# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c5d456cf-7b19-59aa-b837-6fde8933f536
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-04-09
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 09.04.2010 E-2112/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-2112-2010_2010-04-09.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-2112/2010
luc/bos/gon/ame
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  9 .  A p r i l  2 0 1 0

Einzelrichterin Christa Luterbacher, 
mit Zustimmung von Richter Hans Schürch;
Gerichtsschreiberin Sandra Bodenmann.

A._______, geboren (...),
alias B._______ geboren (...),
Guinea,
Erstaufnahmezentrum Foral und Transitzentrum Foral,
Schönbühlstrasse 10,7000 Chur,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 26. März 2010 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-2112/2010

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass der Beschwerdeführer eigenen Angaben zufolge am 13. Februar 
2010  in  Conakry  das  Flugzeug  bestieg  und  über  einen  ihm  un-
bekannten Ort nach Genf flog, wo er am nächsten Tag landete; am 15. 
Februar 2010 ersuchte er in der Schweiz um Asyl,

dass  der  Beschwerdeführer  bei  der  Befragung  am 9. März  2010 im 
Transitzentrum Altstätten angab, er sei am 6. Juni 1992 geboren,

dass ihm in derselben Anhörung mitgeteilt  wurde,  seine geltend ge-
machte  Minderjährigkeit  werde  ihm  nicht  geglaubt,  wozu  ihm  das 
rechtliche Gehör gewährt wurde,

dass der  Beschwerdeführer bei  der Anhörung im Transitzentrum Alt -
stätten am 9. März 2010 sowie bei der direkten Bundesanhörung vom 
17.  März  2010  im  wesentlichen  geltend  macht,  Aboubacar  Diakité, 
genannt Toumba, sei  ein Kunde seines Vaters gewesen, welcher als 
Marabout tätig war,

dass sein Vater nach dem Anschlag vom 3. Dezember 2009, welchen 
Toumba  auf  Moussa  Dadis  Camara  verübte,  festgenommen  und 
misshandelt worden sei, 

dass auch die neue Ehefrau des Vaters geschlagen, beziehungsweise 
vergewaltigt worden sei,

dass  der  Beschwerdeführer  gehört  habe,  der  Vater  sei  später 
gestorben,

dass sich der Beschwerdeführer zur Zeit  dieser Ereignisse im Militär 
befunden  habe,  wobei  Toumba  derjenige  gewesen  sei,  welcher  ihm 
geholfen habe, im Militär aufgenommen zu werden,

dass  er  den  Militärdienst  zusammen  mit  Aliou,  dem  Bruder  von 
Toumba, absolviert habe,

dass auch dieser verhaftet worden sei,

dass auch der Beschwerdeführer gesucht worden sei, aber dank der 
Information eines Freundes noch rechtzeitig (Anfang Dezember 2009) 
habe fliehen können,

Seite 2

E-2112/2010

dass  er  zudem gesucht  werde,  weil  man  ihn  beschuldigt  habe,  bei 
einer  Radiosendung darüber  berichtet  zu haben,  wie  das Militär  am 
28. September  2009  auf  Demonstranten  der  Opposition  geschossen 
habe,

dass er daraufhin bis  zu seiner Ausreise bei  seiner Cousine mütter -
licher- bzw. väterlicherseits gewohnt habe,

dass er durch seine Ausreise zudem nun als Deserteur gelte und nicht 
mehr in sein Land zurückkehren könne,

dass  der  Beschwerdeführer  anlässlich  seiner  Anhörungen  jeweils 
aufgefordert wurde, Identitätspapiere einzureichen,

dass er indessen dieser Aufforderung nicht nachkam,

dass  das  BFM mit  Verfügung  vom 26.  März  2010  (gleichentags  er-
öffnet) in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a des Asylgesetzes vom 
26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31)  auf das Asylgesuch des Beschwer-
deführers  nicht  eintrat  und  die  Wegweisung  aus  der  Schweiz  sowie 
den Vollzug anordnete,

dass das BFM dabei im Wesentlichen anführte, die Ausführungen des 
Beschwerdeführers bezüglich seiner Identitätspapiere seien unglaub-
haft,

dass der Beschwerdeführer bei der ersten Anhörung angeführt habe, 
man  habe  ihm  im  Militär  eine  Identitätskarte  ausgestellt,  welche  er 
jedoch,  wie  auch seinen Geburtsschein,  im Ausbildungszentrum ge-
lassen habe,

dass er demgegenüber bei der einlässlichen Anhörung vom 17. März 
2010 angegeben habe, er habe nie einen Identitätsausweis gehabt; die 
Geburtsurkunde sei beim Vater gewesen und er wisse nicht wo diese 
jetzt sei,

dass die Aussage des Beschwerdeführers, er sei, ohne je einen Aus-
weis in der Händen gehalten zu haben, durch die Kontrollen am Flug-
hafen gekommen, da der  Schlepper jeweils  die  Ausweise vorgezeigt 
und ihn danach zu sich gerufen habe, realitätsfremd seien,

Seite 3

E-2112/2010

dass der Beschwerdeführer angegeben habe, er  habe das Flugzeug 
einmal  wechseln  müssen  und  sei  danach  noch  etwa  eine  Stunde 
geflogen,

dass  er  daher  zwingendermassen  in  einem  Schengen-Staat  um-
gestiegen sei und die Angabe des Beschwerdeführers, wonach er den 
Pass  in  Genf,  aber  nicht  am  Umsteigeort  habe  vorweisen  müssen, 
nicht wahr sein könnten,

dass  sich  daher  der  Schluss  aufdränge,  der  Beschwerdeführer  sei 
anders  als  geschildert,  und  im  Besitz  von  Reisepapieren,  in  die 
Schweiz gelangt,

dass  daher  keine  entschuldbaren  Gründe  vorlägen,  weshalb  der 
Beschwerdeführer keine Identitätspapiere abgegeben habe,

dass auch  sonst  die  Ausführungen  des Beschwerdeführers  den  An-
forderungen an Art. 3 und 7 AsylG nicht standhielten,

dass  seine  Asylvorbringen  insbesondere  bezüglich  seiner  Militärzeit  
wie  auch  zu  dem Vorgebrachten  betreffend  Toumba  widersprüchlich 
und unglaubhaft seien,

dass das BFM sodann die  Wegweisung des Beschwerdeführers  an-
ordnete  und  den  Wegweisungsvollzug  als  zulässig,  zumutbar  und 
möglich würdigte,

dass  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe  vom  31.  März  2010  Be-
schwerde gegen den Entscheid des BFM erhob, sinngemäss dessen 
Aufhebung  beantragte  und  dabei  im  Wesentlichen  seine  Vorbringen 
bekräftigte,

dass die vorinstanzlichen Akten am 1. April 2010 als Faxkopien beim 
Gericht eingingen,

und erwägt,

dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden ge-
gen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 
über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG,  SR 172.021])  des  BFM ent-
scheidet  (Art. 105  AsylG  i.V.m.  Art. 31-34  des  Verwaltungsgerichts-

Seite 4

E-2112/2010

gesetzes vom 17. Juni 2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst.  d  Ziff.  1 
des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass  der  Beschwerdeführer  durch  die  angefochtene  Verfügung  be-
sonders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung 
beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde legitimiert  ist  (Art. 6 AsylG und Art. 37 VGG i.V.m. Art. 48 
Abs. 1 VwVG),

dass somit auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte Be-
schwerde einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG, Art.  6 AsylG und Art. 
37 VGG i.V.m. Art. 52 VwVG),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art. 32-35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Be-
schwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass sich demnach die Beschwerdeinstanz – sofern sie den Nichtein-
tretensentscheid als unrechtmässig erachtet – einer selbständigen ma-
teriellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und die 
Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (vgl. Ent -
scheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurs-
kommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.),

dass  indessen  im  Falle  des  Nichteintretens  auf  ein  Asylgesuch  ge-
mäss Art. 32 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 AsylG über das Nichtbestehen 
der Flüchtlingseigenschaft abschliessend materiell zu entscheiden ist, 
soweit dies im Rahmen einer summarischen Prüfung möglich ist (vgl. 
BVGE 2007/8 insb. E. 5.6.5 S. 90 f.),

dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung und des Vollzugs ma-
teriell  prüft,  weshalb  dem  Bundesverwaltungsgericht  diesbezüglich 
volle Kognition zukommt,

Seite 5

E-2112/2010

dass über  offensichtlich  unbegründete  Beschwerden in  einzelrichter-
licher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  be-
ziehungsweise  einer  zweiten  Richterin  entschieden  wird  (Art.  111 
Bst. e AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt, um 
eine  solche  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur 
summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrif-
tenwechsel verzichtet wurde,

dass der Beschwerdeführer nach eigenen Angaben am 6. Juni 1992 
geboren wurde und somit nach dem massgebenden schweizerischen 
Recht (vgl. EMARK 1994 Nr. 11 E. 4d S. 92) noch minderjährig wäre, 
und mithin grundsätzlich den Normen des Übereinkommens vom 20. 
November 1989 über die Rechte des Kindes (KRK, SR 0.107) unter-
liegen würde, welchen im Hinblick auf die Frage der Zulässigkeit und 
Zumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzuges  besonders  Rechnung  zu 
tragen wäre,

dass  die  Vorinstanz  aber  zu  Recht  auf  diesbezügliche  Erwägungen 
und allenfalls  weitere  Abklärungen im Heimatstaat  des Beschwerde-
führers  verzichten konnte,  da sie  zutreffend davon ausgegangen ist, 
dass der Beschwerdeführer die von ihm behauptete  Minderjährigkeit 
nicht glaubhaft machen konnte,

dass gestützt auf die Praxis bei der Prüfung der Altersangaben einer 
minderjährigen  Person  zunächst  von  allenfalls  eingereichten 
Identitätsdokumenten  auszugehen  ist  (vgl.  EMARK  2004  Nr.  30 
E. 6 ff.),  vorliegend  der  Beschwerdeführer  jedoch  keine  Identitäts-
dokumente eingereicht hat,

dass  jedoch  auch  auf  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  zur  Frage 
seines Alters und auf die Gesamtumstände abgestützt wird, 

dass das BFM in der  angefochtenen Verfügung insgesamt  mit  über-
zeugenden  Argumenten  dargelegt  hat,  weshalb  den  Angaben  des 
Beschwerdeführers über sein Alter nicht geglaubt werden könne, und 
sich bei  seiner  Beurteilung  zutreffend  auf  die  offenkundig  wider-
sprüchlichen  und  realitätsfremden  Angaben  des  Beschwerdeführers 
gestützt hat, 

Seite 6

E-2112/2010

dass die Angaben des Beschwerdeführers zu seinem Alter in der Tat 
unglaubhaft ausfallen, 

dass der Beschwerdeführer in der Erstbefragung angab, er sei bis zu 
seinem zehnten Altersjahr in die Koranschule gegangen, danach habe 
er sieben Jahre Primar- und Sekundarschule besucht und diese auch 
abgeschlossen,

dass er nach diesen Angaben schon beim Schulabschluss, der nach 
Angaben des Beschwerdeführers im Jahre 2004 war, 17 Jahre alt ge-
wesen wäre (Aktum 1, S. 2 f.),

dass  der  Beschwerdeführer  zudem keine  Anstrengungen unternahm 
seine Identität zu beweisen,

dass sich der Beschwerdeführer überdies hinsichtlich der Existenz von 
bestehenden Identitätsdokumenten widersprüchlich äusserte, indem er 
anlässlich  der  Erstbefragung  noch  ausführte,  er  habe  seine 
Identitätskarte, welche ihm im Ausbildungszentrum ausgestellt worden 
sei, wie auch seine Geburtsurkunde im Zentrum liegen gelassen, um 
bei  der  direkten  Anhörung  anzugeben,  sein  Vater  habe  seinen 
Geburtsschein gehabt und er wisse folglich nicht, wo dieser sei; eine 
Identitätskarte habe er nie besessen, da man sich diese erst mit  18 
Jahren  ausstellen  lassen  könne  (vgl.  Aktum  1,  S.  5  und  Aktum  9, 
S. 15),

dass  gemäss  gefestigter  Praxis  eine  asylsuchende  Person  die 
objektive  Beweislast  für  die  behauptete  Minderjährigkeit  und  die 
Folgen der Beweislosigkeit  trägt (vgl. EMARK 2001 Nrn. 22 und 23),  
und  dass  das  BFM  zu  Recht  von  der  Volljährigkeit  des 
Beschwerdeführers  ausgegangen  ist,  da  es  dem  Beschwerdeführer 
nicht gelungen ist, seine Minderjährigkeit glaubhaft zu machen, 

dass auf  ein Asylgesuch nicht  eingetreten wird,  wenn Asylsuchende 
den Behörden nicht innerhalb von 48 Stunden nach Einreichung des 
Gesuchs Reise- oder Identitätspapiere abgeben (Art.  32 Abs. 2 Bst. a 
AsylG),

dass diese Bestimmung jedoch keine Anwendung findet,  wenn Asyl-
suchende  glaubhaft  machen  können,  sie  seien  dazu  aus  entschuld-
baren  Gründen  nicht  in  der  Lage  (Art. 32  Abs. 3  Bst. a  AsylG),  auf 
Grund  der  Anhörung  sowie  gestützt  auf  Art. 3  und 7  AsylG  die 

Seite 7

E-2112/2010

Flüchtlingseigenschaft  festgestellt  wird  (Art. 32  Abs. 3  Bst. b  AsylG) 
oder  sich  auf  Grund  der  Anhörung  erweist,  dass  zusätzliche  Ab-
klärungen  zur  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft  oder  eines 
Wegweisungsvollzugshindernisses  nötig  sind  (Art. 32  Abs. 3  Bst. c 
AsylG),

dass hinsichtlich  der  zur  Begründung des Asylgesuches geltend ge-
machten  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  vorweg  auf  dessen  im 
Empfangs- und Verfahrenszentrum protokollierte Aussagen sowie auf 
das Protokoll der direkten Bundesanhörung zu verweisen ist,

dass  der  Beschwerdeführer  keine  entschuldbaren  Gründe  für  die 
Nichtabgabe eines beweistauglichen Identitätsdokuments (vgl. BVGE 
2007/7 E. 4-6) innerhalb der Frist von 48 Stunden nach Einreichen des 
Asylgesuchs  glaubhaft  zu  machen  vermag  (Art. 32  Abs. 3  Bst. a 
AsylG; vgl. BVGE 2007/8 E. 3.2),

dass die entsprechenden Erwägungen der Vorinstanz zutreffend und 
überzeugend sind und der Beschwerdeführer denn auch hierzu in sei -
ner Beschwerdeeingabe nichts vorbringt,

dass zusätzlich zu den von der Vorinstanz angeführten und oben wie -
dergegebenen  Argumenten  es  insbesondere  auch  nicht  der  Norm 
entspricht, dass Schlepper für ihre Tätigkeit keine Entlöhnung fordern 
(Aktum 9, S. 15),

dass das BFM die Schilderungen der angeblichen fluchtauslösenden 
Ereignisse zu Recht als unglaubhaft gewürdigt hat, 

dass  der  Beschwerdeführer  in  vielen  Punkten  seiner  Geschichte 
Widersprüchliches vorbrachte,

dass er beispielsweise bei der ersten Anhörung sagte, er sei schon vor 
dem Anruf seines Freundes aus dem Militärzentrum geflohen, bei der 
zweiten  Anhörung  jedoch  schilderte,  er  sei  gerade  am  Einkaufen 
gewesen,  habe  sich  also  legal  ausserhalb  der  Militärkaserne 
befunden, als der Anruf kam (vgl. Aktum 1, S. 7 und Aktum 9, S. 9),

dass er im Verlaufe der Anhörung verschiedene Angaben zur Dauer 
seines Militärdienstes machte (Aktum 1, S. 3, drei  Monate; Aktum 1, 
S. 7, von März bis Dezember; Aktum 9 S. 6, von Juni bis Dezember),

Seite 8

E-2112/2010

dass  er  erst  bei  der  einlässlichen  Anhörung  vorbrachte,  die  Frau 
seines Vaters sei  auch vergewaltigt  worden (Aktum 9,  S. 11 im Ver-
gleich mit Aktum 1, S. 7)

dass er bei der Erstanhörung im Empfangszentrum erzählte, er sei in 
der Folge des 28. September 2009 beschuldigt worden, am Radio über 
die besagten Ereignisse gesprochen zu haben, bei  der einlässlichen 
Anhörung jedoch sagte, er habe vor der Verhaftung seines Vaters im 
Dezember 2009 nie Probleme gehabt (Aktum 9, S. 13, Aktum 1, S. 7),

dass in der Beschwerde im Übrigen nichts vorgebracht wird, was die 
zutreffenden  Erwägungen  der  Vorinstanz  entkräften  könnte,  und  der 
Beschwerdeführer  sich  darauf  beschränkt,  an  der  Glaubhaftigkeit 
seiner Vorbringen festzuhalten,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  nach  dem  Gesagten  die 
Einschätzung des BFM bestätigt,  die Flüchtlingseigenschaft  sei  nicht 
glaubhaft  geworden  und  es  seien  auch  keine  zusätzlichen 
Abklärungen zur Feststellung eines Wegweisungsvollzugshindernisses 
nötig,

dass das BFM demnach zu Recht  gestützt  auf  Art. 32 Abs. 2 Bst. a 
i.V.m. Art. 32 Abs. 3 AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers 
nicht eingetreten ist,

dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge 
hat  (Art. 44  Abs. 1 AsylG),  vorliegend der  Kanton keine Aufenthalts-
bewilligung  erteilt  hat  und  zudem kein  Anspruch auf  Erteilung einer 
solchen  besteht  (vgl.  EMARK  2001  Nr. 21),  weshalb  die  verfügte 
Wegweisung  im  Einklang  mit  den  gesetzlichen  Bestimmungen  steht 
und demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,

dass  das  Bundesamt  das  Anwesenheitsverhältnis  nach  den  gesetz-
lichen Bestimmungen über  die  vorläufige  Aufnahme von Ausländern 
regelt,  wenn  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zu-
mutbar oder nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des 
Bundesgesetzes  vom  16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen 
und Ausländer [AuG, SR 142.20]), 

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig  ist,  wenn  völker-
rechtliche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Aus-

Seite 9

E-2112/2010

länderin oder des Ausländers in  den Heimat-,  Herkunfts-  oder einen 
Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK,  SR 
0.142.30]),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig 
ist, da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich 
erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, wes-
halb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen 
Non-Refoulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet 
und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung 
ersichtlich sind, die dem Beschwerdeführer im Heimat- oder Herkunfts-
staat droht,

dass  sich  der  Vollzug  für  Ausländerinnen  und  Ausländer  als  unzu-
mutbar  erweist,  wenn sie im Heimat-  oder  Herkunftsstaat  auf  Grund 
von  Situationen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner  Gewalt  und 
medizinischer Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass weder die allgemeine Lage im Heimat- bzw. Herkunftsstaat des 
Beschwerdeführers  noch  individuelle  Gründe  auf  eine  konkrete  Ge-
fährdung im Falle einer Rückkehr schliessen lassen, weshalb der Voll-
zug der Wegweisung vorliegend zumutbar ist,

dass es sich beim Beschwerdeführer um einen jungen, gesunden und 
alleinstehenden  Mann  handelt,  der  über  eine  abgeschlossene 
Schulbildung verfügt und sich rasch wieder in seinem Heimatland wird 
integrieren können,

dass  seinen  Angaben  gemäss  sowohl  die  Mutter  mit  den  jüngeren 
Geschwister  wie  auch  diverse  Verwandte  mütterlicherseits  und  ein 
Onkel väterlicherseits noch in Guinea leben,

dass der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers in den Hei-
matstaat schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse beste-

Seite 10

E-2112/2010

hen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es dem Beschwerdeführer obliegt, bei 
der  Beschaffung  gültiger  Reisepapiere  mitzuwirken  (Art.  8  Abs.  4 
AsylG),

dass  nach  dem Gesagten  der  vom Bundesamt  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen ist,

dass  bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr. 600.-- 
(Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 
173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 
VwVG).

Seite 11

E-2112/2010

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.--  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt.  Der  Betrag  ist  innert  30  Tagen  nach  Versand  des  vor-
liegenden Urteils zu Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

3.
Dieses Urteil  geht  an den Beschwerdeführer, die Vorinstanz und die 
kantonale Migrationsbehörde.

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin:

Christa Luterbacher Sandra Bodenmann

Versand: 

Seite 12