# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5a5cf5c1-5be8-5d75-a700-b1967d5eaafd
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-11-15
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 15.11.2011 E-5720/2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-5720-2011_2011-11-15.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung V
E­5720/2011

U r t e i l   v om   1 5 .   No v embe r   2 0 1 1

Besetzung Einzelrichterin Muriel Beck Kadima,
mit Zustimmung von Richter Walter Lang;  
Gerichtsschreiberin Stella Boleki.

Parteien A. _______, geboren am (…),
Irak, 
z.Z. Transitzone Flughafen Zürich,
8058 Zürich­Flughafen, 
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), 
Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Flughafenverfahren (Asyl und Wegweisung);
Verfügung des BFM vom 5. Oktober 2011 / N (…).

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Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass  der  Beschwerdeführer  den  Irak  eigenen  Angaben  zufolge  am 
(…) September  2011  verliess  und  am  (…) September  2011  über  Athen 
auf dem Luftweg nach Zürich­Kloten gelangte, 

dass  er  am  (…)  September  2011  bei  der  Grenzpolizei  am  Flughafen 
Zürich um Asyl nachsuchte,

dass  das  BFM  dem  Beschwerdeführer  mit  gleichentags  eröffneter 
Verfügung vom (…) September 2011 die Einreise in die Schweiz vorläufig 
verweigerte  und  ihm  für  die  Dauer  von  maximal  60  Tagen  den 
Transitbereich des Flughafens Zürich als Aufenthaltsort zuwies, 

dass  der  Beschwerdeführer  bei  der  summarischen  Befragung  vom 
(…) September  2011  und  der  Anhörung  vom  (…)  September  2011  zur 
Begründung  seines  Asylgesuchs  vorbrachte,  er  sei  irakischer 
Staatsangehöriger, kurdischer Ethnie, und habe bis im Jahre 2002 in der 
Provinz Dohuk, sodann bis zur Ausreise aus dem Irak in Mosul mit seiner 
Mutter und seinem Bruder sowie dessen Ehefrau und drei Kindern gelebt, 

dass  sie  die  Provinz  Dohuk  (Nordirak)  infolge  einer  langjährigen 
Familienfehde  (…),  die  auf  beiden  Seiten  Todesopfer  gefordert  habe, 
verlassen hätten, 

dass  seither  keine  Probleme  mit  dem  verfeindeten  Stamm  mehr 
aufgetreten seien, 

dass er in Mosul indessen seit dem Jahre 2009 Probleme mit Terroristen 
gehabt habe, 

dass  er  eines  Tages  im  August  2009,  als  er  sich  am  Ufer  des  Tigris 
aufgehalten habe, von zwei unbekannten Terroristen mit dem Auto hätte 
entführt werden sollen, wobei er von ihnen am Kopf verletzt worden sei, 

dass ihnen dies dank des Auftauchens von Passanten nicht gelungen sei,  

dass  er  zirka  zwei  Jahre  später  zwischen  (…)  2011  und  (…)  2011 
mehrfach  von  angeblich  unterschiedlichen  arabisch­stämmigen 
Terroristen  der Gruppe B.  _______  (Terrorgruppe  in Mosul)  angehalten 
worden  sei,  als  er  per  Auto  von  Mosul  nach  Dohuk  zur  Universität 
unterwegs gewesen sei, 

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dass  er  dabei  aufgefordert  worden  sei,  nicht  mehr  nach  Kurdistan  zu 
fahren, ansonsten etwas geschehen würde, da sie alles über  ihn wissen 
würden,

dass er trotzdem nach Kurdistan (Nordirak) gefahren sei, 

dass  er  bei  der  letzten  Begegnung  vom  (…)  Juni  2011  zusätzlich  zur 
Zusammenarbeit  aufgefordert  worden  sei,  er  sich  aber  ausdrücklich 
geweigert habe, dies zu tun,

dass er keiner dieser Vorfälle der Polizei gemeldet habe, 

dass  er  sich  aus  Angst  vor  weiteren  Drohungen  und  nach  einer 
Besprechung mit seiner Mutter zur Ausreise entschlossen habe, wobei er 
sich  bis  zur Ausreise  bei  einem Freund  in C.  _______  (Provinz Dohuk) 
versteckt habe,

dass  der  Beschwerdeführer  den  Asylbehörden  keine  rechtsgenüglichen 
Identitäts­ oder Reisepapiere abgab,

dass er überdies angab, an Asthma zu leiden und dafür Medikamente zu 
sich zu nehmen, 

dass  das  BFM  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  mit  Verfügung 
vom 5. Oktober 2011– eröffnet am 11. Oktober 2011 – ablehnte und die 
Wegweisung aus dem Transitbereich des Flughafens Zürich samt Vollzug 
anordnete,

dass  das  BFM  zur  Begründung  im  Wesentlichen  anführte,  weder  die 
Vorbringen zur involvierten Familienrache noch diejenigen zur Verfolgung 
durch  Terroristen  würden  glaubhaft  erscheinen,  zumal  sich  der 
Beschwerdeführer damit begnügt habe, knappe und stereotype Angaben 
zu machen,

dass angesichts der Zeitspanne von (…) bis (…), in welcher es in beiden 
Familien  immer  wieder  zu  Todesfällen  gekommen  sei,  der 
Erklärungsversuch  des  Beschwerdeführers  nicht  überzeuge,  dass  er 
keine  Details  kenne,  weil  ihm  die  Verwandten  nichts  erzählt  hätten, 
beziehungsweise ihm die Angelegenheit nicht wichtig gewesen sei, da er 
sich aufs Studium habe konzentrieren müssen, zumal eine Blutrache ein 
äusserst einschneidendes Ereignis für die betroffenen Familienmitglieder 
sei, 

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dass  hinsichtlich  der  Verfolgung  durch  Terroristen  nicht  nachvollziehbar 
sei,  weshalb  sie  ihn  zuerst  hätten  verschleppen,  dann  aber  drei  Mal 
hintereinander hätten laufen lassen sollen, 

dass überdies auch nicht einsichtig sei, weshalb sie sich gerade  für  ihn 
interessiert  hätten,  und  der  Beschwerdeführer  eine  Antwort  zu  dieser 
Frage schuldig geblieben sei, 

dass  demzufolge  die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  den 
Anforderungen  an  die  Glaubhaftigkeit  gemäss  Art.  7  des  Asylgesetzes 
vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) nicht standhalten würden, weshalb 
die Asylrelevanz nicht zu prüfen sei, 

dass  eine  Wegweisung  unter  dem  Gesichtspunkt  der  Sicherheits­  und 
Menschenrechtslage  in  den  drei  von  der  kurdischen  Regionalregierung 
kontrollierten  nordirakischen  Provinzen  Dohuk,  Erbil  und  Suleimaniya 
zumutbar sei, weil in diesen Provinzen keine Situation allgemeiner Gewalt 
herrsche, 

dass der Beschwerdeführer zwar angebe, in Mosul gelebt zu haben, aber 
eine Wegweisung in den Nordirak zumutbar sei, weil er bis 2002 in Dohuk 
gelebt und dort studiert habe und sich vor der Ausreise von Juni 2011 bis 
September 2011 bei einem Freund versteckt habe, bei dem er auch seine 
Identitätskarte  hinterlassen  habe,  was  auf  eine  enge  Freundschaft 
hindeute, 

dass auch seine Asthmaprobleme kein Wegweisungshindernis seien, und 
mit im Irak erhältlichen Medikamenten behandelt werden könnten, 

dass  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe  vom  17.  Oktober  2011  gegen 
diesen  Entscheid  beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  erhob, 
und dabei beantragte, der Entscheid des BFM sei aufzuheben, es sei ihm 
Asyl  zu  gewähren  oder  jedenfalls  sei  die  Flüchtlingseigenschaft 
festzustellen,  und  evuentualiter  sei  die  Unzulässigkeit  bzw.  die 
Unzumutbarkeit des Vollzugs der Wegweisung festzustellen, 

dass er in verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte, die Begründung der 
Beschwerdeschrift  sei  von  Amtes  wegen  in  eine  Amtssprache  zu 
übersetzen,  und  es  sei  ihm  die  Gewährung  der  unentgeltlichen 
Rechtspflege zu gewähren, 

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dass  mit  verfahrensleitender  Verfügung  vom  18.  Oktober  2011  des 
Bundesverwaltungsgerichts  dem Beschwerdeführer mitgeteilt wurde,  die 
Begründung der Beschwerde werde  in  eine Amtssprache übersetzt  und 
über die übrigen Verfahrensanträge werde zu einem späteren Zeitpunkt 
entschieden, 

dass  die  Flughafenpolizei  dem  Bundesverwaltungsgericht  mit  Telefax 
vom  28.  Oktober  2011  die  Kopie  eines  Dokumentes  in  arabischer 
Sprache vom Beschwerdeführer übermittelte,

dass die  Instruktionsrichterin auch dieses Beweismittel  zur Übersetzung 
in Auftrag gab, 

dass  er  in  seiner  Beschwerde  hauptsächlich  geltend  machte,  er  werde 
von den Terroristen weiterhin bedroht, 

dass  er  beim D.  _______  vorbeigegangen und  ihm dort  gesagt worden 
sei, dass an ihn adressierte Faxe vorliegen würden, 

dass  einer  davon  ein  Drohbrief  sei,  den  die  Terroristen  am  (…) 
September 2011 im Hof seines Hauses in Mosul hinterlegt hätten, und mit 
welchem  sie  gefordert  hätten,  die  Familie  solle  ihn  den  Terroristen 
übergeben, 

dass der zweite Fax eine Bestätigung der Einwohner des Dorfes sei,  in 
welchem  er  vor  dem  Jahr  2002  gelebt  habe,  und  die  ihn  unterstützen 
würden, 

dass  er  im  Übrigen  an  den  bei  der  Vorinstanz  geltend  gemachten 
Vorbringen festhielt und diese bestätigte, 

dass  die  Flughafenpolizei  dem  Bundesverwaltungsgericht  mit  Telefax 
vom  13.  November  2011  die  Kopie  eines  den  Beschwerdeführer 
betreffenden  ärztlichen  Zeugnisses  in  englischer  Sprache  und  ein  in 
arabischer Sprache verfasstes Schreiben übermittelte, 

dass aus dem ärztlichen Zeugnis im Wesentlichen hervorgeht, dass er an 
Bronchitis und Asthmaproblemen leide,

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und erwägt,

dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden gegen 
Verfügungen  (Art.  5  VwVG)  des  BFM  auf  dem  Gebiet  des  Asyls 
entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des 
Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 
105  AsylG  i.V.m.  Art.  31  –  33  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni  2005  [VGG,  SR  173.32];  Art.  83  Bst.  d  Ziff.  1  des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110] ),

dass eine solche Ausnahme  im Sinne von Art.  83 Bst.  d Ziff.  1 BGG  in 
casu nicht vorliegt und das Bundesverwaltungsgericht demnach endgültig 
entscheidet,

dass sich das Verfahren nach dem VwVG richtet, soweit das VGG oder 
das  AsylG  nichts  anderers  bestimmen  (vgl.  Art.  37  VGG  sowie  Art.  6 
AsylG),

dass  der  Beschwerdeführer  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz 
teilgenommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt 
ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an deren Aufhebung beziehungsweise 
Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  ist 
(Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass  im  Flughafenverfahren  praxisgemäss  Beschwerden,  die  nicht  in 
einer Amtssprache verfasst sind, von Amtes wegen übersetzt werden,

dass die Beschwerdefrist mittels Faxbeschwerde vom 17. Oktober 2011 
und dem unmittelbar danach nachgereichten Original eingehalten wurde, 
weshalb  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde 
einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 VwVG),

dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 
Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise 
einer zweiten Richterin entschieden wird  (Art. 111 Bst. e AsylG) und es 
sich  vorliegend,  wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt, 
weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  begründen  ist 
(Art. 111a Abs. 2 AsylG),

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dass  gestützt  auf  Art.  111a  Abs.  1  AsylG  vorliegend  auf  einen 
Schriftenwechsel verzichtet wurde,

dass die Schweiz Flüchtlingen grundsätzlich Asyl  gewährt  (Art. 2 Abs. 1 
AsylG), wobei Flüchtlinge Personen sind, die  in  ihrem Heimatstaat oder 
im  Land,  in  dem  sie  zuletzt  wohnten,  wegen  ihrer  Rasse,  Religion, 
Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder 
wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt 
sind  oder  begründete  Furcht  haben,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu 
werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG),

dass die Flüchtlingseigenschaft nachgewiesen oder zumindest glaubhaft 
gemacht werden muss (Art. 7 AsylG),

dass die Flüchtlingseigenschaft glaubhaft gemacht ist, wenn die Behörde 
ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender  Wahrscheinlichkeit  für  gegeben 
hält,

dass  Vorbringen  insbesondere  dann  unglaubhaft  sind,  wenn  sie  in 
wesentlichen  Punkten  zu  wenig  begründet  oder  in  sich  widersprüchlich 
sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte 
oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden,

dass  das  BFM  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  mit  der 
Begründung  ablehnte,  dessen  Vorbringen  vermöchten  den 
Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft nicht standzuhalten, 

dass das Bundesverwaltungsgericht diese Einschätzung teilt und deshalb 
vorab  auf  die  entsprechenden  zutreffenden  Erwägungen  in  der 
angefochtenen Verfügung zu verweisen ist,

dass  namentlich  die  Furcht  vor  Blutrache  –  selbst  wenn  die  geltend 
gemachten  Vorfälle  als  glaubhaft  zu  beurteilen  wären  –  keine 
Asylgewährung  zu  begründen  vermöchte,  weil  es  an  einem  genügend 
engen  Kausalzusammenhang  zwischen  der  Blutrache,  die  von  (…) 
zahlreiche Familienopfer gefordert haben soll, und der Ausreise im Jahre 
2011 fehlt, 

dass  der  Beschwerdeführer  diesbezüglich  zudem  verneinte,  seit  dem 
Verlassen  von  Dohuk  im  Jahr  2002  noch  Schwierigkeiten  mit  der 
verfeindeten Familie gekannt  zu haben  (vgl. A13 S. 5 F29), obschon er 
sich seither regelmässig für diverse Anlässe nach und ab dem Jahr 2010 

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an die Universität  in Dohuk begab  (vgl. A13 S.  5 F30 und S.  7 F53  ff., 
Befragungsprotokoll vom 25. September 2011 S. 3),

dass  die  Vorbringen  betreffend  die  Verfolgung  durch  unbekannte 
Terroristen  übereinstimmend  mit  der  Vorinstanz  als  unglaubhaft  zu 
beurteilen sind, 

dass  insbesondere  festzustellen  ist,  dass  der  Beschwerdeführer  den 
Überfall  im  Jahre  2009  sowie  die  drei  weiteren  Begegnungen  mit  den 
vermeintlichen Terroristen nicht substanziiert zu beschreiben vermochte, 

dass darüber hinaus auffällt, dass er weder über die Behelligungen durch 
die  angeblichen Terroristen  noch  über  die Arbeiten,  für welche  er  hätte 
eingespannt werden sollen, hat Auskunft geben können, 

dass  an  dieser  Einschätzung  auch  die  auf  Beschwerdeebene 
eingereichte Faxkopie der angeblichen Terrorgruppe E. _______ oder die 
Unterstützungserklärung  einiger  Dorfbewohner  seines  Geburtsortes 
nichts zu ändern vermögen, zumal die Beweismittel lediglich in Faxkopien 
vorliegen, denen nur ein geringer Beweiswert zukommt, 

dass auch die nachträglich zu den Akten gereichte Faxkopie,  in welcher  
bestätigt  wird,  dass  der  Beschwerdeführer  in  Mosul  wohnhaft  sei,  die 
Verfolgungsvorbringen nicht zu untermauern vermag, 

dass  durch  die  eingereichten  Dokumente  keine  konkrete  Gefahr  des 
Beschwerdeführers,  Nachteile  im Sinne  von Art.  3  AsylG  befürchten  zu 
müssen, erhärtet wird, selbst wenn es sich um echte Dokumente handeln 
sollte,

dass  insbesondere  kein  Verfolgungsmotiv  nach  Art.  3  AsylG 
auszumachen ist, 

dass  der  Beschwerdeführer  dieser  Einschätzung  in  seiner 
Rechtsmitteleingabe nichts Substanziiertes entgegenzuhalten vermag, 

dass  es  dem  Beschwerdeführer  somit  nicht  gelingt,  die 
Flüchtlingseigenschaft  nachzuweisen  oder  zumindest  glaubhaft  zu 
machen,  weshalb  das  Bundesamt  das  Asylgesuch  zu  Recht  abgelehnt 
hat,

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dass  die  Ablehnung  eines  Asylgesuchs  oder  das Nichteintreten  auf  ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat 
(Art. 44  Abs. 1  AsylG),  vorliegend  der  Kanton  keine 
Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung 
einer  solchen  besteht  (vgl.  BVGE  2009/50  E.9,  BVGE  2008/34  E.  9.2), 
weshalb  die  verfügte  Wegweisung  aus  dem  Transitbereich  des 
Flughafens Zürich im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht 
und demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen 
Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  regelt, 
wenn  der  Vollzug  der Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar  oder 
nicht  möglich  ist  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des 
Bundesgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]),

dass  bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen 
gemäss  ständiger  Praxis  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der 
Flüchtlingseigenschaft  gilt,  das  heisst,  sie  sind  zu  beweisen,  wenn  der 
strikte  Beweis  möglich  ist,  und  andernfalls  wenigstens  glaubhaft  zu 
machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl,  in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser 
[Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig  ist,  wenn 
völkerrechtliche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der 
Ausländerin oder des Ausländers  in den Heimat­, Herkunfts­ oder einen 
Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land 
gezwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie 
Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden 
(Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom 
28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker­ und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, 
da  es  dem  Beschwerdeführer  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich 
erhebliche  Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen, 
weshalb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen 
Non­Refoulement  im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  findet 

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und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung im 
Sinne  von  Art. 25  Abs. 3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR 101),  von  Art. 3  des 
Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere 
grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK,  SR 0.105)  und  der  Praxis  zu  Art. 3  der  Konvention  vom 
4. November 1950 zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten 
(EMRK, SR 0.101) ersichtlich sind, die ihm im Irak droht,

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar 
erweist,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer 
Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass gemäss geltender Rechtsprechung  (vgl. BVGE 2008/5 E. 7.5.8)  in 
den drei kurdischen Provinzen (Dohuk, Erbil, Suleimaniya) keine Situation 
allgemeiner  Gewalt  herrscht,  und  die  dortige  politische  Lage  nicht 
dermassen  angespannt  ist,  als  dass  eine  Rückführung  dorthin  als 
generell unzumutbar betrachtet werden müsste, 

dass indessen gewisse individuelle Faktoren zu berücksichtigen sind, 

dass namentlich eine Anordnung des Wegweisungsvollzugs voraussetzt, 
dass  die  betreffende  Person  ursprünglich  aus  der  Region  stammt  oder 
eine  längere  Zeit  dort  gelebt  hat  und  über  ein  soziales  Netz  (Familie, 
Verwandtschaft  oder  Bekanntenkreis)  oder  über  Beziehungen  zu  den 
herrschenden  Parteien  verfügt,  so  dass  eine  soziale  wirtschaftliche 
Integration  in  die  Gesellschaft  gelingen  kann,  denn  der  Erhalt  einer 
Arbeitsstelle  oder  von  Wohnraum  hängt  weitgehend  von 
gesellschaftlichen und politischen Beziehungen ab, 

dass  der  Beschwerdeführer  seit  seiner  Geburt  bis  ins  Jahr  2002  mit 
seiner Familie hauptsächlich in der Provinz Dohuk gelebt hat und deshalb 
auch  davon  auszugehen  ist,  dass  er  dort  über  ein  Beziehungsnetz 
verfügt,  zumal  er  auch  von  Mosul  –  seinem  späteren  Wohnsitz  –  aus 
immer  wieder  in  die  Provinz  Dohuk  gegangen  ist  und  sich  vor  seiner 
Ausreise einige Monate in C. _______ (Provinz Dohuk) bei einem Freund 
aufgehalten hat, 

dass es sich überdies beim Beschwerdeführer um einen  jungen  ledigen 
Mann  mit  guter  Schulbildung  und  Arbeitserfahrung  handelt,  der 
gesundheitlich  zwar  leicht  angeschlagen  ist,  aber  dessen 

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Asthmaprobleme  bereits  vor  seiner  Ausreise  im  Irak  haben  behandelt 
werden können, weshalb anzunehmen ist, dass er in seinem Heimatstaat 
die erforderliche Gesundheitsversorgung weiterhin erhalten wird, 

dass an dieser Einschätzung auch das am 13. November 2011 per Fax 
übermittelte  Arztzeugnis  eines  irakischen  Arztes  nichts  ändert,  zumal 
keine neuen Erkenntnisse daraus hervorgehen, 

dass überdies  in antizipierender Beweiswürdigung verzichtet wurde, das 
in  arabischer  Schrift  verfasste  Schreiben  –  ebenfalls  am  13.  November 
2011  eingereicht  –  übersetzen  zu  lassen,  weil  es  angesichts  des 
festgestellten  Sachverhalts  nicht  zu  einem  anderen  Ausgang  des 
Verfahrens führen würde,

dass  der  Beschwerdeführer  deshalb  im  Falle  einer  Rückkehr  nicht 
konkret gefährdet, weshalb der Vollzug der Wegweisung zumutbar ist,

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  des  Beschwerdeführers  in  den 
Heimatstaat  schliesslich  möglich  ist,  da  keine  Vollzugshindernisse 
bestehen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es dem Beschwerdeführer obliegt, bei 
der  Beschaffung  gültiger  Reisepapiere  mitzuwirken  (vgl.  Art. 8  Abs. 4 
AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 – 515),

dass  nach  dem  Gesagten  der  vom  Bundesamt  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen ist,

dass  es  dem  Beschwerdeführer  demnach  nicht  gelungen  ist  darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder 
unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen 
ist,

dass  sich  aus  der  offensichtlichen  Unbegründetheit  der  Beschwerde 
ergibt,  dass  die  Begehren  keine  Erfolgschancen  gehabt  haben  bzw. 
haben,  weshalb  das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen 
Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG abzuweisen ist, 

dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr. 600.­  
(Art. 1 – 3  des Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 
VwVG).

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(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.  
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  wird 
abgewiesen.

3. 
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.­  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4. 
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin:

Muriel Beck Kadima Stella Boleki

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