# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3e43ee7f-2f34-5c3d-a308-a90613dd6486
**Source:** Zürich Baurekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-06-18
**Language:** de
**Title:** Aufhebung Unterschutzstellung sowie Baubewilligung für Neubau Privatklinik.
**Docket/Reference:** BRGE II Nrn. 0087-0096/2019
**URL:** https://www.baurekursgericht-zh.ch/media/entscheidauszug_aus_brge_ii_nrn._0087-0096_2019_vom_18._juni_2019.pdf

## Full Text

Baurekursgericht 
des Kantons Zürich 
2. Abteilung 

G.-Nrn. 

BRGE II Nrn. 

R2.2018.00099, R2.2018.00107, R2.2018.00109, R2.2018.00110, 
R2.2018.00113, R2.2018.00115, R2.2018.00116, R2.2018.00117, 
R2.2018.00118 und R2.2018.00119 
0087/2019 - 0096/2019 

Entscheid vom 18. Juni 2019 

Mitwirkende 

Abteilungspräsident Peter Rütimann, Ersatzrichterin Marlen Patt, Baurichter 
Adrian Bergmann, Gerichtsschreiberin Karin Rüsch     

in Sachen 

Rekurrierende 

R2.2018.00099 
N. D., […] 

vertreten durch […] 

I. M., […] 

R2.2018.00107 
1. 
I. Z., […] 
2.  A. H., […] 
3.  D. und F. I., […] 
4. 
5.  C. B. und M. B., […] 
6.  U. und D. N., […] 
7.  J. S., […] 
8.  B. A., […] 
alle vertreten durch […] 

R2.2018.00109 und R2.2018.00110 
H.-J. und R. D., […] 

vertreten durch […] 

R2.2018.00113 und R2.2018.00115 
Mi. B. und T. P., […] 

vertreten durch […] 

R2.2018.00116 
S. F., […] 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
vertreten durch […] 

R2.2018.00117 
B. D. und C. D., […] 

R2.2018.00118 und R2.2018.00119 
1.  M. H., […] 
2.  H. S.-W., .[…] 
3.  Ba. D., […] 

alle vertreten durch […] 

gegen 

Rekursgegnerschaft 

R2.2018.00099 
1.  Baukommission X, […] 
2.  Baudirektion Kanton Zürich, Walchetor, Walcheplatz 2, Postfach, 

8090 Zürich  
3.  Klinik S. AG, […] 

Nr. 3 vertreten durch […] 

R2.2018.00107, R2.2018.00109, R2.2018.00115 und R2.2018.00119 
1.  Gemeinderat X, […] 

vertreten durch […] 

R2.2018.00113, R2.2018.00116 und R2.2018.00117 
1.  Baukommission X, […] 

Nr. 1 vertreten durch [..] 

2.  Baudirektion Kanton Zürich, Walchetor, Walcheplatz 2, Postfach, 

8090 Zürich  

3.  Klinik S. AG, […] 

Nr. 3 vertreten durch […] 

R2.2018.00110 und R2.2018.00118 
1.  Baukommission X, […] 

Nr. 1 vertreten durch […] 

2.  Volkswirtschaftsdirektion, Amt für Wirtschaft und Arbeit,  

Neumühlequai 10, 8090 Zürich  

3.  Klinik S. AG, […] 

Nr. 3 vertreten durch […] 

Mitbeteiligte 

R2.2018.00107, R2.2018.00109, R2.2018.00115 und R2.2018.00119 
2.  Klinik S. AG, […] 

R2.2018.00099 

Seite 2 

 
 
 
 
vertreten durch […] 

betreffend 

R2.2018.00099, R2.2018.00113, R2.2018.00116 und R2.2018.00117 
Baukommissionsbeschluss vom 22. Mai 2018 und Verfügung der Baudirek-
tion  BVV  Nr.  17-3040  vom  19.  Februar  2018;  Abbruch  Schutzobjekt  und 
Bau- sowie lärmschutzrechtliche Bewilligung für Privatklinik, […] 

R2.2018.00110 und R2.2018.00118 
Baukommissionsbeschluss vom 22. Mai 2018 und Verfügung des Amtes für 
Wirtschaft  und  Arbeit  BVV  17-3040  vom  14.  Februar  2018;  Abbruch 
Schutzobjekt und Bau- sowie arbeitnehmerschutzrechtliche Bewilligung für 
Privatklinik, […] 

R2.2018.00107, R2.2018.00109, R2.2018.00115 und R2.2018.00119 
Gemeinderatsbeschluss  vom  13.  Juni  2018;  Aufhebung  der  Schutzverfü-
gung […] 
_______________________________________________________ 

R2.2018.00099 

Seite 3 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
hat sich ergeben: 

A. 

Mit Beschluss vom 22. Mai 2018 erteilte die Baukommission X der Klinik S. 

AG die baurechtliche Bewilligung für den Abbruch des Objekts Vers.-Nr. 1 

"Villa  N."  und  den  Neubau  einer  Privatklinik  auf  den  Grundstücken 

Kat.-Nrn. 1 und 2 in X. Gleichzeitig eröffnet wurden die Verfügung der Bau-

direktion  Kanton  Zürich  vom  19.  Februar  2018  mit  der  lärmschutzrechtli-

chen  Beurteilung  sowie  die  Feststellungsverfügung  der  Volkswirtschaftsdi-

rektion  Kanton  Zürich,  Amt 

für  Wirtschaft  und  Arbeit  (AWA),  vom 

14. Februar 2018 bezüglich Arbeitnehmerschutz. 

Mit  Beschluss  vom  13. Juni  2018  hob  der  Gemeinderat  X  sodann  die 

Schutzverfügung  betreffend  das  Objekt  Vers.-Nr. 1  "Villa  N."  auf  dem 

Grundstück Kat.-Nr. 1 mit der Adresse I.-Strasse 1 in X auf. Dies unter dem 

Vorbehalt  der  Realisierung  des  Klinikneubaus  auf  den  Baubeginn  dieser 

Klinik. 

B. 

Mit  Eingabe  vom  13. Juli  2018  erhob  N.  D.  Rekurs  beim  Baurekursgericht 

des  Kantons  Zürich  gegen  den  Beschluss  der  Baukommission  X  vom 

22. Mai 2018 sowie gegen die lärmschutzrechtliche Beurteilung der Baudi-

rektion Kanton Zürich vom 19. Februar 2018 mit dem Antrag, das dem Bau-

rechtsentscheid zugrundeliegende Verkehrskonzept sei zu ergänzen und in 

einen entsprechend zu korrigierenden Baurechtsentscheid aufzunehmen. 

C. 

Mit  gemeinsamer  Eingabe  vom  25. Juli  2018  erhoben  sodann  I.  Z.,  A.  H., 

D. und F. I., I. M., C. B. und M. B., U. und D. N., J. S. sowie B. A. Rekurs 

beim  Baurekursgericht  des  Kantons  Zürich  gegen  den  Beschluss  des  Ge-

meinderates X vom 13. Juni 2018 und beantragten dessen Aufhebung un-

ter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Rekursgegnerschaft. 

R2.2018.00099 

Seite 4 

 
 
D. 

Mit Eingabe vom 25. Juli 2018 erhoben H.-J. und R. D. Rekurs beim Bau-

rekursgericht des Kantons Zürich gegen den Beschluss des Gemeinderates 

X  vom  13. Juni  2018,  gegen  den  Beschluss  der  Baukommission  X  vom 

22. Mai 2018 sowie gegen die Feststellungsverfügung des Amtes für Wirt-

schaft und Arbeit des Kantons Zürich vom 14. Februar 2018 und beantrag-

ten  die  Aufhebung  der  angefochtenen  Entscheide  unter  Kosten-  und  Ent-

schädigungsfolgen zu Lasten der Rekursgegnerschaft.  

E. 

Mi.  B.  und  T.  P.  erhoben  mit  Eingaben  je  vom  30. Juli  2018  Rekurs  beim 

Baurekursgericht des Kantons Zürich gegen den Beschluss des Gemeinde-

rates X vom 13. Juni 2018 sowie gegen den Beschluss der Baukommission 

X vom 22. Mai 2018 und die lärmschutzrechtliche Beurteilung der Baudirek-

tion Kanton Zürich vom 19. Februar 2018 mit dem Antrag, die Verwaltungs-

akte seien aufzuheben unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten 

der Rekursgegnerinnen.  

F. 

Mit gemeinsamer Eingabe vom 30. Juli 2018 erhoben M. H., H. S.-W sowie 

Ba.  D.  Rekurs  beim  Baurekursgericht  des  Kantons  Zürich  gegen  den  Be-

schluss  des  Gemeinderates  X  vom  13. Juni  2018,  sowie  gegen  den  Be-

schluss  der  Baukommission  X  vom  22. Mai  2018  sowie  die  Feststellungs-

verfügung  des  Amtes  für  Wirtschaft  und  Arbeit  des  Kantons  Zürich  vom 

14. Februar  2018  und  beantragten  deren  Aufhebung  unter  Kosten-  und 

Entschädigungsfolgen zu Lasten der Rekursgegnerschaft.  

G. 

Mit Rekurseingabe vom 30. Juli 2018 erhob S. F. Rekurs beim Baurekurs-

gericht  des  Kantons  Zürich  gegen  den  Beschluss  der  Baukommission  X 

vom 22. Mai 2018 sowie die Verfügung der Baudirektion Kanton Zürich vom 

19. Februar 2019 und beantragte deren Aufhebung unter Kosten- und Ent-

schädigungsfolgen zu Lasten der Rekursgegnerinnen. 

R2.2018.00099 

Seite 5 

 
 
H. 

Mit  Eingabe  vom  27. Juli  2018  erhoben  sodann  B.  D.  und  C.  D.,  Rekurs 

beim Baurekursgericht des Kantons Zürich gegen den Beschluss der Bau-

kommission X vom 22. Mai 2018 sowie gegen die lärmschutzrechtliche Be-

urteilung der Baudirektion Kanton Zürich vom 19. Februar 2018 und stellten 

Anträge hinsichtlich der Baustelleninstallation, der Parkierung und der Ge-

währung  verschiedener  Zusagen  hinsichtlich  der  rekurrentischen  Liegen-

schaft.  

I. 

Mit  Verfügungen  vom  27. Juli  2018  und  vom  2. August  2018  wurde  unter 

den  Geschäfts-Nrn.  R2.2018.00099,  R2.2018.00107,  R2.2018.00109, 

R2.2018.00110,  R2.2018.00113,  R2.2018.00115,  R2.2018.00116, 

R2.2018.00117, R2.2018.00118 sowie R2.2018.00119 von den Rekursein-

gängen Vormerk genommen und die Vernehmlassungsverfahren eröffnet. 

In  den  Verfahren  G.-Nrn.  R2.2018.00107,  R2.2018.00109,  R2.2018.00115 

und R2.2018.00119 wurde die Klinik S. AG von Amtes wegen als Mitbetei-

ligte in die Verfahren aufgenommen. 

J. 

Der  Gemeinderat  X  sowie  die  Baukommission  X  schlossen  in  ihren  Ver-

nehmlassungen je vom 30. August 2018 auf Abweisung der Rekurse unter 

Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Rekurrierenden. 

Die private Rekursgegnerin liess sich in sämtlichen Verfahren mit Eingaben 

je  vom  4. September  2018  vernehmen  und  beantragte  die  Abweisung  der 
Rekurse,  soweit  auf  diese  einzutreten  sei,  unter  Kosten-  und  Entschädi-

gungsfolgen zu Lasten der Rekurrierenden. 

Die  Baudirektion  Kanton  Zürich  liess  sich  mit  Eingaben  vom  29. August 

2018  in  den  Verfahren  G.-Nrn.  R2.2018.00113  und  R2.2018.00116  ver-

nehmen und beantragte jeweils die Abweisung der Rekurse. Im Verfahren 

G.-Nr.  R2.2018.00117  verzichtete  die  Baudirektion  Kanton  Zürich  aus-

drücklich auf die Erstattung einer Vernehmlassung. 

R2.2018.00099 

Seite 6 

 
 
Die  Vernehmlassungen  des  Amtes  für  Wirtschaft  und  Arbeit  des  Kantons 

Zürich  betreffend  die  Verfahren  G.-Nrn.  R2.2018.00110,  R2.2018.00113, 

R2.2018.00116  und  R2.2018.00118  datieren  vom  14. August  2018  bzw. 

22. und 24. August 2018 mit dem Antrag, auf die Rekurse sei mit Bezug auf 

die  Anfechtung  der  Feststellungsverfügung  betreffend  Arbeitnehmerschutz 

nicht einzutreten.  

K. 

Im Verfahren G.-Nrn. R2.2018.00099 beantragte der Rekurrent mit Eingabe 

vom  26. September  2018  die  Sistierung  des  Rekursverfahrens.  Diesem 

Begehren  wurde  nach  durchgeführtem  Schriftenwechsel  mit  Verfügung 

vom 18. Oktober 2018 nicht entsprochen. Auf die dagegen vom Rekurren-

ten erhobene Beschwerde trat das Verwaltungsgericht des Kantons Zürich 

mit Beschluss vom 19. Dezember 2018 (VB.2018.00698) nicht ein. 

L. 

In den Verfahren G.-Nrn. R2.2018.00107, R2.2018.00109, R2.2018.00110, 

R2.2018.00113,  R2.2018.00115,  R2.2016.00116,  R2.2018.00118  und 

R2.2018.00119 wurde auf Begehren der Rekurrierenden ein zweiter Schrif-

tenwechsel durchgeführt. 

Die Repliken datieren vom 4. Oktober 2018, 10. Oktober 2018 und 15. Ok-

tober 2018; die Dupliken des Gemeinderates X und der Baukommission X 

je  vom  29.  Oktober  2018  und  diejenigen  der  privaten  Rekursgegne-

rin/Mitbeteiligten vom 29. Oktober 2018 bzw. 5. November 2018. Die Duplik 

der Baudirektion (betrifft nur das Verfahren G.-Nrn. R2.2018.00116) datiert 

vom 9. November 2018. 

M. 

In  den  Verfahren  G.-Nrn.  R2.2018.00107  und  R2.2018.00116  wurde  so-

dann mit Eingaben vom 24. November 2018 bzw. vom 29. November 2018 

eine Triplik eingereicht. 

Auf die Erstattung einer Quadruplik wurde seitens der Parteien stillschwei-

gend verzichtet.  

R2.2018.00099 

Seite 7 

 
 
N. 

Im Verfahren G.-Nr. R2.2018.00113 stellten die Rekurrierenden mit Einga-

be vom 29. November 2018 den Antrag, es sei ein Verkehrsgutachten ein-

zuholen. Die entsprechenden Stellungnahmen der Baukommission X sowie 

der privaten Rekursgegnerin datieren vom 4. bzw. 6. Dezember 2018.  

O. 

Am  26. November  2018  wurde  betreffend  sämtlicher  in  dieser  Streitsache 

hängigen Verfahren in Anwesenheit der Parteien ein Augenschein auf dem 

Lokal durchgeführt. 

P. 

Auf die Vorbringen der Parteien sowie auf die anlässlich des Lokaltermins 

gemachten Feststellungen wird, soweit für die Entscheidbegründung erfor-

derlich, in den nachfolgenden Erwägungen Bezug genommen.  

Es kommt in Betracht: 

1. 

Die 

Rekursverfahren  G.-Nrn. 

R2.2018.00099, 

R2.2018.00107, 

R2.2018.00109,  R2.2018.00110,  R2.2018.00113,  R2.2018.00115, 

R2.2018.00116,  R2.2018.00117,  R2.2018.00118  sowie  R2.2018.00119 

stehen  in  einem  engen  sachverhaltlichen  Zusammenhang  und  sind  daher 

zu vereinigen.  

2.1. 

Die  Rekurrierenden  sind  allesamt  Grundeigentümer  im  Nahbereich  des 

Bauvorhabens bzw. des Schutzobjekts. Im Zusammenhang mit den geltend 

gemachten Rügen (u.a. Erschliessung und Verkehrslärm) verfügen sie da-

mit  ohne  weiteres  über  die  vom  Gesetz  geforderte  beachtenswerte,  nahe 

R2.2018.00099 

Seite 8 

 
 
Beziehung zum Streitgegenstand und sind somit grundsätzlich zum Rekurs 

legitimiert  (§ 338a  Satz 1  des  Planungs-  und  Baugesetzes  [PBG]).  Soweit 

bei einzelnen Rügen  die Anfechtungsbefugnis nicht gegeben ist, wird  dies 

im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen darzulegen sein. Da auch die 

übrigen Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf die Rekurse grundsätz-

lich einzutreten. 

2.2.1. 

In den Verfahren G.-Nrn. R2. 2018.00110 und R2.2018.00118 beantragen 

die  Rekurrierenden  ausdrücklich  eine  Aufhebung  der  arbeitnehmerschutz-

rechtlichen Beurteilung des AWA. Im Verfahren G.-Nr. R2.2018.00113 wird 

die  Verfügung  des  AWA  in  den  Anträgen  nicht  ausdrücklich  angefochten, 

aber in der Begründung des Rekurses inhaltlich als unzulässig  qualifiziert. 

Es  stellt  sich  hier  vorab  die  Frage  der  Anfechtungsbefugnis  der  Rekurrie-

renden. Die Rekurrierenden machen geltend, ihre Anfechtungsbefugnis er-

gebe sich aus dem Koordinationsgebot.  

2.2.2. 

Das Arbeitsgesetz (ArG) verpflichtet den Arbeitgeber, zum Schutz der Ge-

sundheit der Arbeitnehmer alle Massnahmen zu treffen, die nach der Erfah-

rung notwendig, nach dem Stand der Technik anwendbar und den Verhält-

nissen  des  Betriebes  angemessen  sind  (Art. 6  Abs. 1  ArG).  Die  allgemei-

nen  Grundsätze  des  Gesundheitsschutzes  werden  in  der  Verordnung 3 

zum Arbeitsgesetz näher umschrieben (ArGV3). Daneben enthält auch die 

Verordnung 4  zum  Arbeitsgesetz  (ArGV4)  Vorschriften  über  den  Gesund-

heitsschutz.  Der  Vollzug des Arbeitsgesetzes  und  der  dazugehörigen  Ver-

ordnungen des Bundesrates obliegt, soweit nicht der Bund zuständig ist, im 

Kanton Zürich dem Amt für Wirtschaft und Arbeit, AWA (§ 1 der kantonalen 

Verordnung zum Arbeitsgesetz). Ausgenommen davon sind die Städte Zü-
rich und Winterthur. 

Über  Baugesuche  entscheidet  die  örtliche  Baubehörde,  soweit  durch  Ver-

ordnung nichts anderes bestimmt ist (§ 318 PBG). Einzig für die Errichtung 

oder den Umbau industrieller Betriebe (Art. 7 ArG) und nichtindustrieller Be-

triebe  mit  erheblicher  Betriebsgefahr  (Art. 8  ArG  in  Verbindung  mit  Art. 1 

Abs. 2  ArGV4),  die  dem  Plangenehmigungsverfahren  unterstehen,  bedarf 

es  neben  der  baurechtlichen  Bewilligung  der  örtlichen  Baubehörde  einer 

Bewilligung  des  AWA  hinsichtlich  der  Übereinstimmung  mit  den  Bauvor-

R2.2018.00099 

Seite 9 

 
 
schriften des Arbeitsgesetzes (§ 7 in Verbindung mit Ziff. 5.2 des Anhangs 

der  Bauverfahrensverordnung,  BVV).  Arbeitsrechtliche  Fragen,  welche  die 

bauliche Gestaltung aller übrigen Betriebe betreffen, sind hingegen grund-

sätzlich von der kommunalen Baubehörde zu beurteilen. Dem AWA kommt 

in  diesem  Bereich  keine  selbstständige  Entscheidungskompetenz  mit  Be-

zug auf die Anwendung des Arbeitsrechts zu. Es kann einzig zuhanden der 

Baubehörde zu arbeitsrechtlichen Fragen Stellung nehmen. In solchen Fäl-

len  liegt  keine  Koordinationspflicht  vor  (vgl.  hierzu  VB.2011.00616  vom 

4. April 2012, www.vgr.zh.ch).  

Welche  Betriebe  der  Plangenehmigung  unterliegen,  ergibt  sich  aus  den 

Art. 8 und 7 ArG i.V.m. Art. 5 Abs. 2 ArG und i.V.m. Art. 1 ArGV4. Beim hier 

in  Frage  stehenden  Klinikbetrieb  handelt  es  sich  offensichtlich  um  keinen 

industriellen Betrieb im Sinne dieser Normen, weshalb er nicht der Plange-

nehmigung unterliegt. Die Feststellungsverfügung des AWA hat damit ein-

zig  den  Charakter  einer  nicht  koordinationspflichtigen  Stellungnahme  zu-

handen  der  Baubehörde.  Derartige  Stellungnahmen  des  AWA  unterliegen 

sodann auch nicht dem Rechtsmittelzug gemäss Bauverfahrensrecht, son-

dern sind – wie auch in der Rechtsmittelbelehrung des AWA festgehalten – 

bei  der  Volkswirtschaftsdirektion  anzufechten.  Beim  Baurekursgericht  kön-

nen einzig Verfügungen des AWA im Sinne von § 7 BVV i.V.m. Ziff. 5.2 An-

hang  BVV  angefochten  werden,  sofern  derartige  Verfügungen  im  Zusam-

menhang  mit  einer  Baubewilligung  ergehen  (vgl.  § 2  der  kantonalen  Ver-

ordnung zum Arbeitsgesetz).  

Dass  die  Stellungnahme  gleichwohl  koordiniert  eröffnet  wurde,  ändert 

nichts an der fehlenden Koordinationspflicht und führt nicht zur Begründung 

einer Anfechtungsbefugnis.  

Auf die Rekurse in den Verfahren G.-Nrn. R2.2018.00110, R2.2018.00113 

und R2.2018.00118 ist somit in diesem Punkt nicht einzutreten.  

3.1. 

Das  sich  im  privaten  Besitz  befindliche  streitbetroffene  Areal  liegt  gemäss 

der geltenden Bau- und Zonenordnung der Gemeinde X (BZO) zum gröss-

ten Teil in der Zone für öffentliche Bauten (ZöBa) und unterliegt der Gestal-

tungsplanpflicht  (Art. 29  Abs. 2  BZO).  Teilflächen  im  nordwestlichen  Be-

R2.2018.00099 

Seite 10 

 
 
reich liegen im Wald, Teilflächen im Westen und Süden sind der Wohnzo-

ne W2/1.2  zugeteilt.  Die  der  ZöBa  zugeteilten  Grundstücksbereiche,  mit 

Ausnahme  eines  3 m  breiten  Landstreifens  an  der  Südostgrenze,  liegen 

sodann  im  Perimeter  des  Privaten  Gestaltungsplans  Klinik  S.  Die  der 

Wohnzone  zugeteilten  Flächen  befinden  sich  zusätzlich  im  Perimeter  des 

Privaten  Gestaltungsplans  S.  R.  Das  Grundstück  ist  überstellt  mit  der  leer 

stehenden Klinik S., welche das kommunalen Schutzobjekt "Villa N." sowie 

die  1960  über  Mittelbauten  mit  dem  Kernbau  verbundenen  Gebäudeflügel 

"Personalhaus-/Schwesterntrakt"  (Nordosten)  und  "Bettenhaus-/OP-Trakt" 

(Nordwesten) umfasst. Die der Erschliessung dienende Parzelle Kat.-Nr. 2 

grenzt direkt an das Baugrundstück, liegt ausserhalb des Gestaltungsplan-

perimeters  Klinik S.  innerhalb  des  Perimeters  des  Gestaltungsplanperime-

ters S. R. und ist der Wohnzone W2/1.2 zugewiesen. 

3.2. 

Der vorliegende Fall weist folgende Vorgeschichte auf:  

Die  "Villa  N."  wurde  1937/38  als  zweigeschossiges  Landhaus  für  den  Oh-

renarzt Prof. Dr. med. F. N. errichtet. Das Gebäude wurde 1959 umgebaut 

und  seit  diesem  Zeitpunkt  als  Klinik  S.  genutzt.  Im  Jahre  1982  wurde  das 

Objekt  ins  Inventar  der  Schutzobjekte  von  kommunaler  Bedeutung  aufge-

nommen.  Die  Inventarisierung  umfasst  nur  die  Villa  ohne  die  nordwestli-

chen und nordöstlichen Anbauten.  

Am 27. Juni 1994 stimmte die Gemeindeversammlung X dem privaten Ge-

staltungsplan  der  Klinik  S.  zu,  mit  welchem  der  weitere  Ausbau  der  Klinik 

ermöglicht  werden  sollte.  Der  Gestaltungsplan  sah  im  Rahmen  einer  Er-

satzbauvorschrift  die  Erhaltung  der  ältesten  Gebäudeteile  in  Lage,  Form 

und  Erscheinungsbild  sowie der  Hofsituation vor.  Die Genehmigung durch 
den Regierungsrat des Kantons Zürich erfolgte am 14. September 1994.  

Im Jahr 2000 fusionierte die Klinik S. mit der Klinik P. und stellte in der Fol-

ge  aufgrund  der  Absicht,  auf  dem  Grundstück  der  "Villa  N."  ein  Akutspital 

zu  erstellen,  ein  Provokationsbegehren.  Es  wurde  daher  seitens  der  Ge-

meinde X ein Fachgutachten eingeholt. Das Gutachten datiert vom 18. April 

2001 (act. 17.4 im Verfahren G.-Nr. R2.2018.00107).  

Das  Gutachten  kommt  zusammengefasst  zum  Schluss,  bei  der  "Villa  N." 

handle  es  sich  um  einen  einmaligen  Repräsentanten  des  herrschaftlichen 

R2.2018.00099 

Seite 11 

 
 
Wohnens  aus  der  "Landizeit".  Sie  sei  zudem  ein  wesentlicher  Zeuge  der 

prominentesten  Architekten  jener  Zeit,  der  Gebrüder  Pfister.  Im  gesamten 

Schaffensbereich der Architekten finde sich kein vergleichbares Wohnhaus. 

Sie sei zudem ein wichtiges Glied in der Kette des Gesundheitswesens an 

diesem Ort und zudem auch ein wichtiges Glied in der Kette der Gesund-

heitsbauten der Gebrüder Pfister. Die Villa befinde sich im Äussern wie im 

Inneren  in  gutem  baulichen  Zustand.  Als  Schutzumfang  empfahl  das  Gut-

achten,  die  Erhaltung  von  Wohn-  und  Diensttrakt,  samt  südöstlicher  Gar-

tenhalle;  aller  Fassaden  mit  den  originalen  Fenster-  und  Türeinfassungen 

und  allen originalen Dachflächen  sowie  im  Innern  die  konstruktive  Gebäu-

destruktur,  umfassend  tragende  Mauern  und  Stützen,  Geschossdecken 

und  Dachgebälk,  die  Lage  der  Treppe  im  Wohntrakt  sowie  die  räumliche 

Anordnung und architektonische Ausgestaltung der Eingangshalle und des 

Treppenhauses  im  Erdgeschoss,  des  "Damenzimmers"  im  Erdgeschoss 

sowie der Halle und des Treppenhauses und eines Badezimmers im Ober-

geschoss.  Im  Weiteren  wurde  festgehalten,  die  Umgebungsgestaltung  ha-

be auf das Schutzobjekt genügend Rücksicht zu nehmen.  

Die Kommunale Natur- und Denkmalschutzkommission folgte der Meinung 

des Gutachtens und hielt fest, dass eine zeitgemässe Entwicklung der Spi-

talbaute  auch  mit  dem  Erhalt  des  Pfisterbaus  möglich  sei.  Auch  die  Bau-

kommission X empfahl eine Unterschutzstellung der "Villa N.". 

Mit  Beschluss  vom  25. Oktober  2001  entliess  der  Gemeinderat  X,  das 

Kerngebäude  (Villa  N.)  der  Klinik  S.  aus  dem  Inventar  der  Schutzobjekte 

von 

kommunaler  Bedeutung 

(act. 17.5 

im  Verfahren  G.-Nr. 

R2.2018.00107);  dies  mit  der  Begründung,  dass  im  Sinne  einer  Güterab-

wägung der Weiterentwicklung der Klinik S. AG zu einem modernen Spital-

betrieb der Spitzenklasse gegenüber dem Erhalt der "Villa N." der Vorrang 
einzuräumen  sei.  Die  der  Klinik  S.  AG  am  3. Juni  2003  daraufhin  erteilte 

baurechtliche  Bewilligung  umfasste  den  Abbruch  aller  bestehenden  Ge-

bäude und den Neubau eines Spitals mit Facharztzentren samt Unternive-

augarage  für  rund  88 Fahrzeugabstellplätze.  Die  hiergegen  von  verschie-

denen  Anwohnern  erhobenen  Rekurse  wurden  von  der  2. Abteilung  des 

Baurekursgerichtes  (damals  noch  Baurekurskommission II,  nachfolgend 

nur noch Baurekursgericht genannt) mit Entscheid vom 4. Mai 2004 (BRKE 

II Nrn. 0066/2004 - 0075/2004) gutgeheissen. Die beim Verwaltungsgericht 

erhobene  Beschwerde  wurde  auf  Antrag  der  Parteien  sistiert,  um  die  auf-

R2.2018.00099 

Seite 12 

 
 
grund  des  Rekursentscheides  erforderliche  Teilrevision  des  Gestaltungs-

plans  Klinik  S.  abzuwarten  (vgl.  act. 17.6  und  17.11  im  Verfahren  G.-Nr. 

