# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 159f2644-a4ca-5101-9f0a-c89e214da703
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-12-20
**Language:** de
**Title:** Zug Verwaltungsgericht Sozialversicherungsrechtliche Kammer 20.12.2021 S 2020 138
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Verwaltungsgericht/ZG_VG_001_S-2020-138_2021-12-20.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS ZUG

SOZIALVERSICHERUNGSRECHTLICHE KAMMER

Mitwirkende Richter: lic. iur. Adrian Willimann, Vorsitz
lic. iur. Jacqueline Iten-Staub und MLaw Ines Stocker
Gerichtsschreiberin: MLaw Andrea Henggeler

U R T E I L  vom 20. Dezember 2021 [rechtskräftig]
gemäss § 29 der Geschäftsordnung

in Sachen

A.________
Beschwerdeführerin
vertreten durch RA lic. iur. B.________

gegen

IV-Stelle Zug, Baarerstrasse 11, Postfach, 6302 Zug
Beschwerdegegnerin 

betreffend

Invalidenversicherung 
(befristete Rente)

S 2020 138

2

Urteil S 2020 138

A. Die Versicherte, A.________, Jahrgang 1967, meldete sich am 26. August 2016 
wegen eines zunehmenden Erschöpfungszustands und einer damit zusammenhängenden 
100%igen Arbeitsunfähigkeit seit Februar 2016 erstmals bei der IV-Stelle Zug zum 
Leistungsbezug an (IV-act. 8). Die IV-Stelle holte daraufhin bei den behandelnden Ärzten 
aktuelle Berichte ein, legte das Dossier dem Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) vor und 
gewährte berufliche Eingliederungsmassnahmen. Am 21. September 2018 teilte die IV-
Stelle der Versicherten schliesslich mit, dass eine umfassende medizinische – 
rheumatologische und psychiatrische – Untersuchung notwendig sei (IV-act. 72). Das 
bidisziplinäre Gutachten der Dres. C.________ und D.________ ging am 5. Dezember 
2018 bzw. 8. Januar 2019 bei der IV-Stelle ein (IV-act. 79 f.). Nachdem sich für den RAD-
Arzt Dr. E.________ im Hinblick auf das psychiatrische Teilgutachten gewisse offene 
Fragen gestellt hatten (IV-act. 81), wurde beim Sachverständigen nachgefragt (IV-act. 82 
f.) und das Dossier dem fachspezifischen RAD-Arzt F.________ vorgelegt (IV-act. 85 f.). 
Zudem führte die IV-Stelle eine Haushaltsabklärung durch (IV-act. 92). Mit Vorbescheid 
vom 10. Juli 2020 (IV-act. 93) bzw. Verfügung vom 28. September 2020 (IV-act. 103 und 
105) sprach die IV-Stelle der Versicherten unter Anwendung der gemischten Methode 
(60 % Erwerb, 40 % Haushalt) eine befristete ganze Rente vom 1. Februar 2017 bis 
31. Januar 2019 zu. 

B. Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde vom 13. Oktober 2020 liess A.________ 
beantragen, die Verfügung vom 28. September 2020 sei, soweit sie die Zeit nach dem 
31. Januar 2019 betreffe, aufzuheben; der medizinische Sachverhalt sei ab November 
2018 beweiswertig abzuklären; ihr sei auch nach dem 31. Januar 2019 eine ganze Rente 
auszurichten und die UVG-Akten des Unfalles von Mai 2011 seien beizuziehen; alles unter 
Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegnerin. In materieller 
Hinsicht stellte sich die Beschwerdeführerin im Wesentlichen auf den Standpunkt, es fehle 
an einem Revisionsgrund und das psychiatrische Teilgutachten von Dr. D.________ sei 
nicht beweiswertig (act. 1). 

C. Der mit Verfügung vom 14. Oktober 2020 verlangte Kostenvorschuss von 
Fr. 800.– wurde von der Beschwerdeführerin fristgerecht bezahlt (act. 2 f.).

D. Mit Vernehmlassung vom 17. November 2020 beantragte die IV-Stelle die 
vollumfängliche Abweisung der Beschwerde (act. 5). 

3

Urteil S 2020 138

Das Verwaltungsgericht erwägt:

1. Das Sozialversicherungsgericht stellt bei der Beurteilung eines Falles 
grundsätzlich auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung (in casu: 
28. September 2020) eingetretenen Sachverhalt ab (vgl. auch BGE 121 V 362 E. 1b). 
Dabei sind in zeitlicher Hinsicht diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei der 
Verwirklichung des zu Rechtsfolgen führenden Sachverhalts in Geltung standen (BGE 130 
V 445 E. 1.2.1). 

Am 1. Januar 2021 sind die am 21. Juni 2019 verabschiedeten geänderten Bestimmungen 
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; 
SR 830.1) in Kraft getreten. Dementsprechend sieht Art. 82a ATSG vor, dass für im 
Zeitpunkt des Inkrafttretens der Änderung vom 21. Juni 2019 beim erstinstanzlichen 
Gericht hängige Beschwerden das bisherige Recht gilt. Die hier zu beurteilende 
Beschwerde wurde am 13. Oktober 2020 der Post übergeben, weshalb die bis 
31. Dezember 2020 gültigen Normen des ATSG auf den vorliegenden Fall Anwendung 
finden und in dieser Fassung zitiert werden. 

2. Das Verwaltungsgericht beurteilt als einzige kantonale Instanz Beschwerden aus 
dem Bereich der Sozialversicherung (Art. 57 ATSG in Verbindung mit § 77 Abs. 1 des 
Verwaltungsrechtspflegegesetzes [VRG; BGS 162.1] und § 12 Abs. 1 lit. a des 
Einführungsgesetzes zu den Bundesgesetzen über die Alters- und 
Hinterlassenenversicherung und die Invalidenversicherung [BGS 841.1]). Die örtliche 
Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts des Kantons Zug ist vorliegend gestützt auf Art. 69 
Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) – 
Zuständigkeit am Ort der IV-Stelle – fraglos gegeben. Die IV-Stelle erliess die strittige 
Verfügung am 28. September 2020; diese ging tags darauf beim Rechtsvertreter der 
Beschwerdeführerin ein. In Anwendung von Art. 69 Abs. 1 lit. a IVG ist dagegen direkt 
Beschwerde beim zuständigen Versicherungsgericht einzureichen. Die Beschwerdeschrift 
wurde am 13. Oktober 2020 der Post übergeben und ging tags darauf beim 
Verwaltungsgericht ein. Die gemäss Art. 60 Abs. 1 ATSG vorgesehene 30-tägige 
Beschwerdefrist wurde somit gewahrt. Die Beschwerdeführerin ist von der angefochtenen 
Verfügung direkt betroffen und zur Beschwerde legitimiert. Die Beschwerdeschrift enthält 
sodann Antrag und Begründung. Damit ist den formellen Anforderungen Genüge getan, 

4

Urteil S 2020 138

weshalb auf die Beschwerde einzutreten ist. Die Beurteilung erfolgt auf dem 
Zirkulationsweg gemäss § 29 der Geschäftsordnung des Verwaltungsgerichtes (GO VG; 
BGS 162.11). 

3.
3.1 Gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine Rente, die 
ihre Erwerbstätigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch 
zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern 
können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf 
dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. c). Bei einer Invalidität 
von 40 % besteht Anspruch auf eine Viertelsrente, ab 50 % auf eine halbe, ab 60 % auf 
eine Dreiviertels- und ab 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG). 

3.2 Invalidität ist gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG die voraussichtlich bleibende oder länge-
re Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Bei erwerbstätigen Versicher-
ten wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades gemäss Art. 16 ATSG das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung 
der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalidenein-
kommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn 
sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen; sog. Einkommensvergleich). Bei 
Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind, wird für diesen Teil die Invalidität nach 
Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so wird die 
Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a Abs. 2 IVG festgelegt. In diesem Falle sind der 
Anteil der Erwerbstätigkeit und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen 
und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen 
(Art. 28a Abs. 3 IVG; sog. gemischte Methode). Seit dem 1. Januar 2018 steht mit 
Art. 27bis Abs. 3 lit. a der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) ein 
neues Modell für die Berechnung des Invaliditätsgrades in Bezug auf die Erwerbstätigkeit 
bei Teilerwerbstätigen, die sich zusätzlich im Aufgabenbereich nach Art. 7 Abs. 2 IVG 
betätigen, in Kraft. Im Hinblick auf eine einheitliche und rechtsgleiche Behandlung der 
Versicherten kann die Anwendung dieses neuen Berechnungsmodells erst ab dem 
Zeitpunkt des Inkrafttretens dieser Bestimmung am 1. Januar 2018 erfolgen (BGer 
8C_793/2017 vom 8. Mai 2018 E. 7.1 mit zahlreichen Hinweisen auf die Rechtsprechung).

5

Urteil S 2020 138

3.3 Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer 
Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leistung und 
andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung. Letztere setzt voraus, dass Revisions-
gründe (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen) vorliegen, wobei der Zeitpunkt der 
Aufhebung oder Herabsetzung nach Massgabe des analog anwendbaren Art. 88a IVV 
festzusetzen ist (vgl. BGE 121 V 264 E. 6b/dd mit Hinweis). Ob eine für den 
Rentenanspruch erhebliche Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten und damit der für 
die Befristung oder Abstufung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich 
durch Vergleich des Sachverhalts im Zeitpunkt der Rentenzusprechung oder des 
Rentenbeginns mit demjenigen zur Zeit der Aufhebung beziehungsweise Herabsetzung 
der Rente (BGE 125 V 413 E. 2d in fine; 125 V 368 E. 2; 109 V 262 E. 4a; vgl. BGE 130 V 
343 E. 3.5.2).

3.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls 
auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der 
Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in 
welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig 
ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige 
Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten 
Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc). 

3.5 Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist entscheidend, ob es 
für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen 
allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit 
diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinandersetzt – was vor allem 
bei psychischen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in 
Auseinandersetzung mit den Vorakten abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der 
medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfolgerungen der 
medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende 
Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht 
auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen 
erschweren oder verunmöglichen, gegebenenfalls deutlich macht (vgl. dazu BGE 134 V 
231 E. 5.1 mit Hinweisen; 125 V 351 E. 3a; 122 V 157 E. 1c).

6

Urteil S 2020 138

4. Vorab gilt festzuhalten, dass die Anwendung der gemischten Methode zwischen 
den Parteien unstreitig ist. Ferner sind sich die Parteien einig, dass die 
Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall weiterhin zu 60 % im Erwerbs- und zu 40 % im 
Haushaltsbereich tätig wäre. Umstritten sind hingegen die von der IV-Stelle 
angenommenen Einschränkungen im Erwerbs- und Haushaltsbereich. Zum 
Gesundheitszustand und zur Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin lässt sich den Akten 
im Wesentlichen Folgendes entnehmen:

4.1 Im Mai 2011 erlitt die Versicherte im Rahmen eines Unfalles eine Teilamputation 
der Fingerendglieder III und IV der dominanten rechten Hand, welche handchirurgisch 
versorgt wurde (IV-act. 33 S. 1). Zu diesem Zeitpunkt arbeitete sie in einem 60 %-Pensum 
als kaufmännische Angestellte bei der G.________ AG in H.________ (IV-act. 15 S. 1 ff.). 
Am 23. Februar 2016 erhielt die Versicherte seitens ihres Arbeitsgebers die Kündigung 
(IV-act. 15 S. 7), woraufhin sie gleichentags ihre Hausärztin aufsuchte, die einen 
körperlichen und psychischen Erschöpfungszustand sowie eine Depression diagnostizierte 
und die Versicherte ab dem 23. Februar 2016 bis auf Weiteres zu 100 % arbeitsunfähig 
schrieb (IV-act. 16). Am 11. März 2016 begab sich die Versicherte schliesslich in 
psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung bei Dr. med. I.________, Fachärztin FMH 
für Psychiatrie und Psychotherapie. Initial wurde die Diagnose einer mittelgradigen 
depressiven Episode mit somatischem Syndrom bei prädepressiver Persönlichkeit gestellt 
und auch von psychiatrischer Seite her eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert (IV-
act. 22). Im Oktober 2016 erfolgte wegen anhaltenden Schmerzen im Bereich des rechten 
Vorderarms und der rechten Hand eine rheumatologische Abklärung durch 
Dr. med. J.________, Rheumatologie und Innere Medizin FMH, der den Verdacht auf ein 
peripheres Nervenkompressionssyndrom äusserte (IV-act. 33 S. 3 f.). Im Rahmen einer 
neurologischen Abklärung konnte weder ein Karpaltunnel- noch ein Pronator-teres-
Syndrom rechts nachgewiesen werden (IV-act. 33 S. 1 f.). Im März 2017 wurde die 
Versicherte zuhanden der Krankentaggeldversicherung psychiatrisch begutachtet. Dabei 
wurde eine depressive Erkrankung gegenwärtig schwergradig ohne psychotische 
Symptome mit Hinweisen auf potentielle Traumafolgestörungen und mit Verdacht auf eine 
anhaltende somatoforme Schmerzstörung diagnostiziert. Die Versicherte wurde 
hinsichtlich der angestammten und einer angepassten Tätigkeit als zu 100 % 
arbeitsunfähig eingestuft (IV-act. 39). Von Ende Mai bis Mitte Juli 2017 fand eine 
ambulante Tagesrehabilitation in der Klinik K.________ in L.________ statt. Dabei wurden 
u.a. eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren, eine 
Stressverarbeitungsstörung und eine depressive Symptomatik diagnostiziert (IV-act. 47). 

7

Urteil S 2020 138

Vom 8. Februar bis 27. März 2018 weilte die Versicherte schliesslich stationär in der 
M.________. Die Ärzte gingen von einer rezidivierenden depressiven Störung, 
gegenwärtig mittelgradige Episode, aus und nannten eine posttraumatische Belastungs-
störung aufgrund von Missbrauchs- und Gewalterfahrungen in der Vergangenheit als 
Verdachtsdiagnose. Der Versicherten wurde weiterhin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit 
attestiert. Gleichzeitig wiesen die Ärzte darauf hin, dass beim Verlassen der Klinik eine 
Teilremission der Symptome bestanden habe (IV-act. 63). Im Verlaufsbericht vom 5. Juli 
2018 sprach die behandelnde Psychiaterin von einem weiterhin stagnierenden Verlauf 
infolge persönlicher und familiärer Überforderung bei anhaltenden Belastungs- und 
Konfliktsituationen und vor allem finanzieller Sorgen. Als Diagnosen nannte sie eine 
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode mit somatischem 
Syndrom, eine posttraumatische Belastungsstörung und eine chronische Schmerzstörung 
mit somatischen und psychischen Faktoren. Die Arbeitsunfähigkeit der Versicherten wurde 
bei 100 % belassen (IV-act. 68). 

4.2 Gestützt auf die Empfehlung des RAD (IV-act. 69) gab die IV-Stelle in der Folge 
eine bidisziplinäre (rheumatologische und psychiatrische) Begutachtung in Auftrag. 

4.2.1 Dem rheumatologischen Gutachten von Dr. med. C.________, Facharzt FMH 
Rheumatologie, vom 30. November 2018 kann unter "Beurteilung und Einordnung der 
Beschwerden und Befunde" entnommen werden, dass die Versicherte anlässlich der 
eingehenden Befragung im Rahmen der Anamneseerhebung permanente Schmerzen 
hoher Intensität im Bereich der ganzen rechten Hand hohlhandbetont mit diffuser 
Ausstrahlung über den rechten Arm in den ganzen rechten oberen Körperquadranten 
geltend gemacht habe unter Angabe einer funktionellen Einarmigkeit. Dies habe sie auf 
das Unfallereignis von Mai 2011 zurückgeführt, bei dem sie einen Berufsunfall mit 
Fingerendgliedteilamputation des Mittel- und Ringfingers der dominanten rechten Hand 
erlitten habe mit nachfolgender (erfolgreicher) Re-Implantation im Kantonsspital 
N.________. Durch die Hausärztin sei erst ab dem 23. Februar 2016 eine 100%ige 
Arbeitsunfähigkeit attestiert worden. Bis dahin habe die Versicherte seit August 2010 bei 
der G.________ AG in H.________ als Mitarbeiterin Archivierung gearbeitet und dabei 
körperlich leichte bis höchstens mittelschwere Tätigkeiten in wechselbelastenden 
Arbeitspositionen verrichtet. In der eingehenden klinischen Untersuchung anlässlich der 
Begutachtung habe die Versicherte ein diffuses oberes Quadrantenschmerzsyndrom 
rechts mit Hyperalgesie, leichter Hyperästhesie und schmerzhaft massiv eingeschränkter 
Funktionseinschränkung der Schulter-, Hand- und Fingergelenke präsentiert ohne 

8

Urteil S 2020 138

klinische Anhaltspunkte weder für ein CRPS noch für eine Erkrankung aus dem 
entzündlich-rheumatologischen Formenkreis noch hinsichtlich einer zervikoradikulären 
Reiz- und/oder sensomotorischen Ausfallsymptomatik und ohne klinische Hinweise für 
eine relevante Rotatorenmanschettenruptur bei seitengleicher muskulärer Trophik des 
Schultergürtels und nicht signifikanter Umfangsdifferenz der Ober- und Unterarme. Die 
Versicherte führe diese Beschwerden auf das Unfallereignis von 2011 zurück. Der 
Lokalbefund im Bereich der operativ versorgten Fingerendglieder des Mittel- und 
Ringfingers der rechten, dominanten Hand zeige ein mehr als befriedigendes 
Operationsergebnis ohne trophische Störungen, Anhaltspunkte für eine Kausalgie oder 
störende Narbenbildungen mit einwandfrei beweglichen Fingerendgelenken. Klinisch lasse 
sich nicht nachvollziehen, weshalb die Versicherte die rechte Faust nicht schliessen könne 
und die Kraft des Faustschlusses rechts bei seitengleicher muskulärer Trophik der 
intrinsischen Hand- und Unterarmmuskulatur praktisch aufgehoben sei. Doktor 
C.________ kam zum Schluss, dass deskriptiv ein chronifiziertes oberes 
Quadrantenschmerzsyndrom rechts mit funktioneller Einarmigkeit bestehe ohne ein 
adäquat korrelierendes, organisches Korrelat von rheumatologischer Seite her. Die von 
der Versicherten als Ursache genannte Fingerendgelenksverletzung rechts infolge des 
Unfalls im Mai 2011 lasse weder das Ausmass der angegebenen Beschwerden noch der 
Funktionseinschränkungen begründen. Bei der Schilderung der Unfallumstände durch die 
Versicherte werde klar, dass sie dieses Trauma als sehr eindrücklich erlebt habe. Der von 
ihr in den Raum gestellte Zusammenhang zwischen der jetzigen Gesundheitsstörung an 
der rechten oberen Extremität und dem Unfallgeschehen von 2011 scheine ihm in erster 
Linie einem Kausalitätsbedürfnis genügen zu müssen und könne medizinisch auf der 
somatischen Ebene nicht nachvollzogen werden. Es sei nochmals darauf hingewiesen, 
dass die Versicherte über Jahre ihren Aufgaben in Beruf und Haushalt bis zum letzten 
Arbeitstag bzw. bis zur Kündigung im Februar 2016 habe nachgehen können. Aufgrund 
der Akten stehe eine psychiatrische Gesundheitsstörung wesentlich im Vordergrund. 
Betreffend Arbeitsfähigkeit konnte Dr. C.________ weder eine zeitliche noch 
leistungsmässige Einschränkung hinsichtlich der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als 
kaufmännische Angestellte feststellen. Einschränkungen bestünden von 
rheumatologischer Seite her einzig hinsichtlich manuell besonderes kraftaufwändigen 
Verrichtungen mit der rechten Hand bzw. dem rechten Arm wie auch für repetitiv-häufige 
Armpositionen bei der Arbeit an oder über der Schulterhorizontalen. Die Tätigkeit als 
kaufmännische Angestellte würde in aller Regel beide Einschränkungen nicht beinhalten 
(IV-act. 79). 

9

Urteil S 2020 138

4.2.2 Dem Gutachten von Dr. med. D.________, Spezialarzt FMH für Psychiatrie und 
Psychotherapie, vom 7. Januar 2019 kann als einzige Diagnose eine rezidivierende 
depressive Störung, derzeit leichten Grades mit somatischem Syndrom entnommen 
werden. Beurteilend führte Dr. D.________ aus, in den Akten tauche wiederholt auch die 
Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung auf. Diese Diagnose könne er 
ebenso wenig wie der RAD-Arzt nachvollziehen. Sicher habe die Versicherte bei ihren 
Grosseltern keine liebevolle Erziehung genossen, im Gegenteil, sie habe auf dem Hof 
streng mitarbeiten müssen und sei auch geschlagen worden. Daraus die Diagnose einer 
posttraumatischen Belastungsstörung zu stellen, sei aus psychiatrischer Sicht jedoch nicht 
gerechtfertigt. Statt der Diagnose einer depressiven Störung mit somatischem Syndrom 
könnte auch von einer Somatisierungsstörung bei einer Depression gesprochen werden, 
was aber bezüglich der Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit keine wesentliche Rolle spiele. 
Im Hinblick auf ihre Persönlichkeit, merkte der Sachverständige an, bei der Versicherten 
handle es sich um eine Persönlichkeit mit abhängigen Zügen. Sie habe sich lange durch 
ihren ersten Ehemann schlecht behandeln lassen, bevor sie diesen verlassen habe. Sie 
äussere Trennungsängste, wie sie auch in den vorliegenden Berichten beschrieben seien. 
Als Ressourcen seien das freundliche Wesen der Versicherten, ihre vielfältigen 
Fähigkeiten wie auch das intakte Familienverhältnis zu nennen. Was den Therapieverlauf 
anbelangt, führte Dr. D.________ aus, trotz psychiatrischer Gesprächstherapie und 
antidepressiver Medikamente sei der Verlauf der depressiven Störung gemäss Arztbericht 
der behandelnden Psychiaterin vom 5. Juli 2018 stagnierend. Allerdings hätten die Ärzte 
der M.________ im Austrittsbericht vom 16. April 2018 von einer Teilremission der 
depressiven Episode berichtet. In den beiden Untersuchungen bei ihm, dem 
Sachverständigen, sei die Versicherte in leichtem Ausmass depressiv gewesen. Sie habe 
keine kognitiven Störungen aufgewiesen, nur das Kurzzeitgedächtnis sei leicht vermindert 
gewesen. Die Versicherte sei zwar klagsam, weinerlich und wenig vital gewesen, 
allerdings habe sie auch einen recht aktiven Alltag beschrieben, was wiederum für eine 
leichte depressive Störung spreche. Die bisherigen Behandlungen erachte er als 
angemessen. Die Behandlung in der stationären psychiatrischen Klinik habe zu einer 
leichten Besserung der Symptomatik geführt. Die Prognose erscheine also günstig. 
Betreffend Konsistenz und Plausibilität merkte Dr. D.________ an, die Versicherte sei 
einerseits nach wie vor von ihrer Psychiaterin zu 100 % arbeitsunfähig geschrieben, im 
beruflichen Bereich sei sie also gar nicht aktiv, andererseits zeige sie in ihrem Alltag ein 
höheres Aktivitätsniveau. Die geklagten Symptome, somatische Beschwerden, 
Rückenprobleme, auch ihre Klagsamkeit und das des Öfteren Weinen würden eine 
Verdeutlichungstendenz aufzeigen. Die geschilderten Funktionseinbussen seien nicht 

10

Urteil S 2020 138

nachvollziehbar und so nicht telquel zu übernehmen. Nachdem der Sachverständige noch 
einmal auf die Ressourcen der Versicherten hingewiesen hatte (ihre angenehme Art und 
der familiäre Rückhalt), nahm er zu den Belastungen Stellung. Diese seien psychosozialer 
Art (Konflikt mit der pubertierenden Tochter, mit dem eigenwilligen Sohn etc.). Als weitere 
Belastungen nannte er die Arbeitslosigkeit und ihre finanziellen Sorgen. Im Hinblick auf die 
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit kam Dr. D.________ zum Schluss, dass die Versicherte 
vollschichtig mit einer Leistungsreduktion von 20 bis 30 % (wegen der leichten 
depressiven Störung) arbeitsfähig sei. In der bisherigen Tätigkeit, die auch als angepasst 
beurteilt wurde, attestierte er ihr eine 70 bis 80%ige Arbeitsfähigkeit. Was den zeitlichen 
Verlauf der Arbeitsfähigkeit anbelangt, wies der Sachverständige darauf hin, dass die 
Versicherte seit Ende Februar 2016 von ihrer behandelnden Psychiaterin zu 100 % 
krankgeschrieben worden sei und es bis dato zu keiner Verbesserung der von ihr 
attestierten Arbeitsunfähigkeit gekommen sei. Ab Datum des Gutachtens bestehe die von 
ihm attestierte Arbeitsfähigkeit. Durch Weiterführung der psychiatrischen-
psychotherapeutischen Behandlung inklusive Abgabe der Medikamente könnte sich die 
Arbeitsfähigkeit noch um 20 bis 30 % verbessern. In welchem Zeitfenster dies möglich sei, 
könne er allerdings nicht sagen. Bei der Beantwortung der fallspezifischen Fragen wies 
Dr. D.________ noch einmal explizit darauf hin, dass im Vergleich zu den Beurteilungen 
der behandelnden Psychiaterin eine Verbesserung des Gesundheitszustandes vorliege. 
Heute sei die Versicherte in leichtem Masse depressiv. Dies gelte seit Ende Oktober 2018 
(IV-act. 80). 

4.3 Am 10. Januar 2019 nahm RAD-Arzt Dr. med. E.________, Facharzt Allgemeine 
Innere Medizin FMH, zum bidisziplinären Gutachten der Dres. C.________ und 
D.________ Stellung und führte aus, das rheumatologische Gutachten sei inhaltlich und 
formal korrekt und vermöge die an ein medizinisches Gutachten gestellten 
Qualitätskriterien zu erfüllen. Das psychiatrische Teilgutachten sei dahingehend zu 
bemängeln, als zum zeitlichen Verlauf der Arbeitsunfähigkeit zu wenig detailliert Stellung 
genommen bzw. schlicht auf die Arbeitsunfähigkeitsattestierung durch die behandelnde 
Psychiaterin hingewiesen werde ohne dass eine kritische Auseinandersetzung mit eben 
dieser erfolge. Auch sei keine differenzierte Auseinandersetzung mit den zu erwägenden 
Differentialdiagnosen in Zusammenhang mit dem Schmerzsyndrom erfolgt. Doktor 
E.________ empfahl deshalb, beim psychiatrischen Gutachter diesbezüglich 
nachzufragen (IV-act. 81). 

11

Urteil S 2020 138

4.4 Mit Schreiben vom 25. Januar 2019 bat die IV-Stelle Dr. D.________ um 
erläuternde Ausführungen zum Gutachten. Insbesondere wurde darum gebeten 
aufzuzeigen, womit sich die behandlerseitig durchgehend attestierte 100%ige 
Arbeitsunfähigkeit ab dem 23. Februar 2016 begründen lasse bzw. zu begründen, ob 
diese aus gutachterlicher Sicht nachvollziehbar bzw. plausibel sei. Des Weiteren wurde 
um eine differenzierte differentialdiagnostische Auseinandersetzung im Kontext 
somatoformer und dissoziativer Störungen (ICD-10 F44 und F45) gebeten (IV-act. 82). 

4.5 Am 4. Februar 2019 nahm Dr. D.________ zu den seitens der IV-Stelle 
aufgeworfenen Fragen insofern Stellung, als er ausführte, die ab dem 23. Februar 2016 
attestierte Arbeitsunfähigkeit sei wegen der Einschränkung der Kognition (s. Psychostatus 
vom 17. Oktober 2016) nachvollziehbar und plausibel. Zur Auseinandersetzung im Kontext 
somatoformer und dissoziativer Störungen merkte er an, dies habe bezüglich der 
Arbeitsfähigkeit bzw. Arbeitsunfähigkeit keine Bedeutung. Die Arbeitsunfähigkeit werde 
durch die depressive Störung begründet (IV-act. 83). 

4.6 Mit Stellungnahme vom 11. März 2019 kam RAD-Arzt Dr. E.________ zum 
Schluss, dass Dr. D.________ die Fragen nicht bzw. nur unzureichend beantwortet habe. 
Er schlug deshalb vor, das Dossier dem fachspezifischen RAD-Arzt F.________ zur 
Beantwortung der noch offenen Fragen – psychiatrische Diagnosen mit Auswirkung auf 
die Arbeitsfähigkeit, detaillierter zeitlicher Verlauf der Arbeitsunfähigkeit im Zeitraum vom 
23. Februar 2016 bis zum Begutachtungszeitpunkt und Notwendigkeit weiterführender 
Abklärungen – vorzulegen (IV-act. 84). 

4.7 RAD-Arzt F.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, nahm am 
14. März 2019 zum psychiatrischen Gutachten von Dr. D.________ Stellung und führte 
aus, das Gutachten sei in der Tat sehr stringent und die Vorgeschichte nicht allzu 
detailliert beleuchtend. Doktor D.________ habe die Versicherte allerdings zweimal 
untersucht und sich einen umfassenden klinischen Eindruck des zum 
Begutachtungszeitpunkt vorliegenden psychischen Gesundheitsschadens der 
Versicherten machen können. Demnach habe er eine Verbesserung der unbestrittenen 
depressiven Störung feststellen bzw. objektivieren können. Klinisch habe die Versicherte 
bei den Explorationen am 26. Oktober und 8. November 2018 keine Symptome berichtet, 
die auf eine posttraumatische Belastungsstörung hindeuten würden. Entsprechend habe 
Dr. D.________ auch diese Diagnose nicht gestellt. Hinsichtlich der 
Schmerzverarbeitungsproblematik einschliesslich einer möglichen dissoziativen 

12

Urteil S 2020 138

Symptomatik bei möglicher posttraumatischer Belastungsstörung habe er diese als 
Ausdruck von Somatisierung im Rahmen der depressiven Störung interpretiert. Er sei 
aufgrund dieser Querschnittsbeobachtung zum Schluss gekommen, dass die Versicherte 
bei leichtgradig ausgeprägter depressiver Störung 20 bis 30 % in der bisherigen wie auch 
einer sonstigen Verweistätigkeit eingeschränkt sei, d.h. dass ab Zeitpunkt der 
Begutachtung eine Arbeitsunfähigkeit von maximal 30 % psychiatrisch begründbar sei. Die 
Arbeitsfähigkeitsbegutachtung unterliege grundsätzlich einem gewissen 
Ermessensspielraum. Die von Dr. D.________ attestierte Arbeitsunfähigkeit sei aus 
versicherungspsychiatrischer Sicht nicht zu beanstanden bzw. nicht als unangemessen 
hoch zu betrachten. Anlässlich der Begutachtung habe die Versicherte zwar fehlende 
Bewältigungsstrategien und ein insuffizientes Krankheitskonzept gezeigt, es habe aber 
nicht den klinischen Eindruck eines Malingering gegeben. Dazu passe, dass die 
Versicherte sich auch authentisch weniger depressiv beschreibe als zu früheren Zeiten, in 
denen sie von Behandlern und fachärztlichen Abklärern stärker psychisch beeinträchtigt 
beurteilt worden sei. Eine neuropsychologische Testung mit Symptomvalidierung mache 
im Prinzip nur Sinn, wenn es Widersprüche gebe (in der Aktenlage und/oder im 
Beschwerdevortrag) und es gelte, das zu objektivieren. Dies sei bei der aktuellen 
Begutachtung nicht der Fall gewesen. In der Aktenlage werde durchgehend eine stärker 
ausgeprägte depressive Symptomatik (mittel- bis schwergradig) beschrieben. 
Insbesondere würden schwer ausgeprägte kognitive Defizite nicht nur von der Behandlerin 
Dr. I.________ beschrieben. Auch der für die Krankentaggeldversicherung begutachtende 
Psychiater Dr. O.________ [recte: Dr. P.________] habe Anfang März 2017 eine 
erhebliche "Störung von Konzentration, Gedächtnis und Aufmerksamkeit" festgestellt. 
Ebenfalls sei die stationäre Behandlung in der M.________ im Jahr 2018 durch eine 
seinerzeit mittelgradig ausgeprägte depressive Störung Gegenstand der Behandlung 
gewesen. Eine posttraumatische Belastungsstörung sei in dieser stationären Behandlung 
lediglich als Verdachtsdiagnose dokumentiert worden. Insofern sei die Antwort auf die 
Nachfrage des RAD von Dr. D.________ nicht als falsch und unvollständig zu sehen. 
Unter dem Aspekt, dass letztendlich der führende Gesundheitsschaden als rezidivierende, 
d.h. in ihrer Ausprägung Schwankungen unterliegende depressive Störung 
ausschlaggebend sei, könne man die bis zur Begutachtung attestierten 
Arbeitsfähigkeitsbeurteilungen nicht als völlig falsch oder fachlich unrichtig betrachten bzw. 
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit als unzutreffend behaupten. Es sei auch darauf 
hingewiesen, dass bis zur Begutachtung (zumindest von Dr. I.________) die 
Arbeitsunfähigkeit für den zuletzt ausgeübten Arbeitsplatz, bei dem es 
Mobbingerfahrungen gegeben habe und wahrscheinlich auch Auslöser der depressiven 

13

Urteil S 2020 138

Störung gewesen sei, beurteilt worden sei und nicht die theoretische Arbeitsfähigkeit in 
einer ideal adaptierten Tätigkeit. Erst mit der Begutachtung sei die bisherige Tätigkeit 
unabhängig vom letzten Arbeitsplatz medizintheoretisch beurteilt und als ideal adaptiert 
qualifiziert worden. RAD-Arzt F.________ kam zum Schluss, dass das Gutachten aus 
versicherungspsychiatrischer Sicht zwar nicht sehr differenzierend ausführend sei. Es 
komme aber zum Schluss, dass die Beschwerden und der psychische 
Gesundheitsschaden ausschliesslich auf eine rezidivierende depressive Störung 
zurückzuführen seien. Da vor der Begutachtung die Ausprägungen stärker gewesen seien 
als zum Zeitpunkt der Begutachtung, sei die höhere Arbeitsunfähigkeitsbeurteilung der 
seinerzeit involvierten Therapeuten nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit als 
unzutreffend zu beurteilen. Erst mit der Begutachtung sei die Verbesserung und damit die 
höhere Arbeitsfähigkeit objektiviert. Als psychiatrische Diagnosen mit Auswirkung auf die 
Arbeitsfähigkeit nannte der RAD-Arzt eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig 
leichte Episode (ICD-10 F33.0). Da gutachterlich ausschliesslich eine depressive Störung 
objektiviert worden und die in der medizinischen Aktenlage dokumentierten 
Differenzialdiagnosen nicht bestätigt worden seien, sei eine Auseinandersetzung mit den 
Vordiagnosen nicht zwingend erforderlich. Weiterführende Abklärungen sah RAD-Arzt 
F.________ nicht als notwendig an (IV-act. 85).

4.8 Am 21. März 2019 nahm RAD-Arzt F.________ zur Frage Stellung, ob während 
der 100%igen Arbeitsunfähigkeit auch Einschränkungen im Haushalt bestanden hätten. Er 
führte aus, dass bis zur Begutachtung aufgrund der echtzeitlichen 
Arbeitsunfähigkeitsbeurteilungen ebenfalls von Einschränkungen der Leistungsfähigkeit im 
Aufgabenbereich Haushalt auszugehen sei. Aufgrund der durchgehend mittelgradig 
ausgeprägten depressiven Symptomatik und der Möglichkeit, sich die anstehenden 
Arbeiten im Haushalt einzuteilen und zeitlich flexibel "abzuarbeiten" bzw. auch nicht 
durchzuführen, sei eine höhere Leistungsbereitschaft als in einer erwerblichen Tätigkeit zu 
unterstellen. Insofern könne die von Dr. E.________ in seiner Stellungnahme vom 
6. Dezember 2016 beurteilte Arbeitsfähigkeit von 50 % als Massstab für die 
medizintheoretische Leistungsfähigkeit im Aufgabenbereich Haushalt angenommen 
werden. Abzüge aufgrund etwaiger Mitwirkungspflichten durch Angehörige könnten in 
einer medizintheoretischen Beurteilung nicht miteinbezogen werden, da sie kein 
medizinisches Korrelat zur Bestimmung der Leistungsfähigkeit darstellten (IV-act. 86). 

14

Urteil S 2020 138

5. Im Hinblick auf ihre Erwerbstätigkeit ist zu prüfen, inwieweit die 
Beschwerdeführerin infolge ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen überhaupt noch 
arbeitsfähig ist. 

5.1 In rheumatologischer Hinsicht konnte mit dem Gutachten von Dr. C.________ vom 
30. November 2018 (IV-act. 79) keine die Arbeitsfähigkeit einschränkende 
Gesundheitsstörung festgestellt werden. Insbesondere konnte für die geltend gemachte 
funktionelle Einarmigkeit auf der somatischen Befundebene kein entsprechendes 
adäquates Korrelat gefunden werden. Weder zeitlich noch leistungsmässig ergab sich 
eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit hinsichtlich der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als 
kaufmännische Angestellte. Die einzige Einschränkung wurde von Dr. C.________ in 
häufig manuell kraftaufwändigen Verrichtungen mit der rechten Hand und hinsichtlich 
häufiger Arbeitspositionen mit dem rechten Arm an oder über der Schulterhorizontalen 
gesehen. Gegen dieses Teilgutachten wurden keine Einwände vorgebracht, sodass in 
rheumatologischer Hinsicht ohne weiteres auf die nachvollziehbaren und schlüssigen 
Ausführungen des Sachverständigen abgestellt werden kann. In somatischer Hinsicht ist 
somit von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen. 

5.2 In psychiatrischer Hinsicht wird der Beschwerdeführerin behandlerseits seit der 
erfolgten Kündigung am 23. Februar 2016 eine durchgehende Arbeitsunfähigkeit wegen 
einer reaktiv aufgetretenen ängstlichen, depressiven Symptomatik mit somatischen 
Symptomen attestiert. Dies führte dazu, dass der Beschwerdeführerin für die Zeit ab 
Februar 2017 eine ganze Rente zugesprochen wurde. Für die Zeit ab 26. Oktober 2018 
(Datum der psychiatrischen Untersuchung) stellte die Beschwerdegegnerin hingegen auf 
die Arbeitsfähigkeitsbeurteilung des psychiatrischen Sachverständigen Dr. D.________ ab 
und hob den Rentenanspruch nach einer dreimonatigen Wartefrist per 31. Januar 2019 
wiederum auf, was seitens der Beschwerdeführerin beanstandet wird. Nachfolgend stellt 
sich somit die Frage, ob dem psychiatrischen Gutachten von Dr. D.________ vom 
7. Januar 2019 (IV-act. 80) Beweiskraft zukommt. 

5.2.1 Gegen die beweisrechtliche Verwertbarkeit des psychiatrischen Gutachtens von 
Dr. D.________ vom 7. Januar 2019 wendet die Beschwerdeführerin zunächst ein, eine 
Verbesserung des Gesundheitszustandes sei damit nicht ausgewiesen, es fehle an einem 
Revisionsgrund. Dem ist zu entgegnen, dass Dr. D.________ eine Verbesserung der 
unbestrittenen depressiven Störung feststellen bzw. objektivieren konnte. In Würdigung 
des von ihm erhobenen Psychostatus kam der Sachverständige zum Schluss, dass die 

15

Urteil S 2020 138

Beschwerdeführerin nur noch in leichtem Masse depressiv sei. Sie weise keine kognitiven 
Störungen auf und zeige ein relativ hohes Aktivitätsniveau in ihrem Alltag. 
Dementsprechend beurteilte Dr. D.________ die depressive Symptomatik nur noch als 
leichtgradig (IV-act. 80 S. 16 f. und 20); dies im Unterschied zu der in der Aktenlage für die 
Zeitperiode vor der Begutachtung durchgehend als mittel- bis schwergradig ausgeprägt 
beschriebenen depressiven Symptomatik. Auch wenn seine Begründung diesbezüglich 
zugegebenermassen etwas knapp ausgefallen ist, überzeugt sie im Endeffekt. Zu 
berücksichtigen ist zunächst, dass der Gutachter Dr. D.________ die Beschwerdeführerin 
zweimal, am 26. Oktober und am 8. November 2018, untersucht hatte. Insofern ist dem 
RAD-Arzt F.________ zuzustimmen, dass sich der Sachverständige einen umfassenden 
klinischen Eindruck des zum Begutachtungszeitpunkt vorliegenden psychischen 
Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin machen konnte. Das Gutachten beruht 
somit auf allseitigen Untersuchungen. Des Weiteren ist auffallend, dass sich die 
Beschwerdeführerin anlässlich der psychiatrischen Untersuchung durch Dr. D.________ 
weniger depressiv beschrieb als noch in den Untersuchungen zuvor. Ebenfalls in die 
Würdigung miteinzubeziehen ist der Umstand, dass sowohl im Rahmen der 
psychiatrischen Begutachtung zuhanden der Krankentaggeldversicherung im März 2017 
als auch von der behandelnden Psychiaterin Dr. I.________ schwer ausgeprägte kognitive 
Defizite, insbesondere erhebliche Störungen von Konzentration, Gedächtnis und 
Aufmerksamkeit, beschrieben wurden (IV-act. 39 S. 6 und 11), die Dr. D.________ gerade 
nicht mehr feststellen konnte. Anlässlich seiner Untersuchungen war nur noch das 
Kurzzeitgedächtnis leicht vermindert (IV-act. 80 S. 17). Die Klagsamkeit und das des 
Öfteren Weinen der Beschwerdeführerin würdigte Dr. D.________ im Rahmen einer 
Verdeutlichungstendenz (IV-act. 80 S. 18). Angesichts des soeben Ausgeführten ist RAD-
Arzt F.________ Recht zu geben, dass die depressive Störung vor der Begutachtung 
stärker ausgeprägt war, als schliesslich bei der psychiatrischen Untersuchung durch 
Dr. D.________. Daraus folgt, dass die Einschätzung des Sachverständigen, wonach seit 
Ende Oktober 2018 von einer Verbesserung des Gesundheitszustandes auszugehen sei, 
als plausibel nachvollziehbar bezeichnet werden muss. Hierfür spricht im Übrigen auch der 
Umstand, dass bereits die stationäre Behandlung in der M.________ zu einer leichten 
Besserung der Symptomatik führte und zum damaligen Zeitpunkt immerhin von einer 
Teilremission der Symptome bei Austritt der Beschwerdeführerin die Rede war (IV-act. 63 
S. 1 und 4). In der Folge wurde im Unterschied zum psychiatrischen Gutachten von 
Dr. med. P.________ vom 8. März 2017 (IV-act. 39) denn auch nicht mehr von einer 
schwer ausgeprägten, sondern vielmehr von einer mittelgradig ausgeprägten depressiven 
Störung gesprochen. Geht Dr. D.________ im Unterschied dazu von einer depressiven 

16

Urteil S 2020 138

Störung derzeit leichten Grades aus, erscheint dies unter Berücksichtigung der 
eingetretenen Verbesserung nachvollziehbar, zumal bedacht werden muss, dass es sich 
beim führenden Gesundheitsschaden um eine rezidivierende depressive Störung handelt, 
die in ihrer Ausprägung gewissen Schwankungen unterliegt. Entgegen der Auffassung der 
Beschwerdeführerin ist eine Verbesserung des Gesundheitszustandes mit den 
Ausführungen von Dr. D.________ somit plausibel nachvollziehbar ausgewiesen. Die 
Aufhebung der für den Zeitraum vom 1. Februar 2017 bis 31. Januar 2019 
zugesprochenen ganzen Rente wird in der angefochtenen Verfügung denn auch gerade 
mit den Ausführungen des Sachverständigen und der dadurch ausgewiesenen 
Verbesserung der gesundheitlichen Situation begründet. Insofern kann der 
Beschwerdeführerin nicht gefolgt werden, wenn sie sich auf den Standpunkt stellt, in der 
angefochtenen Verfügung werde gar nicht geltend gemacht, dass es per Ende Oktober 
2018 zu einer Verbesserung des Gesundheitszustandes gekommen sei, trifft dies doch 
schlicht nicht zu. 

5.2.2 Ebenfalls nicht beigepflichtet werden kann der Beschwerdeführerin, soweit sie 
einwendet, es sei nicht nachvollziehbar, wenn lediglich vier Monate nach der Beurteilung 
der behandelnden Psychiaterin eine Arbeitsfähigkeit von 70 bis 80 % bestehen solle. 
Zunächst liegt es in der Natur der Sache, dass einer psychiatrischen Einschätzung 
notwendigerweise ein erheblicher Beurteilungs- und Ermessensspielraum inhärent ist. 
Sodann ist noch einmal darauf hinzuweisen, dass bereits anlässlich der stationären 
Behandlung in der M.________ von einer Teilremission der depressiven Symptome und in 
der Folge "nur" noch von einer mittelgradig ausgeprägten depressiven Episode die Rede 
war. Nichtsdestotrotz wurde der Beschwerdeführerin weiterhin eine 100%ige 
Arbeitsunfähigkeit attestiert, was angesichts des soeben Ausgeführten wohl eher als 
grosszügig zu betrachten ist. Nachdem – wie oben bereits ausführlich dargelegt – eine 
weitere Verbesserung der depressiven Symptomatik im Rahmen der psychiatrischen 
Untersuchung durch Dr. D.________ festgestellt werden konnte, kann auch die von ihm 
attestierte Arbeitsunfähigkeit von maximal 30 % als plausibel bezeichnet werden. 

Sodann trifft es zwar zu, worauf bereits RAD-Arzt Dr. E.________ mit Stellungnahme vom 
10. Januar 2019 (IV-act. 81) hingewiesen hat, dass eine kritische Auseinandersetzung mit 
der seitens der Behandler vorgängig attestierten 100%igen Arbeitsunfähigkeit im 
psychiatrischen Gutachten unterblieben ist. Angesichts dessen hat Dr. E.________ denn 
auch die Frage aufgeworfen, ob die von den Behandlern bis zum Zeitpunkt der Exploration 
attestierte Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen sei und diesbezüglich eine ergänzende 

17

Urteil S 2020 138

Nachfrage beim Sachverständigen vorgeschlagen. Nachdem Dr. D.________ mit 
Schreiben vom 4. Februar 2019 (IV-act. 83) aber zum Schluss kam, dass die attestierte 
Arbeitsunfähigkeit ab dem 23. Februar 2016 aufgrund der Einschränkung der Kognition 
gemäss Psychostatus vom 17. Oktober 2016 nachvollziehbar und plausibel sei, erübrigte 
sich eine weitere Auseinandersetzung hiermit, zumal die Beschwerdegegnerin die für 
diesen Zeitraum attestierte Arbeitsunfähigkeit denn auch anerkannte und dies zur 
Ausrichtung einer befristeten ganzen Rente führte. In diesem Zusammenhang ist auch 
noch einmal auf die Stellungnahme des RAD-Psychiaters F.________ vom 14. März 2019 
(IV-act. 85) zu verweisen, der die höhere Arbeitsunfähigkeitsbeurteilung der seinerzeit 
involvierten Therapeuten ebenfalls nicht als unzutreffend einstufen konnte und dies damit 
begründete, dass die Ausprägung der depressiven Symptomatik vor der Begutachtung 
stärker gewesen sei. 

5.2.3 Soweit die Beschwerdeführerin bemängelt, Dr. D.________ habe einen grossen 
Bogen um die Diagnose der posttraumatischen Belastungsstörung gemacht, kann ihr 
ebenso wenig gefolgt werden. Es zeigt sich, dass sich Dr. D.________ unter Ziff. 6 seines 
Gutachtens mit der in der Aktenlage wiederholt aufgetauchten Diagnose der 
posttraumatischen Belastungsstörung sehr wohl auseinandergesetzt hat, er diese 
Diagnose jedoch nicht nachvollziehen konnte. Dies erklärte er damit, dass die 
Beschwerdeführerin bei ihren Grosseltern zwar keine liebevolle Erziehung genossen und 
auf dem Hof streng habe mitarbeiten müssen sowie geschlagen worden sei, es jedoch 
nicht gerechtfertigt sei, daraus die Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung 
zu stellen (IV-act. 80 S. 16 f.). Die soeben dargelegten Ausführungen des 
Sachverständigen zeigen, dass dieser die schwierige Kindheit der Beschwerdeführerin 
durchaus in seine Beurteilung miteinbezogen hat. Wie die Beschwerdegegnerin 
diesbezüglich korrekterweise angemerkt hat, finden sich Ausführungen zur schwierigen 
Kindheit der Beschwerdeführerin denn auch nicht nur im Zusammenhang mit der 
Diagnosestellung, sondern auch auf den Seiten 11 ff. des Gutachtens. Insbesondere wird 
die schwierige Kindheit bei den Grosseltern auch als einschneidendes Erlebnis genannt 
(IV-act. 80 S. 13). Dass das angebliche Trauma der Kindheit und Jugend im Rahmen der 
Diagnosestellung schliesslich nunmehr auf zwei Zeilen thematisiert wird, tut der 
Beweiskraft des Gutachtens keinen Abbruch, floss die von Gewalterlebnissen geprägte 
Kindheit der Beschwerdeführerin aktenkundig doch in die Beurteilung mit ein. Was 
schliesslich den im Mai 2011 erlittenen Unfall mit Abtrennung der Fingerendglieder an 
Ring- und Mittelfinger der rechten dominanten Hand anbelangt, zeigt sich, dass dieses 
Ereignis im psychiatrischen Gutachten im Rahmen der Aktenzusammenfassung zweimal 

18

Urteil S 2020 138

erwähnt wurde (IV-act. 80 S. 4 und 6). Der psychiatrische Gutachter hatte somit 
unzweifelhaft Kenntnis davon. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass 
Dr. D.________ im Hinblick auf den Unfallzeitpunkt fälschlicherweise das Jahr 2001, 
anstatt 2011 festhielt, handelt es sich dabei doch wohl um ein Versehen. Wie die 
Beschwerdegegnerin des Weiteren zutreffend darauf hingewiesen hat, hat die 
Beschwerdeführerin den 2011 erlittenen Unfall anlässlich der psychiatrischen Exploration 
selbst nicht erwähnt, auch nicht als sie nach einschneidenden Erlebnissen gefragt wurde. 
Angesichts dessen erscheint es nachvollziehbar, wenn Dr. D.________ diesem Ereignis 
keine relevante Bedeutung beigemessen hat. Die für die Bejahung einer 
posttraumatischen Belastungsstörung bedeutsame Schwere des Belastungskriteriums 
kann damit jedenfalls nicht als gegeben angesehen werden. Im Übrigen ist mit der 
Beschwerdegegnerin auf die lange Latenzzeit zwischen initialer Belastung und dem 
angeblichen Auftreten der Störung hinzuweisen. In diesem Zusammenhang darf sodann 
nicht unerwähnt bleiben, dass nach dem Unfallereignis von 2011 bis zum Zeitpunkt der 
Kündigung durch den Arbeitgeber im Februar 2016 keine psychischen Auffälligkeiten 
aktenkundig sind. 

An der Schlüssigkeit der Feststellungen von Dr. D.________ – Verneinung einer 
posttraumatischen Belastungsstörung – vermögen auch die Vorakten nichts zu ändern. 
Wie sich aus den medizinischen Unterlagen ergibt, wurde die posttraumatische 
Belastungsstörung erstmals im Austrittsbericht der M.________ vom 16. April 2018 (IV-
act. 63) unter den Diagnosen aufgeführt. Eine Herleitung der gestellten Diagnose sucht 
man im genannten Bericht jedoch vergebens. Bei genauer Betrachtung fällt sodann auf, 
dass die Ärzte der M.________ beurteilend nur den Verdacht auf eine posttraumatische 
Belastungsstörung aufgrund von Missbrauchs- und Gewalterfahrungen in der 
Vergangenheit äusserten. Weshalb diese Gesundheitsbeeinträchtigung anschliessend 
ohne weitere Begründung Eingang in die Diagnoseauflistung fand, ergibt sich aus dem 
genannten Bericht ebenso wenig. Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin 
handelt es sich bei der gestellten posttraumatischen Belastungsstörung somit lediglich um 
eine Verdachtsdiagnose. Dies reicht zur Anerkennung eines invalidisierenden psychischen 
Gesundheitsschadens rechtsprechungsgemäss nicht aus (BGer 9C_795/2017 vom 
19. März 2018 E. 3.1.2 mit Hinweis). Im Verlaufsbericht vom 5. Juli 2018 (IV-act. 68) 
übernahm Dr. I.________ die seitens der M.________ eigentlich als Verdachtsdiagnose 
genannte posttraumatische Belastungsstörung ohne weitere Ausführungen dazu. Von 
einer Bestätigung der durch die M.________ gestellten Diagnose kann somit keine Rede 
sein, fehlt doch eine eigentliche Herleitung der Diagnose auch in diesem Bericht. 

19

Urteil S 2020 138

Dementsprechend erstaunt es nicht, wenn bereits RAD-Arzt Dr. E.________ die seitens 
der Behandler gestellte Diagnose der posttraumatischen Belastungsstörung nicht 
nachvollziehen konnte (IV-act. 66 und 69) und mit ihm auch der Gutachter Dr. D.________ 
und RAD-Arzt F.________ die Diagnose verneinten. Die im Hinblick auf die 
Diagnosestellung anders lautenden Berichte der M.________ und der behandelnden 
Psychiaterin sind nach dem soeben Dargelegten somit nicht geeignet, an den 
Ausführungen des Sachverständigen, wonach keine posttraumatische Belastungsstörung 
bestehe, konkrete Zweifel zu erwecken. 

5.2.4 Auch dass Dr. D.________ keine Fremdanamnese eingeholt hat, spricht nicht 
gegen den Beweiswert des Gutachtens. Doktor D.________ standen bei der Verfassung 
des Gutachtens sämtliche medizinischen Stellungnahmen zur Verfügung, insbesondere 
die Berichte der behandelnden Psychiaterin Dr. I.________ und der Austrittsbericht der 
M.________. Ob der Gutachter weitere medizinische Berichte hätte hinzuziehen sollen, ob 
er Rücksprache mit den behandelnden Fachleuten hätte nehmen sollen oder ob er auch 
fremdanamnestische Abklärungen hätte tätigen sollen, liegt gemäss ständiger 
bundesgerichtlicher Rechtsprechung alleine in seinem fachärztlichen Ermessen. Eine 
Expertise wird in Auftrag gegeben, soweit die vorhandenen medizinischen Akten nicht 
genügen, um ein vollständiges Bild über den Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit 
einer versicherten Person zu geben. Es ist daher nicht Aufgabe eines Gutachters, seine 
Diagnosen mit dem behandelnden Arzt zu diskutieren (statt vieler BGer 8C_137/2018 vom 
20. August 2018 E. 4.2.2).

Darüber hinaus ist es rechtsprechungsgemäss auch dem Gutachter überlassen, zu 
entscheiden, welche Untersuchungsmethoden er anwenden möchte (BGer 8C_419/2014 
vom 23. September 2014 E. 7.2.). Das Gutachten kann somit mit diesem Einwand ebenso 
wenig in Frage gestellt werden. 

5.2.5 Schliesslich kann die Beschwerdeführerin auch aus dem Umstand, dass keine 
neuropsychologische Untersuchung inkl. Beschwerdevalidierung durchgeführt wurde, 
nichts zu ihren Gunsten ableiten. Es ist grundsätzlich Aufgabe des psychiatrischen 
Facharztes, die Arbeitsfähigkeit unter Berücksichtigung allfälliger neuropsychologischer 
Defizite einzuschätzen. Eine neuropsychologische Abklärung stellt jedoch lediglich eine 
Zusatzuntersuchung dar, welche bei begründeter Indikation in Erwägung zu ziehen ist 
(BGer 9C_752/2018 vom 12. April 2019 E. 5.3). RAD-Arzt F.________ hat in seiner 
Stellungnahme vom 14. März 2019 (IV-act. 85) zum diesbezüglichen Einwand Stellung 

20

Urteil S 2020 138

genommen und darauf hingewiesen, dass eine neuropsychologische Testung mit 
Symptomvalidierung im Prinzip nur dann Sinne mache, wenn es Widersprüche in der 
Aktenlage und/oder im Beschwerdevortrag gebe und es gelte, diese zu objektivieren. 
Gemäss dem genannten RAD-Arzt war dies bei der aktuellen Begutachtung aber gerade 
nicht der Fall, sodass sich Weiterungen hierzu erübrigen. 

5.2.6 Insgesamt entspricht das psychiatrische Gutachten von Dr. D.________ vom 
7. Januar 2019 den praxisgemässen Anforderungen an den Beweiswert einer Expertise. 
So ist es für die streitigen Belange umfassend, beantwortet es doch in schlüssiger Weise 
die Frage nach den gesundheitlichen Beeinträchtigungen und der Arbeitsfähigkeit der 
Beschwerdeführerin und beruht auf einer eingehenden psychiatrischen Untersuchung. 
Doktor D.________ schilderte die von der Beschwerdeführerin erwähnten Leiden und 
Einschränkungen und setzte sich damit sowie mit dem Verhalten und der 
Lebensgeschichte der Beschwerdeführerin auf dem Arbeitsmarkt ebenso wie mit den 
Ressourcen und Belastungsfaktoren auseinander. Auf das Gutachten darf somit abgestellt 
werden. Daraus folgt, dass ab dem Zeitpunkt der psychiatrischen Untersuchung vom 
26. Oktober 2018 eine Arbeitsfähigkeit von 70 % ausgewiesen ist, während für die 
Zeitperiode davor eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit anzunehmen ist. 

6. Was die Berechnung des Teilinvaliditätsgrades im Erwerbsbereich anbelangt, 
beanstandet die Beschwerdeführerin das von der IV-Stelle für die Rentenperiode ab 
Oktober 2018 angenommene Valideneinkommen in der Höhe von Fr. 73'801.–. Wie sich 
aus der Vernehmlassung ergibt, stützte sich die Beschwerdegegnerin dabei auf das dem 
Arbeitgeberfragebogen beigelegte persönliche Lohnkonto der Beschwerdeführerin. 
Demgemäss erzielte sie im Jahr vor Eintritt des Gesundheitsschadens ein 
Bruttoeinkommen von jährlich Fr. 43'528.– (IV-act. 15 S. 11). Dies deckt sich mit dem IK-
Auszug vom 12. September 2016 (IV-act. 14). Aufgerechnet auf eine Vollerwerbstätigkeit 
(Fr. 72'547.–) gemäss dem per 1. Januar 2018 in Kraft getretenen Berechnungsmodell 
(vgl. Art. 27bis Abs. 3 lit. a IVV) und angepasst an die Nominallohnentwicklung (2015: 
104.1; 2018: 105.9) ergab sich ein Valideneinkommen von Fr. 73'801.– (IV-act. 94 S. 2). 
Was daran falsch sein sollte, erschliesst sich dem Gericht nicht. Das Invalideneinkommen 
von Fr. 42'179.– wird schliesslich ebenso wenig beanstandet wie das zum Zeitpunkt des 
Rentenbeginns angenommene Valideneinkommen in der Höhe von Fr. 43'969.–. Da der 
von der Beschwerdegegnerin vorgenommene Einkommensvergleich auch diesbezüglich 
einer Überprüfung seitens des Gerichts standhält, erübrigen sich Weiterungen dazu. Die 
von der Beschwerdegegnerin angenommenen Teilinvaliditätsgrade (jeweils gewichtet mit 

21

Urteil S 2020 138

60 %) im Erwerbsbereich von 60 % bzw. ab Oktober 2018 von 26 % erweisen sich somit 
als korrekt. 

7. Zu prüfen bleibt, in welchem Masse die Beschwerdeführerin zufolge ihrer 
gesundheitlichen Beschwerden im Haushalt eingeschränkt ist. 

7.1 Hinsichtlich des Beweiswertes des Abklärungsberichts sind verschiedene 
Faktoren zu berücksichtigen. Hierzu bedarf es im Regelfall einer Abklärung vor Ort (vgl. 
Art. 69 Abs. 2 IVV). Ein Haushaltsabklärungsbericht ist beweiskräftig, wenn er von einer 
qualifizierten Person verfasst wird, welche Kenntnis der örtlichen und räumlichen 
Verhältnisse sowie der Beeinträchtigungen und Behinderungen hat, die sich aus den 
medizinischen Diagnosen ergeben. Weiter sind die Angaben der versicherten Person zu 
berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen 
sind. Der Berichtstext schliesslich muss plausibel, begründet und angemessen detailliert 
bezüglich der einzelnen Einschränkungen sein und in Übereinstimmung mit den an Ort 
und Stelle erhobenen Angaben stehen (EVG I 90/02 vom 30. Dezember 2002 E. 2.3.2; 
EVG I 733/03 vom 6. April 2004 E. 5.1.2; vgl. auch BGE 130 V 61 E. 6.2 und 128 V 93 E. 
4 betreffend Abklärungsberichte im Zusammenhang mit der Hauspflege und Hilflosigkeit). 
Sofern der Bericht eine zuverlässige Entscheidungsgrundlage im eben umschriebenen 
Sinne darstellt, greift das Gericht in das Ermessen der Abklärungsperson nur ein, wenn 
klar feststellbare Fehleinschätzungen oder Anhaltspunkte für die Unrichtigkeit der 
Abklärungsresultate (z.B. infolge von Widersprüchlichkeiten) vorliegen. Das gebietet 
insbesondere der Umstand, dass die fachlich kompetente Abklärungsperson näher am 
konkreten Sachverhalt steht als das im Beschwerdefall zuständige Gericht (BGE 128 V 93 
E. 4; BGer 8C_107/2008 vom 18. August 2008 E. 3.2.1 mit Hinweisen). 

7.2 Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin ist der 
Haushaltsabklärungsbericht vom 22. Juni 2020 (IV-act. 92) nicht zu beanstanden. Die 
Abklärungsperson, welche über die nötigen Kenntnisse und Erfahrungen verfügt, erstellte 
den Bericht in Kenntnis der örtlichen und räumlichen Verhältnisse, der medizinischen 
Diagnose sowie der sich daraus ergebenden Beeinträchtigungen. Weiter ist der 
Berichtstext plausibel, begründet und widerspruchsfrei. Sodann ist die Beschwerdeführerin 
darauf hinzuweisen, dass im Zusammenhang mit den Einschränkungen im Haushalt nicht 
die medizinisch-theoretische Arbeitsunfähigkeit ausschlaggebend ist, sondern wie sich der 
Gesundheitsschaden in der nichterwerblichen Betätigung konkret auswirkt. Nicht 
unberücksichtigt bleiben darf, dass die Abklärung vor Ort über die tatsächlichen 

22

Urteil S 2020 138

Verhältnisse Auskunft geben soll und es dabei insbesondere nicht einzig darum geht, was 
die Beschwerdeführerin selber noch kann, sondern vielmehr, was ihr durch Mithilfe ihrer 
Familienmitglieder im Rahmen der Schadenminderungspflicht noch möglich ist. Dabei hat 
sie Massnahmen zu treffen, die ein vernünftiger Mensch in der gleichen Lage ergreifen 
würde, wenn er keinerlei Entschädigung zu erwarten hätte. Für die im Haushalt tätigen 
Versicherten bedeutet dies, dass sie Verhaltensweisen zu entwickeln haben, welche die 
Auswirkungen der Behinderung im hauswirtschaftlichen Bereich reduzieren und ihnen eine 
möglichst vollständige und unabhängige Erledigung der Haushaltsarbeiten ermöglichen. 
So muss die Arbeit eingeteilt und in zumutbarem Umfang die Mithilfe von 
Familienangehörigen in Anspruch genommen werden. Gerade dieser bei 
Haushaltsabklärungen wichtige Aspekt der konkreten schadenmindernden 
Verhaltensweisen wird von den Ärzten nicht berücksichtigt, da diese in ihren Berichten 
lediglich die sich aus medizinischen Gründen ergebenden Einschränkungen festzuhalten 
haben. Ein invaliditätsbedingter Ausfall darf bei im Haushalt tätigen Personen nur insoweit 
angenommen werden, als die Aufgaben, welche nicht mehr erfüllt werden können, durch 
Drittpersonen gegen Entlöhnung oder durch Angehörige verrichtet werden, denen dadurch 
nachgewiesenermassen eine Erwerbseinbusse oder doch eine unverhältnismässige 
Belastung entsteht (vgl. zum Ganzen BGE 133 V 504 E. 4.2; BGer 9C_39/2010 vom 
25. März 2010 E. 4.3.2). In casu hat die Abklärungsperson die Verhältnisse vor Ort 
abgeklärt und die zumutbare Mithilfe der Familienangehörigen berücksichtigt. Entgegen 
der Ansicht der Beschwerdeführerin steht dabei die Mitberücksichtigung der Hilfe des 
Ehemannes und der zwei Kinder in Übereinstimmung mit der Rechtsprechung. Im 
Rahmen der Schadenminderungspflicht erweist sich deren Mithilfe im Haushalt als 
zumutbar. Dabei ist zu beachten, dass die im Rahmen der Invaliditätsbemessung bei einer 
Hausfrau zu berücksichtigende Mithilfe von Familienangehörigen weiter geht als die ohne 
Gesundheitsschädigung üblicherweise zu erwartende Unterstützung. Überdies haben 
auch die Versicherten selbst Verhaltensweisen zu entwickeln, welche die Auswirkungen 
der Behinderung im hauswirtschaftlichen Bereich reduzieren und ihnen eine möglichst 
vollständige und unabhängige Erledigung der Haushaltsarbeiten ermöglichen. In diesem 
Punkt ist der Abklärungsbericht somit nicht zu beanstanden.

Stellt sich die Beschwerdeführerin im Weiteren auf den Standpunkt, die 
Haushaltsabklärerin sei nicht die richtige Person, um die Einschränkungen aus 
psychischen Gründen zu erheben, ist ihr insofern Recht zu geben, dass der 
Abklärungsbericht seiner Natur nach in erster Linie auf die Ermittlung des Ausmasses 
physisch bedingter Beeinträchtigungen zugeschnitten ist, weshalb seine grundsätzliche 

23

Urteil S 2020 138

Massgeblichkeit unter Umständen Einschränkungen erfahren kann, wenn die versicherte 
Person an psychischen Beschwerden leidet. Der Abklärungsbericht stellt nach der 
bundesgerichtlichen Rechtsprechung jedoch prinzipiell auch dann eine beweistaugliche 
Grundlage dar, wenn es um die Bemessung einer psychisch bedingten Invalidität geht, 
d.h. wenn die Beurteilung psychischer Erkrankungen im Vordergrund steht. Nur wenn sich 
die Ergebnisse der Abklärung vor Ort und die fachmedizinischen Feststellungen zur 
Fähigkeit der versicherten Person, ihre gewohnten Aufgaben zu erfüllen, widersprechen, 
ist in der Regel den ärztlichen Stellungnahmen mehr Gewicht einzuräumen als dem 
Bericht über die Haushaltsabklärung. Grund hierfür ist die Tatsache, dass es der 
Abklärungsperson regelmässig nur beschränkt möglich ist, das Ausmass des psychischen 
Leidens und der damit verbundenen Einschränkungen zu erkennen (BGer 9C_201/2011 
vom 5. September 2011 E. 2). Ein Widerspruch der genannten Art besteht im vorliegenden 
Fall indes nicht. RAD-Arzt F.________ ist mit Stellungnahme vom 21. März 2019 (IV-
act. 86) zwar von einer 50%igen Einschränkung im Haushalt ausgegangen und hat dies 
mit der psychischen Erkrankung der Beschwerdeführerin begründet. Dabei handelte es 
sich jedoch um eine medizinisch-theoretische Beurteilung, bei der, wie von RAD-Arzt 
F.________ selbst darauf hingewiesen, die Mitwirkungspflicht durch Angehörige nicht 
miteinbezogen wurde. Angesichts dessen, dass sich im Rahmen der 
Schadenminderungspflicht die Mithilfe des Ehemannes sowie der Kinder im Haushalt als 
zumutbar erweist, erscheint die von ihm anerkannte 50%ige Einschränkung ohnehin eher 
als grosszügig bemessen. Sodann ist der Beschwerdeführerin entgegenzuhalten, dass die 
Beschwerdegegnerin gestützt auf die soeben genannte Stellungnahme des RAD-Arztes 
F.________ bis zum Zeitpunkt der psychiatrischen Begutachtung im Oktober 2018 eine 
50%ige Einschränkung im Haushalt ja gerade anerkannt und erst ab diesem Zeitpunkt die 
im Haushaltsbericht attestierte Einschränkung von 2,2 % angenommen hat. Dies ist 
insofern nicht zu beanstanden, ist mit dem Gutachten von Dr. D.________ eine 
Verbesserung des Gesundheitszustandes in psychiatrischer Hinsicht per Oktober 2018 
doch gerade ausgewiesen. Somit rechtfertigt es sich, ab diesem Zeitpunkt nicht mehr auf 
die seinerzeit abgegebene Einschätzung des RAD-Arztes, sondern vielmehr auf die 
Einschätzung der Abklärungsperson abzustellen, zumal sich die Beurteilung von RAD-Arzt 
F.________ gemäss seinen eigenen Worten ohnehin nur auf den Zeitraum vor der 
psychiatrischen Begutachtung bezogen hat. Im Übrigen wurden der Beschwerdeführerin 
auch im psychiatrischen Gutachten keinerlei Einschränkungen im Haushalt attestiert, was 
angesichts der lediglich leicht ausgeprägten depressiven Symptomatik nachvollziehbar 
erscheint. In diesem Zusammenhang darf sodann nicht unberücksichtigt bleiben, dass im 
Aufgabenbereich Haushalt die Möglichkeit besteht, die anstehenden Arbeiten einzuteilen 

24

Urteil S 2020 138

und zeitlich flexibel zu erledigen bzw. bei einem schlechten Tag auch nicht durchzuführen. 
Zu guter Letzt ist betreffend die geltend gemachten Einschränkungen aus psychiatrischer 
Hinsicht zu erwähnen, dass RAD-Psychiater F.________ nach Durchführung der 
Haushaltsabklärung zum Fall ein weiteres Mal Stellung genommen hat und dabei zum 
Schluss gekommen ist, die anlässlich der Haushaltsabklärung festgestellte Einschränkung 
sei nachvollziehbar (IV-act. 102). 

Soweit die Beschwerdeführerin schliesslich auf ihre amputierten Finger verweist, ist sie 
darauf hinzuweisen, dass die Abklärungsperson deswegen ja gerade gewisse 
Einschränkungen im Bereich der Ernährung (Grossreinigung) und der Wohnungspflege 
(gründliche Reinigung) anerkannt hat (IV-act. 92 S. 7 f.). Dies steht im Einklang mit dem 
rheumatologischen Gutachten von Dr. C.________, wonach im Haushalt eine 
Einschränkung für häufige/repetitive manuell schwere/kraftaufwändige Tätigkeiten mit der 
rechten Hand bestehe. Soweit die Beschwerdeführerin dem Sachverständigen gegenüber 
jedoch versuchte, glaubhaft zu machen, sie könne im Haushalt nicht einmal mehr die 
leichtesten Verrichtungen durchführen und sei vollständig auf die Hilfe ihrer 
Familienmitglieder und einer Nachbarin angewiesen, liess sich dies auf der Befundebene 
von rheumatologischer Seite her nicht nachvollziehen (IV-act. 79 S. 38). 
Dementsprechend ist es auch nicht zu beanstanden, dass die Abklärungsperson die von 
der Beschwerdeführerin anlässlich der Haushaltsabklärung über die bereits anerkannten 
hinausgehenden geltend gemachten Einschränkungen aufgrund der Hand- und 
Fingerbeschwerden unberücksichtigt liess. 

Nach dem Dargelegten sind keine besonderen Umstände gegeben, welche den 
Abklärungsbericht als mangelhaft oder ungeeignet erscheinen lassen würden; vielmehr 
entspricht dieser den an ihn gestellten Anforderungen, sodass für die Entscheidfindung 
darauf abgestellt werden kann. Gestützt auf den Abklärungsbericht vom 22. Juni 2020 
kann mithin ab dem Zeitpunkt der psychiatrischen Begutachtung von einer Einschränkung 
von 2,2 % ausgegangen werden.

8. Zusammenfassend ergibt sich ein Teilinvaliditätsgrad im Anteil als Hausfrau von 
20 % bzw. 1 % ab Oktober 2018 (bei einer Gewichtung von 40 %) und ein 
Teilinvaliditätsgrad im Anteil als Erwerbstätige von 60 % bzw. 26 %. Daraus resultiert ein 
gesamter Invaliditätsgrad von 80 % und ab Oktober 2018 von 27 %. Liegt der 
Invaliditätsgrad damit unter 40 %, so besteht, wie von der Beschwerdegegnerin korrekt 
festgestellt, nach Berücksichtigung der dreimonatigen Wartefrist per 31. Januar 2019 kein 

25

Urteil S 2020 138

Rentenanspruch mehr. Demzufolge ist die Beschwerde unbegründet und vollumfänglich 
abzuweisen. 

9. Führen die von Amtes wegen vorzunehmenden Abklärungen die Verwaltung 
und/oder das Gericht bei pflichtgemässer Beweiswürdigung zur Überzeugung, ein 
bestimmter Sachverhalt sei überwiegend wahrscheinlich und weitere Beweismassnahmen 
könnten an diesem feststehenden Ergebnis nichts mehr ändern, kann auf die Abnahme 
weiterer Beweise in antizipierter Beweiswürdigung verzichtet werden (BGE 122 V 157 
E. 1d). Nachdem der medizinische Sachverhalt mit dem Gutachten der Dres. C.________ 
und D.________ umfassend geklärt ist und dem Gutachten volle Beweiskraft zukommt, 
sind von einer weiteren Begutachtung der Beschwerdeführerin keine neuen Erkenntnisse 
zu erwarten, sodass ihr Antrag auf Einholung eines Gerichtsgutachtens in zulässiger 
Anwendung der antizipierten Beweiswürdigung abzuweisen ist. Das Gleiche hat 
schliesslich auch in Bezug auf die beantragte Edition der UVG-Akten zu gelten, wurde der 
im Jahr 2011 erlittene Unfall mit Abtrennung der Fingerendglieder an Ring- und 
Mittelfinger rechts im Rahmen des bidisziplinären Gutachtens doch ausreichend 
berücksichtigt. Darüber hinaus wurden die Beschwerden an der rechten Hand auch in die 
Haushaltsabklärung miteinbezogen. Zu guter Letzt kann der Beschwerdegegnerin auch 
keine Verletzung der Abklärungspflicht i.S.v. Art. 43 ATSG vorgehalten werden. 

10. Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die Kosten gestützt auf Art. 69 
Abs. 1bis IVG der Beschwerdeführerin aufzuerlegen, wobei eine Spruchgebühr von 
Fr. 800.– dem angefallenen Verfahrensaufwand angemessen erscheint. Eine 
Parteientschädigung nach Art. 61 lit. g ATSG ist nicht zuzusprechen.

26

Urteil S 2020 138

Demnach erkennt das Verwaltungsgericht:
__________________________________

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Der Beschwerdeführerin wird eine Spruchgebühr von Fr. 800.– auferlegt, die mit 
dem geleisteten Kostenvorschuss verrechnet wird.

3. Eine Parteientschädigung wird nicht zugesprochen. 

4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der schriftlichen Eröffnung 
beim Schweizerischen Bundesgericht in Luzern Beschwerde in öffentlich-recht-
lichen Angelegenheiten eingereicht werden.

5. Mitteilung an den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin (im Doppel), an die IV-
Stelle Zug, an das Bundesamt für Sozialversicherungen, Bern, und zum Vollzug 
von Ziffer 2 im Dispositiv an die Finanzverwaltung des Kantons Zug.

Zug, 20. Dezember 2021

Im Namen der
SOZIALVERSICHERUNGSRECHTLICHEN KAMMER
Der Vorsitzende

Die Gerichtsschreiberin

versandt am