# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8578df3a-515e-51fa-b6a2-7763a998b880
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-10-20
**Language:** de
**Title:** Rentenanspruch. RAD-Beurteilung vermag nicht zweifelsfrei zu überzeugen. Rückweisung zur gutachterlichen Abklärung des Gesundheitszustands und der Arbeits- und Leistungsfähigkeit.
**Docket/Reference:** IV.2022.00619
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2022.00619.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2022.00619
II. Kammer
Sozialversicherungsrichterin Grieder-Martens, Vorsitzende
Sozialversicherungsrichterin Sager
Ersatzrichterin Lienhard
Gerichtsschreiberin Barblan
Urteil
vom
20. Oktober 2023
in Sache
n
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Orion Rechtsschutz-Versicherung AG
Advokatin Graziella
Salamone
Aeschenvorstadt 50, 4051 Basel
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
1.1
X.___
, geboren
1962,
ist gelernter Metallbauschlosser und war ab April 2002
als Geschäftsleit
ungsmitglied
und Projektleiter
bei der
Y.___
AG
angestellt (Urk.
7/11 S. 6 Ziff. 5.4, Urk. 7/22).
Am
30. Oktober 2018
meldete
er sich
unter Hinweis auf
eine anlässlich eines Skiunfalls vom 26. Februar 2017 erlittene Schulterverletzung rechts bei der Invalidenversicherung zum Leistungs
bezug an (Urk.
7/11
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
zog die Akten des Unfallversicherers
bei
(Urk. 7/14, Urk. 7/28) und tätigte eigene
erwerbliche und medizinische Abklärungen
.
Mit
Vorbescheid vom 20.
Januar 2020 (Urk. 7/38)
stellte sie
die Zusprache einer halben Rente ab 1.
April 2019
bei einem Invaliditätsgrad von 50 %
in
Aussicht.
Nachdem die Pensionskasse des Versicherten
dagegen Einwände erhoben (Urk. 7/46
, vgl. auch Urk. 6/47
) und
die IV-Stelle mit neuen
erwerblichen
Unterlagen
(Urk. 7/49-50)
dokumentiert hatte
,
ersetzte
die IV-Stelle
mit Vorbescheid vom
12. Juni 2020
(Urk. 7/62)
den ursprünglichen Vorbescheid
und stellte
bei einem Invaliditätsgrad von 35 %
die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht.
Dagegen erhob der Versicherte am 10. Juli 2020 Einwände (Urk. 7/70) und wies unter anderem auf linksseitige Fuss
beschwerden
nach ein
em
am
21. Mai 2019
erlittenen Distorsionstrauma
sowie eine linksseitige Schulterproblematik nach einem Sturzereignis vom 9. Februar 2020 hin
(S. 3 Ziff. 10)
. In der Folge zog die IV-Stelle die Akten des
Unfallversicherers betreffend das Ereignis vom 21. Mai 2019 (Urk. 7/
72) sowie betreffend das Ereignis vom 9. Februar 2020 (
U
rk. 7/73) bei
und
unterbreitete die Akten nach
weitere
n
medizinische
n
Abklärungen
ihrem
regionale
n
ärztliche
n
Dienst (RAD
; vgl. Urk. 7/84
)
.
1.2
Mit Vorbescheid vom 1. März 2021 (Urk. 7/86) ersetzte
die IV-Stelle den Vor
bescheid vom 12. Juni 2020 und stellte die Zusprache einer befristeten ganzen Rente vom 1. Februar bis 31. August
2020
bei einem Invaliditätsgrad von
100
%
in Aussich
t
.
Für die Zeit ab September 2020 ging sie wiederum von einem Inva
liditätsgrad von 35 % aus.
Nachdem der
Ver
s
icherte
dagegen
am 15. April 2020 (richtig: 2021) Einw
ä
nd
e
erhob
en hatte
(Urk. 7/88)
,
holte die IV-Stelle weitere Arztberichte ein. Nach Gewährung des rechtlichen Gehörs (vgl. Urk. 7/112/1-2, Urk. 7/117
, Urk. 7/121
) und
erneuter
Konsultation ihres
RAD (
Urk. 7/122/4-5)
verfügte
sie
a
m 24. Oktober 2022 wie
zuletzt
vorbeschieden (Urk. 7/
135
= Urk.
2)
.
2.
Am 2
5
. November 2022
(Datum Postaufgabe)
erhob der Versicherte Beschwerde gegen die Verfügung vom 24. Oktober 2022 (Urk. 2) und beantragte, diese sei
aufzuheben, und ihm seien die gesetzlichen Leistungen zu gewähren. Hierzu sei die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen und diese habe den rechts
erheblichen medizinischen Sachverhalt im Rahmen eines Gutachtens rechtskon
form abzukl
ä
ren und hernach über den Leistungsanspruch neu zu entscheiden (Urk. 1 S. 2 oben).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 17. Januar 2023 (Urk. 6) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 19. Januar 2023 (Urk. 8) zur Kenntnis gebracht und gleichzeitig
darauf hingewiesen, dass die Anordnung des beantragten zweiten Schriftenwechsels (vgl. Urk. 1 S.
2 Mitte
) nicht als erforderlich erachtet werde, es den Parteien jedoch unbenommen bleibe, sich nochmals zur Sache zu äussern und weitere sach
bezogene Unterlagen einzureichen. Mit Eingabe vom 1. Juni 2023 (Urk. 9) äusserte sich der Beschwerdeführer im Nachgang zu einer telefonischen Nach
frage seitens des hiesigen Gerichts zum Stand betreffend die
gemäss Beschwer
deschrift
geplante Operation der linken Schulter.
3.
Der Unfallversicherer hatte dem Beschwerdeführer i
m Zusammenhang mit dem Unfallereignis vom Februar
2017
(Sturz auf die rechte Schulter beim Skifahren)
ab 1. Dezember 2019
eine Rente gestützt auf eine Erwerbsunfähigkeit von 33
% sowie eine Entschädigung gestützt auf eine Integritätseinbusse von 10
% zuge
sprochen (Verfügung vom 20. Dezember 2019, Urk.
7/33/2-5
;
aufgrund einer Falschberechnung des versicherten Verdienstes ersetzt durch Verfügung vom 28.
Januar
2020, Urk.
7/41
/2-5
;
Einspracheentscheid
vom
29. Oktober 2020
, Urk.
7/81
)
, was vom hiesigen Gericht mit Ur
teil vom 4. November 2021 bestätigt
wurde
(
Verfahren Nr. UV.2020.00272
)
.
Hinsichtlich der
linksseitigen Fussbeschwerden
nach
am 21. Mai 2019
erlittener
Fussdistorsion (Unfallmeldung vom
19. Juni 2019, Urk. 7/72/171-172
)
ging der
Unfallversicherer
von einem erreichten Status quo sine
vel
ante spätestens sechs Wochen nach dem Unfallereignis aus und stellte die Versicherungsleistungen
per 30. Juni 2019
ein
(
Verfügung vom 10. Februar 2020, Urk. 7/72/98-100;
Einspracheentscheid
vom 29. Juni 2020, Urk. 7/72/7-19
).
Hinsichtlich der linksseitigen Schulterschmerzen nach einem Sturz
ereignis
vom
9. Februar 2020
(Unfallmeldung vom
11. Februar 2020, Urk. 7/73/113
) ging der Unfallversicherer von
einem spätestens am 22. März 2020 erreichten
Sta
t
us quo
sine aus und
stellte
seine
Leistungen
auf diesen Zeitpunkt hin ein
(
Schreiben vom 3. Juli 2020, Urk. 7/73/24-25).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2022 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG), der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV), des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sowie der Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV) in Kraft getreten.
In zeitlicher Hinsicht sind
vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Rege
lun
gen
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1, 144 V 210 E. 4.3.1, je mit Hinweisen).
Da der Zeitpunkt des Invaliditätseintritts (Art. 28 Abs. 1 und 1
bis
IVG) und jener des Rentenanspruchs nicht unbedingt identisch sind, fällt eine Invalidenrente unter das neue Recht, wenn der Anspruchsbeginn ab dem 1. Januar 2022 liegt, auch wenn die Invalidität vor diesem Zeitpunkt eingetreten ist. Neurechtliche Invali
denrenten sind somit Renten, auf die gemäss Art. 29 Abs. 1 und 2 IVG der Anspruch ab dem 1. Januar 2022 entsteht (
vgl.
Rz
. 1008
des Kreisschreibens
des Bundesamtes für Sozialversicherungen zu den Übergangsbestimmungen zur Ein
führung des linearen Rentensystems [
K
S ÜB WE IV],
gültig ab 1. Januar 2022
).
Die angefochtene Verfügung erging nach dem 1. Januar 2022.
Da die Entstehung eines Rentenanspruchs vorliegend bereits vor dem 1. Januar 2022 in Betracht fällt, sind die bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Rechtsvorschriften anwend
bar, die nachfolgend auch in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind
ausschliesslich die Folgen
der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.
3
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der
Leistung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung (BGE 125 V 413 E. 2d; Urteil des Bundesgerichts 8C_780/2007 vom 27. August 2008 E. 2.3; vgl.
Meyer/Reichmuth, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflag
e 2014,
Rn
11 zu Art. 30–31
). Rechtsprechungsgemäss bildet eine solche Verfügung insgesamt den Anfechtungs- und Streitgegenstand und unterliegt integral der gerichtlichen Prüfung, selbst wenn nur einzelne Punkte davon bestritten sind (vgl. BGE 131 V 164 E. 2.2, 125 V 413 E. 2d; vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_440/2017 vom 25. Juni 2018 E. 5.1 [in BGE 144 V 153 nicht publiziert] und 9C_50/2011 vom 25. Mai 2011 E. 2.1).
Nach der Rechtsprechung sind bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten Invalidenrente die für die Rentenrevision geltenden Bestim
mungen (Art. 17 ATSG in Verbindung mit Art. 88a
IVV) analog anzuwenden (BGE 133 V
263 E. 6.1 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 9C_
122/2020 vom 26
.
Februar 2021 E. 2
).
1.
4
Im Sozialversicherungsverfahren gilt der Untersuchungsgrundsatz. Danach haben der Versicherungsträger oder das Durchführungsorgan und im Beschwerdefall das kantonale Versicherungsgericht von sich aus für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen (Art. 43 Abs. 1 und Abs. 1
bis
sowie Art. 61
lit
. c
i.V.m
. Art. 2 ATSG).
1.
5
Die RAD stehen den IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Voraus
set
zun
gen des Leistungsanspruchs zur Verfügung. Sie setzen die für die Invalidenver
sicherung nach Art. 6 ATSG massgebende funktionelle Leistungsfähigkeit der Versicherten fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgaben
bereich auszuüben. Sie sind in ihrem medizinischen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig (Art. 59 Abs. 2bis IVG). Nach Art. 49 IVV beurteilen die RAD die medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs. Die geeigneten Prüfme
tho
den können sie im Rahmen ihrer medizinischen Fachkompetenz und der allge
meinen fachlichen Weisungen des Bundesamtes frei wählen (Abs. 1). Die RAD können Versicherte bei Bedarf selber ärztlich untersuchen. Sie halten die Untersuchungsergebnisse schriftlich fest (Abs. 2; Urteil des Bundesgerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweis auf BGE 135 V 254 E. 3.3.2).
Die Funktion interner RAD-Berichte besteht darin, aus medizinischer Sicht
gewissermassen als Hilfestellung für die medizinischen Laien in Verwal
tung und Gerichten, welche in der Folge über den Leistungsanspruch zu entscheiden haben – den medizinischen Sachverhalt zusammenzufassen und zu würdigen, wozu namentlich auch gehört, bei widersprüchlichen medizinischen
Akten eine Wertung vorzunehmen und zu beurteilen, ob auf die eine oder die andere Ansicht abzustellen oder aber eine zusätzliche Untersuchung vorzuneh
men sei. Sie würdigen die vorhandenen Befunde aus medizinischer Sicht (Urteil des Bundesgerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweisen).
Der Beweiswert von RAD-Berichten nach Art. 49 Abs. 2 IVV ist mit jenem externer medizinischer Sachverständigengutachten vergleichbar, sofern sie den praxisgemässen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1) genügen und die Arztperson über die notwendigen fachlichen Qualifi
kationen verfügt (BGE 137 V 210 E. 1.2.1). Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweis
würdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 145 V 97 E. 8.5, 142 V 58 E. 5.1 mit Hinweisen)
.
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2
, Verfü
gungsteil 2
) davon aus,
dass der Beschwerdeführer seit 26. Februar 2017 in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sei und ein Rentenanspruch nach bestandenem Wartejahr frühestens im April 2019 (sechs Monate nach Eingang der Anmeldung) habe entstehen können. Zu diesem Zeitpunkt sei
der Beschwerdeführer
in der bisherigen Tätig
keit noch zu 50 %, in einer leichten
bis mittelschweren Tätigkeit
hingegen voll arbeitsfähig gewesen (S. 1 Mitte). Bei Gegenüberstellung des bei guter Gesundheit erzielbaren Verdienstes und des noch möglichen Verdienstes in einer angepassten Tätigkeit resultiere kein anspruchsbegründender Invaliditäts
grad von mindestens 40 %
. Im November 2019 habe sich die gesundheitliche Situation massgeblich verschlechtert und der Beschwerdeführer sei vollumfäng
lich erwerbsunfähig gewesen, womit der Invaliditätsgrad bei 100 % gelegen habe (S. 1 unten). Die nach drei Monaten
zu berücksichtigende Verschlechterung
führe ab 1. Februar 2020 zu einem Anspruch auf eine ganze Rente. Ab Juni 2020
habe
wieder eine 50%ige
Arbeitsfähigkeit bestanden. Da der Beschwerdeführer ab September 2020 in einer angepassten Tätigkeit wieder voll arbeitsfähig gewesen sei, werde die ganze Rente durchgehend bis Ende August 2020 bezahlt (S. 2 oben).
Für die Ermittlung des Einkommens mit gesundheitlicher Einschränkung sei der durchschnittliche Tabellenlohn für Männer in einer Hilfstätigkeit massgebend. Ein leidensbedingter Abzug sei nicht vorzunehmen (S. 2 Mitte).
2.2
Der Beschwerdeführer machte demgegenüber geltend (Urk. 1),
aus den von der Beschwerdegegnerin im Rahmen des
Vorbescheidverfahrens
neu eingeholten medi
zinischen Unterlagen ergebe sich insgesamt keine Verbesserung, sondern eine Verschlechterung
der gesundheitlichen Gesamtsituation seit August 2020
(S.
4 Ziff.
5)
. Der
RAD
habe
bereits in früheren Stellungnahmen die in den Ar
ztberichten
erwähnten
und im Rahmen des rechtlichen Gehörs vorgebrachten Beschwerden
nicht gewürdigt
u
nd die angefochtene Verfügung sei ern
e
ut ohne wei
t
ere medizinische Abk
l
ärungen im Si
n
ne einer G
e
samtbeu
r
teilung ergang
en.
Es habe auch keine vertiefte respektive verwertb
a
r
e
Auseinandersetz
u
ng mit der Frage stattgefunden, inwiefern die diversen chronischen Besc
h
werd
e
n (Schultern, Rücken, Fuss)
seine
berufliche Wiedereingliederung nachteilig be
e
influss
t
e
n (S. 5 Ziff. 6)
.
Indem d
ie
Beschwerdegegnerin
lediglich zusätzliche Berichte bei den behandelnden Ärzten eingeholt und diese erneut dem RAD vorgelegt habe, sei s
i
e
ihrer Abklärungs- beziehungsweise Untersuchungspflicht gemäss Art. 43 ATSG nicht nachgekommen
.
Die Sache sei daher
zu weiteren Abklärungen
an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen
(S. 5 Ziff. 7)
. In Bezug auf die Zeit von April bis Oktober 2019
, in welcher eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit in der ange
stammten Tätigkeit anerkannt worden sei, h
abe die Beschwerdegegne
ri
n bei der Bestimmung des Invalideneinkommens
überdies
unberücksichtigt gelassen, dass er damals noch bei seinem damaligen Arbeitgeber angestellt gewesen sei
(S. 5 f. Ziff. 8).
2.3
In der Beschwerdeantwort (Urk. 6)
hielt
die Beschwerdegegnerin
dagegen
,
g
estützt auf die in Kenntnis der in der Beschwerde angeführten Arztberichte abgegebene Stellungnahme
ihres
RAD sei die Einholung eines versicherungs
externen Gutachtens als nicht notwendig erachtet worden, da sich der medizi
nische Sachverhalt als ausreichend abgeklärt erwiesen habe (S. 2 Ziff. 2). Zur Ermittlung des Invalideneinkommens für den Zeitraum von April bis Oktober 2019 könne
sodann
nicht auf den tatsächlich erzielten Verdienst beziehungsweise die konkrete beruflich-erwerbliche Situation abgestellt werden, da angesichts der
in
eine
r körperlich
angepasste
n
Tätigkeit
zumutbare
n vollen Arbeitsfähigkeit nicht habe davon ausgegangen werden können, dass
die verbleibende Arbeits
fähigkeit in zumutbarer Weise voll ausgeschöpft w
er
d
e
(S. 2 Ziff. 3).
2.4
Strittig und zu prüfen ist die Arbeitsfähigkeit beziehungsweise der Renten
anspruch des Beschwerdeführers im Verlauf ab April 2019
(vgl. Art. 29 Abs. 1 IVG)
und in diesem Zusammenhang insbesondere, ob die Beschwerdegegnerin den medizinischen Sachverhalt
rechtsgenüglich
abgeklärt hat.
3.
3.
1
Dr.
med.
Z.___
,
Chefarzt
und Leiter Schulter- und Ellbogenchirurgie
,
Klinik für Orthopädie und Traumatologie,
Kantonsspital
A.___
,
nannte im Bericht vom 24. Januar 2019
(Urk. 7/19/8-9)
als Diagnose ein
regredientes
Rehabilitationsdefizit
der
Schulter rechts bei Status nach arthros
kopischer
Rotatorenmanschetten
r
ekonstruktion
(Supra-, partiell Infraspinatus) rechts vom 30. April 2018
. Er
führte aus,
den Beschwerdeführer b
is Ende März 2019
n
och zu 50% arbeitsunfähig geschrieben
zu haben
. Per 1. April 2019 beginne er wieder 75 % zu arbeiten (S. 2 oben). Im Schreiben vom 28. Februar 2019 (Urk. 7/19/7) ergänzte Dr.
Z.___
, mittelfristig sei wieder mit einer vollen Arbeitsfähigkeit zu rechnen, sodass aus schulterorthopädischer Sicht keine Invali
dität zu erwarten sei.
3.
2
Am 2. Mai 2019 (Urk. 7/24/7-8) berichtete Dr.
Z.___
,
A.___
,
der Beschwerdeführer
habe
anlässlich der
Einj
ahreskontrolle
vom
30. April 2019
nach erfolgter Sehnen
rekonstruktion angegeben, mit dem Operationsresultat weiterhin nur mässig zufrieden zu sein
,
und
habe
über eine persistierende Minderbelastbarkeit insbe
sondere bei Überkopffunktionen berichtet. Per 1. April 2019 habe er ihn daher wieder zu 50 % arbeitsunfähig geschri
e
ben, wobei der Beschwerdeführer eigenen Angaben zufolge ganztags im G
e
schäft sei, jedoch mit eingeschränkter Leistungs
fähigkeit. Neu aufgetreten seien nun auch linksseitige Schulterschmerz
e
n und aktuell
habe
d
er
Beschwerdeführer
zude
m
etwas mehr Probleme von Seiten der bereits seit Jahren bekannten lumbalen Diskushernie (S.
1 Mitte)
. Bei klinisch im Vordergrund stehender subacromialer Problematik sei eine subacromiale Infil
tra
tion
der rechten Schulter
durchgeführt worden, nach welcher sich der Beschwer
deführer sofort deutlich beschwerdeärmer gezeigt habe. Er starte nochmals mit einer Physiotherapie (S. 2).
3.
3
Dr. med.
B.___
, Facharzt für Allgemeine Medizin, verwies in sei
nem Bericht vom 16. Mai 2019
(Urk. 7/24/9-10)
betreffend die rechtsseitige Schulterproblematik auf die Berichte von Dr.
Z.___
(Ziff. 2.1). Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er eine koronare Herzkrankheit und ein rezidivierendes
lumbovertebrales
Syndrom (Ziff. 2.6). Zur beruflichen Situ
ation führte er aus, der Beschwerdeführer sei
in einer auf Sonnenschutz
vorrichtungen spezialisierten Firma
zu 60 % im Büro und etw
a zu 40 % im Aussendienst auf Baustellen tätig. Dabei müsse er auf Gerüste klettern
und f
ür Ausmessarbeiten immer wieder Überkopf arbeiten, was er aber nicht mehr könne.
E
r
müsse daher eine Hilfsperson mitnehmen. B
e
i den «Ki
c
k-off» Arbeiten müsse er teilweise auch beim Abladen von Material helfen und vor Ort instruieren. Im Büro erstelle er Offerten, um Aufträge zu generieren. Dabei müsse er die Arbeit aufgrund von
Schulterschmerzen immer wieder unterbrechen (Ziff.
3).
Aus haus
ärztlicher Sicht sei es
unrealistisch, dass er eine ander
weitige
angepasste Tätigkeit zu mehr als 50
% ausführen könne
(Ziff. 4.3).
3.
4
Im Bericht vom
12. Juni 2019
(Urk. 7/25/4-5) nannte
Dr.
Z.___
,
A.___
, als Diagnosen ein
residuelles
subacromiales
Impingement
Schulter rechts sowie ein subacromiales
Impingement
links
(S. 1 Mitte)
. Er führte aus,
die Arbeitsun
fä
higkeit nochmals verlängert zu haben, nachdem der Beschwerdeführer bezüglich der rechten Schulter wieder rezidivierende Schmerzen angegeben und
von e
ine
r
nur 50
-
bis
60%ige
n
Leistungsfähigkeit bei ganztä
g
iger Arbeit berichtet habe.
Zudem habe er auf Wunsch des Beschwerdeführers bei zunehmenden Beschwer
den im Ber
e
ich des linken Schultergelenks auch die linke Schulter infiltriert (S. 1 unten).
3.
5
Dr.
med.
C.___
, Fachärztin für Chirurgie, Suva Kreisärztin, berichtete
am 25.
Juli 2019 über die kreisärztliche Untersuchung des Beschwerdeführers vom
Vortag
(Urk.
7/
28/69-75
) und nannte als Diagnose Restbeschwerden bei Status
nach arthroskopischer
Rotatorenmanschettenrekonstruktion
, subacromiale Dekom
pression mit
Bursektomie
im
April 2018 bei Status nach SLAP II-Läsion mit Partialläsion der
Subscapularissehne
und transmurale
r
Ruptur der Supra
spinatussehne nach Sturz beim Skifahren im Februar 2017 (S. 6). Sie führte aus, klinisch zeige sich eine Bewegungseinschränkung im Bereich der rechten Schulter oberhalb der Horizontalen sowie eine verminderte Kraftentwicklung oberhalb der Horizontalen. Insgesamt liege ein mässiges postoperatives rehabilitiertes Ergebnis knapp 14 Monate nach Operation vor (S.
6 unten).
Eine optimal angepasste, leichte bis mittelschwere manuelle Tätigkeit, bis zur Horizontalen, ohne kraftvolle Zug-, Stoss- und Drehbewegungen, ohne einsei
tiges Abstützen, kraftvolles Zupacken, Schläge, Vibrationen mit rechts, ohne Besteigen von Leiter
n
und Gerüst
en
mit Gewicht, sei ganztags 100 % zumutbar
(
S
. 7 oben)
3.
6
Am 14. August 2019 (Urk. 7/26/5-6) berichtete Dr.
Z.___
,
A.___
, der Beschwer
de
führer zeige weiterhin eine leichte
residuelle
postoperative Steife
der rechten Schulter
.
Er habe
ihm
die attestierte Arbeitsfähigkeit von 50 % (vgl. S.
1
unten
) nochmals verlängert (S. 2). Im Schreiben vom 2. September 2019 (Urk.
7/26/4) ergänzte Dr.
Z.___
, das Ziel sei nach wie vor die Wiederaufnahme der Arbeit zu 100 %. Eine Invalidität sei nicht zu erwarten.
3.
7
Im Bericht vom 29. Oktober 2019 (Urk. 7/77/3-4) führte Dr.
Z.___
,
A.___
, aus, in der Abschlusskontrolle 18 Monate nach erfolgte
r
Sehnenrekonstruktion habe sich der Beschwerdeführer mit dem Operationsresultat nach wie vor nicht vollumfäng
lich zufrieden gezeigt. Allerdings habe er angegeben, wieder uneingeschränkt zu arbeiten (S. 1 unten). Möglicherweise korrigiere sich die Bewegungseinschrän
kung noch über die nächsten Monate. Eine vollständige Restitutio ad integrum sei nicht zu erwarten (S. 2 oben).
3.
8
Am 21. Mai 2019
zog
sich der Beschwerdeführer ein
Supinationstrauma
des linken
obere
n
Sprunggelenk
s
(OSG)
zu
(
vgl.
Beurteilung durch Dr.
B.___
vom
20. Juni 2019, Urk. 7/72/165
; Unfallmeldung vom 19. Juni 2019, Urk.
7/72/171-172
)
und stand deswegen ab dem 17. September 2019 in der
Fuss
sprechstunde der
Klinik für Orthopädie und Traumatologie,
A.___
,
in Behandlung (vgl. Urk. 7/75/7 Ziff. 1.1).
In der Magnetresonanztomographie (MRI) des linken Sprunggelenks vom 25.
September 2019 (Urk. 7/72/148) wurde ein Split der
Peroneus
brevis
-Sehne objektiviert, welche
r
am 14. November 2019 durch
D
r. med.
D.___
, Leitender Arzt, Klinik für Orthopädie und Traumatologie,
A.___
,
operativ versorgt wurde (Operationsbericht vom 14. November 2019, Urk. 7/72/155-156
).
Im
Austrittsbericht vom 26. November 2019
über die
Hospitalisation
im
A.___
vom 14. bis 18. November 2019 (
Urk. 7/72/160-161
) wurde dem Beschwer
de
führer vom 14. November bis 31. Dezember 2019 eine 100%ige Arbeitsun
fähigkeit attestiert (S. 2 unten).
Diese wurde anlässlich der Verlaufskontrolle vom
30. Dezember 2019 bei insgesamt eher zöge
rl
ichem Rehabilitationsverlauf bis Mitte Februar 2020 verlängert (Bericht vom 6. Januar 2020, Urk. 7/80/10-11, S.
2 oben und Mitte).
3.
9
Im Bericht
vom
11. Februar 2020
(
Urk. 11/73/104-105
)
nannte Dr
.
D.___
,
A.___
, als Diagnosen eine Kontusion des Fusses links, Unfall vom 9.
Februar 2020 (vgl. Unfallmeldung vom 11. Februar 2020, Urk. 7/73/113)
,
sowie einen
dringenden Verdacht auf ein postoperative
s
CRPS
drei Monate nach Exploration und Naht der
Peroneus
brevis
-Sehne links
und minimalinvasiver (MIS) lateral verschiebender Calcaneus Osteotomie
(S. 1 Mitte, S. 2 Mitte).
Dr.
D.___
führte aus, d
ie Röntgenuntersuchung des linken Fusses vom 11.
Februar 2020
(vgl. Urk. 7/73/86)
habe
keinen Anhalt für eine Fraktur
ergeben
und eine in Konsolidierung befindliche Calcaneus-Osteotomie ohne Lockerung des Osteosynthesematerials
gezeigt
(S. 2 oben).
Er
empfahl eine zeitnahe Vor
stellung bei der Schmerztherapeutin im Hause, verordnete Physiotherapie und attestierte dem Beschwerdeführer bis zur nächsten Verlaufskontrolle in der ersten Maiwoche eine vollständige Arbeitsunfähigkeit (S. 2 Mitte
, vgl. auch Urk.
7/73/100
).
3.
1
0
Im
Bericht vom 28. Mai 2020 (7/73/56-57
) nannte Dr.
Z.___
,
A.___
, folgende Diag
nosen (S. 1 Mitte):
-
residuelles
subacromiales
Impingement
links bei
-
Status nach Stolpersturz vom 9. Februar 2020
-
residuelle
funktionelle Einschränkung Schulter rechts bei
-
Status nach arthroskopischer
Rotatorenmanschettenrekonstruktion
(Supra-, partiell Infraspinatus) vom 30. April 2018
-
Status nach Osteosynthesematerialentfernung (OSME) Ferse links am 14. Mai 2020
(vgl.
Operationsbericht vom 15. Mai 2020,
Urk. 7/80/6-7)
bei
-
s
törendem Osteosynthesematerial
nach MIS lateral verschiebende
r
Calcaneus-Osteotomie vom 18.
(richtig: 14.)
November 2019
Er führte aus, die linke Schulter
des Beschwerdeführers
vor drei Monaten sub
acromial infiltriert zu habe
n
, wovon
dieser
jedoch nur vorübergehend profitiert habe (S. 1 unten). Er zeige links ein klares Rezidiv eines subacromialen
Imping
e
ments
(S. 2).
3.
1
1
Am 10. Juni 2020 (Urk. 7/73/55) berichtete Dr.
Z.___
,
A.___
, die
Arthro
-MRI-Untersuchung des linken Schultergelenks vom 4. Juni 2020 (vgl. Urk. 7/73/43
44) habe eine ansatznahe Partialruptur der Supraspinatussehne jedoch ohne eigent
liche Dehiszenz gezeigt.
Nebenbefundlich
habe sich eine aktivierte
Acromio
clavikular
gelenksarthrose
gezeigt. Aktuell drängten sich keine chirurgischen Massnahmen auf. Eine Verordnung zur gezielten Physiotherapierehabilitation sei ausgestellt worden.
Am 30. Juli 2020 (Urk. 7/76/4-5) berichtete Dr.
Z.___
, der Beschwerdeführer habe in der Sprechstunde vom Vortag weiterhin ein symptomatisches linkes Schulter
gelenk bei dokumentierter Partialruptur der Supraspinatussehne gezeigt. Auf seinen Wunsch sei er nochmals subacromial infiltriert worden (S. 2).
3.
1
2
Am
24. Juli 2020 (Urk. 7/75
/7-9
)
berichtete
Dr. med.
E.___
, Assistenzärztin,
Klinik für Orthopädie und Traumatologie,
A.___
,
im Rahmen der letzten Kontrolle
in der Fusssprechstunde
vom
20. Mai 2020 hätten sich
hinsichtlich des linken Fusses
reizlose Wundverhältnisse eine Woche nach erfolgter OSME gezeigt
(Ziff.
2.
2, Ziff. 2.4
).
Es
bestehe ein
regelrechter Heilungsverlauf
,
sodass dies
be
züglich eine
Arbeitsaufnahme zu 100 % möglich
wäre
(S. 2 Ziff. 2.7)
.
Am 25. August 2020
(Urk. 7/80/4-5)
berichtete Dr.
D.___
,
A.___
, nach deutlich protrahiertem postoperati
v
em Verlauf zeige sich ein noch ausgeprägtes Defizit, vor allem der Beweglichkeit des USG und der Propriozeption
(S. 2 oben)
.
3.
1
3
Dr.
B.___
führte
im Bericht vom
21. August 2020 (Urk. 7/77
/1-2
)
aus,
d
ie Schädigung der linken Schulter Anfang dieses Jahres beinträchtige
den Beschwer
deführer
zusätzlich
.
In einer Bürotätigkeit wäre er aktuell sicher zu mindestens 50
%
bis 60 % einsetzbar. PC-Arbeiten könne er sicher durchführen.
Zusätzlich limitierend sei eine koronare Herzkrankh
ei
t, die eine gewisse Stress
intoleranz und Minderbelastbarkeit verursache (
Ziff.
2
.1
).
3.
1
4
Im Bericht vom
27. Oktober 2020 (
Urk.
7/80/1
-3
)
nannten Dr.
D.___
und Dr.
E.___
,
A.___
, als Diagnose ein persistierendes
funktionelles Defizit
mit Ein
schränkung der Beweglichkeit des unteren Sprunggelenks (USG) links neun Monate nach operativem Eingriff vom 14. November 2019 mit aktuell konsoli
dierter Osteotomie und geheilter
Peroneus
bre
v
is
-Sehne im MRI vom 3.
August 2020 (Ziff. 1.2).
Ihrerseits sei bis und mit 7. Juni 2020 eine vollständige Arbeits
unfähigkeit für die aktuelle Tätigkeit attestiert worden. Einer angepassten, rein sitzenden Tätigkeit könnte der Beschwerdeführer wahrscheinlich zu 100 % nach
gehen (Ziff. 2.1).
Aufgrund der persistierenden Beschwerden bestehe eine Vermin
derung der Leistungsfähigkeit, welche sich aktenanamnestisch nicht quantifi
zieren lasse (Ziff. 2.2).
3.
1
5
Die RAD-Ärzte
Dr.
med.
F.___
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und
Traumatologie,
und Dr.
med.
G.___
, Fachärztin für Innere Medizin, nahmen am
15. Februar 2021
Stellung zu den Akten
(
Urk.
7/84
S.
6-8)
. Sie führten aus, auf orthopädischem Fachgebiet seien ein persistierendes funktio
nel
les Defizit mit Einschränkung der Beweglichkeit des USG links, ein
residuelles
subacromiales
Impingement
der Schulter links sowie
residuelle
funktionelle Ein
schränkungen der Schulter rechts ausgewiesen, welche die funktionelle Leis
tungs
fähigkeit für körperlich belastende Tätigkeiten medizintheoretisch zweifel
los einschränkten. Diese Gesundheitsschäden seien spätestens seit Oktober 2020 stabil (S. 7
Ziff. 1
). Die internistische Diagnose einer koronaren Herzkrankheit sei medizintheoretisch bei guter medikamentöser Therapie ohne wesentliche Aus
wirkung auf die funktionelle Leistungsfähigkeit
und seit langem stabil (S. 7
Ziff.
2
).
In der bisherigen Tätigkeit als Projektleiter in einer auf Sonnen
schutzvorrichtungen spezialisierten Firma sei für die Zeit vom
1. Januar bis 13.
November 2019
medizintheoretisch
von einer Arbeitsunfä
h
igkeit von 50 %, für die Zeit vom 14. November 2019 (Operation des linken Fusses) bis 7. Juni 2020 von einer Arbeitsunfähigke
it
von 100 % und ab 8. Juni 2020 bis auf weiteres von einer Arbeitsunfähigkeit von 50 %
, entsprechend dem Umfang der in der bisherigen Tätigkeit anfallenden administrativen Arbeiten/Bürotätigkeiten,
aus
zu
gehen
(S. 8 Ziff. 4)
. Hinsichtlich einer angepassten Tätigkeit
sei von folgendem Verlauf auszugehen: keine Arbeitsunfähigkeit vom
1. Januar bis 13.
November 2019
, 100
% Arbeitsunfähigkeit v
om 14. November 2019 (Opera
tion des linken Fusses) bis 7. Juni 2020
, 50 % Arbeitsunfähigkeit
vom 8. Juni bis
etwa
31. Augus
t
2020
(letzte Kontrolle im
A.___
am 29. Juli 2020 mit erneuter Infiltration der linken Schulter)
, keine Arbeits
unfähigkeit
seit
dem 1. September 2020 und bis auf
weiteres
(S. 8 Ziff. 5). Die RAD-Ärzte formulierten sodann folgendes Belastungsprofil für eine behinderungsangepasste Tätigkeit: körperlich leichte Arbeiten ausschliesslich unterhalb der Schulterhöhe, ohne Han
t
ieren, Heben oder Tragen von Lasten über 10 kg körpern
a
h und über 2 kg körperfern, ohne Besteigen von Leitern und Gerüsten oder häufiges Gehen auf unebenem Boden (S. 8 Mitte).
3.
1
6
Im Bericht
vom 7. Mai 2021
(Urk. 7/96/3-4) führte Dr.
Z.___
,
A.___
, aus, im Anschluss an die letzte Konsultation sei bei Verdacht auf eine Tendinitis der langen Bizepssehne links am 31. März 2021 eine selektive Infiltration des
Sulcus
bicipitalis
durchgeführt worden. Der Beschwerdeführer habe davon insgesamt sehr gut profitiert und
berichte
über eine deutliche
Beschwerderegredienz
, wenn
gleich er nicht vollumfänglich schmerzfrei sei
(S. 1 unten). Im Moment seien keine weiteren Massnahmen geplant (S. 2 oben).
3.
1
7
Dr. med. H
.___
, Assistenzärztin, Klinik für Orthopädie und Trauma
tologie,
A.___
,
berichtete am
20. Mai 2021
(Urk. 7/95/1-6)
und nannte als Diagnosen eine
Peronealsehnenläsion
(17. September 2019)
sowie
eine
Plantar
fa
s
ziitis
(
10. März 2021; Ziff. 2.
5
). Sie führte aus,
am 28. April 2021 sei eine ausgeprägte
Druckdolenz
p
lantar im Bereich der Ferse zu erheben gewesen (Ziff.
2.
2
, Ziff. 2.4).
Eine
neurologische Abklärung
und ein SPECT-CT
seien ausstehend
(Ziff. 1.2
, Ziff. 2.7
).
Von fussorthopädischer Seite sei
dem Beschwer
deführer keine Arbeitsunfähigkeit attestiert worden (Ziff. 1.3).
Eine
leidensan
gepasste Tätigkeit
beziehungsweise
eine Bürotätigkeit
sei
ihm
im Umfang von achteinhalb Stunden pro Tag
und damit vollumfänglich
zumutbar
. Eine stehende Tätigkeit sei eher schwierig
(Ziff.
2.7, Ziff.
4.2).
3.
1
8
Dr.
B.___
berichtete am
1. Juni 2021
(
Urk.
7/96
/1-2
)
, seit seinem letzten Bericht
(vorstehend E. 3.1
3
)
habe sich die Situation leicht verändert. Der Beschwerdeführer gebe an, dass sich die Gesamtsituation eher verschlechtert habe. Die Beschwerden im linken Fuss hätten sich verschlimmert, weshalb vor wenigen Wochen die Ferse infiltriert worden sei. Dies habe leider nicht allzu viel genützt und weitere Untersuchungen seien ausstehend. Diese Beschwerden hinderten den Beschwerdeführer daran, längere Gehstrecken (100 bis 200 Meter) zu absolvieren. Die Situation seitens der linken Schulter habe sich nach der letzten Infiltration vom 31. März 2021 etwas stabilisiert. Der Beschwerdeführer sei aber nach wie vor nicht in der Lage, Überkopfarbeiten auszuführen (S. 1 Mitte).
Aktuell sei der Beschwerdeführer arbeitslos und auf dem regionalen Arbeitsvermittlungszentrum gemeldet.
In einer Bürotätigkeit wäre er weiterhin zu 50 % bis 60 % einsetzbar
(S. 1 unten).
3.
19
Dr. med.
I.___
, Facharzt für Innere Medizin/Kardiologie,
J.___
,
führte im Bericht vom 17. Januar 2022 über die kardiologische Verlaufskontrolle vom gleichen Tag (Urk. 7/112/3-6) aus
, aktuell lasse sich eine Progression der koronaren Herzkrankheit ergometrisch nicht sicher ausschliessen.
Als kardiovaskuläre Diagnosen nannte er eine echokardiographisch normal linksventrikuläre Funktion, eine ergometrisch verminderte Belastbarkeit, eine arterielle Hypertonie sowie einen Zustand nach Hinterwandinfarkt mit Akut
therapie 1999. Als weitere Diagnose nannte er einen latenten Diabetes mellitus (S. 1 Mitte).
3.
2
0
Im Bericht
über das Kardio-MRI vom 25. Februar 2022
(
Urk.
7/112/9
-13
)
führte PD Dr. med.
K.___
, Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie, aus, aus magnetresonanztomographischer Sicht habe eine mögliche myokardiale Ischämie (über das Infarktareal hinausreichende Hypoperfusion) nachgewiesen werden können, womit eine invasive Koronarangiographie durchaus indiziert sei bei Verdacht auf eine Myokardischämie im Bereich der Hinterwand
(S. 4 unten).
3.
2
1
Die Nachfolgerin von Dr.
D.___
(vgl. Urk. 7/106),
Dr.
med.
L.___
, Leitende Ärztin, Klinik für Orthopädie und Traumatologie,
A.___
, berichtete am
5. Mai 2022
(
Urk.
7/108
/2-8
)
und nannte als Diagnose eine chronische
Plantarfasziitis
Fuss links mit/bei Status nach MIS lateralisierender
Kalkaneus
-Osteotomie im November 2019 mit Naht der
Peroneus
brevis
-Sehne sowie Schraubenentfernung im Mai 2020
,
ohne Hinwe
i
s auf ein
Tarsaltunnel
-Syndrom
in der neurologischen Beurteilung vom 25. Mai 2021
und mit leichter
Tendinopathie
der
Peroneus
brevis
-Sehne distal der Überkreuzung im MRI vom Mai 2021
(S. 3 Ziff. 2.5). Sie führte aus, die Schraubenentfernung im Mai 2020 habe die Beschwerden im Bereich der Ferse
plantarseitig
nicht verbessert und
diverse
Physiotherapien und Eigenübungen
seien erfolglos geblieben
.
Eine Infiltration mit Kortison unter dem distalen
Ischiadikusblock
am 18. März 2021
habe die
Situation eher verschlechtert.
Im September 2021 sei mit
dem Anlegen
einer Nachtlagerungsschiene und
einer
Stosswellentherapie begonnen worden, worunter es zu einer leichten Verbesserung der Beschwerdesymptomatik gekommen sei. Die stechenden Schmerzen seien verschwunden, persistierend seien Schmerzen nach vermehrter Mobilisation (S. 3 oben). Der Beschwerdeführer werde nur bei einer Arbeit mit vermehrt sitzender Tätigkeit und reduzierter Schrittzahl eine volle, dauerhafte Arbeitsfähigkeit erreichen (S. 4 Ziff. 2.7).
3.
2
2
Im Bericht
vom 12. Mai 2022
über die kardiologische Verlaufskontrolle
vom gleichen Tag
(
Urk.
7/11
2
/1
4
-1
6
)
führte Dr. med.
M.___
, Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie,
J.___
, aus, der Beschwer
deführer klage nach wie vor über Dyspnoe NYHA II und Rückenschmerzen bei körperlicher Belastung, zum
Beispiel beim schnellen Gehen. Es werde nun eine Herzkatheteruntersuchung veranlasst (S. 3 oben).
3.
2
3
Am 14. Juli 2022
(Urk. 7/118/
13-14)
berichtete Dr.
I.___
,
J.___
,
die
invasive Untersuchung vom gleichen Tag h
abe
hämodynamisch relevante Veränderungen aus
s
chl
ie
ssen
können. Somit ergäben sich keine wei
teren Konsequenzen. Dr.
I.___
formulierte eine angepasste medikamentöse Ther
a
pieempfehlung (S. 2 oben).
3.
2
4
RAD
-Arzt Dr.
F.___
führte in seiner Stellungnahme zu den Akten vom
25. Mai 2022
(
Urk.
7/122
/4-5
)
aus
, die seit der letzten RAD-Stellungnahme eingegan
genen Berichte enthi
e
lten keine neuen
, für die Beurteilung der funktionellen Leistungsfähigkeit wesentlichen Diagnosen und auch nichts Neues hinsichtlich der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sowohl für die bisherige als auch eine angepasste Tätigkeit. Die
Arbeitsfähigkeitsb
eurteilung gemäss der letzten RAD-Stellungnahme bleibe unverändert (S. 5 Mitte)
.
3.
2
5
Im Bericht vom
26. Juli 2022 (
Urk.
7/118/
3-8
)
führte
Dr.
I.___
,
J.___
,
aus,
keine Infor
m
at
i
onen zur berufliche Situation des Beschwerde
führers zu haben und
nicht beurteilen zu können, wie viele Stunden am Tag ihm die bisherige Tätigkeit sowie eine dem Leiden angepasste Tätigkeit zumutbar sei (Ziff. 4.1-2). Als bestehende Funktionseinschränkungen
nannte
er eine Belas
tungs
dyspnoe NYHA II sowie Rückenschmerzen (Ziff. 3.4). Prognostisch
verneinte
er
eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus kardiologischer Sicht (Ziff. 2.1-4, Ziff. 2.7).
3.
2
6
RAD-Arzt Dr.
F.___
führte in seiner Stellungnahme vom
27. Juli 2022
(Urk.
7/122/6 Mitte) aus, der kardiologische Bericht vom 12. Mai 2022 (vorste
hend E.
3.
2
3
) ändere nichts an der letzten RAD-Stellungnahme, da keine Diagnose genannt werde, welche eine wesentliche Einschränkung der funktio
nellen Leis
tungsfähigkeit begründen würde
. H
ämodynamisch relevante Verän
der
ungen
seien
ausgeschlossen worden.
4.
4.1
A
m 30. April 201
8
musste sich der
Beschwerdeführer
an der rechten Schulter
einer
Rotatorenmanschetten
r
ekonstruktion
unterziehen
.
Aufgrund einer posto
pera
tiv persistierenden Minderbelastbarkeit insbesondere bei Überkopffunktionen beziehungsweise eines
residuellen
subacromialen
Imping
e
men
ts
sah sich der behandelnde
Chirurg
Dr.
Z.___
,
A.___
,
veranlasst, die ursprünglich bis Ende März 2019 attestierte Arbeitsunfähigkeit von 50 %
für die vom Beschwerdeführer damals noch ausgeübte Tätigkeit bei der
Y.___
AG
zu verlängern,
dies
letztmals
im Bericht von 14. August 2019, in welchem er weiterhin eine leichte
residuelle
postoperative Steife der rechten Schulter fes
thielt
(vgl. vorstehend E.
3.1-2, E. 3.4, E. 3.6).
Am 21. Mai 2019
hatte
sich
der Beschwerdeführer
zudem ein Distorsionstrauma
am
rechten Fuss
zugezogen
und musste sich in der Folge am 14. November 2019 bei diagnostizierter
Peron
e
alsehne
n
läsion
eine
m
fuss
chirurgischen Eingriff unterziehen
.
Am 14. Mai 2020 wurde störendes Osteo
synthesematerial im Bereich der linken Ferse entfernt
.
Der postoperative Verlauf zeigte sich deutlich protrahiert (
vgl. vorstehend E. 3.8, E. 3.10, E. 3.12
).
Im Bericht vom 27. Oktober 2020
(vorstehend E. 3.1
4
)
hielten der behandelnde Chirurg Dr.
D.___
und Dr.
E.___
,
A.___
,
ein persistierendes funktionelles Defizit mit Einschränkung der Beweglichkeit des USG
links
fest
und äusserten sich zur Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit.
Für die bisherige Tätigkeit hatten sie dem Beschwerdeführer vom 14. November 2019 bis 7. Juni 2020 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit attestiert (
vgl.
vorstehend E.
3.8-9, E. 3.1
4
).
Im
März
2021
wurde
betreffend
den linken Fuss
überdies eine
Plantarfasziitis
diagnost
i
ziert (
vgl.
vorstehend E. 3.1
7
).
Im
Bericht vom 5. Mai 2022 (vorstehend E. 3.2
1
)
beurteilte
Dr.
L.___
,
A.___
, diese
als
chronisch
und erachtete eine volle, dauerhafte Arbeitsfähigkeit nur bei einer Arbeit mit vermehrt sitzender
Tätigkeit und reduzierter Schrittzahl als erreichbar
.
Durch die medizinischen Akten aus
gewiesen
sind
ferner
linksseitige Schulter
beschwerden bei im Juni 2020 bildge
bend objektivierter Partialruptur der Supraspinatussehne
, aufgrund welcher die linke Schulter mehrfach infiltriert wurde
(vgl. vorstehend E. 3.2, E.
3.4, E. 3.10
11, E. 3.13, E. 3.1
6
)
.
Angesichts
der ausgewiesenen
orthopädischen
Gesundheitsschäden und
festge
stellten Funktionseinschränkungen
ist
mit Blick auf das Anforderungsprofil
der
vom Beschwerdeführer zuletzt ausgeübten
Tätigkeit
bei der
Y.___
AG (vgl. dazu
etwa
Urk. 7/14/60, 7/14/122-123
, Urk. 7/16/2)
davon auszugehen, dass
er
bei der Ausübung dieser Tätigkeit ab dem vorliegend massgeblichen Zeitpunkt (April 2019) erheblich und anhaltend eingeschränkt war
. Dies widerspiegelt sich nicht
zuletzt im Umstan
d
, dass der Beschwerdeführer das langjährige Arbeits
verhältnis mit der
Y.___
AG per 28. Februar 2020 auflöste (Urk. 7/73/90 oben).
Für die
Beurteilung des Rentenanspruchs
entscheidend ist damit, wie es sich mit der Arbeitsfähigkeit
in einer leidensangepassten Tätigkeit verhält.
4.2
Die Beschwerdegegnerin ging gestützt auf die Stellungnahmen ihres RAD (vorstehend E. 3.1
5
, E. 3.2
4
, E. 3.2
6
) für die Zeit vom 1. Januar bis 13. November 2019 von einer uneingeschränkten, für die Zeit vom 14. November 2019 bis 7.
Juni 2020 von einer vollständig eingeschränkten, für die Zeit vom 8. Juni bis 31. August 2020 von einer um 50 % eingeschränkten und für die Zeit ab
1.
September 2020 und bis auf Weiteres wieder
um
von einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit
aus
(vorstehend E.
2.1)
.
4.3
4.3.1
In ihrer
Aktenb
eurteilung vom 15. Februar 2021
(vorstehend E. 3.15) würdigten die RAD-Ärzte die bis zu diesem Zeitpunkt ergangenen medizinischen Berichte und
erachteten ein funktionelles Defizit mit Einschränkung der Beweglichkeit des USG links, ein
residuelles
subacromiales
Impingement
der Schulter links sowie
residuelle
funktionelle Einschränkungen der Schulter rechts als ausgewiesen
,
wobei sie hinsichtlich dieser Gesundheitsschäden von einem spätestens seit Oktober 2020 stabilen Zustand ausgingen.
4.3.2
Hinsichtlich der linksseitigen Fussproblematik
ist
durch die
nach Erstattung der RAD-Stellungnahme vom
15. Februar 2021 ergangenen medizinischen Berichte eine
Beschwerdezunahme
dokumentiert. Im
März 2021
wurde
neu
eine
Plantar
fasziitis
diagnostiziert, woraufhin
eine Infiltration der linken
Ferse
erfolgte
.
Der
Hausarzt Dr.
B.___
und
die behandelnde Chiru
r
gin Dr.
L.___
berichteten
übereinstimmend
, dass die Infiltration nicht viel genützt beziehu
ng
swe
i
se die Situation
gar
eher verschlechtert ha
be.
Dr.
B.___
wies im Juni 2021 darauf hin, dass die Beschwerden den Beschwerdeführer
daran hinderten,
Strecken von mehr als
100 bis 200 Meter zu gehen
,
und
Dr.
L.___
e
rachtete im Mai 2022
eine volle, dauerhaft
e
Arbeitsfähigk
e
it nur bei einer Arbeit mit vermehrt sitzender Tätigkeit und reduzierter Schrittzahl als erreichbar
(vgl. vorstehend E. 3.18, E.
3.21).
Das von den RAD-
Ä
rzten i
n der Beurteilung vom 15.
Februar 2021
formulierte Belas
tun
gsprofil
(vgl. vorstehend E. 3.15)
trägt de
r
von den behan
delnden Ärzten im w
e
iteren Verlauf beschriebenen eingeschränkten Gehfähigkeit
keine Rechnung
.
Es
enthält
ledi
gl
ich ein
e Restriktion hinsichtlich
hä
ufigem
Gehen auf unebenem Bode
n
, obwohl
Dr.
D.___
und Dr.
E.___
bereits
im Bericht vom 27. Oktober 2020 (vorstehend E. 3.14)
gar
lediglich hinsichtlich einer rein sitzenden Tätigkeit von einer 100%igen Arbeitsfähig
k
e
i
t ausgegangen waren
und darüber hinaus
e
ine Verminderung der Leistungsfähigkeit
aufgrund von persistierenden Beschwerden
bejaht hatten
,
welche sie jedoch nicht quantifizi
e
r
en konnten
.
RAD-Arzt Dr.
F.___
setzte sich i
n seiner ergänzenden Stellungnahme vom 25. Mai 2022 (vorstehend E. 3.24) nicht näher mit den nach der RAD-Stellungnahme vom 15. Februar 2021 er
statteten
Berichte
n
betreffend
den linken Fuss
und insbesondere nicht mit den
gemäss
Dr.
L.___
hinsichtlich einer ange
passten Tätigkeit zu berücksichtigenden
Einschränkungen auseinander
. S
eine
unbe
gründete
Feststellung
, wonach sich
hinsichtlich der Beurteilung der Arbeits
fähigkeit
seit der letzten RAD-Stellungnahme
nichts Neues
ergebe,
kann daher nicht zweifelsfrei nachvollzogen werden.
4.
3.3
A
uch
betreffend
die
linksseitige
Schulterproblematik
präsentiert sich
bis zum
Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung vom 24. Oktober 2022
(Urk.
2)
, welcher die zeitliche Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugnis bildet,
ein
instabil
e
r
Verlauf
.
So wurde die linke Schulter n
ach
am
29. Juli 2020 erfolgte
r
Infiltration (vgl. vorstehend E. 3.1
1
), auf welche die RAD-Ärzte in ihrer Stellungnahme vom 15. Februar 2021
(vorstehend E.
3.15)
Bezug
genommen hatten
, bei einem Verdacht auf e
i
ne Tendinit
i
s der langen Bizepssehne am 31.
März 2021
ein weiteres
Mal
infiltriert. Während Dr.
Z.___
im Bericht vom 7.
Mai 2021
(vorstehend E. 3.16)
noch festgehalten hatte, dass der Beschwerde
führer davon insgesamt sehr gut profitiert habe, geht aus dem vom Beschwer
deführer
zwar erst
im Rahmen des Beschwerdeverfahrens eingereichten
, aber einen Zeitraum vor Verfügungserlass beschlagenden und damit im vorliegenden Verfahren zu berücksichtigenden,
E-Mailverkehr
hervor, dass
s
ich
der Beschwer
deführer
aufgrund eines Schmerzrezidivs
am 23.
November 2021
erneut
an
Dr.
Z.___
wandte
(Urk.
3
S. 5 f.)
. In der Folge infiltrierte
dieser die linke Schulter soweit ersichtlich am 21. Dezember 2021
erneut
,
wobei auch diese Infiltration nur temporäre Linderung verschaffte (vgl. Urk. 3
S. 2 unten, S. 4)
.
Der
E-Mail des Beschwerdeführers an Dr.
Z.___
vom 22. Oktober 2022
ist sodann zu entnehmen
, dass
Dr.
Z.___
dem Beschwerdeführer
bereits
vor Erlass der angefochtenen Verfü
gung
offenbar
ein operatives Vorgehen
vorgeschlagen hatte
(Urk. 3 S. 1 f.)
.
Gemäss
Angaben des Beschwerdeführer
s
musste die
ursprünglich
für
Januar 2023 geplante Operation
(vgl. Urk. 1 S. 5 oben)
aufgrund der instabilen Situation den linken Fuss betreffend indes verschoben werden
(Urk. 9).
4.
3.4
Nach dem Gesagten
ergibt sich,
dass
hinsichtlich der linksseitigen Fuss- und Schulterbeschwerden
im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung
entgegen der in
der RAD-Beurteilung vom 15. Februar 2021 getroffene
n
Feststellung
nicht von
einer
spätestens seit Oktober 2020
stabilen Situation
ausgegangen werden konnte
.
Aufgrund des sich bis zum
Verfügungserlass
präsentierenden Verlaufs bestehen
Zweifel daran
,
ob die
von den RAD-Ärzten
im Februar 2021
getroffenen Feststellungen zum Umfang und Verlauf der Arbeitsfähigkeit in einer leidens
angepassten Tätigkeit und insbesondere auch das formulierte Belastungsprofil dem beim Beschwerdeführer bestehenden Gesundheitsschaden ausreichend Rech
nung tragen.
Dass RAD-Arzt Dr.
F.___
in seiner ergänzenden Stellungahme vom 27. Juli 2022
(vorstehend E. 3.26)
hins
i
chtlich der ebenfalls aktenkundigen kardiologischen Problematik
an der Beurteilung gemäss RAD-Stellungnahme vom 15. Februar 2021 festhielt
, ist mit Blick auf d
as
Ergebnis de
r invasiven
kardiologischen
Unter
suchung vom 14. Juli 2022
(vorstehend E. 3.23)
z
war soweit nachvollziehbar.
Dass
er insgesamt
von keiner hinsichtlich der Beurteilung der Arbeitsfähig
keit
relevant veränderten medizinischen Sachlage ausging
(vgl. vorstehend E. 3.24)
,
vermag indes nicht zweifelsfrei zu überzeugen.
4.
4
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1
des
Gesetz
es
über das Sozialversicherungsgericht
,
GSVGer
).
Bei ungenügenden Abklärungen durch den Versicherungsträger holt die Beschwer
deinstanz im Regelfall ein Gerichtsgutachten ein, wenn sie einen (im Verwaltungsverfahren anderweitig erhobenen) medizinischen Sachverhalt über
haupt für gutachterlich abklärungsbedürftig hält oder wenn eine Adminis
tra
tivexpertise in einem rechtserheblichen Punkt nicht beweiskräftig ist. Die betreffende Beweiserhebung erfolgt alsdann vor der – anschliessend reforma
torisch entscheidenden – Beschwerdeinstanz selber statt über eine Rückweisung an die Verwaltung. Eine Rückweisung an den Versicherungsträger bleibt hingegen möglich, wenn sie allein in der notwendigen Erhebung einer bisher vollständig ungeklärten Frage begründet ist. Ausserdem bleibt es dem kantonalen Gericht (unter dem Aspekt der Verfahrensgarantien) unbenommen, eine Sache zurückzuweisen, wenn lediglich eine Klarstellung, Präzisierung oder Ergänzung von gutachterlichen Ausführungen erforderlich ist (B
GE 139 V 99 E. 1.1, 137 V 210
E. 4.4.1.4
m.w.H
.; Urteil des Bundesgerichts 9C_354/2020 vom 8. September 2020 E. 2.1)
.
Gestützt auf die vorliegenden Akten
lassen
sich der Gesundheitszustand im Verfügungszeitpunkt
und
die Arbeits
- und Leistungsfähigkeit
des Beschwerde
führers
in einer leidensangepassten Tätigkeit im Verlauf ab April 2019 nicht abschliessend beurteilen.
Aufgrund der vielschichtigen Beschwerdeproblematik mit Betroffenheit beider Schultern sowie des linken Fusses
und einer Herzprob
lematik
ist eine gutachterliche Abklärung angezeigt. Hierzu ist die Sache wie vom Beschwerdeführer beantragt an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, wobei
i
m Rahmen
der
Abklärung im Sinne
einer Gesamtbeurteilung
a
uch die vom Beschwerdeführer in der Beschwerde neu vorgebrachten Beschwerden im rechten Fuss
und
der rechten Hand
(vgl. Urk. 1 S.
5 oben)
zu berücksichtigen
sowie deren funktionelle Auswirkungen
zu beurteilen
sein werden.
4.
5
Nach dem Gesagten ist d
ie angefochtene Verfügung (Urk. 2) aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie den Gesundheits
zustand des Beschwerdeführers sowie d
essen
Auswirkungen auf d
ie Arbeits- und
Leistungs
fähigkeit
im Verlauf ab April 2019
gutachterlich
abkläre und
hernach
über den Rentenanspruch neu verfüge
.
Da der Beschwerdeführer selbst die Rückweisung zu weiteren Abklärungen und neuer Verfügung beantragte, kann darauf verzichtet werden, ihm
-
wie recht
sprechungsgemäss
mit Blick auf eine mögliche
reformatio
in
peius
vorgesehen (vgl. BGE 137 V 314 E. 3.2.3-3.2.4)
-
vorab Gelegenheit zum
Beschwerder
ückzug zu geben.
5.
5.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr.
9
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
5.2
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung sowohl für die Frage der Auferlegung der Gerichtskosten wie auch der Parteientschädigung als voll
ständiges Obsiegen (BGE 137 V 57; vgl. auch BGE 141 V 281 E. 11.1 mit Hinweis), weshalb
der
vertretene Beschwerdeführer Anspruch auf eine Parteientschädigung hat.
Diese ist
ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens
zu
bemessen (§ 34 Abs. 3
GSVGer
). In Anwendung dieser Kriterien ist die von der Beschwerdegegnerin zu bezahlende Prozessentschädigung auf Fr.
1’700
.
-
-
(
inklu
sive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen.
Das Gericht erkennt:
1.
In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung vom
24. Oktober 2022
aufgehoben und die Sache an die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zurückgewiesen, damit diese, nach erfolgter Abklärung im Sinne der Erwä
gungen, neu
verfüge
.
2.
Die Gerichtskosten von Fr.
900
.-- werden
der Beschwerdegegnerin
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt.
3.
Die Beschwerdegegnerin wird
verpflichtet,
dem Beschwerdeführer
eine Parteient
schä
digung von Fr.
1’700
.-- (inkl. Barauslagen und MWST) zu bezahlen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Orion Rechtsschutz-Versicherung AG
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, unter Beilage einer Kopie von Urk. 9
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
5.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebenten Tag vor Ostern bis und mit dem siebenten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit dem 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art.
46
BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit
tel und die Unterschrift
der
beschwerdeführenden
Partei oder ihrer Rechtsvertretung
zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkun
den sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Die VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
Grieder-MartensBarblan