# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 37225c66-366e-579c-9a97-fc6533e11a6f
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-05-06
**Language:** de
**Title:** Zürich Handelsgericht 06.05.2021 HE210058
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_HG_001_HE210058_2021-05-06.pdf

## Full Text

Handelsgericht des Kantons Zürich 
Einzelgericht    
 

 

Geschäfts-Nr.: HE210058-O U/mk 

 

 

Mitwirkend: Oberrichter Dr. Stephan Mazan sowie die Gerichtsschreiberin Nadja 

Kiener 

 

Urteil vom 6. Mai 2021 

 

in Sachen 

 

A._____ GmbH,  
Gesuchstellerin 

 

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. X1._____ 

vertreten durch Rechtsanwalt MLaw X2._____ 

 

gegen 

 

B._____,  
Gesuchsgegner 

 

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Y._____ 

 

betreffend vorsorgliche Massnahmen 
 
 

- 2 - 

 

Rechtsbegehren: 
(act. 1 S. 2) 

"1.  Es sei der Gesuchsgegner im Sinne einer vorsorglichen 
Massnahme unter Androhung einer Ordnungsbusse von CHF 
1'000.00 pro Tag der Nichterfüllung nach Art. 343 Abs. 1 lit. c 
ZPO, mindestens aber CHF 5'000.00 gemäss Art. 343 Abs. 1 lit. b 
ZPO, sowie der Bestrafung nach Art. 292 StGB mit Busse im 
Widerhandlungsfall und unter Androhung direkter 
Zwangsvollstreckungsmassnahmen zu verbieten, sämtliche 
Videomaterialien der Gesuchstellerin, namentlich die Videos: 
a.  C._____ 
b.  D._____ 
c.  E._____ 
d.  F._____ 
e.  G._____ 
f. H._____ 
g.  I._____ 
h.  J._____ 
i.  K._____ 
j.  L._____ 
auf der Website www.M._____.ch wiederzugeben und anzuordnen, 
dass diese Videomaterialien von den genannten Website beseitigt 
werden. 

2.  Es sei der Gesuchsgegner im Sinne einer vorsorglichen 
Massnahme unter Androhung einer Ordnungsbusse von CHF 
1'000.00 pro Tag der Nichterfüllung nach Art. 343 Abs. 1 lit. c 
ZPO, mindestens aber CHF 5'000.00 gemäss Art. 343 Abs. 1 lit. b 
ZPO, sowie der Bestrafung nach Art. 292 StGB mit Busse im 
Widerhandlungsfall und unter Androhung direkter 
Zwangsvollstreckungsmassnahmen zu verbieten, sämtliche 
Videomaterialien der Gesuchstellerin, namentlich die Videos: 
a.  C._____ 
b.  D._____ 
c.  E._____ 
d.  F._____ 
e.  G._____ 
f.  H._____ 

- 3 - 

g.  I._____ 
h.  J._____ 
i.  K._____ 
j.  L._____ 
auf den Socialmedia-Kanälen Linkedin 
(https://ch.linkedin.com/in/B._____-… ), Facebook 
(https://www.facebook.com/profile.php?id=…), Instagram 
(https://www.instagram.com/.../?hl=de (?) ) und Youtube sowie 
allfällig weiteren nicht bekannten Social Media Kanälen 
wiederzugeben und anzuordnen dass diese Videomaterialien von 
den genannten Socialmedia-Kanälen beseitigt werden. 

3.  Es sei die Domain-Namen Registerbetreiberin für .ch N._____, … 
[Adresse] im Sinne einer vorsorglichen Massnahme nach Art. 262 
lit. c ZPO anzuweisen den Domain-Namen M._____.ch technisch 
zu blockieren. 

4.  Es sei der Gesuchgegner im Sinne einer vorsorglichen 
Beweisführung unter Androhung von Busse gemäss Art. 292 
StGB zu verpflichten, die angefertigten und in seinem 
Gewahrsam befindlichen Kopien des Videomaterials sowie 
sämtliche durch den oder auf Veranlassung des Gesuchgegners 
vorgenommenen Bearbeitungen in Kopie zu edieren. 

5.  Die Anordnungen gemäss Rechtsbegehren Ziff. 1-5 seien 
superprovisorisch zu erlassen. 

6.  Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten des 
Gesuchgegners." 

  

- 4 - 

 

Inhaltsverzeichnis: 

 
1. Prozessverlauf ................................................................................................ 5 
2. Streitgegenstand und Parteistandpunkte ....................................................... 5 
3. Prozessvoraussetzungen ............................................................................... 6 

3.1. Streitwert ................................................................................................. 6 
3.2. Zuständigkeit ........................................................................................... 7 
3.3. Übrige Prozessvoraussetzungen ............................................................ 7 

4. Vorsorgliche Massnahmen ............................................................................. 7 
4.1. Vorbemerkung ......................................................................................... 7 
4.2. Voraussetzungen im Allgemeinen ........................................................... 7 
4.3. Hauptsachenprognose ............................................................................ 8 
4.3.1. Klageberechtigung gemäss Art. 9 UWG .................................................. 8 
4.3.2. Verletzung von Art. 3 lit. b UWG ............................................................ 10 
4.3.3. Verletzung von Art. 5 lit. c UWG ............................................................ 13 
4.3.4. Besonderes Rechtsschutzinteresse ....................................................... 14 
4.3.5. Zwischenfazit ......................................................................................... 17 
4.4. Nachteilsprognose................................................................................. 17 
4.5. Dringlichkeit ........................................................................................... 19 
4.6. Verhältnismässigkeit ............................................................................. 19 

5. Vollstreckungsmassnahmen ......................................................................... 20 
6. Fazit ............................................................................................................. 21 
7. Unentgeltliche Rechtspflege ......................................................................... 22 

7.1. Voraussetzungen .................................................................................. 22 
7.2. Würdigung ............................................................................................. 23 

8. Kosten- und Entschädigungsfolgen .............................................................. 25 
8.1. Gerichtsgebühr ...................................................................................... 25 
8.2. Kostenverteilung ................................................................................... 25 
8.3. Parteientschädigung.............................................................................. 26 

 
  

- 5 - 

Der Einzelrichter zieht in Erwägung: 

1. Prozessverlauf 

Mit Eingabe vom 26. März 2021 (elektronisch eingereicht; Zeitpunkt der 

elektronischen Signatur: 17:39 Uhr), eingegangen am 29. März 2021, stellte die 

Gesuchstellerin hierorts ein Gesuch um Erlass mehrerer vorsorglicher 

Massnahmen und beantragte gleichzeitig den superprovisorischen Erlass dieser 

Massnahmen (act. 1, act. 3/2-17 und act. 4). Mit Verfügung vom 30. März 2021 

wurden die Rechtsbegehren 1 und 2 einstweilen gutgeheissen, sofern darauf 

eingetreten wurde, Rechtsbegehren 3 wurde infolge fehlender 

Verhältnismässigkeit einstweilen und Rechtsbegehren 4 endgültig abgewiesen 

(act. 5). Gleichzeitig wurde der Gesuchstellerin Frist angesetzt, um einen 

Kostenvorschuss in der Höhe von CHF 6'560.– zu leisten sowie um sich zum 

Streitwert ihres Gesuchs zu äussern, dem Gesuchsgegner, um zum Gesuch 

Stellung zu nehmen (act. 5). Mit Eingabe vom 7. April 2021 äusserte sich die 

Gesuchstellerin zum Streitwert (act. 8 und act. 9). Diese Eingabe wurde dem 

Gesuchsgegner nach Eingang des einverlangten Kostenvorschusses 

(eingegangen am: 9. April 2021; act. 10) zugestellt (Prot. S. 7). Am 20. April 2021 

nahm der Gesuchsgegner alsdann Stellung zum Gesuch und beantragte 

überdies, es sei ihm "die unentgeltliche Rechtshilfe zu bewilligen unter 

Beiordnung von Rechtsanwalt Dr. Y._____" (act. 13 und act. 14/2-3). 

Das Verfahren ist spruchreif.  

2. Streitgegenstand und Parteistandpunkte 

Es ist unbestritten, dass der Gesuchsgegner vom 1. Februar 2020 bis 

30. November 2020 bei der Gesuchstellerin angestellt war und dass er während 

dieser Zeit diverse Videofilme für die Gesuchstellerin erstellt hat, so auch die 

streitgegenständlichen. 

Die Gesuchstellerin erklärt, am 14. Oktober 2020 erstmals bemerkt zu haben, 

dass der Gesuchsgegner die im Rahmen des Anstellungsverhältnisses 

produzierten Videofilme auf einem privaten Socialmedia-Kanal gepostet habe. 

- 6 - 

Entsprechend habe sie den Gesuchsgegner abgemahnt, welcher in der Folge die 

Videos und die Verlinkung beseitigt und kurz darauf das Arbeitsverhältnis 

gekündigt habe. Am 25. März 2021 habe sie bei einer Konkurrenzrecherche 

festgestellt, dass der Gesuchsgnegner ihre Videofilme – entgegen seiner 

mündlichen Zusicherung, diese auf seinen persönlichen Datenträgern gelöscht zu 

haben – auf seiner Webseite (https://www.M._____.ch/) verwende. Die einzelnen 

Videofilme seien auf der Startseite ein Teil einer "Videowall", in welcher der 

Gesuchsgegner "seine" Videofilme als Referenz darstelle. Im Detail seien die 

einzelnen Filme unter dem Menü-Punkt "Referenzen" aufgeführt. Weiter 

verwende der Gesuchsgegner die Videofilme nicht nur auf seiner Webseite, 

sondern auch auf seinen Socialmedia-Kanälen. Demnach nutze der 

Gesuchsgegner nachweislich unerlaubterweise die ihm nicht zustehenden 

Videofilme für eigene Werbezwecke (act. 1). 

Der Gesuchsgegner bestreitet ein unlauteres Verhalten (act. 13). 

3. Prozessvoraussetzungen 

3.1. Streitwert 

Gemäss Art. 91 Abs. 2 ZPO setzt das Gericht der Streitwert fest, sofern sich die 

Parteien darüber nicht einigen oder die Angaben offensichtlich unrichtig sind. Das 

Gericht hat einen Ermessensentscheid zu fällen und den Streitwert nach 

objektiven Kriterien zu schätzen. Dabei berücksichtigt es die Vorbringen und 

Interessen der Parteien (BSK ZPO-RÜEGG/ RÜEGG, Art. 91 N 6). Klagen, die sich 

auf Lauterkeitsrecht stützen, haben ihren Rechtsgrund letzten Endes im 

Vermögensrecht und sind daher nach gefestigter Rechtsprechung als 

vermögensrechtlich einzustufen, auch wenn die Schätzung deren Geldwerts 

gelegentlich schwierig sein mag (BGE 82 II 77; JOHANN ZÜRCHER, der Streitwert 

im Immaterialgüter und Wettbewerbsrechtsprozess, sic! 2002 S. 493, 505; ZR 112 

[2013] Nr. 35 S. 149). 

Mit Verfügung vom 30. März 2021 legte das hiesige Gericht den Streitwert 

einstweilen auf CHF 100'000.– fest. In ihrer Eingabe vom 7. April 2021 ersuchte 

- 7 - 

die Gesuchstellerin das Gericht, den Streitwert auf CHF 50'000.– festzusetzen, 

und begründete dies damit, sie habe schnell reagiert und damit den 

Reputationsschaden abgemildert (act. 8). Dazu ist zu bemerken, dass letztlich die 

superprovisorische Anordnung einen weiteren Reputationsschaden verhinderte. 

Die Bezifferung des behaupteten unlauteren Verhaltens des Gesuchsgegnerin 

wird dadurch nicht betroffen. Es bleibt damit bei einem geschätzten Streitwert von 

CHF 1000'000.–. 

3.2. Zuständigkeit 

Die örtliche Zuständigkeit des Handelsgerichts des Kantons Zürich ergibt sich aus 

Art. 13 lit. b ZPO sowie Art. 13 lit. a ZPO i.V.m. Art. 36 ZPO. Nachdem der 

Streitwert CHF 30'000.– übersteigt, ist die sachliche Zuständigkeit gestützt auf 

Art. 5 Abs. 1 lit. d ZPO und Abs. 2 ZPO i.V.m. Art. 6 Abs. 4 lit. a ZPO i.V.m. § 44 

lit. a i.V.m. §45 lit. b GOG ZH) gegeben, was auch unbestritten blieb. 

3.3. Übrige Prozessvoraussetzungen 

Die übrigen Prozessvoraussetzungen sind gegeben. Auf das Gesuch ist 

einzutreten. 

4. Vorsorgliche Massnahmen 

4.1. Vorbemerkung 

Wie bereits erwähnt, wurde Rechtsbegehren 4 mit Verfügung vom 30. März 2021 

endgültig abgewiesen und auf die Rechtsbegehren 1 und 2 wurde teilweise nicht 

eingetreten (act. 5). Entsprechend ist vorliegend lediglich noch über die 

Rechtsbegehren 1 und 2 (im eingetretenen Umfang) sowie über Rechtsbegehren 

3 zu befinden. 

4.2. Voraussetzungen im Allgemeinen 

Das Gericht trifft die notwendigen vorsorglichen Massnahmen, wenn die 

gesuchstellende Partei glaubhaft macht, dass ein ihr zustehender Anspruch 

verletzt ist  

- 8 - 

oder eine Verletzung zu befürchten ist und dass ihr aus der Verletzung ein nicht 

leicht wieder gutzumachender Nachteil droht (Art. 261 Abs. 1 ZPO). Weiter wird 

vorausgesetzt, dass die anzuordnenden Massnahmen verhältnismässig und 

dringlich sind (BK ZPO II-GÜNGERICH, Art. 262 N 2). Die Massnahme darf zudem 

den Hauptsachenprozess nicht präjudizieren. Sie darf folglich keinen Zustand 

schaffen, der nicht mehr rückgängig zu machen ist (BK ZPO II-GÜNGERICH, Art. 

262 N 4).  

Die Voraussetzungen sind durch die gesuchstellende Partei glaubhaft zu machen, 

ein strikter Beweis ist nicht erforderlich. Glaubhaftmachen bedeutet, dass eine 

gewisse Wahrscheinlichkeit für das Vorhandensein der Voraussetzungen spricht. 

Eine überwiegende Wahrscheinlichkeit ist aber nicht zu verlangen (BSK ZPO-

SPRECHER, Art. 261 N 51 f.). Auch die Einwendungen der Gegenseite sind von 

dieser lediglich glaubhaft zu machen (BSK ZPO-SPRECHER, 261 N 58 m.w.H.). 

Allerdings kann es nicht genügend, wenn der Gesuchsgegner einen alternativen 

Sachverhalt glaubhaft macht. Dies allein kann nichts an der Glaubhaftigkeit der 

Darstellung der Gesuchstellerin ändern. Vielmehr hat er die Glaubhaftmachung 

der Gesuchstellerin durch seine eigene Darstellung zu erschüttern. 

4.3. Hauptsachenprognose 

Die Gesuchstellerin macht materiell geltend, dass der Gesuchsgegner durch die 

Verwendung und Zugänglichmachung dieser von der Gesuchstellerin für Kunden 

hergestellten Videofilme auf seiner Webseite sowie auf seinen Socialmedia-

Kanälen gegen lauterkeitsrechtliche Bestimmungen verstosse, namentlich gegen 

Art. 3 Abs. 1 lit. b sowie Art. 5 lit. c UWG, weshalb ihr die Ansprüche nach Art. 9 

UWG (insbesondere Anspruch auf Beseitigung und Unterlassung) zukommen 

würden. 

4.3.1. Klageberechtigung gemäss Art. 9 UWG 

Die Gesuchstellerin stützt ihre Klage im Wesentlichen auf Art. 9 Abs. 1 UWG und 

führt aus, dass sie als Konkurrentin des Gesuchsgegners direkt aktivlegitimiert 

sei. Sie werde durch das vorliegend im Streit stehende Verhalten des 

- 9 - 

Gesuchsgegners in ihren wirtschaftlichen Interessen bedroht, da die Gefahr 

bestehe, dass sich potentielle Kunden durch zugängliche Filme des 

Gesuchsgegners täuschen und sich dazu verleiten liessen, eine aktive 

Partnerschaft zwischen den beiden Parteien anzunehmen oder gar einen Vertrag 

mit dem Gesuchsgegner abzuschliessen (act. 1 Rz. 15 ff.).  

Der Gesuchsgegner trägt diverse Einwendungen gegen den von der 

Gesuchstellerin eingereichten Arbeitsvertrag und die 

Geheimhaltungsvereinbarung vor (insbesondere fehlende Unterzeichnung und 

Paraphierung durch den Gesuchsgegner, Unwirksamkeit der Dokumente, 

fehlende Authentizität etc.) und macht geltend, dass die Gesuchstellerin gestützt 

darauf keine Ansprüche herleiten könne (act. 13 S. 3-6.).  

Die vom Gesuchsgegner vorgetragenen Einwendungen sind insofern nicht von 

Relevanz, als die Gesuchstellerin primär keine Vertragsverletzung geltend macht, 

sondern die Verletzung lauterkeitsrechtlicher Bestimmungen rügt. Nach Art. 9 

UWG kann, wer durch unlauteren Wettbewerb in seiner Kundschaft, seinem 

Kredit oder beruflichen Ansehen, in seinem Geschäftsbetrieb oder sonst in seinen 

wirtschaftlichen Interessen bedroht oder verletzt wird, unter anderem auf 

Unterlassung bzw. Beseitigung klagen. Aktivlegitimiert sind folglich 

Rechtssubjekte, die selbst am wirtschaftlichen Wettbewerb beteiligt sind und 

eigene wirtschaftliche Interessen geltend machen können (BGE 123 III 395). Eine 

vertragliche Beziehung ist dabei nicht erforderlich. Anspruchsberechtigt sind 

vielmehr primär Mitbewerber. Der Kreis der Klageberechtigten ist allerdings nicht 

auf sie beschränkt: insbesondere muss zwischen der klagenden und der 

beklagten Partei keine direkte Konkurrenzsituation bestehen. Zentrale 

Voraussetzung ist die (eigene) Teilnahme am wirtschaftlichen Wettbewerb und 

damit die verbundene Beeinträchtigung in eigenen wirtschaftlichen Interessen. 

