# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 89722e27-4f41-509e-bddd-a0bee95c2881
**Source:** Schwyz (SZ)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-06-20
**Language:** de
**Title:** Schwyz Verwaltungsgericht 2. Kammer 20.06.2023 II 2023 9
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SZ_Verwaltungsgericht/SZ_VG_002_II-2023-9_2023-06-20.pdf

## Full Text

Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz
Kammer II

II 2023 9

Entscheid vom 20. Juni 2023 

Besetzung lic.iur. Achilles Humbel, Präsident
Dr.iur. Frank Lampert, Richter
lic.iur. Karl Gasser, Richter
Dr.iur. Thomas Twerenbold, Gerichtsschreiber

Parteien A.A. und B.A.,
Beschwerdeführer,

gegen

Kantonale Steuerkommission/Kantonale Verwaltung für die 
direkte Bundessteuer, Bahnhofstrasse 15, Postfach 1232, 
6431 Schwyz,
Vorinstanzen,

Gegenstand Einkommens- und Vermögenssteuer (Veranlagungsverfügung 
2014: Qualifikation einer Kapitalleistung)

2

Sachverhalt:

A. A.A., geboren am xx.xx.1958, hat ab dem 1. September 2010 als "Head 
Group Human Resources" für die X.________ AG gearbeitet (vgl. Einspracheak-
ten 2014 E 40 - E 47 = Arbeitsvertrag vom 8.3.2010). Das fixe Jahressalär betrug 
CHF 270'000.-- für die Jahre 2010 und 2011. Es wurde in 13 Monatssalären aus-
bezahlt. Zusätzlich erhielt er einen Bonus gemäss "Bonus Scheme" der 
X./Y.________ Group. Der Zielbonus betrug 30% des fixen Salärs. Die Kündi-
gungsfrist betrug 6 Monate (schriftliche Anzeige auf das Ende eines Kalender-
monats). Aufgrund der Fusion der Firmen X.________ AG und Y.________ AG 
zur Y.________ AG per 1. Januar 2012 erhielt A.A. einen neuen Anstellungsver-
trag. Die bisherigen Anstellungsbedingungen wurden unverändert übernommen 
und nur bezüglich Bonusanspruch bei unterjährigem Austritt, Aktienplan und Ge-
schäftsauto geändert bzw. ergänzt (vgl. Einspracheakten 2014 E 31 - E 32 = An-
stellungsvertrag vom 23.7.2012). 

Mit Aufhebungsvereinbarung vom 9. September 2014 ist der Arbeitsvertrag per 
Ende September 2014 aufgelöst worden (vgl. Einspracheakten 2014 act. E 48 - 
E 51). Die Y.________ AG zahlte A.A. im Zusammenhang mit der frühzeitigen 
Beendigung des Arbeitsverhältnisses mit seinem letzten Lohn (und Bonusaus-
zahlungen) zusätzlich eine Abgangsentschädigung von netto CHF 519'618.75 
per Ende September 2014 (entsprechend brutto CHF 547'173.-- im Lohnausweis 
für das Jahr 2014 aufgeführt unter der Rubrik "unregelmässige Leistungen" in 
den Detailangaben als "Abgangsentschädigung mit Vorsorgecharakter 
CHF 487'700.-- " und "Abgangsentsch. nicht AHV-pflichtig mit Vorsorgecharakter 
CHF 59'473.--"; vgl. Steuerakten 2014 act. A 110 - A 111 = Lohnausweis 2014 
vom 30.7.2015). Am 5. November 2014 meldete sich A.A. als Selbständigerwer-
bender (Erwerbszweig/Branche Personalberatung mit Ausübung der Tätigkeit im 
Haupterwerb und Aufnahme der Geschäftstätigkeit am 1.10.2014) bei der Aus-
gleichskasse des Kantons Schwyz an (vgl.  Steuerakten 2014 act. E 98 - E 104 = 
Anmeldung für Selbständigerwerbende) und liess sich von der Pensionskasse 
der X./Y.________ Group Firmen Schweiz infolge Aufnahme einer selbständigen 
Erwerbstätigkeit das Sparkapital (2. Säule) von CHF 509'037.70 am 1. Dezember 
2014 auszahlen (vgl. Einspracheakten 2014 act. E 37 = Austrittsabrechnung vom 
27.11.2014). Die Steuerverwaltung des Kantons Schwyz erfasste diese Auszah-
lung mit gesonderter Veranlagung als Kapitalleistung aus Vorsorge mit der Son-
dersteuer zum reduzierten Satz (vgl. Steuerakten 2014 act. A 40 - A 41 = Veran-
lagungsverfügung Kapitalabfindung 2014 vom 27.2.2015 / 26.3.2015).

B. Mit Veranlagungsverfügung 2014 vom 13. Juni 2019 / 22. Juli 2019 wurden 
die Eheleute A.A. und B.A. kantonal mit einem steuerbaren Einkommen von 

3

CHF 713'900.-- (satzbestimmend CHF 375'800.--) sowie einem steuerbaren 
Vermögen von CHF 652'000.-- bzw. bundessteuerlich mit einem steuerbaren und 
satzbestimmenden Einkommen von CHF 716'500.-- veranlagt. Die Kapitalabfin-
dung von der Y.________ AG von brutto CHF 547'173.-- (netto nach Sozialversi-
cherungsabgaben CHF 519'618.75) wurde zusammen mit dem übrigen Einkom-
men ordentlich besteuert (vgl. Steuerakten 2014 act. A 1 - A 6 = Veranlagungs-
verfügung 2014 vom 13.6.2019 / 22.7.2019). 

C. Die gegen die Veranlagungsverfügung 2014 vom 13. Juni 2019 / 22. Juli 
2019 erhobene Einsprache vom 21. August 2019 (vgl. Einspracheakten 2014 
act. E 104 - E 128) wies die Kantonale Steuerkommission bzw. Kantonale Ver-
waltung für die direkte Bundessteuer des Kantons Schwyz mit Einspracheent-
scheid Nr. 51/2021 vom 15. Dezember 2022 ab (vgl. Einspracheakten 2014 
act. E 1 - E 11).

D. Mit Eingabe vom 17. Januar 2023 erheben die Eheleute A.A. und B.A. frist-
gerecht Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz und bean-
tragen, der Einspracheentscheid solle in dem Sinn aufgehoben werden, dass der 
Betrag von CHF 547'175.-- neu als Abgangsentschädigung mit Vorsorgecharak-
ter bzw. Kapitalleistung aus Vorsorge nach § 23 Abs. 3 StG i.V.m. § 38 StG bzw. 
Art. 17 Abs. 2 DBG i.V.m. Art. 38 DBG qualifiziert und entsprechend privilegiert 
besteuert wird. Dies unter Kosten- und einer angemessenen Entschädigungsfol-
ge.

E. Die Kantonale Steuerkommission bzw. Kantonale Verwaltung für die direk-
te Bundessteuer des Kantons Schwyz schliesst in ihrer Vernehmlassung vom 
7. Februar 2023 auf Abweisung der Beschwerde unter Kostenfolge zu Lasten der 
Beschwerdeführer.

Mit Auflage vom 8. Februar 2023 forderte das Verwaltungsgericht die 
Beschwerdeführer auf, die Unterlagen gemäss dem Beweisantrag der 
Vorinstanzen einzureichen, d.h. die die Verhandlungen mit der Y.________ AG 
i.S. Abgangsentschädigung betreffenden Unterlagen wie Briefe, E-Mails, 
Protokolle, Notizen etc.

In der Replik und Duplik hielten die Parteien an ihren Rechtsauffassungen fest.

Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. Streitig ist, ob die Beschwerdeführer den Betrag von CHF 547'173.--,      
ordentlich, d.h. gemeinsam mit dem übrigen Einkommen, zu versteuern haben, 
oder ob sie sich auf eine privilegierte Besteuerung als Kapitalleistung aus Vor-

4

sorge nach § 23 Abs. 3 in Verb. mit § 38 des Steuergesetzes des Kantons 
Schwyz (StG; SRSZ 172.200) vom 9. Februar 2000 bzw. Art. 17 Abs. 2 in Verb. 
mit Art. 38 des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer (DBG; 
SR 642.11) vom 14. Dezember 1990 berufen können.

2.1 Gemäss Art. 17 Abs. 1 DBG bzw. § 18 StG sind steuerbar alle Einkünfte 
aus privatrechtlichem oder öffentlich-rechtlichem Arbeitsverhältnis mit Einschluss 
der Nebeneinkünfte, wie Entschädigungen für Sonderleistungen, Provisionen, 
Zulagen, Dienstalters- und Jubiläumsgeschenke, Gratifikationen, Trinkgelder, 
Tantiemen, geldwerte Vorteile aus Mitarbeiterbeteiligungen und andere geldwer-
te Vorteile. Dazu gehören auch Kapitalabfindungen aus einer mit dem Arbeits-
verhältnis verbundenen Vorsorgeeinrichtung oder gleichartige Kapitalabfindun-
gen des Arbeitgebers, die gesondert vom übrigen Einkommen und zu einem pri-
vilegierten Steuersatz besteuert werden (vgl. Art. 17 Abs. 2 DBG in Verb. mit 
Art. 38 DBG bzw. § 23 Abs. 3 StG in Verb. mit § 38 StG). 

2.2 Gemäss Art. 17 Abs. 2 DBG müssen die vom Arbeitgeber gewährten Kapi-
talabfindungen den Kapitalabfindungen aus einer mit dem Arbeitsverhältnis ver-
bundenen Vorsorgeeinrichtung gleichartig sein, um in den Genuss der privilegier-
ten Besteuerung zu kommen. Das Gesetz definiert nicht genau, was unter 
Gleichartigkeit mit den Kapitalabfindungen aus einer Vorsorgeeinrichtung zu ver-
stehen ist. Es zeigt sich jedoch, dass durch die Einführung einer getrennten Be-
steuerung vom übrigen Einkommen zu einem reduzierten Steuersatz in Art. 17 
Abs. 2 DBG, der Gesetzgeber die Steuerprogression brechen und die Vorsorge 
aus sozialen Gründen privilegieren wollte (vgl. Botschaft vom 25.5.1983 über die 
Steuerharmonisierung, BBl 1983 III 177). Aus dem Wortlaut und dem Zweck der 
Norm kann der Wille abgeleitet werden, die privilegierte Besteuerung auf vom 
Arbeitgeber ausgerichtete Kapitalabfindungen zu beschränken, die einen engen 
Zusammenhang mit der beruflichen Vorsorge haben. 

In ständiger Rechtsprechung hat das Bundesgericht daraus abgeleitet, dass un-
ter die gleichartigen Kapitalabfindungen im Sinne von Art. 17 Abs. 2 DBG nur 
solche mit überwiegendem Vorsorgecharakter ("caractère de prévoyance pré-
pondérant") fallen können (vgl. BGE 145 II 2 E. 4.2 S. 5 f.; vgl. auch Urteile BGer 
2C_520/2019 vom 1.10.2019 E. 3.2; 2C_86/2017, 2C_87/2017 vom 26.9.2017 E. 
2.3.3; 2C_931/2013, 2C_932/2013 vom 6.9.2014 E. 2.2; 2C_538/2009 vom 
19.8.2010 E. 4.2, 4.4 und 4.5; 2A.50/2000 vom 6.3.2011 E. 3e). Entsprechend 
müssen insbesondere vom Arbeitgeber ausgerichtete Abgangsentschädigungen 
einen engen Zusammenhang mit der beruflichen Vorsorge haben ("un lien étroit 
avec la prévoyance professionelle"), um von der in Art. 38 DBG vorgesehenen 
privilegierten Besteuerung zu profitieren, wobei ein solcher Zusammenhang je-

5

weils im Lichte der Umstände der betreffenden Zahlung zu prüfen ist (vgl. BGE 
145 II 2 E. 4.2 S. 6; vgl. auch Urteile BGer 2C_520/2019 vom 1.10.2019 E. 3.2; 
2C_538/2009 vom 19.8.2010 E. 4 u. 6).

2.3 Die Voraussetzungen, unter welchen eine Abgangsentschädigung Vorsor-
gecharakter hat oder nicht, können dem Kreisschreiben (KS) Nr. 1 der ESTV vom 
3. Oktober 2002 über die Abgangsentschädigung resp. Kapitalabfindung des Ar-
beitsgebers entnommen werden. Nach dessen Wortlaut haben Abgangsentschä-
digungen Vorsorgecharakter, wenn sie ausschliesslich und unwiderruflich dazu 
dienen, die mit den Risiken Alter, Invalidität und Tod verbundenen finanziellen 
Folgen zu mildern. Dazu gehören beispielsweise freiwillig geleistete Entschädi-
gungen des Arbeitsgebers an den Arbeitnehmer, um die durch den vorzeitigen 
Austritt entstandenen Lücken in dessen beruflicher Vorsorge zu schliessen. Bei 
deren Berechnung sind die vorsorgerechtlichen Grundsätze zu beachten. Die 
Entschädigung muss analog der BVG-Leistungen objektiv dazu dienen, im Vor-
sorgefall (Alter, Tod, Invalidität) dem Empfänger die Fortsetzung seiner gewohn-
ten Lebenshaltung in angemessener Weise sicherzustellen. Diese Würdigung 
stellt auf eine zukunftsgerichtete Sicht der Dinge im Zeitpunkt der Anspruchsbe-
gründung bzw. der Leistungserbringung ab. Es ist daher eine vorausschauende 
Beurteilung vorzunehmen. 

Gleichartige Kapitalabfindungen des Arbeitgebers im Sinne von Art. 17 Abs. 2 
DBG können steuerlich als Vorsorgeleistung betrachtet werden, wenn folgende 
Voraussetzungen kumulativ erfüllt sind: (1) die steuerpflichtige Person verlässt 
das Unternehmen ab dem vollendeten 55. Altersjahr; (2) die (Haupt-) Erwerbs-
tätigkeit wird definitiv aufgegeben oder muss aufgegeben werden; (3) durch den 
Austritt aus dem Unternehmen und dessen Vorsorgeeinrichtung entsteht eine 
Vorsorgelücke. Diese ist durch die Vorsorgeeinrichtung zu berechnen. Dabei dür-
fen nur künftige Vorsorgelücken im Umfang der ordentlichen Arbeitgeber- und 
Arbeitnehmerbeiträge zwischen dem Austritt aus der Vorsorgeeinrichtung bis 
zum Erreichen des ordentlichen Terminalters aufgrund des bisher versicherten 
Verdienstes berücksichtigt werden. Ein im Zeitpunkt des Austrittes bereits beste-
hender Einkaufsbedarf kann nicht in die Berechnung einbezogen werden (vgl. 
KS Nr. 1 ESTV vom 3.10.2002 Ziff. 3.2).

2.4 Wie das Bundesgericht bereits mehrfach festgehalten hat, stellt das Kreis-
schreiben jedoch lediglich eine Verwaltungsverordnung ("directive administrati-
ve") dar, verfügt über keinerlei Gesetzeskraft, und bindet weder die Bürger, noch 
die Gerichte, noch die Verwaltung; das Kreisschreiben darf daher nicht nur nach 
seinem Wortlaut angewendet werden und entbindet die Behörden nicht von der 
Berücksichtigung der Umstände des Einzelfalles (vgl. BGE 145 II 2 E. 4.3 S. 6 f.; 

6

133 II 305 S. 315 E. 8.1 mit weiteren Hinweisen; vgl. insbesondere auch Urteile 
BGer 2C_520/2019 vom 1.10.2019 E. 3.3; 2C_68/2018 vom 30.1.2019 E. 4.3; 
2C_538/2009 vom 19.8.2010 E. 4.4). Dennoch weicht auch das Bundesgericht 
von einer rechtmässigen Verwaltungsverordnung nicht ohne triftigen Grund ab, 
sofern diese eine dem individuell-konkreten Fall angepasste und gerecht wer-
dende Auslegung der gesetzlichen Bestimmungen zulässt und überdies eine 
überzeugende Konkretisierung der gesetzlichen Vorgaben enthält (vgl. Urteil 
BGer 2C_758/2020 vom 29.7.2021 E. 6.2 mit Hinweisen). Dadurch trägt es dem 
Bestreben der Verwaltung Rechnung, durch interne Weisungen eine rechtsglei-
che Gesetzesanwendung zu gewährleisten (vgl. Urteil BGer 9C_75/2020 vom 
9.2.2021 E. 6.4.3 mit weiteren Hinweisen).

2.5 Die Schwierigkeit bei der Anwendung von Art. 17 Abs. 2 DBG ergibt sich 
aus der Tatsache, dass es unter bestimmten Umständen schwierig sein kann, zu 
bestimmen, ob eine Abgangsentschädigung einen ausreichend engen Zusam-
menhang mit der beruflichen Vorsorge aufweist, um in den Genuss der privile-
gierten Besteuerung zu kommen oder nicht (vgl. Urteil BGer 2C_538/2009 vom 
19.8.2010 E. 4.6). Dies ist auch vorliegend genau der Fall. 

Eine vom Regelfall der ordentlichen Besteuerung abweichende privilegierte Be-
steuerung ist steuermindernder Natur, weshalb das Vorliegen der entsprechen-
den Voraussetzungen vom Steuerpflichtigen darzutun und zu beweisen ist.

3.1 Die Vorinstanz beruft sich darauf, dass für eine privilegierte Besteuerung 
als Abgangsentschädigung mit Vorsorgecharakter alle drei Voraussetzungen des 
Kreisschreibens kumulativ erfüllt sein müssen, und kommt im vorliegenden Fall 
zu dem Ergebnis, dass die fehlende definitive Aufgabe der (Haupt-) Erwerbs-
tätigkeit dazu führe, dass der Vorsorgecharakter der Abgangsentschädigung zu 
verneinen sei. 

Die unselbständige Erwerbstätigkeit des Beschwerdeführers bei der 
Y.________ AG habe per 30. September 2014 geendet. Anstatt sich dann jedoch 
als Nichterwerbstätiger bei der AHV anzumelden, habe dieser sich bei der Aus-
gleichskasse Schwyz als Selbständigerwerbender angemeldet. In der Anmel-
dung für Selbständigerwerbende vom 5. November 2014 habe er gegenüber der 
Ausgleichskasse Schwyz deklariert, dass er die Tätigkeit im Haupterwerb ausübe 
und die Geschäftstätigkeit am 1. Oktober 2014 aufgenommen habe. 

Mit seiner selbständigen Erwerbstätigkeit bei einer 50- bis 70-prozentigen Ar-
beitsfähigkeit bzw. -tätigkeit in den Jahren 2015 bis 2017 habe der Beschwerde-
führer Reingewinne zwischen annähernd 50% und 65% des früheren Lohnein-
kommens bei einer 100-prozentigen Anstellung der Jahre 2013 und 2014 erzielt. 

7

Würden die Reingewinne um die geschäftsmässig begründeten Kosten bereinigt, 
wären die Prozentanteile der selbständigen Erwerbstätigkeit sogar noch höher.

Obwohl sich das Einkommen (aufgrund der verringerten Arbeitstätigkeit) redu-
ziert habe, habe der Beschwerdeführer mit den aufgezeigten Einkünften einen 
existenzsichernden Verdienst erzielt. Die erzielten Reingewinne 2015 bis 2017 
würden deutlich über dem schweizerischen Jahresmedianlohn liegen, welcher im 
Jahr 2014 bei CHF 74'268.-- gelegen habe (Schweizerische Lohnstrukturerhe-
bung 2014, Medienmitteilung des Bundesamtes für Statistik). 

In Analogie könne ausserdem das Kreisschreiben (KS) Nr. 28 der ESTV "Be-
steuerung der Liquidationsgewinne bei definitiver Aufgabe der selbständigen Er-
werbstätigkeit" vom 3. November 2010, Ziff. 2.1, herangezogen werden, wonach 
eine geringfügige Erwerbstätigkeit nur dann vorliege, wenn das daraus resultie-
rende Einkommen nicht höher sei als der Betrag (Eintrittsschwelle) nach Art. 2 
Abs. 1 des Bundesgesetzes über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und In-
validenvorsorge vom 25. Juni 1982 (BVG; SR 831.40). Im Jahr 2014 sei dieser 
Betrag bei CHF 21'060.-- gelegen. 

Von einer geringfügigen Erwerbstätigkeit könne vorliegend keine Rede sein, ha-
be der Beschwerdeführer das im Rahmen einer Nebenerwerbstätigkeit zulässige 
Einkommen doch weit überschritten. Bei einer Nebenerwerbstätigkeit dürfte im 
Sinne einer Faustregel eine Beschäftigung mit einem Lohn bis 25% des ur-
sprünglichen Gehalts grundsätzlich unschädlich sein.

3.2 Die Beschwerdeführer beanstanden eine rigorose Anwendung des Kreis-
schreibens durch die Behörde und rügen die Nichtzulassung einer dem individu-
ell-konkreten Fall angepassten Auslegung der gesetzlichen Bestimmungen. Um 
dem vorliegenden Fall hinlänglich gerecht zu werden, sollten in einem 3-stufigen 
Vorgehen folgende Fragen im Detail beantwortet werden: 1. Bejahung der Frage 
nach dem Vorliegen eines Vorsorgefalls, 2. Bejahung der Frage nach dem Vor-
liegen eines Vorsorgebedarfs und 3. Bejahung der Frage, dass konkret kein Fall 
der Steuerumgehung vorliege. 

Die Tatsache, dass der Beschwerdeführer als Mann mit 56 Jahren eine leitende 
HR-Stelle habe suchen müssen, erkläre die erfolglose Suche nach einer neuen 
Festanstellung und damit auch das Vorliegen eines Vorsorgefalls. 

Ein Vorsorgefall liege auch unter dem Blickwinkel der Krankheit bzw. gesundheit-
lichen Beeinträchtigungen (Mittelschwere Depression, Augenprobleme, Hoher 
Blutdruck, Hoher Cholesterinspiel) und der damit verbundenen massiv einge-
schränkten Arbeitsfähigkeit von nur 50-70% vor. 

8

Im Durchschnitt der über 4 Jahre erzielten Reingewinne nach Aufnahme der Ge-
schäftstätigkeit als Selbständigerwerbender ergebe sich eine Lohneinbusse von 
49,4% im Vergleich zum letzten Anstellungsjahr der Festanstellung bei dem Ar-
beitgeber. Bei einer solchen massiven Lohneinbusse sei es schlicht unmöglich, 
die gewohnte Lebenshaltung fortgesetzt zu erhalten. 

Ergänzend sei noch das Urteil BGer 2C_538/2009 vom 19. August 2010 zu er-
wähnen, wonach entschieden worden sei, dass ein gekündigter Arbeitnehmer 
nicht steuerlich dafür bestraft werden dürfe, wenn er bereit sei, eine schlechter 
entlöhnte Arbeit anzunehmen, um im Erwerbsleben zu bleiben. 

Das Vorliegen eines konkreten Vorsorgefalls sei auch vom damaligen Arbeitge-
ber allmählich (über die Monate März bis September 2014) erkannt bzw. aner-
kannt worden. Dies aufgrund des mehrmaligen Aufzeigens der sich zuspitzenden 
Notlage in beruflicher und damit auch vorsorglicher Hinsicht. Das habe in der Un-
terzeichnung einer Aufhebungsvereinbarung zum Arbeitsvertrag und der Bestäti-
gung gegipfelt, wonach sich die Firma bereit erklärt habe, eine Abgangsentschä-
digung zu zahlen, zwecks Schliessung der Vorsorgelücke. 

Eine explizite schriftliche Bestätigung der Deckung der Vorsorgelücke durch Ab-
gangsentschädigung sei durch die Vorsorgeeinrichtung erfolgt.

Eine Steuerumgehung sei in keiner Art und Weise ersichtlich, sei doch die Kapi-
talleistung schriftlich hinsichtlich deren Charakter rechtlich korrekt beschrieben 
und hinsichtlich deren Höhe rechtlich einwandfrei berechnet worden. 

3.3 Es ist zunächst richtig, dass die Rechtsprechung den im Kreisschreiben 
angeführten Kriterien nur zum Teil gefolgt ist und diese relativiert hat (vgl. zum 
Folgenden Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum DBG, 3. Aufl. 
2016, Art. 17 DBG N 73 und Art. 38 DBG N 13, je mit Hinweisen).

Demnach sind unter gleichartigen Kapitalabfindungen des Arbeitgebers solche 
Leistungen zu verstehen, die objektiv dazu dienen, die durch Alter, Invalidität  
oder Tod des Arbeitnehmers verursachte oder wahrscheinliche Beschränkung 
seiner gewohnten Lebenshaltung bzw. derjenigen seiner Hinterlassenen zu mil-
dern (vgl. auch VGE II 2013 24 vom 24.5.2013 E. 2.2.2).

"Gleichartig" ist also die Leistung vorab, wenn sie bei den nämlichen Gelegenhei-
ten wie Kapitalabfindungen von Vorsorgeeinrichtungen ausgerichtet wird, d.h. 
beim Eintritt eines Vorsorgefalls (Pensionierung, Invalidität oder Tod des Arbeit-
nehmers). Gleichartigkeit der Kapitalabfindung liegt aber auch dann vor, wenn 
bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses vom bisherigen Arbeitgeber eine Kapi-
talleistung erbracht wird, die dazu dient, beim Empfänger die finanziellen Folgen 
eines künftigen Vorsorgeausfalls ganz oder teilweise zu beheben.

9

Für die Beurteilung der Frage, ob die Kapitalzahlung des Arbeitsgebers "gleichar-
tig" sei wie Kapitalzahlungen der beruflichen Vorsorge, kann demzufolge dem Al-
ter des Arbeitnehmers alleine keine entscheidende Bedeutung beigemessen 
werden. Immerhin ist aber davon auszugehen, dass eine solche Geldleistung 
desto eher Vorsorgecharakter aufweisen dürfte, je älter der damit bedachte Ar-
beitnehmer im Zeitpunkt der Auszahlung ist bzw. je weniger Jahre bis zum Errei-
chen des ordentlichen Pensionsalters verbleiben.

Im Übrigen aber müssen die gesamten Umstände des Einzelfalls in die Beurtei-
lung einbezogen werden. Zu berücksichtigen ist in diesem Zusammenhang etwa, 
ob die Kapitalleistung auf einer vertraglichen Pflicht des Arbeitgebers beruht, 
denn eine solche spräche von vornherein gegen einen Vorsorgecharakter. Auch 
sind die berufliche Situation des Steuerpflichtigen, der Stand seiner Altersvorsor-
ge und die Erklärungen der Beteiligten in Betracht zu ziehen. 

Dabei ist stets auf die Verhältnisse abzustellen, wie sie sich im Zeitpunkt der Ent-
richtung der fraglichen Kapitalabfindung präsentiert haben (StE 1999 ZH B 26.13 
Nr. 14).

3.3.1 Der Beschwerdeführer wurde am xx.xx.1958 geboren. Als das Arbeitsver-
hältnis aufgelöst und ihm die streitige Kapitalleistung von netto Fr. 519'618.75 per 
Ende September 2014 ausbezahlt wurde, war er daher 56 Jahre alt. Damit ist die 
im Kreisschreiben für die Bejahung des Vorsorgecharakters vorausgesetzte Al-
tersgrenze von 55 Jahren erreicht worden. Um bei einem solchen Alter auf einen 
Vorsorgecharakter der Abgangsentschädigung schliessen zu können, müssen 
aber auch die dafür sprechenden weiteren Umstände erfüllt sein.

3.3.2 Im Weiteren ist die berufliche Situation des Beschwerdeführers im Zeit-
punkt der Auflösung des Arbeitsverhältnisses zu prüfen. Entscheidend ist dabei, 
wie sich die Arbeitsaussichten des Beschwerdeführers per Ende September 
2014 darstellten.

Der Beschwerdeführer führt ins Feld, dass das Alter 56 und die Tatsache, dass 
er als Mann eine leitende HR-Stelle habe suchen müssen, kausal für die erfolg-
lose Suche einer neuen Festanstellung und damit auch das Vorliegen eines Vor-
sorgefalles (gewesen) seien (allerdings ohne dies mit entsprechenden Unterla-
gen wie Bewerbungsschreiben und/oder -absagen oder Ähnlichem zu belegen). 
Ein Vorsorgefall liege auch unter dem Blickwinkel vor, dass er auf unbestimmte 
Zeit nur über eine zu 50-70% Arbeitsfähigkeit verfüge (nach der in den entspre-
chenden Arztzeugnissen wiedergegebenen subjektiven Selbsteinschätzung der 
Arbeitsfähigkeit durch den Beschwerdeführer).

10

Es kann als eine allgemein bekannte (notorische) Tatsache gelten, dass es für 
ältere Arbeitnehmende (insbesondere über 55-Jährige) nach einem Stellenver-
lust in der Regel schwieriger ist, wieder eine Stelle zu finden, ebenso wie auch 
der Umstand, dass unter HR-Leitern der Anteil Frauen gegenüber Männern 
überwiegt. Nichtsdestotrotz darf angenommen werden, dass der Beschwerdefüh-
rer sich nicht nach der Auflösung des Arbeitsverhältnisses bei der AHV als 
Selbständigerwerbender im Haupterwerb angemeldet hätte, wenn er keine Be-
rufsaussichten gehabt hätte. 

Der Beschwerdeführer schätzte denn auch gegenüber der AHV seinen voraus-
sichtlichen Reingewinn für die ersten 12 Monate auf CHF 90'000.-- (vgl. Einspra-
cheakten 2014 act. E 98 - E103 = Anmeldung für Selbständigerwebende). Wie 
die tatsächlich erzielten Reingewinne nach der Aufnahme der Geschäftstätigkeit 
als Selbständigerwerbender zeigen, waren die Arbeitsaussichten des Beschwer-
deführers durchaus realistisch (vgl. Einspracheakten 2014 act. E 13 - E 29 = Bi-
lanzen und Erfolgsrechnungen 2015 - 2020).  Es liegt offensichtlich keine Aufga-
be der (Haupt-) Erwerbstätigkeit vor.

Es ist jedoch auch klar, dass die weitere Ausübung einer Berufstätigkeit bis zum 
ordentlichen Pensionsalter die Fortsetzung der gewohnten Lebenshaltung noch 
nicht garantiert. Von daher ist zu untersuchen, ob und inwieweit im Zeitpunkt der 
Auflösung des Arbeitsverhältnisses (in Kenntnis der weiteren Ausübung der Er-
werbstätigkeit) mit gewichtigen Einbussen in der beruflichen Vorsorge zu rech-
nen war.

In diesem Sinne sind vorliegend die hinter der ausgerichteten Kapitalabfindung 
stehenden Motive des Arbeitgebers sowie die (bekannte) Vorsorgesituation vor 
und die (prognostizierte) Vorsorgesituation nach dem Stellenwechsel bzw. nach 
der Auflösung des Arbeitsverhältnisses und Aufnahme der Geschäftstätigkeit als 
Selbständigerwerbender im Hauptberuf von massgebender Bedeutung.

3.3.3 Die Motive des Arbeitgebers bei der Ausrichtung der Kapitalabfindung 
konnten nicht restlos geklärt werden, vermochte der Beschwerdeführer doch 
auch auf Auflage hin keine weiteren Unterlagen gemäss Beweisantrag der Vor-
instanz einzureichen (vgl. Ingress Bst. E). 

In der Aufhebungsvereinbarung vom 9. September 2014 (vgl. Einspracheakten 
2014 act. E 48 - E 51) ist unter Ziffer 3 ("Abgangsentschädigung wegen frühzeiti-
ger Beendigung des Arbeitsverhältnisses") lediglich Folgendes festgehalten wor-
den: "Der Arbeitgeber bezahlt in diesem Zusammenhang dem Arbeitnehmer eine 
Abgangsentschädigung von netto 519'618.75 per Ende September 2014." 

11

Der Arbeitgeber bestätigte zwar, dass zum Zeitpunkt des Austritts gemäss Pen-
sionskassenausweis eine Vorsorgelücke bestehe, und sich die Firma bereit er-
kläre, eine Abgangsentschädigung zwecks Schliessung dieser Vorsorgelücke zu 
bezahlen. Festgehalten wurde aber auch, dass die Auszahlung der Abgangsent-
schädigung per Saldo aller Ansprüche im Zusammenhang mit der frühzeitigen 
Auflösung des Arbeitsverhältnisses erfolgt (vgl. Einspracheakten 2014 act. E 39 
= Schreiben vom 19.9.2014 betr. Abgangsentschädigung wegen vorzeitiger Auf-
lösung des Arbeitsverhältnisses). 

Die Bestätigung der Vorsorgeeinrichtung, dass mit der Einlage vom Arbeitgeber 
die Vorsorgelücke grundlegend gedeckt wäre, macht die Abgangsentschädigung 
ebenfalls noch nicht zu einer Vorsorgeleistung des Arbeitgebers (vgl. Einspra-
cheakten 2014 act. E 53 - E 54 = Schreiben vom 20.11.2014 betr. Bestätigung 
Deckung der Vorsorgelücke durch Abgangsentschädigung).

Dass die Abfindung im Lohnausweis unter Ziff. 3 "Unregelmässige Leistungen" 
aufgeführt wurde und nicht unter Ziff. 4 "Kapitalleistungen", spricht gegen eine 
Abgangsentschädigung mit Vorsorgecharakter (vgl. Steuerakten 2014 act. A 110 
- A 111). Denn gemäss der Wegleitung zum Ausfüllen des Lohnausweises bzw. 
der Rentenbescheinigung sind Abgangsentschädigungen mit Vorsorgecharakter 
unter Ziff. 4 des Lohnausweises aufzuführen. 

Die im Lohnausweis eindeutige Formulierung "Abgangsentschädigung mit Vor-
sorgecharakter" lässt eher darauf schliessen, dass sie auch steuerrechtlich moti-
viert ist. In der Aufhebungsvereinbarung war vom Vorsorgecharakter der Ab-
gangsentschädigung noch nicht die Rede. Mangels näherer Begründung nicht 
nachvollziehbar ist auch die im Lohnausweis vorgenommene Unterscheidung 
zwischen "Abgangsentschädigung mit Vorsorgecharakter" und "Abgangsentsch. 
nicht AHV-pflichtig mit Vorsorgecharakter". 

Insgesamt bleiben die Motive des Arbeitgebers zur Auszahlung der Abgangsent-
schädigung eher unklar. Die diesbezüglich aktenkundigen Anhaltspunkte spre-
chen dafür, dass mit der Abfindung auch Ansprüche aus dem Arbeitsverhältnis 
im Sinne einer Saldoklausel abgegolten wurden. Soweit mit der Abgangsent-
schädigung aber derart auch Ansprüche aus dem Arbeitsvertrag oder dem Ar-
beitsverhältnis gegenüber dem Arbeitgeber befriedigt wurden, ist ihr der Vorsor-
gecharakter von vornherein abzusprechen. Es lässt sich von daher nicht sagen, 
dass der Vorsorgecharakter im Vordergrund gestanden hat. 

3.3.4 Fraglich ist auch, ob und gegebenenfalls in welchem Mass durch die früh-
zeitige Auflösung des Arbeitsverhältnisses eine Vorsorgelücke entstanden ist.

12

Der Beschwerdeführer beruft sich darauf, dass im Rahmen der Auflösung des 
Arbeitsverhältnisses die Vorsorgelücke auf CHF 639'638.-- bestimmt worden sei 
(gemäss Pensionskassenausweis vom 28.1.2014, wonach das voraussichtliche 
Sparkapital im Rentenalter 65 bei CHF 1'141'167.-- gelegen hätte und das Spar-
kapital per Austrittsdatum CHF 501'529.-- betrug).

Es sei die Annahme getroffen worden, dass diese Lücke mit einem Betrag von 
brutto CHF 547'175.-- bzw. netto CHF 519'618.75 und einer jährlichen Verzin-
sung von 1.75% geschlossen werden könne (vgl. Einspracheakten 2014 
act. E 39 = Schreiben vom 19.9.2014 betr. Abgangsentschädigung wegen vorzei-
tiger Auflösung des Arbeitsverhältnisses; Einspracheakten 2014 act. E 53 - E 54 
= Schreiben vom 20.11.2014 betr. Bestätigung Deckung der Vorsorgelücke durch 
Abgangsentschädigung).

Gegen das Vorliegen einer Vorsorgelücke spricht jedoch, dass zum massgebli-
chen Zeitpunkt der Festlegung und Auszahlung der Abgangsentschädigung von 
einer definitiven Aufgabe der (Haupt-) Erwerbstätigkeit offensichtlich noch nicht 
ausgegangen werden konnte. 

Der Beschwerdeführer hat sich gemäss eigenen Angaben bemüht, eine neue 
Stelle zu finden, sodass er eine allfällige Lücke bis zum Erreichen des ordentli-
chen Pensionsalters ganz oder zumindest teilweise noch schliessen konnte. Mit 
der Aufnahme der selbständigen Erwerbstätigkeit im Haupterwerb bedurfte der 
Beschwerdeführer keiner beruflichen Vorsorge mehr, bzw. diente der Aufbau ei-
ner selbständigen Existenz als Grundlage für eine ausreichende Altersvorsorge 
durch Selbstvorsorge (vgl. BGE 139 V 367 E. 2.2, S. 369).

Dadurch unterscheidet sich der vorliegende Fall von demjenigen, welcher das 
Bundesgericht in Urteil 2C_538/2009 vom 19. August 2010 zu beurteilen hatte. 
Im dortigen Fall erschien es zum Zeitpunkt der Auszahlung der Abgangsent-
schädigung sehr unwahrscheinlich oder gar unmöglich, dass der entlassene Ar-
beitnehmer wieder eine vergleichbare Beschäftigung finden würde. Folglich darf 
dieser nicht steuerlich dafür bestraft werden, wenn er sich später wieder in die 
Arbeitswelt eingliedern kann, indem er eine weniger bezahlte Stelle annimmt (vgl. 
Urteil BGer 2C_538/2009 vom 19.8.2010 E. 7.2).

Das Bundesgericht stellte aber auch klar, dass die Mindestvoraussetzungen, die 
erfüllt sein müssen, damit eine Abgangsentschädigung in den Anwendungsbe-
reich von Art. 17 Abs. 2 DBG fällt, nach wie vor streng sind, und es nicht darum 
geht, dem Arbeitnehmer generell Leistungen der beruflichen Vorsorge zu garan-
tieren, die der bestbezahlten Stelle seiner Laufbahn entsprechen, sondern den 
Behörden die Möglichkeit zu geben, besondere Umstände zu berücksichtigen 
(vgl. Urteil BGer 2C_538/2009 vom 19.8.2010 E. 7.1). Hier spricht deshalb auch 

13

die relativ kurze Dauer des Arbeitsverhältnisses eher gegen den Vorsorgecha-
rakter der Abgangsentschädigung. Dem ist im vorliegenden Fall entsprechend 
Rechnung getragen worden.

3.3.5 Diese Erwägungen führen dazu, dass die Abgangsentschädigung nicht als 
gleichartige Kapitalabfindung des Arbeitgebers im Sinn von Art. 17 Abs. 2 DBG 
bzw. § 23 Abs. 3 StG mit überwiegendem Vorsorgecharakter betrachtet werden 
kann. Demnach fällt die privilegierte Besteuerung der Abfindung als Vorsorgeleis-
tung im Sinn von Art. 17 Abs. 2 in Verb. mit Art. 38 DBG bzw. § 23 Abs. 3 in 
Verb. mit § 38 StG ausser Betracht. Mangels überwiegendem Vorsorgecharakter 
kann keine gesonderte Besteuerung zum Vorsorgetarif beansprucht werden. Die 
Abgangsentschädigung, welche der Beschwerdeführer erhalten hat, muss somit 
zum vollen Satz zusammen mit dem übrigen Einkommen, welches der Be-
schwerdeführer und seine Ehefrau erzielt haben, besteuert werden.

4. Die Beschwerde erweist sich als unbegründet und ist deshalb abzuweisen. 
Bei diesem Ausgang sind den Beschwerdeführern die Kosten des Verfahrens 
aufzuerlegen und besteht auch kein Anspruch auf eine Parteientschädigung 
(vgl. § 128 StG in Verb. mit § 72 Abs. 2 und § 74 Abs. 1 des Verwaltungsrechts-
pflegegesetzes [VRP; SRSZ 234.110] vom 6.6.1974; Art. 144 Abs. 1 und 4 
DBG).

14

Demnach erkennt das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Verfahrens (Gerichtsgebühr, Kanzleikosten und Barausla-
gen) von insgesamt CHF 2'500.-- werden den Beschwerdeführern unter so-
lidarischer Haftbarkeit auferlegt. Sie haben am 23. Januar 2023 einen Kos-
tenvorschuss von CHF 2'500.-- bezahlt, so dass die Rechnung ausgegli-
chen ist.

3. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung Beschwer-
de* in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten beim Bundesgericht, Schwei-
zerhofquai 6, 6004 Luzern, erhoben werden (Art. 42 und 82ff. des Bundes-
gesetzes über das Bundesgericht [BGG; SR 173.110] vom 17.6.2005).

Soweit die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nicht 
zulässig ist, kann in derselben Rechtsschrift subsidiäre Verfassungsbe-
schwerde* erhoben und die Verletzung von verfassungsmässigen Rechten 
gerügt werden (Art. 113ff. BGG).

4. Zustellung an:
- die Beschwerdeführer (2/R)
- die Vorinstanzen (2/EB)
- den Gemeinderat … (A; im Dispositiv)
- und die Eidg. Steuerverwaltung, Hauptabteilung DVS, 3003 Bern (A).

Schwyz, 20. Juni 2023

Im Namen des Verwaltungsgerichts

Der Präsident:

Der Gerichtsschreiber:

*Anforderungen an die Beschwerdeschrift 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache (Deutsch, Französisch, Italienisch, Ru-
mantsch Grischun) abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der 
Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form 
darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt. Die Urkunden, auf die 
sich die Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 
hat; der angefochtene Entscheid ist beizulegen.
Versand: 3. Juli 2023

Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz
Kammer II