# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 930c37a5-2e50-5cb5-a52c-a0ee7d1cb020
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2012-01-17
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 17.01.2012 E-6467/2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-6467-2011_2012-01-17.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung V
E­6467/2011

U r t e i l   v om   1 7 .   J a nua r   2 0 1 2  

Besetzung Einzelrichterin Gabriela Freihofer,
mit Zustimmung von Richter Fulvio Haefeli;  
Gerichtsschreiberin Blanka Fankhauser.

Parteien A._______,
B._______,
C._______,
D._______,
E._______,
F._______,
G._______,
Serbien,  
alle vertreten durch Dr. iur. Tamara Nüssle, Rechtsanwältin, 
(…), 
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Asyl und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 28. Oktober 2011 / N (…).

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Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass  die  Beschwerdeführerin  –  eine  aus  H._______  stammende 
ethnische  Roma  mit  letztem Wohnsitz  in  I._______  –  Serbien  eigenen 
Angaben zufolge anfangs Juni 2010 mit  ihren fünf Kindern  in einem PW 
verliess und unter Umgehung der Grenzkontrolle am 13. Juni 2010 in die 
Schweiz  einreiste,  wo  sie  gleichentags  im  Empfangs­  und 
Verfahrenszentrum (EVZ) J._______ um Asyl nachsuchte,

dass sie anlässlich der Kurzbefragung  im K._______ vom 21. Juni 2010 
sowie  der  direkten  Bundesanhörung  vom  1. Juli  2010  zur  Begründung 
ihres  Asylgesuchs  im  Wesentlichen  geltend  machte,  ihre  Kinder  seien 
wegen ihrer ethnischen Zugehörigkeit  in der Schule und auf der Strasse 
geschlagen worden,  

dass  ihr Mann mit  einem Polizeiinspektor  namens  L._______ Probleme 
gehabt habe, weshalb er weggegangen sei, 

dass  sie  die  Übergriffe  auf  ihre  Kinder  unzählige  Male  bei  der  Polizei 
gemeldet habe, diese  jedoch nichts unternommen und stattdessen auch 
sie malträtiert habe, 

dass etwa zwei Wochen vor der Ausreise die Tochter von einem anderen 
Kind  mit  einem  Stein  auf  den  Kopf  getroffen  worden  sei,  sodass  die 
Wunde habe genäht werden müssen, 

dass  sie  dies  auf  dem  Polizeiposten  gemeldet  habe,  worauf  sie  von 
L._______ mit Knüppel auf den Arm geschlagen worden sei,  

dass  sie  zudem  nach  dem  Verschwinden  ihres  Ehemannes  von 
L._______  mehrmals  aufgesucht  und  nach  dessen  Aufenthalt  befragt 
worden sei, 

dass der Beschwerdeführer eigenen Angaben zufolge seine Heimatstadt 
I._______  am  28.  März  2010  verlassen  habe  und  via  Ungarn,  die 
Slowakei  und  Tschechien  nach  Hamburg  gereist  sei,  wo  er  während 
dreier Monate geblieben sei,

dass er unverzüglich in die Schweiz gekommen sei, als er erfahren habe, 
dass sich seine Frau in der Schweiz befinde,

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dass er am 24. Juni 2010 im EVZ J._______ um Asyl nachsuchte, am 7. 
Juli 2010 im K._______ summarisch befragt und am 17. September 2010 
zu seinen Asylgründen angehört wurde, 

dass  er  zur  Begründung  seines  Asylgesuchs  im  Wesentlichen  geltend 
machte,  seit  etwa  zwei  bis  zweieinhalb  Jahren  vom  Polizeiinspektor 
L._______  immer wieder  belästigt worden  zu  sein,  da  dieser  die  ganze 
A._______­Familie hasse und alle Roma vernichten wolle,

dass  der  Beschwerdeführer  einmal  eine  Anzeige  gegen  ihn  erstattet 
habe,  worauf  dieser  während  eines  halben  Jahres  suspendiert  worden 
sei, 

dass nach seiner Rückkehr alles noch schlimmer geworden sei,  

dass  er,  als  er  auf  dem  Markt  gehandelt  habe,  mehrere  Male  von 
L._______  auf  den  Polizeiposten  mitgenommen  und  die  ganze  Nacht 
festgehalten worden sei,  

dass  in  Belgrad  wegen  eines  Diebstahls,  den  nicht  er,  sondern  sein 
Cousin begangen habe, eine Gerichtsverhandlung gegen ihn laufe, 

dass  der  Cousin  bei  seiner  Verhaftung  die  Personalien  des 
Beschwerdeführers angegeben habe, 

dass  sein  Cousin  zwar  ein  Geständnis  abgelegt  habe  und  festgestellt 
worden  sei,  dass  die  Unterschrift  des  Beschwerdeführers  nicht  mit 
derjenigen  seines  Cousins  übereinstimme,  der  Untersuchungsrichter 
indes  von  den  Polizisten  die  Bestätigung  verlangt  habe,  dass  der 
Beschwerdeführer nicht der Täter sei, 

dass  die  Polizisten  ihren  Irrtum  nie  zugeben  würden,  weil  sie  Angst 
hätten, ihre Stelle zu verlieren,  

dass  die  Gerichtsverhandlung  vertagt  worden  sei,  unter  anderem  weil 
noch eine Untersuchung gegen den Mittäter im Gange sei, der als Zeuge 
ausgesagt habe,   

dass  der  Beschwerdeführer  nach  der  Verhandlung  noch  vier Monate  in 
seiner Heimat geblieben sei, 

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dass  er  jedoch  ständig  von  L._______  auf  den  Polizeiposten 
mitgenommen und malträtiert worden sei, weshalb er Serbien in Richtung 
Deutschland verlassen habe,  

dass  er  im Übrigen  im  Jahre  2002/2003  unrechtmässig  zu  zwei  Jahren 
Haft verurteilt worden sei, weil  ihn ein Freund seines Neffen beschuldigt 
habe, einen Diebstahl begangen zu haben,     

dass dieses Verfahren abgeschlossen sei, 

dass  er  zu  Untermauerung  seiner  Vorbringen  unter  anderem  diverse 
Gerichtsdokumente zu den Akten reichte,   

dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  28.  Oktober  2011  –  eröffnet  am 
31. Oktober  2010  –  die Asylgesuche  der Beschwerdeführer  abwies,  die 
Wegweisung aus der Schweiz verfügte und den Vollzug anordnete,

dass  es  vorab  zur  Begründung  seiner  Verfügung  ausführte,  mit  der 
geltend gemachten Haftstrafe in den Jahren 2002/2003 könne kein enger 
Kausalzusammenhang  zur  Flucht  aus  dem  Heimatland  erstellt  werden, 
weshalb  diesem  Ereignis  keine  asylrechtlich  relevante  Bedeutung 
zukomme, 

dass  ferner  das  vom  Beschwerdeführer  beschriebene  Vorgehen  der 
Behörden  bezüglich  der  Entlassung  seines  Cousins  aus  der  Haft  und 
seiner Festnahme der allgemeinen Logik des Handelns widerspreche,  

dass es nicht nachvollziehbar sei, weshalb die Polizei einen Täter aus der 
Haft entlasse, den sie auf  frischer Tat ertappt habe, und dann aufgrund 
dessen  Angaben  jemand  anderen,  in  vorliegendem  Falle  den 
Beschwerdeführer, festnehme, 

dass er  sich zudem bezüglich des Namens des Cousins widersprochen 
habe,  indem  er  einmal  gesagt  habe,  sein  Cousin  würde  ganz  anders 
heissen (A10, S. 8), ein anderes Mal hingegen ausgeführt habe, praktisch 
den gleichen Namen, nämlich A._______ zu haben (A13, S. 8),

dass  insgesamt  die  widersprüchlichen  und  unlogischen  Angaben  des 
Beschwerdeführers  darauf  schliessen  lassen  würden,  dass  sich  die 
Ereignisse in Wahrheit nicht tatsächlich so abgespielt hätten, wie er dies 
geschildert habe, 

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dass  auch  die  eingereichten Dokumente  das BFM nicht  zu  überzeugen 
vermögen,  würden  diese  doch  lediglich  das  rechtstaatlich  legitime 
Vorgehen der Behörden belegen,  

dass  es  sich  ferner  bei  den  vorgebrachten  Verfolgungsgründen  der 
Beschwerdeführerin  um  Übergriffe  Dritter  handle,  die  nicht  asylrelevant 
seien, 

dass nämlich Übergriffe durch Dritte oder Befürchtungen, künftig solchen 
ausgesetzt zu sein, nur dann asylrelevant seien, wenn der Staat nicht  in 
der Lage sei, Schutz zu gewähren,

dass  dieser  generell  gewährleistet  sei,  wenn  der  Staat  geeignete 
Massnahmen  treffe,  um  die  Verfolgung  zu  verhindern,  beispielsweise 
durch  wirksame  Polizei­  und  Justizorgane  und  wenn  Antragssteller 
Zugang zu diesem Schutz hätten, 

dass  in  Serbien  die  Roma  als  nationale  Minderheit  anerkannt  worden 
seien,  und  gemäss  dem  Minderheitsgesetz  vom  25.  Februar  2002  die 
Minoritäten das Recht auf Schulbildung  in der Muttersprache sowie das 
Recht auf Information in eigener Sprache hätten, 

dass  vereinzelte  Übergriffe  durch  Drittpersonen  auf  Roma  zwar  nicht 
restlos  ausgeschlossen  werden  könnten,  solchen 
Verfolgungsmassnahmen  in  der  Regel  keine  asylrelevante  Intensität 
zukomme,  

dass  der  serbische  Staat  grundsätzlich  schutzfähig  und  –willig  sei  und 
dort  jeweils  eine  funktionierende,  effiziente  Schutzinfrastruktur  zur 
Verfügung stehe,

dass gemäss Aussagen des Beschwerdeführers L._______ aufgrund der 
eingereichten Anzeigen bereits  einmal  suspendiert worden  sei, weshalb 
sein  Verhalten  den  Vorgesetzten  bekannt  sei  und  sie  sich  auch  willig 
gezeigt hätten, sein Vergehen zu bestrafen, 

dass  sich  im  Übrigen  die  Beschwerdeführerin  in  ihren  diesbezüglichen 
Ausführungen  widersprochen  habe,  indem  sie  bei  der  Erstbefragung 
gesagt habe, sie habe versucht, L._______ bei seinem Vorgesetzten zu 
verzeigen  (A1,  S.  8),  bei  der  Anhörung  jedoch  dargelegt  habe,  nichts 
unternommen  zu haben, weil  sie  nicht  gewusst  habe,  an wenn  sie  sich 
hätte wenden sollen, 

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dass der Vollzug der Wegweisung zulässig, zumutbar und möglich sei, 

dass für den weiteren Inhalt der vorinstanzlichen Verfügung auf die Akten 
zu verweisen ist,

dass  die  Beschwerdeführer  mit  Eingabe  vom  29.  November  2011 – 
Eingabe  und  Poststempel  –  gegen  die  Verfügung  des  BFM  vom  28. 
Oktober 2011 beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erheben und 
beantragen  liessen,  die  vorinstanzliche  Verfügung  sei  aufzuheben,  die 
Asylgesuche  der  Beschwerdeführer  seien  gutzuheissen,  eventualiter 
seien die Beschwerdeführer in der Schweiz vorläufig aufzunehmen, 

dass  sie  in  verfahrensrechtlicher Hinsicht  beantragen  liessen,  ihnen  sei 
die  unentgeltliche  Prozessführung  und  Rechtsverbeiständung  gemäss 
Art. 65 Abs. 1 und 2 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über 
das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) zu gewähren, 

dass  auf  die  Begründung  der  Beschwerde,  soweit  für  den  Entscheid 
wesentlich, in den Erwägungen eingegangen wird,

dass  sie  mit  Eingabe  vom  1.  Dezember  2011  einen  Arztbericht  vom 
M._______  vom  29.  November  2011,  der  dem  Beschwerdeführer  eine 
posttraumatische  Belastungsstörung  attestierte,  sowie  eine 
Fürsorgebestätigung  der  Sozialbehörde  N._______  vom  30.  November 
2011 zu den Akten reichen liessen,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  mit  Zwischenverfügung  vom 
5. Dezember  2011  die  Gesuche  um  Gewährung  der  unentgeltlichen 
Rechtspflege  und  Verbeiständung  wegen  Aussichtslosigkeit  der 
Beschwerdebegehren  abwies  und  die  Beschwerdeführer  aufforderte, 
innert Frist einen Kostenvorschuss von Fr. 600.­ zu leisten,

dass sie diesen fristgemäss zu Gunsten der Gerichtskasse einzahlten,

und zieht in Erwägung,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  in  der 
Regel  –  so  auch  vorliegend  –  endgültig  über  Beschwerden  gegen 
Verfügungen  (Art. 5  VwVG)  des  BFM  entscheidet  (Art. 105  des 
Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31)  i. V. m. Art. 31 – 33 
des Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 17. Juni 2005  [VGG, SR 173.32]; 

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Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005 
[BGG, SR 173.110]),

dass  die  Beschwerdeführer  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz 
teilgenommen  haben,  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders 
berührt  sind,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung 
beziehungsweise  Änderung  haben  und  daher  zur  Einreichung  der 
Beschwerde  legitimiert  sind  (Art. 105  AsylG  i.V.m.  Art.  37  VGG  und 
Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass  im Übrigen auf die  frist­ und  formgerecht eingereichte Beschwerde 
(Art. 108  Abs. 1  AsylG;  Art. 105  AsylG  i.V.m.  Art. 37  VGG  und  Art. 52 
Abs. 1 VwVG) einzutreten ist, 

dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

dass  im vorliegenden Verfahren gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf 
die Einholung einer Vernehmlassung verzichtet wurde,

dass die Schweiz Flüchtlingen grundsätzlich Asyl  gewährt  (Art. 2 Abs. 1 
AsylG), wobei Flüchtlinge Personen sind, die  in  ihrem Heimatstaat oder 
im  Land,  in  dem  sie  zuletzt  wohnten,  wegen  ihrer  Rasse,  Religion, 
Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder 
wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt 
sind  oder  begründete  Furcht  haben,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu 
werden  (Art. 3 Abs. 1 AsylG) und den  frauenspezifischen Fluchtgründen 
Rechnung zu tragen ist (Art. 3 AsylG),

dass die Flüchtlingseigenschaft nachgewiesen oder zumindest glaubhaft 
gemacht werden muss (Art. 7 AsylG),

dass die Flüchtlingseigenschaft glaubhaft gemacht ist, wenn die Behörde 
ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender  Wahrscheinlichkeit  für  gegeben 
hält,

dass  Vorbringen  insbesondere  dann  unglaubhaft  sind,  wenn  sie  in 
wesentlichen  Punkten  zu  wenig  begründet  oder  in  sich  widersprüchlich 
sind, den Tatsachen nicht entsprechen, da sie der allgemeinen Erfahrung 
oder der Logik des Handeln zuwiderlaufen, 

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dass das BFM in der angefochtenen Verfügung vorab zutreffend darlegte, 
weshalb  die  geltend  gemachten  Verfolgungsvorbringen  den 
Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft nicht genügen, 

dass die angeblich unrechtmässige Verurteilung des Beschwerdeführers 
im  Jahre  2002/2003  zu  einer  Freiheitsstrafe  von  zwei  Jahren  nicht  für 
seine Ausreise kausal gewesen war, zumal er sich danach noch mehrere 
Jahre  in  seiner  Heimat  aufhielt,  weshalb  dieses  Ereignis  nicht 
asylrelevant ist,

dass  zudem,  wie  bereits  in  der  Zwischenverfügung  vom  5.  Dezember 
2011  ausgeführt,  der  besagte  Gefängnisaufenthalt  als  solcher  offenbar 
nicht  vordergründig  war,  da  er  bei  der  Erstbefragung  erst  auf  konkrete 
Nachfrage gegen Schluss angeführt wurde (vgl. A10, S 8),

dass  jener  Aufenthalt  anlässlich  der  Anhörung,  ausser,  dass  der 
Beschwerdeführer diesbezüglich Dokumente einreichte, mit keinem Wort 
erwähnt wurde,    

dass weiter die Behauptung, der Cousin des Beschwerdeführers sei bei 
einem Diebstahl erwischt worden und habe sich mit den Personalien des 
Beschwerdeführers ausgegeben, worauf er entlassen worden sei und die 
Polizei  in  der  Folge  den  Beschwerdeführer  angeklagt  habe,  als  bar 
jeglicher Realität einzustufen ist,         

dass nämlich nicht geglaubt werden kann, dass die Polizei in Belgrad die 
Angaben  des Cousins  einfach  hingenommen und  dessen  Identität  nicht 
überprüft  hätte,  zumal  es  sich  bei  A._______  um  einen  sehr  häufigen 
Namen handelt, der sogar im Schweizer Telefonbuch achtmal vorkommt,  

dass  zudem  die  serbische  Richterin  bei  der  Betrachtung  der 
Befragungsprotokolle  festgestellt  haben  soll,  die  Unterschrift  des 
Beschwerdeführers  stimme  nicht  mit  derjenigen  auf  dem  Protokoll 
überein  (A17,  S.  7)  und  der  Mittäter  (des  Cousins)  habe  eine  für  den 
Beschwerdeführer  entlastende  Aussage  gemacht  (A17,  S.  8  oben), 
weshalb aufgrund des Geschilderten kein Grund für eine Verurteilung des 
Beschwerdeführers bestanden hätte, 

dass  die  Erklärung  in  der  Beschwerde,  der  serbischen  Polizei  gehe  es 
gar  nicht  um  den  wahren  Täter,  sondern  lediglich  darum,  einen 
Schuldigen  zu  haben,  um  diesen  dem  Gericht  vorführen  zu  können, 

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angesichts  der  erwähnten  Umstände,  die  gegen  die  Schuld  des 
Beschwerdeführers sprächen, als undifferenziert erscheint, 

dass weiter  in  der  Beschwerde  im Wesentlichen  die  bereits  bekannten, 
zur  Begründung  der  Asylgesuche  geltend  gemachten 
Sachverhaltselemente  wiederholt  werden  und  an  der  Glaubhaftigkeit 
beziehungsweise asylrechtlichen Relevanz derselben festgehalten wird,

dass  jedoch  keine  neuen,  erheblichen  Argumente  vorgetragen  werden, 
die  allenfalls  geeignet  wären,  zu  einer  von  derjenigen  des  BFM 
abweichenden Beurteilung der Asylgesuche zu gelangen,

dass  die  Beschwerdeführer  auch  bei  einer  allfälligen  Bedrohung  durch 
Dritte  bei  den  serbischen  Behörden  Schutz  suchen  und  bei  höheren 
Instanzen gegen den Polizeiinspektor L._______ vorgehen könnten, wie 
sie dies bereits einmal gemacht haben, 

dass die Vorinstanz diesbezüglich  zutreffend ausführte,  dass  in Serbien 
die  zuständigen  Behörden  –  im  Rahmen  ihrer  Möglichkeiten – 
systematisch  gegen  Bedrohungen  und  Übergriffe  Dritter  vorgehen  und 
faktisch von einem präventiven und konkreten Schutzwillen und von einer 
weitgehenden Schutzfähigkeit Serbiens auszugehen sei,

dass  vollständigkeitshalber  darauf  hinzuweisen  ist,  dass  selbst  wenn 
weiter  eine  lokal  begrenzte  Gefährdung  bestünde  (die  Probleme  der 
Beschwerdeführer sollen hauptsächlich wegen L._______ bestehen), die 
Beschwerdeführer  im  Sinne  des  Subsidiaritätsprinzips  gleichwohl  nicht 
auf  den  Schutz  der  Schweiz  angewiesen  wären,  da  ihnen  ein 
innerstaatlicher  Wohnsitzwechsel  zur  Verfügung  steht  und  sie  sich  in 
einem anderen Teil Serbiens niederlassen könnten,  

dass  es  den  Beschwerdeführern  somit  nicht  gelingt,  die 
Flüchtlingseigenschaft  nachzuweisen  oder  zumindest  glaubhaft  zu 
machen, weshalb das BFM die Asylgesuche zu Recht abgelehnt hat, 

dass die Ablehnung eines Asylgesuchs in der Regel die Wegweisung aus 
der Schweiz zur Folge hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend der Kanton 
keine  Aufenthaltsbewilligung  erteilt  hat  und  zudem  kein  Anspruch  auf 
Erteilung  einer  solchen  besteht  (vgl.  BVGE  2009/50  E.  9  S. 733, 
Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen 
Asylrekurskommission  [EMARK]  2001  Nr. 21),  weshalb  die  verfügte 

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Wegweisung  im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und 
demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen 
Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  regelt, 
wenn  der  Vollzug  der Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar  oder 
nicht  möglich  ist  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des 
Bundesgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]),

dass  bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen 
gemäss  ständiger  Praxis  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der 
Flüchtlingseigenschaft  gilt,  das  heisst,  sie  sind  zu  beweisen,  wenn  der 
strikte  Beweis  möglich  ist,  und  andernfalls  wenigstens  glaubhaft  zu 
machen  (vgl.  WALTER  STÖCKLI,  Asyl,  in:  UEBERSAX/RUDIN/HUGI 
YAR/GEISER [Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig  ist,  wenn 
völkerrechtliche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der 
Ausländerin oder des Ausländers  in den Heimat­, Herkunfts­ oder einen 
Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land 
gezwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie 
Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden 
(Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom 
28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]),

dass  es  den  Beschwerdeführern  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich 
erhebliche  Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen, 
weshalb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen 
Non­Refoulement  im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  findet, 
und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung im 
Sinne  von  Art. 25  Abs. 3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR 101),  von  Art. 3  des 
Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere 
grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK,  SR 0.105)  und  der  Praxis  zu  Art. 3  der  Konvention  vom 
4. November 1950 zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten 
(EMRK, SR 0.101) ersichtlich sind, die ihnen in Serbien drohen,

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dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  der 
massgeblichen völker­ und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, 

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar 
erweist,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer 
Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass weder die allgemeine Lage in Serbien noch individuelle Gründe auf 
eine konkrete Gefährdung der Beschwerdeführer im Falle einer Rückkehr 
schliessen lassen, 

dass  sie  gemäss  ihren  Aussagen  über  ein  breites  verwandtschaftliches 
Beziehungsnetz  in  I._______  und  H._______  verfügen  (der 
Beschwerdeführer: (…); die Beschwerdeführerin: (…)),

dass  sie  somit  allenfalls  in  I._______,  von  wo  die  Beschwerdeführerin 
stammt und wo ihre ganze Familie wohnt, niederlassen können, um sich 
somit allfälligen weiteren Behelligungen L._______ zu entziehen und sich 
dort eine Existenz aufzubauen,  

dass ferner in I._______ eine bedeutende Roma­Minderheit lebt und es in 
der  Gemeinde  Projekte  gibt,  um  insbesondere  Roma­Kindern  den 
Zugang  zu  Bildung  und  somit  zur  aktiven  Teilnahme  an  der 
Zivilgesellschaft zu ermöglichen, weshalb davon auszugehen ist, dass die 
Kinder  der  Beschwerdeführer  in  ihrer  Heimat  in  die  Schule  gehen  und 
eine Ausbildung  machen können, 

dass  schliesslich  auch  die  gesundheitlichen  Probleme  des 
Beschwerdeführers  keinen  ausreichenden  Grund  darstellen,  um  den 
Vollzug der Wegweisung als unzumutbar erscheinen zu lassen, 

dass  gemäss  dem ärztlichen Bericht  vom 29. November  2011  zwar  die 
Diagnose auf PTBS (ICD.10 F43.0) lautet, 

dass  im  Bericht  lediglich  erwähnt  wird,  der  Beschwerdeführer  brauche 
zum Schlafen vier (…) Tabletten, jedoch nicht ausgeführt wird, ob er eine 
weitere  medikamentöse  Behandlung  oder  eine  solche  mit  stützenden 
Gesprächen benötige, weshalb davon auszugehen ist, dass dies nicht der 
Fall ist, 

dass  daher  der  Arztbericht  in  Bezug  auf  benötigte  Behandlung  und  die 
Prognose als vage zu betrachten ist, 

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dass  zudem  das  erwähnte  Arztzeugnis  gewisse  Zweifel  an  der 
professionellen Sachlichkeit des behandelnden Arztes aufkommen  lässt, 
zumal  sich  dieser  offenbar  als  berechtigt  erachtet,  über  den 
Wegweisungsvollzug  des Beschwerdeführers  zu  befinden,  indem  er  die 
Asylbehörden  als  "verantwortungslos"  erachtet,  falls  sie  den 
Beschwerdeführer in seine Heimat zurückschicken sollten,  

dass  somit  im  Wesentlichen  nicht  behauptet  werden  kann,  der 
Beschwerdeführer  wäre  durch  Wegfall  einer  unerlässlichen 
medizinischen  Behandlung  im  Falle  einer  Rückkehr  in  konkreter Weise 
einer  Gefährdung  ausgesetzt,  zumal  in  Serbien  psychische  Störungen 
behandelt werden können, 

dass  der  Beschwerdeführer  in  Übrigen  die  Möglichkeit  hat,  individuelle 
medizinische  Rückkehrhilfe  zu  beantragen  (vgl.  Art.  75  des 
Asylverordnung vom 11. August 1999 über Finanzierungsfragen (AsylV 2, 
SR 142.312),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  in  Anbetracht  der  Aktenlage  nicht 
unzumutbar ist,

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  der  Beschwerdeführer  in  den 
Heimatstaat  schliesslich  möglich  ist,  da  keine  Vollzugshindernisse 
bestehen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es ihnen obliegt, bei der Beschaffung 
gültiger  Reisepapiere mitzuwirken  (der  Beschwerdeführer  ist  im Besitze 
einer   Licna  Karta  und  eines  gültigen  Reisepasses,  die 
Beschwerdeführerin besitzt eine Licna Karta) (Art. 8 Abs. 4 AsylG),

dass  es  den  Beschwerdeführern  demnach  nicht  gelungen  ist  darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder 
unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen 
ist, 

dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr. 600.– 
(Art. 1 – 3  des Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2]) den Beschwerdeführern aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 
VwVG),

dass  die  Kosten  durch  den  in  derselben  Höhe  geleisteten 
Kostenvorschuss gedeckt und mit diesem zu verrechnen sind.

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.–  werden  den  Beschwerdeführern 
auferlegt.  Sie  sind  durch  den  geleisteten Kostenvorschuss  gedeckt  und 
werden mit diesem verrechnet.

3. 
Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführer, das BFM und die zuständige 
kantonale Behörde.

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin:

Gabriela Freihofer Blanka Fankhauser

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