# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3b3b1b8b-257c-5982-b9ff-191399ceeb7e
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-05-14
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 14.05.2020 755 18 95/103
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_755-18-95-103_2020-05-14.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 14. Mai 2020 (755 18 95 / 103) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Militärversicherung 

 

 

Haftung der Militärversicherung für eine nachdienstlich festgestellte und gemeldete Ge-

sundheitsschädigung 

 

 
Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsrichter Beat Hersberger, 

Kantonsrichterin Elisabeth Berger Götz, Gerichtsschreiber Markus 
Schäfer 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Sebastian Laubscher, 
Advokat, Greifengasse 1, Postfach 1644, 4001 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 Suva, Abteilung Militärversicherung, Service Center, Postfach, 
6009 Luzern, Beschwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff Leistungen  
 
 
 
A. Der 1994 geborene A.____ absolvierte vom 30. Juni 2014 bis 2. April 2015 einen Mili-
tärdienst, wobei er zuletzt ab 2. Februar 2015 als abverdienender Fourier in der Rekrutenschule 
im Einsatz war. Am 2. April 2015 wurde er ordentlich aus dem Dienst entlassen. Am 1. Juni 
2015 unternahm A.____ zu Hause einen Suizidversuch mit seiner Armeepistole. Im Anschluss 
an diese Handlung erfolgten ein stationärer Aufenthalt im Spital B.____ und ab 23. Juni 2015 
eine stationäre Rehabilitation in der Klinik C.____.  

 

 
 
Seite 2   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Am 3. November 2015 meldete Dr. med. D.___, Neurologie FMH, Klinik C.____, mit dem For-
mular "Anmeldung MVG" A.____ bei der Militärversicherung (MV) an. Im Abschnitt "Beginn und 
Entwicklung der Krankheit" des Formulars wies sie darauf hin, dass der Versicherte während 
des Abverdienens des Fouriers im Winter/Frühling 2015 eine schwere Depression entwickelt 
habe. Am 1. Juni 2015 habe er den Suizidversuch mit der Armeepistole unternommen. Er habe 
sich in den Kopf geschossen und dabei schwere Hirnverletzungen erlitten. In einem Beiblatt zur 
Anmeldung listete Dr. D.____ sodann die folgenden Diagnosen auf: (1) Schussverletzung oro-
temporal rechts in suizidaler Absicht (01.06.2015) mit/bei (1.1) Verletzung des Hirnpara-
enchyms fronto-temporal rechts, epiduralen, subduralen und subarachnoidalen Blutanteilen, 
Mittellinienverlagerung, unklarer Hernierung und beginnender absteigender Hernierung, (1.2) 
dekompressiver Hemikraniektomie rechts mit Hämatomevakuation, Duraerweiterungsplastik 
und Einlage Hirndrucksonde, (1.3) Klinik bei Eintritt: Wach, zu allen Qualitäten orientiert, GCS 
15, unsicherer Fussgänger, deutlich reduzierte Aufmerksamkeitsspanne und Belastbarkeit, von 
Suizidalität distanziert, (1.4) Implantation eines Patient Specific Implant rechts frontal 
(15.10.2015) zur Kalottendeckung; (2) Komplexe Mittelgesichtsfraktur im Rahmen der Schuss-
verletzung bei Dg. 1 mit (2.1) Trümmerfraktur rechts des harten Gaumens, des Sinus maxilliaris, 
aller Begrenzungen der Orbita, des Jochbogens und der Schädelkalotte fronto-temporo-parietal, 
(2.2) komplizierter Kronen-Wurzel-Fraktur Zahn 1/6 , (2.3) 1. Operation: Palatum Durum-Naht 
und Blutstillung enoral mittels Nasentamponade (01.06.2015), (2.4) 2. Operation: Kieferhöhlen-
revision rechts, Alveolarfortsatz-Osteosynthese rechts, Extraktion/Osteotomie Wurzelrestzahn 
1/6, Alginatabdruck, Verschluss MAV (12.06.2015); (3) Organisch affektive Störung nach ICD-
10 F06.3 (teilremittiert), F06.9; (4) Mittelgradige depressive Episode bei Status nach schwerer 
depressiver Episode ohne psychotische Symptome F33.3; (5) Retinopathia sclopetaria mit 
traumatischem Makulaforamen rechts im Rahmen der Schussverletzung mit/bei (5.1) Verdacht 
auf Oculomotoriusbeteiligung bei Ptose/Anisokorie, (5.2) Makulopathie mit Pigmentverschie-
bung/Retinopathia sclopetaria, (5.3) DD Status nach subretinaler Flüssigkeitsexsudation.  
 
Am 2. und 8. Dezember 2015 teilte auch Advokat Sebastian Laubscher, der Rechtsvertreter von 
A.____, der Suva, Abteilung Militärversicherung (im Folgenden: Suva-MV), mit, dass sein Man-
dant während des Militärdienstes an einer schwerwiegenden Depression erkrankt sei. Diese 
habe zu seinem Suizidversuch geführt. Damit sei die Leistungspflicht der Militärversicherung 
erstellt. Gestützt auf ihre Abklärungen lehnte die Suva-MV in der Folge - nach durchgeführtem 
Vorbescheidverfahren - mit Verfügung vom 27. Dezember 2016 die Haftung für den von A.____ 
begangenen Suizidversuch vom 1. Juni 2015 und dessen Folgen ab. Die vom Versicherten 
hiergegen erhobene Einsprache wies die Suva-MV mit Einspracheentscheid vom 20. Februar 
2018 ab. Gleichzeitig hielt sie im Dispositiv des Entscheids nochmals fest, dass die Haftung der 
Militärversicherung für den Suizidversuch und dessen Folgen abgelehnt werde.  
 
B. Gegen diesen Einspracheentscheid erhob Advokat Sebastian Laubscher namens und 
im Auftrag von A.____ am 16. März 2018 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozial-
versicherungsrecht (Kantonsgericht). Darin beantragte er, es sei der angefochtene Einsprache-
entscheid aufzuheben und es sei die Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin für die vom Be-
schwerdeführer während des Dienstes erlittene Gesundheitsschädigung und deren Folgen fest-
zustellen. Eventualiter sei ein gerichtliches Gutachten zur Frage der psychischen Erkrankung 

 

 
 
Seite 3   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

während des Militärdienstes anzuordnen. Im Weiteren sei eine Parteiverhandlung durchzufüh-
ren und es sei dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Rechtspflege mit ihm, Advokat Sebas-
tian Laubscher, als unentgeltlichem Rechtsbeistand zu gewähren; alles unter o/e-Kostenfolge.  
 
C. In ihrer Vernehmlassung vom 13. April 2018 beantragte die Suva-MV die Abweisung 
der Beschwerde.  
 
D. Mit Verfügung vom 24. Mai 2018 bewilligte das Kantonsgericht dem Beschwerdeführer 
gestützt auf die eingereichten Unterlagen für das vorliegende Verfahren die unentgeltliche Ver-
beiständung mit Advokat Sebastian Laubscher als Rechtsvertreter.   
 
E. Anlässlich der Parteiverhandlung vom 9. August 2018 hörte das Kantonsgericht Herrn 
E.___, den Vater des Beschwerdeführers, an. Zudem befragte es den Beschwerdeführer per-
sönlich. In den anschliessenden Plädoyers hielten die Parteivertreter an ihren in den Rechts-
schriften gestellten Anträgen und den darin vorgebrachten wesentlichen Begründungen fest. In 
der nachfolgenden Urteilsberatung gelangte das Kantonsgericht zur Auffassung, dass eine ab-
schliessende Beurteilung der Beschwerde gestützt auf die vorhandene medizinische Aktenlage 
nicht möglich sei. Das Kantonsgericht beschloss deshalb, den Fall auszustellen und zur weite-
ren Klärung der medizinischen Sachlage ein psychiatrisches Gerichtsgutachten in Auftrag zu 
geben. Gleichzeitig gab es den Parteien Gelegenheit, sich gemeinsam auf eine Gutachterper-
son zu einigen und einen gemeinsamen Fragenkatalog zu erstellen.  
 
F. In der Folge schlugen die Parteien gemeinsam vor, das Gerichtsgutachten durch Prof. 
Dr. med. F.____, erstellen zu lassen, ebenso einigten sie sich auf einen Fragenkatalog. Auf 
Anfrage des Kantonsgerichts hin erklärte Prof. Dr. F.____ jedoch, dass er nicht in der Lage sei, 
das Gutachten in absehbarer Zeit zu erstellen. Die Parteien erhielten deshalb mit Verfügung 
vom 8. November 2018 erneut Gelegenheit, sich gemeinsam auf eine Gutachterperson zu eini-
gen. Mit Schreiben vom 4. Dezember 2018 teilte die Suva-MV mit, dass sie und der Beschwer-
deführer gemeinsam Prof. Dr. med. G.____, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, Ärztlicher 
Direktor Klinik H.____, als Gerichtsgutachter vorschlagen würden. Am 19. Dezember 2018 be-
auftragte das Kantonsgericht deshalb Prof. Dr. G.____mit der psychiatrischen Begutachtung 
des Versicherten und mit der Beantwortung des von den Parteien gemeinsam erstellten Fra-
genkatalogs. 
 
G. Am 16. Juli 2019 erstattete Prof. Dr. G.____ sein psychiatrisches Gerichtsgutachten. 
Die Parteien erhielten in der Folge Gelegenheit, sich zum Inhalt des Gutachtens und zur Frage 
zu äussern, wie sich dessen Ergebnisse auf den Leistungsanspruch des Versicherten auswir-
ken würden. Der Beschwerdeführer machte am 23. Juli 2019 hiervon Gebrauch. Er vertrat die 
Auffassung, dass das Gutachten aufgrund der klaren Antworten des Experten auf die ihm un-
terbreiteten Fragen zu einer Feststellung der Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin für die 
Folgen der Erkrankung während des Militärdienstes einschliesslich des Suizidversuchs führen 
müsse. Die Suva-MV wiederum stellte in ihrer Eingabe vom 12. August 2019 in erster Linie die 
Notwendigkeit der erfolgten Begutachtung in Frage. Sofern das Gericht seinen Entscheid trotz-
dem auf das Gutachten abstützen wolle, seien bei Prof. Dr. G.____ ergänzende Auskünfte ein-

 

 
 
Seite 4   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

zuholen. Die Beschwerdegegnerin formulierte zu diesem Zweck elf Zusatzfragen, die dem Ge-
richtsgutachter zu unterbreiten seien. In der Folge äusserten sich der Beschwerdeführer am 
21. August 2019 und die Suva-MV am 14. Oktober 2019 zur jeweiligen Stellungnahme der Ge-
genpartei.  
 
H. Nachdem der Beschwerdeführer in seiner Eingabe vom 21. August 2019 noch die Auf-
fassung vertreten hatte, es sei nicht erforderlich, dem Gerichtsgutachter die Zusatzfragen der 
Beschwerdegegnerin zu unterbreiten, kam er mit Schreiben vom 22. Oktober 2019 auf seinen 
Standpunkt zurück und ersuchte neu darum, dem entsprechenden Antrag der Beschwerdegeg-
nerin stattzugeben. Da diesbezüglich nunmehr ein übereinstimmender Verfahrensantrag der 
Parteien vorlag, entschied das Kantonsgericht mit Verfügung vom 28. Oktober 2019, diesem zu 
entsprechen. Es beauftragte deshalb den Gerichtsgutachter Prof. Dr. G.____ am 30. Oktober 
2019, zu den von der Beschwerdegegnerin formulierten elf Zusatzfragen Stellung zu nehmen. 
Am 24. Dezember 2019 reichte Prof. Dr. G.____ seine Antworten ein. In der Folge äusserten 
sich die Suva-MV am 20. Februar 2020 und der Beschwerdeführer am 24. Februar 2020 zu 
diesen ergänzenden Ausführungen des Gerichtsgutachters. Anschliessend wurde die Angele-
genheit mit Verfügung vom 27. Februar 2020 erneut dem Gericht zur Beurteilung überwiesen.  
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 

1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 
Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, dessen Bestimmungen gemäss Art. 2 
ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Militärversicherung (MVG) 
vom 19. Juni 1992 auf die Militärversicherung anwendbar sind, kann gegen Einspracheent-
scheide der Suva-MV beim zuständigen kantonalen Versicherungsgericht Beschwerde erhoben 
werden. Zuständig ist nach Art. 58 ATSG das Versicherungsgericht desjenigen Kantons, in dem 
die versicherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung ihren Wohnsitz hat. Vorliegend be-
fand sich dieser zum genannten Zeitpunkt in I.____ (BL), weshalb die örtliche Zuständigkeit des 
Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die 
Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das 
Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Be-
schwerden gegen Einspracheentscheide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Es ist 
somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die - im Übri-
gen frist- und formgerecht erhobene - Beschwerde des Versicherten vom 16. März 2018 ist 
demnach einzutreten.  
 
2.1 Gemäss Art. 4 Abs. 1 Satz 1 MVG haftet die Militärversicherung nach den Bestimmun-
gen dieses Gesetzes für alle Schädigungen der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge-
sundheit des Versicherten und für die unmittelbaren wirtschaftlichen Folgen solcher Schädigun-
gen.  
 
2.2 Nach Art. 5 Abs. 1 MVG erstreckt sich die Militärversicherung auf jede Gesundheits-
schädigung, die während des Dienstes in Erscheinung tritt und gemeldet oder sonst wie festge-

 

 
 
Seite 5   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

stellt wird. In diesen Fällen haftet die Militärversicherung grundsätzlich nach dem Kontemporali-
tätsprinzip (BGE 111 V 370 E. 1a; vgl. dazu JÜRG MAESCHI, Kommentar zum Bundesgesetz 
über die Militärversicherung [MVG] vom 19. Juni 1992, Bern 2000, N 30 ff. Vorbemerkungen zu 
Art. 5 - 7 MVG). Sie haftet indessen nicht, wenn sie den Beweis erbringt, dass die Gesundheits-
schädigung sicher vordienstlich ist oder sicher nicht während des Dienstes verursacht werden 
konnte (Art. 5 Abs. 2 lit. a MVG), und wenn sie zusätzlich den Beweis erbringt, dass diese Ge-
sundheitsschädigung sicher während des Dienstes weder verschlimmert noch in ihrem Ablauf 
beschleunigt worden ist (Art. 5 Abs. 2 lit. b MVG). Wird der nach Absatz 2 Buchstabe a gefor-
derte Beweis erbracht, dagegen nicht derjenige nach Absatz 2 Buchstabe b, so haftet die Mili-
tärversicherung für die Verschlimmerung der Gesundheitsschädigung (Art. 5 Abs. 3 MVG). 
 
2.3.1 Wird die Gesundheitsschädigung erst nach Schluss des Dienstes durch einen Arzt, 
Zahnarzt oder Chiropraktor festgestellt und bei der Militärversicherung angemeldet oder werden 
Spätfolgen oder Rückfälle geltend gemacht, so haftet die Militärversicherung gemäss Art. 6 
MVG nur, wenn die Gesundheitsschädigung mit überwiegender Wahrscheinlichkeit während 
des Dienstes verursacht oder verschlimmert worden ist oder wenn es sich mit überwiegender 
Wahrscheinlichkeit um Spätfolgen oder Rückfälle einer versicherten Gesundheitsschädigung 
handelt. Die Haftung für nachdienstlich festgestellte und gemeldete Gesundheitsschädigungen 
richtet sich somit grundsätzlich nach dem Kausalitätsprinzip (JÜRG MAESCHI, a.a.O., N 32 Vor-
bemerkungen zu Art. 5 - 7 MVG und N8 zu Art. 6 MVG). Zwischen der Gesundheitsschädigung 
und den Einwirkungen während des Dienstes muss ein natürlicher Kausalzusammenhang be-
stehen. Ein solcher ist schon dann gegeben, wenn die Einwirkungen während des Dienstes 
eine wesentliche Teilursache für die Entstehung oder Verschlimmerung der Gesundheitsschä-
digung darstellen. Der Kausalzusammenhang muss darüber hinaus adäquat sein (JÜRG 
MAESCHI, a.a.O., N 8 zu Art. 6 MVG mit Hinweisen). 
 
2.3.2 Als ursächliche Einwirkungen während des Dienstes fallen alle gesundheitsschädigen-
den Einflüsse in Betracht, denen der Versicherte während des Dienstes ausgesetzt war. Nicht 
erforderlich ist, dass es sich um dienstliche Einwirkungen handelt, die Gesundheitsschädigung 
somit durch den Dienst selbst verursacht oder verschlimmert worden ist. Die Militärversicherung 
haftet demnach nicht nur für Gesundheitsschädigungen, die in einem ursächlichen Zusammen-
hang mit den Besonderheiten des Dienstes (wie Strapazen, Witterungseinflüsse, psychische 
Belastung) stehen, sondern auch dann, wenn dienstunabhängige Ursachen (z.B. Unfall im Ur-
laub, Infektion durch Zivilperson) zu einer Gesundheitsschädigung geführt haben. Insofern ge-
nügt auch im Rahmen von Art. 6 MVG das zeitliche Zusammenfallen von Gesundheitsschädi-
gung und Dienst (JÜRG MAESCHI, a.a.O., N 9 zu Art. 6 MVG). Gemäss der Lehre ist deshalb die 
Geltung des Kausalitätsprinzips bei der Haftung nach Art. 6 MVG zu relativieren. Es liegt inso-
fern kein echtes Kausalitätsprinzip vor, als nicht eine Verursachung durch den Dienst vorausge-
setzt ist. Die Haftung nach Art. 6 MVG lässt sich daher auch als kausaltemporal bezeichnen 
(JÜRG MAESCHI, a.a.O., N 32 Vorbemerkungen zu Art. 5 - 7 MVG).  
 
2.4 Ob die Haftungs- und Beweisregel des Art. 5 MVG oder des Art. 6 MVG zur Anwen-
dung gelangt, bestimmt sich danach, ob eine behandlungsbedürftige oder die Arbeitsfähigkeit 
beeinträchtigende Gesundheitsschädigung während des Dienstes in Erscheinung getreten und 

 

 
 
Seite 6   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

gemeldet oder sonst wie festgestellt (Art. 5 Abs. 1 MVG) oder erst nach Schluss des Dienstes 
durch einen Arzt, Zahnarzt oder Chiropraktor festgestellt und bei der Militärversicherung ange-
meldet worden ist (Art. 6 Abs. 1 MVG). Erst nach Beantwortung dieser Vorfrage (BGE 
111 V 370 E. 1b, Urteil des Bundesgerichts vom 5. Juli 2018, 8C_875/2017, E. 6.1) lässt sich 
beurteilen, welche Beweisregel im konkreten Fall zur Anwendung gelangt. Massgebend für die 
Wahl der zutreffenden Haftungs- und Beweisregel ist mit anderen Worten primär der Zeitpunkt 
der Meldung (oder Feststellung durch eine andere Person) der Gesundheitsschädigung (JÜRG 
MAESCHI, a.a.O., N 39 und 40 Vorbemerkungen zu Art. 5 - 7 MVG). Nach Massgabe der an-
wendbaren Beweisregel bestimmt sich alsdann, ob grundsätzlich eine Haftung der Militärversi-
cherung besteht. Ist die Gesundheitsschädigung nicht ausschliesslich auf Einwirkungen wäh-
rend des Dienstes zurückzuführen, stellt sich - im Rahmen von Art. 5 MVG oder Art. 6 MVG - 
die Frage nach dem Mass der Bundeshaftung (Art. 64 MVG; JÜRG MAESCHI, a.a.O., N 39 Vor-
bemerkungen zu Art. 5 - 7 MVG; vgl. zum Verhältnis von Art. 64 MVG zu den Haftungsgrund-
sätzen von Art. 5 ff. MVG auch das Urteil des Bundesgerichts vom 11. Oktober 2019, 
8C_185/2019, E. 5.4 mit Hinweisen). 
 
2.5 Der Unterschied zwischen den Haftungsvoraussetzungen nach Art. 5 und Art. 6 MVG 
besteht namentlich darin, dass im ersten Fall der Kausalzusammenhang zwischen der Gesund-
heitsschädigung und den Einwirkungen während des Dienstes vermutet wird und diese Vermu-
tung nur durch den gegenteiligen Sicherheitsbeweis ausgeschlossen werden kann, während im 
zweiten Fall das Vorliegen kausaler Folgen der dienstlichen Gesundheitsschädigung mit dem 
im Sozialversicherungsrecht allgemein erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahr-
scheinlichkeit erstellt sein muss (Urteil des Bundesgerichts vom 5. Juli 2018, 8C_875/2017, E. 5 
mit Hinweisen).  
 
2.6 Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass sich die Haftung der Militärversicherung 
grundsätzlich auf sämtliche Folgen erstreckt, die mit dem versicherten Ereignis in einem rechts-
erheblichen Kausalzusammenhang stehen (Urteil des Bundesgerichts vom 11. Oktober 2019, 
8C_185/2019, E. 5.3; BGE 111 V 370 E. 2a). Dabei finden je nach der Ausgangslage die Haf-
tungsgrundsätze bzw. Beweisregeln des Art. 5 MVG oder jene des Art. 6 MVG auf die Gesamt-
heit der Gesundheitsschädigung Anwendung (BGE 111 V 370 E. 2a). 
 
3.1 Wie den Akten entnommen werden kann, hatte der Versicherte vom 30. Juni 2014 bis 
zum 2. April 2015 Militärdienst geleistet. Rund sieben Monate nach Schluss dieses Dienstes, 
am 3. November 2015, meldete Dr. D.____ mit dem Formular "Anmeldung MVG" (samt Bei-
blatt) ärztlicherseits bei der Militärversicherung eine Gesundheitsschädigung des Versicherten 
an, die während der genannten Dienstleistung verursacht worden sei. Vor diesem zeitlichen 
Hintergrund steht fest, dass im vorliegenden Fall eine allfällige Haftung der Militärversicherung 
nach den Haftungs- und Beweisregeln des Art. 6 MVG zu beurteilen ist. In diesem Punkt sind 
sich denn auch die Parteien - zu Recht - einig. 
 
3.2 Wie oben ausgeführt (vgl. E. 2.3 hiervor), haftet die Militärversicherung für erst nach-
dienstlich festgestellte und bei der Militärversicherung angemeldete Gesundheitsschädigungen 
nur, wenn die Gesundheitsschädigung mit überwiegender Wahrscheinlichkeit während des 

 

 
 
Seite 7   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Dienstes verursacht oder verschlimmert worden ist. Zwischen der Gesundheitsschädigung und 
den Einwirkungen während des Dienstes müssen ein natürlicher und ein adäquater Kausalzu-
sammenhang bestehen.  
 
3.3 Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne 
deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen 
Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Um-
schreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass 
ein Ereignis die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, 
dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis-
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, das Ereignis mit andern Worten nicht 
weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele. 
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher 
Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die rechtsanwendende Behörde - die 
Verwaltung oder im Streitfall das Gericht - im Rahmen der ihr obliegenden Beweiswürdigung 
(vgl. dazu E. 5.3 hiernach) zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs ge-
nügt für die Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1 mit Hinwei-
sen). 
 
3.4 Was den adäquaten Kausalzusammenhang betrifft, so hat nach der Rechtsprechung 
ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolgs zu gelten, wenn es nach dem gewöhnli-
chen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen 
Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das 
Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2 mit Hinweis). Der Voraus-
setzung des adäquaten Kausalzusammenhangs kommt dabei die Funktion einer Haftungsbe-
grenzung zu (BGE 125 V 462 E. 5c, 123 V 102 E. 3b mit Hinweisen). Ob bei Vorliegen eines 
natürlichen Kausalzusammenhanges zwischen dem versicherten Ereignis und der eingetrete-
nen gesundheitlichen Schädigung auch der erforderliche adäquate, d.h. rechtserhebliche Kau-
salzusammenhang besteht, ist eine Rechtsfrage, die nach den von Doktrin und Praxis entwi-
ckelten Regeln vom Gericht zu beurteilen ist (BGE 112 V 30 E. 1b).  
 
4. Suizid und Suizidversuch fallen in den sachlichen Geltungsbereich der Militärversiche-
rung, soweit sie die adäquate Folge einer versicherten Gesundheitsschädigung (Unfall oder 
Krankheit) sind oder wenn sie selber die Merkmale eines Unfallereignisses aufweisen, was eine 
Urteilsunfähigkeit im Sinne von Art. 16 des Schweizerischen Zivilgesetzbuchs (ZGB) vom 
10. Dezember 1907 voraussetzt. Im letzteren Fall liegt meist jedoch eine psychische Störung 
mit Krankheitswert vor, sodass der Suizid oder Suizidversuch militärversicherungsrechtlich als 
Krankheitsfolge zu beurteilen ist (JÜRG MAESCHI, a.a.O., N 21 zu Art.4 MVG). Bei Suizidhand-
lungen als Krankheitsfolge ist zu unterscheiden zwischen Folgen versicherter organischer und 
Folgen versicherter psychischer Krankheiten. Im ersten Fall rechtfertigt sich eine analoge Ab-
grenzung, wie sie nach der Rechtsprechung zu den psychischen Unfallfolgen gilt (vgl. dazu 
BGE 115 V 133 ff.). Erfolgt die Suizidhandlung im Anschluss an eine versicherte psychische 
Krankheit (Depression, Suchterkrankung, Persönlichkeitsstörung usw.), ist mit der natürlichen 

 

 
 
Seite 8   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Kausalität in der Regel auch die Adäquanz zu bejahen (JÜRG MAESCHI, a.a.O., N 23 zu Art.4 
MVG).  
 
5.1 Zwischen den Parteien ist vorliegend strittig, ob der Beschwerdeführer im Zeitpunkt 
des Suizidversuchs, den er zwei Monate nach Schluss des Dienstes unternahm, an einer psy-
chischen Gesundheitsschädigung litt und - bejahendenfalls - ob diese mit überwiegender Wahr-
scheinlichkeit während des Dienstes verursacht oder verschlimmert wurde.  
 
5.2 Was als Gesundheitsschädigung im militärversicherungsrechtlichen Sinn zu gelten hat, 
wird im Gesetz nicht näher umschrieben. Aus Art. 4 MVG geht lediglich hervor, dass es sich um 
eine Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit handeln muss. Als 
Schädigung der psychischen Gesundheit gelten alle psychischen Leiden, welchen Krankheits-
wert zukommt (vgl. JÜRG MAESCHI, a.a.O., N 5 und 6 zu Art. 4 MVG).  
 
5.3 Bei der Beurteilung der aufgeworfenen medizinischen Fragen, ob der Beschwerdefüh-
rer im Zeitpunkt des Suizidversuchs an einer psychischen Gesundheitsschädigung litt und - 
bejahendenfalls - ob diese mit überwiegender Wahrscheinlichkeit während des Dienstes verur-
sacht oder verschlimmert wurde, ist das Gericht auf verlässliche medizinische Entscheidungs-
grundlagen angewiesen (BGE 134 V 231 E. 5.1). Das Gericht hat diese nach dem für den Sozi-
alversicherungsprozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c 
ATSG) - wie alle anderen Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, 
sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversiche-
rungsgericht alle Beweismittel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und da-
nach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des 
streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden 
medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu 
würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizini-
sche These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist demnach entscheidend, 
ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch 
die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben 
worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der 
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Ex-
perten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).  
 
5.4 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte 
und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführliche Zusam-
menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu 
auch BGE 135 V 465 E. 4.4 und 4.5).  
 
5.4.1 So weicht das Gericht bei Gerichtsgutachten nach der Praxis nicht ohne zwingende 
Gründe von der Einschätzung des medizinischen Experten ab, dessen Aufgabe es ist, seine 
Fachkenntnisse der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um einen bestimmten Sachverhalt 
medizinisch zu erfassen (BGE 143 V 269 E. 6.2.3.2 mit Hinweisen). Ein Grund zum Abweichen 

 

 
 
Seite 9   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

kann vorliegen, wenn die Gerichtsexpertise widersprüchlich ist oder wenn ein vom Gericht ein-
geholtes Obergutachten in überzeugender Weise zu andern Schlussfolgerungen gelangt. Ab-
weichende Beurteilung kann ferner gerechtfertigt sein, wenn gegensätzliche Meinungsäusse-
rungen anderer Fachexperten dem Gericht als triftig genug erscheinen, die Schlüssigkeit des 
Gerichtsgutachtens in Frage zu stellen, sei es, dass es die Überprüfung im Rahmen einer 
Oberexpertise für angezeigt hält, sei es, dass es ohne Oberexpertise vom Ergebnis des Ge-
richtsgutachtens abweichende Schlussfolgerungen zieht (BGE 125 V 351 E. 3b/aa mit Hinwei-
sen).  
 
5.4.2 Im Weiteren ist laut diesen Richtlinien den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens ein-
geholten Gutachten externer Spezialärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und 
Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der 
Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zu-
zuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen 
(BGE 125 V 351 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts vom 6. März 2019, 
9C_609/2018, E. 3.2.2).  
 
5.4.3 Was schliesslich die Berichte und Gutachten versicherungsinterner Fachpersonen be-
trifft, so kommt diesen nicht derselbe Beweiswert zu wie einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG 
eingeholten Gutachten externer Fachpersonen oder gar wie einem Gerichtsgutachten. Soll ein 
Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an 
die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an 
der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, sind 
ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 145 V 97 E. 8.5 am Ende, 142 V 58 E. 5.1 am 
Ende, mit Hinweisen).  
 
6.1 Die Suva-MV holte zur Klärung der strittigen medizinischen Fragen (vgl. E. 5.1 hiervor) 
die “Psychiatrische Beurteilung“ des Konsiliarpsychiaters Dr. med. J.____, Psychiatrie und Psy-
chotherapie FMH, Suva Versicherungsmedizin, vom 12. Februar 2018 ein.  
 
6.1.1 In dieser Beurteilung erhob Dr. J.____ als psychiatrische Diagnosen vor dem Suizid-
versuch "eine pathologische Beziehung zu respektive eine mehrmalige Überforderung durch 
Leistungsdruck" sowie einen Status nach - am ehesten mittelgradiger - depressiver Episode mit 
17 Jahren (2011; ICD-10 F32.1). Bezüglich des aktuellen Zustands diagnostizierte er "sonstige 
organische Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen, eher leichtgradig ausgeprägt (ICD-10 
F07.8)", und eine leichte kognitive Störung (ICD-10 F06.7) bei Hirnverletzung fronto-temporal 
rechts durch Suizidversuch am 01.06.2015. In seiner diagnostischen Beurteilung hielt 
Dr.  J.____ zum hier vorwiegend interessierenden Zustand vor dem Suizidversuch fest, es wirke 
auf der einen Seite erstaunlich oder gar bizarr, dass sich ein junger Mann umbringen wolle, oh-
ne unter einer erheblichen psychiatrischen Erkrankung zu leiden. Andererseits wirkten die dies-
bezüglichen Schilderungen des Versicherten glaubwürdig. Dazu komme, dass hier die Psycho-
dynamik (starke Mühe mit jeglicher Art von Leistungsdruck) sehr stark zu gewichten sei. Diese 
habe bereits vor dem Militärdienst einmal zu einer psychischen Dekompensation mit depressi-
ver Symptomatik geführt. Es sei nicht möglich, diese Psychodynamik in den Rahmen einer Di-

 

 
 
Seite 10   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

agnose der ICD-10 zu stellen. Am ehesten würde noch eine Persönlichkeitspathologie passen, 
aber insgesamt seien die Voraussetzungen für die Diagnose einer Persönlichkeitsstörung nicht 
erfüllt gewesen. Für die Diagnose einer Persönlichkeitsakzentuierung sei der Versicherte noch 
zu jung. Er sei zum Zeitpunkt seines Suizidversuchs erst 21 Jahre alt gewesen und somit sei 
seine Persönlichkeitsentwicklung noch nicht abgeschlossen gewesen.  
 
6.1.2 Die Frage der Suva-MV, ob ein überwiegend wahrscheinlicher Kausalzusammenhang 
zwischen dem Suizidversuch und dem geleisteten Militärdienst bestehe, bejahte Dr. J.____. 
Aus versicherungsmedizinischer Sicht liege überwiegend wahrscheinlich ein natürlicher, teil-
kausaler Zusammenhang vor. Der Suizidversuch am 1. Juni 2015 sei geplant gewesen und 
habe auf einer entsprechenden Absicht beruht, die bereits im Herbst 2014 erstmals aufgetreten 
sei und sich während der folgenden acht Monate gefestigt habe. Der Militärdienst, insbesondere 
das Abverdienen als Fourier, habe ganz wesentlich zur Entwicklung der über Monate hinweg 
persistierenden Gewissheit, dass er sich umbringen würde, und schliesslich zum Suizidversuch 
beigetragen. Ohne den Militärdienst wäre es nicht in dieser Zeit und in dieser Weise zum 
Selbsttötungsversuch gekommen.  
 
6.2.1 Nach dem Gesagten gelangte Dr. J.____ in seiner "Psychiatrischen Beurteilung" vom 
12. Februar 2018 zur Auffassung, dass beim Versicherten - abgesehen von einer am ehesten 
mittelgradigen depressiven Episode im Jahr 2011 - vor und während des Militärdienstes sowie 
im Zeitpunkt des Suizidversuchs überwiegend wahrscheinlich kein psychisch relevanter Zu-
stand mit Krankheitswert vorgelegen habe. Die grossen Schwierigkeiten, mit Leistung umzuge-
hen, hätten wahrscheinlich schon vor dem Militärdienst bestanden, diese seien aber nicht als 
psychiatrische Störung im eigentlichen Sinne zu beurteilen. Auf diese fachärztliche Einschät-
zung kann nun aber nicht abgestellt werden. Wie oben ausgeführt, sind an die Beweiswürdi-
gung strenge Anforderungen zu stellen, wenn ein Versicherungsfall ohne Einholung eines ex-
ternen Gutachtens entschieden werden soll. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuver-
lässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergän-
zende Abklärungen vorzunehmen (vgl. E. 5.4.3 hiervor und die dortigen Rechtsprechungshin-
weise). Anlässlich der ersten in dieser Angelegenheit erfolgten Urteilsberatung vom 9. August 
2018 gelangte das Kantonsgericht zur Auffassung, dass hier solche Zweifel an der Schlüssig-
keit der Beurteilung des beratenden Konsiliarpsychiaters vorliegen würden.  
 
6.2.2 Das Kantonsgericht erwog in seinem Beschluss vom 9. August 2018, ein wesentlicher 
Mangel an der Beurteilung von Dr. J.____ bestehe darin, dass dieser keine fremdanamnesti-
schen Abklärungen vorgenommen habe, was jedoch bei der vorliegenden Fragestellung klarer-
weise angezeigt gewesen wäre und was deshalb den Beweiswert seiner Einschätzungen er-
heblich schmälere. Zweifel an der Schlüssigkeit der Beurteilung von Dr. J.____ würden sich 
darüber hinaus aber auch aus dem ausführlichen Bericht des behandelnden Psychiaters 
Dr. med. K.____, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 13. März 2018 ergeben. Im Ge-
gensatz zu Dr. J.____ diagnostiziere Dr. K.____ beim Versicherten ein erhebliches psychisches 
Leiden mit Krankheitswert, welches seines Erachtens während des Militärdienstes aufgetreten 
sei und bis zum Suizidversuch angedauert habe. Zudem begründe Dr. K.____ seine abwei-
chende Auffassung ebenso einlässlich und für den medizinischen Laien nicht weniger plausibel, 

 

 
 
Seite 11   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

als der Konsiliarpsychiater Dr. J.____ seinen Standpunkt darlege. Unter diesen Umständen 
könne bei der Würdigung des massgeblichen medizinischen Sachverhalts der versicherungsin-
ternen Beurteilung des Konsiliarpsychiaters Dr. J.____ keine ausschlaggebende Beweiskraft 
beigemessen werden. Nicht gefolgt werden könne anderseits aber auch dem Standpunkt des 
Beschwerdeführers, wonach bei der Beweiswürdigung abschliessend auf die Einschätzungen 
des behandelnden Psychiaters Dr. K.____ abzustellen sei. Dieser weise in seinen Ausführun-
gen selber darauf hin, dass er „als behandelnder Arzt sicherlich keinen gutachterlich-neutralen 
Blick“ habe. Zudem habe auch Dr. K.____ keine fremdanamnestischen Abklärungen getätigt, 
sondern sich im Wesentlichen auf eine inhaltliche Auseinandersetzung mit den Feststellungen 
von Dr. J.____ beschränkt. Der Bericht von Dr. K.____ erfülle deshalb die von der Rechtspre-
chung verlangten formalen und inhaltlichen Voraussetzungen an eine medizinische Beurtei-
lungsgrundlage (vgl. E. 5.3 hiervor) ebenfalls nicht in ausreichendem Masse.  
 
6.2.3 Da die übrigen bei den Akten liegenden medizinischen Berichte ebenfalls keine ausrei-
chende Grundlage für eine abschliessende Beurteilung der Beschwerde bildeten, entschied das 
Kantonsgericht in seinem Beschluss vom 9. August 2018, den Fall auszustellen und die erfor-
derliche zusätzliche Abklärung des medizinischen Sachverhalts im Rahmen eines psychiatri-
schen Gerichtsgutachtens vornehmen zu lassen. Nachdem sich die Parteien in der Folge auf 
Prof. Dr. G.____ als Gutachterperson geeinigt und gemeinsam einen Fragenkatalog erstellt 
hatten, erging der entsprechende Auftrag des Kantonsgerichts an den genannten Facharzt.  
 
7.1 Am 16. Juli 2019 erstattete Prof. Dr. G.____ sein ausführliches Gerichtsgutachten. 
Dieses stützt sich auf zwei persönliche, insgesamt viereinhalb Stunden dauernde ambulant-
psychiatrische Untersuchungen und eine testpsychologische Abklärung des Exploranden sowie 
auf die gesamten Akten des Falls. Zudem holte der Gutachter beim behandelnden Psychiater 
Dr. K.____, bei L.____, dem Kommandanten des Versicherten während dessen Militärdienst-
leistung, bei E.____, dem Vater des Versicherten, und bei M.____, die laut ihren eigenen Anga-
ben bis kurz vor dem Suizidversuch eine enge Freundschaft mit dem Versicherten gepflegt hat-
te, telefonisch Fremdauskünfte ein. 
 
7.2 Im Rahmen seiner diagnostischen Beurteilung nahm Prof. Dr. G.____ vorerst eine Ein-
schätzung der aktuellen Situation vor, anschliessend befasste er sich mit der Situation vor dem 
Suizidversuch.  
 
7.2.1 Aktuell zeige der Explorand, so der Gutachter, weder depressive noch manische 
Symptome. Bei einem Status nach einem schweren Schädelhirntrauma nach Schussverletzung 
könne aktuell die Diagnose einer organischen depressiven Störung (ICD-10 F06.32), die aller-
dings zurzeit unter Behandlung remittiert sei, gestellt werden. Anamnestisch zeige der Explo-
rand trotz des schweren Schädelhirntraumas erstaunlich wenig kognitive Symptome und wenig 
offensichtliche Verhaltensauffälligkeiten. Dennoch zeigten sich im Alltag klare Defizite, sodass 
eine Berufsattest-Lehre (EBA) im geschützten Rahmen habe abgebrochen werden müssen. 
Der Explorand zeige Defizite, zielgerichtete Aktivitäten über längere Zeiträume durchzuhalten 
und möglicherweise eine verminderte Stress- und Frustrationstoleranz. So habe er sich sehr 
über die Beurteilung seiner Vorgesetzten im Rahmen der IV-Massnahme geärgert. Diagnos-

 

 
 
Seite 12   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

tisch erfülle er nicht alle Kriterien für eine organische Persönlichkeitsstörung, die Symptomatik 
rechtfertige jedoch die Diagnose „sonstige organische Persönlichkeits- und Verhaltensstörun-
gen aufgrund eines Schädelhirntraumas" (ICD-10 F07.8). 
 
7.2.2 In seiner diagnostischen Beurteilung für den Zeitraum vor dem Suizidversuch befasste 
sich Prof. Dr. G.____ als erstes mit der Persönlichkeit des Exploranden. So hält er fest, dass 
dieser eine im Wesentlichen unauffällige kindliche und schulische Entwicklung gezeigt habe. Im 
Alter von neun Jahren habe der Explorand seine Mutter verloren, die bei einem Verkehrsunfall 
ums Leben gekommen sei. Der Vater und die Grosseltern hätten sich sehr um den Versicherten 
und seine Geschwister bemüht und ihnen ein geregeltes Umfeld und gute Strukturen ermög-
licht. Emotional habe der Explorand wahrscheinlich weniger Unterstützung erlebt und einfach 
funktionieren müssen; für Trauer und Verarbeitung sei wenig Raum geblieben. Dies sei insofern 
für die aktuelle Beurteilung von Relevanz, als der Explorand wahrscheinlich in seiner Kindheit 
die Erfahrung gemacht habe, dass über Trauer und Depression wenig gesprochen worden und 
gleichzeitig Leistung wichtig gewesen sei. Dies könne erklären, dass er auch später wenig Zu-
gang zu seinen Gefühlen habe entwickeln können. Trotz der schwierigen, erheblich belasten-
den Situation nach dem Tod der Mutter habe sich der Versicherte wieder auf die Schule kon-
zentrieren können und durchschnittliche Leistungen erbracht. Die weitere schulische und per-
sönliche Entwicklung sei weitgehend unauffällig gewesen. Zwar sei der Explorand eher minima-
listisch gewesen, aber wenn er für etwas Interesse entwickelt habe, habe er durchaus eine sehr 
gute Leistungsfähigkeit gezeigt. Der Explorand verfüge sicher über eine durchschnittliche Intel-
ligenz. Hinweise für eine Persönlichkeitsstörung, die in früheren Berichten diskutiert worden sei, 
würden sich keine finden. 
 
7.2.3 Nachfolgend ging der Gutachter näher auf die psychiatrische Entwicklung vor dem Mili-
tärdienst ein. In der Exploration habe der Versicherte berichtet, dass er im Alter von 17 Jahren - 
während der FMS - einmal eine suizidale Krise erlebt habe. Er sei damals unter sehr viel Druck 
(Schule und Nebenjobs) gestanden und habe sich überfordert gefühlt. Zudem habe es familiäre 
Spannungen gegeben. Im Alter von ca. 19 Jahren - Dr. J.____ habe in seiner Beurteilung dies-
bezüglich ein Alter von 17 Jahren genannt - habe der Explorand eine Phase mit wenig von aus-
sen gegebenen Strukturen erlebt. Er habe damals seine Fachmaturaarbeit schreiben müssen 
und sich überfordert gefühlt. Der Versicherte beschreibe die damalige Situation mit einer ge-
drückten Stimmung, Antriebslosigkeit, Gleichgültigkeit und Hoffnungslosigkeit; Suizidgedanken 
hätten jedoch keine bestanden. Seine Leistungsfähigkeit sei aber offenbar, so die Einschätzung 
des Gutachters, deutlich eingeschränkt gewesen, teilweise sei der Versicherte den ganzen Tag 
im Bett geblieben und habe nichts gemacht. Auch wenn der Explorand diese Episode in seinem 
Leben selber nicht als Depression eingestuft habe, könne aus heutiger Sicht wohl eine leicht- 
bis mittelgradige depressive Episode angenommen werden. Dies werde auch von Dr. J.____ in 
seiner Beurteilung so eingeschätzt. Bemerkenswert sei allerdings, dass weder der Explorand 
noch seine nächste Umgebung den Zustand als krankhaft und/oder depressiv eingeschätzt hät-
ten. In dieser Phase habe sich der Explorand selber als "faul" und demotiviert, aber nicht als 
depressiv erlebt. Erst auf genaueres Nachfragen würden sich denn auch klare Hinweise auf 
depressive Symptome ergeben. Auch der behandelnde Arzt Dr. K.____ gehe davon aus, dass 
es sich damals um eine depressive Episode gehandelt habe. Beurteile man deren Ausmass 

 

 
 
Seite 13   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

anhand der Kriterien einer depressiven Episode gemäss ICD-10, so habe der Explorand damals 
die Diagnosekriterien einer mittelgradigen depressiven Episode erfüllt. Hinweise für manische 
oder hypomanische Episoden vor dem Militärdienst würden sich hingegen keine finden.  
 
7.2.4 Zur psychiatrischen Entwicklung während des Militärdienstes führt Prof. Dr. G.____ 
aus, der Explorand sei zu Beginn der Militärzeit während der RS sehr motoviert und engagiert 
gewesen. In der anschliessenden Fourier-Schule habe er im Theorie-Unterricht nicht alles so 
ernst genommen und er sei offenbar anfänglich recht unbeschwert gewesen. Im Laufe der Aus-
bildung seien zunehmend Angst und Überforderung aufgetreten. Insbesondere während des 
Abverdienens habe sich der Explorand mehr und mehr unter Druck gefühlt. Er berichte nach-
vollziehbar, dass er sich mit seinen Aufgaben überfordert gefühlte habe, besonders die finanzi-
elle Verantwortung habe schwer auf ihm gelastet, weil er da zu wenig "aufgepasst" habe wäh-
rend des Theorie-Unterrichts. Sehr belastend sei zudem ein Vorgesetzter gewesen, der selber 
überfordert gewesen sei. Dieser habe ihn mit Aufträgen überschüttet und sich bis zu 60 Mal pro 
Tag sowie zu allen Tages- und Nachtzeiten telefonisch oder per SMS an ihn gewandt. Schlaf-
mangel und Leistungsdruck seien immer belastender geworden und seine Leistungsfähigkeit 
habe abgenommen. Diese Schilderungen des Exploranden würden durch die Auskunft des Va-
ters, der die Telefonanrufe/SMS des Vorgesetzten auf dem Mobiltelefon seines Sohnes gese-
hen habe, gestützt. Auch von seinem damaligen Kommandanten werde die Einschätzung ge-
teilt, dass der fachliche Vorgesetzte selber überfordert und wenig kompetent gewesen sei. Der 
Vater beschreibe, dass sich der Explorand während der Fourier-Schule und des Abverdienens 
verändert habe. Seine Begeisterung für das Militär sei plötzlich weg gewesen, er habe sehr viel 
über den überforderten Vorgesetzten geredet, sei kaum noch aus dem Bett gekommen am Wo-
chenende und habe Mühe gehabt, nach dem Wochenende wieder einzurücken. Er sei zurück-
gezogen, unmotiviert und vor dem Einrücken deprimiert gewesen. Er habe total "abgelöscht" 
gewirkt und sein Verhalten sei untypisch gewesen. Während er sich früher eher überschätzt 
habe, habe er sich gar nichts mehr zugetraut.  
 
Der Explorand habe offenbar sehr hohe Ansprüche an sich selber gestellt und darunter gelitten, 
dass er diese (zumindest subjektiv) nicht habe erfüllen können. Zudem habe er sich "zwischen 
den Fronten" zwischen seinen Untergebenen und den Vorgesetzten erlebt und sich gleichzeitig 
für die Untergebenen verantwortlich gefühlt. Der Kommandant, der sich gut an den Exploranden 
erinnern könne, habe nicht bemerkt, dass dieser die Leistung nicht erbracht habe. Wohl sei er 
noch jung und wenig erfahren gewesen, im Vergleich mit andern habe er aber durchaus gute 
Leistungen erbracht. Offensichtlich hätten hier Selbst- und Fremdwahrnehmung divergiert und 
der Explorand habe sich viel schlechter eingeschätzt als der Kommandant. Hier habe es sich 
klar um Insuffizienzgefühle (Gefühle des Versagens, die objektiv nicht gerechtfertigt erscheinen) 
gehandelt. Der Kommandant beschreibe den Exploranden als gewissenhaft, ruhig, manchmal 
"unsicher und etwas verdattert", er sei allerdings nie auf die Idee gekommen, dass er psychi-
sche Probleme haben könnte. Sowohl die Beschreibung des Vaters mit der Veränderung als 
auch die Beschreibung des Kommandanten, der den Exploranden von früher her nicht gekannt 
habe, würden auf eine deutliche depressive Entwicklung in der Zeit schliessen lassen, auch 
wenn niemand das Verhalten als Depression eingestuft bzw. erkannt habe. Die Leistungsfähig-
keit sei subjektiv klar eingeschränkt gewesen, objektiv habe der Explorand noch lange gegen 

 

 
 
Seite 14   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

aussen die Fassade aufrechterhalten und mit seiner Gewissenhaftigkeit und mit Unterstützung 
seines Kollegen die Defizite kompensieren können. Dies sei ihm aber nur unter Aufbieten seiner 
letzten Reserven gelungen.  
 
Der Explorand habe ab Oktober 2014 zunehmend Suizidgedanken entwickelt und ab Februar 
2015 begonnen, regelmässig mit der ungeladenen Schusswaffe zu hantieren und den Suizid 
"zu üben". Irgendwann habe sich beim Versicherten die Gewissheit entwickelt, dass er sein 
Leben durch Suizid beenden werde. Für diese Zeit habe gemäss den ICD-10-Kriterien klar eine 
mittelschwere depressive Episode vorgelegen. In Anbetracht, dass die objektive Leistungsfä-
higkeit zumindest teilweise erhalten gewesen sei (Fremdauskunft des Kommandanten), habe 
es sich wahrscheinlich nicht um eine schwere depressive Episode gehandelt. Da jedoch bereits 
früher mindestens eine depressive Episode beschrieben worden sei, sei von einer rezidivieren-
den depressiven Episode auszugehen. Es könne somit die Diagnose einer rezidivierenden de-
pressiven Störung, mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1), für die Zeit des Militärdienstes gestellt 
werden. Diese Symptomatik habe auch nach dem Militärdienst angehalten.  
 
7.2.5 In der Zeit nach Beendigung des Dienstes habe der Versicherte Phasen erhöhter Akti-
vität und Hochstimmung gezeigt, die aber von aussen nicht adäquat erscheinen würden. Sein 
diesbezügliches Verhalten (erhöhter Bierkonsum, unverbindliche sexuelle Kontakte, sorgloser 
Umgang mit Geld) sei durchaus erklärungsbedürftig. Einerseits könne es darauf zurückgeführt 
werden, dass der Explorand, wie er es selber darstelle, durch seinen Entschluss und die Ge-
wissheit, den Suizid durchzuführen, ein Stück weit eine Entlastung erlebt habe und somit auch 
die depressive Symptomatik etwas in den Hintergrund gerückt sei. Das Phänomen, dass Men-
schen nach dem Entscheid, den Suizid durchzuführen, von aussen als weniger depressiv erlebt 
würden und das Verhalten falsch interpretiert werde, sei bekannt (sog. "Ruhe vor dem Sturm"). 
Beim Exploranden habe sich allerdings keine Ruhe und Entspannung gezeigt, sondern auch 
eine gewisse Agitation. Aber auch eine Agitiertheit müsse nicht zwingend im Widerspruch zur 
Depression stehen. So spreche man auch häufig von einer agitierten Depression. Ungewöhn-
lich sei, dass sich diese Zustände über mehrere Wochen hingezogen hätten. Deshalb sei auch 
eine andere Erklärung für das schwer einfühlbare Verhalten zu prüfen. Möglicherweise habe 
der Explorand - getriggert durch Schlafmangel - hypomanische oder manische Symptome ent-
wickelt. Ob während und nach der Militärzeit hypomanische Phasen im raschen Wechsel mit 
depressiven Phasen aufgetreten seien und somit die Diagnose einer bipolaren affektiven Stö-
rung (ICD-10 F31) gerechtfertigt wäre, lasse sich heute nicht mit Sicherheit belegen, dies sei 
aber zumindest sehr wahrscheinlich. 
 
7.3 Zum Aspekt der Kausalität führte Prof. Dr. G.____ aus, die depressive Episode habe 
sich klar während des Militärdienstes entwickelt, dabei spiele es keine wesentliche Rolle, ob es 
sich um eine erstmalige oder um eine rezidivierende Depression handle. Bei rezidivierenden 
depressiven Störungen sei allerdings das Risiko erneuter depressiver Episoden erhöht, somit 
habe beim Exploranden wohl eine erhöhte Vulnerabilität vorgelegen. Der Suizidversuch könne 
klar auf die depressive Störung, die sich während des Militärdienstes entwickelt und darüber 
hinaus weiterbestanden habe, zurückgeführt werden. Ohne die Depression mit der dazugehöri-
gen negativen Weltsicht, der Hoffnungs- und PerspektivIosigkeit wäre es nie zu der suizidalen 

 

 
 
Seite 15   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Handlung gekommen. Ob zwischenzeitlich im Wechsel mit den depressiven Symptomen auch 
hypomanische Zustände aufgetreten seien, ändere an dieser Beurteilung nichts. Ein kausaler 
Zusammenhang zwischen der depressiven Störung und dem Suizidversuch könne klar bejaht 
werden. Anlässlich der Parteiverhandlung vom 9. August 2018 sei von Seiten der Suva-MV die 
Beziehung bzw. der Beziehungsabbruch mit der damaligen Freundin als ursächlich für den Sui-
zidversuch bezeichnet worden. Der Explorand habe sich jedoch nicht allzu sehr in die Bezie-
hung einlassen können und wollen und auch von Seiten der Partnerin sei eine Ambivalenz vor-
handen gewesen. Beide hätten sich in einer schwierigen Lebenssituation befunden. Der Explo-
rand habe seine Freundin nicht zusätzlich belasten wollen und sie deshalb nicht über seine Ge-
fühle und Pläne informiert. Der Entschluss, sich das Leben zu nehmen, habe er ohnehin Wo-
chen bis Monate im Voraus gefasst. Es scheine, dass die Beziehung und die Trennung in der 
ganzen Geschichte keine entscheidende Richtungsänderung bewirkt hätten. 
 
7.4 Im Weiteren nahm Prof. Dr. G.____ auch zur abweichenden Beurteilung von 
Dr. J.____ Stellung. Dieser anerkenne zwar, dass beim Versicherten als depressive Symptome 
Suizidgedanken, Gefühle von Insuffizienz und Versagensängste in Bezug auf berufliche Aufga-
ben vorgekommen seien. Zugleich seien aber, so Dr. J.____, die Stimmung nicht in anhaltender 
Weise bedrückt und der Antrieb nicht vermindert gewesen, weshalb insgesamt die Kriterien für 
eine depressive Episode nicht erfüllt gewesen seien. Dieser Einschätzung von Dr. J.____ könne 
nicht gefolgt werden. Insbesondere durch die fremdanamnestischen Angaben könnten die 
Symptome einer Depression sehr wohl bestätigt werden. Dr. J.____ beschreibe sodann weiter, 
dass der Explorand bereits während der letzten Zeit im Militärdienst als Ausgleich an den Wo-
chenenden oberflächliche, kurzfristige Annehmlichkeiten des Lebens ausgekostet habe (Bier-
konsum, unverbindliche sexuelle Kontakte). Die Fähigkeit zum Empfinden von Freude, Lust und 
persönlichen Interessen seien erhalten gewesen und der Explorand habe lediglich "genug von 
jeglicher Art von Leistungsdruck" gehabt. Dieses Verhalten habe er nach dem Ende des Abver-
dienens fortgesetzt. Im Bewusstsein, sich ja ohnehin demnächst umzubringen, habe er den im 
Militärdienst erzielten Lohn grosszügig ausgegeben. Während Dr. J.____ dieses Verhalten als 
nicht mit einem erheblich depressiven Zustand vereinbar sehe, zeige die aktuelle Exploration, 
so Prof. Dr. G.___, dass die Ursache des diesbezüglichen Verhaltens des Versicherten (AIko-
holkonsum, unverbindliche sexuelle Kontakte, sorgloser Umgang mit Geld) keineswegs in des-
sen Lebensfreude, sondern vielmehr in der negativen Zukunftsperspektive und der subjektiv 
erlebten Ausweglosigkeit zu suchen sei.  
 
In seiner Beurteilung vertrete sodann auch Dr. J.____ die Auffassung, dass beim Versicherten 
früher, während der Zeit, als er seine Fachmaturarbeit habe schreiben müssen, eine mittelgra-
dige depressive Episode vorgelegen habe, obwohl auch damals niemand von aussen und auch 
nicht der Explorand selber die Depression wahrgenommen hätten. Für die Zeit im Militär lege 
Dr. J.____ diesbezüglich nun aber offenbar höhere Massstäbe für die Diagnose an, was so 
nicht verständlich sei. Im Weiteren sei Dr. J.____ der Meinung, dass im Fall des Versicherten 
die Psychodynamik stark zu gewichten sei. Die grosse Mühe des Versicherten mit jeglicher Art 
von Leistungsdruck habe, so der Administrativgutachter, bereits vor dem Militärdienst einmal zu 
einer psychischen Dekompensation mit depressiver Symptomatik geführt. Die Tatsache, dass 
laut Dr. J.____ die frühere Depression psychodynamisch zu verstehen sei, erkläre nun aber 

 

 
 
Seite 16   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

nicht, weshalb nunmehr in Bezug auf den Militärdienst - bloss weil dort wiederum eine Situation 
mit Leistungsdruck vorgelegen habe - keine Depression zu diagnostizieren sei. In der Konse-
quenz würde dies bedeuten, dass eine erneute Depression, wenn man sie erklären könne, nicht 
diagnostiziert werden dürfe. Dies treffe nach den ICD-10-Kriterien nicht zu.  
 
7.5 Am Schluss seines ausführlichen Gutachtens beantwortete Prof. Dr. G.____ den von 
den Parteien gemeinsam erstellten Fragekatalog. Die Frage, ob beim Versicherten während 
des Militärdienstes vom 30. Juni 2014 bis 2. April 2015 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 
ein psychisches Leiden mit Krankheitswert verursacht worden sei oder sich ein solches ver-
schlimmert habe, bejahte er ausdrücklich. Auf die weitere Frage, welche Diagnose zu stellen 
sei, führte er aus, der Explorand habe eine mittelgradige depressive Episode im Rahmen einer 
rezidivierenden depressiven Störung (ICD-10 F33.1) entwickelt. Rezidivierende depressive Stö-
rungen könnten, wie es der Name sage, wiederholt im Leben auftreten. Die depressive Episode 
während des Militärdienstes sei aber nach einer längeren symptomfreien Phase aufgetreten. 
Wahrscheinlich habe auch eine bipolare affektive Störung (ICD-10 F31) mit raschem Wechsel 
zwischen hypomanischen und depressiven Episoden und/oder gemischten Episoden vorgele-
gen. Die nächste Frage, ob der Suizidversuch vom 1. Juni 2015 überwiegend wahrscheinlich in 
einem Kausalzusammenhang mit der psychischen Erkrankung stehe, die beim Versicherten 
während des Dienstes verursacht worden sei resp. die sich während des Militärdienstes ver-
schlimmert habe, wurde vom Gutachter ebenfalls explizit bejaht. Der Experte hielt diesbezüglich 
fest, dass der Suizidversuch überwiegend wahrscheinlich in einem Kausalzusammenhang mit 
der depressiven Episode stehe. Ob eventuell noch eine oder mehrere kurze hypomanische 
Phasen aufgetreten seien, ändere nichts an der Beurteilung. Schliesslich fragten die Parteien, 
ob es Verhaltensweisen von Vorgesetzten gegeben habe, die geeignet gewesen seien, eine 
psychische Erkrankung während der Dienstzeit zu begünstigten. Diesbezüglich antwortete Prof. 
Dr. G.____, dass sich der Explorand subjektiv überfordert gefühlt habe, wahrscheinlich habe 
auch eine objektive Überforderungssituation vorgelegen. Die Vorgesetzten seien teilweise sel-
ber überfordert gewesen. Auf jeden Fall sei niemandem im Militär aufgefallen, dass der Explo-
rand depressiv geworden sei. Da er sehr gewissenhaft gewesen sei und seine objektiven Leis-
tungen deutlich besser gewesen seien, als es der subjektiven Einschätzung entsprochen habe, 
sei der Explorand seinen Vorgesetzten nicht negativ aufgefallen.   
 
7.6 Am 24. Dezember 2019 nahm Prof. Dr. G.____ zu den von der Suva-MV vorgelegten 
elf Zusatzfragen Stellung, wobei er wiederholt, statt die jeweilige Frage explizit zu beantworten, 
auf einzelne Passagen seines Gerichtsgutachtens verwies. Im Rahmen seiner Ausführungen 
betonte er nochmals, dass für die Zeit des Versicherten im Militär die Diagnose einer rezidivie-
renden depressiven Störung, mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1), gestellt werden könne, und 
dass diese Symptomatik auch nach dem Militärdienst angehalten habe. Zudem präzisierte er, 
dass er die Diagnose einer bipolaren affektiven Störung als wahrscheinlich, aber nicht als gesi-
chert erachte. Wie im Gutachten aufgezeigt, sei dies für die Beurteilung allerdings nicht ent-
scheidend.  
 
8.1 Wie oben ausgeführt (vgl. E. 5.4.1 hiervor und die dortigen Rechtsprechungshinweise), 
weicht das Gericht bei Gerichtsgutachten nach der Praxis nicht ohne zwingende Gründe von 

 

 
 
Seite 17   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

der Einschätzung der medizinischen Experten ab, deren Aufgabe es ist, ihre Fachkenntnisse 
der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um einen bestimmten Sachverhalt medizinisch zu 
erfassen. Ein Grund zum Abweichen kann vorliegen, wenn die Gerichtsexpertise widersprüch-
lich ist oder wenn ein vom Gericht eingeholtes Obergutachten in überzeugender Weise zu an-
dern Schlussfolgerungen gelangt. Abweichende Beurteilung kann ferner gerechtfertigt sein, 
wenn gegensätzliche Meinungsäusserungen anderer Fachexperten dem Gericht als triftig ge-
nug erscheinen, die Schlüssigkeit des Gerichtsgutachtens in Frage zu stellen, sei es, dass es 
die Überprüfung im Rahmen einer Oberexpertise für angezeigt hält, sei es, dass es ohne Ober-
expertise vom Ergebnis des Gerichtsgutachtens abweichende Schlussfolgerungen zieht. Vor-
liegend ist keiner dieser Gründe für ein Abweichen vom psychiatrischen Gerichtsgutachten von 
Prof. Dr. G.____ vom 16. Juli 2019 ersichtlich. Es ist viel mehr festzuhalten, dass dieses die 
rechtsprechungsgemässen Voraussetzungen an eine medizinische Beurteilungsgrundlage in 
jeder Hinsicht erfüllt: Es weist weder formale noch inhaltliche Mängel auf, es ist - wie dies vom 
Bundesgericht verlangt wird (vgl. E. 5.3 hiervor) - für die streitigen Belange umfassend, es stützt 
sich auf zwei sorgfältige, insgesamt viereinhalbstündige persönliche Untersuchungen des Ex-
ploranden, es berücksichtigt die geklagten Beschwerden, es ist in Kenntnis der Vorakten abge-
geben worden und es beruht insbesondere auch auf verschiedenen - für die vorliegende Frage-
stellung wichtigen - fremdanamnestischen Erhebungen. Inhaltlich ist es widerspruchsfrei und es 
leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge bzw. der Beurteilung der medizi-
nischen Situation ein. Zudem setzt es sich einlässlich mit der vorhandenen (teilweise) abwei-
chenden ärztlichen Beurteilung des Administrativgutachters Dr. J.____ auseinander und es ist 
in den Schlussfolgerungen überzeugend. Gestützt auf die Ergebnisse des Gerichtsgutachtens 
von Prof. Dr. G.____ vom 16. Juli 2019 ist deshalb mit dem erforderlichen Beweisgrad der 
überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass der Versicherte während des Militärdienstes 
vom 30. Juni 2014 bis 2. April 2015 aufgrund der Einwirkungen während des Dienstes eine mit-
telgradige depressive Episode im Rahmen einer rezidivierenden depressiven Störung (ICD-10 
F33.1) und somit eine Gesundheitsschädigung mit Krankheitswert entwickelt hat und dass die-
se auch nach dem Militärdienst bis zum Suizidversuch angehalten hat. Zudem ist gestützt auf 
die Ausführungen des Gerichtsgutachters davon auszugehen, dass die während des Militär-
dienstes entwickelte depressive Erkrankung und der Suizidversuch vom 1. Juni 2015 überwie-
gend wahrscheinlich in einem natürlichen Kausalzusammenhang stehen. Letzteres - ein "natür-
licher, teilkausaler Zusammenhang" zwischen dem Militärdienst und dem Suizidversuch - ist 
bekanntlich auch vom Administrativgutachter Dr. J.____ in seiner Beurteilung und von der 
Suva-MV im angefochtenen Einspracheentscheid anerkannt worden.  
 
8.2 Während der Beschwerdeführer in seinen Stellungnahmen zum Gerichtsgutachten 
dessen Schlussfolgerungen vollumfänglich teilt, ist die Suva-MV der Ansicht, dass auf dieses 
nicht abgestellt werden könne. Wie im Folgenden zu zeigen ist, sind die Einwände der Be-
schwerdegegnerin jedoch nicht geeignet, die ausschlaggebende Beweiskraft des Gerichtsgut-
achtens von Prof. Dr. G.____ in Frage zu stellen.  
 
8.2.1 Die Suva-MV moniert, dass der Gerichtsgutachter seine Beurteilungen weitestgehend 
auf die durch ihn erhobenen Fremdauskünfte und die persönlich erhobene Anamnese des Ex-
ploranden stütze. Diese Darstellung ist durchaus zutreffend, damit kann die Beschwerdegegne-

 

 
 
Seite 18   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

rin vorliegend aber nichts zu ihren Gunsten ableiten. Gerade im Rahmen einer psychiatrischen 
Begutachtung, die sich im Gegensatz zu einer somatischen Expertise nicht auf zusätzliche bild-
gebende Abklärungen stützen kann, kommt einer sorgfältigen Anamneseerhebung und einer 
einlässlichen persönlichen Befragung des Exploranden sowie der Einholung von fremdanam-
nestischen Angaben eine zentrale und massgebliche Bedeutung zu. Dies zeigt der vorliegende 
Fall beispielhaft, hat doch der Gerichtsgutachter im Gegensatz zum Administrativgutachter ver-
schiedene sachdienliche Fremdauskünfte eingeholt, diese sorgfältig gewürdigt und in seine Be-
urteilung miteinbezogen. Dadurch wird der Beweiswert seiner Expertise nicht etwa, wie es die 
Beschwerdegegnerin antönt, geschmälert, sondern vielmehr erheblich gesteigert. Als völlig un-
haltbar erweist sich sodann die Aussage der Suva-MV in ihren Eingaben vom 14. Oktober 2019 
und 20. Februar 2020, sie komme nicht um die Feststellung umhin, dass sich der Gutachter 
anhand ausgewählter Mutmassungen seine Geschichte zurechtzulegen scheine. Wie oben 
ausgeführt, verhält es sich vielmehr so, dass die Schlussfolgerungen seines Gutachtens auf 
einer sorgfältigen Erhebung, einem einlässlichen Studium und einer schlüssigen Würdigung der 
Aktenlage beruhen.   
 
8.2.2 Die Suva-MV macht sodann geltend, dass in den (medizinischen) Sanitätsakten des 
Versicherten keine psychischen Probleme verzeichnet seien. Auch sonst seien echtzeitlich kei-
ne psychischen Schwierigkeiten dokumentiert und der für ihn zuständige Kommandant sowie 
der Schulkommandant hätten ebenfalls keine besonderen (Verhaltens-) Auffälligkeiten des Ver-
sicherten festgestellt. Diese Schilderung trifft zwar zu, der Gerichtsgutachter erklärt dies aber 
nachvollziehbar damit, dass der Explorand im Militärdienst trotz eingeschränkter Leistungsfä-
higkeit objektiv noch lange in der Lage gewesen sei, gegen aussen die Fassade aufrechtzuer-
halten und mit seiner Gewissenhaftigkeit und mit Unterstützung seines Kollegen die Defizite 
kompensieren zu können. Dies sei ihm aber nur unter Aufbieten seiner letzten Reserven gelun-
gen. Dies deckt sich wiederum mit den Darstellungen des Versicherten und seines Vaters, wo-
nach er, der Versicherte, während des Abverdienens am Wochenende kaum aus dem Bett ge-
kommen sei und nach dem Wochenende mit dem Wiedereinrücken Mühe gehabt habe.  
 
8.2.3 Laut der Suva-MV ergibt sich aus den Akten sodann zwanglos, dass der Beschwerde-
führer seit ungefähr dem 9. Lebensjahr massiv Probleme im Umgang mit Leistungsdruck ge-
habt habe, welche zu einer schwierigen Beziehung zum Vater und schliesslich zu mindestens 
einer früheren Depression und zu Suizidgedanken geführt hätten. Selbst wenn man also dem 
Versicherten zu Gute halten wolle, dass der Militärdienst eine gewisse psychische Belastung 
dargestellt habe, sei diese "dienstliche" Belastung mit der ordentlichen Entlassung aus dem 
Dienst am 2. April 2015 zweifelsfrei weggefallen. Dies bestätige auch der Beschwerdeführer 
gleich selber, wenn er Dr. J.____ gegenüber angegeben habe, nach dem Ende des Militär-
dienstes habe der ihn überfordernde Leistungsdruck in anderer Form weiterhin angehalten. 
Auch diese Ausführungen vermögen die Ergebnisse, zu denen der Gerichtsgutachter gelangt 
ist, nicht in Frage zu stellen. Dieser hat gestützt auf das Studium der Akten, die Befragung des 
Versicherten und die fremdanamnestischen Abklärungen schlüssig aufgezeigt, dass beim Be-
schwerdeführer zu Beginn der Militärzeit keine psychischen Probleme manifest waren, dass er 
erst im Laufe des Militärdienstes - während der Fourier-Schule und des Abverdienens - eine 
mittelgradige depressive Episode entwickelte und dass diese nach der Entlassung aus dem 

 

 
 
Seite 19   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Dienst bis zum Suizidversuch angehalten hatte. Diesbezüglich kann vollumfänglich auf die obi-
gen Ausführungen (vgl. insbes. E. 7.2.1 - 7.2.5, E. 7.3 und E. 8.1 hiervor) verwiesen werden. Es 
verhält sich also gerade nicht so, dass die Belastung - und mit ihr die Gesundheitsbeeinträchti-
gung - mit der ordentlichen Entlassung aus dem Dienst am 2. April 2015 zweifelsfrei weggefal-
len ist. Zudem ist der Argumentation der Suva-MV entgegen zu halten, dass die Militärversiche-
rung nicht nur für Gesundheitsschädigungen haftet, die ihre Ursache ausschliesslich in den Be-
sonderheiten des Dienstes (wie Strapazen oder eben einer psychischen Belastung) haben, 
sondern auch dann, wenn dienstunabhängige Gründe die während der Dienstleistung eingetre-
tene Gesundheitsschädigung (mit-) verursacht haben (vgl. dazu JÜRG MAESCHI, a.a.O., N 9 zu 
Art. 6 MVG). 
 
8.2.4 Die Suva-MV weist sodann darauf hin, dass der Versicherte den Suizidversuch zwei 
Monate nach Schluss des Dienstes unternommen habe. Dies ist ebenfalls richtig, soweit sie 
damit jedoch zum Ausdruck bringen will, dass diese Handlung deshalb auf neue, erst nach dem 
Militärdienst aufgetretene Probleme und Entwicklungen zurückzuführen sein dürfte, kann ihr 
ebenfalls nicht gefolgt werden. Auch in diesem Punkt kann auf die schlüssige, anderslautende 
Beurteilung von Prof. Dr. G.____ verwiesen werden. So entkräftet er etwa die anlässlich der 
Parteiverhandlung vom 9. August 2018 von Seiten der Suva-MV geäusserte Annahme, der Sui-
zidversuch könnte auf die Beziehung bzw. den nach Beendigung des Dienstes erfolgten Bezie-
hungsabbruch mit der damaligen Freundin zurückzuführen sein. Gestützt auf die Befragung des 
Exploranden einerseits und der Freundin andererseits zeigt Prof Dr. G.____ durchaus nachvoll-
ziehbar auf, dass die erwähnte Beziehung und die Trennung in der ganzen Geschichte keine 
entscheidende Richtungsänderung bewirkt haben dürften. Auch diesbezüglich kann auf die obi-
gen gutachterlichen Ausführungen (vgl. E. 7.3 hiervor) verwiesen werden.  
 
9. Wie eingangs aufgezeigt (vgl. E. 3.2 hiervor), setzt eine Haftung der Militärversiche-
rung für eine nachdienstlich festgestellte und bei der Militärversicherung angemeldete Gesund-
heitsschädigung voraus, dass zwischen Letzterer und den Einwirkungen während des Dienstes 
nicht nur ein natürlicher, sondern darüber hinaus auch ein adäquater Kausalzusammenhang 
besteht. Im angefochtenen Einspracheentscheid vertritt die Suva-MV die Auffassung, dass "der 
adäquate Kausalzusammenhang zwischen dem Suizidversuch und dem Dienst von 2015" zu 
verneinen sei. Eine Haftung der Militärversicherung entfalle daher (auch) aus diesem Grund. In 
diesem Zusammenhang gilt es nun aber zu beachten, dass die Beschwerdegegnerin eine Leis-
tungspflicht bereits mit dem Argument abgelehnt hat, dass beim Versicherten während des Mili-
tärdienstes gar kein psychisches Leiden mit Krankheitswert vorgelegen habe. Wie vorstehend 
aufgezeigt, ist diese Auffassung unzutreffend. Dies ist auch für die hier vorzunehmende Adä-
quanzbeurteilung von Bedeutung. Erfolgt nämlich die Suizidhandlung wie vorliegend im An-
schluss an eine versicherte psychische Krankheit, wird in der Lehre - zu Recht - die Auffassung 
vertreten, dass mit der natürlichen Kausalität in der Regel auch die Adäquanz zu bejahen ist 
(JÜRG MAESCHI, a.a.O., N 23 zu Art.4 MVG; vgl. auch E. 4 hiervor). Eine solche Konstellation 
liegt hier vor. Beim Beschwerdeführer entwickelte sich im Militärdienst eine mittelgradige de-
pressive Episode im Rahmen einer rezidivierenden depressiven Störung (ICD-10 F33.1), die bis 
zum Suizidversuch angedauert hat. Zudem liegt ein natürlicher Kausalzusammenhang sowohl 
zwischen der psychischen Erkrankung und den Einwirkungen während des Dienstes als auch 

 

 
 
Seite 20   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

zwischen dem Suizidversuch und dieser psychischen Erkrankung vor. Somit ist nach dem Ge-
sagten auch die Adäquanz ohne Weiteres zu bejahen. Im Übrigen wäre aber auch von einem 
rechtserheblichen Zusammenhang auszugehen, wenn man diesen nach der allgemeinen Adä-
quanzformel (vgl. E. 3.4 hiervor) prüft. Entgegen der Auffassung der Suva-MV lagen beim Ver-
sicherten während des Abverdienens nicht bloss Strapazen in einem Ausmass vor, die ein län-
gerer Militärdienst üblicherweise mit sich bringt. Es bestand vielmehr eine besondere, das Mass 
des Gewohnten und des zu Erwartenden erheblich übersteigende Belastungssituation ("Dauer-
besetzung" durch den überforderten direkten Vorgesetzten mit unzähligen täglichen Anrufen 
und SMS, teilweise fachliche Überforderung, die überspielt wurde, darauf zurückzuführende 
Insuffizienzgefühle und Schlafmangel bis hin zur Schlaflosigkeit). Eine solche übermässige und 
andauernde Belastung ist nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen 
Lebenserfahrung durchaus geeignet, einen Erfolg von der Art des eingetretenen - die Entwick-
lung einer psychischen Erkrankung in Form einer mittelgradigen depressiven Episode - herbei-
zuführen. Ebenso muss nach dieser allgemeinen Formel die Adäquanz zwischen dieser psychi-
schen Erkrankung und dem anschliessenden Suizidversuch bejaht werden.  
 
10.1 Nach dem Gesagten liegen sämtliche Voraussetzungen des Art. 6 MVG für eine Haf-
tung der Militärversicherung für die erst nach Schluss des Dienstes ärztlicherseits festgestellte 
und bei der Militärversicherung angemeldete Gesundheitsschädigung des Versicherten vor. Da 
sich die Haftung der Militärversicherung auf alle Folgen erstreckt, die mit dem versicherten Er-
eignis in einem rechtserheblichen Kausalzusammenhang stehen (vgl. E. 2.6 hiervor), ist die 
Suva-MV grundsätzlich leistungspflichtig der für die während des Dienstes verursachte und 
nachdienstlich anhaltende psychische Erkrankung des Versicherten sowie für den daraus er-
folgten Suizidversuch und dessen Folgen. 
 
10.2 Gegenstand des heutigen Beschwerdeverfahrens bildet einzig die - nach dem Gesag-
ten zu bejahende - Frage, ob grundsätzlich eine Haftung der Militärversicherung für die im No-
vember 2015 angemeldete Gesundheitsschädigung des Versicherten besteht. Die von der 
Suva-MV angesprochenen weiteren Aspekte, ob im Falle des Beschwerdeführers eine Leis-
tungskürzung wegen vorsätzlicher Herbeiführung der Gesundheitsschädigung in Frage kommt 
(vgl. Art. 21 ATSG bzw. Art. 65 MVG) oder ob allenfalls eine Leistungskürzung wegen Teilhaf-
tung (vgl. Art. 64 MVG) erfolgen kann, bilden hingegen nicht Gegenstand des heutigen Prozes-
ses. Es steht der Suva-MV frei, diese Punkte im Zusammenhang mit der Festsetzung der ge-
setzlichen Versicherungsleistungen zu prüfen und, falls sie Kürzungsvoraussetzungen als erfüllt 
erachtet, diese entsprechend umzusetzen.  
 
10.3 Zusammenfassend ist als Ergebnis festzuhalten, dass die Beschwerde des Versicher-
ten gutzuheissen, der angefochtene Einspracheentscheid der Suva-MV aufzuheben und festzu-
stellen ist, dass die Suva-MV für die im November 2015 angemeldete Gesundheitsschädigung 
des Versicherten haftet. Die Angelegenheit ist demnach zur Festsetzung der gesetzlichen Ver-
sicherungsleistungen an die Suva-MV zurückzuweisen. 
 
11. Abschliessend bleibt über die Kosten des Verfahrens zu befinden. 
 

 

 
 
Seite 21   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

11.1 Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass der Prozess vor dem kantonalen Gericht für die Par-
teien kostenlos zu sein hat. Es sind demnach für das vorliegende Verfahren keine Kosten zu 
erheben.  
 
11.2 Nach Art. 45 Abs. 1 ATSG hat der Versicherungsträger die Kosten der Abklärung zu 
übernehmen, soweit er die Massnahmen angeordnet hat. Hat er keine Massnahmen angeord-
net, so übernimmt er deren Kosten dennoch, wenn die Massnahmen für die Beurteilung des 
Anspruchs unerlässlich waren oder Bestandteil nachträglich zugesprochener Leistungen bilden. 
Wie das Bundesgericht in BGE 137 V 210 ff. entschieden hat, sind in den Fällen, in denen zur 
Durchführung der vom Gericht als notwendig erachteten Beweismassnahme an sich eine 
Rückweisung in Frage käme, eine solche indessen mit Blick auf die Wahrung der Verfahrens-
fairness entfällt, die Kosten der durch das Gericht in Auftrag gegebenen Begutachtung dem 
Versicherer aufzuerlegen. Dies sei, so das Bundesgericht weiter, mit der zitierten Bestimmung 
von Art. 45 Abs. 1 ATSG durchaus vereinbar (BGE 137 V 265 f. E. 4.4.2). Vorliegend war das 
Gericht anlässlich seiner ersten Urteilsberatung vom 9. August 2018 zum Ergebnis gelangt, 
dass ein Entscheid in der Angelegenheit gestützt auf die damals vorhandene Aktenlage nicht 
möglich war. Es entschied deshalb, den Fall auszustellen und zur abschliessenden Klärung des 
medizinischen Sachverhaltes ein psychiatrisches Gerichtsgutachten in Auftrag zu geben, Wie 
sich anlässlich der heutigen Urteilsberatung gezeigt hat, war das in der Folge eingeholte Ge-
richtsgutachten von Prof. Dr. G.____ vom 16. Juli 2019 für die weitere Beurteilung des Leis-
tungsanspruchs des Versicherten unerlässlich. Im Lichte der geschilderten bundesgerichtlichen 
Rechtsprechung sind demnach die Kosten der Begutachtung der Suva-MV aufzuerlegen. Diese 
Kosten belaufen sich insgesamt auf Fr. 16'839.--; sie setzen sich zusammen aus den beiden 
Honorarrechnungen von Prof Dr. G.____ vom 19. Juli 2019 im Betrag von Fr. 14'875.-- für die 
Erstellung des Gutachtens bzw. vom 8. April 2020 in der Höhe von Fr. 1'800.-- für die Beantwor-
tung der Zusatzfragen der Suva-MV sowie aus den Reisekosten von Fr. 164.--, die dem Be-
schwerdeführer im Zusammenhang mit den beiden ambulanten Begutachtungen in H.____ ent-
standen sind.  
 
11.3 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Dem obsiegenden Beschwerdeführer ist deshalb eine Parteientschädi-
gung zu Lasten der Suva-MV zuzusprechen. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat in 
seiner Honorarnote vom 30. März 2020 für das vorliegende Verfahren einen Zeitaufwand von 
52,5 Stunden und Auslagen von Fr. 215.20 geltend gemacht. Während die ausgewiesenen 
Auslagen zu keinen Beanstandungen Anlass geben, muss der geltend gemachte Zeitaufwand 
als zu hoch bezeichnet werden. So erweisen sich nicht nur, aber insbesondere die ausgewie-
senen Zeitaufwände für die Redaktion der Beschwerde (insgesamt 16 Stunden und 50 Minu-
ten), für die Abklärungen im Zusammenhang mit und die Stellungnahme zum Gerichtsgutachten 
(insgesamt 7 Stunden und 20 Minuten) und für die Stellungnahme vom 22. Oktober 2019 
(2,5 Stunden) als übermässig. Es rechtfertigt sich daher, die Parteientschädigung vorliegend 
auf der Basis eines insgesamt als angemessen erachteten Zeitaufwands von 35 Stunden fest-
zusetzen. Die Bemühungen sind zu dem in Sozialversicherungsprozessen praxisgemäss zur 
Anwendung gelangenden Stundenansatz von Fr. 250.-- zu entschädigen. Dem Beschwerdefüh-
rer ist somit eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 9'655.55 (35 Stunden à Fr. 250.-- 

 

 
 
Seite 22   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

zuzüglich Auslagen von Fr. 215.20 + 7,7 % Mehrwertsteuer) zu Lasten der Suva-MV zuzuspre-
chen. 
 
Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird der angefochtene Einsprache-
entscheid der Suva, Abteilung Militärversicherung, vom 20. Februar 
2018 aufgehoben und es wird festgestellt, dass die Suva, Abteilung 
Militärversicherung, für die im November 2015 angemeldete Gesund-
heitsschädigung des Versicherten haftet. Die Angelegenheit wird zur 
Festsetzung der gesetzlichen Versicherungsleistungen an die Suva, 
Abteilung Militärversicherung, zurückgewiesen.  

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 3. Die Kosten für die gerichtliche Begutachtung in der Höhe von 
Fr. 16'839.-- werden der Suva, Abteilung Militärversicherung, auferlegt. 

 4. Die Suva, Abteilung Militärversicherung, hat dem Beschwerdeführer 
eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 9'655.55 (inkl. Auslagen 
und 7,7 % Mehrwertsteuer) zu bezahlen.  

 

 

 
 
 http://www.bl.ch/kantonsgericht