R2.2018.00107).  

Die  Gemeindeversammlung  X  stimmte  am  13. Dezember  2004  der  Teilre-

vision  des  Gestaltungsplans  Klinik  S.  zu  (act. 17.8  im  Verfahren  G.-Nr. 

R2.2018.00107). Die Genehmigung der Baudirektion Kanton Zürich erfolgte 

am  6. Januar 2006  (act. 17.10  im  Verfahren  G.-Nr.  R2.2018.00107).  Der 

revidierte  Gestaltungsplan  umfasst  unter  anderem  eine  Änderung  der  zu-

lässigen  Geschosszahl  und  der  möglichen  Abgrabungen  und  sieht  insbe-

sondere vor, dass im Baubereich A keine Ersatzbaupflicht für die abzubre-

chende  "Villa  N."  besteht.  Die  gegen  die  Revision  des  Gestaltungsplanes 

erhobenen  Nachbarrekurse  wurden  vom  Baurekursgericht  mit  Entscheid 

vom  23. August  2005  (BRKE II  Nrn. 0168/2005  und  0169/2005)  abgewie-

sen. Dieser Entscheid erwuchs in Rechtskraft. 

Das  Verwaltungsgericht  des  Kantons  Zürich  erledigte  daraufhin  die  noch 

hängige  Beschwerde  der  Bauherrschaft  mit  Entscheid  vom  22. Februar 

2006  (VB.2004.00262  [act. 17.11  im  Verfahren  G.-Nr.  R2.2018.00107]).  In 

teilweiser Gutheissung wurde die Baubewilligung wiederhergestellt und mit 

Nebenbestimmungen ergänzt. Die Baubewilligung für den Neubau wurde in 

der Folge rechtskräftig. 

Im  Sommer  2008  stellte  die  Grundeigentümerin  den  Spitalbetrieb  ein  und 

äusserte  am  19. Januar  2009  gegenüber  den  Medien  die  Absicht,  auf  die 

Realisierung des Neubauprojektes zu verzichten und das Areal zu verkau-

fen.  

Auf  Antrag  der  Baukommission  X  beschloss  der  Gemeinderat  am  4. März 
2009, die Schutzwürdigkeit des Klinikgebäudes erneut zu prüfen und hierzu 

das bereits bestehende Fachgutachten vom Ersteller überprüfen zu lassen. 

Der  ergänzende  Bericht  datiert  vom  5. April  2009  und  qualifiziert  die  Villa 

trotz  der  in  den  letzten  Jahren  erfolgten  Beeinträchtigungen  nach  wie  vor 

als  einen  wichtigen  baugeschichtlichen  Zeugen  (act. 17.13  im  Verfahren 

G.-Nr. R2.2018.00107). 

Hierauf  beschloss  der  Gemeinderat  X  mit  Beschluss  vom  16. September 

2009  den  Widerruf  seines  Entscheides  vom  25. Oktober  2001  betreffend 

R2.2018.00099 

Seite 13 

 
 
Nichtunterschutzstellung  und  Inventarentlassung  der  "Villa  N."  und  stellte 

das  Gebäude  und  Teile  des  Umschwungs  unter  Schutz;  dies  mit  der  Be-

gründung, durch die Aufgabe des Neubauprojektes und die Einstellung des 

Klinikbetriebes  habe  sich  die  Grundlage  für  den  seinerzeitigen  Entscheid 

wesentlich  geändert.  In  Abwägung,  dass  die  Gebäudesubstanz  der  Villa 

und  ihre  Einrichtungen  praktisch  unverändert  erhalten  seien  und  sie  ent-

sprechend ihrer Zonenzugehörigkeit (Zone für öffentliche Bauten) auch wei-

terhin für die Erfüllung einer öffentlichen Aufgabe genutzt werden könnten, 

gewichtete  der  Gemeinderat  X  das  öffentliche  Interesse  am  Erhalt  des 

Schutzobjektes höher ein als das private Interesse an der Rechtssicherheit 

(act. 17.14 im Verfahren G.-Nr. R2.2018.00107). 

Der gegen diesen Entscheid von der Klinik S. AG erhobene Rekurs wurde 

mit Beschluss des Baurekursgerichts des Kantons Zürich vom 9. November 

2010 nach Durchführung eines Augenscheins abgewiesen. Unter anderem 

wurde im Entscheid festgehalten, dass der gut unterhaltene Kernbau – ab-

gesehen von den Klinikanbauten und dem Wintergarten – äusserlich keine 

wesentlichen  Veränderungen  erfahren  habe.  Die  im  Innern  erfolgten  Um-

nutzungen  und  Aufteilungen  von  Zimmern  oder  die  Beseitigung  originaler 

Bauteile  und  Einbauten  vermöchten  den  Wohncharakter  des  Gebäudes 

nicht zu verwischen. 

Die  hiergegen  erhobene  Beschwerde  ans  Verwaltungsgericht  wurde  von 

diesem  mit  Entscheid  vom  4. Mai  2011  abgewiesen  (VB.2010.00707  vom 

4. Mai  2011).  Das  Verwaltungsgericht  kam  zum  Schluss,  dass  mit  einer 

neuen  Zonenzuteilung  und  einer  Änderung  oder  Aufhebung  des  Gestal-

tungsplanes die "Villa N." weiterhin sinnvoll genutzt werden könnte. Ebenso 

wurde  die  daraufhin  erhobene  Beschwerde  ans  Bundesgericht  mit  Urteil 

vom 3. Februar 2012 abgewiesen (BGr 1C_300/2011). 

In  der  Zwischenzeit  hat  die  Eigentümerin  wiederum  die  Absicht  bekundet, 

einen  Spitalbau  zu  errichten,  und  stellte  deshalb  bei  der  Gemeinde  einen 

Antrag  auf  Schutzentlassung  der  "Villa  N.".  Als  Begründung  führte  die  Ei-

gentümerin an, die Klinik P. AG sei die Mehrheitsaktionärin der Klinik S. AG 

und  betreibe  eine  Klinik  am  Standort  B.-Strasse  1  in  Y,  deren  Mietvertrag 

Ende 2021 auslaufe. Wegen der vorgesehenen Sanierung der Liegenschaft 

B.-Strasse müsse die Klinik P. AG den Standort Ende 2021 aufgeben. Aus 

diesem  Umstand  sei  wieder  die  Idee  aufgelebt,  auf  dem  Grundstück  Kat.-

R2.2018.00099 

Seite 14 

 
 
Nr. 1 in X einen Spitalneubau zu realisieren. Da am Standort X in der Ver-

gangenheit  über  einen  langen  Zeitraum  eine  Privatklinik  betrieben  worden 

sei, werde mit der Wiedereröffnung des Spitalbetriebes eine jahrzehntelan-

ge  Tradition  weitergeführt.  Das  Grundstück  mit  der  "Villa  N."  befinde  sich 

an  einem  herausragenden  Standort  für  einen  Spitalbetrieb  und  es  werde 

zudem  eine  Versorgungslücke  für  zusatzversicherte  Patienten  im  Dreieck 

[dreier Spitäler] geschlossen. Der neue Standort habe zudem eine hohe At-

traktivität für Patienten und Ärzte und werde rund 150 bis 200 Arbeitsplätze 

generieren.  Ein Umbau der  "Villa  N."  zu  einem  modernen  Klinikbetrieb sei 

anerkanntermassen  undenkbar.  Der  geplante  Spitalbau  könne  daher  nur 

realisiert  werden,  wenn die Schutzverfügung vom  16. September  2009 wi-

derrufen werde. Die Voraussetzungen für einen Widerruf seien erfüllt. 

Mit  dem  vorliegend  angefochtenen  Beschluss  vom  13. Juni  2018  zog  der 

Gemeinderat X "die Unterschutzstellung der Villa N. vom 25. Oktober 2001" 

(recte:  gemeint  ist  der  Beschluss  vom  16. September  2009)  in  Wiederwä-

gung  und  entliess  das  Objekt  vorbehältlich  einer  Realisierung  des  Klinik-

neubaus auf den Baubeginn der Klinik aus dem Schutz.  

Mit  Beschluss  der  Baukommission  X  vom  22. Mai  2018  sowie  der  lärm-

schutzrechtlichen  Beurteilung  der  Baudirektion  Kanton  Zürich  vom 

19. Februar 2018 wurde der Klinik S. AG sodann die baurechtliche Bewilli-

gung  für  den  Abbruch  der  "Villa  N."  und  den  Neubau  einer  Privatklinik  er-

teilt. 

4. 

Die Rekurse richten sich sowohl gegen die Aufhebung der Schutzverfügung 

(G.-Nrn. R2.2018.00107, R2.2018.00109, R2.2018.00115, R2.2018.00119) 
als  auch  gegen  das  konkrete  Bauvorhaben  (G.-Nrn.  R2.2018.00099, 

R2.2018.00110, 

R2.2018.00113, 

R2.2018.00116, 

R2.2018.00117 

R2.2018.00118).  

Das geplante Bauvorhaben bedingt den Abbruch des Schutzobjektes "Villa 

N.".  Vorab  ist  somit  zuerst  zu  prüfen,  ob  die  Aufhebung  der  Schutzverfü-

gung zu Recht erfolgte. 

R2.2018.00099 

Seite 15 

 
 
5.1. 

In diesem Zusammenhang bringen die Rekurrierenden zunächst vor, es sei 

der falsche Beschluss in Wiedererwägung gezogen worden.  

Dies  ist  –  was  die  im  Beschluss  genannte  Datierung  des  Entscheides  an-

geht  –  zweifellos  zutreffend.  Richtigerweise  hätte  der  Beschluss  des  Ge-

meinderates  X  vom  16. September  2009  und  nicht  derjenige  vom 

25. Oktober 2001 in Wiedererwägung gezogen werden müssen. Dies führt 

allerdings nicht zur Aufhebung des angefochtenen Beschlusses, geht doch 

aus dem Dispositiv und den Erwägungen des angefochtenen Beschlusses 

eindeutig hervor und war dies auch für die Parteien ohne weiteres erkenn-

bar, dass es sich bloss um eine falsche Datumsangabe handelt und zwei-

fellos  die  im  Jahre  2009  erfolgte  Unterschutzstellung  in  Wiedererwägung 

gezogen wurde. Aus diesem offensichtlichen Versehen können die Rekur-

rierenden nichts zu ihren Gunsten ableiten.  

5.2. 

Die Vorinstanz begründete die Schutzentlassung wie folgt: Die "Villa N." be-

finde  sich  bezogen  auf  die  Schutzfähigkeit  im  gleichen  Zustand  wie  zum 

Zeitpunkt ihrer Unterschutzstellung. Das Gutachten vom 18. April 2001 und 

der  Bericht  vom  5. April  2009  hätten  nach  wie  vor  Gültigkeit,  wie  der  aus-

führliche  Augenschein  am  16. Februar  2016  mit  Vertretern  von  Hochbau 

und  Denkmalpflege  im  Rahmen  einer  Projektstudie  ergeben  habe.  Vor-

übergehend  beschädigtes  Fensterglas  und  Sprayereien  seien  reversibel 

und  würden  die  Schutzfähigkeit  nicht  mindern,  wie  die  Abteilung  Hochbau 

am  Augenschein  vom  7. Juni  2018  festgestellt  habe.  Im  Übrigen  wäre  ein 

schlechterer, vom Eigentümer nicht verhinderter Zustand kein Grund für ei-

ne  Schutzentlassung.  Darauf  sei  die  Eigentümerschaft  wiederholt  hinge-

wiesen und auch aufgefordert worden, das Schutzobjekt ungeschmälert zu 
erhalten. 

Verändert  habe  sich  die  tatsächliche  Situation  indessen  insofern,  als  die 

Grundeigentümerin  erneut  die  Absicht  habe,  an  diesem  traditionellerweise 

für einen Klinikbetrieb genutzten Standort einen Spitalneubau zu errichten. 

In der Realisierung eines neuen Spitalkomplexes sei eine wesentliche Än-

derung der tatsächlichen Verhältnisse zu erkennen. Das öffentliche Interes-

se  am  Erhalt  der  "Villa  N."  sei  durch  die  Unterschutzstellung  aktenkundig 

und offensichtlich. Zu klären sei im Rahmen der Interessenabwägung, wel-

R2.2018.00099 

Seite 16 

 
 
che öffentlichen Interessen am Klinikneubau bestünden und ob diese höher 

zu gewichten seien, als die Interessen am Erhalt des Schutzobjekts.  

Das Baugrundstück sei seit dem Jahre 1959 durch einen Klinikbetrieb ge-

nutzt worden. Es befinde sich deshalb auch überwiegend in der Zone für öf-

fentliche  Bauten.  Zudem  sei  gemäss  Art. 15  der  Gestaltungsplanvorschrif-

ten  für  das  Baugrundstück  eine  Nutzung  durch  einen  Spitalneubau  vorge-

sehen.  Die  Zustimmung  zum  Gestaltungsplan  und  dessen  Revision  zeige 

das starke und dauerhafte öffentliche Interesse an einem modernen Klinik-

betrieb an dieser Stelle. Die Klinik P. stehe allen Patienten offen, die private 

medizinische  Leistungen  in  Anspruch  nehmen  möchten  und  für  ärztliche 

Notfälle  auch  allen  Bewohnerinnen  und  Bewohnern  von  X  sowie  Restau-

rantbesuchern. Die projektierte Klinik stehe damit einem weiten Personen-

kreis  offen.  Sie  sei  Teil  der  Gesundheitsinfrastruktur  der  Gemeinde  und 

bringe  damit  einen  Nutzen  für  die  Bewohner,  da  die  Ärztedichte  erhöht 

werde. 

Die Baubewilligung vom 22. Mai 2018 zeige, dass sämtliche baurechtlichen 

Vorschriften  durch  den  Klinikneubau  eingehalten  werden  könnten,  auch 

wenn dies eine Zunahme des Verkehrsaufkommens bedeute.  

Die Klinik plane bis zum Jahre 2021 aus den angemieteten Räumlichkeiten 

im  […]  auszuziehen,  um  die  Kosten  zu  optimieren  und  zu  wachsen.  Sie 

wolle  in  X  jährlich  3'000  bis  5'000  Eingriffe  vor  allem  im  Bereich  Chirurgie 

durchführen.  Vorgesehen  seien  94 Spitalbetten,  5 Operationssäle,  ein  Be-

legarztzentrum, ein Restaurant sowie eine Garage für circa 100 Fahrzeuge. 

Die  Baukosten  würden  sich  auf  85 Millionen  belaufen.  Mit  dem  Klinikneu-

bau  würden  mindestens  150  grösstenteils  qualifizierte  Arbeitsplätze  ge-

schaffen, was im Interesse des Gemeinwesens sei. Die Kliniknutzung kön-
ne so fortgeführt und X als Gewerbestandort gestärkt werden. 

Es  stehe  sodann  kein  Alternativgrundstück  in  X  zur  Verfügung.  Der  Erhalt 

des  Schutzobjektes  würde  eine  effiziente  Gebäudestruktur  des  Neubaus 

verhindern, da das Sockelgeschoss im Baubereich C unterhalb des Stand-

orts des Schutzobjektes zu liegen komme. Zudem könnte bei einem Erhalt 

des Altbaus der Umgebungsschutzperimeter nicht freigehalten werden. Ei-

ne  Verkleinerung  oder  ein  Weglassen  des  Facharztzentrums  würde  dem 

Konzept der Klinik als Standort für medizinische Exzellenz, welche eine kri-

R2.2018.00099 

Seite 17 

 
 
tische  Grösse  und  Vielfältigkeit  des  Angebots  mit  effizienter  Raumanord-

nung benötige, entgegenstehen.  

Durch den Abbruch des Schutzobjektes könne die gemäss Gestaltungsplan 

vorgesehene  Nutzung  umfassend  verdichtet  werden.  Die  Baukommission 

komme  daher  zum  Schluss,  dass  das  öffentliche  Interesse  an  einem  mo-

dernen Spitalneubau der Spitzenmedizin an diesem historisch als Klinikbe-

trieb  genutzten  Standort,  der  auch  aufgrund  der  planerischen  Grundlagen 

einen  Klinikbetrieb  vorsehe,  das  Interesse  am  Erhalt  der  unter  Denkmal-

schutz stehenden "Villa N." überwiege. 

Aufgrund  der  ökonomischen Tragweite der  Finanzierung des Grossprojek-

tes, der Vorgeschichte und der Begründung der Schutzentlassung rechtfer-

tige es sich, die Schutzentlassung der Villa zwingend mit dem Klinikneubau 

zu verknüpfen und nur unter dem Vorbehalt des Klinikneubaus zuzulassen. 

Würden beispielsweise andere beliebige Gebäude auf dem Grundstück ge-

plant,  fehlte  das  überwiegende  öffentliche  Interesse  für  den  Abbruch  des 

Schutzobjektes. 

5.3. 

Die Rekurrierenden machen demgegenüber zusammengefasst geltend, die 

Schutzwürdigkeit  und  Schutzfähigkeit  des  Objektes  sei  unbestritten  und 

durch  die  aktenkundigen  Gutachten  auch  hinreichend  belegt.  Es  bestehe 

daher ein hohes öffentliches Interesse an der Erhaltung der "Villa N.". Die 

Voraussetzungen  für  einen  Widerruf  der  im  Jahre  2009  erfolgten  Unter-

schutzstellung seien nicht gegeben.  

Die Ausgangslage sei zum heutigen Zeitpunkt eine andere als beim ersten 

Klinikprojekt.  Damals  sei  es  nur  um  eine  Inventarentlassung  gegangen. 
Das Inventar stelle lediglich eine Vermutungsliste dar, was die Schutzwür-

digkeit  anbelange.  Die  Vertrauensbasis  einer  Grundeigentümerschaft  sei 

eine andere, wenn ein Objekt vorläufig inventarisiert sei, als wenn es durch 

Beschluss  mit  definitiv  bestimmtem  Schutzumfang  unter  Schutz  gestellt 

worden  sei.  Der  Eigentümerin  sei  seit  dem  Jahre  2009  bekannt,  dass  die 

"Villa  N."  förmlich  unter  Schutz  stehe.  Die  Unterschutzstellung  sei  durch 

den Verzicht auf das damalige Klinikprojekt ausgelöst worden. Sowohl eine 

allfällige  Verkaufsabsicht  als  auch  eine  anderweitige  Entwicklung  des 

Grundstückes  hätte  die  Grundeigentümerin  anschliessend  im  Wissen  um 

R2.2018.00099 

Seite 18 

 
 
diese Unterschutzstellung verfolgen müssen und können. Die Unterschutz-

stellung  sei  vom  Verwaltungsgericht  denn  auch  ausdrücklich  deshalb  als 

verhältnismässig  beurteilt  worden,  weil  die  angebauten  Seitenflügel  nicht 

vom Schutz erfasst seien und ausreichend überbaubare Fläche zur Verfü-

gung stehe. Der Gestaltungsplan sei mit der Unterschutzstellung offensicht-

lich  inadäquat  geworden.  Die  Gemeinde  habe  darum  auch  bereits  vor 

10 Jahren  signalisiert,  dass  bei  einem  Verzicht  auf  das  Klinikprojekt  eine 

Aufhebung  des  Gestaltungsplanes  und  eine  Umzonung  angezeigt  wäre, 

bzw. habe das Verwaltungsgericht eine solche sozusagen bemerkungswei-

se angeordnet. Die Grundeigentümerin hätte demnach nicht untätig bleiben 

und darauf vertrauen dürfen, dass sie nach so langer Zeit mit einem wieder 

zur  Hand  genommenen  Projekt  aus  dem  Jahre  2003  unter  Berufung  auf 

geänderte Verhältnisse einen Widerruf erwirken könne. Es könne nicht an-

gehen,  rechtskräftige  Verwaltungsgerichtsentscheide  immer  wieder  in  Fra-

ge zu stellen. Das Gebot der Rechtssicherheit sei allgemein und nicht nur 

im Interesse Privater beachtlich. Das Verhalten der Behörde sei in hohem 

Masse  treuwidrig.  Die  Gemeinde  verkenne  mit  ihrem  widersprüchlichen 

Verhalten  offensichtlich  ihre  Rolle  als  hoheitliche  Behörde,  welche  einen 

grundsätzlichen Entscheid über die Schutzbedürftigkeit einer Baute zu tref-

fen  habe.  Ein  Gebäude  sei  entweder  schutzwürdig  oder  nicht,  und  man 

könne  nicht  jedes  Mal  je  nach  aktuellem  Bauprojekt  und  den  finanziellen 

Befindlichkeiten den Denkmalschutz einfach aushebeln. 

Es gehe vorliegend nicht um eine ursprünglich fehlerhafte Anordnung. Die 

Unterschutzstellung sei durch alle Instanzen bestätig worden. Es bräuchte 

somit ein besonders gewichtiges öffentliches Interesse, welches einen Wi-

derruf geradezu gebieten würde. Ein solch überwiegendes öffentliches Inte-

resse am geplanten Klinikbetrieb sei indes nicht erkennbar. Eine eigentliche 

Interessenabwägung sei denn auch in keiner Weise vorgenommen worden. 
Ausführungen  zu  den  überwiegenden  öffentlichen  und  privaten  Interessen 

am  Fortbestand  der  Unterschutzstellung  und  der  Verhinderung  des  Ab-

bruchs der "Villa N." suche man vergebens. 

Eine  Privatklinik  könne  zwar  durchaus  auch  einem  öffentlichen  Interesse 

entsprechen aber dieses müsse eben überwiegend sein gegenüber dem In-

teresse am  Erhalt  des  Schutzobjektes.  Das  finanzielle  Interesse an einem 

prosperierenden Medizinalbetrieb gehöre nicht dazu. Das Spital trage nicht 

zur  Grundversorgung  der  Bevölkerung  bei.  Der  Betrieb  einer  auf  eine  ex-

R2.2018.00099 

Seite 19 

 
 
quisite Kundschaft ausgerichteten Klinik, die einen guten Teil ihres Angebo-

tes auf Schönheit und Lebensgefühl ausgerichtete "komfortable" Operatio-

nen ausrichte und sich auch als Erstklasshotel anpreise, entspreche zwei-

fellos  einem  privaten Interesse der  Patientenschaft,  einem  wirtschaftlichen 

Interesse  und  damit  im  Allgemeinen  auch  einem  öffentlichen  Interesse, 

aber nicht einem überwiegenden öffentlichen Interesse an einer funktionie-

renden  Gesundheitsversorgung.  Der  Betrieb  der  fraglichen  Klinik  entspre-

che in diesem Sinn einem finanziellen Interesse der Betreiberin, das grund-

sätzlich dem öffentlichen Interesse am Erhalt des Denkmals nachgehe. Die 

Klinik P. AG stehe sodann auch nicht auf der Spitalliste. Sie habe sich mit 

Absicht nicht um eine Aufnahme beworben, was unter anderem den Vorteil 

mit sich bringe, dass sie keiner Aufnahmepflicht unterliege. Die Beschrän-

kung auf Zusatzversicherte oder Selbstzahlende bringe zudem den Vorteil 

mit sich, dass die Notwendigkeit entfalle, den von den Krankenkassen nicht 

gedeckten  Anteil  der  ambulanten  oder  stationären  grundversicherten  Kos-

ten  querfinanzieren  zu  müssen.  Die  Erhöhung  der  Bettenanzahl  führe  zu-

dem  dazu,  dass  den  Allgemeinspitälern  die  Zusatzversicherten  entzogen 

würden. Die Klinik stehe denn auch eben nur allen Patienten offen, die pri-

vate medizinische Leistungen in Anspruch nehmen wollten, sowie für ärztli-

che  Notfälle  von  Bewohnern  und  Restaurantbesuchern,  was  zeige,  dass 

eben  nicht  von  einem  überwiegenden  öffentlichen  Interesse  gesprochen 

werden könne. Von einer einem weiten Personenkreis offen stehenden Ein-

richtung könne keine Rede sein. Dass die anwesenden Medizinalpersonen 

ärztliche  Notfälle  behandeln  würden,  entspreche  der  regulären  Pflicht  von 

Ärzten und Ärztinnen und sei damit bei der Interessenabwägung irrelevant. 

Die Klinik biete keine Notfallstation. Ein besonderes Interesse der  […] Be-

völkerung in X liege aufgrund der Ausrichtung der Klinik auch nicht vor. Von 

der  Weiterführung  einer  Tradition  könne  beim  Neubau  einer  Privatklinik 

nicht  gesprochen  werden.  Der  Neubau  mit  rund  100  Betten  habe  mit  der 
bescheidenen Klinik S. mit lediglich circa 30 Betten nichts gemeinsam. Der 

Standort  sei  sodann  ungünstig  am  oberen  Ende  eines  Berges  und  sei  si-

cherlich  nicht  spezifisch  für  einen  Spitalbetrieb.  Ebenso  wenig  könne  von 

einem  Versorgungsnotstand  in  der  Region  X  gesprochen  werden.  Da  der 

geplante Neubau mit den öffentlichen Verkehrsmitteln nicht besonders gut 

erschlossen sei, spiele es keine Rolle, ob Patienten mit dem Auto zum Spi-

tal  1  oder  ins  Spital  2  fahren  müssten.  Es  sei  ohnehin  grundsätzlich  frag-

lich, wie weit überhaupt ein (überwiegendes) öffentliches Interesse an wei-

teren Spitälern bestehe, werde doch allgemein festgestellt, dass es für eine 

R2.2018.00099 

Seite 20 

 
 
tragfähige Gesundheitspolitik "zu viele Spitäler" gebe. Im öffentlichen Inte-

resse läge vielmehr, keine zusätzlichen Spitalbetten zu schaffen. Gerade in 

der nahegelegenen Innenstadt von Y. […] sei das bestehende Überangebot 

augenfällig.  Im  Umkreis  von  nicht  einmal  20 km  von  der  geplanten  Privat-

klinik befänden sich heute eine Vielzahl von Spitälern oder Kliniken, die ih-

rerseits  Leistungen  der  plastisch-wiederherstellenden  und  ästhetischen 

Chirurgie  anböten.  Neben  der  bestehenden  Klinik  P.  und  […]  seien  dies 

beispielsweise [Aufzählung weiterer Kliniken und Spitäler], wobei diese Lis-

te nicht abschliessend sei. Einen Bedarf nach einer weiteren Schönheitskli-

nik  gebe  es  schlicht  nicht.  Es  würden  auch  keine  neuen  Arbeitsplätze  ge-

schaffen, sondern nur bestehende Arbeitsplätze von Y nach X gezügelt.  

Die  Zustimmung  zum  Gestaltungsplan  datiere  aus  dem  Jahre  2004  und 

habe sich  auf  das damals geplante  Akutspital bezogen.  Der  ursprüngliche 

Gestaltungsplan  habe  zudem  ein  Projekt  unter  Erhalt  der  "Villa  N."  vorge-

sehen.  

Der  Bau  einer  Klinik  stelle  im  Übrigen  per  se  keine  Verdichtung  da.  Auch 

dieses  Argument  erweise  sich  als  nicht  stichhaltig.  Nicht  berücksichtigt 

worden sei zudem, der durch das Bauprojekt ausgelöste Mehrverkehr, wel-

cher sicherlich nicht im öffentlichen Interesse liege. 

Eine Weiternutzung des Schutzobjektes neben einem allfälligen Neubau sei 

nicht  einmal  näher  geprüft  worden.  Der  angefochtene  Entscheid  führe  le-

diglich ohne nähere Begründung aus, der Erhalt der ehemaligen Villa wür-

de  eine  effiziente  Gebäudestruktur  des  Neubaus  verhindern  und  es  sei 

ausgesprochen  anspruchsvoll,  ein  Grossprojekt  zu  realisieren,  ohne  dem 

Schutzobjekt  im  Baubereich  A  einen  grossen  Teil  seiner  Wirkung  zu  neh-

men. Dies stehe klar im Widerspruch zu den Ausführungen des Bundesge-
richts in seinem Entscheid aus dem Jahr 2012, welches bei der Interessen-

abwägung  festgehalten  habe,  dass  in  Anbetracht  der  Grösse  des  Grund-

stücks eine sinnvolle und wirtschaftliche Nutzung trotz der Unterschutzstel-

lung möglich sei.  

Hinzu  komme,  dass  der  Umstand,  dass  die  Aufhebung  der  Schutzverfü-

gung pro forma "unter dem Vorbehalt des Klinikprojekts" stehen soll, nicht 

genüge,  um  die Verwirklichung  der  angeblichen öffentlichen Interessen zu 

sichern.  Nichts  und  niemand  könne  die  Bauherrschaft  daran  hindern,  ihre 

R2.2018.00099 

Seite 21 

 
 
Pläne  nach  dem  Abbruch  des  Schutzobjekts  einmal  mehr  zu  ändern  und 

auf  das  Neubauvorhaben  zu  verzichten.  Nur  schon  dieses  Risiko  zeige, 

dass  auch  von  einer  nachträglichen  Fehlerhaftigkeit  der  Schutzverfügung 

keine Rede sein könne.  

5.4. 

Formell  rechtskräftige  Verwaltungsverfügungen  können  unter  bestimmten 

Voraussetzungen widerrufen werden. Ist der Widerruf – wie im Kanton Zü-

rich – gesetzlich nicht geregelt, beurteilt sich die Widerrufbarkeit von Verfü-

gungen  auf  Grund  allgemeiner,  in  Lehre  und  Rechtsprechung entwickelter 

Kriterien.  Danach  können  Verwaltungsakte, die wegen  wesentlicher  Ände-

rung der tatsächlichen oder rechtlichen Verhältnisse dem Gesetz nicht oder 

nicht mehr entsprechen, grundsätzlich widerrufen werden. Der Widerruf ist 

nur  zulässig,  wenn  eine  allgemeine  Interessen-  bzw.  Werteabwägung 

ergibt,  dass  das  Interesse  an  der  richtigen  Durchsetzung  des  objektiven 

Rechts  dasjenige  an  der  Wahrung  der  Rechtssicherheit  bzw.  am  Vertrau-

ensschutz überwiegt. Das Gebot der Rechtssicherheit geht im Allgemeinen 

dann vor, wenn durch die frühere Verfügung ein subjektives Recht begrün-

det worden ist, oder wenn die Verfügung in einem Verfahren ergangen ist, 

in dem die sich gegenüberstehenden Interessen allseitig zu prüfen und ge-

geneinander abzuwägen waren, oder wenn der Private von einer ihm durch 

die Verfügung eingeräumten Befugnis bereits Gebrauch gemacht hat. Die-

se  Regel  gilt  nicht  absolut;  ein  Widerruf  kann  auch  in  einem  der  drei  ge-

nannten Fälle in Frage kommen, wenn er durch ein besonders gewichtiges 

öffentliches Interesse geboten ist.  

In  Abweichung  von  der  früheren  Praxis  erkannte  das  Verwaltungsgericht 

des  Kantons  Zürich  das  Rückkommen  auf  eine  Unterschutzstellung  auch 

ohne Nachweis der Fehlerhaftigkeit der seinerzeitigen Verfügung als zuläs-
sig  an  (RB 1997  Nr. 76,  vgl.  zudem  auch  Entscheid  des  Verwaltungsge-

richts VB.201000707 vom 4. Mai 2011, E. 3.1.). Das Bundesgericht schütz-

te diese Auffassung und hielt fest, wenn das verfügende Gemeinwesen auf 

einen  rechtskräftigen  Verwaltungsakt  wegen  veränderter  Verhältnisse  zu-

rückkommen  wolle,  müsse  eine  wesentliche  Änderung  vorausgesetzt  wer-

den, wie dies auch § 213 Abs. 3 PBG für die Anordnung von Schutzmass-

nahmen bei unbenütztem Ablauf der Frist zum Entscheid über die Schutz-

würdigkeit  vorsehe 

(vgl.  Bundesgerichtsurteil  vom  28. April 1998, 

1P.98/1998; BGE 119 Ia 305).  

R2.2018.00099 

Seite 22 

 
 
5.5.1. 

Der im Jahre 2009 ergangene Entscheid, das Objekt unter Denkmalschutz 

zu stellen, erging im Rahmen einer Überprüfung des denkmalpflegerischen 

Sachverhalts  und  der  massgebenden  Interessen.  Eine  ursprüngliche  Feh-

lerhaftigkeit der Verfügung ist nicht ersichtlich und wird von der Vorinstanz 

denn  auch  nicht  geltend  gemacht.  Ebenso  wenig  beruft  sie  sich  auf  eine 

den Widerruf rechtfertigende, nachträgliche Änderung der Rechtslage. Ent-

scheidend  ist  daher,  ob  in  der  geplanten  Wiederaufnahme  eines  Klinikbe-

triebs  und  des  in  diesem  Zusammenhang  geplanten  Klinikneubaus  eine 

wesentliche Änderung der tatsächlichen Verhältnisse zu erblicken ist. 

5.5.2. 

Die  "Villa  N."  bildete  immer  wieder  Gegenstand  von  Abklärungen  ihrer 

Schutzwürdigkeit.  Bereits  im  Zusammenhang  mit  dem  Beschluss  vom 

25. Oktober  2001  betreffend  die  Überprüfung  der  Inventarentlassung  der 

Villa  erfolgte  eine umfassende Abklärung der  Schutzwürdigkeit sowie  eine 

detaillierte Abwägung der sich gegenüberstehenden öffentlichen und priva-

ten  Interessen,  welche  schliesslich  aufgrund  des  damals  vorliegenden 

Bauprojektes  für  ein  Akutspital  zugunsten  des  Bauprojektes  ausfiel  und 

damit  zur  Inventarentlassung  der  Villa  führte.  Im  Jahre  2009  wurde  diese 

Interessenabwägung in Widerrufung des Beschlusses aus dem Jahre 2001 

neu  vorgenommen,  da  sich  mit  der  Aufgabe  des  Klinikbetriebes  und  dem 

geplanten Verkauf des Grundstückes der Sachverhalt wesentlich geändert 

hatte.  

Mit  der  Wiederaufnahme  des  Klinikprojektes  hat  sich  der  Sachverhalt  nun 

erneut geändert. Es ist nur konsequent, wenn wiederum von einer wesent-

lichen Änderung der Verhältnisse ausgegangen wird und somit eine erneu-

te Interessenabwägung durchgeführt werden kann. So hielt auch das Ver-
waltungsgericht in seinem den ersten Widerruf betreffenden Entscheid vom 

4. Mai 2011 (VB.2010.00707) ausdrücklich fest, dass bereits eine wesentli-

che  Veränderung  der  Interessenlage  bewirken  könne,  dass  eine  Unter-

schutzstellung nicht mehr dem Gesetz entspreche, da eine Unterschutzstel-

lung nicht bloss ein schutzfähiges Objekt voraussetze, sondern eben auch 

aufgrund einer umfassenden Abwägung aller infrage stehenden Interessen 

gerechtfertigt sein müsse.  

R2.2018.00099 

Seite 23 

 
 
Genau dies ist auch vorliegend der Fall. Von einem treuwidrigen Verhalten 

der Verwaltungsbehörde kann keineswegs gesprochen werden, ist die Be-

hörde gemäss der verwaltungsgerichtlichen Rechtsprechung doch gerade-

zu  in  der  Pflicht,  eine  geänderte  Interessenlage  auch  angemessen  zu  be-

rücksichtigen.  Nicht  nachvollziehbar  ist  sodann  der  Einwand  der  Rekurrie-

renden, die Eigentümerschaft hätte die Entwicklung des Grundstückes be-

reits nach dem Unterschutzstellungsentscheid im Jahre 2009 anhand neh-

men können und müssen. Dies entbehrt jeglicher Grundlage.  

Somit  ist  von  einer  wesentlichen  Veränderung  der  Verhältnisse  auszuge-

hen. Damit ist indes noch nichts darüber gesagt, ob diese Veränderung der 

tatsächlichen  Verhältnisse  auch  dazu  führt,  dass  die  erfolgte  Unterschutz-

stellung  nicht  mehr  dem  Gesetz  entspricht.  Es  ist  daher  zu  prüfen,  ob  die 

Interessenabwägung  unter  Berücksichtigung  des  streitbetroffenen  Baupro-

jekts zu Recht anders ausgefallen ist, als noch im Jahr 2009. 

5.6.1. 

Das öffentliche Interesse am Erhalt der "Villa N." ist durch die Unterschutz-

stellung  aktenkundig  und  offensichtlich.  Für  die  Vornahme  der  Interessen-

abwägung  ist  indes  zusätzlich  vorab  der  Grad  der  Schutzwürdigkeit  des 

Streitobjektes zu bestimmen, da das öffentliche Interesse an der Erhaltung 

eines Schutzobjektes minderer Bedeutung weniger gewichtig ist als bei ei-

nem Objekt von hochrangiger Bedeutung. 

Weder in den sich bei den Akten befindlichen Gutachten von P. F. noch im 

dannzumal  durchgeführten  Rechtsmittelverfahren  bezüglich  der  Unter-

schutzstellung wurde der Schutzgrad der "Villa N." je gezielt ermittelt. Dem 

Entscheid  des  Baurekursgerichtes  vom  9. November 2010 

(BRKE II 

Nr. 0264/2010) kann indes diesbezüglich entnommen werden, dass es sich 
beim  Streitobjekt  um  ein  zeittypisches  Werk  des  berühmten  Architekten-

brüderpaares  Pfister  handelt,  welche  ansonsten  praktisch  keine  Ein-  oder 

Mehrfamilienhäuser  bzw.  Villen  ausserhalb  Y  konzipiert  haben.  Es  wurde 

im  Entscheid  sodann  detailliert  ausgeführt,  wieso  eine  stilgeschichtliche 

Zuordnung  des  Werkes  schwierig  sei.  Im  Weiteren  wurde  festgehalten, 

dass es sich nicht um ein stilgeschichtliches Unikat handeln müsse, um die 

wichtige Zeugenschaft zu bejahen. Das Verwaltungsgericht hielt in seinem 

Rechtsmittelentscheid  (VB.2010.00707  vom  4. Mai  2011)  ergänzend  fest, 

es handle sich um einen äusserst interessanten und wichtigen Zeugen da-

R2.2018.00099 

Seite 24 

 
 
für, dass die Architektenbrüder bei dieser Wohnbaute als "Spätwerk" und in 

jener  Zeit  der  nationalen  Bedrohung  sowohl  Elemente  der  "nationalen 

Romantik"  als  auch  der  Moderne  verarbeitet  hätten.  Das  Bundesgericht 

hielt 

in  seinem  Entscheid  (BGr 1C_300/2011  vom  3. Februar 2012) 

schliesslich fest, sämtliche Rechtsmittelinstanzen seien sich einig, dass am 

Objekt  Elemente  verschiedener  Epochen  ablesbar  seien  und  dieses  des-

wegen  Zeugnis  von einer  Zeit  des  Umbruchs  ablege.  Die entsprechenden 

Erwägungen der Vorinstanzen seien durch die Fachliteratur belegt.  

Zusammen mit der Gemeinde und der Eigentümerschaft kann aufgrund der 

Akten und nach dem vorstehend Gesagten festgehalten werden, dass der 

"Villa  N."  keine  überragenden  Schutzqualitäten  attestiert  werden.  Es  han-

delt sich beim Objekt zwar um ein einzigartiges Werk innerhalb des Oeuv-

res  der  Architekten  Pfister  und  damit  um  einen  zweifellos  wichtigen  Zeu-

gen,  aber  nicht  um  ein  einzigartiges  Werk  für  ein  Zeugnis  der  damaligen 

Epoche  des  Umbruchs.  Die  Urheberschaft  eines  Objektes  ist  indes  nicht 

gleich  gewichtig  wie  dessen  Repräsentation  einer  Epoche.  Entsprechend 

reduziert sich daher auch der Schutzgrad. Es handelt sich sodann lediglich 

um ein kommunales Schutzobjekt. Eine überkommunale Bedeutung kommt 

der Villa nicht zu.  

Das  Schutzobjekt  hat  in  den  Jahren  seit  der  Unterschutzstellung  zudem 

zweifellos  einige  Beeinträchtigungen  erfahren.  Dieser  Umstand  hat  indes 

keinen  Einfluss  auf  den  Grad  der  Schutzwürdigkeit.  Die  erfolgten  Beein-

trächtigungen sind mehrheitlich reversibel. Zudem hätten sich die Gemein-

de  und  die  Bauherrschaft  aufgrund  ihrer  Pflicht,  das  Schutzobjekt  unge-

schmälert  zu  erhalten,  eine  Minderung  ohnehin  zu  ihrem  Nachteil  anrech-

nen zu lassen. Die nach wie vor bestehende Erhaltensfähigkeit des Objek-

tes wurde von den Parteien denn auch nicht ernsthaft bestritten. Die erfolg-
ten  Beeinträchtigungen  vermögen  daher  keine  Minderung  des  Schutzgra-

des zu begründen. 

Der  Schutzgrad  der  Villa  ist  somit  als  mittel  bis  hoch  einzustufen.  Keines-

falls handelt es sich indes um ein hochgradiges Schutzobjekt. Somit ist das 

öffentliche Interesse am Erhalt ebenfalls als mittel bis hoch, aber eben nicht 

als hochrangig einzustufen. 

R2.2018.00099 

Seite 25 

 
 
5.6.2. 

Zu  prüfen  ist  somit  im  Weiteren,  welche  öffentlichen  und  privaten  Interes-

sen am Klinikneubau bestehen und ob diese höher zu gewichten sind, als 

das Interesse am Erhalt des Schutzobjektes.  

Die  Vorinstanz  hat  die  im  konkreten  Einzelfall  tangierten  öffentlichen  und 

privaten  Interessen  sorgfältig  ermittelt  und  gegeneinander  abgewogen. 

Grundsätzlich  ist  festzuhalten,  dass  das  öffentliche  Interesse  am  Neubau 

einer  Klinik  mit  der  Festsetzung  und  der  nachträglichen  Revision  des  Ge-

staltungsplanes  offensichtlich  als  sehr  hoch  erachtet  wurde.  Die  stimmbe-

rechtigte  Bevölkerung  der  Gemeinde  X  hat  sich  klar  für  ein  Klinikprojekt 

ausgesprochen, dass den Abbruch des Schutzobjektes vorsieht. Dabei darf 

es  keine  Rolle  spielen,  ob  es  sich  um  ein  öffentliches  oder  privates  Spital 

handelt,  da  an  einer  medizinischen  Versorgung  grundsätzlich  ein  öffentli-

ches  Interesse  besteht  und  die  Gesundheitsversorgung  sowohl  durch  öf-

fentliche als auch durch private Institutionen abgedeckt wird. So ist das öf-

fentliche  Interesse am  Spitalbau  auch  nicht  davon abhängig,  ob  ein Spital 

auf  der  Spitalliste  figuriert  oder  nicht.  Die  private  Trägerschaft  des  Spitals 

darf  bei  der  Interessenabwägung  nicht  nachteilig  ins  Gewicht  fallen.  So-

dann wurde auch die ehemalige Klinik S. als Privatspital mit Belegarztsys-

tem  geführt.  Mit  dem  Gestaltungsplan  wurde  denn  auch  nicht  explizit  auf 

ein  Akutspital  Bezug  genommen,  sondern  der  Weg  geebnet  für  eine  Wei-

terführung der bisherigen Klinik S. In den Bestimmungen zum Gestaltungs-

plan ist die zulässige Nutzweise ganz allgemein mit "Spitalbauten mit zuge-

hörigen  Nebennutzungen,  einschliesslich  Wohnungen  für  das  Spitalperso-

nal" umschrieben (vgl. dazu act. 14.11 im Verfahren G.-Nr. R2.2018.00110 

[Art. 15  GPV]).  Eine  weitergehende  Einschränkung  wurde  nicht  statuiert. 

Diese öffentliche Meinungsbildung ist hoch zu gewichten. 

Die unterschiedlichen Grundversicherungsvarianten gewähren sodann teil-

weise schon seit längerer Zeit keine freie Arzt- oder Spitalwahl mehr, womit 

sich nicht vermeiden lässt, dass unterschiedliche Angebote für unterschied-

liche  Versicherungsmodelle  bestehen.  Auch  in  der  medizinischen  Versor-

gung  bestehen  differenzierte  Angebote,  welche  die  unterschiedlichen  Be-

dürfnisse  in  der  Bevölkerung  repräsentieren.  Dies  gerade  im  Bereich  der 

Spezialmedizin.  Aber  auch  bei  Alters-  und  Pflegeheimen,  an deren Erstel-

lung in der Regel auch ein hohes öffentliches Interesse gegeben ist, gibt es 

grosse Unterschiede,  welchem Personenkreis diese offenstehen.  Gleiches 

R2.2018.00099 

Seite 26 

 
 
gilt es für eine Vielzahl von allgemeinen Bedürfnissen der Bevölkerung zu 

sagen,  seien  dies  Lebensmittelläden,  Kleiderläden  oder  Dienstleistungen. 

Diesen unterschiedlichen Bedürfnissen ist auch durch die Behörden Rech-

nung zu tragen.  Zudem  steht  die  Klinik  allen  zusatzversicherten Personen 

offen und nicht nur den privatversicherten. Gerade das Abschliessen einer 

halbprivaten  Zusatzversicherung 

ist  durchaus  nicht  unüblich 

in  der 

Schweiz. Das Angebot der Klinik ist sodann auch nicht – wie von den Re-

kurrierenden  behauptet  –  auf  sogenannte  "Schönheitsoperationen"  be-

schränkt,  sondern  bietet  ein  breit  gefächertes  Angebot,  welches  unter  an-

derem  auch  allgemeine  chirurgische  Eingriffe,  Anästhesiologie,  Augenchi-

rurgie,  Brustkrebschirurgie,  Gynäkologische  Chirurgie,  Hals-,  Nasen-  und 

Ohrenchirurgie,  Handchirurgie,  Kardiologie,  Kiefer-  und  Gesichtschirurgie, 

endokrine  Chirurgie,  Onkologie,  Physiotherapie,  Radiologie,  Rheumatolo-

gie,  Urologie,  Venenchirurgie,  Viszeralchirurgie,  Wirbelsäulenchirurgie  und 

Orthopädie  des  gesamten  Bewegungsapparates  umfasst.  Im  Bereich  der 

plastischen  Chirurgie  werden  auch  rekonstruktive  Eingriffe  durchgeführt 

(vgl. […]).  

Auch  die  Rekurrierenden  anerkennen,  dass  einer  Privatklinik  nicht  per  se 

das  öffentliche  Interesse  abgesprochen  werden  kann.  Es  besteht  damit 

kein  Anlass,  auf  die  mit  der  Festsetzung  des  Gestaltungsplans  statuierten 

öffentlichen  Interessen  zurückzukommen.  Bereits  aus  diesem  Grund  liegt 

ein gewichtiges öffentliches Interesse vor, dass das Interesse an einer Un-

terschutzstellung überwiegt. Hinzukommt, dass der Standort seit Jahren als 

Klinik genutzt wurde und sich für einen solchen Betrieb demnach auch eig-

net. So liegt das Grundstück denn auch zum überwiegenden Teil in der Zo-

ne für öffentliche Bauten und soll daher auch entsprechend der Zonierung 

genutzt  werden können.  Eine Beibehaltung der  Unterschutzstellung  würde 

aufgrund  der  Lage  der  Villa  inmitten  des  Grundstücks  und  dem  weitrei-
chenden  Umgebungsschutz  derselben  die  Erstellung  eines  modernen  Kli-

nikbetriebs neben der Villa nicht zulassen. Es dürfte zudem als bekannt vo-

rausgesetzt werden, dass ein moderner Klinikbetrieb auf eine hohe Funkti-

onalität  angewiesen  ist  und  vielen  medizinisch  begründeten  Ansprüchen 

genügen  muss  und  daher  auch  eine  Vielzahl  entsprechender  Auflagen  zu 

erfüllen hat.  Die Erfüllung dieser  Anforderungen kann  hauptsächlich durch 

eine spezifische Anordnung der Räumlichkeiten erreicht werden, was in der 

Regel nur mit einem Neubau zu realisieren ist. 

R2.2018.00099 

Seite 27 

 
 
Die Gemeinde X hat sodann durchaus ein Interesse daran, dass der jahre-

lange  Klinikbetrieb,  welcher  einen  wohnortnahen  Beitrag  zur  medizinische 

Versorgung  der  Bevölkerung  leistete,  wieder  aufgenommen  wird.  Gerade 

die  Tendenz,  Behandlungen  vermehrt  ambulant  durchzuführen,  lässt  den 

Anspruch  der  Bevölkerung  an  wohnortnahen  Behandlungsmöglichkeiten 

ansteigen.  Diesem  Bedürfnis  wird  mit  der  Erstellung  der  geplanten  Fach-

arztzentren Rechnung getragen.  

Somit  erweist  sich  die  vorinstanzliche  Interessenabwägung  als  nicht 

rechtsverletzend. 

5.6.3. 

Zum  Argument  der  Rekurrierenden,  eine  Entlassung  unter  dem  Vorbehalt 

der Realisierung des Neubaus genüge nicht, um die Verwirklichung der an-

geblichen  öffentlichen  Interessen  zu  sichern,  da  nichts  und  niemand  die 

Bauherrschaft  daran  hindern  könne,  ihre  Pläne  nach  dem  Abbruch  des 

Schutzobjekts  einmal  mehr  zu  ändern  und  auf  das  Neubauvorhaben  zu 

verzichten, ist zwar nicht gänzlich von der Hand zu weisen. Dieses Problem 

stellt  sich  indes  bei  jeder  Schutzabklärung,  wenn  eine  Inventarentlassung 

oder  eben  auch  wie  vorliegend  eine  Aufhebung  der  Unterschutzstellung 

aus  Verhältnismässigkeitsgründen  mit  Bezug  auf  andere  öffentliche  Inte-

ressen erfolgt. Es kann aber davon ausgegangen werden, dass die Behör-

de eine Abbruchbewilligung erst dann erteilt, wenn mit dem Bau des Klinik-

projektes begonnen werden soll. Dabei darf weder der Gemeinde noch der 

Bauherrschaft ein treuwidriges Verhalten unterstellt werden.  

5.7. 

Der  vom  Gemeinderat  beschlossene  Widerruf  der  Unterschutzstellung  un-

ter  dem  Vorbehalt  der  Realisierung  des  Klinikprojektes  ist  damit  nicht  zu 
beanstanden.  Die  Rekurse  in  den  Verfahren  G.-Nrn.  R2.2018.00107, 

R2.2018.00109,  R2.2018.00115  und  R2.2018.00119  sind  somit  abzuwei-

sen. 

6.1. 

Im Weiteren ist somit zu prüfen, ob die Baubewilligung für den Neubau der 

Klinik zu Recht erteilt wurde. 

R2.2018.00099 

Seite 28 

 
 
6.2.1. 

Der  Rekurrent  im  Verfahren  G.-Nr.  R2.2018.00099  wendet  sich  gemäss 

seinen eigenen Angaben einzig gegen das Baustellenverkehrskonzept (vgl. 

act. 2 in Verbindung mit act. 25 im Verfahren G.-Nr. R2.2018.00099 sowie 

Prot. S. 9). Er macht diesbezüglich geltend, ein Kreuzen zweier Lastwagen 

sei im Bereich seines Grundstücks nicht möglich und ein Kreuzen zwischen 

einem  Personenwagen und  einem  Lastwagen  sei nur  knapp  möglich.  Das 

Verkehrskonzept sei in Bezug auf diese Probleme zu ergänzen.  

6.2.2. 

Die Baubewilligung ist die behördliche Feststellung, dass ein Bauvorhaben 

den  öffentlich-rechtlichen  Vorschriften  entspricht  (§ 320  PBG).  Mit  der  Be-

willigungsfähigkeit  eines  Bauprojektes  hat  die  Frage  der  Bauausführung 

nichts zu tun. Ein bewilligungsfähiges Projekt ist grundsätzlich immer reali-

sierbar;  wie  die  Bauausführung  im  konkreten  Fall  organisiert  wird,  ist  der 

Bauherrschaft überlassen, zumal oftmals mehrere Varianten denkbar sind. 

Dabei  wird  als  selbstverständlich  vorausgesetzt  und  muss  daher  in  der 

Baubewilligung nicht eigens statuiert werden, dass der Bauherr die Regeln 

der Baukunde (§ 239 PBG) sowie die umweltschutzrechtlichen, strassenpo-

lizeilichen und weiteren öffentlich-rechtlichen Vorschriften einhält und auch 

die  Eigentumsrechte  Dritter  respektiert.  Sofern  die  Ausführung  der  Bauar-

beiten besondere Massnahmen bedingt - etwa die vorübergehende Benüt-

zung des öffentlichen Grundes, Signalisationen oder Absperrungen im Zu-

sammenhang mit dem Baustellenverkehr usw. - sind von der Bauherrschaft 

entsprechende Bewilligungen einzuholen. Oftmals wird von den Baubehör-

den vor der Baufreigabe auch die Vorlage eines Bauinstallationsplanes ver-

langt.  Generell  gilt  jedoch,  dass  die  Baubehörden  zwar  berechtigt,  aber 

grundsätzlich nicht verpflichtet sind, bereits in der Baubewilligung Auflagen 

betreffend  die  Bauausführung  zu  statuieren,  es  sei  denn,  besondere  Um-
stände  des  Einzelfalles  oder  die  Besonderheit  des  Bauvorhabens  würden 

dies nahelegen.  

6.2.3. 

Die  Bauherrschaft  hat  bereits  mit  dem  Baugesuch  ein  Baustellenkonzept 

eingereicht,  welches  als  Grundlage  für  die  Baustellenorganisation  dient 

(act. 14.6.3 f. im Verfahren G.-Nr. R2.2018.00110). Die Zufahrt zur Baustel-

le  soll  mit  einer  Ampelanlage  geregelt  werden,  weil  das  Kreuzen  zweier 

Lastwagen  –  wie  auch  der  Rekurrent  ausführt  –  auf  der  I.-Strasse  nicht 

R2.2018.00099 

Seite 29 

 
 
möglich sei. Im Verkehrskonzept vom 18. April 2018 (act. 14.6.1. im Verfah-

ren  G.-Nr.  R2.2018.00110)  wurde  das  Verkehrskonzept  für  die  Bauphase 

überprüft und es wurden verschiedene Massnahmen empfohlen. Das Bau-

stellenverkehrskonzept wurde indes noch nicht bewilligt. Vielmehr muss es 

vor  Baufreigabe  zusammen  mit  den  verkehrssignalisatorischen  Massnah-

men eingereicht werden (Auflage in Dispositivziffer 5.12.3). Insofern erweist 

sich der Rekurs im Verfahren G.-Nr. R2.2018.00099 als verfrüht.  

Weitere Auflagen betreffend die genaue Baustelleninstallation, welche auch 

die  Bauzufahrt  regeln  würden,  wurden  noch  nicht  statuiert.  Aufgrund  der 

örtlichen Situation besteht auch kein Anlass, bereits mit der Baubewilligung 

weitere  Anordnungen  zu  treffen.  Dass  das  Grundstück  des  Rekurrenten 

ohne dessen Zustimmung nicht als Zufahrt benutzt werden darf, bedarf kei-

ner  zusätzlichen  speziellen  Auflage  im  baurechtlichen  Entscheid.  Eine  all-

fällige  zwingend  notwendige  Nutzung  eines  Drittgrundstückes  wäre  in  ei-

nem separatem Verfahren gemäss § 229 ff. PBG zu regeln.  

Der Rekurs im Verfahren G.-Nr. R2.2018.00099 ist damit abzuweisen. 

6.3.1. 

Die Rekurrierenden im Verfahren G.-Nr. R2.2018.00116 monieren sodann, 

es liege eine unzulässige Baubewilligung auf Vorrat vor, da der Beschluss 

über den Widerruf der Unterschutzstellung der "Villa N." nicht rechtskräftig 

sei. Eine Baubewilligung könne erst erteilt werden, wenn die Schutzentlas-

sung rechtskräftig sei. 

6.3.2. 

Erfordert die Errichtung oder Änderung einer Baute oder Anlage Verfügun-

gen mehrerer Behörden oder Amtsstellen, so ist eine Stelle zu bezeichnen, 
die  für  ausreichende  Koordination  sorgt.  Dabei  sind  die  grundlegenden 

Verwaltungsakte formell und materiell zu koordinieren (Art. 25a des Raum-

planungsgesetzes  [RPG]  und  § 8  Abs. 1  der  Bauverfahrensverordnung 

[BVV]).  Nicht  der  Koordinationspflicht  unterliegen  die  im  Anhang  der  Bau-

verfahrensverordnung  besonders  bezeichneten  Beurteilungen,  die  für  die 

Zulässigkeit des Bauvorhabens an sich unerheblich sind und daher ergän-

zenden Verfahren vorbehalten werden können (§ 8 Abs. 2 BVV). Erheblich 

und  damit  koordinationspflichtig  ist  eine  Beurteilung  dann,  wenn  sie 

Rechtsnormen betrifft, deren Verletzung eine Verweigerung des Bauvorha-

R2.2018.00099 

Seite 30 

 
 
bens  rechtfertigen  würde.  Zur  Sicherstellung  der  Koordination  ist  es  auch 

zulässig,  eine  Baubewilligung  mit  einer  Suspensivbedingung  zu  verknüp-

fen,  deren  Erfüllung  nicht  vom  (alleinigen)  Willen  des  Verfügungsadressa-

ten  abhängt.  Der  Eintritt  des ungewissen künftigen Ereignisses (oder  des-

sen  Ende  [bei  einer  Resolutivbedingung])  muss  indessen  mit  einer  gewis-

sen Wahrscheinlichkeit in Betracht kommen, andernfalls die Statuierung ei-

ner solchen Bedingung als zweckuntauglich abzulehnen wäre. 

6.3.3. 

Vorliegend  sind  der  Widerruf  der  Schutzverfügung  der  "Villa  N."  und  die 

Baubewilligung 

für  das  Klinikprojekt  miteinander  verknüpft,  da  die 

Schutzentlassung nur aufgrund des als höher gewichteten öffentlichen Inte-

resses  am  Klinikneubau  erfolgt  und  daher  von  diesem  abhängig  gemacht 

wurde. Daher erfolgte der Entscheid über die Baubewilligung auch vor dem 

Schutzentlassungsentscheid  und  wurden  die  beiden  Entscheide  mittels 

entsprechender  Nebenbestimmungen  in  eine  gegenseitige  Abhängigkeit 

gesetzt.  Die  beiden  Entscheide  wurden  sodann  auch  koordiniert  versandt. 

Die  Bewilligungsfähigkeit  des  Neubauvorhabens  hängt  allein  von  der  Ein-

haltung der einschlägigen Vorschriften ab (§ 320 PBG) und nicht davon, ob 

als Voraussetzung für dessen Realisierung das Schutzobjekt beseitigt wer-

den darf. Mit der Bedingung, dass die Baufreigabe für das Klinikprojekt erst 

erfolgt,  wenn  die  "Villa  N."  rechtskräftig  aus  dem  Schutz  entlassen  wurde 

und  eine  rechtskräftige  Abbruchbewilligung  vorliegt,  hat  die  Gemeinde  im 

Rahmen der ihr zur Verfügung stehenden Mittel so weit wie möglich sicher-

gestellt, dass die "Villa N." nur dann abgebrochen wird, wenn das Klinikpro-

jekt auch tatsächlich realisiert wird. So wurde korrekterweise auch nicht die 

Baubewilligung  unter  dem  Vorbehalt  einer  Suspensivbedingung  erteilt, 

sondern  nur  die  Baufreigabe.  Eine  solche  Vorgehensweise  ist  gerade  bei 

der koordinierten Behandlung von Schutzanordnungen und Baubewilligun-
gen  durchaus  üblich  und  nicht  weiter  zu  beanstanden.  Zudem  ist  ohnehin 

nicht  ersichtlich,  inwiefern  sich  die  Anordnung  dieser  Nebenbestimmung 

zulasten  der  Nachbarn  auswirken  könnte.  Ohne  die  rechtskräftige  Aufhe-

bung  der  Unterschutzstellung  kann  das  Bauvorhaben  nicht  realisiert  wer-

den und die Baubewilligung erlischt automatisch nach Ablauf von 3 Jahren 

(§ 322 Abs. 1 PBG). 

R2.2018.00099 

Seite 31 

 
 
6.4.1. 

Die  Rekurrierenden 

in  den  Verfahren  G.-Nrn.  R2.2018.00113  und 

R2.2018.00116  bringen  im  Weiteren  vor,  das  Bauvorhaben  sei  nicht  zo-

nenkonform.  Das  Baugrundstück  liege  in  der  Zone  für  öffentliche  Bauten. 

Dieser  Zone  könnten  Grundstücke  zugewiesen  werden,  welche  von  ihren 

Eigentümern zur Erfüllung öffentlicher Aufgaben benötigt würden. Typische 

Beispiele  seien  der  Bau  von  Schulhäusern,  Spitälern,  Alters-  und  Pflege-

heimen,  Verwaltungsgebäuden,  Schwimmbädern  und  dergleichen.  Der 

Sinn dieser besonderen Zonen bestehe darin, mit grosszügigeren Bauvor-

schriften die Erfüllung öffentlicher Aufgaben zu ermöglichen, die nach  den 

Bestimmungen  der  umgebenden  Zonen  nicht  oder  nur  erschwert  zulässig 

wären.  Angesichts  dieser  Privilegierung  bei  den  Bauvorschriften  seien  die 

Nutzungen in solchen Zonen aber auf Bauvorhaben zu beschränken, die in 

einem engen Zusammenhang mit der Erfüllung öffentlicher Aufgaben stün-

den.  Auch  die  Bau-  und  Zonenordnung  der  Gemeinde  X  weise  in  Art. 29 

explizit  darauf  hin,  dass  in  der  Zone  für  öffentliche  Bauten  nur  Bauten  er-

stellt werden dürften, welche der Allgemeinheit dienten. Die Baubewilligung 

halte  indes  ausdrücklich  fest,  dass  die  geplante  Klinik  ein  Privatspital  für 

Privat- und Halbprivatpatienten sowie Selbstzahler sei. Zur Zonenkonformi-

tät werde nur ausgeführt, die Nutzung sei zonen- und gestaltungsplankon-

form. Das Bauvorhaben erfülle aber eben gerade keine öffentliche Aufgabe 

und erfülle daher das Erfordernis der Zonenkonformität in keiner Weise. Die 

geplante  Klinik  sei  eine  exklusive  Privatklinik  im  obersten  Preissegment, 

deren  Leistungen  für  einen  grossen  Anteil  der  Bevölkerung  nicht  er-

schwinglich  seien.  Die  Klinik  P.  werbe  denn  auf  ihrer  Website  auch  wie 

folgt:  "Die  Konzentration  aufs  Privatsegment  wurde  dann  auch  zum  Kern-

geschäft  der  Klinik  P.  Die  Hotellerie  wurde  ausgebaut,  eine  Sterne-

Gastronomie  eingeführt,  eine  Guest-Relations-Verantwortliche  geholt  und 

die  Dienstleistungsbereitschaft  auf  allen  Stufen  erhöht".  Hinsichtlich  der 
Kosten werde ausgeführt: "Da es sich bei der Klinik P. um eine Privatklinik 

handelt, ist eine Zusatzversicherung erforderlich: Für Behandlungen in un-

serer Klinik benötigen Sie eine Privatversicherung oder eine Halbprivatver-

sicherung. Selbstverständlich können sich auch allgemein versicherte Pati-

enten bei uns behandeln lassen, indem sie sich für ein Upgrade entschei-

den." Diese Auszüge würden den exklusiven Charakter der geplanten Klinik 

unterstreichen. Von einer einem weiten Personenkreis offenstehenden Ein-

richtung, welche eine öffentliche Aufgabe wahrnehme, könne nicht die Re-

de sein. Im öffentlichen Interesse wäre ein Spital mit Leistungsauftrag des 

R2.2018.00099 

Seite 32 

 
 
Kantons  zur  Sicherung  des  Versorgungsbedarfs  nach  dem  Krankenversi-

cherungsgesetz  (KVG  [sogenanntes  Listenspital  nach  Art. 39  KVG]),  das 

entsprechend  sämtlichen  Personen  von  X  und  den  umliegenden  Gemein-

den  offen  stünde  und  nicht  nur  einem  erlauchten  Kreis  von  Personen 

zwecks  Befriedigung  kosmetischer  und  medizinischer  Luxusbedürfnisse. 

So habe auch das Kantonsgericht Luzern im Fall einer Orthopädischen Kli-

nik  festgehalten,  es  sei  nicht  einzusehen,  wieso  ein  Ärztezentrum  besser 

gestellt werden sollte, als eine andere Privatklinik, indem sie beim Neubau 

dank der Zone für öffentliche Bauten von einer günstigeren Nutzungsziffer 

profitieren dürfte als in einer Wohn- und Arbeitszone.  

6.4.2. 

Einer Zone für öffentliche Bauten können Grundstücke zugewiesen werden, 

die  von  ihren  Eigentümern  zur  Erfüllung  öffentlicher  Aufgaben  benötigt 

werden  (§ 60  PBG).  Es  handelt  sich  um  eine  spezielle  Bauzone,  die  der 

Tatsache Rechnung  trägt,  dass öffentliche Aufgaben  zwingend  erfüllt  wer-

den müssen und die hierzu erforderlichen Bauten und Anlagen primär ihrer 

funktionalen  Bedeutung  zu  genügen  haben.  Architektonische  Ausgestal-

tung,  Kubatur,  Baumassenverteilung,  Ausstattungen,  Ausrüstungen  etc. 

richten sich nach der Zweckbestimmung und zudem nach den Anforderun-

gen der möglichst effizienten und kostensparenden Zweckerfüllung. Die zu 

erbringenden Leistungen  können  mit  dem Betrieb von Anlagen verbunden 

sein, die einen bestimmten Standort, eine erhöhte Immissionstoleranz etc. 

verlangen. 

In Art. 15 der Gestaltungsplanvorschriften Klinik S. ist sodann festgehalten, 

dass  nur  Spitalbauten  mit  den  zugehörigen  Nebennutzungen,  einschliess-

lich  Wohnungen  für  das  Spitalpersonal  sowie  die  Integration  von  Arztpra-

xen im Spitalbau zulässig sind. 

6.4.3. 

Der  geplante  Spitalbetrieb  liegt,  wie  bereits  vorstehend  unter  Ziffer 5.6.2. 

ausgeführt, im öffentlichen Interesse, erfüllt eine öffentliche Aufgabe und ist 

damit in der Zone für öffentliche Bauten zonenkonform und entspricht auch 

den  Vorschriften  des  Gestaltungsplans,  welcher  ausdrücklich  Spitalbauten 

mit integrierten Arztpraxen vorsieht. Es ist diesbezüglich vollumfänglich auf 

die  Ausführungen  unter  Ziffer 5.6.2.  vorstehend  zu  verweisen.  Ergänzend 

sei  noch  festgehalten,  dass  der  von  den  Rekurrierenden  angeführte  Bun-

R2.2018.00099 

Seite 33 

 
 
desgerichtsentscheid nicht einschlägig ist, lässt sich aus diesem Entscheid 

doch nicht ableiten, dass eine Privatklinik in der Zone für öffentliche Bauten 

per  se  nicht  zonenkonform  wäre.  Vielmehr  ist  immer  eine  einzelfallweise 

Beurteilung vorzunehmen. Im genannten Entscheid ging es denn auch um 

ein  Ärztehaus  mit  einem  sehr  eingeschränkten  Angebot  und  nicht  um  ein 

Spital  mit  einer  Vielzahl  an  Dienstleistungen  wie  die  vorliegend  geplante 

Klinik. Der diesbezügliche Einwand verfängt daher nicht.  

6.5.1 

Die  Rekurrierenden 

in  den  Verfahren  G.-Nrn.  R2.2018.00110  und 

R2.2018.00118 machen sodann geltend, es liege eine Verletzung des Ko-

ordinationsgebots vor. Das strittige Bauvorhaben liege nicht nur in der Zone 

für  öffentliche  Bauten  und  damit  auch  im  Perimeter  des  Gestaltungs-

planareals Klinik S. (GP 6 gemäss kommunalem Zonenplan), sondern sehe 

auch  bauliche  Massnahmen  auf  dem  in  der  Wohnzone  liegenden  Teil  der 

Parzelle  vor,  welcher  Bestandteil  des  privaten  Gestaltungsplans  S.  R.  sei 

(GP 4  gemäss  kommunalem  Zonenplan).  Auf  diesen  Umstand  gehe  die 

Baukommission in der angefochtenen Baubewilligung mit keinem Wort ein. 

Die  entsprechende  Prüfung  auf  die  Vereinbarkeit  mit  den  planungsrechtli-

chen Grundlagen habe nicht stattgefunden. Dies stelle einen Verstoss ge-

gen das Koordinationsgebot im Sinne von Art. 25a RPG dar.  

6.5.2 

Die  Koordinationspflicht  gemäss  Art. 25a  RPG  will  die  Grenzen  zwischen 

den einzelnen Rechts- und Sachgebieten überwinden, nicht aber zwischen 

den einzelnen Bewilligungsphasen. Das Gestaltungsplanverfahren und das 

Bewilligungsverfahren sind grundsätzlich zwei nicht zu koordinierende Ver-

fahren (vgl. dazu auch BGr 1P.532/2006). Vorliegend geht es den Rekurrie-

renden wohl auch eher um die Frage, ob ein Verstoss gegen die massge-
benden  Planungsgrundlagen  vorliegt,  welcher  eine  vorgängige  –  indes 

nicht zwingend zu koordinierende – Anpassung des Gestaltungsplanes er-

forderlich machen würde.  

6.5.3. 

In  diesem  Zusammenhang  wenden  die  Rekurrierenden  in  den  Verfahren 

G.-Nrn. R2.2018.00110 und R2.2018.00118 ein, es seien diverse Eingriffe 

geplant,  die  von  den  Vorschriften  des  privaten  Gestaltungsplanes  abwei-

chen würden. So solle die I.-Strasse im Bereich der Parzelle Kat.-Nr. 2 bis 

R2.2018.00099 

Seite 34 

 
 
zum  Baugrundstück  auf  eine  Breite  von  5.45 m  verbreitert  werden.  Dies 

stehe  aber  im  Widerspruch  zur  entsprechenden  Festlegung  im  Gestal-

tungsplan S. R. Zudem sei vorgesehen, entlang der  I.-Strasse neun Park-

plätze  für  das  Bauvorhaben  anzuordnen.  Auch  dies  sei  mit  dem  privaten 

Gestaltungsplan  nicht  zu  vereinbaren,  da  diese  Fläche  zum  grössten  Teil 

für Besucherparkplätze für das übrige Gestaltungsplangebiet reserviert sei. 

Schliesslich missachte das Bauvorhaben die Vorgabe des privaten Gestal-

tungsplanes  S.  R.,  wonach  im  Bereich  der  Zonengrenze  eine  Notzufahrt 

von der I.-Strasse zum Grundstück Kat.-Nr. 5 zu führen sei, die aus Schot-

terrasen  oder  Rasengittersteinen  bestehen  müsse.  Daraus  ergebe  sich, 

dass  zuerst  eine  Anpassung  des  privaten  Gestaltungsplanes  erforderlich 

wäre, bevor eine Baubewilligung erteilt werden könnte.  

6.5.4. 

Der  Gestaltungsplan  ist  ein  Sondernutzungsplan,  der  eine  städtebaulich, 

architektonisch und wohnhygienisch einwandfreie Überbauung anstrebt. Zu 

diesem  Zweck  stellt er  für  ein bestimmtes Gebiet  eine Spezialbauordnung 

auf,  welche  von  den  allgemeinen  Festlegungen  der  Bau-  und  Zonenord-

nung abweicht und diese überlagert. So werden mit Gestaltungsplänen für 

bestimmt umgrenzte Gebiete Zahl, Lage, äussere Abmessungen sowie die 

Nutzweise  und  Zweckbestimmung  der  Bauten  bindend  festgelegt;  dabei 

darf von den Bestimmungen über die Regelbauweise und von den kantona-

len Mindestabständen abgewichen werden (§ 83 Abs. 1 PBG). Der Gestal-

tungsplan  hat  auch  die  Erschliessung  sowie  die  gemeinschaftlichen  Aus-

stattungen  und  Ausrüstungen  zu  ordnen,  soweit  sie  nicht  schon  durch  ei-

nen  Quartierplan  geregelt  sind;  überdies  kann  er  Festlegungen  über  die 

weitere Umgebungsgestaltung enthalten (§ 83 Abs. 3 PBG). Anders als bei 

Arealüberbauungen  und  Sonderbauvorschriften  sind  die  Grundeigentümer 

im  Perimeter  eines  Gestaltungsplans  an  dessen  Festlegungen  gebunden. 
Die  Grundordnung  wird  also  ersetzt,  womit  nur  noch  gestaltungsplankon-

form  gebaut  werden  darf  (vgl.  zum  Ganzen  Walter  Haller/Peter  Karlen, 

Raumplanungs-,  Bau-  und  Umweltrecht,  Bd. I,  3. Aufl.,  Zürich 1999, 

Rz. 317 ff.). 

6.5.5. 

Den  Gestaltungsplanvorschriften  und  dem  dazugehörigen  Plan  lässt  sich 

entnehmen,  dass  im  strittigen  Bereich  der  Parzelle  Kat.-Nr.  2  ein  Teilbe-

reich  entlang  der  I.-Strasse  für  Pflichtabstellplätze  der  Klinik  und  ein  Be-

R2.2018.00099 

Seite 35 

 
 
reich  für  übrige  Parkplätze  ausgeschieden  wurde.  In  den  dazugehörigen 

Vorschriften  findet sich hingegen  keine  Verpflichtung,  den  ganzen Bereich 

auch tatsächlich für Abstellplätze zu nutzen. Dies macht auch Sinn, da nicht 

mehr  Parkplätze  zu  erstellen  sind,  als  auch  tatsächlich  benötigt  werden, 

und  eine  unterirdische  Anordnung  der  Parkierung  in  aller  Regel  zu  bevor-

zugen  ist.  Sämtliche  Grundstücke  entlang  der  I.-Strasse  sind  seit  der  Ge-

nehmigung  des  Gestaltungsplans  vom  18. November  1987  gestaltungs-

plankonform überbaut worden. Es ist demnach nicht einzusehen, inwiefern 

die Bauherrschaft nicht berechtigt sein sollte, auf ihrem Grundstück im frag-

lichen Bereich  anstelle  der  Parkplätze eine geringfügige  Verbreiterung  der 

Strasse von 5 m auf 5,45 m vorzunehmen. In den Gestaltungsplanvorschrif-

ten findet sich denn auch keine Beschränkung der maximalen Strassenbrei-

te.  Zudem  bliebe  auch  nach  der  vorgesehenen  Strassenverbreiterung  ge-

nügend Raum, Parkplätze schräg oder in Längsrichtung anzuordnen. Inwie-

fern  durch  das  Bauvorhaben  die  im  Gestaltungsplan  vorgesehene  Erstel-

lung  einer  Notzufahrt  vom  Grundstück  Kat.-Nr. 5  bis  zur  I.-Strasse  beein-

trächtigt werden sollte, ist nicht erkennbar.  

Die Rekurse sind somit in diesem Punkt unbegründet. 

6.6.1. 

Die  Rekurrierenden 

in  den  Verfahren  G.-Nrn.  R2.2018.00110, 

R2.2018.00113, R2.2018.00116, R2.2018.00117 und R2.2018.00118 rügen 

sodann, das Bauvorhaben sei nicht genügend erschlossen. Das Baugrund-

stück befinde sich als letztes Grundstück ganz am Ende der Quartierstras-

se  I.-Strasse  Sämtliche  Fahrzeuge,  welche  dereinst  zur  Klinik  gelangen 

möchten,  müssten  daher  nach  dem  Abbiegen  von  der  Z.-Strasse  auf  die 

Quartierstrasse  I.-Strasse  zuerst  die  gesamte  Strassenlänge  von  rund 

325 m zurücklegen und dadurch das ganze Quartier durchqueren. Es hand-
le sich um eine Stichstrasse, für welche es nur eine einzige Ein- uns Aus-

fahrt gebe. Sämtliche ankommenden und wegfahrenden Fahrzeuge würden 

die  gleiche  Strasse  somit  für  den  Hin-  und  den  Rückweg  benutzen,  was 

dem  Verkehrsfluss  nicht  dienlich  sei.  Das  zu erwartende Verkehrsaufkom-

men sei massiv und werde unweigerlich zu einer Sprengung der Kapazitä-

ten führen.  

Gemäss dem  Verkehrskonzept  vom  13. November  2017  (Anmerkung:  das 

Datum bezieht sich auf die Version "Entwurf für Baueingabe" des Verkehrs-

R2.2018.00099 

Seite 36 

 
 
konzepts, überarbeitet am 18. April 2018; s. act. 14.6.1, Seite 1, im Verfah-

ren  R2.2018.00110)  sei  die  Zufahrtsstrasse  I.-Strasse  im  Standard  einer 

Quartierstrasse ausgebaut  und  lediglich  5-6 m  bereit. Eine Fahrbahnbreite 

von  beinahe  6 m  weise  die  Strasse  allerdings  nur  ganz  zu  Beginn  ab  der 

Z.-Strasse  bis  zur  ersten  Quartierstrasse  auf,  während  sie  sich  danach 

schnell auf 5.3 m reduziere und auf dem grössten Teilstück lediglich noch 5 

m betrage. 

Das  bei  den  Akten 

liegende  Verkehrskonzept  vom  18. April 2018 

(act. 14.6.1.  im  Verfahren  R2.2018.00110)  halte  denn  auch  ausdrücklich 

fest, dass die Sicherheit für die Zufahrt zur Einstellhalle für die Liegenschaf-

ten I.-Strasse 65 bis 75 sowie die Fussgängerzugänge zu den Liegenschaf-

ten  I.-Strasse 73 und  75 nur  bei  der  heutigen  Verkehrsbelastung  gegeben 

sei.  Damit  fehle  es  der  vorgesehenen  und  mit  dem  angefochtenen  Be-

schluss  bewilligten  Zufahrt  an  der  notwendigen  Verkehrssicherheit  für  je-

dermann  (§ 237  Abs. 2  PBG).  Eine  Baubewilligung  könne  unter  diesen 

Umständen  nicht  erteilt  werden.  Daran  ändere  auch  der  Hinweis  der  Bau-

kommission nichts, wonach Massnahmen unter Einbezug des Grundstücks 

Kat.-Nr. 2, das im Eigentum der Bauherrschaft stehe, möglich seien. Solche 

Massnahmen  würden  wie  gesagt,  zunächst  eine  Revision  des  betroffenen 

Gestaltungsplanes S. R. erfordern. Zweitens könnten solche Massnahmen 

nur eine Wirkung auf den Bereich von der geplanten Klinik bis und mit der 

Kurve beim rekurrentischen Grundstück zeitigen. Die entsprechende Aufla-

ge sei zudem viel zu wenig konkret. Es sei nicht ersichtlich, welche Ände-

rungen  vorzunehmen  seien  und  wie  sich  diese  auf  die  Verkehrssicherheit 

auswirken würden. Die mangelnde Verkehrssicherheit könne nicht problem-

los behoben werden. Die Behebung des Erschliessungsmangels sei weder 

in tatsächlicher noch in rechtlicher Hinsicht gesichert.  

Im  Übrigen  weise  auch  das  Verkehrskonzept  selbst  gravierende  Mängel 

auf. So gehe es von einer zu tiefen Anzahl Betten aus (92 statt 94). Sodann 

seien die Annahmen zum Modal-Split unhaltbar. Angesichts der Distanz zu 

den nächsten ÖV-Haltestellen, der erhöhten Lage und der Tatsache, dass 

es  sich  um  eine  Privatklinik  handle,  sei  sowohl  bei  den  Mitarbeitern  als 

auch  bei  den  Patienten  und  Besuchern  von  einem  deutlich  höheren  MIV-

Anteil  auszugehen.  Dies  gelte  jedenfalls  dann,  wenn  auf  ein  ÖV-Konzept 

verzichtet  werde.  Es  falle  denn  auch  auf,  dass  das  Verkehrskonzept  vom 

18. April  2018  von  einem  deutlich  tieferen  DTV  ausgehe,  als  noch  in  der 

R2.2018.00099 

Seite 37 

 
 
Fassung vom 13. November 2017. Die Anzahl der LKW-Fahrten sei eben-

falls nicht realistisch, wenn man sich vergegenwärtige, was alles mit Liefer- 

und  Lastwagen  zu  einem  Spital  dieser  Grösse  angeliefert  und  abgeholt 

werde (Verpflegung, Mobiliar, medizinische Geräte, Medikamente, Büroma-

terial, Pakete etc.) und dann noch die Fahrten der Kehrichtentsorgung hin-

zukämen  sowie  regelmässige  Einsätze  von  Handwerkern  und  Technikern. 

Ausserdem  lasse  die  Vorinstanz  vollkommen  ausser  Betracht,  dass  nicht 

nur die Klinik, sondern auch die bestehende Bebauung regelmässig Liefer- 

und Lastwagenfahrten erforderlich machen würde.  

Schon das Vorgängerprojekt habe die Anforderungen an die Erschliessung 

nicht  erfüllt.  Es  sei  nicht  nachvollziehbar,  wie  das  neue  Projekt  nun  habe 

bewilligt  werden  können.  Insbesondere  im  Bereich  der  Z.-Strasse  werde 

das  zu  erwartende  Verkehrsaufkommen  einen  Stau  auslösen.  Aufgrund 

des starken Verkehrsaufkommens auf der Z.-Strasse gestalte sich das Ein-

biegen in die Quartierstrasse bereits heute zu den Stosszeiten als schwie-

rig. Die massive Mehrbelastung dieser Kreuzung werde unweigerlich zu ei-

nem Rückstau in die Quartierstrasse führen. Da bei der geplanten Privatkli-

nik die Arbeitszeiten wohl während der üblichen Bürozeiten verrichtet wür-

den,  werde  sich  diese  Situation  noch  massiv  verschärfen.  Es  sei  diesbe-

züglich ein Verkehrsgutachten einzuholen. Die I.-Strasse diene sodann als 

Schulweg der Kinder des Quartiers. Die zu erwartende chaotische und ge-

fährliche Verkehrssituation gefährde die Sicherheit der Schulkinder in mas-

siver  Weise.  Es  sei  ein  Quartierplanverfahren  notwendig,  dass  durch  den 

Bau der Klinik präjudiziert würde. 

6.6.2. 

Voraussetzung für die Erteilung einer Baubewilligung ist unter anderem die 

genügende  Erschliessung  des  Baugrundstücks  (Art. 22  Abs. 2  lit. b  RPG; 
§§ 233  und  234  PBG).  Ein  Grundstück  ist  dann  erschlossen,  wenn  es  für 

die  darauf  vorgesehenen  Bauten  und  Anlagen  genügend  zugänglich  ist, 

wenn diese ausreichend mit Wasser und Energie versorgt werden können 

und  wenn  die  einwandfreie  Behandlung  von  Abwässern,  Abfallstoffen  und 

Altlasten  gewährleistet  ist  (§ 236  Abs. 1 PBG).  Was  die  genügende  Zu-

gänglichkeit  im  Besonderen  anbelangt,  so  erfordert  diese  in  tatsächlicher 

Hinsicht  eine  der  Art,  Lage  und  Zweckbestimmung  der  Bauten  entspre-

chende  Zufahrt  für  die  Fahrzeuge  der  öffentlichen  Dienste  und  der  Benüt-

zer  (§ 237  Abs. 1  Satz 1  PBG).  Bei  grösseren  Überbauungen  muss  über-

R2.2018.00099 

Seite 38 

 
 
dies  die  Erreichbarkeit  mit  dem  öffentlichen  Verkehr  gewährleistet  sein. 

Gemäss  § 237  Abs. 2  Satz 1  PBG  müssen  Zufahrten  für  jedermann  ver-

kehrssicher  sein.  Durch  Bauten,  Anlagen,  Bepflanzungen  und  sonstige 

Grundstücknutzungen  dürfen  weder  der  Verkehr  behindert  oder  gefährdet 

noch  der  Bestand  und  die  Sicherheit  des  Strassenkörpers  beeinträchtigt 

werden (§ 240 Abs. 1 PBG). 

Was  diese  Bestimmungen  bezüglich  Zufahrten  im  Einzelnen  verlangen, 

lässt  sich  nach  der  Rechtsprechung  des  Verwaltungsgerichts  "nicht  gene-

rell mit festen Massen" angeben. Ob eine Zufahrt den Kriterien des Geset-

zes  genügt,  beurteile  sich  "nach  den  Verhältnissen  des  Einzelfalls" 

(VB.2011.00617  und  VB.2011.00618  vom  11. Januar 2012,  E. 3.1 f.).  Die 

vom Regierungsrat gestützt auf § 237 Abs. 2 Satz 2 PBG erlassenen Nor-

malien über die Anforderungen an Zugänge (Zugangsnormalien [ZN]) legen 

fest, welche Anforderungen eine Zufahrt erfüllen muss, um als verkehrssi-

cher zu gelten.  

Der  Anhang  der  Zugangsnormalien  legt  verschiedene  Zugangsarten  fest 

und  regelt  die  technischen  Anforderungen.  Die  einzelnen  Zugangsarten 

hängen  von  der  zu  erbringenden  Erschliessungsleistung  ab;  ihre  Zuord-

nung  im  Einzelfall  richtet  sich  nach  dem  voraussichtlichen  Verkehrsauf-

kommen aufgrund der zu erschliessenden Wohneinheiten. Andere Nutzun-

gen werden in Wohneinheiten umgerechnet (§ 6 Abs. 1 ZN). 

Erschliessungen,  die  diesen  Anforderungen  nicht  entsprechen,  gelten 

grundsätzlich  als  ungenügend  und  gefährlich  und  sind  daher  wegen 

Verstosses gegen § 237 Abs. 2 Satz 1 PBG nicht zulässig. 

Von Normalien kann indessen abgewichen werden, sofern hierfür wichtige 
Gründe  vorliegen  (§ 360  Abs. 3  PBG).  Erscheint  ein  Beharren  auf  die  in 

den  Zugangsnormalien  gestellten  Anforderungen  im  Einzelfall  unverhält-

nismässig (Art. 36 Abs. 3 der Bundesverfassung [BV]), weil die Verkehrssi-

cherheit auch ohne deren Einhaltung einwandfrei gewährleistet ist, ist hierin 

ein wichtiger Grund für eine Abweichung, d.h. das Stellen bloss geringerer 

Anforderungen  zu  erblicken  (vgl.  dazu  BRGE I  Nrn. 0192  und  0193/2011 

vom  30. September  2011  in  BEZ 2012  Nr. 11).  Dies  gilt  namentlich  dann, 

wenn  die  Bereitstellung  einer  den  Anforderungen  der  Zugangsnormalien 

vollumfänglich  genügenden  Zufahrt  mit  erheblichen  Eingriffen  in  das 

R2.2018.00099 

Seite 39 

 
 
Grundeigentum, namentlich mit der Durchführung eines Quartierplanverfah-

rens  verbunden  wäre.  Geringere  Anforderungen  sind  somit  nicht  nur  ge-

stützt  auf  die  in  § 11  ZN  exemplarisch  genannten  Gründe  zu  stellen.  Die 

Zugangsnormalien sind nicht mechanisch anzuwenden. Sie sind richtungs-

weisend, indem sie festhalten, was bei durchschnittlichen örtlichen Verhält-

nissen als angemessen zu betrachten ist. Eine geringfügige Überschreitung 

der gemäss Zugangsnormalien zulässigen Anzahl erschlossener Wohnein-

heiten oder eine geringfügige Unterschreitung der technischen Anforderun-

gen an Zufahrten kann somit als bewilligungsfähig zu beurteilen sein, wenn 

die  vom  Gesetz  verlangte  Verkehrssicherheit  einwandfrei  gewährleistet  ist 

(vgl.  RB 1988  Nr. 74  =  BEZ 1988  Nr. 45;  VB.2003.00430  in  BEZ 2004  Nr. 

64; VB.2011.00617 und VB.2011.00618 vom 11. Januar 2012, E. 3.1 f.). 

Zu  beachten  sind  ferner  die  in  der  vom  Regierungsrat  gestützt  auf  § 359 

Abs. 1 lit. i PBG erlassenen Verkehrssicherheitsverordnung (VSiV) geregel-

ten  technischen  Anforderungen  an  Ausfahrten.  Deren  Anhang  legt  –  je 

nach  der  verkehrstechnischen Bedeutung der  ineinander  mündenden Ver-

kehrsanlagen  –  die  technischen  Anforderungen  an  Ausfahrten  fest.  Auch 

beim  Anhang  der  Verkehrssicherheitsverordnung  handelt  es  sich  um  Nor-

malien  im  Sinne  von  § 360  PBG  (VB.2003.00430  in  BEZ 2004  Nr. 64; 

RB 1999 Nr. 128). 

Bei  der  Beurteilung  der  hinreichenden  Erschliessung  steht  der  Gemeinde 

ein von der Rekursinstanz zu beachtender Ermessensspielraum zu. 

6.6.3. 

Grundlage für die Beurteilung durch die Baukommission  X bildete das der 

Baubewilligung  zu  Grunde  gelegte  Verkehrskonzept  vom  18. April  2018 

(act. 14.6.1 im Verfahren R2.2018.00110).  

Dem Verkehrskonzept kann zusammengefasst folgendes entnommen wer-

den: 

Beurteilung Ist-Zustand 

Die Erschliessung des Baugrundstückes erfolge ab der Z.-Strasse über die 
Gemeindestrasse  I.-Strasse  bis  zur  geplanten  Klinik.  Die  Zufahrt  sei  im 

Standard einer Quartierstrasse ausgebaut und als Sackgasse ausgebildet. 

Das gesamte Quartier liege in der "Tempo 30-Zone". Die Länge ab der Z.-

R2.2018.00099 

Seite 40 

 
 
Strasse bis zum Baugrundstück betrage 325 m. Die Fahrbahnbreite variiere 

von  5,95 m  (ab  Z.-Strasse  bis  zur  ersten  Querstrasse)  bis  5,30 m  (bis  zur 

zweiten Querstrasse) und betrage danach 5,00 m bis zum Baugrundstück. 

Das Längsgefälle der Strasse betrage 12 %. Das Trottoir weise eine Breite 

von 1,5 m auf. Diverse Pflanzenteile von Bäumen, Sträuchern und Hecken 

würden in das Lichtraumprofil der Strasse und des Trottoirs ragen. Es seien 

Rückschnitte  auf  das  notwendige  Lichtraumprofil  notwendig.  Beim  beste-

henden Temporegime von 30 km/h seien die Sichtverhältnisse von der Z.-

Strasse bis zum Grundstück Kat.-Nr. 6 (Haus-Nr. 65) gewährleistet. Ab die-

sem Grundstück bis zum Haus Nr. 75 sei eine geschnittene Hecke auf den 

Strassenrand getrimmt (teilweise überragend), was sich negativ auf die Si-

cherheit  dreier  Grundstückszugänge  auswirke.  Die  Zufahrten  und  die  Kur-

vensicherheit sei daher im heutigen Zeitpunkt nur bei sehr langsamer Fahrt 

von maximal 20 km/h knapp gegeben. Es sei eine Kontaktaufnahme mit der 

Eigentümerschaft  zu  empfehlen.  Die  Trottoirbreite  von  1,5 m  sei  aufgrund 

des geringen Fussgängeraufkommens genügend.  

Endzustand 

Dimensionierungsgrundlagen: 

Die  Grundlagen  für  die  Dimensionierung  nach  dem  Bau  der  Klinik  seien 

gemäss den Angaben der Architekten bzw. Erfahrungswerten wie folgt: 

Geschossfläche 

Facharztzentrum 

Restaurant 

ca. 20'000 m2   
ca. 2'000 m2  
ca. 45 Plätze (beschränkt öffentlich) 

Anzahl Zimmer 

66 

Anzahl Betten 
Facharztpraxen 

92  
5 bis 10 Einheiten (beschränkt öffentlich) 

Personal 

160 Vollzeitstellen (approximative Schätzung) 

Einstellhalle PP 

90 inkl. Behinderten-Parkplätze (Behi-PP) 

Behi-PP 

Aussen-PP 

3 

9, davon zwei vermietet 

Zufahrten mit LKW 

Kehrichtentsorgung 2/Wo; Anlieferungen 3-4/Wo 

Veloabstellplätze 

40 

R2.2018.00099 

Seite 41 

 
 
Verkehrsaufkommen: 

In der VSS-Norm 640 283 würden ausschliesslich Richtwerte für ein öffent-

liches Spital publiziert. Für eine Privatklinik würden die Werte unterhalb des 

Meridians, resp. im unteren Quartil angenommen. 

Berechnung der PW-Fahrten pro Tag: 

-   Minimum, Mo bis So = 1,4 x 20'000 m2/100 m2 = 280 PW-Fahrten 

-   Unteres Quartil, Mo bis So = 4,2 x 20'000 m2/100 m2 = 840 PW-Fahrten 

Berechnung der LW-Fahrten pro Woche: 

-  Mo bis So = Kehrrichtentsorgung 2/Wo + Anlieferungen 3-4/Wo = 

5-6 LW-Fahrten/Wo 

Gemäss  der  VSS-Norm  640  283  sei  für  eine  Privatklinik  damit  von  einem 

durchschnittlichen Tagesverkehr (DTV) zwischen 280 und 840 PW-Fahrten 

pro  Tag  auszugehen.  LKW-Fahrten  seien  mit  5-6 Fahrten  pro  Woche  zu 

veranschlagen.  

Gemäss Modal-Split werde die Klinik pro Tag von circa 250 Personen an-

gesteuert (110 Mitarbeiter, 46 Patienten, 92 Besucher). Diese würden sich 

wie folgt aufteilen: 

16 Personen Langsamverkehr 

68 Personen öffentlicher Verkehr 

165 Personen motorisierter Individualverkehr 

Bei Berücksichtigung der Hin- und Rückfahrt ergebe die präzisere Abschät-
zung  über  den  Modalsplit  330 MIV-Fahrten  pro  Tag  (MIV  =  Motorisierter-

Individual-Verkehr).  

Dimensionierung der Fahrbahn: 

Die  Strassenbreite  sei  bei  einem  Begegnungsfall  PW/LW  bei  < 20 km/h 

(Schritttempo)  auf  der  gesamten  Strassenlänge  sehr  knapp  erfüllt,  nicht 
aber bei > 20 km/h. Für den Begegnungsfall PW/PW (Fahrbahnbreite erfor-

derlich 5,10 m) sei die Strassenbreite mit 5,00 m bei einer Begegnungsge-

schwindigkeit von 30 km/h nicht erfüllt. 

R2.2018.00099 

Seite 42 

 
 
Aufgrund der bestehenden Situation seien ab der Z.-Strasse bis zum Haus 

Nr. 73  keine  Massnahmen  zwingend  notwendig.  Der  Begegnungsfall 

PW/LW  sei  nur  im  Schritttempo  sehr  mühsam,  aber  knapp  machbar.  Auf-

grund  der  sehr  kleinen  LW-Frequenz  von  5-6 Fahrten  pro  Woche  seien 

kaum  Massnahmen  notwendig.  Für  den  Bereich  vom  Haus  Nr. 73  bis  zur 

Klinik  werde  eine  Strassenverbreiterung  auf  5,45  m  notwendig.  Bei  der 

90°-Kurve  werde  mit  einer  Kurvenverbreiterung  einer  Kollision  entgegen-

gewirkt.  Als  zusätzliche  Sicherheitsmassnahme  werde  in  der  Kurve  ein 

grosser  Verkehrsspiegel  zu  Lasten  der  Klinik  auf  entgegenkommende 

Fahrzeuge aufmerksam machen.  

Sicht: 

Aufgrund der fehlenden Sichtweite (Hecke) wäre eine Temporeduktion auf 

20 km/h  erforderlich.  Zur  Unterstützung  werde  in  der  Kurve  ein  grosser 

Verkehrsspiegel angebracht. Für die Sicherstellung der Sicht aus den Aus-

fahrten seien die jeweiligen Eigentümer selber verantwortlich. 

Trottoir: 

Die  Trottoirbreite  von  1,5 m  sei  aufgrund  der  geringen  Fussgängerver-

kehrsmenge  genügend  breit  ausgebaut.  Die  Sicherheit  sei  gewährleistet. 

Es seien keine Massnahmen erforderlich. 

6.6.4. 

Die  Festlegung  der  Zugangsart  erfolgt  nach  dem  voraussichtlichen  Ver-

kehrsaufkommen  aufgrund  der  Nutzung  mit  Wohneinheiten.  Die  Auswir-

kungen  von  anderen  Nutzungen  werden  in  Wohneinheiten  umgerechnet 

(§ 6 ZN).  Gemäss  ständiger  Rechtsprechung  kann  pro  Wohneinheit  von 

durchschnittlich 2,5 Fahrbewegungen pro Tag ausgegangen werden. Somit 

ergibt  sich,  dass  bei  einem  MIV-Wert  von  330 Fahrten  pro  Tag  von 

132 Wohneinheiten  auszugehen  ist.  Zusammen  mit  den  an  der  I.-Strasse 

bestehenden Wohneinheiten kommt man somit auf einen Wert von weit un-

ter  300 Wohneinheiten,  womit  die  Zufahrt  als  Erschliessungsstrasse  aus-

gebaut sein muss. Diese Zuordnung erfordert eine Fahrbahnbreite von 4,5 

bis  5,5 m  sowie  ein  einseitiges  Trottoir  und  ein  einseitiges  Bankett.  Eine 

Baute  oder  Anlage  mit  besonders  grossem  Verkehrsaufkommen  im  Sinne 

von § 10 ZN, bei der die Anforderungen an die Zugänglichkeit im Einzelfall 

festzulegen  wären,  liegt  augenscheinlich  nicht  vor.  Die  bestehende  Fahr-

R2.2018.00099 

Seite 43 

 
 
bahnbreite zwischen 5,0 und 5,95 m ist somit klar genügend; sie entspricht 

den  technischen  Anforderungen  gemäss  Anhang  der  Zugangsnormalien 

und  kann  daher  als  verkehrssicher  gelten,  insbesondere  was  den  Begeg-

nungsfall  zwischen  Personenwagen  und  Lastwagen  anbelangt.  Daran  än-

dert nichts, dass in gewissen Bereichen die Geschwindigkeit den Sichtver-

hältnissen  anzupassen  ist.  Auch  die  Kapazität  der  Quartierstrasse  ist  mit 

dem  normaliengerechten  Ausbau  offensichtlich  ausreichend,  bildet  aber 

kein  Kriterium  für  das  Genügen  der  verkehrsmässigen  Erschliessung.  Im 

schmalsten Kurvenbereich wird die Strasse zudem noch auf eine Breite von 

5,45 m  verbreitert.  Auch  mit  dem  Bau  der  Klinik  liegt  das  zu  erwartende 

Verkehrsaufkommen nach wie vor innerhalb der vorgesehen Grundkapazi-

tät  der  vorhandenen  Erschliessung.  Das  bestehende  Trottoir  ist,  wie  die 

Rekurrierenden  zu  Recht  anmerken,  nur  ca.  1,5 m  breit  und  reicht  bis  zur 

90°-Kurve.  Ab  diesem  Punkt  wird  mit  der  Realisierung  des  Bauvorhabens 

ein  separater  Fussweg  mit  einer  Breite  von  circa  3  m  bis  zum  Baugrund-

stück  weitergeführt.  Die  Breite  des  bestehenden  Trottoirs  liegt  zwar  unter 

den Anforderungen der Zugangsnormalien; eine Abweichung ist indes vor-

liegend zulässig, da die Einhaltung der Verkehrssicherheit auch so gewähr-

leistet  ist.  Die  Situation  ist  vorbestehend  und  konnte  bisher  den  Anforde-

rungen an die Verkehrssicherheit  ohne weiteres  genügen.  Die Zugangsart 

erfährt  keine  Änderung  und  das  zu  erwartende  zusätzliche  Verkehrsauf-

kommen lässt ebenfalls nicht auf die Entstehung einer Verkehrsgefährdung 

schliessen.  Eine  Verbreiterung  auf  die  nach  den  Zugangsnormalien  erfor-

derlichen  Breite  von  2 m  wäre  zudem  mit  erheblichen  Eingriffen  in  das 

Grundeigentum  der  Anwohner  verbunden  und  könnte  wohl  nur  mittels  der 

Durchführung  eines  Quartierplanverfahrens  vorgenommen  werden.  Bauli-

che  Massnahmen  sind  somit  nicht  notwendig.  Soweit  Bäume  und  Hecken 

Dritter in Verletzung der einschlägigen Vorschriften der Strassenabstands-

verordnung die Verkehrssicherheit beeinträchtigen, kann dies dem Bauvor-
haben nicht entgegengehalten werden.  

Die im Verkehrsgutachten festgestellten Werte und Berechnungen wurden 

von  den  Rekurrierenden  nicht  oder  nur  sehr  pauschal  bestritten.  Das  von 

den  Rekurrierenden  erwähnte  Vorgängerprojekt  (damaliges  Akutspital) 

wurde  mit  Bezug  auf  die  Erschliessung  noch  mit  einer  Zahl  von  circa 

60 Wohneinheiten gleichgesetzt und es wurden demnach die Dimensionen 

einer  Zufahrtsstrasse  im  oberen  Anwendungsbereich  verlangt.  Vorliegend 

wurde das neue Klinikprojekt unter Berücksichtigung des Umstandes, dass 

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Seite 44 

 
 
es  sich  um  eine  Privatklinik  mit  Facharztzentren  handelt,  sogar  mit  dem 

Verkehrsaufkommen  von  mehr  als  der  doppelten  Anzahl  Wohneinheiten 

gleichgesetzt und daher die Übereinstimmung des Zugangs mit der Klassi-

fizierung einer Erschliessungsstrasse geprüft. Die für diese Zugangsart zu-

lässige Erschliessung von bis zu 300 Wohneinheiten als obere Grenze des 

Anwendungsbereichs  wird  nicht  annähernd  erreicht.  Es  ist  deshalb  insbe-

sondere  unerheblich,  ob  mit  92  oder  94 Betten  gerechnet  wird.  Der  An-

nahme  der  Rekurrierenden,  eine  Verschiebung  des  MIV  auf  den  öffentli-

chen Verkehr werde aufgrund der schlechten Anbindung und der Hanglage 

wohl nicht funktionieren, ist entgegenzuhalten, dass das Verkehrsgutachten 

diese  Umstände  sehr  wohl  berücksichtigt  hat  und  aufgrund  der  vorliegen-

den ÖV-Erschliessung von lediglich der Güteklasse D von einem eher ge-

ringen  Anteil  an  ÖV-Benutzern  ausging.  Ebenso  wurde  davon  ausgegan-

gen,  dass  aufgrund  der  Hanglage  nur  wenige  mit  dem  Fahrrad  anreisen 

würden.  Die  angenommenen  Werte  berücksichtigen  damit  durchaus  die 

tatsächlichen Gegebenheiten. Selbst wenn der Anteil der ÖV-Benutzer tie-

fer liegen würde, wäre die obere Grenze des Anwendungsbereichs der Er-

schliessungsstrasse von 300 Wohneinheiten nicht erreicht. Bei einem Anteil 

von  beispielsweise  nur  10 % ÖV-Benutzern  würden  418 Fahrten  pro  Tag 

und damit ein Äquivalent von 167 Wohneinheiten resultieren (16 Personen 

Langsamverkehr,  25  Personen  öffentlicher  Verkehr,  209  Personen  MIV  = 

418 Fahrten pro Tag).  

Ebensowenig wurde von den Rekurrierenden detailliert dargelegt, inwiefern 

der ausgewiesene DTV anders zu berechnen gewesen wäre. Selbstredend 

löst ein Privatspital entgegen der Auffassung der Rekurrierenden nicht den 

gleichen Verkehr aus wie ein Akutspital, welches auch viele Notfälle zu be-

handeln hat und insbesondere auch eine Vielzahl von nächtlichen Fahrbe-

wegungen auslöst. Seitens des Gerichts ergeben sich weder aus den Aus-
führungen  der  Rekurrierenden  noch  aus  den  übrigen  Unterlagen  Zweifel, 

dass die im Verkehrsgutachten ausgewiesenen Zahlen nicht zutreffend sein 

sollten.  Diese  wurden  unter  Zugrundelegung  der  entsprechenden  VSS-

Normen ermittelt und einlässlich dargelegt und begründet.  

Auf die Anzahl der Lastwagenfahrten kann es bei der Qualifizierung der Er-

schliessung  nicht  ankommen,  ist  der  bestehende  Ausbaustandard  doch 

genügend und damit ein Kreuzen von PW/LKW oder LKW/LKW grundsätz-

R2.2018.00099 

Seite 45 

 
 
lich möglich; dies vollkommen unabhängig davon, wieviele Lastwagenfahr-

ten pro Woche stattfinden. 

Die  Rekurrierenden  beanstanden  die  Leistungsfähigkeit  des  Knotens  Z.-

Strasse/I.-Strasse.  Dies  ist  indes  eine  Frage  des  Verkehrsaufkommens 

bzw.  der  Verkehrsdichte  und  nicht  des  (offensichtlich)  genügenden  Aus-

baustandards  der  Erschliessungsanlagen.  Die  Verkehrsbelastung  des 

Strassennetzes  bildet  kein  Kriterium  für  das  Genügen  der  verkehrsmässi-

gen Erschliessung (vgl. RB 1994 Nr. 81), zumal die geplante Klinik keinen 

ungewöhnlich  starken  Verkehr  auslöst.  Auf  die  Einholung  eines  weiteren 

Verkehrsgutachtens  konnte  daher  ohne  weiteres  verzichtet  werden.  Be-

merkungsweise  ist  anzufügen,  dass  gemäss  Verkehrsgutachten  im  Zu-

sammenhang mit der Klinik mit einer morgendlichen bzw. abendlichen Spit-

ze von 33 bzw. 40 Fahrten pro Stunde zu rechnen ist. Auf der Z.-Strasse ist 

eine  ca.  28 m  lange  Linksabbiegespur  vorhanden  (s.  Orthofoto  ZH 2014-

2018,  www.gis.zh,  sowie  act. 14.6.5  [erstes  Foto]  im  Verfahren  G.-Nr. 

R2.2018.00110)  und  allfällige  Rückstaus  in  die  Quartierstrasse  I.-Strasse 

führen nicht zu verkehrsgefährlichen Situationen. 

Dem  von  den  Rekurrierenden  vorgebrachten  Einwand,  das  Bauvorhaben 

bzw.  der  dadurch  ausgelöste  Mehrverkehr  führe  dazu,  dass  der  Zugang 

und  die  Zufahrt  zu  ihren  Liegenschaften  nicht  mehr  verkehrssicher  seien, 

ist entgegenzuhalten, dass mit dem Bauvorhaben keine Änderung der Zu-

gangsart  erfolgt.  Das  Bauvorhaben  kann  deshalb  nicht  ursächlich  sein  für 

allfällige Mängel der rekurrentischen Zufahrten und Zugänge. Die Rekurrie-

renden  sind  für  den  verkehrssicheren  Zugang  zu  ihren  Liegenschaften 

selbst  verantwortlich.  Allfällige  Mängel  wären  vorbestehend  und  entweder 

auf mangelnde Rückschnitte der strassennahen Bepflanzungen auf den re-

kurrentischen  Grundstücken  oder  auf  Fehler  in  den  entsprechenden  Bau-
bewilligungen zurückzuführen. 

Der Ausbaustandard der Zufahrt ist unter Berücksichtigung der bereits von 

der Gemeinde statuierten Auflagen als ausreichend zu qualifizieren. 

6.7.1. 

Im  Weiteren  rügen  die  Rekurrierenden  in  den  Verfahren  R2.2018.00110, 

R2.2018.00118 die Berechnung der Parkplatzanzahl sei unhaltbar. Sie ba-

siere einzig auf der Anzahl Betten. Hingegen blieben externe Arztbesucher 

R2.2018.00099 

Seite 46 

 
 
und  auch  das  Restaurant  vollständig  unberücksichtigt.  Der  Wert  von 

1,5 Parkplätzen  pro  Bett  lasse  sich  mit  der  VSS-Norm  SN 640 281  nicht 

vereinbaren.  Es  handle  sich  gerade  bei  den  Facharztzentren  um  einen 

kundenintensiven  Dienstleistungsbetrieb,  für  welchen  die  massgebliche 

VSS-Norm  Richtwerte  von 2,0  (Personal)  und  1,0  (Besucher/Kunden)  vor-

gebe. Angesichts der riesigen Flächen der Facharztzentren ergebe sich ein 

zusätzlicher  Parkplatzbedarf  von  mindestens  70  Parkplätzen.  Schliesslich 

sei  es  angesichts  der  mangelhaften  ÖV-Erschliessung  und  der  Topogra-

phie unhaltbar, sich am Minimum von 70 % der Normalauslastung zu orien-

tieren. Vielmehr sei unter den vorliegenden Umständen das Maximum von 

90 % vorzusehen. Es wären deshalb insgesamt mindestens 200 Parkplätze 

zu erstellen, wovon das Projekt indes weit entfernt sei. Auch dieser Mangel 

sei nicht auflageweise heilbar.   

6.7.2. 

Gemäss  Art. 17  Abs. 2  der  Gestaltungsplanbestimmungen  (act. 14.11  im 

Verfahren  G.-Nr.  R2.2018.00110)  berechnet  sich  die  Anzahl  der  Abstell-

plätze nach der SN-Norm 640 290, wobei ein Faktor von 0,7 Abstellplätzen 

pro  Bett  anzuwenden  sei.  Im  angefochtenen  Bauentscheid  wird  erwogen, 

die genannte Norm sei nicht mehr gültig. Für die Parkplatzberechnung wer-

de  ausschliesslich  die  aktuell  gültige  VSS-Norm SN 640 281  angewandt. 

Dies erscheint sachgerecht und wurde nicht beanstandet. 

Gemäss der VSS-Norm SN 640 281 sind für den Betrieb eines Kleinspitals 

oder einer Klinik pro Bett 1 Parkplatz für das Personal und 0,5 Parkplätze 

für  Besucher  vorzusehen.  Es  wird  sodann  je  nach  ÖV-Erschliessung  eine 

prozentuale  Reduktion  gewährt.  Es  werden  dabei  fünf  Standort-Typen  un-

terschieden. Die Zuordnung bedingt insbesondere die Berücksichtigung der 

bestehenden  oder  vorgesehenen  Erreichbarkeit  des  Standorts  aus  dem 
Einzugsgebiet  mit  dem  ÖV  während  der  massgebenden  Betriebszeit.  Die 

zumutbare Fussdistanz zur ÖV-Haltestelle am Quell- und am Zielort ist vom 

Fahrtzweck abhängig und liegt im Bereich von 300 bis 500 m: 

Standort-Typ 

Minimum 

Maximum 

A 

B 

C 

20% 

40% 

50% 

 40% 

 60% 

 80% 

R2.2018.00099 

Seite 47 

 
 
D 

E 

70% 

90% 

 90% 

100% 

Tabelle 3 aus VSS-Norm SN 640 281 

6.7.3. 

Das  Bauvorhaben  weist  die  Erstellung  von 109 Parkplätzen  (90  in  der  ge-

planten  Tiefgarage,  7  [9-2]  offen  entlang  der  Erschliessungsstrasse,  12  in 

bestehender  Garage  Vers.-Nr. 2)  aus.  Das  Bauvorhaben  liegt  in  der  ÖV-

Güteklasse D. 

In  der  Baubewilligung  wurde  bei  der  Anwendung  der  VSS-Norm 

SN 640 281 ausschliesslich auf die speziell geregelte Situation einer Klinik 

abgestellt.  Es  stellt  sich  indes  die  Frage  ob  –  wie  die  Rekurrierenden  gel-

tend machen – aufgrund der geplanten Facharztzentren eine differenzierte 

Beurteilung vorzunehmen wäre.  

Die geplanten Facharztzentren sind in den Spitalbetrieb integriert und die-

nen gerade beim hier gewählten Modell des Belegarztsystems in aller Re-

gel der engen Verknüpfung von ambulanter und stationärer Behandlung der 

Patienten. Die Klinik stellt dabei den Ärzten die notwendige betriebliche Inf-

rastruktur zur Verfügung. Die als Belegärzte tätigen Spezialisten haben so 

die  Möglichkeit,  ihre  Patienten  vor  Ort  zu  beraten  und  auch  ambulant  zu 

behandeln. Dies ist nicht mit dem Betrieb einer Allgemeinarztpraxis zu ver-

gleichen.  Die  geplanten  Facharztzentren  können  somit  entgegen  der  An-

sicht  der  Rekurrierenden  nicht  mit  dem  dienstleistungsintensiven  Betrieb 

einer Arztpraxis gleichgesetzt werden. Es rechtfertigt sich daher bei der Be-

rechnung  der  Anzahl  Abstellplätze  ausschliesslich  auf  den  bewusst  diffe-

renziert geregelten Betrieb einer Klinik abzustellen. 

Gemäss  den  massgebenden  Plänen  sind  94  Betten  vorgesehen.  Pro  Bett 

sind somit 1,0 Parkplätze für das Personal und 0,5 Parkplätze für Besucher 

und Kunden zu erstellen. Dies ergibt einen Wert von 141 PP. Aufgrund der 

Zuordnung  zur  ÖV-Güteklasse  D  beträgt  somit  das  Minimum  der  Anzahl 

Parkplätze 70 % des Richtwertes und damit 99 PP; das Maximum läge bei 

90 %  des  Richtwertes  und  ergäbe  127 PP.  Anzumerken  ist,  dass  im  Ver-

kehrsgutachten  fälschlicherweise  davon  ausgegangen  wurde,  beim  Faktor 

0,7  gemäss  Art. 17  der  Gestaltungsplanbestimmungen  handle  es  sich  um 

R2.2018.00099 

Seite 48 

 
 
 
einen Reduktionsfaktor. In der genannten Bestimmung heisst es indes ex-

plizit  "0,7 Abstellplätze  pro  Bett".  Am  Ergebnis  ändert  sich  jedoch  nichts. 

Wie bereits erwähnt, ist die veraltete Norm, auf die die Gestaltungsplanvor-

schriften  verweisen,  in  Kombination  mit  dem  Faktor  0,7  nicht  mehr  anzu-

wenden. Die von der Bauherrschaft geplanten 109 Parkplätze liegen inner-

halb des errechneten Rahmens, weshalb deren Anzahl nicht zu beanstan-

den ist. 

6.8.1. 

Die Rekurrierenden im Verfahren G.-Nr. R2.2018.00118 bringen im Weite-

ren vor, die Anordnung der Autoabstellplätze in der Tiefgarage würde zahl-

reiche  und  augenfällige  Mängel  aufweisen.  So  seien  verschiedene  Park-

plätze  und  die  Fahrgassen  zu  wenig  breit  bemessen  auch  die  als  Kurve 

ausgestaltete  Zufahrtsrampe  müsse  verbreitert  werden.  Weshalb  die  Vor-

instanz auch hier bloss auflageweise Anpassungen verfügt habe, sei nicht 

nachvollziehbar,  zumal  gerade  für  ein  aus  verkehrstechnischen  Gründen 

ohnehin  schon  höchst  strittiges  Projekt  wie  das  vorliegende  ein  einwand-

freies und funktionierendes Parkplatzkonzept unverzichtbar sei.  

6.8.2. 

Können inhaltliche oder formale Mängel des Bauvorhabens ohne besonde-

re  Schwierigkeiten  behoben  werden  oder  sind  zur  Schaffung  oder  Erhal-

tung des rechtmässigen Zustands Anordnungen nötig, so sind mit der Be-

willigung die gebotenen Nebenbestimmungen (Auflagen, Bedingungen, Be-

fristungen) zu verknüpfen (§ 321 Abs. 1 PBG). 

Mit  Nebenbestimmungen  darf  von  vornherein  nur  Mängeln  begegnet  wer-

den,  die  "ohne  besondere  Schwierigkeiten"  behoben  werden  können.  Er-

fordert  demgegenüber  die  Behebung  von  Mängeln  eine  konzeptionelle 
Überarbeitung  des  Bauprojektes,  darf  keine  mit  Nebenbestimmungen  ver-

knüpfte  Baubewilligung  erteilt  werden.  Diesfalls  ist  vielmehr  eine  Bauver-

weigerung  auszusprechen  und  hat  die  Bauherrschaft  ein  überarbeitetes 

Baugesuch  einzureichen.  Nur  so  ist  die  nötige  Klarheit  im  baurechtlichen 

Verfahren gewährleistet, was nicht zuletzt auch im Interesse der Nachbarn 

zu verlangen ist. Im Übrigen kann mit Nebenbestimmungen auch Mängeln 

begegnet werden, welche die Grundanforderungen an Bauten und Anlagen 

im Sinne der §§ 233 ff. PBG beschlagen (RB 1997 Nr. 78). 

R2.2018.00099 

Seite 49 

 
 
6.8.3. 

Wie  die  Rekurrierenden  zu  Recht  ausführen,  hat  die  Vorinstanz  auflage-

weise  eine  Behebung  der  vorliegenden  Mängel  verlangt.  Wieso  dies  nicht 

auflageweise  möglich  sein  sollte,  wird  von  den  Rekurrierenden  in  keiner 

Weise  dargelegt.  Aufgrund  der  eingereichten  Pläne 

(insbesondere 

act. 14.4.5. im Verfahren G.-Nr. R2.2018.00110), des Umstandes, dass die 

Breite  der  Fahrgasse  an  vielen  Stellen  die  minimalen  Anforderungen  bei 

Weitem übersteigt, und auch unter Berücksichtigung des Umstandes, dass 

die ausgewiesene Anzahl an Parkplätzen die Mindestanzahl der erforderli-

chen Parkplätze übersteigt, ist ohne weiteres ersichtlich, dass eine Anpas-

sung durch eine Neuanordnung oder allenfalls durch Weglassen einzelner 

Parkplätze  problemlos  möglich  sein  wird.  Eine  konzeptionelle  Überarbei-

tung des Bauprojektes ist nicht notwendig. Das Vorgehen der Baukommis-

sion ist damit nicht zu beanstanden.  

6.9.1. 

In  den  Verfahren  G.-Nrn.  R2.2018.00110  und  R2.2018.00113  rügen  die 

Rekurrierenden sodann, die Tiefgaragenzufahrt weise ebenfalls zahlreiche 

Mängel  auf,  die  nicht  ohne  besondere  Schwierigkeiten  behoben  werden 

könnten  und  damit  einer  Auflage  nicht  zugänglich  seien.  Die  erheblichen 

Anpassungen  am  Gefälle  und  den  Gefällsbrüchen  würden  klar  dagegen 

sprechen.  Das  Gefälle  der  Rampe  dürfe  maximal  10 %  betragen.  Es  sei 

dementsprechend  massiv  zu  reduzieren,  was  nicht  ohne  besondere 

Schwierigkeiten  möglich  sei.  Dies  gelte  umso  mehr,  als  die  lichte  Durch-

fahrtshöhe wohl nicht genüge, wenn wie verlangt Anpassungen an den Ab-

grabungen vorgenommen würden. 

6.9.2. 

Bezüglich der rechtlichen Voraussetzungen betreffend die Zulässigkeit von 
Nebenbestimmungen  zur  Heilung  von  Mängeln  des  Bauvorhabens  kann 

auf die vorstehenden Ausführungen unter Ziffer 6.8.2. verwiesen werden. 

6.9.3. 

Auch in diesem Punkt anerkennen die Rekurrierenden, dass die Baubehör-

de bereits eine auflageweise Behebung der festgestellten Mängel verlangt 

hat.  Inwiefern  eine  Anpassung  des  Gefälles,  der  Gefällsbrüche  sowie  ein 

Nachweis  der  erforderlichen  lichten  Durchfahrtshöhe  nicht  möglich  sein 

sollte,  wird  von  den  Rekurrierenden  weder  dargetan  noch  ergibt  sich  sol-

R2.2018.00099 

Seite 50 

 
 
ches aus den dem Gericht vorliegenden Akten. Es handelt sich bei der ge-

planten Klinik um einen Neubau. Derart geringfügige Anpassungen können 

problemlos  mittels  einer  Nebenbestimmung  verlangt  werden,  da  keine 

grundlegenden Änderungen an der Zufahrtssituation als solche zu erwarten 

sind.  

6.10.1. 

In den Verfahren G.-Nrn. R2.2018.00110, R2.2018.00113, R2.2018.00116, 

R2.2018.00117  sowie  R2.2018.00118  wenden  die  Rekurrierenden  gegen 

das  geplante  Bauvorhaben  ein,  das  Lärmgutachten  basiere  auf  den  zum 

Teil falschen Annahmen des Verkehrskonzepts. Es gehe mithin von einem 

deutlich zu tiefen DTV und von einer massiv zu geringen Anzahl von Park-

plätzen  aus.  Die  errechneten  Beurteilungspegel  seien  dementsprechend 

ebenfalls  klar  zu  tief.  Auch  sei  entgegen  dem  Gutachten  durchaus  mit 

Lastwagenfahrten  während  der  Nacht  zu  rechnen.  Beispielsweise  müsse 

das Frühstück für die Patienten ab 06.00 Uhr bereit sein, was eine Anliefe-

rung  um  04.00 Uhr  erforderlich  mache,  da  das  Frühstück  nicht  im  Spital 

selbst  vorbereitet  werden  könne,  da  ja  angeblich  während  der  Nacht  fast 

niemand im Spital arbeite. Sodann seien sicherlich ein Mehrfaches an An-

lieferungen  notwendig  als  nur  gerade  3-4 Anlieferungen  in  der  Woche.  Es 

sei  zudem  auch  die  Vorbelastung  durch  die  Z.-Strasse  zu  beurteilen.  Der 

Sachverhalt  erweise  sich  damit  als  ungenügend  abgeklärt.  Sodann  lasse 

das  Lärmgutachten  die  Parkierungsanlage  entlang  der  Strasse  unberück-

sichtigt. Diese Anlage mit 9 Parkfeldern befinde sich in unmittelbarer Nähe 

von  Wohnliegenschaften.  Sie  gehe  mit  stark  störendem  unregelmässigem 

Lärm durch Türenschlagen, Ein- und Ausparkieren, Bremsgeräuschen, Be-

schleunigungen  etc.  einher.  Der  normale  Verkehrslärm  und  der  durch  die 

Parkierungsanlage  ausgelöste  Lärm  seien  gesamthaft  zu  beurteilen.  Es 

handle sich um eine neue ortsfeste Anlage. Die massgeblichen Planungs-
werte würden überschritten.  

Gemäss  der  Gesamtverfügung  der  Baudirektion  könnten  sodann  die  Pla-

nungswerte  nur  mittels  schallschutztechnischen  Massnahmen  gelöst  wer-

den. 

6.10.2. 

Die Klinik befindet sich in der Zone für öffentliche Bauten und ist der Emp-

findlichkeitsstufe ES II zugeordnet. Die benachbarten Zonen beidseitig der 

R2.2018.00099 

Seite 51 

 
 
I.-Strasse  sind  2-geschossige  Wohnzonen  und  ebenfalls  der  Empfindlich-

keitsstufe ES II zugehörig.  

Gemäss  Art. 9  der  Lärmschutzverordnung  (LSV)  darf  bei  einer  Mehrbean-

spruchung  von  Verkehrsanlagen  der  Betrieb  neuer  oder  wesentlich  geän-

derter ortsfester Anlagen nicht dazu führen, dass durch die Mehrbeanspru-

chung  einer  Verkehrsanlage  die  Immissionsgrenzwerte  überschritten  wer-

den  (lit. a)  oder  dass  durch  die  Mehrbeanspruchung  einer  sanierungsbe-

dürftigen Verkehrsanlage wahrnehmbar stärkere Lärmimmissionen erzeugt 

werden (lit. b). 

Für  die  Empfindlichkeitsstufe II  betragen  die  Immissionsgrenzwerte  für 

Strassenverkehrslärm  60 dB(A)  am  Tag  und  50 dB(A)  nachts  (Anhang 3, 

Ziff. 2 LSV).  

Beim  durch  den  Betrieb  der  Klinik  selbst  (inkl.  Tiefgarage)  verursachten 

Lärm  sind  die  Planungswerte  für  Gewerbelärm  einzuhalten  (Art. 7  LSV). 

Diese  betragen  für  die  Empfindlichkeitsstufe II  55 dB(A)  am  Tag  und 

45 dB(A) nachts (Anhang 6, Ziff. 2 LSV). Die massgebenden Beurteilungs-

punkte  befinden  sich  in  der  Mitte  von  geöffneten  Fenstern  lärmempfindli-

cher Räume (Art. 39 LSV). 

Dem  der  Baubewilligung  zugrundeliegenden  Lärmgutachten  vom  13. No-

vember 2017 (act. 14.5 im Verfahren G.-Nr. R2.2018.00110) kann Folgen-

des entnommen werden: 

Emissionsdaten Strassenverkehrslärm: 

Die Erschliessung der späteren Klinik, respektive des Baugrundstückes er-
folge über die Gemeindestrasse I.-Strasse. Die Zufahrt sei im Standard ei-

ner Quartierstrasse ausgebaut und 5-6 m breit. Das gesamte Quartier liege 

in der "Tempo 30-Zone". 

Die  Beurteilung  erfolge  auf  Basis  des  Verkehrskonzeptes  vom  18. April 

2018: 

-   DTV 850 

-   Nt ~ 49,3 Fz/h (stündlicher Tagesverkehr im Jahresdurchschnitt für den 

Tageszeitraum 06.00 bis 22.00 Uhr) 

R2.2018.00099 

Seite 52 

 
 
-   Nn ~ 7,7 Fz/h (stündlicher Nachtverkehr im Jahresdurchschnitt für den 

Nachtzeitraum 22.00 bis 06.00 Uhr) 

-   LKW-Anteil Tag: < 1 % (~ 1 LW-Fahrt pro Tag) 

-   LKW-Anteil Nacht: 0 % (0 LW-Fahrt pro Nacht) 

Die Berechnung der Lärmausbreitung erfolge mittels Handrechnung. Es sei 

der Immissionspunkt mit dem höchsten Beurteilungspegel gewählt worden: 

IP_01: EG, Gebäude I.-Strasse Nr. 75 

Der  IP_01 befinde  sich  2,5 m  über  Erdreich  (EG)  und  werde  massgebend 

von der I.-Strasse belastet. Die Handrechnung zeige, dass die IGW mit 54 

dB(A) am Tag und 43 dB(A) in der Nacht eingehalten seien.  

Lärm von Parkierungsanlagen: Tiefgarageneinfahrt: 

Die Tiefgarage umfasse 93 Abstellplätze. Die Zufahrt sei auf der Westseite 

geplant. Für die Beurteilung seien die nächstgelegenen Fenster betrachtet 

worden. Die Parkierungsbewegungen pro Stunde und Parkfeld seien für die 

Tiefgarage mit 0,15 am Tag und 0,02 in der Nacht (gemäss Parkplatzlärm-

studie Bayer 2007 "Tiefgaragen") angenommen worden. Eine Parkierbewe-

gung bestehe aus Anfahrt oder Abfahrt. Der Immissionspunkt IP_02 sei an 

der  Fassade  des  Wohngebäudes  I.-Strasse  Nr. 71  gesetzt  worden.  Beim 

Immissionspunkt  IP_02  habe  die  Berechnung  einen  zu  erwartenden  Ge-

werbelärm  von  33 dB(A)  am  Tag  und  29 dB(A)  in  der  Nacht  ergeben.  Die 

Planungswerte seien damit nicht überschritten.  

Bei der Ausführung seien folgende Punkte zu berücksichtigen: Um Reflexi-

onen  zwischen  den  Rampenwänden  zu  vermeiden,  sollten  die  Rampen-

wände (mind. die ersten 5 m) mit einem schallabsorbierenden Material ver-

kleidet werden; die Beschläge und der Motor des Tores seien mit geeigne-

ten  schalldämmenden  Massnahmen  zu  versehen;  die  Abdeckung  der  Re-

genrinne müsse lärmarm ausgebildet werden. 

6.10.3. 

Es  ist  sicherlich  zutreffend,  dass  durch  den  Bau  der  geplanten  Klinik  eine 

Zunahme des Verkehrslärms zu erwarten ist. Die Verkehrszunahme sowie 

der  Lärm  durch  die  Tiefgarage  liegen  allerdings  innerhalb  der  zulässigen 

R2.2018.00099 

Seite 53 

 
 
Grenzwerte.  Die  vom  Lärmgutachten  empfohlenen  Massnahmen  wurden 

durch die Behörde auflageweise statuiert. 

Bei der Prüfung der Immissionsgrenzwerte für den Strassenlärm wurde der 

zu  erwartende  DTV  gemäss  Verkehrskonzept  (Stand  Baueingabe)  als 

Grundlage  genommen.  Gemäss  der  bei  den  Akten  liegenden  überarbeite-

ten  Version des Verkehrskonzepts  ergab die Abschätzung des DTV einen 

Bereich von 280 bis 840 PW-Fahrten pro Tag und 5 bis 6 Lastwagen-Fahr-

ten pro Woche. Im Verkehrskonzept wurde sodann mit der angeblich präzi-

seren  Schätzung  gemäss  Modal-Split  gerechnet,  die  ca.  330 MIV-Fahrten 

pro Tag (DTV) ergab. Im Lärmgutachten wurde demgegenüber von einem 

DTV  von  850  ausgegangen.  Dies  zeigt,  dass  der  dem  Lärmgutachten  zu-

grunde gelegte DTV als sehr vorsichtige Annahme aufzufassen ist. Gründe, 

die  daran  zweifeln  liessen,  bringen  die  Rekurrierenden  nicht  vor.  Somit 

kann  gestützt  auf  das  Lärmgutachten  mit  Sicherheit  davon  ausgegangen 

werden, dass mit dem Mehrverkehr die Immissionsgrenzwerte entlang der 

I.-Strasse  nicht  überschritten  werden,  dies  selbst  dann,  wenn  der  LKW-

Anteil, namentlich in der Nacht, wesentlich höher sein sollte. Diesbezüglich 

bleibt  anzumerken,  dass  nicht  jede  Anlieferung  mit  einem  Lastwagen  er-

folgt. 

Bei der Parkierungsanlage an der I.-Strasse handelt es sich sodann um ei-

ne  eher  kleine  Anzahl  von  Parkplätzen  entlang  der  Strasse,  wie  sie  in 

Wohnquartieren überall anzutreffen sind. Eine übermässige Lärmbelastung 

durch  die  Anlage  selbst,  bzw.  den  Lärm  durch  die  Parkierungsbewegung, 

sowie  das  Ein-  und  Aussteigen,  sind  nicht  zu  erwarten.  Lärmschutztech-

nisch handelt es sich hierbei um einen umweltrechtlichen Bagatellfall. Auch 

eine  gemeinsame  Beurteilung  hätte  nicht  zu  einem  anderen  Resultat  ge-

führt,  da  der  hauptsächlich  wahrgenommene  Verkehrslärm  die  zulässigen 
Immissionsgrenzwerte bei Weitem nicht erreicht.  

Die  von  der  Baudirektion  erwähnten  Schallschutzmassnahmen  betreffen 

entgegen  der  Annahme  der  Rekurrierenden  nicht  den  Verkehrslärm,  son-

dern  den  Lärm  durch  den  Rückkühler  auf  dem  Dach  des  Bettenhauses, 

welche Lärmquelle von den Rekurrierenden nicht beanstandet wurde. 

Die  Ausführungen  der  Rekurrierenden,  es  liege  bereits  eine  Vorbelastung 

durch  die  Z.-Strasse  vor,  da  die  Kantonsstrasse  IGW-Überschreitungen 

R2.2018.00099 

Seite 54 

 
 
aufweise,  sind  zutreffend.  Dies  steht  aber  einer  lärmschutzrechtlichen  Be-

willigung des Neubaus nicht entgegen. Gemäss Rechtsprechung des Bun-

desgerichts  liegt  eine  wahrnehmbare  Erhöhung  des  Beurteilungspegels 

erst bei einer Zunahme um 1 dB(A) vor. Für eine Zunahme von 1 dB(A) ist 

eine  Steigerung  des  durchschnittlichen  täglichen  Verkehrsaufkommens 

(DTV) um rund 25 % notwendig. Gemäss dem Gesamtverkehrsmodell des 

Kantons Zürich (vgl. hierzu www.gis.zh.ch) weist die Z.-Strasse im Bereich 

vor  der  Einmündung  der  I.-Strasse  einen  DTV  (gemessen  im  Jahre 2016) 

von  8091 Fahrzeugen  auf.  Eine  wahrnehmbare  Zunahme  des  Strassen-

lärms  wäre  somit  erst  ab  einer  Zunahme  des  DTV  von 

rund 

2'000 Fahrzeugen  anzunehmen.  Gemäss  dem  bei  den  Akten  liegenden 

Verkehrskonzept ist indes der durch den Klinikneubau zu erwartende DTV 

um ein vielfaches tiefer. Es ist daher fraglich, ob die Rekurrierenden zur Er-

hebung dieser Rüge überhaupt legitimiert sind; ein Verstoss gegen Art. 9 lit. 

b LSV ist indes ohnehin klar nicht gegeben. 

6.11.1. 

Die  Rekurrierenden 

in  den  Verfahren  G.-Nrn.  R2.2018.00110, 

R2.2018.00116  und  R2.2018.00118  rügen  sodann,  aufgrund  der  bei  den 

Akten befindlichen Plänen sei davon auszugehen, dass die geplanten Ge-

bäude gegen die Grundstücke im Osten und Südosten mehr als 0,5 m über 

das  gewachsene  Terrain  ragen  würden  und  damit  abstandspflichtig  seien. 

Auf  den  Plänen  sei  das  gewachsene  Terrain  an  der  Grundstücksgrenze 

nicht eingezeichnet. Aufgrund der Höhenkoten werde das Mass von § 269 

PBG aber überschritten. Dasselbe gelte für den Bereich der nordwestlichen 

Ecke der Parzelle Kat.-Nr. 7. 

6.11.2. 

Zum Rekurs und zur Beschwerde ist berechtigt, wer durch die angefochte-
ne Anordnung berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an ihrer Aufhe-

bung oder Änderung hat (§ 338a Satz 1 PBG). 

Mit  dieser  Umschreibung  der  Legitimation  verlangt  das  Gesetz  zunächst, 

dass  der  Rekurrent  über  eine  hinreichend  enge  nachbarliche  Raumbezie-

hung  zum  Baugrundstück  bzw.  den  dort  vorgesehenen  Bauten  und  Anla-

gen verfügt, kraft derer er stärker als beliebige Dritte oder die Allgemeinheit 

von der  angefochtenen  Anordnung betroffen ist.  Das  vom  Gesetz alsdann 

verlangte  schutzwürdige  Interesse  (Anfechtungsinteresse)  setzt  voraus, 

R2.2018.00099 

Seite 55 

 
 
dass  der  Rekurrent  mit  der  Gutheissung  des  Rechtsmittels  einen  Nutzen 

erlangt  bzw.  einen  Nachteil  abwendet.  Soweit  das  Rechtsmittel  mit  hierzu 

von  vornherein  ungeeigneten  Rügen  begründet  wird,  fehlt  es  am  schutz-

würdigen Interesse. Dies ist etwa dann der Fall, wenn ein geltend gemach-

ter  Projektmangel  bloss  eine  für  den  Rekurrenten  bedeutungslose  Neben-

bestimmung zur Folge hätte. 

6.11.3. 

Entgegen den Annahmen der Rekurrierenden ergibt sich die Einhaltung der 

maximalen  Höhe  über  dem  gewachsenen  Terrain  aus  dem  "Plan  Bauge-

spann" 

vom 

19. April 2018 

(act. 14.4.16 

im  Verfahren  G.-Nr. 

R2.2018.00110),  der  zugehörigen  Liste  "Absteckung  Baugespann"  vom 

16. April 2018 (act. 14.4.18 im Verfahren G.-Nr. R2.2018.00110) sowie dem 

Situationsplan mit den Höhenkoten vom 6. April 2018 (act. 14.4.17 im Ver-

fahren G.-Nr. R2.2018.00110). Wie die Bauherrschaft selbst zu Recht ein-

räumt, ergibt sich im Grenzbereich zu den Parzellen Kat.-Nrn. 3 und 4 eine 

minimale Überschreitung der zulässigen Höhe um 0,11 m. Die betroffenen 

Grundstücke  Kat.-Nrn. 3  und  4  liegen  beide  in  einer  Distanz  von  über 

100 m und zudem auf der den rekurrentischen Grundstücken abgewandten 

Seite  des  Baugrundstücks.  Die  rekurrentischen  Grundstücke  sind  nicht  di-

rekt betroffen. 

Die geringfügige Überschreitung könnte daher, soweit sie nicht ohnehin als 

Messungenauigkeit anzusehen ist, mit einer für die Rekurrierenden bedeu-

tungslosen Nebenbestimmung geheilt werden. Im Übrigen sind die zulässi-

gen Höhen eingehalten. Die Rekurrierenden sind mangels eines genügen-

den  Anfechtungsinteresses  zur  Erhebung  dieser  Rügen  nicht  legitimiert. 

Auf die Rekurse ist somit in diesem Punkt nicht einzutreten.  

6.12.1. 

Im  Weiteren  wird  von  den  Rekurrierenden  in  den  Verfahren  G.-Nrn. 

R2.2018.00110, R2.2018.00113, R2.2018.00116 sowie R2.2018.00118 gel-

tend  gemacht,  mit  Bezug  auf  die  vorgesehenen  Abgrabungen  würden  die 

Pläne nicht genügen. Die Baukommission habe zwar zu Recht bei diversen 

Fassadenabschnitten  eine  Überschreitung  des  jeweils  zulässigen  Abgra-

bungsmasses  von  1 m  bzw.  3 m  festgestellt,  sei  jedoch  nicht  in  der  Lage 

gewesen  sich  zum  Ausmass  der  Überschreitung  zu  äussern.  Dies  gelte 

R2.2018.00099 

Seite 56 

 
 
insbesondere  für  die  Fassade  nordöstlich  der  Zufahrt,  zwischen  dem 

Haupteingang und dem besonderen Gebäude im Baubereich D.  

Das  Projekt  sehe  im  Bereich  des  Innenhofs  und  entlang  der  Westfassade 

des Bürotrakts vollflächige Abgrabungen von bis zu 3,8 m vor. Diese wären 

aber selbst talseits des Baubereiches C auf ein Mass von 3 m beschränkt. 

Die Baukommission gehe davon aus, beim Bürotrakt als Teil von Ebene 3 

mit  dem  Eingangsgeschoss  komme  –  soweit  im  Baubereich C  gelegen  – 

ein  solches  Abgrabungsmass  von  3 m  ebenfalls  zur  Anwendung.  Dieser 

Auffassung  könne  nicht  gefolgt  werden.  Gemäss  dem  klaren  Wortlaut  der 

Gestaltungsplanvorschriften gelte die spezielle Abgrabungsvorschrift nur für 

ein  Sockelgeschoss,  dass  als  Voll-  oder  Untergeschoss  ausgestaltet  sei 

und nicht für weitere Untergeschosse. Das Vorhaben sehe im östlichen Teil 

des  Baubereiches C  die  Erstellung  eines  Büro-  und  Operationstraktes  in 

Form  eines  anrechenbaren  Untergeschosses  vor.  Im  westlichen  Teil  von 

Baubereich C  solle  darunter  ein  zusätzliches,  bis  zu  3 m  freigelegtes  (und 

damit  gut  sichtbares)  Untergeschoss  erstellt  werden.  Dies  sei  mit  dem 

Wortlaut der Bestimmung unvereinbar. Die Formulierung zeige unmissver-

ständlich, dass Abgrabungen von 3 m Tiefe nur im Bereich der Sockelbaute 

West  und  nicht  im  östlichen  Teil  von  Baubereich C  zulässig  seien.  Abgra-

bungen  im  östlichen  Bereich  hätten  im  Gestaltungsplan  gar  nicht  geregelt 

werden  müssen,  weil  dort  kein  zusätzliches  bzw.  über  der  Sockelbaute 

West gelegenes Geschoss erlaubt sei, bei welchem sich die separate Fra-

ge nach Abgrabungen stellen könnte.  

Vor  diesem  Hintergrund  sei  weder  die  Feststellung  nachvollziehbar,  der 

Verstoss  im  Bereich C  könne  durch  eine  gärtnerisch  gestaltete  Aufschüt-

tung  geheilt  werden,  noch  jene,  die  erforderlichen  Plananpassungen  wür-

den das Projekt nicht in erheblichem Umfang ändern. Die Auflage erweise 
sich daher als unzulässig. Sie sei viel zu wenig konkret, da weder ersicht-

lich sei, welche Änderungen vorzunehmen seien, und zudem nicht erkenn-

bar sei, wie sich diese Änderungen auf das Projekt und insbesondere des-

sen  Erscheinung  auswirken  werden.  Damit  sei  auch  nicht  gewährleistet, 

dass der Mangel  überhaupt behoben werden  könne,  ohne dass es zu  an-

derweitigen  Rechtsverstössen  komme.  So  wirke  sich  eine  Anpassung  der 

Terrainhöhe im Bereich der Vorfahrt zum einem auf das Gefälle der Tiefga-

rageneinfahrt aus und zum anderen wäre dies wohl mit einer Erhöhung der 

angrenzenden Gebäudeteile verbunden.  

R2.2018.00099 

Seite 57 

 
 
Zu kritisieren sei auch die Auffassung der Baukommission, der Lichtschacht 

im  Bereich  des  Aufwachraumes  gelte  als  Einzelabgrabung  und  sei  damit 

baurechtskonform.  Die  vertikale  Abgrabungstiefe  betrage  rund  2,5 m.  Zu-

lässig  sei  hingegen  bloss  ein  solche  von  1 m.  Die  Baukommission  ver-

wechsle  hier  offensichtlich  die  horizontal  und  die  vertikal  zulässige  Abgra-

bungstiefe.  Eine  Korrektur  dieses  Mangels  führe  dazu,  dass der  Aufwach-

raum seine natürliche Belichtung verliere. Dies sei nicht hinnehmbar, zumal 

sich hier ständige Arbeitsplätze befinden würden. Die besonderen Voraus-

setzungen,  unter  denen  Arbeitsplätze  ohne  Tageslicht  und  Sicht  ins  Freie 

zugelassen  werden  dürfen,  seien  hier  nicht  erfüllt.  Da  der  Mangel  somit 

nicht ohne weiteres behoben werden könne, müsse dies zur Aufhebung der 

Baubewilligung führen.  

6.12.2. 

Gemäss  Art. 37  Abs. 1  BZO  sind  Abgrabungen  bei  Hauptbauten  und  be-

sonderen  Gebäuden  zulässig,  sofern  sie  eine  natürlich  erscheinende  Ter-

raingestaltung zulassen.  

Als  geringfügig  gilt  gemäss  der  Wegleitung  zur  BZO  (S. 36)  eine  Abgra-

bung von nicht mehr als 1 m Tiefe. Dabei müsse eine natürlich erscheinen-

de Terraingestaltung gewährleistet bleiben. Abgrabungen für die Freilegung 

von  Unterschossen  seien  erlaubt.  Liege  das  Untergeschoss  jedoch  mehr-

heitlich unter dem gewachsenen beziehungsweise unter dem vor mehr als 

10 Jahren  gestalteten  Boden  und  enthalte  es  nur  Nebenräume,  seien  Ab-

grabungen nur so weit zugelassen, als das Geschoss maximal 1,5 m über 

dem neu gestalteten Boden in Erscheinung trete (Verweis auf § 293 PBG). 

Von dieser  Beschränkung  ausgenommen  seien Haus-  und  Kellerzugänge, 

Gartenausgänge  sowie  Ein-  und  Ausfahrten  zu  Einzel-,  Doppel-  oder 

Sammelgaragen.  Abgrabungen  für  Fenstertüren  müssten  auf  die  übliche 
Türbreite beschränkt werden (Verweis auf VB.2001.00092). Haus-, Garten- 

und Kellerausgänge, die zu einer weiteren Freilegung führen würden, seien 

gegen  das  Erdreich  mit  seitlichen  Mauern  auszustatten  und  zur  Vermei-

dung  langer  Einschnitte  durch  Treppen  mit  dem  natürlich  erscheinenden 

Terrain zu verbinden. 

Nach  Art. 11  der  Gestaltungsplanvorschriften  ist  im  Baubereich C  die  zu-

lässige  Überbauung  auf  ein  Sockelgeschoss  beschränkt,  dass  als  Voll-  

oder  Untergeschoss  ausgestaltet  sein  kann.  Zusätzliche  Untergeschosse 

R2.2018.00099 

Seite 58 

 
 
dürfen nur in untergeordneter Weise in Erscheinung treten. Das im Baube-

reich C  zulässige  Sockelgeschoss  darf  talseits  in  seiner  ganzen  Länge  in 

Erscheinung treten; entsprechende Abgrabungen bis 3 m sind zulässig. 

6.12.3. 

Die Baubehörde hat mit Bezug auf die Abgrabungen mehrere Mängel fest-

gestellt und deren Behebung auflageweise statuiert: 

An den Fassaden des Sockelgeschossen Ebene 2 gegen den Wald (Bau-

bereich B) dürfe das Terrain um maximal 1 m abgegraben werden. Die Ein- 

und Ausgänge, welche dieser Beschränkung nicht unterliegen, wurden da-

bei einzeln aufgelistet (vgl. act. 3 S. 10). 

Die Fassade nordöstlich der Vorfahrt (Ebene 3) verlaufe über drei Bereiche: 

Beim Haupteingang liege Baubereich B, im mittleren Hauptteil bis zur Tief-

garageneinfahrt  Baubereich  C  und  am  südöstlichen  Ende  gegen  das  be-

sondere Gebäude Baubereich D. In allen Bereichen würden die zulässigen 

Abgrabungen überschritten: In den Bereichen B und D sei 1 m zulässig, im 

Bereich C 3 m. Die Ein- und Ausgänge, welcher dieser Beschränkung nicht 

unterliegen  würden,  seien  die  Türe  des  Haupteinganges,  die  Doppeltüre 

der  Anlieferung,  das  Garagentor  vor  der  Rampe  und  die  Türen  für  den 

Treppenabgang und das Lager. Der Verstoss im Bereich C könne zum Bei-

spiel  durch  eine  gärtnerisch  gestaltete  Aufschüttung  im  Brüstungsbereich 

geheilt werden. In den Bereichen B und D seien punktuelle Plananpassun-

gen nötig. Die Anpassungen würden das Projekt nicht in erheblichem Um-

fang ändern, weshalb eine auflageweise Heilung verlangt werden könne.  

Bezüglich  der  Abgrabung  des Sockelgeschosses im  Baubereich  C hat  die 

Baubehörde  festgehalten,  dass  die  zulässigen  Abgrabungen  talseits  von 
maximal 3 m über die ganze Sockelfassade eingehalten seien. 

6.12.4. 

Den eingereichten Plänen kann entnommen werden, dass im Baubereich C 

je  ein  Untergeschoss  (Ebene 2  und  Ebene  3)  als  Sockelgeschoss  ausge-

staltet  ist.  Die  Baubehörde  geht  gemäss  ihren  Ausführungen  davon  aus, 

dass das Sockelgeschoss in allen talseitigen Bereichen des Baubereichs C 
über die gesamte Länge bis zu maximal 3 m abgegraben werden darf und 

nicht  wie  die  Rekurrierenden  geltend  machen  nur  im  westlichen  Teil  von 

Baubereich C.  Die  von  der  Baubehörde  vorgenommene  Auslegung  von 

R2.2018.00099 

Seite 59 

 
 
Art. 11 der Gestaltungsplanvorschriften erscheint entgegen der Ansicht der 

Rekurrierenden  durchaus  nachvollziehbar  und  vertretbar.  Eine  Beschrän-

kung der Abgrabungen nur auf den westlichen Teil des Baubereichs C lässt 

sich  der  entsprechenden  Gestaltungsplanvorschrift  nicht  entnehmen. 

Ebensowenig  verbieten  die  Gestaltungplanvorschriften  ein  unterschiedli-

ches Niveau der Sockelgeschosse verschiedener Gebäudeteile im Baube-

reich C.  Es  handelt  sich  bei  Art. 11  der  Gestaltungsplanvorschriften  gleich 

wie bei Art. 37 BZO um eine rein gestalterisch motivierte Vorschrift, die ex-

plizit  eine  übergeschossige  Erscheinung  des  Sockelgeschosses,  welches 

auch ein Untergeschoss sein darf, durch umfassende Abgrabungen verhin-

dern  will.  Die  Auslegung  der  Vorschrift  durch  die  Baubehörde  ist  nicht  zu 

beanstanden.  Die  Behebung  der  festgestellten  übrigen  Überschreitungen 

der  Abgrabungsmasse  wurde  mit  dem  angefochtenen  Beschluss  auflage-

weise verlangt.  

Sodann ist auch die Auffassung der Baubehörde nachvollziehbar, für einen 

neutralen  Betrachter  unsichtbare  Lichtschächte  nicht  als  Abgrabung  im 

Sinne  von  Art. 37  BZO  zu  klassifizieren.  Da  die  Freilegung  derselben 

äusserlich  nicht  sichtbar  in  Erscheinung  tritt,  kann  eine  durch  die  entspre-

chende Norm zu vermeidende übergeschossige Erscheinung gar nicht ein-

treten.  Ein  Verstoss  gegen  die  Abgrabungsvorschriften  ist  diesbezüglich 

nicht erkennbar.   

Die  von  der  Baubehörde  festgestellten  Verstösse  lassen  sich,  wie  die  Re-

kursgegner  zu  Recht  ausführen,  problemlos  mittels  einer  entsprechenden 

gärtnerisch  gestalteten  Aufschüttung  und  punktuellen  Plananpassungen 

und  damit  nebenbestimmungsweise  beheben.  Eine  konzeptionelle  Neu-

überarbeitung  des  Projekts  ist  entgegen  der  rekurrentischen  Auffassung 

nicht  notwendig.  So  bringen  denn  auch  die  Rekurrierenden  nicht  konkret 
vor, wieso eine Neuprojektierung notwendig werden sollte, sondern sie ver-

lieren  sich  in  Spekulationen,  welche  Auswirkungen  eine  Anpassung  der 

Abgrabungen  allenfalls  haben  könnte.  Dass  sich  die  Baubehörde  zum 

Ausmass  der  Überschreitung  äussert,  ist  nicht  zwingend  erforderlich;  we-

sentlich ist, dass die Auflage genügend konkret ist mit Bezug auf den Um-

stand, welches Mass einzuhalten ist. Diesem Erfordernis ist die Baubehör-

de nachgekommen.  

R2.2018.00099 

Seite 60 

 
 
6.13.1. 

Die  Rekurrierenden 

in  den  Verfahren  G.-Nrn.  R2.2018.00110, 

R2.2018.00113 und R2.2018.00118 bringen im Weiteren vor, die vom AWA 

gemachten  Feststellungen,  dass  diverse  Räume  fensterlos  seien,  könne 

nicht einfach so hingenommen werden, da eine Vergrösserung der Fenster-

flächen  praktisch  nicht  möglich  sei.  Die  Baukommission  hätte  sich  selber 

mit der erforderlichen natürlichen Belichtung und der Sicht ins Freie ausei-

nandersetzen müssen. So hätte sie erkannt, dass die Mängel durch die er-

forderlichen Korrekturen bei den Abgrabungen noch verschärft und zudem 

nicht ohne besondere Schwierigkeiten behoben werden könnten. Auch die 

Anzahl  Waschgelegenheiten,  Duschen und  Toiletten sei  zu knapp  bemes-

sen. 

6.13.2. 

Die  Baubehörde  hat  die  Pläne  bezüglich  Arbeitnehmerschutz  vom  AWA 

begutachten  lassen.  Die  entsprechende  Feststellungsverfügung  liegt  vor. 

Mangels  eines  Rechtsschutzinteresses  kann  diese  Verfügung  von  Nach-

barn indes nicht angefochten werden (vgl. Ziffern 2.2.1. ff. vorstehend). 

Darüber hinaus bestand für die Baubehörde kein Anlass, weitere Auflagen 

zu verfügen, da gemäss Art. 302 Abs. 4 PBG auch Arbeitsräume ohne na-

türliche  Belichtung  zulässig  sind.  Ebensowenig  stehen  Art. 15  Abs. 3  und 

Art. 24 Abs. 5 der Verordnung 3 zum Arbeitsgesetz (ArGV3) einer Nutzung 

von Arbeitsräumen  ohne natürliche Belichtung entgegen.  Auch für  die An-

zahl Toiletten und Duschen gibt es keine baurechtliche Vorschrift, die eine 

Erstellung  weiterer  Nasszellen  vorschriebe.  Wie  die  Rekursgegner  zu 

Recht ausführen, wird es Sache der Bauherrschaft sein, die erforderlichen 

(kompensatorischen)  Massnahmen  zu  ergreifen,  damit  das  AWA  ihre  Auf-

lagen als erfüllt ansieht. Baurechtlich sind keine Massnahmen erforderlich. 
Zudem wäre selbst die Pflicht zur Anordnung einer nebenbestimmungswei-

sen Auflage, die entsprechenden (kompensatorischen) Massnahmen seien 

vor  Baufreigabe nachzuweisen,  für  die Rekurrierenden  kein  Vorteil,  da sie 

dem  Bauvorhaben  nicht  unmittelbar  benachbart  sind,  bzw.  ein  Waldareal 

zwischen dem Gebäude I.-Strasse Nr. 39 und dem Bauvorhaben liegt, wo-

mit selbst eine Änderung der inneren Disposition keinerlei Einfluss auf die 

rekurrentischen Grundstücke hätte. Es fehlt ihnen damit ohnehin am erfor-

derlichen schutzwürdigen Interesse zur Erhebung dieser Rüge. 

R2.2018.00099 

Seite 61 

 
 
6.14.1. 

Die  Rekurrentin  im  Verfahren  G.-Nr.  R2.2018.00116  macht  geltend,  im 

Baubereich B  sehe  das  Bauprojekt  neben  den  drei  Vollgeschossen  auch 

drei  anrechenbare  Untergeschosse  vor.  Nach  Art. 10  Abs. 1  der  Gestal-

tungsplanvorschriften  seien  im  Baubereich B  drei  Vollgeschosse  und  ein 

Dachgeschoss erlaubt und sei die Zahl der anrechenbaren Untergeschosse 

nicht beschränkt. Die Interpretation der örtlichen Baubehörde, wonach die-

se Gestaltungsplanvorschrift bis zu drei anrechenbare Untergeschosse zu-

liessen,  widerspreche  dem  zwingenden  übergeordneten  Recht,  das  auch 

für  Gestaltungsplanareale  nur  ein  anrechenbares  Untergeschoss  zulasse. 

In  den  Baubereichen A,  C  und  D  seien  zumindest  zwei  anrechenbare  Un-

tergeschosse  geplant,  was  ebenfalls  nicht  zulässig  sei.  Im  Bereich C  sei 

nur  ein  einziges  Sockelgeschoss  zulässig.  Im  Baubereich D  seien  über-

haupt keine anrechenbaren Untergeschosse erlaubt. Es liege ein Verstoss 

gegen die Kompetenzordnung von § 49a Abs. 2 PBG vor.  

6.14.2. 

Den Gestaltungsplanvorschriften ist folgendes zu entnehmen (act. 14.11 im 

Verfahren G.-Nr. R2.2018.00110): Für den Baubereich A wurden keine Ge-

schosszahlen  festgesetzt,  sondern  lediglich  die  Baumasse  beschränkt 

(Art. 9  der  Gestaltungsplanvorschriften).  Im  Baubereich B  ist  gemäss 

Art. 10 Abs. 1 der Gestaltungsplanvorschriften die Anzahl der anrechenba-

ren  Untergeschosse  ausdrücklich  nicht  beschränkt.  Im  Bereich C  dürfen 

nebst dem zulässigen Sockelgeschoss nur Untergeschosse erstellt werden, 

die in untergeordneter Weise in Erscheinung treten (Art. 11 Abs. 1 der Ge-

staltungsplanvorschriften). Auch hier ist somit die genaue Anzahl der zuläs-

sigen  Untergeschosse  nicht  beschränkt.  Beim  Bereich D  handelt  es  sich 

nicht um eine eigentliche Baufläche, sondern um eine Erschliessungs- und 

Hoffläche,  weshalb  diesbezüglich  auch  keine  Vorschriften  über  die  Ge-
schosszahlen statuiert wurden.  

6.14.3. 

Die Gestaltungsplanvorschriften beschränken die zulässige Anzahl der Un-

tergeschosse in den einzelnen Bereichen bewusst nicht. Die mit dem Bau-

vorhaben  geplante  Anzahl  an  Untergeschossen  entspricht  daher  den  Ge-

staltungsplanvorschriften.  Gemäss  § 83  Abs. 1  PBG  kann  mit  einem  Ge-

staltungsplan  von  der  Regelbauweise  abgewichen  werden.  Der  Gestal-

tungsplan  ist  sodann  rechtskräftig  festgesetzt.  Allfällige  Vorbringen  gegen 

R2.2018.00099 

Seite 62 

 
 
die  Gestaltungsplanvorschriften  –  so  auch  ein  Verstoss  gegen  übergeord-

netes  Recht  –  hätten  bei  der  Festsetzung  des  Gestaltungsplans  vorge-

bracht werden müssen. Zum heutigen Zeitpunkt sind sie klar verspätet. 

6.15.1. 

Die Rekurrentin im Verfahren R2.2018.00116 moniert sodann, es liege kei-

ne  genügende  Einordnung  im  Sinne  von  § 238  Abs. 1  PBG  vor.  Der  Ge-

bäudekomplex  habe  den  Charakter  eines  unansehnlichen  Verwaltungsge-

bäudes.  Eine  angeblich  moderne,  geschweige  denn  zeitlose  Architektur-

sprache  sei  nicht  erkennbar.  Der  Gebäudekomplex  ordne  sich  als  100 m 

langer Riegel unmittelbar vor dem geschützten Waldbereich schlecht, in je-

dem  Fall  aber  nicht  einmal  befriedigend  in  die  landschaftliche  Umgebung 

ein. Mit dem über 4 m hohen, senkrechten Gebäudeversatz zwischen Ebe-

ne 3 und 4 in der Mitte des Gestaltungsplanperimeters werde das heutige 

Terrain  nicht  einmal  baulich  nachgeahmt.  Von  angeblich  grossen  Freiräu-

men  zu  den  nachbarlichen  Wohnüberbauungen  könne  keine  Rede  sein. 

Die Körnung und die Massstäblichkeit des umstrittenen Projekts würden die 

Typologie  des  Quartiers  bei  Weitem  sprengen,  was  aufgrund  des  Gestal-

tungsplanes  nicht  habe  vermutet  werden  müssen.  Zudem  stehe  auch  die 

Fassadengestaltung  in  diametralem  Widerspruch  zur  baulichen  Nachbar-

schaft. 

6.15.2. 

Gemäss § 238 Abs. 1 PBG sind Bauten, Anlagen und Umschwung für sich 

und  in  ihrem  Zusammenhang  mit  der  baulichen  und  landschaftlichen  Um-

gebung im Ganzen und in ihren einzelnen Teilen so zu gestalten, dass eine 

befriedigende Gesamtwirkung erreicht wird; diese Anforderung gilt auch für 

Materialien und Farben. 

Der  Gestaltungsplan  ist  ein  Sondernutzungsplan,  der  eine  städtebaulich, 

architektonisch und wohnhygienisch einwandfreie Überbauung anstrebt. Zu 

diesem  Zweck  stellt er  für  ein bestimmtes Gebiet eine Spezialbauordnung 

auf,  welche  von  den  allgemeinen  Festlegungen  der  Bau-  und  Zonenord-

nung abweicht und diese überlagert. So werden mit Gestaltungsplänen für 

bestimmt umgrenzte Gebiete Zahl, Lage, äussere Abmessungen sowie die 

Nutzweise  und  Zweckbestimmung  der  Bauten  bindend  festgelegt;  dabei 

darf von den Bestimmungen über die Regelbauweise und von den kantona-

len Mindestabständen abgewichen werden (§ 83 Abs. 1 PBG). Der Gestal-

R2.2018.00099 

Seite 63 

 
 
tungsplan  hat  auch  die  Erschliessung  sowie  die  gemeinschaftlichen  Aus-

stattungen  und  Ausrüstungen  zu  ordnen,  soweit  sie  nicht  schon  durch  ei-

nen  Quartierplan  geregelt  sind;  überdies  kann  er  Festlegungen  über  die 

weitere Umgebungsgestaltung enthalten (§ 83 Abs. 3 PBG). Anders als bei 

Arealüberbauungen  und  Sonderbauvorschriften  sind  die  Grundeigentümer 

im  Perimeter  eines  Gestaltungsplans  an  dessen  Festlegungen  gebunden. 

Die  Grundordnung  wird  also  ersetzt,  womit  nur  noch  gestaltungsplankon-

form  gebaut  werden  darf  (vgl.  zum  Ganzen  Walter  Haller/Peter  Karlen, 

Raumplanungs-,  Bau-  und  Umweltrecht,  Bd. I,  3. Aufl.,  Zürich 1999, 

Rz. 317 ff.). 

In  Art. 16  der  Gestaltungsplanvorschriften  wurde  festgehalten,  dass  Bau-

ten,  Anlagen  und  deren  Umschwung  erhöhten  Anforderungen  an  die  Ge-

staltung zu genügen und sich gut in die Umgebung einzuordnen haben. 

Die  Gestaltungsplanvorschriften  gehen  somit  über  die  Grundanforderung 

von  § 238  Abs. 1  PBG  an  Bauten,  Anlagen  und  Umschwung  hinaus.  Ver-

langt wird damit eine gute Qualität der Gestaltung in sich als auch eine gute 

Einordnung  in  die  bauliche  und  landschaftliche  Umgebung.  Gleich  wie  bei 

der  Einordnungsvorschrift  von  § 238  Abs. 1  PBG  ist  davon  auszugehen, 

dass  die  Vorschrift  nicht  nur  die  Gestaltungselemente  wie  beispielsweise 

die Dach- oder die Fassadengestaltung, sondern auch ortsbauliche Aspek-

te wie etwa die Stellung der Baukörper, soweit jene nicht durch speziellere 

Bauvorschriften geregelt sind, umfasst. 

Die Frage, ob eine gute Gesamtwirkung erreicht wird, ist gestützt auf objek-

tive,  nachvollziehbare  Kriterien  zu  beantworten.  Blosses  Empfinden  recht-

fertigt keinen Eingriff in das Eigentum. 

6.15.3. 

Entgegen der rekurrentischen Darlegung vermag sich das projektierte Bau-

vorhaben  sogar  sehr  gut  in  die  bestehende  Umgebung  einzuordnen.  Die 

Vorgaben des Gestaltungplans definieren mit der Festlegung der Bauberei-

che,  der  Maximalhöhen,  dem  Ausscheiden  eines  Hofbereichs  und  der  Er-

schliessung  bereits  die  möglichen  Gebäudevolumen  auf  grundsätzliche 

Weise. Wie die Rekursgegner zu Recht ausführen, werden durch die verti-

kale  Riegelstruktur  Funktionalität  und  Gestaltung  des  Gebäudes  sehr  gut 

kombiniert.  Das  Bauprojekt  weist  eine  zeitgemässe  Form  und  Gestaltung 

R2.2018.00099 

Seite 64 

 
 
auf.  Das  projektierte Gebäude  passt  sich durch  die versetzten  Geschosse 

zudem  auch  optimal  an  das  bestehende  Gelände  an  und  tritt  trotz  der 

Hanglage  nicht  dominant  in  Erscheinung.  Zu  den  benachbarten  Wohnlie-

genschaften wird ein grosszügiger Freiraum eingehalten. Die Fassadenge-

staltung  wirkt  hochwertig.  Die  geplanten  hinterlüfteten  Keramikfassaden 

wirken durch die Wahl warmer Erdtöne (die genaue Materialisierung wurde 

noch nicht bewilligt, indes liegt ein grundsätzliches Konzept vor) zurückhal-

tend und unterstreichen die Nähe zum Waldareal. Dieser Eindruck wird zu-

sätzlich durch die grosszügigen Grünflächen und Bepflanzungen verstärkt. 

Dass aufgrund der Zonierung und Funktionalität des in der Zone für öffent-

liche  Bauten  liegenden  Klinikprojekts  eine  andere  Gestaltung  und  Mass-

stäblichkeit als bei den umliegenden Wohnbauten resultiert, ist per se nicht 

zu  vermeiden.  Das  Projekt  wirkt  aufgrund  der  äusseren  Gestaltung  aber 

gleichwohl  nicht  wie  ein  Funktionsbau,  sondern  vermittelt  eine  gewisse 

Wohnlichkeit,  womit  eine  bestmögliche  Anpassung  an  das  aus  Wohnbau-

ten  bestehende  Umfeld  erreicht  wird.  Die  diesbezügliche  Auffassung  der 

Bewilligungsbehörde ist damit nicht zu beanstanden.  

6.16.1. 

Im Verfahren G.-Nr. R2.2018.00116 bringt die Rekurrentin im Weiteren vor, 

wie  im  Falle  von  Arealüberbauungen  gälten  auch  vorliegend  nach  Art. 16 

der  Gestaltungsplanvorschriften  erhöhte  Anforderungen  an  die  Umge-

bungsgestaltung. Es sei daher nicht zulässig, dass erst auf die Baufreigabe 

hin ein detaillierter Umgebungsplan zur Bewilligung nachzureichen sei. Der 

mit  dem  angefochtenen  Beschluss  genehmigte  Umgebungsplan  sei  äus-

serst  rudimentär  und  lasse  keine  Beurteilung  der  Gestaltung  des  Um-

schwunges  zu.  Eine  gute  Einordnung  lasse  sich  zudem  von  vornherein 

nicht  erreichen,  denn  es  werde  schlicht  der  ganze  Perimeter  des  Gestal-

tungsplangebietes überbaut. Der gesamte heutige Grünbereich werde voll-
kommen entsorgt. 

6.16.2. 

Gemäss  Dispositivziffer 5.9.  der  Baubewilligung  muss  die  Bauherrschaft 

vor  Baufreigabe  einen  detaillierten  Umgebungsplan  zur  Bewilligung  nach-

reichen.  Nach  ständiger  Praxis  darf  die  Regelung  von  Nebenpunkten,  die 

für die Bewilligungsfähigkeit des Bauvorhabens nicht von ausschlaggeben-

der Bedeutung sind, in ein späteres Verfahren verwiesen werden (RB 1989 

Nr. 83  =  BEZ 1989  Nr. 14).  Massgebend  ist,  dass  die  nachzureichenden 

R2.2018.00099 

Seite 65 

 
 
Pläne  bzw.  Unterlagen  die  Bewilligungsfähigkeit  des  Bauprojekts  als  sol-

ches  nicht  infrage  stellen.  Nach  ständiger  Rechtsprechung  ist  es  ebenso 

zulässig,  die  Umgebungsplanung  noch  nicht  in  der  Stammbewilligung  zu 

beurteilen,  sondern  einer  nachträglichen  Bewilligung  vorzubehalten  und 

demgemäss die Einreichung eines Umgebungsplans auflageweise nachzu-

fordern.  Lediglich  im  Falle  von  Arealüberbauungen  gemäss  § 69 ff.  PBG 

gehört  zur  vollständigen  Baueingabe  auch  ein  Umgebungsplan 

(VB.2018.00149 vom 15. November 2018, E. 4.2.). 

Gestützt auf den bereits vorliegenden Umgebungsplan (act. 14.4.3 im Ver-

fahren G.-Nr. R2.2010.00110) war die Baubehörde in der Lage, zu beurtei-

len,  dass  das  Bauvorhaben  in  Bezug  auf  die  Umgebungsgestaltung  den 

Anforderungen  von  Art. 16  der  Gestaltungsplanvorschriften  zu  genügen 

vermag.  Dem  Plan  kann  auch  ohne  das  Vorliegen  sämtlicher  Details  ent-

nommen werden, dass eine gute Einordnung des Umschwungs problemlos 

erreicht werden kann. Die Grünflächen sind äusserst grosszügig und mit di-

versen  Bäumen,  Pflanzbecken  und  weiteren  Bepflanzungen  sowie  einem 

Wasserbecken sehr ansprechend gestaltet. Die grundsätzliche Wegführung 

ist  auch  ersichtlich.  Die  Umgebungsgestaltung  ist  damit  in  den  wesentli-

chen Zügen ersichtlich, weshalb es ohne Weiteres zulässig ist, die entspre-

chenden  Detailfragen,  wie  etwa  die  genaue  Bezeichnung  der  einzelnen 

Flächen und Pflanzenarten, in ein nachgelagertes Bewilligungsverfahren zu 

verweisen,  in  welchem  die  Rekurrierenden  wiederum  von  ihrer  Rechtsmit-

telmöglichkeit Gebrauch machen können.  

6.17.1. 

Die  Rekurrierenden 

in  den  Verfahren  G.-Nrn.  R2.2018.00110, 

R2.2018.00113, R2.2018.00116 sowie R2.2018.00118 bringen im Weiteren 

vor, die Baukommission habe diverse Prüfungen nicht vorgenommen oder 
auf  einen  späteren Zeitpunkt  verschoben.  Damit  habe  die Baukommission 

den  Grundsatz  der  Einheit  der  Baubewilligung  verletzt.  Vollständig  unter-

blieben  sei  die  baurechtliche  Prüfung,  ob  die  gesetzlichen  Anforderungen 

an  Gebäude  und  Räume  im  Sinne  von  § 295 ff.  PBG  im  Allgemeinen  und 

an  Arbeitsräume  im  Besonderen  erfüllt  würden.  Zumindest  die  Frage  der 

genügenden Belichtung und Belüftung (§ 302 PBG) sei von derart grundle-

gender  Bedeutung,  dass  eine  Prüfung  im  Bewilligungsverfahren  unver-

zichtbar  sei.  Dasselbe  gelte  auch  für  die  fehlenden  Toiletten,  auf  die  das 

AWA hinweise sowie für die Waschgelegenheiten und Duschen. Die Anzahl 

R2.2018.00099 

Seite 66 

 
 
und  die  Anordnung  der  Toiletten  und  Waschgelegenheiten  bleibe  derart 

klar  hinter  den  Vorgaben  zurück,  dass  weder  von  einer  Geringfügigkeit 

noch einer problemlosen Behebung des Mangels gesprochen werden kön-

ne.  Unhaltbar  sei  es  denn  auch,  den  Neubau  einer  Privatklinik  zu  bewilli-

gen, ohne dass ein Brandschutzkonzept vorliege. Die Baukommission habe 

sodann verschiedene Erschliessungsmängel festgestellt und Anpassungen 

gefordert. Abgesehen davon, dass eine verkehrssichere Erschliessung von 

zentraler Bedeutung sei, bestehe auch keine Gewissheit, dass die Mängel 

tatsächlich behoben werden könnten. Eine Anpassung der Strassenverbrei-

terung auf dem Grundstück der Bauherrschaft sei zwar in tatsächlicher Hin-

sicht  möglich,  jedoch  rechtlich  nicht  gesichert,  weil  dies  eine  Anpassung 

des  Gestaltungsplanes  voraussetzen  würde.  Auch  die  Anpassungen  der 

Tiefgarageneinfahrt  (Gefälle,  Durchfahrtshöhe)  und  der  Abgrabungen  sei 

nicht problemlos möglich und könnte zu einer Erhöhung des Gebäudekör-

pers führen.  

Sodann bringen die Rekurrierenden auch vor, die Vielzahl der Mängel lasse 

eine auflageweise Heilung der Mängel per se nicht mehr zu. 

6.17.2. 

Zu unterscheiden sind bei dieser Rüge hierbei einerseits die Frage, ob ein 

allfälliger  Mangel  mittels  einer  Nebenbestimmung  geheilt  werden  kann, 

welche Frage bei der Prüfung der jeweiligen Mängel bereits vorstehend be-

antwortet wurde, im Weiteren die Frage, ob die Summe der Mängel allen-

falls eine nebenstimmungsweise Heilung nicht mehr zulässt und die Frage, 

ob in der Baubewilligung sämtliche für das Bauvorhaben wesentlichen As-

pekte  geprüft  wurden.  Die  letzten  beiden  Fragen,  werden  nachfolgend  zu 

beantworten sein.  

6.17.3. 

Zur  Frage,  ob  die  Summe  der  Mängel  eine  nebenbestimmungsweise  Hei-

lung nicht mehr zulässt, ist Folgendes festzuhalten:  

Wie sich den vorstehenden Ausführungen und den Baugesuchsunterlagen 

entnehmen lässt, handelt es sich bei allen von der Gemeinde festgestellten 

Mängeln des Projekts um solche, die sich problemlos mittels einer Auflage 
erfüllen  lassen.  Angesichts  der  Grösse  der  Überbauung  kann  auch  in  kei-

ner  Weise  davon  gesprochen  werden,  dass  es  sich  um  auffallend  viele 

Mängel bzw. Auflagen handelt. Die meisten der von der Vorinstanz statuier-

R2.2018.00099 

Seite 67 

 
 
ten  Auflagen  betreffen  ausserdem  keine  Mängel  und  finden  sich  in  prak-

tisch jeder Baubewilligung. Eine konzeptionelle Überarbeitung des Baupro-

jektes oder eine wesentliche Projektänderung ist entgegen den Ausführun-

gen  der  Rekurrierenden  auch  unter  Beachtung  sämtlicher  Auflagen  nicht 

notwendig.  Zudem  ist  beurteilbar,  wie  die  Mängel  zu  beheben  sind  und 

welche  baurechtlichen,  konzeptionellen  und  gestalterischen  Auswirkungen 

ihre  Behebung  nach  sich  zieht.  Auch  nach  der  Bereinigung  sämtlicher 

Mängel wird das bestehende Projekt seine Identität in keiner Weise verlie-

ren. Somit kann auch trotz der Anzahl an Auflagen ohne weiteres überprüft 

werden,  ob  die  qualifizierten  Anforderungen  hinsichtlich  Gestaltung  und 

Ausstattung  erfüllt  sind.  Eine  Bauverweigerung  wäre  damit  als  unverhält-

nismässig zu qualifizieren. 

Soweit  nachträgliche  Bewilligungen,  wie  beispielsweise  für  den  zu  ergän-

zenden Umgebungsplan oder die Korrektur der Abgrabungen etc., notwen-

dig werden, sind die entsprechenden Beschlüsse/Verfügungen den Rekur-

rierenden selbstredend unaufgefordert zuzustellen.  

Auch mit Bezug auf diese Rüge erweisen sich die Rekurse daher als unbe-

gründet. 

6.17.4. 

Zur  Frage,  ob  in  der  Baubewilligung  sämtliche  für  das  Bauvorhaben  we-

sentlichen Aspekte geprüft wurden, ist Folgendes festzuhalten: Die Einhal-

tung  grundlegender  Baurechtsnormen,  deren  Verletzung  eine  Bauverwei-

gerung  rechtfertigt,  muss  nach  dem  Grundsatz  der  Einheit  des  baurechtli-

chen Entscheides in einem einzigen Baubewilligungsverfahren geprüft wer-

den.  Der  baurechtliche  Entscheid  muss  sich  somit  zu  sämtlichen  Punkten 

aussprechen,  die  für  die  Bewilligungsfähigkeit  eines  Projektes  von  aus-
schlaggebender Bedeutung sind. 

Daraus  folgt,  dass  eine  Baueingabe,  in  der  wesentliche  Teile  des  Bauvor-

habens  fehlen,  sei  es  ungewollt,  sei  es,  weil  sie  erst  in  einem  späteren 

Baubewilligungsverfahren  beurteilt  werden  sollen,  unvollständig  ist.  Die 

Baubehörde  hat  solche  Baueingaben  zur  Verbesserung  an  die  Bauherr-

schaft zurückzuweisen (§ 313 Abs. 1 PBG). Bleibt es bei der Unvollständig-

keit der Baueingabe, ist hierin in der Regel ein wesentlicher, zur Aufhebung 

der Baubewilligung führender Verfahrensmangel zu erkennen. 

R2.2018.00099 

Seite 68 

 
 
Kein  solcher  Mangel  liegt  vor,  wenn  es  um  Aspekte  des  Bauvorhabens 

geht,  die  dem  üblichen  Bauverlauf  entsprechend  am  besten  einem  späte-

ren Bewilligungsverfahren vorbehalten bleiben. Dies gilt namentlich für De-

tailaspekte wie etwa die Putzstruktur, die Farbgebung oder die Materialisie-

rung  der  Fassadenverkleidung.  Es  wäre  kaum  sinnvoll,  von  der  Bauherr-

schaft  bezüglich  solcher  Aspekte  eine  Detailprojektierung,  die  mit  erhebli-

chem Aufwand verbunden sein kann, zu verlangen, wenn die Bewilligungs-

fähigkeit des eigentlichen Vorhabens noch gar nicht feststeht. Ferner kann 

– wie erwähnt  –  auch  die Prüfung der  Umgebungsgestaltung einem  nach-

geordneten Bewilligungsverfahren vorbehalten werden. 

Demgegenüber dürfen grundlegende Aspekte eines Projektes nie vom bau-

rechtlichen Hauptverfahren abgespaltet werden. Die Aufteilung des Bewilli-

gungsverfahrens  muss  zudem  stets  auf  nachvollziehbaren  Gründen  beru-

hen.  Überdies  muss  gewährleistet  sein,  dass  der  gesetzmässige  Zustand 

bezüglich der in ein nachgeordnetes Verfahren verwiesenen Detailaspekte 

ohne  weiteres  erreicht  werden  kann  (VB.1999.00298,  VB.1999.00299  und 

VB.1999.00304 in RB 2000 Nr. 95). 

6.17.5. 

Entgegen  der  rekurrentischen  Ansicht  hat  die  Baubehörde  soweit  ersicht-

lich  sämtliche  relevanten  Aspekte  des  Bauvorhabens  geprüft.  Der  Um-

stand, dass nicht jede Prüfung der Baubehörde Eingang in die Erwägungen 

des angefochtenen Entscheides findet, stellt dabei keinen Mangel dar. Vor 

allem  in  komplexen  Fällen  –  wie  dem  vorliegenden  –  würde  es  den  Rah-

men  eines  angemessenen  Aufwandes  sprengen,  wenn  in  der  Baubewilli-

gung  darzulegen  wäre,  weshalb  das  Bauvorhaben  sämtlichen  einschlägi-

gen  öffentlich-rechtlichen  Normen  entspricht.  Dass  der  angefochtene  Ent-

scheid keine Ausführungen zur Übereinstimmung mit dem privaten Gestal-
tungsplan  S.  R.  aufweist,  ist  somit  nicht  zu  beanstanden.  Gleiches  gilt  es 

betreffend  der  nicht  vorhandenen  Ausführungen  zum  Arbeitnehmerschutz 

und  zur  Übereinstimmung  des  Bauvorhabens  mit  den  §§ 295 ff.  PBG  zu 

sagen.  Ein  Brandschutzkonzept  war  ebenfalls  nicht  zwingend  einzuholen. 

Die  Baubehörde  hat  bezüglich  dem  Brandschutz  aufgrund  der  eingereich-

ten  Pläne  eine  hinreichende  Beurteilung  vornehmen  können  und  entspre-

chende Auflagen statuiert.  

Auch diesbezüglich sind die vorgebrachten Rügen somit nicht stichhaltig. 

R2.2018.00099 

Seite 69 

 
 
6.18. 

Die  Rekurrentin  im  Verfahren  R2.2018.00116  befürchtet  ein  zusätzliches 

"Wasseraufkommen"  auf  ihrem  Grundstück,  weil  der  erforderliche  Ausbau 

der  I.-Strasse  und  das  Bauvorhaben  den  Wasserabfluss  im  betroffenen 

Gebiet massgeblich beeinflussen würden. Die Rüge bleibt vollkommen un-

substantiiert.  Aus  den  dem  Gericht  vorliegenden  Akten  lässt  sich  das  Be-

stehen  einer  entsprechenden  Gefahrensituation  nicht  erhärten,  zumal  der 

geplante Bau ca. 200 m vom rekurrentischen Grundstück entfernt gelegen 

ist,  wo  sich  schon  heute  das  Gebäude  der  Villa  N.  befindet.  Gemäss  der 

Naturgefahrenkarte  (www.gis.zh.ch)  ist  das  fragliche  Gebiet  nicht  gefähr-

det.  

6.19. 

Im  Verfahren  G.-Nrn.  R2.2018.00117  stellen  die  Rekurrierenden  nebst  ih-

rem  Antrag  auf  Aufhebung  der  angefochtenen  Baubewilligung  mehrere 

Forderungen. So verlangen sie eine Zustellung des Baustelleninstallations-

planes  und  eines  entsprechenden  Verkehrskonzepts,  die  Gewährung  der 

jederzeitigen  Zu-  und  Wegfahrten  von  ihrem  Grundstück,  die  Wiederher-

stellung der öffentlichen Parkfelder entlang der  I.-Strasse, Verzicht auf die 

Verbreiterung der Einspurstrecke auf Kosten ihres Landes, die Gewährleis-

tung der Erschliessung und Überbauung ihrer Parzelle in Zukunft sowie die 

Bewilligung für die Erhöhung ihrer Lärmschutzwand. 

Mit  Bezug  auf  die  Baustelleinstallation  ist  festzuhalten,  dass  gemäss  Dis-

positiv-Ziffer 5.8  des  angefochtenen  Beschlusses  ein  entsprechender  Plan 

vor Baubeginn zur Bewilligung einzureichen ist. Die entsprechende Bewilli-

gung wird den Rekurrierenden unaufgefordert zuzustellen sein. 

Die  übrigen  Forderungen  der  Rekurrierenden  sind  nicht  Gegenstand  der 
angefochtenen  Baubewilligung  und  hätten  dies  auch  nicht  sein  müssen. 

Gegenstände, über welche die Vorinstanz zu Recht nicht entschieden hat, 

fallen  nicht  in  den  Kompetenzbereich  der  Rekursinstanz,  ansonsten  in  die 

funktionelle  Zuständigkeit  der  erstinstanzlich  verfügenden  Behörde  einge-

griffen  würde  (Martin  Bertschi,  in:  Kommentar  VRG,  3. Aufl.,  Zürich/Basel/ 

Genf 2014, Vorbemerkungen zu §§ 19–28a Rz. 45). Auf diese Forderungen 

ist somit nicht einzutreten.  

R2.2018.00099 

Seite 70 

 
 
7.1. 

Somit sind sämtliche Rekurse abzuweisen, soweit auf diese einzutreten ist.  

Nach  § 338  Abs. 1  PBG  bzw.  § 2  der  Gebührenverordnung  des  Verwal-

tungsgerichts  (GebV VGr)  legt  das  Baurekursgericht  die  Gerichtsgebühr 

nach seinem Zeitaufwand, nach der Schwierigkeit des Falls und nach dem 

bestimmbaren  Streitwert  oder  dem  tatsächlichen  Streitinteresse  fest.  Liegt 

wie  hier  ein  Verfahren  ohne  bestimmbaren  Streitwert  vor,  beträgt  die  Ge-

richtsgebühr in der Regel Fr. 1'000.-- bis Fr. 50'000.-- (§ 338 Abs. 2 PBG; 

§ 3  Abs. 3  GebV  VGr).  Bei  der  Bemessung  der  Gebührenhöhe  steht  der 

Rekursinstanz  ein  grosser  Ermessensspielraum  zu  (Kaspar  Plüss,  in: 

Kommentar VRG, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2014, § 13 Rz. 25 ff.). 

Die Höhe der Spruchgebühr richtet sich u.a. nach dem vorliegend gegebe-

nen tatsächlichen Streitinteresse. Hierbei sind folgende Aspekte zu berück-

sichtigen: Es handelt sich um ein Bauvorhaben mit einer erheblichen finan-

ziellen  Bedeutung;  so  wurde  die  Bausumme  mit  einem  Betrag  von 

Fr. 67'500'000.-- beziffert. Auch der mit der Schutzmassnahme verbundene 

Eingriff in das Eigentum ist von grossem finanziellen Interesse. Sodann ist 

der getätigte Verfahrensaufwand zu berücksichtigen. Es waren 10 Rekurs-

verfahren zu vereinigen. In sämtlichen Verfahren wurde ein zweiter Schrif-

tenwechsel  sowie  –  gemeinsam  für  alle  Verfahren  –  ein  Abteilungsaugen-

schein  durchgeführt.  Die  einzelnen  Verfahren  umfassen  jeweils  eine  Viel-

zahl  an  Rügen und  es  waren  komplexe Rechtsfragen betreffend  mehrerer 

Verfügungen zu beantworten,  was  zu einem  erheblichen Umfang des vor-

liegenden  Urteils  führte.  Aus  den  genannten  Gründen  ist  die  Gerichtsge-

bühr  auf  Fr. 38'000.--  festzusetzen  (BGr 1C_566/2015  vom  18. Februar 

2016,  E. 2;  BGr 1C_244/2013  vom  4. Juli 2013,  E. 4;  BRGE II  Nrn. 0162 

und  0163/2012  vom  23. Oktober 2012,  E. 16,  in  BEZ 2014  Nr. 36;  Ent-
scheid bestätigt mit VB.2012.00774 vom 22. August 2013, dieser bestätigt 

mit BGr 1C_810/2013 vom 14. Juli 2014; www.baurekursgericht-zh.ch). 

Ausgangsgemäss  sind  die  Verfahrenskosten  den  Rekurrierenden  aufzuer-

legen  (§ 13  des  Verwaltungsrechtspflegegesetzes  [VRG]).  Die  Kostenver-

teilung auf die einzelnen Verfahren ist wie folgt:  

R2.2018.00099 

Seite 71 

 
 
Im  Verfahren  G.-Nr.  R2.2018.00099  (Anfechtung  des  Baustellenkonzepts) 

beträgt  der  Anteil  an  den  Verfahrenskosten  Fr. 2'000.--;  dieser  Anteil  ist 

vollumfänglich dem Rekurrenten Ba. D. aufzuerlegen. 

Im Verfahren G.-Nr. R2.2018.00107 (Anfechtung der Schutzaufhebung) be-

trägt  der  Anteil  an  den  Verfahrenskosten  Fr. 4'000.--;  dieser  ist  den  acht 

Rekurrentschaften I. Z., A. H., D. und F. I., I. M., C. B. und M. B., U. und D. 

N., J. S. sowie B. A. zu je 1/8 aufzuerlegen, unter solidarischer Haftung ei-

nes jeden Rekurrierenden für den gesamten dieses Verfahren betreffenden 

Anteil an den Verfahrenskosten. 

In den Verfahren G.-Nrn. R2.2018.00109, R2.2018.00110, R2.2018.00113, 

R2.2018.00115, R2.2018.00118 sowie R2.2018.00119 (Anfechtung Schutz-

verfügung und Baubewilligung) beträgt der Anteil an den Verfahrenskosten 

insgesamt  Fr. 24'000.--.  Dieser  Anteil  ist  den  drei  Rekurrentschaften  wie 

folgt aufzuerlegen: 

-  zu 1/3 H.-J. und R. D., unter solidarischer Haftung für den gesamten ihre 

Verfahren betreffenden Anteil an den Verfahrenskosten, 

-  zu je 1/6 Mi. B. und T. P., unter solidarischer Haftung für den gesamten 

ihre Verfahren betreffenden Anteil an den Verfahrenskosten, 

-  zu je 1/9 M. H., H. S.-W sowie Ba. D., unter solidarischer Haftung für den 
gesamten ihre Verfahren betreffenden Anteil an den Verfahrenskosten. 

In  den  Verfahren  G.-Nrn.  R2.2018.00116 und  R2.2018.00117 (Anfechtung 

der Baubewilligung) beträgt der Anteil an den Verfahrenskosten insgesamt 

Fr. 8'000.--. Dieser Anteil ist den zwei Rekurrentschaften zu je 1/2 aufzuer-

legen,  wobei  die  Rekurrierenden  im  Verfahren  R2.2018.00117  solidarisch 

für ihren Anteil haften. 

7.2.1. 

Sowohl die Vorinstanz wie auch die private Rekursgegnerin bzw. Mitbetei-

ligte beantragen die Zusprechung einer Umtriebsentschädigung. 

Die  unterliegende  Partei  kann  zu  einer  angemessenen  Entschädigung  für 

die  Umtriebe  der  Gegenpartei  verpflichtet  werden,  wenn  die  rechtsgenü-
gende Darlegung komplizierter Sachverhalte und schwieriger Rechtsfragen 

besonderen  Aufwand  erforderte  oder  den  Beizug  eines  Rechtsbeistandes 

rechtfertigte (§ 17 Abs. 2 lit. a VRG).  

R2.2018.00099 

Seite 72 

 
 
7.2.2. 

Was zunächst den Entschädigungsantrag des Gemeinderates X anbelangt, 

so  ist  darauf  hinzuweisen,  dass  auch  Gemeinden  unter  Umständen  einen 

Anspruch  auf  Umtriebsentschädigung  haben.  Gemäss  Praxis  des  Baure-

kursgerichts des Kantons Zürich erscheint es allerdings in einfachen Fällen, 

die  zu  keinem  relevanten  Zusatzaufwand  geführt  haben,  nicht  gerechtfer-

tigt, der Gemeinde eine Umtriebsentschädigung zuzusprechen. Nicht mas-

sgebend ist dabei, ob die Gemeinde einen Rechtsbeistand beigezogen hat 

(vgl.  BRKE  II  Nr. 0039/2005  vom  1. März  2005  in  BEZ 2005  Nr. 15, 

www.baurekursgericht-zh.ch).  Vorliegend  handelt  es  sich  zwar  nicht  mehr 

um  einen  einfachen  Fall.  Dessen  ungeachtet  hat  die  Vorinstanz  im 

Rechtsmittelverfahren  keinen  besonderen,  über  die  Bearbeitung  im  Unter-

schutzstellungsverfahren erheblich hinausgehenden Zusatzaufwand betrie-

ben.  Die  Voraussetzungen  für  die  Zusprechung  einer  Umtriebsentschädi-

gung an den Gemeinderat X sind damit nicht gegeben.  

Die  Baukommission  X  beantragt  ebenfalls  die  Zusprechung  einer  Um-

triebsentschädigung  (§ 17  Abs. 2  VRG).  Stehen  sich  im  Verfahren  private 

Parteien mit  gegensätzlichen Begehren gegenüber,  so wird  die  Gemeinde 

im  Falle  des  Unterliegens  in  der  Regel  nicht  entschädigungspflichtig  (§ 17 

Abs. 3 VRG). Umgekehrt entfällt im Falle des Obsiegens auch ein entspre-

chender Entschädigungsanspruch. Gründe, von dieser Regel abzuweichen, 

sind  vorliegend  nicht  gegeben.  Demnach  ist  der  Vorinstanz  keine  Um-

triebsentschädigung zuzusprechen. 

7.2.3. 

Bezüglich des Entschädigungsantrags der privaten Rekursgegnerin ist fest-

zuhalten, dass der Beizug eines Rechtsbeistandes in aller Regel als Grund 

ist 
für  die  Zusprechung  einer  Umtriebsentschädigung  einzustufen 
(VB.2003.00093  vom  16. Oktober 2003,  E. 3.1.).  Die  Bemessung  der  Um-

triebsentschädigung richtet sich dabei nach § 8 GebV VGr. 

Auch als Mitbeteiligte stellt die Klinik S. AG einen Antrag auf Umtriebsent-

schädigung.  Mitbeteiligte  trifft  im  Regelfall  keine  Kosten-  und  Entschädi-

gungspflicht;  umgekehrt  sind  sie  im  Falle  ihres  Obsiegens  grundsätzlich 

auch nicht entschädigungsberechtigt. In Heimatschutzsachen ist der mitbe-

teiligten Grundeigentümerschaft nach der Praxis des Baurekursgerichts al-

lerdings  (ausnahmsweise)  eine  Umtriebsentschädigung  zu  Lasten  des  un-

R2.2018.00099 

Seite 73 

 
 
terliegenden  Verbandes  oder  Privaten  zuzusprechen,  sofern  die  übrigen 

einschlägigen  Voraussetzungen  gemäss  § 17  VRG  erfüllt  sind;  dies  ge-

mäss  dem  im  Regelfall  geltenden  Unterliegerprinzip  (Kaspar  Plüss,  in: 

Kommentar VRG, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2014, § 17 Rz. 19 ff.; BRGE II 

Nrn. 0072/2015–0073/2015 

vom 

19. Mai 2015, 

E. 7.3; 

BRGE III 

Nr. 0087/2014  vom  2. Juli  2014,  E. 12.2).  Vorliegend  rechtfertigt  es  sich 

daher, der anwaltlich vertretenen Klinik S. AG auch in ihrer Rolle als Mitbe-

teiligte eine Umtriebsentschädigung zuzusprechen.  

7.2.4. 

Demnach ist vorliegend der privaten Rekursgegnerin/Mitbeteiligten zulasten 

der Rekurrierenden eine Umtriebsentschädigung zuzusprechen. Angemes-

sen erscheint ein Gesamtbetrag von Fr. 10'000.--. Dieser Betrag ist von den 

Rekurrierenden wie folgt zu tragen: 

Im  Verfahren  G.-Nr.  R2.2018.00099  (Anfechtung  Baustellenkonzept)  be-

trägt  der  Anteil  Fr.  1'000.--;  dieser  Anteil ist  vollumfänglich  dem  Rekurren-

ten Ba. D. aufzuerlegen. 

Im Verfahren G.-Nr. R2.2018.00107 (Anfechtung Schutzaufhebung) beträgt 

der  Anteil  an  der  Umtriebsentschädigung  Fr. 1'000.--;  dieser  ist  den  acht 

Rekurrentschaften I. Z., A. H., D. und F. I., I. M., C. B. und M. B., U. und D. 

N., J. S. sowie B. A. zu je 1/8 aufzuerlegen, unter solidarischer Haftung ei-

nes jeden Rekurrierenden für den gesamten dieses Verfahren betreffenden 

Anteil. 

In den Verfahren G.-Nrn. R2.2018.00109, R2.2018.00110, R2.2018.00113, 

R2.2018.00115,  R2.2018.00118  sowie  R2.2018.00119 

(Anfechtung 

Schutzverfügung  und  Baubewilligung)  beträgt  der  Anteil  an  der  Umtriebs-
entschädigung insgesamt Fr. 6'000.--. Dieser Anteil ist den drei Rekurrent-

schaften wie folgt aufzuerlegen: 

-  zu 1/3 H.-J. und R. D., unter solidarischer Haftung für den sie betreffen-

den Anteil, 

-  zu je 1/6 Mi. B. und T. P., unter solidarischer Haftung für den sie betref-

fenden Anteil, 

-  zu je 1/9 M. H., H. S.-W sowie Ba. D., unter solidarischer Haftung für den 

sie betreffenden Anteil. 

R2.2018.00099 

Seite 74 

 
 
In  den  Verfahren  G.-Nrn.  R2.2018.00116 und  R2.2018.00117 (Anfechtung 

Baubewilligung)  beträgt  der  Anteil  an  der  Umtriebsentschädigung  insge-

samt  Fr. 2'000.--.  Dieser  Anteil  ist  den  zwei  Rekurrentschaften  zu  je  1/2 

aufzuerlegen, wobei die Rekurrierenden im Verfahren R2.2018.00117 soli-

darisch für ihren Anteil haften. 

Da  die  Umtriebsentschädigung  pauschal  festgelegt  wird,  entfällt  die  Zu-

sprechung  eines  Mehrwertsteuerzusatzes  von  vornherein 

(BRKE II 

Nrn. 0247  und  0248/2007  in  BEZ  2007  Nr.  56;  www.baurekursgericht-

zh.ch). 

7.2.5. 

Bei  diesem  Verfahrensausgang  steht  den  Rekurrierenden  im  vornherein 

keine Umtriebsentschädigung zu. 

[…] 

R2.2018.00099 

Seite 75 

 
 
 
 
Anlässlich der Beratung des Geschäfts wurde der folgende Minderheitsan-
trag gestellt: (vgl. § 18 Abs. 5 der Organisationsverordnung des Baurekurs-
gerichts vom 12. November 2010, OV BRG) 

"Der Rekurs wird gutgeheissen. Der Beschluss des Gemeinderates X vom 

13. Juni 2018 wird aufgehoben. Die mit Entscheiden der Baukommission X 

vom  22. Mai  2018  sowie  der  Baudirektion  Kanton  Zürich  vom  19. Februar 

2018 erteilten Bewilligungen werden somit gegenstandslos." 

Erwägungen: 

Es  handelt  sich  bei  der  streitbetroffenen  "Villa  N."  gemäss  dem  angefoch-

tenen  Beschluss  zweifellos  nach  wie  vor  um  ein  Schutzobjekt.  Dies  blieb 

auch von den Parteien weitgehend unbestritten. Hingegen wurde der Grad 
der Schutzwürdigkeit von den Parteien unterschiedlich beurteilt. Diesbezüg-

lich  ist  festzuhalten,  dass  der  Grad  der  Schutzwürdigkeit  zwar  nie  explizit 

als  hochrangig  bezeichnet  wurde;  indes  ist  den  Ausführungen  in  den  bei-

den  Gutachten  und  auch  dem  Unterschutzstellungsentscheid  doch  implizit 

zu  entnehmen,  dass  es  sich  beim  Streitobjekt  um  ein  einzigartiges  Objekt 

seiner Zeit handelt. Diese Qualität mag zum heutigen Zeitpunkt nicht mehr 

gleich ablesbar sein, wie zum Zeitpunkt der Unterschutzstellung, jedoch ist 

dieser Umstand auf eine mangelnde  Erfüllung der Unterhaltspflicht der Ei-

gentümerschaft und der Gemeinde zurückzuführen und daher nicht beacht-

lich.  Zudem  handelt  es  sich  bei  den  zwischenzeitlich  eingetretenen  Be-

schädigungen mehrheitlich um reversible Beeinträchtigungen. Der Grad der 

Schutzwürdigkeit der "Villa N." ist damit mindestens als hoch einzustufen.  

Im Weiteren ist zu prüfen, ob andere öffentliche oder private Interessen das 

Interesse an einer Unterschutzstellung zu überwiegen vermögen. 

Das öffentliche Interesse an der Erhaltung des Schutzobjektes ist aufgrund 

des hohen Schutzgrades ebenfalls als hoch zu gewichten. Die von der Vor-

instanz angeführten gegenteiligen Interessen, vermögen das hohe Interes-

se an der Erhaltung des Schutzobjektes nicht zu überwiegen. Ein überwie-

gendes öffentliches Interesse an einer Privatklinik ist entgegen der Auffas-
sung der Baubehörde in keiner Weise gegeben.  

R2.2018.00099 

Seite 76 

 
 
 
 
 
Die Region X ist durch die bestehenden umliegenden Spitäler [deren acht], 

welche sich auch auf der Spitalliste des Kantons Zürich befinden, bestens 

versorgt.  Von  einer  Versorgungslücke  kann  nicht  gesprochen  werden.  Es 

kann zudem als allgemein bekannt vorausgesetzt werden, dass gerade im 

Kanton Zürich die Spitaldichte enorm hoch ist und viele Spitäler Mühe ha-

ben, ihre Kapazitäten überhaupt auszulasten. Es ist daher ohnehin fraglich, 

ob die Erstellung eines weiteren Spitalbetriebes – unabhängig davon, ob es 

sich nun um eine Privatklinik oder um ein Listenspital handelt  – überhaupt 

im öffentlichen Interesse liegen kann. 

Bei  der  geplanten  Klinik  handelt  es  sich  sodann  nicht  um  ein  Akutspital, 

dass  der  breiten  Bevölkerung  dient,  sondern  um  eine  Privatklinik,  die  ihre 

Kernkompetenz (rund 44 % aller Eingriffe) vor allem im Bereich der ästheti-

schen Medizin aufweist. Die Klinik ist ausgerichtet auf Privat- und Halbpri-

vatversicherte.  Gemäss  dem  Geschäftsbericht  aus  dem  Jahre 2017  ([…]) 

bezeichnet  sich  der  Betrieb  selbst  als  Nischenangebot.  Der  Geschäftsbe-

richt hält sodann fest, "es sei zwar Aufgabe des Staates, eine minimal not-

wendige  Versorgung  für  alle  Menschen  im  Land  sicherzustellen.  Darüber 

hinaus  sei  es  jedoch  legitim,  dass  für  Menschen,  die  sich  ein  massge-

schneidertes,  auf  ihre  individuellen  Bedürfnisse  ausgerichtetes  Angebot 

wünschten,  auch  eine  entsprechende  Auswahl  bestehe.  Zum  Glück  gebe 

es dieses Bedürfnis und einen relevanten Markt für die private Medizin. Er-

freulich sei auch das Wachstum bei den ausländischen Patienten". Bei den 

angegebenen  Zahlen  zum  Versicherungsmix  zeigt  sich  denn  auch,  dass 

der Anteil der allgemeinversicherten Patienten lediglich 2 % beträgt.  

Dies  alles  entspricht  nur  dem  Interesse  eines  eher  klein  gefassten  Perso-

nenkreises und damit keinem allgemeinen öffentlichen Interesse und schon 

gar  keinem  überwiegenden.  Es  handelt  sich  bei  der  geplanten  Klinik  nicht 
um  einen  Betrieb  im  öffentlichen  Interesse,  sondern  vielmehr  um  eine  auf 

Gewinn  orientierte  Privatunternehmung.  Die  Erstellung  derselben  liegt  so-

mit  vor  allem  im  Interesse  der  Eigentümerschaft.  Es  ist  durchaus  legitim, 

wenn  die  Eigentümerschaft  trotz  der  herrschenden  Spitaldichte  in  dieser 

Region davon ausgeht, mit dem Bau der Privatklinik eine lukrative Dienst-

leistung  anbieten  zu  können.  Es  mag  sodann  zutreffend  sein,  dass  in  der 

Bevölkerung  unterschiedliche  Bedürfnisse  bestehen  und  diesen  auch 

nachgekommen wird, nur muss eine einem derart eingeschränkten Perso-

R2.2018.00099 

Seite 77 

 
 
nenkreis dienende Einrichtung, welche primär eigene finanzielle Interessen 

verfolgt, nicht gerade dort realisiert werden, wo ein Schutzobjekt steht.  

So  haben  sich  im  Rahmen  des  Gestaltungsplanes  und  dessen  Revision 

auch die Stimmberechtigten klar für ein Akutspital ausgesprochen (für wel-

ches ein entsprechendes Projekt vorlag) und nicht etwa für eine Privatklinik. 

Zudem  wurde  das  streitbetroffene  Objekt  erst  nach  der  Festsetzung  des 

Gestaltungsplanes  und  nach  dessen  Revision  und  damit  in  Kenntnis  des 

Gestaltungsplanes  und  des  damit  verbundenen  Volkwillens  von  der  Ge-

meinde  unter  Schutz  gestellt.  Allein aufgrund  des Gestaltungsplanes kann 

damit nicht auf ein überwiegendes öffentliches Interesse geschlossen wer-

den. 

Zu bemerken bleibt zudem, dass entgegen den Ausführungen der Rekurs-

gegner  keine  neuen  Arbeitsplätze  geschaffen  werden,  sondern  ein  Gross-

teil  der  Arbeitsplätze  vom  jetzigen  Standort  Y  nach  X  verschoben  werden 

sollen  und  ein  Alternativgrundstück  auch  ausserhalb  der  Gemeinde  X  ge-

sucht  werden  könnte.  Der  Spitalbetrieb  ist  nicht  auf  den  Standort  X  ange-

wiesen. Sicherlich ist auch das finanzielle Interesse der Gemeinde X als öf-

fentliches Interesse zu berücksichtigen, indes vermögen finanzielle Interes-

sen in aller Regel und so auch hier gegenüber dem Interesse am Erhalt ei-

nes Schutzobjektes nicht zu überwiegen.  

Das Argument der Verdichtung ist ebenfalls nicht stichhaltig, könnte dieses 

Argument  doch  praktisch  jedem  Schutzobjekt  entgegengehalten  werden, 

liegt  der  Abbruch  schutzwürdiger  Liegenschaften  erfahrungsgemäss  zu-

meist  im  Interesse  der  Verdichtung  (VB.2018.00103  vom  17. Januar 2019 

[noch nicht in Rechtskraft]).  

Sollten  wider  Erwarten  die  privaten  und  weiteren  öffentlichen  Interessen 

doch höher gewichtet werden, so wäre von der Vorinstanz doch zumindest 

zu prüfen gewesen, ob nicht eine Teilerhaltung des Schutzobjekts möglich 

wäre. Es wurde weder ein Erhalt geprüft, noch ob eine Teilerhaltung mög-

lich wäre, zum Beispiel durch eine Integration des Kernbaus. Denkbar wäre 

dabei auch eine Reduktion des Projekts, indem die geplanten Facharztzen-

tren weggelassen würden.  

[…] 

R2.2018.00099 

Seite 78