# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3a941794-0bda-519e-8b08-2c8745c19908
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-09-20
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 20.09.2010 A-3001/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-3001-2010_2010-09-20.pdf

## Full Text

Abtei lung I
A-3001/2010
{T 1/2}

Z w i s c h e n e n t s c h e i d  v o m 
2 0 .  S e p t e m b e r  2 0 1 0

Richter Markus Metz (Vorsitz), Richter Jérôme Candrian, 
Richter Alain Chablais, 
Gerichtsschreiber Cesar Röthlisberger.

Roger Schawinski, Kapfstrasse 28, 8032 Zürich,
Christoph Bürge, Elefefterie St. 25, Bucharest 4, 
Romania,
Heinz Lang, Klostermatt 5, 5742 Kölliken,
gemeinsam Radio AG (in Gründung)
alle vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Armin Zucker, 
meyerlustenberger Rechtsanwälte, Forchstrasse 452, 
Postfach 1432, 8032 Zürich,
Beschwerdeführende 1,

Roger Schawinski, Kapfstrasse 28, 8032 Zürich,
Daniel Sigel, Finne 55, 9496 Balzers,
Stefan Bühler, c/o Casanova Druck und Verlag AG, 
Rossbodenstrasse 33, Postfach, 7004 Chur,
gemeinsam Radio Südost AG (in Gründung),
alle vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. 
Stefan Lechmann, Gäuggelistrasse 16/Brunnenhof, 
Postfach 545, 7002 Chur,
Beschwerdeführende 2,

gegen

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

A-3001/2010

Radio Argovia AG, Bahnhofstrasse 41, Postfach, 
5001 Aarau,
vertreten durch Rechtsanwalt Professor Dr. iur. 
Urs Saxer, Steinbrüchel Hüssy Rechtsanwälte, 
Grossmünsterplatz 8, 8001 Zürich,
Beschwerdegegnerin 1,

Südostschweiz Radio AG, Kasernenstrasse 1, 
Postfach 85, 7007 Chur,
vertreten durch Allmediaconsulting AG, Weierweg 6, 
4852 Rothrist,
Beschwerdegegnerin 2,

und

Eidgenössisches Departement für Umwelt, Verkehr, 
Energie und Kommunikation UVEK,
Bundeshaus Nord, 3003 Bern,
Vorinstanz 1,

Bundesamt für Kommunikation BAKOM,
Zukunftstrasse 44, Postfach, 2501 Biel,
Vorinstanz 2.

Ausstandsbegehren im Beschwerdeverfahren 
A-2160/2010.

Seite 2

Gegenstand

A-3001/2010

Sachverhalt:

A.
Am 1. März 2010 erliess das Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) 
im  Fernseh-  bzw.  Radio-Konzessionierungsverfahren  der 
Versorgungsgebiete 11, 15 und 32 eine verfahrensleitende Verfügung, 
mit  welcher  es  den  Parteien  den  beabsichtigten  Verfahrensablauf 
bekanntgab.

B.
Gegen  diese  Verfügung  erhoben  mehrere  am Konzessionsverfahren 
Beteiligte  Beschwerde  beim  Bundesverwaltungsgericht.  Die 
betreffenden Beschwerdverfahren wurden mit Zwischenverfügung vom 
9. April 2010 vereinigt und unter der gemeinsamen Verfahrensnummer 
A-2160/2010 (nachfolgend: Hauptverfahren) weitergeführt. Gleichzeitig 
wurde  mit  derselben  Verfügung  der  Spruchkörper,  bestehend  aus 
Richter André Moser, Richter Lorenz Kneubühler, Richterin Marianne 
Ryter  Sauvant  und  Gerichtsschreiber  Johannes  Streif  für  das 
Hauptverfahren  bekanntgegeben  und  eine  Frist  für  ein  allfälliges 
Ausstandsbegehren  gegen  die  eingesetzten  Gerichtspersonen 
eingeräumt.

