# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1dce6cdd-3ef1-55d2-b097-3fe5b06180b4
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-03-24
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsgericht 24.03.2016 B 2014/215
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VG_001_B-2014-215_2016-03-24.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: B 2014/215

Stelle: Verwaltungsgericht

Rubrik: Verwaltungsgericht

Publikationsdatum: 24.03.2016

Entscheiddatum: 24.03.2016

Entscheid Verwaltungsgericht, 24.03.2016
Ausländerrecht, nachehelicher Härtefall (Art. 50 Abs. 1 lit. b AuG, 
SR142.20). Die von der Familie seiner Ehefrau angeblich ausgeübte 
häusliche Gewalt – es handelte sich unbestrittenermassen nur um einen 
einzigen Vorfall – ist nicht geeignet, dem Beschwerdeführer ein 
nacheheliches Anwesenheitsrecht zu verschaffen. Weil die Ehefrau 
unmittelbar nach dem Vorfall aus dem gemeinsamen Haushalt ausgezogen 
ist, stand er nicht vor der unzumutbaren Wahl, entweder in einer 
menschenverachtenden Beziehungssituation zu verbleiben oder seinen 
Aufenthaltsanspruch zu verlieren. Er ist nicht schutzbedürftig im Sinne des 
Gesetzes (Verwaltungsgericht, B 2014/215). Entscheid vom 24. März 2016

Besetzung

 

Präsident Eugster; Verwaltungsrichter Linder, Heer, Bietenharder, Zindel; 

Gerichtsschreiber Wehrle

 

Verfahrensbeteiligte

X.Y.,

Beschwerdeführer,

gegen

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Sicherheits- und Justizdepartement des Kantons St. Gallen, Oberer Graben 32, 

9001 St. Gallen,

Vorinstanz,

Gegenstand

Widerruf / Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung

 

Das Verwaltungsgericht stellt fest:

A.           X.Y. (1990) ist Staatsbürger von Kosovo und reiste am 15. November 2012 zur 

Vorbereitung der Heirat mit der Schweizerin A.Y. (1988) in die Schweiz ein. Das Paar 

heiratete am 30. November 2012 in St. Gallen, worauf das Migrationsamt des Kantons 

St. Gallen X.Y. am 4. Dezember 2012 eine Aufenthaltsbewilligung erteilte und diese in 

der Folge bis 30. November 2015 verlängerte (vgl. Dok. 1-15 des Migrationsamtes).

In der Nacht vom 23. auf den 24. November 2013 intervenierte die Stadtpolizei 

St. Gallen beim Ehepaar X.Y. und A.Y. wegen häuslicher Gewalt. Die Beteiligten der 

erst verbalen und schliesslich auch handgreiflichen Auseinandersetzung – X.Y. auf der 

einen, seine Ehefrau A.Y., deren Vater B.Z. und ihr Bruder C.Z. auf der anderen Seite – 

verzeigten sich in der Folge gegenseitig (Untersuchungsakten in Dok. 16-21 des 

Migrationsamtes). Anlässlich dieses Streits trennten sich die Eheleute; A.Y. wohnt 

seither bei ihren Eltern in Q. (act. 1, Ziff. 8).

 

B.           Nach Gewährung des rechtlichen Gehörs widerrief das Migrationsamt mit 

Verfügung vom 9. Juli 2014 die Aufenthaltsbewilligung von X.Y. (Dok. 27 und 37 des 

Migrationsamtes). Sein Rechtsvertreter, Rechtsanwalt Heinz T. Stadelmann, St. Gallen, 

hatte erfolglos geltend gemacht, die Ehe sei noch nicht definitiv gescheitert, und 

seinem Mandanten wäre – als Opfer ehelicher Gewalt – der Aufenthalt ohnehin weiter 

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zu bewilligen. Den gegen diese Verfügung erhobenen Rekurs wies das Sicherheits- und 

Justizdepartement mit Entscheid vom 10. Oktober 2014 ab (act. 2).

 

C.           Mit Eingabe vom 27. Oktober 2014 liess X.Y. (Beschwerdeführer) Beschwerde 

beim Verwaltungsgericht erheben mit den Anträgen, der Rekursentscheid vom 

10. Oktober 2014 und die Verfügung des Migrationsamtes vom 9. Juli 2014 seien unter 

Kosten- und Entschädigungsfolge aufzuheben (act. 1). Das Sicherheits- und 

Justizdepartement (Vorinstanz) beantragte in seiner Vernehmlassung vom 5. Dezember 

2014 Abweisung der Beschwerde; zur Begründung verwies es auf den angefochtenen 

Entscheid (act. 10). Mit Schreiben vom 13. November 2014 teilte der Rechtsvertreter 

dem Beschwerdeführer mit, er beende seine anwaltliche Tätigkeit und lege sein 

Mandat nieder. Dieses Schreiben ging am 1. Dezember 2015 auch beim 

Verwaltungsgericht ein (act. 14).

Auf die Vorbringen des Beschwerdeführers, den angefochtenen Entscheid und die 

Akten wird – soweit notwendig – in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

 

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:

1.            Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59bis 

des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, VRP). Der 

Beschwerdeführer ist als Adressat des angefochtenen Entscheids zur Ergreifung des 

Rechtsmittels legitimiert (Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die 

Beschwerde wurde rechtzeitig erhoben und entspricht formal und inhaltlich den 

gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 

VRP). Auf die Beschwerde ist damit grundsätzlich einzutreten. Soweit sich das 

Rechtsbegehren des Beschwerdeführers gegen die Verfügung des Migrationsamtes 

richtet, ist es allerdings unzulässig und auf die Beschwerde ist insoweit nicht 

einzutreten. Die erstinstanzliche Verfügung ist durch den Rekursentscheid ersetzt 

worden (Devolutiveffekt), was deren selbständige Anfechtung ausschliesst. Sie gilt aber 

inhaltlich als durch die Beschwerde mitangefochten (vgl. BGer 1C_3/2013 vom 

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19. November 2013 E. 2 mit Hinweis auf BGE 134 II 142 E. 1.4 und – statt vieler – 

VerwGE B 2013/257 vom 28. April 2015 E. 1, www.gerichte.sg.ch).

2.            Ausgangspunkt des vorliegenden Verfahrens ist die Verfügung des 

kantonalen Migrationsamtes vom 9. Juli 2014, womit die Aufenthaltsbewilligung des 

Beschwerdeführers widerrufen wurde. Die Bewilligung war bis 30. November 2015 

befristet, und sie ist mit Ablauf der Gültigkeitsdauer erloschen (Art. 61 Abs. 1 lit. c des 

Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer, SR 142.20, AuG). Der 

Rechtsstreit betrifft mithin nunmehr die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung.

3.           

3.1.        Ausländische Ehegatten von Schweizern und Schweizerinnen und von 

Personen mit Niederlassungsbewilligungen haben Anspruch darauf, dass ihnen eine 

Aufenthaltsbewilligung erteilt oder diese verlängert wird, wenn sie mit ihrem Partner 

oder ihrer Partnerin zusammenwohnen (Art. 42 Abs. 1 bzw. Art. 43 Abs. 1 AuG). Die 

ausländerrechtlichen Bestimmungen über den Nachzug des Ehegatten dienen dazu, in 

der Schweiz eine von beiden Ehegatten gewollte eheliche Gemeinschaft zu 

ermöglichen. Um die eheliche Beziehung in der Schweiz leben zu können, müssen die 

Familienangehörigen nach den ausländerrechtlichen Vorgaben zusammenwohnen. Das 

Fehlen einer Haushaltsgemeinschaft ohne sachliche Gründe bildet in der Regel ein 

gewichtiges Indiz dafür, dass eine Umgehungsehe vorliegt, d.h. dass von Anfang an 

gar keine auf Dauer angelegte wirtschaftliche, körperliche und spirituelle Verbindung 

geplant war, sondern der Eheschluss im Wesentlichen dadurch motiviert war, dem 

Scheinpartner die Einreise und den Aufenthalt in der Schweiz zu ermöglichen, oder, 

dass die Ehe tatsächlich nicht mehr gelebt und lediglich noch versucht wird, den 

abgeleiteten Bewilligungsanspruch fortdauern zu lassen. Als rechtsmissbräuchlich gilt 

auch die Berufung auf eine nur noch formell bestehende, inhaltsleer gewordene Ehe, 

die mit dem einzigen Ziel aufrechterhalten wird, die Anwesenheitsberechtigung nicht zu 

verlieren. Vom Erfordernis des Zusammenwohnens wird ausländerrechtlich abgesehen, 

wenn für getrennte Wohnorte wichtige Gründe geltend gemacht werden und die 

Familiengemeinschaft weiter besteht (Art. 49 AuG). Wichtige Gründe sind vor allem 

berufliche, aber auch familiäre Gründe (vgl. Art. 76 der Verordnung über Zulassung, 

Aufenthalt und Erwerbstätigkeit, SR 142.201). Sind diese Voraussetzungen erfüllt, 

http://www.gerichte.sg.ch

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behält der ausländische Ehepartner seinen Anspruch auf Erteilung oder Verlängerung 

der Aufenthaltsbewilligung, obwohl es am Zusammenleben mit dem originär 

Anwesenheitsberechtigten fehlt (vgl. z.B. BGer 2C_131/2015 vom 11. September 2015 

E. 4). Muss aufgrund des Zeitablaufs, der geringen Zahl und Intensität der Kontakte 

zwischen den Ehegatten jedoch davon ausgegangen werden, dass die eheliche 

Beziehung nicht aufrechterhalten wird, entfällt das abgeleitete Anwesenheitsrecht. Der 

Aufenthaltszweck gilt als erfüllt (vgl. Art. 33 Abs. 2 AuG), und die betroffene 

ausländische Person hat das Land zu verlassen (vgl. zum Ganzen Th. Hugi Yar, Von 

Trennungen, Härtefällen und Delikten, in: Achermann/Caroni/Uebersax, Jahrbuch für 

Migrationsrecht 2012/13, Bern 2013, S. 31 ff, hier: S. 42 und 48-56 mit Hinweisen auf 

Rechtsprechung und Lehre).

3.2.        Von dieser Folge sind Ausländerinnen und Ausländer mit abgeleitetem 

Anwesenheitsrecht ausgenommen, deren Ehegemeinschaft mindestens drei Jahre 

gedauert hat und die sich hier erfolgreich integriert haben (Art. 50 Abs. 1 lit. a AuG; 

«Integrationsklausel») oder wenn wichtige persönliche Gründe – etwa dass sie Opfer 

ehelicher Gewalt geworden sind oder dass die soziale Wiedereingliederung im 

Herkunftsstaat stark gefährdet erscheint – ihren weiteren Aufenthalt in der Schweiz 

erforderlich machen (Art. 50 Abs. 1 lit. b AuG; «nachehelicher Härtefall»; zum Ganzen 

vgl. Hugi Yar, a.a.O., S. 65 ff.). In diesen Fällen besteht der Anspruch des Ehegatten 

auf Erteilung und Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung nach den Art. 42 und 43 

AuG weiter. Er knüpft nach der gesetzgeberischen Intention an die spezifische 

Lebenssituation nach dem Dahinfallen dieser abgeleiteten Anwesenheitsberechtigung. 

Der Gesetzgeber wollte mit Art. 50 AuG in erster Linie die Ehegatten nach Auflösung 

der Ehe schützen, um sie nicht vor das Dilemma zu stellen, entweder in einer 

unzumutbaren ehelichen Gemeinschaft zu verbleiben oder alleine in ein 

gesellschaftliches Umfeld zurückzukehren, wo sie wegen ihrer Trennung oder 

Scheidung möglicherweise geächtet werden. Ausser in den Fällen wichtiger 

persönlicher Gründe («nacheheliche Härtefälle» im Sinn von Art. 50 Abs. 1 lit. b AuG) 

soll dafür aber eine kürzere als dreijährige Ehedauer nicht genügen. Ist der 

Zusammenhang unterbrochen und der Anspruch nach Art. 50 AuG untergegangen, weil 

es am Zusammenwohnen fehlte (ohne dass wichtige Gründe für das Getrenntleben 

gegeben gewesen wären), kann dieser regelmässig nicht wieder aufleben (BGE 140 II 

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289 E. 3.4.3 und 3.6.1, je mit Hinweisen). Es bedarf in diesem Sinne einer gewissen 

Kontinuität bzw. Kausalität mit bzw. zur gescheiterten ehelichen Gemeinschaft.

3.3.        Häusliche Gewalt meint – ausländerrechtlich – die systematische 

Misshandlung mit dem Ziel, Macht und Kontrolle auszuüben. Sie muss von einer 

gewissen Intensität sein, soll sie geeignet erscheinen, nach gescheiterter Ehe einen 

Anspruch auf ein originäres, eigenständiges Anwesenheitsrecht zu begründen. Sie 

muss von einer Intensität sein, dass die physische oder psychische Integrität des 

Opfers im Falle der Aufrechterhaltung der ehelichen Gemeinschaft schwer 

beeinträchtigt würde: Die anhaltende erniedrigende Behandlung muss derart schwer 

wiegen, dass von der betroffenen Person bei Berücksichtigung sämtlicher Umstände 

vernünftigerweise nicht erwartet werden kann, dass sie einzig aus 

bewilligungsrechtlichen Gründen die Ehe aufrechterhält und in einer ihre 

Menschenwürde und Persönlichkeit verneinenden Beziehung verharrt (BGer 

2C_20/2015 vom 21. Juli 2015 E. 4.1 mit Hinweis BGE 138 II 229 E. 3.2.1 f.). Schutzziel 

von Art. 50 Abs. 1 lit. b in Verbindung mit Abs. 2 ist es, zu verhindern, dass die im 

Familiennachzug zugelassene Person durch das Zusammenleben mit der originär 

berechtigten Person in ihrer Persönlichkeit ernstlich gefährdet wird (BBl 2002 3754). 

Der nachgezogene Ehepartner soll nicht aus Angst vor dem Verlust des 

Anwesenheitsrechts gezwungen sein, mit dem Familienangehörigen 

zusammenzubleiben, der ihm gegenüber Gewalt ausübt.

Je nach Intensität kann ausnahmsweise schon ein einziger Vorfall, z.B. ein 

Mordversuch, genügen, um als wichtiger persönlicher Grund einen nachehelichen 

Härtefall zu begründen (vgl. BGer 2C_803/2010 vom 14. Juni 2011 E. 2.3.2). Weder 

einzelne eheliche verbale Auseinandersetzungen noch ein einmaliger verbaler Streit mit 

unglücklichem Ausgang (Sturz des einen Ehegatten) oder eine einmalige tätliche 

Auseinandersetzung, in deren Folge die ausländische Person in psychischem 

Ausnahmezustand und mit mehreren Kratzspuren im Gesicht einen Arzt aufsucht, ist 

«eheliche Gewalt» im ausländerrechtlichen Sinn, die einen weiteren Aufenthalt in der 

Schweiz erforderlich machen würde. Gleiches gilt, wenn der ausländische Ehepartner 

nach einem Streit aus der Wohnung vertrieben wird, ohne dass er körperliche oder 

psychische Schäden erlitten hätte (BGer 2C_590/2010 vom 29. November 2010 E. 

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2.5.2; 2C_690/2010 vom 25. Januar 2011 E. 3.2; BGE 138 II 229 E. 3.2.1; 2C_155/2011 

vom 7. Juli 2011 E. 4.6).

3.4.        Ist der Anspruch gemäss Art. 42 und 43 AuG bereits untergegangen, weil es 

am Zusammenwohnen fehlt, ohne dass wichtige Gründe für das Getrenntleben 

gegeben sind, kommt ein Wiederaufleben nach geraumer Zeit im Rahmen von Art. 50 

AuG nicht mehr in Betracht (vgl. E. 3.2 hiervor in fine). Leben die Eheleute ohne 

wichtigen Grund bereits getrennt, befindet sich der Ehepartner, der nachträglich Opfer 

von ehelicher Gewalt wird, nicht in einer wesentlich anderen Situation als jede andere 

ausländische Person, der Gewalt durch Dritte angetan wird. Ein Wiederaufleben des 

Anwesenheitsanspruchs ist (auch) in solchen Fällen ausgeschlossen, und Art. 50 Abs. 1 

lit. b AuG ist nicht anwendbar (BGE 137 II 345 E. 3.2.3 und BGer 2C_590/2010 vom 

29. November 2010 E. 2.5.3).

3.5.        Die ausländische Person trifft bei den Feststellungen des entsprechenden 

Sachverhalts eine weitreichende Mitwirkungspflicht (BGE 138 II 229 E. 3.2.3; 126 II 335 

E. 2b/cc; 124 II 361 E. 2b). Sie muss die eheliche Gewalt bzw. häusliche Oppression in 

geeigneter Weise glaubhaft machen (Arztberichte oder psychiatrische Gutachten, 

Polizeirapporte, Berichte/Einschätzungen von Fachstellen [Frauenhäuser, Opferhilfe 

usw.], glaubwürdige Zeugenaussagen von weiteren Angehörigen oder Nachbarn etc.). 

Allgemein gehaltene Behauptungen oder Hinweise auf punktuelle Spannungen 

genügen nicht; wird häusliche Gewalt in Form psychischer Oppression behauptet, 

muss vielmehr die Systematik der Misshandlung bzw. deren zeitliches Andauern und 

die daraus entstehende subjektive Belastung objektiv nachvollziehbar konkretisiert und 

beweismässig unterlegt werden (vgl. BGer 2C_1072/2014 vom 9. Juli 2015 E. 2.4).

4.            Der Beschwerdeführer macht zum einen geltend, seine Ehe bestehe 

weiterhin, weshalb ihm der Aufenthalt in der Schweiz zu bewilligen sei (E. 4.1). Zum 

andern bringt er vor, weil er Opfer häuslicher Gewalt geworden sei, stehe ihm weiter ein 

Anwesenheitsrecht zu (E. 4.2).

4.1.        Der Beschwerdeführer bestreitet nicht, dass seine Ehefrau am 23. November 

2013 aus der gemeinsamen Wohnung ausgezogen ist. Auch seien erste Gespräche 

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über eine allfällige Scheidung geführt worden. Er gehe aber immer noch davon aus, 

dass die Ehe nicht gescheitert sei und sie wieder zusammenfänden.

Solange er mit seiner Ehefrau zusammenwohnte, hatte der Beschwerdeführer 

Anspruch auf Erteilung und Verlängerung seiner Aufenthaltsbewilligung. Mittlerweile 

leben die Ehegatten jedoch seit über zwei Jahren getrennt, ohne dass es zu einer 

Wiedervereinigung gekommen wäre. Wie der Beschwerdeführer selbst einräumt, 

besteht von Seiten der Ehefrau keinerlei Bereitschaft hierzu, und der Beschwerde 

sowie den Akten sind auch keine Anhaltspunkte zu entnehmen, wonach es zu 

gemeinsamen Versöhnungsbemühungen gekommen wäre. Der Wunsch nach 

Aufrechterhaltung der Beziehung scheint nach den Ausführungen des 

Beschwerdeführers allein auf dessen Seite weiterzubestehen. Wichtige Gründe für das 

Getrenntleben im Sinne von Art. 49 AuG werden nicht geltend gemacht; solche wären 

nach so langer Zeit, zumal keine regelmässigen ehelichen Kontakte zur Überwindung 

der Krise (z.B. Besuch einer Ehetherapie) belegt sind, ohnehin nicht mehr beachtlich 

(vgl. Spescha, in: Spescha/Thür/Zünd/Bolzli/Hruschka, Kommentar Migrationsrecht, 

4. Aufl. 2015, N 3 zu Art. 49 AuG). Aus der nur formell noch bestehenden Ehe kann der 

Beschwerdeführer keine Anwesenheitsansprüche mehr ableiten. Er hat zudem nur rund 

ein Jahr, von November 2012 bis November 2013, mit seiner Ehefrau in der Schweiz 

zusammengelebt, bevor es zur definitiven Trennung kam. Zu Recht beruft er sich unter 

diesen Umständen nicht auf die Integrationsklausel von Art. 50 Abs. 1 lit. a AuG. Diese 

kommt bekanntlich erst nach dreijähriger Ehedauer zum Tragen (vgl. E. 3.1 und 3.2 

hiervor).

4.2.       

4.2.1.    Der Beschwerdeführer macht weiter geltend, am 23. November 2013 – 

unmittelbar vor der Trennung – Opfer von häuslicher Gewalt geworden zu sein. Er habe 

in jener Nacht ca. um halb zwei bei der Einsatzzentrale der Stadtpolizei St. Gallen 

angerufen und um polizeiliche Intervention und Hilfe gebeten. Zuvor sei seine Frau 

nach einem zunächst verbalen Streit ihm gegenüber tätlich geworden, habe 

schliesslich ihren Vater und ihren Bruder herbeigerufen, und diese hätten ihn mit 

Faustschlägen gegen den Kopf niedergestreckt und später mit einem Messer 

angegriffen. Er habe dabei diverse Kratzer an der rechten Wange und 

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Abwehrverletzungen an beiden Unterarmen und an der rechten Handaussenkante 

erlitten. In der Folge habe er Strafanzeige gegen seine Ehefrau, deren Vater und deren 

Bruder wegen Tätlichkeit und einfacher Körperverletzung eingereicht. Auch die 

Letzteren hätten gegen ihn Strafanzeige eingereicht. Aufgrund der protokollierten 

Aussagen sei jedoch davon auszugehen, dass er das Opfer in der ganzen 

Angelegenheit sei. Er habe insbesondere massive Übergriffe und Bedrohungen durch 

die Familie seiner Ehefrau über sich ergehen lassen müssen. Diese habe ihm 

zukommen lassen, sie werde alles unternehmen, damit er die Schweiz verlassen und 

wieder in den Kosovo zurückkehren müsse. Sei er erst einmal wieder in seinem 

Heimatland, werde man schon noch mit ihm abrechnen. Diese Drohungen seien ernst 

zu nehmen, und in seinem Heimatland sei er an Leib und Leben gefährdet. Im 

konkreten Fall sei nicht nur auf die von seiner Frau ausgeübte Gewalt abzustellen, 

sondern auch auf die aus deren Familienkreis stammende. Ein enger Zusammenhang 

mit der bestehenden Ehe müsse genügen, dies umso mehr, weil beide Eheleute aus 

Kulturen stammten, wo es zu den üblichen Reaktionen gehöre, dass die Ehre der 

Ehefrau durch deren männliche Familienmitglieder verteidigt werde. Der 

Beschwerdeführer sei gleich zu behandeln, wie wenn die eheliche Gewalt von der 

Ehefrau selber ausgegangen wäre.

4.2.2.    Die Vorinstanz hielt hierzu fest, der Ablauf dieser Auseinandersetzung werde 

vom Beschwerdeführer und seiner Ehefrau bzw. deren Verwandtschaft völlig 

kontrovers geschildert. Fest stehe lediglich, dass Ersterer Schnittwunden an den 

Händen erlitten habe. Während er jedoch behaupte, sein Schwager habe ihn verletzt, 

mache dieser wie auch der Schwiegervater geltend, der Beschwerdeführer sei bei 

ihrem Eintreffen in die eheliche Wohnung mit einem Messer auf ihn, den Schwager, 

losgegangen. Wesentlich sei jedoch, dass von der Ehefrau keine erhebliche Gewalt 

ausgeübt worden sei. Dazu sei diese ohnehin nicht in der Lage gewesen, weil an ihr 

einige Monate zuvor eine Lebertransplantation vorgenommen worden sei. Sie sei nicht 

voll arbeitsfähig gewesen und habe Medikamente einnehmen müssen. In ihrem 

rekonvaleszenten Zustand sei nicht glaubhaft, dass sie ihrem Ehemann körperlich 

überlegen gewesen sei und ihm gegenüber Gewalt ausgeübt habe. Der 

Beschwerdeführer habe gegenüber der Polizei angegeben, seine Frau sei vorher noch 

nie tätlich geworden, es habe bislang nur verbale Streitigkeiten gegeben. Angst habe er 

nicht vor seiner Frau.

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4.2.3.    Die vorinstanzliche Schilderung des Vorfalles vom 23./24. November 2013 

erfasst die bekannten Gesichtspunkte vollständig (vgl. Dok. 16-21 des 

Migrationsamtes); dieser ist demnach nichts beizufügen. Die mit diametral 

auseinanderliegenden Aussagen begründeten wechselseitigen Strafklagen versprechen 

nur beschränkten Erkenntnisgewinn über die tatsächlichen Geschehnisse. Aus 

ausländerrechtlicher Sicht wesentlich ist jedoch, dass es sich unbestrittenermassen um 

einen einmaligen Vorfall handelte, an dem die Ehefrau des Beschwerdeführers nicht 

einmal massgeblich beteiligt war. Aus den polizeilich rapportierten Aussagen des 

Beschwerdeführers ergibt sich nicht, dass dieser systematisch misshandelt worden 

wäre, mit dem Ziel, Macht und Kontrolle auszuüben. Im Gegenteil: Dass der 

Beschwerdeführer keine Angst vor seiner Ehefrau hat und nach wie vor mit ihr 

zusammenwohnen will (vgl. E. 4.1) unterstreicht, dass er nicht vor der unzumutbaren 

Wahl stand, entweder in einer menschenunwürdigen Beziehungssituation zu verbleiben 

oder seinen Aufenthaltsanspruch zu verlieren. Hinzu kommt, dass die 

Haushaltsgemeinschaft unmittelbar nach dem Gewaltvorfall aufgelöst worden ist. Das 

einmalige Vorkommnis mag damals zwar zur Auflösung der Haushaltsgemeinschaft 

geführt haben. Indessen beruft sich der Beschwerdeführer zur Begründung seines 

Anspruchs selber auf das Fortdauern der Ehe und behauptet eine Wiederannäherung. 

Nach der eigenen Darstellung kann somit die einmalige Tätlichkeit nicht derart intensiv 

gewesen sein, dass ihm ein weiteres Zusammenleben mit seiner Ehefrau nicht mehr 

zumutbar gewesen wäre. Der argumentative Widerspruch, einerseits Opfer von Gewalt 

zu sein und andererseits mit seiner Ehefrau weiter zusammen leben zu wollen, kann 

nicht zu Gunsten des Beschwerdeführers aufgelöst werden; dieser ist – auch wenn 

man an den Aufenthaltsanspruch keine zu hohen Anforderungen stellt (vgl. BGer 

2C_1072/2014 vom 9. Juli 2015 E. 3.3) – nicht schutzbedürftig im Sinne von Art. 50 

Abs. 1 lit. b AuG. Soweit er – in keiner Weise substantiiert – vorbringt, er sei nach 

Auflösung des gemeinsamen Haushalts von der Familie seiner Ehefrau bedroht 

worden, fehlt es einerseits am erforderlichen engen Zusammenhang mit der Ehe, was 

seinen Bewilligungsanspruch nicht wieder aufleben lassen kann. Andererseits, was die 

behauptete Bedrohung (auch) im Heimatstaat anbetrifft, hat es der Beschwerdeführer 

unterlassen, konkrete Anhaltspunkte zu nennen. Weshalb das überzeugende Argument 

der Vorinstanz, die Familie seiner Ehefrau wohne in der Schweiz und es sei deshalb 

nicht nachvollziehbar, dass er im Kosovo in Folge dieser Auseinandersetzung gefährdet 

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wäre, unzutreffend sein soll, legte der Beschwerdeführer entgegen seiner qualifizierten 

Mitwirkungspflicht nicht dar. Dass ihm die Ausreise nicht zuzumuten wäre, kann damit 

nicht als erwiesen gelten. Entsprechende Anhaltspunkte liegen auch nicht vor, 

nachdem aufgrund der Akten nichts darauf hindeutet, dass der Streit während der 

Dauer des ausländerrechtlichen Verfahrens (erneut) eskaliert wäre.

4.3.        Zusammenfassend ergibt sich, dass der Beschwerdeführer einen 

Bewilligungsanspruch weder aus seiner Ehe (Art. 42 Abs. 1 AuG) noch aus Art. 50 AuG 

ableiten kann. Besteht kein Bewilligungsanspruch, so ist ein behördlicher 

Ermessensentscheid vonnöten, mit welchem die Frage der Wegweisung bzw. der 

erneuten Bewilligungserteilung geklärt werden muss (Bolzli, in: Spescha/Thür/Zünd/

Bolzli/Hruschka, a.a.O., N 4 zu Art. 33 AuG). Die Ermessensausübung der Vorinstanzen 

wird vom Verwaltungsgericht nicht überprüft, solange diese nicht rechtsfehlerhaft ist 

(Art. 61 Abs. 1 VRP). Die Vorinstanz hat das öffentliche Interesse an einer restriktiven 

Migrationspolitik höher gewichtet als die privaten Interessen des erst seit kurzer Zeit 

hier lebenden Beschwerdeführers am weiteren Verbleib in der Schweiz. Die 

Ausführungen lassen nicht auf fehlerhafte Ausübung des behördlichen Ermessens 

schliessen; eine solche hat der Beschwerdeführer auch nicht gerügt.

5.            (…).

 

Demnach erkennt das Verwaltungsgericht zu Recht:

1.            Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

 

2.            Die amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 2‘000.-- bezahlt der 

Beschwerdeführer unter Verrechnung mit dem in gleicher Höhe geleisteten 

Kostenvorschuss.

 

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3.            Das Begehren des Beschwerdeführers um Ersatz der ausseramtlichen Kosten 

wird abgewiesen.

 

Der Präsident                        Der Gerichtsschreiber

Eugster                                  Wehrle

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