# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c68b2ad1-2b71-550d-9319-4c6b20d5b056
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-08-24
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 24.08.2018 100 2018 70
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2018-70_2018-08-24.pdf

## Full Text

100.2018.70U
DAM/BIP/SRE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 24. August 2018

Verwaltungsrichter Burkhard, Abteilungspräsident
Verwaltungsrichter Daum, Verwaltungsrichter Häberli
Gerichtsschreiber Bieri 

A.________
Beschwerdeführer

gegen

Polizei- und Militärdirektion des Kantons Bern
Kramgasse 20, 3011 Bern

betreffend Rayonverbot nach dem Konkordat über Massnahmen gegen 
Gewalt anlässlich von Sportveranstaltungen (Entscheid der Polizei- und 
Militärdirektion des Kantons Bern vom 5. Februar 2018; 2017.POM.808)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24.08.2018, Nr. 100.2018.70U, 
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Sachverhalt:

A.

Am 11. Februar 2017 fand in der Stockhorn Arena in Thun das Meister-
schaftsspiel der Super League zwischen dem Fussballclub Thun (FC Thun) 
und dem FC Basel 1893 statt. Nach dem Führungstreffer des 
FC Basel 1893 zündete im Gästesektor eine unbekannte Person eine 
Handlichtfackel (sog. «Pyro») und liess diese abbrennen, weswegen ein 
Strafverfahren eröffnet wurde. Im polizeilichen Ermittlungsverfahren zu 
diesem Vorfall wurde A.________ als mutmasslicher Beteiligter identifiziert. 
Er stand bei der Person, welche die Handlichtfackel zündete (nachfolgend: 
«Fackelzünder»), und hielt eine Fahne hoch (sog. «Doppelhalterfahne» 
bzw. «Doppelhalter»). Der «Fackelzünder» konnte bisher offenbar nicht 
ermittelt werden.

Die Staatsanwaltschaft des Kantons Bern, Region Oberland, erklärte 
A.________ mit Strafbefehl vom 22. März 2018 schuldig wegen Gehil-
fenschaft zu Widerhandlung gegen das Sprengstoffgesetz, weil er den 
«Fackelzünder» mit einer «Doppelhalterfahne» abgedeckt habe, in der Ab-
sicht zu verhindern, dass dieser während der Begehung der Straftat er-
kannt wird und zur Rechenschaft gezogen werden kann. Dagegen erhob 
A.________ am 28. März 2018 Einsprache. Am 6. Juni 2018 hielt die 
Staatsanwaltschaft am Strafbefehl fest und überwies die Akten dem Regio-
nalgericht Oberland zur Durchführung des Hauptverfahrens, wo das Ver-
fahren gegenwärtig hängig ist.

Bereits am 23. Oktober 2017 auferlegte die Kantonspolizei Bern, Regional-
polizei Berner Oberland (nachfolgend: Kantonspolizei), A.________ für 
Fussballspiele der ersten Mannschaft des FC Basel 1893 ein Rayonverbot 
für die Dauer vom 28. Oktober 2017 bis 27. Oktober 2018 unter 
Strafandrohung bei Nichtbefolgung. Damit wird ihm der Aufenthalt in den 
näher bestimmten Rayons des jeweiligen Spielorts im Zeitraum 4 Stunden 
vor bis 4 Stunden nach dem Spiel verboten. 

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B.

Gegen das Rayonverbot der Kantonspolizei erhob A.________ am 
26. November 2017 Beschwerde bei der Polizei- und Militärdirektion des 
Kantons Bern (POM), die das Rechtsmittel mit Entscheid vom 5. Februar 
2018 abwies.

C.

Dagegen hat A.________ am 12. März 2018 Verwaltungsgerichtsbe-
schwerde erhoben. Er beantragt die Aufhebung des Rayonverbots und will 
feststellen lassen, dass die Regionalpolizei Berner Oberland und die POM 
sein rechtliches Gehör verletzt haben. Zudem beantragt er, ihm seien we-
gen der Gehörsverletzungen für die vorinstanzlichen Verfahren und das 
verwaltungsgerichtliche Verfahren keine Kosten aufzuerlegen.

Mit Vernehmlassung vom 27. April 2018 beantragt die POM die kostenfäl-
lige Abweisung der Beschwerde. Dazu hat A.________ mit Eingabe vom 
25. Mai 2018 Stellung genommen und dabei an seinen Anträgen fest-
gehalten.

Mit Verfügung vom 27. Juni 2018 hat der Instruktionsrichter Unterlagen 
(einschliesslich einer MP4-Videodatei mit Aufnahmen des interessierenden 
Vorfalls) aus den Strafakten des Regionalgerichts Oberland beigezogen 
und zu den Akten erkannt. Mit Schlussbemerkungen vom 13. Juli 2018 hat 
die POM an ihrem Antrag auf Abweisung der Beschwerde festgehalten. 
Von der Gelegenheit, die Videodatei einzusehen und sich abschliessend zu 
den ergänzten Akten zu äussern, hat A.________ keinen Gebrauch 
gemacht.

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Erwägungen:

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als 
letzte kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des 
Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; 
BSG 155.21) zuständig. Der Beschwerdeführer hat am vorinstanzlichen 
Verfahren teilgenommen, ist durch den angefochtenen Entscheid beson-
ders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung 
oder Änderung (Art. 79 Abs. 1 VRPG). Auf die form- und fristgerecht einge-
reichte Beschwerde ist grundsätzlich einzutreten (vgl. aber E. 1.2 hier-
nach). 

1.2 Bei den Feststellungsbegehren handelt es sich richtig besehen um 
Begründungselemente zum Antrag auf Aufhebung des angefochtenen Ent-
scheids der POM. Kann den Anliegen des Beschwerdeführers wie hier mit 
dem rechtsgestaltenden Begehren vollständig Rechnung getragen werden, 
fehlt es an einem schutzwürdigen Feststellungsinteresse (BVR 2016 S. 247 
[VGE 2015/332 vom 23.2.2016] nicht publ. E. 1.3 mit Hinweis auf 
BVR 2014 S. 33 E. 1.4, 2011 S. 564 E. 3.3). Deshalb ist auf die Be-
schwerde insoweit nicht einzutreten.

1.3 Das Verwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid auf 
Rechtsverletzungen hin (Art. 80 Bst. a und b VRPG).

2.

Die Voraussetzungen, unter denen ein Rayonverbot erlassen werden kann, 
ergeben sich aus dem Konkordat vom 15. November 2007 über Massnah-
men gegen Gewalt anlässlich von Sportveranstaltungen (nachfolgend: 
Konkordat; BSG 559.14-1).

2.1 Einer Person, die sich anlässlich von Sportveranstaltungen nach-
weislich an Gewalttätigkeiten gegen Personen oder Sachen beteiligt hat, 
kann gemäss Art. 4 Konkordat der Aufenthalt in einem genau umschriebe-
nen Gebiet im Umfeld von Sportveranstaltungen (Rayon) zu bestimmten 
Zeiten verboten werden; die zuständige Behörde bestimmt, für welche Ra-

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yons das Verbot gilt (Abs. 1). Gewalttätiges Verhalten und Gewalttätigkei-
ten liegen namentlich vor, wenn eine Person im Vorfeld einer Sportveran-
staltung, während der Veranstaltung oder im Nachgang dazu Straftaten 
begangen oder dazu angestiftet hat, die im Einzelnen aufgeführt werden 
(Art. 2 Abs. 1 Bst. a-j Konkordat). Als gewalttätiges Verhalten gilt nach 
Art. 2 Abs. 2 Konkordat ferner die Gefährdung der öffentlichen Sicherheit 
durch das Mitführen oder Verwenden von Waffen, Sprengmitteln, Schiess-
pulver oder pyrotechnischen Gegenständen an Sportstätten, in deren Um-
gebung sowie auf dem An- und Rückreiseweg. Die Anordnung von kon-
kreten Massnahmen hängt von der Art und Schwere des gewalttätigen 
Verhaltens ab und muss insbesondere verhältnismässig sein (Art. 5 Abs. 2 
und Art. 36 Abs. 3 der Bundesverfassung [BV; SR 101]; Art. 28 Abs. 3 der 
Verfassung des Kantons Bern [KV; BSG 101.1]). Bei nur geringfügigen 
Tätlichkeiten oder anderen geringfügigen Widerhandlungen ist auf eine 
Massnahme zu verzichten, weil sie nicht verhältnismässig wäre 
(BGE 140 I 2 E. 8 S. 21; BVR 2016 S. 247 E. 3.1).

2.2 Die Zündung eines pyrotechnischen Gegenstands stellt nach der 
Rechtsprechung eine deutliche Gefahr für die Zuschauerinnen und Zu-
schauer dar (vgl. BGer 1C_370/2013 vom 14.10.2013, in ZBl 2014 S. 385 
E. 4.2). Sie ist nach dem Bundesgesetz vom 25. März 1977 über explosi-
onsgefährliche Stoffe (Sprengstoffgesetz, SprstG; SR 941.41) verboten und 
strafbar (vgl. Art. 7, Art. 15 Abs. 5 und Art. 37 Ziff. 1 SprstG; BGE 140 I 2 
E. 10.6.3; BGer 6B_612/2011 und BGer 6B_614/2011 je vom 14.12.2011, 
in CaS 2012 S. 99 E. 1). Solche Feuerwerkskörper entwickeln eine Hitze 
von über 1000 Grad; wenn sie in einer grossen und kompakten Men-
schenmenge abgebrannt werden, geht von ihnen eine erhebliche Gefahr 
aus. Der Schutz vor Verletzungen und die Gewährleistung der Sicherheit 
im Stadion stellen gewichtige öffentliche Interessen dar (BGE 140 I 2 
E. 10.5.2). Wer eine «Pyro» in einem Stadion zündet, erfüllt die Voraus-
setzungen für ein Rayonverbot somit ohne weiteres. Von den vorbeugen-
den Polizeimassnahmen gestützt auf das Konkordat wird jedoch nicht nur 
erfasst, wer Handlichtfackeln mitführt und abbrennt, sondern auch, wer 
solche Aktionen koordiniert und damit auf die verpönte Gewalttätigkeit im 
Stadion massgeblichen Einfluss ausübt (VGE 2013/308 vom 26.6.2014 
E. 4.1; vgl. auch angefochtener Entscheid E. 4b S. 10). Nach der Praxis im 

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Kanton St. Gallen ist weiter gerechtfertigt, gegenüber einer Person ein Ra-
yonverbot zu verhängen, welche die strafrechtliche Verfolgung eines «Fa-
ckelzünders» vorsätzlich und erfolgreich verhindert, indem sie bewusst eine 
Fahne hochhält, um die Sicht auf vorher maskierte «Fackelzünder» zu ver-
decken, sodass diese sich ungesehen demaskieren und entweichen kön-
nen (VGer SG B 2014/138 vom 11.11.2014, in GVP 2014 Nr. 6 E. 2.2.4; 
vgl. auch VGer SG B 2015/274 vom 24.3.2016, in GVP 2016 Nr. 1 E. 6.1).

2.3 Als «Nachweis» für gewalttätiges Verhalten nach Art. 2 Konkordat 
gelten laut Art. 3 Abs. 1 Konkordat unter anderem entsprechende Gerichts-
urteile oder polizeiliche Anzeigen (Bst. a) sowie glaubwürdige Aussagen 
oder Bildaufnahmen der Polizei, der Zollverwaltung, des Sicherheitsperso-
nals oder der Sportverbände und -vereine (Bst. b). In diesen Fällen wird der 
Verdacht gewalttätigen Handelns zum Ausdruck gebracht, der für Mass-
nahmen nach dem Konkordat wie das Rayonverbot erforderlich ist. Ein 
förmlicher strafprozessualer Beweis oder eine rechtskräftige strafrechtliche 
Verurteilung wird dagegen nicht verlangt, auch wenn für die Definition ge-
walttätigen Verhaltens an Straftatbestände angeknüpft wird (vgl. 
BGE 137 I 31 E. 5.2; BGer 1C_88/2011 vom 15.6.2011 E. 3.5). Es muss 
somit ein hinreichender Verdacht bestehen, dass sich die betroffene Per-
son im Sinn des Konkordats gewalttätig verhalten hat. Die in Art. 3 Konkor-
dat genannten «Nachweise» dienen dabei als entsprechende Hinweise 
bzw. Indizien, wobei – wie allgemein im Polizeirecht – für Massnahmen zur 
Gefahrenabwehr grundsätzlich jede Art der Informationsbeschaffung in 
Betracht kommt. Die Nachweise führen nicht automatisch zu einer der im 
Konkordat vorgesehenen Massnahmen, sondern sind im Einzelfall und mit 
Blick auf die konkrete Anordnung zu prüfen und zu gewichten (vgl. 
BGE 140 I 2 E. 8; vgl. zum Ganzen BVR 2016 S. 247 E. 3.2 mit weiteren 
Hinweisen).

3.

In der Sache ist strittig, ob beim Beschwerdeführer ein hinreichender Ver-
dacht auf Gewalttätigkeiten gegeben ist, die mit einem Rayonverbot ge-
ahndet werden dürfen. 

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3.1 Dem Beschwerdeführer wird im Strafverfahren vorgehalten, er habe 
am Fussballspiel zwischen dem FC Thun und dem FC Basel 1893 die ne-
ben ihm stehende unbekannte Person, die verbotenerweise eine Hand-
lichtfackel zündete und abbrannte, mit einer «Doppelhalterfahne» abge-
deckt, in der Absicht zu verhindern, dass die erwähnte Person während der 
Begehung der Straftat erkannt wird und zur Rechenschaft gezogen werden 
kann. Damit habe er vorsätzlich zu einem Vergehen Hilfe geleistet (vgl. 
Strafbefehl vom 22.3.2018, Strafakten pag. 48, act. 10A; Nachtrag zum 
Anzeigerapport vom 28.8.2017 S. 2, Vorakten POM act. 4A1 pag. 17; vorne 
Bst. A). 

3.2 Die POM hat im angefochtenen Entscheid erwogen, es bestehe 
aufgrund der aktenkundigen Fotos und der im Anzeigerapport festgehalte-
nen Beobachtungen der Kantonspolizei der hinreichend begründete Ver-
dacht, dass der Beschwerdeführer das Ziel verfolgt habe, dem «Fackel-
zünder» während des Abbrennvorgangs Schutz vor einer Erfassung durch 
die Videokameras im Stadion zu bieten. Mit derselben hohen Wahrschein-
lichkeit könne davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer, 
der bei den Szenekennern der Kantonspolizei Basel als Fan bekannt sei, 
und der «Fackelzünder» sich kennen würden und das Abbrennen der Fa-
ckel bei einem Torerfolg miteinander abgesprochen hätten. Den Feststel-
lungen der Kantonspolizei setze der Beschwerdeführer nichts entgegen. Es 
sei unter diesen Umständen wenig wahrscheinlich, dass sich der «Fackel-
zünder» spontan hinter den Beschwerdeführer gestellt und dessen «Dop-
pelhalter» als Sichtschutz «missbraucht» habe (angefochtener Entscheid 
E. 4b S. 10 und E. 4c S. 12). Mit den Schlussbemerkungen ergänzt die 
POM, der Verlauf des Strafverfahrens liefere weitere substanzielle Anhalts-
punkte dafür, dass ein hinreichend verdichteter Verdacht gewalttätigen 
Verhaltens vorliege, wie er nach Art. 4 Konkordat vorausgesetzt sei. Die 
Staatsanwaltschaft habe es als erwiesen erachtet, dass der Beschwerde-
führer den «Fackelzünder» vorsätzlich mit einer «Doppelhalterfahne» ab-
gedeckt habe. Daran ändere die erhobene Einsprache nichts. Der Be-
schwerdeführer habe gegenüber der Staatsanwaltschaft nichts Stichhalti-
ges zu Protokoll gegeben, was Zweifel an der Richtigkeit des Strafbefehls 
hervorrufen könnte (vgl. Schlussbemerkungen vom 13.7.2018, act. 13).

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3.3 Der Beschwerdeführer macht geltend, es fehle an einem Nachweis, 
dass er sich an gewalttätigem Verhalten beteiligt habe. Aufgrund weniger 
aus dem Zusammenhang gerissener Einzelbilder werde eine angebliche 
Straftat konstruiert; es wäre nötig gewesen, die gesamte Videosequenz zu 
sehen (Beschwerde Ziff. 8 S. 4). Der Nachweis stütze sich auf «eine Kette 
von Vermutungen». Die Sachverhaltsfeststellung sei willkürlich. Es ver-
stosse sodann gegen die Beweislastregel von Art. 8 des Schweizerischen 
Zivilgesetzbuches (ZGB; SR 210), wenn von ihm verlangt werde, nachzu-
weisen, dass ihn keine Schuld treffe. Wenn sich eine andere Person einige 
Reihen hinter ihm vermumme und sich danach neben seinen «Doppelhal-
ter» stelle, sei dies so zu interpretieren, dass diese Person einen Sicht-
schutz gesucht habe. Auch dass die Handlichtfackel nach dem Abbrennen 
neben ihm niedergelegt worden sei, stelle weder ein Indiz noch einen Be-
weis dafür dar, dass er dieses Verhalten billigen oder unterstützen würde. 
Er habe nach dem Torerfolg seiner Mannschaft den «Doppelhalter» hoch-
gehalten, wie dies üblich sei. Sein Blick sei auf das Spielfeld gerichtet ge-
wesen. Der «Doppelhalter» sei ein zugelassenes Fanutensil, das beim 
Eintritt ins Stadion überprüft worden sei (vgl. Beschwerde Ziff. 13 f. S. 5 f.). 

3.4 Den Akten lässt sich Folgendes entnehmen: Am 11. Februar 2017 
fand in der Stockhorn Arena in Thun das Meisterschaftsspiel der Super 
League zwischen dem FC Thun und dem FC Basel 1893 statt (vorne 
Bst. A). Nach dem Führungstreffer des FC Basel 1893 liess eine Person 
eine pyrotechnische Handlichtfackel abbrennen. Gemäss dem Anzeigerap-
port der Kantonspolizei vom 3. April 2017 war der «Fackelzünder» (auf den 
Standbildern als «UT01» bezeichnet) mittels Kapuze und Sturmhaube ver-
mummt. Nach dem Erlöschen der Handlichtfackel habe dieser sich entfernt 
und sei wenige Zuschauerreihen weiter hinten wieder aufgetaucht. Dabei 
habe er sich seiner Vermummung entledigt, was der Operator des Stadions 
habe aufzeichnen können. Während des Abbrennens habe ihm die Fahne 
einer anderen Person («UT02») als Sichtschutz gedient (vgl. Anzei-
gerapport S. 3, Vorakten POM act. 4A1 pag. 6; vgl. auch Nachtrag zum 
Anzeigerapport vom 28.8.2017 S. 2, Vorakten POM act. 4A1 pag. 17). Im 
Rahmen eines Rechtshilfeersuchens identifizierte die dezentrale Fachstelle 
Fussball der Kantonspolizei Basel-Stadt anhand von Standbildern «UT02» 
«mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit» als den Beschwerde-

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führer (Vorakten POM act. 4A1 pag. 8). Gegenüber der Staatsanwaltschaft 
bestätigte dieser, dass er auf dem Bild zu sehen ist, wie er eine «Doppel-
halterfahne» hochhält (vgl. Strafakten pag. 65; act. 10A). – Die Staatsan-
waltschaft erliess am 22. März 2018 einen Strafbefehl gegen ihn. Dabei 
erklärte sie den Beschwerdeführer schuldig wegen Gehilfenschaft zu Wi-
derhandlung gegen das Sprengstoffgesetz und verurteilte ihn zu einer 
Geldstrafe von 40 Tagessätzen (bedingt vollziehbar) und einer Verbin-
dungsbusse von Fr. 1'000.-- (Strafakten pag. 48, act. 10A). Nachdem der 
Beschwerdeführer dagegen Einsprache erhoben hatte, hielt die Staatsan-
waltschaft am 6. Juni 2018 am Strafbefehl fest und überwies die Akten dem 
Regionalgericht Oberland (Strafakten pag. 68, act. 10A; vorne Bst. A).

3.5 Im verwaltungsgerichtlichen Verfahren wurde eine MP4-Videodatei 
mit Aufnahmen des hier interessierenden Vorfalls eingeholt (Dateiname: 
MVI_0823.mp4; act. 10B). Der Beschwerdeführer hätte die Möglichkeit zur 
Akteneinsicht bzw. Sichtung der Aufnahme gehabt (vgl. Rechtsbegehren 4; 
Verfügung vom 27.6.2018, act. 11), hat davon allerdings keinen Gebrauch 
gemacht (vorne Bst. C). Auf dem Video ist zu sehen, wie eine Handlichtfa-
ckel abgebrannt wird, jedoch nicht, wie diese entzündet wurde. Die Film-
aufnahmen zeigen mehrere Anhänger des FC Basel 1893, wie sie den 
Torerfolg ihrer Mannschaft bejubeln. Einige Personen halten einen «Dop-
pelhalter» hoch, andere schwenken grosse Fahnen. Der «Fackelzünder» 
steht mit der brennenden Handlichtfackel in seiner Hand zwischen zwei 
Anhängern des FC Basel, die je eine «Doppelhalterfahne» hochhalten; 
links von ihm befindet sich der Beschwerdeführer. Dessen «Doppelhalter» 
ist mit dem Logo des FC Basel und der Zahl 1893 bemalt. Der Blick des 
Beschwerdeführers ist während praktisch der gesamten Szene nach vorne 
gerichtet; er scheint mitzusingen. Er beachtet den «Fackelzünder» zu-
nächst nicht. Er hält den «Doppelhalter» – wie andere Personen auch – 
gerade über seinem Kopf, mit dem Logo nach vorne Richtung Spielfeld 
ausgerichtet. Während der Dauer der Aufnahmen verändert er die Position 
der Fahne nicht und hält sie auch nicht vor oder über den «Fackelzünder». 
Durch die «Doppelhalterfahne» wird die Sicht auf den «Fackelzünder» 
bloss teilweise verdeckt. Auch andere Fahnen, die geschwenkt oder hoch-
gehalten werden, verdecken zum Teil die Sicht auf den «Fackelzünder». 
Dieser legt die Handlichtfackel nach dem Abbrennen auf den Boden und 

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verlässt sofort in geduckter Haltung den Sektor. Im Moment, als er die ab-
gebrannte Fackel auf den Boden legt, ist zu erkennen, dass er eine rot-
blaue Maske trägt und die Kapuze hochgezogen hat. Nachdem der «Fa-
ckelzünder» die Fackel auf den Boden gelegt hat, richtet der Beschwerde-
führer seinen Blick kurz in dessen Richtung bzw. zu der auf dem Boden 
liegenden Handlichtfackel, ohne aber die Position der «Doppelhalterfahne» 
zu verändern. Dies ist ebenfalls auf einem Standbild zu erkennen (vgl. 
Strafakten pag. 41, act. 10A bzw. Vorakten POM act. 4A1 pag. 3). 

4.

Zu klären ist, ob die POM zu Recht von einem begründeten Verdacht ge-
walttätigen Verhaltens an einem Fussballspiel ausgegangen ist. 

4.1 Gemäss einem allgemeinen Grundsatz übernehmen Verwal-
tungsbehörden die Sachverhaltsfeststellung bzw. Beweiswürdigung der 
Strafbehörden, soweit sie auch für das Verwaltungsverfahren massgeblich 
ist. Davon soll nicht ohne Grund abgewichen werden (BVR 2018 S. 5 E. 4.2 
mit Hinweisen; Tschannen/Zimmerli/Müller, Allgemeines Verwaltungsrecht, 
4. Aufl. 2014, § 18 N. 18). Rechtskräftige Straferkenntnisse, auf welche 
abgestellt werden könnte, liegen hier (noch) nicht vor. Die Staatsanwalt-
schaft hat zwar am Strafbefehl festgehalten, was – wie die Vorinstanz zu 
Recht festhält – belegt, dass sie den Vorwurf als erwiesen betrachtet (vgl. 
vorne E. 3.2 und 3.4). Dies kann zwar als Indiz dafür gewertet werden, 
dass sich der Beschwerdeführer gewalttätig im Sinn des Konkordats ver-
halten hat. Der nicht rechtskräftige Strafbefehl reicht jedoch für sich allein 
nicht aus, um auf einen hinreichenden Verdacht für gewalttätiges Verhalten 
zu schliessen. Die Frage ist vielmehr nach allgemeinen verwaltungsrechtli-
chen bzw. polizeilichen Gesichtspunkten und unabhängig vom strafrechtli-
chen Erkenntnis zu beurteilen (vgl. dazu auch BVR 2016 S. 247 E. 5.6 f.). 
Dafür kommt grundsätzlich jede Art von Informationen in Betracht (vgl. 
vorne E. 2.2). Im vorliegenden Fall ist in erster Linie auf die vorhandenen 
Filmaufnahmen abzustellen, auf welchen der interessierende Vorfall zu 
sehen ist.

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4.2 Aus den Filmaufnahmen geht hervor, dass der Beschwerdeführer 
nicht unmittelbar vor, sondern neben dem «Fackelzünder» steht. Er ver-
deckt die Sicht auf diesen nur teilweise. Das Verdecken erscheint jedoch 
nicht beabsichtigt zu sein. Dass der Beschwerdeführer seinen «Doppel-
halter» wie alle anderen Fans hochhält und das Tor bejubelt, stellt kein 
aussergewöhnliches Verhalten dar; sein «Doppelhalter» ist denn auch als 
Fanutensil zugelassen. Auch ist auf dem Video nicht zu erkennen, dass der 
Beschwerdeführer besondere Bemühungen unternehmen würde, um dem 
«Fackelzünder» Sichtschutz zu bieten. Vielmehr erscheint zufällig, dass 
gerade er die freie Sicht der Kamera auf den «Fackelzünder» teilweise ver-
deckt. Wäre die Kamera anders positioniert gewesen, dann hätte er diesem 
überhaupt keinen Sichtschutz bieten können. Es ist unwahrscheinlich, dass 
der Beschwerdeführer wusste, wo die Kamera im Stadion positioniert war. 
Kommt hinzu, dass andere Personen mit ihren Fahnen ebenso die freie 
Sicht auf den «Fackelzünder» erschweren und die Szenerie insgesamt un-
übersichtlich ist. Anzumerken ist weiter, dass der «Fackelzünder» bereits 
am Anfang der Filmaufnahmen maskiert war. Er benötigte somit während 
des Abbrennvorgangs gar keinen Sichtschutz. Auch beim Ablegen der ab-
gebrannten Fackel erfolgte keine erkennbare Unterstützung des Be-
schwerdeführers. Vielmehr entfernte sich der «Fackelzünder» sehr rasch 
und entfernte seine Vermummung anderswo (vgl. vorne E. 3.4 f.). Insofern 
ist in keiner Phase des Geschehens von einer Hilfestellung seitens des 
Beschwerdeführers auszugehen. Im Übrigen ist weder erstellt, dass der 
Beschwerdeführer und der «Fackelzünder» sich kennen, noch dass sich 
die beiden in irgendeiner Weise miteinander abgesprochen hätten. Es ist 
zwar mit Blick auf die hohe Temperatur, die eine Handlichtfackel zu entwi-
ckeln vermag (vgl. vorne E. 2.2), wenig glaubhaft, dass der Beschwerde-
führer den neben ihm stehenden «Fackelzünder» nicht bemerkt haben will. 
Auch ist auf den Filmaufnahmen und einem Standbild zu erkennen, wie er 
seinen Blick kurz nach dem Abbrennen der Handlichtfackel in dessen 
Richtung auf den Boden richtet. Allein die Tatsache, dass der Beschwer-
deführer neben diesem gestanden hat und wie viele andere Personen ei-
nen «Doppelhalter» hochgehalten hat, kann aber nicht ausreichen, um ihm 
eine Beteiligung an einer Gewalttätigkeit nachzuweisen. Aus seinem Ver-
halten kann insgesamt nicht abgeleitet werden, dass von ihm inskünftig 

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Gewalttätigkeiten zu befürchten wären oder dass er sich an solchen beteili-
gen könnte.

4.3 Die POM hat sich für ihre Entscheidfindung nur auf die Standbilder 
und den Anzeigerapport der Kantonspolizei gestützt. Die Fotos, die polizei-
liche Darstellung und der Strafbefehl lassen in der Tat nicht abwegig er-
scheinen, dass der Beschwerdeführer den «Fackelzünder» unterstützt ha-
ben könnte. Auch ist an sich nicht zu beanstanden, dass die POM das 
Schweigen bzw. das Aussageverhalten des Beschwerdeführers gegenüber 
der Kantonspolizei und der Staatsanwaltschaft im verwaltungsrechtlichen 
Verfahren zu seinen Ungunsten gewürdigt hat (vgl. allgemein dazu 
BVR 2000 S. 193 E. 4; Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum berni-
schen VRPG, 1997, Art. 20 N. 1). Beim Rayonverbot handelt es sich um 
eine verwaltungsrechtliche Sanktion ohne strafrechtlichen Charakter; das 
Selbstbelastungsverbot, wie es in Strafverfahren bzw. bei strafrechtlichen 
Anklagen gilt (vgl. dazu BGE 130 I 126 E. 2.1), ist mithin nicht anwendbar 
(vgl. zur Qualifikation der im Konkordat vorgesehenen Massnahmen 
BGE 140 I 2 E. 6, 137 I 31 E. 5; BVR 2016 S. 247 E. 5.4). Die von der POM 
bei ihrer Beweiswürdigung nicht verwerteten Videoaufnahmen führen in-
dessen zu einem anderen Ergebnis. Aus ihnen ergibt sich ein deutlicheres 
Bild des Vorfalls, wobei nicht (mehr) von einem hinreichenden Verdacht auf 
gewalttätiges Verhalten im Sinn des Konkordats ausgegangen werden 
kann. Vielmehr erscheinen die Handlungen des Beschwerdeführers als 
«normales» und nicht zu beanstandendes Verhalten eines Fussballfans.

5.

5.1 Im Ergebnis fehlt es an einem hinreichenden Verdacht, wonach sich 
der Beschwerdeführer am Fussballspiel zwischen dem FC Thun und dem 
FC Basel 1893 an einer Gewalttätigkeit beteiligt hätte. Gegen ihn darf somit 
kein Rayonverbot verfügt werden. Damit erweist sich die Beschwerde als 
begründet und ist gutzuheissen, soweit darauf einzutreten ist (vgl. vorne 
E. 1.2). Der angefochtene Entscheid ist aufzuheben.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24.08.2018, Nr. 100.2018.70U, 
Seite 13

5.2 Unter diesen Umständen erübrigt es sich, die vom Beschwerdefüh-
rer gerügten Gehörsverletzungen der Kantonspolizei und der Vorinstanz zu 
behandeln (vgl. Beschwerde Ziff. 12 S. 5; Eingabe vom 25.5.2018 Ziff. 3 ff. 
S. 2 f.; vorne Bst. C). Hinsichtlich der Frage, ob der fehlende Hinweis auf 
das Rayonverbot in der Vorladung zur polizeilichen Einvernahme eine Ge-
hörsverletzung zur Folge hat, wird auf VGE 2018/71 verwiesen, der glei-
chentags wie das vorliegende Urteil eröffnet wird.

6.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist der Beschwerdeführer als obsie-
gend zu betrachten. Das teilweise Nichteintreten rechtfertigt keine Kosten-
ausscheidung. Für das verwaltungsgerichtliche Verfahren sind daher keine 
Verfahrenskosten zu erheben (Art. 108 Abs. 1 und 2 VRPG). Ersatzfähige 
Parteikosten sind keine angefallen (Art. 108 Abs. 3 i.V.m. Art. 104 VRPG). 
Die Auferlegung der vorinstanzlichen Verfahrenskosten sowie die Gebühr 
für das Verwaltungsverfahren vor der Kantonspolizei sind mit der Aufhe-
bung des angefochtenen Entscheids ebenfalls aufgehoben.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen, soweit darauf eingetreten wird. Der 
Entscheid der Polizei- und Militärdirektion des Kantons Bern vom 
5. Februar 2018 wird aufgehoben.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch Parteikosten 
gesprochen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24.08.2018, Nr. 100.2018.70U, 
Seite 14

3. Zu eröffnen:
- dem Beschwerdeführer
- der Polizei- und Militärdirektion des Kantons Bern

und mitzuteilen:
- dem Bundesamt für Polizei
- der Kantonspolizei Bern

Der Abteilungspräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen 
Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 
17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.