C.
Mit Eingabe vom 23. April  2010 stellt  die Beschwerdegegnerin 2 des 
Hauptverfahrens,  die  Südostschweiz  Radio  AG, gegen sämtliche mit 
Zwischenverfügung vom 9. April  2010 eingesetzten  Richter  ein  Aus-
standsbegehren. Zur Begründung führt sie im Wesentlichen Folgendes 
an:  Es  seien  drei  (unter  anderem  die  Beschwerdegegnerin 2)  be-
treffende  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  vorzeitig  den  Be-
schwerdeführenden,  nicht  aber  den  Beschwerdegegnerinnen,  über-
geben  worden. Die  Beschwerdeführenden hätten  die  Urteile  sodann 
zwei Tage vor der offiziellen Urteilseröffnung über Radio und Medien-
agenturen  publik  gemacht  und  dadurch  einen  medialen  Vorteil  ge-
zogen,  den die  Beschwerdegegnerin 2  nicht  mehr  habe ausgleichen 
können.  So  sei  die  Beschwerdegegnerin 2  in  medialer  Hinsicht  als 
Verliererin  dagestanden,  was  der  Sache  nicht  gerecht  werde  und 
durch  den  obgenannten  Spruchkörper  verursacht  worden  sei.  Das 
Hauptverfahren sei durch Richter zu beurteilen, die mit der Sache in 
keinem Zusammenhang stünden.

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A-3001/2010

D.
Mit  Verfügung vom 3. Mai 2010 wurden die vom Ausstandsbegehren 
betroffenen  Richter  für  das  anstehende,  vorab  zu  behandelnde 
Ausstandsverfahren  A-3001/2010  durch  Richter  Markus  Metz 
(Instruktionsrichter  und  möglicher  Einzelrichter),  Richter  Jérôme 
Candrian  und  Richter  Alain  Chablais  sowie  Gerichtsschreiber  Cesar 
Röthlisberger  ersetzt,  unter  Ansetzung  einer  Frist  bis  zum  14. Mai 
2010 für die Einreichung eines allfälligen Ausstandsbegehrens gegen 
die neu eingesetzten Gerichtspersonen.

E.
Mit Eingabe vom 12. Mai 2010 (Eingang: 17. Mai 2010) stellte die Be-
schwerdegegnerin  2  erneut  ein  Ausstandsbegehren  und  verlangte 
diesmal  den  Ausstand  von  Instruktionsrichter  Markus  Metz  für  das 
Ausstandsverfahren A-3001/2010.

F.
Mit Zwischenentscheid A-3544/2010 vom 23. August 2010 wurde das 
zweite  Ausstandsbegehren  der  Beschwerdegegnerin 2  vom  12. Mai 
2010 abgewiesen und Richter Markus Metz als Instruktionsrichter und 
möglicher Einzelrichter im Ausstandsverfahren A-3001/2010 bestätigt.

G.
In  ihren Stellungnahmen vom 27.,  30. und 31. August  2010 äussern 
sich  Richter  André  Moser,  Richter  Lorenz  Kneubühler  und Richterin 
Marianne  Ryter  Sauvant  zu  den  vorgebrachten  Ausstandsgründen. 
Alle  drei  Richter  sind  der  Auffassung,  dass  die  angeführten Gründe 
nicht zum Ausstand führen.

H.
Auf  die  weiteren  Ausführungen  wird  nachfolgend  –  soweit 
entscheiderheblich – eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Das  Verfahren  vor  Bundesverwaltungsgericht  richtet  sich  nach 
dem  Bundesgesetz  vom  20. Dezember  1968  über  das 
Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), soweit das Bundesgesetz 
vom  17. Juni  2005  über  das  Bundesverwaltungsgericht 
(Verwaltungsgerichtsgesetz,  VGG,  SR 173.32)  nichts  anderes 

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bestimmt  (Art. 2  Abs. 4  VwVG;  Art. 37  VGG).  Das 
Bundesverwaltungsgericht beurteilt  Beschwerden gegen Verfügungen 
nach Art. 5 VwVG, sofern keine Ausnahme nach Art. 32 VGG gegeben 
ist  (Art. 31 VGG). Eine solche liegt nicht  vor. Das BAKOM ist zudem 
als  Behörde  im  Sinn  von  Art. 33  VGG  zu  qualifizieren.  Das 
Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  im  Hauptverfahren  zuständig, 
sofern  nicht  das  Eidgenössische  Departement  für  Umwelt,  Verkehr, 
Energie  und  Kommunikation  (UVEK)  zuständig  ist,  an  das  die 
Beschwerdeführenden ebenfalls Beschwerde erhoben. Diese Frage ist 
im Hauptverfahren zu prüfen.

