# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c4bb8e73-6dc7-5870-956a-b62701e1635b
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-01-25
**Language:** de
**Title:** Auf kreisärztliche Beurteilung kann abgestellt werden; 100%ige Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit; Invalideneinkommen gestützt auf DAP-Löhne; kein Rentenanspruch.
**Docket/Reference:** UV.2019.00163
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/UV.2019.00163.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
UV.2019.00163
V. Kammer
Sozialversicherungsrichter Vogel, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Philipp
Ersatzrichterin Gasser Küffer
Gerichtsschreiberin Sherif
Urteil
vom
2
5.
Januar 2021
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwalt Daniel Christe
Christe & Isler Rechtsanwälte
Obergasse 32, Postfach 1663, 8401 Winterthur
gegen
Suva
Rechtsabteilung
Postfach 4358, 6002 Luzern
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1976 geborene
X.___
arbeitete
seit
dem Jahr 20
07 als Betriebs
mitarbeiter Innendienst
bei der
Y.___
und war
daher
bei der Suva obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert (Urk. 12/1). Mit Unfall
meldung vom 18. November 2011
teilte die Arbeitgeberin der Suva mit,
dass
der Versicherte
am 15. November 2011 gestürzt sei
und sich an der linken Schulter verletzt habe
(
Urk.
12/1).
Die Erstbehandlung fand am 17. November 2011 bei Dr. med.
Z.___
,
Fachärztin für
Allgemein
e Innere M
edizin, statt, welche
eine Kontusion
der
Schulter links mit Verdacht auf klei
ne a
nsatznahe
Unterflächenläsionen
diagnostizierte (Urk. 12/8
/1
).
Mit Schreiben vom 30. Januar 2012 anerkannte die Suva ihre Leistungspflicht (Urk. 12/17
). Am
7.
März 2012 erfolgte in der
Klinik A.___
eine
Schulterarthroskopie links mit
Débridement
der partiellen
Rotatorenmanschetten
-Unterflächenläsion sowie eine offene AC-Gelenksresektion mit
Acromionplastik
und
subacromialem
Débride
ment
der Schulter links (Urk. 12/33).
Am 1
4.
Mai 2012 nahm der Beschwerde
führer seine Tätigkeit im Umfang von 50 % wieder auf (Urk. 12/44/2).
Die Arbeitgeberin teilte der Suva a
m 2
7.
August 2012 mit, dass der Beschwerdeführer wiederum 100%ig arbeitsunfähig sei (Urk. 12/55, vgl. auch Urk. 12/60).
Am 1
4.
November 2012 nahm der Beschwerdeführer seine Tätigkeit im Pensum von 50
%
wieder auf (Urk. 12/81)
und der behandelnde Arzt
Dr.
med.
B.___
, Facharzt Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, attestierte ab dem 27. November 2012 eine vollständige Arbeitsfähigkeit mit eingeschränktem Belastungsprofil (Urk. 12/91)
.
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, verneinte mit Verfügung vom 12. September 2013 einen Renten
anspruch bei 0 % Invalidität (Urk. 12/110).
Das Arbeitsverhältnis mit der
Y.___
wurde
per 30. November 2013
gestützt auf eine Vereinbarung und auf der Grundlage eines Sozialplans aufgelöst
(Urk. 12/335).
1.2
Am 11. Januar 2016 erlitt der Versicherte
im Rahmen einer Arbeitsmassnahme eine
Distorsion
des
AC-Gelenk
s links
(Urk. 12/113). Die Schadenmeldung
der Arbeitsintegration
C.___
,
erfolgte am 19. Januar 2016 (Urk. 12/116). Mit Arztzeugnis vom 26. Januar 2016 attestierte
Dr.
Z.___
rückwirkend
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit ab dem 11. Januar bis voraussicht
lich
2.
Februar 2016 (Urk. 12/115).
Die Suva tätigte Abklärungen betreffend die Rückfallkausalität der Beschwerde
n
im Bereich der linken Schulter
(Urk. 12/124, 12/
130) und legte die Unterlagen zur kreisärztlichen Stellungnahme vor (Urk. 12/131). Mit Schreiben vom 24. Mai 2016 teilte die Suva dem Versicherten mit, dass kein sicherer oder wahrscheinlicher Kausalzusammenhang zwischen dem Ereignis vom
15. November 2011 und den neu gemeldeten Beschwerden bestehe
, weshalb keine Versicherungsleistungen erbracht
würden
(Urk. 12/133).
Nach weiteren Abklärungen (Urk. 12/139, 12/143, 12/144) anerkannte die Suva mit Schreiben vom 3
0.
Juni 2016 ihre Leistungspflicht (Urk. 12/145
) und erteilte Kostengutsprache unter anderem für eine SAS und RM-Rekonstruktion links
, welche
am 2. Dezember 2016
erfolgte
(Urk. 12/193
, 12/203
).
Im Dezember 2016 meldete sich der Versicherte bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
neuerlich
zum Leistungsb
ezug an (
Urk. 12/225-226, 12/236). Am 6. Januar 2017 stürzte der Versicherte wiederum auf die linke Schulter und den linken Arm (Urk. 12/242).
Am 13. Dezember 2017 unterzog
er
sich einer ambulanten operativen Dekompression des Ne
r
v
us ulnaris
im
Sulcus
mit
gleich
zeitiger Schultergelenksrevision und Arthroskopie (Urk. 12/280, 12/288).
Mit Schreiben vom 9. Juli 2018 teilte die Suva
mit,
die
Taggeldleistungen per 31. Oktober 2018
und
die Heilkostenleistungen per 31. Dezember 2018
einzustel
len
(Urk. 12/314).
Mit Verfügung vom 27. Juli 2018 verneinte die Suva
bei einer unfallbedingten Erwerbseinbusse von 5.6
%
einen Anspruch auf eine Invaliden
rente. Mit genannter Verfügung sprach sie dem Versicherten eine Integritätsent
schädigung bei einer Integritätseinbusse von 15 % zu (Urk. 12/319). Dagegen liess der Versicherte am 13. September 2018 Einsprache erheben (Urk. 12/323
; ergänzend begründet am 26. Oktober 2018, Urk. 12/332
).
Nach Einholung
weite
rer
kreisärztliche
r
Stellungnahme
n
(
Urk.
12/352
, 12/364
)
wies
die Suva
die Ein
sprache
mit Entscheid vom 23. Mai 2019
ab
(
Urk.
2 [= Urk. 12/365]).
2.
Dagegen liess der Versicherte am 24. Juni 2019 Beschwerde erheben und bean
tragen, der angefochtene Einspracheentscheid sei aufzuheben und die Beschwer
degegnerin sei anzuweisen, ihm mit Wirkung ab 1. November 2018 ausgehend von einem Erwerbsunfähigkeitsgrad von 33 % eine Invalidenrente auszurichten. Eventualiter sei die Sache zur ergänzenden medizinischen Abklärung und zur Festsetzung der Invalidenrente an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. In prozessualer Hinsicht ersuchte der Beschwerdeführer um Gewährung der unent
geltlichen
Rechtsverbeist
änd
ung
(Urk. 1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort
vom 31. Oktober 2019
schloss die Beschwerdegegnerin auf
Abweisung der Beschwerde (Urk. 11), was dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 4. November 2019 zur Kenntnis gebracht wurde (
U
rk. 13).
Mit Eingabe vom 12. Januar 2021 (Urk. 14) reichte Rechtsanwalt Christe eine Zusammenstellung seines Aufwandes (Urk. 15) zu den Akten.
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausge
brochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Über
gangsbestimmungen).
Sowohl der Unfall vom 15. November 2011 als auch das Ereignis vom 11. Januar 2016, nach welchem die Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht rückfallweise anerkannte (Urk. 12/144-145), datieren vor In-Kraft-
T
reten der revisionsweisen
Änderung,
weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Die Versicherungsleistungen werden auch für Rückfälle und Spätfolgen gewährt (
Art.
11 UVV). Bei einem Rückfall handelt es sich um das Wiederaufflackern einer vermeintlich geheilten Krankheit, so dass es zu ärztlicher Behandlung, möglich
erweise sogar zu (weiterer) Arbeitsunfähigkeit kommt; von Spätfolgen spricht man, wenn ein scheinbar geheiltes Leiden im Verlaufe längerer Zeit organische oder auch psychische Veränderungen bewirkt, die zu einem anders gearteten Krankheitsbild führen können (BGE 118 V 293 E. 2c mit Hinweisen).
1.3
Rückfälle und Spätfolgen schliessen sich begrifflich an ein bestehendes Unfall
ereignis an. Entsprechend können sie eine Leistungspflicht der Unfallversiche
rung nur auslösen, wenn zwischen den erneut geltend gemachten Beschwerden und der seinerzeit beim versicherten Unfall erlittenen Gesundheitsschädigung ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang besteht (BGE 118 V 293 E. 2c in fine).
1.4
Nach Gesetz und Rechtsprechung ist der Fall unter Einstellung der vorübergehen
den Leistungen und Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der ärztli
chen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der ver
sicherten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmass
nahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind (vgl. Art. 19 Abs. 1, Art. 24 Abs. 2 UVG; Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2. Mai 2014 E. 4.1, vgl. auch Urteil 8C_639/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 3). In diesem Zeit
punkt ist der Unfallversicherer auch befugt, die Adäquanzfrage zu prüfen (Urteil des Bundesgerichts 8C_377/2013 vom 2. Oktober 2013 E. 7.2 mit Hinweis auf
BGE
134 V 109, vgl. auch Urteil 8C
_
454/2014 vom 2. September 2014 E. 6.3).
Ob eine namhafte Besserung noch möglich ist, bestimmt sich insbesondere nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeits
fähigkeit, soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist. Die Verwendung des Begriffes «namhaft» in Art. 19 Abs. 1 UVG verdeutlicht demnach, dass die durch weitere (zweckmässige) Heilbehandlung im Sinne von Art. 10 Abs. 1 UVG erhoffte Besserung ins Gewicht fallen muss. Weder eine weit entfernte Möglich
keit eines positiven Resultats einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch ein von weiteren Massnahmen – wie etwa einer Badekur – zu erwartender geringfügiger therapeutischer Fortschritt verleihen Anspruch auf deren Durch
führung. In diesem Zusammenhang muss der Gesundheitszustand der versicher
ten Person prognostisch und nicht aufgrund retrospektiver Feststellungen beur
teilt werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2. Mai 2014 E. 4.1 mit Hinweisen, insbes. auf BGE 134 V 109 E. 4.3; vgl. auch Urteil 8C_639/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 3).
Für die Einstellung der vorübergehenden Leistungen braucht der Entscheid der Invalidenversicherung über Eingliederungsmassnahmen nicht abgewartet zu werden, wenn von weiterer ärztlicher Behandlung keine namhafte gesundheit
liche Besserung mehr erwartet werden kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_588/2013 Urteil vom 16. Januar 2014 E. 3.3) und keine Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass durch allfällige Eingliederungsmassnahmen das der Invaliditäts
bemessung der Suva gestützt auf die medizinischen Abklärungen zugrunde gelegte Invalideneinkommen verbessert und so der die Invalidenrente der Unfall
versicherung bestimmende Invaliditätsgrad beeinflusst werden kann (vgl. Urteil des Bundesgericht 8C_588/2013 vom 16. Januar 2014 E. 3.5).
1.5
Wird die versicherte Person infolge eines Unfalles zu mindestens 10
%
invalid (Art. 8
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungs
rechts [ATSG]
), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG).
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die ver
sicherte Person nach Eintritt der unfallbedingten Invalidität und nach Durchführung allfälliger Ein
gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG).
1.6
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begrün
det sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die befragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unpartei
lichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters oder der Gutachterin aller
dings ein strenger Massstab anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356 S. 572; BGE 135 V 465 E. 4.4, 125 V 351 E. 3b/ee, 122 V 157 E. 1c; vgl. auch BGE 123 V 331 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging im angefochtenen Entscheid davon aus, dass
für die Rentenprüfung einzig die Folgen der Unfälle an der linken oberen Extremität zu berücksichtigen seien und andere Beschwerden, soweit diese die Erwerbs
fähigkeit beeinträchtigten, nicht zu berücksichtigen seien
(
Urk.
2 S. 2). Gemäss
kreisärztlicher
Zumutbarkeitsbeurteilung könne der Beschwerdeführer mit dem linken Arm grundsätzlich nur leichte Lasten heben. Überkopfarbeiten sowie Heben über Brusthöhe sollten
fünf Kilogramm
auf der linken Seite nicht über
steigen. Der linke Arm dürfe in Vorhalteposition keine Gewichte über fünf Kilo
gramm halten. Arbeiten, welche Schläge und/oder Vibrationen auf die linke Schulter beziehungsweise den linken Ellbogen generier
t
en, seien zu vermeiden; ebenso Handrotationen. Leitern
besteigen sei nur möglich, wenn der Beschwer
deführer auf der rechten Seite nichts trage, weil er sich auf der linken Seite nicht abfangen könne. Arb
eiten auf Gerüsten sowie solche, die ein Gleichgewicht erforder
te
n, seien nicht zumutbar. Eine zeitliche Einschränkung bestehe unter Einhaltung dieses Zumutbarkeitsprofils nicht (
Urk.
2 S. 6). Als zumutbare
Erwerbs
täti
gkeiten würden
solche als
Montagearbeiter sowie Tätigkeiten als
Schleifer, Schweisser,
Schaumstoffpresser
oder
Kontrolleur (DAP-Nr. 6270, 3096, 6468, 5498, 5616) gelten. Diese würden den unfallbedingten Einschränkungen angemessen Rechnung
tragen, da es leichte bi
s sehr leichte Tätigkeiten
seien
.
Gestützt auf den
Einkommensvergleich
, welcher von Seiten des Valideneinkom
mens gestützt auf die Zahlen der Lohnstrukturerhebung
(LSE) 2016 erfolgt sei,
resultiere ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von 6.57 % (Urk. 2 S. 7). Mit Beurteilung vom
4.
Juli 2018 (bestätigt am 21. Mai 2019) sei kreisärztlich der Integritätsschaden an der linken Schulter in Anwendung der massgebenden Suva-Tabellen auf 15 % festgelegt worden, wobei kein Anlass dazu bestehe, von dieser Einschätz
ung abzuweichen (Urk. 2 S. 8).
2.2
Demgegenüber machte der Beschwerdeführer geltend,
die Bemessung des Vali
deneinkommens sei nach dem zuletzt erzielten Lohn bei der
Y.___
zu
berechnen
(Urk. 1 S. 3)
.
Dass das Arbeitsverhältnis mit der
Y.___
nicht wegen des Unfalls (zumindest als Teilursache) aufgelöst worden
sei
,
sei
nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
erstellt
.
Es liege nahe, dass nach den intensiven Eingliederungsbemühungen, die letztlich nicht zum Erfolg geführt
hätten
, das Arbeitsverhältnis effektiv
unfallbedingt
aufgelöst
worden
sei
. Zumin
dest sei davon auszugehen, dass ihm im Rahmen der angeblichen Reorganisation ein anderer Arbeitsplatz angeboten worden wäre, wenn er im Jahr 2013 gesund gewesen wäre. Unter Berücksichtigung der Lohnteuerung
bis
2018 sei von einem Valideneinkommen von Fr. 73'502.-- auszugehen (Urk. 1 S. 5).
Des Weiteren sei ihm eine 100%ige Arbeitsfähigkeit für leichte Arbeiten
unter Berücksichtigung der Unfallfolgen
nicht zumutbar (Urk. 1 S. 3).
Die Beurteilung von PD
Dr.
med.
D.___
, Facharzt Rheumatologie,
Zentrum E.___
,
habe ergeben, dass aufgrund des zusätzlichen Pau
senbedarfs von eineinhalb bis zwei Stunden
pro Tag
eine Arbeitsfähigkeit von rund 75 bis 80 % bestehe (Urk. 1 S. 6).
Auf die kreisärztliche Beurteilung könne nicht abgestellt werden (Urk. 1 S. 8). Das Invalideneinkommen sei
entsprechend
um den Mittelwert
der Arbeitsunfähigkeit
von 22.5 % auf Fr. 49'190.-- zu redu
zieren. Daraus resultiere
ein Invaliditätsgrad von 33
%
, weshalb er Anspruch auf eine Invalidenrente habe
(Urk. 1 S. 8).
3.
3.1
Der Beschwerdeführer
stür
zte am
15. November 2011
und begab sich am 17. No
vember 2011
bei
Dr.
Z.___
in Erstbehandlung
.
Dr.
Z.___
diagnos
tizierte eine Kontusion der Schulter links mit Verdacht auf eine kleine ansatznahe Unterflächenläsion sowie
eine Bursitis
subacro
mi
a
l
is
und
attestierte
ab dem
1
6.
November 2011 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (Urk. 12/8).
Am 7. März 2012 unterzog sich der Beschwerdeführer einer Schulterarthroskopie links mit
Débridement
der partiellen
Rotatorenmanschetten
-Unterflächenläsion sowie einer
offenen AC-Gelenksresektion,
Ak
romioplastik
und einem
subacromialen
Débridement
der Schulter links (Urk. 12/33).
Mit Bericht vom 16. Januar 2013 hielt
Dr.
med
.
F.___
,
behandelnder Oberarzt der Universitätsklinik
G.___
und
Facharzt Orthopädische Chirurgie
sowie
Traumatologie des Bewegungsapparates, fest, dass der Beschwerdeführer nach der Infiltration sowohl tagsüber bei der Arbeit als auch nachts beschwerdefrei sei. Der Beschwerdeführer habe ab Dezem
ber 2012 seine Arbeit als
Angestellter der Y.___
wieder zu 100 % aufnehmen können (Urk. 12/102).
Ebenso bestätigte der behandelnde Arzt
Dr.
B.___
, Facharzt Orthopädische Chirurgie, mittels Formular vom 14. Februar 2014, dass der Beschwerdeführer
ab dem
27. November 2012
wieder
zu 100 %
arbeitsfähig sei
und die Behandlung im Jahr 2013 abgeschlossen worden sei (Urk. 12/111).
3.2
I
m Bericht vom 19. Januar 2016
notierte
Dr.
B.___
ein Schulter-Arm-Trauma links vom 11. Januar 2016 mit Distorsion AC-Gelenk links bei Zustand nach Schulterarthroskopie links. Der Beschwerdeführer
sei
beim Ausladen eines Containers hängen geblieben und
habe
einen ruckartigen Zug
mit
Überstreckung im linken Schultergelenk
verspürt
.
Er
klage
über Schmerzen im Schultergü
rtel und im Bereich des ventralen Schulterg
elenks; diese seien unter Schonung lang
sam
regredient
gewesen.
Durch das akute Trauma sei es jedoch an der linken Schulter zu einer partiellen Läsion im Bereich des voroperierten AC-Gelenkes gekommen. Aufgrund der seitengleichen und nicht eingeschränkten Schulter
beweglichkeit sowie fehlender Neurologie sei eine konservative Therapie mit phy
siotherapeutischen Massnahmen und medizinischer Massage eingeleitet worden (Urk. 12/113
S. 2-3
; vgl. auch Urk. 12/115).
Mittels MRI der Schulter links konnte am 22. April 2016 soweit vergleichbar eine stationäre
Tendinose
der distalen Supraspinatussehne bei Status nach PASTA-Läsion und nicht aktivierter leichter
Insertionstendinose
diagnostiziert werden
(Urk. 12/130).
3.3
Im Bericht vom 21. Juni 2016 notierte
Dr.
Z.___
, der Beschwerdeführer klage unverändert über Schmerzen in der linken Schulter mit Ausstrahlung in den Nackenbereich sowie in den linken Arm. Bei der Befunderhebung habe sich eine
Druckdolenz
über dem AC-Gelenk und
dem
Biz
epssehne
n
verlauf
gezeigt. Der Nackengriff sei möglich
,
aber mit Schmerzauslösung in
die
Schulter
;
ebenso bei Elevation des linken Armes. Der Schürzengriff sei ebenfalls möglich
,
wobei die Anteversion leicht eingeschränkt gewesen sei und bei Innenrotation eine diskrete
Schmerzauslösung
verursache
. Eine Sensibilitätsminderung habe nicht festge
stellt werden könne
n
, es würden jedoch mehrere Triggerpunkte im Schultergür
telbereich linksbetont bestehen (Urk. 12/143
S. 2-3
).
3.4
Mit kreisärztlicher Stellungnahme bestätigte
Dr.
med.
H.___
, Fach
ärztin Chirurgie, dass die geklagten Beschwerden mit überwiegender Wahrschein
lichkeit auf das Ereignis vom 15.
November
2011 zurückzuführen
seien
(Urk. 12/144).
3.5
Mit Verlaufsbericht vom
7.
September 2016 notierte
Dr.
Z.___
erstmals den Verdacht auf
eine
Epicondylitis
humeri
lateralis
links bei Kontus
ion Schulter links,
Impingement
-
Syndrom der linken Schulter sowie Status nach Schulter
arthroskopie und Distorsion AC-Gelenk links vom 11. Januar 201
6.
Wegen der verspätet aufgenommenen Physiotherapie sei es zu einer Chronifizierung der Schulterschmerzen gekommen. Diese seien unter der Physiotherapie etwas rück
läufig. Der Beschwerdeführer habe daneben jedoch
von
Schmerzen im linken Ellbogen mit Ausstrahlung in die Hand
sowie
von einem
Schwächegefühl berich
tet (Urk. 12/169).
Am
5. Oktober 2016 notierte
Dr.
B.___
ebenfalls, es bestünden seit der verzögerten Organisation der Physiotherapie Exazerbationen der Schulterschmerzen links mit Schmerz
en
bis zum Nacken und ausstrahlend über den Ellbogen bis in den
ulnare
n
Vorderarm.
Das Verlaufs-MRI
habe
eine stationäre
Insertionstendinopathie
der S
upraspinatussehne sowie ein
en
reiz
lose
n
postoperative
n
Zustand nach AC-Gelenkresektion
gezeigt
.
Dr.
B.___
empfahl medizinische Massage
n
und
eine
Trigg
erpunktbehandlung
bei therapie
resis
tenter schmerzhafter
Rotatorenmanschettenläsion
. Dies sollte eine günstige Aus
wirkung auf die Schulterschmerzen habe
n
, ansonsten sei erneut eine Steroid
mischinfiltration an der linken Schulter und allenfalls im Bereich des AC-Gelenks vorzunehmen. Die Ellenbogenschmerzen seien nicht im Zusammengang mit einer
Epicondylitis
radialis
zu sehen, sondern im Rahmen der ausstrahlenden Myoge
losen und
den
Triggerpunkten
(Urk. 12/182 S. 2-3).
3.6
Der Beschwerdeführer unterzog sich am 2. Dezember 2016
in der
Klinik
A.___
einer Schulterarthroskopie links, einer offenen
Rotatorenmanschetten
-Rekon
struktion (Supraspinatussehne) sowie einer stabilisierenden Bandplastik
des
AC-Gelenk
s
links. Gemäss Austrittsbericht vom 5. Dezember 2016
war der
Hospitali
sationsverlauf
unauffällig (Urk. 12/203 S. 2).
Anlässlich der Verlaufskontrolle fünf Monate postoperativ ergab die Befunderhebung ein symmetrisches Schulter-Relief und eine reizlose Narbe. Die
resistive
Prüfung der
Rotatorenmanschette
sei schmerzhaft gewesen. Über dem AC-Gelenk sowie in der Schultergürtel-Musku
latur zeigte sich eine
Druckdolenz
.
Dr.
B.___
notierte sodann, ein Sturz am 6. Januar 2017 auf den linken Arm und die link
e Schulter habe eine verzögerte
postoperative Heilung ausgelöst und es würden weiterhin Restbeschwerden
bestehen. Weitere diagnostische Massnahme seien jedoch nicht indiziert und es werde mittels Physiotherapie der weitere Heilungsverlauf abgewartet. Der Beschwerdeführer sei weiterhin 100 % arbeitsunfähig (Urk. 12/242 S. 2).
3.7
Am 10. Juli 2017 berichtete
Dr.
med.
I.___
, Facharzt Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, Regionaler Ärztlicher Dienst
(RAD)
der
IV-Stelle
, von
seiner
orthopädischen Untersuchung
am
4. Juli 201
7.
Als Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit führte Dr.
I.___
eine Funktionseinschränkung der linken Schulter,
ein
Sulcus
ner
vi
ulnaris-Syndrom links sowie
l
umbalgieforme
Besc
hwerden auf.
Eine
interstitielle
Partialruptur der Achillessehne links habe keine Auswirk
ungen auf die Arbeits
fähigkeit. E
s
sei
nachvollziehbar, dass der Beschwerdeführer s
eit dem 1. Januar 2016 wegen der
Unfall
folgen
in seiner angestammten Tätigkeit
zu
100 % arbeits
unfähig
ist
. Es würden Einschränkunge
n in der angestammten Tätigkeit
bestehen.
In einer angepassten Tätigkeit
(Anforderungsprofil vgl.
Urk.
12/248 S.11)
sei eine 100%ige Arbeitsfähigkeit ab dem 1. Februar 2016 gegeben. In der Zeit vom 2. Dezember 2016 bis 15. Januar 2017 sei der Beschwerdeführer
aufgrund
der Operation und der postoperativen Behandlung 100 % arbeitsunfähig gewesen
(Urk. 12/248 S. 3 und 10)
.
3.8
Dr. med.
J.___
, Fachärztin Neurologie, hielt im Bericht vom 24. Okto
ber 201
7
fest, die neurologische Untersuchung habe eine diskrete allgemeine Schwäche im linken Arm gezeigt. In der
eletroneurografischen
Untersuchung seien Zeichen für eine
demyelinisierende
Schä
digung des N
ervus
ulnaris links im B
ereich der
Sulcus
ulnaris festgestellt worden. Hinweise
auf
ein Loge-de-
Guyon
-
Syndrom
seien
eletrophysiologisch
nicht vorhanden (Urk. 12/270 S. 2).
3.9
Am 27. November 2017
notierte
Dr.
med.
K.___
, Facharzt Chirurgie, der Beschwerdeführer sei nach der Operation im Dezember 2016 an der linken Schulter im Januar 2017 auf die lädierte Schulter und den linken Ellenbogen gefallen
. Er
diagnostizierte eine
Sulcus
nervi
ulnaris links.
E
s sei eine operative Intervention am linken Schultergelenk geplant, diese könne mit der Dekompres
sion des Nervus ulnaris im
Sulcus
kombiniert werden (Urk. 12/271).
Die Operation fand gemäss Entlassungsbrief am 13. Dezember 2017 statt (Urk. 12/280 S. 3). Am 1
4.
Dezember 2017 wurde der Beschwerdeführer für die postoperative Kontrolle bei Dr.
K.___
vorstellig. Dabei zeigten sich
blande
Wundverhältnisse und die
Steristrips
lagen
reizfrei
in situ.
Dr.
K.___
konnte keine Hämatome, Schwellun
gen oder Rötungen feststellen (Urk. 12/280 S. 1-2).
3.10
Dr.
B.___
erklärte am 5. Februar 2018
, der Beschwerdeführer habe sich in Bezug auf den linken Vorderarm und den Ellenbogen gut erholt. Intermittierend würden noch Restbeschwerden und Sensibilitätsstörungen sowie ein Kribbel
empfinden auftreten. Seit der Operation habe sich die aktive Schulterbeweglich
keit der linken Schulter verbessert.
Restbeschwerden würden noch über dem vent
ralen und dorsalen AC-Gelenk links bestehen; der Beschwerdeführer sei weiterhin
zu
100 % arbeitsunfähig
. Ein
Impingement
-Syndrom der linken Schulter bestehe nicht, es seien eher Restbeschwerden aufgrund
des operierten AC-Gelenk
s vor
handen, weshalb er von weiteren diagnostischen oder therapeutischen Mass
nahmen abrate und die Behandlung abschliesse (Urk. 12/287 S. 3).
3.11
Am 22. Mai 2018 untersuchte
Dr.
K.___
den Beschwerdeführer und berichtete, klinisch sei die Ellenbogenbewegung frei und die grobe Kraftentfaltung für die Versorgung durch den Nervus ulnaris unauffällig. Die Narbe sei
blande
und nicht
inflammiert
. Sodann sei
en
auch keine Atrophie in den Nervus ulnaris-versor
genden Muskeln und kein Sensibilitätsverlust feststellbar. Nur bei direkter
Kom
pression im
Sulcus
nervi
ul
naris lasse sich di
e Kribbelparästhesie auslösen. Dr.
K.___
erachtete dies als regulär und dem operativen Vorgehen eigen
; e
s sei daher als völlig unauffällig zu bewerten. Eine weitere Kontrolle sei nur bei Bedarf vorgesehen und eine Therapieänderung nicht notwendig (Urk. 12/303 S. 2).
3.12
Mit Stellungnahme vom
6. J
uli 2018 führte Kreisarzt
med.
pract.
L.___
, Facharzt Chirurgie, zunächst aus (Urk. 12/312)
,
beim Beschwerdeführer sei es bezüglich der Schulter zu einem mässig guten Resultat gekommen, da er weiter
hin Schmerzen im Bereich des
ruptierten
AC-Gelenks habe und offenbar auch über einen
Painful-arc
klage. Die Beweglichkeit insgesamt sei aber als sehr gut zu bezeichnen.
Die persistierende
Druckdolenz
über dem AC-Gelenk sei nach d
er AC-Resektion beziehungsweise
der stabilisierenden Operation nichts
Ausserge
wöhnliches
. Im Bereich der linken Schulter könne somit nicht davon ausge
gangen werden, dass mit weiteren medizinischen Behandlungen
noch
eine Ver
besserung erreicht werden könnte. Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit sei es zu einem Endzustand gekommen.
Das Resultat b
ezüglich der Ellenb
o
g
enproble
matik sei
sehr gut
. Es sei weder zu einer Atrophie der versorgenden Muskeln gekommen, noch bestehe ein zu objektivierender Sensibilitätsverlust. Auch dies
bezüglich
liege ein
Endzustand
vor
. Die a
ngestammte Tätigkeit bei der
Y.___
könne der Beschwerdeführer nicht mehr ausführen. Das Zumutbarkeitsprofil beinhalte
,
nur leichte Lasten auf der linken Seite zu halten
;
auf der rechten Seite sei das Heben von Lasten frei. Überkopfarbeiten dürften nicht durchgeführt werden, Heben über Brusthöhe soll
t
e auf der linken Seite fünf Kilogramm nicht über
steigen
;
auf der rechten Seite sei es wiederum frei. Der linke Arm dürfe in
Vor
halteposition keine Gewichte über fünf Kilogramm halten. Das Hantieren mit Werkzeugen sei auf der rechten Seite frei, auf der linken Seite solle es mittel
schwer sein, wobei keine Arbeiten ausgeführt werden sollten, welche Schläge und/oder Vibrationen auf die linke Hand beziehungsweise auf den linken Ellbo
gen oder auf die linke Schulter generier
t
en. Handrotation
en
sei
en
auf der linken Seite zu
vermeiden. Arbeiten, die ein Gleichgewicht erfordern oder auf Gerüsten stattfinden würden, dürften nicht durchgeführt werden. Anzeichen für eine vor
zeitige Ermüdung seien nicht aktenkundig.
Eine zeitliche Einschränkung bestehe unter Einhaltung des Zumutbarkeitsprofils nicht.
Ein Integritätsschaden für die Schulter sei geschuldet, nicht jedoch für den Ellbogen
(Urk. 12/312 S. 9-10)
.
3.13
Dr.
D.___
berichtete am 12. April 2019 von der Konsultation
vom
7. März 201
9.
Der
Beschwerdeführer habe im Jahr 2011 eine Kontusion/Distorsion der linken Schulter erlitten, woraufhin ausgedehnte operative Eingriffe vorge
nommen worden seien, darunter auch eine offene AC-Gelenksresektion. Im Jahr 2016 habe sich der Beschwerdeführer eine
r
Rotatorenmanschetten
-Rekon
struktion sowie einer stabilisierenden AC-Gelenks
-
Bandplastik und einer noch
maligen Arthroskopie mit Schultermobilis
ation mit gleichzeitiger
Sulcus
-
ulnaris
-
Revision unterzogen. Es bestehe ein chronischer Schmerz mit Ausbreitung zum linken oberen Quadranten und eine fehlende Entlastungs- und Beeinflussungs
möglichkeit mit Angaben
im obersten Bereich der VAS-
Skala (Urk. 12/361 S. 1).
Er diagnostizierte nach klinischer Befunderhebung chronische Schmerzen links bei Status nach mehreren Unfallereignissen und operativen Eingriffen (2012, 2016 und 2017),
eine
Periarthropathia
h
umeroscapularis
vom
Impingement
-
Typ sowie bei aktivierter AC-Gelenksarthrose rechts und einen Restzustand nach
Sulcus
-ulnaris-Syndrom links mit operativer Entlastung 201
7. Dr.
D.___
erachtete die linke obere Extremität
bei
e
iner leichten Tätigkeit mit Verm
eiden von Tätigkeiten über Brusthöhe
und
angelegtem oder aufgesetztem Arm respek
tive über Bau
ch
nabel mit g
estreckten Armen und Ver
m
eiden von wiederholten Rotationsbewegungen in funktioneller Hinsicht
als
einsatzfähig (Urk. 12/361 S. 2). In Bezug auf den rechten Arm respektive beidhändiges Hantieren sei das zumutb
are Gewicht im leichten Bereich,
repetitive Rotationsbewegungen sowie einarmige Tätigkeiten mit dem rechten Arm über Brusthöhe seien nur selten und im sehr leichten Bereich möglich. Eine angepasste Tätigkeit gemäss diesem Zumutbarkeitsprofil sei dem Beschwerdeführer mit vermehrten Pausen von 1.5 Stunden und zusätzlicher Berücksichtigung der Einschränkungen im Bereich der rechten oberen Extremität zumutbar. Die Arbe
itsfähigkeit entspreche 75-80 %
(Urk. 12/361 S. 3).
3.14
Ab Oktober 2018 unterzog sich der Beschwerdeführer mehreren Untersuchungen in der Schulter-Sprechstunde der Klinik
G.___
(
Urk.
12/331, 12/337, 12/356, 12/368). Gemäss Sprechstundenbericht vom 2
1.
Februar 2019, in welchem neben der Diagnose chronischer Schulterschmerzen links bei Status nach mehreren Voroperationen ein Verdacht auf eine
Rotatorenmanschettenruptur
Schulter rechts bei AC-Gelenksarthrose gestellt wurde, habe eine Infiltration rechts vom 2
1.
November 2018 eine sehr gute
Schmerzregredienz
gebracht. Auf der linken Seite zeige sich nach wie vor das chronische Schmerzproblem mit deutlicher Hypersensibilität im Narbenbereich (
Urk.
12/356).
4.
4.1
Vorab ist festzuhalten, dass unbestritten und durch die Akten ausgewiesen ist, dass der medizinische Endzustand (E. 1.4)
nach dem von der Beschwerdegegnerin anerkannten Rückfall (vgl.
Urk.
12/107,
12/145; nach Bejahung der Rückfall
kausalität in:
Urk.
12/144) per 3
1.
Oktober 2018 (Einstellung der Taggelder,
Urk.
12/314)
eingetreten ist und der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Integ
ritätsentschädigung gestützt auf eine Integritätseinbusse von 15 % hat (Urk. 1 S. 3 und Urk. 2 S. 7 f.).
Streitig und zu prüfen ist hingegen, ob unfallbedingte Beeinträchtigungen beste
hen, die einen Anspruch auf eine Rente begründen, und dabei insbesondere, ob die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit
rechtsgenüglich abgeklärt
sowie das Valideneinkommen des Beschwerdeführers
zutreffend ermittelt
wurden (Urk. 1 S. 3).
4.2
D
ie Beschwerdegegnerin
stützte sich in ihrem Entscheid
auf die kreisärztliche Beurteilung von
med. pract.
L.___
vom 6. Juli 2018 und das darin definierte Zumutbarkeitsprofil (Urk. 2 S. 6 f., Urk. 11 S. 4 f.), welche in Kenntnis der Vor
akten abgegeben wurde
n
(Urk. 12/312 S. 1-8).
In seiner Beurteilung setzte
sich
der Kreisarzt
mit den erhobenen Befunden und dem bildgebenden Material
der behandelnden Ärzte
nachvollziehbar und begründet auseinander
(Urk. 12/312 S. 9-10)
.
Das erstellte Zumutbarkeitsprofil (
Urk.
12/312 S. 10) nimmt auf die unfallbedingten Einschränkungen angemessen Rücksicht und erweist sich insge
samt als schlüssig.
Damit
genügt das Aktengutachten
von
med. pract
.
L.___
den
an eine beweiskräftige Beurteilungsgrundlage gestellten Anforderungen
(E. 1.6).
Konkrete Indizien, die gegen die Zuverlässigke
it dieser Einschätzung sprechen
, sind nicht ersichtlich.
Insgesamt bezeichnete
der Kreisarzt
die Beweglichkeit nach den Operationen als sehr gut. Die Werte der Elevation von 150° und Flexion von 140° aktiv seien sehr gut. Sodann sei die persistierende
Druckdolenz
über dem
AC-Gelenk nach AC-Resektion beziehungsweise der stabilisierenden Operation nichts Aussergewöhnliches und als Unfallfolge nachvollziehbar
(E. 3.12)
.
Er berücksichtigte im Rahmen seiner Beurteilung nicht nur diese
Druckdolenz
,
sondern auch die vom Beschwerdeführer weiterhin geklagten Schmerzen im Bereich des
rupturierten
AC-Gelenks. Der Kreisarzt ging damit hinsichtlich der linken Schulter im Wesentlichen von demselben Befund aus wie
Dr.
D.___
am 12. April 2019 (E. 3.13) und wie er sich im Bericht der Klinik
G.___
vom 21. Februar 2019 (E. 3.14) spiegelt. Auch sein Schluss, wonach in Bezug auf die Ellbogenproblematik von einem guten Resultat auszugehen sei, findet Bestäti
gung in den Akten (E. 3.11). Entsprechend steht der Umstand, dass es sich bei der kreisärztlichen Beurteilung um eine blosse Aktenbeurteilung handelt, dem Beweiswert derselben nicht entgegen,
kann
doch
praxisgemäss auf Aktenberichte abgestellt werden, wenn ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die ärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sach
verhalts geht (vgl. SVR 2010 UV Nr. 17 S. 63,
Urteile des Bundesgerichts
Urteile 8C_737/2011 vom
2.
April 2012 E. 5.2 und 8C_681/2011 vom 2
7.
Juni 2012 E.
4.1).
Dass der Beschwerdeführer anlässlich der Konsultation der Schulter-Sprech
stunde der Klinik
G.___
vom
4.
Juni 2019, mithin nach Erlass des angefoch
tenen Entscheids, nunmehr über einen gestörten Nach
t
schlaf aufgrund der Schmerzproblematik in der linken Schulter klagte und im Rahmen der Beurtei
lung neben Anhaltspunkten für eine jedenfalls nicht unfallbedingte zervikale Radikulopathie ein infektiöses Geschehen nach dreimaligen operativen Eingriffen in Betracht gezogen wurde (
Urk.
12/368), ändert hieran nichts, berichtete der Beschwerdeführer doch noch am 2
2.
Mai 2018 gegenüber
Dr.
K.___
über einen ungestörten Nachtschlaf (
Urk.
12/303 S. 2). Nachdem weder dem Bericht der Klinik
G.___
vom 18. Oktober 2018 (
Urk.
12/331) noch demjenigen vom 21. Februar 2019 (
Urk.
12/356) oder der Anamnese im Bericht von
Dr.
D.___
vom 12. April 2019 (E. 3.13) Hinweise auf eine bis dahin eingetretene Verschlech
terung der Schmerzproblematik im Bereich der linken Schulter respektive im Zusammenhang mit
Narbensensibiliät
zu entnehmen sind, sondern diese vielmehr auf eine  chronifizierte Thematik hinweisen, bietet der Hinweis im Bericht der Klinik
G.___
vom
4.
Juni 2019 jedenfalls nicht genügend Anlass für weiterfüh
rende Abklärungen oder die Annahme, der Endzustand sei, entgegen der Beurtei
lung des Kreisarztes, noch nicht erreicht
(BGE 110 V 48 E. 4a)
.
Dass der Beschwerdeführer in seiner angestammten Tätigkeit bei der
Y.___
nicht mehr arbeitsfähig ist, ist unbestritte
n und aktenmässig ausge
wiesen (E. 3.12).
Aufgrund fehlender Anzeichen für eine vorzeitige Ermüdung und mit auf
leichte
Tätigkeiten angepasstem
Zumutbarkeitsprofil erscheint
sodann
eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer
den Unfallfolgen angepassten
Tätigkeit
entsprechend der kreisärztlichen Beurteilung
als nachvollziehbar.
Diese Einschätzung
korrespondiert denn auch mit derjenigen des
RAD-Arzt
es
Dr.
I.___
, der gestützt auf seine orthopädische Untersuchung eine 100%ige Arbeitsfähigkeit i
n einer angepassten Tätigkeit
bereits
ab Februar 2016 als
gege
ben
erachtete (E. 3.7).
4.2
An dieser
Schlussfolgerung
vermag auch die abweichende Einschätzung von Dr.
D.___
nicht
s
zu ändern.
Insbesondere ist zu berücksichtigen, dass
Dr.
D.___
neben den unfallbedingten Beschwerden
im Bereich der linken oberen Extremität offensichtlich
die Einschränkungen der rechten Schulter in sein
e Beurteilung einfliessen liess
(E. 3.13).
Vorliegend sind jedoch einzig die unfallbedin
gten Folgen zu berücksichtigen.
Dass
sich die Problematik im Bereich der rechten Schulter mit aktivierter AC-Gelenksarthrose infolge der unfallbe
dingten Entlastung der linken Seite verstärkt haben soll und diese damit – wie von
Dr.
D.___
vertreten (
Urk.
12/361 S. 3) – mittelbar unfallkausal sei, lässt sich nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellen. Wie der Kreisarzt
in seiner Stellungnahme vom 4.
Februar 2019 zutreffend aus
führte, erscheint denn auch nicht nachvollziehbar, wie der Beschwerdeführer seine rechte Schulter
erheblich
überlastet haben soll, nachdem er gar keiner Arbeitstätigkeit mehr nachgegangen ist (
Urk.
12/352).
Dass
Dr.
D.___
die Beschwerden im Bereich der rechten Schulter nicht nur ins Zumutbarkeitsprofil, sondern zweifellos auch in die zeitliche Einschätzung der Arbeitsfähigkeit einfliessen liess, folgt klarerweise aus der Formulierung, wonach «die doppelseitige wie auch die zusätzliche Ellbogenproblematik» sich durchaus auch negativ in zeitlicher Hinsicht auswirken könn
t
e
n
(
Urk.
12/361 S. 3). Ent
sprechend vermag
die Einschätzung von Dr.
D.___
die
kreisärztliche
Beurtei
lung nicht in Zweifel zu ziehen.
Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass – auch im Rahmen
einer spezialärztlichen
Behandlung und ungeachtet allfälliger wirt
schaftlicher Interessen – der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen ist, dass die behandelnden Ärzte im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen mitunter eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 135 V
465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc). Der medizinische Sachverhalt erweist sich als hinreichend abgeklärt. Von weiteren medizinischen Abklärungen sind keine mass
geblichen neuen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb in antizipierter Beweis
würdigung (BGE 134 I 140 E. 5.3) darauf zu verzichten ist. Mit dem im Sozial
versicherungsrecht geltenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit ist damit erstellt, dass der Beschwerdeführer in unfallversicherungsrechtlicher
Hinsicht in einer angepassten Tätigkeit
spätestens ab dem Zeitpunkt der Einstel
lung der Taggeldleistungen per 31. Oktober 2018
zu 100 % arbeitsfähig ist.
5.
5.1
Zu prüfen
bleibt
, wie sich die eingeschränkte Leistungsfähigkeit des Beschwerde
führers in erwerblicher Hinsicht auswirkt.
5.2
5.2.1
Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermit
telt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommens
differenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt. Insoweit die fraglichen Erwerbs
einkommen ziffernmässig nicht genau ermittelt werden können, sind sie nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände zu schätzen und die so gewon
nenen Annäherungswerte miteinander zu vergleichen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 104 V 135 E. 2a und b, vgl. auch BGE 114 V 310 E.
3a).
Bei der Ermittlung des Valideneinkommens ist in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Lohn anzuknüpfen, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre; Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein. Auf Erfahrungs- und Durch
schnittswerte darf nur unter Mitberücksichtigung der für die
Entlöhnung
im Ein
zelfall relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren abgestellt wer
den (
BGE
139
V 28 E. 3.3.2
mit Hinweisen). Dabei ist mit Blick auf den Gesetzeswortlaut von
Art.
16 ATSG zu präzisieren, dass als Valideneinkommen dasjenige Einkom
men gilt,
das
die versicherte Person überwiegend wahrscheinlich ohne Unfall tat
sächlich erzielen würde (vgl. RUMO-JUNGO/HOLZER, Rechtsprechung zum Bundesgesetz über die Unfallversicherung (UVG),
4.
Aufl., Zürich/Basel/Genf 2012, S. 126 unten f. mit Hinweis auf BGE 134
V 322 E. 4.1
). Ist der zuletzt bezogene Verdienst markant überdurchschnittlich hoch gewesen, ist er nur dann als Validenlohn heranzuziehen, wenn mit überwiegender Wahrscheinlichkeit feststeht, dass er weiterhin erzielt worden wäre (vgl. MEYER/REICHMUTH, Recht
sprechung zum Bundesgesetz über die Invalidenversicherung [IVG],
3.
Aufl., Zürich/Basel/Genf 2014, Rz. 51 zu
Art.
28a mit Hinweisen).
5.2.2
Die Beschwerdegegnerin stützte sich
für die Ermittlung des Valideneinkommens
auf die Löhne der
Schweizerischen Lohnstrukturerhebung
(
LSE
)
2016 mit der Begründung, die Auflösung des Arbeitsvertrages mit der
Y.___
sei aus Reorganisationsgründen und nicht
aus gesundheitlichen Gründen
erfolgt
(
Urk.
2 S. 7). Der Beschwerdeführer war zwar ab November 2012 mit einge
schränkt
em Belastungsprofil vollständig
a
rbeitsfähig (Urk. 12/91), es kann
ange
sichts der Aktenlage
jedoch
nicht überwiegend wahrscheinlich
ausgeschlossen werden, dass seine unfallbedingten Beschwerden bei der Auflösung des Arbeits
verhältnisses
eine
Rolle
spielten
(vgl. Urk. 12/83, 12/89, 12/94)
. In diesem Fall wäre dem Beschwerde
führer folgend (Urk. 1 S. 4 f.)
an
den
zuletzt erzielten
Lohn
anzuknüpfen
. Diesbezüglich machte der Beschwerdeführer geltend, es sei das zuletzt erzielte Einkommen im Jahr 2013
heranzuziehen
, wonach der Beschwer
de
führer Fr. 76'337.--
erzielt habe
. Dieser Ansicht kann hingegen nicht gefolgt werden. Der Beschwerdeführer und seine frühere Arbeitgeberin schlossen
am 25. Oktober 2013
eine Auflösungsvereinbarung, worin festgehalten wurde, dass der Einzelarbeitsvertrag per 30. November 2013 aufgelöst und der Beschwer
deführer mit Fr. 27'258.60 abzüglich der Sozialversicherungsbeiträge entschädigt werde (Urk. 12/335 S. 5).
Diese Entschädigung floss ganz offensichtlich
in das gemäss IK-Auszug erzielte Einkommen 2013 von
Fr.
70’44
0
.
--
ein (
Urk.
12/325), weshalb
das zuletzt erzielte Einkommen
nicht
als Valideneinkommen herange
zogen werden
kann
.
Gemäss Auskunft der früheren Arbeitgeberin hätte der Beschwerdeführer im Jahr 2018 bei einer Beschäftigung im Umfang von 100 %
vielmehr
ein Jahreseinkommen von insgesamt Fr. 67'250.--
(Grundlohn inkl. 13. Monatslohn
sowie Nacht-/Sonntagszulagen und Einmalzulagen) erzielt (Urk. 12/308 S. 1). Hinweise dafür, dass
diese
Angabe der früheren Arbeitgeberin fehlerhaft sein könnte, sind nicht aktenkundig.
Wie nachstehend aufzuzeigen ist,
kann vorliegend
im Ergebnis
offen bleiben
, ob auf die Löhne der LSE 2016 oder die Angaben der früheren Arbeitgeberin abgestellt wird, da so oder anders kein Rentenanspruch
resultiert
.
5.3
5.3.1
Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die ver
sicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbs
tätigkeit aus, bei der – kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn. Ist kein
solches tatsächlich
erzieltes Erwerbseinkommen
gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der Recht
sprechung entweder Tabellenlöhne gemäss der vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen
LSE
oder die Zahlen der Dokumentation von Arbeitsplätzen (DAP) der Suva herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3 mit Hinweis).
Die DAP ist eine Sammlung von Beschreibungen in der Schweiz tatsächlich exis
tierender Arbeitsplätze. Damit unterscheidet sie sich von der tabellarischen Darstellung von Durchschnittslöhnen, die im Rahmen der
LSE
vom Bundesamt für Statistik regelmässig erhoben werden. Neben allgemeinen Angaben und Ver
dienstmöglichkeiten werden in der DAP die physischen Anforderungen an die Stelleninhaber oder Stelleninhaberinnen festgehalten. Der Raster der körperlichen Anforderungskriterien basiert auf dem internationalen medizinischen Standard EFL nach Isernhagen (ergonomische Funktions- und Leistungsprüfung). Die Suva entschloss sich 1995 zum Aufbau der DAP mit dem Zweck, das Invalidenein
kommen entsprechend den gerichtlichen Anforderungen so konkret wie möglich ermitteln zu können (BGE 139 V 592 E. 6.1 mit Hinweisen).
Bei Heranziehen der DAP hat sich die Ermittlung des Invalideneinkommens auf mindestens fünf zumutbare Arbeitsplätze zu stützen. Zusätzlich sind Angaben zu machen über die Gesamtzahl der aufgrund der gegebenen Behinderung in Frage kommenden dokumentierten Arbeitsplätze, über den Höchst- und den
Tiefstlohn
sowie über den Durchschnittslohn der dem jeweils verwendeten Behinderungs
profil entsprechenden Gruppe. Damit soll die Überprüfung des Auswahlermessens ermöglicht werden, und zwar in dem Sinne, dass die Kenntnis der Gesamtzahl der dem verwendeten Behinderungsprofil entsprechenden Arbeitsplätze sowie des Höchst-, Tiefst- und Durchschnittslohnes im Bereich des Suchergebnisses eine zuverlässige Beurteilung der von der Suva verwendeten DAP-Löhne hinsichtlich ihrer Repräsentativität erlaubt. Das rechtliche Gehör ist dadurch zu wahren, dass die Suva die für die Invaliditätsbemessung im konkreten Fall herangezogenen DAP-Profile mit den erwähnten zusätzlichen Angaben auflegt und die versicherte Person Gelegenheit hat, sich dazu zu äussern. Allfällige Einwendungen der ver
sicherten Person bezüglich des Auswahlermessens und der Repräsentativität der DAP-Blätter im Einzelfall sind grundsätzlich im Einspracheverfahren zu erheben, damit sich die Suva im Einspracheentscheid damit auseinandersetzen kann. Ist die Suva nicht in der Lage, im Einzelfall den erwähnten Anforderungen zu genü
gen, kann im Bestreitungsfall nicht auf den DAP-Lohnvergleich abgestellt werden; die Suva hat
diesfalls
im Einspracheentscheid die Invalidität aufgrund
der LSE-Löhne zu ermitteln. Im Beschwerdeverfahren ist es Sache des angeru
fenen Gerichts, die Rechtskonformität der DAP-Invaliditätsbemessung zu prüfen, gegebenenfalls die Sache an den Versicherer zurückzuweisen oder an Stelle des DAP-Lohnvergleichs einen Tabellenlohnvergleich gestützt auf die LSE vorzu
nehmen (BGE 139 V 592 E. 6.3 mit Hinweis).
Rechtsprechungsgemäss sind im Rahmen des DAP-Systems, bei dem aufgrund der ärztlichen Zumutbarkeitsbeurteilung anhand von Arbeitsplatzbeschreibungen konkrete Verweisungstätigkeiten ermittelt werden, Abzüge grundsätzlich nicht sachgerecht. Abzüge sind nur vorzunehmen, wenn zeitliche oder leistungs
mässige Reduktionen medizinisch begründet sind. Im Übrigen wird spezifischen Beeinträchtigungen in der Leistungsfähigkeit bei der Auswahl der zumutbaren DAP-Profile Rechnung getragen. Bezüglich der weiteren persönlichen und beruf
lichen Merkmale (Teilzeitarbeit, Alter, Anzahl Dienstjahre, Aufenthaltsstatus), die bei der Anwendung der LSE zu einem Abzug führen können, ist darauf hinzu
weisen, dass auf den DAP-Blättern in der Regel nicht nur ein Durchschnittslohn, sondern ein Minimum und ein Maximum angegeben sind, innerhalb deren Spannbreite auf die konkreten Umstände Rücksicht genommen werden kann (BGE 139 V 592 E. 7.3 mit Hinweis).
5.3.2
Der Beschwerdeführer übte seit Eintritt der Gesundheitsschädigung keine ihm zumutbare Erwerbstätigkeit aus, weshalb rechtsprechungsgemäss entweder die LSE-Tabellenlöhne oder DAP-Zahlen herangezogen werden.
Die Beschwerde
gegnerin hat sich für die zweite Variante entschieden und den Einkommens
vergleich nach Art. 16 ATSG gestützt auf ihrer DAP entnommene
n
Werte vorge
nommen, wogegen sich dem Grundsatz nach nichts einwenden lässt. Die von der Beschwerdegegnerin beigebrachten Unterlagen genügen den in BGE 129 V 472 aufgestellten und mit BGE 139 V 592 bestätigten Erfordernissen an eine Invali
ditätsbemessung gestützt auf die DAP. So hat die Beschwerdegegnerin nebst fünf DAP-Blättern (Nr.
6270, 3096, 6468, 5498, 5616, Urk. 12/318 S. 12-31) mit ihrer Ansicht nach für den Beschwerdeführer trotz Behinderung geeigneten Stellen namentlich hinreichende Auskünfte über die Gesamtzahl in Frage kommender dokumentierter Arbeitsplätze aufgelegt, welche
n
die dort jeweils zu erwartenden Höchst- und
Tiefstlöhne
sowie auch die dabei durchschnittlich erzielte
Entlöh
nung
entnommen werden können (Urk. 12/318 S. 1-11). Das angewandte Aus
wahlermessen und die Repräsentativität der ausgewählten DAP-Blätter sind damit hinreichend überprüfbar.
Der Blick auf die einzel
nen körperlichen Anforderungsprofile der entsprechenden Stellen ergibt – entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers (Urk. 1
S. 6)
– keinerlei Hinweise darauf, dass eine davon dem festgelegten Zumut
barkeits
profil (vgl. E. 3.12) nicht entsprechen würde. So lassen sich den entspre
chend
en Beschrieben keine Anhaltspunkte entnehmen, die eine Unzumutbarkeit zur Folge hätte.
Das von der Beschwerdegegnerin errechnete durchschnittliche Einkommen aus den beigezogenen DAP-Profilen (
Lohnjahr
2018) beläuft sich auf Fr. 63'471.20 (vgl. Berechnung in Urk. 12/318 S. 1).
5.3.3
Werden der Invaliditätsbemessung
die Löhne der LSE zugrunde gelegt, resultiert ein Invaliditätsgrad von 6.57 %
(Fr. 67’936.-- [vgl. Urk. 2 S. 7] - Fr. 63'471.
20 :
Fr. 67'936.-- x 100). Wird dem
V
alideneinkommen das Einkommen nach Angabe der früheren Arbeitgeberin gegenübergestellt, ergibt dies ebenfalls einen renten
ausschliessenden Invaliditätsgrad von 5.6 % (Fr. 67'250.-- - Fr. 63'471.
20
:
Fr. 67'250.-- x 100
[
vgl. Urk. 12/320 S. 3 und
Urk.
12/308 S. 1
]
), weshalb kein Rentenanspruch besteht (E. 1.5).
5.4
Demnach erweist sich der angefochtene Einspracheentscheid als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
6.
6.1
Da die Voraussetzungen für die unentgeltliche
Rechtsverbeiständung
gemäss §
16 Abs. 1 und 2
des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (GSVGer)
erfüllt sind (vgl. insbesondere Urk. 7 und Urk. 8), ist dem Beschwerdeführer antrags
gemäss (Urk. 1 S. 2) Rechtsanwalt Daniel Christe als unentgeltlicher Rechtsver
treter zu bestelle
n
.
6.2
Rechtsanwalt Daniel Christe
machte mit Honorarnote vom 12. Januar 2021 (Urk. 15) einen Aufwand von insgesamt 7.55 à Fr. 220.-- sowie Barauslagen von Fr. 51.10 entsprechend einem Honorar von Fr. 1'843.95 inklusive Mehrwertsteuer geltend.
Die 0.25 Stunden für das Studium des IV-Vorbescheids vom 3. Juli 2019 sowie die 0.2 Stunden für das Studium der IV-Verfügung vom 16. September 2019 mit jeweiligen
Briefen an den Beschwerdeführer
können nicht im vor
liegenden
Beschwerdev
erfahren entschädigt werden. Der Aufwand ist deshalb um 0.45 Stunden zu kürzen. Im Übrigen erscheint der geltend gemachte Aufwand u
nter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses (§ 34 Abs. 3 GSVGer) als angemessen, weshalb Rechtsanwalt Daniel Christe mit Fr.
1'737.30
(
[
7.1 h x Fr. 220.-- + Fr. 51.10
]
x 1.077)
aus der Gerichts
kasse zu entschädigen ist.
6.3
Der Beschwerdeführer ist auf
§
16 Abs. 4 GSVGer hinzuweisen, wonach er zur Nachzahlung der Auslagen für die Vertretung verpflichtet werden kann, sofern er dazu in der Lage ist.
Das Gericht beschliesst:
In Bewilligung des Gesuchs vom 24. Juni 2019 wird dem Beschwerdeführer die unentgeltliche
Rechtsverbeiständung
gewährt und Rechtsanwalt Daniel Christe als unentgeltlicher Rechtsvertreter bestellt;
und erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Der unentgeltliche Rechtsvertreter des Beschwerdeführers, Rechtsanwalt Daniel Christe, Winterthur,
wird mit
Fr.
1'737.30
(inkl. Barauslagen und MWSt) aus der Gerichtskasse entschädigt.
Der Beschwerdeführer wird
auf die Nachzahlungspflicht gemäss § 16 Abs. 4 GSVGer hingewiesen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Daniel Christe
-
Suva
-
Bundesamt für Gesundheit
sowie an:
-
Gerichtskasse
5
.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten;
der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind bei
zulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
VogelSherif