# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f41892f2-3e6f-5ea3-91ff-8d35f2cf57cf
**Source:** Zürich Baurekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2001-08-16
**Language:** de
**Title:** Sachliche Zuständigkeit der Baudirektion bei Bauvorhaben in Ortsbild von überkommunaler Bedeutung.
**Docket/Reference:** BRKE IV Nr. 0093/2001
**URL:** https://www.baurekursgericht-zh.ch/media/BRKE_IV_93_2001_414.pdf

## Full Text

BRKE IV Nr. 93/2001 vom 16. August 2001 in BEZ 2001 Nr. 42

1. Das  Baugrundstück  liegt  gemäss  geltender  Bau- und  Zonenordnung  der  Ge-
meinde X in der Kernzone. Diese beruht auf dem im kantonalen Richtplan (aufgrund des 
kantonalen Inventars der schutzwürdigen Ortsbilder) festgelegten schutzwürdigen Orts-
bild.  Das  streitbetroffene  Gebäude  ist  zudem  im  Inventar  der  kantonalen  Denkmalpfle-
geobjekte als schutzwürdiges Objekt von regionaler Bedeutung aufgeführt. 

Dem angefochtenen Beschluss liegt folgende Vorgeschichte zugrunde: Der Rekur-
rent führte eigenmächtig eine Dachsanierung aus. Dabei wurden auf der Westseite des 
Gebäudes die beiden das Hauptdach abschleppenden und einen Dachknick bildenden 
Pultdachanbauten über der Garage und dem offenen Unterstand durch ein durchgehen-
des, über dessen Traufe ins Giebeldach eingreifendes und die gleiche Neigung wie der 
Aufschiebling auf der Ostseite aufweisendes Pultdach ersetzt. In der Folge forderte die 
Vorinstanz  den  Bauherrn  auf,  für  besagte  bauliche  Massnahmen  ein  nachträgliches 
Baugesuch  einzureichen.  Hierauf  überwies  die  kommunale  Baubehörde  die  Bauge-
suchsakten in Anwendung von Ziffer 1.4 Anhang BVV zuhanden der kantonalen Denk-
malpflege an die Baudirektion Kanton Zürich. Mit Schreiben an den Gemeinderat X (un-
terzeichnet  vom  kantonalen  Denkmalpfleger)  erklärte  die  Baudirektion  Folgendes:  "Sie 
haben  der  kantonalen  Denkmalpflege  das  erwähnte  Gesuch  in  Anwendung  von  §  19 
BVV  und  Anhang  Ziffer  1.4  zur  Bewilligung  überwiesen.  Aus  unserer  Sicht  steht  dem 
geplanten  Vorhaben  nichts  entgegen.  Die  Bauarbeiten  sind  im Einvernehmen  mit  der 
kantonalen Denkmalpflege auszuführen." In der Folge erliess die Vorinstanz jedoch ei-
nen abschlägigen Entscheid und ordnete an, das Dach sei so zu gestalten, dass es den 
gesetzlichen Anforderungen von Art. 7 BZO entspreche.

2. Der  Rekurrent  ficht  die  kommunale  Bauverweigerung  mit  der  Begründung  an,
das  Bauvorhaben  sei  gestützt  auf  die  Kernzonenbestimmung  von  Art.  7  der  Bau- und 
Zonenordnung  der  Gemeinde  X  zu  bewilligen.  Zudem  sei  der  angefochtene  Beschluss 
auch aus Gründen von Treu und Glauben (Auskunftserteilung durch die Gemeinde) auf-
zuheben.

Die  Vorinstanz  begründet  ihren  ablehnenden  Entscheid  damit,  dass  das  Dach  in 
der ursprünglichen Form Art. 7 Abs. 1 BZO entsprochen habe, nunmehr aber gegen die 
einschlägigen  kommunalen  Kernzonenvorschriften  verstosse.  Mit  Bezug  auf  das  er-
wähnte Schreiben der Baudirektion macht die Vorinstanz geltend, der Gemeinderat ha-
be sich bei der Behandlung des Baugesuchs auch dann an die Bestimmungen der Bau-
und  Zonenordnung  zu  halten,  wenn  die  kantonale  Denkmalpflege  mitteile,  dass  dem 
Vorhaben aus Sicht des Ortsbild- und Denkmalschutzes nichts entgegenstehe.

3. Die Baurekurskommission IV hatte ihren Entscheid vom 12. Oktober 2000 (BRKE

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IV  Nr.  123/2000)  damit  begründet,  dass  sich  das  Bauvorhaben  in  einem  kantonal  ge-
schützten Ortsbild befinde und zudem ein im Inventar der kantonalen Denkmalpflegeob-
jekte  verzeichnetes  Einzelobjekt  betreffe.  Gemäss  Ziffern  1.4.1.3  und  1.4.1.4  des  An-
hangs zur Bauverfahrensverordnung in Verbindung mit § 7 BVV bedürften Bauvorhaben 
im Geltungsbereich einer überkommunalen Schutzanordnung bzw. eines überkommuna-
len  Inventars  betreffend  Ortsbildschutz  oder  Denkmalpflege  neben  oder  anstelle  der 
baurechtlichen  Bewilligung  der  örtlichen  Baubehörde  einer  Bewilligung  der  Baudirekti-
on. Die Beurteilungskompetenz der Baudirektion erstrecke sich hierbei auf alle gestalte-
rischen Belange eines Bauvorhabens, welche das betreffende Schutzobjekt beeinträch-
tigen  könnten.  Dazu  gehörten zunächst die Kubaturen der Bauten und ihre Anordnung 
auf  dem  Baugrundstück.  Diese  Gestaltungsmerkmale  habe  die  Baudirektion  nach 
Massgabe  von  §  238  Abs.  2  PBG  und  allenfalls  anhand  besonderer  Vorschriften  der 
Schutzanordnung  zu  überprüfen.  Aber  auch  die  Überprüfung  der  Detailgestaltung  falle 
in die Kompetenz der Baudirektion, seien doch auch Elemente wie Fassadengestaltung, 
Farbgebung,  (fehlender)  Fassadenverputz,  Fenstereinrahmungen,  Rolläden  oder  (feh-
lende)  Fenstersprossen  geeignet,  ein  Bauvorhaben  im  Ortsbild  störend  erscheinen  zu 
lassen.  Bei  der  Beurteilung  der  Detailgestaltung  habe  die  Baudirektion  neben  §  238 
Abs. 2 PBG auch die massgeblichen kommunalen Kernzonenvorschriften zu beachten, 
weil diese Bestimmungen näher ausführten, welche Gestaltungselemente im jeweiligen 
schützenswerten Ortsbild typisch, unerlässlich oder aber unerwünscht seien. Im Perime-
ter  eines  überkommunal  geschützten  Ortsbildes  sei  die  Baudirektion  somit  umfassend 
für die Beurteilung der Einordnung und der Einhaltung der massgeblichen Gestaltungs-
vorschriften zuständig.

Gestützt auf diese Erwägungen war die Baurekurskommission IV zum Schluss ge-
kommen, die Baudirektion sei in Bezug auf den Ortsbildschutz zur alleinigen und umfas-
senden  Prüfung  des  Bauvorhabens  zuständig.  Mit  dem  erwähnten  Schreiben  habe  die 
Baudirektion denn auch kompetenzgemäss die entsprechende Bewilligung im Verfahren 
gemäss § 19 BVV erteilt. In der Folge habe der Gemeinderat X das Bauvorhaben ohne 
eigene Beurteilungskompetenz in gestalterischer Hinsicht nochmals geprüft und den po-
sitiven Entscheid der Baudirektion durch einen abschlägigen kommunalen Entscheid er-
setzt.  Diese  Bauverweigerung  sei  demnach  in  Verletzung  der  gesetzlichen  Zuständig-
keitsordnung  ergangen,  was  umso  schwerer  wiege,  als  der  Kanton  dem  Bauvorhaben 
zugestimmt habe. Damit sei der kommunale Beschluss als Ganzes rechtswidrig und in 
Gutheissung des Rekurses aufzuheben.

4.  Das  Verwaltungsgericht  stützte  demgegenüber  sein  Urteil,  das  zur  Aufhebung 
des Entscheides der Baurekurskommission IV führte, auf folgende Erwägungen: Art. 22 
RPG begründe eine direkte bundesrechtliche Bewilligungspflicht für die Errichtung und 
Änderung von Bauten und Anlagen. Diese diene der präventiven Kontrolle, d.h. der be-
hördlichen  Erklärung,  dass  einem  baulichen  Vorhaben  keine  Hindernisse  aus  dem  an-
wendbaren  Baurecht  entgegenstünden  (§  320  PBG).  Korrelat  hierzu  sei  eine  behördli-
che Prüfungspflicht. Die Funktion der Baubewilligung verlange, dass die zuständige Be-
hörde  die  entsprechende  materielle  Prüfung  vornehme,  d.h.  in  Form  einer  Verfügung 
entscheide,  ob  die  massgebenden  Vorschriften  eingehalten  seien.  Das  Ortsbild  von  X 
sei  nicht  nur  kantonal  geschützt,  sondern  es  sei  auch  im  Bundesinventar  der  schüt-
zenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS) aufgeführt. Es stelle mithin ein schützenswer-
tes Ortsbild von nationaler Bedeutung dar. Dieses Inventar sei gemäss § 3 der (kanto-
nalen)  Natur- und  Heimatschutzverordnung  nicht  nur  bei  Fragen  des  Natur- und  Hei-
matschutzes beizuziehen, sondern binde die Kantone auch bei der Erfüllung rein kanto-
naler Aufgaben. Nach der Rechtsauffassung der Baurekurskommission IV sei die Baudi-

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rektion im Perimeter eines überkommunal geschützten Ortsbildes umfassend für die Be-
urteilung der Einordnung und der Einhaltung der massgeblichen Gestaltungsvorschriften 
zuständig. Da der Entscheid der Baudirektion in Anwendung von § 19 BVV ergehe, hät-
te dies zur Folge, dass die Beurteilung von Bauprojekten selbst in national geschützten 
Ortsbildern dadurch abgeschlossen werden könnte, dass nach Ablauf von 30 Tagen die 
Zustimmung/Bewilligung der kantonalen Baudirektion als erteilt zu gelten hätte. Dies wi-
derspreche  klar  der  bundesrechtlich  statuierten  Bewilligungs- und  Prüfungspflicht  der 
Behörden im Sinn von Art. 22 RPG. Bereits im Zusammenhang mit der Anwendung von 
Art.  24  RPG  habe  das  Bundesgericht  festgehalten,  es  bestehe  bei  allen  im  Sinne  von 
Art.  22  RPG  bewilligungspflichtigen  Bauten  und  Anlagen  eine  bundesrechtliche  Prü-
fungspflicht, welcher das damals im Kanton Zürich festgelegte Meldeverfahren (anstelle 
des Genehmigungsverfahrens) nicht genügt habe. Es sei mit Art. 22 RPG unvereinbar, 
eine Bewilligung als erteilt anzunehmen, wenn die Bewilligungsbehörde innert einer be-
stimmten  Frist  keine  Anordnung  treffe.  Ob  dies  auch  für  untergeordnete  Bauvorhaben 
zutreffe,  könne  offen  bleiben.  Das  in  der  Bauverfahrensverordnung  vorgesehene  Ver-
fahren  für  Bewilligungen  im  Geltungsbereich  einer  überkommunalen  Schutzanordnung 
oder  eines  überkommunalen  Inventars  betreffend  Ortsbildschutz  garantiere  keine  im 
Sinn  von  Art.  22  RPG  bundesrechtlich  vorgeschriebene  materielle  Prüfung.  Somit  sei 
ausgeschlossen,  dass  mit  der  Zustimmung  der  kantonalen  Baudirektion  gemäss  Ziffer 
1.4.1 des Anhangs zur Bauverfahrensverordnung auch die abschliessende Prüfung und 
Beurteilung  gemäss  der  kommunalen  Bau- und  Zonenordnung  erfolgt  sei.  Vorliegend 
komme hinzu, dass das Schreiben der Baudirektion an den Gemeinderat folgende For-
mulierung enthalten habe: "Aus unserer Sicht steht dem geplanten Vorhaben nichts ent-
gegen."  Damit  habe  die  Baudirektion  klar  kund  gegeben,  dass  auch  nach  ihrem  Ver-
ständnis die vorgenommene Prüfung nicht die ihr von der Baurekurskommission IV bei-
gemessene  Bedeutung  gehabt  habe  und  demzufolge  eine  Zuständigkeit  der  örtlichen 
Baubewilligungsbehörde  zur  Anwendung  der  massgeblichen  kommunalen  Kernzonen-
vorschriften nicht ausgeschlossen gewesen sei.

5.  Der  vorstehende,  nunmehr  in  BEZ  2001 Nr.  19  publizierte  Rückweisungsent-
scheid des Verwaltungsgerichts ist nicht in allen Teilen klar und insoweit, da im vorlie-
genden Verfahren bindend (§ 336 Abs. 1 PBG), konkretisierungsbedürftig. Das Verwal-
tungsgericht  ging  offenbar  davon  aus,  es  sei  vorliegend  unzulässig  gewesen,  über  die 
Ortsbildkonformität des fraglichen Daches im Verfahren gemäss § 19 BVV (nachfolgend 
Anzeigeverfahren genannt), d.h. mit einer Zustimmungserteilung durch blossen Fristab-
lauf  zu  entscheiden.  Dies  auch,  weil  das  Ortsbild  von  X von nationaler Bedeutung sei; 
diese Begründung ist allerdings insofern nicht restlos nachzuvollziehen, als die Anforde-
rungen von Art. 22 RPG an die Bewilligungs- und Prüfungspflicht bei Ortsbildern von nur 
überkommunaler Bedeutung wohl kaum geringer sind. Im Weiteren verhält es sich vor-
liegend  nicht  so,  dass  die  Baudirektion  innerhalb  der  Frist  von  30  Tagen  keine  Anord-
nung getroffen hatte, wie dies § 19 Abs. 3 BVV für den Zustimmungsfall vorsieht; viel-
mehr  hatte  sie  sich  zum  Bauvorhaben  schriftlich  geäussert,  indem  sie  feststellte:  "Aus 
unserer Sicht steht dem geplanten Vorhaben nichts entgegen." Das Verwaltungsgericht 
hat  diese  Äusserung  wie  folgt  ausgelegt:  "Damit  gab  die  Baudirektion  klar  kund,  dass 
auch  nach  ihrem  Verständnis  die  vorgenommene  Prüfung  nicht  die  ihr  von  der  Baure-
kurskommission IV beigemessene Bedeutung hatte und demzufolge eine Zuständigkeit 
der örtlichen Baubewilligungsbehörde zur Anwendung der massgeblichen kommunalen 
Kernzonenvorschriften  nicht  ausgeschlossen  war."  Während  die  Baurekurskommission 
IV  in  ihrem  Entscheid  davon  ausgegangen  war,  die  Baudirektion  habe  dem  Bauvorha-
ben damit in Wahrnehmung der ihr zustehenden Kompetenz die ortsbildschutzrechtliche 
Bewilligung  umfassend  und  abschliessend  erteilt,  verneinte  das  Gericht  diese  Bedeu-

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tung. Wohl deswegen befasste sich das Gericht auch nicht mehr explizit mit der Frage, 
ob die Form der Schriftlichkeit, welche die Baudirektion über die Anforderungen des An-
zeigeverfahrens  hinausgehend  gewählt  hatte,  die  Frage  nach  der  Bundesrechtswidrig-
keit des Anzeigeverfahrens in casu nicht obsolet werden lasse; dies, obwohl das Gericht 
die  Bundesrechtswidrigkeit  des  Verfahrens  nach  §  19  BVV  gerade  darin  zu  erblicken 
scheint,  dass  die  Bewilligungserteilung  durch  blossen  Fristablauf  erfolgt.  Insgesamt 
scheint das Verwaltungsgericht jedoch davon auszugehen, dass von Seiten der Baudi-
rektion  beim  heutigen  Verfahrensstand  keine  bundesrechtskonforme  ortsbildschutz-
rechtliche  Bewilligung  vorliege.  Diese  Auffassung  ist  dem  vorliegenden  Verfahren  zu 
Grunde zu legen (§ 336 Abs. 1 PBG).

Unklar ist allerdings die Bedeutung der verwaltungsgerichtlichen Erwägung: "... und 
demzufolge  eine  Zuständigkeit  der  örtlichen  Baubewilligungsbehörde  zur  Anwendung 
der  massgeblichen  kommunalen  Kernzonenvorschriften  nicht  ausgeschlossen  war."  Ei-
nerseits ist nicht zu erkennen, weshalb aus der - den Charakter einer Standardformulie-
rung aufweisenden - Äusserung der Baudirektion geschlossen werden könnte, die Bau-
direktion sehe eine Zuständigkeit der örtlichen Baubewilligungsbehörde zur Anwendung 
der  massgeblichen  Kernzonenvorschriften  als  nicht  ausgeschlossen  an;  insbesondere 
könnte dies nicht etwa aus dem Passus "Aus unserer Sicht..." geschlossen werden. An-
dererseits  ist  auch  gar  nicht  relevant,  ob  im  Speziellen  die  Baudirektion  eine  solche
kommunale Zuständigkeit als gegeben erachtete oder nicht. Im Hinblick auf den weite-
ren  Fortgang  des  Verfahrens  sollte  sich  vielmehr  aus  dem  Entscheid  ergeben,  ob  das 
Verwaltungsgericht von einer kommunalen Zuständigkeit zur Anwendung der kommuna-
len  Ortsbildschutz-Vorschriften  ausgehe  oder  nicht.  Eine  schlüssige  Feststellung  des 
Verwaltungsgerichts zu dieser Frage wäre umso eher zu erwarten gewesen, als die An-
träge  der  Gemeinde  X  im  Beschwerdeverfahren  gerade  darauf  abzielten,  eine  Zustän-
digkeit der örtlichen Baubehörde zur Beurteilung der Einordnung und der Einhaltung der 
massgeblichen  kommunalen  Kernzonenvorschriften  im  Perimeter  des  überkommunal 
geschützten Ortsbildes von X feststellen zu lassen. Gerade zu diesem Punkt fehlen je-
doch  schlüssige  Erwägungen  im Rückweisungsentscheid  des  Verwaltungsgerichts,  auf 
die hier abgestützt werden könnte. Das Gericht legte vielmehr einzig die genannte For-
mulierung  der  Baudirektion  aus,  und  zwar  (wohl  zu  Unrecht)  dahingehend,  dass  die 
Baudirektion  der  Auffassung  gewesen  sei,  eine  Zuständigkeit  der  örtlichen  Baubewilli-
gungsbehörde  zur  Anwendung  kommunaler  Kernzonenvorschriften  sei  "nicht  ausge-
schlossen".  Welche Auffassung das Verwaltungsgericht selber zu dieser Frage hat, ist 
damit  offen  geblieben.  Daran  ändert  auch  nichts,  dass  das  Gericht  seinen  Rückwei-
sungsentscheid in BEZ 2001 Nr. 19 unter dem folgenden Resümee publizierte:

"Rechtsmittelverfahren.  Die  Zuständigkeit  der  Baudirektion  zur  Bewilligungsertei-
lung  für  Bauvorhaben  in  einem  überkommunal  geschützten  Ortsbild  schliesst diejenige 
der  kommunalen  Bewilligungsbehörde  zur  Anwendung  der  Kernzonenvorschriften  der 
Bau- und Zonenordnung nicht aus. RPG 22; BVV-Anhang Ziff. 1.4.1." 

Diese  Zusammenfassung  gibt  nämlich  die  nachfolgende  Publikation  nicht  wieder, 
die sich (wie schon das Urteil) einzig mit der Bundesrechtswidrigkeit des Anzeigeverfah-
rens gemäss § 19 BVV befasst. Resümee und Entscheidpublikation beinhalten demnach 
Verschiedenes,  womit  das  Resümee  wohl  als  publikatorisches  Versehen  verstanden 
werden muss. Jedenfalls kann auch jenem Resümee nichts für das vorliegende Verfah-
ren  Wegweisendes  entnommen  werden.  Dies  umso  weniger,  als  auch  gänzlich  unklar 
wäre,  wo  denn  die  Grenze  zwischen  kantonaler  und  kommunaler  Bewilligungskompe-
tenz läge.