Im  Rahmen  des  Hauptverfahrens  ist  das  Bundesverwaltungsgericht 
ebenfalls zur Behandlung von Fragen formeller Natur und damit auch 
zum Entscheid über Ausstandsbegehren zuständig (vgl. BVGE 2007/4 
E. 1.1),  wobei  die  Bestimmungen  des Bundesgesetzes vom 17. Juni 
2005  über  das  Bundesgericht  (Bundesgerichtsgesetz,  BGG, 
SR 173.110)  über  den  Ausstand  (Art. 34 ff.  BGG)  im  Verfahren  vor 
Bundesverwaltungsgericht sinngemäss gelten (Art. 38 VGG).

1.2 Bestreitet die Gerichtsperson, deren Ausstand verlangt wird, oder 
ein  Richter  beziehungsweise  eine  Richterin  der  Abteilung  den  Aus-
standsgrund, so entscheidet die Abteilung unter Ausschluss der betrof-
fenen Gerichtsperson über den Ausstand (Art. 37 Abs. 1 BGG).

Diese Bestimmung äussert  sich nicht  darüber, in welcher Besetzung 
der Entscheid über ein Ausstandsbegehren zu ergehen hat. Die allge-
meinen Bestimmungen zur Bildung der Spruchkörper in Verfahren vor 
dem Bundesverwaltungsgericht sehen in der Regel die Besetzung mit  
drei  Richtern oder Richterinnen vor (Art. 21 Abs. 1 und Art. 24 VGG 
i.V.m. Art. 32 Abs. 1 des Geschäftsreglements vom 17. April 2008 für 
das Bundesverwaltungsgericht [VGR, SR 173.320.1]). Beim Entscheid 
über  ein  Ausstandsbegehren  handelt  es  sich  zwar  um  einen 
Zwischenentscheid  (vgl.  Art.  45  Abs.  1  des  Bundesgesetzes  vom 
20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG,  SR 
172.021]  bzw. Art.  92  Abs. 1  BGG). Da  aber  mit  diesem Entscheid 
abschliessend  über  das  Vorliegen  von  Ausstandsgründen  befunden 
wird, erscheint es auch in diesen Fällen angebracht, den Spruchkörper 
gemäss den allgemeinen Bestimmungen zu bilden. Entsprechend ist 
auch über Ausstandsbegehren in der Regel in der Besetzung mit drei 
Richtern oder Richterinnen zu entscheiden (Zwischenentscheide des 

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Bundesverwaltungsgerichts A-5698/2008 vom 20. Oktober 2008 E. 1.2 
und A-3544/2010 vom 23. August 2010 E. 1.2).

1.3 Auf das im Übrigen formgerecht eingereichte Ausstandsbegehren 
(vgl. Art. 36 Abs. 1 BGG) ist einzutreten.

2.
Art.  34  Abs.  1  BGG  gewährleistet  -  wie  schon  Art.  30  Abs.  1  der 
Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom 18. 
April 1999 (BV, SR 101) und Art. 6 Ziff. 1 der Konvention vom 4. No-
vember 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten 
(EMRK,  SR  0.101)  -  die  Beurteilung  durch  ein  unparteiisches,  un-
befangenes  und  unvoreingenommenes  Gericht.  Nach  der 
Rechtsprechung des Bundesgerichts zu Art. 30 Abs. 1 BV, welche bei 
der  Auslegung  und  Anwendung  von  Art. 34  BGG  sinngemäss 
heranzuziehen  ist,  muss  zur  Ablehnung  einer  Gerichtsperson  nicht 
deren tatsächliche Befangenheit nachgewiesen werden. Es reicht aus, 
wenn Umstände vorliegen, die den Anschein der Befangenheit und die 
Gefahr  der  Voreingenommenheit  zu  begründen  vermögen,  wobei 
jedoch  das  Misstrauen  in  die  Unvoreingenommenheit  in  objektiver 
Weise  begründet  erscheinen  muss  und  nicht  auf  das  subjektive 
Empfinden einer Partei abgestellt werden kann (BGE 133 I 89 E. 3.2 
S. 92; 131 I 113 E. 3.4, je mit Hinweisen).

In Art. 34 Abs. 1 Bst. a-e BGG werden die einzelnen Ausstandsgründe 
genannt: persönliches Interesse (Bst. a); Tätigkeit in anderer Stellung 
in der gleichen Sache (Bst. b); Verwandtschaft, Ehe, Partnerschaft und 
Lebensgemeinschaft  (Bst. c  und  Bst. d);  andere  Gründe  (Bst. e). 
Art. 34 Abs. 2 BGG bestimmt, dass die Mitwirkung in einem früheren 
Verfahren für sich allein kein Ausstandsgrund bildet.

3.
Im Folgenden sind die von der Beschwerdegegnerin 2 vorgebrachten 
Gründe anhand der genannten Ausstandskriterien zu prüfen.

3.1 Im  Einzelnen  macht  die  Beschwerdegegnerin 2  Folgendes 
geltend: Die Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-7799/2008 vom 
3. Dezember  2009,  A-7801/2008  vom  7. Dezember  2009  und  A-
7762/2008 vom 10. Dezember 2009 seien den Beschwerdeführenden 
vorzeitig  übergeben  worden.  Die  Beschwerdeführenden  hätten  die 
Urteile  sodann  zwei  Tage  vor  der  offiziellen  Urteilseröffnung  über 
Radio-  und  Medienagenturen  publik  gemacht  und  ausgewählten 

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Adressaten  wie  ihnen  nahestehenden  Medienagenturen  verschickt. 
Die  Beschwerdegegnerin 2 habe erst  durch  die  Medienpublikationen 
der  Beschwerdeführenden  von  den  Urteilen  erfahren  und  erst  auf 
Nachfrage beim Bundesverwaltungsgericht – nachdem ihr zuerst mit-
geteilt  worden sei,  es lägen keine entsprechenden Urteile  vor  – ein 
nicht  unterschriebenes  Urteil  kommentarlos  über  E-Mail  zugestellt 
bekommen.  Die  Beschwerdegegnerin 2  sei  so  lange  hingehalten 
worden,  dass  ihr  keine  Zeit  mehr  zur  eigenen  Kommentierung  ge-
blieben sei. So hätten sie als Beschwerdegegnerin den medialen Vor-
teil der Beschwerdeführenden nicht mehr ausgleichen können und sei 
in medialer Hinsicht die Verliererin, was der Sache nicht gerecht werde 
und durch den obgenannten Spruchkörper verursacht worden sei. 

Die Beschwerdegegnerin 2 und die anderen Beschwerdegegner hätten 
daraufhin  schriftlich  beim  Bundesverwaltungsgericht  gegen  die  Ver-
letzung  der  Gleichbehandlung  und  Begünstigung  einer  Partei 
protestiert.  Der  Präsident  des  Bundesverwaltungsgerichts  habe 
daraufhin das Gespräch mit  der Beschwerdegegnerin 2 gesucht. Die 
ihr  von  diesem vorgelegte  Geschichte,  wonach  ein  Bundesgerichts-
korrespondent  (ein  akkreditierter  Journalist  des  Bundesverwaltungs-
gerichts)  die  Urteile  entgegen  den  Bestimmungen  des  Gerichts 
weitergegeben habe, entspreche nicht  den Tatsachen. Aus den Zeit -
angaben,  der  bei  der  Beschwerdegegnerin 2  eingetroffenen  E-Mails 
ergebe sich, dass Roger Schawinski als Erster im Besitz der Urteile  
gewesen  sei. Die  Beschwerdegegnerin 2  habe  dem Präsidenten  ge-
sagt, dass das wichtigste Gut eines Journalisten seine Informationen 
seien. Diese wolle er auf jeden Fall in den Medien seines Arbeitgebers 
veröffentlichen. Mit Sicherheit gehe kein Bundesgerichtskorrespondent 
das Risiko ein,  vertrauliche Dokumente an Personen weiterzugeben, 
die  Schwierigkeiten  bereiten  könnten.  Die  Vorstellung,  dass  ein 
Bundesgerichtskorrespondent  einem Medienunternehmer,  der  gleich-
zeitig  Partei  sei  und sich verschiedentlich nicht  an gemeinsame Ab-
machungen gehalten habe, vertrauliche Unterlagen gäbe, sei absurd. 
Der Bundesgerichtskorrespondent würde auch deshalb nicht als Ver-
breiter  von  vertraulichen  Papieren  in  Frage  kommen,  weil  die 
Kommunikation des Bundesverwaltungsgerichts im Zeitpunkt der Ver-
öffentlichung durch die Beschwerdeführenden gar nicht gewusst habe, 
dass die Urteile  bereits vorlägen. Ansonsten hätte diese den beiden 
Radios und dem Ostschweizer Fernsehen nicht die Auskunft gegeben, 
es  lägen  keine  Urteile  vor.  Die  Beschwerdegegnerin 2  habe  dem 
Präsidenten des Bundesverwaltungsgerichts gesagt, die Urteile seien 

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vom Gericht  an  die  Beschwerdeführenden  oder  an  dessen  Anwälte 
weitergereicht  worden  (vgl.  dazu  auch  das  Schreiben  der  Be-
schwerdegegnerin 2 vom 1. Februar 2010 an Frau Bundesrätin Eveline 
Widmer-Schlumpf).

Die Beschwerdegegnerin 2 sei  überzeugt,  dass es im Interesse aller 
sei,  wenn  dieser  unglücklich  verlaufener  Fall  von  Richtern  beurteilt 
würde, die mit der Sache in keinem Zusammenhang stünden.

3.2 Richter  Lorenz  Kneubühler  bemerkt  in  seiner  Stellungnahme, 
aufgrund  der  arbeitsteiligen  Organisation  des  Bundesverwaltungs-
gerichts habe der Spruchkörper kaum einen Einfluss auf den Versand 
der  Urteile.  Insbesondere  die  Modalitäten  der  Informationen  der 
Medien sei dessen Einfluss entzogen. Aus diesem Grunde hätten sich 
allfällige Fehler bei der Information der Parteien und der Öffentlichkeit 
ohne  sein  Zutun  ereignet,  weshalb  diese  nach  seinem  Dafürhalten 
keinen Ausstandsgrund für seine Person darstellten. Er fühle sich auch 
sonst in keiner Weise befangen.

3.3 Richterin  Marianne  Ryter  Sauvant  führt  an,  auf  die  Medienmit-
teilungen  des  Gerichts  bzw.  im  konkreten  Fall  auf  das  Verhalten 
einzelner akkreditierter  JournalistInnen – habe doch im betreffenden 
Fall der vorzeitige Bruch der Sperrfrist zu einer ungleichen Information 
der Parteien geführt – habe der urteilende Spruchkörper keinen Ein-
fluss.  Allfällige  Ungereimtheiten  in  Zusammenhang  mit  der  Urteils-
eröffnung seien äusserst bedauerlich, berührten aber die richterliche 
Unbefangenheit nicht. In diesem Sinne fühle sie sich nicht befangen, in 
der Sache mitzuwirken und zu urteilen.

3.4 Richter  André  Moser  bringt  schliesslich  vor,  als  vorsitzender 
Richter  übernehme  er  letztlich  die  Verantwortung,  dass  es  im  Ver-
fahren A-7801/2008 bei  der  Eröffnung des Urteils  vom 7. Dezember 
2009  zu  einer  Panne  gekommen  sei.  Wie  der  in  Kopie  beigelegten 
Korrespondenz  mit  den  AZ  Medien  AG entnommen  werden  könne, 
habe ihn dieser Vorfall persönlich sehr geärgert und er habe sich dafür 
entschuldigt.  Die  Unterstellung,  die  Beschwerdegegnerin  des 
damaligen  Verfahrens  (absichtlich)  so  lange  hingehalten  zu  haben, 
dass ihr  keine Zeit  mehr zur eigenen Kommentierung geblieben sei, 
weise  er  ebenso  zurück,  wie  den  Vorwurf,  das  Bundesverwaltungs-
gericht habe die Parteien ungleich behandeln wollen. Hinsichtlich des 
Verfahrens A-2160/2010 halte er fest, dass er mit Bezug auf die Be-

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schwerdegegnerin 2  keine  vorgefasste  Meinung  habe und  sich  nicht 
befangen fühle.

Dem von Richter André Moser erwähnten Schreiben an die AZ Medien 
AG  vom  28. Dezember  2009  ist  sodann  zu  entnehmen,  dass  sich 
dieser  ausdrücklich  für  den  Vorfall  entschuldigt  hat.  Das  von  der 
Pressestelle  des  Bundesverwaltungsgerichts  seinen  akkreditierten 
Journalisten  eingeräumte  Vertrauen  sei  bedauerlicherweise  krass 
missbraucht  worden,  indem sich  einer  der  Journalisten nicht  an  die 
Sperrfrist  gehalten  habe.  Mit  diesem  Embargo  solle  sichergestellt 
werden, dass das Urteil  den Parteien bzw. deren Vertretern  eröffnet 
werden könne, bevor in den Medien darüber berichtet werde. Da die 
Spielregeln in diesem Fall nicht eingehalten worden seien, müsse das 
Bundesverwaltungsgericht  seine  Praxis  nun  überdenken. 
Abschliessend könne er  versichern,  dass das Urteil  an  die Parteien 
bzw. deren Vertretern gleichzeitig  abgeschickt  worden sei,  dass sich 
ein Informationsvorsprung auf Seiten der Beschwerdeführenden mithin 
aus dem oben erwähnten Verhalten eines Journalisten ergeben haben 
müsse  und  nicht  etwas  aus  einer  Ungleichbehandlung  der  Parteien 
seitens des Gerichts.

4.
4.1 Gemäss Art. 34 Abs. 1 Bst. e BGG treten Gerichtspersonen in den 
Ausstand,  wenn  sie  aus  "anderen  Gründen",  insbesondere  Freund-
schaft oder Feindschaft mit einer Partei oder ihrem Vertreter befangen 
sein könnten. Bei dieser Vorschrift handelt es sich um einen Auffang-
tatbestand,  der  im  Sinn  der  bundesgerichtlichen  Rechtsprechung 
auszulegen ist.

Zur  Annahme von  Feindschaft  muss  Qualität  und  Intensität  der  be-
treffenden Beziehung vom Mass des sozial  Üblichen abweichen und 
bei  objektiver  Betrachtung geeignet  sein,  sich auf  den Prozess aus-
zuwirken  (Urteil  des  Bundesgerichts  1B_194/2009  vom  31. August 
2009  E. 2.1;  REGINA KIENER,  Richterliche  Unabhängigkeit,  Bern  2001, 
S. 133). Ein  Ausstandsgesuch  kann  grundsätzlich  nicht  mit  dem Er-
gebnis  bzw.  dem  Inhalt  bereits  gefällter  Entscheidungen  begründet 
werden  (Urteil  des  Bundesgerichts  2E_1/2008  vom  29. Mai  2008 
E. 2.1.4). Ebensowenig vermögen Verfahrensfehler einen Anschein der 
Befangenheit des Richters zu begründen, es sei denn, sie seien von 
grossem Gewicht, träten wiederholt auf und brächten auf diese Weise 
eine  Voreingenommenheit  oder  eine  Benachteiligung  der  einen 

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Prozesspartei  zum  Ausdruck  (vgl.  BGE 125 I 119  E. 3e,  116 Ia 135 
E. 3a,  114 Ia 153  E. 3b/bb;  Urteil  des  Bundesgerichts  1P.512/2004 
vom 6. Januar 2005 E. 4.1; ferner REGINA KIENER, a.a.O., S. 105 f.).

4.2 Richter  Lorenz  Kneubühler,  Richter  André  Moser  und  Richterin 
Marianne Ryter Sauvant können keine, geschweige denn grobe Ver-
fahrensfehler vorgeworfen werden. Weder auf den praktischen Vollzug 
der Eröffnung – also auf den Versand – noch auf die Umsetzung der 
Medienmitteilung hat  der  Spruchkörper  einen  Einfluss. Das Bundes-
verwaltungsgericht  ist  arbeitsteilig  organisiert. Der Spruchkörper  darf 
und muss nach Fällung des Urteils darauf vertrauen, dass die Kanzlei 
das Urteil richtig versendet und die Pressestelle die Medien bzw. die 
akkreditierten Journalisten getreu den vordefinierten Regeln informiert. 
Noch viel weniger Einfluss hat der Spruchkörper sodann auf das Ver-
halten einzelner akkreditierter Journalisten. 

Für die Frage der Befangenheit der genannten Richter spielt es somit  
keine  Rolle,  ob  die  Ursache  für  die  vorliegend  thematisierte 
Kommunikationspanne  beim  Gericht  oder  bei  einem  akkreditierten 
Journalisten  liegt.  Sowohl  allfällige  Fehler  der  Gerichtskanzlei  beim 
Versenden der Urteile oder Fehler der gerichtlichen Pressestelle beim 
Informieren der Medien wie auch das Verhalten einzelner akkreditierter 
Journalisten  sind  grundsätzlich  ungeeignet,  den  Spruchkörper  als 
Befangen erscheinen zu lassen, hat dieser nach dem Gesagten doch 
keinen  Einfluss  auf  diese Sachverhalte. Schon deshalb  liegen  keine 
Ausstandsgründe vor.

4.3 Zudem  ist  aufgrund  des  vorliegenden  Sachverhalts  auch  nicht 
davon  auszugehen,  dass  die  Ursache  für  die  vorliegend 
interessierende  Kommunikationspanne  beim  Bundesverwaltungs-
gericht  liegt.  Die  genannten  Urteile  wurden  am 14. Dezember  2009 
von  der  Abteilungskanzlei  an  alle  Parteien  bzw.  deren  Vertreter 
gleichzeitig  versandt. Für  eine frühere Zustellung der  Urteile  seitens 
des  Gerichts  bzw. der  genannten  Richter  gibt  es  keine  ernsthaften 
Hinweise.  Die  in  diese  Richtung  gehenden  Unterstellungen  der  Be-
schwerdegegnerin 2, die Urteile seien vorzeitig vom Gericht  den Be-
schwerdeführenden  oder  an  dessen  Anwälte  weitergereicht  worden 
und  sie  sei  (vom Gericht)  absichtlich  so  lange  hingehalten  worden, 
dass ihr  keine Zeit  mehr zur eigenen Kommentierung geblieben sei, 
entbehren  jeglicher  Grundlage  und  sind  rein  spekulativ.  Die  Be-
schwerdegegnerin 2 nennt weder eine Gerichtsperson, die sie konkret 

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verdächtigt  noch  verliert  sie  ein  Wort  darüber,  wie  sich  das  von ihr 
dargestellte Szenario konkret abgespielt haben soll. Ihre Darstellungen 
erschöpfen sich in vagen Vermutungen und unbelegten Behauptungen. 
Insbesondere ist  nicht  ersichtlich,  wie aus der Behauptung,  aus den 
Zeitangaben  der  sich  in  im  Besitz  der  Beschwerdegegnerin 2  be-
findlichen E-Mail  ergebe sich, dass entgegen den Ausführungen des 
Präsidenten  des  Bundesverwaltungsgerichts  nicht  der  Chefredaktor 
des Mediendienstes "Persönlich",  sondern die Beschwerdeführenden 
zuerst im Besitz der Urteile gewesen seien, geschlossen werden soll,  
das Gericht  oder  eine Gerichtsperson habe die Urteile  vorzeitig den 
Beschwereführenden zukommmen lassen.

Vielmehr  ist  aufgrund  der  glaubwürdigen  Ausführungen  von  Richter 
Lorenz  Kneubühler,  Richter  André  Moser  und  Richterin  Marianne 
Ryter  Sauvant  davon  auszugehen,  dass  ein  akkreditierter  Journalist 
oder eine akkreditierte Journalistin sich nicht an die Sperrfrist gehalten 
und die  Urteile  vorzeitig  weitergegeben hat. Angesichts des Wertes, 
den solche Informationen für Journalisten haben, ist ein solcher Ver-
trauensbruch  in  der  Tat unverständlich,  entgegen den Ausführungen 
der Beschwerdegegnerin 2 aber offensichtlich nicht völlig absurd bzw. 
undenkbar, wie der vorliegende Fall zeigt.

Im  Ergebnis  erweist  sich  damit  auch  der  Vorwurf,  das  Gericht  oder 
eine  Gerichtsperson  habe  die  genannten  Urteile  vorzeitig  den  Be-
schwerdeführenden zukommen lassen als unbelegte Behauptung.

4.4 Des  Weiteren  ist  festzustellen,  dass  sich  weder  aus  der  Be-
gründung des Ausstandsbegehrens der  Beschwerdegegnerin 2 noch 
aus den Stellungnahmen der Richter konkrete Hinweise auf  das Be-
stehen  einer  persönlichen  Feindschaft  zwischen  den  Genannten  er-
gibt.

5.
Nach  dem  Gesagten  bleibt  festzuhalten,  dass  bei  objektiver  Be-
trachtung keine Umstände vorliegen, die den Anschein der Befangen-
heit und die Gefahr der Voreingenommenheit zu begründen vermögen. 
Das Ausstandsbegehren ist deshalb abzuweisen.

6.
Bei  diesem Ausgang des Verfahrens  hat  die  Beschwerdegegnerin  2 
die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 500.- zu tragen (Art. 63 Abs. 
1 VwVG i.V.m. Art. 1 ff. des Reglements vom 21. Februar 2008 über 

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A-3001/2010

die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 
[VGKE, SR 173.320.2]).

Angesichts  ihres  Unterliegens  steht  der  Beschwerdegegnerin  2  von 
vornherein keine Parteientschädigung zu (Art. 64 Abs. 1 VwVG; Art. 7 
Abs. 1 VGKE).

7.
Entscheide  des  Bundesverwaltungsgerichts  auf  dem  Gebiet  des 
Fernmeldeverkehrs  und  von  Radio  und  Fernsehen  betreffend 
Konzessionen,  die  Gegenstand  einer  öffentlichen  Ausschreibung 
waren,  können  ungeachtet  dessen,  ob  es  sich  um einen  Zwischen- 
oder  Endentscheid  handelt,  nicht  beim  Bundesgericht  angefochten 
werden (Art. 83 Bst. p Ziff. 1 BGG). Da der Gegenstand des Hauptver-
fahrens  A-2160/2010  in  den  Bereich  der  Ausnahmeregelung  von 
Art. 83  Bst. p  Ziff. 1  BGG fällt,  ist  auch  der  vorliegenden  Entscheid 
endgültig und tritt mit Eröffnung in Rechtskraft (vgl. THOMAS HÄBERLI, in: 
Basler  Kommentar,  Bundesgerichtsgesetz,  Basel  2008,   N. 9 zu 
Art. 83 BGG).

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Das Ausstandsgesuch wird abgewiesen.

2.
Die Verfahrenskosten von Fr. 500.-- werden der Beschwerdegegnerin 2 
auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  nach  Eröffnung  des 
vorliegenden Urteils zu Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. Die 
Zustellung des Einzahlungsscheins erfolgt mit separater Post.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführenden 1 (Einschreiben)
- die Beschwerdeführenden 2 (Einschreiben)
- die Beschwerdegegnerin 1 (Einschreiben)
- die Beschwerdegegnerin 2 (Einschreiben)
- die Vorinstanz 1 (Einschreiben)
- die Vorinstanz 2 (Einschreiben)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Markus Metz Cesar Röthlisberger

Versand: 

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