# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0da12c48-2eca-5223-9038-cc248ad8eede
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2012-12-11
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 5. Kammer 11.12.2012 R 2012 160
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_005_R-2012-160_2012-12-11.pdf

## Full Text

R 12 160
5. Kammer 

URTEIL
vom 11. Dezember 2012

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Baueinsprache

1. Am 15. Juni 2012 reichten … und … das Gesuch um Abbruch der Skihalle … 

und den Neubau eines Wohn- und Geschäftshauses auf Parzelle Nr. 2015 in … 

ein (Bauprojekt 2012/Nr. 36).

2. Dagegen erhoben … und Mitbeteiligte am 5. Juli 2012 öffentlich-rechtliche 

Baueinsprache und beantragten, die Bewilligung sei nicht zu erteilen. Dazu 

nahm die Bauherrschaft mit Schreiben vom 18. Juli 2012 Stellung. 

3. Am 27., mitgeteilt am 30. August 2012, wies die Baukommission … die 

Einsprache ab, soweit darauf eingetreten wurde. Sie erwog unter anderem, 

dass sämtliche Vorgaben gemäss Baugesetz eingehalten seien. Im Jahr 2012 

könnten noch Bewilligungen für Zweitwohnungen erteilt werden. Zwei der fünf 

Wohnungen seien Erstwohnungen, drei Zweitwohnungen. Dem Baugesuch 

werde das Kontingent für das Jahr 2015 zugeteilt. Gleichentags wurde die 

Baubewilligung erteilt und die Baufreigabe auf den 16. April 2015 festgelegt. 

4. Dagegen erhoben … und Mitbeteiligte am 17. September 2012 Einsprache 

beim Gemeinderat … und beantragten die Aufhebung des Entscheides der 

Baukommission und die Verweigerung der Baubewilligung. Die neue 

Verfassungsbestimmung von Art. 75b BV erlaube die Bewilligung der hier zur 

Diskussion stehenden neuen Zweitwohnungen nicht mehr. Den Auflageakten 

sei zu entnehmen, dass der …bach, der quer durch die zu überbauende 

Liegenschaft fliesse, umgelegt werden solle. Aus den Baugesuchsunterlagen 

gehe nicht hervor, dass diese Bachverlegung von den zuständigen 

kommunalen und kantonalen Behörden genehmigt worden wäre. Es müsse 

geklärt werden, ob es sich beim Bach um ein öffentliches Gewässer handle. 

Dazu sei eine Stellungnahme des ANU einzuholen, und zwar auch hinsichtlich 

der einzuhaltenden Gewässerabstandsvorschriften. Ohne diese Abklärungen 

dürfe keine Baubewilligung erteilt werden. Aufgrund der Bemerkungen in der 

Baubewilligung sei davon auszugehen, dass das ANU offenbar eine 

Stellungnahme zum Thema abgegeben und dabei festgehalten habe, dass eine 

Eindolung des Gewässers gemäss Art. 38 Abs. 1 GSchG nicht zulässig sei. 

Einer Verlegung des Gewässers könnte zugestimmt werden, sofern dadurch 

der Zustand eines bereits verbauten oder korrigierten Gewässers verbessert 

werden könnte. Für die Ausarbeitung eines konkreten Projekts habe die 

Bauherrschaft ein spezialisiertes Ingenieurbüro zu beauftragen. An der 

angrenzenden Parzelle 2015 werde ein weiteres Bauprojekt geplant, weswegen 

es sich empfehle, für die Neugestaltung und die Linienführung des Baches ein 

gemeinsames Projekt auszuarbeiten. Diese Stellungnahme des ANU sei den 

Einsprecherinnen zur Vernehmlassung zuzustellen, da eine Verlegung des 

Baches allenfalls Gefahren für die Liegenschaften der Einsprecher schaffen 

könnte. Das rechtliche Gehör sei verletzt worden. Die Einsprecherinnen 

müssten im vorliegenden Verfahren Gelegenheit haben, Einsicht in die Akten zu 

nehmen und sich dazu zu äussern. 

5. An seiner Sitzung vom 15. Oktober 2012, mitgeteilt am 17. Oktober 2012, wies 

der Gemeinderat der Gemeinde … die Einsprache ab. Er erwog, dass 2012 

noch Bewilligungen für Zweitwohnungen erteilt werden könnten. Es treffe nicht 

zu, dass vor Erteilung einer Baubewilligung abgeklärt werden müsse, ob es sich 

beim … um ein öffentliches oder ein privates Gewässer handle, da das GSchG 

und die GSchV sowohl für öffentliche wie auch für private Gewässer gälten. Die 

Stellungnahme des ANU werde den Einsprechern zusammen mit dem 

vorliegenden Beschluss zugestellt. Dieser Stellungnahme zufolge müsse der 

Bach in Zukunft offen geführt werden und dürfe nicht mehr eingedolt werden. 

Bei der definitiven Festlegung des Gewässerraums, welche bis Ende des 

Jahres 2018 vorzunehmen sei, sei ein Gewässerkorridor von 11 m Breite 

auszuscheiden. Das ANU empfehle der Gemeinde im Zusammenhang mit 

einem weiteren Bauprojekt auf Parzelle 676 ein gemeinsames Projekt für die 

Neugestaltung und die neue Linienführung des …baches auszuarbeiten. Die 

Baukommission habe die in der Stellungnahme des ANU geäusserten Punkte 

bei der Baubewilligungserteilung ausreichend berücksichtigt. Der geforderte 

Gewässerkorridor sei grundsätzlich möglich. Punkt 10 der Baubewilligung sehe 

zudem vor, dass vor Baubeginn ein Projekt über die Führung und Gestaltung 

des …baches bewilligt sein müsse. Die Baukommission habe bestätigt, dass 

die Stellungnahme des ANU den Einsprechern nicht zugestellt worden sei, und 

habe dies damit begründet, dass die vom ANU geforderte neue Bachführung 

die Liegenschaften der Einsprecher nicht tangiere. Weder die Liegenschaft … 

noch die Liegenschaft … würden durch die geringfügige Verlegung des 

Bachverlaufs westwärts betroffen. Ausschlaggebend sei aber vielmehr Ziff. 10 

der Baubewilligung, gemäss welcher vor Baubeginn das Projekt über die 

Führung und Gestaltung des …baches bewilligt sein müsse. Die Einsprecher 

erhielten somit bei diesem separaten Projekt die Möglichkeit, sich vernehmen 

zu lassen und allenfalls gegen die geplante Bachverlegung Einsprache zu 

erheben. 

6. Dagegen erhoben die vormaligen Einsprecherinnen am 19. November 2012 

Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden und 

beantragten die Aufhebung des Einspracheentscheids und der erteilten 

Baubewilligung. Begründend führten sie aus, die zur Diskussion stehenden 

neuen Zweitwohnungen dürften nicht mehr bewilligt werden. Der Bundesrat 

hätte gar keine Ausführungsbestimmungen erlassen dürfen. Art. 75b BV sei 

sofort nach dessen Annahme, mithin am 11. März 2012, in Kraft getreten. Der 

aus der Übergangsbestimmung von Art. 197 Ziff. 9 Abs. 2 BV geschlossene 

Umkehrschluss, den das Verwaltungsgericht in VGU R 12 77 als massgebend 

für die Möglichkeit zur Erteilung von Baubewilligungen für Zweitwohnungen im 

Jahr 2012 erachtet habe, sei nicht zulässig. Die Initianten der 

Zweitwohnungsinitiative hätten mit der Nennung des 1. Januars 2013 nicht die 

Inkraftsetzung von Art. 75b BV hinausgeschoben. Sie seien auch nicht Partei im 

Verfahren R 12 77 gewesen. Die Inkraftsetzung sei eben nicht 

hinausgeschoben worden. Dies sei lediglich die Auslegung des 

Verwaltungsgerichtes, welche sich aber mit Art. 75b und Art. 197 Ziff. 9 Abs. 2 

BV nicht vereinbaren lasse. Die Initiative habe die Meinung gehabt, dass am 1. 

Januar 2013 alle Gemeinden ihre Baugesuche von 2012 erledigt haben sollten 

und ab diesem Datum keine neuen Baugesuche für Zweitwohnungen mehr 

bewilligen sollten. Das vormals bestehende Recht werde durch Art. 75b BV 

derogiert. Baugesuche, die zwischen dem 11. März 2012 und dem 31. 

Dezember 2012 erteilt würden, seien anfechtbar und auf die Einhaltung von 

geltendem Recht zu überprüfen, einschliesslich auf Art. 75b BV. Die Erteilung 

von Baubewilligungen nach dem 11. März 2012 für Zweitwohnungen 

widerspreche Art. 75b BV. Die ebenfalls angenommene Übergangsbestimmung 

stehe dem nicht entgegen. Hingegen spreche auch der erste Entwurf der 

Verordnung über den Bau von Zweitwohnungen des Bundesrats, welcher zwar 

noch leicht abgeändert worden sei, für diese Auffassung. Die 

Beschwerdeführerinnen hätten die Stellungnahme des ANU bis heute nicht 

erhalten. Dementsprechend könnten sie sich nicht dazu äussern, weswegen ihr 

rechtliches Gehör verletzt worden sei. Die Aussage des Gemeinderates, 

wonach die neue Bachführung ihre Liegenschaften nicht tangieren würde, 

werde bestritten. Zudem habe die Vorinstanz festgehalten, gegen die geplante 

Bachverlegung könnten Rechtsmittel ergriffen werden. Offenbar werde aber ein 

öffentlich-rechtlicher Vertrag zwischen der Bauherrschaft und der Gemeinde 

abgeschlossen. Den Beschwerdeführerinnen sei es nicht klar, wie ihre 

Teilnahme an einem solchen Verfahren aussehen solle. Es werde ihnen die 

Möglichkeit genommen, gegen die geplante Bachverlegung zu opponieren. 

7. Mit Schreiben vom 22. November 2012 verzichtete die Gemeinde auf die 

Einreichung einer Vernehmlassung und verwies auf den Einspracheentscheid 

sowie VGU R 12 108. 

8. Am 23. November 2012 verzichteten auch … und … auf die Einreichung einer 

Vernehmlassung und beantragten die Abweisung der Beschwerde. Zur 

Begründung verwiesen sie ebenfalls auf den angefochtenen Entscheid sowie 

VGU R 12 108.

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften sowie in den 

angefochtenen Entscheiden wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden 

Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bildet der 

Einspracheentscheid vom 15., mitgeteilt am 17. Oktober 2012, der 

Beschwerdegegnerin 1, mit welchem die Einsprache der heutigen 

Beschwerdeführerinnen gegen das von den Beschwerdegegnern 2 eingereichte 

Baugesuch 2012/Nr. 36, Abbruch der Skihalle … und Neubau eines Wohn- und 

Geschäftshauses auf Parzelle Nr. 2015 in … abgewiesen worden ist sowie die 

am 27. August 2012 erteilte Baubewilligung 2012/Nr. 36. Streitig und zu prüfen 

ist, ob die Einsprache zu Recht abgewiesen und die Baubewilligung folglich zu 

Recht erteilt worden ist.

2. a) Die Beschwerdeführerinnen machen zunächst geltend, sie hätten das 

Schreiben des ANU betreffend die Verlegung des …baches vom 16. August 

2012 nach wie vor nicht erhalten, weshalb sie dazu keine Stellung hätten 

nehmen können. Ihr rechtliches Gehör sei verletzt. 

b) Dazu ist zunächst zu sagen, dass die Gemeinde im jetzigen Zeitpunkt aufgrund 

des Schreibens des ANU vom 16. August 2012 lediglich zur Kenntnis 

genommen hat - und dies im angefochtenen Entscheid auch dokumentiert hat -, 

dass der …bach in Zukunft offen geführt und nicht mehr eingedolt oder 

überdeckt werden kann. Ihren Ausführungen im angefochtenen Entscheid 

zufolge will die Gemeinde bei der definitiven Festlegung des Gewässerraums, 

welche bis Ende 2018 vorzunehmen ist, einen Gewässerkorridor von 11 m 

Breite ausscheiden. Weiter will die Gemeinde der Empfehlung des ANU im 

Zusammenhang mit einem weiteren Bauprojekt auf Parzelle Nr. 676 folgen und 

in Zusammenarbeit mit den beiden Bauherrschaften ein gemeinsames Projekt 

für die Neugestaltung und die neue Linienführung des …baches ausarbeiten. 

Zudem hat der Gemeinderat im angefochtenen Entscheid ausgeführt, Punkt 10 

der Baubewilligung sehe explizit vor, dass vor Baubeginn ein Projekt über die 

Führung und Gestaltung des …baches bewilligt sein müsse. 

c) Die Behandlung der Thematik „Bachverlegung“ in einem der Baubewilligung 

nachfolgenden Verfahren - welches zudem vor Inangriffnahme der Bauarbeiten 

am Bauprojekt 2012/Nr. 36 der Beschwerdegegner 2 abgeschlossen sein muss 

- ist ohne weiteres zulässig. Allerdings müssen die Beschwerdeführerinnen an 

einem solchen Verfahren wie im vorliegenden Verfahren auch wieder mitwirken 

und Rechtsmittel ergreifen können. Genau dies ist hier jedoch vorgesehen. Die 

Bachverlegung soll in einem separaten Projekt verwirklicht und auch in einem 

separaten Verfahren bewilligt werden. Der Abschluss eines öffentlich-

rechtlichen Vertrages über die Verlegung des …baches erfolgt zusätzlich 

gestützt auf das zu bewilligende Verlegungsprojekt. Es entspricht dem 

Grundsatz der Verhältnismässigkeit und ist sinnvoll und sachgerecht, zunächst 

abzuklären, ob die Überbaubarkeit der Parzelle Nr. 2015 im Sinne der 

Vorstellungen der Bauherrschaft überhaupt gegeben ist, bevor das 

Verlegungsprojekt in Angriff genommen wird. Im Rahmen des 

Bewilligungsverfahrens für das Verlegungsprojekt stehen den heutigen 

Beschwerdeführerinnen, wie die Gemeinde richtig festgehalten hat, wiederum 

sämtliche Mitwirkungsrechte zu. Sie können sowohl im Bewilligungsverfahren 

Einsprache erheben wie auch die Schlussverfügung anfechten. Weil den 

Beschwerdeführerinnen hinsichtlich der Bachverlegung erst im nachgelagerten 

Bewilligungsverfahren sämtliche Mitwirkungsrechte zustehen, liegt die 

behauptete Verletzung des rechtlichen Gehörs im jetzigen Zeitpunkt aber nicht 

vor. Im Übrigen haben die Beschwerdeführerinnen im Verfahren vor 

Verwaltungsgericht auch keine Einsicht in die Akten, insbesondere in das 

Schreiben des ANU vom 16. August 2012, verlangt, was ihnen aber ohne 

weiteres freigestanden wäre. Zudem fällt es auch schwer zu glauben, dass den 

Beschwerdeführerinnen das Schreiben des ANU vom 16. August 2012 vor 

Erhebung der Einsprache beim Gemeinderat in der Tat nicht vorgelegen hat, 

zitieren sie doch in ihrer Einsprache dessen Inhalt weitgehend wörtlich. Somit 

konnten sie aber den Entscheid der Baukommission und somit auch den 

Entscheid des Gemeinderates sachgerecht anfechten. Jedenfalls wurden den 

Beschwerdeführerinnen ihre Mitwirkungsrechte in keiner Weise beschnitten, 

weshalb sich ihre diesbezügliche Rüge denn auch als unbegründet erweist. 

Selbst wenn aber eine Verletzung des rechtlichen Gehörs vorgelegen hätte, 

wäre sie im Rahmen des vorliegenden Beschwerdeverfahrens geheilt worden, 

weil es den Beschwerdeführerinnen frei gestanden hätte, sich zum bei den 

Akten befindlichen Schreiben des ANU vom 16. August 2012 zu äussern. 

3. a) Die Beschwerdeführerinnen rügen des Weiteren eine Verletzung von Art. 75b 

der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV; SR 101). 

Dabei machen sie sinngemäss geltend, dass mit der Annahme der 

Volksinitiative „Schluss mit uferlosem Bau von Zweitwohnungen“ (nachfolgend: 

Zweitwohnungsinitiative) der Anteil an Zweitwohnungen am Gesamtbestand der 

Wohneinheiten und der für Wohnzwecke genutzten Bruttogeschossfläche einer 

Gemeinde auf höchstens 20 % beschränkt worden sei. Gemäss Art. 195 BV 

trete die ganz oder teilweise revidierte Bundesverfassung in Kraft, wenn sie von 

Volk und Ständen angenommen würde, womit der neue Art. 75b BV am Tage 

der Annahme, d.h. am 11. März 2012 und damit vor Erteilung der vorliegend 

angefochtenen Baubewilligung vom 27. August 2012, in Kraft getreten sei.

b) Es trifft zu, dass gemäss Art. 195 BV eine Verfassungsänderung an dem Tag in 

Kraft tritt, an dem sie von Volk und Ständen angenommen wird. Soweit Art. 75b 

BV und deren Übergangsbestimmung Art. 197 Ziff. 9 BV direkt Rechtswirkung 

entfalten vermögen, besteht demnach die Rechtsverbindlichkeit dieser 

Verfassungsbestimmungen seit dem Tage ihrer Annahme und unabhängig von 

ihrer Publikation in der Amtlichen Sammlung des Bundesrechts (vgl. Art. 8 Abs. 

1 und 2 des Bundesgesetzes über die Sammlungen des Bundesrechts und das 

Bundesblatt [PublG; SR 170.512]; vgl. auch den erläuternden Bericht des 

Bundesamtes für Raumentwicklung zur Verordnung über Zweitwohnungen vom 

17. August 2012, S. 2). Die Beschwerdeführerinnen berufen sich nun auf Art. 

75b BV und wollen zumindest sinngemäss aus der Geltung dieser Bestimmung 

seit ihrer Annahme durch das Volk und die Stände ableiten, dass sämtliche 

nach dem 11. März 2012 erteilten Baubewilligungen für Zweitwohnungen (in 

Gemeinden mit einem Zweitwohnungsanteil von über 20 % wie in …) nicht 

mehr zulässig sein sollen. Damit verkennen die Beschwerdeführerinnen, dass 

das Stimmvolk am 11. März 2012 dem in Art. 75b BV angelegten, faktischen 

Baustopp für Zweitwohnungen (in Gemeinden mit einem Zweitwohnungsanteil 

von über 20 %) nur unter Berücksichtigung der übergangsrechtlichen Regelung 

von Art. 197 Ziff. 9 BV (in den Abstimmungsunterlagen noch Art. 197 Ziff. 8 BV) 

zugestimmt hat. Der neue Art. 75b BV darf demnach nur zusammen mit dem 

neuen Art. 197 Ziff. 9 BV gelesen und verstanden werden. Aus der neuen 

verfassungsrechtlichen Regelung betreffend den Zweitwohnungsbau (Art. 75b 

BV i.V.m. Art. 197 Ziff. 9 BV) geht entgegen der Auffassung der 

Beschwerdeführerinnen zunächst einmal hervor, dass es für die Umsetzung der 

neuen 20 %-Regelung von Art. 75b BV Ausführungsrecht braucht. Dies ergibt 

sich einerseits aus Art. 75b Abs. 2 BV, welcher eine Ausführungsgesetzgebung 

voraussetzt („das Gesetz verpflichtet…“), und andererseits aus Art. 197 Ziff. 9 

Abs. 1 BV, der explizit den Erlass einer entsprechenden Gesetzgebung (bzw. 

subsidiär den Erlass von bundesrätlichen Ausführungsbestimmungen) vorsieht. 

Auch wenn Art. 197 Ziff. 9 Abs. 1 BV dem Gesetzgeber bis zur Inkraftsetzung 

des Ausführungsgesetzes zwei Jahre Zeit einräumt, ist Art. 75b BV nicht so 

aufzufassen, dass bis zur Inkraftsetzung des entsprechenden 

Ausführungsrechts das bisherige Recht uneingeschränkt weitergelten soll. Die 

zeitliche Anwendbarkeit des bisherigen Rechts wird nämlich durch die 

übergangsrechtliche Bestimmung von Art. 197 Ziff. 9 Abs. 2 BV geregelt. 

Danach sind erteilte Baubewilligungen für Zweitwohnungen (in Gemeinden mit 

einem Zweitwohnungsanteil von über 20 % wie in …) vom 1. Januar 2013 

hinweg bis zum Inkrafttreten des entsprechenden Ausführungsrechts nichtig. 

Die vom Volk und Ständen am 11. März 2012 angenommene und am gleichen 

Tag in Kraft getretene intertemporale Bestimmung zu Art. 75b BV gilt es 

vorliegend vom Verwaltungsgericht, aber auch von allen rechtsanwendenden 

Behörden, welche insbesondere Bewilligungen zum Bau entsprechender 

Zweitwohnungen erteilen, zu beachten. Die intertemporale Regelung ist mit 

anderen Worten für die Erteilung von Baubewilligungen im noch laufenden Jahr 

relevant, erst danach tritt auf den 1. Januar 2013 die vom Bundesrat am 

22. August 2012 verabschiedete „Verordnung über Zweitwohnungen“ als das in 

Art. 197 Ziff. 9 Abs. 1 BV angesprochene Ausführungsrecht in Kraft und löst − 

als Folge der intertemporalrechtlichen Regelung von Art. 197 Ziff. 9 Abs. 2 BV − 

das bisherige Recht ab. Aufgrund der Übergangsbestimmung zu Art. 75b BV 

(und aufgrund der Tatsache, dass nicht vor dem 1. Januar 2013 ein Art. 197 

Ziff. 9 BV ersetzendes Ausführungsrecht in Kraft tritt), ergibt sich für das 

Verwaltungsgericht eindeutig, dass auch in jenen Gemeinden wie …, welche 

die kritische Grenze von 20 % Zweitwohnungen überschritten haben, im Jahr 

2012 noch immer Baubewilligungen für Zweitwohnungen erteilt werden dürfen; 

dies, da bis zum 31. Dezember 2012 schweizweit noch das bestehende Recht 

gilt. Auch wenn nun die Initianten der Zweitwohnungsinitiative − und mit ihnen 

vermutlich auch einige Baueinsprecher − als Stichtag für den Baustopp lieber 

den Tag der Annahme der Initiative als den 1. Januar 2013 sähen, ist nicht von 

der Hand zu weisen, dass mit Art. 197 Ziff. 9 BV am 11. März 2012 auch eine 

entsprechende intertemporalrechtliche Norm vom Volk angenommen und damit 

eine übergangsrechtliche Regelung beschlossen wurde. Bei dem knappen 

Resultat, welches die Volksinitiative erzielte (50.6 % Ja-Stimmen gegenüber 

49.4 % Nein-Stimmen; 12 3/2 befürwortende Stände gegenüber 8 3/2 

ablehnenden Stände), ist noch nicht einmal auszuschliessen, dass ohne die 

intertemporalrechtliche Norm, welche in der Botschaft zur Initiative zur Sprache 

gebracht (BBl 2008 8757, 8764 f.) und in den amtlich publizierten Materialien 

(AS 2012 3627 f.) wie auch in den Abstimmungsunterlagen (Erläuterungen des 

Bundesrates zur Volksabstimmung vom 11. März 2012, S. 10) aufgeführt 

wurde, gar ein anderes Stimmresultat erzielt worden wäre. Hätten die Initianten 

ein Inkrafttreten der 20 %-Regel ab dem Tag der Annahme der Initiative 

durchsetzen wollen, wäre es für sie ein Leichtes gewesen, ein sofortiges 

Inkrafttreten im Initiativtext explizit festzuschreiben oder ganz einfach auf eine 

Übergangsregelung zu verzichten. Aus Sicht der Initianten der Volksinitiative - 

wie auch aus sich der Baueinsprecher bzw. der Beschwerdeführer - mag es zu 

bedauern sein, dass ein absoluter Baustopp für Zweitwohnungen (in 

Gemeinden wie … mit einem Zweitwohnungsanteil von über 20 %) erst am 1. 

Januar 2013 in Kraft tritt, doch haben es die Verfasser der Initiative selbst zu 

verantworten, dass mit der expliziten Nennung des 1. Januars in den 

Übergangsbestimmungen ein für den Baustopp verbindlicher Termin festgesetzt 

wurde. 

c) Selbst wenn aber Art. 75b BV der Erteilung von Bewilligungen für den Bau von 

Zweitwohnungen zwischen dem 11. März 2012 und dem 31. Dezember 2012 

entgegenstünde, würde dies nicht zur gänzlichen Gutheissung der Beschwerde 

und Aufhebung der angefochtenen Baubewilligung führen, sondern höchstens 

zur teilweisen Gutheissung und Feststellung, dass auch die drei geplanten 

Zweitwohnungen als Erstwohnungen zu erstellen sind. Da Art. 75b BV aber wie 

gesehen der Erteilung von Bewilligungen zum Bau von Zweitwohnungen bis am 

31. Dezember 2012 nicht entgegensteht, konnte die Gemeinde die ersuchte 

Baubewilligung am 27. August 2012 ohne Verletzung von Art. 75b BV erteilen. 

Die Beschwerde ist demnach auch in diesem Punkt unbegründet und 

abzuweisen.

4. a) Zusammenfassend kann demzufolge festgehalten werden, dass sich der 

angefochtene Einspracheentscheid vom 15., mitgeteilt am 17. Oktober 2012, 

sowie die am 27. August 2012 erteilte Baubewilligung 2012/Nr. 36 als 

rechtmässig erweisen und die von den Beschwerdeführerinnen dagegen 

erhobene Beschwerde abzuweisen ist.

b) Bei diesem Ausgang des Verfahrens gehen die Verfahrenskosten zulasten der 

Beschwerdeführerinnen (Art. 73 Abs. 1 des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege [VRG; BR 370.100]). Aufgrund der Tatsache, dass der 

Beschwerdegegnerin 1 gemäss Art. 78 Abs. 2 VRG keine Entschädigung 

zusteht, da sie lediglich in ihrem amtlichen Wirkungskreis obsiegt hat, und den 

Beschwerdegegnern 2 kein grosser Aufwand entstanden ist, werden vorliegend 

keine Parteientschädigungen zugesprochen.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 4‘000.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 314.--

zusammen Fr. 4‘314.--

gehen je zu einem Drittel zulasten von den Beschwerdeführerinnen und sind 

innert 30 Tagen seit Zustellung dieses Entscheides an die Finanzverwaltung des 

Kantons Graubünden, Chur, zu bezahlen.

3. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 

Die an das Bundesgericht erhobene Beschwerde wurde mit Verfügung vom 18. 

Dezember 2013 als durch Rückzug erledigt abgeschrieben (1C_112/2013).