# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** aeaf253e-2681-5181-ae0d-b2e7cc851599
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-04-02
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 02.04.2025 E-2047/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-2047-2025_2025-04-02.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-2047/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 .  A p r i l  2 0 2 5  

Besetzung 
 Einzelrichter Kaspar Gerber, 

mit Zustimmung von Richter Lukas Müller;   

Gerichtsschreiberin Natassia Gili. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Kolumbien,  

(…), 

Beschwerdeführerin,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 27. Februar 2025. 

 

 

 

E-2047/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Beschwerdeführerin suchte am 18. Juli 2023 in der Schweiz um Asyl 

nach und wurde dem Bundesasylzentrum (BAZ) der Region B._______ zu-

gewiesen. Am 17. August 2023 wurde sie eingehend zu ihren Asylgründen 

angehört und am 29. August 2023 dem erweiterten Verfahren zugeteilt. 

Zur Begründung ihres Asylgesuchs brachte sie im Wesentlichen vor, ko-

lumbianische Staatsangehörige zu sein und aus C._______ zu stammen. 

Sie sei mit ihren Eltern und Schwestern in D._______, Departement 

E._______, aufgewachsen und habe dort die Schule bis zur dritten Klasse 

besucht. Sie habe ihren Lebensunterhalt mit dem An- und Weiterverkauf 

von (…) und (…) verdient. Im April 2009 habe sie mit der siebten Front der 

Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia (FARC) Probleme bekom-

men. Die FARC habe ihre Ware beschlagnahmt, ihr vorgeworfen mit der 

Nationalarmee zusammen zu arbeiten und ihr gar mit dem Tod gedroht. 

Später habe man sie erpresst und 30 Million Pesos gefordert, ansonsten 

ihre Kinder mitgenommen worden wären. Sie sei daraufhin nach 

F._______, Departement G._______, wo sie bei der Staatsanwaltschaft 

Anzeige eingereicht habe, und später nach H._______ geflüchtet. Die Dro-

hungen hätten aber nicht aufgehört, selbst nachdem sie mit Hilfe der Poli-

zei im Jahre 2010 mit ihren Kindern bei ihrer Schwägerin in C._______ 

untergekommen sei. Sie habe sich ans Zentrum für Opfer in Kolumbien 

gewandt und habe daraufhin für zwei Monate polizeilichen Schutz erhalten. 

Nach mehreren Jahren Aufenthalt in C._______ sei sie mit einem ihrer Kin-

der nach I._______, Departement J._______, gezogen, während ihre übri-

gen Kinder in C._______ geblieben sein. In I._______ habe der Mann, der 

sie bislang bedroht habe, versucht, sie zu töten, was aber habe vereitelt 

werden können. Der Mann sei zwar von der Polizei festgenommen, später 

aber wieder freigelassen worden, weil er als ehemaliges Mitglied der FARC 

selbst bedroht sei und durch die Regierung geschützt werde. Nachdem ihr 

angeraten worden sei, I._______ zu verlassen, sei sie nach K._______, 

Departement J._______, gezogen, wo sie ihren späteren Lebenspartner 

kennengelernt habe. Im Jahre 2017 sei sie mit ihm nach L._______, De-

partement G._______, gezogen, wo sie einen kleinen (…) geführt hätten. 

Am 4. August 2021 sei ihr Lebenspartner entführt worden, mutmasslich von 

Mitgliedern der siebten Front der FARC, die eigentlich sie, die Beschwer-

deführerin, hätten mitnehmen wollen. Sie habe sich daraufhin in 

H._______ in Sicherheit gebracht und über den Gemeindeausschuss von 

L._______, der in stetigem Austausch mit der Guerilla stehe, erfahren, 

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Seite 3 

dass Letztere sich ihren (…) angeeignet hätten. Ihr sei gedroht worden, 

dass ihr bei einer Rückkehr nach L._______ dasselbe Schicksal drohe wie 

ihrem Lebenspartner. Im Zusammenhang mit der Entführung ihres Leben-

spartners habe sie keine Anzeige erstattet, aber das Rote Kreuz mit der 

Suche nach ihm beauftragt. Sie habe kein Einkommen mehr erzielt und sei 

bei Freunden untergekommen, bis sie dann aufgrund der anhaltenden Dro-

hungen in die Schweiz gereist sei. Sie nehme an, zwischen ihrer Vertrei-

bung im Jahre 2009 und der Entführung ihres Lebenspartners im Jahre 

2021 bestehe ein Zusammenhang; ebenso vermute sie dieselbe Guerilla 

als Täterschaft. Ausserdem gehe sie davon aus, dass die siebte Front der 

FARC von ihrem Aufenthaltsort erfahren habe, weil sie im Jahre 2017 im 

Rahmen des Friedensprozesses Anzeige bei der Generalstaatsanwalt-

schaft Kolumbiens wegen ihrer Vertreibung und der erlittenen Enteignung 

durch die FARC erstattet habe. Bei einer Rückkehr nach Kolumbien be-

fürchte sie, von Mitgliedern der FARC umgebracht zu werden.  

Zum Nachweis ihrer Identität reichte sie ihren kolumbianischen Reisepass 

ein. Zur Untermauerung ihrer Vorbringen reichte sie bei der Vorinstanz fol-

gende Beweismittel zu den Akten: 

- Asylgesuch (schriftlich) vom 17. Juni 2023; 

- Bestätigung, dass die Familie und die Kinder der Beschwerdeführerin 

Sozialhilfe benötigen (Gesundheit/Bildung) vom 29. September 2009, 

Gemeinde F._______; 

- Anzeige bei der Generalsstaatsanwaltschaft Kolumbiens vom 14. März 

2017; 

- Eingangsbestätigung vom 29. September 2017 der Anzeige; 

- Schreiben an die Einheit für Opfer (Unidad de victima) vom 18. März 

2014;  

- Formular zur Registrierung und Antragsformular für das Schutzpro-

gramm, 25. Januar 2010, bereitgestellt vom Innen- und Justizministe-

rium der kolumbianischen Republik; 

- Schreiben an die Soziale Aktion (acción social) vom 21. Juli 2011 be-

treffend (finanzielle) Hilfe für Wohnung und Arbeitssuche; 

- Schreiben an den kolumbianischen Präsidenten vom 8. November 

2011 betreffend Hilfe für die Beschwerdeführerin und ihre Kinder; 

- Bestätigung Anerkennung als Opfer von Vertreibung vom 12. April 

2014, Einheit für die Fürsorge und umfassende Wiedergutmachung für 

Opfer «Unidad para la atención y reparación integral a las victimas»; 

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Seite 4 

- Schreiben an das Verwaltungsgericht J._______ wegen Nichtzahlung 

der der Beschwerdeführerin zustehenden Verwaltungsentschädigung 

aufgrund der Anerkennung als Opfer der Vertreibung; 

- Verwaltungsschreiben betreffend Beantragung Gesundheitshilfe vom 

23. Oktober 2012; 

- Schreiben vom 20. Januar 2010 an das Sekretariat des kolumbiani-

schen Präsidenten betreffend fehlende finanzielle Hilfe von staatlicher 

Seite; 

- Notarielle Erklärung vom 17. März 2014 betreffend die finanzielle Situ-

ation der Beschwerdeführerin und die Tatsache, dass sie sich um (…) 

Kinder kümmern müsse; 

- Antrag auf zusätzliches Wohngeld bei der «Einheit für Opfer»; 

- Ablehnung Antrag «Humanitäre Fürsorge» (atención humanitaria) vom 

16. Dezember 2011, Abteilung für sozialen Wohlstand; 

- Dokument vom 23. Juni 2016, das die Beschwerdeführerin als Famili-

enoberhaupt bestätigt, «Einheit für Opfer»; 

- Schreiben der technischen Direktorin vom 21. September 2017, Einheit 

für die Fürsorge und umfassende Wedergutmachung für Opfer; 

- Antwort auf Ihre Verfahrensstandanfrage vom 22. November 2017, Ein-

heit für die Fürsorge und umfassende Wiedergutmachung für Opfer;  

- Entscheid vom 10. Oktober 2017, betreffend finanzielle Unterstützung 

im Bereich Lebensmittel/Haushalt und Suspendierung finanzielle Un-

terstützung im Bereich Wohnung/Unterkunft, Einheit für die Fürsorge 

und umfassende Wiedergutmachung für Opfer; 

- Anmeldung/Antrag Hilfe bei der Sozialen Aktion (acción social) vom 

5. Mai 2009; 

- Schreiben Polizei an A. A. A. vom 23. Februar 2010; 

- Bestätigung, dass die Beschwerdeführerin und ihre Kinder Opfer von 

Vertreibung sind, Einheit für die Fürsorge und umfassende Wiedergut-

machung für Opfer; 

- Arztbericht des (…) vom 30. Januar 2025. 

Das SEM konsultierte zur Entscheidfindung die Akten der Kinder (N […] 

und N […]) der Beschwerdeführerin.  

B.  

Mit Verfügung vom 27. Februar 2025 – eröffnet am 3. März 2025 – stellte 

die Vorinstanz fest, die Beschwerdeführerin erfülle die Flüchtlingseigen-

schaft nicht, lehnte ihr Asylgesuch ab und ordnete die Wegweisung aus der 

Schweiz sowie den Vollzug derselben an.  

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Seite 5 

C.  

Gegen diese Verfügung erhob die Beschwerdeführerin am 26. März 2025 

beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde und beantragte sinngemäss 

die Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung, die Feststellung der Flücht-

lingseigenschaft und die Gewährung von Asyl. In prozessualer Hinsicht er-

suchte sie unter Beilage eines entsprechenden Formulars um Gewährung 

der unentgeltlichen Rechtspflege. 

D.  

Die vorinstanzlichen Akten lagen dem Bundesverwaltungsgericht am 

26. März 2025 in elektronischer Form vor (vgl. Art. 109 Abs. 2 AsylG 

[SR 142.31]). 

E.  

Am 28. März 2025 bestätigte das Bundesverwaltungsgericht den Eingang 

der Beschwerde. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls – in der Regel und auch vorliegend – end-

gültig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Die 

Beschwerdeführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, 

ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung. Sie ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 

und Art. 108 Abs. 2 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf 

die Beschwerde ist einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

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Seite 6 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-

hend aufgezeigt wird, handelt es sich um ein solches Rechtsmittel, weshalb 

das Urteil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). 

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines 

Schriftenwechsels verzichtet. 

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken; den frauenspezifischen 

Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

4.2 Die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG erfüllt eine asylsu-

chende Person dann, wenn sie Nachteile von bestimmter Intensität erlitten 

hat beziehungsweise mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehba-

rer Zukunft begründeterweise befürchten muss, welche ihr gezielt und auf-

grund bestimmter Verfolgungsmotive durch Organe des Heimatstaates 

oder – sofern sich der Heimatstaat als schutzunfähig oder schutzunwillig 

erweist – durch nichtstaatliche Akteure zugefügt worden sind beziehungs-

weise zugefügt zu werden drohen (vgl. BVGE 2008/4 E. 5.2). Begründete 

Furcht vor Verfolgung im Sinne von Art. 3 Abs. 1 AsylG liegt vor, wenn kon-

kreter Anlass zur Annahme besteht, letztere hätte sich – aus der Sicht im 

Zeitpunkt der Ausreise – mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in abseh-

barer Zeit verwirklicht oder werde sich – aus heutiger Sicht – mit ebensol-

cher Wahrscheinlichkeit in absehbarer Zukunft verwirklichen (vgl. BVGE 

2010/57 E. 2.5). 

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Seite 7 

4.3 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

4.4 Aufgrund der Subsidiarität des flüchtlingsrechtlichen Schutzes setzt die 

Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft voraus, dass die betroffene Per-

son in ihrem Heimatland keinen ausreichenden Schutz vor nichtstaatlicher 

Verfolgung finden kann. Der Schutz gilt als ausreichend, wenn die be-

troffene Person effektiven Zugang zu einer funktionierenden und effizien-

ten Schutzinfrastruktur hat und ihr die Inanspruchnahme eines solchen in-

nerstaatlichen Schutzsystems individuell zumutbar ist (vgl. zur sogenann-

ten Schutztheorie: BVGE 2011/51 E. 7). Dabei ist allerdings nicht eine fak-

tische Garantie des Schutzgewährenden für langfristigen individuellen 

Schutz der von nichtstaatlicher Verfolgung bedrohten Person zu verlangen: 

Keinem Staat gelingt es, die absolute Sicherheit aller seiner Bürger jeder-

zeit und überall zu garantieren (vgl. BVGE 2008/4 E. 5.2). 

5.  

5.1 Das SEM führt in seiner Verfügung zunächst aus, dass sich die heutige 

Situation in Kolumbien in vielerlei Hinsicht grundlegend von der Lage im 

Jahre 2009 unterscheide, nachdem im Jahr 2016 das Friedensabkommen 

zwischen der Guerilla FARC – Ejército del Pueblo (EP) und Vertretern der 

kolumbianischen Regierung unterzeichnet und die Entwaffnung im Jahre 

2017 abgeschlossen worden sei. Zudem betreibe der amtierende Präsi-

dent eine Politik des «totalen Friedens», wozu Waffenruhen sowie Ver-

handlungen mit bewaffneten Gruppierungen gehören würden. Zwar gebe 

es Gruppen von FARC-Dissidenten, hauptsächlich von ehemaligen Kom-

mandeuren mittleren Ranges gebildet, die sich illegalen Aktivitäten widmen 

würden. Diese Gruppen hätten aber nur eine geringe ideologische Kohä-

renz, nur schwache Verbindung zueinander und bestünden überwiegend 

aus neu rekrutierten Mitgliedern. In der kolumbianisch-venezolanischen 

Grenzregion Catacumbo sei der Konflikt zwischen der Nationalen Befrei-

ungsarmee (Ejército de Liberación Nacional; ELN) und Dissidenten der 

ehemaligen FARC jüngst wieder aufgeflammt; es gebe jedoch keine Hin-

weise, welche auf ein landesweites Erstarken der Splittergruppen der ehe-

maligen FARC hindeuten würden.  

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Sodann begründete die Vorinstanz die angefochtene Verfügung im We-

sentlichen damit, dass – ohne die schwierige Situation der Beschwerde-

führerin durch die erlittene Vertreibung und Enteignung ab dem Jahre 2009 

zu verkennen – aus heutiger Sicht keine konkreten Hinweise erkennbar 

seien, dass sie einer flüchtlingsrechtlichen Verfolgung ausgesetzt sei. Ins-

besondere seien die von ihr geltend gemachten Nachteile lokal bezie-

hungsweise regional beschränkte, denen sie sich durch einen Wegzug in 

einen anderen Landesteil habe entziehen können. Sie habe sich nach dem 

Verschwinden ihres Lebenspartners im August 2021 nach H._______ be-

geben und dort während rund zwei Jahren problemlos bei Freunden leben 

können. Auch wenn sie vorgebracht habe, dass die Drohungen weiter an-

gehalten hätten, seien ihren Aussagen keine Hinweise zu entnehmen, dass 

sie vor ihrer Ausreise in H._______ einer Gefahr von ehemaligen FARC-

Guerilleros ausgesetzt gewesen wäre. Auf Nachfrage hin habe sie diese 

Drohung ohnehin dahingehend präzisiert, als dass der Vizepräsident des 

lokalen Gemeindeausschuss, der in Kontakt mit der Guerilla gestanden sei, 

ihr mitgeteilt habe, dass sie ihrem (…) fernbleiben und sich nicht einmi-

schen solle, ansonsten werde sie getötet. Mit einem Wegzug aus 

L._______ habe sie sich somit den möglichen Verfolgungsmassnahmen 

bereits entzogen. Des Weiteren könne der Begründung, sie sei in den zwei 

Jahren in H._______ kaum nach draussen gegangen und habe nur telefo-

nisch kommuniziert, weswegen sie nichts weiter über die Bedrohungslage 

aussagen könne, kaum gefolgt werden. Ihr Vorbringen, die Guerilla seien 

überall und es handle sich letztlich um ein und dieselbe Guerilla, sei reali-

tätsfern. Dasselbe gelte hinsichtlich ihrer Angaben zu den Splittergruppen 

der ehemaligen FARC. Ihre Schilderungen würden weitestgehend den Ein-

druck vermitteln, es habe nie einen Friedensprozess oder eine Demobili-

sierung gegeben. Bei der Entführung ihres Lebenspartners und der Aneig-

nung des (…) handle es sich um lokal begrenzte Verfolgungsmassnahmen, 

denen sie sich durch einen Wegzug habe entziehen können, beziehungs-

weise, sollte die Verfolgungsmassnahmen noch bestehen, bei einer Rück-

kehr nach Kolumbien effektiv entziehen könnte, indem sie die unmittelbare 

Nähe zu L._______ meide. Es sei unwahrscheinlich, dass sie in einem an-

deren Landesteil irgendwelchen Verfolgungsmassnahmen, ausgehend 

von FARC-Dissidenten, in Verbindung mit der geltend gemachten Entfüh-

rung ihres Lebenspartners ausgesetzt wäre. Ebenso wenig verfüge sie 

über ein kritisches Profil, welches eine landesweite Verfolgung plausibel 

erscheinen liesse. Ausserdem sei nicht von einem direkten Zusammen-

hang zwischen den Ereignissen im Jahre 2009 und der Entführung ihres 

Lebenspartners auszugehen. Sämtliche ihrer diesbezüglichen Hinweise 

würden auf Vermutungen ihrerseits oder unbelegten Aussagen von Dritten 

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beruhen. Entsprechend habe auch sie in ihrem schriftlich begründeten 

Asylgesuch vom 17. Juni 2023 keinen ursächlichen Zusammenhang zwi-

schen der Vertreibung und Enteignung ab 2009 einerseits und den Vor-

kommnissen im Jahre 2021 andererseits geltend machen können.  

Schliesslich sei festzuhalten, dass der kolumbianische Staat grundsätzlich 

über eine funktionierende Schutzinfrastruktur, insbesondere über einen 

funktionierenden Polizeiapparat sowie über ein Rechts- und Justizsystem, 

verfüge und mithin erwartet werden könne, dass die Beschwerdeführerin 

sich bei einer Rückkehr, sollte sie einer erneuten Bedrohung ausgesetzt 

sein, an die kolumbianischen Behörden wenden könnte. So sei insbeson-

dere nicht nachvollziehbar, dass sie sich nach der Entführung ihres Leben-

spartners und der Enteignung ihres (…) lediglich an das Rote Kreuz, je-

doch nicht an die heimatlichen Behörden gewandt habe. Ihre Erklärung da-

für, sie habe eine (…)verletzung gehabt, es seien viele Formalitäten zu er-

ledigen gewesen, trotz grossen Aufwands hätte man doch nicht den not-

wendigen Schutz erhalten und die Schwester ihres Lebenspartners habe 

bereits Anzeige erstattet, sei nicht überzeugend. Es sei davon auszuge-

hen, dass die kolumbianischen Behörden ihr effektiven Schutz gewährt 

hätten, hätte sie sich an sie gewandt, zumal sie eigenen Angaben zufolge 

bereits in früheren Jahren staatlichen und polizeilichen Schutz und finanzi-

elle Unterstützung erhalten habe sowie offiziell als Opfer der Vertreibung 

anerkannt worden sei. An dieser Einschätzung vermöchten auch die zu 

den Akten gereichten Beweismittel nichts zu ändern.  

