# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d94a3d10-e2f9-5705-b73b-5858dc825370
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-05-28
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Versicherungsgericht 28.05.2024 VBE.2024.18
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_007_VBE-2024-18_2024-05-28.pdf

## Full Text

Versicherungsgericht 

1. Kammer 

 

VBE.2024.18 / pm / ks  
Art. 75 

 

 

Urteil vom 28. Mai 2024 
 
 

Besetzung  Oberrichter Kathriner, Präsident  

Oberrichterin Gössi  

Oberrichter Roth  

Gerichtsschreiber Meier 

 

 
   

Beschwerde- 

führer  

 A._____ 

vertreten durch Raffaella Biaggi, Advokatin,  

St. Jakobs-Strasse 11, Postfach, 4002 Basel 

 

 
   

Beschwerde- 

gegnerin  

 SVA Aargau, IV-Stelle, Bahnhofplatz 3C, Postfach, 5001 Aarau  

 

 
 

Gegenstand  Beschwerdeverfahren betreffend IVG Renten 

(Verfügung vom 8. Dezember 2023) 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Versicherungsgericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

1.1. 

Der 1965 geborene Beschwerdeführer war zuletzt als Imbissbetreiber tätig. 

Am 21. März 2018 meldete er sich unter Hinweis auf eine Beeinträchtigung 

an der linken Schulter sowie des linken Handgelenks bei der Beschwerde-

gegnerin zum Bezug von Leistungen (berufliche Integration/Rente) der Eid-

genössischen Invalidenversicherung (IV) an. Nach entsprechenden Abklä-

rungen verneinte die Beschwerdegegnerin mit Verfügung vom 8. Juni 2020 

einen Rentenanspruch des Beschwerdeführers. Die dagegen erhobene 

Beschwerde hiess das Versicherungsgericht mit Urteil VBE.2020.307 vom 

8. Oktober 2020 gut, hob die Verfügung auf und wies die Sache zur weite-

ren Abklärung und zur Neuverfügung an die Beschwerdegegnerin zurück. 

 

1.2. 

Im Rahmen der daraufhin erfolgten Abklärungen liess die Beschwerdegeg-

nerin den Beschwerdeführer unter anderem durch die Neurologie Toggen-

burg AG bidisziplinär begutachten (Gutachten vom 7. Juli 2022) und nahm 

Rücksprache mit ihrem Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD). Nach durch-

geführtem Vorbescheidverfahren sprach die Beschwerdegegnerin dem Be-

schwerdeführer mit Verfügung vom 8. Dezember 2023 schliesslich ab dem 

1. Mai 2020 eine ganze Rente, für den Zeitraum vom 1. September 2021 

bis 31. Oktober 2021 eine halbe Rente sowie ab dem 1. August 2022 eine 

bis 28. Februar 2023 befristete ganze Rente zu. 

 

2. 

2.1. 

Dagegen erhob der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 27. Dezember 

2023 fristgerecht Beschwerde und stellte folgende Rechtsbegehren: 

 

"1. Die Verfügung der Beschwerdebeklagten vom 8. Dezember 2023 sei 
aufzuheben und es sei dem Beschwerdeführer eine ganze Invaliden-
rente auch ab März 2023 zuzusprechen. 

 
 2. Eventualiter sei die Sache zur Abklärung des rechtserheblichen medi-

zinischen Sachverhalts an die Beschwerdebeklagte zurückzuweisen. 
 
 3. Unter o/e Kostenfolge." 

 

2.2. 

Am 8. Februar 2024 reichte der Beschwerdeführer einen Arztbericht der 

Klinik B._____ betreffend eine Operation am rechten Handgelenk vom 

22. Januar 2024 ein. 

 

 - 3 - 

 

 

2.3. 

Mit Vernehmlassung vom 9. Februar 2024 beantragte die Beschwerdegeg-

nerin die Abweisung der Beschwerde. 

 

 
   

Das Versicherungsgericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin dem Beschwerde-

führer mit Verfügung vom 8. Dezember 2023 (Vernehmlassungsbeilage 

[VB] 138) zu Recht ab dem 1. Mai 2020 eine ganze Rente, ab dem  

1. September 2021 bis 31. Oktober 2021 eine halbe Rente sowie ab dem 

1. August 2022 eine bis 28. Februar 2023 befristete ganze Rente zugespro-

chen hat. 

 

2. 

Am 1. Januar 2022 sind die Änderungen betreffend Weiterentwicklung der 

IV (WEIV) in Kraft getreten. Weder dem IVG noch der IVV sind besondere 

Übergangsbestimmungen betreffend die Anwendbarkeit dieser Änderun-

gen im Hinblick auf nach dem 1. Januar 2022 beurteilte mögliche Ansprü-

che des Zeitraums bis zum 31. Dezember 2021 zu entnehmen. Es sind da-

her nach den allgemeinen übergangsrechtlichen Grundsätzen jene Bestim-

mungen anzuwenden, die bei der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden  

oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestands Geltung haben beziehungs-

weise hatten (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_136/2021 vom 7. April 

2022 E. 3.2.1 mit Hinweis unter anderem auf BGE 144 V 210 E. 4.3.1 

S. 213). Da vorliegend Leistungen mit Anspruchsbeginn vor dem 1. Januar 

2022 streitig sind, ist für deren Beurteilung die bis zum 31. Dezember 2021 

geltende Rechtslage massgebend (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

8C_744/2022 vom 12. Mai 2023 E. 2.2). 

 

3. 

3.1. 

Medizinische Grundlage der angefochtenen Verfügung bildet im Wesentli-

chen das bidisziplinäre Gutachten der Neurologie Toggenburg AG vom 

7. Juli 2022. Dieses umfasst eine orthopädische sowie eine psychiatrische 

Beurteilung. Die Gutachter stellten folgende Diagnosen mit Auswirkung auf 

die Arbeitsfähigkeit (VB 114.1 S. 6): 

 

"4.3.1.1. Funktionseinschränkungen beider Handgelenke bei degenerati-
ven Veränderungen und durchgeführter Teilarthrodese links und vollstän-
diger Arthrodese rechts (ICD 10: Z 98.1) 
 
4.3.1.2 Funktionseinschränkung des linken Schultergelenkes nach Naht 
der Schulterdrehmanschette (Bewegungseinschränkung, Kraftminde-
rung), (ICD 10: M75.1) 
 

 - 4 - 

 

 

4.3.1.3 Weitgehend remittierte ehemals mittelgradige depressive Episode 
mit aktuell noch leichter Symptomausprägung (ICD 10: F32.1)" 

 

In der angestammten Tätigkeit sei der Beschwerdeführer (seit dem  

31. Oktober 2018) anhaltend zu 100 % arbeitsunfähig. Als angepasst gelte 

eine leichte körperliche Tätigkeit mit Heben, Tragen und Greifen von Ge-

genständen bis 5 kg. Diese Tätigkeit sollte keine besonderen Anforderun-

gen an die schnelle Feinmotorik (keine schnellen und dauernden repetiti-

ven Arbeiten mit den Händen) stellen. Das Bedienen einer Tastatur sei bei-

spielsweise möglich. In einer solchen Tätigkeit bestehe voraussichtlich ab 

30. August 2022 eine Arbeitsfähigkeit von 80 %.  

 

Ab dem 31. Oktober 2018 sei der Beschwerdeführer bis ca. 30. September 

2019 (auch in einer angepassten Tätigkeit) zu 100 % arbeitsunfähig gewe-

sen. Danach habe eine 80%ige Arbeitsfähigkeit bestanden und ab Februar 

2020 sei von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen. Ab April 2021 

habe sodann eine Teilarbeitsfähigkeit mit sukzessiver Steigerung bestan-

den, wobei retrospektiv keine Angabe möglich sei. Vorübergehend sei der 

Beschwerdeführer sodann vom 22. November bis zum 31. Dezember 2021 

(aus orthopädischen Gründen) zu 100 % arbeitsunfähig gewesen. Danach 

habe eine Teilarbeitsfähigkeit unklaren Ausmasses bestanden. Seit 

30. Mai 2022 sei der Beschwerdeführer sodann (aus orthopädischen Grün-

den) bis voraussichtlich 30. August 2022 zu 100 % arbeitsunfähig gewesen 

(VB 114.1 S. 7 f.). 

 

3.2. 

Am 14. Oktober 2022 nahm RAD-Arzt Dr. med. C._____, Facharzt für Or-

thopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, Stel-

lung zum Gutachten. Gemäss dessen Ausführungen sei dieses qualitativ 

einwandfrei und es könne darauf abgestellt werden. Des Weiteren führte er 

unter anderem aus, seit April 2021 könne von einer sukzessiven Zunahme 

der Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden. Mit überwiegender Wahrschein-

lichkeit könne von einer Steigerung der Arbeitsfähigkeit um jeweils 10%-

Punkte in zweimonatigem Rhythmus ausgegangen werden. Fachübergrei-

fend habe somit vom 1. November 2018 bis 30. September 2019 eine 

100%ige Arbeitsunfähigkeit, vom 1. Oktober 2019 bis 31. Januar 2020 eine 

80%ige Arbeitsfähigkeit, vom 1. Februar 2020 bis 31. März 2021 eine 

100%ige Arbeitsunfähigkeit, danach bis 31. Mai 2021 eine 90%ige Arbeits-

unfähigkeit, bis 31. Juli 2021 eine 80%ige, bis 30. September 2021 eine 

70%ige, bis 22. November 2021 eine 60%ige, bis 31. Dezember 2021 eine 

100%ige, bis 31. Januar 2022 eine 50%ige, bis 31. März 2022 eine 40%ige, 

bis 29. Mai 2022 eine 30%ige, bis 30. August 2022 eine 100%ige Arbeits-

unfähigkeit und anschliessend wahrscheinlich eine 80%ige Arbeitsfähigkeit 

bestanden (VB 116 S. 2).  

 

 - 5 - 

 

 

3.3. 

In seiner Aktennotiz vom 28. November 2022 führte Dr. med. C._____ 

schliesslich aus, sechs Monate nach der letzten Operation vom 30. Mai 

2022 könne über die Belastbarkeit geurteilt werden, nachdem Dr. med. 

D._____, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Be-

wegungsapparates sowie für Handchirurgie, am 7. November 2022 bei ra-

diologisch unverändert festem Sitz des eingebrachten Osteosynthesema-

terials, ohne Lockerungszeichen, über eine radiologisch gute Konsolidation 

radiocarpal und ubiquitär korrekte Stellungsverhältnisse berichtet habe. In 

einer angepassten Tätigkeit bestehe aktuell eine 80%ige Arbeitsfähigkeit 

(VB 122). 

 

4. 

4.1. 

Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob die-

ser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 

beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 

Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medi-

zinischen Zusammenhänge und der medizinischen Situation einleuchtet 

und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 134 

V 231 E. 5.1 S. 232; 125 V 351 E. 3a S. 352). 

 

4.2. 

Den von Versicherungsträgern im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingehol-

ten Gutachten von externen Spezialärzten, welche auf Grund eingehender 

Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Be-

richt erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergeb-

nissen gelangen, ist bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerken-

nen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Exper-

tise sprechen (BGE 135 V 465 E. 4.4 S. 470; 125 V 351 E. 3b/bb S. 353). 

Den Gutachten kommt somit bei Abklärungen im Leistungsbereich der So-

zialversicherung überragende Bedeutung zu (UELI KIESER, Kommentar 

zum Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs-

rechts, 4. Aufl. 2020, N. 13 zu Art. 44 ATSG; vgl. auch BGE 132 V 93 

E. 5.2.8 S. 105). 

 

4.3. 

Der Beschwerdeführer wurde zur Erstellung des Gutachtens der Neurolo-

gie Toggenburg AG vom 7. Juli 2022 fachärztlich umfassend untersucht. 

Es wurden zudem eigene Zusatzuntersuchungen durchgeführt (Laborun-

tersuchung; vgl. VB 114.3 S. 32; 114.4). Dabei beurteilten die Gutachter 

die medizinischen Zusammenhänge sowie die medizinische Situation in 

Kenntnis der Vorakten (VB 114.2 S. 5 ff.; 114.3 S. 5 ff.) und unter Berück-

sichtigung der geklagten Beschwerden einleuchtend und gelangten zu ei-

ner nachvollziehbar begründeten Schlussfolgerung. Dem Gutachten 

kommt damit grundsätzlich Beweiswert im Sinne vorstehender Kriterien zu. 

 - 6 - 

 

 

 
 

5. 

Der Beschwerdeführer bringt vor, die im Gutachten der Neurologie Toggen-

burg AG abgegebene prognostische Einschätzung, wonach er ab dem 

30. August 2022 wieder zu 80 % arbeitsfähig sei, habe sich nicht bewahr-

heitet (Beschwerde S. 5). Der behandelnde Arzt Dr. med. D._____ habe in 

seinem Bericht vom 7. November 2022 ausgeführt, dass dem Beschwer-

deführer keine manuellen Tätigkeiten mehr möglich seien und daher nur 

die Berentung bleibe. Dr. med. D._____ äusserte sich in seinem Bericht 

vom 7. November 2022 lediglich betreffend eine Arbeitstätigkeit mit Einsatz 

der Hände und verwies auf eine beidseits relevante Funktionseinschrän-

kung (VB 121 S. 3 f.). Dass die Hände des Beschwerdeführers nur noch 

eingeschränkt einsetzbar sind, wird jedoch auch von den Gutachtern nicht 

in Abrede gestellt; entsprechend definierten sie ein an diese Einschränkun-

gen angepasstes Zumutbarkeitsprofil. Diesbezüglich nahm sodann 

Dr. med. C._____ am 28. November 2022 Stellung und wies nachvollzieh-

bar darauf hin, dass Dr. med. D._____ in seinem Bericht vom 7. November 

2022 über radiologisch unverändert festem Sitz des eingebrachten Osteo-

synthesematerials ohne Lockerungszeichen und eine radiologisch gute 

Konsolidation radiocarpal und ubiquitär korrekte Stellungverhältnisse be-

richtet habe (vgl. VB 121 S. 3), weshalb "aktuell" eine 80%ige Arbeitsfähig-

keit in einer angepassten Tätigkeit bestehe (VB 122 S. 1). Entgegen den 

Ausführungen des Beschwerdeführers (Beschwerde S. 6) berücksichtigte 

der psychiatrische Gutachter der Neurologie Toggenburg AG auch dessen 

angegebene Schmerzen in beiden Schultern und in beiden Händen (vgl. 

VB 114.3 S. 27). Insbesondere sind den Vorakten des Gutachtens mehrere 

Berichte von Dr. med. D._____ zu entnehmen, in welchem dieser auf die 

Schmerzproblematik hingewiesen hatte (VB 114.3 S. 19 ff.). Der psychiat-

rische Gutachter begründete sodann einleuchtend, dass die Diagnose ei-

ner Schmerzverarbeitungsstörung nicht nachvollzogen werden können, da 

die vom Beschwerdeführer geschilderten Schmerzen vor dem Hintergrund 

der multiplen somatischen Einschränkungen und Interventionen erklärbar 

seien und sich keine Evidenz für einen ungelösten, fehlverarbeiteten inner-

seelischen Konflikt ergäben (VB 114.3 S. 36). Weitere Vorbringen, welche 

Zweifel an den gutachterlichen Feststellungen zu begründen vermöchten, 

werden vom Beschwerdeführer weder vorgebracht, noch sind solche den 

Akten zu entnehmen. Betreffend den vom Beschwerdeführer mit Eingabe 

vom 8. Februar 2024 eingereichten Bericht der Klinik B._____ betreffend 

einen Eingriff vom 22. Januar 2024 am rechten Handgelenk ist schliesslich 

darauf hinzuweisen, dass dieser nach dem Verfügungserlass datiert und 

keine Rückschlüsse auf den vorliegend relevanten Zeitraum erlaubt, wes-

halb er nicht berücksichtigt werden kann (Urteil des Bundesgerichts 

9C_262/2020 vom 18. August 2020 E. 4.2). Auf das Gutachten der Neuro-

logie Toggenburg AG kann somit vollumfänglich abgestellt werden. 

 

 - 7 - 

 

 

6. 

6.1. 

Der Beschwerdeführer bringt im Weiteren vor, seine Restarbeitsfähigkeit 

sei im Hinblick auf sein Alter und seine psychischen Beeinträchtigungen 

sowie angesichts des Umstandes, dass eine angepasste Tätigkeit nur ei-

nen "extrem engen Rahmen" umfasse, nicht mehr verwertbar (Beschwerde 

S. 4 f.). 

 

6.2. 

Der Begriff des ausgeglichenen Arbeitsmarktes (Art. 16 und Art. 7 Abs. 1 

ATSG) ist ein theoretischer und abstrakter Begriff, welcher die konkrete Ar-

beitsmarktlage nicht berücksichtigt (BGE 134 V 64 E. 4.2.1 S. 70 f.) und 

dazu dient, den Leistungsbereich der IV von jenem der Arbeitslosenversi-

cherung abzugrenzen. Er umschliesst einerseits ein bestimmtes Gleichge-

wicht zwischen dem Angebot von und der Nachfrage nach Stellen; ander-

seits bezeichnet er einen Arbeitsmarkt, der von seiner Struktur her einen 

Fächer verschiedenartiger Stellen offenhält (BGE 148 V 174 E. 9.1 S. 188 

mit Hinweisen). Für die Invaliditätsbemessung ist nicht darauf abzustellen, 

ob eine invalide Person unter den konkreten Arbeitsmarktverhältnissen ver-

mittelt werden kann, sondern einzig darauf, ob sie die ihr verbliebene Ar-

beitskraft noch wirtschaftlich nutzen könnte, wenn – auf dem für sie nach 

ihren Fähigkeiten und Möglichkeiten in Betracht fallenden Teil des Arbeits-

marktes (BGE 130 V 343 E. 3.3 S. 347) – die verfügbaren Arbeitsplätze 

dem Angebot an Arbeitskräften entsprächen (Urteile des Bundesgerichts 

8C_783/2020 vom 17. Februar 2021 E. 7.3.1 und 9C_304/2018 vom 5. No-

vember 2018 E. 3; MEYER/REICHMUTH, Rechtsprechung des Bundesge-

richts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Invalidenver-

sicherung [IVG], 4. Aufl. 2022, N. 133 ff. zu Art. 28a IVG). Der ausgegli-

chene Arbeitsmarkt umfasst auch sogenannte Nischenarbeitsplätze, also 

Stellen- und Arbeitsangebote, bei welchen Behinderte mit einem sozialen 

Entgegenkommen seitens des Arbeitgebers rechnen können. Von einer Ar-

beitsgelegenheit kann aber dort nicht gesprochen werden, wo die zumut-

bare Tätigkeit nur in so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der aus-

geglichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder sie nur unter nicht rea-

listischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers mög-

lich und das Finden einer entsprechenden Stelle daher zum vornherein als 

ausgeschlossen erscheint (SVR 2021 IV Nr. 26 S. 80, 8C_416/2020 E. 4; 

BGE 148 V 174 E. 9.1 S. 188 f. mit Hinweisen). An die Konkretisierung von 

Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten sind keine übermässigen 

Anforderungen zu stellen (BGE 138 V 457 E. 3.1 S. 459; Urteil des Bun-

desgerichts 8C_783/2020 vom 17. Februar 2021 E. 7.3.1). 

 

6.3. 

Gemäss Zumutbarkeitsprofil ist der Beschwerdeführer noch in einer ange-

passten, körperlich leichten Tätigkeit mit Heben, Tragen und Greifen von 

Gegenständen bis zu 5 kg, ohne besondere Anforderungen an die Fein-

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motorik, zu 80 % arbeitsfähig, wobei gemäss Gutachter unter anderem das 

Bedienen einer Tastatur möglich ist (VB 114.1 S. 8 oben). Die psychiatri-

sche Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit, die gemäss Gut-

achtern weitgehend remittiert ist (VB 114.3 S. 34), beeinträchtigt den Be-

schwerdeführer gemäss dem psychiatrischen Teilgutachten nur noch ge-

ring. Psychiatrischerseits ist sodann keine angepasste Tätigkeit notwendig 

(VB 114.3 S. 37 f.). Der Beschwerdeführer hat sodann eine vielfältige Be-

rufserfahrung, auf die er zurückgreifen kann. So hat er nach Lage der Akten 

eine zweijährige Lehre zum Hilfsbauzeichner abgeschlossen, sei wieder-

holt als Chauffeur tätig gewesen, habe ferner als Teppichleger im Unter-

nehmen seines Bruders, als Hilfsmaurer, Gipserhandlanger, in einem La-

ger, im Bereich Ampullenbefüllung, in Projekten für drogenabhängige, bzw. 

ausländische Jugendliche, in einem Seniorenheim als Allrounder sowie in 

Imbissständen gearbeitet (VB 114.3 S. 28 f.). Dass dem Beschwerdeführer 

nur noch leichte Tätigkeiten zumutbar sind, lässt alleine noch nicht auf eine 

Unverwertbarkeit seiner Resterwerbsfähigkeit schliessen, gehören zum ge-

samten, für einen Versicherten in Frage kommenden Arbeitsmarkt doch 

auch Institutionen, deren Zweck es ist, Invaliden eine Erwerbsmöglichkeit 

unter Anpassung an ihre Behinderung zu verschaffen (BGE 109 V 25 E. 3d 

S. 28 f.; MEYER/REICHMUTH, a.a.O., N. 138 zu Art. 28a IVG). Auch die vom 

Beschwerdeführer geltend gemachte Schulbildung (er habe "lediglich" die 

obligatorischen Schulen in Q._____ absolviert") und fehlende Ausbildung 

(Beschwerde S. 5) wirken sich bei den ihm zumutbaren Tätigkeiten im 

Kompetenzniveau 1 nicht negativ aus (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

8C_192/2022 vom 7. Juli 2022 E. 7.2.2). Auf dem hypothetisch ausgegli-

chenen Arbeitsmarkt steht ihm noch ein genügend grosses Betätigungsfeld 

offen. Zu denken wäre etwa an einfache und leichte Kontroll- und Überwa-

chungstätigkeiten (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts 9C_574/2019 vom 

16. Oktober 2019 E. 2.3 f.). Angesichts der verbliebenen Aktivitätsdauer 

von rund 7.5 Jahren (vgl. BGE 138 V 457 E. 3.4 S. 462; statt vieler: Urteil 

des Bundesgerichts 8C_720/2020 vom 8. Januar 2021 E. 7.2 mit Hinwei-

sen) steht auch das Alter des Beschwerdeführers einer verwertbaren Res-

terwerbsfähigkeit nicht entgegen. So stellt das Bundesgericht generell re-

lativ hohe Hürden für die Annahme einer Unverwertbarkeit der Rester-

werbsfähigkeit älterer Menschen auf und bejahte eine Verwertbarkeit unter 

anderem auch bei einem knapp 60-Jährigen, der nur noch zu 50 % in an-

gepassten Tätigkeiten arbeitsfähig war (Urteil des Bundesgerichts 

8C_28/2017 vom 19. Juni 2017). Die Verwertbarkeit der Resterwerbsfähig-

keit des Beschwerdeführers ist nach dem Gesagten zu bejahen. 

 

7. 

7.1. 

Die Ermittlungen der Invaliditätsgrade und die zeitliche Abstufung der Ren-

tenansprüche werden vom rechtlich vertretenen Beschwerdeführer nicht 

gerügt (BGE 119 V 347 E. 1a S. 349 f.) und geben auch mit Blick auf die 

Akten zu keinen weiteren Ausführungen Anlass. Damit erweist sich die 

 - 9 - 

 

 

Verfügung vom 8. Dezember 2023 als korrekt und die dagegen erhobene 

Beschwerde ist abzuweisen. 

 
7.2. 

Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Kosten 

werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im 

Rahmen von Fr. 200.00 bis Fr. 1'000.00 festgesetzt. Für das vorliegende 

Verfahren betragen diese Fr. 800.00. Sie sind gemäss dem Verfahrensaus-

gang dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.  

 

7.3. 

Dem Beschwerdeführer steht nach dem Ausgang des Verfahrens (Art. 61 

lit. g ATSG) und der Beschwerdegegnerin aufgrund ihrer Stellung als Sozi-

alversicherungsträgerin (BGE 126 V 143 E. 4 S. 149 ff.) kein Anspruch auf 

Parteientschädigung zu.  

 

 
   

Das Versicherungsgericht erkennt: 

 

1. 

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 

2. 

Die Verfahrenskosten von Fr. 800.00 werden dem Beschwerdeführer auf-

erlegt. 

 

3. 

Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 

 

 

  

 - 10 - 

 

 

 

 

   

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim 

Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung 

mit Art. 90 ff. BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom sieb-

ten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli 

bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar 

(Art. 46 BGG).  

 

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 

Luzern, zuzustellen. 

 

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe 

der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines 

Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweis-

mittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Hän-

den hat (Art. 42 BGG). 

 

 

 
   

Aarau, 28. Mai 2024 

 

Versicherungsgericht des Kantons Aargau 

1. Kammer 

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber: 

 

 

 

Kathriner Meier