Erforderlich ist damit ein unmittelbares Interesse daran, die eigene Stellung im 

Wettbewerb mit dem Erfolg der Klage abzusichern oder zu verbessern (BGE 126 

III 239). In jedem Fall klageberechtigt ist bei konkurrenzwirksamen Sachverhalten 

der direkt betroffene und entsprechend beeinträchtigte Mitbewerber (BSK UWG-

RÜETSCHI/ROTH, Art. 9 N 6). 

- 10 - 

Die Gesuchstellerin ist gemäss Handelsregister im Bereich Film und Werbung 

tätig. Es ist unbestritten, dass sich der Gesuchsgegner, der einst Mitarbeiter der 

Gesuchstellerin war, sich nunmehr selbst im gleichen Geschäftsfeld als 

Mitbewerber und mithin als Konkurrent betätigt und dass die Gesuchstellerin ein 

unmittelbares Interesse daran hat, einem potentiellen Kundenverlust 

entgegenzuwirken. Damit ist die Gesuchstellerin grundsätzlich klageberechtigt, 

sofern sich der Gesuchsgegner unlauter verhält (vgl. Art. 9 Abs. 1 lit. b UWG). Die 

Gesuchstellerin wirft dem Gesuchsgegner einen Verstoss gegen Art. 3 lit. b UWG 

sowie von Art. 5 lit. c UWG vor (act.13 Rz. 19). 

4.3.2. Verletzung von Art. 3 lit. b UWG 

Gemäss Art. 3 Abs. 1 lit. b UWG handelt insbesondere unlauter, wer über sich, 

seine Firma, seine Geschäftsbezeichnung, seine Waren, Werke oder Leistungen, 

deren Preise, die vorrätige Menge, die Art der Verkaufsveranstaltung oder über 

seine Geschäftsverhältnisse unrichtige oder irreführende Angaben macht oder in 

entsprechender Weise Dritte im Wettbewerb begünstigt. Eine Angabe über einen 

bestimmten Gegenstand muss – um unlauter zu sein – irreführend oder unrichtig 

sein, und zwar nach dem Verständnis des Durchschnittsadressaten, wobei die 

Angabe einen Wettbewerbsbezug haben muss (DIKE-UWG-Kommentar-

BLATTMANN, Art. 3 Abs. 1 lit. b N 10). Formal genügt als Angabe eine Äusserung 

in irgendeiner Form (BSK UWG-BERGER, Art. 3 Abs. 1 lit. b N 15). Inhaltlich soll 

die Angabe eine tatsächliche, nachprüfbare, dem Beweis zugängliche 

Behauptung sein (DIKE-UWG-Kommentar-BLATTMANN, Art. 3 Abs. 1 lit. b N 12; 

BSK UWG-BERGER, Art. 3 Abs. 1 lit. b N 22). Schweigen kann für sich genommen 

keine Angabe darstellen. Fehlvorstellungen kann es nur dann hervorrufen, wenn 

der Adressat von der in Wahrheit nicht gegebenen Vollständigkeit der Information 

ausgeht und sich eine mehr oder minder konkrete Vorstellung von der 

tatsächlichen Lage im Bereich der Informationslücke macht. Ansonsten werden 

nur Nichtvorstellungen aufrechterhalten (SHK UWG-JUNG, Art. 3 Abs. 1 lit. b 

N 24). Angaben können bei der Gesamtbetrachtung allerdings als unvollständig 

hinsichtlich verschwiegener Umstände bzw. unterdrückter Tatsachen angesehen 

werden. Massgebend zur Beurteilung des Aussagegehalts der Angabe (und damit 

- 11 - 

Irreführungsgefahr) ist das objektivierte Verständnis. Dieses Verständnis ist 

aufgrund einer Gesamtbetrachtung der Angabe und ihres Kontextes zu erstellen 

(BSK UWG-BERGER, Art. 3 Abs. 1 lit. b N 36 ff.). Wettbewerbsbezug bzw. -

relevanz hat die Angabe, wenn sie für den Kaufentschluss der potentiellen 

Kunden wesentlich ist (Urteil BGer 6B_252/2016 vom 28. April 2016 E. 1.2). Bei 

den im Katalog von Art. 3 Abs. 1 lit. b UWG aufgezählten Gegenständen ist ein 

solcher Bezug zu vermuten (DIKE-UWG-Kommentar-BLATTMANN, Art. 3 Abs. 1 

lit. b N 72 ff.; SHK UWG-JUNG, Art. 3 Abs. 1 lit. b N 84). 

Vorliegend argumentiert die Gesuchstellerin, dass der Gesuchsgegner durch die 

Verwendung ihrer Videofilme als Teil seiner Startseite und unter der Rubrik 

Referenzen für Dritte die Angabe mache, dass diese Werke durch ihn erstellt 

worden seien. Dies sei nicht der Fall. Bei einigen Videos sei das Logo der 

Gesuchstellerin vorhanden. Durch die Einbindung auf der eigenen Webseite unter 

Referenzen sei es aber für Ditte nicht ersichtlich, dass es sich bei den 

entsprechenden Logos um die Eigentümerin der Werke handle. Dritte würden, 

gerade bei Videos, bei denen die Logos fehlten, davon ausgehen, dass die Filme 

dem Gesuchsgegner gehörten. Da es sich um im Rahmen des 

Arbeitsverhältnisses des Gesuchsgegners bei der Gesuchstellerin hergestellte 

Videos handle, sei die Angabe unrichtig, mindestens jedoch irreführend (act. 1 

Rz. 23). 

Der Gesuchsgegner moniert, dass die Gesuchstellerin nicht eindeutig darlege, 

dass ihr an den aufgeführten Werken tatsächlich das Urheberrecht gehöre, was er 

vorsorglich bestreite. Ungeklärt und von der Gesuchstellerin nicht bewiesen 

worden sei die Frage, wer der Schöpfer der Werke sei. In Wirklichkeit sei er als 

Schöpfer des Videomaterials anzusehen (act. 13 S. 7). Damit bestreitet er 

indirekt, dass seine Angaben unrichtig und/oder irreführend sind. 

Es ist unbestritten, dass es sich beim Gesuchsgegner um einen ehemaligen 

Angestellten der Gesuchstellerin handelt und dass die fraglichen Videos während 

dieser Zeit hergestellt worden sind. Es ist denn auch nicht selten, dass in 

Arbeitsverhältnissen schöpferische Werke durch den Arbeitnehmer entstehen. 

Gemäss Art. 6 URG ist Urheber, wer das Werk geschaffen hat (Art. 6 URG). Sind 

- 12 - 

Arbeitnehmende in einem Bereich tätig, in denen regelmässig schöpferische 

Werke entstehen, können entsprechende Regelungen im Arbeitsvertrag getroffen 

werden. Regelt der Arbeitsvertrag nichts explizit, so wird auf den Zweck des 

Arbeitsvertrags abgestellt: Der Arbeitsvertrag schliesst die Übertragung der 

Urheberrechte auf den Arbeitgeber stillschweigend dann mit ein, wenn die im 

Arbeitsvertrag geregelte Aufgabe der Arbeitnehmenden gerade darin liegen soll, 

einen oder mehrere Werke für den Arbeitgeber zu schaffen. Die Übertragung 

betrifft dann die Rechte, die für den Zweck des Vertrags notwendig sind (sog. 

Zweckübertragungstheorie).  

Unbestritten ist, dass der Gesuchsgegner von der Gesuchstellerin als Videograph 

angestellt wurde (vgl. auch act. 3/2 Ziff. 2). Videographen arbeiten im Bereich 

Videographie und Videoproduktion und nehmen Bewegtbilder und Ton mit einer 

Kamera auf Speichermedien auf. Obschon der Arbeitsvertrag, dessen Gültigkeit 

vom Gesuchsgegner bestritten wird, nicht explizit regelt, was bezüglich der 

während des Anstellungsverhältnisses erstellten schöpferischen Werke gilt, ist es 

unter den gegebenen Umständen höchstwahrscheinlich, dass der geschlossene 

Arbeitsvertrag die Übertragung der Urheberrechte dieser Videos an den 

Arbeitgeber stillschweigend mit einschliesst. Jedenfalls ist es dem 

Gesuchsgegner nicht gelungen, diese Glaubhaftmachung der Gesuchstellerin 

durch seine eigene Darstellung zu erschüttern, bestreitet er doch lediglich 

pauschal, dass der Gesuchstellerin die Urheberrechte an den Videos gehören 

und widerspricht sich alsdann selbst, wenn er weiter ausführt, dass er die 

Materialien mit dem Logo-Hinweis verwenden würde, so dass ersichtlich sei, dass 

diese Filme der Gesuchstellerin (namentlich der Firma A._____ GmbH) gehören 

(vgl. act. 13 S. 7 Abs. 6). 

Nach dem Gesagten vermag die Gesuchstellerin glaubhaft zu machen, dass sie 

Rechtsinhaberin der streitgegenständlichen Videofilme ist. 

Mit der Einbettung dieser Videofilme auf seiner eigenen Website und den eigenen 

Socialmedia-Kanälen macht der Gesuchsgegener Angaben über Leistungen. Die 

Angaben sind objektiv durchaus geeignet, bei Dritten (potentiellen Kunden, 

Partnern etc.) die Vorstellung zu erzeugen, dass diese Videos vom 

- 13 - 

Gesuchsgegner selbständig hergestellt worden sind. Indem der Gesuchsgegner 

nicht klar indiziert (teilweise Verwendung der Materialien mit Logo-Hinweis reicht 

hierzu nicht aus), dass es sich bei den Videofilmen um Contents Dritter handelt, 

d.h. zugleich eine Angabe verschweigt, wird die Gefahr des Erzeugens einer 

Fehlvorstellung noch erhöht. Gerade durch die Verwendung unter Referenzen 

scheint dieser Effekt beabsichtig zu werden. Dass die Handlungen 

Wettbewerbsbezug haben, ergibt sich ohne Weiteres daraus, dass die Webseite 

und die Socialmedia-Kanäle letztlich zum Zweck der Eigenwerbung eingesetzt 

werden, was der Gesuchsgener denn auch bestätigt, indem er ausführt, dass er 

mit den Filmen lediglich seine professionellen Fähigkeiten habe zeigen und zum 

Ausdruck bringen wollen, dass er derartiges Filmmaterial herzustellen im Stande 

sei (act. 13 S. 7).   

Zusammengefasst ist es der Gesuchstellerin gelungen, eine Verletzung von Art. 3 

lit. b UWG glaubhaft zu machen. 

4.3.3. Verletzung von Art. 5 lit. c UWG 

Weiter handelt gemäss Art. 5 lit. c UWG unlauter, wer das marktreife 

Arbeitsergebnis eines andern ohne angemessenen eigenen Aufwand durch 

technische Reproduktionsverfahren als solches übernimmt und verwertet. Als 

Arbeitsergebnisse kommen u.a. Ton- und Bildaufnahmen, digitale Daten und 

Internetseiten in Frage (DIKE-UWG-Kommentar-WEBER/CHROBAK, Art. 5 lit. c 

N 15). Vom Tatbestand erfasst werden ausschliesslich konkret ausgearbeitete 

End-, Zwischen- oder Teilprodukte, die selbständig wirtschaftlich verwertet 

werden können (DIKE-UWG-Kommentar-WEBER/CHROBAK, Art. 5 lit. c N 19). Als 

tatbestandsmässiges Handeln gilt die unmittelbare Übernahme, d.h. die Kopie 

des Originals. Mit Verwertung kann jede gewerbliche bzw. berufliche Nutzung 

oder Anwendung des übernommen Produkts gemeint sein (DIKE-UWG-

Kommentar-WEBER/CHROBAK, Art. 5 lit. c N 23 ff.). 

Die Gesuchstellerin führt aus, dass der Gesuchsgegner die von ihr für Kunden 

angefertigten, marktreifen Videos auf seiner eigenen, seiner geschäftlichen 

Tätigkeit dienenden Webseite (Startseite, Referenzen) und Socialmedia-Kanälen 

- 14 - 

übernommen habe (act. 1 Rz. 11 und Rz. 23 f .). Der Gesuchsgegner habe die 

Videofilme aus bei ihm vorhandenen Daten reproduziert (Anfertigung von Kopien) 

und anschliessend auf seine Webseite geladen (weitere Kopien der Daten). 

Dieser Kopieraufwand stelle offensichtlich keinen angemessenen Aufwand im 

Vergleich zur aufwändigen Produktion der Gesuchstellerin dar (act. 1 Rz. 24). 

Der Gesuchsgegner bestreitet diesen Vorgang nicht konkret (act.13). 

Wie unter Erwägung Ziff. 4.3.2. hiervor bereits dargelegt, vermag die 

Gesuchstellerin glaubhaft zu machen, dass sie Rechtsinhaberin der 

streitgegenständlichen Videofilme ist. Weiter erscheint glaubhaft, dass der 

Gesuchsgegner die von ihr für Kunden angefertigten, marktreifen Videos auf 

seiner eigenen, seiner geschäftlichen Tätigkeit dienenden Webseite (Startseite, 

Referenzen) und Socialmedia-Kanälen übernommen hat (act. 1 Rz. 11, 23 f.), 

womit die Gesuchstellerin auch die Tatbestandsvoraussetzungen "ohne 

angemessenen eigenen Aufwand" und " durch technische 

Reproduktionsverfahren" glaubhaft dargelegt. Unbestritten ist denn auch, dass 

der Gesuchsgegner die Videos benutzt, um neue Kunden (befinden sich die 

Videos u.a. in der Kategorie Referenzen) von seinem Können zu überzeugen 

(act. 1 Rz. 24 und act. 13 S. 7). Dies ist eine Verwertungshandlung. Folglich 

erscheint auch eine Verletzung von Art. 5 lit. c UWG plausibel. 

4.3.4. Besonderes Rechtsschutzinteresse 

Bei Beseitigungsbegehren ist neben den vorgenannten Voraussetzungen auch 

das Vorliegen einer andauernden Verletzung bzw. einer fortdauernde Störung 

erforderlich (BSK UWG-RÜETSCHI/ROTH, Art. 9 N 40; Kuko ZPO-DOMEJ, Art. 9 

N 19). Unterlassungsbegehren setzen gar ein besonderes Rechtsschutzinteresse 

voraus. Nach ständiger bundesgerichtlicher Rechtsprechung liegt ein solches 

dann vor, wenn das Verhalten der Gesuchsgegnerin eine künftige 

Rechtsverletzung ernsthaft befürchten lässt (BGE 124 III 72 E. 2a; BGE 116 II 

357 E. 2a; Kuko ZPO-OBERHAMMER, Art. 84 N 10 m.H.; Kuko ZPO-DOMEJ, Art. 9 

N 11). Eine Erstbegehungsgefahr besteht, wenn der Gegner noch keine 

Rechtsverletzung jener Art, wie sie verboten werden soll, begangen hat. Diesfalls 

- 15 - 

müssen konkrete Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass der Gegner eine unlautere 

Handlung zu setzen beabsichtigt, was sich in erster Linie aus typischen 

Vorbereitungshandlungen erschliessen lässt (BSK UWG-RÜETSCHI/ROTH, Art. 9 N 

18). Die Wiederholungsgefahr ist massgeblich, wenn die gesuchstellende Partei 

den Nachweis erbringt, dass eine gleichartige Rechtsverletzung bereits begangen 

wurde. Bestreitet die gesuchsgegnerische Partei diesfalls die Rechtswidrigkeit 

ihres Verhaltens oder weigert sie sich, es einzustellen, so wird die 

Wiederholungsgefahr vermutet (BGE 128 III 96 E. 2e; BGE 124 III 74 E. 2a; Urteil 

BGer 4C.341/2005 vom 6. März 2007 E. 5.4).  

Die Gesuchstellerin erläutert, am 14. Oktober 2020 erstmals bemerkt zu haben, 

dass der Gesuchsgegner einen Videofilm auf seinem privaten Socialmedia-Kanal 

gespostet habe, woraufhin sie ihn abgemahnt habe. Kurz darauf habe der 

Gesuchsgegner das Arbeitsverhältnis gekündigt. Anlässlich der Beendigung 

dieses Arbeitsverhältnisses habe sie eine geordnete Übergabe der Daten und 

anderen Materialien vornehmen wollen. Der Gesuchsgegner habe zwar seine 

Unterschrift auf der Geheimhaltungsvereinbarung verweigert, immerhin aber 

mündlich bestätigt, damit einverstanden zu sein, die Daten (inkl. Videofilme) auf 

seinen Datenträgern zu löschen (act. 1 Rz. 9 f.). Am 25. März 2021 habe sie bei 

einer Konkurrenzrecherche festgestellt, dass der Gesuchsgegner ihre Videofilme 

auf seiner eigenen Webseite (https://www.M._____.ch/) verwende. Zudem würde 

der Gesuchsgegner die Filme auf seinen Socialmedia-Kanälen nutzen, so z.B. der 

Videofilm "G._____" auf Instagram (act. 13 Rz. 11 f.). 

Der Gesuchsgegner bestreitet, dass die Gesuchstellerin aufgrund seines 

Verhaltens um eine künftige Rechtsverletzung ernsthaft besorgt sein müsse. Er 

sei weder verwarnt noch sonst wie auf den Sachverhalt aus Sicht der 

Gesuchstellerin aufmerksam gemacht worden. Entsprechend sei ihm weder am 

2. Dezember 2020 noch an einem anderen Tag ein Protokoll zur Unterschrift 

vorgelegt worden. Auch sei er weder aufgefordert worden, die Daten von seinen 

Datenträgern zu löschen, noch habe es schriftliche Abmahnungen gegeben. Der 

Gesuchstellerin sei es damit nicht gelungen, ihre angeblichen "Vorwarnungen" zu 

dokumentieren und zu beweisen. Die gerichtliche Feststellung, wonach 

- 16 - 

angebliche Rechtsverletzungen in der Vergangenheit stattgefunden hätten, seien 

unbegründet und nicht durch Beweismittel belegt. Die Behauptung der 

Gesuchstellerin, wonach er einen Videofilm, welcher unter die 

Geheimhaltungserklärung falle, auf einem privaten Socialmedia-Kanal gepostet 

habe, sei falsch und aus den Fingern gesogen. Die Gesuchstellerin konkretisiere 

nicht, um welchen Videofilm es sich gehandelt habe, weshalb dieser unter die 

Geheimhaltungserklärung gefallen sei noch lege sie einen Beweis dafür vor, dass 

ein solcher Film tatsächlich gepostet worden sei, was er ausdrücklich bestreite 

(act. 13 S. 8 ff.). 

Im Schreiben vom 14. Oktober 2020 weist die Gesuchstellerin den 

Gesuchsgegner ausdrücklich darauf hin, dass sämtlich während des 

Arbeitsverhältnisses erstelltes Filmmaterial alleiniges Eigentum der A._____ sei 

(act. 3/15). Ob dieser Hinweis als Verwarnung gilt, kann offen bleiben, zumal eine 

nach einer Rechtsverletzung ergangene Verwarnung ohne Wirkung zwar ein Indiz 

für einen bevorstehenden Eingriff darstellt, eine solche jedoch nicht per se 

vorausgesetzt wird. Die Gesuchstellerin hat die Verwendung der 

streitgegenständlichen Videofilme auf der besagten Webseite des 

Gesuchsgegners grösstenteils durch Screenshots belegt (act 3/5 [C._____ und 

D._____], act. 3/7 [E._____ und F._____], act. 3/10 [G._____ und H._____ ] und 

act. 3/14 [I._____ und K._____]). Aufgrund dieser Verwendungen und vor dem 

Hintergrund, dass der Gesuchsgegner die Rechtswidrigkeit seines Verhaltens 

bestreitet, ist diesbezüglich von einer Wiederholungsgefahr auszugehen. Weiter 

hat die Gesuchstellerin eine Verwendung bzw. eine Gefahr der Verwendung der 

Filme auf den besagten Socialmedia-Kanälen (namentlich Linkedin, Facebook, 

Instagram und Youtube) behauptet und als Beispiel die Verwendung von G._____ 

auf Instagram genannt. Wird die Verwendung auf einem benutzten Socialmedia-

Kanal bzw. die Verwendung gewisser Videofilme auf der Webseite des 

Gesuchsgegners verboten, besteht die ernsthafte Gefahr, dass nachfolgend ein 

anderer der genannten Kanäle bzw. ein anderer Videofilm benutzt wird. 

Entsprechend kann hinsichtlich derjenigen Socialmedia-Kanälen, welche in 

Rechtsbegehren 2 namentlich genannt werden, aber keine konkrete Verwendung 

der Videos behauptet wurde sowie derjenigen Videofilmen gemäss 

- 17 - 

Rechtsbegehren 1 und 2, welche noch nicht verwendet wurden, von einer 

Erstbegehungsgefahr ausgegangen werden. Entsprechend ist auch das 

besondere Rechtsschutzinteresse an Rechtsbegehren 1 bis 3 zu bejahen.  

4.3.5. Zwischenfazit 

Zusammengefasst fällt die Hauptsachenprognose unter den dargelegten 

Umständen aus heutiger Sicht nach wie vor positiv aus. 

4.4. Nachteilsprognose 

Ein drohender Nachteil im Sinne von Art. 261 Abs. 1 lit. b ZPO gilt unter anderem 

dann als nicht leicht wieder gutzumachend, wenn ein materieller Anspruch durch 

eine bestehende Verletzung oder eine Gefährdung vor Durchführung bzw. 

Abschluss eines Hauptsacheverfahrens vereitelt würde oder seine gehörige 

Befriedigung wesentlich erschwert wäre (BSK ZPO-SPRECHER, Art. 261 N 16 ff., 

insb. N 34).  

Die Gesuchstellerin führt im Wesentlichen aus, aufgrund der unlauteren 

Werbemethode des Gesuchsgegners sei ernstlich zu befürchten, dass sie 

Kunden an ihn verlieren werde. Weiter drohe ihr eine Rufschädigung. Nicht 

auszuschliessen sei überdies, dass Kunden sie ins Recht fassen würden, weil 

deren Videofilme ohne Zustimmung bei einem Dritten wiedergegeben würden. 

Schwerwiegend sei schliesslich, dass ein Videofilm noch gar nicht hätte 

veröffentlicht werden dürfen, da die Publizierung zu einem späteren Zeitpunkt in 

einer Maketingaktion geplant sei (act. 1 Rz. 26 ff.). 

Der Gesuchsgegner nimmt hierzu keine Stellung (act. 13). 

Mit ihren Ausführungen legt die Gesuchstellerin glaubhaft dar, dass aufgrund der 

Verwendung der Videofilme zu befürchten ist, dass sie Kunden an den 

Gesuchsgegner verliert, von Kunden ins Recht gefasst werden könnte (auch aber 

nicht nur wegen zu früher Publikation) sowie eine Rufschädigung und ein damit 

verbundener Kundenverlust droht (act. 1 Rz. 26 ff.). Kunden möchten sich auf 

ihren Vertragspartner verlassen können. Abweichungen vom vertraglich 

- 18 - 

Vereinbarten, so auch die Verwendung durch Dritte, werden seitens der Kunden 

höchstwahrscheinlich nicht geschätzt. Eine Beseitigung von solchen nicht nur 

finanziellen, sondern auch tatsächlichen Nachteilen ist nachträglich kaum 

möglich. Ein drohender, nicht leicht wieder gut zu machender Nachteil zu Lasten 

der Gesuchstellerin ist unter diesen Umständen glaubhaft. 

  

- 19 - 

4.5. Dringlichkeit 

Die für die Anordnung bzw. Aufrechterhaltung der vorsorglichen Massnahmen 

erforderliche Dringlichkeit hängt mit der Voraussetzung des nicht leicht wieder gut 

zu machenden Nachteils eng zusammen. Sie hat sich an der Dauer des zu 

erwartenden Hauptprozesses zu messen und beurteilt sich anhand der konkreten 

Umstände im Einzelfall. Lässt sich dasselbe Ziel durch den richterlichen 

Endentscheid im ordentlichen Verfahren erreichen, fehlt es an der Dringlichkeit 

(BSK ZPO-SPRECHER, Art. 261 N 39).  

Die Gesuchstellerin begründet die Dringlichkeit damit, dass durch die frühzeitige 

Publikation gewisser Videofilme bestehende Kundenverträge verletzt worden 

seien. Zudem bestehe mit den nun stattfindenden Öffnungen von 

Ladengeschäften und der damit verbundenen Erholung der Wirtschaft eine hohe 

Wahrscheinlichkeit, dass sich potentielle Kunden aufgrund der Referenzvideos an 

den Gesuchsgegner statt die Gesuchstellerin wenden würden. Dies hätte für die 

Gesuchstellerin übermässige wirtschaftliche Einbussen zur Folge, weshalb ihr 

nicht zumutbar sei, die ordentlichen Prozessfristen bis zu einem Urteil abzuwarten 

(act. 1 Rz. 30 ff.).  

Der Gesuchsgegner äussert sich hierzu nicht (act. 13). 

Die Gesuchstellerin hat ihr Gesuch umgehend nach Entdeckung der Videofilme 

gestellt. Da auch ein Verfahren um vorsorgliche Massnahmen insbesondere 

wegen des Replikrechts einige Zeit dauern kann und die Gefahr des Überlaufens 

der Kundschaft (sowie auch der Rufgefährdung) glaubhaft erscheint, ist 

vorliegend eine Dringlichkeit zu bejahen. 

4.6. Verhältnismässigkeit 

Hinsichtlich der Rechtsbegehren 1 und 2 ist festzuhalten, dass das Interesse der 

Gesuchstellerin, welche einen Anspruch aus UWG glaubhaft gemacht hat, deren 

Anordnung erfordert, was der Gesuchsgegner denn auch nicht explizit bestreitet. 

Mit dem Verbot der Wiedergabe und der Beseitigung der darin spezifisch 

genannten Videomaterialien auf der Website https://www.M._____.ch/ einerseits 

- 20 - 

und auf den in Rechtsbegehren 2 aufgezählten Socialmedia-Kanälen andererseits 

kann die Publikation der Videos durch den Gesuchsgegner einstweilen 

unterbunden und die Verwendung der Videos sowie die damit verbundenen, 

glaubhaft gemachten drohenden Nachteile einstweilen abgewendet werden. 

Gelichzeitig verunmöglichen diese Anordnungen dem Gesuchsgegner seine 

Tätigkeit und seine Eigenwerbung nicht komplett.  

Eine Erschwerung, wenn nicht gar eine Verunmöglichung der Tätigkeit und der 

Eigenwerbung des Gesuchsgegners hätte allerdings eine Gutheissung von 

Rechtsbegehren 3 zur Folge. Die Unterlassung und Beseitigung gemäss 

Rechtsbegehren 1 und 2 zusammen mit geeigneten Vollstreckungsmassnahmen 

genügen, um die drohenden Nachteile für die Gesuchstellerin abzuwenden. Das 

unternehmerische Interesse des Gesuchsgegners an der Verwendung seiner 

Domain ist höher zu gewichten als dasjenige der Gesuchstellerin, jegliche 

verzögerte Reaktion des Gesuchsgegners vermeiden zu wollen. Entsprechend ist 

eine Anordnung im Sinne von Rechtsbegehren 3 unverhältnismässig und das 

diesbezügliche Begehren abzuweisen. 

5. Vollstreckungsmassnahmen 

Wie bereits in Verfügung vom 30. März 2021 dargelegt, kann die 

Zuwiderhandlung gegen angeordnete vorsorgliche Massnahmen als 

Vollstreckungsmassnahme auf Antrag und aber auch von Amtes wegen mit 

einzelnen oder miteinander verbundenen Androhungen versehen werden (BSK 

ZPO-SPRECHER, Art. 262 N 53 ff.). Dazu gehören die Strafandrohung nach 

Art. 292 StGB, die Ordnungsbusse bis CHF 5'000.– und die Tagesbusse bis zu 

CHF 1'000.– für jeden Tag der Nichterfüllung (als Variante der Ordnungsbusse) 

sowie direkte Zwangsmassnahmen (Art. 343 Abs. 1 lit. a-d). Über die Anordnung 

der Vollstreckungsmassnahmen entscheidet das Gericht nach seinem eigenen 

Ermessen (ZK ZPO-STAEHELIN, Art. 236 N 25). Dabei hat es den Grundsatz der 

Verhältnismässigkeit zu beachten (ZK ZPO-STAEHELIN, Art. 343 N. 11 und N 14).  

Ihrer Rechtsnatur als Zwangsgeld entsprechend ist die Ordnungsbusse (inkl. 

Tagesbusse) vorerst für den Fall der Nichterfüllung lediglich anzudrohen und erst 

- 21 - 

dann auszusprechen, wenn die Nichterfüllung feststeht (ZK ZPO-STAEHELIN,  

Art. 343 N 22; BK ZPO II-KELLERHALS, Art. 343 N 43 ff.). Die Androhung kann 

bereits in das zu vollstreckende Urteil aufgenommen werden. Die Höhe der Busse 

kann beziffert werden, muss jedoch nicht (ZK ZPO-STAEHELIN, Art. 343 N 22). Das 

Vollstreckungsgericht hat sodann in einem zweiten Entscheid festzustellen, ob 

tatsächlich nicht erfüllt wurde, und allenfalls die Busse zu verhängen sowie – 

sofern noch nicht beziffert – deren Höhe festzusetzen. Dieser Entscheid des 

Vollstreckungsgerichts bedarf eines Antrags der obsiegenden Partei (ZK ZPO-

STAEHELIN, Art. 343 N 22; BK ZPO II-KELLERHALS, Art. 343 N 49). 

Vorliegend drängt sich – damit der Gesuchsgegner den Beseitigungs- und 

Unterlassungsanordnungen gemäss Rechtsbegehren 1 und 2 rasch und 

fortwährend Folge leistet – die Androhung einer Tagesbusse nach Art. 343 Abs. 1 

lit. c ZPO (gemäss Gesetz bis zu CHF 1'000.– für jeden Tag der Nichterfüllung) 

auf. Auf eine Bezifferung der allenfalls auszufällenden Tagesbusse ist indessen 

im jetzigen Zeitpunkt zu verzichten. Weiter ist sie mit einer Strafandrohung nach 

Art. 292 StGB (Busse bis CHF 10'000.–) zu verbinden, um den gerichtlichen 

Anordnungen Nachdruck zu verleihen. In Anbetracht dieser beiden Androhungen 

rechtfertigt sich unter Berücksichtigung des Verhältnismässigkeitsgrundsatzes 

hingegen keine zusätzliche Androhung einer Ordnungsbusse bis CHF 5'000.– 

(Art. 343 Abs. 1 lit. b ZPO) und keine Androhung direkter Zwangsmassnahmen 

(Art. 343 Abs. 1 lit. d ZPO). 

6. Fazit 

Zusammenfassend sind die mit Verfügung vom 30. März 2021 superprovisorisch 

angeordneten Massnahmen aufrecht zu erhalten. Mithin bleibt es dem 

Gesuchsgegner weiterhin verboten, die streitgegenständlichen Videofilme auf der 

Webseite www.M._____.ch sowie auf den Socialmedia-Kanälen Linkedin, 

Facebook, Instagram und Youtube wiederzugeben und er wird verpflichtet, die 

Videos von der genannten Webseite und den Socialmedia-Kanälen zu beseitigen. 

Gleichzeitig ist der Gesuchstellerin Frist anzusetzen, um diesbezüglich den 

Prozess in der Hauptsache anhängig zu machen. Rechtsbegehren 3 ist 

abzuweisen.  

- 22 - 

7. Unentgeltliche Rechtspflege 

7.1. Voraussetzungen 

Eine Partei hat Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege, wenn sie nicht über die 

erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechtsbegehren nicht aussichtslos erscheint 

(Art. 117 ZPO). Sofern es zur Wahrung der Rechte notwendig ist, besteht darüber 

hinaus ein Anspruch auf einen unentgeltlichen Rechtsbeistand (Art. 118 Abs. 1 

lit. c ZPO).  

Zwecks Überprüfung der Anspruchsberechtigung hat die gesuchstellende Partei 

ihre Einkommens- und Vermögensverhältnisse darzulegen und sich zur Sache 

sowie über ihre Beweismittel zu äussern (Art. 119 Abs. 2 ZPO). Wohl gilt in 

Verfahren der unentgeltlichen Rechtspflege im öffentlichen Interesse ein 

eingeschränkter Untersuchungsgrundsatz (vgl. etwa Urteil BGer 5P.395/2005 

vom 22. Mai 2006 E. 6.2; Urteil BGer 4A_319/2013 vom 31. Juli 2013 E. 2.2 

m.w.H.). Der eingeschränkte Untersuchungsgrundsatz entbindet die 

gesuchstellende Partei indes nicht von ihrer umfassenden 

Mitwirkungsobliegenheit (Urteil BGer 4A_319/2013 vom 31. Juli 2013 E. 2.2). Um 

ihrer Mitwirkungsobliegenheit nachzukommen, hat die gesuchstellende Partei 

einerseits ihre Einkommens- und Vermögensverhältnisse umfassend, klar und 

gründlich offenzulegen sowie möglichst zu belegen (BGE 120 Ia 179 E. 3a; 135 I 

221 E. 5.1; Urteil BGer 5P.455/2004 vom 10. Januar 2005 E. 2.1; vgl. ausführlich 

Urteil BGer 4A_563/2014 vom 25. Februar 2015 E. 2.1 m.w.H.). Sodann hat sie 

sich zur Sache sowie über die Beweismittel zu äussern, indem sie das 

tatsächliche und rechtliche Klagefundament vollständig und glaubhaft darlegt 

(BGE 140 III 12, E. 3.4; DIKE-ZPO-Kommentar-HUBER, Art. 119 N 21 m.w.H.; 

siehe ferner insbes. BK ZPO-BÜHLER, Art. 119 N 103, BSK ZPO-RÜEGG/RÜEGG, 

Art. 119 N 8). Nur bei Kenntnis der gesamten Verhältnisse der gesuchstellenden 

Person kann beurteilt werden, ob und allenfalls in welchem Umfang die 

Beanspruchung des eigenen Vermögens zumutbar ist, um einen nicht 

aussichtslosen Prozess zu führen (Urteil BGer 4A_563/2014 vom 25. Februar 

2015 E. 2.1; BGE 120 Ia 179 E. 3a m.w.H.; 125 IV 161 E. 4a) bzw. ob die 

Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistandes zur Wahrung der Rechte 

- 23 - 

notwendig ist. Das Gericht hat demgegenüber weder den Sachverhalt von sich 

aus in jede Richtung hin abzuklären, noch unbesehen alles, was behauptet wird, 

von Amtes wegen zu überprüfen. Es muss den Sachverhalt nur dort (weiter) 

abklären, wo noch Unsicherheiten und Unklarheiten bestehen, sei es, dass sie 

von einer Partei auf solche hingewiesen wird, sei es, dass sie solche selbst 

feststellt (Urteil BGer 5A_380/2015 vom 1. Juli 2015 E. 3.2.2; Urteil BGer 

4A_114/2013 vom 20. Juni 2013 E. 4.3.1, je m.H.). Allenfalls unbeholfene 

Personen sind auf die Angaben hinzuweisen, die es zur Beurteilung des Gesuchs 

um unentgeltliche Rechtspflege benötigt. Wer durch einen Rechtsanwalt vertreten 

wird, kann nicht als unbeholfen gelten (Urteil BGer 4A_114/2013 vom 20. Juni 

2013 E. 4.3.2.).  

Werden die zur Beurteilung der aktuellen Gesamtsituation erforderlichen Angaben 

nicht bzw. nur unzureichend gemacht oder fehlen hinreichende Belege, so ist das 

Gesuch um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege abzuweisen (BGE 120 

Ia 179 E. 3a m.w.H.; BGE 125 IV 161 E. 4a; Urteil BGer 4A_563/2014 vom 

25. Februar 2015 E. 2.1. m.w.H.). 

7.2. Würdigung 

Hinsichtlich seiner Einkommensverhältnisse gibt der rechtskundig vertretene 

Gesuchsgegner an, dass er selbständig sei und monatlich ca. CHF 1'720.– 

verdiene (act. 14/3 Blatt 2). Bezüglich seiner derzeitigen selbständigen Tätigkeit 

liegt dem Gesuch eine Bilanz per 31. März 2021 und eine Erfolgsrechnung 

(Zeitraum 01.01.2021-31.03.2021) seines Einzelunternehmens "M._____" bei. 

Diese Dokumente sind in mehrfacher Hinsicht nicht selbsterklärend: Nicht 

nachvollziehbar ist zunächst, weshalb das in der Bilanz aufgeführte Kassenkonto 

einen Negativbetrag ("-2'057.65") aufweist (act. 14/3 Blatt 8), handelt es sich doch 

um ein Aktivkonto, das einen bestimmten Bestand haben kann oder nicht, nie 

jedoch negativ sein kann. Auf der Passivseite findet sich weiter eine Position 

"Erfolgsrechnung Ergebnis", die mit "398.86" beziffert wird (act. 14/3 Blatt 8). 

Zieht man die eingereichte Erfolgsrechnung zu Rate, ist dieser jedoch nicht 

erwartungsgemäss ein Verlust in dieser Höhe, sondern ein solcher von 

CHF 3'460.– zu entnehmen (act. 14/3 Blatt 10). Weiter fällt auf, dass dem 

- 24 - 

ausgewiesenen Betriebsertrag von CHF 6'880.– Aufwände für "Material, Handel 

und Dienstleistungen" von CHF 6'287.34 und betriebliche Aufwände von 

CHF 3'395.41 gegenüberstehen (act. 14/3 Blatt 9 f.). Zwar gewinnt man den 

Eindruck, dass es sich bei der selbständigen Tätigkeit des Gesuchsgegners um 

eine solche handelt, die sich im Aufbau befindet. Entsprechend wären hohe 

Anfangsinvestitionen nachvollziehbar. Solche wären jedoch als ausserordentlicher 

oder einmaliger Aufwand zu verbuchen, der in der vorliegenden Erfolgsrechnung 

mit CHF 0.– beziffert wird. Nach dem Gesagten besteht insgesamt ein erhöhter 

Erklärungsbedarf für die eingereichte Bilanz und die Erfolgsrechnung. Da der 

Gesuchsgegner seine geltend gemachten Einkünfte nicht näher erläutert und dem 

Gericht auch keine Unterlagen vorliegen, die es im Rahmen des eingeschränkten 

Untersuchungsgrundsatzes zur Klärung beiziehen könnte, können die 

gesuchsgegnerischen Behauptungen nicht vollständig nachvollzogen und 

überprüft werden.  

Dasselbe gilt auch hinsichtlich der geltend gemachten Vermögensverhältnisse. 

Der Gesuchsgegner gibt an, auf den Bankkonti "0.17 + EUR 2.46" sowie 

CHF 42.– Bargeld zu haben (act. 14/3 Blatt 3). Die geltend gemachten 

Kontostände stimmen jedoch nicht mit jenen in der Bilanz überein (vgl. act. 14/3 

Blatt 8 "O._____ Privatkonto" und "Privatkonto B._____"). Dokumente, die seine 

Behauptungen untermauern würden, finden sich in den Akten nicht. Insbesondere 

hat der Gesuchsgegner weder seine letzte Steuererklärung noch Kontoauszüge 

eingereicht. Dies, obschon im von ihm ausgefüllten Formular der Zürcher 

Rechtspflege explizit aufgeführt wird, welche Dokumente dem Gesuch um 

unentgeltliche Rechtspflege beizulegen sind und sich darauf überdies der Hinweis 

findet, dass unrichtige vollständige Angaben sowie fehlende Belege ohne weitere 

Nachfrage zur Abweisung des Gesuchs führen können (act. 14/3 Blatt 5). Im 

Weiten fehlen auch Belege und nähere Angaben zur geltend gemachten 

Schuldverpflichtung (Studienkredit) in der Höhe von CHF 30'000.–. Die weiter 

eingereichte Zahlungserinnerung betreffend Staats- und Gemeindesteuern 2020 

des Steueramts Kloten vom 10. Februar 2021 (act. 14/3 Blatt 7) trägt ebenfalls 

nicht zur Klärung bei, betrifft sie doch nicht den Gesuchsgegner, sondern seine 

Verlobte. Hinsichtlich der geltend gemachten Krankenkassenkosten ist 

- 25 - 

schliesslich darauf hinzuweisen, dass der Gesuchsgegner diese weder belegt 

noch dartut, ob er Anspruch auf eine Prämienverbilligung hat bzw. diese 

ausbezahlt erhält. 

Unter diesen Umständen kann nicht gesagt werden, der Gesuchsgegner – der 

rechtskundig vertreten ist und nicht als unbeholfen gelten kann – habe seine 

Einkommens- und Vermögenssituation umfassend, klar und gründlich offengelegt. 

Eine umfassende Prüfung seiner Bedürftigkeit kann entsprechend nicht 

vorgenommen werden, weshalb das Gesuch des Gesuchsgegeners um 

Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege und um Bestellung eines 

unentgeltlichen Rechtsbeistandes bereits abzuweisen ist.  

Eine Prüfung der weiteren Voraussetzungen erübrigt sich. 

8. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

8.1. Gerichtsgebühr 

Die Höhe der Gerichtsgebühr wird nach der Gebührenverordnung des 

Obergerichts bestimmt (Art. 96 ZPO i.V.m. § 199 Abs. 1 GOG) und richtet sich in 

erster Linie nach dem Streitwert bzw. nach dem tatsächlichen Streitinteresse (§ 2 

Abs. 1 lit. a GebV OG). Der Streitwert beträgt vorliegend CHF 100'000.– (vgl. 

E. 3.1.). In Anwendung von § 4 Abs. 1 und 2 i.V.m. § 8 Abs. 1 GebV OG, ist die 

Gerichtsgebühr auf CHF 6'000.– festzulegen. 

8.2. Kostenverteilung 

Da das Massnahmegesuch in Bezug auf Rechtsbegehren 3 abzuweisen ist, sind 

der Gesuchstellerin in diesem Umfang ausgangsgemäss die diesbezüglichen 

Gerichtskosten definitiv aufzuerlegen (Art. 106 Abs. 1 ZPO). In gesamthafter 

Betrachtung ihres Massnahmegesuchs unterliegt die Gesuchstellerin zu rund 

einem Drittel. In der zentralen Frage der Wiedergabe und der Beseitigung der 

streitgegenständlichen Videofilme auf der Webseite des Gesuchsgegners und auf 

den genannten Socialmedia-Kanälen hat sie indessen obsiegt, weshalb es sich 

- 26 - 

rechtfertigt, ihr die Gerichtskosten im Umfang von CHF 2'000.– definitiv 

aufzuerlegen. 

Im Übrigen ist dagegen die definitive Regelung bezüglich der Verteilung der 

Gerichtskosten gestützt auf Art. 104 Abs. 3 ZPO dem Entscheid des 

Hauptsachegerichts vorzubehalten. Nur für den Fall, dass die Anordnung wegen 

Nichtanhängigmachens des Prozesses in der Hauptsache dahinfällt, ist eine 

definitive (wenn auch bedingte) Anordnung zu treffen. Gemäss Praxis des 

Einzelgerichts des Handelsgerichts des Kantons Zürich sind die Gerichtskosten 

im vorsorglichen Massnahmeverfahren von der Gesuchstellerin zu beziehen, 

wobei der endgültige Entscheid des Gerichts im ordentlichen Verfahren 

vorbehalten bleibt. 

8.3. Parteientschädigung 

Ausgehend von einer Gebühr betreffend die Parteientschädigung von 

CHF 6'000.– (§ 4 Abs. 1, § 9 und § 11 AnwGebV OG), ist dem Gesuchsgegner – 

entsprechend der teilweisen Abweisung des Massnahmegesuchs – definitiv eine 

Parteientschädigung von CHF 2'000.– zuzusprechen. 

Im Übrigen ist dagegen die definitive Regelung betreffend die 

Entschädigungsfolgen dem ordentlichen Verfahren vorbehalten. Für den Fall, 

dass die Gesuchstellerin ihren Anspruch jedoch nicht prosequieren sollte, hat sie 

den Gesuchsgegner mit zusätzlichen CHF 4'000.– zu entschädigen. 

Der Einzelrichter erkennt: 

1. Das Gesuch des Gesuchsgegners um Gewährung der unentgeltlichen 

Rechtspflege und um Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistands wird 

abgewiesen. 

2. Dem Gesuchsgegner wird weiterhin einstweilen verboten, die folgenden 

Videos der Gesuchstellerin 

a.  C._____ 
b.  D._____ 

- 27 - 

c.  E._____ 
d.  F._____ 
e.  G._____ 
f. H._____ 
g.  I._____ 
h.  J._____ 
i.  K._____ 
j.  L._____ 

auf der Website www.M._____.ch wiederzugeben und er wird verpflichtet, 

die vorgenannten Videos von der genannten Website zu beseitigen,  

dies unter Androhung einer Ordnungsbusse nach Art. 343 Abs. 1 lit. c ZPO 

(gemäss Gesetz bis zu CHF 1'000.– für jeden Tag der Nichterfüllung) sowie 

der Bestrafung nach Art. 292 StGB mit Busse im Widerhandlungsfall. 

3. Dem Gesuchsgegner wird weiterhin einstweilen untersagt, die folgenden 

Videos der Gesuchstellerin  

a.  C._____ 
b.  D._____ 
c.  E._____ 
d.  F._____ 
e.  G._____ 
f.  H._____ 
g.  I._____ 
h.  J._____ 
i.  K._____ 
j.  L._____ 

auf den Socialmedia-Kanälen Linkedin (https://ch.linkedin.com/in/B._____-

… ), Facebook (https://www.facebook.com/profile.php?id=…), Instagram 

(https://www.instagram.com/…/?hl=de (?) ) und Youtube wiederzugeben und er 

wird verpflichtet, diese Videomaterialien von den genannten Socialmedia-

Kanälen zu beseitigen, 

dies unter Androhung einer Ordnungsbusse nach Art. 343 Abs. 1 lit. c ZPO 

(gemäss Gesetz bis zu CHF 1'000.– für jeden Tag der Nichterfüllung) sowie 

der Bestrafung nach Art. 292 StGB mit Busse im Widerhandlungsfall. 

4. Das Rechtsbegehren 3 wird abgewiesen.  

5. Der Gesuchstellerin wird – unter Berücksichtigung der Gerichtsferien – eine 

Frist bis 12. Juli 2021 angesetzt, um den Prozess in der Hauptsache 

- 28 - 

anhängig zu machen. Bei Säumnis würden die Anordnungen gemäss Disp-

Ziff. 2 und 3 ohne Weiteres dahinfallen. 

6. Die Gerichtsgebühr beträgt CHF 6'000.–. 

7. a) Die Gerichtskosten gemäss Dispositiv-Ziffer 6 werden im Umfang von 

CHF 2'000.– definitiv der Gesuchstellerin auferlegt und aus dem von 

ihr geleisteten Vorschuss gedeckt. 

b) Im übrigen Umfang von CHF 4'000.– werden die Gerichtskosten aus 

dem von der Gesuchstellerin geleisteten Vorschuss gedeckt. Fällt die 

vorsorgliche Massnahme wegen Säumnis dahin (vgl. Dispositiv-

Ziffer 5), so wird dieser Kostenbezug definitiv. Kommt es zum Prozess 

in der Hauptsache, so bleibt diesbezüglich die definitive Regelung der 

Verteilung im dortigen Verfahren vorbehalten.  

8. a) Die Gesuchstellerin wird verpflichtet, dem Gesuchsgegner eine 

Parteientschädigung von CHF 2'000.– zu bezahlen.  

b) Im Übrigen wird die Regelung der Parteientschädigung dem Prozess in 

der Hauptsache vorbehalten. Fällt die vorsorgliche Massnahme wegen 

Säumnis dahin (vgl. Dispositiv-Ziffer 5), so hat die Gesuchstellerin den 

Gesuchsgegner mit weiteren CHF 4'000.– zu entschädigen. 

9. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Gesuchstellerin unter Beilage 

des Doppels von act. 13 samt Beilagen (act. 14/2-3). 

10. Eine bundesrechtliche Beschwerde gegen diesen Entscheid ist innerhalb 
von 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen 

Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

und 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). Der 

Streitwert beträgt CHF 100'000.–. 

Die gesetzlichen Fristenstillstände gelten nicht (Art. 46 Abs. 2 BGG). 

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Zürich, 6. Mai 2021 
 

Handelsgericht des Kantons Zürich 
Einzelgericht 

 
Die Gerichtsschreiberin: 

 
 
 

Nadja Kiener 
 

	Urteil vom 6. Mai 2021
	Rechtsbegehren: (act. 1 S. 2)
	Inhaltsverzeichnis:
	Der Einzelrichter zieht in Erwägung:
	1. Prozessverlauf
	2. Streitgegenstand und Parteistandpunkte
	3. Prozessvoraussetzungen
	3.1. Streitwert
	3.2. Zuständigkeit
	3.3. Übrige Prozessvoraussetzungen

	4. Vorsorgliche Massnahmen
	4.1. Vorbemerkung
	4.2. Voraussetzungen im Allgemeinen
	4.3. Hauptsachenprognose
	4.3.1. Klageberechtigung gemäss Art. 9 UWG
	4.3.2. Verletzung von Art. 3 lit. b UWG
	4.3.3. Verletzung von Art. 5 lit. c UWG
	4.3.4. Besonderes Rechtsschutzinteresse
	4.3.5. Zwischenfazit
	4.4. Nachteilsprognose
	4.5. Dringlichkeit
	4.6. Verhältnismässigkeit

	5. Vollstreckungsmassnahmen
	6. Fazit
	7. Unentgeltliche Rechtspflege
	7.1. Voraussetzungen
	7.2. Würdigung

	8. Kosten- und Entschädigungsfolgen
	8.1. Gerichtsgebühr
	8.2. Kostenverteilung
	8.3. Parteientschädigung

	Der Einzelrichter erkennt:
	1. Das Gesuch des Gesuchsgegners um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und um Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistands wird abgewiesen.
	2. Dem Gesuchsgegner wird weiterhin einstweilen verboten, die folgenden Videos der Gesuchstellerin
	auf der Website www.M._____.ch wiederzugeben und er wird verpflichtet, die vorgenannten Videos von der genannten Website zu beseitigen,
	dies unter Androhung einer Ordnungsbusse nach Art. 343 Abs. 1 lit. c ZPO (gemäss Gesetz bis zu CHF 1'000.– für jeden Tag der Nichterfüllung) sowie der Bestrafung nach Art. 292 StGB mit Busse im Widerhandlungsfall.
	3. Dem Gesuchsgegner wird weiterhin einstweilen untersagt, die folgenden Videos der Gesuchstellerin
	auf den Socialmedia-Kanälen Linkedin (https://ch.linkedin.com/in/B._____-… ), Facebook (https://www.facebook.com/profile.php?id=…), Instagram (https://www.instagram.com/…/?hl=de (?) ) und Youtube wiederzugeben und er wird verpflichtet, diese Videomate...
	dies unter Androhung einer Ordnungsbusse nach Art. 343 Abs. 1 lit. c ZPO (gemäss Gesetz bis zu CHF 1'000.– für jeden Tag der Nichterfüllung) sowie der Bestrafung nach Art. 292 StGB mit Busse im Widerhandlungsfall.
	4. Das Rechtsbegehren 3 wird abgewiesen.
	5. Der Gesuchstellerin wird – unter Berücksichtigung der Gerichtsferien – eine Frist bis 12. Juli 2021 angesetzt, um den Prozess in der Hauptsache anhängig zu machen. Bei Säumnis würden die Anordnungen gemäss Disp-Ziff. 2 und 3 ohne Weiteres dahinfallen.
	6. Die Gerichtsgebühr beträgt CHF 6'000.–.
	7. a) Die Gerichtskosten gemäss Dispositiv-Ziffer 6 werden im Umfang von CHF 2'000.– definitiv der Gesuchstellerin auferlegt und aus dem von ihr geleisteten Vorschuss gedeckt.
	b) Im übrigen Umfang von CHF 4'000.– werden die Gerichtskosten aus dem von der Gesuchstellerin geleisteten Vorschuss gedeckt. Fällt die vorsorgliche Massnahme wegen Säumnis dahin (vgl. Dispositiv-Ziffer 5), so wird dieser Kostenbezug definitiv. Kommt ...
	8. a) Die Gesuchstellerin wird verpflichtet, dem Gesuchsgegner eine Parteientschädigung von CHF 2'000.– zu bezahlen.
	b) Im Übrigen wird die Regelung der Parteientschädigung dem Prozess in der Hauptsache vorbehalten. Fällt die vorsorgliche Massnahme wegen Säumnis dahin (vgl. Dispositiv-Ziffer 5), so hat die Gesuchstellerin den Gesuchsgegner mit weiteren CHF 4'000.– z...
	9. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Gesuchstellerin unter Beilage des Doppels von act. 13 samt Beilagen (act. 14/2-3).
	10. Eine bundesrechtliche Beschwerde gegen diesen Entscheid ist innerhalb von 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 f...
	Die gesetzlichen Fristenstillstände gelten nicht (Art. 46 Abs. 2 BGG).