# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1acd17e1-8fe9-5be3-a97b-bffca2c2ae59
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-11-01
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 01.11.2017 200 2017 562
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2017-562_2017-11-01.pdf

## Full Text

200 17 562 MV
SCI/FRN/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 1. November 2017

Verwaltungsrichter Schwegler, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Grütter, Verwaltungsrichterin Fuhrer
Gerichtsschreiberin Franzen

A.________
vertreten durch Fürsprecher B.________
Beschwerdeführer

gegen

Suva 
Abteilung Militärversicherung, Service Center, Postfach, 6009 Luzern
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 12. Mai 2017 (82.600.561/321-3 USS)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Nov. 2017, MV/17/562, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1985 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) 
wurde im Dezember 2007 von der Rekrutenschule (RS) dispensiert, nach-
dem insbesondere Kniebeschwerden links aufgetreten waren. Im Juni 2008 
wurde er untauglich erklärt (Akten der Suva [Militärversicherung bzw. Be-
schwerdegegnerin; act. II] Dok-Datum: 25. Juli 2014 S. 21 und 63). 

Nachdem er 2012 um eine Neubeurteilung der Diensttauglichkeit ersucht 
hatte, wurde er im Februar 2013 tauglich erklärt (act. II Dok-Datum: 25. Juli 
2015 S. 2, 9 und 12). Am 30. Juni 2014 rückte er in die RS ein (act. II Dok-
Datum: 16. Oktober 2014 S. 5). Am 12. Juli 2014 begab er sich in das Not-
fallzentrum des Spitals C.________ (act. II Dok-Datum: 16. Oktober 2014 
S. 9) und wurde am 14. Juli 2014 aus der RS entlassen (act. II Dok-Datum: 
16. Oktober 2014 S. 5). Die Militärversicherung anerkannte ihre Haftung für 
die diagnostizierte Ansatztendinose tractus iliotibialis links, bzw. Verdacht 
auf Zerrung der Adduktoren links (act. II Dok-Datum: 28. Juli 2014).  

Im November 2014 wurden bildgebende Untersuchungen der LWS veran-
lasst (act. II Dok-Datum: 4. November 2014; 6. November 2014). Nach 
durchgeführtem Vorbescheidverfahren (act. II Dok-Datum: 10. Februar 
2015; 25. März 2015; 17. Juli 2015), in dem der Versicherte durch Fürspre-
cher B.________ vertreten wurde, und Einholung versicherungsmedizini-
scher Beurteilungen (act. II Dok-Datum: 10. Februar 2015; 16. Oktober 
2015; 9. Februar 2016), lehnte die Militärversicherung ihre Haftung für das 
nun diagnostizierte lumboischialgische Schmerzsyndrom linksbetont 
(Spondyloyse/Olisthesis L5/S1) mit Verfügung vom 9. März 2016 ab (act. II 
Dok-Datum: 9. März 2016). Daran hielt sie auf Einsprache hin (act. II Dok-
Datum: 11. April 2016) mit Entscheid vom 12. Mai 2017 (act. II ohne Dok-
Datum) fest.  

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Nov. 2017, MV/17/562, Seite 3

B.

Mit Eingabe vom 12. Juni 2017 erhob der Versicherte, nach wie vor vertre-
ten durch Fürsprecher B.________, Beschwerde und stellte folgende An-
träge:

1. Der angefochtene Entscheid der Vorinstanz sei aufzuheben.
2. Es sei die Beschwerdegegnerin/Vorinstanz zu verurteilen, 

das lumboischialgische Schmerzsyndrom linksbetont, bei 
Spondylose/Olisthesis L5/S1 Grad I nach Meyerding, mit bi-
lateraler, linksbetonter Foraminalstenose anzuerkennen und 
für die damit zusammenhängenden Kosten zu haften.

-unter Kosten- und Entschädigungsfolgen-

Mit Beschwerdeantwort vom 5. September 2017 schloss die Beschwerde-
gegnerin auf Abweisung der Beschwerde. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 

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gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 
ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des 
kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 23. Mai 1989 
[VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

1.2 Angefochten ist der Einspracheentscheid vom 12. Mai 2017. Streitig 
und zu prüfen ist die Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin im Zusam-
menhang mit dem lumboischialgischen Schmerzsyndrom linksbetont, bei 
Spondylolyse/Olisthesis L5/S1 Grad I nach Meyerding, mit bilateraler, 
linksbetonter Foraminalstenose. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG). 

2.

2.1 Die Militärversicherung haftet gemäss Art. 4 Abs. 1 des Bundesge-
setzes vom 19. Juni 1992 über die Militärversicherung (MVG; SR 833.1) 
und Art. 5 Abs. 1 MVG für alle Schädigungen der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit des Versicherten und für die unmittelbaren 
wirtschaftlichen Folgen solcher Schädigungen, welche während des Diens-
tes in Erscheinung treten und gemeldet oder sonst wie festgestellt werden. 
Die Militärversicherung haftet nicht, wenn sie den Beweis erbringt, dass die 
Gesundheitsschädigung sicher vordienstlich ist oder sicher nicht während 
des Dienstes verursacht werden konnte (Art. 5 Abs. 2 lit. a MVG); und dass 
diese Gesundheitsschädigung sicher während des Dienstes weder ver-
schlimmert noch in ihrem Ablauf beschleunigt worden ist (Art. 5 Abs. 2 lit. b 
MVG). 

2.2 Wird die Gesundheitsschädigung erst nach Schluss des Dienstes 
durch einen Arzt, Zahnarzt oder Chiropraktor festgestellt und bei der Mi-
litärversicherung angemeldet oder werden Spätfolgen oder Rückfälle gel-

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tend gemacht, so haftet die Militärversicherung nur, wenn die Gesundheits-
schädigung mit überwiegender Wahrscheinlichkeit während des Dienstes 
verursacht oder verschlimmert worden ist oder wenn es sich mit überwie-
gender Wahrscheinlichkeit um Spätfolgen oder Rückfälle einer versicherten 
Gesundheitsschädigung handelt (Art. 6 MVG).

2.3 Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhanges sind 
alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als 
eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit 
eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist 
für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhanges nicht erforder-
lich, dass die Einwirkung während des Dienstes die alleinige oder unmittel-
bare Ursache gesundheitlicher Schädigung ist; es genügt, dass das schä-
digende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder 
geistige Integrität des Versicherten beeinträchtigt hat, das Ereignis mit an-
deren Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die einge-
tretene gesundheitliche Störung entfiele (vgl. BGE 119 V 335 E. 1 S. 337, 
117 V 359 E. 4a S. 360; JÜRG MAESCHI, Kommentar zum Bundesgesetz 
über die Militärversicherung [MVG], 2000, Art. 5-7 N. 27).

2.4 Beim Kontemporalitätsprinzip besteht die Haftung grundsätzlich 
unabhängig vom Bestehen einer Kausalität schon aufgrund des zeitlichen 
Zusammenhangs zwischen einem bestimmten Ereignis und dem Schaden 
(MAESCHI, a.a.O., Art. 5-7 N. 30). 

2.5 Die Beurteilung der Haftungsfrage ist primär juristischer Natur und 
obliegt den rechtsanwendenden Behörden. Verwaltung und Richter sind 
mangels eigener Fachkenntnisse jedoch auf die Mitwirkung des Arztes an-
gewiesen. Aufgabe des Arztes ist es, die für den Entscheid wesentlichen 
medizinischen Grundlagen anzugeben und im Rahmen der ihm unterbreite-
ten Fragen zur medizinischen Einschätzung bestimmter Tatsachen Stellung 
zu nehmen (MAESCHI, a.a.O., Art. 5-7 N. 44). Bei der Kausalitätsbeurteilung 
hat sich der Arzt auf Angaben zum natürlichen Kausalzusammenhang zu 
beschränken. Auch die natürliche Kausalität bildet jedoch einen Rechtsbe-
griff, welcher mit dem medizinischen Begriff des natürlichen Kausalzusam-
menhangs nicht notwendigerweise übereinstimmt. Die Beweiswürdigung 

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bezüglich des natürlichen Kausalzusammenhangs bleibt daher Sache des 
Rechtsanwenders (MAESCHI, a.a.O., Art. 5-7 N. 47). 

3.

3.1 In medizinischer Hinsicht lassen sich den Akten im Wesentlichen 
die folgenden Angaben entnehmen: 

3.1.1 Im Notfallbericht des Spitals C.________ vom 12. Juli 2014 (act. II 
Dok-Datum: 16. Oktober 2014 S. 9 f.) diagnostizierten die Ärzte eine An-
satztendinose Tractus iliotibialis links sowie einen Verdacht auf Zerrung der 
Adduktoren links. Der Beschwerdeführer stelle sich mit seit fünf Tagen be-
stehenden Schmerzen in der linken Hüfte, Leiste und dem medialen Ober-
schenkel auf dem Notfall vor. Die Beschwerden seien ohne explizites 
Trauma aufgetreten. Ausserdem bestünden Schmerzen im linken medialen 
Knie mit Ausstrahlung nach proximal. Der Beschwerdeführer habe eine 
bekannte Meniskusschädigung im linken Knie, die gemäss seinen Angaben 
nach forcierter Gewichtsabnahme in den letzten drei Jahren weniger Be-
schwerden bereite. Es bestehe keine Klopfdolenz über der Wirbelsäule 
oder den Iliosakralgelenken. Der Beschwerdeführer erhalte eine analgeti-
sche Therapie mit Ibuprufen.

3.1.2 Im Bericht vom 21. August 2014 (act. II Dok-Datum: 21. August 
2014) diagnostizierte Dr. med. D.________, Facharzt für Orthopädische 
Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, eine Anterior Knee 
Pain links, differentialdiagnostisch ein Plicaimpingement, eine Ansatztendi-
nitis sowie eine mediale Meniskusläsion. Anamnestisch beständen seit 
einer vermehrten Belastung beim Militär im Rahmen einer Nachtübung 
Schmerzen im Bereich des anteromedialen Kniegelenkskompartimentes, 
insbesondere lageabhängig auch in der Nacht (S. 1). Bei Durchsicht des 
MRI Knie links vom 7. August 2014 zeige sich eine fragliche Läsion im Be-
reich des medialen Meniskushinterhorns, bis knapp an die Unterfläche rei-
chend. Zusätzlich zeige sich eine medial infrapatelläre Plica mit Signalalte-
ration sowie leichte Signalstörung des retropatellären Knorpels. Er habe 
primär zu einer konservativen Therapie geraten (S. 2).

3.1.3 Im Bericht vom 18. November 2014 (act. II Dok-Datum: 18. Novem-
ber 2014) diagnostizierte Prof. Dr. med. E.________, Facharzt für Or-

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thopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, (Be-
richt signiert durch Assistenzarzt F.________, Orthopädie Spital 
C.________), ein lumboischialgisches Schmerzsyndrom linksbetont bei 
Spondylolyse/Olisthesis L5/S1 Grad I nach Meyerding mit bilateraler, links-
betonter Foraminalstenose. Anamnestisch bestehe eine dreimonatige Ge-
schichte mit Schmerzen im Kreuz-/Gesässbereich links. Offenbar sei es zu 
einer akuten Schmerzexazerbation nach einer Übung im Militär gekommen. 
Die Hauptschmerzen lokalisiere der Beschwerdeführer im Flanken- und 
Gesässbereich links. Es bestünden deutliche Reklinationsschmerzen und 
auch ein positiver Pseudo-Lasègue links. Bildgebend imponiere die Spon-
dylolyse/Olisthesis L5/S1 mit einer fortgeschrittenen Bandscheibendegene-
ration und den typischen foraminalen Engen. Aufgrund der Bildgebung und 
der Befunde bestehe hier eine klare Indikation für ein operatives Vorgehen 
im Sinne einer Dekompression, Segmentaufrichtung und Stabilisie-
rung/Fusion L5/S1. 

3.1.4 Nach Durchführung eines CT LWS vom 24. November 2014 führte 
Prof. Dr. med. E.________ (Bericht erneut signiert von Assistenzarzt 
F.________) aus, vom Strukturellen her sei der klassische Befund der 
Spondylolyse gegeben (act. II Dok-Datum: 26. November 2014). Es sei ein 
hochgradiges Wirbelgleiten vorhanden. Das Gelenk L4/L5 zeige eine gute 
Kongruenz und die Bandscheibe sei normal. 

3.1.5 In der Aktennotiz der Beschwerdegegnerin vom 11. Dezember 2014 
(act. II Dok-Datum: 11. Dezember 2014) wurde ausgeführt, gemäss Be-
sprechung mit dem Vertrauensarzt Dr. med. G.________, Facharzt für All-
gemeine Innere Medizin, seien die Beschwerden ganz klar degenerativer 
Ursache und stünden nicht im Zusammenhang mit dem Militärdienst.

3.1.6 In der Aktennotiz vom 8. Januar 2015 (act. II ohne Dok-Datum) führ-
te Dr. med. G.________, aus, der Beschwerdeführer weise darauf hin, 
dass seine Wirbelsäule anlässlich der Rekrutierung im Jahr 2006 und 2013 
laut Bericht der medizinischen Untersuchungskommission unauffällig ge-
wesen sei, obwohl der Absatz in der Wirbelsäule deutlich zu sehen und zu 
spüren sei. Weiter merke er an, dass er vor dem Militärdienst täglich Sport 
getrieben habe und dies über mehrere Jahre beschwerdefrei. Seit dem 
Dienst könne er keinerlei sportlichen Tätigkeiten mehr nachgehen, weil die 

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Schmerzen zu gross seien. Diesbezüglich führte der Kreisarzt aus, die vor-
gesehene stabilisierende Operation des lumbosakralen Übergangs diene 
der Behandlung degenerativer Veränderungen im Bereich L5/S1 und anla-
gebedingter Veränderungen L5 (Olisthesis/Spondylolisthesis). Es könne an 
der Haftungsablehnung festgehalten werden. 

3.1.7 In der versicherungsmedizinischen Beurteilung vom 16. Oktober 
2015 (act. II Dok-Datum: 16. Oktober 2015) führte der Kreisarzt, Dr. med. 
H.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 
Bewegungsapparates, aus, echtzeitliche Aufzeichnungen eines Truppen-
arztes, die ein Ereignis mit einer Krafteinwirkung auf die Wirbelsäule be-
schrieben, bzw. weitere, zeitnahe medizinische Dokumente über Rücken-
schmerzen, stünden nicht zur Verfügung. Bei einer Spondylolyse handle es 
sich in der Regel um eine angeborene Gefügestörung im Bereich des lum-
bosakralen Übergangs. Die übrigen Wirbelsäulenbefunde seien degenera-
tiver Art und auf die bestehende Instabilität im Bereich des Segmentes 
LWK4/5, infolge Spondylolisthesis, zurückzuführen. Dies sei ein Prozess, 
der sich innerhalb eines längeren Zeitraumes, teilweise über mehrere Jahre 
entwickle und nicht innerhalb eines Zeitraumes von wenigen Wochen, hier 
sogar zwei Wochen, entstanden sei. Ein Trauma im Bereich des lumbosa-
kralen Übergangs sei nicht beschrieben bzw. nicht dokumentiert worden. 
Hier wären, um eine traumatische Ursache in Erwägung zu ziehen, eine 
Fraktur oder zumindest frische ossäre Läsionen zu erwarten gewesen. In 
jedem Falle könne schon jetzt aufgrund der vorliegenden Unterlagen, ins-
besondere auch des Operationsberichtes beurteilt werden, dass die Spon-
dylolyse/Olisthesis nicht durch den Dienst oder ein dienstliches Ereignis 
verursacht worden sei. Gegen eine dienstliche Verschlimmerung des vor-
bestehenden Zustandes spreche, dass im Anschluss an die nicht doku-
mentierte Nachtübung, keine Rückenschmerzen im Bereich des lumbosa-
kralen Übergangs beschrieben worden seien. Auch im Bericht von Dr. med. 
D.________ vom 21. August 2014 (act. II Dok-Datum: 21. August 2014) 
seien in der Anamnese Rückenschmerzen nicht beschrieben worden, son-
dern lediglich Schmerzen im Bereich des anteromedialen Kniegelenkskom-
partimentes (S. 5). 

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In der versicherungsmedizinischen Beurteilung vom 9. Februar 2016 (act. II 
Dok-Datum: 9. Februar 2016) führte Dr. med. H.________ aus, nach 
nochmaliger Durchsicht des Sanitätsdossiers und Vervollständigung der 
noch ausstehenden Berichte, fänden sich weiterhin keine echtzeitlichen, 
truppenärztlichen Eintragungen mit Hinweisen auf eine Nachtübung und 
Hinweisen auf äussere Einwirkungen, die die gemeldete Gesundheitsschä-
digung hätte verursacht haben können. Im zeitnah erstellten Notfallbericht 
des Spitals C.________ (act. II Dok-Datum: 16. Oktober 2014 S. 9) fänden 
sich ebenfalls keine Hinweise auf eine Wirbelsäulenverletzung. Die Wir-
belsäule sei jedoch im Status untersucht und ausdrücklich beschrieben 
worden: Keine Klopfdolenz über Wirbelsäule oder Iliosakralgelenken. Bei 
einem Ereignis, das die vorbestehende Anterolisthesis Meyerding Grad I-II 
sowie die bilaterale Spondylolyse LWK 5 in irgendeiner Weise beeinflusst 
hätte, wäre eine Klopfdolenz über der Wirbelsäule zu diesem Zeitpunkt 
noch klinisch nachweisbar gewesen. Auch wären allfällige äussere Verlet-
zungen, Schwellungen und Rötungen sicher dokumentiert worden, denn 
der Untersuchungsbefund sei sehr vollständig. Es könne nicht davon aus-
gegangen werden, dass das diagnostizierte lumboischialgische Schmerz-
syndrom, linksbetont, bei Spondylolyse/Olisthesis L5/S1 in einen überwie-
gend wahrscheinlichen Zusammenhang mit den während der Rekruten-
schule gemeldeten Beschwerden gebracht werden könne (S. 2). 

3.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt Beweis-
wert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet 

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sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverläs-
sigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt in einem An-
stellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf 
mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Gleiches gilt, 
wenn ein frei praktizierender Arzt von einer Versicherung wiederholt für die 
Erstellung von Gutachten beigezogen wird (SVR 2008 IV Nr. 22 S. 70 
E. 2.4). Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen 
in die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen 
lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten 
im Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gut-
achters allerdings ein strenger Massstab anzulegen (BGE 125 V 351 
E. 3b ee S. 354). 

3.3 Die Beschwerdegegnerin stützte sich im Einspracheentscheid vom 
12. Mai 2017 im Wesentlichen auf die Beurteilungen der beiden Kreisärzte 
Dres. G.________ und H.________ (vgl. E. 3.1.5 ff.). Diese Aktenberichte 
erfüllen die von der höchstrichterlichen Rechtsprechung an den Beweiswert 
eines medizinischen Berichts gestellten Anforderungen (vgl. E. 3.2 hiervor) 
und überzeugen. Die beiden Ärzte haben sich in ihrer ärztlichen Beurtei-
lung in Kenntnis der medizinischen Vorakten sorgfältig mit den gesundheit-
lichen Einschränkungen des Beschwerdeführers auseinandergesetzt und 
ihre Schlussfolgerungen gestützt auf die Vorakten und bildgebenden Un-
tersuchungen getroffen. Die Ausführungen in den Beurteilungen der medi-
zinischen Zusammenhänge sind einleuchtend und die gezogenen Schluss-
folgerungen zum Gesundheitszustand nachvollziehbar begründet. Diese 
Einschätzung stimmt denn auch mit der Einschätzung der behandelnden 
Ärzte überein. In der Folge ist auf die Angaben der Dres. G.________ und 
H.________ abzustellen. 

Dr. med. H.________ hat nachvollziehbar und überzeugend ausgeführt, 
dass aufgrund der vorliegenden Unterlagen, insbesondere auch des Ope-
rationsberichtes, die Spondylolyse/Olisthesis nicht durch den Dienst oder 
ein dienstliches Ereignis verursacht worden ist (act. II Dok-Datum: 16. Ok-
tober 2015). Auch die behandelnden Ärzte haben den Gesundheitsschaden 
am Rücken nicht einer in der Dienstzeit erfolgten Schädigung zugeschrie-
ben. Es liegt ein in seiner Grundlage offensichtlich vordienstlicher Gesund-

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heitsschaden vor. Eine Haftung nach Art. 6 MVG fällt damit von vornherein 
ausser Betracht. 

3.4 Der Beschwerdeführer macht geltend, er habe den (nun symptoma-
tisch gewordenen) Gesundheitsschaden bereits während des Dienstes 
gemeldet, womit zufolge des Kontemporalitätsprinzips die Beschwerde-
gegnerin hafte, denn der Entlastungsbeweis nach Art. 5 Abs. 2 MVG gelin-
ge dieser nicht (Beschwerde S. 3 f.). 

Der Beschwerdeführer hat unbestritten während des Dienstes Meldung 
über einen Gesundheitsschaden erstattet. Aus den Akten ergibt sich, dass 
er sich zufolge einer in die Hüfte auswirkenden Knieproblematik am 12. Juli 
2014 auf die Notfallstation des Spitals C.________ begab und am 16. Juli 
2014 seinen Hausarzt konsultierte (act. II Dok-Datum: 2. September 2014; 
16. Oktober 2014 S. 9). Am 21. August 2014 wurde er zudem von Dr. med. 
D.________ spezialärztlich untersucht (act. II Dok-Datum 21. August 
2014). Dabei wurden gegenüber den erstbehandelnden Notfallärztinnen 
keine Besonderheiten im Militärdienst angegeben. Der Beschwerdeführer 
wies in der Anmeldung MVG erstmals auf einen Marsch hin, nachdem die 
Beschwerden im linken Knie und in der Hüfte aufgetreten seien (act. II Dok-
Datum 16. Juli 2014). Die diesbezüglich nach der Leistungsablehnung 
dramatisierende Darstellung, wonach sich die Rekruten mit Packung 
schnell hätten zu Boden werfen müssen (act. II Dok-Datum 25. März 2015) 
findet in den Akten keine Stütze. Im Gegenteil wurde im Notfallbericht zeit-
nah ausdrücklich auf die Aussage des Beschwerdeführers hingewiesen, 
dass kein Trauma erfolgt sei, wobei damals auch der Marsch noch keine 
Erwähnung fand (act. II Dok-Datum 16. Oktober 2014 S. 9). Die von der 
Beschwerdegegnerin vorgenommenen Abklärungen bei der Truppe konn-
ten keine Hinweise auf die behaupteten Betätigungen während der Übung 
„Warm Up“ hervorbringen bzw. kann sich der damalige Zugführer des Be-
schwerdeführers nicht daran erinnern, dass der Beschwerdeführer irgend-
welche Beschwerden geäussert hätte (act. II Dok-Datum 28. Januar 2016 
S. 1 ff.). Entgegen der Annahme des Beschwerdeführers ist daraus nicht zu 
schliessen, dass seine (spätere) Darstellung nun korrekt sei. Eine Beson-
derheit, welche eine (direkte) Verursachung des Gesundheitsschadens 
selbst annehmen liesse, kann zufolge der auch ärztlich festgestellten de-

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generativen Grundlage ausgeschlossen werden. Ein Trauma bzw. eine 
massgebliche Belastung, welche zumindest ansatzweise annehmen lies-
sen, der vorbestehende Gesundheitsschaden sei symptomatisch gewor-
den, ist gleichermassen ausgeschlossen. Teile der gemeldeten Symptome 
(Schmerzen in der linken Hüfte, Leiste und dem medialen Oberschenkel, 
Schmerzen im linken medialen Knie mit Ausstrahlung nach proximal) kön-
nen zwar auch bei einer Gesundheitsschädigung des Rückens vorliegen. 
Sie bilden jedoch nicht den typischen Symptomenkatalog ab, der leitlinien-
gerecht für die Diagnosestellung des hier zur Diskussion stehenden Ge-
sundheitsschadens erforderlich ist. So wurden den Rücken betreffend von 
entsprechend geschulten Fachärzten zeitnah denn auch explizit klinisch 
unauffällige Befunde erhoben. Dr. med. D.________ veranlasste erst im 
November 2014 ein Röntgen der LWS (act. II Dok-Datum 4. November 
2014). 

Vielmehr wurden die Symptome als typisch für den seit langem bestehen-
den Gesundheitsschaden am Knie betrachtet. Dass sich ein Knieschaden 
in die Hüfte auswirkt, ist nicht ungewöhnlich. So gingen denn auch alle be-
handelnden Ärzte hiervon aus. Wenn – wovon der Beschwerdeführer aus-
geht – damals die Rückenproblematik bereits neben der Knieproblematik 
symptomatisch geworden wäre, d.h. für die Schmerzen in der Hüfte mitver-
antwortlich gewesen wäre, so hätten schliesslich auch im entsprechenden 
Bereich selbst klinische Befunde erhoben werden müssen. Dies war jedoch 
bei den echtzeitlichen Prüfungen gerade ausdrücklich nicht der Fall. Die 
Notfallärztinnen hielten fest, dass keine Klopfdolenz über der Wirbelsäule 
oder den Iliosakralgelenken bestand (act. II Dok-Datum: 16. Oktober 2014 
S. 9). Damit ist der Beweis, dass der Beschwerdeführer den hier zur Dis-
kussion gestellten Gesundheitsschaden den Rücken betreffend während 
des Dienstes gemeldet hat, nicht erbracht. Vielmehr ist erstellt, dass der 
Gesundheitsschaden am Rücken während des Dienstes (noch) nicht in 
Erscheinung getreten ist und damit auch nicht gemeldet werden konnte. 

3.5 Die medizinische Aktenlage präsentiert sich kohärent und wider-
spruchsfrei. Weitere Sachverhaltserhebungen erübrigen sich (antizipierte 
Beweiswürdigung [BGE 122 V 157 E. 1d S. 162]). 

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4. Nach dem Dargelegten ist der Einspracheentscheid vom 12. Mai 
2017 nicht zu beanstanden. Die dagegen erhobene Beschwerde ist unbe-
gründet und damit abzuweisen. 

5.

5.1 In Anwendung von Art. 1 MVG i.V.m. Art. 61 lit. a ATSG sind keine 
Verfahrenskosten zu erheben.

5.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf eine 
Parteientschädigung (Art. 1 MVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG [Umkehr-
schluss]). 

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch wird eine Parteien-
tschädigung zugesprochen.

3. Zu eröffnen (R):
- Fürsprecher B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- Suva, Abteilung Militärversicherung, Service Center 
- Bundesamt für Gesundheit, Aufsicht Militärversicherung, 3003 Bern 

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Nov. 2017, MV/17/562, Seite 14

Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.