# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e80c1cbf-82a1-5c34-8345-688d171e4734
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-03-15
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 15.03.2013 SB120370
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB120370_2013-03-15.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer    

 
 

 
 

Geschäfts-Nr.: SB120370-O/U/rc 
 

Mitwirkend: Oberrichter Dr. Bussmann, Präsident, Ersatzoberrichterin lic. iur. 

Bertschi und Ersatzoberrichterin Dr. Bühler sowie die Gerichts-

schreiberin lic. iur. Leuthard 

 

Urteil vom 15. März 2013 

 

in Sachen 

 

Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis,  
vertreten durch LSTAin lic. iur. C. Wiederkehr,  

Anklägerin und Berufungsklägerin 

 

sowie 

 

1. A._____,  
2. B._____,  
3. C._____,  
4. D._____,  
5. E._____,  
6. F._____,  
7. † G._____,  
Privatkläger und Berufungskläger 

 

1, 2, 6, 7 vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. X._____  

3, 4, 5 vertreten durch Inhaberin der elterlichen Sorge A._____  

 

gegen 

 

1. H._____,  

- 2 - 

2. I._____,  
3. J._____,  
4. K._____,  
Beschuldigte und Berufungsbeklagte 

 

1 verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. Y1._____  

2 verteidigt durch Rechtsanwalt Dr. iur. Y2._____  

3 verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. Y3._____  

4 verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. Y4._____  

 

betreffend fahrlässige Tötung etc. 
 
Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichtes in Strafsachen des Bezirkes 
Dietikon vom 16. Mai 2012 (GG100067) 

 
Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Limmattal / Albis vom 29. September 

2010 ist diesem Urteil beigeheftet (Urk. 26). 

Verfügung der Vorinstanz: 

1. Die Prozesse Nr. GG100068 (I._____), Nr. GG100069 (J._____) und Nr. 

GG100070 (K._____) werden mit dem Prozess Nr. GG100067 (H._____) 

vereinigt, unter letztgenannter Prozessnummer weitergeführt und als 

dadurch erledigt abgeschrieben.  

2. Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil. 

 

- 3 - 

Urteil der Vorinstanz: 

1. Die Beschuldigten sind der fahrlässigen Tötung und der fahrlässigen Ge-

fährdung durch Verletzung der Regeln der Baukunde nicht schuldig und 

werden freigesprochen. 

2. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis vom 7. September 

2010 sichergestellten Kleidungsstücke 

- Jacke violett/blau, Marke Chalet, Grösse L, 

- Arbeitshose blau, Marke Helly Hansen und  

- Arbeitsschuhe schwarz, Marke Lowa, Grösse 43.5 

werden der Privatklägerschaft nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden 

Urteils auf erstes Verlangen herausgegeben. Werden die genannten Klei-

dungsstücke nicht herausverlangt, so sind diese nach Ablauf eines Jahres 

nach Rechtskraft zu vernichten. 

3. Die Zivilklage der Privatkläger 1-7 wird auf den Zivilweg verwiesen.  

4. Die Entscheidgebühr fällt ausser Ansatz. Die übrigen Kosten betragen  

  

Fr. 5'448.55   Untersuchungskosten  

Fr.   225.00   Kosten Kantonspolizei 

 und werden auf die Gerichtskasse genommen. 

5. Den Beschuldigten wird eine Prozessentschädigung von je Fr. 13'350.– für 

anwaltliche Verteidigung aus der Gerichtskasse zugesprochen. 

6. Das Genugtuungsbegehren des Beschuldigten I._____ wird abgewiesen. 

 

- 4 - 

Berufungsanträge: 

a) Der Vertreterin der Privatklägerschaft: 

 (Urk. 75 S. 3) 

 Es seien Dispositiv-Ziffern 1, 4, 5 des erwähnten Urteils aufzuheben und es 

sei der Angeklagte der fahrlässigen Tötung und der fahrlässigen Gefährdung 

durch Verletzung der Regeln der Baukunde schuldig zu sprechen und an-

gemessen zu bestrafen, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten 

des Berufungsbeklagten. 

b) Der Verteidigung des Beschuldigten 4: 

(Urk. 90 S. 5) 

1. Der Beschuldigte sei vom Vorwurf der fahrlässigen Tötung und der 

fahrlässigen Gefährdung durch Verletzung der Regeln der Baukunde 

freizusprechen. 

2. Die von der Privatklägerschaft angefochtenen Ziffern 4 und 5 des  

vorinstanzlichen Entscheiddispositivs seien durch das Obergericht zu 

bestätigen.  

3. Die Kosten des Berufungsverfahrens seien der Privatklägerschaft auf-

zuerlegen.  

4. Dem Beschuldigten sei für das Berufungsverfahren eine Prozessent-

schädigung von CHF 10'100.70 inkl. MWST zuzusprechen.  

c) Der Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis: 

(schriftlich, Urk. 79) 

Verzicht auf Antragsstellung. 

- 5 - 

______________________________________ 
 

Erwägungen: 

I. Verfahrensgang 

1. Mit Urteil des Bezirksgerichts Dietikon, Einzelgericht in Strafsachen, vom 

16. Mai 2012 wurden alle vier Beschuldigten der fahrlässigen Tötung und der 

fahrlässigen Gefährdung durch Verletzung der Regeln der Baukunde freigespro-

chen. Gleichzeitig wurden die sichergestellten Kleidungsstücke der Privatkläger-

schaft herausgegeben und die Zivilklage der Privatkläger 1-7 auf den Zivilweg 

verwiesen (Urk. 66). Das nicht mündlich eröffnete Urteil wurde den Parteien am 

4. bzw. 6. Juni 2012 im Dispositiv zugestellt (Urk. 67/1-6).  

2. Gegen dieses Urteil erklärten sowohl die Staatsanwaltschaft Limmattal / Albis 

am 6. Juni 2012 (Urk. 68) als auch die Privatkläger am 11. Juni 2012 (Urk. 69) 

rechtzeitig Berufung. In der Folge wurde den Parteien das begründete Urteil am 

23. bzw. 24. August 2012 zugestellt (Urk. 71 und 72/1-6). Mit Eingabe vom 

30. August erklärte die Staatsanwaltschaft Limmattal / Albis Rückzug der Beru-

fung (Urk. 74). Am 12. September 2012 erstatteten die Privatkläger fristgerecht ih-

re Berufungserklärung - ausdrücklich nur gegen den Beschuldigten K._____ 

(nachfolgend "Beschuldigter 4") - mit dem Rechtsbegehren, "Es seien Dispositiv-

Ziffern 1, 4, 5 des Urteils aufzuheben und es sei der Angeklagte der fahrlässigen 

Tötung und der fahrlässigen Gefährdung durch Verletzung der Regeln der Bau-

kunde schuldig zu sprechen und angemessen zu bestrafen, unter Kosten- und 

Entschädigungsfolgen zulasten des Berufungsbeklagten." (Urk. 75).  

3. Mit Präsidialverfügung vom 24. September 2012 wurde dem Beschuldigten 4 

sowie der Staatsanwaltschaft Limmattal / Albis eine Kopie der Berufungserklärung 

zugestellt und ihnen Frist angesetzt, um zu erklären, ob Anschlussberufung erho-

ben werde, oder um begründet ein Nichteintreten auf die Berufung zu beantragen. 

Gleichzeitig wurde der Beschuldigte 4 aufgefordert, dem Gericht das beigelegte 

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"Datenerfassungsblatt" sowie die aufgeführten Unterlagen zu seinen finanziellen 

Verhältnissen einzureichen (Urk. 77). Am 1. Oktober 2012 teilte die Staatsanwalt-

schaft mit, sie verzichte auf Anschlussberufung und die Stellung eines weiteres 

Antrages, erklärte, dass sie sich am weiteren Verfahren nicht aktiv beteiligen wer-

de, und ersuchte um Dispensation von der Teilnahme an der Berufungsverhand-

lung (Urk. 79). Innert erstreckter Frist reichte der Beschuldigte 4 am 7. November 

2012 die angeforderten Unterlagen sowie das ergänzte "Datenerfassungsblatt" 

ein (Urk. 80-83/1-6). Demnach hat auch der Beschuldigte 4 (stillschweigend) auf 

Anschlussberufung verzichtet. 

4. Vom Rückzug der Berufung durch die Staatsanwaltschaft ist Vormerk zu neh-

men. Die Privatkläger haben ihre Berufung auf Dispositivziffer 1 (Freispruch) so-

wie 4 und 5 (Kosten- und Entschädigungsregelung) des vorinstanzlichen Urteils 

beschränkt, soweit sie den Beschuldigten 4 betreffen. Von der Rechtskraft folgen-

der Anordnungen ist somit vorab Vormerk zu nehmen (Art. 402 StPO): 

- Prozessvereinigung (Verfügung) 

- Freisprüche hinsichtlich der Beschuldigten H._____, I._____ und J._____; 

(nachfolgend "Beschuldigte 1, 2 und 3") (Urteil Dispositivziffer 1, soweit es 

die Beschuldigten 1, 2 und 3 betrifft) 

- Entscheid über die sichergestellten Kleidungsstücke (Urteil Dispositivziffer 2) 

- Entscheid über die Zivilklage der Privatkläger 1-7 (Urteil Dispositivziffer 3) 

- Entscheid über das Genugtuungsbegehren des Beschuldigten 2 (Urteil Dis-

positivziffer 6) 

- Entscheid über die Kosten- und Entschädigungsfolgen bezüglich der Be-

schuldigten H._____, I._____ und J._____ (Urteil Dispositivziffer 4 und 5, 

soweit es die Beschuldigten H._____, I._____ und J._____ betrifft) 

5. Mit Eingabe vom 13. März 2013 stellte der Verteidiger für den Fall, dass das 

Obergericht die Auffassung der Vorinstanz, wonach der Beschuldigte freizuspre-

- 7 - 

chen sei, nicht teile, verschiedene Beweisanträge (Urk. 87). Auf diese wird bei 

den Ausführungen zum Schuldpunkt zurückzukommen sein.  

 

II. Anwendbares Prozessrecht 

Da der angefochtene erstinstanzliche Entscheid am 16. Mai 2012 ergangen ist, 

sind für das vorliegende Rechtsmittelverfahren die Bestimmungen der Schweize-

rischen Strafprozessordnung anwendbar. Verfahrenshandlungen, die vor Inkraft-

treten der Schweizerischen Strafprozessordnung angeordnet oder durchgeführt 

worden sind, behalten indessen ihre Gültigkeit (Art. 448 und 454 Abs. 1 StPO).  

 

III. Schuldpunkt 

A. Fahrlässige Tötung 

AA. Sachverhalt 

1.1. Unbestritten ist, dass †G._____ (nachfolgend "Privatkläger 7") am 28. No-

vember 2007 auf der Baustelle des Hauses … der "Überbauung ..." an der ...-

Strasse ... in ... beim Eintreten in den Liftschacht im Erdgeschoss zwischen Lift-

schachtwand und Gerüstpodest ins Untergeschoss gestürzt und an den Folgen 

seiner Verletzungen sowie am Ersticken im Wasser am Boden des Liftschachts 

gestorben ist. Weiter ist unbestritten, dass der Beschuldigte 1 im Liftschacht des 

Hauses … in jedem Stockwerk, ausgenommen im Untergeschoss, ein Brett aus 

den Podesten des Liftschachtgerüstes entfernt hatte, um die Schienen mit dem 

Kran von oben in den Schacht einführen zu können, das Schienenpaket auf dem 

untersten Podest des Liftschachtgerüstes abstellte, danach das Gerüst soweit 

möglich wieder in Stand stellte, indem er die entfernten Gerüstbretter so gut es 

ging wieder einfügte, was im Podest des Erdgeschosses nicht möglich war, wes-

halb der Beschuldigte 1 das entfernte Gerüstbrett entlang dem Schienenpaket 

quer über die Lücke zwischen Gerüst und Liftschachtwand legte, wobei das eine 

Ende des Brettes auf den Brettern des Gerüstes und das andere Ende auf dem 

- 8 - 

Querbalken des Gerüstes auflag. Unbestritten ist, dass das schräg hingelegte 

Brett zwischen dem 2. Oktober 2007 und dem 28. November 2007 entweder 

durch eine unbekannte Person entfernt wurde oder in den Liftschacht fiel, wo es 

durch eine unbekannte Person entfernt wurde. Ebenfalls unbestritten ist, dass der 

Beschuldigte 4 damals örtlicher Bauleiter für seine Firma L._____ GmbH auf der 

Baustelle "Überbauung ...." war. Der Beschuldigte 4 gab sodann in der Untersu-

chung zu, das Liftschachtgerüst nicht persönlich kontrolliert zu haben, obschon er 

gesehen hatte, dass es beim Anbringen der Liftschienen am 2. Oktober 2007 be-

schädigt worden war und lediglich ein schräges Brett über die Öffnung gelegt 

worden war, und sich stattdessen damit begnügt hatte, die Beschuldigten 2 und 3 

aufzufordern, das Liftschachtgerüst im Haus … zu kontrollieren und falls nötig in 

Stand zu stellen, ohne anschliessend selber zu überprüfen, ob der Auftrag ausge-

führt worden war und das Gerüst in einem vorschriftsgemässen Zustand war. 

1.2. Hingegen bestreitet der Beschuldigte 4, dass durch die Abänderung des Lift-

schachtgerüstes im Gerüstpodest im Erdgeschoss eine Öffnung im Ausmass von 

45 cm Länge auf 30 cm bis 48 cm Breite verblieben ist. Umstritten ist ebenfalls, 

ob das schräg über die Öffnung gelegte Gerüstbrett vorschriftsgemäss befestigt 

war. Der Beschuldigte 4 bestreitet, als örtlicher Bauleiter durch unterlassene 

Sorgfaltspflichten fahrlässig zum Tod des Privatklägers 7 beigetragen zu haben, 

namentlich durch krass leichtfertiges und pflichtwidriges Unterlassen jeglicher 

Kontrolle des Liftschachtgerüstes bzw. Überprüfung der Umsetzung seiner An-

weisungen. Er stellt in Abrede, dass er bei einer Kontrolle von blossem Auge oder 

durch Ausmessen leicht hätte feststellen können, dass die Öffnung im Podest zu 

gross und das Brett nicht vorschriftsgemäss platziert und befestigt gewesen war, 

dass er hätte damit rechnen müssen, dass das abgeänderte Liftschachtgerüst 

nicht mehr den Vorschriften entsprach und eine Gefahr darstellte, und dass mit 

hoher Wahrscheinlichkeit der Unfall und damit der Tod des Privatklägers 7 ver-

meidbar gewesen wäre, wenn der Beschuldigte 4 das durch den Beschuldigten 1 

teilweise demontierte Gerüst jemals kontrolliert und in Stand stellen lassen hätte 

(Urk. 65/26).  

- 9 - 

1.3. In Würdigung der Aussagen der Beschuldigten und der übrigen Beweismittel 

kam die Vorinstanz zum Schluss, dass nicht mehr rekonstruiert werden könne, 

wie genau das Liftschachtgerüst nach der Montage der Liftschienen durch den 

Beschuldigten 1 wieder hergerichtet worden sei. Es liessen sich keine gesicherten 

Erkenntnisse zum Umfang der verbleibenden Öffnung oder zur Verankerung des 

schrägen Gerüstbrettes gewinnen. Die wirklichen Ausmasse des Schachtes und 

die Distanz zwischen dem Liftschienenpaket und dem vorderen Rand des Ge-

rüstpodestes liessen sich nicht eindeutig abschätzen. Ebenso bleibe ungeklärt, 

wie gross die zwangsläufig verbleibende Öffnung zwischen dem schräg hingeleg-

ten Brett und der Liftschachtwand bzw. dem Liftschienenpaket wirklich gewesen 

sei. In Anwendung des Grundsatzes "in dubio pro reo" sei davon auszugehen, 

dass die Öffnung mit dem schräg hingelegten Brett nicht mehr als 30 x 30 cm be-

tragen habe. Es könne nicht rechtsgenüglich erstellt werden, dass die Öffnung 

zwischen Liftschachtwand und dem Podest die nach den SUVA-Vorschriften und 

der Bauarbeitenverordnung zur Verhütung von Unfällen höchstens zulässige Flä-

che von 30 cm x 30 cm überschritten habe. Nicht erstellen lasse sich zudem, dass 

das fragliche Gerüstbrett durch die ins darunter liegende Kantholz geschlagenen 

Nägel nicht ausreichend befestigt gewesen seien. Mangels Beweises einer nicht 

zulässigen Öffnung im Gerüstbrett entfalle auch der an die Adresse des Beschul-

digten 4 gerichtete Vorwurf der unterlassenen Kontrolle. Gestützt auf dessen ei-

genen Aussagen sei der Sachverhalt bezüglich der nicht durchgeführten Kontrol-

len des Liftschachtgerüsts jedoch rechtsgenügend erstellt, habe er doch angege-

ben, er habe der Firma M._____ AG den Auftrag gegeben, sämtliche Podestge-

rüste zu kontrollieren, und nicht bestritten, nach erteilter Anweisung nicht über-

prüft zu haben, ob die Angestellten der Firma M._____ AG das Liftschachtgerüst 

tatsächlich überprüft und allenfalls instand gestellt hätten, sowie bestätigt, dass 

ihm die SUVA-Vorschriften und die Vorschriften der Bauarbeitenverordnung zu 

Liftschachtgerüsten sowie die SIA-Norm 118 und deren Art. 114 zumindest in den 

Grundzügen bekannt gewesen seien (Urk. 73 S. 11 ff.). 

1.4. Im Berufungsverfahren machen die Privatkläger geltend, der Beschuldigte 1 

habe in seinen ersten Aussagen nicht behauptet, das schräge Brett teilweise auf 

die noch vorhandenen Nägel getreten zu haben. Auch der Beschuldigte 2 habe 

- 10 - 

dies in seiner ersten Aussage gesagt. Das Sachverhaltsmoment des Festtretens 

des schrägen Brettes sei erst in einer späteren Einvernahme gekommen, was 

dieses behauptete Sachverhaltsmoment unglaubhaft mache. Auch das von den 

Beschuldigten 1 und 2 anerkannte Verhalten habe in krasser Weise gegen die 

anerkannten und bekannten Sicherheitsregeln für Liftgerüste verstossen. Ein de-

montiertes und schräg hingelegtes Brett, nur teilweise auf die Bretter festgetreten, 

weise eine erhebliche Absturzgefahr auf, wenn jemand z.B. auf einen Rand des 

Brettes trete. Der Beschuldigte 1 habe selbst eingeräumt, dass sich das Brett von 

deren hinteren Nägeln lösen würde, wenn jemand auf denjenigen Bereich trete, 

wo das Brett nicht aufliege. Statistisch habe dieses schräg hingelegte und teilwei-

se mit Nägeln festgetretene Brett das Risiko geborgen, dass es kippe, wenn ein 

Bauarbeiter oder Besucher auf eine Randfläche auftrete, die nicht auf dem Kant-

holz oder auf dem Gerüstbrett liege. Sodann habe das Brett auch eine Stolperge-

fahr geschaffen, welche einen Menschen ebenso hätte verletzen können. Auch 

aus dem SUVA Sicherheitsmerkblatt gehe hervor, dass ein schräges Hinlegen 

von Gerüstbrettern ganz ausgeschlossen sei, und das wegen der Gefahr des Ab-

kippens. Die 30-cm Abstands-Regel der SUVA gehe vom Abstand Schachtwand 

zu vertikal vernageltem Gerüstbrett aus. Es sei letztlich also irrelevant, ob der Ab-

stand Liftschachtwand zum schräg hingelegten Gerüstbrett mehr als 30 cm betra-

gen habe. Erstellt sei, dass der Beschuldigte 4 als oberster Bauleiter nie eine ei-

gentliche Kontrolle des Liftschachtgerüstes vorgenommen habe. Seine anlässlich 

der Hauptverhandlung neu gemachte Aussage, dass er das schräg hingelegte 

Brett geprüft habe und es für ihn in Ordnung gewesen sei, widerspreche seinen 

vormaligen Aussagen und stelle eine Schutzbehauptung dar. Der Beschuldigte 4 

habe anlässlich der Hauptverhandlung eingeräumt, gesehen zu haben, dass das 

Brett auf dem Kantholz aufgelegen habe, an die Säule und an die Wand mit Auf-

lage auf dem Brett und auf dem Kantholz. Damit hätte sich der Beschuldigte 4 

nicht zufrieden geben dürfen. Als pflichtgemässes Verhalten wäre in casu gebo-

ten gewesen, den Lifteingang mit einem horizontalen Kantholz am Eingang zu si-

chern, wie dies im UG und OG offenbar später, nachdem das Gerüst beschädigt 

worden sei, gemacht worden sei. Dies habe der Beschuldigte 4 trotz ihn treffender 

Pflicht weder angeordnet noch das Gerüst je selbst kontrolliert. Der Absturz des 

- 11 - 

Privatklägers 7 wäre so aber vermieden worden, weil er vom EG aus gar nicht 

hätte hinunter fallen können (Urk. 75 S. 4 ff., Urk. 89). 

2.1.1. Die Vorinstanz hat die allgemeinen Grundsätze der Beweiswürdigung, ins-

besondere der Würdigung von Aussagen Beteiligter, zutreffend dargelegt (Urk. 73 

S. 20 ff.). Ebenso hat sie sich zur generellen Glaubwürdigkeit der Beschuldigten 

1-4 korrekt geäussert (Urk. 73 S. 22). Die wesentlichen Aussagen der einzelnen 

Beschuldigten hat die Vorinstanz richtig zusammengefasst und analysiert (Urk. 73 

S. 23 ff.). Sodann hat die Vorinstanz den Inhalt des Vorberichts des Wissen-

schaftlichen Dienstes der Stadtpolizei Zürich vom 14. Dezember 2007, der Foto-

dokumentation, des Kurzgutachtens des Wissenschaftlichen Dienstes der Stadt-

polizei Zürich vom 9. Juli 2009 und der gutachterlichen Stellungnahme der 

N._____ AG vom 21. Oktober 2010 zutreffend wiedergegeben (Urk. 73 S. 30 ff.). 

Auf die entsprechenden vorinstanzlichen Erwägungen kann in Anwendung von 

Art. 82 Abs. 4 StPO verwiesen werden. In eingehender Würdigung der oberwähn-

ten Beweismittel kommt die Vorinstanz zum Schluss, dass nicht rechtsgenügend 

nachgewiesen werden könne, dass die Öffnung mit dem schräg hingelegten Brett 

zwischen Liftschachtwand und Podest mehr als 30 x 30 cm betragen habe, und 

dass das fragliche Gerüstbrett durch die ins darunter liegende Kantholz geschla-

genen Nägel nicht ausreichend befestigt gewesen sei (Urk. 73 S. 32.).  

2.1.2. Den entsprechenden Ausführungen kann vollumfänglich beigepflichtet wer-

den. Insbesondere hat die Vorinstanz zu Recht nicht auf das Kurz-Gutachten des 

Wissenschaftlichen Dienstes der Stadtpolizei Zürich abgestellt, welches zum 

Schluss gekommen war, dass die Öffnung im hinteren Bereich trotz schräg einge-

legtem Brett auf einer Länge von ca. 45 cm immer noch eine grössere Breite als 

30 cm gehabt habe (Urk. 4/6). Wesentliche Grundlagen, auf welche der Wissen-

schaftliche Dienst sein Gutachten stützt, sind nicht erwiesen; namentlich sind die 

Dimensionen und Position der eingepackten Liftschienen (Umfang, max. Ausdeh-

nung in der Längs- und Querachse, Abstand zwischen den Liftschienen und der 

Orderwand beim Lifteingang bzw. dem vorderen Querbalken des Liftschaftge-

rüstes im Erdgeschoss) im Bereich des Erdgeschosses nicht bekannt. Dies wird 

in der vom Beschuldigten 2 eingeholten gutachterlichen Stellungnahme der 

- 12 - 

N._____ AG überzeugend und nachvollziehbar dargetan (Urk. 63/33). Das Gut-

achten des Wissenschaftlichen Dienstes basiert nicht auf einer erwiesenen bzw. 

der für den Beschuldigten 4 günstigsten Ausgangslage. Es kann somit nicht aus-

geschlossen werden, dass aufgrund der damaligen Konstellation der Liftschienen 

ein Brett derart schräg angelegt werden konnte, dass eine Öffnung verblieb, wel-

che kleiner als 30 x 30 cm war. Die Vorinstanz ist sodann auch zu Recht davon 

ausgegangen, dass nicht widerlegt werden kann, dass das schräg angelegte Brett 

zumindest an drei Ecken vernagelt gewesen war. 

2.1.3. Den Vorbringen der Privatkläger im Berufungsverfahren ist Folgendes zu 

entgegnen:  

2.1.3.1. Art. 46 der Bauarbeitenverordnung (BauaV) bestimmt unter dem Titel 

"Gerüstgänge" in Abs. 1, dass die Gänge der Arbeitsgerüste in einem vertikalen 

Abstand von höchstens 2,3 m anzuordnen seien. In Abs. 2 wird geregelt, dass der 

Abstand zwischen dem Gerüst und der Fassade niemals grösser als 30 cm sein 

darf, andernfalls zusätzliche Massnahmen getroffen werden müssen (z.B. Innen-

geländer, Konsolen). Abs. 1 bezieht sich somit auf den vertikalen Abstand zwi-

schen den Gängen der Arbeitsgerüste, Abs. 2 auf den Abstand des Belages von 

der Fassade. Der Instruktionsmappe für Baustellen der Beratungsstelle für Ar-

beitssicherheit (Sicuro) ist unter Punkt 10 (Arbeiten in der Höhe/Gerüste, Arbeits-

brücken, Passerellen) unter Ziff. I lediglich zu entnehmen, dass der Abstand zwi-

schen dem Gerüst und der Fassade niemals grösser als 30 cm sein soll, andern-

falls zusätzliche Massnahmen getroffen werden müssten (z.B. Innengeländer, 

Konsolen). Die SUVA nennt in ihrer Informationsschrift, welche sich explizit an die 

Verantwortlichen auf der Baustelle und die Monteure der Liftfirmen wendet, und 

aufzeigt, welche Regeln einzuhalten sind, damit die Sicherheit beim Einsatz von 

Liftschachtgerüsten sowie bei der gerüstlosen Liftmontage gewährleistet ist, als 

eine der wichtigsten Regeln zur Vermeidung von Absturzunfällen, dass bei Lift-

montage mit Liftschachtgerüsten der Abstand zwischen Gerüstbelag und Wand 

höchstens 30 cm betragen soll. Massgebend ist demnach der Abstand zwischen 

Gerüstbelag und Wand, egal ob der Belag aus schräg angelegten oder horizontal 

angebrachten Gerüstbrettern besteht. Aus keiner der Vorschriften lässt sich somit 

- 13 - 

zugunsten der Privatkläger ableiten, dass bei der Ausmessung des höchstens zu-

lässigen Abstandes ein schräg hingelegtes Gerüstbrett nicht relevant wäre. Ins-

besondere kann - entgegen der Auffassung der Privatkläger - nicht geschlossen 

werden, dass die 30-cm Abstands-Regel der SUVA vom Abstand Schachtwand 

nur zu vertikal vernageltem Gerüstbrett ausgeht. Demnach vermag auch ein 

schräg hingelegtes Gerüstbrett zu einer regelkonformen Öffnung von unter 30 cm 

zu verhelfen. Da somit davon auszugehen ist, dass in concreto der Abstand zwi-

schen Liftschachtwand und Podest - dank dem schräg hingelegten Brett - 30 cm 

nicht überstiegen hat, musste der Beschuldigte 4 auch keine zusätzlichen Mass-

nahmen treffen (lassen), um einen Absturz zu verhindern. Insbesondere musste 

der Lifteingang nicht im Sinne von Art. 16 Abs. 1 BauAV mit einem 3-teiligen Sei-

tenschutz abgesichert werden. Auch ein Eingangsschutz durch horizontal verna-

gelte Bretter - wie von der Privatklägerschaft verlangt (Urk. 89 S. 4 f.) - kann bei 

dieser Ausgangslage nicht gefordert werden. Sofern sich die Privatklägerschaft 

diesbezüglich auf die von der SUVA aufgestellten Grundsätze zur Verhinderung 

von Liftschacht-Unfällen stützt (Urk. 89 S. 4; vgl. internetseite der SUVA: 

http://www.suva.ch/startseite-suva/praevention-suva/arbeit-suva/branchen-und-

themen-filter-suva/toedliche-falle-liftschachtgeruest-suva/filter-detail-suva.htm), ist 

darauf hinzuweisen, dass diese Grundsätze anerkanntermassen erst nach dem 

vorliegend zu beurteilenden Vorfall ausgearbeitet und publiziert wurden, weshalb 

sie vorliegend nicht relevant sein können. Darüber hinaus ist festzuhalten, dass 

das Anbringen eines Eingangsschutzes nicht Gegenstand der Anklage bildet. Die 

Anklageschrift enthält lediglich den Vorwurf, dass der Beschuldigte 4 das Lift-

schachtgerüst hätte kontrollieren, dabei die zu grosse Öffnung im Podest hätte 

erkennen und diesfalls den Lifteingang mittels Seitenschutz hätte absichern las-

sen müssen (Urk. 26 S. 4).  

2.1.3.2. Sodann ist darauf hinzuweisen, dass der Beschuldigte 1 die von den Pri-

vatklägern aufgeführten Aussagen, worin er echtzeitlich nicht behauptet habe, das 

schräge Brett teilweise auf die noch vorhandenen Nägel getreten zu haben, bei 

der Polizei am 13. Dezember 2007 als Angeschuldigter (Urk. 2/3, Frage 25) sowie 

bei der Staatsanwaltschaft Limmattal / Albis am 28. August 2008 jeweils als An-

geschuldigter machte (Urk. 2/6 S. 3 f.). An beiden Einvernahmen des Beschuldig-

- 14 - 

ten 1 war der Beschuldigte 4 nicht anwesend. Dieser und dessen Verteidiger wur-

de nicht eingeladen, an den Einvernahmen beizuwohnen und an den Beschuldig-

ten 1 Fragen zu richten. Diese Einvernahmen des Beschuldigten 1 sind daher 

nicht verwertbar, soweit sie den Beschuldigten 4 belasten (vgl. § 14 f. StPO/ZH).  

In der erwähnten staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 28. August 2008 er-

klärte der Beschuldigte 1, dass er der Meinung sei, dass das Brett gereicht hätte, 

es sei vernagelt gewesen, das hätte gehalten, wenn jemand drauf trete; er habe 

das Brett ja mit dem Schuh reingetreten, deshalb sei er sich sicher, dass es auch 

halte, wenn ein anderer drauf trete. Auf die Frage, ob nicht ein Grossteil des Na-

gels gar nicht im darunterliegenden Brett bzw. Balken sei, wenn das Brett schräg 

aufliege, antwortete er, einer von vier Nägeln sei dann nicht ganz drin, das stim-

me (Urk. 2/6 S. 4). Der Nagel hinten rechts, würde er sagen, sei teilweise nicht im 

unteren Holz gewesen; auf dem vorderen Teil, wo das Brett auf dem Balken auf-

gelegen habe, sei er sicher drauf gestanden (Urk. 2/6 S. 5). Aus diesen zuguns-

ten des Beschuldigten 4 verwertbaren Aussagen des Beschuldigten 1 kann ge-

schlossen werden, dass das schräg aufgelegte Brett derart vernagelt war, dass 

zumindest die Nägel im vorderen Teil, wo das Brett auf dem Balken auflag, ins 

untere Holz griffen, und dass der Beschuldigte 1 in diesen vorderen Teil des Bret-

tes reingetreten ist.  

Der Beschuldigte 2 antwortete anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Einver-

nahme vom 25. August 2008 zwar auf die Frage, ob das schräge Brett festgena-

gelt oder auf eine andere Weise fixiert worden sei: "Nein. Er hat es einfach hinge-

legt." (Urk. 2/4 S. 4). Diese Aussagen dürfen jedoch nicht zum Nachteil des Be-

schuldigten 4 verwertet werden, waren doch dessen Teilnahmerechte nicht ein-

gehalten. Im Übrigen lässt diese Aussage offen, ob auf das Brett getreten und 

dadurch mit den Nägeln fixiert wurde. 

Anhand der von den Privatklägern zitierten Aussagen der Beschuldigten 1 und 2 

lässt sich daher zu Lasten des Beschuldigten 4 nicht nachweisen, dass das fragli-

che Gerüstbrett durch die ins darunter liegende Kantholz geschlagenen Nägel 

nicht ausreichend befestigt war. 

- 15 - 

Die einzigen Aussagen der Mitbeschuldigten, welche zum Nachteil des Beschul-

digten 4 verwertbar sind, sind diejenigen, welche an der Konfrontationseinver-

nahme vom 6. September 2010 gemacht wurden (Urk. 2/10). Auf die Frage an 

den Beschuldigten 2, gemäss seiner Aussage vom 25. August 2008 sei das 

schräge Brett weder festgenagelt noch auf andere Art fixiert gewesen, ob das so 

richtig sei, antwortete der Beschuldigte 2 es habe dort mit den alten Nägeln drin 

gelegen, mit diesen Nägeln habe es gehalten (Urk. 2/10 S. 10). Der Beschuldigte 

1 erklärte auf die Frage, wie er das Brett im Anschluss der Installation (recte: Ein-

bringung) der Liftschienen fixiert habe, dass er das Brett herausgenommen habe, 

die Nägel seien im Brett drin geblieben, er habe das Brett auf der einen Seite an 

die Wand und auf der anderen Seite an die Schienen gedrückt, mit seinen groben 

Handwerkerschuhen festgedrückt. Er sei selbst auf diesem Brett gestanden 

(Urk. 2/10 S. 12). Mithin bestätigte der Beschuldigte 2 seine frühere Aussage 

nicht, wonach das schräge Brett weder festgenagelt oder auf eine andere Art fi-

xiert worden, sondern einfach hingelegt worden sei. Auch der Beschuldigte 1 

brachte vor, er habe das Brett, in welchem noch die Nägel drin gewesen seien, 

auf der einen Seite an die Wand und auf der anderen Seite an den Schienen ge-

drückt, er sei auf dem Brett gestanden und habe mit seinen Handwerkerschuhen 

festgedrückt. Damit ist erstellt, dass der Beschuldigte 1 mit den Schuhen so gut 

es ging die noch im Gerüstbrett steckenden Nägel in das darunterliegende Ge-

rüstbrett und das Kantholz trat, wobei das Gerüstbrett schräg auflag und die Nä-

gel nur teilweise im Holz darunter steckten. Davon geht auch die Anklageschrift 

aus (auf S. 3 oben). Damit ist aber nicht nachgewiesen, dass das fragliche Ge-

rüstbrett durch die ins darunter liegende Kantholz geschlagenen Nägel nicht aus-

reichend befestigt war.  

Auf die übrigen Vorbringen der Privatkläger ist im Rahmen der rechtlichen Würdi-

gung einzugehen. Zusammenfassend ist vom Anklagesachverhalt auszugehen, 

soweit er von der Vorinstanz erstellt wurde. 

A.B. Rechtliche Würdigung 

1.1. Nach Art. 117 StGB wird bestraft, wer fahrlässig den Tod eines Menschen 

verursacht. Fahrlässig begeht ein Verbrechen oder Vergehen, wer die Folge sei-

- 16 - 

nes Verhaltens aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit nicht bedenkt oder darauf nicht 

Rücksicht nimmt (Art. 12 Abs. 3 Satz 1 StGB). Ein Schuldspruch wegen fahrlässi-

ger Tötung (Art. 117 StGB) setzt somit voraus, dass der Täter den Erfolg durch 

Verletzung einer Sorgfaltspflicht verursacht hat. Sorgfaltswidrig ist die Hand-

lungsweise, wenn der Täter zum Zeitpunkt ihrer Vornahme nach den Umständen 

und nach seinen persönlichen Verhältnissen (Kenntnisse und Fähigkeiten) die 

bewirkte Gefährdung der Rechtsgüter des Opfers hätte erkennen können und 

müssen. Wo besondere Normen ein bestimmtes Verhalten gebieten, bestimmt 

sich das Mass der zu beachtenden Sorgfalt in erster Linie nach diesen Vorschrif-

ten. Dies schliesst nicht aus, dass der Vorwurf der Fahrlässigkeit auch auf allge-

meine Rechtsgrundsätze wie etwa den allgemeinen Gefahrensatz gestützt wer-

den kann. Denn einerseits begründet nicht jeder Verstoss gegen eine gesetzliche 

oder für bestimmte Tätigkeiten allgemein anerkannte Verhaltensnorm den Vorwurf 

der Fahrlässigkeit, und andererseits kann ein Verhalten sorgfaltswidrig sein, auch 

wenn nicht gegen eine bestimmte Verhaltensnorm verstossen wurde. Die Vor-

sicht, zu der ein Täter verpflichtet ist, wird letztlich durch die konkreten Umstände 

und seine persönlichen Verhältnisse bestimmt, weil naturgemäss nicht alle tat-

sächlichen Gegebenheiten in Vorschriften gefasst werden können. 

Grundvoraussetzung für das Bestehen einer Sorgfaltspflichtverletzung und mithin 

für die Fahrlässigkeitshaftung bildet die Vorhersehbarkeit des Erfolgs. Die zum Er-

folg führenden Geschehensabläufe müssen für den konkreten Täter mindestens 

in ihren wesentlichen Zügen voraussehbar sein. Zunächst ist daher zu fragen, ob 

der Täter eine Gefährdung der Rechtsgüter des Opfers hätte voraussehen bezie-

hungsweise erkennen können und müssen. Für die Beantwortung dieser Frage 

gilt der Massstab der Adäquanz. Danach muss das Verhalten geeignet sein, nach 

dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und den Erfahrungen des Lebens einen Erfolg 

wie den eingetretenen herbeizuführen oder mindestens zu begünstigen. Die Adä-

quanz ist nur zu verneinen, wenn ganz aussergewöhnliche Umstände, wie das 

Mitverschulden des Opfers beziehungsweise eines Dritten oder Material- oder 

Konstruktionsfehler, als Mitursache hinzutreten, mit denen schlechthin nicht ge-

rechnet werden musste und die derart schwer wiegen, dass sie als wahrschein-

lichste und unmittelbarste Ursache des Erfolgs erscheinen und so alle anderen 

- 17 - 

mitverursachenden Faktoren - namentlich das Verhalten des Beschuldigten - in 

den Hintergrund drängen. 

Damit der Eintritt des Erfolgs auf das pflichtwidrige Verhalten des Täters zurück-

zuführen ist, genügt allerdings seine Voraussehbarkeit nicht. Verlangt wird viel-

mehr, dass der Eintritt des tatbestandsmässigen Erfolgs auch vermeidbar war. 

Dies ist der Fall, wenn der Erfolg bei pflichtgemässem Verhalten des Täters mit 

an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit bzw. mit einem hohen Grad der 

Wahrscheinlichkeit ausgeblieben wäre (sog. hypothetischer Kausalzusammen-

hang). Ob eine Handlung im Sinne der Adäquanztheorie nach dem gewöhnlichen 

Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung geeignet ist, einen Er-

folg von der Art des eingetretenen herbeizuführen oder zu begünstigen, muss ex 

ante, d.h. vom Zeitpunkt des Handelns aus, entschieden werden; denn die nach-

trägliche (bessere) Kenntnis der Zusammenhänge kann nicht darüber entschei-

den, ob eine Handlung im Zeitpunkt ihrer Vornahme erlaubt oder verboten war. 

Demgegenüber ist die für die Erfolgszurechnung ebenfalls wesentliche Frage, aus 

welcher Gefahr der Erfolg hervorgegangen ist, ob sich mithin im Erfolg gerade die 

vom Täter geschaffene oder gesteigerte Gefahr verwirklicht hat, unter Auswertung 

aller ex post bekannten Umstände zu beantworten. Der Erfolg ist dem Täter zuzu-

rechnen, wenn dessen Verhalten mindestens mit einem hohen Grad der Wahr-

scheinlichkeit oder mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit die Ursache 

des Erfolgs bildete. 

1.2. Ein sog. unechtes Unterlassungsdelikt ist gegeben, wenn im Gesetz wenigs-

tens die Herbeiführung des Erfolgs durch Tun ausdrücklich mit Strafe bedroht 

wird, der Beschuldigte durch sein Tun den Erfolg tatsächlich hätte abwenden 

können und infolge seiner Garantenstellung dazu auch verpflichtet war, so dass 

die Unterlassung der Erfolgsherbeiführung durch aktives Tun gleichwertig er-

scheint (Art. 11 StGB). Für die Annahme einer Garantenstellung genügt nicht je-

de, sondern nur eine qualifizierte Rechtspflicht. Rechtsprechung und Lehre unter-

scheiden zwischen Obhutspflichten, d.h. Garantenstellungen zum Schutz eines 

bestimmten Rechtsgutes gegen alle ihm drohenden Gefahren, und Überwa-

chungspflichten, d.h. Garantenstellungen zur Überwachung bestimmter Gefah-

- 18 - 

renquellen zum Schutze unbestimmt vieler Rechtsgüter. Eine Garantenstellung 

kann sich aus Gesetz, Vertrag, einer freiwillig eingegangenen Gefahrengemein-

schaft oder aus der Schaffung einer Gefahr ergeben (Art. 11 Abs. 2 lit. a - d 

StGB). 

Auch beim unechten Unterlassungsdelikt genügt für die Zurechenbarkeit des Er-

folgs die blosse Vorhersehbarkeit nicht, sondern muss der Erfolg auch vermeidbar 

gewesen sein. Dabei wird ein hypothetischer Kausalverlauf untersucht und ge-

prüft, ob der Erfolg bei pflichtgemässem Verhalten des Täters ausgeblieben wäre. 

Für die Zurechnung des Erfolgs genügt, wenn das Verhalten des Täters mindes-

tens mit einem hohen Grad an Wahrscheinlichkeit die Ursache des Erfolges bilde-

te. Beim unechten Unterlassungsdelikt ist somit anhand eines hypothetischen 

Kausalzusammenhangs zu prüfen, ob bei Vornahme der gebotenen Handlung der 

Erfolg mit einem hohen Grad an Wahrscheinlichkeit ausgeblieben wäre und ob 

deren Nichtvornahme für den eingetretenen Erfolg adäquat kausal war (BGE 135 

IV 64 ff.; Urteile des Bundesgerichts 6B_516/2009 vom 3. November 2009 

E. 3.3.1 und 6P.58/2003 vom 3. August 2004 E. 5.2 und 5.3; vgl. auch 

6P.121/2006 vom 7. Dezember 2006 E. 2.6, je mit Hinweisen).  

1.3. In einem neueren Entscheid erwog das Bundesgericht, dass für die auf dem 

Bau zu beachtenden Sicherheitsvorschriften insbesondere die zur damaligen Tat-

zeit geltende Verordnung vom 29. Juni 2005 über die Sicherheit und den Ge-

sundheitsschutz der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bei Bauarbeiten (Bau-

arbeitenverordnung, BauAV; SR 832.311.141) und die Verordnung vom 19. De-

zember 1983 über die Verhütung von Unfällen und Berufskrankheiten (Verord-

nung über die Unfallverhütung, VUV; SR 832.30) massgebend seien. Die Bauar-

beitenverordnung basiere auf Art. 83 Abs. 1 des Unfallversicherungsgesetzes 

vom 20. März 1981 (UVG) und auf Art. 40 des Arbeitsgesetzes vom 13. März 

1964 (ArG). Sie richte sich in erster Linie an Betriebe, die in der Schweiz Arbeit-

nehmer beschäftigen (Art. 81 Abs. 1 UVG). Aus der Bauarbeitenverordnung und 

der Verordnung über die Unfallverhütung lasse sich keine Garantenstellung des 

bauleitenden Architekten gegenüber Personen, die nicht Arbeitnehmer sind und 

nicht in einem Subordinationsverhältnis ständen, ableiten. Dies bedeute allerdings 

- 19 - 

nicht, dass die Bauleitung die genannten Vorschriften nicht beachten müsse. Un-

ternehmer und Bauleitung seien nach Art. 104 der SIA-Norm 118 bei der Erfüllung 

ihrer Aufgaben verpflichtet, die Sicherheit der am Bauwerk Beschäftigten zu ge-

währleisten. Auf die Sicherheit sei bei der Projektierung, der Festlegung des Bau-

vorgangs und der Ausführung der Arbeiten Rücksicht zu nehmen. Der Unterneh-

mer treffe die notwendigen Schutzmassnahmen zur Unfallverhütung. Er werde 

dabei von der Bauleitung unterstützt (Art. 104 SIA-Norm 118). Art. 104 der SIA-

Norm 118 statuiere eine subsidiäre Verantwortlichkeit der Bauleitung für die Si-

cherheit auf dem Bau (Urteil des Bundesgerichts 6B_437/2008 vom 24. Juli 2009 

E. 5.7.3). 

1.4. Im Übrigen kann auf die Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden, 

welche die rechtstheoretischen Grundlagen zutreffend dargelegt hat (Urk. 73 

S. 36 ff. und S. 44 ff.). 

2.1. Vorliegend bejahte die Vorinstanz die Garantenstellung des Beschuldigten 4, 

da er im Sinne von Art. 104 der SIA-Norm 118 verpflichtet gewesen sei, die Si-

cherheit der am Bau Beschäftigten zu gewährleisten und die erforderlichen 

Schutzmassnahmen zur Unfallverhütung zu treffen. Sodann warf die Vorinstanz 

dem Beschuldigten 4 eine Sorgfaltspflichtverletzung durch mangelnde Kontrolle 

der Einhaltung der Sicherheitsvorschriften vor, da er zwar den Beschuldigten 2 

und 3 aufgetragen habe, das Liftschachtgerüst zu kontrollieren und in Stand zu 

stellen, es jedoch unterlassen habe, die Ausführung seines Auftrages zu überprü-

fen, und das Liftschachtgerüst zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal auf des-

sen Sicherheit zu überprüfen, obwohl täglich zahlreiche Arbeiter die Tiefgarage 

benutzt hätten und am Liftschachteingang vorbeigegangen seien. Das Vorliegen 

eines entschuldbaren Rechtsirrtums verneinte die Vorinstanz, da der Beschuldig-

te 4 nicht davon ausgegangen sei, dass ihn keine Kontrollpflichten treffen würden 

(Urk. 73 S. 46 ff.). Weiter erachtete die Vorinstanz, dass die unterlassene Über-

wachung für den Unfall des Privatklägers 7 adäquat kausal gewesen sei: Es sei 

nicht absolut unvorhersehbar gewesen, dass dieser auch noch auf der Baustelle 

gearbeitet habe, nachdem die Arbeiter der Firma M._____ AG die Baustelle be-

reits verlassen hätten; es liege auch nicht jenseits jeglicher Vorstellungskraft, 

- 20 - 

dass jemand nach dem automatischen Löschen der Lichter in der Dunkelheit 

durch die Baustelle gehe und in die falsche Türöffnung trete; es müsse zudem je-

derzeit mit einem unabsichtlichen Stolpern eines Arbeiters gerechnet werden; das 

Verhalten des Privatklägers 7 sei somit weder gänzlich unvorhersehbar noch der-

art absonderlich gewesen, dass unter keinen Umständen damit habe gerechnet 

werden müssen. Der Kausalzusammenhang sei durch das Verhalten des Privat-

klägers 7 nicht unterbrochen worden, selbst wenn dieser keinen Schutzhelm ge-

tragen habe (Urk. 73 S. 57 ff.).  

Hingegen kam die Vorinstanz zum Schluss, dass der Eintritt des Todes des Pri-

vatklägers 7 nicht vermeidbar gewesen wäre, da er nicht auf die pflichtwidrige Un-

terlassung des Beschuldigten 4 zurückzuführen gewesen sei. Es lasse sich nicht 

nachweisen, dass das Unfallereignis und die eingetretenen Unfallfolgen bei Be-

achtung der erforderlichen Sorgfalt ausgeblieben wären. Es lasse sich anhand der 

Akten nicht belegen, dass die Bretter im Erdgeschoss und Untergeschoss nur 

deshalb entfernt worden seien, weil das schräg gelegte Brett im Erdgeschoss 

nicht fachmännisch vernagelt worden sei, wovon die Anklage ausgehe, zumal die 

genaue Ausgestaltung des Gerüstpodests im Erdgeschoss nicht bewiesen sei, 

und die zwei Bretter des Podestes im Untergeschoss fachmännisch vernagelt 

gewesen seien, dies jedoch nicht habe verhindern können, dass diese ebenfalls 

entfernt worden seien. Eine Anrechnung der vernachlässigten Kontrolle und des 

unfachmännisch vernagelten Gerüstbrettes im Sinne der Risikoerhöhungstheorie 

an den Taterfolg sei abzulehnen, da dies faktisch zur Umdeutung des vorliegen-

den Erfolgs- in ein Gefährdungsdelikt führe. Es lägen keine hinreichenden An-

haltspunkte dafür vor, dass der Unfall auch dann derart tragisch verlaufen wäre, 

wenn der versehentlich in den Lichtschacht tretende Privatkläger 7 vom quer hin-

gelegten Brett zumindest noch aufgefangen worden und er daher nicht auf dem 

Schachtboden aufgeschlagen und dort im stehenden Wasser ertrunken wäre. 

Durch die gänzliche Entfernung des Brettes im Gerüstpodest auf der Höhe des 

Erdgeschosses sei demnach neben die unterlassenen Kontrollen eine weitere Ur-

sache getreten. Es sei aber nicht nachgewiesen, dass der Beschuldigte 4 das Ge-

rüstpodest auch dann pflichtwidrig unsorgfältig nicht kontrolliert habe, als das zu-

nächst noch angelegte Gerüstbrett nicht mehr vorhanden gewesen sei. "In dubio 

- 21 - 

pro reo" müsse davon ausgegangen werden, dass sowohl das Gerüstbrett auf der 

Höhe des Erdgeschosses als auch diejenigen im Untergeschoss erst kurz vor 

dem Unfallereignis entfernt worden seien. Der durch Entfernung des Gerüstbret-

tes geschaffene gefährliche Zustand des Liftschachtes wäre somit auch bei einer 

genügenden Überwachung höchstwahrscheinlich nicht entdeckt worden, weshalb 

sich der Unfall nicht hätte vermeiden lassen (Urk. 73 S. 59 ff.). 

2.2. Die Privatkläger machen geltend, dass der Beschuldigte 4, welcher nach ei-

genen Angaben gesehen habe, dass das Brett auf dem Kantholz, an die Säule 

und an die Wand mit Auflage auf dem Brett und auf dem Kantholz, aufgelegen 

habe, sich nicht hätte damit zufrieden geben dürfen. Als pflichtgemässes Verhal-

ten wäre in casu geboten gewesen, den Lifteingang mit einem horizontalen Kant-

holz am Eingang zu sichern, wie dies im UG und OG offenbar später, nachdem 

das Gerüst beschädigt worden sei, auch gemacht worden sei. Dies habe der Be-

schuldigte 4 trotz ihn treffender Pflicht weder angeordnet noch das Gerüst je 

selbst kontrolliert. Der Absturz des Privatklägers 7 wäre so aber vermieden wor-

den, weil dieser vom EG aus gar nicht hätte hinunter fallen können (Urk. 75 

S. 6 f.). 

2.3. Wie erwähnt, genügt beim vorliegenden unechten Unterlassungsdelikt für die 

Zurechenbarkeit des Erfolgs die blosse Vorhersehbarkeit nicht, sondern muss der 

Erfolg auch vermeidbar gewesen sein. Es ist somit in Anwendung der hypotheti-

schen Kausalität bzw. der "Wahrscheinlichkeitstheorie" der bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung (vgl. Urteil des BGer vom 31. Januar 2012, 6B_611/2011) an-

hand eines hypothetischen Kausalzusammenhangs zu prüfen, ob bei Vornahme 

der gebotenen Handlung durch den Beschuldigten 4 der Sturz des Privatklägers 7 

mit Todesfolge mit einem hohen Grad an Wahrscheinlichkeit ausgeblieben wäre 

und ob deren Nichtvornahme für den eingetretenen Erfolg adäquat kausal war.  

Diesbezüglich macht die Anklageschrift geltend, mit hoher Wahrscheinlichkeit wä-

re der Unfall und damit der Tod des Privatklägers 7 vermeidbar gewesen, wenn 

der Beschuldigte 4 das durch den Beschuldigten 1 teilweise demontierte Gerüst 

jemals kontrolliert und es in Stand stellen lassen hätte, und entweder die zu gros-

se Öffnung hätte verkleinern oder den Lifteingang absperren lassen, und nicht 

- 22 - 

krass leichtfertig und pflichtwidrig eine zu grosse Öffnung im Gerüstpodest belas-

sen hätte. 

Wie oben erwähnt ist von dem von der Vorinstanz erstellten Sachverhalt auszu-

gehen: Demgemäss hat der Beschuldigte 4 die Kontrolle des beschädigten Ge-

rüstes angeordnet, die Ausführung seiner Anweisungen jedoch nie überprüft, und 

nach dem 9. Oktober 2007 keine Kontrollen im Bereich des Liftschachtgerüstes 

mehr durchgeführt. Demgegenüber kann nicht rechtsgenüglich erstellt werden, 

dass die Öffnung zwischen Liftschachtwand und dem Podest die nach den SUVA-

Vorschriften und der Bauarbeiterverordnung zur Verhütung von Unfällen die 

höchstens zulässige Fläche von 30 cm x 30 cm überschritten hat, sowie dass das 

Gerüstbrett durch die ins darunter liegende Kantholz geschlagenen Nägel nicht 

ausreichend befestigt war. Erstellt wiederum und unbestritten ist, dass das Ge-

rüstbrett an einem unbekannten Tag zwischen dem 2. Oktober 2007 und 28. No-

vember 2007 durch eine unbekannte Person entfernt wurde, oder in den Lift-

schacht fiel, und von dort durch eine unbekannte Person entfernt wurde. Hinge-

gen ist nicht nachgewiesen, dass dieses Gerüstbrett deshalb entfernt wurde oder 

in den Liftschacht fiel, weil es lediglich schräg hingelegt und nicht fachmännisch 

vernagelt war. Sodann ist mit der Vorinstanz zugunsten des Beschuldigten 4 da-

von auszugehen, dass das schräg angebrachte Gerüstbrett im Erdgeschoss erst 

am 28. November 2007 kurz vor Betreten des Liftschachts durch den Privatklä-

ger 7 entfernt wurde oder in den Liftschacht fiel. Etwas anderes kann dem Be-

schuldigten nicht nachgewiesen werden. Im Gegenteil stellt der Umstand, dass 

ein Tag vor dem Unfall eine Rohbauabnahme stattfand und kein derartiger Man-

gel festgestellt wurde (vgl. Urk. 9/1), ein Indiz dafür dar, dass das Brett erst kurz 

vor dem Unfall entfernt wurde. Ein solch gravierender Mangel wäre bei der Bau-

abnahme wohl festgestellt worden, auch wenn der Fokus bei einer Bauabnahme 

auf der vertragskonformen Ausführung des Baus und nicht auf einer baupolizeili-

chen Überprüfung des Baus liegt. Es muss weiter davon ausgegangen werden, 

dass der Privatkläger 7 nicht ins Untergeschoss gestürzt wäre, wenn das Gerüst-

brett nicht entfernt worden wäre, hatte doch die Öffnung die vorschriftsgemässe 

minimale Fläche nicht überschritten und war das Gerüstbrett durch die Nägel hin-

reichend befestigt. Es kann nicht nachgewiesen werden, dass der Privatkläger 7 

- 23 - 

beim Betreten des Liftschachts im Erdgeschoss auch hinunter gefallen und dieser 

Sturz zu seinem Tod geführt hätte, wenn das schräg angelegte und festgetretene 

Gerüstbrett noch vorhanden gewesen wäre. Jedenfalls kann nicht ausgeschlos-

sen werden, dass der Privatkläger 7 vom schrägen Gerüstbrett zumindest aufge-

fangen worden wäre. War nun dieses Gerüstbrett noch bis kurz vor dem Betreten 

des Liftschachtes durch den Privatkläger 7 vorhanden, hätte der Beschuldigte 4 

dessen Fehlen selbst bei hinreichender Kontrolle und Überwachung - sogar wenn 

diese täglich erfolgt wäre - nicht rechtzeitig festgestellt und das Gerüstbrett wieder 

befestigen lassen oder den Lifteingang sichern lassen können. Es lässt sich somit 

nicht nachweisen, dass dessen sorgfaltsgemässes Handeln den Unfall hätte ver-

hindern können. Daraus ist mit der Vorinstanz zu folgern, dass der Unfall und 

Sturz des Privatklägers 7 sich auch bei pflichtgemässem Verhalten des Beschul-

digten 4 ereignet hätte, weshalb der Vorwurf fahrlässigen Handelns scheitert. 

Entgegen der Auffassung der Privatkläger kann somit nicht davon ausgegangen 

werden, dass das Gerüstbrett im Erdgeschoss nicht entfernt oder heruntergefallen 

wäre, wenn der Beschuldigte 4 seiner Kontroll- und Aufsichtspflicht korrekt nach-

gekommen wäre, zumal auch die zwei Bretter des Podestes im Untergeschoss, 

welche fachmännisch vernagelt worden waren, ebenfalls entfernt wurden. Mithin 

ist nicht erstellt, dass das schräg gelegte Brett im Erdgeschoss nur deshalb ent-

fernt wurde, weil es nicht fachmännisch angebracht war. Demnach ist nicht er-

stellt, dass bei Vornahme der gebotenen Kontrolle durch den Beschuldigten 4 der 

gefährliche Zustand rechtzeitig entdeckt worden wäre und damit lässt sich auch 

nicht nachweisen, dass sich der Unfall bei Beachtung der Sorgfaltspflichten mit 

einem hohen Grad an Wahrscheinlichkeit hätte vermeiden lassen und das Unter-

lassen der Kontrolle für den Tod des Privatklägers 7 adäquat kausal war. Der 

Freispruch des Beschuldigten 4 hinsichtlich der fahrlässigen Tötung im Sinne von 

Art. 117 StGB ist daher zu bestätigen. 

- 24 - 

B. Fahrlässige Gefährdung durch Verletzung der Regeln der Baukunde 

B.A. Sachverhalt 

Unter Verweis auf obige Ausführungen ist in tatsächlicher Hinsicht erstellt, dass 

der Beschuldigte 4 eine Sorgfaltspflichtverletzung durch mangelnde Kontrolle der 

Einhaltung der Sicherheitsvorschriften begangen hat. Hingegen ist nicht nachge-

wiesen, dass die Öffnung im Liftschachtgerüst zu gross war und jederzeit ein Ar-

beiter oder Besucher hätte durch diese Öffnung fallen und vom Erdgeschoss rund 

4.1 Meter tief ins Untergeschoss stürzen können. 

B.B. Rechtliche Würdigung 

1. Gemäss Art. 229 Abs. 1 StGB wird bestraft, wer vorsätzlich bei der Leitung  

oder Ausführung eines Bauwerkes oder eines Abbruches die anerkannten Regeln 

der Baukunde ausser Acht lässt und dadurch wissentlich Leib und Leben von 

Mitmenschen gefährdet. Nach Abs. 2 wird der Täter bestraft, wenn er die aner-

kannten Regeln der Baukunde fahrlässig ausser Acht lässt. 

Art. 229 StGB ist neben Art. 125 StGB insbesondere anwendbar, wenn eine Per-

son wegen Nichteinhaltens der Regeln der Baukunde verletzt wurde, während 

andere Personen gefährdet wurden. 

Die Tathandlung gemäss Art. 229 StGB besteht in der Nichtbeachtung von aner-

kannten Regeln der Baukunde bei der Leitung oder Ausführung eines Bauwerkes. 

Der Tatbestand kann sowohl durch aktives unsachgemässes Handeln als auch 

durch Unterlassen gebotener Schutzmassnahmen erfüllt werden. Art. 229 StGB 

statuiert im Ergebnis eine Garantenstellung des Täters, indem er Personen, die 

im Rahmen der Leitung oder Ausführung von Bauwerken Gefahren schaffen, an-

hält, für ihren Verantwortungsbereich die Sicherheitsregeln einzuhalten. Die Be-

stimmung von Art. 229 StGB beschränkt dabei aufgrund ihrer Konzeption als ech-

tes Sonderdelikt die Strafbarkeit von vornherein auf Personen, bei denen eine Ga-

rantenstellung aus Ingerenz zu bejahen ist. 

- 25 - 

Die mit der Leitung oder Ausführung eines Bauwerks betrauten Personen können 

nicht für sämtliche Missachtungen von Vorschriften auf einer Baustelle strafrecht-

lich zur Verantwortung gezogen werden, sondern es ist in jedem Einzelfall abzu-

klären, wie weit der Aufgabenkreis und somit der Verantwortungsbereich der Be-

teiligten reichen. Dies bestimmt sich aufgrund gesetzlicher Vorschriften, vertragli-

cher Abmachungen, nach den konkreten Umständen und den Usanzen. Die Un-

terscheidung verschiedener Verantwortlichkeitsbereiche ist eine Folge der beim 

Bau unumgänglichen Arbeitsteilung, wobei sich die einzelnen Tätigkeiten häufig 

nicht scharf voneinander abgrenzen lassen, so dass bei einer festgestellten Ver-

letzung von Regeln der Baukunde die strafrechtliche Verantwortung nach Art. 229 

StGB oft mehrere Personen gleichzeitig trifft. Eine Entlastung mit dem Hinweis auf 

die gleichartige Untätigkeit eines andern ist nicht möglich. 

Bauleitende Funktion besitzt, wer unmittelbare Befehlsgewalt über die Ausführen-

den ausübt, wer jederzeit mit bindenden Weisungen in die gesamte Bauführung 

eingreifen darf und diese Befugnis auch tatsächlich ausübt. Wesentlich ist der 

durch die konkreten Verhältnisse vorgegebene Aufgabenkreis. Zu den Aufgaben 

der Bauleitung zählen die Koordination und Überwachung der gesamten Bauar-

beiten. Der Bauleiter muss die durch die Umstände gebotenen Sicherheitsvorkeh-

rungen anordnen und generell für die Einhaltung der anerkannten Regeln der 

Baukunde sorgen. Diese Pflicht besteht unabhängig davon, ob die gefährdeten 

Personen dem Bauleiter direkt unterstellt sind. Kann die Bauleitung jederzeit 

durch Anordnungen und Weisungen in den Gang der Arbeiten eingreifen, muss 

sie sicherstellen, dass die Sicherheitsvorschriften beachtet werden. Der Bauleiter 

muss einschreiten, wenn er eine Verletzung elementarer Sicherheitsvorschriften 

feststellt. Dies gilt insbesondere, wenn dadurch eine Gefahr für die körperliche In-

tegrität oder das Leben Dritter hervorgerufen wird. 

Art. 229 StGB statuiert im Ergebnis eine Garantenstellung aus Ingerenz, indem er 

Personen, die im Rahmen der Leitung oder Ausführung von Bauwerken Gefahren 

schaffen, anhält, für ihren Verantwortungsbereich die Sicherheitsregeln einzuhal-

ten. Eine Garantenstellung kann namentlich auf Art. 104 der SIA-Norm 118 

und/oder Art. 83 des Bundesgesetzes vom 20. März 1981 über die Unfallversiche-

- 26 - 

rung (UVG; SR 832.20) in Verbindung mit Art. 3 Abs. 1 der Verordnung vom 

29. Juni 2005 über die Sicherheit und den Gesundheitsschutz der Arbeitnehme-

rinnen und Arbeitnehmer bei Bauarbeiten (Bauarbeitenverordnung, BauAV; 

SR 832.311.141) gestützt werden. Die Bauarbeitenverordnung basiert auf Art. 83 

Abs. 1 UVG und auf Art. 40 des Bundesgesetzes vom 13. März 1964 über die Ar-

beit in Industrie, Gewerbe und Handel (Arbeitsgesetz, ArG; SR 822.11). Sie rich-

tet sich in erster Linie an Betriebe, die in der Schweiz Arbeitnehmer beschäftigen 

(Art. 81 Abs. 1 UVG). Die Verordnung über die Unfallverhütung wurde gestützt auf 

Art. 81 des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1), Art. 81 ff. UVG und Art. 40 ArG er-

lassen. Aus der Bauarbeitenverordnung und der Verordnung über die Unfallverhü-

tung lässt sich keine Garantenstellung des Bauleiters gegenüber Personen ablei-

ten, die nicht Arbeitnehmer sind und nicht in einem Subordinationsverhältnis zu 

ihm stehen. Dies bedeutet allerdings nicht, dass die Bauleitung die genannten 

Vorschriften nicht beachten muss. 

Steht fest, dass der Beschuldigte und allfällige Mitbeschuldigte für die Sicherheit 

auf der Baustelle verantwortlich waren, ist zu prüfen, ob die gebotenen Sicher-

heitsvorkehrungen angeordnet wurden und das Unfallrisiko nicht möglichst klein 

gehalten wurde. Waren die Handwerker nicht dem Bauleiter, sondern einer Firma 

unterstellt, vermag ihn dies nicht zu entlasten. Stellte der Bauleiter eine Verlet-

zung elementarer Sicherheitsvorschriften respektive eine Gefahr für die Handwer-

ker fest, ohne adäquat einzugreifen und die gebotenen Massnahmen unverzüg-

lich vor Ort zu treffen, verletzte er seine Sorgfaltspflichten. Der blosse Hinweis auf 

die Gefahr anstelle der Durchsetzung von Sicherungsmassnahmen genügt nicht. 

Sodann muss der Erfolgseintritt voraussehbar sein und kein die Vorhersehbarkeit 

des Erfolgseintritts unterbrechendes Selbstverschulden des Geschädigten res-

pektive ein Mitverschulden eines Mitbeschuldigten vorliegen, mit dem der Be-

schuldigte schlechthin nicht zu rechnen hatte. Die Voraussehbarkeit ist zu beja-

hen, wenn nicht schlechthin auszuschliessen ist, dass sich jemand in den Gefah-

renbereich begeben würde. Schliesslich wird vorausgesetzt, dass der Unfall durch 

die Vornahme der erforderlichen Sicherungsmassnahmen mit einem hohen Grad 

an Wahrscheinlichkeit hätte vermieden werden müssen (vgl. Urteil des Bundesge-

- 27 - 

richts 6B_566/2011 vom 13. März 2012 sowie 6B_1016/2009 vom 11. Februar 

2010, je mit Hinweisen). Diese Erwägungen sind sinngemäss auf die Anwendung 

von Art. 229 Abs. 1 und 2 StGB neben Art. 117 StGB übertragbar. Im Übrigen 

kann auf die rechtstheoretischen Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden 

(Urk. 73 S. 61 f.). 

2. In concreto erwog die Vorinstanz, dass die Beschuldigten Arbeiten geleitet oder 

ausgeführt hätten, womit sie unter die tatbestandsmässige Täterkategorie fallen 

würden. Das Gerüst stelle ein "Bauwerk" im Sinne von Art. 229 StGB dar. Zum 

Bestehen der Garantenstellung der Beschuldigten sowie zu den Sorgfaltspflichten 

und der Missachtung der Regeln der Baukunde verwies die Vorinstanz grundsätz-

lich auf ihre Ausführungen zu Art. 117 StGB. Soweit der Anklagevorwurf an der 

nach der Einbringung der Liftschienen im Gerüstbrett zurückgelassenen Öffnung 

anknüpfe, seien wie dargelegt deren Masse sowie die Beschaffenheit der Abde-

ckung nicht rechtsgenügend nachgewiesen. Soweit der Vorwurf auf den später 

nicht vorgenommenen Kontrollen basiere, müsse "in dubio pro reo" davon ausge-

gangen werden, dass die Gefährdung selbst bei pflichtgemässem Verhalten des 

Beschuldigten 4 nicht hätte vermieden werden können (Urk. 73 S. 62 f.). 

3. Die Privatklägerschaft brachte keine spezifischen Einwände in Bezug auf die 

Anwendbarkeit von Art. 229 Abs. 1 und 2 StGB vor. Den Ausführungen der Vo-

rinstanz ist beizupflichten. Muss zugunsten des Beschuldigten 4 davon ausge-

gangen werden, dass das schräg gelegte Gerüstbrett im Erdgeschoss mit min-

destens drei Nägeln hinreichend befestigt war und keine 30 cm übersteigende 

Öffnung hervorbrachte, entsprach das Liftschachtgerüst im Erdgeschoss den Vor-

schriften, weshalb keine Gefährdung von Personen vorlag. Eine solche Gefähr-

dung bestand erst ab dem Zeitpunkt, als das schräg gelegte Gerüstbrett von einer 

unbekannten Person entfernt wurde oder in den Liftschacht fiel. Da indessen zu-

gunsten des Beschuldigten 4 davon auszugehen ist, dass dieses erst am späten 

Nachmittag des 28. November 2007 verschwand, hätte der Beschuldigte dessen 

Fehlen und somit die geschaffene Gefährdung für Personen selbst bei pflichtge-

mässer Kontrolle nicht rechtzeitig, d.h. bevor überhaupt Personen - durch das 

Verschwinden des schräg angelegten Gerüstbretts - gefährdet wurden, entdeckt. 

- 28 - 

Die Gefährdung von Personen bzw. Gefahr eines Unfalls mit Todeseintritt zufolge 

des fehlenden Gerüstbretts wäre durch sorgfaltsgemässes Verhalten des Be-

schuldigten 4 somit nicht vermeidbar gewesen. Die Vermeidbarkeit der Gefähr-

dung muss mit der gleichen Begründung verneint werden wie die Vermeidbarkeit 

des Unfalls des Privatklägers 7 und dessen Todes bei Art. 117 StGB. Der Frei-

spruch der Vorinstanz ist daher auch in Bezug auf Art. 229 Abs. 1 und 2 StGB zu 

bestätigen. 

4. Bei diesem Verfahrensausgang erübrigt es sich, auf die Beweisanträge der 

Verteidigung einzugehen. 

 

IV. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

Ausgangsgemäss ist das erstinstanzliche Kosten- und Entschädigungsdispositiv 

(Ziff. 4 und 5), soweit es den Beschuldigten 4 betrifft, zu bestätigen. 

Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe ihres 

Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Die Privatklägerschaft unter-

liegt im Berufungsverfahren vollständig. Bei diesem Verfahrensausgang sind ihr 

die Kosten des Berufungsverfahrens aufzuerlegen. Ferner ist dem obsiegenden 

Beschuldigten 4 für das Berufungsverfahren eine angemessene Prozessentschä-

digung für anwaltliche Verteidigung in der Höhe von Fr. 10'100.70 (inkl. Mehr-

wertsteuer) zuzusprechen (Art. 429 Abs. 1 StPO). Diese ist ihm aus der Gerichts-

kasse auszurichten, da sich die Anträge der Privatklägerschaft auf den Schuld-

punkt beschränkten und insbesondere der Zivilpunkt nicht mehr angefochten war 

(Art. 436 Abs. 1 StPO in Verbindung mit Art. 432 StPO.). 

 

Es wird beschlossen: 

7. Vom Rückzug der Berufung seitens der Staatsanwaltschaft Limmattal / Albis 

wird Vormerk genommen. 

- 29 - 

8. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Dietikon vom 

16. Mai 2012 hinsichtlich Dispositivziffer 1 teilweise (Freisprüche der Be-

schuldigten H._____, I._____ und J._____), Ziffer 2 (Sicherstellungen), Ziffer 

3 (Zivilklage), Ziffer 4 und 5 je teilweise (Kosten- und Entschädigungsrege-

lung, soweit sie die Beschuldigten H._____, I._____ und J._____ betrifft), 

und Ziffer 6 (Genugtuungsbegehren des Beschuldigten I._____), sowie die 

gleichentags ergangene Verfügung in Rechtskraft erwachsen sind.  

9. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil. 

10. Rechtsmittel: 

Gegen Ziffer 1 dieses Beschlusses kann bundesrechtliche Beschwerde in 
Strafsachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang der vollständigen, be-
gründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung des 

Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichts-

gesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte K._____ wird vollumfänglich freigesprochen. 

11. Das erstinstanzliche Kosten- und Entschädigungsdispositiv, soweit es den 

Beschuldigten K._____ betrifft (Ziff. 4 und 5), wird bestätigt. 

12. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 3'000.--. 

13. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden der Privatklägerschaft aufer-

legt. 

- 30 - 

14. Dem Beschuldigten K._____ wird für das Berufungsverfahren eine Prozess-

entschädigung von Fr. 10'100.70 für anwaltliche Verteidigung aus der Ge-

richtskasse zugesprochen. 

15. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten 4 
− die Verteidigung der Beschuldigten 1-3, im Doppel für sich und zuhan-

den der Beschuldigten 
− die Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis 
− die Vertreterin der Privatklägerschaft für sich und zuhanden der  

Privatklägerschaft  
 

sowie in vollständiger Ausfertigung an 

− die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten 4 
− die Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis 
− die Vertreterin der Privatklägerschaft für sich und zuhanden der  

Privatklägerschaft 

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälli-

ger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz 
− die Koordinationsstelle VOSTRA zur Entfernung der Daten gemäss 

Art. 12 Abs. 1 lit. d VOSTRA mittels Kopie von Urk. 21/3 
− die Kantonspolizei Zürich, KIA-ZA, mit separatem Schreiben (§ 54a 

PolG). 

16. Rechtsmittel: 

 Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang der vollständigen, be-
gründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung des 

Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichts-

gesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

- 31 - 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

II. Strafkammer 
 
 

Zürich, 15. März 2013 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

Oberrichter Dr. Bussmann 
 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. Leuthard 
 

 

	Urteil vom 15. März 2013
	Anklage:
	Verfügung der Vorinstanz:
	1. Die Prozesse Nr. GG100068 (I._____), Nr. GG100069 (J._____) und Nr. GG100070 (K._____) werden mit dem Prozess Nr. GG100067 (H._____) vereinigt, unter letztgenannter Prozessnummer weitergeführt und als dadurch erledigt abgeschrieben.
	2. Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.
	Urteil der Vorinstanz:
	1. Die Beschuldigten sind der fahrlässigen Tötung und der fahrlässigen Gefährdung durch Verletzung der Regeln der Baukunde nicht schuldig und werden freigesprochen.
	2. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis vom 7. September 2010 sichergestellten Kleidungsstücke - Jacke violett/blau, Marke Chalet, Grösse L, - Arbeitshose blau, Marke Helly Hansen und  - Arbeitsschuhe schwarz, Marke Lowa, Grösse 43...
	3. Die Zivilklage der Privatkläger 1-7 wird auf den Zivilweg verwiesen.
	4. Die Entscheidgebühr fällt ausser Ansatz. Die übrigen Kosten betragen
	und werden auf die Gerichtskasse genommen.
	5. Den Beschuldigten wird eine Prozessentschädigung von je Fr. 13'350.– für anwaltliche Verteidigung aus der Gerichtskasse zugesprochen.
	6. Das Genugtuungsbegehren des Beschuldigten I._____ wird abgewiesen.
	Berufungsanträge:
	______________________________________
	Erwägungen:
	Es wird beschlossen:
	7. Vom Rückzug der Berufung seitens der Staatsanwaltschaft Limmattal / Albis wird Vormerk genommen.
	8. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Dietikon vom 16. Mai 2012 hinsichtlich Dispositivziffer 1 teilweise (Freisprüche der Beschuldigten H._____, I._____ und J._____), Ziffer 2 (Sicherstellungen), Ziffer 3 (Zivilklage), Ziffer 4...
	9. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.
	10. Rechtsmittel:
	Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte K._____ wird vollumfänglich freigesprochen.
	11. Das erstinstanzliche Kosten- und Entschädigungsdispositiv, soweit es den Beschuldigten K._____ betrifft (Ziff. 4 und 5), wird bestätigt.
	12. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 3'000.--.
	13. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden der Privatklägerschaft auferlegt.
	14. Dem Beschuldigten K._____ wird für das Berufungsverfahren eine Prozessentschädigung von Fr. 10'100.70 für anwaltliche Verteidigung aus der Gerichtskasse zugesprochen.
	15. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an
	 die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten 4
	 die Verteidigung der Beschuldigten 1-3, im Doppel für sich und zuhanden der Beschuldigten
	 die Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis
	 die Vertreterin der Privatklägerschaft für sich und zuhanden der  Privatklägerschaft
	 die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten 4
	 die Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis
	 die Vertreterin der Privatklägerschaft für sich und zuhanden der  Privatklägerschaft
	 die Vorinstanz
	 die Koordinationsstelle VOSTRA zur Entfernung der Daten gemäss Art. 12 Abs. 1 lit. d VOSTRA mittels Kopie von Urk. 21/3
	 die Kantonspolizei Zürich, KIA-ZA, mit separatem Schreiben (§ 54a PolG).

	16. Rechtsmittel: