# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** dc6ea452-e4cc-5857-8816-6112e13622dc
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-03-26
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 26.03.2024 SK 2023 197
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2023-197_2024-03-26.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

1. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

1re Chambre pénale

Urteil
SK 23 197

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 26. März 2024

Besetzung Oberrichter Zbinden (Präsident i.V.), Oberrichterin Schwendener, 
Oberrichterin Weingart
Gerichtsschreiber Weibel

Verfahrensbeteiligte A.________
amtlich verteidigt durch Fürsprecher B.________
privat verteidigt durch Rechtsanwalt C.________

Beschuldigter/Berufungsführer

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern  

und

D.________
vertreten durch Rechtsanwältin E.________

Straf- und Zivilklägerin

Gegenstand Vergewaltigung sowie sexuelle Nötigung

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Berner Jura-
Seeland (Kollegialgericht) vom 15. Februar 2023 (PEN 22 372)

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Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Das Regionalgericht Berner Jura-Seeland (Kollegialgericht; nachfolgend Vorin-
stanz) fällte am 15. Februar 2023 betreffend A.________ (nachfolgend Beschuldig-
ter) und D.________ (Straf- und Zivilklägerin; nachfolgend Privatklägerin) folgen-
des Urteil (pag. 545; Hervorhebungen im Original):

I.

Das Strafverfahren gegen A.________ wegen Vergewaltigung, angeblich begangen in der Zeit von 
ca. 01.04.2007 bis am 15.02.2008 zum Nachteil von D.________ (Ziff. I.1.1. AKS) wird infolge Ein-
tritts der Verfolgungsverjährung eingestellt, ohne Ausrichtung einer Entschädigung und ohne 
Ausscheidung von Verfahrenskosten.

II.

A.________ wird schuldig erklärt:

1. der Vergewaltigung, mehrfach begangen 

1.1. in der Zeit vom 16.02.2008 bis am 31.07.2008 in S.________ (Ortschaft) sowie in der 
Umgebung von S.________ (Ortschaft), R.________ (Ortschaft) und T.________ (Orts-
chaft), zum Nachteil von D.________ (mehrfach; Ziff. I.1.1. AKS);

1.2. am 08.06.2009 in T.________(Ortschaft), zum Nachteil von D.________ (Ziff. I.1.2. 
AKS); 

2. der sexuellen Nötigung, mehrfach begangen

2.1. im Frühjahr 2008 in T.________(Ortschaft) bzw. in der Umgebung von 
T.________(Ortschaft), zum Nachteil von D.________ (Ziff. I.2.1. AKS); 

2.2. am 08.06.2009 in T.________(Ortschaft), zum Nachteil von D.________ (Ziff. I.2.2. AKS)

und in Anwendung der Artikel
40, 42, 44, 47, 48 lit. e, 49 Abs. 1, 51, 189 Abs. 1, 190 Abs. 1 StGB 
426 Abs. 1 StPO

verurteilt:

1. Zu einer Freiheitsstrafe von 22 Monaten.

Die Polizeihaft vom 24.03.2021 (von 06:45 bis 12:30 Uhr) wird im Umfang von 1 Tag auf die 
Freiheitsstrafe angerechnet.

Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.

2. Zu den Verfahrenskosten, sich zusammensetzend aus Gebühren von CHF 11'595.40 und Aus-
lagen (inkl. Kosten für die amtliche Verteidigung) von CHF 29'168.60, insgesamt bestimmt auf 
CHF 40'764.00 (ohne Kosten für die amtliche Verteidigung auf CHF 29'797.90).

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[Kostentabelle]

Wird keine schriftliche Begründung verlangt, reduziert sich die Gebühr um CHF 1'500.00. Die 
reduzierten Verfahrenskosten betragen damit CHF 39'264.00 (ohne Kosten für die amtliche 
Verteidigung CHF 28'297.90). 

III.

1. Die amtliche Entschädigung und das volle Honorar für die amtliche Verteidigung von 
A.________ durch Fürsprecher B.________ werden wie folgt bestimmt:

[Honorartabelle]

Der Kanton Bern entschädigt Fürsprecher B.________ für die amtliche Verteidigung von 
A.________ mit CHF 10'966.10. 

A.________ hat dem Kanton Bern die ausgerichtete amtliche Entschädigung zurückzuzahlen 
und Fürsprecher B.________ die Differenz von CHF 2'547.15 zwischen der amtlichen Entschä-
digung und dem vollen Honorar zu erstatten, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse er-
lauben (Art. 135 Abs. 4 StPO).

2. Die amtliche Entschädigung und das volle Honorar für die unentgeltliche Rechtsvertretung von 
D.________ durch Rechtsanwältin E.________ werden wie folgt bestimmt: 

[Honorartabelle]

Der Kanton Bern entschädigt Rechtsanwältin E.________ für die unentgeltliche Rechtsvertre-
tung von D.________ mit CHF 17'202.50. 

Der Kanton Bern kann von A.________ die Erstattung der amtlichen Entschädigung für die un-
entgeltliche Rechtsvertretung von D.________ verlangen, wenn er sich in günstigen wirtschaftli-
chen Verhältnissen befindet (Art. 138 Abs. 2 i.V.m. Art. 426 Abs. 4 StPO). 

A.________ wird verpflichtet, D.________ zuhanden von Rechtsanwältin E.________ als Diffe-
renz zwischen der amtlichen Entschädigung für die unentgeltliche Rechtspflege und dem vollen 
Honorar CHF 3'949.90 zu bezahlen (Art. 433 Abs. 1 StPO). Rechtsanwältin E.________ hat in 
diesem Umfang gegenüber ihrer Klientschaft ein Nachforderungsrecht (Art. 42a KAG). 

IV.

A.________ wird in Anwendung von Art. 41 und 49 OR sowie Art. 126 Abs. 1 lit. a StPO weiter verur-
teilt:

1. Zur Bezahlung von CHF 5'183.40 Schadenersatz zuzüglich Zins zu 5 % seit dem 15.02.2023 
an die Straf- und Zivilklägerin D.________.

Für weiteren zukünftigen Schaden wird die Zivilklage der Straf- und Zivilklägerin D.________ 
dem Grundsatz nach gutgeheissen und für die vollständige Beurteilung der Forderung auf den 
Zivilweg verwiesen. 

2. Zur Bezahlung von CHF 25'000.00 Genugtuung zuzüglich 5 % Zins seit dem 08.06.2009 an die 
Straf- und Zivilklägerin D.________. 

3. Für die Beurteilung der Zivilklage werden keine Kosten ausgeschieden. 

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V.

Weiter wird verfügt:

1. Dem für die Führung von AFIS zuständigen Dienst wird die Zustimmung zur Löschung der erho-
benen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten (PCN-Nr. .________) nach Ablauf der ge-
setzlichen Frist erteilt (Art. 354 Abs. 4 lit. a StGB i.V.m. Art. 16 Abs. 1 lit. e und 17 Abs. 1 DNA-
ProfilG).

2. [Eröffnungs- und Mitteilungsformel]

2. Berufung

Gegen dieses Urteil meldete der Beschuldigte, damals amtlich verteidigt durch Für-
sprecher B.________, mit Schreiben vom 15. Februar 2023 (pag. 552) fristgerecht 
die Berufung an. Die schriftliche Urteilsbegründung datiert vom 24. April 2023 
(pag. 559 ff.) und wurde den Parteien mit Verfügung vom gleichen Tag zugestellt 
(pag. 645 f.). Mit Eingabe vom 15. Mai 2023 erklärte der Beschuldigte, inzwischen 
privat verteidigt durch Rechtsanwalt C.________, form- und fristgerecht die Beru-
fung (pag. 662 ff.). Der Beschuldigte focht das vorinstanzliche Urteil insoweit an, 
als er wegen Vergewaltigung und sexueller Nötigung schuldig erklärt wurde. So-
dann erstreckt sich die Berufung auf die ausgesprochene Strafe, die Zivilansprüche 
sowie die Auferlegung der Verfahrenskosten bzw. den Entschädigungspunkt. Die 
Generalstaatsanwaltschaft und die Privatklägerin erklärten mit Eingaben vom 
31. Mai 2023 (pag. 671 f.) resp. 6. Juni 2023 (pag. 676 ff.), weder Nichteintreten 
auf die Berufung des Beschuldigten zu beantragen noch Anschlussberufung zu er-
klären. Ferner wurden mit verfahrensleitender Verfügung vom 6. Juli 2023 die An-
träge der Privatklägerin auf Vermeidung der Konfrontation mit dem Beschuldigten, 
auf Dispensation der Privatklägerin von der Verhandlung (mit Ausnahme der eige-
nen Befragung), auf Ausschluss der Öffentlichkeit für die Dauer der Einvernahme 
der Privatklägerin und auf Begleitung der Privatklägerin durch eine Vertrauensper-
son gutgeheissen (pag. 694 ff.).

Die Berufungsverhandlung vor der 1. Strafkammer fand am 25./26. März 2024 statt 
(pag. 763 ff.).

3. Private Verteidigung des Beschuldigten / unentgeltliche Rechtspflege für die 
Privatklägerin im oberinstanzlichen Verfahren

Mit Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 27. April 2021 wurde dem Beschuldig-
ten Fürsprecher B.________ als amtlicher Verteidiger beigeordnet (pag. 224). Mit 
Schreiben vom 10. Mai 2023 teilte Rechtsanwalt C.________ dem Obergericht des 
Kantons Bern unter Beilage einer Anwaltsvollmacht mit, dass der Beschuldigte ihn 
als privaten Verteidiger im Berufungsverfahren beauftragt habe und ersuchte um 
Akteneinsicht sowie die Sistierung des amtlichen Mandats (pag. 655). Mit verfah-
rensleitender Verfügung vom 19. Mai 2023 wurde Kenntnis genommen vom 
Schreiben von Rechtsanwalt C.________ inkl. Anwaltsvollmacht und das amtliche 
Mandat von Fürsprecher B.________ mit sofortiger Wirkung sistiert (pag. 667 f.).

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Ferner wurde mit verfahrensleitender Verfügung vom 14. Februar 2024 antrags-
gemäss das Gesuch der Privatklägerin um unentgeltliche Rechtspflege gutgeheis-
sen und ihr Rechtsanwältin E.________ als amtliche Rechtsbeiständin beigeordnet 
(pag. 745 f.).

4. Oberinstanzliche Beweisergänzungen 

Im Hinblick auf die Berufungsverhandlung wurden von Amtes wegen ein aktueller 
Strafregisterauszug (datierend vom 28. Februar 2024 [pag. 755 f.]), ein Leumunds-
bericht vom 21. Februar 2024 (pag. 750 ff.) sowie ein Bericht über die wirtschaftli-
chen Verhältnisse des Beschuldigten (datierend vom 8. Februar 2024 [pag. 753 f.]) 
eingeholt. 

Sodann wurden der Beschuldigte und die Privatklägerin zur Person und Sache an-
lässlich der Berufungsverhandlung erneut einvernommen (pag. 765 ff. resp. pag. 
777 ff.).

5. Anträge der Parteien

Rechtsanwalt C.________ stellte namens des Beschuldigten anlässlich der oberin-
stanzlichen Hauptverhandlung vom 25. März 2024 folgende Anträge (pag. 805; 
Hervorhebungen im Original):

I.

Herr A.________ sei freizusprechen

1. von den Anschuldigungen der Vergewaltigung (Ziff. 1.1. der Anklageschrift), angeblich mehrfach 
begangen in S.________(Ortschaft) sowie in der Umgebung von S.________(Ortschaft), 
R.________(Ortschaft) und T.________(Ortschaft) vom 16. Februar 2008 bis 31. Juli 2008 zum 
Nachteil von D.________

2. von der Anschuldigung der Vergewaltigung (Ziff. 1.2. der Anklageschrift), angeblich begangen 
am 8. Juni 2009 in T.________(Ortschaft) zum Nachteil von D.________

3. von der Anschuldigung der sexuellen Nötigung (Ziff. 2.1. der Anklageschrift), angeblich began-
gen im Frühjahr 2008 in einer öffentlichen Toilette an einer Strasse in T.________(Ortschaft), 
zum Nachteil von D.________

4. von der Anschuldigung der sexuellen Nötigung (Ziff. 2.2. der Anklageschrift), angeblich began-
gen am 8. Juni 2009 in T.________(Ortschaft) zum Nachteil von D.________

unter Auferlegung der Verfahrenskosten an den Kanton Bern sowie unter Ausrichtung einer 
Parteientschädigung gemäss eingereichter Honorarnote.

II.

Die Zivilklage sei abzuweisen.

III.

Allfällige weitere Verfügungen seien von Amtes wegen zu treffen.

Die Generalstaatsanwaltschaft stellte in der Berufungsverhandlung vom 25. März 
2024 folgende Anträge (pag. 812; Hervorhebungen im Original):

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I.

Es sei festzustellen, dass das erstinstanzliche Urteil des Regionalgerichts Berner Jura-Seeland (Kol-
legialgericht in Dreierbesetzung) vom 15. Februar 2023 in Rechtskraft erwachsen ist hinsichtlich der 
Einstellung des Strafverfahrens gegen A.________ wegen Vergewaltigung, angeblich begangen in 
der Zeit von ca. 01.04.2007 bis am 15.02.2008 zum Nachteil von D.________ (Ziff. I.1.1. AKS), infol-
ge Eintritts der Verfolgungsverjährung, ohne Ausrichtung einer Entschädigung und ohne Ausschei-
dung von Verfahrenskosten.

II.

A.________ sei schuldig zu sprechen:

1. der Vergewaltigung, mehrfach begangen

1.1 in der Zeit vom 16.02.2008 bis am 31.07.2008 in S.________(Ortschaft) sowie in der 
Umgebung von S.________(Ortschaft), R.________(Ortschaft) und 
T.________(Ortschaft), zum Nachteil von D.________ (mehrfach, Ziff I.1.1. AKS);

1.2 am 08.06.2009 in T.________(Ortschaft), zum Nachteil von D.________ (Ziff. I.1.2. 
AKS);

2. der sexuellen Nötigung, mehrfach begangen

2.1 im Frühjahr 2008 in T.________(Ortschaft) bzw. in der Umgebung von 
T.________(Ortschaft), zum Nachteil von D.________ (Ziff. I.2.1. AKS)

2.2 am 08.06.2009 in T.________(Ortschaft), zum Nachteil von D.________ (Ziff. I.2.2. 
AKS);

und in Anwendung der einschlägigen Bestimmungen

zu verurteilen:

1. zu einer Freiheitsstrafe von 22 Monaten, unter Gewährung des bedingten Vollzugs bei einer 
Probezeit von 2 Jahren sowie unter Anrechnung der ausgestandenen Polizeihaft von 1 Tag;

2. zur Bezahlung der erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten (zzgl. Einer angemessenen 
Gebühr gemäss Art. 21 VKD).

III.

Es seien die weiteren üblichen Verfügungen zu erlassen (Honorare, biometrische erkennungsdienstli-
che Daten).

Rechtsanwältin E.________ stellte namens der Privatklägerin anlässlich der obe-
rinstanzlichen Hauptverhandlung vom 25. März 2024 folgende Anträge (pag. 814 
ff.; Hervorhebungen im Original): 

I. Es sei festzustellen, dass das Urteil des Regionalgerichts Berner Jura-Seeland vom 15.02.2023 
in Ziff. röm. I. in Rechtskraft erwachsen ist.

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II. A.________ sei in Bestätigung des Urteils des Regionalgerichts Berner Jura-Seeland vom 
15.02.2023 schuldig zu sprechen wegen

1. Vergewaltigung, mehrfach begangen

1.1 in der Zeit vom 16.02.2008 bis 31.07.2008 in S.________(Ortschaft) sowie in der Um-
gebung von S.________(Ortschaft), R.________(Ortschaft) und 
T.________(Ortschaft), sowie

1.2 am 08.06.2009 in T.________(Ortschaft) BE; und

2. sexueller Nötigung, mehrfach begangen

2.1 im Frühjahr 2008 in T.________(Ortschaft) BE bzw. der Umgebung von 
T.________(Ortschaft) BE, sowie

2.2 am 08.06.2009 in T.________(Ortschaft) BE

allen zum Nachteil der Straf- und Zivilklägerin D.________

III. A.________ sei in Bestätigung des Urteils des Regionalgerichts Berner Jura-Seeland vom 
15.02.2023 in Anwendung der einschlägigen Gesetzesartikel zu einer angemessenen Strafe zu 
verurteilen.

IV. A.________ seien die erst- und zweitinstanzlichen Verfahrenskosten zur Bezahlung aufzuerle-
gen.

V. A.________ sei in Bestätigung des Urteils des Regionalgerichts Berner Jura-Seeland vom 
15.02.2023 zur Bezahlung von Schadenersatz von CHF 5'183.40, zzgl. 5 % Zins seit dem 
15.02.2023, an die Straf- und Zivilklägerin D.________ zu verurteilen (Teilklage);

Für weiteren Schaden sei die Zivilklage der Straf- und Zivilklägerin D.________ in Bestätigung 
des Urteils des Regionalgerichts Berner Jura-Seeland vom 15.02.2024 dem Grundsatz nach 
gutzuheissen und für die vollständige Beurteilung der Forderung auf den Zivilweg zu verweisen 
(Nachklagevorbehalt).

VI. A.________ sei in Bestätigung des Urteils des Regionalgerichts Berner Jura-Seeland vom 
15.02.2023 zur Bezahlung einer Genugtuung von CHF 25'000.000, zzgl. 5 % Zins seit dem 
08.06.2009, an die Straf- und Zivilklägerin D.________ zu verurteilen;

VII. A.________ sei zur Bezahlung der erst- und zweitinstanzlichen Anwaltskosten der Straf- und 
Zivilklägerin D.________ zu verurteilen; und

VIII. Allfällige weitere Verfügungen seien von Amtes wegen zu treffen.

6. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Das Berufungsgericht überprüft das erstinstanzliche Urteil nur in den angefochte-
nen Punkten (Art. 404 Abs. 1 der Schweizerischen Strafprozessordnung [StPO; 
SR 312.0]). 

Zufolge der alleinigen, beschränkten Berufung des Beschuldigten (vgl. Ziff. I.2. 
hiervor) ist das vorinstanzliche Urteil insoweit in Rechtskraft erwachsen, als das 
Strafverfahren gegen den Beschuldigten wegen Vergewaltigung, angeblich began-
gen in der Zeit von ca. A.________ 2007 bis am 15. Februar 2008 zum Nachteil 

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der Privatklägerin infolge Eintritts der Verfolgungsverjährung ohne Ausrichtung ei-
ner Entschädigung und Ausscheidung von Verfahrenskosten eingestellt wurde (Ziff. 
I. des erstinstanzlichen Urteildispositivs). Angefochten und somit durch die Kammer 
zu überprüfen sind die Schuldsprüche wegen Vergewaltigung und sexueller Nöti-
gung (Ziff. II.1. und II.2. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs) und damit einher-
gehend die Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe von 22 Monaten (unter Anrech-
nung der ausgestandenen Polizeihaft und unter Gewährung des bedingten Voll-
zugs unter einer Ansetzung der Probezeit auf 2 Jahre) und den Verfahrenskosten 
von CHF 40'764.00 (inkl. Kosten für die amtliche Verteidigung). Ferner sind durch 
die Kammer die Zivilforderungen der Privatklägerin zu überprüfen (Verurteilung zur 
Bezahlung von CHF 5'183.40 Schadenersatz zzgl. Zins zu 5 % seit dem 15. Fe-
bruar 2023, Gutheissung im Grundsatz der Zivilklage für weiteren zukünftigen 
Schaden und deren Verweisung auf den Zivilweg zur vollständigen Beurteilung so-
wie Verurteilung zur Bezahlung von CHF 25'000.00 Genugtuung zzgl. 5 % Zins seit 
dem 8. Juni 2009 an die Privatklägerin [Ziff. IV. des erstinstanzlichen Urteildisposi-
tivs]). Praxisgemäss ist auch über die Löschung der erhobenen biometrischen er-
kennungsdienstlichen Daten zu befinden.

Die Kammer verfügt bei der Überprüfung der angefochtenen Punkte über volle Ko-
gnition (Art. 398 Abs. 2 StPO). Auf die Höhe des erstinstanzlichen amtlichen Hono-
rars für die Verteidigung des Beschuldigten während der Strafuntersuchung ist nur 
zurückzukommen, sofern die Vorinstanz das ihr bei der Honorarfestsetzung zuste-
hende Ermessen in unhaltbarer Weise ausgeübt haben sollte (Urteile des Bundes-
gerichts 6B_349/2016 vom 13. Dezember 2016 E. 2.4.2 und 6B_769/2016 vom 11. 
Januar 2017 E. 2.3).

Aufgrund der alleinigen Berufung des Beschuldigten darf das Urteil nicht zu seinem 
Nachteil abgeändert werden; es ist das Verschlechterungsverbot zu beachten 
(Art. 391 Abs. 2 StPO).

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung

7. Vorwürfe gemäss Anklageschrift vom 8. Juni 2022

Gegen den Beschuldigten werden mit Anklageschrift vom 8. Juni 2022 folgende 
Vorwürfe erhoben (pag. 297 ff.; Hervorhebungen im Original):

1. Vergewaltigung (Art. 190 Abs. 1 StGB)

mehrfach begangen

1.1. in der Zeit von ca. 01.04.2007 bis 31.07.2008 (jeweils ca. einmal pro Woche) an der 
.________(Strasse) in S.________(Ortschaft) sowie in der Umgebung von 
S.________(Ortschaft), R.________(Ortschaft) und T.________(Ortschaft) (im Auto), zum 
Nachteil von D.________

indem der Beschuldigte die Privatklägerin zur Duldung des Geschlechtsverkehrs (Vaginalver-
kehrs) nötigte, indem er sich mit seinem Körpergewicht auf sie legte, mit seinen Schienbeinen 
ihre Knie fixierte, mit seinen Händen ihre Arme und Handgelenke festhielt, mit einer Hand ihre 

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beiden Handgelenke zusammenhielt, ihr die Hosen auszog, ihre Beine auseinander drückte und 
mit seinem Penis gegen ihren erkennbaren Willen in ihre Vagina eindrang;

wobei

- der Beschuldigte in der Zeit von ca. 01.01.2007 bis 31.07.2008 eine sexuelle Beziehung mit 

der am 16.03.1991 geborenen Privatklägerin führte,

- der Beschuldigte nach den ersten Monaten der Beziehung immer gröber mit der Privatkläge-

rin umging, ihr beim Geschlechtsverkehr Schmerzen bereitete, dennoch weitermachte und 

den Geschlechtsverkehr an ihr vollzog, obwohl sie ihn bat aufzuhören und manchmal dabei 

weinte,

- die Privatklägerin dem Beschuldigten bereits vor dem Geschlechtsverkehr sagte, dass sie 

nicht wolle, sich körperlich dagegen wehrte und versuchte, ihn mit Händen, Füssen und Kni-

en wegzustossen,

- der Beschuldigte den Widerstand der Privatklägerin mit seiner überlegenen Körperkraft 

brach,

- sie manchmal laut schrie,

- die Privatklägerin im Bewusstsein der Ausweglosigkeit ihrer Situation den Widerstand auf-

gab, sich zwecks Minderung der Schmerzen zu entspannen versuchte und den Geschlechts-

verkehr über sich ergehen liess,

- der Beschuldigte nach seinen Taten regelmässig Reue empfand und weinte, sodass die Pri-

vatklägerin ihn wiederum tröstete,

- die Privatklägerin nach den Taten wochenlang Schmerzen in Vagina und Unterbauch hatte, 

sodass sie deswegen immer wieder die Frauenärztin aufsuchte und sich am 20.12.2007 ei-

ner diagnostischen Laparoskopie im Spital R.________(Ortschaft) unterzog;

wobei der Beschuldigte

- wissentlich und willentlich handelte und insbesondere auch wusste, dass der (erzwungene) 

Geschlechtsverkehr gegen den Willen der Privatklägerin erfolgte.

1.2. am 08.06.2009 in einer Einzimmerwohnung im Dachgeschoss eines Mehrfamilienhauses an der 
.________ (oder an einer anderen Adresse in der Nähe) in T.________(Ortschaft) BE (im fol-
genden «Wohnung»), zum Nachteil von D.________,

indem der Beschuldigte die Privatklägerin zur Duldung des Geschlechtsverkehrs (Vaginalver-
kehrs) nötigte, indem er sie am Arm packte, die Wohnungstüre verschloss und den Schlüssel 
abzog, die Privatklägerin aufs Bett schmiss, wo sie auf dem Rücken zu liegen kam, mit seiner 
überlegenen Körperkraft über sie kam, ihr die Hosen auszog, ihre Beine auseinander drückte 
und mit seinem Penis gegen ihren erkennbaren Willen gewaltsam in ihre Vagina eindrang;

wobei

- die Privatklägerin damals bei der Familie des Beschuldigten wohnte, die Beziehung zu ihm 

(s. Ziff. 1.1 vorstehend) jedoch seit ca. einem Jahr beendet war,

- der Beschuldigte die Privatklägerin vorgängig telefonisch kontaktiert, am Telefon geweint und 

gesagt hatte, er werde sich umbringen und sie solle zu ihm in die Wohnung kommen,

- der Beschuldigte in der Wohnung zur Privatklägerin gesagt hatte, er wolle sie zurückhaben,

- sie zu ihm gesagt hatte, sie liebe ihn nicht mehr und wolle nicht mehr mit ihm zusammen-

sein, und er verdiene eine Frau, die ihn wirklich liebe,

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- er dies nicht akzeptiert, weiter insistiert und verlangt hatte, dass sie ihm einen letzten Kuss 

gebe,

- sie dies abgelehnt hatte, wobei sie im Bewusstsein um seine früheren Taten (s. Ziff. 1.1 vor-

stehend) Angst bekam, und

- sie das Gespräch zu beenden versucht hatte, aufgestanden und zur Türe gegangen war, um 

die Wohnung zu verlassen, als er sie am Arm packte;

wobei

- die Privatklägerin den Beschuldigten bat, von ihr abzulassen,

- sie zunächst in einem Schockzustand wie versteinert auf dem Bett lag, weil sie aufgrund ih-

rer früheren Erfahrung (s. Ziff. 1.1 vorstehend) wusste, was nun passieren würde, und sich 

im Bewusstsein seiner körperlichen Überlegenheit und der Ausweglosigkeit ihrer Situation 

nicht körperlich wehren konnte,

- sie nach dem ersten, gewaltsamen und sehr schmerzhaften Eindringen dennoch begann, 

sich mit aller Kraft gegen den Beschuldigten zu wehren,

- er sie unter Aufbietung seiner Körperkraft weiterhin vaginal penetrierte und ihr dadurch star-

ke Schmerzen zufügte,

- sie laut schrie,

- es ihr mit ihrer Gegenwehr, vor allem mit Füssen und Knien, gelang, sich ein wenig zu be-

freien,

- sie ihm eine tiefe Bisswunde an der Schulter zufügte, sodass er sie wegstiess (um sie dann 

erneut zu packen und anal zu vergewaltigen, s. Ziff. 2.2 nachstehend), und

- der Beschuldigten die Privatklägerin danach wieder umdrehte, erneut in der vorstehend be-

schriebenen Weise vaginal vergewaltigte, zum Orgasmus gelangte und nach seiner Tat über 

ihr zusammenbrach;

wobei

- die Privatklägerin sich nach der Tat vom Beschuldigten lösen konnte, ins Bad flüchtete und 

sich dort einschloss,

- sie anal sowie vaginal blutete und am ganzen Körper zitterte,

- sie den Beschuldigten daraufhin heftig beleidigte und ihm sagte, dass er keine Liebe verdient 

habe und sie ihn verachte,

- die Privatklägerin nach der Tat jahrelang Schmerzen im Unterbauch hatte und bis heute 

beim Geschlechtsverkehr Schmerzen empfindet;

wobei der Beschuldigte

- wissentlich und willentlich handelte und insbesondere auch wusste, dass der (erzwungene) 

Geschlechtsverkehr gegen den Willen der Privatklägerin erfolgte.

2. Sexuelle Nötigung (Art. 189 Abs. 1 StGB)

mehrfach begangen

2.1. im Frühjahr 2008 in einer öffentlichen Toilette an einer Strasse in T.________(Ortschaft) BE 
(oder Umgebung), zum Nachteil von D.________,

indem der Beschuldigte die Privatklägerin zur Duldung des Analverkehrs nötigte, indem er sie 
mit seinem Körper am Verlassen der Toilette hinderte, die Toilette betrat und die Türe hinter sich 

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schloss, die Privatklägerin mit seiner überlegenen Körperkraft umdrehte und bäuchlings gegen 
die Wand drückte, ihr die Hosen herunterzog und mit seinem Penis gegen ihren erkennbaren 
Willen gewaltsam in ihren Anus eindrang;

wobei

- die Privatklägerin dem Beschuldigten deutlich sagte, dass sie dies nicht wolle,

- sie sich körperlich nach Kräften wehrte und sich von der Wand abzustossen versuchte, ihre 

Gegenwehr aufgrund seiner überlegenen Körperkraft und der engen Platzverhältnisse jedoch 

erfolglos blieb,

- er mit seiner Hand und Speichel ihren Anus befeuchte, sie heftig anal penetrierte und ihr da-

durch sehr starke Schmerzen zufügte,

- sie laut schrie,

- er sie derart gewalttätig gegen die Toilettenwand penetrierte, dass ihr Kopf abgedreht wurde 

und sie starke Schmerzen im Nacken hatte, welche sie bis heute empfindet;

wobei der Beschuldigte

- wissentlich und willentlich handelte und insbesondere auch wusste, dass der (erzwungene) 

Analverkehr gegen den Willen der Privatklägerin erfolgte.»

2.2. am 08.06.2009 in der Wohnung in T.________ (Ortschaft) zum Nachteil von D.________,

indem der Beschuldigte die Privatklägerin – nachdem er sie in der in Ziff. 1.2. vorstehend be-
schriebenen Weise zur Duldung des Vaginalverkehrs genötigt hatte – zur Duldung des Analver-
kehrs nötigte, indem er sie mit seiner überlegenen Körperkraft packte, auf den Bauch drehte, ih-
re Arme festhielt und mit seinem Penis gegen ihren erkennbaren Willen gewaltsam in ihren Anus 
eindrang;

wobei

- der Beschuldigte gewaltsam und sehr heftig in die Privatklägerin eindrang, und ihr dadurch 

starke Schmerzen zufügte,

- sie das Gefühl hatte, er würde ihr den Rücken brechen,

- sie sich nicht mehr wehren und nichts mehr machen konnte, ein Pfeifen im Ohr hatte (wie der 

Dauerton des EKG), kein Zeitgefühl mehr hatte und sich ausserhalb ihres Körpers, gebro-

chen und wie tot fühlte,

- er sie danach wieder umdrehte und erneut vaginal vergewaltigte (s. Ziff. 1.2 vorstehend);

wobei

- die Privatklägerin sich nach der Tat vom Beschuldigten lösen konnte, ins Bad flüchtete und 

sich dort einschloss,

- sie anal sowie vaginal blutete und am ganzen Körper zitterte,

- sie den Beschuldigten daraufhin heftig beleidigte und ihm sagte, dass er keine Liebe verdient 

habe und sie ihn verachte;

wobei der Beschuldigte

- wissentlich und willentlich handelte und insbesondere auch wusste, dass der (erzwungene) 

Analverkehr gegen den Willen der Privatklägerin erfolgte.

12

8. Teileinstellung

Zum angeblichen Tatzeitpunkt war der Beschuldigte (geb. 1. April 1986) 21- bis 23-
jährig, die Privatklägerin (geb. 16. März 1991) 16- bis 18-jährig. Präzisierend ange-
fügt sei, dass vor der Vorinstanz zufolge Verjährung nur noch die Phase ab 16. Fe-
bruar 2008 zur Diskussion stand, als der Beschuldigte damit knapp 22- bis 23-
jährig bzw. die Privatklägerin knapp 17- bis 18-jährig war (vgl. pag. 485 f.).

In Zahlen ausgedrückt warf die Staatsanwaltschaft dem Beschuldigten ursprünglich 
bis rund 70 Vergewaltigungen (die Tatzeitspanne vom 1. April 2007 bis 31. Juli 
2008 entspricht etwa 70 Wochen, wozu der Vorfall vom 8. Juni 2009 hinzuzurech-
nen ist) sowie zwei Mal erzwungenen Analverkehr vor. Mit der Teileinstellung zu-
folge Verjährung durch die Vorinstanz verringerte sich die Anzahl vorgeworfener 
Vergewaltigungen, ausgehend von einem wöchentlichen Deliktsrhythmus auf die 
verbleibende Zeitspanne von 5 ½ Monaten (zuzüglich Vorfall vom 8. Juni 2009), 
auf rund zwei Dutzend Übergriffe. 

Bereits am 4. Mai 2022 gab es eine Teileinstellung hinsichtlich der Vorwürfe der 
sexuellen Handlungen mit Kindern sowie des Vorwurfs der Freiheitsberaubung am 
8. Juni 2009, dies ohne Verfahrenskostenausscheidung (pag. 290 ff.). Der erstere 
Vorwurf wurde wegen eingetretener Verjährung eingestellt, der zweitere mangels 
Tatverdachts (das geforderte Mass hinsichtlich Intensität und Dauer einer allfälligen 
Einschränkung der persönlichen Bewegungsfreiheit werde auch nach gewissen 
Aussagen der Privatklägerin nicht erreicht).

9. Rahmengeschehen

Die Privatklägerin und der Beschuldigte führten in der Zeit von ca. 1. Januar 2007 
bis 31. Juli 2008 eine (sexuelle) Beziehung. Die von der Staatsanwaltschaft bei 
Herrn N.________, der U.________ AG, Spital R.________(Ortschaft), den Uni-
versitären Psychiatrischen Diensten (UPD) und Herrn P.________, Berner Ge-
sundheit (vormals Jugendberatung R.________(Ortschaft); nachfolgend BEGES) 
beigezogenen (vgl. pag. 19 ff., pag. 31 f., pag. 33 f., pag. 37 f., pag. 44 ff.) sowie 
von der Rechtsbeiständin der Privatklägerin mit Eingaben vom 25. April 2022 
(pag. 255 ff.) und 15. September 2022 (pag. 387 ff.) eingereichten Akten und 
Schriftstücke enthalten Informationen über die zeitliche Einbettung der Ereignisse 
während und nach der Beziehung zwischen der Privatklägerin und dem Beschul-
digten sowie die späte Eröffnung der Strafverfolgung. 

Aktenkundig ist, dass die Privatklägerin zu Beginn der Beziehung mit dem Be-
schuldigten einen Sprachaufenthalt in V.________ (Ortschaft) absolvierte, wobei 
ihr hierfür am 29. Januar 2007 ein Notenblatt des W.________ (Bildungsinstitution) 
ausgestellt wurde (pag. 260). Weiter liegt ein Lehrzeugnis der X.________ (Lehrbe-
trieb) vom 29. Juli 2008 vor, welchem zu entnehmen ist, dass die Privatklägerin am 
1. August 2007 eine Lehre als Fachangestellte Gesundheit (FaGe) begann, welche 
sie im Sommer 2008 abbrach (pag. 259). Weiter liegen Dokumente betreffend die 
gesundheitlichen Beschwerden der Privatklägerin während des Beziehungszeit-

13

raums vor. Aus einem Auszug aus den Patientenakten von Frau Dr. med. 
O.________, geht hervor, dass die Privatklägerin am 9. Mai 2007 um einen Termin 
wegen Schmerzen beim Geschlechtsverkehr ersuchte (pag. 425). Den vom Spital 
R.________(Ortschaft) eingereichten Patientenakten ist zu entnehmen, dass die 
Privatklägerin vom 20. bis 22. Dezember 2007 wegen aetiologisch unklarer rechts-
seitiger Unterbauchschmerzen hospitalisiert war (pag. 31 f.). Dabei unterzog sie 
sich einer diagnostischen Laparoskopie (pag. 33). 

Im Schreiben der Stadt T.________(Ortschaft) vom 14. April 2022 wird bestätigt, 
dass die Privatklägerin am 8. Juni 2009 einen Termin bei der Abteilung Soziales 
gehabt und diesen auch wahrgenommen habe (pag. 261). Gemäss Bericht zur Pri-
vatklägerin von P.________ (BEGES) an die KJPD R.________(Ortschaft) vom 
19. Dezember 2008 zog die Privatklägerin im September 2008 von Zuhause aus. 
Aufgrund der schwierigen Situation habe sich die Familie der Privatklägerin für ein 
Time Out in der Form einer Familienplatzierung durch Y.________ entschieden, 
wobei die Privatklägerin beim Abklärungsgespräch für die Familienplatzierung von 
mehreren sexuellen Übergriffen und von Vergewaltigung durch ihren früheren 
Freund A.________ berichtet habe. Sie kleide sich vollständig verschleiert als 
Schutz vor Männern, damit es nicht mehr zu sexuellen Übergriffen kommen könne. 
Die Privatklägerin habe gesagt, sie sehe, dass ihr Umfeld überfordert sei und sie 
aufgrund ihrer Erlebnisse Hilfe benötige (pag. 44). Aus dem Journaleintrag der Ju-
gendberatung R.________(Ortschaft) vom 9. Dezember 2008 geht hervor, dass die 
Privatklägerin anlässlich des Indikationsgesprächs mit Y.________ äusserte, einen 
sexuellen Übergriff durch ihren ersten Freund erlebt zu haben und von ihm verge-
waltigt worden zu sein (pag. 50). 

Den Unterlagen ist zu entnehmen, dass die Privatklägerin am 5. Januar 2009 zu 
einem Indikationsgespräch am 9. Januar 2009 in der Klinik ._______ eingeladen 
wurde (pag. 37). Über dieses Indikationsgespräch wurde die Jugendberatung in der 
Folge durch die Mutter der Privatklägerin informiert. Das Gespräch habe stattge-
funden, die Privatklägerin werde aufgenommen und der Befund laute gestörte Per-
sönlichkeitsentwicklung (pag. 55, vgl. auch Journaleintrag vom 17. Dezember 2008 
[pag. 51], wonach Dr. Q.________ davon ausgehe, dass es sich um eine post-
traumatische Störung handle). Im Journaleintrag vom 3. Juni 2009 ist vermerkt, 
dass die Privatklägerin mitgeteilt habe, ihr gehe es besser und sie habe sich von 
der Verschleierung und der extremen Glaubensrichtung distanziert (pag. 60). Im 
Zusammenhang mit den Kontakten UPD soll die Privatklägerin in dieser Zeit einen 
Brief zu den Übergriffen geschrieben haben.

Mit Eingabe vom 15. September 2022 (pag. 387 ff.) wurde sodann ein Therapie-
/Behandlungsbericht von Herrn N.________, vom 1. September 2022 eingereicht 
(pag. 416 ff.). Dem Bericht ist zusammenfassend zu entnehmen, dass die Privat-
klägerin das erste Mal am 6. Juli 2017 vorstellig geworden sei und von immer wie-
derkehrenden sexuellen Übergriffen ab ca. 15-jährig durch ihren damaligen Freund 
A.________ über 2 Jahre hinweg sowie einem sexuellen Übergriff durch 
A.________ nach der Beziehung, analer wie auch vaginaler Vergewaltigung und 
Bedrohung des Lebens erzählt habe. Auch sei sie in einer Wohnung eingeschlos-
sen worden (pag. 418 f.). Weiter liegt ein Bericht des Stadtspitals Z.________ 

14

(Ortschaft) vom 26. Juni 2022 vor, woraus hervorgeht, dass die Privatklägerin glei-
chentags in Behandlung gewesen sei. Sie sei in einer Gerichtsverhandlung, habe 
schlechte Nachrichten bekommen (gemäss Bericht von N.________ vom 1. Sep-
tember 2022 Verschiebung des Gerichtstermins durch den Beschuldigten 
[pag. 418]) und komme mit der Situation nicht mehr zu recht (pag. 423). Am 
19. Januar 2021 habe die Privatklägerin in einer Therapiesitzung evaluiert, ob sie 
gegen den Beschuldigten Anzeige erstatten solle (pag. 20). 

Am 10. März 2021 meldete sich die Privatklägerin in Begleitung ihrer Rechtsanwäl-
tin, E.________ sowie ihrer Schwester, L.________, auf der Polizeiwache in 
T.________(Ortschaft) und erstattete Anzeige gegen A.________ (pag. 6 ff.).

10. Unbestrittener / bestrittener Sachverhalt

Die Beziehungsgeschichte der Parteien ist weitgehend unbestritten. Klar ist, dass 
die Parteien ca. ab Jahresbeginn 2007 ein Paar waren und die Privatklägerin vor 
der Beziehung mit dem Beschuldigten bereits mit dessen jüngerem Bruder 
M.________ kurz zusammen war. Gemäss übereinstimmenden Angaben der Par-
teien sei es rund wöchentlich zu sexuellen Handlungen gekommen. Weiter ist un-
bestritten, dass die Beziehung im Sommer 2008 auseinanderging und die Privat-
klägerin gegen Ende der Beziehung zunehmend begann, sich mit dem Islam aus-
einanderzusetzen und in der Folge einer islamischen Glaubensgemeinschaft bei-
trat. Sodann ist unbestritten, dass die Privatklägerin – nach dem Beziehungsende 
mit dem Beschuldigten und nachdem sie mithilfe des Bruders des Beschuldigten, 
M.________, die islamische Glaubensgemeinschaft verlassen hatte – bis im Juni 
2009 bei der Familie des Beschuldigten wohnte. 

Der Beschuldigte bestreitet den Vorwurf, wonach es während der Beziehung mit 
der Privatklägerin je zu nicht einvernehmlichen sexuellen Handlungen gekommen 
sei und er diese nach anfänglichem Einvernehmen zunehmend körperlich und ge-
waltsam erzwungen habe. Er bestreitet auch, nach dem Geschlechtsverkehr je ge-
weint zu haben. Weiter bestreitet der Beschuldigte den Vorwurf des Erzwingens 
von Analverkehr im Frühjahr 2008 auf einer öffentlichen Toilette in 
T.________(Ortschaft) oder Umgebung gegen den Willen und die Gegenwehr der 
Privatklägerin (Ziff. I.2.1. der Anklageschrift). Betreffend den Vorfall vom 8. Juni 
2009 in der Wohnung in T.________(Ortschaft) (Ziffn. I.1.2. und I.2.2. der Anklage-
schrift) ist unbestritten, dass es damals zwischen den Parteien zu sexuellen Hand-
lungen kam. Auch hier bestreitet der Beschuldigte indes den Vorwurf, wonach die-
se nicht konsensual gewesen seien und er diese Handlungen gewaltsam gegen 
den Willen der Privatklägerin erzwungen habe. Der Beschuldigte bestreitet auch, 
mit der Privatklägerin je Analverkehr praktiziert zu haben. Die vorhandenen schrift-
lichen Beweismittel, welche Hinweise auf die Chronologie der Beziehung und den 
Gesundheitszustand der Privatklägerin während und nach der Beziehung enthalten 
(vgl. E. I.9. hiervor), werden vom Beschuldigten auch insoweit in Zweifel gezogen, 
als bestritten wird, dass es je zu sexuellen Handlungen gegen den Willen der Pri-
vatklägerin gekommen sei.

15

11. Theoretische Grundlagen der Beweiswürdigung

Die Vorinstanz hat die allgemeinen Grundsätze zur Beweiswürdigung korrekt wie-
dergegeben (S. 44 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 602 ff.). Darauf 
kann vorab verwiesen werden. Ergänzend ist darauf hinzuweisen, dass gemäss 
bundesgerichtlicher Rechtsprechung der Grundsatz in dubio pro reo nicht auf die 
einzelnen Indizien angewendet werden, wohl aber bei der Beweiswürdigung als 
Ganzer seine Wirkung entfalten kann. Massgebend ist daher eine gesamthafte 
Würdigung der Beweise und nicht eine isolierte Betrachtung derselben. Zulässig ist 
es deshalb, aus der Gesamtheit verschiedener Indizien, welche isoliert betrachtet 
lediglich eine gewisse Wahrscheinlichkeit begründen, auf den vollen rechtsgenü-
genden Beweis von Tat und Täterschaft zu schliessen (Urteile des Bundesgerichts 
6B_160/2022 vom 5. Oktober 2022 E. 2.3 und 2.4; 6b_699/2018 vom 7. Februar 
2019 E. 2.3.2 und 6b_360/2016 vom 1. Juni 2017 E. 2.4, 6B_890/2009 vom 
22. April 2010 E. 6.1, 6B_46/2014 vom 9. Oktober 2014 E. 2.2; NIKLAUS OBERHOL-
ZER, Grundzüge des Strafprozessrechts, 4. Aufl. 2020, N 1090).

12. Beweismittel

Die Vorinstanz hat die vorhandenen objektiven und subjektiven Beweismittel zutref-
fend wiedergegeben; auf diese Ausführungen kann vollumfänglich verwiesen wer-
den (S. 14 ff. und S. 38 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 572 ff. re-
sp. pag. 596 ff.). Das insgesamt vorhandene Beweismaterial ist vorliegend nicht 
strittig; indes dessen Bewertung, namentlich die Würdigung der Befragungen, im 
Hinblick auf die Frage, ob von sexuellen Übergriffen des Beschuldigten gegenüber 
der Privatklägerin ca. ab Frühjahr 2008 bzw. am 8. Juni 2009 auszugehen ist. Zur 
Klärung des Kernsachverhalts stehen dabei die Aussagen der Privatklägerin und 
des Beschuldigten im Zentrum der Beweiswürdigung, weshalb – analog dem Vor-
gehen der Vorinstanz – vorab die subjektiven Beweismittel erläutert werden. Im 
Anschluss wird auf die objektiven Beweismittel eingegangen, folgend von der Be-
weiswürdigung der Kammer.

13. Subjektive Beweismittel

13.1 Aussagen der Privatklägerin

Vorab sei auf die eigentlichen Einvernahmeprotokolle (pag. 61 ff., pag. 73 ff., pag. 
487 ff., pag. 765 ff.) und die zutreffende, ausführliche Zusammenfassung der Aus-
sagen der Privatklägerin der Vorinstanz (S. 14 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbe-
gründung, pag. 572 ff.) verwiesen. An dieser Stelle seien vor allem die folgenden 
Darlegungen der Privatklägerin herausgehoben:

13.1.1 Polizeiliche Einvernahme vom 10. März 2023 (pag. 67 ff.).

Die Privatklägerin gab zu Protokoll, mit 13 Jahren mit dem Bruder des Beschuldig-
ten zusammengekommen zu sein und so den Beschuldigten kennengelernt zu ha-
ben. Sie habe dann unter der Trennung vom Bruder des Beschuldigten gelitten und 
der Beschuldigte habe sie getröstet. So seien sie ein Paar geworden, wobei sie zu 
dieser Zeit 15 Jahre alt gewesen sei (pag. 62 Z. 42 ff.). Am Anfang sei alles ok ge-
wesen. Nach zwei bis drei Monaten sei es so gewesen, dass der Beschuldigte ihr 

16

beim Sex Schmerzen bereitet, aber trotzdem weitergemacht habe (pag. 62 Z. 47 f., 
pag. 68 Z. 355 f.). Sie hätten sich ein- bis zweimal die Woche gesehen und meis-
tens Sex gehabt (pag. 68 Z. 320). Am Anfang sei der Sex einvernehmlich gewesen, 
mit der Zeit habe sie aber bereits zu Beginn Schmerzen gehabt und sich auch ge-
wehrt. Wenn der Beschuldigte ihr so weh getan habe, habe sie ihn gebeten, auf-
zuhören. Er habe aber trotzdem weiter gemacht und auch ihre Tränen ignoriert 
(pag. 68 Z. 321 ff., pag. 69 Z. 359 ff.). Es habe jedes Mal dahingehend geendet, 
dass er auch geweint habe, weil es ihm leid getan habe (pag. 68 Z. 323 f.). Mit der 
Zeit habe sie bereits zu Beginn gewusst, wie das Ganze ausgehe. Sie habe ver-
sucht, so gut es ging mitzumachen, um die Schmerzen zu minimieren (pag. 68 
Z. 329 ff.). Sie habe dem Beschuldigten aber auch öfters bereits am Anfang ge-
sagt, dass sie nicht möchte (pag. 68 Z. 331 f.). Auf Frage, wie sie dem Beschuldig-
ten konkret gesagt habe, dass sie keinen Sex wolle, erklärte die Privatklägerin, 
dass sie sicher nicht vorher in einem Gespräch gesagt habe, dass sie keinen Sex 
wolle. Aber wenn sie sich geküsst hätten und er dann angefangen habe sie anzu-
langen, habe sie ihm mehrmals deutlich gesagt, dass sie keinen Sex wolle (pag. 68 
Z. 335 ff.). Sie habe sich auch dagegen gewehrt und versucht, ihn wegzustossen, 
dies sogar auch mit den Knien. Mit der der Zeit sei er mit seinen Schienbeinen auf 
ihre Knie gekniet und habe ihre Arme so festgehalten, dass er mit einer Hand ihre 
Handgelenke festhalten konnte (pag. 68 Z.  338 ff.). Mit der anderen Hand sei es 
ihm dann gelungen, ihr die Hose auszuziehen und ihre Beine auseinanderzudrü-
cken (pag. 68 Z. 340 f.). Sie sei so lange mit dem Beschuldigten zusammengeblie-
ben, weil sie sich einfach nicht von ihm habe lösen können und nicht aus dieser Si-
tuation heraus gekommen sei (pag. 68 Z. 348 f.). Sie habe nie ein gutes Männer-
bild gehabt und sei dem Beschuldigten irgendwie hilflos ausgesetzt gewesen. Erst 
im Islam habe sie Halt gefunden und sich mit der Zeit von ihm lösen können 
(pag. 68 Z. 350 ff.). 

Wohl gegen Ende der Beziehung sei es, als sie mit dem Auto unterwegs gewesen 
seien, dazu gekommen, dass der Beschuldigte an ihr in einer öffentlichen Toilette-
nanlage den Analverkehr vollzogen habe (pag. 69 Z. 366 ff.). Soweit sie sich erin-
nern könne, habe der Beschuldigte Spucke an seine Hand getan, ihren Analbereich 
dadurch feucht gemacht und sei dann in sie eingedrungen (pag. 69 Z. 375 f.). Sie 
habe versucht, sich von der Wand abzustossen, aber es sei sehr eng gewesen 
(pag. 69 Z. 380 f.). Es seien nochmals ganz andere Schmerzen, wenn man anal 
vergewaltigt werde (pag. 69 Z. 384 f.). Es sei richtig hart gewesen, die Wand gebe 
im Gegensatz zum Bett nicht nach und sie sei durch die Stösse komplett versteift 
gewesen (pag. 69 Z. 385 ff.). Im Juli 2008 habe sie die Beziehung mit dem Be-
schuldigten beendet. Auch habe sie damals ihre Lehre abgebrochen, da es ihr 
nicht gestattet gewesen sei, ein Kopftuch zu tragen. Auch der Beschuldigte habe 
damit Mühe gehabt, weshalb es dann zum Abbruch der Beziehung gekommen sei 
(pag. 69 Z. 407, pag. 70 Z. 408 ff.). Auf Frage, wie oft es zu sexuellen Handlungen 
gegen ihren Willen gekommen sei, antwortete die Privatklägerin, dass sich die se-
xuellen Übergriffe über 15 Monate zugetragen haben müssen und es mit Sicherheit 
ein- bis zweimal Mal wöchentlich zu (von ihr meist ungewollten) sexuellen Hand-
lungen gekommen sei (pag. 70 Z. 430 ff.). Durch den Bruder des Beschuldigten sei 
sie dann wieder in die Familie des Beschuldigten zurückgekommen. Der Bruder 

17

des Beschuldigten habe ihr geholfen, von der islamischen Gemeinschaft wegzu-
kommen. Sie habe dann ein paar Monate bei dessen Familie gewohnt (pag. 63 
Z. 61 ff.). Sie habe also mit dem Beschuldigten und dessen Bruder unter einem 
Dach gewohnt, wobei die Familie nicht gewusst habe, dass sie während zwei Jah-
ren mit dem Beschuldigten zusammen gewesen sei (pag. 63 Z. 65 ff). 

Am 8. Juni 2009 sei es zu der aus ihrer Sicht schlimmsten Tat gekommen (pag. 63 
Z. 76). Sie habe an diesem Tag einen Termin beim Sozialamt gehabt, wobei der 
Beschuldigte sie weinend angerufen und ihr gesagt habe, dass er sich umbringen 
werde (pag. 63 Z. 71 ff.). Sie sei dann zur Adresse gegangen, wo er sich aufgehal-
ten habe, in der Wohnung einer Freundin (pag. 63 Z. 74 f.). Nach einem längeren 
Gespräch, in welchem er sie habe zurückgewinnen wollen, habe er die Wohnung 
verschlossen, sie aufs Bett geschmissen, unter Anwendung körperlicher Gewalt 
vergewaltigt und auch den Analverkehr an ihr vollzogen, sodass sie geblutet habe 
(pag. 63 Z. 76–85, pag. 65 Z. 199–206). Irgendwann sei ihr bewusst geworden, 
was passiere, woraufhin sie begonnen habe sich heftig zu wehren und gedacht ha-
be «nur über meine Leiche» (pag. 63 Z. 85 f.). Sie sei abwechselnd schockiert, wie 
tot, dann heftig abwehrend (sie habe dem Beschuldigten sogar eine Bisswunde 
beigebracht) gewesen. Ihre Gefühlslage sei zwischen Angst, «mega Hass» auf den 
Beschuldigten bzw. sich selber, suizidalen Gedanken und «scheissegal» mäandert 
(pag. 63 Z. 102 ff., pag. 66 Z. 228 f.). Als er fertig gewesen sei, habe sie sich vorü-
bergehend im Bad eingeschlossen. Als sie aus dem Bad getreten sei, habe der 
Beschuldigte ihr gesagt, dass sie ihm gehören würde und, wenn er sie nicht haben 
könne, sie auch keinem anderen zugestehen würde. Abschliessend habe er ihr ge-
droht, sie umzubringen, bevor er die Wohnung verlassen und sie darin einge-
schlossen habe (pag. 63 Z. 93 ff.). Irgendwann sei er zurückgekommen und habe 
sie schliesslich gehen lassen (pag. 63 Z. 104 ff.). Sie wisse, dass sie dem Beschul-
digten noch etwas habe vortanzen müssen (pag. 70 Z. 423 ff.). Sie selber habe 
zeitnah die Schwester des Beschuldigten, F.________, wie auch ihre eigene Mutter 
oder eigene Schwester kontaktiert (pag. 66 Z. 66 Z. 237 f. und Z. 242 f.). Ihre Mut-
ter habe ihr die Pille danach besorgt (pag. 67 Z. 300 f.).

Erst im Gefolge der Traumatherapie habe sie sich genügend psychisch stabilisiert, 
um über das Geschehene zu sprechen, zumal sie informiert worden sei, dass die 
Verjährungsfristen noch nicht abgelaufen seien. Sie sei der Meinung, dass der Be-
schuldigte angesichts ihres Leidens unter den Vorfällen auch ein wenig Stress ver-
dient habe. Mit ihrem Vorgehen könne sie vielleicht auch andere Frauen schützen 
(pag. 71 Z. 484–494).

13.1.2 Staatsanwaltschaftliche Einvernahme vom 31. März 2022 (pag. 75 ff.)

Die Einvernahme beschäftigte sich u.a. mit der örtlich-zeitlichen Einordnung der 
Vorwürfe und auch gewissen Widersprüchen. Hinsichtlich der Vergewaltigungen 
während laufender Beziehung merkte die Privatklägerin an, damals habe sie zu 
Hause bei der Familie an der .________ (Strasse) in S.________(Ortschaft) ge-
wohnt, der Beschuldigte in T.________(Ortschaft) (pag. 76 Z. 88 f.). Sex habe man 
in ihrem Schlafzimmer gehabt oder im Auto. Der erzwungene Geschlechtsverkehr 
sei hauptsächlich bei ihr zu Hause gewesen, dies ab den ersten drei bis vier Mona-

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ten der Beziehung (pag. 76 Z. 117, pag. 77 Z. 129 und Z. 139 ff.). Sie habe ihm 
immer deutlich zu verstehen gegeben, dass er aufhören solle, aber er habe einfach 
weitergemacht (pag. 77 Z. 140 f.). Ihr Widerstand sei verbal gewesen, nonverbal 
(Weinen) und mit körperlichem Widerstand (Wegstossen, Kratzen am Rücken, an 
Haaren reissen etc. [pag. 77 Z. 141 f., pag. 78 Z. 167 f. und Z. 188 f.]). Geschrien 
habe sie wegen ihrer Familie in S.________(Ortschaft) nicht, die nichts habe mit-
bekommen sollen (pag. 79 Z. 199 f.). Der Beschuldigte habe nach dem Ge-
schlechtsverkehr nicht nur geweint, sondern auch versprochen, es nie wieder zu 
tun (pag. 77 Z. 144 und pag. 78 Z. 171 f.). Der Analverkehr auf einer öffentlichen 
Toilette sei eine nächste Stufe gewesen, die es bis dahin noch nicht gegeben habe 
(pag. 81 Z. 293 f.). Der Vorfall habe stattgefunden, nachdem sie angefangen habe, 
das Kopftuch zu tragen, was im Frühling 2008 gewesen sei. Die Burka habe sie ab 
Sommer 2008 getragen (pag. 80 Z. 244–249). Den Vorfall in der Einzimmerwoh-
nung könne sie an einem Termin beim Sozialamt festmachen, es sei eher im Früh-
ling/Sommer 2009 gewesen (pag. 83 Z. 358 f. und Z. 362). Sie sei nur einmal in 
dieser Wohnung gewesen (pag. 84 Z. 390). Von zwei Kollegen, die nach Aussagen 
des Beschuldigten noch in der Wohnung gewesen seien, wisse sie nichts (pag. 84 
Z. 411). Sie räumte ein, es könne sein, dass sie gegenüber der Schwester des Be-
schuldigten, F.________, nur von «Belästigung» gesprochen habe, nicht von «Ver-
gewaltigung», weil sie mega geschockt gewesen sei und es selbst nicht habe 
wahrhaben wollen (pag. 86 Z. 464 f.). Auf Frage, ob sie sich später bei F.________ 
für diese Anschuldigungen entschuldigt habe, erklärte sie, sich nicht daran erinnern 
und es sich nicht vorstellen zu können (pag. 86 Z. 470 und Z. 475). Nicht richtig sei, 
wonach sie angeblich dem Beschuldigten in der Zeit, als sie bei dessen Familie 
wohnte, wieder näher gekommen sei und sie eine Beziehung im Geheimen geführt 
hätten. Vielmehr sei sie dem Bruder des Beschuldigten, M.________, wieder näher 
gekommen (pag. 86 Z. 479 ff.).

13.1.3 Erstinstanzliche Einvernahme vom 14. Februar 2023 (pag. 487 ff.)

Anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung gab die Privatklägerin zu Proto-
koll, sie habe zunächst mit dem Bruder des Beschuldigten, M.________, intime 
Kontakte gehabt (pag. 488 Z. 5). Er habe ihr gesagt, er habe das Gefühl, dass sie 
ihn nicht liebe und ihm ihre Liebe beweisen könne, indem sie mit ihm schlafe 
(pag. 488 Z. 9 f.). Sie habe dann zugestimmt (pag. 488 Z. 11). In der rasch nach-
folgenden Beziehung mit dem Beschuldigten habe dieser anfänglich auf sie gehört 
bzw. aufgehört, wenn sie von Schmerzen beim Sex gesprochen habe (pag. 488 
Z. 27 f.). Es sei dann aber sehr schnell zu einer Grenzüberschreitung gekommen, 
wobei er einfach weitergemacht und sie gemerkt habe, dass dies nicht richtig sei 
(pag. 488 Z. 28 f.). Irgendwann sei es von Beginn weg mit Gewalt erfolgt (pag. 488 
Z. 30). Sie habe den Beschuldigten manchmal auch am Rücken gekratzt und ver-
sucht, ihn wegzustossen. Sie habe danach nie mit ihm darüber geredet, aber 
manchmal geweint. Manchmal sei sie auch lauter geworden und habe ihm gesagt, 
er solle aufhören (pag. 488 Z. 37 ff.). Sie sei nicht eine Frau, die in einen «Freeze-
Zustand» gerate, sie habe sich immer gewehrt, bis auf das letzte Mal in der Woh-
nung, wo sie wie versteinert gewesen sei (pag. 488 Z. 41 f.). Als sie dann realisiert 
habe, was er mache, habe sie sich aber auch dort zu wehren begonnen (pag. 488 

19

Z. 43 f.). Weiter erklärte die Privatklägerin, sie habe es mit der Zeit über sich erge-
hen lassen, also versucht, locker zu lassen und sich nicht zu verkrampfen, im Sin-
ne einer Überlebensstrategie zur Bewältigung der Schmerzen (pag. 488 Z. 46 f. 
und pag.  489 Z. 1 ff.). Auf Frage, wie der Beschuldigte auf die Gegenwehr reagiert 
habe, antwortete die Privatklägerin, er habe einfach weitergemacht (pag. 489 Z. 5 
f.). Irgendwann sei er fertig gewesen, wobei zunächst sie und anschliessend auch 
er geweint hätten. Am Schluss habe sie ihn jeweils noch getröstet. Er habe sich 
entschuldigt und immer gesagt, dass er es nie mehr mache. Er habe auch einmal 
gesagt, selber nicht zu verstehen, warum er das mache (pag. 489 Z. 7 ff.). Dass 
der Sex jeweils bei ihr zu Hause bzw. im Auto stattgefunden habe, hänge damit zu-
sammen, dass die Eltern des Beschuldigten nichts davon hätten mitbekommen sol-
len (pag. 489 Z. 24 ff.). Der Vorfall in der öffentlichen Toilette sei etwas Neues ge-
wesen, sie wisse nicht, was ihn dort «gestochen» habe. Es seien unglaubliche 
Schmerzen gewesen (pag. 490 Z. 7 ff.). Nach der Trennung habe sie eine Zeit lang 
keinen Kontakt mehr mit dem Beschuldigten gehabt, bis sie bei der Familie 
A.________ zugezogen sei, um von der damals frequentierten islamischen Ge-
meinschaft wegzukommen (pag. 490 Z. 25 und 29 ff.). Der Beschuldigte habe ihr 
immer wieder zu verstehen gegeben, dass er sie zurückwolle, was sie aber nicht 
gewollt habe (pag. 490 Z. 31 f.). Dann sei dieser Tag mit dem Termin beim Sozial-
amt gekommen, was der Beschuldigte mitbekommen und ihr dann telefoniert habe 
(pag. 490 Z. 34 ff.). Es sei zum Vorfall in der Einzimmerwohnung gekommen, wo-
bei er sie vergewaltigt habe (zuerst vaginal, dann anal, dann wieder vaginal 
[pag. 491 Z. 25 f. und 32 ff.]). Er habe davon gesprochen, wenn er sie nicht haben 
könne, dann könne sie niemand haben, werde er sie umbringen (pag. 491 Z. 42 
ff.). Als er sie dann habe gehen lassen und sie nach Hause zu seiner Familie ge-
gangen sei, sei sie schon gefragt worden, wo sie so lange gewesen sei. Sie habe 
dann der Schwester des Beschuldigten, F.________, anschliessend mehr oder 
weniger, nicht detailliert, gesagt, was der Beschuldigte gerade getan habe und ihr 
auch von der Bisswunde erzählt (pag. 492 Z. 1 ff.). Es seien keine anderen Perso-
nen in die Wohnung gekommen und dies sei – entgegen der Aussagen des Be-
schuldigten – das einzige Mal, dass sie dort gewesen sei (pag. 492 Z. 18 und Z. 24 
f.). Bei Cinars hätten etwas andere Regeln als bei Schweizern gegolten, was das 
auswärtige Übernachten einer Frau anbelange (pag. 492 Z. 27 ff.).

13.1.4 Oberinstanzliche Einvernahme vom 25. März 2024 (pag. 765 ff.)

Ergänzend zu der gemachten summarischen Wiederholung aus den früheren Be-
fragungen der Privatklägerin ist zu deren Angaben vor dem Berufungsgericht am 
25. März 2024 Folgendes anzumerken: Sie sei etwa eineinhalb/zwei Jahre mit dem 
Beschuldigten zusammen gewesen, wobei die Beziehung im Frühling 2008 aus-
einandergegangen sei (pag. 766 Z. 48 und Z. 51). Sie und der Beschuldigte hätten 
recht schnell zusammen Sex gehabt, was zunächst auch gut gewesen sei. Nach 
zwei/drei Monaten habe sie aber Schmerzen bekommen und ihm dies auch gesagt 
(pag. 766 Z. 54 ff.). Über diesen Zeitraum seien sie eigentlich immer zusammen 
gewesen, wobei es für ihn schwierig gewesen sei wegen den Eltern, da er eigent-
lich nicht auswärts habe übernachten dürfen (pag. 766 Z. 60 ff.). Sie hätten schon 
Krisen gehabt, aber nie Schluss gemacht in dieser Zeit (pag. 766 Z. 65 f.). Auf Fra-

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ge, ob es im Jahr 2009 nochmals zu einer Liebesbeziehung resp. sexuellen Bezie-
hung mit dem Beschuldigten gekommen sei, antwortete die Privatklägerin, dass 
dem nicht so sei, er sie aber vergewaltigt habe (pag. 766 Z. 72 ff.). Sie sei vorher 
mit dem Bruder M.________ zusammen gewesen, was der Grund gewesen sei, 
dass die Eltern nichts über die Beziehung zum Beschuldigten hätten erfahren dür-
fen (pag. 766 Z. 62 ff. und Z. 86.). Mit M.________ sei sie dann nach dieser Ge-
schichte, mit 20/21 Jahren, nochmals zusammengekommen (pag. 767 Z. 89 f.). Auf 
Frage, ob sie – abgesehen von den Brüdern – bis zum Weggang von der Familie 
noch einen anderen intimen Partner gehabt habe, erklärte die Privatklägerin, sie 
habe in der Zeit, in welcher sie sich mit dem Islam beschäftigt habe, K.________ 
kennengelernt. Er sei in der gleichen Sekte/Vereinigung gewesen, wobei es aber 
zu keinem sexuellen Kontakt gekommen sei (pag. 767 Z. 98 ff.). Es sei aber im 
Rahmen dieser radikalen Vereinigung angedacht gewesen, dass sie zusammen-
kommen und heiraten würden (pag. 767 Z. 102 f.). Mit dem Beschuldigten habe sie 
aber ihre erste richtige Beziehung gehabt, wobei sie anfänglich mega verliebt ge-
wesen sei (pag. 767 Z. 119 f.). Nach etwa drei Monaten habe sie zunehmend 
Schmerzen beim Sex bekommen und dem Beschuldigten auch gesagt, dass er 
aufhören solle (pag. 767 Z. 123 f.). Am Anfang habe er dies noch getan, mit der 
Zeit habe er aber zunehmend einfach weitergemacht und sie festgehalten. Er habe 
es ignoriert, wenn sie geweint oder gesagt habe, dass es ihr weh tue. Mit der Zeit 
habe es ihm dann irgendwie auch leidgetan, als er fertig gewesen sei. So im Sinne 
von was habe er wieder angerichtet. Er habe sich dann entschuldigt, sie aber sei 
wütend auf ihn gewesen. Dann habe er angefangen zu weinen und am Schluss sie 
ihn getröstet. Er habe einmal gesagt, nicht zu wissen, was in ihn fahre, dass er so 
etwas mache (pag. 767 Z. 126–132). Sie habe sich eigentlich gewehrt, aber wenn 
sie dies getan habe, habe es mehr weh getan, weil sie angespannt gewesen sei 
(pag. 768 Z. 149 f.). Auf Frage, weshalb sie die Beziehung nicht umgehend abge-
brochen habe, antwortete die Privatklägerin, es sei sehr schwierig für sie, dies zu 
verstehen. Von aussen habe es ausgesehen, als hätten sie eine gute Beziehung 
und es sei – abgesehen von diesem schlimmen Teil – eigentlich auch eine schöne 
Beziehung gewesen. Sie habe versucht, dies abzukapseln und sei gewissermas-
sen auch abhängig vom Beschuldigten gewesen; sie habe gedacht, sie brauche ihn 
(pag. 768 Z. 157–163). Nach dem Beziehungsende mit dem Beschuldigten – die 
Beziehung sei ein wenig «eingeschlafen» und es habe den Beschuldigten gestört, 
dass sie ein Kopftuch trage – habe sie keinen Kontakt zum Beschuldigten mehr 
gehabt (pag. 768 Z. 175 und pag. 769 Z. 185). Später habe M.________ Kontakt 
mit ihr aufgenommen um sie aus der islamischen Gemeinschaft zu holen, worauf-
hin sie bei der Familie des Beschuldigten habe leben können. Mit F.________, der 
Schwester der Brüder, habe sie es mega gut gehabt (pag. 769 Z. 190, Z. 199 ff. 
und Z. 203). Den Beschuldigten habe sie versucht, auszublenden und zu ignorie-
ren, wobei ihr zugutegekommen sei, dass die Familie nicht gewusst habe, dass sie 
zusammen gewesen seien. Mit der Zeit habe der Beschuldigte den Kontakt zu ihr 
gesucht und ihr gesagt, dass er sie zurückwolle, was sie abgeblockt habe (pag. 
769 Z. 208–211).

Betreffend den Vorfall in der Einzimmerwohnung im Sommer 2009 erklärte die Pri-
vatklägerin, sie sei damals nach dem Anruf des Beschuldigten zu ihm in die Woh-

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nung gegangen, wobei er ihr gesagt habe, dass er sie zurückwolle. Er habe nicht 
lockergelassen und nicht akzeptieren wollen, dass sie ihn nicht mehr liebe 
(pag. 769 Z. 215–221). Als sie habe gehen wollen, habe er die Wohnung abge-
schlossen, sie aufs Bett geworfen und vergewaltigt (pag. 769 Z. 222 f. und 
pag. 770 Z. 224). Sie sei zunächst wie erstarrt gewesen und habe nicht glauben 
können, dass dies nun wieder passiert. Sie sei mega schockiert gewesen und 
zunächst wie erstarrt auf dem Bett gelegen. Ab einem gewissen Zeitpunkt habe sie 
realisiert, dass er dies jetzt nur über ihre Leiche nochmals mache und habe ange-
fangen, sich zu wehren (pag. 770 Z. 224–230). Sie bestätigte weiter, nur einmal in 
dieser Wohnung gewesen zu sein (pag. 770 Z. 237). Auf Frage, ob sie noch für den 
Beschuldigten getanzt habe, erklärte die Privatklägerin, dass sie in eine Art Überle-
bensmodus gekommen sei und versucht habe, den Beschuldigten zu besänftigen. 
Sie könne nicht mehr sagen, ob er sie aufgefordert habe, das zu machen, oder sie 
von sich aus getanzt habe. Aber sie habe das Gefühl, dass dieser Tanz passiert sei 
(pag. 770 Z. 243 ff.). Nach dem Vorfall habe er zunächst die Wohnung verlassen, 
sei dann zurückgekommen und habe sie gehen lassen (pag. 770 Z. 248). Sie sei 
daraufhin zur Familie gegangen und habe gesagt, sie wolle mit F.________ spre-
chen. Daraufhin habe sie F.________ erzählt, was passiert sei. Auch sei ihr klar-
geworden, dass sie nicht mehr bei der Familie des Beschuldigten leben konnte. Sie 
glaube, sie habe gegenüber F.________ nicht von einer Vergewaltigung gespro-
chen, da sie dieses Wort erst seit etwa fünf Jahren sagen könne. Sie habe ihr aber 
sehr deutlich gesagt, was passiert sei und F.________ habe sie auch gefragt, ob 
sie den Beschuldigten nun anzeigen wolle. Ihre Mutter und ihre Schwester hätten 
sie noch am selben Tag abgeholt und sie hätten die Pille danach geholt (pag. 770 
Z. 248–263). Befragt nach der langen Zeitspanne bis zur Anzeigeerhebung erklärte 
die Privatklägerin, dass sie nach dem Vorfall in der Wohnung zu einer Psychologin 
in Bern gegangen sei, welche ihr gesagt habe, sie würde eine solche Verhandlung 
nicht überstehen (pag. 771 Z. 273 ff.). Sie habe aber gemerkt, dass es auch so 
schwierig sei. Sie habe drei Jahre die Trauma-Therapie gemacht, wobei ihr Leben 
viel besser geworden sei. Ein Freund habe sie über die Verjährungsfristen infor-
miert. Sie habe gedacht, dafür, dass sie dies so viele Jahre habe mit sich tragen 
müssen, gehe sie nun diesen Schritt und zeige den Beschuldigten an, damit sie 
selber damit abschliessen könne (pag. 771 Z. 282–286). Auf Frage, wie sie sich 
das Abstreiten der Vorwürfe durch den Beschuldigten erkläre, entgegnete die Pri-
vatklägerin, welcher Mann, der der Vergewaltigung beschuldigt werde, dies denn 
nicht mache. Es wäre krass, wenn der Beschuldigte es zugeben würde (pag. 771 
Z. 305 ff.). Sie habe schon immer gewusst, was er mit ihr getan habe, aber ihr sei 
nicht mehr bewusst gewesen, dies damals sogar beim Familientherapeuten erzählt 
zu haben (pag. 772 Z. 319 ff.). Ihre Vorwürfe würden keinen anderen Mann betref-
fen, auch nicht M.________ (pag. 772 Z. 326). Auf Frage, ob die geschilderten Vor-
fälle heute noch Auswirkungen auf sie hätten, antwortete die Privatklägerin, oft Un-
terleibsschmerzen zu haben. Die Privatklägerin gab weiter zu Protokoll, das Gefühl 
zu haben, dass es den Beschuldigten noch mehr erregt habe, wenn er ihren Wi-
derstand zu überwinden hatte (pag. 773 Z. 358 f.). Während der Beziehung sei es 
nie zu einvernehmlichem Analverkehr gekommen (pag. 774 Z. 427). Der Vorfall auf 
der öffentlichen Toilette sei nochmals eine ganz andere Dimension gewesen 

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(pag. 774 Z. 435). Nach den Vergewaltigungen habe sie jeweils zunächst geweint, 
dann er, wobei sie ihn dann getröstet habe. Aber es sei nicht so gewesen, dass sie 
dann darüber geredet hätten und sie gesagt habe, dass es so nicht gehe und er 
das mit ihr nicht tun könne. Aber sie habe es ihm gezeigt, indem sie sich gewehrt 
habe (pag. 775 Z. 460 ff.). 

13.2 Aussagen des Beschuldigten

Auch beim Beschuldigten soll unter Verweis auf die eigentlichen Einvernahmepro-
tokolle (pag. 120 ff., pag. 138 ff., pag. 497 ff. und pag. 777 ff.) und die ausführliche 
und korrekte Zusammenfassung im der schriftlichen Urteilsbegründung der Vorin-
stanz (S. 29 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 587 ff.), nachfolgend 
lediglich eine summarische Wiederholung seiner Aussagen erfolgen.

13.2.1 Delegierte polizeiliche Einvernahme vom 24. März 2021 (pag. 120 ff.)

Der Beschuldigte bestritt nicht, mit der Privatklägerin Jahre zuvor eine Beziehung 
und insbesondere auch ein sexuelles Verhältnis gehabt zu haben (pag. 123 Z. 54 
und Z. 89). Tatsächlich habe er, wie das in jungen Jahren so passiere, gleich ein 
paar Mal mit ihr eine Beziehung geführt; es sei normal gewesen, dass man rasch 
Schluss machte und dann wieder zusammenkam (pag. 123 Z. 78 ff.). Zum ersten 
Mal seien sie zusammengekommen, als er 18 Jahre alt gewesen sei, gerade die 
Autoprüfung bestanden habe und die Privatklägerin in der Westschweiz gewesen 
sei (pag. 123 Z. 83 und pag. 124 Z. 100 ff.). Letztmals sei die Beziehung auseinan-
dergegangen, als die Privatklägerin mit ihm und seinem Bruder M.________ unter 
einem Dach gewohnt habe und es so nicht mehr gegangen sei (pag. 126 Z. 224). 
Richtig sei, dass die Privatklägerin zuerst eine Beziehung mit seinem Bruder ge-
führt habe (pag. 126 Z. 226). Auch habe sein Bruder dafür gesorgt, dass die Privat-
klägerin bei der Familie A.________ habe wohnen dürfen; er habe sich für deren 
Radikalisierung die Schuld gegeben (pag. 125 Z. 160 ff.). Anders als hinsichtlich 
der Familie der Privatklägerin habe von seiner Familie niemand von seiner Bezie-
hung mit der Privatklägerin gewusst (pag. 124 Z. 107 f. und Z. 110 f.). Als dies 
später herausgekommen sei, habe die Privatklägerin die Hausgemeinschaft 
A.________ verlassen müssen (pag. 126 Z. 234). Hingegen sei es vollumfänglich 
falsch, dass er gegenüber der Privatklägerin sexuelle Übergriffe vorgenommen ha-
be (pag. 128 Z. 336). Er habe nie nach dem Sex geweint (pag. 129 Z. 372) und 
Sex in einem WC habe es nie gegeben, das sei «gruusig» (pag. 130 Z. 438 und Z. 
441 f.). Die Vorwürfe betreffend sexueller Handlungen gegen den Willen der Privat-
klägerin während der Beziehung würden auch nicht stimmen, sie habe ihn immer 
gebeten, zu ihr nach S.________(Ortschaft) zu kommen (pag. 129 Z. 360 und Z. 
364). Auf Vorhalt der Aussagen der Privatklägerin zum Vorfall vom 8. Juni 2009 in 
der Einzimmerwohnung erklärte der Beschuldigte, dies stimme auch nicht und sie 
seien damals gar nicht getrennt gewesen (pag. 130 Z. 446 und pag. 131 Z. 472). 
Im Sommer 2009 habe er wegen Streits mit den Eltern eine kurze Weile auswärts 
gewohnt. Die Privatklägerin sei ein paar Mal in dieser Wohnung gewesen und es 
sei mehrmals, ein oder zweimal sicher, zu einvernehmlichem Sex gekommen. 
(pag. 131 Z. 473 ff., pag. 135 Z. 679). Einmal habe sie über Nacht bleiben wollen, 
wobei zwei Kollegen aufgetaucht seien (pag. 131 Z. 480). Er schilderte sodann, 

23

dass die Privatklägerin nackt vor ihm getanzt habe, was ein einmaliges Erlebnis 
gewesen sei und er mit einer Frau noch nie zuvor erlebt habe (pag. 135 Z. 684 ff.). 
Auf Frage, was der Grund sein könnte, weshalb die Privatklägerin nach zwölf Jah-
ren solche Anschuldigungen gegen ihn erhebe, antwortete der Beschuldigte, dass 
er ihr möglicherweise noch Geld schulde (pag. 133 Z. 581 ff.). Vielleicht sei auch 
ein Grund, dass er eine gemeinsame Zukunft der Privatklägerin mit seinem Bruder 
verunmöglicht habe, da sie diesen vermutlich mehr geliebt habe (pag. 133 Z. 591 
ff.). Sein einziger Fehler sei gewesen, dass er Gefühle für die Ex seines Bruders 
bis hin zu Selbstmordgedanken entwickelt habe (pag. 134 Z. 618 ff.).

13.2.2 Staatsanwaltschaftliche Einvernahme vom 31. März 2022 (pag. 138 ff.)

Auch anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme bestritt der Beschuldigte 
die Vorwürfe, wonach er die Privatklägerin während der gemeinsamen Beziehung 
wiederholt vergewaltigt haben solle (pag. 139 Z. 41). Auf Schilderung des vermeint-
lichen Vorgehens (er habe sich insbesondere mit seinem Körpergewicht auf sie ge-
legt, mit seinen Schienbeinen ihre Knie fixiert, mit einer Hand ihre Handgelenke zu-
sammengehalten, ihr die Hosen ausgezogen und ihre Beine auseinandergedrückt, 
bevor er mit seinem Penis gegen ihren erkennbaren Willen in ihre Vagina einge-
drungen sei [pag. 139 Z. 43 ff.]) entgegnete der Beschuldigte, sich dies nicht vor-
stellen zu können und wie das gehen solle (pag. 140 Z. 49 f.). Der Geschlechtsver-
kehr sei immer einvernehmlich gewesen und habe bei ihr zu Hause oder im Auto 
stattgefunden (pag. 141 Z. 93 und Z. 99). Auf Frage, woher er gewusst habe, dass 
die Privatklägerin stets mit dem Geschlechtsverkehr einverstanden gewesen sei, 
antwortete der Beschuldigte, sie habe nie gesagt, dass sie nicht wolle (pag. 141 
Z. 103). Er könne sich nicht daran erinnern, dass die Privatklägerin ihm mindestens 
einmal pro Woche während des Geschlechtsverkehrs gesagt habe, er solle auf-
hören (pag. 141 Z. 113). Er glaube auch nicht, dass sie beim Geschlechtsverkehr 
Schmerzen gehabt habe (pag. 141 Z. 113). Es stimme nicht, dass es ihn zusätzlich 
erregt habe, wenn die Privatklägerin sich wehrte (pag. 142 Z. 137). Er habe die Pri-
vatklägerin nie vergewaltigt, weder anal noch vaginal (pag. 142 Z. 147). Der Vorfall 
auf der öffentlichen Toilette sei frei erfunden (pag. 142 Z. 156). An Analverkehr mit 
der Privatklägerin könne er sich nicht erinnern (pag. 142 Z. 159). Als Motiv für die 
Anschuldigungen der Privatklägerin nannte der Beschuldigte Rache (pag. 143 Z. 
169). Seine Schwester F.________ habe ihn nie auf eine Vergewaltigung oder 
Belästigung der Privatklägerin angesprochen (pag. 145 Z. 263 ff.). Für eine ge-
meinsame Übernachtung zu viert in der Einzimmerwohnung nannte der Beschul-
digte H.________ und I.________ als Zeugen; hätte er sie zuvor vergewaltigt, hätte 
sie doch nicht bei ihm übernachtet (pag. 146 Z. 275 f. und pag. 147 Z. 311–321).

13.2.3 Erstinstanzliche Einvernahme vom 25. März 2024 (pag. 497 ff.)

Vor der Vorinstanz machte der Beschuldigte nur noch Aussagen zu seiner Person 
(pag. 497) und verweigerte in der Sache weitere Aussagen (pag. 497 ff.).

13.2.4 Oberinstanzliche Einvernahme vom 31. März 2022 (pag. 777 ff.)

Ergänzend zu der gemachten summarischen Wiederholung aus den früheren Be-
fragungen des Beschuldigten ist zu dessen Angaben vor dem Berufungsgericht am 
25. März 2024 Folgendes anzumerken: Der Beschuldigte gab zu Protokoll, alles 

24

erzählen zu wollen und betreffend seinem Aussageverhalten vor der Vorinstanz 
dem Rat der damaligen amtlichen Verteidigung gefolgt zu sein (pag. 777 Z. 22 und 
pag. 777 Z. 91 ff.). Die Beziehung zur Privatklägerin sei für ihn eigentlich schön 
gewesen und habe ungefähr eineinhalb Jahre gedauert. Sie hätten aber oft 
Schluss gemacht und seien nicht permanent zusammen gewesen (pag. 779 Z. 105 
und Z. 114 f.). M.________ sei der erste Freund der Privatklägerin gewesen, sie 
seien vor seiner eigenen Beziehung mit der Privatklägerin zusammen gewesen und 
auch währenddessen einmal, in einer der Phasen, als zwischen ihnen vorüberge-
hend Schluss gewesen sei (pag. 780 Z. 139 f. und Z. 146 f.). Auf Frage zur Ent-
wicklung der intimen Beziehung zwischen ihm und der Privatklägerin antwortete 
der Beschuldigte, dass sie sich anfänglich – als ihre Eltern von ihm noch nichts 
gewusst hätten – irgendwo getroffen und dann nach S.________(Ortschaft) in den 
Wald gegangen seien, wobei er nicht beabsichtigt habe, beim ersten Treffen Ge-
schlechtsverkehr zu haben, was die Privatklägerin überrascht habe. Es sei dann 
trotzdem dazu gekommen und sie hätten sich daraufhin immer mehr getroffen 
(pag. 780 Z. 162–169). Am Anfang hätten sie sich wahrscheinlich nur an den Wo-
chenenden gesehen, später habe er auch mal zwei Wochen bei ihr gewohnt 
(pag. 781 Z. 185 und Z. 193 ff.). Sie seien eigentlich immer intim geworden, wenn 
sie einander sahen (pag. 781 Z. 193). Es stimme, dass der Geschlechtsverkehr 
vorwiegend im Auto oder bei der Privatklägerin zu Hause stattgefunden habe, da-
neben aber auch an anderen Orten, so in einer Baustellenbaracke und im «Kiffer-
raum» eines Kollegen (pag. 781 Z. 197 ff.). An Sex in einer öffentlichen Toiletten-
anlage könne er sich nicht erinnern. Sie seien zwar viel unterwegs gewesen und es 
könne sein, dass er mal angehalten habe, damit sie oder er zur Toilette könne, er 
sei ihr aber nie dorthin gefolgt (pag. 781 Z. 206 f.). Auf Frage, ob die von ihm be-
schriebenen sexuellen Kontakte aus seiner Sicht einvernehmlich gewesen seien, 
antwortete der Beschuldigte, dass er nicht immer gefragt habe, ob er dürfe, und es 
sich einfach ergeben habe. Sie hätten sich etwa in den Arm genommen, geküsst, 
gefummelt und dann sei es zur Sache gegangen (pag. 781 Z. 212 f.). Er wisse 
nichts davon, dass die Privatklägerin sich dagegengestemmt oder sich sogar ge-
wehrt habe. Dies sei einzig dann der Fall gewesen, wenn sie ihre Tage gehabt ha-
be (pag. 792 Z. 714 f.) Sie habe zu 100 % nie gesagt, er solle stoppen oder auf-
hören (pag. 781 Z. 215 ff.). Er erinnere sich nicht, glaube aber nicht, dass die Pri-
vatklägerin – oder er – je geweint hätten beim Sex (pag. 781 Z. 220 f.). Die Privat-
klägerin habe nach eineinhalb Jahren die Beziehung beendet und er habe kurze 
Zeit darauf die Rekrutenschule absolviert (pag. 782 Z. 233 und Z. 239). Als er da-
mit fertig gewesen sei, sei die Privatklägerin plötzlich bei seiner Familie zu Hause 
gewesen. Er habe sich darüber gefreut und sie sich auch, wobei dann das ganze 
Spiel von vorne losgegangen sei. Sie seien zwar nicht direkt zusammen gekomm-
men und hätten keinen Geschlechtsverkehr gehabt, aber rumgemacht und gefum-
melt (pag. 782 Z. 246 ff.).

Zum angeklagten Vorfall in der Dachwohnung im Sommer 2009 sagte der Be-
schuldigte aus, er sei in dieser Wohnung gewesen, weil er mit gewissen Sachen 
nicht mehr klargekommen sei. Die Privatklägerin habe ihm gesagt, sie habe nichts 
mit seinem Bruder, was gelogen gewesen und am Schluss rausgekommen sei. Er 
sei von zu Hause abgehauen, weil er dies nicht mehr ertragen habe. Er sei 

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zunächst bei seinem Kollegen H.________ und dann im «Kifferraum» gewesen. 
Schliesslich habe er eine Weile die möblierte Wohnung der Tante des Kiffers be-
nutzen dürfen, da diese die Wohnung nicht gebraucht habe (pag. 782 Z. 253–261). 
Er denke schon, dass er die Privatklägerin angerufen habe (pag. 783 Z. 269 f.). Sie 
hätten Sex gehabt und die Privatklägerin habe nackt vor ihm getanzt (pag. 783 Z. 
273 ff. und Z. 278). Als sie in dieser Wohnung gewesen sei, habe er die Privatklä-
gerin vor seinem Kollegen H.________ verstecken müssen, da dieser zur engen 
Familie gehöre und deshalb ebenfalls nichts habe erfahren dürfen (pag. 783 Z. 
285–290). Mit der Privatklägerin habe er Vaginal-, nicht aber Analverkehr gehabt 
(pag 783 Z. 294 ff., pag. 789 Z. 575). Die sexuellen Handlungen zwischen der Pri-
vatklägerin und ihm seien einvernehmlich gewesen und sie habe nie gesagt, damit 
nicht einverstanden zu sein (pag. 783 Z. 300 ff.). Zu den Motiven der Privatklägerin 
für die massiven Belastungen zählte der Beschuldigte wiederum Rache und Geld 
(pag. 783 Z. 306 ff.). Auch mutmasste er, dass die Privatklägerin das Ganze be-
reue und sich selber mit dieser Anzeige zu besänftigen versuche (pag. 783 Z. 309 
ff.). Wenn tatsächlich stimme, was ihm vorgeworfen werde, wäre er eine Bestie. 
Aber er sei nicht grob zu Frauen, das entspreche nicht seinem Charakter (pag. 784 
Z. 326 und Z. 331 f.). Die Familie habe schliesslich von seiner Beziehung zur Pri-
vatklägerin erfahren, als er mit ihr nach Deutschland gefahren sei und ein Famili-
enmitglied den Ausweis der Privatklägerin im Auto gefunden habe (pag. 786 Z. 416 
ff.). Seine Beziehung zum Bruder M.________ sei in der Folge beeinträchtigt ge-
wesen, er selber sei der Verräter gewesen und habe sich sehr schlecht gefühlt. Le-
diglich seine Schwester habe etwas Verständnis gezeigt und gesagt, man könne 
sich nicht aussuchen, in wen man sich verliebe (pag. 786 Z. 428 ff.). Auf Frage 
nach seinen sexuellen Vorlieben antwortete der Beschuldigte, ihm sei Leidenschaft 
das wichtigste und wenn eine Frau sich wehre, dann sei man nicht frei (pag. 789 Z. 
552 und Z. 558). Weiter erklärte der Beschuldigte, die Privatklägerin habe damals 
vorübergehend die Burka getragen, weil K.________ dies von ihr verlangt habe 
(pag. 790 Z. 620 f. und 624). Er glaube, sie habe die Burka tragen müssen 
(pag. 791 Z. 632). Er könne die Gedanken der Privatklägerin beim Geschlechtsver-
kehr nicht lesen und es tue ihm leid, wie sie das wahrgenommen habe. Er selber 
habe das nicht so wahrgenommen (pag. 791 Z. 652 ff.). Eineinhalb Jahre sei der 
Geschlechtsverkehr jede Woche normal gewesen, nach fünfzehn Jahren höre er 
nun, dass sie das nicht gewollt habe. Sie habe nie gesagt, er solle aufhören oder 
ihm dies zu spüren gegeben (pag. 791 Z. 663 und 670). Er habe die Privatklägerin 
geliebt wie noch kein andere und es sei für ihn schwierig gewesen, sie zu verges-
sen (pag. 792 Z. 677 und Z. 685). Er habe niemanden, mit dem er sich austau-
schen könne und könne damit auch nicht zu seinem Bruder, weil er dann wieder 
der Verräter sei. Es würde bei ihm alte Narben aufreissen (pag. 791 Z. 643 f., 
pag. 792 Z. 677 f. und Z. 682). 

13.3 Weitere Aussagen

Für Einzelheiten der Aussagen von F.________, G.________, H.________ und 
I.________ wird vorab auf die Einvernahmeprotokolle (pag. 91 ff., pag. 99 ff., pag. 
105 ff., pag. 110 ff.) und die zutreffende ausführliche Wiedergabe in der schriftli-
chen Urteilsbegründung der Vorinstanz verwiesen (S. 33 ff. der erstinstanzlichen 

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Urteilsbegründung, pag. 591 ff.). Nachfolgend werden einzelne Punkte dieser Aus-
sagen nochmals hervorgehoben. 

13.3.1 Aussagen von F.________ (pag. 99 f.)

Die Schwester des Beschuldigten wurde am 24. März 2021 delegiert polizeilich 
einvernommen. Sie gab zu Protokoll, von der Beziehung des Beschuldigten zur 
Privatklägerin gewusst zu haben (pag. 100 Z. 50). Auch von der vorangehenden 
Beziehung zwischen M.________ und der Privatklägerin habe sie gewusst 
(pag. 100 Z. 31; pag. 101 Z. 55 f.). Einmal habe die Privatklägerin ihr erzählt, sie 
sei von A.________ belästigt worden (von einer Vergewaltigung oder einer Biss-
wunde sei nicht gesprochen worden [pag. 102 Z. 117 f.]). Der Beschuldigte könne 
keiner Fliege was tun (pag. 102 Z. 132 f.). Sie habe den Beschuldigten darauf an-
gesprochen; dieser sei damals fast wahnsinnig geworden und habe gesagt, dass er 
die Privatklägerin liebe (pag. 102 Z. 134 und Z. 145 f.). Sie habe daraufhin noch-
mals mit der Privatklägerin gesprochen, welche gesagt habe, dass sie immer noch 
in M.________ verliebt sei (pag. 102 Z. 135 f.). Sie könne sich nicht vorstellen, 
dass ihr Bruder so etwas gemacht habe. Sie hätten damals die Privatklägerin zwin-
gen müssen, auszuziehen. Sie könne sich nicht vorstellen, dass – wenn man so ein 
Leid erfahren habe – noch bleiben wolle (pag. 102 Z. 142 ff.). Die Privatklägerin 
habe sich sogar noch dafür entschuldigt, dem Beschuldigten diese Belästigung 
vorgeworfen zu haben (pag. 102 Z. 142 ff.). Sie gehe davon aus, dass die An-
schuldigungen erfunden seien, da sich die Privatklägerin damals noch bei ihr ent-
schuldigt habe und nicht habe gehen wollen (pag. 103 Z. 176).

13.3.2 Aussagen von G.________ (pag. 110 ff.)

Die Mutter der Privatklägerin wurde am 12. Mai 2021 delegiert einvernommen. Sie 
gab zu Protokoll, Kenntnis gehabt zu haben von der Beziehung der Privatklägerin 
mit dem Beschuldigten, dies wohl, als ihre Tochter so zwischen 15- bis 17-jährig 
gewesen sei (pag. 114 Z. 171). Als sie in Bern in der Lehre gewesen sei, hätten 
nebst den sexuellen Sachen auch diverse Krankheitssymptome angefangen, die 
vorher nicht aufgetreten seien (pag. 112 Z. 52 f.). Ihre Tochter habe seinerzeit in 
der Wohnung ihres Ex-Mannes im selben Haus gewohnt, wo sie vom Beschuldig-
ten besucht worden sei, wobei dieser den Eindruck erweckt habe, er wolle nur 
schnell seine Bedürfnisse befriedigen (pag. 112 Z. 64 ff.). Rein akustisch habe sie 
einmal einen (offenbar sexuellen) Vorfall mitbekommen, den sie nicht mehr als 
normal eingeschätzt habe (pag. 112 Z. 93 ff.). Zudem habe sich D.________ je-
weils sehr zurückgezogen (pag. 113 Z. 115). Tatsächlich habe sie selber zeitweilig 
damit gedroht, den Beschuldigten wegen des Altersunterschieds anzuzeigen 
(pag. 112 Z. 75 f.). Zum Ende der Beziehung sei die Privatklägerin mit Kopftuch bis 
Burka im Quartier herumgelaufen (pag. 113 Z. 105 ff.). Da sei man auch einmal in 
der Waldau gelandet, wo die Privatklägerin erklärt habe, die Vergewaltigungen hät-
ten sie in den Islam getrieben (pag. 113 Z. 117 ff.).

Schliesslich wusste die Mutter der Privatklägerin auch noch davon zu berichten, 
wie sie ihre Tochter auf deren Anruf hin wohl im Jahr 2009 sofort in 
T.________(Ortschaft) habe abholen müssen (pag. 112 Z. 87 f.). Ihre Tochter habe 
dann erzählt, sie sei von A.________ in dieser Wohnung vergewaltigt worden und 

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er habe ihr gesagt, wenn sie gehe, bringe er sie um (pag. 113 Z. 139 f.). Sie habe 
ihrer Tochter daraufhin die Pille danach besorgt (pag. 113 Z. 143). Auf Grund der 
Schilderung der dann eingeschalteten Therapeutin habe die Privatklägerin gemeint, 
sie könne keine Anzeige «prästieren» (pag. 114 Z. 153–162). 

13.3.3 Aussagen von H.________ (pag. 91 ff.)

Der Kollege des Beschuldigten räumte in der staatsanwaltschaftlichen Einvernah-
me vom 23. Mai 2022 ein, vom Beschuldigten wegen des Vergewaltigungsvorwurfs 
kontaktiert worden zu sein (pag. 92 Z. 42 f. und Z. 46 f.). Der Beschuldigte habe 
auch erläutert, um welche Frau es sich handle (pag. 92 Z. 48 f.). Diese Frau (ver-
mutlich eine «Nicole»), habe er zwei Mal getroffen (pag. 93 Z. 79 f.). Beim ersten 
Zusammentreffen habe ihn der Beschuldigte zu einem Ausflug zu viert nach Neu-
enburg mitgenommen, wobei eine der anwesenden Frauen seine Freundin gewe-
sen sei (pag. 93 Z. 82–91). Dann sei er einmal (2006 bis 2008 oder auch 2009) mit 
I.________ zum Beschuldigten gegangen, der in der Wohnung eines Kollegen oder 
der Tante eines Kollegen gewesen sei (pag. 94 Z. 99 ff.). Der Beschuldigte habe 
zunächst nicht öffnen wollen, sei dann nur in Boxershorts dagestanden, unter der 
Decke habe eine Frau gelegen, die wohl nackt gewesen sei, deren Gesicht sie im 
Dunkeln aber nicht gesehen hätten (pag. 94 Z. 104–111). Sie habe nicht mit ihnen 
gesprochen, aber gelacht (pag. 94 Z. 114). Etwa eine Stunde später seien er und 
I.________ wieder gegangen (pag. 94 Z. 112 und 116 f.). Laut dem Beschuldigten 
habe es sich bei der Frau um die Freundin aus Neuenburg gehandelt (pag. 94 
Z. 119 ff.). An den Namen D.________ erinnere er sich nicht (pag. 95 Z. 137).

13.3.4 Aussagen von I.________ (pag. 105 ff.)

Am 23. Mai 2022 wurde auch dieser Kollege des Beschuldigten staatsanwaltschaft-
lich einvernommen. Er erklärte, vom Vergewaltigungsvorwurf zu wissen und vom 
Beschuldigten kontaktiert worden zu sein (pag. 106 Z. 42 und pag. 107 Z. 82). Er 
wisse noch, dass es vor 14–15 Jahren gewesen sei; der Beschuldigte habe damals 
eine Kollegin gehabt, eine Vietnamesin oder Thailänderin, und gesagt, er bleibe bei 
ihr. Der Beschuldigte habe Probleme mit seiner Familie gehabt und einen Platz 
zum Schlafen gesucht. H.________ und er selber seien eines abends dorthin ge-
gangen. Er selber habe die Frau nie gesehen. Sie seien dorthin gegangen, 
zwei/drei Stunden dort geblieben und wieder gegangen (pag. 106 Z. 45–50). Sie 
hätten an diesem Abend zwei oder drei Stunden Videos geschaut, eine dort befind-
liche Frau sei im Bett gewesen, man habe sie nicht gesehen und auch nicht mit ihr 
gesprochen (pag. 107 Z. 61-65 und pag. 108 Z. 116). Die Privatklägerin kenne er 
nicht (pag. 107 Z. 89). 

14. Objektive Beweismittel

Betreffend die objektiven Beweismittel/Therapieberichte sei wiederum vorab auf die 
zutreffende Zusammenstellung der Vorinstanz (S. 38 ff. der erstinstanzlichen Ur-
teilsbegründung, pag. 596 ff.) verwiesen. Sodann sei erwähnt, dass einige objekti-
ve Beweismittel, die für die Chronologie der Ereignisse aufschlussreich sind, be-
reits in der Schilderung des Rahmengeschehens (E. II.9. hiervor) dargelegt wur-
den. Darüber hinaus ist an dieser Stelle Folgendes herauszuheben:

28

Es liegen einige Unterlagen zu somatischen (Schmerzen im Geschlechtsverkehr, 
Unterbauchschmerz) wie auch psychischen (BEGES spricht anfangs 2009 von ei-
ner gestörten Persönlichkeitsentwicklung, UPD ist aktiv und lässt auch etwas von 
einer posttraumatischen Belastungsstörung verlauten) Problemen der Privatkläge-
rin in der Zeit ab Mai 2007 bis 2009 vor. So ersuchte die Privatklägerin wegen 
Schmerzen beim Sex nachweislich am 9. Mai 2007 bei ihrer Gynäkologin um einen 
Termin (pag. 425). Dem Austrittsbericht des Spitals R.________(Ortschaft), Chirur-
gische Klinik, vom 7. Oktober 2011 inkl. Operationsbericht (pag. 31 ff.) ist zu ent-
nehmen, dass die Privatklägerin vom 20.–22. Dezember 2007 in der Klinik auf-
grund ätiologisch unklarem rechtsseitigem Unterbauchschmerz hospitalisiert gewe-
sen sei und sich einer diagnostischen Laparoskopie unterzogen habe.

Via Gefährdungsmeldungen betreffend die Privatklägerin wurde ab Herbst 2008 
u.a. auch die BEGES involviert und sprach davon, beim Abklärungsgespräch für 
die Familienplatzierung habe die Privatklägerin von mehreren sexuellen Übergriffen 
und von Vergewaltigung durch den Beschuldigten gesprochen und davon, sich mit 
der damaligen vollständigen Verschleierung vor Männern zu schützen (pag. 44). Im 
Dezember 2007 sei die Privatklägerin eine Freundschaft zu einem 21-jährigen 
Mann (A.________) eingegangen, wobei diese Beziehung bis im Sommer 2008 
gedauert habe. Während dieser Zeit habe ihre Orientierung zum Islam angefangen. 
Die Privatklägerin habe ihren Eltern berichtet, dass der Beschuldigte grob zu ihr 
sei. Noch während der Beziehung mit A.________ habe die Privatklägerin Kontakt 
zu einem anderen Mann, K.________, gehabt. Sie habe den Gedanken gehabt, ihn 
zu heiraten. Im September 2008 sei sie von Zuhause ausgezogen (pag. 45). Die 
Privatklägerin sehe ein, dass sie Hilfe benötige. Sie sei bereit, in ._______ (Klinik) 
einzutreten. Diagnostisch sei die Privatklägerin schwer fassbar. Seit dem Lehrab-
bruch 2008 habe sie keine Tagesstruktur mehr. In ihrer weiteren Entwicklung sei 
sie stark gefährdet, da das soziale Umfeld der psychischen Symptomatik nicht 
mehr gewachsen sei. Gemäss Journal-Eintrag vom 9. Dezember 2008 habe die 
Privatklägerin gemäss Auskunft ihrer Mutter im Indikationsgespräch mit 
Y.________ erklärt, mit ihrem ersten Freund einen sexuellen Übergriff erlebt zu 
haben und von ihm vergewaltigt worden zu sein (pag. 50). Die Privatklägerin sage, 
sie schütze sich, damit sie so was (oder eine Vorstufe davon) nicht mehr erleben 
müsse. Die Eltern hätten entschieden, dass die Privatklägerin in der Kinderpsychia-
trischen Klinik Hilfe und Unterstützung erhalten solle. Im Journal-Eintrag vom 
13. Januar 2009 (pag. 55) wird festgehalten, dass anlässlich des Indikationsge-
sprächs in der Klinik ._______ am Befund «gestörte Persönlichkeitsentwicklung» 
festgehalten worden sei. Gemäss Journal-Eintrag vom 3. Juni 2009 (pag. 60) habe 
die Privatklägerin mitgeteilt, dass es ihr besser gehe und sie sich von der Ver-
schleierung und der extremen Glaubensrichtung distanziert habe. 

Sodann liegen den Akten Berichte des Therapeuten der Privatklägerin, 
N.________, vor. Deren Eingang ins Strafverfahren wurde in der schriftlichen Ur-
teilsbegründung der Vorinstanz erläutert (pag. 599 und pag.  601):

N.________ weigerte sich, wie von der Staatsanwaltschaft verlangt, auch die Patientenakte über die 
Privatklägerin herauszugeben, da diese «therapie-prozessorientiert» aufgebaut sei und «mehrheitlich 
anderweitige sensible und höchstpersönliche Daten» enthalte. Sein Bericht entflechte diese höchst-

29

persönlichen Angelegenheiten und die ihm im Vertrauen offenbarten Geheimnisse bezüglich Informa-
tionen zum Straftatbestand (pag. 19 f.).

[…]

Nachdem N.________ am 01.12.2021 von der Staatsanwaltschaft unter Androhung von gesetzlichen 
Zwangsmassnahmen erneut zur Herausgabe der Patientenakte der Privatklägerin aufgefordert wor-
den war (pag. 24 f.), zog diese am 02.12.2021 die Entbindungserklärung betreffend N.________ mit 
Blick auf das darin geäusserte Einverständnis zur Herausgabe ihrer Patientenakte zurück (pag. 28 f.).

N.________ erläuterte in seinem zusammenfassenden Bericht vom 5. November 
2021 (pag. 19 ff.), die Privatklägerin sei erstmals am 6. Juli 2017 vorstellig gewor-
den und habe unter anderem über sexuelle Übergriffe und Vergewaltigungen über 
zwei Jahre hinweg (15–17-jährig), anal wie auch vaginal, bis hin zu Schmerzen und 
Weinen berichtet. Nach dieser Beziehung mit ihrem damaligen Freund 
«A.________» sei sie in eine islamische Glaubensgemeinschaft eingetreten und 
habe in der Folge auch die Burka getragen. Es sei nach dieser Zeit noch zu einer 
letzten Begegnung mit A.________ gekommen, wobei dieser sie eingesperrt und 
vergewaltigt habe. Im Verlauf der Therapie sei immer wieder das Ereignis der letz-
ten Vergewaltigung in der Wohnung behandelt worden und die Privatklägerin habe 
extreme Leidesäusserungen wie extremes Weinen, (Erinnerungs-)Schmerzen, Bil-
der (Flashbacks) und sehr starke Emotionen (Angst, Wut, Trauer etc.) gezeigt. Sie 
habe extrem unter dieser letzten traumatischen Erfahrung gelitten. Die Verarbei-
tung dieses Ereignisses habe höchste Dringlichkeit in der Behandlung gehabt und 
sei für den weiteren Genesungsverlauf im Vordergrund gestanden, wobei viele Sit-
zungen nötig gewesen seien. Die Privatklägerin sei nach wie vor im Genesungs-
prozess (pag. 20). Die Frage einer Anzeigeerstattung sei am 19. Januar 2021 eva-
luiert worden, wobei die Privatklägerin am 20. April 2021 berichtet habe, dies nun 
getan zu haben. Im Therapieverlauf habe sich die Privatklägerin sodann dazu 
geäussert, auf einem öffentlichen WC gewesen zu sein, wobei A.________ sie 
geküsst und sie sich gewehrt habe. Daraufhin habe er sie anal vergewaltigt. Sie 
habe auch erzählt, sich dauernd gewehrt zu haben, wobei der Beschuldigte sie mit 
den Knien fixiert und gehalten habe. Sie habe teilweise versucht, locker zu lassen, 
damit es nicht mehr so weh tue. Dadurch habe der Beschuldigte dann aber tiefer 
eindringen können. Auch habe sie erzählt, A.________ getröstet zu haben, wenn 
er nach einer Vergewaltigung weinte (pag. 21). Betreffend die letzte Vergewalti-
gung habe sie erklärt, zur Wohnung gegangen zu sein, da A.________ am Telefon 
geweint und damit gedroht habe, sich umzubringen. Als sie dort gewesen sei, habe 
er sie geküsst, wobei sie ihm gesagt habe, er solle damit aufhören. Dies habe er 
nicht getan. Er habe sie dann in der Wohnung vergewaltigt. Er sei zunächst vaginal 
eingedrungen, habe sie dann umgekehrt und sei auch anal eingedrungen. Er habe 
sie gestossen und gerammt; die Schmerzen seien unerträglich gewesen.  Er habe 
ihr gesagt, wenn sie nicht ihm gehöre, dann könne sie niemand anders haben. Sie 
sei dann aufs WC gegangen und habe anal und vaginal geblutet. Auch habe sie in 
Erinnerung gehabt, wie A.________ sie eingesperrt habe. Um der Gefahr zu ent-
gehen – insbesondere der Drohung, wonach er sie umbringe, wenn sie etwas sage 
– habe sie für ihn getanzt (pag. 22). Die Privatklägerin habe im Verlauf der Thera-
pie mehr und mehr über die Ereignisse berichtet. Sie habe unter Schlafstörungen, 

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Substanzenmissbrauch, Depression, Flashbacks, Unterleibsschmerzen, Konzen-
trationsschwierigkeiten, Ängsten etc. gelitten (pag. 23).

Im ergänzenden Bericht von N.________ vom 1. September 2022 (pag. 416) wur-
de bestätigt, dass die Privatklägerin am 6. Juli 2017 erstmals vorstellig geworden 
und von immer wiederkehrenden sexuellen Übergriffen ab ca. 15-jährig durch ihren 
damaligen Freund A.________ über ca. zwei Jahre hinweg sowie einem sexuellen 
Übergriff durch A.________ nach der Beziehung (anale wie auch vaginale Verge-
waltigung, Bedrohung des Lebens, eingeschlossen werden in einer Wohnung) er-
zählt habe. Sie habe eine Lehre als Fachangestellte Gesundheit begonnen, diese 
aber wegen starken psychischen Problemen abbrechen müssen, woraufhin sie in 
eine islamische Glaubensgemeinschaft eingetreten sei. Da hätte sie sich über etwa 
ein Jahr hinweg hinter der Burka «verstecken» können und sich dadurch in Sicher-
heit gefühlt. Nach dem Telefonat mit ihrer Anwältin, welche ihr erklärt habe, dass 
der Beschuldigte den Gerichtstermin verschoben habe, sei sie in eine psychische 
Krise geraten. Einige Tage danach sei es so schlimm geworden, dass die Privat-
klägerin gezwungen gewesen sei, den Notfall aufzusuchen, da sie unter panischen 
Ängsten gelitten habe. Zusammenfassend hielt N.________ fest, dass Traumas in 
Zusammenhang mit solchen erlebten Vergewaltigungen Erfahrungswerte mit desa-
strösem Ausgang seien, welche die Hirnleistung und die Entscheidfähigkeit enorm 
einschränken würden. Die Privatklägerin lebe in permanenter Tortur und ihr System 
versuche dies mit autonomen Strategien zu verhindern, welche dann eben dysfunk-
tional seien und sie nur wenig zukunftsgerichtete Handlungen ausführen könne. 
Bezüglich der Aufwendungen der Therapie werde bei einer derartigen Traumatisie-
rung von drei bis acht Jahren ausgegangen (pag. 421 f.).

Schliesslich ist dem Bericht des Stadtspitals Z.________(Ortschaft) vom 26. Juni 
2022 zu entnehmen, dass die Privatklägerin vorstellig geworden sei, da sie im Zu-
sammenhang mit einer Gerichtsverhandlung schlechte Nachrichten bekommen ha-
be, mit der Situation nicht mehr zurechtkomme und Beruhigungsmittel möchte. 
Nach Medikation mit Temesta sei eine deutliche Besserung eingetreten und die 
Privatklägerin habe am Folgetag entlassen werden können (pag. 423).

15. Beweiswürdigung

15.1 Ausgangslage

Die Vorinstanz hielt einleitend fest, der Beschuldigte habe sämtliche Vorwürfe inte-
gral abgestritten und damit selbstredend auch keinen Kernsachverhalt geschildert. 
Eine inhaltliche Analyse seiner Aussagen sei deshalb nur in sehr beschränktem 
Umfang möglich. Aussagekräftige objektive Beweismittel zum Kerngeschehen wür-
den nicht vorliegen und es gebe auch keine direkten Tatzeugen. Erschwerend 
komme die sehr späte Anzeigeerstattung relativ kurz vor dem Eintritt der Verfol-
gungsverjährung hinzu. Angesichts dieser Umstände komme den Aussagen der 
Privatklägerin resp. deren Würdigung nach aussagepsychologischen Gesichts-
punkten eine zentrale Bedeutung bei der Beweiswürdigung zu (S. 46 der erstin-
stanzlichen Urteilsbegründung, pag. 604).

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Zu den objektiven Beweismitteln erwog die Vorinstanz, sie würden zur Ermittlung 
des Kernsachverhalts nicht weiterhelfen, seien aber zur Klärung der zeitlichen Eck-
punkte der angeklagten Sachverhalte hilfreich, indem damit die Angaben der Pri-
vatklägerin einer Überprüfung unterzogen werden könnten. Was die Therapiebe-
richte von N.________ anbelange, so sei diesen mit einer gewissen Vorsicht zu 
begegnen. Zum einen könne N.________ aufgrund des langjährigen Therapiever-
hältnisses eine gewisse Parteilichkeit zugunsten seiner Patientin nicht abgespro-
chen werden, zum anderen würden seine Ausführungen zu einem grossen Teil 
Schilderungen des Sachverhalts durch die Privatklägerin wiedergeben. Immerhin 
könne festgehalten werden, dass sich diese Schilderungen, welche die Privatkläge-
rin gegenüber ihrem Therapeuten gemacht habe, mit ihren im Strafverfahren ge-
machten Angaben weitgehend decken würden (S. 51 der erstinstanzlichen Urteils-
begründung, pag. 609).

Betreffend die Aussagen der Drittpersonen erwog die Vorinstanz was folgt (S. 50  
der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 608 ):

H.________ und I.________: 

Diese beiden vom Beschuldigten genannten Zeugen hätten bestätigen sollen, dass es in der Woh-

nung an der ._______ (Adresse) zu einer gemeinsamen Übernachtung mit dem Beschuldigten und 

der Privatklägerin gekommen sei. Dies haben H.________ und I.________ jedoch nicht getan. Zwar 

führten beide aus, dass sie den Beschuldigten tatsächlich einmal in der fraglichen Wohnung besucht 

hätten und auch eine Frau dort gewesen sei. Jedoch will keiner der beiden Zeugen das Gesicht dieser 

Frau gesehen haben. Wer die Frau in der Wohnung war, konnten sie somit nicht sagen, und der Na-

me D.________ war ihnen gänzlich unbekannt. Festzustellen ist immerhin, dass ihre Aussagen offen-

sichtlich nicht mit dem Beschuldigten oder untereinander abgesprochen worden sind. Ihre Angaben 

vermögen zur Klärung des Sachverhalts indes nichts beizutragen. 

G.________: 

Die Aussagen von G.________ wirken sehr authentisch. Etwas sprunghaft gab sie ihre Wahrneh-

mungen und Empfindungen aus Sicht der Mutter der Privatklägerin wieder. In ihren Angaben sind kei-

ne grösseren Widersprüche zu den Aussagen ihrer Tochter festzustellen. 

F.________: 

Die Schwester des Beschuldigten hat bestätigt, dass die Privatklägerin ihr von «Belästigungen» des 

Beschuldigten erzählt habe (was die Privatklägerin allerdings später wieder zurückgenommen habe). 

Weiter hat F.________ angegeben, schockiert über diese Mitteilung der Privatklägerin gewesen zu 

sein und in der Folge mit dem Beschuldigten das Gespräch gesucht zu haben (wobei sich dieser an 

ein solches Gespräch nicht erinnern konnte oder wollte). Wesentliche Erkenntnisse in Bezug auf die 

angeklagten Sachverhalte können den Aussagen von F.________ nicht entnommen werden. 

Bereits vor der Vorinstanz wurde durch die frühere amtliche Verteidigung des Be-
schuldigten moniert, der Fall dürfe nicht abstellend auf die psychischen Probleme 
der Privatklägerin gelöst werden (pag. 509). Die gesamte Anklage basiere auf den 
Aussagen der Privatklägerin und es würden keine unmittelbaren Zeugen oder ob-
jektiven Beweismittel vorliegen. Nach so langer Zeit könnten die Aussagen der Pri-
vatklägerin nicht seriös gewürdigt werden. Insbesondere lasse der Zustand der Pri-

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vatklägerin Fragen offen, zumal der Zugriff auf das Patientendossier aus der The-
rapie N.________ nicht gewährt worden sei. Daraus sei zu schliessen, dass die 
Privatklägerin anderweitige, vor den angeblichen Vergewaltigungen bestehende 
Probleme gehabt habe. Hervorgehoben werde der Journaleintrag BEGES vom 13. 
Januar 2009 (pag. 55), wonach bei der Privatklägerin eine gestörte Persönlich-
keitsentwicklung vorliege. Dies könne zu einer verzerrten Wahrnehmung führen 
und damit auch zur Erklärung des Strafverfahrens. Mit diesem Krankheitsbild (die 
Privatklägerin tische nicht bewusst eine Lügengeschichte auf) erübrige sich dann 
auch die Frage nach möglichen Motiven einer Falschbelastung. Bei der eigentli-
chen Aussagenanalyse strich die frühere amtliche Verteidigung heraus, dass den 
teilweise sehr detaillierten Aussagen der Privatklägerin dann wieder sehr pauscha-
le Darlegungen gegenüberstünden. Die Einordnung der angeblichen Fesselung 
beim letzten Vorfall vom 8. Juni 2009 als erlebt oder nicht selbst erlebt sei selbst 
von der Privatklägerin offengelassen worden. Sie habe auch den Tanz beim Vorfall 
vom 8. Juni 2009 erst nachträglich zugestanden (was die Verteidigung dann nach 
der Replik aber korrigierte [pag. 511]). 

Auch die private Verteidigung des Beschuldigten brachte anlässlich der Berufungs-
verhandlung vor, es handle sich um ein klassisches Vier-Augen-Delikt, wobei die 
behaupteten Vorfälle rund 15 Jahre zurückliegen würden und die Diskussion darü-
ber geführt werden müsse, inwieweit genaue Aussagen überhaupt noch möglich 
seien (pag. 794). Die Vorinstanz habe fälschlicherweise festgehalten, die Privatklä-
gerin habe bereits im Dezember 2008 ausgesagt, vergewaltigt worden zu sein – so 
habe diese den eigentlichen Sachverhalt, wie er angeklagt sei, erst Jahre später so 
beschrieben. Auch die private Verteidigung unterstellte der Privatklägerin nicht, 
bewusst Falschangaben zu machen. Es sei sicher, dass die Privatklägerin davon 
überzeugt sei, dass es sich tatsächlich so abgespielt habe. Es gehe aber darum, 
was konkret passiert sei, wobei sich zeige, dass der Privatklägerin nicht vorbehalt-
los gefolgt werden könne. So habe sie einerseits ganze Episodenblöcke ausgelas-
sen, andererseits wiederum die Eckpunkte ihrer bisherigen Aussagen (u. a. einein-
halb/zwei Jahre Beziehung mit dem Beschuldigten, zunehmende Schmerzen und 
Gegenwehr beim Geschlechtsverkehr, Trösten des Beschuldigten nach dem Ge-
schlechtsverkehr, Beziehungsende, Hinwendung zum Islam, verunmöglichte Auf-
nahme bei den UPD aufgrund der Burka, Verlassen der islamischen Glaubensge-
meinschaft mithilfe von M.________, Aufenthalt bei der Familie des Beschuldigten) 
auch anlässlich ihrer Einvernahme vor dem Berufungsgericht bestätigt, wobei auf-
falle, dass ihre Aussagen teilweise 1:1 gleichlautend zu früheren Aussagen ausge-
fallen seien. Es entstehe der Eindruck, die Privatklägerin habe ein Drehbuch verin-
nerlicht. Die Vorwürfe würden derart lange zurückliegen, dass es fast nicht möglich 
sich sei, sich derart im Detail daran zu erinnern. Es sei unklar, was nun effektiv 
passiert sei und was die Privatklägerin sich eingebildet habe (pag. 795).

Übereinstimmend mit der Haltung der Vorinstanz wie auch der Verteidigung ist sei-
tens der Kammer zu sagen, dass aus den vorliegenden Drittaussagen und objekti-
ven Beweismitteln keine direkten Rückschlüsse auf das eigentliche Kerngeschehen 
gezogen werden können (dennoch sind sie für die Würdigung nicht irrelevant und 
können punktuell die Aussagen der Hauptpersonen bestätigen oder entkräften). 

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Damit stehen die Aussagen der Privatklägerin wie auch des Beschuldigten im Zen-
trum der Beweiswürdigung auch des Obergerichts. Insbesondere bei der Privatklä-
gerin ist neben der klassischen Inhaltsanalyse ein besonderes Augenmerk auf die 
Entstehung/Entwicklung von deren Aussagen, die Aussagentüchtigkeit, mögliche 
Fremdeinflüsse und auch die Motivlage zu richten. Zu fragen ist auch, inwiefern 
sich das erstellte oder behauptete Verhalten der Privatklägerin (etwa das lange 
Ausharren in der Beziehung mit dem Beschuldigten, der Vorfall am 8. Juni 2009 
oder die späte Anzeigeerstattung) mit ihren Aussagen zum Geschehen in Überein-
stimmung bringen lassen. 

15.2 Würdigung der Aussagen der Privatklägerin

15.2.1 Entstehung/Entwicklung der Aussagen

Zwischen dem Zeitpunkt der angeblichen Deliktsbegehung und der Anzeigeerstat-
tung liegen rund 12–13 Jahre (bezogen auf den hier noch zur Diskussion stehen-
den Tatzeitraum). Erste offizielle Befragungen erfolgten erst ab März 2021, also 
mehr als ein Jahrzehnt nach den Geschehnissen. Es liegt also keine tatnahe erste, 
formell protokollierte Aussage der Privatklägerin vor (was per se gegen eine im vor-
instanzlichen Verfahren diskutierte, dann aber abgelehnte Glaubhaftigkeitsbegut-
achtung sprach). 

Schon nur auf Grund des Zeitablaufs könnte damit die Qualität der Aussagen der 
Privatklägerin gelitten haben. Der Vorinstanz kann indessen beigepflichtet werden 
(S. 47 der erstins