# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d5f4a7f7-7c43-5ccb-9329-3c48dd699ba1
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-03-04
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Strafrecht 04.03.2025 460 2024 142 (460 24 142)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_004_460-2024-142_2025-03-04.pdf

## Full Text

Seite 1   

 

 

 

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, vom  

4. März 2025 (460 24 142) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Strafrecht 

 

 

Versuchte Nötigung etc. 

 

 
Besetzung Präsident Enrico Rosa, Richter Dominique Steiner (Ref.), Richterin 

Isabella Schibli; Gerichtsschreiberin Anja Dillena 

 

Parteien Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft,  

Hauptabteilung Allgemeine Delikte,  

Grenzacherstrasse 8, Postfach, 4132 Muttenz,  

Anklagebehörde 

  

 

gegen 

 

 

 A.____,  

vertreten durch Advokat Dr. Alex Hediger,  

Freie Strasse 82, Postfach, 4010 Basel,  

Beschuldigter und Berufungskläger 

 

 

Gegenstand versuchte Nötigung etc. 

Berufung gegen das Urteil des Strafgerichtspräsidiums Basel-Land-

schaft vom 24. August 2023 

 

 
 
 

 
 
Seite 2   

A. Mit Urteil des Strafgerichtspräsidiums Basel-Landschaft (nachfolgend: Strafgerichtsprä-

sidium) vom 24. August 2023 wurde A.____ (fortan: Beschuldigter) des Wuchers und der grober 

Verletzung von Verkehrsregeln schuldig erklärt und zu einer bedingt vollziehbaren Geldstrafe von 

105 Tagessätzen zu je Fr. 120.– (unter Anrechnung der vorläufigen Festnahme von 1 Tag), bei 

einer Probezeit von 2 Jahren, sowie zu einer Busse von Fr. 600.– (Ersatzfreiheitsstrafe bei 

schuldhafter Nichtbezahlung der Busse von 6 Tagen) verurteilt; dies in Anwendung von Art. 157 

Ziff. 1 Abs. 1 StGB, Art. 90 Abs. 2 SVG sowie Art. 34 Abs. 1 und Abs. 2 StGB, Art. 42 Abs. 1 und 

Abs. 4 StGB, Art. 44 Abs. 1 StGB, Art. 49 Abs. 1 StGB, Art. 51 StGB und Art. 106 StGB (Ziff. 1 

des Urteilsdispositivs). Demgegenüber wurde der Beschuldigte vom Vorwurf der versuchten Nö-

tigung freigesprochen (Ziff. 2 des Urteilsdispositivs). Im Übrigen wurde die Beschlagnahme der 

Waffen (inklusive Munition und Zubehör) aufgehoben (Ziff. 3 des Urteilsdispositivs). Dem Be-

schuldigten wurden die Verfahrenskosten, bestehend aus den Kosten des Vorverfahrens von 

Fr. 1'914.– und der Gerichtsgebühr von Fr. 1'500.–, im Umfang von drei Fünfteln auferlegt (Ziff. 

4 des Urteilspositivs). Schliesslich wurden die Kosten des Wahlverteidigers des Beschuldigten in 

der Höhe von Fr. 6'865.45 zu zwei Fünfteln zu Lasten des Staates verlegt (Ziff. 5 des Urteilsdis-

positivs).  

 

Auf die Begründung dieses Urteils sowie der nachfolgenden Eingaben der Parteien wird, soweit 

erforderlich, im Rahmen der Erwägungen eingegangen. 

 

B. Gegen das Urteil des Strafgerichtspräsidiums vom 24. August 2023 meldete der Be-

schuldigte, vertreten durch Advokat Dr. Alex Hediger, mit Eingabe vom 30. August 2023 Berufung 

an. In seiner Berufungserklärung vom 24. Juni 2024 an das Kantonsgericht Basel-Landschaft, 

Abteilung Strafrecht (nachfolgend: Kantonsgericht), stellte er folgende Rechtsbegehren: Es sei 

der Beschuldigte in Abänderung des Urteils des Strafgerichtspräsidiums vom 24. August 2023 

vom Vorwurf des Wuchers vollumfänglich und kostenlos freizusprechen (Ziff. 1). Es sei der Be-

schuldigte der groben Verletzung der Verkehrsregeln schuldig zu erklären und zu einer Busse 

von Fr. 600.– zu verurteilen (Ziff. 2); unter o/e-Kostenfolge (Ziff. 3).  

 

C. Die Eingabe des Beschuldigten vom 24. Juni 2024 wurde der Staatsanwaltschaft Basel-

Landschaft, Hauptabteilung Allgemeine Delikte (fortan: Staatsanwaltschaft), mit instruktionsrich-

terlicher Verfügung vom 25. Juni 2024 zur Kenntnisnahme sowie zur Mitteilung innert 20 Tagen, 

ob begründeter Antrag auf Nichteintreten gestellt oder Anschlussberufung erklärt werde, 

 
 
 

 
 
Seite 3   

übermittelt. Auf diese Möglichkeit verzichtete die Staatsanwaltschaft, wie mit kantonsgerichtlicher 

Verfügung vom 22. Juli 2024 festgestellt wurde.  

 

D. Der Beschuldigte reichte mit Eingabe vom 23. September 2024 die Berufungsbegrün-

dung ein.  

 

E. Mit Stellungnahme vom 15. Oktober 2024 teilte die Staatsanwaltschaft mit, sie verweise 

vollumfänglich auf die Ausführungen im angefochtenen Urteil, verzichte auf eine weitere Stellung-

nahme, erachte einen persönlichen Auftritt an der Berufungsverhandlung als nicht erforderlich 

und ersuche nicht um eine Vorladung. 

 

F. Mit verfahrensleitender Verfügung vom 21. Oktober 2024 wurde der Beschuldigte zur 

kantonsgerichtlichen Berufungsverhandlung vorgeladen und zum persönlichen Erscheinen ver-

pflichtet. Der Staatsanwaltschaft wurde die Teilnahme an der Berufungsverhandlung ins freie Er-

messen gestellt.  

 

G. Anlässlich der kantonsgerichtlichen Hauptverhandlung vom 4. März 2024 erscheint der 

Beschuldigte, vertreten durch Advokat Dr. Alex Hediger, und wiederholt seine bereits mit Beru-

fungserklärung vom 24. Juni 2024 gestellten Anträge. Die Staatsanwaltschaft nimmt an der Be-

rufungsverhandlung nicht teil.  

 

 

Erwägungen 

I. Formelles 

1. Die Berufung ist gemäss Art. 398 Abs. 1 der Schweizerischen Strafprozessordnung 

(StPO, SR 312.0) zulässig gegen Urteile erstinstanzlicher Gerichte, mit denen das Verfahren 

ganz oder teilweise abgeschlossen worden ist. Gemäss Art. 398 Abs. 3 StPO können mit Beru-

fung gerügt werden: Rechtsverletzungen, einschliesslich Überschreitung und Missbrauch des Er-

messens, Rechtsverweigerung und Rechtsverzögerung (lit. a), die unvollständige oder unrichtige 

Feststellung des Sachverhaltes (lit. b) sowie Unangemessenheit (lit. c), wobei das Berufungsge-

richt das Urteil in allen angefochtenen Punkten umfassend überprüfen kann 

(Art. 398 Abs. 2 StPO). Jede Partei, die ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung 

oder Änderung des Entscheides hat, kann ein Rechtsmittel ergreifen (Art. 382 Abs. 1 StPO). 

 
 
 

 
 
Seite 4   

Gemäss Art. 399 Abs. 1 und Abs. 3 StPO ist zunächst die Berufung dem erstinstanzlichen Ge-

richt innert zehn Tagen seit Eröffnung des Urteils schriftlich oder mündlich anzumelden und da-

nach dem Berufungsgericht innert 20 Tagen seit der Zustellung des begründeten Urteils eine 

schriftliche Berufungserklärung einzureichen.  

 

2. Angefochten wird das Urteil des Strafgerichtspräsidiums vom 24. August 2023, welches 

ein taugliches Anfechtungsobjekt darstellt. Aus den Akten ergibt sich, dass das entsprechende 

Urteilsdispositiv dem Beschuldigten am 29. August 2023 zugestellt worden ist (act. 463). Mit 

schriftlicher Berufungsanmeldung vom 30. August 2023 (act. 545) sowie mit Berufungserklärung 

vom 24. Juni 2024 und Berufungsbegründung vom 23. September 2024 hat der Beschuldigte die 

Rechtsmittelfrist gewahrt und ist seiner Erklärungspflicht nachgekommen. Er hat darüber hinaus 

ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung und Änderung des erstinstanzlichen Ent-

scheides im Sinne seiner Anträge. Was die Form betrifft, so erfüllen sämtliche Eingaben die An-

forderungen von Art. 385 Abs. 1 StPO. Die Zuständigkeit der Dreierkammer des Kantonsge-

richts, Abteilung Strafrecht, als Berufungsgericht zur Beurteilung der vorliegenden Berufung 

ergibt sich aus Art. 21 Abs. 1 lit. a StPO sowie aus § 15 Abs. 1 lit. a des Einführungsgesetzes zur 

Schweizerischen Strafprozessordnung (EG StPO, SGS 250). Es ist demnach auf die Berufung 

des Beschuldigten einzutreten. 

 

II. Gegenstand des Berufungsverfahrens 

1. Aufgrund der im Rechtsmittelverfahren geltenden Dispositionsmaxime kann die Beru-

fung auf die blosse Anfechtung von Teilen des Urteils beschränkt werden (Art. 399 Abs. 3 lit. a 

und Abs. 4 StPO). Gestützt auf Art. 404 Abs. 1 StPO überprüft das Berufungsgericht das erstin-

stanzliche Urteil nur in den angefochtenen Punkten. Erfolgt eine Teilanfechtung, erwachsen die 

nicht angefochtenen Punkte in Rechtskraft. Die Rechtsmittelinstanz ist bei ihrem Entscheid nicht 

an die Begründungen und an die Anträge der Parteien gebunden, ausser wenn sie Zivilklagen 

beurteilt (Art. 391 Abs. 1 StPO). Sie darf Entscheide nicht zum Nachteil der beschuldigten oder 

beurteilten Person abändern, wenn das Rechtsmittel nur zu deren Gunsten ergriffen worden ist 

(Art. 391 Abs. 2 Satz 1 StPO). Dieses Verschlechterungsverbot (sog. reformatio in peius) gilt stets 

nur zugunsten der beschuldigten Person (DANIEL JOSITSCH/NIKLAUS SCHMID, Praxiskommentar 

StPO, 4. Aufl. 2023, Art. 391 N 5).  

 

 
 
 

 
 
Seite 5   

2. Angesichts der seitens des Beschuldigten eingereichten Schriften sowie seiner anläss-

lich der kantonsgerichtlichen Berufungsverhandlung getätigten Ausführungen zeigt sich, dass er 

das Urteil des Strafgerichtspräsidiums vom 24. August 2023 lediglich teilweise anficht. Im Beru-

fungsverfahren bildet somit der Schuldspruch des Wuchers Gegenstand der richterlichen Über-

prüfung, wie auch die Verlegung der erstinstanzlichen Kosten – jedoch nicht die Verurteilung 

wegen der groben Verletzung der Verkehrsregeln, der Freispruch vom Vorwurf der versuchten 

Nötigung und die Strafzumessung. Aufgrund des Umstandes, dass der Beschuldigte ein Rechts-

mittel gegen den angefochtenen Entscheid ergriffen hat, greift das Schlechterstellungsverbot, die 

sogenannte "reformatio in peius". Das erstinstanzliche Urteil kann somit nicht zum Nachteil des 

Beschuldigten abgeändert werden.  

 

III. Materielles 

1. Ausgangslage und Parteistandpunkte  

1.1 Das Strafgerichtspräsidium sprach den Beschuldigten des Wuchers schuldig. In Abwei-

chung von der Anklage hält es fest, dass es nicht der Beschuldigte gewesen sei, der B.____ den 

Darlehensvertrag unterbreitet habe, sondern, dass der Darlehensvertrag von Letzterem verfasst 

und dem Beschuldigten angeboten worden sei. Dies ändere jedoch nichts an der rechtlichen 

Würdigung des Tatbestandes des Wuchers. Bei dem zwischen B.____ und dem Beschuldigten 

am 5. Dezember 2019 abgeschlossenen Vertrag handle es sich zweifellos um einen synallagma-

tischen Vertrag. Die Leistung des Beschuldigten und die Gegenleistung von B.____ stünden da-

bei in einem krassen Missverhältnis. Die bei nicht fristgerechter Rückzahlung des Darlehens ge-

schuldeten "Verzugskosten und Bearbeitungsgebühren" in der Höhe von Fr. 10'000.– würden ei-

nem Aufschlag von 50 Prozent entsprechen. Die vereinbarte "Konventionalstrafe" von Fr. 1'000.– 

pro Tag ab dem 28. Dezember 2019 verstosse fraglos gegen die im Geschäftsverkehr üblichen 

und angemessenen Konventionalstrafen, wobei es sich hierbei – wie wohl auch bei den "Ver-

zugskosten und Bearbeitungsgebühren" – vielmehr um Verzugszinse handeln dürfte. Es liege ein 

offenbares Missverhältnis zwischen Leistung und Gegenleistung vor. Wenn B.____ einen solchen 

für ihn unvorteilhaften Vertrag aufsetze, zeige dies in aller Deutlichkeit, dass er sich offensichtlich 

in einer finanziellen Zwangslage habe befinden müssen. Die finanzielle Zwangslage sei durch 

dessen Auszug aus dem Betreibungsregister vom 7. Dezember 2020 sowie durch die Depositio-

nen seiner Lehrtochter C.____ belegt. Der Beschuldigte habe erkennen müssen, dass es B.____ 

gar nicht möglich gewesen sei, das Darlehen innerhalb der vertraglich vereinbarten Frist von acht 

Tagen zurückzuzahlen, weshalb erstellt sei, dass der Beschuldigte ihn habe ausbeuten wollen. 

 
 
 

 
 
Seite 6   

Der Beschuldigte habe zumindest in Kauf genommen, dass sich B.____ bei dieser Ausgangslage 

in einer Zwangslage befunden habe. Das Missverhältnis von Leistung und Gegenleistung falle 

auch einem kaufmännischen Laien auf. Der Beschuldigte habe die Schwächesituation von 

B.____ bewusst ausgenutzt, indem er den Darlehensvertrag unterzeichnet habe.  

 

1.2 Der Beschuldigte bringt dagegen in seiner Berufungsbegründung vom 23. September 

2024 vor, die finanzielle Situation von B.____ sei dem Beschuldigten zum Zeitpunkt des Ab-

schlusses des Darlehensvertrages nicht im Detail bekannt gewesen. Er habe weder dessen Be-

treibungsregisterauszug noch die Aussagen der Lehrtochter gekannt. Vielmehr seien die beiden 

seit längerer Zeit miteinander in geschäftlichem Kontakt gestanden und hätten zunächst ein er-

folgreiches Geschäftsmodell aufgebaut, wobei der Beschuldigte Geschäfte von B.____ teilweise 

zunächst vorfinanziert und sich entsprechend an seinem Gewinn beteiligt habe. Es sei durch 

nichts belegt, dass sich B.____ zum damaligen Zeitpunkt tatsächlich in einer Zwangslage befun-

den habe. Insbesondere sei nicht belegt, was passiert wäre, wenn der Beschuldigte nicht bereit 

gewesen wäre, B.____ ein Darlehen in der Höhe von Fr. 20'000.– zu gewähren. Wenn er dadurch 

bloss nicht in der Lage gewesen wäre, ein weiteres Geschäft mit "kleinen" Maklern abzuschlies-

sen, so reiche dies als Konsequenz klarerweise nicht aus, um eine Zwangslage im Sinne von Art. 

157 des Schweizerischen Strafgesetzbuchs (StGB, SR 311.0) zu begründen. Die fehlende 

Zwangslange sei umso mehr nicht nachgewiesen, als dass sich auch B.____ dazu überhaupt 

nicht äussere. Liquiditätsprobleme alleine würden nicht zu einer Zwangslage führen, ansonsten 

müsste bei sämtlichen Darlehensgewährungen generell von einer entsprechenden Inkaufnahme 

ausgegangen werden, da solchen Rechtsgeschäften regelmässig ein Liquiditätsengpass zu-

grunde liege. Dass dem Beschuldigten sodann jeglicher Vorsatz, auch ein Eventualvorsatz, ge-

fehlt habe, ergebe sich schliesslich daraus, dass der Beschuldigte zu keinem Zeitpunkt auf die 

Erfüllung des Darlehensvertrages bestanden habe, sondern sich lediglich damit begnügt habe, 

das seinerzeit ausbezahlte Darlehen in der Höhe von Fr. 20'000.– zurückzufordern, zu dessen 

Rückzahlung B.____ schliesslich auch in der Lage gewesen sei.  

 

Im Rahmen seines Parteivortrages vor Kantonsgericht führt er ergänzend aus, soweit sich die 

Staatsanwaltschaft für die Begründung der Zwangslage auf die Aussage der Lehrtochter von 

B.____ stütze, welche im Januar 2021 ausgesagt habe, dass sie sich Sorgen um die finanzielle 

Situation des Geschäfts mache, da sie den Lohn von Dezember 2020 noch nicht erhalten habe, 

könne daraus nichts für die Situation im Vertragszeitpunkt im Dezember 2019 abgeleitet werden. 

 
 
 

 
 
Seite 7   

Betreffend den Betreibungsregisterauszug von B.____ sei sodann zu bemerken, dass dieser al-

leine nicht belege, dass sich B.____ tatsächlich in einer Zwangslage befunden habe. Ferner sei 

fraglich, ob nicht das Anklageprinzip verletzt sei, da die Staatsanwaltschaft nicht darlege, worin 

die Zwangslage bestanden habe.  

 

1.3 Die Staatsanwaltschaft verweist mit Eingabe vom 15. Oktober 2024 vollumfänglich auf 

die Ausführungen im begründeten Urteil des Strafgerichtspräsidiums vom 24. August 2023 und 

verzichtet auf eine weitere Stellungnahme.  

 

2. Wucher (Art. 157 Ziff. 1 Abs. 1 StGB)  

2.1 Sachverhalt und Beweiswürdigung 

2.1.1 Theoretische Grundsätze  

2.1.1.1 Bei der Würdigung des Sachverhalts hat das Gericht belastenden und entlastenden Um-

ständen mit gleicher Sorgfalt nachzugehen. Nach dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung 

(Art. 10 Abs. 2 StPO) hat das urteilende Gericht frei von Beweisregeln und nur nach seiner aus 

dem gesamten Verfahren gewonnenen persönlichen Überzeugung aufgrund gewissenhafter Prü-

fung darüber zu entscheiden, ob es eine Tatsache für bewiesen hält. Das Gericht trifft sein Urteil 

unabhängig von der Anzahl der Beweismittel, welche für eine bestimmte Tatsache sprechen, und 

ohne Rücksicht auf die Art des Beweismittels. Auch besteht keine Rangfolge der Beweise. Mas-

sgebend ist allein deren Stichhaltigkeit (ESTHER TOPHINKE, Basler Kommentar StPO, 3. Aufl. 

2023, Art. 10, N 41 ff.).  

 

2.1.1.2 Der in Art. 10 Abs. 3 StPO kodifizierte Grundsatz "in dubio pro reo" verpflichtet das Ge-

richt, den Beschuldigten freizusprechen, wenn nach Würdigung aller vorhandenen Beweise er-

hebliche und unüberwindbare Zweifel an der Tatbestandsverwirklichung bestehen 

(DANIEL JOSITSCH/NIKLAUS SCHMID, Handbuch des schweizerischen Strafprozessrechts, 4. Aufl. 

