# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a5affb4f-3274-5c31-a970-042dd75fdfb3
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-11-15
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 15.11.2016 NP160021
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_NP160021_2016-11-15.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Zivilkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: NP160021-O/U 

 

Mitwirkend: Oberrichterin Dr. L. Hunziker Schnider, Vorsitzende, Oberrichterin 

Dr. M. Schaffitz und Oberrichterin Dr. D. Scherrer sowie Gerichts-

schreiberin lic. iur. P. Knoblauch 

Urteil vom 15. November 2016 

 

in Sachen 

 
A._____ Inc. Panama,  

Klägerin und Berufungsklägerin 

 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 

 

gegen 

 
B._____ AG,  

Beklagte und Berufungsbeklagte 

 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Y._____ 

 
betreffend Forderung 
 
Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichts im vereinfachten Verfahren am 
Bezirksgericht Bülach vom 30. März 2016 (FV150078-C) 

- 2 - 

Rechtsbegehren: 

(Urk. 17, S. 11; sinngemäss) 

Die Beklagte (Firmennummer CH-...) sei zur Bezahlung von 
Fr. 29'900.– zzgl. Verzugszins von 5 % seit 18. Dezember 2010 an die 
Klägerin zu verpflichten. 
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beklagten. 

 

Urteil des Einzelgerichts des Bezirksgerichts Bülach vom 30. März 2016: 

1. Die Klage wird abgewiesen. 

2. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 5'200.– ; die Barauslagen betragen: 

Fr. 900.–   Dolmetscherkosten 

 
Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

3. Die Gerichtskosten werden der Klägerin auferlegt und aus dem von ihr ge-

leisteten Kostenvorschuss bezogen. Der Mehrbetrag wird von der Klägerin 

nachgefordert bzw. mit ihrer Parteientschädigung für das zweitinstanzliche 

Verfahren (Dispositiv-Ziff. 6) verrechnet. 

4. Die Klägerin wird verpflichtet, der Beklagten eine Parteientschädigung von 

Fr. 5'658.10 (inkl. MwSt.) zu bezahlen. Die von der Klägerin beim Gericht 

geleistete Sicherheit in Höhe von Fr. 5'388.– wird der Beklagten ausbezahlt. 

5. Die mit Beschluss vom 22. Mai 2015 des Obergerichts des Kantons Zürich 

(Geschäfts-Nr. NP140020-O) festgesetzte zweitinstanzliche Entscheidge-

bühr von Fr. 4'000.– wird auf die Staatskasse genommen. 

Der von der Klägerin im Berufungsverfahren geleistete Kostenvorschuss von 

Fr. 4'000.– wird ihr zurückerstattet. Das Verrechnungsrecht des Staates 

bleibt vorbehalten. 

- 3 - 

6. Die Parteien werden für das zweitinstanzliche Verfahren für ihre Parteikos-

ten mit jeweils Fr. 3'564.– (inkl. MwSt.) aus der Staatskasse entschädigt. 

Die von der Klägerin im Berufungsverfahren geleistete Sicherheitsleistung 

für die Parteientschädigung in Höhe von Fr. 3'564.– wird ihr zurückerstattet. 

Das Verrechnungsrecht des Staates gegenüber den Parteien bleibt vorbe-

halten. 

7. Schriftliche Mitteilung an die Parteien. 

8. Eine Berufung gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen von der Zustel-

lung an im Doppel und unter Beilage dieses Entscheids beim Obergericht 

des Kantons Zürich, Zivilkammer, Postfach 2401, 8021 Zürich, erklärt wer-

den. In der Berufungsschrift sind die Anträge zu stellen und zu begründen. 

Allfällige Urkunden sind mit zweifachem Verzeichnis beizulegen. 

 
 
 

Berufungsanträge: 

der Klägerin und Berufungsklägerin (Urk. 46 S. 2): 
 
1. Das Urteil des Bezirksgerichts vom 30. März 2016 im Verfahren FV150078-

C/U GM/ad sei aufzuheben. 
 
2. Die Berufungsbeklagte B._____ AG (Firmennummer CH-...) sei zur Bezah-

lung von Fr. 29'900.00 zzgl. Verzugszins von 5% seit 18. Dezember 2010 an 
A._____ Inc. zu verurteilen. 

 
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Berufungsbeklagten. 
 
 
der Beklagten und Berufungsbeklagten (Urk. 53 S. 2): 
 
1. Die Berufung sei abzuweisen. 
 
2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Berufungsklägerin. 
 
 

- 4 - 

Erwägungen: 

I. 

 1. Die Klägerin und die Beklagte vereinbarten seit 2008 regelmässig Verträ-

ge, worin sich die Klägerin zur Bezahlung von Entgelt und die Beklagte zur Leis-

tung unterschiedlicher Dienstleistungen verpflichtete, u.a. Schutz, Lagerung und 

Transport von Gold von D._____ in die Schweiz. Am 17. Dezember 2010 trafen 

nach Angaben der Klägerin 54.4810 kg Gold im E._____-F._____ Vault am Flug-

hafen in D._____ ein. Am 18. Dezember 2010 wurde am Flughafen in D._____ 

aus dem Tresorraum, sog. Vault, der E._____ gemäss Aussagen der Klägerin ein 

Teil des Goldes, rund 24,9 kg, dieser Lieferung geraubt. Der Rest wurde bestim-

mungsgemäss über Amsterdam nach Zürich geflogen und von dort durch die Be-

klagte nach G._____ weiter transportiert. Die Klägerin fordert von der Beklagten 

als Rechtsnachfolgerin der C._____ International mit der vorliegenden Teilklage 

Schadenersatz. Sie macht geltend, das Gold sei in D._____ der Rechtsvorgänge-

rin der Beklagten übergeben worden, welche sich vertraglich nicht nur verpflichtet 

habe, das Gold zu transportieren, sondern u.a. auch zu schützen, zu überwachen 

und zu versichern. Die Beklagte bestreitet dies; das Gold sei ihr als blosse Fracht-

führerin erst in Zürich übergeben worden. 

 2. Mit Urteil vom 30. März 2016 wies das Einzelgericht des Bezirksgerichtes 

Bülach die Klage ab, unter Regelung der Kosten- und Entschädigungsfolgen 

(Urk. 47). Gegen dieses Urteil erhob die Klägerin mit Eingabe vom 4. Mai 2016, 

hier rechtzeitig eingegangen am 6. Mai 2016, Berufung. Mit Verfügung vom 

25. Mai 2016 wurde der Klägerin Frist angesetzt, um einen Vorschuss für die Ge-

richtskosten von Fr. 4'000.-- zu bezahlen (Urk. 48). Dieser ging rechtzeitig bei der 

Obergerichtskasse ein (Urk. 49). Am 17. Juni 2016 wurde der Beklagten Frist an-

beraumt, um die Berufung zu beantworten (Urk. 50). Die Berufungsantwortschrift 

erfolgte rechtzeitig mit Eingabe vom 19. August 2016, hier eingegangen am 

22. August 2016 (Urk. 53). Mit Verfügung vom 23. August 2016 wurde das Doppel 

der Berufungsantwort der Gegenpartei zur Kenntnisnahme zugestellt (Urk. 54). 

Weitere Eingaben der Parteien erfolgten nicht. 

- 5 - 

 3. Bezüglich des erstinstanzlichen Prozessverlaufs kann auf dessen Darstel-

lung im vorinstanzlichen Urteil verwiesen werden (Urk. 47 S. 2 f.) . Antragsge-

mäss (Urk. 46 S. 4) wurden die Akten des ersten Berufungsverfahrens NP140020 

beigezogen. Die Beklagte hatte dazu ihr ausdrückliches Einverständnis erklärt 

(Urk. 53 S. 2). 

 Zu Recht ging die Vorinstanz davon aus, dass vorliegend schweizerisches 

Recht zur Anwendung gelangt (Urk. 47 S. 3). 

II. 

 1. Mit der Berufung kann sowohl die unrichtige Rechtsanwendung als auch 

die unrichtige Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 310 

ZPO). In der Berufungsschrift sind die Behauptungen bestimmt und vollständig 

aufzustellen. Zudem muss sie – im Gegensatz zur Klageschrift – nicht nur eine 

tatsächliche, sondern auch eine rechtliche Begründung enthalten (Reetz/Theiler, 

in: Sutter-Somm et al., ZPO Komm., Art. 311 N 36). Der Berufungskläger hat mit-

tels klarer und sauberer Verweisungen auf die Ausführungen vor der Vorinstanz 

zu zeigen, wo er die massgebenden Behauptungen, Erklärungen, Bestreitungen 

und Einreden erhoben hat. Es ist nämlich nicht Sache der Rechtsmittelinstanz, die 

Akten und die Rechtsschriften der Vorinstanz zu durchforsten, um festzustellen, 

was welche Partei wo ausgeführt hat. Damit ist gesagt, dass die Berufungsschrift 

weder eine pauschale Verweisung auf die bei der Vorinstanz eingereichten 

Rechtsschriften noch eine neuerliche Darstellung der Sach- oder Rechtslage ent-

halten darf, welche nicht darauf eingeht, was vor der Vorinstanz vorgebracht wor-

den ist und von dieser erwogen worden ist (BGE 138 III 374 E. 4.3.1). Pauschale 

Verweisungen auf die vor der Vorinstanz eingebrachten Rechtsschriften sind na-

mentlich dann unzulässig, wenn sich die Vorinstanz mit den Ausführungen des 

Berufungsklägers auseinandergesetzt hat. Stützt sich der angefochtene Entscheid 

auf mehrere selbständige Begründungen, muss sich der Berufungskläger in der 

Berufungsschrift mit allen Begründungen auseinandersetzen. Das Gleiche gilt im 

Falle von Haupt- und Eventualbegründung. Auch hier muss sich der Berufungs-

kläger mit beiden Begründungen auseinandersetzen (Hungerbühler/Bucher,      

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DIKE-Komm-ZPO, Art. 311 N 36 ff.). Zwar prüft die Berufungsinstanz nicht nur die 

geltend gemachten Rügen (Rügeprinzip). Der Berufungskläger hat sich aber mit 

der Begründung des erstinstanzlichen Entscheids auseinanderzusetzen; das Ge-

richt muss den angefochtenen Entscheid nicht von sich aus auf Mängel untersu-

chen, es sei denn, der Sachverhalt sei geradezu willkürlich festgestellt worden 

oder das Recht sei geradezu willkürlich angewandt worden (Reetz/Theiler, a.a.O., 

Art. 311 N 36). Aufgrund der umfassenden Überprüfungsbefugnis ist die Beru-

fungsinstanz nicht an die mit den Rügen vorgebrachten Argumente oder an die 

Erwägungen der Vorinstanz gebunden, sie kann die Rügen auch mit abweichen-

den Erwägungen gutheissen oder abweisen (vgl. Reetz/Theiler, a.a.O., Art. 310 

N 6). Die Begründungsanforderungen gelten auch für die Berufungsantwort, wenn 

darin Erwägungen der Vorinstanz beanstandet werden, die sich für die im kanto-

nalen Verfahren obsiegende Partei ungünstig auswirken können (BGer 

4A_258/2015 vom 21. Oktober 2015, E. 2.4.2; Reetz/Theiler, a.a.O., Art. 312 

N 11). 

 2. Im Berufungsverfahren sind neue Vorbringen nur noch unter den Voraus-

setzungen von Art. 317 Abs. 1 ZPO zulässig. Danach sind neue Tatsachen und 

Beweismittel nur noch zu berücksichtigen, wenn sie – kumulativ – ohne Verzug 

vorgebracht werden (Art. 317 Abs. 1 lit. a ZPO) und trotz zumutbarer Sorgfalt 

nicht schon vor erster Instanz vorgebracht werden konnten (Art. 317 Abs. 1 lit. b 

ZPO). Das Berufungsverfahren soll zwar den erstinstanzlichen Entscheid umfas-

send überprüfen, nicht aber alle Sach- und Rechtsfragen völlig neu aufarbeiten 

und beurteilen. Das Berufungsverfahren steht gewissermassen auf den Schultern 

des erstinstanzlichen Entscheides und dient nicht dazu, dass die Parteien Ver-

säumtes nachbessern können. Alles, was relevant ist, ist deshalb in das erstin-

stanzliche Verfahren einfliessen zu lassen (Reetz/Hilber, a.a.O., Art. 317 N 31). 

Jede Partei, welche neue Tatsachen und Beweismittel einreicht, hat zunächst zu 

behaupten und zu beweisen, dass dies ohne Verzug geschieht. Will eine Partei 

unechte Noven geltend machen, so trägt sie die Beweislast für die Zulässigkeit 

der Noven. Sie muss zusätzlich Behauptungen aufstellen und Beweise benennen, 

aus denen sich ergibt, dass sie umsichtig und sorgfältig gehandelt hat, aber den-

noch keine frühere Kenntnis von den neu vorgebrachten Tatsachen und Behaup-

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tungen oder Beweismitteln hatte. Der anderen Partei steht der Gegenbeweis offen 

(Steininger, DIKE-Komm-ZPO, Art. 317 N7; vgl. zum Ganzen auch BGer 

5A_330/2013 vom 24. September 2013, E. 3.5.1 m.w.H.).  

III. 

 1. Die Klägerin stellte sich auf den Standpunkt, dass die Einlieferung von 

54,4810 kg Gold im E._____ Vault durch die Klägerin als bewiesen gelte (Urk. 46 

S. 6). Die Beklagte habe dies nicht bestritten (Urk. 38 S. 2). Diese Auffassung ist 

unzutreffend. Die Beklagte hatte den Goldraub in ihrem zweiten Vortrag (vom Ge-

richt als Duplik bezeichnet = 1. Vortrag im Hauptverfahren) anlässlich der Haupt-

verhandlung vom 9. Dezember 2015 ausdrücklich bestritten (Urk. 19 S. 8). Entge-

gen der Auffassung der Klägerin (Urk. 38 S. 2 f.) war die Beklagte in jenem Zeit-

punkt ohne Weiteres noch befugt, diese Tatsache zu bestreiten, da der Akten-

schluss noch nicht eingetreten war (BGE 140 III 312). Die Parteien konnten ihre 

Vorbringen bis dahin ergänzen oder abändern und bestreiten. Es konnten anläss-

lich der Hauptverhandlung auch noch neue Tatsachen behauptet werden 

(Art. 229 Abs. 2 ZPO). Der Aktenschluss trat nach den ersten Parteivorträgen an 

der Hauptverhandlung ein. Die Parteien hatten sich zuvor lediglich einmal in der 

Klagebegründung und Klageantwort vollumfänglich zum Prozessstoff äussern 

können (Urk. 2/2 und Urk. 2/25). Die Parteien sollen jedoch je zweimal die Mög-

lichkeit haben, uneingeschränkt Tatsachen und Beweismittel vortragen zu können 

und danach grundsätzlich nicht mehr (Leuenberger, in: Sutter-

Somm/Hasenböhler/Leuenberger, ZPO Komm., [3.A.], Art. 229 N 4 und 12). Die 

Vorinstanz stellte diese von der Klägerin behauptete Tatsache in der Folge jedoch 

nicht zum Beweis, sondern beschränkte das Beweisverfahren (einstweilen) auf 

den Beweissatz, wonach die Klägerin zu beweisen habe, dass die Beklagte ver-

traglich verpflichtet gewesen sei, für den Schutz, die Überwachung, die Versiche-

rung und den Transport des Goldes am 17. Dezember 2010 besorgt zu sein 

(Urk. 22). Dieses Vorgehen ist zulässig, jedoch müsste beim Gelingen des Be-

weises durch die Klägerin der behauptete Goldraub ebenfalls noch bewiesen und 

das Beweisverfahren in diesem Sinne ergänzt werden. In diesem Zusammenhang 

ist noch darauf hinzuweisen, dass die Beklagte auch rechtzeitig bestreiten liess, 

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dass der Klägerin ein Schaden entstanden sei, weil sie bezweifelte, dass die Klä-

gerin überhaupt Eigentümerin des Goldes sei (Urk. 19 S. 10).  

 2.a) Zwischen den Parteien ist strittig, ob die Beklagte auch am 17. Dezem-

ber 2010 einen Goldtransport von D._____ in die Schweiz als "door-to-door"-

Geschäft ausgeführt und als sog. "full service provider" agierte. Die Parteien sind 

sich daher uneinig darüber, ob die Beklagte für die Sicherheit des Goldes wäh-

rend der Aufbewahrung des Goldes bei der E._____ International Ltd. auf dem 

Flughafen D._____ bis zum Abflug des Flugzeuges FH._____ N.V. verantwortlich 

war und für einen allfälligen Verlust im Sinne von Art. 97 ff. OR haftete. Relevant 

ist somit einzig, wer für das Gold ab Eingang beim E._____ Vault in D._____ haf-

tete (Urk. 46 S. 7). Demnach ist der konkrete Vertragsinhalt, d.h. vor allem die 

durch die Beklagte zu erbringenden Vertragsleistungen bezüglich dieser Goldlie-

ferung, umstritten. Unbestritten ist, dass die Beklagte von dieser Lieferung am 

30. Dezember 2010 die nach dem behaupteten Raub von 24,9 kg verbliebenen 

30,5 kg Gold von Zürich nach G._____ transportierte (Urk. 46 S. 5; Urk. 25/2 

S. 17).  

 b) Die Klägerin machte geltend, dass zwischen den Parteien eine langjähri-

ge Geschäftsbeziehung bestehe. Die Beklagte habe sich seit ca. 2008 verpflich-

tet, für die Klägerin Goldbarren von D._____ in die Schweiz zu transportieren. 

Diese langjährige Geschäftsbeziehung sei nicht bestritten und durch die seit 2008 

gestellten und bezahlten Rechnungen belegt (Urk. 46 S. 4; Urk. 17 S. 15; Urk. 38 

S. 3). Ein entsprechender schriftlicher Vertrag bzw. schriftliche Verträge befinden 

sich nicht in den Akten. Deren Vorliegen wurde auch nicht explizit behauptet. Es 

wurde auch nicht vorgebracht, dass die Parteien einen Rahmen- bzw. Gesamtver-

trag o.ä. über ihre mehrjährige Zusammenarbeit und die betreffenden Transporte 

abgeschlossen hätten, weshalb nicht vom Vorliegen eines solchen ausgegangen 

werden kann, sondern anzunehmen ist, dass die Parteien für jeden Transport 

(konkludent) einen neuen Vertrag abgeschlossen haben. Bezüglich des Gold-

transportes vom 17. Dezember 2010 befindet sich ebenfalls kein schriftlicher Ver-

trag in den Akten. Dass kein schriftlicher Vertrag zwischen den Parteien für die-

sen Transport vorlag, ist auch unbestritten (Urk. 46 S. 26).  

- 9 - 

 Die Klägerin stellte sich auf den Standpunkt, dass zwischen den Parteien für 

über 300 Transporte ein mündlicher Vertrag durch übereinstimmende Wil-

lensäusserungen zustande gekommen sei, wonach die Beklagte gegen Bezah-

lung eines Entgelts Gold im E._____ Vault im Flughafen D._____ in Empfang ge-

nommen, in eigene Säcke verpackt, bis zum Flug gelagert habe und während der 

Vertragsdauer für dessen Schutz verantwortlich gewesen sei. Ein solcher Vertrag 

sei auch bezüglich des Transportes vom 17. Dezember 2010 mündlich zustande 

gekommen. Erst danach seien die Vertragsbedingungen geändert worden (Urk. 2 

S. 3 ff.; Urk. 38 S. 3 f.; Urk. 46 S. 12 ff.). Die Haftung der Beklagten habe ab dem 

F._____ Vault in D._____ bestanden (Prot. I S. 9, 13). Auf Frage des Gerichts, 

weshalb die Beklagte ab der Einlieferung des Goldes im Vault in D._____ dieses 

unter ihrer Kontrolle hätte haben sollen, meinte der Vertreter der Klägerin, weil 

sich die Beklagte im Vault befinde und sie die Transporte zusammen mit der 

F._____ durchführe (Prot. I S. 9). Die Klägerin hatte jedoch die Aussage der Be-

klagten, dass sich bei diesem Transport niemand ihrerseits vor Ort befand, nicht 

bestritten. Die Klägerin erklärte, dass ihr Beauftragter, I._____, ab Anfang No-

vember 2010 die Aufgabe von der ehemaligen Beauftragten der Beklagten, 

"J._____", übernommen habe, das Gold vom Zoll bis zum Vault E._____-F._____ 

zu befördern. Das Gold sei am 17. Dezember 2010 in den Vault E._____-F._____ 

übergeben worden. Ab diesem Übergabezeitpunkt hätten sich die 54.4810 kg 

Gold in der Obhut der Beklagten befunden (Urk. 17 S. 13). Die Parteien sind sich 

einig, dass das Groundhandling ab November 2010 durch die Klägerin selbst 

übernommen wurde, nachdem es zuvor von "J._____" vorgenommen worden war 

(Urk. 46 S. 7). Die Klägerin stellte sich jedoch auf den Standpunkt, dass das 

Groundhandling lediglich den Transport vom Zoll bis zum E._____ Vault, eine Dis-

tanz von ca. 200m, beinhaltet habe (Urk. 46 S. 7).  

 Die Beklagte erklärte, dass sich die Parteien einig seien, dass bis Ende Ok-

tober 2010 solche sog. "door-to-door"-Geschäfte von ihr für die Klägerin ausge-

führt worden seien, jedoch bestehe kein Konsens darüber, dass es sich auch am 

17. Dezember 2010 um ein solches Geschäft gehandelt habe (Urk. 53 S. 3). Der 

zwischen den Parteien bezüglich dieses Transportes bestehende Vertrag habe 

lediglich den Transport von Zürich nach G._____ umfasst. Es sei nicht vereinbart 

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gewesen, dass die Beklagte das Gold bei der Klägerin abhole, das Gold von der 

Klägerin zum Flughafen transportiere, das Gold dort ins Flugzeug einlade und den 

Transport des Goldes mit dem Flugzeug von D._____ via Amsterdam nach Zürich 

organisiere. Entgegen der Darstellung der Klägerin sei kein "door-to-door"-

Geschäft vereinbart gewesen, und die Beklagte habe insbesondere nicht als "full 

service provider" agiert, im Gegensatz zu den Geschäften, welche sie bis Ende 

Oktober 2010 für die Klägerin durchgeführt habe. Bei jenen Geschäften sei das 

Gold unter der Verantwortung der Beklagten bei der Klägerin abgeholt, zum Flug-

hafen in D._____ gebracht, in die Schweiz geflogen und ins Tessin gebracht wor-

den (Urk. 19 S. 2 f.). Der Transporteur, welcher das vorliegend in Frage stehende 

Gold bei der Klägerin abgeholt und zum Flughafen in D._____ transportiert und 

dort zur Verfrachtung nach Europa übergeben habe, habe im Auftrag der Klägerin 

agiert. Die Beklagte kenne diesen Transporteur nicht. Unter welcher Verantwor-

tung der Transporteur stehe, der das Gold zum Flughafen bringe, sei jedoch ent-

scheidend. Es verhalte sich so, dass der Transporteur als sog. Shipper auftrete 

und für den Transport des Goldes mit dem Flugzeug bis zum Zielflughafen ver-

antwortlich sei. Dieser Transporteur schliesse den Vertrag mit der Fluggesell-

schaft bzw. Cargogesellschaft und bezahle vor Ort auch den Frachtpreis. Wenn 

also der Transporteur nicht im Auftrag der Beklagten tätig gewesen sei, dann 

könne auch die vom Transporteur beauftragte Fluggesellschaft nicht im Auftrag 

der Beklagten tätig gewesen sein. Wenn das Gold bei der Cargogesellschaft bzw. 

der Fluggesellschaft abhanden gekommen sei, sei dies nicht im Verantwortungs-

bereich der Beklagten gelegen. Bis Ende Oktober 2010 seien die Goldtransporte 

zum Flughafen D._____ von der Firma "J._____" durchgeführt worden. Diese 

Firma sei von der Beklagten ausgewählt und instruiert worden. Sie habe direkt an 

die Beklagte rapportiert und nach einem von der Beklagten bestimmten und 

überwachten Sicherheitskonzept gearbeitet. Entscheidend sei die Tatsache, dass 

"J._____" von der Beklagten angewiesen worden sei, das Gold nicht einfach beim 

Flughafen D._____ abzustellen, sondern das Gold auch so lange zu überwachen, 

bis es ins Flugzeug geladen und dieses gestartet sei (Urk. 19 S. 3 ff., Urk. 2/25 

S. 7 f.). Die Beklagte habe mit "J._____", ihrem Agenten, am 22. Oktober 2008 

ein Services Agreement abgeschlossen, wonach "J._____" die Verantwortung für 

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die laufenden Sendungen als Unterbeauftragter übernommen habe (Urk. 2/25 

S. 9). Ein wichtiger Aspekt sei, dass die 37 Sendungen, die durch ihren Agenten 

"J._____" durchgeführt worden seien, immer durch bewaffnete und geschulte Mit-

arbeiter dieser Firma erfolgt seien, wogegen die durch die Klägerin selbst abgewi-

ckelten 23 Sendungen nach dem 5. November 2010 inklusive der streitgegen-

ständlichen Sendung jeweils durch unbewaffnete Personen vorgenommen wor-

den seien (Urk. 2/25 S. 10 f.). Die Beklagte habe als Frachtführerin lediglich 318 

Gold-Sendungen transportiert, aber keine Lagerung vorgenommen (Urk. 2/25 

S. 5). Diese Darstellung der Durchführung und Überwachung der Transporte 

durch die Beauftragte der Beklagten vor Ort in D._____, "J._____", wurde von der 

Klägerin nicht substantiiert bestritten (Urk. 17 S. 12, 14 und Urk. 38; Prot. I S. 13), 

weshalb von diesem Handlungsablauf auszugehen ist. Die Klägerin bestritt auch 

nicht ausdrücklich (Urk. 38), dass sie im konkreten Fall den Transport in D._____ 

sowie die Flüge bei der F._____ selbst organisierte bzw. organisieren liess und 

die Aufbewahrung des Goldes bis zum Abflug des F._____-Flugzeuges im 

E._____ Vault veranlasst hatte (Urk. 17 S. 13/14) und dass sie auf dem Air 

Waybill als Transporteur aufgeführt ist (Urk. 2/26/9). Sie erklärte sogar ausdrück-

lich, dass der Umstand, wonach die K._____ auf dem Air Waybill als "Shipper" 

aufgeführt sei, bedeute, dass sie den Auftrag für den Transport gegeben habe 

(Prot. I S. 8; Urk. 46 S. 15). Sie anerkannte, dass alle Handlungen vor Ort und die 

Organisation des Transportes durch sie erfolgten. Sie behauptete dennoch, dass 

das Gold nach dessen Eingang im E._____ Vault bezüglich Haftung in den Ver-

antwortungsbereich der Beklagten übergegangen sei (Prot. I S. 8 Urk. 46 S. 15).  

 Die Klägerin bestritt im Weiteren auch nicht, dass weder die Beklagte bzw. 

ein Beauftragter der Beklagten im Zusammenhang mit dem fraglichen Transport 

am 17. Dezember 2010 vor Ort in D._____ zugegen war und irgendwelche der 

genannten Aufgaben eines Shippers zu Gunsten der Klägerin wahrgenommen 

hatte. Insofern hatte sich - entgegen der Auffassung der Klägerin (Urk. 46 S. 15 

ff.) - Wesentliches gegenüber den früheren Transporten geändert, indem die Be-

klagte nicht mehr vor Ort vertreten war. 

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 c) Zusammenfassend ist festzuhalten, dass sachverhaltsmässig feststeht, 

dass die Beklagte bzw. ein Vertreter oder Beauftragter von ihr, am 17. Dezember 

2010 nicht vor Ort auf dem Flughafen in D._____ war. Auch ist davon auszuge-

hen, dass die Klägerin den Transport organisierte, indem sie den Transport bis 

zum E._____ Vault sicherstellte, die Einlieferung des Goldes in den F._____-

E._____-Vault besorgte und auch den Flug via Amsterdam in die Schweiz buchte. 

Es war demnach nicht vereinbart gewesen, dass die Beklagte das Gold bei der 

Klägerin abhole, das Gold von der Klägerin zum Flughafen transportiere, das 

Gold dort ins Flugzeug einlade und den Transport des Goldes mit dem Flugzeug 

von D._____ via Amsterdam nach Zürich organisiere. Das Groundhandling wurde 

allein von der Klägerin vorgenommen, ohne Wissen der Beklagten (vgl. auch Urk. 

47 S. 12). Die Beklagte hatte demnach weder mit dem E._____ Vault noch mit der 

Fluggesellschaft einen Vertrag bezüglich Aufbewahrung und Transport des Gol-

des vereinbart. Solches behauptete die Klägerin auch nicht. Die Klägerin schloss 

den Transportvertrag mit der F._____. Die Beklagte war bei der Buchung des 

Fluges und der Übergabe des Goldes zur Aufbewahrung bei der E._____ Interna-

tional Ltd. noch nicht einmal darüber informiert worden, dass überhaupt eine Lie-

ferung stattfinden sollte. Die Beklagte wurde über den fraglichen Goldtransport 

unbestrittenermassen erstmals mit Mail vom 17. Dezember 2010 (Urk. 20/27), 

welches Ortszeit Zürich 13.18 Uhr abgeschickt wurde, informiert, wobei die Mail 

nicht an die Beklagte, sondern an die Käuferin des Goldes in der Schweiz gerich-

tet und die Beklagte nur im CC aufgeführt war (Urk. 19 S. 5; Prot. I S. 21). Auf-

grund dieser Umstände ist davon auszugehen, dass zwischen der Beklagten und 

der Fluggesellschaft F._____ bzw. der E._____ International Ltd. kein Vertrags-

verhältnis bestand, da die Klägerin als Shipper in D._____ auftrat und den ganzen 

Transport inkl. Flüge organisierte und bezahlte, wie auch das Gold bei der 

E._____ International Ltd. zur Aufbewahrung übergab. 

 d) Als Zwischenfazit ist daher festzuhalten, dass der Vertragsinhalt gegen-

über den früheren Verträgen, bei denen ein Beauftragter der Beklagten, 

"J._____", vor Ort war und das Groundhandling vornahm, grundlegend geändert 

wurde. Die Rolle der Beklagten wurde wesentlich reduziert, indem sie ab Novem-

ber 2010 lediglich noch den Transport ab dem Zielflughafen in Zürich überneh-

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men musste (Urk. 47 S. 14). Diese Vertragsbedingungen wurden von den Partei-

en offensichtlich im gegenseitigen Einvernehmen vereinbart. Anderes wurde je-

denfalls nicht behauptet. Schon diese Umstände erwecken erhebliche Zweifel an 

der Darstellung der Klägerin, wonach trotz dieser markanten Reduzierung der 

Aufgaben der Beklagten, deren Übergang auf eine andere Firma und dem damit 

stark verminderten Einfluss der Beklagten auf Durchführung der Transporte, die 

Zusicherung bezüglich Weitergeltung der Haftung im ursprünglichen Umfang auf-

rechterhalten wurde. Es erscheint eher lebensfremd anzunehmen, dass der Ver-

tragsinhalt derart weitgehend geändert, die Haftung aber unvermindert beibehal-

ten wurde. Dies ist jedoch im Folgenden anhand der von der Klägerin bezeichne-

ten Beweismitteln zu prüfen. 

