# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ed2ce4f4-31a8-587e-8aba-3c4b1f703ef5
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2014-07-29
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 29.07.2014 RR.2014.89
**Docket/Reference:** RR.2014.89
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_RR-2014-89_2014-07-29

## Full Text

Internationale Rechtshilfe in Strafsachen an Österreich. Herausgabe von Beweismitteln (Art. 74 IRSG). Kontosperre (Art. 33a IRSV).;;Internationale Rechtshilfe in Strafsachen an Österreich. Herausgabe von Beweismitteln (Art. 74 IRSG). Kontosperre (Art. 33a IRSV).;;Internationale Rechtshilfe in Strafsachen an Österreich. Herausgabe von Beweismitteln (Art. 74 IRSG). Kontosperre (Art. 33a IRSV).;;Internationale Rechtshilfe in Strafsachen an Österreich. Herausgabe von Beweismitteln (Art. 74 IRSG). Kontosperre (Art. 33a IRSV).

Entscheid vom 29. Juli 2014  
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter Stephan Blättler, Vorsitz, 

Andreas J. Keller und Emanuel Hochstrasser, 

Gerichtsschreiberin Chantal Blättler Grivet Fojaja  

   
 

Parteien 

  

1. A. LTD.,  

2. B.,  

beide vertreten durch Rechtsanwalt Christoph K. 

Graber, 

Beschwerdeführerin 1 und Beschwerdeführer 2 

 

 gegen 

   

BUNDESANWALTSCHAFT,  

Beschwerdegegnerin 

 

Gegenstand  Internationale Rechtshilfe in Strafsachen an Öster-

reich 

 

Herausgabe von Beweismitteln (Art. 74 IRSG);  

Kontosperre (Art. 33a IRSV) 

 

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: RR.2014.89-90 

 

 

 

- 2 - 

 

 

 

Sachverhalt: 

 

A. Die Staatsanwaltschaft Wien führt ein Strafverfahren gegen Unterneh-

mensverantwortliche der C. GmbH, darunter D., und verdächtigt diese, 

Vermögen der C. GmbH veruntreut und dadurch der Gesellschaft einen 

Vermögensnachteil von insgesamt USD 45'000'000 verursacht zu haben. 

Die beschuldigten Personen sollen über Scheingesellschaften fingierte 

Leistungen erbracht und die dafür erhaltenen Gelder an sich selber bezie-

hungsweise an Dritte weitergeleitet haben. Gemäss Ermittlungen der öster-

reichischen Behörden gehöre unter anderem die E. AG zu den Gesell-

schaften, die dazu verwendet worden seien, die illegal erwirtschafteten 

Vermögenswerte weiterzuleiten. In diesem Zusammenhang gelangte die 

Staatsanwaltschaft Wien mit Rechtshilfeersuchen vom 29. Dezember 2011 

bzw. 27. Dezember 2012 an die Schweiz und ersuchte um Erteilung von 

Auskünften über die Kontoverbindung 1 lautend auf die E. AG bei der Bank 

F. Ltd. in Zürich für den Zeitraum ab Kontoeröffnung bis zum 

31. August 2011 sowie um Sicherstellung sämtlicher Vermögenswerte, die 

von der Kontoverbindung lautend auf die E. AG bei der Bank F. Ltd. auf 

weitere Konten transferiert wurden oder deren Herkunft sonst aus der be-

zeichneten Kontoverbindung stammen (act. 1.5).  

 

 

B. Mit Eintretensverfügung der Bundesanwaltschaft vom 13. Februar 2012 

wurde die Bank G. AG (vormals Bank F. Ltd.) angewiesen, sämtliche Kon-

tounterlagen des Kontos mit der Nummer 1 lautend auf die E. AG heraus-

zugeben. Dieser Aufforderung ist die Bank G. AG mit Schreiben vom 

12. März 2012 nachgekommen (act. 1.2 II Ziff. 5). 

 

 

C. Die Sichtung der Bankunterlagen brachte unter anderem eine Verbindung 

der E. AG zu einem Konto Nr. 2 lautend auf die A. Ltd. bei der Bank H. AG 

(vormals Bank G. AG) zu Tage. Mit Editionsverfügung vom 10. Mai 2012 

wurde daher die Bank H. AG angewiesen, unter anderem die Kontounter-

lagen des besagten Kontos der A. Ltd. herauszugeben. Dieser Aufforde-

rung kam die Bank H. AG mit Schreiben vom 7. Juni 2012 nach (act. 1.2 II 

Ziff. 5).  

 

 

D. In der Folge sperrte die Bundesanwaltschaft mit Verfügungen vom 26. Juni 

und 21. September 2012 das Konto Nr. 2 jeweils für die Dauer von drei 

Monaten und ordnete schliesslich am 20. Dezember 2012 die unbefristete 

Kontosperre an (act. 1.2 II Ziff. 5). 

- 3 - 

 

 

 

 

E. Mit Schlussverfügung vom 5. Februar 2014 ordnete die Bundesanwalt-

schaft die Herausgabe der Bankunterlagen betreffend das Konto Nr. 3, lau-

tend auf die A. Ltd., an und verfügte die Aufrechterhaltung der angeordne-

ten Kontosperre (act. 1.2).  

 

 

F. Dagegen gelangen die A. Ltd. sowie deren wirtschaftlich Berechtigter, B., 

mit Beschwerde vom 10. März 2014 an die Beschwerdekammer des Bun-

desstrafgerichts und beantragen die Aufhebung der Schlussverfügung und 

die Verweigerung der Rechtshilfe; eventualiter sei die Schlussverfügung 

aufzuheben und die Bundesanwaltschaft sei anzuweisen, der A. Ltd. um-

fassende Akteneinsicht zu gewähren und ihr anschliessend eine neue Frist 

zur Stellungnahme anzusetzen. Subeventualiter sei die Rechtshilfe auf ein-

zelne Dokumente zu beschränken. Hinsichtlich der Kontosperre wird deren 

unverzügliche Aufhebung beantragt (act. 1 S. 2). 

 

 

G. Das Bundesamt für Justiz (nachfolgend "BJ") und die Beschwerdegegnerin 

beantragen in ihren Beschwerdeantworten vom 10. und 11. April 2014 je 

die kostenfällige Abweisung der Beschwerde (act. 6 und 7). Die Beschwer-

deführer halten in ihrer Replik vom 12. Mai 2014 vollumfänglich an den in 

der Beschwerde gemachten Anträgen fest (act. 10). Das BJ und die Be-

schwerdegegnerin geben in ihren Schreiben vom 5. und 10. Juni 2014 ih-

ren Verzicht auf Duplik bekannt (act. 12 und 13), was den Beschwerdefüh-

rern am 13. Juni 2014 zur Kenntnis gebracht wird (act. 14).  

 

 Auf die weiteren Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten 

wird, soweit erforderlich, in den rechtlichen Erwägungen Bezug genommen.  

 

 

 

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 

 

1. Für die Rechtshilfe zwischen der Schweiz und Österreich sind in erster Li-

nie das Europäische Übereinkommen über die Rechtshilfe in Strafsachen 

vom 20. April 1959 (EUeR; SR 0.351.1), der zwischen den beiden Staaten 

abgeschlossene Vertrag vom 13. Juni 1972 über die Ergänzung des EUeR 

und die Erleichterung seiner Anwendung (Zusatzvertrag; SR 0.351.916.32) 

sowie  die Bestimmungen der Art. 48 ff. des Übereinkommens vom 19. Ju-

ni 1990 zur Durchführung des Übereinkommens von Schengen vom 

- 4 - 

 

 

14. Juni 1985 (Schengener Durchführungsübereinkommen, SDÜ; 

ABl. L 239 vom 22. September 2000, S. 19 – 62) massgebend. Soweit das 

Staatsvertragsrecht bestimmte Fragen nicht abschliessend regelt, gelangt 

das schweizerische Landesrecht, namentlich das Bundesgesetz vom 

20. März 1981 über internationale Rechtshilfe in Strafsachen (IRSG; 

SR 351.1) und die Verordnung vom 24. Februar 1982 über internationale 

Rechtshilfe in Strafsachen (IRSV; SR 351.11), zur Anwendung (vgl. Art. 1 

Abs. 1 IRSG). Ebenso zur Anwendung kommt vorliegend das Überein-

kommen vom 8. November 1990 über Geldwäscherei sowie Ermittlung, 

Beschlagnahme und Einziehung von Erträgen aus Straftaten (GwUe; 

SR 0.311.53). Das innerstaatliche Recht gilt nach dem Günstigkeitsprinzip 

auch dann, wenn dieses geringere Anforderungen an die Rechtshilfe stellt 

(BGE 137 IV 33 E. 2.2.2; 136 IV 82 E. 3.1, 129 II 462 E. 1.1 S. 464). Vor-

behalten bleibt die Wahrung der Menschenrechte (BGE 135 IV 212 E. 2.3; 

123 II 595 E. 7c).  

 

 

2. 

2.1 Beim angefochtenen Entscheid handelt es sich um eine Schlussverfügung 

der ausführenden Bundesbehörde in internationalen Rechtshilfeangele-

genheiten, gegen welche innert 30 Tagen ab der schriftlichen Mitteilung bei 

der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts Beschwerde geführt wer-

den kann (Art. 80e Abs. 1 i.V.m. Art. 80k IRSG; Art. 37 Abs. 2 lit. a 

Ziff. 1 StBOG; Art. 19 Abs. 2 BStGerOR). Die Beschwerde vom 

10. März 2014 gegen die Schlussverfügung vom 5. Februar 2014 ist fristge-

recht eingereicht worden. 

 

2.2 Zur Beschwerdeführung ist berechtigt, wer persönlich und direkt von einer 

Rechtshilfemassnahme betroffen ist und ein schutzwürdiges Interesse an 

deren Aufhebung oder Änderung hat (Art. 80h lit. b IRSG). Bei der Erhe-

bung von Kontoinformationen gilt als persönlich und direkt betroffen im 

Sinne der Art. 21 Abs. 2 und 80h IRSG der Kontoinhaber (Art. 9a lit. a 

IRSV; BGE 118 Ib 547 E. 1d; BGE 122 II 130 E. 2b; TPF 2007 79 E. 1.6). 

 

 Der wirtschaftlich Berechtigte und andere bloss indirekt Betroffene sind 

nach der Rechtsprechung grundsätzlich nicht zur Beschwerde legitimiert, 

dies selbst dann nicht, wenn sie in den erhobenen Kontounterlagen er-

wähnt werden und dadurch etwa ihre Identität als wirtschaftlich Berechtigte 

eines Kontos offen gelegt wird (BGE 130 II 162 E. 1.1 S. 164; 123 II 153 E. 

2b S. 157, je m.w.H.). Ausnahmsweise können der bloss wirtschaftlich an 

einem Konto oder an einer direkt betroffenen Gesellschaft Berechtigte 

selbständig beschwerdelegitimiert sein, etwa dann, wenn eine juristische 

http://links.weblaw.ch/BGE-130-II-162
http://links.weblaw.ch/BGE-123-II-153

- 5 - 

 

 

Person, über deren Konto Auskunft verlangt wird, nicht mehr besteht (BGE 

123 II 153 E. 2c-d S. 157 f.; Urteil des Bundesgerichts 1A.183/2005 vom 

9. Dezember 2005, E. 2.1).  

 

2.3 Die angefochtene Verfügung bezieht sich auf die Herausgabe von Bankun-

terlagen betreffend das Konto der Beschwerdeführerin 1 bei der Bank H. 

AG, weshalb diese zur Beschwerde legitimiert ist. Hingegen ist der Be-

schwerdeführer 2 nicht Inhaber des von der gerügten Rechtshilfemass-

nahme betroffenen Kontos. Wie ausgeführt, genügt der Umstand, dass er 

als wirtschaftlich Berechtigter in den Kontoeröffnungsunterlagen der Be-

schwerdeführerin 1 genannt wird, nicht zur Bejahung von dessen Be-

schwerdelegitimation. Dass die Beschwerdeführerin 1 aufgelöst worden 

wäre und der Beschwerdeführer 2 Begünstigter am Liquidationserlös der 

Beschwerdeführerin 1 sei und damit ausnahmsweise dessen Legitimation 

zur vorliegenden Beschwerde zu bejahen wäre, wird nicht geltend ge-

macht. Auf die Beschwerde des Beschwerdeführers 2 ist daher mangels 

Legitimation nicht einzutreten.  

 

3. Die Beschwerdekammer ist nicht an die Begehren der Parteien gebunden 

(Art. 25 Abs. 6 IRSG). Sie prüft die bei ihr erhobenen Rügen grundsätzlich 

mit freier Kognition. Sie ist aber nicht verpflichtet, nach weiteren der 

Rechtshilfe allenfalls entgegenstehenden Gründen zu forschen, die aus der 

Beschwerde nicht hervorgehen (BGE 123 II 134 E. 1d S. 136 f.; 122 II 367 

E. 2d S. 372, mit Hinweisen). Ebenso wenig muss sich die urteilende In-

stanz nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung mit allen Parteistand-

punkten einlässlich auseinandersetzen und jedes einzelne Vorbringen aus-

drücklich widerlegen. Sie kann sich auf die für ihren Entscheid wesentli-

chen Punkte beschränken, und es genügt, wenn die Behörde wenigstens 

kurz die Überlegungen nennt, von denen sie sich leiten liess und auf wel-

che sich ihr Entscheid stützt (Urteil des Bundesgerichts 1A.59/2004 vom 

16. Juli 2004, E. 5.2, mit weiteren Hinweisen).  

 

 

4. 

4.1 Die Beschwerdeführerin 1 macht in einem ersten Punkt geltend, die von 

der Beschwerdegegnerin erlassenen Verfügungen, wie die Eintretensver-

fügung vom 13. Februar 2012 und die Schlussverfügung vom 5. Feb-

ruar 2014 seien nichtig. Die von der Staatsanwaltschaft Wien verfügte An-

ordnung der Auskunft über Bankkonten und Bankgeschäfte sei vom Lan-

desgericht für Strafsachen Wien am 28. Dezember 2011 bis am 1. Feb-

ruar 2012 bewilligt worden. Die Durchführung der beantragten Massnahme 

sei jedoch erst mit der Eintretensverfügung der Beschwerdegegnerin am 

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13. Februar 2012 anhand genommen worden. Zu diesem Zeitpunkt sei die 

Bewilligung bereits ausser Kraft getreten gewesen, weshalb die Massnah-

me nicht mehr habe durchgeführt werden dürfen. Eine Massnahme, die von 

der verfügenden ausländischen Behörde selber nicht mehr vollzogen wer-

den könnte, dürfe auch von den Schweizer Behörden nicht rechtshilfeweise 

vollzogen werden. Eine Einsprache gegen die widerrechtliche Beweisbe-

schaffung habe in Österreich nur geringe Erfolgschancen, da eine Entfer-

nung aus den Akten nur im Falle einer widerrechtlichen Beweisbeschaffung 

durch  österreichische Beamte überhaupt in Frage kommen würde. Da die 

illegale Beweismittelbeschaffung jedoch durch die Beschwerdegegnerin er-

folgt sei, sei es wahrscheinlich, dass die Dokumente in den Strafakten 

verbleiben würden (act. 1 S. 5 ff.).  

 

4.2 Die Anordnung der Staatsanwaltschaft Wien vom 27. Dezember 2011 be-

züglich der Auskunft über Bankkonten und Bankgeschäfte ist vom Landes-

gericht für Strafsachen Wien am 28. Dezember 2011 bewilligt und bis am 

1. Februar 2012 befristet worden. Das Rechtshilfeersuchen vom 29. De-

zember 2011 an die Schweiz ist innert der bewilligten Frist gestellt worden 

(act. 1.5). Ob erst nach diesem Datum in der Schweiz durch schweizeri-

sche Behörden erhobene Beweismittel nach österreichischem Recht ver-

wertbar sind bzw. ob der Entscheid des Landesgerichts Wien überhaupt 

formgültig abgefasst worden ist – was die Beschwerdeführerin 1 bezweifelt 

(act. 1 S. 7 f.) –  ist nicht im schweizerischen Rechtshilfeverfahren zu prü-

fen. Die Schweizerische Rechtshilfebehörde hat sich grundsätzlich nicht 

über die Vereinbarkeit der Rechtshilfe mit dem Recht des ersuchenden 

Staates oder über eine mögliche Wirkung einer befristeten Anordnung einer 

Zwangsmassnahme im ersuchenden Staat auszusprechen. Insbesondere 

hat sie nicht zu klären, ob die erhobenen Bankunterlagen im österreichi-

schen Strafverfahren als Beweismittel verwendet werden dürfen oder nicht. 

Im schweizerischen Rechtshilfeverfahren ist einzig zu prüfen, ob die bean-

tragte Rechtshilfe nach dem anwendbaren Staatsvertrags- und landesin-

ternen Gesetzesrecht zulässig ist. Dabei ist der ersuchte Staat gemäss 

Art. 1 EUeR verpflichtet, soweit wie möglich Rechtshilfe zu leisten, wenn er 

von einer Vertragspartei darum ersucht wird.  

 

 Das SDÜ verweist in Art. 48 Abs. 1 auf das EUeR, welches durch die Be-

stimmung des SDÜ über die Rechtshilfe in Strafsachen ergänzt und in sei-

ner Anwendung erleichtert werden soll. Art. 51 SDÜ statuiert gar, dass 

Rechtshilfeersuchen um Durchsuchung und Beschlagnahme keinen weite-

ren Bedingungen als denen der doppelten Strafbarkeit und der Vereinbar-

keit mit dem Recht des ersuchten Staates unterworfen werden. Gemäss 

der Botschaft zur Genehmigung der bilateralen Abkommen zwischen der 

- 7 - 

 

 

Schweiz und der Europäischen Union, einschliesslich der Erlasse zur 

Durchsetzung der Abkommen ("Bilaterale II") vom 1. Oktober 2004 sei es 

das Ziel von Art. 51 SDÜ, die einschränkenden Bedingungen von Art. 5 

EUeR weiter zu lockern und damit die Rechtshilfe gegenüber dem EUeR 

insgesamt zu erweitern (BBl 2004, 5965 ff.; 6159). Art. 14 EUeR sieht fer-

ner im Gegensatz zu Art. 76 lit. c IRSG eine Bescheinigung über die Zuläs-

sigkeit der Zwangsmassnahmen nach dem Recht des ersuchenden Staa-

tes gerade nicht vor. Daran vermag entgegen der Ansicht des Beschwerde-

führers die Formulierung in Art. II Abs. 1 des Zusatzvertrages, wonach ei-

nem Ersuchen um Beschlagnahme von Gegenständen eine Erklärung der 

zuständigen Justizbehörde beizulegen ist, dass die für diese Massnahme 

erforderlichen Voraussetzungen nach dem im ersuchenden Staat gelten-

den Recht vorliegen, nichts zu ändern: Dieser Vertrag soll die Rechtshilfe in 

Strafsachen zwischen beiden Vertragsstaaten erleichtern und nicht er-

schweren. Es entspricht weder dem Sinn noch dem Wortlaut von Art. II 

Abs. 1 des Zusatzvertrages, ein zusätzliches, im EUeR nicht vorgesehenes 

Erfordernis einzuführen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 1C_326/2013 vom 

28. Mai 2013, E. 3.2).  

 

 Die Beschwerdekammer weist im Übrigen auf ihre ständige Rechtspre-

chung hin, wonach der ersuchte Staat das Rechtshilfeersuchen auszufüh-

ren hat, es sei denn, der ersuchende Staat habe zwischenzeitlich den 

Rückzug eines Ersuchens mitgeteilt (Urteil des Bundesgerichts 

1C_559/2009 vom 11. Februar 2010; Entscheid des Bundesstrafgerichts 

RR.2012.117 vom 20. Dezember 2012 E. 4.3). Ein derartiger Rückzug liegt 

aber – wie bereits ausgeführt – im vorliegenden Verfahren gerade nicht vor.  

  

  Die erhobene Rüge der Nichtigkeit der Eintretens- und der Schlussverfü-

gung erweist sich daher als unbegründet. 

 

 

5. 

5.1 Die Beschwerdeführerin 1 macht sodann eine Verletzung des rechtlichen 

Gehörs geltend. Ihr sei die vollständige Einsicht in die Verfahrensakten 

verweigert worden. So seien ihr insbesondere die Korrespondenz der Be-

schwerdegegnerin mit der Bank H. AG und den österreichischen Behörden 

sowie den Rechtshilfeersuchen vom 6. Mai und 6. September 2011 vorent-

halten worden. Ausserdem habe sich die Beschwerdegegnerin nicht in ge-

nügendem Umfang mit den Eingaben der Beschwerdeführerin 1 und den 

Ausführungen zum Sachverhalt auseinandergesetzt. So habe sie sich nicht 

einmal zu ganz offensichtlich wesentlichen Punkten – wie den Ausführun-

gen der Beschwerdeführerin 1 zum sog. I. Project, das Hintergrund der 

- 8 - 

 

 

Zahlungen zwischen der C. GmbH und der E. AG gewesen sei – geäussert 

(act. 1 S. 12 ff.). 

 

5.2 Der Anspruch auf rechtliches Gehör nach Art. 29 Abs. 2 BV umfasst insbe-

sondere die Akteneinsicht. Im Bereich der Rechtshilfe wird das Aktenein-

sichtsrecht durch die Art. 80b IRSG sowie die Art. 26 und 27 VwVG (durch 

Verweis in Art. 12 Abs. 1 IRSG) definiert (Urteil 1A.57/2007 vom 14. Sep-

tember 2007, E. 2.1). Gemäss Art. 80b IRSG können die Berechtigten Ein-

sicht in die Akten nehmen. Berechtigt im Sinne von Art. 80b Abs. 1 IRSG 

ist, wer Parteistellung hat, mithin wer im Sinne von Art. 80h lit. b IRSG be-

schwerdeberechtigt ist. Das Akteneinsichtsrecht gilt jedoch nicht absolut. 

Akteneinsicht ist zu gewähren soweit diese notwendig ist, um die Interes-

sen des Berechtigten zu wahren, d.h. allein jene Akten sind offen zu legen, 

welche ihn direkt und persönlich betreffen. So sind insbesondere verfah-

rensinterne Unterlagen nicht zur Einsicht offenzulegen, da sie den Berech-

tigten nicht direkt und persönlich betreffen. Das Akteneinsichtsrecht be-

schränkt sich zudem auf diejenigen Aktenstücke, die für den Entscheid re-

levant sind, mithin auf jene Unterlagen, auf die sich die ersuchte Behörde in 

ihrem angefochtenen Entscheid stützt (TPF 2010 142 E. 2.1, 

TPF 2008 91 E. 3; Entscheid des Bundesstrafgerichts RR.2013.13 vom 

2. Oktober 2013, E. 4.4.2; ZIMMERMANN, La Coopération judiciaire interna-

tionale en matière pénale, 3. Aufl., Bern/Brüssel 2009, N 477). Folgen     

einem Rechtshilfeersuchen mehrere Ergänzungen, gewährt die ausführen-

de Behörde nur Einsicht in das Gesuch (Hauptgesuch oder Ergänzung), 

welches die Partei betrifft, wenn es sich ergibt, dass die Einsicht in die üb-

rigen Ersuchen ihr keine Erkenntnisse zu vermitteln vermag, die sie nicht 

schon hatte. Die ausführende Behörde verweigert die Einsicht in Rechtshil-

fegesuche, welche in der gleichen Angelegenheit schon früher eingegan-

gen sind und die den Berechtigten nicht betreffen (ZIMMERMANN, a.a.O., 

N 479, S. 445; Urteil des Bundesgerichts 1A.216/2001 vom 21. März 2002, 

E. 2.3). Ebenfalls aus dem Grundsatz des rechtlichen Gehörs folgt, dass 

die Schlussverfügung von der ausführenden Behörde sorgfältig begründet 

wird (BGE 130 II 14 E. 4.4). Die Behörde hat dabei die Vorbingen des vom 

Entscheid in seiner Rechtsstellung Betroffenen tatsächlich zu hören, sorg-

fältig und ernsthaft zu prüfen und in der Entscheidfindung zu berücksichti-

gen. Die Überlegungen, von denen sich die Behörde leiten liess und auf 

welche sich ihr Entscheid stützt, müssen daher wenigstens kurz genannt 

werden. Dies bedeutet jedoch nicht, dass sich diese ausdrücklich mit jeder 

tatbeständlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinander-

setzen muss. Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentli-

chen Gesichtspunkte beschränken. Die Behörde hat demnach in der Be-

- 9 - 

 

 

gründung ihres Entscheides diejenigen Argumente aufzuführen, die tat-

sächlich ihrem Entscheid zugrunde liegen (BGE 126 I 97 E. 2b).  

 

5.3 Aus den Akten geht hervor, und unbestritten ist, dass der Beschwerdefüh-

rerin 1 in der Zeitspanne vom Februar 2012 bis März 2013 folgende Doku-

mente zugestellt worden sind: das Rechtshilfeersuchen vom 29. Dezem-

ber 2011 sowie dessen Ergänzung vom 27. Dezember 2012, die Eintre-

tensverfügung vom 13. Februar 2012, die Editionsverfügung vom 

10. Mai 2012, ein Schreiben der Beschwerdegegnerin an die ersuchende 

Behörde vom 21. Dezember 2012, die Verfügungen betreffend die Konto-

sperren vom 26. Juni, 21. September und 20. Dezember 2012 sowie die 

herauszugebenden Kontounterlagen der Beschwerdeführerin 1 (act. 1.10). 

Damit sind ihr sämtliche dem Gericht vorliegende Verfahrensakten zuge-

stellt worden. Bei der Korrespondenz der Beschwerdegegnerin mit der 

Bank H. AG bzw. der Bank G. AG, die der Beschwerdeführerin 1 nicht be-

kannt sein soll, handelt es sich um Akten, die sie nicht direkt und persönlich 

betreffen und ihr daher auch nicht zur Einsicht offen zu legen sind. Die 

Schlussverfügung vom 5. Februar 2014 nennt sodann die Rechtshilfeersu-

chen vom 6. Mai und 6. September 2011 nicht, stützt sich also zur Begrün-

dung des Entscheides nicht darauf ab. Hingegen verweist das der vorlie-

genden Schlussverfügung zugrundeliegende Rechtshilfeersuchen vom 

29. Dezember 2011 im Anschluss an die Sachverhaltsschilderung insofern 

auf diese früheren Rechtshilfeersuchen, als dort festgehalten wird: "Unter 

Bezugnahme auf die bisherige Korrespondenz, insbesondere die Rechtshil-

feersuchen vom 6. Mai 2011 und 6. September 2011, ergeht nunmehr un-

ter Anschluss der gerichtlich bewilligten Anordnung der Auskunft über 

Bankkonten und Bankgeschäfte vom 27. Dezember 2011 das Ersuchen um 

Erteilung von Auskünften über Bankkonten […]" (vgl. act. 1.5). Gemäss Be-

schwerdegegnerin betreffen diese beiden Ersuchen vom 6. Mai und 

6. September 2011 bereits vollzogene Sperren von nicht auf die Beschwer-

deführerin 1 lautenden Konten (act. 7.2), mithin betreffen sie die Be-

schwerdeführerin 1 gerade nicht. Fehlt aber die Relevanz mit Bezug auf die 

Beschwerdeführerin 1, so führt alleine die Tatsache, dass im Rechtshilfeer-

suchen vom 29. Dezember 2011 auf vorgehende Ersuchen verwiesen wird, 

nicht dazu, dass diese damit automatisch zu wesentlichen Verfahrensakten 

im Sinne der angeführten Rechtsprechung werden. Im Übrigen erlauben es 

die der Beschwerdeführerin 1 vorliegenden Rechtshilfeersuchen vom 

29. Dezember 2011 und 27. Dezember 2012 – wie nachfolgend zu zeigen 

sein wird – die Rechtshilfevoraussetzungen zu prüfen. Unter diesen Um-

ständen war die Vorinstanz nicht gehalten, der Beschwerdeführerin 1 die 

Rechtshilfeersuchen vom 6. Mai und 6. September 2011 – auch nicht in 

- 10 - 

 

 

geschwärzter Form – zuzustellen. Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs 

kann somit nicht ausgemacht werden. 

 

5.4 Entgegen der Darstellung der Beschwerdeführerin 1 äussert sich die ange-

fochtene Schlussverfügung sodann ausführlich zu den einzelnen Rechtshil-

fevoraussetzungen, namentlich zum Sachzusammenhang zwischen der ös-

terreichischen Strafuntersuchung und den zu übermittelnden Kontounterla-

gen und der angeordneten Kontosperre sowie zur Verhältnismässigkeit der 

beantragten Rechtshilfemassnahmen (act. 1.2 S. 2 f.). Der Begründungs-

pflicht wurde somit zweifellos Folge geleistet, eine sachgerechte Anfech-

tung war möglich. Ob die Überlegungen zutreffend sind und inhaltlich für 

den Entscheid Rechtshilfe zu leisten ausreichen, was vorliegend von der 

Beschwerdeführerin 1 bestritten wird, ist nicht eine Frage des rechtlichen 

Gehörs, sondern betrifft den Entscheid in seinem materiellen Gehalt. Dem-

nach liegt auch unter diesem Gesichtspunkt keine Verletzung des rechtli-

chen Gehörs vor.  

 

 

6. 

6.1 Die Beschwerdeführerin 1 macht schliesslich eine Verletzung des Verhält-

nismässigkeitsprinzips geltend. Sie führt aus, die Übermittlung der gesam-

ten Bankunterlagen der Beschwerdeführerin 1 an die Staatsanwaltschaft 

Wien habe den Charakter einer fishing expedition. Es bestehe die Gefahr, 

dass zahlreiche Personen zu Unrecht in ein Strafverfahren verwickelt wür-

den, die bisher jedoch nicht Gegenstand von Ermittlungen gewesen seien. 

Das Rechtshilfeersuchen erwähne die Beschwerdeführerin 1 nicht. Indem 

die Beschwerdegegnerin dennoch ihre Bankunterlagen an die österreichi-

schen Strafverfolgungsbehörden herausgeben wolle, habe sie eine mate-

rielle Beurteilung des ihr geschilderten Sachverhaltes vorgenommen, was 

sie aber gestützt auf die einschlägigen staatsvertraglichen und gesetzlichen 

Bestimmungen gerade nicht tun dürfe. Die Beschwerdeführerin 1 sei als 

Anlagevehikel für die ursprünglichen wirtschaftlich Berechtigten, J. und den 

Beschwerdeführer 2, gegründet worden. Das betreffende Konto bei der 

Bank H. AG sei daher einzig zum Zweck der Vermögensanlage errichtet 

worden. Nach Auflösung des Kontos "P." des Beschwerdeführers 2 seien 

sämtliche Gelder und Anlagen aus diesem Konto auf das Konto der Be-

schwerdeführerin 1 geflossen. Die Vermögenswerte des Kontos "P." stün-

den mit dem österreichischen Strafverfahren in keinerlei Zusammenhang. 

Auf jeden Fall müssten sodann die Unterlagen in der Lasche 

"KYC/Contacts" ausgesondert werden, da diese nichts mit dem österreichi-

schen Strafverfahren zu tun hätten und höchstpersönlicher Natur seien. Da 

die Vermögenswerte keinen Zusammenhang mit dem in Österreich geführ-

- 11 - 

 

 

ten Strafverfahren hätten, sei die Vermögenssperre aufzuheben bzw. 

höchstens im Umfang von CHF 50'000 aufrechtzuerhalten (act. 1 S. 15 ff.; 

act. 10 S. 3 ff.).  

 

6.2 Rechtshilfemassnahmen haben generell dem Prinzip der Verhältnismäs-

sigkeit zu genügen (ZIMMERMANN, a.a.O., mit Verweisen auf die Rechtspre-

chung; mit Verweisen auf die Rechtsprechung; DONATSCH/HEIMGARTNER/ 

SIMONEK, Internationale Rechtshilfe, Zürich/Basel/Genf 2011, S. 61 ff.; 

POPP, Grundzüge der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen, Ba-

sel 2001, N. 404; siehe statt vieler den Entscheid des Bundesstrafgerichts 

RR.2011.193 vom 9. Juli 2012, E. 8.2). Die internationale Zusammenarbeit 

kann nur abgelehnt werden, wenn die verlangten Unterlagen mit der ver-

folgten Straftat in keinem Zusammenhang stehen und offensichtlich unge-

eignet sind, die Untersuchung voranzutreiben, so dass das Ersuchen nur 

als Vorwand für eine unzulässige Beweisausforschung (“fishing expedi-

tion“) erscheint (BGE 136 IV 82 E. 4.1 S. 85; 134 II 318 E. 6.4; 129 II 462 

E. 5.3 S. 467 f.). Nicht erforderlich ist, dass dem von der Rechtshilfemass-

nahme Betroffenen im ausländischen Strafverfahren selbst ein strafbares 

Verhalten zur Last gelegt wird (Urteil des Bundesgerichts 1A.245/2006 vom 

26. Januar 2007, E. 3; Entscheid des Bundesstrafgerichts RR.2007.29 vom 

30. Mai 2007, E. 3). Ob die verlangten Auskünfte für das Strafverfahren im 

ersuchenden Staat nötig oder nützlich sind, ist eine Frage, deren Beantwor-

tung grundsätzlich dem Ermessen der Behörden dieses Staates anheim-

gestellt ist. Da der ersuchte Staat im Allgemeinen nicht über die Mittel ver-

fügt, die es ihm erlauben würden, sich über die Zweckmässigkeit bestimm-

ter Beweise im ausländischen Verfahren auszusprechen, hat er insoweit 

die Würdigung der mit der Untersuchung befassten Behörde nicht durch 

seine eigene zu ersetzen und ist verpflichtet, dem ersuchenden Staat alle 

diejenigen Aktenstücke zu übermitteln, die sich auf den im Rechtshilfeersu-

chen dargelegten Sachverhalt beziehen können; nicht zu übermitteln sind 

nur diejenigen Akten, die für das ausländische Strafverfahren mit Sicherheit 

nicht erheblich sind (sog. potentielle Erheblichkeit). Dabei darf die ersuchte 

Rechtshilfebehörde über ein im Rechtshilfeersuchen gestelltes Begehren 

nicht hinausgehen (Übermassverbot; BGE 136 IV 82 E. 4.1). Die Recht-

sprechung hat diesen Grundsatz derweil insofern präzisiert, als das 

Rechtshilfeersuchen nach Massgabe des Zwecks der angestrebten 

Rechtshilfe weit ausgelegt werden kann, solange alle Voraussetzungen für 

die Gewährung der Rechtshilfe erfüllt sind. Auf diese Weise kann eine an-

dernfalls notwendige Ergänzung des Rechtshilfeersuchens vermieden wer-

den (BGE 136 IV 82 E. 4.1; vgl. zum Ganzen auch TPF 2009 161 E. 5.1 

S. 164). Zielt das Rechtshilfeersuchen auf die Ermittlung ab, auf welchem 

Weg Geldmittel möglicherweise strafbarer Herkunft verschoben wurden, so 

http://links.weblaw.ch/1A.245/2006

- 12 - 

 

 

sind die Behörden des ersuchenden Staates grundsätzlich über alle Trans-

aktionen zu informieren, die von Gesellschaften und über Konten getätigt 

wurden, welche in die Angelegenheit verwickelt sind (BGE 129 II 462 E. 5.3 

S. 468; TPF 2011 97 E. 5.1 S. 106 m.w.H.).  

 

6.3 Im Rechtshilfeersuchen vom 29. Dezember 2011 wird den Unternehmens-

verantwortlichen der C. GmbH zusammengefasst Folgendes vorgeworfen: 

Die C. GmbH habe mit dem rumänischen Staat am 15. April 2004 einen 

Software-Lizenzvertrag abgeschlossen, der die Ausstattung von rumäni-

schen staatlichen Stellen mit Microsoft-Produkten zum Gegenstand gehabt 

habe. Die C. GmbH habe in der Folge verschiedene Gesellschaften, darun-

ter die E. AG, mit der Erbringung von Serviceleistungen für die rumäni-

schen staatlichen Stellen beauftragt. Gestützt auf ein am 29. Dezem-

ber 2003 abgeschlossenes Consultancy Service Agreement und ein 

Amendment No. 2 to Consultancy and Service Agreement vom 

9. April 2004 seien von der C. GmbH an die E. AG Zahlungen von 

USD 15.6 Mio. und USD 7.2 Mio. geflossen, teilweise ohne dass die C. 

GmbH eine Überprüfung der Leistungserbringung durch die E. AG vorge-

nommen habe. Eine Hausdurchsuchung am Sitz der C. GmbH habe erge-

ben, dass keinerlei Serviceleistungen durch die E. AG erbracht worden sei-

en. Insbesondere habe sich die vermeintliche Projektdokumentation der E. 

AG als Zusammenstellung von aus dem Internet frei zugänglichen Stan-

darddokumenten herausgestellt. Damit seien Gelder unrechtmässig an die 

Beschuldigten oder Dritte geflossen (act. 1.5). 

 

6.4 Die Beschwerdegegnerin hatte im Rechtshilfeverfahren die L. Ltd. betref-

fend – deren wirtschaftlich Berechtigter der Beschwerdeführer 2 ist und die 

ebenfalls von Rechtsanwalt Graber vertreten wurde – aufgrund deren Kon-

tounterlagen feststellen können, dass am 13. Mai 2004 USD 15'525'000 

vom Konto der E. AG auf das Konto der L. Ltd. transferiert wurden. Von 

dort aus seien gleichentags bzw. am darauffolgenden Tag insgesamt rund 

USD 15 Mio. auf Konten verschiedener juristischer und natürlicher Perso-

nen überwiesen worden, so unter anderem USD 1'900'000 an den Be-

schwerdeführer 2, USD 450'000 an die M. Ltd. sowie USD 3'970'000 an N. 

Ltd. Den Kontounterlagen der L. Ltd. liess sich ferner eine Überweisung der 

E. AG auf das Konto der L. Ltd. vom 4. Dezember 2004 in der Höhe von 

USD 7'201'577 entnehmen. Am nächsten Tag seien vom Konto der L. Ltd. 

insgesamt USD 6'298'057 und am 16. Dezember 2004 USD 900'000 auf 

Konten verschiedener juristischer und natürlicher Personen weitergeleitet 

worden, so unter anderem USD 1'880'057 an die N. Ltd. und 

USD 1'300'000 an den Beschwerdeführer 2 (vgl. Entscheid des Bundes-

strafgerichts RR.2013.104-107 vom 27. August 2013, E. 7.4). Ferner konn-

- 13 - 

 

 

te im Rechtshilfeverfahren betreffend die Konten "P." und "B." eruiert wer-

den, dass vom Konto der N. Ltd. am 14. Mai und 2. Dezember 2004 

USD 2'550'000 und USD 1'334'557 auf das "Konto P." überwiesen wurden 

(Verfahrensakten "P." pag. 0058-59, 0102, 0107, 0130-131 und 0143-144 

im Verfahren RR.2014.82). Von dort aus erfolgten am 17. Mai und 2. De-

zember 2004 zwei Gutschriften von USD 1'800'000 bzw. USD 1'030'000 

auf das Konto von O. (Verfahrensakten "P." pag. 0059-59, 0101, 0107, 

0126-127, 0143-144 und 0349). Aktenkundig sind sodann folgende Über-

weisungen vom Konto der M. Ltd. auf das Konto "P.": am 13. Mai und 

2. Dezember 2004 USD 150'000 bzw. USD 48'000 sowie am 1. März und 

14. November 2005 EUR 23'333 und USD 20'000 (Verfahrensakten "P." 

pag. 0058-59, 0061, 0100, 0111, 0106, 0128-129, 0141-142, 0147-148 und 

0152-153 im Verfahren RR.2014.82). Ausserdem wurden am 5. Juni 2012 

vom "Konto B." EUR 425'000 auf das Konto der Beschwerdeführerin 1 

transferiert (Verfahrensakten "B." pag. 0035, 0221, 0227-233 im Verfahren 

RR.2014.82).  

 

 Den vorliegend herauszugebenden Bankunterlagen der Beschwerdeführe-

rin 1 lassen sich Einzahlungen vom 2. und 22. Mai 2005 von EUR 95'000 

und EUR 50'000 vom Konto der E. AG und von "Konto P." entnehmen (Ver-

fahrensakten pag. 00110, 00160, 00221, 00227, 00271 und 00279). Dabei 

ist nicht auszuschliessen, dass die genannten Geldflüsse aus der im 

Rechtshilfeersuchen vom 29. Dezember 2011 genannten Überweisungen 

der C. GmbH an die E. AG im Umfang von USD 15.6 Mio. und 7.2 Mio. her-

rühren. Die diesbezüglichen Kontounterlagen sind daher potentiell geeig-

net, mögliche Geldflüsse im Zusammenhang mit dem im Rechtshilfeersu-

chen geschilderten Sachverhalt aufzudecken. Von einer unzulässigen Be-

weisausforschung kann keine Rede sein. Dabei können insbesondere die 

bankinternen Know-Your-Customer-Files (Verfahrensakten pag. 00504-

00521) Aufschluss über die Verbindungen zwischen der Beschwerdeführe-

rin 1 bzw. dem Beschwerdeführer 2 und der E. AG geben. In diesem Zu-

sammenhang ist die Beschwerdeführerin 1 darauf hinzuweisen, dass im 

Bereich der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen der Anspruch auf 

Privatsphäre (Art. 13 BV) keinen über das Verhältnismässigkeitsprinzip hi-

nausgehenden Rechtsschutz bietet (Urteil des Bundesgerichts 

1A.331/2005 vom 24. Januar 2006, E. 2.1; Entscheid des Bundesstrafge-

richts RR.2009.139 vom 6. Oktober 2009, E. 6). Dass die am 2. Mai 2005 

vorgenommen Zahlung von EUR 95'000 vom "Konto P." auf das Konto der 

Beschwerdeführerin 1 sodann auf einem Darlehensvertrag zwischen dem 

Beschwerdeführer 2 und der Beschwerdeführerin 1 beruhen soll bzw. die 

Zahlung der E. AG vom 22. Mai 2005 im Umfang von EUR 50'000 ein sog. 

I. Project zum Hintergrund habe, vermag nichts an der potentiellen Erheb-

- 14 - 

 

 

lichkeit der betreffenden Bankunterlagen zu ändern. Gleich verhält es sich 

mit den weiteren von der Beschwerdeführerin 1 vorgebrachten Argumenten 

und Beweismittel; diese betreffen Fragen der Beweiswürdigung, welche ge-

rade nicht im Rechtshilfeverfahren zu prüfen sind und die potentielle Erheb-

lichkeit der herauszugebenden Unterlagen nicht in Frage stellen. Es wird im 

österreichischen Strafverfahren festzustellen sein, ob die Transaktionen de-

liktischen Hintergrunds sind oder nicht. Im Übrigen sind die strittigen Über-

weisungen auch als potentiell relevant zu bezeichnen, um darauf Rück-

schlüsse be- aber auch entlastender Natur über das den beschuldigten 

Personen angelastete Verhalten zu ziehen. Dass weder die Beschwerde-

führerin 1 noch der Beschwerdeführer 2 im Rechtshilfeersuchen erwähnt 

werden, steht der Leistung der Rechtshilfe nicht von vornherein entgegen 

(Entscheide des Bundesstrafgerichts RR.2011.56 vom 2. Dezember 2011, 

E. 6.3, RR.2010.244 vom 14. September 2011, E. 4.3 und RR.2010.268-

270 vom 21. Juni 2011, E. 8.3). 

  

Bezüglich des Vorwurfs, das Verhältnismässigkeitsprinzip sei in zeitlicher 

Hinsicht verletzt, ist festzuhalten, dass Stammunterlagen bezüglich der Er-

öffnung der Konten und Depots, des Vertragsverhältnisses der Bank und 

allfälliger Vertretungsverhältnisse unabhängig ihres Datums relevant sind, 

weil sie Auskunft unter anderem über die wirtschaftliche Berechtigung ge-

ben können (vgl. Entscheide des Bundesstrafgerichts RR.2010.10 vom 

6. Dezember 2010, E. 5.3.3; RR.2009.195 vom 7. Januar 2010, E. 6.3; 

RR.2009.37 vom 2. September 2009, E. 8.4). Soweit die Schlussverfügung 

derartige Stammdaten zur Herausgabe vorsieht, ist die Beschwerde unbe-

gründet. Differenziert zu beurteilen ist die Sachlage hinsichtlich von Bewe-

gungsdaten (Auszüge über Bewegungen auf Konten oder Depots). Diesbe-

züglich können vorliegend Unterlagen über Vermögensbewegungen nach 

und während des angeblichen Tatzeitpunkts relevant sein. Die Herausgabe 

der über dieses Datum hinausgehenden Unterlagen zu verweigern und die 

ersuchende Behörde zu einem Ergänzungsersuchen anzuhalten, würde 

das Rechtshilfeverfahren nur unnötig verzögern und an überspitzten For-

malismus grenzen. Der potentiellen Erheblichkeit der herauszugebenden 

Bankunterlagen steht somit die Tatsache nicht entgegen, dass die heraus-

zugebenden Bankunterlagen einen Zeitraum von März 2005 bis Mai 2012 

beschlagen, während die österreichischen Behörden die Herausgabe der 

Bankunterlagen nur bis 11. August 2011 beantragen. Damit ist festzuhal-

ten, dass die die Bankverbindung der Beschwerdeführerin 1 betreffenden 

Unterlagen demnach – auch wenn sich das Rechtshilfeersuchen nicht ex-

plizit auf diese bezieht – in einem direkten sachlichen Zusammenhang mit 

dem im Rechtshilfeersuchen dargestellten Sachverhalt stehen, so dass de-

- 15 - 

 

 

ren gesamte Übermittlung an die ersuchende Behörde das aus dem Prinzip 

der Verhältnismässigkeit fliessende Übermassverbot nicht verletzt. 

 

 Die Herausgabe der vorerwähnten Unterlagen an die ersuchende Behörde 

entspricht schliesslich auch dem Geist des GwUe, welches die Vertrags-

parteien zur grösstmöglichen Unterstützung bei der Ermittlung von Tat-

werkzeugen, Erträgen und anderen Vermögenswerten, die der Einziehung 

unterliegen, verpflichtet (Art. 8 GwUe) und diesen diesbezüglich sogar die 

unaufgeforderte Übermittlung von Informationen erlaubt (Art. 10 GwUe). 

Zudem vermeidet diese Vorgehensweise auch ein allfälliges Nachtragser-

suchen (BGE 121 II 241 E. 3a S. 243; Urteile des Bundesgerichts 

1A.227/2006 vom 22. Februar 2007, E. 2.5; 1A.303/2004 vom 

29. März 2005, E. 4.2; Entscheid des Bundesstrafgerichts RR.2007.89 vom 

20. August 2007, E. 4.1 m.w.H.).  

 

6.5 Mit Bezug auf die von der Kontosperre betroffenen Vermögenswerte ist so-

dann Folgendes auszuführen: Da diese möglicherweise deliktischer Her-

kunft sind (vgl. supra 6.4), haben sie grundsätzlich beschlagnahmt zu blei-

ben bis zum Vorliegen eines rechtskräftigen und vollstreckbaren Einzie-

hungs- bzw. Rückerstattungsentscheides des ersuchenden Staates bzw. 

bis der ersuchende Staat mitteilt, dass ein solcher Entscheid nicht mehr er-

folgen kann (vgl. Art. 33a IRSV). In Dispositiv-Ziffer 3 der angefochtenen 

Schlussverfügung wurde die mit Verfügung vom 26. Juni 2012 bzw. 

21. September 2012 bzw. 20. Dezember 2012 angeordnete Sperre des 

Kontos des Beschwerdeführers aufrechterhalten, bis die ersuchende Be-

hörde über die sichergestellten Vermögenswerte von insgesamt 

EUR 1'228'555.-- rechtskräftig entschieden hat (act. 1.2). Die gesperrten 

Vermögenswerte stellen einen Bruchteil des mutmasslichen Schadens in 

der Höhe von USD 45 Mio. dar, weshalb die Kontosperre auch unter die-

sem Gesichtspunkt ohne Weiteres als verhältnismässig erscheint und sich 

eine Reduk-tion der Sperre – wie von der Beschwerdeführerin 1 beantragt 

– nicht rechtfertigt. Die Ermittlungen in Österreich werden zeigen müssen, 

ob es sich beim beschlagnahmten Kontovermögen überhaupt – und wenn 

ja, integral oder partiell – um Gelder strafbarer Herkunft handelt. Bis diese 

Frage im  österreichischen Strafverfahren geklärt ist, muss die Kontosperre 

gemäss Art. 33a IRSV aufrechterhalten bleiben. Diese besteht erst seit 

dem 26. Juni 2012, was keine unverhältnismässig lange Dauer darstellt 

(vgl. TPF 2007 124 E. 8). Die Beschwerdegegnerin wird diesbezüglich das 

österreichische Strafverfahren jedoch im Auge behalten müssen.  

 

Zusammenfassend ergibt sich somit, dass sich die von der Beschwerdefüh-

rerin 1 erhobenen Rügen allesamt als unbegründet erweisen, weshalb die 

- 16 - 

 

 

Beschwerde vollumfänglich abzuweisen ist. Auf die Beschwerde des Be-

schwerdeführers 2 ist nicht einzutreten. 

 

 

7. Bei diesem Ausgang des Verfahrens werden die Beschwerdeführer kos-

tenpflichtig (Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 39 Abs. 2 lit. b StBOG). Für die 

Berechnung der Gerichtsgebühren gelangt das Reglement des Bundes-

strafgerichts vom 31. August 2010 über die Kosten, Gebühren und Ent-

schädigungen in Bundesstrafverfahren (BStKR; SR 173.713.162) zur An-

wendung (Art. 53 Abs. 2 lit. a, Art. 73 StBOG i.V.m. Art. 65 Abs. 5 VwVG 

sowie Art. 22 Abs. 3 BStKR). Es rechtfertigt sich vorliegend, die Gebühr auf 

Fr. 8'000.-- festzusetzen und den Beschwerdeführern unter solidarischer 

Haftung aufzuerlegen, unter Anrechnung des geleisteten Kostenvorschus-

ses in gleicher Höhe.  

- 17 - 

 

 

 Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 

 

1. Auf die Beschwerde des Beschwerdeführers 2 wird nicht eingetreten. 

 

2. Die Beschwerde der Beschwerdeführerin 1 wird abgewiesen. 

 

3. Die Gerichtsgebühr von Fr. 8'000.-- wird den Beschwerdeführern unter soli-

darischer Haftung auferlegt, unter Anrechnung des geleisteten Kostenvor-

schusses in gleicher Höhe.  

 

 

Bellinzona, 30. Juli 2014 

 

Im Namen der Beschwerdekammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:  

 

 

 

 

 

 

 

Zustellung an 

 

- Rechtsanwalt Christoph K. Graber 

- Bundesanwaltschaft 

- Bundesamt für Justiz, Fachbereich Rechtshilfe 

 

 

 

Rechtsmittelbelehrung 

Gegen Entscheide auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen kann innert zehn 
Tagen nach der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim Bundesgericht Beschwerde 
eingereicht werden (Art. 100 Abs. 1 und 2 lit. b BGG). 
 

Gegen einen Entscheid auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen ist die 
Beschwerde nur zulässig, wenn er eine Auslieferung, eine Beschlagnahme, eine Herausgabe von 
Gegenständen oder Vermögenswerten oder eine Übermittlung von Informationen aus dem 
Geheimbereich betrifft und es sich um einen besonders bedeutenden Fall handelt (Art. 84 Abs. 1 
BGG). Ein besonders bedeutender Fall liegt insbesondere vor, wenn Gründe für die Annahme 
bestehen, dass elementare Verfahrensgrundsätze verletzt worden sind oder das Verfahren im 
Ausland schwere Mängel aufweist (Art. 84 Abs. 2 BGG).