# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 75c69181-5c3a-5456-967b-62afe8293118
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-05-13
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Strafgericht 13.05.2025 SBK.2024.351
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_008_SBK-2024-351_2025-05-13.pdf

## Full Text

Obergericht
Beschwerdekammer in Strafsachen

SBK.2024.351
(STA.2022.6170)
Art. 137

Entscheid vom 13. Mai 2025

Besetzung Oberrichter Richli, Präsident
Oberrichterin Massari
Oberrichterin Schär
Gerichtsschreiber Burkhard

Beschwerde-
führer

A._____, […]
vertreten durch Rechtsanwalt Dominik Brändli,
[…]

Beschwerde-
gegnerin

Staatsanwaltschaft Baden,
Mellingerstrasse 207, 5405 Dättwil AG

Beschuldigter B._____, […]
verteidigt durch Rechtsanwalt Roger Baumberger,
[…]

Anfechtungs-
gegenstand

Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft Baden vom
22. November 2024

in der Strafsache gegen B._____

- 2 -

Die Beschwerdekammer entnimmt den Akten:

1.
1.1.
Der Beschwerdeführer verunfallte mit seinem Motorrad am 25. Oktober
2021 im […] in Q._____ und erlitt dabei verschiedene Verletzungen. Als
Unfallursache zog er fehlerhafte Reparatur- und Wartungsarbeiten an
seinem Motorrad in Betracht und stellte am 17. November 2021 bei der
Staatsanwaltschaft des Kantons Bern, Region Emmental-Oberaargau,
vorsorglich Strafantrag gegen Unbekannt wegen (fahrlässiger) Körperver-
letzung. Gleichzeitig erklärte er, sich als Straf- und Zivilkläger zu konsti-
tuieren.

1.2.
Die Staatsanwaltschaft des Kantons Bern, Region Emmental-Oberaargau,
eröffnete am 23. November 2021 eine Strafuntersuchung gegen Unbe-
kannt wegen fahrlässiger einfacher Körperverletzung zum Nachteil des
Beschwerdeführers. Mit Verfügung vom 19. Juli 2022 dehnte sie die Straf-
untersuchung auf den Beschuldigten aus.

1.3.
In Entsprechung einer Gerichtsstandsanfrage der Staatsanwaltschaft des
Kantons Bern, Generalstaatsanwaltschaft, vom 21. Juli 2022 verfügte die
Staatsanwaltschaft Baden am 27. Juli 2022 die Übernahme der gegen den
Beschuldigten wegen fahrlässiger einfacher Körperverletzung geführten
Strafuntersuchung und dehnte diese (zumindest implizit) auf C._____ aus.

2.
Die Staatsanwaltschaft Baden verfügte am 22. November 2024 die
Einstellung der gegen den Beschuldigten wegen fahrlässiger einfacher
Körperverletzung geführten Strafuntersuchung. Diese Einstellungsverfü-
gung wurde von der Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Aargau am
26. November 2024 genehmigt und dem Beschwerdeführer am 29. No-
vember 2024 zugestellt.

3.
3.1.
Mit Beschwerde vom 9. Dezember 2024 beantragte der Beschwerdeführer
(unter Kosten- und Entschädigungsfolgen) die Aufhebung der Einstellungs-
verfügung und die Fortführung der Strafuntersuchung durch die Staatsan-
waltschaft Baden. Zudem stellte er den Antrag, dieses Beschwerdever-
fahren sei gemeinsam mit dem Beschwerdeverfahren SBK.2024.350 zu
behandeln.

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3.2.
Die Verfahrensleiterin der Beschwerdekammer in Strafsachen des Ober-
gerichts forderte den Beschwerdeführer mit Verfügung vom 17. Dezember
2024 (zugestellt am 19. Dezember 2024) auf, der Obergerichtskasse innert
10 Tagen ab Zustellung dieser Verfügung als Kostensicherheit Fr. 1'000.00
zu überweisen. Der Beschwerdeführer kam dem am 23. Dezember 2024
nach.

3.3.
Der Beschuldigte beantragte mit Beschwerdeantwort vom 22. Januar 2025
die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei, Ersatz für
seine Verteidigungskosten und die Verlegung der Verfahrenskosten zu
Lasten des Beschwerdeführers.

3.4.
Die Staatsanwaltschaft Baden beantragte mit Beschwerdeantwort vom
22. Januar 2025 die Abweisung der Beschwerde unter Kosten- und
Entschädigungsfolgen zu Lasten des Beschwerdeführers.

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung:

1.
Im Strafverfahren gegen den Beschuldigten wegen fahrlässiger einfacher
Körperverletzung zum Nachteil des Beschwerdeführers ist Letzterer
aufgrund seiner am 17. November 2021 abgegebenen Erklärung Privat-
kläger (Art. 118 Abs. 1 StPO) und damit Partei i.S.v. Art. 104 Abs. 1 lit. b
StPO. Als solche kann er die ergangene Einstellungsverfügung mit
Beschwerde anfechten (Art. 322 Abs. 2 StPO; Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO).
Auf seine frist- (Art. 396 Abs. 1 StPO) und formgerecht
(Art. 385 Abs. 1 StPO) erhobene Beschwerde ist einzutreten.

2.
2.1.
Die Staatsanwaltschaft Baden führte im Zusammenhang mit dem Unfall
des Beschwerdeführers vom 25. Oktober 2021 auch gegen C._____ eine
Strafuntersuchung wegen fahrlässiger einfacher Körperverletzung, welche
sie mit Verfügung vom 22. November 2024 ebenfalls einstellte. Der
Beschwerdeführer focht diese Einstellungsverfügung mit Beschwerde
ebenfalls an (Beschwerdeverfahren SBK.2024.350). Sein Antrag, die
beiden Beschwerden seien aufgrund der Konnexität gemeinsam zu
behandeln, ist als ein Antrag auf Vereinigung der beiden Beschwerdever-
fahren zu behandeln.

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2.2.
Straftaten werden gemeinsam verfolgt und beurteilt, wenn Mittäterschaft
oder Teilnahme vorliegt (Art. 29 Abs. 1 lit. b StPO). Im Begriff der
"Mittäterschaft" gemäss Art. 29 Abs. 1 lit. b StPO ist auch die fahrlässige
Nebentäterschaft eingeschlossen (Urteil des Bundesgerichts 7B_209/2023
vom 7. November 2023 E. 4.2), mithin wenn mehrere Täter unabhängig
voneinander denselben Tatbestand fahrlässig verwirklichen (BGE 143 IV
361 E. 4.8). Unter den Begriff der Teilnahme fallen die Anstiftung und die
Gehilfenschaft (Urteil des Bundesgerichts 7B_209/2023 vom 7. November
2023 E. 4.2).

Die Staatsanwaltschaft und die Gerichte können Strafverfahren auch aus
sachlichen Gründen vereinen (Art. 30 StPO). Solch ein sachlicher Grund
kann namentlich vorliegen, wenn Beteiligte sich wechselseitig Straftaten
vorwerfen, die sie im Rahmen des gleichen untersuchten Sachverhalts-
komplexes begangen haben sollen (Urteil des Bundesgerichts
7B_209/2023 vom 7. November 2023 E. 4.2).

2.3.
Eine zwischen dem Beschuldigten und C._____ bestehende (eigentliche)
Mittäterschaft oder Teilnahme bezüglich des Vorwurfs der fahrlässigen
einfachen Körperverletzung ist nur schon mangels eines entsprechenden
Vorsatzes ohne Weiteres auszuschliessen. Nachdem die
Staatsanwaltschaft Baden die gegen den Beschuldigten und C._____
wegen fahrlässiger einfacher Körperverletzung geführte Strafuntersuchung
einstellte, ist zumindest für dieses Beschwerdeverfahren auch nicht von
einer erstellten oder zumindest wahrscheinlichen fahrlässigen Nebentäter-
schaft auszugehen. Die blosse Möglichkeit, dass eine solche vorliegen
könnte, genügt nicht, um die beiden Beschwerdeverfahren gestützt auf
Art. 29 Abs. 1 lit. b StPO zu vereinigen.

Weiter ist offensichtlich, dass der Beschuldigte und C._____ den
Tatbestand der fahrlässigen einfachen Körperverletzung (wenn überhaupt)
nicht auf mehr oder weniger identische Art und Weise erfüllt haben können.
Vielmehr sind in beiden Fällen unterschiedliche Tathandlungen bzw. Unter-
lassungen auf ihre Tatbestandsmässigkeit hin zu prüfen. In beiden Be-
schwerdeverfahren stellen sich daher unterschiedliche Fragen, die keiner
einheitlichen Beurteilung zugänglich sind. Insofern besteht auch im Hinblick
auf Art. 30 StPO keine Veranlassung, die beiden Beschwerdeverfahren zu
vereinigen, zumal bereits angesichts der gleichen Besetzung der Be-
schwerdekammer in Strafsachen des Obergerichts in beiden Beschwerde-
verfahren sichergestellt ist, dass für beide Beschwerdeverfahren bedeut-
same Fragen einheitlich beurteilt werden.

Der vom Beschwerdeführer gestellte Vereinigungsantrag ist damit als
unbegründet abzuweisen.

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3.
3.1.
Wegen fahrlässiger einfacher Körperverletzung i.S.v. Art. 125 Abs. 1 StGB
wird auf Antrag mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe
bestraft, wer fahrlässig einen Menschen am Körper oder an der Gesundheit
schädigt. Fahrlässig handelt, wer die Folge seines Verhaltens aus
pflichtwidriger Unvorsichtigkeit nicht bedenkt oder darauf nicht Rücksicht
nimmt. Pflichtwidrig ist die Unvorsichtigkeit, wenn der Täter die Vorsicht
nicht beachtet, zu der er nach den Umständen und nach seinen
persönlichen Verhältnissen verpflichtet ist (Art. 12 Abs. 3 StGB).

3.2.
Die Staatsanwaltschaft Baden stellte das Strafverfahren gegen den
Beschuldigten wegen fahrlässiger einfacher Körperverletzung gestützt auf
Art. 319 Abs. 1 lit. a StPO ein, mithin weil kein Tatverdacht erhärtet sei, der
eine Anklage rechtfertige.

Damit sich eine Anklage von Gesetzes wegen rechtfertigen lässt, muss die
Staatsanwaltschaft in der Lage sein, den relevanten Tatverdacht sachlich
zu erhärten. Vermutungen in der Möglichkeitsform reichen hierfür nicht aus
(Urteil des Bundesgerichts 6B_553/2022 vom 16. September 2022
E. 3.3.2). Bei zweifelhafter Beweis- bzw. Rechtslage hat aber nicht die
Untersuchungs- oder Anklagebehörde über die Stichhaltigkeit des straf-
rechtlichen Vorwurfs zu entscheiden, sondern das für die materielle Be-
urteilung zuständige Gericht. Jedoch sind Sachverhaltsfeststellungen unter
Berücksichtigung des Grundsatzes "in dubio pro duriore" auch bei Einstel-
lungen zulässig, soweit gewisse Tatsachen "klar" bzw. "zweifelsfrei" fest-
stehen, so dass im Fall einer Anklage mit grosser Wahrscheinlichkeit keine
abweichende Würdigung zu erwarten ist (Urteil des Bundesgerichts
6B_744/2019 vom 5. November 2019 E 4.3.1).

4.
4.1.
Die Staatsanwaltschaft Baden begründete ihre gestützt auf Art. 319
Abs. 1 lit. a StPO ergangene Einstellungsverfügung damit, dass sich auch
in Beachtung eines von der D._____ AG am 15. November 2023
erstatteten Berichts zu einer technischen Untersuchung des Unfall-
motorrads nicht rechtsgenüglich rekonstruieren lasse, ob vom Beschuldig-
ten am Federbein des Unfallmotorrads durchgeführte Servicearbeiten
unfallkausal gewesen seien. Gestützt auf die glaubhaften Ausführungen
des Beschuldigten sei davon auszugehen, dass er das besagte Federbein
nach dem Service visuell, mechanisch und im Prüfstand kontrolliert habe.
Wäre der Service nicht korrekt durchgeführt worden, wäre dies bei der
Kontrolle aufgefallen, was auch der Bericht der D._____ AG besage. Eine
Probefahrt von C._____ sei ereignislos verlaufen. Der Beschwerdeführer
habe sein Motorrad bzw. das Federbein nach dem Service geprüft und aus

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seiner Sicht sei alles in Ordnung gewesen. Das besagte Federbein sei nach
dem Service "absolut funktionstüchtig" gewesen.

Ein Fahr- oder Fahrbahnfehler als Unfallursache lasse sich nicht aus-
schliessen. In Beachtung des Berichts der D._____ AG erscheine es auch
möglich, dass "der Fehler" Folge einer ausserordentlichen Belastung oder
des Sturzes gewesen sei.

Es sei auch möglich, dass das begutachtete Federbein (ein von "TM
Racing" stammendes Federbein) nicht das vom Beschuldigten servicierte
Federbein gewesen sei, habe der Beschuldigte doch glaubhaft dargelegt,
ein Sachs-Federbein serviciert zu haben.

Entgegen der Behauptung des Beschwerdeführers, wonach er den Service
am Federbein erst im Oktober 2021 habe durchführen lassen und das
servicierte Federbein erst vier Tage vor dem Unfall am 21. Oktober 2021
erhalten habe, könne es als erstellt gelten, dass der Service des Feder-
beins bereits im Juni 2021 erfolgt sei, mithin ganze vier Monate vor dem
Unfall, was die zu beweisende Kausalität zwischen Ursache (schlechter
Service) und Wirkung (Unfall) klar unterbreche.

4.2.
Der Beschwerdeführer führte mit Beschwerde aus, dass gemäss Kantons-
polizei Bern und Bericht  der D._____ AG der Stossdämpfer des
Federbeins Öl verloren habe und dass dies zu seinem Sturz geführt habe
(Rz. 9). Strittig sei unter anderem, ob ein zuvor am Federbein
durchgeführter Service hierfür ursächlich gewesen sei und wann genau
dieser Service stattgefunden habe (Rz. 10).

Bezüglich des Servicezeitpunkts lägen divergierende Aussagen vor. Sich
zu dieser Frage förmlich aufdrängende Beweiserhebungen seien nicht
angeordnet worden. Dass gemäss Beschuldigtem und C._____ der Service
im Juni 2021 stattgefunden haben soll, plausibilisiere diese Behauptung
mitnichten. Beide hätten angegeben, sich im Laufe des Verfahrens darüber
ausgetauscht zu haben. Eine reine Schutzbehauptung sei nicht
auszuschliessen. Auch die vom Beschuldigten ins Recht gelegte
"Rechnung" beweise nichts. Darin sei der Service für ein Sachs-Federbein
in Rechnung gestellt worden, obwohl bei seinem Motorrad ein TM Racing-
Federbein verbaut gewesen sei. Auf der Rechnung sei zwar von Hand eine
Zahlung im Juli 2021 vermerkt. Das Rechnungsdatum laute aber auf
Oktober 2021. Dass eine Rechnung erst Monate nach der Zahlung erstellt
werde, erscheine lebensfremd. Wegen der Aussicht, widerlegt zu werden,
hätte es für ihn keinen Sinn gemacht, von Beginn weg wahrheitswidrige
Angaben zum Servicezeitpunkt zu machen. Es sei davon auszugehen,
dass sich der tatsächliche Servicezeitpunkt durch eine Konfrontationsein-

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vernahme und allenfalls Beizug weiterer Unterlagen klären oder zumindest
plausibilisieren lasse (Rz. 15).

Die Feststellung der Staatsanwaltschaft Baden, wonach das servicierte
Federbein "absolut funktionstüchtig" gewesen sei, beruhe auf unbelegten
Behauptungen des Beschuldigten und von C._____ und widerspreche klar
dem Bericht der D._____ AG. Womöglich habe sich der Beschuldigte auf
ein anderes von ihm serviciertes Federbein bezogen. Dass man einen
Fehler bereits auf dem Prüfstand bemerkt hätte, halte den im Bericht der
D._____ AG gezogenen Schlüssen nicht stand. Auch sei völlig unklar, ob
C._____ tatsächlich die von ihm behauptete Probefahrt unternommen habe
und falls ja, unter welchen "Parametern" (Rz. 16).

Dass "nicht undenkbar" sei, dass ein Fahr- oder Fahrbahnfehler zum Unfall
geführt habe, sei völlig spekulativ und stehe im Widerspruch zu den
Feststellungen des Unfalldienstes der Kantonspolizei Bern und der
D._____ AG, wonach als Unfallursache ein Haftungsverlust infolge
ausgetretenen Dämpferöls im Vordergrund stehe. Spekulativ sei auch,
dass es bei der Unfallfahrt zu einer ausserordentlichen Belastung
gekommen sein könnte. Die Annahme des Beschuldigten und von
C._____, wonach ein "normaler" Unfall zum Schaden am Federbein geführt
habe, finde in den Akten keinerlei Stütze. Gerade der Bericht der D._____
AG schliesse dies nahezu aus (Rz. 17).

Wenn die Staatsanwaltschaft Baden annehme, dass der Beschuldigte ein
Sachs-Federbein serviciert und C._____ dieses wieder eingebaut habe,
unterstelle sie ihm indirekt, bei seinem Motorrad nach dem angeblich im
Juni 2021 erfolgten Service ein defektes TM Racing-Federbein eingebaut
zu haben. Eine solche Unterstellung entbehre jeglicher Grundlage und sei,
wenn überhaupt, durch den Sachrichter zu klären (Rz. 18).

Sollte das vom Beschuldigten angeblich im Juni 2021 servicierte Sachs-
Federbein nicht sein Federbein gewesen sein, stelle sich die Frage, wer im
Oktober 2021 den Service an seinem Federbein vorgenommen habe und
ob dies allenfalls sogar C._____ selbst gewesen sei (Rz. 20).

4.3.
Der Beschuldigte führte mit Beschwerdeantwort aus, die Staatsanwalt-
schaft Baden habe sich umfassend mit dem Fall auseinandergesetzt. Die
Begründung der Einstellungsverfügung sei nachvollziehbar, fundiert und
absolut zutreffend (Ziff. II/I).

Seine Aussage, den Service am Federbein im Juni 2021 vorgenommen zu
haben, und die Aussage von C._____, das Federbein im "Sommer und
nicht irgendwann im Oktober" bei ihm im Service gehabt zu haben, würden
durch die sich in den Akten befindlichen Rechnungsbelege und den Zah-

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lungseingang auf sein Bankkonto am 2. Juli 2021 gestützt. Für den vom
Beschwerdeführer behaupteten Servicezeitpunkt gebe es keinerlei Belege.
Seine Aussagen seien zweifelsfrei glaubhafter als diejenigen des Be-
schwerdeführers (Ziff. II/II/2).

Die Behauptung, dass er sich im Verlaufe des Verfahrens mit C._____
ausgetauscht habe, sei irreführend und entspreche nicht den gemachten
Aussagen. Ab Ende Juni 2021 habe er keinen Zugang mehr zum Federbein
des am 25. Oktober 2021 verunfallten Motorrads gehabt. Was in diesen
vier Monaten mit dem Federbein passiert sei, bleibe völlig unklar. Das
Federbein sei von ihm fachlich richtig serviciert worden. Selbst wenn man
auf das Rechnungsdatum "10. Oktober 2021" abstelle, wären die Arbeiten
noch Wochen vor dem Unfall ausgeführt worden. Wäre im Oktober 2021
ein anderes Federbein verbaut gewesen als im Juni 2021, so wäre das von
ihm verbaute (tadellose) Federbein zwischenzeitlich ausgetauscht worden.
Es gebe nicht den kleinsten Hinweis, dass er etwas falsch gemacht habe.
Es werde kaum so gewesen sein, dass der Beschwerdeführer sich im Juni
2021 das Motorrad habe instand stellen lassen, um dann bis im Oktober
2021 nicht mehr damit zu fahren. Jeder Trainings- und Rennkilometer setze
ein Renngerät extremen Belastungen aus und führe zu Abnützungen, die
bei gewöhnlicher Benutzung im Strassenverkehr nicht vorkämen
(Ziff. II/II/3).

4.4.
Die Staatsanwaltschaft Baden hielt mit Beschwerdeantwort an der Begrün-
dung der Einstellungsverfügung fest (zu Rz. 8 ff. der Beschwerde).

Inwiefern weitere Beweiserhebungen noch näheren Aufschluss über den
Servicezeitpunkt geben sollten, sei nicht zu erkennen. Es gebe keine An-
haltspunkte, um an den deckungsgleichen, detaillierten, von objektiven Be-
weismitteln gestützten und absolut glaubhaften Aussagen des Beschuldig-
ten und von C._____ zum Servicezeitpunkt zu zweifeln. Ausser der bereits
ins Recht gelegten Rechnung seien keine weiteren Dokumente nötig und
wohl auch nicht vorhanden. Auch die Durchführung einer (vom
Beschwerdeführer erst mit Beschwerde beantragten) Konfrontationseinver-
nahme dränge sich keineswegs auf. Die Kausalkette "zwecks Nachweises
der Sorgfaltspflichtverletzung" des Beschuldigten sei eindeutig unterbro-
chen (zu Rz. 15 der Beschwerde).

Auf die Aussagen des Beschuldigten und von C._____, das Federbein
bzw. Motorrad auf seine Funktionstüchtigkeit überprüft zu haben, sei ab-
zustellen. Der Beschuldigte habe glaubhaft dargelegt, dass bei der Prüfung
des Federbeins "auf Herz und Nieren" ein Fehler (Ölleck etc.) mit Sicherheit
aufgefallen wäre. Die Feststellung, dass das Federbein funktionstüchtig
gewesen sei, stehe auch im Einklang mit dem Bericht der D._____ AG (zu
Rz. 16 der Beschwerde).

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Alternative Unfallursachen könnten auch in Berücksichtigung des Berichts
der D._____ AG nicht ausgeschlossen werden (zu Rz. 17 der
Beschwerde).

Es sei nicht auszuschliessen, dass der Beschuldigte mit dem begutach-
teten Federbein "rein gar nichts" zu tun gehabt habe. Ob C._____ oder eine
andere Person "mit diesem Federbein" zu tun gehabt habe, lasse sich ohne
Hilfe des Beschwerdeführers nicht herausfinden. Dieser hätte "alternative
Szenarien" oder weitere verdächtige Personen nennen können, was er
aber nicht getan habe. Diesbezüglich fehlten jegliche Ermittlungsansätze,
wenn der Beschwerdeführer dabei bleibe, den Service im Oktober 2021
beim Beschuldigten und C._____ durchgeführt zu haben. Was in den vier
Monaten zwischen Juni und Oktober 2021 passiert sei, liege allein in der
Wissenssphäre des Beschwerdeführers (zu Rz. 18 der Beschwerde).

5.
5.1.
Gemäss Bericht der D._____ AG vom 15. November 2023 passte der am
Federbein des Unfallmotorrads verbaute Seegerring nicht in die Nut des
am Federbein verbauten Dichtkopfs, weil dieser Dichtkopf für das
Federbein ungeeignet gewesen sei. Der Seegerring habe deshalb auf der
Fläche über der Nut des Dichtkopfs aufgelegen. Dadurch sei er nicht nach
aussen gespreizt und sein Zusammendrücken nicht verhindert worden
(S. 18 f.). Vor der Unfallfahrt sei das Federbein entsprechend den
Aussagen "intakt" gewesen. Während der Unfallfahrt habe sich der
Seegerring "hinausgearbeitet". Wegen des dadurch gelösten Dichtkopfs
habe das Öl schlagartig entweichen können und habe sich das Fahr-
verhalten des Motorrads plötzlich stark verändert (zu Frage 5.1). Es sei da-
von auszugehen, dass das Federbein vor der Unfallfahrt funktioniert habe
und dass der Fehler erst während der Unfallfahrt aufgetreten sei (zu Frage
5.2). Beim korrekt erfolgten Einbau des Federbeins in das Unfallmotorrad
sei der Fehler nicht zu erkennen gewesen (zu Fragen 5.4 und 5.6). Die
Fehlfunktion des Federbeins sei nicht auf einen falschen Einbau in das Un-
fallmotorrad zurückzuführen, sondern auf die Servicierung des Federbeins
(zu Frage 5.5). Dass es bei korrekt eingebautem und serviciertem
Federbein wegen äusserer Kräfte zu einem Schaden am Federbein hätte
kommen können, treffe nicht zu (zu Frage 5.7). Auch der Unfall habe nicht
zu den am Federbein festgestellten Beschädigungen geführt (zu Fragen
5.9 und 5.11).

5.2.
In diesem Beschwerdeverfahren zu beachtende Gründe, warum auf die im
Bericht der D._____ AG gemachten Feststellungen und die daraus
gezogenen Schlüsse nicht abzustellen wäre, sind keine ersichtlich.
Dementsprechend ist davon auszugehen, dass eine nicht fachgerecht

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durchgeführte Servicierung des Federbeins für den Unfall und die vom
Beschwerdeführer dabei erlittenen Verletzungen zumindest mitkausal war.

Andere mögliche Unfallursachen, wie von der Staatsanwaltschaft Baden
geltend gemacht, sind zwar nicht ohne Weiteres auszuschliessen, aber
nicht durch konkrete Hinweise unterlegt und damit rein hypothetischer Art.
Dass ein mit der Sache befasstes Gericht die Unfallkausalität der
mutmasslich fehlerhaften Servicierung des Federbeins deshalb als
unterbrochen betrachtete, steht nicht mit hinreichender Sicherheit fest, um
eine Verfahrenseinstellung rechtfertigen zu können.

Um die Einstellungsverfügung dennoch schützen zu können, müsste "klar"
bzw. "zweifelsfrei" ausgeschlossen werden können, dass der Beschuldigte
die mutmasslich unfallkausale Servicierung des Federbeins vornahm, oder
müsste zumindest "klar" bzw. "zweifelsfrei" feststehen, dass sich dem
Beschuldigten nicht mit anklagegenügender Sicherheit nachweisen lässt,
die mutmasslich unfallkausale Servicierung des Federbeins vorgenommen
zu haben.

5.3.
Zumindest für dieses Beschwerdeverfahren ist ohne Weiteres davon
auszugehen, dass der vom Beschwerdeführer wegen eines defekten
Federbeins befasste C._____ das defekte Federbein korrekt ausbaute, es
dem Beschuldigten zur Servicierung übergab und anschliessend wieder
korrekt in das Motorrad des Beschwerdeführers einbaute. Die vom
Beschwerdeführer offenbar als möglich erachtete Annahme, dass C._____
die Servicierung selbst vorgenommen oder eine bis anhin unbekannte
Drittperson damit beauftragt und sodann versucht haben könnte, dem
Beschuldigten die fehlerhafte Servicierung sozusagen unterzuschieben,
überzeugt angesichts der konkreten Umstände noch nicht einmal als
theoretische Gedankenspielerei. Auch ist aufgrund der Aussagen des
Beschwerdeführers und von C._____ ohne Weiteres auszuschliessen,
dass der Beschwerdeführer C._____ nach stattgefundener Servicierung
noch ein zweites Mal wegen des Federbeins befasst haben könnte.

5.4.
Bei seiner delegierten Einvernahme vom 18. Januar 2022 (Reg. 6) sagte
der Beschwerdeführer aus, dass er sein Motorrad am "Freitag" zu C._____
gebracht und am "Samstag" bei ihm wieder abgeholt habe (Rz. 61 ff.),
bevor er am "Montag" in Q._____ verunfallt sei (Rz. 108 ff.). Sollte es so
gewesen sein, legte dies konkret nahe, dass es der Beschuldigte war, der
am 22. oder 23. Oktober 2021 das unfallbeteiligte Federbein nicht
sachgerecht servicierte. Warum der Beschwerdeführer am Wochenende
23./24. Oktober 2021 oder gar noch nachträglich zum am 25. Oktober 2021
stattgefundenen Unfall eine nochmalige Servicierung des Federbeins oder
gar dessen Austausch hätte veranlassen sollen, ist nicht einsichtig. Ebenso

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wenig ist einsichtig, wie er dies am besagten Wochenende oder in der Zeit
nach dem Unfall überhaupt hätte bewerkstelligen können (vgl. hierzu auch
Berichtsrapport der Kantonspolizei Bern vom 28. November 2021 S. 1
f. [Reg. 5], wonach das Unfallmotorrad sichergestellt und am 2. November
2021 untersucht worden sei; vgl. auch Aktennotiz der Staatsanwaltschaft
Baden vom 4. August 2023 [Reg. 4], wonach sie von E._____ von der
F._____ GmbH dahingehend informiert worden sei, dass an dem bei ihnen
eingelagerten Unfallmotorrad "von ihrer Seite" seit dem Unfall keine
Änderungen vorgenommen worden seien).

5.5.
Wesentlich anders verhielte es sich hingegen, wenn die vom Beschuldigten
durchgeführte Servicierung des Federbeins bereits "im Juni 2021" (dele-
gierte Einvernahme des Beschuldigten vom 6. Juli 2022 [Reg. 6] Rz. 309
ff.) bzw. "Sommer und nicht irgendwann im Oktober" (delegierte Einvernah-
me von C._____ vom 28. März 2023 [Reg. 6] zu Frage 23) stattgefunden
haben sollte. Diesfalls müsste sich der Beschwerdeführer eine kaum mit
einem Irrtum zu erklärende Falschaussage bezüglich des Servicetermins
entgegenhalten lassen und könnte auch aus zeitlichen Gründen nicht ohne
Weiteres als unwahrscheinlich ausgeschlossen werden, dass eine bislang
unbekannte Person für die mutmasslich fehlerhafte Servicierung des
unfallbeteiligten Federbeins verantwortlich sein könnte. Es wäre von
wissentlich irreführenden Aussagen des Beschwerdeführers auszugehen,
die weitere Untersuchungshandlungen oder gar eine Anklage nicht zu
begründen vermöchten, sondern im Gegenteil die Einstellungsverfügung
gerechtfertigt erscheinen liessen.

5.6.
Bei seiner delegierten Einvernahme vom 6. Juli 2022 beantwortete der
Beschuldigte die Frage, warum er wisse, dass er das besagte Federbein
im Juni 2021 serviciert habe, damit, dass die entsprechende Rechnung am
2. Juli 2021 beglichen worden sei (Rz. 315 ff.). Dafür, dass der
Beschuldigte auch losgelöst von der besagten Rechnung konkrete
Erinnerungen an die fragliche Servicierung des besagten Federbeins
haben könnte, fehlt es an verlässlichen Hinweisen. Zwar behauptete der
Beschuldigte ausdrücklich, sich an das besagte Federbein erinnern zu
können (Rz. 170 ff.). Auch beschrieb er die damaligen Abläufe der
Servicierung ausführlich (Rz. 136 ff. i.V.m. 165 ff.). Details, die darauf
schliessen liessen, dass dieser Beschrieb auf tatsächlichen Erinnerungen
beruhte und nicht bloss einen Standardablauf wiedergab, sind den
Ausführungen des Beschuldigten aber nicht ohne Weiteres zu entnehmen.
Auch angesichts seiner Aussage, dass Arbeiten an Federbeinen alltägliche
Standardarbeiten seien (Rz. 305 ff.), kann es nicht ohne Weiteres als
erstellt gelten, dass der Beschuldigte bei seiner Einvernahme vom 6. Juli
2022 tatsächlich konkrete Erinnerungen an die nach seiner Aussage rund
ein Jahr zurückliegende Servicierung des besagten Federbeins schilderte.

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Zwar kann es durchaus so gewesen sein, dass sich der Beschuldigte
aufgrund besonderer Umstände zumindest noch daran erinnerte, im
Sommer 2021 für C._____ ein Sachs-Federbein serviciert zu haben
(vgl. hierzu Rz. 378 ff.), und dass er gestützt auf diese Erinnerung die
entsprechenden Rechnungs- und Zahlungsbelege heraussuchte. Es kann
auch so gewesen sein, dass der Beschuldigte seine Buchhaltungs-
unterlagen ohne solch eine Erinnerung systematisch durchging und die
eingereichten Rechnungs- und Zahlungsbelege nicht gestützt auf eine
konkrete Erinnerung der fraglichen Servicierung zuordnete, sondern
gestützt auf andere Gründe. So oder anders ergibt sich aus den
eingereichten Rechnungs- und Zahlungsbelegen (Beilagen zur Eingabe
des Beschuldigten vom 29. Januar 2024 [Reg. 3/grün]) nicht, dass der
Beschuldigte das Federbein des Beschwerdeführers im Sommer 2021
servicierte. Dass sich unter den vom Beschuldigten nicht eingereichten
Buchhaltungsunterlagen auch Belege für eine vom Beschuldigten für
C._____ im Oktober 2021 durchgeführte Servicierung eines Federbeins
finden liessen, erscheint ohne Weiteres möglich.

Allein gestützt auf die vom Beschwerdeführer eingereichten Rechnungs-
und Zahlungsbelege und seine damit (erwartungsgemäss) übereinstim-
menden Aussagen lässt sich somit nicht mit hinreichender Sicherheit ent-
scheiden, wann der Beschuldigte das Federbein des Beschwerdeführers
servicierte.

5.7.
Bei seiner delegierten Einvernahme vom 28. März 2023 führte C._____ in
Anwesenheit des Beschuldigten aus, dass der Beschwerdeführer wegen
eines defekten Federbeins zu ihm gekommen sei. Zudem habe er
Rennpneus gewollt, damit er auf der Rennstrecke fahren könne (zu Frage
18). Wann der Beschwerdeführer ihm das Motorrad gebracht habe, wann
er es dem Beschuldigten zur Reparatur gebracht habe und wann er es vom
Beschuldigten zurückerhalten und dem Beschwerdeführer zurückgegeben
habe, wisse er nicht mehr auswendig (zu Fragen 21 f.). Die Abweichungen
in den Aussagen des Beschwerdeführers, wonach das Federbein am
21. Oktober 2021 repariert worden sei, und des Beschuldigten, wonach die
Reparatur im Juni 2021 stattgefunden habe, könne er sich nicht erklären.
Es sei "Sommer und nicht irgendwann im Oktober" gewesen (zu Frage 23).
Dem Beschwerdeführer habe es "pressiert", weil er auf der Rennstrecke
habe fahren wollen (zu Frage 24). Er habe das Federbein mit dem Auto
zum Beschuldigten gebracht und von dort wieder abgeholt (zu Frage 27).
Nach dem Wiedereinbau des Federbeins habe er eine Probefahrt gemacht
(zu Frage 34). Sein "Hauptproblem" sei, dass es "keine Diskussion" geben
dürfe, weil es sich um Rennsport handle (zu Frage 37; ähnlich zu Frage
42). Die Frage des Beschuldigten, ob die Möglichkeit bestehe, dass der
Beschwerdeführer das Motorrad "schon vorgängig" gefahren sei, bejahte

- 13 -

er mit dem Hinweis, dass er wisse, dass der Beschwerdeführer nach
Frankreich habe gehen wollen, wenngleich er nicht wisse, wann genau (zu
Frage 62).

Sollte die Aussage von C._____, dass die Reparatur im Sommer und nicht
im Oktober 2021 stattgefunden habe, unbeeinflusst vom Beschuldigten
zustande gekommen sein bzw. unzweifelhaft auf einer eigenen Erinnerung
von C._____ beruhen, wäre dies ein gewichtiges Indiz dafür, dass die
besagte Reparatur tatsächlich im Sommer und nicht im Oktober 2021
stattfand. Dies kann aber nur schon in Berücksichtigung der Formulierung
der Frage 23 nicht als erstellt gelten. Zudem gab der Beschuldigte bei
seiner Einvernahme vom 6. Juli 2022 zu Protokoll, dass ihm C._____
telefonisch vom "Vorfall" berichtet habe (Rz. 466 ff.). Dementsprechend
kann nicht ohne Weiteres ausgeschlossen werden, dass sich C._____ bei
seinen Aussagen zum Zeitpunkt der Servicierung des Federbeins mangels
eigener Erinnerungen bloss den diesbezüglichen Aussagen des
Beschuldigten anschloss.

5.8.
Zusammengefasst wirken die Aussagen des Beschwerdeführers zum
Zeitpunkt der Servicierung des Federbeins derzeit in Berücksichtigung der
konkreten Umstände nicht weniger glaubhaft als diejenigen des Be-
schuldigten und von C._____. Allein deshalb ist die Einstellungsverfügung
bereits aufzuheben (E. 3.2 hievor). Angesichts der Ungereimtheiten be-
züglich des Servicezeitpunkts drängt sich zudem eine Konfrontations-
einvernahme nachgerade auf und sind auch weitere Untersuchungen an-
gezeigt. So erscheint nämlich durchaus möglich, dass es zu den vom Be-
schuldigten eingereichten Buchungsbelegen spiegelbildliche Buchungs-
belege bei C._____ gibt, anhand welcher sich der Zeitpunkt der
Servicierung des Federbeins des Beschwerdeführers näher bestimmen
und der Tatverdacht dementsprechend erhärten oder entkräften lässt.
Gerade die Aussage von C._____, dass er das genaue Reparaturdatum
nicht mehr auswendig wisse, legt nahe, dass er es womöglich anhand
seiner Unterlagen ermitteln kann. Womöglich liesse sich anhand von
diesen Unterlagen auch die Marke des Federbeins ermitteln (Sachs oder
TM Racing), dessen Servicierung C._____ dem Beschwerdeführer in
Rechnung stellte.

Damit sind die Voraussetzungen für eine Einstellung gestützt auf Art. 319
Abs. 1 lit. a StPO nicht erfüllt. Die Einstellungsverfügung der Staatsanwalt-
schaft Baden vom 22. November 2024 ist in Gutheissung der Beschwerde
aufzuheben und die Sache ist zur weiteren Behandlung im Sinne der
Erwägungen an die Staatsanwaltschaft Baden zurückzuweisen.

- 14 -

6.
6.1.
Die Kosten des Beschwerdeverfahrens sind gestützt auf Art. 428 Abs. 4
StPO auf die Staatskasse zu nehmen.

6.2.
Der Anspruch des Beschwerdeführers auf angemessene Entschädigung
für notwendige Aufwendungen richtet sich nach Art. 433 StPO und hängt
vom Ausgang des Strafverfahrens ab. Dieser ist derzeit noch offen. Es ist
daher nicht möglich, im vorliegenden Entscheid eine Entschädigung für das
Beschwerdeverfahren festzulegen. Eine allfällige Entschädigung wird somit
im Rahmen der Regelung der Entschädigung im Endentscheid und in
Abhängigkeit vom Verfahrensausgang zu behandeln und zu verlegen sein
(Art. 421 Abs. 1 StPO; vgl. Urteil des Bundesgerichts 1B_531/2012 vom
27. November 2012 E. 3).

Die Beschwerdekammer entscheidet:

1.
In Gutheissung der Beschwerde wird die den Beschuldigten betreffende
Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft Baden vom 22. November
2024 aufgehoben und die Sache zur weiteren Behandlung im Sinne der
Erwägungen an die Staatsanwaltschaft Baden zurückgewiesen.

2.
Die Kosten des Beschwerdeverfahrens werden auf die Staatskasse
genommen.

Zustellung an:
[…]

Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde in Strafsachen (Art. 78 ff., Art. 90 ff. BGG)

Gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen, kann innert 30 Tagen, von der
schriftlichen Eröffnung der vollständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die
Beschwerde an das Schweizerische Bundesgericht erhoben werden. Dieselbe Beschwerde
kann erhoben werden gegen selbständig eröffnete Vor- und Zwischenentscheide, wenn
diese einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil bewirken können oder wenn die
Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeiführen und damit einen
bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren ersparen
würde (Art. 44 Abs. 1, Art. 78, Art. 90, Art. 93, Art. 100 Abs. 1 und Art. 112 Abs. 1 BGG).

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen
Bundesgericht einzureichen (Art. 42, Art. 100 Abs. 1 BGG).

- 15 -

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren
Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte
elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen,
inwiefern der angefochtene Entscheid Recht (Art. 95 ff. BGG) verletzt. Die Urkunden, auf
die sich eine Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen
hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 BGG). Für die Beschwerde-
legitimation ist Art. 81 BGG massgebend.

Aarau, 13. Mai 2025

Obergericht des Kantons Aargau
Beschwerdekammer in Strafsachen
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Richli Burkhard

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