# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0b6e9fca-64f3-548f-a4b7-40efb1b9c395
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2014-12-03
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 03.12.2014 D-5695/2014
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-5695-2014_2014-12-03.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung IV 

D-5695/2014/mel 

 

 

  U r t e i l  v o m  3 .  D e z e m b e r  

Besetzung 

 
Richter Hans Schürch (Vorsitz), 

Richterin Contessina Theis, Richter Bendicht Tellenbach,    

Gerichtsschreiberin Martina Kunert. 

   Parteien 
 

A._______, geboren (…), 

Pakistan,   

vertreten durch lic. iur. Denis G. Giovanelli,  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Bundesamt für Migration (BFM),  

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des BFM vom 1. September 2014 / N (…). 

 

 

D-5695/2014 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Der Beschwerdeführer, ein pakistanischer Staatsbürger mit letztem 

Wohnsitz in B._______, C._______ (Provinz Punjab) verliess sein Hei-

matland eigenen Angaben zufolge am 5. Mai 2011 und gelangte auf dem 

Landweg am 25. Juli 2012 in die Schweiz, wo er gleichentags um Asyl 

nachsuchte. 

A.b Bei der Befragung zur Person (BzP) vom 7. August 2012 im Emp-

fangs- und Verfahrenszentrum D._______ gab er an, er sei in der Schule 

von Mitschülern belästigt worden. Taliban hätten gesagt, er solle Selbst-

mordattentäter werden. Eines Tages hätten sie ihn entführt und während 

fünf Tagen festgehalten, bis er in der Nacht habe fliehen können. Nach 

seiner Rückkehr habe er während zehn Tagen bei einem Nachbarn Un-

terschlupf gefunden und schliesslich seine Mutter über den Vorfall infor-

miert, welche ihm geraten habe, Pakistan zu verlassen. Um seine Reise 

zu finanzieren, habe sie ein Stück Land verkauft.  

A.c Am 14. August 2013 hörte das BFM den Beschwerdeführer zu seinen 

Asylgründen an. Er machte im Wesentlichen geltend, dass er und seine 

Schulkameraden auf dem Schulweg von fremden Männern mit langen 

Bärten und Turbanen aufgefordert worden seien, ihnen beizutreten. In der 

Schule sei er von Mitschülern gedrängt worden, ihnen beizutreten und ein 

Bombentraining zu absolvieren. Er habe grosse Angst vor diesen Men-

schen verspürt und seinen Widerwillen gegen dieses Vorhaben kundge-

tan. Als er eines Tages unterwegs zur Schule gewesen sei, sei ein Mann 

zu ihm gekommen und habe sich nach einer Adresse erkundigt und ihn 

aufgefordert, ihn an den fraglichen Ort zu bringen. Als er im Auto Platz 

genommen habe, habe ihm dieser ein Taschentuch unter die Nase gehal-

ten, worauf er bewusstlos geworden sei. Als er nach einer unbestimmten 

Zeit an einem unbekannten Ort aufgewacht sei, sei ihm beschieden wor-

den, er könne nicht zurück zu seinen Eltern, sondern müsse ein Training 

absolvieren. Zusammen mit 12–15 weiteren jungen Männern habe er ge-

lernt, wie man Bomben baue und mit einer Pistole schiesse. Der Zweck 

des Trainings sei es gewesen, Selbstmordattentate auszuüben. 

Nach ungefähr zehn Tagen sei ihm während der Nacht die Flucht gelun-

gen. Er sei durch ihm unbekanntes, gebirgiges Gelände gelaufen und ha-

be irgendwann einen Bus gesehen, der ihn mitgenommen habe. Er habe 

dem Fahrer das Vorgefallene geschildert und gesagt, dass er nach 

B._______ müsse. Der Chauffeur habe ihm ein wenig Geld und etwas 

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Essbares mitgegeben und ihn an einem Ort aussteigen lassen, von wel-

chem aus er mit einem anderen Bus in seine Heimatstadt gefahren sei. 

Zuhause angekommen, habe er seinen Eltern von seinen Erlebnissen be-

richtet. Sie hätten ihm geraten, das Land zu verlassen, weshalb der Vater 

ein Grundstück verkauft habe, um die Reise zu finanzieren. Aus Angst vor 

einer weiteren Entführung habe er die Zeit zwischen seiner Rückkehr und 

seiner Flucht im Haus eines Freundes verbracht, welches sich ungefähr 

zwei Fahrradstunden von seinem Wohnort entfernt befunden habe. Die-

ser Freund sei auch sein Nachbar und besitze noch dieses andere Haus. 

Nach acht bis zehn Tagen seien seine Eltern gekommen und hätten ihm 

gesagt, dass sie einen Mann gefunden hätten, der ihn für viel Geld nach 

Europa bringen werde. Im Falle einer Rückkehr fürchte er sich vor einer 

erneuten Entführung. 

B.  

Mit Präsidialentscheid der Vormundschaftsbehörde E._______ vom 

23. August 2012 wurde für den damals minderjährigen Beschwerdeführer 

eine Beistandschaft angeordnet.  

C.  

Mit Verfügung vom 1. September 2014 – eröffnet am 3. September 2014 

– stellte das BFM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigen-

schaft nicht, und lehnte das Asylgesuch ab. Zugleich verfügte es seine 

Wegweisung aus der Schweiz und ordnete den Vollzug an.  

D.  

Am 3. Oktober 2014 stellte der Beschwerdeführer durch seinen Rechts-

vertreter telefonisch ein Akteneinsichtsgesuch, welchem selbentags mit 

Verfügung teilweise entsprochen wurde.  

E.  

Mit Beschwerde vom 3. Oktober 2014 an das Bundesverwaltungsgericht 

beantragte der Beschwerdeführer durch seinen Rechtsvertreter die Auf-

hebung der angefochtenen Verfügung. Es sei ihm Asyl zu gewähren, 

eventuell sei der Beschwerdeführer nochmals zu den betreffenden Punk-

ten anzuhören. Subeventuell sei festzustellen, dass der Vollzug der Weg-

weisung unzulässig, unzumutbar und unmöglich sei. Subsubeventualiter 

sei der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu erteilen und auf den 

Vollzug der Wegweisung sei zu verzichten. In prozessualer Hinsicht wur-

de um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und Verbeistän-

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dung ersucht. Der Beschwerde lagen die angefochtene Verfügung, die 

Anwaltsvollmacht und weitere Dokumente bei. 

F.  

F.a Mit Zwischenverfügung vom 14. Oktober 2014 hiess der Instruktions-

richter das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege ge-

mäss Art. 65 Abs. 1 VwVG und Art. 110a AsylG unter der Bedingung gut, 

dass der Beschwerdeführer innert Frist eine Fürsorgebestätigung nach-

reichen werde und verzichtete dementsprechend auf die Erhebung eines 

Kostenvorschusses. Die Akten überwies er zur Vernehmlassung an die 

Vorinstanz 

F.b Mit fristgerecht erfolgter Eingabe vom 29. Oktober 2014 liess der Be-

schwerdeführer eine Fürsorgebestätigung des (…) in E._______ und wei-

tere Dokumente zu den Akten reichen.  

G.  

Mit Eingabe vom 6. November 2014 liess der Beschwerdeführer "aus ak-

tuellem Anlass" diverse Zeitungsartikel, einen Reisehinweis für Pakistan 

des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten 

(EDA) sowie eine Teilreisewarnung für Pakistan des Auswärtigen Amtes 

der Bundesrepublik Deutschland einreichen.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu 

den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bun-

desverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im 

Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist 

daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und 

entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen ei-

nes Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerde-

führende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d 

Ziff. 1 BGG). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 

BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig 

entscheidet. 

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Seite 5 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem 

BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 

AsylG). 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer-

deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die 

angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges 

Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher 

zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und 108 Abs. 1 

AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Da der Beschwerde 

von Gesetzes wegen aufschiebende Wirkung zukommt (Art. 55 Abs. 1 

VwVG) und die Vorinstanz diese auch nicht entzogen (vgl. Art. 55 Abs. 2 

VwG) hat, ist auf den Subsubeventualantrag mangels Rechtsschutzinte-

resse nicht einzutreten. Im Übrigen ist auf die Beschwerde einzutreten. 

2.  

2.1 Gemäss Absatz 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 

14. Dezember 2012 des Asylgesetzes gilt für die im Zeitpunkt des Inkraft-

tretens der Änderung vom 14. Dezember 2012 dieses Gesetzes hängigen 

Verfahren mit Ausnahme der Absätze 2–4 das neue Recht. 

2.2 Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 

3.  

3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder 

begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden 

(Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Ge-

fährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, 

die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken.  

3.2  

3.2.1 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachwei-

sen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, 

wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlich-

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keit für gegeben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in 

wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich 

sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte 

oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). Das Bun-

desverwaltungsgericht hat die Anforderungen an das Glaubhaftmachen 

der Vorbringen in einem jüngeren Entscheid dargelegt und folgt dabei 

ständiger Praxis. Darauf kann hier vorab verwiesen werden (vgl. 

BVGE 2010/57 E.2.2. und 2.3).  

3.2.2 Die Realkennzeichen sollen es den entscheidenden Behörden er-

lauben, die Aussagen der asylsuchenden Person möglichst objektiv und 

rechtsgleich zu beurteilen. Bei der Beurteilung der Glaubhaftigkeit ist al-

lerdings ein objektivierter, nicht ein objektiver Massstab anzuwenden: In 

die Beurteilung der Glaubhaftigkeit von Vorbringen müssen auch relevan-

te individuelle Aspekte der asylsuchenden Person einbezogen werden 

(vgl. Urteil des BVGer E–1917/2014 vom 21. Mai 2014 E 7.1.2 mit Ver-

weis auf EMARK 2005 Nr. 21 E. 6.1). Entsprechend sind bei der Anwen-

dung des Beweismasses gewisse persönliche Umstände der asylsuchen-

den Person zu berücksichtigen. Hat diese zum Beispiel überdurchschnitt-

liche Schwierigkeiten, sich klar und strukturiert auszudrücken, und liegen 

dafür objektive Gründe vor, muss das BFM dies im Rahmen der Beweis-

würdigung und der Prüfung der Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen berück-

sichtigen. Solche objektiven Gründe können zum Beispiel in einem tiefen 

Bildungsniveau, geringen intellektuellen Fähigkeiten, dem Alter oder psy-

chischen Problemen liegen. Dies folgt im Übrigen auch aus dem Grund-

satz der freien Beweiswürdigung, der für das gesamte Verwaltungs- und 

Beschwerdeverfahren gilt und die Bundesbehörden und -gerichte ver-

pflichtet, die Beweise frei, umfassend und pflichtgemäss zu würdigen 

(Art. 19 VwVG in Verbindung mit Art. 40 des Bundesgesetzes vom 4. De-

zember 1947 über den Bundeszivilprozess [BZP, SR 273]. 

 

4.  

Gemäss Art. 111a Abs. 1 AsylG kann das Bundesverwaltungsgericht auf 

die Durchführung eines Schriftenwechsels verzichten. 

5.  

Nachfolgend ist zu prüfen, ob das BFM die Flüchtlingseigenschaft des 

Beschwerdeführers im Sinne von Art. 3 AsylG zu Recht verneint hat. 

5.1 Zur Begründung führte das BFM im Wesentlichen aus, die geltend 

gemachten Verfolgungsvorbringen genügten den Anforderungen an die 

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Glaubhaftigkeit nicht, weshalb deren Asylrelevanz nicht geprüft werden 

müsse. Anlässlich der Anhörung sei der Beschwerdeführer nicht in der 

Lage gewesen, die behauptete Entführung und die Zeit im Trainingscamp 

zu substantiieren, obwohl bei einem derart gravierenden Erlebnis damit 

gerechnet werden dürfe, dass die betroffene Person im Stande sei, über 

das Vorgefallene ausführlich zu berichten. Die Aussagen über Art und 

Dauer der Festhaltung und die Umstände der Rückkehr seien oberfläch-

lich ausgefallen. Die Beschreibung des Schiess- und Bombentrainings sei 

nicht überzeugend gewesen, beispielsweise habe sich der Beschwerde-

führer an keine Vorsichtsmassnahmen erinnern können, obwohl er mit 

Schwarzpulver hantiert habe und sei auch nicht im Stande gewesen, sei-

nen Tagesablauf zu schildern. Zudem habe er keine Angaben zu den fünf 

beziehungsweise zehn Tagen seiner Festhaltung machen können. Na-

mentlich habe er nicht darlegen können, wozu er das Gelernte hätte an-

wenden sollen, obwohl eine religiös-politische Indoktrinierung in Anbet-

racht des fundamental-religiösen Hintergrundes der Entführer zu erwarten 

gewesen wäre. Zudem sei zu erwarten gewesen, dass er den Ort der 

Festhaltung hätte benennen können, da er einen Linienbus benutzt habe, 

um diesen zu verlassen.  

Seine Vorbringen seien nicht nur unsubstantiiert, sondern auch wider-

sprüchlich ausgefallen: Anlässlich der BzP habe er angegeben, die Fest-

haltung habe fünf Tage gedauert, während er im Rahmen der Anhörung 

eine Zeitspanne von zehn Tagen angegeben habe. Während er bei der 

BzP ausgeführt habe, von Taliban entführt worden zu sein, habe er an-

lässlich der Anhörung angegeben, nicht zu wissen, welcher Organisation 

die Entführer angehörten. Zudem habe er unterschiedliche Angaben ge-

macht, welcher Elternteil das Land für die Finanzierung seiner Flucht be-

zahlt habe und auch bezüglich seines Aufenthalts nach der Flucht habe 

er sich widersprochen, indem er im Rahmen der BzP angab, bei einem 

Nachbarn gewohnt zu haben und anlässlich der Anhörung bei einem 

Freund, der zwei Fahrradstunden entfernt von seinem Wohnort gewohnt 

habe.  

5.2 Der Beschwerdeführer lässt in der Beschwerdeeingabe ausführen, 

betreffend der Glaubhaftigkeit der Vorbringen sei festzuhalten, dass seine 

Aussagen bezüglich der wesentlichen Einzelheiten in auffallender Weise 

übereinstimmten, was ein starkes Indiz für die Glaubhaftigkeit der Aussa-

gen darstelle. Diese Einschätzung würde auch von der Hilfswerksvertre-

terin geteilt. Der Umstand, dass es sich beim Beschwerdeführer um eine 

introvertierte Person ohne ausgesprochenes Sendungsbewusstsein 

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handle, wirke sich bei der Befragung durch eine Behörde entsprechend 

aus. Zudem habe der Beschwerdeführer bei der Beschaffung von Aus-

weispapieren alles ihm Mögliche getan, um eine Kopie des Familien-

buchs aus Pakistan zu besorgen um seine Identität offen zu legen. Dass 

er kooperiert habe und nicht versucht habe, seine Identität zu verschlei-

ern, unterstreiche seinen Willen, seine Flüchtlingseigenschaft zu bewei-

sen und sei ein starkes Indiz für seine Glaubwürdigkeit und für die darge-

legten Angaben. Betreffend der geltend gemachten Widersprüche sei 

festzuhalten, dass der Beschwerdeführer die Frage der Entführung aus-

reichend substantiiert und nachvollziehbar beantwortet habe. Erwiese-

nermassen gebe es in seiner Herkunftsprovinz F._______ eine grosse 

und dokumentierte Anzahl von terroristisch motivierten Anschlägen und 

Vorfällen, eine Entführung zwecks religiös-fundamentalistischer Radikali-

sierung sei nichts Aussergewöhnliches und stelle eine reelle und konkrete 

Gefahr für Jugendliche dieser Gegend dar. Ferner bestehe unabhängig 

davon, ob der Beschwerdeführer seinen Entführern namentlich bekannt 

sei, die Gefahr einer menschenrechtswidrigen Behandlung durch diesel-

ben im Entdeckungsfall. Was die unterschiedlichen Angaben zur Dauer 

der Entführung angehe, so sei die Diskrepanz von fünf Tagen gering und 

gebe wieder, dass dem Beschwerdeführer nach einer verhältnismässig 

kurzen Zeit die Flucht gelungen sei. Des Weiteren sei kein Widerspruch 

bezüglich den Termini Nachbar und Freund erkennbar. Immerhin biete der 

Nachbar Unterschlupf vor zur Gewalt neigenden religiösen Fundamenta-

listen, weshalb es nicht unwahrscheinlich sei, dass Nachbarn auch be-

freundet seien. Was schliesslich den Verkauf des Grundstücks zur Flucht-

finanzierung angehe, sei es unwesentlich, von welchem Elternteil die Ini-

tiative hierfür ausgegangen sei, da der Entschluss von beiden getragen 

worden sei. Zusammenfassend müsse festgehalten werden, dass dem 

Beschwerdeführer keine Widersprüche vorgeworfen werden könnten, die 

ihn als generell unglaubwürdig erscheinen liessen. Da seine Asylvorbrin-

gen rechtsrelevant seien, erfülle er die Flüchtlingseigenschaft und habe 

Anspruch auf Asyl. 

5.3 Vorab ist zu prüfen, ob die formellen Rügen begründet sind. Diesbe-

züglich wird eine offensichtlich unrichtige, willkürliche Sachverhaltsfest-

stellung und willkürliche Beweiswürdigung durch die Vorinstanz gerügt. 

Die Vorinstanz habe es unterlassen, durch Nachfragen vom Beschwerde-

führer detaillierte Aussagen zu verlangen, soweit diese als zu wenig kon-

kret, detailliert oder differenziert erachtet worden seien.  

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5.3.1 Gemäss Lehre und Rechtsprechung liegt Willkür nur dann vor, 

wenn ein Entscheid offensichtlich unhaltbar ist, mit der tatsächlichen Situ-

ation in klarem Widerspruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen 

Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossender Weise dem Gerechtig-

keitsgedanken zuwiderläuft und nicht schon dann, wenn eine andere Lö-

sung in Betracht zu ziehen oder sogar vorzuziehen wäre (vgl. JÖRG PAUL 

MÜLLER/MARKUS SCHÄFER, Grundrechte in der Schweiz, 4. Aufl., Bern 

2008, S.11; ULRICH HÄFELI/WALTER HALLER/HELEN KELLER, Schweizeri-

sches Bundesstaatsrecht, 8. Aufl., Zürich 2012, N 811 f. S. 251 f.; BGE 

133 I 149 E. 3.1, mit weiteren Hinweisen). Dabei muss die angeblich will-

kürliche Begründung rechtsgenüglich dargelegt werden (BGE 116 Ia 426 

S. 428, mit weiteren Hinweisen). Im vorliegenden Fall wird jedoch weder 

explizit ausgeführt noch näher dargelegt, inwiefern die gerügten Erwä-

gungen des BFM unter die obgenannte Definition zu subsumieren sind. 

Vielmehr ist – auch unter Berücksichtigung der nachfolgenden Erwägun-

gen zum Asylpunkt – festzustellen, dass die vorinstanzlichen Ausführun-

gen, die zur Abweisung geführt haben, nachvollziehbar sind und insbe-

sondere rechtsstaatlichen Grundsätzen folgen. Die Rüge, wonach das 

BFM das Willkürverbot verletzt habe, ist daher als unbegründet zu qualifi-

zieren.  

5.3.2 Der Untersuchungsgrundsatz gehört zu den allgemeinen Grundsät-

zen des Asylverfahrens (vgl. Art. 12 VwVG i.V.m. Art. 6 AsylG). Demnach 

hat die Behörde von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklä-

rung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen. Sie muss die für 

das Verfahren notwendigen Sachverhaltsunterlagen beschaffen und die 

rechtlich relevanten Umstände abklären sowie ordnungsgemäss darüber 

Beweis führen. Dieser Grundsatz gilt indes nicht uneingeschränkt, er fin-

det sein Korrelat in der Mitwirkungspflicht des Asylsuchenden (vgl. Art. 13 

VwVG und Art. 8 AsylG). Trotz des Untersuchungsgrundsatzes kann sich 

die entscheidende Behörde in der Regel darauf beschränken, die Vor-

bringen eines Gesuchstellers zu würdigen und die von ihm angebotenen 

Beweise abzunehmen, ohne weitere Abklärungen vornehmen zu müssen 

(vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurs-

kommission ARK [EMARK] 1995 Nr. 23 E. 5a S. 222). Ein Sachverhalt gilt 

erst dann als unvollständig festgestellt, wenn in der Begründung des Ent-

scheides ein rechtswesentlicher Sachumstand übergangen beziehungs-

weise überhaupt nicht beachtet wird (vgl. ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄ-

NER/MARTIN BERTSCHI, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspfle-

ge des Bundes, 3. Aufl., Zürich 2013, Rz. 1043). Entgegen den sich in 

blossen Behauptungen erschöpfenden Ausführungen in der Beschwerde-

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Seite 10 

eingabe hat die Vorinstanz den rechtserheblichen Sachverhalt durch ge-

zieltes Nachfragen zu erstellen versucht. Beispielsweise hat die Befrage-

rin anlässlich der Anhörung, als der Beschwerdeführer knapp ausführte, 

er habe die Schule nicht abschliessen können, nachgehakt und sich nach 

den Gründen erkundigt (act. A14, S. 6). Die geltend gemachte Entführung 

betreffend hat sie den Beschwerdeführer ebenfalls unterbrochen und ihn 

aufgefordert, detailliert zu beschreiben, was sich zugetragen habe 

(act. A14, S. 7). Auch die Ereignisse, die sich während seiner Entführung 

im Trainingscamp zugetragen haben sollen, versuchte sie durch gezieltes 

Nachfragen in Erfahrung zu bringen, indem sie etwa fragte, was in den 

zehn Tagen sonst noch alles passiert sei und was er konkret habe ma-

chen müssen. Die Antworten hierauf beschränkten sich jeweils auf einen 

Satz (act. A14, S. 7). Wenn in der Eingabe geltend gemacht wird, eine 

Person mit den Charaktereigenschaften des Beschwerdeführers werde 

einer Behörde nicht detailliert und wortgewaltig über Ereignisse Auskünfte 

erteilen, wenn befürchtet werden müsse, dass ein falsches Wort erhebli-

che und vor allem negative Auswirkungen auf die Gutheissung des Asyl-

gesuchs zur Folge haben werde, wird implizit eingeräumt, dass sich der 

Beschwerdeführer bei seinen Aussagen auch von taktischen Überlegun-

gen sein Asylgesuch betreffend hat leiten lassen. Durch das Verschwei-

gen von für das Asylverfahren allenfalls relevanten Sachverhaltselemen-

ten hat er seine Mitwirkungspflicht im Sinne von Art. 13 VwVG und Art. 8 

AsylG verletzt und nicht die Vorinstanz ihre Pflicht zur Abklärung des 

rechtserheblichen Sachverhaltes (vgl. Art. 12 VwVG i.V.m. Art. 6 AsylG). 

Die vorgebrachte Rüge erweist sich somit als haltlos.  

5.3.3 Nach dem Gesagten besteht somit keine Veranlassung, die Verfü-

gung des BFM aus formellen Gründen aufzuheben und die Sache zur 

Neubeurteilung an das BFM zurückzuweisen. Der entsprechende Antrag 

ist daher abzuweisen 

5.4 Sodann ist zu prüfen, ob die Vorinstanz das Asylgesuch mangels 

Glaubhaftigkeit der Asylvorbringen zu Recht abgewiesen hat.  

5.4.1 Vorab ist anzumerken, dass die die allgemeine Sicherheitslage –

insbesondere im Zusammenhang mit terroristischen Anschlägen – in der 

Provinz Punjab betreffenden Beweismittel keine asylrelevante individuelle 

Gefährdung des Beschwerdeführers zu belegen vermögen. Namentlich 

geht aus den zu den Akten gereichten Zeitungsartikeln und Reisehinwei-

sen nicht konkret hervor, dass der Beschwerdeführer im Falle einer 

Rückkehr ernsthaften Nachteilen ausgesetzt wäre oder begründete 

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Seite 11 

Furcht besteht, dass er solchen Nachteilen ausgesetzt würde. Die ein-

gangs erwähnten Beweismittel sind asylrechtlich irrelevant. Eine Ausei-

nandersetzung damit erfolgt in den Erwägungen zum Wegeweisungsvoll-

zugspunkt. Auch der zu den Akten gereichte Schulbericht und die Schul-

zeugnisse des Beschwerdeführers erweisen sich für das vorliegende Ver-

fahren als nicht entscheidwesentlich, da sie das Verhalten und die Fähig-

keiten des Beschwerdeführers zum Inhalt haben und nicht die Asylrele-

vanz seiner Vorbringen. 

5.4.2 In Übereinstimmung mit der Vorinstanz kommt das Gericht zum 

Schluss, dass die geltend gemachten Asylvorbringen nicht glaubhaft ge-

macht werden konnten. Um unnötige Wiederholungen zu vermeiden, wird 

auf die zutreffenden Erwägungen in der vorinstanzlichen Verfügung ver-

wiesen. Daran vermögen auch die teilweise zutreffenden Ausführungen in 

der Beschwerdeeingabe nichts zu ändern, wonach es unbedeutend sei, 

welcher Elternteil Initiant für den Landverkauf gewesen sei und dass ein 

Nachbar auch ein Freund sein könne, weshalb bezüglich der unterschied-

lichen Bezeichnung derselben Person kein relevanter Widerspruch aus-

zumachen sei. Die Aussagen zur angeblichen Entführung und zur Zeit-

gestaltung im Trainingscamp fielen trotz Nachfragens spärlich aus und 

waren teilweise schlicht nicht nachvollziehbar. Auf die Frage etwa, was in 

den zehn Tagen seiner Entführung sonst noch alles passiert sei, antwor-

tete der Beschwerdeführer lediglich, er habe dieses Training mitmachen 

müssen. Es erfolgte keine Beschreibung eines Tagesablaufs und er gab 

auch keine persönlichen Eindrücke wieder, welche darauf schliessen las-

sen, dass er das Behauptete auch erlebt hat. Als wenig plausibel erweist 

sich sodann die Behauptung, dass er zum Selbstmordattentäter hätte 

ausgebildet werden sollen, ohne dass ihm eröffnet worden wäre, wozu er 

sich dereinst würde opfern müssen. Es muss vielmehr davon ausgegan-

gen werden, dass zunächst eine ideologische Indoktrinierung stattgefun-

den hätte, nicht zuletzt, um sicher zu gehen, dass sich die erworbenen 

Kenntnisse im Bombenbauen und Pistolenschiessen nicht gegen die Ent-

führer selbst richten würden. Auch die Aussagen zur angeblichen Flucht 

fallen wenig ausführlich, oberflächlich und unglaubhaft aus. Dass er im 

Zusammenhang mit der Gefangenschaft vorbrachte, während rund zehn 

Tagen in einem Zimmer eingesperrt gewesen zu sein (vgl. act. A14, S. 7), 

lässt sich kaum in Einklang bringen mit der Aussage, wonach er in der 

Fluchtnacht nicht habe schlafen können, weshalb ihm die Flucht gelun-

gen sei. Seinen Schilderungen folgend hätten die Entführer ausgerechnet 

in der Nacht, in welcher er keinen Schlaf finden konnte, vergessen, das 

Zimmer abzuschliessen, was für sich betrachtet schon wenig wahrschein-

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Seite 12 

lich erscheint. Immerhin sollen sich in diesem Zimmer noch weitere Per-

sonen befunden haben und dass letzteres aus Fahrlässigkeit nicht ge-

schlossen worden sein soll, ist in Anbetracht der Tragweite einer solchen 

Flucht als unplausibel zu qualifizieren. Dass zudem keine weiteren Si-

cherheitsvorkehrungen zur Fluchtverhinderung bestanden haben sollen, 

erscheint aus demselben Grund abwegig. Es ist vielmehr davon auszu-

gehen, dass solche Sicherheitsvorkehrungen bestanden haben müssten, 

weshalb die Behauptung, er sei eines Nachts, als er keinen Schlaf habe 

finden können, durch die unverschlossene Tür seines Zimmers aus dem 

Trainingscamp in die Freiheit geflüchtet, von wo aus er weggerannt sei 

bis ihn schliesslich ein Bus mitgenommen habe, nicht geglaubt werden 

kann. 

5.5 In Würdigung der gesamten Umstände und der Vorbringen des Be-

schwerdeführers ist zusammengefasst festzustellen, dass der Beschwer-

deführer keine Gründe nach Art. 3 AsylG nachweisen oder glaubhaft ma-

chen kann, weshalb die Voraussetzungen für die Zuerkennung der 

Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllt sind. Es erübrigt sich, auf die weiteren 

Ausführungen in der Beschwerde sowie die zahlreichen Beweismittel im 

Einzelnen näher einzugehen, da sie an der Würdigung des vorliegenden 

Sachverhalts nichts zu ändern vermögen. Die Vorinstanz hat das Asylge-

such des Beschwerdeführers zu Recht abgelehnt. 

6.  

6.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, 

so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet 

den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der 

Familie (Art. 44 AsylG). 

6.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche 

Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol-

chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 

AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

7.  

7.1  

7.1.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach 

den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 

AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG [SR 142.20]). 

D-5695/2014 

Seite 13 

7.1.2 Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt 

gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstan-

dard wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind 

zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls we-

nigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

7.2  

7.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in 

den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 

Abs. 3 AuG). 

7.2.2 So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land 

gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus ei-

nem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr 

läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 

Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 

1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). 

7.2.3 Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. De-

zember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder 

erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu 

Art. 3 EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedri-

gender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 

7.3  

7.3.1 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend 

darauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement 

nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem 

Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Ge-

fährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 

AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden 

Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerde-

führers nach Pakistan ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG 

rechtmässig. 

7.3.2 Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerde-

führers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall ei-

ner Ausschaffung nach Pakistan dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit 

einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behand-

lung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes 

D-5695/2014 

Seite 14 

für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses 

müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr («real risk») nach-

weisen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung 

Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des 

EGMR Saadi gegen Italien 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06, 

§§ 124–127 m.w.H.). Auch die allgemeine Menschenrechtssituation in 

Pakistan lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt klarer-

weise nicht als unzulässig erscheinen. Nach dem Gesagten ist der Voll-

zug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrecht-

lichen Bestimmungen zulässig. 

7.4   

7.4.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen 

und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat 

aufgrund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und 

medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Ge-

fährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die 

vorläufige Aufnahme zu gewähren. 

7.4.2 Bei den in E. 5.4.1. erwähnten Beweismitteln handelt es sich um 

mehrere Zeitungsartikel und zwei Reisewarnungen, welche zumindest 

teilweise einen konkreten regionalen Bezug zum Beschwerdeverfahren 

vermissen lassen. Beispielsweise bezieht sich die Medienmitteilung vom 

13. Dezember 2012 auf den nordwestlichen, an Afghanistan grenzenden 

Teil Pakistans, während sich Punjab vom Nordosten bis Südwesten Pa-

kistans erstreckt und an Indien angrenzt (vgl. auch http://www.punjab. 

gov.pk/about_punjab_geography, abgerufen am 25. November 2014). 

Das Ausgeführte trifft auch auf die Teilreisewarnung des Auswärtigen Am-

tes der Bundesrepublik Deutschland vom 15. Oktober 2014 zu, die sich 

ebenfalls auf die Nordwestgrenzregion beschränkt. Was schliesslich die 

sich auf Punjab beziehenden Zeitungsartikel anbelangt, ist anzumerken, 

dass es sich bei Punjab mit einer Gesamtfläche von ungefähr 

205 000 km
2
, 36 Distrikten – einer davon ist F._______ – und rund 70 Mil-

lionen Einwohnern um die bevölkerungsreichste Provinz Pakistans han-

delt (vgl. auch http://www.punjab.gov.pk/punjab_quick_stats, abgerufen 

am 25. November 2014), in welcher sich in den letzten Jahren unbestrit-

tenermassen terroristisch motivierte Anschläge und Entführungen zuge-

tragen haben. Allerdings geht aus diesen Zeitungsartikeln respektive aus 

der Beschwerde nicht hervor und ist auch nicht ersichtlich, weshalb die 

Wahrscheinlichkeit, dereinst Opfer eines solchen Ereignisses zu werden, 

für den Beschwerdeführer grösser respektive konkreter sein soll als für 

http://www.punjab.gov.pk/about_punjab_geography
http://www.punjab.gov.pk/about_punjab_geography
http://www.punjab.gov.pk/punjab_quick_stats

D-5695/2014 

Seite 15 

die restliche Bevölkerung Punjabs. Nach Erkenntnissen des Gerichts 

lässt sich eine solche Gefahr zwar nicht restlos ausschliessen, sie ist 

aber zu gering, um daraus die Unzumutbarkeit der Rückführung abzulei-

ten. Mit dem BFM ist einherzugehen, dass weder die in Pakistan herr-

schende politische Situation noch andere Gründe gegen die Zumutbarkeit 

der Rückführung sprechen, weshalb von der generellen Zumutbarkeit des 

Wegweisungsvollzugs ausgegangen werden kann. Aufgrund der Akten ist 

sodann auch nicht davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer aus 

individuellen Gründen wirtschaftlicher, sozialer oder gesundheitlicher Na-

tur in eine existenzbedrohende Notlage geraten würde. Es handelt es 

sich den Akten zufolge um einen heute (…) alleinstehenden Mann ohne 

aktenkundige gesundheitliche Probleme, der vor seiner Ausreise sein 

ganzes Leben in Pakistan verbracht hat. Er hat gemäss eigenen Angaben 

bis zu seiner Ausreise nie arbeiten müssen, sondern besuchte die Schule 

bis zur zehnten Klasse, verfügt wegen seiner Ausreise im laufenden 

Schuljahr jedoch über keinen Schulabschluss. Seine Familie und ein 

Freund, der gemäss Akten über zwei Häuser verfügt, leben in Punjab. Da 

er in B._______ im C._______ zur Schule gegangen ist, ist davon auszu-

gehen, dass er dort abgesehen von den fraglichen Personen auch noch 

über Freunde und Bekannte verfügt, die ihm insbesondere bei der Ar-

beitssuche behilflich sein könnten. Es steht ihm im Übrigen auch offen, 

beim BFM einen Antrag auf individuelle Rückkehrhilfe zu stellen (vgl. Art. 

93 Abs. 1 Bst. d AsylG i.V.m. Art. 73 ff. der Asylverordnung 2 vom 

11. August 1999 über Finanzierungsfragen [AsylV 2; SR 142.312]).  

7.5 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-

gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen 

Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch 

BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als 

möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 

7.6 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung 

der vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 

AuG). 

8.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig 

sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist 

abzuweisen. 

D-5695/2014 

Seite 16 

9.  

9.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem Be-

schwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Da ihm mit Zwi-

schenverfügung vom 14. Oktober 2014 die unentgeltliche Rechtspflege 

gewährt wurde und sich an den diesbezüglichen Voraussetzungen nichts 

geändert hat, sind keine Verfahrenskosten aufzuerlegen. 

10.  

Mit Zwischenverfügung vom 14. Oktober 2014 wurde das Gesuch um 

Beiordnung des Rechtsvertreters als amtlicher Rechtsbeistand gutge-

heissen. Mangels Kostennote sieht sich das Gericht veranlasst, den Auf-

wand aufgrund der bestehenden Akten gestützt auf Art. 14 Abs. 2 des 

Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen 

vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) und in Relati-

on mit vergleichbaren Dossiers abzuschätzen. Bei der Redaktion der Be-

schwerde (einschliesslich des Aktenstudiums) ist von einem dreistündi-

gen Aufwand auszugehen. Die Internetrecherche und die einseitige Ein-

gabe vom 29. Oktober 2014 dürften insgesamt eine weitere Stunde be-

ansprucht haben. Demnach ist das durch das Bundesverwaltungsgericht 

auszurichtende amtliche Honorar auf Fr. 1'000.– festzulegen (Aufwand 

inkl. MWST und Spesen) 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

D-5695/2014 

Seite 17 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Das Bundesverwaltungsgericht entrichtet dem als amtlicher Rechtsbei-

stand eingesetzten Denis G. Giovannelli ein Honorar in der Höhe von 

Fr. 1'000.– (inkl. Auslagen und MWST). 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Hans Schürch Martina Kunert 

 

 

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