# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 946a3ee3-8f29-5c4d-9fa5-25c31d478bde
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-05-10
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 10.05.2010 C-457/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-457-2009_2010-05-10.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-457/2009
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 0 .  M a i  2 0 1 0

Richter Antonio Imoberdorf (Vorsitz), 
Richterin Elena Avenati-Carpani, 
Richter Bernard Vaudan, 
Gerichtsschreiber Jürg Tiefenthal.

F._______, 
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Simo Filipovic, 
Odvjetnik, Gunduliceva 2, HR-32100 Vinkovci,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Einreiseverbot.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-457/2009

Sachverhalt:

A.
Der  kroatische  Staatsangehörige  F._______  (geboren  am  22. Mai 
1976,  nachfolgend:  Beschwerdeführer)  reiste  während  Jahren  regel-
mässig  in  die  Schweiz  ein,  letztmals  –  gemäss  Passeintrag  –  am 
31. März  2008  zwecks  Besuchs  seiner  in  Altdorf/UR  wohnhaften 
Freundin  M._______  (kroatische  Staatsangehörige,  geb.  1969,  mit 
Niederlassungsbewilligung).  Am  15. November  2008  wurde  der  Be-
schwerdeführer  im  Rahmen  einer  durchgeführten  Kontrolle  des  Ab-
gabeverbots  von Alkohol  an  Jugendliche  von der  Kantonspolizei  Uri 
dabei ertappt, wie er im Restaurant X._______ in Altdorf, dem Gast-
gewerbebetrieb seiner Freundin, eine Dose Bier an zwei Jugendliche 
verkaufte.  Er  wurde  in  der  Folge  wegen  Verstosses  gegen  das 
kantonale  Gastwirtschaftsgesetz  sowie  das  Bundesgesetz  vom 
16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG, SR 
142.20)  verzeigt.  Schliesslich führten  am  20. November  2008 
Inspektoren  der  tripartiten  Arbeitsmarktkommission  wegen  des  Ver-
dachts  von  Schwarzarbeit  eine  Kontrolle  im  Restaurant  X._______ 
durch,  trafen  dabei  den  Beschwerdeführer  inflagranti  bei  der 
Schwarzarbeit  an,  worauf  sie  ihn  verzeigten.  Nach  Gewährung  des 
rechtlichen  Gehörs  verfügte  die  zuständige  Migrationsbehörde  am 
24. November 2008 die Wegweisung des Beschwerdeführers aus der 
Schweiz mit Ausreisefrist bis zum 29. November 2008.

B.
Der  Beschwerdeführer  reiste  am 25. November  2008  kontrolliert  via 
Chiasso/TI in sein Heimatland aus.

C.
Auf Antrag des Migrationsamts des Kantons Uri, welches noch zusätz-
liche  Strafregisterabklärungen  veranlasst  hatte,  erliess  das  BFM am 
22. Dezember  2008  gegen  den  Beschwerdeführer  ein  fünfjähriges 
Einreiseverbot mit Gültigkeit bis zum 1. Dezember 2013, das ihm am 
16. Januar  2009  eröffnet  wurde.  Zur  Begründung  der  Massnahme 
nahm die Vorinstanz auf Art. 67 Abs. 1 Bst. a AuG Bezug und führte 
aus, der Beschwerdeführer habe wegen eines Strafverfahrens im Aus-
land (Betrug) sowie Erwerbstätigkeit ohne Bewilligung in der Schweiz 
(Schwarzarbeit)  gegen  die  öffentliche  Sicherheit  und  Ordnung  ver-
stossen. Aus den genannten Gründen entzog die Vorinstanz einer all-
fälligen  Beschwerde  vorsorglich  die  aufschiebende  Wirkung.  Am 

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12. März 2009 veranlasste die Vorinstanz die Ausschreibung des Be-
schwerdeführers im Schengener Informationssystem (SIS).

D.
Mit  Eingabe  vom 12. Januar  2009  liess  der  Beschwerdeführer  beim 
Bundesverwaltungsgericht  gegen  das  von  der  Vorinstanz  erlassene 
Einreiseverbot  Beschwerde  erheben,  mit  dem  sinngemässen  Be-
gehren die Fernhaltemassnahme sei aufzuheben.

E.
Das BFM hält im Rahmen seiner Vernehmlassung vom 31. März 2009 
an  seinem  ursprünglichen  Entscheid  fest,  beschränkt  jedoch  nach 
Abwägung der öffentlichen und privaten Interessen die Dauer des ver-
fügten  Einreiseverbotes  wiedererwägungsweise  auf  zwei  Jahre  (vgl. 
ZEMIS-Eintrag durch das BFM).

F.
Mit Zwischenverfügung vom 6. April 2010 wurde der Beschwerdeführer 
aufgefordert,  dem Bundesverwaltungsgericht  innert  angesetzter  Frist 
zur Kenntnis zu bringen, ob er an seiner ursprünglichen Beschwerde 
festhalten oder diese allenfalls zurückziehen möchte.

G.
Der Beschwerdeführer hält mit Eingabe vom 27. April 2009 an seiner 
ursprünglichen  Beschwerde  mit  der  Begründung  fest,  auch  das  auf 
zwei  Jahre  reduzierte  Einreiseverbot  sei  zu  rigoros  und  entspreche 
nicht dem begangenen Verstoss. 

H.
Mit  Strafbefehl  vom  16. Juni  2009  der  Staatsanwaltschaft  II  des 
Kantons Uri wurde F._______ wegen Widerhandlung gegen das Aus-
ländergesetz sowie Widerhandlung gegen das Gastwirtschaftsgesetz 
für  schuldig befunden und mit  einer bedingt  ausgesprochenen Geld-
strafe  von  10 Tagessätzen  à  Fr. 50.-  bei  einer  Probezeit  von  zwei 
Jahren sowie einer zusätzlichen Busse von Fr. 250.- bestraft.

I.
Das  Bundesverwaltungsgericht  zog  am  1. Dezember  2009  die 
kantonalen Akten bei.

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J.
Auf den weiteren Akteninhalt  wird, soweit rechtserheblich, in den Er-
wägungen eingegangen. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005  (VGG,  SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht  Be-
schwerden  gegen  Verfügungen  im  Sinne  von  Art.  5  des  Bundes-
gesetzes  vom  20.  Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren 
(VwVG, SR 172.021), sofern keine Ausnahme nach Art. 32 VGG vor-
liegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 VGG genannten Behörden. 
Dazu gehört  auch das BFM, das mit  der Anordnung eines Einreise-
verbotes eine Verfügung im erwähnten Sinne und daher ein zulässiges 
Anfechtungsobjekt  erlassen  hat.  Eine  Ausnahme  nach  Art.  32  VGG 
liegt nicht vor.

1.2 Das  Rechtsmittelverfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht 
richtet  sich  nach  dem VwVG,  soweit  das  Verwaltungsgerichtsgesetz 
nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG).

1.3 Der  Beschwerdeführer  ist  als  Verfügungsbetroffener  legitimiert 
(Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Be-
schwerde  ist  einzutreten,  soweit  sie  durch  die  teilweise  Wieder-
erwägung der Verfügung vom 22. Dezember 2008 nicht gegenstands-
los geworden ist (Art. 50 und 52 VwVG, vgl. unten Erw. 2).

1.4 Das  Bundesverwaltungsgericht  entscheidet  endgültig  (Art 83 
Bst. c  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 17. Juni  2005  [BGG, 
SR 173.110]).

2.
Die  Vorinstanz  hat  ihre  ursprüngliche  Verfügung  am  31. März  2009 
teilweise  in  Wiedererwägung gezogen  (Herabsetzung  der  Dauer  der 
Einreisesperre auf zwei Jahre). Gemäss Art. 58 Abs. 3 VwVG setzt die 
Beschwerdeinstanz  die  Behandlung  der  Beschwerde  fort,  soweit  sie 
durch  die  neue  Verfügung  der  Vorinstanz  nicht  gegenstandslos  ge-
worden ist (vgl. BGE 126 III 85 E. 3 S. 88 f.).

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3.
Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung 
von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des 
Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechts-
erheblichen  Sachverhaltes  sowie  –  soweit  nicht  eine  kantonale  Be-
hörde  als  Beschwerdeinstanz  verfügt  hat  –  die  Unangemessenheit 
gerügt werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet 
das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist gemäss Art. 62 Abs. 4 
VwVG an die Begründung der Begehren nicht gebunden und kann die 
Beschwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen 
gutheissen  oder  abweisen.  Massgebend  ist  grundsätzlich  die  Sach- 
und Rechtslage zum Zeitpunkt seines Entscheides (vgl. E. 1.2 des in 
BGE 129  II  215  teilweise  publizierten  Urteils  des  Bundesgerichts 
2A.451/2002 vom 28. März 2003 sowie Urteil des Bundesverwaltungs-
gerichts C-135/2006 vom 20. Dezember 2007 E. 2 mit  weiteren Hin-
weisen).

4.
4.1 Mit Inkrafttreten des AuG am 1. Januar 2008 wurde das  Bundes-
gesetz  vom  26. März  1931  über  Aufenthalt  und  Niederlassung  der 
Ausländer (ANAG, BS 1 121) abgelöst (vgl. Art. 125 AuG i.V.m. Ziffer I 
des Anhangs 2 zum AuG). Das AuG beansprucht Geltung auf alle Ver-
fahren,  die nach seinem Inkrafttreten eingeleitet  wurden,  sei  es nun 
auf  Gesuch  hin  oder  von Amtes wegen (vgl. Art. 126 Abs. 1 AuG e 
contrario; ferner  BVGE 2008/1  E. 2  mit  Hinweisen).  Der  vorliegende 
Sachverhalt ereignete sich unter neuem Recht, womit die Streitsache 
auch dem neuen Recht unterliegt.

4.2 Wird gegen eine Person, welche nicht Angehörige eines Staates 
ist,  der durch eines der Schengen-Assoziierungsabkommen (vgl. An-
hang 1  Ziffer 1  AuG)  gebunden  ist,  ein  Einreiseverbot  nach  Art. 67 
AuG  verhängt,  wird  diese  Person  gestützt  auf  Art. 94  Abs. 1  und 
Art. 96 des Übereinkommens vom 19. Juni 1990 zur Durchführung des 
Übereinkommens  betreffend  den schrittweisen  Abbau der  Kontrollen 
an  den  gemeinsamen  Grenzen  (Schengener  Durchführungsüberein-
kommen [SDÜ], ABl. L 239 vom 22. September 2000, S. 19–62) und 
Art. 16 Abs. 2 und 4 des Bundesgesetzes vom 13. Juni 2008 über die 
polizeilichen  Informationssysteme des  Bundes  (BPI,  SR 361)  grund-
sätzlich im Schengener Informationssystem ([SIS], vgl. dazu Art. 92 ff. 
SDÜ)  zur  Einreiseverweigerung  ausgeschrieben.  Eine  solche  Aus-
schreibung einer Person im SIS zur Einreiseverweigerung aufgrund ei-

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ner vom BFM verhängten Fernhaltemassnahme bewirkt,  dass ihr die 
Einreise  in  das  Hoheitsgebiet  der  Schengen-Mitgliedstaaten  ver-
weigert wird (vgl. Art. 13 Abs. 1 der Verordnung [EG] Nr. 562/2006 des 
Europäischen Parlaments und des Rates vom 15. März 2006 über ei-
nen  Gemeinschaftskodex  für  das  Überschreiten  der  Grenzen  durch 
Personen  [Schengener  Grenzkodex  bzw.  SGK,  ABl.  L  105  vom 
13. April 2006, S. 1–32]).

5.
5.1 Das  in  Art. 67  AuG  geregelte  Einreiseverbot  entspricht  der  alt-
rechtlichen Einreisesperre des Art. 13 ANAG. Es soll künftigen Störun-
gen der öffentlichen Sicherheit und Ordnung vorbeugen, nicht aber ein 
bestimmtes Verhalten sanktionieren und hat somit keinen Straf-, son-
dern  Massnahmencharakter  (Botschaft  zum  Bundesgesetz  über  die 
Ausländerinnen und Ausländer vom 8. März 2002, BBl 2002 3813). Die 
öffentliche  Sicherheit  und  Ordnung  umfasst  neben  anderen  polizei-
lichen  Schutzgütern  die  Unverletzlichkeit  der  objektiven  Rechts-
ordnung;  deren  Verletzung  ist  namentlich  gegeben  bei  erheblichen 
oder  wiederholten  Verstössen  gegen  gesetzliche  Vorschriften  oder 
behördliche Verfügungen sowie bei Nichterfüllung der öffentlich-recht-
lichen oder privatrechtlichen Verpflichtungen (BBl 2002 3809; vgl. auch 
RAINER J. SCHWEIZER / PATRICK SUTTER / NINA WIDMER, in: RAINER J. SCHWEIZER 
[Hrsg.], Sicherheits- und Ordnungsrecht des Bundes, SBVR Bd. III/1, 
Basel 2008, Teil B, Rz. 13 mit Hinweisen). 

5.2 Das Einreiseverbot kann nach Art. 67 Abs. 1 AuG vom BFM über 
ausländische Personen verfügt  werden,  die gegen die öffentliche Si-
cherheit  und  Ordnung  in  der  Schweiz  oder  im  Ausland  verstossen 
haben  oder  diese  gefährden  (Bst. a),  Sozialhilfekosten  verursacht 
haben  (Bst. b),  ausgeschafft  worden  sind  (Bst. c)  oder  in  Vorberei-
tungs-,  Ausschaffungs-  oder  Durchsetzungshaft  genommen  werden 
mussten (Bst. d). Es wird befristet oder in schwerwiegenden Fällen un-
befristet verfügt (Art. 67 Abs. 3 AuG). Während der Gültigkeit des Ein-
reiseverbots ist der ausländischen Person die Einreise in die Schweiz 
untersagt. Wenn wichtige Gründe es rechtfertigen, kann das Einreise-
verbot vorübergehend aufgehoben werden (Art. 67 Abs. 4 AuG). 

5.2.1 Mit  Strafbefehl  vom  16. Juni  2009  sprach  die  Staatsanwalt-
schaft II  des  Kantons  Uri  den  Beschwerdeführer  wegen  Zuwider-
handlung gegen das Ausländergesetz sowie Zuwiderhandlung gegen 
das  Gastwirtschaftsgesetz  begangen  am 15./20. November  2008 für 

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schuldig.  Der  Beschwerdeführer  übte  –  ohne  im  Besitz  einer  ent-
sprechenden Bewilligung zu sein – wiederholt eine Erwerbstätigkeit in 
der Schweiz aus (Schwarzarbeit)  und gab trotz Kenntnis der gesetz-
lichen  Bestimmungen  unkontrolliert  Alkohol  an  Jugendliche  ab. 
Aufgrund  der  Zuwiderhandlung  gegen  ausländerrechtliche  Be-
stimmungen hat  der  Beschwerdeführer  gemäss Art. 67 Abs. 1 Bst. a 
AuG  gegen  die  öffentliche  Sicherheit  und  Ordnung  in  der  Schweiz 
verstossen und hierdurch die objektive Rechtsordnung mehrmals ver-
letzt.

5.2.2 Neben  der  (bereits  eingetretenen)  Verletzung  nennt  Art. 67 
Abs. 1  Bst. a  AuG  auch  den  Tatbestand  der  Gefährdung  der 
öffentlichen Sicherheit und Ordnung. 

Gemäss  Auskunft  des  deutschen  Bundeszentralregisters  wurde  der 
Beschwerdeführer  am  28. September  2005  in  Mainz  (Deutschland) 
wegen  unerlaubten  Erwerbs  von  Betäubungsmitteln  zu  einer  Geld-
strafe  von  40  Tagessätzen  à  €  10  verurteilt,  was  er  gegenüber  der 
kantonalen  Migrationsbehörde  vorsätzlich  verschwieg  (vgl.  kantonale 
Akten). Zudem wird der Betroffene in Deutschland im Rahmen eines 
gegen  ihn  laufenden  Strafverfahrens  wegen  Betrugs  gesucht  (vgl. 
kantonale Akten). Anlässlich des rechtlichen Gehörs zur Wegweisung 
bekräftigte  der  Beschwerdeführer  seinen Willen,  sich  nach der  Aus-
reise  aus  der  Schweiz  den  deutschen  Strafverfolgungsbehörden  zu 
stellen. Entgegen seiner Beteuerung kehrte er jedoch via Italien direkt 
in  sein Heimatland zurück (vgl. Ausreisemeldung vom 25. November 
2008, abgestempelt durch den Grenzposten Chiasso), wo er sich wohl 
derzeit auch aufhalten mag. Im Übrigen behauptete der Beschwerde-
führer gegenüber der zuständigen Migrationsbehörde, er verfüge über 
eine unbefristete Niederlassungserlaubnis  für  Deutschland,  was sich 
aber im späteren Verlauf der Ermittlungen als zweifelhaft erwies – der 
Betroffene verfügt in seinem neuen Reisepass (ausgestellt im Januar 
2008) über keine Niederlassungserlaubnis mehr, denn jene ist ledig-
lich im alten, abgelaufenen Reisepass vorhanden. 

5.2.3 Sowohl  mit  der  Verurteilung  wegen  Erwerbstätigkeit  ohne  Be-
willigung  (Schwarzarbeit)  als  auch  aufgrund  des  in  Deutschland 
hängigen  Strafverfahrens  wegen  Betrugs  (Ausschreibung)  sowie  der 
strafrechtlich rechtskräftigen Verurteilung wegen unerlaubten Erwerbs 
von  Betäubungsmitteln  vom  28. September  2005  erfüllt  der  Be-
schwerdeführer  die in  Bst. a  des  Art. 67 Abs. 1 AuG erwähnten Tat-

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bestände.  Sein  Verhalten  lässt  darauf  schliessen,  dass  er  auch  in 
näherer  Zukunft  keine  Gewähr  für  ein  Respektieren  der 
schweizerischen Rechtsordnung bieten kann.

6.
Es bleibt zu prüfen, ob die Massnahme in richtiger Ausübung des Er-
messens  ergangen  und  angemessen  ist.  Der  Grundsatz  der  Ver-
hältnismässigkeit steht dabei im Vordergrund. Unter diesem Gesichts-
punkt  ist  eine  wertende  Abwägung  vorzunehmen  zwischen  dem 
öffentlichen Interesse an der Massnahme einerseits und den von der 
Massnahme  beeinträchtigten  privaten  Interessen  des  Betroffenen 
andererseits.  Die  Stellung  der  verletzten  oder  gefährdeten  Rechts-
güter,  die  Besonderheiten  des  ordnungswidrigen  Verhaltens  und  die 
persönlichen Verhältnisse des Verfügungsbelasteten bilden dabei den 
Ausgangspunkt  der  Überlegungen  (vgl.  statt  vieler  ULRICH HÄFELIN / 
GEORG MÜLLER /  FELIX UHLMANN,  Allgemeines Verwaltungsrecht,  5. Aufl., 
Zürich / St. Gallen 2006, Rz. 613 ff.).

6.1 Wie  dargelegt hat  der  Beschwerdeführer  in  grober  Weise  aus-
länderrechtliche Bestimmungen verletzt und bei der Einvernahme der 
zuständigen Behörde wesentliche Tatsachen vorsätzlich verschwiegen 
bzw.  unwahr  dargestellt.  Das  generalpräventiv  motivierte  öffentliche 
Interesse,  die  ausländerrechtliche  Ordnung  durch  eine  konsequente 
Massnahmenpraxis  gegenüber  Ausländerinnen  und  Ausländern  zu 
schützen, ist somit als erheblich einzustufen.

6.2 Persönliche Interessen macht der Beschwerdeführer insofern gel-
tend,  als  er  sinngemäss  angibt,  seine  in  der  Schweiz  lebende 
Partnerin und zukünftige Ehefrau M._______ sei krank und auf seine 
Unterstützung  angewiesen,  weshalb  er  sie  auch  in  der  Schweiz 
besucht  und  ihr  in  ihrem  Gastwirtschaftsbetrieb  ausgeholfen  habe. 
Diese vom Beschwerdeführer  geschilderten privaten  Interessen  sind 
jedoch  nicht  ausschlaggebender  Natur  und  machen  folglich  seine 
Anwesenheit  in  der  Schweiz  nicht  zwingend  notwendig.  Es  handelt 
sich vorliegend um keine familiäre Beziehung, die unter den Schutz-
bereich von Art. 8 Ziff. 1 der Konvention vom 4. November 1950 zum 
Schutze  der  Menschenrechte  und  Grundfreiheiten  (EMRK,  SR 
0.101.0)  und  Art. 13  Abs. 1  der  Bundesverfassung  der  Schweizeri-
schen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101) fällt – Be-
stimmungen,  welche  beide  dem  Schutz  eines  von  staatlichen  Ein-
griffen  ungestörten  Privat-  und  Familienlebens  dienen  und  im  Aus-

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länderrecht  identische Ansprüche vermitteln  (BGE 129  II  215  E. 4.2 
S. 218 f.).

6.3 Im  Übrigen  würde  eine  Aufhebung  des  Einreiseverbotes  einzig 
bewirken, dass der Beschwerdeführer den allgemeinen, für kroatische 
Staatsangehörige  geltenden Einreisebestimmungen unterstünde (vgl. 
Art. 4 Abs. 2 der Verordnung vom 22. Oktober 2008 über die Einreise 
und  die  Visumerteilung  [VEV, SR 142.204]  mit  Verweis  auf  die  Ver-
ordnung [EG] Nr. 539/2001 des Rates vom 15. März 2001, welche im 
Anhang II eine Liste von Drittländern enthält – darunter auch Kroatien 
–,  dessen Staatsangehörige  im Hinblick auf  die  Ausübung einer  Er-
werbstätigkeit  innerhalb  des  Schengenraumes  im  Besitze  eines 
Visums sein müssen). Der Beschwerdeführer  könnte somit  nicht  be-
willigungsfrei  in  die  Schweiz  einreisen,  um  als  Arbeitskraft  seine 
Freundin im Gastgewerbebetrieb zu unterstützen, sondern wäre ledig-
lich während maximal 90 Tagen zum visumsfreien Besuchsaufenthalt 
in der Schweiz berechtigt. Weiter ist in diesem Zusammenhang darauf 
hinzuweisen, dass ihm die Einreise nicht generell  verwehrt ist. Sollte 
sich  eine  Anwesenheit  in  der  Schweiz  als  zwingend  notwendig  er-
weisen,  steht  ihm  vielmehr  die  Möglichkeit  offen,  aus  wichtigen 
Gründen mittels begründetem Gesuch die zeitweilige Suspension der 
angeordneten Fernhaltemassnahme (Art. 67 Abs. 4 AuG; zum Ganzen 
vgl. beispielsweise die Urteile des Bundesverwaltungsgerichts C-8211/ 
2007 vom 16. Mai 2008 E. 6.3 und C-137/2006 vom 31. März 2008 E. 
6.4) sowie ein in diesem Zusammenhang erforderliches Visum zu be-
antragen.

6.4 Eine  wertende  Gewichtung  der  sich  entgegenstehenden 
öffentlichen  und  privaten  Interessen  führt  das  Bundesverwaltungs-
gericht zum Schluss, dass das im Vernehmlassungsverfahren auf zwei 
Jahre  befristete  Einreiseverbot  eine  verhältnismässige  und  an-
gemessene Massnahme zum Schutz  der  öffentlichen  Sicherheit  und 
Ordnung darstellt.

7.
Zusammenfassend  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung, 
nachdem das Bundesamt sie in  Wiedererwägung zog, im Lichte von 
Art. 49 VwVG nicht  zu beanstanden ist. Die Beschwerde ist  deshalb 
abzuweisen, soweit sie nicht gegenstandslos geworden ist.

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8.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens, das einem teilweisen Unterliegen 
gleichkommt,  sind dem Beschwerdeführer nur reduzierte  Verfahrens-
kosten  aufzuerlegen  (Art.  63  Abs.  1  zweiter  Satz  VwVG).  Dement-
sprechend  ist  ihm  auch  eine  gekürzte  Parteientschädigung  zuzu-
sprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art  7  Abs. 2 des Reglements 
vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem 
Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR  173.320.2]).  Diese  ist  in  An-
wendung von Art. 8 ff. sowie Art. 14 Abs. 2 VGKE auf Fr. 300.-  (inkl. 
MWST) festzulegen.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die  Beschwerde  wird  abgewiesen, soweit  sie  nicht  gegenstandslos 
geworden ist.

2.
Die  reduzierten  Verfahrenskosten  von  Fr. 450.-  werden  dem  Be-
schwerdeführer auferlegt und mit  dem am 17. März 2009 geleisteten 
Kostenvorschuss  von  Fr. 700.-  verrechnet.  Der  Restbetrag  von 
Fr. 250.- wird zurückerstattet.

3.
Die  Vorinstanz  wird  verpflichtet,  dem Beschwerdeführer  eine  Partei-
entschädigung von Fr. 300.- (inkl. MWST) zu bezahlen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- den  Beschwerdeführer  (Einschreiben;  Beilage:  Formular  "Zahl-
adresse")

- die Vorinstanz (Akten ZEMIS [...] retour)
- das Amt für Arbeit und Migration des Kantons Uri (Ref.-Nr. UR [...]) 

in Kopie 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Antonio Imoberdorf Jürg Tiefenthal

Versand: 

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