# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 14ce6160-c78f-55bf-ae29-832064c185f8
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-04-09
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 09.04.2015 720 2012 325 (720 12 325)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-2012-325_2015-04-09.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 9. April 2015 (720 12 325) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Invalidenversicherung 

 

 

Rentenanspruch bei neuropsychologischen Defiziten; ausserordentliche Bemessungs-

methode mangels zuverlässiger Geschäftszahlen einer selbständig erwerbstätigen Per-

son; Prozentvergleich 

 

 
Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsrichter Daniel Noll, Kantons-

richter Yves Thommen, Gerichtsschreiber Stephan Paukner 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Gertrud Baud, Advoka-
tin, Rümelinsplatz 14, Postfach, 4001 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, 
Beschwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff IV-Rente 
 
 
 
A. Die 1957 geborene A.____ ist als selbständige Coiffeuse tätig. Am 10. Dezember 2007 
erlitt sie einen Herzinfarkt mit anschliessendem Herzstillstand. In der Folge befand sie sich bis 
zum 17. Januar 2008 stationär in der Universitätsklinik in B.____, wo weitere Komplikationen 
wie ein akutes passageres anurisches Nierenversagen und eine AV-Fistel in der rechten Leiste 
behandelt und operiert wurden. Bis zum 14. Februar 2008 weilte die Versicherte anschliessend 

 
 
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in der Rehabilitation. Nach dem Austritt aus der Rehabilitation nahm sie ihre Arbeit als Coiffeu-
se wieder im Umfang von 30% auf. Ab November 2009 erhöhte sie ihr Pensum auf 50%. 
 
B. Bereits am 3. November 2008 hatte sich die Versicherte unter Hinweise auf den erlitte-
nen Herzinfarkt sowie auf psychische Probleme zum Leistungsbezug bei der Invalidenversiche-
rung (IV) angemeldet, wobei sie eine Rente beantragt hatte. Nach Abklärung der gesundheitli-
chen und erwerblichen Verhältnisse sprach ihr die IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) mit 
Verfügung vom 6. September 2012 für die Zeit vom 1. Dezember 2008 bis 31. Januar 2010 ge-
stützt auf einen IV-Grad von 42% eine befristete Viertel-Rente zu. Ab 1. November 2009 wurde 
ein IV-Grad von 3% ermittelt, so dass ein Rentenanspruch ab Februar 2010 verneint wurde. 
 
C. Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte, vertreten durch Advokatin Getrud Baud, 
am 22. Oktober 2012 Beschwerde beim Kantonsgericht des Kantons Basel-Landschaft, Abtei-
lung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht), und beantragte, es sei ihr ab 1. Dezember 
2008 eine ganze, eventualiter eine halbe IV-Rente auszurichten. Subeventualiter seien weitere 
medizinische Abklärungen vorzunehmen, namentlich eine kardiologische, internistische sowie 
eine neuropsychologische Beurteilung einzuholen, alles unter o/e-Kostenfolge. Zur Begründung 
wurde im Wesentlichen ausgeführt, dass der medizinische Sachverhalt nicht umfassend abge-
klärt worden sei. Im Weiteren dürfe bei der Ermittlung des Invalideneinkommens nicht auf die 
Lohnstrukturerhebung abgestellt werden. Für die Bemessung der Invalidität sei vielmehr auf 
den Betätigungsvergleich mit beruflich-erwerblicher Gewichtung abzustellen. 
 
D. Mit Vernehmlassung vom 6. November 2012 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der 
Beschwerde. Anlässlich der ersten Urteilsberatung vom 7. Februar 2013 kam das Kantonsge-
richt zum Schluss, dass eine abschliessende Beurteilung nicht möglich sei, da der medizinische 
Sachverhalt nicht umfassend abgeklärt worden sei. Der Fall wurde deshalb ausgestellt, und es 
wurde die C.____ zur Erstellung eines polydisziplinären Gutachtens eingesetzt. Das gerichtliche 
Gutachten der C.____ erging in der Folge am 23. Dezember 2013. 
 
E. Mit Stellungnahme vom 14. März 2014 beantragte die Beschwerdeführerin, es sei ihr 
vom 1. Dezember 2008 bis 31. Oktober 2009 eine ganze und ab November 2009 ein halbe IV-
Rente zuzusprechen; eventualiter seien weitere kardiologische Abklärungen vorzunehmen. Das 
psychiatrische und neuropsychologische Teilgutachten sei umfassend und schlüssig. Mangel-
haft sei hingegen das kardiologische Teilgutachten der C.____. Es bleibe namentlich offen, ob 
die vermehrte Müdigkeit der Beschwerdeführerin eine kardiologische Ursache habe. Die IV-
Stelle hielt mit Stellungnahme vom 31. März 2014 an ihrem Abweisungsantrag fest. 
 
F. Anlässlich der zweiten Urteilsberatung vom 12. Juni 2014 gelangte das Kantonsgericht 
zum Schluss, dass eine abschliessende Beurteilung der Beschwerde aufgrund diverser Unklar-
heiten und Widersprüchlichkeiten im eingeholten Gerichtsgutachten der C.____, namentlich in 
Bezug auf die Zumutbarkeitsbeurteilung, noch immer nicht möglich sei. Das Verfahren wurde 
deshalb ein weiteres Mal ausgestellt und es wurden der C.____ die noch offenen Fragen zur 
Stellungnahme unterbreitet. Diese Stellungnahme erging am 21. November 2014. 
 

 
 
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G. Mit Stellungnahme vom 18. Dezember 2014 schloss die Beschwerdeführerin auf die 
Zusprache einer ganzen IV-Rente, da den ergänzenden Erläuterungen der C.____ zufolge auf 
dem freien Arbeitsmarkt als unselbständige Coiffeuse keine verwertbare Arbeitsfähigkeit mehr 
bestehe. Die Arbeit im eigenen Salon als selbständige Coiffeuse sei als Arbeit in einem ge-
schützten Rahmen zu betrachten. Die IV-Stelle hielt mit Stellungnahme vom 14. Januar 2015 
an ihrem Abweisungsantrag fest. Zur Begründung brachte sie im Wesentlichen vor, dass die 
Annahme der C.____, wonach die Versicherte spätestens im Zeitpunkt des Erlasses der ange-
fochtenen Verfügung im September 2012 depressiv dekompensiert sei, nicht haltbar sei. Eine 
Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustands sei echtzeitlich nicht mit dem Beweis-
grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen. Von einer mittelgradigen Depressi-
on könne daher erst ab Begutachtungszeitpunkt durch die C.____ ausgegangen werden. Fer-
ner  müsse angenommen werden, dass auch in einer allfälligen Verweistätigkeit im Zeitpunkt 
der angefochtenen Verfügung eine Arbeitsfähigkeit von noch 70% vorgelegen habe.  
 
Sämtliche Einzelheiten der Parteistandpunkte ergeben sich – soweit sie für den Entscheid von 
Bedeutung sind – aus den nachfolgenden Erwägungen. 
  
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 
1. Die Sachurteilsvoraussetzungen sind vorliegend allesamt erfüllt, so dass auf die form- 
und fristgerecht eingereichte Beschwerde einzutreten ist. 
 
2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs-
fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein-
gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während 
eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig 
gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c).  
 
2.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs-
rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähigkeit die durch eine Beeinträchtigung 
der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfä-
higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei 
langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem andern Beruf oder Aufgabenbereich 
berücksichtigt (Satz 2). Diese Legaldefinition stimmt im Wesentlichen mit dem Begriff der Ar-
beitsunfähigkeit überein, wie ihn die Rechtspraxis vor dem Inkrafttreten des ATSG entwickelt 
hatte (vgl. etwa BGE 129 V 53 E. 1.1 in fine mit Hinweisen). Die bis zum 31. Dezember 2002 
ergangene diesbezügliche Rechtsprechung des damaligen Eidgenössischen Versicherungsge-
richts [EVG; heute: Bundesgericht, sozialrechtliche Abteilungen] bleibt folglich weitestgehend 
anwendbar (BGE 130 V 345 E. 3.1.1). 
 
2.3 Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit 
dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburts-
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der 

 
 
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durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte 
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust 
der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt zu ver-
stehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind 
nach dem im Rahmen der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008 in Kraft gesetzten Art. 7 Abs. 2 
ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen 
(Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht über-
windbar ist (Satz 2).  
 
2.4 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist Art. 16 ATSG 
anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das 
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh-
rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom-
men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht 
invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der 
Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst 
genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden. Aus der Einkommensdifferenz lässt 
sich der Invaliditätsgrad bestimmen (BGE 128 V 30 E. 1). 
 
2.5 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Grad der Invalidität wie folgt ab-
gestuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 
70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie 
zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist.  
 
3.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insbesondere auch bei der Beur-
teilung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person ist die rechtsanwendende Behörde - die 
Verwaltung und im Streitfall das Gericht - auf Unterlagen angewiesen, die vorab von Ärztinnen 
und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkei-
ten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 115 V 134 E. 2, 114 V 314 E. 3c, 105 V  158 
E. 1 in fine). Darüber hinaus bilden die ärztlichen Stellungnahmen eine wichtige Grundlage für 
die Beurteilung der Zumutbarkeit, also der Frage, welche anderen Erwerbstätigkeiten als die 
zuletzt ausgeübte Berufsarbeit von der versicherten Person auf dem allgemeinen, ausgegliche-
nen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frage kommenden Arbeitsmarkt zumutba-
rerweise noch verrichtet werden können (ULRICH MEYER-BLASER, Zur Prozentgenauigkeit in der 
Invaliditätsschätzung, in: René Schaffhauser/Franz Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität 
in der Sozialversicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 
 
3.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs-
prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an-
deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 
pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit-
tel, unabhängig von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob 

 
 
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die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs ge-
statten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den 
Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu-
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich 
des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen 
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwer-
den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle-
gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation 
einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind. 
Ausschlaggebend für den Beweiswert ist somit grundsätzlich weder die Herkunft eines Be-
weismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme 
als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 
 
3.3 Dennoch erachtet es die Rechtsprechung des Eidgenössischen Versicherungsgerichts 
(EVG, heute: Bundesgericht, sozialrechtliche Abteilungen) mit dem Grundsatz der freien Be-
weiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gut-
achten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführlichen Zusammenstel-
lungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b und in AHI-Praxis 2001 S. 114 E. 3b, jeweils 
mit zahlreichen Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten 
Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen 
und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung 
der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft 
zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise spre-
chen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). Diese im Bereich der Unfallversiche-
rung entwickelten Grundsätze finden für das IV-Verwaltungsverfahren sinngemäss Anwendung 
(Urteile des EVG vom 9. August 2000, I 437/99 und I 575/99, E. 4b/bb). In Bezug auf Berichte 
von behandelnden Ärzten darf und soll das Gericht der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, 
dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen 
eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen. Bei der Abschätzung des Beweis-
werts im Rahmen einer freien und umfassenden Beweiswürdigung dürfen allerdings auch die 
potentiellen Stärken der Berichte behandelnder Ärzte nicht vergessen werden. Der Umstand 
allein, dass eine Einschätzung vom behandelnden Mediziner stammt, darf nicht dazu führen, sie 
als von vornherein unbeachtlich einzustufen; die einen längeren Zeitraum abdeckende und um-
fassende Betreuung durch behandelnde Ärzte bringt oft wertvolle Erkenntnisse hervor. Im Ver-
waltungsverfahren bei anerkannten Spezialärzten eingeholte Gutachten, welche aufgrund ein-
gehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten erstattet wur-
den und bei denen die Ärztinnen und Ärzte bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Er-
gebnissen gelangen, haben volle Beweiskraft, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuver-
lässigkeit der Expertise sprechen. Jedoch sind diese Kriterien nicht mehr erfüllt, wenn auch nur 
geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Angaben bestehen 
(BGE 122 V 162 f. E. 1d).  
 
Rechtsprechungsgemäss ist es dem Sozialversicherungsgericht demnach nicht verwehrt, ge-
stützt ausschliesslich auf versicherungsinterne medizinische Unterlagen zu entscheiden. Wie 

 
 
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das Bundesgericht unlängst präzisiert hat, sind in solchen Fällen jedoch strenge Anforderungen 
an die Beweiswürdigung in dem Sinne zu stellen, dass bei auch nur geringen Zweifeln an der 
Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen ergänzende Abklärungen vor-
zunehmen sind (Urteil des Bundesgerichts, I. sozialrechtliche Abteilung, vom 27. Juli 2009, 
8C_113/2009, E. 3.2 mit Verweisen). Demgegenüber soll bei Gerichtsgutachten "nicht ohne 
zwingende Gründe" von den Einschätzungen der medizinischen Experten abgewichen werden. 
Gleichwohl wie bei Gutachten externer Spezialärzte, welche von Versicherungsträgern im Ver-
fahren nach Art. 44 ATSG eingeholt wurden und den Anforderungen der Rechtsprechung ent-
sprechen, darf das Gericht insbesondere einem von ihm eingeholten Gerichtsgutachten vollen 
Beweiswert zuerkennen, solange "nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit" der Exper-
tise sprechen (BGE 135 V 465 E. 4.4 S. 469 f.). Schliesslich lässt es die unterschiedliche Natur 
von Behandlungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und Begutach-
tungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits (BGE 124 I 170 E. 4 
S. 175; Urteil des EVG I 506/00 vom 13. Juni 2001,  E. 2b) nicht zu, ein Administrativ- oder Ge-
richtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, 
wenn die behandelnden Ärzte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen (Urteil des Bun-
desgerichts vom 25. Mai 2007, I 514/06, E. 2.2.1, mit Hinweisen). Vorbehalten bleiben Fälle, in 
denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte wichtige - 
und nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretation entspringende - Aspekte benennen, die im 
Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des Bundesge-
richts I 514/06 vom 25. Mai 2007, E. 2.2.1, mit Hinweisen). 
 
3.4  Die Verwaltung als verfügende Instanz und im Beschwerdefall das Gericht dürfen eine 
Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind (MAX 
KUMMER, Grundriss des Zivilprozessrechts, 4. Auflage, Bern 1984, S. 134 f.). Im Sozialversiche-
rungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nichts Abweichendes vorsieht, 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit 
eines bestimmten Sachverhaltes genügt den Beweisanforderungen nicht. Das Gericht hat viel-
mehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen möglichen Geschehensabläufen 
als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 121 V 47 E. 2a; ZAK 1986 S. 189 f. E. 2c). Der Unter-
suchungsmaxime entsprechend hat das Gericht von Amtes wegen die notwendigen Beweise zu 
erheben. Eine Beweislast besteht nur in dem Sinne, dass im Falle der Beweislosigkeit der Ent-
scheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt 
Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift allerdings erst, wenn es sich als unmöglich 
erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer Beweiswürdigung einen 
Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die hohe Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklich-
keit zu entsprechen (BGE 117 V 263 E. 3b). Das schweizerische Sozialversicherungsrecht 
kennt demnach keinen Grundsatz, wonach die Versicherungsorgane im Zweifel zu Gunsten der 
Versicherten zu entscheiden haben. Ein Anspruch auf Leistungen besteht nur, wenn die Vo-
raussetzungen dafür mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erfüllt sind (ZAK 1983 S. 259). 
 
4.1 Im Zusammenhang mit ihrer Renten ablehnenden Verfügung stützte sich die IV-Stelle 
im Wesentlichen auf das psychiatrische Gutachten von Dr. D.____, FMH Psychiatrie und Psy-

 
 
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chotherapie, vom 23. November 2009 sowie auf das neuropsychologische Gutachten der Klinik 
E.____ des Universitätsspitals B.____ vom 12. April 2010.  
 
In seinem psychiatrischen Gutachten vom 23. November 2009 diagnostizierte Dr. D.____ einen 
Status nach Anpassungsstörung. Er führte aus, dass aktuell keine Hinweise mehr auf eine de-
pressive Symptomatik vorhanden seien. Aufgrund der subjektiven Angaben würden sich eben-
falls keine Hinweise mehr auf eine gravierende Störung finden lassen. Es sei durchaus nach-
vollziehbar, dass sich die Versicherte aufgrund ihrer kardialen Situation Sorgen mache; auch 
die weitere Zukunft sei unklar, da sie das Haus verlassen müsse. Daher sei auch ihre berufliche 
Zukunft ungewiss. Diese Reaktionsweise aber sei als normalpsychologisches Phänomen in 
einer etwas ungewissen Situation zu werten und entspreche keiner psychischen Störung. Es 
könne festgestellt werden, dass die Anpassungsstörung mittlerweile remittiert sei. Subjektiv 
persistiere aber eine erhöhte Erschöpfbarkeit, die insbesondere aus somatischer Sicht noch 
beurteilt werden müsse. Insgesamt lasse sich aus rein psychiatrischer Sicht keine relevante 
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit begründen. Die bisherige Tätigkeit sollte der Versicherten 
daher grundsätzlich wieder zumutbar sein. Inwieweit tatsächlich noch kognitive Beeinträchti-
gungen bestünden, müsse allenfalls neuropsychologisch abgeklärt werden. Anlässlich der ak-
tuellen Untersuchung hätten sich allerdings keine offensichtlichen Hinweise auf derartige Ein-
schränkungen ergeben. 
 
Im neuropsychologischen Gutachten der Klinik E.____ des Universitätsspitals B.____ vom 
12. April 2010 diagnostizierte die Ärzteschaft eine leichte bis mittelschwere (recte:) neuropsy-
chologische Störung bei Status nach Reanimation bei Kreislaufstillstand und Kammerflimmern 
am 10. Dezember 2007. Eine hirnlokalisatorische Zuordnung der kognitiven Funktionsdefizite 
sei nicht möglich. Das Ausfallprofil sei äusserst diffus und innerhalb einzelner Funktionsberei-
che inkonsistent. Einerseits seien die sprachlichen Bereiche teils vermindert, andererseits wie-
der altersentsprechend und normgerecht. Diskrepant seien das mittelschwere Defizit der verba-
len Erfassungsspanne und der gute Durchgang im verbal-episodischen Gedächtnis. Auffällig 
seien die sehr unterschiedlichen Ergebnisse im figural-episodischen Gedächtnis. Bemerkens-
wert seien auch die Leistungsschwankungen zur Gnosis und Praxis. Im Vergleich zur neu-
ropsychologischen postoperativen Untersuchung vom 15. Januar 2008 habe sich ein sehr un-
einheitlicher Verlauf gezeigt. In den Aufmerksamkeitsfunktionen seien die Alertness und die 
Flexibilität derzeit besser, die Ergebnisse in der geteilten Aufmerksamkeit aber schlechter. Über 
das gesamte Leistungsprofil hinweg sei keine eindeutige Progredienz erkennbar. Die eigen-
anamnestisch geltend gemachte, rasche Ermüdbarkeit habe sich im Rahmen der Untersuchung 
über drei und dreiviertel Stunden nicht beobachten lassen. Die Konzentrationsschwierigkeiten 
seien testpsychologisch nicht objektivierbar. Die Explorandin habe bei guter Leistungsbereit-
schaft kooperativ und motiviert mitgearbeitet. Hinweise auf eine bewusstseinsnahe Symptom-
verdeutlichung oder Aggravation bestünden daher nicht. Aufgrund der neuropsychischen Stö-
rungen sei die Arbeitsfähigkeit im angestammten Beruf als selbständige Coiffeuse zu 70% ge-
geben. Eine namhafte Verbesserung der Alltags- und Berufsfunktionalität könne durch ein neu-
ropsychologisch-kognitives Training wahrscheinlich nicht mehr erwirkt werden.  
 

 
 
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4.2 Die IV-Stelle gab in der Folge einen Abklärungsbericht für Selbständigerwerbende in 
Auftrag. Dieser erging am 1. September 2010. Im Rahmen der entsprechenden Abklärungen 
wurde namentlich ein Betätigungsvergleich mit erwerblicher Gewichtung vorgenommen. Dabei 
wurde für die Zeit von Dezember 2008 bis September 2009 eine Erwerbeinbusse von 67,05% 
und für die Zeit ab Oktober 2009 eine Erwerbseinbusse von 57,18% ermittelt. Die Abklärungs-
person hält in ihrem Bericht vom 1. September 2010 fest, dass aufgrund der Schilderungen der 
Versicherten sowie aufgrund der Angabe der Arbeitszeiten eine weit höhere Arbeitsunfähigkeit 
resultiere, als ihr aufgrund des medizinischen Fachgutachtens zugemutet werde. Bei der Tätig-
keit als Coiffeuse handle es sich um eine persönliche Dienstleistung verbunden mit stetiger 
Kommunikation, was eine hohe Konzentration erfordere. Dies gehe der Versicherten massiv an 
die Substanz, so dass sie maximal das erörterte Arbeitspensum umzusetzen in der Lage sei.  
 
Mit Stellungnahme vom 18. November 2010 bekräftige die Abklärungsperson der IV-Stelle, 
dass die Versicherte nicht mehr dasselbe Kundenpotential wie früher bewältigen könne, da sie 
immer wieder Ruheinseln einbauen müsse. Der Betätigungsvergleich basiere auf der gemein-
samen Erhebung mit der Versicherten. Anlässlich des Abklärungsgesprächs habe nie der Ein-
druck von Aggravation bestanden. Die Versicherte sei anlässlich des Abklärungsgesprächs un-
sicher und nach Ablauf einer Stunde auch unkonzentriert gewesen. Das Ergebnis beruhe auf 
den detaillierten Erörterungen, der Begründung durch die Versicherte und auf dem persönlichen 
Eindruck der Abklärungsperson anlässlich eines zweieinhalbstündigen Abklärungsgesprächs 
vor Ort. Eine Neuaufnahme des Betätigungsvergleichs würde zu keinem abweichenden Ergeb-
nis führen. 
 
4.3 Mit Stellungnahme vom 24. März 2011 führte die Klinik E.____ aus, dass eine neu-
ropsychologische Abklärung die Arbeitsanforderungen im angestammten Beruf nur in den 
Grundfunktionen simulieren könne. Anlässlich der Untersuchung vom 1. März 2010 habe die 
Versicherte eine gute Leistungsbereitschaft ohne erkennbare Ermüdung gezeigt. Ein konzentra-
tionsbedingter Leistungsabfall nach einer Stunde sei nicht auszumachen gewesen. Trotz der 
mehrstündigen Abklärung sei keine Pause gemacht worden. Die Testbefunde seien daher nicht 
mit den subjektiven Angaben der Versicherten vereinbar, wonach sie nach maximal einer Stun-
de eine Pause benötige. Inwiefern in der praktischen Berufstätigkeit zusätzliche, somatisch-
medizinische Faktoren Einfluss auf die Kognition und die Aufmerksamkeit haben könnten, müs-
se durch die entsprechenden Fachdisziplinen beurteilt werden. An der Einschätzung einer noch 
verbleibenden Restarbeitsfähigkeit von 70% werde festgehalten. 
 
4.4 Nachdem das Kantonsgericht mit Beschluss vom 7. Februar 2013 zum Ergebnis ge-
langt war, dass eine abschliessende Beurteilung der medizinischen Verhältnisse nicht möglich 
sei, ordnete es ein polydisziplinäres Gerichtsgutachten bei der C.____ an, welches am 23. De-
zember 2013 erstattet wurde. Darin diagnostizierten die Gutachter der C.____ mit Einfluss auf 
die Arbeitsfähigkeit der Versicherten eine mittelgradige depressive Episode, eine formal mittel-
schwere neuropsychologische Funktionsstörung unklarer Validität bei mittelgradiger depressiver 
Episode und Status nach Herzstillstand mit Reanimation und koronarer 2-Ast-Erkrankung nach 
Kreislaufstillstand mit Kammerflimmern. Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit seien ein Status 
nach AV-Fistel im Bereich der rechten Leiste, ein Status nach akutem passagerem Nierenver-

 
 
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sagen und ein Status nach Tracheobronchitis zu erheben. In ihrer bisherigen Tätigkeit als selb-
ständige Coiffeuse mit eigenem Salon sei die Explorandin in ihrer Leistungsfähigkeit zu 50% 
eingeschränkt, wobei die Einschränkung vor allem psychiatrisch durch die aktuell mittelschwere 
Depressivität begründet sei, was wiederum durch die neuropsychologische Testung gestützt 
werde. Die Explorandin habe sich aus kardiologischer Sicht erstaunlich gut erholt. Sie beklage 
keine spezifischen Symptome wie Dyspnoe, Angina pectoris, Synkopen oder eine vermehrte 
Müdigkeit. Aus kardiologischer Sicht sei sie für leichte körperliche Tätigkeiten vollständig ar-
beitsfähig. Aus psychiatrischer Sicht bestehe eine mittelgradige Depression. Als Ursache der-
selben spiele einerseits die schwere kardiale Vorgeschichte eine Rolle, andererseits die erfolgte 
Trennung vom Ehemann und der bevorstehende Auszug aus dem gemeinsamen Haus. Retro-
spektiv sei anzunehmen, dass sie auf die gravierenden Lebensveränderungen bei der Tren-
nung vom Ehemann und dem Auszug der Töchter depressiv reagiert habe, was damals als An-
passungsstörung zu werten gewesen sei. Es sei anzunehmen, dass die 2007 bereits vorbeste-
hende depressive Symptomatik unter der somatischen Erkrankung exazerbiert sei und vorüber-
gehend das Ausmass einer schweren depressiven Episode entwickelt habe, was damals psy-
chiatrisch aber nicht festgestellt worden sei. Die Diagnose einer Depression erfolge nicht auf-
grund der zugrunde liegenden Psychodynamik, sondern aufgrund bestehender, beobachtbarer 
klinischer Symptome in einem zeitlichen Verlauf. Dr. Fasnacht habe die depressive Symptoma-
tik als abgeklungen bewertet. In der aktuellen Exploration würden sich aber klare Befunde er-
heben lassen, die ein mittelgradig depressives Bild  objektivierten. Aus neuropsychologischer 
Sicht bestünden formal mittelschwere Einschränkungen, auch wenn die Validität der Befunde 
und damit das effektive Ausmass der Einschränkung nicht zweifelsfrei erstellt seien. Es sei 
dennoch von einer authentisch verminderten Belastbarkeit auszugehen, welche im Konsens mit 
der psychiatrischen Einschätzung quantifiziert werde. Ätiologisch sei von einem Mischbild aus-
zugehen aus organischen Folgeschäden aufgrund des Herzstillstands, aus der mittelgradigen 
Depression und aus latenter negativer Antwortverzerrung. Nach erfolgreicher Behandlung der 
Depression sollte von einem Leistungsvermögen ausgegangen werden können, wie es zuletzt 
im Jahre 2010 anlässlich der Untersuchung durch die Klinik E.____ bestanden habe. Da die 
psychiatrischen bzw. neuropsychologischen Beeinträchtigungen vor allem parallele, nicht se-
quentielle Tätigkeitsabläufe erschweren würden, sei die Leistungsfähigkeit als selbständige 
Coiffeuse um 50% reduziert. Unter der Voraussetzung eines besseren Leistungsbilds sei nach 
Abklingen der Depression im eigenen Salon ohne Angestellte eine Arbeitsfähigkeit von 70% 
realisierbar. Aus neuropsychologischer wie auch psychiatrischer Sicht sei die Explorandin im 
eigenen Salon am besten eingegliedert. Eine Umstellung der Arbeitssituation sei aus medizini-
scher Sicht nicht sinnvoll. In einer Verweistätigkeit könne keine höhere Arbeitsfähigkeit erwartet 
werden, die Arbeitsfähigkeit in einer Verweistätigkeit liege im Gegenteil deutlich unter 50%. Ei-
ne berufliche Umstellung sei aufgrund der Überforderung durch die Umstellung und Anpas-
sungsleistung, welche die Explorandin nicht zu erbringen in der Lage sei, nicht sinnvoll. Jede 
anderweitige Tätigkeit würde aber eine höhere Anpassungsleistung verlangen, welche sie nicht 
in ausreichendem Masse erbringen könne. Die von ihr geklagten Symptome der Müdigkeit und 
der Konzentrationsstörungen würden sich klinisch und testpsychologisch zwanglos den gestell-
ten Diagnosen aus psychiatrischer und neuropsychologischer Sicht zuordnen lassen. Sie hätten 
auch einen klar ausgewiesenen Einfluss auf die Leistungsfähigkeit. Im Weiteren würden sich 
die Einschätzungen der C.____ im Wesentlichen mit den Ausführungen des vor Ort erhobenen 

 
 
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Abklärungsberichts der IV-Stelle decken. Aufgrund der aktuellen umfassenden Testung und der 
klinisch-psychiatrischen Beurteilung sei davon auszugehen, dass sich die Versicherte eher et-
was unterschätze, was die eigene Leistungsfähigkeit angehe, wonach eine 50%-ige Arbeitsleis-
tung im eigenen Coiffeursalon möglich sei. Der Beginn der Arbeitsunfähigkeit sei auf November 
2009 zu datieren. Aus aktueller Sicht müsse davon ausgegangen werden, dass eine Verbesse-
rung der Arbeitsfähigkeit über 50% hinaus nach November 2009 nicht realistisch gewesen sei 
und dass die Versicherte in ihrer Gesamtsituation mit einem höheren Arbeitspensum überfor-
dert gewesen wäre, was zu einer Dekompensation der psychischen Situation geführt hätte. Die 
damals von Dr. D.____ und der Klinik E.____ eingeschätzte Arbeitsfähigkeit im Umfang von 
70% erscheine in einer Gesamtperspektive unter gleichzeitiger Berücksichtigung der Persön-
lichkeit, der psychischen Aspekte und der neurokognitiven Leistungseinschränkung als zu hoch.  
 
4.5 Anlässlich der zweiten Urteilsberatung vom 12. Juni 2014 gelangte das Kantonsgericht 
zum Schluss, dass das gerichtliche Gutachten der C.____ vom 23. Dezember 2013 im Wesent-
lichen zwar umfassend und schlüssig sei, in einzelnen Punkten aber noch Erläuterungsbedarf 
bestehe. Die C.____ scheine sich insofern zu widersprechen, als bereits für das Jahr 2010 eine 
mittelgradige depressive Episode angenommen, gleichzeitig aber davon ausgegangen werde, 
dass bei einer Regression der Depression ein neuropsychologisches Leistungsbild wie im Jahr 
2010 und entsprechend eine Arbeitsfähigkeit von 70% erreicht werden könne. Damit bleibe 
letztlich unklar, ob die C.____ das bessere neuropsychologische Leistungsbild im Jahre 2010 
auf eine verbesserte psychische Befindlichkeit in jener Zeit zurückführe oder nicht. Im Weiteren 
sei die Arbeitsfähigkeit in Bezug auf die Verweistätigkeiten mit der Einschätzung, dass die 
Restarbeitsfähigkeit deutlich unter 50% zu liegen komme, zu wenig genau quantifiziert. 
Schliesslich sei das kardiologische Untergutachten insofern widersprüchlich, weil das Fehlen 
einer Dyspnoe und einer vermehrten Müdigkeit als Begründung für eine volle Arbeitsfähigkeit in 
einer leichten Tätigkeit genannt werde. Gleichzeitig gehe aber aus dem Hauptgutachten hervor, 
dass sich die Beschwerdeführerin sehr wohl über eine Dyspnoe und über vermehrte Müdigkeit 
beklagt habe. Die C.____ wurde deshalb aufgefordert, Stellung zu diesen Unklarheiten zu neh-
men.  
 
Mit Stellungnahme vom 21. November 2014 führt die C.____ aus, dass in der angestammten 
Tätigkeit als selbständige Coiffeuse eine Arbeitsfähigkeit von 50% bestehe. Diese Einschrän-
kung sei aktuell durch die neuropsychologischen Defizite und die mittelgradige Depression be-
gründet. Eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit auf 70% sei bei einer adäquaten Behandlung der 
Depression denkbar. Was die Situation in den Jahren 2009 und 2010 betreffe, so habe damals 
wohl tatsächlich eine bessere psychiatrische Situation vorgelegen. Dr. D.____ habe im Novem-
ber 2009 lediglich eine Anpassungsstörung diagnostiziert und eine volle Arbeitsfähigkeit attes-
tiert. Die Klinik E.____ habe am 1. März 2010 aufgrund des Sauerstoffmangels nach Herzstill-
stand eine leichte bis mittelschwere neuropsychologische Störung festgestellt und eine Arbeits-
fähigkeit von 70% für möglich gehalten. Es müsse aber davon ausgegangen werden, dass die 
damals bessere psychische Situation nicht stabil gewesen sei. Aufgrund der aktuellen Anamne-
se müsse vielmehr angenommen werden, dass die Versicherte in der Folge depressiv dekom-
pensiert sei. Wann genau diese Dekompensation erfolgt sei, könne mangels fachpsychiatri-
scher Berichte nicht mehr eruiert werden. Aufgrund der geringen Ressourcen und den Anforde-

 
 
Seite 11   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

rungen wie die erwartete Wiederaufnahme der Arbeit, die Trennung vom Ehemann, der geplan-
te Verkauf der ehelichen Liegenschaft und der dadurch drohende Verlust des Coiffeursalons, 
die finanziellen Probleme, der negative IV-Bescheid sowie das Alleinsein, sei die Versicherte 
sehr rasch überfordert gewesen. Zusammengefasst sei die damals zwischen November 2009 
und März 2010 vorgelegene Situation retrospektiv für den damaligen Zeitpunkt als stimmig, je-
doch nicht als nachhaltig stabil zu bezeichnen. Der genaue Zeitpunkt der Dekompensation kön-
ne nicht sicher festgelegt werden. Er dürfte jedoch spätestens mit dem negativen Entscheid der 
IV im September 2012 eingetreten sein. Was die Frage der Arbeitsfähigkeit in einer Verweistä-
tigkeit betreffe, sei die Versicherte nicht in der Lage, einer beruflichen Umstellung gerecht zu 
werden. Aufgrund der Kombination aus kognitiven Einbussen und der persönlichen und berufli-
chen Situation, wonach die Versicherte sehr lange alleine gearbeitet habe, sowie aufgrund der 
auf diesem Hintergrund aufgepfropften psychischen Labilität könne keine berufliche Umstellung 
geleistet werden. Die Versicherte würde wahrscheinlich sehr rasch gänzlich dekompensieren. 
Diese Fragilität zeige sich schon heute in der angestammten Tätigkeit, sobald sich die Versi-
cherte nur ein wenig unter Druck gesetzt sehe. Damit betrage die Arbeitsfähigkeit in einer Ver-
weistätigkeit letztlich 0%. Jede anderweitige Tätigkeit würde höhere Anpassungsleistungen im 
Sinne von Flexibilität, Umstellfähigkeit, Anpassung an neue Regeln und Strukturen, Durchhalte- 
und Gruppenfähigkeit verlangen, welche die Versicherte aufgrund ihrer Depressivität nicht in 
ausreichendem Masse zu erbringen in der Lage sei. In diesem Sinne sei der bisherige Arbeits-
ort tatsächlich als eine Art geschützter Rahmen anzusehen. Was schliesslich die mögliche kar-
diale Symptomatik und deren Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit betreffe, so beklage die Ex-
plorandin schon unter geringem Leistungsdruck ein Engegefühl in der Brust und eine Atemnot. 
Bei fehlender kardiologischer Beeinträchtigung sei diese Symptomatik als somatisches Symp-
tom im Rahmen der Depression zu werten. Die Selbstwahrnehmung der Explorandin sei im 
Rahmen der Depression dahingehend verändert, dass sie ihre körperlichen Symptome nicht 
adäquat wahrnehme und überbewerte. 
 

5. Zu klären ist die der Beschwerdeführerin noch zumutbare Arbeitsfähigkeit. Strittig in 
diesem Zusammenhang ist insbesondere die Zeit ab November 2009.  
 
5.1 Was allerdings zunächst die Periode seit Ablauf der einjährigen Wartefrist im Dezem-
ber 2008 bis Ende Oktober 2009 betrifft, ist der unbestritten gebliebenen Einschätzung des re-
gionalärztlichen Dienstes (RAD) zufolge auf die Bescheinigungen der behandelnden Ärzte der 
Versicherten abzustellen (vgl. so explizit Beurteilung des RAD vom 20. April 2010, IV-Dok 31). 
Demnach war die Versicherte nach ihrem Herzinfarkt bis am 10. März 2008 zunächst vollstän-
dig und danach bis Ende Oktober 2009 im Umfang von 70% arbeitsunfähig. Diese RAD-
Beurteilung deckt sich mit den Bescheinigungen der behandelnden Ärzte (vgl. Arztberichte von 
Dr. F.____, FMH Allgemeine Medizin, vom 1. Dezember 2008 sowie 5. Juni 2009, IV-Dok 6 und 
18). Mangels abweichender Einschätzungen erweist sie sich ohne Weiteres als schlüssig. 
 
5.2.1 Für die Zeit ab November 2009 hat die IV-Stelle der angefochtenen Verfügung die me-
dizinischen Abklärungsergebnisse des psychiatrischen Gutachtens von Dr. D.____ vom 
23. November 2009 und der Klinik E.____ vom 12. April 2010 zu Grunde gelegt. Sie ist dem-
nach davon ausgegangen, dass der Versicherten die Ausübung ihrer angestammten Tätigkeit 

 
 
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als selbständige Coiffeuse seither wieder im Umfang von 70% zumutbar gewesen sei. Dieser 
Auffassung kann nicht gefolgt werden. Bereits anlässlich seiner ersten Urteilsberatung vom 
7. Februar 2013 hat das Kantonsgericht festgehalten, dass sich insbesondere das Gutachten 
der Klinik E.____ vom 12. April 2010 als nicht ausreichend beweiskräftig erweist. Deren Gut-
achter haben es einerseits unterlassen, die Arbeitsfähigkeit in einer noch zumutbaren Ver-
weistätigkeit zu beurteilen. Im Weiteren war ein allfälliger Zusammenhang zwischen der akten-
kundig geklagten Müdigkeit der Versicherten und ihrer kardiologischen Problematik offen ge-
blieben. Letztlich hatten sich auch die geltend gemachten Konzentrationsstörungen als nicht 
schlüssig genug abgeklärt erwiesen (vgl. Beschluss des Kantonsgerichts vom 7. Februar 2013). 
Nachdem das Gericht anlässlich seiner zweiten Urteilsberatung vom 12. Juni 2014 das Verfah-
ren aufgrund vereinzelter Unklarheiten ein weiteres Mal ausgestellt hatte, erweist sich die ge-
sundheitliche Situation gestützt auf das gerichtliche Gutachten der C.____ vom 23. Dezember 
2013 und deren ergänzende Stellungnahme vom 21. November 2014 aber als nunmehr geklärt. 
Entgegen der von der Beschwerdegegnerin vertretenen Auffassung legen die gutachterlichen 
Aussagen der C.____ nachvollziehbar dar, weshalb ab November 2009 von einer Restarbeits-
fähigkeit von lediglich 50% als selbständige Coiffeuse auszugehen ist. Die entsprechenden Er-
läuterungen sind insofern erhellend, als sie mit überzeugender Begründung eine zusätzliche 
Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit aus kardiologischen Gründen nunmehr definitiv aus-
schliessen. Einleuchtend ist darüber hinaus aber auch namentlich die Erklärung der C.____ in 
deren Stellungnahme vom 21. November 2014, dass der Beschwerdeführerin sowohl in einer 
allfälligen Verweistätigkeit als auch als angestellte Coiffeuse in unselbständiger Stellung keine 
verwertbare Restarbeitsfähigkeit mehr zugemutet werden kann. Es erweist sich in diesem Zu-
sammenhang in der Tat als nachvollziehbar, dass die Versicherte mit der ihr attestierten mittel-
gradigen Depression und mit ihren neuropsychologischen Defiziten die Anpassungsleistungen, 
wie sie notorischerweise just für eine neue Tätigkeit in einer ungewohnten Umgebung voraus-
gesetzt werden, nicht mehr aufzubringen in der Lage ist. Dabei leuchtet ein, dass sich die in 
den Akten mehrfach und letztlich übereinstimmend dokumentierten kognitiven Mängel in der 
angestammten Tätigkeit als selbständige Coiffeuse weniger stark auswirken, weil es sich dabei 
um die Umsetzung bereits bekannter, eingeschliffener Abläufe in einer vertrauten Umgebung 
handelt. Der von der Beschwerdeführerin vertretenen, gegenteiligen Auffassung, wonach die 
soweit ausgewiesene Restarbeitsfähigkeit als Arbeit in einem geschützten Rahmen zu qualifi-
zieren und deshalb gänzlich unverwertbar sei, kann allerdings nicht gefolgt werden. Es trifft 
zwar zu, dass die C.____ bei der angestammten Tätigkeit von einem geschützten Rahmen 
spricht. Ihre Erläuterungen beziehen sich jedoch offensichtlich auf den Arbeitsort, in dessen 
vertrauter Umgebung sich die kognitiven Defizite der Versicherten deutlich weniger auf deren 
Leistungsfähigkeit auswirken. Damit aber erhellt, dass die Beschwerdeführerin dieselbe Tätig-
keit als selbständige Coiffeuse, welche sich noch vor Eintritt ihres Gesundheitsschadens aus-
geübt hat, mit einer Leistungseinbusse von 50% auch weiterhin auszuüben in der Lage ist. 
 
5.2.2 Die IV-Stelle stellt sich in ihrer Stellungnahme vom 14. Januar 2015 auf den Stand-
punkt, dass die Annahme der C.____, wonach die Versicherte spätestens im Zeitpunkt des Er-
lasses der angefochtenen Verfügung im September 2012 depressiv dekompensiert sei, unhalt-
bar sei. Eine Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustands sei echtzeitlich nicht mit 
dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen. Von einer mittelgradi-

 
 
Seite 13   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

gen Depression könne daher erst ab Begutachtungszeitpunkt durch die C.____ ausgegangen 
werden. Gestützt auf die im damaligen Zeitpunkt erhobenen Verhältnisse durch Dr. D.____ 
müsse  von einer Restarbeitsfähigkeit von 70% ausgegangen werden. Die C.____ räumt in ihrer 
Stellungnahme vom 21. November 2014 denn auch ein, dass der psychiatrische Gesundheits-
zustand der Versicherten sowohl im Zeitpunkt der Begutachtung durch Dr. D.____ im Novem-
ber 2009 als auch dreieinhalb Monate später anlässlich der Untersuchung durch die Klinik 
E.____ am 1. März 2010 wohl besser gewesen sei. Dieser Vorbehalt erweist sich als zutreffend. 
In der Tat hat Dr. D.____ anlässlich seiner Exploration vom 10. November 2009 keine Hinweise 
mehr auf eine aktuelle, depressive Symptomatik oder eine sonstige, gravierende psychische 
Störung gefunden. Bereits dazumal hielt der psychiatrische Gutachter allerdings auch fest, dass 
es durchaus nachvollziehbar sei, dass sich die Versicherte um ihre kardiale Situation sorge. 
Ausserdem sei auch die weitere Zukunft unklar, da sie das Haus verlassen müsse und dadurch 
auch ihre berufliche Zukunft ungewiss sei. Subjektiv persistiere eine erhöhte Erschöpfbarkeit. 
Diese Erhebungen decken sich nun aber mit den Einschätzungen der C.____ in deren Stel-
lungnahme vom 21. November 2014, wonach die Versicherte dazumal aufgrund ihrer geringen 
Ressourcen und den Anforderungen an die erwartete Wiederaufnahme der Arbeit, der Tren-
nung vom Ehemann, des geplanten Verkaufs der ehelichen Liegenschaft und des dadurch dro-
henden Verlusts des Coiffeursalons, der einhergehenden finanziellen Probleme und letztlich 
auch aufgrund des negativen IV-Bescheids sowie des Alleinseins schon dazumal sehr rasch 
überfordert war. Wenn die C.____ aufgrund dieser letztlich übereinstimmend erhobenen Belas-
tungsfaktoren bereits in ihrem gerichtlichen Hauptgutachten vom 23. Dezember 2013 zum Er-
gebnis gelangt, dass die Gesamtsituation der Versicherten mit einem höheren Arbeitspensum 
nach November 2009 zu einer Überforderung und zu einer psychischen Dekompensation ge-
führt hätte, so erscheint ihre daraus resultierende Schlussfolgerung als durchaus nachvollzieh-
bar und schlüssig, dass die damals von Dr. D.____ und der Klinik E.____ vorgenommene Ein-
schätzung der Restarbeitsfähigkeit in der Gesamtperspektive als zu hoch erscheint. Entgegen 
der von der IV-Stelle in deren Stellungnahme vom 14. Januar 2015 vertretenen Auffassung be-
zieht sich diese abweichende Einschätzung der C.____ somit gerade nicht auf den aktuellen 
Zeitpunkt ihrer Exploration im Jahre 2013. Sie stellt vielmehr eine begründete, retrospektive 
Einschätzung betreffend die Verhältnisse bereits ab November 2009 dar. So wird die damalige 
psychiatrische Verfassung der Versicherten von der C.____ als ausgesprochen labil bezeich-
net. In diesem Zusammenhang darf nicht übersehen werden, dass bei der Versicherten bereits 
schon vor der Begutachtung durch Dr. D.____ eine depressive Symptomatik aufgetreten war 
(vgl. Arztbericht von Dr. P. Ehrhard, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, vom 23. März 2009, 
IV-Dok 14). Nachdem depressive Erkrankungen in der Regel schwankend verlaufen, erscheint 
die von den Gutachtern der C.____ attestierte Dekompensation mithin als schlüssig. Wann ge-
nau die Beschwerdeführerin in der Folge psychisch dekompensiert ist, kann unter diesen Um-
ständen letztlich dahingestellt bleiben. Massgebend ist, dass die Beschwerdeführerin vor dem 
letztlich kongruent erhobenen Hintergrund ihrer psychischen Labilität bereits ab November 2009 
nicht mehr in der Lage war, einer beruflichen Umstellung – sei es qualitativ oder quantitativ über 
ein Pensum von 50% hinaus – gerecht zu werden. Diese medizinische Einschätzung der 
C.____ deckt sich mit den dazumal echtzeitlich vor Ort erhobenen Feststellungen der Abklä-
rungsperson, wonach eine deutlich höhere Arbeitsunfähigkeit resultiere, als der Versicherten 
aufgrund des medizinischen Fachgutachtens von Dr. D.____ zugemutet werde (vgl. Abklä-

 
 
Seite 14   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

rungsbericht für Selbständige vom 1. September 2010). Für eine geringere Restarbeitsfähigkeit 
ab November 2009 spricht aber auch, dass sich die bereits dazumal geklagten Symptome der 
Müdigkeit und der Konzentrationsstörungen zwanglos der mittelgradigen depressiven Episode 
und der formal mittelschweren neuropsychologischen Funktionsstörung zuordnen lassen, wie 
sie letztlich auch durch die Klinik E.____ diagnostiziert worden waren (vgl. gerichtliches Gutach-
ten der C.____ vom 23. Dezember 2013).  
 
5.2.3 Die Tatsache, dass die C.____-Gutachter verglichen mit den auf einer Momentauf-
nahme beruhenden Schlussfolgerungen insbesondere von Dr. D.____ zu einer abweichenden 
Würdigung des – gesamthaft betrachtet indes übereinstimmend – erhobenen, labilen Zustands 
der Versicherten gelangt sind, ist einer umfassenden polydisziplinären Begutachtung geradezu 
inhärent und stellt für sich alleine genommen keinen Grund für deren Nichtverwertbarkeit dar. 
Massgebend ist vielmehr, ob das gerichtliche Gutachten der C.____ für die streitigen Belange 
umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden be-
rücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten und der Anamnese abgegeben worden ist, in der Darle-
gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation 
einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Experten begründet sind. Diese Frage ist dem 
Gesagten zufolge zu bejahen. Es ist in diesem Zusammenhang daran zu erinnern, dass bei 
Gerichtsgutachten „nicht ohne zwingende Gründe“ von den Einschätzungen der medizinischen 
Experten abgewichen werden soll (vgl. Erwägung 3.3 hievor). Auch ist darauf hinzuweisen, 
dass insbesondere eine psychiatrische Exploration naturgemäss nicht ermessensfrei erfolgen 
kann. Den begutachtenden Fachpersonen ist deshalb ein gewisser Spielraum zu gewähren, 
innerhalb dessen verschiedene medizinische Interpretationen möglich, zulässig und zu respek-
tieren sind, sofern dabei lege artis vorgegangen worden ist. Daher kann ein Gutachten nicht 
stets in Frage gestellt und zum Anlass weiterer Abklärungen genommen werden, wenn andere 
Ärzte zu unterschiedlichen Einschätzungen gelangen oder an abweichenden Auffassungen 
festhalten. Anders verhält es sich, wenn objektiv feststellbare Gesichtspunkte vorgebracht wer-
den, die im Rahmen der psychiatrischen Begutachtung unerkannt geblieben und geeignet sind, 
zu einer abweichenden Beurteilung zu führen (Urteile des Bundesgerichts vom 5. März 2009, 
8C_694/2008, E. 5.1 und vom 19. September 2006, I 51/06, E. 3.1.2). Solche Gesichtspunkte 
sind vorliegend jedoch nicht ersichtlich. Die Gutachter der C.____ haben die Versicherte um-
fassend untersucht und gelangen bei letztlich kongruenten Beobachtungen sowohl der geklag-
ten neuropsychologischen Defizite als insbesondere auch der psychischen Fragilität und Labili-
tät zum nachvollziehbaren Ergebnis, dass die Beschwerdeführerin ab November 2009 in ihrer 
angestammten Tätigkeit als selbständige Coiffeuse weiterhin lediglich noch im Umfang von 
50% arbeitsfähig war. Daran ist festzuhalten.  
 
5.3 Zusammenfassend ist demnach davon auszugehen, dass die Versicherte nach ihrem 
Herzinfarkt bis März 2008 zunächst vollständig und danach bis Ende Oktober 2009 im Umfang 
von 70% arbeitsunfähig war. Für die Zeit ab November 2009 verbleibt eine durchgehende 
Restarbeitsfähigkeit als selbständige Coiffeuse im Umfang von noch 50%. Diese Verbesserung 
der Erwerbsfähigkeit ab November 2009 ist gemäss Art. 88a Abs. 1, Satz 2 der Verordnung 
über die Invalidenversicherung (IVV) vom 17. Januar 1961 mit Wirkung ab Februar 2010 zu 
berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat 

 
 
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und gestützt auf die medizinischen Unterlagen davon auszugehen ist, dass sie auch seither 
weiterhin angedauert hat.  
 
6.1 Wie oben ausgeführt (vgl. Erwägung 2.4 hiervor) ist der Invaliditätsgrad bei erwerbstä-
tigen Versicherten grundsätzlich aufgrund eines Einkommensvergleichs (Art. 16 ATSG) zu be-
stimmen. Namentlich bei Selbständigerwerbenden kann sich eine zuverlässige Ermittlung der 
beiden hypothetischen Vergleichseinkommen jedoch als schwierig oder gar unmöglich erwei-
sen. Lassen sich die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen nicht zuverlässig ermit-
teln oder schätzen, so ist in Anlehnung an die Methode für Nichterwerbstätige ein Betätigungs-
vergleich anzustellen (vgl. dazu Art. 5 Abs. 2 IVG i.V.m. Art. 8 Abs. 3 ATSG; vgl. dazu UELI 
KIESER, a.a.O. N 13 ff. und N 20 zu Art. 8), und der Invaliditätsgrad ist nach Massgabe der er-
werblichen Auswirkungen der verminderten Leistungsfähigkeit in der konkreten erwerblichen 
Situation zu bestimmen. Zunächst ist anhand des Betätigungsvergleichs die leidensbedingte 
Behinderung festzustellen; diese ist sodann im Hinblick auf ihre erwerbliche Auswirkung beson-
ders zu gewichten. Eine bestimmte Einschränkung im funktionellen Leistungsvermögen eines 
Erwerbstätigen kann zwar, braucht aber nicht notwendigerweise eine Erwerbseinbusse gleichen 
Umfangs zur Folge zu haben (ausserordentliches Bemessungsverfahren; BGE 128 V 29 E. 1, 
104 V 137 E. 2c; AHI-Praxis 1998 S. 120 E. 1a; Kreisschreiben über Invalidität und Hilflosigkeit 
in der Invalidenversicherung [KSIH] Rz. 3112 ff.). Eine gesetzliche Regelung, welche Bemes-
sungsmethode bei selbständig Erwerbenden anzuwenden ist, gibt es nicht. Welche Methode 
Anwendung findet, hängt somit in erster Linie davon ab, ob sich die hypothetischen Erwerbs-
einkommen zuverlässig schätzen lassen (allgemeine Methode) oder nicht (ausserordentliche 
Methode). 
 
6.2 Die Gegenüberstellung der vor und nach Eintritt eines invalidenversicherungsrechtli-
chen Versicherungsfalls in einem Gewerbebetrieb realisierten Geschäftsergebnisse lässt zuver-
lässige Schlüsse auf die invaliditätsbedingte Erwerbeinbusse nach Massgabe des allgemeinen 
Einkommensvergleichs nur dort zu, wo mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen 
werden kann, dass die Betriebsergebnisse durch invaliditätsfremde Faktoren beeinflusst wor-
den sind. Die Bemessung des Invalideneinkommens einer selbstständig erwerbenden Person 
nach Massgabe der erzielten Betriebsergebnisse kann daher nur zu einem rechtskonformen 
Einkommensvergleich führen, wenn hierfür invaliditätsfremde Faktoren konsequent ausgeson-
dert werden können. Abweichend von der AHV-Beitragsbemessung sind demnach invaliditäts-
fremde Aufwendungen und Erträge bei der Ermittlung der Vergleichseinkommen aufzurechnen 
oder auszuscheiden, soweit sie aus den vorgelegten Bilanzen ersichtlich sind oder anhand der 
Buchhaltungsunterlagen nachgewiesen werden können. Zu diesen ausserordentlichen (nicht im 
Zusammenhang mit der Behinderung stehenden) Erträgen gehören beispielsweise der Abbau 
des Warenlagers oder die Auflösung von stillen Reserven. Für den invalidenversicherungsrecht-
lichen Einkommensvergleich unbeachtliche Aufwendungen stellen sodann Unterhalts- und Re-
paraturarbeiten, Rückstellungen und Abschreibungen dar (vgl. SVR 1999 IV Nr. 24 S. 73 E. 4b). 
Schliesslich sind für die jeweiligen Geschäftsergebnisse eines Betriebs häufig schwer über-
blickbare Komponenten wie etwa die Konjunkturlage, die Konkurrenzsituation, der kompensato-
rische Einsatz von Familienangehörigen, Unternehmensbeteiligten oder Mitarbeitern von Be-
deutung. Eine verlässliche Ausscheidung der auf solche invaliditätsfremde Faktoren zurückzu-

 
 
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führenden Einkommensanteile einerseits und der auf dem eigenen Leistungsvermögen des 
Versicherten beruhenden Einkommensschöpfung andererseits ist in der Regel auf Grund der 
Buchhaltungsunterlagen allerdings nicht möglich (vgl. AHI-1998 S. 254 E. 4a; BGE 104 V 137 
E. 2). 
 

6.3.1 Für die Bemessung der Invalidität ist die IV-Stelle in der angefochtenen Verfügung da-
von ausgegangen, dass die beiden Vergleichseinkommen hinlänglich genau beziffert werden 
können und der IV-Grad deshalb aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen sei. 
Beim Valideneinkommen sei anhand des Auszugs aus dem individuellen Konto (IK) auf den 
tatsächlich erzielten, durchschnittlichen Verdienst der Jahre 2002 bis 2006 und in Bezug auf 
das Invalideneinkommen auf die statistischen Werte der Lohnstrukturerhebung (LSE) abzustel-
len. Auch dieser Auffassung kann nicht gefolgt werden. In Bezug auf das Valideneinkommen 
lassen die von der IV-Stelle herangezogenen IK-Einträge der Jahre 2002 bis 2006 bei detaillier-
ter Betrachtung keine zuverlässige Ermittlung des mutmasslichen Valideneinkommens zu. So 
stimmen die jährlichen IK-Auszüge der fraglichen Jahre jeweils nicht mit den in den Geschäfts-
abschlüssen der Versicherten ausgewiesenen Jahresgewinnen überein. Die Abweichungen 
sind vielmehr massiv: Das in den IK-Auszügen ausgewiesene Einkommen fällt bis zu 43% hö-
her aus als der in den entsprechenden Geschäftsabschlüssen ausgewiesene Geschäftsgewinn 
(vgl. IV-Dok 32, S. 3 f.; IV-Dok 34, S. 14 f.). Insbesondere aber ist der in den Geschäftsab-
schlüssen ausgewiesene Cashflow (Betriebsgewinn vor Abschreibungen) für die Jahre 2004 bis 
2006 jeweils rund Fr. 5‘700.— bis Fr. 6‘000.— tiefer als der entsprechend im IK-Auszug ersicht-
liche Lohn. Dies aber stellt einen offensichtlichen Widerspruch dar, weil der letztlich ausbezahl-
te Verdienst nicht höher als das noch vor Abschreibungen resultierende Brutto-Betriebsergebnis 
ausfallen kann. Hinzu treten – jedenfalls für das von der IV-Stelle beim Durchschnitt des Vali-
deneinkommens mitberücksichtigte Geschäftsjahr 2004 – weitere Unsicherheiten in buchhalte-
rischer Hinsicht, wie sie bereits im Abklärungsbericht vom 1. September 2010 festgehalten wor-
den sind. Insbesondere erweist es sich als nicht erklärbar, dass im Jahre 2004 – in welchem 
während der fraglichen Periode 2002 – 2006 der tiefste Betriebsgewinn und die tiefsten Perso-
nalkosten überhaupt angefallen sind – ein im Vergleich zu den übrigen Betriebsjahren just deut-
lich höherer Anteil an Sozialkosten angefallen ist, der darüber hinaus die effektiven Personal-
kosten um beinahe das Dreifache überstiegen haben soll (vgl. Abklärungsbericht vom 1. Sep-
tember 2010, IV-Dok 23, ad Ziffer 5, Einkommensverhältnisse, S. 7). Mangels einer zuverlässi-
gen Bestimmung in masslicher Hinsicht vermag daran auch nichts zu ändern, dass diese gros-
sen Schwankungen bei den Sozialkosten auf nur ungenaue Geschäftsjahrabgrenzungen zu-
rückzuführen seien (vgl. a.a.O., ad Ziffer 5.3, Kommentar der Abklärungsperson zu den Ge-
schäftsabschlüssen). Zumal die IK-Auszüge gemäss den Feststellungen der Abklärungsperson 
lediglich bis ins Jahr 2003 mit den Geschäftsabschlüssen – und dies jeweils nur annähernd – 
übereinstimmen (vgl. a.a.O., S. 9), entfällt damit die Möglichkeit, die vom Abklärungsdienst der 
IV-Stelle letztlich ohnehin als rein theoretisch bezeichnete Einkommensermittlung überhaupt zu 
überprüfen. Dies aber wäre umso mehr von Nöten, als die IK-Auszüge mit den Steuerunterla-
gen ebenfalls nicht korrespondieren (vgl. insbesondere das Jahr 2006, in welchem ein steuer-
bares Einkommen der Versicherten von Fr. 19‘150.—, demgegenüber ein Betriebsgewinn von 
lediglich Fr. 14‘150.— ausgewiesen ist; Details zu den Veranlagungen der direkten Bundes-
steuer, IV-Dok 3, S. 2 f.).  

 
 
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6.3.2 Dem Gesagten zufolge ist die Beschwerdeführerin  lediglich noch in ihrem angestamm-
ten Beruf als selbständige Coiffeuse arbeitsfähig (vgl. oben, Erwägungen 5.2.1 und 5.3 hievor). 
Sowohl ein Berufswechsel als auch die Aufnahme einer unselbständigen Tätigkeit als angestell-
te Coiffeuse sind aus medizinischen Gründen klarerweise ausgeschlossen. In dieser noch zu-
mutbaren Tätigkeit als weiterhin selbständig Erwerbstätige schöpft sie das ihr medizinisch zu-
mutbare Restarbeitspensum von 30% (bis Oktober 2009) bzw. von 50% (ab November 2009) 
vollumfänglich aus. Entgegen der von der IV-Stelle vernehmlassungweise vertretenen Auffas-
sung kann deshalb nicht gesagt werden, dass die Versicherte seit Eintritt ihres Gesundheits-
schadens im Dezember 2007 ihrer Schadenminderung nicht rechtsgenüglich nachgekommen 
wäre. Damit aber verbietet es sich, für die Bemessung des Invalideneinkommens auf die statis-
tischen Angaben der LSE abzustellen. Infolge massiver Umsatzeinbrüche ab 2008 erweist sich 
das Heranziehen der Geschäftsabschlüsse der Versicherten nach Eintritt ihrer gesundheitlichen 
Beeinträchtigung aber ebenfalls als offensichtlich ungeeignet (vgl. Abklärungsbericht vom 
1. September 2010, IV-Dok 23, S. 9, ad Ziffer 5.3 sowie S. 10, ad Ziffer 5.10). Wie die Abklä-
rungsperson im Rahmen ihrer Erhebung der wirtschaftlichen Verhältnisse der Beschwerdefüh-
rerin bereits im Abklärungsbericht vom 1. September 2010 festgehalten hat, ist eine auch nur 
annähernd nachvollziehbare Festlegung der massgebenden Vergleichseinkommen deshalb 
ausgeschlossen (vgl. IV-Dok Nr. 23, S. 11). Davon abgesehen kann nach Art. 25 Abs. 1 Satz 1 
IVV der von einer selbständigerwerbenden  Person erzielte Betriebsgewinn nicht einfach dem 
Validen- bzw. Invalideneinkommen gleichgesetzt werden. Laut dieser Bestimmung gelten (vor-
behältlich der in Satz 2 lit. a-c erwähnten Ausnahmen) als Erwerbseinkommen im Sinne von 
Art. 28 Abs. 2 IVG die mutmasslichen jährlichen Erwerbseinkommen, von denen Beiträge ge-
mäss AHVG erhoben würden. Die damit vorgeschriebene Parallelisierung der invalidenversi-
cherungsrechtlich massgebenden hypothetischen Vergleichseinkommen mit dem AHV-rechtlich 
beitragspflichtigen Einkommen gebietet, für den Einkommensvergleich bei Selbständigerwer-
benden die effektiv bezahlten persönlichen AHV/IV/EO-Beiträge zum Betriebsgewinn hinzuzu-
zählen (vgl. Art. 9 Abs. 2 lit. d Satz 2 AHVG) und davon den Zinsertrag auf dem im Betrieb ein-
gesetzten Eigenkapital abzuziehen (vgl. Art. 9 Abs. 2 lit. f AHVG;  vgl. SVR 1999 IV Nr. 24 S. 73 
E. 4b und c). Eine diesen Vorgaben entsprechende, von invaliditätsfremden Faktoren unbeein-
flusste betriebliche Leistung, wie sie die Beschwerdeführerin  trotz ihrer gesundheitlichen Ein-
schränkung erzielen könnte, lässt sich aufgrund der vorliegenden Unterlagen aber ebenfalls 
nicht ermitteln. Ist dem für die allgemeine Methode des Einkommensvergleichs notwendigen 
Vergleich von Validen- und Invalideneinkommen mithin die Grundlage entzogen, erweist es sich 
entgegen der von der IV-Stelle vertretenen Auffassung aber als sachgerecht, das ausserordent-
liche Bemessungsverfahren anzuwenden. 
 

6.4 Um beim ausserordentlichen Bemessungsverfahren die erforderliche erwerbliche Ge-
wichtung der verschiedenen, bei einer selbständigen Erwerbstätigkeit anfallenden Betätigungen 
vornehmen zu können, ist deren wirtschaftlicher Wert im Verhältnis zueinander festzustellen 
und mit der Einschränkung im jeweiligen Tätigkeitsbereich in Beziehung zu setzen. Ausgangs-
punkt bildet die Festlegung der zeitlichen Anteile der Betätigungsfelder an der Gesamttätigkeit 
(BGE 128 V 32 E. 3b; AHI 1998 S. 123 E. 3). Bei der Geschäftsführung, welche teilinvalide 
Selbständigerwerbende in der Regel weiterhin uneingeschränkt ausüben können, muss geprüft 

 
 
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werden, welcher Wert ihr im Vergleich zu den übrigen, dem Versicherten nicht mehr oder nur 
noch reduziert zumutbaren Tätigkeiten zukommt. Dabei ist vom Grundsatz auszugehen, dass 
der Funktion als Geschäftsführer ein grösseres wirtschaftliches Gewicht zukommt als der übri-
gen branchenspezifischen Tätigkeit (BGE 128 V 33 E. 4b; AHV 1998 S. 123 f. E. 3).  
 
6.5 Auf ein derart differenzierendes Vorgehen kann vorliegend jedoch verzichtet werden. 
Ein Blick in den ungewichteten Betätigungsvergleich des Abklärungsdienstes vom 1. September 
2010 zeigt, dass die in der Eigenschaft als selbständige Coiffeuse anfallenden Kernaufgaben 
„Betriebsführung“, Waschen, Schneiden, Föhnen“, „Farbe, Waschen, Schneiden Föhnen“ und 
„Materialbeschaffung“ annähernd die gesamte Tätigkeit der Versicherten umfassen (vgl. IV-Dok 
Nr. 23, S. 12). Besonders ist dabei dem Umstand Rechnung zu tragen, dass sich der administ-
rative Aufwand auf ein Minimum beschränkt und eine eigentliche Geschäftsführung bei dem 
vorliegend zu Diskussion stehenden Einzelpersonenbetrieb weder wirklich ausgewiesen noch 
vorhanden ist. Damit ist grundsätzlich ausgeschlossen, dass einem geschäftsführenden Tätig-
keitsbereich ein grösseres wirtschaftliches Gewicht als der eigentlichen Kernaufgabe als Coif-
feuse zukommt. Ist die Versicherte infolge des aus gesundheitlichen Gründen bedingten, höhe-
ren Zeitaufwands und erhöhten Pausenbedarf nicht mehr in der Lage, dieselbe Anzahl Kunden 
wie zuvor noch als valide Person zu bedienen, reduziert sich infolge dessen im entsprechenden 
Verhältnis auch der in den übrigen Tätigkeitsbereichen zuvor ohne gesundheitliche Beeinträch-
tigung angefallene Aufwand. Dies gilt – entgegen der vom Abklärungsdienst erhobenen Ver-
hältnisse – insbesondere für den Bereich der Reinigung, der notorischerweise gerade bei einer 
Tätigkeit als Coiffeuse mit den einzelnen Kundenbetreuungen einhergeht. Es ist deshalb davon 
auszugehen, dass sich die medizinisch ausgewiesene Arbeitsunfähigkeit (vgl. oben, Erwägung 
5.3 hiervor) in den einzelnen Tätigkeitsbereichen unbesehen ihrer wirtschaftlichen Gewichtung 
im Verhältnis stets gleichmässig auswirkt. Damit aber fehlt es beim vorliegenden Einzelperso-
nenbetrieb im Ergebnis an unterschiedlich hoch zu bewertenden Betätigungsbereichen und es 
resultiert in Anlehnung an den Prozentvergleich (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 2. Juli 
2014, 9C_185/2014, E. 3.2) nach Ablauf des Wartejahres mit Wirkung ab 1. Dezember 2008 bis 
Januar 2010 gestützt auf eine Arbeitsunfähigkeit von 70% ein Anspruch auf eine ganze IV-
Rente und ab Februar 2010 gestützt auf eine Arbeitsunfähigkeit von 50% ein Anspruch auf eine 
halbe IV-Rente. Dieses Ergebnis entspricht letztlich auch der Einschätzung der Abklärungsper-
son der IV-Stelle, wonach der Rentenentscheid aufgrund der medizinischen Aussagen zu be-
messen sei (vgl. Stellungnahme zum Abklärungsbericht vom 18. November 2010, IV-Dok 40. 
S. 2).  
 
6.6 Ein identisches Ergebnis ergibt sich, wenn der Invaliditätsbemessung der erwerblich 
gewichtete Betätigungsvergleich des Abklärungsdienstes zu Grunde gelegt wird (vgl. IV-Dok 23, 
S. 15 und 16). Die für die Zeit ab Dezember 2008 ausgewiesene Restarbeitsfähigkeit von 
33,09% überschreitet die medizinisch ausgewiesene Restarbeitsfähigkeit von 30% um rund 3%. 
Bemisst man diese Differenz anhand des im Kernaufgabengebiet der Betriebsführung, des Wa-
schens, Schneidens, und Föhnens herangezogenen Jahreslohnes von Fr. 60‘505.— (vgl. LSE 
TA7 Ziff. 90-93 F3; Fr. 60‘505.— x 0,03 = Fr. 1‘815.—), so erhöht sich die korrekterweise auf 
einer Restarbeitsfähigkeit von lediglich 30% basierende Erwerbseinbusse in dieser Periode im 
entsprechenden Umfang auf Fr. 41‘712.— (Fr. 1‘815.— plus ausgewiesene Erwerbseinbusse 

 
 
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von Fr. 39‘897.—). Damit resultiert ebenfalls ein IV-Grad von genau 70%, wie er sich auch in 
Anlehnung an den Prozentvergleich ergibt (Erwerbseinbusse von Fr. 41‘712.— dividiert durch 
Valideneinkommen von Fr. 59'505.—). Gleiches gilt für die Periode ab Februar 2010 (vgl. oben, 
Erwägung 5.3. hiervor). Hier unterschreitet die vom Abklärungsdienst ab November 2009 evalu-
ierte Restarbeitsfähigkeit von 43% die medizinisch zumutbare Restarbeitsfähigkeit von 50% um 
7%, was, wiederum gemessen am Jahreslohn im Kernaufgabengebiet von Fr. 60‘505.— 
(vgl. LSE TA7 Ziff. 90-93 F3; Fr. 60‘505.— x 0,07 = Fr. 4‘235.—), zu einer Verringerung der 
Erwerbseinbusse auf Fr. 29‘793.— führen muss (ausgewiesene Erwerbseinbusse von 
Fr.  34‘028.— abzüglich Fr. 4‘235.—). Somit resultiert ein gewichteter IV-Grad von genau 50% 
(Erwerbseinbusse von Fr. 29‘793.— dividiert durch Valideneinkommen von Fr. 59'505.—), wie 
er sich auch für diese Periode bereits in Anlehnung an den Prozentvergleich ergibt. Der Be-
schwerdeführerin steht deshalb so oder anders mit Wirkung ab 1. Dezember 2008 bis Januar 
2010 ein Anspruch auf eine ganze IV-Rente und ab Februar 2010 ein Anspruch auf eine halbe 
IV-Rente zu. Ihre Beschwerde ist bei diesem Ergebnis teilweise gutzuheissen.  
 
7.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1

bis
 Satz 1 IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um 

die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungs-
gericht kostenpflichtig. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der 
unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt; gegenüber den Vorinstanzen bzw. 
den kantonalen Behörden werden indes grundsätzlich keine Verfahrenskosten erhoben. Da 
vorliegend die Vorinstanz unterlegen ist, ist auf die Erhebung von Verfahrenskosten zu verzich-
ten und der geleistete Kostenvorschuss ist der Beschwerdeführerin zurückzuerstatten. Die Auf-
wendungen für die gerichtliche Begutachtung durch die C.____ sind demgegenüber der IV-
Stelle aufzuerlegen. So sind gemäss Art. 78 Abs. 3 IVV die Kosten von Abklärungsmassnah-
men von der IV-Stelle dann zu tragen, soweit sie für die Zusprechung von Leistungen unerläss-
lich waren (BGE 137 V 265 f. E. 4.4.2). Diese Voraussetzung ist vorliegend gegeben, nachdem 
das Gericht am 7. Februar 2013 und 12. Juni 2014 zum Schluss gekommen war, dass eine ab-
schliessende Beurteilung gestützt auf die jeweils in jenem Zeitpunkt vorgelegene Aktenlage 
nicht möglich war und insbesondere die Frage der der Versicherten noch verbleibenden Er-
werbsfähigkeit näherer Prüfung bedurft hatte. Die Kosten der C.____ für das Gerichtsgutachten 
vom 23. Dezember 2013 basieren auf dem in Anhang 2 der modifizierten Vereinbarung zwi-
schen dem Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) und der jeweiligen Gutachterstelle ge-
nannten Ansatz von Fr. 10'631.— zuzüglich medizinischer Nebenleistungen (Urteil des Bun-
desgerichts vom 2. Dezember 2014, 9C_271/2014, E. 4.1). Sie belaufen sich gemäss Rech-
nung vom 31. Dezember 2013 auf insgesamt Fr. 11‘586.30. Zusammen mit den Kosten für die 
ergänzende Stellungnahme der C.____ vom 21. November 2014 im Umfang von Fr. 791.40 
ergeben sich gerichtliche Begutachtungskosten von total Fr. 12‘377.70, welche die IV-Stelle 
somit zu tragen hat. 
 
7.2 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch 
auf Ersatz ihrer Parteikosten. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend ist der Beschwerde-
führerin deshalb eine Parteientschädigung zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. Ihre Rechts-
vertreterin hat in ihren drei Honorarnoten vom 17. Dezember 2012, 12. Mai 2014 sowie 27. Ja-
nuar 2015 – in Abweichung zur zusammenfassenden Aufstellung infolge der dort zu berichti-

 
 
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genden Auslagen gemäss Honorarnote vom 17. Dezember 2012 richtigerweise im Umfang von 
Fr. 347.50 statt Fr. 374.50 – einen Zeitaufwand von insgesamt 31 Stunden sowie Auslagen von 
Fr. 535.55 ausgewiesen, was sich angesichts der mehrfach notwendigen Stellungnahmen, ins-
besondere im Zusammenhang mit dem gerichtlichen Begutachtungsauftrag, im Quervergleich 
mit gleichgelagerten Fällen als angemessen erweist. Die Bemühungen sind zu dem in Sozial-
versicherungsprozessen für durchschnittliche Fälle zur Anwendung gelangenden Stundenan-
satz von Fr. 250.— zu entschädigen. Damit ist der Beschwerdeführerin für das vorliegende Be-
schwerdeverfahren eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 8‘948.35 (30 Stunden à 
Fr. 250.-- und Auslagen von Fr. 535.55 zuzüglich 8% Mehrwertsteuer) zu Lasten der IV-Stelle 
zuzusprechen. 
 

 

Demgemäss wird  e r k a n n t : 

://: 1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung der IV-
Stelle Basel-Landschaft vom 6. September 2012 aufgehoben und es 
wird festgestellt, dass die Beschwerdeführerin für die Zeit ab 1. De-
zember 2008 bis Januar 2010 Anspruch auf eine ganze Rente und mit 
Wirkung ab 1. Februar 2010 Anspruch auf eine halbe Rente der Invali-
denversicherung hat.  

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

Der Beschwerdeführerin wird der geleistete Kostenvorschuss in der 
Höhe von Fr. 600.-- zurückerstattet. 

 3. Die Kosten für die gerichtliche Begutachtung der C.____ in der Höhe 
von insgesamt Fr. 12‘377.70 werden der IV-Stelle Basel-Landschaft 
auferlegt. 

 4. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat der Beschwerdeführerin eine Par-
teientschädigung in der Höhe von Fr. 8‘948.35 (inkl. Auslagen und 8 % 
Mehrwertsteuer) auszurichten.