# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** af33c0b1-6383-52fd-9e23-1dc1a6443794
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-09-20
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 20.09.2011 E-5088/2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-5088-2011_2011-09-20.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

Abteilung V
E­5088/2011

U r t e i l   v om   2 0 .   S ep t embe r   2 0 1 1

Besetzung Einzelrichter Bruno Huber,
mit Zustimmung von Richter Hans Schürch;
Gerichtsschreiber Peter Jaggi.

Parteien A._______, geboren (…),
dessen (…)
B._______, geboren (…),
und deren Kinder
C._______, geboren (…),
D._______, geboren (…),
E._______, geboren (…),
Syrien,
alle vertreten durch Martina Culic, Rechtsanwältin,
Berner Rechtsberatungsstelle für Menschen in Not,
(…),
Beschwerdeführende,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung
(Dublin­Verfahren);
Verfügung des BFM vom 12. September 2011 / N (…).

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Das Bundesverwaltungsgericht,

in Anwendung

des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31),

der  Asylverordnung  1  über  Verfahrensfragen  vom  11. August  1999 
[AsylV1, SR 142.311])

des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsver­
fahren (VwVG, SR 172.021),

des  Bundesgesetzes  vom  17.  Juni  2005  über  das 
Bundesverwaltungsgericht (VGG, SR 173.32),

des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht  (BGG, 
SR 173.110),

des Bundesgesetzes  vom 16. Dezember 2005 über  die Ausländerinnen 
und Ausländer (AuG, SR 142.20),

der  Konvention  vom  4.  November  1950  zum  Schutze  der 
Menschenrechte  und  Grundfreiheiten  (Europäische 
Menschenrechtskonvention [EMRK, SR 0.101]),

des  Abkommens  vom  28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der 
Flüchtlinge (Flüchtlingskonvention [FK, SR 0.142.30]),

des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter oder andere 
grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK, SR 0.105)

des  Abkommens  vom  26. Oktober  2004  zwischen  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft  und  der  Europäischen Gemeinschaft  über  die  Krite­
rien  und  Verfahren  zur  Bestimmung  des  zuständigen  Staates  für  die 
Prüfung  eines  in  einem  Mitgliedstaat  oder  in  der  Schweiz  gestellten 
Asylantrags (Dublin­Assoziierungsabkommen [DAA, SR 0.142.392.68]),

der Verordnung (EG) Nr. 343/2003 des Rates vom 18. Februar 2003 zur 
Festlegung  der  Kriterien  und  Verfahren  zur  Bestimmung  des  Mitglied­

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staats,  der  für  die  Prüfung  eines  von  einem  Drittstaatsangehörigen  in 
einem Mitgliedstaat gestellten Asylantrags zuständig ist (Dublin­II­VO),

der Verordnung (EG) Nr. 1560/2003 der Kommission vom 2. September 
2003 mit Durchführungsbestimmungen zur Dublin­II­VO (DVO Dublin),

des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädi­
gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2),

stellt fest,

dass die Beschwerdeführenden nach ihrer am (…) erfolgten Rückführung 
nach  Italien  in  die  Schweiz  zurückkehrten  und  am  8.  Juli  2011  im 
Empfangs­ und Verfahrenszentrum (EVZ) Basel  für sich und  ihre Kinder 
erneut um Asyl nachsuchten,

dass das BFM den Beschwerdeführenden anlässlich der  summarischen 
Befragungen vom 14. Juli 2011 mitteilte, aufgrund der am (…) erfolgten 
Ausschaffung,  ihrer  Vorbringen  und  eines  ERODAC­Treffers  sei 
mutmasslich Italien für die Durchführung des Asylverfahrens zuständig,

dass  der  Beschwerdeführer  im  Rahmen  des  rechtlichen  Gehörs  zur 
mutmasslichen Zuständigkeit  Italiens  für  das  vorliegende Verfahren  und 
zu einer allfälligen Wegweisung dorthin anführte, sie seien in Italien nicht 
gut behandelt worden, seine Tochter habe trotz (…) nicht zum Arzt gehen 
können, lieber gehe er hier fünf Jahre ins Gefängnis,

dass  die  Beschwerdeführerin  bei  gleicher  Gelegenheit  geltend  machte, 
sie möchte in der Schweiz bleiben, in Italien seien sie schlecht behandelt 
worden, nicht einmal einen Arzt hätten sie aufsuchen dürfen,

dass  die  italienischen  Behörden  die  gestützt  auf  Art.  16  Abs.  1  Bst.  c 
Dublin­II­VO  übermittelten  Ersuchen  des  BFM  vom  8.  August  2011  um 
Wiederaufnahme  der  Beschwerdeführenden  und  deren  Kinder 
unbeantwortet liessen,

dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  12.  September  2011  –  eröffnet  am 
13. September 2011 – in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG auf 
die  Asylgesuche  nicht  eintrat  und  die  Wegweisung  nach  Italien 
anordnete,

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dass  das Bundesamt  die Beschwerdeführenden  gleichzeitig  aufforderte, 
die  Schweiz  spätestens  am  Tag  nach  Ablauf  der  Beschwerdefrist  zu 
verlassen, den Kanton Bern mit dem Vollzug der Wegweisungsverfügung 
beauftragte,  die  Aushändigung  der  editionspflichtigen  Akten  gemäss 
Aktenverzeichnis  verfügte  und  festhielt,  eine  Beschwerde  gegen  diese 
Verfügung habe keine aufschiebende Wirkung,

dass  das  BFM  in  seinem  Entscheid  –  unter  Verweis  auf  die 
Bestimmungen  zum  Dublin­Verfahren,  den  vorgängigen  Aufenthalt  der 
Beschwerdeführenden mit  ihrer Kinder  in  Italien und die  implizit  erfolgte 
Zustimmung  der  italienischen  Behörden  zum  Transfer  –  auf  die 
Zuständigkeit Italiens für die Behandlung der Asylgesuche verwies,

dass  das  Bundesamt  festhielt,  die  Beschwerdeführenden  hätten  keine 
relevanten  Argumente  gegen  die  beabsichtigte  Überstellung  vorbringen 
können,

dass  die  Wegweisung  aus  der  Schweiz  die  Regelfolge  des 
Nichteintretens auf ein Asylgesuch und deren Vollzug zulässig, zumutbar 
und möglich sei,

dass  die  Beschwerdeführenden  durch  ihre  Rechtsvertreterin  mit 
Rechtsmitteleingabe vom 14. September 2011 in materieller Hinsicht die 
Aufhebung  der  angefochtenen  Verfügung  und  die  Rückweisung  der 
Sache  an  die  Vorinstanz  mit  der  Anweisung  beantragen,  das 
Selbsteintrittsrecht  auszuüben  und  sich  für  das  vorliegende  Asylgesuch 
als zuständig zu erachten,

dass  sie  in  prozessualer  Hinsicht  die  Erteilung  der  aufschiebenden 
Wirkung  (der  Beschwerde)  und  unter  Verzicht  auf  die  Erhebung  eines 
Kostenvorschusses  die  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege 
beantragen,

dass sie zur Stützung ihrer Vorbringen einen Auszug aus dem Asylgesetz 
zu  den  Akten  reichten  sowie  gleichzeitig  ein  Arztzeugnis  betreffend  die 
Beschwerdeführerin und eine Fürsorgebestätigung in Aussicht stellen,

dass  sie  am  15.  September  2011  die  in  Aussicht  gestellte 
Fürsorgebestätigung  einreichten  und  die Nachreichung  des Arztberichts 
betreffend die Beschwerdeführerin ankündigten,

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dass  auf  die  Begründung  der  Rechtsbegehren  und  die  eingereichten 
Dokumente,  soweit  für  den Entscheid wesentlich,  in  den nachfolgenden 
Erwägungen eingegangen wird,

dass  die  vollständigen  vorinstanzlichen  Akten  am  16.  September  2011 
beim Bundesverwaltungsgericht eingingen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

und erwägt,

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig 
über  Beschwerden  gegen  Verfügungen  (Art. 5  VwVG)  des  BFM 
entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des 
Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht 
(Art. 105 AsylG i. V. m. Art. 31 – 33 VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG),

dass  die  Beschwerdeführenden  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz 
teilgenommen  haben,  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders 
berührt  sind,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung 
beziehungsweise  Änderung  haben  und  daher  zur  Einreichung  der 
Beschwerde legitimiert sind (Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde 
einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 VwVG),

dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 
Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  entschieden  wird 
(Art. 111  Bst. e  AsylG),  und  es  sich  vorliegend,  wie  nachfolgend 
aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid 
nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass  gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  vorliegend  auf  einen 
Schriftenwechsel verzichtet wurde,

dass  bei  Beschwerden  gegen  Nichteintretensentscheide,  mit  denen  es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art. 32 – 35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der 

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Beschwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass  auf  Asylgesuche  in  der  Regel  nicht  eingetreten  wird,  wenn 
Asylsuchende  in  einen  Drittstaat  ausreisen  können,  welcher  für  die 
Durchfüh­  rung  des Asyl­  und Wegweisungsverfahrens  staatsvertraglich 
zuständig ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG),

dass das BFM in Anwendung von Art. 1 Ziff. 1 DAA die Zuständigkeit zur 
Behandlung eines Asylgesuchs nach den Kriterien der Dublin­II­VO prüft 
(Art. 29a Abs. 1 AsylV 1),

dass  das  Bundesamt  einen  Nichteintretensentscheid  fällt,  wenn  die 
Prüfung  ergibt,  dass  ein  anderer  Staat  für  die  Behandlung  des 
Asylgesuchs  zuständig  ist  und  dieser  der  Aufnahme  oder 
Wiederaufnahme  der  asylsuchenden  Person  zugestimmt  hat  (Art.  29a 
Abs. 2 AsylV 1),

dass  das  Bundesamt  aus  humanitären  Gründen  das  Asylgesuch  auch 
dann behandeln kann, wenn die Prüfung ergeben hat, dass ein anderer 
Staat dafür zuständig ist (Art. 29a Abs. 3 AsylV 1),

dass  der  Asylantrag  von  einem  einzigen Mitgliedstaat  geprüft  wird,  der 
nach  den  Kriterien  des  Kapitels  III  als  zuständiger  Staat  bestimmt  wird 
(Art. 3 Abs. 1 zweiter Satz Dublin­II­VO),

dass  indessen  gemäss  Art.  3  Abs.  2  erster  Satz  Dublin­II­VO  jeder 
Mitgliedstaat  einen  von  einem  Drittstaatsangehörigen  eingereichten 
Asylantrag  prüfen  kann,  auch  wenn  er  nach  den  in  dieser  Verordnung 
festgelegten Kriterien für die Prüfung nicht zuständig ist,

dass  gemäss  Rechtsprechung  des  Bundesverwaltungsgerichts  (BVGE 
2010/45  S.  630  ff.)  auf  eine Überstellung  an  den  zuständigen  Staat  zu 
verzichten  ist,  wenn  sich  diese  nicht  mit  den  internationalen 
Verpflichtungen  der  Schweiz  vereinbaren  lässt  oder  aus  humanitären 
Gründen (Art. 29a Abs. 3 AsylV 1) nicht angezeigt erscheint,

dass  vorliegend,  gestützt  auf  einen  EURODAC­Treffer,  die  am  (…) 
erfolgte  Rückführung  und  die  Vorbringen  der  Beschwerdeführenden 
Italien für die Behandlung der Asylgesuche zuständig ist,

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dass das Bundesamt die  italienischen Behörden am 8. August 2011 um 
Wiederaufnahme  der  Beschwerdeführenden  und  ihrer  Kinder  gemäss 
Art. 16  Abs. 1  Bst. c  Dublin­II­VO  ersuchte  und  Italien  innert  der 
festgelegten Frist keine Stellung nahm (Art. 20 Abs. 1 Dublin­II­VO),

dass die Beschwerdeführenden und ihre Kinder somit – wie vom BFM in 
der angefochtenen Verfügung zu Recht und mit zutreffender Begründung 
festgestellt  –  in  einen  Drittstaat  (vorliegend  Italien)  ausreisen  können, 
welcher für die Prüfung ihrer Asylanträge staatsvertraglich zuständig ist,

dass  die  Beschwerdeführenden  in  ihrer  Rechtsmitteleingabe  geltend 
machen,  die  aktuellen  Aufnahme­  und  Lebensbedingungen  in  Italien 
stellten  für  die  überwiegende  Anzahl  der  Flüchtlinge  einen  Verstoss 
gegen Art. 3 EMRK und gegen die EU­Aufnahmerichtlinien dar,

dass  sie  zur  Begründung  auf  mehrere  Berichte  ("Asylverfahren  und 
Aufnahmebedingungen  in  Italien,  Bericht  über  die  Situation  von 
Asylsuchenden,  Flüchtlingen  und  subsidiär  oder  humanitär 
aufgenommenen  Personen,  mit  speziellem  Fokus  auf  Dublin­
Rückkehrende,  Schweizerische  Flüchtlingshilfe,  Juss­Buss,  Bern  und 
Oslo,  Mai  2011",  "The  Norwegian  Organization  for  Asylum  Seekers 
[NOAS], The Italian approach to asylum: System and core problems, April 
2011",  "Juss­Buss,  Schweizerische  Flüchtlingshilfe  [SFH],  Asylum 
procedure  and  reception  conditions  in  Italy,  Mai  2011")  und  auf 
Beschlüsse  der  Verwaltungsgerichte  Giessen  vom  16. März  2011  und 
Köln vom 10. Januar 2011 verweisen lassen,

dass  Italien  unter  anderem Signatarstaat  der  Flüchtlingskonvention,  der 
Europäischen Menschenrechtskonvention und der Folterkonvention ist,

dass  anders  als  bei  Griechenland  (vgl.  Urteil  des  EGMR  M.S.S.  vs. 
Belgium  and  Greece,  Nr.  30696/09,  21.  Januar  2011,  Urteil  R.U.  vs. 
Greece,  Nr.  2237/08,  7.  Juni  2011)  hinsichtlich  Italien  aufgrund  der 
wiederholten  und  übereinstimmenden  Stellungnahmen  des  Amtes  des 
Hohen  Flüchtlingskommissars  der  Vereinten  Nationen  (UNHCR),  des 
Kommissars  für  Menschenrechte  des  Europarates  und  von 
internationalen  Nichtregierungsorganisationen  (NGOs)  weder  davon 
ausgegangen werden kann, die italienische Gesetzgebung zum Asylrecht 
werde  nicht  angewendet,  noch  sei  das  Asylverfahrensrecht  in  diesem 
Land in einer Art und Weise von strukturellen Unzulänglichkeiten geprägt, 
dass  asylsuchende  Personen  kaum  Chancen  auf  eine  seriöse  Prüfung 

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ihrer  Asylgesuche  und  ihrer  Beschwerden  beim  EGMR  durch  die 
italienischen  Behörden  haben,  oder  dass  sie  dort  mangels  wirksamer 
Beschwerdemöglichkeit keinen Schutz vor willkürlicher Rückschiebung in 
ihr Heimatland geniessen,

dass  somit  keine  ernsthaften  Zweifel  daran  bestehen,  dass  Italien  die 
Richtlinie  Nr.  2005/85/EG  des  Rates  vom  1.  Dezember  2005  über 
Mindestnormen  für  Verfahren  in  den  Mitgliedstaaten  zur  Zuerkennung 
und  Aberkennung  der  Flüchtlingseigenschaft  (Amtsblatt  Nr.  L  326  vom 
13/12/2005 S. 0013 – 0034) respektiert, und an dieser Einschätzung auch 
die  vorstehend  erwähnten  Beschlüsse  deutscher  Gerichte  nichts  zu 
ändern  vermögen,  zumal  diese  für  die  Rechtsprechung  des 
Bundesverwaltungsgerichts ohne Belang sind,

dass  hinsichtlich  der  genannten  Berichte  zu  den  Aufnahme­  und 
Lebensbedingungen  für  asylsuchende  respektive  bereits  als  Flüchtlinge 
anerkannte  Personen  in  Italien  festzustellen  ist,  dass  die  italienischen 
Behörden seit geraumer Zeit mit einer grossen Anzahl von Einwanderern 
aus  nordafrikanischen  Staaten  konfrontiert  sind,  was  immer  wieder  zu 
Kapazitätsengpässen bei den Aufnahmezentren führt,

dass  indessen  das  Gericht  auch  in  Berücksichtigung  der  mit  den 
Kapazitätsengpässen  im  Zusammenhang  stehenden  schwierigen 
Aufenthalts­  und  Lebensbedingungen  –  eine  Betreuung  durch  die 
italienischen Behörden oder durch die privaten karitativen Organisationen 
ist nicht  in  jedem Fall gewährleistet – nicht zum Schluss gelangt,  Italien 
verletze  nachgewiesenermassen  in  systematischer  Weise  die  Richtlinie 
Nr.  2003/9/EG  des  Rates  vom  27.  Januar  2003  zur  Festlegung  von 
Mindestnormen  für  die  Aufnahme  von  Asylbewerbern  in  den 
Mitgliedstaaten (Amtsblatt Nr. L 31 vom 06/02/2003 S. 0018 – 0025),

dass  angesichts  dieser  Sachlage  keine  Veranlassung  besteht,  die 
Regelvermutung  in  Frage  zu  stellen,  wonach  sich  Italien  an  die 
massgebenden  völkerrechtlichen  Bestimmungen,  insbesondere  an  das 
Rückschiebungsverbot  oder  die  einschlägigen  Normen  der  EMRK  und 
der FoK, hält (BVGE 2010/45 E. 7.5. und 7.7.), 

dass  diese  Regelvermutung  umgestossen  werden  kann,  wenn  im 
konkreten  Einzelfall  ernsthafte  Indizien  dafür  vorliegen,  dass  die 
Behörden des betreffenden Signatarstaates Völkerrecht verletzen (BVGE 
2010/45 a.a.O.),

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dass  es  vorliegend  den  Beschwerdeführenden  nicht  gelungen  ist,  eine 
einzelfallspezifische  besondere  Verletzlichkeit  nachzuweisen,  aufgrund 
derer  geschlossen  werden  könnte,  ihnen  und  ihren  Kindern  drohe  in 
Italien eine unmenschliche Behandlung im Sinne von Art. 3 EMRK,

dass  für  den  Fall,  dass  die  Beschwerdeführenden  aufgrund  der 
Aufenthaltsbedingungen  tatsächlich  nicht  in  der  Lage  gewesen  sein 
sollten,  mit  ihren  Kindern  in  Italien  ein  menschenwürdiges  Leben  zu 
führen,  es  an   ihnen  liegen  wird,  ihre  Rechte  bei  den  italienischen 
Behörden  respektive  beim  Europäischen  Gerichtshof  oder  beim  EGMR 
geltend zu machen (BVGE 2010/45 E. 7.6.4),

dass nach Kenntnis des Bundesverwaltungsgerichts Dublin­Rückkehren­
de  und  –  wie  vorliegend  die  Beschwerdeführenden  –  verletzliche 
Personen  mit  kleinen  Kindern  bezüglich  Unterbringung  von  den 
italienischen  Behörden  bevorzugt  behandelt  werden  und  sich  –  neben 
den staatlichen Strukturen – auch zahlreiche private Hilfsorganisationen 
der Betreuung von Asylsuchenden und Flüchtlingen annehmen,

dass es Sache des BFM sein wird, die italienischen Behörden anlässlich 
der Bekanntgabe  des Datums der Überstellung  frühzeitig  und  schriftlich 
über  die  Zugehörigkeit  der  Beschwerdeführenden  und  ihrer  Kinder  zu 
einer verletzlichen Personengruppe zu informieren,

dass  vorliegend  davon  auszugehen  ist,  die  Beschwerdeführenden  und    
ihre  Kinder  könnten  allfällig  benötigte  Unterstützung  vom  italienischen 
Staat direkt in Anspruch nehmen,

dass  sich  aus  den  Akten  keinerlei  Anhaltspunkte  dafür  ergeben,  Italien 
halte sich nicht an das Übereinkommen vom 20. November 1989 über die 
Rechte des Kindes ([KRK, SR 0.107]; vgl. CHRISTIAN FILZWIESER / ANDREA 
SPRUNG,  Dublin­II­Verordnung,  3.  Aufl.,  Wien/Graz  2010,  Kommentar 
Nr. 8 zu Art. 6 Seite 90),

dass  sich  angesichts  dieser  Sachlage  der  Vollzug  der Wegweisung  als 
zulässig erweist (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass  die  Beschwerdeführenden  darüber  hinaus  nichts  vorbringen,  was 
das BFM hätte veranlassen können, aus humanitären Gründen (Art. 29a 
Abs. 3 AsylV 1) auf ihr Asylgesuch einzutreten,

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dass  sich  aus  den  im  erstinstanzlichen  Verfahren  zu  den  Akten 
gereichten  ärztlichen  Berichten  vom  22.  August  und  23.  August  2011 
keine  Hinweise  auf  ernsthafte  gesundheitliche  Probleme  psychischer 
oder physischer Natur der Töchter (…) und (…) ergeben,

dass  hinsichtlich  der  erst  in  der  Beschwerde  geltend  gemachten,  nicht 
näher  spezifizierten  gesundheitlichen  Probleme  der  Beschwerdeführerin 
davon  auszugehen  ist,  dass  diese  auch  in  Italien  behandelt  werden 
können, weshalb es sich erübrigt, den Eingang des in Aussicht gestellten 
Arztberichtes  abzuwarten  oder  eine  Frist  für  dessen  Beibringung 
anzusetzen,

dass es bei einer ernsthaften Erkrankung der Beschwerdeführerin Sache 
der Vollzugsbehörde sein wird, diesem Umstand Rechnung zu tragen,

dass  somit  im  Rahmen  einer  Gesamtabwägung  aller  relevanten 
Umstände  im  konkreten  Einzelfall  auch  sonst  keine  Gründe  ersichtlich 
sind,  die  bei  pflichtgemässem  Ermessen  eine  Wegweisung  aus 
humanitärer  Sicht  problematisch  erscheinen  lassen  (vgl.  Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts E­7221/2009 vom 10. Mai 2011),

dass sich angesichts dieser Sachlage eine Auseinandersetzung mit den 
weiteren Ausführungen  in  der Beschwerde  und  dem  zu  deren Stützung 
eingereichten  Dokument  (Auszug  aus  dem  Asylgesetz)  erübrigt,  weil 
diese nicht geeignet sind, zu einer anderen Beurteilung zu gelangen,

dass  das  vorliegende  Urteil  in  Übereinstimmung  mit  der  Praxis  des 
Bundesverwaltungsgerichts zum Wegweisungsvollzug nach Italien ergeht 
(vgl. BVGE 2010/45, Urteile des Bundesverwaltungsgerichts E­3223/2011 
vom 14. Juni 2011 und E­2908/2011 vom 25. Mai 2011),

dass  zusammenfassend  festzustellen  ist,  dass  einer  Rücküberstellung 
der  Beschwerdeführenden  und  ihrer  Kinder  weder  völkerrechtliche 
Verpflichtungen  der  Schweiz  noch  humanitäre Gründe  entgegenstehen, 
weshalb  die  Souveränitätsklausel  (Art.  3  Abs.  2  Dublin­II­VO)  nicht  zur 
Anwendung  gelangt  und  folglich  das BFM  zu Recht  in  Anwendung  von 
Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegweisung 
aus  der  Schweiz  zur  Folge  hat  (Art. 44  Abs. 1  AsylG),  vorliegend  der 
Kanton keine Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein Anspruch 
auf  Erteilung  einer  solchen  besteht  (BVGE  2009/50  E.  9.  S.  733), 

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weshalb  die  verfügte  Wegweisung  nach  Italien  im  Einklang  mit  den 
gesetzlichen  Bestimmungen  steht  und  demnach  vom  Bundesamt  zu 
Recht angeordnet wurde,

dass  in  Verfahren  nach  Art.  34  Abs.  2  Bst.  d  AsylG  die  Frage  der 
Durchführbarkeit  des Wegweisungsvollzugs  bereits  Voraussetzung  (und 
nicht erst Regelfolge) des Nichteintretensentscheides ist (BVGE 2010/45 
E. 10.2),

dass  deshalb  allfällige  völkerrechtliche  und  humanitäre 
Vollzugshindernisse vor der Prüfung des Nichteintretens im Rahmen der 
Anwendung der sogenannten Souveränitätsklausel (Art. 3 Abs. 2 Dublin­
II­VO)  oder  gegebenenfalls  –  wenn  sich  Familienmitglieder  in 
verschiedenen  Dublin­Mitgliedstaaten  befinden  und  zusammengeführt 
werden  sollen  –  bei  der  Ausübung  der  Humanitären  Klausel  (Art. 15 
Dublin­II­VO) zu prüfen sind, weshalb kein Raum für Ersatzmassnahmen 
im Sinne von Art. 44 Abs. 2 AsylG i.V.m. Art. 83 Abs. 1 ­ 4 AuG besteht,

dass nach dem Gesagten der vom Bundesamt verfügte Vollzug der Weg­
weisung zu bestätigen ist,

dass es den Beschwerdeführenden demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder 
unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen 
ist,

dass mit dem Entscheid  in der Hauptsache ohne vorgängige  Instruktion 
die Anträge auf Erteilung der aufschiebenden Wirkung (der Beschwerde) 
und auf Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses hinfällig wer­
den,

dass  sich  die  Beschwerde  aufgrund  der  vorstehenden  Erwägungen  als 
aussichtslos  erweist,  weshalb  der  Antrag  auf  Gewährung  der 
unentgeltlichen  Rechtspflege  (Art.  65  Abs.  1  VwVG)  unbesehen  der 
nachgewiesenen  prozessualen  Bedürftigkeit  abzuweisen  ist  und  bei 
diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600.­ (Art. 1 – 3 des 
Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen 
vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 173.320.2])  den 
Beschwerdeführenden aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Der  Antrag  auf  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  wird 
abgewiesen.

3.  
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.­  werden  den  Beschwerdeführenden 
auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4. 
Dieses  Urteil  geht  an  die  Beschwerdeführenden,  das  BFM  und  den 
Migrationsdienst des Kantons Bern.

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Bruno Huber Peter Jaggi

Versand: