# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 12bbb447-839f-55fc-830d-8b499ffc331a
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-05-03
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 03.05.2024 UE220162
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_UE220162_2024-05-03.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
III. Strafkammer  

Geschäfts-Nr.: UE220162-O/U/SBA

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. A. Flury, Präsident i. V., und Dr. iur. P. Klaus, 

Ersatzoberrichter Dr. iur. T. Graf sowie Gerichtsschreiber 

Dr. iur. D. Hasler

Verfügung und Beschluss vom 3. Mai 2024

in Sachen

A._____, 

Beschwerdeführerin

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. X._____

gegen

1. B._____, 
2. Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat, 
Beschwerdegegner

1 verteidigt durch Rechtsanwältin Dr. iur. Y._____

betreffend Nichtanhandnahme 

Beschwerde gegen die Nichtanhandnahmeverfügung der Staatsanwaltschaft 
Zürich-Limmat vom 18. Mai 2022, B-5/2020/10005368

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Erwägungen:

I.  Prozessgeschichte

1. Am 6. Februar 2020 rapportierte die Stadtpolizei Zürich gegen B._____ (fortan: 
Beschwerdegegner) an die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat (fortan: Staatsan-

waltschaft) wegen Menschenhandels zur sexuellen Ausbeutung, Ausnützung einer 

Notlage und Gefährdung des Lebens zum Nachteil der Beschwerdeführerin, 

A._____ (Urk. 8/1). Die Polizei verdächtigte den Beschwerdegegner zusammenge-

fasst, er habe mit der 24 Jahre jüngeren und aus armen und schwierigen persönli-

chen Verhältnissen stammenden Beschwerdeführerin zunächst in Jamaika über 

mehrere Monate eine sexuell geprägte Beziehung geführt, aus der sie vom Be-

schwerdegegner beliebig viel Geld, einen kostenlosen Aufenthalt in seinem Ferien-

haus und dadurch einen Einblick in ein materiell reicheres Leben erhalten habe. 

Dann habe er sie mit der Hoffnung auf bessere Lebensqualität und durch Täu-

schung für den Zeitraum vom 25. Oktober 2018 bis 23. Februar 2019 in die Schweiz 

gelockt, um sie hier für seinen Bedarf sexuell auszubeuten. Im Wissen um ihre fi-

nanzielle und soziale Abhängigkeit habe er von ihr in der Folge verlangt, dass sie 

ihm jede Nacht für Geschlechts- oder Oralverkehr zur Verfügung stehe. Aus Mittel-

losigkeit, Angst vor Gewalt durch ihn und Obdachlosigkeit habe sie die sexuellen 

Handlungen widerstandslos erduldet. Zudem habe er sie einmal nach seiner Rück-

kehr aus Jamaika im Februar 2019 gewürgt, als sie auf dem Bett gelegen habe, 

indem er mit seiner Hand ihren Hals umklammert und zugedrückt habe. Dabei habe 

sie nicht mehr fliessend atmen können und sich in Todesangst das erste Mal zu 

wehren versucht. Nach ihrer Ausreise aus der Schweiz am 23. Februar 2019 habe 

er sie mit der Drohung, dass er Männer mit Waffen zu ihr nach Hause schicken 

werde, erneut genötigt, in die Schweiz zu reisen und sich in seine Verfügungsge-

walt zu begeben, um sie im Zeitraum vom 30. Mai 2019 bis 2. Juli 2019 abermals 

im Wissen um ihre persönliche Notlage und finanzielle Abhängigkeit zu seiner se-

xuellen Befriedigung auszubeuten.

2. Die Staatsanwaltschaft beauftragte daraufhin die Polizei mit ergänzenden Ermitt-
lungen zum Vorwurf der Widerhandlung gegen das Ausländer- und Integrationsge-

setz durch die Beschwerdeführerin selbst, den Beschwerdegegner und dessen 

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Ehefrau C._____. Nachdem die Polizei hierzu rapportiert hatte, erliess die Staats-

anwaltschaft am 11. Dezember 2020 gegen den Beschwerdegegner und am 

18. Dezember 2020 gegen C._____ je einen Strafbefehl wegen Widerhandlungen 

gegen das Ausländer- und Integrationsgesetz (Urk. 8/13; Urk. 8/15). Am 11. De-

zember 2020 verfügte sie die Nichtanhandnahme der Strafuntersuchung gegen 

den Beschwerdegegner betreffend Menschenhandel, Ausnützen einer Notlage und 

Gefährdung des Lebens (Urk. 8/14). Eine dagegen erhobene Beschwerde hob die 

angerufene Kammer mit Verfügung und Beschluss vom 3. Dezember 2021 aus for-

mellen Gründen auf und wies die Sache im Wesentlichen zur Vervollständigung der 

Akten und der Behandlung auch der Tatbestände der sexuellen Nötigung, der Ver-

gewaltigung und der Nötigung an die Staatsanwaltschaft zurück (Verfahrensnum-

mer UE210016-O, vor allem E. III.3 und 4; Urk. 8/23).

3. In der Folge reichte die Verteidigung des Beschwerdegegners der Staatsanwalt-
schaft eine Stellungnahme vom 10. März 2022 ein (Urk. 3/7 = Urk. 8/24). Die 

Staatsanwaltschaft stellte diese Stellungnahme der Rechtsvertreterin der Be-

schwerdeführerin zu, die ihrerseits am 21. März 2022 Stellung nahm (Urk. 3/8 = 

Urk. 8/26). Zudem ergänzte die Staatsanwaltschaft die Akten mit der fehlenden po-

lizeilichen Einvernahme der Beschwerdeführerin vom 18. Dezember 2019 (unaktu-

riert in Urk. 8/4) sowie mit der Beilage «Hauswirtschaft und Betreuung Privathaus-

halt» zum Polizeirapport vom 15. September 2020 (unakturiert in Urk. 8). Daraufhin 

verfügte die Staatsanwaltschaft am 18. Mai 2022 erneut die Nichtanhandnahme 

der Strafuntersuchung gegen den Beschwerdegegner, diesmal betreffend Men-

schenhandel, Nötigung, sexuelle Nötigung, Vergewaltigung, Ausnützen einer Not-

lage und Gefährdung des Lebens (Urk. 3/2 = Urk. 6 = Urk. 8/27).

4. Gegen diese Verfügung – der Beschwerdeführerin bzw. ihrer Rechtsvertretung 
am 24. Mai 2022 zugegangen (Urk. 3/3; Urk. 8/28) – liess die Beschwerdeführerin 

mit Eingabe vom 3. Juni 2022 fristgerecht Beschwerde erheben (Urk. 2). Sie stellt 

folgende Anträge:

«1. Die Nichtanhandnahmeverfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat, datierend 

vom 18. Mai 2022 (Gesch.Nr. 2020/10005368) sei aufzuheben.

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2. Die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat, Büro B-5 sei anzuweisen, den Sachverhalt 

rechtsgenüglich abzuklären und eine Strafuntersuchung gegen B._____ wegen Men-

schenhandel im Sinne von Art. 182 StGB, Ausnützung einer Notlage im Sinne von 

Art. 193 StGB sowie wegen Vergewaltigung im Sinne von Art. 190 StGB und wegen 

sexueller Nötigung im Sinne von Art. 189 Abs. 1 StGB anhand zu nehmen.

3. Es sei im vorliegenden Verfahren auf die Stellung einer Sicherheitsleistung zu verzich-

ten sowie der Beschwerdeführerin die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren, da 

die Voraussetzungen unentgeltlicher Rechtspflege im Sinne von Art. 136 Abs. 2 lit. a 

und b StPO erfüllt sind.

4. Es sei der Beschwerdeführerin in der Person der Unterzeichnerin für das vorliegende 

Beschwerdeverfahren eine unentgeltliche Rechtsbeiständin zu bestellen;

5. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen plus 7.7% MWST gemäss Gesetz.»

5. Die Staatsanwaltschaft reichte vorerst die verlangten Untersuchungsakten ein 
(Urk. 7 f.). Den Parteien wurde der Beschwerdeeingang mit einem Hinweis auf die 

sehr hohe Geschäftslast der Kammer formell mitgeteilt (Urk. 9). Da sich die Be-

schwerde gemäss den folgenden Erwägungen als unbegründet erweist, wurden 

keine Stellungnahmen eingeholt (vgl. Art. 390 Abs. 2 StPO).

II.  Nichtanhandnahme

1. Nach der Aufhebung der ersten Nichtanhandnahmeverfügung durch die angeru-
fene Kammer ergänzte die Staatsanwaltschaft die Akten. Insofern beruht die Ver-

fügung nun formell auf einem vollständigen Aktenbestand. Materiell äusserte sich 

die angerufene Kammer nicht dazu, ob eine Nichtanhandnahme gerechtfertigt war, 

sondern sie hielt ausdrücklich fest, dass der Entscheid die materielle Beurteilung 

nicht präjudiziere (Beschluss UE210016-O vom 3. Dezember 2021 E. III.5). An-

sonsten hätte sie den Entscheid nicht fassen können, ohne der Staatsanwaltschaft 

und dem Beschwerdegegner Gelegenheit zur Stellungnahme einzuräumen. Die 

Hinweise zum weiteren Verfahrensgang (zit. Beschluss E. III.4) betrafen über die 

Vollständigkeit der Akten hinaus lediglich das von der Beschwerdeführerin bereits 

damals gerügte Fehlen einer Auseinandersetzung damit, ob das Erzwingen des 

vaginalen Geschlechtsverkehrs den Tatbestand der Vergewaltigung nach Art. 190 

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StGB und das Erzwingen von Oralverkehr den Tatbestand der sexuellen Nötigung 

nach Art. 189 Abs. 1 StGB erfüllten und ob die mutmassliche Androhung von Ge-

walt mit der für eine Nichtanhandnahme nötigen Sicherheit nicht nachgewiesen 

werden könnte, selbst wenn sie der Wahrheit entspräche (zit. Beschluss 

E. III.4.2 f.). Auch hierbei ging es also lediglich um den formellen Aspekt der Be-

gründungspflicht als Teil des Anspruchs auf rechtliches Gehör und um die prozess-

ökonomische Überlegung, dass die Staatsanwaltschaft nicht bloss die genannten 

Akten ergänzt, sondern sich auch gleich mit diesem weiteren formellen Aspekt be-

fasst. In der angefochtenen Verfügung setzt sich die Staatsanwaltschaft nun mit 

diesen Aspekten auseinander. Deren materielle Rechtmässigkeit ist im Folgenden 

anhand der dagegen vorgebrachten Rügen der Beschwerdeführerin frei zu prüfen. 

2. Die Staatsanwaltschaft geht nun in der erneuten, wiederum angefochtenen 
Nichtanhandnahmeverfügung im Wesentlichen davon aus, dass sich eine Untersu-

chung von vornherein als aussichtslos präsentiere, weil die beanzeigten bzw. frag-

lichen Tatbestände bereits gestützt auf die Schilderungen der Beschwerdeführerin 

nicht erfüllt seien oder weil ihre Aussagen derart widersprüchlich und deshalb un-

glaubhaft seien, dass sich ein strafbares Verhalten des Beschwerdegegners nicht 

beweisen liesse (Urk. 6). Die Beschwerdeführerin bestreitet dies und macht zusam-

mengefasst geltend, es läge ein hinreichender Verdacht gegen den Beschwerde-

gegner wegen Menschenhandel im Sinne von Art. 182 StGB, Ausnützung einer 

Notlage im Sinne von Art. 193 StGB sowie wegen Vergewaltigung im Sinne von 

Art. 190 StGB und wegen sexueller Nötigung im Sinne von Art. 189 Abs. 1 StGB 

vor, sodass eine Untersuchung zu eröffnen sei (Urk. 2). Nicht angefochten ist folg-

lich die Nichtanhandnahme betreffend Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB (vgl. 

Urk. 6 S. 5 ff.) und betreffend Gefährdung des Lebens im Sinne von Art. 129 StGB 

(vgl. Urk. 6 S. 10; Urk. 2 S. 2 Rechtsbegehren Ziff. 2 sowie die Ausführungen zu 

den einzelnen Tatbeständen auf S. 9–18). 

3. Die Staatsanwaltschaft verfügt die Nichtanhandnahme unter anderem, sobald 
aufgrund der Strafanzeige oder des Polizeirapports feststeht, dass die fraglichen 

Straftatbestände oder die Prozessvoraussetzungen eindeutig nicht erfüllt sind 

(Art. 310 Abs. 1 lit. a StPO). Eine Nichtanhandnahme darf nur in sachverhaltsmäs-

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sig und rechtlich klaren Fällen ergehen. Es muss sicher feststehen, dass der Sach-

verhalt unter keinen Straftatbestand fällt. Im Zweifelsfall ist eine Untersuchung zu 

eröffnen (BGE 137 IV 285 E. 2.3). Eine Nichtanhandnahmeverfügung kann auch 

bei Fehlen eines zureichenden Verdachts erlassen werden. Ein Tatbestand gilt als 

eindeutig nicht erfüllt, wenn gar nie ein Verdacht hätte geschöpft werden dürfen 

oder wenn sich der zu Beginn der Strafverfolgung vorhandene Anfangsverdacht 

vollständig entkräftet hat. Dies ist beispielsweise der Fall bei einer unglaubhaften 

Strafanzeige, wenn sich keine deliktsrelevanten Anhaltspunkte feststellen liessen 

oder wenn das Opfer seine belastende Aussage im Laufe des Ermittlungsverfah-

rens glaubhaft widerrief. Die Staatsanwaltschaft eröffnet hingegen eine Untersu-

chung, wenn sich aus den Informationen und Berichten der Polizei, aus der Straf-

anzeige oder aus ihren eigenen Feststellungen ein hinreichender Tatverdacht er-

gibt (Art. 309 Abs. 1 lit. a StPO). Die zur Eröffnung einer Strafuntersuchung erfor-

derlichen tatsächlichen Hinweise auf eine strafbare Handlung müssen erheblich 

und konkreter Natur sein. Blosse Gerüchte oder Vermutungen genügen nicht. Der 

Anfangsverdacht soll eine plausible Tatsachengrundlage haben, aus der sich die 

konkrete Möglichkeit der Begehung einer Straftat ergibt (Urteile des Bundesge-

richts 6B_322/2019 vom 19. August 2019 E. 3; 6B_830/2013 vom 10. Dezember 

2013 E. 1.4; je mit Hinweisen; zum Ganzen auch Bosshard/Landshut, in: Donatsch/

Lieber/Summers/Wohlers [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Strafprozess-

ordnung, 3. Aufl. 2020, N 4 zu Art. 310 StPO; Vogelsang, in: Basler Kommentar, 

Schweizerische Strafprozessordnung, 3. Aufl. 2023, N 8 und 9 zu Art. 310 StPO). 

4. Eine Nichtanhandnahmeverfügung kann nach Gesagtem auch bei Fehlen eines 
zureichenden Tatverdachts erlassen werden, wenn zu keinem Zeitpunkt ein Ver-

dacht begründet gewesen war oder der zu Beginn der Strafverfolgung vorhandene 

Anfangsverdacht dahingefallen ist. Die Stadtpolizei Zürich führte gestützt auf einen 

Anfangsverdacht aus einer Meldung des Staatssekretariats für Migration (SEM) an 

das Bundesamt für Polizei ein Ermittlungsverfahren wegen Menschenhandels, 

Ausnützen einer Notlage und Gefährdung des Lebens (vgl. Urk. 8/1 S. 3; Urk. 8/6/

1–2). Die Stadtpolizei befragte die Beschwerdeführerin hierzu ausführlich in vier 

Einvernahmen am 7. November 2019, 22. November 2019, 9. Dezember 2019 und 

18. Dezember 2019 (Einvernahmen I–IV; Urk. 8/4/3–5 bzw. unakturiert in Urk. 8/4). 

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Zusätzlich befragte die Stadtpolizei die Beschwerdeführerin am 16. Juli 2020 als 

Beschuldigte betreffend rechtswidrigen Aufenthalt und Erwerbstätigkeit ohne Be-

willigung, wobei die Umstände des Aufenthalts beim Beschwerdegegner mit den 

mutmasslichen sexuellen Übergriffen ebenfalls Thema waren. Die Stadtpolizei 

klärte den Aufenthalt der Beschwerdeführerin im Hotel D._____ in Zürich sowie 

weitere Beweismittel ab. Videoaufnahmen des Eingangsbereichs dieses Hotels 

wurden bereits überschrieben. Nach den Angaben der Beschwerdeführerin war sie 

nicht mehr im Besitz der beiden Mobiltelefone und andere Unterlagen zur Unter-

mauerung ihrer Aussagen waren nicht vorhanden oder nicht in ihrem Besitz (Urk. 8/

1 S. 8 f.). In den Akten liegt auch das Dossier des SEM (Urk. 8/6), worin Informati-

onen über den Beginn und den Verlauf des Asylverfahrens sowie eine umfassende 

Anhörung vom 23. August 2019 betreffend Menschenhandel und Dublin-Wegwei-

sung (fortan: SEM-Anhörung) enthalten sind. Gestützt auf diese Aktenlage ging die 

Staatsanwaltschaft im Ergebnis zu Recht davon aus, dass der Anfangsverdacht 

dahingefallen ist und sich eine Eröffnung einer Untersuchung nicht rechtfertigt, wie 

sich aus den folgenden Erwägungen ergibt.

5. Menschenhandel

5.1. Zunächst lässt die Beschwerdeführerin vorbringen, die Staatsanwaltschaft 
habe in der angefochtenen Verfügung den Tatbestand des Menschenhandels nach 

Art. 182 StGB falsch ausgelegt und entsprechend zu Unrecht verneint, dass dieser 

Tatbestand erfüllt sein könnte (Urk. 2 Rz 22 ff.; Urk. 6 S. 4 f.). Zusammengefasst 

sei richtigerweise das Anwerben dem Handel gleichgestellt und solches liege in 

jeder psychischen Einwirkung auf eine Person, um sie zu Handlungen zu veranlas-

sen, die geeignet seien, die faktische Verfügungsmöglichkeit über diese Person zu 

erlangen wie beispielsweise zur Reise ins Ausland. Als Tatmittel komme der nicht-

einvernehmliche Handel durch Anwendung oder Androhung von Gewalt oder an-

dere Formen der Nötigung wie auch der einvernehmliche Handel durch Ausnützen 

der besonderen Hilflosigkeit oder Abhängigkeit oder durch Täuschung in Frage. 

Überdies sei, wie bereits in der Beschwerde vom 18. Januar 2021 ausgeführt, die 

Ausbeutung auch in einer Zweierstruktur zwischen Täter und Opfer strafbar und 

der Beschwerdegegner habe den tatbestandsmässigen materiellen Vorteil daraus 

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erzielt (Urk. 2 Rz 27 mit genauen Verweisen auf die genannte Beschwerdeschrift, 

Urk. 3/4 Rz 18–25, besonders Rz 23 f.). 

5.2. Nach Art. 182 Abs. 1 StGB wird bestraft, wer als Anbieter, Vermittler oder Ab-
nehmer mit einem Menschen Handel treibt zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung, 

der Ausbeutung seiner Arbeitskraft oder zwecks Entnahme eines Körperorgans. 

Das Anwerben eines Menschen zu diesen Zwecken ist dem Handel gleichgestellt. 

Dieser Tatbestand schützt Opfer, die etwa unter Anwendung von Gewalt oder an-

derer Formen der Nötigung, durch Entführung, Täuschung, Missbrauch von Macht 

oder Ausnützung besonderer Hilflosigkeit zum Zweck der Ausbeutung angeworben 

und ins Ausland gebracht werden (vgl. Art. 3 lit. a des Zusatzprotokolls zur Verhü-

tung, Bekämpfung und Bestrafung des Menschenhandels; SR 0.311.542). Das Un-

recht besteht in der Ausnützung einer Machtposition durch den Täter und Aufhe-

bung des Selbstbestimmungsrechts des Opfers, über das wie über ein Objekt ver-

fügt wird (Urteil des Bundesgerichts 6B_469/2014 vom 4. Dezember 2014 E. 3.3). 

5.2.1. Betreffend sexuelle Ausbeutung wurde der (frühere) Tatbestand ursprünglich 
nur auf eine Dreierkonstellation zwischen Händler, Opfer und Abnehmer ange-

wandt (so noch BGE 96 IV 118 = Pra 60 Nr. 54 zum altrechtlichen Tatbestand des 

Frauen- und Kinderhandels, Art. 202 aStGB). Das Bundesgericht anerkannte aber 

bereits unter früherem Recht (aArt. 196 StGB), dass auch eine Zweierkonstellation 

allein zwischen dem Opfer und demjenigen, der das Opfer anwirbt, um es im eige-

nen Bordell sexuell auszubeuten, tatbestandsmässig ist (BGE 128 IV 117 E. 6 = 

Pra 91 Nr. 220; bestätigt in BGE 129 IV 81 E. 3.1). Diese Rechtsprechung wurde 

im Tatbestandsmerkmal des Anwerbens in die geltende Fassung von Art. 182 

StGB überführt, so dass die Rechtsprechung weiterhin massgebend ist (Botschaft 

BBl 2005 2835; Urteil des Bundesgerichts 6B_4/2020 vom 17. Dezember 2020 

E. 4.1; vgl. auch Urteil 6B_277/2007 vom 8. Januar 2008 E. 4.2; Delnon/Rüdy, in: 

Basler Kommentar, Strafrecht, 4. Aufl. 2019 [= BSK StGB], N 22 und 31 zu Art. 182 

StGB). Soweit ersichtlich, wandte das Bundesgericht den Tatbestand bisher nur auf 

Konstellationen an, in denen die Opfer (auch) in der Schweiz in der Prostitution tätig 

waren, sei es im eigenen Etablissement des Anwerbers oder in einem anderen Eta-

blissement (vgl. zuletzt Urteil des Bundesgerichts 6B_4/2020 vom 17. Dezember 

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2020 E. 4.1). Die Situation, dass der Anwerber das Opfer zu seiner persönlichen 

sexuellen Befriedigung ausnutzt, ist davon nicht ohne Weiteres erfasst. 

5.2.2. Ein Teil der Lehre schliesst ausdrücklich darauf, dass diese Fallkonstellation 
nicht tatbestandsmässig ist, weil eine solche Person keine Ausbeutung im Sinne 

von Einkünften anstrebe (Corboz, Les infractions en droit suisse, Volume I, 3. Aufl. 

2010, N 9 zu Art. 182 StGB; Stoudmann, in: Commentaire Romand, Code pénal, 

2017, N 19 zu Art. 182 StGB; für die Voraussetzung eines materiellen Vorteils bzw. 

Entgelts auch Donatsch, in: Orell Füssli Kommentar, StGB/JStG, 20. Aufl. 2018 

[OF-Kommentar], N 2 zu Art. 182 StGB; Stratenwerth/Bommer, Schweizerisches 

Strafrecht, Besonderer Teil I: Straftaten gegen Individualinteressen, 8. Aufl. 2022 

[= BT I], § 5 N 30; vgl. auch Baur-Mettler, Menschenhandel und Zwangsprostitution 

in der Schweiz, Eine Analyse der Rechtsprechung und die Sicht betroffener Opfer 

und Prostituierter, Diss. 2014 S. 109 und 113). Dafür, dass es um ökonomische 

Vorteile gehe, spreche auch die nach Absatz 3 zwingend zu verhängende Gelds-

trafe (Corboz, a. a. O.; a. M. betreffend eines zwingenden materiellen Vorteils Del-

non/Rüdy, BSK StGB, N 23 zu Art. 182 StGB, und Demko, ZStrR 2009, 202 f., nach 

denen auch eigene immaterielle Vorteile oder solche Dritter erfasst sein sollen; Do-

natsch, Strafrecht III, Delikte gegen den Einzelnen, 11. Aufl. 2018, S. 468; Trech-

sel/Mona, in: Schweizerisches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, 4. Aufl. 2021 

[= Praxiskommentar StGB], N 2 zu Art. 182 StGB; Schultz, Die Strafbarkeit von 

Menschenhandel in der Schweiz – Analyse und Reformbedarf von Art. 182 StGB, 

Diss. 2020, S. 88 ff.; vgl. auch Perrin, La répression de la traite d’êtres humains en 

droit suisse, 2020, S. 418 ff. mit Hinweisen; nach Stratenwerth/Bommer, BT I, § 5 

N 35, handelt es sich bei der zwingenden Ausgestaltung der Geldstrafe um eine 

redaktionelle Ungereimtheit). Ein anderes Argument gegen die Strafbarkeit stützt 

sich auf die Entstehungsgeschichte des Wortlauts. Weil nach der Botschaft die in 

Art. 182 StGB neu gefasste Formulierung «zum Zwecke der sexuellen Ausbeu-

tung» die in aArt. 196 StGB nicht mehr zeitgemäss empfundene Formulierung «um 

der Unzucht eines anderen Vorschub zu leisten» ersetzen sollte (vgl. hierzu BBl 

2005 2835), könne daraus und aus der noch früheren Entstehungsgeschichte zu 

aArt. 196 StGB nur geschlossen werden, dass nach dem Verständnis des Gesetz-

gebers die beabsichtigte sexuelle Handlung nicht zwischen Menschenhändler und 

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Opfer, sondern nur zwischen Opfer und einem Dritten stattfinden solle (Karabayir-

Günay, Der Menschenhandel, unter besonderer Berücksichtigung völkerrechtlicher 

Verträge, 2019, S. 384 ff.; vgl. auch Hurtado Pozo, Droit pénal, Partie speciale, 

2009, N 2511). Auf die gleichbleibende Bedeutung trotz der neuen Formulierung 

«zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung» weisen auch weitere Lehrmeinungen 

hin, ohne die fragliche Konstellation zu erwähnen (Godenzi, in: Wohlers/Godenzi/

Schlegel, Schweizerisches Strafgesetzbuch Handkommentar, 4. Aufl. 2020, N 5 zu 

Art. 182; Perrin, a. a. O., S. 375 f.). Auch das Bundesgericht geht davon aus, dass 

diese Neuformulierung im Bereich der sexuellen Ausbeutung materiell keine Ände-

rung gebracht hat (Urteile des Bundesgerichts 6B_277/2007 vom 8. Januar 2008 

E. 4.2 und seither etwa 6B_128/2013 vom 7. November 2013 E. 1.1; 6B_469/2014 

vom 4. Dezember 2014 E. 3.3). Darüber hinaus wird häufig auch nur auf die Straf-

barkeit der Zweierkonstellation bzw. des Anwerbens und die Ausbeutung in Form 

der Zuführung zur Prostitution, pornografischer Darstellung oder zur Herstellung 

pornografischen Materials erwähnt, was nicht auf die Ausnutzung zu sexuellen 

Handlungen mit dem Anwerber selbst ausgerichtet ist (so Donatsch, OF-Kommen-

tar, N 2 f. zu Art. 182 StGB; Trechsel/Mona, Praxiskommentar StGB, N 2 f. zu 

Art. 182 StGB; Stratenwerth/Bommer, BT I, § 6 N 34; ferner Ackermann/Vogler/

Baumann/Egli, in: Strafrecht Individualinteressen, Gesetz, System und Lehre im 

Lichte der Rechtsprechung, 2019, S. 316; a. M. Leuenberger, Menschenhandel ge-

mäss Art. 182 StGB, Analyse des schweizerischen Straftatbestandes unter Berück-

sichtigung der internationalen Vorgaben, 2018, S. 187, mit dem Argument, dass die 

in der Botschaft angegebenen Fälle von Ausbeutung mit dem Zusatz «insbeson-

dere» versehen seien und somit nicht abschliessend verstanden würden; vgl. auch 

Schultz, a. a. O., S. 181 f., betreffend sexuelle Handlungen mit Kindern und 

Zwangsheirat). 

5.2.3. Die Tatbestandsvariante mit dem Zweck der sexuellen Ausbeutung erfasst 
aus diesen Gründen – hauptsächlich gestützt auf die Entstehungsgeschichte – 

nicht die Konstellation, dass jemand eine (volljährige) Person anwirbt zum (einzi-

gen) Zweck, selbst an ihr sexuelle Handlungen vorzunehmen oder von ihr an sich 

vornehmen zu lassen. Dies schliesst jedoch nicht aus, dass solches Handeln an-

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dere Delikte gegen die sexuelle Integrität erfüllt, namentlich Art. 189, 190 und 193 

StGB.

5.3. Die Beschwerdeführerin macht nicht geltend, dass der Beschwerdegegner sie 
der Prostitution zugeführt oder sie für pornografische Darstellungen oder zur Her-

stellung pornografischen Materials benutzt hätte. Ein allfälliges Anwerben durch 

den Beschwerdegegner hätte nur im Hinblick auf sexuelle Handlungen zwischen 

ihm und der Beschwerdeführerin und nicht auch zwischen der Beschwerdeführerin 

und Dritten stattgefunden. Entsprechend kann der Tatbestand des Menschenhan-

dels nicht erfüllt sein. 

6. Sexuelle Nötigung und Vergewaltigung 

6.1. Die Beschwerdeführerin macht im Wesentlichen geltend, es sei ihr nicht zu-
mutbar gewesen, sich dem Beschwerdegegner zu widersetzen, weil sie einerseits 

bereits gewaltsamen Übergriffen durch ihn ausgesetzt gewesen sei und er ihr auch 

damit gedroht gehabt habe, sie umzubringen, wenn sie seiner Ehefrau etwas er-

zählt hätte. Die Beschwerdeführerin habe ihm auch klar gesagt, dass sie dies nicht 

möge, also nicht damit einverstanden gewesen sei, und er habe sie auf den Mund 

geohrfeigt und ihr gesagt, sie solle den Mund halten, als sie (einmal) versucht habe, 

nach der Ehefrau zu rufen. Unter den gegebenen Umständen sei auch nachvoll-

ziehbar, dass sie grosse Angst davor gehabt habe, auf die Strasse gestellt zu wer-

den, sollte sie sich gegen die Übergriffe zur Wehr setzen. Es könne nicht anders 

als menschenverachtend bezeichnet werden, wenn die Staatsanwaltschaft aus-

führe, diese Befürchtungen würden zeigen, dass die Beschwerdeführerin den Ora-

lverkehr aktiv in Kauf genommen habe, um in die Schweiz zu kommen und dort 

unter seiner Obhut verbleiben zu können (Urk. 2 Rz 33). Auf diese Ausführungen 

könne auch für den Tatbestand der Vergewaltigung verwiesen werden. Die Be-

schwerdeführerin habe teilweise sehr wohl versucht, sich gegen die sexuellen 

Übergriffe des Beschwerdegegners zur Wehr zu setzen. So habe sie ausgesagt, 

dass er sie beim ersten Aufenthalt einmal beschimpft und geschlagen habe, als sie 

erklärt habe, dass sie keinen Geschlechtsverkehr wolle, und ihr zudem angedroht, 

sie umzubringen. Der Umstand, dass die Beschwerdeführerin in der Einvernahme 

vom 9. Dezember 2019 dann erwähnt habe, sie habe dem Beschwerdegegner nie 

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gesagt, dass ihr der Sex mit ihm nicht so passe, er hätte dies aber vielleicht an 

ihrem Gesichtsausdruck sehen können, zeige zwar auf, dass es tatsächlich ge-

wisse mögliche Widersprüche in den Aussagen der Beschwerdeführerin gebe. 

Diese hätten hingegen in weiteren Befragungen der Beschwerdeführerin entweder 

ausgeräumt oder aufgeklärt werden können und müssen. Die Schlussfolgerung, 

dass sich dieser Tatbestand aufgrund ihrer wenig glaubwürdigen Aussagen nicht 

anklagegenügend nachweisen lasse, erscheine klar verfrüht (Urk. 2 Rz 34 f.).

6.2. Der sexuellen Nötigung nach Art. 189 Abs. 1 StGB macht sich strafbar, wer 
eine Person zur Duldung einer beischlafsähnlichen oder einer anderen sexuellen 

Handlung nötigt, namentlich indem er sie bedroht, Gewalt anwendet, sie unter psy-

chischen Druck setzt oder zum Widerstand unfähig macht. Der Vergewaltigung 

nach Art. 190 Abs. 1 StGB macht sich strafbar, wer mit denselben Mitteln eine Per-

son weiblichen Geschlechts zur Duldung des Beischlafs nötigt. Die Tatbestände 

erfassen alle erheblichen Nötigungsmittel, auch solche ohne unmittelbaren Bezug 

zu physischer Gewalt. Es soll ebenfalls das Opfer geschützt werden, das in eine 

ausweglose Situation gerät, in der es ihm nicht zuzumuten ist, sich dem Vorhaben 

des Täters zu widersetzen, auch wenn dieser keine Gewalt anwendet (BGE 131 IV 

167 E. 3; Urteil des Bundesgerichts 6B_803/2021 vom 22. März 2023 E. 7.1.1; je 

mit Hinweisen).

6.2.1. Gewalt im Sinne von Art. 189 Abs. 1 und Art. 190 Abs. 1 StGB ist nach der 
Rechtsprechung gegeben, wenn der Täter ein grösseres Mass an körperlicher Kraft 

aufwendet, als zum blossen Vollzug des Akts notwendig ist, bzw. wenn sich der 

Täter mit körperlicher Kraftentfaltung über die Gegenwehr des Opfers hinwegsetzt. 

Eine körperliche Misshandlung, rohe Gewalt oder Brutalität etwa in Form von Schlä-

gen und Würgen ist indes nicht erforderlich. Es genügt, wenn der Täter seine über-

legene Kraft einsetzt, indem er die Frau festhält oder sich mit seinem Gewicht auf 

sie legt (BGE 148 IV 234 E. 3.3 = Pra 2022 Nr. 69; Urteil des Bundesgerichts 

6B_803/2021 vom 22. März 2023 E. 7.1.1; je mit Hinweisen). Vom Opfer wird nicht 

verlangt, dass es sich gegen die Gewalt mit allen Mitteln zu wehren versucht. Die-

ses muss sich nicht auf einen Kampf einlassen oder Verletzungen in Kauf nehmen. 

Die von der Rechtsprechung geforderte Gegenwehr des Opfers meint eine tatkräf-

- 13 -

tige und manifeste Willensbezeugung, mit welcher dem Täter unmissverständlich 

klargemacht wird, mit sexuellen Handlungen nicht einverstanden zu sein. Der Tat-

bestand der sexuellen Nötigung oder Vergewaltigung ist auch erfüllt, wenn das Op-

fer unter dem Druck des ausgeübten Zwangs zum Voraus auf Widerstand verzich-

tet oder ihn nach anfänglicher Abwehr aufgibt (Urteile des Bundesgerichts 6B_803/

2021 vom 22. März 2023 E. 7.1.1 und 6B_643/2021 vom 21. September 2021 

E. 3.3.3; je mit Hinweisen).

6.2.2. Die Tatbestandsvariante des Unter-Druck-Setzens stellt klar, dass sich die 
Ausweglosigkeit der Situation auch ergeben kann, ohne dass der Täter eigentliche 

Gewalt anwendet. Der psychische Druck, welchen der Täter durch die Schaffung 

einer Zwangslage erzeugen muss, hat indes von besonderer Intensität zu sein. 

Zwar wird nicht verlangt, dass er zur Widerstandsunfähigkeit des Opfers führt. Die 

Einwirkung auf dasselbe muss aber immerhin erheblich sein und eine der Gewalt-

anwendung oder Bedrohung vergleichbare Intensität erreichen. Dies ist der Fall, 

wenn vom Opfer unter den gegebenen Umständen und in Anbetracht seiner per-

sönlichen Verhältnisse verständlicherweise kein Widerstand erwartet werden kann 

bzw. ihm ein solcher nicht zuzumuten ist, der Täter mithin gegen den Willen des 

Opfers an sein Ziel gelangt, ohne dafür Gewalt oder Drohungen anwenden zu müs-

sen. Die Auslegung der Art. 189 f. StGB hat sich insoweit insbesondere an der 

Frage der zumutbaren Selbstschutzmöglichkeiten des Opfers zu orientieren 

(BGE 148 IV 234 E. 3.3 = Pra 2022 Nr. 69; Urteile des Bundesgerichts 6B_803/

2021 vom 22. März 2023 E. 7.1.1 und 6B_643/2021 vom 21. September 2021 

E. 3.3.4; je mit Hinweisen).

6.2.3. Die Tatbestände der Vergewaltigung und der sexuellen Nötigung erfordern 
Vorsatz, wobei Eventualvorsatz genügt. Wer es für möglich hält, dass das Opfer 

mit den sexuellen Handlungen nicht einverstanden ist, und dies in Kauf nimmt, be-

geht eventualvorsätzlich eine Vergewaltigung oder sexuelle Nötigung. Das subjek-

tive Element ist erfüllt, wenn das Opfer offensichtliche und entzifferbare Zeichen 

seines Widerstands gibt, die für den Täter erkennbar sind, worunter neben körper-

lichen Widerstandshandlungen auch etwa Weinen, Bitten, in Ruhe gelassen zu 

werden, Ablehnen von Besänftigungsversuchen oder Fluchtversuche fallen 

- 14 -

(BGE 148 IV 234 E. 3.4 = Pra 2022 Nr. 69; Urteil des Bundesgerichts 6B_803/2021 

vom 22. März 2023 E. 7.1.1).

6.3. Die Beschwerdeführerin sagte verschiedene Male aus, dass sie den Be-
schwerdegegner in Jamaika kennengelernt habe und er dort ihr «Sugar Daddy» 

gewesen sei, der ihr gegen sexuelle Dienstleistungen Geld gegeben habe (z. B. 

Urk. 8/6/2 SEM-Anhörung Frage/Antwort 58 ff.; Urk. 8/4/3 Frage/Antwort 14 ff. und 

21 ff.; Urk. 8/4/4 Frage/Antwort 10 ff.; Urk. 8/4/6 Frage/Antwort 73 ff.). Zum Zweck 

ihrer (ersten) Reise in die Schweiz gab sie zwar auch an, es sei nicht um Sex mit 

dem Beschwerdegegner gegangen, sondern nur um die Kinderbetreuung (Urk. 8/

6/2 SEM-Anhörung Frage/Antwort 82, 85 und 89; Urk. 8/4/5 Frage/Antwort 106; vgl. 

auch Urk. 8/4/3 Frage/Antwort 31 und Urk. 8/4/6 Frage/Antwort 49). Doch wird aus 

anderen Aussagen von ihr klar, dass dies nicht stimmen kann. So gab sie bereits 

in der Anhörung beim SEM an, der Beschwerdegegner habe nur gesagt, dass er 

sie in die Schweiz holen möchte wegen Sex. Zwar sagte sie dann, sie habe «nicht 

wirklich» um diesen Zweck ihrer Reise in die Schweiz gewusst, er habe gesagt, sie 

müsse kommen, um sich um die Kinder zu kümmern, nur um dann auszuführen, 

dass der Beschwerdegegner seine Ehefrau «überzeugt» habe, dass sie wegen der 

Kinder komme (Urk. 8/6/2 Frage/Antwort 80 f.). In der Einvernahme vom 7. Novem-

ber 2019 sagte die Beschwerdeführerin aus, dass der Grund, weshalb sich die Ehe-

frau einverstanden erklärt habe, dass sie (die Beschwerdeführerin) zu ihnen in die 

Schweiz kommen könne, gewesen sei, dass der Beschwerdegegner ihr (der Ehe-

frau) erzählt habe, dass sie (die Beschwerdeführerin) ihnen beiden mit den Kindern 

helfen werde. Das sei aber nie sein Plan gewesen, sie habe den beiden aber trotz-

dem mit den Kindern geholfen (Urk. 8/4/3 Frage/Antwort 17). Der Beschwerdegeg-

ner habe sie jeweils in der Mitte der Nacht für Sex geweckt. Wenn sie am Morgen 

nicht aufgestanden sei, habe seine Frau ihn angerufen und sich bei ihm darüber 

beschwert. Er habe dann sie (die Beschwerdeführerin) angerufen und mit ihr ge-

stritten, weil sie nicht aufgestanden sei. Er habe ihr gesagt, «der Deal» sei gewe-

sen, dass sie am Morgen aufstehe, das habe er so seiner Frau erklärt (Urk. 8/4/3 

Frage/Antwort 18). In der Einvernahme vom 22. November 2019 sagte die Be-

schwerdeführerin aus, die Idee, dass sie in die Schweiz reisen könnte, sei plötzlich 

da gewesen; es sei die Idee des Beschwerdegegners gewesen und er habe gesagt, 

- 15 -

es sei schön hier, wenn man Geld habe. Auf Nachfrage nach weiteren Erzählungen 

zu dieser Idee und warum die Beschwerdeführerin hierher kommen solle, gab die 

Beschwerdeführerin an, sie denke, das sei wegen des Sex gewesen. Der Be-

schwerdegegner habe ihr erzählt, dass seine Frau keinen Sex mit ihm wolle. Das 

habe er ihr nicht wirklich gesagt, aber als sie in E._____ [Stadt in Jamaika] gewesen 

sei, habe er ihr direkt gesagt, dass der einzige Grund, weshalb er ihr Geld gebe, 

dieser sei, dass sie Sex mit ihm habe. Er habe ihr direkt gesagt, dass seine Frau 

keinen Sex wolle (Urk. 8/4/4 Frage/Antwort 58 ff.). Die Beschwerdeführerin bestä-

tigte, dass sie eingeweiht gewesen sei in den Plan, dass seine Frau sich nur mit 

ihrer Einreise einverstanden erklärt gehabt habe, weil der Beschwerdegegner sei-

ner Frau angegeben gehabt habe, die Beschwerdeführerin komme hierher, um auf 

die Kinder aufzupassen. Die Beschwerdeführerin sagte auch, dass es nie der Plan 

des Beschwerdegegners gewesen sei, dass sie tatsächlich auf die Kinder auf-

passe. Ihm sei es vor allem um den Sex gegangen, nicht darum, dass sie sich um 

die Kinder kümmere (Urk. 8/4/4 Frage/Antwort 73 f.). In der nächsten Einvernahme 

verneinte sie zuerst einen Gedanken, dass der Beschwerdegegner sie für sexuelle 

Zwecke in die Schweiz habe holen wollen. Er habe immer gesagt, dass er sie we-

gen der zwei Kinder hier möchte. Auf Nachfrage räumte sie dann ein, er habe viel-

leicht einmal erwähnt, dass sie Sex haben würden, aber nicht jeden Tag. Aber die 

meisten Gespräche seien über die Kinder gewesen (Urk. 8/4/5 Frage/Antwort 

106 f.). Zur zweiten Einreise in die Schweiz sagte sie aus, der Beschwerdegegner 

habe gewollt, dass sie sich um die Kinder kümmere, das sei die einzige Möglichkeit 

gewesen, dass seine Frau ihrer Rückkehr in die Schweiz zustimmen würde (Urk. 8/

4/5 Frage/Antwort 179). 

Im Gegenzug versprach der Beschwerdegegner der Beschwerdeführerin offen-

sichtlich, dass er ihr alles geben bzw. kaufen würde, was sie möchte, darunter auch 

ein iPhone. Die Beschwerdeführerin ihrerseits fand es offensichtlich aufregend, 

dass sie aus Jamaika in ein reicheres Land gehen konnte, und verliess sich darauf, 

dass der Beschwerdegegner in der Schweiz für sie finanziell sorgen würde (Urk. 8/

4/4 Frage/Antwort 63 und 68 ff.; vgl. auch Urk. 8/6/2 Frage/Antwort 83). In der Ein-

vernahme vom 18. Dezember 2019 verneinte die Beschwerdeführerin die Frage, 

ob der Beschwerdegegner einmal eine Äusserung dahingehend gemacht habe, 

- 16 -

dass er für sie aufgekommen sei und sie ihm die Kosten für das Hotel und den Flug 

zurückerstatten müsse. Sie fügte an, das erste Mal habe ein gewisser Druck be-

standen, sie habe ihn immer gefragt, ob er das Ticket endlich bezahlt habe, damit 

sie in die Schweiz kommen könne. Das zweite Mal habe er bestimmt, dass er das 

Ticket kaufen werde (unakturierte Einvernahme in Urk. 8/4 Frage/Antwort 47). Die 

Beschwerdeführerin drängte also selbst darauf, in die Schweiz zum Beschwerde-

gegner kommen zu können. 

All diese Aussagen der Beschwerdeführerin lassen keinen Zweifel offen, dass sie 

in den Plan eingeweiht war, der Ehefrau des Beschwerdegegners gegenüber an-

zugeben, dass sie (die Beschwerdeführerin) (nur) wegen der Kinder in die Schweiz 

komme, damit sie und der Beschwerdegegner ihre in Jamaika begonnene sexuelle 

(Kunden-)Beziehung unter diesem Vorwand in der Schweiz fortsetzen können. An-

dernfalls wäre es nicht nötig gewesen, die Ehefrau des Beschwerdegegners davon 

zu «überzeugen», dass die Beschwerdeführerin in der Schweiz bei den Kindern 

mithilft. Für diesen Plan – oder eben «Deal» – musste sie am Morgen jeweils auf-

stehen und mit den Kindern helfen. Im Gegenzug würde der Beschwerdegegner ihr 

freie Kost und Logis geben und auch die weiteren Kosten für den Aufenthalt bezah-

len. Das bestätigte sie auch noch einmal in ihrer letzten Einvernahme: Als Grund 

für die Bezahlung der Reisekosten durch den Beschwerdegegner gab sie an, dass 

sie Sex zusammen gehabt hätten und er ihr gesagt habe, seine Frau würde ihm 

keinen Sex geben. Ihr habe nicht gefallen, dass er dann jeden Abend Sex gewollt 

habe, weil sie dann am nächsten Morgen müde sei und Vorwürfe erhalte, warum 

sie nicht früher aufstehe und mit den Kindern helfe (Urk. 8/4/6 Frage/Antwort 

127 f.). 

6.4. Die Beschwerdeführerin machte widersprüchliche Angaben dazu, wie oft die 
sexuellen Handlungen mit dem Beschwerdegegner in der Schweiz stattgefunden 

haben sollen (vgl. auch Urk. 6 S. 8): Zu Beginn gab sie zum ersten Aufenthalt über 

vier Monate an, dass die sexuellen Handlungen drei Mal in der Woche stattgefun-

den hätten (Urk. 8/6/2 SEM-Anhörung, Frage/Antwort 56). Bei der Polizei war ihre 

Aussage, der Beschwerdegegner sei jede Nacht um Mitternacht für Sex zu ihr ge-

kommen, ausser wenn sie ihre Periode gehabt habe (Urk. 8/4/4 Frage/Antwort 84; 

- 17 -

Urk. 8/4/5 Frage/Antwort 98). Danach schränkte sie ein, dass sie an den Sonntagen 

nie Sex gehabt hätten (Urk. 8/4/5 Frage/Antwort 99). In der letzten Einvernahme 

am 16. Juli 2020 war es dann wieder jede Nacht, wenn sie ihre Periode nicht gehabt 

habe (Urk. 8/4/6 Frage/Antwort 173). 

6.5. Mit Blick auf die Tatbestände der sexuellen Nötigung und der Vergewaltigung 
ist entscheidend, ob die sexuellen Handlungen in der Schweiz jeweils auch wäh-

rend ihrer Ausführung freiwillig waren bzw. ob die Beschwerdeführerin in der Lage 

war, sich zumutbar dagegen zu wehren, wenn sie mit sexuellen Handlungen nicht 

einverstanden war. Auch hierzu machte sie ganz unterschiedliche Angaben:

6.5.1. Zentral ist für diese Beurteilung, wie die Beschwerdeführerin einen Streit mit 
dem Beschwerdegegner schilderte, nachdem er und seine Familie am 10. Februar 

2019 aus Jamaika zurück in die Schweiz gekommen waren und die Beschwerde-

führerin zuvor während der Abwesenheit der ganzen Familie von rund zwei Mona-

ten alleine in der Familienwohnung in der Schweiz gelebt hatte. Nach der Be-

schwerdeführerin ging es darum, dass der Beschwerdegegner auf ihrem Telefon 

Nachrichten eines Schweizer Mannes fand und ihr vorwarf, Männer ins Haus ge-

bracht und mit diesen Sex gehabt zu haben. Darauf soll er sie geschlagen und mit 

Fusstritten traktiert sowie ihr das Telefon weggenommen haben. Am nächsten Tag 

habe er sie auch noch gewürgt und bedroht. Etwa eineinhalb Wochen später hätten 

er und seine Frau ein Ticket für sie (die Beschwerdeführerin) zurück nach Jamaika 

gekauft, weil er zu seiner Frau gesagt habe, er denke, dass sie (die Beschwerde-

führerin) nicht mehr länger bei ihnen bleiben wolle. Das habe sie erfahren, als sie 

gehört habe, wie seine Frau ihm gesagt habe, er müsse ihr (der Beschwerdeführe-

rin) am nächsten Tag mitteilen, dass sie packen solle, damit sie ihren Flug am fol-

genden Tag erwische (Urk. 8/4/3 Frage/Antwort 18 f.; vgl. auch Urk. 8/6/2 SEM-

Anhörung Frage/Antwort 44). In einer späteren Einvernahme bestätigte sie 

Schläge, Fusstritte und ein Würgen durch den Beschwerdegegner, nachdem er 

Nachrichten von einem Schweizer Mann auf ihrem Telefon gelesen gehabt und ihr 

vorgeworfen habe, mit einem Mann in seinem Bett Sex gehabt zu haben (Urk. 8/

4/5 Frage/Antwort 115 ff.). Sie verneinte dann, dass der Beschwerdegegner noch 

Sex von ihr gewollt habe an diesem Abend. Sie habe ihn danach nicht mehr sehen 

- 18 -

wollen. Danach hätten sie keinen Sex mehr gehabt bis zu ihrer Abreise (Urk. 8/4/5 

Frage/Antwort 135). Diese Abreise fand am 23. Februar 2019, also knapp zwei Wo-

chen später statt (Urk. 8/1; Ausreisestempel in der Passkopie im Anhang von 

Urk. 8/4/6). Einerseits standen diese (mutmasslichen) körperlichen Misshandlun-

gen in keinem Zusammenhang mit einer Nötigung zu sexuellen Handlungen. An-

dererseits wollte sie ihn nicht mehr sehen und schilderte keine weiteren sexuellen 

Übergriffe bis zu ihrer Abreise, obwohl diese zuvor täglich oder dreimal wöchentlich 

stattgefunden haben sollen. Diese Schilderungen zeigen deshalb, dass die Be-

schwerdeführerin offensichtlich in der Lage war, sich den sexuellen Handlungen 

durch den bzw. mit dem Beschwerdegegner zu entziehen, wenn sie solche tatsäch-

lich nicht wollte. 

6.5.2. Damit in Einklang stehen auch verschiedene weitere Schilderungen der Be-
schwerdeführerin. So entsteht wiederholt der Eindruck, dass ihr nicht die sexuellen 

Handlungen an sich unangenehm gewesen waren, sondern die Tatsache, dass sie 

wegen des Zeitpunkts mitten in der Nacht müde war und sich trotzdem am nächsten 

Morgen um die Kinder kümmern musste (Urk. 8/4/3 Frage/Antwort 18; Urk. 8/4/6 

Frage/Antwort 128; vgl. auch Urk. 8/4/5 Frage/Antwort 10; unakturierte Einver-

nahme in Urk. 8/4 Frage/Antwort 59 ff.; Urk. 8/6/2 Frage/Antwort 118). An anderer 

Stelle sagte sie im Wesentlichen aus, der Beschwerdegegner hätte an ihrem Ge-

sichtsausdruck erkennen müssen, dass sie nicht in Stimmung sei, während sie 

gleichzeitig sagte, ihr Gesichtsausdruck beim (einvernehmlichen) Sex mit dem Be-

schwerdegegner in Jamaika sei gleich gewesen (Urk. 8/4/5 Frage/Antwort 108 ff., 

auch Frage/Antwort 95 ff.; vgl. hierzu Urk. 6 S. 8 f.). Auch für die Zeit im Hotel 

D._____ in Zürich vom 23. Juni 2019 bis 2. Juli 2019 sagte sie aus, sie sei mit dem 

Sex dort «nicht einverstanden und nie nicht einverstanden gewesen, d. h. sie habe 

es nicht abgelehnt». Sie sei nicht einverstanden gewesen, habe ihm das aber nicht 

gesagt. Sie habe einfach mitgemacht und sich nicht gewehrt. Es sei korrekt, dass 

er sie weder mit Gewalt noch mit Drohungen oder Fluchen zum Sex habe zwingen 

müssen (unakturierte Einvernahme in Urk. 8/4 Frage/Antwort 39 ff.). In diesen 

Schilderungen sind keine Nötigungen durch den Beschwerdegegner ersichtlich. 

Gleichzeitig wäre daraus für den Beschwerdegegner auch kein Widerstand der Be-

schwerdeführerin erkennbar gewesen. Auch das erste Mal Sex in der Schweiz am 

- 19 -

Abend ihrer (ersten) Ankunft schildert sie so, dass sie zwar gesagt habe, sie wolle 

das «nicht wirklich», worauf der Beschwerdegegner auf Patois gesagt habe: «Mein 

Mädchen, fange nicht an mit diesem Benehmen!» Dann habe es eine Weile gedau-

ert, bis sie ihre Kleider ausgezogen gehabt habe, und dann hätten sie begonnen, 

Sex zu haben (Urk. 8/4/5 Frage/Antwort 16). Ausgezogen habe sie sich, weil sie 

gewusst habe, dass er sonst anfangen würde zu fluchen oder zu streiten (Urk. 8/

4/5 Frage/Antwort 18, auch 34). Er habe immer angefangen zu fluchen, wenn sie 

ihm gesagt habe, dass sie nicht wolle (Frage/Antwort 19). Dabei habe sie Angst 

gehabt, weil sie nicht gewollt habe, dass er sie schlage oder aus dem Haus schicke. 

Er habe sie ja bereits geschlagen (Frage/Antwort 43 ff.). Dann aber gab sie an, 

dass dies gewesen sei, bevor er sie nach Jamaika zurückgeschickt habe, und sie 

bestätigte, dass er sie davor nie geschlagen hatte. Sie habe ihn nicht einschätzen 

können, sie habe ja nicht gewusst, wie wütend er werden könne (Frage/Antwort 

46 ff.; vgl. Frage/Antwort 165). Fluchen oder Streiten ist kein Drohen und genügt 

auch nicht als psychischer Druck. Vielmehr entsteht der Eindruck, dass die Be-

schwerdeführerin rückblickend ihre Erfahrung aus dem zuvor schon geschilderten 

Streit auf die sexuellen Handlungen davor projizierte. Ganz ähnlich erscheint dies 

auch bezogen auf die Möglichkeit, sich gegen den Beschwerdegegner zu wehren, 

indem sie sich an dessen Ehefrau gewandt hätte. Als Begründung, weshalb sie 

nicht aus dem Zimmer zur Ehefrau des Beschwerdegegners gegangen sei, gab sie 

an, sie kenne sie (die Ehefrau) nicht so gut. Als sie (die Ehefrau) die Nachrichten 

der Beschwerdeführerin auf dem Telefon des Beschwerdegegners gelesen habe, 

habe die Ehefrau sie aus dem Haus geworfen. Daher habe sie nicht gewusst, wie 

sie reagieren würde in der Nacht (Urk. 8/4/5 Frage/Antwort 64). Diese Antwort ist 

nicht logisch. Das Lesen der Nachrichten mit dem Rauswurf fand ganz am Schluss 

ihres Aufenthaltes bei der Familie des Beschwerdegegners am 23. Juni 2019 statt 

und kann nicht Grundlage dafür gewesen sein, weshalb die Beschwerdeführerin 

während der ganzen Zeit davor nicht zur Ehefrau gegangen ist. Die Antwort lässt 

vielmehr (auch hier) den Eindruck einer Begründung entstehen, die sich erst im 

Rückblick ergeben hat.

6.5.3. Betreffend Schläge durch den Beschwerdegegner gibt es weitere Ungereimt-
heiten: So verweist die Beschwerdeführerin für die Anwendung von Gewalt auf ihre 

- 20 -

Aussagen im Asylverfahren (Urk. 2 Rz 26 und 35), wo sie in der Tat aussagte, der 

Beschwerdegegner habe nach Ablehnung von Geschlechtsverkehr angefangen, 

sie zu beschimpfen, und er habe sie geschlagen. Danach habe sie mit ihm Ge-

schlechtsverkehr gehabt. Das sei das erste Mal gewesen, als sie hier im Oktober 

angekommen sei und es sei weitere Male passiert bzw. immer, wenn er mit ihr 

Geschlechtsverkehr gewollt habe (Urk. 8/6/2 SEM-Anhörung Frage/Antwort 30–

39). Dies steht jedoch im Widerspruch zur soeben referierten, späteren Aussage 

bei der Polizei, wonach der Beschwerdegegner sie erst beim Streit nach seiner 

Rückkehr zum ersten Mal geschlagen habe, was sie im Übrigen weitere Male be-

stätigte, auch dass es nie zu Schlägen vor dem Sex gekommen sei (Urk. 8/4/5 

Frage/Antwort 51 und 165). Dass er sie auf den Mund geschlagen haben soll, als 

sie einmal nach der Ehefrau des Beschwerdegegners habe rufen wollen (Urk. 2 

Rz 33), sagte sie zwar ebenfalls so im Asylverfahren aus (Urk. 8/6/2 SEM-Anhö-

rung Frage/Antwort 50 und 53). Auch das bezog sie später jedoch eindeutig einzig 

auf den Streit bei dessen Rückkehr aus Jamaika (Urk. 8/4/3 Frage/Antwort 18; 

Urk. 8/4/5 Frage/Antwort 119 f.). Schläge oder andere körperliche Gewalt durch 

den Beschwerdegegner nach diesem Streit, während ihres zweiten Aufenthalts in 

der Schweiz, schilderte sie keine. Insofern ist bereits aufgrund ihrer eigenen Aus-

sagen davon auszugehen, dass sie nicht durch Schläge zu sexuellen Handlungen 

genötigt wurde.

6.5.4. Auch beim noch verbleibenden möglichen Nötigungsmittel der Drohung sind 
die Aussagen der Beschwerdeführerin von Ungereimtheiten begleitet: Während sie 

in der SEM-Anhörung zunächst Drohungen schilderte und dann aber von Be-

schimpfungen und Schlägen sprach (Urk. 8/6/2 SEM-Anhörung Frage/Antwort 28 

und 31), schwächte sie in der polizeilichen Einvernahme Schläge zu Drohungen ab 

(Urk. 8/4/5 Frage/Antwort 51). Gleichzeitig sagte sie pauschal aus, der Beschwer-

degegner habe ihr jedes Mal, wenn sie Streit gehabt hätten, gedroht, sie umzubrin-

gen, und direkt vor dem Sex, wenn sie nicht damit einverstanden gewesen sei 

(Urk. 8/4/5 Frage/Antwort 51 ff.). Auf Nachfrage, ob er sie jedes Mal vor dem Sex 

habe bedrohen müssen, gab sie dann sehr umständlich an: «Wenn ich nicht damit 

einverstanden war und ich war nie damit einverstanden, dann ja. Darum ja.» 

(Urk. 8/4/5 Frage/Antwort 56). Konkrete Drohungen schilderte sie nur beim bereits 

- 21 -

erwähnten Streit nach der Rückkehr des Beschwerdegegners (Urk. 8/4/3 

Frage/Antwort 19; Urk. 8/4/5 Frage/Antwort 142 ff.) und vor ihrer zweiten Einreise 

in die Schweiz (vgl. vorne; SEM-Anhörung Frage/Antwort 110; Urk. 8/4/4 

Frage/Antwort 6; Urk. 8/4/5 Frage/Antwort 177 ff.; Urk. 8/4/6 Frage/Antwort 155) 

sowie ganz am Schluss ihres zweiten Aufenthalts vor und nach ihrem Gang zur 

Polizei (SEM-Anhörung Frage/Antwort 27, 121; Urk. 8/4/4 Frage/Antwort 7). Diese 

Drohungen standen nicht im Zusammenhang mit einer Nötigung zu sexuellen 

Handlungen. Auf die geltend gemachte Drohung vor der zweiten Einreise in die 

Schweiz ist noch einzugehen (E. II.6.5.5). 

Schliesslich verweist die Staatsanwaltschaft darauf, dass die Beschwerdeführerin 

den Oralsex gegen ihren Willen erst spät, in der dritten polizeilichen Befragung vom 

9. Dezember 2019 zum ersten Mal erwähnte und dies auch erst auf explizite Nach-

frage der einvernehmenden Polizistin (Urk. 6 S. 8; Urk. 8/4/5 Frage/Antwort 68 ff.). 

Verglichen mit ihren ausführlichen Aussagen zu den für sie wichtigsten Gescheh-

nissen in den ersten beiden Einvernahmen erstaunt dies in der Tat und spricht da-

gegen, dass sie den Oralverkehr als erzwungen erlebte. Die Beschwerdeführerin 

setzt sich in ihrer Beschwerde mit dieser Würdigung in der angefochtenen Verfü-

gung nicht hinreichend auseinander (vgl. Urk. 2 Rz 33; Urk. 6 S. 8). 

6.5.5. Sodann fallen zu den Umständen des zweiten Aufenthalts der Beschwerde-
führerin in der Schweiz folgende Widersprüche auf: 

Einmal soll sie die ganze zweite Aufenthaltsdauer von über einem Monat in der 

Schweiz im Hotel gewohnt haben, wo sie direkt vom Beschwerdegegner alleine 

hingebracht worden sei und wo es jeden Abend ausser an den Wochenenden zu 

Sex gekommen sein soll, während sie sich tagsüber frei habe bewegen können und 

jeweils im See schwimmen gegangen sei (Urk. 8/6/2 Frage/Antwort 113 ff.). In der 

zweiten Version wurde sie von der Familie abgeholt und wohnte bis zu ihrem Ge-

burtstag gemeinsam in der Wohnung. Der Aufenthalt im Hotel soll nur noch rund 

eine Woche gewesen sein; die Zeit habe sie im Hotel damit verbracht, Filme zu 

schauen, während der Beschwerdegegner jeden Abend ausser am Wochenende 

vorbeigekommen sei und sie auf sein Verlangen Sex gehabt hätten. Schliesslich 

sollen es in den etwa neun Tagen nur noch etwa drei Mal Sex gewesen sein, weil 

- 22 -

sie danach ihre Periode gehabt habe (Urk. 8/4/4 Frage/Antwort 6 f.; Urk. 8/4 unak-

turiert, Frage/Antwort 20, 24 f., 28, 30 ff.; Urk. 8/4/6 Frage/Antwort 52, 57, 60, 172, 

174). Nebenbei ergibt sich ein weiterer Widerspruch zu den polizeilichen Abklärun-

gen, wonach die Beschwerdeführerin gemäss Meldeschein am 23. Juni 2019 zwar 

im Hotel ankam, am 24. Juni 2019 aber bereits wieder abreiste (Urk. 8/1 S. 7). 

Die Beschwerdeführerin sagte aus, dass sie bereits bei der zweiten Einreise über 

ein Rückflugticket am 3. Juli 2019 um 7.00 Uhr zurück nach Jamaika verfügte 

(Urk. 8/4, unakturierte Einvernahme vom 18. Dezember 2019 Frage/Antwort 53 

und 55; Urk. 8/4/6 Frage/Antwort 44). Erst unmittelbar davor, am 2. Juli 2019, 

wandte sie sich an eine Polizeistelle, weil sie nicht zurückgehen wollte, und bean-

tragte Asyl (Urk. 8/4, unakturierte Einvernahme vom 18. Dezember 2019 

Frage/Antwort 62 ff.). Zwar gab sie auch später gegenüber der Polizei an, dass ein 

Rückflugticket nicht wirklich ihre Wahl gewesen sei (Urk. 8/4/6 Frage/Antwort 44) 

und sie nicht nach Jamaika zurückgehen wolle, weil sie dann wieder das Gleiche 

hätte machen müssen wie zuvor (Urk. 8/4/6 Frage/Antwort 43). Gleichzeitig sagte 

sie aber aus, sie habe sich in Jamaika nicht wieder prostituieren und Jamaika nicht 

ein zweites Mal verlassen wollen, «dies» (die Rückkehr in die Schweiz) sei unter 

Drohung des Beschwerdegegners mit bewaffneten Männern in E._____ erfolgt. Sie 

habe eine Arbeit in einem Musikladen gefunden, ihr eigenes Geld verdienen kön-

nen und dort weiter arbeiten wollen (Urk. 8/4/4 Frage/Antwort 6; Urk. 8/4/5 

Frage/Antwort 168, 178 f.; Urk. 8/4/6 Frage/Antwort 155, 166; Urk. 8/4, unakturierte 

Einvernahme vom 18. Dezember 2019 Frage/Antwort 7 ff.; Urk. 86/2 SEM-Anhö-

rung Frage/Antwort 112). Dann wiederum gab sie an, hauptsächlich in die Schweiz 

zurückgekehrt zu sein, weil es hier so schön sei (Urk. 8/4, unakturierte Einver-

nahme vom 18. Dezember 2019 Frage/Antwort 6) bzw. sie glaube, sie sei wegen 

der Drohung in die Schweiz gereist, sie erinnere sich nicht mehr genau daran 

(Urk. 8/4/5 Frage/Antwort 184). Es ist völlig widersprüchlich, ob sie nun gerne zu-

rück in die Schweiz kam oder ob sie Jamaika gar nicht (mehr) verlassen wollte. 

Gegen eine unfreiwillige erneute Einreise in die Schweiz spricht auch, dass sie ge-

mäss ihren Aussagen nach der Rückkehr von der Schweiz nach Jamaika auf ihr 

Verlangen vom Beschwerdegegner Geld erhielt, um sich ein neues Telefon kaufen 

zu können, obwohl er dies zunächst mit der Begründung ablehnte, sie würde sonst 

- 23 -

anderen Männern Nachrichten schicken (Urk. 8/4/4 Frage/Antwort 6). Sie war also 

in der Lage, vom Beschwerdegegner weiterhin Geld für ihre Zwecke zu verlangen 

und das auch ohne direkten Bezug zu sexuellen Gegenleistungen. Sodann ergibt 

sich aus ihrer vierten polizeilichen Einvernahme vom 18. Dezember 2019, dass der 

Beschwerdegegner ihr an ihrem Geburtstag, also am 23. Juni 2019, als er sie ins 

Hotel D._____ brachte, erzählt habe, er kenne eine Möglichkeit, dass sie vielleicht 

hier in der Schweiz bleiben könne, und habe ihr erklärt, wie sie Asyl beantragen 

könne (Urk. 8/4, unakturierte Einvernahme vom 18. Dezember 2019 Frage/Antwort 

48 ff.). Sie beantragte dann jedoch nicht sofort Asyl, was sie nicht weiter erklären 

konnte (Frage/Antwort 54), sondern erst kurz vor ihrem schon bei der Einreise be-

kannten Rückflugtermin. Zudem sagte sie aus, sie habe nicht wirklich ein Asylge-

such gestellt, sondern bei der Polizei einfach erklärt, dass sie nicht nach Jamaika 

zurück wolle (Urk. 8/4/6 Frage/Antwort 43). Im Asylverfahren äusserte sie dann of-

fenbar noch Absichten, jemanden zu heiraten, um in der Schweiz bleiben zu kön-

nen (Urk. 8/6/1, Ergänzung vom 29. Juli 2019 zur Beschwerde vom 23. Juli 2019 

S. 2 und Bericht vom 26. Juli 2019 von MayDay). Damit ergeben sich erhebliche 

Zweifel an der Motivation der Beschwerdeführerin für ihren Asylantrag, an ihrer (teil-

weise behaupteten) Widerwilligkeit einer erneuten Einreise in die Schweiz und da-

mit letztlich an der Rolle des Beschwerdegegners als ihr mutmasslicher Peiniger 

hier in der Schweiz.

6.6. Zwar ist es in der Tat häufig, dass in den Aussagen von Geschädigten gewisse 
Widersprüche auftreten und dies nicht per se gegen deren Glaubhaftigkeit spricht 

(vgl. Urk. 2 Rz 16; ferner BGE 147 IV 409 E. 5.4.1). Das ändert jedoch dann, wenn 

wie bei der Beschwerdeführerin die Widersprüche in den Aussagen selbst oder zu 

objektiven Beweismitteln das Kerngeschehen betreffen und gravierend sind, oder 

wenn die Widersprüche zwar das Nebengeschehen betreffen, aber dazu führen, 

dass sich das Kerngeschehen nicht wie geschildert abgespielt haben kann. Die 

Beschwerdeführerin setzt sich mit all diesen Widersprüchen und Ungereimtheiten 

in ihrer Beschwerdeschrift nicht auseinander, sondern erwähnt lediglich einen ein-

zigen, nämlich denjenigen, dass sie dem Beschwerdegegner nie gesagt habe, dass 

ihr der Sex mit ihm nicht so passe, aber er hätte dies vielleicht an ihrem Gesichts-

ausdruck sehen können (Urk. 2 Rz 35). Sie leitet aus dem Vorhandensein von Wi-

- 24 -

dersprüchen ab, dass sie in einer staatsanwaltschaftlichen Einvernahme dazu zu 

befragen sei (vgl. Urk. 2 Rz 16). Dabei ist aber aus den ausführlich zitierten Einver-

nahmen ersichtlich, dass bereits die einvernehmenden Polizeibeamten sie mit den 

diversen Widersprüchen konfrontierten. Gleichzeitig blieben die gezeigten Wider-

sprüche in zentralen Punkten bestehen und eine solche Beweislage rechtfertigt 

auch nach der Beschwerdeführerin eine Beendigung des Strafverfahrens (vgl. 

Urk. 2 Rz 16). Die Beschwerdeführerin beantragt zusätzlich zu ihrer Einvernahme 

durch die Staatsanwaltschaft nur noch jene des Beschwerdegegners (Urk. 2 Rz 16, 

18, 35, 46). Weitere Beweisanträge stellte sie weder im Ermittlungsverfahren noch 

zeigt sie im vorliegenden Beschwerdeverfahren auf, durch welche anderen Be-

weise sich die Vorwürfe noch erstellen lassen könnten. Im Ermittlungsverfahren 

beantwortete sie die Frage nach Western-Union-Quittungen, Nachrichten, Briefen, 

Telefonen, E-Mails oder anderen Unterlagen zum Beleg ihrer Erzählung damit, 

dass sie mit ihrer Schwester schauen werde, ob sie auf ihrem Apple Computer noch 

etwas habe; sie werde beim nächsten Mal das bringen, was sie noch habe. Sie 

habe in ihrem Koffer ihr altes Telefon. Das habe aber keinen Akku mehr. Wenn sie 

es aufladen könnte, seien da noch Nachrichten zwischen dem Beschwerdegegner 

und ihr (Urk. 8/4/4 Frage/Antwort 81). Beim nächsten Mal gab sie dann an, dass 

ihre Schwester nach Quittungen für die Überweisungen suche. Der Beschwerde-

gegner habe ihr (der Beschwerdeführerin) am 2. Dezember 2019 ein E-Mail ge-

schickt, in dem er sie gefragt habe, weshalb sie ihm nicht mitgeteilt habe, ob es ihr 

gut gehe. Sie habe darauf nicht geantwortet. Leider habe sie keine anderen Nach-

richten oder E-Mails des Beschwerdegegners. Das Telefon ihrer Schwester sei ka-

putt gegangen, auch diese habe keine Nachrichten mehr (Urk. 8/4/5 Frage/Antwort 

5). Im Koffer habe sie nichts gefunden (Frage/Antwort 6). Das Nokia-Telefon mit 

dem Mobilfunkvertrag sei ihr in F._____ gestohlen worden, die Rufnummer wisse 

sie nicht mehr (Urk. 8/4/4 Frage/Antwort 117, 119). Es sind daher auch keine wei-

teren Beweismittel ersichtlich, mit denen sich die Vorwürfe der Beschwerdeführerin 

und ihre widersprüchlichen Aussagen noch weiter klären liessen. Entsprechend 

war die Staatsanwaltschaft auch nicht verpflichtet, betreffend sexuelle Nötigung 

und Vergewaltigung eine Untersuchung zu eröffnen.

- 25 -

7. Ausnützung einer Notlage

7.1. Die Beschwerdeführerin macht schliesslich geltend, sie sei hier in der Schweiz 
vollkommen vom Beschwerdegegner (und von dessen Ehefrau) abhängig gewesen 

und habe deshalb keine andere Wahl gehabt, als die sexuellen Handlungen mit ihm 

zu erdulden. Die Abhängigkeit begründet sie damit, dass sie über keine eigenen 

finanziellen Mittel verfügt habe, dass sie in der ständigen Angst gelebt habe, bei 

einer Verweigerung der «Dienste» auf die Strasse gestellt zu werden, dass sie of-

fenbar bis zu ihrer Verbringung ins Hotel D._____ am 23. Juni 2019 nicht im Besitze 

der Unterlagen betreffend ihren Rückflug nach Jamaika gewesen sei und nicht ge-

wusst habe, ob und wie sie ein Flugticktet habe buchen oder umbuchen können, 

dass sie sehr jung gewesen sei und überhaupt kein Deutsch verstanden habe, dass 

sie keinerlei Kontakte in Zürich oder in der übrigen Schweiz gehabt habe, denen 

sie sich hätte anvertrauen können, und dass sie auch nicht gewusst habe, bei wel-

chen Stellen oder Institutionen sie hätte Hilfe erhalten können (Urk. 2 Rz 26, 28, 

37, 39, vgl. auch Rz 32). Die in der angefochtenen Verfügung erwähnten Umstände 

– sie habe sich jederzeit an die Polizei wenden können, sie habe sich frei bewegen 

können, sie habe einen Reisepass und einen Wohnungsschlüssel gehabt – seien 

objektiv zwar zutreffend, aber nicht unbedingt relevant, weil die geforderte Notlage 

oder Abhängigkeit jedenfalls in der Vorstellung der Beteiligten bestehen müsse 

(Urk. 2 Rz 37). 

7.2. Der Ausnützung einer Notlage macht sich strafbar, wer eine Person veranlasst, 
eine sexuelle Handlung vorzunehmen oder zu dulden, indem er eine Notlage oder 

eine durch ein Arbeitsverhältnis oder eine in anderer Weise begründete Abhängig-

keit ausnützt (Art. 193 Abs. 1 StGB). 

7.2.1. Die Zwangssituation wird in diesen Fällen nicht (wie bei Art. 189 f. StGB) 
durch den Täter ausgeübt, sondern sie wirkt unabhängig von der Person des Täters 

auf das grundsätzlich selbstbestimmte Opfer. Das Opfer befindet sich bereits in 

einer Zwangssituation, wenn der Täter seinen Tatentschluss fasst, einen sexuellen 

Übergriff auf das Opfer auszuführen (BGE 146 IV 153 E. 3.5.9 mit Hinweis). Das 

Opfer ist abhängig im Sinne des Tatbestandes, wenn es auf Grund eines im Gesetz 

genannten Umstandes nicht ungebunden bzw. frei ist und damit objektiv oder auch 

- 26 -

nur subjektiv auf den Täter angewiesen ist. Soweit es um ein Abhängigkeitsverhält-

nis geht, muss dieses die Entscheidungsfreiheit wesentlich einschränken. Für die 

Bestimmung des Ausmasses der Abhängigkeit sind die konkreten Umstände des 

Einzelfalles massgebend. Dem Abhängigkeitsverhältnis liegt in der Regel eine be-

sondere Vertrauensbeziehung und immer ein ausgeprägtes Machtgefälle zu 

Grunde (BGE 133 IV 49 E. 5.2; 131 IV 114 E. 1; Urteil des Bundesgerichts 

6B_1083/2022 vom 24. April 2023 E. 2.3.1). 

7.2.2. Ein Ausnützen einer Notlage oder Abhängigkeit liegt vor, wenn zwischen der 
(nicht vom Täter geschaffenen) Zwangssituation und der sexuellen Handlung ein 

Motivationszusammenhang besteht. Die Abhängigkeit muss also kausal dafür sein, 

dass sich das Opfer auf eine sexuelle Beziehung mit dem Täter eingelassen hat. 

Ein Ausnützen liegt nicht vor, wenn die betroffene Person freiverantwortlich in die 

sexuellen Handlungen eingewilligt oder gar die Initiative dazu ergriffen hat 

(BGE 131 IV 114 E. 1; Urteil des Bundesgerichts 6B_1083/2022 vom 24. April 2023 

E. 2.3.1). Das Ausnützen einer Notlage ist zu verneinen bei einer drogenabhängi-

gen Prostituierten, die mit einem Freier gegen übliches Entgelt gewöhnlichen se-

xuellen Verkehr vorgenommen hatte. Bejaht wird die Notlage hingegen bei Drogen-

prostituierten, wenn der Täter die Gelegenheit wahrnimmt, um besonders tiefe 

Preise oder gefährliche bzw. unerwünschte Sexualpraktiken, z. B. ungeschützten 

Sexualverkehr, durchzusetzen, insbesondere in Fällen, in denen diese dringend 

Geld für den nächsten Drogenkauf benötigen (Urteil des Bundesgerichts 6B_445/

2009 vom 6. Oktober 2009 E. 8.4 mit Hinweisen).

7.2.3. In subjektiver Hinsicht ist Vorsatz erforderlich. Der Täter muss wissen oder 
zumindest damit rechnen, dass sich die betroffene Person nur deshalb auf die se-

xuellen Handlungen einlässt, weil sie von ihm abhängig ist 

7.3. 

7.3.1. Zum einen lässt die Beschwerdeführerin in ihren Vorbringen unerwähnt, dass 
sie nach ihren eigenen Angaben auch über ein Mobiltelefon in der Schweiz ver-

fügte, zuerst eines zum Mitbenutzen in der Wohnung, dann erhielt sie ein eigenes, 

als die Ehefrau des Beschwerdegegners für sie auf ihre Frage nach einer SIM-

- 27 -

Karte einen Mobilfunk-Vertrag abschloss (Urk. 8/4/4 Frage/Antwort 117). Damit 

schrieb sie an ihren freien Nachmittagen und am Abend vor dem Einschlafen Nach-

richten mit Leuten in ihrer Heimat Jamaika (Urk. 8/4/4 Frage/Antwort 82). Am Nach-

mittag habe sie jeweils neben dem Nachrichtenschreiben fern geschaut bzw. Zeit 

für sich gehabt (Urk. 8/4/4 Frage/Antwort 82, 90; vgl. auch Urk. 8/4/3 Frage/Antwort 

18). Sie bestätigte, dass sie einen Wohnungsschlüssel hatte und weggehen 

konnte, wenn sie dies wollte (Urk. 8/4/4 Frage/Antwort 101). Das tat sie nach ihren 

eigenen Schilderungen auch: Sie habe jedes Tram genommen, das vom Haupt-

bahnhof wegfahre und sei bis zur Endstation gefahren. Manchmal habe sie auch 

einen Burger gekauft (Urk. 8/4/4 Frage/Antwort 97). Sie konnte sich also tatsächlich 

in ihrer regelmässigen freien Zeit völlig frei bewegen und fand sich offensichtlich 

auch in der Stadt Zürich problemlos zurecht, wobei sie sich auch verpflegen konnte. 

Es ist aus ihren Aussagen auch nicht ersichtlich, dass der Beschwerdegegner ihr 

den Reisepass abgenommen hätte, um so ihre Bewegungsfreiheit und namentlich 

die Rückkehr nach Jamaika einzuschränken bzw. zu verhindern.

7.3.2. Zum anderen ist der Argumentation der Beschwerdeführerin entgegenzuhal-
ten, dass sie zwar kein Deutsch sprach, aber englischer Muttersprache ist, was sie 

an ihrem Aufenthaltsort in der Stadt Zürich keineswegs isolierte oder ausser Stande 

setzte, sich zurecht zu finden oder auch Hilfe zu holen. Hinzu kommt, dass sie bei 

ihrem ersten Aufenthalt ab dem 25. Oktober 2018 während rund eineinhalb Mona-

ten mit dem Beschwerdegegner im gemeinsamen Haushalt wohnte. Dort verfügte 

sie über ein eigenes Zimmer, das sie auch abschliessen konnte (Urk. 8/4/4 

Frage/Antwort 96). Von der Abreise des Beschwerdegegners nach Jamaika am 

10. Dezember 2018 lebte sie bis zur Rückkehr der Familie am 10. Februar 2019 

zwei Monate ohne ihn bzw. ab etwa Weihnachten 2018 sogar ganz alleine in der 

Wohnung seiner Familie (Urk. 8/4/3 Frage/Antwort 18; Urk. 8/4/6 Frage/Antwort 

63). Für diese Zeit erhielt sie Fr. 400.– Essensgeld. Wenn sie geltend macht, dies 

habe nicht gereicht, sie habe von einem Nachbarn Fr. 200.– ausleihen müssen 

(Urk. 2 Rz 37; Urk. 8/4/6 Frage/Antwort 62, tatsächlich wohl eine Nachbarin, Urk. 8/

4/5 Frage/Antwort 163 f. und Urk. 8/4/4 Frage/Antwort 115), so ist daraus noch 

keine Notlage im Sinne von Art. 193 StGB ersichtlich. Einerseits hat der Beschwer-

degegner die Situation in dieser Zeit gerade nicht ausgenützt. Andererseits war die 

- 28 -

Beschwerdeführerin offensichtlich in der Lage, sich selbst zu helfen und sich an 

andere Personen zu wenden. Für den zweiten Aufenthalt ab dem 30. Mai 2019 

wohnte sie wieder in der Familienwohnung, schlief diesmal aber offenbar im Ess-

zimmer (Urk. 8/4/6 Frage/Antwort 81 f.). Der Aufenthalt war mit dem Rückflugticket 

am 3. Juli 2019 von vornherein auf rund einen Monat beschränkt. Entgegen ihrer 

Darstellung in der Beschwerde (Urk. 2 Rz 37) war sie von Beginn weg im Besitz 

des Rückflugtickets, es handelte sich um ein Hin- und Rückflugticket (Urk. 8/4 un-

akturierte Einvernahme Frage/Antwort 55). Auch während dieses Aufenthalts ver-

fügte sie über ein (jamaikanisches) Mobiltelefon (Urk. 8/4 unakturierte Einver-

nahme Frage/Antwort 37). Wenn die Beschwerdeführerin geltend macht, sie habe 

vom Beschwerdegegner pro Tag nur gerade jeweils Fr. 10.– fürs Essen erhalten 

und sich davon Brot und Butter im Coop kaufen können (Urk. 2 Rz 37; Urk. 8/4/6 

Frage/Antwort 175), so ist dem ihre Aussage an anderer Stelle entgegenzuhalten, 

dass sie von ihm Fr. 50.– fürs Essen erhalten habe und im Coop vis-à-vis vom 

Bahnhof für Fr. 7.– essen konnte, je nach Menge, und am Morgen habe sie (zu-

sätzlich) Butter und Brot gekauft (Urk. 8/4 unakturierte Einvernahme Frage/Antwort 

35 f.). Dies ist zwar immer noch bescheiden, aber nicht derart extrem wie ihre Dar-

stellung in der Beschwerde mit lediglich Brot und Butter am Abend. 

7.3.3. Schliesslich ist auf die vorstehenden Erwägungen zu verweisen, wonach die 
Beschwerdeführerin um die gegenseitig beabsichtigte Fortsetzung der sexuellen 

Beziehung zum Beschwerdegegner und deren Umstände in der Schweiz wusste, 

als sie in die Schweiz reiste (E. II.6.3). Sie unterlag daher keinem Irrtum über ihren 

Aufenthalt hier. Gleichzeitig geht aus der dargelegten Entscheidungsfreiheit der Be-

schwerdeführerin während ihres Aufenthalts in der Schweiz sowohl bezüglich ihrer 

Alltagsgestaltung als auch der sexuellen Handlungen mit dem Beschwerdegegner 

nicht hervor, dass die Beschwerdeführerin sich in einer Notlage befand oder dass 

der Beschwerdegegner eine allfällige Notlage derart ausgenutzt hätte, dass sie nur 

deswegen in sexuelle Handlungen eingewilligt hat (E. II.6.4 ff.). Auch hierzu ist auf 

die zahlreichen Widersprüche in den Aussagen der Beschwerdeführerin hinzuwei-

sen, die einen anfänglichen Tatverdacht aus dem Asylverfahren nach der gesam-

ten polizeilichen Ermittlung wieder dahinfallen liessen.

- 29 -

8. Zusammengefasst liegt aufgrund der Umstände der Anzeige, der Aussagen der 
Beschwerdeführerin im Verlauf des Asylverfahrens und des Ermittlungsverfahrens, 

der verbleibenden gravierenden Widersprüche in diesen Aussagen sowie der feh-

lenden weiteren Untersuchungsmöglichkeiten kein hinreichender Tatverdacht vor, 

der die Eröffnung einer Untersuchung verlangt. Folglich ist die Nichtanhandnahme 

einer Strafuntersuchung gegen den Beschwerdegegner nicht zu beanstanden und 

die Beschwerde abzuweisen.

III.  Kosten- und Entschädigungsfolgen

1. Bei diesem Ausgang unterliegt die Beschwerdeführerin und die Kosten des Be-
schwerdeverfahrens sind vollumfänglich grundsätzlich ihr aufzuerlegen (Art. 428 

Abs. 1 StPO; Art. 422 StPO). Angesichts der persönlichen Umstände der Be-

schwerdeführerin erscheint ihre momentane Mittellosigkeit ausgewiesen (Urk. 2 

Rz 41 mit Verweis auf Urk. 3/4 Rz 33). Ebenso erscheinen auch die weiteren Vor-

aussetzungen von Art. 136 Abs. 1 und 2 StPO als gegeben, weshalb der Beschwer-

deführerin antragsgemäss (Urk. 2 S. 2) die unentgeltliche Rechtspflege zu gewäh-

ren und ihr für das vorliegende Verfahren in der Person von Rechtsanwältin 

lic. iur. X._____ eine unentgeltliche Rechtsbeiständin beizugeben ist. Gemessen 

an der Bedeutung und Schwierigkeit des Falls sowie der Verantwortung und dem 

Zeitaufwand der Anwältin ist die Entschädigung pauschal auf Fr. 3500.– (inklusive 

7,7 % Mehrwertsteuer für die im Jahr 2022 erbrachten Leistungen sowie Barausla-

gen) festzusetzen (§ 19 Abs. 1 und § 2 Abs. 1 lit. b–d AnwGebV). Die der Be-

schwerdeführerin aufzuerlegende Gerichtsgebühr sowie die Kosten der unentgelt-

lichen Rechtsbeiständin sind einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen. Da der 

am 1. Januar 2024 in Kraft getretene Art. 138 Abs. 1bis StPO auf das vorliegende 

Verfahren nicht zur Anwendung kommt (Art. 453 Abs. 1 StPO), ist in Anwendung 

von Art. 138 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 135 Abs. 4 StPO eine Rückforderung der 

Kosten der unentgeltlichen Rechtsbeistandschaft vorzubehalten (BGE 143 IV 154 

E. 2.3.5 f.); dies gilt auch betreffend die Verfahrenskosten.

2. Der Beschwerdegegner wurde im Beschwerdeverfahren nicht zur Stellung-
nahme aufgefordert und entsprechend stellte er weder Anträge noch nahm er zur 

- 30 -

Beschwerde Stellung (vorne E. I.5). Folglich wird er weder kostenpflichtig noch ent-

schädigungsberechtigt (vgl. BGE 138 IV 248 E. 5.3; Urteil des Bundesgerichts 

6B_265/2016 vom 1. Juni 2016 E. 2.3).

Es wird verfügt:
(Oberrichter lic. iur. A. Flury)

1. Der Beschwerdeführerin wird für das Beschwerdeverfahren die unentgeltliche 

Prozessführung gewährt.

2. Der Beschwerdeführerin wird für das Beschwerdeverfahren Rechtsanwältin 

lic. iur. X._____ als unentgeltliche Rechtsbeiständin bestellt. 

3. Schriftliche Mitteilung und Rechtsmittelbelehrung mit nachfolgendem Be-

schluss.

- 31 -

Sodann wird beschlossen:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Gerichtsgebühr für das Beschwerdeverfahren wird auf Fr. 2000.– festge-

setzt.

3. Die Entschädigung der unentgeltlichen Rechtsbeiständin der Beschwerdefüh-

rerin für ihre Bemühungen im Beschwerdeverfahren wird auf Fr. 3500.– fest-

gesetzt.

4. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens, inklusive diejenigen der unentgeltli-

chen Rechtsvertretung, werden der Beschwerdeführerin auferlegt, jedoch 

einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. Eine Rückforderung gegen-

über der Beschwerdeführerin bleibt vorbehalten.

5. Schriftliche Mitteilung an:

 Rechtsanwältin lic. iur. X._____, zweifach, für sich und die Beschwer-
deführerin (per Gerichtsurkunde)

 Rechtsanwältin Dr. iur. Y._____, zweifach, für sich und den Beschwer-
degegner 1, unter Beilage einer Kopie von Urk. 2 (per Gerichtsur-
kunde)

 die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat, ad B-5/2020/10005368, unter 
Beilage einer Kopie von Urk. 2 (gegen Empfangsbestätigung)

sowie nach Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. nach Erledigung allfälliger 

Rechtsmittel an:

 die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat, ad B-5/2020/10005368, unter 
Rücksendung der beigezogenen Akten [Urk. 8] (gegen Empfangsbe-
stätigung) 

 die Zentrale Inkassostelle der Gerichte.

6. Rechtsmittel:

Gegen diesen Entscheid kann Beschwerde in Strafsachen erhoben werden. 
Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang an gerechnet, bei der ge-
mäss Art. 35 und 35a BGerR zuständigen strafrechtlichen Abteilung des Bun-

desgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichtsgeset-

- 32 -

zes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. Die Beschwerdelegiti-

mation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen richten sich nach den 

massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichtsgesetzes.

Hinweis: Eingaben müssen spätestens am letzten Tag der Frist beim Bundesgericht 
eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen Post oder einer schweizerischen 

diplomatischen oder konsularischen Vertretung übergeben werden.

Zürich, 3. Mai 2024

Obergericht des Kantons Zürich
III. Strafkammer

Der Präsident i. V.:

lic. iur. A. Flury

Der Gerichtsschreiber:

Dr. iur. D. Hasler