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**Case Identifier:** 9bae8f98-4cb1-516e-b617-3d258d808973
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-04-17
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 17.04.2024 200 2023 597
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2023-597_2024-04-17.pdf

## Full Text

200 23 597 IV
FUE/SVE/STA

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 17. April 2024

Verwaltungsrichter Furrer, Kammerpräsident
Verwaltungsrichterin Frey, Verwaltungsrichterin Mauerhofer
Gerichtsschreiberin Schwitter

A.________
vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 20. Juni 2023

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. April 2024, IV/23/597, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1984 geborene A.________, gelernter Automechaniker, seit 2010 als 
... tätig gewesen, meldete sich im Juni 2016 unter Hinweis auf einen am 
23. November 2015 erlittenen Sturz von einem ... bei der Eidgenössischen 
Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an (Akten der IV-Stelle 
Bern [IVB bzw. Beschwerdegegnerin; act. II, IIA], act. II 2). Die IVB tätigte 
in der Folge erwerbliche und medizinische Abklärungen und gewährte be-
rufliche Eingliederungsmassnahmen (Arbeitsplatzerhalt [act. II 16], Ar-
beitsmarktlich-Medizinische-Abklärung [AMA; act. II 25], Belastbarkeitstrai-
ning [act. IIA 177]), Aufbautraining [act. IIA 188], Arbeitstraining 
[act. IIA 206], Coaching-Leistung [act. IIA 208, 263], Arbeitsvermittlung 
[act. IIA 253], Arbeitsversuch [act. IIA 259], Vermittlungspauschale [act. IIA 
283]). Darüber hinaus veranlasste sie eine polydisziplinäre Begutachtung 
durch die MEDAS C.________ (Gutachten vom 4. Mai 2022 [act. IIA 220.1] 
samt Stellungnahme vom 30. August 2022 [act. IIA 249]). Die IVB schloss 
am 7. März 2023 die beruflichen Eingliederungsmassnahmen infolge er-
folgreicher beruflicher Eingliederung ab (act. IIA 273) und sprach dem Ver-
sicherten nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (act. IIA 267, 270, 
274) mit Verfügung vom 20. Juni 2023 (act. IIA 289) bei einem Invaliditäts-
grad von 100 % rückwirkend von 1. Dezember 2016 bis 30. November 
2018 sowie von 1. Juni 2019 bis 31. Dezember 2021 eine ganze Rente zu.

B.

Hiergegen erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. 
B.________, mit Eingabe vom 23. August 2023 Beschwerde und beantrag-
te, in Aufhebung der angefochtenen Verfügung sei ihm rückwirkend bis Mai 
2022 eine ganze Rente und ab April 2022 (recte wohl: Mai 2022) eine un-
befristete Dreiviertelsrente auszurichten; eventualiter sei ein polydiszi-
plinäres Obergutachten einzuholen und ihm eine unbefristete Rente der IV 
auszurichten; unter Kostenfolge.

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Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 27. Sep-
tember 2023 auf Abweisung der Beschwerde.

Am 20. Oktober und 4. Dezember 2023 sowie am 4. März 2024 gingen 
weitere Eingaben des Beschwerdeführers beim Verwaltungsgericht ein.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 20. Juni 2023 
(act. IIA 289). In anfechtungs- und streitgegenständlicher Hinsicht liegt ein 
Rechtsverhältnis vor, wenn rückwirkend eine abgestufte und/oder befristete 
IV-Rente zugesprochen wird. Wird nur die Abstufung oder die Befristung 
der Leistungen angefochten, wird damit die richterliche Überprüfungsbe-

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fugnis nicht in dem Sinne eingeschränkt, dass die unbestritten gebliebenen 
Rentenbezugszeiten von der richterlichen Prüfung ausgenommen blieben 
(BGE 125 V 413; SVR 2019 IV Nr. 32 S. 100 E. 3.2; AHI 2001 S. 278 
E. 1a). Streitig und zu prüfen ist demnach der Rentenanspruch unter Ein-
schluss der von 1. Dezember 2016 bis 30. November 2018 sowie von 
1. Juni 2019 bis 31. Dezember 2021 befristet zugesprochenen ganzen 
Rente.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

In formeller Hinsicht rügt der Beschwerdeführer eine Verletzung des recht-
lichen Gehörs dergestalt, dass die Beschwerdegegnerin ihm keine Gele-
genheit gegeben habe, ebenfalls Zusatzfragen (recte: Ergänzungsfragen) 
zu stellen (Beschwerde S. 4 Ziff. 1). Abgesehen davon, dass der Be-
schwerdeführer vor der Begutachtung bereits umfangreiche Zusatzfragen 
eingereicht hatte, welche den Gutachtern allesamt unterbreitet (act. IIA 162 
S. 3 f.; 192 S. 2) und durch diese ausführlich beantwortet wurden (vgl. 
act. IIA 220.1 S. 13 ff. Ziff. 4.9), trifft es zwar zu, dass ihm nach Vorliegen 
des Gutachtens nicht ausdrücklich Gelegenheit für die Stellung von Ergän-
zungsfragen eingeräumt wurde. Indes wäre es seiner auf dem Gebiet des 
Sozialversicherungsrechts erfahrenen Rechtsvertretung auch ohne aus-
drückliche Aufforderung von Seiten der IV-Stelle ohne Weiteres zumutbar 
gewesen, von sich aus Ergänzungsfragen einzureichen, sofern denn An-
lass dazu bestanden hätte. Abgesehen davon ist diese Rüge verwirkt. Der 
Beschwerdeführer hat im Nachgang zur Akteneinsicht vom 20. Oktober 
2022 (act. IIA 255), im Rahmen welcher er Kenntnis erhielt von der Ergän-
zungsfrage der Verwaltung sowie der Stellungnahme der MEDAS, weder 
eine entsprechende Rüge vorgebracht noch seinerseits Ergänzungsfragen 
gestellt, womit die erstmalige Geltendmachung im vorliegenden Beschwer-

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deverfahren als offensichtlich verspätet zu qualifizieren ist (vgl. BGE 143 V 
66 E. 4.3 S. 69; SVR 2022 AHV Nr. 7 S. 17 E. 4.1). 

Weiter rügt der Beschwerdeführer sinngemäss die Verletzung des Rechts 
auf Akteneinsicht als Teilgehalt des rechtlichen Gehörs, weil sein Antrag 
auf Einsicht in die Rohdaten der neuropsychologischen Untersuchung ver-
weigert worden sei, obwohl die Diagnosen einer mittelgradigen neuropsy-
chologischen Störung und einer leichten Intelligenzminderung angesichts 
der schulischen Karriere nicht nachvollziehbar seien (Beschwerde S. 4 f. 
Ziff. 1). Rechtsprechungsgemäss besteht im Rahmen einer Begutachtung 
grundsätzlich kein Anspruch auf Einsicht in die der internen Meinungsbil-
dung dienenden Notizen des Gutachters oder generell in das Gutachten 
vorbereitende Arbeitsunterlagen, wie Hilfsmittel für die Erstellung eines 
Gutachtens, etwa schriftliche Aufzeichnungen über Testergebnisse oder 
andere Befunde. Das Gericht kann indessen zum Beizug solcher Doku-
mente verpflichtet sein, wenn dies im Einzelfall zur Überprüfung der Grund-
lagen und Schlussfolgerungen eines Gutachtens angezeigt erscheint (vgl. 
zum Ganzen SVR 2011 IV Nr. 47 S. 142; Entscheid des BGer vom 13. Au-
gust 2020, 9C_718/2019, E. 4.2.4). Umstände, die den Beizug der Auf-
zeichnungen der neuropsychologischen Untersuchung gebieten würden, 
sind vorliegend keine ersichtlich. Weshalb die erhobenen Befunde und die 
gestützt darauf gestellten Diagnosen mit der Schulkarriere und dem Lehr-
abschluss (in ...) unvereinbar sein sollten, ist nicht erkennbar. Dies umso 
weniger, als gemäss der neuropsychologischen Expertin die im Rahmen 
der Begutachtung erhobene neuropsychologische Störung möglicherweise 
verstärkt wurde durch die Einnahme von Zolpidem, ein hohes Stressniveau 
bei der Aufgabenbearbeitung und leistungsmindernde Einflüsse aufgrund 
eines möglicherweise vorliegenden Schlafapnoesyndroms sowie der ange-
gebenen Schmerzen (act. IIA 220.7 S. 11 Ziff. 7.2). Auch ist die Mehrzahl 
der in den oberen Bereichen der leichten Intelligenzminderung Eingestuften 
– sofern dieser Diagnose gefolgt werden kann (E. 4.3.2 hiernach) – für eine 
Arbeit anlernbar, die eher praktische als schulische Fähigkeiten verlangt 
(vgl. DILLING/MOMBOUR/SCHMIDT [Hrsg.], Internationale Klassifikation psy-
chischer Störungen, ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch-diagnostische Leitlinien, 
10. Aufl., 2015, S. 310). Mithin hat die Beschwerdegegnerin die Einsicht in 
die Rohdaten der neuropsychologischen Untersuchung zu Recht verwei-

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gert (act. IIA 251), gilt es doch zu verhindern, dass neuropsychologische 
Tests resp. deren Rohdaten/Auswertungen allgemein bekannt werden und 
so ihre Validität verlieren (act. IIA 247 S. 2). 

3.

3.1 Am 1. Januar 2022 sind die Änderungen vom 19. Juni 2020 des IVG 
(Weiterentwicklung der IV) und weiterer Erlasse (insbesondere des ATSG) 
in Kraft getreten (AS 2021 705). In zeitlicher Hinsicht sind – vorbehältlich 
besonderer übergangsrechtlicher Regelungen – grundsätzlich diejenigen 
Rechtssätze massgeblich, die bei der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden 
oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 148 V 
162 E. 3.2.1 S. 166, 144 V 210 E. 4.3.1 S. 213).

Die angefochtene Verfügung vom 20. Juni 2023 (act. IIA 289) erging zwar 
nach Inkrafttreten der IVG-Änderung vom 19. Juni 2020, doch liegt der 
frühest mögliche Rentenbeginn im Dezember 2016 (E. 5.3 hiernach). Damit 
ist der Rentenanspruch zunächst nach den Bestimmungen des IVG und 
denjenigen der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die 
Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) in der bis 31. Dezember 2021 
gültigen Fassung (fortan: aArt.) zu beurteilen. Im Zeitpunkt des ersten und 
zweiten Revisionsgrundes per September 2018 bzw. März 2019 (vgl. E. 5.3 
hiernach) ist weiterhin das bis 31. Dezember 2021 gültig gewesene Recht 
massgebend.

Gemäss lit. b der Übergangsbestimmungen des IVG zur Änderung vom 
19. Juni 2020 bleibt für Rentenbezügerinnen und -bezüger, deren Renten-
anspruch vor Inkrafttreten dieser Änderung entstanden ist und die bei In-
krafttreten dieser Änderung das 55. Altersjahr noch nicht vollendet haben, 
der bisherige Rentenanspruch solange bestehen, bis sich der Invaliditäts-
grad nach Art. 17 Abs. 1 ATSG ändert (Abs. 1), wobei der bisherige Ren-
tenanspruch auch nach einer Änderung des Invaliditätsgrades nach Art. 17 
Abs. 1 ATSG bestehen bleibt, sofern die Anwendung von Art. 28b IVG zur 
Folge hat, dass der bisherige Rentenanspruch bei einer Erhöhung des In-
validitätsgrades sinkt oder bei einem Sinken des Invaliditätsgrades ansteigt 
(Abs. 2). Mit Blick auf den dritten Revisionsgrund per Oktober 2021 (vgl. 

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E. 5.3 hiernach) ergibt sich ab Januar 2022 und damit nach Inkrafttreten 
der Änderung des IVG eine Verbesserung von mindestens 5 % i.S.v. 
Art. 17 Abs. 1 ATSG (vgl. E. 3.4.1 hiernach) und steigt der bisherige Ren-
tenanspruch durch das Sinken des Invaliditätsgrades nicht an (vgl. E. 5.6 
hiernach), weshalb ab diesem Zeitpunkt das seit 1. Januar 2022 geltende 
Recht mit dem Wechsel ins stufenlose Rentensystem zur Anwendung 
kommt (Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 30. Juni 2023, 
8C_658/2022, E. 3.2; vgl. auch Rz. 9102 und 9201 f. des Kreisschreibens 
des Bundesamtes für Sozialversicherungen [BSV] über Invalidität und 
Rente in der Invalidenversicherung [KSIR]; vgl. zur Bedeutung von 
Verwaltungsweisungen BGE 147 V 79 E. 7.3.2 S. 82).

3.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können auch 
solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 IVG 
sowie Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizinische 
Befundlage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer nur 
dann anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer 
Gesundheitsbeeinträchtigung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert 
worden ist (BGE 145 V 215 E. 5.1 S. 221). Mit der Diagnose eines 
Gesundheitsschadens ist noch nicht gesagt, dass dieser auch 
invalidisierenden Charakter hat. Ob dies zutrifft, beurteilt sich gemäss dem 

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klaren Gesetzeswortlaut nach dem Einfluss, den der Gesundheitsschaden 
auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit hat. Entscheidend ist, ob der 
versicherten Person wegen des geklagten Leidens nicht mehr zumutbar ist, 
ganz oder teilweise zu arbeiten. Deshalb gilt eine objektivierte 
Zumutbarkeitsprüfung unter ausschliesslicher Berücksichtigung von Folgen 
der gesundheitlichen Beeinträchtigung (BGE 142 V 106 E. 4.4 S. 110).

3.3 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine Ren-
te, wenn sie ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines 
Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % 
arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses 
Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. c).

Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 IVG frühestens nach Ablauf 
von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach 
Art. 29 Abs. 1 ATSG.

3.3.1 Gemäss aArt. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

3.3.2 Gemäss Art. 28b Abs. 1 IVG (in der seit 1. Januar 2022 gültigen 
Fassung) wird die Höhe des Rentenanspruchs in prozentualen Anteilen an 
einer ganzen Rente festgelegt. Bei einem Invaliditätsgrad von 50 bis 69 % 
entspricht der prozentuale Anteil dem Invaliditätsgrad (Art. 28b Abs. 2 IVG), 
bei einem Invaliditätsgrad ab 70 % besteht Anspruch auf eine ganze Rente 
(Art. 28b Abs. 3 IVG). Bei einem Invaliditätsgrad zwischen 40 und 49 % 
gelten die prozentualen Anteile nach Massgabe von Art. 28b Abs. 4 IVG.

3.4

3.4.1 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf 

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Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufge-
hoben (aArt. 17 Abs. 1 ATSG in der bis 31. Dezember 2021 gültig gewese-
nen Fassung).

Gemäss Art. 17 Abs. 1 ATSG wird die Invalidenrente von Amtes wegen 
oder auf Gesuch hin für die Zukunft erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben, 
wenn der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezü-
gers sich um mindestens fünf Prozentpunkte ändert (lit. a) oder auf 100 % 
erhöht (lit. b).

3.4.2 Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den 
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit 
den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist deshalb nicht 
nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, son-
dern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen 
(oder die Auswirkungen auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) 
des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert 
haben. Dazu gehört die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit aufgrund einer 
Angewöhnung oder Anpassung an die Behinderung. Ein Revisionsgrund ist 
ferner unter Umständen auch dann gegeben, wenn eine andere Art der 
Bemessung der Invalidität zur Anwendung gelangt oder eine Wandlung des 
Aufgabenbereichs eingetreten ist (BGE 144 I 103 E. 2.1 S. 105, 141 V 9 
E. 2.3 S. 10; SVR 2021 IV Nr. 36 S. 110 E. 3.1).

3.4.3 Bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten 
IV-Rente sind die für die Rentenrevision geltenden Bestimmungen analog 
anzuwenden, weil noch vor Erlass der ersten Rentenverfügung eine an-
spruchsbeeinflussende Änderung eingetreten ist mit der Folge, dass dann 
gleichzeitig die Änderung mitberücksichtigt wird. Wird rückwirkend eine 
abgestufte oder befristete Rente zugesprochen, sind einerseits der Zeit-
punkt des Rentenbeginns und anderseits der in Anwendung der Dreimo-
natsfrist von Art. 88a IVV festzusetzende Zeitpunkt der Anspruchsänderung 
die massgebenden Vergleichszeitpunkte (BGE 133 V 263 E. 6.1 S. 263; 
SVR 2020 IV Nr. 70 S. 244 E. 4.2.2).

3.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 

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und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2021 IV 
Nr. 54 S. 181 E. 2.3).

4.

4.1 Die Beschwerdegegnerin stützte sich in medizinischer Hinsicht auf 
das polydisziplinäre Gutachten der MEDAS vom 4. Mai 2022 
(act. IIA 220.1) samt Stellungnahme vom 30. August 2022 (act. IIA 249). 

4.1.1 In der interdisziplinären Gesamtbeurteilung (Konsensbeurteilung; 
act. IIA 220.1 S. 6 ff. Ziff. 4) stellten die Gutachter folgende Diagnosen mit 
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 8 f. Ziff. 4.3):

- Chronisches Schultersyndrom rechts mit eingeschränkter schmerzhafter Beweg-
lichkeit, speziell Dyskinesie des scapulothorakalen Gelenkes und periscapulären 
grossflächigen Tendomyosen/Insertionstendinosen am Thorax dorsalseitig, mit gu-
ter Funktion des Humeroscaphoidgelenkes bei:

- Status nach Sturz vom ... aus 1m Höhe am 23. November 2015 mit SLAP-Läsion 
II und Partialruptur der Supraspinatussehne;

- Status nach Schulterarthroskopie mit Bizepstenotomie und -tenodese (Dezember 
2016);

- Status nach diagnostischer SAS und intraartikulärem Débridement sowie partiel-
ler Kapsulektomie (Februar 2017);

- Status nach Schulterarthroskopie, subacromialer Dekompression, Débridement 
glenohumeral und subacromial, Biopsieentnahme am 26. August 2019 bei Sca-
pula-Dyskinesie nach antibiotischer Ausbehandlung eines Low-grade-Infektes;

- Mikrobiologie vom 26. August 2019: kein Wachstum;

- Status nach schmerztherapeutischen Interventionen Schulter rechts:

- Status nach mehrfachen subacromialen Infiltrationen und Blockaden des Ner-
vus suprascapularis;

- Status nach pulsierter Radiofrequenzablation Nervus suprascapularis am 
25. April 2019;

- Status nach PRF Nervus suprascapularis am 3. Juli 2019;

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- Status nach parascapulären Faszienblockaden;

- Röntgen BWS in zwei Ebenen vom 16. März 2022: Kyphosewinkel ca. 45° 
(BWK 1/BWK 12), S-förmige kurzbogige Skoliose der oberen thorakalen Hälfte 
mit einem linkskonvexen Scheitel kranial bei BWK 3 (Winkel nach Cobb 15°) 
und einem rechtskonvexen Scheitel bei BWK 7 (Winkel nach Cobb 10°);

- Leichte Intelligenzminderung IQ 68 (KI 95%: 59-77) mit

- mittelgradiger neuropsychologischer Störung;

- Störungen durch Zolpidem, gegenwärtiger Substanzgebrauch.

Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit stellten die Gutachter folgende 
Diagnosen (S. 9 f. Ziff. 4.3):

- Chronisches submalleoläres laterales Schmerzsyndrom rechts mit freier Beweglichkeit 
und stabiler Bandführung der Sprunggelenke bei

- Status nach OSG-Supinationstrauma rechts nach ...sturz am 23. Oktober 2013;

- MRI des OSG vom 11. November 2013: subtotale Ruptur des Ligamentum talofibula-
re anterius, ausgeprägte Zerrung des Ligamentum fibulocalcaneare und der Syn-
desmose ohne Nachweis einer wesentlichen Dehiszenz;

- MRI des OSG rechts vom 8. Februar 2021: normale Darstellung der lateralen Bands-
trukturen, keine Tendinopathie, keine Signalalteration im Knochen;

- Röntgen rechtes Sprunggelenk im Stehen vom 16. März 2022: hochgradige Abfla-
chung des Fusslängsgewölbes, hochgradige Vorfussverbreiterung, es lassen sich 
keine signifikanten Verschleissveränderungen feststellen;

- Status nach Anpassungsstörung mit depressiv-ängstlicher Symptomatik bei schwieri-
ger psychosozialer Belastungssituation, bei Status nach Unfall mit Verletzung der rech-
ten Schulter 2015, Eheschwierigkeiten, Arbeitsplatzverlust und unklarer beruflicher Si-
tuation;

- Meralgia paraesthetica rechts (Sensibilitätsstörung im Versorgungsgebiet des Nervus 
cutaneus femoris lateralis rechts; ICD-10 G57.1);

- Rechts parieto-okzipitale Kopfschmerzen sehr wahrscheinlich tendomyogen be-
dingt bei rechtsseitiger Zervikalgie (ICD-10 R51, M54.82);

- Rechtsseitige Zervikobrachialgie klinisch ohne Hinweise für eine zervikale radikulä-
re Reiz- oder sensomotorische Ausfallsymptomatik oder einer weiter peripher lie-
genden Nervenläsion (ICD-10 M53.1);

- Status nach Neurapraxie des Nervus peronaeus superficialis rechts mit chroni-
schen Schmerzen und Fussheberschwäche bei Status nach Supinationstrauma 
rechts durch ...sturz am 23. Oktober 2013 (ICD-10 G57.3);

- Status nach leichtem Schädelhirntrauma (Commotio cerebri) infolge Sturzes am 
23. November 2015 (ICD-10 S06.0);

- Adipositas Grad I;

- nächtliche Atemstillstände fremdanamnestisch, DD obstruktive Schlafapnoe.

Hinsichtlich der Gesamtarbeitsfähigkeit führten die Gutachter aus, der Be-
schwerdeführer sei allein aus orthopädischen Gründen als Hilfs... respekti-
ve für alle schweren Tätigkeiten seit dem 23. November 2015, als er sich 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. April 2024, IV/23/597, Seite 12

an der rechten Schulter verletzt habe, arbeitsunfähig (S. 11 Ziff. 4.5 f.). 
Schwerarbeit sei nicht möglich. In leichter und mittelschwerer Arbeitstätig-
keit könne er keine Tätigkeiten über Schulterhöhe ausführen. Der rechte 
Arm könne nur wenig abduziert und nicht über die Schulterhöhe eleviert 
werden. Das repetitive Tragen von Gewichten über zehn Kilogramm sei zu 
vermeiden. Ohne Abduktion und Anteversion könnten jedoch Gewichte bis 
zwanzig Kilogramm gehoben werden. Diese funktionellen Einschränkungen 
würden additiv gelten. Aufgrund der leichten Intelligenzminderung sowie 
unter Berücksichtigung der chronischen Schmerzen von Seiten des Schul-
tersyndroms rechts sei der Beschwerdeführer im ersten Arbeitsmarkt 70 % 
arbeitsfähig. Im zweiten Arbeitsmarkt könne er vollschichtig eingesetzt 
werden. Die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit gelte sicher ab Gutachtensda-
tum, wo bezüglich der rechten Schulter ein stabiler Zustand angenommen 
und keine depressive Symptomatik mehr festgestellt werden könne, wahr-
scheinlich aber schon seit Oktober 2021, als der Beschwerdeführer zuerst 
zu 20 % respektive seit dem 1. Januar 2022 zu 50 % an geschützter Ar-
beitsstelle im Rahmen eines IV-Integrationsprogrammes zu arbeiten be-
gonnen habe und es ihm auch psychisch besser gegangen sei. Ab Mai 
2019 werde eine Anpassungsstörung mit eingeschränkter Arbeitsfähigkeit 
beschrieben, welche gemäss Akten auch im April 2020 noch bestanden 
habe. Am 26. August 2019 sei der Beschwerdeführer an der rechten Schul-
ter operiert worden mit resultierender 100%iger Arbeitsunfähigkeit für min-
destens sechs Wochen auch in angepasster Tätigkeit. Bis September 2020 
seien verschiedene schmerztherapeutische Eingriffe im Schulterbereich 
durchgeführt worden. Retrospektiv könne die Arbeitsfähigkeit nicht anders 
beurteilt werden als durch die behandelnden Ärzte, auch wenn diese meist 
nicht alle heute bekannten Aspekte berücksichtigten respektive IV-fremde 
Faktoren mitbewerteten (S. 11 f. Ziff. 4.7). 

Im internistischen (act. IIA 220.3 S. 10 Ziff. 8.1 f.) und neurologischen 
(act. IIA 220.5 S. 10 f. Ziff. 8.1 f.) Teilgutachten wurde aufgezeigt, dass 
keine Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit bestünden.

Im orthopädischer Teilgutachten (act. IIA 220.4) wurde zur Schmerzsym-
ptomatik am rechten Fuss ausgeführt, auslösend sei ein ...sturz mit OSG-
Distorsion im Jahr 2013 gewesen, wobei es zu einer komplexen Läsion im 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. April 2024, IV/23/597, Seite 13

Sprunggelenksbereich gekommen sei. Bei der aktuellen Untersuchung sei 
die Schmerzhaftigkeit auf den submalleolären Bereich lateral rechts lokali-
siert umschrieben worden. Es habe sich ein Rückfussvalgus und eine Ab-
flachung des Fusslängsgewölbes ergeben. Die Beweglichkeit in den 
Sprunggelenken sei regelrecht gewesen. Die aktuelle Symptomatik sei 
ausschliesslich als Ausdruck eines dekompensierenden Knick-Senk-
Spreizfusses zu interpretieren bei Schwäche der Fussmuskulatur und Ge-
wichtszunahme (zehn bis fünfzehn Kilogramm in den letzten Jahren). Es 
ergäben sich keine residualen ligamentären Insuffizienzen, auch nicht an 
der Syndesmose. Es würden keine Einlagen getragen, um das Fusslängs-
gewölbe anzuheben und das laterale submalleoläre Gelenk zu entlasten. 
Diese einfache Massnahme würde mit Wahrscheinlichkeit eine rasche 
Symptomlinderung erbringen. Zur Schulterschmerzsymptomatik wurde 
rapportiert, der Beschwerdeführer sei am 23. November 2015 vom ... ge-
stürzt. Festgestellt worden seien eine beginnende Omarthrose, eine Im-
pingement-Konstellation der rechten Schulter sowie eine SLAP-Läsion 
Typ II. Die aktuell beklagte Symptomatik im Bereich des Schultergürtels 
rechts sei auf der Rückseite des Schultergelenkes, auf die Schulterblattre-
gion, auf die rechtsseitigen Costotransversalgelenke, speziell im Kyphose-
scheitel lokalisiert worden. Das Glenohumeralgelenk selbst habe nur gerin-
ge Funktionsstörungen gezeigt. Es hätten keine Auffälligkeiten im Bereich 
der Rotatorenmanschette, am AC-Gelenk oder an der Bizepsrinne bestan-
den. Beide Schultergelenke hätten protrahiert bei Pektoralisverkürzung 
gewirkt. Stark eingeschränkt sei die Beweglichkeit des Schulterblattes 
rechts mit persicapulären Schmerzpunkten, die periscapulären Sehnen-
ansätze und vor allem auch die Costotransversalgelenke betreffend, spezi-
ell im Scheitelbereich. Entsprechend seien die endgradigen Anteversions- 
und Abduktionsbewegungen schmerzhaft gewesen, wobei physiologische 
Bewegungsausmasse hätten erreicht werden können. Röntgenologisch 
habe sich am rechten Schultergelenk selbst keine Auffälligkeit gezeigt. 
Bemerkenswert sei in der Röntgendarstellung der BWS a.p. eine kurzbogi-
ge s-förmige Skoliose der oberen Hälfte. In Anbetracht der ungewöhnlichen 
Schmerzhaftigkeit der Costotransversalgelenke im thorakalen Kyphose-
scheitel und in der oberen BWS Hälfte rechts sei von dieser s-förmigen 
Skoliose ein negativer Einfluss auf die Schmerzunterhaltung des Costo-
transversalgelenkes und auf die gesamte periskapuläre Schmerzhaftig-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. April 2024, IV/23/597, Seite 14

keit/Funktionsstörung rechts abzuleiten. Unter Berücksichtigung der Bild-
gebungen und der Aktenunterlagen sei somit von einem residualen Zu-
stand nach antibiotischer Behandlung eines Low-grade-Infektes mit Pro-
prionibacterium acnes 3/4, einer Schultersteife mit persistierender zwi-
schenzeitlich multifaktorieller Dyskinesie der rechten Schulter, speziell aber 
des Schulterblattes mit reaktiven flächigen Tendomyosen im mittelern Drit-
tel des Musculus trapezius, und reaktiven Irritationen der Costotransversal-
gelenke auszugehen. Es sei diesbezüglich ein Endzustand mit einer blei-
benden Einschränkung der Funktion der rechten Schulter anzunehmen, 
speziell für Arbeiten über Schulterhöhe. Hinsichtlich der Symptomatik an 
der Aussenseite des rechten Oberschenkels sei ein Reizzustand am Tro-
chanter major am Ansatz der Glutealmuskulatur rechts festzustellen gewe-
sen. Dieser könne bei freier Beweglichkeit der Hüftgelenke und unauffälli-
gen Iliosakralgelenken als Ausdruck einer Insertionstendinose bei Beinlän-
gendifferenz (Verkürzung links ca. 1.5 cm), Adipositas und abnehmender 
muskulärer Balance interpretiert werden (S. 6 ff. Ziff. 6.1). Bezüglich der 
rechten Schulter seien sämtliche Tätigkeiten über Schulterhöhe nicht zu-
zumuten. Die Belastbarkeit des rechten Armes in angelegter Position sei 
leicht vermindert (S. 11 Ziff. 7.2). Die Tätigkeit als Hilfs... könne seit dem 
23. November 2015 (Sturz vom ...) nicht mehr durchgeführt werden (S. 11 
Ziff. 8.1). Eine angepasste, hinsichtlich der rechten oberen Extremität 
wechselpositionierte leichte Tätigkeit ohne Hantieren über Kopfhöhe mit 
dem rechten dominanten Arm sei zumutbar. Diese Einschätzung gelte seit 
etwa acht Wochen nach der zuletzt durchgeführten Operation an der Schul-
ter (S. 12 Ziff. 8.2).

Im psychiatrischen Teilgutachten (act. IIA 220.6) wurde festgehalten, dass 
der Beschwerdeführer aus rein versicherungspsychiatrischer Sicht in der 
bisherigen Tätigkeit als Hilfs..., was einer intellektuell einfachen Tätigkeit 
entspreche, und in einer angepassten (intellektuell sehr einfachen) Tätig-
keit 100 % arbeitsfähig sei. Für das Erlernen jeder neuen Tätigkeit benötige 
er mehr Zeit und Anleitung. Zu beachten sei, dass wegen der körperlichen 
Einschränkungen und des niedrigen intellektuellen Niveaus viele Alternativ-
tätigkeiten nicht in Frage kämen (S. 13 Ziff. 8.1 f.). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. April 2024, IV/23/597, Seite 15

Im neuropsychologischen Teilgutachten (act. IIA 220.7) wurde berichtet, 
das intellektuelle Leistungsvermögen sei gemäss den erhobenen Befunden 
im Bereich einer leichten Intelligenzminderung angesiedelt. Gesamthaft 
entsprächen die objektivierten kognitiven Befunde formal einer mittelgradi-
gen neuropsychologischen Störung. Diese sei in erster Linie im Rahmen 
der niedrigen schulischen Bildung sowie des niedrigen intellektuellen Leis-
tungsvermögens des Beschwerdeführers erklärbar (S. 9 f. Ziff. 6.3). Aus 
rein neuropsychologischer Sicht bestehe in der angestammten Tätigkeit als 
Hilfs... eine Arbeitsfähigkeit von 80 %. Die wahrgenommenen Schmerzen 
wirkten sich leistungsmindernd aus und begründeten einen erhöhten Pau-
senbedarf im Umfang von 20 % (bezogen auf ein Vollpensum; S. 12 
Ziff. 8.1). Auch in einer angepassten Arbeitssituation im angestammten 
Arbeitsumfeld sowie in jeglicher Verweistätigkeit bestehe aufgrund der neu-
ropsychologischen Befunde eine Arbeitsfähigkeit von 80 % (bezogen auf 
ein Vollpensum), auch hier seien die chronischen Schmerzen als leis-
tungsmindernde Faktoren zu berücksichtigen. Wie auch die angestammte 
Tätigkeit als Hilfs... bedinge eine angepasste Arbeitssituation kognitiv ein-
fache und klar strukturierte, kurze Aufgabenstellungen, ohne viel Ablen-
kung. Die Arbeitsprozesse sollten möglichst seriell zu erledigen und weit-
gehend automatisiert und überlernt sein. Anforderungen an die Merkfähig-
keit seien zu minimieren. Sehr wichtig sei eine Selbstbestimmung der Pau-
sengestaltung. Der Beschwerdeführer sei nur mit entsprechendem Mehr-
aufwand in der Lage, neue Arbeitsschritte und neues Fachwissen zu ler-
nen. Erfolgreich Gelerntes gehe jedoch nicht vermehrt vergessen (S. 13 
Ziff. 8.2). 

4.1.2 In der Stellungnahme vom 30. August 2020 (act. IIA 249; vgl. Rück-
frage vom 29. Juni 2022 [act. IIA 226]) wurde in Bezug auf die Arbeitsfähig-
keit in einer angepassten Tätigkeit festgehalten, wie im Gutachten be-
schrieben resultierten aus orthopädischer Sicht einerseits qualitative Ein-
schränkungen und andererseits bewegungsabhängige chronische Schmer-
zen, welche auch bei optimal angepasster Arbeit nicht vollständig vermie-
den werden könnten. Wegen dieser Schmerzen werde von einer Ein-
schränkung der Arbeitsfähigkeit im Sinne einer Rendementverminderung 
von 10 % ausgegangen, welche additiv sei zu der 20%igen Einschränkung 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. April 2024, IV/23/597, Seite 16

aufgrund der neuropsychologischen Störung. Daraus resultiere die interdis-
ziplinär definierte Arbeitsfähigkeit von 70 %. 

4.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe 
anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische 
These abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352). 

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352). Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von 
externen Spezialärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und 
Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei 
der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei 
der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht kon-
krete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 
V 210 E. 1.3.4 S. 227, 135 V 465 E. 4.4 S. 470, 125 V 351 E. 3b bb S. 353; 
SVR 2020 IV Nr. 71 S. 246 E. 2.2).

4.3

4.3.1 Das MEDAS-Gutachten vom 4. Mai 2022 (act. IIA 220.1) samt Stel-
lungnahme vom 30. August 2022 (act. IIA 249) erfüllt die von der höch-
strichterlichen Rechtsprechung an den Beweiswert einer medizinischen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. April 2024, IV/23/597, Seite 17

Expertise gestellten Anforderungen (zur interdisziplinär gestellten Diagnose 
einer Intelligenzminderung vgl. jedoch E. 4.3.2 hernach). Die Feststellun-
gen beruhen auf eigenen Abklärungen, sind in Kenntnis der Vorakten sowie 
unter Berücksichtigung der Beschwerden getroffen worden. Die Ausführun-
gen in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sind einleuch-
tend und die gezogenen Schlussfolgerungen zum Gesundheitszustand 
werden nachvollziehbar, umfassend und einlässlich begründet. Was der 
Beschwerdeführer in formeller oder materieller Hinsicht gegen das Gutach-
ten vorbringt, verfängt – wie in E. 4.3.2 hiernach aufgezeigt wird – nicht.

4.3.2 Der Beschwerdeführer moniert zunächst, kein einziges Teilgutach-
ten sei unterschrieben, weshalb sie nicht verwertbar seien, schreibe das 
BSV doch ausdrücklich vor, dass die Teilgutachten unterschrieben werden 
müssten (Beschwerde S. 4 Ziff. 1). Damit dringt er nicht durch. Gemäss 
höchstrichterlicher Rechtsprechung ist nicht die Unterzeichnung der einzel-
nen Teilgutachten massgeblich, sondern vielmehr, dass die mitwirkenden 
Gutachter die interdisziplinäre Expertise als solche unterzeichnen und an 
der Gesamtbesprechung teilgenommen haben (Entscheid des BGer vom 
6. Oktober 2023, 8C_723/2022, E. 7.1). In Ziff. 5 der Konsensbeurteilung 
(act. IIA 220.1 S. 21) wurde denn auch festgehalten, dass die medizinische 
Beurteilung anlässlich einer gemeinsamen Sitzung erfolgte und sich die 
Unterzeichnenden mit den entsprechenden Fachgutachten sowie der Kon-
sensbeurteilung einverstanden erklärten, was schliesslich durch sämtliche 
Experten durch handschriftliche Unterzeichnung bestätigt wurde. Mithin 
kann von fehlender Verwertbarkeit der Teilgutachten keine Rede sein. 
Dass die Neuropsychologin nicht an der Konsenssitzung teilnahm (Replik 
S. 2), schadet in concreto – weil hier keine relevanten Diskrepanzen zwi-
schen den einzelnen Teilgutachten bestehen (S. 4 Ziff. 3 und S. 5 Ziff. 4.1.2 
e contrario der Leitlinien zur Konsensbeurteilung bei bi- und polydiszi-
plinären Begutachtungen in der Versicherungsmedizin, Stand: 4.12.2020; 
zur gegenteiligen Konstellation: Urteil des Verwaltungsgerichts des Kan-
tons Bern IV/2021/761 vom 4. Juli 2022 E. 4.3.1) – nicht. Überdies bestätig-
te sie – wie vorstehend dargelegt – durch ihre Unterschrift explizit, dass sie 
mit der Konsensbeurteilung einverstanden war (vgl. act. IIA 220.1 S. 21 f. 
Ziff. 5). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. April 2024, IV/23/597, Seite 18

Weiter ist auch die replicando vorgebrachte Rüge (S. 2) nicht stichhaltig, 
wonach die Anforderungen an die Unabhängigkeit und Unparteilichkeit der 
Experten nicht erfüllt seien, weil diese die Bestätigung, wonach jeder Fach-
gutachter das Gutachten frei von Interessenbindungen, unparteiisch und in 
voller Unabhängigkeit ausgeführt habe, nicht unterzeichnet hätten, da diese 
Passage erst nach dem Schlusskonsens aufgeführt sei. Diesbezüglich ist 
erstens festzustellen, dass sich die Passage „Erklärung der Unabhängig-
keit, Unbefangenheit und Objektivität“ keineswegs mit der Bedeutung der 
Strafandrohung von Art. 307 des Schweizerischen Strafgesetzbuches 
(StGB; SR 311.0) bei einem Gerichtsgutachten zu vergleichen ist, dessen 
Beweiswert beim Fehlen der Strafandrohung erheblich herabgesetzt wäre 
(vgl. dazu ERIK FURRER, Rechtliche und praktische Aspekte auf dem Weg 
zum Gerichtsgutachten in der Invalidenversicherung, SZS 2019, S. 14 
Fn. 134). Vielmehr ist diese Erklärung – die bei Lichte betrachtet eine 
Sammlung von Selbstverständlichkeiten für die Tätigkeit eines Gutachters 
enthält – rein deklaratorischer Natur und damit gänzlich irrelevant in Bezug 
auf den Beweiswert eines Administrativgutachtens. Zum anderen findet 
sich die genannte Erklärung auf derselben Seite wie bzw. nur wenige Zen-
timeter unter den Unterschriften der Gutachter (vgl. act. IIA 220.1 S. 22), 
sodass schlechterdings nicht nachvollziehbar ist, weshalb sie keine „Gültig-
keit“ beanspruchen können sollte. 

Betreffend die orthopädischen Aspekte macht der Beschwerdeführer gel-
tend, nicht der orthopädische Sachverständige, sondern andere Gutachter 
hätten auf die Rückfrage (zum Umfang der Arbeitsunfähigkeit in angepass-
ter Tätigkeit aus orthopädischer Sicht) der Beschwerdegegnerin vom 
29. Juni 2022 (act. IIA 226) geantwortet (Beschwerde S. 4 Ziff. 1). Diesbe-
züglich ist indes bereits mit Blick auf den Abgleich der Teilgutachten offen-
kundig, dass aus orthopädischer Sicht eine additive 10%ige Arbeitsun-
fähigkeit vorlag: In der interdisziplinären – von allen Gutachtern unterzeich-
neten und damit allseits für korrekt befundenen (act. IIA 220.1 S. 22 f. 
Ziff. 5) – Beurteilung wurde eine 30%ige Arbeitsunfähigkeit in angepasster 
Tätigkeit attestiert. Aus neuropsychologischer Sicht wurde eine 20%ige 
Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit als zumutbar erachtet, wohingegen 
der internistische Experten und die psychiatrische Gutachterin keine Ar-
beitsunfähigkeit attestierten, womit die aus orthopädischer Sicht nicht aus-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. April 2024, IV/23/597, Seite 19

drücklich quantifizierte Arbeitsfähigkeit 90 % bzw. die Einschränkung 10 % 
betragen muss. Die 10%ige Arbeitsunfähigkeit aus orthopädischer Sicht 
bzw. die Gesamtarbeitsunfähigkeit von 30 % wurden denn auch mit Stel-
lungnahme vom 30. August 2022 (act. IIA 249) bestätigt und namentlich 
durch den Fallführer unterzeichnet. Bei einer derart klaren Ausgangslage 
schadet nicht, dass der orthopädische Gutachter die Stellungnahme vom 
30. August 2022 (act. IIA 249) nicht selbst unterzeichnete. Soweit der Be-
schwerdeführer in diesem Kontext rügt, im orthopädischen Gutachten fehl-
ten Angaben namentlich zur Arbeitsfähigkeit (Beschwerde S. 5 Ziff. 2, Re-
plik S. 3), trifft zwar zu, dass der orthopädische Sachverständige im Teil-
gutachten die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit nicht beziffer-
te. Wie bereits aufgezeigt wurde, kann seine Einschätzung jedoch indirekt 
aus der Konsensbeurteilung herausgelesen werden, d.h. aus der Differenz 
der Gesamtarbeitsfähigkeit von 70 % und der aus neuropsychologischer 
Sicht attestierten Einschränkung von 20 %. Zudem wurde dieser geringfü-
gige Mangel mittels Stellungnahme der Gutachter vom 30. August 2022 
(act. IIA 249) behoben bzw. die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus 
orthopädischer Sicht explizit beziffert und dargelegt, dass diese Einschrän-
kung additiv zu jener der aufgrund der neuropsychologischen Störung at-
testierten Einschränkung ist (S. 2).

Der Beschwerdeführer rügt alsdann, das orthopädische Zumutbarkeitsprofil 
sei unvollständig, weil auch das seitliche Bewegen und Drehen des rechten 
Armes schmerzhaft und eingeschränkt sei (Replik S. 3). Der Orthopäde 
legte jedoch dar, dass die „endgradigen Anteversions- und Abduktionsbe-
wegungen“ schmerzhaft gewesen seien (act. IIA 220.4 S. 8 Ziff. 6.1), mithin 
die Bewegungen in ihrem maximalen Ausmass. Dies bedeutet im Umkehr-
schluss, dass nicht endgradige Bewegungen nicht schmerzhaft waren und 
damit zumutbar sind, was überdies aus dem interdisziplinären Zumutbar-
keitsprofil hervorgeht, wonach der rechte Arm „nur wenig abduziert und 
nicht über die Schulterhöhe eleviert werden kann“ (act. IIA 220.1 S. 11 
Ziff. 4.5). Dass das Bewegen und Drehen des rechten Armes gänzlich un-
zumutbar wäre, findet denn auch keinerlei Rückhalt in den übrigen medizi-
nischen Akten und auch die D.________ ging nicht von einer solchen Ein-
schränkung aus (vgl. hierzu act. IIA 101 S. 2). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. April 2024, IV/23/597, Seite 20

Weiter beanstandet der Beschwerdeführer, das Zumutbarkeitsprofil 
gemäss orthopädischem Gutachten decke sich nicht mit dem Zumutbar-
keitsprofil gemäss Konsensbeurteilung (Beschwerde S. 5 Ziff. 2). Es trifft 
zwar zu, dass die Zumutbarkeitsprofile nicht vollständig deckungsgleich 
sind, ohne dass diese Divergenz in der Konsensbeurteilung aufgelöst wird. 
Auf eine entsprechende Rückfrage bei den Gutachtern kann indes verzich-
tet werden, denn selbst wenn – zu Gunsten des Beschwerdeführers – das 
einschränkendere Zumutbarkeitsprofil des Orthopäden massgebend wäre 
(leichte wechselbelastende Tätigkeit anstelle von mittelschweren Tätigkei-
ten), änderte dies am Ergebnis nichts (vgl. E. 5.5 hiernach).

In Bezug auf die Neuropsychologie rügt der Beschwerdeführer, das neuro-
psychologische Zumutbarkeitsprofil, wonach namentlich eine selbstbe-
stimmte Pausengestaltung wichtig sei, werde im interdisziplinären Konsens 
nicht (nochmals) vollständig wiedergegeben (Beschwerde S. 6 Ziff. 2, Re-
plik S. 6). Dies trifft zwar ebenfalls zu. Die entscheidenden Elemente der 
neuropsychologischen Beurteilung, namentlich, dass eine 20%ige Leis-
tungsminderung aufgrund des durch die chronischen Schmerzen erhöhten 
Pausenbedarfs resultiert, wurden in der Konsensbeurteilung jedoch 
berücksichtigt (vgl. act. IIA 220.1 S. 11 Ziff. 4.7), sodass der Beweiskraft 
der Expertise nicht gemindert wird.

Der Beschwerdeführer vertritt des Weiteren die Ansicht, das neuropsycho-
logische Teilgutachten sei nicht schlüssig, weil die diagnostizierte mittel-
gradige neuropsychologische Störung gemäss den einschlägigen Richtlini-
en eine Arbeitsunfähigkeit von mindestens 50 bis 70 % bewirke (Be-
schwerde S. 6 Ziff. 2, Replik S. 4). Diese Kritik basiert offenkundig auf den 
Kriterien zur Bestimmung des Schweregrades einer neuropsychologischen 
Störung sowie Zuordnungen zur Funktions- und Arbeitsfähigkeit (FREI ET 
AL., Zeitschrift für Neuropsychologie [2016], 27 [2], 107-119). Zu den „orien-
tierenden Richtwerten“ wird unter den Anmerkungen festgehalten, es hand-
le sich lediglich um orientierende Angaben. Der Grad der Arbeitsunfähigkeit 
könne jedoch – in Abhängigkeit der Charakteristika einer Störung sowie 
des jeweiligen beruflichen Anforderungsprofils – erheblich von diesen 
Richtwerten abweichen. Mithin handelt es sich nicht um fixe Grössen, son-
dern um blosse Orientierungshilfen, wobei es in der Fachkompetenz des 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. April 2024, IV/23/597, Seite 21

neuropsychologischen Experten liegt, die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit 
unter Berücksichtigung der erhobenen Befunde einerseits und des berufli-
chen Anforderungsprofils andererseits abzugeben. Dass die Expertin die 
Leistungsminderung auf 20 % veranschlagte, wobei sie die geschilderte 
Alltags- und Berufsfunktionalität berücksichtigte, die weitgehend unauffällig 
sind (act. IIA 220.7 S. 9 Ziff. 6.2, S. 12 f. Ziff. 8.1 f.), ist damit entgegen der 
Ansicht des Beschwerdeführers nachvollziehbar und schlüssig. Die gegen-
teiligen laienmedizinischen Überlegungen des Beschwerdeführers sind 
unbehelflich (vgl. Entscheid des BGer vom 29. November 2023, 
8C_403/2023, E. 5.4).

Ins Leere zielt sodann das Vorbringen, wonach der Beschwerdeführer die 
Töne in der neuropsychologischen Untersuchung nicht habe hören können, 
weshalb eine HNO-Untersuchung hätte durchgeführt werden müssen (Be-
schwerde S. 8 Ziff. 2, Replik S. 2 und 6). Die Neuropsychologin stellte le-
diglich fest, dass der Beschwerdeführer die Töne nicht voneinander habe 
abgrenzen bzw. unterscheiden („diskriminieren“) können (act. IIA 220.7 
S. 5 Ziff. 4.1). Das Unvermögen, die abgespielten Töne zu unterscheiden, 
stellte offenkundig keinen Umstand dar, der eine HNO-Untersuchung not-
wendig gemacht hätte, steht es doch im Ermessen der Gutachter, ob der 
Beizug weiterer Experten notwendig ist oder nicht (SVR 2021 UV Nr. 19 
S. 96 E. 6.4; Entscheid des BGer vom 30. Januar 2015, 8C_277/2014, 
E. 5.2), wobei hier kein Beizug eines weiteren Experten erfolgte. 

Der Beschwerdeführer beanstandet weiter, in der Konsensbeurteilung wer-
de die gesicherte Diagnose einer Minderintelligenz gestellt, obwohl die 
psychiatrische Gutachterin lediglich den Verdacht auf eine Minderintelli-
genz diagnostiziert habe (Beschwerde S. 7 Ziff. 2, Replik S. 5). Die von der 
psychiatrischen Expertin gestellte Verdachtsdiagnose (act. IIA 220.6 S. 11 
Ziff. 6.3) reicht zur Anerkennung eines invalidisierenden Gesundheitsscha-
dens grundsätzlich nicht aus (vgl. Entscheid des BGer vom 19. März 2018, 
9C_795/2017, E. 3.1.2 mit Hinweisen), ist doch mit einer blossen Ver-
dachtsdiagnose ein gesundheitliches Leiden nicht mit dem erforderlichen 
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (vgl. hierzu BGE 144 V 
427 E. 3.2 S. 429; SVR 2022 UV Nr. 41 S. 163 E. 3.3) erstellt (vgl. Ent-
scheid des BGer vom 3. November 2020, 8C_539/2020, E. 6.2.1). Ob die 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. April 2024, IV/23/597, Seite 22

interdisziplinär gestellte Diagnose einer Intelligenzminderung unter diesen 
Umständen überzeugt, kann letztlich offenbleiben. Denn selbst wenn zu 
Gunsten des Beschwerdeführers hiervon ausgegangen und die daraus 
postulierte Arbeitsunfähigkeit berücksichtigt würde, änderte sich am Ergeb-
nis nichts, wie nachfolgend aufgezeigt wird (E. 5.6 hiernach).

Weiter wird moniert, im psychiatrischen Teilgutachten werde eine 
Schmerzstörung ohne Begründung verneint, obschon der Beschwerdefüh-
rer den Schweregrad der Dauerschmerzen auf 5 und im Rahmen der neu-
ropsychologischen Untersuchung auf 8 beziffert habe (Replik S. 6) und im 
psychiatrischen Teilgutachten werde die Schmerzstörung gar nicht abge-
handelt, obwohl im Konsens festgehalten werde, die Kriterien für eine 
Schmerzstörung gemäss ICD-10 seien nicht erfüllt (Beschwerde S. 7 
Ziff. 2). Hierzu ist festzuhalten, dass allein die Einstufung der Schmerzen 
auf einer Schmerzskala durch den Exploranden im Sinne einer rein subjek-
tiv geäusserten Angabe („Beschwerde“) selbstredend nicht ausreicht, um 
die Diagnose einer Schmerzstörung zu stellen. Vielmehr ist für die Diagno-
sestellung die klinische Untersuchung mit Anamneseerhebung, Sympto-
merfassung und Verhaltensbeobachtung entscheidend (vgl. statt vieler: 
Entscheid des BGer vom 4. September 2023, 9C_234/2023, E. 3.2.3). Die 
psychiatrische Sachverständige hielt im Rahmen des psychopathologi-
schen Befundes namentlich fest, es lägen keine Hinweise für eine Somati-
sierung vor (act. IIA 220.6 S. 8 Ziff. 4.3). Damit verneinte sie implizit auch 
das Vorliegen von Schmerzen im Sinne eines andauernden, schweren und 
quälenden Schmerzes als vorherrschende Beschwerde einer anhaltenden 
Schmerzstörung (ICD-10 F45.5; vgl. dazu auch DILLING/MOMBOUR/-
SCHMIDT, a.a.O., S. 233; BGE 141 V 281 E. 2.1 S. 285 f.). Mit Blick auf den 
insoweit unauffälligen psychopathologischen Befund und die Verhaltensbe-
obachtungen, die ebenfalls keinen Hinweis für einen quälenden Schmerz 
offenbarten (u.a. sass der Beschwerdeführer in der Wartezone und auch 
während der Exploration unauffällig bzw. ohne Drang nach Positionsände-
rung auf dem Stuhl; act. IIA 220.6 S. 7 Ziff. 4.1), leuchtet ein, dass die 
Psychiaterin im Rahmen der medizinischen Beurteilung die Kriterien für 
eine Schmerzstörung als nicht erfüllt erachtete (act. IIA 220.6 S. 11 
Ziff. 6.1). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. April 2024, IV/23/597, Seite 23

Ferner macht der Beschwerdeführer geltend, obschon die Fachleute der 
beruflichen Eingliederung ihn in der Tätigkeit als ... zu 50 % als optimal 
eingegliedert betrachtet hätten, sei die psychiatrische Sachverständige von 
einer 70%igen Arbeitsfähigkeit ausgegangen (Replik S. 6). Hierzu ist fest-
zuhalten, dass berufspraktische Beobachtungen im Rahmen beruflicher 
Eingliederungsmassnahmen in erster Linie die erhobene, subjektive Ar-
beitsleistung wiedergeben. Rechtsprechungsgemäss obliegt die abschlies-
sende Beurteilung der sich aus einem Gesundheitsschaden ergebenden 
funktionellen Leistungsfähigkeit in erster Linie den medizinischen Fachper-
sonen (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 196). 

Soweit der Beschwerdeführer bemängelt, es sei stossend, dass im psych-
iatrischen Teilgutachten keine Diagnose gestellt worden sei, obwohl die 
vom behandelnden Psychiater beschriebenen Symptome zum Untersu-
chungszeitpunkt alle noch vorgelegen hätten und welche mit den neuro-
psychologischen Diagnosen nicht erklärt werden könnten (Beschwerde S. 7 
Ziff. 2), sind seine Ausführungen bereits deshalb unbehelflich, weil er als 
medizinischer und psychiatrischer Laie für eine solche Beurteilung nicht 
befähigt ist (Entscheid des BGer vom 21. Juni 2016, 9C_614/2015, E. 5.1). 
Dasselbe gilt für seine Darlegungen hinsichtlich der – aus seiner Sicht – 
vorliegenden Restsymptome einer Depression (Beschwerde S. 7 Ziff. 2). 

Schliesslich bringt der Beschwerdeführer vor, der neurologische Gutachter 
sei nicht auf die Kopfschmerzen, welche Symptome eines postkontusionel-
len Syndroms sein könnten, und auf die neuropsychologischen Befunde, 
welche zu einem postkommotionellen Syndrom passen würden, eingegan-
gen (Beschwerde S. 7 f. Ziff. 2). Dem kann nicht gefolgt werden. Der Sach-
verständige legte nachvollziehbar dar, dass sehr wahrscheinlich tendo-
myogen bedingt parieto-okzipitale Kopfschmerzen bei Zervikobrachialgie 
rechts bestünden, klinisch ohne Hinweis auf eine zervikale radikuläre Reiz- 
oder sensomotorische Ausfallsymptomatik oder einer weiter peripher gele-
genen neurogenen Läsion (act. IIA 220.5 S. 10 Ziff. 7.1). Sodann wurde im 
Rahmen der Konsensbeurteilung, die von allen Experten unterschriftlich 
bestätigt wurde, bezugnehmend auf die diesbezügliche Ergänzungsfrage 
seitens der Rechtsvertretung des Beschwerdeführers nachvollziehbar dar-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. April 2024, IV/23/597, Seite 24

gelegt, dass keine Hinweise für ein postkommotionelles Syndrom vorlagen 
(act. IIA 220.1 S. 19 Ziff. 4.9.5). 

4.3.3 Nach dem hiervor Ausgeführten ist gestützt auf das MEDAS-
Gutachten vom 4. Mai 2022 (act. IIA 220.1) samt Stellungnahme vom 
30. August 2022 (act. IIA 249) erstellt, dass beim Beschwerdeführer zum 
Zeitpunkt der Begutachtung ein chronisches Schultersyndrom rechts mit 
eingeschränkter Beweglichkeit und eine Störung durch Zolpidem, gegen-
wärtiger Substanzgebrauch, vorlagen. Ob auch die Diagnose einer leichten 
Intelligenzminderung (IQ 68; KI 95 %: 59-77) mit mittelgradiger neuropsy-
chologischer Störung überwiegend wahrscheinlich ausgewiesen ist, kann – 
wie bereits erwähnt (E. 4.3.2 hiervor) – mit Blick auf das Ergebnis offen-
bleiben. Weiter sind basierend auf der gutachterlichen Beurteilung eine 
vollständige Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit ab dem 23. No-
vember 2015 (Sturz vom ... mit Schulterverletzung) sowie eine maximal 
30%ige Arbeitsunfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit ab Oktober 2021 
ausgewiesen (ohne Anerkennung der leichten Intelligenzminderung mit 
neuropsychologischer Störung verbliebe eine Arbeitsunfähigkeit aus or-
thopädischer Sicht von 10 %). Betreffend die Zeit davor konstatierten die 
Gutachter eine aktenmässig dokumentierte Anpassungsstörung ab Mai 
2019 sowie eine Schulteroperation am 26. August 2019 mit anschliessen-
den schmerztherapeutischen Eingriffen, wobei sie betreffend die Arbeits-
fähigkeit auf die Einschätzungen der behandelnden Ärzte verwiesen 
(act. IIA 220.1 S. 11 f. Ziff. 4.7). Schliesslich wurde ab September 2018 
gemäss Abklärungsbericht AMA vom 13. September 2018 eine 80%ige 
Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit attestiert (act. II 35 S. 21). 
Hierauf ist abzustellen.

Nach dem Dargelegten ist der medizinische Sachverhalt hinreichend abge-
klärt. Von weiteren medizinischen Abklärungen (vgl. Beschwerde S. 1 
Rechtsbegehren Ziff. 2) sind keine neuen Erkenntnisse zu erwarten, so-
dass darauf verzichtet werden kann (vgl. zur antizipierten Beweiswürdigung 
BGE 144 V 361 E. 6.5 S. 368, 124 V 90 E. 4b S. 94, 122 V 157 E. 1d S. 
162; SVR 2019 IV Nr. 50 S. 163 E. 4). 

Gestützt auf die gutachterliche Einschätzung ist nachfolgend die Invali-
ditätsbemessung vorzunehmen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. April 2024, IV/23/597, Seite 25

5.

5.1 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

5.2

5.2.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung 
angepassten Verdienst angeknüpft. Die Ermittlung des Valideneinkommens 
hat so konkret wie möglich zu erfolgen (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110, 134 V 
322 E. 4.1 S. 325; SVR 2022 UV Nr. 4 S. 12 E. 3.2). 

5.2.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 148 V 174 E. 6.2 S. 181, 143 V 295 E. 2.2 
S. 296). Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens 
keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit 
aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne 
gemäss den vom Bundesamt für Statistik (BFS) herausgegebenen Lohn-
strukturerhebungen (LSE) herangezogen werden. Dabei wird in der Regel 
der Totalwert angewendet. Praxisgemäss ist beim anhand der LSE vorge-
nommenen Einkommensvergleich sodann von der Tabellengruppe A (stan-
dardisierte Bruttolöhne) auszugehen, wobei üblicherweise auf die Tabelle 
TA1_tirage_skill_level, privater Sektor, abgestellt wird. Bei der Verwendung 
der standardisierten Bruttolöhne ist gemäss Rechtsprechung jeweils vom 
sogenannten Zentralwert (Median) auszugehen (BGE 148 V 174 E. 6.2 S. 
181, 143 V 295 E. 2.2 S. 297).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. April 2024, IV/23/597, Seite 26

Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, 
die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich 
zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern 
lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurch-
schnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit ei-
nem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 
S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in welchem Ausmass 
Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und 
beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Ein-
schränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Be-
schäftigungsgrad). Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalidenein-
kommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wo-
bei der Abzug auf insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen ist (BGE 148 V 
174 E. 6.3 S. 182, 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 
2018 IV Nr. 46 S. 148 E. 3.3). Zu beachten ist, dass allfällige bereits in der 
Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche 
Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten 
Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Ge-
sichtspunkts führen dürfen (BGE 148 V 174 E. 6.3 S. 182, 146 V 16 E. 4.1 
S. 20; SVR 2023 IV Nr. 18 S. 64 E. 5.2.1.1).

5.3 Vorliegend ist seit November 2015 eine vollständige Arbeitsunfähig-
keit in der bisherigen Tätigkeit ausgewiesen (act. IIA 220.1 S. 11 Ziff. 4.5). 
Der frühest mögliche Rentenbeginn fällt deshalb mit Blick auf die Anmel-
dung vom Juni 2016 (act. II 2) sowie unter Berücksichtigung der einjährigen 
Wartezeit von Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG sowie der sechsmonatigen Karenz-
frist i.S.v. Art. 29 Abs. 1 IVG auf Dezember 2016. Auf diesen Zeitpunkt hin 
wäre ein erster Einkommensvergleich durchzuführen (vgl. E. 5.1 f. hiervor). 
Indes resultiert ab diesem Zeitpunkt aufgrund der vollständigen Arbeitsun-
fähigkeit in jeglicher Tätigkeit (act. IIA 220.1 S. 11 Ziff. 4.5 und 4.7 i.V.m. 
act. II 15.41 S. 1 und 15.35 S. 1; für die Folgezeit: act. II 18.10 S. 1) ein 
Anspruch auf eine ganze Rente. 

Gestützt auf den Abklärungsbericht AMA vom 13. September 2018 
(act. II 35 S. 21) ging die Beschwerdegegnerin davon aus, dass ab diesem 
Zeitpunkt wieder eine 80%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätig-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. April 2024, IV/23/597, Seite 27

keit bestand (vgl. act. IIA 289), was nicht zu beanstanden ist. Damit ist im 
September 2018 ein Revisionsgrund ausgewiesen und auf diesen Zeit-
punkt hin ein Einkommensvergleich vorzunehmen. 

Sodann ging die Beschwerdegegnerin per März 2019 – im Einklang mit der 
medizinischen Aktenlage (act. II 88 S. 3 i.V.m. act. IIA 220.1 S. 12 Ziff. 4.7) 
– von einer Verschlechterung des Gesundheitszustands aus psychiatri-
scher Sicht mit damit einhergehender gänzlicher Arbeitsunfähigkeit aus. 
Zusätzlich war die Arbeitsfähigkeit ab August 2019 auch aufgrund einer 
Operation an der rechten Schulter gänzlich aufgehoben (act. II 91.34). Da-
mit liegt per März 2019 ein neuerlicher Revisionsgrund vor, womit abermals 
ein Einkommensvergleich vorzunehmen wäre. Wiederum resultiert jedoch 
aufgrund der vollständigen Erwerbsunfähigkeit ein Anspruch auf eine gan-
ze Rente (vgl. E. 3.3.1 hiervor), dies ab 1. Juni 2019 (Art. 88a Abs. 2 IVV), 
was unbestritten ist. 

Ab Oktober 2021 ist gestützt auf die gutachterliche Einschätzung schliess-
lich von einer 70%igen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit aus-
zugehen (act. IIA 220.1 S. 12 Ziff. 4.7), womit ein dritter Revisionsgrund 
vorliegt und ein zweiter Einkommensvergleich vorzunehmen ist.

5.4 Der Beschwerdeführer war (seit dem 1. August 2010) bis zu seinem 
Unfall im November 2015 als Hilfs... für die E.________ AG tätig (vgl. 
act. II 9 S. 1 Ziff. 2). Damit kann mit überwiegender Wahrscheinlichkeit da-
von ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer im Gesundheitsfalle 
weiterhin dort tätig wäre (vgl. E. 5.2.1 hiervor). Für das Jahr 2016 ging die 
Beschwerdegegnerin von einem Valideneinkommen von Fr. 69'821.-- aus 
(act. IIA 289 S. 5). Gemäss Arbeitgeber betrug das Jahreseinkommen in-
des Fr. 69'550.-- (act. II 9 S. 4 Ziff. 5.1). Weiter setzte die Beschwerdegeg-
nerin das Valideneinkommen pro 2018 auf Fr. 70'435.--, pro 2019 auf 
Fr. 71'110.-- und pro 2021 auf Fr. 71'720.-- (vgl. act. IIA 289 S. 6) fest. 
Demgegenüber hätte sich das Einkommen gemäss Angaben des ehemali-
gen Arbeitgebers pro 2018 auf Fr. 73’850.--, pro 2019 auf Fr. 73'847.--, pro 
2021 auf Fr. 72'340.-- belaufen (Akten des Beschwerdeführers [act. I ] 4 
S. 9). Selbst wenn zu Gunsten des Beschwerdeführers auf die vom ehema-
ligen Arbeitgeber nachträglich gemachten Angaben abgestellt würde, än-
derte sich – wie unter E. 5.6 f. hiernach aufzuzeigen sein wird – am Ergeb-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. April 2024, IV/23/597, Seite 28

nis nichts. Soweit der Beschwerdeführer vorbringt, das hypothetische Vali-
deneinkommen betrage Fr. 75'000.-- betrifft dieser Betrag das vorliegend 
nicht relevante Jahr 2022 (vgl. act. I 4 S. 9). Weitere Abklärungen (Edition 
der Lohnkonti der ...; vgl. Beschwerde S. 2 Ziff. 1) erübrigen sich in antizi-
pierter Beweiswürdigung angesichts der erwähnten Angaben des ehemali-
gen Arbeitgebers, die zu Gunsten des Beschwerdeführers Samstagsarbeit 
im früher geleistetem Umfang auch für die hier interessierenden Jahre 
berücksichtigt.

5.5 Der Beschwerdeführer verwertet seine Restarbeitsfähigkeit mit der 
Tätigkeit als ... und einer wöchentlichen Arbeitszeit von 22 Stunden pro 
Woche nicht vollständig. Darüber hinaus geht er dieser Tätigkeit erst seit 
1. März 2023 nach (vgl. hierzu act. IIA 272 S. 2). Mithin stellte die Be-
schwerdegegnerin – entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers (vgl. 
Beschwerde S. 9 Ziff. 3) – mit Blick auf das Zumutbarkeitsprofil (vgl. 
act. IIA 220.1 S. 11 Ziff. 4.5) zur Bestimmung des Invalideneinkommens zu 
Recht auf Tabellenlöhne resp. auf den Totalwert, Männer, Kompetenzni-
veau 1, der TA1_tirage_skill_level ab.

Der von der Beschwerdegegnerin bei der Berechnung des Invalidenein-
kommens pro 2018 zusätzlich zur 20%igen Arbeitsunfähigkeit gewährte 
leidensbedingte Abzug von 10 % erscheint sehr grosszügig, gibt aber noch 
keinen Anlass, in das Ermessen der Verwaltung einzugreifen. 

Dass die Beschwerdegegnerin bei der Berechnung des Invalideneinkom-
mens pro 2021 keinen Abzug mehr gewährte (vgl. act. IIA 289), ist nicht zu 
beanstanden, wurde doch sämtlichen Einschränkungen mit der um 30 % 
verminderten Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit im Rahmen 
des gutachterlichen Zumutbarkeitsprofils bereits hinreichend Rechnung 
getragen, sodass diese nicht zusätzlich mittels leidensbedingten Abzugs zu 
berücksichtigen sind (vgl. statt vieler: Entscheid des BGer vom 7. März 
2014, 9C_841/2013, E. 4.6). Insbesondere die Limitierung, dass hinsicht-
lich der rechten oberen Extremität nur noch leichte, wechselpositionierte 
Tätigkeiten zumutbar sind (act. IIA 220.4 S. 12), stellt keinen Grund für ei-
nen Abzug dar (Entscheid des BGer vom 8. Oktober 2019, E. 4.3.2). Auch 
wurde im Zumutbarkeitsprofil der Bedarf an zusätzlichen Pausen bereits 
hinreichend berücksichtigt, nämlich im Umfang einer Arbeitsunfähigkeit von 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. April 2024, IV/23/597, Seite 29

20 %. Die weiteren Ausführungen des Beschwerdeführers (Replik S. 7), 
wonach der leidensbedingte Abzug mit der Weiterentwicklung der IV nicht 
abgeschafft worden sei (vgl. dazu BVR 2023 S. 552 E. 5.3.4), zielen an der 
Sache vorbei, geht es hier doch um den Einkommensvergleich pro 2021 
und nicht pro 2022.

Für das Jahr 2018 resultiert gestützt auf die TA1_tirage_skill_level, Total-
wert, Männer, Kompetenzniveau 1 (2018: Fr. 5'417.--; 2020: Fr. 5'261.--), 
angepasst an die betriebsübliche Wochenarbeitszeit (BFS, Betriebsübliche 
Wochenarbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, lit. A-S Ziff. 01-96 Total, 
2018: 41.7; 2021: 41.7) bei einer Arbeitsfähigkeit von 80 % und unter 
Berücksichtigung eines leidensbedingten Abzugs von 10 % ein Invaliden-
einkommen von Fr. 48'792.-- (Fr. 5'417.-- x 12 / 40 x 41.7 x 0.8 x 0.9). Was 
das Jahr 2021 betrifft, resultiert angepasst an die betriebsübliche Wochen-
arbeitszeit und indexiert pro 2021 (gemäss Tabelle T1.1.15, Nominal-
lohnindex, Männer 2016 - 2022, lit. B-S Ziff. 05-96 Total, 2020: 103.2, 
2021: 102.5) und bei einer Arbeitsfähigkeit von 70 % ein Invalideneinkom-
men von Fr. 45'758.10 (Fr. 5'261.-- x 12 / 40 x 41.7 / 103.2 x 102.5 x 0.7).

5.6 Folglich resultiert ab September 2018 – zu Gunsten des Beschwer-
deführers – unter Berücksichtigung des nachträglich vom Arbeitgeber an-
gegebenen Valideneinkommens ein (maximaler; E. 4.3.2 hiervor) Invali-
ditätsgrad von gerundet 34 % ([Fr. 73'850.-- ./. Fr. 48'792.-- x 100] / 
Fr. 73'850.--), womit unter Anwendung von Art. 88a Abs. 1 IVV ab 1. De-
zember 2018 kein Anspruch auf eine Rente mehr besteht (vgl. E. 3.3.1 
hiervor).

Ab Oktober 2021 beträgt der (maximale) Invaliditätsgrad – wiederum unter 
Berücksichtigung des nachträglich vom Arbeitgeber angegebenen Validen-
einkommens – gerundet 37 % ([Fr. 72'340.-- ./. Fr. 45'758.10.-- x 100] / 
Fr. 72'340.--). Damit hat der Beschwerdeführer unter Berücksichtigung von 
Art. 88a Abs. 1 IVV ab 1. Januar 2022 keinen Anspruch auf eine Rente 
mehr (vgl. E. 3.3.2 und 3.4.1 hiervor).

5.7 Zusammenfassend hat der Beschwerdeführer befristet von 1. De-
zember 2016 bis 30. November 2018 sowie von 1. Juni 2019 bis 31. De-
zember 2021 Anspruch auf eine ganze IV-Rente. Folglich ist die angefoch-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. April 2024, IV/23/597, Seite 30

tene Verfügung vom 20. Juni 2023 (act. IIA 289) nicht zu beanstanden und 
die dagegen erhobene Beschwerde ist abzuweisen.

6.

6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Strei-
tigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kos-
tenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig 
vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzulegen.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, werden entspre-
chend dem Ausgang des Verfahrens dem Beschwerdeführer zur Bezah-
lung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe ent-
nommen.

6.2 Es besteht kein Anspruch auf eine Parteientschädigung (Umkehr-
schluss aus Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in 
gleicher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. April 2024, IV/23/597, Seite 31

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwältin Dr. iur. B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern (samt Eingabe des Beschwerdeführers vom 1. März 

2024 inklusive Beilagen)
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.