# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7c3f1bb0-0d76-50f5-b79a-7f5eae5193c2
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2018-01-24
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 24.01.2018 D-3967/2017
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-3967-2017_2018-01-24.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
 
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-3967/2017 

plo 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 4 .  J a n u a r  2 0 1 8  

Besetzung 
 Richter Hans Schürch (Vorsitz), 

Richter William Waeber, Richterin Nina Spälti Giannakitsas,   

Gerichtsschreiberin Anna Dürmüller Leibundgut. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Syrien,   

vertreten durch lic. iur. Bernhard Jüsi, Rechtsanwalt, 

Advokatur Kanonengasse, Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl (ohne Wegweisungsvollzug); 

Verfügung des SEM vom 19. Juni 2017 / N (…). 

 

 

 

D-3967/2017 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Der Beschwerdeführer, ein syrischer Staatsangehöriger kurdischer 

Ethnie mit letztem Wohnsitz in B._______ bei C._______, Provinz Hasaka, 

verliess sein Heimatland eigenen Angaben zufolge im November 2014 und 

gelangte zunächst in den Irak. In der Folge habe er ungefähr ein Jahr lang 

in Erbil, Nordirak, gelebt. Anschliessend habe er den Irak in Richtung Tür-

kei verlassen und sei via Griechenland und die Balkanroute nach Deutsch-

land gelangt. Von dort herkommend reiste er am 2. November 2015 illegal 

in die Schweiz ein, und suchte tags darauf im Empfangs- und Verfahrens-

zentrum (EVZ) D._______ um Asyl nach. Am 12. November 2015 wurde 

der Beschwerdeführer zu seiner Identität, zum Reiseweg und summarisch 

zu den Asylgründen befragt und in der Folge für die Dauer des Verfahrens 

dem Kanton E._______ zugewiesen. Das SEM hörte ihn sodann am 17. 

Mai 2017 gestützt auf Art. 29 Abs. 1 AsylG (SR 142.31) ausführlich zu sei-

nen Asylgründen an. 

A.b Zur Begründung seines Asylgesuchs brachte der Beschwerdeführer im 

Wesentlichen vor, er stamme ursprünglich aus dem Dorf B._______ bei 

C._______ (Distrikt Qamischli, Provinz Hasaka), sei aber im Jahr 2007 o-

der 2008 nach Damaskus gezogen, wo er als Elektriker im Geschäft seines 

Schwagers gearbeitet habe. Nach Ausbruch des Bürgerkriegs seien in Da-

maskus viele Kontrollposten entstanden. Aufgrund seines Alters sei er bei 

diesen Posten ständig angehalten und gefragt worden, weshalb er nicht 

Militärdienst leiste. Er sei im Besitz eines Militärbüchleins und habe dieses 

immer auf sich getragen. Er habe jedoch noch keinen Militärdienst geleis-

tet; vielmehr habe er den Dienst zweimal verschoben, letztmals im Jahr 

2011 bis zum Dezember 2012. Die Hinausschiebung des Militärdienstes 

sei bewilligt worden, weil er sich in Qamischli für die Maturaprüfungen im-

matrikuliert habe. Bei den Kontrollen durch die Behörden habe er jeweils 

warten müssen, bis seine Identität abgeklärt worden sei. Da er in Damas-

kus ständig von den Militärbehörden behelligt worden sei und befürchtet 

habe, eines Tages einfach verhaftet und ins Militär geschickt zu werden, 

sei er ungefähr ein halbes Jahr vor Ablauf der letzten Verschiebung ins 

Heimatdorf B._______ zurückgekehrt. Eine weitere Verschiebung des Mi-

litärdienstes sei aufgrund der Situation in Syrien nicht mehr möglich gewe-

sen. Zwar sei seine Herkunftsregion nach wie vor unter Kontrolle des Re-

gimes gewesen, aber die Zentralregierung in Qamischli sei nicht mehr voll 

funktionsfähig gewesen, daher habe er auch kein Aufgebot respektive Auf-

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Seite 3 

forderung zur Militärdienstleistung mehr erhalten. Dennoch habe er be-

fürchten müssen, von den Behörden wegen Militärdienstverweigerung ver-

haftet und zum Dienst eingezogen zu werden. Daher habe er jeweils nicht 

zuhause, sondern im Haus eines Onkels übernachtet. Es sei jedoch nie 

nach ihm gesucht worden. Nachdem er ungefähr ein halbes Jahr in 

B._______ gewesen sei, hätten in der Region intensive Gefechte begon-

nen. Daher sei er zu seinem Onkel nach Qamischli gegangen. Er sei aber 

nicht über die offizielle Route nach Qamischli gereist, da er sonst bei einem 

Kontrollposten des Regimes hätte angehalten werden können. In Qa-

mischli sei er dann auch noch ungefähr ein halbes Jahr geblieben, wobei 

er das Haus aus Angst, von den Militärbehörden aufgegriffen zu werden, 

nie verlassen habe. Danach sei er mit Hilfe eines Schleppers in Richtung 

Nordirak aus Syrien ausgereist. Der Beschwerdeführer fügte an, inzwi-

schen habe er erfahren, dass gegen ihn ein Haftbefehl erlassen worden 

sei. Er habe das entsprechende Beweismittel von seinem Vater erhalten, 

welchem es ungefähr im Herbst 2016 von der Militärpolizei ausgehändigt 

worden sei. Er wisse nicht, weshalb dem Vater das im Jahr 2013 ausge-

stellte Dokument erst damals übergeben worden sei oder warum er erst 

ein Jahr nach Beendigung seiner Militärdienstverschiebung gesucht wor-

den sei. Der Beschwerdeführer verwies zudem auf eine Internetseite, auf 

welcher man einsehen könne, ob und seit wann jemand militärdienstpflich-

tig sei; unter seinen Personalien sei vermerkt, dass er seit dem Jahr 2013 

dienstpflichtig sei.  

A.c Der Beschwerdeführer reichte im Verlauf des vorinstanzlichen Verfah-

rens folgende Unterlagen zu den Akten: seine Identitätskarte, seinen Rei-

sepass, das Militärbüchlein, einen Internetausdruck des Nachrichtenpor-

tals Zaman al-Wasl sowie einen Such- und Verhaftungsauftrag vom 

10. Dezember 2013. 

B.  

Das SEM stellte mit Verfügung vom 19. Juni 2017 – eröffnet am 20. Juni 

2017 – fest, die Asylvorbringen des Beschwerdeführers seien nicht glaub-

haft und/oder flüchtlingsrechtlich nicht relevant. Demzufolge verneinte es 

die Flüchtlingseigenschaft, lehnte das Asylgesuch ab und verfügte die 

Wegweisung aus der Schweiz. Infolge Unzumutbarkeit des Wegweisungs-

vollzugs ordnete das SEM jedoch die vorläufige Aufnahme des Beschwer-

deführers an.  

C.  

Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht vom 14. Juli 2017 liess 

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Seite 4 

der Beschwerdeführer beantragen, die vorinstanzliche Verfügung sei be-

züglich der Dispositivziffern 1-3 aufzuheben, und es sei die Flüchtlingsei-

genschaft festzustellen und Asyl zu gewähren. Eventuell sei anstelle der 

Unzumutbarkeit die Unzulässigkeit des Wegweisungsvollzugs festzustel-

len. In prozessualer Hinsicht wurde um Gewährung der unentgeltlichen 

Prozessführung und Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses 

sowie um unentgeltliche Verbeiständung – unter Beiordnung des Rechts-

vertreters als amtlicher Rechtsbeistand – ersucht.  

Der Beschwerde lagen folgende Unterlagen bei: eine Vollmacht vom 3. Juli 

2017, eine Kopie der vorinstanzlichen Verfügung vom 19. Juni 2017, Fotos 

eines Schuleinschreibungsdokuments, eine Bestätigung des Sozialhilfebe-

zugs sowie eine Kostennote vom 14. Juli 2017.  

D.  

Mit Verfügung vom 20. Juli 2017 hiess der Instruktionsrichter das Gesuch 

um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege (Art. 65 Abs. 1 VwVG) 

gut und verzichtete antragsgemäss auf die Erhebung eines Kostenvor-

schusses. Das Gesuch um unentgeltliche Verbeiständung (Art. 110a Abs. 1 

AsylG) wurde ebenfalls gutgeheissen, und dem Beschwerdeführer wurde 

sein Rechtsvertreter als amtlicher Rechtsbeistand beigeordnet. Zudem 

wurde das SEM eingeladen, innert Frist eine Vernehmlassung einzu-

reichen. 

E.  

Mit Eingabe vom 24. Juli 2017 liess der Beschwerdeführer weitere Unter-

lagen einreichen: Ausgedruckte Whatsapp-Protokolle respektive Bild-

schirmausdrucke des bereits als Foto eingereichten Schulnotenblattes so-

wie eine Immatrikulationsbescheinigung für das Baccalauréat.  

F.  

Das SEM hielt in seiner Vernehmlassung vom 25. Juli 2017 vollumfänglich 

an seiner Verfügung fest.  

G.  

Mit Eingabe vom 18. August 2017 replizierte der Rechtsvertreter des Be-

schwerdeführers auf die vorinstanzliche Vernehmlassung und reichte wei-

tere Beweismittel ein: das Schulnotenblatt im Original, die Anmeldebestä-

tigung im Original sowie eine Übersetzung der beiden Dokumente. 

  

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Seite 5 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das Bundesverwaltungsgericht beurteilt gestützt auf Art. 31 VGG Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG, welche von einer  

Vorinstanz im Sinne von Art. 33 VGG erlassen wurden, sofern keine das 

Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG vorliegt. 

Demnach ist das Bundesverwaltungsgericht zuständig für die Beurteilung 

von Beschwerden gegen Entscheide des SEM, welche in Anwendung des 

AsylG ergangen sind, und entscheidet in diesem Bereich in der Regel – 

und so auch vorliegend – endgültig (Art. 105 AsylG; Art. Art. 83 Bst. d Ziff. 1 

BGG). 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Be-

schwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und 108 Abs. 1 

AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist 

einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG (vgl. BVGE 2014/26 

E. 5). 

3.  

Der Beschwerdeführer wurde infolge Unzumutbarkeit des Wegweisungs-

vollzugs in der Schweiz vorläufig aufgenommen. Diesbezüglich wurde die 

vorinstanzliche Verfügung nicht angefochten. Damit beschränkt sich das 

vorliegende Beschwerdeverfahren auf die Fragen, ob der Beschwerdefüh-

rer die Flüchtlingseigenschaft erfüllt und ob ihm deswegen Asyl zu gewäh-

ren und auf die Wegweisung zu verzichten oder er zumindest als Flüchtling 

vorläufig aufzunehmen ist. Ferner ist an dieser Stelle darauf hinzuweisen, 

dass die drei in Art. 83 Abs. 1 AuG (SR 142.20) genannten Bedingungen 

(Unzulässigkeit, Unzumutbarkeit oder Unmöglichkeit des Wegweisungs-

vollzugs) für einen (vorläufigen) Verzicht auf den Vollzug der Wegweisung 

zugunsten einer vorläufigen Aufnahme – im Sinne einer Ersatzmassnahme 

für die nicht vollziehbare Wegweisung – alternativer Natur sind (vgl. dazu 

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BVGE 2011/7 E. 8, mit weiteren Hinweisen). Gegen eine allfällige Aufhe-

bung der vorläufigen Aufnahme steht der betroffenen Person sodann wie-

derum die Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht offen (vgl. 

Art. 112 Abs. 1 AuG i.V.m. Art. 49 VwVG), wobei in jenem Verfahren sämt-

liche Vollzugshindernisse von Amtes wegen und nach Massgabe der dann-

zumal herrschenden Verhältnisse zu prüfen wären (vgl. BVGE 2009/51 

E. 5.4 m.w.H.). Somit fehlt es vorliegend an einem schutzwürdigen Inte-

resse (Art. 48 Abs. 1 Bst. c VwVG) für die in der Beschwerde eventualiter 

beantragte Feststellung der Unzulässigkeit des Wegweisungsvollzugs (vgl. 

Ziff. 4 der Rechtsbegehren). Auf diesen Antrag ist daher nicht einzutreten. 

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder ihrer politi-

schen Anschauungen wegen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder 

begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

4.3 Wer sich darauf beruft, dass durch sein Verhalten nach der Ausreise 

aus dem Heimat- oder Herkunftsstaat eine Gefährdungssituation erst ge-

schaffen worden ist, macht subjektive Nachfluchtgründe geltend (vgl. 

Art. 54 AsylG). Subjektive Nachfluchtgründe können zwar die Flüchtlings-

eigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG begründen, führen jedoch nach 

Art. 54 AsylG zum Ausschluss des Asyls, unabhängig davon, ob sie miss-

bräuchlich oder nicht missbräuchlich gesetzt wurden. Stattdessen werden 

Personen, welche subjektive Nachfluchtgründe nachweisen oder glaubhaft 

machen können, als Flüchtlinge vorläufig aufgenommen (vgl. dazu 

BVGE 2009/28 E. 7.1 S. 352, m.w.H.). 

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Seite 7 

5.  

5.1 Die Vorinstanz führte zur Begründung ihres ablehnenden Entscheids 

im Asylpunkt im Wesentlichen aus, es sei zu bezweifeln, dass der Be-

schwerdeführer tatsächlich ein Wehrdienstverweigerer sei, da er in diesem 

Zusammenhang widersprüchliche Angaben gemacht habe. So habe er in 

der Befragung zur Person (BzP) erklärt, er habe den Militärdienst zweimal 

gegen Leistung einer Geldzahlung verschoben. In der Anhörung habe er 

dagegen ausgeführt, die Verschiebung sei kostenlos möglich gewesen. 

Sodann habe er sich widersprüchlich zur Frage geäussert, ob er sich nur 

pro forma für das Maturastudium eingeschrieben habe oder tatsächlich am 

Unterricht teilgenommen habe. Ferner habe er nicht plausibel erklären kön-

nen, weshalb er den Militärdienst nicht auf dieselbe Art und Weise ein drit-

tes Mal hätte verschieben können. Das SEM bemerkte weiter, es bestün-

den Ungereimtheiten in Bezug auf die vom Beschwerdeführer geltend ge-

machten Aufenthalte. Bereits die angebliche Aufenthaltsdauer in Damas-

kus habe er widersprüchlich angegeben, und auch bezüglich der Aufent-

haltsdauer in B._______ und Qamischli respektive des Ausreisezeitpunkts 

aus Syrien seien seine Angaben unterschiedlich ausgefallen. Im Weiteren 

sei nicht nachvollziehbar, weshalb er in B._______ aus Angst vor einer Ver-

haftung bei einem Onkel übernachtet habe, obwohl die letzte Dienstver-

schiebung im damaligen Zeitpunkt noch gültig gewesen sei. Schliesslich 

habe er auch die Frage, weshalb er B._______ verlassen habe, unter-

schiedlich beantwortet, indem er einmal auf Kämpfe des IS, ein anderes 

Mal auf Angriffe der FSA hingewiesen habe. Aus diesen Gründen könnten 

die vom Beschwerdeführer vorgebrachten Gründe, weshalb er trotz dienst-

fähigen Alters und erfolgter Aushebung noch nicht für den Militärdienst auf-

geboten worden sei und dadurch den Wehrdienst verweigert habe, nicht 

geglaubt werden. Die eingereichten Beweismittel vermöchten an dieser 

Einschätzung nichts zu ändern. Das SEM führte ferner aus, die im Rahmen 

von Krieg oder Situationen allgemeiner Gewalt erlittenen Nachteile – wie 

beispielsweise die vom Beschwerdeführer erwähnten Gefechte und Bom-

benabwürfe – stellten keine asylbeachtliche Verfolgung dar. Insgesamt sei 

die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers zu verneinen und das 

Asylgesuch abzuweisen.  

5.2 In der Beschwerde wird zunächst der Sachverhalt wiederholt und an-

schliessend Stellung genommen zu den Erwägungen der Vorinstanz. Da-

bei wird hinsichtlich der Frage der Militärdienstverschiebung ausgeführt, 

gemäss syrischem Recht seien alle 18-jährigen männlichen Syrer wehr-

dienstpflichtig. Wer den Militärdienst verweigere, werde bestraft. Eine le-

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Seite 8 

gale Dienstverweigerung sei nicht möglich. Es bestehe lediglich die Mög-

lichkeit, den Wehrdienst zu verschieben, indem man sich für die Matura 

einschreibe. Dieses Vorgehen sei sehr beliebt gewesen, jedoch seien die 

Studienplätze beschränkt gewesen. Dem Beschwerdeführer sei es gelun-

gen, sich mittels einer Bestechungsgeldzahlung einen Studienplatz zu si-

chern. In der ersten Befragung habe er auf diese Zahlung hingewiesen. 

Ansonsten seien die Einschreibung zur Matura sowie der Verschiebungs-

prozess grundsätzlich kostenlos. Aus diesen Erläuterungen erhelle, dass 

sich der Beschwerdeführer entgegen der Auffassung des SEM in diesem 

Punkt nicht widersprochen habe. Den Ausführungen des SEM zu angebli-

chen weiteren Ungereimtheiten könne ebenfalls nicht gefolgt werden. Un-

bestrittenermassen habe sich der Beschwerdeführer primär zum Zweck 

der Militärdienstverschiebung für die Matura eingeschrieben. Aufgrund sei-

ner Erwerbstätigkeit sowie der kriegsbedingten Strassensperren und Ver-

kehrsproblemen habe er nicht persönlich am Unterricht teilnehmen kön-

nen. Um trotzdem den Anschein eines Gymnasiasten zu wahren und um 

bei den Prüfungen eine reelle Chance zu haben, habe er sich daher für ein 

Fernstudium entschieden. Nachdem er die Promotion zweimal nicht be-

standen habe, sei ihm eine dritte Einschreibung verweigert worden; dieses 

Vorgehen sei üblich. Dem Beschwerdeführer sei bewusst gewesen, dass 

er nach dem Verlust seines Schülerstatus keine Chance auf eine weitere 

Verschiebung des Militärdienstes mehr hatte. Zudem habe er sich aufgrund 

des Wegfalls des Schülerstatus vor einer Verhaftung gefürchtet. Daher 

habe er Damaskus verlassen und sei nach B._______ gezogen. Er habe 

im Haus eines Onkels übernachtet, weil er weiterhin Angst vor einer Ver-

haftung gehabt habe. Danach sei er nach Qamischli gegangen. Die wider-

sprüchlich erscheinenden chronologischen Angaben des Beschwerdefüh-

rers seien darauf zurückzuführen, dass er dazu lediglich ungefähre Anga-

ben machen könne. In Bezug auf seinen Aufenthalt in B._______ sei fest-

zustellen, dass er sich dort versteckt habe, weil er sich vor den Kontrollen 

und Durchsuchungen respektive einer Verhaftung durch die Militärpolizei 

gefürchtet habe. Zwar sei die zweite Dienstverschiebung noch nicht abge-

laufen gewesen, aber er habe bereits damals seinen Sonderstatus als 

Schüler verloren gehabt. Dass er dort schliesslich nicht gesucht worden 

sei, verdanke er dem Umstand, dass niemand von seinem Aufenthalt in 

B._______ gewusst habe. Zudem seien die lokalen Behörden anderweitig 

beschäftigt gewesen. Einem Bericht der Schweizerischen Flüchtlingshilfe 

(SFH) aus dem Jahr 2015 sei indessen zu entnehmen, dass das syrische 

Regime im Herbst 2014 vermehrt Personen verhaftet habe, welche sich – 

wie der Beschwerdeführer – bisher dem Militärdienst entzogen hätten. 

Demnach sei auch die Suche nach solchen Personen stark intensiviert 

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worden. Der Beschwerdeführer habe B._______ schliesslich verlassen, 

weil sich die Sicherheitslage verschlechtert habe. Ob er nun aus Angst vor 

dem IS oder der FSA nach Qamischli geflüchtet sei, sei irrelevant, zumal 

die Lage unübersichtlich gewesen sei. Anschliessend habe er Syrien ver-

lassen, da dies die einzige Möglichkeit gewesen sei, den Wehrdienst nicht 

zu leisten. Dieses Verhalten könne nur als Wehrdienstverweigerung quali-

fiziert werden. Der Beschwerdeführer habe nachgewiesen, dass er die le-

gale Möglichkeit zur zweimaligen Dienstverschiebung als Schüler ausge-

nutzt habe. Zudem lägen eine Suchmeldung aus dem Internet sowie ein 

Haftbefehl gegen den Beschwerdeführer vor. Das SEM habe die Echtheit 

dieser Beweismittel nicht angezweifelt. Im Übrigen gehe aus einschlägigen 

Berichten hervor, dass aus dem Wehrdienst desertierte Personen sowie 

Kurden bei einer Rückkehr nach Syrien besonders gefährdet seien, Opfer 

von Verhaftungen, Zwangsrekrutierungen und Misshandlungen zu werden. 

Der Beschwerdeführer habe zur Untermauerung seiner Vorbringen sechs 

Beweismittel, darunter das Militärbüchlein, eine Suchmeldung aus dem In-

ternet sowie ein Haftbefehl, eingereicht. Die Vorinstanz habe diese Beweis-

mittel nicht ausreichend geprüft und gewürdigt, gleichzeitig aber deren 

Echtheit nicht angezweifelt. Die Verfügung sei in diesem Punkt ausserdem 

mangelhaft begründet. Im Militärbüchlein werde eindeutig festgehalten, 

dass der Beschwerdeführer den Militärdienst schon zweimal verschoben 

habe, womit die Höchstzahl an Verschiebungen erreicht sei. Gemäss der 

Internet-Suchmeldung sowie dem Haftbefehl werde der Beschwerdeführer 

nicht nur gesucht, sondern sei zur Verhaftung ausgeschrieben. Im Übrigen 

sei die Identität des Beschwerdeführers mittels entsprechender Doku-

mente belegt. Aufgrund dieser Fakten sei nicht nachvollziehbar, wie die Vo-

rinstanz zum Schluss habe kommen können, der Beschwerdeführer habe 

nicht glaubhaft darlegen können, dass er noch keinen Wehrdienst geleistet 

habe, weshalb er kein Wehrdienstverweigerer sei. Bezüglich der Frage der 

Glaubhaftigkeit sei festzustellen, dass die vom SEM aufgezählten angebli-

chen Ungereimtheiten entkräftet worden seien und ihnen überwiegend oh-

nehin keine Entscheidrelevanz zukomme. Der Beschwerdeführer habe 

seine Asylgründe substanziiert dargelegt und mit Beweismitteln untermau-

ert. Seine Aussagen seien als überwiegend glaubhaft zu erachten. Als De-

serteur respektive Refraktär sei er im Falle seiner Festnahme dem Risiko 

von Folter und unmenschlicher Behandlung ausgesetzt. Als vermeintlicher 

Widerständiger müsse er damit rechnen, dass die Bestrafung mit einem 

Politmalus behaftet wäre. Nach seiner Aushebung, dem darauffolgenden 

Erhalt des Dienstbüchleins und der endgültigen Ausreizung der legalen 

Möglichkeit, den Dienst zu verschieben, habe der Beschwerdeführer Sy-

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Seite 10 

rien verlassen. Damit habe er sich dem obligatorischen Militärdienst entzo-

gen, weshalb er entgegen der Annahme des SEM als Militärdienstverwei-

gerer zu qualifizieren sei. Die syrischen Behörden suchten nach ihm und 

hätten einen Haftbefehl ausgestellt. Es drohe ihm eine längere Freiheits-

strafe, und dabei handle es sich offensichtlich um eine unverhältnismässig 

hohe Strafandrohung, die nicht mehr als Teil der legitimen Ausübung staat-

licher Macht betrachtet werden könne. Im Falle einer Rückkehr müsse er 

bereits am Flughafen mit einem Verhör mit Gewaltanwendung rechnen. 

Zudem drohe ihm Haft, wobei zu bedenken sei, dass in syrischen Militär-

gefängnissen systematisch Folter angewendet werde. Nach Ansicht des 

Bundesverwaltungsgerichts (Verweis auf EMARK 2006 Nr. 3 sowie Urteil 

D-5553/2013 vom 18. Februar 2015) sei auch die drohende Verstrickung 

in völkerrechtlich verpönte Handlungen flüchtlingsrechtlich relevant. Auf-

grund eines Berichts des UK Home Office vom Februar 2014 sei davon 

auszugehen, dass der Beschwerdeführer gezwungen werden könnte, un-

bewaffnete Zivilisten zu erschiessen. Bei Nicht-Befolgung eines solchen 

Befehls müsste er die eigene Erschiessung befürchten. In Anbetracht des-

sen sei im Falle einer Rückkehr auch von einem relevanten unerträglichen 

psychischen Druck auszugehen. Gemäss international anerkannten Er-

kenntnissen sei die syrische Armee allgemein für eine grosse Anzahl von 

systematischen und schwerwiegenden Menschenrechtsverletzungen ver-

antwortlich. Da der Beschwerdeführer im wehrdienstfähigen Alter und be-

reits einberufen worden sei und sich mutwillig und offensichtlich dem Ein-

zug in die Armee entzogen habe, erfülle er auch gemäss den vom UNHCR 

erarbeiteten Kriterien ein Risikoprofil. Er erfülle demnach klarerweise die 

Flüchtlingseigenschaft, und es sei ihm Asyl zu gewähren. Aufgrund seiner 

illegalen Ausreise und der Stellung eines Asylgesuchs im Ausland werde 

er in Syrien als Regimekritiker angesehen. Zurückgeführte abgewiesene 

Asylsuchende müssten bereits an der Grenze respektive am Flughafen mit 

Verhören und Misshandlungen rechnen. Demnach lägen subjektive Nach-

fluchtgründe vor, weshalb der Beschwerdeführer zumindest als Flüchtling 

vorläufig aufzunehmen sei.  

5.3 Das SEM führt in seiner Vernehmlassung aus, dem Beschwerdeführer 

sei im Rahmen der Anhörung das rechtliche Gehör zu seinen Beweismit-

teln gewährt worden. Das SEM sei in der Folge zum Schluss gekommen, 

dass diese Beweismittel aufgrund der unglaubhaften Aussagen des Be-

schwerdeführers zu seinem Militärdienststatus nicht geeignet seien, die 

genannte Einschätzung umzustossen. Es sei nicht ersichtlich, inwiefern 

damit die Beweismittel nicht ausreichend gewürdigt worden seien. Zudem 

seien derartige Dokumente leicht käuflich erhältlich, und eine schlüssige 

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Seite 11 

Echtheitsüberprüfung sei kaum möglich. Es sei auch nicht gesichert, auf 

welchen Quellen die im Internet vorhandenen Datensätze zu den vom sy-

rischen Regime gesuchten Personen basierten. Damit könne deren Zuver-

lässigkeit nicht abschliessend überprüft werden. Im Übrigen sei nicht nach-

vollziehbar, dass die Militärpolizei dem Vater des Beschwerdeführers erst 

drei Jahre nach Ablauf der letzten Dienstverschiebung einen Haftbefehl 

ausgehändigt habe, welcher drei Jahre zuvor ausgestellt worden sei. Es 

sei auch nicht verständlich, weshalb das Dokument dem Vater des Be-

schwerdeführers überhaupt ausgehändigt worden sei, zumal es sich um 

ein behördeninternes Schreiben handle. Das SEM legt sodann dar, es sei 

grundsätzlich durchaus möglich, dass sich eine syrische Person nach er-

folgter Aushebung mehrere Jahre dem Dienstantritt entziehen könne und 

so ein Refraktär bleibe. Aufgrund der unglaubhaften Aussagen des Be-

schwerdeführers in wesentlichen Punkten (Dienstverschiebungen, Aufent-

halte innerhalb Syriens nach 2010 bis zur Ausreise im November 2014) 

habe er dies jedoch nicht überzeugend darlegen können. 

5.4 Seitens des Beschwerdeführers wird repliziert, das SEM habe nicht 

überzeugend vorbringen können, weshalb die eingereichten Beweismittel 

bisher nicht gewürdigt worden seien. Es würden nach wie vor keine kon-

kreten Fälschungsmerkmale angeführt, weshalb vom Beweis auszugehen 

sei. Es sei sodann nicht erstaunlich, dass den Eltern von gesuchten Per-

sonen Dokumente ausgehändigt würden, auf denen ersichtlich sei, dass 

sie gesucht würden. Personen, die derartige Beweismittel eingereicht hät-

ten, hätten von der Vorinstanz regelmässig Asyl erhalten. In Bezug auf die 

Liste von gesuchten Personen habe der Beschwerdeführer ausgesagt, es 

handle sich dabei um eine offizielle, von den Behörden zusammengestellte 

Liste, welche von oppositionellen Kreisen veröffentlicht worden sei. Sein 

Name stehe auf der Liste, und er habe seine Dokumente bezüglich Militär-

dienst abgegeben. Dies habe bei anderen syrischen Asylsuchenden ge-

reicht, um Asyl zu erhalten. Es sei nicht verständlich, weshalb das in sei-

nem Fall nicht ausreichen solle, zumal die Vorinstanz keine gravierenden 

Widersprüche oder Unglaubhaftigkeitsmerkmale habe anführen können.  

6.  

Vorab sind die erhobenen formellen Rügen, wonach das SEM die Prü-

fungs- und Begründungspflicht verletzt habe, zu prüfen. 

6.1 Aus Art. 29 Abs. 2 BV, Art. 29, Art. 32 Abs. 1, Art. 33 Abs. 1 und Art. 35 

Abs. 1 VwVG ergibt sich, dass alle erheblichen Parteivorbringen – und da-

mit auch die erheblichen Beweismittel –zu prüfen und zu würdigen sind, 

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Seite 12 

wobei sich das Ergebnis der Würdigung in der Entscheidbegründung nie-

derzuschlagen hat. Nach den von Lehre und Praxis entwickelten Grund-

sätzen hat die verfügende Behörde im Rahmen der Entscheidbegründung 

die Überlegungen zu nennen, von denen sie sich leiten liess und auf die 

sich ihr Entscheid stützt. Die Begründung des Entscheides muss so abge-

fasst sein, dass der Betroffene ihn gegebenenfalls sachgerecht anfechten 

kann. Die Behörde muss sich jedoch nicht mit jeder tatbeständlichen Be-

hauptung respektive jedem Beweismittel auseinandersetzen, sondern 

kann sich auf die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte be-

schränken. Mit der Pflicht zu Offenlegung der Entscheidgründe kann zu-

dem in der Regel verhindert werden, dass sich die Behörde von unsach-

gemässen Motiven leiten lässt (vgl. dazu LORENZ KNEUBÜHLER, in: 

AUER/MÜLLER/SCHINDLER [Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz über 

das Verwaltungsverfahren (VwVG), 2008, Rz. 6 ff. zu Art. 35; ALFRED 

KÖLZ/ISABELLE HÄNER/MARTIN BERTSCHI; Verwaltungsverfahren und Ver-

waltungsrechtspflege des Bundes, 3. Aufl., Zürich 2013, N. 629 ff.; BVGE 

2007/30 E. 5.6 und 2009/35 E. 6.4.1 m.w.H.; BGE 136 I 184 E. 2.2.1 und 

134 I 83 E. 4.1). 

6.2 Seitens des Beschwerdeführers wird vorgebracht, das SEM habe die 

eingereichten Beweismittel, namentlich das Militärbüchlein, die Suchmel-

dung aus dem Internet sowie den Verhaftungsauftrag, nicht ausreichend 

geprüft und gewürdigt und damit seinen Entscheid auch ungenügend be-

gründet. Dazu ist Folgendes festzustellen: Das SEM hat in der angefoch-

tenen Verfügung die fraglichen Beweismittel (Militärbüchlein, Suchmeldung 

und Verhaftungsauftrag) im Sachverhalt erwähnt und in den Erwägungen 

insofern dazu Stellung genommen, als dass es bemerkt hat, diese Beweis-

mittel vermöchten an der Einschätzung, wonach der Beschwerdeführer un-

glaubhafte Angaben zu seiner angeblichen Wehrdienstverweigerung ge-

macht habe, nichts zu ändern. Auch wenn es zutrifft, dass sich die  

Vorinstanz demnach mit den erwähnten Beweismitteln nicht eingehend 

auseinandergesetzt hat, kann dennoch festgestellt werden, dass das SEM 

damit seiner Prüfungs- und Begründungspflicht – wenn auch nur in rudi-

mentärer Art und Weise – nachgekommen ist. Dem Beschwerdeführer war 

es denn auch ohne weiteres möglich, die vorinstanzliche Verfügung sach-

gerecht anzufechten. Im Weiteren ist festzustellen, dass sich die Vorin-

stanz sodann immerhin in ihrer Vernehmlassung ausführlicher mit den frag-

lichen Beweismitteln befasst und näher erläutert hat, weshalb sie diese für 

ungeeignet hält, die geltend gemachte Verfolgungsgefahr zu belegen. Zu 

diesen Ausführungen konnte der Beschwerdeführer im Rahmen des ihm 

D-3967/2017 

Seite 13 

gewährten Replikrechts Stellung nehmen, was er auch getan hat. Insge-

samt liegt damit keine Verletzung des rechtlichen Gehörs vor, welche eine 

Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung und Rückweisung der Sache 

an das SEM rechtfertigen würde. Der Beschwerdeführer hat im Übrigen 

auch keinen Kassationsantrag gestellt. 

7.  

Im Folgenden ist zu prüfen, ob das SEM die Flüchtlingseigenschaft des 

Beschwerdeführers zu Recht verneint hat. 

7.1 Der Beschwerdeführer bringt vor, er sei im November 2014 aus seinem 

Heimatland ausgereist, weil er befürchtet habe, von den Militärbehörden 

verhaftet und zur Leistung des Militärdienstes gezwungen zu werden. Er 

habe im Jahr 2010 die militärische Musterung durchlaufen und in der Folge 

das Militärbüchlein erhalten. Da er keinen Militärdienst habe leisten wollen, 

habe er den Dienst zweimal verschoben, was zulässig gewesen sei, da er 

sein Studium als Verschiebungsgrund angegeben habe. Die letzte Ver-

schiebung habe bis Ende 2012 gedauert, sein Studium habe er schon ein 

halbes Jahr vorher abgebrochen. Vor der Ausreise habe er sich zunächst 

im Dorf B._______ und anschliessend in Qamischli versteckt. Damals sei 

allerdings nicht konkret nach ihm gesucht worden. Dieser Sachverhalt ist 

entgegen der vom SEM vertretenen Auffassung insgesamt als überwie-

gend glaubhaft zu erachten, zumal die Vorbringen teilweise mit dem im 

Original eingereichten Militärbüchlein belegt werden und plausibel erschei-

nen. Die vom SEM in der angefochtenen Verfügung festgestellten Wider-

sprüche sind nicht wesentlich genug, um die erwähnten Vorbringen ge-

samthaft als unglaubhaft bezeichnen zu können, und wurden in der Be-

schwerde zudem teilweise relativiert.  

7.2 Der Beschwerdeführer macht gestützt auf den vorstehenden Sachver-

halt geltend, er werde von den syrischen Behörden als Militärdienstverwei-

gerer betrachtet, weil er nach Verlust seines Schülerstatus respektive nach 

Ablauf der letzten Verschiebung nicht zum Dienst eingerückt sei. Im Falle 

einer Rückkehr nach Syrien müsse er daher mit asylrelevanter Verfolgung 

rechnen. Die geltend gemachte Verfolgungsgefahr untermauert er nament-

lich mit einem Verhaftungsbefehl sowie einem Ausdruck aus einer im Inter-

net abrufbaren Suchliste.  

7.3 Bezüglich des Verhaftungsauftrags ist zu bemerken, dass dessen Be-

weiswert als gering einzuschätzen ist, da in Syrien bekanntlich praktisch 

jegliche Art von Dokumenten käuflich erworben werden kann. Zudem 

D-3967/2017 

Seite 14 

weicht der darauf angebrachte Nassstempel in seinem Erscheinungsbild 

von Stempeln auf vergleichbaren Dokumenten ab. Es handelt sich beim 

eingereichten Verhaftungsauftrag sodann offensichtlich um ein behörden-

internes Dokument, welches angeblich erst im Jahr 2016, das heisst drei 

Jahre nach seiner Ausstellung, dem Vater des Beschwerdeführers ausge-

händigt worden sei; dieser Ablauf erscheint wenig plausibel. Zweifel beste-

hen sodann auch in Bezug auf die Authentizität der Datensätze, welche der 

Suchmaske auf der Internetseite von Zaman as-Wasl zugrunde liegen. Ins-

gesamt muss allerdings festgestellt werden, dass angesichts der vom Be-

schwerdeführer vorgelegten Identitätspapiere und Beweismittel trotz be-

stehender Zweifel nicht völlig ausgeschlossen werden kann, dass er in Sy-

rien im heutigen Zeitpunkt wegen Nichtleistung des Militärdienstes gesucht 

wird. 

7.4 In seinem Grundsatzentscheid BVGE 2015/13 vom 18. Februar 2015 

kam das Bundesverwaltungsgericht indes zum Schluss, eine Wehrdienst-

verweigerung oder Desertion vermöge die Flüchtlingseigenschaft nicht per 

se zu begründen, sondern nur dann, wenn damit eine Verfolgung im Sinne 

von Art. 3 Abs. 1 AsylG verbunden sei, mithin die betroffene Person aus 

den in dieser Norm genannten Gründen wegen ihrer Wehrdienstverweige-

rung oder Desertion eine Behandlung zu gewärtigen habe, die ernsthaften 

Nachteilen gemäss Art. 3 Abs. 2 AsylG gleichkomme (vgl. E. 5.9). Bezogen 

auf die spezifische Situation in Syrien erwog das Gericht weiter, die ge-

nannten Voraussetzungen seien im Falle eines syrischen Refraktärs erfüllt, 

welcher der kurdischen Ethnie angehöre, einer oppositionell aktiven Fami-

lie entstamme und bereits in der Vergangenheit die Aufmerksamkeit der 

staatlichen syrischen Sicherheitskräfte auf sich gezogen habe (vgl. 

E. 6.7.3).  

7.5 Im vorliegenden Fall liegt keine vergleichbare Konstellation vor. Den 

Akten sind keine Hinweise darauf zu entnehmen, dass sich der Beschwer-

deführer selbst oder seine Familienangehörigen aktiv in der politischen Op-

position engagiert hätten oder dass er bereits zu einem früheren Zeitpunkt 

im Visier der syrischen Sicherheitskräfte stand. Vielmehr konnte er sich of-

fenbar noch im Januar 2012 problemlos einen Reisepass ausstellen las-

sen. Selbst wenn es als glaubhaft erachtet würde, dass der Beschwerde-

führer in Syrien wegen Nichtleistung des Militärdienstes gesucht wird, ist 

daher aufgrund des Gesagten nicht davon auszugehen, dass er im Falle 

einer Rückkehr in seine Heimat eine politisch motivierte Bestrafung und 

Behandlung zu gewärtigen hätte, die einer flüchtlingsrechtlich relevanten 

D-3967/2017 

Seite 15 

Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG gleichkommen würde. Die von ihm 

dahingehend geäusserte Verfolgungsfurcht erscheint somit unbegründet. 

7.6 Seitens des Beschwerdeführers wird auf Beschwerdeebene ausser-

dem vorgebracht, es bestünden subjektive Nachfluchtgründe (vgl. dazu 

vorstehend E. 4.3), da er aufgrund seiner illegalen Ausreise aus Syrien so-

wie der Asylgesuchstellung im Ausland mit Verfolgung rechnen müsse. 

Dieser Auffassung kann nicht gefolgt werden. Die illegale Ausreise aus Sy-

rien und die Asylgesuchstellung in der Schweiz vermögen für sich genom-

men keine flüchtlingsrechtlich relevante Gefährdung im Falle einer Rück-

kehr des Beschwerdeführers in sein Heimatland zu begründen. Zwar muss 

aufgrund seiner längeren Landesabwesenheit damit gerechnet werden, 

dass er bei einer Wiedereinreise nach Syrien einer Befragung durch die 

heimatlichen Behörden unterzogen würde. Da er jedoch vor seiner Aus-

reise aus Syrien – wie auch schon vorstehend erwähnt – nicht als regime-

feindliche Person ins Blickfeld der syrischen Behörden geraten ist, ist nicht 

davon auszugehen, dass diese ihn allein aufgrund der illegalen Ausreise 

und der Asylgesuchstellung im Ausland als konkrete und ernsthafte Bedro-

hung für das bestehende politische System einstufen würden. Daher ist 

auch nicht damit zu rechnen, dass er deswegen bei einer Rückkehr flücht-

lingsrechtlich relevante Massnahmen zu befürchten hätte. 

7.7 Zusammenfassend ist festzustellen, dass die geltend gemachten Asyl-

gründe und subjektiven Nachfluchtgründe nicht geeignet sind, eine asyl- 

respektive flüchtlingsrechtlich relevante Verfolgung respektive eine ent-

sprechende Verfolgungsfurcht zu begründen. An dieser Einschätzung ver-

mögen weder die weiteren Ausführungen auf Beschwerdeebene noch die 

bisher nicht ausdrücklich gewürdigten Beweismittel etwas zu ändern, wes-

halb darauf nicht mehr näher einzugehen ist. Unter Berücksichtigung der 

gesamten Umstände folgt, dass der Beschwerdeführer keine Gründe nach 

Art. 3 AsylG nachweisen oder glaubhaft machen konnte. Die Vorinstanz hat 

deshalb zur Recht die Flüchtlingseigenschaft verneint und das Asylgesuch 

abgelehnt. 

8.  

8.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an (Art. 44 AsylG). 

D-3967/2017 

Seite 16 

8.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche 

Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol-

chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 

AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

9.  

Da die Vorinstanz in ihrer Verfügung vom 19. Juni 2017 infolge Unzumut-

barkeit des Wegweisungsvollzugs die vorläufige Aufnahme des Beschwer-

deführers in der Schweiz angeordnet hat, erübrigen sich praxisgemäss 

grundsätzlich weitere Ausführungen zur Zulässigkeit, Zumutbarkeit und 

Möglichkeit des Wegweisungsvollzugs (vgl. dazu auch vorstehend E. 3). 

Anzufügen ist aber an dieser Stelle immerhin, dass der generellen Gefähr-

dung des Beschwerdeführers aufgrund der aktuellen Bürgerkriegssituation 

in Syrien mit der erwähnten Anordnung der vorläufigen Aufnahme wegen 

Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs durch die Vorinstanz Rech-

nung getragen wurde.  

10.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und 

vollständig feststellt (Art.106 Abs.1 AsylG) und – soweit überprüfbar – an-

gemessen ist (Art. 49 VwVG). Die Beschwerde ist daher abzuweisen, so-

weit darauf einzutreten ist. 

11.  

11.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären dessen Kosten dem Be-

schwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Nachdem jedoch das 

mit der Beschwerde gestellte Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege mit 

Verfügung vom 20. Juli 2017 gutgeheissen worden ist, werden keine Ver-

fahrenskosten erhoben. 

11.2 Mit derselben Verfügung wurde ferner auch das Gesuch um amtliche 

Verbeiständung gutgeheissen. In der eingereichten Kostennote vom 

14. Juli 2017 (aktualisiert in der Replik vom 18. August 2017) wird seitens 

der Rechtsvertretung ein Aufwand von total neun Stunden sowie Auslagen 

von insgesamt Fr. 31.60 geltend gemacht. Diese Aufwendungen können 

als angemessen erachtet werden. Gemäss der bereits in der Verfügung 

vom 20. Juli 2017 dargelegten Praxis des Gerichts bei amtlicher Vertretung 

(vgl. auch Art. 12 i.V.m. Art. 10 Abs. 2 des Reglements vom 21. Februar 

2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungs-

gericht [VGKE, SR 173.320.2]) ist der geltend gemachte Stundenansatz 

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Seite 17 

auf Fr. 220.– zu kürzen. Das amtliche Honorar beträgt demnach insgesamt 

Fr. 2‘173.– (inkl. Mehrwertsteuerzuschlag im Sinne von Art. 9 Abs. 1 Bst. c 

VGKE) und geht zulasten der Gerichtskasse des Bundesverwaltungsge-

richts. 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

D-3967/2017 

Seite 18 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Dem amtlichen Rechtsbeistand, Bernhard Jüsi, wird zulasten der Gerichts-

kasse des Bundesverwaltungsgerichts ein amtliches Honorar von 

Fr. 2‘173.– ausgerichtet. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Hans Schürch Anna Dürmüller Leibundgut 

 

 

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