# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7fd83024-4bf4-5f8f-ab69-3adebafda571
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-05-02
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 02.05.2022 LF220023
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_LF220023_2022-05-02.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Zivilkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: LF220023-O/U 

 

Mitwirkend: Oberrichterin lic. iur. E. Lichti Aschwanden, Vorsitzende, 

Oberrichterin lic. iur. M. Stammbach und Oberrichterin lic. iur. 

A. Strähl sowie Gerichtsschreiberin lic. iur. A. Götschi 

Urteil vom 2. Mai 2022 

in Sachen 

 

A._____,  
Berufungsklägerin, 

 

gegen 

 

1. B._____, 
2. C._____, 
3. D._____,  
 

Berufungsbeklagte, 

 

betreffend Testamentseröffnung / Wiedererwägung 
 
im Nachlass von E._____, geboren am tt. September 1934, von F._____ und 
G._____, gestorben am tt.mm.2021, wohnhaft gewesen in H._____, 
 
Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichtes im summarischen Verfahren 
des Bezirksgerichtes Meilen vom 18. Februar 2022 (EL210501/EM220041) 
 
 

- 2 - 

Rechtsbegehren: 
(sinngemäss) 

Es sei das Urteil vom 5. Januar 2022 in Wiedererwägung zu ziehen. 

Urteil des Einzelgerichtes: 
(act. 16 [Aktenexemplar]) 

1. Dispositiv-Ziffer 2 des Urteils vom 5. Januar 2022 wird wie folgt in Wiedererwägung 

gezogen: 

"2. Den gesetzlichen Erben gemäss Ziffer II. lit. aa), ab) und b) der Erwägun-
gen wird auf Verlangen die auf sie lautende Erbbescheinigung ausgestellt, sofern 

ihre Berechtigung nicht innert Monatsfrist ab Zustellung dieses Urteils von einem 

gesetzlichen Erben oder einem aus einer früheren Verfügung Bedachten durch 

schriftliche Eingabe an das Einzelgericht ausdrücklich bestritten wird. 

Bis heute eingegangene Erbscheinbestellungen gelten als vorgemerkt. Die Ausstel-

lung einer Erbbescheinigung erfolgt in jedem Fall erst nach Ablauf der vorgenann-

ten Frist. Eine Abkürzung derselben ist nicht möglich." 

2. Sämtliche übrigen Anordnungen des Urteils vom 5. Februar 2022 bleiben in Kraft. 

3. Das Gesuch von A._____, I._____-strasse …, J._____, um Ausstellung der Erbbe-

scheinigung wird abgewiesen (Geschäfts-Nr. EM220041-G). 

4. Die Kosten für diesen Berichtigungsentscheid fallen ausser Ansatz. 

5./6. (Mitteilung / Rechtsmittel). 

Berufungsanträge: 

der Berufungsklägerin (act. 17): 
 

Das Gesuch um Ausstellung der Erbbescheinigung für die Berufungs-
klägerin und für die übrigen gesetzlichen Erben sei gutzuheissen. 

- 3 - 

Erwägungen: 

1. Sachverhalt und Prozessgeschichte 

1.1 Am tt.mm.2021 verstarb E._____ (nachfolgend: Erblasserin), zuletzt wohn-

haft gewesen in H._____. Sie hinterliess als gesetzliche Erben Nichten und Nef-

fen sowie deren Nachkommen resp. die Kinder und Enkel ihres im Jahr 2009 vor-

verstorbenen einzigen Geschwisters K._____. Aus der Verbindung von K._____ 

und seiner ersten Ehefrau ist ein Sohn hervorgegangen: L._____. Dieser war im 

Jahr 2008 verstorben und hatte seinerseits zwei Kinder hinterlassen: C._____ 

(nachfolgend: Berufungsbeklagter 2) und D._____ (nachfolgend: Berufungsbe-

klagte 3). Sodann ist aus der Verbindung von K._____ und seiner zweiten Ehe-

frau ein Sohn hervorgegangen: B._____ (nachfolgend: Berufungsbeklagter 1), 

und aus seiner Verbindung mit seiner dritten Ehefrau ein Sohn, M._____, sowie 

zwei Töchter, A._____ (nachfolgend: Berufungsklägerin) und N._____ (vgl. act. 3, 

4, 6 und 7).  

1.2 Mit Urteil vom 5. Januar 2022 (act. 9 = act. 19) eröffnete die Einzelrichterin 

des Bezirksgerichtes Meilen im summarischen Verfahren eine eigenhändige 

letztwillige Verfügung der Erblasserin vom 20. Mai 2013 (a.a.O., letzte Seite). Sie 

ermittelte die erwähnten Nichten und Neffen sowie deren Nachkommen (vgl. 

soeben E. 1.1) als gesetzliche Erben (act. 9 E. I. und II.). In vorläufiger Auslegung 

der eingereichten letztwilligen Verfügung kam die Vorinstanz zum Schluss, alle 

gesetzlichen Erben seien erbberechtigt. Deshalb stellte sie ihnen allen eine auf 

sie lautende Erbbescheinigung in Aussicht; unter dem Vorbehalt, dass ihre Be-

rechtigung nicht innert Monatsfrist von einem gesetzlichen Erben oder einem aus 

einer früheren Verfügung Bedachten bestritten werde (a.a.O., E. IV. und Disposi-

tiv-Ziffer 2).  

1.3 Dieses Urteil der Einzelrichterin wurde – auf ein Schreiben des Berufungs-

beklagten 1 vom 3. Februar 2022 hin (vgl. act. 11) – vom Einzelrichter des Be-

zirksgerichtes Meilen (nachfolgend: Vorinstanz) mit Urteil vom 18. Februar 2022 

(act. 12 = act. 16 [Aktenexemplar] = act. 18) in Wiedererwägung gezogen. In 

Wiedererwägung der vorläufigen Auslegung stellte er nur noch den Berufungsbe-

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klagten 1-3 eine auf sie lautende Erbbescheinigung unter dem erwähnten Vorbe-

halt in Aussicht (a.a.O., Dispositiv-Ziffer 1 und 2). Das Gesuch der Berufungsklä-

gerin um Ausstellung der Erbbescheinigung (vgl. Geschäfts-Nr. EM220041) wies 

er ab (a.a.O., Dispositiv-Ziffer 3); Kosten setzte er keine fest (a.a.O., Dispositiv-

Ziffer 4).  

1.4 Gegen dieses (Wiedererwägungs-)Urteil erhebt die Berufungsklägerin mit 

Eingabe vom 3. März 2022 (Datum Poststempel) fristgerecht (vgl. act. 12 i.V.m. 

act. 13/4 i.V.m. act. 17 S. 1) Berufung (act. 17). 

1.5 Die vorinstanzlichen Akten wurden von Amtes wegen beigezogen (act. 1-

14). Mit Verfügung vom 30. März 2022 (act. 20) wurde von der Berufungsklägerin 

ein Kostenvorschuss für das Berufungsverfahren eingeholt. Dieser ist eingegan-

gen (act. 23). Auf weitere prozessleitende Schritte wird verzichtet. Das Verfahren 

ist spruchreif. 

2. Prozessuales 

2.1 Die Eröffnung eines Testaments – in deren Rahmen das Testament ausge-

legt wird (hier wiedererwägungsweise) – gehört zu den Angelegenheiten der frei-

willigen bzw. nichtstreitigen Gerichtsbarkeit, welche der Kanton Zürich dem Ein-

zelgericht im summarischen Verfahren zugewiesen hat (vgl. Art. 556 ZGB i.V.m. 

Art. 551 Abs. 1 ZGB und Art. 54 Abs. 3 SchlT ZGB, § 24 lit. c und § 137 lit. c GOG 

i.V.m. Art. 248 lit. e ZPO sowie zum Ganzen auch ZK ZPO-FELLER/ BLOCH, 

3. Aufl. 2016, Art. 19 N 5 ff. m.w.H.). Gegen erstinstanzliche Summarentscheide 

in vermögensrechtlichen Angelegenheiten ist die Berufung zulässig, sofern der 

Streitwert mindestens Fr. 10'000.– beträgt (Art. 308 Abs. 2 ZPO). Erbrechtliche 

Angelegenheiten sind naturgemäss vermögensrechtlicher Art (vgl. BGE 135 III 

578 ff., E. 6.3), was auch für die erbrechtlichen Sicherungsmassregeln – wie die 

Testamentseröffnung – gilt (vgl. DIGGELMANN, DIKE-Komm-ZPO, 2. Aufl. 2016, 

Art. 91 N 30; ENGLER/JENT, Behördliche Mitwirkung beim Erbgang – Mechanik ei-

nes «eigenartigen» Verfahrens, in: SJZ 113/2017, S. 421 ff., S. 424). Angesichts 

des Wertes des letzten steuerbaren Vermögens des Erblassers (vgl. nachfolgen-

de E. 4.1) ist von der Zulässigkeit der Berufung auszugehen. 

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2.2 Mit der Berufung können unrichtige Rechtsanwendung und/oder unrichtige 

Sachverhaltsfeststellung geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO). Die Berufung 

ist zu begründen (Art. 311 Abs. 1 ZPO), d.h. die Berufungsklägerin hat im Einzel-

nen darzulegen, aus welchen Gründen der angefochtene Entscheid ihrer Meinung 

nach falsch ist und deshalb abgeändert werden muss (Begründungslast, vgl. ZK 

ZPO-REETZ/THEILER, 3. Aufl. 2016, Art. 311 N 36).  

2.3 Mit ihrer Berufung wendet sich die Berufungsklägerin gegen die (wiederer-

wägungsweise) vorläufige Auslegung der eröffneten letztwilligen Verfügung bzw. 

des Testamentes der Erblasserin vom 20. Mai 2013 durch die Vorinstanz. Die  

Vorinstanz sah u.a. die Berufungsklägerin nicht als erbberechtigt an und stellte ihr 

(wiedererwägungsweise doch) keinen Erbschein in Aussicht und wies ihr Gesuch 

um Ausstellung der Erbbescheinigung (act. 14) ab. Die Berufungsklägerin ist 

dadurch beschwert. Dem Eintreten auf die Berufung steht daher nichts entgegen. 

3. Materielles 

3.1 Die zuständige Behörde hat von Amtes wegen die zur Sicherung des Erb-

ganges nötigen Massregeln zu treffen, wozu insbesondere die Eröffnung der 

letztwilligen Verfügungen gehört (vgl. Art. 551 Abs. 1 und Abs. 2 ZGB). Die Tes-

tamentseröffnung gemäss Art. 557 f. ZGB bedeutet, dass die Behörde vom Inhalt 

einer letztwilligen Verfügung Kenntnis nimmt und diesen den Betroffenen zur 

Kenntnis gibt. Ihr Zweck ist die Information der Erben über das Vorhandensein 

sowie den Inhalt des Testaments und die Einräumung einer Kontrollmöglichkeit 

(vgl. BSK ZGB II-KARRER/VOGT/LEU, 6. Aufl. 2019, Art. 557 N 1 f., Art. 558 N 1). 

Das eröffnende Gericht hat – im Hinblick auf die nach Art. 559 ZGB auszustellen-

de Erbbescheinigung – die gesetzlichen und allenfalls eingesetzten Erben zu er-

mitteln, zu diesem Zweck allenfalls Testamente auszulegen, aber bloss vorläufig 

und unpräjudiziell für ein ordentliches Gerichtsverfahren, ferner Einsicht in öffent-

liche Register wie das Zivilstands- und das Einwohnerregister zu nehmen sowie 

sich bei bereits bekannten Erben, dem Willensvollstrecker etc. zu erkundigen 

(vgl. BSK ZGB II-KARRER/VOGT/LEU, 6. Aufl. 2019, Art. 557 N 7 und 11 m.w.H.). 

Primär massgebend ist bei der Auslegung der Wortlaut der Testamente. Anhalts-

punkte ausserhalb der Verfügungen (Externa), wie z.B. Beziehung des Erblassers 

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zu Anwärtern der Nachlasswerte, können beigezogen werden, aber nur soweit, 

als dadurch eine im Text enthaltene Angabe geklärt oder erhärtet und der in ge-

setzlicher Form manifestierte Wille des Erblassers dadurch erhellt wird (vgl. 

BGE 131 III 601 ff. = Pra 95 [2006] Nr. 65). Bei der Eröffnung muss das Eröff-

nungsgericht nach billigem Ermessen auf den soweit erkennbar wahren Willen 

der Erblasserin abstellen (vgl. ZR 82 [1983] Nr. 66 S. 171 f.). Über die definitive 

Auslegung der letztwilligen Verfügung und die damit verbundene Frage, ob einer 

Person Erbenstellung zukommt oder nicht, befindet das Eröffnungsgericht nicht; 

dies bleibt im Streitfall dem anzurufenden ordentlichen Zivilgericht vorbehalten 

(vgl. statt vieler: OGer ZH LF130079 vom 27. Mai 2014, E. 2.1, ZR 77 [1978] 

Nr. 131, ZR 82 [1983] Nr. 66 und ZR 84 [1985] Nr. 90, je m.w.H.; BSK ZGB II-

KARRER/VOGT/LEU, a.a.O., Vor Art. 551-559 N 10). Mit der Eröffnung beginnt die 

absolute zehnjährige Verwirkungsfrist für die Ungültigkeitsklage (Art. 521 ZGB), 

die Herabsetzungsklage (Art. 533 ZGB) und die Erbschaftsklage (Art. 600 ZGB) 

zu laufen (BSK ZGB II-KARRER/VOGT/LEU, 6. Aufl. 2019, Art. 557 N 22 m.w.H.).  

 Da im Testamentseröffnungsverfahren somit grundsätzlich nicht über mate-

rielles Recht entschieden wird, prüft die Kammer nach ständiger Praxis im 

Rechtsmittelverfahren auch lediglich, ob das Einzelgericht bei der Testamentser-

öffnung in diesem beschränkten Rahmen zutreffend vorgegangen ist (vgl. OGer 

ZH LF160054 vom 29. September 2016, E. 2; LF160012 vom 10. März 2016, E. 

3b; LF160062 vom 18. Oktober 2016, E. 2.3; LF130079 vom 27. Mai 2014, E. 

2.1). 

 Dasselbe gilt auch, wenn die Testamentseröffnungsbehörde – wie hier – ih-

ren Testamentseröffnungsentscheid in Wiedererwägung zieht und entsprechende 

Anordnungen aufhebt oder abändert. Eine Anordnung der freiwilligen Gerichts-

barkeit – wie namentlich das In-Aussicht-Stellen eines Erbscheins gestützt auf ei-

ne vorläufige Auslegung eines Testamentes im Rahmen der Testamentseröffnung 

– kann vom Amtes wegen oder auf Antrag aufgehoben oder abgeändert werden, 

wenn sich diese im Nachhinein als unrichtig erweist, es sei denn, das Gesetz oder 

die Rechtssicherheit ständen entgegen (vgl. Art. 256 Abs. 2 ZPO). 

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3.2 Im angefochtenen Urteil zog der Einzelrichter die Dispositiv-Ziffer 2 des Tes-

tamentseröffnungsurteils der Einzelrichterin vom 5. Januar 2022 in Wiedererwä-

gung und wies das Gesuch der Berufungsklägerin um Ausstellung der Erbbe-

scheinigung ab. Dies im Wesentlichen mit der Begründung, mit Schreiben vom 3. 

Januar 2022 habe der Berufungsbeklagte 1 das Gericht darauf aufmerksam ge-

macht, dass M._____, die Berufungsklägerin und N._____ nicht erbberechtigt 

seien, da sie gemäss Testament nur den Pflichtteil erhalten sollten und für Nich-

ten und Neffen kein Pflichtteil bestehe. Die Auslegung des Testaments durch die 

Einzelrichterin im Urteil vom 5. Januar 2022 sei offensichtlich falsch (vgl. act. 16 

E. I./3.). 

3.3 Die Berufungsklägerin macht demgegenüber im Wesentlichen geltend, die 

Vorinstanz habe (wiedererwägungsweise) das eigene Urteil ohne sachliche Be-

gründung widerrufen. Sie habe das Testament der Erblasserin vom 20. Mai 2013 

nicht richtig ausgelegt. Gemäss dem klaren Wortlaut in Ziffer 3 des Testamentes 

seien M._____ (Neffe), N._____ (Nichte) und sie (die Berufungsklägerin, ebenfalls 

eine Nichte) "erbberechtigt"; die Erblasserin habe sie eindeutig als Erben einge-

setzt. Die Erblasserin sei eine korrekte Person gewesen. Es widerspreche dem 

Sinn und Zweck des Testamentes, dass die Erblasserin – wie die Vorinstanz mei-

ne – zuerst die Erbberechtigung anerkenne und dann mit einem juristischen 

Schachzug diese Erben unter Ziffer 3 wieder zu enterben versuche. Mit dem Hin-

weis auf den Pflichtteil habe die Erblasserin sie nicht enterben wollen, sondern 

ihnen einen kleineren Anteil vermachen wollen als den übrigen Erben. Die Erblas-

serin sei juristisch ungebildet gewesen und habe ihr Testament lediglich unge-

schickt und uninformiert formuliert (vgl. act. 17 S. 2).  

3.4 Im Testament vom 20. Mai 2013 (vgl. act. 19 letzte Seite) hielt die Erblasse-

rin folgendes fest: 

"[…] Im Falle meines Ablebens sind Erbberechtig 
1. B._____ Sohn v. K._____  

O._____ -strasse …, P._____ 
2. Q._____ und D._____ 

Kinder v. L._____ Sohn v. K._____  
R._____-strasse, S._____ 

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3. Kinder von K._____ (3. Ehe) 
nur Pflichtteil" 

3.5 Es trifft zu, dass das Gesetz für Nichten und Neffen keinen Pflichtteil vor-

sieht. Entgegen der Ansicht der Vorinstanz ist das Urteil der Eröffnungsrichterin 

deswegen aber nicht offensichtlich falsch. Dennoch entspricht die wiedererwä-

gungsweise Auslegung der Vorinstanz aus folgenden Gründen nach billigem Er-

messen dem soweit erkennbar wahren Willen der Erblasserin: 

 Die Erblasserin zählte unter dem Titel "Im Falle meines Ablebens sind Erb-

berechtig" sämtliche gesetzlichen Erben auf. Sie übernahm damit die gesetzliche 

Erbfolge. Jedoch geht aus dem Wortlaut des Testamentes auch hervor, dass sie 

den Kindern aus dritter Ehe ihres Bruders nur "den Pflichtteil" zukommen lassen 

wollte und diese im Übrigen – im Gegensatz zu jenen aus dessen erster und 

zweiter Ehe – auch nicht mit Namen nennt. Es erscheint daher naheliegender, die 

Anordnung so zu verstehen, dass sie den Kindern aus dritter Ehe ihres Bruders 

nur denjenigen Anteil zukommen lassen wollte, den sie ihnen von Gesetzes we-

gen auf jeden Fall (vermeintlich) zukommen lassen muss. Die Erblasserin war of-

fensichtlich eine juristische Laiin, weil sie fälschlicherweise davon ausging, dass 

das Gesetz für Nichten und Neffen einen Pflichtteil vorsieht. Mangels gesetzlich 

vorgesehener Pflichtteile für Nichten und Neffen besteht aber keine Pflicht der 

Erblasserin, den Kindern von K._____ (3. Ehe) einen Anteil im Sinne eines "ge-

setzliches Minimums" zukommen zu lassen. Deshalb ist nach billigem Ermessen 

davon auszugehen, dass es der Wille der Erblasserin war, diese  

– das heisst auch die Berufungsklägerin – von der Erbfolge auszunehmen. Aus 

welchen Gründen sie dies so gewollt haben könnte, spielt für diese vorläufige 

Auslegung keine Rolle.  

3.6 Nach dem Gesagten ist die Berufung abzuweisen und das Urteil des Einzel-

gerichtes im summarischen Verfahren des Bezirksgerichtes Meilen vom 18. Feb-

ruar 2022 (EL210501/EM220041) zu bestätigen. 

 

 

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4. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

4.1 Die in erster Instanz nicht streitige Erbschaftsangelegenheit wandelt sich in 

zweiter Instanz in eine strittige vermögensrechtliche Angelegenheit (vgl. etwa  

OGer ZH LF170002 vom 13. Januar 2017, E. 6 m.w.H.). Ausgangsgemäss sind 

die Prozesskosten der mit ihrer Berufung unterliegenden Berufungsklägerin auf-

zuerlegen (vgl. Art. 106 Abs. 1 ZPO). 

 Ausgehend vom Wert des Gesamtnachlasses von Fr. 209'000.– (vgl. 

act. 22) ist – unter Berücksichtigung der Umstände, dass der behauptete Erbteil 

der Berufungsklägerin nicht bestimmbar ist und dass kein erheblicher gerichtlicher 

Aufwand angefallen ist – die zweitinstanzliche Entscheidgebühr in Anwendung 

von § 12 i.V.m. § 4 und § 8 GebV OG auf Fr. 500.– festzusetzen und der Beru-

fungsklägerin aufzuerlegen. 

4.2 Partei- oder Umtriebsentschädigungen sind keine zuzusprechen: der Beru-

fungsklägerin nicht, weil sie mit ihrer Berufung unterliegt, und den Berufungsbe-

klagten 1-3 nicht, weil ihnen keine Aufwendungen entstanden sind, die zu ent-

schädigen wären. 

Es wird erkannt: 

1. Die Berufung wird abgewiesen. Das Urteil des Einzelgerichtes im summari-

schen Verfahren des Bezirksgerichtes Meilen vom 18. Februar 2022 wird 

bestätigt. 

2. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 500.– festgesetzt, der 

Berufungsklägerin auferlegt und aus dem von ihr geleisteten Vorschuss be-

zogen. 

3. Partei- oder Umtriebsentschädigungen werden keine zugesprochen. 

4. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Berufungsbeklagten 1-3 je 

unter Beilage eines Doppels bzw. einer Kopie der Berufungsschrift (act. 17), 

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sowie – unter Rücksendung der erstinstanzlichen Akten – an das Einzelge-

richt des Bezirksgerichtes Meilen, je gegen Empfangsschein. 

Nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist gehen die erstinstanzlichen 

Akten an die Vorinstanz zurück. 

5. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist 
innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesge-
richt, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen 

Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). 

Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG ein Entscheid über vorsorgliche 
Massnahmen im Sinne von Art. 98 BGG. 

Es handelt sich um eine vermögensrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert ist nicht 
bestimmbar. 

Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. 
 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

II. Zivilkammer 
 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. A. Götschi 
 
versandt am: 
2. Mai 2022 
 
 
 

	Urteil vom 2. Mai 2022
	Rechtsbegehren: (sinngemäss)
	Urteil des Einzelgerichtes: (act. 16 [Aktenexemplar])
	1. Dispositiv-Ziffer 2 des Urteils vom 5. Januar 2022 wird wie folgt in Wiedererwägung gezogen:
	"2. Den gesetzlichen Erben gemäss Ziffer II. lit. aa), ab) und b) der Erwägungen wird auf Verlangen die auf sie lautende Erbbescheinigung ausgestellt, sofern ihre Berechtigung nicht innert Monatsfrist ab Zustellung dieses Urteils von einem gesetzliche...
	Bis heute eingegangene Erbscheinbestellungen gelten als vorgemerkt. Die Ausstellung einer Erbbescheinigung erfolgt in jedem Fall erst nach Ablauf der vorgenannten Frist. Eine Abkürzung derselben ist nicht möglich."
	2. Sämtliche übrigen Anordnungen des Urteils vom 5. Februar 2022 bleiben in Kraft.
	3. Das Gesuch von A._____, I._____-strasse …, J._____, um Ausstellung der Erbbescheinigung wird abgewiesen (Geschäfts-Nr. EM220041-G).
	4. Die Kosten für diesen Berichtigungsentscheid fallen ausser Ansatz.
	5./6. (Mitteilung / Rechtsmittel).
	Berufungsanträge:
	Erwägungen:
	Es wird erkannt:
	1. Die Berufung wird abgewiesen. Das Urteil des Einzelgerichtes im summarischen Verfahren des Bezirksgerichtes Meilen vom 18. Februar 2022 wird bestätigt.
	2. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 500.– festgesetzt, der Berufungsklägerin auferlegt und aus dem von ihr geleisteten Vorschuss bezogen.
	3. Partei- oder Umtriebsentschädigungen werden keine zugesprochen.
	4. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Berufungsbeklagten 1-3 je unter Beilage eines Doppels bzw. einer Kopie der Berufungsschrift (act. 17), sowie – unter Rücksendung der erstinstanzlichen Akten – an das Einzelgericht des Bezirksgerichtes...
	5. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (...