# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fe2bbcb9-7ed9-5a3d-9902-918df5773d53
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-01-10
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsrekurskommission 10.01.2013 IV-2012/99
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VWEK_001_IV-2012-99_2013-01-10.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV-2012/99

Stelle: Verwaltungsrekurskommission

Rubrik: Verkehr

Publikationsdatum: 10.01.2013

Entscheiddatum: 10.01.2013

Entscheid Verwaltungsrekurskommission, 10.01.2013
Art. 14 Abs. 2 lit. d, Art. 16d Abs. 1 lit. a, b und c SVG (SR 741.01), Art. 11 Abs. 
1 lit. a und b VZV (SR 741.51). Die in Art. 11b Abs. 1 lit. a und b VZV 
getroffene Unterscheidung bezweckt nicht, nur entweder eine 
verkehrsmedizinische oder eine verkehrspsychologische Untersuchung 
zuzulassen. Da gestützt auf das verkehrsmedizinische Gutachten ein 
chronischer Alkoholkonsum zu verneinen ist, ist aufgrund der verschiedenen 
Vorfälle mittels verkehrspsychologischen Gutachtens abzuklären, ob die 
Fahreignung allenfalls aus charakterlichen Gründen abzusprechen ist, weil 
die betroffene Person nicht fähig ist, Trinken und Fahren zu 
trennen(Verwaltungsrekurskommission, Abteilung IV, 10. Januar 2013, 
IV-2012/99).

Präsident Urs Gmünder, Mitglieder Urs Früh und Beat Fritsche; Gerichtsschreiberin 

Louise Blanc Gähwiler

 

X, Rekurrent,

vertreten durch Dr.iur. Jakob Rhyner, Rechtsanwalt, St. Gallerstrasse 46, Postfach 945, 

9471 Buchs,

gegen

Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt, Abteilung Administrativmassnahmen, 

Moosbruggstrasse 11, 9001 St. Gallen, Vorinstanz,

betreffend

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Zwischenverfügung (verkehrspsychologische Untersuchung)

 

Sachverhalt:

A.- X besitzt den Führerausweis der Kategorie B seit 1981. Wegen Fahrens in 

angetrunkenem Zustand, begangen am 18. März 2007 mit einer 

Blutalkoholkonzentration von mindestens 1,26 und höchstens 1,62 Gew.-‰ (Mittelwert 

1,44 Gew.-‰) und am 12. Mai 2008 mit einer nach einer Atemluftprobe umgerechneten 

Blutalkoholkonzentration von 0,55 Gew.-‰, war er ihm für die Dauer von drei Monaten 

vom 18. März bis 17. Juni 2007 und von einem Monat vom 14. Juli bis 13. August 2008 

entzogen.

B.- Am Sonntag, 20. November 2011, wurde X um 1.05 Uhr von der Kantonspolizei St. 

Gallen anlässlich einer Verkehrskontrolle in A als Lenker seines Personenwagens 

Toyota Avensis mit dem amtlichen Kennzeichen SG 000'000 angehalten. Da die wegen 

Alkoholmundgeruchs durchgeführten Atemlufttests eine Alkoholkonzentration von 

1,68 Gew.-‰ bzw. 1,65 Gew.-‰ ergaben, wurde ihm der Führerausweis 

abgenommen. Die Analyse der anschliessend abgenommenen Blutprobe ergab für den 

Ereigniszeitpunkt eine Blutalkoholkonzentration zwischen 2,09 Gew.-‰ und 

2,61 Gew.-‰ (Mittelwert: 2,35 Gew.-‰). Mit Strafbefehl vom 15. Dezember 2011 

verurteilte ihn das Untersuchungsamt B wegen Fahrens in angetrunkenem Zustand mit 

einer qualifizierten Blutalkoholkonzentration zu einer Geldstrafe von 160 Tagessätzen 

zu je Fr. 200.--, bedingt aufgeschoben mit einer Probezeit von vier Jahren, und zu einer 

Busse von Fr. 4'500.--.

C.- Am 2. Dezember 2011 eröffnete das Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt des 

Kantons St. Gallen gegen X ein Verfahren zur Abklärung der Fahreignung und entzog 

ihm den Führerausweis vorsorglich. Einen gegen die am 12. Januar 2012 angeordnete 

verkehrsmedizinische Untersuchung erhobenen Rekurs wies die 

Verwaltungsrekurskommission mit Entscheid vom 26. April 2012 ab (VRKE IV-2012/7). 

Die spezialärztliche Untersuchung wurde am 4. Juni 2012 an der 

verkehrsmedizinischen Abteilung des Instituts für Rechtsmedizin des Kantonsspitals 

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St. Gallen durchgeführt. Im Gutachten vom 10. Juli 2012 wird festgestellt, die 

Fahreignung könne aus verkehrsmedizinischer Sicht wegen einer verkehrsrelevanten 

Alkoholproblematik mit der Unfähigkeit, Trinken und Fahren zu trennen, nicht 

befürwortet werden. Aufgrund der mangelnden Offenheit könne eine 

Alkoholabhängigkeit (gemäss ICD-10) nicht ausgeschlossen werden, weshalb X mehr 

als jede andere Person gefährdet sei, ein Motorfahrzeug in angetrunkenem Zustand zu 

lenken. Falls er mit einer mindestens sechsmonatigen, fachtherapeutisch betreuten und 

kontrollierten Alkoholabstinenz nicht einverstanden sei, sei zur Frage der 

Einsichtsfähigkeit und damit der charakterlichen Fahreignung eine 

verkehrspsychologische Untersuchung anzuordnen.

Am 16. Juli 2012 sandte das Strassenverkehrsamt X das verkehrsmedizinische 

Gutachten zu und stellte einen Führerausweisentzug auf unbestimmte Zeit in Aussicht. 

Nachdem sein Rechtsvertreter dazu Stellung genommen hatte, wurde er mit 

Zwischenverfügung vom 28. August 2012 zu einer verkehrspsychologischen 

Untersuchung aufgeboten.

D.- Gegen diese Verfügung erhob X mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 

11. September 2012 Rekurs bei der Verwaltungsrekurskommission mit dem Antrag, 

unter Kosten- und Entschädigungsfolge sei die angefochtene Verfügung aufzuheben 

und stattdessen ein Warnungsentzug im üblichen Rahmen auszusprechen. Die innert 

Frist nachgereichte Rekursbegründung datiert vom 15. Oktober 2012. Die Vorinstanz 

verzichtete am 29. Oktober 2012 auf eine Vernehmlassung.

Auf die Ausführungen in der Rekursbegründung wird, soweit erforderlich, in den 

Erwägungen eingegangen.

 

Erwägungen:

1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die 

Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur 

Rekurserhebung ist gegeben. Der Rekurs vom 11. September 2012 ist rechtzeitig 

eingereicht worden. Er erfüllt zusammen mit der Ergänzung vom 15. Oktober 2012 in 

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formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen (Art. 41 lit. g , 45, 

47 und 48 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, abgekürzt: 

VRP). Auf den Rekurs ist einzutreten.

2.- Im Rekursverfahren ist umstritten, ob die Vorinstanz zu Recht an der Fahreignung 

des Rekurrenten zweifelte und zusätzlich zum verkehrsmedizinischen Gutachten vom 

10. Juli 2012 aufgrund von Art. 11b Abs. 1 lit. b der Verordnung über die Zulassung von 

Personen und Fahrzeugen zum Strassenverkehr (SR 741.51, abgekürzt: VZV) eine 

verkehrspsychologische Untersuchung anordnete.

a) Der Rekurrent macht geltend, die verkehrsmedizinische Begutachtung vom 10. Juli 

2012 habe weder eine verkehrsrelevante Alkoholproblematik noch eine erhöhte 

Suchtgefährdung ergeben. Die Blutwerte bewegten sich durchwegs im 

Toleranzbereich, die Urinuntersuchung sei negativ und die Resultate der Haaranalyse 

sprächen für einen Alkoholkonsum im sozialen (also erlaubten) Rahmen. Zudem hätten 

die Fremdauskünfte keinen vermehrten Alkoholkonsum ergeben und die körperlichen 

Befunde seien rein genetischer Natur. Der gewöhnliche Alkoholkonsum im sozialen 

Rahmen könne trotz der drei Verfehlungen unmöglich als charakterlichen Mangel 

interpretiert werden. Begründete Anhaltspunkte, dass sich der Rekurrent im 

Strassenverkehr rücksichtslos verhalten werde, lägen nicht vor. Der Vorfall von 2008 

mit 0,55 Gew.-‰ wäre überdies vor nicht allzu langer Zeit gar nicht strafbar gewesen. 

Ausserdem gäben die persönlichen Umstände des Rekurrenten, familiär wie beruflich, 

zu keinen negativen Bemerkungen Anlass. Er sei seit 27 Jahren Betriebsleiter, seit 1976 

verheiratet und vierfacher Familienvater. Diese durchwegs positiven und bedeutsamen 

persönlichen Parameter liessen keinesfalls auf einen (auch nur wahrscheinlichen) 

Charaktermangel schliessen. Die gerade in den letzten Monaten gemachten 

Erfahrungen und auch das Wissen, dass sich bei einem erneuten Vorfall eine andere 

Beurteilung aufdrängen würde und dann wohl ein Sicherungsentzug nicht mehr zu 

umgehen wäre, berechtigten zur Erwartungshaltung, dass der Rekurrent inskünftig 

nicht mehr straffällig und sich als Lenker im Verkehr rücksichtsvoll verhalten werde.

b) aa) Als Diagnose aufgrund der medizinischen Begutachtung kommt neben einer 

Alkoholabhängigkeit im medizinischen Sinn auch ein die Fahreignung ebenfalls 

ausschliessender verkehrsrelevanter Alkoholmissbrauch in Frage. Letzterer liegt vor, 

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wenn das Führen von Motorfahrzeugen und ein die Fahreignung beeinträchtigender 

Alkoholkonsum nicht hinreichend sicher getrennt werden können oder zu erwarten ist, 

dass die untersuchte Person zukünftig ein Motorfahrzeug unter Alkoholeinfluss lenken 

wird oder als Folge eines unkontrollierten Alkoholkonsums Beeinträchtigungen 

vorliegen, die das sichere Führen eines Motorfahrzeuges in Frage stellen. Die 

Beurteilung der Fahreignung bei Alkoholproblemen beruht folglich nicht ausschliesslich 

auf einem Suchtnachweis, sondern berücksichtigt auch die übrigen gesetzlich 

festgelegten Anforderungen. Die Fahreignung ist – insbesondere nach bereits erfolgter 

Trunkenheitsfahrt – auch ohne Vorliegen einer Suchterkrankung (gemäss ICD-10) 

abzulehnen, falls Verhaltens- und Charakterauffälligkeiten (vgl. Art. 14 Abs. 2 lit. d und 

Art. 16d Abs. 1 lit. c des Strassenverkehrsgesetzes; SR 741.01, abgekürzt: SVG) zu 

einer erhöhten Gefahr des erneuten Fahrens in angetrunkenem Zustand führen. In 

einzelnen Fällen kann eine verkehrspsychologische Beurteilung als Zusatzabklärung bei 

der Begutachtung hilfreich sein (vgl. R. Seeger, Alkohol und Fahreignung, in: Handbuch 

der verkehrsmedizinischen Begutachtung, Bern 2005, S. 26).

bb) Gemäss Art. 16d Abs. 1 lit. c SVG wird der Führerausweis auf unbestimmte Zeit 

entzogen, wenn der Fahrzeugführer aufgrund seines bisherigen Verhaltens nicht 

Gewähr bietet, dass er künftig beim Führen eines Motorfahrzeuges die Vorschriften 

beachten und auf Mitmenschen Rücksicht nehmen wird. Anzeichen hierfür bestehen, 

wenn Charaktermerkmale des Betroffenen, die für die Eignung im Verkehr erheblich 

sind, darauf hindeuten, dass er als Lenker eine Gefahr für den Verkehr darstellt. Für 

den Sicherungsentzug aus charakterlichen Gründen ist die schlechte Prognose über 

das Verhalten als Motorfahrzeugführer massgebend. Die Behörden dürfen gestützt 

hierauf den Ausweis verweigern oder entziehen, wenn hinreichend begründete 

Anhaltspunkte vorliegen, dass der Betroffene rücksichtslos fahren wird. Bezugspunkt 

der Beurteilung ist einzig die Verkehrssicherheit. Diejenigen Personen sollen nicht 

zugelassen werden, von denen anzunehmen ist, dass sie aufgrund ihrer 

Persönlichkeitsstruktur eine besondere Gefahr für die anderen Verkehrsteilnehmer 

darstellen. Die Frage ist anhand der Vorkommnisse und der persönlichen Umstände zu 

beurteilen; in Zweifelsfällen ist ein verkehrspsychologisches oder psychiatrisches 

Gutachten anzuordnen (BGE 1C_98/2007 vom 13. September 2007, E. 4.1; Leitfaden 

der Expertengruppe Verkehrssicherheit, Verdachtsgründe fehlender Fahreignung, 

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Massnahmen, Wiederherstellung der Fahreignung, 26. April 2000, nachfolgend: 

Leitfaden, S. 6).

cc) Da die Gründe mangelnder Eignung, wie sie in Art. 16d Abs. 1 SVG aufgezählt 

werden, teilweise in den Grenzbereich der Medizin und der Psychologie fallen, kann es 

angezeigt sein, zusätzlich zu einer verkehrsmedizinischen eine verkehrspsychologische 

Begutachtung anzuordnen. Eine solche Untersuchung hat in der Regel dann ihre 

Berechtigung, wenn das zur Fahreignungsuntersuchung führende Ereignis nicht durch 

eine medizinische Diagnose geklärt werden kann (vgl. Haag/Grimm, Die 

verkehrspsychologische Untersuchung, in: Handbuch der verkehrsmedizinischen 

Begutachtung, Bern 2005, S. 85). Die in Art. 11b Abs. 1 lit. a und b VZV getroffene 

Unterscheidung bezweckt deshalb nicht, nur entweder eine verkehrsmedizinische oder 

eine verkehrspsychologische Untersuchung zuzulassen. Damit stellt sich im 

Zusammenhang mit der fehlenden Fahreignung häufig die Frage, wie Personen zu 

behandeln sind, bei welchen ein Entzug aus medizinischen Gründen nach Art. 16d 

Abs. 1 lit. b SVG nicht in Frage kommt. In einem solchen Fall wird mit einem 

psychologischen Gutachten abgeklärt, ob der Führerausweis gestützt auf Art. 16d 

Abs. 1 lit. a oder lit. c SVG entzogen werden muss (P. Weissenberger, Kommentar zum 

Strassenverkehrsgesetz, 2011, N 43 zu Art. 16d SVG).

c) Die Vorinstanz geht in der angefochtenen Verfügung gestützt auf das medizinische 

Gutachten vom 10. Juli 2012 davon aus, dass anhand der jeweiligen Trinkangaben bei 

der verkehrsmedizinischen Untersuchung und der in den Kopfhaaren gemessenen EtG-

Konzentration erhebliche Diskrepanzen bestünden. Kritisch zu werten sei auch die 

Tatsache, dass der Rekurrent bisher nicht in der Lage gewesen sei, seine 

Trinkgewohnheiten zu ändern. Deren Bagatellisierung lasse auf eine Unfähigkeit, 

Trinken und Fahren zu trennen, schliessen, was wiederum die Frage nach der 

Einsichtsfähigkeit und damit der charakterlichen Fahreignung aufwerfe. Aus diesem 

Grund habe eine verkehrspsychologische Untersuchung zu erfolgen.

aa) Mit einer Trunkenheitsfahrt hat die betreffende Person mindestens einmal 

bewiesen, dass sie Trinken und Fahren nicht trennen kann; dabei liegt nicht selten ein 

chronisches Alkoholproblem zugrunde (BGE 129 II 82 E. 3b). Deshalb wird bei FiaZ-

Ereignissen in erster Linie ein verkehrsmedizinisches Gutachten angeordnet, da 

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insbesondere eine hohe Blutalkoholkonzentration und fehlende Laborwerte einen 

chronischen exzessiven Alkoholkonsum nicht ausschliessen. Kann ein chronischer 

exzessiver Alkoholmissbrauch mittels eines verkehrsmedizinischen Gutachtens 

nachgewiesen werden, erübrigen sich weitere Abklärungen und ein Sicherungsentzug 

ist zulässig. Ist die betroffene Person hingegen im medizinischen Sinn (noch) nicht 

süchtig, sondern suchtgefährdet, ohne dass ein Alkoholmissbrauch bzw. ein 

schädlicher Gebrauch vorliegt, kommt ein Entzug nach Art. 16d Abs. 1 lit. b SVG nicht 

in Frage. In solchen Fällen wird mit einem psychologischen Gutachten abgeklärt, ob 

der Führerausweis gestützt auf Art. 16d Abs. 1 lit. a oder lit. c SVG entzogen werden 

muss (BBl 1999 S. 4491; Weissenberger, a.a.O., N 30 zu Art. 16d SVG).

bb) Am 12. Januar 2012 ordnete die Vorinstanz eine verkehrsmedizinische 

Untersuchung an. Einen dagegen erhobenen Rekurs wies die 

Verwaltungsrekurskommission am 26. April 2012 mit der Begründung ab, der 

Rekurrent sei innerhalb von weniger als fünf Jahren dreimal nach Alkoholkonsum als 

Motorfahrzeuglenker auffällig geworden. Da insbesondere auch die Umstände des 

dritten Vorfalls für sich betrachtet Bedenken an der Eignung des Rekurrenten als 

Fahrzeuglenker wecken würden, falle nicht ins Gewicht, dass das Ausmass der 

Alkoholisierung beim zweiten Vorfall vom 12. Mai 2008 mit 0,55 Gew.-‰ relativ gering 

gewesen sei. Die Vorinstanz habe daher zu Recht eine verkehrsmedizinische 

Untersuchung des Rekurrenten angeordnet (VRKE IV-2012/7 E. 2d = act. 9/26 f.).

cc) Das verkehrsmedizinische Gutachten vom 10. Juli 2012 (act. 9/13 ff.) stützt sich 

einerseits auf die Vorgeschichte und die Angaben des Rekurrenten, insbesondere zu 

seinem Alkoholkonsum sowie zu den FiaZ-Ereignissen vom 18. März 2007, 

12. Mai 2008 und 20. November 2011, andererseits auf die Befunde der körperlichen 

Untersuchung, die Ergebnisse der Analysen von Blut-, Urin- und Haarproben sowie die 

Auskünfte der Hausärztin des Rekurrenten.

Bei der körperlichen Untersuchung fielen eine leichte Rötung der Haut an Kopf, Hals, 

Dekolleté und beiden Handflächen, teilweise mit Gefässzeichnungen, sowie ein 

geringfügiger Intentionstremor (d.h., dass sich das Zittern bei einer zielgerichteten 

Bewegung mit zunehmender Annäherung ans Ziel verstärkt) beim Finger-Nasen- und 

Finger-Finger-Versuch auf. Die Blutuntersuchung (GOT, GPT, GGT, MCV und CDT) 

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ergab durchwegs im Toleranzbereich liegende Resultate. Auch die Urinuntersuchung 

verlief negativ auf Benzodiazepine und Ethylglucuronid (EtG). Die Haarprobe von 

3,7 cm Länge ab Kopfhaut wies einen EtG-Gehalt von 21 pg/mg auf.

In der Beurteilung hält das Gutachten fest, sowohl bei den geringfügigen Hautrötungen 

am Kopf, Hals, Dekolleté und an den Handflächen als auch beim Intentionstremor 

handle es sich um unspezifische Befunde, die jedoch häufig bei einem chronischen 

Alkoholüberkonsum beobachtet würden. Die Blutuntersuchung habe keine Hinweise 

auf einen derzeit konstant vermehrten Alkoholkonsum ergeben. Unauffällige 

Laborwerte schlössen aber einen episodenhaften Alkoholüberkonsum nicht aus, da 

sich bei einem solchen Trinkmuster keine Laborwertauffälligkeiten entwickeln müssten 

oder sich in der folgenden Phase des reduzierten oder sistierten Konsums wieder 

normalisiert haben könnten. Die Kopfhaarprobe habe keine Anhaltspunkte für einen 

konstant überhöhten Alkoholkonsum geliefert, das Analyseresultat spreche aber für 

einen regelmässigen bis täglichen Alkoholkonsum. Der daraus ableitbare 

Alkoholkonsum liege deutlich über den vom Rekurrenten geschilderten Trinkmengen. 

Das Untersuchungsergebnis sei mit einem episodenhaften Alkoholüberkonsum 

vereinbar, da das ermittelte Ergebnis einem Durchschnittswert während einer 

bestimmten Zeitperiode entspreche und somit Schwankungen im Trinkverhalten nicht 

erfasst würden. Anhand der Angaben des Rekurrenten (er habe sich jeweils "tip top" 

gefühlt; ungeplanter Alkoholkonsum) und der zurückgelegten Fahrtstrecke (23 km) 

lasse sich ein normabweichendes, episodenhaft mit Kontrollverlusten einhergehendes 

und von einer Toleranzentwicklung begleitetes Trinkverhalten ableiten. Kritisch sei auch 

der Umstand in Betracht zu ziehen, dass er trotz der zwei vorangegangenen Ereignisse 

jetzt nicht in der Lage gewesen sei, seine Trinkgewohnheiten zu ändern. Gesamthaft 

sei daher zumindest von einer verkehrsrelevanten Alkoholproblematik im Sinn einer 

Unfähigkeit, Trinken und Fahren zu trennen, auszugehen, wobei aufgrund der 

mangelnden Offenheit eine Alkoholabhängigkeit (gemäss ICD-10) nicht ausgeschlossen 

werden könne.

Mit dem verkehrsmedizinischen Gutachten konnte kein chronischer exzessiver 

Alkoholkonsum bzw. kein Alkoholmissbrauch nachgewiesen werden. Die Laborbefunde 

waren unauffällig und eine Alkoholabhängigkeit gemäss ICD-10 wurde nicht gestellt. 

Der Gutachter geht vielmehr von einem episodenhaften Alkoholüberkonsum aus. Er 

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folgert daraus, dass der Rekurrent Alkoholkonsum und Autofahren nicht trennen könne, 

da er zweimal in erheblich angetrunkenem Zustand ein Fahrzeug gelenkt habe, und auf 

die in dieser Hinsicht Bagatellisierung des Alkoholkonsums (act. 9/18). Der Rückfall 

beim Fahren in angetrunkenem Zustand allein lässt jedoch keinen zwingenden Schluss 

auf eine die Fahreignung ausschliessende Alkoholproblematik zu. Dies hat umso mehr 

zu gelten, wenn sich – wie vorliegend – alle Laborbefunde im Normbereich befinden 

(vgl. BGE 6A.31/2003 vom 4. August 2003, E. 5.2).

Da das Bestehen einer für den Strassenverkehr relevanten Alkoholsucht zu verneinen 

ist, wäre ein Sicherungsentzug gestützt auf Art. 16d Abs. 1 lit. b SVG unzulässig. Der 

Gutachtensauftrag vom 12. Januar 2012 lautete sodann dahingehend, dass sich das 

Gutachten darüber zu äussern habe, ob eine Alkoholabhängigkeit bzw. ein 

verkehrsrelevanter Alkoholmissbrauch bestehe (act. 9/30). Der Auftrag umfasst damit 

nicht auch eine Abklärung der Fahreignung, ob aus verkehrspsychologischer Sicht eine 

charakterliche Problematik besteht. Dazu hat sich nicht der Verkehrsmediziner, 

sondern der Verkehrspsychologe zu äussern.

Hinzu kommt, dass die Empfehlung im verkehrsmedizinischen Gutachten, wonach eine 

verkehrspsychologische Begutachtung durchzuführen sei, sofern der Rekurrent nicht 

mit der Durchführung einer mindestens sechsmonatigen, fachtherapeutisch betreuten 

und kontrollierten Alkoholabstinenz einverstanden sei (act. 9/19), problematisch 

erscheint. Insbesondere ist die empfohlene Massnahme unter Umständen nicht 

zielführend. Wenn nämlich nicht die Problematik des (übermässigen) Alkoholkonsums, 

auf den die betroffene Person nicht verzichten könnte, sondern jene des Fahrens trotz 

Alkoholkonsums zufolge charakterlicher Nichteignung im Vordergrund steht, wird der 

Fahreignungsmangel nach dem Verständnis eines Laien nicht mit einer 

fachtherapeutisch betreuten und kontrollierten Alkoholabstinenz behoben.

dd) Der Rekurrent wurde innerhalb von weniger als fünf Jahren (18. März 2007 bis 

20. November 2011) dreimal wegen Trunkenheit am Steuer verkehrsauffällig. Trotz 

zweier Warnungsentzüge änderte er nichts an seinem Verhalten, vielmehr lenkte er am 

20. November 2011 erneut stark alkoholisiert ein Fahrzeug. Bei zwei Fahrten war die 

Alkoholisierung erheblich und es lagen mit durchschnittlich 1,44 Gew.-‰ bzw. 

2,35 Gew.-‰ massive Rauschzustände vor. Trotzdem fühlte er sich jeweils fahrfähig 

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("tip top"), war über das Ergebnis der Atemluftprobe völlig überrascht und legte mit 

seinem Fahrzeug über 20 km zurück, was auf eine gewisse Alkoholgewöhnung 

hindeutet. Zudem scheint ihm nicht bewusst zu sein, welche Gefährdung er in 

angetrunkenem Zustand für die übrigen Verkehrsteilnehmer darstellt. Weiter kann eine 

Bagatellisierung des Trinkverhaltens nicht von der Hand gewiesen werden; diese ist 

auch für einen verkehrsmedizinischen oder -psychologischen Laien sehr auffällig. So 

will der Rekurrent am 12. Mai 2008 und 20. November 2011 die gleiche Menge Alkohol, 

nämlich drei Biere à 0,33 l, zu sich genommen haben, wobei daraus 2008 ein Wert von 

0,55 Gew.-‰ und 2011 von 2,35 Gew.-‰ (Mittelwert) resultierte. Selbst mit Trinken auf 

nüchternem Magen – so der Rekurrent – lässt sich dieser hohe Wert mit der 

angegebenen Trinkmenge nicht erklären. Richtig ist zwar, dass der EtG-Wert von 

21 pg/mg allein noch nicht auf eine Alkoholproblematik hinweist. Die Aussagen des 

Rekurrenten, wonach er lediglich zweimal pro Woche mittags zwei Gläser Wein oder 

abends zwei Stangen Bier trinke (act. 9/14), können bei einem solchen Wert jedoch 

nicht zutreffen. Im Übrigen schliesst ein beruflich und familiär tadelloses Umfeld eine 

Alkoholproblematik nicht aus. Die meisten der Betroffenen wirken im Gegenteil 

äusserlich noch angepasst, viele sind sogar beruflich erfolgreich und körperlich – noch 

– recht gesund (vgl. E. Stephan, Trunkenheitsdelikte im Verkehr: Welche Massnahmen 

sind erforderlich?, in: AJP 4/1994, S. 446).

ee) Die Beurteilung der Vorinstanz, wonach eine verkehrsrelevante Alkoholproblematik 

mit der Unfähigkeit, Trinken und Fahren zu trennen, nicht ausgeschlossen werden 

könne, ist demnach nicht zu beanstanden. Da das verkehrsmedizinische Gutachten 

vom 10. Juli 2012 einen chronischen Alkoholkonsum verneint, ist mittels eines 

verkehrspsychologischen Gutachtens abzuklären, ob dem Rekurrent die Fahreignung 

allenfalls aus charakterlichen Gründen abzusprechen ist, weil er nicht fähig ist, Trinken 

und Fahren zu trennen.

3.- Zusammenfassend ergibt sich, dass der Rekurs abzuweisen ist. Dem 

Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten dem Rekurrenten 

aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von Fr. 1'200.-- erscheint 

angemessen (vgl. Art. 7 Ziff. 122 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Der 

Kostenvorschuss von Fr. 1'200.-- ist zu verrechnen.

 

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Entscheid:

1.    Der Rekurs wird abgewiesen.

2.    Der Rekurrent bezahlt die amtlichen Kosten von Fr. 1'200.-- unter Verrechnung des

       Kostenvorschusses von Fr. 1'200.--.

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