von 

USD 8'488'919.18 deliktischer Herkunft sind und daher gemäss Art. 74a 

Abs. 1 i.V.m. Abs. 2 lit. b IRSG an den ersuchenden Staat zur Einziehung 

herausgegeben werden können. Daran ändert auch nichts, dass C. nicht ver-

urteilt worden ist, handelt es sich doch beim vorliegenden Einziehungsver-

fahren um ein selbständiges und unabhängiges Verfahren, das keinen 

Schuldspruch voraussetzt (vgl. supra E. 6.4.3). Soweit die Beschwerdefüh-

rerin die illegale Herkunft der Gelder auf dem beschlagnahmten Konto be-

streitet und den Vorwurf der Verletzung der Unschuldsvermutung erhebt, da 

im Einziehungsentscheid implizit auf die Schuld von C. geschlossen werde, 

zielen diese Vorbringen auf eine unzulässige inhaltliche Nachprüfung des 

peruanischen Einziehungsentscheides ab (statt vieler zur Thematik der un-

zulässigen Gegendarstellung der Entscheid des Bundesstrafgerichts 

RR.2012.175 vom 7. März 2013 E. 7.3). Zudem wurden Fragen bezüglich 

des genügenden Sachverhalts (strafbare Handlung) und der doppelten Straf-

barkeit im Laufe des langen Verfahrens bereits geprüft und (rechtskräftig) 

entschieden (vgl. supra lit. A). Gänzlich ohne Belang im vorliegenden Einzie-

hungsverfahren ist schliesslich die Angemessenheit des Kaufpreises der 

Kampfflugzeuge im Beschaffungsverfahren. Gemäss dem Einziehungsent-

scheid Nr. 25 rühren die herauszugebenden Vermögenswerte aus illegalen 

Kommissionszahlungen, welche C. zum Schaden des peruanischen Staates 

empfangen haben soll. 

 

8.3 Die Beschwerde erweist sich somit auch in diesem Punkt als unbegründet. 

- 19 - 

 

 

9. 

9.1 Die Beschwerdeführerin bringt ferner vor, die C. vorgeworfenen Taten seien 

sowohl nach schweizerischem wie auch peruanischem Recht verjährt (act. 1 

S. 45 ff.). 

 

9.2 Gemäss Art. 5 Abs. 1 lit. c IRSG wird einem Ersuchen nicht entsprochen, 

wenn seine Ausführung Zwangsmassnahmen erfordert und die Strafverfol-

gung oder die Vollstreckung nach schweizerischem Recht wegen absoluter 

Verjährung ausgeschlossen wäre. Massgeblich ist damit, wie es sich hin-

sichtlich der Verjährung verhielte, wenn die Tat in der Schweiz verübt worden 

wäre. Art. 5 Abs. 1 lit. c IRSG will nach seinem Sinn und Zweck in einem 

schweizerischen Rechtshilfeverfahren Zwangsmassnahmen ausschliessen, 

wenn sie – wäre die Tat in der Schweiz verübt worden – auch in einem hie-

sigen Strafverfahren wegen Verjährung nicht mehr möglich wären (vgl. 

BGE 137 IV 25 E. 4.4.3.1; 116 Ib 452 E. 4).  

 

9.3 Im  RV-PER wird die Verjährung als Ausschlussgrund nicht erwähnt. Damit 

ist die Verjährung des Straf- oder des Einziehungsanspruchs nach dem 

Recht des ersuchten Staates unbeachtlich. Grundsätzlich hat die ersuchte 

Behörde auch die Verjährung nach dem Recht des ersuchenden Staates 

nicht zu prüfen; nur falls feststeht, dass die blockierten Vermögenswerte we-

gen Eintritts der Verjährung im ersuchenden Staat nicht mehr eingezogen 

oder zurückerstattet werden können, so besteht keine Rechtfertigung mehr 

für eine vorsorgliche Kontensperre (Urteil des Bundesgerichts 1A.27/2006 

vom 18. August 2006 E. 2.3). Vorliegend steht – entgegen der Ansicht der 

Beschwerdeführerin – gerade nicht fest, dass die blockierten Vermögens-

werte in Peru nicht mehr eingezogen werden könnten. Die Verjährung ist 

damit nach dem Gesagten nicht zu prüfen. 

 

9.4 Demzufolge geht auch diese Rüge der Beschwerdeführerin fehl. 

 

 

10. 

10.1 Die Beschwerdeführerin moniert eine Verletzung des Beschleunigungsgebo-

tes, da seit dem ersten Ermittlungsverfahren gegen C. über 20 Jahre ver-

gangen seien und die Vermögensbeschlagnahme seit über 17 Jahren be-

stehe. In diesem Zusammenhang sieht sie auch eine Verletzung des Ver-

hältnismässigkeitsprinzips in zeitlicher Hinsicht (act. 1 S. 5 und 50 ff.; 55 ff.). 

 

10.2 Die Beschwerdeführerin verkennt, dass die Dauer der Beschlagnahme bzw. 

das Verhältnismässigkeitsprinzip nicht (mehr) Gegenstand des vorliegenden 

Verfahrens sind, nachdem nun ein Einziehungsentscheid des Juzgado de 

- 20 - 

 

 

Lima vom 27. November 2020, welcher am 10. Februar 2021 rechtskräftig 

geworden sei, vorliegt. Zwar macht die Beschwerdeführerin geltend, am 

21. Juli 2021 eine Amparo-Beschwerde gegen sämtliche Einziehungsent-

scheide erhoben zu haben, dabei handelt es sich jedoch um einen ausser-

ordentlichen Rechtsbehelf (TSCHENTSCHER/LEHNER, Das Amparo-Verfahren 

im Verhältnis zur Individualverfassungsbeschwerde, in Häberle [Hrsg.], Jahr-

buch des öffentlichen Rechts der Gegenwart, Neue Folge/Band 62, 2014, 

S. 647 ff.). Als ordentliches Rechtsmittel gegen einen Einziehungsentscheid 

sieht das peruanische Dekret Nr. 1373 in dessen Artikel 32.1 einzig die Be-

rufung («recurso de apelación») vor, der denn auch gemäss der genannten 

Bestimmung die aufschiebende Wirkung zukommt. Dass gegen die Einzie-

hungsentscheide Nr. 25 und 27 die Berufung erhoben worden wäre, wird 

aber weder geltend gemacht noch ergibt sich Derartiges aus den Akten.  

 

10.3. Die Beschwerde erweist sich somit auch in diesem Punkt als unbegründet. 

 

10.4 Der in diesem Zusammenhang gestellte Antrag um Sistierung des Be-

schwerdeverfahrens bis zum Abschluss des peruanischen Amparo-Be-

schwerdeverfahrens ist damit ohne Weiteres abzuweisen.  

 

 

11. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die in der angefochtenen Schluss-

verfügung angeordnete Herausgabe der gesperrten Vermögenswerte der 

Beschwerdeführerin an die peruanischen Behörden rechtmässig ist. Andere 

Hindernisse, welche der zu gewährenden Rechtshilfe entgegenstünden, 

werden weder geltend gemacht noch sind solche ersichtlich. Die Be-

schwerde ist damit vollumfänglich abzuweisen.  

 

 

12. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten der Beschwer-

deführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die Gerichtsgebühr ist auf 

insgesamt Fr. 7'000.-- festzusetzen (vgl. Art. 63 Abs. 4 lit. b und 5 VwVG 

i.V.m. Art. 73 StBOG sowie Art. 5 und 8 Abs. 3 lit. b des Reglements des 

Bundesstrafgerichts vom 31. August 2010 über die Kosten, Gebühren und 

Entschädigungen in Bundesstrafverfahren [BStKR; SR 173.713.162]), unter 

Anrechnung des geleisteten Kostenvorschusses in gleicher Höhe. 

- 21 - 

 

 

Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 

 

1. Der Antrag auf Sistierung des vorliegenden Beschwerdeverfahrens wird ab-

gewiesen.  

 

2. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 

3. Die Gerichtsgebühr von Fr. 7'000.-- wird der Beschwerdeführerin auferlegt, 

unter Anrechnung des geleisteten Kostenvorschusses in gleicher Höhe.   

 

 

Bellinzona, 4. April 2023 

 

Im Namen der Beschwerdekammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:  

 

 

 

 

 

 

 

Zustellung an 

 

- Rechtsanwalt Rodolphe Gautier 

- Rechtsanwalt Oliver Kunz 

- Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich 

- Bundesamt für Justiz, Fachbereich Rechtshilfe 

 

 

 

 

 

Rechtsmittelbelehrung 

Gegen Entscheide auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen kann innert zehn 
Tagen nach der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim Bundesgericht Beschwerde 
eingereicht werden (Art. 100 Abs. 1 und 2 lit. b BGG). Eingaben müssen spätestens am letzten Tag 
der Frist beim Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen Post oder 
einer schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Vertretung übergeben werden (Art. 48 
Abs. 1 BGG). Im Falle der elektronischen Einreichung ist für die Wahrung einer Frist der Zeitpunkt 
massgebend, in dem die Quittung ausgestellt wird, die bestätigt, dass alle Schritte abgeschlossen 
sind, die auf der Seite der Partei für die Übermittlung notwendig sind (Art. 48 Abs. 2 BGG). 
 

- 22 - 

 

 

Gegen einen Entscheid auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen ist die 
Beschwerde nur zulässig, wenn er eine Auslieferung, eine Beschlagnahme, eine Herausgabe von 
Gegenständen oder Vermögenswerten oder eine Übermittlung von Informationen aus dem 
Geheimbereich betrifft und es sich um einen besonders bedeutenden Fall handelt (Art. 84 Abs. 1 
BGG). Ein besonders bedeutender Fall liegt insbesondere vor, wenn Gründe für die Annahme 
bestehen, dass elementare Verfahrensgrundsätze verletzt worden sind oder das Verfahren im 
Ausland schwere Mängel aufweist (Art. 84 Abs. 2 BGG).