# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** bd9753fd-64d0-53bb-a609-9d676bd33705
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** SB240343-O1
**Docket/Reference:** SB240343-O1
**URL:** https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/SB240343-O1.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
II. Strafkammer  

Geschäfts-Nr.: SB240343-O/U/sm-ad

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. Wenker, Präsident, Oberrichter lic. iur. Castrovilli 

und Oberrichter lic. iur. Weder sowie Gerichtsschreiberin MLaw 

Zogg

Urteil vom 23. Mai 2025

in Sachen

A._____, 

Beschuldigter, Erstberufungskläger und Anschlussberufungsbeklagter

amtlich verteidigt durch Rechtsanwältin MLaw X1._____, 

gegen

1.

B._____, 

Privatkläger und Zweitberufungskläger

2. - 8. …

Privatkläger

1 vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Y._____, 

- 2 -

sowie

Oberjugendanwaltschaft des Kantons Zürich,  

Anklägerin, Berufungsbeklagte und Anschlussberufungsklägerin

betreffend mehrfachen Raub etc.

Berufung gegen ein Urteil des Jugendgerichtes des Bezirkes Horgen vom 

7. Dezember 2023 (DJ230002)

- 3 -

Anklage:

Die Anklageschrift der Jugendanwaltschaft Limmattal / Albis vom 28. Februar 

2023 ist diesem Urteil beigeheftet (Urk. 43).

Urteil der Vorinstanz:

1.

Das Verfahren wird betreffend die folgenden Vorwürfe eingestellt:

–

–

Nichtanzeigens eines Fundes im Sinne von Art. 332 aStGB (Anklageziffer 11),

Übertretung des Bundesgesetzes über die Betäubungsmittel im Sinne von Art. 19a 

Ziff. 1 BetmG im Zeitraum von Ende Februar 2022 bis 16. April 2022 (Anklagezif-

fer 15).

2.

Der Beschuldigte ist schuldig

–

–

–

–

des mehrfachen Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB (Anklageziffern 1, 

2, 3, 5, 6 und 7), 

der versuchten schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 aStGB in Verbin-

dung mit Art. 22 Abs. 1 StGB (Anklageziffer 9),

der mehrfachen Übertretung des Personenbeförderungsgesetzes im Sinne von 

Art. 57 Abs. 3 PBG (Anklageziffer 14),

der mehrfachen Übertretung des Bundesgesetzes über die Betäubungsmittel im 

Sinne von Art. 19a Ziff. 1 BetmG im Zeitraum vom 17. April 2022 bis 23. Juni 2022 

(Anklageziffer 15).

3.

Der Beschuldigte wird freigesprochen von den Vorwürfen:

–

–

–

–

des mehrfachen Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB (Anklageziffern 4 

und 8), 

der Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB (Anklageziffer 8),

des mehrfachen Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB (Anklageziffern 10 

und 11),

der mehrfachen Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 PBG (Anklagezif-

fern 10 und 11),

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–

–

des Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB (Anklageziffer 11),

der Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte im Sinne von Art. 285 Ziff. 1 

StGB (Anklageziffer 12).

4.

Die Beschuldigte wird bestraft mit 20 Monaten Freiheitsstrafe sowie mit einer Busse von 

Fr. 200.–.

5.

Die Freiheitsstrafe und die Busse werden vollzogen. Es wird festgestellt, dass sowohl die 

Freiheitsstrafe als auch die Busse durch die Haft, vorsorgliche Unterbringung und vorzeiti-

gen Strafvollzug bereits erstanden sind. 

6.

Dem Beschuldigten wird keine Genugtuung oder Entschädigung im Sinne von Art. 431 

StPO zugesprochen.

7.

8.

Es wird eine Massnahme für junge Erwachsene im Sinne von Art. 61 StGB angeordnet. 

Es wird vorgemerkt, dass sich der Beschuldigte seit dem 16. November 2023 im vorzeitigen 

Massnahmevollzug befindet. 

9.

Von einer Landesverweisung im Sinne von Art. 66a Abs. 1 StGB wird abgesehen.

10.

Die folgenden, mit Verfügung der Jugendanwaltschaft Limmattal / Albis vom 15. Dezember 

2022 beschlagnahmten und bei der Asservaten-Triage lagernden Gegenstände (Geschäfts-

Nr. 81876542 und 83188130) werden eingezogen und der Lagerbehörde zur gutscheinen-

den Verwendung überlassen:

–

–

–

–

Silberfarbenes Klappmesser, Asservat Nr. A015'756'680

Schwarze Handschuhe, Asservat Nr. A015'756'715

Brecheisen, blau, Asservat Nr. A017'366'368

Handschuhe, Asservat Nr. A017'366'404.

11.

Die folgenden, mit Verfügung der Jugendanwaltschaft Limmattal / Albis vom 15. Dezember 

2022 beschlagnahmten Betäubungsmittel und Betäubungsmittelutensilien (Lagernummer 

B00064-2022) werden eingezogen und der Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen:

–

–

Vier Ampullen Kokain, vier Ecstasytablettten, Asservat Nr. A015'756'919

Drei Minigrip Cannabis, Asservat Nr. A015'756'920.

12.

Sämtliche Spuren und Spurenträger werden ebenfalls vernichtet.

13.

Die folgenden, mit Verfügung der Jugendanwaltschaft Limmattal / Albis vom 15. Dezember 

2022 einzig als Beweismittel beschlagnahmten Gegenstände (Geschäfts-Nr. 83188130) 

werden dem Beschuldigten herausgegeben:

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–

Sportjacke (A017'366'244)

Sporthose (A017'366'324)

E-Zigarette (A017'366'539)

Feuerzeug (A017'366'540)

Münze (A017'366'517).

Dem Beschuldigten wird eine Frist von 30 Tagen ab Eintritt der Rechtskraft dieses Ent-

scheids angesetzt, um die herauszugebenden Gegenstände selbst (oder durch eine bevoll-

mächtigte) Person unter Vorlage dieses Entscheids und eines amtlichen Ausweises, nach 

telefonischer Voranmeldung beim Zentralen Asservatenlager, Güterstrasse 33, 8010 Zürich, 

abzuholen. Verlangt der Beschuldigte die Gegenstände nichts bis spätestens 30 Tage nach 

Rechtskraft des Urteils, werden sie eingezogen und der Lagerbehörde zur gutscheinenden 

Verwendung überlassen. 

14.

Die folgenden, mit Verfügung der Jugendanwaltschaft Limmattal / Albis vom 15. Dezember 

2022 einzig als Beweismittel beschlagnahmten Gegenstände (Geschäfts-Nr. 83188130) 

werden der C1._____ AG, D._____-strasse 1, E._____, innert 3 Monaten nach Eintritt der 

Rechtskraft auf erstes Verlangen hin zurückgegeben und hernach der Lagerbehörde zur 

Vernichtung überlassen:

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–

Einkaufstasche (A017'366'313)

Shirt (A017'366'335)

Geldsack (A017'366'426)

Geldsack (A017'366'459)

Geldsack (A017'366'460)

Geldsack (A017'366'471)

Geldsack (A017'366'493)

Geldsack (A017'366'459)

Geldsack (A017'366'506)

Couvert mit Beschriftung 14.05.22 (A017'366'595)

Couvert mit Beschriftung 13.05.22 (A017'366'551)

Couvert mit Beschriftung 16.05.22 (A017'366'562)

Couvert mit Beschriftung C2._____ AG (A017'366'573)

Couvert mit Beschriftung C2._____ AG (A017'366'608)

Couvert mit Beschriftung C2._____ AG (A017'366'619)

Zettel (A017'366'528).

15.

Die folgenden mit Verfügung der Jugendanwaltschaft Limmattal / Albis vom 15. Dezember 

2022 einzig als Beweismittel beschlagnahmten Gegenstände (Geschäfts-Nr. 82750810) 

werden der F._____ GmbH, G._____-strasse 2, … Zürich, innert 3 Monaten nach Eintritt 

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der Rechtskraft auf erstes Verlangen hin zurückgegeben und hernach der Lagerbehörde zur 

Vernichtung überlassen:

–

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–

–

93 Zigarettenpackungen (A016'396'193)

5 Feuerzeuge (A016'396'206)

43 Packungen Filterpapier (A016'396'228)

3 verschweisste CBD Packungen (A016'396'239)

14 E-Zigaretten (A016'396'240).

16.

Es wird vorgemerkt, dass der Beschuldigte das Genugtuungsbegehren des Privatklägers 1, 

B._____, im Umfang von Fr. 250.– anerkannt hat. Im Mehrbetrag werden die Genugtuungs- 

und Entschädigungsforderungen des Privatklägers H._____ abgewiesen.

17.

Die Privatklägerin 3, I._____ GmbH, wird mit ihrem Schadenersatzbegehren auf den Weg 

des Zivilprozesses verwiesen. Ihr Genugtuungsbegehren wird abgewiesen.

18.

Das Schadenersatzbegehren der Privatklägerin 7, J._____ AG, wird abgewiesen.

19.

Die Schadenersatz- und Genugtuungsbegehren des Privatklägers 6, K._____, werden ab-

gewiesen.

20.

Rechtsanwältin MLaw X1._____ wird für ihre Bemühungen und Barauslagen als amtliche 

Verteidigerin des Beschuldigten aus der Gerichtskasse mit Fr. 41'535.85 (inklusive 7.7 % 

MwSt.) entschädigt, wobei vorgemerkt wird, dass die Jugendanwaltschaft Limmattal / Albis 

mit Verfügung vom 18. Januar 2023 bereits eine Akontozahlung im Umfang von 

Fr. 14'000.– (inkl. 7.7 % Mehrwertsteuer) ausbezahlt hat. Dementsprechend wird Rechtsan-

wältin MLaw X1._____ mit den verbliebenen Fr. 27'535.85 entschädigt. 

21.

Es wird vorgemerkt, das der vormalige amtliche Verteidiger des Beschuldigten, Rechtsan-

walt lic. iur. X2.______, für seine Bemühungen und Auslagen von der Oberjugendanwalt-

schaft mit Verfügung vom 10. Mai 2022 mit Fr. 717.10 (inkl. 7.7 % MWSt.) entschädigt 

wurde. 

22.

Es wird vorgemerkt, das die vormalige amtliche Verteidigerin des Beschuldigten, Rechtsan-

wältin lic. iur. X3._____, für ihre Bemühungen und Auslagen von der Oberjugendanwalt-

schaft mit Verfügung vom 16. August 2022 mit Fr. 22'686.70 (inkl. 7.7 % MWSt.) entschä-

digt wurde. 

23.

Die unentgeltliche Rechtsvertreterin des Privatklägers 6 (K._____), Rechtsanwältin MLaw 

Y1._____, wird für ihre Bemühungen und Auslagen mit Fr. 1'812.85 (inkl. 7.7 % MWSt.) aus 

der Gerichtskasse entschädigt. 

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24.

Es wird vorgemerkt, das die vormalige unentgeltliche Rechtsvertreterin des Privatklägers 6 

(K._____), Rechtsanwältin lic. iur. Y2._____, für ihre Bemühungen und Auslagen von der 

Jugendanwaltschaft Limmattal / Albis mit Verfügung vom 11. Januar 2023 mit Fr. 1'540.20 

(inkl. 7.7 % MWSt.) entschädigt wurde. 

25.

Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

3'000.00 ;  die weiteren Kosten betragen:

1'000.00    Gebühr für das Vorverfahren 

64'939.65    Entschädigung amtliche Verteidiger

3'353.05    Entschädigung unentgeltliche Vertretung Privatkläger K._____

13.00    Zeugenentschädigung 

41'555.65    Auslagen (Gutachten)

113'861.35    Total

Allfällige weitere Kosten bleiben vorbehalten.

26.

Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen diejenigen 

der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Rechtsvertretung des Privatklägers 

K._____, werden dem Beschuldigten zu zwei Dritteln auferlegt, jedoch sogleich definitiv ab-

geschrieben. Die Kosten der amtlichen Verteidigung sowie der unentgeltlichen Rechtsver-

tretung des Privatklägers K._____ werden definitiv auf die Gerichtskasse genommen. 

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Berufungsanträge:

a)

Der amtlichen Verteidigung des Beschuldigten:
(Erstberufungskläger und Anschlussberufungsbeklagter)

(Urk. 161) 

"1. Es sei das Urteil des Jugendgerichts Horgen vom 7. Dezember 2023 

(DJ230002-F) wie folgt aufzuheben und abzuändern:

a) In Abänderung von Dispositivziffer 2, alinea 1 und 2, sei A._____ 

vom Vorwurf

–

des Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB (An-

klageziffer 3; Raub in L._____ ZH) und

– der versuchten schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 
aStGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB (Anklageziffer 9)

freizusprechen.

b) In Abänderung von Dispositivziffer 5 sei A._____ mit 18 Monaten 

Freiheitsstrafe (wovon bis zum Urteilszeitpunkt 809 Tage durch Haft, 
vorzeitigen Strafvollzug und vorsorgliche Unterbringung erstanden 
sind) sowie einer ebenfalls bereits erstandenen Busse von Fr. 200.– 
zu bestrafen.

c) In Abänderung von Dispositivziffer 6 sei A._____ eine Genug-

tuung für Überhaft von mindestens Fr. 21'300.– zzgl. 5 % Zins ab je-
weiligem Hafttag zuzusprechen.

d) In Abänderung von Dispositivziffer 7 sei von der Anordnung einer 

Massnahme für junge Erwachsene im Sinne von Art. 61 StGB abzu-
sehen.

e) In Bestätigung von Dispositivziffer 9 sei von der Anordnung einer 
Landesverweisung im Sinne von Art. 66a Abs. 1 StGB abzusehen.

2. Eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zu-

rückzuweisen.

3. Es seien die Kosten des Berufungsverfahrens mitsamt den Kosten für 

die amtliche Verteidigung auf die Gerichtskasse zu nehmen."

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b)

Der Oberjugendanwaltschaft des Kantons Zürich:
(Berufungsbeklagte und Anschlussberufungsklägerin)

(Urk. 160)

"1. Das Urteil des Jugendgerichts des Bezirkes Horgen vom 7. Dezember 

2023 sei in den folgenden Punkten zu bestätigen:

– Urteilsdispositiv Ziff. 2 al. 1: Schuldspruch betreffend Raub im Sinne 

von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB (Anklageziffer 3),

– Urteilsdispositiv Ziff. 2 al. 2: Schuldspruch betreffend versuchte 

schwere Körperverletzung im Sinne von Art. 122 aStGB in Verbin-
dung mit Art. 22 Abs. 1 StGB (Anklageziffer 9).

2. Der Beschuldigte sei mit einer Freiheitsstrafe von 30 Monaten sowie ei-

ner Busse von Fr. 300.– zu bestrafen.

3. Die erstandene Haft, die vorsorglichen Massnahmen, der vorzeitige 

Straf- und Massnahmenvollzug seien anzurechnen.

4. Von der Anordnung einer Massnahme für junge Erwachsene im Sinne 

von Art. 61 StGB sei abzusehen.

5. Es sei eine Landesverweisung von 5 Jahren im Sinne von Art. 66a 

Abs. 1 lit. c StGB anzuordnen.

6. Die Landesverweisung sei im Schengener Informationssystem auszu-

schreiben.

7.

Im Übrigen sei das Urteil des Jugendgerichts des Bezirkes Horgen vom 
7. Dezember 2023 zu bestätigen und die Berufung des Beschuldigten 
vom 24. Juli 2024 vollumfänglich abzuweisen.

8. Die Verfahrenskosten seien dem Beschuldigten, zumindest anteilsmäs-
sig, aufzuerlegen, wobei seine finanzielle Situation angemessen zu be-
rücksichtigen sei."

________________________________________

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Erwägungen:

I. Verfahrensgang

1.

Gegen das eingangs wiedergegebene Urteil des Jugendgerichtes des Be-

zirkes Horgen vom 7. Dezember 2023 (Urk. 124) meldete der Beschuldigte mit 

Eingabe vom 13. Dezember 2023 (Datum Poststempel) rechtzeitig Berufung an 

(Urk. 84). Nach Erhalt der schriftlichen Urteilsbegründung, die der Beschuldigten-

seite am 4. Juli 2024 zugestellt worden ist (Urk. 110/1), reichte die Verteidigung 

am 24. Juli 2024 (Datum Poststempel) fristgerecht die Berufungserklärung nach 

(Urk. 126). Ferner erhob die Oberjugendanwaltschaft des Kantons Zürich mit Ein-

gabe vom 19. August 2024 innert Frist Anschlussberufung (Urk. 136). 

2.

Mit Präsidialverfügung vom 9. September 2024 wurde der Verteidigung 

Frist angesetzt, um dem Gericht darzulegen, ob sie mit dem gemäss Angaben der 

Strafverfolgungsbehörden untergetauchten Beschuldigten in Kontakt stehe 

(vgl. Urk. 139). Am 30. September 2024 bestätigte die Verteidigung, dass sie re-

gelmässigen Kontakt mit ihm habe und dass er an der Berufung festhalte 

(Urk. 142). Im Nachgang dazu erging die Mitteilung, dass der Beschuldigte im 

Rahmen einer neuen Strafuntersuchung, die gegen ihn geführt wird, in Haft ge-

nommen wurde (Urk. 143). 

3.

In der Folge wurde auf den 23. Mai 2025 zur mündlichen Berufungsver-

handlung vorgeladen (Urk. 145). Auf Antrag der Oberjugendanwaltschaft 

(vgl. Urk. 149) wurde der rechtskräftige Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-

Limmat vom 23. Juli 2024, den der Beschuldigte inzwischen erwirkt hatte, beige-

zogen (Urk. 153). Zur Berufungsverhandlung, die aus gesetzlichen Gründen unter 

Ausschluss der Öffentlichkeit durchgeführt wurde (Art. 14 Abs. 1 JStPO), erschie-

nen der aus der Haft (in anderer Sache) zugeführte Beschuldigte in Begleitung 

seiner amtlichen Verteidigerin sowie der Vertreter der Oberjugendanwaltschaft, 

welche ihre Berufungsbegehren stellten und begründeten (Prot. II S. 5 ff.).

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II. Prozessuales

1.

Wie die Vorinstanz richtig erkannt hat, sind Tatvorwürfe zu beurteilen, die 

der Beschuldigte gemäss Anklageschrift teils vor und teils nach Vollendung sei-

nes 18. Altersjahrs begangen hat, weshalb gestützt auf Art. 3 Abs. 2 JStG grund-

sätzlich die Vorschriften des Jugendstrafgesetzes und der Jugendstrafprozess-

ordnung zur Geltung kommen, während hinsichtlich der Strafe nur das Strafge-

setzbuch (StGB) anwendbar ist (Urk. 124 S. 7 ff.). 

2.

Der Privatkläger 1 (B._____) hat seine ursprünglich angemeldete Zweit-

berufung gegen den Entscheid der Vorinstanz (Urk. 86) nach Eingang der begrün-

deten Urteilsausfertigung mit schriftlicher Eingabe vom 12. Juli 2024 zurückgezo-

gen (Urk. 123). Davon ist in Anwendung von Art. 3 Abs. 1 JStPO in Verbindung 

mit Art. 386 StPO Vormerk zu nehmen. 

3.1.

Gemäss Art. 3 Abs. 1 JStPO in Verbindung mit Art. 404 Abs. 1 StPO 

überprüft das Berufungsgericht das erstinstanzliche Urteil nur in den angefochte-

nen Punkten. Soweit gegen einen Teil des vorinstanzlichen Entscheids keine Be-

rufung erhoben resp. eine solche nicht aufrecht erhalten wurde, erwächst dieser 

in Rechtskraft (BSK StPO II-BÄHLER, Art. 402 N 2). 

3.2.

Nach Massgabe seiner Berufungserklärung beantragt der Beschuldigte 

einen Freispruch von den Anklagevorwürfen des Raubes in Anklageziffer 3 und 

der versuchten schweren Körperverletzung in Anklageziffer 9. Ebenso wendet er 

sich gegen die Strafzumessung (inkl. Anzahl erstandener Hafttage) sowie die An-

ordnung einer Massnahme für junge Erwachsene und verlangt die Gutheissung 

seiner Entschädigungs- und Genugtuungsansprüche (Urk. 126). Demgegenüber 

fordert die Oberjugendanwaltschaft in ihrer Anschlussberufung eine höhere Strafe 

sowie die Anordnung einer Landesverweisung für den Beschuldigten (Urk. 136; 

Urk. 157; Urk. 160). Im Umkehrschluss ergibt sich daraus, dass die Dispositivzif-

fern 1 (Verfahrenseinstellung), 2 teilweise (soweit es um die Schuldsprüche we-

gen mehrfachen Raubes in den Anklageziffern 1, 2 und 5 bis 7 sowie wegen 

mehrfacher Übertretung des Personenbeförderungsgesetzes und des Betäu-

bungsmittelgesetzes in den Anklageziffern 14 und 15 geht), 3 (Freisprüche in den 

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Anklageziffern 4 und 8 sowie 10 bis 12), 10 bis 15 (Entscheid über Beschlagnah-

mungen und Sicherstellungen), 16 bis 19 (Regelung der Zivilansprüche der Pri-

vatklägerschaft) sowie 20 bis 24 (Bemessung des Honorars der amtlichen Vertei-

digung bzw. der unentgeltlichen Privatklägervertretung) und 25 bis 26 (Kostenre-

gelung) des erstinstanzlichen Urteils allseits unangefochten geblieben sind. Die 

daraus resultierende Teilrechtskraft ist mittels Beschluss vorab festzustellen (BSK 

StPO II-BÄHLER, Art. 402 N 2). In allen übrigen Punkten steht der vorinstanzliche 

Entscheid im Appellationsprozess hingegen zur Disposition. 

4.

Soweit angezeigt, wird auf die vom Beschuldigten erhobenen Einwände in 

formeller Hinsicht im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen einzugehen sein. 

Davon abgesehen wurden im Berufungsverfahren von keiner Seite Vorfragen auf-

geworfen oder Beweisanträge gestellt, über die nicht bereits im Vorfeld der Beru-

fungsverhandlung befunden worden wäre. Demgemäss erweist sich die Sache als 

spruchreif, wobei bereits an dieser Stelle darauf hinzuweisen ist, dass sich die ur-

teilende Instanz nicht mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzen 

und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegen muss. Vielmehr kann sich 

das Berufungsgericht auf die für seinen Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte 

beschränken (BGE 147 IV 409 E. 5.3.4; 146 IV 297 E. 2.2.7; 141 IV 249 E. 1.3.1; 

Urteile des Bundesgerichtes 7B_611/2024 vom 13. November 2024 E. 4.2.2; 

6B_1135/2022 vom 21. September 2023 E. 3.2.3).

III. Sachverhalt und rechtliche Würdigung

1.

Die Vorinstanz hat die Grundsätze der Beweiswürdigung, welche bei der 

Sachverhaltsermittlung im Strafprozess zur Anwendung gelangen, im angefochte-

nen Entscheid zutreffend dargelegt (Urk. 124 S. 11 f.). Um Wiederholungen zu 

vermeiden, kann an dieser Stelle in Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO vollum-

fänglich darauf verwiesen werden.

2.1.

Betreffend Anklageziffer 3 stellt der Beschuldigte in Abrede, am 10. De-

zember 2021 die M._____-Filiale in L._____ überfallen zu haben (Prot. I S. 22; 

Prot. II S. 22). Für den Schuldnachweis stützt sich die Oberjugendanwaltschaft in 

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erster Linie auf die Ähnlichkeit mit anderen Raubstraftaten, die der Beschuldigte 

verübt hat, die Auswertung der Mobiltelefondaten, wonach sich der Beschuldigte 

zum Tatzeitpunkt in der Nähe der M._____-Filiale aufhielt, und die Tatsache, dass 

die Körperproportionen des Beschuldigten und diejenigen des Täters, wie sie auf 

den Überwachungsbildern des ausgeraubten Verkaufsgeschäfts zu sehen sind, 

eine hohe visuelle Übereinstimmung haben (Urk. 77 S. 3; Urk. 164 S. 1 f.; Prot. II 

S. 34). 

2.2.1.

Im Rahmen ihrer Beweiswürdigung legt die Vorinstanz zwar schlüssig 

dar, dass sich der Beschuldigte am Tag des anklagegegenständlichen Raubüber-

falls (10. Dezember 2021) in L._____ aufgehalten hat und dass er sich damals 

gerade auf Kurve befand, weshalb er Geld benötigt haben dürfte (Urk. 124 S. 19). 

Ebenso wird der Beschuldigte dadurch belastet, dass sein Mobiltelefongerät just 

im Zeitraum zwischen 17.14 Uhr und 17.41 Uhr, als sich der Überfall ereignet hat, 

abgestellt war (Urk. 33/1 S. 2). Dies allein genügt jedoch nicht, um den Beschul-

digten der Tat zu überführen, zumal er nicht abstreitet, dass er jenen Tag in 

L._____ verbracht haben könnte, wobei er geltend macht, dass er damals ohne 

festen Wohnsitz und deshalb viel unterwegs gewesen zu sei, um Bekannte wie 

den dort wohnhaften N._____ zu kontaktieren (vgl. Urk. 78 S. 8 f.), was sich inso-

fern mit der Aktenlage vereinbaren lässt, als das Mobiltelefongerät des Beschul-

digten bereits ab der Mittagszeit des 9. Dezember 2021 im Bereich von N._____ 

Wohnort eingeloggt war (Urk. 33/1 S. 2 f.; vgl. auch Urk. 18/14 F64). 

2.2.2. Wenig Aussagekraft hat sodann die im Polizeirapport vom 1. Juni 2022 

getroffene Feststellung, dass der Ablauf des Raubes vom 10. Dezember 2021 auf 

die M._____-Filiale in L._____ mit jenem bei den Überfällen vom 15. Dezember 

2021 auf die C._____-Filiale in O._____ und vom 23. Dezember 2021 auf die 

P._____-Tankstelle in Zürich-Q._____ vergleichbar sei (Urk. 3/3 S. 4). Es trifft 

zwar zu, dass die Täterschaft in all diesen Fällen mit vermummtem Gesicht auftrat 

und mittels Vorhalten eines Messers die anwesenden Verkaufsangestellten auf-

forderte, ihr das Bargeld aus der Kasse herauszugeben. Diese Vorgehensweise 

hebt die genannten Überfälle freilich kaum von anderen Raubstraftaten auf Ver-

kaufsgeschäfte ab, wie sie von den Gerichten immer wieder zu beurteilen sind. 

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Gestützt darauf kann mithin keine Eingrenzung der genannten Einzeltaten auf ei-

nen einzigen Täter vorgenommen werden. Bezeichnenderweise ist denn auch be-

reits die Vorinstanz hinsichtlich des Raubüberfalls vom 15. Dezember 2021 auf 

die C._____-Filiale in O._____ zum Schluss gekommen, dass sich eine Täter-

schaft des Beschuldigten nicht rechtsgenügend erstellen lässt (Urk. 124 S. 20 ff.). 

Daraus ergibt sich, dass die Begehung oder Nichtbegehung der anderen Taten 

beweismässig keine Rückschlüsse auf die Verübung des hier zu beurteilenden 

Raubüberfalls vom 10. Dezember 2021 erlaubt. 

2.2.3. Beizupflichten ist der Oberjugendanwaltschaft ferner, als in Bezug auf die 

Körperhöhe und die Körperproportionen laut dem Untersuchungsbericht des 

Fachbereichs Biometrie des Forensischen Instituts Zürich zur Täterhöhenrekon-

struktion eine grosse visuelle Übereinstimmung zwischen dem Beschuldigten und 

der Person besteht, die gemäss den Aufnahmen der am Tatort postierten Über-

wachungskameras den Überfall auf die M._____-Filiale in L._____ verübt hat 

(Urk. 32/3 S. 21). Gleichzeitig wird im Bericht aber offengelegt, dass sich die bio-

metrischen Untersuchungsergebnisse auch unter Annahme der sog. Nichtidenti-

tätshypothese, wonach es sich beim Täter gerade nicht um den Beschuldigten, 

sondern um eine unbekannte Person handelt, erklären lassen, weshalb die Be-

funde höchstens "mässig stark" für eine Täterschaft des Beschuldigten sprächen 

(Urk. 32/3 S. 22). Dies zeigt, dass selbst der forensische Spezialdienst dem Er-

gebnis der Täterhöhenrekonstruktion lediglich einen beschränkten Beweiswert zu-

misst. 

2.2.4. Andere Beweismittel, die mit Bezug auf das inkriminierte Geschehen auf 

eine Täterschaft des Beschuldigten hinweisen, gehen aus den Akten nicht hervor.

2.3.

Zusammengefasst lassen die vorhandenen Indizien weder für sich allein 

betrachtet noch in ihrer Gesamtheit eine hinreichende Identifikation des Beschul-

digten als derjenige, der am 10. Dezember 2021 die M._____-Filiale in L._____ 

überfallen hat, zu. Aufgrund des Untersuchungsergebnisses bestehen somit er-

hebliche und nicht überwindbare Zweifel daran, dass der Beschuldigte der Täter 

ist. Demzufolge ist er hinsichtlich von Anklageziffer 3 vom Vorwurf des Raubes im 

Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB freizusprechen. 

- 15 -

3.1.

Mit Bezug auf Anklageziffer 9 weist die Vorinstanz einleitend korrekt dar-

auf hin, dass der Anklagegrundsatz eingehalten ist, geht doch aus dem Gesamt-

zusammenhang der Anklageschrift hinreichend hervor, dass der Beschuldigte in 

der Nacht vom 22. auf den 23. April 2022 mit seinen Fusstritten gegen sein letzt-

lich unbekannt gebliebenes Opfer die Zufügung von lebensgefährlichen Verlet-

zungen im Sinne von Art. 122 Abs. 1 aStGB (in der bis zum 30. Juni 2023 gültigen 

Fassung) in Kauf genommen hat (vgl. Urk. 124 S. 32 f.). Im Übrigen zeugen die 

Ausführungen der Verteidigung, namentlich auch ihre zahlreichen Vorbringen ge-

gen die Annahme von Eventualvorsatz hinsichtlich einer schweren Körperverlet-

zung, davon, dass die Beschuldigtenseite weiss, gegen welchen Anklagevorwurf 

sie sich zu wehren hat.

3.2.

In sachverhaltsmässiger Hinsicht ist festzuhalten, dass der Beschuldigte 

zugibt, auf den Geschädigten – nachdem dieser ihn im Streit verbal provoziert 

habe und anschliessend gestolpert sei, sodass er auf die Strasse gefallen sei – 

zweimal eingetreten zu haben (Prot. I S. 30 f.; Prot. II S. 23). Aufgrund der Auf-

nahmen der umliegenden Überwachungskameras ist darüber hinaus einwandfrei 

erwiesen, dass der Beschuldigte die Tritte jeweils in Richtung des Kopfbereichs 

des Geschädigten ausführte, wobei zumindest der erste dessen Kopf auch tat-

sächlich getroffen hat (vgl. Urk. 9/5 bzw. Urk. 9/3 S. 8 f., S. 12). Ebenso ist auf 

den Aufnahmen ohne weiteres erkennbar, wie der Beschuldigte vor dem Kicken 

jeweils mit dem Fuss ausholt und sein Bein dann streckt, womit der Einwand der 

Verteidigung, es seien keine heftigen Fusstritte gewesen (Urk. 78 S. 20; Urk. 161 

S. 7 f.), widerlegt ist. Im Übrigen musste selbst der Beschuldigte einräumen, dass 

seine Fusstritte auf den Aufnahmen sehr heftig aussehen, wobei er lediglich auf-

grund des Umstands, dass der Geschädigte unmittelbar danach wieder aufstehen 

konnte, darauf schliesst, dass sie tatsächlich nicht heftig gewesen sein konnten 

(Prot. II S. 23). Weil das Blickfeld der Kamera durch den vorbeifahrenden Nachtli-

nienbus verdeckt wird, ist hingegen nicht zu sehen, ob und wie der Beschuldigte 

konkret nochmals gegen den Geschädigten nachgetreten hat, nachdem umste-

hende Personen diesem zu Hilfe gekommen waren. Mit dieser Relativierung, die 

für die rechtliche Würdigung nicht ausschlaggebend ist, ist der äussere Sachver-

haltsablauf anklagegemäss erstellt. 

- 16 -

3.3.1. Was die rechtliche Würdigung anbelangt, hat die Vorinstanz richtig er-

kannt, dass das mehrfache Treten gegen den Kopfbereich des bereits am Boden 

liegenden Geschädigten eine eventualvorsätzlich versuchte schwere Körperver-

letzung im Sinne von Art. 122 Abs. 1 aStGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 

StGB darstellt (Urk. 124 S. 31 f.). Hierauf ist in Anwendung von Art. 82 Abs. 4 

StPO vollumfänglich zu verweisen. So hat sich das Bundesgericht in seiner jünge-

ren Rechtsprechung bereits verschiedentlich mit Fusstritten gegen den Kopf des 

Opfers befasst, wobei teils die Abgrenzung der einfachen zur versuchten schwe-

ren Körperverletzung, teils aber sogar die Abgrenzung der Körperverletzungsde-

likte zur versuchten eventualvorsätzlichen Tötung zur Beurteilung stand (Urteil 

des Bundesgerichtes 6B_19/2021 vom 27. September 2021 E. 3.1.1 m.w.H.). 

Vorliegend bedarf es keiner weiteren Erklärung, dass der Beschuldigte beim Zu-

treten weder das Ziel seiner Fusstritte hinreichend genau steuern konnte, um ei-

nen Kopftreffer, der denn auch nachweislich eintrat, zu vermeiden, noch in der 

Lage war, das ihm bekannte Risiko schwerer Kopfverletzungen zu kalkulieren, 

wobei auch aus der Tatsache, dass der am Boden liegende Geschädigte nicht 

schwerwiegender verletzt worden zu sein scheint, selbstredend nicht geschlossen 

werden kann, dass die Tritte von vornherein ungeeignet gewesen wären, eine 

schwere Körperverletzung zu verursachen, wie es von der Beschuldigtenseite im 

Zusammenhang mit der Frage der Heftigkeit seiner Tritte geltend gemacht wurde 

(Prot. II S. 23; Urk. 161 S. 7 f.). Nicht zu hören ist die Verteidigung sodann, wenn 

sie geltend macht, dass eine ärztliche Begutachtung oder auch nur eine genaue 

Dokumentation der vom Widersacher des Beschuldigten erlittenen Läsionen fehlt 

(Urk. 161 S. 8), steht doch einzig eine versuchte Tatbegehung im Raume, wes-

halb für die rechtliche Würdigung letztlich irrelevant ist, ob und welche Verletzun-

gen der Geschädigte konkret davongetragen hat. 

3.3.2.

Im Übrigen schliesst entgegen der Auffassung der Verteidigung weder der 

geltend gemachte Umstand, dass der Beschuldigte aus einer Kurzschlussreaktion 

gehandelt haben soll, weil er vom Geschädigten provoziert worden war, noch der 

vorgebrachte vorgängige Alkohol- und Drogenkonsum aus, dass er mit seinen 

Fusstritten eine lebensgefährliche Verletzung des Geschädigten in Kauf genom-

men hat (vgl. Urk. 78 S. 20 f.; Urk. 161 S. 8). Denn zum einen ist den Überwa-

- 17 -

chungsbildern klar zu entnehmen, dass den Fusstritten ein Wortgefecht voraus-

ging und dass der Geschädigte noch versuchte, vor dem Beschuldigten wegzu-

laufen, was jenem aber misslang, weil er zu Boden stürzte, und diesem so ermög-

lichte, an ihn heranzukommen (Urk. 9/5 bzw. Urk. 9/3 S. 6 ff.). Es blieb dem Be-

schuldigten also genügend Zeit, um über sein Handeln bewusst zu entscheiden, 

wobei es zur Begründung von Eventualvorsatz ohnehin keiner grossen Überle-

gungen bedarf, sondern genügt, dass dem Täter die wesentlichen Umstände des 

Tatablaufs im Sinne eines Begleitwissens mitbewusst sind (BGE 125 IV 242 

E. 3d; Urteil des Bundesgerichtes 6B_1115/2022 vom 22. November 2023 

E. 2.2.4). Und zum anderen wirkt sich ein allfälliger Alkohol- und Drogenkonsum 

des Beschuldigten ohnehin nicht auf den Eventualvorsatz aus, sondern beschlägt 

wenn überhaupt die Frage der Schuldfähigkeit, welche von jener des tatbestands-

mässigen Vorsatzes grundsätzlich unabhängig zu beurteilen ist (BGE 115 IV 222 

E. 1; Urteile des Bundesgerichtes 6B_1363/2019 vom 19. November 2020 

E. 1.2.1; 6B_204/2016 vom 8. Dezember 2016 E. 2.4.2). Dass beim Beschuldig-

ten keine Gründe für einen vollständigen Schuldausschluss vorliegen, wurde aber 

schon von der Vorinstanz unter zutreffendem Hinweis darauf, dass der Beschul-

digte im Verlauf der Auseinandersetzung mit seinem Widersacher zu keinem Zeit-

punkt ernsthafte Koordinationsschwierigkeiten gezeigt hat, überzeugend darge-

legt (Urk. 124 S. 33). 

3.4.

Folgerichtig ist in Übereinstimmung mit dem vorinstanzlichen Entscheid 

der Schuldspruch betreffend Anklageziffer 9 zu bestätigen.

4.

Zusammengefasst ist das Urteil der Vorinstanz insofern zu bestätigen, als 

der Beschuldigte zusätzlich zur bereits in Rechtskraft erwachsenen Verurteilung 

wegen mehrfachen Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB (Anklagezif-

fern 1, 2, 5, 6 und 7) sowie wegen mehrfacher Übertretung von Art. 57 Abs. 3 

PBG (Anklageziffer 14) und mehrfacher Übertretung von Art. 19a Ziff. 1 BetmG 

(Anklageziffer 15) auch zweitinstanzlich der versuchten schweren Körperverlet-

zung im Sinne von Art. 122 Abs. 1 aStGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB 

(Anklageziffer 9) schuldig zu sprechen ist. Ferner ist der Beschuldigte neben den 

rechtskräftigen Freisprüchen berufungsweise zusätzlich auch vom Vorwurf des 

- 18 -

Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB in Anklageziffer 3 freizuspre-

chen. 

IV. Sanktion

A.

Ausgangslage

Die Vorinstanz hat den Beschuldigten mit einer Freiheitsstrafe von 20 Monaten 

sowie mit einer Busse von Fr. 200.– bestraft. Sodann hat sie beide Sanktionen für 

vollziehbar erklärt, gleichzeitig aber festgestellt, dass sie durch Haft, vorsorgliche 

Unterbringung und vorzeitigen Strafvollzug bereits erstanden sind (Urk. 124 

S. 41 ff.). Mit seiner Hauptberufung möchte der Beschuldigte neben der Bestäti-

gung der Busse eine Herabsetzung des Strafmasses auf 18 Monate Freiheits-

strafe erreichen, unter Anrechnung von 809 Tagen Haft, vorsorglicher Unterbrin-

gung und vorzeitigem Strafvollzug. Die Oberjugendanwaltschaft hält eine Erhö-

hung der Freiheitsstrafe auf 30 Monate und der Busse auf Fr. 300.– für angezeigt. 

Zudem beantragt sie ebenfalls – wenn auch in geringerem Umfang – die Anrech-

nung der erstandenen Haft, der vorsorglichen Massnahmen sowie des vorzeitigen 

Straf- und Massnahmenvollzugs (Urk. 160 S. 1 f.; Urk. 164 S. 4 ff.). 

B.

Grundsätze der Strafzumessung 

Mit Blick auf die Grundsätze der Strafzumessung nach Art. 47 ff. StGB kann vorab 

auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 124 

S. 42 ff.). Im Übrigen hat das Bundesgericht die allgemeinen Strafzumessungs-

prinzipien und die an sie gestellten Begründungsanforderungen wiederholt darge-

legt (statt vieler: BGE 136 IV 55 E. 5.4 ff. m.w.H.). Entsprechendes gilt für die Bil-

dung einer Gesamtstrafe in Anwendung von Art. 49 Abs. 1 StGB (BGE 144 IV 313 

E. 1.1; 141 IV 61 E. 6.1.2).

C.

1.

Strafart

Der Beschuldigte hat die versuchte schwere Körperverletzung zum Nach-

teil des letztlich unbekannt gebliebenen Opfers in Anklageziffer 9 (23. April 2022) 

- 19 -

sowie den Raubüberfall auf die C._____-Filiale in E._____ BL in Anklageziffer 7 

(20. Mai 2022) begangen, nachdem er sein 18. Altersjahr vollendet hat. Wie noch 

zu zeigen sein wird, erweist sich für diese beiden Einzeltaten, die der Beschul-

digte als Erwachsener begangen hat, aufgrund der verschuldensmässigen Beur-

teilung jeweils ein Strafmass als angemessen, welches einzig eine Freiheitsstrafe 

als angezeigt erscheinen lässt (s. dazu hinten Erw. IV.E.). Die Ausfällung einer 

Geldstrafe (Art. 34 StGB) scheidet demnach von vornherein aus. 

2.

Was die Taten anbelangt, die in die Zeit vor Erreichen der Volljährigkeit 

des Beschuldigten fallen – es handelt sich dabei um die Raubüberfälle gemäss 

den Anklageziffern 1, 2, 5 und 6 (16. August 2020 bis 6. Januar 2022) –, ist zu be-

rücksichtigen, dass das bisherige Strafverfahren keine erkennbare positive Wir-

kung auf sein Verhalten gezeigt hat, zumal der Beschuldigte wiederholt aus der 

damals laufenden vorsorglichen stationären Unterbringung entwichen ist und trotz 

bereits eingeleiteter Strafuntersuchung mehrfach straffällig wurde. Kommt hinzu, 

dass auch das im Vorverfahren eingeholte forensisch-psychiatrische Gutachten 

bekräftigt, dass vom Beschuldigten eine hohe Rückfallgefahr für erneute Straffäl-

ligkeit im gesamten bisherigen Delinquenzspektrum ausgeht (Urk. 21/9 S. 30 f.). 

Ferner ist zu berücksichtigen, dass eine Geldstrafe aus erzieherischen Gründen 

das Legalverhalten von Jugendlichen regelmässig nicht zu beeinflussen vermag. 

In Anbetracht dieser Umstände erscheint beim Beschuldigten demnach auch für 

die vor Vollendung seines 18. Altersjahrs begangenen Delikte eine freiheitsentzie-

hende Sanktion geboten, wobei nach Massgabe von Art. 3 Abs. 2 JStG auf die 

Strafe zwar die Regeln des Erwachsenenstrafrechts zur Anwendung gelangen 

(s. dazu vorn Erw. II.1.), die Freiheitsstrafe gemäss Art. 40 StGB inhaltlich aber 

ohnehin dem jugendstrafrechtlichen Freiheitsentzug nach Art. 25 JStG entspricht. 

3.

Schliesslich ist für die mehrfache Übertretung des Personenbeförderungs-

gesetzes und des Betäubungsmittelgesetzes zwingend eine separate Übertre-

tungsbusse (Art. 106 StGB) auszusprechen (s. dazu hinten Erw. IV.H.). 

- 20 -

D.

Strafrahmen

Im Einklang mit der Vorinstanz bildet der Raubüberfall gemäss Anklageziffer 7, 

der von ihm als Erwachsener begangen wurde, den Ausgangspunkt bei der Straf-

zumessung (Urk. 124 S. 45). Der Raubtatbestand sieht einen abstrakten Strafrah-

men von 6 Monaten bis zu 10 Jahren Freiheitsstrafe vor (Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 

StGB). Aussergewöhnliche Umstände, die es rechtfertigen würden, den ordentli-

chen Strafrahmen zu verlassen, liegen nicht vor. 

E.

1.

Tatkomponente Delikte nach Vollendung des 18. Altersjahrs 

Hinsichtlich der Verschuldensbewertung für den Raubüberfall in Anklage-

ziffer 7 kann vorab grundsätzlich auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz 

verwiesen werden (Urk. 124 S. 45 f.). Demnach ist mit Bezug auf die objektive 

Tatkomponente die nicht unerhebliche kriminelle Energie zu gewichten, die der 

Beschuldigte an den Tag gelegt hat, indem er zum Tatzeitpunkt am 20. Mai 2022 

kaum zufällig die C._____-Filiale in E._____ BL aufgesucht hat und eine Eisen-

stange, Handschuhe sowie zusätzliche Kleidung mit sich trug. Ferner geht der er-

beutete Deliktsbetrag von Fr. 7'500.– weit über das hinaus, was nötig wäre, um 

elementare Grundbedürfnisse zu decken oder einen mässigen Drogenkonsum zu 

finanzieren. Anders als von der Verteidigung geltend gemacht, handelt es sich bei 

der Tat also keineswegs um blosse Beschaffungskriminalität (Urk. 78 S. 32 f.). 

Auf der anderen Seite war die nötigende Einwirkung auf die Verkaufsangestellte 

der C._____-Filiale nicht besonders intensiv. Hinsichtlich der subjektiven Tatkom-

ponente fällt sodann ins Gewicht, dass der Beschuldigte direktvorsätzlich han-

delte. Ausserdem wies er gemäss berechtigter Einschätzung der forensisch-

psychiatrischen Sachverständigen keine Einschränkung der Schuldfähigkeit auf, 

geschah doch die Tat nicht etwa aus einer zufälligen Situation heraus, sondern 

wurde durch den Beschuldigten aktiv herbeigeführt und sind auch sonst keine si-

tuativen Faktoren ersichtlich, die ihn in seiner Steuerungsfähigkeit eingeengt ha-

ben könnten (Urk. 21/12 S. 4 f.). Wenn die Vorinstanz resümiert, es sei bezüglich 

des Raubes in Anklageziffer 7 von einem leichten Tatverschulden auszugehen, 

- 21 -

weshalb die Einsatzstrafe auf 12 Monate Freiheitsstrafe festzulegen sei, kann ihr 

darin folglich beigepflichtet werden. 

2.1.

Im Hinblick auf die Tatschwere der versuchten schweren Körperverlet-

zung in Anklageziffer 9 ist festzuhalten, dass der Beschuldigte einer am Boden 

liegenden Person zweimal gegen den Kopfbereich getreten hat, wobei zumindest 

der erste Schlag das Opfer tatsächlich am Kopf getroffen hat. Sein Widersacher 

war in diesem Moment längst unterlegen, zumal er beim vorausgegangenen 

Fluchtversuch gestolpert und auf die Strasse gefallen war. Im Verhalten des Be-

schuldigten manifestiert sich eine grobe Brutalität und massive Rücksichtslosig-

keit. Immerhin ist anzufügen, dass die Tat nicht von langer Hand geplant war, 

sondern sich die Auseinandersetzung, die letztlich zu den Fusstritten führte, inner-

halb von kurzer Zeit abspielte. Für tiefgreifende Überlegungen über die Folgen 

seines Tuns hatte der Beschuldigte also keine Zeit. Bei dieser Sachlage ist das 

objektive Tatverschulden als nicht mehr leicht zu bewerten. In klarer Abweichung 

von der Vorinstanz (Urk. 124 S. 46 f.) wäre für das vollendete Delikt daher eine 

deutlich höhere hypothetische Einsatzstrafe von 36 Monaten anzusetzen.

2.2.

Bei der subjektiven Tatschwere ist zum einen zu berücksichtigen, dass 

der Beschuldigte schwere Verletzungen bei seinem Opfer nicht direkt beabsich-

tigte, sondern eventualvorsätzlich in Kauf nahm. Zum anderen kann ihm gemäss 

Angaben der forensisch-psychiatrischen Sachverständigen in Bezug auf diese Tat 

infolge des unmittelbar vorausgegangenen Alkohol- und Drogenkonsums sowie 

des akuten affektiven Erregungszustands, der im Zuge der Auseinandersetzung 

mit seinem Widersacher entstanden ist, eine situative Einschränkung der Steue-

rungsfähigkeit attestiert werden (Urk. 21/12 S. 5). Vor diesem Hintergrund recht-

fertigt sich eine Herabsetzung des Strafmasses um rund einen Drittel. Demzu-

folge ist ein Strafabzug von 12 Monaten vorzunehmen.

2.3.

Dass es vorliegend bei einem Versuch einer schweren Körperverletzung 

geblieben ist, ist nicht etwa dem Beschuldigten zuzurechnen, sondern letztlich al-

lein dem Zufall zu verdanken, können doch Fusstritte gegen den Kopf eines am 

Boden liegenden Menschen ohne weiteres zu äusserst schweren und sogar le-

bensgefährlichen Verletzungen führen. Der Versuch kann deshalb nur leicht 

- 22 -

strafreduzierend berücksichtigt werden und es ist dafür eine weitere Strafreduk-

tion um 6 Monate angebracht.

2.4.

Isoliert betrachtet ergibt sich für die Tatkomponente bei der versuchten 

schweren Körperverletzung in Anklageziffer 9 demnach eine Einsatzstrafe von 

18 Monaten (entsprechend 36 Monaten abzgl. 12 Monaten abzgl. 6 Monaten). 

Nachdem die Tritte gegen den unbekannt gebliebenen Geschädigten in keinerlei 

Zusammenhang mit dem Überfall auf die C._____-Filiale in E._____ BL stehen, 

ist sodann eine merkliche Asperation vorzunehmen. Infolgedessen ist die Einsatz-

strafe für den Raub aufgrund der versuchten schweren Körperverletzung um 

12 Monate auf 24 Monate zu erhöhen.

F.

1.

Tatkomponente Delikte vor Vollendung des 18. Altersjahres 

Hinsichtlich der Delikte, die der Beschuldigte vor Eintritt seiner Volljährig-

keit begangen hat, ist in Erinnerung zu rufen, dass einzig eine Freiheitsstrafe in 

Frage kommt (s. dazu vorn Erw. IV.C.2.). Angesichts der Besonderheiten bei 

Übergangstätern ist allerdings zu berücksichtigen, dass Taten, welche vor Vollen-

dung des 18. Altersjahrs begangen wurden, bei der Gesamtstrafenbildung nicht 

stärker ins Gewicht fallen dürfen, als wenn sie für sich allein beurteilt worden wä-

ren (Art. 49 Abs. 3 StGB). 

2.

Wenn die Vorinstanz hinsichtlich der an sich unter das Jugendstrafrecht 

fallenden Delikte, bei denen es sich allesamt um Raubstraftaten handelt, die zwi-

schen dem 16. August 2020 und dem 6. Januar 2022 stattfanden, auf eine geson-

derte Bemessung der Einzeltaten verzichtet hat und stattdessen eine gesamthafte 

Strafbemessung vorgenommen hat (Urk. 124 S. 47 f.), ist dies unter dem Blick-

winkel der bundesgerichtlichen Rechtsprechung, gemäss welcher als Ausnahme 

von der konkreten Methode eine einheitliche Strafe für eine grössere Zahl von De-

likten zusammen ausgesprochen werden kann, wenn die Einzeltaten untereinan-

der zeitlich sowie sachlich eng miteinander verknüpft sind (Urteile des Bundesge-

richtes 6B_141/2021 vom 23. Juni 2021 E. 1.3.2; 6B_496/2020 vom 11. Januar 

2021 E. 3.4.2; 6B_112/2020 vom 7. Oktober 2020 E. 3.2), nicht zu beanstanden. 

- 23 -

3.

Soweit im Berufungsverfahren noch relevant, fällt verschuldensmässig ins 

Gewicht, dass der Beschuldigte zweimal ein Verkaufsgeschäft, namentlich die 

P._____ Tankstelle in Zürich-Q._____ im Dezember 2021 (Anklageziffer 5) und 

den R._____-Shop in S._____ im Januar 2022 (Anklageziffer 6), ausgeraubt hat, 

wobei er vom Tatablauf her im gleichen Stil wie beim bereits abgehandelten 

Raubüberfall auf die C._____-Filiale in E._____ BL (s. dazu vorn Erw. IV.E.1.) 

vorgegangen ist. Die anderen beiden Überfälle beging er im August 2020 auf den 

Privatkläger 1 (B._____) in Zürich-T._____ (Anklageziffer 1) und im Juni 2021 auf 

den Segelclub U._____ (Anklageziffer 2). Dabei trat er allerdings nicht als Allein-

täter, sondern zusammen mit mehreren Mittätern auf. Gerade in diesem Zusam-

menhang zeigt sich, dass eine Gruppendynamik stets geeignet ist, die Gefahr für 

die Opfer zu erhöhen, wurde doch der Privatkläger 1 bei seinem Fluchtversuch zu 

Boden gebracht (vgl. Urk. 20/21 S. 3) und hat einer der Mittäter die Beteiligten im 

Segelclub zusätzlich damit eingeschüchtert, dass er sie zusammen mit seinen 

Jungs bei ihnen zuhause aufsuchen und verprügeln werde, falls sie seinen finan-

ziellen Forderungen nicht nachkommen (vgl. Urk. 20/18 S. 5). Entgegen der Auf-

fassung der Verteidigung (Urk. 78 S. 37 f.) lässt sich die Beteiligung des Beschul-

digten daran auch nicht einfach mit Gruppendruck erklären. Vielmehr beging er 

diese Taten offenkundig aus eigenem Antrieb und handelte mit direktem Vorsatz. 

In Anbetracht dessen, dass nach Jugendstrafrecht bei Raub eine Sanktion von 

maximal 1 Jahr Freiheitsentzug droht (Art. 25 Abs. 2 lit. a JStG), die auch bei 

Mehrfachbegehung nicht überschritten werden darf (Art. 34 Abs. 2 JStG), erweist 

sich für die 4 Raubüberfälle bei isolierter Betrachtung eine Einsatzstrafe von ins-

gesamt 9 Monaten als angemessen. 

4.

Im Rahmen der Asperation ist im Weiteren zu bedenken, dass die Raub-

überfälle gemäss den Anklageziffern 1, 2, 5 und 6 zwar dasselbe Rechtsgut wie 

die bereits abgehandelte Raubstraftat in Anklageziffer 7 betreffen. Dennoch liefen 

die Überfälle im vorliegenden Zusammenhang teilweise völlig anders ab und rich-

teten sich zudem gegen jeweils andere Opfer. Erst recht stehen sie sodann in kei-

nerlei Konnex zur vorstehend beurteilten versuchten schweren Körperverletzung 

in Anklageziffer 9. Infolgedessen ist wiederum eine merkliche Asperation vorzu-

nehmen und es ist die Einsatzstrafe aufgrund der mehrfachen Raubtaten, die der 

- 24 -

Beschuldigte vor Erreichen seines 18. Altersjahrs verübt hat, um 6 Monate auf 

30 Monate zu erhöhen.

G.

1.

Täterkomponente

Mit Bezug auf die Täterkomponente hat die Vorinstanz hinsichtlich der Le-

bensgeschichte des 21-jährigen Beschuldigten zutreffend zusammengefasst, 

dass er als siebtes von 10 Kindern einer Mutter, die mit ihren ältesten 3 Kindern 

aus Somalia in die Schweiz geflüchtet ist, und eines irakischen Vaters, der eben-

falls als Flüchtling in der Schweiz lebt, jedoch nie eine echte Beziehung zu sei-

nem Kind aufgebaut hat, zur Welt gekommen ist. Die Situation seiner alleinerzie-

henden Mutter ist nicht nur von erzieherischer Überforderung, sondern auch von 

Armut, unsicherem Aufenthaltsstatus sowie fehlender Sprachkenntnisse und man-

gelnder Vertrautheit mit den hiesigen Verhältnissen geprägt. Der Beschuldigte 

selbst verfügt über einen Sek C-Schulabschluss, aber keine berufliche Ausbildung 

und es besteht bei ihm offenkundig eine gewisse Suchtmittelproblematik. Seit sei-

nem 15. Altersjahr ist er vorwiegend in Heimen fremdplatziert oder in Strafanstal-

ten untergebracht (zum Ganzen: Urk. 124 S. 48 f.; Prot. II S. 8 ff.). Aufgrund der 

schweren Kindheit, der damit verbundenen schwierigen Startbedingungen und 

der nach wie vor misslichen persönlichen Verhältnisse des Beschuldigten drängt 

sich eine erhebliche Strafminderung auf, der mit einer Reduktion des Strafmasses 

von 15 % Rechnung zu tragen ist.

2.

Bedeutsam ist auf der anderen Seite, dass der Beschuldigte gemäss 

Strafbefehl der Jugendanwaltschaft Winterthur vom 6. März 2020 eine teilweise 

einschlägige jugendstrafrechtliche Verurteilung wegen Raubes und weiterer De-

likte aufweist (Urk. 150). Zudem setzte der Beschuldigte seine Delinquenz wäh-

rend laufender Strafuntersuchung und ungeachtet seiner zwischenzeitlichen In-

haftierung und vorsorglichen Unterbringung, die teilweise im geschlossen Rah-

men und mit zwischenzeitlicher Einweisung in einer Strafanstalt vollzogen wurde 

(vgl. zu den Vollzugsdaten: Urk. 43 S. 1), fort. Seine strafrechtliche Vorbelastung 

und die andauernde Straffälligkeit ist mit einer Straferhöhung von 15 % zu veran-

schlagen.

- 25 -

3.

Der Beschuldigte hat sich hinsichtlich der Raubüberfälle im Wesentlichen 

geständig gezeigt, wobei ihm aufgrund der eindeutigen Beweislage letztlich nichts 

anderes übrig blieb und er sein Geständnis erst anlässlich der vorinstanzlichen 

Hauptverhandlung vorgebracht hat (Prot. I S. 18 ff., S. 23 f., S. 27 f.). Wie erörtert 

anerkannte er zudem zwar den äusseren Sachverhaltsablauf hinsichtlich des 

zweimaligen Tretens gegen eine Person, mit der er im Nachtleben einen verbalen 

Disput austrug, bestritt aber durchwegs, dabei schwere Körperverletzungen sei-

nes Widersachers in Kauf genommen zu haben (s. dazu vorn Erw. III. 3.1. ff.). 

Aufgrund des Nachtatverhaltens drängt sich somit höchstens eine leichte Strafre-

duktion von 10 % auf. Weitere Strafzumessungsgründe liegen nicht vor. Insbe-

sondere hat die Vorinstanz mit überzeugender Begründung eine Verletzung des 

Beschleunigungsgebots verneint (Urk. 124 S. 9 ff.). 

4.

In Abwägung der straferhöhenden und strafmindernden Faktoren rechtfer-

tigt es sich im Ergebnis, unter dem Gesichtspunkt der Täterkomponente eine Her-

absetzung der Sanktion im Umfang von 10 % vorzunehmen, was konkret einer 

Reduktion der Einsatzstrafe um rund 3 Monate entspricht. Insgesamt betrachtet 

erweist sich daher eine Freiheitsstrafe von 27 Monaten als dem Verschulden und 

den persönlichen Verhältnissen des Beschuldigten angemessen.

H.

Busse

Betreffend die separate Busse für die mehrfache Übertretung von Art. 57 Abs. 3 

PBG und von Art. 19a Ziff. 1 BetmG hat die Vorinstanz das Nötige ausgeführt 

(Urk. 124 S. 47). Um Wiederholungen zu vermeiden, kann an dieser Stelle auf die 

entsprechenden Erwägungen im angefochtenen Entscheid verwiesen werden. 

Entgegen der Auffassung der Oberjugendanwaltschaft (Urk. 77 S. 15; Urk. 160 

S. 2) besteht keine Veranlassung, den Bussenbetrag im Vergleich zur Vorinstanz 

auf Fr. 300.– zu erhöhen. Die erstinstanzlich ausgesprochene Busse von 

Fr. 200.– ist daher zu bestätigen. Anders als von der Oberjugendanwaltschaft gel-

tend gemacht (Urk. 164 S. 6), muss sodann in diesem Zusammenhang keine Zu-

satzbusse zum Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 23. Juli 

2024 ausgefällt werden, beging der Beschuldigte die Übertretungen, welche zur 

- 26 -

besagten Verurteilung geführt haben, doch erst nach Ergehen des vorinstanzli-

chen Urteils im hiesigen Verfahren, weshalb kein Anwendungsfall von retrospekti-

ver Konkurrenz nach Art. 49 Abs. 2 StGB vorliegt (vgl. BGE 138 IV 113 E. 3.4.3). 

I.

1.

Anrechnung

Was die nach Art. 51 StGB anzurechnende Haft anbelangt, ist die Be-

rechnung durch die Vorinstanz insofern unbestritten, als dem Beschuldigten zu-

sammengezählt 693 Tage anzurechnen sind. Diese setzen sich zum einen daraus 

zusammen, dass er sich zwischen dem 20. Oktober 2020 und dem 19. Dezember 

2022 insgesamt sechsmal in Haft befand, was 228 Tage ergibt. Zum anderen 

wurde der Beschuldigte im Rahmen seiner vorsorglichen Unterbringung zwischen 

dem 20. Februar 2021 und dem 10. März 2022 viermal ins Gefängnis Limmattal 

eingewiesen, woraus weitere 48 Tage resultieren, und war er zwischendurch vom 

15. September 2021 bis zum 8. Dezember 2021 während insgesamt 85 Tagen im 

Jugendheim V._____ geschlossen untergebracht. Praxisgemäss müssen ferner 

auch die 332 Tage, die er ab dem 19. Dezember 2022 bis zum vorzeitigen Mass-

nahmenantritt vom 16. November 2023 (nicht 13. November 2023, wie es in den 

Erwägungen des angefochtenen Entscheids steht [vgl. Urk. 71]), im vorzeitigen 

Strafvollzug verbracht hat, berücksichtigt werden (zum Ganzen: Urk. 124 S. 52). 

2.

Entgegen der Auffassung der Vorinstanz ist darüber hinaus jedoch auch 

die übrige Dauer der vorsorglichen Unterbringung des Beschuldigten dem Grund-

satz nach anrechenbar. So hat die Jugendanwaltschaft Limmattal / Albis die be-

treffende Schutzmassnahme mit Verfügung vom 9. März 2022 aufgehoben, weil 

diese infolge der Weigerungshaltung des Beschuldigten und mangels hinreichen-

der Fortschritte in der Deliktsprävention und im Sozialverhalten als gescheitert er-

achtet wurde (Urk. 34/64). In der Folge wurde der Beschuldigte erst wieder am 

23. Juni 2022 wegen des Verdachts neuer Straftaten festgenommen und in Unter-

suchungshaft gesetzt (Urk. 28/6). Später erfolgte dessen Versetzung in den vor-

zeitigen Strafvollzug (Urk. 28/38), bevor ihm dann von der Verfahrensleitung der 

Vorinstanz am 8. November 2023 unter Berufung auf das inzwischen ergangene 

psychiatrisch-psychologische Ergänzungsgutachten vom 6. Dezember 2022 der 

- 27 -

vorzeitige Massnahmeantritt im Massnahmezentrum W._____ bewilligt wurde 

(vgl. Urk. 71). Unter diesen Umständen kann nicht gesagt werden, dass die ur-

sprünglich durchgeführte vorsorgliche Schutzmassnahme ununterbrochen fortge-

setzt worden wäre, sondern ist zu konstatieren, dass die damalige Unterbringung 

als definitiv abgeschlossen zu gelten hat und es sich beim nachfolgenden vorzeiti-

gen Massnahmevollzug um eine neue und eigenständig angeordnete Massnahme 

handelt. In dieser Konstellation ist aber nach der bundesgerichtlichen Rechtspre-

chung bereits im Sachurteil des Strafgerichtes über die Anrechnung der Mass-

nahme zu befinden (eingehend dazu BGE 137 IV 7 E. 1.6.2). Aus den Akten er-

gibt sich, dass der Beschuldigte zwischen dem 1. September 2020 und dem 

5. September 2021 im Jugendheim AA._____ sowie in der …-Jugendstätte 

AB._____ vorsorglich untergebracht war, womit er sich – unter Aussparung der 

Zeit, in der er entwichen war und sich auf Kurve befand – während insgesamt 

235 Tage in der offenen Unterbringung befand (zu diesen Zeitangaben: Urk. 78 

S. 40 f.). Dabei erachtet das Bundesgericht eine Anrechnung einer gescheiterten 

Unterbringung in einer offenen Einrichtung, die mit dem hier zu beurteilenden Fall 

vergleichbar ist, zu 40 % – und nicht wie von der Verteidigung gefordert zur Hälfte 

(Urk. 78 S. 42; Urk. 161 S. 9 f.) – als ausreichend (BGE 142 IV 359 E. 359 E. 2.5). 

Demgemäss sind zusätzlich weitere 94 Tage (entsprechend 40 % von 235 Tagen) 

anrechenbar. 

3.

Des Weiteren ist zu ergänzen, dass der Beschuldigte am 29. Dezember 

2023 aus dem Massnahmenzentrum W._____ entwichen ist und am 6. März 2024 

wiederum verhaftet sowie zwecks Massnahmenüberprüfung in Sicherheitshaft 

nach Art. 22a StJVG versetzt wurde (Urk. 88; Urk. 90). Schliesslich wurde der vor-

zeitige Massnahmevollzug mit Beschluss der Vorinstanz vom 15. April 2024 auf-

gehoben und der Beschuldigte mit Entlassungsbefehl vom 16. April 2024 mit so-

fortiger Wirkung aus der Haft entlassen (Urk. 99; Urk. 103). Infolgedessen fallen 

für den zwischenzeitlich durchgeführten vorzeitigen Massnahmevollzug (43 Tage) 

und für die Sicherheitshaft (42 Tage) insgesamt weitere 85 Tage an, die als er-

standen zu gelten haben. Zusammen mit den genannten 693 bzw. 94 Tagen be-

läuft sich die Gesamtdauer, die in Anwendung von Art. 51 StGB an die heute aus-

zusprechende Sanktionen anzurechnen ist, mithin auf 872 Tage. 

- 28 -

Vollzug

Zu Recht hat die Vorinstanz schliesslich den Vollzug der Freiheitsstrafe 

J.

1.

und der Busse geregelt, obschon die beiden Sanktionen durch die erstandene 

Dauer von Untersuchungshaft, vorsorglicher Unterbringung, vorzeitigem Straf- 

und Massnahmevollzug sowie Sicherheitshaft zwecks Massnahmenüberprüfung 

vollständig erstanden ist (PK StGB-TRECHSEL/PIETH, Art. 42 StGB N 4 m.w.H.). 

2.

Wie noch zu zeigen sind wird, ist von der Anordnung einer Massnahme 

für junge Erwachsene im Sinne von Art. 61 StGB abzusehen (s. dazu hinten 

Erw. V.). Vor diesem Hintergrund erweist es sich im Ergebnis richtig, dass sich die 

Vorinstanz auch zum Vollzug der ausgefällten Freiheitsstrafe äusserte. Hinsicht-

lich der allgemeinen Voraussetzungen für den bedingten Vollzug kann in Anwen-

dung von Art. 82 Abs. 4 StGB auf die entsprechenden Ausführungen der Vorin-

stanz verwiesen werden (Urk. 124 S. 50 f.). Angesichts der einschlägigen Vor-

strafe sowie des Umstands, dass sich der Beschuldigte nicht einmal vom vorin-

stanzlichen Urteil beeindrucken liess, sondern im August 2024 einen weiteren 

Raubüberfall auf die C._____-Filiale in AC._____ beging, für die er gemäss Anga-

ben der Verteidigung eine neuerliche Verurteilung zu vergegenwärtigen haben 

wird (vgl. Urk. 161 S. 3 f.), kann dem Beschuldigten keine günstige Prognose 

mehr ausgestellt werden, weshalb die auszufällende Freiheitsstrafe für vollziehbar 

zu erklären ist, wobei davon Vormerk zu nehmen ist, dass diese infolge Anrech-

nung nach Art. 51 StGB vollständig erstanden ist.

3.

Was die Übertretungsbusse von Fr. 200.– anbelangt, die zusätzlich aus-

zufällen ist, wäre diese von Gesetzes wegen an sich ebenfalls unbedingt auszu-

sprechen (vgl. Art. 105 Abs. 1 StGB). Entsprechend ist sie für vollziehbar zu erklä-

ren, wobei für den Fall der schuldhaften Nichtbezahlung praxisgemäss eine Er-

satzfreiheitsstrafe von 2 Tagen anzusetzen wäre. Allerdings ist dabei wiederum 

davon Vormerk zu nehmen, dass die Busse infolge der Anrechnung nach Art. 51 

StGB vollständig getilgt ist.

- 29 -

V. Massnahme für junge Erwachsene

1.

Berufungsweise ficht der Beschuldigte die erstinstanzlich angeordnete 

Einweisung in eine Massnahme für junge Erwachsene an (vgl. Urk. 126 S. 3 f.; 

Urk. 161 S. 2, 11 ff.), wobei nunmehr auch die Oberjugendanwaltschaft auf ihren 

ursprünglichen Antrag auf Anordnung einer solchen verzichtet hat (Urk. 160).

2.1.

Die Vorinstanz hat sich bei ihrer Beurteilung der Massnahme nach Art. 61 

StGB massgeblich von der entsprechenden sachverständigen Empfehlung im er-

gänzenden psychiatrisch-psychologische Begutachtung von Dr. med. AD._____ 

vom 6. Dezember 2022 leiten lassen (Urk. 124 S. 54 ff. unter Verweis auf 

Urk. 21/9). Zudem konnte die Vorinstanz ihren Entscheid auf die Aussagen des 

Beschuldigten abstützen, der bei ihr vor Schranken noch explizit geäussert hatte, 

dass er ein normales Leben führen wolle und an seinen Problemen arbeiten 

möchte sowie dass er gewillt sei, die Massnahme durchzuziehen (Prot. I S. 16). 

2.2.

Zwar machte der Beschuldigte an der Berufungsverhandlung nach wie 

vor geltend, sein Leben in geordnete Bahnen bringen und insbesondere an seiner 

Suchtproblematik arbeiten zu wollen, jedoch lehnte er eine Massnahme für junge 

Erwachsene nunmehr kategorisch ab, indem er angab, diese nicht zu akzeptieren 

und als kein geeignetes Instrument für sich und seine Ziele zu erachten. Stattdes-

sen sei er optimistisch, seine Probleme in Freiheit mit der Unterstützung seines 

Beistands, seiner Familie und seiner Anwältin in den Griff zu bekommen (Prot. II 

S. 11 ff., S. 19 ff., S. 25 f., S. 31 ff.). Seine ablehnende Haltung hatte der Beschul-

digte zudem in aller Deutlichkeit manifestiert, als er gerade einmal 43 Tage nach 

dem ihm bewilligten vorzeitigen Massnahmeantritt aus dem Massnahmezentrum 

W._____ entwich, weil man in seinem Zimmer Cannabis gefunden und ihm eine 

Disziplinarstrafe in Form eines kurzzeitigen Aufenthalts "im Bunker" gedroht hatte. 

In der Folge wurde der vorzeitige Massnahmevollzug ganz aufgehoben (Urk. 99) 

und der Beschuldigte befindet sich inzwischen wegen anderweitiger Straffälligkeit 

bereits wieder im vorzeitigen Strafvollzug (Urk. 151). Entsprechend mangelt es 

dem Beschuldigen zum jetzigen Zeitpunkt offensichtlich an dem von der Recht-

sprechung des Bundesgerichtes für die Anordnung einer Massnahme im Sinne 

- 30 -

von Art. 61 StGB vorausgesetzten Mindestmass an Motivation (vgl. BGE 142 IV 

49 E. 2.1.2; 123 IV 113 E. 4.c.dd), welche Auffassung auch von Seiten der Ober-

jugendanwaltschaft geteilt wird (Urk. 164 S. 3 f.). 

3.

Schlussfolgernd erscheint die Einweisung des Beschuldigten in eine Ein-

richtung für junge Erwachsene im Sinne von Art. 61 StGB unter Berücksichtigung 

seiner grundsätzlichen Massnahmenbedürftigkeit zwar als durchaus geboten, ist 

jedoch angesichts seines hartnäckig unkooperativen Verhaltens und seiner vehe-

menten, offenkundigen Massnahmenunwilligkeit als aussichtslos zu qualifizieren, 

weshalb in Abweichung vom vorinstanzlichen Erkenntnis von der Anordnung einer 

solchen abzusehen ist. 

VI. Landesverweisung / SIS-Ausschreibung

1.

Die Vorinstanz, welche die rechtlichen Grundlagen der Landesverweisung 

für Straftäter mit ausländischer Staatsangehörigkeit zutreffend wiedergegeben 

hat, hat richtig erkannt, dass der Beschuldigte mit der versuchten schweren Kör-

perverletzung vom 23. April 2022 in Zürich und dem Raubüberfall vom 20. Mai 

2022 auf die C._____-Filiale in E._____ BL zwei Katalogtaten verübt hat, die nach 

Art. 66a Abs. 1 lit. b und c StGB zu einer grundsätzlich obligatorischen Wegwei-

sung führen. Sie nimmt aber beim Beschuldigten einen schweren persönlichen 

Härtefall an und gewichtet seine privaten Interessen am Verbleib in der Schweiz 

höher als die öffentlichen Interessen an dessen Fernhaltung. Entsprechend 

kommt sie zum Schluss, dass weder eine Landesverweisung noch die ebenfalls 

beantragte Ausschreibung im Schengener Informationssystem (SIS) anzuordnen 

sei (Urk. 124 S. 58 ff.). Dieser Beurteilung kann nicht gefolgt werden. 

2.

Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist die Härtefallklausel re-

striktiv anzuwenden (BGE 146 IV 105 E. 3.4.2; 144 IV 332 E. 3.3.1). Aufgrund der 

Regelung von Art. 66a Abs. 2 Satz 2 StGB, wonach der besonderen Situation von 

Ausländern Rechnung zu tragen ist, die in der Schweiz geboren und aufgewach-

sen sind, ist in solchen Fällen zwar grundsätzlich von einem bedeutenden Inter-

esse am Verbleib in der Schweiz auszugehen. Eine lange Anwesenheit und die 

- 31 -

damit verbundene normale Integration für sich allein genügen jedoch nicht, um ei-

nen schweren persönlichen Härtefall zu begründen. Es ist auch nicht schematisch 

ab einer gewissen Aufenthaltsdauer eine Verwurzelung in der Schweiz anzuneh-

men (BGE 144 IV 455 E. 7.2.1 m.w.H.). Erforderlich sind vielmehr besonders in-

tensive, über eine normale Integration hinausgehende private Beziehungen beruf-

licher oder gesellschaftlicher Natur (Urteile des Bundesgerichtes 6B_43/2024 vom 

5. August 2024 E. 3.3; 6B_1314/2019 vom 9. März 2020 E. 2.3.6; 6B_1044/2019 

vom 17. Februar 2020 E. 2.5.2). Im Rahmen der ebenfalls gebotenen Interessen-

abwägung ist sodann in erster Linie zu prüfen, ob die vom Täter verübten Kata-

logtaten einen Schweregrad erreichen, der die Landesverweisung zur Wahrung 

der inneren Sicherheit als notwendig erscheinen lässt (vgl. Urteile des Bundesge-

richtes 6B_577/2022 vom 18. März 2024 E. 1.2.4; 6B_542/2023 vom 15. Februar 

2023 E. 1.3.3; 6B_643/2023 vom 8. Januar 2024 E. 1.5.1). Im Falle eines jungen 

Erwachsenen muss für die Einschätzung, ob resp. wie stark die öffentliche Sicher-

heit weiterhin gefährdet ist, zudem insbesondere berücksichtigt werden, dass die 

Persönlichkeitsentwicklung zum Deliktszeitpunkt allenfalls noch nicht abgeschlos-

sen war (Urteile des Bundesgerichtes 6B_43/2024 vom 5. August 2024 E. 3.3; 

6B_771/2022 vom 25. Januar 2023 E. 1.2.1; 6B_914/2020 vom 26. April 2021 

E. 1.6.3). 

3.1.

Zwar ist der Beschuldigte in der Schweiz geboren und aufgewachsen, wo 

er auch sein gesamtes Leben einschliesslich seiner Kindheit und seiner Schulzeit 

verbracht hat. Ebenso befindet sich hier sein gesamtes soziales Umfeld, wohinge-

gen in Somalia kaum Integrationschancen für ihn vorhanden sind, beherrscht er 

doch im Gegensatz zum Schweizerdeutsch, das er fliessend spricht, die dortige 

Sprache nicht, kennt er sich mit der somalischen Kultur nicht aus und verfügt er in 

seinem Herkunftsstaat über keinerlei persönliche Kontakte oder reelle Aussichten, 

beruflich nachhaltig Fuss zu fassen. Auf der anderen Seite ist zu berücksichtigen, 

dass der Beschuldigte zwar eigenen Angaben zufolge über einen Sek C-Schulab-

schluss verfügt, jedoch keine Berufsausbildung vorzuweisen hat. Soweit ersicht-

lich kennt er keine geregelte Tagesstruktur und ging bisher, obschon er keine kör-

perliche Einschränkungen aufweist und arbeitsfähig ist, auch nie einer legalen Er-

werbstätigkeit nach. Selbst dann, wenn die Beziehung zu seiner Mutter und sei-

- 32 -

nen Geschwistern intakt sein sollte und er an sich berechtigt wäre, von seinen El-

tern finanzielle Unterstützung zu erhalten, ist sodann eine besondere Intensität 

der familiären Bindung des volljährigen Beschuldigten zu seinen Familienangehö-

rigen, namentlich in Form einer Übernahme von Verantwortung für eine andere 

Person infolge von Betreuungs- und Pflegebedürfnissen bei körperlicher resp. 

geistiger Behinderung oder schwerwiegender Krankheit (vgl. Urteile des Bundes-

gerichtes 6B_577/2022 vom 18. März 2024 E. 1.2.2; 6B_1245/2021 vom 8. Juni 

2022 E. 2.3.3; 6B_429/2021 vom 3. Mai 2022 E. 3.2.2), nicht erkennbar. Ob bei 

dieser Ausgangslage, wonach letztlich nur die lange Anwesenheitsdauer in der 

Schweiz und die umgekehrt fehlenden Beziehungen zu Somalia für den Beschul-

digten sprechen, einen schweren persönlichen Härtefall zu begründen vermögen, 

braucht jedoch nicht abschliessend geklärt werden, da – wie sogleich aufzuzeigen 

sein wird (s. dazu hinten Erw. VI.3.2.) – die öffentlichen Interessen an dessen 

Wegweisung derart bedeutsam sind, dass die Landesverweisung auch bei Beja-

hung eines Härtefalles anzuordnen ist.

3.2.

Im Rahmen der Interessenabwägung fällt namentlich ins Gewicht, dass 

der Versuch einer schweren Körperverletzung und die Begehung eines Raub-

überfalls unter Mitführung einer Eisenstange schwerwiegende Verstösse gegen 

die öffentliche Sicherheit und Ordnung darstellen, zumal dabei besonders hoch-

wertige Rechtsgüter der Opfer tangiert werden (vgl. Urteile des Bundesgerichtes 

6B_856/2023 vom 8. Januar 2024 E. 3.4; 6B_429/2021 vom 3. Mai 2022 E. 3.1.2; 

6B_535/2021 vom 14. Juli 2021 E. 4.3.2). Zu beachten ist überdies, dass im Falle 

des Beschuldigten dafür ein Strafmass von 27 Monaten Freiheitsstrafe auszufäl-

len ist. Nur schon aus der Strafhöhe ergibt sich mit Blick auf die 2-Jahres-Regel, 

wonach es bei einer strafrechtlichen Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe von 

2 Jahren oder mehr ausserordentlicher Umstände bedarf, damit die Interessen 

des Täters am Verbleib in der Schweiz die öffentlichen Fernhalteinteressen über-

wiegen (Urteile des Bundesgerichtes 6B_43/2024 vom 5. August 2024 E. 4.3; 

6B_1248/2023 vom 9. April 2024 E. 3.4; 6B_694/2023 vom 6. Dezember 2023 

E. 3.3.5), ein beträchtliches öffentliches Interesse an der Wegweisung des Be-

schuldigten. Erschwerend kommt hinzu, dass dieser bereits mit Strafbefehl der 

Jugendanwaltschaft Winterthur vom 6. März 2020 wegen zahlreicher Delikte, u.a. 

- 33 -

Raub, zu einer jugendstrafrechtlichen ambulanten Massnahme und zu einer per-

sönlichen Leistung von 7 Tagen verurteilt ist (Urk. 150). Damit war sein Leumund 

bereits getrübt, als er die hier zu beurteilenden Anlasstaten beging, woran nichts 

ändert, dass die teils einschlägige und als Minderjähriger erwirkte Verurteilung 

nicht gleich schwer wiegt, wie wenn sie ihm als Erwachsener auferlegt worden 

wäre (Urteile des Bundesgerichtes 6B_1234/2023 vom 11. Juli 2024 E. 3.8.1 

m.w.H.; 6B_1077/2020 vom 2. Juni 2021 E. 1.5.3). Als zusätzlich belastend wirkt 

sich zudem aus, dass der Beschuldigte auch nach Einleitung der vorliegenden 

Strafuntersuchung seine Delinquenz mehrfach fortgesetzt hat. Dabei ist er im Ver-

lauf des bisherigen Strafverfahrens vor allem dadurch aufgefallen, dass er sich 

gegenüber den Institutionen, in denen er untergebracht war, unkooperativ verhal-

ten und aggressiv gezeigt hat sowie dass er die Arbeit verweigert hat und mehr-

mals entwichen ist (vgl. dazu die illustrativen Ausführungen der Jugendanwalt-

schaft in Urk. 28/8 S. 3 f.). Darüber hinaus hat er sich gemäss Strafbefehl der 

Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 23. Juli 2024 auch nach Begehung der 

versuchten schweren Körperverletzung im April 2022 und des Raubes im Mai 

2022 erneut schuldig gemacht, indem er in der Öffentlichkeit eine verbotene 

Schreckschusspistole mit sich führte (Urk. 153). Und selbst nach Ergehen des 

erstinstanzlichen Urteils vom 7. Dezember 2023 und somit in Kenntnis dessen, 

dass eine Landesverweisung konkret im Raum steht, hat er im August 2024 ein-

gestandenermassen einen weiteren Raubüberfall auf die C._____-Filiale in 

AC._____ verübt, weshalb nunmehr ein neues Strafverfahren gegen ihn hängig 

ist, bei dem mit einer abermaligen Verurteilung, diesmal im abgekürzten Verfah-

ren, zu rechnen ist (Prot. II S. 16, S. 21; Urk. 161 S. 3 f.). Bei dieser Sachlage ist 

die Wahrscheinlichkeit, dass der Beschuldigte erneut mit den genannten Anlass-

taten vergleichbare Delikte begeht, als erheblich zu qualifizieren. Im Übrigen trifft 

es zwar zu, dass sich der Vorfall in Zürich, der zum körperlichen Übergriff auf das 

letztlich unbekannt gebliebene Opfer geführt hat, und der Raubüberfall auf die 

C._____-Filiale in E._____ BL ereignet haben, kurz nachdem der Beschuldigte 

die Volljährigkeit erreicht hat. Dies allein genügt jedoch nicht, um seine privaten 

Interessen an einem Verbleib in der Schweiz überwiegen zu lassen. Stattdessen 

wäre dafür massgebend, ob es sich bei seiner Delinquenz um ein bloss episoden-

- 34 -

haftes Verhalten handelt und ob er altersbedingt noch nicht fähig war, sein Un-

recht einzusehen (vgl. Urteile des Bundesgerichtes 6B_771/2022 vom 25. Januar 

2023 E. 1.6; 6B_513/2021 vom 31. März 2022 E. 1.5.3; 6B_1077/2020 vom 

2. Juni 2021 E. 1.3 ff.). Anhaltspunkte, die auf ein bloss episodenhaftes Verhalten 

oder auf die Unfähigkeit, das Unrecht der Anlasstaten zu erkennen, schliessen 

liessen, sind indessen aus den Akten nicht ersichtlich, zumal er, wie soeben er-

wähnt, im Jahr 2024 einen Raubüberfall verübte, womit er sein Rückfallrisiko be-

züglich der künftigen Begehung einer Katalogtat deutlich manifestiert hat. In Wür-

digung aller aufgeführten Gründe vermögen die privaten Interessen des Beschul-

digten die öffentlichen Interessen an seiner Wegweisung deshalb nicht aufzuwie-

gen. 

3.3.

Schliesslich wurden auch keine Behauptungen aufgestellt, wonach der 

Beschuldigte bei einer Rückführung nach Somalia einer konkreten Verfolgungssi-

tuation oder als Einzelperson einer aktuell drohenden Gefährdung ausgesetzt 

sein könnte. Entsprechend bestehen keine Vollzugshindernisse im Sinne von 

Art. 66d StGB, an denen eine Ausweisung im jetzigen Zeitpunkt definitiv zu schei-

tern droht. Demgemäss ist in Abänderung des erstinstanzlichen Urteils eine Lan-

desverweisung anzuordnen. 

4.1.

Zusammengefasst ist der Beschuldigte in Anwendung von Art. 66a Abs. 1 

lit. b und c StGB obligatorisch des Landes zu verweisen, wobei die Dauer ange-

sichts des jugendlichen Alters des Beschuldigten auf 5 Jahre festzulegen ist.

4.2.

Im Weiteren hat das Bundesgericht die Voraussetzungen für eine Aus-

schreibung im SIS wiederholt dargelegt (BGE 147 IV 340 E. 4; 146 IV 172 E. 3.2). 

Darauf kann an dieser Stelle verwiesen werden. Sowohl der Tatbestand der 

schweren Körperverletzung wie auch derjenige des Raubes sehen im Höchst-

mass eine Freiheitsstrafe von 10 Jahren vor. Nach Massgabe der vorstehenden 

Erwägungen ergibt sich zudem offenkundig, dass vom Beschuldigten eine ernst-

zunehmende Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung ausgeht (s. dazu 

vorn Erw. VI.3.2.). Damit sind die Voraussetzungen für eine SIS-Ausschreibung 

erfüllt.

- 35 -

VII. Kosten- und Entschädigungsfolgen

1.

Nachdem die Regelung der Kosten bis zum Abschluss des erstinstanzli-

chen Verfahrens in Rechtskraft erwachsen ist (s. dazu vorn Erw. II.3.2.), sind die 

Kosten des Rechtsmittelverfahrens zu bemessen. Unter Berücksichtigung des 

Umstands, dass der Beschuldigte einen Teil der Taten vor Vollendung des 18. Al-

tersjahrs begangen hat, ist für das Berufungsverfahren eine reduzierte Entscheid-

gebühr von Fr. 1'800.– zu veranschlagen (§ 16 Abs. 1 GebV OG in Verbindung 

mit § 14 Abs. 1 lit. b GebV OG).

2.1.

Im Berufungsprozess werden die Kosten nach Obsiegen und Unterliegen 

auferlegt (Art. 44 Abs. 2 JStPO in Verbindung mit Art. 428 Abs. 1 StPO). Ob bzw. 

inwieweit eine Partei im Sinne dieser Bestimmung obsiegt oder unterliegt, hängt 

davon ab, in welchem Ausmass ihre vor der zweiten Instanz gestellten Anträge 

gutgeheissen werden (vgl. Urteil des Bundesgerichtes 6B_791/2023 vom 23. Au-

gust 2023 E. 1.4 m.w.H.). Soweit die Staatsanwaltschaft unterliegt, trägt der ver-

fahrensführende Kanton die Kosten (JOSITSCH/SCHMID, Praxiskommentar StPO, 

Art. 428 StPO N 3).

2.2.

Der Beschuldigte dringt mit seiner Appellation lediglich insofern durch, als 

er einen Freispruch vom Vorwurf des Raubes in Anklageziffer 3 sowie ein Abse-

hen von der Anordnung einer Massnahme für junge Erwachsene erwirkt. In allen 

anderen Punkten unterliegt er. Demgegenüber obsiegt die Oberjugendanwalt-

schaft in Bezug auf die Landesverweisung und zumindest teilweise auch hinsicht-

lich der Erhöhung des Strafmasses. Ausgangsgemäss sind damit die Kosten des 

Berufungsverfahrens, mit Ausnahme derjenigen der amtlichen Verteidigung, zu 

2/3 dem Beschuldigten aufzuerlegen sowie im verbleibenden Umfang von 1/3 auf 

die Gerichtskasse zu nehmen. Keine Kosten zu tragen hat im Übrigen der Privat-

kläger 1 (B._____), nachdem der Rückzug seiner ursprünglich angemeldeten Be-

rufung so früh erfolgt ist, dass praxisgemäss von einer Kostenauflage abzusehen 

ist (ZR 2011 Nr. 37).

2.3.

Für ihre Aufwendungen und Barauslagen im Berufungsprozess macht die 

amtliche Verteidigung Fr. 11'833.20 (inkl. Barauslagen und MWST) geltend 

- 36 -

(Urk. 162). Das geforderte Honorar steht nach Anpassung der tatsächlichen 

Dauer der Berufungsverhandlung und Ergänzung um den Aufwand für die Nach-

besprechung des Urteils mit dem Beschuldigten im Einklang mit den Ansätzen der 

Anwaltsgebührenverordnung und erweist sich grundsätzlich als angemessen. Mit-

hin ist die amtliche Verteidigerin mit einem Betrag von Fr. 11'850.– aus der Ge-

richtskasse zu entschädigen. Um den Besonderheiten bei Übergangstätern, die 

einen Teil der Delikte vor Erreichen der Volljährigkeit begangen haben, Rechnung 

zu tragen, namentlich um dem noch sehr jungen Beschuldigten das wirtschaft-

liche Fortkommen nicht übermäss zu erschweren, erscheint es als geboten, die 

Kosten der Offizialverteidigung für das Rechtsmittelverfahren – analog zur Rege-

lung in erster Instanz – definitiv auf die Gerichtskasse zu nehmen.

3.1.

Der Beschuldigte verlangt für die von ihm erstandene Überhaft eine Ge-

nugtuung von Fr. 150.– pro Tag und beziffert seinen Anspruch mit einem Gesamt-

betrag von Fr. 21'300.– nebst Zins ab dem jeweiligen Hafttag (Urk. 161 S. 9 ff.; 

Urk. 78 S. 51).

3.2.1. Wie erörtert, befand sich der Beschuldigte im Verlauf des vorliegenden 

Verfahrens während insgesamt 228 Tagen in Untersuchungshaft. Hinzu kommen 

332 Tage vorzeitiger Strafvollzug sowie insgesamt 85 Tage für den während 

42 Tagen andauernden vorzeitigen Massnahmevollzug, der ebenfalls genugtu-

ungsrelevant ist (vgl. Urteil des Obergerichtes des Kantons Zürich SB240357 vom 

19. Februar 2025), und die anschliessende 43-tägige Sicherheitshaft (s. dazu 

vorn Erw. IV.I.1. ff.). Das ergibt zusammengerechnet 645 Tage, die bei der Be-

rechnung, ob eine Überhaftsituation besteht, unzweifelhaft mitzuzählen sind. 

3.2.2. Demgegenüber muss bei der Ermittlung, ob Überhaft besteht, die Dauer 

der vom Beschuldigten nach Jugendstrafrecht erstandenen vorsorglichen Unter-

bringung ausgeklammert werden, da diese gemäss bundesgerichtlicher Recht-

sprechung auch dann keine Genugtuungsansprüche auslöst, wenn die Schutz-

massnahme wie im hier zu beurteilenden Fall in der Folge abgebrochen oder auf-

gehoben wird (BGE 148 IV 419 E. 1.6). So unterscheidet sich die vorsorgliche Un-

terbringung klar von der Untersuchungs- bzw. Sicherheitshaft insofern, als jene 

ausschliesslich jugendstrafrechtlich relevante Zwecke verfolgt, indem sie insbe-

- 37 -

sondere der Krisenintervention zur umgehenden Gewährleistung des Schutzes 

und der Erziehung des Jugendlichen dient. Angesichts der wiederholten Straffäl-

ligkeit und des dauerhaft unkooperativen Verhaltens bestand beim Beschuldigten 

im Zeitpunkt der Anordnung fraglos eine erzieherische Gefährdungslage, sodass 

einzig eine sofortige Intervention in Form einer vorsorglichen Unterbringung gebo-

ten war, um dem dringlichen Schutzbedürfnis des damals noch jugendlichen Be-

schuldigten Rechnung zu tragen. In Anbetracht des ausserordentlich schwierigen 

Verlaufs der Unterbringung, der von mehreren Entweichungen und häufigen Dis-

ziplinarverstössen geprägt war (vgl. dazu den Abschlussbericht der Jugendan-

waltschaft Limmattal / Albis vom 28. März 2022 in Urk. 91/1), erweist sich aber 

auch die zeitweise geschlossene Unterbringung des Beschuldigten im Jugend-

heim V._____ sowie dessen mehrfache Einweisung ins Gefängnis Limmattal als 

verhältnismässig. Die Anrechnung der Unterbringung an die strafrechtliche Sank-

tion verhindert mithin zwar, dass eine eigentliche Doppelbestrafung der betroffe-

nen Person stattfindet, ändert aber nichts daran, dass die jugendstrafrechtliche 

Massnahme im Wesentlichen durch deren erzieherischen Zweck gerechtfertigt ist. 

Selbst wenn die Dauer der vorsorglichen Unterbringung des Beschuldigten die bei 

ihm zu verhängende Sanktion übersteigen sollte, vermag dies daher von vornher-

ein keine Überhaft zu begründen. 

3.3.

Nach dem Gesagten liegt die genugtuungsrelevante Haftdauer von insge-

samt 645 Tagen unter derjenigen der auszufällenden Strafe von umgerechnet 

812 Tagen (27 Monate Freiheitsstrafe zzgl. der Busse von Fr. 200.– [entspre-

chend 2 Tagen Ersatzfreiheitsstrafe]), weshalb das Entschädigungsbegehren des 

Beschuldigten abzuweisen ist.

Es wird beschlossen:

1.

Vom Rückzug der Berufung des Privatklägers 1 (B._____) wird Vormerk ge-

nommen.

2.

Es wird festgestellt, dass das Urteil des Jugendgerichtes des Bezirkes Hor-

gen vom 7. Dezember 2023 bezüglich der Dispositivziffern 1 (Verfahrensein-

- 38 -

stellungen), 2 teilweise (Schuldsprüche wegen mehrfachen Raubes in den 

Anklageziffern 1, 2, 5, 6 und 7 sowie wegen mehrfacher Übertretung von 

Art. 57 Abs. 3 PBG in Anklageziffer 14 und mehrfacher Übertretung von 

Art. 19a Ziff. 1 BetmG in Anklageziffer 15), 3 (Teilfreisprüche betreffend An-

klageziffern 4, 8, 10, 11 und 12), 10 bis 15 (Beschlagnahmungen und Si-

cherstellungen), 16 bis 19 (Zivilansprüche der Privatklägerschaft), 20 bis 

24 (Entschädigungen amtliche Verteidigung und unentgeltliche Vertretung 

Privatkläger 6 [K._____]) sowie 25 und 26 (Kostendispositiv) in Rechtskraft 

erwachsen ist.

3. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil. 

4. Gegen Ziff. 1 dieses Beschlusses kann bundesrechtliche Beschwerde in 

Strafsachen erhoben werden.

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 

begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der I. strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesge-

richtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen.

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichtsge-

setzes.

Es wird erkannt:

1.

Der Beschuldigte A._____ ist ferner der versuchten schweren Körperverlet-

zung im Sinne von Art. 122 Abs. 1 aStGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 

StGB (Anklageziffer 9) schuldig.

2.

Der Beschuldigte wird ferner hinsichtlich Anklageziffer 3 vom Vorwurf des 

Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB freigesprochen.

3.

Der Beschuldigte wird bestraft mit 27 Monaten Freiheitsstrafe sowie mit 

Fr. 200.– Busse. Im Sinne der Erwägungen werden daran 228 Tage Unter-

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suchungshaft, 94 Tage offene Unterbringung, 85 Tage geschlossene Unter-

bringung, 48 Tage Einweisung ins Gefängnis im Rahmen der vorsorglichen 

Unterbringung, 332 Tage vorzeitiger Strafvollzug sowie 85 Tage vorzeitiger 

Massnahmevollzug inkl. Sicherheitshaft, total 872 Tage, angerechnet.

4.

Die Freiheitsstrafe und die Busse werden für vollziehbar erklärt, wobei da-

von Vormerk genommen wird, dass beide Sanktionen aufgrund der gemäss 

vorstehender Dispositivziffer 3 anrechenbaren Tage bereits vollständig er-

standen sind.

5.

Von der Anordnung einer Massnahme für junge Erwachsene im Sinne von 

Art. 61 StGB wird abgesehen. 

6.

Der Beschuldigte wird im Sinne von Art. 66a Abs. 1 lit. b und c StGB für 

5 Jahre des Landes verwiesen.

7.

Es wird die Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener Informati-

onssystem angeordnet.

8.

Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:

Fr.

Fr.

1'800.– ; die weiteren Kosten betragen:

11'850.–   amtliche Verteidigung (inkl. 7.7 % bzw. 8.1 % MWST).

9.

Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme derjenigen der amtli-

chen Verteidigung, werden zu 2/3 dem Beschuldigten auferlegt sowie zu 

1/3 auf die Gerichtskasse genommen. Die Kosten der amtlichen Verteidi-

gung werden definitiv auf die Gerichtskasse genommen.

10. Dem Beschuldigten wird keine Genugtuung für Überhaft zugesprochen. 

11. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an







die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten (übergeben)

die Oberjugendanwaltschaft des Kantons Zürich (übergeben)

das Migrationsamt des Kantons Zürich

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





die Vertretung des Privatklägers 1 im Doppel für sich und zuhanden 
des Privatklägers 1

die Vertretung des Privatklägers 6 im Doppel für sich und zuhanden 
des Privatklägers 6

die Privatkläger 2 bis 5, 7 und 8 

sowie in vollständiger Ausfertigung an







die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten

die Oberjugendanwaltschaft des Kantons Zürich

die Vertretung des Privatklägers 1 im Doppel für sich und zuhanden 
des Privatklägers 1 (sofern innert 10 Tagen ab Zustellung des Disposi-
tivs verlangt sowie auszugsweise, soweit seine Anträge behandelt wer-
den [Art. 37 Abs. 3 lit. c JStPO])

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälli-

ger Rechtsmittel an











die Vorinstanz

den Justizvollzug und Wiedereingliederung Kanton Zürich, Abteilung 
Bewährungs- und Vollzugsdienste 

das Migrationsamt des Kantons Zürich

die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit dem Formular "Löschung 
des DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials" zwecks Löschung 
des DNA-Profils

die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A.

12. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-

sachen erhoben werden.

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 

begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der I. strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesge-

richtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen.

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichtsge-

setzes.

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Obergericht des Kantons Zürich
II. Strafkammer

Zürich, 23. Mai 2025

Der Präsident:

Die Gerichtsschreiberin:

Oberrichter lic. iur. Wenker

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