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**Case Identifier:** 05c97bc1-595d-5694-9b2f-5a5fcc499250
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-05-14
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 14.05.2020 200 2020 167
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2020-167_2020-05-14.pdf

## Full Text

200 20 167 IV
SCP/PRN/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 14. Mai 2020

Verwaltungsrichter Schütz, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Knapp, Verwaltungsrichter Ackermann
Gerichtsschreiberin Prunner

A.________
vertreten durch B.________, lic. iur. C.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 28. Januar 2020

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Mai 2020, IV/20/167, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1963 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) 
meldete sich im Juni 2018 unter Hinweis auf eine Depression bei der IV-
Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin) zum Leistungsbezug an (Akten 
der IVB, Antwortbeilage [AB] 2). In der Folge holte die IVB diverse erwerbli-
che und medizinische Unterlagen ein und gewährte im Rahmen einer 
Frühinterventionsmassnahme einen Ausbildungskurs vom 21. Juni bis 6. 
Juli 2019 (AB 31). Weiter veranlasste die IVB eine psychiatrische Begut-
achtung durch Dr. med. D.________, Facharzt für Psychiatrie und Psycho-
therapie (Gutachten vom 12. Juli 2019, AB 46.1). Mit Vorbescheid vom 7. 
Oktober 2019 stellte die IVB die Abweisung des Leistungsbegehrens in 
Aussicht (AB 50). Auf den dagegen erhobenen Einwand hin (AB 51, 54) 
verfügte die IVB – nach Einholung einer Stellungnahme des Regionalen 
Ärztlichen Dienstes (RAD) vom 16. Januar 2020 (AB 56, S. 3 f.) – am 28. 
Januar 2020 wie angekündigt (AB 57).

B.

Hiergegen erhob der Versicherte, vertreten durch den B.________, lic. iur. 
C.________, am 27. Februar 2020 Beschwerde. Er beantragt die Aufhe-
bung der angefochtenen Verfügung vom 28. Januar 2020 und die Zuspra-
che einer halben Rente. Zur Begründung liess er im Wesentlichen vorbrin-
gen, gestützt auf das schlüssige Gutachten von Dr. med. D.________ und 
die Einschätzung des RAD sei von einer 70%-igen Arbeitsfähigkeit in der 
aktuell ausgeübten Tätigkeit auszugehen. 

Mit Beschwerdeantwort vom 23. März 2020 beantragt die Beschwerdegeg-
nerin die Abweisung der Beschwerde.

Mit Eingabe vom 23. April 2020 hielt der Beschwerdeführer an seinen An-
trägen fest. Am 27. April 2020 reichte er zudem die vollständige Fassung 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Mai 2020, IV/20/167, Seite 3

des Berichts des Spitals E.________ vom 7. April 2020 zu den Akten (Be-
schwerdebeilage [BB] 3).

Am 4. Mai 2020 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf eine Stellung-
nahme und bestätigte ihr Rechtsbegehren.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Angefochten ist die Verfügung der IVB vom 28. Januar 2020 
(AB 57). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf 
eine Invalidenrente.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

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1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 IVG so-
wie Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizinische Be-
fundlage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer nur dann 
anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeeinträchti-
gung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 145 V 
215 E. 5.1 S. 221).

Mit der Diagnose eines Gesundheitsschadens ist noch nicht gesagt, dass 
dieser auch invalidisierenden Charakter hat. Ob dies zutrifft, beurteilt sich 
gemäss dem klaren Gesetzeswortlaut nach dem Einfluss, den der Gesund-
heitsschaden auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit hat. Entscheidend ist, 
ob der versicherten Person wegen des geklagten Leidens nicht mehr zu-
mutbar ist, ganz oder teilweise zu arbeiten. Deshalb gilt eine objektivierte 
Zumutbarkeitsprüfung unter ausschliesslicher Berücksichtigung von Folgen 
der gesundheitlichen Beeinträchtigung (BGE 142 V 106 E. 4.4 S. 110). 
Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit inva-
lidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschränkungen der 
Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung allen guten 
Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könn-
te; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv bestimmt 

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(BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.1 S. 353; SVR 2014 IV Nr. 2 
S. 5 E. 3.1).

2.3 Psychosoziale und soziokulturelle Faktoren lassen sich oft nicht klar 
vom medizinisch objektivierbaren Leiden trennen. Trotzdem können solche 
äusseren Umstände nicht als gesundheitliche Beeinträchtigungen im Sinne 
des Gesetzes verstanden werden, weil der gesetzliche Invaliditätsbegriff 
klar zwischen dem Gesundheitsschaden, an dem die versicherte Person 
leidet, und der durch ihn verursachten Erwerbsunfähigkeit unterscheidet. 
Infolgedessen können psychische Störungen, welche durch soziale Um-
stände verursacht werden und bei Wegfall der Belastung wieder ver-
schwinden, nicht zur Invalidenrente berechtigen. Zwar kann einer fachge-
recht diagnostizierten psychischen Krankheit der invalidisierende Charakter 
nicht mit dem blossen Hinweis auf eine bestehende psychosoziale Belas-
tungssituation abgesprochen werden. Je stärker aber psychosoziale und 
soziokulturelle Faktoren im Einzelfall in den Vordergrund treten und das 
Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss eine fachärztlich 
festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vorhanden sein (BGE 
127 V 294 E. 5a S. 299; SVR 2012 IV Nr. 52 S. 189 E. 3.2). Nur wenn und 
soweit psychosoziale und soziokulturelle Faktoren einen derart verselbst-
ständigten Gesundheitsschaden aufrechterhalten oder seine – unabhängig 
von den invaliditätsfremden Elementen bestehenden – Folgen verschlim-
mern, können sie sich mittelbar invaliditätsbegründend auswirken (BGE 
139 V 547 E. 3.2.2 S. 552; SVR 2010 IV Nr. 19 S. 59 E. 5.2). In diesem 
Sinn werden Wechselwirkungen zwischen sich körperlich und psychisch 
manifestierenden Störungen und der sozialen Umwelt berücksichtigt, wenn 
auch bedeutend weniger stark als nach dem in der Medizin verbreiteten 
bio-psycho-sozialen Krankheitsmodell (SVR 2008 IV Nr. 62 S. 204 E. 4.2).

2.4 Die Sachverständigen sollen die Diagnose so begründen, dass die 
Rechtsanwender nachvollziehen können, ob die klassifikatorischen Vorga-
ben tatsächlich eingehalten sind (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 141 V 
281 E. 2.1.1 S. 285). Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung erfolgt 
die Prüfung, ob ein psychischer Gesundheitsschaden eine rentenbegrün-
dende Invalidität zu bewirken vermag, schliesslich anhand eines strukturier-
ten normativen Prüfungsrasters (BGE 143 V 418 E. 7 S. 427, 141 V 281 

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E. 4.1 S. 296). Dies gilt für sämtliche psychischen Störungen (BGE 143 V 
418 E. 7.2 S. 429).

2.4.1 Eine invalidenversicherungsrechtlich erhebliche Gesundheitsbeein-
trächtigung liegt nur vor, wenn die Diagnose im Rahmen einer Prüfung auf 
der ersten Ebene auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe 
nach BGE 131 V 49 standhält. Danach liegt regelmässig keine versicherte 
Gesundheitsschädigung vor, soweit die Leistungseinschränkung auf Ag-
gravation oder einer ähnlichen Erscheinung beruht. Hinweise auf solche 
und andere Äusserungen eines sekundären Krankheitsgewinns ergeben 
sich namentlich, wenn eine erhebliche Diskrepanz zwischen den geschil-
derten Schmerzen und dem gezeigten Verhalten oder der Anamnese be-
steht, intensive Schmerzen angegeben werden, deren Charakterisierung 
jedoch vage bleibt, keine medizinische Behandlung und Therapie in An-
spruch genommen wird, demonstrativ vorgetragene Klagen auf den Sach-
verständigen unglaubwürdig wirken oder schwere Einschränkungen im 
Alltag behauptet werden, das psychosoziale Umfeld jedoch weitgehend 
intakt ist. Nicht per se auf Aggravation weist blosses verdeutlichendes Ver-
halten hin. Besteht im Einzelfall Klarheit darüber, dass nach plausibler ärzt-
licher Beurteilung die Anhaltspunkte auf eine Aggravation eindeutig über-
wiegen und die Grenzen eines bloss verdeutlichenden Verhaltens klar 
überschritten sind, ohne dass das aggravatorische Verhalten auf eine ver-
selbständigte, krankheitswertige psychische Störung (vgl. BGE 127 V 294 
E. 5a S. 299) zurückzuführen wäre, fällt eine versicherte Gesundheitsschä-
digung ausser Betracht und ein Rentenanspruch ist ausgeschlossen, selbst 
wenn die klassifikatorischen Merkmale einer psychischen Störung gegeben 
sein sollten (vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG erster Satz). Soweit die betreffenden 
Anzeichen neben einer ausgewiesenen verselbständigten Gesundheits-
schädigung (BGE 127 V 294 E. 5a S. 299) auftreten, sind deren Auswir-
kungen derweil im Umfang der Aggravation zu bereinigen (BGE 141 V 281 
E. 2.1.1 S. 285 und E. 2.2 S. 287; SVR 2016 UV Nr. 25 S. 83 E. 6).

2.4.2 Liegt auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe eine 
versicherte Gesundheitsschädigung vor, erfolgt schliesslich auf der zweiten 
Ebene anhand eines normativen Prüfungsrasters mit einem Katalog von 
Indikatoren eine ergebnisoffene symmetrische Beurteilung des – unter 

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Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einer-
seits und Kompensationspotentialen (Ressourcen) anderseits – tatsächlich 
erreichbaren Leistungsvermögens (BGE 141 V 281 E. 3.6 S. 294). Es gilt 
im Regelfall nach gemeinsamen Eigenschaften systematisierte Standardin-
dikatoren zu beachten (E. 4.1.3 S. 297), welche sich in die Kategorien 
„funktioneller Schweregrad“ (E. 4.3 S. 298) und „Konsistenz“ einteilen las-
sen (E. 4.4 S. 303). Der Prüfungsraster ist rechtlicher Natur (E. 5 S. 304). 
Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur 
zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestell-
ten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Stan-
dardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwie-
gender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat die Fol-
gen der Beweislosigkeit die materiell beweisbelastete versicherte Person 
zu tragen (E. 6 S. 308).

2.5 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach Ab-
lauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b und 
c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Rente, 
wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine Dreivier-
telsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad 
von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem 
Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein solcher auf eine Viertelsrente.

2.6 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Mai 2020, IV/20/167, Seite 8

können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 IV 
Nr. 27 S. 87 E. 4.2.1). 

3.

3.1 Den Akten ist zum Gesundheitszustand des Beschwerdeführers 
bzw. seiner Arbeits- und Leistungsfähigkeit das Folgende zu entnehmen:

3.1.1 Vom 21. Februar bis am 12. April 2018 war der Beschwerdeführer in 
der Klinik F.________ in stationärer Behandlung. Im Bericht vom 11. Juli 
2018 wurde mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine mittelgradige de-
pressive Episode (ICD-10: F32.1) diagnostiziert (die Diagnose wurde am 
21. Februar 2018 gestellt; AB 14, S. 5). Am 12. April 2018 sei der Be-
schwerdeführer in stabilem psychischem Zustand ausgetreten. Vom 
21. Februar bis am 26. April 2018 wurde eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit 
attestiert (AB 14, S. 3).

3.1.2 Dr. med. G.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, 
bei welchem der Beschwerdeführer seit dem 30. Oktober 2017 in ambulan-
ter Behandlung ist, diagnostizierte im Bericht vom 12. Juli 2018 mit Auswir-
kung auf die Arbeitsfähigkeit eine mittelschwere depressive Episode (ICD-
1: F32.11; AB 15, S. 3). In der bisherigen Tätigkeit als ... könne ca. ab An-
fang September eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit (wenn möglich bis zur 
vollen Arbeitsfähigkeit) erfolgen (AB 15, S. 5). 

Im Verlaufsbericht vom 27. Dezember 2018 führte Dr. med. G.________ 
aus, der Gesundheitszustand habe sich trotz Hospitalisation und wiederhol-
tem Medikamentenwechsel nicht vollständig erholt. Im Vordergrund stün-
den vor allem kognitive Einschränkungen, hier Konzentrationsstörungen 
und ein markanter Antriebsmangel (AB 27, S. 2). Für die bisherige Er-
werbstätigkeit bestehe nach wie vor eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit. Für 
innerbetrieblich einfachere Aufgabentätigkeiten bestehe eine Arbeitsun-
fähigkeit von 70% (AB 27, S. 3).

3.1.3 Im Bericht vom 3. Januar 2019 diagnostizierte Dr. med. 
L.________, Fachärztin für Neurologie, eine mittelschwere bis schwere 

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depressive Episode seit Herbst 2016 bei altersentsprechendem kognitiven 
Leistungsprofil sowie altersentsprechender MR-Schädel vom 28. November 
2018 und Spannungskopfschmerzen (AB 33, S. 2).

3.1.4 Der RAD-Arzt Dr. med. H.________ (im Medizinalberuferegister 
[vgl. www.medregom.admin.ch] ohne anerkannten Facharzttitel verzeich-
net) führte im Bericht vom 5. Mai 2019 aus, aus dem neuropsychologischen 
Bericht vom Januar 2019 gehe aufgrund des mitgeteilten psychopathologi-
schen Befundberichts hervor, dass die depressive Symptomatik in Teilre-
mission, d.h. ein leichter Ausprägungsgrad der depressiven Symptomatik, 
vorliege. Beim Beschwerdeführer liege aktuell eine leichte depressive Epi-
sode (ICD-10: F33.11) vor. In diesem Rahmen komme es noch zu leichten 
bis situativ mässig ausgeprägten Beeinträchtigungen der Flexibilität- und 
Stresstoleranz und konsekutiv der Durchhaltefähigkeit. Es bestehe eine 
beeinträchtigte Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit von 40% 
(Pensum zu 50% und Leistungen zu 20% beeinträchtigt). Im Rahmen einer 
angepassten Tätigkeit unter Vermeidung von zeitlichem Druck, erhöhter 
Verantwortungsübernahme, der Ausführung einfacher Tätigkeiten unter 
Vermeidung von Tätigkeiten mit überwiegendem Publikumsverkehr liege 
ein Pensum von 80% bei voll erhaltener Leistungsfähigkeit vor (AB 36, 
S. 3; vgl. auch Bericht vom 17. Januar 2019, AB 29, S. 4 f.).

3.1.5 Im psychiatrischen Gutachten vom 12. Juli 2019 diagnostizierte Dr. 
med. D.________ mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivie-
rende depressive Störung, aktuell leichtgradige Episode, mit vor allem Er-
müdbarkeit, erhöhtem Ruhebedürfnis und Konzentrationsstörungen (ICD-
10: F33.00). Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit diagnostizierte er 
auffällige, ich-bezogene und zwanghaft-verbissene Persönlichkeitszüge 
(ICD-10: Z73.1) und einen Status nach schädlichem Gebrauch von Alkohol 
(ICD-10: F10.1; AB 46.1, S. 20). Der Beschwerdeführer sei seit Februar 
2018 in seiner angestammten Tätigkeit als … arbeitsunfähig. Medizinisch-
theoretisch bestehe ab ca. April 2019 eine maximal 50%-ige Arbeitsfähig-
keit in dieser Tätigkeit, deren praktische Verwertung jedoch unzumutbar 
sei. Der Beschwerdeführer arbeite seit Juli 2018 im Rahmen eines Arbeits-
versuchs in einer angepassten Tätigkeit, welche die operative Leitung einer 
kleinen überschaubaren Einheit, das ... des bisherigen Arbeitgebers, um-

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fasse. Ab September 2018 bestehe hier eine ca. 50%-ige Arbeitsfähigkeit, 
welche ab April 2019 auf 70% (6 Stunden pro Tag an fünf Tagen die Wo-
che bei normalem Rendement) gesteigert worden sei. Eine weitere Steige-
rung des Pensums sei zurzeit nicht zumutbar (AB 46.1, S. 25).

3.1.6 Dr. med. G.________ führte im Bericht vom 28. Dezember 2019 
aus, es sei unklar, weshalb Dr. med. D.________ trotzt der Befunde, die 
klar auf eine mindestens mittelschwere depressive Episode hinweisen wür-
den, eine leichte Episode diagnostiziere. Möglicherwiese spiele die sehr 
deutliche Dissimulierung des Beschwerdeführers, die auch in der Schilde-
rung der Persönlichkeit klar zum Ausdruck komme, eine entscheidende 
Rolle. Seit der Begutachtung vom 12. Juli 2019 sei keine weitere Verbesse-
rung des Gesundheitszustandes eingetreten. Im Gegenteil sei es immer 
wieder zu Krisen gekommen, welche die Arbeitsfähigkeit von 50-70% in 
Frage stellen würde (AB 54, S. 2). Es sei unklar, ob der Beschwerdeführer 
dieses Arbeitspensum weiter halten könne (AB 54, S. 2 f.). Dieser Verlauf 
bestätige die Diagnose einer mindestens mittelschweren depressiven Epi-
sode und auch die vom Gutachter beschriebene schlechte Prognose 
(AB 54, S. 3).

3.1.7 In der Stellungnahme vom 16. Januar 2020 führte Dr. med. 
H.________ aus, anhand der Einwände von Dr. med. G.________ seien 
keine neuen medizinisch relevanten Aspekte vorgebracht worden. Weitere 
Abklärungen seien nicht nötig. Es sei nicht (mehr) auf das Zumutbar-
keitsprofil des RAD, sondern auf das psychiatrische Gutachten von Dr. 
med. D.________ aus dem Jahr 2019 und die darin formulierte Beurteilung 
der Arbeitsfähigkeit abzustellen (AB 56, S. 4).

3.1.8 Im Bericht des Spitals E.________ vom 7. April 2020 wurde ein 
chronisches Müdigkeitssyndrom (ICD-10: G93.3) bzw. Neurasthenie (ICD-
10: F48.0) sowie eine leichte bis mittelgradige depressive Episode (ICD-10: 
F32.0) diagnostiziert (BB 3, S. 1 bzw. 3). 

3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Mai 2020, IV/20/167, Seite 11

Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

3.3

3.3.1 Aufgrund der medizinischen Aktenlage ist erstellt, dass die psychi-
schen Einschränkungen bzw. die depressive Symptomatik beim Beschwer-
deführer durch psychosoziale Belastungsfaktoren im familiären Bereich 
sowie eine persönliche und berufliche Überforderung im Februar 2018 im 
Rahmen eines Burnouts bzw. einer Erschöpfungsdepression hervorgerufen 
worden sind. Seit Januar 2014 arbeitete der Beschwerdeführer als ... für 
die I.________ AG (AB 16, 18). Ebenfalls im Jahr 2014 hat er sich von sei-
ner Partnerin getrennt, mit welcher er zwei Kinder hat (vgl. AB 46.1, S. 10 
Ziff. 3.2.9). Seit ca. 2016 kam es beim Beschwerdeführer zunehmend zu 
einer depressiven Verstimmung und ab Sommer 2017 zu Erschöpfung, 
Schlafstörungen und Konzentrationsmangel. Im Oktober 2017 begab sich 
der Beschwerdeführer in ambulante psychiatrische Behandlung zu Dr. 
med. G.________ (AB 15, S. 2). Am 21. Februar 2018 wurde der Be-
schwerdeführer durch den behandelnden Psychiater Dr. med. G.________ 
auf freiwilliger Basis wegen Erschöpfung, Motivationslosigkeit, Antriebslo-
sigkeit, Energielosigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, Schlafproblemen, 
innerer Anspannung und psychosozialer Belastung am Arbeitsplatz in die 

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Klinik F.________ eingewiesen (AB 14, S. 4). Nachdem beim Eintritt eine 
mittelgradige depressive Episode (ICD-10: F32.1) diagnostiziert wurde, 
konnte der Beschwerdeführer am 12. April 2018 in stabilem psychischem 
Zustand entlassen werden. Während des Aufenthalts profitierte er vor allem 
von den psychotherapeutischen und pflegerischen Einzelgesprächen, wo-
bei insbesondere der Umgang mit zwischenmenschlichen Konflikten sowie 
den psychosozialen Belastungen am Arbeitsplatz, Abgrenzung am Arbeits-
platz, Existenzängste, Unabhängigkeit und eigene Bedürfnisse wahrneh-
men und dafür einstehen thematisiert wurden. Der Beschwerdeführer habe 
viele Ressourcen gezeigt und habe sich zunehmend besser selbst reflektie-
ren und aktivieren können (AB 14, S. 5.; vgl. auch AB 18, S. 2; 33, S. 2 f.; 
46.1, S. 3 f.). Anlässlich des Erstgesprächs mit der IVB im August 2018 gab 
der Beschwerdeführer an, dass eigentlich keine Belastungsfaktoren 
bestünden. Die Trennung von seiner Ex-Partnerin und Mutter der beiden 
gemeinsamen Kinder sei schwierig gewesen, er habe sie aber aktuell 
überwunden (AB 18, S. 2). Gegenüber Dr. med. D.________ erwähnte der 
Beschwerdeführer im Rahmen der Begutachtung im Juli 2019 zu den beruf-
lichen Schwierigkeiten, er sei sich gewohnt, sich hohe, vielleicht zu hohe 
Ziele zu setzen. Er habe sich nie geschont. Ab ca. 2014/2015 habe er nach 
und nach gemerkt, dass er an der Limite arbeite und Gefahr laufe, über 
seine Verhältnisse zu leben. Im Februar 2018 habe er dann nicht mehr 
weitermachen können (AB 46.1, S. 9 f. Ziff. 3.2.8). Ferner gab er an, dass 
Schwierigkeiten sowohl in der Beziehung zu seiner Ex-Partnerin (die Be-
ziehung sei von Anfang an schwierig gewesen; sie hätten viel gestritten) als 
auch bezüglich der Kinder – welche im Rahmen der Begutachtung nicht 
näher beschrieben wurden – bestünden (AB 46.1, S. 10 Ziff. 3.2.9). 

3.3.2 Der Umstand, dass sich der Beschwerdeführer anlässlich der 
psychiatrischen Begutachtung zu den Schwierigkeiten mit der Ex-Partnerin 
nicht näher äussern wollte (AB 46.1, S. 12 Ziff. 4.1) und Dr. med. 
D.________ diese soziale Belastung nicht für massgeblich hält (AB 46.1, 
S. 19), ändert nichts daran, dass sich die familiär-bedingten psychosozialen 
Belastungsfaktoren auf die Leistungsfähigkeit hier auswirken. So führte Dr. 
med. D.________ an anderer Stelle im Gutachten aus, dass die privaten 
(wie auch geschäftlichen) Probleme mit der Zeit zu einer Ressourcenmin-
derung führten (AB 46.1, S. 12, 21). Was die berufliche Belastungssituation 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Mai 2020, IV/20/167, Seite 13

anbelangt, ist mit dem psychiatrischen Gutachter – wie auch dem Be-
schwerdeführer selber (AB 18, S. 2) – davon auszugehen, dass sich der 
Beschwerdeführer, gemessen an seinen persönlichen Fähigkeiten, Eigen-
schaften und Ressourcen, bei der Ausübung seiner beruflichen Tätigkeit 
als … bzw. …mit Blick auf die Aufgaben und Verantwortung übernommen 
hatte. So hält Dr. med. D.________ dem Beschwerdeführer anlässlich der 
Begutachtung aufgrund der gewonnenen Eindrücke vor, dass er ein 
Mensch sei, der oberflächlich gut funktioniere, jedoch rascher ermüde, tra-
ditionell eine hohe Leistungsorientierung aufweise und eventuell den wah-
ren Zustand etwas verschleiere, was vom Beschwerdeführer nicht in Abre-
de gestellt wurde (AB 46.1, S. 11 Ziff. 3.2.16). Weiter beobachtete der Gut-
achter im Rahmen der Ich-Störungen eine deutliche Beeinträchtigung des 
Selbstwerterlebens, wenn auch nicht offen kommuniziert (AB 46.1, S. 13 
Ziff. 4.3.1 g). Ferner weist der Beschwerdeführer auch zwanghafte und 
selbstunsichere Persönlichkeitszüge auf (AB 46.1, S. 17). Insofern ist dem 
Gutachter auch zuzustimmen, wenn er in allgemeiner Hinsicht festhält, 
dass es sich bei der Position eines leitenden ... in einem Grossbetrieb wie 
der I.________ AG um einen „Verschleissjob“ handelt, den (vergleichbar 
mit Tätigkeiten im Akkord oder von Spitzensportlern) nur wenige jahrelang 
durchzuhalten in der Lage sind. So stellte er auch die Frage in den Raum, 
ob der Beschwerdeführer nicht auch ohne depressive Episode früher oder 
später hätte kürzer treten müssen (AB 46.1, S. 24 Ziff. 7.4.3). Mit dieser 
Einschätzung stimmt der Umstand überein, dass sich der Gesundheitszu-
stand des Beschwerdeführers mit dem Wegfall der beruflichen Beanspru-
chung – wie bereits erwähnt – während dem Aufenthalt in der Klinik 
F.________ (beim Klinikeintritt wurde eine mittelgradige depressive Episo-
de diagnostiziert) und in den folgenden Monaten rasch verbesserte (AB 14, 
S. 4 f.). Der behandelnde Psychiater Dr. med. G.________ führte im Be-
richt vom 12. Juli 2018 ebenfalls aus, dass das Vollbild einer mittelschwe-
ren Depression nun auf eine Remission zugehe (AB 15, S. 3 Ziff. 2.4; vgl. 
auch AB 33, S. 3 unten). Ab Juni bzw. Juli 2018 erfolgte denn auch ein 
Arbeitsversuch bei der Arbeitgeberin in einer angepassten Tätigkeit (AB 15, 
S. 2; 18, S. 2; 46.1, S. 6 und 10). Das binnen kurzer Zeit wiedererlangte 
hohe Aktivitätsniveau bestätigt sich denn auch darin, dass der Beschwer-
deführer neben den beruflichen Wiedereingliederungsbemühungen per 
13. Dezember 2019 den Sitz seiner immer noch bestehenden Beratungs-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Mai 2020, IV/20/167, Seite 14

firma, die K.________ GmbH, über welche er in der Zeit zwischen 2010 
und 2014 ein Jahreseinkommen von bis zu Fr. 150‘000.-- generierte (AB 12 
sowie www.zefix.ch [Auszug in den Gerichtsakten]), an seine neue Wohn-
adresse verlegte. Vor diesem Hintergrund kann Dr. med. D.________, wel-
cher dem Beschwerdeführer mit seiner attestierten Arbeitsunfähigkeit von 
30% (AB 46.1, S. 25 Ziff. 8.2) wohl nicht zuletzt aufgrund dessen Selbst-
einschätzung (AB 46.1, S. 6 unten und 11 Ziff. 3.2.13) Raum für einen 
natürlichen Genesungsprozess (AB 46.1, S. 22 Ziff. 7.2) einräumen will, 
nicht gefolgt werden. Der psychiatrische Gutachter verkennt, dass der Be-
schwerdeführer mit seinen Persönlichkeitseigenschaften, welchen nicht 
Krankheitswert beizumessen ist, den beruflichen Belastungen eines ... in 
einem Grossbetrieb nicht gewachsen ist und sich entsprechend seinen 
Möglichkeiten beruflich neu zu orientieren hat.

Am Zusammenhang zwischen den dokumentierten psychosozialen Be-
schwerden und dem depressiven Geschehen vermögen denn auch die 
übrigen Berichte nichts zu ändern. Wenn der RAD-Arzt Dr. med. 
H.________ die von Dr. med. D.________ benannten Fähigkeitsbeein-
trächtigungen, welche einen unterschiedlichen Schweregrad der depressi-
ven Symptomatik bedingten, massgeblich mit der bestehenden Persönlich-
keitsakzentuierung und einer damit einhergehenden Abgrenzungsunfähig-
keit gegenüber den hohen Leistungsansprüchen des Beschwerdeführers 
begründet (AB 56, S. 4), ist festzustellen, dass Dr. med. D.________ die-
sen Persönlichkeitszügen mit überzeugender Begründung nicht den Stel-
lenwert einer krankheitswertigen Persönlichkeitsstörung beimisst (AB 46.1, 
S. 19). Dem im Beschwerdeverfahren eingereichten Bericht des Spitals 
E.________ vom 7. April 2020 (Sprechstunde für chronische Müdigkeit) 
sind keine konkreten Angaben zu einer Einschränkung der Arbeits- und 
Leistungsfähigkeit zu entnehmen. So handelt es sich bei der Skala nach 
David Bell, gemäss welcher vorliegend 50 Punkte erreicht worden seien 
und daher von einem funktionellen Zustand von 70% auszugehen sei 
(BB 3, S. 6), lediglich um eine Hilfestellung bezüglich der Diagnose eines 
chronic fatigue syndrome (CFS). Das Vorliegen einer bloss psychosozialen 
Problematik und gleichzeitiges Fehlen einer krankheitswertigen psychi-
schen Störung zeigte sich auch im Rahmen dieser Sprechstunden für 
chronische Müdigkeit im März 2020, als neben somatischen Stressoren 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Mai 2020, IV/20/167, Seite 15

(Blasentumor 2006 und 2008, rezidivierende Blasenentzündungen unter 
den Therapien, sportliches Aktivitätstraining, chronische Schultergelenks-
schmerzen und -entzündungen) auch psychosoziale Stressoren (teils ho-
hes Arbeitspensum und Erwartungen, Nichtanerkennung der Müdigkeit) 
bzw. prädisponierende, auslösende und aufrechterhaltende Faktoren fest-
gestellt wurden (BB 3, S. 1 bzw. 3). Dabei gab der Beschwerdeführer ferner 
an, dass es mit der Ex-Partnerin Streit gegeben habe, was psychisch sehr 
belastend gewesen sei (BB 3, S. 5).

3.4 Diese beweismässige Ausgangslage spricht insgesamt klar gegen 
einen invalidisierenden verselbständigten Gesundheitsschaden (vgl. Ent-
scheide des Bundesgerichts [BGer] vom 26. März 2018, 9C_32/2018, 
E. 2.3 mit Hinweisen, und vom 1. Februar 2018, 8C_300/2017, E. 4.1.4.2, 
wonach auch bei einem depressiven Leiden soziale Belastungsfaktoren, 
die direkt negative funktionelle Folgen zeitigen, auszuklammern sind). Das 
Beschwerdebild des Beschwerdeführers erschöpft sich vorliegend in den 
psychosozialen Belastungsfaktoren im familiären und beruflichen Bereich 
und ist als reaktive Störung darauf zu werten. Unter diesen Umständen hat 
die Beschwerdegegnerin allein schon deshalb das Leistungsgesuch des 
Beschwerdeführers zu Recht mangels eines invalidisierenden Gesund-
heitsschadens abgewiesen.

Selbst wenn sich die psychosozialen Faktoren nicht eindeutig vom medizi-
nisch objektivierbaren Leiden trennen liessen bzw. die psychische Störung 
nicht eindeutig durch soziale Umstände verursacht worden wäre und bei 
Wegfall wieder verschwände, führt vorliegend die ergebnisoffene symme-
trische Beurteilung des tatsächlich erreichbaren Leistungsvermögens an-
hand der Standardindikatoren ebenso zur Verneinung eines invalidisieren-
den Gesundheitsschadens (vgl. E. 4 hiernach).

4.

4.1 Vorab ist festzuhalten, dass hier keine Ausschlussgründe im Sinne 
der höchstrichterlichen Rechtsprechung vorliegen (vgl. E. 2.4.1 hiervor). 
Insbesondere fand der psychiatrische Gutachter Dr. med. D.________ kei-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Mai 2020, IV/20/167, Seite 16

ne Hinweise für eine Aggravation oder Simulation (AB 46.1, S. 17 Ziff. 4.4 
f).

4.2 Im Rahmen der Kategorie „funktioneller Schweregrad“ (BGE 141 V 
281 E. 4.3 S. 298) ist zunächst der Komplex „Gesundheitsschädigung“ zu 
prüfen (BGE 141 V 281 E. 4.3.1 S. 298): Hier ist festzuhalten, dass die 
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde und Symptome (BGE 141 V 
281 E. 4.3.1.1 S. 298 f.) nicht schwer ist. Dr. med. D.________ diagnosti-
zierte gestützt auf die Untersuchungsbefunde sowie die testpsychologi-
schen Zusatzuntersuchungen eine rezidivierte depressive Störung, aktuell 
leichtgradige Episode (ICD-10: F33.00; AB 46.1, S. 20 Ziff. 6.2). Dabei 
stünden gemäss dem psychiatrischen Gutachter eine verminderte Belast-
barkeit, raschere Erschöpfbarkeit – und damit verbunden – die kognitiven 
Defizite im Vordergrund. Der Beschwerdeführer habe jedoch wieder Inter-
essen, könne (reduziert) Freude empfinden und die vegetativen Symptome 
seien mehrheitlich in den Hintergrund getreten (AB 46.1, S. 18 f.).

Betreffend Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (BGE 
141 V 281 E. 4.3.1.2 S. 299 f.) geht aus den Akten hervor, dass der Be-
schwerdeführer seit Oktober 2017 in psychiatrischer Behandlung bei Dr. 
med. G.________ ist und eine antidepressive Medikation erhält (AB 15, 
S. 2 f.). Zudem war er vom 21. Februar bis 12. April 2018 wegen Erschöp-
fung, Motivationslosigkeit, Antriebslosigkeit, Energielosigkeit, Konzentrati-
onsschwierigkeiten, Schlafproblemen, innerer Anspannung und psychoso-
zialer Belastung am Arbeitsplatz in der Klinik F.________ hospitalisiert 
(AB 14, S. 3 f.). Ein definitives Scheitern einer Therapie liegt nicht vor, wur-
de er doch nach psychotherapeutischen und pflegerischen Einzelge-
sprächen in deutlich verbessertem bzw. stabilem psychischem Zustand 
entlassen (AB 14, S. 5). Dr. med. D.________ erachtete eine moderate 
Dosisanpassung der aktuell verordneten Antidepressiva als möglich und 
eventuell auch sinnvoll. Positive Auswirkungen auf das weitere Abklingen 
der depressiven Symptome seien in sechs bis zwölf Monaten möglich 
(AB 46.1, S. 26 Ziff. 8.3). Eine Behandlungsresistenz ist damit nicht aus-
gewiesen. In Bezug auf die berufliche Eingliederung ist festzustellen, dass 
der Beschwerdeführer bereits im Juni bzw. Juli 2018 wieder im Rahmen 
eines Arbeitsversuches bei der alten Arbeitgeberin in einer angepassten 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Mai 2020, IV/20/167, Seite 17

Tätigkeit tätig war, wobei das Arbeitspensum im Laufe der Zeit stetig bis 
auf 70% gesteigert werden konnte (AB 15, S. 2; 18, S. 2; 46.1, S. 6; 21; 
49). Vor diesem Hintergrund ist eine Eingliederungsresistenz ebenfalls zu 
verneinen.

Ferner liegt keine Komorbidität vor, die dem Beschwerdeführer in wesentli-
chem Ausmass Ressourcen rauben würde (vgl. BGE 141 V 281 E. 4.3.1.3 
S. 300 ff.). Dr. med. D.________ diagnostizierte zwar auffällige, ich-
bezogene und zwanghaft-verbissene Persönlichkeitszüge (ICD-10: Z73.1), 
einen Status nach schädlichem Gebrauch von Alkohol (ICD-10: F10.1) und 
einen Stress-verstärkten Tinnitus, jedoch haben diese Diagnosen keine 
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (AB 46.1, S. 20 Ziff. 6.3 f. und S. 26).

Was den Komplex „Persönlichkeit“ (BGE 141 V 281 E. 4.3.2 S. 302) betrifft, 
ergeben sich aus dem psychiatrischen Gutachten vom 12. Juli 2019 wie 
bereits erwähnt zwar gewisse Auffälligkeiten. So sei die Persönlichkeit des 
Beschwerdeführers seit der Adoleszenz geprägt durch Neugier, Fokussie-
rung auf neue Herausforderungen, eine ständige Forderungshaltung sich 
selbst gegenüber, wie auch generell eine hohe Willens- und Leistungsori-
entierung. Diese Charaktereigenschaften würden allerdings gemäss dem 
psychiatrischen Gutachter im Allgemeinen nicht zu den „pathologischen“ 
Verhaltensmustern zählen, sondern die „Positivseite“ der in einer Leis-
tungsgesellschaft wünschbaren Eigenschaften abbilden. Dabei würden 
beim Beschwerdeführer zusätzlich ich-bezogene, wie auch verbissen-
zwanghafte Elemente mitschwingen, sodass allenfalls von auffälligen Per-
sönlichkeitszügen (ICD-10: Z73.1) gesprochen werden könne. Eine spezifi-
sche Persönlichkeitsstörung wurde jedoch verneint (AB 46.1, S. 19).

Der Komplex „Sozialer Kontext“ (BGE 141 V 281 E. 4.3.3 S. 303) spricht 
gegen die rechtliche Anerkennung der medizinisch attestierten Einschrän-
kungen. So sieht der Beschwerdeführer seine beiden Kinder an zwei Wo-
chentagen und jedes zweite Wochenende (AB 46.1, S. 10 Ziff. 3.2.9). Da-
neben hat er einige Kollegen. In diesem Zusammenhang bleibt darauf hin-
zuweisen, dass der Beschwerdeführer bereits vor dem Burnout nicht viele 
enge private Kontakte hatte; gemäss seinen Angaben sei er ein Einzelgän-
ger und habe zu wenig Zeit in Beziehungen investiert. Obwohl der Be-
schwerdeführer nicht mehr so viel Sport macht wie früher, nutzt er immer 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Mai 2020, IV/20/167, Seite 18

noch gelegentlich sein Boot auf dem ...see. Im Sommer verbringt er zudem 
eine Woche auf seinem Maiensäss in ... (AB 46.1, S. 10 Ziff. 3.2.10). Damit 
liegt kein unangemessener sozialer Rückzug vor und das soziale Umfeld 
hält gewisse Ressourcen bereit.

Im Rahmen der Konsistenzprüfung ist schliesslich festzuhalten, dass keine 
Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen vergleichbaren Lebensberei-
chen (BGE 141 V 281 E. 4.4.1 S. 303 f.) besteht. Die Inanspruchnahme 
von therapeutischen Optionen spricht zwar für einen gewissen Leidens-
druck. Den Ausführungen zum Tagesablauf kann jedoch entnommen wer-
den, dass der Beschwerdeführer um 6.00 Uhr aufstehe, ein gesundes 
Frühstück esse, die Medikamente einnehme und um 7.00 Uhr zur Arbeit in 
… bzw. ... (verschiedene Arbeitsplätze) gehe. Er arbeite bis ca. 11.30 Uhr, 
dann habe er eine eineinhalbstündige Sperre eingebaut, um sich zu erho-
len. Nachmittags sei er von ca. 13.00 Uhr bis 16.00 Uhr noch einmal ar-
beitsfähig. Dann müsse er nach Hause und sich hinlegen. Nach ca. zwei 
Stunden Erholung sei er wieder in der Lage, etwas zu machen. Er koche 
sich das Nachtessen, gelegentlich mit seinen Kindern zusammen. Danach 
lese er etwas, sei am PC oder schaue ein wenig Fernsehen. Um 23.00 Uhr 
gehe er schlafen (AB 46.1, S. 10 Ziff. 3.2.11). Auch wenn der psychiatri-
sche Gutachter die gesundheitlichen Einschränkungen des Beschwerde-
führers als plausibel bezeichnet (AB 46.1, S. 22, S. 22 Ziff. 7.3), korrespon-
dieren der geregelte Tagesablauf sowie die nebenberuflichen Aktivitäten 
und erhaltenen Fähigkeiten nicht mit der gutachterlich attestierten Arbeits-
fähigkeit von lediglich 70% (AB 46.1, S. 25 Ziff. 8.2), zumal Dr. med. 
D.________ dem Beschwerdeführer überdurchschnittliche Ressourcen 
attestiert (AB 46.1, S. 24 Ziff. 7.4.2; vgl. auch AB 14, S. 5). Dabei wies Dr. 
med. D.________ auch darauf hin, dass der Beschwerdeführer offenbar – 
konsistent mit seiner Persönlichkeit, welche einen wesentlichen Teil ihres 
Selbstwerterlebens aus dem „reibungslosen Funktionieren“ im Beruf bezie-
he – den privaten und Freizeitbereich bewusst hinten anstelle und seine 
Kräfte streng rationiere, um sich möglichst am Arbeitsplatz keine Blösse 
geben zu müssen (AB 46.1, S. 22 Ziff. 7.3). Das Aktivitätsniveau ist folglich 
nicht in sämtlichen vergleichbaren Lebensbereichen gleichmässig einge-
schränkt.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Mai 2020, IV/20/167, Seite 19

4.3 Gestützt auf die massgebenden Indikatoren ist nicht mit dem Be-
weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen, dass der 
festgestellte psychische Gesundheitsschaden eine erhebliche funktionelle 
Einschränkung bewirkt (vgl. E. 2.4.2 hiervor). Vor diesem Hintergrund wäre 
die attestierte 30%-ige Arbeitsunfähigkeit aus psychischen Gründen recht-
lich nicht zu berücksichtigen, wenn ein verselbständigter Gesundheitsscha-
den anzunehmen wäre (vgl. E. 3.4 hiervor).

5.

Zusammengefasst kann der medizinisch begründeten Schätzung der Ar-
beitsunfähigkeit, auf welche sich der Beschwerdeführer beruft (Beschwerde 
S. 6), unter rechtlichen Aspekten nicht gefolgt werden. Vielmehr hat die 
Beschwerdegegnerin einen invalidisierenden Gesundheitsschaden zu 
Recht verneint. Die Verfügung vom 28. Januar 2020 (AB 57) ist daher nicht 
zu beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen.

6.

6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der unterliegende Beschwerdefüh-
rer die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden dem in gleicher Höhe geleisteten 
Kostenvorschuss entnommen.

6.2 Ausgangsgemäss hat der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf 
Ausrichtung einer Parteientschädigung (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g 
ATSG [Umkehrschluss]). Die Beschwerdegegnerin hat als öffentlich-
rechtliche Anstalt des Kantons Bern keinen Anspruch auf Ersatz ihrer Par-
teikosten (Art. 104 Abs. 3 VRPG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Mai 2020, IV/20/167, Seite 20

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- B.________ z.H. des Beschwerdeführers (mit Eingabe vom 4. Mai 
2020)
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.