# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6436689a-bcb1-5a71-92c0-b2d07565e8a7
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2008-06-10
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 10.06.2008 ZF 2008 20
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZF-2008-20_2008-06-10.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 10. Juni 2008 Schriftlich mitgeteilt am: 
ZF 08 19/20

Urteil
Zivilkammer

Vorsitz Vizepräsident Bochsler
RichterInnen Riesen-Bienz, Hubert, Zinsli und Michael Dürst
Aktuarin ad hoc Bäder Federspiel

——————

In den zivilrechtlichen Berufungen

ZF 08 19

der AX., Beklagte 1, Berufungsklägerin und Anschlussberufungsbeklagte, und der 
BX., Beklagte 2, Berufungsklägerin und Anschlussberufungsbeklagte, beide vertre-
ten durch Rechtsanwalt lic. iur. et oec. Pius Fryberg, Quaderstrasse 8, 7000 Chur,

gegen

das Urteil des Bezirksgerichts Plessur vom 25./26. Oktober 2007, mitgeteilt am 18. 
Februar 2008, in Sachen des Dr. AY., Kläger 1, Berufungsbeklagter und Anschluss-
berufungskläger, und des BY., Kläger 2, Berufungsbeklagter und Anschlussberu-
fungskläger, beide vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Peter Diener, Bärenloch 1, 
Postfach 201, 7002 Chur, gegen die Beklagten 1 und 2, Berufungsklägerinnen und 
Anschlussberufungsbeklagten, sowie gegen Rechtsanwalt lic. iur. Z., Beklagter 3, 
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Hans-Martin Allemann, Alexanderstrasse 8, 
Postfach 30, 7002 Chur, sowie

ZF 08 20

von Rechtsanwalt lic. iur. Z., Beklagter 3 und Berufungskläger, vertreten durch 
Rechtsanwalt Dr. iur. Hans-Martin Allemann, Alexanderstrasse 8, Postfach 30, 7002 
Chur,

2

gegen

das Urteil des Bezirksgerichts Plessur vom 25./26. Oktober 2007, mitgeteilt am 18. 
Februar 2008, in Sachen des Dr. AY., Kläger 1 und Berufungsbeklagter, und des 
BY., Kläger 2 und Berufungsbeklagter, beide vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. 
Peter Diener, Bärenloch 1, Postfach 201, 7002 Chur, gegen den Beklagten 3 und 
Berufungskläger sowie gegen AX., Beklagte 1, und BX., Beklagte 2, beide vertreten 
durch Rechtsanwalt lic. iur. et oec. Pius Fryberg, Quaderstrasse 8, 7000 Chur,

betreffend Forderung aus aktienrechtlicher Verantwortlichkeit,

hat sich ergeben:

A. Im Jahr 1958 wurde die Confiserie X. AG gegründet. Die Aktiengesell-
schaft hat ihren Sitz in E. und bezweckt gemäss Statuten die Führung einer Confi-
serie, einer Bäckerei und eines Tea-Rooms. Sie verfügt über 60 Namenaktien à 
nominal Fr. 1'000.--, wobei 31 Aktien durch die Familie X. – nämlich durch AX. und 
ihre Töchter C., D. und BX. – und 29 Aktien durch die Familie Y. – nämlich Dr. AY. 
und BY. – gehalten werden. Das Verhältnis zwischen den beiden Aktionärsgruppen 
ist seit Jahren gespannt. Im 45. Geschäftsjahr 2002/2003, das vom 1. Mai 2002 bis 
zum 30. April 2003 dauerte, waren AX. (Präsidentin), BX. sowie Rechtsanwalt Z. 
Mitglieder des Verwaltungsrats der Confiserie X. AG.

Im Eigentum der Confiserie X. AG stand das Wohn- und Geschäftshaus „X.“ 
an der F. in E.. Darin führte die Gesellschaft ihren Geschäftsbetrieb. Neben den 
Betriebsräumlichkeiten sowie Personalzimmern verfügt die erwähnte Liegenschaft 
über je eine Wohnung im 1., 2. und 3. Obergeschoss. Im Eigentum der Confiserie 
X. AG stehen zudem Wohnungen bzw. Personalzimmer in den Liegenschaften „G.“, 
„H.“ und „I.“. Am 31. März 2004 schlossen die Confiserie X. AG und die X. & Co. 
Confiserie einen Pachtvertrag, worin der Pächterin ab 1. Mai 2004 das ganze Un-
tergeschoss, das ganze Erdgeschoss, ein Büro im 1. Stock und eine Garage in der 
Wohn- und Geschäftsliegenschaft der Verpächterin an der F. in E. zum Gebrauch 
als Confiserie, Bäckerei und Café überlassen wurde.

Seit 1995 sanken die Umsätze des Betriebs der Confiserie X. AG und die 
Geschäftsergebnisse verschlechterten sich. Ab dem Geschäftsjahr 1998/1999 re-
sultierten nur noch Verluste. Im Mai 2002 kündigte die J., Hypothekargläubigerin im 
1. Rang, ihren Hypothekarkredit. Die Kündigung des von der K. gewährten Hypo-
thekardarlehens folgte. Am 12. Juli 2004 wurde das Wohn- und Geschäftshaus der 
Confiserie X. AG auf Antrag der Grundpfandgläubigerin J. durch das Betreibungs-

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amt Schanfigg versteigert. Dr. AY. und BY. ersteigerten die Liegenschaft im ersten 
Aufruf für Fr. 2'055'000.--. Mittlerweise befindet sich die Confiserie X. AG in Liqui-
dation.

B. Mit Vermittlungsbegehren vom 12. August 2004 instanzierten Dr. AY. 
und BY. beim Kreispräsidium Schanfigg eine Klage betreffend aktienrechtliche Ver-
antwortlichkeit gegen AX., BX. und Rechtsanwalt Z.. Nach erfolglos verlaufener 
Sühneverhandlung vom 15. Juni 2005 erstellte der Vermittler am 26. Juli 2005 den 
folgenden Leitschein:

„Rechtsbegehren der Kläger:

Es seien die Beklagten 1-3 unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu ver-
pflichten, der Firma „Confiserie X. AG“ in E. den Betrag von CHF 300'000.00 
unter Vorbehalt einer späteren Anpassung der Klagesumme zu bezahlen.

Rechtsbegehren der beiden Vertreter der Beklagten:

Abweisung der Klage unter Kosten- und Entschädigungsfolge inkl. MWSt. 
von 7.6 % zu Lasten der Kläger.“

C. Mit Prozesseingabe vom 2. September 2005 prosequierten Dr. AY. 
und BY. den Leitschein an das Bezirksgericht Plessur. Sie präzisierten ihre Rechts-
begehren, wie folgt:

„1. Es seien die Beklagten 1-3 unter solidarischer Haftung zu verpflichten, 
der Confiserie X. AG, E., Fr. 200'000.- nebst Zins zu 5% seit 30. April 
2003 - unter Vorbehalt einer späteren Anpassung der Klagesumme - zu 
bezahlen.

2. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beklag-
ten.“

AX. und BX. beantragten in ihrer Prozessantwort vom 28. November 2005, 
was folgt:

„1. Die Klage sei abzuweisen. 

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Kläger.“

Rechtsanwalt Z. stellte in seiner Prozessantwort vom 28. November 2005 
folgende Anträge:

„I. Auf das Klagebegehren betreffend Bezahlung eines Zinses von 5 Pro-
zent seit dem 30. April 2003 auf dem Forderungsbetrag von CHF 
200'000 sei nicht einzutreten.

II. Im Übrigen sei die Klage abzuweisen.

III. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge, inklusive 7.6 Prozent 
Mehrwertsteuer, zu Lasten der Kläger.“

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Darüber hinaus stellte er den Verfahrensantrag, es sei eine Referentenaudi-
enz anzusetzen mit dem Ziel, eine einvernehmliche Streitbeilegung zu erreichen.

Ein zweiter Rechtsschriftenwechsel wurde nicht durchgeführt. Mit Schreiben 
vom 30. Januar 2006 verzichteten die Kläger auf eine Stellungnahme im Sinne von 
Art. 87 Abs. 2 ZPO.

Mit Eingabe vom 28. November 2005 hatte Z. gegen Dr. AY. ein Gesuch um 
Sicherstellung der Anwaltskosten gestellt. Da BY. in der Folge erklärte, solidarisch 
auch für allfällige Dr. AY. auferlegte Kosten zu haften, wurde das Gesuch mit Ver-
fügung vom 8. Februar 2006 abgewiesen.

D. Am 3. bzw. 6. September 2007 schlossen Dr. AY. und BY. mit Rechts-
anwalt Z. einen gerichtlichen Vergleich. Der Vergleich enthält folgende Regelungen:

„I.

Dieser Vergleich betrifft ausschliesslich das Verfahren Nr. 110-2005-44 der 
Parteien betreffend aktienrechtliche Verantwortlichkeit und das Ausscheiden 
von Z. als Prozessbeteiligtem aus diesem Verfahren.

II.

Die Kläger, Dr. AY. und BY., ziehen die aktienrechtliche Verantwortlichkeits-
klage gegen den Beklagten lic. iur. Z. im Verfahren Nr. 110-2005-44 vor dem 
Bezirksgericht Plessur, Chur, hiermit zurück.

III.

Die Verfahrenskosten des gegen lic. iur. Z. erhobenen Vermittlungs- und Kla-
geverfahrens, nämlich:

• die vermittleramtlichen und gerichtlichen Kosten sowie

• die Anwaltskosten der Kläger und von lic. iur. Z.

sind nach Massgabe der letztinstanzlichen Entscheidung über die von den 
Klägern gegen AX. und BX. anhängig gemachten aktienrechtlichen Verant-
wortlichkeitsklage (Verfahren vor dem Bezirksgericht Plessur Nr. 110-2005-
44) von den Klägern, Dr. AY. und BY., und/oder vom Beklagten lic. iur. Z. zu 
tragen und je nach Verfahrensausgang der Gegenpartei zu entschädigen.

IV.

Mit dem Vollzug dieses Vergleichs erklären sich Dr. AY. und BY. einerseits 
sowie lic. iur. Z. anderseits per Saldo aller gegenseitigen Ansprüche ausein-
andergesetzt.

V.

Dieser Vergleich unterliegt ausschliesslich schweizerischem Recht.

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Für allfällige Streitigkeiten aus diesem Vergleich ist ausschliesslicher Ge-
richtsstand Landquart. Betreibungsort ist für beide Parteien ebenfalls Land-
quart.

VI.

Die Unterzeichneten ersuchen das Bezirksgericht Plessur, das Verfahren Nr. 
110-2005-44 betreffend die Klage gegen lic. iur. Z. im Sinne dieses Ver-
gleichs abzuschreiben und diesen Vergleich in den Abschreibungsbeschluss 
aufzunehmen.

VII.

Der vorliegende Vergleich wird sechsfach ausgefertigt (je ein Exemplar für 
das Gericht und die Parteien sowie deren Rechtsanwälte).“

Mit Schreiben vom 6. September 2007 teilte der Rechtsvertreter der Kläger 
dem Bezirksgerichtspräsidenten Plessur mit, dass zwischen seinen Mandanten und 
Z. ein Teilvergleich zustande gekommen sei und sie die Klage dem Letzteren ge-
genüber zurückziehen würden. Er bitte demnach, eine Teilabschreibung vorzuneh-
men. Die Kostenregelung sei aufzuschieben.

E. Die Hauptverhandlung vor dem Bezirksgericht Plessur fand am 25. 
Oktober 2007 statt. Mit Urteil vom 25./26. Oktober 2007, mitgeteilt am 18. Februar 
2008, erkannte das Bezirksgericht Plessur, wie folgt:

„1. Das Verfahren gegen den Beklagten 3, Z., wird infolge Klagerückzugs 
abgeschrieben.

2. Die Klage wird - soweit darauf eingetreten wird - teilweise gutgeheissen 
und die Beklagten AX. und BX. werden unter solidarischer Haftung ver-
pflichtet, der Confiserie X. AG (in Liquidation) CHF 36'400.-- zuzüglich 
5% Zins seit 30. April 2003 zu bezahlen.

3. Die Kosten des Kreisamtes Schanfigg von CHF 400.00 sowie die Kos-
ten des Bezirksgerichtes Plessur von CHF 13'529.40 (Gerichtsge-
bühren CHF 7'000.00, Schreibgebühren CHF 1'197.00, Bargebühren 
CHF 1'332.40 [Expertise zu ½ = CHF 516.10], Streitwertzuschlag CHF 
4'000.00) gehen zu zwei Dritteln (CHF 9'019.60) zu Lasten der solida-
risch haftenden Kläger, Dr. AY. und BY., und zu einem Drittel (CHF 
4'509.80) zu Lasten der solidarisch haftenden Beklagten, AX., BX. und 
Z.. In Berücksichtigung des bereits geleisteten Kostenvorschusses von 
CHF 8'500.00 verbleibt ein noch zu bezahlender Restbetrag für die Klä-
ger von CHF 519.60, welcher innert 30 Tagen auf das PC-Konto 70-
3596-3 des Bezirksgerichtes Plessur zu überweisen ist. Der Anteil der 
Beklagten wird mit dem geleisteten Kostenvorschuss verrechnet.

Die solidarisch haftenden Dr. AY. und BY. haben AX. und BX. mit ins-
gesamt CHF 7'000.-- (inkl. Barauslagen, zuzüglich 7.6 % MWST) und 
Z. ebenfalls mit CHF 7'000.-- (inkl. Barauslagen, zuzüglich 7.6 % 
MWST) ausseramtlich zu entschädigen.

4. (Mitteilung)“

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F. Gegen dieses Urteil liessen AX. und BX. am 10. März 2008 die Beru-
fung zu Handen des Kantonsgerichts von Graubünden erklären (Verfahren ZF 08 
19). Sie stellen folgende Berufungsanträge:

„1. Das angefochtene Urteil sei aufzuheben.

2. Die Klage sei - soweit darauf eingetreten wird - vollumfänglich abzuwei-
sen.

3. Die Kosten des Kreisamtes Schanfigg von Fr. 400.00 sowie die Kosten 
des Bezirksgerichtes Plessur von Fr. 13'529.40 seien den Klägern auf-
zuerlegen, welche zudem zu verpflichten seien, die Beklagten ausser-
gerichtlich mit Fr. 21'000.00, zuzüglich 7.6% Mehrwertsteuer, zu ent-
schädigen.

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge für das Berufungsverfahren zu-
lasten der Berufungsbeklagten.“

Am 20. März 2008 erklärten Dr. AY. und BY. Anschlussberufung an das Kan-
tonsgericht von Graubünden. Ihre Rechtsbegehren lauten, wie folgt:

„1. Die Ziff. 2 und 3 des angefochtenen Urteils seien aufzuheben.

2. Die Klage sei im Umfange von mindestens Fr. 100'000.-- zuzüglich 
Schadenszins zu 5% ab 30.4.2003 gutzuheissen.

3. Die Kosten der Vorinstanz seien aufgrund des Ausgangs der Berufung 
resp. der Anschlussberufung neu aufzuteilen und zwar unter Berück-
sichtigung von Art. 756 Abs. 2 OR.

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge für das Berufungsverfahren zu-
lasten der Berufungsklägerinnen.“

G. Auch Rechtsanwalt lic. iur. Z. liess am 10. März 2008 gegen das vor-
erwähnte Urteil des Bezirksgerichts Plessur Berufung an das Kantonsgericht von 
Graubünden erheben (Verfahren ZF 08 20). Er stellt folgende Berufungsanträge:

„1. Ziffer 3 des Dispositivs des angefochtenen Urteils sei aufzuheben, so-
weit sie den Berufungskläger sowie die Berufungsgegner in Bezug auf 
den Berufungskläger betrifft.

2. Die Kosten des Kreisamts Schanfigg von CHF 400.00 sowie die Kosten 
des Bezirksgerichts Plessur von CHF 13'529.40 im Verfahren Proz. Nr. 
110-2005-44 betreffend Forderung aus aktienrechtlicher Verantwortlich-
keit seien dem Berufungskläger nur nach Massgabe der letztinstanzli-
chen Entscheidung über die aktienrechtliche Verantwortlichkeitsklage 
der Kläger/Berufungsgegner gegen die Beklagten X. aufzuerlegen, 
eventuell bei Rechtskraft von Ziffer 2 des Dispositivs des angefochtenen 
Urteils im Umfang von 15 Prozent.

3. Die Berufungsgegner seien solidarisch zu verpflichten, dem Berufungs-
kläger seine ganzen Anwaltskosten im Vermittlungsverfahren vor dem 
Kreisamt Schanfigg und im Verfahren Proz. Nr. 110-2005-44 vor dem 
Bezirksgericht Plessur betreffend Forderung aus aktienrechtlicher Ver-
antwortlichkeit nach Massgabe der letztinstanzlichen Entscheidung 
über die aktienrechtliche Verantwortlichkeitsklage der Kläger/ Beru-

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fungsgegner gegen die Beklagten X. zu ersetzen, eventuell bei Rechts-
kraft von Ziffer 2 des Dispositivs des angefochtenen Urteils netto CHF 
20'818.00.

4. Der Vergleich des Berufungsklägers mit den Klägern/ Berufungsbeklag-
ten vom 3./6. September 2007 sei in das Berufungsurteil aufzunehmen, 
ev. sei das Bezirksgericht Plessur anzuweisen, einen Abschreibungs-
beschluss zu erlassen, in welchen der Vergleich aufzunehmen sei.

5. Verfahrensanträge

a) Streitverkündung:

Im vorliegenden Berufungsverfahren sei Frau Lucie X., F., 7050 E., 
vertreten durch Herrn lic. iur. et oec. Pius Fryberg, Rechtsanwalt 
und Notar, Quaderstrasse 8, 7000 Chur, der Streit gemäss Art. 30 
ZPO zu verkünden.

b) Sistierung:

Das Berufungsverfahren sei zu sistieren, bis die Forderungsstreit-
sache Y./X. betreffend aktienrechtliche Verantwortlichkeit rechts-
kräftig entschieden ist.

6. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge (zuzüglich 7.6 % MWSt) zu 
Lasten der Berufungsgegner.“

Mit Verfügung vom 26. März 2008, mitgeteilt am 27. März 2008, wurde 
Rechtsanwalt Z. vom Kantonsgerichtspräsidium aufgefordert, die Anträge auf Streit-
verkündung und Sistierung des Berufungsverfahrens zu begründen. Mit Eingabe 
vom 10. April 2008 liess der Genannte mitteilen, dass die Streitverkündung an AX. 
zurückgezogen werde, da jene inzwischen selbst Berufung eingelegt habe. Den Sis-
tierungsantrag begründete der Berufungskläger mit der zwischen ihm und den Klä-
gern unter Ziffer III des Vergleichs vom 3./6. September 2007 getroffenen Verein-
barung. AX. und BX. liessen sich zu den Verfahrensanträgen nicht vernehmen, 
währenddem Dr. AY. und BY. vom Rückzug der Streitverkündung Kenntnis nahmen 
und sich dem Sistierungsantrag anschlossen. Mit Verfügung des Kantonsgerichts-
präsidiums vom 7. Mai 2008, mitgeteilt am 14. Mai 2008, wurde das Sistierungsge-
such vom 10. März 2008 abgewiesen.

H. Am 10. Juni 2008 fand die mündliche Berufungsverhandlung vor dem 
Kantonsgericht von Graubünden statt. Anwesend waren der Rechtsvertreter von 
AX. und BX., Rechtsanwalt lic. iur. et oec. Pius Fryberg, sowie Dr. AY. und BY. und 
ihr Rechtsvertreter, Rechtsanwalt Dr. iur. Peter Diener. Zudem waren Rechtsanwalt 
lic. iur. Z. und sein Rechtsvertreter, Rechtsanwalt Dr. iur. Hans-Martin Allemann, 
zugegen. Die Parteivertreter erklärten sich damit einverstanden, dass die Verfahren 
ZF 08 19 und ZF 08 20 aus prozessökonomischen Gründen und infolge ihrer Kon-
nexität zusammengelegt werden. Gegen die Zuständigkeit und die Zusammenset-

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zung des Gerichts wurden keine Einwände erhoben, so dass sich dieses als in der 
Sache legitimiert erklärte.

Als Erstes wurde die Berufungsverhandlung im Verfahren ZF 08 19 durchge-
führt. Zu Beginn verlas der Vorsitzende die Anträge der Berufung und der An-
schlussberufung. Da keine Beweisanträge vorlagen, wurde das Beweisverfahren 
geschlossen. Danach fanden die Plädoyers der Parteivertreter statt. Rechtsanwalt 
Fryberg bestätigte und begründete in seinem Parteivortrag die Anträge gemäss der 
schriftlichen Berufungserklärung vom 10. März 2008. Rechtsanwalt Diener 
bestätigte und begründete in seinem Plädoyer seinerseits die Anträge gemäss der 
schriftlichen Anschlussberufungserklärung vom 20. März 2008. Rechtsanwalt Fry-
berg und Rechtsanwalt Diener gaben von ihren Vorträgen eine schriftliche Aus-
führung zu den Akten. Die Parteivertreter erhielten das Recht auf Replik und Duplik, 
was sie nutzten, um ihre jeweiligen Standpunkte zu vertieften.

Im Anschluss wurde die Berufungsverhandlung im Verfahren ZF 08 20 durch-
geführt. Einleitend verlas der Vorsitzende die Berufungsbegehren. Da keine Be-
weisanträge vorlagen, wurde das Beweisverfahren geschlossen. Danach fanden 
die Plädoyers der Parteivertreter statt. Rechtsanwalt Allemann bestätigte in seinem 
Parteivortrag die Anträge gemäss der schriftlichen Berufungserklärung vom 10. 
März 2008. Im Anschluss nahm Rechtsanwalt Diener zur Berufung Stellung und 
beantragte deren Abweisung. Rechtsanwalt Fryberg verzichtete auf ein Plädoyer. 
Rechtsanwalt Allemann und Rechtsanwalt Diener gaben von ihren Vorträgen eine 
schriftliche Ausführung zu den Akten. Die Parteivertreter erhielten das Recht auf 
Replik und Duplik und vertieften bei dieser Gelegenheit ihre Standpunkte.

Auf die Erwägungen im angefochtenen Urteil sowie auf die Ausführungen der 
Rechtsvertreter der Parteien in den Rechtsschriften und anlässlich der Berufungs-
verhandlung wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegan-
gen.

Die Zivilkammer zieht in Erwägung :

1a. Gegen Urteile der Bezirksgerichte über vermögensrechtliche Streitig-
keiten im Betrag von über Fr. 8'000.-- kann Berufung an das Kantonsgericht ergrif-
fen werden (Art. 218 Abs. 1 ZPO in Verbindung mit Art. 19 ZPO). Der Berufungs-
streitwert ist vorliegend sowohl im Verfahren ZF 08 19 als auch im Verfahren ZF 08 
20 erreicht. Die Zuständigkeit des Kantonsgerichts von Graubünden zur Beurteilung 
der vorliegenden Streitsachen als Berufungsinstanz ist damit gegeben.

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b. Eine Berufung ist innert der peremptorischen Frist von 20 Tagen seit 
der schriftlichen Mitteilung des Urteils zu erklären und hat die formulierten Anträge 
auf Abänderung des erstinstanzlichen Urteils und der Beiurteile sowie neue Einre-
den, soweit solche noch zulässig sind, zu enthalten (Art. 219 Abs. 1 ZPO).

Die Berufung von AX. und von BX. vom 10. März 2008 (ZF 08 19) gegen das 
Urteil des Bezirksgerichts Plessur vom 25./26. Oktober 2007, mitgeteilt am 18. Fe-
bruar 2008, wurde frist- und formgerecht eingereicht, so dass darauf eingetreten 
werden kann. Dasselbe gilt für die Berufung von Rechtsanwalt Z. (ZF 08 20), die 
jener ebenfalls am 10. März 2008 einreichte.

c. Der Berufungsbeklagte kann, wenn er nicht selbst auch Berufung ein-
gelegt hat, innert der peremptorischen Frist von 10 Tagen seit Mitteilung der Beru-
fungserklärung beim Präsidenten der ersten Instanz seine Anschlussberufung mit 
formulierten Anträgen einreichen (Art. 220 Abs. 1 ZPO). Die Mitteilung der Beru-
fungserklärung an die Berufungsbeklagten Dr. AY. und BY. erfolgte mit Schreiben 
des Bezirksgerichts Plessur vom 10. März 2008. Die von den Genannten am 20. 
März 2008 im Verfahren ZF 08 19 erhobene Anschlussberufung ist fristgerecht und 
darüber hinaus auch formgerecht erfolgt. Auf die Anschlussberufung ist folglich 
ebenfalls einzutreten.

2. Am 3. bzw. 6. September 2007 schlossen Dr. AY. und BY. mit Rechts-
anwalt Z. einen gerichtlichen Vergleich, worin die aktienrechtliche Verantwortlich-
keitsklage gegen den Letztgenannten zurückgezogen wurde. Die Berufungskläge-
rinnen bringen vor, dieser Vergleich wirke auch ihnen gegenüber, so dass die Klage 
bereits aus diesem Grund abzuweisen sei.

a. Die Kläger machen vorliegend eine Forderung gestützt auf die aktien-
rechtliche Verantwortlichkeit geltend. Bei Vergleichsverhandlungen mit einem Or-
gan im Zusammenhang mit Ansprüchen aus aktienrechtlicher Verantwortlichkeit ist 
stets zu prüfen, ob eine Gesamtbefreiung, wie sie die Beklagten 1 und 2 geltend 
machen, vorliegt. Art. 759 OR statuiert bezüglich solcher Ansprüche nämlich eine 
differenzierte Solidarität; es entsteht von Gesetzes wegen eine Solidarschuldner-
schaft (im Einzelnen vgl. Erwägung 2b des angefochtenen Urteils [Art. 229 Abs. 3 
ZPO]). Das Verhältnis unter Solidarschuldnern wird von Art. 147 ff. OR beherrscht. 
Nach Art. 148 Abs. 1 OR hat jeder Solidarschuldner, wenn sich aus dem internen 
Rechtsverhältnis nichts anderes ergibt, einen gleichen Anteil an der Schuld zu tra-
gen. Bezahlt ein Solidarschuldner mehr als seinen internen Teil an der Gesamts-
chuld, so hat er für den Mehrbetrag Rückgriff auf seine Mitschuldner (Art. 148 Abs. 

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2 OR). Soweit ein Solidarschuldner durch Zahlung oder Verrechnung den Gläubiger 
befriedigt hat, sind auch die übrigen befreit (Art. 147 Abs. 1 OR). Wird ein Solidar-
schuldner ohne (volle) Befriedigung des Gläubigers befreit, so wirkt die Befreiung 
zugunsten der anderen nur so weit, als die Umstände oder die Natur der Verbind-
lichkeit es rechtfertigen (Art. 147 Abs. 2 OR). Tritt keine Befreiung der anderen Mit-
schuldner ein, hat dies zur Folge, dass sie nach einer Belangung durch den Gläu-
biger für mehr als ihre Anteile gestützt auf Art. 148 Abs. 2 OR Rückgriff auf den vom 
Gläubiger individuell befreiten Schuldner nehmen können und dieser damit mehr 
als mit dem Gläubiger vereinbart zu zahlen hat, wodurch der Vergleich für ihn illu-
sorisch wird.

Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist durch Auslegung des je-
weiligen Vergleichs zu ermitteln, ob (und inwieweit) eine Befreiung auch für die üb-
rigen Schuldner gelten soll. Allein der erwähnte Umstand, dass der Mitschuldner bei 
einer Belangung durch den Gläubiger für den vollen durch den Vergleich nicht ge-
deckten Teil Rückgriff auf den vom Gläubiger individuell befreiten Solidarschuldner 
nehmen könnte und dieser in der Folge aus Regress mehr als mit dem Gläubiger 
vereinbart zu zahlen haben könnte, führt nicht schon für sich allein zum Ergebnis, 
dass eine Gesamtbefreiung der Mitschuldner bejaht werden muss. Vielmehr ist die-
ser Umstand im Rahmen der Auslegung des Vergleichs bloss als ein Auslegungs-
element nebst anderen zu berücksichtigen, das dafür sprechen kann, dass die Par-
teien des Vergleichs tatsächlich oder nach Treu und Glauben eine – allenfalls auf 
den im Innenverhältnis zu tragenden Teil beschränkte – Befreiung der Mitschuldner 
gewollt haben. Wird ein Solidarschuldner durch einen Vergleich, also einen Til-
gungsgrund rechtsgeschäftlicher Art, befreit, muss somit stets der Sinn der zwi-
schen den Kontrahierenden getroffenen Abmachung nach ihrem autonomen Ver-
tragswillen massgebend sein, der durch die Auslegung der Vereinbarung nach all-
gemeinen Grundsätzen zu ermitteln ist. Für eine feste Regel, nach der aufgrund des 
angerufenen Umstands ohne weiteres eine Befreiungswirkung für die am Vergleich 
nicht beteiligten Mitschuldner eintreten soll, besteht daneben kein Raum (BGE 133 
III 116 ff., mit diversen Hinweisen; BGE 107 II 226 ff.).

b/aa. Die Berufungsklägerinnen bringen vor, der Vergleich vom 3./6. Sep-
tember 2007 mache für den ehemaligen Verwaltungsrat Z. nur dann Sinn, wenn 
auch sie als Verwaltungsrätinnen befreit würden; ansonsten sei er illusorisch. Ge-
stützt auf die voranstehenden Ausführungen führt dieser Einwand für sich allein al-
lerdings noch nicht dazu, dass die Befreiung von der Haftpflicht für alle Solidar-
schuldner gilt. Auch lässt sich rein aus der Tatsache, dass der Vergleich keine Klau-
sel enthält, die eine Gesamtbefreiung der Solidarschuldner explizit ausschliesst, 

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entgegen der Ansicht der Berufungsklägerinnen noch kein Schluss auf eine derar-
tige Befreiung ziehen. Genauso wenig enthält der Vergleich nämlich eine Klausel, 
wonach eine Gesamtbefreiung der Solidarschuldner eintritt. Erforderlich ist vielmehr 
eine Auslegung des Vergleichs nach den allgemeinen Grundsätzen, um den Sinn 
der zwischen den Berufungsbeklagten und Z. getroffenen Abmachung nach ihrem 
autonomen Vertragswillen zu ermitteln.

b/bb. Nach Ziffer I des Vergleichs betrifft dieser ausschliesslich das Verfah-
ren betreffend aktienrechtliche Verantwortlichkeit und das Ausscheiden von Z. als 
Prozessbeteiligtem (Beklagter 3) aus diesem Verfahren. Bereits daraus ergibt sich, 
dass das Verfahren gegen die weiteren Prozessbeteiligten, nämlich AX. und BX., 
weitergeführt werden sollte. Aus diesem Grund wurde nach Ziffer II des Vergleichs 
denn auch nur die Klage gegen den Beklagten Y. zurückgezogen. Auch die Kosten-
regelung in Ziffer III des Vergleichs wurde auf die Weiterführung des Verfahrens 
gegen die Beklagten 1 und 2 ausgelegt. Strebten die Kläger aber die Fortführung 
des Verfahrens gegen die Berufungsklägerinnen an, so hielten sie damit gleichzeitig 
an ihrer Absicht fest, diese für ihre Verwaltungsratstätigkeit haftbar zu machen. Dar-
aus lässt sich ohne weiteres der Schluss ziehen, dass mit dem Vergleich keine Be-
freiung der Mitschuldner beabsichtigt war.

Der Vergleich bezieht sich ausschliesslich auf das Verhältnis der darin auf-
geführten Parteien. Dementsprechend erklären sich nach Ziffer IV des Vergleichs 
mit dessen Vollzug denn auch nur die Kläger einerseits und der Beklagte 3 ander-
seits per Saldo aller gegenseitigen Ansprüche für auseinandergesetzt. Das Verhält-
nis zwischen den Klägern und den Beklagten 1 und 2 wurde durch den Vergleich 
gar nicht berührt. Auch die Frage eines allfälligen Regresses unter den Haftpflichti-
gen, das heisst das Verhältnis unter den Beklagten 1, 2 und 3, wurde im Vergleich 
nicht geregelt. Daher kann auch nicht gesagt werden, Z. sei die Schuld erlassen 
worden mit der Massgabe, dass ihn auch auf dem Rückgriffsweg keine weitere Ver-
pflichtung treffen soll.

b/cc. Die Auslegung des Vergleichs vom 3./6. September 2007 lässt unter 
all diesen Umständen den Schluss, dass die zu Gunsten von Z. eingetretene Be-
freiung von der Haftpflicht auch gegenüber AX. und BX. wirken soll, nicht zu.

3a. Nach Art. 754 Abs. 1 OR sind die Mitglieder des Verwaltungsrates und 
alle mit der Geschäftsführung oder der Liquidation befassten Personen sowohl der 
Gesellschaft als auch den einzelnen Aktionären und Gesellschaftsgläubigern für 
den Schaden verantwortlich, den sie durch absichtliche oder fahrlässige Verletzung 

12

ihrer Pflichten verursachen. Voraussetzungen eines Verantwortlichkeitsanspruchs 
sind ein Schaden, eine Widerrechtlichkeit – die im Recht der Organverantwortlich-
keit in einer Pflichtverletzung liegt –, ein adäquater Kausalzusammenhang sowie 
ein Verschulden (Peter Widmer/Oliver Banz, in: Basler Kommentar zum OR II, Art. 
530-1186 OR, 2. A., Basel 2002, N 2 vor Art. 754-761 OR, N 23 zu Art. 754 OR). 
Die Vorinstanz hat die Haftungsvoraussetzungen im angefochtenen Urteil ausführ-
lich und fundiert dargelegt. Diese grundsätzlichen Überlegungen in Erwägung 5b 
des vorinstanzlichen Urteils wurden von den Parteien zu Recht nicht beanstandet, 
so dass das Kantonsgericht an Stelle eigener Begründung auf diese Bezug nehmen 
kann (Art. 229 Abs. 3 ZPO).

b. Die Vorinstanz hielt in Erwägung 5d des angefochtenen Urteils fest, 
die Kläger hätten den Prozessgegenstand auf das Geschäftsjahr 2002/2003 be-
schränkt. Einzugehen sei im Rahmen der tatsächlichen Behauptungen demnach 
nur auf die geltend gemachten Pflichtverletzungen, welche einen Schaden in die-
sem Geschäftsjahr zur Folge haben konnten.

Dieses Vorgehen ist entgegen der Ansicht der Berufungsbeklagten nicht zu 
beanstanden. Diese hatten in Ziffer 5 der Prozesseingabe vom 2. September 2005 
ausführen lassen, den Beklagten werde vorgeworfen, die Confiserie X. AG im Ge-
schäftsjahr 2002/2003 (1. Mai 2002 bis 30. April 2003) um mindestens Fr. 200'000.-- 
geschädigt zu haben, indem sie es pflichtwidrig und schuldhaft unterlassen hätten, 
Massnahmen zur Verhinderung eines Verlustes im erwähnten Geschäftsjahr zu tref-
fen. Auch in den Ziffern 4 und 26 sowie bei der Schadensberechnung in den Ziffern 
27 ff. der Prozesseingabe wird ausdrücklich nur auf das Geschäftsjahr 2002/2003 
Bezug genommen. Die Berufungsbeklagten haben damit den Prozessgegenstand 
in der Tat selbst auf das erwähnte Geschäftsjahr beschränkt. Dass der Schaden im 
Hinblick auf das Geschäftsjahr 2002/2003 zu betrachten ist, schliesst im Übrigen 
nicht aus, dass frühere Massnahmen oder Unterlassungen des Verwaltungsrates, 
die sich auf das Geschäftsergebnis im fraglichen Zeitraum ausgewirkt haben, vor-
liegend nicht berücksichtigt werden könnten.

c. Die Berufungsklägerinnen machen in ihrer Berufung geltend, sie hät-
ten gar keinen Schaden verursacht, so dass die Klage vollumfänglich abzuweisen 
gewesen wäre. Dagegen bringen die Anschlussberufungskläger vor, die von der 
Vorinstanz zugesprochene Schadenssumme von Fr. 36'400.-- sei zu tief und auf 
mindestens Fr. 100'000.-- zu erhöhen.

13

c/aa. Im vorinstanzlichen Verfahren warfen die Kläger den Beklagten allge-
mein vor, sie hätten keine Unternehmensanalyse gemacht, keine Strategie erarbei-
tet und keine Sanierungsmassnahmen getroffen. In Bezug auf diese Vorwürfe ge-
langte die Vorinstanz zur Erkenntnis, dass sich die Beklagten im relevanten Ge-
schäftsjahr 2002/2003 darum bemüht hätten, die finanzielle Lage der Confiserie X. 
AG zu verbessern und ernsthafte Anstrengungen unternommen hätten, die Gesell-
schaft aus der schwierigen finanziellen Situation zu bringen. Darüber hinaus hielt 
die Vorinstanz fest, die Kläger hätten in Bezug auf diese allgemeinen Vorwürfe nicht 
substanziert dargelegt, welche Pflichtverletzungen sich die Beklagten anzurechnen 
hätten und welcher Schaden dadurch adäquat kausal verursacht worden sei.

Auch im Berufungsverfahren kann auf die Einwände der Anschlussberu-
fungskläger nicht eingetreten werden, insoweit diese in allgemeiner Weise die ab-
solute Untätigkeit des Verwaltungsrates über mehrere Geschäftsjahre bzw. die Be-
günstigung der Interessen der Familie X. rügen und nicht substanziert darlegen, 
welche Schäden die Berufungsklägerinnen durch welche Pflichtverletzungen verur-
sacht haben sollen. Bei derart allgemein gehaltenen Vorwürfen ist auch eine Schät-
zung durch das Gericht nach Art. 42 Abs. 2 OR nicht möglich.

c/bb. Konkret rügten die Kläger im erstinstanzlichen Verfahren unter ande-
rem, die Beklagten hätten die Geschäftsräumlichkeiten der Confiserie X. AG zu spät 
sowie zu einem zu niedrigen Zins verpachtet. Die Vorinstanz gelangte im angefoch-
tenen Urteil zum Schluss, dass die Beklagten durch die Nichtverpachtung des Ge-
schäftsbetriebes im Geschäftsjahr 2002/2003 keine Pflichtverletzung begangen hät-
ten. Zudem sei der Vorwurf, dass die Geschäftsräumlichkeiten am 31. März 2004 
zu einem zu tiefen Zins an die X. und Co. Confiserie verpachtet worden seien, un-
erheblich, da sich dieser Umstand nicht auf das Geschäftsergebnis 2002/2003 habe 
auswirken können. Inwiefern dieser – einlässlich begründete – Schluss der Vorin-
stanz nicht korrekt sein soll, wurde von den Anschlussberufungsklägern nicht dar-
gelegt. Die Nichtverpachtung des Geschäftsbetriebs fand überdies keinen Eingang 
in die von jenen anlässlich der Berufungsverhandlung vorgenommene Schadens-
berechnung. Auf diesen Punkt braucht daher vorliegend nicht mehr eingegangen zu 
werden. Nicht mehr Berufungsthema bildet im Übrigen auch der vor Bezirksgericht 
noch erhobene Vorwurf der Kläger, die Beklagten hätten der Gesellschaft durch das 
Unterlassen der Liquidation der Gesellschaft einen Schaden verursacht.

c/cc. Im Berufungsverfahren machen die Anschlussberufungskläger einen 
Schaden von insgesamt Fr. 129'311.-- geltend. Ihr Rechtsvertreter führte im Plä-
doyer aus, der Verwaltungsrat habe anlässlich der Sitzung vom 23. Mai 2002 eine 

14

Reduktion der Löhne und der Verwaltungsratshonorare beschlossen, doch seien 
diese Reduktionen nie durchgeführt worden, was für das Geschäftsjahr 2002/2003 
zu einem Schaden von Fr. 64'861.-- geführt habe. Zudem seien im Geschäftsjahr 
2002/2003 effektiv für drei Personen Geschäftsführerlöhne ausbezahlt worden. Bei 
einer Kürzung der Gehälter von zwei Geschäftsführern hätten sich weitere Fr. 
36'000.-- einsparen lassen. Der Gesellschaft sei darüber hinaus ein Schaden aus 
der Nichtvermietung von Wohnungen bzw. aus deren Vermietung unter dem Markt-
wert entstanden, hinsichtlich der Wohnung von AX. ein Schaden von Fr. 9'600.--, 
hinsichtlich der Wohnung im 2. Stock ein solcher von Fr. 6'600.-- und hinsichtlich 
der Wohnung im 1. Stock ein Schaden von Fr. 12'250.--.

In Bezug auf diese Vorwürfe ist zunächst zu prüfen, ob sie bereits im erstin-
stanzlichen Verfahren erhoben worden waren, oder ob es sich um neue Tatsachen-
behauptungen handelt. Grundsätzlich ist es Sache der Parteien, dem Gericht das 
Tatsächliche des Rechtsstreites darzulegen. Das Gericht legt seinem Verfahren nur 
rechtzeitig geltend gemachte Tatsachen zugrunde (Art. 118 ZPO). Die Darstellung 
der Tatsachen, auf die sich die Klage stützt, muss nach Art. 82 ZPO bzw. Art. 87 
Abs. 3 ZPO in den erstinstanzlichen Rechtsschriften erfolgen.

Zu beachten ist, dass die Berufungsbeklagten in der Prozesseingabe vom 2. 
September 2005 zwar geltend machten, die Wohnungen in der Wohn- und Ge-
schäftsliegenschaft X. seien unnötig leer gestanden bzw. hätten zu höheren Zinsen 
vermietet werden können, was auch Eingang in die Schadensberechnung fand (vgl. 
Ziffern 11, 20 ff. und 32 der Prozesseingabe). Der Vorwurf, die Nichtreduktion von 
Gehältern bzw. das Ausbezahlen von drei Geschäftsführerlöhnen gleichzeitig habe 
zu einem Schaden von Fr. 64'861.-- bzw. Fr. 36'000.-- geführt, war darin aber noch 
nicht enthalten und wird erstmals anlässlich der Berufungsverhandlung erhoben. In 
der Prozesseingabe finden sich lediglich die allgemein gehaltenen Vorwürfe, die 
Beklagten hätten es unterlassen, Massnahmen zur Verhinderung eines Verlustes 
im Geschäftsjahr 2002/2003 und dringend angezeigte Sanierungsmassnahmen zu 
treffen (Ziffer 5 und 10; vgl. dazu bereits Erwägung 3c/aa vorstehend). Zudem er-
folgten in den Ziffern 24 ff. Ausführungen zu den überhöhten Personalkosten. Diese 
erweisen sich indes als zuwenig substanziert. So rügten die Kläger pauschal, die 
Personalkosten seien mit über 60 % des Umsatzes weit über dem Branchendurch-
schnitt von rund 50 % gewesen. Ein Gericht darf selbstverständlich nicht bloss auf-
grund einer Abweichung von durchschnittlichen Erfahrungswerten auf einen ent-
sprechenden Schaden bzw. auf Pflichtverletzungen der Organe schliessen, ohne 
die konkrete Situation der betroffenen Gesellschaft zu berücksichtigen. Es ist aber 
nicht Aufgabe des Gerichts, die pauschalen Vorwürfe aufgrund der vorhandenen 

15

Verfahrensakten zu präzisieren und herauszufiltern, welcher der Arbeitnehmer wie 
viel Lohn bezogen hat und ob dieser Lohn angemessen war oder nicht. Behaup-
tungs- und Beweislast liegen vielmehr bei den Parteien, insbesondere bei den Ge-
schädigten, die den Schaden zu substanzieren und zu beziffern haben.

Jedenfalls fehlen in der Prozesseingabe Ausführungen darüber, dass und 
wer in Abweichung zum Verwaltungsratsbeschluss vom 23. Mai 2002 zuviel Lohn 
erhalten hat, oder dass im Geschäftsjahr 2002/2003 zu Unrecht drei Geschäftsfüh-
rerhonorare gleichzeitig ausbezahlt worden sind. Dieser Sachverhalt wurde in der 
Prozesseingabe gar nicht oder zuwenig substanziert behauptet; entsprechende 
Schadenspositionen fehlten, was im Übrigen auch mit sich brachte, dass es den 
Beklagten verwehrt war, zu diesen Vorwürfen Stellung zu nehmen. Auch im Plä-
doyer vor erster Instanz nahmen die Kläger noch eine Schadensberechnung vor, 
die sich lediglich auf die Nichtverpachtung des Geschäftsbetriebs, die Nichtliquida-
tion der Gesellschaft und den pauschalen Vorwurf der um 10 % überhöhten Lohn-
kosten stützte. Unter diesen Umständen handelt es sich bei den erwähnten Vorbrin-
gen der Berufungsbeklagten anlässlich der Berufungsverhandlung um unzulässige 
neue tatsächliche Behauptungen, sodass im Lichte der obenstehenden Ausführun-
gen darauf nicht eingegangen werden kann. Eine Ausnahme bildet lediglich die 
Frage der Verwaltungsratshonorare, die in den Ziffern 11 und 24 der Prozessein-
gabe thematisiert worden war.

c/dd. Die Anschlussberufungskläger machen geltend, es sei im Hinblick auf 
die Schadensberechnung zu beachten, dass sie als Minderheitsaktionäre keinen 
Einblick in die Geschäftsführung erhalten hätten. Erst in einem Verfahren auf Son-
derprüfung beziehungsweise im vorliegenden Prozess hätten sie Akteneinsicht er-
halten. Bei der Ausarbeitung der Prozesseingabe seien sie aber noch nicht im Be-
sitz der massgeblichen Akten gewesen.

Dieser Einwand kann nicht gehört werden. Es wäre den Berufungsbeklagten 
zweifellos schon im erstinstanzlichen Verfahren möglich gewesen, die Klage so zu 
substanzieren, wie sie es im Berufungsverfahren tun, und eine konkrete Schadens-
berechnung hinsichtlich überhöhter Personalkosten vorzunehmen. Weder ihnen 
noch dem Gericht stehen nämlich im heutigen Zeitpunkt mehr oder andere Akten 
zur Verfügung als im Verfahren vor dem Bezirksgericht Plessur. Es mag sein, dass 
den Klägern bei der Ausarbeitung der Prozesseingabe noch nicht alle Akten vorla-
gen. Es wäre ihnen aber offen gestanden, einen zweiten Schriftenwechsel zu bean-
tragen, um ihre Argumentation aufgrund der Prozessantworten der Beklagten und 
der damit produzierten Akten zu verfeinern. Spätestens im Zeitpunkt der erstin-

16

stanzlichen Hauptverhandlung standen den Klägern dann aber in jedem Fall diesel-
ben Akten zur Verfügung wie heute dem Kantonsgericht.

c/ee. Zusammenfassend ergibt sich, dass in der vorliegenden Berufung nur 
die Fragen, ob die Beklagten Wohnungen im Wohn- und Geschäftshaus X. pflicht-
widrig leer stehen liessen beziehungsweise unter dem Marktwert vermieteten sowie 
jene der Verwaltungsratshonorare überprüft werden können.

4. Als Erstes ist die Vermietung der Wohnungen im Haus „X.“ einer nähe-
ren Betrachtung zu unterziehen.

a/aa. Was die Wohnung im 3. Obergeschoss der Wohn- und Geschäftslie-
genschaft X. in E. betrifft, so führte die Vorinstanz im angefochtenen Urteil aus, 
diese sei zu einem Mietzins von Fr. 1'200.-- monatlich an AX. vermietet gewesen. 
Gemäss Schätzungsbericht von L. vom 19. September 2002 liege der marktge-
rechte Mietzins dieser Wohnung aber bei Fr. 1'800.-- monatlich. Diese Schätzung 
stimme weitgehend mit derjenigen des gerichtlich beigezogenen Sachverständigen 
M. vom 23. Mai 2007 überein, welcher einen marktgerechten Zins von Fr. 1'840.-- 
errechnet habe. Angesichts der prekären finanziellen Situation der Confiserie X. AG 
und der Pflicht des Verwaltungsrates, das Geschäftsvermögen sorgfältig zu verwal-
ten, hätte der Mietzins für die erwähnte Wohnung ab Oktober 2002 angepasst wer-
den müssen. Damit hätten der Confiserie X. AG im Geschäftsjahr 2002/2003 für die 
Monate Oktober 2002 bis April 2003 insgesamt Fr. 4'200.-- mehr zugeführt werden 
können.

a/bb. Die Berufungsbeklagten bringen vor, diese Berechnung sei nicht kor-
rekt. Zunächst sei nicht einzusehen, weshalb erst ab Oktober 2002 mit einem höhe-
ren Mietzins gerechnet worden sei, da der Verwaltungsrat, insbesondere AX., be-
reits seit Dezember 1997 Kenntnis davon gehabt habe, dass die Miete viel zu tief 
sei. Eine angemessene Miete für die erwähnte Wohnung liege zudem im Bereich 
des von Treuhänder N. geschätzten Betrages von Fr. 2'500.--. Ferner habe die Vor-
instanz übersehen, dass der von AX. bezahlte Mietzins auch die Nebenkosten um-
fasst habe. Die Differenz zu einem angemessenen Mietzins für die erwähnte Woh-
nung liege somit bei mindestens Fr. 9'600.-- (12 x Fr. 800.--).

Dagegen machen die Berufungsklägerinnen geltend, dass eine Mietzinser-
höhung auf den 1. Oktober 2002 gar nicht möglich gewesen wäre, weil die AG die 
Formalitäten von Art. 269d OR hätte einhalten müssen.

17

a/cc. Den Berufungsbeklagten ist beizupflichten, dass tatsächlich nicht erst 
seit dem Vorliegen des Schätzungsberichts von L. vom 19. September 2002 (BB 
RA Allemann 26), sondern schon mehrere Jahre zuvor bekannt war, dass der für 
die Wohnung im 3. OG bezahlte Mietzins zu tief ist. Bereits aus den Protokollen der 
Verwaltungsratssitzungen vom 29. September 1997 (BB RA Allemann 41) und vom 
8. Dezember 1997 (KB 8) geht hervor, dass den Beteiligten klar war, dass alle Woh-
nungsmieten im Haus X. zu tief angesetzt waren. Man beliess zwar in der Folge die 
Mieten auf der bestehenden Höhe, war sich aber durchaus bewusst, dass die ent-
sprechende Mietdifferenz zu Lasten des Betriebes geht. Es ist demnach ausgewie-
sen, dass im Geschäftsjahr 2002/2003 in Bezug auf den Mietzins für die von AX. 
gemietete Wohnung im 3. OG schon längstens Handlungsbedarf bestand. Unter 
diesen Umständen rechtfertigt es sich, die Differenz des tatsächlichen zu einem 
marktgerechten Mietzins für das gesamte Geschäftsjahr 2002/2003 zu berücksich-
tigen und nicht erst ab Oktober 2002. Da der Mietzins schon seit längerem hätte 
angepasst werden müssen, verfängt auch der Einwand der Berufungsklägerinnen, 
es sei aus mietrechtlichen Gründen nicht möglich gewesen, den Mietzins von einem 
Monat auf den anderen zu erhöhen, nicht.

Was die Höhe eines angemessenen Mietzinses für die Wohnung im 3. OG 
betrifft, so schätzte der Experte L. diese auf Fr. 1'800.-- ein. Diese Schätzung ent-
spricht in etwa derjenigen des gerichtlich beigezogenen Sachverständigen M. vom 
23. Mai 2007 (Expertise im Verfahren ZF 08 16), welcher einen marktgerechten Zins 
von Fr. 1'840.-- errechnete. Es erscheint dem Kantonsgericht gerechtfertigt, auf 
diese Schätzungen abzustellen. Zwar stufte der frühere Verwaltungsratspräsident 
N. anlässlich der Verwaltungsratssitzung vom 8. Dezember 1997 den marktgerech-
ten Mietzins für die Wohnung im 3. OG wie erwähnt auf Fr. 2'500.-- ein, doch ist 
nicht ersichtlich, auf welche Umstände er seine Einschätzung stützte. Dass der 
Preis für eine 5 ½-Zimmerwohnung von rund 160 m2 in E. mit Fr. 1'200.-- deutlich 
zu tief liegt und sich ein angemessener Zins in etwa im Bereich des von den Exper-
ten ermittelten Betrags von Fr. 1'800.-- bewegt, konnte von den Beteiligten im Übri-
gen schon vor dem Vorliegen der erwähnten Gutachten abgeschätzt werden bzw. 
hätte von diesen bei Anwendung der genügenden Sorgfalt auch selbst ermittelt wer-
den können.

Aus dem Gesagten ergibt sich, dass für die von AX. gemietete Wohnung im 
3. OG für das ganze Geschäftsjahr 2002/2003 ein monatlicher Mietzins von Fr. 
1'800.-- zuzüglich Nebenkosten von Fr. 150.--, total demnach Fr. 1'950.--, hätte ver-
langt werden müssen. Effektiv bezahlt wurde ein Betrag von Fr. 1'200.-- pro Monat 

18

(vgl. KB 9, S. 2 unten). Der Schaden beläuft sich somit auf insgesamt Fr. 9'000.-- 
(12 x Fr. 750.--).

b/aa. Das Bezirksgericht Plessur gelangte im angefochtenen Urteil im Wei-
teren zum Schluss, dass die Wohnung im 2. Obergeschoss des Hauses „X.“ bis 
zum 31. März 2003 nicht vermietet gewesen sei, indes hätte vermietet werden müs-
sen. Da dies nicht getan worden sei, seien der Confiserie X. AG im Geschäftsjahr 
2002/2003 Mietzinseinnahmen in der Höhe von Fr. 15'400.-- (11 Monate à Fr. 
1'400.--) entgangen.

b/bb. Die Berufungsklägerinnen machen in diesem Zusammenhang gel-
tend, die Wohnung im 2. OG sei entgegen diesen Ausführungen im angefochtenen 
Urteil auch im Geschäftsjahr 2002/2003 vermietet gewesen und zwar an D. X., die 
in dieser Zeit bei der AG angestellt gewesen sei. Ihr seien für die Miete jeweils mo-
natlich Fr. 1'200.-- direkt vom Lohn abgezogen worden.

Die Berufungsbeklagten anerkannten anlässlich der Berufungsverhandlung, 
dass die Wohnung im 2. OG seit November 2001 durch D. X. bewohnt worden war 
und dass ihr dafür vom Lohn Fr. 1'200.-- pro Monat abgezogen worden waren. Al-
lerdings bringen sie vor, dass ein angemessener Zins für die erwähnte Wohnung 
bei Fr. 1'600.-- zuzüglich Fr. 150.-- Nebenkosten monatlich gelegen hätte, also bei 
demjenigen Betrag, für den die Wohnung ab dem 1. Mai 2004 an D. X. vermietet 
worden sei.

b/cc. Entgegen den vorinstanzlichen Feststellungen stand somit die Woh-
nung im 2. OG im Geschäftsjahr 2002/2003 nicht leer, sondern war an D. X. ver-
mietet. Den sie betreffenden Lohnabrechnungen kann denn auch entnommen wer-
den, dass ihr jeweils Fr. 1'200.-- monatlich für Logis abgezogen wurden. Zu beach-
ten gilt es allerdings, dass der Experte L. in seinem Gutachten den marktgerechten 
Mietzins für die Wohnung auf Fr. 1'400.-- pro Monat schätzte. Dem Kantonsgericht 
erscheint es gerechtfertigt, auf diese Schätzung abzustellen. Da das Gutachten Frei 
nur die Nettomiete betrifft, sind noch Nebenkosten von Fr. 150.-- zu berücksichtigen. 
Somit ergibt sich eine Mietzinsdifferenz zu Lasten der AG von Fr. 350.-- pro Monat 
bzw. von insgesamt Fr. 4'200.-- für das Geschäftsjahr 2002/2003.

c/aa. In Bezug auf die Wohnung im 1. Obergeschoss gelangte die Vorin-
stanz zur Erkenntnis, dass den Beklagten keine Pflichtverletzung zum Vorwurf ge-
macht werden könne. Die Wohnung habe per 1. November 2002 vermietet werden 
können, so dass davon auszugehen sei, die Beklagten hätten sich um eine Vermie-
tung bemüht.

19

c/bb. Die Berufungsbeklagten machen geltend, die erwähnte Wohnung sei 
seit dem Auszug des Geschäftsführers O. im Jahr 1998 grundlos leer gestanden, 
bis sie durch den neu eingestellten Chefbäcker und Chef-Konditor P. am 1. Novem-
ber 2002 übernommen worden sei. Auch für diese Wohnung wäre ein Zins von Fr. 
1'750.-- monatlich erzielbar gewesen, wäre der Verwaltungsrat tätig geworden. 
Dass die Wohnung an den neuen Geschäftsführer P. billiger vermietet worden sei, 
sei wohl Bestandteil seiner Lohnvereinbarung gewesen. Zumindest für die 7 Mo-
nate, in denen die Wohnung leer gestanden sei, sei aber ein Mietzinsausfall von Fr. 
12'250.-- (7 Monate à Fr. 1'750.--) zu berücksichtigen.

c/cc. Wie bereits in Erwägung 4a/cc festgehalten, waren sich die Verwal-
tungsräte im Geschäftsjahr 2002/2003 der Notwendigkeit, die Wohnungen in der 
Wohn- und Geschäftsliegenschaft X. zu vermieten, seit längerem bewusst. Den-
noch liessen sie die Wohnung im 1. OG für mehrere Jahre leer stehen. Aktive Such-
bemühungen sind nicht nachgewiesen. Auch dass man sich erfolglos um Mieter 
bemüht hätte, machen die Berufungsklägerinnen nicht geltend. Ein pflichtgemässes 
Handeln des Verwaltungsrates hätte indes klar erfordert, die erwähnte Wohnung zu 
vermieten. Da dies nicht getan wurde, sind der Confiserie X. AG im Geschäftsjahr 
2002/2003 bis zur effektiven Vermietung an die Eheleute P. Mietzinseinnahmen ent-
gangen.

Der Mietvertrag der Confiserie X. AG mit dem Ehepaar P. befindet sich nicht 
in den Akten, so dass nicht eindeutig festgestellt werden kann, wann das entspre-
chende Mietverhältnis begann. Die Vorinstanz ging gestützt auf die Behauptungen 
der Kläger von einem Mietbeginn am 1. November 2002 aus (vgl. Erwägung 5ic des 
angefochtenen Urteils). Anlässlich der Berufungsverhandlung führte der Rechtsver-
treter der Berufungsbeklagten ebenfalls aus, der neu eingestellte Chefbäcker und 
Chef-Konditor P. habe die Wohnung im 1. OG am 1. November 2002 übernommen. 
Unter diesen Umständen ist davon auszugehen, dass die entsprechende Wohnung 
im Geschäftsjahr 2002/2003 vom 1. Mai 2002 bis am 31. Oktober 2002 leer stand. 
Dies ergibt – entgegen der von den Berufungsbeklagten vorgenommenen Berech-
nung – einen Leerstand von 6 und nicht von 7 Monaten.

Der marktgerechte Mietzins für die erwähnte Wohnung ist nach Ansicht des 
Kantonsgerichts auf mindestens Fr. 1'400.-- festzulegen. Zwar nennt das Gutachten 
L. einen Mietzins von Fr. 1'200.-- (BB RA Allemann 26, S. 21). Wie daraus hervor-
geht, handelt es sich bei dieser Zahl aber um den von den Mietern P. effektiv be-
zahlten Mietzins und nicht um die Schätzung einer marktgerechten Miete. Da es 
sich beim Ehepaar P. um den Geschäftsführer und seine Ehefrau handelte, dürfte 

20

es in der Tat so sein, dass ein gewisser Mietanteil als Lohnbestandteil galt und der 
marktgerechte Mietzins für die Wohnung effektiv höher lag. Auf den Betrag von Fr. 
1'400.-- abzustellen, rechtfertigt sich aber auch deshalb, weil der Experte auch für 
die Wohnung im 2. OG – die mit rund 113 m2 deutlich kleiner ist als diejenige im 1. 
OG mit 138 m2 – einen Zins von Fr. 1'400.-- als marktgerecht schätzte. Der Schaden 
beläuft sich somit auf insgesamt Fr. 9'300.-- (6 x Fr. 1'400.-- [Mietzins] + Fr. 150.-- 
[Nebenkosten]).

d. Zusammenfassend ergibt sich, dass der Confiserie X. AG durch die 
Nichtvermietung der Wohnungen in der Wohn- und Geschäftsliegenschaft X. bzw. 
durch deren Vermietung unter dem Marktwert im Geschäftsjahr 2002/2003 Einnah-
men von Fr. 22'500.-- entgangen sind. In diesem Umfang hat die Gesellschaft einen 
Schaden erlitten. AX. und BX. haben mit diesem Handeln bzw. Unterlassen ihre 
Sorgfalts- und Treuepflicht nach Art. 717 OR verletzt, namentlich die allgemeine 
Pflicht zur sorgfältigen Verwaltung des Gesellschaftsvermögens. Durch pflicht-
gemässes Verhalten hätte dieser Schaden vermieden werden können, so dass 
auch der adäquate Kausalzusammenhang gegeben ist. Auch ein Verschulden der 
beiden Verwaltungsrätinnen liegt vor, haben sie doch nicht so gehandelt, wie es von 
einem gewissenhaften und vernünftig handelnden Verwaltungsrat in der gleichen 
Situation verlangt werden darf. Sie hatten sowohl Kenntnis von den finanziellen 
Schwierigkeiten der AG – beispielhaft sei erwähnt, dass es seit mehreren Jahren zu 
Verlusten kam und dass die J. im Mai 2002 sogar das Hypothekardarlehen gekün-
digt hatte – als auch davon, dass ein marktgerechter Mietzins für die Wohnungen 
im Haus X. höher gelegen hätte. Zudem war AX. von Rechtsanwalt Y. mit Schreiben 
vom 15. März 2001 (BB Rechtsanwalt Allemann 50) ausdrücklich darauf hingewie-
sen worden, dass die Confiserie X. AG auf Mieteinnahmen zur Deckung des Lie-
genschaftenaufwands dringend angewiesen sei und zudem vermieden werden 
müsse, dass dem Verwaltungsrat vorgeworfen werde, nicht alle Einnahmequellen 
ausgeschöpft zu haben. Die Berufungsklägerinnen haben unter diesen Umständen 
für den Schaden von Fr. 22'500.-- aus aktienrechtlicher Verantwortlichkeit einzuste-
hen. Die Vorinstanz hat deren Haftbarkeit zu Recht bejaht, war allerdings lediglich 
von einem Schaden von Fr. 19'600.-- ausgegangen.

5a. Zu prüfen bleibt die Angemessenheit der Verwaltungsratshonorare. 
Die Vorinstanz ging im angefochtenen Entscheid davon aus, dass AX. in ihrer Funk-
tion als Verwaltungsratspräsidentin ein Honorar von monatlich Fr. 1'500.-- zuzüglich 
Spesen von Fr. 500.-- erhielt und BX. und Z. als Verwaltungsräte je ein Honorar von 
Fr. 400.-- zuzüglich Fr. 200.-- Spesen pro Monat. Das Bezirksgericht erachtete die 
Honorare der beiden Verwaltungsräte als angemessen, dasjenige der Verwaltungs-

21

ratspräsidentin dagegen als überhöht. Dieses wäre nach Ansicht der Vorinstanz an 
jenes der übrigen Verwaltungsratsmitglieder anzupassen gewesen.

Die Berufungsklägerinnen wehren sich gegen die Herabsetzung des Hono-
rars der Verwaltungsratspräsidentin. Die Bezüge, die dieser zugestanden worden 
seien, seien keineswegs überhöht gewesen. Zudem hätten die Verwaltungsräte bei 
der Festlegung des Honorars einen gewissen Ermessensspielraum, welcher vorlie-
gend sicher nicht überschritten worden sei. Als grundsätzlich unbestritten erweisen 
sich unter diesen Umständen die Beträge an sich, von denen die Vorinstanz aus-
ging. Sie stimmen mit Ausnahme der Spesen der Verwaltungsratspräsidentin denn 
auch mit dem Beschluss gemäss Protokoll der Verwaltungsratssitzung vom 8. De-
zember 1997 (KB 8) überein.

b. Dass den Mitgliedern eines Verwaltungsrates aufgrund ihrer vertragli-
chen Beziehung zur Gesellschaft ein Anspruch auf Leistungsentgelt zusteht, ist in 
der Lehre grundsätzlich unbestritten. Eine Kürzung der Verwaltungsratshonorare 
auf Null, wie sie die Berufungsbeklagten anstreben, erweist sich daher als nicht ge-
rechtfertigt. Bei der Festlegung des Honorars eines Verwaltungsrates besteht ein 
relativ weiter Ermessensspielraum, der seine Grenze im offensichtlichen Missver-
hältnis zur Gesamtleistung des Verwaltungsratsmitglieds gemäss Art. 678 Abs. 2 
OR findet. Das Mass der Marktüblichkeit darf nicht überschritten werden (Böckli Pe-
ter, Schweizer Aktienrecht, 3. Aufl., Zürich 2004, § 13, Nr. 242). Die Festsetzung 
des Honorars erfolgt insbesondere nach den Kriterien der Beanspruchung bzw. des 
Umfangs der geleisteten Arbeit, des Erfolgs der Geschäftsführung, der Bedeutung 
und der finanziellen Situation der Gesellschaft sowie der Verantwortung. Das Ver-
waltungsratshonorar muss angemessen sein, wobei die Angemessenheit im Einzel-
fall unter Berücksichtigung der konkreten Umstände zu beurteilen ist. Die wirtschaft-
liche Entwicklung der Gesellschaft spielt dabei eine wichtige Rolle (Eric Homburger, 
Zürcher Kommentar zum Obligationenrecht, Teilband V 5b, Der Verwaltungsrat, Art. 
707-726 OR, 2. A., Zürich 1997, N 947 f. u. N 950 zu Art. 717 OR; Peter Forstmoser/ 
Arthur Meier-Hayoz/ Peter Nobel, Schweizerisches Aktienrecht, Bern 1996, § 28 Nr. 
129 f.).

c. Vorliegend ist zu beachten, dass AX. als Verwaltungsratspräsidentin 
eine Entschädigung erhielt, die mit Fr. 2'000.-- monatlich mehr als dreimal so hoch 
ausfiel wie diejenige der beiden anderen Verwaltungsratsmitglieder, denen Fr. 600.-
- pro Monat ausbezahlt wurden. Es erscheint klar, dass einer Verwaltungsratspräsi-
dentin gewisse Zusatzaufgaben zukommen, beispielsweise die Einberufung und 
Vorbereitung von Verwaltungsratssitzungen oder die Vertretung des Unternehmens 

22

nach aussen (vgl. Ziff. 1.2 und 2 des Organisationsreglements, BB RA Allemann 
12). Trotzdem dürfte ihr Arbeitsaufwand für die Gesellschaft nicht derart viel höher 
gewesen sein als derjenige der anderen Verwaltungsräte. Gleichzeitig fällt ins Ge-
wicht, dass der Verwaltungsrat aus drei Personen bestand, die Verantwortung somit 
nicht allein von AX., sondern von allen drei gemeinsam zu tragen war. Wesentlich 
erscheint sodann, dass sich die finanzielle Situation der Gesellschaft seit dem Ver-
waltungsratsbeschluss von 1997 stetig verschlechtert hatte und sich auch im Ge-
schäftsjahr 2002/2003 keine Wende abzeichnete. Im Gegenteil; der Gesellschaft 
wurden in diesem Zeitraum sogar die Hypothekarkredite gekündigt. Unter all diesen 
Umständen wurde der Ermessensspielraum mit einer Entschädigung von Fr. 2'000.-
- monatlich für die Verwaltungsratspräsidentin überschritten. Allerdings erscheint es 
dem Kantonsgericht nicht als gerechtfertigt, das Honorar wie die Vorinstanz bis auf 
das Niveau der übrigen Verwaltungsräte zu reduzieren. In Anbetracht der konkreten 
Situation wird ein Verwaltungsratshonorar von Fr. 600.-- monatlich für die Verwal-
tungsratspräsidentin als angemessen erachtet. Dies entspricht dem Anderthalbfa-
chen des Honorars der Verwaltungsräte. Zudem erscheint es angebracht, die Spe-
sen von monatlich Fr. 500.-- um die Hälfte, somit auf Fr. 250.--, zu reduzieren. Eine 
angemessene Entschädigung für AX. hätte damit bei insgesamt Fr. 850.-- monatlich 
gelegen, bestehend aus dem Honorar von Fr. 600.-- und Spesen von Fr. 250.--.

d. Überhöhte Verwaltungsratshonorare wirken sich für eine Aktiengesell-
schaft nachteilig aus, weil damit der Personalaufwand ungerechtfertigterweise er-
höht wird, was zu Lasten der Erfolgsrechnung geht. Im Geschäftsjahr 2002/2003 
erlitt die Confiserie X. AG durch die Nichtreduktion des Verwaltungsratshonorars für 
AX. aufgrund des im vorherigen Abschnitt Ausgeführten einen Schaden von insge-
samt Fr. 13'800.-- (effektiv bezahlte Entschädigung von Fr. 24'000.-- abzüglich an-
gemessene Entschädigung von Fr. 10'200.-- [12 x Fr. 850.--]). AX. und BX. haben 
auch durch dieses Handeln bzw. Unterlassen ihre Sorgfalts- und Treuepflicht nach 
Art. 717 OR verletzt, namentlich die allgemeine Pflicht zur sorgfältigen Verwaltung 
des Gesellschaftsvermögens. Der übersetzte Teil eines Verwaltungsratshonorars 
bildet zudem eine verdeckte Gewinnausschüttung, die nach Art. 678 OR verboten 
ist (Homburger, a.a.O., N 950 zu Art. 717 OR; Widmer/Banz, a.a.O., N 30 zu Art. 
754 OR). Durch pflichtgemässes Verhalten hätte dieser Schaden vermieden werden 
können, so dass der adäquate Kausalzusammenhang gegeben ist. Auch ein Ver-
schulden der beiden Verwaltungsrätinnen liegt vor, haben sie doch nicht so gehan-
delt, wie es von einem gewissenhaften und vernünftig handelnden Verwaltungsrat 
in der gleichen Situation verlangt werden darf. Sie hatten Kenntnis von den finanzi-
ellen Schwierigkeiten der AG und waren zudem von verschiedener Seite auf die 

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überhöhen Personalkosten hingewiesen worden (vgl. bspw. das Protokoll der Ver-
waltungsratssitzung vom 23. Mai 2002, BB RA Allemann 42). Die Berufungskläge-
rinnen haben unter diesen Umständen für den Schaden von Fr. 13'800.-- aus akti-
enrechtlicher Verantwortlichkeit einzustehen. Auch hier hat die Vorinstanz die Haft-
barkeit der Beklagten 1 und 2 zu Recht bejaht, war indes von einem Schaden von 
Fr. 16'800.-- ausgegangen.

6. Zusammenfassend ergibt sich, dass der Confiserie X. AG durch das 
pflichtwidrige Verhalten der Berufungsklägerinnen im Geschäftsjahr 2002/2003 ein 
adäquat kausal verursachter und beiden persönlich zurechenbarer Schaden in der 
Höhe von insgesamt Fr. 36'300.-- entstanden ist, wofür die Berufungsklägerinnen 
solidarisch haften. Für die Aktionäre handelt sich dabei um eine mittelbare Schädi-
gung, da sie nur deshalb einen Schaden erleiden, weil die Gesellschaft als solche 
geschädigt wird. Der Schaden im Vermögen der Aktionäre tritt dadurch ein, dass 
das Vermögen der Aktiengesellschaft vermindert wird und dadurch die Beteiligung 
des Aktionärs an Wert verliert (Widmer/Banz, a.a.O., N 15 zu Art. 754 OR). Der 
Anspruch der klagenden Aktionäre geht nach Art. 756 Abs. 1 OR auf Leistung an 
die Gesellschaft.

Wie den vorangehenden Erwägungen entnommen werden kann, ergeben 
sich in den einzelnen Schadenspositionen Abweichungen zum vorinstanzlichen Ur-
teil. Im Ergebnis gelangte das Bezirksgericht indessen praktisch zu demselben 
Schadensbetrag wie vorliegend das Kantonsgericht, nämlich zu einem Betrag von 
Fr. 36'400.--. Aus diesem Grund sind sowohl die Berufung als auch die Anschluss-
berufung im Verfahren ZF 08 19 abzuweisen.

7. Das Bezirksgericht verteilte die Kosten des Kreisamts sowie des erst-
instanzlichen Verfahrens zu zwei Dritteln auf die Kläger 1 und 2, Dr. AY. und BY., 
und zu einem Drittel auf die Beklagten 1, 2 und 3, AX., BX. und Z., und zwar je 
unter solidarischer Haftung. Überdies verpflichtete es die solidarisch haftenden Klä-
ger, AX. und BX. mit insgesamt Fr. 7'000.-- zuzüglich Mehrwertsteuer und Z. eben-
falls mit Fr. 7'000.-- zuzüglich Mehrwertsteuer ausseramtlich zu entschädigen.

a. Gemäss Art. 122 Abs. 1 ZPO wird der in einem Zivilverfahren unterlie-
gende Teil in der Regel zur Übernahme sämtlicher Kosten des Verfahrens verpflich-
tet. Hat keine Partei vollständig obsiegt, können die Kosten verhältnismässig verteilt 
werden. Von diesen Regeln kann insbesondere dann abgewichen werden, wenn 
die unterliegende Partei sich in guten Treuen zur Prozessführung veranlasst sah 
oder der genaue Umfang des Anspruchs für den Kläger aus objektiven Gründen 

24

nicht überblickbar war. Die unterliegende Partei wird zudem in der Regel verpflich-
tet, der obsiegenden Partei alle ihr durch den Rechtsstreit verursachten, notwendi-
gen Kosten zu ersetzen. Fällt das Urteil nicht ausschliesslich zu Gunsten einer Par-
tei aus, können die aussergerichtlichen Kosten nach den gleichen Grundsätzen wie 
die gerichtlichen verteilt werden (Art. 122 Abs. 2 ZPO).

Nachfolgend ist nun in Berücksichtigung des Obsiegens und Unterliegens 
der Parteien sowie des zwischen den Klägern und Rechtsanwalt Z. geschlossenen 
Vergleichs zu prüfen, ob die Vorinstanz die Verteilung der gerichtlichen und ausser-
gerichtlichen Kosten korrekt vorgenommen hat.

b/aa. Der Berufungskläger Z. macht in seiner Berufung (ZF 08 20) geltend, 
die Vorinstanz habe bei der Kostenverteilung Art. 122 ZPO falsch angewendet. Von 
der ursprünglichen, noch im Leitschein aufgeführten und somit als Berechnungs-
grundlage massgeblichen Streitsumme von Fr. 300'000.-- hätten die Kläger von der 
Vorinstanz Fr. 36'400.-- zuzüglich Zins, somit insgesamt rund Fr. 45'000.--, zuge-
sprochen erhalten. Dies entspreche einer Erfolgsquote von 15 Prozent, weshalb er 
lediglich 15 Prozent der Gerichtskosten zu tragen hätte. Dennoch habe die Vorin-
stanz ihn kostenmässig so gestellt, als hätten die Kläger zu einem Drittel obsiegt.

b/bb. Im Verhältnis zwischen den Klägern 1 und 2 und den Beklagten 1 und 
2 waren die Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens nach Art. 122 ZGB zu vertei-
len. Es trifft zu, dass die Kläger anlässlich der Vermittlung eine Forderung von Fr. 
300'000.-- geltend machten. Diese reduzierten sie in der Prozesseingabe indes auf 
Fr. 200'000.--. In der Folge obsiegten die Kläger dann zwar nicht ganz zu einem 
Drittel. Dennoch hat die Vorinstanz dadurch, dass sie die Gerichtskosten lediglich 
zu 2/3 der Klägerschaft überband, den ihr zustehenden Ermessensspielraum nicht 
überschritten; dies insbesondere, wenn man beachtet, dass die Kläger vor Einlei-
tung des Verfahrens keinen umfassenden Einblick in die finanziellen Verhältnisse 
und die Vorgänge innerhalb der Gesellschaft hatten. Damit war der genaue Umfang 
des Anspruchs für die Kläger aus objektiven Gründen nicht von Anfang an über-
blickbar und die Bezifferung des Forderungsbegehrens im Zeitpunkt der Klageein-
leitung entsprechend mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden. Das Verhältnis, 
in dem die vorinstanzlichen Gerichtskosten auf die Kläger- und auf die Beklagtschaft 
aufgeteilt wurden, ist unter diesen Umständen nicht zu beanstanden.

Die Berufungsbeklagten beantragen vorliegend, die Verteilung der vorin-
stanzlichen Kosten sei nicht nur in Anwendung von Art. 122 ZPO, sondern auch 
unter Berücksichtigung von Art. 756 Abs. 2 OR vorzunehmen. Nach der erwähnten 

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Bestimmung verteilt das Gericht die Kosten einer Verantwortlichkeitsklage, soweit 
sie nicht vom Beklagten zu tragen sind, nach seinem Ermessen auf den Kläger und 
die Gesellschaft, sofern der Aktionär aufgrund der Sach- und Rechtslage begrün-
deten Anlass zur Klage hatte.

Zu beachten ist, dass die Kläger im vorinstanzlichen Verfahren keinen Antrag 
auf Überbindung der Verfahrenskosten auf die Gesellschaft im Falle des Unterlie-
gens gestellt hatten, weder im Vermittlungsbegehren noch in der Prozesseingabe. 
Unter diesen Umständen ist fraglich, ob auf den entsprechenden Berufungsantrag 
überhaupt eingetreten werden kann. Abgesehen davon erscheint es dem Kantons-
gericht unter den gegebenen Umständen als nicht gerechtfertigt, der Confiserie X. 
AG Gerichtskosten zu überbinden, namentlich weil sich die Gesellschaft nun schon 
seit längerem in Liquidation befindet.

b/cc. In Ziffer III des Vergleichs vom 3. bzw. 6. September 2007 zwischen 
Dr. AY. und BY. einerseits und Rechtsanwalt lic. iur. Z. anderseits wurde die Rege-
lung getroffen, dass die vermittleramtlichen und gerichtlichen Kosten des gegen Z. 
erhobenen Verfahrens nach Massgabe der letztinstanzlichen Entscheidung über die 
von den Klägern gegen AX. und BX. anhängig gemachten aktienrechtlichen Verant-
wortlichkeitsklage von den Klägern 1 und 2 und/oder vom Beklagten 3 zu tragen 
sind. Mit anderen Worten sollten die Verfahrenskosten zwischen den Gebrüdern Y. 
und Z. in demselben Verhältnis aufgeteilt werden wie diejenigen im Verantwortlich-
keitsprozess der Gebrüder Y. gegen Mutter und Tochter X.. Der Einwand des Beru-
fungsklägers, dass zwischen den Vergleichsparteien für eine Kostenregelung in An-
wendung von Art. 122 ZPO kein Raum bleibt, trifft in diesem Sinn nur zu, was die 
direkte Anwendung von Art. 122 ZPO betrifft. Indirekt ist die erwähnte Bestimmung 
aufgrund der in Ziffer III des Vergleichs getroffenen Regelung für die Kostenverle-
gung aber offensichtlich auch für die Vergleichsparteien massgebend. 

Da die Gerichtkosten im Verantwortlichkeitsprozess zu zwei Dritteln der Klä-
gerschaft und zu einem Drittel der Beklagtschaft auferlegt wurden, sind die Kosten 
des gegen Z. erhobenen Vermittlungs- und Klageverfahrens der Regelung im Ver-
gleich entsprechend zu zwei Dritteln von Dr. AY. und BY. und zu einem Drittel von 
Z. zu tragen. Es rechtfertigt sich entgegen den Vorbringen des Berufungsklägers 
nicht, die Kosten zwischen den Vergleichparteien in einem anderen Verhältnis – 
also im Verhältnis 85 % zu 15 % – aufzuteilen als diejenigen im Verantwortlich-
keitsprozess, würde dies der im Vergleich getroffenen Regelung doch klar wider-
sprechen.

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b/dd. Zu beachten ist allerdings, dass die Vorinstanz den Berufungskläger 
zu solidarischer Haftung mit den Beklagten 1 und 2 für den auf beklagtischer Seite 
zu leistenden Gerichtskostenanteil von einem Drittel verpflichtete. Damit wurde je-
ner in das Verfahren Y. gegen X. miteinbezogen, obwohl er daran im Zeitpunkt des 
Urteils gar nicht mehr beteiligt war; die Klage gegen ihn war aufgrund des erwähnten 
Vergleichs am 6. September 2007 zurückgezogen worden. Infolge dieses Kla-
gerückzugs bestand keine Grundlage mehr für eine solidarische Haftung aller drei 
Beklagten für die Gerichtskosten. Richtigerweise hätte die Vorinstanz aufgrund des 
Ausscheidens des Beklagten 3 aus dem Prozess eine Kostenausscheidung vorneh-
men und den einen Teil der Verfahrenskosten auf das Verfahren Y. gegen Y. und 
den anderen Teil auf das Verfahren Y. gegen X. verlegen müssen.

Aus diesem Grund ist nun vorliegend von den Gesamtgerichtskosten vorab 
ein Teil zu Lasten des Verfahrens der Gebrüder Y. gegen Z. auszuscheiden. Zwi-
schen dem Rückzug der Klage am 6. September 2007 und der Hauptverhandlung 
am 25./26. Oktober 2007 fanden keine prozessualen Handlungen mehr statt; es 
stand einzig noch die Hauptverhandlung bevor, in welche Z. – wie erwähnt – infolge 
des Klagerückzugs nicht mehr involviert war. In diesem Sinn wären die Gerichts-
kosten, soweit sie durch die Gerichtsverhandlung und die Redaktion des Urteils ent-
standen sind, von Z. grundsätzlich nicht anteilsmässig zu tragen. Vorliegend verhält 
es sich aber derart, dass sich die Parteien inklusive Rechtsanwalt Y. auf Anfrage 
des Bezirksgerichtspräsidenten damit einverstanden erklärt hatten, dass über die 
Kostentragung gesamthaft anlässlich der Hauptverhandlung im Rahmen des Sa-
churteils entschieden wird. Die Kostenverteilung war mithin auch bezüglich Z. 
Gegenstand der Hauptverhandlung und des Sachurteils. Unter diesen Umständen 
rechtfertigt es sich nicht, eine Aufschlüsselung der Gerichtskosten nach dem von 
den Parteien je einzeln verursachten Gerichtsauwand vorzunehmen, zumal dies 
äussert schwierig wäre und es im Ergebnis zu kaum nennenswerten Unterschieden 
käme. Vielmehr ist anzunehmen, dass ein Drittel der Gesamtkosten auf das Verfah-
ren Y. gegen Y. entfällt und zwei Drittel das Verfahren Y. gegen X. betreffen.

b/ee. Im Ergebnis ist die von der Vorinstanz hinsichtlich der Gerichtskosten 
angeordnete Solidarhaft von Rechtsanwalt Z. mit AX. und BX. aufzuheben und eine 
Kostenaufteilung vorzunehmen. Von den Kosten des Kreisamtes Schanfigg von Fr. 
400.-- und den Kosten des Bezirksgerichts Plessur von Fr. 13'529.40, total somit Fr. 
13'929.40, entfallen ein Drittel, d.h. Fr. 4'643.15, auf das Verfahren Dr. AY. (Kläger 
1) und BY. (Kläger 2) gegen Z. (Beklagter 3), und zwei Drittel, d.h. Fr. 9'286.25, auf 
das Verfahren Dr. AY. (Kläger 1) und BY. (Kläger 2) gegen AX. (Beklagte 1) und 
BX. (Beklagte 2).

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Wie bereits in Erwägung 6b/cc erwähnt, gehen die Kosten von Fr. 4'643.15 
im Verfahren Dr. AY. (Kläger 1) und BY. (Kläger 2) gegen Z. (Beklagter 3) zu zwei 
Dritteln, d.h. Fr. 3'095.45, unter solidarischer Haftung zu Lasten der Kläger 1 und 2 
und zu einem Drittel, d.h. Fr. 1'547.70, zu Lasten des Beklagten 3. Die Kosten von 
Fr. 9'286.25 im Verfahren Dr. AY. (Kläger 1) und BY. (Kläger 2) gegen AX. (Beklagte 
1) und BX. (Beklagte 2) gehen, wie in Erwägung 6b/bb ausgeführt, zu zwei Dritteln, 
d.h. Fr. 6'190.85, unter solidarischer Haftung zu Lasten der Kläger 1 und 2 und zu 
einem Drittel, d.h. Fr. 3'095.40, unter solidarischer Haftung zu Lasten der Beklagten 
1 und 2.

c/aa. Geht man von einem Obsiegen der Beklagten 1 und 2 zu 2/3 aus, so 
haben jene Anspruch darauf, dass ihnen ihre aussergerichtlichen Kosten zu 1/3 er-
setzt werden, wie die Vorinstanz korrekt entschieden hat. Auch der Berufungskläger 
Y. hat in diesem Sinn Anspruch auf Ersatz eines Drittels der aussergerichtlichen 
Kosten. In Ziffer III des Vergleichs vom 3. bzw. 6. September 2007 unterwarfen sich 
die Vergleichsparteien nämlich nicht nur hinsichtlich der gerichtlichen, sondern auch 
hinsichtlich der aussergerichtlichen Kosten der Kosten- bzw. Entschädigungsrege-
lung im Verantwortlichkeitsprozess der Gebrüder Y. gegen AX. und BX..

c/bb. Die Vorinstanz erachtete die Honorarnote des Rechtsvertreters von Z., 
Rechtsanwalt Dr. iur. Hans-Martin Allemann, vom 20. September 2007 über Fr. 
26'450.-- (exklusive Mehrwertsteuer) als übersetzt. Als angemessen betrachtet wur-
den Aufwendungen in der Grössenordnung derjenigen des klägerischen Rechtsver-
treters, der seinen anwaltlichen Aufwand in der Honorarnote vom 24. Oktober 2007 
mit Fr. 20'900.-- (exklusive Mehrwertsteuer) bezifferte. Aufgrund dessen sprach die 
Vorinstanz Rechtsanwalt Y. eine ausseramtliche Entschädigung von Fr. 7'000.-- zu-
züglich Mehrwertsteuer zu. Gegen diese Kürzung wehrt sich der Genannte in seiner 
Berufung und beantragt, die Entschädigung sei aufgrund der ungekürzten Honorar-
note zuzusprechen.

c/cc. Die Differenz zwischen der Honorarnote von Rechtsanwalt Diener und 
derjenigen von Rechtsanwalt Allemann beläuft sich auf Fr. 5'550.--. Rechtanwalt 
Diener weist 65 Arbeitsstunden und einen Interessenwertzuschlag von Fr. 5'000.-- 
und Rechtsanwalt Allemann 88.75 Arbeitsstunden und einen Interessenwertzu-
schlag von Fr. 4'750.-- aus. Rechtsanwalt Allemann wendete somit rund 24 Arbeits-
stunden bzw. rund einen Drittel mehr Zeit auf als Rechtsanwalt Diener. Diese Diffe-
renz erscheint in der Tat fraglich. So musste sich Rechtsanwalt Allemann auf die 
Hauptverhandlung bezüglich des Sachurteils nicht vorbereiten, wodurch ein erheb-
licher zeitlicher Aufwand entfiel. Sodann nahm Rechtsanwalt Allemann auch nicht 

28

an der Hauptverhandlung teil. Von daher müsste der Aufwand des Genannten sogar 
tiefer ausfallen als derjenige von Rechtsanwalt Diener. Aus den Prozessakten geht 
allerdings hervor, dass Rechtsanwalt Allemann einen erheblich grösseren prozes-
sualen Aufwand betrieb als Rechtsanwalt Diener. Dies vermag den geringeren Auf-
wand durch den Wegfall der Vorbereitung für die Hauptverhandlung und die Nicht-
teilnahme an dieser in etwa aufzuwiegen, mehr aber nicht. Unter diesen Umständen 
ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz die Honorarnote von Rechtsanwalt 
Allemann auf das Niveau derjenigen von Rechtsanwalt Diener von Fr. 20'900.-- 
kürzte und dem Berufungskläger in der Folge eine ausseramtliche Entschädigung 
in der Höhe eines Drittels der Honorarnote, gerundet Fr. 7'000.--, zusprach.

d. Dem Antrag des Berufungsklägers, der abgeschlossene Vergleich sei 
in das Berufungsurteil aufzunehmen bzw. das Bezirksgericht Plessur sei anzuwei-
sen, einen Abschreibungsbeschluss zu erlassen, in welchen der Vergleich aufzu-
nehmen ist, kann nicht gefolgt werden.

d/aa. Zwar hält Art. 114 Abs. 2 ZPO fest, dass ein Klagerückzug oder ein 
Vergleich in den Abschreibungsbeschluss aufzunehmen ist. Damit erlangt der Ver-
gleich die Wirkung eines rechtskräftigen Urteils und wird vollstreckbar. Der vorlie-
gend relevante Vergleich kann indes nicht in ein Urteil oder in einen Abschreibungs-
beschluss aufgenommen werden. In der dem Gericht vorgelegten Form ist er näm-
lich nicht vollständig und könnte in diesem Sinne auch nicht vollstreckt werden. Na-
mentlich wird die Kostentragung von den Vergleichsparteien nicht konkret geregelt, 
sondern vom Ausgang des Verfahrens Y. gegen X. abhängig gemacht. Erschwe-
rend tritt hinzu, dass für die Kostenverlegung gemäss Vergleich die letztinstanzliche 
Entscheidung im Verantwortlichkeitsprozess massgebend sein soll. Damit hätte der 
Kostenpunkt im Abschreibungsbeschluss bis zum Vorliegen des letztinstanzlichen 
Entscheids offen bleiben bzw. das Verfahren sistiert werden müssen. Nach Rechts-
kraft des Entscheids im Verfahren Y. gegen X. hätte die Vorinstanz diesen Punkt 
dann wieder aufgreifen und entscheiden müssen. Mit anderen Worten hätte die Vor-
instanz im Verfahren Y. gegen Y. bloss einen Teilentscheid bezüglich Abschreibung 
infolge Rückzugs fällen können und es wäre zu einer Zweiteilung dieses Verfahrens 
gekommen. Den Entscheid über Teilfragen regelt Art. 94 ZPO. Nach dieser Bestim-
mung können Gerichtsverhandlungen auch zum Entscheid über materiell-rechtliche 
Teilfragen durchgeführt werden, wenn anzunehmen ist, das Verfahren lasse sich 
dadurch vereinfachen. Ein derartiges Vorgehen kann dem Gericht aber nicht über 
einen Vergleich unter den Parteien aufgezwungen werden. Die Prozessleitung und 
damit auch der Entscheid über diese Frage liegen beim vorsitzenden Richter. Im 
Übrigen hätte sich das Verfahren dadurch nicht vereinfachen lassen.

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d/bb. Zu beachten ist in diesem Zusammenhang auch, dass sich die Betei-
ligten im vorinstanzlichen Verfahren damit einverstanden erklärt hatten, dass an-
lässlich der Hauptverhandlung im Rahmen des Sachurteils über die Kostentragung 
zwischen den Vergleichsparteien befunden wird. So teilte das Bezirksgericht Ples-
sur den Vergleichsparteien nach dem Klagerückzug mit Schreiben vom 17. Sep-
tember 2007 (vorinstanzliches Pli IX., act. 3) mit, dass vom Klagerückzug Vormerk 
genommen werde, dass ein Teilabschreibungsbeschluss gemäss Vergleich indes 
nicht erfolgen könne, weil die Tragung der amtlichen und ausseramtlichen Kosten 
nicht abschliessend geregelt worden sei. Nach Rücksprache mit den Parteianwälten 
– das bedeutet mit deren Einverständnis – werde deshalb das Gesamtgericht an-
lässlich der Hauptverhandlung im Rahmen des Sachurteils über die entsprechende 
Kostentragung befinden. Rechtsanwalt Allemann wurde eine Frist bis zum 10. Ok-
tober 2007 eingeräumt, um zu erklären, ob er diesbezüglich an der Hauptverhand-
lung plädieren wolle oder andernfalls eine schriftliche Stellungnahme samt Hono-
rarnote einreiche. Mit Schreiben vom 20. September 2007 (vorinstanzliches Pli IX., 
act. 2) teilte Rechtsanwalt Allemann dem Bezirksgerichtspräsidium mit, dass er an 
der Hauptverhandlung nicht teilnehme. Er übermittelte seine Honorarnote und be-
antragte, die vereinbarte Kostenregelung vorzunehmen und den Vergleich zu ge-
nehmigen.

d/cc. Unter diesen Umständen ist nicht zu beanstanden, dass die Vorin-
stanz die Kostenregelung zwischen Dr. AY. sowie BY. einerseits und Rechtsanwalt 
Z. anderseits im Sachurteil vornahm. Dieses Vorgehen erscheint auch prozessöko-
nomisch sinnvoll, hätte es sich beim Entscheid des Bezirksgericht doch um die letzt-
instanzliche Entscheidung über die Verantwortlichkeitsklage gehandelt, wäre dieser 
unangefochten geblieben.

e. Eine Verfahrensteilung drängt sich auch im Berufungsverfahren nicht 
auf, so dass den Begehren des Berufungsklägers, die gerichtlichen und ausserge-
richtlichen Kosten seien unter den Vergleichparteien nur nach Massgabe der letzt-
instanzlichen Entscheidung über die aktienrechtliche Verantwortlichkeitsklage zu 
verteilen, nicht entsprochen werden kann. In einem solchen Fall müsste mit der Kos-
tenregelung im Hinblick auf Z., das heisst mit dem Entscheid im Verfahren ZF 08 
20, bis zum rechtskräftigen Urteil im Berufungs- und Anschlussberufungsverfahren 
ZF 08 19 zugewartet werden. Dies erscheint prozessökonomisch unzweckmässig, 
da das Kantonsgericht später erneut tagen müsste, um über diese Teilfrage zu be-
finden. Gegen eine Verfahrensteilung spricht aber insbesondere der Umstand, dass 
zwischen den Verfahren ZF 08 19 und ZF 08 20 ein enger Konnex besteht; die 
Kostenregelung im Verfahren ZF 08 19 bildet mit derjenigen im Verfahren ZF 08 20 

30

eine Einheit. Wird im Verfahren ZF 08 19 über die Kostentragung entschieden, tan-
giert das infolge der in Ziffer III des bereits mehrfach erwähnten Vergleichs getrof-
fenen Regelung nicht nur die Parteien dieses Verfahrens, sondern auch Z.. Dem-
entsprechend rügt dieser im Verfahren ZF 08 20 unter anderem auch die gesetzes-
widrige Anwendung von Art. 122 ZPO im Verantwortlichkeitsprozess. Nicht nur aus 
prozessökonomischen, sondern auch aus sachlichen Gründen rechtfertigt es sich 
somit, dass das Kantonsgericht im Rahmen des vorliegenden Entscheids über die 
Kostentragung im Verfahren Y. gegen Y. entscheidet.

f. Im Ergebnis ist die Berufung im Verfahren ZF 08 20 nur insoweit gut-
zuheissen, als infolge des Vergleichs der Kläger Y. mit dem Beklagten Z. bzw. in-
folge des Klagerückzugs eine Kostenaufteilung vorzunehmen und der Letztge-
nannte aus der Solidarhaft mit AX. und BX. zu entlassen ist. Darüber hinaus ist die 
Berufung abzuweisen.

8a. Nach Art. 223 ZPO in Verbindung mit Art. 122 ZPO wird der in einem 
zivilrechtlichen Berufungsverfahren unterliegende Teil in der Regel zur Übernahme 
sämtlicher Kosten des Verfahrens verpflichtet. Hat keine Partei vollständig obsiegt, 
können die Kosten verhältnismässig verteilt werden. Die unterliegende Partei wird 
zudem in der Regel verpflichtet, der obsiegenden Partei alle ihr durch den Rechts-
streit verursachten, notwendigen Kosten zu ersetzen. Fällt das Urteil nicht aussch-
liesslich zu Gunsten einer Partei aus, können die aussergerichtlichen Kosten nach 
den gleichen Grundsätzen wie die gerichtlichen verteilt werden.

b. Im Berufungsverfahren ZF 08 19 beantragten die Berufungsklägerin-
nen die vollumfängliche Abweisung der Verantwortlichkeitsklage. Die Anschlussbe-
rufungskläger stellten ihrerseits den Antrag auf Gutheissung dieser Klage im Um-
fang von mindestens Fr. 100'000.--. Das Kantonsgericht weist vorliegend sowohl 
die Berufung als auch die Anschlussberufung ab, so dass es im Ergebnis dabei 
bleibt, dass die Berufungsklägerinnen zu einer Zahlung von Fr. 36'400.-- zuzüglich 
Zins an die Confiserie X. AG verpflichtet werden. Unter diesen Umständen rechtfer-
tigt es sich, die Gerichtsgebühr des Berufungsverfahrens ZF 08 19 von Fr. 8'000.-- 
zu einem Drittel unter solidarischer Haftung AX. und BX. und zu zwei Dritteln unter 
solidarischer Haftung Dr. AY. und BY. aufzuerlegen. In demselben Verhältnis sind 
von den Parteien auch die Schreibgebühren zu tragen. Diese Gebühren betragen 
für das vorliegende Urteil insgesamt Fr. 560.--. Auf das Verfahren ZF 08 19 entfallen 
hierbei rund ¾, somit Fr. 420.--.

31

Die Berufungsbeklagten haben den Berufungsklägerinnen bei diesem Ver-
fahrensausgang einen Drittel ihrer ausseramtlichen Aufwendungen zu entschädi-
gen. Rechtsanwalt Fryberg legte im Berufungsverfahren keine Honorarnote ein und 
überliess die Festlegung der Entschädigung damit dem pflichtgemässen Ermessen 
des Gerichts. Dem Kantonsgericht erscheint für das Berufungsverfahren ein Auf-
wand von Fr. 3'600.-- inkl. MwSt. und Spesen als angemessen, so dass die Ent-
schädigung für AX. und BX. auf Fr. 1'200.-- festgesetzt wird.

c. Im Berufungsverfahren ZF 08 20 wird die Berufung von Rechtsanwalt 
Y. teilweise gutgeheissen. Er obsiegt insoweit, als er betreffend Gerichtskosten aus 
der Solidarhaftung mit AX. und BX. entlassen wird. Seine übrigen Anträge wurden 
abgewiesen. Die Berufungsbeklagten hatten ihrerseits die vollumfängliche Abwei-
sung der Berufung beantragt. Unter diesen Umständen rechtfertigt es sich, die Ge-
richtsgebühr des Berufungsverfahrens ZF 08 20 von Fr. 2'500.-- den Parteien je 
hälftig aufzuerlegen und die ausseramtlichen Kosten wettzuschlagen. Auch die 
Schreibgebühren, die sich auf insgesamt Fr. 560.-- belaufen, von denen aber nur 
rund ¼, somit Fr. 140.--, auf das Verfahren ZF 08 20 entfallen, sind von den Parteien 
je hälftig zu tragen.

32

Demnach erkennt die Zivilkammer :

1. Die Berufung und die Anschlussberufung im Verfahren ZF 08 19 werden ab-
gewiesen.

2. Die Berufung im Verfahren ZF 08 20 wird im Sinne der Erwägungen teilweise 
gutgeheissen und Ziffer 3 Abs. 1 des angefochtenen Urteils wird aufgehoben.

3.a) Von den Kosten des Kreisamtes Schanfigg von Fr. 400.-- und den Kosten 
des Bezirksgerichts Plessur von Fr. 13'529.40, total somit Fr. 13'929.40, ent-
fallen ein Drittel, d.h. Fr. 4'643.15, auf das Verfahren Dr. AY. (Kläger 1) und 
BY. (Kläger 2) gegen Z. (Beklagter 3), und zwei Drittel, d.h. Fr. 9'286.25, auf 
das Verfahren Dr. AY. (Kläger 1) und BY. (Kläger 2) gegen AX. (Beklagte 1) 
und BX. (Beklagte 2).

b) Die Kosten von Fr. 4'643.15 im Verfahren Dr. AY. (Kläger 1) und BY. (Kläger 
2) gegen Z. (Beklagter 3) gehen zu zwei Dritteln, d.h. Fr. 3'095.45, unter so-
lidarischer Haftung zu Lasten der Kläger 1 und 2 und zu einem Drittel, d.h. 
Fr. 1'547.70, zu Lasten des Beklagten 3.

c) Die Kosten von Fr. 9'286.25 im Verfahren Dr. AY. (Kläger 1) und BY. (Kläger 
2) gegen AX. (Beklagte 1) und BX. (Beklagte 2) gehen zu zwei Dritteln, d.h. 
Fr. 6'190.85, unter solidarischer Haftung zu Lasten der Kläger 1 und 2 und 
zu einem Drittel, d.h. Fr. 3'095.40, unter solidarischer Haftung zu Lasten der 
Beklagten 1 und 2.

4. Die Kosten des Berufungsverfahrens ZF 08 19 von Fr. 8'420.-- (Gerichtsge-
bühr Fr. 8'000.--; Schreibgebühren Fr. 420.--) gehen zu einem Drittel unter 
solidarischer Haftung zu Lasten von AX. und BX. und zu zwei Dritteln unter 
solidarischer Haftung zu Lasten von Dr. AY. und BY., die zudem AX. und BX. 
ausseramtlich unter solidarischer Haftung mit Fr. 1'200.-- inkl. MwSt. zu ent-
schädigen haben.

5. Die Kosten des Berufungsverfahrens ZF 08 20 von Fr. 2'640.-- (Gerichtsge-
bühr Fr. 2'500.--; Schreibgebühren Fr. 140.--) gehen je zur Hälfte zu Lasten 
von Z. einerseits und unter solidarischer Haftung zu Lasten von Dr. AY. und 
BY. andererseits.

Die ausseramtlichen Kosten werden wettgeschlagen.

6. Gegen diese, einen Streitwert von mindestens 30'000 Franken betreffende 
Entscheidung kann gemäss Art. 72, Art. 74 Abs. 1 lit. b des Bundesgerichts-
gesetzes (BGG) Beschwerde in Zivilsachen an das Schweizerische Bundes-

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gericht geführt werden. Diese ist dem Bundesgericht schriftlich, innert 30 Ta-
gen seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in der 
gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Zuläs-
sigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen und das 
Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 72 ff. und 90 ff. BGG.

7. Mitteilung an:

__________

Für die Zivilkammer des Kantonsgerichts von Graubünden 
Der Vizepräsident: Die Aktuarin ad hoc: