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**Case Identifier:** 2aa8621d-3e5d-5627-9ce5-37711400e2cd
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-10-14
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 14.10.2008 C-6122/2007
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-6122-2007_2008-10-14.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-6122/2007/frj/fas

{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 4 .  O k t o b e r  2 0 0 8

Richter Johannes Frölicher (Vorsitz), 
Richterin Elena Avenati-Carpani, 
Richter Michael Peterli, 
Gerichtsschreiberin Susanne Fankhauser.

M._______, 
vertreten durch Herr Rechtsanwalt Sergio Biondo, 
Bahnhofplatz 13, Postfach 268, 3930 Visp,
Beschwerdeführer,

gegen

IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,
avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100, 
1211 Genf 2,
Vorinstanz.

Rentenrevision, Aufhebung IV-Rente 
(Verfügung vom 10. August 2007).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-6122/2007

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,

dass die  IV-Stelle  für  Versicherte  im Ausland (nachfolgend: IV-Stelle 
IVSTA)  M._______  mit  Verfügung  vom  30. November  1995  ab  dem 
1. März 1994 aufgrund eines Invaliditätsgrades von 70 % eine ganze 
Rente  der  schweizerischen  Invalidenversicherung  (IV)  zugesprochen 
hat (IV-Akt. 30),

dass  die  kantonale  IV-Stelle  Wallis  dem  Versicherten  mit  Schreiben 
vom 2. März 2005 die Durchführung einer Rentenrevision ankündigte 
und  zur  Abklärung  verschiedene  medizinische  Berichte  sowie  ein 
medizinisches Gutachten von Dr. med. A._______, Facharzt für Innere 
Medizin  und  Nephrologie  in  Z._______,  welches  am  18. April  2006 
erstattet wurde, einholte (IV-Akt. 81), 

dass die Verwaltung das Dossier anschliessend dem regionalen ärzt-
lichen  Dienst  (RAD)  vorlegte,  welcher  dem  Versicherten  ab  dem 
11. Januar  2007 eine vollschichtige  Arbeitsfähigkeit  in  einer  leidens-
angepassten  Tätigkeit  attestierte  (Bericht  Dr. B._______  vom 
11. Januar 2007; IV-Akt. 107),

dass  die  IV-Stelle  Wallis  mit  Vorbescheid  vom  16. März  2007  die 
Aufhebung der Rente in Aussicht stellte, weil bei einem Invaliditätsgrad 
von 14 % kein Rentenanspruch mehr bestehe (IV-Akt. 108),

dass  der  Versicherte  am  23. Juli  2007  Einwände  erheben  und  auf 
derzeit laufende Abklärungen hinweisen liess (IV-Akt. 19),

dass die IV-Stelle IVSTA mit Verfügung vom 10. August 2007 (vgl. IV-
Akt. 121,  123  und  Akt. 1/2)  die  Invalidenrente  mit  Wirkung  ab 
1. Oktober  2007  aufhob  und  einer  allfälligen  Beschwerde  die  auf-
schiebende Wirkung entzog (IV-Akt. 121),

dass  M._______,  vertreten  durch  Rechtsanwalt  Sergio  Biondo,  am 
13. September  2007  beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde 
erheben und – unter  Kosten-  und Entschädigungsfolge –  die  Aufhe-
bung der Verfügung vom 10. August 2007 beantragen liess,

dass das Bundesverwaltungsgericht  zur Beurteilung der Beschwerde 
zuständig ist (Art. 31 ff. des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 

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2005 [VGG, SR 173.32] und Art. 69 Abs. 1 Bst. b des Bundesgesetzes 
vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversicherung [IVG, SR 831.20]),

dass eine Invalidenrente, wenn sich der Invaliditätsgrad einer Renten-
bezügerin  oder  eines  Rentenbezügers  erheblich  ändert,  von  Amtes 
wegen  oder  auf  Gesuch  hin  für  die  Zukunft  entsprechend  erhöht, 
herabgesetzt  oder  aufgehoben  wird  (Art. 17  Abs. 1  des  Bundes-
gesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozial-
versicherungsrechts [ATSG, SR 830.1]),

dass  grundsätzlich  jede  wesentliche  Änderung  in  den  tatsächlichen 
Verhältnissen,  die  geeignet  ist,  den Invaliditätsgrad zu  beeinflussen, 
einen  Revisionsgrund  im  Sinne  von  Art. 17  Abs. 1  ATSG  bildet, 
weshalb die Rente nicht nur bei einer Veränderung des Gesundheits-
zustandes, sondern auch bei veränderten erwerblichen Auswirkungen 
des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes revidierbar ist 
(BGE 130 V 343 E. 3.5),

dass bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit die anspruchsbeein-
flussende Änderung für  die  Herabsetzung oder  Aufhebung der  Leis-
tung von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen ist,  in dem angenom-
men werden kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird, 
jedenfalls  aber,  nachdem  sie  ohne  wesentliche  Unterbrechung  drei 
Monate  angedauert  hat  und  voraussichtlich  weiterhin  andauern  wird 
(Art. 88a Abs. 1 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invali-
denversicherung [IVV, SR 831.201]), 

dass  die  Herabsetzung  oder  Aufhebung  der  Rente  grundsätzlich 
frühestens vom ersten Tag des zweiten der Zustellung der Verfügung 
folgenden Monats an erfolgt (Art. 88bis Abs. 2 Bst. a IVV), 

dass  aber,  sofern  die  unrichtige  Ausrichtung  einer  Leistung  darauf 
zurückzuführen  ist,  dass  der  Bezüger  sie  unrechtmässig  erwirkt  hat 
oder der ihm gemäss Art. 77 IVV zumutbaren Meldepflicht nicht nach-
gekommen  ist,  die  Herabsetzung  oder  Aufhebung  der  Rente 
rückwirkend vom Eintritt  der für den Anspruch erheblichen Änderung 
vorgenommen wird (Art. 88bis Abs. 2 Bst. b IVV),

dass der Berechtigte oder sein gesetzlicher Vertreter sowie Behörden 
oder Dritte, denen die Leistung zukommt, gemäss Art. 77 IVV jede für 
den Leistungsanspruch wesentliche Änderung, namentlich eine solche 
des  Gesundheitszustandes,  der  Arbeits-  oder  Erwerbsfähigkeit,  der 

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Hilflosigkeit oder des invaliditätsbedingten Betreuungsaufwandes, des 
für  den  Ansatz  der  Hilflosenentschädigung  massgebenden  Aufent-
haltsortes,  der  persönlichen  und  gegebenenfalls  der  wirtschaftlichen 
Verhältnisse des Versicherten,  unverzüglich  der  IV-Stelle  anzuzeigen 
haben,

dass  Dr. A._______  in  seinem  Gutachten  vom  18. April  2006  dem 
Beschwerdeführer  von  März  1993  bis  Februar  2004  eine  Arbeits-
unfähigkeit von 100 % und von 50 % ab Februar 2004 attestierte, eine 
dem Leiden angepasste Tätigkeit (insbesondere keine schweren Arbei-
ten, keine Schichtarbeit oder Arbeiten in Kühlräumen) aus nephrologi-
scher Sicht aber als ganztags zumutbar erachtete,

dass aus dem Gutachten weiter hervorgeht,  dass der Versicherte im 
Zeitpunkt  der  Begutachtung  als  Maschinist  in  einer  Fabrik  arbeitete 
(IV-Akt. 81-3),

dass der Versicherte diese Erwerbstätigkeit der IV-Stelle nicht gemel-
det hatte (vgl. auch IV-Akt. 64) und erst auf Aufforderung der IV-Stelle 
Wallis vom 26. April  2006 (IV-Akt. 83) Lohnabrechnungen für die Zeit 
von Februar 2004 bis März 2006 einreichte (IV-Akt. 89),

dass  die  IV-Stelle  Wallis  –  soweit  aus  den  Akten  ersichtlich  –  nicht 
geprüft  hat,  in  welchem  Umfang  sich  der  Invaliditätsgrad  durch  die 
Erwerbstätigkeit verändert hat und ob eine Verletzung der Meldepflicht 
im Sinne von Art. 77 IVV vorlag, welche eine rückwirkende Anpassung 
der Rente erfordert hätte,

dass aus dem im Verlaufe des Beschwerdeverfahrens von der IV-Stelle 
Wallis  eingeholten  Gutachten von Dr. A._______  vom 25. April  2008 
(Akt. 15)  hervorgeht,  dass  sich  der  Gesundheitszustand  des 
Beschwerdeführers  ab  Sommer  2007  bzw. Juni  2007  verschlechtert 
hat, aus nephrologischer Sicht eine Arbeitsunfähigkeit von mindestens 
20 % bestehe und die Ausübung der bisherigen Tätigkeit als Maschi-
nist  während  etwa  vier  bis  sechs  Stunden  pro  Tag zumutbar  wäre 
(S. 4),

dass der Gutachter weiter ausführte, dass die auffallende Bewegungs-
unruhe und die offenbar heftigen Rückenschmerzen durch die Nieren-
insuffizienz  nicht  erklärbar  seien,  das  Bild  an  ein  Restless  legs 
Syndrom erinnere und eine medikamentös ausgelöste, periphere Poly-

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neuropathie  nicht  ausgeschlossen  werden  könne,  weshalb  neurolo-
gische Abklärungen erforderlich seien (S. 3),

dass dem Beschwerdeführer im Zeitpunkt der Begutachtung (Untersu-
chung am 11. März 2008) aufgrund der neurologischen Symptomatik 
eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % attestiert wird (S. 4),

dass der Arzt des RAD, Dr. B._______, in seinem Bericht vom 1. Juli 
2008 (Akt. 17) eine Arbeitsunfähigkeit  – aus nephrologischer Sicht – 
von  40 %  seit  Juni  2007  attestierte  und  die  neurologische 
Symptomatik als „neues Element“ qualifizierte,

dass  die  Vorinstanz  mit  Eingabe  vom 21. Juli  2008  die  ergänzende 
Stellungnahme der  IV-Stelle  Wallis  sowie  den Bericht  des RAD vom 
1. Juli  2008  einreichte,  auf  eine  Antragstellung  aber  verzichtete 
(Akt. 17),

dass die IV-Stelle Wallis in ihrer Stellungnahme vom 11. Juli 2008 aus-
führte, aus den vorliegenden Akten lasse sich nicht mit überwiegender 
Wahrscheinlichkeit feststellen, ob die neurologischen Probleme bereits 
zum  Zeitpunkt  des  Verfügungserlasses  am  7. August  2007  (recte: 
10. August) bestanden und allenfalls massgebliche Auswirkungen auf 
die Arbeitsfähigkeit gehabt hätten,

dass weiter ausgeführt wird, die IV-Stelle überlasse dem Gericht den 
Entscheid, ob die Renteneinstellung aufgrund der vorliegenden Akten 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu Recht 
erfolgt  sei  oder  ob die  angefochtene Verfügung aufzuheben  und die 
Sache zur ergänzenden Abklärung an die Verwaltung zurückzuweisen 
sei,

dass  der  Beschwerdeführer  in  seiner  ergänzenden  Stellungnahme 
vom  8. September  2008  (IV-Akt. 19)  aus  den  Ausführungen  der  IV-
Stelle  Wallis  schliesst,  diese  wehre  sich  nicht  gegen  eine  Rückwei-
sung, weshalb sie im Ergebnis mit den Ausführungen des Beschwer-
deführers  übereinstimme,  dass  vor  Erlass  der  Verfügung  weitere 
Abklärungen erforderlich gewesen wären,

dass aufgrund der vorliegenden Akten nicht beurteilt werden kann, ob 
und  gegebenenfalls  in  welchem  Umfang  und  zu  welchem  Zeitpunkt 
sich der Invaliditätsgrad des Beschwerdeführers in einem anspruchs-

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erheblichen  Ausmass  verändert  hat,  weshalb  die  IV-Stelle  weitere 
Abklärungen vorzunehmen haben wird,

dass die Beschwerde daher in dem Sinne gutzuheissen ist, dass die 
Verfügung  vom 10. August  2007  aufzuheben  und  die  Sache  an  die 
Vorinstanz zurückzuweisen sind, damit sie bzw. die für die Abklärung 
zuständige  IV-Stelle  Wallis  (vgl.  Art. 40  Abs. 2  IVV)  das  Revisions-
verfahren  weiterführe  und  anschliessend  über  den  Rentenanspruch 
neu verfüge,

dass  im  vorliegenden  Fall  keine  Verfahrenskosten  zu  erheben  sind 
(Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit Abs. 2 VwVG) und dem Beschwerde-
führer  der  bereits  geleistete  Kostenvorschuss  von  Fr. 400.-  daher 
zurück zu erstatten ist, 

dass  der  anwaltlich  vertretene  Beschwerdeführer  gemäss  Art. 64 
Abs. 1  VwVG  in  Verbindung  mit  Art. 7  ff.  des  Reglements  vom 
21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht  (VGKE,  SR 173.320.2)  Anspruch auf  eine 
Parteientschädigung zu Lasten der Verwaltung hat, welche vorliegend 
auf Fr. 2'000.- festzusetzen ist.

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, dass die Verfügung 
vom 10. August  2007  aufgehoben  und  die  Sache  an  die  Vorinstanz 
zurückgewiesen  wird,  damit  sie  nach  ergänzenden  Abklärungen  im 
Sinne der Erwägungen über den Leistungsanspruch neu verfüge.

2.
Es  werden  keine  Verfahrenskosten  erhoben.  Der  vom  Beschwer-
deführer geleistete Kostenvorschuss von Fr. 400.- wird zurückerstattet.

3.
Dem Beschwerdeführer wird eine Parteientschädigung von Fr. 2'000.- 
zugesprochen. Diese Entschädigung ist von der Vorinstanz zu leisten.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. ...)
- das Bundesamt für Sozialversicherungen
- SwissLife, BVG-Sammelstiftung der Rentenanstalt (Ref.-Nr. ...)

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Johannes Frölicher Susanne Fankhauser

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Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  Schweizerhofquai  6,  6004  Luzern,  Beschwerde  in 
öffentlich-rechtlichen  Angelegenheiten  geführt  werden,  sofern  die 
Voraussetzungen gemäss den Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundes-
gerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) gegeben sind. 
Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der 
Beweismittel  und  die  Unterschrift  zu  enthalten.  Der  angefochtene 
Entscheid  und  die  Beweismittel  sind,  soweit  sie  die  beschwerde-
führende Partei in Händen hat, beizulegen (vgl. Art. 42 BGG).

Versand: 

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