# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f1e4e10c-7c58-5f78-a0b2-6925e6bc3622
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-09-30
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 30.09.2010 D-6968/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-6968-2010_2010-09-30.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-6968/2010/cvv
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  3 0 .  S e p t e m b e r  2 0 1 0

Einzelrichter Hans Schürch, 
mit Zustimmung von Richter Robert Galliker;
Gerichtsschreiberin Corinne Krüger.

A.___________, geboren (...),
alias A.___________, geboren (...),
Nigeria,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 24. September 2010 / 
N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-6968/2010

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass der Beschwerdeführer, ein ethnischer Igbo mit letztem Wohnsitz 
in  B.___________  (C.__________), seinen  Heimatstaat  eigenen 
Angaben  zufolge  Mitte  Juli  2010  verliess  und  am  16. August 2010 
illegal  in  die  Schweiz  einreiste,  wo  er  im  Empfangs-  und 
Verfahrenszentrum  D.__________  gleichentags  um Asyl  nachsuchte 
und  von  wo  aus  er  am  20.  August  2010  ins  Transitzentrum 
E.__________ transferiert wurde,

dass er anlässlich der Kurzbefragung im Transitzentrum E.__________ 
vom 26. August 2010 sowie der direkten Anhörung vom 14. September 
2010  zur  Begründung  seines  Asylgesuchs  im  Wesentlichen  geltend 
machte, er sei homosexuell und werde deshalb in seinem Heimatland 
verfolgt,

dass er am 25. Dezember 2009 auf der Toilette eines Fussballplatzes 
in B.___________ mit einem Mann (O.L.) Geschlechtsverkehr gehabt 
habe und sie dabei von mehreren Leuten erwischt worden seien, weil  
das Türschloss kaputt gewesen sei,

dass  diese  Leute  ihn  und  seinen  Sexualpartner  geschlagen  hätten, 
wobei ihn jemand mit einer zerbrochenen Glasflasche angegriffen und 
am Arm verletzt habe,

dass er habe weglaufen wollen, dann aber die Polizei gekommen sei 
und ihn auf den Posten mitgenommen habe,

dass er  eine Woche später  vor Gericht  gebracht  und wegen Homo-
sexualität zu 15 Jahren Gefängnis mit "harter Arbeit" verurteilt worden 
sei,

dass er wieder in die gleiche Zelle bei der Polizei gekommen sei, wo er  
geschlagen worden sei und trotz seiner Verletzung am Arm hart habe 
arbeiten müssen,

dass ihn eines Tages drei Polizisten zur Behandlung seiner Verletzung 
in eine Apotheke bzw. ein Spital ausserhalb der Polizeistation gebracht 
hätten, von wo aus es ihm gelungen sei, durch ein Fenster zu flüchten,

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dass er sein Heimatland sofort verlassen habe und mit dem Bus nach 
F.__________ (Benin) gefahren sei,

dass er von dort  aus mit  einem Schiff  nach Europa (Frankreich) ge-
langt und schliesslich mit dem Zug in die Schweiz eingereist sei,

dass das BFM aufgrund von Zweifeln an der vom Beschwerdeführer 
geltend gemachten Minderjährigkeit  von einem Facharzt eine medizi-
nische  Handknochenaltersanalyse  vornehmen  liess  und  das  Hand-
skelett  des  Beschwerdeführers  gemäss  medizinischem  Bericht  vom 
23. August 2010  ein Knochenalter von 19 Jahren oder mehr aufwies 
(abgeschlossenes Knochenwachstum),

dass dem Beschwerdeführer dazu am 26. August 2010 anlässlich der 
Kurzbefragung im Transitzentrum das rechtliche Gehör gewährt wurde,

dass das BFM mit Verfügung vom 24. September 2010 – eröffnet am 
gleichen  Tag –  in  Anwendung  von  Art. 32  Abs.  2  Bst.  a des  Asyl-
gesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31)  auf  das Asylgesuch 
nicht eintrat und die Wegweisung aus der Schweiz sowie deren Vollzug 
anordnete,

dass das Bundesamt  zur  Begründung  im Wesentlichen  anführte,  es 
lägen keine entschuldbaren Gründe vor, die es dem Beschwerdeführer 
verunmöglicht hätten, innerhalb von 48 Stunden Reise- oder Identitäts-
papiere einzureichen,

dass der Beschwerdeführer erklärt habe, in Nigeria nie über Ausweis-
dokumente verfügt zu haben,

dass  ein  solches  Desinteresse,  ein  amtliches  Ausweisdokument  für 
den  jederzeitigen  Nachweis  der  Identität  zu  besitzen,  grundsätzlich 
wenig plausibel erscheine; dies gelte umso mehr, da der Beschwerde-
führer  zeit  seines  Lebens  in  der  Grossstadt  B.___________  gelebt 
habe,  wo  Personenkontrollen  zur  Tagesordnung  gehörten  und  die 
Notwendigkeit, amtliche Ausweispapiere zu besitzen, gegeben sei,

dass  die  Aussage  des  Beschwerdeführers,  in  Nigeria  habe  ihn 
niemand kontrolliert, somit nicht gehört werden könne,

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dass  solche  Aussagen  vielmehr  als  Standardvorbringen  vieler  Be-
schwerdeführer zu werten seien,  die nicht  gewillt  seien, den Asylbe-
hörden ihre Identitäts- und Reisepapiere auszuhändigen,

dass es zudem wenig glaubwürdig erscheine, dass der Beschwerde-
führer  gemäss eigenen Angaben nicht  in  der  Lage sei,  mit  Bezugs-
personen  in  seinem  Heimatland  zwecks  Papierbeschaffung  Kontakt 
aufzunehmen,  zumal  er  in  einer  Grossstadt  gelebt  und  gemäss 
eigenen  Angaben ein  Mobiltelefon  besessen  habe  und  somit  einem 
Umfeld entstamme, das Zugang zu modernen Kommunikationsmitteln 
habe,

dass  der  Beschwerdeführer  des  Weiteren  auch  keinen  plausiblen 
Grund  habe  angeben  können,  warum  er  seine  Verwandten  zwecks 
Papier-  bzw.  Beweismittelbeschaffung  nicht  auf  dem  Briefweg  zu 
kontaktieren versucht habe,

dass als starkes Indiz für die bewusste Nichtabgabe von Papieren trotz 
vorhandener Möglichkeiten dazu zu werten sei, wie der Beschwerde-
führer die Reise von seinem Herkunftsland nach Europa habe bewäl-
tigen können,

dass  der  Beschwerdeführer  angegeben habe,  er  sei  mit  einem Bus 
von B.___________ nach F.__________ in Benin gefahren,

dass er von dort aus mit einem Schiff an einen ihm unbekannten Ort in 
Frankreich gereist sei,

dass man ihn an diesem unbekannten Ort in einen Zug gesetzt habe, 
der ihn direkt nach D.__________ gebracht habe,

dass sich der Beschwerdeführer aber an keine einzige Station seiner 
Reise ausser F.__________ erinnern könne,

dass  er  überdies  erklärt  habe,  die  gesamte  Reise  ohne  Ausweis-
papiere absolviert  zu haben, auf seiner Reise bis in die Schweiz nie 
kontrolliert  worden zu sein und für die Schiffsreise nichts bezahlt  zu 
haben,

dass er ferner seine rund eintägige Zugsreise von seinem Ankunftsort 
in  Frankreich  bis  nach  D.__________  absolviert  haben  wolle,  ohne 
einmal den Zug gewechselt zu haben,

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dass  die  Angaben  zu  seinem Reiseweg  als  oberflächlich,  stereotyp 
und realitätsfremd einzustufen seien,

dass aufgrund der Gesamtumstände davon auszugehen sei, der Be-
schwerdeführer habe die Umstände seiner Reise in die Schweiz und 
seine Identität und Herkunft bewusst zu verschleiern versucht und den 
Asylbehörden  seine  Reise-  oder  Identitätspapiere  absichtlich  vorent-
halten,  weshalb  als  Folge  der  pflichtwidrigen  Nichtabgabe  ent-
sprechender Dokumente auch seine Identität nicht feststehe,

dass  der  Beschwerdeführer  auf  dem  Personalienblatt  als  Geburts-
datum den (...) angegeben habe,

dass  gemäss  Knochenaltersbestimmung  vom  23.  August  2010  das 
chronologische  Alter  des  Beschwerdeführers  jedoch  19  Jahre  oder 
mehr betrage,

dass  die  Abweichung  innerhalb  eines  Toleranzbereiches  von  drei 
Jahren liege, womit die Identitätstäuschung durch die Knochenalters-
analyse allein nicht zweifelsfrei nachgewiesen sei,

dass aufgrund der offensichtlich unzutreffenden Angaben zum Reise-
weg, der Äusserungen über seinen Schulbesuch, die auf ein höheres 
Alter als das von ihm angegebene schliessen liessen sowie der pflicht -
widrigen Nichtabgabe von Ausweisdokumenten jedoch davon auszu-
gehen sei,  dass es  sich beim Beschwerdeführer  um eine volljährige 
Person handle, die ihre wahre Identität sowie den tatsächlichen Reise-
weg gegenüber den Schweizer Behörden zu verheimlichen versuche,

dass zudem das Aussehen und das sehr selbstsichere Auftreten des 
Beschwerdeführers auf eine ältere Person hindeute,

dass  der  Beschwerdeführer  am  26.  August  2010  im  Rahmen  eines 
rechtlichen Gehörs darüber in Kenntnis gesetzt worden sei,  dass ihn 
das BFM als volljährige Person erachte, wobei er angeführt habe, die 
Wahrheit zu sagen und 17 Jahre alt zu sein, jedoch keine Papiere zu 
besitzen, die seine Aussagen belegen könnten,

dass die Vorinstanz zum Schluss gelangte, diese Ausführungen seien 
nicht geeignet, die Erkenntnisse des BFM umzustossen,

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dass das Bundesamt die  Asylvorbringen des Beschwerdeführers  als 
unglaubhaft erachtete,

dass  es  diesbezüglich  ausführte,  bereits  die  unglaubwürdigen  An-
gaben über den Reiseweg würden erste Zweifel an der Glaubhaftigkeit 
der  geltend  gemachten  Verfolgung  eröffnen;  verstärkt  würden  diese 
durch die widersprüchlichen Ausführungen des Beschwerdeführers,

dass  dieser  beispielsweise  in  der  Kurzbefragung  erklärt  habe,  das 
Schloss auf der Toilette, auf der er beim Sex erwischt worden sei, sei  
kaputt gewesen; bei der Anhörung habe er an einer Stelle angegeben, 
die Toilette hätte gar kein Schloss gehabt,  später habe er wiederum 
angegeben, das Schloss sei kaputt gewesen,

dass er ferner bei der Kurzbefragung angegeben habe, die Zelle auf 
der Polizeistation bis zum ersten Gerichtstermin mit drei anderen Ge-
fangenen geteilt zu haben; bei der Anhörung habe er hingegen gesagt, 
er sei von Anfang an alleine in einer Zelle gewesen, die anderen Ge-
fangenen habe man weggebracht,  sobald  er  in  die  Zelle  gekommen 
sei,

dass er auch über die Anwesenheit weiterer Häftlinge auf der Polizei -
station vage bzw. widersprüchliche Angaben gemacht habe,

dass er des Weiteren bei der Kurzbefragung angeben habe, er sei von 
drei  Polizisten  zur  Apotheke  gebracht  worden,  von der  aus  ihm die 
Flucht  gelungen sei; bei  der  Anhörung habe er  dann von zwei  Poli-
zisten gesprochen,

dass er ferner bei der Kurzbefragung an einer Stelle erklärt  habe, er 
sei im Gefängnis nach dem Gerichtsprozess insgesamt zwei Mal ge-
schlagen worden, kurz darauf habe er hingegen gesagt, er sei im Ge-
fängnis jeden zweiten Tag geschlagen worden,

dass  er  des  Weiteren  während  der  Anhörung  an  einer  Stelle  ange-
geben habe, vor Gericht hätten drei Augenzeugen und die Polizei als  
Zeugen  ausgesagt;  später  habe  er  hingegen  erklärte,  nur  die  drei 
Augenzeugen hätten vor Gericht ausgesagt,

dass der Beschwerdeführer ferner bei der Kurzbefragung erklärt habe, 
die Medikamente, die man ihm während seines Gefängnisaufenthalts 
gegeben habe, hätten seinem Körper nicht gut getan,

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dass er während der Anhörung hingegen gesagt habe, im Gefängnis 
niemals Medikamente erhalten zu haben,

dass aufgrund der festgestellten Widersprüche die Vorbringen als un-
glaubwürdig einzustufen seien,

dass zudem die geltend gemachte Homosexualität  des Beschwerde-
führers aufgrund seiner diesbezüglichen oberflächlichen,  stereotypen 
und teilweise widersprüchlichen Ausführungen zumindest stark anzu-
zweifeln sei,

dass  er  beispielsweise bei  der  Kurzbefragung erklärt  habe,  mit  O.L. 
regelmässig Sex gehabt zu haben, aber auch mit anderen Personen; 
bei der Anhörung hingegen habe er angegeben, in Nigeria insgesamt 
nur zwei Sexualpartner gehabt zu haben,

dass der Beschwerdeführer des Weiteren nur vage Angaben zum Zeit -
punkt gemacht habe, an dem er seine homosexuelle Neigung entdeckt 
habe und zur Art und Weise, wie er mit  dieser Entdeckung in einem 
Land  umgegangen sei,  in  dem Homosexualität  stark  tabuisiert  bzw. 
sogar verboten und strafbar sei,

dass es zudem unplausibel erscheine, dass er das Risiko eingegan-
gen sei, an einem öffentlichen Ort, an dem sich sehr viele Leute auf -
gehalten hätten,  auf  einer  Toilette,  die  sich  nicht  habe abschliessen 
lassen,  Sex zu  haben; dies  umso  mehr,  als  er  gewusst  habe,  dass 
homosexuelle Praktiken in Nigeria illegal seien und mit hohen Strafen 
geahndet würden,

dass  es  zudem  keine  plausible  Erklärung  gebe,  warum  der  Be-
schwerdeführer keinerlei  Beweismittel  (Gerichtsunterlagen) habe ein-
reichen können bzw. keine Anstrengungen unternommen habe, solche 
zu beschaffen,

dass die von ihm angegebene Begründung, er habe sich nicht um die 
Gerichtsakten  bemühen  können,  da  die  Telefonnummer  seiner 
Schwester nicht funktioniere, nicht glaubhaft sei und somit als Schutz-
behauptung eingestuft werden müsse,

dass  dies  umso  mehr  gelte,  da  dem  Beschwerdeführer  die  Post-
adresse seiner Familie in B.___________ bekannt sei, 

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dass es ihm zudem problemlos möglich gewesen wäre, z.B. per Inter-
net  die  Telefonnummern,  Adressen  oder  E-Mail-Adressen  von kirch-
lichen  Institutionen  in  B.___________  in  Erfahrung  zu  bringen  und 
diese  zwecks  Kontaktherstellung  zur  Familie  oder  zu  Freunden  zu 
kontaktieren,

dass der Umstand,  dass der  Beschwerdeführer  im vorliegenden Fall 
keine  Beweismittel  habe  einreichen  können  bzw.  sich  nicht  einmal 
ernsthaft  um  die  Beschaffung  von  Beweismitteln  bemüht  habe,  als 
weiteres Indiz für die Unglaubwürdigkeit  der Asylvorbringen gewertet 
werden müsse,

dass das BFM zusammenfassend festhielt, der Beschwerdeführer er-
fülle die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 und 7 AsylG nicht und 
zusätzliche  Abklärungen  zur  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft 
oder eines Wegweisungsvollzugshindernisses seien aufgrund der Ak-
tenlage nicht erforderlich,

dass  der  Beschwerdeführer mit  Eingabe  vom  24. September 2010 
gegen diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde 
erhob,

dass  die  vorinstanzlichen  Akten  am  27. September  2010  beim 
Bundesverwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht  auf  dem Gebiet  des  Asyls  end-
gültig  über  Beschwerden  gegen  Verfügungen  (Art. 5  des  Bundesge-
setzes  vom  20. Dezember 1968  über  das  Verwaltungsverfahren 
[VwVG,  SR 172.021])  des  BFM  entscheidet  (Art. 105  AsylG  i.V.m. 
Art. 31-33 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, 
SR 173.32];  Art. 83  Bst.  d  Ziff.  1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung beson-
ders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung be-
ziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde legitimiert ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),

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dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ein-
zutreten  ist  (Art.  108  Abs.  2  AsylG  und  Art. 6  AsylG  i.V.m.  Art. 52 
VwVG),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art. 32-35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Be-
schwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass sich demnach die Beschwerdeinstanz – sofern sie den Nichtein-
tretensentscheid  als  unrechtmässig  erachtet  –  einer  selbständigen 
materiellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und 
die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (vgl. 
Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurs-
kommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.),

dass  indessen  im  Falle  des  Nichteintretens  auf  ein  Asylgesuch  ge-
mäss Art. 32 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 AsylG über das Nichtbestehen 
der Flüchtlingseigenschaft abschliessend materiell zu entscheiden ist, 
soweit dies im Rahmen einer summarischen Prüfung möglich ist (vgl. 
BVGE 2007/8 insb. E. 5.6.5 S. 90 f.),

dass  dementsprechend  in  einem  diesbezüglichen  Beschwerdever-
fahren ungeachtet der vorzunehmenden Überprüfung eines formellen 
Nichteintretensentscheides  auch  die  Flüchtlingseigenschaft  Prozess-
gegenstand bildet (vgl. a.a.O. E. 2.1 S. 73),

dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung und des Vollzugs mate-
riell prüft, weshalb dem Bundesverwaltungsgericht diesbezüglich volle 
Kognition zukommt,

dass über  offensichtlich  unbegründete  Beschwerden in  einzelrichter-
licher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  bezie-
hungsweise einer zweiten Richterin entschieden wird (Art.  111 Bst. e 
AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt,  um eine 

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solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu 
begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass  gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  vorliegend  auf  einen 
Schriftenwechsel verzichtet wurde,

dass im vorliegenden Fall vorweg zu prüfen ist, ob das BFM den Be-
schwerdeführer zu Recht als volljährig eingestuft hat,

dass gemäss gefestigter Praxis eine asylsuchende Person die objekti -
ve Beweislast für die behauptete Minderjährigkeit und die Folgen der 
Beweislosigkeit  trägt  (vgl.  EMARK  2004  Nr. 30  E. 5.1.  S. 208  f., 
EMARK 2001 Nrn. 22 und 23),

dass das BFM bereits aufgrund des Aussehens und des sehr selbst-
bewussten Auftretens des Beschwerdeführers an dessen behaupteter 
Minderjährigkeit zweifelte,

dass sich im Verlaufe des Verfahrens, insbesondere während der Be-
fragung  im  Transitzentrum  und  der  Anhörung,  weitere  erhebliche 
Zweifel an der geltend gemachten Minderjährigkeit ergaben,

dass der Beschwerdeführer anlässlich der Befragung und der Anhö-
rung  mehrmals  auf  diese  Zweifel  angesprochen  und  ihm damit  das 
rechtliche Gehör betreffend die aus ihrer Sicht  nicht glaubhafte Min-
derjährigkeit gewährt wurde,

dass gestützt auf die Praxis bei der Prüfung der Altersangaben einer 
minderjährigen Person zunächst von allenfalls eingereichten Identitäts-
dokumenten auszugehen ist  (vgl. EMARK 2004 Nr. 30 E. 6 ff.),  vor-
liegend  der  Beschwerdeführer  indessen  unbestrittenermassen  keine 
derartigen Belege zu den Akten gegeben hat,

dass bei Fehlen rechtsgenüglicher Identitätsausweise sodann auch auf 
wissenschaftliche Methoden im Sinne von Art. 7 Abs. 1  der Asylver-
ordnung 1  vom  11. August  1999  über  Verfahrensfragen  (AsylV 1, 
SR 142.311) wie beispielsweise die sogenannte Knochenaltersanalyse 
abgestellt  werden kann, falls sie bestimmten Kriterien entspricht (vgl. 
EMARK 2001 Nr. 23 E. 4),

dass das BFM eine solche Handknochenanalyse veranlasste, welche 
ergab, dass das Knochenalter des Beschwerdeführers 19 Jahre oder 

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mehr beträgt, was einem wahrscheinlich chronologischen Alter von 19 
Jahren oder mehr entspricht,

dass das BFM unter Berücksichtigung all  dieser Argumente in  über-
zeugender und nachvollziehbarer Weise zum Schluss kam, die angeb-
liche Minderjährigkeit des Beschwerdeführers sei nicht glaubhaft,

dass entsprechend vollumfänglich auf die vorinstanzlichen Argumente 
in der angefochtenen Verfügung verwiesen werden kann,

dass diesbezüglich angefügt werden kann, dass der Beschwerdeführer 
anlässlich der Befragung mehrfach erklärte, er habe sechs Jahre die 
Primarschule  besucht  und  diese  im  Jahr  1999  abgeschlossen  (vgl.  
A1/19, S. 2 und 7),

dass  diese  Aussagen  nicht  damit  vereinbar  sind,  dass  der  Be-
schwerdeführer  am  (...)  geboren  und  somit  zum heutigen  Zeitpunkt 
noch minderjährig sein soll,

dass  der  Beschwerdeführer  in  seiner  Rechtsmitteleingabe  nicht  auf 
sein Alter eingeht, weshalb dieser keine stichhaltigen Argumente, wel-
che eine andere Sichtweise rechtfertigen würden, zu entnehmen sind,

dass  somit  in  Übereinstimmung mit  dem BFM von  der  Volljährigkeit 
des Beschwerdeführers auszugehen ist,

dass auf  ein Asylgesuch nicht  eingetreten wird,  wenn Asylsuchende 
den Behörden nicht innerhalb von 48 Stunden nach Einreichung des 
Gesuchs Reise- oder Identitätspapiere abgeben (Art. 32 Abs. 2 Bst. a 
AsylG),

dass diese Bestimmung jedoch keine Anwendung findet,  wenn Asyl-
suchende  glaubhaft  machen  können,  sie  seien  dazu  aus  entschuld-
baren  Gründen  nicht  in  der  Lage  (Art. 32  Abs. 3  Bst. a  AsylG),  auf 
Grund der Anhörung sowie gestützt auf Art. 3 und 7 AsylG die Flücht-
lingseigenschaft  festgestellt  wird  (Art. 32  Abs. 3  Bst. b  AsylG)  oder 
sich auf  Grund der Anhörung erweist,  dass zusätzliche Abklärungen 
zur Feststellung der Flüchtlingseigenschaft oder eines Wegweisungs-
vollzugshindernisses nötig sind (Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG),

dass  der  Beschwerdeführer  keine  entschuldbaren  Gründe  für  die 
Nichtabgabe eines beweistauglichen Identitätsdokuments  (vgl. BVGE 

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2007/7 E. 4-6) innerhalb der Frist von 48 Stunden nach Einreichen des 
Asylgesuchs  glaubhaft  zu  machen  vermag  (Art. 32  Abs. 3  Bst. a 
AsylG; vgl. BVGE 2007/8 E. 3.2),

dass hierzu vollumfänglich auf die ausführlichen und zutreffenden Er-
wägungen in der angefochtenen Verfügung der Vorinstanz verwiesen 
werden kann,

dass  der  Beschwerdeführer  in  seiner  Beschwerde  den  diesbezüg-
lichen Ausführungen der Vorinstanz nichts entgegenhält,

dass  das Vorbringen des Beschwerdeführers,  er  sei  auf  der  ganzen 
Reise in die Schweiz nicht kontrolliert worden, nicht den tatsächlichen 
Begebenheiten entsprechen kann,

dass er sich zudem offensichtlich in keiner Weise um den Erhalt von 
Identitätspapieren bemühte, und auch weiterhin nicht gewillt ist, solche 
zu beschaffen,

dass  er  sich  ausserdem  bezüglich  des  Verbleibs  seiner  Geburtsur-
kunde widersprach; so gab er anlässlich der Kurzbefragung an, diese 
sei im Spital (vgl. A1/19, S. 4), bei der Anhörung erklärte er jedoch, sie 
befinde sich bei seiner Mutter (vgl. A14/16, S. 2),

dass es ihm somit nicht gelingt, entschuldbare Gründe für die Nichtab-
gabe  von  echten,  beweistauglichen  Identitätspapieren  geltend  zu 
machen,

dass sodann im vorliegenden Fall aufgrund der Aktenlage, wie sie sich 
nach der Direktanhörung vom 14. September 2010 präsentierte, unter 
Verzicht  auf  zusätzliche  tatbestandliche  oder  rechtliche Abklärungen 
im Rahmen einer bloss summarischen Prüfung der Schluss gezogen 
werden konnte, er erfülle die Flüchtlingseigenschaft offenkundig nicht 
(Art. 32 Abs. 3 Bst. b AsylG; vgl. BVGE 2007/8 E. 5.5. und 5.6.),

dass  der  Beschwerdeführer  auch  den  diesbezüglichen  Erwägungen 
des BFM nichts Konkretes und Substanziiertes entgegenhält, sondern 
lediglich erklärt, er könne nicht in sein Heimatland zurückkehren, weil 
er dort als Homosexueller gefährdet sei, weshalb anstelle von Wieder-
holungen  auf  die  sehr  ausführlichen und zutreffenden Ausführungen 
der Vorinstanz zu verweisen ist,

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dass die Vorbringen des Beschwerdeführers somit aufgrund ihrer Vag-
heit, fehlenden Realkennzeichen und diverser Widersprüche als halt los 
zu werten sind,

dass unter diesen Umständen ohne weitere Erörterungen festgestellt 
werden kann, dass das Bestehen der Flüchtlingseigenschaft des Be-
schwerdeführers  ohne  Weiteres  ausgeschlossen  werden  kann  und 
auch zusätzliche Abklärungen im Sinne von Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG 
offensichtlich nicht notwendig sind,

dass das BFM demnach in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG 
zu Recht auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten 
ist,

dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge 
hat  (Art. 44  Abs. 1 AsylG),  vorliegend der  Kanton keine Aufenthalts-
bewilligung  erteilt  hat  und  zudem kein  Anspruch auf  Erteilung einer 
solchen besteht (vgl. EMARK 2001 Nr. 21), weshalb die verfügte Weg-
weisung  im  Einklang  mit  den  gesetzlichen  Bestimmungen steht  und 
demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,

dass  das  Bundesamt  das  Anwesenheitsverhältnis  nach  den  gesetz-
lichen Bestimmungen über  die  vorläufige  Aufnahme von Ausländern 
regelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumut-
bar  oder  nicht  möglich  ist  (Art. 44  Abs. 2 AsylG; Art.  83  Abs. 1  des 
Bundesgesetzes  vom  16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen 
und Ausländer [AuG, SR 142.20]), 

dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrecht-
liche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin 
oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK, 
SR 0.142.30]),

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dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig 
ist, da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich 
erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, wes-
halb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen 
Non-Refoulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet 
und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung 
ersichtlich sind, die dem Beschwerdeführer im Heimat- oder Herkunfts-
staat droht,

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumut-
bar erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizini-
scher Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass weder die allgemeine Lage in Nigeria noch individuelle Gründe 
auf eine konkrete Gefährdung im Falle einer Rückkehr schliessen las-
sen, weshalb der Vollzug der Wegweisung vorliegend zumutbar ist,

dass der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers in den Hei-
matstaat  schliesslich  auch  möglich  ist,  da  keine Vollzugshindernisse 
bestehen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es dem Beschwerdeführer obliegt, 
bei der Beschaffung gültiger Reisepapiere mitzuwirken (Art. 8 Abs. 4 
AsylG),

dass  nach  dem Gesagten  der  vom Bundesamt  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen ist,

dass es dem Beschwerdeführer folglich nicht gelungen ist darzutun, in-
wiefern die angefochtene Verfügung Bundesrecht verletzt, den rechts-
erheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststellt oder un-
angemessen ist  (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuwei-
sen ist,

dass  bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von Fr. 600.-- 
(Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2])  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  sind  (Art.  63 
Abs. 1 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.--  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den  Beschwerdeführer durch  Vermittlung  des  Transitzentrums 
E.__________ (Einschreiben; Beilage: Einzahlungsschein)

- das BFM, Transitzentrum E.__________ (per Telefax;  zu den Akten 
Ref.-Nr. N (...), mit  der Bitte um Eröffnung des Urteils an den Be-
schwerdeführer  und  um  Zustellung  der  beiliegenden  Empfangs-
bestätigung an das Bundesverwaltungsgericht)

- (zuständige kantonale Behörde) (per Telefax)

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Hans Schürch Corinne Krüger

Versand:

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