# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 12ff11a6-b355-5f4a-b1e6-667106f29127
**Source:** Freiburg/Fribourg (FR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-08-08
**Language:** de
**Title:** Freiburg Kantonsgericht Strafkammer 08.08.2023 502 2023 113
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/FR_Gerichte/FR_TC_005_502-2023-113_2023-08-08.pdf

## Full Text

Tribunal cantonal TC
Kantonsgericht KG

Augustinergasse 3, Postfach 630, 1701 Freiburg

T +41 26 304 15 00

www.fr.ch/tc

—
Pouvoir Judiciaire PJ
Gerichtsbehörden GB

502 2023 113

Urteil vom 8. August 2023

Strafkammer

Besetzung Präsident: Laurent Schneuwly
Richter: Jérôme Delabays, Sandra Wohlhauser
Gerichtsschreiberin-
Berichterstatterin: Silvia Gerber

Parteien A.________, Beschwerdeführerin,

gegen

STAATSANWALTSCHAFT, Beschwerdegegnerin

Gegenstand Nichtanhandnahme (Art. 310 StPO)

Beschwerde vom 23. Mai 2023 gegen die Verfügung der Staatsan-
waltschaft vom 16. Mai 2023

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Sachverhalt

A. B.________ sel., geb. 1964, arbeitete als Hauswart für die C.________ AG, machte jedoch 
auch Umbauarbeiten an deren Gebäuden (act. 2025). Die C.________ AG beauftragte die 
D.________ GmbH mit Arbeiten am Dach. 

Im 2022 stieg B.________ sel. aufs Dach, stürzte durch eine Eternitplatte eines Vordaches ca. 
8.75 Meter auf den Boden und verstarb vor Ort. 

B. Am 16. Mai 2023 erliess die Staatsanwaltschaft eine Nichtanhandnahmeverfügung, Kosten zu 
Lasten des Staates.

C. Am 23. Mai 2023 erhob die Ehefrau von B.________, A.________, Beschwerde gegen die 
Nichtanhandnahmeverfügung und führte das Folgende aus: «lch beziehe mich auf oben erwähnte 
Nichtanhandnahmeverfügung vom 16.5.2023 und nehme, insbesondere zu Punkt 2, wie folgt Stellung: Am 8. 
oder 9.11.2022 fand bei der Firma C.________ AG ein Treffen mit E.________ statt. Begleitet haben mich 
meine 2 Töchter, F.________ und G.________ und meine Schwester, H.________. Zu tiefst aufgelöst teilte 
uns E.________ u.a. mit, dass er an besagtem Tag B.________ beauftragt hätte Moos auf dem Dach zu 
entfernen. Es täte ihm so leid, er sei mitschuldig und er könne es nur verstehen, wenn ich sehr böse auf ihn 
wäre. Ob diese Arbeit zwischenzeitlich durch die Firma D.________ in Auftrag gegeben wurde und ob diese 
Arbeit am selben Tag verrichtet werden sollte, wurde meines Wissens nicht erwähnt. Eine Rücksprache mit 
E.________ ist infolge seines tragischen Arbeitsunfalls vom 2023 nicht mehr möglich. Am 19.5.2023 habe ich 
einen Termin mit I.________, direkter Vorgesetzter meines Ehemannes vereinbart. Wichtig ist mir eine falsche 
Interpretation und ein Missverstehen der Aussagen von E.________ auszuschliessen. I.________ bestätigte, 
dass er im2022 durch E.________ informiert wurde, dass B.________ Moos auf dem Dach entfernen sollte, 
er aber auch nicht wusste ob diese Arbeit am gleichen Tag verrichtet werden sollte. Es war aber logisch, 
absehbar und voll nachvollziehbar, dass dieser Auftrag zur Folge hatte, dass B.________ auf das Dach 
steigen würde, um sich ein Bild der bevorstehenden Arbeit und der nötigen Utensilien zu machen. Meine 
Fragen, ob ein Verbot am Gerüst hing oder ein Verbot das Dach zu besteigen für die Mitarbeiter von 
E.________ AG geäussert wurde, wurden verneint. Insbesondere für B.________ hätte kein Verbot gegolten, 
da er ja als Aushilfe auf dem Dach bestimmt war und er bereits am Vorjahr der Firma D.________ bei 
Dacharbeiten auf einem Nebengebäude ausgeholfen hatte. Mein Fazit: - Ein Verbot, das Dach zu besteigen 
hat nicht bestanden. - Fehlende Informationen zur lebensbedrohlichen Einsturzgefahr des Daches und der 
zurzeit fehlenden Sicherung der Baustelle. Es liegt nicht in meinem Interesse einen Schuldigen zu finden; ich 
weiss, dass niemand diesen tragischen Arbeitsunfall gewollt hätte. Zumindest hoffe ich, dass Punkt 2 der 
Nichtanhandnahmeverfügung den Fakten entsprechend richtig gestellt wird».

Die Staatsanwaltschaft teilte am 1. Juni 2023 mit, dass sie auf eine Stellungnahme verzichte.

Die Instruktionsrichterin wies die Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 12. Juni 2023 darauf hin, 
dass ein Beschwerdeverfahren mit gewissen Kosten verbunden sein kann, und bat sie, mitzuteilen, 
ob es ihr einzig um die Richtigstellung von Punkt 2 der Verfügung geht oder ob sie will, dass ein 
Strafverfahren eröffnet wird.

Die Beschwerdeführerin teilte mit Schreiben vom 21. Juni 2023 namentlich mit, dass sie keinen 
Schuldigen brauche. Es gehe ihr lediglich darum, dass Punkt 2 der Verfügung den Fakten entspre-
chend richtiggestellt werde. «Mein Ehemann hat durch mangelnde Sicherung der Baustelle und fehlende 

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Informationen zur Gefahr sein Leben gelassen; ein schmerzhafter Verlust für mich. Dass er jetzt quasi selber 
schuld an seinem Tod sein soll, akzeptiere ich keinesfalls».

Erwägungen

1.

1.1. Die Beschwerde ist zulässig gegen die Verfügungen und die Verfahrenshandlungen von Poli-
zei, Staatsanwaltschaft und Übertretungsstrafbehörden. Sie ist gegen schriftlich oder mündlich eröff-
nete Entscheide innert 10 Tagen schriftlich und begründet bei der Beschwerdeinstanz einzureichen 
(Art. 396 Abs. 1, Art. 393 Abs. 1 Bst. a i.V.m. Art. 310 Abs. 2 und Art. 322 Abs. 2 StPO; Art. 85 Abs. 
1 JG). 

Den Akten kann nicht entnommen werden, wann der Beschwerdeführerin die Nichtanhandnahme-
verfügung vom 16. Mai 2023 zugestellt wurde. Die Beschwerde vom 23. Mai 2023 gilt so oder anders 
als rechtzeitig erfolgt. Sie enthält ausserdem eine Begründung.

1.2. Ein Rechtsmittel nach der StPO kann jede Partei ergreifen, die ein rechtlich geschütztes Inte-
resse an der Aufhebung oder Änderung eines Entscheids hat (Art. 382 Abs. 1 StPO). 

1.2.1. Stirbt die geschädigte Person, ohne auf ihre Verfahrensrechte als Privatklägerschaft verzich-
tet zu haben, so gehen ihre Rechte auf die Angehörigen im Sinne von Art. 110 Abs. 1 StGB in der 
Reihenfolge der Erbberechtigung über (Art. 121 Abs. 1 StPO). Die Beschwerdeführerin ist als 
Ehefrau der verstorbenen Person eine Angehörige im Sinne dieser Bestimmungen. Sie ist damit 
grundsätzlich zur Beschwerde legitimiert (vgl. BGE 146 IV 76 E. 2.3; 142 IV 82 E. 3.3.2 f.; je m.H.). 

1.2.2. Die Beschwer ergibt sich allein aus dem Dispositiv des angefochtenen Entscheids. Die 
Begründung kann nicht angefochten werden. Eine Ausnahme gilt nach der Rechtsprechung nur 
insofern, als Begründung und Dispositiv der Einstellungsverfügung sinngemäss einem Schuldvor-
wurf gleichkommen, ohne dass zuvor der gesetzliche Beweis der Schuld erbracht worden wäre und 
die beschuldigte Person Gelegenheit zur Wahrnehmung ihrer Verteidigungsrechte erhalten hätte 
(Urteile BGer 6B_1496/2020 vom 16. Dezember 2021 E. 3.2; 6B_155/2014 vom 21. Juli 2014 E. 1.1; 
je m.H.). Die erwähnte Ausnahme betrifft beschuldigte Personen und ist daher vorliegend nicht rele-
vant. 

Es stellt sich die Frage, ob die Beschwerdeführerin lediglich eine andere Begründung oder ob sie 
die Überprüfung der Nichtanhandnahmeverfügung und allenfalls die Eröffnung eines Strafverfahrens 
beantragt. In ersterem Fall wäre sie nicht zur Beschwerde legitimiert. 

Aus der Beschwerdeschrift und der Stellungnahme vom 21. Juni 2023 ergibt sich, dass die 
Beschwerdeführerin beantragt, dass Punkt 2 der Verfügung den Fakten entsprechend richtiggestellt 
wird. Dieser lautet wie folgt: «Vorliegend sind sich alle Beteiligten einig, dass B.________ nicht auf das 
Dach hätte steigen sollen und ihn insbesondere niemand angewiesen hatte dies zu tun. Vielmehr wurde dies 
aufgrund der mangelnde Sicherung der Baustelle abgelehnt und das Opfer wurde mit anderen Aufgaben 
beauftragt. Vorliegend kann nicht mehr nachvollzogen werden, was das Opfer dazu veranlasste, auf das Dach 
zu steigen, jedoch kann mit grosser Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden, dass er von einer Drittperson 
dazu aufgefordert wurde. Unter diesen Umständen kann auch die mangelnde Sicherung der Baustelle ausser 

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Acht gelassen werden, da das Opfer das Dach sowieso nicht hätte besteigen dürfen. Ein Einwirkung von 
Dritten kann ausgeschlossen werden.» 

Die Beschwerdeführerin bringt dagegen namentlich vor, dass ihr Ehemann den Auftrag erhalten 
hatte, Moos auf dem Dach zu entfernen. Es sei logisch, absehbar und voll nachvollziehbar gewesen, 
dass dieser Auftrag zur Folge hatte, dass ihr Ehemann aufs Dach steigen werde, um sich ein Bild 
der bevorstehenden Arbeiten und der nötigen Utensilien zu machen. Es habe kein Verbot bestan-
den, das Dach zu besteigen, und Informationen zur lebensbedrohlichen Einsturzgefahr des Daches 
und der zurzeit fehlenden Sicherung der Baustelle hätten gefehlt. Insbesondere für ihren Ehemann 
hätte kein Verbot gegolten, da er ja als Aushilfe auf dem Dach bestimmt gewesen sei und er bereits 
im Vorjahr der D.________ GmbH bei Dacharbeiten auf einem Nebengebäude ausgeholfen habe. 
Ihr Ehemann sei nicht selber schuld an seinem Tod. 

Die Beschwerdeführerin fordert demnach nicht bloss eine andere Begründung der Nichtanhandnah-
meverfügung, sondern rügt die Sachverhaltsfeststellung und die Subsumtion. Die Aussage, wonach 
sie keinen Schuldigen brauche, ist in diesem Kontext dahingehend zu verstehen, dass sie nicht 
darauf beharrt, dass zwingend eine Straftat vorliegt. Sie möchte jedoch, dass dies ordnungsgemäss 
überprüft wird. 

1.2.3. Die Beschwerdeführerin ist somit zu Beschwerde legitimiert. Auf die frist- und formgerechte 
Beschwerde ist demnach einzutreten.

1.3. Mit der Beschwerde können Rechtsverletzungen, die unvollständige oder unrichtige Feststel-
lung des Sachverhalts sowie Unangemessenheit gerügt werden (Art. 393 Abs. 2 StPO).

1.4. Die Beschwerde wird in einem schriftlichen Verfahren behandelt (Art. 397 Abs. 1 StPO). Die 
Strafkammer verfügt dabei grundsätzlich über volle Kognition (Art. 391 Abs. 1, Art. 393 Abs. 2 StPO).

2.

2.1. Nach Art. 309 Abs. 1 Bst. a StPO eröffnet die Staatsanwaltschaft eine Untersuchung, wenn 
sich aus den Informationen und Berichten der Polizei, aus der Strafanzeige oder aus ihren eigenen 
Feststellungen ein hinreichender Tatverdacht ergibt. Sie verzichtet auf die Eröffnung, wenn sie sofort 
eine Nichtanhandnahmeverfügung oder einen Strafbefehl erlässt (Art. 309 Abs. 4 StPO). Die Staats-
anwaltschaft verfügt nach Art. 310 Abs. 1 Bst. a StPO die Nichtanhandnahme, sobald aufgrund der 
Strafanzeige oder des Polizeirapports feststeht, dass die fraglichen Straftatbestände eindeutig nicht 
erfüllt sind. Die Frage, ob ein Strafverfahren über eine Nichtanhandnahme erledigt werden kann, 
beurteilt sich nach dem aus dem Legalitätsprinzip abgeleiteten Grundsatz „in dubio pro duriore“ (Art. 
5 Abs. 1 BV und Art. 2 Abs. 1 StPO i.V.m. Art. 310 Abs. 2, 319 Abs. 1 sowie Art. 324 Abs. 1 StPO). 
Eine Nichtanhandnahme darf nur in sachverhaltsmässig und rechtlich klaren Fällen ergehen. Es 
muss sicher feststehen, dass der Sachverhalt unter keinen Straftatbestand fällt. Der Grundsatz „in 
dubio pro duriore“ ist unter Würdigung der im Einzelfall gegebenen Umstände handzuhaben. Die 
Staatsanwaltschaft und die Beschwerdeinstanz verfügen insoweit über einen gewissen Spielraum. 
Im Zweifelsfall, wenn die Gründe der Nichtanhandnahme nicht mit absoluter Sicherheit gegeben 
sind, muss das Verfahren eröffnet werden. Eine Nichtanhandnahmeverfügung kann auch bei Fehlen 
eines zureichenden Verdachts erlassen werden. Mithin können die fraglichen Tatbestände als 
eindeutig nicht erfüllt erachtet werden, wenn gar nie ein Verdacht hätte geschöpft werden dürfen 
oder der zu Beginn der Strafverfolgung vorhandene Anfangsverdacht sich vollständig entkräftet hat. 
Dies ist beispielsweise der Fall bei einer unglaubhaften Strafanzeige, wenn sich keine deliktsrele-
vanten Anhaltspunkte feststellen liessen oder wenn das Opfer seine belastende Aussage im Laufe 

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des Ermittlungsverfahrens glaubhaft widerrief. Die Staatsanwaltschaft eröffnet hingegen eine Unter-
suchung, wenn sich aus den Informationen und Berichten der Polizei, aus der Strafanzeige oder aus 
ihren eigenen Feststellungen ein hinreichender Tatverdacht ergibt (Art. 309 Abs. 1 Bst. a StPO). Die 
zur Eröffnung einer Strafuntersuchung erforderlichen tatsächlichen Hinweise auf eine strafbare 
Handlung müssen erheblich und konkreter Natur sein. Blosse Gerüchte oder Vermutungen genügen 
nicht. Ebenso wenig darf ein Verfahren eingeleitet werden, um Verdacht schöpfen zu können. Der 
Anfangsverdacht soll eine plausible Tatsachengrundlage haben, aus der sich die konkrete Möglich-
keit der Begehung einer Straftat ergibt (u.a. BGE 138 IV 86 E. 4.1 ff.; 137 IV 285 E. 2.2 f.; Urteil 
BGer 6B_830/2013 vom 10. Dezember 2013 E. 1.4; je m.H.).

2.2. Gemäss Art. 117 StGB wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft, 
wer fahrlässig den Tod eines Menschen verursacht.

Wer bei der Leitung oder Ausführung eines Bauwerkes oder eines Abbruchs die anerkannten Regeln 
der Baukunde ausser Acht lässt und dadurch wissentlich Leib und Leben von Menschen gefährdet, 
wird gemäss Art. 229 StGB wegen Gefährdung durch Verletzung der Regeln der Baukunde bestraft; 
nach Abs. 2 der Bestimmung ist auch die fahrlässige Tatbegehung strafbar.

Wird neben der getöteten Person keine weitere Person gefährdet, so wird der Tatbestand von Art. 
229 Abs. 2 StGB durch den Tatbestand der fahrlässigen Tötung konsumiert (vgl. Urteil BGer 
6B_516/2009 vom 3. November 2009 E. 3.3.1 und 3.5; ROELLI, in Basler Kommentar, StGB, 4. Aufl. 
2019, Art. 229 N. 54). Die Frage, ob noch weitere Personen gefährdet wurden, braucht vorliegend 
nicht geklärt zu werden.

Fahrlässig handelt, wer die Folge seines Verhaltens aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit nicht 
bedenkt oder darauf nicht Rücksicht nimmt. Pflichtwidrig ist die Unvorsichtigkeit, wenn der Täter die 
Vorsicht nicht beachtet, zu der er nach den Umständen und nach seinen persönlichen Verhältnissen 
verpflichtet ist (Art. 12 Abs. 3 StGB). Das Mass der im Einzelfall zu beachtenden Sorgfalt richtet sich, 
wo besondere, der Unfallverhütung und der Sicherheit dienende Normen ein bestimmtes Verhalten 
gebieten, in erster Linie nach diesen Vorschriften (BGE 145 IV 154 E. 2.1; 143 IV 138 E. 2.1; 135 IV 
56 E. 2.1). Fehlen solche, kann sich der Vorwurf der Fahrlässigkeit auf allgemein anerkannte Verhal-
tensregeln privater oder halbprivater Vereinigungen (BGE 127 IV 62 E. 2d m.H.) oder auf allgemeine 
Rechtsgrundsätze wie den allgemeinen Gefahrensatz stützen (BGE 135 IV 56 E. 2.1). 

Grundvoraussetzung für das Bestehen einer Sorgfaltspflichtverletzung und mithin für die Fahrlässig-
keitshaftung bildet die Vorhersehbarkeit des Erfolgs. Die zum Erfolg führenden Geschehensabläufe 
müssen für den konkreten Täter mindestens in ihren wesentlichen Zügen voraussehbar sein. 
Zunächst ist zu fragen, ob der Täter eine Gefährdung der Rechtsgüter des Opfers hätte voraussehen 
bzw. erkennen können und müssen. Für die Beantwortung dieser Frage gilt der Massstab der 
Adäquanz. Danach muss das Verhalten geeignet sein, nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und 
der allgemeinen Lebenserfahrung einen Erfolg wie den eingetretenen herbeizuführen oder mindes-
tens wesentlich zu begünstigen (BGE 142 IV 237 E. 1.5.2; 138 IV 57 E. 4.1.3; 135 IV 56 E. 2.1 m.H.). 
Die Adäquanz ist zu verneinen, wenn ganz aussergewöhnliche Umstände, wie das Mitverschulden 
des Opfers bzw. eines Dritten oder Material- oder Konstruktionsfehler, als Mitursache hinzutreten, 
mit denen schlechthin nicht gerechnet werden musste und die derart schwer wiegen, dass sie als 
wahrscheinlichste und unmittelbarste Ursache des Erfolgs erscheinen und so alle anderen mitver-
ursachenden Faktoren - namentlich das Verhalten der beschuldigten Person - in den Hintergrund 
drängen (BGE 135 IV 56 E. 2.1 m.H.). Das Verhalten eines Dritten vermag den Kausalzusammen-

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hang nur zu unterbrechen, wenn diese Zusatzursache derart ausserhalb des normalen Geschehens 
liegt, derart unsinnig ist, dass damit nicht zu rechnen war (BGE 142 IV 237 E. 1.5.2).

Eine Straftat kann auch durch pflichtwidriges Unterlassen (Art. 11 StGB) begangen werden. Voraus-
setzung ist in diesem Fall eine Rechtspflicht zur Vornahme der unterlassenen Handlung (Garanten-
stellung) sowie die Möglichkeit, diese Handlung vorzunehmen. Ein sog. unechtes Unterlassungsde-
likt liegt vor, wenn im Gesetz wenigstens die Herbeiführung des Erfolgs durch Tun ausdrücklich mit 
Strafe bedroht wird, der Beschuldigte durch sein Tun den Erfolg tatsächlich hätte abwenden können 
(Vermeidbarkeit des Erfolgseintritts) und infolge seiner Garantenstellung dazu auch verpflichtet war, 
sodass die Unterlassung der Erfolgsherbeiführung durch aktives Tun als gleichwertig erscheint. Für 
die Annahme einer Garantenstellung genügt nicht jede, sondern nur eine qualifizierte Rechtspflicht 
(BGE 141 IV 249 E. 1.1 m.H.). Für die Frage der Vermeidbarkeit wird ein hypothetischer Kausalver-
lauf untersucht und geprüft, ob der Erfolg bei pflichtgemässem Verhalten des Täters ausgeblieben 
wäre. Für die Zurechnung des Erfolgs genügt, wenn das Verhalten des Täters mindestens mit einem 
hohen Grad an Wahrscheinlichkeit die Ursache des Erfolgs bildete (BGE 140 II 7 E. 3.4; 135 IV 56 
E. 2.1 m.H.; Urteil BGer 6B_1209/2020 vom 26. Oktober 2021 E. 2.4.2).

Die mit der Leitung und Ausführung eines Bauwerks betrauten Personen sind dafür verantwortlich, 
dass in ihrem Bereich die Regeln der Baukunde eingehalten werden. Sie können aber nicht für 
sämtliche Missachtungen von Vorschriften auf einer Baustelle strafrechtlich zur Verantwortung gezo-
gen werden, sondern es ist in jedem Einzelfall abzuklären, wie weit der Aufgabenkreis und somit der 
Verantwortungsbereich der Beteiligten reichen. Dies bestimmt sich aufgrund gesetzlicher Vorschrif-
ten, vertraglicher Abmachungen oder der ausgeübten Funktionen sowie nach den jeweiligen konkre-
ten Umständen. Die Pflichten zum Schutz der Arbeitnehmer am Arbeitsplatz bzw. zur Unfallverhü-
tung ergeben sich unter anderem aus Art. 328 Abs. 2 OR, Art. 82 des Bundesgesetzes vom 20. März 
1981 über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) sowie der Verordnung vom 19. Dezember 1983 
über die Verhütung von Unfällen und Berufskrankheiten (VUV; SR 832.30). Darüber hinaus sind die 
gestützt auf Art. 83 UVG erlassenen Ausführungsvorschriften des Bundesrates und die übrigen 
Richtlinien zu beachten, welche die Pflicht des Arbeitgebers konkretisieren und für einzelne Arbeits-
bereiche mit erhöhtem Gefahrenpotenzial zum Teil besonders umschreiben. Wird gegen eine solche 
Vorschrift verstossen, liegt darin zugleich ein Indiz für die Missachtung der Sorgfaltspflicht im Sinne 
von Art. 12 Abs. 3 StGB (BGE 114 IV 173 E. 2a; Urteile BGer 6B_435/2015 vom 16. Dezember 2015 
E. 5.1.1; 6B_516/2009 vom 3. November 2009 E. 3.3.2). Für die auf dem Bau zu beachtenden 
Sicherheitsvorschriften ist die Verordnung vom 18. Juni 2021 über die Sicherheit und den Gesund-
heitsschutz der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bei Bauarbeiten (Bauarbeitenverordnung, 
BauAV; SR 832.311.141) massgebend (Urteil BGer 6B_217/2022 vom 15. August 2022 E. 2.3 m.H.). 
Diese sieht namentlich das Folgende vor: Der Arbeitgeber, der Bauarbeiten ausführt, hat dafür zu 
sorgen, dass geeignete Materialien, Installationen und Geräte in genügender Menge und rechtzeitig 
zur Verfügung stehen. Sie müssen sich in betriebssicherem Zustand befinden und den Anforderun-
gen der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes entsprechen (Art. 3 Abs. 8 BauAV). Der 
Arbeitgeber muss auf jeder Baustelle eine Person bezeichnen, die für die Arbeitssicherheit und den 
Gesundheitsschutz zuständig ist; diese Person muss den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern 
entsprechende Weisungen erteilen können (Art. 5 Abs. 1 BauAV). Wer durch sein Verhalten oder 
seinen Zustand sich selbst oder andere gefährdet, ist von der Baustelle wegzuweisen (Art. 5 Abs. 2 
BauAV). Bei nicht durchbruchsicheren Flächen, Bauteilen und Abdeckungen sind Abschrankungen 
anzubringen oder andere Massnahmen zu treffen, damit sie nicht versehentlich begangen werden. 
Nötigenfalls sind sie mit tragfähigen Abdeckungen oder Laufstegen zu überbrücken (Art. 12 Abs. 1 
BauAV). An den Zugängen zu nicht durchbruchsicheren Flächen sind Anschlagtafeln anzubringen, 

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mit denen die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in ihnen verständlichen Sprachen oder Symbo-
len darauf hingewiesen werden, dass das Betreten der Fläche verboten ist (Art. 12 Abs. 3 BauAV). 
Vor Beginn der Arbeiten muss der Arbeitgeber abklären, ob die Dachflächen durchbruchsicher sind. 
Kann nicht nachgewiesen werden, dass die Dachflächen durchbruchsicher sind, so gelten sie als 
nicht durchbruchsichere Dachflächen (Art. 44 Abs. 1 und 2 BauAV). Beträgt die Öffnung zwischen 
dem Belag des Spenglergangs und der Fassade mehr als 30 cm, so sind Massnahmen zu treffen, 
die Abstürze durch diese Öffnung verhindern (Art. 43 BauAV).

Aus der Bauarbeitenverordnung lässt sich keine Garantenstellung des bauleitenden Architekten 
gegenüber Personen, die nicht Arbeitnehmer sind und nicht in einem Subordinationsverhältnis 
stehen, ableiten. Dies bedeutet allerdings nicht, dass die Bauleitung die genannten Vorschriften 
nicht beachten muss (Urteil BGer 6B_1016/2009 vom 11. Februar 2010 E. 3.2 m.H.). Wer einen 
gefährlichen Zustand schafft, ist nach ständiger Rechtsprechung verpflichtet, die durch die Umstän-
de gebotenen Vorsichtsmassnahmen zu treffen (BGE 134 IV 255 E. 4.2.2 m.H.). Demnach muss ein 
Bauleiter, der eine Gefahr für Leib und Leben anderer setzt, alle notwendigen Massnahmen zur 
Verhinderung einer Schädigung vorkehren. Ob die gefährdeten Personen in einem rechtlichen 
Subordinationsverhältnis zu ihm stehen, spielt dabei keine Rolle. Die gleiche Verpflichtung besteht 
gegenüber unbeteiligten Dritten (BGE 101 IV 28 E. 2b; Urteil BGer 6B_885/2013 vom 24. März 2014 
E. 2.6).

Der Arbeitgeber sorgt dafür, dass alle in seinem Betrieb beschäftigten Arbeitnehmer, einschliesslich 
der dort tätigen Arbeitnehmer eines anderen Betriebes, ausreichend und angemessen informiert und 
angeleitet werden über die bei ihren Tätigkeiten auftretenden Gefahren sowie über die Massnahmen 
der Arbeitssicherheit. Diese Information und Anleitung haben im Zeitpunkt des Stellenantritts und 
bei jeder wesentlichen Änderung der Arbeitsbedingungen zu erfolgen und sind nötigenfalls zu 
wiederholen (Art. 6 Abs. 1 VUV). Soweit an einem Arbeitsplatz Arbeitnehmende mehrerer Betriebe 
tätig sind, haben deren Arbeitgeber gestützt auf Art. 9 Abs. 1 VUV die zur Wahrung der Arbeitssi-
cherheit erforderlichen Absprachen zu treffen und die notwendigen Massnahmen anzuordnen. Sie 
haben sich gegenseitig und ihre jeweiligen Arbeitnehmenden über die Gefahren und die Massnah-
men zu deren Behebung zu informieren. Aus dieser Bestimmung lässt sich eine Pflicht der Arbeit-
geberinnen und Arbeitgeber ableiten, auch für die Arbeitssicherheit von Beschäftigten anderer 
Unternehmen besorgt zu sein (Urteil BGer 6B_47/2021 vom 22. März 2023 E. 5.1.2 m.H.).

Nach der Rechtsprechung ist bei Delikten, die in Unternehmen begangen werden, die strafrechtliche 
Verantwortlichkeit nach deren Organisationsstruktur zu bestimmen. Mitarbeitenden kommt eine 
Garantenstellung nur im Rahmen ihres Aufgabenbereichs und nur insoweit zu, als ihnen auch die 
entsprechenden Entscheidkompetenzen delegiert sind. Entscheidend ist die tatsächliche Herrschaft 
über und die Verantwortung für die Gefahrenquelle. Die Rechtsprechung geht in der Regel davon 
aus, dass jeder nur im Rahmen seiner Aufgaben und Kompetenzen strafrechtlich für die Nichterfül-
lung einer Handlung haftet. Weil arbeitsteilige Produktionsbetriebe das Zusammenwirken vieler 
Personen koordinieren müssen, kann dort auch der Vertrauensgrundsatz Bedeutung erlangen. Ihm 
kommt dann die Funktion einer Begrenzung der Vorsichtspflicht insofern zu, als jeder Beteiligte 
grundsätzlich darauf vertrauen darf, dass jeder andere sich pflichtgemäss verhalten wird, sofern 
nicht besondere Umstände das Gegenteil erkennen lassen. Wer jedoch eine spezifische Kontrollver-
antwortung innehat, muss mit Fehlern rechnen. Der Vertrauensgrundsatz greift aber von vornherein 
nicht, wenn die fraglichen Sorgfaltspflichten gerade auf die Überwachung, Kontrolle oder Beaufsich-
tigung des Verhaltens anderer Personen gerichtet sind, mithin gerade deren Fehlverhalten entge-
genwirken sollen (Urteil BGer 6B_47/2021 vom 22. März 2023 E. 5.1.3 m.H.).

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Die Unterscheidung verschiedener Verantwortlichkeitsbereiche ist eine Folge der beim Bau unum-
gänglichen Arbeitsteilung, wobei sich die einzelnen Tätigkeiten häufig nicht scharf voneinander 
abgrenzen lassen, so dass die strafrechtliche Verantwortung oft mehrere Personen gleichzeitig trifft. 
Eine Entlastung mit dem Hinweis auf die gleichartige Untätigkeit eines andern ist nicht möglich 
(Urteile BGer 6B_145/2015 vom 29. Januar 2016 E. 2.1.1; 6B_516/2009 vom 3. November 2009 
E. 3.3.1; je m.H.).

2.3. Vorliegend war gemäss seinen eigenen Aussagen J.________ seitens der D.________ 
GmbH für die Koordination, Überwachung und Durchführung der Arbeiten sowie für die Arbeitssi-
cherheit und den Gesundheitsschutz zuständig (Einvernahmeprotokoll vom 10.11.2022, Zeilen 96 
f., 147 ff.; act. 2009, 2011).

Gemäss dem technischen Bericht der Kantonspolizei waren die Platten, aus welchen das Dach 
bestand, nicht bruchfest und es war daher nicht möglich, ohne zusätzliche Sicherungsmittel darauf 
zu gehen. An der Nordostseite war ein 4-stöckiges Gerüst installiert. Während der technischen 
Aufnahme durch den Inspektor des KTK und in Anwesenheit der SUVA wurden Mängel beim Schutz 
gegen Absturz sowie bei der Montage dieses Gerüsts festgestellt. Ein entsprechender Bericht wird 
durch die Intervenierenden der SUVA erstellt und an die Staatsanwaltschaft zugestellt (act. 2002). 
Dieser Bericht befindet sich (noch) nicht in den Akten. Auch J.________ äusserte sich dahingehend, 
dass die Baustelle ungenügend gesichert war. So seien im Prinzip er und die C.________ AG zum 
Schluss gekommen, dass das Eternit bruchfest sei. 100% Sicherheit habe man aber nie bei 
20-jährigem Eternit. Grundsätzlich gelte Eternit an und für sich als bruchfest. Aber bei altem Eternit 
könne man nie sicher sein, daher solle man immer auf den Balken laufen (Einvernahmeprotokoll 
vom 10.11.2022, Zeilen 151 ff.; act. 2011). Der Zugang zu den Etagen sei nicht gesperrt gewesen 
und bei den entsprechenden Elementen, in welchen sich die Treppe befinde, sei auch keine Absturz-
sicherung vorhanden gewesen. Diese wäre zu einem späteren Zeitpunkt geplant gewesen. Sie 
hätten Fangnetze bestellt, welche zwischen der Spenglerbrücke und der Fassade hätten montiert 
werden sollen. Die Fangnetze seien jedoch zum Zeitpunkt des Unfalls noch nicht eingetroffen gewe-
sen (Einvernahmeprotokoll vom 10.11.2022, Zeilen 166 ff.; act. 2012). Die Baustelle sei nicht genü-
gend gesichert gewesen, um sich auf das Dach zu begeben (Einvernahmeprotokoll vom 10.11.2022, 
Zeilen 205 f.; act. 2013).

Aufgrund der Akten ist somit derzeit davon auszugehen, dass die Baustelle mangelhaft gesichert 
war. Unbehelflich ist, dass eine weitergehende Sicherung geplant war, da die Baustelle von Anfang 
an zu sichern ist und namentlich das notwendige Sicherungsmaterial vorhanden sein muss (vgl. Art. 
3 Abs. 8 BauAV). Auch die Staatsanwaltschaft ging in der angefochtenen Verfügung davon aus, 
dass die Baustelle ungenügend gesichert war. Sie ist jedoch der Ansicht, dass dies unbeachtlich 
sei, da das Opfer das Dach nicht hätte besteigen dürfen. Dem kann nicht gefolgt werden. Ausschlag-
gebend ist vorliegend nicht, ob das Opfer das Dach hätte besteigen dürfen, sondern ob dies vorher-
sehbar war. 

Hierzu sagte J.________ anlässlich der ersten Einvernahme vom 7. November 2022 das Folgende 
aus (Zeilen 11 ff.; act. 2021): «Während der Pause ist ein Mitarbeit[er] der Firma C.________ (I.________]) 
zur mir gekommen und hat mich gefragt, ob sie schon aufs Dach rauf können um das Moos auf dem Unterdach 
zu putzen. Ich habe ihm gesagt, dass noch niemand aufs Dach darf, da wir noch Sicherungsarbeiten 
vornehmen mussten und es noch nichts bringt. Ich präzisiere, dass ich ihm nicht verboten habe aufs Dach zu 
gehen, ich habe ihm gesagt, es bringt nichts im Moment und damit war für mich klar, das[s] niemand rauf aufs 
Dach geht».

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J.________ wusste demnach, dass Mitarbeiter der C.________ AG aufs Dach wollten und scheint 
sie dennoch nicht über die mangelnde Sicherung informiert zu haben, obwohl eine Pflicht zur gegen-
seitigen Information besteht (Art. 6 Abs. 1 und Art. 9 Abs. 1 VUV). Die Aussage, dass es im Moment 
nichts bringt, auf das Dach zu steigen, ist unpräzise und erscheint nicht geeignet, eine Person davon 
abzuhalten, auf das Dach zu steigen. Darüber hinaus ist festzuhalten, dass J.________ das Opfer 
auf dem Dach herumlaufen gesehen hat. Dennoch hat ihm seines Wissens niemand von der 
D.________ GmbH gesagt, dass er vom Dach runterkommen soll (Einvernahmeprotokoll vom 
10.11.2022, Zeilen 49 f. und 201 ff.; act. 2008, 2013). Es besteht jedoch auch eine Pflicht, von der 
Baustelle wegzuweisen, wer sich selber gefährdet (vgl. Art. 5 Abs. 2 BauAV).

Das Opfer erhielt seinerseits die Aufgabe, das Moos, welches bei den Arbeiten allenfalls ins Unter-
dach fallen würde, zu gegebenen Zeitpunkt in Zusammenarbeit mit der D.________ GmbH rauszu-
putzen. Die Vorgesetzten gingen davon aus, dass er dies zu einem späteren Zeitpunkt tun würde, 
scheinen ihm jedoch kein Verbot, auf das Dach zu steigen, erteilt zu haben. Sein direkter Vorgesetz-
ter, I.________, nimmt an, dass er auf dem Dach war, um sich ein Bild zu machen, da er ja Hauswart 
war (Einvernahmeprotokolle von E.________ sel. und I.________ vom 7.11.2022, Zeilen 7 ff., 20 f., 
17 ff., 31 f.; act. 2025, 2028 f.). Auch seitens der C.________ AG scheinen demnach keine Siche-
rungsmassnahmen getroffen worden zu sein, obwohl sie dem Opfer den Auftrag erteilt hatten, allen-
falls auf dem Dach auszuhelfen, was er angeblich bereits im Vorjahr getan hat. Es erschien ausser-
dem auch nicht komplett abwegig, dass er gleichentags auf das Dach stieg, um sich als Hauswart 
ein Bild zu machen, auch wenn er an diesem Tag noch mit anderen Arbeiten beauftragt war. Wie 
weit die Sorgfaltspflicht der Verantwortlichen der C.________ AG ging, braucht vorliegend nicht 
abschliessend geklärt zu werden. So oder anders kann aufgrund der Akten nicht von einer klaren 
Straflosigkeit ausgegangen werden. 

Die Beschwerde ist demnach gutzuheissen, die Nichtanhandnahmeverfügung vom 16. Mai 2023 
aufzuheben und die Angelegenheit an die Staatsanwaltschaft zurückzuweisen.

3.

Nach Art. 428 Abs. 1 StPO tragen die Parteien die Kosten des Rechtsmittelverfahrens nach Massga-
be ihres Obsiegens oder Unterliegens. Vorliegend wird die Beschwerde gutgeheissen. Die Verfah-
renskosten in Höhe von CHF 500.- (Gebühr: CHF 400.-; Auslagen: CHF 100.-) werden demnach 
dem Staat Freiburg auferlegt. Es wird keine Parteientschädigung gesprochen.

(Dispositiv auf der nächsten Seite)

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Die Kammer erkennt:

I. Die Beschwerde wird gutgeheissen.

Die Nichtanhandnahmeverfügung vom 16. März 2023 wird aufgehoben und die Angelegenheit 
an die Staatsanwaltschaft zurückgewiesen.

II. Die Verfahrenskosten in der Höhe von CHF 500.- (Gebühr: CHF 400.-, Auslagen: CHF 100.-) 
werden dem Staat Freiburg auferlegt.

III. Es wird keine Parteientschädigung gesprochen.

IV. Zustellung.

Dieses Urteil kann innert 30 Tagen nach seiner Eröffnung mit Beschwerde in Strafsachen beim 
Bundesgericht angefochten werden. Das Beschwerderecht und die übrigen Zulässigkeitsvorausset-
zungen sind in den Art. 78–81 und 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht vom 17. Juni 
2005 (BGG) geregelt. Die begründete Beschwerdeschrift ist beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 
14, einzureichen.

Freiburg, 8. August 2023/sig

Der Präsident Die Gerichtsschreiberin-Berichterstatterin