# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3ced35c9-9dcb-5480-a9fe-aa739bf0b38a
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-06-26
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 26.06.2018 S 2017 111
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2017-111_2018-06-26.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN

DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN

TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 17 111

3. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz Audétat
Richter von Salis, Racioppi 

Aktuar Gross

URTEIL

vom 26. Juni 2018

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. HSG Andrea Cantieni,

Beschwerdeführerin

gegen 

Sozialversicherungsanstalt des Kantons Graubünden,

Beschwerdegegnerin

betreffend Versicherungsleistungen nach IVG

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1. Im Juli 2010 erkrankte A._____ an einem Mammakarzinom und ab dem 8. 

Juli 2010 wurde ihr eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert.

2. Am 23. November 2010 meldete sich A._____ (hiernach Gesuchstellerin) 

bei der IV-Stelle des Kantons Graubünden (hiernach IV-Stelle) für Mass-

nahmen zur beruflichen Integration bzw. für eine Rente wegen ihrer Krebs-

erkrankung an. Mit rechtskräftiger Verfügung vom 27. Januar 2014 sprach 

die IV-Stelle der Gesuchstellerin für die Zeit ab dem 1. Juli 2011 bis 29. 

Februar 2012 eine befristete ganze IV-Rente (basierend auf einem IV-Grad 

von 79 % nach der gemischten Methode [mit Erwerbsanteil von 90 % und 

Haushaltsanteil von 10 %]) zu.

3. Am 3. Dezember 2015 meldete sich die Gesuchstellerin erneut bei der IV-

Stelle aufgrund eines Lymphödems auf der rechten Körperseite und am 

rechten Arm. Die IV-Stelle akzeptierte eine Verschlechterung des Gesund-

heitszustands nach einer Untersuchung durch die RAD-Ärztin B._____ am 

25. Januar 2016, welche objektive Anhaltspunkte für eine wesentliche Ver-

schlechterung feststellte. Aktuell attestierte der Hausarzt der Gesuchstel-

lerin eine 50%ige Arbeitsfähigkeit in angestammter und adaptierter Tätig-

keit. Der Bericht mit monodisziplinärer RAD-Abklärung durch Dr. med. 

C._____ datiert vom 14. Juni 2016. Nach durchgeführtem Vorbescheidver-

fahren erging eine Rentenverfügung.

4. Mit Verfügung vom 18. Juli 2017 hielt die IV-Stelle fest, dass ab dem 1. Juni 

2016 – nach einer sechsmonatigen Karenzfrist - Anspruch auf eine Vier-

telsrente (basierend auf einem IV-Grad von 45 %) bestehe. Zur Begrün-

dung wurde vorgebracht, dass die Gesuchstellerin ohne Gesundheitsscha-

den in einem 90 % Arbeitspensum arbeiten und 10 % der Anteil im Haushalt 

betragen würde. Aktuell sei sie als Pflegehelferin SRK in einem 50 % Pen-

sum tätig. Ihr Gesundheitszustand habe sich seit dem 17. November 2015 

verschlechtert. Aktuell sei ihr eine adaptierte Tätigkeit weiterhin zu 50 % 

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zumutbar. Auf eine separate Haushaltsabklärung sei verzichtet worden. 

Die Bemessung des IV-Grads nach der gemischten Methode sei rechtens. 

Der Gesuchstellerin wäre es im Gesundheitsfall mit Blick auf die familiäre 

Situation bereits im Jahr 2010 (zum Zeitpunkt der Volljährigkeit ihrer Kin-

der) möglich gewesen, 100 % zu arbeiten. Im Versichertengespräch vom 

26. Oktober 2010 habe sie jedoch angegeben, ohne Gesundheitsschaden 

80-100 % zu arbeiten. Das Valideneinkommen als Pflegehelferin SRK be-

laufe sich auf Fr. 50‘625.90 (90 % ohne Wochenend- und Nachtzulagen) 

und das Invalideneinkommen betrage unbestritten Fr. 28‘125.50, woraus 

nach der gemischten Methode (mit Gewichtung Erwerb 90 % und Haushalt 

10 % sowie Einschränkung Erwerb 44.44 % und Haushalt 50 %) ein IV-

Grad von insgesamt 45 % resultiert habe. Im Gegensatz zum Vorbescheid 

sei ein Rentenanspruch aber nicht schon ab dem 1. Dezember 2015 (Zeit-

punkt Neuanmeldung), sondern erst ab dem 1. Juni 2016 (Ablauf Karenz-

frist) gegeben.

5. Dagegen erhob die Gesuchstellerin (hiernach Beschwerdeführerin) am 16. 

August 2017 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubün-

den mit den Anträgen um Aufhebung der angefochtenen Verfügung und 

Zusprechung einer halben IV-Rente ab dem 1. Juni 2016. Die Beschwer-

deführerin kritisierte die Anwendung der gemischten Methode, da sie ohne 

Gesundheitsschaden 100 % arbeiten würde und das Validen-einkommen 

deshalb nach Art. 16 ATSG (Methode des Einkommensvergleichs) zu er-

mitteln wäre. Aufgrund der Notiz im Case Report vom 24. September 2013 

(Ziff. 4) sei diese Darstellung bewiesen. Im Zeitpunkt ihrer Erkrankung habe 

die Beschwerdeführerin drei Arbeitsstellen innegehabt. Die IV-Stelle habe 

ein Arbeitspensum von 115 % errechnet, weshalb nicht korrekt sei, wenn 

als bisheriges Arbeitspensum lediglich 90 % angenommen werde. Die Be-

schwerdeführerin sei heute als Pflegehelferin SRK tätig und erziele dabei 

im Vollpensum einen Bruttolohn von lediglich Fr. 4‘327.--. Wegen dieses 

geringen Lohnes hätte sie aus finanziellen Gründen im Gesundheitsfall 100 

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% gearbeitet. Die Beschwerdeführerin habe sich deswegen nicht gegen die 

frühere Verfügung vom 27. Januar 2014 gewehrt, weil ihr damals eine be-

fristete ganze IV- Rente zugesprochen worden sei. Danach hätten sich ihre 

finanziellen Verhältnisse jedoch markant verschlechtert. Nach der Schei-

dung (2011) sei sie auf ein Erwerbseinkommen in einem Vollpensum an-

gewiesen gewesen. Beide Söhne hätten im April 2013 das Elternhaus ver-

lassen, womit monatlich eine Unterstützung von Fr. 1‘000.-- weggefallen 

sei. Sie habe deshalb aus finanziellen Gründen ein volles Arbeitspensum 

aufgenommen. Auch der IV-Stelle sei es trotz zahlreicher Bemühungen 

und Unterstützung durch die Arbeitsvermittlung nicht gelungen, die Be-

schwerdeführerin in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Berufliche Massnah-

men seien am 25. Mai 2013 eingestellt worden. Der Beschwerdeführerin 

könne nicht vorgeworfen werden, dass sie keine Anstellung angenommen 

habe, wenn auf dem Arbeitsmarkt kein entsprechendes Angebot zur Ver-

fügung gestanden habe. Das Invalideneinkommen betrage Fr. 28‘125.50 

bei einem 50 % Arbeitspensum. Das Valideneinkommen sei hingegen auf 

ein 100 % Pensum aufzurechnen, was Fr. 56‘251.-- ergebe und somit zu 

einem IV-Grad von 50 % bzw. zu einem Anspruch auf eine halbe IV-Rente 

führe. Unter Berücksichtigung der höheren Arbeitszulagen in einem Voll-

pensum würde der IV-Grad vermutungsweise sogar noch höher liegen.

6. In ihrer Vernehmlassung beantragte die IV-Stelle (hiernach Beschwerde-

gegnerin) die Abweisung der Beschwerde. Der letzte Arbeitstag bei der 

Firma D._____ GmbH sei Ende Mai 2010 gewesen. Entgegen der Darstel-

lung der Beschwerdeführerin habe diese weder im Zeitpunkt der Erkran-

kung (Anfang Juli 2010) noch vorher tatsächlich drei Arbeitsstellen innege-

habt. Sie habe bloss zwei Arbeitsstellen gleichzeitig innegehabt, so ab Juni 

2010 als Hausabwartin zu ca. 25 % und ab Juli 2010 im Restaurant 

E._____ in einem Pensum von 58 %. Es sei daher nicht zu beanstanden, 

dass die Beschwerdegegnerin auf dem Formular Triage berufliche Mass-

nahmen vom 14. November 2011 als bisheriges Arbeitspensum bei voller 

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Gesundheit 90 % angegeben habe. Die Beschwerdeführerin habe mit Ein-

wand vom 13. September 2016 ausdrücklich festgehalten, dass es korrekt 

gewesen sei, dass die Beschwerdegegnerin in ihrer früheren Verfügung 

vom 27. Januar 2014 von einem Pensum von 90 % ausgegangen sei. Auch 

eine finanzielle Notwendigkeit könne keine Erwerbstätigkeit über 90 % be-

gründen.

7. Am 15. September 2017 teilte die Beschwerdeführerin dem Gericht ihren 

Verzicht auf die Einreichung einer Replik mit. Sie wies einzig noch darauf-

hin, dass die Verhältnisse bei Erlass der letzten Verfügung vom 18. Juli 

2017 massgebend seien. Der früheren Verfügung vom 27. Januar 2014 

seien andere Verhältnisse zugrunde gelegen. Seither sei eine entschei-

dende Veränderung in ihren persönlichen Verhältnissen eingetreten.

Auf die weiteren Vorbringen und Argumente der Parteien wird, soweit er-

forderlich, im Rahmen der Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1.1. Nach Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversiche-

rung (IVG; SR 831.20) sind Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt 

vor dem Versicherungsgericht am Ort der IV-Stelle anfechtbar. Die Verfü-

gung der IV-Stelle des Kantons Graubünden vom 18. Juli 2017 stellt somit 

ein taugliches Anfechtungsobjekt für ein Verfahren vor dem Verwaltungs-

gericht des Kantons Graubünden dar. Die sachliche Zuständigkeit ergibt 

sich aus Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozi-

alversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Verbindung mit Art. 49 Abs. 2 

lit. a des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370. 100). 

Als Adressatin der angefochtenen Verfügung ist die Beschwerdeführerin 

berührt und weist ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder 

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Änderung auf (Art. 59 ATSG). Auf die im Übrigen frist- und formgerecht 

eingereichte Beschwerde ist somit einzutreten.

1.2. Strittig und zu klären ist, ob die Beschwerdeführerin ab dem 1. Juni 2016 

Anspruch auf eine Viertelrente oder auf eine höhere (halbe) IV-Rente hat. 

Im Streit liegt dabei die Frage, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht die 

gemischte Methode angewendet hat und dafür davon ausgegangen ist, 

dass die Beschwerdeführerin ohne Gesundheitsschaden in einem 90 %-

Pensum erwerbstätig wäre. Die Beschwerdeführerin bringt dazu vor, dass 

sie ohne Gesundheitsschaden 100 % arbeiten würde und daher die Me-

thode des Einkommensvergleichs nach Art. 16 ATSG vorzunehmen sei. 

Beschwerdethema ist das (mutmassliche) Arbeitspensum der Beschwer-

deführerin bei voller Gesundheit ohne Erkrankung und gestützt darauf die 

Rechtmässigkeit der gewählten Methode für die Ermittlung des IV-Grads.

2.1. Als Invalidität gilt die durch einen körperlichen oder geistigen Gesundheits-

schaden verursachte, voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-

ernde Erwerbsunfähigkeit (vgl. Art. 8 ATSG i.V.m. Art. 4 IVG). Bei erwerbs-

tätigen Versicherten erfolgt die Ermittlung der Invalidität in der Regel nach 

der Methode des Einkommensvergleichs (Art. 16 ATSG; Art. 28a Abs. 1 

IVG). Bei dieser Methode wird das gegenwärtig trotz Behinderung noch zu-

mutbare Erwerbseinkommen mit jenem ohne Behinderung verglichen, wo-

bei die daraus resultierende Differenz in Prozenten den Invaliditätsgrad (IV-

Grad) ergibt. Ist eine versicherte Person danach mindestens 40 % invalid, 

so hat sie Anspruch auf eine Viertelsrente, bei mindestens 50 % auf eine 

halbe Rente, bei mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und ab 70 % 

auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG). Bei Nichterwerbstätigen oder 

noch in Ausbildung stehenden Versicherten stellen Art. 28a Abs. 2 IVG und 

Art. 27 Abs. 1 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; SR 

831.201) darauf ab, in welchem Ausmass diese Personen eingeschränkt 

sind, sich im bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen (Betätigungsver-

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gleich mit spezifischer Methode). Bei Versicherten die teilweise erwerbs-

tätig und teilweise im Haushalt tätig sind, kommt die sog. 'gemischte Me-

thode' zur Anwendung (Art. 28a Abs. 3 IVG), wobei die Behinderung im 

Erwerbsbereich nach der Einkommensvergleichsmethode und die Ein-

schränkung im Haushalt nach der spezifischen Methode (Betätigungsver-

gleich) zu erfolgen hat, was zusammen – je nach Gewichtung des Erwerbs-

/Haushaltsanteils [ET/HT] – den IV-Grad ergibt. Für die Festsetzung des 

IV-Grads kommt es in erster Linie auf die wirtschaftliche Erwerbsunfähig-

keit und nicht auf die medizinische Arbeitsunfähigkeit an (PVG 2005 Nr. 11, 

1982 Nr. 80; BGE 132 V 395 E.2.1). Ohne zuverlässige und beweistaugli-

che Festlegung der graduellen Arbeitsfähigkeit durch die Ärzte oder IV-

Haushaltsexperten ist eine seriöse und sachgerechte Ermittlung der Er-

werbsunfähigkeit (IV-Grad) jedoch zum voraus gar nicht möglich (BGE 125 

V 26 E.4, 122 V 160 f. E.1c, 115 V 134 E.2).

2.2. Gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG entsteht der Rentenanspruch frühestens nach 

Ablauf von sechs Monaten ab Geltendmachung des Leistungsanspruchs, 

jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollendung des 18. Altersjahrs 

folgt. Nach Art. 29 Abs. 3 IVG wird die Rente vom Beginn des Monats an 

ausbezahlt, in dem der Anspruch entsteht. In Art. 29bis IVV wird zudem fest-

gehalten: Wurde die Rente nach Verminderung des Invaliditätsgrades auf-

gehoben, erreicht dieser jedoch in den folgenden drei Jahren wegen einer 

auf dasselbe Leiden zurückzuführenden Arbeitsunfähigkeit erneut ein ren-

tenbegründendes Ausmass, so werden bei der Berechnung der Wartezeit 

nach Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG (mindestens 40 % arbeitsunfähig während 

eines Jahres ohne Unterbruch) früher zurückgelegte Zeiten angerechnet. 

Zum Verhältnis des Rentenbeginns zwischen Art. 28 Abs. 1 lit. b (Wartezeit 

ein Jahr – materielle Anspruchsvoraussetzung) und Art. 29 Abs. 1 IVG (Ka-

renzfrist sechs Monate ab Leistungsbegehren – formelle Anspruchsvoraus-

setzung) sowie Art. 29bis IVV (Neuanmeldung bei erneuter Invalidität) hat 

das Bundesgericht klargestellt, dass kein Grund bestehe, nicht auch auf 

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Art. 29bis IVV die sechsmonatige Karenzfrist im Sinne des höherstufigen 

Art. 29 Abs. 1 IVG anzuwenden (BGE 142 547 E.3.2). Es ist daher auch 

bei Neuanmeldung infolge Wiederauflebens eines bereits früher bestehen-

den Leidens die 6-monatige Karenzfrist einzuhalten.

3.1. In materieller Hinsicht gilt es zunächst die umstrittene Frage des bisherigen 

Arbeitspensums als gesunde Arbeitnehmerin zu klären. Wie die Beschwer-

degegnerin in der angefochtenen Verfügung (vgl. beschwerdeführerische 

Akten [Bf-act.] IV-Verfügung vom 18.07.2017 bzw. beschwerdegegneri-

sche Akten [Bg-act.] 143) zu Recht ausführt, gab die Beschwerdeführerin 

anlässlich des Versichertengesprächs vom 26. Oktober 2010 an, dass sie 

ohne gesundheitliche Einschränkungen 80-100 % arbeiten würde (so Case 

Report [CR] Ausdruck 24.09.2013; Bg-act. 76 S. 3). Aus diesem Grund 

stufte die Beschwerdegegnerin die Beschwerdeführerin sowohl in der 

rechtskräftigen Verfügung vom 27. Januar 2014 (Bg-act. 79) als auch im 

Vorbescheid vom 14. Juli 2016 (Bg-act. 113 S. 1) als Teilzeiterwerbstätige 

(mit 90 % Arbeitspensum) ein und wandte für die Ermittlung des IV-Grads 

die gemischte Methode an. Es trifft zwar zu – wie die Beschwerdeführerin 

geltend macht -, dass es zum erwähnten Versichertengespräch in den Ak-

ten keine eigentliche handschriftliche Bestätigung der Beschwerdeführerin 

zu diesen Selbstangaben gibt. Für das Gericht besteht jedoch keine Ver-

anlassung, an diesen protokollierten Aussagen der Beschwerdegegnerin 

zu zweifeln. Fraglich ist einzig, ob die Einstufung als 90 % Erwerbstätige 

tatsächlich korrekt war oder erhöht werden muss.

3.2. Im Einwand vom 13. September 2016 gegen den Vorbescheid vom 14. Juli 

2016 hielt die Beschwerdeführerin ausdrücklich fest, es sei damals korrekt 

gewesen, dass die Beschwerdegegnerin in der Verfügung vom 27. Januar 

2014 für die Zeit ab dem 1. Juli 2011 bis zum 29. Februar 2012 von einer 

Erwerbstätigkeit im Umfang von 90 % und der Haushaltstätigkeit von 10 % 

ausgegangen sei (Bg-act. 121 S. 2). Die Beschwerdeführerin hielt aber 

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auch fest, dass sich die Verhältnisse heute verändert hätten. Die beiden 

Söhne der Beschwerdeführerin waren im Zeitpunkt des Versichertenge-

sprächs vom 26. Oktober 2010 bereits volljährig – nämlich schon 21 und 

19 Jahre alt – und es wäre der Beschwerdeführerin somit hinsichtlich der 

familiären Situation möglich gewesen, 100 % tätig zu sein. Trotzdem gab 

die Beschwerdeführerin anlässlich des besagten Versichertengesprächs 

an, im Gesundheitsfall 80 %-100 % zu arbeiten (vgl. CR; Bg-act. 76 S. 3). 

Mit der Beschwerdegegnerin und aufgrund der Akten kann hier darum da-

von ausgegangen werden, dass die Beschwerdeführerin trotz der seit Juli 

2010 unbestritten bestehenden gesundheitlichen Beschwerden (vgl. IV-An-

meldung; Bg-act. 11) zumindest im Zeitraum von November 2011 bis Ende 

2014 in adaptierter Tätigkeit (ohne überdurchschnittliche Belastung des 

rechten Arms) zu 100 % arbeitsfähig war. Nichts Gegenteiliges lässt sich 

auch dem Abklärungsbericht von Dr. med. F._____ vom 4. November 2011 

(Bg-act. 52 S. 3) oder dem RAD-Abschlussbericht der Ärztin pract. med. 

B._____ vom 14. November 2011 (CR; Bg-act. 76 S. 10) entnehmen. Es 

trifft zwar zu, dass es der Beschwerdegegnerin trotz Bemühungen und Un-

terstützung der Arbeitsvermittlung seit dem 10. Mai 2012 (vgl. Mitteilung; 

Bg-act. 60) nicht gelungen war, die Beschwerdeführerin im Arbeitsmarkt zu 

integrieren (vgl. Bg-act. 65-68), weshalb die Arbeitsvermittlung und die be-

ruflichen Massnahmen mit Verfügung vom 25. Juni 2013 abgeschlossen 

wurden (vgl. Bf-act. 6 S. 1 bzw. Bg-act. 70 S. 1). Nach Auffassung des 

Gerichts führt dies indessen nicht dazu, dass von einer 100%igen Erwerbs-

tätigkeit im Gesundheitsfall ausgegangen werden kann. Hinzu kommt, dass 

die Beschwerdeführerin – selbst nachdem ihre längst volljährigen Söhne 

im April 2013 bzw. Oktober 2013 den gemeinsamen Haushalt verlassen 

hatten – nicht 100 %, sondern höchstens 80 % arbeitstätig war. So war sie 

zum Beispiel vom 1. Februar 2014 bis 31. Dezember 2014 als Betreuerin 

tätig (Bg-act. 125, 130 S. 1) und seit dem 1. Mai 2015 bei der G._____ AG 

als Pflegehelferin SRK mit 60 %-Pensum angestellt, wobei sie aber nur 50 

% tätig war (RAD-Bericht; Bg-act. 111 S. 4 oben).

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3.3. Wie die Beschwerdegegnerin in ihrer Vernehmlassung zutreffend festhält, 

hatte die Beschwerdeführerin überdies  – entgegen ihren Ausführungen in 

der Beschwerde (vgl. III/B/Rz. 9 und 10 S. 3) – weder im Zeitpunkt ihrer 

Krebserkrankung Anfang Juli 2010 noch vorher drei Arbeitsstellen inne. In 

Tat und Wahrheit war die Beschwerdeführerin vielmehr lediglich an zwei 

Arbeitsstellen tätig. Aus den Akten (CR; Bg-act. 76 S. 3) ergibt sich dazu, 

dass der letzte Arbeitstag bei der D._____ GmbH, wo die Beschwerdefüh-

rerin ab November 2009 in Teilzeit auf Abruf arbeitete, Ende Mai 2010 war 

(Bg-act. 27) und das Arbeitspensum ca. 32 % betrug (CR; Bg-act. 76 S. 3). 

Sodann war die Beschwerdeführerin vom 1. Juni 2010 bis zum 31. Dezem-

ber 2010 als Hausabwartin bei der H._____ ca. 10.5 Std./Woche bzw. zu 

ca. 25 % arbeitstätig (Bg-act. 37 S. 1-4 und S. 15). In fast derselben Zeit-

spanne war die Beschwerdeführerin auch noch vom 1. Juli 2010 bis zum 

30. November 2010 im Service im Restaurant E._____ zu einem Pensum 

von 24 Std./Woche angestellt (ca. 58 %). Laut Fragebogen für "Arbeitge-

bende" (Eingangsstempel 11. Januar 2011) war der letzte Arbeitstag dort 

am 8. Juli 2010 (Bg-act. 40). Aufgrund dieser Feststellungen und Doku-

mente kann jedoch bei richtiger Betrachtung im fraglichen Zeitraum nicht 

von einem Arbeitspensum von 115 % (32 % + 25 % + 58 %), sondern von 

ca. 83 % (25 % + 58 %) ausgegangen werden (vgl. erneut CR; Bg-act. 76 

S. 3). Mit dem Argument, die Beschwerdegegnerin habe das Arbeitspen-

sum im Gesundheitsfall mit 90 % faktisch zu tief angesetzt, dringt die Be-

schwerdeführerin folgerichtig nicht durch.

3.4. Weiter ist das streitberufene Gericht auch nicht der Meinung, dass allein 

aufgrund der finanziellen Verhältnisse der Beschwerdeführerin von einer 

Erwerbstätigkeit im Gesundheitsfall von über 90 % ausgegangen werden 

kann. Ihre Ehe wurde am 4. März 2011 rechtskräftig geschieden und ihre 

beiden Söhne waren damals längst volljährig. Der Ex-Ehemann wurde zu 

Unterhaltszahlungen an die Beschwerdeführerin verpflichtet, und zwar zu 

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Fr. 1'000.-- pro Monat bis 31. Dezember 2012 und zu Fr. 500.-- pro Monat 

ab 1. Januar 2013 bis 31. Dezember 2016 (vgl. Scheidungsurteil; Bf-act. 1 

S. 10). Die Beschwerdeführerin übernahm die gemeinsame Liegenschaft 

zu Eigentum samt Hypothek (Fr. 158'000.--), Steuern und Nebenkosten. 

Weshalb die Beschwerdeführerin angesichts dieser Regelung auf ein Er-

werbseinkommen in einem Vollpensum (= 100 % arbeitstätig) angewiesen 

gewesen wäre, ist für das Gericht nicht ersichtlich und auch sachlich nicht 

nachvollziehbar, weil anstelle der Kosten für die eigene Liegenschaft an-

dernfalls Kosten für eine Mietwohnung angefallen wären. Dass die beiden 

Söhne bis zu ihrem Auszug im April 2013 resp. Oktober 2013 monatlich 

insgesamt Fr. 1'000.-- an die Beschwerdeführerin bezahlt haben sollen, 

mag als Entschädigung/Abgeltungsbeitrag für Kost & Logis bei der Mutter 

zutreffen, wird jedoch in keiner Art und Weise belegt, weshalb diese Be-

hauptung für das Gericht nicht überprüfbar ist. Jedenfalls ist nicht erkenn-

bar, wieso oder inwiefern der Wegfall der geltend gemachten Fr. 1'000.-- 

der Grund für die Annahme eines vollen Arbeitspensums gewesen wäre.

3.5. In einer Gesamtschau ergibt sich damit, dass die Beschwerdegegnerin zu 

Recht zum Schluss gekommen ist, dass die Beschwerdeführerin ohne die 

gesundheitlichen Einschränkungen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 

nur 90 % (und nicht 100 %) erwerbstätig wäre, womit auch die gemischte 

Methode (und nicht allein die Methode des Einkommensvergleichs nach 

Art. 16 ATSG) von der Beschwerdegegnerin mit Grund angewandt wurde.

3.6. Im Übrigen wurden die Ermittlung sowie die Höhe sowohl des Validen- als 

auch des Invalideneinkommens (VEK/IVEK) von der Beschwerdeführerin 

nicht beanstandet oder als falsch bezeichnet. Uneinigkeit hat vielmehr nur 

hinsichtlich des tatsächlichen Arbeitspensums im Gesundheitsfall bestan-

den; diese Frage konnte jedoch schlüssig auf 90 % beziffert werden. Für 

die genaue Berechnung der leidensbedingten Erwerbseinbusse kann hier 

deshalb unverändert auf die angefochtene Verfügung vom 18. Juli 2017 

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und dem dort ermittelten IV-Grad von 45 % verwiesen werden, der sich aus 

dem Erwerbsteil (VEK Fr. 50'625.90 und IVEK Fr. 28'125.50; somit Teil-IV-

Grad 44 % x 0.9 [ET] = 40 %) und dem Haushaltsteil (Teil-IV-Grad 50 % x 

0.1 [HT] = 5 %) ergibt. Daraus resultiert der massgebende IV-Grad von 

zusammen 45 %, was gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG Anspruch auf eine Vier-

telsrente und nicht etwa eine halbe (oder noch höhere) Rente ergibt. 

3.7. In Bezug auf den Rentenbeginn findet Art. 29bis IVV (Neuanmeldung ohne 

6-monatige Karenzfrist) hier keine Anwendung, da Art. 28 Abs. 1 lit. b und 

Art. 29 Abs. 1 IVG als höherstufige Normen zum Zuge kommen und somit 

der Anspruch auf eine IV-Rente nicht bereits ab Geltendmachung im De-

zember 2015, sondern erst nach Ablauf der 6-monatigen Karenzfrist per 1. 

Juni 2016 zur Rentenauszahlung gelangen konnte. Auch der konkrete Ren-

tenbeginn wurde von der Beschwerdegegnerin somit korrekt verfügt.

4.1. Die strittige Verfügung vom 18. Juli 2017 ist rechtens, was zu ihrer Bestäti-

gung und zur Abweisung der Beschwerde vom 16. August 2017 führt. 

4.2. Nach Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren – in Abweichung 

von Art. 61 lit. a ATSG – bei Streitigkeiten um die Bewilligung, Verweige-

rung oder Abänderung von Leistungen der Invalidenversicherung vor dem 

kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach 

dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 

Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Hier rechtfertigt es sich, der unterlie-

genden Beschwerdeführerin die Gerichtskosten von Fr. 700.-- zu überbin-

den (vgl. dazu auch die Kostenregelung nach Art. 73 Abs. 1 VRG).

4.3. Der obsiegenden Beschwerdegegnerin steht indes keine aussergerichtli-

che (Partei-) Entschädigung zu (Umkehrschluss aus Art. 61 lit. g ATSG).

Demnach erkennt das Gericht:

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1. Die Beschwerde wird abgewiesen.  

2. Die Kosten von Fr. 700.-- gehen zulasten von A._____ und sind innert 30 

Tagen seit Zustellung dieses Entscheides an die Finanzverwaltung des Kan-

tons Graubünden, Chur, zu bezahlen.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilungen]