# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0dc7a24e-e2e7-51bd-af36-0f62e34c0ec0
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-11-10
**Language:** de
**Title:** PTBS nach Raubüberfall auf Tankstelle, keine entscheidende Bedeutung der somatischen Folgen, Prüfung der Adäquanz nach der allgemeinen Formel (gewöhnlicher Lauf der Dinge und allgemeine Lebenserfahrung), Abweisung der Beschwerde unter Berücksichtigung der Kasuistik. (BGE 8C_44/2015) (hängig)
**Docket/Reference:** UV.2013.00208
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/UV.2013.00208.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
UV.2013.00208
III. Kammer
Sozialversicherungsrichter Gräub, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Daubenmeyer
Sozialversicherungsrichterin Fehr
Gerichtsschreiber Schetty
Urteil
vom
10. November 2014
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
vertreten durch
Y.___
Beratungsstelle für Ausländer
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt
Rechtsabteilung
Postfach 4358, 6002 Luzern
Beschwerdegegnerin
vertreten durch Rechtsanwalt Reto Bachmann
Lischer
Zemp
& Partner, Rechtsanwälte und Notare
Schwanenplatz 4, 6004 Luzern
Sachverhalt:
1.
Der im Jahre 1972 geborene
X.___
arbeitete
zu 100
%
als Hauswart für die
Z.___
Aktiengesellschaft,
A.___
, und zu 40 %
bei
B.___
GmbH als Tankstellenverkäufer und war
als solcher
bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) obliga
torisch gegen Unfälle versichert (Urk. 10/1
,
Urk.
10/8
). Am 1
6.
Dezember 2008 wurde er
in der Tankstelle
Opfer eines bewaffneten Raubüberfalles durch zwei maskierte Täter. Der Versicherte
wurde dabei mit einer Pistole bedroht u
nd es wurde ihm mit der Faust und der Pistole gegen den Kopf geschlagen (
Urk.
10/13 S. 5).
Dr.
med.
C.___
, Facharzt FMH für Allgemeinmedizin, diagnosti
zi
erte in seinem Bericht vom 2
4.
Dezember 2008 eine
Kontusion des Schädels und des linken Oberschenkels sowie eine posttraumatische Belastungsstörung (Erstbehandlung am 1
7.
Dezember 2008;
Urk.
10/4
/2
). Auf
grund des
durch den Überfall
erlittenen
psychischen Schock
s
trat
der Versi
cherte
am 1
9.
Februar 2009 eine psychotherapeutische Behandlung an (
Urk.
10/24)
. Nach dem Überfall
konnte
der
Versicherte
seine
Tätigkeit an
der Tankstelle, wie auch diejenige als
Hausabwart
nicht wieder aufnehmen; die Kündigungen der Arbeitsverhältnisse erfolgten in den Jahren 2009
(
Urk.
10/49)
und 2010
(
vgl.
Urk. 10/124 S. 9
).
Mit Verfügung vom
8.
April 2013 teilte die SUVA mit,
sie werde
die Leistungen (Heilkosten,
Taggelder) per 3
0.
Juni 2013 mangels adäquater Kausalität einstel
len (
Urk.
10/176). Daran hielt die SUVA, nach erfolgter Einsprache des Vertre
ters des Versicherten (
Urk.
10/178 S. 1
; vgl. auch
Urk.
10/184
), mit
Einsprache
entscheid
vom 1
4.
August 2013 fest (
Urk.
10/191 =
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob der Vertreter des Versicherten am 1
2.
September 2013 Beschwerde und beantragte, es seien die eingestellten Versicherungsleistungen vollumfänglich zu erbringen. Weiter sei
en
dem Beschwerdeführer eine IV-Rente aufgrund einer Arbeitsunfähigkeit von 100
%
sowie eine
Integritätsent
schädigung
auszurichten; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegnerin (
Urk.
1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 1
2.
November 2013 beantragte
die
Beschwerde
gegnerin
die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
9), was dem Vertreter des Beschwerdeführers mit Schreiben vom 2
7.
November 2013 mitgeteilt wurde (
Urk.
11). Mit Schreiben vom 1
6.
Mai 2014 reichte dieser
das von der Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, eingeholte
Gutachten des Universitätsspitals
D.___
, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 2
9.
April 2014 ein (
Urk.
12 f.), welches dem Vertreter der Beschwerdegegnerin
mit Verfügung vom 2
1.
Mai 2014 zugestellt wurde (
Urk.
14); die entsprechende Stellungnahme datiert vom 2
8.
Mai 2014 (
Urk.
16).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) wer
den die Leistungen der Unfallversicherung bei Berufsunfällen,
Nichtberufsun
fällen
und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt. Als Unfall gilt laut Art. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat.
1.2
Rechtsprechung und Lehre haben schreckbedingte plötzliche Einflüsse auf die Psyche seit jeher als Einwirkung auf den menschlichen Körper (im Sinne des geltenden Unfallbegriffes) anerkannt und für ihre unfallversicherungsrechtliche Behandlung besondere Regeln entwickelt. Danach setzt die Annahme eines Unfalles voraus, dass es sich um ein aussergewöhnliches Schreckereignis, ver
bunden mit einem entsprechenden psychischen Schock, handelt; die seelische Einwirkung muss durch einen gewaltsamen, in der unmittelbaren Gegenwart des Versicherten sich abspielenden Vorfall ausgelöst werden und in ihrer über
raschenden Heftigkeit geeignet sein, auch bei einem gesunden Menschen durch Störung des seelischen Gleichgewichts typische Angst- und Schreckwirkungen (wie Lähmungen, Herzschlag etc.) hervorzurufen. Das frühere Eidgenössi
sche Versicherungsgericht, heute
Bundesgericht, hat diese Rechtsprechung wiederholt bestätigt und dahingehend präzisiert, dass auch bei Schreckereignissen nicht nur die Reaktion eines (psychisch) gesunden Menschen als Vergleichsgrösse dienen kann, sondern in diesem Zusammenhang ebenfalls auf eine
„
weite Bandbreite" von Versicherten abzustellen ist. Zugleich hat es dabei relati
vierend, unter Bezugnahme auf den massgeblichen Unfallbegriff, betont, dass sich das Begriffsmerkmal der Ungewöhnlichkeit definitionsgemäss nicht auf die Wirkung des äusseren Faktors, sondern nur auf diesen selber bezieht, weshalb nicht von Belang sein könne, wenn der äussere Faktor allenfalls schwer
wiegende, unerwartete Folgen nach sich zog. An den Beweis der Tatsachen, die das Schreckereignis ausgelöst haben, an die Aussergewöhnlichkeit dieses Ereig
nisses sowie den entsprechenden psychischen Schock sind strenge Anforderun
gen zu stellen (
Urteil des Bundesgerichts
8C_376/2013
vom
9.
Oktober 2013 E.
3.1 mit weiteren Hinweisen
).
1.3
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt zunächst voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusamm
enhang besteht. Ursachen im Sin
ne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als einge
treten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entspre
chend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des na
türli
chen Kau
salzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die al
leinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schä
digende Ereignis zu
sammen mit anderen Bedingungen die kör
perliche oder geistige Integrität der versicherten Person beein
trächtigt hat, der Unfall mit an
dern Worten nicht wegge
dacht werden kann, ohne dass auch die ein
getretene gesund
heitliche Störung entfiele (BGE 129 V 181 E. 3.1, 406 E. 4.3.1, 123 V 45 E. 2b, 119 V 337 E. 1, 118 V 289 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesund
heitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang be
steht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im
Be
schwerdefall
das Gericht i
m Rahmen der ihm obliegenden Beweis
würdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht übli
chen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für
die Begründung eines
Leistungs
anspruches
nicht (BGE 129 V 181 E. 3.1, 119 V 338 E. 1, 118 V 289 E. 1b, je mit Hinwei
sen).
1.4
Die weiter vorausgesetzte Adäquanz des Kausalzusammenhangs zwischen einem Schreckereignis ohne körperliche Verletzung
en und den nachfolgend aufgetre
tenen psychischen Störungen beurteilt sich nach der allgemeinen Formel (gewöhnlicher Lauf der Dinge und allgemeine Lebenserfahrung). Diese Rechtspre
chung trägt der Tatsache Rechnung, dass bei Schreckereignissen
anders als im Rahmen üblicher Unfälle - die psychische Stresssituation im Vordergrund steht, wogegen dem somatischen Geschehen keine (entscheidende) Bedeutung beige
messen werden kann.
An den adäquaten Kausalzusammenhang zwischen psychischen Beschwerden und so genannten Schreckereignissen werden - im Hinblick auf ihre schwere Kontrollierbarkeit - hohe Anforderungen gestellt. Nach der Rechtsprechung be
steht die übliche und einigermassen typische Re
aktion auf solche Ereignisse er
fahrungsgemäss darin, dass zwar eine Traumatisierung stattfindet, diese aber vom Opfer in aller Regel innerhalb einiger Wochen oder Monate überwunden
wird (Urteil des Bundesgerichts
8C_653/2007
vom 28. März 2008
E. 2.4 un
d 2.5 mit weiteren Hinweisen
).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete den angefochtenen
Einspracheentscheid
im Wesentlichen damit, dass sich der adäquate Kausalzusammenhang vorliegend nach der allgemeinen Adäquanzformel beurteile, da die somatischen Beein
trächtigungen von untergeordneter Bedeutung seien. Ein Vergleich der Ereig
nisse
vom
1
6.
Dezember 2008 mit der Kasuistik des Bundesgerichts zeige dabei, dass eine Adäquanz in ähnlich gelagerten Fällen st
ets verneint worden sei. Bei diesem Ausgang könne auf eine abschliessende Klärung der Frage, ob ein natürlicher Kausalzusammenhang gegeben sei, verzichtet werden
(
Urk.
2
; vgl. auch
Urk.
9 und
Urk.
16
).
2.2
Demgegenüber machte der Vertreter des Beschwerdeführers im Wesentlichen geltend, dass sein Mandant noch immer an sehr starken psychischen Beschwer
den leide, welche in adäquatem und natürlichem Zusammenhang mit dem Unfallereignis vom 1
6.
Dezember 2008
stünden
. Dabei sei zu berücksichtigen, dass die somatischen Beschwerden nicht nach wenigen Monaten abgeklungen seien, vielmehr die Behandlung noch immer anhalte.
Der Beschwerdeführer leide zudem seit dem Unfall an starken Kopfschmerzen, Gleichgewichts
störungen und Vergesslichkeit, so dass weitere Abklärungen angezeigt seien (
Urk.
1).
Die Gutachter des
D.___
(vgl.
Urk.
13) seien zum Schluss gekommen, die psychi
sch
en Beschwerden seien natürlich k
ausal zum Unfall und bewirkten eine voll
ständige Arbeitsunfähigkeit (
Urk.
12).
3.
3.1
Gemäss Polizeirapport erfolgte der
Überfall
vom
1
6.
Dezember 2008 durch zwei maskierte und bewaffnete Täter. Diese seien durch die unverschlossene
Hinter
ei
ngangs
tür
ins Tankstellengebäude gelangt, wobei der eine die an der Kasse 1 stehende Verkäuferin mit vorgehaltener Waffe bedroht und das Notengeld aus der Kasse genommen habe. Anschliessend habe er diese am Handgelenk nach hinten ins Büro gezogen. In der Zwischenzeit habe der Beschwerdeführer den Überfall bemerkt und die Türe zum Büro geschlossen. Der Täter habe sie wieder geöffnet und den Beschwerdeführer ebenfalls mit der Pistole bedroht und ihn aufgefordert
,
mit ins Büro zu kommen, wo er ihn mit Faustschlägen sowie mit Schlägen mit der Pistole zu Boden
geschlagen habe
. Die Täter hätten aus dem
unverschlossenen Tresor die Kassenschublade entnommen und aus der Kasse 2 weitere Wertsachen entnommen, bevor sie das Gebäude auf dem gleichen Weg wieder verlassen hätten (
Urk.
10/13 S. 5 f.).
3.2
Dr.
C.___
diagnostizierte in seinem Bericht vom 2
4.
Dezember 2008 eine Kontusion des Schädels und des linken Oberschenkels sowie eine posttraumati
sche Belastungsstörung (Erstbehandlung am 1
7.
Dezember 2008). Befundmässig habe eine Schwellung und
Dolenz
der linken Augenbraue links
sowie des Schä
dels
oc
cipital
sowie des linken Oberschenkels festgestellt werden können. Als therapeutische Massnahmen nannte er analgetische Medikation, Sedativa sowie psychologische Betreuung (
Urk.
10/4
/2
).
3.3
In seinem Bericht vom
5.
März 2009 hielt
Dr.
C.___
fest, dass die somati
schen Folgen des Unfalls abgeheilt seien, der Beschwerdeführer aber weiterhin an massiven psychischen Beschwerden leide. Die psychotherapeutische Behandlung erfolge derzeit durch das Medizinische Zentrum
E.___
(
Urk.
10/22).
3.4
Allein aufgrund des von
Dr.
C.___
erhobenen Erstb
efundes ergibt sich, dass die erlitten
en somatischen Beschwerden eher von untergeordneter  Bedeu
tung gewesen sein mussten. In therapeutischer Hinsicht war allein
eine
analge
tische Medikation angezeigt, zudem trat der Beschwerdeführer die Arbeit am nächsten Tag noch einmal an, musste
dann aber von
Dr.
C.___
k
rank geschrieben
werden
(
Urk.
10/124 S. 9)
. Vor diesem Hintergrund erscheint die Abheilung der somatischen Beschwerden per März 2009
, wie dies
Dr.
C.___
in seinem Bericht vom
5.
März 2009 festhält, nachvollziehbar
und schlüssig
.
Hinweise dafür, dass die somatischen Verletzungen wesentlich schlimmer gewesen sein sollen, wie dies
vom Vertreter des Be
schwerdeführers geltend gemacht wird, können den Akten nicht entnommen werden. So klagte der Beschwerdeführer etwa anlässlich der Begutachtung
im
F.___
(
F.___
-Gutachten vom 2
7.
September 2011) allein über psychische Folgen des Unfalles
(
Urk.
10/124/12)
.
Auch im Rahmen des
D.___
Gutachtens vom 2
9.
April 2014 klagte der Beschwerdeführer nicht über direkte Folgebeschwerden der erlittenen Schläge (
Urk.
13 S
. 60). So werden unter dem Titel „aktuelle Beschwerden“ die folgenden Probleme genannt: Angst und Unruhe, Schlaflosigkeit und Albträume, Interesselosigkeit und sozialer Rückzug, Schuld- und Insuffizienzgefühle, Aggression, körperliche Erkrankung
en (Diabe
tes, hoher Blutdruck) und Konzentrations- und Gedächtnisstörungen (
Urk.
13 S. 60 f.).
Diese Auflistung zeigt weiter, dass die vom Vertreter des Beschwerde
führers überdies geltend gemachten Kopfschmerzen und Gleich
gewichts
störun
gen
nicht geklagt werden und damit
nicht von fallrelevanter Qualität sein kön
nen
; ü
berdies
wären sie
eher
im Rahmen der
psychischen Erkrankung
beziehungsweise des zwischenzeitlich
behandelten von keiner Seite als
unfall
kausal
bezeichneten Diabetes (vgl.
Urk. 10/124/11)
zu sehen
denn als eine Folge der erlittenen Schläge gegen den Kopf. Hinsichtlich der
Kon
zentrations
störun
gen
hielten
die Gutachter des
D.___
fest, dass sie aus psycho
pathologischer Sicht die Konzentration als deutlich beeinträchtigt erachten würden (
Urk.
13 S. 65).
Hinweise für ein hirnorganisches Geschehen sind den Akten
aber
nicht zu ent
nehmen
und schon allein aufgrund der Schwere der erlittenen somatischen Verletzungen nicht zu erwarten.
So
hielt
denn auch
Dr.
C.___
in seinem Schreiben vom 2
3.
Dezember 2009 die Durch
führung eines Schädel-MRI
für
nicht erforderlich (
Urk.
10/51).
Die
Beschwerde
gegnerin
hat in diesem Zusam
menhang zu Recht auf weitere Abklärungen verzichtet (vgl.
Urk.
9 S. 6).
Unbestritten ist, dass der Beschwerdeführer seit dem Unfall an erheblichen psy
chischen Beschwerden leidet. So diagnostizierten die Fachärzte des
D.___
in ihrem Gutachten vom 2
9.
April 2014 mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine posttraumatische Belastungsstörung nach Raubüberfall am 1
6.
Dezember 2008 (ICD-10 F43.1) sowie eine mittelgradige bis schwere depressive Episode (ICD-10 F32.1/F32.2
;
Urk.
13 S. 73
).
Insgesamt kann da
mit festgehalten werden, dass bei dem erlittenen Schreckereignis die psychische Stresssituation im Vor
dergrund
gestanden hat, während den
erlittenen somatischen Beschwerden keine (entscheidende) Bedeutung beigemessen werden kann
. Das Vorgehen der Beschwerdegegnerin, den adäquaten Kausalzusammenhang
nach der allgemei
nen F
ormel (ge
wöhnlicher Lauf der Dinge und allgemeine Lebenserfahru
ng) zu überprüfen, ist demnach nicht zu beanstanden.
4.
Die geschilderte
Überfallsituation
(E. 3.1)
ist vergleichbar mit den von der Beschwerdegegnerin aufgeführten Fällen von
Ereignissen
, welche nach Mei
nung des Bundesgerichts nicht
geeignet
waren
, langjährige, psychische Störun
gen mit
andauernder
Arbeitsunfähigkeit auszulösen
(Urk. 2 S. 5).
Weiter wurde die Adäquanz auch bei einem Überfall in einem Spielsalon durch drei maskierte Männer verneint, wobei einer mit den Fäusten auf das Opfer einschlug, ein anderer dieses mit einer Pistole bedrohte und die Versicherte sich nebst Schwellungen im Gesicht eine Rissquetschwunde über dem linken Auge zuzog, welche genäht werden musste (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts
U 2/05
vom
4.
August 2005). Auch im Falle einer Versicherten, welche um 3.40
Uhr als erste bei der Arbeit erschien und von drei schwarz gekleideten und ver
mummten Einbrechern überrascht wurde, wurde der adäquate Kausalzusam
menhang verneint. Die Täter
befahlen dabei der Versicherten sich auf den Boden zu legen, wo sie an Armen und Beinen gefesselt in einer Toilette ein
ge
sperrt wurde und sich am Hinterkopf ein Hämatom zuzog (Urteil des Bundesge
richts 8C_522/2007
vom
1.
September 2008
).
Die genannte Kasuistik zeigt, dass das Bundesgericht selbst bei noch etwas grös
serer Gewaltanwendung die Adäquanz
verneint hat
.
Weiter ist anzumerken, dass
die Beschwerdegegnerin die Leistungen nicht leichtfertig eingestellt, son
dern vielmehr über mehr als vier Jahre aus
ge
richtet hat. Bei diesem Ausgang kann aber offen bleiben, ob zwischen den verbleibenden Beschwerden sowie dem Unfallgeschehen vom 1
6.
Dezember 2008 ein natürlicher
Kausalzusam
menhang gegeben ist.
Zusammenfassend führt dies in Bestätigung des angefochtenen
Einspracheent
scheids
zur Abweisung der Beschwerde.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Y.___
unter Beilage einer Kopie von Urk. 16
-
Rechtsanwalt Reto Bachmann
-
Bundesamt für Gesundheit
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu ent
halten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Ur
kunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDer Gerichtsschreiber
GräubSchetty