# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fe2f3d3a-1e4f-5477-8255-59bbfc07cfdc
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-05-14
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 14.05.2010 D-4805/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-4805-2008_2010-05-14.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-4805/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 4 .  M a i  2 0 1 0

Richter Fulvio Haefeli (Vorsitz), 
Richter Maurice Brodard, 
Richter Daniel Schmid, 
Gerichtsschreiberin Ulrike Raemy.

Amt für Migration und Personenstand (MIP), 
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), vormals Bundesamt 
für Flüchtlinge (BFF),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Abweisung vorläufige Aufnahme (infolge technischer 
Unmöglichkeit des Wegweisungsvollzuges) betreffend 
A._______; Verfügung des BFM vom 19. Juni 2008 / N 
_______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-4805/2008

Sachverhalt:

A.
A._______,  geboren  28. Dezember  1959,  aus  Kongo  (B._______) 
stammend, reiste am 4. Januar 1991 erstmals in die Schweiz ein und 
stellte  am  selben  Tag  ein  Asylgesuch.  Das  BFF wies  dieses  Asyl-
gesuch mit Verfügung vom 29. Oktober 1992 ab und ordnete den Voll-
zug der Wegweisung an.

B.
A._______ erhob gegen diese Verfügung am 2. Dezember 1992 Be-
schwerde  bei  der  Schweizerische  Asylrekurskommission  (ARK).  Mit 
Urteil  der  ARK vom 11. November  1997 wurde die Beschwerde von 
A._______ abgewiesen.

C.
Gegen das Urteil der ARK vom 11. November 1997 reichte A._______ 
am 12. Januar 1998 ein Revisionsgesuch ein. Dieses wurde von der 
ARK am 15. April  1998  abgewiesen. Am 22. April  1998  verschwand 
A._______ ohne Adressangabe. Am 26. April 1998 reichte A._______ 
durch seinen damaligen Rechtsvertreter  erneut  ein  Revisionsgesuch 
bei  der  ARK  ein.  Auf  dieses  zweite  Gesuch  wurde  mit  Urteil  vom 
30. Juni 1998 nicht eingetreten.

D.
Am 16. Dezember 1999 reichte A._______ in der Schweiz ein zweites 
Asylgesuch ein. Er machte geltend, er sei nach seinem Verschwinden 
aus  der  Schweiz  im  April  1998  in  sein  Heimatland  gereist,  dort 
allerdings  ohne Grund verfolgt  worden. Mit  Verfügung des BFF vom 
26. Januar 2001 wurde das Asylgesuch abgelehnt und der Vollzug der 
Wegweisung angeordnet.

E.
Die  Verfügung  des  BFF  vom  26. Januar  2001  focht  A._______ am 
26. Februar 2001 mit Beschwerde bei der ARK an. Diese Beschwerde 
wurde von der ARK mit Urteil vom 24. April 2001 abgewiesen.

F.
Mit Eingabe vom 4. Juni 2003 beantragte die der Polizei- und Militär-
direktion  des  Kantons  C._______  vorstehende  Regierungsrätin  dem 
BFF die vorläufige Aufnahme von A._______ wegen Vorliegens eines 

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schwerwiegenden  persönlichen  Härtefalls  nach  Abschluss  des  Asyl-
verfahrens. Das BFF teilte im Schreiben vom 23. September 2003 an 
die zuständige Regierungsrätin mit, die Voraussetzungen für eine vor-
läufige  Aufnahme  wegen  Vorliegens  eines  persönlichen  Härtefalls 
seien  nicht  erfüllt,  da  A._______ am  16. Dezember  1999  ein  Asyl-
gesuch  einreichte  und  sich  davor  eigenen  Aussagen  zufolge 
zwischenzeitlich wieder  in seinem Heimatland aufgehalten habe. Die 
Härtefallkriterien würden dagegen einen mindestens vierjährigen Auf-
enthalt in der Schweiz voraussetzen, ohne Anrechnung eines früheren 
Aufenthalts.

G.
Mit Schreiben vom 14. September 2004 ersuchte die der Polizei- und 
Militärdirektion vorstehende Regierungsrätin das BFF erneut um vor-
läufige  Aufnahme  von  A._______ wegen  Vorliegens  eines  schwer-
wiegenden  persönlichen  Härtefalls.  In  diesem  Gesuch  wurde  unter 
anderem geltend gemacht,  die  Papierbeschaffung für  A._______ er-
scheine  gegenwärtig  unmöglich. Aus den  Akten  ist  nicht  ersichtlich, 
inwiefern das BFF auf dieses Gesuch einging.

H.
Mit Eingabe vom 17. September 2004 erklärte der Rechtsvertreter von 
A._______, dieser habe zweimal  ohne Begleitung bei der Vertretung 
der  Demokratischen  Republik  Kongo  vorgesprochen,  um  einen  Be-
sprechungstermin zum Vortragen seines Anliegens zu erhalten. In der 
Folge  habe  er  am 29.  Juli  2004  sowie  am 12.  August  2004  in  Be-
gleitung  von  D._______  bei  der  Botschaft  vorsprechen  können. 
D._______ sei Schweizer Bürger und kenne A._______ seit dem Jahre 
2002  von  seiner  Tätigkeit  als  Betreuer  im  Asylbewerberzentrum 
E._______. Der Eingabe war eine schriftliche Auskunft von D._______ 
vom 14. September 2004 beigelegt. Demnach sei beim ersten Termin 
am 29. Juli 2004 festgestellt worden, dass A._______ nicht im Besitz 
eines  Dokumentes  sei,  welches  seine  Nationalität  belegen  könne. 
Beim zweiten Termin vom 12. August 2004 sei ihnen geraten worden, 
sich  nicht  mehr auf  die  Botschaft  zu  begeben,  weil  der  Vater  von 
A._______ für die frühere Regierung unter Diktator Mobutu gearbeitet 
habe.

I.
Am  19. Oktober  2004  beantragte  das  Amt  für  Migration  und 
Personenstand des Kantons C._______ beim Bundesamt für Migration 

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(BFM)  gestützt  auf  Art. 14b  Abs. 1  des  damaligen  Bundesgesetzes 
vom 26. März 1931 über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer 
(ANAG, BS 1 121) die vorläufige Aufnahme von  A._______ aufgrund 
technischer Unmöglichkeit des Wegweisungsvollzugs. Zur Begründung 
wurde ausgeführt, A._______ habe mehrfach bei der Botschaft seines 
Heimatlandes vorgesprochen, um die für eine Rückkehr erforderlichen 
Papiere  zu  beantragen.  Es  sei  ihm  allerdings  nicht  gelungen,  die 
Papiere  zu beschaffen,  er  sei  im Gegenteil  auf  klare Ablehnung ge-
stossen. Man habe ihm auf der Botschaft  unter anderem auch einen 
Brief  des  Aussenministers  der  Demokratischen  Republik  Kongo vor-
gehalten,  laut  welchem der  Botschaft  untersagt  worden sei,  eigenen 
Staatsangehörigen  im  Ausland  Laisser-passers  auszustellen.  Zuletzt 
habe  A._______ sogar  ein  Hausverbot  erhalten,  weil  die  Botschaft 
festgestellt  habe,  dass  sein  Vater  für  den  früheren  Diktator  Mobutu 
gearbeitet  habe.  Im  Übrigen  habe  sich  A._______ in  der  Zeit  nach 
seinem Verschwinden zwischen April 1998 und Dezember 1999 nicht 
in  seinem  Heimatstaat  aufgehalten.  Sein  damaliger  Rechtsvertreter 
habe ihm zu dieser Aussage geraten, damit er ein neues Asylgesuch 
habe stellen können.

J.
Am 10. April  2006 wies das BFM den Antrag des Migrationsdienstes 
des  Kantons  C._______  ab,  mit  der  Begründung,  für  die  Papier-
beschaffung sei die Abteilung Rückkehr im BFM zuständig, welche die 
Bemühungen  im  vorliegenden  Fall  allerdings  noch  nicht  ab-
geschlossen habe. Damit seien die Voraussetzungen der Unmöglich-
keit des Wegweisungsvollzugs nicht erfüllt.

K.
A._______ erhielt vom BFM eine Vorladung, am 31. August 2006 bei 
der Botschaft der Demokratischen Republik Kongo zu erscheinen.

L.
Am  13. Juni  2007  beantragte  das  beschwerdeführende  Amt  erneut, 
A._______ infolge  technischer  Unmöglichkeit  des  Wegweisungsvoll-
zugs gestützt  auf Art. 46 Abs. 2 AsylG und Art. 14b Abs. 1 ANAG in 
der Schweiz vorläufig aufzunehmen, mit derselben Begründung wie im 
Gesuch vom 19. Oktober 2004. Zudem habe auch an dem vom BFM 
organisierten  Termin  auf  der  Botschaft  vom  31. August  2006  kein 
Laisser-Passer organisiert  werden können, weshalb nun definitiv  auf 
technische Unmöglichkeit des Wegweisungsvollzugs zu schliessen sei.

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M.
Zur  Abklärung des Sachverhalts forderte das BFM das beschwerde-
führende  Amt  mit  Schreiben  vom 29. November  2007  auf,  eine  von 
A._______ eigenhändig unterzeichnete Erklärung einzureichen, ob er 
freiwillig in sein Heimatland zurückkehren wolle.

N.
Mit  Schreiben  des  BFM  vom  30. Januar  2008  an  das  beschwerde-
führende Amt wurde festgestellt,  dass die geforderte  Erklärung über 
die freiwillige Rückreise von A._______ noch nicht eingereicht worden 
war. Das BFM forderte das beschwerdeführende Amt auf, es über den 
aktuellen Stand zu informieren.

O.
Mit Eingabe vom 6. Februar 2008 teilte das beschwerdeführende Amt 
dem  BFM  mit,  es  sei  von  der  freiwilligen  Rückkehr  von  A._______ 
auszugehen,  da  sich  dieser  stets  kooperativ  verhalten  und  sich  be-
müht  habe,  bei  der  Botschaft  seines  Heimatlandes Reisepapiere  zu 
beschaffen.  Weiter  sei  A._______ psychisch  angeschlagen,  was 
ebenfalls  eine  dringende Erledigung des Falles  erfordere.  In  diesem 
Zusammenhang wurde auf die bereits im Verlauf des Verfahrens ein-
gereichten Arztzeugnisse verwiesen. Daneben wurde auf  die  schrift-
liche  Auskunft  von  D._______  vom 14.  September  2004  verwiesen, 
welcher A._______ zweimal auf die Botschaft begleitet hätte. 

P.
Mit  Schreiben  des  beschwerdeführenden  Amtes  an  das  BFM  vom 
7. Februar  2008  wurde  festgehalten,  es  sei  bekannt,  dass  sich 
A._______ mehrfach um die Beschaffung von Reisepapieren bemüht 
habe. Die Aufforderung des BFM eine Erklärung zu dessen freiwilliger 
Rückkehr einzureichen,  halte man für  sinnlos,  zumal  das BFM denn 
auch festgestellt  habe, dass A._______ auf der kongolesischen Bot-
schaft  erschienen  sei,  aber  kein  Laisser-Passer  erhalten  habe. Die 
vom  BFM  geforderte,  von  A._______ handschriftlich  unterzeichnete 
Erklärung wurde nicht eingereicht.

Q.
Mit Verfügung vom 19. Juni 2008 wies das BFM den Antrag des be-
schwerdeführenden  Amtes  auf  vorläufige  Aufnahme  von  A._______ 
ab. Zur Begründung wurde ausgeführt, wenn die Wegweisung wegen 
fehlender  Mitwirkung der  betroffenen Person nicht  vollzogen  werden 
könne, werde in der Regel keine vorläufige Aufnahme verfügt. Gemäss 

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gesicherten Kenntnissen des BFM würden nur freiwillige  (recte: frei-
willig  ausreisende  kongolesische  Staatsbürger)  oder  straffällige 
kongolesische  Staatsangehörige  ein  Ersatzreisedokument  erhalten. 
Aus  dem  Umstand,  dass  es  bisher  nicht  möglich  gewesen  sei,  die 
Reisedokumente  zu  beschaffen,  könne  nicht  ohne  Weiteres  auf  die 
Unmöglichkeit  des  Wegweisungsvollzugs  geschlossen  werden. 
A._______ habe  sich  anlässlich  seines  Ausreisegesprächs  im  Juni 
2001  dahingehend  geäussert,  er  werde  die  Schweiz  nicht  freiwillig 
verlassen. Es bestünden keine Anhaltspunkte, dass sich diese Ansicht 
bis  heute  geändert  haben  sollte.  Das  Amt  für  Migration  und 
Personenstand  des  Kantons  C._______  sei  der  Aufforderung  zum 
Einreichen  einer  Erklärung,  ob  A._______ freiwillig  zur  Rückkehr 
bereits  sei  oder  nicht,  nicht  nachgekommen.  Es  könne  daher  nicht 
davon  ausgegangen  werden,  dass  die  kongolesische  Botschaft 
A._______ keine Reisepapiere  ausstellen  würde,  wenn  dieser  seine 
Bereitschaft  zur freiwilligen Rückkehr offenkundig zu erkennen gäbe. 
Die  Voraussetzungen  für  die  Feststellung  der  Unmöglichkeit  des 
Wegweisungsvollzugs seien damit nicht erfüllt.

R.
Mit  Eingabe  vom  17. Juli  2008  erhob  das  Amt  für  Migration  und 
Personenstand  des  Kantons  C._______  (MIP)  gegen  die  Verfügung 
des  BFM  vom 19. Juni  2008  Beschwerde  beim Bundesverwaltungs-
gericht. Das beschwerdeführende Amt beantragte, die vorinstanzliche 
Verfügung  sei  aufzuheben  und  A._______ sei  wegen  technischer 
Unmöglichkeit des Vollzugs der Wegweisung in der Schweiz vorläufig 
aufzunehmen. Neben den bereits vor der Vorinstanz gemachten Vor-
bringen,  wurde  im  Wesentlichen  geltend  gemacht,  das  BFM  stütze 
sich auf  eine Aussage von  A._______, welcher zufolge er nicht  frei-
willig ausreisen wolle. Diese Aussage stamme allerdings aus dem Jahr 
2001. Seither  habe  A._______ mehrmals  versucht,  die  notwendigen 
Reisepapiere  zu  beschaffen. Einen besseren Beweis,  als  das  mehr-
fache  Erscheinen  von  A._______  bei  der  kongolesischen  Botschaft, 
könne  es  nicht  geben.  Aus  dem  Umstand,  dass  das  beschwerde-
führende Amt  bei  A._______ die  geforderte  Erklärung über  die  frei-
willige Rückkehr nicht eingeholt habe, schliesse das BFM darauf, man 
könne  nicht  davon  ausgehen,  die  kongolesischen  Behörden  würden 
keine  Reispapiere  ausstellen.  Diesbezüglich  sei  allerdings  kein  Zu-
sammenhang  ersichtlich.  Es  sei  zwar  richtig,  dass  die  Möglichkeit 
einer  freiwilligen  Rückkehr  eine  vorläufige  Aufnahme  ausschliesse, 
allerdings  habe  A._______  mit  seinen  Vorsprachen  auf  der 

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kongolesischen  Botschaft  deutlich  gezeigt,  dass  er  bereits  sei,  die 
notwendigen  Schritte  zur  Beschaffung  der  notwendigen  Papiere  zu 
unternehmen.  Das  BFM  gehe  von  einem  falschen  Verständnis  der 
freiwilligen Rückkehr aus und seine Schlüsse seien nicht stichhaltig.

S.
Auf Aufforderung des Bundesverwaltungsgerichts vom 4. August 2008 
äusserte sich das BFM mit Vernehmlassung vom 5. September 2008 
zur Beschwerde wie folgt: Die Beschwerde enthalte  keine neuen er-
heblichen Tatsachen oder Beweismittel, welche eine Änderung seines 
Standpunktes rechtfertigen könne. Eine vorläufige Aufnahme aufgrund 
technischer Unmöglichkeit des Wegweisungsvollzugs sei nur möglich, 
wenn  trotz  Mitwirkung  des  Betroffenen  davon  ausgegangen  werden 
müsse,  dass  die  Papierbeschaffung  mit  grosser  Wahrscheinlichkeit 
längerfristig  ausgeschlossen  erscheine. Wenn dagegen  die  Möglich-
keiten  noch  nicht  ausgeschöpft  seien,  komme  eine  vorläufige  Auf-
nahme  nicht  in  Frage.  Auch  wenn  sich  eine  Ausreise  als  schwer 
organisierbar  darstelle  und  mit  den  ausländischen  Behörden  noch 
verhandelt werden müsse, lasse dies nicht ohne Weiteres auf Unmög-
lichkeit  des  Wegweisungsvollzugs  schliessen.  Der  kongolesische 
Botschafter  habe  aus  eigenem  Entscheid  A._______ kein  Laisser-
Passer  ausgestellt.  Zudem habe bisher  nicht  abschliessend beurteilt 
werden können, ob  A._______ die Schweiz tatsächlich freiwillig  ver-
lassen wolle. Es könne nicht  davon ausgegangen werden, dass sich 
die Demokratische Republik  Kongo generell  weigere,  eigene Staats-
angehörige  zurückzunehmen.  Im  Februar  2008  sei  mit  den  zu-
ständigen kongolesischen Behörden eine Vereinbarung unterzeichnet 
worden, welche Sonderflüge und Delegationsvorführungen ermögliche. 
Im April 2008 habe eine Delegation aus Kongo erste Anhörungen mit 
eigenen  Staatsangehörigen  in  der  Schweiz  durchgeführt  und  dabei 
sogar  für  Personen,  welche nicht  freiwillig  ausreisen wollten,  Reise-
papiere ausgestellt. Es sei davon auszugehen, dass auch  A._______ 
die notwendigen Dokumente erhalten werde, seitdem das Ausstellen 
von Papieren nicht mehr in den Kompetenzbereich des Botschafters, 
sondern in denjenigen der erwähnten kongolesischen Delegation falle. 
Vor dem Hintergrund dieser  Tatsachen könne  daher  nicht  von einer 
Unmöglichkeit des Vollzugs der Wegweisung gesprochen werden. Das 
BFM beantragte die Abweisung der Beschwerde.

T.
Zur Vernehmlassung des BFM nahm das beschwerdeführende Amt mit 

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Replik vom 19. September 2008 Stellung. Es wurde vollumfänglich an 
den  Rechtsbegehren  und  Begründungen  aus  der  Beschwerde  fest-
gehalten  und  ausgeführt,  es  stehe  gar  nicht  in  Frage,  ob  sich  die 
Demokratische  Republik  Kongo  generell  weigere,  eigene  Staats-
angehörige zurückzunehmen. Es gehe nur um den konkreten Fall von 
A._______,  in  welchem sich  die  kongolesischen  Behörden  nunmehr 
seit  Jahren geweigert  hätten,  die notwendigen Papiere auszustellen. 
Es  sei  nicht  ersichtlich,  weshalb  die  erwähnte  kongolesische 
Delegation  A._______ nun  die  Reisepapiere  ausstellen  sollte,  wenn 
sich die Botschaft jahrelang geweigert habe. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005  (VGG,  SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungs-
gericht  Beschwerden  gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  des  Bundes-
gesetzes  vom  20. Dezember 1968  über  das  Verwaltungsverfahren 
(VwVG, SR 172.021). Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 
VGG und  ist  daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts. 
Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG 
liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist  daher zuständig für 
die  Beurteilung  der  vorliegenden  Beschwerde  und  entscheidet  in 
diesem  Bereich  endgültig  (Art. 105  des  Asylgesetzes  vom 
26. Juni 1998  [AsylG,  SR 142.31];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundes-
gerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht (Art. 6 AsylG 
i.V.m. Art. 50 ff. VwVG).

1.3 Gemäss Art. 48 Abs. 1 VwVG ist zur Beschwerde legitimiert, wer 
am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz  teilgenommen  hat  oder  keine 
Möglichkeit zur Teilnahme erhalten hat (Bst. a.),  durch die Verfügung 
besonders berührt  ist (Bst. b.) und ein schützenswertes Interesse an 
deren Aufhebung oder Änderung hat (Bst. c.). Das Gemeinwesen ist 
unter bestimmten Voraussetzungen gestützt auf Art. 48 Abs. 1 VwVG 
ebenfalls  beschwerdelegitimiert.  Diese  Voraussetzungen  sind  erfüllt, 
wenn  Gemeinwesen  in  ihren  hoheitlichen  Befugnissen,  als  Träger 
öffentlicher  Aufgaben,  berührt  sind  und  ein  eigenes  schutzwürdiges 

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Interesse  an  der  Aufhebung  des  angefochtenen  Entscheids  haben 
oder wenn sie gleich oder ähnlich wie eine Privatperson betroffen sind. 
Schliesslich  ist  die  Legitimation  eines  Gemeinwesens  zu  bejahen, 
wenn  es  diesem  um  spezifische  öffentliche  Anliegen  geht  (vgl. 
BGE 133 II 400 E. 2.4.2 S. 406; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts 
A-7385/2007 vom 12. März 2008 E. 2; ISABELLE HÄNER, in: AUER / MÜLLER / 
SCHINDLER [Hrsg.],  Kommentar  zum  Bundesgesetz  über  das  Ver-
waltungsverfahren  [VwVG],  Rz. 24 ff.  zu  Art. 48;  MOSER /  BEUSCH / 
KNEUBÜHLER,  Prozessieren  vor  Bundesverwaltungsgericht,  Lausanne  / 
Zürich / Bern 2008, Rz. 2.89).

1.4 Gemäss den Entscheidungen und Mitteilungen der ARK [EMARK] 
2002  Nr. 17  ergab  sich  die  Legitimation  eines  Kantons  zur  Be-
schwerde  gegen  einen  die  vorläufige  Aufnahme  abweisenden  Be-
schluss  des  BFM,  nachdem  ein  solcher  gestützt  auf  Art. 46  Abs. 2 
AsylG beantragt worden war, aus einer Analogie zum Ausländerrecht. 
Gemäss Art. 14b Abs. 1 ANAG konnte eine vorläufige Aufnahme von 
der kantonalen Fremdenpolizeibehörde beantragt werden. Schliesslich 
konnten  aufgrund  von  Art. 20  Abs. 2  ANAG  auch  die  zuständigen 
kantonalen  Behörden  gegen  Verfügungen  des  BFM  Beschwerde  an 
das Bundesverwaltungsgericht  erheben. Nach dem aktuell  geltenden 
AuG können kantonale Behörden beim BFM die vorläufige Aufnahme 
beantragen  (Art. 83  Abs. 6  AuG).  Gemäss  der  Botschaft  zum 
Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer, sollen die Be-
stimmungen des AuG über die vorläufige Aufnahme mit derjenigen von 
Art. 14b ANAG inhaltlich identisch sein (vgl. BBl Nr. 20 2002 S. 3818). 
Dies  führt  dazu,  dass  auch  die  kantonalen  Migrationsbehörden  er-
mächtigt  sind,  beim BFM  einen  Antrag  auf  vorläufige  Aufnahme  zu 
stellen. Im Einklang mit  der erwähnten Rechtsprechung der ARK, ist 
damit  auch  im  vorliegenden  Fall  davon  auszugehen,  dass  die  zu-
ständige  kantonale  Migrationsbehörde  zur  Beschwerde  gegen  einen 
ablehnenden  Entscheid  des  BFM  ermächtigt  sein  muss.  Dies  aus 
Gründen der Symmetrie zwischen dem Ausländer- und dem Asylrecht 
(vgl. EMARK 2002 Nr. 17 E. 4. ba S. 138).

1.5 Für den Fall,  dass ein Antrag auf vorläufige Aufnahme im Sinne 
von Art. 46 Abs. 2 AsylG vom BFM abgewiesen wird, hat der antrag-
stellende  Kanton  vertreten  durch  das  Migrationsamt durchaus  ein 
schützenswertes Interesse an der Aufhebung oder Änderung der frag-
lichen Verfügung. Einerseits hat der Kanton eine Lösung zu finden für 
eine  Person,  welche aus  rechtlicher  Sicht  in  ihr  Heimatland  zurück-

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geführt  werden  müsste,  dies  allerdings  unter  Umständen  zum 
aktuellen  Zeitpunkt  unmöglich  ist.  Der  Kanton  kann  die  dauerhafte 
Anwesenheit  einer  Person,  welche  durch  einen  abweisenden  Ent-
scheid nicht vorläufig aufgenommen wurde und weggewiesen werden 
sollte,  nicht  tolerieren,  ohne  deren  Aufenthalt  rechtlich  zu  regeln. 
Andererseits bringt diese Situation auch einen finanziellen Aufwand für 
den  Kanton  mit  sich,  denn  die  die  betroffene  Person  ist  nicht  be-
rechtigt, zu arbeiten und für ihren Unterhalt selbständig aufzukommen 
(vgl. zum Ganzen EMARK 2002 Nr. 17 E. 4. bb S. 138 f.). Die Kantone 
sind  insbesondere  dann  aufgrund  von  Art. 48  Abs. 1  VwVG  be-
schwerdelegitimiert,  wenn  sie  in  eigenen  vermögensrechtlichen 
Interessen betroffen sind (vgl. BGE 131 II 753 E. 4.3.1 S. 757). 

1.6 Vorliegend ist folglich auch das Amt für Migration und Personen-
stand des Kantons C._______ (MIP) legitimiert, gegen die Verfügung 
des BFM, mit  welchem die vorläufige  Aufnahme von  A._______ ab-
gelehnt  wurden, gestützt auf  Art. 48 Abs. 2 VwVG Beschwerde beim 
Bundesverwaltungsgericht zu erheben. Auf die Beschwerde ist mithin 
einzutreten.

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

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3.

3.1 Das  beschwerdeführende  Amt  machte  im  vorliegenden  Fall 
technische  Unmöglichkeit  des  Wegweisungsvollzugs  von  A._______ 
geltend. Das BFM sei zu unrecht davon ausgegangen, der Vollzug der 
Wegweisung sei als möglich zu erachten.

3.2 Ist  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar 
oder  nicht  möglich,  so  regelt  das  Bundesamt  das  Anwesenheitsver-
hältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Auf-
nahme von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG).

3.3 Die  technische  Unmöglichkeit  des  Vollzugs  einer  Wegweisung 
kann  darin  begründet  liegen,  dass  sich  die  Behörden  des  Heimat-
staates  der  betreffenden  Person  weigern,  dieser  die  notwendigen 
Reisedokumente  auszustellen  oder  auch  indem  sie  sich  weigern, 
einen ihrer Landsleute trotz gültigen Reisepapieren zurückzunehmen. 
Damit  aufgrund  solcher  Umstände  eine  vorläufige  Aufnahme  in  der 
Schweiz  verfügt  wird,  muss  dieser  Zustand  eine  gewisse  Weile  an-
dauern. So ist praxisgemäss eine vorläufige Aufnahme erst dann an-
zuordnen,  wenn  die  Ausschaffung  einer  ausreisepflichtigen  Person 
bisher mindestens während eines Jahres unmöglich geblieben ist und 
im Urteilszeitpunkt klar erkennbar ist, dass sie dies auf unabsehbare 
Zeit  - mindestens  ein  Jahr -  weiterhin  sein  wird  (vgl.  EMARK  2006 
Nr. 15 E. 3.1 S. 163 f., 2002 Nr. 17 E. 6b S. 141, 1995 Nr. 14;  WALTER 
STÖCKLI,  Asyl,  in:  UEBERSAX/RUDIN/HUGI YAR/GEISER [Hrsg.],  Ausländer-
recht, 2. Aufl. Basel 2009, Rz. 11.73). Vorausgesetzt wird weiter, dass 
einerseits die betroffene Person nicht in der Lage ist, aus freiem Willen 
in  ihr  Heimatland  zurückzukehren  und  andererseits  auch  die  zu-
ständigen Schweizer Behörden - trotz allfälliger Zwangsmittel - nicht in 
der Lage sind,  für  die Rückkehr der betreffenden Person zu sorgen. 
Die Möglichkeit einer freiwilligen Heimreise steht der Feststellung, der 
Vollzug der Wegweisung erweise sich als unmöglich,  von vornherein 
entgegen (vgl. EMARK 2002 Nr. 23 E. f S. 187).

3.4

3.4.1 Laut den Akten ist A._______ am 19. Juni 2001 erstmals beim 
Migrationsdienst des Kantons C._______ zu einem Ausreisegespräch 
erschienen. Damals  habe  er  unter  anderem ausgesagt,  er  sei  nicht 
freiwillig zur Ausreise bereit. 

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3.4.2 Aktenkundig ist auch, dass A._______ zweimal ohne Begleitung 
bei der Vertretung der Demokratischen Republik Kongo vorgesprochen 
hat,  um einen  Beratungstermin  zum  Vortragen  seines  Anliegens  zu 
erhalten (vgl. Eingabe des Rechtsvertreters vom 17. September 2004). 
Am 29. Juli 2004 sowie am 12. August 2004 konnte er in Begleitung 
eines Bekannten bei der Botschaft  vorsprechen (vgl. schriftliche Ein-
gabe des Gewährsmannes vom 14. September 2004 [A 197], welche 
der  oben  erwähnten  Eingabe  beilag).  Für  weitere  Einzelheiten  kann 
auf die vorstehenden Ausführungen unter H. verwiesen werden. 

4.

4.1 Am 19. Oktober 2004 - mithin vor über fünfeinhalb Jahren – be-
antragte  der  Beschwerdeführer die  Anordnung  der  vorläufigen  Auf-
nahme  von  A._______  wegen  technischer  Unmöglichkeit  des  Weg-
weisungsvollzugs.  Am  10.  April  2006  teilte  das  BFM  dem  Be-
schwerdeführer  mit,  die  Bemühungen  zur  Beschaffung  von  Reise-
papieren für  A._______ seiner  Abteilung Rückkehr  seien noch nicht 
abgeschlossen;  die  entsprechenden  Bemühungen  sind  denn  auch 
aktenkundig (vgl. unter anderem das interne BFM-Schreiben vom 20. 
Juni 2007 sowie die Gesprächsnotiz des BFM vom 25. Juni 2007).

4.2 Am 29. November 2007, wiederum über ein Jahr später, forderte 
das  BFM  den  Beschwerdeführer  auf,  eine  von  A._______  unter-
zeichnete  Erklärung  beizubringen,  wonach  dieser  eine  freiwillige 
Rückkehr  "in  Erwägung  ziehe".  Der  Beschwerdeführer  führte  mit 
Schreiben  vom  7.  Februar  2008  aus,  dass  A._______  nachweislich 
mehrere Mal auf der Botschaft vorgesprochen habe und das BFM un-
begründeter  Weise  die  jahrelangen  Vollzugsbemühungen  des  Be-
schwerdeführers in Zweifel ziehe (vgl. 3.4.2.). 

4.3 Am 19. Juni 2008 wies das BFM das Gesuch des Amtes auf Er-
teilung  der  vorläufigen  Aufnahme vom  13.  Juni  2007  mit  der  Be-
gründung ab, die kongolesische Vertretung habe letztmals am 25. Juni 
2007  (also  rund  ein  Jahr  vor  Erlass  der  Verfügung)  versichert,  das 
"Verfahren weiter voranzutreiben". In Anbetracht dessen, dass der An-
trag des  Beschwerdeführers vom 19. Oktober  2004 datiert,  war  das 
Verfahren  der  erfolglosen  Papierbeschaffung  damals  bereits  rund 
dreieinhalb Jahre hängig. 

4.4 Im Rahmen des Schriftenwechsels führte das BFM in seiner Ver-
nehmlassung vom 29. August 2008 aus, es werde aktuell eine interne 

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Analyse  zur  heutigen  Situation  in  Sachen  Papierbeschaffung  für 
kongolesische Staatsbürger erstellen. Da das entsprechende Ergebnis 
bis  dato  nicht  vorliege,  könne  sich  das  Amt  heute  nicht  vernehmen 
lassen. 

4.5 In  seiner  weiteren  Vernehmlassung  vom  5.  September  2008 
räumte das BFM ein, dass der Vollzug der Wegweisung "längere Zeit" 
nicht  habe  realisiert  werden  können,  da  namentlich  der  Botschafter 
der Demokratischen Republik Kongo in der Schweiz bei der Erstellung 
eines  Laisser-Passer  aus  eigenem Entscheid  nicht  mitgewirkt  hatte. 
Zusammen  mit  den  zuständigen  Behörden  der  Demokratischen 
Republik  Kongo  sei  die  Möglichkeit  der  zwangsweisen  Rückführung 
von Staatsangehörigen dieses  Landes ausgehandelt  worden. So sei 
am 23. Februar 2008 eine Vereinbarung unterzeichnet worden, welche 
Sonderflüge und Delegationsvorführungen möglich mache (vgl. Urteile 
des  Bundesgerichts  2C-252/2008  und  2C-259/2008  vom  11.  April 
sowie 10. Juni  2008).  "Zur  Zeit"  könne davon ausgegangen werden, 
dass sich die Demokratische Republik Kongo nicht generell  weigere, 
ihre Staatsangehörigen zurückzunehmen. Es könne daher nicht gesagt 
werden,  die  Beschaffung von Ersatzreisepapieren für  A._______ sei 
nicht möglich. Es obliege den kantonalen Behörden, die notwendigen 
Schritte  vorzunehmen,  damit  der  Ausländer  an  einem Interview teil-
nehmen könne.

4.6 Nach dem Gesagten verweigerte der kongolesische Botschafter in 
den diesem Beschwerdeverfahren vorausgegangenen Jahren generell 
die Ausstellung von Laisser-passers. Bei dieser Sachlage ergibt sich, 
dass der zwangsweise Vollzug der Wegweisung in den Kongo tatsäch-
lich  über  Jahre  hinweg  mangels  Möglichkeit  der  Papierbeschaffung 
technisch  nicht  möglich  gewesen  war,  weshalb  die  Frage  nach  der 
Mitwirkungspflicht von A._______ offen bleiben kann. Praxisgemäss ist 
eine vorläufige Aufnahme dann anzuordnen,  wenn die Ausschaffung 
einer  ausreisepflichtigen  Person  bisher  mindestens  während  eines 
Jahres unmöglich geblieben ist, was vorliegend offensichtlich erfüllt ist. 
Zudem muss im Urteilszeitpunkt klar erkennbar sein, dass sie dies auf 
unabsehbare  Zeit  - mindestens  ein  Jahr -  weiterhin  sein  wird  (vgl. 
EMARK 2006  Nr. 15  E. 3.1  S. 163 f.,  2002  Nr. 17  E. 6b S. 141). Da 
feststeht,  dass  die  Identitätskarte  von A._______  weder  beim  BFM 
noch bei den katonalen Behörden auffindbar ist, kann heute nicht mit 
hinreichender Sicherheit davon ausgegangen werden, der Vollzug der 

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Wegweisung werde innerhalb eines Jahres möglich sein. Somit ist das 
BFM anzuweisen, den Ausländer vorläufig aufzunehmen.

5.
Zusammenfassend  ist  festzustellen,  dass  der  Beschwerdeführer  mit 
seinen Begehren durchgedrungen ist. In Gutheissung der Beschwerde 
ist die angefochtene Verfügung des BFM vom 19. Juni 2008 betreffend 
Abweisung der vorläufigen Aufnahme (infolge technischer Unmöglich-
keit)  aufzuheben,  und die  Vorinstanz  ist  anzuweisen,  A._______ die 
vorläufige Aufnahme zu gewähren.

6.

6.1 Beim vorliegenden Ausgang des Beschwerdeverfahrens sind keine 
Kosten zu erheben (Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG).

6.2 Dem im Sinne der Erwägungen obsiegenden Beschwerdeführer ist 
in  Anwendung  von  Art. 7  Abs.  3  des  Reglements  vom  21. Februar 
2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesver-
waltungsgericht  (VGKE,  SR  173.320.2)  keine  Parteientschädigung 
auszurichten.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird gutgeheissen.

2.
Die Verfügung des BFM vom 19. Juni 2008 wird aufgehoben. Das BFM 
wird  angewiesen,  A._______  zufolge  technischer  Unmöglichkeit  des 
Wegweisungsvollzugs vorläufig in der Schweiz aufzunehmen.

3.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

4.
Gestützt  auf  Art.  7  Abs. 3  VGKE wird  dem  Beschwerdeführer keine 
Parteientschädigung ausgerichtet.

5.
Dieses Urteil geht an:

- das Amt für Migration und Personenstand des Kantons C._______ 
(Einschreiben)

- das BFM, Abteilung Aufenthalt,  mit  den Akten Ref.-Nr. N _______ 
(per Kurier; in Kopie)

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Fulvio Haefeli Ulrike Raemy

Versand: 

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