# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7f575c91-8e7d-57e2-93b3-3cc26279a924
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-01-26
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht 26.01.2022 810 21 260
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_003_810-21-260_2022-01-26.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und 

Verwaltungsrecht 

 

vom 26. Januar 2022 (810 21 260) 

____________________________________________________________________ 

 

 

 

Kindes- und Erwachsenenschutzrecht 

 

 

Erteilung einer Pflegeplatzbewilligung / Anspruch auf rechtliches Gehör 

 

 
Besetzung Vizepräsident Daniel Ivanov, Kantonsrichter Niklaus Ruckstuhl,  

Markus Clausen, Hans Furer, Stefan Schulthess, Gerichtsschreiber 
Marius Wehren 
 
 

Beteiligte A.____ und B.____, Beschwerdeführende 1 und 2 
 
C.____, Beschwerdeführerin 3 
 
alle vertreten durch Joël Naef, Advokat 

  
 
gegen 
 
 

 Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde D.____, Vorinstanz 
 

  
  
Betreff Pflegeplatzbewilligung  

(Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde D.____ vom 
13. August 2021) 

 

 

 

 

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A. Mit Entscheid des interkommunalen Zentrums für Sozialarbeit E.____ (Nordmazedoni-
en; nachfolgend: interkommunales Zentrum) vom 25. März 2020 wurde B.____ als Vormundin 
von C.____ (geb. 2005) ernannt. Zur Begründung wurde im Wesentlichen ausgeführt, dass der 
Vater von C.____ verstorben und die Mutter mit ihrem neuen Partner nach Serbien weggezo-
gen sei.  
 
B. Im Sommer 2020 stellte der Ehemann von B.____, A.____, welcher am 24. Januar 
2020 in die Schweiz eingereist war und über die Aufenthaltsbewilligung verfügt, beim Amt für 
Migration und Bürgerrecht (AfMB) des Kantons Basel-Landschaft das Gesuch um Familien-
nachzug für seine Ehefrau und die beiden leiblichen Kinder sowie C.____. 
 
C. Mit Entscheid vom 17. Juli 2020 bewilligte das interkommunale Zentrum den Wechsel 
des Wohnorts von C.____ und deren Umzug zu ihrer Vormundin in die Schweiz. 
 
D. Am 15. Oktober 2020 bewilligte das AfMB den Familiennachzug für B.____ und die 
beiden leiblichen Kinder. Die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung für C.____ wurde vom Vor-
liegen einer Pflegeplatzbewilligung abhängig gemacht. 
 
E. Mit E-Mail vom 21. Oktober 2020 erkundigte sich F.____ als Vertreter von A.____ und 
B.____ bei der zuständigen Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde D.____ (KESB) nach dem 
Vorgehen im Hinblick auf die Erteilung einer Pflegeplatzbewilligung für C.____. Die KESB teilte 
mit E-Mail vom 22. Oktober 2020 mit, dass ein Verfahren auf Prüfung eines Pflegeverhältnisses 
erst eröffnet werde, wenn von den Gesuchstellern alle notwendigen Unterlagen eingereicht 
worden seien, und liess den Ehegatten A.____ und B.____ ein Merkblatt zur Aufnahme auslän-
discher Pflegekinder zukommen.  
 
F. Am 26. Mai 2021 übermittelte F.____ der KESB verschiedene Unterlagen, darunter die 
beiden Entscheide des interkommunalen Zentrums vom 25. März 2020 und 17. Juli 2020. 
 
G. Am 30. Juni 2021 führte die KESB ein Gespräch mit C.____ in Anwesenheit von 
A.____ und B.____ durch. Das Gespräch wurde auf die Frage beschränkt, ob C.____ während 
der Dauer des Verfahrens um Erteilung einer Pflegeplatzbewilligung kindswohlgerecht bei 
A.____ und B.____ untergebracht ist.  
 
H. Mit Entscheid der KESB vom 13. August 2021 wurde A.____ und B.____ die Bewilli-
gung zur Aufnahme von C.____ als Pflegekind verweigert. Zur Begründung wurde im Wesentli-
chen ausgeführt, dass es im Fall von C.____ an einem wichtigen Grund mangle, welcher die 
Erteilung einer Pflegeplatzbewilligung rechtfertigen würde.  
 
