# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e22e82c0-729b-5e7c-ba3d-846a679d53c7
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-03-17
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 17.03.2010 C-7612/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-7612-2008_2010-03-17.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-7612/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 7 .  M ä r z  2 0 1 0

Richterin Ruth Beutler (Vorsitz), 
Richter Andreas Trommer, Richter Blaise Vuille, 
Gerichtsschreiberin Viviane Eggenberger.

X._______,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Einreisebewilligung für Y._______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-7612/2008

Sachverhalt:

A.
Am  7. August  2008  beantragte  die  eritreische  Staatsangehörige 
Y._______  (geboren  1981;  nachfolgend:  Gesuchstellerin)  bei  der 
Schweizer  Vertretung  in  Khartum  (Sudan)  ein  Visum  für  einen  ein-
monatigen Besuchsaufenthalt  bei  ihrem im Kanton Basel-Landschaft 
lebenden  Bruder  X._______  (nachfolgend:  Gastgeber  bzw.  Be-
schwerdeführer).  Nach  formloser  Verweigerung  des  Visums  über-
mittelte die Auslandvertretung das Gesuch zur Prüfung und zum Ent-
scheid an die Vorinstanz.

B.
Nachdem das Amt für Migration des Kantons  Basel-Landschaft beim 
Gastgeber  weitere  Abklärungen  hinsichtlich  des  beabsichtigten  Be-
suchsaufenthalts vorgenommen hatte, wies die Vorinstanz das Gesuch 
um Bewilligung der Einreise mit Verfügung vom 30. Oktober 2008 ab. 
Zur Begründung führte sie im Wesentlichen aus, eine Einreisebewilli-
gung  sei  insbesondere  dann  zu  verweigern,  wenn  die  anstandslose 
und fristgerechte  Wiederausreise  der  gesuchstellenden  Person  nicht 
als gesichert angesehen werden könne, sei es als Folge der in ihrem 
Ursprungsland herrschenden politischen oder sozioökonomischen Ver-
hältnisse oder aufgrund ihrer persönlichen Situation. Aufgrund der poli-
tischen, wirtschaftlichen und soziokulturellen Lage in Eritrea sei dies 
vorliegend der Fall. Der Gesuchstellerin würden in ihrem Herkunftsland 
zudem  weder  zwingende  berufliche  oder  gesellschaftliche  Verpflich-
tungen noch familiäre  Verantwortlichkeiten  obliegen,  welche für  eine 
fristgerechte Wiederausreise Gewähr bieten könnten.

C.
Gegen diese Verfügung erhob der Gastgeber am 27. November 2008 
beim Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  mit  dem sinngemässen 
Antrag auf Aufhebung der Verfügung und auf Erteilung der Einreisebe-
willigung an die Gesuchstellerin. Als Begründung bringt er im Wesentli-
chen vor, seine Schwester betreue in ihrem Herkunftsland alleine ihren 
seit 12 Jahren verwitweten, 84-jährigen Vater, welcher konstanter Pfle-
ge bedürfe. Zudem leite sie dessen Lebensmittelgeschäft  in Asmara. 
Er – der Beschwerdeführer – habe seine Schwester nicht mehr gese-
hen, seit er Eritrea im Jahre 1988 verlassen habe. Für ihre anstands-
lose und fristgerechte Wiederausreise nach ihrem Besuchsaufenthalt 
garantiere er.

Seite 2

C-7612/2008

D.
In ihrer Vernehmlassung vom 20. Januar 2009 spricht sich die Vorin-
stanz unter Erläuterung der bereits erwähnten Gründe für die Abwei-
sung der Beschwerde aus. Eritrea gehöre aufgrund der kriegerischen 
Auseinandersetzungen  mit  Äthiopien  sowie  der  mehrjährigen  Dürre-
perioden  zu  den  ärmsten  Ländern  der  Welt.  Aufgrund  dieser 
wirtschaftlichen Verhältnisse sowie der politischen Lage erweise sich 
der Zuwanderungsdruck aus diesem Land als  konstant  hoch. In  An-
betracht  dessen,  dass  es  sich  bei  der  Gesuchstellenden  um  eine 
junge,  unverheiratete  und  kinderlose  Frau  handle,  welcher  in  ihrem 
Herkunftsland  keinerlei  besondere  Verpflichtungen  oblägen,  könne 
vorliegend  von  dieser  generellen  Einschätzung  nicht  abgewichen 
werden.

E.
Die mit verfahrensleitender Anordnung vom 22. Januar 2009 gesetzte 
Frist  zur  Einreichung einer  Replik  liess  der  Beschwerdeführer  unge-
nutzt verstreichen.

F.
Auf den weiteren Akteninhalt wird – soweit entscheiderheblich – in den 
Erwägungen eingegangen. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht unter 
Vorbehalt der in Art. 32 VGG genannten Ausnahmen Beschwerden ge-
gen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 
1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), welche von 
einer in Art. 33 VGG aufgeführten Behörde erlassen wurden. Darunter 
fallen u.a. Verfügungen des BFM betreffend Verweigerung der Einrei-
sebewilligung.  Das  Bundesverwaltungsgericht  entscheidet  in  diesem 
Bereich  endgültig  (Art. 83  Bst. c  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes 
vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Sofern  das  Verwaltungsgerichtsgesetz  nichts  anderes  bestimmt, 
richtet  sich  das  Verfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  nach 
dem VwVG (Art. 37 VGG).

Seite 3

C-7612/2008

1.3 Der Beschwerdeführer  ist  gemäss Art. 48 Abs. 1 VwVG zur  Be-
schwerde berechtigt. Auf  die frist-  und formgerecht  eingereichte  Be-
schwerde ist einzutreten (Art. 50 - 52 VwVG).

2.
Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung 
von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des 
Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechts-
erheblichen Sachverhaltes und – sofern nicht eine kantonale Behörde 
als  Beschwerdeinstanz  verfügt  hat –  die  Unangemessenheit  gerügt 
werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Be-
schwerdeverfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist ge-
mäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begründung der Begehren nicht ge-
bunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den geltend 
gemachten  Gründen  gutheissen  oder  abweisen.  Massgebend  ist 
grundsätzlich  die  Rechts-  und  Sachlage  zum  Zeitpunkt  seines  Ent-
scheides (vgl. E. 1.2 des in BGE 129 II 215 teilweise publizierten Ur-
teils 2A.451/2002 vom 28. März 2003).

3.
Das  schweizerische  Ausländerrecht  kennt  weder  ein  allgemeines 
Recht auf Einreise noch gewährt es einen besonderen Anspruch auf 
Erteilung eines Visums. Die Schweiz ist daher – wie alle anderen Staa-
ten auch – grundsätzlich nicht gehalten, Ausländerinnen und Auslän-
dern  die  Einreise  zu  gestatten.  Vorbehältlich  völkerrechtlicher  Ver-
pflichtungen  handelt  es  sich  dabei  um  einen  autonomen  Entscheid 
(vgl. Botschaft zum Bundesgesetz über Ausländerinnen und Ausländer 
vom 8. März 2002, BBl 2002 3774; BGE 133 I 185 E. 2.3 S. 189).

4.
Verfahren, die bei Inkrafttreten der Verordnung vom 22. Oktober 2008 
über  die  Einreise  und  die  Visumerteilung  (VEV,  SR  142.204)  am 
12. Dezember 2008 (dem Datum auch des Inkrafttretens des Abkom-
mens vom 26. Oktober 2004 zwischen der Schweizerischen Eidgenos-
senschaft,  der  Europäischen  Union  und  der  Europäischen  Gemein-
schaft über die Assoziierung dieses Staates bei der Umsetzung, An-
wendung  und  Entwicklung  des  Schengen-Besitzstands  [SAA,  SR 
0.360.268.1])  hängig sind,  werden gemäss Art. 57 VEV nach neuem 
Recht fortgeführt (und damit insbesondere nach dem übergeordneten 
Schengen-Recht).

Seite 4

C-7612/2008

5.
5.1 Zur  Einreise  in  den  Schengen-Raum  für  einen  Aufenthalt  von 
höchstens drei Monaten benötigen sogenannte Drittstaatsangehörige, 
d.h. Bürger  eines nicht  zu diesem Raum gehörigen Staates (vgl. zu 
den Schengen-Assoziierungsabkommen Anhang 1  Ziffer  1  des  Bun-
desgesetzes  vom  16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.2]), gültige Reisedokumente, die zum Grenz-
übertritt berechtigen, und ein Visum, sofern dieses erforderlich ist (vgl. 
Art. 2 Abs. 1 VEV i.V.m. Art. 5 Abs. 1 Bst. a und b der Verordnung [EG] 
Nr. 562/2006  des  Europäischen  Parlaments  und  des  Rates  vom 
15. März 2006 über einen Gemeinschaftskodex für das Überschreiten 
der  Grenzen durch Personen [nachfolgend: Schengener  Grenzkodex 
bzw. SGK, ABl. L 105 vom 13.04.2006, S. 1-32]; vgl. auch Art. 5 Abs. 1 
Bst. a AuG). Im Weiteren müssen sie den Zweck und die Umstände ih-
res beabsichtigten Aufenthalts belegen und hierfür über ausreichende 
finanzielle  Mittel  verfügen (Art. 5 Abs. 1 Bst. c SGK; vgl. auch Art. 5 
Abs. 1 Bst. b AuG). Sie dürfen zudem nicht im Schengener Informati-
onssystem (SIS)  zur  Einreiseverweigerung  ausgeschrieben  sein  und 
keine Gefahr für die öffentliche Ordnung, die innere Sicherheit, die öf-
fentliche Gesundheit oder die internationalen Beziehungen eines Mit-
gliedstaats darstellen (Art. 5 Abs. 1 Bst. d und e SGK; vgl. auch Art. 5 
Abs. 1 Bst. c AuG). 

5.2 Ist nur ein vorübergehender Aufenthalt vorgesehen, verlangt Art. 5 
Abs. 2 AuG, dass die Wiederausreise gesichert  ist. Damit wird keine 
zusätzliche, lediglich im nationalen Recht  verankerte Einreisevoraus-
setzung aufgestellt. Vielmehr handelt  es sich dabei um dieselbe Fra-
gestellung  wie  bei  der  nach  Art. 5  Abs. 1  Bst. c  SGK erforderlichen 
Überprüfung des Aufenthaltszwecks. Die  Angabe des vorübergehen-
den Aufenthaltszwecks stellt  nämlich zugleich eine Absichtserklärung 
dar,  nach  Erfüllung  dieses  Zwecks  wieder  auszureisen.  So  verlangt 
insbesondere die Gemeinsame Konsularische Instruktion an die diplo-
matischen  Missionen  und  die  konsularischen  Vertretungen,  die  von 
Berufskonsularbeamten  geleitet  werden  (GKI,  ABl.  C  326  vom 
22.12.2005,  S. 1–149),  im  Zusammenhang  mit  dem  Entscheid  über 
den Visumsantrag eine Einschätzung des Migrationsrisikos (vgl. ABl. 
C 326,  S. 10).  Im  Zusammenhang  mit  der  Überprüfung  des  Aufent-
haltszwecks kann daher an die bisherige Praxis und Rechtsprechung 
bezüglich  des Merkmals  der  gesicherten Wiederausreise  angeknüpft 
werden (vgl. hierzu BVGE 2009/27 E. 5.2 und E. 5.3).

Seite 5

C-7612/2008

6.
Der  Anhang I  zur  Verordnung  (EG)  Nr. 539/2001  des  Rates  vom 
15. März 2001 (ABl. L 81 vom 21.03.2001, S. 1–7) enthält eine Auflis-
tung derjenigen Staaten, deren Staatsangehörige beim Überschreiten 
der Aussengrenzen der Schengen-Mitgliedstaaten im Besitz eines Vi-
sums sein müssen. Eritrea findet sich in diesem Anhang, weshalb die 
Gesuchstellerin der Visumspflicht unterliegt.

7.
7.1 Gilt es zu beurteilen, ob das Kriterium der gesicherten Wiederaus-
reise erfüllt ist, muss ein zukünftiges Verhalten beurteilt werden. Dazu 
lassen sich in der Regel keine gesicherten Feststellungen, sondern le-
diglich Prognosen machen. Dabei sind sämtliche Umstände des Ein-
zelfalles zu würdigen.

Anhaltspunkte zur Beurteilung der fristgerechten Wiederausreise kön-
nen sich aus der allgemeinen Lage im Herkunfts- oder Heimatland der 
gesuchstellenden Person ergeben. Stammt sie aus einem Land oder 
einer Region mit politisch oder wirtschaftlich vergleichsweise ungünsti-
gen Verhältnissen, so kann dies darauf hindeuten, dass ihre persönli-
che Interessenlage nicht mit dem Ziel und Zweck einer zeitlich befris-
teten Einreisebewilligung im Einklang steht.

7.2 Eritrea gehört  mit einem Bruttoinlandprodukt (BIP) von USD 279 
pro Kopf der Bevölkerung im Jahre 2008 zu den ärmsten Ländern der 
Welt. Im Human Development Index des Entwicklungsprogramms der 
Vereinten Nationen figuriert es unter 182 Staaten auf dem 165. Rang 
(Quelle: Human Development  Report  2009 S. 145,  im Internet  unter 
www.undp.org > Human Development Reports > Human Development 
Report  2009, besucht am 15. März 2010). Der Grenzkrieg mit  Äthio-
pien in den Jahren 1998 bis 2000, wiederkehrende Dürreperioden so-
wie die auf zentrale Planung und Lenkung ausgerichtete Wirtschafts-
politik haben der eritreischen Volkswirtschaft schweren Schaden zuge-
fügt.  Die  Inflationsrate  betrug  im  Jahre  2008  mindestens  11%. Auf-
grund einer nach dem Wehrdienst abzuleistenden nationalen Dienst-
pflicht steht zudem ein beträchtlicher Teil der Bevölkerung für den Auf-
bau des Landes nur eingeschränkt zur Verfügung. Weit  mehr als die 
Hälfte der Einwohner (die Angaben gehen bis zu 80 %) leben von der 
– klimabedingt –  mit  Unsicherheiten  behafteten  bzw.  ertragsarmen 
Agrarwirtschaft. Auch in  den günstigsten Jahren war  Eritrea  nicht  in 
der Lage, mehr als 60 % der für die Ernährung der Bevölkerung be-

Seite 6

C-7612/2008

nötigten  Nahrungsmittel  selbst  zu  produzieren.  Die  eritreische 
Diaspora erweist sich als dementsprechend gross und ist nach wie vor 
im Zunehmen begriffen (Quellen [zum Ganzen]: Weltbank, im Internet 
unter www.worldbank.org > Countries > Eritrea > Overview > Country 
Brief [Stand: September 2009], Deutsches Auswärtiges Amt, im Inter-
net unter www.auswaertiges-amt.de > Länder, Reisen und Sicherheit > 
Eritrea  > Wirtschaft  [Stand: Oktober 2009] sowie  U.S. Department of 
State, im Internet unter www.state.gov/countries > Background Notes 
> Eritrea [Stand: Februar 2010], alle besucht am 15. März 2010).

Die Tendenz zur Auswanderung zeigt sich erfahrungsgemäss beson-
ders stark bei jüngeren und ungebundenen Personen. Ein im Ausland 
bereits bestehendes, minimales soziales Beziehungsnetz (Verwandte 
oder  Freunde)  ist  zudem ein  wichtiges  Element,  das  den  Entscheid 
auszuwandern erleichtern kann. Im Falle der Schweiz führt dies ange-
sichts der restriktiven Zulassungsregelung nicht selten zur Umgehung 
ausländerrechtlicher  Bestimmungen. Dabei  geht  es  nicht  etwa allein 
um die Einreichung von Asylgesuchen nach erfolgter Einreise, sondern 
es  wird  oftmals  versucht,  den  Aufenthalt  zu  verlängern  oder  – bei-
spielsweise  durch  Ausbildung  oder  Heirat –  auf  eine  andere  aus-
länderrechtliche Grundlage zu stellen.

8.
Die  geschilderten  Umstände  im  Herkunftsland  der  Gesuchstellerin 
deuten zwar auf ein latentes Risiko einer nicht fristgerechten Wieder-
ausreise hin. Bei der Analyse des Migrationsrisikos sind jedoch nicht 
nur solch allgemeine Umstände und Erfahrungen, sondern auch sämt-
liche  Gesichtspunkte  des  konkreten  Einzelfalles  zu  berücksichtigen. 
Obliegt der gesuchstellenden Person im Heimat- oder Herkunftsstaat 
beispielsweise  eine  besondere  berufliche,  gesellschaftliche  oder 
familiäre Verantwortung, kann dieser Umstand durchaus die Prognose 
für  eine anstandslose Wiederausreise begünstigen. Umgekehrt  muss 
bei  Personen,  die  keine  besonderen  Verpflichtungen  haben,  die  sie 
von  einer  möglichen  Emigration  abhalten  könnten,  aufgrund  ent-
sprechender  Erfahrungen  das  Risiko  eines  ausländerrechtlich  nicht 
vorschriftsgemässen  Verhaltens  nach  bewilligter  Einreise  zu  einem 
Besuchsaufenthalt als hoch eingeschätzt werden.

Die  Gesuchstellerin  ist  28-jährig,  ledig  und kinderlos. Über  ihre per-
sönliche Situation ist ansonsten nichts bekannt. Ihr Vater, für dessen 
Pflege sie gemäss den Ausführungen in der Beschwerde alleine ver-

Seite 7

C-7612/2008

antwortlich  sein  soll,  findet  ansonsten  lediglich  in  einem  vom  Be-
schwerdeführer  ausgefüllten  Formular  zuhanden  der  kantonalen 
Migrationsbehörde  vom  17. September  2008  Erwähnung,  und  auch 
dies nur insofern, als dort  angegeben wird, die Gesuchstellerin führe 
sein Lebensmittelgeschäft und werde diese Tätigkeit nach ihrer Rück-
kehr in ihr Herkunftsland wieder aufnehmen. Davon, dass sie, wie er-
wähnt, seine Betreuung wahrnehmen bzw. ihn pflegen würde, war zu 
jenem Zeitpunkt keine Rede. Weiter wird im erwähnten Formular zwar 
angegeben, Familienangehörige der Gesuchstellerin lebten in Eritrea, 
Saudi-Arabien und  im Sudan; Angaben zu  diesen  Personen  werden 
jedoch keine gemacht. 

Hinsichtlich  der  Tätigkeit,  welche  die  Gesuchstellerin  ausübt,  liegen 
lediglich  wenige  und  zudem  widersprüchliche  Informationen  vor. 
Gemäss ihren eigenen Angaben im Visumsantrag vom 7. August 2008 
geht  sie  derzeit  keiner  Beschäftigung  nach.  Hinsichtlich  der  von  ihr 
absolvierten  Ausbildung  geht  aus  den  vorinstanzlichen  Akten  nichts 
hervor  und  auch  im  Rahmen  des  Beschwerdeverfahrens  ist  dies-
bezüglich  nichts  bekannt  geworden.  Der  Beschwerdeführer  dem-
gegenüber  hat  einerseits  auf  dem  erwähnten  Formular  vom 
17. September  2008  angegeben,  die  Gesuchstellerin  führe  das 
Lebensmittelgeschäft  ihres  Vaters,  beschwerdeweise  andererseits 
geltend  gemacht,  sie  sei  zudem  vollumfänglich  und  alleine  für  die 
Pflege des betagten und betreuungsbedürftigen Vaters verantwortlich. 
Sollte  dies tatsächlich zutreffen, ist  nicht  ersichtlich,  wie dessen Be-
treuung während des einmonatigen Besuchsaufenthalts,  welchen die 
Gesuchstellerin  in  der  Schweiz  plant,  gewährleistet  sein  soll.  Selbst 
wenn  man  daher  nicht  den  Angaben  der  Gesuchstellerin,  sondern 
denjenigen  des  Beschwerdeführers  folgen  sollte,  würde  sich  deren 
berufliche  Zukunft  in  ihrem  Herkunftsland  als  unklar  darstellen  und 
erschiene folglich sehr wenig gesichert und aussichtsreich.

Von  besonderen  beruflichen,  familiären  oder  gesellschaftlichen  Ver-
pflichtungen,  welche  die  Wiederausreise  der  Gesuchstellerin  nach 
einem  Besuchsaufenthalt  als  gesichert  erscheinen  lassen  würden, 
kann jedenfalls in Anbetracht dieser Umstände ohnehin nicht die Rede 
sein. 

Zu  berücksichtigen  ist  auf  der  anderen  Seite  ferner,  dass  mit  dem 
älteren  Bruder  der  Gesuchstellerin  bereits  ein  naher  Familien-

Seite 8

C-7612/2008

angehöriger  in  der  Schweiz  lebt,  was  –  wie  ausgeführt  –  ihre  Aus-
wanderungsbereitschaft verstärken könnte.

In Anbetracht insbesondere des Bestehens familiärer Bezüge der Ge-
suchstellerin  zur  Schweiz  auf  der  einen  sowie  des  Fehlens  be-
sonderer,  ihre  Wiederausreise  wahrscheinlich  erscheinen  lassender 
Verpflichtungen im Herkunftsland auf der anderen Seite kann ihr hin-
sichtlich  der  gesicherten  Wiederausreise  keine  günstige  Prognose 
gestellt werden.

9.
Unter  den  geschilderten  Umständen  durfte  die  Vorinstanz  somit  zu 
Recht davon ausgehen, es bestehe nicht genügend Gewähr für eine 
gesicherte Wiederausreise der Gesuchstellerin nach einem Besuchs-
aufenthalt. Daran ändert auch nichts, dass der Beschwerdeführer die-
se zugesichert hat, ist doch eine solche Garantie weder faktisch noch 
rechtlich durchsetzbar. Gastgeber können für gewisse finanzielle Risi-
ken  im  Zusammenhang  mit  einem  Besuchsaufenthalt  garantieren, 
nicht  jedoch  für  ein  bestimmtes  Verhalten  des  Gastes  (vgl.  BVGE 
2009/27 E. 9).

Damit ist die Einschätzung der Vorinstanz, wonach die für die Ausstel-
lung einer Einreisebewilligung erforderlichen Einreisevoraussetzungen 
(vgl. E. 5) nicht erfüllt seien, nicht zu beanstanden.

10.
Aus diesen  Darlegungen  folgt,  dass  die  angefochtene  Verfügung  im 
Lichte von Art. 49 VwVG rechtmässig ist. Die Beschwerde ist daher ab-
zuweisen.

11.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die auf Fr. 600.– festzuset-
zenden  Verfahrenskosten  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen 
(Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 1, Art. 2 und Art. 3 Bst. b des Regle-
ments  vom 21. Februar  2008 über  die  Kosten und Entschädigungen 
vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).

Seite 9

C-7612/2008

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.–  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Sie werden mit dem in gleicher Höhe geleisteten Kostenvor-
schuss verrechnet.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Einschreiben)
- die Vorinstanz (Akten Ref-Nr. [...] retour)
- das Amt für Migration des Kantons Basel-Landschaft

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Ruth Beutler Viviane Eggenberger

Versand:

Seite 10