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Unbesehen dieser sich aus dem Verwaltungsgerichtsentscheid ergebenden erheb-
lichen  Unklarheiten  ist  schliesslich  festzustellen,  dass  angesichts  der  Kompetenzord-
nung  von  Ziffer  1.4.1  Anhang  BVV,  über  die  sich  die  Baurekurskommission  IV  in  BEZ 
2000 Nr. 30 umfassend geäussert hat, eine kommunale Kompetenz zur gestalterischen 
Beurteilung  von  Bauvorhaben  in  geschützten  Ortsbildern  von  überkommunaler  Bedeu-
tung auch gar nicht zu begründen wäre (das Verwaltungsgericht hat sich denn auch mit 
jenem  Entscheid  der  Baurekurskommission  IV  nicht  weiter  auseinandergesetzt).  Insbe-
sondere  kann  allein  der  Umstand,  dass  das  in  §  19  BVV  in  Verbindung  mit  Ziffern 
1.4.1.3  und  1.4.1.4  Anhang  BVV  für  die  Baudirektion  vorgesehene  Verfahren  bundes-
rechtswidrig  ist,  nicht  zu  einer  Kompetenzverschiebung  zu  Gunsten  der  kommunalen 
Baubewilligungsbehörde, sondern nur dazu führen, die zuständige Baudirektion zu einer 
bundesrechtskonformen Bewilligungsform anzuhalten und die Bauverfahrensverordnung 
in  diesem Punkt  zu  revidieren.  Somit  muss  hier  in  Übereinstimmung  mit  BEZ  2000 Nr. 
30  unverändert  davon  ausgegangen  werden,  dass  im  Perimeter  eines  überkommunal 
geschützten Ortsbildes die Baudirektion umfassend für die Beurteilung der Einordnung 
und Einhaltung der massgeblichen Gestaltungsvorschriften zuständig ist.

Dies würde sich nur dann anders verhalten, wenn seitens der Baudirektion von der 
in  Ziffer  1.4.1.3  und  1.4.1.4  des  Anhangs  zur  Bauverfahrensverordnung  vorgesehenen 
Kompetenzdelegation gegenüber der Gemeinde X Gebrauch gemacht worden wäre. Die 
Baudirektion  hat  ihre  diesbezüglichen  Bewilligungskompetenzen  gegenüber  der  Ge-
meinde X jedoch weder allgemein noch mit Bezug auf den vorliegenden Fall abgetreten. 
Etwas anderes wird denn auch vom Verwaltungsgericht nicht gesagt. Demnach ist vor-
liegend davon auszugehen, dass - jedenfalls solange keine explizite Delegation seitens 
der Baudirektion ergeht, von welcher die Baurekurskommission IV in Kenntnis zu setzen 
wäre - die Kompetenz zur Beurteilung der Einordnung und der Einhaltung der massgeb-
lichen kommunalen Kernzonenvorschriften ausschliesslich bei der Baudirektion liegt. 

6.a)  Damit  ist  der  Beschluss  des  Gemeinderats  X  erneut  aufzuheben.  Die  Akten 
sind an die Vorinstanz zur Fortsetzung des Baubewilligungsverfahrens zurückzuweisen 
und  die  Vorinstanz  ist  einzuladen,  von  der  Baudirektion  einen  im Sinne  des  verwal-
tungsgerichtlichen Rückweisungsentscheids bundesrechtskonformen Entscheid über die 
Bewilligung oder Verweigerung des streitbetroffenen Daches einzuholen.

Anschliessend wird der Gemeinderat X als für die Koordination verantwortliche Be-
hörde die Verfügung der Baudirektion zusammen mit ihrem eigenen baurechtlichen Ent-
scheid im koordinierten Verfahren zu eröffnen haben. Dabei hat sich der Entscheid der 
örtlichen Baubehörde im kompetenzgemässen Rahmen zu halten. Dies bedeutet insbe-
sondere,  dass  dem  Gemeinderat  dort  nicht  mehr  zu  entscheiden  bleibt,  wo  bereits  die 
Baudirektion kompetenzgemäss verfügt hat. Zudem hat auch die kommunale Baubewil-
ligung im ordentlichen und nicht etwa im Anzeigeverfahren (§§ 13 ff. BVV) zu erfolgen. 
Die  kommunalen  und  kantonalen  Entscheide  sind  aufeinander  abzustimmen,  mit  einer 
einheitlichen, auf die Baurekurskommission IV des Kantons Zürich lautenden Rechtsmit-
telbelehrung zu versehen und dem Gesuchsteller (Dritte scheinen kein Begehren nach § 
315 PBG gestellt zu haben) gleichzeitig zu eröffnen (§ 12 BVV). Sollte sich die Gemein-
de X mit dem Entscheid der Baudirektion nicht abfinden können, stünde ihr (soweit die 
Legitimation nach § 21 lit. b VRG zu bejahen ist) der Rekurs an die Baurekurskommissi-
on offen.