# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3d0aab22-3c2e-5450-a364-8d210ededd40
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-05-07
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Strafrecht 07.05.2020 470 20 48
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_004_470-20-48_2020-05-07.pdf

## Full Text

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Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, vom 
7. Mai 2020 (470 20 48) 
____________________________________________________________________ 
 
 
 
Strafprozessrecht 
 
Beschlagnahmebefehl 
 
Wenn die Polizei bei einer Anhaltung eine Person kontrolliert und merkt, dass deren Aussagen 
auf Englisch (als nicht Muttersprache der Polizisten und des Beschuldigten) widersprüchlich sind, 
so muss im Zweifelsfall zur Wahrung der Rechte des Beschuldigten ein Dolmetscher beigezogen 
werden, ansonsten die darauffolgenden Depositionen unverwertbar sind (vgl. E. 3.2.2). 

 
 
 
 

Besetzung Präsident Enrico Rosa,  
Gerichtsschreiberin i.V. Nathalie de Luca 
 
 

Parteien A.____,  
Beschwerdeführer 

  
 
gegen 
 
 

 Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft,  
Hauptabteilung Strafbefehle (SB),  
Rheinstrasse 12, Postfach, 4410 Liestal,  
Beschwerdegegnerin 
 

  
Gegenstand Beschlagnahmebefehl 

Beschwerde gegen den Beschlagnahmebefehl der  
Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft, Hauptabteilung 
Strafbefehle, vom 20. Januar 2020  
 

  

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A. – C.  … 
 
Erwägungen 
 
1. – 2.2 …  
 
3.1.1 Nach Art. 90 Abs. 1 StPO beginnen Fristen am Tag nach ihrer Zustellung zu laufen. Die 
Formen der Zustellung sind in Art. 85 StPO geregelt. Demnach bedienen sich die Strafbehörden 
für ihre Mitteilungen der Schriftform, soweit das Gesetz nichts Abweichendes bestimmt (Abs. 1). 
Die Zustellung erfolgt durch eingeschriebene Postsendung oder auf andere Weise gegen Emp-
fangsbestätigung, insbesondere durch die Polizei (Abs. 2). Art. 87 Abs. 1 StPO bestimmt, dass 
Mitteilungen den Adressatinnen und Adressaten an ihren Wohnsitz, ihren gewöhnlichen Aufent-
haltsort oder an ihren Sitz zuzustellen sind. Parteien und Rechtsbeistände mit Wohnsitz, gewöhn-
lichem Aufenthaltsort oder Sitz im Ausland haben in der Schweiz ein Zustellungsdomizil zu be-
zeichnen; vorbehalten bleiben staatsvertragliche Vereinbarungen, wonach Mitteilungen direkt zu-
gestellt werden können (Art. 87 Abs. 2 StPO). Der aus Art. 29 Abs. 1, 30 Abs. 1 und 32 Abs. 2 
Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV; SR 101), 
Art. 6 Ziff. 1 Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten vom 4. November 
1950 (EMRK; SR 0.101) sowie Art. 10 und 14 Abs. 1 Internationaler Pakt über bürgerliche und 
politische Rechte vom 18. September 1992 (IPBPR; SR 0.103.2) ableitbare Grundsatz des fairen 
Verfahrens («fair trial») setzt ein rechtsstaatliches Verfahren voraus und verlangt, dass alle Ver-
fahrensbeteiligten korrekt behandelt und insbesondere beschuldigte Personen in die Lage ver-
setzt werden, sich gegenüber den an Mitteln überlegenen Strafverfolgungsbehörden bestmöglich 
zu verteidigen (vgl. FRANZ RIKLIN, Basler Kommentar StPO, 2. Aufl. 2014, Art. 3 N 4). Demnach 
sieht Art. 68 StPO vor, dass die Verfahrensleitung eine Übersetzerin oder einen Übersetzer bei-
zieht, wenn eine am Verfahren beteiligte Person die Verfahrenssprache nicht versteht oder sie 
sich darin nicht genügend ausdrücken kann (Abs. 1 Satz 1). Der beschuldigten Person wird, auch 
wenn sie verteidigt wird, in einer ihr verständlichen Sprache mindestens der wesentliche Inhalt 
der wichtigsten Verfahrenshandlungen mündlich oder schriftlich zur Kenntnis gebracht. Ein An-
spruch auf vollständige Übersetzung aller Verfahrenshandlungen sowie der Akten besteht nicht 
(Abs. 2). Der Umfang des Beistandes, der einem Beschuldigten zuzugestehen ist, dessen Mut-
tersprache nicht jene des Verfahrens ist, muss nicht abstrakt beurteilt werden, sondern anhand 
der tatsächlichen Bedürfnisse des Angeklagten und der konkreten Umstände des Falles (BGE 
145 IV 197, E. 1.3.3; 143 IV 117 E. 3.1 mit weiteren Hinweisen). 
 
3.1.2 Im konkret vorliegenden Fall lassen die Umstände darauf schliessen, dass die Kommuni-
kation mit dem Beschwerdeführer auf Englisch – entgegen dem Bericht der Polizei vom 21. Ja-
nuar 2020 – nicht problemlos möglich gewesen sein muss: Die Zustelladresse im Formular der 
Sachverhaltsanerkennung vom 20. Januar 2020 ist augenscheinlich komplett durch die Polizei 
ausgefüllt und am Ende vom Beschwerdeführer unterzeichnet worden. Das gesamte Formular ist 
auf Deutsch verfasst und dem Beschwerdeführer zumindest nicht schriftlich übersetzt worden. 
Diese Tatsachen weisen darauf hin, dass er sich gerade nicht bewusst gewesen ist, dass im 
oberen Feld seine aktuelle Wohnadresse bzw. Zustelladresse anzubringen gewesen wäre, hätte 
dies doch mit einem (von ihm nachvollziehbaren) Gespräch leicht vermittelt werden können. Da-
her ist auch davon auszugehen, dass die Polizei die Angaben betreffend Personalien und Ad-
resse einfach kommentarlos dem Führerausweis des Beschwerdeführers entnommen hat. Inzwi-
schen ist jedoch klar, dass sein Lebensmittelpunkt seit dem Jahre 2019 in Deutschland in B.____ 
liegt (siehe Meldebestätigung des Bürgerbüros C.____ vom 9. Oktober 2019). Aus dem Gesagten 
folgt, dass die Polizei bereits dafür einen Dolmetscher hätte beiziehen müssen und die erfolgte 

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Zustellung an die falsche Wohnadresse somit dem Staat zuzuschreiben ist. Aus der Verletzung 
des «fair trial»-Grundsatzes darf dem Beschwerdeführer indes kein Nachteil erwachsen, weshalb 
seine Eingabe als rechtzeitig zu gelten hat.  
 
Ferner ist anzumerken, dass gemäss dem Europäischen Übereinkommen vom 20. April 1959 
über die Rechtshilfe in Strafsachen (EUeR; SR 0.351.1) sowie dem zweiten Zusatzprotokoll zum 
Europäischen Übereinkommen über die Rechtshilfe in Strafsachen vom 8. November 2001 (ZPII 
zum EUeR; SR 0.351.12) – welche beide von der Schweiz sowie Rumänien ratifiziert worden 
sind – eine direkte postalische Zustellung nach Rumänien zwar möglich ist, diese hingegen ein-
geschrieben und mit Rückschein versehen zu erfolgen hat. Aus den Akten lässt sich nicht ent-
nehmen, dass die Staatsanwaltschaft den Beschlagnahmebefehl vom 20. Januar 2020 zusätzlich 
mit einem Rückschein zugestellt hat. Im Gegenteil weist die Sendungsverfolgung der Schweize-
rischen Post vom 9. März 2020 darauf hin, dass eine Sendungsverfolgung in Rumänien nicht 
möglich ist. Diesfalls hätte umso mehr ein Rückschein beigefügt werden müssen, welcher der 
Staatsanwaltschaft einen Beweis über das Datum der Zustellung ermöglicht hätte. Dass der Be-
schwerdeführer in seiner Eingabe darauf hinweist, dass der Beschlagnahmebefehl vom 20. Ja-
nuar 2020 durch seine Nachbarin entgegengenommen worden ist, vermag das tatsächliche Da-
tum der Zustellung nicht zu belegen. Soweit die Staatsanwaltschaft geltend macht, die Frist sei 
überdies wegen des Zeitraums von über einem Monat zwischen dem Versand des Beschlagnah-
mebefehls und der Beschwerdeeingabe nicht gewahrt, so verkennt sie, dass die Empfehlungen 
des Bundesamtes für Justiz betreffend behördliche Zustellungen nach Rumänien von einer ge-
wöhnlichen Zustelldauer von ein bis zwei Monaten ausgehen. Die Dauer von einem Monat zwi-
schen Versand des Beschlagnahmebefehls und Postaufgabe der Beschwerde ist mithin kein In-
diz für die Nichteinhaltung der Frist. Der genaue Zeitpunkt der Zustellung kann somit nicht mehr 
ermittelt werden, weshalb die Beschwerde im Weiteren aus diesem Grund als rechtzeitig entge-
genzunehmen wäre. 
 
3.2.1 Nach Art. 158 Abs. 1 StPO weisen Polizei oder Staatsanwaltschaft die beschuldigte Person 
zu Beginn der ersten Einvernahme in einer ihr verständlichen Sprache darauf hin, dass gegen 
sie ein Vorverfahren eingeleitet worden ist, welche Straftaten Gegenstand des Verfahrens bilden, 
sie die Aussage verweigern können sowie, dass sie das Recht auf eine Verteidigung sowie einen 
Übersetzer haben (lit. a-d; vgl. auch Art. 143 Abs. 1 lit. b und c StPO). Die Information über den 
Gegenstand der Strafuntersuchung ist Voraussetzung dafür, dass sich der Beschuldigte zu den 
Tatvorwürfen äussern kann (vgl. Art. 143 Abs. 4 StPO). Einvernahmen ohne diese Hinweise sind 
nicht verwertbar (Art. 158 Abs. 2 StPO). Die Belehrung ist im Protokoll zu vermerken (Art. 143 
Abs. 2 StPO). 
 
3.2.2 Gemäss dem Bericht der Polizei vom 21. Januar 2020 sei die Kommunikation mit dem Be-
schwerdeführer auf Englisch problemlos möglich gewesen. Zudem sei er vor der Einvernahme 
mündlich und auf Englisch über seine Rechte gemäss Art. 158 StPO informiert worden. Im Wei-
teren ist auf der durch den Beschwerdeführer unterschriebenen Sachverhaltsanerkennung vom 
20. Januar 2020 beim vorgedruckten Vermerk «die Rechtsbelehrung nach Art. 158 StPO wurde 
mündlich eröffnet» ein Kreuz angebracht. Wenn allerdings nicht einmal die Erhebung seiner ak-
tuellen Wohnadresse korrekt erfolgen konnte, ist offensichtlich, dass der Beschwerdeführer nicht 
in der Lage war, der komplexen Rechtsbelehrung von Art. 158 StPO zu folgen beziehungsweise 
diese soweit zu verstehen, dass er seine Rechte adäquat hätte wahrnehmen können. Der Um-
stand, dass er die Sachverhaltsanerkennung zwar unterschrieben, gleichzeitig unter der Rubrik 
«ich anerkenne den oben beschriebenen Sachverhalt aus folgenden Gründen nicht, …» vermerkt 
hat, i was on the exit of the motowey (noch dazu in nicht korrektem Englisch), ist ein weiteres 

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Indiz dafür, dass im vorliegenden Fall zur Einvernahme und Sachverhaltsfeststellung definitiv ein 
Dolmetscher hätte beigezogen werden müssen. Gemäss dem Bericht der Polizei vom 21. Januar 
2020 habe der Beschwerdeführer auf die Frage, ob er eine Panne habe, zunächst geantwortet, 
er müsse seine Fahrroute anpassen, weil etwas geschlossen sei und er eine neue Route suchen 
müsse. Später soll er diese Aussage geändert und gesagt haben, es liege eine ein technisches 
Problem am Fahrzeug vor. Auf den Vorhalt der Polizei, dass er zuvor etwas Anderes gesagt habe 
und weshalb er dann kein Pannendreieck aufgestellt habe, soll der Beschwerdeführer «ich hatte 
keine Panne, darum kein Pannendreieck» geantwortet haben. Die Staatsanwaltschaft sieht ge-
mäss ihrer Stellungnahme vom 26. Februar 2020 in den divergierenden Aussagen des Beschwer-
deführers Schutzbehauptungen, um den Sachverhalt zu seinen Gunsten zu ändern. Indessen 
ergibt sich aus ihnen ein weiterer Anhaltspunkt dafür, dass die Kommunikation zwischen dem 
Beschwerdeführer und der Polizei aufgrund sprachlicher Schwierigkeiten nicht funktionierte. Un-
ter diesen Umständen erscheint höchst fraglich, ob die angeblichen Depositionen des Beschwer-
deführers im weiteren Strafverfahren überhaupt verwertbar sein werden (Art. 158 Abs. 2 StPO). 
Beweiserhebungen, die in Verletzung von Art. 158 Abs. 1 StPO stattgefunden haben, sind ge-
mäss Art. 158 Abs. 2 i.V.m. Art. 141 Abs. 1 Satz 2 StPO absolut unverwertbar. Unverwertbare 
Beweise sind durch die verfahrensleitende Behörde von Amtes wegen aus den Verfahrensakten 
zu entfernen (Art. 141 Abs. 5 StPO, SABINE GLESS, Basler Kommentar StPO, 2. Aufl. 2014, 

Art. 141 N 109). Dass unverwertbare Beweise dem Sachgericht nach Möglichkeit vorenthal-
ten werden sollen, ist gerade der Zweck von Art. 141 Abs. 5 StPO. Entsprechend hat bereits 
die Staatsanwaltschaft als Verfahrensleitung die Pflicht, Aufzeichnungen von unverwertbaren 
Beweisen aus den Akten zu entfernen. Die Frage der Verwertbarkeit der Depositionen und 
der übrigen Mängel im staatsanwaltlichen Vorverfahren ist daher zunächst von der Staatsan-
waltschaft selbst und im Weiteren in einem allfälligen gerichtlichen Verfahren zu prüfen. Dazu 
kommt, dass so oder anders die Strafverfolgungsbehörden bei der Beschlagnahme auf die fi-
nanziellen Verhältnisse des Beschwerdeführers (hätten) Rücksicht nehmen müssen. Dass er sich 
am 20. Januar 2020 geweigert hat, das auf Deutsch abgefasste Formular zur Erhebung seiner 
finanziellen Verhältnisse zu unterzeichnen, ohne dass eine Erklärung vorliegt, weshalb er sich 
diesbezüglich verweigert hat, ist ein weiteres Indiz für sein Unverständnis der gesamten Situation 
und damit ein weiterer Hinweis auf die augenscheinlichen Verfahrensmängel des vorliegenden 
Falles. 
 
3.3.1 – 4.2 …  
 
5. Es bleibt somit noch festzustellen, dass dem Beschwerdeführer alle Verfahrensdokumente 
übersetzt (im Mindesten die wichtigsten Passagen sowie zusammen mit einer Zusammenfassung 
der wichtigsten Punkte im Sinne von Art. 15 Ziff. 3 und 4 ZPII zum EUeR) nach Rumänien hätten 
zugestellt werden müssen, zumal den Strafbehörden bekannt gewesen ist, dass er kein Deutsch 
spricht. Die Zustellung von Verfahrensdokumenten nach Deutschland – wie vorliegend – richtet 
sich in erster Linie nach dem Schengener Durchführungsübereinkommen vom 19. Juni 1990 
(SDÜ, siehe insbesondere Art. 52 Abs. 1 SDÜ).  Gemäss Art. 52 Abs. 2 SDÜ sind Urkunden, 
bzw. zumindest die wesentlichen Passagen daraus, in die Sprache des Empfängers zu überset-
zen, wenn den Behörden bekannt ist, dass der Adressat nur dieser anderen Sprache kundig ist. 
Demzufolge sind die Erwägungen 4 und 6 sowie das Dispositiv des vorliegenden Beschlusses 
ins Rumänische zu übersetzen.  
 
6. – 7.   …  
 
 

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Demnach wird erkannt: 
 
…  
 
 
 
Präsident 
 
 
 
 
Enrico Rosa 

Gerichtsschreiberin i.V. 
 
 
 
 
Nathalie de Luca 

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 

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