# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9d2ed2fc-39da-5b47-ae94-546052824542
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2018-07-24
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 24.07.2018 E-4778/2016
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-4778-2016_2018-07-24.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-4778/2016 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 4 .  J u l i  2 0 1 8  

Besetzung 
 Richterin Muriel Beck Kadima (Vorsitz), 

Richter Daniele Cattaneo, Richterin Barbara Balmelli,    

Gerichtsschreiberin Denise Eschler. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Gambia,   

vertreten durch Johanna Fuchs, BAS Beratungsstelle für 

Asylsuchende (…),  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 5. Juli 2016 

 

 

 

E-4778/2016 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer verliess Gambia eigenen Angaben zufolge Anfang 

2016 und reiste am 24. März 2016 in die Schweiz ein, wo er gleichentags 

um Asyl nachsuchte. Am 15. April 2016 wurde er im Empfangs- und Ver-

fahrenszentrum (EVZ) B._______ summarisch zur Person und zu seinen 

Gesuchsgründen befragt. Am 16. Juni 2016 fand eine vertiefte Anhörung 

zu seinen Asylgründen statt.  

Dabei brachte er im Wesentlichen vor, Gambia wegen Problemen aufgrund 

seiner Homosexualität verlassen zu haben. In seinem Heimatstaat sei dies 

verboten und ein Ausleben nur heimlich möglich. Konkret sei er von seinem 

damaligen Partner denunziert, in der Folge von der Polizei zu Hause auf-

gesucht, festgenommen und für zwei Tage inhaftiert worden. Aufgrund ei-

ner Unachtsamkeit eines Wächters sei ihm die Flucht aus dem Gefängnis 

gelungen. 

Für die weiteren Aussagen wird auf die Befragungsprotokolle und, soweit 

für den Entscheid wesentlich, auf die nachfolgenden Erwägungen verwie-

sen. 

Der Beschwerdeführer reichte keine Beweismittel zu den vorinstanzlichen 

Akten. 

B.  

Mit Verfügung vom 5. Juli 2016 – gleichentags eröffnet – stellte das SEM 

fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte 

sein Asylgesuch ab und ordnete die Wegweisung sowie deren Vollzug an. 

C.  

Mit Eingabe vom 4. August 2016 erhob der Beschwerdeführer gegen die-

sen Entscheid Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht und bean-

tragte, es sei die Verfügung des SEM aufzuheben, seine Flüchtlingseigen-

schaft festzustellen und ihm Asyl zu gewähren. In verfahrensrechtlicher 

Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und 

um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. 

Mit der Beschwerde reichte er folgende Beweismittel ein: Ein Schreiben 

des Betreuungsteams von Queeramnesy („Gespräch mit C._______ aus 

Gambia: 31.07.2016“), eine Informationsbroschüre Queeramnesty (Flucht-

grund: Sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität), eine Auskunft der 

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SFH-Länderanalyse (Gambia: Situation der LGBTI [Lesbian, Gay, Bise-

xual, Transgender, Intersex] vom 28. Juli 2015) sowie eine Country Infor-

mation and Guidance des Home Office (The Gambia: Sexual orientation 

and gender identity) vom Januar 2016. 

D.  

Mit Zwischenverfügung vom 24. August 2016 hiess das Gericht das Ge-

such um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege gut und verzichtete 

auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. Die Vorinstanz wurde gleich-

zeitig zur Einreichung einer Stellungnahme eingeladen. 

E.  

In ihrer Vernehmlassung vom 1. September 2016 hielt die Vorinstanz voll-

umfänglich an den Erwägungen fest. Weder die Beschwerdeschrift noch 

die eingereichten Berichte würden neue erhebliche Tatsachen oder Be-

weismittel enthalten, welche eine Änderung ihres Standpunktes zu recht-

fertigen vermögen.  

F.  

Der Beschwerdeführer bekräftigte in seiner Replik vom 22. September 

2016, seine Aussagen bezüglich seiner sexuellen Orientierung seien vor 

dem Hintergrund der sozialen und kulturellen Herkunft glaubhaft. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so auch vorliegend – endgültig 

(Art. 105 AsylG, Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht (Art. 108 Abs. 1 

AsylG; Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52 Abs. 1 VwVG). Der 

Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

als Verfügungsadressat durch die angefochtene Verfügung besonders be-

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rührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung bezie-

hungsweise Änderung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legi-

timiert (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG). 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen  

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). Das Bundesverwaltungsge-

richt hat die Anforderungen an das Glaubhaftmachen der Vorbringen in 

einem publizierten Entscheid dargelegt und folgt dabei ständiger Praxis. 

Darauf kann hier verwiesen werden (BVGE 2010/57 E. 2.2 und 2.3). 

3.3 Nach Lehre und Rechtsprechung erfüllt eine asylsuchende Person die 

Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG dann, wenn sie Nachteile von 

bestimmter Intensität erlitten hat beziehungsweise mit beachtlicher Wahr-

scheinlichkeit und in absehbarer Zukunft befürchten muss, welche ihr ge-

zielt und aufgrund bestimmter Verfolgungsmotive durch Organe des Hei-

matstaates oder durch nichtstaatliche Akteure zugefügt worden sind bezie-

hungsweise zugefügt zu werden drohen (vgl. BVGE 2008/4 E. 5.2 S. 37). 

Aufgrund der Subsidiarität des flüchtlingsrechtlichen Schutzes setzt die Zu-

erkennung der Flüchtlingseigenschaft ausserdem voraus, dass die be-

troffene Person in ihrem Heimatland keinen ausreichenden Schutz finden 

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kann (vgl. BVGE 2011/51 E. 7 S. 1017 ff.; 2008/12 E. 7.2.6.2 S. 174 f.; 

2008/4 E. 5.2 S. 37 f.). Ausgangspunkt für die Beurteilung der Flüchtlings-

eigenschaft ist die Frage nach der im Zeitpunkt der Ausreise vorhandenen 

Verfolgung oder begründeten Furcht vor einer solchen. Die Situation im 

Zeitpunkt des Asylentscheides ist jedoch im Rahmen der Prüfung nach der 

Aktualität der Verfolgungsfurcht ebenfalls wesentlich. Veränderungen der 

objektiven Situation im Heimatstaat zwischen Ausreise und Asylentscheid 

sind deshalb zugunsten und zulasten der das Asylgesuch stellenden Per-

son zu berücksichtigen (vgl. BVGE 2008/4 E. 5.4 S. 38 f., WALTER STÖCKLI, 

Asyl, in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], Ausländerrecht, 2009, 

Rz. 11.17 und 11.18). 

4.  

4.1 Die Vorinstanz wies das Asylgesuch mit der Begründung ab, die Vor-

bringen des Beschwerdeführers hielten den Anforderungen an die Glaub-

haftigkeit gemäss Art. 7 AsylG nicht stand, so dass deren Asylrelevanz 

nicht geprüft werden müsse. Trotz wiederholter Möglichkeit, über seine Le-

bensumstände im Hinblick auf die von ihm gelebte Homosexualität zu be-

richten, seien seine Aussagen auch auf Nachfrage hin allgemeiner Natur 

geblieben. Fragen nach Beziehungen zu andern Männern habe er äusserst 

oberflächlich beantwortet und seine Schilderungen zu Treffen mit anderen 

Homosexuellen seien ohne jegliche Substanz ausgefallen. Auch sei es ihm 

nicht gelungen, substantiierte Aussagen zur Persönlichkeit seines Lebens-

partners und dessen Lebensumständen zu machen. In Anbetracht der Aus-

sage, dass der Beschwerdeführer mit diesem während mehrerer Monate 

eine Beziehung geführt habe, wären vertiefte Erzählungen zu erwarten ge-

wesen. Fragen zur eigenen Homosexualität habe er ausweichend beant-

wortet, diese weitgehend nur stereotyp beschreiben können und beispiels-

weise vorgetragen, keine Erinnerungen mehr an die Zeit zu haben, als er 

sich der Homosexualität bewusst geworden sei. Insgesamt sei nie der Ein-

druck entstanden, er schildere selbst Erlebtes. Darüber hinaus habe er wie-

derholt widersprüchliche Aussagen in Bezug auf die aus der Homosexua-

lität resultierenden Lebensumstände gemacht. So habe er dargelegt, sich 

heimlich mit seinem Partner getroffen zu haben, wobei dies einerseits we-

der Aufsehen noch Probleme verursacht habe, er sich aber andererseits 

mit dem Verdacht der Nachbarn konfrontiert gesehen habe, homosexuell 

zu sein, weil er ausschliesslich mit Männern unterwegs gewesen sei und 

Tätigkeiten ausgeführt habe, welche nur Homosexuelle tun würden. Wider-

sprüchlich seien sodann die Angaben zum Zeitpunkt ausgefallen, wann 

seine Familie Kenntnis von seiner sexuellen Orientierung erhalten habe (er 

habe alleine wohnen müssen, weil die Familie seine Homosexualität nicht 

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akzeptiert habe; diese habe erst nach seiner Verhaftung davon erfahren). 

Seine Verhaftung und den Gefängnisaufenthalt habe er wenig substantiiert 

geschildert und die Wiedergabe eines detaillierten zeitlichen Ablaufs der 

Geschehnisse während der zwei Tage in Haft sei nicht möglich gewesen. 

Des Weiteren stünden insbesondere seine Schilderungen in Bezug auf die 

Flucht aus dem Gefängnis in krassem Widerspruch, indem er einerseits 

detailliert geschildert habe, wie er die Entsperrung der Zellentür beobachtet 

habe, andererseits jedoch vorgetragen habe, zu jenem Zeitpunkt geschla-

fen zu haben und von seinem Freund geweckt worden zu sein. Darüber 

hinaus seien die Schilderungen zur Haft sowie zur Flucht wenig plausibel. 

Schliesslich qualifizierte das SEM auch das Vorbringen, sein Freund sei 

unter Gewaltanwendung zur Denunziation gezwungen worden, als un-

glaubhaft. Besonders da der Beschwerdeführer trotz Aufenthalt im gleichen 

Gefängnis gerade nicht zu solchen Meldungen gezwungen worden sei und 

er dies damit begründet habe, dies sei nicht Aufgabe der Polizisten. 

4.2 Demgegenüber hält der Beschwerdeführer an der Glaubhaftigkeit sei-

ner Homosexualität sowie deren Asylrelevanz fest. Mit Verweisen auf di-

verse eingereichte Berichte wird in der Beschwerdeschrift zunächst in all-

gemeiner Weise vorgebracht, Personen mit LGBTI-Hintergrund seien oft 

nicht in der Lage, ihre Fluchtgründe sofort in ihrer Gesamtheit und wider-

spruchsfrei darzulegen, was oft mit der traumatischen Vergangenheit so-

wie der Tabuisierung ihrer sexuellen Orientierung im Heimatland zusam-

menhänge. Ein von einem auf den anderen Tag verlangtes Outing vor den 

SEM-Mitarbeitern sei nicht möglich, nachdem die sexuelle Orientierung 

über Jahre hinweg habe versteckt werden müssen, gegebenenfalls eine 

heimliche, gleichgeschlechtliche Beziehung geführt worden und ein Outing 

im Heimatland nicht möglich gewesen sei. Dies gelte umso mehr, als die 

Angst, aber auch die Scham vor Behörden bei LGBTI-Personen aufgrund 

negativer Erfahrungen besonders gross sei und zudem ein Misstrauen ge-

genüber der übersetzenden Person herrsche, die oft die gleiche Herkunft 

habe. Der Beschwerdeführer habe deshalb ein mehrstündiges Gespräch 

mit einem erfahrenen Mitglied von Queeramnesty geführt beziehungs-

weise seine Geschichte erzählt. Dabei habe dieses in einem Rahmen statt-

gefunden, in welchem der Aufbau eines Vertrauensverhältnisses besser 

möglich sei als bei einer Anhörung. Dem Gesprächsbericht sei zu entneh-

men, dass anlässlich der Anhörung kein Vertrauensverhältnis habe aufge-

baut werden können. Der Beschwerdeführer sei noch sehr jung, verfüge 

über keine Schuldbildung und hatte in Gambia – einem Land, in welchem 

LGBTI-Menschen ausgeschlossen und verfolgt würden – nie ein Coming-

Out im Sinne der westlichen Kultur gehabt, sondern seine Homosexualität 

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immer verstecken müssen. Dem Bericht lasse sich weiter entnehmen, dass 

er anlässlich des Gesprächs eher wortkarg und kaum fähig gewesen sei, 

Gefühle zu äussern. Das Reden über die Beziehung zu seinem Partner 

stelle nicht geringe Anforderungen an ihn und die Zuhörer. So habe er ein-

zig auf die Frage nach dem schönsten Moment eindrücklich den Tag des 

näheren Kennenlernens geschildert und über gemeinsam geschmiedete 

Zukunftsträume berichtet. Der Mitarbeiter sei insgesamt zum Schluss ge-

kommen, die hilflos formulierten Erzählungen des Beschwerdeführers über 

das schwule Leben in D._______ und seine Beziehung seien glaubhaft. 

Vor dem Hintergrund seiner sozialen Herkunft und unter Berücksichtigung 

der spezifischen Umstände, mit denen LGBT-Asylsuchende in der Heimat 

und im Asylverfahren konfrontiert seien, habe die Homosexualität des Be-

schwerdeführers glaubhaft dargelegt werden können. 

Bezüglich seiner Festnahme, der Haft und der Flucht sei hervorzuheben, 

dass ihm die Flucht am Nachmittag des zweiten Tags gelungen sei. Mit 

Hinweisen auf unterschiedliche Protokollstellen bringt der Beschwerdefüh-

rer vor, er habe detailliert die Gefängniszelle und die Haftbedingungen be-

schreiben und über den starken Durchfall seines Freundes aufgrund der 

schlechten Nahrung berichten können. Auch habe er schildern können, wie 

der Wärter vergessen habe, die Türe abzuschliessen und ihnen deshalb 

die Flucht gelungen sei. Dass er seinen Freund nicht nach Details bezie-

hungsweise nach seinen Haftumständen gefragt habe, nachdem er ihn in 

der Gefängniszelle wieder getroffen habe, erscheine plausibel: Der Be-

schwerdeführer sei zu sehr in Angst um sein eigenes Schicksal gewesen. 

In Gambia habe der Beschwerdeführer in ständiger Angst gelebt, dass 

seine sexuelle Orientierung entdeckt werde, habe seine Beziehung verste-

cken müssen und seine Homosexualität nicht offen leben können. Nach-

dem seine Familie davon erfahren habe, dass er homosexuell sei, habe sie 

ihn verstossen, was einen unerträglichen psychischen Druck im Sinne von 

Art. 3 Abs. 2 AsylG darstelle. Zudem sei er wegen seiner Homosexualität 

in Haft genommen und schwer bestraft worden. Bei einer Rückkehr nach 

Gambia wäre er dem Risiko ausgesetzt, erneut inhaftiert zu werden. Dies 

umso mehr, als seine Familie jetzt über seine Homosexualität informiert sei 

und gedroht habe, ihn der Polizei zu melden. 

4.3 Das SEM führte in seiner Vernehmlassung aus, Kenntnis über die ein-

gereichten Beweismittel sowie den bei den LGBTI-Vorbringen in besonde-

rem Masse zu berücksichtigenden Umständen sowohl in der Anhörung wie 

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auch in der Beurteilung des Asylgesuchs vollumfänglich Rechnung getra-

gen zu haben. Da der Bericht des Queeramnesty-Mitarbeiters nur eine sehr 

knapp gehaltene Zusammenfassung und dessen persönliche Einschät-

zung enthalte, seien die vom Beschwerdeführer anlässlich dieses Ge-

sprächs gemachten Aussagen nicht nachvollziehbar. Dem Schreiben 

komme kein Beweiswert hinsichtlich der Glaubhaftigkeit der geltend ge-

machten Asylgründe zu. Die dort angeführten Punkte würden den Um-

stand, dass es den Aussagen wiederholt an Substanz gefehlt habe und 

nach wie vor offensichtliche Widersprüche zum Ablauf der Geschehnisse 

existierten, nicht umzustossen vermögen.  

4.4 In der Replik wiederholte der Beschwerdeführer die in der Vergangen-

heit fehlende Möglichkeit, seine sexuelle Orientierung offen leben zu kön-

nen, das fehlende Coming-Out sowie die bekundete Mühe, über intime Er-

fahrungen zu sprechen. Zudem sei der Bericht von Queeramnesty auf-

grund seines Inhalts aussagekräftig. 

5.  

5.1 Das Bundesverwaltungsgericht kommt nach Durchsicht der Akten mit 

dem SEM übereinstimmend zum Schluss, dass die Schilderungen des Be-

schwerdeführers, insbesondere zu der aus der Homosexualität resultieren-

den Festnahme und Inhaftierung, als unglaubhaft zu qualifizieren sind. Die 

Entgegnungen auf Beschwerdeebene sind nicht geeignet, die vorinstanzli-

che Einschätzung umzustossen. Um Wiederholungen zu vermeiden, kann 

vorab auf die entsprechenden Erwägungen in der angefochtenen Verfü-

gung verwiesen werden.  

5.2 Der Beschwerdeführer bemängelt in der Rechtsmitteleingabe zunächst 

das fehlende Vertrauensverhältnis zwischen ihm, der SEM-Mitarbeiterin 

sowie dem Übersetzer, weshalb es ihm schwergefallen sei, über die sehr 

intimen Erfahrungen zu sprechen. Diesbezüglich ist festzustellen, dass 

sich weder dem Befragungsprotokoll der Erstanhörung noch jenem der ver-

tieften Anhörung Hinweise darauf entnehmen lassen, es habe während der 

Befragung eine angespannte Situation geherrscht oder es sei zu Proble-

men gekommen. Im Gegenteil wären entsprechende Bemerkungen oder 

Verbalisierungen zu erwarten gewesen, besonders durch die anwesende, 

unabhängige Hilfswerksvertretung (HWV). Gemäss Unterschriftenblatt 

wurden aber weder Einwände oder Anregungen zur beobachteten Anhö-

rung noch für weitere Sachverhaltsabklärungen oder zum Protokoll ange-

bracht (vgl. A16). Fehlende Detailgenauigkeit in den Aussagen des Be-

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schwerdeführers lassen sich zudem nicht mit dem Argument einer mög-

licherweise ablehnenden Haltung des Übersetzers beseitigen. Denn einer-

seits hat das Anhörungsmanagement des SEM klare Regeln, was das Rol-

lenverständnis sowie die Art und Weise der Auftragserfüllung der Überset-

zer und Dolmetscher angeht (Näheres dazu: www.sem.ad-

min.ch/dam/data/sem/ueberuns/stellen/rollenverstaendnis-d.pdf; 

www.sem.admin.ch/dam/data/sem/ueberuns/stellen/vertragsbedingun-

gen-d.pdf, abgerufen am 21.06.2018) und andererseits wäre es dem Be-

schwerdeführer unbenommen gewesen, während der Anhörung entspre-

chende Bedenken anzubringen. Demnach läuft der Erklärungsversuch, er 

habe Angst gehabt, der aus Senegal stammende muslimische Übersetzer 

würde Homosexualität als etwas Sündhaftes ablehnen, ebenfalls ins 

Leere. 

5.3 Was die Frage der Homosexualität betrifft, ist dem SEM insofern bei-

zupflichten, als der Beschwerdeführer diese nicht in überzeugender Weise 

darlegen konnte, viele seiner Schilderungen durch Unsubstanziiertheit ge-

prägt sind und er auf weit verbreitete Klischees zurückgreift. Dass der Mit-

arbeiter der Queeramnesty in seinem Gespräch zu einer anderen Auffas-

sung gelangt ist und die Vorbringen als glaubhaft qualifiziert hat, vermag 

daran nichts zu ändern. Wie in der vorinstanzlichen Vernehmlassung zu-

treffend festgestellt, enthält der Bericht keine konkreten Angaben, sondern 

spiegelt einzig das subjektive Empfinden des Redaktors wieder. Die proto-

kollierten Aussagen erwecken sodann nicht den Eindruck, der Beschwer-

deführer habe grundsätzlich Mühe gehabt, sich seiner sexuellen Orientie-

rung zu bekennen, sondern er legte diese im Gegenteil gleich zu Beginn 

weg offen (vgl. A4 Ziff. 7.01; A16 F4/F120/F122 f). Aus den Einwänden, er 

sei noch sehr jung, verfüge über keinerlei Schulbildung oder habe nie ein 

Coming-Out gehabt, vermag er nichts zur Glaubhaftigkeit beizutragen, zu-

mal diese gerade im Widerspruch zu seinem erkennbar offenen Verhalten 

anlässlich der Befragungen steht. Hätte er tatsächlich seit seinem 15. Le-

bensjahr Kenntnis seiner gleichgeschlechtlichen Neigungen, eine über 

mehrere Monate dauernde (sexuelle) Beziehung zu einem Mann geführt 

und sich mit diesem heimlich treffen müssen, wären durchaus emotionale, 

detailreiche und spontane Erzählungen zu erwarten. Die Aussagen er-

schöpfen sich hingegen weitgehend in sehr beschränkten, vagen und teils 

klischeehaften Vorbringen, was beispielsweise das Kennenlernen seines 

Partners („Wir schauten uns gegenseitig an, bis jeder verstanden hat, wer 

der andere ist. Wenn sie noch Fragen haben…“ [A16 F12]) oder der 

Gruppe betrifft („Wir haben uns in den Clubs kennengelernt. Man hat beim 

anderen gemerkt, dass er homosexuell ist; wie er mit dem anderen getanzt 

http://www.sem.admin.ch/dam/data/sem/ueberuns/stellen/rollenverstaendnis-d.pdf
http://www.sem.admin.ch/dam/data/sem/ueberuns/stellen/rollenverstaendnis-d.pdf
http://www.sem.admin.ch/dam/data/sem/ueberuns/stellen/vertragsbedingungen-d.pdf
http://www.sem.admin.ch/dam/data/sem/ueberuns/stellen/vertragsbedingungen-d.pdf

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hat“ [A16 F18]). Des Weiteren ergibt sich die Unglaubhaftigkeit aus seinen 

ausweichenden Antworten. So gab er beispielsweise auf die Frage, wes-

halb man ihn der Homosexualität verdächtigt habe, einzig an, die Leute 

würden sich mit Dingen beschäftigen, die nichts mit ihnen zu tun hätten, 

beziehungsweise, weil er auch mal Frauen beim Kochen geholfen habe 

oder mit ihnen am Strand gewesen sei, was normalerweise nur Homose-

xuelle tun würden (A16 F41 f.). Ohne ein konkretes Ereignis zu nennen 

oder eine genauere Beschreibung zu machen, gab er an, keine Probleme 

gehabt zu haben, weil es Orte gebe, wo man bestimmte Sachen mache, 

und solche, wo man es nicht mache (zu Hause beziehungsweise in der 

Öffentlichkeit [A16 F45 f.]). Überdies spricht die fehlende Nähe zu seinem 

damaligen Partner und das Desinteresse nach dessen Verbleib, was er mit 

seinen eigenen Problemen begründete, gegen die im vorgetragenen Rah-

men gelebte Beziehung (A16 F124 f.). So darf ohne weiteres angenommen 

werden, dass der Beschwerdeführer mehr zu seinem Freund auszusagen 

wüsste als einzig, dieser sei homosexuell, gehe einer Arbeit nach und ma-

che gerne Party (A16 F48 ff). Gleiches gilt für die Gründe für dessen Ver-

haftung, von welcher er erst erfahren habe, als die beiden in der gleichen 

Gefängniszelle gewesen seien, wobei er seinen Freund nicht nach Details 

gefragt habe (A16 F27 f./F53).  

Trotz diverser Unglaubhaftigkeitsmerkmale lässt sich indessen die sexuelle 

Neigung eines Menschen nicht allein und insbesondere nicht abschlies-

send durch allfällige Widersprüche oder stereotypen Aussagen beurteilen 

respektive verneinen. Die Frage der sexuellen Orientierung kann vorlie-

gend aber offenbleiben. Denn selbst bei Annahme, der Beschwerdeführer 

sei homosexuell und habe Mühe gehabt, seine sexuelle Haltung im Asyl-

verfahren offenzulegen sowie unter Berücksichtigung der Tatsache, dass 

in weiten Bevölkerungsteilen Gambias unbestritten eine Ablehnung ge-

genüber Homosexualität besteht, lässt sich im vorliegenden Fall keine 

flüchtlingsrechtlich relevante Verfolgung ableiten, da sich die geltend 

gemachten Verfolgungsmassnahmen als unglaubhaft erweisen. 

5.4 Die Schilderungen des Beschwerdeführers, wonach er wegen seiner 

Homosexualität, beziehungsweise deshalb, weil er durch seinen Partner 

denunziert worden sei, festgenommen und für knapp zwei Tage inhaftiert 

worden sei, überzeugen nicht. Seine Entgegnung, er habe sowohl seine 

Festnahme, als auch die Haft sowie die Flucht glaubhaft darlegen können, 

vermögen die Unglaubhaftigkeitsmerkmale nicht zu entkräften, zumal ein-

zig auf seine Vorbringen verwiesen wird. Den Ablauf der Verhaftung er-

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Seite 11 

zählte er in wenigen, knappen Sätzen (A16 F74 ff.). Die Gefängnisbe-

schreibungen lassen zwar den Schluss zu, dass er das Gebäude kennt, 

doch mangelt es den Darstellungen zu seinem dortigen Aufenthalt im vor-

getragenen Rahmen nebst Substanz an Realkennzeichen, die über das 

Durchfall verursachende Essen hinausgehen. Insbesondere die Schilde-

rung der beiden Tage, in denen er – zusammen mit seinem Partner und 

einem anderen Freund in der gleichen, kleinen Zelle (A16 F94 f.) – im Ge-

fängnis untergebracht gewesen sei, lassen erhebliche Zweifel aufkommen. 

Wäre der Beschwerdeführer tatsächlich festgenommen worden, weil ihn 

sein Freund verraten hätte, wären konkret dargelegte Details zum gemein-

samen Zellenaufenthalt zu erwarten gewesen. Er beschränkte sich indes 

auf die oberflächliche Aussage, wütend gewesen zu sein, jedoch aufgrund 

der Umstände, unter denen sein Freund zur Denunziation gezwungen wor-

den sei, Verständnis für ihn aufgebracht zu haben (A16 F51 f./F127). Mit 

dem andern Freund, den er ebenfalls in der Zelle wiedergesehen habe, will 

er gar nicht geredet haben (A16 F96 f.). Die Flucht aus der Zelle beschrieb 

er sodann widersprüchlich. So sagte er nämlich zuerst aus, er und sein 

Freund hätten sich nach der Flucht getrennt, um gleich im Anschluss vor-

zutragen, sein Partner habe die Zelle vor ihm verlassen und der Beschwer-

deführer habe deshalb nicht gewusst, in welche Richtung dieser gelaufen 

sei (A16 F57 f./F108). Schliesslich erweisen sich auch die Umstände, die 

den unbemerkten (A16 F112 f.) Weggang überhaupt erst ermöglicht haben 

sollen, als realitätsfern und widersprüchlich (ein Wärter habe die Türe ver-

gessen abzuschliessen, nachdem er einen anderen Gefangenen nach 

draussen gelassen habe [A4 Ziff. 7.01]; der Beschwerdeführer habe ge-

schlafen, als sein Freund ihn geweckt und ihm mitgeteilt habe, die Tür 

stehe offen [A16 F108]). Angesichts der namhaften Divergenzen, der 

vielerorts inkohärenten Aussagen und der fehlenden Substanziiertheit be-

stehen höchste Zweifel an den Fluchtgründen und -umständen des Be-

schwerdeführers. Er war somit zum Zeitpunkt seiner Ausreise aus Gambia 

keinen ernsthaften Nachteilen im Sinne von Art. 3 AsylG ausgesetzt.  

5.5 Des Weiteren ist nicht davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer 

wegen seiner allfälligen homosexuellen Neigungen bei einer Rückkehr 

nach Gambia mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer 

Zukunft befürchten muss, solchen Nachteilen ausgesetzt zu sein.  

Das gambische Strafgesetzbuch stellt Homosexualität seit 1934 unter 

Strafe, wobei die Gesetzgebung 2014 um den Tatbestand der „schweren 

Homosexualität“ weiter verschärft wurde und als Höchststrafe eine lebens-

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Seite 12 

lange Gefängnisstrafe androht. Der zum Ausreisezeitpunkt des Beschwer-

deführers Anfang 2016 amtierende Ex-Präsident Yahya Jammeh war zu-

dem bekannt für seine ausserordentlich ablehnende Haltung Homosexuel-

len gegenüber (vgl. https://www.ecoi.net/en/file/local/1419801/90_ 

1513324824_easo-201712-coi-report-gambia.pdf, S. 66 f.; abgerufen 

am 22.06.2018). Unter seiner Herrschaft kam es denn auch zu Verhaftun-

gen und Festnahmen von Homosexuellen oder Personen, die homosexu-

eller Handlungen verdächtigt wurden. Über tatsächlich ergangene straf-

rechtliche Verurteilungen liegen hingegen trotz vorgesehener Strafen und 

öffentlicher Hassreden des Ex-Präsidenten keine Berichte vor (vgl. AC-

CORD – Austrian Centre for Country of Origin and Asylum Research and 

Documentation; Anfragebeantwortung zu Gambia: Lage von Homosexuel-

len vom 15. Februar 2013; https://www.ecoi.net/en/document/1397 

818.html, abgerufen am 22.06.2018). Auch der seit Anfang 2017 amtie-

rende Präsident Adama Barrow hält weiterhin an der Strafbarkeit der Ho-

mosexualität und deren strafrechtlichen Verfolgung fest, zeigt sich dem 

Thema mehrerer Quellen zufolge – zumindest der Öffentlichkeit und Ge-

sprächspartnern gegenüber – etwas versöhnlicher als sein Vorgänger. 

Dennoch gibt es nach wie vor Berichte über Diskriminierungen, willkürliche 

Verhaftungen und körperliche Misshandlungen (vgl. ACCORD, Informatio-

nen zu Homosexualität [gesetzliche Lage, Umsetzung von Strafen, Haltung 

der Gesellschaft, der Behörden und des neuen Präsidenten gegenüber Ho-

mosexuellen] vom 27. März 2017; https://www.ecoi.net/en/document/ 

1306157.html, abgerufen am 22.06.2018). Aus diesen Quellen alleine, 

respektive aus der bekannten staatlichen Haltung und Verurteilung Ho-

mosexueller in Gambia, vermag der Beschwerdeführer jedoch keine 

flüchtlingsrechtlich relevante Gefährdung abzuleiten. Davon, dass er 

bei einer Rückkehr mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit Verfolgungs-

massnahmen im Sinne von Art. 3 AsylG zu befürchten hätte, ist nicht 

auszugehen. Besonders, weil es dem Beschwerdeführer nach dem Ge-

sagten nicht gelungen ist, seine wegen Homosexualität erlittene Verfol-

gung glaubhaft darzulegen. Auch ist nicht davon auszugehen, dass ihn 

seine Eltern denunzieren würden. Nachdem ihm die Haft nicht geglaubt 

wird, ist nämlich nicht davon auszugehen, dass diese darüber Bescheid 

wissen, zumal sie offenbar vor der Haft nichts darüber wussten (A16 

F31 f.). Es wird nicht verkannt, dass ein gewisser psychischer Druck 

besteht, als Homosexueller in Gambia leben zu müssen. Indes ist vor-

liegend kein derartiger Druck zu erkennen, dass Art. 3 AsylG erfüllt ist 

vgl. BVGE 2014/29 E. 4.3 f.; BVGE 2010/28 E. 3.3.1.1). Der Beschwer-

deführer konnte gemäss seinen Angaben etwa während drei Jahren 

https://www.ecoi.net/en/file/local/1419801/90_%201513324824_easo-201712-coi-report-gambia.pdf
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https://www.ecoi.net/en/document/1397%20818.html
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https://www.ecoi.net/en/document/%201306157.html
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E-4778/2016 

Seite 13 

seine sexuelle Orientierung ohne grössere Schwierigkeiten leben, wenn 

auch im Versteckten (A14 F126, A4 Ziff. 7.02).   

5.6 Zusammenfassend ergibt sich, dass der Beschwerdeführer keine asyl-

rechtlich relevante Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG nachweisen oder 

zumindest glaubhaft machen konnte und deshalb nicht als Flüchtling aner-

kannt werden kann. Die Vorinstanz hat somit im Ergebnis zu Recht die 

Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers verneint und sein Asylge-

such abgelehnt. 

6.  

6.1 Lehnt das Staatssekretariat das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 

ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet 

den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Fa-

milie (Art. 44 AsylG). 

6.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche 

Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol-

chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 

AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

7.  

7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das Staatssekretariat das Anwesenheitsverhältnis 

nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 

44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG [SR 142.20]). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

7.2  

7.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AuG). 

So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun-

gen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund 

nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur 

E-4778/2016 

Seite 14 

Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; 

vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die 

Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). 

Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 

1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedri-

gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 

EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender 

Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 

7.2.2 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend da-

rauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur 

Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem 

Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefähr-

dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG 

verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren 

keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers in den 

Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. 

7.2.3 Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerde-

führers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer 

Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit 

einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behand-

lung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für 

Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses 

müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachwei-

sen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter 

oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des EGMR 

Saadi gegen Italien 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06, §§ 124–

127 m.w.H.). Auch die allgemeine Menschenrechtssituation im Heimatstaat 

lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt klarerweise nicht 

als unzulässig erscheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Weg-

weisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestim-

mungen zulässig. 

7.3   

7.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

E-4778/2016 

Seite 15 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

7.3.2 Angesichts der heutigen Lage in Gambia kann nicht von einer Situa-

tion allgemeiner Gewalt oder von kriegerischen oder bürgerkriegsähnli-

chen Verhältnissen gesprochen werden, welche für den Beschwerdeführer 

bei einer Rückkehr eine konkrete Gefährdung darstellen würde. Dafür, 

dass der alleinstehende und gesunde Beschwerdeführer mit einer gewis-

sen Berufserfahrung bei einer Rückkehr nach Gambia dort aus individuel-

len Gründen konkret gefährdet wäre beziehungsweise in wirtschaftlicher, 

sozialer oder gesundheitliche Hinsicht in eine existenzbedrohende Situa-

tion geraten würde, ergeben sich weder Anhaltspunkte aus den Akten noch 

seinen Aussagen. Der Vollzug der Wegweisung ist daher auch als zumut-

bar zu beurteilen. 

7.4 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-

gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-

sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 

2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu 

bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 

7.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AuG). 

8.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

9.  

9.1  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem Beschwerde-

führer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Nachdem das Gesuch des Be-

schwerdeführers um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im 

Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG mit Zwischenverfügung vom 24. August 

2016 gutgeheissen wurde und den Akten nicht zu entnehmen ist, dass die 

finanziellen Verhältnisse des Beschwerdeführers sich seither geändert hät-

ten, sind jedoch keine Verfahrenskosten zu erheben. 

 

E-4778/2016 

Seite 16 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten verhoben. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

Muriel Beck Kadima Denise Eschler 

 

 

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