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**Case Identifier:** 61ce9f4c-cd14-5699-87c1-808c70f8420e
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-07-01
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Zivilrecht 01.07.2014 420 2014 64 (420 14 64)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_001_420-2014-64_2014-07-01.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht 

 

vom 1. Juli 2014 (420 14 64) 

___________________________________________________________________ 

 

 

 

Schuldbetreibungs- und Konkursrecht 

 

 

Beschwerde gegen die Mitteilung des Verwertungsbegehrens ausgeschlossen 

 

 

Besetzung  Präsident Thomas Bauer, Richter Dieter Freiburghaus (Referent),  
Richterin Barbara Jermann Richterich; Aktuar Andreas Linder 

  
 

Parteien  A. ____,  
Beschwerdeführer 

  gegen 

  Betreibungsamt Basel-Landschaft, Eichenweg 4, Postfach, 
4410 Liestal,  
Beschwerdegegner 

   

Gegenstand  Betreibungsrechtliche Beschwerde / 
Mitteilung des Verwertungsbegehrens (Art. 155 Abs. 2 SchKG) 

A. Gegen den Schuldner A. ____ läuft beim Betreibungsamt Basel-Landschaft eine von der 
Bank B. ____ AG eingeleitete Betreibung auf Grundpfandverwertung. Pfandobjekt ist die Lie-
genschaft Nr. 0000, Grundbuch X. ____, am Y. ____weg 00 in X. ____. Mit Eingabe vom 
29. Oktober 2013 stellte die Gläubigerin das Verwertungsbegehren. Das Betreibungsamt Siss-
ach benachrichtigte den Schuldner am 31. Oktober 2013 vom Verwertungsbegehren.  

B. Mit Eingabe vom 8. November 2013 gelangte A. ____ mit einer sog. Einsprache gegen 
die Mitteilung des Verwertungsbegehrens an das Betreibungsamt Sissach. Er beabsichtige die 

 
 
Seite 2   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Schuld in Raten zu tilgen. Am 6. März 2014 übermittelte das Betreibungsamt Basel-Landschaft 
die Eingabe zuständigkeitshalber an die Aufsichtsbehörde über Schuldbetreibung und Konkurs. 
Auf Nachfragen der Aufsichtsbehörde über Schuldbetreibung und Konkurs vom 18. März 2014 
und 7. April 2014 liess der Schuldner mit Nachricht vom 6. Mai 2014 mitteilen, dass er an sei-
nem Rechtsmittel festhalte. 

Erwägungen 

1. Der Schuldner ist mit sog. Einsprache gegen die Mitteilung des Verwertungsbegehrens an 
das Betreibungsamt Sissach gelangt. Per 1. Januar 2014 fand im Kanton Basel-Landschaft eine 
Reorganisation der Behörden im Zivilrecht statt. Die bisherigen sechs dezentralen Betreibungs-
ämter wurden dabei durch ein einziges kantonales Betreibungsamt mit Sitz in Liestal abgelöst. 
Das Betreibungsamt Basel-Landschaft übermittelte die Eingabe des Schuldners in Anwendung 
von Art. 32 Abs. 2 SchKG an die Aufsichtsbehörde über Schuldbetreibung und Konkurs. Frag-
lich und zu prüfen ist, ob gegen die Mitteilung des Verwertungsbegehrens ein Rechtsmittel, na-
mentlich eine betreibungsrechtliche Beschwerde gemäss Art. 17 SchKG ergriffen werden kann.  

2.1 In Anwendung von Art. 17 SchKG kann gegen jede Verfügung eines Betreibungsamtes 
innert zehn Tagen seit Kenntnisnahme derselben bei der Aufsichtsbehörde wegen Gesetzes-
verletzung oder Unangemessenheit Beschwerde geführt werden. Als Anfechtungsobjekt kom-
men dabei grundsätzlich alle Verfügungen in Frage. Eine Verfügung im Sinne von Art. 17 
SchKG ist eine Betreibungshandlung. Der Betreibungshandlung oder Verfügung ist es eigen, 
dass sie auf das Betreibungsverfahren irgendwie rechtlich einwirkt; im Gange des Verfahrens 
führt sie irgendeine rechtliche Veränderung herbei. Es handelt sich somit um Vorkehren, welche 
die Weiterführung oder den Abschluss des Verfahrens bewirken und für die Parteien bestimmte 
Folgen nach sich ziehen (BGE 116 III 91 E. 1, mit Hinweisen). Die Verfügung gemäss Art. 17 
SchKG umfasst also nicht nur Verfügungen im formellen Sinne, wie sie im Allgemeinen in der 
Verwaltungsrechtslehre definiert werden, sondern jegliches amtliche Handeln. Keine Verfügun-
gen sind hingegen amtliche Handlungen eines Betreibungsamtes, die ihrer Natur nach über-
haupt nicht in den Gang der Zwangsvollstreckung eingreifen. Die allgemeine Amtstätigkeit als 
solche, blosse Meinungsäusserungen oder Absichtserklärungen eines Vollstreckungsorgans, 
aber auch eine einfache Mitteilung oder ein Bericht über den Stand des Verfahrens sind nicht 
durch Beschwerde anfechtbar, weil dadurch die Rechtsstellung der Personen, an die sich sol-
che Äusserungen richten, nicht in bestimmter, konkreter Weise beeinträchtigt sind (BGE 113 III 
26 E. 1; 96 III 41 E. 2).  

2.2 Im vorliegenden Falle hat das damals zuständige Betreibungsamt Sissach den Schuldner 
am 31. Oktober 2013 über das Verwertungsbegehren der Gläubigerschaft in Kenntnis gesetzt. 
Das Rechtsmittel des Schuldners richtet sich gegen ein Begehren der Gläubigerin an das Be-
treibungsamt. Eine Parteihandlung, wie sie das Verwertungsbegehren darstellt, ist keine Verfü-
gung eines Betreibungsamtes und kann somit nicht Anfechtungsobjekt einer betreibungsrechtli-
chen Beschwerde bilden. Mit seiner Beschwerde beanstandet der Schuldner jedoch sinnge-
mäss die Mitteilung des Verwertungsbegehrens durch das Betreibungsamt Sissach vom 
31. Oktober 2013. Wird das Verwertungsbegehren vom Gläubiger gestellt, so hat das Betrei-

 
 
Seite 3   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

bungsamt gemäss Art. 155 Abs. 2 SchKG den Schuldner innert drei Tagen hievon zu benach-
richtigen. Das Betreibungsamt Sissach verwendete für die fragliche Mitteilung das massgebli-
che Formular, wobei das Betreibungsamt vermerkte, „Ort und Zeit der Steigerung“ würden spä-
ter angezeigt werden. Wenn sie demnach ihre Grundlage auch im Betreibungsrecht hat, handelt 
es sich bei der fraglichen Anzeige an den Schuldner dennoch um eine einfache Mitteilung über 
den Stand des Verfahrens. Der Schuldner wird damit lediglich von einer nicht anfechtbaren 
Parteihandlung des Gläubigers in Kenntnis gesetzt. Eine derartige Orientierung ist aber nach 
dem Vorstehenden gleichfalls nicht durch Beschwerde anfechtbar, weil dadurch die Rechtsstel-
lung des Schuldners nicht unmittelbar, in bestimmter, konkreter Weise beeinträchtigt wird. Das 
Betreibungsamt hat dem Schuldner in vorliegenden Fall mit der besagten Mitteilung in keiner 
Weise eröffnet, mit welchen Massnahmen und gegebenenfalls wann es dem Begehren der 
Gläubigerin Folge leisten werde. Den Charakter einer anfechtbaren Verfügung wäre der Mittei-
lung wohl zuzuerkennen, wenn das Amt dem Schuldner beispielsweise damit Ort und Zeitpunkt 
der Steigerung oder andere amtliche Anordnungen bekannt gegeben oder den Schuldner zu 
irgendwelchen Handlungen aufgefordert hätte. Derartige Anordnungen enthält die Mitteilung 
vom 31. Oktober 2013 allerdings nicht. Da sich die Beschwerde somit nicht gegen eine an-
fechtbare Verfügung richtet, ist darauf nicht einzutreten. 

3. Das Beschwerdeverfahren vor der Aufsichtsbehörde über Schuldbetreibung und Konkurs 
ist grundsätzlich kostenlos (Art. 20a Abs. 2 Ziff. 5 SchKG), und es darf keine Parteientschädi-
gung zugesprochen werden (Art. 62 Abs. 2 GebV SchKG).  

Demnach wird erkannt: 

://: 1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. 

 2. Es werden keine Kosten erhoben. 

Präsident 

 

 

Thomas Bauer 

Aktuar 

 

 

Andreas Linder