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**Case Identifier:** ccb23998-fc5d-5112-8cbf-9b111bdc5daf
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-08-26
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 26.08.2021 200 2021 93
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2021-93_2021-08-26.pdf

## Full Text

200 21 93 IV
SCI/BRO/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 26. August 2021

Verwaltungsrichter Schwegler, Kammerpräsident
Verwaltungsrichterin Mauerhofer, Verwaltungsrichterin Wiedmer
Gerichtsschreiberin Brunner

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
substituiert durch Rechtsanwältin C.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 11. Dezember 2020

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Aug. 2021, IV/21/93, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1962 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) 
meldete sich im August 1984 unter Hinweis auf eine komplette Lähmung 
bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug 
an (Akten der IV-Stelle Bern [IVB bzw. Beschwerdegegnerin], Antwortbei-
lage [AB] 1.1 S. 57 ff.). Nach Vornahme erwerblicher und medizinischer 
Abklärungen verneinte die IVB mit Beschluss vom 27. November 1985 (AB 
1.1 S. 8 ff.) unter anderem einen Anspruch auf berufliche Massnahmen mit 
der Begründung, dem Versicherten sei nach erfolgter Rehabilitation die 
Wiederaufnahme des Studiums möglich und zumutbar (AB 1.1 S. 36) und 
der Fall wurde abgeschlossen. Der Versicherte beendete sein … 1992 mit 
dem … und arbeitete anschliessend als selbstständiger … (AB 2 S. 5 f. Ziff. 
5.3 f.).

Im Februar 2019 meldete sich der Versicherte erneut bei der IV zum Leis-
tungsbezug an (AB 2), wobei er auf eine schwere Depression sowie eine 
erhebliche Verschlechterung der körperlichen Kraft, der Gleichgewichts-
störung und des Steppergangs nach Status GBS (Guillain-Barré-Syndrom) 
1984 hinwies (AB 2 S. 6 Ziff. 6.1). In der Folge tätigte die IVB medizinische 
und erwerbliche Abklärungen; insbesondere veranlasste sie auf Empfeh-
lung des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD; AB 40 S. 6) eine polydiszi-
plinäre Begutachtung bei der MEDAS (AB 68.1 ff.). Diese liess den Versi-
cherten nach Rücksprache mit der IVB (AB 58) zusätzlich durch lic. phil. 
D.________ neuropsychologisch abklären (AB 68.6). Ausserdem wurde 
eine Abklärung für Selbstständigerwerbende durchgeführt (AB 76 S. 2 ff.). 
Gestützt auf das MEDAS-Gutachten (AB 68.1 ff.) und den Abklärungsbe-
richt (AB 76 S. 2 ff.) stellte die IVB mit Vorbescheid vom 13. Juli 2020 
(AB 81) in Aussicht, den Anspruch auf eine Viertelsrente bei einem Invali-
ditätsgrad von 46 % rückwirkend ab dem 1. August 2019 zu bejahen. Nach 
dagegen erhobenem Einwand (AB 85) holte die IVB Stellungnahmen des 
RAD (AB 91 f., 94) sowie der Gutachter (AB 97) ein und verfügte am 
11. Dezember 2020 dem Vorbescheid entsprechend (AB 100). 

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B.

Mit Eingabe vom 29. Januar 2021 erhob der Versicherte, vertreten durch 
Rechtsanwalt B.________, dieser substituiert durch Rechtsanwältin 
C.________, Beschwerde. Er beantragt, die Verfügung vom 11. Dezember 
2020 sei aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, dem 
Beschwerdeführer rückwirkend ab August 2019 eine halbe Invalidenrente 
zuzusprechen.

Mit Eingabe vom 4. Februar 2021 reichte der Beschwerdeführer weitere 
Buchhaltungsunterlagen zu den Akten. 

Mit Beschwerdeantwort vom 24. Februar 2021 beantragt die Beschwerde-
gegnerin die Abweisung der Beschwerde. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-

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tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Angefochten ist die Verfügung vom 11. Dezember 2020 (AB 100). 
Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine Invalidenrente und dabei 
insbesondere, ob Anspruch auf eine höhere als die zugesprochene Vier-
telsrente besteht.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 IVG so-
wie Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizinische Be-
fundlage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer nur dann 

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anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeeinträchti-
gung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 
145 V 215 E. 5.1 S. 221).

2.3 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG frühestens nach 
Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs 
nach Art. 29 Abs. 1 ATSG.

2.4 Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades ver-
weigert, so wird eine Neuanmeldung nur geprüft, wenn darin glaubhaft ge-
macht wird, dass sich der Grad der Invalidität in einer für den Anspruch 
erheblichen Weise geändert hat (vgl. Art. 87 Abs. 2 und 3 der Verordnung 
vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]).

Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache mate-
riell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Per-
son glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsäch-
lich eingetreten ist. Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der 
früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so 
weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zusätzlich noch zu prü-
fen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine rentenbe-
gründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Be-

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schwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Ge-
richt (BGE 117 V 198 E. 3a S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1).

Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Rentenan-
spruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter Berück-
sichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlaggeben-
den Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Invaliditäts-
schätzungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b S. 200; 
SVR 2019 IV Nr. 39 S. 124 E. 5).

2.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 IV 
Nr. 27 S. 87 E. 4.2.1).

3.

3.1 Die Beschwerdegegnerin ist auf die Neuanmeldung (AB 2) eingetre-
ten. Folglich ist die Eintretensfrage vom Gericht nicht zu überprüfen (BGE 
109 V 108 E. 2b S. 114). Aufgrund der Akten ist zudem erstellt und von den 
Parteien zu Recht unbestritten, dass sich der Gesundheitszustand des Be-
schwerdeführers in den 35 Jahren seit der letzten Beurteilung (AB 1.1 
S. 8 ff.) offensichtlich verändert hat (vgl. E. 3.2 hiernach), womit der Ren-
tenanspruch in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht allseitig neu zu prüfen 
ist (vgl. E. 2.4 hiervor). 

3.2 Die angefochtene Verfügung vom 11. Dezember 2020 (AB 100) 
stützt sich in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen auf das MEDAS-
Gutachten vom 7. Februar 2020 (AB 68.1 ff.). Die Experten stellten in inter-

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disziplinärer Gesamtbeurteilung die folgenden Diagnosen mit Auswirkung 
auf die Arbeitsfähigkeit (AB 68.1 S. 8 Ziff. 4.2): 

1. Polyneuropathie mit ausgeprägter Steh- und Gangstörung mit/bei: 
• Status nach Guillain-Barré-Syndrom 1984 mit persistierenden Pa-

resen an den oberen und unteren Extremitäten
• Alkoholabusus bis 02/2019 mit St. n. CDT-Erhöhung und Vitamin 

B-Mangel 2018
• aktuell: Folsäuremangel

2. Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leicht- bis mittelgradi-
ge Episode ohne somatisches Syndrom (ICD-10 F33.10)

3. Verdacht auf andauernde Persönlichkeitsänderung im Rahmen einer 
schwerwiegenden neurologischen Erkrankung (ICD-10 F62.88)

4. (Status nach) Alkoholabhängigkeit, gegenwärtig abstinent (ICD-10 
F10.20), fraglich mit leichtgradigen kognitiven Folgeerscheinungen 
(ICD-10 F10.8)

5. Lumboischialgie mit Verdacht auf Spinalstenose bei kurzen Pedikeln 
und Osteochondrosen L4/5 und L5/S1 links

Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit bestünden zudem folgende 
Diagnosen:

1. Status nach Hemilaminektomie auf Höhe BWK5/6 mit Resektion einer 
Arachnoidalzyste 01/2019 bei Myelonkompression durch die Zyste

2. Verdacht auf periphere arterielle Verschlusskrankheit bei Nikotinab-
usus von 80py, fehlenden Fusspulsen und Temperaturgradient an den 
Unterschenkeln

3. Status nach Rotatorenmanschetten-Rekonstruktion linke Schulter 
06/2019

4. Verdacht auf Rotatorenmanschetten-Teilruptur rechte Schulter und 
AC-Gelenksarthrose rechte Schulter

5. Status nach Metatarsale II-IV-Fraktur rechts, nicht disloziert 04/2019
6. Status nach nicht dislozierter Schaftfraktur proximale Phalanx Dig. III 

und hochsuspekt Dig. II, 11/2019
7. Instabilität OSG beidseits
8. Schlaf-Apnoe-Syndrom, CPAP-Therapie
9. Deutlicher Vitamin D-Mangel
10. IgE-vermittelte Rocuronium-Allergie

Zur Arbeitsfähigkeit führten die Experten sodann aus, seit Anfang März 
2019 bestehe in der bisherigen Tätigkeit eine 60%ige Arbeitsfähigkeit. Von 
Juli 2018 bis Ende Februar 2019 habe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit 
bestanden. Die nun um 40 % eingeschränkte Arbeitsfähigkeit sei begründet 
durch eine zeitliche Minderung der Anwesenheit um 30 % und eine qualita-
tive Leistungsminderung von 15 % (recte wohl 5 % [AB 68.4 S. 31 
Ziff. 7.5.3]; AB 68.1 S. 10 Ziff. 4.7). Diese Einschätzung gelte auch für eine 
angepasste Tätigkeit. Zusätzlich müsse bei einer angepassten Tätigkeit 
berücksichtigt werden, dass dem Exploranden aufgrund der neurologischen 

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Ausfälle und den orthopädischen Gesundheitsstörungen nur noch leichte 
Arbeitstätigkeiten zumutbar seien. Längeres Stehen und weitere Gehstre-
cken seien ihm nicht zumutbar. Ebenso wenig Arbeiten über der Horizonta-
len (AB 68.1 S. 8 Ziff. 4.3 und S. 10 Ziff. 4.8). 

Im neuropsychologischen Teilgutachten vom 18. Januar 2020 (AB 68.6) 
führte lic. phil. D.________ aus, der Explorand habe über viele Jahre seiner 
Arbeit als selbstständiger … nachgehen können. Es sei zu psychischen 
Problemen und einer Alkoholabhängigkeit gekommen. Momentan bestün-
den lediglich minimale kognitive Minderleistungen (AB 68.6 S. 9 Ziff. 7.1). 
Diese könnten sich bei der anspruchsvollen Tätigkeit als … geringfügig 
leistungsmindernd auswirken. Aufgrund der leichten Schwierigkeit sich auf 
mehrere Aspekte gleichzeitig zu konzentrieren (Gespräch mit mehreren 
Klienten oder gleichzeitig ein Gespräch führen und Notizen erstellen), be-
dürfe der Explorand etwas mehr Zeit für Kompensationen. Daraus ergebe 
sich eine Leistungseinschränkung von 5 %. Demnach bestehe eine Arbeits-
fähigkeit von 95 %. Diese Einschätzung gelte wahrscheinlich seit der Absti-
nenz, d.h. seit sechs Monaten. Angepasst sei eine Tätigkeit, in der sich der 
Explorand konzentrieren könne, nicht gestört oder abgelenkt werde und 
serielle Arbeiten erledigen könne. Unter diesen Bedingungen bestehe eine 
100%ige Leistungsfähigkeit (AB 68.6 S. 10 f. Ziff. 8).

Im psychiatrischen Teilgutachten vom 3. Februar 2020 (AB 68.4) führte 
Dr. med. E.________, praktischer Arzt sowie Facharzt für Psychiatrie und 
Psychotherapie, unter anderem aus, dass aus psychiatrischer Sicht ein 
komplexes Zustandsbild mit einer starken Verzahnung somatischer und 
psychischer Aspekte vorliege. Neben einer (langfristigen/tiefgreifenden) 
psychischen Begleitsymptomatik einer einschneidenden chronischen neu-
rologischen Erkrankung bestünden weitere psychiatrische Komorbiditäten, 
bei denen letztlich eine Einordnung, inwiefern es sich um Folgeerscheinun-
gen oder zusätzliche (eigenständige) Entitäten handle, deutlich erschwert 
sei. Der Explorand zeige in der Untersuchung ein eingeschränktes Vokabu-
lar für sein psychisches Erleben. Das GBS sei für ihn im Erleben seiner 
Einschränkungen führend respektive hauptursächlich (AB 68.4 S. 22 
Ziff. 7.1.4). Der Explorand habe über lange Zeit eine Anpassung seiner 
beruflichen Bedingungen vorgenommen und zurückliegend – trotz allfällig 

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begleitender psychischer Beeinträchtigungen (Persönlichkeitskomponente, 
Dysthymie, Phasen mit erhöhtem Alkoholkonsum) – ein hohes funktionelles 
Mass aufrechterhalten. Mit Zunahme der körperlichen Beschwerden schei-
ne es hierbei zu einer Dekompensation der bisherigen Strategien und Me-
chanismen mit anhaltender Reduzierung von Arbeits- und Leistungsfähig-
keit gekommen zu sein. Aus psychiatrischer Sicht erscheine bei ausge-
prägter Depressivität und Alkoholabhängigkeit eine Arbeitsunfähigkeit von 
100 % ab Mitte 2018 bis zum Ende des stationären Aufenthaltes in … (2. 
März 2019) nachvollziehbar. Danach sei von einer zeitlichen Minderung der 
normalen Anwesenheit von 30 % auszugehen. In der verbleibenden 
70%igen Anwesenheit bestehe aus psychiatrischer Sicht eine nochmalige 
Leistungsminderung von 5 % (inkl. der 5%igen Einschränkung in der neu-
ropsychologischen Beurteilung), so dass eine Gesamtbeeinträchtigung der 
Arbeitsfähigkeit von 40 % anzunehmen sei (AB 68.4 S. 31 Ziff. 7.5.3). Aus 
psychiatrischer Sicht erscheine die aktuelle Tätigkeit ideal und den Bedürf-
nissen des Exploranden optimal angepasst (AB 68.4 S. 32 Ziff. 7.5.4). 

Im internistischen, orthopädischen sowie neurologischen Teilgutachten 
(AB 68.2, 68.5, 68.7) legten die Experten insbesondere dar, aus Sicht der 
entsprechenden Fachdisziplinen sei der Explorand in seiner angestammten 
Tätigkeit als … voll arbeitsfähig (AB 68.2 S. 25 Ziff. 8, 68.5 S. 15 Ziff. 8, 
68.7 S. 16 Ziff. 8). 

3.3 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

3.3.1 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 

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medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

3.3.2 Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen 
Spezialärzten, welche auf Grund eingehender Beobachtungen und Unter-
suchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der 
Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der 
Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 
E. 1.3.4 S. 227, 135 V 465 E. 4.4 S. 470, 125 V 351 E. 3b bb S. 353; SVR 
2019 IV Nr. 40 S. 128 E. 3, 2018 IV Nr. 27 S. 87 E. 4.2.2).

