# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** bee1f9e9-8355-50cb-bfae-6e3f3d979717
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-02-24
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 24.02.2014 SB130441
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB130441_2014-02-24.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 
 

Geschäfts-Nr.: SB130441-O/U/jv 
 

 
Mitwirkend: die Oberrichter Dr. F. Bollinger, Präsident, und lic. iur. C. Prinz,  

Ersatzoberrichterin lic. iur. C. Brenn sowie die Gerichtsschreiberin  

lic. iur. A. Truninger  

 

Urteil vom 24. Februar 2014 

in Sachen 

 

A._____,  
Beschuldigter und Berufungskläger 

bis 10.12.13 amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X1._____ 

ab 10.12.13 amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Dr. X2._____ 

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland,  
vertreten durch Stv. Leitende Staatsanwältin lic. iur. S. Steinhauser, 

Anklägerin und Berufungsbeklagte 

 

betreffend  

qualifizierte Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Bülach, II. Abteilung, vom  
20. August 2013 (DG130045) 

 

 

-   2   - 

Anklage:  

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 3. Mai 2013 

ist diesem Urteil beigeheftet (Urk. 11). 

Urteil der Vorinstanz: 
(Urk. 29 S. 14 ff.) 

1. Der Beschuldigte ist schuldig der qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäubungs-

mittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. b BetmG in Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 lit. a 

BetmG. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 42 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 164 Tage durch  

Untersuchungshaft und vorzeitigen Strafvollzug erstanden sind. 

3. Die sichergestellten und bei der Kantonspolizei Zürich unter der Lagernummer ... 

aufbewahrten 4'597 Gramm Kokaingemisch (3'645 Gramm Reinsubstanz) werden 

eingezogen und sind nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils durch die Kantonspolizei 

Zürich zu vernichten. 

4. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 2'500.– ; die weiteren Auslagen betragen: 

Fr. 2'000.–   Gebühr für die Strafuntersuchung 

Fr. 300.–   Auslagen Vorverfahren  

Fr. 385.–   Kosten der Kantonspolizei Zürich 

Fr. 11'696.40   amtl. Verteidigungskosten (inkl. MwSt) 
 
Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

5. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem Beschuldigten 

auferlegt; davon ausgenommen sind die Kosten der amtlichen Verteidigung, welche 

einstweilen und unter dem Vorbehalt von Art. 135 Abs. 4 StPO von der Gerichtskasse 

übernommen werden. 

6. … (Mitteilung) 

7. … (Rechtsmittel). 

 

-   3   - 

Berufungsanträge: 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

 (Urk. 56) 

1. Es sei festzustellen, dass das Urteil des Bezirksgerichts Bülach vom  

20. August 2013 mangels Anfechtung bezüglich Dispositivziffern 1  

(= Schuldpunkt), 3 (= Einziehung), 4 und 5 (= Kosten) in Rechtskraft  

erwachsen ist. 

2. Der Beschuldigte sei in Abänderung von Dispositivziffer 2 des 

angefochtenen Urteils mit maximal 32 Monaten Freiheitsstrafe zu bestrafen.  

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe sei im Umfang von 16 Monaten aufzu-

schieben und die Probezeit auf vier Jahre festzusetzen. Im Übrigen sei die 

Freiheitsstrafe im Umfang von 16 Monaten zu vollziehen. 

4. Die Kosten des Berufungsverfahrens seien auf die Gerichtskasse zu  

nehmen. 

b) Der Staatsanwaltschaft: 

(schriftlich; Urk. 37) 

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils 

 

Erwägungen: 

1. Prozessgeschichte und Prozessuales 

1.1. Mit dem eingangs im Dispositiv zitierten Urteil vom 20. August 2013 wurde 
der Beschuldigte A._____ vom Bezirksgericht Bülach, II. Abt., wegen qualifizierter 

Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz schuldig gesprochen und mit 

42 Monaten Freiheitsstrafe bestraft (Urk. 29 S. 14 f.).  

-   4   - 

Gegen das mündlich eröffnete und im Dispositiv übergebene Urteil (Prot. I S. 8) 

liess der Beschuldigte rechtzeitig Berufung anmelden (Urk. 24). Nach Zustellung 

des begründeten Urteils am 14. Oktober 2013 (Urk. 28) und Eingang der Akten 

am Obergericht reichte die Verteidigung am 3. November 2013 innert Frist ihre 

Berufungserklärung ein (Urk. 33). Mit Präsidialverfügung vom 6. November 2013 

wurde die Berufungserklärung des Beschuldigten der Staatsanwaltschaft  

zugestellt unter Hinweis auf die Möglichkeit einer Anschlussberufung oder eines 

Nichteintretensantrags (Urk. 35), worauf verzichtet wurde (Urk. 37).  

1.2. Mit Präsidialverfügung vom 16. Dezember 2013 wurde dem Beschuldigten 
auf seinen Antrag hin in der Person von Rechtsanwalt Dr. X2._____ ein neuer 

amtlicher Verteidiger bestellt, weil das Vertrauensverhältnis zwischen dem 

Beschuldigten und seiner bisherigen Verteidigung als beidseitig zerrüttet erschien 

(Urk. 48).  

1.3. Die Verteidigung beschränkte ihre Berufung explizit auf den Strafpunkt (Ziff. 2 
des vorinstanzlichen Dispositivs; vgl. Urk. 56 S. 1). Somit ist im Sinne von Art. 404 

Abs. 1 StPO vorab festzustellen, dass der erstinstanzliche Entscheid in allen  

übrigen Punkten in Rechtskraft erwachsen ist.  

2. Strafzumessung 

2.1. Bezüglich des relevanten Strafrahmens sowie der theoretischen Straf-
zumessungsgrundlagen kann zwecks Vermeidung von Wiederholungen auf die  

zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 29 S. 4 ff.;  

Art. 82 Abs. 4 StPO).  

2.2. Tatkomponenten 

2.2.1. Die Vorinstanz hat auch die massgeblichen objektiven Tatkomponenten 
richtig wiedergegeben (a.a.O. S. 6 f.). Insbesondere hat sie zu Recht darauf 

hingewiesen, dass Kokain eine der gefährlichsten Drogen ist und der 

Beschuldigte mit der Einfuhr von rund 4,5 Kilogramm Kokaingemisch (zu 79% 

rein) die Grenze zum schweren Fall um ein Vielfaches überschritten hat, weshalb 

von einem  

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hohen Gefährdungspotential auszugehen ist. Anderseits handelt es sich beim  

Beschuldigten um einen reinen Transporteur, der weder bei der Planung der Tat 

noch beim Einbau des Kokains in den Koffer noch beim Absatz der Drogen  

irgendwie beteiligt war, sondern als Kurier lediglich den Weisungen der 

Auftraggeber zu folgen hatte. Wenn die Vorinstanz allein aufgrund der objektiven  

Tatkomponenten zu einer Einsatzstrafe im Bereich von ca. 50 Monaten gelangte 

(a.a.O., S. 7), so erscheint dies ohne weiteres als angemessen (vgl. auch das 

Strafzumessungsmodell von Fingerhuth/Tschurr, Kommentar 

Betäubungsmittelgesetz, Zürich 2007, N 30 ff. zu Art. 47 StGB, samt "Abzügen"). 

Soweit die Verteidigung im Zusammenhang mit der objektiven Tatschwere 

geltend macht, es sei bei fehlendem konkreten Wissen des Reinheitsgrads des 

Kokains zugunsten des Beschuldigten auf einen tieferen bzw. mittleren Wert 

abzustellen (Urk. 56 S. 2), ist darauf hinzuweisen, dass der Reinheitsgehalt 

vorliegend ermittelt werden konnte und bei der objektiven Tatschwere auch zu 

berücksichtigen ist. Ob der Beschuldigte Kenntnis vom effektiven Gehaltswert 

hatte, ist vielmehr ein Aspekt, der bei der subjektiven Tatkomponente zu 

berücksichtigen sein wird (vgl. Ziff. 2.2.2.). 

2.2.2. In subjektiver Hinsicht ist zunächst festzuhalten, dass der Beschuldigte 
zwar offenkundig erkennen musste, dass er Betäubungsmittel transportierte, er 

hingegen keine genaue Kenntnis über Art, Menge und Reinheitsgrad der Drogen 

hatte und demgemäss nur eventualvorsätzlich handelte. Dies wirkt sich vorliegend 

zwar strafmindernd aber entgegen den Ausführungen der Verteidigung (Urk. 56 

S. 2) nicht erheblich strafmindernd aus, zumal sich der Beschuldigte gemäss  

eigenen Aussagen weder bei seinen Auftraggebern noch im späteren Verlauf des 

Geschehens erkundigte, was resp. wie viele Drogen er bei sich hatte. Als man 

ihm anfänglich gesagt habe, es gehe um den Transport eines Koffers in einer 

"Familienangelegenheit", habe er nicht weiter nachgefragt (Urk. 17 S. 4), weder 

bei der ersten noch der zweiten Reise. Dieses Verhalten des Beschuldigten kann 

einzig als Nicht-Wissen-Wollen ausgelegt werden, was ihn nicht zu entlasten 

vermag. Würde man dies vorliegend berücksichtigen, hätte dies zur Folge, dass 

derjenige, der nichts wissen will gegenüber demjenigen, der sich über Art und 

Menge der Drogen erkundigt, begünstigt wird. Hierzu kann grundsätzlich auch auf 

-   6   - 

die erstinstanzlichen Erwägungen verwiesen werden (Urk. 29 S. 8 f.; Art. 82  

Abs. 4 StPO). Dass der Beschuldigte die Vermutung, es könnte sich um Drogen 

handeln, gemäss seinen Aussagen in der Untersuchung erst beim Erhalt des  

Koffers im Hotel (Urk. 2/14 S. 14) resp. sogar erst im Taxi zum Flughafen  

(Urk. 2/6 S. 3) gehabt haben wollte, und erst in der Hauptverhandlung zugab,  

diese Vermutung bereits vor der ersten Reise gehabt zu haben (Urk. 17 S. 4), 

was er anlässlich der Berufungsverhandlung bestätigte (Urk. 55 S. 7), spricht 

nicht eben für die Glaubhaftigkeit seiner Behauptungen. Wenig überzeugend ist 

auch seine Darstellung, wonach er aufgrund der – geringen – Belohnung von 

1000 Euros von einer transportierten Menge von ca. 500 Gramm ausgegangen 

sein will (Urk. 2/6 S. 3 f.; Urk. 17 S. 6), zumal der Beschuldigte nichts über die 

Gepflogenheiten im Drogenmilieu wissen wollte (Urk. 2/6 S. 3). Es sei auch darauf 

hingewiesen, dass seine Aussagen betreffend Höhe der Entlöhnung alles andere 

als konsistent waren; so sprach er anfangs insbesondere von einer Belohnung 

von 2000 Euros (Urk. 2/2 S. 3 und S. 5), schwächte dies sodann auf "zwischen 

1000 und 2000 Euros" ab (Urk. 2/3 S. 3, Urk. 2/4 S. 6) und behauptete 

schliesslich, es seien nur 1000 Euros gewesen (Urk. 2/6 S. 3; Urk. 17 S. 6; Urk. 

55 S. 8). Dies ist als offensichtlicher Versuch zu werten, seine Beteiligung zu 

bagatellisieren. Schliesslich ist mit der Staatsanwaltschaft festzuhalten, dass der 

Beschuldigte ausführte, der Überbringer der Drogen habe auf seine Frage nach 

der Ware über dem Kofferboden kreisende Handbewegungen gemacht (Urk. 2/3 

S. 4,  

Urk. 2/2 S. 4), was tendenziell für sich allein schon auf eine grössere Menge  

hindeutet (Urk. 18 S. 2). Auch die Aussage des Beschuldigten, er habe auf das 

Innenteil des Koffers gedrückt und das habe sich weich angefühlt (Urk. 2/4 S. 14), 

spricht nicht dafür, dass der Beschuldigte effektiv glaubte, eine Menge zu 

transportieren, die nur gerade etwa einem der 12 sichergestellten Pakete 

entsprochen hätte (vgl. Urk. 4/3 S. 6). Und schliesslich hatte der Beschuldigte 

zugegeben,  

den Koffer zwei mal kurz (einmal vom Bett herunter und einmal beim Check-In) 

angehoben zu haben (Urk. 2/2 S. 4), weshalb er das aussergewöhnliche Gewicht 

des Koffers hätte bemerken müssen. Dem Beschuldigten ist somit anzulasten, 

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dass er den Transport von deutlich mehr als ca. 500 Gramm Kokaingemisch in 

Kauf genommen hat.  

Als weiteres subjektives Verschuldenselement kommt hinzu, dass der 

Beschuldigte nicht etwa überstürzt in die ganze Sache hineingeriet, wie er zum 

Teil glauben machen wollte (Urk. 2/2 S. 5, Urk. 2/3 S. 3, Urk. 2/4 S. 6 unten), 

sondern rund zwei Monate vorher bereits eine Art Testreise nach Brasilien 

unternahm, bei der offenbar nichts transportiert wurde. Er hätte danach somit 

hinreichend Zeit gehabt, sich die Konsequenzen vor Augen zu führen und sich 

von diesem Vorhaben zu distanzieren. Dies wirkt sich erschwerend aus. Ebenfalls 

erschwerend wirkt sich das rein finanzielle Motiv des nicht süchtigen 

Beschuldigten aus. Wenn die Vorinstanz davon ausging, es sei ihm dabei zu Gute 

zu halten, er habe dies nicht aus egoistischen Gründen getan, sondern um die 

von seinem Vater verursachten Schulden abzubauen (Urk. 29 S. 10), so kann 

dem nicht zugestimmt werden.  

Der Beschuldigte liess sich einzig für den schnellen Gewinn auf eine riskante und 

offensichtlich illegale Handlung ein, obwohl er eine Arbeitsstelle hatte und ihm 

kurz vor der Tat sogar eine Festanstellung in Aussicht gestellt worden war  

(Urk. 8/4 S. 3, Urk. 2/1 S. 2, Urk. 17 S. 5), wodurch er letztlich zweifellos mehr als 

die behauptete Belohnung von 1000 Euros verdient hätte. Soweit der 

Beschuldigte anlässlich der Berufungsverhandlung erklärte, es habe sich nicht um 

eine Festanstellung gehandelt, sondern er hätte lediglich über den Sommer mehr 

Schichten arbeiten können (Urk. 55 S. 9), so erscheint diese Relativierung 

gänzlich  

unglaubhaft. Der Beschuldigte erklärte nämlich anlässlich der Untersuchung und 

zuletzt auch vor Vorinstanz, dass er eine Festanstellung in Aussicht gehabt habe 

und er die zweite Reise, die im März stattfand, noch vor dieser Festanstellung  

habe machen wollen, da er da noch Zeit gehabt habe (Urk. 8/4 S. 3 und Prot. I  

S. 5 f.). Hinzu kommt, dass der Beschuldigte bis dahin nicht etwa so viel wie 

möglich zur Schuldensanierung verwendete, sondern auch Geld für das 

Fitnessstudio (Urk. 8/4 S. 3), für Club-Besuche (Urk. 19 S. 15) oder für Schuhe für 

seine  

-   8   - 

Freundin (Urk. 2/4 S. 17) ausgab. Von altruistischen Motiven bezüglich seiner 

Straftat kann somit nicht die Rede sein.  

Dass sich der Beschuldigte geständig zeigte, ist schliesslich – entgegen der  

Vorinstanz (Urk. 29 S. 7 f.) und mit der Verteidigung (Urk. 56 S. 3) – nicht  

beim subjektiven Tatbestand, sondern bei den Täterkomponenten nachfolgend zu 

berücksichtigen.  

2.2.3. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass das objektive Verschulden durch 
das subjektive nicht relativiert wird, weshalb mit der Vorinstanz – im Rahmen aller 

denkbaren schweren Fälle von Betäubungsmitteldelikten – insgesamt von einem 

nicht leichten Verschulden auszugehen ist. Dabei bleibt es hinsichtlich der  

Tatkomponenten bei der theoretischen Einsatzstrafe von rund 50 Monaten  

Freiheitsstrafe.  

2.3. Täterkomponenten 

2.3.1. Bezüglich des Vorlebens und der persönlichen Verhältnisse des 
Beschuldigten kann vollumfänglich auf die detaillierten Ausführungen der 

Vorinstanz  

verwiesen werden (Urk. 29 S. 11 f.). Anlässlich der Berufungsverhandlung hat 

sich ergeben, dass der Beschuldigte nach wie vor mit seiner Freundin zusammen, 

aber nicht verheiratet ist und auch keine Kinder hat. Seine Freundin kommt ihn 

auch regelmässig im Gefängnis besuchen. Die ganze Situation in der Haft sei 

sehr schwierig für ihn. Seit einem Monat könne er im Gefängnis arbeiten. Seinem 

82-jährigen Vater geht es nach wie vor nicht sehr gut. Er hat mehrere 

Operationen über sich ergehen lassen müssen und ist dadurch sehr geschwächt. 

Während der Haftzeit des Beschuldigten kümmert sich eine gerichtliche 

Betreuerin und auch die Freundin des Beschuldigten um den Vater (Urk. 55 S. 2 

ff.). Daraus ergeben sich keine strafzumessungsrelevanten Hinweise.  

2.3.2. Erheblich straferhöhend wirken sich – in Übereinstimmung mit der Vor-
instanz – die sechs Vorstrafen des Beschuldigten in Deutschland aus (vgl. Urk. 29 

S. 12 f., Urk. 8/2 und 8/5). Diese sind zwar nicht einschlägig, dennoch geht die 

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Verteidigung fehl, wenn sie vor Vorinstanz und auch anlässlich der 

Berufungsverhandlung geltend machte, die Vorstrafen würden nicht gross ins 

Gewicht fallen (Urk. 19 S. 31 und Urk. 56 S. 6). Diese zeigen vielmehr, dass der 

Beschuldigte seit Jahren unbeeindruckt gegen das Gesetz verstösst und sich 

weder durch die diversen Verfahren noch den Strafvollzug von rund 4 Monaten, 

die er gemäss eigenen Angaben im offenen Vollzug verbüsst hat (Urk. 55 S. 5), 

noch durch die bis 23. Mai 2015 laufende Probezeit von weiterer Delinquenz 

abhalten liess (Urk. 8/2, Urk. 29 S. 12 f.). Letzteres wirkt sich ebenfalls merklich 

straferhöhend aus.  

2.3.3. Richtigerweise hat die Vorinstanz – wenn auch an anderer Stelle (Urk. 29 
S. 7 f.) – das schon frühe Geständnis des Beschuldigten leicht strafmindernd 

veranschlagt. Dazu ist allerdings festzuhalten, dass dem Beschuldigten 

angesichts der klaren Beweislage ein Bestreiten nicht viel genützt hätte. Sein 

Aussageverhalten zeichnet sich sodann nicht eben durch hohe Konstanz und 

Glaubhaftigkeit bezüglich der genaueren Umstände und seiner Vermutungen 

betreffend die  

Drogen aus, auch Namen der Auftraggeber oder Beteiligten wurden nicht genannt 

(vgl. Urk. 1/2 S. 7; siehe auch oben zu Ziff. 2.2.2.). Beispielhaft sind etwa die 

ausweichenden und unplausiblen Aussagen des Beschuldigten zum Hotel, in dem 

er logierte, zur Art der Kontaktaufnahme mit den Hintermännern in Brasilien (Urk. 

2/4 S. 9 f. und S. 21) und anlässlich der Berufungsverhandlung zur Festanstellung 

(Urk. 55 S. 10). Somit trug das Geständnis des Beschuldigten, entgegen der  

Ansicht der Verteidigung (Urk. 56 S. 3), weder erheblich zur Aufklärung einer 

Straftat bei noch deutet es auf wahre Einsicht und Reue des Beschuldigten hin, 

weshalb sich lediglich eine leichte Strafminderung rechtfertigt.  

Die Vorinstanz billigte dem Beschuldigten eine Strafminderung (in welchem 

Ausmass wurde nicht definiert) zu, weil er aufgrund seiner 

Unterstützungspflichten gegenüber seinem betagten Vater erhöht strafempfindlich 

sei (Urk. 29 S. 13).  

Eine Strafminderung wegen Strafempfindlichkeit kommt indes nur bei 

aussergewöhnlichen Umständen zum Zuge. Ob solche vorliegend gegeben sind, 

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erscheint äusserst fraglich. Zum einen war der Vater des Beschuldigten 

zumindest vor Vorinstanz offenkundig kein eigentlicher Pflegefall, reiste er doch 

von Saarbrücken zur Hauptverhandlung nach Zürich an (Prot. I S. 4, vgl. Urk. 8/4 

S. 1); zum andern hat der Beschuldigte, Geschwister, die sich ebenfalls um den 

Vater, dessen  

Gesundheitszustand sich offenbar verschlechtert hat, kümmern könnten. Eine 

Schwester des Beschuldigten wohnt sogar wie der Vater in Saarbrücken (Urk. 55 

S. 3). Wenn dazu geltend gemacht wird, diese seien mit dem Vater derart zer-

stritten, dass sie keinen Kontakt zu ihm hätten (Urk. 20/1, Urk. 2/6 S. 5), so klingt 

dies zumindest im Schreiben der Schwester des Beschuldigten doch etwas  

anders, indem dort lediglich fehlende Zeit für den Vater geltend gemacht wird 

(Urk. 20/2 S. 2). Ausserdem ist dem Vater während der Haftzeit des 

Beschuldigten eine gerichtliche Betreuerin zugesprochen worden und auch die 

Freundin  

des Beschuldigten unterstützt ihn teilweise (Urk. 55 S. 6). Selbst wenn aber  

der Beschuldigte die einzig mögliche Betreuungsperson des Vaters in der Familie 

wäre, so ist festzuhalten, dass sich der Beschuldigte gerade in Kenntnis dieser 

Umstände und seiner Verantwortung nicht von seinem deliktischen Tun abhalten 

liess, obschon er die möglichen Konsequenzen daraus hätte erkennen müssen. 

Unter Hinweis auf die Praxis des Bundesgerichts, welches eine erhöhte Straf-

empfindlichkeit sowohl bei einer alleinerziehenden Mutter eines Kleinkindes,  

welches fremdbetreut werden musste, verneinte (6B_540/2010 vom 21.10.2010 

Erw. 1.4.2), als auch bei einem Ehemann, der seine an MS leidende und an den 

Rollstuhl gebundene Ehefrau versorgte (6P.157/2005, Urteil vom 14.3.2006,  

Erw. 4.3.), erscheint vorliegend das Zubilligen einer Strafminderung als zu  

wohlwollend, was in casu am Endergebnis jedoch ohnehin nichts ändern würde. 

2.3.4. Die straferhöhenden und strafmindernden Elemente halten sich insgesamt 
somit in etwa die Waage resp. fallen jedenfalls nicht zu Gunsten des 

Beschuldigten aus.  

2.3.5. Die Verteidigung macht geltend, die von der Vorinstanz ausgefällte Strafe 
sei im Vergleich zu anderen, ähnlichen obergerichtlichen Fällen zu hoch ausge-

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fallen (Urk. 56 S. 7 ff.). Zum Beleg ihrer Argumentation hat sie zwei Urteile des 

Zürcher Obergerichts vorgebracht (Urk. 56 S. 7 f.). Sinngemäss macht die 

Verteidigung eine ungerechtfertigte Ungleichbehandlung geltend. Vorweg ist 

festzuhalten, dass der mehr oder weniger abstrakte Vergleich von ausgefällten 

Strafen kein taugliches Mittel ist, um in einem konkreten Fall eine mildere Strafe 

erwirken zu können. Dass Strafmassvergleiche äusserst problematisch sind, 

hängt nicht zuletzt damit zusammen, dass der Grundsatz der Individualisierung im 

Bereich der Strafzumessung zu einer gewissen, vom Gesetzgeber beabsichtigten  

Ungleichbehandlung führt. Entscheidend ist, dass die Strafe innerhalb des 

gesetzlichen Strafrahmens erfolgt und sich dabei einzig auf die in Art. 47 ff. StGB 

vorgesehenen Beurteilungskriterien abstützt. Oftmals lassen sich Unterschiede im 

Strafmass durch den erwähnten Grundsatz der Individualisierung der Strafen  

erklären (BGE 123 IV 150 ff.; BGE 124 IV 44 = Pra 87 Nr. 113 S. 640). Die  

Verteidigung verkennt beispielsweise, dass in den von ihr vorgebrachten Fällen 

des Obergerichts (SB110684 und SB110591), in welchen jeweils Freiheitsstrafen 

von 36 Monaten ausgesprochen wurden, im Unterschied zum vorliegenden Fall 

die Beschuldigten beide nicht vorbestraft waren und in beiden Fällen Koopera-

tionsbereitschaft sowie Einsicht und Reue zu berücksichtigen war.  

Die Rechtsprechung hat zudem immer wieder den Vorrang des Legalitätsprinzips 

vor dem Gleichbehandlungsgrundsatz bestätigt. Würde man als Arbeitshypothese 

unterstellen, die Strafe bei diesen zwei von der Verteidigung erwähnten  

Vergleichsfällen sei zu tief ausgefallen, ändert dies bezüglich der hier zu  

Diskussion stehenden Strafe nichts. Mit anderen Worten genügt es nicht, dass 

das Gesetz in einem Fall schlecht angewendet worden ist, um das Recht auf 

Gleichbehandlung im Unrecht zu fordern (BGE 124 IV 44 = Pra 87 Nr. 113 S. 640; 

BGE 122 II 446 ff.). 

2.4. Somit ist grundsätzlich von der genannten Einsatzstrafe von rund 50 Monaten 
Freiheitsstrafe auszugehen. Aufgrund des Verschlechterungsverbots (Art. 391 

Abs. 2 StPO) kann nicht über die erstinstanzlich ausgefällte Strafe hinausge-

gangen werden. Demgemäss ist der Beschuldigte auch zweitinstanzlich mit  

42 Monaten Freiheitsstrafe zu bestrafen. Der Anrechnung von bisher insgesamt 

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353 Tagen Untersuchungshaft sowie vorzeitigem Strafvollzug steht nichts  

entgegen (Urk. 7/5, Urk. 54).  

2.5. Die Frage des bedingten Strafvollzugs stellt sich angesichts der Strafhöhe 
nicht. Bloss nebenbei bemerkt sei festgehalten, dass dem Beschuldigten  

– entgegen der Ansicht der Verteidigung (Urk. 19 S. 31 f., Urk. 33, Urk. 56 S. 9) – 

angesichts seines Vorlebens und insbesondere des Handelns während laufender 

Probezeit auch bei einer tieferen Strafe wohl kaum der bedingte Strafvollzug hätte 

gewährt werden können.  

3. Kostenfolgen 

3.1. Die Kosten des Berufungsverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe  
ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Der Beschuldigte  

unterliegt mit seinen Anträgen vollumfänglich, weshalb ihm auch die Kosten des 

Berufungsverfahrens vollumfänglich aufzuerlegen sind. Für ein sofortiges und  

definitives Abschreiben der Kosten besteht – entgegen der Ansicht der 

Verteidigung (Urk. 33) – beim noch jungen und erwerbsfähigen Beschuldigten 

(Urk. 2/1  

S. 29, Urk. 8/4 S. 3) kein Anlass. Seiner finanziellen Situation kann auch  

beim Bezug der Kosten noch hinreichend Rechnung getragen werden (z.B. durch 

Ratenzahlung). Die Kosten für die amtliche Verteidigung sind angesichts der 

knappen finanziellen Verhältnisse des Beschuldigten einstweilen auf die 

Gerichtskasse zu nehmen, wobei der Beschuldigte diese zurückzuzahlen hat, 

sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben sollten (Art. 135 Abs. 4 

StPO). 

3.2. Bezüglich der Verteidigungskosten ist zu berücksichtigen, dass der erste 
amtliche Verteidiger des Beschuldigten für das Berufungsverfahren mit Fr. 

1'298.15 aus der Gerichtskasse entschädigt wurde (Urk. 53) und der heutige 

amtliche Verteidiger eine Honorarnote über Fr. 6'869.40, bestehend aus einem 

Zeitaufwand von 30 Stunden und 15 Minuten, sowie Barauslagen von Fr. 310.60, 

exkl. 8 % MwSt., einreichte (Urk. 58). Die Entschädigung für die anwaltliche 

Verteidigung bestimmt sich grundsätzlich nach der Verordnung über die 

-   13   - 

Anwaltsgebühren des Kantons Zürich vom 8. September 2010 (Anwaltsgebühren-

verordnung; LS 215.3; vgl. auch § 1 AnwGebV). Gemäss Praxis ist bei so 

genannten einfachen  

Standardverfahren von den in der Anwaltsgebührenverordnung angeführten  

Ansätzen auszugehen. Für die Führung eines Rechtsmittelvefahrens in einem 

Strafprozess ist § 18 Abs. 1 i.V.m. § 17 Abs. 1 lit. a AnwGebV massgebend.  

Dabei wird die Grundgebühr nach den besonderen Umständen, namentlich  

etwa nach Art und Umfang der Bemühungen und Schwierigkeiten des Falles,  

bemessen. In Verfahren, die nicht zu den einfachen Standardfällen gezählt  

werden können, ist gestützt auf eine sachgerechte Auslegung der Anwalts-

gebührenverordnung von der Honorarabrechnung des Verteidigers auszugehen. 

Diese ist danach auf ihre Angemessenheit hin zu prüfen. Ob es sich vorliegend 

um ein so genanntes einfaches Standartverfahren handelt oder nicht, beurteilt 

sich nach den folgenden Kriterien: Komplexität und Schwierigkeit des Falles  

(sowohl in tatsächlicher als auch rechtlicher Hinsicht), Bedeutung des Verfahrens 

für die betroffene Person, Anzahl der angeklagten und zu beurteilenden  

Delikte und Aktenumfang (Beschlüsse des Kassationsgerichtes AC040089 vom 

23. Dezember 2004, E. II.3c, und AC070031 vom 11. Juli 2008, E. 4.5).  

Berücksichtigt man vorliegend, dass der Beschuldigte grundsätzlich geständig ist 

und sowohl vor Vorinstanz als auch im Berufungsverfahren lediglich die Sanktion 

zur Diskussion stand, so kann weder von einem besonders komplexen noch  

umfangreichen Fall ausgegangen werden. Zu beachten ist zudem, dass der 

Aktenumfang gering war und die Verteidigung in der knapp 12 Seiten 

umfassenden Berufungsschrift lediglich zur Sanktion Ausführungen zu machen 

hatte. Es ist demnach von einem einfachen Standartverfahren auszugehen. Für 

eine sachgerechte, effiziente und verhältnismässige Vorbereitung des 

Berufungsverfahrens erscheint ein Zeitaufwand von 20 Stunden angemessen. 

Dazu kommen noch  

Fr. 310.60 Barauslagen und Fr. 344.85 (8 % Mehrwertsteuern), was für die  

am 24. Februar 2014 eingereichte Honorarrechnung insgesamt ein Total von  

Fr. 4'655.45 ausmacht.  

-   14   - 

Es wird beschlossen: 

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Bülach, II. Abt., vom 

20. August 2013 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:  

"1. Der Beschuldigte ist schuldig der qualifizierten Widerhandlung gegen das 
Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. b BetmG in Verbindung mit 

Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG. 

2. (…) 

3. Die sichergestellten und bei der Kantonspolizei Zürich unter der Lagernummer ... 

aufbewahrten 4'597 Gramm Kokaingemisch (3'645 Gramm Reinsubstanz) werden 

eingezogen und sind nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils durch die 

Kantonspolizei Zürich zu vernichten. 

4. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf: 

  
Fr. 

2'500.– ; die weiteren Auslagen betragen: 

Fr. 2'000.–   Gebühr für die Strafuntersuchung 

Fr. 300.–   Auslagen Vorverfahren  

Fr. 385.–   Kosten der Kantonspolizei Zürich 

Fr. 11'696.40   amtl. Verteidigungskosten (inkl. MwSt) 
 

 Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

5. Die Kosten der Untersuchung und des erstinstanzlichen Gerichtsverfahrens werden 

dem Beschuldigten auferlegt; davon ausgenommen sind die Kosten der amtlichen 

Verteidigung, welche einstweilen und unter dem Vorbehalt von Art. 135 Abs. 4 StPO 

auf die Gerichtkasse genommen werden. 

6. (Mitteilung) 

7. (Rechtsmittel)" 

2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil. 

 

-   15   - 

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte wird bestraft mit 42 Monaten Freiheitsstrafe, wovon  

353 Tage durch Untersuchungshaft sowie vorzeitigen Strafvollzug erstanden 

sind. 

2. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 2'500.--  ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 1'298.15   amtliche Verteidigung durch RA X1._____ 

Fr. 4'655.45   amtliche Verteidigung durch RA X2._____ 

3. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der 

amtlichen Verteidigungen, werden dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten 

der amtlichen Verteidigungen werden einstweilen auf die Gerichtskasse  

genommen. Die Rückzahlungspflicht des Beschuldigten bleibt gemäss 
Art. 135 Abs. 4 StPO vorbehalten. 

4. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten (übergeben) 

− die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland  
− den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 

Vollzugsdienste  
 
 

sowie in vollständiger Ausfertigung an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten 

− die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland  
− das Bundesamt für Polizei  

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung  

allfälliger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz 

-   16   - 

− den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 
Vollzugsdienste 

− das Migrationsamt des Kantons Zürich  
− die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A.  

5. Rechtsmittel: 

Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes-

gerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des 

Bundesgerichtsgesetzes. 

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer 

 
 

Zürich, 24. Februar 2014 
 

Der Präsident: 
 
 
 

Dr. F. Bollinger 
 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. A. Truninger 
 

 

	Urteil vom 24. Februar 2014
	Anklage:
	Urteil der Vorinstanz: (Urk. 29 S. 14 ff.)
	1. Der Beschuldigte ist schuldig der qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. b BetmG in Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG.
	2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 42 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 164 Tage durch  Untersuchungshaft und vorzeitigen Strafvollzug erstanden sind.
	3. Die sichergestellten und bei der Kantonspolizei Zürich unter der Lagernummer ... aufbewahrten 4'597 Gramm Kokaingemisch (3'645 Gramm Reinsubstanz) werden eingezogen und sind nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils durch die Kantonspolizei Züri...
	4. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:
	5. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem Beschuldigten auferlegt; davon ausgenommen sind die Kosten der amtlichen Verteidigung, welche einstweilen und unter dem Vorbehalt von Art. 135 Abs. 4 StPO von der Gerichtskasse...
	6. … (Mitteilung)
	7. … (Rechtsmittel).
	Berufungsanträge:
	1. Es sei festzustellen, dass das Urteil des Bezirksgerichts Bülach vom  20. August 2013 mangels Anfechtung bezüglich Dispositivziffern 1  (= Schuldpunkt), 3 (= Einziehung), 4 und 5 (= Kosten) in Rechtskraft  erwachsen ist.
	2. Der Beschuldigte sei in Abänderung von Dispositivziffer 2 des angefochtenen Urteils mit maximal 32 Monaten Freiheitsstrafe zu bestrafen.
	3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe sei im Umfang von 16 Monaten aufzuschieben und die Probezeit auf vier Jahre festzusetzen. Im Übrigen sei die Freiheitsstrafe im Umfang von 16 Monaten zu vollziehen.
	4. Die Kosten des Berufungsverfahrens seien auf die Gerichtskasse zu  nehmen.
	Erwägungen:
	1. Prozessgeschichte und Prozessuales
	1.1. Mit dem eingangs im Dispositiv zitierten Urteil vom 20. August 2013 wurde der Beschuldigte A._____ vom Bezirksgericht Bülach, II. Abt., wegen qualifizierter Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz schuldig gesprochen und mit 42 Monaten Fre...
	Gegen das mündlich eröffnete und im Dispositiv übergebene Urteil (Prot. I S. 8) liess der Beschuldigte rechtzeitig Berufung anmelden (Urk. 24). Nach Zustellung des begründeten Urteils am 14. Oktober 2013 (Urk. 28) und Eingang der Akten am Obergericht ...
	1.2. Mit Präsidialverfügung vom 16. Dezember 2013 wurde dem Beschuldigten auf seinen Antrag hin in der Person von Rechtsanwalt Dr. X2._____ ein neuer amtlicher Verteidiger bestellt, weil das Vertrauensverhältnis zwischen dem Beschuldigten und seiner b...
	1.3. Die Verteidigung beschränkte ihre Berufung explizit auf den Strafpunkt (Ziff. 2 des vorinstanzlichen Dispositivs; vgl. Urk. 56 S. 1). Somit ist im Sinne von Art. 404 Abs. 1 StPO vorab festzustellen, dass der erstinstanzliche Entscheid in allen  ü...
	2. Strafzumessung
	2.1. Bezüglich des relevanten Strafrahmens sowie der theoretischen Strafzumessungsgrundlagen kann zwecks Vermeidung von Wiederholungen auf die  zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 29 S. 4 ff.;  Art. 82 Abs. 4 StPO).
	2.2. Tatkomponenten
	2.2.1. Die Vorinstanz hat auch die massgeblichen objektiven Tatkomponenten richtig wiedergegeben (a.a.O. S. 6 f.). Insbesondere hat sie zu Recht darauf hingewiesen, dass Kokain eine der gefährlichsten Drogen ist und der Beschuldigte mit der Einfuhr vo...
	2.2.2. In subjektiver Hinsicht ist zunächst festzuhalten, dass der Beschuldigte zwar offenkundig erkennen musste, dass er Betäubungsmittel transportierte, er hingegen keine genaue Kenntnis über Art, Menge und Reinheitsgrad der Drogen hatte und demgemä...
	Als weiteres subjektives Verschuldenselement kommt hinzu, dass der Beschuldigte nicht etwa überstürzt in die ganze Sache hineingeriet, wie er zum Teil glauben machen wollte (Urk. 2/2 S. 5, Urk. 2/3 S. 3, Urk. 2/4 S. 6 unten), sondern rund zwei Monate ...
	2.2.3. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass das objektive Verschulden durch das subjektive nicht relativiert wird, weshalb mit der Vorinstanz – im Rahmen aller denkbaren schweren Fälle von Betäubungsmitteldelikten – insgesamt von einem nicht leichte...
	2.3. Täterkomponenten
	2.3.1. Bezüglich des Vorlebens und der persönlichen Verhältnisse des Beschuldigten kann vollumfänglich auf die detaillierten Ausführungen der Vorinstanz  verwiesen werden (Urk. 29 S. 11 f.). Anlässlich der Berufungsverhandlung hat sich ergeben, dass d...
	2.3.2. Erheblich straferhöhend wirken sich – in Übereinstimmung mit der Vorinstanz – die sechs Vorstrafen des Beschuldigten in Deutschland aus (vgl. Urk. 29 S. 12 f., Urk. 8/2 und 8/5). Diese sind zwar nicht einschlägig, dennoch geht die Verteidigung...
	2.3.3. Richtigerweise hat die Vorinstanz – wenn auch an anderer Stelle (Urk. 29 S. 7 f.) – das schon frühe Geständnis des Beschuldigten leicht strafmindernd veranschlagt. Dazu ist allerdings festzuhalten, dass dem Beschuldigten angesichts der klaren B...
	Die Vorinstanz billigte dem Beschuldigten eine Strafminderung (in welchem Ausmass wurde nicht definiert) zu, weil er aufgrund seiner Unterstützungspflichten gegenüber seinem betagten Vater erhöht strafempfindlich sei (Urk. 29 S. 13).  Eine Strafminder...
	2.3.4. Die straferhöhenden und strafmindernden Elemente halten sich insgesamt somit in etwa die Waage resp. fallen jedenfalls nicht zu Gunsten des Beschuldigten aus.
	2.3.5. Die Verteidigung macht geltend, die von der Vorinstanz ausgefällte Strafe sei im Vergleich zu anderen, ähnlichen obergerichtlichen Fällen zu hoch ausgefallen (Urk. 56 S. 7 ff.). Zum Beleg ihrer Argumentation hat sie zwei Urteile des Zürcher Ob...
	Die Rechtsprechung hat zudem immer wieder den Vorrang des Legalitätsprinzips vor dem Gleichbehandlungsgrundsatz bestätigt. Würde man als Arbeitshypothese unterstellen, die Strafe bei diesen zwei von der Verteidigung erwähnten  Vergleichsfällen sei zu ...
	2.4. Somit ist grundsätzlich von der genannten Einsatzstrafe von rund 50 Monaten Freiheitsstrafe auszugehen. Aufgrund des Verschlechterungsverbots (Art. 391 Abs. 2 StPO) kann nicht über die erstinstanzlich ausgefällte Strafe hinausgegangen werden. De...
	2.5. Die Frage des bedingten Strafvollzugs stellt sich angesichts der Strafhöhe nicht. Bloss nebenbei bemerkt sei festgehalten, dass dem Beschuldigten  – entgegen der Ansicht der Verteidigung (Urk. 19 S. 31 f., Urk. 33, Urk. 56 S. 9) – angesichts sein...
	3. Kostenfolgen
	3.1. Die Kosten des Berufungsverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe  ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Der Beschuldigte  unterliegt mit seinen Anträgen vollumfänglich, weshalb ihm auch die Kosten des Berufungsverfahrens v...
	3.2. Bezüglich der Verteidigungskosten ist zu berücksichtigen, dass der erste amtliche Verteidiger des Beschuldigten für das Berufungsverfahren mit Fr. 1'298.15 aus der Gerichtskasse entschädigt wurde (Urk. 53) und der heutige amtliche Verteidiger ein...
	Berücksichtigt man vorliegend, dass der Beschuldigte grundsätzlich geständig ist und sowohl vor Vorinstanz als auch im Berufungsverfahren lediglich die Sanktion zur Diskussion stand, so kann weder von einem besonders komplexen noch  umfangreichen Fall...

	Es wird beschlossen:
	1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Bülach, II. Abt., vom 20. August 2013 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:
	"1. Der Beschuldigte ist schuldig der qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. b BetmG in Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG.
	2. (…)
	3. Die sichergestellten und bei der Kantonspolizei Zürich unter der Lagernummer ... aufbewahrten 4'597 Gramm Kokaingemisch (3'645 Gramm Reinsubstanz) werden eingezogen und sind nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils durch die Kantonspolizei Zür...
	4. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:
	5. Die Kosten der Untersuchung und des erstinstanzlichen Gerichtsverfahrens werden dem Beschuldigten auferlegt; davon ausgenommen sind die Kosten der amtlichen Verteidigung, welche einstweilen und unter dem Vorbehalt von Art. 135 Abs. 4 StPO auf die G...
	6. (Mitteilung)
	7. (Rechtsmittel)"
	2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.
	Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte wird bestraft mit 42 Monaten Freiheitsstrafe, wovon  353 Tage durch Untersuchungshaft sowie vorzeitigen Strafvollzug erstanden sind.
	2. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	3. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der amtlichen Verteidigungen, werden dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der amtlichen Verteidigungen werden einstweilen auf die Gerichtskasse  genommen. Die Rückzahlungspflicht des Be...
	4. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten (übergeben)
	 die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland
	 den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und Vollzugsdienste
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten
	 die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland
	 das Bundesamt für Polizei
	 die Vorinstanz
	 den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und Vollzugsdienste
	 das Migrationsamt des Kantons Zürich
	 die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A.

	5. Rechtsmittel: Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.