# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** aa4713e9-f271-546c-b2ef-9d02a0a6e6fe
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-05-10
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 10.05.2022 SK 2021 202
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2021-202_2022-05-10.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

1. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

1re Chambre pénale

Urteil
SK 21 202

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 10. Mai 2022 

Besetzung Oberrichter Vicari (Präsident), Oberrichter Zuber, 
Oberrichterin Hubschmid Volz
Gerichtsschreiberin Susedka

Verfahrensbeteiligte A.________
amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt B.________

Beschuldigter/Berufungsführer

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

und

C.________

Strafklägerin

Gegenstand Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, sexuelle 
Nötigung

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland 
(Kollegialgericht) vom 23. Dezember 2020 (PEN 20 525)

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Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Mit Urteil vom 23. Dezember 2020 (pag. 1261 ff.) sprach das Regionalgericht Bern-
Mittelland, Kollegialgericht in Dreierbesetzung (nachfolgend Vorinstanz), 
A.________ (nachfolgend Beschuldigter) schuldig der Widerhandlungen gegen das 
Betäubungsmittelgesetz, mehrfach und mengenmässig qualifiziert begangen durch 
Besitz und Veräusserung von insgesamt 532 Gramm Kokaingemisch bzw. 212 
Gramm reines Kokain (Urteilsdispositiv Ziff. A.I.1.), namentlich durch (1) Veräusse-
rung von insgesamt 500 Gramm Kokaingemisch an D.________ ab Anfang 2018 
bis Mitte November 2018, im Umfang von 70 Gramm Kokaingemisch gemeinsam 
mit E.________ (Urteilsdispositiv Ziff. A.I.1.1.), (2) Besitz und Veräusserung von 27 
Gramm Kokaingemisch an F.________ von Anfang 2019 bis April 2019 in Bern und 
der Region Bern, im Umfang von 25 Gramm gemeinsam mit E.________ (Urteils-
dispositiv Ziff. A.I.1.2.) und (3) Besitz und Veräusserung von 5 Gramm Kokainge-
misch an einen unbekannten Drogenabnehmer (G.________) von Anfang 2019 bis 
Anfang April 2019 in Bern, gemeinsam mit E.________ (Urteilsdispositiv 
Ziff. A.I.1.3.), der sexuellen Nötigung, begangen am 17. Januar 2018 in Freiburg 
zum Nachteil von C.________ (Urteilsdispositiv Ziff. A.I.2.) und der Widerhandlun-
gen gegen das Betäubungsmittelgesetz, mehrfach begangen durch Konsum von 
Kokain von Mai 2018 bis am 4. April 2019 in Bern und anderswo (Urteilsdispositiv 
Ziff. A.I.3.). Die Vorinstanz verurteilte den Beschuldigten in Anwendung der ein-
schlägigen Gesetzesbestimmungen zu einer Freiheitsstrafe von 29 Monaten, unter 
Aufschub einer Teilstrafe von 20 Monaten mit einer Probezeit von drei Jahren so-
wie unter Anrechnung der ausgestandenen Untersuchungshaft von 86 Tagen (Ur-
teilsdispositiv Ziff. A.I.1. [Sanktionenpunkt]), zu einer Geldstrafe von 120 Tagessät-
zen zu CHF 40.00, ausmachend total CHF 4'800.00, unter Gewährung des beding-
ten Vollzugs mit einer Probezeit von drei Jahren (Urteilsdispositiv Ziff. A.I.2. [Sank-
tionenpunkt], zu einer Übertretungsbusse von CHF 400.00, unter Festsetzung der 
Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhafter Nichtbezahlung auf vier Tage (Urteilsdisposi-
tiv Ziff. A.I.3. [Sanktionenpunkt]) und zu einer Landesverweisung von acht Jahren 
(Urteilsdispositiv Ziff. A.I.4.). Weiter verurteilte die Vorinstanz den Beschuldigten 
zur Bezahlung einer Ersatzforderung von CHF 1'900.00 (unter Verrechnung der 
beschlagnahmten CHF 1'900.00; Urteilsdispositiv Ziff. A.I.5.) und der anteilsmässi-
gen erstinstanzlichen Verfahrenskosten, insgesamt bestimmt auf CHF 26'568.30 
(Urteilsdispositiv Ziff. A.I.6.), und legte die amtliche Entschädigung und das volle 
Honorar für die amtliche Verteidigung des Beschuldigten durch Rechtsanwalt 
B.________ fest (Urteilsdispositiv Ziff. A.II.). Ferner traf die Vorinstanz die weiteren 
Verfügungen (Urteilsdispositiv Ziff. A.III.). 

Der Vollständigkeit halber ist – auch wenn nicht mehr Gegenstand des Verfahrens 
– festzuhalten, dass mit demselben Urteil E.________ u.a. der Widerhandlungen 
gegen das Betäubungsmittelgesetz, mehrfach und mengenmässig qualifiziert be-
gangen durch Besitz und Veräusserung von insgesamt 100 Gramm Kokaingemisch 

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bzw. 40 Gramm reines Kokain, jeweils gemeinsam begangen mit dem Beschuldig-
ten, schuldig erklärt wurde und in Anwendung der einschlägigen Gesetzesbestim-
mungen u.a. zu einer Freiheitsstrafe von 13 Monaten unter Aufschub des Vollzugs 
bei einer Probezeit von zwei Jahren verurteilt und auf die Anordnung einer Landes-
verweisung verzichtet wurde (pag. 1266 ff.). Infolge Rechtsmittelverzichts ist dieses 
Urteil in Rechtskraft erwachsen (vgl. auch pag. 1293). 

2. Berufung

Gegen dieses Urteil meldete der Beschuldigte, amtlich verteidigt durch Rechtsan-
walt B.________, mit Schreiben vom 23. Dezember 2020 fristgerecht die Berufung 
an (pag. 1272). Die schriftliche Urteilsbegründung datiert vom 5. Mai 2021 
(pag. 1292 ff.). Mit Eingabe vom 31. Mai 2021 erklärte der Beschuldigte frist- und 
formgerecht die Berufung (pag. 1346 ff.), beschränkt auf die Schuldsprüche 
gemäss Ziff. A.I.1. (Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, mehr-
fach und mengenmässig qualifiziert begangen durch Besitz und Veräusserung von 
insgesamt 532 Gramm bzw. 212 Gramm reines Kokain) und Ziff. A.I.2. (sexuelle 
Nötigung z.N. C.________) des erstinstanzlichen Urteils, den Sanktionenpunkt so-
wie die sich daraus ergebenden Kosten- und Entschädigungsfolgen (Ziff. A.I.1.-2. 
und A.I.4.-6. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs). 

Unter Bezugnahme auf die Verfügung vom 2. Juni 2021 (pag. 1349 f.) teilte die 
Generalstaatsanwaltschaft mit Schreiben vom 14. Juni 2021 (pag. 1353 f.) mit, 
dass weder die Anschlussberufung erklärt noch ein Nichteintreten auf die Berufung 
des Beschuldigten beantragt werde. C.________ (nachfolgend Strafklägerin) liess 
sich innert Frist nicht vernehmen. 

Am 9./10. Mai 2022 fand vor der 1. Strafkammer die Berufungsverhandlung statt 
(pag. 1457 ff.). 

3. Oberinstanzliche Beweisergänzungen

Im Hinblick auf die Berufungsverhandlung wurden von Amtes wegen ein aktueller 
Leumundsbericht inkl. Erhebung wirtschaftliche Verhältnisse vom 21. April 2022 
(pag. 1443 ff.) und ein aktueller Strafregisterauszug vom 26. April 2022 (pag. 1449) 
über den Beschuldigten eingeholt. Zudem wurde ein ergänzender Bericht des Mi-
grationsdienstes des Kantons Bern inkl. Akten im Hinblick auf die Prüfung der Lan-
desverweisung vom 17. März 2022 (pag. 1393 ff.) eingeholt und das Urteil des Re-
gionalgerichts Bern-Mittelland vom 28. Januar 2020 (pag. 1380 ff.) sowie die ent-
sprechenden Akten (PEN 19 916/918) betreffend D.________/H.________ ediert. 
Anlässlich der oberinstanzlichen Hauptverhandlung wurden der Beschuldigte 
(pag. 1472 ff.), die Strafklägerin (pag. 1460 ff.) sowie die Zeugen D.________ 
(pag. 1464 ff.) und E.________ (pag. 1469 ff.) ergänzend befragt.

Anlässlich der Berufungsverhandlung wurde die von der Verteidigung eingereichte 
Beweismitteleingabe (u.a. Steuererklärung des Beschuldigten sowie Belege für 
seine geleisteten Unterhaltszahlungen und Schuldentilgung [1494 ff.]) antrags-
gemäss zu den Akten erkannt (pag. 1461 Z. 11 ff.). Hingegen wurde der Beweisan-
trag der Verteidigung, die beiden Töchter des Beschuldigten zu befragen, aufgrund 

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der bereits ausreichend vorhandenen Informationen zur familiären Beziehung, ab-
gewiesen (pag. 1479). 

4. Anträge der Parteien

Rechtsanwalt B.________ stellte und begründete anlässlich der oberinstanzlichen 
Verhandlung vom 9. Mai 2022 namens des Beschuldigten die folgenden Anträge 
(Hervorhebungen im Original; pag. 1484 f; pag. 1580 f.): 

I.

Es sei festzustellen, dass das Urteil vom 23.12.2020 den Berufungsführer betreffend bezüglich der 
Ziff. A.I.3. und der damit verbundenen Verurteilung zu einer Busse von CHF 400.00 sowie der Fest-
setzung der Höhe des amtlichen Honorars in Rechtskraft erwachsen ist.

II.

A.________, vgt., sei freizusprechen 

1. vom Vorwurf der Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, angeblich men-
genmässig mehrfach qualifiziert begangen durch Besitz und Veräusserung von insgesamt 
532 g Kokaingemisch bzw. 212 g reinem Kokain im Zeitraum ab anfangs 2018 bis am 4. April 
2019 in Bern (Ziff. A.I.1. des Urteils vom 23.12.2020); 

2. vom Vorwurf der sexuellen Nötigung, angeblich begangen am 17.01.2018, ca. 11.30 Uhr, in 
Freiburg, I.________, z.N. von C.________ (Ziff. A.I.2. des Urteils vom 23.12.2020); 

unter Auferlegung der gesamten Verfahrenskosten an den Kanton Bern und unter Ausrichtung einer 
Entschädigung für die entstandenen Verteidigungskosten in erster Instanz gemäss festgesetztem Ho-
norar sowie für die zweiter Instanz nach richterlichem Ermessen sowie einer Genugtuung von 
CHF 17'200.00 für die ausgestandene Überhaft von 86 Tagen.

III.

Im Weiteren sei zu verfügen:

1. Die beschlagnahmten CHF 1'900.00 seien dem Beschuldigten herauszugeben.

1. Die weiteren beschlagnahmten Gegenstände seien einzuziehen und zu vernichten.

2. Es sei von Amtes wegen die Zustimmung zur Löschung des DNA-Profils sowie der erhobenen 
biometrischen erkennungsdienstlichen Daten zu erteilen. 

3. Das Honorar der amtlichen Verteidigung für das Berufungsverfahren sei gestützt auf die einge-
reichte Kostennote zu bestimmen.

Staatsanwältin J.________ stellte und begründete für die Generalstaatsanwalt-
schaft folgende Anträge (Hervorhebungen im Original; pag. 1489 ff.; pag. 1582 f.):

I.
Es sei festzustellen, dass das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland (Kollegialgericht in Dreier-
besetzung) vom 23. Dezember 2020 in Rechtskraft erwachsen ist hinsichtlich 

1. des Schuldspruchs wegen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, mehrfach be-
gangen durch Konsum von Kokain von Mai 2018 bis am 4. April 2019 in Bern und anderswo; 

2. der Verurteilung zu einer Übertretungsbusse von CHF 400.00 unter Festsetzung der Ersatzfrei-
heitsstrafe bei schuldhafter Nichtbezahlung auf 4 Tage;

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3. der Verfügung, wonach die beschlagnahmten Drogen, Drogenutensilien sowie die 10 Hongkong 
Dollar mit Kokainrückständen zur Vernichtung eingezogen werden.

II.

A.________ sei schuldig zu erklären: 

1. der Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, mehrfach und mengenmässig 
qualifiziert begangen durch Besitz und Veräusserung von insgesamt 532 g Kokaingemisch bzw. 
212 g reines Kokain, namentlich 

1.1. Veräusserung von insgesamt 500 g Kokaingemisch an D.________ ab Anfang 2018 bis 
Mitte November 2018, im Umfang von 70 g Kokaingemisch gemeinsam mit E.________,

1.2. Besitz und Veräusserung von 27 g Kokaingemisch an F.________ von Anfang 2019 bis 
April 2019 in Bern und der Region Bern, im Umfang von 25 g gemeinsam mit E.________, 

1.3. Besitz und Veräusserung von 5 g Kokaingemisch an einen unbekannten Drogenabnehmer 
(G.________) von Anfang 2019 bis Anfang April 2019 in Bern, gemeinsam mit 
E.________, 

2. der sexuellen Nötigung, begangen am 17. Januar 2018 in Freiburg z.N. von C.________ 

und er sei in Anwendung der einschlägigen Gesetzesbestimmungen

zu verurteilen:

1. zu einer Freiheitsstrafe von 29 Monaten, unter Aufschub des Vollzugs für eine Teilstrafe von 
20 Monaten bei einer Probezeit von 3 Jahren sowie unter Anrechnung der ausgestandenen Un-
tersuchungshaft von 86 Tagen; 

2. zu einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu CHF 40.00, ausmachend total CHF 4'800.00, un-
ter Aufschub des Vollzugs bei einer Probezeit von 3 Jahren; 

3. zu einer Landesverweisung von 8 Jahren; 
4. zur Bezahlung einer Ersatzforderung von CHF 1'900.00 unter Verrechnung mit den beschlag-

nahmten CHF 1’900.00; 
5. zur Bezahlung der erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten (inkl. eine angemessene 

Gebühr gemäss Art. 21 VKD).

III.
Im Weiteren sei zu verfügen: 

1. Die Landesverweisung sei im Schengener Informationssystem (SIS) auszuschreiben. 
2. Das Honorar des amtlichen Verteidigers sei gerichtlich zu bestimmen (Art. 135 StPO). 
3. Die Zustimmung zur Löschung des erstellten DNA Profils (PCN-Nr. K.________) nach Ablauf 

der gesetzlichen Frist sei vorzeitig zu erteilen (Art. 16 Abs. 4 i.V.m. Art. 17 Abs. 1 DNA-Profil-
Gesetz). 

4. Die Zustimmung zur Löschung der erhobenen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten 
nach Ablauf der gesetzlichen Frist sei vorzeitig zu erteilen (Art. 17 Abs. 4 i.V.m. 19 Abs. 1 Ver-
ordnung über die Bearbeitung biometrischer erkennungsdienstlicher Daten). 

5. Das Urteil sei dem Bundesamt für Polizei mitzuteilen (Art. 28 Abs. 3 BetmG).

5. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Das Berufungsgericht überprüft das erstinstanzliche Urteil grundsätzlich nur in den 
angefochtenen Punkten (Art. 404 Abs. 1 der Schweizerischen Strafprozessordnung 

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[StPO; SR 312.0]). Mit Blick auf den Umfang der Berufung (dazu E. 2. und 4. hier-
vor) ist vorab festzustellen, dass das Urteil der Vorinstanz vom 23. Dezember 2020 
insoweit in Rechtskraft erwachsen ist, als der Beschuldigte schuldig erklärt wurde 
der Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, mehrfach begangen 
durch Konsum von Kokain von Mai 2018 bis am 4. April 2019 in Bern und anders-
wo und in Anwendung der einschlägigen Gesetzesbestimmungen zu einer Übertre-
tungsbusse von CHF 400.00 (Ersatzfreiheitsstrafe von vier Tagen bei schuldhafter 
Nichtbezahlung; Urteilsdispositiv Ziff. A.I.3. und A.I.3. [Sanktionenpunkt]) verurteilt 
wurde. Rechtskräftig ist überdies die Verfügung betreffend Einziehung zur Vernich-
tung der beschlagnahmten Drogen, Drogenutensilien und die 10 Hongkong Dollar 
mit Kokainrückständen (Urteilsdispositiv Ziff. A.III.1.). 

Zu überprüfen bleiben somit die erstinstanzlichen Schuldsprüche wegen Wider-
handlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, mehrfach und mengenmässig be-
gangen durch Besitz und Veräusserung von insgesamt 532 Gramm Kokaingemisch 
bzw. 212 Gramm reines Kokain (Urteilsdispositiv Ziff. A.I.1.), namentlich durch (1) 
Veräusserung von insgesamt 500 Gramm Kokaingemisch an D.________ ab An-
fang 2018 bis Mitte November 2018, im Umfang von 70 Gramm Kokaingemisch 
gemeinsam mit E.________ (Urteilsdispositiv Ziff. A.I.1.1.), (2) Besitz und Veräus-
serung von 27 Gramm Kokaingemisch an F.________ von Anfang 2019 bis April 
2019 in Bern und der Region Bern, im Umfang von 25 Gramm gemeinsam mit 
E.________ (Urteilsdispositiv Ziff. A.I.1.2.) und (3) Besitz und Veräusserung von 5 
Gramm Kokaingemisch an einen unbekannten Drogenabnehmer (G.________) von 
Anfang 2019 bis Anfang April 2019 in Bern gemeinsam mit E.________ (Urteilsdis-
positiv Ziff. A.I.1.3.) und wegen der sexuellen Nötigung, begangen am 17. Januar 
2018 in Freiburg zum Nachteil der Strafklägerin (Urteilsdispositiv Ziff. A.I.2.) sowie 
die diesbezüglichen Sanktionenpunkte (Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe [Ur-
teilsdispositiv Ziff. A.I.1.] und Geldstrafe [Urteilsdispositiv Ziff. A.I.2.] sowie Anord-
nung einer Landesverweisung inkl. SIS-Ausschreibung [Urteilsdispositiv A.I.4. und 
A.III.4.]). Abschliessend ist auch über die Bezahlung einer Ersatzforderung und die 
erstinstanzlichen Verfahrenskosten zu befinden (Urteilsdispositiv Ziff. A.I.5. und 
A.I.6.). 

Praxisgemäss neu zu verfügen ist auch über das DNA-Profil (Urteilsdispositiv 
Ziff. A.III.2.) und die erkennungsdienstlichen Daten (Urteilsdispositiv Ziff. A.III.3.). 
Die Kammer verfügt bei der Überprüfung der angefochtenen Punkte über volle 
Kognition (Art. 398 Abs. 2 StPO). Auf die Höhe des amtlichen Honorars für die 
Verteidigung des Beschuldigten in erster Instanz ist nur zurückzukommen, sofern 
die Vorinstanz das ihr bei der Honorarfestsetzung zustehende Ermessen in 
unhaltbarer Weise ausgeübt haben sollte (Urteile des Bundesgerichts 6B_349/2016 
vom 13. Dezember 2016 E. 2.4.2 und 6B_769/2016 vom 11. Januar 2017 E. 2.3). 

Aufgrund der alleinigen Berufung des Beschuldigten darf das Urteil nicht zu seinem 
Nachteil abgeändert werden; es ist das Verschlechterungsverbot (Verbot der «re-
formatio in peius») zu beachten (Art. 391 Abs. 2 StPO). 

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II. Sachverhalt und Beweiswürdigung

6. Allgemeine Grundlagen der Beweiswürdigung

Bezüglich der allgemeinen Grundlagen zur Beweiswürdigung und zur Aussagen-
analyse im Besonderen kann vorab auf die zutreffenden Erwägungen der Vor-
instanz verwiesen werden (pag. 1295; S. 4 der erstinstanzlichen Urteilsbegrün-
dung). 

7. Vorwurf der Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz

7.1 Anklagesachverhalte

Gemäss Ziff. I.A.1. der Anklageschrift vom 22. Juli 2022 werden dem Beschuldig-
ten mehrfache mengenmässig qualifizierte Widerhandlungen gegen das Betäu-
bungsmittelgesetz durch Besitz und Veräusserung von insgesamt mind. 537 
Gramm Kokaingemisch bzw. 268.5 Gramm reinem Kokain im Zeitraum ab anfangs 
2018 bis 4. April 2019, insbesondere in Bern, vorgeworfen (pag. 914). Konkret 
werden ihm dabei drei Sachverhaltskomplexe zur Last gelegt. 

In Ziff. 1.1. der Anklageschrift (pag. 915) wird dem Beschuldigten zunächst die 
Veräusserung von 500 Gramm Kokaingemisch an D.________ – im Umfang von 
70 Gramm Kokaingemisch gemeinsam mit E.________ begangen – vorgeworfen: 

A.________ veräusserte – im Umfang von 70 g Kokaingemisch gemeinsam mit E.________ – an 
D.________ ab anfangs 2018 bis Mitte November 2018 in Teilmengen von 10, 20, 30 und zweimal zu 
50 g insgesamt mindestens 500 g Kokaingemisch. Die zeitlich ersten mindestens 6 Übergaben fan-
den in der Wohnung oder deren Umgebung von A.________ an der L.________ in Bern statt. Die 
weiteren mindestens 11 Übergaben erfolgten in der Nähe des Denners an der M.________ 
AD.________ in Bern. Gegen Ende der Lieferungen wurden insgesamt 70 g Kokaingemisch (3 Liefe-
rungen à einmal 30 g und zweimal 20 g) durch E.________ an D.________ ausgeliefert. Der Veräus-
serungspreis lag zuerst bei CHF 70.00, reduzierte sich dann auf CHF 60.00 und zuletzt etwas unter 
CHF 60.00 pro Gramm. Die durchschnittliche gelieferte Menge lag bei 30 g. Die Gesamtmenge (17 x 
30 g) wird auf 500 g abgerundet. Beim Reinheitsgrad wird von 38%, 42%, 71% (Sicherstellungen) und 
damit durchschnittlich 50% ausgegangen, was eine reine Menge veräussertes Kokain von 250 g er-
gibt.

Gemäss Ziff. 1.2. der Anklageschrift (pag. 915) wird dem Beschuldigten der Besitz 
und die Veräusserung von mindestens 32 Gramm Kokaingemisch an F.________ – 
im Umfang von 25 Gramm Kokaingemisch gemeinsam mit E.________ begangen 
– zur Last gelegt: 

Besitz und Veräusserung von mindestens 32 g Kokaingemisch an F.________, teilweise im Umfang 
von 25 g gemeinsam begangen mit E.________ im Zeitraum von anfangs 2019 bis April 2019 in Teil-
mengen von zumeist 2-5 g in Bern, Region N.________ und evtl. anderswo in Bern und der Region 
Bern (Reinheitsgrad 50%). A.________ veräusserte zu Grammpreisen von CHF 80.00 bis 90.00 Ko-
kaingemisch an F.________.

Schliesslich wird dem Beschuldigten in Ziff. 1.3. der Anklageschrift (pag. 915) der 
Besitz und die Veräusserung von 5 Gramm Kokaingemisch an einen unbekannten 
Drogenabnehmer (G.________) – gemeinsam mit E.________ begangen – vorge-
worfen:

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Besitz und Veräusserung von 5 g Kokaingemisch an einen unbekannten „G.________", begangen an-
fangs 2019 bis anfangs April 2019 in Bern, Region N.________ und evtl. anderswo in Bern (Rein-
heitsgrad 50%). A.________ veräusserte gemeinsam mit E.________ in Teilmengen von 1-2 g insge-
samt 5 g Kokaingemisch an G.________ zu einem Grammpreis von ca. CHF 80.00.

7.2 Beweisergebnis der Vorinstanz

Die Vorinstanz beurteilte die Aussagen von D.________ und E.________ – im Ge-
gensatz zu denjenigen des Beschuldigten – als glaubhaft und erachtete gestützt 
darauf den angeklagten Sachverhalt gemäss Ziff. 1.1. der Anklageschrift als erwie-
sen (vgl. pag. 1299 ff.; S. 8 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Weiter sah 
die Vorinstanz den Anklagesachverhalt gemäss Ziff. 1.2. – u.a. wiederum gestützt 
auf die Aussagen von E.________ und die aufgezeichneten Telefongespräche – 
als erstellt, ging jedoch von einer leicht reduzierten Gesamtmenge von 27 Gramm 
Kokaingemisch aus (vgl. pag. 1311 ff.; S. 20 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegrün-
dung). Bezüglich des letzten Vorwurfs von Ziff. 1 der Anklageschrift führte die Vor-
instanz aus, dass E.________ konstant und zweifelsfrei ausgesagt habe, dass er 
im Auftrag des Beschuldigten insgesamt 5 Gramm Kokain geliefert habe. Auch hier 
sei nicht einzusehen, weshalb er sich und seinen Freund, den Beschuldigten, mit 
diesen Aussagen zu Unrecht hätte belasten sollen. Der Beschuldigte habe sich 
demgegenüber lediglich darauf beschränkt, alles abzustreiten und E.________ 
schlecht zu machen, weshalb auch Ziff. 1.3. der Anklageschrift als erstellt erachtet 
werde (pag. 1313; S. 22 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). 

7.3 Oberinstanzliche Vorbringen der Parteien

Der Beschuldigte bzw. dessen Verteidigung führte zum Vorwurf der Betäubungs-
mittelwiderhandlungen im Wesentlichen aus, dass trotz des monatelangen Ab-
hörens des Telefons des Beschuldigten keine Indizien festgestellt worden seien, 
welche auf Drogenhandel hindeuten würden. Zudem habe das Kokain, welches bei 
D.________ aufgefunden worden sei, keine Spuren des Beschuldigten aufgewie-
sen. Der Beschuldigte habe zudem nachvollziehbar darlegen können, woher das 
Bargeld stamme und eine Stückelung von zweimal CHF 200.00 und 15 Mal 
CHF 100.00 sei zudem auch nicht gassenüblich. Die objektiven Nichtbeweismittel 
würden eindeutig dagegensprechen, dass der Beschuldigte etwas mit Kokain zu 
tun gehabt habe. Die Vorinstanz stütze sich lediglich auf die subjektiven Beweismit-
tel ab, ohne die fehlende Belastung der objektiven Beweismittel zu berücksichtigen. 
Besonders stossend sei, dass der Kontakt «O.________» bereits 2009 erstellt 
worden sei, was belege, dass der Beschuldigte unmöglich der Lieferant von 
D.________ gewesen sein könne, weil sich die beiden zu diesem Zeitpunkt noch 
nicht gekannt hätten. Es sei notorisch, dass die Lieferanten ungern preisgegeben 
werden, weshalb denkbar sei, dass D.________ den Beschuldigten für seinen wah-
ren Lieferanten geopfert habe. Entgegen der Vorinstanz seien in den Aussagen 
von D.________ Lügensignale auszumachen: Heute habe er ausgesagt, noch nie 
konsumiert zu haben, was dem positiven Kokaintest widerspreche. Des Weiteren 
habe er auch immer wieder unterschiedliche Mengen- und Umsatzangaben ge-
macht. Er bestätige einfach, was man ihm vorhalte. Weiter verkenne die Vorin-
stanz, dass jedes Gramm, welches E.________ auf den Beschuldigten schiebe, 
seine eigene Strafe reduziere, weshalb er ein massives Interesse daran gehabt 

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habe, den Beschuldigten zu belasten. Zudem habe auch er zweifelhafte Aussagen 
gemacht, weshalb darauf nicht abgestellt werden könne, was auch für die weiteren 
Vorwürfe gelte. Interessant sei zudem, dass beim Beschuldigten tatsächlich auch 
Potenzpillen gefunden worden seien. Zudem habe man bezüglich G.________ die 
Personalien nie erfragt. Insgesamt sei der angeklagte Sachverhalt somit nicht er-
stellt und der Beschuldigte entsprechend freizusprechen (pag. 1483 f.). 

Demgegenüber führte die Generalstaatsanwaltschaft aus, dass aus den Aussagen 
von E.________ hervorgehe, dass eine Freundschaft, aber auch ein Hierarchiever-
hältnis zwischen ihm und dem Beschuldigten bestanden habe. E.________ sei 
bemüht gewesen, den Beschuldigten aus der Sache zu halten. Er habe sich von 
der ersten Einvernahme an selbst belastet und die Vorwürfe zugegeben, habe aber 
auch eingeschüchtert reagiert, als er auf den Beschuldigten angesprochen worden 
sei. E.________ habe zudem erst auf Vorhalt der Aussagen von D.________ hin 
alles zugegeben. Er habe keinen Grund gehabt, den Beschuldigten zu Unrecht zu 
belasten. Der Beschuldigte selbst habe hingegen lediglich versucht, E.________ in 
ein schlechtes Licht zu rücken, indem er ihn als psychisch krank bezeichnet habe, 
was ein klares Lügensignal sei. Man dürfe zudem nicht vergessen, dass beim Be-
schuldigten über sechs Gramm Kokain mit einem hohen Reinheitsgrad und in zwei 
Päckchen portioniert aufgefunden worden seien. Das Argument des Eigenkonsums 
überzeuge daher nicht. Des Weiteren sei das bei E.________ aufgefundene Ko-
kain identisch mit demjenigen des Beschuldigten. Komme hinzu, dass beim Be-
schuldigten Streckmittel und eine grosse Bargeldsumme aufgefunden worden sei. 
Weiter habe D.________ von Anfang an ausgesagt, dass O.________ sein Kokain-
lieferant sei und habe ihn genau beschreiben können. Zudem habe er unter diesem 
Namen zwei Fotos des Beschuldigten gehabt, wobei der Beschuldigte bestätigt ha-
be, dass er derjenige auf den Fotos sei. Er sei also klar als Kokainlieferant von 
D.________ identifiziert worden. Weiter habe D.________ ausgeführt, dass er die 
Drogen zuerst beim Beschuldigten zu Hause und später an der M.________ – zu-
fälligerweise in der Nähe des neuen Wohnortes des Beschuldigten – bezogen ha-
be. Diese Orte und den Umzug des Beschuldigten habe D.________ nicht einfach 
erfinden können. Ferner habe er auch E.________ beschreiben können und dass 
er ihm die letzten drei Male das Kokain gebracht habe. Ein Sachverhalt, den 
E.________ eingestanden habe. Eine Absprache zwischen den beiden sei zudem 
unrealistisch, zumal sie die Telefonnummer voneinander gar nicht gehabt hätten 
und sich darüber hinaus auch gar nicht hätten verständigen können (pag. 1485 f.). 

In Bezug auf die Menge führte die Generalstaatsanwaltschaft aus, dass 
D.________ von Anfang an gesagt habe, dass er seit einem halben Jahr beim Be-
schuldigten kaufe und zwar 20-30 Gramm pro Mal, dann auch mal 50 oder 10 
Gramm. Er habe ausgesagt, dass er alle drei Wochen bezogen habe und auch 
einmal nichts, als seine Partnerin im Spital gewesen sei. Auf Vorhalt der verschie-
denen Mengenangaben habe er von sich aus geantwortet, dass es insgesamt ca. 
500 Gramm gewesen seien. D.________ habe ein Interesse daran gehabt, dass 
die Menge möglichst tief bleibe. Entsprechend sei auch eine Falschbezichtigung 
ausgeschlossen. Die Vorinstanz sei daher zu Recht von einer verkauften Menge 
von 500 Gramm Kokaingemisch ausgegangen (pag. 1487). 

10

In Bezug auf die vorgeworfenen Kokainverkäufe an F.________ lägen überwachte 
Gespräche vor, welche verschlüsselt gewesen seien, was der Beschuldigte selbst 
zugegeben habe. Zudem habe E.________ eingestanden, dass es bei diesen Ge-
sprächen um Kokain gegangen sei. Er habe beinahe die ganze Menge selber an 
F.________ geliefert und sich damit selbst belastet. Überdies würden sich die Aus-
sagen des Beschuldigten und diejenigen von F.________ widersprechen: Der Be-
schuldigte führe aus, dass es bei den Telefongesprächen um Potenzmittel gegan-
gen sei, was F.________ abstreite und behaupte, es sei um Kleider und um einen 
Ring gegangen. Der Verkauf von 27 Gramm Kokaingemisch an F.________ sei 
entsprechend erstellt. Zudem sei – gestützt auf die glaubhaften Aussagen von 
E.________ und die aktenkundigen Chats – erwiesen, dass E.________ im Auftrag 
des Beschuldigten fünf Gramm Kokaingemisch an den unbekannten G.________ 
verkauft habe (pag. 1487).

7.4 Unbestrittener/bestrittener Sachverhalt

Unbestritten ist, dass der Beschuldigte E.________ kennt und (unter anderem) mit 
ihm Kokain konsumierte. Hingegen bestreitet der Beschuldigte, in irgendeiner Form 
an der Veräusserung von Kokaingemisch an Dritte beteiligt gewesen zu sein.

7.5 Beweismittel

Die Vorinstanz hat die einzelnen Beweismittel korrekt ins Verfahren gebracht und 
diese zutreffend wiedergegeben. Darauf kann vorab verwiesen werden (pag. 1297 
ff.; S. 6 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Ergänzend bzw. teilweise wie-
derholend liegen der Kammer insbesondere die folgenden objektiven und subjekti-
ven Beweismittel vor: Der Anzeigerapport vom 23. Juli 2019 und die Rapporte vom 
5. April 2019 und vom 14. November 2018 der Kantonspolizei Bern (pag. 63 ff.; 
pag. 75 ff.; pag. 560 ff.), der Drogenschnelltest des Beschuldigten vom 4. April 
2019 (pag. 78), die Auswertung der Echtzeitüberwachung der IMEI Nummer 
P.________ mit der eingesetzten Rufnummer des Beschuldigten (Q.________) in 
der Zeit vom 7. Februar 2019 bis 30. März 2019 (pag. 90 ff.; pag. 100 f.; pag. 265 
ff.), die Ergebnisse der Auswertung des Mobiltelefons von E.________ (pag. 116 
ff.; pag. 354 ff.) und H.________ (pag. 465), die aus dem Mobiltelefon von 
D.________ extrahierten Fotos (pag. 209 f.; pag. 409), die forensisch-chemischen 
Abschlussberichte des Instituts für Rechtsmedizin vom 7. Januar 2019 und 3. Juni 
2019 (pag. 500 f.; pag. 495 ff.), die Arztberichte über E.________ vom 31. Juli 
2019 (pag. 507 ff.) und vom 20. August 2019 (pag. 510 f.), die Ergebnisse der 
Hausdurchsuchungen vom 4. April 2019 (pag. 517 ff.: pag. 537 ff.), die Observati-
onsergebnisse vom 13. Dezember 2018 (pag. 626 ff.), die Aussagen des Beschul-
digten (pag. 13 ff.; pag. 197 ff.; pag. 254 ff.; pag. 288 ff.; pag. 300 ff.; pag. 1226 ff.), 
die Aussagen von E.________ (pag. 53 ff.; pag. 309 ff.; pag. 336 ff.; pag. 364 ff.; 
pag. 374 ff.; pag. 1211 ff.), die Aussagen von D.________ (pag. 382 ff.; pag. 390 
ff.; pag. 399 ff.; pag. 410 ff.; pag. 424 ff.), die Aussagen von H.________ (pag. 435 
ff.; pag. 444 ff.; pag. 451 ff.) und die Aussagen von F.________ (pag. 466 ff.). Als 
weitere Beweismittel kommen die oberinstanzlichen Befragungen des Beschuldig-
ten (pag. ,1472 ff.), von D.________ (pag. 1464 ff.) und E.________ (pag. 1469 ff.) 
hinzu. 

11

Soweit notwendig wird im Rahmen der nachfolgenden Beweiswürdigung durch die 
Kammer näher auf die vorliegenden Beweismittel eingegangen. Dies gilt auch für 
die oberinstanzlichen Beweisergänzungen. 

7.6 Beweiswürdigung durch die Kammer

Einleitend kann auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen wer-
den (pag. 1307 ff.; S. 16 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Vorliegend 
stellt sich insbesondere die Frage, ob der Beschuldigte der Kokainlieferant von 
D.________, F.________ und des unbekannten Drogenabnehmers «G.________» 
war und wenn ja, mit welcher Menge er dabei handelte. 

7.6.1 Verkäufe an D.________

Tätereigenschaft

Am 13. November 2018 konnte durch die Polizei festgestellt werden, wie 
H.________ das Restaurant R.________ verliess und am S.________ zu 
D.________ in dessen Fahrzeug stieg. Die beiden Personen wurden durch die Po-
lizei kontrolliert. Anschliessend wurde bei ihnen eine Hausdurchsuchung durchge-
führt, wobei diverse Betäubungsmittel sichergestellt wurden. D.________ führte die 
Polizei nach seiner Anhaltung an die L.________ in T.________ Bern, wobei aus 
früheren Aktionen bekannt war, dass dort der Beschuldigte wohnte (pag. 68). Dar-
aufhin wurde für den Zeitraum vom 14. November 2018 bis zum 4. April 2019 eine 
Observation verfügt. Weiter wurde festgestellt, dass der Beschuldigte bis am 
21. Januar 2019 an der M.________ AE.________ in Bern wohnhaft war und dann 
zu E.________ an den U.________ umzog (pag. 69). 

Zunächst ist auf die objektiven Beweismittel hinzuweisen, welche – wie die Vorin-
stanz treffend festhielt – isoliert betrachtet keinen eindeutigen, unwiderlegbaren 
Beweis für die Täterschaft des Beschuldigten liefern. So gingen aus der Telefonü-
berwachung (pag. 90 ff.; pag. 100 f.; pag. 265 ff.) und den observierten Treffen 
zwischen dem Beschuldigten und E.________ (pag. 68 f.) keine fallrelevanten 
Feststellungen hervor, zumal letztere lediglich bestätigte, dass sich die beiden ken-
nen, was ohnehin unbestritten ist. Weiter ist auf die ab dem iPhone von 
D.________ sichergestellten Fotos (pag. 407 f.) hinzuweisen, welche den Beschul-
digten zeigen und die entsprechende Nummer dazu unter «O.________» abge-
speichert wurde. Zudem konnte ein Foto ab dem Mobiltelefon von D.________ si-
chergestellt werden, welches eine Tabelle mit fünf Spalten und zahlreichen Zeilen 
zeigt, wobei die linke Spalte fortlaufend datiert wurde und die weiteren Spal-
ten/Zeilen mit Zahlenangaben versehen wurden (pag. 409). 

Anders ist dies hingegen bei den beim Beschuldigten und E.________ bei den 
Hausdurchsuchungen aufgefunden Gegenständen: Unter anderem wurde beim 
Beschuldigten ein Kokainstein (5 Gramm brutto), Bargeld in der Höhe von 
CHF 1'900.00 (Stückelung: 2 x 200.00 und 15 x 100.00), ein Sack mit weissem 
Pulver, Verpackungsmaterial sowie 10 Hongkong Dollar mit Kokainrückständen ge-
funden (pag. 518; pag. 523; pag. 524). Bei der – ebenfalls am 4.  April 2019 durch-
geführten – Hausdurchsuchung bei E.________ konnten zudem unter anderem ein 
Minigrip mit Kokain (1 Gramm brutto), ein Teller mit Kokainrückständen, drei Me-
tallpressen mit Kokainrückständen, eine Waage, Patronenhülsen mit weissem Pul-

12

ver, eine Pistole sowie eine Cake-Platte mit weissen Pulverrückständen sicherge-
stellt werden (pag. 537 ff.; pag. 543). Bereits die sichergestellten Drogen und Dro-
genutensilien lassen auf eine aktive Beteiligung des Beschuldigten (und 
E.________) am Drogenhandel schliessen. 

Hinzu kommt, dass der Beschuldigte durch D.________ und E.________ eindeutig 
belastet wird: D.________ sagte anlässlich der delegierten Einvernahme bei der 
Kantonspolizei vom 14. November 2018 aus, dass er den richtigen Namen seines 
Kokainlieferanten nicht kenne (pag. 384 Z. 106 f.). Sie hätten per SMS kommuni-
ziert und er habe seinen Kokainlieferanten im Mobiltelefon unter dem Namen 
«O.________» gespeichert (pag. 385 Z. 113 ff.). Gleichentags, anlässlich der Haf-
teröffnung bei der Staatsanwaltschaft, führte D.________ auf Frage, ob er 
«O.________» beschreiben könne aus, dass es auf seinem Mobiltelefon ein Foto 
von «O.________» gebe. Er sei ziemlich gross, ca. 175 bis 180 cm. Er habe eher 
dunkle Haare und spreche gebrochen Deutsch. Er sei Kolumbianer (pag. 393 Z. 96 
ff.). Anlässlich der delegierten Einvernahme bei der Kantonspolizei vom 22. No-
vember 2018 führte D.________ weiter aus, dass er immer mit der gleichen Num-
mer Kontakt gehabt habe. Bis zum Wegzug des Lieferanten hätten sie sich an der 
L.________ in Bern getroffen (pag. 401 Z. 70 ff.). Dann sei der Lieferant umgezo-
gen, worauf ihm der Lieferant vorgeschlagen habe, dass sie sich beim Denner 
(Parkplätze M.________) treffen könnten (pag. 402 Z. 97 ff.). Ab und zu sei ein an-
derer gekommen, der ihm die Drogen geliefert habe. Das sei ein bisschen «ein 
Pummeliger» gewesen, der fast kein Deutsch gesprochen habe. Er habe einmal 
versucht, mit ihm zu reden, es sei aber einfach nicht gegangen. Dessen Hautfarbe 
sei etwas dunkler gewesen als diejenige seines Lieferanten (pag. 403 Z. 146 ff.). 
D.________ konnte indessen nicht herleiten, wie er auf den Spitznamen 
«O.________» gekommen sei (pag. 403 f. Z. 188 ff.). Auf Vorhalt, dass diese 
Nummer bereits seit dem 24. Februar 2009 im Natel iPhone und Galaxy S6 ge-
speichert sei, konnte er keine Erklärung abgeben, bestätigte aber nochmals, seinen 
Kokainlieferanten «O.________» seit rund einem halben Jahr oder etwas länger zu 
kennen (pag. 404 Z.193 ff.). Auf Vorhalt zweier Fotos einer männlichen Person 
(pag. 407 f.) und Frage, ob er diese Person kenne, führte D.________ aus, dass es 
derjenige sei, von dem er die Ware habe (pag. 404 Z. 212 ff.). Anlässlich der dele-
gierten Einvernahme bei der Kantonspolizei am 21. Dezember 2018 bezeichnete 
D.________ die Person auf dem Foto Nr. 4 (Beschuldigter) als diejenige Person, 
die der Person ähnlich sehe, die ihn beliefert habe, der «O.________» (pag. 419 
Z. 426 ff.). Er wolle aber nicht jemanden beschuldigen, wenn er es nicht sei 
(pag. 419 Z. 435 f.). Als ihm ein weiteres Foto (E.________, pag. 423) vorgelegt 
wurde, führte D.________ zunächst aus, dass er diese Person nicht kenne. Auf die 
Frage, ob es sich dabei um den «pummeligen Kolumbianer» handle, führte 
D.________ aus, dass es sein könne (pag. 419 Z. 438 ff.). Am 27. Juni 2019 
bestätigte D.________ nochmals, dass er die Ware immer über die gleiche Adres-
se bestellt habe (pag. 430 Z. 215). Schliesslich führte D.________ anlässlich der 
Berufungsverhandlung aus, dass er die Drogen «von ihm» übernommen habe und 
zeigte dabei auf den Beschuldigten (pag. 1465 Z. 7 ff.). Den Stoff habe nicht immer 
der Beschuldigte gebracht, sondern auch ein Kollege von ihm (pag. 1466 Z. 7 ff.). 

13

Auch wenn D.________ vorliegend seinen Kokainlieferanten nicht namentlich nen-
nen konnte, wurde der Beschuldigte durch seine Aussagen – unterlegt mit Fotos – 
und der Personenbeschreibung zweifelsfrei als sein Kokainlieferant identifiziert. 
D.________ bezeichnete als Lieferanten diejenige Person, die er in seinem Mobil-
telefon unter «O.________» gespeichert hatte und auf dessen Profilbild der Be-
schuldigte zu erkennen war, wobei der Beschuldigte bestätigte, dass er auf den 
beiden Fotos abgebildet sei (pag. 202 Z. 218 ff.). D.________ führte zudem kon-
kretisierend aus, dass das Profilbild seinen Kokainlieferanten zeige. Auch auf dem 
weiteren Foto, welches den Beschuldigten zeigte, erkannte D.________ seinen 
Kokainlieferanten. Wie die Vorinstanz zudem treffend darlegte, fällt auf, dass 
D.________ von Anfang an ehrlich bemüht war, zu seinen Drogengeschäften kor-
rekte Angaben zu machen und zudem auch offenlegte, wenn er sich nicht sicher 
war, anstatt sich in Spekulationen zu verlieren. Zudem lassen sich seine Angaben 
mit den Wohnorten des Beschuldigten in Einklang bringen. Bis zum Umzug des 
Beschuldigten sollen sie sich zunächst an der L.________ in Bern getroffen haben 
und später beim Denner an der M.________ in Bern – nicht unweit entfernt vom 
neuen Wohnort des Beschuldigten an der M.________ (vgl. pag. 1079; pag. 1085 
ff.). Kommt hinzu, dass diese Angaben auch durch E.________ gestützt werden, 
welcher bestätigte, im Auftrag des Beschuldigten Kokain an drei Abnehmer gelie-
fert zu haben (pag. 1215), wobei seine zögernden Aussagen den Eindruck hinter-
lassen, dass er den Beschuldigten nicht belasten und ihn aus der Sache raushalten 
wollte (z.B. pag. 318 f. Z. 400; pag. 321 Z. 531; pag. 331; pag. 340 Z. 187 f.; 
pag. 341 Z. 210 f.; pag. 345 Z. 404; pag. 367 Z. 109 ff.), was vor dem Hintergrund 
ihrer Freundschaft nachvollziehbar ist. Demgegenüber stritt der Beschuldigte kon-
sequent ab, etwas mit Drogenverkäufen zu tun gehabt zu haben. E.________ und 
D.________ seien befreundet, sie hätten gelogen (pag. 1232 Z. 5 ff.; pag. 1476 
Z. 6 ff.). Als Grund für eine Falschbelastung führte der Beschuldigte zunächst aus, 
dass D.________ wohl jemanden schützen wolle (pag. 204 Z. 284 ff.). Er habe 
D.________ zudem einmal abgewiesen, seither hätten sie keinen guten Kontakt 
mehr (pag. 293 Z. 226 ff.). E.________ lebe zudem in einer Phantasie. Er schaue 
immer eine Serie über Pablo Escobar und lebe in der Vorstellung, er sei Popeye 
und der Beschuldigte sei Pablo (pag. 1231; pag. 1476). Die Begründungen des Be-
schuldigten vermögen in keiner Weise zu überzeugen. Zunächst fällt auf, dass der 
Beschuldigte erst in den späteren Befragungen eine «Begründung» liefern konnte, 
zuvor konnte er sich die Belastungen nicht recht erklären, was dafür spricht, dass 
er sich mit der Zeit eine Geschichte zurechtlegte – wenn auch keine überzeugende. 
Denn in Bezug auf D.________ blieb der Beschuldigte oberflächlich und pauschal, 
bezüglich E.________ lieferte er hingegen geradezu eine absonderliche Geschich-
te. Alles in allem sind die Aussagen des Beschuldigten somit wenig überzeugend. 
Kommt hinzu, dass sie diametral zum Aussageverhalten der beiden Belastungs-
zeugen stehen, weil ihre zögerlichen bzw. sich erst im Laufe der Zeit konkretisie-
renden Aussagen eine Falschbelastungsmotivation von vornherein ausschliessen. 
Wie die Vorinstanz zudem zu Recht ausführte, hätte D.________ nicht vom 
«Pummeligen» gesprochen, wenn sie befreundet wären, sondern hätte ihn nament-
lich benennen können. Zudem hätte eine Freundschaft und/oder eine Absprache 
zwischen den beiden vorausgesetzt, dass sie sich sprachlich hätten verständigen 

14

können, was offensichtlich nicht der Fall war. Die Generalstaatsanwaltschaft wies 
zudem zutreffend darauf hin, dass in diesem Fall zu erwarten gewesen wäre, dass 
sie zumindest die Telefonnummern voneinander gehabt hätten. 

Insgesamt kann daher festgehalten werden, dass die Aussagen des Beschuldigten 
bereits aufgrund der bei ihm aufgefundenen Drogen und Drogenutensilien als un-
glaubhaft angesehen werden müssen. Hingegen kann der Beschuldigte aufgrund 
der glaubhaften Aussagen von E.________ und D.________ sowie der sicherge-
stellten Gegenstände und Fotos zweifelsfrei als Kokainlieferant identifiziert werden. 
Es kann somit als erstellt erachtet werden, dass D.________ das Kokain jeweils 
beim Beschuldigten bestellte und entweder der Beschuldigte selber oder 
E.________ ihm das Kokain überbrachten.

Menge

D.________ wurde mehrmals zu den Mengenangaben befragt. Dabei gab er an-
lässlich der delegierten Einvernahme bei der Kantonspolizei vom 14. Dezember 
2018 an, dass er innerhalb eines halben Jahres achtmal 20 Gramm, insgesamt 
ausmachend also 160 Gramm bezogen habe (pag. 385 Z. 123 ff.). Das Kokain ha-
be er H.________ gegeben, welche es weiterverkaufe, um ihren Eigenkonsum zu 
finanzieren (pag. 385 Z. 156 ff.). Dies gehe seit ca. einem Jahr so (pag. 386 Z. 179 
f.). Auf Vorhalt, dass man damit von der doppelten Menge, also 320 Gramm aus-
gehen könne, führte D.________ aus, dass er das nicht wisse, er habe nicht Buch 
geführt (pag. 386 Z. 182 ff.). Anlässlich der Hafteröffnung bei der Staatsanwalt-
schaft am 14. November 2018 führte er aus, dass er manchmal 20 Gramm und 
manchmal 30 Gramm bezogen habe, dies manchmal alle zwei oder alle drei Wo-
chen (pag. 393 Z. 117 ff.). Er beziehe seit ca. einem halben Jahr Kokain bei 
«O.________» (pag. 393 Z. 124 f.), was somit eine Menge zwischen 160 Gramm 
bis 390 Gramm Kokaingemisch ergeben würde (halbes Jahr / 26 Wochen: 8 x 20 
Gramm – 13 x 30 Gramm). Er habe H.________ jeweils 5.5 Gramm zum Verkauf, 
ab und zu auch zwei Portionen à 5.5 Gramm, abgegeben (pag. 395 Z. 167 ff.). Es 
sei vorgekommen, dass er bei «O.________» 50 Gramm bezogen habe (pag. 395 
Z. 179 ff.). Des Weiteren wurde D.________ die Aussage von H.________ vorge-
halten, wonach sie bestimmt schon über 100 Touren mit D.________ gemacht ha-
be (pag. 395 Z. 188 ff.), was somit eine Gesamtmenge von 550 Gramm ergeben 
würde (100 x 5.5 Gramm). Am 22. November 2018 gab D.________ anlässlich der 
delegierten Einvernahme bei der Kantonspolizei an, dass er erstmals vor ca. einem 
halben Jahr – sechs oder sieben Monaten – bei «O.________» bezogen habe 
(pag. 401 Z. 75 f.). Das Kokain habe er bei «O.________» zu Hause bezogen bis 
dieser umgezogen sei (pag. 401 Z. 81 ff.). Er habe etwa während zwei oder drei 
Monaten beim Lieferanten zu Hause das Kokain bezogen (pag. 402 Z. 97 ff.). 
Während dieser Zeit habe er zwei, drei- oder viermal pro Monat Kokain geholt 
(pag. 402 Z. 93 ff.). Zu Beginn habe er ca. 20 Gramm bezogen (pag. 402 Z. 93 ff.). 
Vier- bis fünfmal habe der «Pummelige» das Kokain gebracht (pag. 405 Z. 161 f.). 
Anlässlich der delegierten Einvernahme bei der Kantonspolizei vom 21. Dezember 
2018 führte D.________ aus, dass er nur einmal 50 Gramm Kokain bezogen habe 
(pag. 412 Z. 65 ff.). Als ihm die errechnete Menge bei H.________ von 800 Gramm 
mit zwei Verkäufen pro Woche à durchschnittlich 8 Gramm vorgehalten wurde, 

15

führte D.________ aus, dass dies wohl schon etwa hinkommen könne (pag. 412 
Z. 89 ff.). Als ihm eine Menge von 1100 Gramm bis 2200 Gramm gemäss Angaben 
von H.________ vorgehalten wurde (fünfmal wöchentliche Verkäufe durch 
H.________ für D.________ mit Mengen zwischen 5 und 10 Gramm), verneinte 
D.________, dass sie für ihn verkauft habe. Sie habe für sich verkauft (pag. 412 f. 
Z. 103 ff.). Auf Vorhalt, dass wenn ein Gramm Kokain durch H.________ für 
CHF 100.00 verkauft worden sei, dies CHF 110'000.00 bis 220'000.00 ergebe, 
führte D.________ aus, dass wenn sie das so berechnet habe, werde es schon et-
wa so sein. Das könne schon sein (pag. 413 Z. 150 ff.). Am 27. Juni 2019 führte 
D.________ bei der Staatsanwaltschaft aus, dass er mengenmässig etwas zu kor-
rigieren habe. Insgesamt seien es ca. 860 Gramm gewesen. Darin seien auch die 
Bezüge in V.________ enthalten. Dort sei er etwa dreimal gewesen (pag.425 Z. 18 
ff.). Er habe ca. vor einem Jahr bei «O.________» bezogen (pag. 426 Z. 69 f.). 
Manchmal habe er bei ihm nur 10 Gramm, sonst 30 Gramm bezogen (pag. 426 
Z. 78 ff.). Er habe monatlich sicher ein- bis zweimal bei «O.________» bezogen 
(pag. 426 Z. 82 f.). Auf Vorhalt, dass es in den Monaten Januar bis April insgesamt 
mindestens zehn Bezüge gewesen seien, führte D.________ aus, dass es schwer 
sei zu sagen. Es seien etwa sechs bis sieben gewesen, aber er könne es wirklich 
nicht bestätigen, er wisse es nicht mehr genau. Zehn seien zu viel (pag. 427 Z. 104 
ff.). Auf Frage, wie er denn auf 860 Gramm gekommen sei, führte D.________ aus, 
dass er das so ausgerechnet habe, wie es H.________ gebraucht habe und dann 
sei er eben auf diese Menge gekommen (pag. 427 Z. 119 ff.). Von V.________ ha-
be H.________ vielleicht 25 Gramm oder etwas mehr bezogen (pag. 428 Z. 123 
ff.). Auf Vorhalt, dass somit 800 Gramm vom Beschuldigten gekommen seien, 
meinte D.________, dass sie lieber das untere, was sie gerechnet hätten, nehmen 
sollten (pag. 428 Z. 128 f.). Es seien etwa 20 Bezüge gewesen und meistens 20 
Gramm oder vielleicht auch mal 10 Gramm oder 30 Gramm. Zudem habe es etwa 
zweimal 50 Gramm gegeben (pag. 428 Z. 131 ff.). Es seien sicher 20 Bezüge à 
durchschnittlich 25 Gramm gewesen (pag. 428 Z. 137 f.). Meistens seien es 30 
Gramm gewesen, das zweitmeiste seien 20 Gramm gewesen (pag. 428 Z. 147 ff.). 
10 Gramm sei nur einmal vorgekommen (pag. 428 Z. 151 f.). Insgesamt habe er 
ca. 500 Gramm bei «O.________» bezogen (pag. 428 Z. 159 f.). Auf Vorhalt der 
Berechnung von 610 Gramm (25 Bezüge: 18 Mal 20 Gramm, fünfmal 30 Gramm, 
zweimal 50 Gramm), meinte D.________, dass das etwa hinkomme. Das sei gut 
gerechnet (pag. 429 Z. 163 ff.). Es könne zudem sein, dass er beim «Pummeligen» 
einmal 30 Gramm und zweimal 20 Gramm bezogen habe (pag. 430 Z. 201 ff.). An-
lässlich der oberinstanzlichen Befragung konnte er sich dann nicht mehr an die 
Mengen erinnern (pag. 1465 Z. 23 ff.), korrigierte seine früheren Mengenangaben 
aber nach unten (pag. 1465 Z. 34 ff.; pag. 1467 Z. 15 ff.). Des Weiteren ist auf die 
fotografierte Tabelle hinzuweisen (pag. 409), von welcher D.________ angab, es 
handle sich um die Kokainverkaufsbuchhaltung von ihm und H.________. Dabei 
soll es um Frankenbeträge gegangen sein. D.________ konnte zwar zunächst die 
einzelnen Einträge nicht mehr wirklich erklären, es lässt sich aber immerhin fest-
stellen, dass während der aufgeführten Zeit mit schöner Regelmässigkeit Geldbe-
träge ausgetauscht wurden. In der polizeilichen Einvernahme vom 21. Dezember 
2018 machte er dann aber zu dieser Liste nochmals Aussagen (pag. 415 Z. 225 f). 

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Dabei konnte rekonstruiert werden, dass es sich um die Monate September / Okto-
ber 2018 handeln müsse.

Die von D.________ erwähnte Grössenordnung wird insbesondere durch die Aus-
sagen des ehemaligen Mittäters E.________ bestätigt (70 Gramm in drei Lieferun-
gen [pag. 321 Z. 562 f.; pag. 368 Z. 176 ff.; pag. 378 Z. 145 ff.; pag. 430 Z. 201 ff.; 
pag. 1215 Z. 5 ff.). Für die Richtigkeit der von D.________ erwähnten Grössenord-
nung sprechen auch die Aussagen von H.________, denen die Kammer für sich 
genommen keine entscheidende Bedeutung beimisst, die aber in keinem Wider-
spruch zu den Aussagen von D.________ stehen. Die Verteidigung versuchte an-
lässlich der Berufungsverhandlung, D.________ zu Aussagen zu bringen, die zei-
gen sollten, dass er irgendwas zu Protokoll gebe, nur, um das Gegenüber zufrie-
den zu stellen. Dazu muss aber festgehalten werden, dass die Vorfälle nun bereits 
mehrere Jahre zurückliegen. Es ist gerichtsnotorisch, dass bei Drogengeschäften 
grundsätzlich keine präzise Buchhaltung geführt wird und sich die Drogenkäufer 
häufig nur noch in Grössenordnungen an die gekaufte Menge erinnern können. Es 
ist an dieser Stelle auch auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung hinzuweisen, 
wonach eingeräumt wird, dass es sich bei Fehlen direkter Beweise für die genaue 
Drogenmenge, auf die sich somit auch eine Hochrechnung nicht stützen kann, im-
mer um eine Schätzung handelt, woraus der Betroffene bei der vorliegenden Be-
weislage aber nichts zu seinen Gunsten ableiten kann (Urteil des Bundesgerichts 
6B_726/2020 vom 28. Juni 2021 E. 2.4.1). Dies trifft auch vorliegend zu. 

Im Übrigen ist zu den Aussagen von D.________ festzuhalten, dass es kein Motiv 
für Falschanschuldigungen gibt, denn jedes Gramm, welches D.________ seinem 
Lieferanten, dem Beschuldigten, zuordnet, belastet ihn auch selber, und zwar nicht 
etwa als Konsument – wie dies so oft der Fall ist – sondern als Händler, wofür er 
auch rechtskräftig verurteilt wurde. Dies gilt im Übrigen auch für E.________, der 
sich in der ersten Einvernahme sehr schwer getan hat, den Beschuldigten zu er-
wähnen. Die Aussagen von E.________ gehen im Übrigen auch stimmig mit denen 
von D.________ auf. Der Beschuldigte versuchte, E.________ als wegen seiner 
psychischen Auffälligkeit als unglaubwürdig darzustellen; er sprach von einem Dro-
genfilm, welcher bei E.________ abgelaufen sei. Dabei beschrieb er, dass er von 
diesem, aber auch von D.________ offenbar als Chef von irgendetwas angesehen 
worden sei. Was er damit aussagen wollte, bleibt unklar. Klar ist hingegen, dass 
der Beschuldigte widersprüchliche Aussagen zu D.________ machte. Nachdem er 
diesen zunächst kaum kennen wollte, gab er später an, D.________ habe auch bei 
ihnen zu Hause verkehrt und schliesslich wollte er sogar eine Auseinandersetzung 
mit diesem gehabt haben, anlässlich welcher er ihn dann fortgejagt habe (pag. 303 
Z. 242 ff.; pag. 304 Z. 126 ff.).

Insgesamt kann festgehalten werden, dass die Menge, welche dem Beschuldigten 
angelastet wird, absolut zu seinen Gunsten berechnet wurde und als erstellt erach-
tet werden kann. Somit kommt die Kammer beweiswürdigend zum Schluss, dass 
der Beschuldigte ab Anfang 2018 bis Mitte November 2018 500 Gramm Kokain-
gemisch – im Umfang von 70 Gramm Kokaingemisch gemeinsam mit E.________ 
– an D.________ veräusserte. 

17

7.6.2 Verkäufe an F.________ und G.________

Vorab kann auf die treffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden 
(pag. 1302 ff.; S. 11 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Ergänzend bzw. 
teilweise wiederholend kann festgehalten werden, dass der Beschuldigte bestreitet, 
Kokain an F.________ oder G.________ verkauft zu haben (pag. 303 Z. 109 ff.; 
pag. 1232 Z. 10 ff. und Z. 20 ff.; pag. 1234 Z. 15). Gleichzeitig fügte er an, er habe 
mit G.________ jeweils konsumiert, F.________ habe er Tabletten verkauft, etwas 
Ähnliches wie Viagra (pag. 223 Z. 75 ff.; pag. 303 Z. 109 ff.). F.________ bestritt 
ebenfalls, etwas mit Drogen zu tun zu haben, er konsumiere nicht (pag. 468 Z. 51 
und Z. 74 f.). Entgegen den Behauptungen des Beschuldigten habe er keine Arz-
neimittel bei ihm bezogen (pag. 468 Z. 81 f.), er habe nie solche Potenzmittel ge-
habt (pag. 472 Z. 285 ff.). G.________ konnte im vorliegenden Verfahren nicht er-
mittelt und damit auch nicht befragt werden. E.________ gab hingegen an, fünf- bis 
sechsmal 5 Gramm an F.________ und 5 Gramm an G.________ im Auftrag des 
Beschuldigten geliefert zu haben (pag. 340 f. Z. 204 ff.; pag. 369 ff. Z. 250 ff.; 
pag. 1215 ff.). Auf Vorhalt der aufgezeichneten Gespräche, welche unzweifelhaft 
auf Drogengeschäfte hindeuten, lieferten sowohl der Beschuldigte als auch 
F.________ absonderliche Erklärungen: Zunächst ist auf das Gespräch zwischen 
dem Beschuldigten und F.________ vom 27. Februar 2019 um 19:14 Uhr hinzu-
weisen, wonach Letzterer zum Beschuldigten sagte, er könne vorbeikommen und 
200 oder 300 und dazu noch einen Ring bringen, welchen er bis Freitag dalasse. 
Am Freitag hole er das ganze Geld. Daraufhin antwortet der Beschuldigte, dass 
300 und der Ring gut seien. Weiter sagte F.________ in diesem Gespräch, dass es 
aber präzis 5 sein sollen, weil wenn E.________ dazwischen sei, seien es immer 
weniger (pag. 273 f.). Der Beschuldigte führte zu diesem Vorhalt aus, dass es um 
diese Tabletten gegangen sei. Es seien jeweils 8 Tabletten in so einem Brieflein. Er 
habe auch für einen guten Freund gesucht. Er habe drei solcher Briefe gewollt. 
Weil er nicht so viele Tabletten gehabt habe, habe er ihm am Telefon gesagt, dass 
er schauen werde, dass ihm jemand so viele Tabletten organisieren könne. Dieje-
nige Person, welche die Tabletten organisiere, habe CHF 360.00 für die Tabletten 
gewollt. Er habe F.________ daher gesagt, dass 300 und dieser Ring gut seien. 
Was er mit «es sollten präzis 5 sein, weil wenn E.________ dazwischen sei, seien 
es immer weniger» meinte, wusste der Beschuldigte nicht (pag. 257 f. Z. 154 ff.). 
F.________ gab an, dass er vorgehabt habe, den Ring zu holen und eine Jacke zu 
bringen. Auf Vorhalt, dass es offensichtlich darum gehe, etwas zu bezahlen und er 
den Ring als Pfand dort habe lassen müssen, meinte F.________, dass der Ring 
dort gewesen sei, er habe ihn dort vergessen. Er habe Kleider im Wert von 
CHF 300.00 bringen müssen. Er wisse nicht mehr, was mit «präzis 5» gemeint ge-
wesen sei (pag. 470 Z. 153 ff.). Es sei nicht um den Kauf von 5 Gramm Kokain ge-
gangen, vielleicht aber um fünf Personen, mit welchen sie essen gegangen seien 
(pag. 470 Z. 188 ff.). Die Aussagen des Beschuldigten und F.________ stehen 
damit offensichtlich im Widerspruch zu den aufgezeichneten Gesprächen. Ganz 
anders lautete hingegen die Erklärung von E.________. Dieser führte aus, dass 
wenn F.________ bei ihm 5 Gramm bestellt habe, habe er immer etwas davon ge-
nommen, um zu konsumieren (pag. 340 Z. 171 ff.). Einzig E.________ war in der 
Lage, eine nachvollziehbare Erklärung zu liefern. Die Aussagen des Beschuldigten 

18

und F.________ zu den weiteren vorgehaltenen Gesprächen in denen es u.a. um 
«den Ring», «die Taschentücher» in der Schublade, um «eine Jacke und drei 
Hemden» ging, und Vorhalt, die Polizei gehe davon aus, dass hier verschlüsselt 
von Drogen gesprochen werde, gab F.________ wiederum widersprüchliche und 
sinnwidrige Erklärungen ab. Der Beschuldigte blieb dabei, dass es um Potenzmittel 
gegangen sei, wobei es aber diesfalls nicht nötig gewesen wäre, verschlüsselt zu 
sprechen. Insgesamt kann daher weder auf die Aussagen von F.________ noch 
auf diejenigen des Beschuldigten abgestellt werden. 

Anders ist es hingegen bei den Aussagen von E.________, welcher zunächst keine 
oder nur zögerliche Aussagen machte, um den Beschuldigten nicht zu belasten 
(vgl. z.B. 319 Z. 450 ff.), was vor dem Hintergrund ihrer Freundschaft (pag. 205 
Z. 351; pag. 255 Z. 39 ff.; pag. 1234 Z. 15 f.; pag. 1476 Z. 16 f. Beschuldigter]; 
pag. 338 Z. 80f. [E.________]) nachvollziehbar ist. Auch hier ist zu beachten, dass 
eine Falschbelastung keinen Sinn macht mit Blick darauf, dass er sich damit 
schliesslich auch selbst belastete. Insgesamt erscheinen die Aussagen von 
E.________ daher als glaubhaft, worauf abgestellt werden kann. Zudem bleibt an-
zumerken, dass sich der Beschuldigte auf Vorhalt der belastenden Aussagen von 
E.________ lediglich darauf beschränkte, diesen schlecht zu machen, indem er 
ausführte, er lebe nur vom Sozialamt, feiere bis in alle Nacht, lebe in einer anderen 
Welt, habe grosse psychische Probleme, habe ein ganzes Jahr in der Waldau ge-
lebt und sei ständig in Behandlung (pag. 292 Z. 166 ff.). Zudem habe er beim Put-
zen immer Kokain bei ihm gefunden (pag. 292 Z. 181 ff.) und in seinem Kopf laufe 
es nicht gut (pag. 1476 Z. 32 f.). Insgesamt deuten bereits die aufgezeichneten 
Gespräche unzweifelhaft auf Drogengeschäfte hin, was E.________ auf Vorhalt 
dieser Gespräche unmissverständlich bestätige (z.B. pag. 339 Z. 139 ff.) und durch 
das widersprüchliche und abstruse Aussageverhalten des Beschuldigten und 
F.________ unterlegt wird. 

Zur veräusserten Menge hielt die Vorinstanz zutreffenderweise Folgendes fest 
(pag. 1313; S. 22 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung): 

Nach dem Grundsatz «in dubio pro reo» geht das Gericht nicht von 30 g, sondern lediglich von 25 g 
aus, welche E.________ in seinem Auftrag an F.________ geliefert hat. Aus der TK ist ersichtlich, 
dass weitere 2 g Kokain direkt von A.________ an F.________ übergeben wurden (pag. 490 ff.). Und 
in weiteren Gesprächen ist verschlüsselt die Rede von 5 g Kokain. Für das Gericht ergibt sich aus den 
diesbezüglichen Gesprächen allerdings nicht schlüssig, wer letztlich diese 5 g an F.________ überg-
ab, also A.________ selber oder E.________ im Auftrag von A.________. Nach dem Grundsatz «in 
dubio pro reo» geht das Gericht deshalb davon aus, dass die Übergabe durch E.________ erfolgte, 
womit diese 5 g bereits in den als erwiesen erachteten 25 g Kokain enthalten sind. 

Der letzte Vorwurf gemäss Ziff. 1.3. der Anklageschrift stützt sich auf den gesicher-
ten Chatverlauf (pag. 116 ff.) und insbesondere auf die belastenden Aussagen von 
E.________, wonach er G.________ zweimal 2 Gramm und einmal 1 Gramm im 
Auftrag des Beschuldigten geliefert habe (pag. 344; pag. 379). Es ist nicht einzuse-
hen, weshalb er sich und den Beschuldigten mit diesen Aussagen zu Unrecht hätte 
belasten wollen. Der Beschuldigte beschränkt sich wiederum darauf, den Vorwurf 
abzustreiten und E.________ schlecht zu machen. 

19

Gestützt auf das Ausgeführte, insbesondere die Aussagen von E.________ und die 
aufgezeichneten Telefongespräche können auch die angeklagten Sachverhalte 
gemäss Ziff. 1.2. (mit einer reduzierten Menge von 27 Gramm Kokaingemisch) und 
Ziff. 1.3. der Anklageschrift als erstellt erachtet werden. 

7.6.3 Reinheitsgrad

Dass die Vorinstanz von einem Reinheitsgrad von 40% ausging, ist mit Blick auf 
die sichergestellten Drogen (Reinheitsgrad von 71% [pag. 496], 42% und 38% 
[pag. 180, eingeordnet nach pag. 500]) – und den damit errechneten Mittelwert von 
50% – nicht zu beanstanden. Die Vorinstanz nahm zu Recht an, dass der Beschul-
digte das Kokain nicht mit einem hohen Reinheitsgrad von 71% veräusserte, was 
zum einen das bei ihm aufgefunden Streckmittel nahelegt und zum anderen das 
bei D.________ sichergestellte Kokain mit einem weitaus tieferen Reinheitsgrad 
bestätigt. In dubio pro reo ist daher insgesamt von einem Reinheitsgrad von 40% 
auszugehen. 

7.7 Beweisergebnis und erstellter Sachverhalt

Nach dem Gesagten erachtet die Kammer es als erstellt, dass der Beschuldigte 
insgesamt 532 Gramm Kokaingemisch bzw. 212 Gramm reines Kokain veräusserte 
und zwar wie folgt:

- Veräusserung von insgesamt 500 Gramm Kokaingemisch bzw. 200 Gramm 
reines Kokain an D.________ ab Anfang 2018 bis Mitte November 2018 (im 
Umfang von 70 Gramm Kokaingemisch gemeinsam mit E.________)

- Veräusserung von 27 Gramm Kokaingemisch bzw. rund 10 Gramm reines Ko-
kain an F.________ von Anfang 2019 bis April 2019 in Bern und der Region 
Bern (im Umfang von 25 Gramm Kokaingemisch gemeinsam mit E.________)

- Veräusserung von 5 Gramm Kokaingemisch bzw. 2 Gramm reines Kokain an 
einen unbekannten Drogenabnehmer (G.________) von Anfang 2019 bis An-
fang April 2019 in Bern (gemeinsam mit E.________)

8. Vorwurf der sexuellen Nötigung

8.1 Anklagesachverhalt

Gemäss Ziff. I.A.2. der Anklageschrift vom 22. Juli 2020 wird dem Beschuldigten 
folgender Sachverhalt zur Last gelegt (pag. 915 f.):

Sexuelle Nötigung, begangen am 17. Januar 2018, ca. 11.30 Uhr, in Freiburg, W.________, zum 
Nachteil von C.________. 

A.________ holte für die Ausübung des Besuchsrechts seine Tochter X.________ bei der Kindsmut-
ter ab. Er eröffnete der Mutter, dass ihn der Chauffeur erst in 20-30 Minuten abholen komme. 
X.________ ging dann in ihr Zimmer und A.________ versuchte C.________ zu küssen, wobei er sie 
sehr fest umarmte. Anschliessend hielt er ihr das Kinn fest und küsste sie auf den Mund. Sie sagte 
entschieden „nein", sie wolle nicht und sie habe keine Lust. Er nahm das auf die leichte Schulter und 
lachte nur. Anschliessend sagte er zu ihr, dass man sehe, dass ihr der Sex fehle und er sei ein guter 
Liebhaber. Sie wollte das nicht (mehr) und sagte ihm auch klar, dass sie absolut keine Lust auf ihn 
habe. Er legte dann seine Hände über ihren Kleidern auf ihr Gesäss. Danach berührte er ihre Brüste 
über den Kleidern. Mit einer Hand hielt er sie fest und mit der anderen streichelte er die Brüste und 

20

auch den Intimbereich. Er versuchte dann einen Finger in ihren Anus zu stecken. Sie versuchte das 
abzuwehren und fiel dann hin. Er sagte zu ihr, dass er wisse, dass sie Lust habe. Er setzte sich dann 
zu ihr auf den Boden. In der Folge kam die Tochter hinzu, welche schockiert aussah und sich wohl 
fragte, was los sei. Erst nachdem C.________ ihre Tochter beruhigte, liess A.________ von 
C.________ ab. Diese Handlungen – das Auf-den-Mund-küssen, das Streicheln der Brüste, des Ge-
sässes und des Intimbereiches sowie das Stecken des Fingers in den Anus – geschahen in sexueller 
Absicht und gegen den Willen der Geschädigten.

8.2 Beweisergebnis der Vorinstanz

Die Vorinstanz erachtete die Aussagen der Strafklägerin als glaubhaft und führte 
hierzu aus, dass sie den Ablauf der Geschehnisse detailliert und authentisch ge-
schildert habe. Sie habe wiederholt betont, dass der Beschuldigte ein guter Vater 
sei und sie sich von ihm im Zusammenhang mit der gemeinsamen Tochter unter-
stützt fühle. Mit dem Gang zur Polizei habe sie entgegen ihren diesbezüglichen In-
teressen und denen ihrer gemeinsamen Tochter X.________ gehandelt, was klar 
darauf hinweise, dass es zu einer Grenzüberschreitung gekommen sei, welche sie 
von der Intensität her nicht mehr hinzunehmen bereit gewesen sei. Ihre Aussagen 
würden Realitätskriterien, jedoch keine Lügensignale aufweisen, was für ihre 
Glaubhaftigkeit spreche. Demgegenüber seien die Aussagen des Beschuldigten 
defensiv und verharmlosend. Er habe versucht, seine Position zu verbessern, in-
dem er den Charakter der Strafklägerin in Zweifel gezogen habe. Seine Aussagen 
seien zudem inkonsistent, wenn er zuerst ausführe, er sei nicht an der Strafklägerin 
interessiert gewesen, dann aber doch und er nur seine Chancen bei ihr habe ab-
checken wollen. Insgesamt erachtete die Vorinstanz den Vorwurf der sexuellen 
Nötigung als erstellt (pag. 1321 ff.; S. 30 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegrün-
dung). 

8.3 Oberinstanzliche Vorbringen der Parteien

Der Beschuldigte bzw. dessen Verteidigung führte zum Vorwurf der sexuellen Nöti-
gung im Wesentlichen aus, dass das, was in der Anklageschrift umschrieben wer-
de, nicht eine sexuelle Nötigung, sondern höchstens eine sexuelle Belästigung sei. 
Es sei nicht ersichtlich, wie der Gewaltbegriff hier erfüllt sein solle, um sich über 
den Willen des Opfers hinwegzusetzen. Art. 189 StGB sei nicht erfüllt. Im Kussver-
such sei keine sexuelle Handlung zu sehen. Bezüglich des Versuchs, den Fingern 
in den Anus zu stecken, sei die Anklageschrift zu unpräzise. Daraus müsse ersicht-
lich sein, dass die Schwelle der sexuellen Belästigung überschritten sei, was hier 
zu ungenau sei, auch, weil es über den Kleidern passiert sein solle. Des Weiteren 
sei die sexuelle Belästigung eine Übertretung und im jetzigen Zeitpunkt bereits ver-
jährt. Zumindest sei die Aussage der Strafklägerin anlässlich der Einvernahme im 
Kanton Freiburg, wonach sie nicht mehr an der Strafverfolgung interessiert sei, als 
Rückzug des Strafantrags zu interpretieren. Es sei zudem problematisch, dass an-
lässlich der zweiten Befragung der Strafklägerin nur Vorhalte gemacht worden sei-
en. Heute seien ihre Aussagen sehr pauschal gewesen, womit ihre Aussagen nie 
auf die Probe hätten gestellt werden können. Heute habe die Strafklägerin wieder-
um explizit gesagt, dass sie an der Strafverfolgung des Beschuldigten nicht mehr 
interessiert sei, weshalb eine Einstellung des Verfahren zu prüfen sei. Weiter sei ih-
re Aussage, dass der beschriebene Sachverhalt 20 Minuten gedauert haben solle, 

21

realitätsfremd. Der Beschuldigte habe hingegen nachvollziehbare Aussagen ge-
macht. Es sei auf seine Aussagen, wonach es nur zu einem Umarmungs- und 
Kussversuch gekommen sei, abzustellen. Wenn man so lange ein Paar gewesen 
sei und dann noch lange ein «Gschleipf» gehabt habe, sei es nicht unwahrschein-
lich, dass der eine die Zeichen des anderen nicht immer erkennen könne, weil die 
Grenzen nicht immer so klar gewesen seien. In dubio pro reo sei daher davon aus-
zugehen, dass der Beschuldigte die Zeichen damals missinterpretiert habe und er 
sich mit ihr habe versöhnen wollen, wie das in der Vergangenheit allenfalls auch 
schon der Fall gewesen sei. Entsprechend sei der Beschuldigte in diesem Punkt 
freizusprechen (pag. 1481 f.). 

Demgegenüber führte die Generalstaatsanwaltschaft aus, dass der Strafklägerin 
zwar Vorhalte gemacht worden seien, sie aber auch ihre eigene Sicht habe schil-
dern können. Weiter werde das Nötigungsmittel – entgegen der Verteidigung – in 
der Anklageschrift genannt: Der Beschuldigte habe die Strafklägerin sehr fest um-
armt, ihr Kinn festgehalten, um sie zu küssen. Zudem habe er sie mit der Hand 
festgehalten, um sie unsittlich zu berühren und den Finger in den Anus zu stecken. 
Dass am 17. Januar 2018 etwas Schlimmes passiert sei, würden die Textnachrich-
ten nach dem Vorfall an den Beschuldigten, aber auch der Umstand, dass die 
Strafklägerin ihn direkt danach angezeigt habe, zeigen. Die Vorinstanz habe die 
Aussagen der Strafklägerin zu Recht als authentisch bezeichnet, denn sie habe 
den Beschuldigten nicht nur belastet, sondern auch in Schutz genommen. Demge-
genüber könne nicht auf die Aussagen des Beschuldigten abgestellt werden. Er 
habe heute ausgesagt, dass es ein Missverständnis gewesen sei und habe ver-
sucht, die Strafklägerin in ein schlechtes Bild zu rücken. In seiner Version der Ge-
schichte fehle allerdings eine Erklärung, weshalb die Strafklägerin ihn so stark ha-
be wegstossen müssen. Seine Version sei lückenhaft und mache keinen Sinn. Im 
Ergebnis sei von dem von der Strafklägerin geschilderten Sachverhalt auszugehen. 
Die ganzen Handlungen seien zudem sexuell motiviert gewesen, einerseits die 
Berührung zwischen den Beinen und andererseits das Verlangen nach Sex. Das 
gehe klar über eine sexuelle Belästigung hinaus, weshalb der Schuldspruch zu 
bestätigen sei (pag. 1488). 

8.4 Vorbemerkungen zum angeklagten Sachverhalt

Einleitend ist festzuhalten, dass der vorgeworfene Sachverhalt und insbesondere 
das Element der Gewalt – entgegen der Verteidigung – in der Anklageschrift klar 
umschrieben werden und diese somit den gesetzlichen Anforderungen von Art. 9 
und Art. 325 StPO genügt. Insbesondere werden die einzelnen Handlungen, die als 
sexuelle Handlungen qualifiziert werden sollen, aber auch das Gewaltelement (fes-
tes Halten), der sexuelle Bezug und die Gegenwehr der Strafklägerin im Anklage-
sachverhalt klar dargelegt und beschrieben, so dass der Beschuldigte weiss, was 
ihm konkret vorgeworfen wird und er sich entsprechend verteidigen kann. 

8.5 Unbestrittener/bestrittener Sachverhalt

Unbestritten ist, dass der Beschuldigte am 17. Januar 2018 bei der Strafklägerin zu 
Hause war und er sie umarmte sowie küsste. Ebenfalls unbestritten ist, dass die 
Strafklägern ihn wegstiess und sie dabei zu Boden fiel. Daraufhin versuchte er er-

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neut, ihr nahe zu kommen und legte dabei seine Hand auf ihre Taille (pag. 1477 
Z. 23). Bestritten werden hingegen die weiteren Vorwürfe, insbesondere, dass er 
versucht haben soll, seinen Finger in ihren Anus zu stecken. 

8.6 Beweismittel

Der Kammer liegen die folgenden objektiven und subjektiven Beweismittel vor: Der 
Anzeigerapport der Kantonspolizei Freiburg vom 18. Januar 2018/23. März 2018 
(pag. 150 f./pag. 144 ff.), der Auszug aus einem Chatverlauf (pag. 152), die Aussa-
gen der Strafklägerin vom 19. Januar 2018 (pag. 158 ff.), vom 30. Mai 2018 
(pag. 165 ff.), vom 6. Februar 2020 (pag. 173 ff.), vom 21. Dezember 2020 
(pag. 1218 ff.) und vom 9. Mai 2022 (pag. 1460 ff.), die Aussagen von Y.________ 
vom 22. Februar 2018 (pag. 154 ff.) sowie die Aussagen des Beschuldigten vom 
6. Februar 2020 (pag. 173 ff.), vom 13. März 2018 (pag. 182 ff.), vom 21. Dezem-
ber 2020 (pag. 1226 ff.) und vom 9. Mai 2022 (pag. 1472 ff.). 

Die Vorinstanz hat die Aussagen der Parteien vollständig und korrekt wiedergege-
ben, darauf kann verwiesen werden (pag. 1316 ff.; S. 25 ff. der erstinstanzlichen 
Urteilsbegründung). Der Vollständigkeit halber werden diese nachfolgend dargelegt 
und anschliessend gewürdigt. 

8.6.1 Aussagen der Strafklägerin

Die Strafklägerin begab sich am 18. Januar 2018 in Freiburg auf den Polizeiposten 
und erstattete Anzeige gegen den Beschuldigten wegen sexueller Nötigung 
(pag. 150 f.). Anlässlich der am 19. Januar 2018 durchgeführten Befragung sagte 
die Strafklägerin insbesondere aus, dass sie zwischen Juli 2012 und November 
2016 eine Beziehung mit dem Beschuldigten geführt habe (pag. 159 Z. 5). Das 
gemeinsame Domizil habe der Beschuldigte im November 2016 verlassen 
(pag. 159 Z. 11 ff.). Gemeinsam hätten sie ein Kind, X.________ (pag. 159 Z. 7). 
Am 17. Januar 2018 hätten sie abgemacht, dass der Beschuldigte die gemeinsame 
Tochter bei ihr zu Hause abhole. Der Beschuldigte habe ihr mitgeteilt, dass sein 
Neffe, Y.________, in 20-30 Minuten mit dem Auto vorbeikommen werde, um ihn 
und seine Tochter abzuholen. Die Strafklägerin habe ihm gesagt, dass er nicht 
bleiben könne, sie habe noch andere Sachen vor; der Beschuldigte habe sie fest 
umarmt, am Kopf gepackt und auf die Lippen geküsst. Sie habe versucht, sich zu 
wehren und ihm gesagt, sie wolle das nicht, er habe sie nicht ernst genommen und 
gelacht. Danach habe er auf Sex bezogene Äusserungen gemacht, man sehe ihr 
an, dass sie Sex wolle, er sei gut im Bett. Sie habe ihm klar gesagt, dass sie keine 
Lust habe, mit ihm zu schlafen. Er hielt sie mit einem Arm fest und betatschte sie 
mit der anderen Hand über die Kleider. Er fasste ihren Busen und den Hintern an 
und drückte schlussendlich einen Finger auf ihre Anusregion. Beim Versuch, sich 
mit aller Kraft loszureissen, sei sie auf den Boden gefallen. Der Beschuldigte liess 
nicht von ihr ab und ging zu ihr auf den Boden, erwähnte dabei mehrmals, dass er 
wisse, dass sie auch Lust habe. Sie habe bemerkt, wie ihre Tochter schockiert dem 
Treiben zugeschaut habe, habe versucht, diese zu beruhigen; in diesem Moment 
habe er von ihr abgelassen (pag. 161 Z. 62 ff.). Sie denke, sie habe versucht, sich 
zu wehren («me débattre»), aber sie habe ihn nicht geschlagen. Sie habe nicht 
genügend Kraft gegen ihn. Sie habe dem Beschuldigten per SMS am selben Tag 

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mitgeteilt, das sei das letzte Mal gewesen, dass er es gewagt habe, sie zu 
berühren und die Übergaben der Tochter würden von jetzt an vor dem Gebäude 
stattfinden. Sie habe diese SMS um 12:39 Uhr abgeschickt. Schliesslich gab die 
Strafklägerin zu Protokoll, sie hoffe, diese strafrechtliche Vorgehensweise lasse ihn 
verstehen, dass es zwischen ihnen fertig sei und dass nie etwas geschehen werde. 
Sie wolle lediglich, dass er sich gut um die Tochter kümmere, sonst nichts (pag. 
162 f. Z. 120 ff.). Den Akten kann weiter eine iMessage, vermutlich von der Straf-
klägerin stammend entnommen werden, in welcher sie sinngemäss festhält, es sei 
das letzte Mal gewesen, dass er sie berührt habe und von nun an würden die 
Übergaben der Tochter weg von ihrem Domizil stattfinden (pag. 152, vgl. dazu 
auch pag. 163). Ergänzend dazu ist festzuhalten, dass die Strafklägerin ihre dama-
lige Beziehung zum Beschuldigten alles andere als harmonisch schilderte. Es habe 
seit Beginn ihrer Beziehung Gewalttätigkeiten gegen sie gegeben. Er habe ge-
dacht, dass sie ihn betrüge. Selbst als sie im achten Monat schwanger gewesen 
sei, habe er einen Sack Pampers gegen sie geworfen und wenn er getrunken ha-
be, sei es noch viel schlimmer gewesen. Im September 2016 habe er sie erstmals 
geschlagen, wofür sie auch Anzeige erstattet habe (pag. 160). 

Am 6. Februar 2020 fand eine Konfrontationseinvernahme zwischen dem Beschul-
digten und der Privatklägerin statt. Dabei bestätigte die Strafklägerin ihre am 
19. Januar 2018 bei der Polizei gemachten Aussagen (pag. 175). Sie gab an, heute 
mit dem Beschuldigten einen herzlichen Kontakt zu pflegen, der 19. Januar 2018 
sei der Schlusspunkt für viele Sachen gewesen, seither gehe es sehr gut (pag. 176 
Z. 84 f.). Sie gab unter anderem an, der Beschuldigte habe sich später, irgendwann 
nach der polizeilichen Einvernahme, bei ihr entschuldigt (pag. 177 Z. 149 f.). Auf 
die Frage der Verteidigung, ob sie möchte, dass das Strafverfahren gegen den Be-
schuldigten weitergeführt werde, gab die Strafklägerin folgende Antwort (pag. 178 
Z. 168 ff.): «Es handelt sich doch um ein Offizialdelikt. Wir sind heute nicht die bes-
ten Freunde, aber seit dem Vorfall gab es keine weiteren Vorfälle. Dazu hat er sich 
entschuldigt. Wenn er verspricht, dass es weiter so gut geht, können wir es dabei 
bewenden lassen». 

Anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung vom 21. Dezember 2020 führte 
die Strafklägerin aus, die Beziehung zwischen dem Beschuldigten und seiner Toch-
ter sei eine schöne, gute Beziehung, unabhängig davon, was zwischen ihnen ge-
laufen sei. Er sei ein guter Vater (pag. 1219 Z. 30 f.). Auf die Frage, ob sie sich am 
fraglichen Abend gewehrt habe, gab die Privatklägerin zu Protokoll, sie habe ihm 
ganz klar nein gesagt (pag. 1220 Z. 32). Ja, sie habe sein Näherkommen abge-
wehrt (pag. 1220 Z. 34 ff.). Sie habe mit Wörtern nein gesagt und dann ihre Hände 
vor sich hochgehalten. Sie habe ihn mit ihrem ganzen Körper abgewehrt. Sie habe 
Anzeige eingereicht, weil sie Gerechtigkeit gesucht habe. Er habe sich in der Folge 
entschuldigt (pag. 1221 Z. 1 ff.). Die Frage, was für einen Ausgang des Verfahrens 
sie sich als Privatklägerin wünsche, beantwortete sie dahingehend, dass sie diesen 
Vorfall unter sich geklärt hätten. Heute hätten sie eine normale Beziehung unter 
Ex-Partnern. Auf Frage des Gerichtspräsidenten gab die Strafklägerin zu Protokoll, 
sie mache keine Genugtuungsforderung geltend. Sie mache auch keine Ausgaben 
geltend (pag. 1222 Z. 4 ff.). Auf Frage eines Mitglieds des Gerichts, ob sie die Kla-
ge, wenn sie die Möglichkeit hätte, heute zurückziehen würde, gab sie zur Antwort: 

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«Nein» (pag. 1222 Z. 35 ff.). Schliesslich gab sie auf Frage der Verteidigung an, es 
wäre für ihre Tochter etwas Schreckliches, Furchtbares, wenn der Beschuldigte 
das Land verlassen müsste (pag. 1223 Z. 32 ff.).

Anlässlich der Berufungsverhandlung vom 9. Mai 2022 führte die Strafklägerin zum 
Beschuldigten aus, dass sie mittlerweile wie eine Freundschaft hätten und er ein 
guter Vater sei (pag. 1460 Z. 37 ff.). Seine Tochter liebe ihn und er passe gut auf 
sie auf. Er sei immer bereit, zu helfen (pag. 1461 Z. 1 f.). Zudem schilderte sie den 
Vorfall nochmals und führte auf entsprechende Nachfrage hin aus, dass der Be-
schuldigte sie oberhalb der Kleider berührt habe (pag. 1461 Z. 29 ff.). Für sie sei es 
heute nicht mehr wichtig, dass der Beschuldigte bestraft werde. Es sei für sie ab-
geschlossen. Es seien viele Jahre vergangen und jeder könne einen Fehler ma-
chen. Er habe sich entschuldigt und sie habe die Entschuldigung angenommen. 
Jetzt sei es ganz anders zwischen ihnen (pag. 1462 Z. 33 ff.). 

8.6.2 Aussagen des Beschuldigten

Die Vorinstanz hat die Aussagen des Beschuldigten vom 13. Februar 2018 (recte: 
13. März 2018, pag. 182 ff.) bei der Kriminalpolizei des Kantons Freiburg und an-
lässlich der Konfrontationseinvernahme am 6. Februar 2020 bei der Staatsanwalt-
schaft des Kantons Freiburg (pag. 173 ff.) folgendermassen zusammengefasst: 

A.________ sagte am 13.2.2018 gegenüber der Kriminalpolizei des Kantons Freiburg als beschuldig-
te Person auf die Frage, was er spontan gegen den Vorwurf der sexuellen Nötigung sage, aus, er 
könne spontan nichts sagen, er sei kein solcher Mensch und brauche dies nicht. Er habe auch Kinder 
und möchte nicht, dass dies seinen Kindern oder seiner Familie widerfahre. Auf die Frage, was er am 
17.1.2018 gemacht habe, antwortete A.________, das sei wahrscheinlich der Tag gewesen, als er 
seine Tochter von den Ferien zurückgebracht habe. Er habe seit dem 10.1.2018 eine neue Bezie-
hung. Als er in die Wohnung von C.________ gekommen sei, sei sie in der Küche am Rauchen ge-
wesen. Als sie nicht auf seine Frage reagiert, sondern sich einfach erkundigt habe, wo die Sachen der 
Tochter seien, habe er C.________ gefragt, was los sei. Sie habe nicht geantwortete. Die Tochter ha-
be Tränen in den Augen gehabt, als er sich von ihr verabschiedet habe. Er habe X.________ gesagt, 
dass er am Morgen wiederkommen werde. Als C.________ dies gehört habe, habe sie ihm gesagt, 
vielleicht könne er das nächste Mal gar nicht mehr kommen, weil er Probleme haben werde. Dann sei 
sie zu ihm gekommen, habe ihn umarmt und geküsst. Plötzlich habe sie ihn dann aber weggestossen 
und gesagt, er solle sie nicht mehr anrühren. Dann habe er die Wohnung verlassen. Später habe er 
von C.________ eine SMS erhalten, worin sie geschrieben habe, «Rühr mich nicht mehr an». Sie ha-
be ihm auch noch geschrieben, dass sie ab heute die Tochter immer nur beim Bahnhof übergeben 
werde. Seither fahre ihn sein Neffe Y.________ mit seinem Auto zum Bahnhof für die Übergabe des 
Kindes (pag. 185 Z. 70 ff.). Auf Vorhalt der Aussagen der Privatklägerin, wonach er am 17.1.2018 
X.________ abgeholt habe, blieb er dabei, dass er X.________ zurückgebracht habe (pag. 186 Z. 
93). 

Auf Vorhalt, dass er am 17.1.2018 versucht habe, sich der Privatklägerin zu nähern, erklärte der Be-
schuldigte, es habe sich so abgespielt, wie er schon vorgängig erwähnt habe. Er habe nichts mehr mit 
ihr haben wollen. Er habe zu diesem Zeitpunkt schon eine neue Beziehung gehabt. C.________ sei 
das ganze Jahr 2017 und bis Mitte Februar 2018 krank gewesen und habe gesundheitlich Probleme 
gehabt. Sie habe ihm sogar gesagt, dass sie wegen der Schmerzen nicht mehr ertrage, angefasst zu 
werden und habe damit auch keinen Sex mehr haben können (pag. 186 Z. 106 ff.). Sie habe ihn ein-

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fach geküsst und dann wieder von sich gestossen. Er habe sich gedacht, mit der Frau stimme etwas 
nicht (pag. 187 Z. 120 f.). 

Er sei kein Vergewaltiger. Die einzige Person, mit welcher er in Freiburg Kontakt habe, heisse 
C.________. Er sei schon einmal grundlos von ihr angezeigt worden. Er sei es müde, grundlos von ihr 
angezeigt zu werden. Eigentlich sollte er sie auch anzeigen, doch sei sie die Mutter seiner Tochter, er 
wolle kein Theater (pag. 187 Z. 126 ff.).

Ergänzend kann festgehalten werden, dass der Beschuldigte zu Protokoll gab, seit 
der Trennung im August oder September 2016 mit der Strafklägerin Probleme ge-
habt zu haben. Sie habe sich sehr aggressiv ihm gegenüber verhalten. Zwei Wo-
chen später sei sie wiederum freundlich gewesen. Im Dezember 2017 habe sich 
das Verhältnis wieder verschlechtert (pag. 184 f.). Sodann beschrieb er, dass er 
seine Tochter im Januar 2018 bei der Mutter abgeholt und ihr ein gutes neues Jahr 
gewünscht habe. Er habe sie in den Arm genommen und ihr einen Kuss auf die 
Wange gegeben. Sie habe sich umgedreht und ihm einen Kuss auf den Mund ge-
geben, was er gemocht habe und sie sich weiter geküsst hätten. Er sei überrascht 
gewesen, habe die Tochter schon auf dem Arm gehabt und habe gehen wollen 
(pag. 185 Z. 55 ff.). Dann führte er aus, dass er mit einer Frau eine Beziehung an-
gefangen habe, als die Tochter bei ihm in den Ferien gewesen sei (pag. 185 Z. 72 
f.). 

In der parteiöffentlichen Konfrontationseinvernahme erklärte A.________ am 6.2.2020 gegenüber der 
Staatsanwaltschaft des Kantons Freiburg als beschuldigte Person auf Vorhalt der Aussagen der Pri-
vatklägerin, sie hätten sich schon geküsst. Er habe die Hoffnung gehabt, dass sie doch noch zusam-
menfinden würden. An diesem Tage habe er es noch einmal probieren wollen. Er habe wirklich ver-
sucht, sie zu küssen, aber die Kleine sei im Schlafzimmer gewesen. Das Mädchen habe gespielt und 
sei anschliessend aus dem Schlafzimmer gekommen. Die Privatklägerin habe ihn schon zurückge-
stossen, er habe über ihre Beziehung reden wollen. Dann habe sie ihn gestossen und sei zu Boden 
gefallen. Er habe ihr sofort die Hand gereicht, damit sie aufstehen könne. Sie habe jedoch abgelehnt. 
Sie habe ihn zweimal zurückgestossen, einmal, als sie noch gestanden sei, und einmal dann am Bo-
den. Er anerkenne, dass er sie umarmt habe und es seine Absicht gewesen sei, sie zu küssen in der 
Hoffnung, dass sie noch zusammenkommen würden. Alles andere stimme aber nicht. Er habe sicher 
keinen Sex vor seine Tochter haben wollen (pag. 194 Z. 200 ff.). Als er dann von C.________ die 
SMS erhalten habe, habe er dieser nicht viel Aufmerksamkeit geschenkt, denn sie hätten sich auch 
sonst schon gestritten (pag. 195 Z. 223 f.).

In der Hauptverhandlung sagte A.________ am 21.12.2020 als beschuldigte Person aus, sie hätten 
sich auch nach der Trennung oft gerne geküsst. Er habe in der Hoffnung gelebt, dass sie wieder zu-
sammenleben könnten, weil er sie geliebt habe. Weil sie seine Küsse erwidert habe, habe er sich 
Hoffnungen gemacht, denn er sei auch einfach nur ein Mensch. Am fraglichen Tag habe er bereits ei-
ne Beziehung mit seiner jetzigen Frau angefangen. Er habe sicher sein wollen, bevor er eine neue 
Beziehung eingegangen sei. Am Tag des Vorfalls habe er Zweifel über seine eigenen Gefühle ge-
habt. Er habe ihr dann später gesagt, er habe sie nie verletzen oder ihr etwas antun wollen, das sie 
nicht wolle. Er habe sie gebeten, es zu entschuldigen, falls sein Benehmen in ihren Augen nicht kor-
rekt gewesen wäre. Er habe noch irgendwie Hoffnung für ihre Zukunft gehabt. Vielleicht sei er aber 
auch nur einfach dumm gewesen. In der Folge antwortete der Beschuldigte in der Hauptverhandlung 
auf die ihm gestellten Fragen wie folgt: 

26

Auf die Frage, ob er gemacht habe, was ihm vorgeworfen werde: «Ja, weil ich sie küssen wollte. Da-
her habe ich sie umarmt». Auf die Frage, ob er sie an Brüsten und im Intimbereich berührt habe: «Ich 
habe sie auf Schulterhöhe berührt. Ich habe meine Hände auf ihre Hüften gelegt.» Auf die Frage, ob 
er sie an ihren Brüsten berührt haben: «Nein». Auf die Frage, ob er sie am Gesäss, am Anus, berührt 
habe: «Nein». Auf die Frage, ob er ihr Gesicht festgehalten, sie geküsst habe: «Nein». Auf die Frage, 
ob stimme, was die Privatklägerin beschreibe, was vorgefallen sein solle: «Nein, wirklich nicht» 
(pag. 1233 Z. 25 ff.).

Anlässlich der oberinstanzlichen Verhandlung vom 9. Mai 2022 führte der Beschul-
digte sodann aus, dass sie sich zu dieser Zeit erst kürzlich getrennt hätten. Er habe 
sie geliebt und nochmals versucht, mit ihr zu sprechen, damit sie nochmals zu-
sammenkommen. Er sei es gewohnt gewesen, mit ihr zärtlich zu sein. An diesem 
Tag sei sie aber schlecht gelaunt gewesen, wahrscheinlich, weil sie gewusst habe, 
dass er eine neue Beziehung angefangen habe. Sie habe ihn zurückgestossen. Er 
habe versucht, sie zu umarmen mit dem Ziel sich selber bewusst zu machen, ob er 
es mit ihr weiterversuchen wolle oder es jetzt fertig sei und er jetzt eine neue Be-
ziehung anfange. Es sei nie seine Absicht gewesen, sie auf irgendeine Art zu ver-
letzen (pag. 1476 Z. 37 ff.; pag. 1477 Z. 1 f.). Es stimme, dass er die Strafklägerin 
festgehalten habe und sie ihn weggestossen habe. Er habe aber seine Hand nur 
auf ihre Taille gelegt. Als sie ihn weggestossen habe, habe er sie dann in Ruhe ge-
lassen (pag. 1477 Z. 20 ff.). 

8.6.3 Aussagen von Y.________

Der Neffe des Beschuldigten, Y.________ führte am 22. Februar 2018 bei der Poli-
zei in Freiburg aus, dass er die Fragen eigentlich nicht beantworten möchte. Er 
wolle nichts Falsches sagen. Sein Onkel habe ihm gesagt, dass er zur Polizei müs-
se wegen Sexualdelikten. Er habe ihm nicht gesagt, wann dies passiert wäre. Sein 
Onkel habe ihm gesagt, die Frau spinne und habe ihn schon mal angezeigt. Sie 
verhalte sich komisch, seit sein Onkel eine neue Freundin habe. Die Strafklägerin 
sei, seitdem sie sich von seinem Onkel getrennt habe, etwas komisch (pag. 156 
Z. 52 ff.). 

8.7 Beweiswürdigung durch die Kammer

Vorab ist festzuhalten, dass es zur vorliegenden Frage, was genau am 17. Januar 
2017 in der Wohnung der Strafklägerin geschah – bis auf die Nachricht (pag. 152) 
– keine eigentlichen objektiven Beweismittel gibt. Auch die Aussagen des Neffen 
des Beschuldigten, Y.________, helfen im Hinblick auf die Klärung der Gescheh-
nisse aufgrund seines zögerlichen Aussagenverhaltens nicht weiter. 

Der Verteidigung ist beizupflichten, wonach die Konfrontationseinvernahme vom 
6. Februar 2020 (pag. 173 ff.) mit der Strafklägerin aufgrund der zahlreichen Vor-
halte nicht beispielhaft erfolgt ist. Konkret bestätigte sie zunächst ihre früheren 
Aussagen (pag. 175 Z. 80 f.), beantwortete diverse Fragen (pag. 176), bevor ihr 
dann diverse Vorhalte gemacht wurden (ab pag. 176 Z. 117). Relativierend ist aber 
zu beachten, dass die Strafklägerin sodann auch Präzisierungsfragen beantworte-
te, wie beispielsweise, dass sie davon ausgehe, dass sie der Beschuldigte verge-
waltigt hätte, wenn ihre Tochter nicht anwesend gewesen wäre (pag. 177 Z. 138 
ff.). Zudem schilderte sie anlässlich der ersten Einvernahme vom 19. Januar 2018 

27

über zwei Seiten hinweg in freier Erzählung, was am fraglichen Tag geschehen sei 
(vgl. pag. 161 f.) und wurde nochmals anlässlich der erstinstanzlichen und oberin-
stanzlichen Hauptverhandlung zur Sache befragt, wobei sie wiederum eigene Aus-
führungen machte. Insgesamt kann daher die Art und Weise der Befragung vom 
6. Februar 2020 den Beweiswert ihrer Aussagen in keiner Weise schmälern. Auf-
grund der zahlreichen Schilderung ist es ohne weiteres möglich, die Aussagen der 
beiden Hauptprotagonisten einer Beweiswürdigung zu unterziehen.

Zunächst fällt auf, dass der Beschuldigte in der ersten Einvernahme die Annähe-
rungsversuche ganz klar als von der Strafklägerin ausgehend beschrieb und ihr 
Verhalten als widersprüchlich und nicht nachvollziehbar darstellte. Anders präsen-
tierte er die Sachlage anlässlich der Konfrontationseinvernahme. Da räumte er 
plötzlich ein, dass er schon versucht habe, die Privatklägerin zu küssen, zu umar-
men und auch gehofft hatte, sie würden noch zusammenkommen, dies, obwohl er 
in der früheren Einvernahme ausgeführt hatte, er habe seit dem 10. Januar 2018 
eine neue Beziehung. Weshalb er dann trotzdem wieder mit der Privatklägerin hät-
te zusammenkommen wollen, ist nicht nachvollziehbar. Jedenfalls vermag seine 
Begründung, er habe sich mit der Umarmung bewusst machen wollen, ob er es mit 
der Strafklägerin weiterversuchen oder die neue Beziehung anfangen wolle, nicht 
zu überzeugen. Auch in der Hauptverhandlung vor der ersten Instanz blieb er dann 
bei der Version, er habe in der Hoffnung gelebt, dass er und die Privatklägerin wie-
der zusammenleben könnten (pag. 1233). Er räumte dann ein, die Strafklägerin 
geküsst und umarmt zu haben, dass sie ihn weggestossen und dabei dann auch 
noch zu Boden gefallen sei. Dies alles deutet – wie die Generalstaatsanwaltschaft 
treffend ausführte – darauf hin, dass der Strafklägerin offensichtlich etwas zuge-
stossen ist, das sie in dieser Weise keinesfalls wollte. Ihr Verhalten danach, das 
SMS, das sie dem Beschuldigten schickte, wonach es das letzte Mal gewesen sei, 
dass er es gewagt habe, sie zu berühren und die Übergabe der Tochter nur noch 
vor dem Haus erfolgen werde, sowie der Gang zur Polizei, verdeutlichen dies noch. 
Zudem hielt die Vorinstanz zutreffend fest, dass der Beschuldigte versuchte, seine 
Position dadurch zu verbessern, dass er den Charakter der Strafklägerin in Zweifel 
zog, ihr eine Eifersuchtsproblematik attestierte und ihr schliesslich psychische Pro-
bleme unterstellte – eine Strategie, die er bereits bei E.________ verfolgte. Zudem 
räumte der Beschuldigte ein, dass er sich bei der Strafklägerin entschuldigt habe, 
wobei sich die Frage stellt, für was er sich hätte entschuldigen müssen, wenn – 
seiner Ansicht nach – nichts Unrechtes vorgefallen sein soll. Die Aussagen des 
Beschuldigten mögen somit nicht zu überzeugen, weshalb darauf nicht abgestellt 
werden kann. 

Ganz anders präsentieren sich die Aussagen der Strafklägerin. Es ist der Vorin-
stanz beizupflichten, dass in ihren Aussagen grundsätzlich keine Lügensignale 
ausfindig zu machen sind, in jenen des Beschuldigten hingegen schon. Überhaupt 
kann sich die Kammer der Würdigung der Vorinstanz anschliessen. Zunächst fällt 
auf, dass die Strafklägerin den Ereignisablauf detailliert (Unpünktlichkeit des Be-
schuldigten, erst späteres Abholen durch den Neffen, ausstehende Unterhaltszah-
lung, Kussversuch, festes Festhalten, Auftauchen des Kindes, detaillierte Wieder-
gabe der Wortwahl des Beschuldigten, wonach sie Sex brauche und er ein guter 
Liebhaber sei) und durch die Darlegung ihrer Gefühlslage authentisch schilderte. 

28

Insgesamt ergibt sich daraus ein schlüssiger Sachverhaltsablauf. Dies ist sicher 
dem Umstand geschuldet, dass sie zeitnah einvernommen wurde, spricht aber 
eben auch für die Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen. Denn die Wiedergabe solcher 
Details spricht gerade nicht für Erfundenes, sondern für Selbsterlebtes. In ihren 
Aussagen lassen sich zudem keine Aggravierungstendenzen ausmachen. Vielmehr 
belastet sie den Beschuldigten von Einvernahme zu Einvernahme immer weniger. 
So führte sie anlässlich der ersten Befragung noch aus, dass es in ihrer Beziehung 
zu Gewalttätigkeiten gekommen sei, wobei er sie beispielsweise einmal die Treppe 
herunter gestossen habe, relativierte aber sogleich, dass sie sich dabei nicht ver-
letzt, sondern lediglich eine Schramme davon getragen habe (pag. 160 Z. 52 f.). 
Auch beim hier zu beurteilenden Vorfall gab sie an, dass er ihr gegenüber nicht 
gewalttätig geworden sei (pag. 161 Z. 84 f.: «Il a commencé à s'énerver et m'a fait 
un geste de mépris, en balançant sur mon épaule sa main, mais sans être violent») 
und sie sich dabei keine Verletzungen zugezogen habe (pag. 163 Z. 163). Auch 
habe er weder sich noch sie ausgezogen und sie über den Kleidern berührt. Gera-
de hier wäre es ihr ein Leichtes gewesen, ihm weitaus schlimmere Handlungen zu 
unterstellen. Von Anfang an betonte sie aber – auch in den späteren Befragungen 
– dass der Beschuldigte ein guter Vater sei und er seinen Kindern gegenüber im-
mer freundlich und zärtlich gewesen sei (pag. 160 Z. 34 f.). Vor diesem Hintergrund 
ist eine Falschbelastungsmotivation auszuschliessen, weil sie mit der Anzeigeer-
stattung das Risiko einging, dass sich die gute Vater-Tochter-Beziehung, welche 
ihr offenbar sehr wichtig war bzw. ist, negativ verändern könnte und sie dann auf 
sich allein gestellt wäre. Dass sie den Vorfall der Polizei dennoch meldete, spricht 
gerade dafür – wie die Vorinstanz treffend festhielt – dass es am 17. Januar 2018 
zu einer nicht hinnehmbaren Grenzüberschreitung kam. Insofern sprach die Straf-
klägerin zwar durchaus auch kritisch über die gemeinsame Vergangenheit mit dem 
Beschuldigten, berichtete dabei aber sachlich über die Probleme, welche schliess-
lich zur Trennung führten. Des Weiteren räumte sie Unsicherheiten ein, als sie sich 
in der späteren Befragung plötzlich nicht mehr sicher war, ob der Beschuldigte die 
gemeinsame Tochter nun zurückbrachte oder abholte. Allerdings konnte sie sich an 
ein späteres Treffen mit einer Kollegin erinnern und den Ablauf dadurch – und in 
Übereinstimmung mit ihren früheren Schilderungen – rekonstruieren (pag. 1220 
Z. 23 ff.). Insgesamt erscheinen die Aussagen der Strafklägerin somit glaubhaft, 
worauf abgestellt werden kann. 

8.8 Beweisergebnis und erstellter Sachverhalt

Gestützt auf die glaubhaften Aussagen der Strafklägerin ist somit erstellt, dass der 
Beschuldigte am 17. Januar 2018 die gemeinsame Tochter bei der Strafklägerin 
abholte und es dabei in ihrer Wohnung zu Annäherungsversuchen seitens des Be-
schuldigten kam. Konkret versuchte er, die Strafklägerin zu küssen, wobei er sie 
sehr fest umarmte. Anschliessend hielt er ihr Kinn fest und küsste sie auf den 
Mund. Sie wehrte sich zunächst verbal dagegen. Der Beschuldigte lachte aber nur 
und legte seine Hände über ihren Kleidern auf ihr Gesäss. Danach berührte er ihre 
Brüste über den Kleidern. Mit einer Hand hielt er sie fest und mit der anderen strei-
chelte er die Brüste und den Intimbereich. Sodann versuchte er, seinen Finger in 
ihren Anus zu stecken, wobei es aber bei Berührungen über ihren Hosen blieb. Die 
Strafklägerin versuchte das abzuwehren und fiel hin. Nachdem die Tochter hinzu-

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kam, liess der Beschuldigte von der Strafklägerin ab. Diese Handlungen – das Auf-
den-Mund-küssen, das Streicheln der Brüste, des Gesässes und des Intimberei-
ches sowie der Versuch, seinen Finger in ihren Anus zu stecken (über ihren Klei-
dern) – geschahen in sexueller Absicht und gegen den Willen der Geschädigten.

III. Rechtliche Würdigung

9. Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz

9.1 Theoretische Grundlagen

Die theoretischen Ausführungen der Vorinstanz zum Grundtatbestand des Art. 19 
BetmG wie auch zur mengenmässigen Qualifikation sind zutreffend, darauf kann 
vorab verwiesen werden (pag. 1324; S. 33 der erstinstanzlichen Urteilsbegrün-
dung). 

Gemäss Art. 19 Abs. 1 Bst. c und d des Bundesgesetzes über die Betäubungsmit-
tel und die psychotropen Stoffe (BetmG; SR 812.121) wird unter anderem bestraft, 
wer Betäubungsmittel unbefugt veräussert und besitzt. Den mengenmässig qualifi-
zierten Tatbestand erfüllt, wer weiss oder annehmen muss, dass die Widerhand-
lung mittelbar oder unmittelbar die Gesundheit vieler Menschen in Gefahr bringen 
kann (Art. 19 Abs. 2 BetmG). 

Die einzelnen Mengen Kokain können im Falle einer wiederholten Tatbegehung 
zusammengerechnet werden, wenn eine Handlungseinheit vorliegt. Mehrere Ein-
zelhandlungen werden dann als Einheit angesehen, «wenn sie auf einem einheitli-
chen Willensakt beruhen und wegen des engen räumlichen und zeitlichen Zusam-
menhangs bei objektiver Betrachtung noch als einheitliches zusammengehörendes 
Geschehen erscheinen» (BGE 133 IV 256 E. 4.5; sog. «natürliche Handlungsein-
heit»). Dies ist beispielsweise der Fall, wenn jemand aus einem qualifizierenden 
Vorrat sukzessive Betäubungsmittel veräussert oder einer von einem generellen 
Vorsatz getragenen, dauerhaften Handelstätigkeit nachgeht (FINGERHUTH/
SCHLEGEL/JUCKER, BetmG Kommentar, 3. Aufl. 2016, N. 194 f. zu Art. 19 BetmG).

Die Tathandlung des Besitzes ist als Auffangtatbestand konzipiert und gelangt 
deshalb im Verhältnis zu anderen vom Gesetz erfassten Weitergabehandlungen 
bloss subsidiär zur Anwendung (FINGERHUTH/SCHLEGEL/JUCKER, a.a.O., N. 155, 
157 und 159 zu Art. 19 BetmG).

9.2 Subsumtion

9.2.1 Grundtatbestand

Die Beweiswürdigung ergab, dass der Beschuldigte in der Zeit von Anfang 2018 bis 
Mitte November 2018 und von Anfang 2019 bis April 2019 objektiv tatbestands-
mässige Handlungen gemäss Art. 19 Abs. 1 Bst. c und d BetmG beging, indem er 
– teilweise gemeinsam mit E.________ – ab Anfang 2018 bis Mitte November 2018 
500 Gramm Kokaingemisch an D.________, von Anfang 2019 bis April 2019 27 
Gramm Kokaingemisch an F.________ und von Anfang 2019 bis Anfang April 2019 
5 Gramm Kokaingemisch an G.________ veräusserte. 

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Der Beschuldigte handelte direktvorsätzlich und damit auch subjektiv tatbestands-
mässig. Rechtfertigungs- und/oder Schuldausschliessungsgründe sind weder er-
sichtlich noch dargetan. 

Zwar erfüllte der Beschuldigte mit den Weitergabehandlungen ebenfalls den Tatbe-
stand des Besitzes gemäss Art. 19 Abs. 1 Bst. d BetmG. Allerdings kommt diese 
Tatbestandsvariante nur subsidiär zur Anwendung, weshalb der Beschuldigte ein-
zig wegen Veräusserung schuldig zu erklären ist. 

9.2.2 Mengenmässige Qualifikation

Vorliegend ist aufgrund des engen räumlichen und zeitlichen Zusammenhangs der 
einzelnen Veräusserungshandlungen davon auszugehen, dass dem Verkauf von 
Kokain im angeklagten Deliktszeitraum ein einheitlicher Willensakt des Beschuldig-
ten zugrunde lag. Damit ist von einer natürlichen Handlungseinheit und von keiner 
Mehrfachbegehung auszugehen. Der Beschuldigte ging mithin einer von einem ge-
nerellen Vorsatz getragenen, dauerhaften Handelstätigkeit nach. Entsprechend 
sind die veräusserten Mengen an Kokaingemisch zu addieren, was eine veräusser-
te Gesamtmenge von 532 Gramm Kokaingemisch bzw. 212 Gramm reines Kokain 
ergibt. Die von der Praxis entwickelte Grenze von 18 Gramm reinem Kokain für die 
Anwendung der mengenmässigen Qualifikation nach Art. 19 Abs. 2 Bst. a BetmG 
(FINGERHUTH/SCHLEGEL/JUCKER, a.a.O., N. 181 zu Art. 19 BetmG) ist vorliegend 
somit bei weitem überschritten und die mengenmässige Qualifikation objektiv klar 
erfüllt. 

Der Beschuldigte handelte direktvorsätzlich. Angesichts dessen, dass die nachge-
wiesene reine Kokainmenge die erwähnte Grenze von 18 Gramm um rund das 12-
Fache überschritt, musste ihm selbst ohne Kenntnis des exakten Reinheitsgrades 
klar sein, dass es sich um eine erhebliche Gesamtmenge Drogen handelte, die ge-
eignet war, die Gesundheit vieler Menschen in Gefahr zu bringen. Entsprechend ist 
auch der subjektive Tatbestand der mengenmässigen Qualifikation erfüllt. Rechtfer-
tigungs- und/oder Schuldausschlussgründe sind nicht ersichtlich. 

9.2.3 Fazit

Der Beschuldigte ist in Anwendung von Art. 19 Abs. 1 Bst. c i.V.m. Art. 19 Abs. 2 
Bst. a BetmG der Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, mengen-
mässig qualifiziert begangen durch Veräusserung von insgesamt 532 Gramm Ko-
kaingemisch bzw. 212 Gramm reinen Kokains, namentlich durch die Veräusserung 
von insgesamt 500 Gramm Kokaingemisch an D.________ ab Anfang 2018 bis 
Mitte November 2018, im Umfang von 70 Gramm Kokaingemisch gemeinsam mit 
E.________, durch die Veräusserung von 27 Gramm Kokaingemisch an 
F.________ von Anfang 2019 bis April 2019 in Bern und der Region Bern, im Um-
fang von 25 Gramm gemeinsam mit E.________, und durch die Veräusserung von 
5 Gramm Kokaingemisch an einen unbekannten Drogenabnehmer (G.________) 
von Anfang 2019 bis Anfang April 2019 in Bern, gemeinsam mit E.________, 
schuldig zu erklären. 

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10. Sexuelle Nötigung

10.1 Gesetzliche und theoretische Grundlagen

Für die theoretischen Ausführungen zum Tatbestand von Art. 189 StGB kann vorab 
auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (pag. 1325; 
S. 34 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung).

Der sexuellen Nötigung gemäss Art. 189 Abs. 1 des Schweizerischen Strafgesetz-
buches (StGB; SR 311.0) macht sich strafbar, wer eine Person zur Duldung einer 
beischlafähnlichen oder einer anderen sexuellen Handlung nötigt, namentlich in-
dem er sie bedroht, Gewalt anwendet, sie unter psychischen Druck setzt oder zum 
Widerstand unfähig macht.

Nebst der analen und oralen Penetration stellen unter anderem das längere oder 
intensive Betasten des Geschlechtsteils oder der weiblichen Brust des Opfers über 
der Kleidung eine sexuelle Handlung dar; ebenfalls Zungenküsse (vgl. MAIER, in: 
Basler Kommentar Strafrecht, 4. Aufl. 2019, N. 48 zu Art. 189 StGB).

Gewalt im Sinne von Art. 189 StGB liegt bereits vor, wenn der Täter ein grösseres 
Mass an körperlicher Kraft aufwendet, als zum blossen Vollzug des Akts notwendig 
ist und sich damit über die entgegenstehende Willensbetätigung des Opfers hin-
wegsetzt. Eine körperliche Misshandlung, rohe Gewalt oder Brutalität sind indes 
nicht erforderlich. Es genügt, wenn der Täter seine überlegene Kraft einsetzt, in-
dem er das Opfer festhält oder sich mit seinem Gewicht auf es legt (Urteile des 
Bundesgerichts 6B_1260/2019 vom 12. November 2020 E. 2.2.2; 6B_1149/2014 
vom 16. Juli 2015 E. 5.1.3; 6B_834/2013 vom 14. Juli 2014 E. 2.1; 6B_718/2013 
vom 27. Februar 2014 E. 2.3.2; 6B_267/2007 vom 3. Dezember 2007 E. 6.3; je mit 
Hinweisen). So ist insbesondere nicht erforderlich, dass der Täter besonders brutal 
auf sein Opfer einwirkt, noch seine gesamte Kraft einsetzt. Es vermag auch zu 
genügen, dass das Überraschungsm