# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ddf34a81-3a15-53cb-9e17-4e5928f0edbb
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-04-07
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 07.04.2014 IV 2012/363
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2012-363_2014-04-07.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2012/363

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 03.06.2020

Entscheiddatum: 07.04.2014

Entscheid Versicherungsgericht, 07.04.2014
Art. 28 IVG. Rentenanspruch. Es besteht vorliegend keine Rechtfertigung, 
von der gutachterlich bescheinigten Arbeitsfähigkeitsbeurteilung 
abzuweichen und der depressiven Krankheit aus 
invalidenversicherungsrechtlicher Sicht eine Auswirkung auf die 
Arbeitsfähigkeit abzusprechen. Bestimmung des Valideneinkommens. 
Vermutung, dass der Beschwerdeführer im Gesundheitsfall die langjährig 
erfolgreich ausgeübte angestammte Tätigkeit fortgeführt hätte, aufgrund der 
konkreten Umstände bejaht (Entscheid des Versicherungsgericht des 
Kantons St. Gallen vom 7. April 2014, IV 2012/363. Bestätigt durch Urteil des 
Bundesgerichts 9C_358/2014

Entscheid Versicherungsgericht, 07.04.2014

Vizepräsidentin Marie-Theres Rüegg Haltinner, Versicherungsrichterinnen Karin Huber-

Studerus und Marie Löhrer; Gerichtsschreiber Philipp Geertsen

Entscheid vom 7. April 2014

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Pascale Hartmann, c/o Procap Schweiz, 

Frohburgstrasse 4, Postfach, 4601 Olten,

gegen

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

Rente

Sachverhalt:

A.    

A.a  A.___, geboren 19__, meldete sich am 4. November 2008 (Eingang SVA: 

19. Dezember 2008) zum Bezug von IV-Leistungen an (act. G 5.1.1). Anlässlich des 

Frühinterventionsgesprächs vom 4. Februar 2009 gab der behandelnde med. pract. 

B.___, Oberarzt am Psychiatrie-Zentrum C.___, gegenüber dem RAD an, der 

Versicherte leide an einer anhaltenden depressiven Episode vor dem Hintergrund einer 

Persönlichkeitsstörung (hohe narzisstische Verletzbarkeit, selbstunsicher, abhängig, 

antriebslos, passiv-aggressiv). Es bestehe des Weiteren ein langdauernder, sehr 

entwertender Ehekonflikt. In der angestammten Tätigkeit als Serviceangestellter sei der 

Versicherte aufgrund einer Psoriasis, somatischer Einschränkungen und einer 

verminderten Agilität gravierend eingeschränkt (act. G 5.1.14). Der behandelnde 

Dr. med. D.___, Orthopädische Chirurgie FMH, diagnostizierte im Bericht vom 9. April 

2009 eine Gonarthrose beidseits links stärker als rechts, eine massive Psoriasis, eine 

psychische Dekompensation sowie eine Herzinsuffizienz. Für die angestammte 

Tätigkeit als Hotelfachangestellter bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (act. 

G 5.1.23; zur Einschätzung des Gesundheitszustands durch den Hausarzt Dr. med. 

E.___, FMH Allgemeine Medizin, vom 24. Juni 2009 siehe act. G 5.1.27).

A.b  Am 28. Juli 2009 berichtete Dr. med. F.___, Dermatologische Abteilung des 

Universitätsspitals Zürich, wo der Versicherte vom 6. April bis 8. Mai 2009 stationär 

behandelt wurde, für die angestammte Tätigkeit bestehe aus dermatologischer Sicht 

eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Hinsichtlich einer leidensangepassten Tätigkeit 

beschrieb er keine Einschränkungen (act. G 5.1.31; vgl. auch Bericht der behandelnden 

Dr. med. G.___ vom 28. August 2009, act. G 5.1.33).

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

A.c  Am 17. März 2010 diagnostizierte med. pract. B.___ aus psychiatrischer Sicht eine 

anhaltende affektive (depressive) Störung (ICD-10: F34.8) mittelgradiger Ausprägung 

sowie eine gemischte Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F61). Es bestehe aus 

psychiatrischer Sicht nur die Notwendigkeit, im Rahmen einer Wiedereingliederung 

eine geminderte Leistungsanforderung und Unterstützung entsprechend einer 

Minderung der Arbeitsfähigkeit von 20 bis 30% zu berücksichtigen. Allerdings 

bedingten zusätzliche organmedizinische Einschränkungen wahrscheinlich eine 

darüber hinaus gehende Beeinträchtigung (act. G 5.1.55). Der seit 8. Februar 2010 

behandelnde Dr. med. H.___, Facharzt FMH Kardiologie und FMH Innere Medizin, 

berichtete am 14. April 2010, der Versicherte leide an einer dilatativen 

Kardiomyopathie, ED 2000. Aufgrund der eingeschränkten linksventrikulären Funktion 

sei der Versicherte für schwere körperliche Arbeiten als arbeitsunfähig einzuschätzen 

(act. G 5.1.58).

A.d  Die IV-Stelle erteilte am 31. Mai 2010 Kostengutsprache für eine berufliche 

Abklärung im I.___ für die Dauer vom 31. Mai bis 27. August 2010 (act. G 5.1.64). Im 

Bericht des I.___ vom 23. September 2010 führten die Abklärungspersonen aus, sie 

hätten sehr bedauert, dass der Versicherte nicht in der Lage gewesen sei, sein Pensum 

von 50% zu erhöhen. Sie seien der Meinung, der Versicherte habe Chancen, einen für 

ihn passenden Arbeitsplatz zu finden, da er sich fachlich wie auch persönlich dafür 

empfehle (act. G 5.1.74; bis 30. April 2011 stand der Versicherte noch in einem 

befristeten, durch das Sozialamt finanzierten Arbeitsverhältnis mit dem I.___, in dessen 

Rahmen er vor allem administrative Tätigkeiten am Computer verrichtete, act. 

G 5.1.85). Am 31. Januar 2011 verfügte die IV-Stelle nach durchgeführtem 

Vorbescheidverfahren (zum Vorbescheid vom 29. November 2010 siehe act. G 5.1.77) 

die Abweisung des Begehrens um berufliche Massnahmen, da davon auszugehen sei, 

der Versicherte habe kein Interesse an beruflichen Eingliederungsmassnahmen (act. 

G 5.1.83).

A.e  Dr. E.___ gab im Verlaufsbericht vom 28. Januar 2011 an, der Gesundheitszustand 

des Versicherten sei seit Juni 2009 stationär geblieben. Theoretisch sei eine 

Arbeitsfähigkeit in Teilzeit mit reduzierter Leistung (keine körperliche Belastung) 

denkbar. Diese sei praktisch kaum realisierbar (act. G 5.1.84).

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

A.f   Mit Vorbescheid vom 7. März 2011 stellte die IV-Stelle ausgehend von einer 

70%igen Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten die Abweisung des 

Rentengesuchs in Aussicht (act. G 5.1.90). Dagegen erhob der Versicherte am 6. April 

2011 vorsorglich Einwand (act. G 5.1.95), den er am 21. April 2011 ergänzend 

begründete (act. G 5.1.97). Am 4. Mai 2011 verfügte die IV-Stelle die Rentenabweisung 

(act. G 5.1.100). Auf Beschwerde vom 7. Juni 2011 hin (act. G 5.1.106-2 ff.) widerrief 

die IV-Stelle die angefochtene Verfügung am 11. November 2011 und teilte mit, weitere 

Abklärungen durchzuführen (act. G 5.1.121).

A.g  Am 30. Januar und 2. Februar 2012 wurde der Versicherte polydisziplinär 

(internistisch, rheumatologisch und psychiatrisch) in der MEDAS Ostschweiz 

untersucht. Im Gutachten vom 25. April 2012 diagnostizierten die Experten mit 

Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit: Varusgonarthrosen, eine dilatative 

Kardiomyopathie und eine leichte bis mittelgradige depressive Störung (ICD-10: 

F32.00/F32.10) ohne somatisches Syndrom. Sowohl die Gonarthrosen wie die 

Kardiomyopathie führten zu einer Arbeitsunfähigkeit für körperlich schwere bis auch 

mittelschwere Tätigkeiten und auch für vorwiegend gehende und stehende Tätigkeiten, 

wie sie im ursprünglichen Beruf als Kellner und Hotelfachmann häufig verrichtet 

worden seien. Für leidensangepasste Tätigkeiten bestehe aufgrund der leichten bis 

mittelgradigen depressiven Störung eine 20 bis 30%ige Arbeitsunfähigkeit (act. 

G 5.1.131). Der RAD hielt die Arbeitsfähigkeitsschätzung der MEDAS-Gutachter für 

beweiskräftig (Stellungnahme vom 21. Mai 2012, act. G 5.1.132).

A.h  Im Vorbescheid vom 11. Juni 2012 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, sie 

werde das Rentengesuch gestützt auf eine 75%ige Restarbeitsfähigkeit und einen 

ermittelten Invaliditätsgrad von 25% abweisen (act. G 5.1.136). Dagegen erhob der 

Versicherte am 12. Juli 2012 Einwand, worin er eine halbe Rente beantragte. Im 

Wesentlichen bemängelte er den von der IV-Stelle vorgenommenen 

Einkommensvergleich (act. G 5.1.137). Am 24. August 2012 verfügte die IV-Stelle die 

Abweisung des Rentengesuchs (act. G 5.1.139).

B.    

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

B.a  Gegen die Verfügung vom 24. August 2012 richtet sich die vorliegende 

Beschwerde vom 25. September 2012. Der Beschwerdeführer beantragt darin unter 

Kosten- und Entschädigungsfolge deren Aufhebung und die Zusprache einer halben 

Rente mit Wirkung ab 1. Juni 2009. Zur Begründung bringt er vor, die 

Beschwerdegegnerin habe ein zu niedriges Valideneinkommen berücksichtigt. Er sei 

unter anderem während 17 Jahren (1983 bis 2000) als ___-leiter und stellvertretender 

Direktor tätig gewesen. Es sei ihm gelungen, sich in diesem Betrieb hoch zu arbeiten. 

Allerdings habe er bereits Ende 1999 / Anfang 2000 gesundheitliche Probleme gehabt. 

Ab dem Jahr 2000 sei es ihm gesundheitsbedingt nicht mehr möglich gewesen, eine 

Arbeitsstelle länger zu behalten. Wäre er heute aufgrund der gesundheitlichen 

Schwierigkeiten nicht in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt, würde er nach wie vor 

eine leitende Funktion in der Gastronomie ausüben. Es sei für das Jahr 2008 von einem 

Valideneinkommen von Fr. 87'000.-- auszugehen. Bei der Bemessung des 

Invalideneinkommens rechtfertige sich ein 20%iger Tabellenlohnabzug (act. G 1).

B.b  Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 9. November 

2012 die Abweisung der Beschwerde. Sie stellt sich neu auf den Standpunkt, dem 

psychischen Gesundheitsschaden komme keine invalidisierende Wirkung zu, weshalb 

von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten auszugehen sei. 

Eine Arbeitsunfähigkeit habe nach gutachterlicher Einschätzung erst ab April 2008 

bestanden. Weil beim Beschwerdeführer seit August 2000 keine repräsentative 

Einkommensbasis zur Verfügung stehe, könne das Valideneinkommen abstrakt 

gestützt auf den massgebenden LSE-Hilfsarbeiterlohn bemessen werden. Es könne ein 

Tabellenlohnabzug von 10% gewährt werden, woraus ein 10%iger Invaliditätsgrad 

resultiere (act. G 5).

B.c  Mit Präsidialverfügung vom 13. November 2012 wird dem Gesuch des 

Beschwerdeführers um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege (Befreiung von 

den Gerichtskosten und Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung) 

entsprochen (act. G 6).

B.d  In der Replik vom 6. Dezember 2012 hält der Beschwerdeführer an seiner 

Beschwerde unverändert fest. Ergänzend bringt er vor, der depressiven Krankheit 

könne die invalidisierende Wirkung nicht abgesprochen werden (act. G 8).

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

B.e  Die Beschwerdegegnerin hat auf eine Duplik verzichtet (act. G 10).

Erwägungen:

1.     

Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist der Rentenanspruch 

des Beschwerdeführers. Von den Parteien wird die Beweiskraft des MEDAS-

Gutachtens vom 25. April 2012 nicht in Frage gestellt. Es ergeben sich aus den Akten 

auch keine Hinweise, welche Zweifel an der gutachterlichen Arbeitsfähigkeitsschätzung 

entstehen lassen, weshalb mit den Parteien darauf abgestellt werden kann.

1.1   Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über 

die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder 

die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare 

Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), 

während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40% 

arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% 

invalid sind (lit. c). Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die voraussichtlich 

bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. 

Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder 

psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und 

Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf 

dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

1.2   Für die Bestimmung des Invaliditätsgrads wird das Erwerbseinkommen, das die 

versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der 

medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 

zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung 

gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 

geworden wäre (Art. 16 ATSG).

1.3   Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die 

versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht 

ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% 

ein Anspruch auf eine Viertelsrente.

2.     

Nachdem die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung und im gesamten 

vorangegangenen Verwaltungsverfahren der Auffassung war, das depressive Leiden 

sei erheblich und invalidenversicherungsrechtlich relevant (act. G 5.1.139 und 

G 5.1.100), vertritt sie in der Beschwerdeantwort vom 9. November 2012 neu den 

Standpunkt, das psychische Leiden des Beschwerdeführers sei 

invalidenversicherungsrechtlich nicht relevant. Aus rechtlicher Sicht sei daher von einer 

100%igen Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten auszugehen (act. G 5, 

Rz 1).

2.1   Grundsätzlich bedarf es nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung für die 

Annahme eines invalidisierenden Gesundheitsschadens einer fachärztlichen, lege artis 

auf die Vorgaben eines Klassifikationssystems abgestützten Diagnose. Im Rahmen der 

freien Beweiswürdigung dürfe sich dabei die Verwaltung - und im Streitfall das Gericht 

- weder über die den beweisrechtlichen Anforderungen genügenden medizinischen 

Tatsachenfeststellungen hinwegsetzen noch sich die ärztlichen Einschätzungen und 

Schlussfolgerungen zur (Rest-)Arbeitsfähigkeit unbesehen ihrer konkreten 

sozialversicherungsrechtlichen Relevanz und Tragweite zu eigen machen. Die 

rechtsanwendenden Behörden hätten mit besonderer Sorgfalt zu prüfen, ob die 

ärztliche Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit auch invaliditätsfremde Gesichtspunkte 

(insbesondere psychosoziale und soziokulturelle Belastungsfaktoren) 

mitberücksichtige, die vom sozialversicherungsrechtlichen Standpunkt aus 

unbeachtlich seien. Wo psychosoziale Einflüsse das Bild prägen würden, sei bei der 

Annahme einer rentenbegründenden Invalidität Zurückhaltung geboten (Urteil des 

Bundesgerichts vom 30. März 2011, 9C_1041/2010, E. 5.1 mit Hinweisen).

2.2   Der Gesetzgeber hat im Rahmen der 6. IV-Revision deutlich hervorgehoben, dass 

depressive Leiden invalidenversicherungsrechtlich relevant sind und nicht als 

pathogenetisch-ätiologisch unklare syndromale Beschwerdebilder gelten (vgl. Votum 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Kleiner Marianne ["Nicht dazu gehören diagnostizierte Depressionen, …"], sowie 

diverse Voten Burkhalter Didier ["ne sont pas et ne seront jamais concernées par cette 

disposition les maladies telle que la dépression, …"], Amtliches Bulletin Nationalrat, 

16. Dezember 2010, AB 2010 N 2117 ff.; vgl. auch Amtliches Bulletin Ständerat, 

1. März 2011, AB 2011 S. 39 f.). Gemäss gesetzgeberischem Willen ist einzig 

entscheidend, ob ein klinisch festgestellter psychischer Gesundheitsschaden - wie 

etwa eine Depression - vorliegt (vgl. Votum Burkhalter Didier, Amtliches Bulletin 

Nationalrat, a.a.O. AB 2010 N 2122: "Toutes celles qui peuvent être clairement établies 

au moyen d'examens cliniques, c'est-à-dire psychiatriques, en seront pas concernées, 

soit - je cite à nouveau pour que ce soit vraiment clair - la dépression, …" sowie Votum 

Kleiner Marianne, Amtliches Bulletin Nationalrat, a.a.O., AB 2010 N 2118 f.: "Es handelt 

sich nicht um Beschwerdebilder, bei denen gestützt auf klinische oder auch 

psychiatrische Untersuchungen eine klare Diagnose gestellt werden kann … z.B. 

Depressionen, …"). Für die Annahme eines invalidisierenden Gesundheitsschadens ist 

sodann erforderlich, dass sich das depressive Leiden von einem blossen 

Verstimmungszustand abhebt.

2.3   Vorliegend ist ein medizinisches Substrat für eine psychisch bedingte Invalidität 

ärztlicherseits schlüssig gestützt auf "objektive Befunde" (act. G 5.1.131-11) im Sinn 

des Gesetzgebers (vgl. vorstehende E. 2.2) klinisch festgestellt (act. G 5.1.131-11 ff.) 

und vom RAD bestätigt worden (act. G 5.1.132-2; vgl. ferner act. G 5.1.60-2). Die 

Erheblichkeit des depressiven Leidens wird durch den Umstand unterstrichen, dass es 

sich um eine depressive Störung mittelgradiger Ausprägung handelt und das 

depressive Syndrom in seinem Ausmass schwankt. Die Erheblichkeit der Depression 

wird deshalb auch nicht durch den Umstand in Frage gestellt, dass der psychiatrische 

Gutachter im Zeitpunkt der Begutachtung lediglich eine leichte Ausprägung 

wahrgenommen hat. Für die Relevanz des psychischen Leidens spricht ferner, dass es 

sich beim Beschwerdeführer um eine überangepasste, leistungsorientierte 

Persönlichkeit handle. Dadurch falle es ihm umso schwerer, das Nachlassen seiner 

Leistungen zu akzeptieren und damit zu leben. Des Weiteren wird er u.a. durch die 

unbestrittenen somatischen Diagnosen zusätzlich in emotionaler Hinsicht belastet (act. 

G 5.1.131-12). Das depressive Leiden besteht schon seit Jahren (vgl. Bericht 

med. pract. B.___: "wohl seit 2005", act. G 5.1.55-2). Seit 17. April 2008 unterzieht sich 

der Beschwerdeführer fortlaufend - wenn auch mit Unterbrechungen (act. G 5.1.55-3) - 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

einer ambulanten psychiatrischen Behandlung (act. G 5.1.55-2). Hinweise für relevante 

Inkonsistenzen finden sich in den Akten keine.

2.4   Entgegen der in der Beschwerdeantwort vertretenen Auffassung, der 

Beschwerdeführer erlebe sich nicht als besonders depressiv (act. G 5, Rz 1), hat der 

psychiatrische Gutachter schlüssig gestützt auf eine eigene Untersuchung festgestellt, 

der Beschwerdeführer wirke "hoffnungslos". "Lebensüberdruss bis hin zu 

Todeswunsch werden einige Male spontan geäussert" (act. G 5.1.131-11; zur 

Selbsteinschätzung, wonach die "Batterie" leer sei siehe act. G 5.1.131-10). Daran 

ändert nichts, dass der Beschwerdeführer von sich aus angab, er nehme die im 

Zusammenhang mit der Depression "verschriebenen Medikamente" nicht ein, da er 

nicht glaube, diese würden seinen Zustand verbessern (act. G 5.1.131-10 und -12). 

Vielmehr passt dies ins Bild der vom psychiatrischen Gutachter beschriebenen 

nihilistischen Zukunftsvorstellungen (act. G 5.1.131-11), und es darf auch nicht ausser 

Acht gelassen werden, dass med. pract. B.___ gar keine psychopharmakologische 

Medikation verschrieben hat (act. G 5.1.55-3). Im Übrigen kann daraus nicht auf eine 

allgemein mangelhafte Compliance geschlossen werden, nimmt doch der 

Beschwerdeführer seit langem und weiterhin an einer regelmässigen ambulanten 

psychiatrischen Behandlung teil (vgl. vorstehende E. 2.3 am Schluss) und hat er - nach 

eigenen glaubhaften Angaben - zumindest früher eine antidepressive 

Medikationstherapie versucht (act. G 5.1.131-5). Schliesslich hat der psychiatrische 

Gutachter die Weiterführung der bisherigen psychiatrisch-psychotherapeutischen 

Behandlung empfohlen (act. G 5.1.131-13) und insbesondere keine zusätzlichen (etwa 

medikamentösen) Behandlungen erwähnt bzw. für empfehlenswert gehalten.

2.5   Die Beschwerdegegnerin hält das psychische Leiden auch mit Blick auf 

vorhandene psychosoziale Umstände für nicht invalidisierend (act. G 5, Rz 1). Dabei 

verkennt sie, dass der psychiatrische Gutachter die relevanten psychosozialen 

Faktoren beschrieb (worauf die Beschwerdegegnerin ausdrücklich hinweist, act. G 5, 

Rz 1, Mitte) und bei seiner Beurteilung berücksichtigte (vgl. etwa zu den als ohne 

Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit diagnostizierten Eheprobleme [ICD-10: Z63.0] und 

längere Arbeitslosigkeit [ICD-10: Z73.3], act. G 5.1.131-13), weshalb davon 

auszugehen ist, dass solche Aspekte im Rahmen der Arbeitsfähigkeitsschätzung 

ausgeklammert wurden (Urteil des Bundesgerichts vom 8. April 2013, 8C_651/2012, 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 10/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

E. 5.3). Hinzu kommt, dass sich aus dem Gutachten nicht ergibt und von der 

Beschwerdegegnerin auch nicht substanziiert geltend gemacht wird, dass die 

psychosozialen Faktoren derart ausgeprägt seien, dass das psychische Leiden darin 

aufgehe (vgl. hierzu Urteile des Bundesgerichts vom 25. September 2013, 

9C_415/2013, E. 5.4, und vom 30. März 2011, 9C_1041/2010, E. 5.2). Im Übrigen ist es 

ohne weiteres nachvollziehbar, wenn Personen, die bereits an erheblichen depressiv 

bedingten Beeinträchtigungen ihrer psychischen Ressourcen leiden und 

krankheitsbedingt die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit sowie 

entsprechende Verdienstmöglichkeiten verloren haben, durch einschneidende 

psychosoziale Umstände sich zusätzlich belastet fühlen. Es erscheint daher der Sache 

nicht angemessen, jegliche invalidisierende Wirkung einer gutachterlich bescheinigten 

Arbeitsunfähigkeit zu verneinen, sobald auch psychosoziale oder soziokulturelle 

Belastungsfaktoren vorhanden sind, zumal sich vorliegend nicht ergibt, diese seien 

primär verantwortlich für die Aufrechterhaltung des depressiven Leidens.

2.6   Soweit die Beschwerdegegnerin zur Verneinung der invalidenversicherungs

rechtlichen Relevanz des depressiven Leidens auf die Foersterkriterien verweist (act. 

G 5, Rz 1), übersieht sie, dass vorliegend keine einschlägige pathogenetisch-

ätiologisch unklare gesundheitliche Beeinträchtigung vorliegt, weshalb sich 

Weiterungen erübrigen.

2.7   Zusammengefasst besteht vorliegend kein Anlass, die gutachterlich bescheinigte 

und vom RAD bestätigte Arbeitsunfähigkeit aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht 

als nicht relevant zu erklären (act. G 5.1.132).

2.8   Die Gutachter bescheinigten für die angestammte Tätigkeit eine 100%ige und für 

leidensangepasste Tätigkeiten eine 20 bis 30%ige Arbeitsunfähigkeit (act. 

G 5.1.131-15 f.). Gibt ein Arztbericht die Arbeitsunfähigkeit in Form einer Bandbreite 

an, ist nach der Rechtsprechung in der Regel auf den Mittelwert abzustellen. Dadurch 

werden Rechtsungleichheiten vermieden, die aus der Art der Bezifferung resultieren 

(Urteil des Bundesgerichts vom 20. August 2009, 9C_193/2009, E. 1.3.1 mit Hinweis). 

Es ist daher vorliegend für die Bestimmung des Invalideneinkommens von einer 

25%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen.

3.     

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 11/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Ausgehend von einer Restarbeitsfähigkeit von 75% "bei einer vollen Präsenzzeit" (act. 

G 5.1.131-13) verbleibt damit die Bestimmung des Invaliditätsgrads im Rahmen eines 

Einkommensvergleichs (vgl. hierzu vorstehende E. 1.2).

3.1   Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die versicherte 

Person im massgeblichen Zeitpunkt nach dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am 

zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung 

angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die 

bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen 

müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 134 V 325 E. 4.1). 

Lässt sich aufgrund der tatsächlichen Verhältnisse das ohne gesundheitliche 

Beeinträchtigung realisierbare Einkommen nicht hinreichend genau beziffern, darf auf 

statistische Werte wie die LSE zurückgegriffen werden, sofern dabei die für die 

Entlöhnung im Einzelfall relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren 

mitberücksichtigt werden (BGE 139 V 30 E. 3.3.2; vgl. zum Ganzen Urteil des 

Bundesgerichts vom 14. Februar 2014, 8C_808/2013, E. 6.1 mit weiteren Hinweisen). 

Der Beschwerdeführer hat sich am 4. November 2008 (act. G 5.1.1) zum Bezug von IV-

Leistungen angemeldet, weshalb ein Rentenanspruch in Nachachtung von Art. 29 

Abs. 1 IVG frühestens am 4. Mai 2009 entsteht.

3.1.1         Die Beschwerdegegnerin nahm zur Bestimmung des Invaliditätsgrads eine 

Parallelisierung der Vergleichseinkommen vor (act. G 5.1.139). Zur Begründung dieses 

Vorgehens bringt sie in der Beschwerdeantwort vor, es bestehe seit August 2000 keine 

repräsentative Einkommensbasis (act. G 5, Rz 3). Der Beschwerdeführer macht 

demgegenüber geltend, es sei auf die zuletzt in leitender Position in einem Hotelbetrieb 

erzielten Einkommensverhältnisse des Jahres 2002 abzustellen und diese auf ein Jahr 

hochzurechnen, woraus für das Jahr 2008 ein Valideneinkommen von Fr. 87'000.-- 

resultiere (act. G 1, S. 7).

3.1.2         Gemäss IK-Auszug hat der Beschwerdeführer in den 90er-Jahren in seiner 

angestammten Tätigkeit durchgehend Einkommen zwischen Fr. 70'850.-- (1991) und 

Fr. 82'492.-- (1994: Fr. 75'992.-- + Fr. 6'500.--) erzielt. Auch in den Folgejahren erzielte 

er entsprechende Verdienste (Januar bis Juli 2000: Fr. 46'888.--; August bis Dezember 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

2000: Fr. 32'101.--; Januar bis September 2001: Fr. 44'939.--; August bis Dezember 

2001: Fr. 34'507.--; Januar bis September 2002: Fr. 60'824.--). Danach bezog der 

Versicherte während mehrerer Jahre Arbeitslosenentschädigung und erzielte zeitweise 

einen Zwischenverdienst in einer Pizzeria (act. G 5.1.79) Da in den Jahren vor dem 

Beginn einer allfälligen Rente das Bestehen einer aussagekräftigen Einkommensbasis 

mit der Beschwerdegegnerin zu verneinen ist, rechtfertigt es sich vorliegend, zur 

Bestimmung des Valideneinkommens auf einen statistischen Durchschnittslohn, 

welcher der langjährig ausgeübten angestammten leitenden Tätigkeit im 

Gastronomiebereich entspricht, abzustellen.

3.1.3         Dies gilt vorliegend umso mehr, als gesundheitliche Beeinträchtigungen mit 

Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit spätestens ab dem Jahr 2000 plausibel 

dokumentiert sind (etwa Gonarthrose rechts 2000, nebst vorher bestehender 

Gonarthrose links; act. G 5.1.16-2; daneben Herzinsuffizienz seit 2000, zuvor bereits 

massive Psoriasis, act. G 5.1.23; vgl. ferner act. G 5.1.55-2). Auch im MEDAS-

Gutachten wird erwähnt, dass sich die Kniebeschwerden etwa im Jahr 2000 "immer 

mehr gemeldet" hätten, und die Erstdiagnose der Herzkrankheit im selben Jahr gestellt 

worden sei (act. G 5.1.131-15). Zwar führen die Gutachter zum Beginn der 

Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit aus, eine volle Arbeitsunfähigkeit 

habe ab 9. Februar 2009 bestanden. Dabei stützten sie sich einzig auf den Bericht des 

(erst) seit 9. Februar 2009 behandelnden Dr. E.___ vom 24. Juni 2009 (act. 

G 5.1.131-16) und setzten sich nicht mit den abweichenden Vorakten auseinander. Die 

Gutachter haben ferner übersehen, dass auch Dr. E.___ der seit 2000 dokumentierten 

Herzproblematik eine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zumass (act. G 5.1.27-1). Die 

gutachterliche Beurteilung des Beginns der Arbeitsfähigkeit (Februar 2009) ist deshalb 

nicht beweiskräftig, was auch vom RAD festgestellt wurde (act. G 5.1.132-2; in der 

RAD-Stellungnahme vom 3. März 2011 wurde der Beginn der langdauernden 

Einschränkung auf Oktober 2005 festgesetzt; act. G 5.1.86-1).

3.1.4         Nach dem Gesagten erscheint es überwiegend wahrscheinlich, dass der 

Beschwerdeführer heute im Gesundheitsfall einer seiner langjährigen erfolgreichen 

Erwerbsbiographie entsprechenden leitenden Tätigkeit im Gastronomiebereich 

nachgehen würde. Diese Vermutung wird auch durch die unbestrittenermassen 

arbeitgeberseits erfolgten Kündigungen (zumindest die Kündigung der vor der 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

längerdauernden Arbeitslosigkeit von August 2001 bis September 2002 ausgeübten 

Stelle wurde wirtschaftlich begründet, act. G 5.1.4-8) vorliegend nicht umgestossen 

(vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 22. September 2009, 8C_143/2009, E. 2.2.3). Im 

Licht dieser Umstände erscheint es sachgerecht, zur Bestimmung des 

Valideneinkommens auf den statistischen LSE-Durchschnittsmonatslohn der Tabelle 

T 7, Gastgewerbliche und hauswirtschaftliche Tätigkeiten, Anforderungsniveau 1, 

Männer, 2008, von Fr. 6'790.-- abzustellen (zur Zulässigkeit der Anwendung der Löhne 

der Tabelle TA7 vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 20. August 2008, 9C_22/2008, 

E. 4.2.3). Angepasst an die betriebsübliche Wochenarbeitszeit von 42 Stunden 

(Bundesamt für Statistik, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, 

2008, Gastgewerbe/Beherbergung und Gastronomie) resultiert ein statistischer 

Monatslohn von gerundet Fr. 7'130.-- ([Fr. 6'790.-- / 40] x 42) bzw. ein statistischer 

Jahreslohn von Fr. 85'560.-- (Fr. 7'130.-- x 12). Unter Berücksichtigung der bis 2009 

eingetretenen Nominallohnentwicklung von +2.1% (Bundesamt für Statistik, 

Entwicklung der Nominallöhne) ist ein Valideneinkommen von gerundet Fr. 87'357.-- zu 

berücksichtigen.

3.2   Mit den Parteien ist der Bestimmung des Invalideneinkommens der statistische 

Hilfsarbeiterlohn zugrunde zu legen, der für das Jahr 2009 Fr. 61'240.-- beträgt. Unter 

Berücksichtigung einer 75%igen Restarbeitsfähigkeit resultiert ein Einkommen von 

Fr. 45'930.--. Zu prüfen ist schliesslich noch die Vornahme eines Tabellenlohnabzugs.

3.3   Gemäss Rechtsprechung können die statistischen Löhne um bis zu 25% gekürzt 

werden, um dem Umstand Rechnung zu tragen, dass versicherte Personen mit einer 

gesundheitlichen Beeinträchtigung in der Regel das durchschnittliche Lohnniveau nicht 

erreichen (RKUV 1999 Nr. U242 S. 412 E. 4b/bb) bzw. ihre Restarbeitsfähigkeit auf dem 

allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichen Erfolg zu 

verwerten in der Lage sind. Dabei handelt es sich um einen allgemeinen 

behinderungsbedingten Abzug (BGE 126 V 78 E. 5a/bb). Nach der Rechtsprechung 

hängt die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von 

sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen - auch von invaliditätsfremden 

Faktoren - des konkreten Einzelfalles ab (namentlich leidensbedingte Einschränkung, 

Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad), die nach 

pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen sind, wobei der maximal zulässige 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Abzug auf 25% festzusetzen ist. Eine schematische Vornahme des Tabellenlohnabzugs 

ist unzulässig (BGE 126 V 79 E. 5b, bestätigt in AHI 2002 S. 62 und BGE 129 V 481 

E. 4.2.3 mit Hinweisen). Die Beschwerdegegnerin anerkennt in der Beschwerdeantwort 

einen 10%igen Abzug, da der Beschwerdeführer nur noch leichte 

Hilfsarbeitertätigkeiten ausführen könne (act. G 5, Rz 4). Der Beschwerdeführer hält 

aufgrund der leidensbedingten Einschränkungen, der schubartig verlaufenden Psoriasis 

mit stationären Spitalaufenthalten sowie weiterer krankheitsbedingten Absenzen und 

des fortgeschrittenen Alters einen Abzug von 20% für gerechtfertigt (act. G 1). 

Vorliegend kann indessen offen bleiben, ob der von der Beschwerdegegnerin 

anerkannte Tabellenlohnabzug auf 20% zu erhöhen ist, da dies ohne Auswirkung auf 

den Rentenumfang bleibt (vgl. nachfolgende E. 3.4).

3.4   Bei einem 10%igen bzw. 20%igen Tabellenlohnabzug resultieren ein 

Invalideneinkommen von Fr. 41'337.-- (Fr. 45'930.-- x 0.9) bzw. Fr. 36'744.-- 

(Fr. 45'930.-- x 0.8), eine Erwerbseinbusse von Fr. 46'020.-- (Fr. 87'357.-- -

 Fr. 41'337.--) bzw. Fr. 50'613.-- (Fr. 87'357.-- - Fr. 36'744.--) und ein Invaliditätsgrad 

von gerundet 53% ([Fr. 46'020.-- / Fr 87'357.--] x 100) bzw. 58% 

([Fr. 50'613.-- / Fr 87'357.--] x 100), womit der Beschwerdeführer in beiden Fällen einen 

Anspruch auf eine halbe Rente hat.

4.     

4.1   In Gutheissung der Beschwerde ist die Verfügung vom 24. August 2012 aufzu­

heben und dem Beschwerdeführer eine halbe Rente zuzusprechen. Zur Festsetzung 

von Rentenbeginn und -höhe ist die Sache an die Beschwerdegegnerin 

zurückzuweisen.

4.2   Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- 

erscheint als angemessen. Die Beschwerdegegnerin hat ausgangsgemäss die gesamte 

Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen.

bis

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

4.3   Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei 

Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom Versiche­

rungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung 

der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In der 

Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22 

Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Im hier zu 

beurteilenden Fall erscheint eine Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- (inklusive 

Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen. Bei diesem Ausgang erübrigt sich 

die Festlegung einer Entschädigung aus der gewährten unentgeltlichen 

Rechtsverbeiständung.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

entschieden:

1.    In Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung vom 24. August 2012 aufge­

hoben und dem Beschwerdeführer eine halbe Rente zugesprochen. Zur Festsetzung 

von Rentenbeginn und -höhe wird die Sache an die Beschwerdegegnerin 

zurückgewiesen.

2.      Die Beschwerdegegnerin bezahlt eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--.

3.      Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung 

von Fr. 3'500.-- zu bezahlen.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 07.04.2014
	Art. 28 IVG. Rentenanspruch. Es besteht vorliegend keine Rechtfertigung, von der gutachterlich bescheinigten Arbeitsfähigkeitsbeurteilung abzuweichen und der depressiven Krankheit aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht eine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit abzusprechen. Bestimmung des Valideneinkommens. Vermutung, dass der Beschwerdeführer im Gesundheitsfall die langjährig erfolgreich ausgeübte angestammte Tätigkeit fortgeführt hätte, aufgrund der konkreten Umstände bejaht (Entscheid des Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen vom 7. April 2014, IV 2012/363. Bestätigt durch Urteil des Bundesgerichts 9C_358/2014

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2025-07-19T10:00:00+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen