# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 53e86bea-52a4-5ee7-9d29-4df49fb7892b
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-07-30
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 30.07.2009 D-4766/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-4766-2009_2009-07-30.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-4766/2009
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  3 0 .  J u l i  2 0 0 9

Einzelrichter Fulvio Haefeli, 
mit Zustimmung von Richter Gérald Bovier;
Gerichtsschreiber Gert Winter.

A._______, geboren (...),
alias A._______, geboren (...),
Nigeria,
vertreten durch Felicity Oliver,
(...),
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 16. Juli 2009 / N .

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-4766/2009

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,

dass der Beschwerdeführer eigenen Angaben zufolge am 30. Novem-
ber 2008 aus dem Heimatstaat ausreiste und am 5. Januar 2009 in der 
Schweiz um Asyl ersuchte,

dass der Beschwerdeführer anlässlich der Kurzbefragung vom 20. Ja-
nuar 2009 im Empfangs- und Verfahrenszentrum R._______ sowie der 
direkten Bundesanhörung vom 18. Juni 2009 zur Begründung seines 
Asylgesuchs im Wesentlichen geltend machte, er sei in einem Dorf im 
Bundesstaat Edo aufgewachsen,

dass sein Vater Oberhaupt einer dörflichen Kultgemeinschaft gewesen 
und im Jahre 2003 eines natürlichen Todes gestorben sei, weshalb er 
(der Beschwerdeführer) traditionsgemäss seine Nachfolge hätte antre-
ten müssen,

dass  er  sich  jedoch  diesem  Ansinnen  verweigert  habe,  zumal  ihm 
schon sein Vater  erklärt  habe,  die  Opferungen der  Kultgemeinschaft 
seien nichts Gutes, weshalb er sich in der Folge nach Lagos und spä-
ter nach Österreich begeben habe, um dort  ein Asylgesuch einzurei-
chen,

dass ihn die österreichischen Behörden indessen im März 2006 nach 
dem Abschluss seines Asylverfahrens nach Nigeria ausgeschafft hät-
ten, wo er fortan in Lagos gelebt habe,

dass  die  Anhänger  der  Kultgemeinschaft  von seiner  Rückkehr  Wind 
bekommen hätten,  weshalb er  die gleichen Probleme wie früher ge-
habt und befürchtet habe, entsprechend der Tradition der Kultgemein-
schaft  umgebracht  zu  werden,  weil  er  das  Amt  seines  Vaters  nicht 
übernommen habe,

dass er sich hilfesuchend an die Polizei gewandt habe, doch sei diese 
ausserstande  gewesen,  ihn  zu  schützen,  und  habe  ihm  empfohlen, 
das Amt seines Vaters zu übernehmen oder das Weite zu suchen,

dass er  letzterer  Empfehlung gefolgt  sei  und sich auf dem Landweg 
nach Libyen und von dort auf dem Seeweg nach Italien begeben habe,

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dass der Beschwerdeführer am 5. Januar 2009 schriftlich aufgefordert 
wurde,  innert  48  Stunden  ein  Reise-  oder  Identitätspapier  einzurei-
chen,

dass die österreichischen Behörden auf Anfrage des BFM das Gesuch 
um Übernahme des Beschwerdeführers ablehnten, weil er am 14. Juli 
2006  nach  Nigeria  abgeschoben  worden  und  damit  das  österreichi-
sche Asylverfahren abgeschlossen sei,

dass das BFM mit Verfügung vom 16. Juli 2009 – eröffnet am 21. Juli 
2009 – in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a des Asylgesetzes vom 
26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf das Asylgesuch nicht eintrat und 
die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug anordnete,

dass  das  BFM  zur  Begründung  im  Wesentlichen  anführte,  der  Be-
schwerdeführer habe den Asylbehörden innerhalb der ihm eingeräum-
ten Frist von 48 Stunden keine Reise- oder Identitätspapiere abgege-
ben,

dass das Vorbringen des Beschwerdeführers, er sei ohne Reisepapie-
re in die Schweiz gelangt, unglaubhaft erscheine, weil interkontinenta-
le Reisen heutzutage angesichts der strengen Kontrollen an wichtigen 
Grenzen ohne authentische Papiere kaum noch möglich seien,

dass zudem die Angaben des Beschwerdeführers zum Reiseweg reali-
tätsfremd und unsubstanziiert sowie diejenigen zu seiner Identitätskar-
te  widersprüchlich  ausgefallen  seien,  weshalb  keine  entschuldbaren 
Gründe vorlägen, die es ihm verunmöglichten, Reise- oder Identitäts-
papiere einzureichen,

dass  der  Beschwerdeführer  geltend gemacht  habe,  er  sei  von einer 
okkulten Vereinigung seines Herkunftsortes mit dem Tode bedroht wor-
den, weil er die Nachfolge seines Vaters nicht angetreten habe, doch 
seien diese Angaben nicht  glaubhaft,  weil  sich aus den Akten keine 
substanziierten Hinweise zu den Bedrohungen ergäben,

dass er  auch auf  die konkrete Frage hin,  wie er  persönlich belästigt 
worden sei, ausserstande gewesen sei, detaillierte Aussagen zu ma-
chen,

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dass er insgesamt seine Vorbringen nicht habe konkret, detailliert und 
differenziert  darlegen  können  und  insoweit  den  Eindruck  vermittelt 
habe, die geltend gemachte Bedrohung nicht selbst erlebt zu haben,

dass der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 7 
AsylG nicht  erfülle und zusätzliche Abklärungen zur Feststellung der 
Flüchtlingseigenschaft  oder  eines  Wegweisungsvollzugshindernisses 
aufgrund der Aktenlage nicht erforderlich seien,

dass der Vollzug der Wegweisung zulässig, zumutbar und möglich sei,

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 24. Juli 2009 gegen die-
sen  Entscheid  beim Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  erheben 
und dabei unter anderem die Aufhebung der angefochtenen Verfügung 
und die Gewährung von Asyl beantragen liess, 

dass eventualiter die Wegweisungsverfügung aufzuheben und die vor-
läufige Aufnahme des Beschwerdeführers in der Schweiz anzuordnen 
sei,

dass schliesslich die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im 
Sinne von Art. 65 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 
über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) beantragt wurde,

dass der Beschwerdeführer zur Untermauerung seiner Vorbringen das 
Zustellcouvert im Original zu den Akten reichte,

dass die vorinstanzlichen Akten am 28. Juli 2009 beim Bundesverwal-
tungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden ge-
gen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des BFM entscheidet (Art. 105 AsylG 
i.V.m. Art. 31 - 34 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
[VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d  Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes 
vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung beson-
ders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung be-
ziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde legitimiert ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),

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dass somit auf die im Übrigen form- und fristgerecht eingereichte Be-
schwerde – unter Vorbehalt der nachfolgenden Erwägungen - einzutre-
ten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 52 VwVG),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen (Art. 32  -  35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz der  Be-
schwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass sich die Beschwerdeinstanz – sofern sie den Nichteintretensent-
scheid  als  unrechtmässig  erachtet  – einer  selbständigen materiellen 
Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und die Sache zu 
neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (vgl. Entscheidun-
gen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission 
[EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.),

dass  indessen  im  Falle  des  Nichteintretens  auf  ein  Asylgesuch  ge-
mäss Art. 32 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 AsylG über das Nichtbestehen 
der Flüchtlingseigenschaft abschliessend materiell zu entscheiden ist, 
soweit dies im Rahmen einer summarischen Prüfung möglich ist (vgl. 
BVGE 2007/8 insb. E. 5.6.5 S. 90 f.),

dass dementsprechend in einem diesbezüglichen Beschwerdeverfah-
ren  ungeachtet  der  vorzunehmenden  Überprüfung  eines  formellen 
Nichteintretensentscheides  auch  die  Flüchtlingseigenschaft  Prozess-
gegenstand ist (vgl. BVGE 2007/8 E. 2.1 S. 73),

dass demgegenüber die Frage der Gewährung von Asyl nicht Gegen-
stand  des  angefochtenen  Nichteintretensentscheides  bildet,  weshalb 
auf den diesbezüglichen Beschwerdeantrag nicht einzutreten ist,

dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung und des Vollzugs mate-
riell prüft, weshalb dem Bundesverwaltungsgericht diesbezüglich volle 
Kognition zukommt, 

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dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterli-
cher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  bezie-
hungsweise einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e 
AsylG) und es sich vorliegend,  wie nachfolgend aufgezeigt,  um eine 
solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu 
begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrif-
tenwechsel verzichtet wurde,

dass auf  ein Asylgesuch nicht  eingetreten wird,  wenn Asylsuchende 
den Behörden nicht innerhalb von 48 Stunden nach Einreichung des 
Gesuchs Reise- oder Identitätspapiere abgeben (Art. 32 Abs. 2 Bst. a 
AsylG),

dass diese Bestimmung jedoch keine Anwendung findet, wenn Asylsu-
chende glaubhaft machen können, sie seien dazu aus entschuldbaren 
Gründen nicht in der Lage (Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG), auf Grund der 
Anhörung sowie gestützt auf Art. 3 und 7 AsylG die Flüchtlingseigen-
schaft  festgestellt  wird  (Art. 32  Abs. 3  Bst. b  AsylG)  oder  sich  auf 
Grund der Anhörung erweist, dass zusätzliche Abklärungen zur Fest-
stellung der Flüchtlingseigenschaft  oder eines Wegweisungsvollzugs-
hindernisses nötig sind (Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG),

dass hinsichtlich  der  zur  Begründung des Asylgesuches geltend ge-
machten  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  vorweg  auf  dessen  im 
Empfangszentrum  R._______  am  20.  Januar  2009  protokollierten 
Aussagen sowie auf das Protokoll der direkten Bundesanhörung vom 
18. Juni 2009 zu verweisen ist,

dass  der  Beschwerdeführer  in  seiner  Beschwerde  im  Wesentlichen 
geltend macht, die editionspflichtigen Akten inklusive Kopie des Akten-
verzeichnisses hätten sich nicht in der Beilage der angefochtenen Ver-
fügung befunden,  weshalb  ihm eine dreissigtägige Verlängerung der 
Beschwerdefrist zu gewähren sei,

dass im Übrigen die Nichtanerkennung der Flüchtlingseigenschaft des 
Beschwerdeführers internationales Recht verletze,

dass es für den Beschwerdeführer keine Garantie auf eine Rückkehr in 
Sicherheit und Würde gebe,

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dass sich der Beschwerdeführer vielmehr auf begründete Furcht beru-
fen könne, müsse er doch bei seiner Rückkehr in den Heimatstaat da-
mit  rechnen,  Behandlungen  ausgesetzt  zu  werden,  welche  gegen 
Art. 3  der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Men-
schenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) verstiessen,

dass diese Vorbringen des Beschwerdeführers indessen nicht zu einer 
veränderten Betrachtungsweise zu führen vermögen,

dass bei den Beilagen der angefochtenen Verfügung vom 16. Juli 2009 
die editionspflichtigen Asylakten inklusive Kopie des Aktenverzeichnis-
ses aufgeführt sind, weshalb grundsätzlich davon auszugehen ist, sie 
hätten der eingeschriebenen Sendung beigelegen,

dass der Beschwerdeführer in seiner Rechtsmitteleingabe demgegen-
über ausführt, ein Blick auf das beiliegende Zustellcouvert genüge, um 
sich vom Gegenteil zu überzeugen,

dass dem Zustellcouvert indessen in Bezug auf die Frage der Zustel-
lung der Verfahrensakten kein Beweiswert zukommt,

dass sich darüber hinaus aus den Akten kein Indiz ergibt, welches die 
Behauptung des Beschwerdeführers stützen würde,

dass es der Beschwerdeführer wie auch seine Rechtsvertreterin insbe-
sondere unterliessen, die angeblich fehlenden Verfahrensakten umge-
hend bei der Vorinstanz telefonisch anzufordern,

dass  die  Rechtsvertreterin  am  22.  Juli  2009  vom Beschwerdeführer 
bevollmächtigt wurde, weshalb sie bis zum Ablauf der fünftägigen Be-
schwerdefrist nach Art. 108 Abs. 2 AsylG am 28. Juli 2009 ausreichend 
Zeit gehabt hätte, mit der Vorinstanz umgehend telefonischen Kontakt 
aufzunehmen,  gegebenenfalls unter  Bezugnahme auf  das Telefonge-
spräch die Aktenedition gleichentags noch schriftlich anzumahnen, die 
Akten entgegenzunehmen und eine einlässlichere Beschwerdebegrün-
dung zu den Akten zu reichen,

dass  sich  nämlich  auch  ausserhalb  der  Fallkategorien  von  Art.  13 
VwVG besondere  Mitwirkungspflichten  einer  Partei  ergeben  können, 
zumal nicht nur die Behörden, sondern auch Private dem Grundsatz 
von  Treu  und  Glauben  verpflichtet  sind  (vgl.  CHRISTOPH AUER,  in: 
CHRISTOPH AUER/MARKUS MÜLLER/BENJAMIN SCHINDLER (Hrsg.),  Kommentar 

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zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren (VwVG), Zürich/St. 
Gallen 2008, Art. 13 N 13 S. 227),

dass  die  Rechtsvertreterin  stattdessen  anstelle  des  nach  Treu  und 
Glauben gebotenen Vorgehens auf Beschwerdeebene eine "Verlänge-
rung der Beschwerdefrist" um 30 Tage beantragte,

dass indessen gesetzliche Fristen nicht erstreckt werden können (vgl. 
Art. 22 Abs. 1 VwVG), was der bereits viele Jahre im Asylbereich täti-
gen Rechtsvertreterin  ebenso bekannt  sein dürfte wie die Frist  nach 
Art. 110 Abs. 1 AsylG, wonach eine in solchen Fällen allenfalls zu ge-
währende Nachfrist lediglich drei Tage beträgt,

dass sich angesichts der ungewöhnlichen Vorgehensweise der Rechts-
vertreterin  wie auch der Anträge der Eindruck aufdrängt,  es gehe in 
casu lediglich darum, einen Abschluss des Beschwerdeverfahrens in 
trölerischer Art und Weise zu verzögern,

dass dementsprechend aufgrund der Beweislage wie auch der Indizien 
in  casu  davon  ausgegangen  wird,  die  editionspflichtigen  Akten  wie 
auch die Kopie des Aktenverzeichnisses seien dem Beschwerdeführer 
zugestellt worden, weshalb die Anträge auf Zustellung der Akten und 
um Einräumung einer Frist zur Beschwerdeverbesserung abzuweisen 
sind,

dass  die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  zum  Reiseweg  unsub-
stanziiert ausgefallen sind und die Einreise in die Europäische Union 
via  Lampedusa  -  mangels  Registrierung  -  nicht  glaubhaft  dargetan 
wird, weshalb nicht anzunehmen ist,  der Beschwerdeführer sei  -  wie 
behauptet - ohne Reisepapier in die Europäische Union gelangt,

dass der Beschwerdeführer somit keine entschuldbaren Gründe für die 
Nichtabgabe eines beweistauglichen Identitätsdokuments (vgl. BVGE 
2007/7 E. 4 - 6) innerhalb der Frist von 48 Stunden nach Einreichen 
seines  Asylgesuchs  glaubhaft  zu  machen  vermag  (Art. 32  Abs. 3 
Bst. a AsylG; vgl. BVGE 2007/8 E. 3.2),

dass  Unstimmigkeiten  im  Zusammenhang  mit  der  Schilderung  des 
Reisewegs  Rückschlüsse  auf  die  Glaubhaftigkeit  einer  geltend  ge-
machten  Verfolgungssituation  zulassen  (EMARK  1998  Nr.  17  E.  4b 
S. 150), was sich in casu einmal mehr bestätigt,

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dass  die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  zur  angeblichen  Verfol-
gungssituation  unsubstanziiert  und  wirklichkeitsfremd  ausgefallen 
sind, machte er doch einerseits geltend, die Anhänger des Kults hätten 
ihn umgebracht, wenn sie ihn gefunden hätten (A22/20 F130),

dass er andererseits aber auch ausführte, die Anhänger des Kults hät-
ten dank eines riesigen Beziehungsnetzes auch nach seiner Heimkehr 
- nach über zweijährigem Aufenthalt in Österreich - kein Problem damit 
gehabt,  ihn  in  der  Grossstadt  Lagos  aufzustöbern  (A22/20  F  112, 
F118, F154), um ihn zur Übernahme der ihm nicht zusagenden Funk-
tion aufzufordern,

dass sich dementsprechend der Eindruck aufdrängt, der Beschwerde-
führer habe bei seinen Schilderungen nicht auf Erinnerungen an tat-
sächliche Begebenheiten zurückgreifen können,  sondern  eine Verfol-
gungssituation lediglich erfunden,

dass der Beschwerdeführer somit aufgrund des fehlenden Realitätsbe-
zugs seiner Vorbringen und entgegen den Vorbringen in der Beschwer-
deschrift keine begründete Furcht vor der Rückkehr in den Heimatstaat 
hegen und aus dem Flüchtlingsbegriff  des  Abkommens vom 28. Juli 
1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) nichts 
zu seinen Gunsten ableiten kann,

dass somit im vorliegenden Fall aufgrund der Aktenlage, wie sie sich 
nach der  Direktanhörung vom 18. Juni  2009 präsentierte,  unter  Ver-
zicht  auf  zusätzliche tatbestandliche oder  rechtliche Abklärungen im 
Rahmen einer bloss summarischen Prüfung der Schluss gezogen wer-
den konnte, er erfülle die Flüchtlingseigenschaft offenkundig nicht, und 
ebenso offenkundig stünden einem Vollzug der Wegweisung keine Hin-
dernisse  entgegen  (Art. 32  Abs. 3  Bst. b  und c  AsylG;  vgl.  BVGE 
2007/8 E. 5.5. und 5.6.),

dass das  BFM demnach zu Recht  gestützt  auf  Art. 32 Abs. 2 Bst. a 
i.V.m. Art. 32 Abs. 3 AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers 
nicht eingetreten ist,

dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge 
hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend der Kanton keine Aufenthaltsbe-
willigung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung einer sol-
chen besteht (vgl. EMARK 2001 Nr. 21), weshalb die verfügte Wegwei-

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sung im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und dem-
nach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzli-
chen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern re-
gelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar 
oder nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bun-
desgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]), 

dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrechtli-
che  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin 
oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK, 
SR 0.142.30]),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig 
ist, da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich 
erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, wes-
halb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen 
Non-Refoulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet 
und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung 
ersichtlich sind, die dem Beschwerdeführer im Heimat- oder Herkunfts-
staat droht,

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumut-
bar erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizini-
scher Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass weder die allgemeine Lage im Heimat- bzw. Herkunftsstaat des 
Beschwerdeführers  noch  individuelle  Gründe  auf  eine  konkrete  Ge-
fährdung im Falle einer Rückkehr schliessen lassen, weshalb der Voll-
zug der Wegweisung vorliegend zumutbar ist,

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dass es sich den Akten zufolge beim Beschwerdeführer nämlich um ei-
nen jungen und gesunden Mann handelt, der seinen Lebensunterhalt 
nach eigenen Angaben als Geschäftsmann (A1/13 S. 2) beziehungs-
weise Lebensmittelhändler (A22/20 F90 - F92) verdienen konnte, wes-
halb davon auszugehen ist, er habe das universale Grundprinzip kauf-
männischer Aktivität - Ankauf zu möglichst tiefem und Verkauf zu hö-
herem Preis - mittlerweile in ausreichendem Masse verinnerlicht und 
könne dank konsequenter Anwendung dieses Prinzips auch in Zukunft 
seinen Lebensunterhalt verdienen,

dass der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers in den Hei-
matstaat schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse beste-
hen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es dem Beschwerdeführer obliegt, bei 
der  Beschaffung  gültiger  Reisepapiere  mitzuwirken  (Art.  8  Abs.  4 
AsylG),

dass  nach  dem Gesagten  der  vom Bundesamt  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen ist,

dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt 
oder unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde ab-
zuweisen ist, soweit darauf einzutreten ist,

dass  die  Beschwerde  aufgrund  vorstehender  Erwägungen  als  aus-
sichtslos zu qualifizieren ist und daher das Gesuch um Gewährung der 
unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG - un-
geachtet der Bedürftigkeit des Beschwerdeführers - abzuweisen ist,

dass  bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von Fr. 600.-- 
(Art. 1 - 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2])  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  sind  (Art.  63 
Abs. 1 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2.
Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sin-
ne von Art. 65 Abs. 1 VwVG wird abgewiesen.

3.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.--  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers (Einschreiben, Beila-
ge: Einzahlungsschein)

- das  BFM,  Abteilung  Aufenthalt,  mit  den  Akten  Ref.-Nr.  N   (per 
Kurier; in Kopie)

- (...) (in Kopie)

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Fulvio Haefeli Gert Winter

Versand:

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