# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 89fb3a71-d2eb-5b6e-b5ec-4208bf641c88
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-03-23
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 23.03.2010 IV 2008/188
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2008-188_2010-03-23.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2008/188

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 14.07.2020

Entscheiddatum: 23.03.2010

Entscheid Versicherungsgericht, 23.03.2010
Art. 28 IVG. Würdigung von ärztlichen Berichten und eines bidisziplinären 
Gutachtens beim Zustand des Beschwerdeführers nach mehreren 
Unfallereignissen, darunter einem seit langem 
unfallversicherungsberenteten Unfall (Entscheid des Versicherungsgerichts 
des Kantons St. Gallen vom 23. März 2010, IV 2008/188).

Abteilungspräsidentin Karin Huber-Studerus, Versicherungsrichterinnen

Monika Gehrer-Hug und Lisbeth Mattle Frei; Gerichtsschreiberin Fides Hautle

Entscheid vom 23. März 2010

in Sachen

S.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Kreso Glavas, Haus zur alten Dorfbank, 

9313 Muolen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Rente

Sachverhalt:

A.   

A.a Der 1949 geborene S.___ beantragte am 6./7. März 2006 bei der 

Invalidenversicherung Leistungen (Berufsberatung, Umschulung auf eine neue 

Tätigkeit, Arbeitsvermittlung und Rente). Er gab an, in seiner Heimat acht Jahre die 

Grundschule besucht und eine Ausbildung als Schlosser absolviert zu haben. 1980 sei 

er in die Schweiz gekommen. Von 1993 bis 2005 sei er als Schlosser mit einem 

Pensum zu 75 % tätig gewesen, dazu erhalte er eine 25 %-Rente der Suva. Er sei 

unfallbedingt am linken Ellbogen und an der rechten Hand behindert (IV-act. 2).

A.b Dr. med. A.___, FMH Allgemeine Medizin, gab am 10. März 2006 (IV-act. 6) 

folgende Diagnosen an: ein komplexes Beschwerdebild nach Fingeramputationen 

rechts (seit 1987), eine posttraumatische Ellbogenarthrose links (seit 1986), eine 

depressive Entwicklung (seit Ende 2005), eine Verletzung des linken Handgelenks 

(Oktober 2005) und eine Distorsion Fuss links (seit Januar 2006). Der 

Gesundheitszustand des Versicherten sei stationär, eine ergänzende medizinische 

Abklärung laufe bei der Suva. Die Tätigkeit als Konstruktionsschlosser sei wohl wegen 

der Schmerzen beim Zupacken und Heben und bei Vibration sowie wegen der 

gestörten Feinmotorik nicht mehr zumutbar. Ab 23. Juni 2003 sei der Versicherte 

verschiedentlich zu 100 % oder 50 % arbeitsunfähig gewesen. Der Versicherte arbeite 

bereits sehr reduziert und habe wahrscheinlich die Kündigung erhalten. Für Tätigkeiten 

ohne Belastung der oberen Extremitäten wäre er wohl zu ca. 50 %, d.h. an vier bis fünf 

Stunden pro Tag, in Teilzeit mit reduzierter Leistung arbeitsfähig, was einer 

Arbeitsfähigkeit von ca. 20 % entspreche. In der Zusammenfassung der 

Krankengeschichte waren unter anderem folgende Verletzungen erwähnt: eine 

Humerusfraktur/Ellbogen links von 1985 (Autounfall), eine Verletzung der rechten Hand 

vom März 1987 (durch Abkantpresse), ein Rückfall rechte Hand vom Juni 2003 (nach 

Lastenheben), eine Handgelenksdistorsion links vom Oktober 2005 (Treppensturz) und 

eine Distorsion linker Fuss vom Januar 2006 (Eis). Es seien verschiedene 

Versicherungen beteiligt gewesen (IV-act. 6).

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

A.c Die Fachstelle für Sozialpsychiatrie und Psychotherapie (FSP) gab in einem IV-

Arztbericht vom 20. März 2006 als psychiatrische Diagnose eine Anpassungsstörung 

mit depressiver Reaktion, bestehend seit dem 27. Februar 2006 (Aufnahme der 

Behandlung), an. Aus psychiatrischer Sicht bestehe keine Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit. Eine dem somatischen Leiden angepasste Tätigkeit wäre 

therapeutisch sinnvoll und zu empfehlen (IV-act. 10).

A.d Am 23. März 2006 gingen die eingeholten Suva-Akten ein. Darunter befand sich 

etwa ein Austrittsbericht der Rehaklinik Bellikon vom 15. Juni 2005, wonach sich der 

Versicherte vom 27. April bis 1. Juni 2005 stationär dort aufgehalten hatte. Nach dem 

Unfall 1987 mit Beeinträchtigungen der dominanten rechten Hand habe der Versicherte 

eine Invaliditätsrente von 25 % bezogen und im Übrigen wieder gut als Schlosser 

gearbeitet. Nach dem Unfall am 6. Juni 2003 sei es dann zu weiteren Beschwerden an 

der rechten Hand mit sukzessiver Ausstrahlung in den gesamten rechten Arm bis zum 

Schultergürtel und Nacken und zu einem muskulären Überlastungszustand gekommen. 

Für die frühere Tätigkeit als Schlosser sei der Versicherte nicht mehr arbeitsfähig. 

Weiterhin zumutbar seien leichte Arbeiten grundsätzlich ganztags mit zusätzlichen 

Pausen von 30 Minuten/Tag. Nicht zumutbar seien ein grösserer Kraftaufwand mit der 

rechten Hand/dem rechten Arm, insbesondere repetitiv, Tätigkeiten mit Schlägen (z.B. 

Hämmern) oder Vibrationen mit der Hand, Tätigkeiten, die eine gute Feinmotorik rechts 

erforderten, und Tätigkeiten auf Leitern oder Gerüsten. Auch mit dem linken Arm seien 

keine Tätigkeiten mit längerdauerndem grösseren Krafteinsatz zumutbar, zudem keine 

Tätigkeiten mit repetitiven Ellbogenbewegungen links. Nach der Rehabilitation, am 

6. Oktober 2005, hatte sich ein weiterer Unfall (Treppensturz) ereignet, bei dem sich der 

Versicherte eine Partialruptur und ödematöse Schwellung des dorsalen intercarpalen 

Ligamentes zugezogen hatte. Dr. med. B.___, Plastische, ästhetische und 

Wiederherstellungschirurgie, hatte am 23. Februar 2006 angegeben, eine 

Arbeitsunfähigkeit bezüglich dieses Unfallereignisses bestehe seit dem 2. November 

2005 nicht mehr. Auf den 2. November 2005 hatte der Versicherte einen Arbeitsvertrag 

als Allrounder mit einem Pensum von 50 % abgeschlossen. Der Kreisarzt hatte am 

27. Februar 2006 dafürgehalten, eine Beurteilung der Integritätsentschädigung 

betreffend die Traumatisierung der linken Hand sei noch verfrüht, da noch ein 

Reizzustand bestehe, die Zumutbarkeitseinschätzung der Rehaklinik Bellikon werde 

sich aber kaum verändern.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

A.e Dr. med. C.___, Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 

Bewegungsapparates FMH, berichtete der IV-Stelle am 28. April 2006 über die 

Diagnose chronischer polylokulärer Schmerzen (im Sinn von Enthesiopathien), 

insbesondere an Fuss, Hüfte und Händen. Aufgrund der orthopädischen Untersuchung 

sei keine klare Arbeitsunfähigkeit zu definieren, eine entsprechende objektivierbare 

Läsion liege nicht vor. Eine ergänzende medizinische Abklärung sei angezeigt. 

Aufgrund der Arthrose des linken Ellbogens sei offenbar eine Arbeitsunfähigkeit von 

50 % erkannt worden. Bezüglich der Fussdistorsion sei eine Remission eingetreten. Die 

Behandlung wegen Hüftbeschwerden sei abgeschlossen. Eine MRI-Abklärung im 

Schulterbereich habe pathologisch nur ein Lipom ergeben (IV-act. 20).

A.f  Die frühere Arbeitgeberin bestätigte am 18. Mai 2006, der Versicherte sei vom 

1. Oktober 1993 bis 30. September 2005 als Chromstahl-Schlosser angestellt 

gewesen. Er habe einen Monatslohn von Fr. 4'540.-- (bei 13 Monatslöhnen) verdient. 

Ab dem 6. Juni 2005 sei er mit leichten Arbeiten ohne Kraftaufwand der rechten Hand 

beschäftigt gewesen. Sie (die Arbeitgeberin) habe das Arbeitsverhältnis gekündigt. 

Dem beigelegten Kündigungsschreiben war zu entnehmen, dass es sich stets als 

schwierig erwiesen habe, dem Versicherten leichtere Arbeiten zuzuteilen, wie es von 

der Rehaklinik Bellikon gefordert worden sei, und dass das keine Dauerlösung habe 

sein können (IV-act. 22).

A.g Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) der Invalidenversicherung empfahl am 11. Juli 

2006 eine bidisziplinäre orthopädisch-psychiatrische Begutachtung, eventuell mit ORL-

Konsilium (IV-act. 24).

A.h In einem Bericht vom 6. Juli 2006 über eine kreisärztliche Untersuchung wurden als 

Suva-relevante Diagnosen die Abkantpressenverletzung Hand rechts vom 17. März 

1987, die Kontusion/Distorsion des Handgelenks links vom 6. Oktober 2005 und 

anamnestisch die Retraumatisierung im Januar 2006 bezeichnet. Suva-fremde 

Diagnosen am Bewegungsapparat seien (erstens) die Ellbogenarthrose links aus dem 

Unfall vom 1. Mai 1984 und (zweitens) das Ganglion im Chopartgelenk am linken Fuss, 

die Enthesiopathie Trochanter major links und das Lipom Schulter rechts. Mit 

Schreiben vom 30. August 2006 teilte die Suva dem Versicherten mit, der 

Gesundheitszustand, wie er vor dem neuen Unfall vom 6. Juni 2006 (recte wohl: 2003) 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

vorgelegen habe, sei nun wieder erreicht (Status quo ante). Damals habe der 

Versicherte seit 1. Mai 1989 eine Invalidenrente der Suva bezogen. Die medizinische 

Zumutbarkeit (sc. der Arbeitsleistung) sei im Vergleich zum Zeitpunkt der damaligen 

Berentung unverändert. Ab 1. September 2006 sei der Versicherte - allein von Seiten 

der Unfallfolgen - wieder im Rahmen der laufenden Rente (25 %) arbeitsfähig (recte 

wohl: arbeitsunfähig).

A.i Im Gutachten des Medizinischen Gutachtenzentrums St. Gallen vom 15. Juni 2007 

wurden als (Haupt-)Diagnosen bekanntgegeben:

-  SLAP-Läsion und leichte Tendinopathie des Bizepssehnenansatzes sowie Ver-

dacht auf leichtes Impingement bei Acromioclaviculargelenksarthrose und 

Chondropathie Grad II glenohumeral links

-  Posttraumatische Ellbogenarthrose mit Varus- und Hyperextensionsfehlstellung

links

-  Leichte Arthrose des distalen Radioulnargelenks links

-  Restbeschwerden bei Status nach Amputation des Zeigefingers auf Höhe des

Mittelgliedes und des Ringfingers auf Höhe des Endgliedes 1987 sowie Gangli­

onexzision des Mittelfingers sowie sekundärer Narbenexzision und Ringbandspaltung 

2004 rechts

-  Mittelgradige depressive Episode.

Aufgrund der Schulter-, Ellbogen- und Handgelenksbeschwerden links sei der 

Versicherte in seiner körperlichen Leistungsfähigkeit eingeschränkt. Seine 

Arbeitsfähigkeit als Schlosser betrage bei voller Stundenpräsenz ca. 40 %. Aus 

psychiatrischer Sicht bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 75 %. Körperlich leichte 

Tätigkeiten in temperierten Räumen, bei denen nicht regelmässig Gegenstände über 10 

kg gehoben oder getragen werden müssten und die nicht mit regelmässigen Arbeiten 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

über der Horizontalen sowie regelmässiger Kraftanwendung der linken oberen 

Extremität und insbesondere forcierten repetitiven Rotationsbewegungen des linken 

Vorderarms und Handgelenks verbunden seien und bei denen keine feinen Arbeiten 

vorkämen, bei denen sämtliche Fingerspitzen gebraucht würden, könnten dem 

Versicherten bei voller Stundenpräsenz zu ca. 80 % zugemutet werden. Die 

Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht betrage aber lediglich 75 %. Gesamthaft sei 

die Arbeitsfähigkeit anlässlich der gemeinsamen orthopädisch-psychiatrischen 

Beurteilung "in bisheriger Tätigkeit bei voller Stundenpräsenz und adaptiert auf 75 %" 

festgelegt worden.

A.j Der RAD schlug am 12. September 2007 vor, die Frage der Arbeitsfähigkeit in der 

angestammten Tätigkeit und den Beginn der Einschränkung bei der 

Begutachtungsstelle zu klären. Diese erklärte mit Schreiben vom 17. September 2007, 

beim Versicherten betrage die Arbeitsunfähigkeit angestammt aus orthopädischer Sicht 

60 %, aus psychiatrischer Sicht 25 % und aus gemeinsamer orthopädisch-

psychiatrischer Sicht 60 %. Retrospektiv sei es nicht möglich, den Beginn dieser 

Arbeitsunfähigkeit festzusetzen, da diese Beurteilung auf den jetzt erhobenen 

Befunden basiere (IV-act. 52). - Nach Eingang dieser Erläuterung bezeichnete die RAD-

Ärztin das Begutachtungsergebnis am 3. Oktober 2007 als medizinisch 

nachvollziehbar, die Begutachtung selbst als umfassend, kohärent und 

widerspruchsfrei. Nach hausärztlicher Dokumentation seien ab November 2004 

Arbeitsunfähigkeitszeiten ohne Unterbrechung oder mit Unterbrechungen unter drei 

Monaten ausgewiesen. Die Unfall- und Krankenanamnese reiche zudem bis ins Jahr 

1985 zurück (IV-act. 54).

A.k Dr. A.___ teilte am 14. November 2007 (IV-act. 65) mit, er sei sich sicher, dass 

aufgrund der komplexen Situation mit Unfallfolgen und körperlichen und psychischen 

Einschränkungen in jeder erdenklichen Arbeit eine Arbeitsfähigkeit von maximal 25 % 

bestehe.

A.l Die IV-Eingliederungsberatung stellte am 21. November 2007 fest, da aus der 

subjektiven Sicht des Versicherten keine Arbeitsfähigkeit bestehe, sei zurzeit eine 

Begleitung und Unterstützung bei einer Eingliederung nicht möglich. Das 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Invalideneinkommen mache 75 % der Tabellenlöhne 2007 aus, wobei ein 

Leidensabzug von 10 % vorzunehmen sei (IV-act. 69).

A.m Mit einem Vorbescheid vom 8. Januar 2008 stellte die IV-Stelle des Kantons 

St. Gallen dem Rechtsvertreter des Versicherten die Ablehnung dessen Rentenantrags 

in Aussicht. Die eigene fachmedizinische Abklärung und jene der Suva hätten ergeben, 

dass bei voller Stundenpräsenz eine leidensangepasste Tätigkeit mit einer Leistung von 

75 % zumutbarerweise möglich wäre. Bei einem höchstmöglichen Leidensabzug von 

10 % resultiere eine Erwerbseinbusse von 32 % (IV-act. 73).

A.n Der Versicherte liess am 30. Januar 2008 einwenden, der ermittelte Invaliditätsgrad 

von 32 % sei nicht nachvollziehbar, da doch bereits die Suva für die unfallbedingten 

Gründe einen Invaliditätsgrad von 25 % anerkannt habe. Die verschiedenen 

Krankheitsfolgen machten doch nicht nur 7 % aus. Im Übrigen teile Dr. A.___ die 

Beurteilung der IV-Ärzte nicht (IV-act. 76). Am 5. Februar 2008 (IV-act. 77) liess er 

ergänzen, das Valideneinkommen sei in mehrfacher Hinsicht falsch bestimmt worden. 

Ein Monatslohn von Fr. 4'540.-- ergebe bei 13 Monatslöhnen Fr. 59'020.--. Ausserdem 

sei zu berücksichtigen, dass der Versicherte von der Suva eine Rente von 25 % 

erhalten habe. Ohne diese Rente (bzw. den dafür verantwortlichen 

Gesundheitsschaden) hätte er weit mehr verdienen können. Das angenommene 

Invalideneinkommen sei nicht erzielbar. Wenn die Verwaltung anderer Meinung sei, 

habe sie berufliche Massnahmen weiterzuverfolgen. Bei Annahme einer 

Arbeitsunfähigkeit von 25 %, die allein aus psychiatrischer Sicht postuliert worden sei, 

würden die somatischen Einschränkungen nicht ausreichend erfasst. Das sei 

anzunehmen, auch wenn keine volle Addition stattfinden müsse.

A.o Mit Stellungnahme vom 28. Februar 2008 konstatierte der RAD eine 

ununterbrochene Arbeitsunfähigkeit von zwischen 50 % und 100 % ab 15. Februar 

2005. Die Einwände des Rechtsvertreters seien nicht nachvollziehbar und es werde 

keine Gesundheitsverschlechterung geltend gemacht. Die Berücksichtigung der 

somatischen Einschränkungen schlage sich hier in der Definition der 

Rahmenbedingungen des adaptierten Arbeitsplatzes nieder, sodass dadurch eine 

Arbeitsfähigkeit von 75 % in einer leidensangepassten Tätigkeit bestehe. Der 

Hausarztbericht sei zurückhaltend zu würdigen, insbesondere aufgrund der 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

auftragsrechtlichen und teilweise persönlichen Beziehungen zum Patienten. Eine 

erhebliche Diskrepanz in der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit zwischen dem 

behandelnden Psychiater und dem psychiatrischen Gutachten könne dieses 

keineswegs zwingend entwerten (IV-act. 79).

A.p Mit Schreiben vom 26. Februar 2008 hatte der Rechtsvertreter des Versicherten 

darum ersucht, beim Externen Psychiatrischen Dienst (wohl Psychiatrie-Zentrum, 

ehemals FSP) einen aktuellen Bericht einzuholen.

A.q Mit Verfügung vom 4. März 2008 lehnte die IV-Stelle den Rentenanspruch des 

Versicherten gemäss dem Vorbescheid ab und begründete die Höhe des 

Valideneinkommens mit den Angaben des letzten Arbeitgebers, wonach auch ohne 

Behinderung nicht mehr als der aufgeführte Jahreslohn erzielt worden wäre. Auch bei 

Abstellen auf die IK-Lohnbetreffnisse der letzten drei Jahre ergäbe sich keine 

mindestens 40-prozentige Erwerbseinbusse. Das MEDAS-Gutachten habe in seiner 

Beurteilung die gesamte Summe der Behinderungen berücksichtigt und nicht einfach 

die Unfallfolgen ausser Acht gelassen. Weitere medizinische Berichte von 

behandelnden Fachpersonen würden nicht beigezogen (IV-act. 81).

A.r  Mit Mitteilung vom 5. März 2008 erklärte die IV-Stelle (auf einen Vorbescheid vom 

9. Januar 2008 hin) die Arbeitsvermittlung für abgeschlossen. In einer 

leidensadaptierten Tätigkeit wäre ein Pensum von 75 % zumutbar. Der Versicherte 

sehe sich subjektiv nicht arbeitsfähig und wolle die Unterstützung bei der 

Arbeitsvermittlung nicht wahrnehmen. Unter diesen Umständen sei eine 

erfolgversprechende Eingliederungsberatung nicht möglich. Im Übrigen werde auf die 

Begründung der Verfügung vom 4. März 2008 verwiesen (Rentenverfügung). Wenn sich 

die Verhältnisse änderten, könne ein neues Gesuch eingereicht werden (IV-act. 82).

B.   

Gegen die Verfügung vom 4. März 2008 richtet sich die von Rechtsanwalt Dr. iur. Kreso 

Glavas für den Betroffenen am 18. April 2008 erhobene Beschwerde. Der 

Rechtsvertreter des Beschwerdeführers beantragt, die angefochtene Verfügung sei 

aufzuheben und dem Beschwerdeführer sei mindestens eine Dreiviertelsrente zu 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

gewähren, eventualiter sei die Sache zur medizinischen und erwerblichen Abklärung an 

die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, ausserdem sei die unentgeltliche 

Rechtspflege und Rechtsverbeiständung zu gewähren. Die angefochtene Verfügung 

verstosse gegen den Untersuchungsgrundsatz. Die Behauptung, der Lohn von 

Fr. 56'652.-- entspreche dem Validenlohn (ohne Unfälle und ohne Suva-Rente), 

widerspreche krass den Akten, habe der Beschwerdeführer doch bereits zwei 

Jahrzehnte früher, im Jahr 1987, einen höheren Jahresverdienst, nämlich Fr. 57'100.-- 

ausgewiesen. Für das Jahr 2008 sei von einem Minimalvalidenlohn von Fr. 75'000.-- 

(versicherter Verdienst bei der Personalvorsorge im Jahr 2004 von Fr. 50'020.-- 

zuzüglich Fr. 15'804.-- Suva-Rente im Jahr 2004, mit nomineller Anpassung) 

auszugehen. Der Beschwerdeführer müsse mehrere Suva-versicherte Unfälle (benannt 

werden könnten bis anhin fünf Nummern) erlitten haben. Es seien sämtliche Suva-

Akten beizuziehen. Das Gutachten sei ungenügend, nicht überzeugend und nicht 

schlüssig. Die Gutachter hätten nicht über alle Suva-Akten verfügt, insbesondere nicht 

über diejenigen betreffend den Unfall vom 17. März 1987, der sich massiver als der 

Unfall vom August 1985 ausgewirkt habe. Es frage sich, wie jemand bei so vielen 

Diagnosen und von Einschränkung betroffenen Körperteilen einen Anteil von 75 % des 

Validenlohns sollte erwirtschaften können, und in welcher Unternehmung und in 

welcher Tätigkeit der Beschwerdeführer die Chance haben sollte, annähernd zu einem 

solchen Lohn angestellt zu werden. Das sei ausgeschlossen, schon angesichts der 

Kautelen, welche im Gutachten vorgesehen seien. Der Hausarzt, der den 

Beschwerdeführer seit Jahren kenne und dem die gesamten Akten bekannt seien, 

bescheinige eine Arbeitsfähigkeit von maximal 25 %. Auch der Externe Psychiatrische 

Dienst halte dafür, der Entscheid sei mit den wahren Verhältnissen nicht vereinbar. Es 

sei dort ein aktueller Bericht einzuholen, zumal der Bericht des psychiatrischen 

Gutachters auf einer Untersuchung vom 29. März 2007 basiere und bereits veraltet sei. 

Das eingesetzte Invalideneinkommen von Fr. 38'200.-- sei zu hoch und auf dem freien 

Markt nicht realisierbar. Nach einer Auseinandersetzung mit allen Akten und der 

ganzen Problematik würden die Gutachter auf die - schon unter dem Aspekt des 

Zusammenfügens beider Berichte nicht nachvollziehbare - Einschätzung 

zurückkommen. Die von der Suva berücksichtigten Minderungen und die erforderlichen 

Pausen und Reduktionen seien nicht beachtet worden. Für den Beschwerdeführer, der 

an der rechten wie der linken oberen Extremität und psychiatrisch beeinträchtigt sei, 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 10/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

erscheine eine Erwerbsfähigkeit von 75 % nicht vertretbar. Die blosse stereotype 

Behauptung, die behandelnden Ärzte würden die Situation falsch einschätzen, versage 

unter solchen Umständen.

C.   

Mit Beschwerdeantwort vom 17. Juni 2008 beantragt die Beschwerdegegnerin die 

Abweisung der Beschwerde. Die Schlussfolgerungen des Gutachtens seien plausibel 

begründet und in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge grundsätzlich 

einleuchtend. Den Gutachtern hätten die einschlägigen Suva-Akten vorgelegen und es 

könne davon ausgegangen werden, dass sie mit der nötigen Sorgfalt studiert worden 

seien. Die Gutachter hätten die Grenze des Zumutbaren deutlich höher angesetzt als 

der Hausarzt, der schon lange der andauernden pessimistischen Selbsteinschätzung 

des Beschwerdeführers ausgesetzt gewesen sei. Im Gegensatz zu ihm hätten die 

Gutachter auch nicht unter dem Druck gestanden, heilen zu müssen, und sie verfügten 

über deutlich mehr arbeitsmedizinische Kenntnisse und über gutachterliche Erfahrung. 

Dem Hausarzt fehle es im Gegensatz zum bidisziplinären Gutachtergespann am 

Spezialwissen, um der Interdependenz zwischen somatischem und psychischem 

Leiden des Beschwerdeführers Rechnung zu tragen. Insbesondere scheine er nicht 

erkannt zu haben, dass ein Teil der somatischen Beschwerden psychisch überlagert 

sei und dass invaliditätsfremde psychosoziale Gründe eine Rolle spielten. Es seien im 

Übrigen keine Anhaltspunkte auszumachen, die auf eine Verschlechterung der 

psychischen Situation seit der psychiatrischen Begutachtung schliessen liessen. Ein 

aktueller Bericht der FSP würde deshalb keine relevanten neuen Erkenntnisse liefern. 

Der ausgeglichene Arbeitsmarkt biete Stellen an, die den Rahmenbedingungen 

Rechnung tragen würden, auf die der Beschwerdeführer angewiesen sei (einfache 

Montagearbeiten, Bedienung und Überwachung von automatischen Maschinen und 

Produktionseinheiten, wenig anstrengende Hilfstätigkeiten im Dienstleistungsbereich). 

Die verbliebene Arbeitsfähigkeit sei demnach erwerblich verwertbar. Die vom 

Beschwerdeführer in der letzten Tätigkeit als Schlosser erzielten Einkommen hätten 

insgesamt (bei beträchtlichen Schwankungen) im Bereich des statistischen 

Durchschnittslohns für Hilfsarbeiter im privaten Sektor gelegen. Der Unfall im Jahr 1987 

mit Beeinträchtigung der rechten Hand, der eine Suva-Rente bei einer 

Erwerbsunfähigkeit von 25 % ausgelöst habe, habe den Beschwerdeführer demnach 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 11/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

nicht massgeblich in seiner Leistungsfähigkeit eingeschränkt. Erst der Unfall im Jahr 

2003 habe zur Kündigung der körperlich anstrengenden Stelle als Schlosser geführt. 

Aufgrund der Einkommensschwankungen als Schlosser, wohl von unterschiedlich 

hohen Überzeitentschädigungen herrührend, rechtfertige es sich, bei der Bestimmung 

des Valideneinkommens vom Durchschnitt der im IK verbuchten (je der 

Nominallohnentwicklung bis 2005 angepassten) Einkommen der letzten fünf Jahre vor 

dem Unfallereignis vom 6. Juni 2003 auszugehen. Das hypothetische 

Valideneinkommen betrage somit Fr. 59'884.--. Für die Ermittlung des 

Invalideneinkommens sei auf die Tabellenlöhne für Hilfsarbeiter abzustellen (von im 

Jahr 2005 Fr. 58'389.--). Bei einer Arbeitsfähigkeit von 75 % und mit einer 

leidensbedingten Verdiensteinbusse von 10 % betrage das Invalideneinkommen 

Fr. 39'413.--. Die Erwerbseinbusse entspreche einem Invaliditätsgrad von 34 %. Die 

angefochtene Verfügung erweise sich somit im Ergebnis als korrekt.

D.   

Am 9. Juli 2008 ist dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Prozessführung vor 

Versicherungsgericht bewilligt worden.

E.  

Replicando verweist der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers am 15. Oktober 2008 

auf die Verfügung der Suva vom 28. Juni 1989, wonach der Beschwerdeführer damals 

einen versicherten Jahresverdienst von Fr. 57'100.-- aufgewiesen habe. Der 

Betriebsinhaber habe der Suva im August 1992 erklärt, der Beschwerdeführer habe um 

die Rente weniger verdient. Die Einschränkung habe sich im ganzen Erwerbsleben des 

Beschwerdeführers weiter ausgewirkt. Wäre er gesund geblieben, würde er nun, über 

zwanzig Jahre nach den Unfällen, weitaus mehr verdienen können als das damalige 

Einkommen. Die berufliche Qualifikation und Erfahrung wären gestiegen. Zum heutigen 

Lohn müsste mindestens die hochgerechnete Suva-Rente (mit 20 % Zuschlag) 

hinzugezählt werden. Die vielen Unfälle und Krankheiten hätten die Leistungsfähigkeit 

eingeschränkt und trotz der verschiedenen Schicksalsschläge sei der 

Beschwerdeführer lange im Arbeitsleben verblieben.

F.  

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Die Beschwerdegegnerin hat am 24. Oktober 2008 auf die Einreichung einer Duplik 

verzichtet. 

Erwägungen:

1.  

1.1  Am 1. Januar 2008 ist die 5. IV-Revision in Kraft getreten. Die Beschwerdegegnerin 

hat die angefochtene Verfügung am 4. März 2008, also unter der Geltung des Rechts 

dieser Revision, erlassen. Zu beurteilen ist der Sachverhalt, wie er sich bis zum 

Zeitpunkt des Erlasses dieser Verfügung entwickelt hat. Dieser Sachverhalt reicht in 

eine Zeit vor Inkrafttreten der 5. IV-Revision zurück. Soll auf bestimmte Sachverhalte 

nicht neues Recht Anwendung finden, sondern das aufgehobene Recht massgebend 

bleiben, muss eine geltende Norm die Weiteranwendbarkeit aufgehobenen Rechts für 

bestimmte Sachverhalte anordnen. Die 5. IV-Revision enthält keine die Rente 

betreffende übergangsrechtliche Bestimmung. Das Bundesamt für 

Sozialversicherungen unterstellt aber zu Recht eine ausfüllungsbedürftige Lücke (vgl. 

das Rundschreiben Nr. 253 vom 12. Dezember 2007). Die Definition der Sachverhalte, 

auf die noch altes Recht anwendbar sein soll, sollte durch ein materiell-rechtliches, 

unbeeinflussbares Merkmal erfolgen. In Frage kommen der Zeitpunkt der Entstehung 

des Auszahlungsanspruchs oder der Eintritt des Versicherungsfalls, beide definiert 

nach dem alten, ausser Kraft getretenen Recht (zum Ganzen im Detail der Entscheid 

des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen i/S M. vom 28. Oktober 2009, IV 

2009/5). Bezüglich des allfälligen Rentenbeginns sind deshalb vorliegend angesichts 

der IV-Anmeldung von März 2006 und des Umstands, dass seit vielen Jahren eine 

gewisse Arbeitsunfähigkeit besteht und der Rentenfall voraussichtlich unter altem 

Recht einträte, die bis zum 31. Dezember 2007 gültig gewesenen Bestimmungen (im 

Folgenden angeführt) anzuwenden. Für die Invaliditätsbemessung hat sich indessen 

keine Änderung der Rechtslage ergeben.

1.2  Mit der angefochtenen Verfügung hat die Beschwerdegegnerin das 

Leistungsgesuch des Beschwerdeführers um eine Rente abgelehnt. Die 

Arbeitsvermittlung bzw. Eingliederungsberatung hat sie als nicht erfolgversprechend 

bezeichnet und abgeschlossen. Der Beschwerdeführer beantragt in diesem Verfahren 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

zwar einzig Rentenleistungen. Streitig ist daher zunächst ein Rentenanspruch. Ergäbe 

sich allerdings, dass ohne Eingliederungsmassnahmen ein solcher Anspruch in Frage 

steht, so gehörte zum Streitgegenstand notwendigerweise auch die Frage, ob die 

Verwaltung den Grundsatz "Eingliederung vor Rente" beachtet und eine allfällige Pflicht 

des Beschwerdeführers zu Massnahmen korrekt in Anspruch genommen habe.

2.  

2.1  Nach Art. 28 Abs. 1 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn 

die versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn 

sie mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % 

besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 

40 % Anspruch auf eine Viertelsrente.

2.2  Für die Invaliditätsbemessung sind zunächst die medizinischen Vorbedingungen 

von Bedeutung. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 

beschreiben und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher 

Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Die ärztlichen Auskünfte sind in 

der Folge eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche 

Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 

261 E. 4; ZAK 1982 S. 34). Ob die versicherte Person eine ihr zumutbare Tätigkeit auch 

tatsächlich ausübt, ist für die Invaliditätsbemessung hingegen unerheblich (Rz 3046 

des vom Bundesamt für Sozialversicherungen erlassenen Kreisschreibens über die 

Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung = KSIH).

2.3  Der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers wurde im Januar/März 2007 

bidisziplinär begutachtet. Gemäss dem Gutachten ist der Beschwerdeführer in einer 

adaptierten Tätigkeit zu 75 % arbeitsfähig. Die Tätigkeiten müssen demnach in 

temperierten Räumen durchgeführt werden können und körperlich leicht sein und ohne 

regelmässiges Heben oder Tragen von Gegenständen über 10 kg, ohne regelmässiges 

Arbeiten über der Horizontalen sowie ohne regelmässige Kraftanwendung der linken 

oberen Extremität und insbesondere ohne forcierte repetitive Rotationsbewegungen 

des linken Vorderarms und Handgelenks ausgeübt werden können. Sie dürfen keine 

feinen Arbeiten beinhalten, bei denen sämtliche Fingerspitzen gebraucht werden. Aus 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

somatischer Sicht geht das Gutachten von einer Arbeitsfähigkeit bei voller 

Stundenpräsenz von ca. 80 % aus, während die Arbeitsfähigkeit psychiatrisch gesehen 

aber weiter eingeschränkt sei (bis auf 75 %).

2.4  Das Gutachten basiert auf einer Kenntnisnahme von den Akten. Ausserdem 

wurden die Anamnese erhoben und die subjektiven Angaben des Beschwerdeführers 

erfragt. Es erfolgten eine psychiatrische und eine orthopädische Untersuchung und es 

wurden verschiedenste Röntgenaufnahmen, eine cervicale Kernspintomographie, ein 

MRI der linken Schulter und ein CT des linken Handgelenks erstellt. Das Gutachten 

kann als umfassend betrachtet werden. Berücksichtigung fanden bei der Begutachtung 

die Beeinträchtigungen der linken Schulter, des linken Ellbogens, des Handgelenks 

links und der rechten Hand, ausserdem eine mittelgradige depressive Episode. Das 

Ganglion im Chopartgelenk am linken Fuss und die Enthesiopathie des Trochanter 

major links, wie sie noch im Juli 2006 vom Kreisarzt als Suva-fremde Diagnosen 

beschrieben worden waren, wurden nicht (auch nicht als Nebendiagnosen) erwähnt. 

Diesbezüglich hatte sich aber offenbar eine anhaltende Besserung der Beschwerden 

eingestellt, hat der Beschwerdeführer dem Kreisarzt doch erklärt, mit dem Zustand der 

linken Hüfte sei er zufrieden, und hat Dr. C.___ doch festgehalten, bezüglich der 

Fussdistorsion sei eine Remission eingetreten und die Behandlung der 

Hüftbeschwerden sei abgeschlossen. Das Gutachten ist auch bezüglich der Abklärung 

der Auswirkungen des Unfalls vom März 1987 nicht als ungenügend zu betrachten.

2.5  Erheblich abweichend vom Gutachten beurteilt Dr. A.___ die Arbeitsfähigkeit des 

Beschwerdeführers, nämlich mit maximal 25 %. Dass der Beschwerdeführer schon 

orthopädisch in verschiedener Hinsicht beeinträchtigt ist, trifft gewiss zu und stellt ein 

Erschwernis dar. Indessen ist davon auszugehen, dass eine richtungweisende 

Verschlimmerung durch den Unfall vom Juni 2003 nicht ausgewiesen bzw. der 

Vorzustand wieder erreicht ist (vgl. das einschlägige UV-Urteil des 

Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 19. Mai 2009, UV 2007/14). Im 

kreisärztlichen Bericht vom 6. Juli 2006 war im Übrigen auch die 

Handgelenksdistorsion links (vom Oktober 2005) bereits erfasst worden. Der 

(wiedererreichte) Vorzustand (samt der Arthrose des Ellbogens links bei St. n. 

Humerusfraktur 1985) war durch die Rehaklinik Bellikon beurteilt worden. Danach 

waren leichte Arbeiten grundsätzlich ganztags mit zusätzlichen Pausen von 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

30 Minuten/Tag zumutbar, wenn sie den umschriebenen Voraussetzungen 

entsprachen. Unter diesen Umständen erscheint die hausärztliche Einschätzung nicht 

geeignet, an der Stichhaltigkeit des Ergebnisses des Gutachtens Zweifel zu begründen, 

zumal keine dort nicht berücksichtigten Faktoren ersichtlich sind. Ob sich der 

Gutachter bei seiner Einschätzung des Umstands der Berentung als Folge des Unfalls 

von 1987 bewusst gewesen ist, wird nicht ersichtlich, berührt den Beweiswert aber 

nicht relevant. Dass schon aufgrund jenes Ereignisses von einer Arbeitsunfähigkeit von 

25 % ausgegangen worden ist, stellt die Arbeitsfähigkeitsschätzung im Gutachten 

ausserdem nicht in Frage, hatte sich dieser Grad doch wohl auf die angestammte 

Tätigkeit bezogen. Auch die psychiatrische Teilbegutachtung ist begründet und 

schlüssig. Danach führt eine verminderte psychische Belastbarkeit - unter 

Ausblendung der Schmerzsymptomatik - zu einer auf 75 % eingeschränkten 

Arbeitsfähigkeit. Zusammenfassend ist mit der Beschwerdegegnerin davon 

auszugehen, dass der Beschwerdeführer in einer optimal angepassten Tätigkeit zu 

75 % arbeitsfähig ist. Dass die bidisziplinäre Gesamtschätzung die somatischen 

Einschränkungen vernachlässigt habe, lässt sich nicht bestätigen. Es handelt sich auch 

wesentlich um qualitative Einschränkungen.

3.  

3.1  Was die erwerblichen Auswirkungen der Einschränkung der Arbeitsfähigkeit 

betrifft, wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades nach Art. 16 ATSG das 

Erwerbseinkommen, das die versicherte Person durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei 

ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung 

gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 

geworden wäre (Valideneinkommen). Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist 

rechtsprechungsgemäss entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des 

frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdienen würde. Die 

Einkommensermittlung hat so konkret wie möglich zu erfolgen. Da nach empirischer 

Feststellung in der Regel die bisherige Tätigkeit im Gesundheitsfall weitergeführt 

worden wäre, ist Anknüpfungspunkt für die Bestimmung des Valideneinkommens 

grundsätzlich der letzte vor Eintritt der Gesundheitsschädigung erzielte, nötigenfalls der 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepasste Verdienst (vgl. 

Bundesgerichtsentscheid i/S. K. vom 23. März 2009, 8C_515/2008).

3.2  Gemäss der Verfügung hatte die Beschwerdegegnerin das Valideneinkommen 

aufgrund des auf 2007 angepassten IK-Einkommens aus dem Jahr 2002, dem Jahr vor 

dem Unfallereignis vom Juni 2003, auf Fr. 56'652.-- berechnet. Da die Ausgangsgrösse 

zur Bestimmung des Invalideneinkommens nach den Tabellenlöhnen höher zu stehen 

gekommen wäre, wurden die beiden Grössen gleichgesetzt. In der Beschwerdeantwort 

befürwortet die Beschwerdegegnerin ein Valideneinkommen von Fr. 59'884.-- gemäss 

dem Durchschnitt des Einkommens während fünf Jahren vor 2003, je angepasst auf 

2005.

3.3  Dem IK-Auszug lässt sich entnehmen, dass der Beschwerdeführer seit der 

Erwerbsaufnahme im Jahr 1980 bis 1986 ein stetig ansteigendes Einkommen erzielt 

hat. Für jenes Jahr (1986) wurde ein Einkommen von bereits Fr. 52'264.-- abgerechnet. 

Es ist davon auszugehen, dass dieses Einkommen über dem damaligen 

Durchschnittseinkommen für Hilfsarbeiten lag. Das statistische 

Durchschnittseinkommen für einfache und repetitive Tätigkeiten im ersten Jahr, für das 

es eine Schweizerische Lohnstrukturerhebung gibt (1994, also acht Jahre später), 

betrug nämlich Fr. 51'876.-- (Fr. 4'127.-- gemäss TA 1.1.1; mal 12; angepasst auf die 

durchschnittliche betriebsübliche Arbeitszeit von damals 41.9 statt 40 Stunden pro 

Woche). Wie aus der Unfallmeldung UVG vom 24. Juni 2003 hervorgeht, war der 

Beschwerdeführer (seit 1993) denn auch als gelernter Mitarbeiter 

(Chromstahlschlosser) angestellt.

3.4  Im März 1987 erlitt der Beschwerdeführer den Unfall mit Verletzung der rechten 

Hand, der zur Berentung führte. Damals ergab sich gemäss dem IK-Auszug ein 

Einkommenseinbruch, der 1990 wieder aufgeholt worden war. Danach fand wieder ein 

Rückgang statt, es folgten eine kurze Arbeitslosigkeit und dann die neue Anstellung ab 

Oktober 1993. Der Beschwerdeführer erzielte dort Einkommen zwischen Fr. 53'107.-- 

und Fr. 60'935.--. In den Jahren 2003 und 2004 erreichte er bei einem Monatslohn von 

Fr. 4'540.-- Einkommen von Fr. 54'251.-- und Fr. 51'258.--. Die Arbeitgeberin 

bescheinigte der Invalidenversicherung im Mai 2006, ohne Gesundheitsschaden hätte 

der

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Beschwerdeführer (bei vollzeitlicher Anstellung) den genannten Monatslohn von 

Fr. 4'540.-- (mit 13 Monatslöhnen) verdient, somit also pro Jahr Fr. 59'020.--. Der 

Geschäftsleiter hatte dem Suva-Aussendienstmitarbeiter am 24. Juni 2005 

demgegenüber erklärt, dieser Lohn entspreche dem Leistungslohn im Rahmen der 

früheren Suva-Rente, d.h. also 75 %. Dem Lohn bei voller Leistungsfähigkeit hätten 

demnach Fr. 78'693.-- entsprochen, bei Aufrechnung der tatsächlich bei diesem 

Monatslohn bezogenen Jahreseinkommen (von Fr. 54'251.-- und Fr. 51'258.--) 

entsprechend weniger.

3.5  Angesichts der Arbeitgeberbescheinigung und der Aktenlage erscheint nicht 

überwiegend wahrscheinlich, dass der Leistung des Beschwerdeführers bei voller 

Gesundheit ein Lohn von Fr. 78'693.-- entsprochen hätte. Anderseits kann auch auf ein 

Einkommen von Fr. 59'020.-- nicht abgestellt werden, da der Beschwerdeführer - 

selbst als bereits gesundheitlich Beeinträchtigter - gemäss IK-Auszug teilweise höhere 

Einkommen erzielt hatte. Es rechtfertigt sich unter den gegebenen Umständen, für die 

Bestimmung des Valideneinkommens vielmehr auf statistische Durchschnittswerte 

zurückzugreifen. Wird der Einkommensvergleich auf das Jahr 2006 bezogen, so kann 

von einem Valideneinkommen von Fr. 68'700.-- (Fr. 5'565.-- für Arbeiten des 

Anforderungsniveaus 3 im Bereich Metallbe- und -verarbeitung; mal 12; bei einer 

betriebsüblichen Arbeitszeit von 41.15 % [Durchschnitt von 40.8 % und 41.5 %]) 

ausgegangen werden.

 

4.  

4.1  Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-

erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. 

Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der - kumulativ - 

besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die 

ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und bei der das 

Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn erscheint, 

gilt grundsätzlich der von ihr tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn. Ist kein 

solches effektives Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich 

zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der 

Rechtsprechung statistische Werte (Tabellenlöhne) beigezogen werden (BGE 129 V 

472 E. 4.2.1, Bundesgerichtsentscheid i/S C. vom 19. Juni 2008, 9C_81/2008).

4.2  Ab November 2005 hat der Beschwerdeführer vorübergehend eine Anstellung im 

Bereich Werbung und Versand zu 50 % gefunden, dabei aber keinen für die 

Bestimmung des Invalideneinkommens aussagekräftigen Lohn bezogen. Für die 

Bestimmung des Invalideneinkommens ist deshalb grundsätzlich praxisgemäss auf die 

Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik abzustellen. Gemäss der Tabelle 

TA1, welche heranzuziehen ist (keine regionalen Löhne, vgl. 8C_742/2008), konnten 

Männer mit einfachen und repetitiven Tätigkeiten - nur solche kommen für den 

Beschwerdeführer nach Eintritt seiner gesundheitlichen Einschränkungen ohne 

berufliche Massnahmen noch in Betracht - im privaten Sektor im Jahr 2006 

durchschnittlich (statistisches Mittel, Zentralwert; vgl. AHI 1999 S. 50) Fr. 56'784.-- 

(12mal Fr. 4'732.--) verdienen. Bezogen auf die betriebsübliche durchschnittliche 

Arbeitszeit von im Jahr 2006 41.7 Stunden (statt 40 Stunden, wie sie der Tabelle TA1 

zugrunde liegen) macht dies Fr. 59'197.-- aus.

4.3  Der Beschwerdeführer lässt in Frage stellen, ob seine Restarbeitsfähigkeit 

angesichts der diversen Einschränkungen realisierbar sei. Dabei kommt es nach der 

Rechtsprechung nicht darauf an, ob er unter den konkreten Arbeitsmarktverhältnissen 

tatsächlich vermittelt werden kann oder nicht. Es kommt einzig darauf an, ob und in 

welchem Rahmen er die ihm verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nutzen 

könnte, wenn die verfügbaren Arbeitsplätze dem Angebot an Arbeitskräften 

entsprächen (AHI 1998 S. 291 E. 3b). Es wird von einer ausgeglichenen 

Arbeitsmarktlage ausgegangen (vgl. Art. 16 ATSG). Der ausgeglichene Arbeitsmarkt 

(eine Fiktion, vgl. BGE 129 V 480 E. 4.2.2) hat rein hypothetischen Charakter und dient 

dazu, die Risiken Arbeitslosigkeit und Invalidität voneinander abzugrenzen (vgl. 

Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S C. vom 16. Juli 2003, 

I 758/02; BGE 110 V 276 E. 4b). Der als ausgeglichen unterstellte Arbeitsmarkt 

beinhaltet von seiner Struktur her sowohl bezüglich der beruflichen und intellektuellen 

Voraussetzungen als auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes einen Fächer 

verschiedenartiger Stellen (Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 19/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

O. vom 22. November 2006, U 303/06). Allerdings dürfen keine realitätsfremden 

Einsatzmöglichkeiten berücksichtigt werden. Insbesondere kann von einer zumutbaren 

Tätigkeit im Sinne von Art. 16 ATSG dort nicht gesprochen werden, wo sie nur in so 

eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der allgemeine Arbeitsmarkt praktisch nicht 

kennt oder dass sie nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines 

durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden einer entsprechenden 

Stelle deshalb von vornherein als ausgeschlossen erscheint (solche Verhältnisse hat 

das Eidgenössische Versicherungsgericht etwa im Entscheid i/S G. vom 19. Februar 

2001, I 65/00, vorgefunden; vgl. zum Ganzen den Entscheid des Bundesgerichts i/S K. 

vom 6. Mai 2008, 8C_319/2007; ZAK 1991 S. 320 f. E. 3b).

4.4  Die Einschränkungen für eine Erwerbstätigkeit liegen beim Beschwerdeführer 

darin, dass er körperlich schwere Tätigkeiten in feuchter und kalter Umgebung, bei 

denen regelmässig Gewichte über 10 kg gehoben oder getragen werden müssen und 

die mit häufigen Arbeiten über der Horizontalen oder Kraftanwendungen der linken 

Hand verbunden sind und bei denen häufig Rotationsbewegungen des linken 

Vorderarms und Handgelenks vorgenommen werden müssen, ebenso wie feine 

Arbeiten, bei denen die Finger beider Hände vollumfänglich gebraucht werden, nicht 

mehr uneingeschränkt erledigen kann. Diese Vorgaben lassen aber noch eine 

ausreichende Anzahl von möglichen Arbeitsgelegenheiten auf dem ausgeglichenen 

Arbeitsmarkt offen.

4.5  Der erforderlichen Rücksichtnahme eines potentiellen Arbeitgebers mit der 

entsprechend zu erwartenden Lohnminderung ist hingegen mit einem deutlichen Abzug 

vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen. Nach der Rechtsprechung können die 

statistischen Löhne um bis zu 25 % gekürzt werden, um dem Umstand Rechnung zu 

tragen, dass versicherte Personen mit einer gesundheitlichen Beeinträchtigung in der 

Regel das durchschnittliche Lohnniveau nicht erreichen (RKUV 1999 Nr. U242 S. 412 E. 

4b/bb) bzw. ihre Restarbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit 

unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg zu verwerten in der Lage sind. Dabei 

handelt es sich um einen allgemeinen behinderungsbedingten Abzug (BGE 126 V 78 

E. 5a/bb). Nach der Rechtsprechung hängt die Frage, ob und in welchem Ausmass 

Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von sämtlichen persönlichen und beruflichen 

Umständen - auch von invaliditätsfremden Faktoren - des konkreten Sachverhalts ab 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 20/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

(namentlich leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/

Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad), deren Auswirkungen nach 

pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen sind. Eine schematische 

Vornahme des Leidensabzuges ist unzulässig (BGE 126 V 79 E. 5b; BGE 129 V 481 

E. 4.2.3). Die Beschwerdegegnerin hat einen Abzug von 10 % zugestanden. Vorliegend 

fällt nebst den oben erwähnten somatischen Einschränkungen auch ins Gewicht, dass 

der Beschwerdeführer gegenüber einem gesunden Konkurrenten für einen bestimmten 

Arbeitsplatz ein höheres Krankheits- und Absenzrisiko hat. Zudem ist - ohne die 

entsprechende Arbeitsunfähigkeit nochmals unter anderem Titel zu veranschlagen - zu 

berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer auch in psychischer Hinsicht in der 

Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist, was Einfluss auf die betrieblichen 

Einsatzmöglichkeiten und die geforderte Flexibilität hat. Insgesamt trägt ein Abzug vom 

Tabellenlohn von 15 % den genannten Umständen angemessen Rechnung. Das 

durchschnittliche Jahreseinkommen reduziert sich damit auf Fr. 50'317.--. Bei einer 

Arbeitsfähigkeit von 75 % ergibt sich ein zumutbares Invalideneinkommen von 

Fr. 37'738.--.

4.6  Bei einem Valideneinkommen von Fr. 68'700.-- und einem massgebenden 

Invalideneinkommen von Fr. 37'738.-- ergibt sich ein Invaliditätsgrad von 45 %, sodass 

grundsätzlich Anspruch auf eine Viertelsrente der Invalidenversicherung besteht.

4.7  Eine Rente ist nur zuzusprechen, wenn nicht von beruflichen Massnahmen eine 

rentenausschliessende Eingliederung erwartet werden kann. Der Beschwerdeführer ist 

ein ausgebildeter Berufsmann, der in seiner seit je angestammten Tätigkeit 

krankheitsbedingt wesentlich eingeschränkt ist. Im Verfügungszeitpunkt war er 

allerdings bereits 58 Jahre alt. Es konnte nach Lage der Akten nicht davon 

ausgegangen werden, dass er nach Eintritt der verschiedenen Einschränkungen die 

Möglichkeit besessen und von ihm hätte erwartet (gegebenenfalls durch Mahn- und 

Bedenkzeitverfahren) werden können, eine berufliche Massnahme in diesem Sinne 

erfolgreich durchzuführen. - Während der Beschwerdeführer im Einwand gegen den 

Vorbescheid für den Eventualfall noch einen diesbezüglichen Antrag gestellt hatte, 

beantragt er in diesem Verfahren wie erwähnt einzig Rentenleistungen, so dass ein 

blosser Anspruch des Beschwerdeführers nicht zu beurteilen ist.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 21/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

4.8  Dem Beschwerdeführer steht demnach eine Viertelsrente zu. Die 

Beschwerdegegnerin wird Anspruchsbeginn und -höhe festzulegen haben.

5.  

5.1  Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung der 

angefochtenen Verfügung vom 4. März 2008 teilweise gutzuheissen und dem 

Beschwerdeführer ist eine Viertelsrente zuzusprechen. Zur Festsetzung von 

Rentenbeginn und Rentenhöhe ist die Sache an die Beschwerdegegnerin 

zurückzuweisen.

5.2  Nach Art. 69 Abs. 1  IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die 

Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen 

Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand 

und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 200 bis 1000 Franken festgelegt. Nach 

Art. 95 Abs. 1 VRP hat in Streitigkeiten jener Beteiligte die Kosten zu tragen, dessen 

Begehren ganz oder teilweise abgewiesen werden. Der Beschwerdeführer war dazu 

veranlasst, die Verfügung vom 4. März 2008 als rechtswidrig zu beanstanden und ihre 

Aufhebung zu beantragen. Insofern ist er mit seinem Antrag vollumfänglich 

durchgedrungen. Hierauf ist - in Analogie zur Rechtsprechung zur Verlegung von 

Parteientschädigungen (hierzu etwa der Entscheid des Versicherungsgerichts des 

Kantons St. Gallen i/S G. vom 9. Mai 2008, IV 2008/3) - abzustellen. Angesichts des in 

diesem Sinne vollen Unterliegens der Beschwerdegegnerin rechtfertigt es sich, ihr die 

Gerichtskosten gesamthaft aufzuerlegen. Eine Entscheidgebühr von Fr. 600.-- 

erscheint angemessen. Die Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung ist obsolet 

geworden.

5.3  Dem Beschwerdeführer ist auch eine volle Parteientschädigung zuzusprechen, 

denn das "Überklagen" hat den Vertretungsaufwand nicht beeinflusst (vgl. hierzu der 

Entscheid des Bundesgerichts i/S A. vom 25. Januar 2008, 9C_466/2007 E. 5 m.H.). Es 

besteht denn auch kein Anlass, in Analogie zum zivilprozessualen Klageverfahren zur 

Bestimmung der Parteientschädigung auf das Ausmass des Obsiegens der 

Beschwerde führenden versicherten Person abzustellen (nicht veröffentlichter 

Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen i/S D. vom 15. Dezember 

bis

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 22/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

2008, IV 2008/200). Die Parteikosten werden vom Gericht ohne Rücksicht auf den 

Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des 

Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP). Der Bedeutung der 

Streitsache und dem Aufwand angemessen erscheint eine Parteientschädigung von 

Fr. 3'500.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer).

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

entschieden:

1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung vom 

4. März 2008 aufgehoben und dem Beschwerdeführer wird eine Viertelsrente 

zugesprochen.

2. Zur Festsetzung von Rentenbeginn und Rentenhöhe wird die Sache an die 

Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

3. Die Beschwerdegegnerin hat die Gerichtskosten von Fr. 600.-- zu bezahlen.

4. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung von 

Fr. 3'500.-- zu bezahlen.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 23.03.2010
	Art. 28 IVG. Würdigung von ärztlichen Berichten und eines bidisziplinären Gutachtens beim Zustand des Beschwerdeführers nach mehreren Unfallereignissen, darunter einem seit langem unfallversicherungsberenteten Unfall (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 23. März 2010, IV 2008/188).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2025-07-19T13:58:16+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen