# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 97f63e00-0ed2-5fd2-ba05-e360532ae631
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-01-22
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 22.01.2014 715 2013 69 (715 13 69)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_715-2013-69_2014-01-22.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-
rungsrecht 
 
 
vom 22. Januar 2014 (715 13 69) 
____________________________________________________________________ 
 
 
Arbeitslosenversicherung 
 
Einstellung in der Anspruchsberechtigung aus selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit; Re-
duktion der Einstelltage, da konkrete Arbeitsplatzsituation nicht genügend berücksichtigt 
wurde  
 
 
 
 
Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Gerichtsschreiberin Gisela Wartenweiler 

 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführer 
  

 
gegen 
 
 

 Öffentliche Arbeitslosenkasse Baselland, Bahnhofstrasse 32, 
4133 Pratteln, Beschwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff Einstellung in der Anspruchsberechtigung 
 
 
 
A. Der 1981 geborene A.____ war vom 1. August 2007 bis 30. September 2012 bei der 
Firma B.___ als Leiter Verkaufsinnendienst angestellt. Mit Kündigung vom 31. Mai 2012 löste er 
das Arbeitsverhältnis per 30. September 2012 auf. Am 7. Juni 2012 meldete er sich beim Regi-
onalen Arbeitsvermittlungszentrum Oberwil (RAV) zur Arbeitsvermittlung an und erhob am 
12. Juni 2012 bei der Öffentlichen Arbeitslosenkasse Baselland (Arbeitslosenkasse) Anspruch 
auf Arbeitslosenentschädigung ab 1. Oktober 2012. Mit Verfügung Nr. 2119/2012 vom 4. Okto-
ber 2012 stellte die Arbeitslosenkasse A.____ wegen selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit ab 

 
 
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1. Oktober 2012 für 31 Tage in der Anspruchsberechtigung ein. Die dagegen erhobene Ein-
sprache wies die Arbeitslosenkasse mit Entscheid vom 12. Februar 2013 ab.  
 
B. Gegen den Entscheid reichte A.____ am 11. März 2013 Beschwerde ans Kantonsgericht, 
Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht), ein. Er beantragte sinngemäss, es seien 
in Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheides die verfügten Einstelltage angemes-
sen zu reduzieren. Das Verbleiben bei der B.____ als Abteilungsleiter im Innendienst sei aus 
gesundheitlichen Gründen unzumutbar gewesen. 
 
C. Die Arbeitslosenkasse stellte mit Eingabe vom 26. April 2013 den Antrag, es sei das Ver-
fahren im Hinblick auf die beim Bundesgericht hängigen Verfahren betreffend der Frage der 
Zumutbarkeit des weiteren Verbleibens an der Arbeitsstelle zu sistieren. Da der Versicherte 
gegen eine Sistierung keine Einwände erhob, erliess das Kantonsgericht am 4. Juni 2013 eine 
Sistierungsverfügung. Nach Vorliegen des Urteils des Bundesgerichts (8C_2012/2013) vom 
17. Juni 2013 hob das Kantonsgericht mit Verfügung vom 4. Juli 2013 die Sistierung des vorlie-
genden Beschwerdeverfahrens auf.  
 
D. In ihrer Eingabe vom 5. August 2013 wies die Arbeitslosenkasse darauf hin, dass der 
Versicherte mit dem Begehren, es seien die Einstelltage zu reduzieren, zugebe, dass er ein 
gewisses Verschulden an der Arbeitslosigkeit trage. Mit Vernehmlassung vom 15. Oktober 2013 
beantragte sie die Abweisung der Beschwerde, eventualiter sei eine Reduktion von höchstens 
7 Tage vorzunehmen.  
 
E. Der Versicherte erklärte sich mit Schreiben vom 16. Dezember 2013 (Eingang) mit einer 
Reduktion um 7 Einstelltage einverstanden.  
 
 
Die Präsidentin zieht  i n  E r w ä g u n g : 
 
1.1 Gemäss Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosenversiche-
rung und die Insolvenzentschädigung (AVIG) vom 25. Juni 1982 in Verbindung mit den Art. 56 
und 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) 
vom 6. Oktober 2000 kann gegen Einspracheentscheide aus dem Bereich der Arbeitslosenver-
sicherung Beschwerde beim kantonalen Versicherungsgericht erhoben werden. Örtlich zustän-
dig ist nach Art. 100 Abs. 3 AVIG in Verbindung mit Art. 128 Abs. 1 sowie Art. 119 Abs. 1  lit. a 
und Abs. 2 der Verordnung über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolven-
zentschädigung (AVIV) vom 31. August 1983 das Versicherungsgericht desjenigen Kantons, in 
dem die versicherte Person zur Zeit des Verfügungserlasses die Kontrollpflicht erfüllt. Laut § 54 
Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 
16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtli-
che Instanz des Kantons Beschwerden gegen Einspracheentscheide der Versicherungsträger 
gemäss Art. 56 ATSG. Auf die beim sachlich und örtlich zuständigen Gericht form- und fristge-
recht eingereichte Beschwerde ist einzutreten. 
 

 
 
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1.2 Nach § 55 Abs. 1 VPO entscheidet die präsidierende Person der Abteilung Sozialversi-
cherungsrecht des Kantonsgerichts Streitigkeiten bis zu einem Streitwert von Fr. 10'000.-- durch 
Präsidialentscheid. Im vorliegenden Fall ist eine Einstellung in der Anspruchsberechtigung im 
Umfang von 31 Tagen bei einem Taggeld von Fr. 219.85 und damit ein Streitwert von 
Fr. 6'815.35 zu beurteilen. Über die Beschwerde ist demnach präsidial zu entscheiden. 
 
2. Streitig ist, ob die Arbeitslosenkasse den Versicherten infolge selbstverschuldeter Ar-
beitslosigkeit zu Recht für die Dauer von 31 Tagen in der Anspruchsberechtigung einstellte. 
 
2.1  Nach Art. 17 Abs. 1 AVIG muss die versicherte Person alles Zumutbare unternehmen, 
um Arbeitslosigkeit zu vermeiden oder zu verkürzen. Kommt sie dieser Verpflichtung nicht nach, 
kann die zuständige Arbeitslosenkasse die Einstellung in der Anspruchsberechtigung verfügen 
(Art. 30 AVIG). Die Einstellung hat die Funktion einer Haftungsbegrenzung der Versicherung für 
Schäden, die die versicherte Person hätte vermeiden oder vermindern können. Als Verwal-
tungssanktion ist sie vom Gesetzmässigkeits-, Verhältnismässigkeits- und Verschuldensprinzip 
beherrscht (THOMAS NUSSBAUMER, Arbeitslosenversicherung, in: Ulrich Meyer [Hrsg.], Schwei-
zerisches Bundesverwaltungsrecht, Soziale Sicherheit, Basel/Genf/München 2007, Rz. 822). 
 
2.2  Gemäss Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG ist eine versicherte Person in der Anspruchsberechti-
gung einzustellen, wenn sie durch eigenes Verschulden arbeitslos ist. Eine selbstverschuldete 
Arbeitslosigkeit liegt dann vor, wenn und soweit der Eintritt der Arbeitslosigkeit nicht objektiven 
Faktoren zuzuschreiben ist, sondern in einem nach den persönlichen Umständen und den per-
sönlichen Verhältnissen vermeidbaren Verhalten der versicherten Person liegt (vgl. ARV 1982 
Nr. 4 S. 39). Dies ist unter anderem dann der Fall, wenn die versicherte Person das Arbeitsver-
hältnis von sich aus kündigt, ohne dass ihr eine andere Stelle zugesichert war, es sei denn, 
dass ihr das Verbleiben an der Arbeitsstelle nicht zugemutet werden konnte (vgl. Art. 44 Abs. 1 
lit. b AVIV). Im Bereich der freiwilligen Stellenaufgabe nach Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV findet die 
Schadenminderungspflicht (vgl. Art. 17 Abs. 1 AVIG) ihre Grenze grundsätzlich im Zumutbar-
keitsgedanken. Der Begriff der Unzumutbarkeit ist im Lichte von Art. 20 lit. c des Übereinkom-
mens Nr. 168 der Internationalen Arbeitsorganisation über Beschäftigungsförderung und den 
Schutz gegen Arbeitslosigkeit vom 21. Juni 1988 auszulegen. Staatsvertraglich wird nur das 
freiwillige Aufgeben einer Stelle ohne triftige Gründe sanktioniert. Vermag die versicherte Per-
son für das Verlassen der Stelle legitime Gründe zu nennen, kann nicht von einer freiwilligen 
Preisgabe der Beschäftigung im Sinne des Übereinkommens gesprochen werden (vgl. BGE 
124 V 234 E. 4b/aa; Urteile des Bundesgerichts vom 4. Mai 2010, 8C_12/2010, E. 2.2 und vom 
30. April 2009, 8C_958/2008, E. 2.2). Das Bundesgericht entschied in konstanter Praxis, dass 
bei der Frage der Zumutbarkeit bzw. Unzumutbarkeit des Verbleibens am Arbeitsplatz ein 
strenger Massstab anzulegen ist (vgl. BGE 124 V 238 E. 4; ARV 1986 Nr. 23 mit Hinweisen). 
Wenn nicht besondere Umstände vorliegen, darf einer versicherten Person zugemutet werden, 
wenigstens so lange am Arbeitsplatz zu verbleiben, bis sie eine neue Stelle gefunden hat (vgl. 
ARV 1976 Nr. 18; GERHARD GERHARDS, Kommentar zum AVIG, Bd. I, Bern und Stuttgart 1988, 
N. 27 zu Art. 16; JACQUELINE CHOPARD, Die Einstellung in der Anspruchsberechtigung, Zürich 
1998, S. 116). 
 

 
 
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2.3  Ein gespanntes Verhältnis zu Vorgesetzten oder anderen mitarbeitenden Personen ge-
nügt allein nicht für die Annahme von Unzumutbarkeit. Bei Schwierigkeiten wie Auseinander-
setzungen, Stresssituationen und dergleichen ist es der versicherten Person grundsätzlich zu-
zumuten, ihre Stelle nicht ohne Zusicherung einer neuen Stelle aufzugeben. So hielt das Bun-
desgericht fest, dass belastende Verhältnisse am Arbeitsplatz eine vorzeitige Auflösung des 
Arbeitsverhältnisses nicht rechtfertigten. Sie könnten aber allenfalls beim Verschulden berück-
sichtigt werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 29. Oktober 2003, C 133/03, E. 3.2 mit 
Hinweisen). Belegt aber die versicherte Person durch ein eindeutiges ärztliches Zeugnis oder 
allenfalls durch andere geeignete Beweismittel, dass ihr die Weiterarbeit aus gesundheitlichen 
Gründen nicht mehr zumutbar war, ist grundsätzlich von einer Unzumutbarkeit aus gesundheit-
lichen Gründen auszugehen (BGE 124 V 234 E. 4b/bb; Urteile des Bundesgerichts vom 
13. März 2013, 8C_943/2012, E. 2 und vom 17. Juni 2013, 8C_201/2013, E. 2). 
 
3.1  Das sozialversicherungsrechtliche Verwaltungsverfahren und der Sozialversicherungs-
prozess sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. Danach haben Versicherungsträger und 
Sozialversicherungsgericht von Amtes wegen, aus eigener Initiative und ohne Bindung an die 
Vorbringen oder Beweisanträge der Parteien, für die richtige und vollständige Abklärung des 
rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneinge-
schränkt; er wird ergänzt durch die Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 125 V 195 E. 2, 
122 V 158 E. 1a, je mit Hinweisen). Zu beachten ist jedoch, dass der Untersuchungsgrundsatz 
die Beweislast im Sinne der Beweisführungslast begriffsnotwendig ausschliesst, da es Sache 
der verfügenden Verwaltungsstelle bzw. des Sozialversicherungsgerichts ist, für die Zusam-
mentragung des Beweismaterials besorgt zu sein. Im Sozialversicherungsprozess tragen mithin 
die Parteien in der Regel eine Beweislast nur insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Ent-
scheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt 
Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift allerdings erst Platz, wenn es sich als unmög-
lich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer Beweiswürdigung ei-
nen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit 
zu entsprechen (BGE 117 V 264 E. 3b mit Hinweisen). 
 
3.2  Dem Kantonsgericht kommt in Sozialversicherungssachen eine vollständige Überprü-
fungsbefugnis zu. Es ist in der Beweiswürdigung frei (vgl. § 57 VPO in Verbindung mit Art. 61 
Satz 1 ATSG; Art. 61 lit. c ATSG). Die Verwaltung als verfügende Instanz und – im Beschwer-
defall – das Gericht dürfen eine Tatsache sodann nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie 
von ihrem Bestehen überzeugt sind (vgl. MAX KUMMER, Grundriss des Zivilprozessrechts, 
4. Auflage, Bern 1984, S. 135 f.). Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Ent-
scheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der 
überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sach-
verhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Das Gericht hat vielmehr jener Sachverhalts-
darstellung zu folgen, die es von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichs-
te würdigt (vgl. BGE 126 V 360 E. 5b mit Hinweisen). 
 
4.1.1  Aufgrund der vorliegenden Akten stellt sich der rechtserhebliche Sachverhalt wie folgt 
dar: Mit Schreiben vom 31. Mai 2012 kündigte der Beschwerdeführer das Arbeitsverhältnis mit 

 
 
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der B.____ per 30. September 2012. Im Antrag auf Arbeitslosenentschädigung vom 12. Juni 
2013 gab er an, dass er seine Arbeitsstelle aus gesundheitlichen und wirtschaftlichen Gründen 
aufgelöst habe. Im Rahmen des rechtlichen Gehörs hielt der Versicherte am 24. September 
2012 unter Hinweis auf das Arztzeugnis von Dr. med. C.____, FMH Neurologie, vom 20. August 
2012 fest, dass er das Arbeitsverhältnis aus gesundheitlichen Gründen aufgelöst habe. Dr. 
C.____ habe ihm mitgeteilt, dass sein Körper im „Überlebensmodus“ laufe. Hätte er nicht ge-
kündigt, so hätte sein Gesundheitszustand zu einem Burnout geführt. Während mehrerer Mona-
te habe er 10 Stunden täglich ohne Pausen gearbeitet. Selbst als er krank oder in den Ferien 
gewesen sei, habe er von daheim aus gearbeitet. Ursache für diese Entwicklung sei die äus-
serst schwierige finanzielle Situation der B.____ gewesen. Es sei zu Kündigungen gekommen 
und der CEO sowie der gesamte Verwaltungsrat seien ausgewechselt worden. In den beiden 
Funktionen als Abteilungsleiter von 14 Personen und als Key-User in einem sehr anspruchsvol-
len ERP-Projekt habe sich der Druck auf ihn deutlich erhöht. Dazu habe er in seiner Abteilung 
immer wieder infolge Unterbesetzung im Tagesgeschäft ausgeholfen. Versäumnisse anderer 
Abteilungen habe er und sein Team „ausbügeln“ müssen. Seit seiner Kündigung gehe es ihm 
gesundheitlich besser. In der Einsprache vom 30. Oktober 2012 und in der Beschwerde vom 
11. März 2013 führte der Versicherte präzisierend aus, dass von seinen ursprünglich 14 Mitar-
beiterinnen/Mitarbeitern infolge Kündigungen, Schwangerschaften, Wechsel der Abteilung etc. 
am Schluss nur noch 5 Leute in seiner Abteilung gearbeitet hätten. Die Bewältigung der All-
tagsgeschäfte, die Weiterbetreuung des Teams, die Rekrutierung und Einarbeitung neuer Mit-
arbeiter hätten zu einem enormen Arbeitsaufwand geführt, den er nicht mehr habe bewältigen 
können. Er habe unter Phobien und Ängsten gelitten. Aufgrund dieser Vorkommnisse habe er 
sich zum Zeitpunkt der Kündigung in einem Ausnahmezustand befunden. Er trage wohl ein ge-
wisses Selbstverschulden an seiner Arbeitslosigkeit, diese wiege jedoch nicht so schwer, um 
31 Einstelltage zu rechtfertigen. 
 
4.1.2  In den Zeugnissen vom 20. August 2012 und 29. Oktober 2012 bestätigte Dr. C.____, 
dass der Versicherte seit 22. Juni 2012 bei ihm in Behandlung sei. Infolge wirtschaftlicher 
Schwierigkeiten der B.____ sei es zu weitreichenden Umstrukturierungen und Entlassungen im 
Betrieb gekommen. Die psychische Belastung für die Arbeitnehmerschaft sei zeitweise sehr 
gross gewesen. Der Versicherte habe sich damals durch diese Vorkommnisse in einem physi-
schen und psychischen Ausnahmezustand befunden. Um wieder ins Gleichgewicht zu kommen 
und einen monatelangen Arbeitsausfall infolge Überarbeitung zu verhindern, habe er nur noch 
die Kündigung als Ausweg gesehen.  
 
4.2  Die Arbeitslosenkasse macht geltend, dass die Zeugnisse von Dr. C.____ nicht rechts-
genüglich seien, da präzise Angaben zum Gesundheitszustand wie Diagnose und Symptome 
fehlten. Es sei lediglich die Rede von einem „physischen und psychischen Ausnahmezustand“. 
Unter diesen Umständen hätte aber eine Überweisung an eine psychiatrische Fachperson er-
folgen müssen. Den Zeugnissen könne auch nicht entnommen werden, dass die Selbstkündi-
gung infolge ärztlicher Empfehlung ausgesprochen worden sei. Die Arztberichte beruhten auf 
der subjektiven Schilderung des Versicherten. Zudem sei auffällig, dass die Erstkonsultation bei 
Dr. C.____ zwei Wochen nach der Anmeldung bei der Arbeitslosenkasse erfolgt sei und der 
Versicherte während der viermonatigen Kündigungsfrist trotz angeblicher schwerer Krankheit 

 
 
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nie krank gewesen sei. Unter diesen Umständen sei eine Unzumutbarkeit zum Verbleib an der 
Arbeitsstelle bis zur Zusicherung einer neuen kaum glaubwürdig. In diesem Zusammenhang sei 
zu berücksichtigen, dass der Versicherte als Abteilungsleiter eine Kaderfunktion inne gehabt 
habe, welche naturgemäss mit einer hohen Arbeitsbelastung verbunden sei.  
 
4.3  In pflichtgemässer Würdigung der vorstehend erwähnten Verfahrensakten ergibt sich, 
dass kein echtzeitliches Arztzeugnis zu finden ist, dem die Unzumutbarkeit des Verbleibens an 
der bisherigen Stelle oder eine psychiatrische Diagnose zu entnehmen wäre. Die Unzumutbar-
keit ist ausschliesslich durch die nach der Kündigung erstellten Arztzeugnisse von Dr. C.____ 
vom 20. August 2012 und 29. Oktober 2012 bescheinigt. Dr. C.____ legte zwar dar, dass der 
Versicherte aus gesundheitlichen Gründen seine Arbeitsstelle in der B.____ per 30. September 
2012 habe kündigen müssen. Er führte hierfür psychische Probleme auf, die eine Fortsetzung 
des Arbeitsverhältnisses unzumutbar machten. Wie die Arbeitslosenkasse jedoch zu Recht 
feststellte, beruht die medizinische Beurteilung nicht auf eigenen Befunden, sondern auf einer 
subjektiven Darstellung durch den Versicherten. Dazu kommt, dass Dr. C.____ beim Versicher-
ten eine psychische Problematik feststellte, ihn aber zur Behandlung nicht an eine psychiatri-
sche Fachperson überwies. Unter diesen Umständen stellen die Berichte von Dr. C.____ keine 
geeignete Entscheidgrundlage dar, um die Unzumutbarkeit des Verbleibens am Arbeitsplatz 
rechtsgenüglich zu belegen. Es liegen auch keine anderen geeigneten Beweismittel bei den 
Akten, die auf eine Unzumutbarkeit aus gesundheitlichen Gründen schliessen lassen würden. 
Im Hinblick auf den strengen Massstab bei der Beurteilung der Zumutbarkeit zum Verbleib an 
der bisherigen Stelle (vgl. E. 2.2 hiervor) kann bei dieser Sachlage nicht mit überwiegender 
Wahrscheinlichkeit angenommen werden, dass die Aufgabe der Arbeitsstelle aus entschuldba-
ren gesundheitlichen Gründen erfolgt ist. Dies wird vom Versicherten auch nicht bestritten, 
weshalb die Einstellung in der Anspruchsberechtigung im Grundsatz nicht zu beanstanden ist. 
 
5.1  Es ist sodann zu prüfen, ob die Anzahl der Einstelltage korrekt ermittelt worden ist. Die 
Dauer der Einstellung bemisst sich einzig nach dem Grad des Verschuldens (Art. 30 
Abs. 3 AVIG). Sie beträgt nach Art. 45 Abs. 2 AVIV 1 - 15 Tage bei leichtem Verschulden,  
16 - 30 Tage bei mittelschwerem Verschulden und 31 - 60 Tage bei schwerem Verschulden. 
Innerhalb dieses Rahmens entscheidet die Arbeitslosenkasse nach pflichtgemässem Ermes-
sen. Das Gericht greift nur mit Zurückhaltung in das der Arbeitslosenkasse zustehende Ermes-
sen ein. Es setzt nicht sein Ermessen anstelle desjenigen der Arbeitslosenkasse, solange diese 
von ihrem Ermessen pflichtgemäss Gebrauch gemacht hat, also allen einschlägigen Gesichts-
punkten gebührend Rechnung getragen hat. 
 
5.2  Gemäss Art. 45 Abs. 4 lit. a AVIV liegt schweres Verschulden vor, wenn die versicherte 
Person ohne entschuldbaren Grund eine zumutbare Arbeitsstelle ohne Zusicherung einer  
neuen Arbeitsstelle aufgegeben hat. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist der Be-
messung der Einstellungsdauer allerdings bei der freiwilligen Stellenaufgabe nicht zwingend ein 
schweres Verschulden zu Grunde zu legen. Für die Unterschreitung des für schweres Ver-
schulden vorgesehenen Sanktionsrahmens werden dabei besondere Umstände des Einzelfalls 
verlangt. Es handelt sich dabei um Gründe, die – ohne zur Unzumutbarkeit zu führen, ansons-
ten es schon an der Erfüllung der in Art. 45 Abs. 3 AVIV erwähnten Einstellungstatbestände 

 
 
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fehlen würde –  das Verschulden als mittelschwer oder leicht erscheinen lassen (vgl. BGE 
130 V 126 E. 3.2 und 3.5). Diese können sich auf die subjektive Situation der betroffenen Per-
son, wie etwa deren familiäre Situation, Religionszugehörigkeit oder gesundheitliche Probleme 
oder auf eine objektive Begebenheit beziehen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 
17. Dezember 2009, 8C_829/2009, E. 3.1). 
 
5.3  Vorliegend qualifizierte die Arbeitslosenkasse das Verhalten des Versicherten als 
schweres Verschulden, was eine Einstellungsdauer von 31 - 60 Tagen zur Folge hat. Innerhalb 
dieses Rahmens verfügte sie eine Einstellung in der Anspruchsberechtigung für die Dauer von 
31 Tagen. Bei der Festlegung der Dauer der Einstellung berücksichtigte sie zu Gunsten des 
Versicherten das Verhalten der Arbeitgeberin, dass Probleme am Arbeitsplatz bestanden und 
der Versicherte gewisse gesundheitliche Beschwerden aufwies. Dabei bemass sie die gesund-
heitlichen Probleme und diejenigen am Arbeitsplatz je mit einem Abzug von einem Tag und das 
Verhalten der Arbeitgeberin mit einem Abzug von drei Tagen als verschuldensmindernd. Wie 
sie in der Vernehmlassung festhielt, hat sie gegen einen weiteren Abzug von 7 Tagen nichts 
einzuwenden. Eine solche Reduktion der Einstelltage ist gerechtfertigt. Zum Zeitpunkt der Kün-
digung befand sich die B.____ in einem grossen Reorganisationsprozess. Presseberichten ist 
zu entnehmen, dass die Firma im Jahr 2011 Millionenverluste auswies und die Unternehmens-
leitung sowie der Verwaltungsrat im Jahr 2012 ausgewechselt wurden. Es kam zu Umstrukturie-
rungen und Entlassungen, was zu einer gewissen Unruhe in der Firma führte. In diesem Aus-
nahmezustand waren Personen mit leitenden Positionen in unüblicher Weise herausgefordert. 
Nach den glaubhaften Schilderungen des Versicherten scheint er eine sehr verantwortungsbe-
wusste Person zu sein. Dass daraus in der konkreten Arbeitsplatzsituation eine Überforderung 
des Versicherten entstand, ist für das Gericht nachvollziehbar und muss sich vorliegend zusätz-
lich verschuldensmindernd auswirken. Obwohl der Beschwerdeführer gehalten ist, einen Teil 
des durch die Selbstkündigung verursachten Schadens selbst zu tragen, rechtfertigt es sich, 
sein Verschulden aufgrund der damaligen besonderen Situation in der B.____ im Rahmen des 
mittelschweren Verschuldens einzustufen, weshalb er - wie von beiden Parteien beantragt – 
24 Tage in der Anspruchsberechtigung einzustellen ist. Die Beschwerde ist daher gutzuheissen. 
 
5.4  Zusammenfassend erweist sich die im Einspracheentscheid vom 12. Februar 2013 ver-
fügte Anzahl Einstelltage als zu hoch, weshalb der Entscheid in Gutheissung der Beschwerde 
aufgehoben und der Versicherte für 24 Tage in der Anspruchsberechtigung eingestellt wird. 
 
6.  Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass der Prozess vor dem kantonalen Gericht für die Partei-
en kostenlos zu sein hat. Es sind demnach für das vorliegende Verfahren keine Kosten zu er-
heben. Da der Versicherte nicht anwaltlich vertreten ist, sind die ausserordentlichen Kosten 
wettzuschlagen. 
 

 
 
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Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird der Einspracheentscheid der Ar-
beitslosenkasse vom 12. Februar 2013 aufgehoben und die verfügte 
Einstelldauer von 31 Tagen auf 24 Tage reduziert. 

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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