 3.a) Im modernen Zivilprozess gilt der Grundsatz der freien richterlichen 

Beweiswürdigung durch das Gericht, welcher nun auch in Art. 157 ZPO ausdrück-

lich verankert ist. Freie Beweiswürdigung heisst, dass das Gericht nach Abnahme 

der erforderlichen Beweise ohne Bindung an bestimmte formelle Beweisregeln 

nach pflichtgemäss ausgeübtem Ermessen und nach seiner frei gebildeten Über-

zeugung darüber befinden soll, ob der Beweis für eine bestimmte Tatsache ge-

leistet worden ist oder nicht. Glaubwürdigkeit, klare Aussage, Widersprüche etc. 

bilden Anhaltspunkte für die Beweiswürdigung etwa einer Zeugenaussage durch 

das Gericht (Staehelin/Staehelin/Grolimund, Zivilprozessrecht, Zürich 2013, § 18 

N 31 f.). Die freie Beweiswürdigung mündet in eine subjektive, allerdings auf die 

objektive Wahrheit als Beweisziel gerichtete Überzeugung des Gerichts. Sie be-

stimmt das Beweisergebnis verbindlich, wenn sie mit den Natur- und Denkgeset-

zen sowie den durchgesetzten Erfahrungssätzen zu vereinbaren ist. Den Kon-

trollmassstab legt nicht Art. 8 ZGB, sondern letztlich das Willkürverbot fest (BK-

Walter, N 122 zu Art. 8). Das Beweismass regelt den Grad der Sicherheit, mit 

welchem die tatbestandsmässigen Tatsachen nachgewiesen werden müssen, um 

die Rechtsfolge auszulösen. Es bestimmt die Anforderungen an die Intensität des 

Beweises und steht in engem Zusammenhang mit der Beweiswürdigung, ist be-

grifflich aber von ihr abzusetzen. Vorerst wird in der Beweiswürdigung geprüft, ob 

Beweis erbracht ist. Im Anschluss daran regelt das Beweismass, wann der Be-

weis gelungen ist. Die Beweiswürdigung ist die qualitative Bewertung der erhobe-

- 14 - 

nen Beweise im Einzelfall, das Beweismass die normative Stufe, welche das Ge-

richt in der konkreten Beweiswürdigung erklimmen muss, um vom non liquet zum 

Beweis zu gelangen (BK-Walter, N 126 zu Art. 8). Vorliegend gilt das Regelbe-

weismass, also der volle, strenge und sichere oder strikte Beweis muss gelingen. 

Er ist erbracht, wenn das Sachgericht nach objektiven Gesichtspunkten von der 

Wahrheit einer Behauptung und damit vom Vorliegen einer Tatsache voll über-

zeugt ist. Jeder Hauptbeweis muss im Zivilprozess als Regelbeweis erbracht wer-

den, sofern nicht Gesetz oder gesetzmässiges Richterrecht anderes anordnet. 

Das Vorliegen der Tatsache braucht nicht mit Sicherheit festzustehen, die an Si-

cherheit grenzende Wahrscheinlichkeit reicht für den Nachweis aus, selbst wenn 

eine abweichende Möglichkeit nicht völlig auszuschliessen ist (BK-Walter, N 134 

zu Art. 8).  

 b) Als Beweismittel wurde von der Klägerin der Air Waybill vom 17. Dezem-

ber 2010 bezeichnet (Urk. 2/4/3 = Urk. 2/26/9). In diesem Luftfrachtbrief wird die 

K._____, welche mit der Klägerin identisch ist (Prot. I S. 8), als Shipper (Transpor-

teur) und die Beklagte als Consignee (Empfängerin) aufgeführt. Die zu transpor-

tierende Fracht wird mit 55,4 kg Goldbarren angegeben. Weiter ist ersichtlich, 

dass der Air Waybill durch die FH._____ ausgestellt wurde, welche als carrier den 

Transport von D._____ via Amsterdam nach Zürich durchführte. Hinweise auf ei-

nen Vertrag zwischen der Klägerin und der Beklagten bzw. einen konkreten Ver-

tragsinhalt bezüglich Haftung ergeben sich daraus nicht. Die Beklagte führte aus, 

die Klägerin habe ab 5. November 2010 das Erstellen der Air Waybills in D._____ 

selbst organisiert. I._____ habe dann jeweils die Air Waybills per E-Mail an die 

Beklagte geschickt, damit die Beklagte über die Ankunft der Sendung in Zürich in-

formiert gewesen sei (Urk. 2/25 S. 8). Die Klägerin erachtete es als unbeachtlich, 

wer als Shipper auf dem Air Waybill aufgeführt sei. Als Shipper werde bezeichnet, 

wer den Auftrag für den Transport gegeben habe (Prot. I S. 8). Viel wichtiger sei 

jedoch der Umstand, dass ab dem Zeitpunkt, in dem sich das Gold im E._____-

F._____ Vault des Flughafens D._____ befunden habe, die Beklagte für die 

Überwachung, Transport und die Versicherung zuständig gewesen sei. Der Air 

Waybill halte fest, dass die Beklagte als "Consignee" die Person sei, die das Gold 

im E._____-F._____ Vault des Flughafens in D._____ in ihrer Obhut hatte 

- 15 - 

(Urk. 17 S. 13 f.; Urk. 46 S. 14). Die Beklagte machte geltend, dass die Klägerin in 

ihrer Mitteilung, welche die Klägerin der Beklagten am 17. Dezember 2010 zuge-

stellt habe, auf den Air Waybill verweise. In dieser Mitteilung führe die Klägerin 

aus, dass die Beklagte "upon arrival" (Urk. 2/4/4) zu benachrichtigen sei. Damit 

sei jedoch der Ankunftsort des Flugzeuges und nicht die Ankunft der Ware am 

Abflugort des Flugzeuges gemeint. Somit sei die Beklagte erst ab Zürich zustän-

dig gewesen (Urk. 19 S. 6). Entgegen der Auffassung der Klägerin geht aus dem 

Air Waybill auch nicht hervor, dass die F._____ Unterakkordantin der Beklagten 

war (Urk. 38 S. 7). Dies wurde von der Beklagten auch in Abrede gestellt (vgl. 

auch Urk. 53 S. 6).  

 Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass sich die Behauptungen 

der Parteien bezüglich der Bedeutungen des Air Waybill widersprechen. Fest 

steht jedoch, dass aus dieser Urkunde nicht konkret hervorgeht, dass die Beklag-

te ab Einlieferung des Goldes durch die Klägerin in den E._____-F.____- Vault für 

dessen Sicherheit haftete. Der auferlegte Beweis kann durch diese Urkunden so-

mit nicht rechtsgenügend erbracht werden. Die entsprechenden Einwendungen 

der Klägerin in ihrer Berufungsbegründung sind daher nicht stichhaltig (Urk. 46 

S. 8., 15).    

 c) Entgegen der Auffassung der Klägerin (Urk. 38 S. 7) geht aus der Rech-

nung vom 17. Dezember 2010 (Urk. 2/4/4) nicht mit genügender Klarheit hervor, 

dass die Beklagte eindeutig dafür zuständig war, dass das Gold vom Vault in das 

Flugzeug gebracht und nach Zürich geflogen werde (Urk. 38 S. 7 f.). Es ist nur er-

sichtlich, dass als Destination L._____ Ltd. aufgeführt ist und nach der Ankunft die 

C._____ A.G., M._____, benachrichtigt werden soll. Das von der Klägerin Be-

hauptete, lässt sich diesen Urkunden nicht explizit entnehmen. Es bleibt ein ge-

wisser Interpretationsspielraum. Diese Urkunde ist daher nicht geeignet, den er-

forderlichen strikten Beweis zu erbringen. 

 d) Wie die Vorinstanz zutreffend ausführte, ergibt ein Vergleich zwischen 

den den Listen angefügten Air Waybills aus der Zeit vor November 2010 

(Urk. 2/26/7) mit denjenigen danach (Urk. 2/26/8) und dem Air Waybill vom 

17. Dezember 2010 (Urk. 2/26/9), dass bis Ende November 2010 "J._____" und 

- 16 - 

nachher die K._____ sowie für vier weitere Transporte die N._____ NV als Spedi-

teur aufgeführt waren. Diese Urkunden belegen einzig, dass der Transporteur ab 

November 2010 gewechselt hat.  

 e) Die Klägerin hatte sich bezüglich der Haftung der Beklagten stets auch 

auf einen Fax der Beklagten vom 4. August 2010 (Urk. 2/4/9b) berufen (Urk. 2 

S. 7; Urk. 38 S. 6; Urk. 46 S. 8). Darin bestätigte M._____ zuhanden der Klägerin, 

dass die Beklagte ihre Verantwortung für die Goldtransporte ab der Übernahme 

durch die F._____-Fluggesellschaft bis zur Auslieferung an den Endempfänger 

übernehme. Diese Zusicherung wurde jedoch zu einem Zeitpunkt abgegeben, als 

die Beklagte das Groundhandling in D._____ noch selbst bzw. durch einen Beauf-

tragten vor Ort vornahm. Sie bezog sich offensichtlich auf diejenigen Dienstleis-

tungen, die die Beklagte bis Ende Oktober 2010 erbrachte. Es war keine Zusiche-

rung für irgendwelche künftigen Transporte. Allein der Umstand, dass die Beklag-

te dieses Schreiben nach den geänderten Umständen ab November 2010 nicht 

widerrief, reicht nicht aus, um eine Weitergeltung dieser Haftung zu beweisen. Da 

bei jedem Transport ein neuer Vertrag abgeschlossen wurde und sich die Bedin-

gungen und damit der Vertragsinhalt ab November 2010 wesentlich geändert hat-

ten, konnte die Klägerin nach Treu und Glauben im Geschäftsverkehr nicht davon 

ausgehen, dass nur dieser Punkt unverändert weiter gelte bzw. übernommen 

werde, obwohl die Beklagte keinerlei Kontrolle mehr vor Ort ausübte und die 

Transporte auch nicht organisierte, sondern das ganze Groundhandling neu bei 

der Klägerin war. Aufgrund des Wortlauts dieses Schreibens ist zudem fraglich, 

ob die Haftung nicht erst ab Verlad des Goldes in das Flugzeug bestehen sollte 

und nicht ab Einlieferung in den E._____-F._____ Vault (vgl. dazu auch die Aus-

führungen der Vorinstanz in Urk. 47 S. 16), auf welchen Standpunkt sich auch die 

Beklagte stellte (Urk. 53 S. 10). Da das Gold angeblich im Vault abhanden ge-

kommen war, wäre der Diebstahl unter diesen Umständen durch die Versicherung 

der Beklagten ohnehin nicht gedeckt gewesen. Auch diese Urkunde vermag den 

strikten Beweis für eine Haftung der Beklagten bezüglich des konkreten Transpor-

tes jedenfalls nicht zu erbringen. 

- 17 - 

 f) Als weiteres Beweismittel wurde von der Klägerin der Versicherungs-

nachweis vom 20. August 2010 (Urk. 2/4/10a und b) genannt (Urk. 22 S. 2; Urk. 2 

S. 8; Urk. 46 S. 9). Was dessen Inhalt anbelangt, kann auf die Ausführungen der 

Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 47 S. 8). Es handelt sich dabei um eine all-

gemeine Versicherungsdeckung, welche keinen direkten Zusammenhang mit dem 

Transport vom 17. Dezember 2010 aufweist und über die konkrete Haftung der 

Beklagten betreffend diesen Transport keinen Beweis zu erbringen vermag (vgl. 

auch Urk. 47 S. 15). Die Klägerin kann ohnehin keine direkten Ansprüche daraus 

ableiten. Dass diese Versicherungsdeckung gegenüber der Klägerin nicht wider-

rufen wurde (Urk. 46 S. 9), ist ebenfalls unerheblich, da sie wohl auch für die 

Transporte ab anderen Flughäfen galt, nämlich generell für internationale Trans-

porte. 

 g) Die Klägerin berief sich zum Beweis (Urk. 22 S. 2) auch auf eine Rech-

nung vom 31. Dezember 2010 (Urk. 2/4/14 = Urk. 2/26/3), worin die Beklagte der 

Klägerin für den Transport von 30,5 kg Gold von Zürich nach G._____ (airport 

vault destination to door) USD 880.-- verrechnete. Diese Rechnung vermag den 

geforderten strikten Beweis ebenfalls nicht zu erbringen. Sie belegt einzig die 

Kosten für den Transport von Zürich nach G._____. Hätte es sich - wie die Kläge-

rin stets behauptete - bei dem Transport vom 17. Dezember 2010 um ein "Door-

to-door"-Geschäft der Beklagten gehandelt, wären die 30,5 kg Gold, welche nach 

dem Raub noch in die Schweiz transportiert wurden, ab D._____ verrechnet wor-

den, die Rechnung wäre allenfalls wegen der ursprünglich höheren Menge von 

54,5 kg etwas tiefer ausgefallen. Eine Rechnung für den Transport der 30,5 kg 

Gold von D._____ in die Schweiz befindet sich jedoch nicht bei den Akten und 

wurde auch nicht geltend gemacht. Der Umstand, dass jedoch für diesen Trans-

port offenbar nur die Strecke Zürich-G._____ verrechnet wurde, deutet daraufhin, 

dass die Beklagte, wie sie geltend machte, auch nur für den Transport ab dem 

Zielflughafen Zürich verantwortlich war. Da keine weiteren Rechnungen auf Sei-

ten der Klägerin als Beweismittel abgenommen wurden (Urk. 22 S. 2) und dies 

von der Klägerin nicht gerügt wurde, ist darauf nicht weiter einzugehen. Weil zu-

dem nicht ausgeführt wurde, ob der Transportpreis wesentlich von der zu trans-

portierenden Goldmenge, was eher der Fall sein dürfte (Urk. 18/29b), oder der 

- 18 - 

Länge der Transportstrecke abhängt, könnten aus einem solchen Vergleich oh-

nehin keine aussagekräftigen Schlüsse gezogen werden. 

 h) Die Klägerin stellte sich weiter auf den Standpunkt, dass den E-Mails vom 

30. Dezember 2010 und 4. Januar 2011 (Urk. 18/29 a und b) sowie dem Fax vom 

4. Januar 2011 (Urk. 18/30) zu entnehmen sei, dass das Restgold unter neuen 

Bedingungen befördert worden sei (Urk. 17 S. 10). Aus dem Antwortschreiben der 

Klägerin ergebe sich, dass vorher die Beklagte bereits ab dem E._____-F._____ 

Vault gehaftet habe (Urk. 17 S. 1; Prot. I S. 7 Ziff. 6; Urk. 46 S. 12 f.). Dieser Auf-

fassung kann nicht gefolgt werden. Es kann diesbezüglich auf die zutreffenden 

Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 47 S. 15 f.). O._____ von 

der Klägerin erklärte anlässlich seiner Einvernahme klar, dass das Schreiben vom 

4. Januar 2011 (Urk. 18/29b) mit dem Golddiebstahl in Zusammenhang gestan-

den sei (Urk. 37 S. 10). Entgegen der Meinung der Klägerin (Urk. 46 S. 13) wurde 

von der Beklagten ausdrücklich der Begriff "Offerte" verwendet (Urk. 18/29a). Der 

Interpretation (Urk. 46 S. 12) der Klägerin der E-Mail vom 30. Dezember 2010 

(Urk. 18/30) kann ebenfalls nicht gefolgt werden. Es geht zu weit anzunehmen, 

dass die Beklagte eine solche Haftung bestätigt, nur weil sie die Aussage der 

Klägerin nicht bestritten habe.   

 i) Die Klägerin behauptete, auch der Umstand, dass sie weiterhin für die 

Transporte von D._____ nach Zürich die Säcke mit dem Logo, Siegel und den 

Nummern der Beklagten habe verwenden dürfen, weise daraufhin, dass die Be-

klagte weiter für die Ware ab Einlieferung im E._____ in D._____ gehaftet habe 

(Urk. 17 S. 10; Urk. 46 S. 8 f.). Allein aus diesem Umstand - der im Übrigen für 

den konkreten Transport bestritten ist (Urk. 53 S. 4) - lässt sich nichts zu Gunsten 

der Klägerin ableiten. Sie selbst hatte das Gold wohl in diese Säcke verpackt, da 

niemand von der Beklagten vor Ort war. Wenn es so gewesen wäre, blieb unklar, 

ob die Klägerin das Einverständnis der Beklagten dazu hatte. Die Beklagte de-

mentierte dies (Urk. 53 S. 4 f.). Sie erklärte, dass der Firma "J._____" Säcke und 

Siegel der Beklagten anvertraut gewesen und bis Ende Oktober 2010 zur Verpa-

ckung des Goldes von dieser benutzt worden seien. Nach dem Konkurs der Firma 

"J._____" habe die Klägerin deren Angestellten, I._____, selbst angestellt. 

- 19 - 

I._____ habe offenbar den Restbestand an Säcken und Siegeln der Beklagten an 

sich genommen und ohne Kenntnis der Beklagten verwendet (Urk. 53 S. 5). Da 

zwischen den Parteien unbestrittenermassen vereinbart war, dass die Ware von 

Zürich zum Zielort nach G._____ transportiert werden sollte, könnte auch dieser 

Umstand einen Grund für die Verwendung der Verpackung der Beklagten bilden. 

Schliesslich ist festzuhalten, dass das Verpacken von Gold in einen bestimmten 

Logosack für sich allein keine Haftung zu begründen vermag.  

 k) Als weiteres Beweismittel wurde von der Klägerin die Einvernahme von 

O._____ und von M._____ beantragt (Urk. 22 S. 2). Bei O._____ handelt es sich 

um den Generalbevollmächtigten der Klägerin (Urk. 37 S. 1). Er gab zu Protokoll, 

dass die Übergabe des Goldes am 17. Dezember 2010 bei E._____ dokumentiert 

sei. Das Gold sei dort um 11 Uhr morgens übergeben worden. Es sei damals 

niemand vor Ort gewesen. Sie hätten dann auf den Abflug der F._____-Maschine 

gewartet (Urk. 37 S. 2). Wenn das Gold im E._____ jeweils eingeliefert worden 

sei, hätten die F._____ und die E._____-Leute dann das Gold zum Flugzeug ge-

bracht. Weiter sei dann die F._____ für das Gold verantwortlich gewesen (Urk. 37 

S. 4). Die ursprüngliche Zusicherung von C._____ betreffend die Verantwortung 

der Beklagten bis G._____ habe gemäss der Bestätigung von M._____ von Au-

gust 2010 weiterhin Geltung gehabt. Er sei nie informiert worden, dass diese Zu-

sicherung widerrufen worden sei (Urk. 37 S. 5 f.). Nach dem Wechsel von 

"J._____" zur Klägerin sei die Verantwortung für das Gold vom Zoll bis zum 

E._____ Vault neu bei ihm gelegen. I._____ habe das dann in seinem Auftrag 

übernommen (Urk. 37 S. 8).  

 M._____, der Verantwortliche der Beklagten für die Filiale …, erklärte, dass 

die Beklagte bis Oktober 2010 Goldtransporte im Auftrag der Klägerin durchge-

führt habe. Nach Oktober 2010 habe sich die Situation geändert. Sie hätten den 

Auftrag von der Firma P._____ erhalten, die Transporte neu in Zürich entgegen 

zu nehmen (Urk. 35 S. 3). Wie nach Oktober 2010 die Übergabe in D._____ vor 

sich gegangen sei, wisse er nicht. Vor Oktober 2010 sei das Gold an ihren Agen-

ten in D._____, "J._____", übergeben worden (Urk. 35 S. 4). Sie hätten die Ver-

antwortung ab dem Moment übernommen, in dem ihr Agent die Empfangsbestäti-

- 20 - 

gung unterschrieben habe (Urk. 35 S. 6). Nach dem Wechsel von "J._____" zur 

Klägerin sei jedenfalls weder die Beklagte noch ihr Agent mehr für das Gold ver-

antwortlich gewesen (Urk. 35 S. 7). Er wisse nicht, was jeweils in D._____ ge-

schehen sei und wer dort das Gold der F._____ übergeben habe (Urk. 35 S. 8). 

Er dementierte, dass die Beklagte dafür verantwortlich gewesen sei. Wenn eine 

Unterschrift ihres Agenten fehle, könne es nicht so gewesen sein (Urk. 35 S. 8). 

Die Zusicherung bezüglich Haftung für das zu transportierende Gold vom 4. Au-

gust 2010 habe nach dem Wegfall ihres Agenten vor Ort (J._____) keine Gültig-

keit mehr gehabt, weil ihr Agent nicht mehr beteiligt gewesen sei (Urk. 35 S. 9).  

 Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass O._____ bezüglich der 

Haftung der Beklagten zu Gunsten der Klägerin aussagte und M._____ zu Guns-

ten der Beklagten. Insbesondere beurteilten die beiden einvernommenen Perso-

nen die Zusicherung von August 2010 bezüglich der Haftung der Beklagten unter-

schiedlich. Da sich die Aussagen dieser beiden Personen in den entscheidenden 

Punkten widersprechen, jedoch nicht mit Bestimmtheit gesagt werden kann, dass 

die Version von O._____ den Sachverhalt zuverlässiger schildere - da auch er ein 

eminentes Interesse am Ausgang des Verfahrens hat - kann nicht auf seine Aus-

sagen abgestellt werden. Seine Aussagen sind nicht geeignet, um den erforderli-

chen strikten Beweis zu erbringen.  

 4. Abschliessend ist festzuhalten, dass die von der Klägerin angerufenen 

und vom Gericht zugelassenen Beweismittel (Urk. 22 S. 2) allesamt nicht geeig-

net sind zu beweisen, dass die Parteien für den Transport vom 17. Dezember 

2010 eine Haftung der Beklagten für den Schutz, die Überwachung, die Versiche-

rung und den Transport des Goldes ab dessen Einlieferung in den E._____ Vault 

in D._____ vertraglich vereinbart hatten. Das erforderliche Beweismass wurde 

vorliegend nicht erreicht. Nach objektiven Gesichtspunkten bestehen erhebliche 

Zweifel an der Wahrheit der klägerischen Behauptungen. Das Vorliegen der be-

haupteten Tatsachen braucht zwar nicht mit Sicherheit festzustehen, die an Si-

cherheit grenzende Wahrscheinlichkeit reicht für den Nachweis aus, selbst wenn 

eine abweichende Möglichkeit nicht völlig auszuschliessen ist. Aber auch daran 

- 21 - 

mangelt es vorliegend. Da der Hauptbeweis gescheitert ist, braucht der Gegen-

beweis nicht erbracht zu werden. Die Klage ist daher abzuweisen. 

IV. 

 1. Ausgangsgemäss ist die Regelung der Kosten- und Entschädigungsfol-

gen durch den Vorderrichter (Dispositivziffern 2 - 6) zu bestätigen (Urk. 47 S. 18). 

Diese Regelung wurde von den Parteien nicht angefochten und kann daher von 

der Rechtsmittelinstanz wegen des Verbots der reformatio in peius nicht mehr 

korrigiert werden (Glasl, DIKE-Komm-ZPO, Art. 58 N 24), obwohl sie grundsätz-

lich bezüglich der Regelung der Kosten des Berufungsverfahrens NP140020 nicht 

korrekt ist. Im Beschluss des Obergerichtes vom 22. Mai 2015 wurde die Vertei-

lung und Liquidation der Prozesskosten des Berufungsverfahrens NP140020 dem 

Entscheid der Vorinstanz vorbehalten unter der Vorgabe, dass nach Massgabe 

des endgültigen Verfahrensausgangs darüber zu entscheiden sei (Urk. 55/69 

S. 11). Der Vorderrichter hätte somit die Kosten- und Entschädigungsfolgen nach 

Massgabe von Obsiegen und Unterliegen bemessen müssen; an diese Auffas-

sung im Rückweisungsentscheid des Obergerichtes war er grundsätzlich gebun-

den. Die von ihm getroffene Lösung entbehrt überdies insbesondere bezüglich 

der Zusprechung einer Parteientschädigung an beide Parteien zulasten der Ge-

richtskasse einer gesetzlichen Grundlage. Dieses Vorgehen wurde vom Vorder-

richter auch nicht begründet. Wie erwähnt, ist eine Korrektur des Urteilsdispositi-

ves von Amtes wegen zu Ungunsten des Rechtsmittelklägers jedoch ausge-

schlossen, so dass es dabei sein Bewenden haben muss. 

 2. Im Berufungsverfahren ist die Klägerin unterliegende Partei, weshalb ihr 

die Kosten des Berufungsverfahrens aufzuerlegen sind. Ausserdem hat sie der 

Beklagten eine Prozessentschädigung zu bezahlen (Art. 106 Abs. 1 ZPO). Die 

Entscheidgebühr bemisst sich auf Fr. 4'000.-- (§§ 4 Abs. 1, 12 Abs. 1 und 2 

GebVo). Sie ist mit dem von der Klägerin geleisteten Vorschuss (Urk. 48 und 49) 

zu verrechnen. 

- 22 - 

 Die Parteientschädigung bemisst sich gemäss den §§ 4 Abs. 1, 11 Abs. 1 , 

13 Abs. 1 und 2 AnwGebVO. Sie ist auf Fr. 3'300.-- plus 8% Mehrwertsteur 

(Fr. 264.--) festzusetzen, also insgesamt Fr. 3'564.--.  

Es wird erkannt: 

1. Die Klage wird abgewiesen. 

2. Die erstinstanzliche Regelung der Kosten- und Entschädigungsfolgen (Dis-

positivziffern 2-6) wird bestätigt. 

3. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 4'000.-- festgesetzt. 

4. Die Gerichtskosten für das zweitinstanzliche Verfahren werden der Klägerin 

auferlegt und mit ihrem Kostenvorschuss verrechnet.  

5. Die Klägerin wird verpflichtet, der Beklagten für das Berufungsverfahren eine 

Parteientschädigung von Fr. 3'564.-- zu bezahlen. 

6. Schriftliche Mitteilung an die Parteien sowie an die Vorinstanz, je gegen 

Empfangsschein. 

Nach unbenutztem Ablauf der Rechtsmittelfrist gehen die erstinstanzlichen 

Akten an die Vorinstanz zurück. 

7. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 

30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-

schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). 

Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG.  

Es handelt sich um eine vermögensrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert beträgt 
Fr. 29'900.--. 

Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. 

Hinsichtlich des Fristenlaufs gelten die Art. 44 ff. BGG. 

- 23 - 

 
Zürich, 15. November 2016 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

I. Zivilkammer 
 

Die Vorsitzende: 
 
 
 

Dr. L. Hunziker Schnider 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. P. Knoblauch 
 
 
versandt am: jo 

	Urteil vom 15. November 2016
	Rechtsbegehren:
	(Urk. 17, S. 11; sinngemäss)
	Urteil des Einzelgerichts des Bezirksgerichts Bülach vom 30. März 2016:
	1. Die Klage wird abgewiesen.
	2. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:
	3. Die Gerichtskosten werden der Klägerin auferlegt und aus dem von ihr geleisteten Kostenvorschuss bezogen. Der Mehrbetrag wird von der Klägerin nachgefordert bzw. mit ihrer Parteientschädigung für das zweitinstanzliche Verfahren (Dispositiv-Ziff. 6)...
	4. Die Klägerin wird verpflichtet, der Beklagten eine Parteientschädigung von Fr. 5'658.10 (inkl. MwSt.) zu bezahlen. Die von der Klägerin beim Gericht geleistete Sicherheit in Höhe von Fr. 5'388.– wird der Beklagten ausbezahlt.
	5. Die mit Beschluss vom 22. Mai 2015 des Obergerichts des Kantons Zürich (Geschäfts-Nr. NP140020-O) festgesetzte zweitinstanzliche Entscheidgebühr von Fr. 4'000.– wird auf die Staatskasse genommen.
	Der von der Klägerin im Berufungsverfahren geleistete Kostenvorschuss von Fr. 4'000.– wird ihr zurückerstattet. Das Verrechnungsrecht des Staates bleibt vorbehalten.
	6. Die Parteien werden für das zweitinstanzliche Verfahren für ihre Parteikosten mit jeweils Fr. 3'564.– (inkl. MwSt.) aus der Staatskasse entschädigt.
	Die von der Klägerin im Berufungsverfahren geleistete Sicherheitsleistung für die Parteientschädigung in Höhe von Fr. 3'564.– wird ihr zurückerstattet.
	Das Verrechnungsrecht des Staates gegenüber den Parteien bleibt vorbehalten.
	7. Schriftliche Mitteilung an die Parteien.
	8. Eine Berufung gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen von der Zustellung an im Doppel und unter Beilage dieses Entscheids beim Obergericht des Kantons Zürich, Zivilkammer, Postfach 2401, 8021 Zürich, erklärt werden. In der Berufungsschrift sind...
	Berufungsanträge:
	Erwägungen:
	I.
	II.
	Es wird erkannt:
	1. Die Klage wird abgewiesen.
	2. Die erstinstanzliche Regelung der Kosten- und Entschädigungsfolgen (Dispositivziffern 2-6) wird bestätigt.
	3. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 4'000.-- festgesetzt.
	4. Die Gerichtskosten für das zweitinstanzliche Verfahren werden der Klägerin auferlegt und mit ihrem Kostenvorschuss verrechnet.
	5. Die Klägerin wird verpflichtet, der Beklagten für das Berufungsverfahren eine Parteientschädigung von Fr. 3'564.-- zu bezahlen.
	6. Schriftliche Mitteilung an die Parteien sowie an die Vorinstanz, je gegen Empfangsschein.
	7. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (...