# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fdd67fb2-8a54-5c69-9278-d92a31bb07b3
**Source:** Fribourg (FR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** FR ac_2a_04_104.pdf
**Docket/Reference:** ac_2a_04_104.pdf
**URL:** https://www.fr.ch/sites/default/files/contens/tc/_www/files/pdf3/ac_2a_04_104.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS FREIBURG 

II. VERWALTUNGSGERICHTSHOF 

Entscheid vom 21. Juni 2005 

In der Beschwerdesache 
(2A 04 104) 

A.  

Beschwerdeführerin, 

gegen 

1. den Oberamtmann des …bezirks, 
2. X.  

Beschwerdegegner, 

betreffend 
Umweltschutz, 
Schutz von Hecken, 
(Entscheid des Oberamtmannes vom 1. Oktober 2004) 

 
 
 
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hat sich ergeben: 

A. 

Am  27.  März  2004  erstattete  die  A.,  beim  Oberamtmann  Anzeige  gegen  X. 
wegen  "Heckenzerstörung".  Dieser  soll  Hecken  nicht  nur  unfachmännisch 
gepflegt,  sondern  gleich  ganze  Stöcke  ausgerissen  haben.  Eine  weitere 
Anzeige  (mit  einem  detaillierten  Plan)  wegen  des  gleichen  Sachverhalts 
erfolgte  am  20. April  2004  durch  den  Förster  des  Reviers  ….  Daraus  ergibt 
sich, dass X. auf der 

- Strecke A – B:  am  Waldrand,  etwa  650  Laufmeter  herausragende  Äste 

gekappt und einige dürre Bäume gefällt, 

- Strecke A – C:  bei einer Hecke den Hasel auf den Stock gesetzt und einige 
junge Eschen samt Wurzeln "umgezogen",  

- Strecke D – E  bei einer Hecke den Hasel auf den Stock gesetzt, 

- Strecke F – G  an einem Waldrand Hasel, herausragende Äste und kleine-

re Bäume gefällt, 

bei Landwirtschaftsland, wo auf einer Strecke von etwa 125 
Laufmeter  der  Wald  "hinausgewachsen"  ist,  40  etwa  15  – 
20-jährige Sträucher und Bäume samt Wurzeln entfernt, 

- Strecke F – H  bei  einem  Wald  Hasel  und  herausragende  Äste  und 

kleinere Bäume gefällt habe. 

Auf der Strecke A – C soll zudem ein gewisser Y. neben einem Feldweg eine 
dürre doppelte Eiche gefällt haben. 

freiburgischen  Tier-  und  Pflanzenwelt 

Mit  Verfügung  vom  1.  Oktober  2004  stellte  der  Oberamtmann  fest,  dass  X. 
einerseits zwischen 15 und 20 Stöcke einer Hecke ausgerissen hatte. Damit 
liege  eine  Verletzung  des  Beschlusses  vom  12.  März  1973  betreffend  den 
(SGF  721.1.11, 
Schutz  der 
nachfolgend: 
Busse  mittels 
Strafbefehlsverfahren  ausgesprochen  werde.  Andererseits  hätte  X.  ohne 
Bewilligung  eine  Eiche  gefällt.  Auch  in  diesem  Punkt  liege  eine  Verletzung 
des  Beschlusses  vor.  Der  entstandene  Schaden  sei  jedoch  mit  der 
Neupflanzung von sieben Jungeichen aufgefangen. 

Beschluss) 

weshalb 

eine 

vor, 

Mit Strafbefehl vom 12. Oktober 2004 verurteilte der Oberamtmann X. wegen 
Ausreissens von Hecken in Anwendung des erwähnten Beschlusses zu einer 
Busse  von  250  Franken.  Dieser  Entscheid  erwuchs  unangefochten  in 
Rechtskraft.  

B. 

Am  30.  Oktober  2004  hat  die  A.  beim  Verwaltungsgericht  gegen  die 
Verfügung  des  Oberamtmannes  vom  1. Oktober  2005  Verwaltungs-
gerichtsbeschwerde erhoben. Sie verlangt,  

 
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dass  der  zerstörte  Heckenteil  wieder  instand  gestellt  werde,  die  Hecke 
wieder ihre ursprüngliche Breite einnehme, und 

dass für das unbewilligte Fällen der Eiche rückwirkend bei der Gemeinde 
ein Bewilligungsgesuch eingereicht werde und aufgrund dieses Gesuchs 
die Gemeinde die Kompensationsmassnahmen zu bestimmen habe. 

Der  Oberamtmann  schliesst  auf  Abweisung  der  Beschwerde.  Weder  die 
Instandstellung  der  Hecke  noch  ein  nachträgliches  Bewilligungsgesuch  für 
das Fällen der Eiche seien im vorliegenden Fall angebracht. 

Die  Gemeinde  reichte  einen  von  ihr  in  Auftrag  gegebenen  Bericht  des 
Projektleiters "Landschaft & Landwirtschaft"  ein (nachfolgend: Bericht S.). Im 
Übrigen  verzichtete  sie  auf  eine  Vernehmlassung  und  stellte  auch  keinen 
Antrag.  

In einer Eingabe wies das kantonale Büro für Natur- und Landschaftsschutz 
auf die grundsätzliche Problematik der Angelegenheit hin.  

X.  schliesst  mit  seiner  Beschwerdeantwort  vom  21. Februar  2005  auf 
Nichteintreten beziehungsweise auf Abweisung der Beschwerde. 

Auf  die  einzelnen  Vorbringen  der  Verfahrensbeteiligten  wird,  soweit  not-
wendig, in den nachfolgenden Erwägungen eingetreten. 

C. 

Der  Oberamtmann  liess  seinen  Entscheid  vom  1.  Oktober  2004  auch  dem 
Bezirksgericht zustellen zur Prüfung der Frage, ob allenfalls eine Verletzung 
des Gesetzes über die Jagd sowie den Schutz wild lebender Säugetiere und 
Vögel  und  ihrer  Lebensräume  (JaG,  SGF  922.1)  vorliege.  Der  Bezirks-
gerichtspräsident  überwies  die  Angelegenheit  an  den  Untersuchungsrichter. 
Dieser  verfügte  am  10.  Dezember  2004  eine  Nichtanhandnahmeverfügung 
mit der Begründung, dass von allem Anfang an der Untersuchungsrichter für 
die Behandlung der Angelegenheit zuständig gewesen wäre. Das Verfahren 
wegen  einer  allfälligen  Verletzung  des  JaG  sei  aus  Opportunitätsgründen 
einzustellen, weil eine Zusatzstrafe faktisch kaum ins Gewicht fallen dürfte. 

Der II. Verwaltungsgerichtshof 
zieht in Erwägung: 

2. 

Der Oberamtmann hält im angefochtenen Entscheid fest, dass X. eine Hecke 
zum  Teil  gerodet  habe  und  zwar  seien  zwischen  15  und  20  Stöcke 
ausgerissen  worden.  Art.  7  Beschluss  erlaube  nur  einen  periodischen 
Schnitt, nicht aber das Ausreissen von Hecken 

 
 
 
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A.  begründet  ihre  Beschwerde  im  Wesentlichen  damit,  dass  die  milde 
Bestrafung (Busse von 250 Franken) keine Abschreckung bewirke und nicht 
dazu  beitrage,  dass  der  angerichtete  Schaden  behoben  werde.  Die  Strafe 
könne sogar zur Nachahmung animieren. Manch einer könne eine einmalige 
Busse  in  Kauf  nehmen,  um  als  störend  empfundene  Hecken  für  immer  zu 
beseitigen.  

Nach  den Ausführungen von X. lasse sich  der rechtserhebliche Sachverhalt 
aus  den  Akten  nur  sehr  ungenau  entnehmen.  Insbesondere  seien  die  63 
vorgelegten  Fotos  sehr  verführerisch  und  tendenziös.  Er  hätte  Arbeiten 
ausgeführt,  die  während  knapp  20  Jahren  unterblieben  worden  seien.  Sein 
Onkel,  von  dem  er  das  Land,  auf  dem  sich  der  Wald  und  die  Hecken 
befinden,  im  Jahre  2004  in  Pacht  nahm,  hätte  die  periodisch  notwendigen 
Arbeiten  des  Zurückkappens und  Schneidens unterlassen. Wenn  der Onkel 
dies getan  oder  er selbst die Arbeiten in zwei  oder  drei Etappen ausgeführt 
hätte,  wäre  es  mit  grösster  Sicherheit  zu  keiner  Anzeige  gekommen.  Das 
Kappen der Äste und das Fällen einiger zu meist dürrer Bäume entlang des 
Waldrandes (Strecken A – B und F – H) seien zweifellos rechtens gewesen. 
Bei der Strecke A – C hätte er jene Eschen entfernt, die eindeutig ausserhalb 
der natürlichen Grenze der Hecke gesprossen seien. Das Zurücksetzen der 
Hasel  auf  der  Strecke  D  –  E  möge  zwar  für  das  Auge  störend  wirken,  sei 
jedoch in keiner Art rechtswidrig. Bei den Bepflanzungen auf der Strecke F – 
G  handle  es  sich  nicht  um  Wald.  Die  Einwuchsfläche  betrage  maximal  20 
Jahre. 
Im  Übrigen  sei  die  bestehende  ursprüngliche  Hecke  nicht 
beeinträchtigt,  sondern  die  Einwuchsfläche  sei  von  den  Bepflanzungen 
gesäubert  worden.  Die  Entfernung  der  15  –  20-jährigen  Sträucher  und 
Bäume  entspreche  weder  praktisch  noch  rechtlich  einer  Rodung.  Eine 
gesetzliche Ersatzpflicht gebe es keine.  

In  ihrer  Zusatzeingabe  vom 4. März  2005  weist  die  A.  darauf  hin,  dass  ihre 
Beschwerde nur die Strecke A – C betreffe. Bei diesem Abschnitt handle es 
sich  nicht  um  Wald,  sondern  um  Hecken  und  diese  gehörten  nicht  in  den 
Kompetenzbereich  des  Försters,  weil  sie  nicht  dem  Waldgesetz,  sondern 
dem  eidgenössischen  und  kantonalen  Jagdgesetz  unterstehen.  Die  letzten 
Pflegearbeiten  seien  im  Jahre  1999  durchgeführt  worden.  Die  Hecke  sei 
verschmälert.  Nicht  nur  seien  Eschen  im  angrenzenden  Krautsaum  aus-
gerissen,  sondern  eine  gewachsene  Strauchschicht  samt  Stöcken  sei 
zerstört worden. Die Hecke werde sich in zwei Jahren nicht erholt haben.  

3. 

Das  Rechtsbegehren  2  der  A.,  wonach  X.  verpflichtet  werden  soll,  für  das 
unbewilligte  Fällen  einer  Eiche  bei  der  Gemeinde  nachträglich  ein 
Bewilligungsgesuch 
danach 
Kompensationsmassnahmen zu verfügen habe, ist abzuweisen. Im Rahmen 
des Schriftenwechsels hat sich ergeben, dass die strittige Eiche nicht von X., 
sondern von Y., auf dessen Grundstück sich die Eiche befand, gefällt worden 
war.  Mithin  kann  gegen  X.  wegen  dieses  Sachverhaltes  keine  Massnahme 

die  Gemeinde 

einzureichen 

und 

 
 
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getroffen werden. Das ist auch die Ansicht der A., die in ihrer Stellungnahme 
vom  4.  März  2005  erklärte,  dass  sie  X.  wegen  des  Fällens  der  Eiche  nie 
angezeigt  habe.  Umso  unverständlicher  ist  ihr  in  der  Beschwerdeschrift 
aufgenommener  Antrag,  X.  anzuhalten,  ein  Bewilligungsgesuch  für  das 
Fällen der Eiche einzureichen. 

Strittig  bleibt  somit  einzig  die  Frage,  ob  auf  der  Strecke  A  –  C  wieder  eine 
Hecke anzupflanzen ist. … 

4.  a)  Die A. hat in ihrer Anzeige vom 27. März 2004 die Frage aufgeworfen, ob es 
sich bei der Hecke auf der Strecke A – C um Wald handle. Auch X. benutzt in 
seiner Beschwerdeantwort vielfach den Begriff Wald. 

b)  Gemäss  Art.  2  des  Bundesgesetzes  über  den  Wald  vom  4.  Oktober  1991 
(WaG,  SR  921.0)  gilt  grundsätzlich  jede  Fläche  als  Wald,  die  mit  Wald-
bäumen oder Waldsträuchern bestockt ist und Waldfunktionen erfüllen kann 
(Abs.  1).  Nicht  als  Wald  gelten  isolierte  Baum-  oder  Strauchgruppen, 
Hecken,  Alleen,  Garten-,  Grün-  und  Parkanlagen,  Baumkulturen,  die  auf 
offenem  Land  zur  kurzfristigen  Nutzungen  angelegt  worden  sind,  sowie 
Bäume  und  Sträucher  auf  Einrichtungen  zur  Stauhaltung  und  in  deren 
unmittelbarem  Vorgelände  (Abs.  3).  Gemäss  Art.  1  Abs.  1  der  Verordnung 
über den Wald (WaV, SR 921.01) muss die Waldfläche mit Einschluss eines 
zweckmässigen  Waldsaumes  200  –  800  m2  und  die  Breite  ebenfalls  mit 
Einschluss  eines  zweckmässigen  Waldsaumes  10  –  12  m  betragen;  das 
Mindestalter der Bestockung auf den Einwuchsflächen muss sodann bei 10 – 
20 Jahren liegen (siehe auch Art. 3 des Gesetzes vom 2 März 1999 über den 
Wald und den Schutz vor Naturereignissen [WSG, SGF 921.1]). 

Hecken sind nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung meist nur wenige 
Meter  breite  Gehölzstreifen,  aufgebaut  aus  niedrigen  und  hohen  Büschen, 
eventuell ergänzt  beziehungsweise  durchsetzt mit hochstämmigen Bäumen, 
auch  mit  einzelnen  nicht  einheimischen  Bäumen  oder  Sträuchern  (KARL 
LUDWIG FAHRLÄNDER, in: Kommentar NHG, N 18 zu Art. 18). 

c)  Die Hecke auf der Strecke A – C wies gemäss Bericht S. eine Länge von 130 
m  und  eine  durchschnittliche  Breite  von  5  m  auf.  Es  habe  sich  um  eine 
Hochhecke  mit  9  Bäumen  mit  einem  Durchmesser  von  mehr  als  15  cm 
gehandelt. Die dominante Strauchart sei die Hasel gewesen. Daneben seien 
auch Pfaffenhütchen, Heckenrose, Heckenkirsche, Schwarzdorn, Schwarzer 
Holunder, Stachelbeere und Weissdorn vorgekommen. Die Hecke sei struk-
turreich  gewesen.  Im  Jahre  1998  sei  sie  in  das  Lebensrauminventar  der 
Schweizerischen  Vogelwarte  aufgenommen  (…)  und im  Dezember  1999  im 
Rahmen  des Projektes  "Landschaft  &  Landwirtschaft"  von  der  Pflegeequipe 
des Vereins  …  gepflegt  worden.  Die  Aufnahme  in das Inventar  werde  auch 
anlässlich  der  Revision  der Ortsplanung  der Gemeinde in den  neuen  Land-
schaftsrichtplan  einfliessen.  Aufgrund  des  hohen  Dornenanteils  und  der 

 
 
 
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angrenzenden  Weise  könne  die  Hecke  als  potentielle  Bruthecke  für  den 
Neuntöter bezeichnet werden. 

d)  Die strittige Hecke ist aufgrund ihrer Grösse und Zusammensetzung nicht als 
Wald,  sondern  im  Sinne  des  Gesetzes  (Art.  18  Abs.  1bis  NHG;  siehe  unten 
E. 5) und der Rechtsprechung (vgl. dazu auch ZBl 89/1988 S. 81 ff. und BVR 
2002 S. 400 ff., veröffentlicht auch in URP 2002 S. 690 ff.) eben als Hecke zu 
qualifizieren. Somit erübrigen sich weitere Ausführungen zum Waldbegriff. 

5.  a)  Auch wenn Hecken nicht als Wald bezeichnet werden können, bedeutet dies 
nicht,  dass  sie  unbesehen  beseitigt  werden  dürfen.  Für  sie  gelten  unter 
Umständen  Biotopschutz-  oder  andere  Naturschutzvorschriften  (HERIBERT 
RAUSCH / ARNOLD MARTI / ALAIN GRIFFEL, Umweltrecht, Zürich 2004, N 443). 

b)  Das  Bundesrecht  bestimmt  zum  Schutz  von  naturnahen  Lebensräumen  in 
Art. 18 Abs. 1 NHG, dass dem Aussterben einheimischer Tier- und Pflanzen-
arten  namentlich  durch  die  Erhaltung  genügend  grosser  Lebensräume 
(Biotope)  entgegenzuwirken  ist.  Art.  18  Abs.  1bis  NHG  legt  fest,  dass  unter 
anderem  seltene  Waldgesellschaften,  Hecken  und  Feldgehölze,  die  eine 
ausgleichende  Funktion  im  Naturhaushalt  erfüllen  oder  besonders  günstige 
Voraussetzungen 
für  Lebensgemeinschaften  aufweisen,  besonders  zu 
schützen sind. Während der Bundesrat die Biotope von nationaler Bedeutung 
bezeichnet (Art. 18a NHG), sorgen die Kantone für Schutz und Unterhalt der 
Biotope von regionaler und lokaler Bedeutung (Art. 18b NHG). 

Die  vorliegend  interessierende  Hecke  ist  kein  Biotop  von  nationaler  Be-
deutung. 

c)  Aus  dem  Bundesgesetz  über  die  Jagd  und  den  Schutz  wildlebender 
Säugetiere und Vögel (JSG, SR 922.0) ergibt sich ein unmittelbarer generell 
abstrakter Schutz für Hecken. Gemäss Art. 18 Abs. 1 lit. g JSG wird nämlich 
mit Haft oder Busse bis zu 20'000 Franken bestraft, wer vorsätzlich und ohne 
Berechtigung Hecken beseitigt. Durch diese Strafnorm sollen die Hecken als 
wichtige  Lebensräume  für  wildlebende  Säugetiere  und  Vögel,  für  welche 
bereits  aufgrund  von  Art.  18  Abs.  1bis  NHG  ein  besonderer  Schutzauftrag 
besteht,  ähnlich  wie  der  Wald  unmittelbar  durch  die  Bundesgesetzgebung 
geschützt  werden  (RAUSCH  /  MARTI  /  GRIFFEL,  N  613).  In  der  parlamentari-
schen  Beratung  zum  JSG  führte  die  vorberatende  Kommission  aus,  die 
aufgrund  der  Expansion  menschlicher  Aktivitäten  erheblich  reduzierten 
Lebensräume  vieler  Tierarten  seien  durch  im  Augebehalten  der  Gesamt-
abläufe  in  der  Natur  zu  erhalten.  In  den  letzten  20  Jahren  seien  30  %  der 
Hecken ersatzlos verschwunden. Der von den Räten als dringend erachtete 
Handlungsbedarf, den die Strafnorm abzudecken  hat, sowie deren konkrete 
Fassung  belegen,  dass  mit  Art.  18  Abs.  1  lit.  g  JSG  ein  bundesrechtlicher 
Schutz der Hecken geschaffen worden ist (BVR 2002 400 E. 2b/bb S. 403). 

 
 
 
 
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d)  Der Kanton Freiburg hat den bundesrechtlichen Gesetzgebungsauftrag zum 
Schutz von Hecken in Art. 7 Abs. 1 Beschluss geregelt. Danach müssen, um 
dem  Aussterben  einheimischer  Tier-  und  Pflanzenarten  vorzubeugen,  die 
natürlichen  Lebensräume  (Biotope)  wie  See-  und  Flussufer,  Wasserlachen, 
Sümpfe,  Moore,  Teiche,  Baumgruppen,  Hecken  sowie  Einzelbäume,  insbe-
sondere  Eichen,  Linden,  Ahorne  und  Buchen,  welche  den  Vögeln  Nahrung 
und Schutz sowie Nist- und Brutgelegenheiten bieten und die ausserdem ein 
wertvolles  Landschaftselement  darstellen,  erhalten  werden.  Der  periodische 
Schnitt der Hecken ist weiterhin erlaubt. Zudem ist nach Art. 5 Beschluss das 
Ausgraben  des  Haselstrauches  verboten.  Art.  10  JaG  ist  eine  weitere  Be-
stimmung  für  den  Artenschutz.  Danach  trifft  der  Staatsrat  die  notwendigen 
Massnahmen,  um  die  optimale  Entwicklung  der  wild  lebenden  Säugetiere 
und  Vögel,  ihre  Vielfalt,  ihren  Schutz  vor  Störung  und  die  Erhaltung  und 
Verbesserung  ihrer  Lebensräume  zu  gewährleisten  (Abs.  1).  Das  Gleich-
gewicht  der  wild  lebenden  Tiere  ist  aktiv  zu  gewährleisten  unter  anderem 
durch  den  Schutz  der  seltenen  Tierarten  und  ihrer  Lebensräume  (Abs.  1). 
Diesen Auftrag hat der Staatsrat mit dem Reglement vom 20. Juni 2000 über 
die  Jagd  sowie  den  Schutz  wild  lebender  Säugetiere  und  Vögel  und  ihrer 
Lebensräume (JaR; SGF 922.11) umgesetzt und in Art. 7 bestimmt, dass er 
zur  Schaffung,  zur  Wiederherstellung,  zur  Erweiterung  oder  zum  Unterhalt 
der  Lebensräume  der  wild  lebenden  Tiere  das  Pflanzen  von  Hecken  und 
Feldgehölzen  auf  landwirtschaftlich  genutzten  Flächen,  sofern  sie  zur 
Vernetzung von Lebensräumen  notwendig  sind, fördern kann (Abs. 1 und  2 
lit. c). 

e)  Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass die Hecken generell geschützt 
sind. Somit ist die Zweckentfremdung, also das Ausreissen von Hecken und 
zwar  auch  das  Ausreissen  von  einzelnen  Stöcken,  grundsätzlich  nicht 
zulässig. Diese Schlussfolgerung  entspricht  dem Gesetz, denn nach Art. 18 
Abs.  1  lit.  g  JSG  wird  mit  Haft  oder  Busse  bestraft,  wer  ohne  Berechtigung 
Hecken  beseitigt  (vgl.  hierzu  auch  die  detaillierten  Ausführungen  zum 
Heckenschutz in BVR 2002 400 

6.  a)  X. hat laut Bericht S. die Hecke auf der ganzen Länge auf den Stock gesetzt, 
was  nicht  strafbar  sei,  aber  den  Kriterien  einer  nachhaltigen  und 
ökologischen  Pflege  widerspreche.  Im  südlichen  Bereich  habe  er  auf  einer 
Länge  von  etwa  30  m  die  unterste  Strauchreihe  samt  den  Stöcken 
ausgerissen.  Wo  einst  ein  Krautsaum  und  zum  Teil  auch  Sträucher  waren, 
wachse  heute  Getreide.  Der  mindestens  3  m  breite  Krautsaum  entlang  der 
Hecke,  der  Bestandteil  des  ökologischen  Leistungsnachweises  in  der 
Landwirtschaft  sei,  sei  teilweise  auf  Kosten  der  ursprünglichen  Hecke  neu 
angelegt  worden.  In  der  Hecke  sei  auch  ein  Feuer  entfacht  worden,  was 
gesetzeswidrig sei. 

X.  bestreitet  diese  Vorwürfe  grundsätzlich  nicht.  Er  hätte  in  der  "untersten 
Strauchreihe" jene Eschen entfernt, die eindeutig ausserhalb der natürlichen 

 
 
 
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Grenze  der  Hecke  gesprossen  waren.  Zu  deren  Nachwuchs  sei  es  wegen 
der  vieljährigen  Unterlassung  der  Bewirtschaftung  des  Landes  bis  zur 
herkömmlichen  Grenze  der  Hecke  gekommen.  Seine  Vorgehensweise 
widerspreche der Gesetzgebung nicht, da er lediglich junge Eschen, die auf 
natürliche  Weise  "auf  dem  angrenzenden  Krautsaum"  sprossen,  entfernt 
hätte.  Es  sei  des  Weiteren  unrichtig,  dass  die  Hecke  verschmälert  worden 
sei, es sei einzig der Krautsaum heute weniger breit. Zur Breite von +/- 3 m 
sei  es  gekommen,  weil  sein  Rechtsvorgänger  notwendige  Arbeiten  entlang 
der Hecke über viele Jahre unterlassen hätte. 

b)  Die Ausführungen von X. gehen  grösstenteils an  der Sache vorbei. Es geht 
hier nicht um das Pflegen einer Hecke beziehungsweise um das Kappen von 
Ästen, sondern einzig, aber immerhin, darum, dass X. Sträucher und Bäume 
samt Wurzeln entfernt hat, was, wie unter E. 5 gesagt wurde, nicht zulässig 
ist. Nach der Anzeige des Försters soll er auf der Strecke A – C einige junge 
Eschen samt Wurzeln "umgezogen" und auf der Strecke F – G auf etwa 125 
Laufmeter  40  etwa  15  –  20-jährige  Sträucher  und  Bäume  samt  Wurzeln 
entfernt  haben.  Gemäss Bericht S.  und  den  Ausführungen  der  A.  soll  allein 
die Strecke A – C betroffen gewesen sein. Nach  dem Gesagten scheint ein 
Widerspruch  darüber  zu  bestehen,  in  welchem  Abschnitt  Hecken  heraus-
gerissen wurden. Dieser Punkt ist aber nicht wesentlich; es kommt hier einzig 
und  allein  auf  die  unbestrittene  Tatsache  an,  dass  Hecken  herausgerissen 
wurden. 

7.  a)  Hecken  sind,  wie  schon  ausgeführt,  vorbehaltlos  geschützt;  eine  Befreiung 
von diesem Schutz  ist nur  auf dem Weg einer Ausnahmebewilligung vorge-
sehen (Art. 22 NHG). Eine solche Bewilligung wurde im vorliegenden Fall nie 
erteilt  und  X.  macht  auch  nicht  geltend,  er  hätte  um  eine  entsprechende 
Bewilligung nachgesucht oder werde noch ein solches Gesuch einreichen. 

beziehungsweise 

der  Wiederherstellung 

b)  X.  hat  Stöcke  einer  Hecke  beseitigt  und  wurde  hierfür  strafrechtlich 
geahndet. Diese Sanktion interessiert aber nur am Rande, hier ist die Frage 
des  Realersatzes 
des 
ursprünglichen  Zustands  zu  prüfen.  Grundsätzlich  ist  bei  Beseitigung  von 
Hecken  Realersatz  zu  leisten  (BVR  2002  400  E.  2d/dd  S.  406).  Die 
entsprechende  gesetzliche  Grundlage  findet  sich  in  Art.  24e  NHG.  Danach 
kann, wer ein aufgrund des NHG geschütztes Biotop beschädigt, unabhängig 
von  einem  Strafverfahren verpflichtet  werden, die  widerrechtlich  getroffenen 
Massnahmen rückgängig zu machen (lit. a), die Kosten zu übernehmen, die 
aus  der  Beseitigung  des  Schadens  entstehen  (lit.  b)  oder  angemessenen 
Ersatz zu leisten, wenn die Wiederherstellung nicht möglich ist (lit. c). Diese 
Bestimmung ist eine ausreichende gesetzliche Grundlage zur Anordnung von 
Wiederherstellungsmassnahmen  für  sämtliche  Schutzobjekte,  welche  durch 
das NHG oder die darauf abgestützten Ausführungsvorschriften des Bundes 
oder  des  kantonalen  Rechts  (wie  Art.  7  des  Beschlusses)  erfasst  werden 

 
 
 
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(FAHRLÄNDER,  N  11  zu  Art.  24e).  Da  Hecken  geschützt  sind,  kann  Art.  24e 
NHG  für das Verfahren  der Wiederherstellung  des  ursprünglichen Zustands 
herangezogen werden. 

c)  Der  A. 

ist 

insofern  zuzustimmen,  dass  mit  dem  Entscheid  des 
Oberamtmannes,  keine  Wiederherstellung  des  ursprünglichen  Zustands 
anzuordnen,  dem  Auftrag  des  Gesetzgebers,  Hecken  zu  erhalten,  nicht 
nachgelebt und der angerichtete Schaden nicht behoben wird. Entgegen der 
Ansicht  des  Oberamtmannes  wurde  die  Hecke  nicht  (nur)  verjüngt  und 
gelichtet,  sondern  sie  wurde  ausgerissen  und  mithin  beseitigt.  Somit  ist 
zwingend  nach  Art.  24c  NHG  vorzugehen,  umso  mehr,  als  die  zerstörte 
Hecke  im  Jahre  1998  in  das  Lebensrauminventar  der  Schweizerischen 
Vogelwarte  Sempach  aufgenommen  worden  ist.  In  diesem  Zusammenhang 
stellt sich die Frage, welche Instanz welche Massnahme anzuordnen hat. 

d)  Das  NHG  lässt  offen,  wer  Wiederherstellungsverfügungen  im  Sinne  von 
Art. 24e  NHG  zu  erlassen  hat.  Auch  das  kantonale  Recht  schweigt  sich 
darüber  aus.  Art.  7  Beschluss  bestimmt  lediglich,  dass  das  Forstpersonal 
sowie  die  Wildhüter  und  die  Jagdaufseher  verpflichtet  sind,  dem  Oberamt-
mann  jede Zuwiderhandlung  gegen die  Vorschriften  des  Beschlusses  anzu-
zeigen. Überdies ist die Raumplanungs-, Umwelt-  und Baudirektion (RUBD) 
berechtigt, dieses Recht weiteren Personen zu übertragen.  

Art.  25b  NHG  bestimmt  für  die  Wiederherstellung  von  rechtmässigen 
Eingriffen  in  Moore  und  Moorlandschaften,  dass  diejenige  kantonale  oder 
eidgenössische  Instanz  verfügt,  die  für  den  Entscheid  über  die  Bewilligung 
oder die Ausführung entsprechender Vorschriften zuständig wäre. Dieser für 
besondere  Wiederherstellungsmassnahmen  verankerte  Grundsatz,  wonach 
die  allgemeine  verfassungsmässige  und  gesetzliche  Kompetenzordnung 
auch die Zuständigkeiten für den Erlass von Wiederherstellungsverfügungen 
festlegt,  muss  auch  für  Art.  24e  NHG  gelten.  Für  den  Erlass  von  Wieder-
herstellungsverfügungen  ist  demnach  diejenige  Behörde  zuständig,  welche 
mit  dem  Vollzug  der  beeinträchtigten  Schutzbestimmung  betraut  ist.  In  den 
meisten Fällen handelt es sich dabei um kantonale Behörden (FAHRLÄNDER, 
N 13  zu Art. 24e). Im Kanton Freiburg ist  dies  offensichtlich  die RUBD (vgl. 
Ausführungsbeschluss vom 28. Juni 1994 zur Gesetzgebung über den Natur- 
und Heimatschutz [SGF 721.0.11]). Mithin obliegt es dieser Behörde, auf der 
Grundlage  von  Art.  24e  NHG  die  notwendigen  Massnahmen  anzuordnen 
(siehe  hierzu:  FAHRLÄNDER,  N  17  ff.  zu  Art.  24e).  Die  Beschwerde  erweist 
sich  somit  als  insoweit  begründet,  als  die  A.  die  Wiederherstellung  des 
ursprünglichen Zustandes verlangt. 

205.7; 205.9