# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 981b123c-081f-5ae5-91c1-159493df6291
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-10-25
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 25.10.2023 A-5827/2022
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-5827-2022_2023-10-25.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung I 

A-5827/2022 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 5 .  O k t o b e r  2 0 2 3  

Besetzung 
 Richter Jürg Steiger (Vorsitz), 

Richterin Annie Rochat Pauchard,  

Richter Keita Mutombo,    

Gerichtsschreiberin Katharina Meienberg. 
 

 
 

Parteien 
 A._______ AG,  

vertreten durch  

Gerhard Hofmann, Rechtsanwalt,  

Beschwerdeführerin,  

  
 

 
gegen 

 
 

Zoll West,  

handelnd durch  

Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit (BAZG),  

Direktionsbereich Grundlagen, Sektion Recht,  

Vorinstanz.  

  
 

 
 

Gegenstand 
 Zoll, Tarifierung. 

 

 

A-5827/2022 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.a  

Mit Einfuhrzollanmeldung Nr. (…) meldete die B._______ AG (nachfol-

gend: Zollanmelderin), am 14. Juli 2022 im Auftrag der A._______ AG 

(nachfolgend: Importeurin) die Einfuhr einer Ladung Schweinefleisch, ge-

froren mit Ursprungsland Portugal, bei der Zollstelle Bardonnex (nachfol-

gend: Zollstelle) an. Das Fleisch, welches die Zollanmelderin mit der Tarif-

nummer 0203.2999 («Schweinefleisch anderes») deklarierte, wurde mit 

«Porco Preto Secretos Cong. VC Seg Montado» bezeichnet. (Beilage 1a 

zur Vernehmlassung des Zoll West [Lieferantenrechnung], nachfolgend: 

act).  

A.b Aufgrund einer Überprüfung der Ware kam die Zollstelle zum Schluss, 

dass das Fleisch unter die Tarifnummer 0203.2991 für «Schweinefleisch 

Karree» fällt (act. 2), nahm am 19. Juli 2022 eine entsprechende Korrektur 

der Veranlagung vor (act. 3) und erliess am gleichen Tag eine Veranla-

gungsverfügung (act. 4). 

A.c Gegen diese Veranlagungsverfügungen erhob die Zollanmelderin für 

die Importeurin am 22. August 2022 Beschwerde bei der Zollkreisdirektion 

Zoll West (act. 6), welche diese am 17. November 2022 abwies (act. 13). 

B.  

Die Importeurin (nachfolgend: Beschwerdeführerin) reicht am 16. Dezem-

ber 2022 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht gegen diesen Be-

schwerdeentscheid ein und beantragt, der Entscheid vom 17. November 

2022 und die Veranlagungsverfügung vom 19. Juli 2022 des Zoll West 

seien aufzuheben und das eingeführte Schweinefleisch sei unter der Tarif-

nummer 0203.2999 zu verzollen. Eventualiter sei die Sache zur weiteren 

Abklärung und zum neuen Entscheid an die Vorinstanz zurückzuweisen, 

unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. 

C.   

C.a Mit Eingabe vom 17. Januar 2023 beantragt das Bundesamt für Zoll 

und Grenzsicherheit (BAZG, handelnd für den Zoll West, nachfolgend: Vo-

rinstanz) eine Sistierung des Verfahrens. Sie nehme aktuell Abklärungen 

im Zusammenhang mit der Tarifeinreihung von Schweinefleischstücken mit 

der Bezeichnung «Secreto» vor, bis zum Abschluss dieser Abklärungen sei 

das vorliegende Verfahren zu sistieren. 

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Seite 3 

C.b Mit Schreiben vom 13. Februar 2023 erklärt sich die Beschwerdefüh-

rerin mit der Sistierung grundsätzlich einverstanden, beantragt jedoch, 

diese sei auf drei Monate zu beschränken. 

C.c Mit Verfügung vom 15. Februar 2023 wird das Verfahren bis 15. Mai 

2023 sistiert. 

C.d Am 12. Mai 2023 erstreckt das Bundesverwaltungsgericht die Frist zur 

Einreichung der Vernehmlassung auf Gesuch der Vorinstanz bis am 

15. Juni 2023. 

D.  

Am 15. Juni 2023 reicht die Vorinstanz ihre Vernehmlassung ein und be-

antragt die Gutheissung der Beschwerde. Eine Abklärung der Zerlegearten 

habe ergeben, dass das Fleisch mit der Bezeichnung «Secreto Ibérico» 

nach spanischer Schnittführung mehrheitlich aus der Brust ausgelöst 

werde, weshalb die Zolltarifnummer 0203.2999 anzuwenden sei. Dies 

gelte auch im vorliegenden Fall, weshalb die Zollabgabe neu zu veranla-

gen sei.  

Auf die übrigen Ausführungen und die Akten wird, sofern und soweit erfor-

derlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. 

 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.   

1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 

(VGG, SR 172.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 

gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 

20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.201). Die Zollkreisdirektionen (darun-

ter der Zoll West) gehören als Behörden nach Art. 33 VGG zu den Vo-

rinstanzen des Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betref-

fende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesver-

waltungsgericht ist folglich für die Beurteilung der vorliegenden Sache zu-

ständig (vgl. auch Art. 116 des Zollgesetzes vom 18. März 2005 [ZG, 

SR 631.0]). 

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Seite 4 

1.2 Das Beschwerdeverfahren richtet sich nach den Bestimmungen des 

Verwaltungsverfahrensgesetzes, soweit das Verwaltungsgerichtsgesetz 

nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG).  

1.3  

1.3.1 Die Beschwerdeführerin hat sich am vorinstanzlichen Verfahren be-

teiligt. Sie ist Adressatin der angefochtenen Verfügung und mit dieser for-

mell und materiell beschwert. Sie hat ein schutzwürdiges Interesse an de-

ren Aufhebung (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Die Beschwerde wurde frist- und 

formgerecht eingereicht (Art. 50 Abs. 1, Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Be-

schwerde ist – unter Vorbehalt der nachfolgenden E. 1.3.2 – einzutreten. 

1.3.2 Anfechtungsobjekt im Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht 

bildet einzig der vorinstanzliche Entscheid, soweit er im Streit liegt (vorlie-

gend der Entscheid vom 10. November 2022). Das Anfechtungsobjekt bil-

det den Rahmen, welcher den möglichen Umfang des Streitgegenstandes 

begrenzt (BGE 133 II 35 E. 2). Soweit die Beschwerdeführerin auch die 

Aufhebung der Veranlagungsverfügung vom 19. Juli 2022 beantragt, gilt 

diese infolge des Devolutiveffekts als inhaltlich mitangefochten (vgl. statt 

vieler: BGE 134 II 142 E. 1.4). Auf das sich auf diese Veranlagungsverfü-

gung beziehende Begehren (Rechtsbegehren Ziff. 2 der Beschwerdefüh-

rerin) ist folglich nicht einzutreten. 

1.4 Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann vorliegend die 

Verletzung von Bundesrecht, einschliesslich der Überschreitung und des 

Missbrauchs des Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststel-

lung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit ge-

rügt werden (Art. 49 VwVG). 

2.   

2.1 Jede Wareneinfuhr über die schweizerische Zollgrenze unterliegt 

grundsätzlich der Zollpflicht (vgl. Art. 7 ZG). Die Waren müssen nach dem 

ZG sowie nach dem Zolltarifgesetz vom 9. Oktober 1986 (ZTG, SR 632.10) 

veranlagt werden. Gemäss Art. 1 Abs. 1 ZTG sind alle Waren, die über die 

schweizerische Zollgrenze ein- und ausgeführt werden, nach dem Gene-

raltarif zu verzollen, der in den Anhängen 1 und 2 des ZTG enthalten ist. 

2.2 Unter dem Begriff Generaltarif (vgl. dazu auch Art. 3 ZTG) ist ein unter 

Beachtung der inländischen Gesetzgebung und unter Berücksichtigung 

der nationalen Bedürfnisse geschaffener Zolltarif zu verstehen. Er enthält 

die Tarifnummern, die Bezeichnungen der Waren, die 

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Seite 5 

Einreihungsvorschriften, die Zollkontingente sowie die höchstmöglichen 

Zollansätze, wie sie grösstenteils im Abkommen vom 15. April 1994 zur 

Errichtung der Welthandelsorganisation (GATT/WTO-Abkommen, 

SR 0.632.20, für die Schweiz in Kraft getreten am 1. Juli 1995) konsolidiert 

worden sind. Die Struktur des Generaltarifs basiert auf der Nomenklatur 

des internationalen Übereinkommens vom 14. Juni 1983 über das Harmo-

nisierte System (HS) zur Bezeichnung und Codierung der Waren 

(SR 0.632.11; nachfolgend: HS-Übereinkommen, für die Schweiz in Kraft 

getreten am 1. Januar 1988; vgl. zum Ganzen: REMO ARPAGAUS, Zollrecht, 

in: Koller et al. [Hrsg.], Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht, Bd. XII, 

2. Aufl. 2007, Rz. 569; zum Ganzen: Urteil des BVGer A-5562/2019 vom 

27. Dezember 2021 E. 2.2). 

2.3 Der Gebrauchstarif (vgl. dazu Art. 4 ZTG) entspricht im Aufbau dem 

Generaltarif und enthält die aufgrund von vertraglichen Abmachungen er-

mässigten Zollansätze. Er widerspiegelt die in Erlassen festgelegten gülti-

gen Zollansätze (vgl. zum Ganzen: Botschaft vom 19. September 1994 zu 

den für die Ratifizierung der GATT/WTO-Übereinkommen [Uruguay-

Runde] notwendigen Rechtsanpassungen, BBl 1994 IV 950 ff., 1004 f.; 

siehe auch Botschaft vom 22. Oktober 1985 betreffend das HS-Überein-

kommen sowie über die Anpassung des schweizerischen Zolltarifs, 

BBl 1985 III 357, 377 f.). Der Gebrauchstarif, der für die Praxis primär re-

levant ist, umfasst demnach neben den unverändert gebliebenen Ansätzen 

des Generaltarifs alle zu einem bestimmten Zeitpunkt handelsvertraglich 

vereinbarten Zollansätze und die autonom gewährten Zollpräferenzen. Der 

Gebrauchstarif enthält zudem auch die in besonderen Erlassen geregelten, 

aufgrund autonomer Massnahmen ermässigten Zollansätze (statt vieler: 

Urteile des BVGer A-3485/2020 vom 25. Januar 2021 E. 2.2; A-6248/2018 

vom 8. Januar 2020 E. 3.2; THOMAS COTTIER/DAVID HERREN, in: Ko-

cher/Clavadetscher [Hrsg.], Handkommentar Zollgesetz [ZG], 2009, Einlei-

tung N 103; zum Ganzen: Urteil des BVGer A-5562/2019 vom 27. Dezem-

ber 2021 E. 2.2). 

2.4 Der Generaltarif wird in der Amtlichen Sammlung des Bundesrechts 

(AS) nicht veröffentlicht. Die Veröffentlichung erfolgt durch Verweis (Art. 5 

Abs. 1 des Publikationsgesetzes vom 18. Juni 2004 [PublG, SR 170.512]). 

Der Generaltarif kann jedoch mitsamt seinen Änderungen bei der OZD ein-

gesehen oder im Internet abgerufen werden (www.bazg.admin.ch bzw. 

www.tares.ch). Dasselbe gilt für den Gebrauchstarif (Art. 15 Abs. 2 und An-

hänge 1 und 2 ZTG). Trotz fehlender Veröffentlichung in der AS kommt dem 

Generaltarif Gesetzesrang zu (statt vieler: BGE 142 II 433 E. 5; Urteil des 

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Seite 6 

BVGer A-5204/2019 vom 7. Juli 2021 E. 2.4; BEUSCH/SCHNELL LUCHSIN-

GER, Wie harmonisiert ist das Harmonisierte System wirklich?, in: Zollrevue 

1/2017, S. 12; COTTIER/HERREN, a.a.O., Einleitung N 96 ff.; zum Ganzen: 

Urteil des BVGer A-5562/2019 vom 27. Dezember 2021 E. 2.3). 

2.5  

2.5.1 Die Vertragsstaaten des HS-Übereinkommens – darunter die 

Schweiz – sind verpflichtet, ihre Tarifnomenklaturen mit dem HS in Über-

einstimmung zu bringen und beim Erstellen der nationalen Tarifnomenkla-

tur alle Nummern und Unternummern des HS sowie die dazugehörenden 

Codenummern zu verwenden, ohne dabei etwas hinzuzufügen oder zu än-

dern. Sie sind weiter verpflichtet, die allgemeinen Vorschriften für die Aus-

legung des HS (vgl. dazu nachfolgend E. 2.5.4) sowie alle Abschnitt-, Ka-

pitel- und Unternummern-Anmerkungen anzuwenden. Sie dürfen den Gel-

tungsbereich der Abschnitte, Kapitel, Nummern oder Unternummern des 

HS nicht verändern und haben seine Nummernfolge einzuhalten (Art. 3 

Abs. 1 Bst. a des HS-Übereinkommens; vgl. zum Ganzen: Urteil des 

BVGer A-5562/2019 vom 27. Dezember 2021 E. 2.4.1 m.w.H.). 

2.5.2 Die Nomenklatur des HS bildet somit die systematische Grundlage 

des schweizerischen Generaltarifs, dessen Kodierung durchwegs als 

achtstellige Tarifnummer pro Warenposition ausgestaltet und damit gegen-

über der sechsstelligen Nomenklatur des HS um zwei Stellen verfeinert ist. 

Somit ist die schweizerische Nomenklatur bis zur sechsten Ziffer völker-

rechtlich bestimmt. Die siebte und achte Position bilden schweizerische 

Unternummern, denen grundsätzlich ebenso Gesetzesrang zukommt, so-

weit sie mit Erlass des ZTG geschaffen worden sind. Da sowohl Bundes-

gesetze als auch Völkerrecht für die Zollverwaltung und alle anderen 

Rechtsanwender nach dem sog. Anwendungsgebot massgebendes Recht 

darstellen (vgl. Art. 190 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eid-

genossenschaft vom 18. April 1999 [BV, SR 101]), ist diesfalls das Bundes-

verwaltungsgericht an die gesamte achtstellige Nomenklatur gebunden 

(vgl. statt vieler: Urteile des BVGer A-5204/2019 vom 7. Juli 2021 E. 2.5.2 

und A-6248/2018 vom 8. Januar 2020 E. 3.4.2; siehe auch ARPAGAUS, 

a.a.O., Rz. 578; zum Ganzen: Urteil des BVGer A-5562/2019 vom 27. De-

zember 2021 E. 2.4.2). 

2.5.3 Die Vertragsstaaten des HS-Übereinkommens beabsichtigen eine 

einheitliche Auslegung der völkerrechtlich festgelegten Nomenklatur (vgl. 

Art. 7 Abs. 1 Bst. b und c und Art. 8 Abs. 2 des HS-Übereinkommens). 

Hierzu dienen u.a. die «Avis de classement» (nachfolgend: Einreihungs-

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Seite 7 

avise) und die «Notes explicatives du Système Harmonisé» (nachfolgend: 

Erläuterungen), welche vom Rat für die Zusammenarbeit auf dem Gebiet 

des Zollwesens (Weltzollrat; heute: Weltzollorganisation) auf Vorschlag 

des Ausschusses des HS genehmigt worden sind (Art. 1 Bst. e und f i.V.m. 

Art. 7 Abs. 1 Bst. a-c i.V.m. Art. 8 Abs. 2 und 3 des HS-Übereinkommens). 

Die Vertragsstaaten haben diesen Vorschriften bei der nationalen Zollta-

rifeinreihung grundsätzlich Folge zu leisten. Nach jüngster bundesgericht-

licher Rechtsprechung darf nur davon abgewichen werden, wenn zwin-

gende Gründe gegen die Anwendung der Vorschriften sprechen (vgl. 

BGE 147 II 441 E. 4.5.2). Die Vertragsstaaten haben nach Art. 7 Abs. 1 

sowie Art. 8 Abs. 1 und 2 des HS-Übereinkommens die Möglichkeit, die 

Überprüfung oder Änderung der Erläuterungen und der Einreihungsavise 

zu veranlassen. Trotz dieser Ausgangslage bleibt Raum für nationale Re-

gelungen. So kann die OZD zum Beispiel zusätzlich sog. schweizerische 

Erläuterungen oder Entscheide erlassen. Diese können unter www.ta-

res.ch abgerufen werden. Die schweizerischen Erläuterungen und Ent-

scheide sind als Dienstvorschriften (ARPAGAUS, a.a.O., Rz. 579) bzw. Ver-

waltungsverordnungen für die Justizbehörden nicht verbindlich (zur 

Rechtsnatur und Bindungswirkung von Verwaltungsverordnungen statt vie-

ler: BGE 141 V 175 E. 2.1; ANDRÉ MOSER et al., Prozessieren vor dem 

Bundesverwaltungsgericht, 2. Aufl. 2013, Rz. 2.173 f.; statt vieler: Urteil 

des BVGer A-5204/2019 vom 7. Juli 2021 E. 2.5.1 m.w.H.; zum Ganzen: 

Urteil des BVGer A-5562/2019 vom 27. Dezember 2021 E. 2.4.3). 

2.5.4 Hinsichtlich der Auslegung sehen die von den schweizerischen Zoll-

behörden angewendeten «Allgemeinen Vorschriften für die Auslegung des 

Harmonisierten Systems» (nachfolgend: AV), welche mit den «Allgemeinen 

Vorschriften für die Auslegung des Harmonisierten Systems» des offiziellen 

Textes des HS-Übereinkommens übereinstimmen, in Ziff. 1 vor, dass für 

die Tarifeinreihung einer Ware der Wortlaut der Nummern und der Ab-

schnitt- oder Kapitel-Anmerkungen sowie die weiteren Allgemeinen Vor-

schriften, soweit diese dem Wortlaut der Nummern und der Anmerkungen 

nicht widersprechen, massgebend sind. Bei der Bestimmung der zutreffen-

den Tarifnummer ist somit stufenweise in der gesetzlich bzw. staatsvertrag-

lich festgelegten Reihenfolge (Tariftext - Anmerkungen - Allgemeine Vor-

schriften) vorzugehen. Die nächstfolgende Vorschrift ist immer erst dann 

heranzuziehen, wenn die vorangehende Bestimmung nicht zum Ziel ge-

führt, das heisst keine einwandfreie Tarifierung ermöglicht hat (Urteile des 

BVGer A-5204/2019 vom 7. Juli 2021 E. 2.5.4, A-3485/2020 vom 25. Ja-

nuar 2021 E. 2.4.4). Das gleiche gilt nach Ziff. 6 AV für die Tarifeinreihung 

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einer Ware in die Unternummern (zum Ganzen: Urteil des BVGer  

A-5562/2019 vom 27. Dezember 2021 E. 2.4.4). 

2.5.5 Für die Tarifeinreihung massgebend ist die Art und Beschaffenheit 

der Ware zum Zeitpunkt, in dem sie unter Zollkontrolle gestellt worden ist. 

Auf den Verwendungszweck ist demgegenüber nur dann abzustellen, 

wenn dies in den einzelnen Tarifpositionen als Einreihungskriterium aus-

drücklich festgehalten ist (statt vieler: Urteil des BVGer A-5204/2019 vom 

7. Juli 2021 E. 2.5.5). Ist letzteres nicht der Fall, kommt dem Verwendungs-

zweck wie auch dem Preis, der Verpackung und der Bezeichnung durch 

den Hersteller oder Empfänger der Ware lediglich hinweisende, nicht aber 

ausschlaggebende Bedeutung zu (statt vieler: Urteil des BVGer  

A-3485/2020 vom 25. Januar 2021 E. 2.4.5; zum Ganzen: Urteil des BVGer 

A-5562/2019 vom 27. Dezember 2021 E. 2.5). 

2.6 Dem Schweizerischen Gebrauchstarif war im Zeitpunkt der streitbe-

troffenen Einfuhr vom 14. März 2022 – soweit vorliegend interessierend – 

aus dem einschlägigen Kapitel (Lebende Tiere und Waren tierischen Ur-

sprungs; Fleisch von Tieren der Schweinegattung, gefroren), Einfuhr aus 

Portugal, Folgendes zu entnehmen (vgl. Sachverhalt, Bst. A.a). 

Tarifnummer Text Zollansätze 

0203.2991 Carrés und Teile da-

von 

Normal Fr. 2’304.- je 

100 kg brutto   

0203.2999 anderes Normal Fr. 329.- je 

100 kg brutto   

 

Die Schweizerischen Erläuterungen zur Tarifnummer 0203.2991 halten – 

soweit vorliegend relevant – Folgendes fest: «Schweinscarrés im Sinne 

dieser Nummer bestehen aus dem Hals, dem Kotelettstück, dem Nierstück, 

dem Filet und, je nach Zerteilung des Tierkörpers, der Huft. Als Teile von 

Carrés gelten der Hals, das Kotelettstück, das Nierstück und das Filet. Se-

parat eingeführte Huftstücke sind als "anderes" einzureihen.» 

3.   

3.1 Im vorliegenden Fall geht es um die Tarifeinreihung der aus Portugal 

eingeführten Fleischstücke mit der Bezeichnung «Porco Preto Secretos 

Cong. VC Seg Montado». 

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Seite 9 

3.2 Mit Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 29. August 2022 im Ver-

fahren A-5145/2021 hatte das Bundesverwaltungsgericht in einem ähnli-

chen Fall entschieden, dass die Vorinstanz zur Überprüfung der Tarifierung 

von Schweinefleischerzeugnissen mit der Bezeichnung «Secreto Ibérico» 

weitere Abklärungen vorzunehmen habe. Diese Abklärungen nahm die Vo-

rinstanz nach eigenen Angaben am 24. April 2023 im Ausbildungszentrum 

für die Schweizer Fleischwirtschaft in Spiez vor (vgl. S. 2 f. der Vernehm-

lassung vom 15. Juni 2023). Es fand eine Zerlegung von zwei Schweine-

hälften nach schweizerischer und nach spanischer Schnittführung statt, 

wobei überprüft wurde, ob der gewichtsmässig vorherrschende Anteil der 

Schweinefleischstücke «Secreto Ibérico» im Karree- oder Brustbereich 

liegt. Die Überprüfung hat ergeben, dass nach spanischer Schnittführung 

der Grossteil der Fleischstücke (mit rund 2/3) aus der Brust stammt, was 

daran liegt, dass die Schulter vor der Auslösung der Fleischstücke als Gan-

zes abgetrennt wird.  

3.3 Die Vorinstanz liess auch die von der Beschwerdeführerin eingeführten 

und anlässlich der Beschau entnommenen Schweinefleischerzeugnisse 

aufgrund der Ergebnisse der Untersuchung in Spiez nochmals überprüfen. 

Es stellte sich heraus, dass die Fleischstücke mit der Bezeichnung «Porco 

Preto Secretos Cong. VC Seg Montado» aufgrund ihrer Art und Beschaf-

fenheit weder vollständig aus dem Karree stammen noch aus dem Karree 

stammende Fleischanteile aufweisen. Die Vorinstanz stellte sodann fest, 

dass es sich wahrscheinlich um Fleischstücke aus dem Bereich des Hals-

specks handle, weshalb das Schweinefleisch «Porco Preto Secretos Cong. 

VC Seg Montado» nicht als «Karree» zu klassifizieren sei (vgl. S. 4 der 

Vernehmlassung vom 15. Juni 2023). Diese Ausführungen sind überzeu-

gend und decken sich mit den Vorbringen der Beschwerdeführerin. Uner-

heblich ist dabei, ob es sich vorliegend um «secreto de barriga» aus dem 

Bauchbereich – wie von der Beschwerdeführerin ausgeführt – oder um 

«falso secreto» aus dem Halsbereich handelt, da in beiden Fällen die Zoll-

tarifnummer 0203.2999 Anwendung findet. Zwar liegen weder der Bericht 

über die Untersuchung im Ausbildungszentrum für die Schweizer Fleisch-

wirtschaft in Spiez vom 24. April 2023 noch die Ergebnisse der Überprü-

fung der Erzeugnisse des vorliegenden Falls im Recht, was entweder eine 

Verletzung der sich aus Art. 29 Abs. 2 BV ergebenden Aktenführungspflicht 

der Vorinstanz (vgl. BGE 138 V 218 E. 8.1.2; Urteil des BVGer A-714/2018 

vom 23. Januar 2019 E. 3.1) oder der Verpflichtung der Vorinstanz, sämtli-

che verfahrensbezogenen Akten dem Bundesverwaltungsgericht einzu-

reichen, darstellt. Allerdings besteht aufgrund der übereinstimmenden An-

träge der Parteien und der nachvollziehbaren Ausführungen der Vorinstanz 

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Seite 10 

sowie unter Berücksichtigung des Gebots der Prozessökonomie kein 

Grund, an den Vorbringen zu zweifeln oder weitere Untersuchungen vor-

zunehmen. Daraus folgt, dass die strittigen Fleischstücke mit der Bezeich-

nung «Porco Preto Secretos Cong. VC Seg Montado» unter die Zolltarif-

nummer 0203.2999 fallen.  

3.4 Aus der Anwendung der Zolltarifnummer 0203.2999 mit einem Zollan-

satz von Fr. 329.- je 100 kg (vgl. E. 2.6) für die am 14. Juli 2022 von der 

Zollanmelderin für die Beschwerdeführerin deklarierten Schweinefleischer-

zeugnisse folgt, dass die Veranlagungsverfügung Zoll vom 19. Juli 2022 

(act. 4) gemäss der Einfuhrzollanmeldung vom 4. Juli 2022 (Version 1, 

act. 1) zu korrigieren ist und die Vorinstanz eine Neuberechnung der Zoll-

abgabe vorzunehmen hat.  

3.5 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde im Sinne der Erwägungen gut-

zuheissen, soweit darauf einzutreten ist. Der Entscheid der Vorinstanz vom 

17. November 2022 ist aufzuheben und die Sache ist zur Neuberechnung 

respektive Neuveranlagung der Zollabgabe und Neuverlegung der Kosten 

des vorinstanzlichen Verfahrens an die Vorinstanz zurückzuweisen. 

4.   

4.1 Der Beschwerdeführerin sind als (mit Ausnahme des geringfügigen 

Nichteintretens [vgl. E. 1.3.2]) obsiegende Partei keine Verfahrenskosten 

aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 3 VwVG). Der einbezahlte Kostenvorschuss in 

Höhe von Fr. 2’200.- ist der Beschwerdeführerin zurückzuerstatten.  

4.2 Der Vorinstanz können keine Verfahrenskosten auferlegt werden 

(Art. 63 Abs. 2 VwVG).  

4.3  

4.3.1 Die Vorinstanz hat der obsiegenden Beschwerdeführerin eine Partei-

entschädigung zu entrichten (Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 7 Abs. 1 des 

Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen 

vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Das Anwalts-

honorar wird nach dem notwendigen Zeitaufwand bemessen (Art. 10 

Abs. 1 VGKE).  

4.3.2 Vorliegend hat der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin keine 

Kostennote eingereicht. Die Parteientschädigung lässt sich allerdings zu-

verlässig schätzen (einfacher Schriftenwechsel, überschaubare Aktenlage, 

Berücksichtigung des Parallelverfahrens) und wird somit praxisgemäss auf 

Fr. 3’300.- festgesetzt. 

A-5827/2022 

Seite 11 

5.  

Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet über Tarifstreitigkeiten im 

Sinne von Art. 83 Bst. l des Bundesgesetzes über das Bundesgericht 

(BGG; SR 173.110) letztinstanzlich. 

 

Für das Dispositiv wird auf die nächste Seite verwiesen. 

  

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Seite 12 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird im Sinne der Erwägungen gutgeheissen, soweit da-

rauf eingetreten wird. 

2.  

Der Entscheid der Vorinstanz vom 17. November 2022 wird aufgehoben 

und die Sache zum Erlass eines neuen Entscheides im Sinne der Erwä-

gungen an die Vorinstanz zurückgewiesen. 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der einbezahlte Kostenvor-

schuss in Höhe von Fr. 2’200.- wird der Beschwerdeführerin zurückerstat-

tet. 

4.  

Die Vorinstanz wird verpflichtet, der Beschwerdeführerin eine Parteient-

schädigung von Fr. 3’300.- zu bezahlen. 

5. 

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin und die Vorinstanz. 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Jürg Steiger Katharina Meienberg 

 

 

Versand:  

A-5827/2022 

Seite 13 

Zustellung erfolgt an: 

– die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr. …; Gerichtsurkunde)