# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** bf0ea5bb-dae3-5590-9d83-ef5defd53e47
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-07-04
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 04.07.2013 SK 2012 218
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2012-218_2013-07-04.pdf

## Full Text

SK 2012 218

Urteil der 1. Strafkammer des Obergerichts des Kantons Bern, 
unter Mitwirkung von Oberrichter Weber (Präsident i.V.), Oberrichter Guéra und Oberrich-
ter Zihlmann sowie Gerichtsschreiber Knecht

vom 4. Juli 2013

in der Strafsache gegen

X.
amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt R.

Beschuldigter/Berufungsführer

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Maulbeerstrasse 10, Postfach 6250, 
3001 Bern

Berufungsführerin

und

Y.
vertreten durch Fürsprecher F.

Strafkläger/Anschlussberufungsführer

wegen Betrugs, evtl. qualifizierter ungetreuer Geschäftsbesorgung, sowie wegen passiver 
Privatbestechung

Regeste:

1. Die Voraussetzungen der betrügerischen Arglist gemäss Art. 146 Abs. 1 StGB sind 
nicht erfüllt, wenn ein unabhängiger Vermögensverwalter seinen Kunden anlässlich 
der Vertragsverhandlungen mitteilt, dass er Vergütungen/Retrozessionen erhalten 
werde, seine Klienten keine unerfahrenen Personen in Sachen Vermögensverwaltung 
sind und er einzig darauf hofft, dass seine Klienten diesbezüglich keine weiteren Fra-
gen stellen.

2. Ungetreue Geschäftsbesorgung gemäss Art. 158 Ziff. 1 StGB kann vorliegen, wenn in 
einem vertraglichen Auftragsverhältnis neben der Herausgabepflicht zusätzlich die 
Aufklärungspflicht sowie die Rechnungslegungs-/Abrechnungspflicht verletzt werden.

3. Zur Erfüllung des Tatbestands der passiven Privatbestechung gemäss Art. 4a lit. b 
UWG bedarf es des Nachweises einer effektiven Beeinflussung der im Ermessen ste-
henden Handlung oder Unterlassung durch den nicht gebührenden Vorteil.

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Erwägungen

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Das kantonale Wirtschaftsstrafgericht (als Einzelgericht) hat mit Urteil vom 08. Mai 
2012 folgendes erkannt (vgl. Ordner VII ab Eingang WSG pag. 094 ff., nachfolgend 
WSG): 

I.

X., vgt., wird freigesprochen:

von der Anschuldigung der passiven Bestechung, angeblich begangen in der Zeit vom 
01.07.2006 bis 31.01.2008, in K. und anderswo;

ohne Ausrichtung einer Entschädigung, aber unter Auferlegung der anteilsmässigen Ver-
fahrenskosten von CHF 1'000.00 an den Kanton Bern.

II.

X., vgt., wird schuldig erklärt:

der qualifizierten ungetreuen Geschäftsbesorgung, mehrfach begangen 

1. von ca. Februar 2000 bis ca. 31.03.2008 in K. und anderswo, zum Nachteil von Z., im 
Deliktsbetrag von CHF 45'038.05;

2. von ca. 16.12.2002 bis ca. 31.03.2008 in K. und anderswo, zum Nachteil von Y., im De-
liktsbetrag von CHF 44'237.50;

und in Anwendung der Art. 29 lit. c, 34, 42, 44, 47, 49 Abs. 1, 158 Ziff. 1 Abs. 1 und 3 StGB, 
Art. 422, 426 Abs. 1, 433 Abs. 1 StPO

III.

verurteilt:

1. Zu einer Geldstrafe von 150 Tagessätzen zu CHF 10.00, ausmachend total 
CHF 1'500.00.

Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.

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2. Zur Bezahlung der Verfahrenskosten, bestehend aus

den restlichen Kosten der Voruntersuchung:

Gebühr CHF  7'000.00

Auslagen CHF 89.00

den Kosten der Hauptverhandlung (inkl. schriftl. Begründung):

Gebühr CHF    1'500.00  

Auslagen CHF 150.00

Total ausmachend CHF 8'739.00     

Wird keine schriftliche Begründung verlangt, reduziert sich die Gebühr um CHF 800.00 
(Artikel 8 VKD).

3. Zur Ausrichtung einer Parteientschädigung von CHF 13'786.35 an Y. für die notwen-
digen Aufwendungen im Verfahren.

IV.

Die Entschädigung für die amtliche Verteidigung von X. durch Rechtsanwalt R. wird wie 
folgt bestimmt:

Leistungen bis 31.12.2010
Stunden Satz

amtliche Entschädigung 27.10 200.00 CHF 5'420.00
CHF 1'240.10

Mehrwertsteuer 7.6% auf CHF 6'660.10 CHF 506.15
CHF

Total, vom Kanton Bern auszurichten CHF 7'166.25

volles Honorar 27.10 250.00 CHF 6'775.00
CHF 1'240.10

Mehrwertsteuer 7.6% auf CHF 8'015.10 CHF 609.15
CHF 0.00

Total CHF 8'624.25

nachforderbarer Betrag CHF 1'458.00

Auslagen MWSt-pflichtig

Auslagen ohne MWSt

Auslagen MWST-pflichtig

Auslagen ohne MWST

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Leistungen ab 1.1.2011
Stunden Satz

amtliche Entschädigung 37.00 200.00 CHF 7'400.00
CHF 169.50

Mehrwertsteuer 8.0% auf CHF 7'569.50 CHF 605.55
CHF

Total, vom Kanton Bern auszurichten CHF 8'175.05

volles Honorar 37.00 250.00 CHF 9'250.00
CHF 169.50

Mehrwertsteuer 8.0% auf CHF 9'419.50 CHF 753.55
CHF 0.00

Total CHF 10'173.05

nachforderbarer Betrag CHF 1'998.00

Auslagen MWSt-pflichtig

Auslagen ohne MWSt

Auslagen MWST-pflichtig

Auslagen ohne MWST

X. hat dem Kanton Bern die Entschädigung zurückzuzahlen und Rechtsanwalt R. die Diffe-
renz zwischen der amtlichen Entschädigung und dem vollen Honorar zu erstatten, sobald es 
seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 StPO).

V.

Weiter wird verfügt:

Die Unterlagen gemäss „Verzeichnis der sichergestellten Gegenstände iS X.“ (pag. 07 06 
001 ff.) werden dem Beschuldigten nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils 
zurückgegeben.

2. Berufungen

Gegen dieses Urteil meldete Staatsanwältin C. mit Schreiben vom 16. Mai 2012 na-
mens der Staatsanwaltschaft des Kantons Bern, Wirtschaftsdelikte, form- und fristge-
recht die Berufung an (pag. WSG 102). Mit Eingabe vom 18. Mai 2012 meldete 
Rechtsanwalt R. namens des Beschuldigten seinerseits innert gehöriger Frist Beru-
fung an (pag. WSG 104). Fürsprecher F. meldete mit Schreiben vom 30. Mai 2012 
namens des Strafklägers form- und fristgerecht Anschlussberufung zur Berufung des 
Beschuldigten an (pag. WSG 108).  

Mit Verfügung vom 29. Mai 2012 wurde durch die Generalstaatsanwaltschaft des Kan-
tons Bern für das Verfahren vor der Strafkammer des Obergerichts Staatsanwältin C. 
von der Staatsanwaltschaft für Wirtschaftsdelikte mit der Wahrnehmung der staatsan-
waltschaftlichen Aufgaben betraut (pag. WSG 180).

Mit form- und fristgerechter Berufungserklärung vom 08. August 2012 (pag. WSG 187 
ff.) beschränkte die Generalstaatsanwaltschaft ihre Berufung auf die Strafzumessung 
gemäss Ziff. III. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs (pag. WSG 187 ff.). Der Be-
schuldigte beschränkte die Berufung in seiner form- und fristgerecht eingereichten Be-
rufungserklärung vom 15. August 2012 (pag. WSG 194 ff.) auf den Schuldspruch 
(Dispositiv Ziff. II.), die Strafe (Dispositiv Ziff. III.) und den Kostenpunkt (Dispositiv Ziff. 
III. und IV.). Gleichzeitig beantragte er für das Verfahren vor Obergericht das Recht 
auf unentgeltliche Verteidigung unter Beiordnung von Rechtsanwalt R. als amtlicher 

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Verteidiger (pag. WSG 197 ff.). Mit Schreiben vom 16. August 2012 erklärte der Straf-
kläger frist- und formgerecht Anschlussberufung (pag. WSG 201 ff.).

Mit Verfügung vom 20. August 2012 (pag. WSG 205 f.) räumte die Verfahrensleitung 
den Beteiligten die Gelegenheit ein, innert 20 Tagen – soweit noch nicht erfolgt – An-
schlussberufung zu erklären oder begründet ein Nichteintreten zu beantragen (Art. 
399 Abs. 3 und 4 StPO). Gleichzeitig wurden die Parteien eingeladen, innert gleicher 
Frist zu den Beweisanträgen der Generalstaatsanwaltschaft, dem Antrag auf unent-
geltliche Verteidigung des Beschuldigten und dem Antrag des Beschuldigten auf 
Durchführung eines schriftlichen Verfahrens Stellung zu nehmen.

Mit Schreiben vom 23. August 2012 verzichtete der Strafkläger/Anschlussberufungs-
kläger (nachfolgend: Strafkläger) auf eine Stellungnahme zu den Beweisanträgen der 
Generalstaatsanwaltschaft sowie zum Antrag der unentgeltlichen Verteidigung des 
Beschuldigten und stimmte der Durchführung des schriftlichen Verfahrens zu (pag. 
WSG 210). Die Generalstaatsanwaltschaft erteilte mit Schreiben vom 27. August 2012 
ebenfalls die Zustimmung zur Durchführung eines schriftlichen Verfahrens und ver-
zichtete darüber hinaus auf eine Stellungnahme bzw. weitere Anträge (pag. WSG 
213). Mit Schreiben vom 30. August 2012 verzichtete schliesslich auch der Beschul-
digte auf eine Stellungnahme zu den Beweisanträgen der Generalstaatsanwaltschaft 
und liess mitteilen, dass aus seiner Sicht keine Nichteintretensgründe vorlägen (pag. 
WSG 215).

Mit Beschluss vom 13. November 2012 (pag. WSG 217 ff.) wurden die Beweisanträge 
der Berufungsführerin vom 08. August 2012 insoweit begründet abgewiesen, als die 
Erhebung der aktuellen Einkommens- und Vermögenssituation des Beschuldigten mit 
dem Formular „Bericht über die wirtschaftlichen Verhältnisse“ vorgenommen würde 
(Ziff. 1.). Mit selbem Beschluss wurde das schriftliche Verfahren angeordnet (Ziff. 2.), 
Rechtsanwalt R. als amtlicher Verteidiger dem Beschuldigten im Berufungsverfahren 
belassen (Ziff. 4.) und den beiden Berufungsführern Frist von 30 Tagen zur Einrei-
chung einer schriftlichen Berufungsbegründung gesetzt (Ziff. 3.). 

Nach Eingang des Erhebungsformulars vom 23. November 2012 betreffend die wirt-
schaftlichen Verhältnisse des Beschuldigten (pag. WSG 226 f.) wurde die Verteidi-
gung mit verfahrensleitender Verfügung vom 30. November 2012 aufgefordert, umge-
hend mitzuteilen, ob (und allenfalls unter Beilage von Belegen was) sich in den wirt-
schaftlichen Verhältnissen des Beschuldigten seit ihrer Eingabe vom 19. März 2012 
geändert habe (pag. WSG 228 f.). Mit Schreiben vom 06. Dezember 2012 verneinte 
Rechtsanwalt R. eine Veränderung der wirtschaftlichen Verhältnisse (pag. WSG 254) 
unter Beilage eines vom Beschuldigten am 04. Dezember 2012 gegengezeichneten 
Schreibens des Verteidigers vom 03. Dezember 2012 (pag. WSG 255).

Innert der mit Beschluss vom 13. November 2012 gesetzten Frist (pag. WSG 218) 
reichten die Generalstaatsanwaltschaft am 03. Dezember 2012 (pag. WSG 231 ff.) 
und der Beschuldigte am 05. Dezember 2012 ihre schriftliche Berufungsbegründung 
ein (pag. WSG 242 ff.). 

Mit Verfügung vom 07. Dezember 2012 wurde dem Strafkläger Frist von 45 Tagen zur 
Einreichung der schriftlichen Begründung seiner Anschlussberufung gesetzt (pag. 

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WSG 252 f.). Mit schriftlicher Eingabe vom 14. Januar 2013 erfolgte diese form- und 
fristgerecht (pag. WSG 257 ff.).

Mit Verfügung vom 15. Januar 2012 wurde den Parteien Frist von 20 Tagen gesetzt, 
eine schriftliche Stellungnahme zu den Berufungsbegründungen bzw. der Anschluss-
berufungsbegründung einzureichen (pag. WSG 275 f.). Die Stellungnahmen erfolgen 
am 01. Februar 2013 durch die Generalstaatsanwaltschaft (pag. WSG 280 ff.), am 
04. Februar 2013 durch den Beschuldigten (pag. WSG 286 ff.) sowie am 05. Februar 
2013 durch den Strafkläger (pag. WSG 294 ff.) allesamt form- und fristgerecht.

3. Anträge der Parteien 

Die Staatsanwältin C. stellte und begründete namens der Generalstaatsanwaltschaft 
des Kantons Bern in ihrer schriftlichen Berufungsbegründung folgende Anträge (pag. 
WSG 231 f.):

I.

Es sei festzustellen, dass das Urteil des Wirtschaftsstrafgerichts vom 8. Mai 2012 insoweit 
in Rechtskraft erwachsen ist, als das das Wirtschaftsstrafgericht gemäss Ziffer V. des Dis-
positivs verfügt hat.

II.

X. sei freizusprechen von der Anschuldigung der passiven Bestechung, angeblich began-
gen in der Zeit vom 01.07.2006 bis 31.01.2008, in K. und anderswo, unter Ausscheidung 
der anteilsmässigen Verfahrenskosten, aber ohne Ausrichtung einer Entschädigung (Dispo-
sitiv WSG Ziff. I.).

III.

X. sei hingegen schuldig zu erklären:

Der qualifizierten ungetreuen Geschäftsbesorgung, mehrfach begangen

1. von ca. Februar 2000 bis 31.03.2008 in K. und anderswo, z.N. von Z. im Betrag von 
CHF 45‘038.05 (Dispositiv WSG Ziff. II.1.);

2. von ca. 16.12.2002 bis ca. 31.03.2008, in K. und anderswo, z.N. von Y. im Betrag von 
CHF 44‘237.50 (Dispositiv WSG Ziff. II.2.)

IV.

und in Anwendung der entsprechenden Gesetzesbestimmungen zu verurteilen:

1. zu einer Geldstrafe von 240 Tagessätzen zu je mindestens CHF 30, unter Gewährung 
des bedingten Strafvollzugs bei einer Probezeit von 2 Jahren;

2. zur Bezahlung der Kosten der Voruntersuchung, der erstinstanzlichen und oberinstanzli-
chen Verfahrenskosten.  

Der Beschuldigte stellte und begründete mit Berufungsbegründung vom 05. Dezem-
ber 2012 folgende Anträge (pag. WSG 243):

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1. Der Beschuldigte sei vom Vorwurf der qualifizierten ungetreuen Geschäftsbesorgung, 
angeblich begangen in der Zeit von ca. Februar 2000 bis 31. März 2008 bzw. ca. 16. 
Dezember 2002 bis ca. 31. März 2008 in K. und anderswo zum Nachteile von Z. und Y., 
freizusprechen.

2. Die Verfahrenskosten seien dem Staate zur Bezahlung aufzuerlegen.

3. Dem Beschuldigten sei für das erstinstanzliche Verfahren eine Entschädigung gemäss 
Honorarnote vom 7. Mai 2012 abzüglich des durch die Finanzverwaltung des Kantons 
Bern bereits geleisteten Betrages in der Höhe von CHF 15‘341.30, total ausmachend 
CHF 3‘356.00, zu bezahlen. Für das zweitinstanzliche Verfahren sei dem Beschuldigten 
eine Entschädigung gemäss noch einzureichender Honorarnote zuzusprechen.

4.  Dem Beschuldigten sei für das erstinstanzliche Verfahren eine Entschädigung gestützt 
auf Art. 429 Abs 1 lit. b StPO in richterlich zu bestimmender Höhe zuzusprechen.

Der Strafkläger stellte und begründe mit Anschlussberufungsbegründung vom 14. 
Januar 2013 folgende Rechtsbegehren (pag. WSG 258):

1. In Bestätigung des Urteils des Kantonalen Wirtschaftsstrafgerichts vom 8.05.2012 sei X. 
schuldig zu erklären der qualifizierten ungetreuen Geschäftsbesorgung, mehrfach be-
gangen von ca. 16.12.2002 bis ca. 31.03.2008 in K. und anderswo, zN von Y. im De-
liktsbetrag von Fr. 44‘237.50;

Eventualiter:

In Abänderung des Urteils des Kantonalen Wirtschaftsstrafgerichts vom 8.05.2012 sei X. 
schuldig zu erklären des Betrugs, mehrfach begangen von ca. 16.12.2002 bis ca. 
31.03.2008 in K. und anderswo, zN von Y. im Deliktsbetrag von Fr. 44‘237.50;

2. In Abänderung des Urteils des Kantonalen Wirtschaftsstrafgerichts vom 8.05.2012 sei X. 
schuldig zu erklären der passiven Bestechung, begangen vom 1.07.2006 bis ca. 
31.01.2008 in K. und anderswo, zN von Y.; 

3. X. sei angemessen zu bestrafen;

4. In Abänderung des Urteils des Kantonalen Wirtschaftsstrafgerichts vom 8.05.2012 sei X. 
zu verurteilen, dem Strafkläger eine Parteientschädigung von Fr. 27‘572.75 zu bezahlen;

5. X. sei zu verpflichten, dem Strafkläger die oberinstanzlichen Parteikosten zu ersetzen;

6. Die erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten seien X. aufzuerlegen.

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4. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Die Parteien haben ihre (Anschluss-)Berufung jeweils auf Teile des erstinstanzlichen 
Urteils eingeschränkt. Gleichwohl sind in der Gesamtbetrachtung sämtliche Urteils-
punkte umstritten, weshalb die Kammer das gesamte erstinstanzliche Urteil zu über-
prüfen hat. Sie verfügt bei dieser Überprüfung über volle Kognition (Art. 398 Abs. 2 
StPO) und ist aufgrund der Berufung der Generalstaatsanwaltschaft und des Strafklä-
gers nicht an das Verschlechterungsverbot gemäss Art. 391 Abs. 2 StPO gebunden. 

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung betreffend Betrug, evtl. qualifizierte unge-
treue Geschäftsbesorgung

Entsprechend der Urteilsbegründung der Vorinstanz werden der Sachverhalt und die 
Beweise betreffend die beiden Geschädigten Z. und Y. einzeln erstellt bzw. gewürdigt. 

1. Vorwurf zum Nachteil von Z.

1.1 Unbestrittener Sachverhalt

Die Vorinstanz hat den unbestrittenen Sachverhalt betreffend den Geschädigten Z. 
wie folgt korrekt festgehalten (pag. WSG 131 f.):

Im vorliegenden Fall ist aufgrund der Dokumente und der Aussagen insbesondere des Be-
schuldigten unbestritten und als erstellt zu betrachten:

- dass der Beschuldigte Retrozessionen in der Höhe von CHF 45'038.05 erhielt, was sich 
den Abrechnungen der A. Bank entnehmen lässt; 

Es sei an dieser Stelle Folgendes bemerkt: Zählt man die dem Konto des Beschuldigten 
gutgeschriebenen Retrozessionen aus den Vermögensverwaltungsverträgen mit Z. und 
Y. zusammen (vgl. Auflistung des ehem. Kantonalen Untersuchungsrichteramtes, pag. 
04 05 001 ff., mit Quellenangaben), so entsteht im Vergleich zu der Summe, welche von 
der A. Bank gegenüber der damaligen Untersuchungsrichterin geltend gemacht wurde, 
eine Differenz von CHF 365.05. Diese lässt sich nicht erklären, weshalb vom tieferen 
Betrag gemäss der Abrechnung der A. Bank auszugehen ist. 

- dass er die Retrozessionen nicht an Z. weiterleitete;

- dass der Vermögensverwaltungsvertrag zwischen dem Beschuldigten bzw. der G. und 
Z. keine Hinweise auf Retrozessionen enthielt;

- dass die Abrechnungen, welche der Beschuldigte Z. regelmässig zustellte, keinen Hin-
weis auf Retrozessionen enthielten;

- dass es auch sonst keine Dokumente gibt, die sich darüber äussern, ob der Beschuldig-
te Z. über die Retrozessionen bzw. seinen Anspruch informierte.

Darauf kann verwiesen werden. Ergänzend ist die unbestrittene Tatsache festzu-
halten, dass der Beschuldigte die einbehaltenen Retrozessionen mit zur Finanzie-
rung seines Lebensunterhalts verwendete (pag. WSG 076 Z 286).

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1.2 Bestrittener Sachverhalt

Gemäss Vorinstanz bestritten und als Beweisfragen zu beantworten ist hingegen 
(pag. WSG 132):

1. ob der Beschuldigte selbst überhaupt wusste, dass die Retrozessionen den Kunden zu-
stehen würden;

2. ob er Z. darüber informierte, dass er von der Bank Retrozessionen erhalte; hingegen ist 
nicht bestritten, dass der Beschuldigte Z. nicht über die Höhe der Retrozessionen orien-
tierte und ihm nicht gesagt hatte, dass die Retrozessionen eigentlich ihm (Z.) zustehen 
würden;

3. ob er, falls er dies wusste, den Kunden diesen Anspruch vorenthielt, um sie zu täuschen 
und / oder an ihrem Vermögen zu schädigen

Diesen Fragestellungen kann sich die Kammer anschliessen. Wie die Vorinstanz zu-
treffend feststellte, ist in einem ersten Schritt zu beantworten, ob sich der Beschuldigte 
der rechtlichen Grundlagen betreffend die Retrozessionen bewusst war und ob er Z. 
über den Erhalt von Retrozessionen informierte. War dem Beschuldigten bewusst, 
dass die Retrozessionen seinen Kunden zustehen, ist in einem zweiten Schritt zu be-
antworten, wie und weshalb er Z. diesen Anspruch vorenthielt. Dabei wird insbeson-
dere zu beurteilen sein, ob sich der Beschuldigte in einem Irrtum betreffend seine auf-
tragsrechtlichen Pflichten befand bzw. ob er irrtümlicherweise von einem stillschwei-
genden Akzept/Verzicht seitens seiner Kunden ausging. 

1.3 Beweiswürdigung der Vorinstanz

Die Vorinstanz hat die Beweismittel wie auch die Ausführungen der Beteiligten korrekt 
und umfassend wiedergegeben (pag. WSG 122 ff.). Darauf wird verwiesen.

Beweiswürdigend führte die Vorinstanz aus (pag. WSG 132 ff.):

Für die Beweiswürdigung stehen die in Ziff. III.A.1.2 genannten Dokumente und die Aussa-
gen des Beschuldigten, von Z. und E. zur Verfügung. Dabei hat das Gericht die Person des 
Beschuldigten, seine Ausbildung und seinen Werdegang zu berücksichtigen. Dieser verfügt 
über ein Lizentiat der Rechtswissenschaften und hat viele Jahre in der Vermögensverwal-
tung von verschiedenen Banken gearbeitet, bevor er sich 1993 selbständig gemacht hat. 
Das bedeutet, dass er im Vergleich zu anderen privaten Vermögensverwaltern nicht nur ei-
ne vertiefte juristische Ausbildung, sondern auch eine ganz spezifische Ausbildung im Ver-
mögensverwaltungsbereich hatte. Vor diesem Hintergrund steht für das Gericht fest, dass 
er wusste, dass die Art. 394 ff. OR auf den Vermögensverwaltungsvertrag anwendbar sind. 
Seine anderweitigen Ausführungen anlässlich der Hauptverhandlung erachtet das Gericht 
als nicht glaubhaft. Dass der Beschuldigte selbst nicht von seiner Aussage überzeugt war, 
zeigt sich daran, dass er sie noch in derselben Einvernahme relativierte, indem er auf die 
Nachfrage von Fürsprecher F., warum er denn den Vermögensverwaltungsvertrag als Auf-
trag bezeichnet habe, ausführte, er habe schon gewusst, wo etwa so ein Vertrag einzuord-
nen sei.

Das Gericht kommt unter Würdigung des beruflichen Werdegangs des Beschuldigten zum 
Schluss, dass dieser die Grundlagen des Auftragsrechts gemäss Art. 394 ff. OR kannte, 
und dass er um die Bedeutung von schriftlichen Vereinbarungen wusste. D.h. er wusste, 
dass wesentliche Abreden in der Geschäftswelt, auch im Vermögensverwaltungsgeschäft, 

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schriftlich festgehalten werden, was sich auch darauf stützen lässt, dass er sämtliche ande-
ren Aspekte der Kundenbeziehung (Kundenprofil, Abrechnungen, Handnotizen über die 
Besprechungen) gut dokumentierte.

Unter Berücksichtigung dieser Aspekte ist die Beweisfrage, ob der Beschuldigte überhaupt 
wusste, dass Retrozessionen dem Kunden zustehen, mit ja zu beantworten. Dies aus fol-
genden Überlegungen: Der Gesetzestext von Art. 400 OR hält fest, dass der Beauftragte 
auf Verlangen jederzeit über seine Geschäftsführung Rechenschaft ablegen muss und ins-
besondere alles, was ihm infolge des Auftrags aus irgendeinem Grund zugekommen ist, zu 
erstatten hat. Der Beauftragte soll durch den Auftrag, abgesehen von einem allfälligen Ho-
norar, weder gewinnen noch verlieren, er muss daher alle Vermögenswerte herausgeben, 
welche in einem inneren Zusammenhang zur Auftragsausführung stehen. Dies war schon 
seit Jahrzehnten herrschende Lehre (vgl. FELLMANN, Berner Kommentar zum 
Schweizerischen Privatrecht, Bd. VI, Abt. 2, Teilbd. 4, Bern 1992, Art. 400 OR N 115, 117, 
127; u.a.). Die auftragsrechtliche Herausgabepflicht und mithin das Bereicherungsverbot 
entstand also nicht erst mit dem BGE 132 III 460, wie der Beschuldigte zu suggerieren ver-
suchte, indem er sagte, es habe einmal eine Gesetzesänderung oder Praxisänderung ge-
geben, die habe ihn aber nicht interessieren müssen.

Ziff. 1 des Vertrags zwischen dem Beschuldigten bzw. der G. und der A. Bank, in der be-
stimmt wird, dass der Vermögensverwalter allen seinen gegenwärtigen oder künftigen Kun-
den den Erhalt einer Vergütung in Form von Retrozessionen bekannt gibt, ist ein weiteres 
Indiz dafür, dass der Beschuldigte wusste, dass die Retrozessionen primär den Kunden zu-
stehen würden. Es ist nicht ersichtlich, weshalb die A. Bank dies an derart prominenter Stel-
le hätte festhalten müssen, wenn es eine allseits bekannte Verkehrsübung gegeben hätte, 
dass Retrozessionen dem Vermögensverwalter zustehen.

Ferner ist nach Ansicht des Gerichts wesentliches Indiz dafür, dass der Beschuldigte wuss-
te, dass Retrozessionen dem Auftraggeber zustehen, dass er sie im Rahmen der Vermö-
gensverwaltung von O. gemäss seinen eigenen Angaben der Kundin abgeliefert hatte.

Schliesslich ist in die Beweiswürdigung mit einfliessen zu lassen, dass der Beschuldigte der 
eidgenössischen Finanzverwaltung, Kontrollstelle für die Bekämpfung der Geldwäscherei 
(heute Finanzmarktaufsicht, FINMA; pag. 03 08 001 ff.) im Hinblick auf die Geldwäscher-
einormen die Direktunterstellung beantragte, was gemäss seinen eigenen Aussagen für ei-
ne kurze Zeit auch erfolgte. Dies zeigt zumindest, dass ihm rechtliche Pflichten durchaus 
bewusst waren. Er hielt zudem alles Wesentliche akkurat schriftlich fest, setzte soweit pro-
fessionelle Vermögensverwaltungsverträge auf, verfasste Kundenprofile, erstellte nachvoll-
ziehbare Abrechnungen, machte Aktennotizen über Telefongespräche. Insgesamt macht er 
den Eindruck eines mindestens die formellen Angelegenheiten betreffend bewanderten 
Vermögensverwalters. 

Beim zweiten Punkt sind die Aussagen des Beschuldigten, von Z. und E. (und dessen 
schriftliche Eingabe) zu würdigen. Der Beschuldigte sagte konstant aus, er habe Z. gesagt, 
dass er Retrozessionen erhalte, mehr sei darüber nicht gesprochen worden. Er habe den 
Kunden gesagt, dass Retrozessionen Vergütungen der Bank an den Vermögensverwalter 
seien, er habe ihnen aber nie gesagt, dass die Retrozessionen den Kunden zustehen wür-
den. 

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Nicht klar sind die Aussagen von Z.. Dieser sagte zu Beginn der Einvernahme vom 
02.03.2009 aus, ihm sei schon klar gewesen, dass der Beschuldigte eine Art Kommission 
von der Bank erhalten werde, er habe angenommen, dass dieser für neue Kunden eine 
Vergütung von der Bank bekomme. Es sei ihm neu, dass der Beschuldigte mit ihm über Re-
trozessionen gesprochen habe, ausser er könne sich nicht mehr daran erinnern. Er sei da-
von ausgegangen, dass der Beschuldigte in irgendeiner Form Kickbacks oder eine Provisi-
on bekomme, das habe ihn nicht gestört, er habe aber nicht gewusst, dass ihm diese zuge-
standen wären. Auf die Frage des Vertreters der Privatklägerschaft sagte Z. dann aus, er 
sei davon ausgegangen, dass der Beschuldigte pro Transaktion eine Vergütung erhalten 
werde. An der Hauptverhandlung bestätigte Z. seine in der Voruntersuchung gemachten 
Aussagen und konkretisierte, er denke auch, dass der Beschuldigte eine Art Kommission 
erhalten habe und zwar aufgrund der Transaktionsgebühren, die angefallen seien. Ob der 
Beschuldigte bei der Vertragsunterzeichnung mit ihm über Retrozessionen gesprochen ha-
be, wisse er nicht mehr. Er könne weder das eine noch das andere ausschliessen. Wenn 
sie über Retrozessionen gesprochen hätten, dann sicher nicht ausführlich. Vielleicht sei das 
Wort in einem Satz gefallen. 

Analysiert man die Aussage von Z., so muss man, jedenfalls unter Beachtung des Grund-
satzes in dubio pro reo, zum Schluss gelangen, dass diesem bewusst war, dass der Be-
schuldigte von der Bank eine Vergütung bekam, und er rechnete offenbar damit, dass er 
diese gar pro Transaktion erhielt. Mit den Aussagen von Z. können die Aussage des Be-
schuldigten, er habe mit ihm über die Retrozessionen gesprochen, nicht widerlegt werden. 

Übereinstimmend sagen jedoch beide aus, der Beschuldigte habe Z. nicht darüber aufge-
klärt, dass die Retrozessionen dem Kunden zustehen würden. Da Z. seinen Anspruch nicht 
kannte, konnte er auch nicht rechtsgenüglich auf die Herausgabe der Retrozessionen ver-
zichten. Z. nahm einfach hin, dass der Beschuldigte von der Bank eine Art Vergütung erhal-
te, ohne sich dazu weiter Gedanken zu machen. Für ihn zählte, dass der Beschuldigte sein 
Vermögen gut verwaltet. 

Zusammenfassend ist als erstellt zu erachten, dass der Beschuldigte Z. darüber informierte, 
dass er von der Bank eine Vergütung erhalten werde. Ob der Beschuldigte tatsächlich von 
Retrozessionen gesprochen hat, lässt sich nicht abschliessend beurteilen. Der genaue 
Wortlaut ist vorliegend jedoch nicht von entscheidender Bedeutung und kann daher offen 
gelassen werden. Damit kann letztlich auch auf eine ausführliche Würdigung der Aussagen 
von E. verzichtet werden. Aufgrund der Entstehungsgeschichte und seines Schreibens an 
die damalige Untersuchungsrichterin steht für das Gericht fest, dass sein Brief und seine 
zweite Aussage, der Beschuldigte habe von Retrozessionen gesprochen, eine Gefällig-
keitsaussage war. Allerdings war E. schon in seiner ersten Aussage sicher, dass der Be-
schuldigte mit seinem Kunden über eine Entschädigung gesprochen hatte, die er von der 
Bank erhalten werde. Diese Aussage erscheint glaubhaft und deckt sich auch mit dem Be-
weisergebnis, das sich aus den Aussagen des Beschuldigten und Z. ziehen lässt: Der Be-
schuldigte sprach mit seinem Kunden darüber, dass er von der Bank eine Entschädigung 
erhalten werde, allerdings ohne seinen Kunden über die Höhe und insbesondere den An-
spruch des Kunden darauf zu informieren.

Um den dritten Punkt, der das Wissen und Wollen des Beschuldigten betrifft, beurteilen zu 
können, sind auch seine finanziellen und beruflichen Verhältnisse zu beurteilen. Der Be-
schuldigte machte sich bereits 1993 selbständig. Offenkundig hatte er aber nur wenige 

12

Mandate, bzw. verdiente nicht gut, weswegen er sich auch 2001 / 2002 von einer […] Bank 
anstellen liess und die Stellung dort wieder verlor. Mit anderen Worten, der Beschuldigte 
war offenkundig bereits als er den Vermögensverwaltungsvertrag mit Z. abschloss, kein er-
folgreicher Vermögensverwalter und er wusste, dass er auf die Einnahmen aus den Retro-
zessionen angewiesen war, um ein auch nur halbwegs anständiges Einkommen zu erzie-
len. So gab er denn auch auf den Vorhalt, wonach er Retrozessionen von insgesamt CHF 
45'000.00 erhalten habe, zu Protokoll, wenn man das runter breche auf fünf bis sieben Jah-
re, so komme man auf CHF 10'000.00 pro Jahr. Wenn man sonst nichts habe, sei das nicht 
viel. Für oben gezogenen Schluss spricht auch, dass er seinen Kunden bewusst ihren An-
spruch auf die Retrozessionen verschwieg, um diese selbst behalten zu können. Hinzu 
kommt – wie bereits oben ausgeführt –, dass er ansonsten alles Wesentliche akkurat 
schriftlich festhielt. Er verfasste professionelle Vermögensverwaltungsverträge, er erstellte 
Kundenprofile, erstellte nachvollziehbare Abrechnungen, machte Aktennotizen über 
Telefongespräche, kurz: Alles Wichtige notierte er (vgl. bspw. Ordner SA 14). Es kann da-
her nicht geltend gemacht werden, er habe schlicht vergessen, die Frage der Retrozessio-
nen schriftlich zu fixieren. Konsequenterweise erschienen die Retrozessionen denn auch 
nicht auf den vom Beschuldigten erstellten Abrechnungen. Aufgrund seines Verhaltens den 
Kunden gegenüber kommt das Gericht zum Schluss, dass er bewusst nur mündlich und 
wohl eher beiläufig Z. gegenüber erwähnte, dass er von der Bank eine Vergütung erhalten 
werde und bewusst keine Details dazu angab. Er spekulierte darauf, dass sein Kunde Z. 
dies akzeptieren und nicht weiter nachfragen würde und es ihm so ermöglichen würde, die 
Retrozessionen zu behalten. Zu beachten ist aber auch, dass der Beschuldigte in der Zeit, 
in denen das Depot von Z. eine stark negative Entwicklung durchmachte, die ihm zuste-
henden Gebühren nicht verlangte. Dies ist zu seinen Gunsten dahingehend zu berücksich-
tigen, dass nicht davon ausgegangen werden kann, es sei ihm nur darum gegangen, Z. 
auszubeuten. Auch konnte kein „Churning“ festgestellt werden, d.h. es kann dem Beschul-
digten nicht vorgeworfen werden, er habe bewusst zu viele Transaktionen getätigt, um an 
noch mehr Retrozessionen zu kommen. Es verbleibt der Eindruck, dass der Beschuldigte 
die Gelegenheit nutzte, um die Retrozessionen für sich zu behalten, weil er mit Z. zu einem 
Kunden gekommen war, der nicht näher nachfragte und auch zuvor keine Abklärungen bei 
einem unabhängigen Dritten über Vermögensverwaltungskosten, Gebühren etc. tätigte. 

1.4 Ausführungen der Parteien

Sowohl die Generalstaatsanwaltschaft als auch der Strafkläger äussern sich in ih-
rer (Anschluss-)Berufungsbegründung nicht weiter zur Beweiswürdigung der Vorin-
stanz betreffend den Vorwurf des Betrugs, evtl. der qualifizierten, ungetreuen Ge-
schäftsbesorgung z.N. von Z. (vgl. pag. WSG 234 ff. sowie WSG 261 ff.). Der Be-
schuldigte selbst belässt es weitestgehend bei einem Verweis auf die Erwägungen 
der Vorinstanz und einer kurzen Zusammenfassung derselben (pag. WSG 244). Be-
treffend seines relevanten Wissens wendet der Beschuldigte ein, dass in der vorlie-
gend massgeblichen Zeit und auf jeden Fall bis zum zivilrechtlichen Grundsatzent-
scheid des Bundesgerichts im Jahr 2006 eine Branchenübung hinsichtlich der Retro-
zessionen geherrscht habe, die in erheblichem Umfang abwich. Zum einen von den in 
diesem Urteil erstmals in dieser Klarheit festgestellten auftragsrechtlichen Rechen-
schafts- und Herausgabepflichten und zum anderen auch von einem nicht unbedeu-
tenden Teil der Lehrmeinungen. Betreffend die Retrozessionen und den damit ver-

13

bundenen Pflichten des Vermögensverwalter sei bis zum Leitentscheid des Bundes-
gerichts 2006 nicht klar gewesen, wie genau der Vermögensverwalter seinen Pflichten 
gegenüber dem Auftraggeber nachkommen müsse. Auch die Kunden – bei denen es 
sich keineswegs immer um ahnungslose Laien handle – hätten offensichtlich lange 
Zeit mit der gelebten Praxis keine Probleme gehabt, nach welcher der Vermögens-
verwalter die Retrozessionen gestützt auf eine stillschweigende konkludente Verein-
barung einbehalten habe. Die Retrozessionen deckten einen mehr oder weniger gros-
sen Anteil des Aufwands des Vermögensverwalters ab, der bei einer vollumfänglichen 
Weiterleitung der Retrozessionen im Gegenzug ein substanzielles Honorar verrech-
nen müsste. Der Einbehalt von Retrozessionen mit allenfalls einfacher Orientierung 
des Kunden sei in dieser Zeit Branchenusanz gewesen. Er habe sich in einem Irrtum 
über eine zivilrechtliche Regelung befunden, indem er von einer stillschweigenden 
Zustimmung seiner Auftraggeber ausgegangen sei.

1.5 Beweiswürdigung der Kammer

Der unter Ziffer II.1.3 wiedergegebenen Beweiswürdigung der Vorinstanz kann sich 
die Kammer vollumfänglich anschliessen. Die Vorinstanz würdigte die objektiven Be-
weismittel sowie die Aussagen der Beteiligten eingehend und nachvollziehbar. Ergän-
zend kann – teilweise als Wiederholung der vorinstanzlichen Erwägungen – Folgen-
des festgehalten werden: 

▪ Der (einfache) Auftrag als Vertragsverhältnis ist seit jeher im Schweizerischen Ob-
ligationenrecht in Art. 394 ff. geregelt. Es handelt sich somit weder um ein neuarti-
ges Vertragskonstrukt noch um einen gesetzlich nicht geregelten Innominatkon-
trakt. Er findet seine Regelung in lediglich dreizehn (bzw. seit 2013 in vierzehn) 
Gesetzesartikeln, so dass ein Überblick über die wesentlichen gesetzlichen Rechte 
und Pflichten aus einem Auftragsverhältnis leicht fällt. Der Beschuldigte, welcher 
sowohl über ein Lizenziat der Rechtswissenschaften verfügt als auch viele Jahre in 
der Vermögensverwaltung diverser Banken tätig war, wird um die Anwendbarkeit 
dieser Normen auf das Vermögensverwaltungsgeschäft gewusst haben. Nicht zu-
letzt betitelte er den schriftlichen Vermögensverwaltungsvertrag selbst mit “Auftrag“ 
(pag. 03 05 034 f.). 

▪ In Art. 400 Abs. 1 OR hält das Gesetz mit Bestimmtheit fest, dass der Beauftragte 
„auf Verlangen jederzeit über seine Geschäftsführung Rechenschaft abzulegen 
und alles, was ihm infolge derselben aus irgendeinem Grunde zugekommen ist, zu 
erstatten“ hat. Darunter fallen seit jeher auch Retrozessionen (vgl. EMMENEGGER, 
Retrozessionen im Lichte der bundesgerichtlichen Rechtsprechung, in: Anlage-
recht, Emmenegger (Hrsg.), Basel 2007, S. 69 m.w.H.; NYBERG, Interessenkonflik-
te in der Vermögensverwaltung Unabhängigkeit als Schlüsselkriterium bei der 
Auswahl des Anlageberaters, ST 4/00, pag. 304, 305 f.; KUHN/REIMANN, Nach dem 
Retrozessionsentscheid, Konsequenzen für Vermögensverwalter, ST 9/06, pag. 
688; HESS, Zur Stellung des externen Vermögensverwalters im Schweizer Finanz-
marktrecht, AJP 1999, pag. 1426, 1431 ff.; ARTER/JÖRG, Herausgabe- und Re-
chenschaftspflicht des unabhängigen Vermögensverwalters Übergabepflichten 
richten sich nach dem Auftragsrecht, ST 4/04 pag. 297, 298; ABEGGLEN, „Retro-
zession“ ist nicht gleich „Retrozession“: Zur Anwendbarkeit von Art. 400 Abs. 1 OR 

14

auf Entschädigungen, die an Banken geleistet werden, insbesondere im Fondsver-
trieb, SZW 2007, pag. 122, 123). Zum Zeitpunkt des vom Beschuldigten angespro-
chenen Bundesgerichtsentscheids 132 III 460 war in der Lehre lediglich umstritten, 
ob der Auftraggeber auf die Ablieferung überhaupt und bejahendenfalls unter wel-
chen Voraussetzungen gültig verzichten kann (BGE 132 III 460 E 4.2; KUHN, Re-
trozessionszahlungen an externe Vermögensverwalter – eine Standortbestimmung, 
AJP 2006, pag. 1051, 1052 f. m.w.H.; DONATSCH/ZUBERBÜHLER, Strafrechtliche 
Fallgruben für Treuhänder, in: Vermögensverwaltung II, Zürich 2009, pag. 94 
m.w.H.; BORER-BENZ, Die Herausgabepflicht des Beauftragten gemäss Art. 400 
OR, Diss. St. Gallen 2006, pag. 156, 159; BLEIKER, Retrozessionen und Finder’s 
Fees im Umfeld externer Vermögensverwalter, Bern 2009, pag. 23; EMMENEGGER, 
a.a.O., pag. 83). Das Bundesgericht führte damals weiter aus: 

„[…] es kann nicht als üblich unterstellt werden, dass ein Auftraggeber unbesehen auf 
Rechenschaft verzichte und mit Einnahmen des Beauftragten einverstanden sei, deren 
Ausmass er weder kennen noch kontrollieren kann. Bereits die damaligen Standesregeln 
des Verbandes Schweizerischer Vermögensverwalter verlangen denn auch im Gegenteil, 
dass der Vermögensverwalter gegenüber dem Kunden sämtliche derartigen Leistungen of-
fen legt und im Vertrag mit dem Kunden festhält, wem die Rückvergütungen zukommen 
sollen […]. Derartige Standesregeln können nach der Rechtsprechung als Ausdruck einer 
Berufsübung zur Auslegung und Ergänzung eines Vertrags beigezogen werden […]. Sie 
stehen hier einer Auslegung entgegen, wonach der Beauftragte mangels gegenteiliger Ab-
sprache die im Rahmen der Vermögensverwaltung eingenommenen Retrozessionen nicht 
abliefern müsse. Es bedarf einer Vereinbarung der Parteien, aus der sich der Wille des in-
formierten Mandanten eindeutig ergibt, auf die Ablieferung der dem Mandatar im Rahmen 
des Auftrags bezahlten Retrozessionen (ganz oder teilweise) zu verzichten.“

Die Aussagen des Beschuldigten sind wenig glaubhaft, wenn er behauptet, er habe 
als Jurist und langjähriger Vermögensverwalter die rechtlich heikle Situation betref-
fend die Retrozessionen nicht gekannt bzw. diese sei ihm zu keinem Zeitpunkt be-
wusst gewesen (pag. 06 01 042), gleichzeitig aber ausführt, sein Verhalten, die Re-
trozessionen zu behalten, sei damals branchenüblich gewesen (pag. WSG 073). 
Das Wissen darum, ob etwas in der Branche Usanz ist oder nicht, setzt den Aus-
tausch mit Beteiligten der Branche und/oder deren Informationsmedien voraus. 
Dass der Beschuldigte dabei nie mit der Problematik der Herausgabe bzw. Zurück-
behalten von Retrozessionen in Kontakt gekommen sein will, ist wenig glaubhaft. 
W. sagte denn auch aus, er kenne den Beschuldigten als Fachmann mit guten 
Bankfachkenntnissen (pag. 06 07 003 Z 38). Gemäss SCHMID sei über Retrozessi-
onen an externe Vermögensverwalter bereits lange vor der Publikation des Ent-
scheids ausgiebig und äusserst kontrovers diskutiert worden. In der Branche habe 
in diesem Zusammenhang bereits der Begriff „Dauerbrenner“ die Runde gemacht 
(SCHMID, Retrozessionen an externe Vermögensverwalter, Bern 2009, pag. 68).

▪ Dem Beschuldigten ist insofern zuzustimmen, als es bei der externen Vermögens-
verwaltung branchenüblich war und teilweise immer noch ist, die Retrozessionen 
nicht an die Kunden weiterzuleiten, sondern als zusätzliche Entschädigung zu be-
halten (vgl. BÜHRER, Unabhängige Vermögensverwalter in der Schweiz, Diss. Bern 
2006, pag. 103). Das Bewusstsein, wem die Retrozessionen rechtlich tatsächlich 

15

zustehen, dürfte in der Branche jedoch grundsätzlich stets vorhanden gewesen 
sein (vgl. BLEIKER, a.a.O., pag. 23). Dies zeigt sich im Besonderen auch darin, 
dass bereits die damaligen Standesregeln des Verbandes Schweizerischer Ver-
mögensverwalter in Art. 10 Ziff. 56 von ihren Mitgliedern forderten, die Frage, wem 
die Retrozessionen zukommen, schriftlich im Vermögensverwaltungsvertrag fest-
zuhalten (pag. 03 04 018). Dass es Standesregeln gab, war dem Beschuldigten 
bekannt, jedoch will er sich an den entsprechenden Passus nicht erinnern können 
(pag. 06 01 043 Z 193).

▪ Insbesondere der Vertrag zwischen dem Beschuldigten und der A. Bank sowie die 
Herausgabe der Retrozessionen bei der Vermögensverwaltung für O. sind weitere 
gewichtige Indizien, dass der Beschuldigte sich der rechtlichen Situation, wem die 
Retrozessionen zustehen, bewusst war. An Einzelheiten betreffend den angebli-
chen Spezialfall O. kann oder will sich der Beschuldigte nicht mehr erinnern (pag. 
06 01 042 Z 171 f.). Dies mutet sonderbar an, führte der Beschuldigte doch nur 
vereinzelt Mandate und bleibt ein Spezialfall im Vergleich zu alltäglichen, gewöhnli-
chen Fällen in der Regel viel besser im menschlichen Gedächtnis haften. Hinzu 
kommt, dass – wie die Vorinstanz zutreffend feststellte – der Beschuldigte der eid-
genössischen Finanzverwaltung, Kontrollstelle für die Bekämpfung der Geldwä-
scherei die Direktunterstellung beantragte (pag. 03 08 001 ff.). Dem Beschuldigten 
waren seine rechtlichen Pflichten als unabhängiger Vermögensverwalter somit zu-
mindest dem Grundsatze nach bekannt. 

▪ Als ausgebildeter Jurist war dem Beschuldigten zudem bekannt, dass ein Akzept 
bzw. Verzicht – erfolge dieser nun stillschweigend oder nicht – nur im Bewusstsein 
erfolgen kann, überhaupt Entscheidungsfreiheit bzw. einen verzichtbaren Anspruch 
zu besitzen (vgl. zum Erfordernis eines normativen oder tatsächlichen Konsens: 
ABEGGLEN, Der Verzicht auf Ablieferung von Retrozessionen – Einordnung und An-
forderungen – Eine dogmatische Nachlese zu BGE 132 III 460 ff., recht 2007, pag. 
190, 195 ff.). Im konkreten Fall wusste der Beschuldigte nicht, ob Z. und Y. ihren 
Anspruch an den Retrozessionen kannten bzw. versuchte vielmehr, die Retrozes-
sionszahlungen als nicht verhandelbare Vergütung des Vermögensverwalters hin-
zustellen (vgl. hierzu auch die beiden nachfolgenden Abschnitte sowie Ziff. II.2.5). 
So sagte der Beschuldigte aus, Z. lediglich über den Erhalt von Retrozessionen, 
nicht aber über seinen Anspruch informiert zu haben. Z. habe nicht weiter nachge-
fragt, wem die Retrozessionen zustünden (pag. 06 01 043), vielleicht sei es für ihn 
nicht wichtig gewesen (pag. 06 01 024 Z 49), er habe sich niemals deswegen be-
schwert (pag. 06 01 025 Z 47) und sich nicht dafür interessiert (pag. 06 01 042 Z 
154 f.). Er habe Z. und Y. gesagt, dass dies Vergütungen der Bank an den Vermö-
gensverwalter seien (pag. 06 01 042 Z 159 f.). Er habe nie gesagt, dass die Retro-
zessionen ihnen zustünden (pag. 06 01 042 Z 160 f). Er habe sie informiert, dass 
er Retrozessionen beziehe, mehr sei darüber nicht gesprochen worden. Z. und Y. 
hätten sich auch nicht erkundigt, wem die Retrozessionen zustünden. Er könne 
nicht beurteilen, ob ihnen klar gewesen sei, was Retrozessionen seien, dass diese 
ihnen zustünden und welchen Umfang sie erreichen könnten. Festhalten möchte 
er, dass nicht klar sei, ob ihnen diese überhaupt zustünden (pag. 06 01 043 Z 183 
ff.). Unter diesen Umständen ist nicht glaubhaft, wenn der Beschuldigte behauptet, 
er sei von einem stillschweigenden Akzept seiner Kunden ausgegangen (pag. 

16

WSG 074). Zum einen wusste er gar nicht, ob seine Kunden sich ihres Anspruchs 
bewusst waren und zum anderen stellte er ihnen gegenüber die Retrozessionen of-
fensichtlich als nicht verhandelbare Vergütung des Vermögensverwalters dar, an 
denen sie so oder anders keinen vertraglichen Anspruch hätten. Die Aussage des 
Beschuldigten, er sei von einem stillschweigenden Akzept ausgegangen, muss 
somit unter Berücksichtigung aller weiteren Umstände als Schutzbehauptung an-
gesehen werden (vgl. hierzu ebenfalls Ziff. 2.5 nachfolgend betreffend das Aussa-
geverhalten des Beschuldigten). 

▪ Ob der Beschuldigte anlässlich der Vertragsunterzeichnung Z. tatsächlich über den 
Erhalt von Retrozessionen informierte, ist weder nachweis- noch widerlegbar. Zum 
einen fehlen objektive Beweismittel, zum anderen kann sich Z. nicht mehr ausrei-
chend an den Inhalt der Vertragsgespräche erinnern. Er sei davon ausgegangen, 
dass der Beschuldigte pro Transaktion eine Vergütung erhalten werde bzw., dass 
der Beschuldigte eine Art Kommission für angefallene Transaktionsgebühren erhal-
te (pag. WSG 068 Z 112 ff.). Sagen, ob damals über Retrozessionen gesprochen 
worden sei, könne er jedoch nicht (pag. WSG 069 Z 130, 137 f,). Der Beschuldigte 
wiederum, sonst bezüglich schriftlicher Unterlagen akribisch arbeitend, konnte kein 
schriftliches Dokument vorlegen, welches seine Aussage, er habe darüber infor-
miert, bestätigt. Die Aussagen von E. und dessen schriftliche Eingabe sind 
schliesslich widersprüchlich und wenig glaubhaft. Es ist somit der Vorinstanz zu 
folgen, die mit Blick auf die Unschuldsvermutung annahm, Z. sei sich bewusst ge-
wesen, dass der Beschuldigte von der Bank eine Vergütung bekomme und habe 
offenbar damit gerechnet, dass der Beschuldigte diese gar pro Transaktion erhalte 
(pag. WSG 134). Die Aussage des Beschuldigten, er habe Z. darüber informiert, 
dass er von der Bank eine Vergütung erhalten werde, kann nicht widerlegt werden 
und hat demzufolge als erstellt zu gelten.

▪ Übereinstimmend mit der Vorinstanz geht die Kammer davon aus, dass der Be-
schuldigte den Umstand mit der Vergütung wohl eher beiläufig, am Rande der Ver-
tragsverhandlungen kurz anschnitt, in der Hoffnung, keine Rückfragen diesbezüg-
lich zu provozieren. Er hielt den Umstand, dass er Retrozessionen erhalten würde, 
denn auch nicht schriftlich im Vermögensverwaltungsvertrag fest, fertigte keine Ak-
tennotiz an und erwähnte sie ebenso wenig in seinen Abrechnungen; dies wider-
spricht seiner sonst üblichen schriftlichen Genauigkeit. Für ein beiläufiges und nur 
in allgemeiner Weise erfolgtes Erwähnen der Retrozessionen spricht auch die Aus-
sage von Z.: Wenn sie über Retrozessionen gesprochen hätten, dann sicher nicht 
ausführlich; vielleicht sei das Wort in einem Satz gefallen (pag. 069 Z 144 f).

1.6 Erstellter Sachverhalt 

Die Kammer geht nach dem Gesagten vom selben relevanten Sachverhalt aus, wie 
die Vorinstanz (pag. WSG 135):

Zusammenfassend ist beweiswürdigend festzuhalten, dass der Beschuldigte als lizenzierter 
Jurist und langjähriger Bankmitarbeiter wusste, dass die Retrozessionen den Kunden zu-
stehen würden, solange diese nicht förmlich darauf verzichteten (was sie nur in Kenntnis, 
dass die Retrozessionen eigentlich ihnen zustehen würden, hätten tun können). Er erwähn-
te gegenüber Z., dass er von der Bank eine Entschädigung erhalten werde, jedoch ohne 

17

diesem bekannt zu geben, dass Z. eigentlich Anspruch darauf gehabt hätte, dies in der Ab-
sicht, die Retrozessionen für sich zu behalten.

Präzisierend ist festzuhalten, dass sich der Beschuldigte in keinem Irrtum betreffend 
den Anspruch seiner Kunden an den Retrozessionen befand. Die Aussage des Be-
schuldigten, er sei von einem stillschweigenden Akzept dieser Kunden ausgegangen, 
muss als Schutzbehauptung angesehen werden, wusste er doch gemäss eigenen 
Angaben nicht, ob sie den Begriff Retrozessionen sowie dessen Bedeutung überhaupt 
kannten und sich ihres Anspruchs bewusst waren.

2. Vorwurf zum Nachteil von Y.

2.1 Unbestrittener Sachverhalt

Der unbestrittene Sachverhalt stellt sich gemäss Erwägungen der Vorinstanz erneut 
wie folgt dar (pag. WSG 143):

Auch im vorliegenden Zusammengang ist unbestritten,
- dass der Beschuldigte Retrozessionen in der Höhe von über CHF 44'237.50 erhielt, was 

auch aufgrund der Abrechnungen der A. Bank erstellt ist (vgl. auch hier Ausführungen 
zum Differenzbetrag oben); 

- dass er diese nicht an Y. weiterleitete;
- dass der Vermögensverwaltungsvertrag zwischen dem Beschuldigten bzw. der G. und 

Y. keine Hinweise auf Retrozessionen enthielt;
- dass die Abrechnungen, welche der Beschuldigte Y. regelmässig zustellte, keinen Hin-

weis auf Retrozessionen enthielten;
- dass es auch sonst keine Dokumente gibt, die sich darüber äussern, ob der Beschuldig-

te Y. über die Retrozessionen bzw. seinen Anspruch informierte.

Ergänzend ist erneut die unbestrittene Tatsache festzuhalten, dass der Beschuldigte 
die einbehaltenen Retrozessionen mit zur Finanzierung seines Lebensunterhalts ver-
wendete (pag. WSG 076 Z 286).

2.2 Bestrittener Sachverhalt

In Übereinstimmung mit der Ausgangslage unter Ziffer. II.1.2 hiervor hielt die Vorin-
stanz betreffend den bestrittenen Sachverhalt fest (pag. WSG 143):

Bestritten und als Beweisfragen zu beantworten ist dagegen auch hier:
1. ob der Beschuldigte selbst überhaupt wusste, dass die Retrozessionen den Kunden zu-

stehen würden;
2. ob er Y. darüber informierte, dass er von der Bank Retrozessionen erhalte; hingegen ist 

nicht bestritten, dass der Beschuldigte Y. nicht über die Höhe der Retrozessionen orien-
tierte und dass er ihm nicht gesagt hatte, dass die Retrozessionen eigentlich ihm Y. zu-
stehen würden;

3. ob er, falls er dies wusste, den Kunden diesen Anspruch vorenthielt, um sie zu täuschen 
und / oder an ihrem Vermögen zu schädigen.

Auch hier ist in einem ersten Schritt zu beantworten, ob sich der Beschuldigte der 
rechtlichen Grundlagen betreffend die Retrozessionen bewusst war und ob er Y. über 
den Erhalt von Retrozessionen informierte. War dem Beschuldigten bewusst, dass die 

18

Retrozessionen seinen Kunden zustehen, ist in einem zweiten Schritt zu beantworten, 
wie und weshalb er Y. diesen Anspruch vorenthielt. Dabei ist insbesondere zu beurtei-
len, ob sich der Beschuldigte in einem Irrtum betreffend seine auftragsrechtlichen 
Pflichten befand bzw. ob er irrtümlicherweise von einem stillschweigenden Ak-
zept/Verzicht seitens seiner Kunden ausging.

2.3 Beweiswürdigung der Vorinstanz

Die Vorinstanz hat die Beweismittel wie auch die Ausführungen der Beteiligten korrekt 
und umfassend wiedergegeben (pag. WSG 137 ff.). Darauf kann verwiesen werden. 

Beweiswürdigend führte die Vorinstanz aus (pag. WSG 143 ff.):

Vorab kann in Bezug auf Punkt 1 und 2 vollumfänglich auf das oben im Zusammenhang mit 
den Vorwürfen zum Nachteil von Z. Gesagte verwiesen werden, stellt sich die Situation 
doch grundsätzlich gleich dar: Der Beschuldigte hat den gleich lautenden Vertrag mit Y. ab-
geschlossen wie mit Z., er hat ebenfalls zugegeben, Retrozessionen von der A. Bank erhal-
ten und diese nicht an Y. weitergeleitet zu haben und er hat ebenfalls wiederholt ausgesagt, 
er habe Y. gesagt, dass er Retrozessionen erhalte, wobei dieser nichts dagegen gehabt 
habe, dass er sie behalte. 

In einem ersten Schritt kann auch hier als erstellt erachtet werden, dass der Beschuldigte 
wusste, dass auch auf diesen Vertrag Auftragsrecht anwendbar war und dass die Retro-
zessionen dem Kunden zugestanden wären. 

Betreffend den zweiten Punkt ist festzuhalten, dass der Beschuldigte auch bei der Vermö-
gensverwaltung von Y. in Bezug auf die Retrozessionen nichts schriftlich festhielt. Es muss 
deshalb auch hier auf die Aussagen der Beteiligten, des Beschuldigten und Y., abgestellt 
werden:  

Im Gegensatz zu Z. bestreitet Y., dass der Beschuldigte ihm etwas von Retrozessionen ge-
sagt habe. Demgegenüber macht der Beschuldigte geltend, er habe gegenüber Y. bei der 
Vertragsunterzeichnung und auch auf der Rückfahrt im Auto kommuniziert, dass er Retro-
zessionen beziehe und Y. habe nichts dagegen gehabt. Er machte aber auch hier nicht gel-
tend, er habe dem Kunden gesagt, dass die Retrozessionen eigentlich diesem zustehen 
würden. 

Damit steht Aussage gegen Aussage. Der Beschuldigte war in seiner Aussage konstant, 
aber nicht stereotyp. Er verknüpfte sie auch mit einer Einzelheit, dass er dies Y. auf der 
Rückfahrt im Auto nochmals gesagt habe. Seine Aussage wirkt glaubhaft. 

Bei der Würdigung der Aussagen von Y. ist zu berücksichtigen, dass diese nach der Anzei-
geerstattung durch seinen Anwalt erfolgten, in diesem Punkt anderslautende Ausführungen 
also kaum zu erwarten gewesen wären. Es soll Y. nicht unterstellt werden, dass er log, das 
Gericht geht davon aus, dass ihn der Beschuldigte nicht über Einzelheiten im Zusammen-
hang mit den Retrozessionen aufklärte. 

Insgesamt lassen sich die Zweifel daran aber nicht ausräumen, dass der Beschuldigte Y. 
nicht doch ganz allgemein gesagt hat, dass er von der Bank eine Entschädigung beziehen 
werde. Das Gericht geht deshalb unter Berücksichtigung des Grundsatzes in dubio pro reo 
von der Version des Beschuldigten aus. Es ist somit als erstellt zu erachten, dass der Be-
schuldigte gegenüber Y. erwähnte, dass er Retrozessionen bzw. allgemein eine Vergütung 

19

von der A. Bank erhalten werde, ihm aber keine weiteren Einzelheiten dazu sagte und ins-
besondere auch nicht mitteilte, dass diese Retrozessionen eigentlich Y. zustehen würden.

Zu den Gründen, warum sich der Beschuldigte so verhielt bzw. zur Klärung der dritten Be-
weisfrage wird vollumfänglich auf das oben Ausgeführte verwiesen. Auch als er den Vertrag 
mit Y. abschloss, waren seine finanziellen Verhältnisse schlecht. Er hatte keine anderen 
massgeblichen Einnahmen als die aus der Vermögensverwaltung von Z. und neu Y., an 
denen er auch nicht viel verdiente, d.h. er war auf die Einnahmen aus den Retrozessionen 
angewiesen. Das Gericht kommt auch hier zum Schluss, dass er den Kunden den An-
spruch vorenthielt, um sie zu täuschen.

2.4 Ausführungen der Parteien

Die Generalstaatsanwaltschaft verzichtet in ihrer Berufungsbegründung auf Aus-
führungen zur Beweiswürdigung. 

Der Beschuldigte belässt es weitestgehend bei einem Verweis auf die Erwägungen 
der Vorinstanz und einer kurzen Zusammenfassung derselben (pag. WSG 244). Be-
treffend seines relevanten Wissens wendet der Beschuldigte analog zum Deliktsvor-
wurf z.N. von Z. ein, dass in der vorliegend massgeblichen Zeit und auf jeden Fall bis 
zum zivilrechtlichen Grundsatzentscheid des Bundesgerichts im Jahr 2006 eine Bran-
chenübung hinsichtlich der Retrozessionen geherrscht habe, die in erheblichem Um-
fang abwich. Zum einen von den in diesem Urteil erstmals in dieser Klarheit festge-
stellten auftragsrechtlichen Rechenschafts- und Herausgabepflichten und zum ande-
ren auch von einem nicht unbedeutenden Teil der Lehrmeinungen. Betreffend die Re-
trozessionen und den damit verbundenen Pflichten des Vermögensverwalter sei bis 
zum Leitentscheid des Bundesgerichts 2006 nicht klar gewesen, wie genau der Ver-
mögensverwalter seinen Pflichten gegenüber dem Auftraggeber nachkommen müsse. 
Auch die Kunden – bei denen es sich keineswegs immer um ahnungslose Laien hand-
le – hätten offensichtlich lange Zeit mit der gelebten Praxis keine Probleme gehabt, 
nach welcher der Vermögensverwalter die Retrozessionen gestützt auf eine still-
schweigende konkludente Vereinbarung einbehalten habe. Die Retrozessionen deck-
ten einen mehr oder weniger grossen Anteil des Aufwands des Vermögensverwalters 
ab, der bei einer vollumfänglichen Weiterleitung der Retrozessionen im Gegenzug ein 
substanzielles Honorar verrechnen müsste. Der Einbehalt von Retrozessionen mit al-
lenfalls einfacher Orientierung des Kunden sei in dieser Zeit Branchenusanz gewesen. 
Er habe sich in einem Irrtum über eine zivilrechtliche Regelung befunden, indem er 
von einer stillschweigenden Zustimmung seiner Auftraggeber ausgegangen sei.

Der Strafkläger kritisiert hingegen in seiner Anschlussberufungsbegründung das vor-
instanzliche Beweisergebnis dahingehend, als die Vorinstanz in Anwendung des 
Grundsatzes in dubio pro reo davon ausging, der Beschuldigte habe Y. anlässlich der 
Vertragsunterzeichnung mündlich über den Erhalt von Retrozessionen informiert. Y. 
habe anlässlich der Einvernahme vom 17. Februar 2009 glaubwürdig versichert, dass 
über Retrozessionen nie gesprochen worden sei. Die ersten Aussagen von Y. vom 
17. Februar 2009 seien eindrücklich und glaubwürdig und dürften nicht aufgrund der 
vorgängigen Anzeigeerstattung durch den Rechtsvertreter relativiert werden. Weder 
Finder-Fees noch Retrozessionen bzw. Kick-Backs seien ihm ein Begriff gewesen. 
Auch habe er nicht gewusst, dass die Retrozessionen ihm gehörten. Z. sei zwar da-

20

von ausgegangen, dass der Beschuldigte für neue Kunden bei der A. Bank eine Art 
Vergütung/Kommission bekomme, nicht hingegen, dass Retrozessionen flössen. Der 
Beschuldigte hingegen habe sich in Ausflüchten und Widersprüchen verstrickt. So ha-
be er über die Höhe der Retrozessionen nicht informiert, da er angeblich nicht genau 
gewusst habe, wie hoch diese ausfallen würden. Dabei sei der Satz für die Retrozes-
sionen im Zusammenarbeitsvertrag bereits festgehalten gewesen. Das Fehlen einer 
Aktennotiz betreffend das angebliche Gespräch über die Retrozessionen zeige eben-
falls dessen freie Erfindung durch den Beschuldigten, habe dieser doch sonst über al-
les und jedes Aktennotizen erstellt. Die Mitarbeiter, die angeblich bezeugen könnten, 
dass bei Vertragsunterzeichnung über Retrozessionen gesprochen worden sei, hätten 
dies nicht bestätigen können. Einzig E. habe im Zusammenhang mit der Besprechung 
mit Z. bestätigen wollen, dass damals von einer Vermittlungsgebühr gesprochen wor-
den sei; nicht jedoch über Retrozessionen. Mit dem späteren widersprechenden 
Schreiben vom 10. April 2010 sowie der mündlichen Aussage anlässlich der Einver-
nahme vom 29. Juli 2010 habe dieser offenkundig ein kollegiales Gefälligkeitszeugnis 
abgelegt. Insgesamt handle es sich bei der Behauptung des Beschuldigten, er habe 
Y. über die Tatsache, dass er Retrozessionen erhalte, mündlich orientiert, um eine 
blanke Lüge bzw. seien seine Ausführungen als blosse Schutzbehauptung zu qualifi-
zieren. X. habe weder über die Tatsache, dass er Retrozessionen erhalte, noch über 
deren Umfang informiert, womit kein gültiger Verzicht auf den Herausgabeanspruch 
für Retrozessionen vorliege.

Die Generalstaatsanwaltschaft führt in ihrer Stellungnahme zur Berufungsbegrün-
dung des Beschuldigten und zur Anschlussberufungsbegründung des Strafklägers 
aus, das Wirtschaftsstrafgericht komme treffend zum Schluss, der Beschuldigte habe 
gewusst, dass die Retrozessionen den Kunden gehörten. Dies ergebe sich auch aus 
der Aussage des Beschuldigten, wonach Y. nichts dagegen gehabt haben soll, wenn 
er die Retrozessionen behalte. Wären die Retrozessionen für den Vermögensverwal-
ter bestimmt gewesen, würde diese Aussage keinen Sinn machen. Ein Einverständ-
nis, dass jemand etwas behalten könne, werde nur dann abgegeben, wenn zumindest 
diskutabel sei, wer Begünstigter sei.

Die Verteidigung führt in ihrer Stellungnahme zur Anschlussberufungsbegründung 
des Strafklägers aus, die Vorinstanz habe zu Recht in dubio pro reo entschieden und 
sei davon ausgegangen, der Beschuldigte habe – wie von ihm dargelegt – seine Auf-
traggeber über die Retrozessionen informiert. Wenn die beiden Auftraggeber, im Ver-
laufe des Strafverfahrens auf die Retrozessionen angesprochen, über diese nicht ge-
rade erbaut gewesen seien, so lasse dies allenfalls Rückschlüsse auf ihre Befindlich-
keit angesichts der massiven Verluste in ihren Vermögensbeständen zu, nicht aber 
auf ihren Informationsstand hinsichtlich Retrozessionen zu Beginn des Vertragsver-
hältnisses. Ob der Beschuldigte sodann, da er – wie vom Strafkläger unterstellt werde 
– zu anderen Gesprächen immer Aktennotizen anlegte, zwingend auch eine solche 
über die erfolgte Information hinsichtlich der Retrozession hätte anlegen müssen, 
bleibe offensichtlich unbelegbare Hypothese.

21

2.5 Erwägungen der Kammer

Da sich der Sachverhalt zwischen dem Beschuldigten und Y. mit wenigen Ausnahmen 
identisch abspielte, kann vorab auf die Ausführungen der Vorinstanz und der Kammer 
im Zusammenhang mit den Vorwürfen zum Nachteil von Z. verwiesen werden (vgl. 
Ziff. II.1.3 und 1.5). Unterschiede zeigen sich einzig insofern, als Y. anlässlich beider 
Einvernahmen ausdrücklich verneinte, vom Beschuldigten über Retrozessionen infor-
miert worden zu sein (u.a. pag. WSG 059 Z 95 und 99 f.). Der Beschuldigte sagte 
wiederum aus, Y. nicht nur anlässlich der Vertragsunterzeichnung, sondern nochmals 
auf der Rückfahrt im Auto auf die Retrozessionen aufmerksam gemacht zu haben 
(u.a. pag. WSG 077 Z 295). Der ehemalige Mitarbeiter der A. Bank, W., konnte sich 
anlässlich seiner Einvernahme vom 30. Juni 2009 nicht erinnern, ob bei der Vertrags-
besprechung zwischen dem Beschuldigten und Y. über Retrozessionen gesprochen 
wurde (pag. 06 07 006 Z 41, 46 und 50).

Steht Aussage gegen Aussage, bedeutet dies gemäss konstanter Praxis nicht, dass 
der Aussage des Beschuldigte automatisch nach dem Grundsatz «in dubio pro reo» 
zu folgen ist. Vielmehr gilt es anhand sämtlicher Umstände, die aus den Akten ersicht-
lich sind, die Glaubhaftigkeit der fraglichen Aussagen zu überprüfen. Dabei ist nach 
Massgabe der modernen Aussagepsychologie weniger die allgemeine Glaubwürdig-
keit oder Wahrhaftigkeit der jeweiligen Aussageperson an sich, als vielmehr die spezi-
elle Glaubhaftigkeit ihrer im Einzelfall zu überprüfenden, konkreten Aussage von Be-
deutung. Somit gilt es, vor allem auf die Entstehung, den Inhalt und die Entwicklung 
sowie auf das Aussagemotiv, mithin auf das Fehlen von sogenannten Lügensignalen 
und das Vorhandensein von Realitätskriterien zu achten. (vgl. dazu BENDER 
ROLF/NACK ARMIN/TREUER WOLF-DIETER, Tatsachenfeststellung vor Gericht, 3. Aufla-
ge, München 2007, N 238 ff.). Dementsprechend kommt es bei einer Aussage vor-
wiegend auf ihren inneren Gehalt an, verbunden mit der Art und Weise, wie die Aus-
sageperson ihre Angaben vorträgt und welches ihre Persönlichkeit ist; entscheidend 
ist die Überzeugungskraft eines Beweismittels (vgl. dazu u.a. HAUSER RO-
BERT/SCHWERI ERHARD/HARTMANN KARL, Schweizerisches Strafprozessrecht, 6. Auf-
lage, Basel 2005, § 54, N 5). Nur wenn eine solche Überzeugung weder in der einen 
noch in der anderen Richtung zu gewinnen ist, hat der Richter im Zweifel für den An-
geklagten zu entscheiden (Zeitschrift Recht, 72/1973, Nr. 80).

Die Vorinstanz kommt nach Würdigung sämtlicher Beweise zum Ergebnis, dass sich 
die Zweifel nicht ausräumen lassen, dass der Beschuldigte Y. nicht doch ganz allge-
mein über die Entschädigung informierte, die er von der Bank erhalten werde. Nach 
eingehender Auseinandersetzung mit den Aussagen der Beteiligten und den weiteren 
aus den Akten ersichtlichen Umstände und Dokumente schliesst sich die Kammer 
diesem Ergebnis aufgrund folgender Überlegungen an:

▪ Der Beschuldigte war in seiner Aussage, er habe Y. über den Erhalt von Retrozes-
sionen informiert, konstant aber nicht stereotyp. Auch nach Unterbrechungen in 
den Einvernahmen blieben seine Aussagen in ihrem Kern konsistent und wider-
spruchsfrei. So sagte er u.a. aus, das Thema sei besprochen worden und Y. habe 
nichts dagegen gehabt (pag. 06 01 002 Z 42 f.), Y. habe nie darauf bestanden, die-
se Retrozessionen zu bekommen (pag. 06 01 003 Z 17 f.), Y. habe gewusst, dass 
er Retrozessionen erhalte und habe nie reklamiert deswegen (pag. 06 01 003 Z 21 

22

f.), Y. sei über die Retrozessionen informiert gewesen (pag. 06 01 003 Z 50), er 
habe es ihm gesagt und sie hätten das so während der Vertragsunterzeichnung 
besprochen (pag. 06 01 004 Z 19 f.), er habe Y. ganz klar kommuniziert, dass er 
Retrozessionen ausbezahlt erhalten und dass er diese als Entschädigung behalten 
würde; Y. habe keinen Anspruch auf diese Retrozessionen kundgetan (pag. 06 01 
003 Z 39 ff.), Retrozessionen habe er erhalten und das habe er den Kunden auch 
kommuniziert (pag. 06 01 022 Z 49), das Thema sei angesprochen worden (pag. 
06 01 024 Z 49 f.), das Thema Retrozessionen sei ein Traktandum an den Ver-
tragsverhandlungen gewesen (pag. 06 01 025 Z 28 f.), beide seien bei Vertragsun-
terzeichnung über die Retrozessionen informiert worden, keiner habe sich deswe-
gen jemals beschwert (pag. 06 01 025 Z 46 f.), er habe die Kunden über Retrozes-
sionen informiert, die hätten sich aber gar nicht dafür interessiert (pag. 06 01 042 Z 
154 f.), Retrozessionen seien Thema bei der Vertragsbesprechung gewesen und er 
habe den Kunden gesagt, dass dies Vergütungen der Bank an die Vermögensver-
walter seien (pag. 06 01 042 Z 159 f.), er habe die beiden informiert, dass er Retro-
zessionen beziehe, mehr sei darüber nicht gesprochen worden (pag. 06 01 043 Z 
183 f.), er habe es bekannt gegeben (pag. WSG 074 Z 208), er habe es kommuni-
ziert und gedacht, er hätte eine stillschweigende Akzeptanz (pag. WSG 074 Z 222), 
es sei bei der Besprechung auch ein Gebührenkatalog abgegeben worden, wo er 
gesagt habe, er werde ein Teil der Gebühren zurück erhalten (pag. WSG 075 Z 
238 f.), es sei nie der Fall gewesen, dass einer der beiden nachgefragt hätte (pag. 
WSG 076 Z 263 f.), er habe die Retrozessionen beim Abschnitt „Börsengeschäfte“ 
erwähnt, als sie über die Kosten gesprochen hätten (pag. WSG 079 Z 377 f.). 

▪ Differenzen zeigen sich nur insofern, als der Beschuldigte unterschiedliche Aus-
führungen machte, in welcher Deutlichkeit er den Kunden den Erhalt von Retrozes-
sionen mitgeteilt habe, und inwieweit diese darauf reagiert hätten bzw. damit ein-
verstanden gewesen seien. Diese Differenzen lassen nach Ansicht der Kammer 
nicht den Umkehrschluss zu, dass überhaupt gar keine Information erfolgt sein 
kann. Vielmehr lassen die Aussagen darauf schliessen, dass der Beschuldigte den 
Bezug von Retrozessionen wenn, dann nur am Rande der Vertragsverhandlungen 
beiläufig und als selbstverständlich erwähnte, anlässlich der Einvernahmen aber 
teilweise versuchte den Eindruck zu erwecken, das Thema sei durchaus konsen-
sual zwischen ihm und seinen Kunden besprochen worden und es liege somit eine 
Einwilligung des Kunden vor.

▪ Gemäss Schilderungen des Beschuldigten lässt sich folgender (angeblicher) Ablauf 
rekonstruieren: Der Beschuldigte erwähnte während der Vertragsbesprechung bei 
der Durchsicht des Gebührenkatalogs unter dem Abschnitt „Börsengeschäft“, dass 
er von der Bank einen Teil der Gebühren als Retrozessionen zurück erhalten wer-
de und dies eine Vergütung der Bank an den Vermögensverwalter darstelle. Seine 
Kunden haben sich nicht weiter dafür interessiert bzw. keine Rückfragen gestellt so 
dass der Beschuldigte nicht weiter darauf einging und eine stillschweigende Akzep-
tanz seiner Kunden annahm.

▪ Das Gespräch dauerte nach Aussage von W. ca. eine Stunde (pag. 06 07 007 Z 
12). Während dieser Zeit mussten einige teils ausführliche und komplexe Bankdo-
kumente gemeinsam durchgesehen und unterzeichnet werden. Ausreichend Zeit, 

23

diese Unterlagen allesamt durchzulesen und sämtliche darauf befindlichen Einzel-
heiten mit dem Beschuldigten und dem Mitarbeiter der Bank A. eingehend zu be-
sprechen, wird Y. nicht gehabt haben (vgl. Aussage von W. pag. 06 07 006 Z 34 f.). 
Gleichzeitig wird Y. innert kürzester Zeit vom Beschuldigten und dem Angestellten 
der A. Bank eine Vielzahl an Informationen mitgeteilt erhalten haben. Eine solche 
Flut an Informationen aufzunehmen, zu verarbeiten und schliesslich auch noch in 
allen Einzelheiten zu speichern, dürfte kaum möglich gewesen sein. Dies umso 
weniger, als Y. selbst aussagte, zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses bloss 
Grundwissen aus der Tageszeitung betreffend die Vermögensanlage besessen 
(pag. 06 02 003 Z 1) und die Begriffe Finders Fees und Retrozessionen bzw. Kick-
backs nicht gekannt zu haben (pag. 06 02 005 Z 46). 

▪ Der Umstand, dass Y. gemäss eigenen Angaben bei Vertragsunterzeichnung nicht 
über anlagespezifisches Wissen verfügte, setzte voraus, dass der Beschuldigte ihn 
auf die wesentlichen Punkte aufmerksam machte und ihm deren Inhalt – falls wie 
bei den Retrozessionen angezeigt – erklärte. Für die Überprüfung, ob der Beschul-
digte ihn über alles Wesentliche korrekt und vollständig informiert hatte, fehlte Y. 
das anlagespezifische Wissen, d.h. er musste auf die Informationen und Auskünfte 
des Beschuldigten und des Bankmitarbeiters vertrauen. Bei der Flut an Informatio-
nen und Bankdokumenten dürfte die Aufmerksamkeit von Y. somit nicht primär den 
Informationen gegolten habe, die der Beschuldigte bloss beiläufig mitteilte und als 
gegeben und nicht verhandelbar hinstellte. Unter diesen Umständen kann aber 
nicht ausgeschlossen werden, dass eine beiläufige Erwähnung des Beschuldigten 
betreffend einen Unterpunkt des Gebührenkatalogs, er werde von der Bank Retro-
zessionen erhalten, von Y. nicht bewusst wahrgenommen wurde bzw. gleich wie-
der vergessen ging, da er diese Information – wie vom Beschuldigten offensichtlich 
gewünscht – als nicht wesentlich einstufte. Dies würde auch die Aussage des Be-
schuldigten erklären, er könne nicht beurteilen, ob Y. klar gewesen sei, was Retro-
zessionen seien, diese ihm zustünden und welchen Umfang sie erreichten. Y. habe 
sich nicht weiter für die Retrozessionen interessiert oder sich darüber erkundigt 
(pag. 06 01 043 Z 183 ff.).

▪ Unter der Prämisse, dass der Beschuldigte log, als er aussagte, er habe seine 
Kunden über den Erhalt von Retrozessionen informiert, stellt sich für die Kammer 
die Frage, weshalb er konsequenterweise nicht auch betreffend die weiteren, ihn 
belastenden Punkte log? Weshalb sagte der Beschuldigte beispielsweise nicht aus, 
er habe seine Kunden über die rechtliche Situation betreffend die Retrozessionen 
aufgeklärt und diese hätten ausdrücklich ihr Einverständnis gegeben, sondern gab 
lediglich zu Protokoll, seine Kunden hätten ihn nicht weiter nach den Retrozessio-
nen gefragt und er habe dies als stillschweigenden Akzept angesehen (pag. WSG 
074 Z 222). Ebenfalls wäre es unter diesen Umständen ein leichtes für den Be-
schuldigten gewesen, zu behaupten, er habe seine Kunden bei Vertragsabschluss 
auch über die Höhe der Retrozessionen informiert. Dass er nicht in diesem Sinne 
aussagte, muss als weiteres Indiz für die Glaubhaftigkeit seiner Aussage gewertet 
werden.

▪ Der Beschuldigte erwähnte bereits anlässlich seiner ersten Einvernahme, er habe 
auf der Rückfahrt im Auto mit Y. nochmals über die Vergütung gesprochen (pag. 

24

06 01 002 Z 42 f.). Bei Z., so der Beschuldigte, sei die Vergütung dagegen nur in 
den Räumlichkeiten der A. Bank angesprochen worden (pag. 06 01 023 Z 26 f., 06 
01 024 Z 26 f.). Damit erwähnte der Beschuldigte in Bezug auf Y. ein besonderes 
Vorkommnis, welches aus Gründen der Logik und Verständlichkeit des Hand-
lungsablaufs nicht erforderlich gewesen wäre, d.h. die Notwendigkeit, zusätzlich 
geltend zu machen, er habe nochmals im Auto mit Y. darüber gesprochen, bestand 
nicht. Die Aussage, er habe Y. anlässlich der Vertragsunterzeichnung informiert, 
reichte, wie bei Z., grundsätzlich aus. Weshalb der Beschuldigte seine Aussage 
gegenüber Y. mit einer „doppelten Lüge“ absichern sollte und gegenüber Z. nur mit 
einer einfachen, ist nicht ersichtlich, wusste er zum Zeitpunkt seiner ersten Aussa-
ge doch noch nicht, wie Y. und Z. später gegen ihn aussagen würden. Gleichzeitig 
stellt die Erwähnung der Autofahrt eine raum-zeitliche Verknüpfung dar, d.h. die 
Einbettung des Erzählten in einen äusseren Kontext. Das freie Erwähnen des zu-
sätzlichen Gesprächs im Auto auf der Rückfahrt ist ein weiteres, nicht unwesentli-
ches Indiz für die Glaubhaftigkeit der Aussage des Beschuldigten, er habe Y. über 
den Erhalt von Retrozessionen informiert.

▪ Den sichergestellten Akten ist zu entnehmen, dass der Beschuldigte seine Bespre-
chungen und Telefonate mit seinen Kunden jeweils in einer schriftlichen Notiz oder 
E-Mail festhielt. Wie der Strafkläger zutreffend hinweist, fehlt eine entsprechende 
Notiz zu den Vertragsverhandlungen. Diese Sachverhalte jedoch – wie es der 
Strafkläger tut – ohne Differenzierung zu vergleichen und daraus schliessen zu 
wollen, wenn der Beschuldigte etwas nicht notiert habe, sei es nicht besprochen 
worden, erachtet die Kammer als zu einfach. Anlässlich der Vertragsbesprechun-
gen mussten – wie bereits ausgeführt – viele Bankdokumente gemeinsam durch-
gesehen und besprochen werden. Dass dabei vom Beschuldigten und dem Mitar-
beiter der A. Bank mündliche Ausführungen und ergänzende Erläuterungen zu den 
verschiedenen Dokumenten gemacht wurden, darf angenommen werden. Trotz-
dem fertigte weder der Beschuldigte noch der Mitarbeiter der A. Bank ergänzende 
Notizen an. Unter der Annahme, der Beschuldigte habe Y. lediglich bei der Durch-
sicht des Gebührenkatalogs beim Punkt „Börsengeschäfte“ beiläufig und ohne wei-
tergehende Ausführungen auf die Retrozessionen hingewiesen, kann sich folge-
richtig auch keine Notiz hierzu finden. Mit der Anfertigung einer Notiz, der Erwäh-
nung der Retrozessionen im Vertrag oder auf den Abrechnungen hätte der Be-
schuldigte vielmehr die Aufmerksamkeit auf die Retrozessionen gelenkt, was er ge-
rade nicht gewollt haben kann.

▪ Auf die Frage, wie er sich dazu äussere, dass Z. und Y. einander nicht bekannt 
seien, diese aber unabhängig voneinander glaubhaft ausgesagt hätten, sie seien 
von ihm zu keine Zeitpunkt über die bezogenen Retrozessionen informiert worden, 
sagte der Beschuldigte aus, dass dies nicht den Tatsachen entspreche und von 
Widersprüchen keine Rede sein könne. Vielleicht hätten sie es vergessen oder es 
sei für sie einfach nicht wichtig gewesen zu diesem Zeitpunkt. Aussagen wie: sie 
würden offensichtlich lügen oder ihn wegen der erfolglosen Vermögensverwaltung 
absichtlich falsch belasten, machte der Beschuldigte nicht. Er bezichtigte Z. und Y. 
weder der Lüge noch unterstellte er ihnen rachsüchtige Motive, sondern erklärte 
sich ihre Aussagen mit deren Vergesslichkeit aufgrund ihres damaligen fehlenden 
Interessens für seine Bemerkung zu den Retrozessionen. Der Beschuldigte suchte 

25

eine sachliche Erklärung und versuchte nicht, das Verschulden am Strafverfahren 
auf Z. und Y. zu verlagern, indem er ihnen eine bewusste Falschaussage unter-
stellte. 

▪ Y. sagte anlässlich seiner Einvernahme aus, sein „Schwiegersohn“ habe ihm ge-
sagt, dass er vor Gericht wahrscheinlich keine Chance hätte, da das Geld weg sei, 
aber dass es andere Möglichkeiten gäbe, eben u.a. Retrozessionen (pag. 06 02 
005 Z 46 ff.) In einer Gesprächsnotiz vom 18. März [die Jahreszahl fehlt, dürfte 
aber 2008 sein] hielt der Beschuldigte fest, dass Y. ihm vorgeworfen habe, er [der 
Beschuldigte] habe ihn betrogen, hintergangen und sich selbst bereichert. Er sei 
ein Betrüger, Scharlatan und Gauner. Wenn er [Y.] untergehe, nehme er ihn mit. 
Weiter hielt der Beschuldigte in seiner Notiz fest (SA Nr. 4 pag.1 f.):

„Drohte damit, mich ein seinem Bekanntenkreis schlecht zu machen. Mit den Leuten zu re-
den und ihnen zu erzählen, was ihm widerfahren ist. Einsatz von Zeitungen nicht ausge-
schlossen. Ich hätte ihm Fr. 300‘000 wissentlich und willentlich verbraten. Ich wollte ihn rui-
nieren, schädigen. Will mich (vernichten), dass ich keine Chance mehr habe, anderen Leu-
ten gleiches anzutun -> Will mich aus dem „Verkehr“ ziehen.“ 

Diese Notizen vermögen zwar nicht Auskunft darüber zu geben, ob der Beschuldig-
te Y. über den Bezug von Retrozessionen unterrichtet hat. Jedoch dürfen die Ge-
samtumstände bei der Würdigung der einzelnen Aussagen nicht vollständig aus-
geblendet und unberücksichtigt bleiben. Die Notiz widerspiegelt eindrücklich die 
Gefühlswelt von Y., in welcher er infolge des hohen Verlustes von ca. 
CHF 300‘000.00 steckte. Y. kann aufgrund dessen nicht mit einem unbeteiligten, 
objektiven Zeuge gleichgesetzt werden, der kein Interesse am Ausgang des Ver-
fahrens hat. Y. hat durch die Vermögensverwaltung des Beschuldigten viel Geld 
verloren, womit er als direkt Betroffener bzw. Geschädigter mit eigenen Interessen 
und Motiven am Strafverfahren teilnimmt. Dies soll nicht heissen, dass Y. lügt, 
wenn er aussagt, er habe nichts von Retrozessionen gewusst. Vielleicht war er ge-
rade infolge der Unterzeichnung oder Durchsicht eines Dokuments abgelenkt und 
hörte nicht konzentriert zu. Möglicherweise kann sich Y. auch nicht mehr an die 
Mitteilung erinnern, da der Beschuldigte die Vergütung möglichst beiläufig und als 
selbstverständlich lediglich in ein-zwei Sätzen bei den Börsengebühren erwähnte. 
Nicht zuletzt sind seit der Vertragsverhandlung mehrere Jahre vergangen und Y. 
besass dazumal nur Grundkenntnisse zum Anlagegeschäft. Retrozessionen waren 
ihm kein Begriff, weshalb diese bei ihm – sollten sie vom Beschuldigten in einem 
Nebensatz beiläufig erwähnt worden sein – keine besondere Aufmerksamkeit her-
vorgerufen haben dürften. 

▪ Der Beschuldigte sagte aus, er habe Y. und Z. nicht über die Höhe der möglichen 
Retrozessionen informiert. Er selber habe nicht genau gewusst, wie hoch die Re-
trozessionen ausfallen würden. Das hänge u.a. ja vom Depotwert ab (pag. 06 01 
042 Z 174 ff.). Der Strafkläger zeigt sich über diese Aussage erstaunt, sei der Satz 
für die Retrozessionen im Zusammenarbeitsvertrag doch bereits festgehalten ge-
wesen. Anders als der Strafkläger kann die Kammer aus dieser Verknüpfung keine 
weiteren Rückschlüsse auf die Frage ziehen, ob der Beschuldigte Y. über den Er-
halt von Retrozessionen informiert hat oder nicht. Der Beschuldigte sprach in sei-
ner Aussage offenkundig die Höhe der im Verlaufe der Vermögensverwaltung 

26

tatsächlich anfallenden Retrozessionen an, gab er doch zu bedenken, dass dies 
u.a. vom Depotwert abhänge. Er bezog sich damit nicht auf die fixe Regelung von 
40 %, welche bereits durch den Zusammenarbeitsvertrag mit der A. Bank vertrag-
lich festgelegt war. Der Beschuldigte bestritt denn auch nie, seine Kunden weder 
über die 40 % Regelung mit der A. Bank noch die von ihr später tatsächlich ausge-
richteten Retrozessionen informiert zu haben.

▪ Die Verblüffung und Aufregung von Z. und Y. über die Höhe der insgesamt ausbe-
zahlten Retrozessionen (pag. 06 03 006 Z 7 bzw. 06 02 006 Z 43) kann allenfalls 
als Indiz gewertet werden, dass sie über die Auszahlung von Retrozessionen an 
den Beschuldigten tatsächlich nicht informiert waren. Andererseits ist zu beachten, 
dass die Retrozessionen über eine Zeitdauer von mehreren Jahren zusammenge-
rechnet und als Gesamtbetrag Z. und Y. mitgeteilt wurden. Diese Kunden haben 
fast alles angelegte Geld verloren. Die Gesamtsumme war um einiges höher, als 
ihr verbliebenes, vom Beschuldigten verwaltetes Vermögen. Beide hatten durch 
den Beschuldigten einen hohen Vermögensverlust hinnehmen müssen und muss-
ten nun erfahren, wie viel der Beschuldigte nebst seinem vertraglich vereinbarten 
Honorar zusätzlich an ihrer Vermögensverwaltung verdiente. Da erscheinen auf 
mehrere Jahre hochgerechnete Retrozessionen als zusätzliche Entlohnung für die 
aus ihrer Sicht mehr als schlechte Vermögensverwaltung verständlicherweise als 
viel zu hoch. Beiden wurde – gemäss unbestrittenem Sachverhalt – vom Beschul-
digten nicht mitgeteilt, wie sich die Retrozessionen berechnen und wie hoch diese 
in etwa ausfallen würden bzw. tatsächlich ausgefallen sind. Selbst wenn der Be-
schuldigte Z. und Y. am Rande über seine Vergütung hinwies, konnten sie sich 
somit deren Umfang bzw. Gesamtausmass nicht vorstellen. Dass die Nennung der 
Gesamtsumme zu den protokollierten Gemütsbewegungen führte, ist somit – mit 
oder ohne beiläufige Erwähnung, er werde Vergütungen erhalten – nachvollzieh-
bar. Selbst der Beschuldigte zeigte sich im ersten Moment über die Höhe seiner 
gesamthaft bezogenen Retrozessionen erstaunt. Erst als ihm die Berechnung vor-
gelegt wurde und er den Gesamtbetrag auf die Dauer eines Jahres runterbrach, 
legte sich seine Verblüffung (pag. 06 01 003 Z 6 ff., 06 01 005 Z 26 ff., 06 01 023 Z 
8 ff.) 

▪ E. war zur Zeit der Vertragsunterzeichnung zwischen dem Beschuldigten und Y. 
nicht mehr bei der A. Bank angestellt. Eine eingehende Auseinandersetzung mit 
seinen sich selbst widersprechenden Aussagen und die Beantwortung der Frage, 
ob deren zweite eine reine Gefälligkeitsaussage darstellt, können somit unterblei-
ben. Nur soviel sei angemerkt: Die zweite Aussage von E. stellt – entgegen den 
Ausführungen des Strafklägers – nicht klarerweise ein Gefälligkeitszeugnis dar. So 
widerspricht bereits seine erste Aussage den objektiven Beweisen, dass der Be-
schuldigte von der A. Bank keine Finder-Fees sondern einzig Retrozessionen er-
hielt. Den Grund für die Verwechslung konnte er einigermassen plausibel und 
sachlich nachvollziehbar erklären, indem er aussagte, er arbeite seit vier Jahren 
bei der M. Bank, bei der es nur Kommissionen und keine Retrozessionen gäbe. Für 
ihn seien Kommissionen ein globaler Begriff (pag. 06 05 027 Z 38 ff.). Die Tatsa-
che, dass er jedoch anlässlich der ersten Einvernahme ausdrücklich und gleich 
mehrfach nach Retrozessionen gefragt wurde und solche ausdrücklich verneinte 
(pag. 06 05 005 Z 45 und 50), lassen seine Ausführungen insgesamt als zu wenig 

27

glaubhaft erscheinen, als dass ihnen vorliegend etwaige Aussagekraft zugespro-
chen werden könnte.

Alles in allem bestehen für die Kammer nicht zu überwindende Zweifel, dass der Be-
schuldigte im Rahmen der Vertragsgespräche Y. nicht doch beiläufig und in allgemei-
ner Art und Weise auf die Vergütungen hinwies, die er von der Bank erhalten werde. 
Gemäss Art. 10 Abs. 3 StPO geht das Gericht von der für die beschuldigte Person 
günstigeren Sachlage aus, wenn unüberwindliche Zweifel an der Erfüllung der 
tatsächlichen Voraussetzungen der angeklagten Tat bestehen. Im vorliegenden Fall 
bedeutet dies, dass der Beschuldigte Y. über die Retrozessionen informierte, jedoch 
nur beiläufig und am Rande, so dass Y. – wie vom Beschuldigten erhofft – sich nicht 
weiter dafür interessierte und Nachfragen diesbezüglich unterliess.

Betreffend die Gründe, warum sich der Beschuldigte so verhielt bzw. zur Klärung der 
dritten Beweisfrage kann vollumfänglich auf die Erwägungen der Vorinstanz sowie die 
Erwägungen der Kammer zum Deliktsvorwurf zum Nachteil von Z. verwiesen werden 
(vgl. pag. WSG 134 f. und 144 sowie Ziff. II.1.5 hiervor).

2.6 Erstellter Sachverhalt

Die Kammer geht in Übereinstimmung mit der Vorinstanz von folgendem erstellten 
Sachverhalt betreffend die Vermögensverwaltung von Y. aus:

Der Beschuldigte wusste als lizenzierter Jurist und langjähriger Bankmitarbeiter, dass 
die Retrozessionen den Kunden zustehen würden, solange diese nicht förmlich darauf 
verzichteten (was sie nur in Kenntnis, dass die Retrozessionen eigentlich ihnen zuste-
hen würden, hätten tun können). Der Beschuldigte erwähnte gegenüber Y. zwar 
beiläufig, dass er Retrozessionen bzw. allgemein eine Vergütung von der A. Bank er-
halten werde, gab ihm aber keine weiteren Einzelheiten dazu bekannt und teilte ihm 
insbesondere auch nicht mit, dass diese Retrozessionen eigentlich ihm zustehen wür-
den. Der Beschuldigte hielt Y. seinen Anspruch auf die Retrozessionen vor, um diesen 
zu täuschen, denn er war auf die Einnahmen aus den Retrozessionen angewiesen 
und hatte die Absicht, diese für sich zu behalten. 

Der Beschuldigte befand sich in keinem Irrtum betreffend den Anspruch seiner Kun-
den an den Retrozessionen. Die Aussage des Beschuldigten, er sei von einem still-
schweigenden Akzept dieser Kunden ausgegangen, muss als Schutzbehauptung an-
gesehen werden, wusste er doch gemäss eigenen Angaben nicht, ob sie den Begriff 
Retrozessionen sowie dessen Bedeutung überhaupt kannten und sich ihres An-
spruchs bewusst waren.

III. Sachverhalt und Beweiswürdigung betreffend passive Privatbestechung

1. Unbestrittener Sachverhalt

Die Vorinstanz führte betreffend den unbestrittenen Sachverhalt Folgendes aus (pag. 
WSG 154):

Zum Sachverhalt kann grundsätzlich auf das oben Ausgeführte verwiesen werden. Zu-
sammenfassend erhielt der Beschuldigte gestützt auf den Abschluss einer Vereinbarung 

28

betreffend die externe Vermögensverwaltung mit der A. Bank Retrozessionen von insge-
samt CHF 89'275.55 aus den Vermögensverwaltungsmandaten von Z. und Y..

In diesem Kontext ist zusätzlich von Bedeutung, dass sich der Beschuldigte offenbar bereits 
1993 bei der L. Bank über den Erhalt von Retrozessionen erkundigt hatte, als er sich 
selbständig machte, was aus dem Schreiben der L. Bank vom 27.09.1993 hervorgeht (pag. 
03 06 005). 

In Übereinstimmung mit den vorinstanzlichen Ausführungen hat als unbestritten zu 
gelten, dass zwischen dem Beschuldigten und der A. Bank eine Vereinbarung betref-
fend externe Vermögensverwaltung bestand, in welcher sich die A. Bank in Artikel 5 
verpflichtete, dem Beschuldigten je 40 % der Nettobeträge der Börsencourtagen und 
Depotgebühren seiner Kunden als Retrozessionen zu entrichten (pag. 04 01 011 ff.). 
Darauf gestützt erhielt der Beschuldigte im Rahmen seiner Verwaltungsvermögens-
verträgen mit Y. und Z. von der A. Bank Retrozessionen von insgesamt 
CHF 89‘275.55. Gemäss Aufstellung der A. Bank vom 12. November 2008 erhielt der 
Beschuldigte für die Verwaltung des Vermögens von Y. für den Zeitraum ab Juli 2006 
Rückvergütungen von insgesamt CHF 7‘644.90 (pag. 04 01 025).

Wie das Beweisergebnis unter Ziff. II.2.6 ergab, informierte der Beschuldigte Y. nur 
am Rande der Vertragsverhandlungen über den Erhalt von Retrozessionen. Hingegen 
liess er seinen Anspruch an den Retrozessionen sowie deren Höhe bewusst uner-
wähnt und verzichtete auf eine Aufführung der Retrozessionen im Verwaltungsvermö-
gensvertrag sowie in den Abrechnungen.

In einem Schreiben der L. Bank vom 27. September 1993 teilte diese dem Beschul-
digten eine Offerte betreffend folgender Banktransaktionen mit (pag. 03 06 005): 30 % 
Rückerstattung auf eigene Courtagen bei Börsentransaktionen, 30 % Rückerstattung 
auf eigene Treuhandkommissionen bei Treuhandanlagen, 25 % Retrozessionen auf 
eigene Depotgebühren sowie Finders-Fee in Form von zwei Tranchen zu je 0.2 %.

2. Bestrittener Sachverhalt

Der Beschuldigte hat nur für Handlungen nach dem 30. Juni 2006 eine allfällige Straf-
barkeit durch passive Privatbestechung zu gewärtigen, weshalb die nachfolgende 
Beweiswürdigung grundsätzlich auf den Bereich nach 30. Juli 2006 beschränkt wer-
den kann. Konkret stellen sich die folgenden beiden Fragen:

1. Zog der Beschuldigte nach dem 30. Juni 2006 einen Bankenwechsel in Erwägung 
und wenn ja, was hat ihn zum Verbleib bei der A. Bank bewogen?

2. Was waren die Gründe für die Wertpapiertransaktionen nach dem 30. Juni 2006?

3. Beweiswürdigung der Vorinstanz

Beweiswürdigend führte die Vorinstanz aus (pag. WSG 143 f.):

Als erstes ist die Frage zu klären, was den Beschuldigten bewog, mit dem Vermögen seiner 
Kunden zur A. Bank zu gehen. Er sagte dazu zusammenfassend aus, dies hätte nichts mit 
den Retrozessionen zu tun gehabt, solche hätte er bei jeder Bank erhalten, sondern damit, 
dass die Herren E. und W., die er schon von der L. Bank her gekannt habe, zur A. Bank 

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gegangen seien, mit anderen Worten hätten dort Personen gearbeitet, die er gekannt habe. 
Zudem habe die A. Bank als Tochter einer Kantonalbank Sicherheit (Staatsgarantie) gebo-
ten, deshalb habe er sich für sie entschieden. 

Die Aussagen des Beschuldigten erscheinen zwar nachvollziehbar, darin kann aber nicht 
der einzige Grund gelegen haben, dass er mit seinen Kunden zur A. Bank ging. Es fällt auf, 
dass er im Zusammenhang mit der Vermögensverwaltung von Z. mit keiner anderen Bank 
Verhandlungen über den Abschluss einer externen Vermögensverwaltung führte, also auch 
nicht mit anderen Banken, die über eine Staatsgarantie verfügten. Ausserdem dürfte er als 
langjähriger Mitarbeiter der H. Bank und der L. Bank nicht nur Personen gekannt haben, die 
zur A. Bank gegangen waren. Es erscheint denn auch aufgrund der allgemeinen Lebenser-
fahrung als sehr wahrscheinlich, dass die ihm angebotenen Retrozessionen bei seinem 
Entscheid, mit den Kunden zur A. Bank zu gehen, eine wichtige Rolle spielten. 

Im vorliegenden Zusammenhang ist jedoch letztlich nicht entscheidend, weshalb der mit 
seinen Kunden zur A. Bank ging. Es ist einzig relevant, warum er die Kundengelder auch 
nach dem 01.07.2006 bei der A. Bank beliess. Die Anklageschrift geht offenbar davon aus, 
dass der Beschuldigte aus den gleichen Gründen bei der A. Bank verblieb, die ihn bewogen 
hatten, zu dieser Bank zu gehen, nämlich insbesondere die Bekanntschaft der dort tätigen 
Herren E. und W., bzw. die Sicherheit (Staatsgarantie) der Bank als Tochter einer Kanto-
nalbank. Im Rahmen der Hauptverhandlung sagte der Beschuldigte sinngemäss lediglich 
aus, er habe sich gar nie Gedanken gemacht, die Bank zu wechseln. 

Die Argumentation der Staatsanwaltschaft vermag nicht zu überzeugen. Die Personen, die 
der Beschuldigte von früher kannte, arbeiteten im Jahre 2006 längst nicht mehr dort und 
Staatsgarantien hätte er auch bei einer anderen Bank gefunden. Seine Aussage, dass er 
sich schlicht keine Gedanken über einen Wechsel machte, erscheint dagegen glaubhaft. Es 
gab aus seiner Sicht keinen Grund, über einen Wechsel zu einer anderen Bank nachzu-
denken. Im Gegenteil, angesichts der überaus geringen Summe, die er 2006 noch zu ver-
walten hatte und der geringen Anzahl Kunden, dürfte es für ihn praktisch unmöglich gewe-
sen sein, mit einer anderen Bank Verträge über die externe Vermögensverwaltung abzu-
schliessen. Er konnte froh sein, angesichts seiner geringen Umsätze bei der A. Bank weiter 
als selbständiger Vermögensverwalter zugelassen zu sein. 

4. Ausführungen der Parteien

Der Beschuldigte stellt in seiner Berufungsbegründung in Abrede, dass die zur Dis-
kussion stehenden Handlungen – das Belassen der Vermögenswerte bei der A. Bank 
und das Entgegennehmen derer Retrozessionen – durch die Ausschüttung der Retro-
zessionen verursacht worden wären. Alle Banken schütteten Retrozessionen aus und 
es sei in keiner Weise erstellt, dass diejenigen der A. Bank besonders hoch gewesen 
wären. Schon daher könne ausgeschlossen werden, dass die Retrozessionen der A. 
Bank die Auswahl oder das Beibehalten der Bank durch den Beschuldigten beein-
flusst hätten.

Der Strafkläger hingegen gibt in seiner Anschlussberufungsbegründung zu beden-
ken, dass der Beschuldigte den Zusammenarbeitsvertrag mit der A. Bank wohl kaum 
geschlossen habe, weil die Chemie mit der L. Bank nicht mehr stimmte, die Herren E. 
und W. zur A. Bank gewechselt hätten, letztere als Tochter einer Kantonalbank Si-

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cherheit bot und er von jeder Bank Retrozessionen erhalten hätte, sondern offenkun-
dig, weil es die einzige und naheliegendste Bank gewesen sei, die ihm überhaupt oh-
ne grosse weitere Nachfragen Retrozessionen bezahlt habe. Die Staatsgarantie kön-
ne keine Rolle gespielt haben, behaupte der Beschuldigte nicht einmal, mit allfälligen 
anderen Instituten mit Staatsgarantien Verhandlungen geführt zu haben. Als Fazit sei 
festzuhalten, dass der Hauptgrund für die Wahl der A. Bank die Retrozessionen ge-
wesen seien, schliesslich habe der Beschuldigte diese aufgrund seiner seit 2002 dau-
ernden Arbeitslosigkeit dringend benötigt. Entgegen der Ansicht der Vorinstanz könne 
nicht davon ausgegangen werden, der Beschuldigte habe sich keine Gedanken über 
irgendeine Wettbewerbssituation gemacht und wegen seiner geringen Umsätze keine 
andere Möglichkeit gehabt, eine andere Bank zu finden und entsprechend die Gelder 
bei der A. Bank belassen. Wesentlich sei, dass er die Retrozessionen behalten und 
diese nicht an den Strafkläger weitergeleitet resp. ihn zumindest darüber informiert 
habe. Es sei hinreichend, dass der Beschuldigte gewusst habe, resp. in Kauf genom-
men habe, ihn nicht in rechtlich notwendigem Mindestumfang über die Zuwendung in-
formiert zu haben.

In ihrer Stellungnahme zur Anschlussberufung des Strafklägers führt die General-
staatsanwaltschaft aus, dass die Argumentation des Beschuldigten, er habe die A. 
Bank ausgewählt, weil er diverse Mitarbeiter gekannt und die Bank als Tochtergesell-
schaft der G. Kantonalbank Sicherheit durch Staatsgarantie geboten habe, nicht wi-
derlegt werden könne. Es könne ebenso wenig nachgewiesen werden, dass der Be-
schuldigte sein Ermessen aufgrund der Rezessionsvereinbarung zu Gunsten der A. 
Bank ausgeübt habe. Zu einer solchen Abmachung wären auch andere Banken bereit 
gewesen, wie im konkreten Fall die L. Bank, mit der bereits eine solche Vereinbarung 
bestanden habe. Die vereinbarte Höhe habe dem damals üblichen entsprochen, was 
sich ebenfalls aus der Vereinbarung mit der L. Bank ergebe. Aufgrund des Rückwir-
kungsverbots könne einzig das Belassen der Wertschriften bei der A. Bank als die im 
Zusammenhang mit der Vorteilsgewährung stehenden Ermessensausübung in Frage 
kommen, nicht aber der ursprüngliche Entscheid, die Kundenbeziehung mit der A. 
Bank einzugehen. Es könne davon ausgegangen werden, dass die Gründe für den 
Entscheid des Beschuldigten, zur A. Bank zu gehen, denjenigen entsprächen, dort zu 
bleiben. Ebenfalls plausibel sei die Ansicht der Vorinstanz, dass sich der Beschuldigte 
gar keine Gedanken über einen Wechsel der Bank gemacht habe. So oder anders sei 
nicht nachweisbar, dass die Retrozessionen die Geschäftsführung des Beschuldigten 
beeinflusst hätten. Das gleiche gelte mit Bezug auf die Retrozessionen der Börsen-
courtagen. Es könne nicht nachgewiesen werden, dass der Beschuldigte gewisse 
Transaktionsentscheide nicht aufgrund objektiver Kriterien getroffen habe, sondern mit 
dem Ziel, mehr Retrozessionen zu generieren (sog. Churning). Die verhältnismässig 
hohe Zahl von Wertschriftenkäufen und -verkäufen könne mit den ambitiösen Anlage-
zielen von Y. und seiner damit verbundenen Risiko- und Spekulationsbereitschaft er-
klärt werden, wie dies auch aus dem unterzeichneten Anlageprofil hervorgehe.

Der Beschuldigte bringt in seiner Stellungnahme zur Anschlussberufung des Straf-
klägers vor, dass nicht einmal von den Auftraggebern behauptet werde, er habe 
pflichtwidrig die A. Bank ausgewählt und Transaktionen über diese abwickeln lassen. 
Das Beweisverfahren habe keine Anhaltspunkte geliefert, dass er aussergewöhnlich 

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hohe Retrozessionen erhalten habe oder dass er, um mehr Retrozessionen zu erhal-
ten, besonders viele Transaktionen abgewickelt habe. 

5. Beweiswürdigung der Kammer

Der Beschuldigte sagte anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung aus, er ha-
be keine Veranlassung gesehen, das Vermögen seiner beiden Kunden zu einer ande-
ren Bank zu wechseln (pag. WSG 078). Schreiben an andere Banken betreffend eine 
Auskunft über eine mögliche Zusammenarbeit als externer Vermögensverwalter lie-
gen übereinstimmend mit seinen Aussagen nicht vor. Er erhielt durchgehend 40 % 
Retrozessionen und betreute Mitte 2006 lediglich zwei Kunden mit vergleichsweise 
nur noch geringem Vermögen. In den Unterlagen finden sich keine Hinweise, dass er 
mit den Dienstleistungen der A. Bank im Allgemeinen unzufrieden war, an einen Weg-
zug dachte oder die Möglichkeit eines Wegzugs in einem Schreiben an die A. Bank 
aufwarf. Den Aussagen des Beschuldigten und den Dokumenten in den beschlag-
nahmten Akten lassen sich keine Hinweise entnehmen, dass sich der Beschuldigte 
nach dem 30. Juni 2006 bei einem anderen Geldinstitut über ein mögliches externes 
Vermögensverwaltungsverhältnis informierte. Insgesamt erscheint seine Aussage, er 
habe sich keine Wechselgedanken gemacht, somit glaubhaft. Dem Beschuldigen 
kann nicht nachgewiesen werden, dass er nach dem 30. Juni 2006 mit dem Gedan-
ken spielte, die Kundengelder zu einer anderen Bank zu transferieren. Aufgrund der 
Tatsache, dass sich der Beschuldigte nach Ansicht der Kammer keine konkreten 
Wechselgedanken machte, fehlte ihm auch das Bewusstsein wettbewerbsrelevanten 
Verhaltens. Er entschied sich nach 30. Juni 2006 nicht bewusst erneut für die A. Bank 
und gegen andere Finanzinstitute. 

Damit ist jedoch nichts darüber gesagt, weshalb er dies unterliess bzw. weshalb er 
auch nach dem 30. Juni 2006 ohne Wechselgedanken bei der A. Bank blieb. Insbe-
sondere fragt sich, ob der Beschuldigte auch bei einem Wegfall der Retrozessionen 
nach 30. Juni 2006 bei der A. Bank verblieben wäre. 

Wie die Vorinstanz zu Recht feststellte, werden die Retrozessionen beim Beschuldig-
ten einen nicht unbedeutenden Einfluss auf die Wahl der A. Bank als Partnerin zur ex-
ternen Vermögensverwaltung ausgeübt haben. Der Beschuldigte sagte diesbezüglich 
aus, dass er die Retrozessionen als Entschädigung für seine Arbeit verstanden habe 
(pag. 06 01 003 Z 22 f.), er diese als Entschädigung erhalten (pag. 06 01 004 Z 40 f.) 
und für den allgemeinen Lebensunterhalt verwendet habe (pag. 06 01 005 Z 22). Mit 
Schreiben vom 16. Dezember 2002 betreffend die Depot-Neueröffnung für Y. schrieb 
der Beschuldigte: „Ich gehe davon aus, dass die Retrozessionen 40% beträgt!“ (pag. 
06 01 037). Der Satz ist als einziger im Schreiben unterstrichen und mit einem Ausru-
fezeichen ergänzt. Aufgrund dieser Aussagen und den weiteren Umständen steht für 
die Kammer beweismässig fest, dass der Beschuldigte die A. Bank ohne jegliche 
Auszahlung von Retrozessionen nicht gewählt hätte. Die Rückvergütung stellte für 
den Beschuldigten ein wesentliches Auswahlkriterium bei der Wahl der A. Bank als 
Depotbank dar.

Im gleichen Umfang muss als erstellt gelten, dass der Beschuldigte bei einer Einstel-
lung der Retrozessionszahlungen die Zusammenarbeit mit der A. Bank beendet oder 
zumindest einer genaueren Überprüfung unterzogen hätte. Der Beschuldigte sagte 

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aus, er habe die Retrozessionszahlungen als Entschädigung für seine Arbeit gesehen 
(pag. 06 01 003 Z 22 f.), wenn man sonst nichts habe, sei das nicht viel (pag. 06 01 
023 Z 9), ganz gratis könne er auch nicht arbeiten (pag. 06 01 005 Z 19), es sei ein 
guter Zustupf gewesen (pag. 06 01 044 Z 242) und er habe es als Bestandteil des 
Vergütungspakets angesehen (pag. WSG 073). Diese Aussagen zeigen den Stellen-
wert, den die Retrozessionen beim Beschuldigten einnahmen. Sie waren – nach sei-
ner Auffassung – Teil seiner Auftragsvergütung. Er war auf die Retrozessionen finan-
ziell angewiesen (vgl. Ausführungen der Vorinstanz auf pag. WSG 134 f.). Wären die 
Retrozessionszahlungen ausgeblieben, wäre eine nicht unbedeutende Einkommens-
quelle seiner beiden Auftragsmandate weggefallen. Ein Wechsel der Depotbank hätte 
sich unter diesen Umständen zwangsläufig aufgedrängt. Denn wie der Beschuldigte 
selbst aussagte, hätte er bei jeder Bank Retrozessionen erhalten, wobei die Höhe 
dann einfach eine Frage der Vereinbarung gewesen wäre (pag. 06 01 040 Z 81 f.). 
Die Rückvergütungen dürften somit ohne weiteres mitursächlich gewesen sein, dass 
der Beschuldigte sich auch nach Juni 2006 keine Wechselgedanken machte. Von Sei-
ten der Kammer bestehen aufgrund der genannten Umstände keine ernsthaften Zwei-
fel, dass der Beschuldigte, hätte die A. Bank die Auszahlung von Retrozessionen ein-
gestellt, einen Bankenwechsel zumindest geprüft hätte. Dass die konkreten Umstände 
einen Bankenwechsel verlangt bzw. erfordert hätten, wird dem Beschuldigten nicht 
vorgeworfen.

Betreffend den Wertpapierhandel kann nicht nachgewiesen werden, dass der Be-
schuldigte sich von der jeweiligen Auszahlung der Retrozessionen beeinflussen liess 
und seine Wahl – ob, wie oft und in welchem Umfang eine rückvergütungsauslösende 
Dienstleistung der A. Bank beansprucht werden soll – nicht nach objektiven Kriterien 
traf. Das Kundenprofil von Y. sah ein aggressives Auftreten am Markt vor (pag. 06 01 
019). Es sollte eine „aktive, auf absolute Performance gerichtete Anlagepolitik verfolgt 
werden“. Restriktionen in Bezug auf die Anlagekategorien bestanden keine und der 
Einsatz von derivativen Instrumenten, auch von Futures, war erlaubt. Bei einer sol-
chen Strategie stellt eine hohe Anzahl Transaktionen in jeweils nicht unerheblichem 
Umfange nichts Aussergewöhnliches dar. Es finden sich auch keine Anhaltspunkte 
oder Schreiben von Y. in den Akten, die darlegten, dass der Beschuldigte Wertpapier-
handel entgegen den Anweisungen von Y. tätigte. Jedenfalls kann unter diesen Um-
ständen dem Beschuldigten kein bewusstes Umwälzen des Kundenvermögens unter-
stellt werden (sog. Churning). Es fehlen Transaktionen, die sich nur mit der Absicht, 
Retrozessionen zu generieren, nachvollziehbar begründen lassen und aufzeigten, 
dass der Beschuldigte beim Wertpapierhandel aufgrund der Retrozessionszahlungen 
die Interessen von Y. hinter seine eigenen und die der A. Bank stellte. Zu Gunsten 
des Beschuldigten ist folglich davon auszugehen, dass seine jeweiligen Entscheide, 
Transaktionen bei der A. Bank in Auftrag zu geben, sich nur auf objektive Kriterien 
stützten und durch die Rückvergütung nicht beeinflusst bzw. verfälscht wurden. 

Der Beschuldigte war sich über seine Stellung als unabhängiger Vermögensverwalter, 
welcher für Privatkunden bei Depotbanken ihr Privatvermögen verwaltet, im Klaren. Er 
nahm anlässlich der Vermögensverwaltung von Y. wissentlich und willentlich von der 
A. Bank 40 % Retrozessionen auf den Nettobeträgen der Depotgebühren und Bör-
sencourtagen entgegen und verwendete diese zur Bestreitung seines Lebensunter-
halts. Ihm war bekannt, dass er die Retrozessionen nur erhielt, weil er das Kunden-

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vermögen von Y. bei der A. Bank anlegte und kostenpflichtige Dienstleistungen der A. 
Bank in Anspruch nahm. Gleichzeitig wusste er, dass andere Banken ebenfalls Retro-
zessionen anbieten würden und die Höhe der Rückvergütungen grundsätzlich ver-
handelbar ist (pag. 06 01 040 Z 81 f.). 

6. Erstellter Sachverhalt 

In Ergänzung zum unbestrittenen Sachverhalt in Ziff. III.1 erachtete es die Kammer 
beweismässig als erstellt, dass die Auszahlung von Rückvergütungen (40 % auf den 
Depotgebühren und 40 % auf den Börsencourtagen) für den Beschuldigten mit ur-
sächlich bei der Wahl der A. Bank als Depotbank war. Die durchgehende Gewährung 
von Retrozessi