# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 87218f54-fea2-57c3-95ab-1daf91a27917
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-07-29
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 29.07.2020 200 2020 331
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2020-331_2020-07-29.pdf

## Full Text

200 20 331 UV
SCP/PRN/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 29. Juli 2020

Verwaltungsrichter Schütz, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Loosli, Verwaltungsrichterin Wiedmer
Gerichtsschreiberin Prunner

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführer

gegen

Suva
Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 11. März 2020 (ES 2881/19)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Juli 2020, UV/20/331, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1994 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) war 
über die C.________ AG bei der Schweizerischen Unfallversicherungsan-
stalt (Suva bzw. Beschwerdegegnerin) obligatorisch unfallversichert, als er 
am 23. November 2018 während seiner Arbeit als Chauffeur einer anderen 
Chauffeuse beim vorwärts Manövrieren ihres LKWs helfen wollte, dabei 
zwischen ihrem und seinem parkiertem LKW eingeklemmt wurde und ein 
Quetschtrauma (unter anderem) mit Verletzungen im Bereich des Thorax 
und Frakturen am Schlüsselbein erlitt (vgl. Akten der Suva [act. II] 3, 7). Die 
Suva erbrachte die gesetzlichen Leistungen in Form von Heilbehandlung 
und Taggeld (act. II 18 f.) und holte unter anderem zwei kreisärztliche Beur-
teilungen von Dr. med. D.________, Facharzt für Chirurgie, vom 6. Juni 
und 2. Juli 2019 ein (act. II 100, S. 2; 108). Mit Verfügung vom 24. Juli 2019 
teilte die Suva dem Versicherten mit, dass sie die Versicherungsleistungen 
mangels Vorliegen adäquater Unfallfolgen per 24. Juli 2019 einstelle (act. II 
114). Die dagegen erhobene Einsprache (act. II 126) wies die Suva mit 
Entscheid vom 11. März 2020 ab (act. II 166).

B.

Hiergegen erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt 
B.________, am 11. Mai 2020 am Verwaltungsgericht des Kantons Bern 
Beschwerde. Er stellt folgende Rechtsbegehren:

1. Der angefochtene Einspracheentscheid sei aufzuheben.

2. Die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, dem Beschwerdeführer 
eine befristete 100%-ige Übergangsrente ab dem 24. Juli 2019 bis 
Ende April 2020 auszurichten.

Eventualiter sei die Frage nach der Schwere des Schädel-
Hirntraumas mittels eines Gerichtsgutachtens genauer abzuklären.

Zur Begründung lässt der Beschwerdeführer im Wesentlichen vorbringen, 
der medizinische Sachverhalt sei insbesondere in Bezug auf die Frage 
nach dem Schweregrad des erlittenen Schädel-Hirntraumas ungenügend 

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abgeklärt worden. Im Zeitpunkt des Fallabschlusses hätten noch Unfallfol-
gen in Form eines organischen Psychosyndroms vorgelegen und die beruf-
lichen Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung seien noch 
nicht abgeschlossen gewesen. Bei einem Schädel-Hirntrauma, welches 
den Schweregrad einer Commotio cerebri im Grenzbereich zu einer Contu-
sio cerebri aufweise, sei die Adäquanz nach der sogenannten Schleuder-
trauma-Praxis zu beurteilen. Der Unfall sei den schweren Unfällen, in je-
dem Fall aber den mittelschweren Unfällen im Grenzbereich zu den schwe-
ren Unfällen zuzuordnen. 

Mit Beschwerdeantwort vom 29. Mai 2020 beantragt die Beschwerdegeg-
nerin die Abweisung der Beschwerde.

In der Folge holte der Instruktionsrichter im Rahmen von Beweismassnah-
men zur vertieften Überprüfung der Sach- und Rechtslage bzw. des Unfall-
verlaufes eine CD mit den Videoaufnahmen des Unfallereignisses (Akten 
der Staatsanwaltschaft des Kantons Bern, ... [act. III]) ein (vgl. prozesslei-
tende Verfügung vom 19. Juni 2020.

Mit prozessleitender Verfügung vom 26. Juni 2020 stellte der Instruktions-
richter fest, dass aufgrund der Videoaufnahmen davon auszugehen sein 
dürfte, der Beschwerdeführer sei im Zuge der Kollision rund 30 cm in die 
Höhe gehoben worden und anlässlich des Zurücksetzens des unfallverur-
sachenden LKWs auf den Füssen gelandet und alsdann zu Boden gefallen. 
Weiter stellt der Instruktionsrichter fest, dass er entgegen der Darstellung 
des Beschwerdeführers auf den beiden Videoaufzeichnungen das Auf-
schlagen des Kopfes auf dem Boden nicht zu erkennen vermochte. Gleich-
zeitig wurde den Verfahrensbeteiligten Gelegenheit gegeben, sich zum 
Beweisergebnis zu äussern. 

Davon machten die Parteien mit Stellungnahmen vom 30. Juni und 2. Juli 
2020 Gebrauch.

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Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 
ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des 
kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege 
[VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. 

1.2 Angefochten ist der Einspracheentscheid der Suva vom 11. März 
2020 (act. II 166). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf Leistungen 
der obligatorischen Unfallversicherung im Zusammenhang mit dem Ereig-
nis vom 23. November 2018 und dabei insbesondere, ob die Beschwerde-
gegnerin die Leistungen zu Recht per 24. Juli 2019 eingestellt hat.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

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2.

2.1 Die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen Unfallversi-
cherung setzt grundsätzlich das Vorliegen eines Berufsunfalles, eines 
Nichtberufsunfalles oder einer Berufskrankheit voraus (Art. 6 Abs. 1 des 
Bundesgesetzes vom 20. März 1981 über die Unfallversicherung [UVG; 
SR 832.20]). Unfall ist die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Ein-
wirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen 
Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychi-
schen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat (Art. 4 ATSG).

2.2 Der Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung 
setzt nebst anderem einen natürlichen und adäquaten Kausalzusammen-
hang zwischen dem Unfall und dem eingetretenen Schaden voraus (BGE 
129 V 177 E. 3.1 und 3.2 S. 181; SVR 2018 UV Nr. 3 S. 9 E. 3.1, 2012 UV 
Nr. 2 S. 6 E. 3.1).

2.3 Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind 
alle Umstände, ohne die der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder 
nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht als zur gleichen Zeit eingetreten 
gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Beja-
hung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein 
Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen 
ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Be-
dingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person 
beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden 
kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele 
("conditio sine qua non"; BGE 142 V 435 E. 1 S. 438, 129 V 177 E. 3.1 
S. 181; SVR 2019 IV Nr. 9 S. 26 E. 3.1; Entscheid des Bundesgerichts 
[BGer] vom 21. September 2018, 8C_781/2017, E. 5.1). Für die Bejahung 
des natürlichen Kausalzusammenhangs genügt es, wenn der Unfall für 
eine bestimmte gesundheitliche Störung eine Teilursache darstellt (BGE 
134 V 109 E. 9.5 S. 125, 123 V 43 E. 2b S. 45; SVR 2009 UV Nr. 3 S. 12 
E. 8.3).

Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen 
Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, 

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worüber die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen 
der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungs-
recht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu be-
finden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhanges genügt für die 
Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 142 V 435 E. 1 S. 438, 
129 V 177 E. 3.1 S. 181; SVR 2010 UV Nr. 30 S. 121 E. 5.1).

2.4 Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursa-
che eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der 
Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, 
einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt die-
ses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint 
(BGE 129 V 177 E. 3.2 S. 181, 125 V 456 E. 5a S. 461; SVR 2010 UV 
Nr. 30 S. 122 E. 5.2).

Ob beim Vorliegen eines natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen 
dem versicherten Ereignis und der eingetretenen gesundheitlichen Schädi-
gung auch der erforderliche adäquate, d.h. rechtserhebliche Kausalzu-
sammenhang besteht, ist eine Rechtsfrage, die nach den von Doktrin und 
Praxis entwickelten Regeln zu beurteilen ist. Dabei hat die Beantwortung 
der Frage nach der Adäquanz von Unfallfolgen als einer Rechtsfrage – im 
Gegensatz zur Frage nach dem natürlichen Kausalzusammenhang – nicht 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu erfolgen 
(BGE 112 V 30 E. 1b S. 33).

2.4.1 Bei organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen deckt sich die 
adäquate Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die 
Adäquanz hat hier praktisch keine selbstständige Bedeutung (BGE 140 V 
356 E. 3.2 S. 358; SVR 2018 UV Nr. 3 S. 10 E. 3.1).

Objektivierbar sind Untersuchungsergebnisse, die reproduzierbar sind und 
von der Person des Untersuchenden und den Angaben des Patienten un-
abhängig sind. Von organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen kann 
somit erst dann gesprochen werden, wenn die erhobenen Befunde mit ap-
parativen, insbesondere bildgebenden Abklärungen bestätigt wurden und 
die hierbei angewendeten Untersuchungsmethoden wissenschaftlich aner-

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kannt sind (BGE 138 V 248 E. 5.1 S. 251; SVR 2018 UV Nr. 3 S. 10 
E. 3.1).

2.4.2 Bei organisch nicht objektiv ausgewiesenen Beschwerden ist für die 
Beurteilung der Adäquanz vom augenfälligen Geschehensablauf auszuge-
hen, und es sind je nachdem weitere unfallbezogene Kriterien einzubezie-
hen. Bei psychischen Fehlentwicklungen nach Unfall werden diese 
Adäquanzkriterien unter Ausschluss psychischer Aspekte geprüft (BGE 140 
V 356 E. 3.2 S. 358, 115 V 133 E. 6c aa S. 140), während bei Schleuder-
traumen und äquivalenten Verletzungen der Halswirbelsäule sowie Schä-
del-Hirntraumen auf eine Differenzierung zwischen physischen und psychi-
schen Komponenten verzichtet wird (BGE 134 V 109 E. 2.1 S. 112; SVR 
2018 UV Nr. 29 S. 101 E. 2.2). Dabei ist wie folgt zu differenzieren: Es ist 
zunächst abzuklären, ob die versicherte Person beim Unfall ein Schleuder-
trauma der Halswirbelsäule, eine dem Schleudertrauma äquivalente Verlet-
zung (SVR 1997 UV Nr. 95 S. 346 E. 2a, 1995 UV Nr. 23 S. 67 E. 2) oder 
ein Schädel-Hirntrauma (BGE 117 V 369 E. 4b S. 382; SVR 2001 UV Nr. 1 
S. 2 E. 3) erlitten hat, wobei die Schleudertrauma-Praxis nur dann Anwen-
dung findet, wenn sich innert der Latenzzeit von 24 bis 72 Stunden Be-
schwerden in der Halsregion und der Halswirbelsäule (HWS) manifestieren 
(SVR 2009 UV Nr. 30 S. 107 E. 5.2). Liegt keine der erwähnten Verletzun-
gen vor, gelangt die Rechtsprechung gemäss BGE 115 V 133 für Unfälle 
mit psychischen Folgeschäden zur Anwendung. Ergeben die Abklärungen 
indessen, dass die versicherte Person eine der soeben erwähnten Verlet-
zungen erlitten hat, muss beurteilt werden, ob die zum typischen Be-
schwerdebild einer solchen Verletzung gehörenden Beeinträchtigungen 
(diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und Gedächtniss-
törungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit, Visusstörungen, Reizbarkeit, Af-
fektlabilität, Depression, Wesensveränderung usw.; BGE 119 V 335 E. 1 
S. 338, 117 V 359 E. 4b S. 360) zwar teilweise vorliegen, im Vergleich zur 
psychischen Problematik aber bereits unmittelbar nach dem Unfall ganz in 
den Hintergrund treten oder die physischen Beschwerden im Verlaufe der 
ganzen Entwicklung vom Unfall bis zum Beurteilungszeitpunkt gesamthaft 
nur eine sehr untergeordnete Rolle gespielt haben und damit ganz in den 
Hintergrund getreten sind (vgl. RKUV 2002 U 465 S. 438 E. 3a). Trifft dies 
zu, sind für die Adäquanzbeurteilung ebenfalls die in BGE 115 V 133 für 

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Unfälle mit psychischen Folgeschäden aufgestellten Grundsätze massge-
bend; andernfalls erfolgt die Beurteilung der Adäquanz gemäss den in der 
Schleudertrauma-Praxis (BGE 134 V 109, 117 V 359) festgelegten Kriteri-
en, d.h. ohne Unterscheidung zwischen körperlichen und psychischen Be-
schwerden (BGE 134 V 109 E. 2.1 S. 112, 127 V 102 E. 5b bb S. 103). Die 
Grundsätze gemäss BGE 115 V 133 sind auch anwendbar, wenn die im 
Anschluss an den Unfall auftretenden psychischen Störungen nicht zum 
typischen Beschwerdebild eines HWS-Traumas gehören. Erforderlichen-
falls ist vorgängig der Adäquanzbeurteilung zu prüfen, ob es sich bei den 
im Anschluss an den Unfall geklagten psychischen Beeinträchtigungen um 
blosse Symptome des erlittenen Traumas oder aber um eine selbstständi-
ge (sekundäre) Gesundheitsschädigung handelt, wobei für die Abgrenzung 
insbesondere Art und Pathogenese der Störung, das Vorliegen konkreter 
unfallfremder Faktoren oder der Zeitablauf von Bedeutung sind (SVR 2007 
UV Nr. 8 S. 28 E. 2.2).

2.5 Der Unfallversicherer hat den Fall unter Einstellung von Heilbehand-
lung und Taggeld sowie Prüfung des Anspruchs auf Invalidenrente und 
Integritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der 
ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustan-
des mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen 
der Invalidenversicherung abgeschlossen sind (Art. 19 Abs. 1 UVG; BGE 
143 V 148 E. 3.1.1 S. 151, 137 V 199 E. 2.1 S. 201). Die Besserung be-
stimmt sich namentlich nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung 
oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, soweit unfallbedingt beein-
trächtigt, wobei die durch weitere Heilbehandlung zu erwartende Besse-
rung ins Gewicht fallen muss. Unbedeutende Verbesserungen genügen 
nicht (BGE 134 V 109 E. 4.3 S. 115). Diese Frage ist prospektiv zu beurtei-
len (SVR 2010 UV Nr. 3 S. 14 E. 8.2; zum Ganzen SVR 2019 UV Nr. 4 
S. 16 E. 3.2.3.1).

2.6 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-

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lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 IV 
Nr. 27 S. 87 E. 4.2.1). 

3.

3.1 Aufgrund der Akten steht fest und ist unbestritten, dass der Be-
schwerdeführer am 23. November 2018 (vgl. act. II 3) einen Unfall im 
Rechtssinne erlitten hat (vgl. E. 2.1 hiervor) und danach unfallkausale Be-
schwerden aufgetreten sind. Die Beschwerdegegnerin hat denn auch ent-
sprechende Versicherungsleistungen erbracht. Umstritten ist hingegen, ob 
die über den Zeitpunkt der Leistungseinstellung per 24. Juli 2019 hinaus 
geklagten Beschwerden in einem anspruchsbegründenden natürlichen und 
adäquaten Kausalzusammenhang mit diesem Unfall stehen. Den medizini-
schen Akten lässt sich hierzu im Wesentlichen das Folgende entnehmen:

3.1.1 Am 23. November 2018 wurde der Beschwerdeführer notfallmässig 
ins Spital E.________ eingeliefert, wo er zunächst für 24 Stunden auf die 
Intensivstation verlegt wurde (act. II 10). Im Anschluss war er bis am 
28. November 2018 in der Klinik F.________ hospitalisiert. Am 26. Novem-
ber 2018 erfolgte eine Operation am Schlüsselbein (Open Reduction and 
Internal Fixation [ORIF] Clavicula beidseits; act. II 86). Im Austrittsbericht 
vom 27. November 2018 wurde ein Quetschtrauma zwischen zwei LKWs 
am 23. November 2018 mit/bei Thoraxtrauma beidseits mit Pneumothorax 
beidseits, rechts grösser als links, einer Clavicula-Midschaftfraktur beidseits 
und einer Leberkontusion Segment VIII, Leberfraktur Segment VI Grad 2 
mit wenig freier Flüssigkeit diagnostiziert (act. II 7, S. 1 und 4). Es wurde 
eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit ab dem 23. November 2018 attestiert 
(act. II 30).

3.1.2 Vom 28. November bis 10. Dezember 2018 war der Beschwerde-
führer in der Chirurgischen Klinik des Spitals G.________ hospitalisiert, wo 
er sich am 29. November 2018 einer Operation (Einlage einer Thorax-
drainage links) unterzog (act. II 9). Im Austrittsbericht vom 11. Dezember 

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2018 wurde ein Quetschtrauma zwischen zwei LKWs am 23. November 
2018, ein Pneumothorax rechts, ein Seropneumothorax links, eine Leberla-
zeration Segment 8 2.8 x 5 cm, Verdacht auf kleine Leberlazeration im 
Segment V, Clavicula-Frakturen beidseits, Rippenserienfrakturen beidseits, 
persistierende Kribbelparästhesien, eine Blasenentleerungsstörung, eine 
Obstipation und ein Status nach passagerer oberer Einflussstauung dia-
gnostiziert (act. II 21, S. 1; vgl. auch act. II 22 ff.).

3.1.3 Vom 10. bis 22. Dezember 2018 war der Beschwerdeführer zur 
muskuloskelettalen Rehabilitation im Rehaklinik H.________ hospitalisiert. 
Im Austrittsbericht vom 4. Januar 2019 wurden ein Status nach Polytrauma 
bei schwerem Quetschtrauma zwischen zwei LKWs am 23. November 
2018, eine posttraumatische Belastungsstörung nach existenziell, quo ad 
vitam bedrohlichem Erlebnis in aktuell milder Ausprägung, eine am ehesten 
reaktive Thrombozytose (regredient), Vitamin D im Suboptimalbereich und 
eine erhöhte Cholestaseparameter am ehesten bei Leberlazeration i.R. 
Diagnose 1 diagnostiziert (act. II 29, S. 1 f.). Es wurde eine 100%-ige 
Arbeitsunfähigkeit bis einschliesslich 8. Januar 2019 attestiert (act. II 29, 
S. 5).

3.1.4 Der Hausarzt Dr. med. I.________, Facharzt für Allgemeine Innere 
Medizin, diagnostizierte im Bericht vom 24. Februar 2019 einen Status 
nach Polytrauma bei schwerem Quetschtrauma zwischen zwei LKWs am 
23. November 2018. Aus somatischer Sicht sei der Verlauf erfreulich. In 
psychischer Hinsicht sei der Verlauf weniger erfreulich. Der Beschwerde-
führer leide unter einer posttraumatischen Belastungsstörung. Im Vorder-
grund stünden vor allem Ängste, welche einen direkten Bezug zum 
Quetschtrauma hätten (act. II 44, S. 1). Er attestierte eine 100%-ige Ar-
beitsunfähigkeit ab dem 23. November 2018 (act. II 110, S. 3).

3.1.5 Im Bericht vom 13. Februar 2019 diagnostizierten die Ärzte des 
Psychiatrischen Dienstes des Spitals G.________, wo der Beschwerdefüh-
rer in psychotherapeutischer Behandlung war, eine posttraumatische Be-
lastungsstörung nach existenziell, quo ad vitam bedrohlichem Erlebnis in 
aktuell milder Ausprägung (ICD-10: F43.1; act. II 54, S. 2; vgl. auch act. II 
5).

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3.1.6 Anlässlich der Verlaufskontrolle vom 26. März 2019 wurde im Be-
richt der Klinik J.________ vom 26. März 2019 ein Status nach ORIF Clavi-
cula beidseits vom 26. November 2018 im Rahmen eines Polytraumas mit 
beidseitigen Rippenserienfrakturen und Einlage einer Thoraxdrainage 
rechts vom 23. November 2018 diagnostiziert. Es zeige sich ein schöner 
postoperativer Verlauf. Beide Claviculae seien vollständig konsolidiert, so 
dass die Belastung weiter ausgebaut werden könne. Die Muskulatur könne 
sukzessiv auftrainiert werden. Eine Belastung des Schultergürtels sei frei-
gegeben (act. II 76, S. 1; vgl. auch act. II 77).

3.1.7 Dr. med. K.________, Facharzt für Neurologie sowie Psychiatrie 
und Psychotherapie, führte im Bericht vom 10. April 2019 aus, der Be-
schwerdeführer habe über neurokognitive Störungen mit Konzentrations-
störungen, leichten Gedächtnisstörungen und Auffassungsstörungen seit 
dem damaligen Schädel-Hirntrauma Grad I (Diagnose Spital E.________) 
mit Commotio cerebri (damals im Rahmen des Traumas zwischen den bei-
den LKW kollabiert und mit dem Kopf aufgeschlagen und kurz bewusstlos) 
berichtet (act. II 80, S. 2). Er diagnostizierte einen muskulären Defekt und 
leichte lokale Hypaesthesien im Oberschenkel links lateral mit/bei einem 
Status nach Polytrauma vom 23. November 2018 unter anderem mit/bei 
einem Status nach Commotio cerebri als Schädel-Hirntrauma Grad I vom 
23. November 2018 mit noch derzeitigen neurokognitiven Störungen (act. II 
80, S. 3). Insgesamt ordne er die vom Beschwerdeführer geklagten Be-
schwerden in einen muskulären Defekt und leichte lokale Hypaesthesien im 
Oberschenkel links lateral ein. Die neurokognitiven Störungen der Konzen-
tration, Merkfähigkeit, Auffassungsgabe sowie psychischen Kondition sehe 
er als Folge der Commotio cerebri, was auch teils über viele Monate zur 
funktionellen Regeneration brauche (act. II 80, S. 4).

3.1.8 Im Bericht vom 20. Mai 2019 führte Dr. med. I.________ aus, er 
stimme nicht mit dem Bericht des Neurologen Dr. med. K.________ übe-
rein. Die geschilderten Symptome des Beschwerdeführers seien durch eine 
posttraumatische Belastungsstörung bedingt und nicht durch ein leichtes 
Schädel-Hirntrauma. Dieses werde als leicht bezeichnet (Spital 
E.________) und daher hätten die Symptome längst abklingen müssen. 
Von den somatischen Befunden habe sich der Beschwerdeführer restlos 

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erholt. Im Bereich des Oberschenkels links bestehe noch eine sichtbare 
Delle, welche im Ultraschall einer Verletzung des ilio-tibialen Bandes ent-
spreche und zu keinem Funktionsausfall führe. In psychiatrischer Hinsicht 
leide der Beschwerdeführer nach wie vor unter einer posttraumatischen 
Belastungsstörung. Diese führe dazu, dass er unter anderem kaum in ein 
Lastauto einsteigen könne (act. II 96, S. 1).

3.1.9 L.________, Fachpsychologin für Psychotherapie FSP, bei welcher 
der Beschwerdeführer seit dem 10. April 2020 in Therapie ist, diagnostizier-
te im Bericht vom 29. Mai 2019 einen Verdacht auf eine posttraumatische 
Belastungsstörung und einen Status nach Schädel-Hirntrauma (act. II 102, 
S. 2).

3.1.10 Im Bericht vom 6. Juni 2019 führte der Suva-Kreisarzt Dr. med. 
D.________ aus, die körperlichen Folgen des Unfalls seien soweit verheilt 
und ohne wesentliche Einschränkungen. Gemäss dem Bericht von Dr. 
med. I.________ seien die geschilderten Beschwerden Ausdruck einer 
Verarbeitungsstörung nach dem erlittenen lebensbedrohlichen Ereignis 
vom 23. November 2018. Die psychologische Betreuung laufe. Diesbezüg-
lich sei auf den Bericht der psychiatrischen Dienste des Spitals 
G.________ vom 13. Februar 2019 zu verweisen. Aus unfallchirurgischer 
Sicht bestehe kein Handlungsbedarf. Die Entfernung der Platten an den 
Claviculae solle frühestens ein Jahr nach dem Unfall erfolgen (act. II 100, 
S. 2).

In der kreisärztlichen Beurteilung vom 1. Juli 2019 diagnostizierte Dr. med. 
D.________ ein Quetschtrauma mit multiplen Verletzungen (act. II 108, 
S. 4). Die unfallbedingten somatischen Folgen seien nur minimal ausge-
prägt. Es bestünden noch Restbeschwerden im Bereich des Schultergür-
tels bei einem Status nach operativer Versorgung der Claviculafrakturen. 
Hier sei eine Metallentfernung Ende des Jahres geplant. Mit einer vollstän-
digen Wiedererlangung der freien Beweglichkeit sei zu rechnen. Von Seiten 
der pulmonalen Situation würden zurzeit keine Residuen der Verletzung 
mehr angegeben, sodass hier eine folgenlose Ausheilung anzunehmen sei. 
Die Rippenfrakturen seien verheilt. Bezogen auf die Leberverletzung sei 
diese seit langer Zeit abgeheilt. Verbleiben würde die narbige Einziehung 
im Bereich des Quetschtraumas am linken Oberschenkel mit einer gerin-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Juli 2020, UV/20/331, Seite 13

gen Störung der Muskelfunktion des linken Oberschenkels, jedoch ohne 
tiefergreifende neurologische Defizite. Mit einer durchgreifenden Befund-
besserung werde hier nicht mehr zu rechnen sein. Die somatischen Folgen 
des Unfalls vom 23. November 2018 seien somit abgeheilt. Eine Ein-
schränkung der beruflichen Leistungsfähigkeit sei dadurch nicht entstan-
den. Eine Integritätsentschädigung sei nicht geschuldet (act. II 108, S. 5).

3.1.11 In der im Auftrag des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers er-
stellten psychiatrisch-psychotherapeutischen Beurteilung vom 2. Septem-
ber 2018 führte Dr. med. M.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psy-
chotherapie sowie Praktische Ärztin, aus, im Rahmen der Untersuchung 
habe der Beschwerdeführer die für eine posttraumatische Belastungs-
störung geforderten Leitkriterien verneint. Sie gehe daher davon aus, dass 
die posttraumatische Belastungsstörung inzwischen abgeklungen sei. Be-
treffend die vom Beschwerdeführer geklagten Kopfschmerzen und Konzen-
trationsstörungen bzw. das subjektive Nachlassen der Sehschärfe tendiere 
sie dazu, sich der Beurteilung von Dr. med. K.________ anzuschliessen, 
wonach es sich um Folgen des Schädel-Hirntraumas handle (act. II 126, 
S. 16). Sie diagnostizierte (unfallkausal) ein organisches Psychosyndrom 
nach Schädel-Hirntrauma (ICD-10: F07.2) und einen Status nach post-
traumatischer Belastungsstörung (ICD-10: F43.1; act. II 126, S. 18). 

3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Juli 2020, UV/20/331, Seite 14

tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt Beweis-
wert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet 
sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverläs-
sigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b ee S. 354). Soll allerdings ein Ver-
sicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden 
werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. 
Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssig-
keit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzen-
de Abklärungen vorzunehmen (BGE 139 V 225 E. 5.2 S. 229, 135 V 465 
E. 4.4-4.6 S. 470 f.).

Nach der Praxis sind Aktengutachten nicht zu beanstanden, wenn die Ak-
ten ein vollständiges Bild über Anamnese, Verlauf und gegenwärtigen Sta-
tus ergeben und diese Daten unbestritten sind. Der Untersuchungsbefund 
muss lückenlos vorliegen. Der Experte muss sich aufgrund vorhandener 
Unterlagen ein gesamthaft lückenloses Bild machen können (RKUV 2006 U 
578 S. 175 E. 3.4, 1988 U 56 S. 371 E. 5b).

3.3 Was den somatischen Gesundheitszustand anbelangt, erfüllen die 
kreisärztlichen Aktenbeurteilungen vom 6. Juni (act. II 100, S. 2) und 1. Juli 
2019 (act. II 108) die vorerwähnten höchstrichterlichen Beweisanforderun-
gen (vgl. E. 3.2 hiervor) und erbringen vollen Beweis. Dr. med. D.________ 
hat sich in seinen Beurteilungen sorgfältig mit den gesundheitlichen Ein-
schränkungen des Beschwerdeführers auseinandergesetzt und seine 
Schlussfolgerungen gestützt auf die Vorakten sowie die bildgebenden Un-
terlagen getroffen. Die Ausführungen in den Beurteilungen der medizini-
schen Zusammenhänge sind einleuchtend und die gezogenen Schlussfol-
gerungen zum Gesundheitszustand nachvollziehbar begründet.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Juli 2020, UV/20/331, Seite 15

Dr. med. D.________ führte schlüssig und überzeugend aus, dass die or-
ganischen Unfallfolgen per 24. Juli 2019 als ausgeheilt betrachtet werden 
können und keine Einschränkung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit 
(mehr) besteht (act. II 100, S. 2; 108, S. 5). Betreffend die Restbewegungs-
störungen im Bereich des Schultergürtels rechnete er bei einem Status 
nach operativer Versorgung mit einer vollständigen Wiedererlangung der 
freien Beweglichkeit. Die geplante Metallentfernung im Dezember 2019 
erfolgte denn auch problemlos (act. II 170, S. 1 f.; vgl. auch act. II 143). 
Von Seiten der Klinik J.________ wurde bereits am 29. März 2019 bei ei-
nem schönen postoperativen Verlauf eine Belastung des Schultergürtels 
freigegeben (act. II 76, S. 1; vgl. auch act. II 77). Hinsichtlich der pulmona-
len Situation ist mangels Angabe von Residuen aus der Verletzung eine 
folgenlose Ausheilung anzunehmen. Die Rippenfrakturen und die Leberver-
letzung sind ebenfalls (bereits seit längerer Zeit) verheilt. Es verbleibt einzig 
die narbige Einziehung im Bereich des Quetschtraumas am linken Ober-
schenkel mit einer geringen Störung der Muskelfunktion des linken Ober-
schenkels, jedoch ohne tiefgreifende neurologische Defizite (act. II 96, 
S. 1). Dass die organischen Unfallfolgen mit Bezug auf die Arbeits- und 
Leistungsfähigkeit als folgenlos abgeheilt betrachtet werden können, wird 
vom Beschwerdeführer denn auch nicht bestritten.

3.4 Divergierende medizinische Berichte, welche geeignet sind, auch 
nur geringe Zweifel an den nachvollziehbaren Schlussfolgerungen von Dr. 
med. D.________ zu begründen, liegen nicht vor. Soweit der Beschwerde-
führer gestützt auf die Berichte der Dres. med. K.________ und 
M.________ vorbringt, er habe beim Unfall vom 23. November 2018 ein 
Schädel-Hirntrauma erlitten, kann dem nicht gefolgt werden. Ein Schädel-
Hirntrauma wird erstmals im Bericht von Dr. med. K.________ vom 
10. April 2019 erwähnt (act. II 80). Dabei bezieht sich der Neurologe – of-
fenbar aufgrund der (subjektiven) Angaben des Beschwerdeführers (act. II 
80, S. 2) – auf die (angeblich) entsprechende Diagnose durch die Ärzte im 
Spital E.________, wo der Beschwerdeführer nach dem Unfall vom 
23. November 2018 erstmals behandelt wurde. Auch Dr. med. M.________ 
stützt ihre Diagnose eines organischen Psychosyndroms nach Schädel-
Hirntrauma in der Beurteilung vom 2. September 2019 auf den Bericht des 
Spitals E.________ (act. II 126, S. 15). Dem Austrittsbericht der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Juli 2020, UV/20/331, Seite 16

F.________ des Spitals E.________ vom 27. November 2018 sind jedoch 
weder die Diagnose eines Schädel-Hirntraumas (Grad I) noch anderweitige 
entsprechende Hinweise auf ein solches Trauma zu entnehmen (act. II 7; 
vgl. auch act. II 8 und 10). Insbesondere wird in dem echtzeitlichen Bericht 
weder von einer Bewusstlosigkeit noch einer inneren oder äusseren Verlet-
zung am Kopf berichtet. Auch die bildgebenden Untersuchungen liessen 
nicht auf ein Schädel-Hirntrauma schliessen. In den CT des Gesichtsschä-
dels und des Schädels nativ vom 23. November 2018 wurden eine intra-
kranielle Blutung ausgeschlossen (act. II 7, S. 5 f.). Die HNO Beurteilung 
vom 23. November 2018 ergab ebenfalls keine Auffälligkeiten (act. II 7, 
S. 4). Soweit im Austrittsbericht von einer lividen Verfärbung des Gesichts 
berichtet wird (act. II 7, S. 1), bezieht sich diese Feststellung im Lichte der 
getroffenen HNO-Abklärungen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf 
die Folgen der erlittenen inneren Verletzungen. Dass der Beschwerdefüh-
rer bewusstlos gewesen wäre (vgl. act. II 80, S. 2), wird im Polizeibericht, 
namentlich vom Zeugen P.________, welcher den Beschwerdeführer rund 
30 Sekunden nachdem dieser die Unfallendlage erreicht hatte, betreute, 
nicht erwähnt (act. II 38, S. 15). In diesem Zusammenhang hatte der Be-
schwerdeführer gegenüber Dr. med. M.________ ausgeführt, schwarz vor 
den Augen sei es ihm zufolge der durch das Quetschtrauma bedingten 
Schmerzen geworden (act. II 126, S. 11 f.), mithin nicht wegen eines 
Kopfanpralls. Dass der Beschwerdeführer äusserst starke Schmerzen erlit-
ten hat, ist in Anbetracht der inneren Verletzungen unbestritten; gegenüber 
der Polizei erwähnte er denn auch starke Schmerzen im Brust-, Rücken- 
und Kopfbereich (act. II 38, S. 14). Was die gegenüber der Polizei erwähn-
ten Kopfschmerzen anbelangt, dürften diese überwiegend Wahrscheinlich 
in Zusammenhang stehen mit der im Spital E.________ festgestellten Ver-
färbung des Gesichts als Folge der inneren Verletzungen bzw. des Thorax-
Quetschtraumas. Damit findet die Diagnose eines Schädel-Hirntraumas in 
den echtzeitlichen Akten keinen Rückhalt. Soweit sich die Dres. med. 
K.________ und M.________ betreffend die Herleitung ihrer Diagnosen auf 
den Austrittsbericht des Spitals E.________ stützten, beruht dies folglich 
auf aktenwidrigen Annahmen, womit sich diese Berichte diesbezüglich als 
nicht beweiskräftig erweisen. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Juli 2020, UV/20/331, Seite 17

Ferner ist betreffend den Unfallhergang nicht mit überwiegender Wahr-
scheinlichkeit erstellt, dass der Beschwerdeführer mit seinem Kopf auf dem 
Boden aufgeschlagen ist. Soweit er gegenüber Dr. med. K.________ und 
Dr. med. M.________ berichtete, dass er zwischen den beiden LKW kolla-
biert und mit dem Kopf aufgeschlagen sei (act. II 80, S. 2) bzw. dass er wie 
ein Sack zu Boden gefallen und mit dem Kopf aufgeschlagen sei, wisse er 
nur durch die Aufnahmen der Überwachungskamera (act. II 126, S. 12), 
erweist sich dies als unzutreffend. Durch die Edition der Videoaufnahmen 
im Rahmen des Beweisverfahrens ist ein Sturz auf den Kopf bzw. ein Auf-
prall des Kopfes auf den Boden nicht dokumentiert (act. III). Bei den im 
Rahmen der Stellungnahme des Beschwerdeführers vom 2. Juli 2020 er-
wogenen Sturzszenarien handelt es sich allein um Mutmassungen über 
mögliche Abläufe. Selbst wenn mit dem Beschwerdeführer davon ausge-
gangen würde, dass er – nachdem er durch das Zurücksetzen des unfallve-
rursachenden Sattelschleppers auf die Füsse kam – nach wenigen Sekun-
den erneut angehoben wurde und nur noch die Schuhspitzen den Boden 
berührten bzw. aus dieser Position innert Sekundenbruchteilen zu Boden 
fiel, ändert dies nichts daran, dass ein Sturz auf den Kopf nicht dokumen-
tiert ist. Vielmehr ist überwiegend wahrscheinlicher, dass der Beschwerde-
führer, nachdem er durch das Zurücksetzen des Sattelschleppers aus der 
eingequetschten Position befreit wurde, – unabhängig davon, ob er in der 
Folge ein weiteres Mal eingeklemmt und dabei angehoben wurde oder 
nicht – entlang der bis ca. 30 cm ab Boden reichenden Lastwagenseite 
(act. II 38, S. 31 f.) zusammengesackt und alsdann so zu Boden gekom-
men ist. Dafür spricht auch die vom Zeugen P.________ berichtete Unfal-
lendlage, wonach der Beschwerdeführer mit dem Oberkörper unter der 
Kabine seines LKWs lag (act. II 38, S. 15). 

Nach dem Gesagten ist ein (organisches Psychosyndrom nach) Schädel-
Hirntrauma nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ausgewiesen.

3.5 Zusammenfassend ist erstellt, dass beim Beschwerdeführer eine 
unfallbedingte Kopfbeteiligung in der geltend gemachten Weise weder in 
den polizeilichen noch in den initialen medizinischen Unfallakten dokumen-
tiert ist und im Zeitpunkt der Leistungseinstellung – abgesehen von dem im 
Dezember 2019 folgenlos entfernten Osteosynthesematerial – keine orga-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Juli 2020, UV/20/331, Seite 18

nisch nachweisbaren Unfallfolgen über den 24. Juli 2019 hinaus mehr be-
stehen. Da mit Bezug auf das geltend gemachte Schädel-Hirntrauma von 
weitergehenden Abklärungen keine neuen Erkenntnisse mehr zu erwarten 
sind, ist auf solche in antizipierter Beweiswürdigung zu verzichten (BGE 
144 V 361 E. 6.5 S. 368, 124 V 90 E. 4b S. 94, 122 V 157 E. 1d S. 162; 
SVR 2019 IV Nr. 50 S. 163 E. 4). 

Durch weitere Behandlungen kann somit keine Verbesserung des Gesund-
heitszustandes erwartet werden, womit der Fallabschluss per 24. Juli 2019 
nicht zu beanstanden ist. Die Eingliederungsmassnahmen der Invaliden-
versicherung (act. II 130, 141 f.) stehen dem Fallabschluss bei einer pro-
spektiven Beurteilung nicht entgegen, stehen diese doch – wie nachfolgend 
aufgezeigt wird – nicht in einem adäquaten Kausalzusammenhang zum 
Unfallereignis vom 23. November 2018 (vgl. E. 2.5 hiervor). 

4.

4.1 Nach dem soeben Dargelegten ist ein Schädel-Hirntrauma (oder ein 
äquivalentes Verletzungsbild) nicht ausgewiesen und es bestehen keine 
somatisch begründbaren Unfallfolgen mehr. Ob die noch geklagten Be-
schwerden (Störungen der Konzentration, Merkfähigkeit und Auffassungs-
gabe sowie psychische Probleme) natürlich kausal auf den Unfall zurückzu-
führen sind, kann letztlich offen bleiben, da – wie nachfolgend dargelegt 
wird – feststeht, dass es an einem adäquaten Kausalzusammenhang man-
gelt. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers gelangt vorliegend 
die Adäquanzprüfung nach der sog. Psycho-Praxis zur Anwendung, womit 
die in BGE 115 V 133 für Unfälle mit psychischen Folgeschäden aufgestell-
ten Grundsätze massgebend sind (vgl. E. 2.4.2 hiervor). Es bleibt darauf 
hinzuweisen, dass die sog. Schleudertrauma-Praxis vorliegend selbst dann 
nicht zur Anwendung gelangen würde, wenn mit Dr. med. K.________ von 
einer Commotio cerebri (Schädel-Hirntrauma Grad I; act. II 80, S. 3) aus-
zugehen wäre, da hier eine solche nicht mindestens im Grenzbereich zu 
einer Contusio Cerebri nachgewiesen ist (SVR 2008 UV Nr. 35 S. 135 
E. 4.1.3).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Juli 2020, UV/20/331, Seite 19

4.2

4.2.1 Bei psychischen Unfallfolgen setzt die Bejahung des adäquaten 
Kausalzusammenhangs grundsätzlich voraus, dass dem Unfallereignis für 
die Entstehung einer psychisch bedingten Erwerbsunfähigkeit eine mass-
gebende Bedeutung zukommt. Das trifft dann zu, wenn es objektiv eine 
gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht 
fällt. Für die Beurteilung dieser Frage ist gemäss BGE 115 V 133 E. 6 
S. 138 an das objektiv erfassbare Unfallereignis anzuknüpfen, wobei 
– ausgehend vom augenfälligen Geschehensablauf mit den sich dabei 
entwickelnden Kräften – eine Katalogisierung der Unfälle in leichte (bana-
le), im mittleren Bereich liegende und schwere Unfälle vorzunehmen ist. 
Die erlittenen Verletzungen können dabei Rückschlüsse auf die Kräfte, die 
sich beim Unfall entwickelt haben, gestatten. Abhängig von der Unfall-
schwere sind je nachdem weitere Kriterien in die Beurteilung einzubezie-
hen. Diese werden unter Ausschluss psychischer Aspekte geprüft (BGE 
140 V 356 E. 5.1 S. 359, 129 V 177 E. 4.1 S. 183; SVR 2018 UV Nr. 21 
S. 76 E. 4.2, 2011 UV Nr. 10 S. 36 E. 4.2.2).

4.2.2 Bei banalen Unfällen wie z.B. bei geringfügigem Anschlagen des 
Kopfes oder Übertreten des Fusses und bei leichten Unfällen wie z.B. ei-
nem gewöhnlichen Sturz oder Ausrutschen kann der adäquate Kausalzu-
sammenhang zwischen Unfall und psychischen Gesundheitsstörungen in 
der Regel (vgl. jedoch BGE 140 V 356 E. 5.3 S. 360) ohne weiteres ver-
neint werden, weil aufgrund der allgemeinen Lebenserfahrung, aber auch 
unter Einbezug unfallmedizinischer Erkenntnisse davon ausgegangen wer-
den darf, dass ein solcher Unfall nicht geeignet ist, einen erheblichen Ge-
sundheitsschaden zu verursachen (BGE 129 V 177 E. 4.1 S. 183, 115 V 
133 E. 6a S. 139).

Bei schweren Unfällen dagegen ist der adäquate Kausalzusammenhang 
zwischen Unfall und psychisch bedingter Erwerbsunfähigkeit in der Regel 
zu bejahen. Denn nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der 
allgemeinen Lebenserfahrung sind solche Unfälle geeignet, invalidisierende 
psychische Gesundheitsschäden zu bewirken (BGE 129 V 177 E. 4.1 
S. 183, 115 V 133 E. 6b S. 140).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Juli 2020, UV/20/331, Seite 20

Bei Unfällen aus dem mittleren Bereich lässt sich die Frage, ob zwischen 
Unfall und psychisch bedingter Erwerbsunfähigkeit ein adäquater Kausal-
zusammenhang besteht, nicht auf Grund des Unfalles allein schlüssig be-
antworten. Das Bundesgericht hat daher festgestellt, dass weitere, objektiv 
erfassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall im Zusammen-
hang stehen oder als direkte bzw. indirekte Folgen davon erscheinen, in 
eine Gesamtwürdigung einzubeziehen sind. Als wichtigste Kriterien sind zu 
nennen (BGE 129 V 177 E. 4.1 S. 183, 115 V 133 E. 6c aa S. 140):

- besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklich-

keit des Unfalles;

- die Schwere oder besondere Art der erlittenen (somatischen) Verletzun-

gen, insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische Feh-

lentwicklungen auszulösen;

- ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung;

- körperliche Dauerschmerzen;

- ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlim-

mert;

- schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;

- Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit.

4.2.3 Der Einbezug sämtlicher objektiver Kriterien in die Gesamtwürdi-
gung ist jedoch nicht in jedem Fall erforderlich. Je nach den konkreten Um-
ständen kann für die Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs 
zwischen Unfall und psychisch bedingter Erwerbsunfähigkeit neben dem 
Unfall allenfalls ein einziges Kriterium genügen. Dies trifft einerseits dann 
zu, wenn es sich um einen Unfall handelt, welcher zu den schwereren Fäl-
len im mittleren Bereich zu zählen ist oder sogar als Grenzfall zu einem 
schweren Unfall zu qualifizieren ist. Sowohl einem mittelschweren wie auch 
einem im Grenzbereich zu den leichten Unfällen liegenden Ereignis kommt 
nur dann im Sinne adäquater Kausalität massgebende Bedeutung für die 
aktuelle Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit zu, wenn ein einzelnes der unfall-
bezogenen Kriterien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist oder aber 
diese in gehäufter oder auffallender Weise gegeben sind (RKUV 2005 U 
548 S. 232 E. 3.2.3). Liegt im eigentlichen mittleren Bereich keines der Ein-
zelkriterien in besonders ausgeprägter oder auffallender Weise vor, so 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Juli 2020, UV/20/331, Seite 21

müssen für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs drei Kri-
terien erfüllt sein (SVR 2018 UV Nr. 3 S. 10 E. 5.1). Handelt es sich um 
einen mittelschweren Unfall im Grenzbereich zu den leichten Unfällen müs-
sen für die Bejahung der Adäquanz vier Kriterien gegeben sein (SVR 2018 
UV Nr. 29 S. 102 E. 4.2.2). Diese Würdigung des Unfalles zusammen mit 
den objektiven Kriterien führt zur Bejahung oder Verneinung der Adäquanz 
(BGE 117 V 359 E. 6b S. 367, BGE 115 V 133 E. 6c bb S. 140; vgl. RKUV 
1997 U 272 S. 174 E. 4b).

4.3

4.3.1 Hinsichtlich des für die Adäquanzbeurteilung massgebenden Unfal-
lereignisses vom 23. November 2018 geht aus den Akten hervor, dass der 
Beschwerdeführer der Chauffeuse eines neben seinem Anhängerzug ab-
gestellten Sattelmotorfahrzeugs beim Wegfahren bzw. vorwärts Manövrie-
ren helfen wollte, sich dabei für die Zeichengebung zu Fuss zwischen das 
Sattelmotorfahrzeug und seinen Anhängerzug begab und dann vom lang-
sam vorbeifahrenden Sattelmotorfahrzeug gegen die Kabinentür seines 
Anhängerzuges gedrückt wurde. Der Beschwerdeführer wurde im Zuge der 
Kollision während rund 25 Sekunden eingequetscht und um rund 30 cm in 
die Höhe gehoben. Anlässlich des Zurücksetzens des Sattelmotorfahrzeu-
ges landete er auf den Füssen und fiel (ohne sichtbares Aufschlagen des 
Kopfes) zu Boden. Die Unfallendlage erreichte er mit dem Oberkörper unter 
der Kabine seines Anhängerzuges (vgl. act. II 38, prozessleitende Verfü-
gung vom 26. Juni 2020, Videoaufnahmen [act. III] und E. 3.4 hiervor).

4.3.2 Die Rechtsprechung hat folgende Ereignisse, welche durch das 
Einklemmen von Körperteilen gekennzeichnet sind, als mittelschwere 
Unfälle, die aber nicht zu den schwereren Fällen im mittleren Bereich zu 
zählen sind, qualifiziert: Die versicherte Person wurde während des 
Abladens zwischen einem rückwärts rollenden Beton-Fahrmischer und 
einem Umschlaggerät eingeklemmt (Entscheid des BGer vom 11. 
November 2011, 8C_721/2011, Sachverhalt lit. A und E. 4.2); sie wurde 
zwischen einem beladenen gekippten Gabelstapler und einem Stahlträger 
eingequetscht (Entscheid des BGer vom 15. Januar 2010, 8C_806/2009, E. 
4.1.2); sie wurde zwischen einem Traktor und einem Maishäcksler 
eingeklemmt (Entscheid des BGer vom 18. Dezember 2009, 8C_981/2009, 

https://www.swisslex.ch/doc/unknown/59dd6683-d5be-4d39-8e75-ee4d8ef03ce8/citeddoc/42b6f9af-ae00-4621-adab-40c7edafd797/source/document-link
https://www.swisslex.ch/doc/unknown/0df73e01-95b8-42d8-9537-f89036025ba0/citeddoc/2e42821f-185b-41a1-8bc2-59fc99573705/source/document-link
https://www.swisslex.ch/doc/unknown/0df73e01-95b8-42d8-9537-f89036025ba0/citeddoc/2e42821f-185b-41a1-8bc2-59fc99573705/source/document-link
https://www.swisslex.ch/doc/unknown/af0d26cc-3410-4c85-9b0e-936a84cc637f/citeddoc/0ff99435-6b92-4055-ab97-d20bd3a9823e/source/document-link

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Juli 2020, UV/20/331, Seite 22

Sachverhalt lit. A. und E. 4.2); sie stand zwischen einer Steinsäge und 
einem an einem Kran hängenden, schwankenden Bagger, als dieser sie 
touchierte und zweimal – im Bereich der rechten Schulter und des 
Brustkorbs – gegen die Steinsäge drückte (Entscheid des BGer vom 25. 
Februar 2008, 8C_387/2007, Sachverhalt lit. A. und E. 5.2); sie wurde auf 
einem Lastwagenanhänger eingeklemmt, als acht schwere 
Schalungselemente von 2,5 m Länge, 2 m Breite und 10 cm Durchmesser 
gegen bereits geladene Elemente kippten, und sie konnte nach sechs 
Minuten unter Zuhilfenahme eines Krans befreit werden (Entscheid des 
Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; heute BGer] vom 13. 
November 1989, U 38/89, E. 8a; Entscheid des BGer vom 4. Juli 2014, E. 
8.1.1.3).

4.3.3 In Anbetracht dieser Kasuistik und mit Blick auf den augenfälligen 
Geschehensablauf ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin 
den Unfall vom 23. November 2018 im angefochtenen Einspracheent-
scheid als mittelschwer im eigentlichen mittleren Bereich qualifiziert hat. 
Eine Zuordnung zum mittleren Bereich an der Grenze zu den schweren 
Unfällen oder gar zu schweren Unfällen lässt sich entgegen der Ansicht 
des Beschwerdeführers nicht rechtfertigen. Sein Argument, der Unfall habe 
tödliches Potential gehabt (Beschwerde, S. 10 Ziff. 43), ist beim Kriterium 
der besonders dramatischen Begleitumstände oder besonderen 
Eindrücklichkeit zu prüfen (E. 4.4.1 hiernach; vgl. BGer 8C_721/2011, E. 
4.2).

4.4 Für die Bejahung der Adäquanz nach BGE 115 V 133 müsste somit 
entweder ein einzelnes der unfallbezogenen Kriterien (vgl. E. 4.2.2 hiervor) 
in besonders ausgeprägter oder mindestens drei Kriterien in einfacher Wei-
se erfüllt sein (vgl. 4.2.3 hiervor). Die Prüfung der einzelnen adäquanzrele-
vanten Kriterien ergibt folgendes Bild:

4.4.1 Das Kriterium der besonders dramatischen Begleitumstände oder 
besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls ist objektiv zu beurteilen und nicht 
aufgrund des subjektiven Empfindens bzw. Angstgefühls der versicherten 
Person. Jedem mindestens mittelschweren Unfall ist eine gewisse Ein-
drücklichkeit eigen, welche somit noch nicht für die Bejahung des Kriteri-
ums ausreichen kann (BGE 140 V 356 E. 5.6.1 S. 366, 134 V 109 E. 10.2.1 

https://www.swisslex.ch/doc/unknown/8ec03287-4c3e-4512-9bae-1d743071ba22/citeddoc/ed2096d0-b0a6-49e0-b0bf-30b8e126e770/source/document-link

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Juli 2020, UV/20/331, Seite 23

S. 127; SVR 2019 UV Nr. 11 S. 45 E. 8.5, 2016 UV Nr. 21 S. 69 E. 5.3.2). 
In Anbetracht des Umstandes, dass der Beschwerdeführer während 25 
Sekunden zwischen seinem Anhängerzug und dem Sattelmotorfahrzeug 
eingequetscht rund 30 cm hoch in der Luft hing und dieser Hergang durch-
aus tödlich hätte verlaufen können, wenn das Sattelmotorfahrzeug weiter-
gefahren oder (noch) später angehalten hätte, sind dem Unfall gewisse 
dramatische Begleitumstände nicht abzusprechen. Damit ist das Kriterium 
– wenn auch nicht in besonderer Weise – erfüllt.

4.4.2 Die somatischen Verletzungen (Claviculafrakturen beidseits, 
Rippenserienfrakturen, Pneumothorax, Leberverletzung, Muskelkontusion 
linker Oberschenkel) waren nicht besonders schwer und auch nicht von 
besonderer Art (vgl. E. 3.3 hiervor). Der Beschwerdeführer wurde lediglich 
aufgrund des Thoraxtraumas und der Leberlazeration für eine Nacht zur 
Überwachung auf die Intensivstation verlegt; diese Nacht verlief problem-
los, wie auch der gesamte weitere stationäre Verlauf (act. II 7, S. 2). Zwar 
verblieb eine narbige Einziehung im Bereich des Quetschtraumas am lin-
ken Oberschenkel mit einer geringgradigen Störung der Muskelfunktion des 
linken Oberschenkels. Tiefgreifende neurologische Defizite bestehen je-
doch nicht; eine Integritätsentschädigung wurde verneint (vgl. act. II 108, 
S. 5). Die somatischen Verletzungen sind somit nicht geeignet, psychische 
Fehlentwicklungen auszulösen.

4.4.3 Der Beschwerdeführer war infolge der physischen Unfallfolgen vom 
23. November bis 10. Dezember 2018 in der F.________ des Spitals 
E.________ sowie in der Chirurgischen Klinik des Spitals G.________ 
hospitalisiert (act. II 7, 21). Am 26. und 29. November 2018 (Thorax-
drainage) unterzog sich der Beschwerdeführer zwei Operationen (ORIF 
Clavicula beidseits und Thoraxdrainage; act. II 9, 86), wobei der postopera-
tive Verlauf sehr gut war (act. II 76, S. 1). Anschliessend war er bis am 
22. Dezember 2018 zur muskuloskelettalen Rehabilitation in der Rehaklinik 
H.________ (act. II 29). Eine ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Be-
handlung ist damit nicht ausgewiesen.

4.4.4 Das Kriterium der körperlichen Dauerschmerzen ist bei dieser Aus-
gangslage (vgl. E. 4.4.3. hiervor) nicht erfüllt. Die noch im Februar 2019 
gegenüber Dr. med. I.________ geklagten Schmerzen im Bereich des lin-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Juli 2020, UV/20/331, Seite 24

ken Oberschenkels (act. II 44, S. 1) bestanden im Mai 2019 nicht mehr 
(act. II 96, S. 1).

4.4.5 Eine ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich 
verschlimmert, ist nicht ersichtlich und wird auch nicht geltend gemacht. Ein 
schwieriger Heilungsverlauf mit erheblichen Komplikationen ist ebenso we-
nig ausgewiesen.

4.4.6 Während den stationären Aufenthalten vom 23. November bis 
22. Dezember 2018 war der Beschwerdeführer zu 100% arbeitsunfähig 
(act. II 7, 21). Die Ärzte der Rehaklinik H.________ attestierten eine 100%-
ige Arbeitsunfähigkeit bis am 8. Januar 2019 (act. II 29, S. 5). Zwar attes-
tierte der Hausarzt Dr. med. I.________ dem Beschwerdeführer selbst im 
Mai 2019 noch eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit bis am 10. Juli 2019 (act. 
II 110, S. 2 f.). Dieses Attest bezog sich jedoch auf die psychischen Be-
schwerden bzw. die von ihm postulierte, jedoch von der Privatgutachterin 
Dr. med. M.________ nicht bestätigte Diagnose einer posttraumatischen 
Belastungsstörung (act. II 96) und ist vorliegend auszublenden. Das Kriteri-
um des Grades und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit ist 
damit ebenfalls nicht erfüllt.

4.5 Nach dem Gesagten ist vorliegend höchstens das Kriterium der be-
sonders dramatischen Begleitumstände oder besonderen Eindrücklichkeit 
des Unfalls (in einfacher Form) erfüllt. Folglich ist die adäquate Unfallkau-
salität zwischen dem Unfall vom 23. November 2018 und den geklagten 
psychischen Beschwerden zu verneinen. Somit stellte die Beschwerdegeg-
nerin die vorübergehenden Leistungen zulässigerweise per 24. Juli 2019 
ein und verneinte einen Anspruch auf weitere Unfallversicherungsleistun-
gen zu Recht. 

Die gegen den Einspracheentscheid vom 11. März 2020 (act. II 166) erho-
benen Rügen erweisen sich als unbegründet und die Beschwerde ist ab-
zuweisen.

5.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Juli 2020, UV/20/331, Seite 25

5.1 Verfahrenskosten sind keine zu erheben (Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. 
Art. 61 lit. a ATSG).

5.2 Beim vorliegenden Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch 
des Beschwerdeführers auf eine Parteientschädigung (Art. 1 Abs. 1 UVG 
i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG [Umkehrschluss]). Die Beschwerdegegnerin hat 
als mit der Durchführung der Unfallversicherung betraute öffentlich-
rechtliche Anstalt des Bundes praxisgemäss ebenfalls keinen Anspruch auf 
eine Parteientschädigung (vgl. Art. 104 Abs. 4 VRPG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch wird eine Partei-
entschädigung zugesprochen.

3. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- Suva  
- Bundesamt für Gesundheit

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Juli 2020, UV/20/331, Seite 26

fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.