# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 43169655-e52e-5677-a44c-0e340a0757e0
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-04-26
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Zivilkammern 26.04.2017 ZSU.2015.323
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_001_ZSU-2015-323_2017-04-26.pdf

## Full Text

2017 Zivilprozessrecht 299 

Klage nicht eintritt (Egli bzw. Pahud, in: Brunner/Gasser/Schwander, 
Schweizerische Zivilprozessordnung, 2. Aufl., Zürich/St. Gallen 
2016, N. 8 zu Art. 199 ZPO und N. 23 zu Art. 221 ZPO; 
Gasser/Rickli, Kurzkommentar zur Schweizerischen Zivilprozess-
ordnung, 2. Aufl., Zürich/St. Gallen 2014, N. 1 zu Art. 199 ZPO; 
Infanger, Basler Kommentar zur Zivilprozessordnung, 3. Aufl., Basel 
2017, N. 4 zu Art. 199 ZPO; Naegeli/Richers, in: Oberham-
mer/Domej/Haas, Kurzkommentar Schweizerische Zivilprozessord-
nung, 2. Aufl., Basel 2014, N. 35 zu Art. 221 ZPO; Killias, in: Berner 
Kommentar, Bern 2012, N. 37 zu Art. 221 ZPO). Andere Autoren 
vertreten demgegenüber die Auffassung, dass eine solche Einlassung 
nicht möglich ist, da das Vorliegen einer Klagebewilligung bzw. - bei 
fakultativem Schlichtungsversuch - einer gemeinsamen Verzichts-
erklärung bei Klageeinreichung eine unabdingbare Prozessvoraus-
setzung ist (Honegger, ZPO-Komm., a.a.O., N. 2 zu Art. 199 ZPO; 
Leuenberger, ZPO-Komm., a.a.O., N. 3 zu Art. 220 ZPO und N. 68 
zu Art. 221 ZPO; Sutter-Somm, Schweizerisches Zivilprozessrecht, 
3. Aufl., Zürich 2017, Rz. 602 und 606). Dieser Auffassung ist zu 
folgen, besteht doch angesichts des klaren Wortlauts von Art. 221 
Abs. 2 lit. b ZPO, wonach mit der Klage gegebenenfalls die 
Klagebewilligung oder die allfällige Erklärung, dass auf das Schlich-
tungsverfahren verzichtet wird, einzureichen ist, für einen konklu-
denten Verzicht auf das Schlichtungsverfahren kein Raum (ebenso: 
Entscheid des Kantonsgerichts St. Gallen vom 28. Oktober 2016 
E. 3b/aa [DZ.2016.1]). Es ist somit nicht zu beanstanden, dass die 
Vorinstanz davon abgesehen hat, die Klage den Beklagten zuzu-
stellen. 

 

57 Art. 276 ZPO. Abgrenzung der Zuständigkeit des Eheschutzgerichts von 

derjenigen des Präliminargerichts 

Aus dem Entscheid des Obergerichts, 5. Zivilkammer, vom 26. April 2017, 

i.S. I.S. gegen K.S. (ZSU.2015.323). 

2017 Zivilrecht 300 

Aus den Erwägungen 

3.2.1. 
Das Eheschutzgericht ist zuständig für Massnahmen bis zum 

Eintritt der Rechtshängigkeit der Scheidung, für die Zeit danach ist 
das Scheidungsgericht zuständig (BGE 101 II 1, bestätigt in 
BGE 129 III 60 Erw. 3). D.h. reicht eine Partei während der 
Rechtshängigkeit eines Eheschutzverfahrens vor erster oder oberer 
Instanz (also vor Rechtskraft des Eheschutzentscheids) eine Schei-
dungsklage ein, fällt mit der Hängigkeit der Scheidungsklage die 
sachliche Zuständigkeit des Eheschutzgerichts dahin. Eheschutz-
massnahmen sind indes auch nach Einleitung des Scheidungs-
verfahrens wirksam, bis sie vom Scheidungsgericht im Rahmen 
vorsorglicher Massnahmen abgeändert oder durch die Regelung nach 
der Scheidung abgelöst werden (vgl. BGE 129 III 60 Erw. 4.2; 
Art. 276 Abs. 2 ZPO). Wird während der Dauer des Eheschutzver-
fahrens (bis zu dessen rechtskräftigen Abschluss) der Scheidungspro-
zess anhängig gemacht, wird ersteres daher nicht einfach gegen-
standslos. Der Eheschutzrichter bleibt für Massnahmen mit Wirkung 
im Zeitraum bis zum Eintritt der Rechtshängigkeit der Scheidung 
zuständig, und zwar auch dann, wenn erst nach diesem Zeitpunkt 
darüber entschieden werden kann (BGE 129 III 60 Erw. 2 f.). Dem-
nach ist nicht von Belang, ob über die Eheschutzmassnahmen 
aufgrund der Zeit, welche die Behandlung des Dossiers in Anspruch 
nimmt, vor oder nach der Rechtshängigkeit der Scheidungsklage 
entschieden wurde; dies gilt allerdings nur, sofern es keinen Zu-
ständigkeitskonflikt gibt (BGE 138 III 646 Erw. 3.3.2 = Pra 102 
[2013] Nr. 34). D.h. wird bei Einreichung einer Scheidungsklage 
während eines hängigen Eheschutzverfahrens bei einem Präliminar-
richter am (anderen) Ort des Scheidungsverfahrens ein Massnah-
mebegehren eingeleitet, kann der Eheschutzrichter nur für die vor-
herige Zeit Anordnungen treffen (vgl. Entscheid des Obergerichts, 
5. Zivilkammer, vom 24. August 2015 [ZSU.2015.134], Erw. 2.1). 
Jedenfalls sind, da der Eheschutzrichter nur für Massnahmen mit 
Wirkung im Zeitraum bis zum Eintritt der Rechtshängigkeit zustän-

2017 Zivilprozessrecht 301 

dig ist, nach diesem Zeitpunkt eintretende Veränderungen nicht mehr 
im Eheschutzverfahren zu berücksichtigen. 

 

 

Spezialverwaltungsgericht 

2017 Steuern 305 

I. Steuern 

 

58 Einkommen aus unselbständiger Erwerbstätigkeit; Fahrzeugspesen (§ 26 

Abs. 1 StG, § 35 StG) 

Der Rekurrent ist als Zeitungszusteller tätig. Die Fahrzeugspesen, die er 

für die Zustellung der Zeitungen erhält, stellen Auslagen im Sinne von 

Art. 327a OR dar und sind nicht zum steuerbaren Einkommen aus 

unselbständiger Erwerbstätigkeit zu rechnen.  

Aus dem Entscheid des Spezialverwaltungsgerichts, Abteilung Steuern, 

vom 22. Juni 2017 in Sachen M.K. (3-RV.2016.192). 

Aus den Erwägungen 

6. 
6.1. 
6.1.1. 
Der Rekurrent ist als Zeitungszusteller für die A. AG tätig. Er 

erhielt im Jahr 2014 für die Frühzustellungen einen Nettolohn von 
CHF 14'253.00 und Routenspesen von CHF 3'573.00. Für die Sonn-
tagszustellungen betrugen der Nettolohn CHF 6'999.00 und die 
Routenspesen CHF 1'688.00. Der Rekurrent deklarierte den Lohn als 
Einkünfte aus unselbständiger Erwerbstätigkeit. Bei den Berufskos-
ten brachte er Fahrtkosten an den Arbeitsplatz von CHF 3'354.00 
(4'792 km à CHF 0.70) in Abzug.   

6.1.2. 
Die Steuerkommission Y. anerkannte Fahrtkosten an den 

Arbeitsplatz von CHF 3'355.00. Sie rechnete jedoch die Routenspe-
sen von total CHF 5'261.00 (…) zu den Einkünften aus unselbständi-
ger Erwerbstätigkeit hinzu. Sie führte dazu in der Abweichungsbe-
gründung 2014 aus, die Einkünfte seien inklusive Spesen zu erfas-
sen, ansonsten könnten keine effektiven Spesenauslagen geltend ge-