# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e723c538-e925-52b2-b9e2-bc0a51a49829
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-07-07
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 07.07.2008 C-3667/2007
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-3667-2007_2008-07-07.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-3667/2007

{T 0/2}

U r t e i l  v o m  7 .  J u l i  2 0 0 8

Richterin Ruth Beutler (Vorsitz), 
Richter Antonio Imoberdorf, Richter Bernard Vaudan, 
Gerichtsschreiberin Barbara Haake.

Y._______,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Thomas Nigg,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Verweigerung der Einreisebewilligung in Bezug auf 
X._______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-3667/2007

Sachverhalt:

A.
Am  24.  April  2007  beantragte  die  1987  geborene  X._______, 
Staatsangehörige von Sri Lanka, bei der Schweizerischen Botschaft in 
Colombo  ein  Visum  für  einen  einmonatigen  Besuchsaufenthalt  bei 
ihren  im  Fürstentum  Liechtenstein  lebenden  Verwandten.  Sie  gab 
dabei  an,  ihr  Onkel  Y._______  werde  für  ihre  dortigen  Aufent-
haltskosten aufkommen. Nach formloser Verweigerung übermittelte die 
Vertretung das Gesuch zum Entscheid an die Vorinstanz. 

B.
Nachdem sich das Ausländer- und Passamt Vaduz gegen die Einreise 
der  Gesuchstellerin  ausgesprochen  hatte,  wies  die  Vorinstanz  das 
Einreisegesuch von X._______ mit  Verfügung vom 13. Juni 2007 ab. 
Sie  begründete  ihre  Ablehnung  damit,  dass  die  Erteilung  einer 
Einreisebewilligung unter anderem dann zu verweigern sei, wenn die 
anstandslose und fristgerechte Wiederausreise der gesuchstellenden 
Person nicht als gesichert betrachtet werden könne, sei es als Folge 
der  in  ihrem  Ursprungsland  herrschenden  politischen  oder 
sozioökonomischen  Verhältnisse  oder  aufgrund  ihrer  persönlichen 
Situation.  Wie  die  in  zahlreichen  Fällen  gemachte  Erfahrung  zeige, 
würden insbesondere Touristen- oder Besuchervisa immer wieder von 
Personen, welche sich eigentlich dauerhaft hier niederlassen möchten, 
missbraucht. Die Gesuchstellerin stamme immerhin aus einer Region, 
aus  welcher  der  Zuwanderungsdruck  nach  wie  vor  stark  anhalte. 
Soweit ersichtlich oblägen ihr in ihrer Heimat auch keine zwingenden 
beruflichen, gesellschaftlichen oder familiären Verpflichtungen, welche 
das  vorgängig  beschriebene  Risiko  entsprechend  gering  erscheinen 
liessen.

C.
Gegen diese Verfügung erhob der anwaltlich vertretene Gastgeber der 
Gesuchstellerin,  Y._______,  am  2.  Juli  2007  Beschwerde  mit  dem 
Begehren um Erteilung der beantragten Einreisebewilligung. Der Par-
teivertreter macht geltend, die Nichte seines Mandanten stehe in Sri 
Lanka  in  einem  festen  Anstellungsverhältnis  und  könne  dort  ihren 
Lebensunterhalt bestreiten. Sie habe daher keine Veranlassung, ihren 
Lebensmittelpunkt  in  die  Schweiz  oder  nach  Liechtenstein  zu  ver-
legen, zumal sie in ihrer Heimat einen festen Freund habe und dort nie 
in ihrer Sicherheit bedroht worden sei. Ausserdem habe der Gastgeber 

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wiederholt  Personen aus derselben Region in Sri  Lanka nach Liech-
tenstein eingeladen; alle seien nach Ablauf ihres Visums anstandslos 
wieder zurückgekehrt. Im vorliegenden Fall sei das Interesse an einem 
Besuch sehr gross,  da der Gastgeber und seine Ehefrau die Schul-
bildung der  Gesuchstellerin  mitfinanziert  hätten  und sich  daher  eine 
tiefe Beziehung der  Ehegatten zu der  Nichte  der  Ehefrau entwickelt 
habe. Der Gastgeber habe aufgrund negativer Erfahrungen anlässlich 
eines im Jahre 2001 seiner Heimat abgestatteten Besuchs Bedenken, 
erneut  dorthin  zu  reisen. Er  könne aber  zusichern,  dass  X._______ 
wieder fristgerecht in ihre Heimat zurückkehren werde. Ihr sei daher in 
Abänderung  der  vorinstanzlichen  Verfügung  eine  Einreisebewilligung 
für  drei  Monate  zu  erteilen.  Der  Beschwerde  ist  u.a.  eine  gefaxte 
Arbeitsbescheinigung beigefügt.

D.
In  ihrer  Vernehmlassung  vom  8.  November  2007  spricht  sich  die 
Vorinstanz unter Erläuterung der bereits genannten Gründe für die Ab-
weisung der Beschwerde aus. Insbesondere weist sie darauf hin, dass 
die vom Beschwerdeführer dargelegten, für eine Rückkehr seines Gas-
tes  sprechenden Argumente  nicht  nachprüfbar  seien. Dies  gelte  so-
wohl hinsichtlich der namentlich genannten früheren Gäste, die angeb-
lich wieder in ihr Heimatland zurückgekehrt seien – über sie gebe die 
seit 2001 bestehende Visumdatenbank keinen Aufschluss – als auch 
hinsichtlich der vorgelegten Arbeitsbescheinigung der Gesuchstellerin. 
Zweifel  bestünden  schliesslich  auch  im  Hinblick  auf  die  behauptete 
Finanzierung  der  Schulbildung,  da  diese  in  Sri  Lanka  grundsätzlich 
gratis  und obligatorisch  sei. Letztlich  müsse auch aufgrund der  der-
zeitigen gefährlichen Lage in der Region Jaffna davon ausgegangen 
werden,  dass  jegliche Möglichkeit  zum Erhalt  eines  Visums für  eine 
Emigration ausgenutzt werde. 

E.
Mit  Stellungnahme vom 5. Dezember  2007 wiederholt  der  Parteiver-
treter  seine  bisherigen  Vorbringen  und  bestreitet  die  Richtigkeit  der 
von der Vorinstanz gezogenen Schlussfolgerungen. Insbesondere ver-
weist  er  darauf,  dass  die  Gesuchstellerin  nicht  aus  der  von  kriege-
rischen Ereignissen betroffenen Region Jaffna stamme, sondern aus 
einer sicheren Gegend des Distriktes Trincomalee.

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F.
Der  weitere  Akteninhalt  wird,  soweit  rechtserheblich,  in  den  Erwä-
gungen Berücksichtigung finden. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht unter 
Vorbehalt der in Art. 32 VGG genannten Ausnahmen Beschwerden ge-
gen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 
1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), welche von 
einer in Art. 33 VGG aufgeführten Behörde erlassen wurden. Darunter 
fallen  u.a.  Verfügungen  des  BFM  betreffend  Verweigerung  der  Ein-
reisebewilligung, welche vom Bundesverwaltungsgericht endgültig be-
urteilt  werden (Art. 83 Bst. c Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Sofern  das  Verwaltungsgerichtsgesetz  nichts  anderes  bestimmt, 
richtet  sich  das  Verfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  nach 
dem VwVG (Art. 37 VGG). 

1.3 Y._______ ist  gemäss Art. 48 VwVG zur Beschwerde berechtigt. 
Auf  die  frist-  und  formgerechte  Rechtsmitteleingabe  ist  einzutreten 
(Art. 49 – 52 VwVG).

2.
Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung 
von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des 
Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechts-
erheblichen Sachverhaltes und – sofern nicht eine kantonale Behörde 
als  Beschwerdeinstanz  verfügt  hat  –  die  Unangemessenheit  gerügt 
werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Be-
schwerdeverfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist ge-
mäss  Art.  62  Abs. 4  VwVG an  die  Begründung  der  Begehren  nicht 
gebunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den gel-
tend gemachten Gründen gutheissen oder abweisen. Massgebend ist 
grundsätzlich  die  Sachlage  zum  Zeitpunkt  seines  Entscheides  (vgl. 
BGE 129 II 215 nicht publ. E. 1.2)

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3.
Am 1. Januar 2008 traten das neue Bundesgesetz vom 16. Dezember 
2005 über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20) sowie 
die dazu gehörigen Ausführungsverordnungen in Kraft (u.a. die Verord-
nung vom 24. Oktober  2007 über  das Einreise-  und Visumverfahren 
[VEV, SR 142.204]). Gemäss Art. 126 Abs. 1 AuG bleibt auf Gesuche, 
die vor dem Inkrafttreten des AuG eingereicht worden sind, das bishe-
rige Recht anwendbar. Die Beurteilung erfolgt somit noch nach dem al-
ten Recht. Massgebend sind daher das Bundesgesetz vom 26. März 
1931 über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer (aANAG, BS 1 
121, zum vollständigen Quellennachweis vgl. Ziff. I des Anhangs zum 
AuG) und die Verordnung vom 14. Januar 1998 über die Einreise und 
Anmeldung von Ausländerinnen und Ausländern (aVEA, AS 1998 194, 
zum vollständigen Quellennachweis vgl. Art. 39 VEV).

4.
Ausländer und Ausländerinnen sind zur Anwesenheit  in der Schweiz 
berechtigt, wenn sie eine Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung 
besitzen  oder  keiner  solchen  bedürfen  (Art. 1a  aANAG).  Gewisse 
Gruppen  von  ihnen  benötigen  für  die  Einreise  in  die  Schweiz  ein 
Visum (vgl. Art. 3 ff. AVEA).

4.1 Die Zuständigkeit des BFM für die Erteilung des beantragten Ein-
reisevisums  ergibt  sich  aus  Art.  18  aVEA. Über  das  Begehren  ent-
scheidet  die  zuständige  Behörde  im  Rahmen  der  gesetzlichen  Vor-
schriften  und  der  Verträge  mit  dem Ausland  nach  freiem Ermessen 
(Art. 4 und Art. 16 Abs. 1 aANAG, Art. 9 aVEA). Das schweizerische 
Recht räumt somit weder einen Anspruch auf Einreise noch auf Ertei-
lung eines Visums ein (vgl. PETER UEBERSAX, Einreise und Anwesenheit 
in:  Peter  Uebersax  /  Peter  Münch  /  Thomas  Geiser  /  Martin  Arnold 
(Hrsg.), Ausländerrecht, Ausländerinnen und Ausländer im öffentlichen 
Recht,  Privatrecht,  Steuerrecht  und  Sozialrecht  der  Schweiz, 
Basel/Genf/  München  2002,  S. 143).  Dem  behördlichen  Ermessen 
steht deshalb im Falle der Erteilung einer Einreisebewilligung ein wei-
terer Spielraum offen als beispielsweise bei der Verlängerung einer all-
mählich den Vertrauensschutz verfestigenden Anwesenheitserlaubnis. 
Dies gilt namentlich für die Beurteilung von Einreisegesuchen für tou-
ristische bzw. besuchsweise Aufenthalte von bis zu drei Monaten, die 
bewilligungsfrei  sind,  aber  der  Visumspflicht  unterliegen  (vgl.  Art.  2 
Abs. 1 aANAG i.V.m. den nachstehenden Visumsbestimmungen).

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4.2 Ein Einreisevisum wird verweigert, wenn die in Art. 1 aVEA aufge-
führten Voraussetzungen nicht erfüllt  sind (vgl. Art. 14 Abs. 1 aVEA). 
Insbesondere  müssen  Gesuchstellerinnen  und  Gesuchsteller,  die  in 
die Schweiz reisen möchten, Gewähr bieten, dass sie fristgerecht wie-
der ausreisen werden (Art. 1 Abs. 2 Bst. c aVEA). 

5.
Die Gesuchstellerin  kann sich  auf  keine Ausnahmeregelung berufen 
und  unterliegt  aufgrund  ihrer  Nationalität  den  allgemeinen  Einreise-
voraussetzungen (vgl. Art. 1-5 aVEA). Zur Prüfung des Kriteriums der 
gesicherten Wiederausreise  muss ein  zukünftiges Verhalten  beurteilt 
werden. Dazu lassen sich in der Regel keine gesicherten Feststellun-
gen,  sondern  lediglich  Voraussagen  machen.  Dabei  sind  sämtliche 
Umstände des konkreten Einzelfalles zu würdigen. Insbesondere ist zu 
überprüfen, ob die Vorinstanz unter Berücksichtigung der Verhältnisse 
im Herkunftsland der gesuchstellenden Person und unter Berücksichti-
gung ihrer persönlichen Lebensumstände einen ermessensfehlerfreien 
Entscheid getroffen hat.

5.1 Die Wirtschaft Sri Lankas ist 2007 real um 7,4 % gewachsen. Das 
Pro-Kopf-Einkommen betrug 1350 USD, das Bruttoinlandprodukt (BIP) 
27 Mrd. USD. Für  2008  wird  erneut  ein  hohes Wirtschaftswachstum 
von über 6 % erwartet. Ein Problem für die weitere wirtschaftliche Ent-
wicklung  ist  zunehmend die  Inflation,  die  2007  mit  einer  Jahresrate 
von deutlich über 15 % nicht unter Kontrolle gebracht werden konnte. 
Die Arbeitslosigkeit beträgt seit längerer Zeit ungefähr 7 %. Die wirt-
schaftliche Entwicklung Sri  Lankas weist  allerdings grosse regionale 
Unterschiede auf. Wirtschaftliches Zentrum ist die Region rund um Co-
lombo, die fast  die  Hälfte  der  gesamten Wirtschaftsleistung erbringt. 
Die  grundsätzlich  ermutigenden  wirtschaftlichen  Entwicklungen  kön-
nen  solchermassen  nicht  über  die  Tatsache  hinwegtäuschen,  dass 
nach  wie  vor  breite  Bevölkerungsschichten  von  vergleichsweise 
schwierigen ökonomischen und sozialen Lebensbedingungen betroffen 
sind. Darüber hinaus hat sich die Sicherheitslage im ganzen Land seit 
Anfang 2006 wieder verschlechtert, nachdem erneut Kämpfe zwischen 
dem Militär  und der  Liberation Tigers of  Tamil  Eelam (LTTE) ausge-
brochen sind. Davon besonders betroffen sind der Osten und Norden 
Sri Lankas, Anschläge kommen jedoch auch in der Hauptstadt Colom-
bo  vor.  Zudem  hat  die  Regierung  am  3.  Januar  2008  das  Waffen-
stillstandsabkommen mit  der  LTTE offiziell  per  16.  Januar  2008  ge-
kündigt;  seither  haben  die  Gefechte  im  Norden  des  Landes  zu-

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genommen  und  das  politische  Klima  ist  sehr  gespannt  (Quellen: 
<http://www.auswaertiges-amt.de  >  und  <http://www.eda.admin.ch>, 
Stand:  jeweils  Juni  2008;  vgl.  auch  Urteil  des  Bundesverwaltungs-
gerichts E-2775/2007 vom 14. Februar 2008 E. 7.2-7.5).

Die Verhältnisse in Sri Lanka widerspiegeln sich in einer anhaltend ho-
hen Emigrationsrate. Die Bereitschaft,  das Land auf  der Suche nach 
besseren  Lebensbedingungen  zu  verlassen,  wird  erfahrungsgemäss 
dort noch begünstigt, wo bereits Verwandte oder Bekannte im Ausland 
leben und entsprechend ein minimales soziales Beziehungsnetz vor-
handen ist. Im Falle der Schweiz führen diese Verhältnisse angesichts 
der strengen ausländerrechtlichen Zulassungsregelung nicht selten zu 
unerwünschten Umgehungsmechanismen. So haben hier beispielswei-
se im Jahre 2007 618 srilankische Staatsangehörige um Asyl ersucht. 
In der Statistik der Asylgesuche nach Nationen steht Sri Lanka knapp 
hinter der Türkei an fünfter Stelle. Die Problematik liegt dabei nicht so 
sehr in der Tatsache, dass überhaupt Asylgesuche gestellt werden, als 
vielmehr darin, dass diese Gesuche regelmässig nicht aus dem Aus-
land,  sondern  nach  illegaler  oder  sonstwie  erwirkter  Einreise  in  der 
Schweiz eingereicht werden. Umgehungsmechanismen sind aber auch 
insofern gang und gäbe, als nach erfolgter Einreise mit einem Visum, 
trotz gegenteiliger Zusicherungen, Verlängerungsgesuche gestellt wer-
den oder versucht wird, den Aufenthalt auf eine ganz andere auslän-
derrechtliche Grundlage abzustützen.

5.2 Es wäre jedoch zu schematisch und nicht haltbar, ausschliesslich 
aufgrund der  allgemeinen Lage im Herkunftsland auf  eine nicht  hin-
reichend gesicherte Ausreise zu schliessen. Die soeben dargelegten 
Umstände entbinden daher nicht von einer einzelfallbezogenen Beur-
teilung. Namentlich können berufliche, gesellschaftliche oder familiäre 
Verpflichtungen die Prognose einer anstandslosen Wiederausreise be-
günstigen. 

5.3 Die  Gesuchstellerin  ist  21  Jahre  alt  und  ledig.  Von  Seiten  des 
Beschwerdeführers  wird  behauptet,  sie  habe  in  ihrer  Heimat  einen 
festen Freund und einen gesicherten Arbeitsplatz. Beides lässt jedoch 
nicht auf besondere berufliche oder familiäre Verpflichtungen schlies-
sen, welche die Gesuchstellerin ernsthaft von einer Emigration abhal-
ten könnten. Auch wenn die ihr bescheinigte Tätigkeit als „office assis-
tant“ zutreffen sollte, so spricht dies kaum für eine hinreichende beruf-
liche und finanzielle Absicherung, welche die Gesuchstellerin zu einer 

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http://www.auswaertiges-amt.de/

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Rückkehr nach Sri  Lanka motivieren könnte. Diesbezügliche  Zweifel 
werden zudem noch dadurch verstärkt, dass der Gesuchstellerin in der 
vorgelegten Arbeitsbescheinigung eine völlig unübliche Urlaubsdauer 
von drei Monaten attestiert wird. Überdies fällt in diesem Zusammen-
hang auf, dass die Gesuchstellerin lediglich ein Visum für einen ein-
monatigen  Besuch  beantragt  hat,  während  der  Beschwerdeführer 
ebenfalls  von  einem  dreimonatigen  Aufenthalt  auszugehen  scheint. 
Auch diese Unstimmigkeiten deuten darauf hin, dass der von den Be-
teiligten genannte Aufenthaltszweck nicht den tatsächlichen Absichten 
der Gesuchstellerin entspricht. 

6.
An  der  dargelegten  Risikoeinschätzung  vermögen  die  gegenteiligen 
Zusicherungen des Beschwerdeführers, für eine Rückkehr seines Gas-
tes  besorgt  zu  sein,  nichts  zu  ändern,  zumal  diese  Zusicherungen 
auch insoweit  nicht  ganz glaubhaft  erscheinen,  als  der Beschwerde-
führer  sich  selbst  Aufenthalte  in  der  früheren  Heimat  nicht  zumuten 
möchte. 

6.1 Aus  den  Akten  ergibt  sich,  dass  die  Gesuchstellerin  aus  dem 
Krisengebiet  der  Ostprovinz  stammt;  der  Beschwerdeführer  scheint 
hingegen  den  dortigen  Konflikt  zu  ignorieren  und  den  Eindruck  er-
wecken zu wollen,  als  sei  die Sicherheitslage in  Trincomalee – dem 
Heimatbezirk der Gesuchstellerin – unproblematisch. Allerdings ist das 
Gegenteil  der  Fall.  Aufgrund  einer  dortigen  grossen  Bodenoffensive 
der Armee im Sommer 2006 wurden rund 50'000 Personen aus ihren 
Siedlungsgebieten vertrieben. Während vor allem die Muslime rasch in 
ihre Dörfer zurückkehren konnten, sind viele der Tamilen dagegen ge-
zwungen, in Flüchtlingslagern zu leben, da ihre ursprünglichen Sied-
lungen in  der  Zwischenzeit  vom Militär  zu  Hochsicherheitszonen er-
klärt  wurden. Aufgrund des Anfang des Jahres 2008 von der Regie-
rung gekündigten Waffenstillstandsabkommens mit der LTTE ist keine 
Besserung der Lage in Sicht. Vor diesem Hintergrund erscheint eine 
Rückkehr der Gesuchstellerin in ihre Heimat erst recht zweifelhaft. 

6.2 Sofern  der  Beschwerdeführer  einwendet,  frühere  Gäste  aus  Sri 
Lanka seien wieder in ihre Heimat zurückgekehrt,  ist  dies unbeacht-
lich, denn gemäss den Abklärungen der Vorinstanz kann es sich dabei 
allenfalls um Personen gehandelt haben, die vor dem Jahre 2001 die 
Schweiz besucht haben und die damals u. U. anderen Lebensverhält-
nissen  –  die  den  heutigen  nicht  mehr  entsprechen  –  entstammten. 

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Immerhin hat der Parteivertreter zu den in der Vernehmlassung erläu-
terten Abklärungen nicht einmal mehr replikweise Stellung genommen; 
die näheren Umstände der  früher  angeblich  erteilten  Einreisebewilli-
gungen lassen an dieser Stelle somit keine weiteren Abwägungen und 
damit  auch nicht  die  Vermutung eventueller  Ungleichbehandlung zu. 
Im Übrigen ist darauf hinzuweisen, dass die Ehefrau des Beschwerde-
führers  –  nach  wiederholtem Asylgesuch  mit  anschliessender  Rück-
führung  und  nach  einem  weiteren  illegalen  Aufenthalt  mit  zwangs-
weiser  Ausschaffung  –  erst  durch  die  Ehe  ein  Aufenthaltsrecht  im 
Fürstentum  Liechtenstein  erlangt  hat.  Von  daher  ist  nicht  auszu-
schliessen,  dass der Gesuchstellerin  (unklar  ist,  ob es sich um eine 
Nichte des Beschwerdeführers, seiner Ehefrau oder von beiden han-
delt) durch eine Gefälligkeitseinladung die Möglichkeit geboten werden 
soll,  sich  nach  ihrer  Einreise  ein  wie  auch  immer  geartetes  Aufent-
haltsrecht  zu  verschaffen. Ohnehin  kann  ein  Gastgeber  lediglich  für 
gewisse finanzielle Risiken Garantie leisten, mangels rechtlicher und 
faktischer  Durchsetzbarkeit  nicht  aber  für  ein  bestimmtes  Verhalten 
des  Gastes  (vgl. Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  C-3243/2007 
vom 10. Juni 2008 E. 5.5).

7.
Die Vorinstanz durfte unter den gegebenen Umständen zu Recht da-
von  ausgehen,  die  fristgerechte  Wiederausreise  der  Gesuchstellerin 
sei  nicht  gewährleistet  (vgl.  Art.  14  Abs. 1  i.V.m. Art.  1  Abs. 2  lit.  c 
aVEA). Zwar lässt sich diese Einschätzung nicht zu einer gesicherten 
Feststellung  verdichten;  sie  reicht  aber  aus,  um  die  Erteilung  einer 
Einreisebewilligung  –  auf  welche  wie  bereits  erwähnt  ohnehin  kein 
Rechtsanspruch besteht – abzulehnen.

8.
Aus diesen Darlegungen folgt, dass die angefochtene Verfügung im Er-
gebnis rechtmässig ist (Art. 49 VwVG). Die Beschwerde ist demzufolge 
abzuweisen. 

9.
Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  sind  die  Kosten  dem  Be-
schwerdeführer  aufzuerlegen (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 1 
und Art. 3 des Reglements über die Kosten und Entschädigungen vor 
dem  Bundesverwaltungsgericht  vom  21.  Februar  2008  [VGKE,  SR 
173.320.2]).

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.-  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt.  Sie  werden  mit  dem geleisteten  Kostenvorschuss  gleicher 
Höhe verrechnet. 

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Einschreiben)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. 2 291 298)
- das Ausländer- und Passamt Vaduz

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Ruth Beutler Barbara Haake

Versand: 

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