# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 812af231-f682-5cec-aa9b-2775e28d05c4
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2011-12-13
**Language:** de
**Title:** Aargau Entscheidsammlung Baugesetzgebung 13.12.2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Baugesetzgebung/AG_BG_001_Geb-udel-nge--Ausn-t_2011-12-13.pdf

## Full Text

Gebäudelänge; Ausnützungsziffer 
– Ein Anbau, dessen Dach als Terrasse genutzt wird, wird in die Berechnung 

der Gebäudelänge einbezogen, auch wenn er im Übrigen die Dimensionen 
einer Anbaute nicht überschreitet. 

 – Treppenhäuser und Liftflächen, die zwei anrechenbare Geschosse mitein-
ander verbinden, werden nur einmal als «anrechenbare Geschossflächen» 
gezählt (bei drei Geschossen zweimal).  

  
 Entscheid des Departements Bau, Verkehr und Umwelt (EBVU) vom 13. De-

zember 2011 (BVURA.11.722) 
 

Aus den Erwägungen 
6.  
a) 
…  
cc)  
Gemäss § 11 ABauV wird die Gebäudelänge an der Seite des kleins-
ten Rechtecks gemessen, welches das Gebäude umfasst. Anbauten 
und vorspringende Gebäudeteile werden dabei nicht berücksichtigt. 
Dabei sind nur oberirdische, nach aussen in Erscheinung tretende 
Gebäudeteile für die Gebäudelänge massgebend. 
 
dd)  
Der eigentlichen Wohneinheit des untersten Wohngeschosses, Haus 
A, ist eine Terrasse vorgelagert, welche ihrerseits durch die auskra-
gende Terrasse des darüberliegenden Wohngeschosses (Haus B) 
teilweise überdeckt wird. Eine Nichtberücksichtigung dieses über-
deckten Bereichs hinsichtlich der Gebäudelänge ist folglich nur dann 
denkbar, wenn es sich bei diesem überdeckten Bereich um eine An-
baute im Sinne von § 18 ABauV oder um einen vorspringenden Ge-
bäudeteil im Sinne von § 2 ABauV handelt.  
 
Bauten und Bauteile erfahren durch ihrer Qualifikation als Anbaute 
im Sinne von § 18 ABauV oder vorspringender Gebäudeteil im Sin-

ne von § 2 ABauV dahingehend eine Privilegierung, dass sie nicht 
die ordentlichen Grenzabstände einhalten müssen, sondern privile-
gierten Abstandsvorschriften unterliegen. Nach der Rechtsprechung 
des BVU profitieren Bauteile wie etwa Garagen oder Carports, die 
zwar grundsätzlich die Voraussetzungen einer Klein- und Anbaute 
gemäss § 18 ABauV einhalten, deren Dachfläche jedoch einer Nut-
zungserweiterung (z.B. als Terrasse) zugeführt wird, nicht von der 
Privilegierung hinsichtlich der Einhaltung von Abständen gemäss 
§ 18 Abs. 2 ABauV (vgl. AGVE 2004, S. 452; vgl. auch Beschluss 
des Regierungsrats [RRB] Nr. 2010-001597 vom 10. November 
2010, S. 7). Im Lichte dieser Rechtsprechung ist selbstverständlich, 
dass Gebäudeteile, die der darüberliegenden Wohneinheit als Terras-
se dienen, in die Gebäudelängenberechnung einzubeziehen sind. 
 
Vorliegend dient die Überdachung der Terrasse des Hauses A dem 
darüberliegenden Geschoss des Hauses B als mit einem Geländer 
gesicherte Terrasse. Demzufolge ist dieser Bereich bei der Gebäude-
längenberechnung zu berücksichtigen, zumal sich die erwähnte Ter-
rasse des Hauses B über die gesamte Westfassade erstreckt und daher 
auch unter diesem Gesichtspunkt nicht unter § 2 ABauV subsumier-
bar ist. … 
 
7.  
a)  
Die Beschwerdeführenden beanstanden, dass das streitige Bauprojekt 
aus verschiedenen Gründen die zulässige Ausnutzung der Bauparzel-
len überschreite. …  
 
b)  
aa)  
Als anrechenbare Bruttogeschossfläche gilt die Summe aller ober- 
und unterirdischen Geschossflächen, einschliesslich der Mauer- und 
Wandquerschnitte (§ 9 Abs. 2 ABauV). Nicht angerechnet werden 

u.a. alle nicht dem Wohnen und dem Gewerbe dienenden oder hier-
für nicht verwendbaren Fläche wie zum Beispiel Korridore, Treppen 
und Aufzüge, die überwiegend nicht anrechenbare Räume erschlies-
sen, sowie mindestens einseitig offene Erdgeschosshallen, Dachter-
rassen, Sitzplätze und Balkone (Abs. 2).  
 
Die Beschwerdeführenden beanstanden die Anrechnung der Liftflä-
che. …  
 
Die Grundfläche des Lifts beträgt laut den Plänen 2.5 m x 2.1 m, 
entsprechend 5.25 m2. Der Lift erschliesst von der Tiefgarage aus 4 
Geschosse. In Analogie zur Rechtsprechung zu Treppen ist die Lift-
fläche für die Verbindung von zwei anrechenbaren Geschossen die 
Grundfläche nur einmal als Bruttogeschossfläche anzurechnen (vgl. 
AGVE 2003, S. 490; vgl. AGVE 1999, S. 240). Nicht anzurechnen 
ist die Fläche des Lifts im Untergeschoss, da nur nicht anrechenbare 
Räume erschlossen werden. Demzufolge ist die Grundfläche des 
Lifts 3 Mal anzurechnen. Daraus resultiert eine anrechenbare Liftflä-
che von 15.75 m2.   
 
Stichwörter: Gebäudelänge, Ausnützungsziffer, Anbaute