5.2 Dem entgegnet die Beschwerdeführerin in der Beschwerde im Wesent-

lichen, die Ausführungen des SEM zur Lage in Kolumbien würden die kom-

plexe und gefährliche Realität nicht korrekt widerspiegeln. Der Konflikt mit 

der FARC sei, trotz gewisser Friedensprozesse, weiter anhaltend. So seien 

zahlreiche Gruppierungen der FARC nie demobilisiert worden und ehema-

lige FARC-mitglieder seien wieder aktiv und würden ihre Strukturen stär-

ken. Entsprechend sei es auch im Jahre 2025 zu verheerenden Angriffen 

durch die FARC gekommen. Diese bewaffneten Gruppierungen seien so-

wohl in ländlichen Gebieten als auch in den grösseren Städten aktiv, wür-

den diverse soziale und wirtschaftliche Sektoren infiltrieren, so dass es un-

möglich sei, Personen wie ihr (der Beschwerdeführerin) Sicherheit zu ga-

rantieren. Seit dem Jahre 2009 sei sie Opfer von konstanter Verfolgung, 

welche sie und ihre Familie gezwungen habe, stetig den Wohnort zu wech-

seln. Sie lebe in Unsicherheit und Angst und habe in die kolumbianischen 

Behörden aufgrund der vorherrschenden Korruption kein Vertrauen. Sie 

habe in der Vergangenheit bereits zahlreiche Beschwerden eingereicht 

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Seite 10 

und einen grossen Aufwand betrieben, ohne entsprechenden staatlichen 

Schutz zu erhalten. Ihr zugesprochene Leistungen hätten sich sodann als 

leere Versprechungen herausgestellt. Auch ihre Kinder hätten aufgrund der 

aktuellen Bedrohungslage beschlossen, Kolumbien zu verlassen. Ihre 

Schilderungen würden eine schmerzhafte Realität widerspiegeln. Die erlit-

tenen Traumata und die Unsicherheit die Zukunft betreffend hätten ausser-

dem einen Einfluss auf ihr Erinnerungsvermögen; das SEM könne ihr mit-

hin nicht vorwerfen, ihre Vorbringen seien nicht überzeugend.  

6.  

6.1 Das Bundesverwaltungsgericht gelangt nach Prüfung der Akten zum 

Schluss, dass die Vorbringen der Beschwerdeführerin den Anforderungen 

an die Flüchtlingseigenschaft nicht standzuhalten vermögen. Zur Vermei-

dung von Wiederholungen kann auf die ausführlichen und zutreffenden 

Ausführungen des SEM (s. angefochtene Verfügung S. 5 ff. und E. 5.1 vor-

stehend) verwiesen werden. Die Ausführungen in der Beschwerdeschrift 

sind nicht geeignet, zu einer anderen Beurteilung zu gelangen (vgl. Urteil 

des Bundesverwaltungsgerichts [BVGer] D-2975/2021 vom 24. Januar 

2025 E. 9.1). 

6.2 Das SEM hat zutreffend festgehalten, dass die Beschwerdeführerin 

keine begründete Furcht vor einer aktuellen asylrelevanten Verfolgung hat. 

Es liegen auch auf Beschwerdeebene keinerlei Hinweise dafür vor, dass 

sie gegenwärtig Verfolgungsmassnahmen, ausgehend von FARC-Dissi-

denten, ausgesetzt wäre. Ohne die in verschiedenen Gegenden Kolumbi-

ens bisweilen prekäre Sicherheitslage in Abrede stellen zu wollen, geht 

auch das Bundesverwaltungsgericht in ständiger Praxis von der grundsätz-

lichen Schutzfähigkeit und Schutzwilligkeit der kolumbianischen Strafver-

folgungs- und Justizbehörden aus (vgl. etwa Urteile des BVGer  

D-3441/2023 und D-3442/2023 vom 13. Juli 2023 E. 8.2; E-2817/2023 vom 

30. Mai 2023 E. 6.2; E-5845/2022 vom 22. Mai 2023 E. 6.3; D-2760/2022 

vom 16. März 2023 E. 6.5.1; D-3900/2022 vom 29. September 2022 

E. 7.1; D-1633/2021 vom 25. Mai 2021 E. 7.1.3). Die Begründung der Be-

schwerdeführerin, wieso sie sich im Zusammenhang mit der geltend ge-

machten Entführung ihres Lebenspartners im Jahre 2021 nicht an die hei-

matlichen Behörden gewandt hat – trotz grossen administrativen Aufwands 

hätte man doch keinen Schutz erhalten und die Schwester ihres Lebens-

partners habe bereits eine Anzeige erstattet – vermag zu keinem anderen 

Ergebnis zu führen. Die Beschwerdeführerin konnte sich denn in der Ver-

gangenheit auch bereits erfolgreich an die kolumbianischen Behörden 

wenden. Ohnehin ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin 

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Seite 11 

eine innerstaatliche Schutzalternative in Anspruch nehmen könnte, zumal 

es ihr mit Blick auf ihre Lebens- und Berufserfahrung zumutbar erscheint, 

sich in einem Landesteil nach ihrer Wahl niederzulassen und sich dort eine 

neue Existenz aufzubauen. Wie vom SEM festgehalten ist ausserdem nicht 

anzunehmen, dass ein direkter Zusammenhang zwischen den Ereignissen 

im Jahre 2009 und der Entführung ihres Lebenspartners besteht. Dass es 

sich vor dem Hintergrund der aktuellen Lage in Kolumbien um dieselbe 

Täterschaft handeln soll, ist im Übrigen unwahrscheinlich.  

6.3 Die Ausführungen in der Beschwerde beschränken sich weitestgehend 

darauf, die aus dem erstinstanzlichen Verfahren bekannten Vorbringen der 

Beschwerdeführerin nochmals zu bekräftigen und die Erwägungen des 

SEM zu wiederholen. Schlüssige Argumente, die an der vorinstanzlichen 

Würdigung des Sachverhalts konkret zweifeln liessen, werden keine vor-

getragen. Ebenso wenig hat die Beschwerdeführerin neue Beweismittel 

eingereicht. Mithin vermag die Beschwerdeführerin die zutreffenden vor-

instanzlichen Erwägungen nicht substanziiert in Frage zu stellen 

6.4 Zusammenfassend ist festzustellen, dass keine konkreten Hinweise 

dafür vorliegen, dass die Beschwerdeführerin im Zeitpunkt ihrer Ausreise 

einer flüchtlingsrechtlich relevanten Verfolgung oder einer entsprechenden 

Verfolgungsgefahr ausgesetzt war oder im Falle ihrer Rückkehr nach Ko-

lumbien ernsthafte Nachteile im Sinne von Art. 3 Abs. 2 AsylG zu gewärti-

gen hätte. Demnach hat die Vorinstanz zu Recht die Flüchtlingseigenschaft 

verneint und das Asylgesuch abgelehnt. 

7.  

7.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

(Art. 44 AsylG). 

7.2 Die Beschwerdeführerin verfügt insbesondere weder über eine auslän-

derrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Ertei-

lung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht 

angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

8.  

8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

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Seite 12 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

8.2  

8.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG). 

8.2.2 Nachdem die Beschwerdeführerin die Flüchtlingseigenschaft nicht 

erfüllt, findet der in Art. 5 AsylG, Art. 25 Abs. 2 BV und Art. 33 Abs. 1 des 

Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, 

SR 0.142.30]) verankerte Grundsatz der flüchtlingsrechtlichen Nichtrück-

schiebung keine Anwendung. Sodann ergeben sich weder aus den Aussa-

gen der Beschwerdeführerin noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, 

dass sie für den Fall einer Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit be-

achtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 des Über-

einkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, 

unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, 

SR 0.105) verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss 

der Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) 

sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses müssten die Beschwerdefüh-

rerinnen eine konkrete Gefahr («real risk») nachweisen oder glaubhaft ma-

chen, dass ihnen im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche 

Behandlung drohen würden (vgl. Urteil des EGMR Saadi gegen Italien vom 

28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06, §§ 124–127 m.w.H.). Da 

auch die allgemeine Menschenrechtssituation in Kolumbien den Wegwei-

sungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig erscheinen lässt, 

erweist sich der angeordnete Vollzug der Wegweisung auch im Sinne der 

völkerrechtlichen Bestimmung als zulässig.  

8.3  

8.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und 

E-2047/2025 

Seite 13 

medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefähr-

dung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläu-

fige Aufnahme zu gewähren. 

8.3.2 In Kolumbien herrscht weder Krieg oder Bürgerkrieg noch eine Situ-

ation allgemeiner Gewalt, aufgrund derer eine Rückkehr generell unzumut-

bar wäre (vgl. hierzu die Urteile des BVGer E-4503/2024 vom 30. August 

2024 E. 7.3.1; D-1026/2024 vom 8. März 2024 E. 8.3.2; D-908/2021 vom 

11. Oktober 2021 E. 7.4.2 m.w.H.; D-4959/2022 vom 29. November 2022; 

D-4941/2022 vom 29. November 2022; D-5435/2022 vom 21. Dezember 

2022 E. 9.3.1). 

8.3.3 Das SEM hält in der angefochtenen Verfügung (s. a.a.O. S. 9 f.) im 

Wesentlichen fest, die Beschwerdeführerin verfüge über vielseitige und 

langjährige Arbeitserfahrung, wodurch sie bei einer Rückkehr nach Kolum-

bien eigenständig ihren Lebensunterhalt bestreiten könne, auch unter Be-

rücksichtigung der vorgebrachten (…)verletzung. Es sei ihr sodann zuzu-

muten, sich in H._______, in Bogotá oder auch in einer anderen kolumbi-

anischen Stadt niederzulassen, zumal sie eigenen Angaben zufolge meh-

rere Jahre in Bogotá gelebt habe und die Verhältnisse der Stadt kenne. 

Ausserdem könne sie auf ein soziales Beziehungsnetz (ihre mittlerweile 

volljährigen Kinder, Schwester des Kindsvaters, Freundeskreis) und deren 

Unterstützung zurückgreifen. Auch ihre geltend gemachten psychischen 

Beschwerden (posttraumatische Belastungsstörung, moderates bis 

schweres Angst-Depressionssyndrom ohne Suizidgedanken, aber mit psy-

chotischen Symptomen) würden einer Rückkehr nach Kolumbien nicht ent-

gegenstehen. So sei Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs aufgrund 

einer medizinischen Notlage nur dann anzunehmen, wenn eine notwen-

dige medizinische Behandlung im Heimatland nicht zur Verfügung stehe 

und die Rückkehr zu einer raschen und lebensgefährdenden Beeinträchti-

gung des Gesundheitszustands führe. Von einer solchen existenziellen 

medizinischen Notlage sei aufgrund der Aktenlage nicht auszugehen, zu-

mal Kolumbien insbesondere in den Städten und grösseren Ortschaften 

über eine vergleichsweise gute Gesundheitsversorgung verfügte. Es sollte 

der Beschwerdeführerin mithin möglich sein, in ihrem Heimatstaat bei Be-

darf fachärztliche Hilfe zur Behandlung ihrer psychischen Beschwerden – 

die gemäss ärztlichen Bericht ohnehin zumindest teilweise mit der aktuel-

len Situation in der Schweiz zusammenhängen würden – in Anspruch zu 

nehmen.  

E-2047/2025 

Seite 14 

8.3.4 Die Einschätzung des SEM, der Vollzug der Wegweisung sei zumut-

bar, ist zu bestätigen, und es kann auf die diesbezügliche Begründung ver-

wiesen werden. Anzufügen bleibt, dass zwischenzeitlich die zuvor in der 

Schweiz wohnhafte Tochter (und mutmasslich auch der gemäss Akten un-

tergetauchte Sohn) der Beschwerdeführerin freiwillig nach Kolumbien zu-

rückgekehrt ist. Das in der Beschwerde vorgebrachte Argument, die Be-

schwerdeführerin könne nicht längerfristig bei ihren Freunden unterkom-

men, da diese durch sie ebenfalls gefährdet würden und sie keine Bürde 

für ihr Umfeld sein wolle, vermag an dieser Einschätzung nichts zu ändern.  

8.3.5 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch 

als zumutbar. 

8.4 Schliesslich obliegt es der Beschwerdeführerin, welche über einen gül-

tigen Reisepass verfügt, sich bei der zuständigen Vertretung des Heimat-

staates die für eine Rückkehr notwendigen Reisedokumente zu beschaffen 

(vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der 

Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 

AIG). 

8.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

9.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt und – soweit diesbezüglich überprüfbar – ange-

messen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

10.  

10.1 Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung ist – 

ungeachtet der geltend gemachten Bedürftigkeit der Beschwerdeführerin – 

abzuweisen, da die Begehren – wie sich aus den vorstehenden Erwägun-

gen ergibt – als aussichtslos zu bezeichnen sind (Art. 65 Abs. 1 VwVG). 

10.2 Demzufolge sind bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten der 

Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insge-

samt Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 

2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungs-

gericht [VGKE, SR 173.320.2]).   

E-2047/2025 

Seite 15 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird ab-

gewiesen.  

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden der Beschwerdeführerin aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Kaspar Gerber Natassia Gili 

 

 

Versand: