# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4c57aa39-f2f1-5688-b350-45f8437759cd
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-04-20
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 20.04.2010 S 2010 7
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2010-7_2010-04-20.pdf

## Full Text

S 10 7

2. Kammer als Versicherungsgericht

URTEIL
vom 20. April 2010

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Versicherungsleistungen nach UVG

1. …, geboren am … 1954, ist bei … als landwirtschaftliche Betriebshelferin 

tätig. Die Versicherte ist gelernte Papeterieverkäuferin sowie ausgebildete 

Pflegefachfrau und absolviert aktuell die Landwirtschaftsschule … mit dem 

Ziel, diplomierte Landwirtin zu werden. Am 23. Juli 2008 stürzte die 

Versicherte beim Verkeilen von Elektrorohren in vorbereitete Schlitze von 

zwei Backsteinen, auf welchen sie in 19 cm Höhe gestanden war. Dabei zog 

sie sich Verletzungen am rechten Arm zu. Die Erstversorgung erfolgte im 

Kantonsspital Chur, wo Dr. med. … am 25. Juli 2008 eine distale Radiusfraktur 

rechts und chronische Schulterschmerzen diagnostizierte und der 

Versicherten vom 23. Juli 2008 bis zum 20. August 2008 eine 

Arbeitsunfähigkeit von 100% attestierte. Der erlittene Bruch wurde mittels 

offener Reposition und Osteosynthese operiert. 

2. Anlässlich der Konsultation im Kantonsspital Chur vom 30. September 2008 

beklagte die Versicherte starke Schmerzen im Bereich des rechten 

Handgelenkes, des rechten Ellbogens sowie der rechten Schulter. Auf 

Wunsch der Versicherten erfolgte am 7. Oktober 2008 die operative 

Metallentfernung und Neurolyse N. medianus. Gemäss dem Austrittsbericht 

vom 8. Oktober 2008 wurde die Versicherte in gutem Allgemeinzustand 

entlassen.

3. Am 17. November 2008 berichtete der Hausarzt Dr. med. …, die Versicherte 

sei vom 23. Juli 2008 bis zum 30. November 2008 zu 100% arbeitsunfähig. 

Die Wiederaufnahme der Arbeit zu 100% sei auf den 1. Dezember 2008 

vorgesehen. Dieser Bericht gelte voraussichtlich als Schlusszeugnis. Mit 

Zwischenbericht vom 27. Juni 2009 hielt der Hausarzt fest, die Versicherte 

leide an persistierenden Schmerzen im Handgelenksbereich ulnarseits mit 

leichter Schwellung und Druckdolenz, welche bei stärkerer Belastung 

zunähmen und mindestens einen Tag anhielten. Es bestehe eine 

Arbeitsunfähigkeit von 50% seit dem 16. Dezember 2008 bis auf weiteres. 

Gemäss dem Gutachten von Dipl. med. …, Kantonsspital Graubünden, vom 

3. Juli 2009, bestehen die objektivierbaren Befunde in der Druckdolenz über 

dem Ulnastyolid mit leichten Schmerzen bei Radialduktion. Der palmare 

Zugang im Bereich des rechten Handgelenks im proximalen Anteil sei leicht 

druckempfindlich mit leichter Ausstrahlung nach ulnar sowie ins Handgelenk. 

Ansonsten seien die Befunde widersprüchlich und zum Teil nicht verifizierbar. 

Am 26. August 2009 empfahl Dr. med. …, der Vertrauensarzt der ÖKK, die 

Arbeitsunfähigkeit von 50% in der Tätigkeit als Betriebshelferin bis Ende 

Oktober 2009 aufrecht zu erhalten, um den Übergang in eine neue Tätigkeit 

finanziell etwas abzufedern. Anschliessend sei wieder von einer 

Arbeitsfähigkeit von 100% auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt auszugehen.

4. Am 28. August 2009 verfügte die ÖKK Kranken- und Unfallversicherungen AG 

(ÖKK), ab dem 1. November 2009 keine Taggelder und Heilungskosten mehr 

zu erbringen. Der Status quo ante sei spätestens am 31. Oktober 2009 wieder 

erreicht. Es resultiere keine unfallbedingte bleibende Schädigung der 

körperlichen oder geistigen Integrität, weshalb die Voraussetzungen für eine 

Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung nicht erfüllt seien. Dagegen 

erhob die Versicherte am 31. August 2009 Einsprache. Auf Empfehlung von 

Dr. med. … wurde vor Erlass des Einspracheentscheids der Bericht über eine 

bevorstehende Behandlung in der Klinik … abgewartet.

5. Am 28. September 2009 wurde ein Arthro-MRI des Handgelenks erstellt. Am 

21. Oktober 2009 diagnostizierte Dr. med. …, Klinik …, ein myofasziales 

Schmerzsyndrom im Bereich der rechten Schulter und des rechten Armes und 

eine posttraumatische Gonarthrose links/Periatrhopathia am Knie links. 

Aktuell könnten radiologisch ausgeprägte, wahrscheinlich posttraumatische 

degenerative Veränderungen radiokarpal und im Bereich des Discus 

triangularis objektiviert werden. Die myofaszialen Befunde im Bereich des 

rechten Armes und insbesondere die Radiokarpalarthrose erklärten die 

verminderte Belastbarkeit des rechten Armes und begründeten eine 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit für die belastende Arbeit in der 

Landwirtschaft. Therapeutisch wurde zu einer ambulanten Physiotherapie 

geraten, um die muskulären Beschwerden im Bereich des rechten Armes und 

des linken Knies durch eine aktive Physiotherapie anzugehen. Die aktuelle 

medikamentöse Behandlung sei adäquat und könne fortgeführt werden.

6. Der Vertrauensarzt Dr. med. … führte am 18. November 2009 aus, in einer 

angepassten Tätigkeit sei die Beschwerdeführerin vollständig arbeitsfähig. 

Der Status quo ante sei nicht erreicht bzw. könne nicht erreicht werden, da 

eine unfallbedingte Veränderung des Handgelenkes mit Ausbildung einer 

Arthrose vorhanden sei. Es sei also ein Defektzustand vorhanden, welcher 

bei Schmerzexazerbation noch ärztliche und medikamentöse, evt. zusätzlich 

auch abnehmbare Schienenfixation benötige. Die ärztliche Behandlung 

dieses Defektzustandes müsse weiterhin gewährt bleiben. Daraus resultiere 

auch eine Beurteilung des Integritätsschadens. Dieser sei entsprechend der 

Tabelle 5 der Integritätsentschädigung gemäss UVG auf 7.5% einzustufen.

7. Mit Einspracheentscheid vom 14. Dezember 2009 wurde die Einsprache 

teilweise gutgeheissen und die angefochtene Verfügung vom 28. August 2009 

aufgehoben. Die Heilungskosten würden bis zum Fallabschluss weiterhin 

erbracht. Die Taggeldleistungen würden unter Verlängerung der 

Anpassungszeit zur Aufnahme einer anderen Berufstätigkeit bis zum 31. 

Dezember 2009 weiter erbracht und nachfolgend eingestellt.

8. Dagegen erhob die Versicherte am 9. Januar 2010 Beschwerde an das 

Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden mit dem sinngemässen Antrag 

um Aufhebung des Einspracheentscheides und Weiterausrichtung der 

Taggeldleistungen. Der Unfall vom 23. Juli 2008 sei nicht der erste Fall, wo 

die ÖKK den vollen Umfang der Taggeldleistung nicht bezahlen wolle. Auch 

die Invalidenversicherung habe ihren Anspruch auf eine Invalidenrente mit 

Verfügung vom 12. November 2007 abgelehnt. Sowohl Dr. med. … als auch 

Dr. med. … beurteilten den Unfall ganz klar als kausal für die heutigen 

Beschwerden. Sie könne nicht ab dem 1. Januar 2010 in einer angepassten 

Tätigkeit arbeiten. Sie habe eine adäquate Arbeit gesucht. Sie gehe aber kein 

Risiko ein, ihre jetzige Arbeitsstelle zu verlieren resp. ohne neue Stelle zu 

kündigen. Das RAV … habe ihr abgeraten, ihre begonnene Ausbildung als 

Landwirtin abzubrechen. Eine Stelle im Pflegebereich sei aus 

gesundheitlichen Gründen nicht mehr möglich, da man in einem solchen Beruf 

schwere körperliche Arbeit verrichten müsse. Im Verkauf sei sie seit 35 Jahren 

nicht mehr und sie sei heute 56 Jahre alt. In ihrem Alter könne sie nur noch 

als Putzfrau arbeiten, was wegen ihrer Handgelenk- und 

Schulterbeschwerden auch nicht möglich sei. Aus den 

Bewerbungsunterlagen sei ersichtlich, dass sie auf dem Arbeitsmarkt keine 

Chance habe.

9. In ihrer Vernehmlassung vom 26. Januar 2010 beantragte die ÖKK die 

Abweisung der Beschwerde. Die Ausführungen zum Krankentaggeldbezug in 

den Vorjahren seien zur Beurteilung der Beschwerde nicht relevant. Das IV-

Verfahren sei vor dem zu beurteilenden Unfall vom 23. Juli 2008 durchgeführt 

worden, weshalb daraus nur beschränkt Erkenntnisse gewonnen werden 

könnten. Die Beschwerdeführerin habe gegenüber der IV eine reduzierte 

Erwerbsfähigkeit geltend gemacht, worauf die IV-Stelle zum Schluss gelangt 

sei, dass der Beschwerdeführerin eine behinderungsangepasste Tätigkeit 

ohne Einschränkung möglich sei. Gemäss ihrem Hausarzt sei die 

Beschwerdeführerin im bisherigen Beruf als landwirtschaftliche 

Betriebshelferin zu 50% arbeitsunfähig. Dr. med. … sei zum Schluss 

gekommen, dass die Beschwerdeführerin für leichte Tätigkeiten vollständig 

arbeitsfähig sei. Dieselbe Beurteilung lasse sich dem Bericht der Klinik … vom 

21. Oktober 2009 entnehmen, wonach die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit 

für belastende Arbeit in der Landwirtschaft bestünde. Die Beschwerdeführerin 

stelle diese Beurteilungen in ihrer Beschwerde nicht in Frage. Vielmehr mache 

sie sinngemäss geltend, es sei ihr auf dem heutigen Arbeitsmarkt nicht 

möglich und/oder zumutbar, eine andere Tätigkeit aufzunehmen. Die 

Beschwerdeführerin sei seit mehr als 16 Monaten in der Ausübung des 

bisherigen Berufs zu mindestens 50% eingeschränkt. Eine Besserung stehe 

nicht in Aussicht. Die Übergangsfrist zur Aufnahme einer anderen Tätigkeit 

sei bis zum 31. Dezember 2009 und somit auf vier Monate verlängert worden. 

Aufgrund ihrer Ausbildung fielen verschiedene Berufe in Betracht welche nicht 

mit hohen Belastungen für den rechten Arm verbunden seien, wie z.B. 

Verkauf, Beratung, Kontroll- und Überwachungstätigkeiten etc. Ausgehend 

von jeder der genannten oder anderen Tätigkeiten sei es der 

Beschwerdeführerin möglich, einen Lohn zu erzielen, welcher den heutigen 

von Fr. 12’000.- pro Jahr übersteige. Der Einwand der Beschwerdeführerin, 

sie würde auf dem Arbeitsmarkt keine solche Stelle finden, sei aufgrund der 

mehreren Einsatzmöglichkeiten und des geringen Vergleichseinkommens 

unberechtigt. 

Auf die weiteren Vorbringen der Parteien in den Rechtsschriften wird, soweit 

erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Anfechtungsobjekt im vorliegenden Beschwerdeverfahren bildet der 

Einspracheentscheid der ÖKK vom 16. Dezember 2009. Streitig und zu prüfen 

ist, ob die Beschwerdeführerin zu Recht ab dem 31. Dezember 2009 im Bezug 

von Taggeldleistungen eingestellt worden ist.

2. Arbeitsunfähigkeit ist nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen 

Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die durch eine 

Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit 

bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder 

Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die 

zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich 

berücksichtigt. Steht fest, dass die versicherte Person unter dem Blickwinkel 

der Schadenminderungspflicht einen Berufswechsel vorzunehmen hat, so hat 

der Versicherungsträger sie dazu aufzufordern und ihr zur Anpassung an die 

veränderten Verhältnisse sowie zur Stellensuche eine angemessene 

Übergangsfrist einzuräumen, während welcher das bisherige Taggeld 

geschuldet bleibt (RKUV 2000 Nr. KV 112 S. 122 E. 3a [K 14/99] m.w.H.). 

Diese Übergangsfrist ist in der Regel auf drei bis fünf Monate zu bemessen 

(RKUV 2005 Nr. KV 342 S. 358 [K 42/05]; Urteil des Bundesgerichts vom 

20.08.2008 [8C_173/2008] E. 2.3). Nach Art. 16 Abs. 1 des Bundesgesetzes 

über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) hat die Versicherte Anspruch 

auf Taggelder, sofern sie infolge eines Unfalles voll oder teilweise 

arbeitsunfähig ist. Der Anspruch entsteht am dritten Tag nach dem Unfalltag 

und erlischt mit der Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit, mit dem 

Beginn einer Rente oder mit dem Tod der Versicherten (Abs. 2). Das Taggeld 

des Unfallversicherers wird nicht gewährt, falls der Anspruch auf ein Taggeld 

der Invalidenversicherung besteht (Abs. 3).

3. Bei ihrer Feststellung, die Beschwerdeführerin sei in einer adaptierten 

Tätigkeit zu 100% arbeitsfähig, stützte sich die Vorinstanz auf den Bericht 

ihres Vertrauensarztes, Dr. med. …, vom 18. November 2009 sowie den 

Bericht der Klinik … vom 21. Oktober 2009. Dr. med. … führte in seinem 

Arztbericht vom 18. November 2009 aus, in einer angepassten Tätigkeit sei 

die Beschwerdeführerin vollständig arbeitsfähig, ohne diese Beurteilung 

jedoch näher zu begründen. Ganz im Gegenteil beschränkte er sich darauf, 

darzulegen, dass der Status quo ante nicht erreicht sei bzw. nicht erreicht 

werden könne, da eine unfallbedingte Veränderung des Handgelenks mit 

Ausbildung einer Arthrose vorhanden sei. Die Aussagen im Arztbericht von 

Dr. med. … sind zudem weder in der Beurteilung der medizinischen 

Zusammenhänge noch in der Beurteilung der medizinischen Situation 

einleuchtend. Die Ausführungen in diesem Arztbericht entsprechen somit 

keineswegs den vom Bundesgericht gestellten Anforderungen an einen 

beweismässig verwertbaren Arztbericht (vgl. BGE 125 V 352 E. 3a). Gleiches 

gilt für den Arztbericht von Dr. med. …, Klinik …, vom 28. September 2009. 

Dr. med. … führte in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit lediglich aus, dass die 

Beschwerdeführerin für die belastende Arbeit in der Landwirtschaft 

eingeschränkt arbeitsfähig sei. Offen bleibt nach diesem Bericht sowohl der 

Umfang der hiermit attestierten Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit 

als auch der Umfang der Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit. In ihrer 

Beschwerde beanstandet die Beschwerdeführerin jedoch nicht, dass die 

Vorinstanz auf die Arztberichte von Dr. med. … und Dr. med. … abgestellt hat 

und von einer Arbeitsfähigkeit von 100% in einer adaptierten Tätigkeit 

ausgegangen ist. Vielmehr macht die Beschwerdeführerin sinngemäss 

geltend, es sei ihr nicht möglich bzw. nicht zumutbar, ab dem 1. Januar 2010 

eine angepasste Tätigkeit auszuüben, weshalb ihr die Übergangsfrist zur 

Stellensuche und zur Anpassung an die veränderten Verhältnisse 

einzuräumen habe. Im Folgenden soll daher geprüft werden, ob der 

Beschwerdeführerin mit der Einstellung der Taggelder per Ende Dezember 

2009 genügend Zeit zur Aufnahme einer zumutbaren Tätigkeit zugestanden 

wurde.

4. Mit Verfügung vom 28. August 2009 wurde der Beschwerdeführerin mitgeteilt, 

dass der Status quo ante per 31. Oktober 2009 wieder erreicht sei und ihr 

gestützt auf die Beurteilung des Vertrauensarztes Dr. med. … vom 26. August 

2009 eine Arbeitsfähigkeit von 100% per 1. November 2009 zumutbar sei. Die 

damit sinngemäss aus der Beurteilung des Vertrauensarztes vom 26. August 

2009 resultierende Übergangsfrist betrug zwei Monate. Mit dem 

angefochtenen Einspracheentscheid wurde sie auf vier Monate bis zum 31. 

Dezember 2009 verlängert. Die angemessene Übergangsfrist soll zur 

Anpassung an die veränderten Verhältnisse sowie zur Stellensuche dienen 

und in der Regel drei bis fünf Monate betragen (RKUV 2005 Nr. KV 342 S. 

358 [K 42/05]; Urteil Bundesgericht vom 20.08.2008 [8C_173/2008] E. 2.3). In 

BGE 114 V 281 E. 5b hat das Bundesgericht offen gelassen, ob ein solcher 

Zeitraum auch in Fällen schwieriger Vermittelbarkeit gerecht zu werden 

vermöchte; in jenem Verfahren stand dem Beschwerdeführer nahezu ein 

ganzes Jahr zur Verfügung, was das Bundesgericht als sicher ausreichend 

beurteilte. Zu beachten ist, dass bei der Frage nach der Zumutbarkeit des 

Wechsels in einen anderen Beruf oder Aufgabenbereich im Sinne von Art. 6 

Satz 2 ATSG nicht auf den (gegebenenfalls theoretischen) ausgeglichenen 

Arbeitsmarkt abzustellen ist. Vielmehr muss die Tätigkeit, auf welche 

abgestellt werden soll, auf dem örtlich massgebenden Arbeitsmarkt 

tatsächlich ausgeübt werden können; mit anderen Worten ist die Zumutbarkeit 

immer bezogen auf den konkreten  Einzelfall zu beurteilen (Ueli Kieser, 

ATSG-Kommentar, 2. Aufl., Zürich 2009, N 23 zu Art. 6).

5. Indem die Vorinstanz der Beschwerdeführerin vier Monate zur Aufnahme 

einer zumutbaren Tätigkeit zugestand, berücksichtigte sie nach Ansicht des 

Gerichts nicht bzw. bloss ungenügend, dass es der Beschwerdeführerin, wie 

sie beschwerdeweise geltend macht, aufgrund ihrer gesundheitlichen 

Beschwerden nicht mehr zumutbar ist, ihr gelernter Beruf als Pflegefachfrau 

auszuüben. Dr. med. … von der Klinik … diagnostizierte am 21. Oktober 2009 

ein myofasziales Schmerzsyndrom im Bereich der rechten Schulter und des 

rechten Armes sowie eine posttraumatische Gonarthrose 

links/Periatrhopathia am Knie links. Es bestehe eine eingeschränkte 

Arbeitsfähigkeit für die belastende Arbeit in der Landwirtschaft. Auch als 

Pflegefachfrau hätte die Beschwerdeführerin zumindest teilweise - wie in der 

Landwirtschaft - schwere und belastende Tätigkeiten zu verrichten. Aufgrund 

der Diagnose von Dr. med. …, welche sowohl die auf den Unfall vom 23. Juli 

2008 zurückzuführenden Beschwerden als auch die unfallfremden 

Kniebeschwerden berücksichtigt, können der Beschwerdeführerin die 

belastenden Tätigkeiten im Pflegebereich sowie auch in jedem anderen Beruf 

mit gleich oder ähnlich belastender Tätigkeit nicht mehr zugemutet werden. 

Zwar ist sie auch gelernte Papeterieverkäuferin, jedoch arbeitete sie seit 35 

Jahren nicht mehr im Verkauf und sie wird demnächst 56 Jahre alt. Bei der 

aktuell noch immer angespannten Wirtschaftslage und Arbeitsmarksituation 

kann nicht erwartet werden, dass die Beschwerdeführerin sich innerhalb von 

vier Monaten an die veränderten Verhältnisse anpassen und innert dieser Zeit 

auf dem konkreten örtlichen Arbeitsmarkt auch noch eine Arbeitsstelle im 

Verkauf zu finden vermag. Sodann sind auch bei der Tätigkeit als Verkäuferin 

sowie jeder anderen adaptierten Tätigkeit die unfallbedingten und 

unfallfremden gesundheitlichen Einschränkungen der Beschwerdeführerin 

sowie ihr fortgeschrittenes Alter zu berücksichtigen. Wenn die 

Wiedereingliederung in das Berufsleben in einer adaptierten Tätigkeit unter 

diesen Umständen überhaupt als möglich angesehen werden kann, benötigt 

die Beschwerdeführerin hierzu nach Auffassung des Gerichts eine längere 

Zeit als die ihr von der Vorinstanz gewährten vier Monate. Aus allen diesen 

Gründen ist der Beschwerdeführerin angesichts der konkreten Umstände 

sowie der immer noch angespannten Arbeitsmarktsituation nach dem 

Ermessen des Gerichts eine Übergangsfrist von 10 Monaten zur Aufnahme 

einer zumutbaren Tätigkeit zu gewähren. Die Beschwerde ist damit 

gutzuheissen und die der Beschwerdeführerin von der Vorinstanz bis zum 31. 

Dezember 2009 angesetzte Übergangsfrist bis zum 30. Juni 2010 zu 

verlängern. Nach Ablauf dieser grosszügig bemessenen Frist wird es der 

Beschwerdeführerin zumutbar sein, eine ihren gesundheitlichen 

Beeinträchtigungen angepasste vollzeitige Arbeit aufzunehmen.

6. Der vorinstanzliche Einspracheentscheid, mit welchem die Einsprache 

teilweise gutgeheissen und die angefochtene Verfügung aufgehoben und die 

Ausrichtung der Taggeldleistungen bis zum 31. Dezember 2009 verlängert 

wurde, äussert sich weder zur Rentenfrage noch zu einer allfälligen 

Integritätsentschädigung. Zwar mangelt es an diesbezüglichen 

Beanstandungen der Beschwerdeführerin, weshalb diese Fragen vom 

Verwaltungsgericht nicht entschieden werden können. Trotzdem ist dazu das 

Folgende zu bemerken: In ihrer Verfügung vom 28. August 2009 führte die 

Vorinstanz aus, dass der Unfall vom 23. Juli 2009 keine Folgen hinterlassen 

habe, welche die Erwerbstätigkeit messbar beeinträchtigen könnten. Ebenso 

resultiere keine unfallbedingte bleibende Schädigung der körperlichen oder 

geistigen Integrität, womit die Voraussetzungen für eine Invalidenrente oder 

Integritätsentschädigung nicht erfüllt seien. Im Rahmen des 

Einspracheverfahrens holte die Vorinstanz einen Bericht bei ihrem 

Vertrauensarzt, Dr. med. …, ein. Dieser führte in seinem Bericht vom 18. 

November 2009 aus, der Status quo ante sei nicht erreicht bzw. könne nicht 

erreicht werden, da eine unfallbedingte Veränderung des Handgelenkes mit 

Ausbildung einer Arthrose vorhanden sei. Es sei also ein Defektzustand 

vorhanden, welcher bei Schmerzexazerbation noch ärztliche und 

medikamentöse, evt. zusätzlich auch abnehmbare Schienenfixation benötige. 

Die ärztliche Behandlung dieses Defektzustandes müsse weiterhin gewährt 

bleiben. Daraus resultiere auch eine Beurteilung des Integritätsschadens. 

Dieser sei entsprechend der Tabelle 5 der Integritätsentschädigung gemäss 

UVG auf 7.5% einzustufen. Trotz dieser medizinischen Beurteilungen, welche 

ein Zurückkommen auf die Verfügung vom 28. August 2009 auch hinsichtlich 

der mit dieser Verfügung abgelehnten Invalidenrente und 

Integritätsentschädigung nahegelegt hätten, enthält der angefochtene 

Einspracheentscheid keine Ausführungen zu einer allfälligen Rente und zur 

Integritätsentschädigung (die vom Vertrauensarzt Dr. med. … konkret 

beziffert wurde). Zweifellos sieht sich die Vorinstanz zu Recht zur Tragung der 

Heilungskosten bis zum Fallabschluss verpflichtet (Einspracheentscheid Erw. 

2.6), jedoch wird sie nach Fallabschluss – insbesondere unter 

Berücksichtigung des Berichtes von Dr. med. … vom 21. Oktober 2009 und 

des Berichtes von Dr. med. … vom 18. November 2009 sowie nach allenfalls 

zusätzlichen medizinischen Abklärungen - eine allfällige Rente und eine 

Integritätsentschädigung nochmals zu prüfen haben.

7. Die Beschwerde ist damit gutzuheissen, der angefochtene Entscheid 

aufzuheben und die Vorinstanz unter Verlängerung der Übergangsfrist zur 

Aufnahme einer zumutbaren Tätigkeit zu verpflichten, der 

Beschwerdeführerin Taggeldleistungen im bisherigen Umfang bis zum 30. 

Juni 2010  weiter zu erbringen und diese danach einzustellen. Gerichtskosten 

werden nicht erhoben, da das Verfahren vor dem kantonalen 

Versicherungsgericht - ausser bei mutwilliger oder leichtsinniger 

Prozessführung – gemäss Art. 1 Abs. 1 UVG in Verbindung mit Art. 61 lit. a 

ATSG kostenlos ist. Der nicht anwaltlich vertretenen Beschwerdeführerin 

steht praxisgemäss keine aussergerichtliche Entschädigung zu.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen, der angefochtene Entscheid aufgehoben 

und die Vorinstanz unter Verlängerung der Übergangsfrist zur Aufnahme einer 

zumutbaren Tätigkeit verpflichtet, der Beschwerdeführerin Taggeldleistungen 

im bisherigen Umfang bis zum 30. Juni 2010 weiter zu erbringen.

2. Es werden keine Kosten erhoben.