2023, N 235). Als Beweiswürdigungsregel besagt diese Maxime, dass sich das Gericht nicht von 

der Existenz eines für die beschuldigte Person ungünstigen Sachverhalts überzeugt erklären darf, 

wenn bei objektiver Betrachtung erhebliche und nicht zu unterdrückende Zweifel bestehen, ob 

sich der Sachverhalt so verwirklicht hat. Dabei sind bloss abstrakte und theoretische Zweifel nicht 

massgebend, weil absolute Gewissheit nicht verlangt werden kann (BGE 138 V 74 E. 7). Wenn 

Zweifel daran bestehen, welche von mehreren in Betracht kommenden Sachverhaltsmöglichkei-

ten der Wahrheit entspricht, hat das Gericht seinem Urteil die für die beschuldigte Person 

 
 
 

 
 
Seite 8   

günstigste Sachverhaltsvariante zugrunde zu legen (WOLFGANG WOHLERS, Zürcher Kommentar 

StPO, 3. Aufl. 2020, Art. 10 N 11; JOSITSCH/SCHMID, a.a.O., N 233).  

 

2.1.1.3 Im Rahmen der Beweiswürdigung sind Aussagen auf Glaubhaftigkeitsmerkmale bzw. 

Lügensignale hin zu analysieren. Aussagen sind gestützt auf eine Vielzahl von inhaltlichen Real-

kennzeichen zu beurteilen, wobei zwischen inhaltlichen Merkmalen (Aussagedetails, Individuali-

tät, Verflechtung), strukturellen Merkmalen (Strukturgleichheit, Nichtsteuerung, Widerspruchsfrei-

heit bzw. Homogenität) sowie Wiederholungsmerkmalen (Konstanz, Erweiterung) unterschieden 

wird. Das Vorliegen von Realitätskriterien bedeutet, dass die betreffende Person mit hoher Wahr-

scheinlichkeit über erlebnisfundierte Geschehnisse berichtet. Zwar besitzt jedes Realitätskrite-

rium für sich allein betrachtet meist nur eine geringe Validität, die Gesamtschau aller Indikatoren 

kann jedoch einen wesentlich höheren Indizwert für die Glaubhaftigkeit der Aussage haben, wo-

bei sie in der Regel in solchen mit realem Erlebnishintergrund signifikanter und ausgeprägter 

vorkommen als in solchen ohne (MARTIN HUSSELS, Von Wahrheiten und Lügen – Eine Darstellung 

der Glaubhaftigkeitskriterien anhand der Rechtsprechung, forumpoenale 6/2012, S. 369 f.; 

ANDREAS DONATSCH, Zürcher Kommentar StPO, 3. Aufl. 2020, Art. 162 N 15). 

 

2.1.2 Unbestrittenermassen haben der Beschuldigte und B.____ am 5. Dezember 2019 einen 

Darlehensvertrag abgeschlossen, in welchem sich der Beschuldigte verpflichtet hat, B.____ ein 

zinsloses Darlehen in der Höhe von Fr. 20'000.– auszurichten, welches am 13. Dezember 2019 

zur Rückzahlung fällig geworden ist. Der Darlehensvertrag enthält sodann die folgende Vertrags-

bestimmung:  

 

"Falls das Darlehen bis zum 13.12.2019 (17:00 Uhr) nicht zurückbezahlt wird, kommen 

Verzugskosten und Bearbeitungsgebühren welche gemeinsam von beiden Personen 

errechnet wurden in der Höhe von CHF 10'000.00 zum Zug, und somit sind am 

27.12.2019 insgesamt CHF 30'000.00 geschuldet. 

 

Bei Nichteinhaltung des Vertrages, kommt eine Konventionalstrafe in Höhe von 

CHF 1000.00 pro Tag ab dem 28.12.2019 zur Geltung." 

 

Sodann ist die Erkenntnis der Vorinstanz unbestritten, dass es in Abweichung zur Anklage nicht 

der Beschuldigte war, der B.____ den Darlehensvertrag unterbreitet hat, sondern dass der 

 
 
 

 
 
Seite 9   

Darlehensvertrag von Letzterem verfasst und dem Beschuldigten angeboten worden ist (Urteil 

des Strafgerichtspräsidiums, E. II.1.1.6). 

 

2.1.3 Fraglich und bestritten ist hingegen, ob sich B.____ – wie angeklagt – in einer Zwangs-

lage beziehungsweise in einer finanziellen Notlage befunden hat, welche der Beschuldigte wis-

sentlich und willentlich ausgenutzt hat und B.____ aufgrund dieser finanziellen Notlage den Ver-

trag angenommen hat.  

 

Die Vorinstanz erachtete es gestützt auf den Betreibungsregisterauszug von B.____ vom 7. De-

zember 2020 (act. 131 ff.) als erstellt, dass sich dieser in einer angespannten finanziellen Situa-

tion mit mehreren eingeleiteten Betreibungen und offenen Verlustscheinen in der Höhe von 

Fr. 57'254.20 befunden habe (vgl. Urteil des Strafgerichtspräsidiums, E. II.1.1.4). Weiter stellte 

sie auf die Aussagen von C.____ ab, welche im Anschluss an eine Zeugeneinnahme vom 5. Ja-

nuar 2021 zu Protokoll gegeben hatte, sich etwas Sorgen um ihren Lehrbetrieb zu machen, da 

sie ihren Lehrlingslohn für Dezember 2020 sowie ihren 13. Monatslohn für das Jahr 2020 noch 

nicht erhalten habe (act. 295; Urteil des Strafgerichtspräsidiums, E. II.1.1.4). Ferner zog es die 

Aussagen des Beschuldigten anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 4. Februar 2020 

heran, gemäss welchen B.____ beim Beschuldigten offene Schulden in der Höhe von 

Fr. 77'000.– beziehungsweise Fr. 25'000.– gehabt habe (act. 259 ff.; Urteil des Strafgerichtsprä-

sidiums, E. II.1.1.5).  

 

Entgegen der Ansicht der Vorinstanz lässt sich jedoch gestützt auf die genannten Beweismittel 

noch keine Zwangslage nachweisen, was in den nachfolgenden Erwägungen aufzuzeigen ist. Als 

objektives Beweismittel liegt zunächst der Betreibungsregisterauszug von B.____ vom 7. Dezem-

ber 2020 vor (act. 131 ff.). Daraus ergeht mithin für den fraglichen Zeitraum, dass im November 

2019 und Dezember 2019 Pfändungen eingetragen sind (SVA X.____, Fr. 613.65 vom 18. No-

vember 2019 und Fr. 515.85 vom 17. Dezember 2019; Einwohnergemeinde D.____, Fr. 250.– 

vom 17. Dezember 2019). So sind mit Datum vom 31. Januar 2020 eine Pfändung in der Höhe 

von Fr. 4'373.35 (Ausgleichskasse Y.____) sowie ein Zahlungsbefehl vom 6. Februar 2020 in der 

Höhe von Fr. 2'234.– (Einwohnergemeinde E.____) eingetragen. Zudem sind für die Zeit davor 

und danach weitere Einträge ersichtlich, wobei auffällt, dass es sich jeweils um Forderungen der 

öffentlichen Hand beziehungsweise Alimenteninkasso handelt und ansonsten keine Forderungen 

von Privatpersonen eingetragen sind. Zudem ergeht aus dem Auszug, dass nicht getilgte 

 
 
 

 
 
Seite 10   

Verlustscheine aus Pfändungen der letzten 20 Jahre im Gesamtbetrag von Fr. 57'254.20 ver-

zeichnet sind. Der Betreibungsregisterauszug kann einen Hinweis auf eine angespannte finanzi-

elle Lage von B.____ geben. Eine eigentliche Zwangslage lässt sich daraus alleine jedoch nicht 

ableiten. Die in Pfändung gesetzten Forderungen um den Zeitpunkt des Vertragsschlusses halten 

sich sowohl in ihrer Anzahl wie auch in deren Höhe in einem beschränkten Rahmen. Zudem 

vermag das Bestehen gewisser Liquiditätsprobleme alleine noch keine Zwangslage begründen, 

ansonsten müsste bei den meisten Darlehensgewährungen von einer Zwangslage ausgegangen 

werden, da diesen Rechtsgeschäften doch regelmässig ein Liquiditätsengpass zugrunde liegt 

(vgl. Urteil OGer ZH SB 160277 vom 27. Oktober 2017, E. III.C.1.3.7). Schliesslich bleibt zu be-

merken, dass selbst wenn sich aus dem Betreibungsregisterauszug etwas Gegenteiliges ergeben 

würde, damit noch nicht erstellt wäre, dass der Beschuldigte davon Kenntnis gehabt und das 

Bestehen einer Zwangslage damit in Kauf genommen hat.  

 

Ferner ergibt sich entgegen der Auffassung der Vorinstanz nichts Weiteres aus den im Nachgang 

der Zeugeneinvernahme vom 5. Januar 2021 getätigten Aussagen der Lernenden von B.____, 

C.____ (vgl. Aktennotiz vom 6. Januar 2021, act. 295). Soweit diese im Januar 2021 geltend 

gemacht hat, zu jenem Zeitpunkt den Dezemberlohn 2020 sowie den 13. Monatslohn 2020 noch 

nicht erhalten zu haben, kann dazu nichts zur finanziellen Situation beziehungsweise zu einer 

potentiell im Dezember 2019 bestandenen Zwangslage abgeleitet werden.  

 

Zu bemerken ist sodann, dass B.____ im Laufe des Verfahrens nie geltend gemacht hat, sich in 

einer finanziellen Notlage beziehungsweise in einer Zwangslage befunden zu haben. Er verwei-

gerte weitgehend die Aussage (vgl. Konfrontationseinvernahme vom 13. August 2020, act. 189 

ff.). Anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 4. Februar 2020 (act. 247 ff.) machte er jedoch 

geltend, das Darlehen des Beschuldigten komplett zurückbezahlt zu haben, zwar nicht terminge-

recht, aber mit ein paar Tagen Verzug (act. 251). Auch diese Deposition spricht gegen eine eine 

Zwangslage begründende finanzielle Notsituation, will er doch nach eigenen Angaben – wenn 

auch einige Tage später als vereinbart – die geschuldete Summe zurückbezahlt haben.  

 

Der Beschuldigte stellt sich seit dem Vorverfahren auf den Standpunkt, B.____ seit einigen Jah-

ren zu kennen und ihm bereits zuvor Geld geborgt zu haben, wobei B.____ bereits über 

Fr. 77'000.– Schulden bei ihm habe (EV des Beschuldigten vom 5. Februar 2020, act. 265). 

B.____ investiere Geld und zahle ihm jeweils einen Teil davon aus (EV des Beschuldigten vom 

 
 
 

 
 
Seite 11   

5. Februar 2020, act. 266). Anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung präzisierte er, dass 

B.____ Kontakt zu einer Person bei einer Versicherung habe und zudem "kleine Leute" kenne, 

welche Versicherungen verkaufen würden. B.____ mache sodann einen "Deal" mit diesen Leu-

ten, kaufe ihnen die abgeschlossenen Verträge ab und bezahle ihnen sofort eine (reduzierte) 

Provision. Dafür benötige B.____ zwar jeweils Geld, erziele aber mit diesem einen Gewinn. Der 

Beschuldigte habe B.____ das zum Kauf der (abgeschlossenen) Verträge erforderliche Geld ge-

liehen und somit selbst auch am von B.____ erzielten Gewinn partizipiert. Die letzten Male (vor 

Abschluss des vorliegenden zu beurteilenden Darlehensvertrages vom 5. Dezember 2019) habe 

B.____ ihn betreffend Rückzahlung des investierten Geldes und zugesicherten Gewinnanteils 

ständig vertröstet, weshalb er zunächst kein Risiko habe eingehen beziehungsweise ihm deshalb 

kein Geld habe geben wollen. Daraufhin habe B.____ den vorliegenden Darlehensvertrag aus-

gefertigt, ihn damit gelockt und zugesichert, ihm damit das Geld sicher zurückzugeben. Zu der 

Höhe der Schulden, die B.____ bei ihm gehabt habe, gab der Beschuldigte an, dass es anfangs 

über Fr. 70'000.– gewesen seien, jedoch alles bis auf Fr. 20'000.– zurückbezahlt worden sei. Er 

habe von B.____ nur das ausgeliehene Geld und die gesetzlichen Verzugszinse verlangt. Er habe 

ihn diesbezüglich betrieben (Prot. HV Strafgerichtspräsidium, S. 4 f.). Vor Berufungsgericht wie-

derholt er im Wesentlichen die zuvor gemachten Aussagen und erläutert erneut das "Geschäfts-

modell" von B.____, an welchem er sich beteiligt und wofür er B.____ jeweils Geld geliehen habe. 

B.____ habe ihm jeweils die Verträge und die Banktransaktionen offengelegt. Alles habe für ihn 

"ernst" ausgesehen. Er habe beziehungsweise hätte jeweils etwa ein Drittel des aus den jeweili-

gen Geschäften resultierenden Gewinns erhalten beziehungsweise erhalten sollen (Prot. HV 

Kantonsgericht, S. 3 f.). 

 

Die Depositionen des Beschuldigten, welche sich als konstant und widerspruchsfrei erweisen, 

lassen sich zumindest teilweise mit den vor Berufungsgericht eingereichten Dokumenten objek-

tivieren. Die anlässlich der kantonsgerichtlichen Berufungsverhandlung vorgelegten und zu den 

Akten genommenen Dokumente stützen die Aussagen des Beschuldigten insofern, als ein stän-

diger Geldfluss zwischen B.____ und dem Beschuldigten bestanden hat. Auch wenn er keine 

Verträge und Kontoauszüge für das Jahr 2019 beziehungsweise die Zeit rund um den Vertrags-

schluss des Darlehensvertrages vom 5. Dezember 2019 einreicht, zeigen die nunmehr aktenkun-

digen Belege doch, dass noch nach dem Darlehensvertrag vom 5. Dezember 2019 weitere Ver-

einbarungen der nämlichen Art zwischen dem Beschuldigten und B.____ abgeschlossen wurden. 

Gemäss Vertrag vom 9. Juli 2020 "investierte" der Beschuldigte in Geschäfte von B.____ 

 
 
 

 
 
Seite 12   

Fr. 23'000.– und erhielt dafür eine Beteiligung in der Höhe von Fr. 1'152.–. Laut Darlehensvertrag 

vom 20. Oktober 2020 übergab der Beschuldige B.____ einen Betrag von Fr. 15'000.–, ohne Zin-

sen. Schliesslich ist in der Vereinbarung vom 20. Februar 2022 die Rede davon, dass der Be-

schuldigte sich bei B.____ im Investmentgeschäft mit Fr. 14'000.– beteiligt und er aus diesem 

Geschäft einen Gewinn von Fr. 1'000.– erhalten soll (vgl. Kantonsgerichtsakten, anlässlich der 

Berufungsverhandlung eingereichte Belege, S. 5-7). Aus den Kontoauszügen der Bank Z.____ 

(CH_____ lautend auf den Beschuldigten) für die Jahre 2020 und 2021 ergeht sodann, dass re-

gelmässig Zahlungseingänge von B.____ zu verzeichnen sind (z.B. am 5. Februar 2020 

Fr. 4'050.–, am 9. März 2020 Fr. 1'000.–, am 17. März 2020 Fr. 1'200.–, am 18. März 2020 

Fr. 1'000.–, am 27. März 2020 Fr. 1'000.–, am 3. April 2020 Fr. 23'000.–, etc., vgl. Kantonsge-

richtsakten, anlässlich der Berufungsverhandlung eingereichte Belege, S. 8 ff.).  

 

All dies zeigt einen regen geschäftlichen und finanziellen Austausch zwischen dem Beschuldigten 

und B.____, wobei deren konkreten Geschäfte nebulös bleiben. Auch wenn die eingereichten 

Unterlagen erst den Zeitraum ab 2020 dokumentieren, stützen diese die vom Beschuldigten dar-

gelegte Version, wonach dieser wiederholt in die Geschäfte von B.____ "investiert" hat und re-

gelmässig Geld zwischen den beiden hin und her geflossen ist. Es bleibt nach den vorstehenden 

Erwägungen festzuhalten, dass eine finanzielle Notlage beziehungsweise eine Zwangslage sei-

tens B.____ zum Zeitpunkt der Unterzeichnung des Darlehensvertrages vom 5. Dezember 2019 

nicht erstellt ist und folglich auch der Beschuldigte nicht vom Bestehen einer solchen hat ausge-

hen oder diese hat in Kauf nehmen müssen. Vielmehr zeigt das Beweisergebnis, dass (auch) der 

Darlehensvertrag vom 5. Dezember 2019 im Zusammenhang mit einem entsprechenden "Inves-

titionsgeschäft" zu betrachten ist, B.____ Geld für dieses Geschäft benötigte, weshalb er den 

entsprechenden Vertrag ausfertigte, um den Beschuldigten zu motivieren, weiterhin Geld zu ge-

ben. Wenn B.____ ohne Geld des Beschuldigten abgehalten worden wäre, seinen "Geschäften" 

nachzugehen, so reicht das offensichtlich nicht aus, um eine Zwangslage im Sinne von Art. 157 

StGB zu begründen. Der Sachverhalt gemäss Anklage ist nicht erstellt.  

2.2. Entsprechend den vorstehenden Erwägungen ist der Beschuldigte in Gutheissung sei-

ner Berufung vom Vorwurf des Wuchers freizusprechen.  

 

3. Strafzumessung  

3.1 Die Vorinstanz hat erwogen, dass das Gericht die Strafe nach dem Verschulden des 

Täters bemisst, wobei es dessen Vorleben, persönliche Verhältnisse und die Wirkung der Strafe 

 
 
 

 
 
Seite 13   

auf sein Leben berücksichtigt (Art. 47 Abs. 1 StGB). Dabei wird das Verschulden nach der 

Schwere der Verletzung oder Gefährdung des betroffenen Rechtsguts, nach der Verwerflichkeit 

des Handelns, den Beweggründen und Zielen des Täters sowie danach bestimmt, wie weit er 

nach den inneren und äusseren Umständen in der Lage war, die Gefährdung oder Verletzung zu 

vermeiden (Art. 47 Abs. 2 StGB). Aufgrund des erstinstanzlich ergangenen Schuldspruchs wegen 

grober Verletzung von Verkehrsregeln (Art. 90 Abs. 2 des Strassenverkehrsgesetzes [SVG, 

SR 741.01]) hat das Strafgerichtspräsidium eine Geldstrafe von 25 Tagessätzen sowie in Anwen-

dung von Art. 42 Abs. 4 StGB eine Busse in der Höhe von Fr. 600.– (bzw. im Falle schuldhafter 

Nichtbezahlung derselben eine Ersatzfreiheitsstrafe von 6 Tagen) ausgesprochen. Im Rahmen 

der Asperation hat die Vorinstanz die wegen Wuchers festgesetzte Einsatzstrafe um 15 Tagess-

ätze auf 105 Tagessätzte erhöht. Die Tagessatzhöhe hat das Strafgerichtspräsidium ausgehend 

von einem monatlichen Nettoeinkommen des Beschuldigten in der Höhe von Fr. 7'583.– auf 

Fr. 120.– festgesetzt. Die Geldstrafe wurde bedingt vollziehbar bei einer Probezeit von 2 Jahren 

ausgesprochen. Die Einkommens- und Vermögensverhältnisse sind seit dem erstinstanzlichen 

Urteil unverändert geblieben. 

 

3.2 Der Beschuldigte hat weder den Schuldspruch wegen grober Verletzung der Verkehrs-

regeln noch die diesbezügliche Strafzumessung angefochten. Er hat keine Anträge gestellt oder 

Ausführungen dazu gemacht. Die Strafzumessung ist unter Verweis auf die zutreffenden Erwä-

gungen der Vorinstanz (vgl. Urteil des Strafgerichtspräsidiums, E. III.; Art. 82 Abs. 4 StPO) zu 

bestätigen. Mit der Vorinstanz ist der Beschuldigte somit zu einer Geldstrafe von 25 Tagessätzen 

zu Fr. 120.–, mit bedingtem Strafvollzug, unter Auferlegung einer Probezeit von 2 Jahren, sowie 

zu einer Busse von Fr. 600.– (bzw. im Falle schuldhafter Nichtbezahlung derselben zu einer Er-

satzfreiheitsstrafe von 6 Tagen) zu verurteilen.  

 

 

 

IV. Kosten 

1. Vorinstanzliches Verfahren  

1.1 Die Verfahrenskosten setzen sich zusammen aus den Gebühren zur Deckung des Auf-

wands und den Auslagen im konkreten Straffall (Art. 422 Abs. 1 StPO). Die beschuldigte Person 

trägt die Verfahrenskosten, wenn sie verurteilt wird (Art. 426 Abs. 1 StPO). Fällt die 

 
 
 

 
 
Seite 14   

Rechtsmittelinstanz selbst einen neuen Entscheid, so befindet sie darin auch über die von der 

Vorinstanz getroffene Kostenregelung (Art. 428 Abs. 3 StPO).  

 

1.2 Mit vorinstanzlichem Urteil wurde der Beschuldigte zur Tragung der Verfahrenskosten 

im Umfang von drei Fünfteln verurteilt und zwei Fünftel wurden zu Lasten des Staates verlegt. 

Unter Berücksichtigung des im Berufungsverfahren erfolgten Freispruchs vom Vorwurf des Wu-

chers bleibt lediglich der nicht angefochtene erstinstanzlich ergangene Schuldspruch wegen gro-

ber Verletzung der Verkehrsregeln bestehen. Entsprechend rechtfertigt es sich, die vorinstanzli-

chen Verfahrenskosten, bestehend aus den Kosten des Vorverfahrens von Fr. 1'914.– und der – 

aufgrund des zu Recht ergriffenen Rechtsmittels und Verlangens eines begründeten Urteils re-

duzierten – Gerichtsgebühr von Fr. 750.–, im Umfang von 90 Prozent, ausmachend Fr. 2'397.60, 

auf die Staatskasse zu nehmen und im Umfang von 10 Prozent, ausmachend Fr. 266.40, dem 

Beschuldigten aufzuerlegen. 

 

1.3 Wird die beschuldigte Person ganz oder teilweise freigesprochen oder wird das Verfah-

ren gegen sie eingestellt, so hat sie Anspruch auf Entschädigung ihrer Aufwendungen für die 

angemessene Ausübung ihrer Verfahrensrechte (Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO). Entsprechend dem 

vorliegenden Verfahrensausgang gehen von den vorinstanzlichen Kosten des Wahlverteidigers 

des Beschuldigten in der Höhe von Fr. 6’865.45 (inklusive Auslagen, Hauptverhandlung, Wegzeit 

und 7,7 % Mehrwertsteuer) in Anwendung von Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO 90 Prozent, ausma-

chend Fr. 6’178.90, zu Lasten des Staates. 

 

2. Berufungsverfahren  

2.1 Gemäss Art. 428 Abs. 1 StPO tragen die Parteien die Kosten des Rechtsmittelverfah-

rens nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens. Als unterliegend gilt auch die Partei, 

auf deren Rechtsmittel nicht eingetreten wird oder die das Rechtsmittel zurückzieht. Die ordentli-

chen Kosten des Berufungsverfahrens werden in Anwendung von § 12 Abs. 1 des Gebührentarifs 

(GebT; SGS 170.31) auf Fr. 5'400.–, beinhaltend eine Gebühr von Fr. 5'250.– sowie Auslagen 

von Fr. 150.–, festgesetzt. Beim vorliegenden Verfahrensausgang – mithin der Gutheissung der 

Berufung des Beschuldigten – sind die ordentlichen Kosten des Berufungsverfahrens auf die Ge-

richtskasse zu nehmen.  

 

 
 
 

 
 
Seite 15   

2.2 Gemäss Art. 436 Abs. 1 StPO richten sich Ansprüche auf Entschädigung und Genugtu-

ung im Rechtsmittelverfahren nach den Art. 429 bis 434 StPO. Diesen Bestimmungen ist zwar 

keine Regelung im Sinne von Art. 428 Abs. 1 StPO zu entnehmen, dessen ungeachtet hat sich 

indes auch der Anspruch auf Entschädigung im Rechtsmittelverfahren nach Massgabe des Ob-

siegens oder Unterliegens zu richten (PATRICK GUIDON, Die Beschwerde gemäss Schweizeri-

scher Strafprozessordnung, 2011, N 578; STEFAN WEHRENBERG/FRIEDRICH FRANK, Basler Kom-

mentar StPO, 3. Aufl. 2023, Art. 436 N 6; JOSITSCH/SCHMID, a.a.O., Art. 436 N 1).  

 

In Anbetracht des Verfahrensausgangs zu Gunsten des Beschuldigten hat dieser folglich An-

spruch auf eine angemessene Entschädigung für seine Parteikosten im Berufungsverfahren. Der 

Verteidiger des Beschuldigten, Advokat Dr. Alex Hediger, macht mit Honorarnote vom 3. März 

2025 für das Berufungsverfahren einen Aufwand von 14.93 Stunden zu einem Stundenansatz 

von Fr. 250.– zuzüglich Auslagen von Fr. 109.80 und 7.7% (auf Fr. 177.80, ausmachend 

Fr. 13.70) bzw. 8.1% (auf Fr. 3'664.50, ausmachend Fr. 296.80) Mehrwertsteuer geltend. In Be-

zug auf den anzuwendenden Stundenansatz geben § 2 Abs. 1 in Verbindung mit § 3 Abs. 1 der 

Tarifordnung für die Anwältinnen und Anwälte (TO, SGS 178.112) einen Rahmen von Fr. 200.– 

bis Fr. 350.– pro Stunde vor, wobei die konkrete Bemessung innerhalb dieser Schranken je nach 

Schwierigkeit und Bedeutung der Sache sowie der damit verbundenen Verantwortung zu erfolgen 

hat. Da das vorliegende Verfahren weder in tatsächlicher noch in rechtlicher Hinsicht ausseror-

dentliche Schwierigkeiten bietet, erachtet das Kantonsgericht in casu einen Stundenansatz von 

praxisgemäss Fr. 230.– als angemessen. Entsprechend wird Advokat Dr. Alex Hediger für das 

Berufungsverfahren eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 3'543.70 (14.93 Stunden à 

Fr. 230.– und Auslagen von Fr. 109.80) zuzüglich 7.7% Mehrwertsteuer von Fr. 10.90 und 8.1% 

Mehrwertsteuer von Fr. 247.60, insgesamt somit Fr. 3'829.20, aus der Staatskasse entrichtet. 

 

 
 
 

 
 
Seite 16   

Demnach wird erkannt: 

 
://: I. Das Urteil des Strafgerichtspräsidiums Basel-Landschaft vom 24. Au-

gust 2023, auszugsweise lautend:  

 

"1. A.____ wird des Wuchers sowie der groben Verlet-

zung von Verkehrsregeln schuldig erklärt und verurteilt 

 

zu einer bedingt vollziehbaren Geldstrafe von 105 Ta-

gessätzen zu je Fr. 120.–, 

 

unter Anrechnung der vom 4. Februar 2020 bis zum 5. 

Februar 2020 ausgestandenen vorläufigen Fest-

nahme von 1 Tag, 

 

bei einer Probezeit von 2 Jahren, 

 

sowie zu einer Busse von Fr. 600.–, 

 

im Falle schuldhafter Nichtbezahlung der Busse tritt an 

deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 6 Tagen, 

 

in Anwendung von Art. 157 Ziff. 1 Abs. 1 StGB, Art. 90 

Abs. 2 SVG sowie Art. 34 Abs. 1 und Abs. 2 StGB, 

Art. 42 Abs. 1 und Abs. 4 StGB, Art. 44 Abs. 1 StGB, 

Art. 49 Abs. 1 StGB, Art. 51 StGB und Art. 106 StGB. 

 

2. A.____ wird von der Anklage der versuchten Nötigung 

freigesprochen. 
 

3. […] 
 

4. Die Verfahrenskosten bestehen aus den Kosten des 

Vorverfahrens von Fr. 1'914.– und der Gerichtsgebühr 

von Fr. 1'500.–. 

 

A.____ trägt in Anwendung von Art. 426 Abs. 1 StPO 

drei Fünftel der Verfahrenskosten. Zwei Fünftel der 

Verfahrenskosten gehen zu Lasten des Staates. 

 

 
 
 

 
 
Seite 17   

Wird kein Rechtsmittel ergriffen und kein begründetes 

Urteil verlangt (Art. 82 Abs. 2 StPO), wird die Gerichts-

gebühr auf Fr. 750.– ermässigt (§ 4 Abs. 1 GebT). 
 

5. Von den Kosten des Wahlverteidigers von A.____ in 

Höhe von Fr. 6’865.45 (inklusive Auslagen, Hauptver-

handlung, Wegzeit und 7,7 % Mehrwertsteuer) gehen 

in Anwendung von Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO zwei 

Fünftel, also Fr. 2’746.20, zu Lasten des Staates. 
 

6. […]" 

 
wird in Gutheissung der Berufung des Beschuldigten in den Dis-

positiv-Ziffern 1, 4 und 5 wie folgt neu gefasst:  

 

1. A.____ wird der groben Verletzung von Verkehrsre-

geln schuldig erklärt und verurteilt  

 

zu einer bedingt vollziehbaren Geldstrafe von 25 Ta-

gessätzen zu je Fr. 120.–,  

 

unter Anrechnung der vom 4. Februar 2020 bis zum 5. 

Februar 2020 ausgestandenen vorläufigen Fest-

nahme von 1 Tag, 

 

bei einer Probezeit von 2 Jahren, 

 

sowie zu einer Busse von Fr. 600.–, 

 

im Falle schuldhafter Nichtbezahlung der Busse tritt an 

deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 6 Tagen, 

 

in Anwendung von Art. 90 Abs. 2 SVG sowie Art. 34 

Abs. 1 und Abs. 2 StGB, Art. 42 Abs. 1 und Abs. 4 

StGB, Art. 44 Abs. 1 StGB, Art. 51 StGB und Art. 106 

StGB. 

 

2. A.____ wird von der Anklage des Wuchers und der 

versuchten Nötigung freigesprochen.  
 

3. [unverändert] 
 

 
 
 

 
 
Seite 18   

4. Die Verfahrenskosten bestehen aus den Kosten des 

Vorverfahrens von Fr. 1'914.– und der Gerichtsgebühr 

von Fr. 750.–. 

A.____ trägt in Anwendung von Art. 426 Abs. 1 

StPO 10% der Verfahrenskosten, ausmachend 

Fr. 266.40. 90% der Verfahrenskosten, also 

Fr. 2'397.60, gehen zu Lasten des Staates. 
 

5. Von den Kosten des Wahlverteidigers von A.____ in 

der Höhe von Fr. 6’865.45 (inklusive Auslagen, Haupt-

verhandlung, Wegzeit und 7,7 % Mehrwert-steuer) ge-

hen in Anwendung von Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO 90%, 

ausmachend Fr. 6’178.90, zu Lasten des Staates. 

 

6. [unverändert] 
 

Im Übrigen wird das Dispositiv des vorinstanzlichen Urteils in 

den rechtskräftigen Ziffern 3 und 6 unverändert als Bestandteil 

dieses Urteils erklärt.  

 
 II. Die ordentlichen Kosten des Berufungsverfahrens in der Höhe von 

Fr. 5'400.–, beinhaltend eine Gebühr von Fr. 5'250.– sowie Auslagen 

von Fr. 150.–, gehen zu Lasten des Staates. 

 

 III. Advokat Dr. Alex Hediger wird für das Berufungsverfahren eine Par-

teientschädigung in der Höhe von Fr. 3'543.70 (14.93 Stunden à 

Fr. 230.– und Auslagen von Fr. 109.80) zzgl. 7.7% Mehrwertsteuer 

von Fr. 10.90 und 8.1% Mehrwertsteuer von Fr. 247.60, insgesamt 

somit Fr. 3'829.20, aus der Staatskasse entrichtet.  

 

 IV. [Mitteilungsziffer] 

 

Präsident 
 
 
 
 
Enrico Rosa 

Gerichtsschreiberin 
 
 
 
 
Anja Dillena 

 

 
 
 

 
 
Seite 19   

 

 

Dieser Entscheid ist rechtskräftig.