# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3e5cea6e-4aa6-5016-892c-574419ddd01d
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-06-11
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 11.06.2013 SU130003
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SU130003_2013-06-11.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    

 
 

Geschäfts-Nr.: SU130003-O/U/jv 
 

Mitwirkend: die Oberrichter Dr. F. Bollinger, Präsident, lic. iur. S. Volken und 

Oberrichterin lic. iur. Ch. von Moos Würgler sowie die Gerichts-

schreiberin lic. iur. C. Semadeni 

 

Urteil vom 11. Juni 2013 

 

in Sachen 

 

A._____, 
Beschuldigte und Berufungsklägerin 

 

ab 5. März 2013 verteidigt durch Rechtsanwalt Dr. X._____ 

 

gegen 

 

Statthalteramt Bezirk Andelfingen,  
Verwaltungsbehörde und Berufungsbeklagte  

 

 

betreffend 

fahrlässige Verletzung der Verkehrsregeln 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Andelfingen, Einzelgericht 
Strafsachen, vom 2. Oktober 2012 (GB120011) 

 

-   2   - 

Strafverfügung: 

Der Strafbefehl des Statthalteramts Bezirk Andelfingen vom 9. März 2012 ist  

diesem Urteil beigeheftet (Urk. 2/2). 

Entscheid der Vorinstanz: 
(Urk. 14 S. 21 f.) 

"Es wird erkannt: 

1. Die Beschuldigte ist schuldig der fahrlässigen Verletzung der Verkehrsregeln im  

Sinne von Art. 90 Ziff. 1 SVG in Verbindung mit Art. 100 Ziff. 1 Abs. 1 SVG sowie in 

Verbindung mit Art. 31 Abs. 1, Art. 36 Abs. 1 und 3 SVG und Art. 3 Abs. 1 und Art. 13 

VRV. 

2. Die Beschuldigte wird bestraft mit einer Busse von Fr. 400.–. 

3. Wird die Busse schuldhaft nicht bezahlt, tritt an deren Stelle eine nicht aufschiebbare 

Ersatzfreiheitsstrafe von 4 Tagen. 

4. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf Fr. 900.–. 

5. Die Kosten gemäss vorstehender Ziffer 4 sowie die Kosten des Strafbefehls 

Nr. ST.2012.219 vom 9. März 2012 in Höhe von Fr. 320.– und die nachträglichen  

Untersuchungs- und Überweisungskosten der Anklägerin im Betrage von Fr. 1'000.– 

werden der Beschuldigten auferlegt. 

6. (Mitteilung) 

7. (Rechtsmittel)" 

Berufungsanträge: 

a) der Verteidigung der Beschuldigten: 

 (schriftlich; Urk. 33) 

1. Das Urteil des Bezirksgerichts Andelfingen vom 2. Oktober 2012 

sei aufzuheben und die Berufungsklägerin von Schuld und Strafe 

freizusprechen. 

 2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Staates. 

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b) des Statthalteramts Andelfingen: 

 (schriftlich; Urk. 39 S. 2)  

 Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils.   

Erwägungen: 

I. Verfahrensgang 

1. Am Freitag den 15. August 2011 um 7.15 Uhr ereignete sich auf der  
B._____-Strasse, C._____, Höhe Einmündung in die Einfahrt auf die A4 eine  

Kollision zwischen dem von der Beschuldigten A._____ gelenkten Personenwa-

gen und einem Motorrad, welche einen Sturz des Motorradlenkers D._____ 

(nachfolgend Geschädigter) zur Folge hatte, wobei letzterer verletzt wurde (Urk. 

2/1/7). Zudem ist an beiden Fahrzeugen Sachschaden entstanden (Urk. 2/1/1). 

Mit Entscheid vom 16. November 2011 verfügte die Staatsanwaltschaft 

F._____/Unterland die Nichtanhandnahme der Untersuchung wegen fahrlässiger 

Körperverletzung, zumal der Geschädigte innert der dreimonatigen Frist keinen 

Strafantrag stellte. Sodann wurden die Akten zuständigkeitshalber dem Statthal-

teramt Andelfingen überwiesen (Urk. 2/1/10). 

2. Mit Strafbefehl vom 9. März 2012 wurde die Beschuldigte aufgrund fahrlässiger 
ungenügender Rücksichtnahme beim Linksabbiegen im Sinne von Art. 90 Ziff. 1 

i.V.m. Art. 100 Ziff. 1 Abs. 1 SVG schuldig gesprochen und mit einer Busse von 

Fr. 400.– bestraft. Weiter wurden ihr die Kosten in Höhe von Fr. 320.– auferlegt 

(Urk. 2/2). Mit Eingabe vom 20. März 2012 liess die Beschuldigte dagegen  

Einsprache erheben (Urk. 2/12/2). Nach ergänzender Untersuchung hielt das 

Statthalteramt am Strafbefehl fest und überwies die Akten dem Bezirksgericht 

Andelfingen (nachfolgend Vorinstanz; Urk. 1).  

3. Nach Durchführung der Hauptverhandlung bestätigte die Vorinstanz den Straf-
befehl, sprach die Beschuldigte mit Urteil vom 2. Oktober 2012 der fahrlässigen 

Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Ziff. 1 in Verbindung mit 

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Art. 100 Ziff. 1 Abs. 1 SVG schuldig und bestrafte sie mit einer Busse von 

Fr. 400.–, unter Ansetzen einer Ersatzfreiheitsstrafe von 4 Tagen bei schuld-

haftem Nichtbezahlen der Busse. Die Kosten der Untersuchung und des  

Gerichtsverfahrens wurden der Beschuldigten auferlegt (Urk. 8 S. 2 f.).  

4. Mit Eingabe vom 4. Oktober 2012 liess die Beschuldigte fristgerecht Berufung 
anmelden (Urk. 10) und innert Frist ging die Berufungserklärung ein (Urk. 15). Mit 

Verfügung vom 5. Februar 2013 der hiesigen Kammer wurde dem Statthalteramt 

Frist zur Erklärung einer Anschlussberufung gesetzt (Urk. 18). Mit Eingabe vom 

15. Februar 2013 schloss sich diese der Berufung an (Urk. 22). Nachdem dem 

Statthalter Frist zur Präzisierung angesetzt wurde, zog dieser die Anschlussberu-

fung mit Eingabe vom 4. März 2013 zurück (Urk. 24; Urk. 28). Davon ist Vormerk 

zu nehmen. 

5. Mit Beschluss der erkennenden Kammer vom 11. März 2013 wurde das schrift-
liche Verfahren angeordnet und der Beschuldigten Frist angesetzt, um die Beru-

fungsanträge zu stellen und zu begründen (Urk. 31). Die Berufungsbegründung 

des Beschuldigten wie auch die Berufungsantwort des Statthalteramts gingen in-

nert der jeweiligen Fristen ein (Urk. 33; Urk. 35; Urk. 39). Die Vorinstanz verzich-

tete auf eine Stellungnahme (Urk. 37). Das Verfahren erweist sich als spruchreif.  

II. Prozessuales 

1. Gemäss Art. 398 Abs. 1 StPO ist die Berufung zulässig gegen Urteile erst-
instanzlicher Gerichte, mit denen das Verfahren ganz oder teilweise abge-

schlossen worden ist. Im Rahmen einer Berufung überprüft das Obergericht den 

vorinstanzlichen Entscheid üblicherweise frei bezüglich sämtlicher Tat-, Rechts- 

und Ermessensfragen (Art. 398 Abs. 3 StPO). Bildeten jedoch ausschliesslich 

Übertretungen Gegenstand des erstinstanzlichen Hauptverfahrens, so schränkt 

Art. 398 Abs. 4 Satz 1 StPO die Kognition der Berufungsinstanz ein. In diesen 

Fällen darf das angefochtene Urteil lediglich dahingehend überprüft werden, ob es 

rechtsfehlerhaft ist, d.h. ob eine Rechtsverletzung durch die Vorinstanz vorliegt, 

oder ob eine offensichtlich unrichtige Feststellung des Sachverhaltes durch die 

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Vorinstanz gegeben ist. Relevant sind dabei klare Versehen bei der Sachver-

haltsermittlung, wie namentlich Versehen, Irrtümer oder offensichtliche Diskre-

panzen zwischen der sich aus den Akten sowie der Hauptverhandlung ergeben-

den Akten- sowie Beweislage und der Urteilsbegründung. Weiter in Betracht 

kommen insbesondere Fälle, in denen die gerügte Sachverhaltsfeststellung auf 

einer Verletzung von Bundesrecht, in erster Linie von Verfahrensvorschriften der 

StPO selbst, beruht. Gesamthaft gesehen dürften regelmässig Konstellationen  

relevant sein, die als willkürliche Sachverhaltserstellung zu qualifizieren sind (vgl. 

Schmid, StPO - Praxiskommentar, Zürich 2009, Art. 398 N 12 f.; Eugster in Basler 

Kommentar, StPO, Basel 2011, Art. 398 N 3). Willkür bei der Beweiswürdigung 

liegt vor, wenn der angefochtene Entscheid offensichtlich unhaltbar ist oder mit 

der tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch steht. Dass eine andere Lösung 

oder Würdigung ebenfalls vertretbar erscheint oder gar vorzuziehen wäre, genügt 

nicht (vgl. BGE 134 I 140 E. 5.4 mit Hinweisen). Eine vertretbare Beweiswürdi-

gung ist daher noch nicht willkürlich, auch wenn die Berufungsinstanz anstelle des 

Vorderrichters allenfalls anders entschieden hätte. 

2. Im Übrigen ist an dieser Stelle darauf hinzuweisen, dass sich die urteilende  
Instanz nicht mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzen und  

jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegen muss (vgl. Entscheid des 

Bundesgerichtes vom 9. September 2002, 1P.378/2002, Erw. 5.1). Die  

Berufungsinstanz kann sich somit auf die für ihren Entscheid wesentlichen Punkte 

beschränken.  

3. Nachfolgend wird verschiedentlich auf die zutreffenden Erwägungen der  
Vorinstanz zu verweisen sein. Dies geschieht jeweils in Anwendung von Art. 82 

Abs. 4 StPO, ohne dass dies jedes Mal speziell angefügt wird. 

III. Schuld- und Strafpunkt 

1. Sachverhalt 
1.1. Das Statthalteramt wirft der Beschuldigten im Strafbefehl vom 9. März 2012 
vor, dass sie mit ihrem Personenwagen von E._____ herkommend auf der 

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B._____-Strasse gefahren sei und bei der Einfahrt C._____ auf die Autostrasse 

A4 habe auffahren wollen, wobei sie nach links abgebogen sei und dabei den von 

F._____ (Gegenrichtung) herkommenden, vortrittsberechtigten Motorradfahrer 

D._____ übersehen habe. Die Beschuldigte habe aus pflichtwidriger Unvorsich-

tigkeit beim Linksabbiegen nicht genügend Rücksicht auf das vortrittsberechtigte 

Fahrzeug genommen. Deshalb habe sie den von F._____ herkommenden Motor-

radfahrer übersehen, wobei es zur Kollision zwischen den beiden Fahrzeugen ge-

kommen sei (Urk. 2/2; Urk. 14 S. 3 f. Ziff. II. 1.).  

1.2. Das Statthalteramt stützt seinen Vorwurf im Wesentlichen auf den Polizei-
rapport, das Unfallaufnahmeprotokoll sowie die Fotos der Kantonspolizei 

(Urk. 2/1/1-3) und die Befragungsprotokolle der Beschuldigten (Urk. 2/3), des als 

Auskunftsperson einvernommenen Geschädigten D._____ (Urk. 2/5) sowie der 

Zeugen G._____ und H._____ (Urk. 2/7, Urk. 2/9). Sodann liegt das vorinstanzli-

che Einvernahmeprotokoll der Beschuldigten den Akten bei (Urk. 6).  

1.3. Die Beschuldigte bestreitet nicht, dass es zu einer Kollision gekommen ist, 
macht indes geltend, sie habe den Geschädigten nicht gesehen, weil sie ihn nicht 

habe sehen können. Sie habe keine pflichtwidrige Unvorsichtigkeit begangen 

(Urk. 2/1 S. 6, Urk. 2/3 S. 2; Urk. 6 S. 1 f. und 4 f.). Ihre Hypothese sei, dass der 

Geschädigte mit seinem Motorrad rechts an einem schwarzen Jeep vorbeigefah-

ren sei, weshalb sie ihn nicht habe sehen können (Urk. 2/3 S. 3; Urk. 6 S. 7).  

1.4. Die Vorinstanz hat die Aussagen der Beteiligten korrekt zusammengefasst, 
worauf zur Vermeidung von Wiederholungen verwiesen werden kann (Urk. 14 

S. 5-11). Sodann hat sie sich mit der vorliegenden Aktenlage und insbesondere 

den Aussagen der Beteiligten einlässlich auseinandergesetzt. Auf ihre Ausführun-

gen kann – unter Hinweis auf die nachfolgenden Ergänzungen – verwiesen wer-

den (Urk. 14 S. 13-18). Die Vorinstanz befand die Aussagen der Zeugen sowie 

des Geschädigten für glaubhaft und kam zum Schluss, dass das seitens der  

Beschuldigten geltend gemachte Überholmanöver durch das Untersuchungs-

ergebnis nicht bestätigt werde. Es könne auch mit ausreichender Sicherheit  

ausgeschlossen werden, dass sich der Geschädigte in unvorhersehbar hoher  

Geschwindigkeit der Unfallstelle genähert habe. Es sei somit erstellt, dass die Be-

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schuldigte links abgebogen sei, den Motorradfahrer D._____ übersehen habe und 

es deshalb zur Kollision gekommen sei. Sie erachtete den Anklagesachverhalt 

nach Würdigung des Beweisergebnisses als rechtsgenügend erstellt (Urk. 14 

S. 18). 

1.5. Die Beschuldigte lässt unter anderem beanstanden, dass sich die Vorinstanz 
nicht hätte auf die Aussagen der Zeugen G._____ und H._____ abstützen dürfen, 

weil diese unglaubwürdig seien. Indem sie es trotzdem getan habe, habe sie nicht 

nur willkürlich gehandelt, sondern damit auch den Sachverhalt offensichtlich un-

richtig festgestellt (Urk. 33 S. 4 ff. Ziff. 4). Auch seien Zweifel an der Glaubwürdig-

keit des Geschädigten zumindest angebracht. Indem die Vorinstanz auf eine kriti-

sche Würdigung dieser Auskunftsperson verzichtet habe, habe sie auch in diesem 

Punkt zu einer offensichtlich unrichtigen Feststellung des Sachverhaltes beigetra-

gen (Urk. 33 S. 6 f. Ziff. 5.). Sodann sei gegen Art. 6 StPO verstossen worden, da 

die Untersuchung ungenügend sei resp. Beweise nicht abgenommen worden sei-

en (Urk. 33 S. 3 f. Ziff. 1b., 2. und 3.). 

1.6. Glaubwürdigkeit der Beteiligten 
1.6.1. Hinsichtlich der Glaubwürdigkeit der Beschuldigten ist in Korrektur zum  
vorinstanzlichen Entscheid (Urk. 14 S. 13 f. Ziff. II. 4c) festzuhalten, dass auch für 

eine in ihrer Glaubwürdigkeit eingeschränkten Person die Unschuldsvermutung 

gilt. So hat auch eine unschuldige Person, die beschuldigt wird, ein legitimes  

Interesse daran, die Geschehnisse in einem für sie günstigen Licht darzustellen. 

Auch das Bundesgericht geht bei der Aussagenwürdigung von der sogenannten 

Nullhypothese aus (BGE 129 I 49 E. 5; Entscheid vom 19. Juni 2008, 

6B_96/2008). Entsprechend kommt der allgemeinen Glaubwürdigkeit einer  

Person eine untergeordnete Rolle zu, und es ist vielmehr auf die Glaubhaftigkeit 

ihrer Aussagen abzustellen.  

1.6.2. Gesagtes gilt auch für den Geschädigten, zumal er am 22. August 2012 
vom Statthalter als Auskunftsperson einvernommen wurde (Urk. 2/5). Das gegen 

ihn laufende Verfahren wegen pflichtwidrigen Verhaltens im Strassenverkehr  

wurde gleichentags eingestellt (Urk. 2/17). Einen Strafantrag betr. fahrlässiger 

Körperverletzung stellte er nicht, es sind im Strafverfahren keine Zivilansprüche 

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gegen die Beschuldigte hängig gemacht worden. Es ist indes (wie von der  

Verteidigung geltend gemacht; Urk. 33 S. 6 f. Ziff. 5) nicht von der Hand zu  

weisen, dass der Geschädigte allenfalls ein versicherungstechnisches Interesse 

am Prozessausgang habe könnte.  

Die Angaben des Geschädigten zum Verhalten der Beschuldigten nach dem  

Unfall vermögen jedoch seine Glaubwürdigkeit nicht zu schmälern: Dieser habe 

vor dem Statthalter zu Protokoll gegeben, die Beschuldigte habe permanent mit 

ihrer Praxis telefoniert. Sie habe sich nicht um ihn gekümmert (Urk. 2/5 S. 2 f. und 

5). Die Beschuldigte stellt sich auf den Standpunkt, dass dies nicht der Wahrheit 

entspreche (Urk. 2/3 S. 5). Es handle sich hierbei um nicht zutreffende Aussagen 

des Geschädigten, welche Zweifel an seiner Glaubwürdigkeit als angebracht  

erscheinen liessen (Urk. 33 Ziff. 5 S. 6). Die Beschuldigte selbst gab vor dem 

Statthalter zu Protokoll, sie sei – nachdem sie sich nach dem Befinden des Ver-

unfallten erkundigt habe – damit beschäftigt gewesen, ihre Praxis zu organisieren. 

Ihr Akku sei leer gewesen und sie sei ziemlich aufgeregt gewesen, weil sie  

niemanden habe erreichen können. Der Notfallwagen sei gekommen und man sei 

der Ansicht gewesen, sie sei unter Schock gestanden. Dies sei aber nicht so ge-

wesen (Urk. 2/3 S. 2 und S. 5). Dem Unfallrapport ist zu entnehmen, dass die Be-

schuldigte an der Unfallstelle aufgelöst gewirkt und den rapportierenden Polizisten 

mehrmals darum gebeten habe, doch gehen zu dürfen, weil sie Termine in ihrer 

Praxis habe und die Patienten warten müssten (Urk. 2/1/1 S. 7). Ein solches Ver-

halten bestätigt auch der als Zeuge einvernommene H._____ (Urk. 2/9 S. 6). 

Wenn der Geschädigte nun konstatierte, die Beschuldigte habe sich nicht um ihn 

gekümmert, handelt es sich hierbei nicht um ein Lüge (Urk. 33 Ziff. 5 S. 6):  

Vielmehr wird das Verhalten der Beschuldigten, welche sich am Unfallort um ihre 

Patiententermine kümmern musste, derart auf ihn gewirkt haben, was – wenn 

man sich die Situation des Geschädigten vor Augen führt – auch durchaus  

nachvollziehbar ist. Die Glaubwürdigkeit des Geschädigten ist aufgrund allfälliger, 

diesbezüglicher Übertreibungstendenzen keineswegs geschmälert.  

Zur Erstellung des Sachverhaltes sind indes seine Aussagen zum Kerngeschehen 

relevant, welche an gegebener Stelle zu würdigen sind. 

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1.6.3. Die Zeugen G._____ und H._____ wurden unter der strengen  
Strafdrohung von Art. 307 StGB einvernommen, doch verleiht ihnen diese rein 

prozessuale Stellung keine spezielle Glaubwürdigkeit. Massgebend ist vielmehr 

die Glaubhaftigkeit der konkreten, im Prozess relevanten Äusserungen. Diese 

sind einer kritischen Würdigung zu unterziehen, im Rahmen welcher auf die im 

Zusammenhang mit der Glaubwürdigkeit der Zeugen erhobenen Beanstandungen 

der Beschuldigten einzugehen ist.  

1.7. Glaubhaftigkeit der Aussagen 
1.7.1. Aufgrund der konstanten und überzeugenden Aussagen des Zeugen 
G._____ bestehen keine Zweifel daran, dass dieser den von der entgegenkom-

menden Richtung herannahenden Geschädigten erblickt hatte, noch bevor die 

Beschuldigte zu ihrem Abbiegmanöver ansetzte: Am Unfallort gab er zu  

Protokoll, er sei von I._____ hergekommen und habe in C._____ in die A4 auffah-

ren wollen. Vor ihm sei ein grauer Opel (der Wagen der Beschuldigten)  

gefahren. Gleichzeitig habe er das Motorrad (den Geschädigten) von F._____ 

herkommen gesehen. Er habe das Gefühl gehabt, dass der Motorradlenker noch 

versucht habe auszuweichen. Er habe dann nur noch auf den Motorradlenker ge-

achtet, welche über die Strasse hinter seinem Töff her geschlittert sei (Urk. 2/1/1 

S. 6 f.). Wenn er anlässlich der rund ein Jahr später stattfindenden Einvernahme 

vor dem Statthalter vorab geltend macht, sich nicht mehr genau erinnern zu kön-

nen (Urk. 2/7 S. 4: "Es ist schon lange her. Beschwören kann ich es nicht mehr. Vor mir fuhr 
Frau A._____ und entgegen kam der Töffahrer"), kann daraus entgegen den Ausführun-
gen der Verteidigung keineswegs gefolgert werden, es handle sich um einen "un-

sicheren Zeugen". Viel eher gewinnen die Aussagen an Glaubhaftigkeit, wenn er 

nach den einleitenden Bedenken dezidiert festhält, dass er sich sicher erinnere, 

dass sie (die Beschuldigte) links abgebogen sei und der Töfffahrer (Geschädigter) 

ihr entgegen gekommen sei. Der Töfffahrer habe stark bremsen müssen, sei ins  

Rutschen gekommen, weil er nicht viel Bremsweg gehabt habe. Wie er genau  

gerutscht sei, wisse er nicht mehr. Er sei sich nicht ganz sicher. Wie er es in  

Erinnerung habe, habe der Motorradfahrer stark abbremsen müssen, sei ins  

Rutschen geraten und habe das Auto seitlich touchiert (Urk. 2/7 S. 4 und S. 5). 

Dass er sich nicht mehr genau daran erinnern vermag, wo exakt der Aufprall  

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geschah, ist mit der Vorinstanz (Urk. 14 S. 16) mit der langen Zeitdauer seit dem 

Unfall und wohl auch mit der Dynamik des Geschehens zu erklären. Glaubhaft da 

erlebt erscheint sodann die Antwort auf die Frage, wo genau auf der Strasse sich 

das Motorrad befunden habe (Urk. 2/7 S. 5, Hervorhebung durch das Gericht): "So 
richtig erinnere ich mich nicht. Ich dachte mir einfach: 'Warum fährt die links ab, da kommt doch 
einer von vorne'." Die Frage, ob D._____ ein anderes Fahrzeug überholt habe,  
beantwortet er mit (Urk. 2/7 S. 5): "Nein, ich denke nicht. Aber da bin ich mir auch nicht 
100%-ig sicher." Aufhorchen lässt auch seine Antwort auf die Frage, ob er noch  
etwas ergänzen möchte (Urk. 2/7 S. 6): "Nein, aber darf ich eine Frage stellen? Der Fall ist 
doch eigentlich ziemlich klar oder nicht?"  

Aufgrund des vorsichtigen Aussageverhaltens und der bezüglich des Kern-

geschehens konstanten und erlebt wirkenden Aussagen des Zeugen G._____ 

bestehen wie eingangs erwähnt keine Zweifel daran, dass er, hinter der Beschul-

digten herfahrend, im Zeitpunkt, als die Beschuldigte zum Abbiegmanöver  

ansetzte, den Motorradfahrer bereits erblickt hatte. 

1.7.2. Auch der Zeuge H._____ war in derselben Richtung unterwegs wie die Be-
schuldigte und G._____, allerdings wollte er nicht links in die Auffahrt zur A4 ein-

biegen, sondern fuhr auf der Spur in Richtung F._____ rechts an vorgenannten 

Personen vorbei.  

Die Beschuldigte lässt geltend machen, H._____ habe sich mit seinen Aussagen 

in Widersprüche verwickelt. Er habe vor dem Statthalter ausgesagt, das Fahr-

zeug, welches hinter dem Motorradfahrer gefahren sei, habe zum Glück den Si-

cherheitsabstand eingehalten. Der Fahrer dieses Wagens habe dann sein Fahr-

zeug rechts in die Wiese gestellt. Zusammengefasst wird argumentiert, dass dies 

nicht sein könne, zumal es sich bei dem in der Wiese parkierten Fahrzeug um den 

Wagen des Zeugen G._____s gehandelt habe. H._____ habe somit den Vorgang 

wie er ihn beschrieben habe, so gar nicht so sehen können. Die Aussagen seien 

deshalb nicht glaubhaft (Urk. 33 S. 5 Ziff. 4.b.). Inwiefern sich H._____ diesbezüg-

lich wie geltend gemacht in unlösbare Widersprüche verwickelt haben soll (Urk. 

33 S. 5), ist nicht ersichtlich. Hierbei handelt es sich viel mehr um eine offensicht-

liche Verwechslung: Dass G._____ hinter der Beschuldigten herfuhr, sich nach 

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der Kollision um den Geschädigten kümmerte und zu diesem Zwecke seinen 

Honda FRV auf der Wiese parkte, ist unbestritten; letzteres fotographisch doku-

mentiert (Urk. 2/1/3 S. 1 ff.; Urk. 2/1/3 S. 2). Der Zeuge H._____ verwechselte of-

fensichtlich einen dem Geschädigten folgenden Wagen mit demjenigen von 

G._____. Diese Verwechslung ist mit der relativ langen Zeit zwischen Unfall und 

Einvernahme vor dem Statthalter, wie auch mit dem dynamischen Geschehen zu 

erklären und beeinträchtigen die Glaubhaftigkeit der Aussagen des Zeugen 

H._____s betreffend den eigentlichen Unfallablauf keineswegs. Sodann ist fest-

zuhalten, dass diese Unstimmigkeit nicht das Kerngeschehen des Unfalls, son-

dern das Fahrverhalten zweier Verkehrsteilnehmer betrifft, welche nicht in Unfall 

verwickelt waren. 

Bezüglich des Kerngeschehens sind die Aussagen des Zeugen H._____s  

konstant und stimmen mit denjenigen von G._____ überein. Am Unfallort führte er 

hierzu aus, die Beschuldigte habe ihren Wagen eingespurt und auf die A4  

einbiegen wollen. Der Motorradlenker habe seine Fahrt noch verzögert und keine 

Möglichkeit gehabt, der Kollision auszuweichen, es sei alles sehr schnell  

gegangen (Urk. 2/1/1 S. 7). Vor dem Statthalter bestätigte er diese Aussagen.  

Ergänzend führte er an, dass er den Wagen der Beschuldigten bei 'kein Vortritt' 

habe stehen sehen und der Töfffahrer ihm entgegengekommen sei. Hinter diesem 

seien ein oder zwei Fahrzeuge gewesen (Urk. 2/9 S. 4). Er habe noch die Hand 

zum Grüssen erheben wollen, als die Beschuldigte links abgebogen sei und es 

zur Kollision gekommen sei. Der andere Motorradfahrer habe ihn nicht mehr 

grüssen können, weil die Kollision geschehen sei. Er habe die Kollision gesehen, 

der Privatkläger sei weit geflogen, er habe sich in der Luft gedreht (Urk. 2/9 S. 4 

und S. 6). Der Zeuge H._____ verneinte, dass D._____ in dem Bereich, in dem er 

ihn gesehen habe, ein anderes Fahrzeug überholt habe. Ob er vor der Kurve ei-

nes überholt habe oder nicht, das habe er natürlich nicht gesehen (Urk. 2/9 S. 6). 

Es gibt keinerlei Anhaltspunkte dafür, dass der Zeuge H._____ den Vorfall gar 

nicht gesehen habe und – wie die Beschuldigte vor Vorinstanz zu Protokoll gab – 

die Aussagen aufgrund einer Motorradfahrersolidarität "nicht zusammenpassen" 

würden (Urk. 6 S. 7: [F:] "Gibt es Anhaltspunkte dafür, dass er eine Falschaussage machte 

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sollte?" [A:] "Motorradfahrersolidarität. Ich habe keine Erklärung. Mir ist aufgefallen, dass er seine 
Aussage damit begann, dass ihm vor zehn Jahren dasselbe passiert sei." [F]: "Sie sagen, die  
Aussage [des Zeugen H._____] sei falsch?" [A]: "Ja. ich sage nicht, dass alle Angaben falsch sind, 
aber dass sie nicht zusammenpassen."). Dass der Geschädigte nie etwas vom "Töff-
fahrergruss" von H._____ erwähnte, liegt daran, dass H._____ wie soeben er-

wähnt gar nicht dazu kam, diesen auszuführen (Urk. 2/9 S. 4, Hervorhebungen 

durch das Gericht: "Ich wollte gerade die Hand heben zum Grüssen, als Frau A._____ links  
abbog und es zur Kollision kam"). Auch aus dieser Aussage kann nicht wie geltend  
gemacht (Urk. 2/3 S. 7; Urk. 6 S. 6) hergeleitet werden, dass eine zwischen dem 

Zeugen H._____ und D._____ vorhandene Motorradsolidarität die Aussagen von 

H._____ als nicht glaubhaft resp. den Zeugen als unglaubwürdig erscheinen las-

sen.  

Die Aussagen des Zeugen H._____ sind konstant, wirken erlebt, stimmen mit 

denjenigen des Zeugen G._____ überein und sind deshalb glaubhaft. Es kann als 

erstellt erachtet werden, dass auch der Zeuge H._____ den Geschädigten auf der 

Gegenfahrbahn erblickt hatte, als die Beschuldigte zum Abbiegmanöver ansetzte.  

1.7.3. Es sind wie eingangs erwähnt (vorstehend Ziff. 1.6.2.) keine Gründe  
ersichtlich, inwiefern der Geschädigte die Beschuldigte falsch belasten sollte. So-

wohl am Unfallort als auch vor dem Stattrichter schilderte er das Unfallgeschehen 

wie folgt: Er sei mit ca. 80 km/h in Richtung I._____/J._____ gefahren. Auf der 

Höhe der Einfahrt auf die Autostrasse sei ein Auto gestanden oder auf die Eins-

purstrecke eingefahren, welches auf die A4 habe einbiegen wollen. Er sei mitten 

in der Strasse gefahren und habe gedacht, dass der PW auf der Einspurstrecke 

anhalte oder stehen bleibe. Doch die Lenkerin sei plötzlich losgefahren. Was für 

einen Abstand er zur PW-Lenkerin gehabt habe, als diese losgefahren sei, wisse 

er nicht mehr. Er habe noch versucht, zu bremsen und links auszuweichen, habe 

aber keine Chance gehabt und sei hinten rechts mit dem PW kollidiert (Urk. 2/1/1 

S. 6; Urk. 2/5 S. 2). Anlässlich der Einvernahme vor dem Statthalter gab er ergän-

zend zu Protokoll, dass die geschätzte Entfernung von dem Punkt, als er das 

Fahrzeug der Beschuldigten habe einbiegen sehen, bis zur Kollisionsstelle ca. 20 

bis 30 Meter betrage (act. 2/5 S. 2 f.). Er verneinte, kurz vor dem  

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Unfall zu einem Überholmanöver angesetzt zu haben. Dies sei gar nicht möglich 

gewesen, da es vor der Kreuzung eine langgezogene Linkskurve und dann eine 

Rechtskurve gebe (act. 2/5 S. 4). Die Glaubhaftigkeit der Aussagen von D._____ 

wird dadurch untermauert, als dass diese mit denjenigen der beiden Zeugen 

übereinstimmen. 

Es kann als erstellt erachtet werden, dass sowohl G._____ als auch H._____ den 

Geschädigten D._____ erblickt hatten, noch bevor die Beschuldigte links abbog. 

Auch D._____ hatte die Beschuldigte noch vor ihrem Abbiegmanöver erblickt. 

Wenn nun aber sowohl der hinter der Beschuldigten fahrende als auch der rechts 

an ihr vorbeifahrende als auch der ihr entgegenkommende Verkehrsteilnehmer 

sie bzw. ihren Wagen an der Abbiegung gesehen hatten, ist ohne Zweifel erstellt, 

dass sich der Geschädigte im Blickfeld der Beschuldigten befand. Entsprechend 

kann ausgeschlossen werden, dass D._____ vor dem Abbiegmanöver versucht 

hatte, einen vor ihm fahrenden Van rechts zu überholen und der Beschuldigten 

deshalb die Sicht auf den Geschädigten versperrt gewesen wäre – in diesem Fal-

le wäre er auch für die beiden Zeugen nicht sichtbar gewesen (Urk. 33 Ziff. 1b. 

S. 3).  

Sodann ist festzuhalten, dass keiner der Zeugen sich an ein verkehrswidriges 

Verhalten des Geschädigten hätten erinnern können, was bei einem riskanten 

Rechtsüberholmanöver aber zu erwarten gewesen wäre. Die diesbezüglichen 

Aussagen der Beschuldigten sind als nachträgliche Erklärungsversuche für ihr 

Fehlverhalten und entsprechend als Schutzbehauptungen zu qualifizieren.  

Die – widerlegte – Behauptung der Beschuldigten, der Geschädigte habe einen 

Van überholt, weshalb sie ihn nicht habe sehen können, ist zu ihrer Exkulpation 

ohnehin untauglich: Diesfalls hätte sie ja dem Van den Vortritt lassen müssen. 

Hätte der Geschädigte den Van an einer Stelle überholt, welcher von der Kreu-

zung soweit weg war, dass die Beschuldigte noch hätte abbiegen können, ohne 

dem Van den Vortritt zu nehmen, hätte sie wiederum den Geschädigten sehen 

müssen. Ausser, wenn der Geschädigte mit massivst übersetzter Geschwindigkeit 

hinter dem Van hervorgeschossen gekommen wäre: Dies behauptet jedoch nicht 

-   14   - 

einmal die Beschuldigte und es widerspricht auch sämtlichen Aussagen der  

Befragten und dem Schadensbild.  

1.7.4. Da es sich bei den Aussagen der Beschuldigten, der Geschädigte habe  
einen vor ihm fahrenden Van rechts überholt, um eine Schutzbehauptung – und 

nicht wie geltend gemacht um eine plausible Alternative – handelt, durfte der 

Sachverhalt auch ohne Einvernahme des Fahrer des Vans erstellt werden. Die 

Vorinstanz ist weder rechtsverletzend noch willkürlich vorgegangen und hat nicht 

gegen Art. 6 StPO verstossen (Urk. 33 S. 3 f. Ziff. 1b.).  

Auch die weiteren Beanstandungen betreffend die polizeiliche Untersuchung sind 

nicht von Belang: So habe die Polizei es unterlassen, Aufnahmen des Motorrades 

des Zeugen H._____ zu machen (Urk. 6 S. 7; Urk. 33 S. 5 und 7). Weiter sei die 

Lage des Kontrollschildes, welches Auskunft über den Unfallmechanismus hätte 

geben können, nicht fotografiert worden (Urk. 33 S. 4 Ziff. 2.). Es ist nicht ersicht-

lich, inwiefern solche Aufnahmen bei der Sachverhaltserstellung des  

Unfallgeschehens hätten hilfreich sein können. Zu erstellen galt es lediglich, ob 

sich der Geschädigte im Blickfeld der Beschuldigten befand, und ob er sich  

verkehrskonform verhielt.  

Sodann ist nicht nachvollziehbar inwiefern das Schadensbild auf dem Fahrzeug 

der Beschuldigten wie geltend gemacht nicht mit dem vorgehaltenen Unfall-

hergang zu vereinbaren sei (Urk. 33 S. 4 Ziff. 3). Die Beschuldigte selbst gab zu 

Protokoll, sie habe ihr Abbiegemanöver schon fast beendet gehabt, als es einen 

lauten Knall gegeben habe. Da der Geschädigte gemäss seinen glaubhaften  

Aussagen in der Mitte der Strasse fuhr (Urk. 2/5 S. 3), was er Zeugen H._____ 

bestätigte (Urk. 2/9 S. 5), ist es nur folgerichtig, dass der Schaden am hinteren 

Heck des Wagens eingetreten ist. Dies entspricht auch den Aussagen von  

H._____ (Urk. 2/9 S. 5: "Ich denke der Töff fuhr in den hinteren Bereich des Autos von Frau 
A._____. Das Auto war schon mit dem vorderen Teil auf der Einfahrt.") sowie des Geschädigte 
(Urk. 2/1/1 S. 6: "Ich versuchte noch zu bremsen und links auszuweichen, doch ich hatte keine 
Chance und kollidierte hinten rechts mit dem Kleinwagen."). 

-   15   - 

1.7.5. Mit der Vorinstanz ist somit erstellt, dass die Beschuldigte links abbog um in 
die Einfahrt C._____ zur A4 einzufahren. Dabei übersah sie den Geschädigten, 

welcher sich in diesem Zeitpunkt bereits in ihrem Blickfeld befunden hatte, nahm 

ihm den Vortritt, weshalb es schliesslich zur Kollision kam. 

1.7.6. Was die Beschuldigte im Moment des Abbiegens wusste und wollte, gehört 
zum Inhalt des subjektiven Tatbestandes. Auch wenn die Feststellung des subjek-

tiven Tatbestandes Bestandteil der Sachverhaltsabklärung ist, erweist es sich in 

casu zwecks Vermeidung unnötiger Wiederholungen als zweckmässig, im  

Rahmen der nachfolgenden rechtlichen Würdigung darauf einzugehen, zumal in 

diesem Bereich Tat- und Rechtsfragen sehr eng miteinander verbunden sind 

(Pra 82 [1993] Nr. 237 S. 881 f.; BGE 119 IV 242 ff. und 248). 

1.8. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass das vorinstanzliche Urteil weder 
rechtsfehlerhaft ist noch ist eine offensichtlich unrichtige Feststellung des  

Sachverhaltes durch die Vorinstanz gegeben. 

2. Rechtliche Würdigung 
2.1. Die Vorinstanz würdigte das Verhalten der Beschuldigten in rechtlicher  
Hinsicht als Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Ziff. 1 SVG sowie 

in Verbindung mit Art. 31 Abs. 1, Art. 36 Abs. 1 und 3 SVG und Art. 3 Abs. 1 und 

Art. 13 VRV. Dagegen wurden keine Beanstandungen erhoben (Urk. 33). Es kann 

auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 14 

S. 18 f.) mit folgender Ergänzung zum subjektiven Tatbestand: 

2.2. In subjektiver Hinsicht wird ihr die fahrlässige Verübung gegen vorgenannte 
Bestimmungen vorgehalten (Art. 100 Ziff. 1 Abs. 1 SVG). Fahrlässig handelt, wer 

die Folgen seines Verhaltens aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit nicht bedenkt 

oder darauf nicht Rücksicht nimmt. Pflichtwidrig ist die Unvorsichtigkeit, wenn der 

Täter die Vorsicht nicht beachtet, zu der er nach den Umständen und nach seinen 

persönlichen Verhältnissen verpflichtet ist (Art. 12 Abs. 3).  

2.3. Am Unfallort gab die Beschuldigte zu Protokoll, dass sie an der Linie ange-
halten habe. Nach einem Blick in den Innenspiegel sowie in beide Aussenspiegel, 

-   16   - 

vor allem aber in den linken Aussenspiegel, sei sie losgefahren (Urk. 2/1/1 S. 6). 

Weshalb die Beschuldigte ihre Aufmerksamkeit "vor allem auf den linken Aussen-

spiegel" richtete, ist nicht nachvollziehbar, zumal an dieser Stelle ein Linksüberho-

len aufgrund der Verkehrsinsel gar nicht möglich ist (Urk. 2/1/3). Mit keinem Wort 

erwähnte sie, dass sie den Gegenverkehr beobachtet und abgewartet habe, was 

sie offensichtlich auch nicht machte. Denn hätte sie dies pflichtgemäss gemacht, 

hätte sie den Geschädigten erblickt, da er sich erstelltermassen (vgl. vorstehend 

Ziff. III. 1.7.4. und 1.7.6.) in ihrem Blickfeld befunden hatte. Sie handelte somit 

pflichtwidrig unvorsichtig und hat sich der fahrlässigen Verletzung der Verkehrs-

regeln schuldig gemacht. 

3. Sanktion 
Die Vorinstanz bestrafte die Beschuldigte mit einer Busse von Fr. 400.–. Dagegen 

wurden keine Beanstandungen erhoben. Es kann vollumfänglich auf die  

zutreffenden Ausführungen im vorinstanzlichen Entscheid verwiesen werden 

(Urk. 14 S. 19 f.). Eine Erhöhung der Busse wäre aufgrund des Verschlechte-

rungsverbot – die Beschuldigte ist alleinige Berufungsklägerin – ohnehin nicht 

möglich. 

IV. Kostenfolgen 

1. Ausgangsgemäss ist die vorinstanzliche Kostenregelung zu bestätigen (Ziff. 4 
und 5).  

2. Die Kosten des Berufungsverfahrens sind auf Fr. 1'000.– zu veranschlagen 
(Art. 424 Abs. 1 StPO i.V.m. § 16 Abs. 1 und § 14 der Gebührenverordnung des 

Obergerichts, LS 211.11). Im Berufungsverfahren unterliegt die Beschuldigte  

vollumfänglich mit ihren Anträgen, weshalb ihr die Kosten im Sinne von Art. 428 

Abs. 1 StPO aufzuerlegen sind.  

-   17   - 

Es wird beschlossen: 

1. Vom Rückzug der Anschlussberufung des Statthalteramts Bezirk Andel-

fingen vom 15. Februar 2013 wird Vormerk genommen. 

2. Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil. 

Es wird erkannt: 

1. Die Beschuldigte A._____ ist schuldig der fahrlässigen Verletzung der Ver-

kehrsregeln im Sinne von Art. 90 Ziff. 1 SVG in Verbindung mit Art. 100 

Ziff. 1 Abs. 1 SVG sowie in Verbindung mit Art. 31 Abs. 1, Art. 36 Abs. 1 und 

3 SVG und Art. 3 Abs. 1 und Art. 13 VRV. 

2. Die Beschuldigte wird mit Fr. 400.– Busse bestraft.   

Bezahlt die Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle 

eine Ersatzfreiheitsstrafe von vier Tagen. 

3. Das erstinstanzliche Kostendispositiv (Ziff. 4 und 5) wird bestätigt. 

4. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 1'000.–. 

5. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden der Beschuldigten auferlegt. 

6. Es wird der Beschuldigten keine Prozessentschädigung zugesprochen. 

7. Schriftliche Mitteilung in vollständiger Ausfertigung an 

− die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden der Beschuldigten 
− Statthalteramt Bezirk Andelfingen  
− die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich 

sowie nach Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälliger Rechts-

mittel an  

− die Vorinstanz 
− K._____ Rechtsschutz, … [Adresse] (U/Ref.: … - rechtskräftiges Ur-

teil),  

-   18   - 

− das Strassenverkehrsamt des Kantons Zürich, Administrativmassnah-
men, Lessingstrasse 33, 8090 Zürich (PIN-Nr.: …), 

− die L._____ AG, … [Adresse] (Referenz … - M._____). 

8. Rechtsmittel: 

Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes-

gerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

I. Strafkammer 
 
 

Zürich, 11. Juni 2013 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

Dr. F. Bollinger 
 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. C. Semadeni 
 

 
 

	Urteil vom 11. Juni 2013
	Entscheid der Vorinstanz: (Urk. 14 S. 21 f.)
	"Es wird erkannt:
	1. Die Beschuldigte ist schuldig der fahrlässigen Verletzung der Verkehrsregeln im  Sinne von Art. 90 Ziff. 1 SVG in Verbindung mit Art. 100 Ziff. 1 Abs. 1 SVG sowie in Verbindung mit Art. 31 Abs. 1, Art. 36 Abs. 1 und 3 SVG und Art. 3 Abs. 1 und Art....
	2. Die Beschuldigte wird bestraft mit einer Busse von Fr. 400.–.
	3. Wird die Busse schuldhaft nicht bezahlt, tritt an deren Stelle eine nicht aufschiebbare Ersatzfreiheitsstrafe von 4 Tagen.
	4. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf Fr. 900.–.
	5. Die Kosten gemäss vorstehender Ziffer 4 sowie die Kosten des Strafbefehls Nr. ST.2012.219 vom 9. März 2012 in Höhe von Fr. 320.– und die nachträglichen  Untersuchungs- und Überweisungskosten der Anklägerin im Betrage von Fr. 1'000.– werden der Besc...
	6. (Mitteilung)
	7. (Rechtsmittel)"
	Berufungsanträge:
	Erwägungen:
	I.  Verfahrensgang
	1. Am Freitag den 15. August 2011 um 7.15 Uhr ereignete sich auf der  B._____-Strasse, C._____, Höhe Einmündung in die Einfahrt auf die A4 eine  Kollision zwischen dem von der Beschuldigten A._____ gelenkten Personenwagen und einem Motorrad, welche ei...
	2. Mit Strafbefehl vom 9. März 2012 wurde die Beschuldigte aufgrund fahrlässiger ungenügender Rücksichtnahme beim Linksabbiegen im Sinne von Art. 90 Ziff. 1 i.V.m. Art. 100 Ziff. 1 Abs. 1 SVG schuldig gesprochen und mit einer Busse von Fr. 400.– bestr...
	3. Nach Durchführung der Hauptverhandlung bestätigte die Vorinstanz den Strafbefehl, sprach die Beschuldigte mit Urteil vom 2. Oktober 2012 der fahrlässigen Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Ziff. 1 in Verbindung mit Art. 100 Ziff. 1 ...
	4. Mit Eingabe vom 4. Oktober 2012 liess die Beschuldigte fristgerecht Berufung anmelden (Urk. 10) und innert Frist ging die Berufungserklärung ein (Urk. 15). Mit Verfügung vom 5. Februar 2013 der hiesigen Kammer wurde dem Statthalteramt Frist zur Erk...
	5. Mit Beschluss der erkennenden Kammer vom 11. März 2013 wurde das schriftliche Verfahren angeordnet und der Beschuldigten Frist angesetzt, um die Berufungsanträge zu stellen und zu begründen (Urk. 31). Die Berufungsbegründung des Beschuldigten wie a...
	II.  Prozessuales
	1. Gemäss Art. 398 Abs. 1 StPO ist die Berufung zulässig gegen Urteile erstinstanzlicher Gerichte, mit denen das Verfahren ganz oder teilweise abgeschlossen worden ist. Im Rahmen einer Berufung überprüft das Obergericht den vorinstanzlichen Entschei...
	2. Im Übrigen ist an dieser Stelle darauf hinzuweisen, dass sich die urteilende  Instanz nicht mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzen und  jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegen muss (vgl. Entscheid des Bundesgerichtes v...
	3. Nachfolgend wird verschiedentlich auf die zutreffenden Erwägungen der  Vorinstanz zu verweisen sein. Dies geschieht jeweils in Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO, ohne dass dies jedes Mal speziell angefügt wird.
	III.  Schuld- und Strafpunkt
	1. Sachverhalt
	1.1. Das Statthalteramt wirft der Beschuldigten im Strafbefehl vom 9. März 2012 vor, dass sie mit ihrem Personenwagen von E._____ herkommend auf der B._____-Strasse gefahren sei und bei der Einfahrt C._____ auf die Autostrasse A4 habe auffahren wollen...
	1.2. Das Statthalteramt stützt seinen Vorwurf im Wesentlichen auf den Polizeirapport, das Unfallaufnahmeprotokoll sowie die Fotos der Kantonspolizei (Urk. 2/1/1-3) und die Befragungsprotokolle der Beschuldigten (Urk. 2/3), des als Auskunftsperson ein...
	1.3. Die Beschuldigte bestreitet nicht, dass es zu einer Kollision gekommen ist, macht indes geltend, sie habe den Geschädigten nicht gesehen, weil sie ihn nicht habe sehen können. Sie habe keine pflichtwidrige Unvorsichtigkeit begangen (Urk. 2/1 S. 6...
	1.4. Die Vorinstanz hat die Aussagen der Beteiligten korrekt zusammengefasst, worauf zur Vermeidung von Wiederholungen verwiesen werden kann (Urk. 14 S. 5-11). Sodann hat sie sich mit der vorliegenden Aktenlage und insbesondere den Aussagen der Beteil...
	1.5. Die Beschuldigte lässt unter anderem beanstanden, dass sich die Vorinstanz nicht hätte auf die Aussagen der Zeugen G._____ und H._____ abstützen dürfen, weil diese unglaubwürdig seien. Indem sie es trotzdem getan habe, habe sie nicht nur willkürl...
	1.6. Glaubwürdigkeit der Beteiligten
	1.6.1. Hinsichtlich der Glaubwürdigkeit der Beschuldigten ist in Korrektur zum  vorinstanzlichen Entscheid (Urk. 14 S. 13 f. Ziff. II. 4c) festzuhalten, dass auch für eine in ihrer Glaubwürdigkeit eingeschränkten Person die Unschuldsvermutung gilt. So...
	1.6.2. Gesagtes gilt auch für den Geschädigten, zumal er am 22. August 2012 vom Statthalter als Auskunftsperson einvernommen wurde (Urk. 2/5). Das gegen ihn laufende Verfahren wegen pflichtwidrigen Verhaltens im Strassenverkehr  wurde gleichentags ein...
	Die Angaben des Geschädigten zum Verhalten der Beschuldigten nach dem  Unfall vermögen jedoch seine Glaubwürdigkeit nicht zu schmälern: Dieser habe vor dem Statthalter zu Protokoll gegeben, die Beschuldigte habe permanent mit ihrer Praxis telefoniert....
	Zur Erstellung des Sachverhaltes sind indes seine Aussagen zum Kerngeschehen relevant, welche an gegebener Stelle zu würdigen sind.
	1.6.3. Die Zeugen G._____ und H._____ wurden unter der strengen  Strafdrohung von Art. 307 StGB einvernommen, doch verleiht ihnen diese rein prozessuale Stellung keine spezielle Glaubwürdigkeit. Massgebend ist vielmehr die Glaubhaftigkeit der konkret...
	1.7. Glaubhaftigkeit der Aussagen
	1.7.1. Aufgrund der konstanten und überzeugenden Aussagen des Zeugen G._____ bestehen keine Zweifel daran, dass dieser den von der entgegenkommenden Richtung herannahenden Geschädigten erblickt hatte, noch bevor die Beschuldigte zu ihrem Abbiegmanöver...
	Aufgrund des vorsichtigen Aussageverhaltens und der bezüglich des Kerngeschehens konstanten und erlebt wirkenden Aussagen des Zeugen G._____ bestehen wie eingangs erwähnt keine Zweifel daran, dass er, hinter der Beschuldigten herfahrend, im Zeitpunkt...
	1.7.2. Auch der Zeuge H._____ war in derselben Richtung unterwegs wie die Beschuldigte und G._____, allerdings wollte er nicht links in die Auffahrt zur A4 einbiegen, sondern fuhr auf der Spur in Richtung F._____ rechts an vorgenannten Personen vorbei.
	Die Beschuldigte lässt geltend machen, H._____ habe sich mit seinen Aussagen in Widersprüche verwickelt. Er habe vor dem Statthalter ausgesagt, das Fahrzeug, welches hinter dem Motorradfahrer gefahren sei, habe zum Glück den Sicherheitsabstand eingeh...
	Bezüglich des Kerngeschehens sind die Aussagen des Zeugen H._____s  konstant und stimmen mit denjenigen von G._____ überein. Am Unfallort führte er hierzu aus, die Beschuldigte habe ihren Wagen eingespurt und auf die A4  einbiegen wollen. Der Motorrad...
	Es gibt keinerlei Anhaltspunkte dafür, dass der Zeuge H._____ den Vorfall gar nicht gesehen habe und – wie die Beschuldigte vor Vorinstanz zu Protokoll gab – die Aussagen aufgrund einer Motorradfahrersolidarität "nicht zusammenpassen" würden (Urk. 6 S...
	Die Aussagen des Zeugen H._____ sind konstant, wirken erlebt, stimmen mit denjenigen des Zeugen G._____ überein und sind deshalb glaubhaft. Es kann als erstellt erachtet werden, dass auch der Zeuge H._____ den Geschädigten auf der Gegenfahrbahn erblic...
	1.7.3. Es sind wie eingangs erwähnt (vorstehend Ziff. 1.6.2.) keine Gründe  ersichtlich, inwiefern der Geschädigte die Beschuldigte falsch belasten sollte. Sowohl am Unfallort als auch vor dem Stattrichter schilderte er das Unfallgeschehen wie folgt: ...
	Es kann als erstellt erachtet werden, dass sowohl G._____ als auch H._____ den Geschädigten D._____ erblickt hatten, noch bevor die Beschuldigte links abbog. Auch D._____ hatte die Beschuldigte noch vor ihrem Abbiegmanöver erblickt. Wenn nun aber sowo...
	Die – widerlegte – Behauptung der Beschuldigten, der Geschädigte habe einen Van überholt, weshalb sie ihn nicht habe sehen können, ist zu ihrer Exkulpation ohnehin untauglich: Diesfalls hätte sie ja dem Van den Vortritt lassen müssen. Hätte der Geschä...
	1.7.4. Da es sich bei den Aussagen der Beschuldigten, der Geschädigte habe  einen vor ihm fahrenden Van rechts überholt, um eine Schutzbehauptung – und nicht wie geltend gemacht um eine plausible Alternative – handelt, durfte der Sachverhalt auch ohne...
	Auch die weiteren Beanstandungen betreffend die polizeiliche Untersuchung sind nicht von Belang: So habe die Polizei es unterlassen, Aufnahmen des Motorrades des Zeugen H._____ zu machen (Urk. 6 S. 7; Urk. 33 S. 5 und 7). Weiter sei die Lage des Kontr...
	Sodann ist nicht nachvollziehbar inwiefern das Schadensbild auf dem Fahrzeug der Beschuldigten wie geltend gemacht nicht mit dem vorgehaltenen Unfallhergang zu vereinbaren sei (Urk. 33 S. 4 Ziff. 3). Die Beschuldigte selbst gab zu Protokoll, sie habe...
	1.7.5. Mit der Vorinstanz ist somit erstellt, dass die Beschuldigte links abbog um in die Einfahrt C._____ zur A4 einzufahren. Dabei übersah sie den Geschädigten, welcher sich in diesem Zeitpunkt bereits in ihrem Blickfeld befunden hatte, nahm ihm den...
	1.7.6. Was die Beschuldigte im Moment des Abbiegens wusste und wollte, gehört zum Inhalt des subjektiven Tatbestandes. Auch wenn die Feststellung des subjektiven Tatbestandes Bestandteil der Sachverhaltsabklärung ist, erweist es sich in casu zwecks Ve...
	1.8. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass das vorinstanzliche Urteil weder rechtsfehlerhaft ist noch ist eine offensichtlich unrichtige Feststellung des  Sachverhaltes durch die Vorinstanz gegeben.
	2. Rechtliche Würdigung
	2.1. Die Vorinstanz würdigte das Verhalten der Beschuldigten in rechtlicher  Hinsicht als Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Ziff. 1 SVG sowie in Verbindung mit Art. 31 Abs. 1, Art. 36 Abs. 1 und 3 SVG und Art. 3 Abs. 1 und Art. 13 VRV...
	2.2. In subjektiver Hinsicht wird ihr die fahrlässige Verübung gegen vorgenannte Bestimmungen vorgehalten (Art. 100 Ziff. 1 Abs. 1 SVG). Fahrlässig handelt, wer die Folgen seines Verhaltens aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit nicht bedenkt oder darau...
	2.3. Am Unfallort gab die Beschuldigte zu Protokoll, dass sie an der Linie angehalten habe. Nach einem Blick in den Innenspiegel sowie in beide Aussenspiegel, vor allem aber in den linken Aussenspiegel, sei sie losgefahren (Urk. 2/1/1 S. 6). Weshalb d...
	3. Sanktion
	Die Vorinstanz bestrafte die Beschuldigte mit einer Busse von Fr. 400.–. Dagegen wurden keine Beanstandungen erhoben. Es kann vollumfänglich auf die  zutreffenden Ausführungen im vorinstanzlichen Entscheid verwiesen werden (Urk. 14 S. 19 f.). Eine Erh...
	IV.  Kostenfolgen
	1. Ausgangsgemäss ist die vorinstanzliche Kostenregelung zu bestätigen (Ziff. 4 und 5).
	2. Die Kosten des Berufungsverfahrens sind auf Fr. 1'000.– zu veranschlagen (Art. 424 Abs. 1 StPO i.V.m. § 16 Abs. 1 und § 14 der Gebührenverordnung des Obergerichts, LS 211.11). Im Berufungsverfahren unterliegt die Beschuldigte  vollumfänglich mit ih...

	Es wird beschlossen:
	Es wird erkannt:
	1. Die Beschuldigte A._____ ist schuldig der fahrlässigen Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Ziff. 1 SVG in Verbindung mit Art. 100 Ziff. 1 Abs. 1 SVG sowie in Verbindung mit Art. 31 Abs. 1, Art. 36 Abs. 1 und 3 SVG und Art. 3 Abs. 1 ...
	2. Die Beschuldigte wird mit Fr. 400.– Busse bestraft.   Bezahlt die Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von vier Tagen.
	3. Das erstinstanzliche Kostendispositiv (Ziff. 4 und 5) wird bestätigt.
	4. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 1'000.–.
	5. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden der Beschuldigten auferlegt.
	6. Es wird der Beschuldigten keine Prozessentschädigung zugesprochen.
	7. Schriftliche Mitteilung in vollständiger Ausfertigung an
	 die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden der Beschuldigten
	 Statthalteramt Bezirk Andelfingen
	 die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich
	 die Vorinstanz
	 K._____ Rechtsschutz, … [Adresse] (U/Ref.: … - rechtskräftiges Urteil),
	 das Strassenverkehrsamt des Kantons Zürich, Administrativmassnahmen, Lessingstrasse 33, 8090 Zürich (PIN-Nr.: …),
	 die L._____ AG, … [Adresse] (Referenz … - M._____).

	8. Rechtsmittel: Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.