3.4 Das MEDAS-Gutachten vom 7. Februar 2020 (AB 68.1 ff.) erfüllt die 
Anforderungen der Rechtsprechung an Expertisen (vgl. E. 3.3.1 f. hiervor) 
und erbringt vollen Beweis, was vom anwaltlich vertretenen Beschwerde-
führer denn auch nicht mehr begründet bestritten wird (Beschwerde S. 4 
Ziff. IV). Die gutachterlichen Ausführungen und Feststellungen beruhen auf 
eingehenden fachärztlichen Abklärungen. Insbesondere wurden die anläss-
lich der internistischen Untersuchung angegebenen Einschränkungen in 
der Konzentrationsfähigkeit und dem Durchhaltevermögen in Ergänzung 
zum Auftrag der Beschwerdegegnerin neuropsychologisch untersucht 
(AB 58, 68.6) und fachärztlich gewürdigt (AB 68.4 S. 6 f. Ziff. 2.3). Ausser-
dem wurden die Expertisen in Kenntnis der Vorakten sowie unter Berück-
sichtigung der geklagten Einschränkungen abgegeben. Das Gutachten ist 
in Bezug auf die befundmässige und diagnostische Einschätzung in allen 
Teilen verständlich. Im Besonderen legte der psychiatrische Gutachter 
sorgfältig und für den Rechtsanwender anhand der klassifikatorischen Vor-
gaben nachvollziehbar dar, dass die Voraussetzungen für die Diagnosen 
einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig leicht- bis mittel-
gradige Episode, ohne somatisches Syndrom (ICD-10 F33.10), sowie für 
die Verdachtsdiagnose einer andauernden Persönlichkeitsänderung im 

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Rahmen einer schwerwiegenden neurologischen Erkrankung (ICD-10 
F62.88) erfüllt sind (AB 68.4 S. 22 ff. Ziff. 7.1.4; vgl. DIL-
LING/MOMBOUR/SCHMIDT [Hrsg.], Internationale Klassifikation psychischer 
Störungen, ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch-diagnostische Leitlinien, 10. Aufl. 
2015, S. 176 ff. und S. 286 ff.). Ausserdem sind die sich an den massgebli-
chen Standardindikatoren im Sinne von BGE 141 V 281 orientierenden 
Schlussfolgerungen überzeugend begründet. Der im fachärztlichen Gutach-
ten gezogene und vom RAD-Arzt bestätigte (AB 92 S. 2) Schluss, dem 
Beschwerdeführer sei die angestammte Tätigkeit als … mit einer Arbeits- 
und Leistungsfähigkeit im Umfang von insgesamt 60 % möglich und zu-
mutbar, ist nachvollziehbar, konnte doch in der neuropsychologischen Un-
tersuchung einzig eine minimale bis leichte kognitive Minderleistung in den 
Bereichen Aufmerksamkeit und Exekutivfunktionen erhoben werden 
(AB 68.6 S. 9 Ziff. 6) und ist die Art der Minderleistungen wenig spezifiziert. 
Es ist demnach nicht zu beanstanden, dass keine weiteren Einschränkun-
gen etwa auf allein noch einfachste Arbeiten vorgenommen wurden, wird 
doch ausdrücklich erwähnt, die minimalen kognitiven Minderleistungen 
wirkten sich bei der anspruchsvollen Tätigkeit als … lediglich geringfügig 
leistungsmindernd aus und sie sind damit im sorgfältig begründeten ärztli-
chen Leistungsprofil bereits detailliert berücksichtigt. 

In Bezug auf die Tatsache, dass die neurologische Untersuchung nicht 
durch den beauftragten Gutachter Dr. med. F.________, Facharzt für Neu-
rologie (AB 50, 52 S. 1), sondern durch med. pract. G.________, Facharzt 
für Neurologie, durchgeführt wurde, was dem Beschwerdeführer lediglich 
zwei Tage vor dem Untersuchungstermin angezeigt wurde (AB 85 S. 4), ist 
festzuhalten was folgt: Begutachtungsaufträge werden grundsätzlich einer 
bestimmten Person erteilt (UELI KIESER, Kommentar zum ATSG, 4. Aufl. 
2020, Art. 44 N. 45) und eine Weitergabe des Auftrags ist nicht formlos 
möglich. Hingegen ist der Beweiswert eines Gutachtens nicht vermindert, 
wenn der Experte einen ausgewählten Mitarbeiter heranzieht und die erho-
benen Befunde kontrolliert und interpretiert sowie die vom Mitarbeiter ge-
gebene Beurteilung auf ihre Richtigkeit hin überprüft (vgl. Entscheid des 
Bundesgerichts [BGer] vom 14. Dezember 2016, 8C_309/2016, E. 4.3). Ob 
vorliegend eine unzulässige Weitergabe des Auftrags oder – wie von der 
MEDAS geltend gemacht (AB 97 S. 2) – ein zulässiger Beizug eines Mitar-

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beiters vorliegt, kann offenbleiben, anerkennt doch der Beschwerdeführer 
das Gutachten (Beschwerde S. 4 Ziff. IV) und sind inhaltliche Fehler nicht 
ersichtlich. Im Übrigen verfügte med. pract. G.________ im Zeitpunkt der 
Begutachtung bereits über den erforderlichen Facharzttitel (zur fachlichen 
Qualifikation BGE 137 V 210 E. 3.3.2 S. 246) und wurde dies auch im Me-
dizinalberuferegister eingetragen (<www.medregom.admin.ch>).

Gestützt auf das beweiskräftige MEDAS-Gutachten vom 7. Februar 2020 
(AB 68.1 ff.) ist demnach erstellt, dass es sich bei der …tätigkeit um eine 
leidensangepasste Tätigkeit handelt (AB 68.1 S. 10 Ziff. 4.8). Nachdem der 
Beschwerdeführer von Juli 2018 bis Ende Februar 2019 voll arbeitsunfähig 
war, besteht aus psychiatrischer Sicht seit März 2019 eine 60%ige Arbeits-
fähigkeit (AB 68.1 S. 10 Ziff. 4.7). 

Grundsätzlich sind die fachärztlichen Schlussfolgerungen betreffend die 
Arbeitsfähigkeit bei psychischen Beschwerden nach Massgabe von BGE 
141 V 281 anhand eines strukturierten Beweisverfahrens auf ihre rechtliche 
Relevanz hin zu überprüfen. Erfüllt jedoch das Gutachten – wie vorlie-
gend – sowohl die mit BGE 141 V 281 definierten versicherungsmedizini-
schen Massstäbe wie auch die allgemeinen rechtlichen Beweisanforderun-
gen (vgl. E. 3.3.1 f. hiervor), ist die darin bescheinigte Arbeitsfähigkeit zu 
übernehmen (BGE 145 V 361 E. 4.3 S. 369). Vor diesem Hintergrund erüb-
rigt sich vorliegend eine Prüfung anhand der Indikatoren, was von der Be-
schwerdegegnerin denn auch nicht in Frage gestellt wird. 

4.

4.1 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Aug. 2021, IV/21/93, Seite 13

Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass 
die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst 
genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus 
der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt. Insoweit die 
fraglichen Erwerbseinkommen ziffernmässig nicht genau ermittelt werden 
können, sind sie nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände zu 
schätzen und die so gewonnenen Annäherungswerte miteinander zu ver-
gleichen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 29 
E. 1 S. 30, 104 V 135 E. 2b S. 136; SVR 2019 BVG Nr. 16 S. 64 E. 4.4.2). 
Wird eine Schätzung vorgenommen, so muss diese nicht unbedingt in einer 
ziffernmässigen Festlegung von Annäherungswerten bestehen. Vielmehr 
kann auch eine Gegenüberstellung blosser Prozentzahlen genügen. Das 
ohne Invalidität erzielbare hypothetische Einkommen ist alsdann mit 100 % 
zu bewerten, während das Invalideneinkommen auf einen entsprechend 
kleineren Prozentsatz veranschlagt wird, so dass sich aus der Prozentdiffe-
renz der Invaliditätsgrad ergibt (sogenannter Prozentvergleich; BGE 
114 V 310 E. 3a S. 313, 107 V 17 E. 2d S. 22, 104 V 135 E. 2b S. 137; 
SVR 2019 BVG Nr. 16 S. 64 E. 4.4.2).

4.2

4.2.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110, 134 V 322 E. 
4.1 S. 325; SVR 2017 IV Nr. 52 S. 157 E. 5.1). Angesichts der in Art. 25 
Abs. 1 IVV vorgesehenen Gleichstellung der invalidenversicherungsrecht-
lich massgebenden hypothetischen Vergleichseinkommen mit den AHV-
rechtlich beitragspflichtigen Erwerbseinkommen kann das Valideneinkom-
men von Selbstständigerwerbenden zumeist auf Grund der Einträge im 
Individuellen Konto (IK) bestimmt werden. Weist das bis zum Eintritt der 
Invalidität erzielte Einkommen starke und verhältnismässig kurzfristig in 
Erscheinung getretene Schwankungen auf, ist dabei auf den während einer 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Aug. 2021, IV/21/93, Seite 14

längeren Zeitspanne erzielten Durchschnittsverdienst abzustellen (SVR 
2020 IV Nr. 38 S. 135 E. 6.2; 2017 IV Nr. 6 S. 17 E. 4.6.2).

4.2.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296). Für den Einkom-
mensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des (hypothetischen) Be-
ginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei Validen- und Invaliden-
einkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erheben und allfällige renten-
wirksame Änderungen der Vergleichseinkommen bis zum Verfügungser-
lass zu berücksichtigen sind (BGE 143 V 295 E. 4.1.3 S. 300, 129 V 222). 

4.3 Vorliegend ist seit Juli 2018 eine 100%ige und seit März 2019 eine 
40%ige Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen (vgl. E. 3.4 in fine hiervor). Der 
frühest mögliche Rentenbeginn ist deshalb unter Berücksichtigung des 
Wartejahres und der (Neu-)Anmeldung im Februar 2019 (AB 2) in Anwen-
dung von Art. 28 Abs. 1 i.V.m. Art. 29 Abs. 1 IVG (vgl. E. 2.3 hiervor) auf 
August 2019 festzusetzen. Auf diesen Zeitpunkt hin ist ein Einkommens-
vergleich durchzuführen. 

4.4 Während die Beschwerdegegnerin in der Verfügung vom 11. De-
zember 2020 (AB 100) den Invaliditätsgrad anhand der allgemeinen Me-
thode des Einkommensvergleichs ermittelte und für beide Vergleichsein-
kommen auf die Eintragungen im IK-Auszug (AB 10) der Jahre 2013 bis 
2016 bzw. der Jahre 2015 und 2016 abstellte (AB 76 S. 6 Ziff. 9), erklärte 
sie in der Beschwerdeantwort (S. 2 f. Ziff. 5 ff.), weder das Validen- noch 
das Invalideneinkommen lasse sich ziffernmässig genau ermitteln, weshalb 
die Invaliditätsbemessung anhand eines Prozentvergleiches zu erfolgen 
habe. Der Beschwerdeführer seinerseits bringt im Wesentlichen vor, das 
Valideneinkommen sei anhand der IK-Einträge des Jahres 2017 bzw. der 
Jahre 2012 bis 2017 respektive 2008 bis 2017 zu berechnen (Beschwerde 
S. 5 Ziff. IV/1). Im Übrigen schöpfe er seine Restarbeitsfähigkeit voll aus, 
weshalb das Invalideneinkommen anhand der Buchhaltungsabschlüsse der 
Jahre 2018 bis 2020 zu ermitteln sei (Beschwerde S. 7 Ziff. IV/2). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Aug. 2021, IV/21/93, Seite 15

4.4.1 Es ist unbestritten und erstellt, dass der Beschwerdeführer bei guter 
Gesundheit seine selbstständige Erwerbstätigkeit als … weitergeführt hät-
te. 

Soweit der Beschwerdeführer gegenüber dem Abklärungsdienst ausführte, 
er habe weit mehr als eine 42 Stundenwoche gearbeitet, könne jedoch kei-
ne Angabe machen, wie viele Stunden er durchschnittlich pro Woche gear-
beitet habe (AB 76 S. 4 Ziff. 3.4), ist es zwar möglich, dass das Einkommen 
auf der Basis eines überdurchschnittlichen Arbeitspensums erzielt wurde, 
konkret berechnen lässt sich dies jedoch nicht, da der Beschwerdeführer 
offenbar keine näheren Zeitabrechnungen erstellte. Nicht tauglich wären 
sodann Betriebsvergleiche mit anderen …, fällt das … des Beschwerdefüh-
rers doch insoweit durch Besonderheiten auf, als nie Angestellte beschäf-
tigt wurden (AB 76 S. 4 Ziff. 3.4), die insbesondere kostengünstiger die 
Routinearbeit übernehmen konnten. Schliesslich sind Arbeitstempo und 
Arbeitsqualität auch im Gesundheitsfall personenabhängig. Die Angabe 
eines überdurchschnittlichen Pensums (AB 76 S. 4 Ziff. 3.4) bleibt dem-
nach unbelegt und es sind keine Beweismassnahmen ersichtlich, mit wel-
chen diese Frage noch geklärt werden könnte, weshalb das Validenein-
kommen aufgrund des zuletzt – ohne Invalidität – erzielten Einkommens 
festzusetzen ist, was der Beschwerdeführer vom Grundsatz her zu Recht 
nicht bestreitet. 

Gestützt auf die im Auszug des IK (AB 10) ersichtlichen Einträge ergibt 
sich, dass die Einkommen starken Schwankungen unterlagen. Daher ist 
auf den Durchschnittsverdienst der letzten Jahre abzustellen (vgl. E. 4.2.1 
hiervor). Dass die Beschwerdegegnerin dabei die Jahre 2013 bis 2016 ein-
bezog (AB 76 S. 6 Ziff. 7 und Ziff. 9), ist – entgegen der Ansicht des Be-
schwerdeführers (Beschwerde S. 4 f. Ziff. IV/1) – nicht zu beanstanden. So 
kann dem Beschwerdeführer nicht gefolgt werden, wenn er geltend macht, 
das Durchschnittseinkommen sei unter Einbezug des IK-Eintrages aus dem 
Jahr 2017 anhand der letzten fünf, wenn nicht sogar der letzten zehn Jah-
re, zu berechnen (Beschwerde S. 5 Ziff. IV/1). Die gesundheitlichen Beein-
trächtigungen wirkten sich im Jahr 2017 bereits dahingehen aus, als es ab 
besagtem Jahr zu unkontrolliertem Alkoholkonsum kam (AB 68.1 S. 6 
Ziff. 4.1). Sodann liegt der Beizug der Anzahl von vier fortlaufenden Jahren 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Aug. 2021, IV/21/93, Seite 16

innerhalb des Ermessensbereichs der Beschwerdegegnerin. Sie bilden 
zwei Jahre mit überdurchschnittlichem und zwei Jahre mit eher geringerem 
Einkommen ab. Da zufolge der in hohem Umfang gesetzlichen Tarife von 
…tätigkeiten (Art. 52 Abs. 2 und Abs. 4 des kantonalen Notariatsgesetzes 
vom 22. November 2005 [NG; BSG 169.11] i.V.m. Art. 7 ff. der kantonalen 
Verordnung vom 26. April 2006 über die Notariatsgebühren [GebVN; BSG 
169.81]) keine Indexierung auf das Jahr 2019 zu erfolgen hat, wurde das 
Valideneinkommen in nicht zu beanstandender Weise auf Fr. 183'850.-- 
([Fr. 216'500.-- + Fr. 156'100.-- + Fr. 202'600.-- + Fr. 160'200.--] / 4) festge-
legt (AB 10 S. 1, 76 S. 6 Ziff. 7, 101 S. 14). Der Vollständigkeit halber sei 
erwähnt, dass – wie nachfolgend zu zeigen ist (vgl. E. 4.4.2 in fine hier-
nach) – am Ergebnis selbst dann nichts ändern würde, wenn das Durch-
schnittseinkommen der letzten fünf (2012 - 2016) respektive zehn (2007 - 
2016) Jahre vor Eintritt der Invalidität einbezogen würde. Dabei resultierte 
ein Valideneinkommen von Fr. 183'960.-- ([Fr. 216'500.-- + Fr. 156'100.-- + 
Fr. 202'600.-- + Fr. 160'200.-- + 
Fr. 184'400.--] / 5) bzw. Fr. 189'260.-- ([Fr. 216'500.-- + Fr. 156'100.-- + 
Fr. 202'600.-- + Fr. 160'200.-- + Fr. 184'400.-- + Fr. 210'600.-- + 
Fr. 206'800.-- + Fr. 214'900.-- + Fr. 174'100.-- + Fr. 166'400.--] / 10 [AB 10 
S. 1]). 

4.4.2 In Bezug auf das Invalideneinkommen ist vorab anzumerken, dass 
der Beschwerdeführer mit seinem Vorbringen, bei der Festlegung des Inva-
lideneinkommens müsse berücksichtigt werden, dass er lediglich noch ein-
fachere … Arbeiten nicht jedoch grössere aufwändigere Aufträge erfüllen 
könne (Beschwerde S. 6 Ziff. IV/2), nicht zu hören ist. Entscheidend ist das 
gutachterliche Leistungsprofil und aus diesem ergibt sich, dass der Be-
schwerdeführer unter Berücksichtigung der Einschränkungen alle Tätigkei-
ten eines … zu 60 % ausüben kann (vgl. E. 3.4 in fine hiervor). 

Soweit beschwerdeweise weiter vorgebracht wird, die Restarbeitsfähigkeit 
werde bereits voll ausgeschöpft, weshalb auf das in den Jahren 2018 bis 
2020 tatsächlich erzielte Einkommen abzustellen sei (Beschwerde S. 6 f. 
Ziff. IV/2), ist festzuhalten was folgt: Anlässlich der telefonisch durchgeführ-
ten Abklärung für Selbstständigerwerbende vom 9. Juli 2020 gab der Be-
schwerdeführer an, er und seine Partnerin gehörten zur Risikogruppe, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Aug. 2021, IV/21/93, Seite 17

weshalb er seit März 2020 in „Quarantäne“ sei. Infolge der Pandemie sei 
der persönliche Kontakt zu den Klienten schwierig (AB 76 S. 2 Ziff. 1.1). 
Mithin war das Geschäftsjahr 2020 geprägt von den Auswirkungen der 
Pandemie und damit zweifellos nicht repräsentativ für die invaliditätsbe-
dingten Einschränkungen. Ebenso wenig können die Einkommen der Jahre 
2018 und 2019 beigezogen werden, attestierten die Gutachter doch für die 
Zeit von Juli 2018 bis Ende Februar 2019 eine volle Arbeitsunfähigkeit (vgl. 
E. 3.4 in fine hiervor). Zudem erwähnte der Beschwerdeführer mehrfach 
selber, bei weiterhin einlässlicher Beschäftigung mit seinem Hobby (er ver-
bringe viel Zeit in seiner … [AB 68.7 S. 8 Ziff. 3.2]) die gutachterlich attes-
tierte Restarbeitsfähigkeit von 60 % nicht auszuschöpfen und lediglich zwi-
schen zwei bis höchstens vier Stunden am Tag zu arbeiten (AB 85 S. 5). 
Schliesslich wurde in den Erfolgsrechnungen 2018 bis 2020 (AB 55.2 S. 4 
f.; Akten des Beschwerdeführers, Beschwerdebeilage [BB] 5 S. 3 f. und S. 
7 f.) verschiedene Aufwandpositionen unbesehen der eingeschränkten 
Tätigkeit in gleicher Höhe, respektive nicht gekürzt verbucht (z.B. Fahr-
zeugkosten, Telefon/Fax, Werbung/Akquisition [Positionen 4460, 4720, 
4850; AB 55.2 S. 4, 55.3 S. 4, 55.5 S. 4, 55.7 S. 4; BB 5 S. 3 und S. 7]) und 
der Privatanteil an Unkosten unverändert übernommen (Position 6450; 
AB 55.2 S. 5, 55.3 S. 5, 55.5 S. 5, 55.7 S. 5; BB 5 S. 4 und S. 8). Nach 
dem Gesagten sind die Buchhaltungsabschlüsse 2018 bis 2020 (AB 55.2; 
BB 5) keine probate Grundlage für die Berechnung des Invalideneinkom-
mens. Nichts anderes gilt für das beantragte betriebswirtschaftliche Gut-
achten (Beschwerde S. 7 Ziff. IV/2), schöpft doch der Beschwerdeführer 
– wie gesagt – seine Restarbeitsfähigkeit nicht voll aus. Da zu den Ein-
kommen von selbstständig erwerbenden … im Kanton Bern im Übrigen 
keine statistischen Daten existieren und sich insbesondere dem Vortrag 
vom 14. August 2019 des Regierungsrats des Kantons Bern betreffend das 
NG (Änderung; Geschäfts-Nr. 2016.JGK.1949) nichts entnehmen lässt, 
was eine detaillierte Berechnung des Invalideneinkommens erlauben wür-
de, kann das Invalideneinkommen ziffernmässig nicht bestimmt werden. 
Vielmehr entspricht es damit 60 % des Valideneinkommens, weil sich rein 
wirtschaftliche Aspekte der Tätigkeit auch im Gesundheitsfall in gleicher 
Weise ausgewirkt hätten. Unter Berücksichtigung, dass dem Beschwerde-
führer die Tätigkeit als … mit einer 60%igen Arbeits- und Leistungsfähigkeit 
weiterhin zumutbar ist (vgl. E. 3.4 in fine hiervor), ergibt sich ein Invali-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Aug. 2021, IV/21/93, Seite 18

ditätsgrad von 40 % (100 ./. 60; vgl. E. 4.1 in fine hiervor). Damit hat der 
Beschwerdeführer ab 1. August 2019 (vgl. frühest mögliche Rentenbeginn 
E. 4.3 hiervor) Anspruch auf eine Viertelsrente (vgl. E. 2.3 hiervor).

Selbst wenn jedoch mit dem Abklärungsdienst – zugunsten des Beschwer-
deführers – davon ausgegangen wird, dass gewisse Fixkosten unverändert 
weiterhin vollständig anfallen (vgl. AB 76 S. 6 Ziff. 9), resultierte kein höhe-
rer Rentenanspruch. In diesem Falle wäre die vom Durchschnitt des Be-
triebsertrags nach Abzug der fixen und variablen Kosten der Jahre 2015 
(gemäss IK tiefstes Einkommen der letzten zehn Jahre) und 2016 (gemäss 
IK höchstes Einkommen der letzten zehn Jahre) und Aufrechnung der So-
zialversicherungsbeiträge ausgehende Festlegung des Invalideneinkom-
mens auf Fr. 99'853.-- (AB 76 S. 6 Ziff. 9) nicht zu beanstanden. Bei einem 
Valideneinkommen von höchstens Fr. 189'260.-- (wenn zu Gunsten des 
Beschwerdeführers das Durchschnittseinkommen der letzten zehn Jahre 
berücksichtigt würde; vgl. E. 4.4.1 in fine hiervor) und einem Invalidenein-
kommen von Fr. 99'853.-- (vgl. hiervor) resultiert eine Erwerbseinbusse von 
Fr. 89’407.-- und damit ein Invaliditätsgrad von gerundet bestenfalls 47 % 
(zur Rundung BGE 130 V 121 E. 3.2 und 3.3 S. 123; SVR 2019 IV Nr. 61 
S. 198 E. 7.1).

5.

Nach dem Dargelegten ist die angefochtene Verfügung vom 11. Dezember 
2020 (AB 100) nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene Be-
schwerde abzuweisen.

6.

6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Aug. 2021, IV/21/93, Seite 19

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, werden entspre-
chend dem Ausgang des Verfahrens dem Beschwerdeführer zur Bezah-
lung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe ent-
nommen.

6.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf eine 
Parteientschädigung (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG [Umkehr-
schluss]).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwältin C.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.