I. Gegen diesen Entscheid erhoben A.____ und B.____ (nachfolgend: Beschwerdefüh-
rende 1 und 2) sowie C.____ (nachfolgend: Beschwerdeführerin 3), vertreten durch Joël Naef, 
Advokat, mit Eingabe vom 13. September 2021 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-
Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht. Sie stellen das Begehren, es sei der 
angefochtene Entscheid aufzuheben und die Pflegeplatzbewilligung für C.____ zu erteilen. 

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Eventualiter sei die Angelegenheit zur Abklärung des Sachverhalts und zu neuem Entscheid an 
die KESB zurückzuweisen und C.____ persönlich anzuhören, dies evtl. verbunden mit der Wei-
sung, Abklärungen hinsichtlich der Eignung der Beschwerdeführenden 1 und 2 als Pflegeeltern 
zu treffen; alles unter o/e-Kostenfolge. Zudem ersuchen die Beschwerdeführenden um unent-
geltliche Rechtspflege.   
 
J. Mit Vernehmlassung vom 19. Oktober 2021 beantragt die Vorinstanz die Abweisung 
der Beschwerde unter o/e-Kostenfolge.  
 
K. Mit Verfügung vom 1. November 2021 wurde der Fall der Kammer zur Beurteilung 
überwiesen. Von Beweismassnahmen wurde abgesehen und die entsprechenden Beweisan-
träge der Beschwerdeführenden wurden abgewiesen. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g : 
 
1. Gemäss Art. 450 Abs. 1 ZGB in Verbindung mit Art. 314 Abs. 1 ZGB kann gegen Ent-
scheide der Kindesschutzbehörde Beschwerde beim zuständigen Gericht erhoben werden. Zu-
ständiges Gericht im Sinne dieser Bestimmung ist nach § 66 Abs. 1 des Gesetzes über die Ein-
führung des Zivilgesetzbuches (EG ZGB) vom 16. November 2006 das Kantonsgericht, Abtei-
lung Verfassungs- und Verwaltungsrecht. Das Verfahren richtet sich vorab nach Art. 450 ff. 
ZGB. Im Übrigen sind die Bestimmungen des kantonalen Verwaltungsprozessrechts anwendbar 
(§ 66 Abs. 2 EG ZGB). Nach Art. 450 Abs. 2 ZGB sind Personen zur Beschwerde befugt, die 
am Verfahren beteiligt sind (Ziff. 1), die der betroffenen Person nahestehen (Ziff. 2) oder die ein 
rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung des angefochtenen Ent-
scheids haben (Ziff. 3). Die Beschwerdeführenden sind als Verfahrensbeteiligte zur Beschwer-
de legitimiert. Da auch die übrigen formellen Voraussetzungen erfüllt sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 
 
2. Nach Art. 450a Abs. 1 ZGB können mit der Beschwerde Rechtsverletzungen (Ziff. 1), 
die unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sachverhalts (Ziff. 2) sowie die Unange-
messenheit (Ziff. 3) gerügt werden. Dem Kantonsgericht kommt bei der Beurteilung der vorlie-
genden Beschwerde somit volle Kognition zu. 
 
3. Strittig ist, ob die Vorinstanz zu Recht das Gesuch der Beschwerdeführenden 1 und 2 
um Erteilung einer Pflegeplatzbewilligung für die Beschwerdeführerin 3 abwies.  
 
4. Die Vorinstanz erwog zusammengefasst, dem Entscheid des interkommunalen Zent-
rums vom 25. März 2020 könne entnommen werden, dass die Beschwerdeführerin 2 als Vor-
mundin der Beschwerdeführerin 3 eingesetzt werde, da deren Kindsvater verstorben sei und die 
Kindsmutter mit ihrem neuen Ehemann nach Serbien umziehen wolle. Die Tatsache, dass der 
Vater der Beschwerdeführerin 3 bereits im Jahr 2012 verstorben sei, sie jedoch erst im März 
2020 bzw. vier Monate vor Erteilung der Bewilligung zur Ausreise in die Schweiz unter die Vor-
mundschaft der Beschwerdeführerin 2 gestellt worden sei, lasse ohne weiteres darauf schlies-

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sen, dass die Mutter die elterliche Sorge im Hinblick auf die geplante Ausreise ihrer Tochter in 
die Schweiz abgegeben habe. Weiter könne dem E-Mail vom 21. Oktober 2020 entnommen 
werden, dass die Beschwerdeführerin 3 primär wegen der besseren Ausbildungsbedingungen 
in der Schweiz leben möchte, damit sie ihre Familie einmal unterstützen könne, was aus Sicht 
der Jugendlichen durchaus verständlich sei. Zusammengefasst gehe aus den eingereichten 
Unterlagen in keiner Weise hervor, dass vorliegend ein wichtiger Grund im Sinne von Art. 6 der 
Verordnung über die Aufnahme von Pflegekindern (Pflegekinderverordnung, PAVO) vom  
19. Oktober 1977 für die Aufnahme eines ausländischen Pflegekindes gegeben sei. Dass die 
Vormundin und ihr Ehemann ihr Mündel ohne Abklärung der Voraussetzungen und insbesonde-
re ohne das vorgängige Einholen der Pflegeplatzbewilligung gemäss Art. 8 PAVO in die 
Schweiz genommen und damit Tatsachen geschaffen hätten, ändere insbesondere aufgrund 
des Alters der Beschwerdeführerin 3 nichts an der Beurteilung des Vorliegens eines wichtigen 
Grundes gemäss Art. 6 Abs. 1 PAVO. 
 
5.1  Wer Pflegekinder aufnimmt, bedarf gemäss Art. 316 Abs. 1 ZGB einer Bewilligung der 
Kindesschutzbehörde oder einer anderen vom kantonalen Recht bezeichneten Stelle seines 
Wohnsitzes und steht unter deren Aufsicht. Der Bundesrat hat die entsprechenden Ausfüh-
rungsvorschriften (Art. 316 Abs. 2 ZGB) in der PAVO erlassen. Danach ist beim Entscheid über 
die Erteilung einer Bewilligung sowie bei der Ausübung der Aufsicht vorrangig das Kindeswohl 
zu berücksichtigen (Art. 1a Abs. 1 PAVO). Die Aufnahme eines ausländischen Kindes bedarf 
einer kindesschutzbehördlichen (Art. 316 Abs. 1 ZGB und Art. 4 ff. PAVO) sowie einer auslän-
derrechtlichen Bewilligung (Art. 33 der Verordnung über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstä-
tigkeit [VZAE] vom 24. Oktober 2007 i.V.m. Art. 8 Abs. 4 PAVO). Beide Bewilligungen müssen 
vor der Aufnahme des Kindes eingeholt werden (Art. 8 Abs. 1 PAVO; vgl. Urteil des Bundesge-
richts 5A.1/2001 vom 19. April 2001 E. 3a). Eine Pflegeplatzbewilligung darf nur erteilt werden, 
wenn die Pflegeeltern und ihre Hausgenossen nach Persönlichkeit, Gesundheit und erzieheri-
scher Eignung sowie nach den Wohnverhältnissen für gute Pflege, Erziehung und Ausbildung 
des Kindes Gewähr bieten und das Wohl anderer in der Pflegefamilie lebender Kinder nicht 
gefährdet wird (Art. 5 Abs. 1 PAVO). Wird keine Adoption angestrebt, so kann ein ausländi-
sches Kind, das bisher im Ausland gelebt hat, in der Schweiz nur aufgenommen werden, wenn 
ein wichtiger Grund vorliegt (Art. 6 Abs. 1 PAVO). Die Pflegeeltern müssen eine schriftliche Er-
klärung des nach dem Recht des Herkunftslandes des Kindes zuständigen gesetzlichen Vertre-
ters vorlegen, in der dieser angibt, zu welchem Zweck das Kind in der Schweiz untergebracht 
werden soll. Ist diese Erklärung nicht in einer schweizerischen Amtssprache abgefasst, so kann 
die Behörde eine Übersetzung verlangen (Art. 6 Abs. 2 PAVO). Die Pflegeeltern müssen sich 
zudem schriftlich verpflichten, ohne Rücksicht auf die Entwicklung des Pflegeverhältnisses für 
den Unterhalt des Kindes in der Schweiz wie für den eines eigenen aufzukommen und dem 
Gemeinwesen die Kosten zu ersetzen, die es an ihrer Stelle für den Unterhalt des Kindes ge-
tragen hat (Art. 6 Abs. 3 PAVO). 
 
5.2 Seitens der Beteiligten ist unbestritten, dass die Beschwerdeführerin 2 rechtsgültig als 
Vormundin der Beschwerdeführerin 3 eingesetzt wurde. Die Vorinstanz macht namentlich nicht 
geltend, dass dem diesbezüglichen Entscheid des interkommunalen Zentrums vom 25. März 
2020 die Anerkennung zu versagen wäre. Ebenfalls wird von den Beteiligten nicht in Frage ge-

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stellt, dass der Vormund bzw. die Vormundin einer Pflegeplatzbewilligung gemäss Art. 316 ZGB 
in Verbindung mit Art. 4 ff. PAVO bedarf, wenn er bzw. sie das Kind in die eigene Hausgemein-
schaft aufnimmt (vgl. KURT AFFOLTER-FRINGELI/URS VOGEL, Berner Kommentar: Minderjährige 
unter Vormundschaft, Art. 327a-327c ZGB, Bern 2016, N 50 zu Art. 327c).  
 
6.1 Die Beschwerdeführenden rügen in formeller Hinsicht eine Verletzung des Untersu-
chungsgrundsatzes (Art. 446 ZGB) sowie des Anspruchs auf rechtliches Gehör (Art. 29  
Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft [BV] vom 18. April 
1999). Insbesondere habe es die Vorinstanz unterlassen, die Beschwerdeführerin 3 persönlich 
anzuhören (Art. 314a Abs. 1 ZGB und Art. 12 des Übereinkommens vom 20. November 1989 
über die Rechte des Kindes [Kinderrechtskonvention, KRK]). Zwar habe die Beschwerdeführe-
rin 3 mit ihrem "Lebenslauf" eine schriftliche Stellungnahme eingereicht. Dies entbinde die Vor-
instanz jedoch nicht von der persönlichen Anhörung der Jugendlichen. Dem angefochtenen 
Entscheid fehlten zudem Ausführungen zur Verhältnismässigkeit der Verweigerung der Pflege-
platzbewilligung. Namentlich fehle eine Auseinandersetzung damit, welchen Einfluss es auf das 
Kindeswohl hätte, wenn die Pflegeplatzbewilligung verweigert und die Beschwerdeführerin 3 
von den Beschwerdeführenden 1 und 2 getrennt würde. Es sei unklar, ob eine diesbezügliche 
Überprüfung der Massnahme überhaupt stattgefunden habe bzw. von welchen Überlegungen 
sich die Behörde in dieser Hinsicht habe leiten lassen. Die Anfechtung des Entscheids werde 
dadurch erheblich erschwert, was den Anspruch auf rechtliches Gehör ebenfalls verletze. 
 
6.2 Die Vorinstanz entgegnet in ihrer Vernehmlassung, sie habe im Mai/Juni 2021 zu-
nächst die allfällige Anordnung von Kindesschutzmassnahmen zu prüfen gehabt. In diesem 
Zusammenhang seien die Beschwerdeführenden zu einem Gespräch mit einem Spruchkörper-
mitglied der KESB eingeladen worden. Aufgrund des Ergebnisses dieses Gesprächs habe die 
KESB keinen Grund für die vorläufige Anordnung von Kindesschutzmassnahmen gesehen. Im 
Weiteren sei zur Klärung der Situation der Beschwerdeführerin 3 so rasch wie möglich über die 
Pflegeplatzbewilligung zu befinden gewesen. Aufgrund der Tatsache, dass sich die Jugendliche 
bereits zu einem Zeitpunkt in der Schweiz aufgehalten habe, da der KESB noch gar kein Ge-
such um Pflegeplatzbewilligung bzw. später dann ein Gesuch mit ungenügenden Unterlagen 
vorgelegen habe, sei es für die KESB schlicht unmöglich gewesen, das in solchen Fällen übli-
che Verfahren ordentlich durchzuführen. Die KESB habe daher das Vorliegen des wichtigen 
Grundes gemäss Art. 6 Abs. 1 PAVO gestützt auf die im August 2021 vorliegenden Unterlagen 
geprüft und befunden, dass die Voraussetzungen für das Vorliegen des wichtigen Grundes 
nicht erfüllt seien. Bei der üblichen Ausgangslage – das aufzunehmende Kind befinde sich noch 
im Ausland – hätte die KESB die Möglichkeit gehabt und wohl auch genutzt, bei den Gesuch-
stellern weitere Unterlagen einzufordern, beispielsweise einen ausführlichen Sozialbericht über 
die familiären Verhältnisse und Unterbringungsmöglichkeiten bei der Mutter in Serbien oder 
anderen Verwandten oder einer Institution in Nordmazedonien. In diesem Zusammenhang sei 
anzumerken, dass Abklärungen im Ausland erfahrungsgemäss sehr aufwändig und zeitintensiv 
seien. Dass die Gesuchsteller in klarer Nichteinhaltung von Art. 8 Abs. 1 PAVO die Jugendliche 
ohne Vorliegen der Pflegeplatzbewilligung bei sich in der Schweiz aufgenommen hätten, könne 
nicht dazu führen, dass es dadurch Aufgabe der KESB anstelle der Gesuchsteller gewesen 
wäre, das Vorliegen des wichtigen Grundes darzutun bzw. die entsprechenden Abklärungen in 

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eigener Regie vorzunehmen, wie dies die Beschwerdeführenden gestützt auf den Untersu-
chungsgrundsatz forderten. Aufgrund des ausführlichen Lebenslaufs der Beschwerdeführerin 3 
und der Tatsache, dass die Jugendliche im Verfahren auf Prüfung von Kindesschutzmassnah-
men am 30. Juni 2021 bereits von einem Spruchkörpermitglied angehört worden sei, habe die 
KESB auf eine nochmalige Anhörung verzichtet.  
 
6.3.1 Die KESB ist in Verfahren betreffend die Pflegekinderaufsicht, welche als Teilgehalt die 
Bewilligung des Pflegekinderverhältnisses umfasst, an das Verhältnismässigkeitsprinzip sowie 
den Untersuchungsgrundsatz gebunden und muss die Eltern, die Pflegeeltern und das Kind am 
Verfahren beteiligen (vgl. SYBILLE GASSNER, Pflegeeltern im Dreieck zwischen Eltern, Kind und 
KESB - Rechtliche Rahmenbedingungen für das Gelingen eines Dauerfamilienpflegeverhältnis-
ses, Zürich 2018, N 522 ff. und N 537 ff.). Der Untersuchungsgrundsatz im Sinne von Art. 446 
ZGB bedeutet, dass alle zur Klärung des entscheidrelevanten Sachverhalts erforderlichen Ab-
klärungen und Beweiserhebungen von Amtes wegen vorzunehmen sind (vgl. Urteil des Bun-
desgerichts 5A_922/2017 vom 2. August 2018 E. 5.2). Er wird durch die in Art. 448 Abs. 1 ZGB 
statuierte Mitwirkungspflicht der Parteien relativiert. Gemäss Art. 29 Abs. 2 BV haben die Par-
teien zudem Anspruch auf rechtliches Gehör. In Konkretisierung der Ansprüche aus Art. 29 
Abs. 2 BV und Art. 12 KRK regelt Art. 314a Abs. 1 ZGB, dass das Kind durch die Kindes-
schutzbehörde oder durch eine beauftragte Drittperson in geeigneter Weise persönlich angehört 
wird, soweit nicht sein Alter oder andere wichtige Gründe dagegensprechen. Die Anhörung des 
Kindes ist zum einen Ausfluss seiner Persönlichkeit und dient zum anderen der Sachverhalts-
feststellung (vgl. Urteile des Bundesgerichts 5A_750/2020 und 5A_751/2020 vom 6. Mai 2021 
E. 6.3; 5A_92/2020 vom 25. August 2020 E. 3.3.1; BGE 146 III 203 E. 3.3.2; BGE 131 III 553  
E. 1.1).  
 
6.3.2 Der Vorinstanz ist dahingehend beizupflichten, dass gemäss Art. 8 Abs. 1 PAVO die 
künftigen Pflegeeltern verpflichtet sind, die Pflegeplatzbewilligung vor Aufnahme des Kindes 
einzuholen. Die Bewilligung für die Aufnahme eines ausländischen Kindes wird zudem erst 
wirksam, wenn die kantonale Migrationsbehörde das Visum erteilt oder die Aufenthaltsbewilli-
gung zugesichert hat (Art. 8 Abs. 4 in Verbindung mit Art. 8a Abs. 2 PAVO). Aufgrund des in der 
Verordnung vorgesehenen Verfahrensablaufs kann das aufzunehmende Kind von den schwei-
zerischen Behörden im Regelfall somit nicht angehört werden. Dessen ungeachtet ist die Mei-
nung des Kindes, wenn es wie vorliegend bereits in der Schweiz anwesend ist, im Verfahren 
betreffend Erteilung einer Pflegeplatzbewilligung zu berücksichtigen (vgl. Urteil des Bundesge-
richts 5A.1/2001 vom 19. April 2001 E. 6b). Die Beschwerdeführerin 3, welche sich im Zeitpunkt 
der Einreichung des Gesuchs bereits in der Schweiz befand, war demnach in Bezug auf die 
vorliegende Streitsache anzuhören, was von der Vorinstanz zu Recht nicht bestritten wird.    
 
6.3.3 Die Vorinstanz stellt sich in der Vernehmlassung auf den Standpunkt, dass die Be-
schwerdeführerin 3 im Verfahren auf Prüfung von Kindesschutzmassnahmen am 30. Juni 2021 
angehört worden sei, weshalb auf eine nochmalige Anhörung habe verzichtet werden können. 
Anlässlich der erwähnten Anhörung habe die Jugendliche namentlich auch Gelegenheit gehabt, 
sich über die Vorgeschichte und die Gründe für ihren Umzug in die Schweiz zu äussern. Der 
Argumentation der Vorinstanz kann nicht gefolgt werden: Die fragliche Anhörung, welche im 

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Beisein des Beschwerdeführenden 1 und 2 erfolgte, wurde ausdrücklich auf die Frage be-
schränkt, ob die Beschwerdeführerin 3 während der Dauer des Verfahrens um Erteilung einer 
Pflegeplatzbewilligung kindswohlgerecht bei A.____ und B.____ untergebracht ist. Die Anhö-
rung erfolgte somit nicht bezogen auf die Thematik des vorliegenden Verfahrens, welches den 
dauerhaften Verbleib der Beschwerdeführerin 3 bei den Beschwerdeführenden 1 und 2 im 
Rahmen eines Pflegeverhältnisses betrifft. Dem Protokoll zur Anhörung vom 30. Juni 2021 las-
sen sich zu dieser Frage denn auch keine substantiellen Ausführungen der Beschwerdeführerin 
3 entnehmen. Der Verweis der Vorinstanz auf den eingereichten "Lebenslauf" der Beschwerde-
führerin 3 genügt in diesem Zusammenhang nicht und vermag eine persönliche Anhörung der 
Beschwerdeführerin 3 nicht zu ersetzen. Eine solche wäre nicht zuletzt zur Sachverhaltsabklä-
rung – namentlich zur Frage der Betreuungssituation in Nordmazedonien, welche für die Beur-
teilung des Vorliegens eines wichtigen Grundes im Sinne von Art. 6 Abs. 1 PAVO von Bedeu-
tung ist – unabdingbar gewesen.  
 
6.3.4  Nach dem Gesagten ist festzustellen, dass die Vorinstanz zu Unrecht von einer Anhö-
rung der Beschwerdeführerin 3 zur Frage des Pflegeverhältnisses abgesehen hat. Eine zu Un-
recht unterbliebene Anhörung ist nachzuholen, wobei eine Heilung durch oberinstanzliche An-
hörung auch bei Kindern lediglich ausnahmsweise zulässig ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 
5A_2/2016 vom 28. April 2016 E. 2.3). Von einer Heilung des Verfahrensmangels durch gericht-
liche Anhörung der Beschwerdeführerin 3 ist im vorliegenden Fall abzusehen, zumal sich die 
Beschwerde – wie nachfolgend aufzuzeigen ist (E. 6.4.1 f. hiernach) – auch hinsichtlich der ge-
rügten Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes und des Anspruchs auf rechtliches Gehör 
der Beschwerdeführenden 1 und 2 als begründet erweist.  
 
6.4.1 Die Vorinstanz macht wie bereits ausgeführt (E. 6.2 hiervor) geltend, dass es ihr auf-
grund des Aufenthalts der Beschwerdeführerin 3 in der Schweiz vor Erteilung der Pflegeplatz-
bewilligung nicht möglich gewesen sei, das übliche Verfahren ordentlich durchzuführen.  
 
6.4.2 Mit der Vorinstanz ist festzustellen, dass die Beschwerdeführerin 3 das Verfahren um 
Erteilung einer Pflegeplatzbewilligung im Ausland hätte abwarten müssen und das Vorgehen 
der Beschwerdeführenden insofern nicht verordnungskonform war. Die unbewilligte Aufnahme 
der Beschwerdeführerin 3 bzw. das dadurch geschaffene "fait accompli" kann jedoch nicht zur 
Folge haben, dass die KESB die für das Bewilligungsverfahren notwendigen Abklärungen nicht 
durchzuführen hätte. Dass sich die entsprechenden Abklärungen aufgrund des Aufenthalts der 
Jugendlichen in der Schweiz allenfalls schwieriger gestalten, ändert daran nichts. Soweit die 
KESB dafür auf die Mitwirkung der Beschwerdeführenden angewiesen ist, hat sie diesen die 
Gelegenheit zu geben, zu allfälligen Fragen Stellung zu nehmen bzw. allfällige fehlende Unter-
lagen beizubringen. Weshalb es der Vorinstanz im vorliegenden Fall verunmöglicht gewesen 
sein soll, die von ihr angeführten Abklärungen – unter Mitwirkung der Beschwerdeführenden – 
vorzunehmen, erschliesst sich nicht. Das Vorgehen der Vorinstanz steht insofern im Wider-
spruch zum Untersuchungsgrundsatz (Art. 448 Abs. 1 ZGB) sowie zum Anspruch auf rechtli-
ches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV).  
 

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6.5.1 Nach dem Gesagten ist der angefochtene Entscheid in Gutheissung der Beschwerde 
aufzuheben und die Angelegenheit zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen.  
 
6.5.2 Im Rahmen der Neubeurteilung wird die Vorinstanz nebst der Anhörung der Be-
schwerdeführerin 3 die gebotenen Abklärungen vorzunehmen und im Anschluss daran neu 
über das Gesuch der Beschwerdeführenden 1 und 2 zu befinden haben. Dabei wird im Zu-
sammenhang mit der Voraussetzung des wichtigen Grundes im Sinne von Art. 6 Abs. 1 PAVO 
zu beurteilen sein, ob die Verweigerung der Pflegeplatzbewilligung im Hinblick auf die Betreu-
ungssituation in der Heimat der Beschwerdeführerin 3 mit dem Kindeswohl vereinbar bzw. ver-
hältnismässig ist. Ungeachtet des Umstands, dass die Beschwerdeführenden den in der Ver-
ordnung vorgesehenen Verfahrensablauf missachtet haben, wird unter dem Gesichtspunkt des 
Kindeswohls auch die mittlerweile erfolgte Integration der Beschwerdeführerin 3 in der Schweiz 
gebührend zu berücksichtigen sein.  
 
7.1 Es bleibt über die Kosten zu befinden. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor 
dem Kantonsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren und 
die Beweiskosten und werden in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Aus-
mass auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Im vorliegenden Fall sind die Verfahrenskosten in der Höhe 
von Fr. 1'500.-- der unterliegenden Vorinstanz aufzuerlegen. 
 
7.2 Der ganz oder teilweise obsiegenden Partei kann gemäss § 21 Abs. 1 VPO für den 
Beizug eines Anwalts oder einer Anwältin eine angemessene Parteientschädigung zulasten der 
Gegenpartei zugesprochen werden. Ausgangsgemäss ist den Beschwerdeführenden eine Par-
teientschädigung zulasten der Vorinstanz zuzusprechen, wobei sich das in der Honorarnote 
vom 3. November 2021 ausgewiesene Honorar in der Höhe von Fr. 3'443.85 (inkl. Auslagen) für 
das Verfahren vor Kantonsgericht als angemessen erweist.    
 
7.3 Das Gesuch der Beschwerdeführenden um unentgeltliche Rechtspflege erweist sich 
bei diesem Ausgang als gegenstandslos.  
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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Demgemäss wird  e r k a n n t : 
 
 
://: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird der Entscheid der Kindes- und 

Erwachsenenschutzbehörde D.____ vom 13. August 2021 aufgehoben 
und die Angelegenheit zur Neubeurteilung im Sinne der Erwägungen an 
die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde D.____ zurückgewiesen. 

   
 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'500.-- werden der Kindes- 

und Erwachsenenschutzbehörde D.____ auferlegt.  
   
 3. Die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde D.____ hat den Beschwer-

deführenden eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 3'443.85 (inkl. 
Auslagen) zu bezahlen.  

 
 
 
 
Vizepräsident 
 
 
 
 
 
 

Gerichtsschreiber