# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d48e8c62-2d58-5177-92ca-396349cce4f7
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2006-04-11
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 2. Kammer 11.04.2006 S 2006 33
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_002_S-2006-33_2006-04-11.pdf

## Full Text

S 06 33

2. Kammer als Versicherungsgericht

URTEIL
vom 11. April 2006

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Versicherungsleistungen nach UVG

1. a) Der heute 45-jährige … (geb. …) ist verheiratet, Vater zweier Kinder, 

portugiesischer Staatsangehöriger und wohnhaft in …/GR. Er ist angelernter 

Maurer und arbeitete seit 1997 bei einer grossen Baufirma, die ihn gegen 

Berufs- und Nichtberufsunfälle bei der Schweizerischen 

Unfallversicherungsanstalt (SUVA) versichert hatte. Am 31.01.2002 erlitt der 

Versicherte einen Arbeitsunfall, als ihm ein rund 400 Kilogramm schwerer 

Betonpfeiler auf das linke Bein stürzte, wobei er sich den linken Unterschenkel 

sowie das linke Fussgelenk brach und die Fusszehen zerquetscht wurden. 

Noch am selben Tag wurde er im Kantonsspital Chur operiert, wo er über 

einen Monat noch weiterhin behandelt und gepflegt wurde (stationärer 

Spitalaufenthalt 31.01.-07.03.02).

b) Es folgten darauf (2003-05) zahlreiche Untersuchungen und Abklärungen 

über den medizinischen Gesundheitszustand sowie die wirtschaftlich 

verwertbare Restarbeitsfähigkeit des Versicherten.  

c) Mit Verfügung vom 28. September 2005 sprach die SUVA dem Versicherten 

für die verbliebenen Beeinträchtigungen aus dem Arbeitsunfall 02 (ab dem 

01.09.2005) eine monatlich wiederkehrende Invalidenrente auf der Basis 

eines Invaliditätsgrads von 32% und eines versicherten Jahresverdienstes 

von Fr. 72'338.-- sowie eine einmalige Integritätsentschädigung auf der Basis 

einer Lebensqualitätseinbusse von 30% (Fr. 32'040.--) zu. Eine hiergegen 

erhobene Einsprache hiess die SUVA mit Entscheid vom 6. Dezember 2005 

in dem Sinne teilweise gut, als sie den rentenrelevanten IV-Grad neu auf 38% 

erhöhte; im Übrigen wies sie die Einsprache ab.

2. Dagegen erhob der Einsprecher am 7. März 2006 frist- und formgerecht 

Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit den Anträgen um kostenfällige 

Aufhebung des angefochtenen Entscheids vom Dez. 05 samt der diesem 

zugrunde liegenden Verfügung vom Sept. 05 (Ziff.1); ferner sei eine allfällige 

Restarbeitsfähigkeit mittels neurologischen Gutachtens zu bestimmen (Ziff. 2; 

Auskunft über neuropatische Knie-/Wadenschmerzen); evtl. sei das 

mutmassliche Invalideneinkommen (IE) noch neu festzulegen (Ziff. 3; IE Fr. 

43'500.-- viel zu hoch); schliesslich sei auch der Integritätsschaden mittels 

Gutachtens eines unabhängigen Kniespezialistens neu zu bestimmen bzw. 

die Integritätsentschädigung von 30% auf neu 45% zu erhöhen. Zur 

Begründung brachte er hauptsächlich vor, dass er an ausgeprägten 

Schmerzsyndromen am linken Knie und der linken Wade leide und darum 

zuerst die Leitfähigkeit der Nerven getestet und überprüft werden müsste, ehe 

über die Restarbeitsfähigkeit und den IV-Grad zuverlässige Angaben 

gemacht werden könnten. Weitere Abklärungen wären daher unerlässlich. 

Das ermittelte IE (anhand der abstrakten Tabellenlöhne in der Schweiz für 

einfache u. repetitive Ersatztätigkeiten) sei unrealistisch hoch ausgefallen und 

sogar bei einem weiteren Leidensabzug von 25% nicht haltbar. Bei der 

Integritätsentschädigung sei die erlittene Lebensqualitätseinbusse mit 15% 

für die amputierten Zehen korrekt erfasst; die beginnende schwere 

Gonarthrose am linken Knie mit 15% (statt 30%) aber zu tief beziffert worden, 

weshalb total eine Entschädigung auf der Basis einer Einschränkung von 45% 

gerechtfertigt und angemessen gewesen wäre. 

3. In der Vernehmlassung beantragte die SUVA Abweisung der Beschwerde und 

Bestätigung des angefochtenen Entscheids. Den Einwänden des 

Beschwerdeführers hielt sie entgegen, dass er ohne sein Reizknie 

nachweislich in der Lage sei, eine leichte bis mittelschwere Arbeit ohne 

Zwangshaltung und ohne wiederholtes Treppensteigen ganztags auszuüben. 

Mittels Entfernung der vormals fixierten Metallplatte links werde die 

Schmerzproblematik des Reizknies behoben sein und die Arbeitsfähigkeit des 

Versicherten in einer leidenangepassten Tätigkeit wieder bei 100% liegen. 

Ferner neige der Versicherte offenkundig zur Selbstlimitierung. Eine weitere 

ärztliche neuropathische Begutachtung sei unnötig, da die vorhandenen 

Atteste des Kreisarztes und Klinikberichte genügend klar seien, um über den 

Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit aussagekräftig urteilen zu 

können. Daran ändere auch der davon abweichende Kurzbericht des 

Hausarztes vom Aug. 05 nichts. Das IE sei realistisch und korrekt anhand der 

in der Schweiz gültigen Tabellenlöhne (ohne Leidensabzug) ermittelt worden, 

woraus letztlich eben kein höherer IV-Grad resultiert habe. Dasselbe gelte in 

Bezug auf die Integritätsentschädigung, da die Fachärzte die beginnende 

Gonarthrose nur als „mässig“ störend eingestuft hätten, wofür ein 

Behinderungsprozentsatz von 5-15% vorgesehen sei. Die Höhe der 

Integritätsentschädigung von total 30% (15% Zehenamputation sowie 15% 

Knieproblem) sei daher im Resultat ebenfalls nicht zu beanstanden.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. a) Der Unfallversicherer hat die Grundsätze zum Umfang der allgemeinen 

Leistungspflicht (Art. 6 UVG; SR 832.20), zur Natur und zur Höhe des 

Anspruchs auf eine Invalidenrente (Art. 18 ff. UVG [SUVA-Rente]) sowie zur 

Adäquanz zwischen Unfallereignis und Eintritt des Schadens (BGE 119 V 338 

E. 1, 118 V 289 E. 1b) korrekt und komplett dargelegt. Genau gleich verhält 

es sich bezüglich der im angefochtenen Entscheid erwähnten Vorschriften 

betreffend Integritätsentschädigung (Art. 24 f. UVG). Zutreffend sind auch die 

Ausführungen zum sozialversicherungsrechtlich massgebenden Beweisgrad 

der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 360 E. 5b, 121 V 208 E. 

6b, 114 V 305 E. 5b) und zu den Beweislastregeln (BGE 117 V 263 E. 3b; 

RKUV 2001 S. 39 E. 5a, 1993 S. 159 E. 3b) ausgefallen. Darauf kann 

verwiesen werden. Strittig sind bis zuletzt aber einerseits die Auslegung und 

Würdigung der seit dem Arbeitsunfall im Januar 02 eingeholten Arzt- und 

Klinikberichte sowie andererseits die Höhe des mutmasslichen Jahressalärs 

trotz Gesundheitsbeeinträchtigung (sog. Invalideneinkommen) für die 

Ermittlung des rentenrelevanten Invaliditätsgrads (zzgl. 

Integritätsentschädigung) geblieben.

b) Im konkreten Fall sind folgende ärztlichen Befunde, Stellungnahmen und 

Klinikberichte aktenkundig und für die Entscheidfindung von Bedeutung:

 In der ersten Unfallmeldung betreffend Arbeitsunfall vom 31.01.2002 der 
damaligen Arbeitgeberin ist von Knochenbrüchen am linken Bein 
(Unterschenkel) und am linken Fuss die Rede.

 Im Operationsbericht vom 01.02.2002 des Rätischen Kantonsspitals 
Chur (KSC) wurde die Diagnose einer geschlossenen multifragmentären 
Tibiakopftrümmerfraktur (Schienbeinbruch) links und einer komplexen 
Vorfussverletzung links mit Quetschtrauma gestellt; womit die Indikation 
zur Gelenk überbrückenden Fixation (Einsatz Metallschiene) am 
Schienbein und zur Revision der schweren Vorfussverletzung 
(Zehenamputation) gegeben sei und umgehend zu erfolgen habe.

 Im Operationsbericht vom 07.02.2002 ist von der Befestigung einer 7-
Loch-Platte bzw. 4-Loch-Drittelrohrplatte am Schienbein links und der 
Revision des Vorderfusses in ca. 5 Tagen die Rede. Im Bericht  vom 
21.03.2002 wird als aufgetretene Komplikation der Wundheilung eine 
Weichteilinfektion am Vorderfuss links genannt. Eine erste klinische und 
radiologische Verlaufskontrolle sollte am 26.03.02 erfolgen.

 Im KSC-Sprechstundenbericht vom 26.03.2002 ist noch von Schmerzen 
im Vorderfuss und unter Belastung teils im lateralen Kniegelenk links die 
Rede, wobei der Patient mit dem Resultat zufrieden sei. Die laufende 
Therapie in der Reha-Klinik Bellikon sei daher fortzusetzen.

 Im Austrittsbericht vom 22.05.2002 der Klinik Bellikon (nach stationärem 
Aufenthalt 07.03.-10.05.02) – ca. 3½ Monate nach dem Unfall – wurde 
ihm (organisch; funktional) wieder die Zumutbarkeit einer Teilbelastung 
von aktuell 50 kg des linken Beines an zwei Unterarmgehstützen 
attestiert. Die Operationsnarben seien reizlos verheilt. 
Phantomschmerzen (wegen Teilamputation Zehen links) seien nicht 
mehr geklagt worden. Die Physiotherapie sei ambulant fortzusetzen. Bis 
zur Stockentwöhnung sei er weiterhin 100% arbeitsunfähig (AUF).

 Gemäss Spitalverlaufsbericht vom 18.06.2003 (Stempel) erfolgte die 
operative Metallentfernung am linken Bein im Januar 03. Im Mai 03 
klagte der Patient über starke Knieschmerzen, wobei teilweise 
Pseudoblockaden aufgetreten seien, die den Versicherten beim 
Treppensteigen bzw. Bergabwärtslaufen beeinträchtigt hätten. Zum 
Aufbau der Oberschenkelmuskulatur wurde Physiotherapie angeordnet. 
Ein MRI des linken Beins/Kniegelenks anfangs Juni 03 ergab einen 
verheilten Schienbeinbruch mit leichter Stufenbildung (Kettenverletzung) 
an den linken unteren Extremitäten.

 Laut Attest des Hausarztes (Dr. …) vom 01.09.2003 war der Versicherte 
(nach einem zweiten Unfall) bis Ende Aug. 03 zu 100% arbeitsunfähig; 
darauf sei er aber wieder zu 100% arbeitsfähig.

 Im Zwischenbericht des Hausarztes vom 01.10.2003 (für die SUVA) 
wurde präzisiert, dass ihm die Wiederaufnahme einer Arbeit zu 50% seit 
Mitte März 03 möglich sei, wobei fortan aber mit Schmerzen und einer 
eingeschränkten Funktion des linken Knies zu rechnen sei.

 Im Bericht vom 02.12.2003 des Kantonsspitals Baden wird von 
Konturirregularitäten der Gelenksflächen und Anzeichen einer aktivierten 
Arthrose am linken Knie gesprochen.

 Im Austrittsbericht vom 21.01.2004 der Klinik Bellikon (nach stationärem 
Abklärungsaufenthalt vom 29.10.-10.12.03) wurden aktuell 
belastungsabhängige Vorderfuss-/Knieschmerzen (nach 
Zehenamputation; bei posttraumatischer Gonarthrose/Meniskopathie) 
festgestellt. Der Versicherte sei als zu 100% AUF seit 11.12.03 zu 
betrachten.

 Laut KSC-Operationsbericht vom 23.04.2004 wurde beim Versicherten 
eine Arthroskopie am linken Knie, eine Teilmeniskusresektion lateral und 
partielle Synovektomie (Gelenkshaut) durchgeführt.

 Aus der kreisärztlichen Untersuchung vom 14.06.2004 geht hervor, dass 
die Beschwerden seit der letzten Operation (vor 7 Wochen) 
zugenommen hätten und der Patient nun ständig auf Gehstöcke 
angewiesen sei. Klinisch sei das Kniegelenk reizlos; es bestehe eine 
hochgradige Muskelatrophie (Muskelschwund) bei recht guter 
Beweglichkeit und intakter Stabilität. Die Röntgenbilder des KSC vom 
März 04 zeigten eine Inkongruenz im Kniegelenk links mit beginnender 
lateraler Gonarthrose (Kniegelenksentzündung) und Zeichen der 
femoro-patellaren Arthrose links (Oberschenkelerkrankung). Diese 
Gelenksveränderungen erklärten das Beschwerdebild. Bezüglich des 
linken Fussproblems seien aktive Massnahmen nicht angezeigt; aber es 
sei auf eine optimale Schuhversorgung zu achten.

 Laut KSC-Operationsbericht vom 18.08.2004 erfolgte als Gelenk 
erhaltender Eingriff die Indikation zu einer Varisationsosteotomie 
(Knochenkorrektur am linken Schenkelhals) und dadurch eine 
Entlastung des lateralen Kompartimentes des linken Kniegelenks.

 Gemäss Hausarztbericht vom 06.10.2004 bestehen seit der Operation 
im August 04 beim Versicherten weiterhin Ruheschmerzen sowie eine 
eingeschränkte Flexion-Extension (Beuge-Streckfunktion), aber kein 
Erguss mehr am linken Knie. Er sei weiterhin mit Krücken mobil, könne 
jedoch keine langen Strecken gehen.

 Dem schmerztherapeutischen Konsilium vom 17.01.2005 der Klinik 
Bellikon (Untersuchung am 11.01.05) ist zu entnehmen, dass ein 
nozizeptives Schmerzsyndrom am linken Knie im Vordergrund stehe. Die 

Schmerzen könnten einem gewissen neuropathischen Schmerzanteil 
entsprechen, sollte hier eine Nervenverletzung stattgefunden haben. Die 
klinischen Befunde deuteten aber eher nicht daraufhin.

 Im Austrittsbericht vom 18.02.2005 der Klinik Bellikon 
(Abklärungsaufenthalt vom 09.12.-02.02.05) ist sodann von bewegungs- 
und belastungsabhängigen Schmerzen am linken Knie (angewiesen auf 
zwei Unterarmstöcken als Gehhilfen), einem Reizknie links (verursacht 
durch störende LISS-Platte am linken Oberschenkenhals) und 
wiederkehrenden nächtlichen Phantomschmerzen nach 
Zehenamputation (Dig. I-V) am linken Fuss die Rede. Der Versicherte 
sei zurzeit 100% AUF. Die Röntgenaufnahmen der Kniegelenke im 
Seitenvergleich hätten eine beginnende biokompartimentäre 
Gonarthrose links sowie eine Demineralisation gezeigt. Warum er 
allerdings bei Austritt nur wenige Meter stockfrei gehen könne, sei nicht 
nachvollziehbar. Weder erklärten die objektiven Befunde noch 
entsprechende Schonungszeichen/Entlastungen im Gangbild (kleiner 
Mineralisationsunterschied laut Röntgenbildern; praktisch symmetrische 
Beschwielung an den Fersen) solche Beschwerden. Bei Verschwinden 
des linken Reizknies (nach Metallentfernung im Oberschenkel) wäre 
dem Patienten aufgrund der objektivierbaren Befunde eine leichte bis 
mittelschwere, Wechsel belastende Arbeit ganztags, ohne 
Zwangshaltung für das Knie und ohne wiederholtes Treppensteigen 
zumutbar. So lange er sich allerdings auch für rein sitzende Tätigkeiten 
arbeitsunfähig erachte, dürften berufliche Massnahmen zum voraus 
scheitern.

 Laut Hausarztbericht vom 07.03.2005 brachte die 
Oberschenkeloperation im Aug. 04 nicht die erhoffte Verminderung der 
Beschwerden. Von weiteren operativen Eingriffen hätten die Fachleute 
(KSC/SUVA) abgeraten. Eine Wiederaufnahme der angestammten 
Maurertätigkeit sei nicht mehr realistisch. Da er jedoch über einen 
Lastwagenführerschein verfüge, wäre er mindestens noch als Chauffeur 
einsetzbar.

 Im Bericht vom 18.04.2005 der Klinik Schulthess sind persistierende  
Knieschmerzen als Einweisungsgrund genannt. Beim Barfussgang sei 
ein deutliches Schonhinken erkennbar. Die Operationsnarbe sei reizlos; 
es sei keine Überwärmung, Rötung oder ein Gelenkserguss ersichtlich. 
Radiologisch sei eine beginnende Arthrose erstellt.

 Gemäss KSC-Operationsbericht vom 25.04.2005 wurde die störende 
und seit August 04 Schmerzen verursachende Metallplatte entfernt. Alle 
gelenkerhaltenden Operationen seien damit ausgeschöpft. Bei erneuter 
Persistenz der Knieschmerzen wäre nur noch die Möglichkeit einer Knie-
TP (Ersatzgelenk mittels Kniearthroplastik) gegeben. Im zugleich 
erstellten Austrittsbericht ist von einem komplikationslosen 
postoperativen Heilungsverlauf die Rede (Eingriff 22.04.05). Er sei schon 
am 25.04.05 in gutem Allgemeinzustand mit trockenen und reizlosen 
Wundverhältnissen wieder nach Hause entlassen worden. Es bleibe nun 
weiter der Effekt der Metallentfernung abzuwarten. Eine erneute 

chirurgische Intervention erscheine aufgrund des jungen Alters des 
Patienten (damals 44-jährig) sowie der klinisch nur schwer 
nachvollziehbaren Schmerzproblematik und Schmerzlokalisation nicht 
angezeigt. Für weitere sinnvolle chirurgische (Gelenk-Prothese) oder 
therapeutische Massnahmen bestünde keine Möglichkeit mehr.

 Im kreisärztlichen Abschlussbericht der SUVA vom 16.06.2005 hielt Dr. 
… Facharzt FMH orthop. Chirurgie, - unter Einbezug der bisherigen 
Unfall-/Behandlungsgeschichte  - fest, dass beim Versicherten ein 
unverändertes, chronisches Schmerzsyndrom – akzentuiert im 
knienahen Bereich – der linken unteren Körperextremität bestehe. 
Klinisch sei das Kniegelenk trocken und reizlos. Weiter sei ein 
hochgradiger Muskelschwund bei guter Knie- und 
Sprunggelenksbeweglichkeit feststellbar. Die Flexion/Extension (Beuge-
/Streckfunktionen) des Kniegelenks betrage rechts 145-0-0°, links 130-
0-0°. Psychische Störungen mit Krankheitswert bestünden keine. Von 
weiteren medizinischen Behandlungsmassnahmen sei keine 
nennenswerte Besserung mehr zu erwarten. Die bisher ausgeübte 
Maurertätigkeit sei ihm auf Dauer nicht mehr zumutbar. Eine ganztätige 
vorwiegend sitzende Beschäftigung mit Einsatz der oberen Extremitäten 
und das Hantieren mit Werkzeugen sowie leichter Hebe- und Traglasten 
(bis 10 kg) seien ihm möglich und zumutbar. Die Fortbewegungs- und 
Gehmöglichkeit (50 bis 100 m) bestehe, allenfalls mit Stockbenützung. 
Insofern sei ab Mitte Juli 05 von einer halben Vermittlungsfähigkeit (50%) 
und ab Sept. 05 gar von einer vollen Vermittlungsfähigkeit (0% AUF) 
auszugehen.

 Im Hausarztzeugnis vom 23.08.2005 wurde dem Versicherten noch  eine 
volle Arbeitsunfähigkeit (vom 29.10.03-31.08.05 zu 100% AUF) bzw. ab 
01.09.2005 in einer leidenangepassten Erwerbstätigkeit (sitzende 
Arbeiten mit nur leichten Hebe-/Traglasten; und Gehfähigkeit nur mit 
Stöcken) immerhin eine reduzierte Arbeitsfähigkeit (50%) attestiert; 
wobei er den Versicherten zuhanden der ALK bzw. des KIGA als „nicht 
vermittelbar“ einstufte (vgl. Parallelfall VGU S 06 18).

 Laut Operationsbericht vom 06.01.2006 der Gelenksklinik in Zürich 
wurde beim Versicherten eine Knieinfiltration links durchgeführt, wobei 
indes bloss eine Schmerzreduktion von 30-40% im Vergleich zu vorher 
erzielt worden sei. Dies spreche ebenfalls gegen eine operative 
Versorgung der Gonarthrose links mittels Knie-TP(-Implantation).

 Im letzten Zeugnis (Unfallschein UVG) vom 28.02.2006 bescheinigte der 
Hausarzt dem Versicherten – ohne zusätzliche Begründung – eine volle 
Arbeitsunfähigkeit (100% AUF) seit 29.10.2003.

c) In Würdigung der soeben aufgezählten Unfall-, Arzt- und Klinikberichte ist das 

Gericht zur festen Überzeugung gelangt, dass keine triftigen Gründe oder 

Anhaltspunkte bestehen, an den sorgfältig und umfassend ermittelten 

Befunden sowie den daraus gezogenen Schlussfolgerungen der Vorinstanz 

zu zweifeln. Die unabhängig voneinander erstellten Operations- und 

Facharztberichte des KSC, der Kliniken Bellikon und Schulthess, sowie 

insbesondere des SUVA-Kreisarztes Dr. … stimmen allesamt darin überein, 

dass eine Verbesserung des geklagten Knieleidens durch chirurgische 

Eingriffe oder therapeutische Massnahmen nicht mehr möglich sei und darum 

der gesundheitliche Endzustand für die Beurteilung der medizinisch-

theoretischen Restarbeitsfähigkeit erreicht sei. Sie kamen dabei letztlich zum 

Schluss, dass ihm eine Wiederaufnahme der körperlich anstrengenden 

Erwerbstätigkeit als Maurer/Bauarbeiter nicht mehr zumutbar sein würde; ihm 

aber eine leidenangepasste Ersatztätigkeit (rein sitzende Tätigkeiten, ohne 

das Heben und Tragen schwerer Lasten) ab 01.09.2005 wieder 

uneingeschränkt möglich und zumutbar wäre (0% AUF). Insoweit der 

Hausarzt im letzten Zeugnis vom Febr. 06 zu einer gegenteiligen Auffassung 

gelangte, kann ihm nicht gefolgt werden. Der betreffende Hausarzt 

bescheinigte knapp ein halbes Jahr zuvor (im Aug. 05) noch selbst, dass der 

Patient ab Sept. 05 wieder zu 50% arbeitsfähig sei, womit sich der Genannte 

offensichtlich in Widersprüche verstrickte und auf seine Atteste mangels 

Zuverlässigkeit nicht ohne Vorbehalte abgestellt werden kann. Weiter 

erscheint auch die Einholung eines neurologischen Gutachtens nicht als 

indiziert, wurde doch nachweislich bereits im schmerztherapeutischen 

Konsilium der Klinik Bellikon vom Jan. 05 auf die Möglichkeit eines 

neuropathischen Schmerzanteils für die geklagten Bein-/Knieleiden links 

hingewiesen; gleichzeitig aber ebenso klar dargetan, dass die klinischen 

Befunden keine Anzeichen für allfällige Nervenverletzungen ergeben hätten. 

In der Folge wurde diese Einschätzung von keinem der konsultierten 

Fachärzte angezweifelt; insbesondere bestätigte keiner der Experten, dass 

die Knie- und Wadenschmerzen mutmasslich - geschweige mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit – auf zerstörte Nervenbahnen 

zurückgeführt werden könnten. Auf zusätzliche Abklärungen kann somit 

verzichtet werden. Im Übrigen belegt speziell der Austrittsbericht der Klinik 

Bellikon vom Februar 05, dass die geklagten Gehschwierigkeiten klinisch 

nicht nachvollziehbar sind. Die objektivierbaren Befunde hätten im Gegenteil 

klarerweise auf die Zumutbarkeit einer leichten bis mittelschweren, 

wechselbelastenden Arbeit ganztags ohne Zwangshaltungen schliessen 

lassen. Dieser glaubhaften Gesamtbeurteilung gibt es hier nichts beizufügen, 

womit der Versicherte medizinisch-theoretisch ab 01.09.2005 in einer 

behinderungsgerechten Ersatztätigkeit von der Vorinstanz mit Grund als voll 

einsatz- und arbeitsfähig (0% AUF bzw. 100% AF) taxiert wurde.

3. a) Zu prüfen bleibt damit noch die Höhe des strittigen Invalideneinkommens 

(Verdienstmöglichkeit trotz Behinderung). Lehre und Praxis stellen dabei 

primär auf die erwerbliche Gesamtsituation im Berufsleben ab, in der der 

Versicherte steht. Übt er nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, 

bei der besonders stabile Arbeitsverhältnisse herrschen und ist weiter 

anzunehmen, dass er die ihm verbliebene Arbeitsfähigkeit in zumutbarer 

Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der 

Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der 

tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn. Liegt indessen kein solches 

tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen vor, beispielsweise weil der 

Versicherte nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder keine ihm an 

sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können 

wahlweise entweder Tabellelöhne [LSE] oder Referenztätigkeiten [DAP] 

herangezogen werden (BGE 129 V 475). Wie dargetan, ist im Einzelfall davon 

auszugehen, dass der Versicherte in einer auf seine Körperleiden Rücksicht 

nehmenden Ersatztätigkeit ganztätig wieder arbeitsfähig sein könnte. Die 

wirtschaftliche Verwertbarkeit einer in diesem Ausmass zumutbaren 

Erwerbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt ist ebenso zu 

bejahen, da es dem Versicherten – unbesehen der unfallfremden Faktoren 

wie schlechter Schulbildung, Sprachschwierigkeiten usw. – ohne weiteres 

zumutbar und möglich ist, allenfalls auch ausserhalb der Wohnsitzgemeinde 

eine neue Arbeitsstelle (spezifisch auf sein Beinleiden ausgerichtete Stelle im 

Sitzen mit der Möglichkeit von Positionswechseln: z.B. einfache Aufsichts-

/Kontrollfunktionen; körperlich leichte Sortier-/Prüf- und Verpackungsarbeiten 

oder dgl.) zu suchen. Unter diesen Vorzeichen war die Vorinstanz aber nicht 

bloss berechtigt, sondern sogar verpflichtet, wahlweise entweder auf die 

abstrakten LSE oder sonst eben auf konkrete Ersatztätigkeiten abzustellen. 

Wie aus dem angefochtenen Einspracheentscheid hervorgeht, entschied sich 

die Vorinstanz vorliegend für die Berücksichtigung der statistischen 

Tabellenlöhne [LSE] für die Schweiz. Ausgehend von der Tabelle TA1 der 

LSE 2002 des Bundesamtes für Statistik (BfS) belief sich der 

Monatsbruttolohn (Zentralwert 40 Std.-Woche) für Männer mit einfachen und 

repetitiven Tätigkeiten auf dem Privatsektor auf Fr. 4'557.--. Angepasst an die 

übliche wöchentliche Arbeitszeit von 41.7 Std. ergäbe dies ein Monatsgehalt 

von Fr. 4'750.-- bzw. ein Jahressalär von Fr. 57'000.--; was selbst beim Abzug 

eines maximal zulässigen Leidensabzugs von 25% trotz allem noch immer 

nicht zu einem wesentlich veränderten bzw. deutlich tieferen 

Invalideneinkommen (Fr. 42'750.--) – als von der Vorinstanz mit ca. Fr. 

43'500.-- angenommen - geführt hätte. Werden das einwandfrei ermittelte 

Validen- (Fr. 69'540.--; mutmasslicher Verdienst ohne Behinderungen als 

Maurer) und das soeben bestätigte Invalideneinkommen einander 

gegenübergestellt, resultiert daraus letztlich ein gesundheitsbedingter 

Minderverdienst von ca. Fr. 26'000.-- (Erwerbsdifferenz), was umgerechnet 

tatsächlich einem IV-Grad von (aufgerundet) 38% entspricht. Am 

angefochtenen Entscheid gibt es folglich auch unter diesem Gesichtspunkt 

nichts auszusetzen oder zu korrigieren.

b) Der Vollständigkeit halber sei noch erwähnt, dass auch die 

Integritätsentschädigung mit 30% (infolge bleibender 

Lebensqualitätseinbusse; allseits anerkannt 15% wegen Zehenamputation; 

strittig dagegen 15 statt 30% wegen Knieleidens) bzw. die einmalige 

Kapitalabfindung in der Höhe von Fr. 32'040.-- nicht zu beanstanden ist, da 

der von mehreren Fachärzten übereinstimmend festgestellte 

Gesundheitsschaden am linken Kniegelenk des Beschwerdeführers gestützt 

auf die vorhandenen SUVA-Arztberichte  bzw. die eingangs zitierten 

Klinikatteste zu Recht unter dem Titel „Integritätsschaden bei Arthrosen“ 

durch die Vorinstanz beurteilt wurde und dort für „mässige“ Arthrosen (am 

Unterschenkelgelenk [USG]) von einem anrechenbaren Behinderungsgrad 

zwischen 5-15% auszugehen ist. Der IV-relevante Prozentsatz für die 

Entschädigung (für beginnende Gonarthrose am linken Knie) wurde damit 

aber mit 15% bereits im obersten Bereich der hierzu massgeblichen 

Behinderungsskala (SUVA-Tabelle 5.2) angesiedelt, weshalb die 

Beschwerde auch in diesem Punkt unbegründet ist.  

4. a) Der angefochtene Entscheid ist demnach in jeder Beziehung rechtmässig, 

was zu seiner Bestätigung und zur Abweisung der Beschwerde führt.

b) Gerichtskosten werden nicht erhoben, da das kantonale 

Beschwerdeverfahren nach Art. 61 lit. a ATSG und Art. 11 der grossrätlichen 

Verordnung über das Verfahren in Sozialversicherungsstreitsachen 

grundsätzlich kostenlos ist. Eine aussergerichtliche Entschädigung an die 

Vorinstanz entfällt laut Art. 61 lit. g ATSG (Umkehrschluss).  

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Es werden keine Kosten erhoben.