# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9702df95-17d7-5785-b9bc-ce12312be557
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-01-26
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 26.01.2024 SB230201
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB230201_2024-01-26.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
II. Strafkammer  

Geschäfts-Nr.: SB230201-O/U/ad

Mitwirkend: Oberrichterin lic. iur. Bertschi, Präsidentin, Oberrichter Dr. iur. Rau-

ber und Ersatzoberrichterin lic. iur Brenn sowie Gerichtsschreiberin 

MLaw Boese

Urteil vom 26. Januar 2024

in Sachen

A._____, 
Beschuldigter und Berufungskläger

verteidigt durch Rechtsanwältin M.A. HSG in Law and Economics X._____

gegen

Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland, 
Anklägerin und Berufungsbeklagte

betreffend Betrug etc.

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Bülach, Einzelgericht, vom 
2. September 2022 (GG210056)

- 2 -

Anklage:

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 3. August 

2021 (Urk. 25) ist diesem Urteil beigeheftet.

Urteil der Vorinstanz:

1. Der Beschuldigte ist schuldig

- des Betrugs im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB (Dossier Nr. 1),

- des Vergehens gegen das Markenschutzgesetz im Sinne von Art. 62 

Abs. 1 lit. b MSchG (Dossier Nr. 1), 

- der mehrfachen versuchten Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB 

(Dossier Nr. 2).

2. Vom Vorwurf der Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB wird der 

Beschuldigte freigesprochen.

3. Der Beschuldigte wird bestraft mit 7 Monaten Freiheitsstrafe.

4. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 

2 Jahre festgesetzt.

5. Die folgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Winterthur / Unterland 

vom 15. Oktober 2019 und 2. Juli 2020 beschlagnahmten Gegenstände wer-

den eingezogen und der Bezirksgerichtskasse zur Vernichtung überlassen:

 Armbanduhr der Marke B._____ Typ: C._____, N°1 (A012'931'214)

 Armbanduhr der Marke B._____ Typ: C._____, N°2 (A012'931'496)

 Herrenarmbanduhr der Marke B._____, Typ C._____ Nummer 3 
(A013'874'890)

 Herrenarmbanduhr der Marke B._____, Typ C._____ Nummer 4 
(A013'874'903)

6. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 

2. Juli 2020 beschlagnahmte Herrenarmbanduhr der Marke D._____ Num-

- 3 -

mer 5 (A013'874'925) wird dem Beschuldigten nach Eintritt der Rechtskraft 

des Urteiles herausgegeben.

Dem Beschuldigten wird eine Frist von 30 Tagen ab Eintritt der Rechtskraft 

dieses Urteils angesetzt, um den herauszugebenen Gegenstand selbst 

(oder durch eine bevollmächtigte Person) unter Vorlage dieses Urteils und 

eines amtlichen Ausweises, nach telefonischer Voranmeldung, bei der Be-

zirksgerichtskasse abzuholen.

Wird der herauszugebende Gegenstand nicht innert Frist abgeholt, wird er 

vernichtet. Die Gerichtskasse wird angewiesen, diese Anordnung innert 

30 Tagen zu vollziehen und zu dokumentieren.

7. Das Schadenersatzbegehren des Privatklägers 1 wird auf den Zivilweg 

verwiesen.

8. Das Genugtuungsbegehren des Privatklägers 1 wird abgewiesen.

9. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:

Fr. 1'200.– ; die weiteren Auslagen betragen:

Fr. 2'700.–   Gebühr für die Strafuntersuchung

Fr. 360.–   Kosten Kantonspolizei Zürich 

Fr. 31.–   Zeugenentschädigung

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.

Wird auf eine schriftliche Begründung des Urteils verzichtet, so reduziert 

sich die Entscheidgebühr um einen Drittel.

10. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem 

Beschuldigten auferlegt.

- 4 -

Berufungsanträge:

a) Der Verteidigung des Beschuldigten:

(Urk. 90 S. 1 f.; Prot. II S. 29; vgl. auch Urk. 82 S. 2 f.)

1. Die Dispositivziffern 1, 3, 4, 7 und 10 des angefochtenen Urteils des 

Bezirksgerichts Bülach vom 2. September 2022 seien aufzuheben.

2. Der Beschuldigte sei von Schuld und Strafe freizusprechen betreffend 

die Vorwürfe

 des Betrugs im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB,

 des Vergehens gegen das Markenschutzgesetz im Sinne von 

Art. 62 Abs. 1 lit. b MSchG und

 der mehrfachen versuchten Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB 

[recte: in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB].

3. Die Schadenersatz- und Genugtuungsbegehren der Privatkläger seien 

abzuweisen.

4. Die Kosten der Untersuchung sowie des erst- und zweitinstanzlichen 

Gerichtsverfahrens, einschliesslich derjenigen der amtlichen Verteidi-

gung (zzgl. MWST), seien auf die Gerichtskasse zu nehmen.

b) Des Vertreters der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland: 

(Urk. 85, schriftlich)

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils.

___________________________________

- 5 -

Erwägungen:

I. Prozessgeschichte

1. Mit Urteil des Bezirksgerichts Bülach, Einzelgericht, vom 2. September 

2022 wurde der Beschuldigte des Betrugs im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB, des 

Vergehens gegen das Markenschutzgesetz im Sinne von Art. 62 Abs. 1 lit. b 

MSchG und der mehrfachen versuchten Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB 

schuldig gesprochen. Vom Vorwurf der Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 

StGB wurde er freigesprochen. Der Beschuldigte wurde mit einer Freiheitsstrafe 

von 7 Monaten bestraft, wobei der Vollzug der Freiheitsstrafe aufgeschoben und 

die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt wurde. Das Schadenersatzbegehren des 

Privatklägers 1 wurde auf den Zivilweg verwiesen, während sein Genugtuungsbe-

gehren abgewiesen wurde. Sodann wurde über diverse beschlagnahmte Gegen-

stände entschieden. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfah-

rens wurden dem Beschuldigten auferlegt (Urk. 80).

2. Gegen dieses mündlich eröffnete Urteil meldete der Beschuldigte mit Ein-

gabe vom 8. September 2022 fristgerecht Berufung an (Prot. I S. 77; Urk. 72) und 

liess die Berufungserklärung mit Eingabe vom 6. April 2023 ebenfalls fristgerecht 

folgen (Urk. 82).

3. Mit Präsidialverfügung vom 13. April 2023 wurde der Staatsanwaltschaft 

und den Privatklägern 1 bis 3 Frist angesetzt, um Anschlussberufung zu erheben 

oder begründet ein Nichteintreten auf die Berufung zu beantragen (Urk. 83). Mit 

Eingabe vom 14. April 2023 verzichtete die Staatsanwaltschaft auf die Erhebung 

einer Anschlussberufung und beantragte die Bestätigung des vorinstanzlichen Ur-

teils (Urk. 85). Die Privatkläger 1 bis 3 liessen sich innert der angesetzten Frist 

nicht vernehmen.

4. Am 23. Juni 2023 wurden die Parteien zur Berufungsverhandlung auf den 

26. Januar 2024 vorgeladen (Urk. 87). Mit Schreiben vom 23. November 2023 

wurde den Parteien eine Änderung der Gerichtsbesetzung angezeigt (Urk. 88). 

- 6 -

5. Zur Berufungsverhandlung erschien der Beschuldigte in Begleitung seiner 

erbetenen Verteidigerin und liess die eingangs wiedergegebenen Berufungsan-

träge stellen (Prot. II S. 3). Nach Abschluss der Parteiverhandlungen verzichteten 

der Beschuldigte und seine Verteidigerin auf eine mündliche Urteilseröffnung 

(Prot. II S. 29 f.). Das Berufungsurteil erging im Anschluss an die Berufungsver-

handlung und wurde den Parteien hernach schriftlich eröffnet (Prot. II S. 30 ff.; 

Urk. 92). 

II. Prozessuales

1. Umfang der Berufung

1.1. Gemäss Art. 402 StPO hat die Berufung im Umfang der Anfechtung auf-

schiebende Wirkung und wird die Rechtskraft des angefochtenen Urteils dement-

sprechend gehemmt. Das Berufungsgericht überprüft somit das erstinstanzliche 

Urteil nur in den angefochtenen Punkten (Art. 404 Abs. 1 StPO). Auch wenn das 

Berufungsgericht nur die angefochtenen Punkte neu beurteilt, fällt es am Ende ein 

insgesamt neues Urteil (Art. 408 StPO), worin es jedoch anzugeben hat, welche 

Punkte bereits früher in Rechtskraft erwachsen sind (BGE 141 IV 244 E. 1.3.3; 

Urteil des Bundesgerichts 6B_533/2016 vom 29. November 2016 E. 4.2 mit Hin-

weisen).

1.2. Der Beschuldigte beantragt in seiner Berufungserklärung vom 6. April 2023 

(Urk. 82 S. 2 f.) die vollständige Aufhebung der Dispositivziffer 1 des erstinstanzli-

chen Urteils und einen Freispruch von den Vorwürfen des Betrugs im Sinne von 

Art. 146 Abs. 1 StGB, des Vergehens gegen das Markenschutzgesetz im Sinne 

von Art. 62 Abs. 1 lit. b MSchG und der mehrfachen versuchten Nötigung im 

Sinne von Art. 181 StGB. Daneben und aufgrund der verlangten Aufhebung der 

Dispositivziffer 1 ficht der Beschuldigte auch die mit den vorinstanzlichen Schuld-

sprüchen untrennbar zusammenhängenden Folgepunkte des vorinstanzlichen Ur-

teils an. Konkret beantragt er die Aufhebung bzw. Abänderung der Dispositivzif-

fern 3 und 4 (Strafe und Vollzug), 7 (Schadenersatzbegehren des Privatklägers 1) 

und 10 (Kostenauflage). 

- 7 -

1.3. Unangefochten blieben dagegen der Freispruch vom Vorwurf der Tätlich-

keiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB (Dispositivziffer 2), der Entscheid über 

beschlagnahmte Gegenstände (Dispositivziffern 5 und 6), die Abweisung des Ge-

nugtuungsbegehrens des Privatklägers 1 (Dispositivziffer 8) und die Kostenfest-

setzung (Dispositivziffer 9; vgl. hierzu Prot. II S. 29). Es ist somit vorab mittels Be-

schluss festzustellen, dass das angefochtene Urteil des Bezirksgerichts Bülach 

vom 2. September 2022 in diesem Umfang in Rechtskraft erwachsen ist.

2. Strafantrag

Beim Vergehen gegen das Markenschutzgesetz im Sinne von Art. 62 Abs. 2 lit. b 

MschG handelt es sich um ein Antragsdelikt. Die Geschädigte (B._____ Holding 

SA) liess rechtzeitig und gültig Strafantrag gegen den Beschuldigten stellen, wo-

mit diese Prozessvoraussetzung erfüllt ist (Urk. D1/4/1). Die weiteren Delikte, wel-

che Gegenstand des Berufungsverfahrens bilden (Betrug im Sinne von Art. 146 

Abs. 1 StGB; Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB) werden dagegen von Amtes 

wegen verfolgt.

III. Sachverhalt

1. Vorbemerkungen

1.1. Aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV) ergibt sich, 

dass das Gericht die Vorbringen des vom Entscheid in seiner Rechtsstellung Be-

troffenen tatsächlich zu hören, prüfen und in der Entscheidfindung zu berücksich-

tigen hat. Dabei ist es nicht erforderlich, dass es sich mit allen Parteistandpunkten 

einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich wider-

legt. Vielmehr kann es sich auf die für den Entscheid wesentlichen Punkte be-

schränken (BGE 147 IV 409 E. 5.3.4; BGE 146 IV 297 E. 2.2.7; BGE 141 IV 249 

E. 1.3.1; BGE 139 IV 179 E. 2.2; Urteile des Bundesgerichts 6B_1135/2022 vom 

21. September 2023 E. 3.2.3; 6B_1354/2021 vom 22. März 2023 E. 4.4.2; je mit 

weiteren Hinweisen). Folglich wird sich auch die hiesige Berufungsinstanz auf die 

ihrer Auffassung nach wesentlichen und massgeblichen Vorbringen der Parteien 

beschränken.

- 8 -

1.2. Um unnötige Wiederholungen zu vermeiden wird im vorliegenden Urteil in 

Bezug auf die tatsächliche Würdigung ergänzend an den entsprechenden Stellen 

auf die vorinstanzlichen Erwägungen verwiesen (vgl. Art. 82 Abs. 4 StPO). 

2. Anklagesachverhalt und Standpunkt des Beschuldigten

2.1. Dem Beschuldigten wird in der Anklageschrift unter Dossier 1 (Betrug und 

Vergehen gegen das Markenschutzgesetz) zusammengefasst vorgeworfen, er 

habe ab anfangs 2018 gegenüber dem Privatkläger 1 den Eindruck erweckt, dass 

er eine originale Armbanduhr der Marke B._____ besitze, wohlwissend, dass die 

von ihm getragene Armbanduhr eine Fälschung sei. Ebenso habe der Beschul-

digte gegenüber dem Privatkläger 1 durch wahrheitswidrige Angaben den Ein-

druck erweckt, er könne ihm aufgrund von Beziehungen zu B._____ Uhren dieser 

Marke zu besseren Konditionen und unter Verkürzung der an sich üblichen War-

tefrist besorgen. Der Privatkläger 1 habe daraufhin in dieser irrigen Annahme im 

Internet nach möglichen Modellen gesucht und sei dabei im Modell C._____ fün-

dig geworden. Nachdem der Privatkläger 1 gesehen habe, dass der Preis des von 

ihm gewünschten Uhrenmodells üblicherweise bei Fr. 17'900.– liege, habe er dem 

Beschuldigten vorgeschlagen, für die von ihm gewünschte Uhr Fr. 15'000.– zu be-

zahlen, wobei die Kaufpreisabwicklung über eine Gutschrift in dem zwischen der 

E._____ GmbH, deren Gesellschafter und Vorsitzender der Geschäftsführung der 

Privatkläger 1 damals gewesen sei, und der F._____ AG, deren einzelzeich-

nungsberechtigtes Mitglied des Verwaltungsrats der Beschuldigte damals gewe-

sen sei, abgeschlossenen Werkvertrag habe erfolgen sollen. Der Beschuldigte 

habe spätestens aufgrund des vorgeschlagenen Preises von Fr. 15'000.– erkannt, 

dass der Privatkläger 1 von einer Originaluhr ausgegangen sei. Dennoch habe er 

den Privatkläger 1 in diesem Glauben belassen bzw. ihn überdies darin bestärkt, 

indem er ihm gegenüber mehrfach angegeben habe, dass es sich bei der Uhr zu 

100 % um eine originale Uhr von B._____ handle. Am 21. Juli 2018 habe der Pri-

vatkläger 1 vereinbarungsgemäss die Forderung der E._____ GmbH gegenüber 

der F._____ AG aus Werkvertrag um den Betrag für die Uhr im Sinne einer 

Freundschaftsgutschrift reduziert. Kurz darauf habe der Privatkläger 1 dem Be-

schuldigten per Whatsapp zwei Bilder einer Uhr der Marke B._____, Typ 

- 9 -

C._____, geschickt und sich erkundigt, ob der Beschuldigte ihm eine solche Uhr 

beschaffen könne. Der Beschuldigte habe darauf geantwortet, er müsse fragen, 

ob diese erhältlich sei. Dadurch habe der Beschuldigte beim Privatkläger 1 den 

Irrtum, tatsächlich über Beziehungen zu B._____ Holding SA zu verfügen, erneut 

bestärkt. Am 6. Oktober 2018 habe der Beschuldigte dem Privatkläger 1 zwei Uh-

ren, welche durch ihren Hersteller ohne die entsprechende Erlaubnis der Marken-

inhaberin mit den Wort-/ Bildmarken der B._____ Holding SA, namentlich dem Fir-

menlogo "B'._____", dem Schriftzug "B._____" sowie dem Schriftzug "C._____" 

gekennzeichnet gewesen seien, in einer Papiertüte übergeben und dabei angege-

ben, dass es sich dabei einerseits um das vom Privatkläger 1 gewünschte Origi-

nal und andererseits um eine weitere originale Uhr derselben Marke handle, wel-

che er dem Privatkläger 1 als Geschenk für dessen Vater mitgebe. Dabei habe 

der Beschuldigte gewusst, dass es sich bei den beiden Uhren um Fälschungen 

gehandelt habe. Nachdem der Privatkläger 1 mehrfach erfolglos vom Beschuldig-

ten Zertifikate der Uhren verlangt habe, er indessen immer wieder vertröstet wor-

den sei, seien ihm Zweifel an der Echtheit aufgekommen. Als er die Uhren habe 

versichern wollen, sei durch die B._____ Holding SA festgestellt worden, dass die 

Uhren gefälscht seien.

2.2. In der Anklageschrift wird dem Beschuldigten unter Dossier 2 (mehrfache 

versuche Nötigung) vorgeworfen, den Privatkläger 2 am 17. Oktober 2019 anläss-

lich eines Telefonats aufgefordert zu haben, sofort eine ausstehende Forderung 

zu bezahlen, ansonsten er ihn mit Hunden abholen und in den Wald verschleppen 

werde. Der Privatkläger 2 habe aufgrund dieser Äusserung zwar befürchtet, der 

Beschuldigte könnte ihm körperliches Leid antun, was ihn jedoch nicht dazu ver-

anlasst habe, das verlangte Geld entsprechend der Absicht des Beschuldigten zu 

bezahlen. 

Am 25. Oktober 2019 habe der Beschuldigte zudem in der Absicht, den Privatklä-

ger 2 zur Bezahlung einer ausstehenden Forderung aufzufordern, zusammen mit 

G._____ die Geschäftsräumlichkeiten des Privatklägers 2 aufgesucht, wo er ohne 

anzuklopfen eingetreten sei und den Privatkläger 2 mit der ausstehenden Forde-

rung konfrontiert habe. Im Sitzungszimmer habe der Beschuldigte mit seinem Mo-

- 10 -

biltelefon ein Foto des Privatklägers 2 gemacht oder zumindest so getan, als 

würde er ein Foto von ihm machen. Anschliessend habe er gegenüber dem Pri-

vatkläger 2 sinngemäss geäussert: "Ich weiss, wo du und deine Familie wohnst. 

Ich komme wieder, ich habe dein Foto, meine Leute wissen, wie du aussiehst". 

Durch diese Äusserung habe sich der Privatkläger 2 einerseits unter Druck ge-

setzt gefühlt, die ausstehende Forderung zu bezahlen, andererseits habe er be-

fürchtet, der Beschuldigte könnte ihm oder jemandem aus seiner Familie körperli-

ches Leid antun oder durch von ihm beauftragte Dritte antun lassen, was der Be-

schuldigte beabsichtigt habe. Dennoch sei der Privatkläger 2 der Aufforderung 

des Beschuldigten, das Geld zu bezahlen, erneut nicht nachgekommen.

2.3. Der Beschuldigte bestreitet die vorstehend wiedergegebenen Anklagevor-

würfe der Dossiers 1 und 2 (s. hierzu Ziff. III.4.1.5. f. und Ziff. III.4.2.1. f.). Es ist 

daher zu prüfen, ob sich der angeklagte Sachverhalt gestützt auf die Untersu-

chungsakten und die vor Gericht vorgebrachten Argumente nach den allgemein 

gültigen Beweisregeln erstellen lässt.

3. Beweismittel / Beweisregeln

3.1. Die Vorinstanz hat die verwertbaren Beweismittel zutreffend angegeben 

und die Aussagen der einvernommenen Personen ausführlich und korrekt wieder-

gegeben, worauf zur Vermeidung unnötiger Wiederholungen vorab vollumfänglich 

verwiesen werden kann (Urk. 80 S. 9 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO). 

3.2. Hinsichtlich der Beweisregeln ist festzuhalten, dass das Gericht in der Wür-

digung der Beweise nach seiner aus dem gesamten Verfahren gewonnenen 

Überzeugung frei ist (Art. 10 Abs. 2 StPO). Bestehen unüberwindliche Zweifel an 

der Erfüllung der tatsächlichen Voraussetzungen der angeklagten Tat, geht das 

Gericht von der für die beschuldigte Person günstigeren Sachlage aus (Art. 10 

Abs. 3 StPO).

3.3. Gemäss dem in Art. 32 Abs. 1 BV, Art. 6 Ziff. 2 EMRK und in Art. 10 Abs. 3 

StPO verankerten Grundsatz "in dubio pro reo" (im Zweifel für den Beschuldigten) 

ist bis zum gesetzlichen Nachweis seiner Schuld zu vermuten, dass der wegen ei-

- 11 -

ner strafbaren Handlung Beschuldigte unschuldig ist (BGE 137 IV 219 E. 7.3. mit 

Hinweisen; BGE 127 I 38 E. 2a; Urteil des Bundesgerichts 6B_1282/2017 vom 

23. März 2018 E. 2.2.1).

3.4. Als Beweislastregel bedeutet dieser Grundsatz, dass es Sache der Ankla-

gebehörde ist, die Schuld des Beschuldigten zu beweisen, und nicht dieser seine 

Unschuld nachweisen muss. Ein Beschuldiger darf nie mit der Begründung verur-

teilt werden, er habe seine Unschuld nicht nachgewiesen (BGE 127 I 38 E. 2a mit 

Hinweis; JOSITSCH/SCHMID, Handbuch des schweizerischen Strafprozessrechts, 

4. Auflage, Zürich/St. Gallen 2023, N 216). 

3.5. Wenn allerdings ein Beschuldigter eine ihn entlastende Behauptung auf-

stellt, ohne dass er diese wenigstens in einem Mindestmass glaubhaft machen 

kann, findet der Grundsatz in "dubio pro reo" keine Anwendung. Es tritt nämlich 

insoweit eine Beweislastumkehr ein, als nicht jede aus der Luft gegriffene Schutz-

behauptung von der Anklagebehörde durch hieb- und stichfesten Beweis wider-

legt werden muss. Ein solcher Beweis ist nur dann zu verlangen, wenn gewisse 

Anhaltspunkte wie konkrete Indizien oder eine natürliche Vermutung für die Rich-

tigkeit der Behauptung sprechen bzw. diese zumindest als zweifelhaft erscheinen 

lassen, oder wenn der Beschuldigte sie sonstwie glaubhaft macht (Urteile des 

Obergerichts des Kantons Zürich vom 6. September 2022, Geschäfts-

Nr. SB210559, S. 8; vom 23. September 2020, Geschäfts-Nr. SB200195, S. 8; je 

mit Hinweis). Andernfalls könnte jede Anklage mit einer abstrusen Schutzbehaup-

tung zu Fall gebracht werden.

3.6. Als Beweiswürdigungsregel besagt der Grundsatz "in dubio pro reo", dass 

sich das Gericht nicht von einem für den Beschuldigten ungünstigen Sachverhalt 

überzeugt erklären darf, wenn nach objektiver Würdigung der gesamten Beweise 

ernsthafte Zweifel bestehen, ob sich der Sachverhalt tatsächlich so verwirklicht 

hat, oder wenn eine für die beschuldigte Person günstigere Tatversion vernünfti-

gerweise nicht ausgeschlossen werden kann. Eine einfache Wahrscheinlichkeit 

genügt somit nicht. Auf der anderen Seite sind bloss abstrakte und theoretische 

Zweifel nicht massgebend, weil solche immer möglich sind und absolute Gewiss-

heit nicht verlangt werden kann. Relevant sind mithin nur unüberwindliche Zweifel, 

- 12 -

d.h. solche, die sich nach der objektiven Sachlage aufdrängen (BGE 145 IV 154 

E. 1.1; BGE 144 IV 345 E. 2.2.1; BGE 138 V 74 E. 7; BGE 127 I 38 E. 2a; Urteile 

des Bundesgerichts 6B_1377/2022 vom 20. Dezember 2023 E. 2.2.2; 

6B_212/2019 vom 15. Mai 2019 E. 1.3.2; 6B_824/2016 vom 10. April 2017 

E. 13.1; je mit Hinweisen). Der Grundsatz "in dubio pro reo" besagt indes nicht, 

dass bei sich widersprechenden Beweismitteln unbesehen auf den für die be-

schuldigte Person günstigeren Beweis abzustellen ist. Die Beweiswürdigungsre-

gel kommt nur zur Anwendung, wenn nach erfolgter Beweiswürdigung als Gan-

zem relevante Zweifel verbleiben (BGE 144 IV 345 E. 2.2.3.2; Urteile des Bundes-

gerichts 6B 295/2021 vom 31. März 2022 E. 3.3.2; 6B_13/2022 vom 23. März 

2022 E. 1.1.1; 6B_1131/2021 vom 12. Januar 2022 E. 2.2.2; 6B_1302/2020 vom 

3. Februar 2021 E. 1.2.3; je mit Hinweisen). 

3.7. Stützt sich die Beweisführung auf die Aussagen von Personen, so ist an-

hand sämtlicher Umstände, die sich aus den Untersuchungsakten und den Ver-

handlungen ergeben, zu untersuchen, welche Sachdarstellung überzeugend ist. 

Dabei kommt es primär auf den inneren Gehalt der Aussagen an, verbunden mit 

der Art und Weise, wie diese Angaben erfolgten. Der allgemeinen Glaubwürdig-

keit der befragten Person im Sinne einer dauerhaften personalen Eigenschaft 

kommt dabei kaum mehr Bedeutung zu. Weitaus bedeutender für die Wahrheits-

findung ist vielmehr die Glaubhaftigkeit der konkreten Aussagen, welche durch 

eine methodische Analyse ihres Inhaltes (Vorhandensein von Realitätskriterien, 

Fehlen von Fantasiesignalen) darauf zu überprüfen sind, ob die auf ein bestimm-

tes Geschehen bezogenen Angaben einem tatsächlichen Erleben der befragten 

Person entspringen (BGE 147 IV 534 E. 2.3.3; BGE 147 IV 409 E. 5.4.3; BGE 133 

I 33 E. 4.3; Urteile des Bundesgerichts 6B_764/2023 vom 19. Februar 2024 

E. 2.3.2; 6B_1060/2022 vom 11. Januar 2023 E. 1.3.2; 6B_1029/2021 vom 

24. August 2022 E. 2.1.2; je mit weiteren Hinweisen).

4. Würdigung

4.1. Zum Anklagesachverhalt gemäss Dossier 1 (Betrug und Vergehen gegen 
das Markenschutzgesetz)

- 13 -

4.1.1. Der Beschuldigte stellte nicht in Abrede, dass der Privatkläger 1 ihn im Jahr 

2018 auf seine Uhr, welche er damals am Handgelenk getragen habe, angespro-

chen habe. Weiter bestätigte er, dass sich der Privatkläger 1 in der Folge eben-

falls eine solche Uhr gewünscht habe. Konkret habe es sich um ein Uhrenmodell 

der Marke B._____ gehandelt (Urk. D1/5/1 F/A 17; Urk. D1/5/3 F/A 33-35; Prot. I 

S. 46). Diese Zugeständnisse des Beschuldigten stimmen mit den Aussagen des 

Privatklägers 1 überein (Urk. D1/6/1 F/A 23; Urk. D1/6/3 F/A 9, 65-68, 81; Prot. I 

S. 23 f.). Folglich ist der Sachverhalt in diesem Umfang anklagegemäss erstellt.

4.1.2. Der Beschuldigte erklärte sodann, dass der Privatkläger 1 ihm vorgeschla-

gen bzw. angeboten habe, die Werklohnforderung des zwischen der E._____ 

GmbH und der F._____ AG abzuschliessenden Werkvertrags um Fr. 15'000.– zu 

reduzieren, wenn er die von ihm gewünschte Uhr bekäme (Urk. D1/5/1 F/A 24, 

28, 32; Urk. D1/5/2 F/A 16; Urk. D1/5/3 F/A 39 f., 59 ff.; Prot. I S. 47, 49; vgl. auch 

Prot. II S. 15, 17 f.). Diese Darstellung des Beschuldigten deckt sich mit dem Be-

weisergebnis. So äusserte sich auch der Privatkläger 1 in diesem Sinne 

(Urk. D1/6/1 F/A 11, 13; Urk. D1/6/2 F/A 23 f.; Urk. D1/6/3 F/A 19-22, 57, 63, 78, 

116; Prot. I S. 29 f.). Zudem liegt ein Angebot der E._____ GmbH vom 21. Juli 

2018 für einen Werkvertrag mit der F._____ AG betreffend das Immobilienprojekt 

"H._____" bei den Akten. Darin wurde vom Werklohn für die Montage der gesam-

ten Sanitäranlagen ein "Freundschaftsrabatt" im Betrag von Fr. 15'000.– in Abzug 

gebracht (Urk. D1/8/3-4). Der Anklagesachverhalt ist somit auch in diesem Punkt 

erstellt. Aus Screenshots des Whatsapp-Chatverlaufs zwischen dem Beschuldig-

ten und dem Privatkläger 1 geht weiter hervor, dass Letzterer am 2. August 2018, 

d.h. etwa anderthalb Wochen später, zwei Bilder einer Uhr der Marke B._____, 

Modell C._____, schickte und fragte: "Liegt diese Uhr drin?" Der Beschuldigte ant-

wortete darauf: "Muss fragen ob die erhältlich ist" (Urk. D1/8/1 S. 1 f.). 

4.1.3. Der Beschuldigte räumte ein, dass er in der Folge über I._____ zwei Uhren 

des vom Privatkläger 1 gewünschten Modells beschafft und dafür insgesamt 

Fr. 2'000.– bezahlt habe. Eine der beiden Uhren sei als Geschenk für den Vater 

des Privatklägers 1 gedacht gewesen (Urk. D1/5/1 F/A 7, 21; Urk. D1/5/3 F/A 48 

ff., 57; Prot. I S. 45; Prot. II S. 12). Er führte aus, dass er dem Privatkläger 1 auf 

- 14 -

entsprechende Nachfrage versichert habe, dass die Armbanduhren, welche er 

ihm organisiere, nicht gestohlen seien (Prot. I S. 47; Prot. II S. 12). Der Beschul-

digte bestätigte schliesslich, dass es am 6. Oktober 2018 zur Übergabe der zwei 

Uhren gekommen sei. Er habe dem Privatkläger 1 einerseits die von ihm ge-

wünschte Uhr und andererseits eine weitere Uhr derselben Marke und desselben 

Modells als Geschenk für dessen Vater ausgehändigt (Urk. D1/5/1 F/A 17; 

Urk. D1/5/2 F/A 17; Urk. D1/5/3 F/A 22, 52; Prot. I S. 45; Prot. II S. 18; vgl. auch 

Urk. 59 Rz. 9). Auch diese Zugeständnisse des Beschuldigten stimmen mit den 

Aussagen des Privatklägers 1 und von I._____ überein (Urk. D1/6/1 F/A 8 ff.; 

Urk. D1/6/3 F/A 123 ff.; Urk. D1/7/1 F/A 11 ff., 23; Urk. D1/7/2 F/A 29 ff., 57; 

Prot. I S. 24 ff.). Folglich ist der Sachverhalt in diesem Umfang anklagegemäss 

erstellt. 

4.1.4. Eine Untersuchung der dem Privatkläger 1 übergebenen Armbanduhren 

durch die B._____ (Schweiz) SA ergab, dass es sich um Fälschungen handelt 

und die Uhren keine authentischen Produkte der Marke B._____ sind 

(Urk. D1/13/2). Diese Feststellungen wurden vom Beschuldigten bzw. seiner Ver-

teidigung zu Recht nicht in Frage gestellt. Folglich ist anklagegemäss erstellt, 

dass es sich bei den zwei Uhren, die der Beschuldigte über I._____ beschaffte 

und dem Privatkläger 1 am 6. Oktober 2018 aushändigte, um Fälschungen han-

delte.

4.1.5. Im Übrigen bestritt der Beschuldigte die gegen ihn erhobenen Vorwürfe ge-

mäss Dossier 1 während der gesamten Untersuchung, vor Vorinstanz und anläss-

lich der Berufungsverhandlung. Insbesondere machte er geltend, nicht gewusst 

zu haben, dass es sich bei der von ihm getragenen Armbanduhr um eine Fäl-

schung gehandelt habe (Prot. I S. 46). Weiter bestritt er, dem Privatkläger 1 auf 

entsprechende Frage wahrheitswidrig geantwortet zu haben, dass seine Uhr origi-

nal sei. Vielmehr erklärte er, dass die Herkunft seiner Armbanduhr zwischen dem 

Privatkläger 1 und ihm nie thematisiert worden sei (Urk. D1/5/3 F/A 30, 36; Prot. I 

S. 46; Prot. II S. 13). Er stellte auch in Abrede, gegenüber dem Privatkläger 1 je-

mals vorgegeben zu haben, dass er ihm eine Originaluhr der Marke B._____ be-

sorgen könne und über besondere Beziehungen zur Uhrenherstellerin verfüge. Er 

- 15 -

betonte, dass der Privatkläger 1 und er nie von einer Originaluhr der Marke 

B._____ gesprochen hätten (Urk. D1/5/1 F/A 7, 38, 51; Urk. D1/5/3 F/A 10, 28, 37 

f., 43; Prot. I S. 46 f.). 

4.1.6. Zu erstellen ist weiter, ob sich der Privatkläger 1 aufgrund der bestrittenen 

Beteuerungen des Beschuldigten in der irrigen Annahme befand, dass die vom 

Beschuldigten getragene Armbanduhr original sei und dass der Beschuldigte ihm 

durch seine Beziehungen zur B._____ Holding SA ebenfalls eine originale Arm-

banduhr zu besseren Konditionen als auf dem freien Markt beschaffen könne. Der 

Beschuldigte stellte in diesem Zusammenhang auch in Abrede, aufgrund des vor-

geschlagenen Preises von Fr. 15'000.– bzw. der entsprechenden Reduktion der 

Werklohnforderung erkannt zu haben, dass der Privatkläger 1 davon ausging, er 

(der Beschuldigte) werde ihm eine originale Uhr der Marke B._____ beschaffen. 

Der Beschuldigte führte dazu aus, dass es sich bei den Fr. 15'000.– um einen 

Vorschlag des Privatklägers 1 gehandelt und er sich nicht mit der Preisbildung 

auseinandergesetzt habe (Urk. D1/5/1 F/A 24, 32, 39 f.; Urk. D1/5/3 F/A 59; Prot. I 

S. 47 f.). Bestritten und daher zu erstellen ist sodann, dass der Beschuldigte den 

Privatkläger 1 in seiner irrigen Annahme über die Herkunft der gewünschten Uhr 

beliess und ihn überdies darin bestärkte, indem er ihm gegenüber mehrfach an-

gab, dass es sich bei der Uhr, die er ihm beschaffe,100-prozentig um eine Origi-

naluhr von B._____ handle. Der Beschuldigte stellte ferner in Abrede, er habe den 

Privatkläger 1 mit seiner Whatsapp-Nachricht vom 2. August 2018 ("Muss fragen 

ob die erhältlich ist") in Reaktion auf die zugeschickt erhaltenen Bilder von Uhren 

des Modells C._____ erneut in der falschen Vorstellung bestärkt, dass er (der Be-

schuldigte) tatsächlich über besondere Beziehungen zur B._____ Holding SA ver-

füge (Prot. I S. 49; vgl. auch Prot. II S. 18). Der Beschuldigte bestritt schliesslich, 

dass er bei der Übergabe der beiden Uhren am 6. Oktober 2018 gewusst habe, 

dass es sich um Fälschungen gehandelt habe und dem Privatkläger 1 dennoch 

versichert habe, dass die beschafften Uhren jeweils Originale des gewünschten 

Modells C._____ der Marke B._____ seien (Urk. D1/5/1 F/A 52, 56 f.; Urk. D1/5/3 

F/A 10, 28, 45 ff.; Prot. I S. 48, 50; Prot. II S. 14). Auch im Übrigen stellte er den 

subjektiven Anklagesachverhalt vollständig in Abrede (Prot. I S. 52 f.; vgl. auch 

Urk. D1/5/1 F/A 59; Urk. D1/5/2 F/A 28; Urk. D1/5/3 F/A 70).

- 16 -

4.1.7. Ob der Sachverhalt in den bestrittenen Punkten anklagegemäss erstellt 

werden kann, lässt sich vorliegend einzig anhand der Aussagen der im Rahmen 

der Untersuchung einvernommenen Personen überprüfen. Dabei kommt der 

Glaubhaftigkeit dieser Aussagen zentrale Bedeutung zu (s. vorstehend 

Ziff. III.3.7.).

4.1.8. Was die Glaubhaftigkeit der Aussagen des Beschuldigten generell betrifft, 

ist festzuhalten, dass er jeweils knapp und in kurzen Sätzen auf die an ihn gestell-

ten Fragen antwortete. Er versuchte jeweils, die Fragen zu beantworten, aber nur 

die Fragen. Entsprechend erscheinen seine Aussagen wenig detailliert und gene-

rell eher vorsichtig. Darüber hinaus fällt auf, dass der Beschuldigte häufig damit 

antwortete, dass er sich aufgrund der abgelaufenen Zeit nicht mehr erinnern 

könne. Dies alles ist vor dem Hintergrund, dass er in den Einvernahmen jeweils 

als beschuldigte Person befragt wurde, indessen auch nachvollziehbar. Im Übri-

gen machte der Beschuldigte von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch, 

was sein gutes Recht ist.

4.1.9. Allerdings weisen die Antworten des Beschuldigten auch Widersprüche auf 

respektive erscheinen sie als unplausibel. So führte er in der polizeilichen Einver-

nahme vom 11. Juni 2020 aus, dass er keine Person mit dem Namen I._____ 

kenne (Urk. D1/5/1 F/A 13-14). Diese Aussage steht im klaren Widerspruch zu 

den Ausführungen von I._____, der als Auskunftsperson ausdrücklich und mehr-

fach bestätigte, den Beschuldigten zu kennen und ihm die anklagegegenständli-

chen Uhren besorgt und übergeben zu haben (Urk. D1/7/1 F/A 5-7, 11 ff.; 

Urk. D1/7/2 F/A 7 f., 17, 31 ff.). Ebenso ergibt sich aus den aktenkundigen 

Screenshots des Whatsapp-Chatverlaufs zwischen dem Beschuldigten und dem 

Privatkläger 1, dass der Beschuldigte seinem Chatpartner empfahl, I._____ anzu-

rufen (Urk. D1/8/1). Darüber hinaus stehen seine Antworten anlässlich der polizei-

lichen Einvernahme vom 11. Juli 2020 auch in diametralem Widerspruch zu sei-

nen späteren Ausführungen anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme 

vom 12. Mai 2021. Dort sagte der Beschuldigte aus, er kenne I._____ seit 15 Jah-

ren und sei mit ihm auch bis zehnmal geschäftlich und privat im Ausland unter-

wegs gewesen. Sie hätten eine recht intensive Zeit hinter sich (Urk. D1/5/3 F/A 5).

- 17 -

4.1.10. Sodann vermögen die Aussagen des Beschuldigten teilweise auch inhalt-

lich nicht zu überzeugen. So sagte er wiederholt aus, er habe nicht gewusst, dass 

es sich bei den beiden Uhren, welche er über I._____ beschafft und dem Privat-

kläger 1 am 6. Oktober 2018 übergeben habe, um Fälschungen gehandelt habe. 

Er kenne sich nicht aus und könne nicht beurteilen, ob eine Markenuhr original sei 

oder nicht (Urk. D1/5/1 F/A 52, 56 f.; Urk. D1/5/3 F/A 10, 45 ff.; Prot. I S. 48, 50; 

Prot. II S. 14). Zunächst ist festzuhalten, dass der Beschuldigte nicht näher aus-

führte, weshalb er die Uhren des vom Privatkläger 1 gewünschten Modells von 

I._____ besorgen liess. Mit Bezug auf die Frage, wo dieser in der Folge die Uhren 

für ihn erhältlich machte, verweigerte der Beschuldigte die Aussage. Hätte er dem 

Privatkläger 1 eine Originaluhr der Marke B._____ übergeben wollen, hätte er 

eine solche jedoch ohne Weiteres auch selber in einem entsprechenden Geschäft 

in der Schweiz erwerben können. Hinzu kommt, dass der Beschuldigte zugestan-

denermassen nur Fr. 1'000.– pro Uhr an I._____ bezahlte. Dass er für einen sol-

chen Preis keine originale Uhr der Marke B._____ erhielt, dürfte auch dem Be-

schuldigten bekannt gewesen sein. Zudem waren den Uhren keine Zertifikate be-

züglich der Echtheit beigelegt und fehlte es an einer aufwendigen Verpackung. 

Dies musste auch dem Beschuldigten aufgefallen sein, zumal er zur Tatzeit so-

wohl originale als auch gefälschte Markenuhren besass. Indem er vor Vorinstanz 

erstmals aussagte, er sei davon ausgegangen, die Uhren seien in Europa aus 

Originalteilen zusammengesetzt worden, räumte er letztlich selber ein, dass es 

sich nicht um originale Uhren der Marke B._____ handelte (Prot. I S. 46, 50; vgl. 

auch Prot. II S. 12 f.). Insofern erscheint es unglaubhaft, wenn sich der Beschul-

digte wiederholt auf den Standpunkt stellte, er habe nicht gewusst, dass die dem 

Privatkläger 1 besorgten und übergebenen Uhren gefälscht gewesen seien.

4.1.11. Im Übrigen kann zur Würdigung der Aussagen des Beschuldigten auf die 

zutreffenden und überzeugenden Erwägungen im angefochtenen Urteil verwiesen 

werden (Urk. 80 S. 17 ff.). Mit der Vorinstanz ist festzuhalten, dass die Sachdar-

stellung des Beschuldigten hinsichtlich der bestrittenen Sachverhaltselemente we-

nig stringent und nachvollziehbar erscheint, sondern eher lebensfremd, vorge-

schoben und ausweichend wirkt. Insofern bestehen erhebliche Zweifel an der 

Glaubhaftigkeit seiner Aussagen.

- 18 -

4.1.12. Der angeklagte Sachverhalt zu Dossier 1 basiert in den bestrittenen Punk-

ten im Wesentlichen auf der Darstellung des Privatklägers 1. Seine Ausführungen 

sind grundsätzlich schlüssig, in sich stimmig und hinreichend detailliert. Ebenso 

erscheinen seine Angaben zum Geschehensablauf weder unnötig dramatisierend, 

noch in irgendeiner Art und Weise vorsichtig. Der Privatkläger 1 beantwortete je-

weils mit eigenen Worten nach seinen besten Erinnerungen die Fragen der Straf-

verfolgungsbehörden. Insbesondere verzichtete er darauf, irgendwelche Mutmas-

sungen zulasten des Beschuldigten anzustellen. Ferner fällt auf, dass er sich in 

seinen Schilderungen durchaus auch selbstkritisch zeigte. Es bestehen somit – 

und diesbezüglich ist der Vorinstanz zu folgen – keine grundsätzlichen Vorbehalte 

hinsichtlich der Glaubhaftigkeit seiner Aussagen.

4.1.13. Allerdings weisen die Aussagen des Privatklägers 1 – wie nachfolgend 

aufgezeigt wird und was von der Vorinstanz verkannt oder nicht berücksichtigt 

wurde – auch verschiedene Widersprüche auf, gerade was zentrale Sachverhalts-

elemente betrifft. Entgegen der Schlussfolgerung im angefochtenen Urteil (vgl. 

Urk. 80 S. 17) bestehen deshalb durchaus objektive und ernstzunehmende Zwei-

fel an der Glaubhaftigkeit seiner Aussagen.

4.1.14. So fällt auf, dass sich der Privatkläger 1 bei seinen Befragungen im Ver-

lauf dieses Verfahrens ein paar Mal widersprach: Anlässlich seiner polizeilichen 

Einvernahmen vom 15. Juli 2019 und vom 6. Juli 2020 führte der Privatkläger 1 

noch aus, dass er im Zeitpunkt seiner Abmachung mit dem Beschuldigten über 

die Beschaffung einer Uhr der Marke B._____ nicht liquide gewesen sei und des-

halb vorgeschlagen habe, den Preis für die gewünschte Uhr im Rahmen des ab-

zuschliessenden Werkvertrags für das Immobilienprojekt "H._____" in Abzug zu 

bringen und sich den entsprechenden Betrag quasi als Bonus wieder gutschrei-

ben zu lassen, damit es buchhalterisch wieder aufgehen würde (Urk. D1/6/1 

F/A 13, 26; Urk. D1/6/2 F/A 23). In Widerspruch dazu erklärte der Privatkläger 1 

bei seiner staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 12. Mai 2021 zunächst, 

dass es der Beschuldigte gewesen sei, der ihm den Vorschlag gemacht habe, er 

solle für die Bezahlung der gewünschten Uhr von seinem Werklohn für das Immo-

bilienprojekt "H._____" Fr. 15'000.– abziehen und diesen Betrag dann bei der 

- 19 -

Buchhaltung quasi als Bonus seinem Lohn hinzurechnen (Urk. D1/6/3 F/A 19 f.). 

In derselben Einvernahme führte der Privatkläger 1 indessen später aus, dass er 

nicht mehr wisse, ob der Beschuldigte oder er den Vorschlag mit dem Abzug von 

Fr. 15'000.– im Rahmen des Werkvertrags gemacht habe. Er hätte die Uhr auch 

bar bezahlen können, aber aufgrund der bevorstehenden Arbeiten am Immobili-

enprojekt "H._____" hätten der Beschuldigte und er sich darauf geeinigt, dass sie 

den Preis mit dem Werklohn gegenrechnen würden (Urk. D1/6/3 F/A 21, 78). Der 

Privatkläger 1 wies auf Rückfrage der Staatsanwaltschaft darauf hin, dass diese 

Angelegenheit nunmehr drei Jahre her sei und er deshalb nicht mehr wisse, von 

wem die Idee mit dem Abzug der Fr. 15'000.– vom Werklohn gekommen sei 

(Urk. D1/6/3 F/A 97 f.). Bei dieser Darstellung blieb er auch anlässlich der Haupt-

verhandlung (Prot. I S. 30). Es ist durchaus nachvollziehbar, dass sich der Privat-

kläger 1, auch wenn er mutmasslich von einem Betrug betroffen ist, nicht mehr an 

alle Details der damaligen Vorgänge einwandfrei erinnern kann. Indessen be-

schlägt die Frage, wie es zur Vereinbarung über die Modalitäten der Bezahlung 

des Preises für die gewünschte Armbanduhr kam, ein derart zentrales Sachver-

haltselement, weshalb ungewöhnlich erscheint und Fragen aufwirft, dass sich der 

Privatkläger 1 bereits nach wenigen Jahren nicht mehr daran erinnern kann. 

4.1.15. Ein weiterer Widerspruch betrifft die Frage, wer den Preis bzw. die Gegen-

leistung im Betrag von Fr. 15'000.– vorgeschlagen hatte. Diesbezüglich führte der 

Privatkläger 1 am 15. Juli 2019 gegenüber der Polizei aus, der Beschuldigte habe 

ihm die Uhr seiner Wahl für Fr. 15'000.– angeboten (Urk. D1/6/1 F/A 12). Anläss-

lich der polizeilichen Einvernahme vom 6. Juli 2020 schilderte er eine andere Ver-

sion, nämlich dass er zunächst den Beschuldigten gefragt habe, was eine solche 

Uhr bei ihm kosten würde, und er selber den Betrag von Fr. 15'000.– vorgeschla-

gen habe, nachdem der Beschuldigte ihn gefragt habe, was er bereit wäre zu be-

zahlen (Urk. D1/6/2 F/A 23 f.). Im Rahmen der staatsanwaltschaftlichen Einver-

nahme vom 12. Mai 2021 kam der Privatkläger 1 zunächst auf seine erste Version 

zurück, wonach der Beschuldigte den Betrag von Fr. 15'000.– vorgeschlagen 

habe. Dazu führte er aus, dass er den Beschuldigten auf seine Armbanduhr ange-

sprochen und ihn gefragt habe, ob er ihm ebenfalls eine solche besorgen könne. 

Der Beschuldigte habe dies bejaht und ihm gesagt, er könne die Uhr für 

- 20 -

Fr. 15'000.– haben. Diesem Angebot habe er (der Privatkläger 1) zugestimmt 

(Urk. D1/6/3 F/A 66, 108). Demgegenüber erklärte er später, konfrontiert mit der 

Aussage des Beschuldigten, wonach er (der Privatkläger 1) diesen Preis vorge-

schlagen habe, dass dies durchaus sein könne, er sich indessen, da es schon et-

was länger her sei, nicht an den genauen Wortlaut erinnern könne (Urk. D1/6/3 

F/A 116). Vor Vorinstanz schilderte der Privatkläger 1 wiederum, dass der Be-

schuldigte ihm zugesichert habe, er könne ihm das gewünschte Uhrenmodell für 

Fr. 15'000.– besorgen. Diesem Angebot habe er (der Privatkläger 1) zugestimmt 

(Prot. I S. 25). Auch die Frage, wer den Preis von Fr. 15'000.– für die vom Privat-

kläger 1 gewünschte Uhr vorgeschlagen hatte, betrifft ein derart zentrales Sach-

verhaltselement, dass unplausibel ist, dass sich der Privatkläger 1 bereits nach 

wenigen Jahren nicht mehr genau daran erinnern kann. In diesem Zusammen-

hang ist darauf hinzuweisen, dass der Privatkläger 1 mehrfach erwähnte, er habe 

im Internet nach dem von ihm gewünschten Uhrenmodell gesucht und sei über 

den von der Herstellerin verlangten Kaufpreis von Fr. 17'800.– respektive 

Fr. 17'900.– informiert gewesen, bevor er mit dem Beschuldigten den Betrag von 

Fr. 15'000.– vereinbart habe (Urk. D1/6/2 F/A 23; Urk. D1/6/3 F/A 66, 86 ff., 115 

ff.; Prot. I S. 25).

4.1.16. Anlässlich der polizeilichen Einvernahme von 15. Juli 2019 führte der Pri-

vatkläger 1 aus, dass der Zeuge J._____ dabei gewesen sei, als der Beschuldigte 

und er vereinbart hätten, dass der Beschuldigte ihm (dem Privatkläger 1) eine Uhr 

seiner Wahl für Fr. 15'000.– besorge und er im Gegenzug die Werklohnforderung 

im entsprechenden Betrag reduziere (Urk. D1/6/1 F/A 13). In seiner staatsanwalt-

schaftlichen Einvernahme vom 12. Mai 2021 wiederholte der Privatkläger 1 diese 

Darstellung (Urk. D1/6/3 F/A 57, 89 ff., 108). Seine entsprechenden Ausführungen 

wurden indessen vom Zeugen J._____ nicht bestätigt respektive der Zeuge wider-

sprach der Darstellung des Privatklägers 1 zum Teil ausdrücklich. So konnte sich 

der Zeuge J._____ anlässlich seiner Einvernahme vom 12. Mai 2021 nicht mehr 

daran erinnern, ob es bei einem Treffen mit dem Beschuldigten und dem Privat-

kläger 1 tatsächlich um eine Uhr gegangen sei (Urk. D1/7/3 F/A 27). Ebenso we-

nig konnte er sich daran erinnern, dass der Beschuldigte und der Privatkläger 1 

mit Bezug auf den Werkvertrag über das Immobilienprojekt "H._____" einen 

- 21 -

Freundschaftsrabatt im Betrag von Fr. 15'000.– vereinbart hätten als Gegenleis-

tung für die vom Beschuldigten zu liefernde Uhr (Urk. D1/7/3 F/A 37 f.). Vielmehr 

führte der Zeuge, angesprochen auf die vom Beschuldigten und vom Privatklä-

ger 1 vereinbarten Modalitäten für die Bezahlung von Fr. 15'000.– für die zu be-

schaffende Uhr, mehrfach aus, dass er so etwas nie zugelassen hätte 

(Urk. D1/7/3 F/A 39 f., 45 f.).  

4.1.17. Sodann führte der Privatkläger 1 anlässlich seiner polizeilichen Einver-

nahme vom 15. Juli 2019 aus, der Beschuldigte habe ihm gesagt, dass er gute 

Kontakte zur Firma B._____ habe und die Wartefristen für eine Uhr dieser Marke 

deshalb kürzer seien (Urk. D1/6/1 F/A 13). Auch an der Glaubhaftigkeit dieser 

Aussage muss ernsthaft gezweifelt werden. So führte der Privatkläger 1 in dersel-

ben Einvernahme aus, dass er über den Beschuldigten I._____ kennengelernt 

und erfahren habe, dass dieser mit Uhren zu tun habe (Urk. D1/6/1 F/A 14). Zwar 

äusserte sich der Privatkläger 1 nicht näher dazu, an welchem Datum er die Be-

kanntschaft mit I._____ gemacht habe. Allerdings ergibt sich aus den eingereich-

ten Screenshots des Whatsapp-Chatverlaufs zwischen dem Beschuldigten und 

dem Privatkläger 1, dass Ersterer am 7. Oktober 2018, mithin am Tag nach der 

Übergabe der beiden anklagegegenständlichen Uhren, dem Privatkläger 1 riet, 

sich bei I._____ zu melden (Urk. D1/8/1). Dies lässt darauf schliessen, dass das 

Kennenlernen bereits vor der Übergabe der beiden Uhren stattgefunden hatte. 

Dies bestätigte der Privatkläger 1 denn auch selbst, indem er anlässlich der poli-

zeilichen Einvernahme vom 6. Juli 2020 ausführte, er habe I._____ im Jahr 2017 

getroffen, nachdem er den Beschuldigten kennengelernt habe (Urk. D1/6/2 F/A 9). 

Auch gegenüber der Staatsanwaltschaft führte der Privatkläger 1 am 12. Mai 

2021 aus, dass er I._____ im Jahr 2017 oder 2018 kennengelernt habe 

(Urk. D1/6/3 F/A 187). Es ist damit ohne Weiteres denkbar, dass der Beschuldigte 

nicht die Uhrenherstellerin B._____ nannte oder meinte, als er dem Privatkläger 1 

in Aussicht stellte, er könne ihm (dem Privatkläger 1) das damals von ihm selbst 

getragene Uhrenmodell besorgen, sondern I._____, der – mangels anderweitiger 

Hinweise in den Untersuchungsakten – über keine Kontakte zur Uhrenherstellerin 

B._____ verfügte, und auch der Privatkläger 1 davon ausging, der Beschuldigte 

werde ihm die gewünschte Uhr über I._____ organisieren. Dies vor dem Hinter-

- 22 -

grund, dass es ausser dieser einen Aussage im Rahmen der polizeilichen Einver-

nahme vom 15. Juli 2019 in den Untersuchungsakten keine weiteren Hinweise 

dafür gibt, dass der Beschuldigte gegenüber dem Privatkläger 1 erwähnt hätte, 

über gute Kontakte zur Uhrenherstellerin B._____ zu verfügen. Insbesondere wie-

derholte der Privatkläger 1 diese Aussage nicht anlässlich seiner Einvernahme 

bei der Staatsanwaltschaft vom 12. Mai 2021, selbst als er ausdrücklich danach 

gefragt wurde, ob der Beschuldigte ihm gesagt habe, wie er ihm eine solche Uhr 

besorgen könne. Auf diese Frage hin antwortete der Privatkläger 1 lediglich, dass 

der Beschuldigte erklärt habe, er kenne jemanden (Urk. D1/6/3 F/A 73 f.). Dass es 

sich bei dieser Person um einen Kontakt bei der Uhrenherstellerin B._____ ge-

handelt habe, sagte der Privatkläger 1 an dieser Stelle indessen gerade nicht aus. 

Zudem erklärte er auf Nachfrage der Staatsanwaltschaft ausdrücklich, dass er 

beim Beschuldigten auch nicht nachgefragt habe, von wo genau dieser die von 

ihm gewünschte Uhr bekommen würde. Vielmehr habe er sich beim Beschuldig-

ten nur danach erkundigt, ob die Uhr geklaut sei und ob sie original sei. Dies habe 

ihm eigentlich gereicht (Urk. D1/6/3 F/A 75 f., 83). Hinzu kommt, dass der Privat-

kläger 1 anlässlich derselben Einvernahme zwar wiederholte, dass der Beschul-

digte ihm gesagt habe, er kenne jemanden, der die Uhren günstiger besorgen 

könne. Gestützt darauf sei er (der Privatkläger 1) davon ausgegangen, dass der 

Beschuldigte Rabatt habe. Neu führte er jedoch aus, dass der Beschuldigte meh-

rere solche Uhren gehabt habe, weshalb er (der Privatkläger 1) angenommen 

habe, der Beschuldigte sei schon lange Kunde bei B._____ und habe entspre-

chend Rabatt (Urk. D1/6/3 F/A 119). Anders als in der polizeilichen Einvernahme 

vom 15. Juli 2019 sah der Privatkläger 1 den Grund dafür, dass der Beschuldigte 

ihm eine Uhr der Marke B._____ zu einem vergünstigten Preis organisieren 

könne, somit nicht unbedingt darin, dass dieser über gute Kontakte zur Uhrenher-

stellerin verfügte, sondern vielmehr darin, dass dieser bereits ein langjähriger 

Kunde von B._____ sei. Diese Aussage wiederholte der Privatkläger 1 in seiner 

Befragung vor Vorinstanz (Prot. I S. 25). In Widerspruch zum vorstehend Ausge-

führten erklärte der Privatkläger 1 im Rahmen derselben Befragung dann aber, 

dass er (der Privatkläger 1) circa im Sommer 2018 den Beschuldigten auf dessen 

Uhr am Handgelenk angesprochen und ihm gesagt habe, dass ihm diese Uhr ge-

- 23 -

falle. Er habe den Beschuldigten gefragt, ob er Kontakte habe zu den Herstellern 

der Uhr und ihm auch eine solche besorgen könne. Dies habe der Beschuldigte 

bejaht mit dem Hinweis, er (der Privatkläger 1) müsse circa drei Monate warten 

(Prot. I S. 23). 

4.1.18. Ein weiterer Widerspruch in der Sachdarstellung des Privatklägers 1 be-

trifft schliesslich die Übergabe der anklagegegenständlichen Uhr. Anlässlich sei-

ner staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 12. Mai 2021 führte er zunächst 

aus, dass er den Beschuldigten mehrmals darauf angesprochen habe, wann 

seine Uhr komme (Urk. D1/6/3 F/A 80). Demgegenüber schilderte er in derselben 

Einvernahme wenig später, dass er dem Beschuldigten am 2. August 2018 ein 

Bild des Uhrenmodells geschickt habe, welches er sich gewünscht habe. Der Be-

schuldigte habe ihm darauf mitgeteilt, dass er fragen müsse, ob diese Uhr erhält-

lich sei. Auf seinen Kommentar, dass es cool wäre, wenn das gehen würde, die-

ses Modell wäre der Hammer, habe der Beschuldigte ihm versichert, dass er 

diese Uhr finden würde. Dann würden sie – der Beschuldigte und der Privatklä-

ger 1 – dies abmachen und am 6. Oktober würde der Beschuldigte ihm (dem Pri-

vatkläger 1) die Uhr bringen (Urk. D1/6/3 F/A 101 f., 105 ff.). Wenn allerdings erst 

am 2. August 2018 klar war, welches Uhrenmodell sich der Privatkläger 1 

wünschte, zu diesem Zeitpunkt das Lieferdatum – 6. Oktober 2018 – aber bereits 

bekannt war, gab es weder einen Grund noch macht es Sinn, dass der Privatklä-

ger 1 den Beschuldigten mehrmals darauf ansprach, wann seine Uhr komme. In 

Abweichung zu den vorstehenden Aussagen führte der Privatkläger 1 dann an-

lässlich seiner Befragung vor Vorinstanz aus, dass der Beschuldigte ihn circa im 

November 2018 angerufen und sie sich daraufhin im Restaurant getroffen hätten 

für die Übergabe der Uhr (Prot. I S. 24). Von wiederholten Kontaktaufnahmen 

oder der Vereinbarung eines Übergabetermins für anfangs Oktober 2018 war 

nicht mehr die Rede.

4.1.19. Zur Glaubwürdigkeit des Zeugen J._____ ist einleitend festzuhalten, dass 

er den Beschuldigten zum Zeitpunkt seiner Zeugeneinvernahme schon seit Län-

gerem kannte und hauptsächlich eine geschäftliche Beziehung zu ihm pflegte, in-

dem er sich als Immobilienbewirtschafter um Liegenschaften des Beschuldigten 

- 24 -

kümmerte (Urk. D1/7/3 F/A 7). Die Beziehung zum Privatkläger 1 beschränkte 

sich auf geschäftliche Kontakte und erscheint nicht ganz unbelastet (Urk. D1/7/3 

F/A 8). Insgesamt ist grundsätzlich von einer erhöhten Glaubwürdigkeit des Zeu-

gen J._____ auszugehen, da er sich bei dieser Ausgangslage gehütet haben 

dürfte, in Unwahrheit zum Nachteil einer Partei auszusagen.

4.1.20. Hinsichtlich seines Aussageverhaltens sind keine besonderen Auffälligkei-

ten zu erkennen. Der Zeuge J._____ beantwortete die Fragen der Staatsanwalt-

schaft bestimmt, sicher und in der jeweils erforderlichen Detaillierung. Darüber 

hinaus unterliess es der Zeuge, Mutmassungen anzustellen oder eine der Par-

teien besonders zu be- oder entlasten. Eine Tendenz zu Übertreibungen ist in sei-

nen Aussagen ebenfalls nicht auszumachen. Es gibt daher keine Gründe, an der 

Glaubhaftigkeit seiner Aussagen zu zweifeln. 

4.1.21. Inhaltlich fällt generell auf, dass der Zeuge J._____ anlässlich seiner Ein-

vernahme vom 12. Mai 2021 bereits einleitend, als die an ihn gerichteten Fragen 

den angeklagten Sachverhalt zu betreffen begannen, ausdrücklich festhielt, dass 

er von der Angelegenheit im Zusammenhang mit den Uhren nichts wisse 

(Urk. D1/7/3 F/A 22). Hinzu kommt, dass er die Ausführungen des Privatklägers 1 

nicht bestätigen konnte. Und dies nicht etwa, weil er sich nicht mehr an die Vor-

gänge hätte erinnern können. Vielmehr widersprach der Zeuge den Ausführungen 

des Privatklägers 1 ausdrücklich (Urk. D1/7/3 F/A 39 f., 46), was bereits unter 

Ziff. III.4.1.16. vorstehend aufgezeigt wurde.

4.1.22. Zur allgemeinen Glaubwürdigkeit der Auskunftsperson I._____ ist einlei-

tend festzuhalten, dass er den Beschuldigten bereits seit den Jahren 2011 oder 

2012 kannte und zeitweise engen Kontakt zu ihm pflegte, sowohl geschäftlich als 

auch privat. Zum Zeitpunkt seiner Einvernahmen stand er jedoch nur noch in ei-

ner losen geschäftlichen Beziehung zum Beschuldigten, nachdem es offenbar zu 

persönlichen Differenzen gekommen war (Urk. D1/7/1 F/A 6 f.; Urk. D1/7/2 F/A 7, 

17 ff., 65 ff.). Den Privatkläger 1 hatte er über den Beschuldigten kennengelernt 

und vereinzelt in geschäftlichen Angelegenheiten mit diesem Kontakt gehabt 

(Urk. D1/7/1 F/A 4 f.; Urk. D1/7/2 F/A 8, 10 ff.). Aus diesen Beziehungen zu den 

- 25 -

involvierten Parteien ergibt sich nichts, was die Glaubwürdigkeit der Auskunftsper-

son I._____ generell in Frage stellen würde. 

4.1.23. Auch seine Aussagen geben hinsichtlich deren Glaubhaftigkeit keinen An-

lass zu besonderen Bemerkungen. I._____ beantwortete die Fragen der Staats-

anwaltschaft mit den nötigen Details und soweit er sich an die relevanten Vor-

gänge erinnern konnte. Auch er unterliess es, unnötig zugunsten oder zuunguns-

ten einer Partei auszusagen, Mutmassungen anzustellen oder in seinen Aussa-

gen zu übertreiben.

4.1.24. Inhaltlich bestätigte die Auskunftsperson I._____ sowohl anlässlich der po-

lizeilichen Einvernahme vom 16. Juni 2020 als auch im Rahmen der Einvernahme 

bei der Staatsanwaltschaft vom 12. Mai 2021, dass er vom Beschuldigten gebe-

ten worden sei, ihm zwei Armbanduhren der Marke B._____ aus China mitzubrin-

gen, wobei sich der Beschuldigte mit einem konkreten Modell-Wunsch an ihn ge-

wandt habe (Urk. D1/7/1 F/A 11 ff.; Urk. D1/7/2 F/A 29 ff., 57 f.). Ebenso führte die 

Auskunftsperson in beiden Einvernahmen aus, dass er für die zwei Uhren jeweils 

umgerechnet ca. Fr. 1'000.– bezahlt habe, was er für eine nicht echte Uhr einen 

teuren Preis halte. Dieser sei ihm vom Beschuldigten zurückerstattet worden 

(Urk. D1/7/1 F/A 16 f.; Urk. D1/7/2 F/A 35 ff., 44). Mit Bezug auf die Frage, ob der 

Beschuldigte gewusst habe, dass es sich bei den Uhren um Fälschungen gehan-

delt habe, antwortete die Auskunftsperson, dass dies selbstverständlich sei, an-

sonsten der Beschuldigte ihn nicht gebeten hätte, die Uhren vom Markt in China 

mitzubringen, sondern sie selber an der Bahnhofstrasse in Zürich hätte kaufen 

können (Urk. D1/7/1 F/A 23; Urk. D1/7/2 F/A 38 ff., 50 ff.). Die Auskunftsperson 

I._____ schilderte sodann, dass der Privatkläger 1 ihn rund ein halbes Jahr nach 

Aushändigung der Uhren an den Beschuldigten telefonisch kontaktiert und ihm 

mitgeteilt habe, dass er Mühe habe mit den Uhren, die er vom Beschuldigten er-

halten habe. Im Rahmen dieses Telefongesprächs sei herausgekommen, dass 

der Privatkläger 1 davon ausgegangen sei, dass es sich um Originaluhren der 

Marke B._____ gehandelt habe und er dafür bezahlt oder dafür Arbeit geleistet 

habe (Urk. D1/7/1 F/A 19, 21; Urk. D1/7/2 F/A 48).  

- 26 -

4.1.25. Zusammenfassend ist – entgegen den Erwägungen der Vorinstanz – fest-

zuhalten, dass hinsichtlich der Glaubhaftigkeit der Aussagen des Privatklägers 1 

massgebliche Vorbehalte bestehen, gerade was zentrale Sachverhaltselemente 

betrifft. Dasselbe gilt auch betreffend die Glaubhaftigkeit der Aussagen des Be-

schuldigten. Demgegenüber sind die Ausführungen des Zeugen J._____ sowie 

der Auskunftsperson I._____ als glaubhaft zu qualifizieren und können ohne Wei-

teres für die Sachverhaltserstellung herangezogen werden.

4.1.26. Soweit der Sachverhalt gemäss Anklageschrift nicht vom Privatkläger 1 

sowie vom Beschuldigten übereinstimmend geschildert wurde und damit als er-

stellt erachtet werden kann (s. vorstehend Ziff. III.4.1.1. - III.4.1.4.), lässt sich die-

ser in den bestrittenen Punkten folglich nur insofern erstellen, als sich der Zeuge 

J._____ und die Auskunftsperson I._____ entsprechend dazu äusserten.

4.1.27. Mit seinen Aussagen kann der Zeuge J._____, was das zwischen dem 

Privatkläger 1 und dem Beschuldigten Besprochene, das Zustandekommen der 

Vereinbarung zwischen ihnen betreffend die Beschaffung einer Uhr der Marke 

B._____ und die Modalitäten für deren Bezahlung, was die Übergabe der Uhr und 

die Erwartung des Privatklägers 1 gegenüber dem Beschuldigten hinsichtlich der 

Echtheit der gewünschten Uhr betrifft, nichts zur Sachverhaltserstellung beitra-

gen, da er in seiner Einvernahme ausführte, dass er diesbezüglich nicht involviert 

gewesen sei oder sich zumindest nicht mehr daran erinnern konnte. Die Aus-

kunftsperson I._____ konnte einzig Angaben zum Erwerb der streitgegenständli-

chen Uhren durch den Beschuldigten machen. Mit Bezug auf die vorgenannten 

Sachverhaltselemente, namentlich was das zwischen dem Privatkläger 1 und 

dem Beschuldigten Besprochene und Vereinbarte betrifft, können folglich auch 

die Aussagen der Auskunftsperson I._____ keine Grundlage für die Sachverhalts-

erstellung darstellen. Dagegen können seine Aussagen herangezogen werden für 

die Beurteilung, ob der Privatkläger 1 irrigerweise davon ausging, er erhalte vom 

Beschuldigten eine Originaluhr der Marke B._____, und ob der Beschuldigte 

Kenntnis davon hatte, dass es sich bei den Uhren, die er über I._____ für den Pri-

vatkläger 1 besorgte, um Fälschungen handelte. 

- 27 -

4.1.28. Der Beschuldigte stellte nicht in Abrede, dass zwischen der Beschaffung 

der beiden Uhren und der Reduktion der Werklohnforderung um Fr. 15'000.– ein 

gewisser Zusammenhang bestanden habe (Urk. D1/5/1 F/A 24, 28; Urk. D1/5/2 

F/A 16 f.; Urk. D1/5/3 F/A 42; Prot. I S. 47; Prot. II S. 15, 17 f.). Nach seiner Dar-

stellung habe er sich mit der Organisation und Übergabe von zwei Uhren der 

Marke B._____ jedoch nur nachträglich und freiwillig für den gewährten "Freund-

schaftsrabatt" im Betrag von Fr. 15'000.– revanchiert zwecks Untermauerung der 

guten Geschäftsbeziehung zum Privatkläger 1. Insofern habe es sich um eine 

reine Gefälligkeit im Nachhinein gehandelt (Urk. D1/5/1 F/A 42; Prot. II S. 15, 18, 

23, 28; vgl. auch Urk. 59 Rz. 10). Diese Darstellung deckt sich jedoch nicht mit 

den Aussagen von I._____. Dieser sagte aus, dass der Privatkläger 1 ihm gegen-

über angegeben habe, er sei davon ausgegangen, dass er vom Beschuldigten 

eine Originaluhr der Marke B._____ erhalte, wofür er bezahlt bzw. Arbeit geleistet 

habe. Gestützt auf die glaubhaften Aussagen der Auskunftsperson ist folglich er-

stellt, dass sich der Privatkläger 1 in der irrigen Annahme befand, der Beschul-

digte werde ihm eine originale Armbanduhr der Marke B._____ beschaffen. Wei-

ter kann ausgehend von den Aussagen der Auskunftsperson I._____ erstellt wer-

den, dass der Privatkläger 1 deshalb im Sinne einer Gegenleistung seine Werk-

lohnforderung für das Immobilienprojekt "H._____" um Fr. 15'000.– reduzierte. 

Dabei ist irrelevant, dass der Privatkläger 1 dem Beschuldigten erst danach, d.h. 

nach Unterbreitung des Angebots für den Werkvertrag, in welchem der Freund-

schaftsrabatt im Betrag von Fr. 15'000.– schon berücksichtigt war, mitteilte, wel-

ches Uhrenmodell er sich konkret wünschte. 

4.1.29. Nicht erstellt werden kann indessen, dass der Beschuldigte dem Privatklä-

ger 1 gegenüber angab, dass er eine originale Armbanduhr der Marke B._____ 

besitze, über besondere Beziehungen zu dieser Uhrenherstellerin verfüge und 

dem Privatkläger 1 deshalb ebenfalls eine Originalarmbanduhr zu besseren Kon-

ditionen als auf dem freien Markt beschaffen könne. Folglich kann auch nicht er-

stellt werden, dass der Beschuldigte respektive dessen Angaben der Grund für 

die irrige Annahme des Privatklägers 1 waren.

- 28 -

4.1.30. Hingegen hat als erstellt zu gelten, dass der Beschuldigte erkennen 

musste, dass der Privatkläger 1 davon ausging, er (der Beschuldigte) werde ihm 

eine Originaluhr beschaffen, nachdem der Privatkläger 1 ihm eine Reduktion der 

Werklohnforderung der E._____ GmbH und damit eine Gegenleistung für die ge-

wünschte Uhr im Betrag von Fr. 15'000.– vorgeschlagen hatte. Der Beschuldigte 

konnte die anklagegegenständlichen Uhren zugestandenermassen für einen Ge-

samtpreis von rund Fr. 2'000.– über I._____ erwerben. Als ihm der Privatkläger 1 

hingegen Fr. 15'000.– für nur eine der beiden Uhren anbot, musste der Beschul-

digte erkennen, dass der Privatkläger 1 offensichtlich eine andere Vorstellung von 

der Qualität der Uhr hatte als er selber. Hinzu kommt, dass der Beschuldigte von 

sich aus darauf hinwies, dass der Privatkläger 1 unbedingt eine solche Uhr habe 

besitzen wollen im Sinne eines Prestige-Objekts bzw. um etwas wert zu sein. 

Dies sei dem Privatkläger 1 wichtig gewesen (Prot. I S. 46; Prot. II S. 18; vgl. auch 

Urk. D1/6/1 F/A 22). Folglich musste es sich dem Beschuldigten gewissermassen 

aufdrängen, dass der Privatkläger 1 davon ausging, die ihm in Aussicht gestellte 

Uhr sei wertvoll. Dies schliesst die Annahme des Privatklägers 1 mit ein, die Uhr 

sei echt, was dem Beschuldigten ebenfalls bewusst sein musste. Seine entgegen-

stehenden Ausführungen, namentlich dass es ein wirtschaftliches Ding sei, wenn 

er einen Artikel günstig erhalte und diesen anschliessend geldbringend wieder 

verkaufen könne (Urk. D1/5/3 F/A 57 ff., 61), sind wenig überzeugend und als 

Schutzbehauptung zu qualifizieren. 

4.1.31. Weiter ist erstellt, dass der Beschuldigte nicht reagierte, sondern den Pri-

vatkläger 1 vielmehr im Glauben liess, dass für die von ihm (dem Privatkläger 1) 

gewünschte Uhr eine Gegenleistung von Fr. 15'000.– angemessen und gerecht-

fertigt sei. Dass der Beschuldigte den Privatkläger 1 in diesem Glauben zusätzlich 

bestärkte, indem er ihm gegenüber mehrfach angab, dass es sich bei der zu be-

schaffenden Uhr 100-prozentig um eine Originaluhr der Marke B._____ handle, 

kann indessen nicht erstellt werden.

4.1.32. Nicht erstellt lässt sich sodann, dass der Beschuldigte die irrige Annahme 

des Privatklägers 1 erneut dadurch bestärkte, dass er auf die am 2. August 2018 

erhaltenen Bilder des Uhrenmodells C._____ reagierte, indem er dem Privatklä-

- 29 -

ger 1 antwortete, er müsse fragen, ob diese Uhr erhältlich sei. Dass der Privatklä-

ger 1 aufgrund dieser Nachricht weiterhin davon ausging, der Beschuldigte ver-

füge tatsächlich über besondere Beziehungen zur Uhrenherstellerin B._____, 

lässt sich anhand der erhobenen Beweise nicht nachweisen und ergibt sich im 

Übrigen auch nicht aus den Aussagen des Privatklägers 1 selber (s. dazu bereits 

vorstehend Ziff. III.4.1.17.). Weiter kann nicht erstellt werden, dass der Beschul-

digte anlässlich der Übergabe der beiden Uhren an den Privatkläger 1 am 6. Ok-

tober 2018 ausdrücklich angab, dass es sich um Originale des gewünschten Mo-

dells C._____ handle. Auch diesbezüglich gibt es keine Hinweise in den Untersu-

chungsakten und insbesondere nicht in den Ausführungen des Privatklägers 1. 

Dennoch ist erstellt, dass der Privatkläger 1 im Zeitpunkt der Übergabe der bei-

den Uhren davon ausging, originale Uhren der Marke B._____ erhalten zu haben. 

Dies ergibt sich aus der Nachricht des Privatklägers 1 an den Beschuldigten vom 

7. Oktober 2018, mit welcher er sich nach Zertifikaten für die erhaltenen Uhren er-

kundigte (Urk. D1/8/1 S. 4), sowie aus den Aussagen der Auskunftsperson 

I._____. Zudem ist erstellt, dass der Beschuldigte den Privatkläger 1 nicht darauf 

hinwies, dass die beiden Uhren tatsächlich gefälscht 

- 30 -

seien. Insofern beliess er den Privatkläger 1 in seiner irrigen Annahme bzw. gab 

ihm durch konkludentes Verhalten zu verstehen, bei den übergebenen Uhren 

handle es sich um Originale. 

4.1.33. Unter Berücksichtigung der gesamten Tatumstände und gestützt auf die 

Aussagen der Auskunftsperson I._____ lässt sich schliesslich erstellen, dass der 

Beschuldigte wusste, dass es sich bei den zwei Armbanduhren, welche er für den 

Privatkläger 1 beschaffte und diesem am 6. Oktober 2018 übergab, um Fälschun-

gen handelte. So wies die Auskunftsperson I._____ darauf hin, dass der Beschul-

digte selbst einmal in China gewesen sei und gesehen habe, dass man dort ge-

fälschte Uhren bekannter Marken auf einem Markt kaufen könne. Der Beschul-

digte habe ihn dann, als er eine weitere Reise nach China geplant habe, ausdrü-

cklich gebeten, auf dem Markt Ausschau zu halten nach einem bestimmten Uh-

renmodell. In der Folge habe er zwei Uhren dieses Modells besorgt und dem Be-

schuldigten übergeben (Urk. D1/7/1 F/A 11 ff.; Urk. D1/7/2 F/A 29 ff., 38 ff., 43, 57 

f.). Der Beschuldigte erklärte zwar, dass er bei der Beschaffung nicht dabei gewe-

sen sei und daher nichts zur Herkunft der beiden Uhren sagen könne, mithin nicht 

wisse, ob diese aus China, der Schweiz oder von anderswo kämen (Urk. D1/5/3 

F/A 47). Angesichts seiner Anfrage an I._____ musste dem Beschuldigten jedoch 

bewusst sein, dass die Uhren von einem Markt in China stammten. Unter diesen 

Umständen wäre es lebensfremd, wenn der Beschuldigte tatsächlich noch davon 

ausgegangen wäre, dass es sich um Originale handelte. Die gegenteiligen Aus-

führungen des Beschuldigten erweisen sich als reine, unglaubhafte Schutzbe-

hauptungen. Die Auskunftsperson I._____ hielt treffend fest, dass der Beschul-

digte eine Originaluhr der Marke B._____ ohne Weiteres auch selber in einem 

entsprechenden Geschäft in der Schweiz hätte erwerben können (Urk. D1/7/1 

F/A 23). Hinzu kommt, dass der Beschuldigte zugestandenermassen nur Fr. 

1'000.– pro Uhr an I._____ bezahlte. Dass man für einen solchen Preis keine ori-

ginale Uhr der Marke B._____ erhält, dürfte auch dem Beschuldigten bekannt ge-

wesen sein. Zudem waren den Uhren keine Zertifikate bezüglich der Echtheit bei-

gelegt und fehlte es an einer aufwendigen Verpackung. Dies musste auch dem 

Beschuldigten aufgefallen sein, der zur Tatzeit sowohl originale als auch ge-

fälschte Markenuhren besass. Auch die Umstände der Übergabe der anklagege-

- 31 -

genständlichen Uhren sprechen dafür, dass dem Beschuldigten zu dieser Zeit be-

wusst war, dass es sich um Fälschungen handelte. Andernfalls hätte er sie dem 

Privatkläger 1 wohl kaum lose in einem gewöhnlichen Papiersack übergeben. In-

dem er vor Vorinstanz erstmals aussagte, er sei davon ausgegangen, die Uhren 

seien in Europa aus Originalteilen zusammengesetzt worden, räumte der Be-

schuldigte schliesslich selber ein, dass es sich nicht um originale Uhren der 

Marke B._____ handelte (Prot. I S. 46, 50; vgl. auch Prot. II S. 12 f.).

4.1.34. Was sich im Anschluss an die Übergabe der anklagegegenständlichen 

Uhren an den Privatkläger 1 ereignete, ist für die rechtliche Würdigung betreffend 

Betrug und Vergehen gegen das Markenschutzgesetz nicht relevant. Auf den ent-

sprechenden Anklagesachverhalt ist deshalb nicht weiter einzugehen.

4.1.35. Die rechtliche Würdigung ist gestützt auf den vorstehenden, bloss einge-

schränkt erstellten Sachverhalt vorzunehmen (s. nachstehend Ziff. IV.1.4.).

4.2. Zum Anklagesachverhalt gemäss Dossier 2 (mehrfache versuchte Nöti-
gung)

4.2.1. Den Vorfall vom 17. Oktober 2019 stellte der Beschuldigte während des ge-

samten Strafverfahrens konsequent in Abrede. Er bestritt, dass es an jenem Tag 

im Rahmen eines Telefonats mit dem Privatkläger 2 zu einer verbalen Auseinan-

dersetzung gekommen sei und er diesem gedroht habe, um ihn zur Zahlung einer 

ausstehenden Forderung zu veranlassen. Die entsprechenden Vorwürfe des Pri-

vatklägers 2 bezeichnete der Beschuldigte als erfunden resp. als Blödsinn 

(Urk. D2/3/1 F/A 19 ff., 27, 33 f.; Urk. D2/3/2 F/A 32 ff., 52; Prot. I S. 55, 57; vgl. 

auch Prot. II S. 21 f.). 

4.2.2. Mit Bezug auf den angeklagten Vorfall vom 25. Oktober 2019 räumte der 

Beschuldigte ein, dass er sich an jenem Tag in Begleitung seines Mitarbeiters 

G._____ in die Geschäftsräumlichkeiten des Privatklägers 2 begeben und diesen 

zu einem Gespräch aufgefordert habe. In einem Sitzungszimmer sei es daraufhin 

zu einem Wortgefecht gekommen, in dessen Verlauf sie beide, d.h. der Privatklä-

ger 2 und er, etwas lauter geworden seien. Der Beschuldigte bestätigte, dass er 

- 32 -

den Privatkläger 2 aufgefordert habe, die geleistete Vorauszahlung zu retournie-

ren oder endlich, wie seit Monaten versprochen, die Warenlieferung auszuführen. 

Irgendwann sei der Privatkläger 2 aus dem Sitzungszimmer gegangen und er sei 

ihm gefolgt. Dabei hätten sie sich weiter angeschrien (Urk. D2/3/1 F/A 5 f., 9, 23 

f., 27, 33 f.; Urk. D2/3/2 F/A 4 ff., 19 ff., 28, 40; Prot. I S. 58 ff.; Prot. II S. 21 f.). 

Diese Zugeständnisse des Beschuldigten stimmen mit den Aussagen des Privat-

klägers 2 und der einvernommenen Zeugen überein (Urk. D2/4/1 F/A 6, 17, 23; 

Urk. D2/4/2 F/A 11 ff., 20 f., 28, 33, 42, 75 f.; Urk. D2/5/1 F/A 10 ff., 14 f., 20 f., 38; 

Urk. D2/5/2 F/A 14; Prot. I S. 15 ff.). Folglich ist der Sachverhalt in diesem Um-

fang anklagegemäss erstellt. Im Übrigen bestreitet der Beschuldigte, was ihm hin-

sichtlich des angeklagten Telefonats mit dem Privatkläger 2 vom 25. Oktober 

2019 zur Last gelegt wird. Insbesondere stellt er in Abrede, dem Privatkläger 2 

verbal gedroht zu haben, um ihn zur Rückerstattung der geleisteten Vorauszah-

lung bzw. zur Lieferung der bestellten Waren zu veranlassen (vgl. Prot. II S. 22).

4.2.3. Ob sich der angeklagte Sachverhalt betreffend die Vorfälle vom 17. und 

25. Oktober 2019 in den bestrittenen Punkten erstellen lässt, ist anhand der Aus-

sagen der involvierten Personen zu prüfen.

4.2.4. Was die Glaubhaftigkeit der Aussagen des Beschuldigten angeht, kann ein-

leitend auf die vorstehenden Ausführungen verwiesen werden (s. Ziff. III.4.1.8.). 

Auch hinsichtlich der Vorwürfe gemäss Dossier 2 antwortete der Beschuldigte auf 

die an ihn gestellten Fragen jeweils knapp und in kurzen Sätzen. Er versuchte je-

weils, die Fragen – aber nur die Fragen – zu beantworten. Entsprechend erschei-

nen seine Aussagen wenig detailliert und generell eher vorsichtig. Dies ist der 

Glaubhaftigkeit seiner Aussagen jedoch nicht abträglich.

4.2.5. Für die Glaubhaftigkeit seiner Darstellung spricht, dass er auch ihn Belas-

tendes zugab, insbesondere dass er im Rahmen einer verbalen Auseinanderset-

zung laut geworden sei bzw. den Privatkläger 2 angeschrien habe. Dagegen ist 

zu berücksichtigen, dass die Schilderungen des Beschuldigten in entscheidenden 

Punkten vom Zeugen G._____ nicht bestätigt bzw. ausdrücklich in Abrede gestellt 

wurden. Insbesondere betonte der Beschuldigte wiederholt, der Zeuge G._____ 

sei im Sitzungszimmer anwesend gewesen, als der Privatkläger 2 und er mitein-

- 33 -

ander diskutiert hätten (Urk. D2/3/2 F/A 40, 43 f.; Prot. I S. 61 f.). Der Zeuge 

führte anlässlich seiner Einvernahme vom 7. Juli 2021 demgegenüber aus, dass 

der Beschuldigte und der Privatkläger 2 zu zweit in den Sitzungsraum gegangen 

seien. Noch bevor er (der Zeuge) ebenfalls habe eintreten können, sei der Privat-

kläger 2 bereits wieder herausgekommen. Er habe demnach nicht gehört, was im 

Sitzungszimmer besprochen worden sei (Urk. D2/5/2 F/A 14, 24 ff., 48). 

4.2.6. Sodann erscheint die Erklärung des Beschuldigten, weshalb er den Zeugen 

G._____ zugestandenermassen zum Gespräch mit dem Privatkläger 2 mitnahm, 

unplausibel. Er erklärte, dass der Zeuge ein Aussendienstmitarbeiter seiner Ge-

sellschaft gewesen sei und über den Privatkläger 2 diverse Waren bestellt habe, 

welche in der Folge trotz geleisteter Vorauszahlung nicht geliefert worden seien. 

Der Zeuge G._____ sei insofern der Verbindungsmann zum Privatkläger 2 gewe-

sen (Urk. D2/3/1 F/A 9, 11; Urk. D2/3/2 F/A 7 f., 24; Prot. I S. 56, 60). Sowohl der 

Zeuge G._____ als auch der Privatkläger 2 verneinten jedoch auf entsprechende 

Fragen, sich gegenseitig zu kennen (Urk. D2/4/2 F/A 55 f., 90 f.; Urk. D2/5/2 

F/A 45 f.; vgl. auch Urk. D2/4/1 F/A 6, 17, 23). Aus ihren übereinstimmenden Aus-

sagen ergibt sich sodann, dass der Zeuge G._____ lediglich draussen vor dem 

Sitzungszimmer stehen blieb und insofern die Rolle eines Aufpassers einzuneh-

men schien zwecks Aufbau einer Drohkulisse (Urk. D2/4/2 F/A 15, 22, 57 f., 92; 

Urk. D2/5/2 F/A 14, 24 ff., 48; Prot. I S. 16 f.; vgl. auch Urk. D2/4/1 F/A 6, 17, 23). 

In diesem Sinne äusserte sich auch die Zeugin K._____ (Urk. D2/5/1 F/A 10, 15 

ff., 30, 39). Dies lässt Zweifel an der Glaubhaftigkeit der Darstellung des Beschul-

digten aufkommen.

4.2.7. Der angeklagte Sachverhalt betreffend die Vorfälle vom 17. und 25. Okto-

ber 2019 basiert in den bestrittenen Punkten im Wesentlichen auf den Aussagen 

des Privatklägers 2 sowie der Zeugin K._____.

4.2.8. Der Privatkläger 2 äusserte sich anlässlich seiner Einvernahmen jeweils 

konstant, nachvollziehbar und überzeugend. Das Kerngeschehen schilderte er mit 

seinen eigenen Worten sowie mit den nötigen Details. In diesem Zusammenhang 

ist hervorzuheben, dass der Privatkläger 2 die vom Beschuldigten angeblich aus-

gesprochenen Drohungen bzw. die gewählten Worte äusserst originell beschrieb. 

- 34 -

Insbesondere die Aussage des Beschuldigten, wonach er den Privatkläger 2 mit 

Hunden abholen und in den Wald verschleppen werde, sollte dieser die ausste-

hende Forderung nicht bezahlen, erscheint relativ speziell und aussergewöhnlich, 

was die entsprechenden Schilderungen des Privatklägers 2 als glaubhaft erschei-

nen lässt. Mit der Verteidigung erstaunt zwar, dass die Zeugin K._____ nicht von 

sich aus erwähnte, dass der Privatkläger 2 einige Tage vor dem 25. Oktober 2019 

einen Telefonanruf des Beschuldigten erhalten habe, in dessen Rahmen er be-

droht worden sei (Urk. D2/5/1 F/A 41), obwohl der Privatkläger 2 ausgesagt hatte, 

er habe den Anruf mit seinen Angestellten diskutiert, insbesondere mit Bezug auf 

die Frage, ob er eine Strafanzeige gegen den Beschuldigten einreichen solle 

(Urk. D2/4/1 F/A 14). Die Zeugin K._____ war zwar nicht direkt auf einen Tele-

fonanruf des Beschuldigten angesprochen worden, sondern nur allgemein danach 

gefragt worden, ob ihr Vorgesetzter und der Beschuldigte schon vor dem Aufein-

andertreffen am 25. Oktober 2019 miteinander Kontakt gehabt hätten. Dennoch 

wäre zu erwarten gewesen, dass sie sich an Schilderungen des Privatklägers 2 

betreffend eine verbale Drohung am Telefon, die den Privatkläger 2 in Angst und 

Schrecken versetzte und die Einreichung einer Strafanzeige erwägen liess, erin-

nert und anlässlich ihrer Zeugeneinvernahme erwähnt hätte. Aus dem Umstand, 

dass die Zeugin K._____ (auf eine offen formulierte Frage) nicht von sich aus 

schilderte, der Privatkläger 2 habe ihr gegenüber von einem Telefonanruf des Be-

schuldigten berichtet, in dessen Verlauf er bedroht und zur Zahlung einer ausste-

henden Forderung angehalten worden sei, lässt jedoch nicht ohne Weiteres auf 

die Unglaubhaftigkeit der Aussagen des Privatklägers 2 schliessen. Dieser ausge-

bliebenen Bestätigung durch die Zeugin K._____ kommt im Rahmen der Würdi-

gung der Aussagen des Privatklägers 2 kein wesentliches Gewicht zu. 

4.2.9. Vielmehr ist neben der konstanten, überzeugenden und nachvollziehbaren 

Schilderung des Kerngeschehens entscheidend, dass es der Privatkläger 2 unter-

liess, den Beschuldigten in einem übermässig schlechten Licht darzustellen. Ag-

gravierungs- oder Übertreibungstendenzen sind in seinen Aussagen ebenfalls 

nicht auszumachen. Vielmehr fällt auf, dass er sehr zurückhaltend aussagte und 

sogar belastende Aussagen der Zeugin K._____ zugunsten des Beschuldigten re-

lativierte (s. dazu nachstehend Ziff. III.4.2.11.). Entsprechend ist generell von der 

- 35 -

Glaubhaftigkeit der Aussagen des Privatklägers 2 auszugehen. Grundlegende Wi-

dersprüche, aufgrund derer die Glaubhaftigkeit seiner Aussagen zu bezweifeln 

wäre, ergeben sich zwischen den erfolgten Befragungen keine. Kleinere Abwei-

chungen in den späteren Aussagen des Privatklägers 2 gegenüber der Staatsan-

waltschaft und vor Vorinstanz lassen sich ohne Weiteres durch den zunehmend 

langen Zeitablauf seit den angeklagten Ereignissen erklären.

4.2.10. Sodann ist nicht ersichtlich, weshalb der Privatkläger 2 den Beschuldigten 

zu Unrecht belasten sollte. Die Argumentation der Verteidigung, wonach nicht 

auszuschliessen sei, dass der Privatkläger 2 Strafanzeige gegen den Beschuldig-

ten erhoben habe, um im Zivilverfahren eine bessere Verhandlungsposition zu er-

reichen, verfängt nicht (Urk. 90 Rz. 67). So machte der Beschuldigte erst einige 

Zeit nach Einleitung des Strafverfahrens betreffend Dossier 2 einen Forderungs-

prozess gegen den Privatkläger 2 hängig. Zum Zeitpunkt der Anzeigeerstattung 

hatte der Privatkläger 2 folglich noch keine Kenntnis davon, ob es überhaupt zu 

einem Zivilverfahren kommen wird und ob ihm die Strafanzeige gegen den Be-

schuldigten nützliche Verhandlungsmasse bieten kann. Im Übrigen kann zur Wür-

digung der Aussagen des Privatklägers 2 auf die zutreffenden und überzeugen-

den Erwägungen im angefochtenen Urteil verwiesen werden (Urk. 80 S. 22 ff., 

29 f.).

4.2.11. Hinzu kommt, dass die Zeugin K._____ die Aussagen des Privatklägers 2 

weitgehend bestätigte. Anlässlich ihrer Zeugeneinvernahme vom 7. Juli 2021 

führte sie nachvollziehbar, bestimmt, mit ihren eigenen Worten und detailreich 

aus, was sich nach ihrer Wahrnehmung am 25. Oktober 2019 in den Geschäfts-

räumlichkeiten ihrer Arbeitgeberin ereignet hatte. Auch die Zeugin unterliess es, in 

ihren Antworten Mutmassungen zu Lasten des Beschuldigten anzustellen oder 

diesen in einem möglichst ungünstigen Licht darzustellen. Mit der Verteidigung ist 

jedoch festzuhalten, dass in ihrer Sachdarstellung auch Ungereimtheiten und Wi-

dersprüche zu den Aussagen der weiteren involvierten Personen auffallen (vgl. 

Urk. 90 Rz. 57 f., 69). Besonders hervorzuheben ist in diesem Zusammenhang, 

dass die Zeugin wiederholt beschrieb, dass der Beschuldigte den Privatkläger 2 

geschubst habe, worauf dieser zu Boden gefallen sei (Urk. D2/5/1 F/A 10, 23 ff.). 

- 36 -

Der Privatkläger 2 verneinte dagegen auf entsprechende Frage, dass er aufgrund 

des Stosses des Beschuldigten umgefallen sei (Urk. D2/4/2 F/A 74). Hinzu kommt, 

dass die Zeugin auf Nachfragen der Staatsanwaltschaft einräumen musste, dass 

sie den Stoss selbst nicht genau gesehen habe und anfänglich davon ausgegan-

gen sei, der Privatkläger 2 sei vom Beschuldigten geschlagen worden, bis Ersterer 

ihr gesagt habe, er sei lediglich geschubst worden (Urk. D2/4/2 F/A 25 f.). Die 

Zeugin äusserte sich insofern zu Sachverhaltselementen, obwohl sie selber gar 

keine entsprechenden Wahrnehmungen gemacht hatte. Der aufgezeigte Wider-

spruch bzw. das Aussageverhalten der Zeugin lassen Zweifel an der Glaubhaftig-

keit ihrer Aussagen aufkommen, weshalb für die Sachverhaltserstellung nicht dar-

auf abzustellen ist. 

4.2.12. Aus den Ausführungen des Zeugen G._____ ergibt sich dagegen eine von 

den Aussagen des Privatklägers 2 und der Zeugin K._____ entgegenstehende, 

die Aussagen des Beschuldigten tendenziell bestätigende Darstellung. Hinsicht-

lich des Aussageverhaltens des Zeugen G._____ fällt indessen auf, dass er sich 

an vieles nicht mehr zu erinnern vermochte. Dort, wo er Aussagen zu den ange-

klagten Vorfällen machen konnte, fielen diese jeweils sehr relativierend und auf-

fällig zugunsten des Beschuldigten, seines ehemaligen Arbeitgebers, aus. Der 

Zeuge G._____ antwortete auf die an ihn gestellten Fragen jeweils kurz, knapp 

und wenig detailliert. Sobald die Staatsanwaltschaft nähere Einzelheiten vom 

Zeugen erfahren wollte, konnte dieser keine entsprechenden Ausführungen ma-

chen. 

4.2.13. Zudem erscheinen die Aussagen des Zeugen G._____ auch teilweise in-

haltlich unplausibel. So antwortete er auf die Frage, wie lange der Beschuldigte 

und der Privatkläger 2 im Sitzungszimmer gewesen seien, dass dies nicht lange 

gewesen sei. Es sei sehr schnell gegangen, weshalb er es nicht einmal in das Sit-

zungszimmer hineingeschafft habe. Bevor er habe eintreten können, sei der Pri-

vatkläger 2 bereits wieder hinausgelaufen (Urk. D2/5/2 F/A 14, 25, 30, 48). Zudem 

sagte er aus, dass er nicht wisse, was der Privatkläger 2 und der Beschuldigte im 

Sitzungszimmer gemacht hätten. Er denke, dass sich die beiden unterhalten hät-

ten. Er habe aber nichts gehört (Urk. D2/5/2 F/A 26 ff.). Diese Ausführungen sind 

- 37 -

nicht überzeugend. Gemäss den übereinstimmenden Ausführungen des Beschul-

digten und des Zeugen G._____ suchten sie den Privatkläger 2 in seinen Ge-

schäftsräumlichkeiten auf, da dieser der Gesellschaft des Beschuldigten im Vor-

aus bezahlte Waren angeblich nicht geliefert hatte (Urk. D2/5/2 F/A 14; s. vorste-

hend Ziff. III.4.2.2). Der Privatkläger 2 vertrat hingegen den Standpunkt, dass er 

dem Beschuldigten keine Waren schulde, da seine Gesellschaft lediglich für die 

Abwicklung der Kaufpreiszahlung beigezogen worden sei, die Waren aber von ei-

ner anderen Gesellschaft hätten geliefert werden sollen (vgl. Urk. D2/4/1 F/A 5; 

Urk. D2/4/2 F/A 33, 46 ff.; Prot. I S. 13 f., 17). Vor diesem Hintergrund erscheint 

es nicht nachvollziehbar, dass der Beschuldigte nur einige wenige Sekunden mit 

dem Privatkläger 2 im Sitzungszimmer diskutierte und den Raum anschliessend 

in ruhiger Stimmung wieder verliess. Vielmehr sagten alle übrigen befragten Per-

sonen übereinstimmend aus, dass es im Sitzungszimmer zu einem Wortgefecht 

zwischen dem Beschuldigten und dem Privatkläger 2 gekommen sei, in dessen 

Verlauf sie sich gegenseitig angeschrien hätten. Unplausibel erscheint sodann, 

dass der Zeuge G._____ einerseits aussagte, die Tür des Sitzungszimmers sei 

offen gestanden (Urk. D2/5/2 F/A 27), er andererseits aber betonte, er habe nicht 

gehört bzw. nicht mitbekommen, was der Beschuldigte und der Privatkläger 2 of-

fenbar mit zunehmender Lautstärke im Sitzungszimmer miteinander diskutierten 

(Urk. D2/5/2 F/A 28 f., 35). 

4.2.14. Weiter führte der Zeuge aus, dass er den Beschuldigten zu den Ge-

schäftsräumlichkeiten der L._____ AG begleitet habe, weil er dessen Angestellter 

sei und selbstverständlich mitgehe, wenn der Beschuldigte ihm sage, es müsse 

jemand mit dabei sein. Ihm sei damals jedoch nicht gesagt worden, weshalb sie 

den Privatkläger 2 in seinem Büro aufsuchten bzw. was sie dort machen sollten 

(Urk. D2/5/2 F/A 40). Demgegenüber erklärte der Beschuldigte wiederholt, dass 

der Zeuge G._____ mitgekommen sei, weil er als Aussendienstmitarbeiter das 

streitgegenständliche Geschäft mit der Gesellschaft des Privatklägers 2 grund-

sätzlich in die F._____ AG gebracht habe und am Anfang quasi der Verbindungs-

mann zum Privatkläger 2 gewesen sei (Urk. D2/3/1 F/A 9, 11; Urk. D2/3/2 F/A 7 f., 

24; Prot. I S. 56, 60; Prot. II S. 22). Sollte dies zutreffen, ist unverständlich und 

nicht nachvollziehbar, weshalb der Zeuge G._____ anlässlich seiner Einvernahme 

- 38 -

vom 7. Juli 2021 diesen Umstand nicht erwähnte. Da der Privatkläger 2 auf ent-

sprechende Frage erklärte, den Zeugen G._____ nicht zu kennen (Urk. D2/4/2 

F/A 55 f., 90 f.; vgl. auch Urk. D2/4/1 F/A 6, 17, 23), ist allerdings vielmehr davon 

auszugehen, dass dieser den Beschuldigten zwecks Aufbau einer Drohkulisse zur 

Konfrontation mit dem Privatkläger 2 begleitete. Dass der Zeuge G._____ keine 

Kenntnis hatte vom Zweck des Besuchs in den Geschäftsräumlichkeiten der 

L._____ AG und seiner Rolle dabei, ist nicht anzunehmen. Die vorstehenden Er-

wägungen zeigen vielmehr auf, dass der Zeuge G._____ bei seiner Zeugenein-

vernahme sehr bedacht darauf war, den Beschuldigten möglichst zu entlasten. 

Unter diesen Umständen sind seine Aussagen nicht zur Erstellung des bestritte-

nen Sachverhalts heranzuziehen.

4.2.15. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Aussagen der einvernomme-

nen Zeugen nicht geeignet sind, um die Sachdarstellung des Privatklägers 2 zu 

bestätigen oder zu widerlegen. Unter Verweis auf die vorstehende Würdigung der 

Aussagen des Privatklägers (s. Ziff. III.4.2.8 ff.) bestehen jedoch keine rechtser-

heblichen Zweifel an seiner Schilderung der angeklagten Vorfälle vom 17. und 

25. Oktober 2019. Diese wird durch die wenig glaubhaften Aussagen des Be-

schuldigten nicht in Frage gestellt.

4.2.16. Nach den vorstehenden Erwägungen lässt sich der angeklagte Sachver-

halt betreffend die Vorfälle vom 17. und 25. Oktober 2019 gestützt auf die kon-

stanten, überzeugenden und glaubhaften Aussagen des Privatklägers 2 ohne 

rechtserhebliche Zweifel erstellen.

IV. Rechtliche Würdigung

1. Anklagevorwurf gemäss Dossier 1 – Betrug (Art. 146 Abs. 1 StGB)

1.1. Rechtsgrundlagen

1.1.1. Gemäss Art. 146 Abs. 1 StGB macht sich des Betrugs schuldig, wer in der 

Absicht, sich oder einen anderen unrechtmässig zu bereichern, jemanden durch 

Vorspiegelung oder Unterdrückung von Tatsachen arglistig irreführt oder ihn in 

- 39 -

einem Irrtum bestärkt und so den Irrenden zu einem Verhalten bestimmt, wodurch 

dieser sich selbst oder einen anderen am Vermögen schädigt.

1.1.2. Angriffsmittel des Betruges ist die Täuschung des Opfers. Die Täuschung 

ist eine unrichtige Erklärung über Tatsachen, die darauf gerichtet ist, bei einem 

andern eine von der Wirklichkeit abweichende Vorstellung hervorzurufen 

(BGE 147 IV 73 E. 3.1; BGE 140 IV 11 E. 2.3.2; BGE 135 IV 76 E. 5.1). Als Tatsa-

chen, über welche getäuscht werden kann, gelten auch innere Tatsachen, wie 

etwa Leistungswille und Erfüllungsbereitschaft (MAEDER/NIGGLI, in: Niggli/Wi-

prächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar Strafrecht II, 4. Auflage, Basel 2019, N 43 

zu Art. 146 StGB).

1.1.3. Die Täuschung im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB kann auch durch konklu-

dentes Handeln erfolgen, indem der Täter die Unwahrheit nicht ausdrücklich zum 

Ausdruck bringt, sondern durch sein Verhalten miterklärt (BGE 147 IV 73 E. 3.1; 

BGE 140 IV 11 E. 2.3.2; BGE 127 IV 163 E. 2b; MAEDER/NIGGLI, a.a.O., N 46 und 

N 114 ff. zu Art. 146 StGB). Eine konkludente Täuschung liegt vor, wenn dem 

Verhalten des Täters im sozialen Verkehr ein Erklärungswert zukommt. Wesent-

lich ist, wie der Adressat die Erklärung nach der Verkehrsanschauung vernünfti-

gerweise verstehen durfte. Dementsprechend erklärt, wer einen Vertrag eingeht, 

in der Regel konkludent die innere Tatsache, dass er gewillt ist, die Leistung zu 

erbringen (BGE 147 IV 73 E. 3.1; BGE 125 IV 124 E. 2d; TRECHSEL/CRAMERI, in: 

Trechsel/Pieth [Hrsg.], Praxiskommentar StGB, 4. Auflage, Zürich 2021, N 3 zu 

Art. 146 StGB).

1.1.4. Die Tathandlung der Täuschung kann auch durch das Bestärken des Op-

fers in einem bereits bestehenden Irrtum begangen werden. Der Ausdruck des 

Bestärkens soll klarstellen, dass es sich bei dieser Tatvariante um ein Bege-

hungsdelikt handelt. Fälle blosser Unterlassung sind hingegen ausgeschlossen 

(BBl 1991 II 969, S. 1016). Die Tatvariante des Bestärkens in einem Irrtum kann 

nach der Intention des Gesetzgebers somit nur durch ein aktives Tun erfüllt wer-

den (MAEDER/NIGGLI, a.a.O., N 54 zu Art. 146 StGB; TRECHSEL/CRAMERI, a.a.O., 

N 5 zu Art. 146 StGB; je mit weiteren Hinweisen). 

- 40 -

1.1.5. Für ein Bestärken im Irrtum im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB genügt es 

gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung, wenn der Täter die Richtigkeit der 

irrtümlichen Annahme des Opfers ausdrücklich bestätigt. Damit bleibt der Täter 

nicht bloss untätig, sondern bestärkt das Opfer mit einem aktiven Tun in seinem 

Irrtum (Urteil des Bundesgerichts 6B_25/2017 vom 15. November 2017 E. 3.3 mit 

Hinweisen; a.M. TRECHSEL/CRAMERI, a.a.O., N 5 zu Art. 146 StGB, die ein blosses 

Bestätigen für die Tatvariante des arglistigen Bestärkens in einem Irrtum nicht als 

genügend erachten, sondern sogar die Verhinderung der Aufklärung des Irrtums 

durch besondere Machenschaften oder sonst wie listenreiches Vorgehen voraus-

setzen).

1.1.6. Strafrechtlich relevant ist allerdings nicht jede Täuschung. Vielmehr erfasst 

der Betrugstatbestand nur ein qualifiziertes, arglistiges Verhalten. Art und Intensi-

tät der angewandten Täuschungsmittel müssen sich durch eine gewisse Raffi-

nesse oder Durchtriebenheit auszeichnen und eine erhöhte Gefährlichkeit offen-

baren. In diesem Sinne ist nach ständiger bundesgerichtlicher Rechtsprechung 

Arglist gegeben, wenn der Täter ein ganzes Lügengebäude errichtet, d.h. bei 

mehrfachen, raffiniert aufeinander abgestimmten Lügen, durch welche sich selbst 

ein kritisches Opfer täuschen lässt, oder wenn sich der Täter besonderer Machen-

schaften oder Kniffe bedient, im Sinne von eigentlichen Inszenierungen, die durch 

intensive, planmässige und systematische Vorkehrungen, nicht aber notwendiger-

weise durch eine besondere tatsächliche oder intellektuelle Komplexität gekenn-

zeichnet sind. Bei einfachen Lügen ist das Tatbestandsmerkmal der Arglist erfüllt, 

wenn deren Überprüfung nicht oder nur mit besonderer Mühe möglich oder nicht 

zumutbar ist, sowie dann, wenn der Täter das Opfer von der möglichen Überprü-

fung abhält oder nach den Umständen voraussieht, dass dieses die Überprüfung 

der Angaben aufgrund eines besonderen Vertrauensverhältnisses unterlassen 

werde (BGE 147 IV 73 E. 3.2; BGE 143 IV 302 E. 1.3.1; BGE 142 IV 153 E. 2.2.2; 

je mit Hinweisen). 

1.1.7. Arglist scheidet hingegen aus, wenn das Opfer den Irrtum mit einem Min-

destmass an Aufmerksamkeit hätte vermeiden können (BGE 135 IV 76 E. 5.2 mit 

Hinweis), wenn also das Opfer die angesichts der Umstände und seiner persönli-

- 41 -

chen Verhältnisse grundlegendsten Vorsichtsmassnahmen missachtet. Damit 

trägt das Bundesgericht bei der Würdigung des Merkmals der Arglist dem Ge-

sichtspunkt der Opfermitverantwortung Rechnung (BGE 125 IV 124 E. 3a). Ob 

eine solche Opfermitverantwortung zu bejahen ist, ist im Einzelfall bzw. nach ei-

nem individuellen Massstab zu beurteilen, wobei die jeweilige Lage und die 

Schutzbedürftigkeit des Täuschungsopfers entscheidend sind. Auf der anderen 

Seite sind besondere Fachkenntnisse und Geschäftserfahrung des Getäuschten 

zu beachten. Ob das täuschende Verhalten des Täters als arglistig und das Op-

ferverhalten als leichtfertig erscheint und letzterem allenfalls überwiegendes Ge-

wicht zukommt, lässt sich sodann nur unter Berücksichtigung der näheren Um-

stände, unter denen die Täuschung erfolgt ist, sowie der persönlichen Beziehun-

gen zwischen den beteiligten Personen schlüssig beantworten. Denn der Tatbe-

stand des Betruges ist ein Kommunikations- bzw. Interaktionsdelikt, bei welchem 

Täter und Opfer notwendig zusammenwirken, der Täter auf die Vorstellung des 

Opfers einwirkt und dieses zur schädigenden Vermögensverfügung veranlasst 

(BGE 147 IV 73 E. 3.2; Urteile des Bundesgerichts 6B_97/2019 vom 6. November 

2019 E. 2.1.1; 6B_1256/2018 vom 28. Oktober 2019 E. 2.4; 6B_151/2019 vom 

17. April 2019 E. 4).

1.1.8. Auch unter dem Gesichtspunkt der Opfermitverantwortung erfordert die Er-

füllung des Tatbestands nicht, dass das Täuschungsopfer die grösstmögliche 

Sorgfalt walten lässt und alle erdenklichen Vorkehrungen trifft. Als Ausgangspunkt 

gilt in jedem Fall, dass beim Abschluss eines Vertrages beim Partner ein Mini-

mum an Redlichkeit vorausgesetzt werden kann und diesem nicht grundsätzlich 

mit Misstrauen begegnet werden muss (BGE 147 IV 73 E. 3.2; Urteil des Bundes-

gerichts 6B_1020/2021 vom 25. Januar 2022 E. 3.3.2; je mit Hinweisen). Arglist 

ist lediglich dann zu verneinen, wenn dem Täuschungsopfer geradezu Leichtfer-

tigkeit vorgeworfen werden muss, es mithin die grundlegendsten Vorsichtsmass-

nahmen nicht beachtet hat, was das betrügerische Verhalten des Täters in den 

Hintergrund treten lässt (BGE 147 IV 73 E. 3.2 und 4.2; BGE 143 IV 302 E. 1.4.1; 

BGE 142 IV 153 E. 2.2.2; BGE 135 IV 76 E. 5.2; je mit Hinweisen).

- 42 -

1.2. Vorinstanz

1.2.1. Ausgehend vom Sachverhalt gemäss Anklageschrift erachtete die Vorin-

stanz die Tatbestandsvoraussetzungen des Betrugs als erfüllt (Urk. 80 S. 35 ff.). 

Sie erwog zusammengefasst, dass die Übergabe der gefälschten Uhren unter der 

Angabe, es handle sich um Originale, eine täuschende Handlung darstelle. Der 

Beschuldigte habe weder ein ganzes Lügengebäude errichtet, noch besondere 

Machenschaften oder Kniffe angewendet, sondern sich einer einfachen Lüge be-

dient. Da es sich bei den übergebenen Armbanduhren um qualitativ hochwertige 

Fälschungen gehandelt habe, sei es für den Privatkläger 1 als Laien nicht möglich 

gewesen, diese von echten Uhren der Marke B._____ zu unterscheiden. Hierfür 

wären vielmehr besondere Fachkenntnisse erforderlich gewesen. Der Aufwand 

für eine fachliche Kontrolle bzw. eine Expertise hätte jedoch einen vernünftigen 

Rahmen überschritten (Urk. 80 S. 35 f.). Der Beschuldigte habe entsprechend 

arglistig gehandelt.

1.2.2. Zur Arglist erwog die Vorinstanz weiter, dass dem Privatkläger 1 keine Op-

fermitverantwortung vorgeworfen werden könne. Zwar sei nicht von der Hand zu 

weisen, dass der Privatkläger 1 ein in gewissem Masse leichtfertiges Verhalten an 

den Tag gelegt habe, indem er die Angabe des Beschuldigten, bei den übergebe-

nen Uhren handle es sich um Originale, einfach so als wahr hingenommen habe. 

Für den objektiven Betrachter habe es verschiedene Warnsignale gegeben, die 

auch beim Privatkläger 1 zumindest gewisse Zweifel hätten wecken müssen. Es 

müsse indessen beachtet werden, dass bei der Opfermitverantwortung nicht dar-

auf abzustellen sei, wie irgendeine Person, sondern wie das konkrete Opfer die 

Situation wahrgenommen habe. Unter Berücksichtigung der Geschäftsbeziehun-

gen und des intensiven persönlichen Kontakts sei durchaus nachvollziehbar, dass 

der Privatkläger 1 aufgrund des besonderen Vertrauensverhältnisses zum Be-

schuldigten stets davon ausgegangen sei, dass er von diesem eine Originaluhr 

erhalte. Es sei auch nicht so, als habe sich der Privatkläger 1 überhaupt keine 

Gedanken gemacht. Für viele der im Nachhinein erkannten Warnsignale habe er 

denn auch eine Erklärung gehabt. Gestützt auf die konkreten Umstände liege, so 

- 43 -

die Vorinstanz, keine besondere Leichtfertigkeit vor, welche das täuschende Ver-

halten des Beschuldigten geradewegs verdränge (Urk. 80 S. 36 f.).

1.2.3. Nachdem auch die übrigen Tatbestandsmerkmale erfüllt seien, insbeson-

dere der Irrtum des Privatklägers 1 über die Echtheit der erhaltenen Uhren, die irr-

tumsbedingte Vermögensdisposition, der Vermögensschaden des Privatklägers 1 

und der Motivations- bzw. Kausalzusammenhang in objektiver Hinsicht sowie der 

Vorsatz und die Bereicherungsabsicht in subjektiver Hinsicht (Urk. 80 S. 27 f.), sei 

der Beschuldigte des Betrugs im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB schuldig zu 

sprechen (Urk. 80 S. 28).

1.3. Einwendungen des Beschuldigten

1.3.1. Der Beschuldigte liess anlässlich der Berufungsverhandlung vorbringen, 

dass er gegenüber dem Privatkläger 1 nie behauptet habe, dass er eine originale 

Uhr der Marke B._____ besitze und ihm ebenfalls eine solche beschaffen könne. 

Auch bei der Übergabe der Uhren habe er keine Zusicherungen hinsichtlich deren 

Echtheit gemacht (Urk. 90 Rz. 84). Der Beschuldigte bestreitet damit sinngemäss 

das Vorliegen einer Täuschungshandlung. 

1.3.2. Mit Bezug auf das Tatbestandsmerkmal der Arglist führte seine Verteidi-

gung weiter aus, dass aufgrund der Umstände, unter denen dem Privatkläger 1 

die beiden Uhren übergeben worden seien, nicht ernsthaft argumentiert werden 

könne, die Qualität der Fälschungen sei so gut gewesen, dass es dem Privatklä-

ger 1 nicht möglich gewesen sei, diese von echten Uhren zu unterscheiden. So-

dann könne auch nicht festgehalten werden, dass eine fachliche Kontrolle der Uh-

ren einen unverhältnismässigen Aufwand für den Privatkläger 1 bedeutet hätte. 

Vielmehr hätte dem Privatkläger 1 aufgrund der Verpackung der Uhren und dem 

Fehlen von Echtheitszertifikaten sogleich klar sein müssen, dass der Beschuldigte 

ihm keinesfalls Originaluhren beschafft und übergeben habe (Urk. 90 Rz. 85). 

Daran ändere die Intensität des von der Vorinstanz beschriebenen Vertrauensver-

hältnisses zum Beschuldigten nichts (Urk. 90 Rz. 90). Mit Bezug auf den Ge-

sichtspunkt der Opfermitverantwortung hielt die Verteidigung fest, dass der Privat-

kläger 1 grundlegendste Vorsichtsmassnahmen missachtet und völlig leichtfertig 

- 44 -

gehandelt habe, indem ihm das Risiko, keine Originaluhr der Marke B._____ zu 

erhalten, zwar habe bewusst sein müssen, wovor er jedoch einfach die Augen 

verschlossen habe. Gegenüber der Staatsanwaltschaft habe der Privatkläger 1 

selber eingeräumt, dass er spätestens bei der Übergabe der Uhren habe erken-

nen müssen, dass es sich nicht um Originale handeln könne und es insofern ein 

Missverständnis gewesen sei, soweit er originale Uhren der Marke B._____ er-

wartet habe (Urk. 90 Rz. 90 ff.). Aufgrund der Opfermitverantwortung des Privat-

klägers 1 könne dem Beschuldigten keine Arglist angelastet werden.

1.3.3. Die Verteidigung äusserte sich auch zu den weiteren Tatbestandsvoraus-

setzungen des Betrugs im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB. Wie sich aus den 

nachfolgenden Erwägungen ergibt (s. Ziff. IV.1.4.), muss auf diese Voraussetzun-

gen nicht weiter eingegangen werden, weshalb an dieser Stelle darauf verzichtet 

wird, die entsprechenden Einwände der Verteidigung im Einzelnen wiederzuge-

ben. 

1.4. Subsumption

1.4.1. Entgegen der Schlussfolgerung der Vorinstanz kann unter Verweis auf die 

vorstehenden Erwägungen (Ziff. III.4.1.25. ff.) nicht auf den Sachverhalt gemäss 

Anklageschrift abgestellt werden. Insbesondere ist nicht erstellt, dass der Be-

schuldigte dem Privatkläger 1 bei mehreren Gelegenheiten angab, dass die von 

ihm getragene Armbanduhr der Marke B._____ original sei, er über besondere 

Beziehungen zu dieser Uhrenherstellerin verfüge und dem Privatkläger 1 deshalb 

ebenfalls eine Originaluhr der Marke B._____ zu besseren Konditionen als auf 

dem freien Markt besorgen könne.

1.4.2. Damit fehlt es an einer aktiven Täuschungshandlung seitens des Beschul-

digten, mithin an einer unrichtigen Erklärung über Tatsachen, die darauf ausge-

richtet war, beim Privatkläger 1 eine von der Wirklichkeit abweichende Vorstellung 

hervorzurufen. 

1.4.3. Ob die Übergabe der gefälschten Uhren an den Privatkläger 1 am 6. Okto-

ber 2019 eine Täuschungshandlung durch konkludentes Verhalten darstellt, wie 

- 45 -

es die Vorinstanz annahm (vgl. Urk. 80 S. 35), ist vorliegend nicht weiter zu erör-

tern, da diese Handlung erst nach der Reduktion der Werklohnforderung um 

Fr. 15'000.– mittels Freundschaftsrabatt erfolgte. Zu diesem Zeitpunkt unterlag 

der Privatkläger 1 bereits der irrtümlichen Annahme, der Beschuldigte werde ihm 

eine Originaluhr der Marke B._____ beschaffen. Insofern war die Übergabe der 

gefälschten Uhren nicht der Auslöser bzw. die Motivation für die irrtumsbedingte 

Vermögensdisposition des Privatklägers 1 und damit nicht tatbestandsmässig.

1.4.4. Ebenso wenig ist die Tatvariante des Bestärkens in einem bereits beste-

henden Irrtum erfüllt. Es ist zwar erstellt, dass sich der Privatkläger 1 in einem Irr-

tum befand, indem er, nachdem er die Armbanduhr des Beschuldigten gesehen 

hatte, davon ausging, dass es sich um eine originale Uhr der Marke B._____ han-

delt und er weiter annahm, dass ihm der Beschuldigte ebenfalls eine Originaluhr 

dieser Uhrenherstellerin besorgen könne, als der Beschuldigte ihm bestätigte, er 

werde ihm (dem Privatkläger 1) eine solche Uhr beschaffen bzw. organisieren. 

Damit sich der Beschuldigte des Betrugs im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB 

schuldig gemacht hätte, müsste er jedoch diesen Irrtum beim Privatkläger 1 her-

vorgerufen oder bestärkt haben. Hierfür ist nach der Intention des Gesetzgebers 

ein aktives Vorgehen verlangt und notwendig. Ein solches aktives Vorgehen ist 

seitens des Beschuldigten nicht erstellt. Zwar musste der Beschuldigte erkennen, 

dass der Privatkläger 1 irrtümlich davon ausging, er (der Beschuldigte) werde ihm 

eine Originaluhr der Marke B._____ beschaffen, nachdem der Privatkläger 1 ihm 

eine Reduktion der Werklohnforderung der E._____ GmbH und damit eine Ge-

genleistung für die gewünschte Uhr im Betrag von Fr. 15'000.– vorgeschlagen 

hatte, während er (der Beschuldigte) selbst dafür lediglich Fr. 1'000.– bezahlt 

hatte. Indem er nicht reagierte, sondern den Privatkläger 1 vielmehr im Glauben 

liess, dass für die von ihm (dem Privatkläger 1) gewünschte Uhr eine Gegenleis-

tung von Fr. 15'000.– angemessen und gerechtfertigt sei, verhielt sich der Be-

schuldigte jedoch rein passiv. Fälle blosser Unterlassung werden vom Betrugstat-

bestand nach Art. 146 Abs. 1 StGB nicht erfasst, auch nicht in der Tatvariante des 

Bestärkens in einem vorbestehenden Irrtum. Vielmehr muss der Täter selber aktiv 

werden, indem er beispielsweise die Richtigkeit der irrtümlichen Annahme des 

Opfers ausdrücklich bestätigt, oder – gemäss einem Teil der Lehre – sogar die 

- 46 -

Aufklärung des Irrtums durch besondere Machenschaften oder sonst wie durch 

listenreiches Vorgehen verhindert. Ein solches Verhalten ist indessen nicht nach-

gewiesen. Insbesondere liess sich anhand der erhob