# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a06f853d-4cc8-525b-b2d4-56e0cc4fb140
**Source:** Appenzell Ausserrhoden (AR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-01-01
**Language:** de
**Title:** Appenzell Ausserrhoden Obergericht 3. Abteilung O3V-19-30
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AR_Gerichte/AR_OG_003_O3V-19-30_nodate.pdf

## Full Text

Beschwerdeführerin A. 

 

vertreten durch: RA AA. 

 

 

 

Vorinstanz Versicherung B. 

 

 

 

Beigeladene   Versicherung C. 

 

 

 

Gegenstand Leistungen der Unfallversicherung  

Beschwerde gegen den Einspracheentscheid  

der Versicherung B. vom 15. Juli 2019 

 

Obergericht Appenzell Ausserrhoden  
3. Abteilung 

 

Zirkular-Urteil vom 4. November 2020  
 
 

Mitwirkende Obergerichtsvizepräsident W. Kobler 

Oberrichter H.P. Fischer, F. Windisch, H.P. Blaser, E. Zingg 

Obergerichtsschreiberin A. Mauerhofer 

 

 

Verfahren Nr. O3V 19 30 

  

Seite 2 

Rechtsbegehren 

 

a) der Beschwerdeführerin: 

 

1. Es sei der Einspracheentscheid der Beschwerdegegnerin vom 15. Juli 2019 aufzu-

heben. 

 

2. Es sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, der Beschwerdeführerin auch nach dem 

1. Oktober 2017 die gesetzlichen Leistungen zu erbringen. 

 Eventuell sei eine gerichtliche Begutachtung durchzuführen oder die Streitsache zur 

unabhängigen Begutachtung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. 

 

3. Es sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, die der Beschwerdeführerin entstan-

denen Kosten der fachärztlichen Beurteilung des Spitals G. zurückzuerstatten. 

 

4. Es sei die Beschwerdegegnerin sodann zu verpflichten, der Beschwerdeführerin für die 

Kosten der Rechtsvertretung eine angemessene ausseramtliche Entschädigung zu ent-

richten. 

 

 

b) der Vorinstanz: 

 

 Es sei die Beschwerde vom 5. September 2019 abzuweisen. 

 

 

c) der Beigeladenen: 

 

 Die Beschwerde sei insofern gutzuheissen, als die Vorinstanz zu verpflichten sei, auch 

nach dem 1. Oktober 2017 die gesetzlichen Leistungen nach UVG (insbesondere die 

Heilkosten) zu erbringen. 

 

 

  

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Sachverhalt 

 

A. Die am XX.XX.1956 geborene A. (nachfolgend: Beschwerdeführerin) war über ihre 

Arbeitgeberin bei der Versicherung B. (nachfolgend: Vorinstanz) obligatorisch gegen die 

Folgen von Unfällen versichert, als sie gemäss Schadenmeldung UVG (act. 8.1/A1) am 

30. März 2017 verunfallte und sich dabei an den Knien, an der Schulter links und an der 

Hand rechts verletzte.  

 

 

B. Die Vorinstanz kam in der Folge für diverse Heilbehandlungskosten im Zusammenhang mit 

dem Unfall auf. Am 19. September 2017 erkundigte sich eine Mitarbeiterin der Vorinstanz 

telefonisch bei der Beschwerdeführerin nach dem aktuellen Stand. Diese berichtete, es 

gehe ihr gut, sowohl die Physiotherapie als auch beim Arzt sei die Behandlung im Moment 

abgeschlossen, aber sie wisse nicht, ob später eine OP stattfinden werde (act. 8.1/A7). Am 

7. März 2018 meldete die Beschwerdeführerin sich erneut telefonisch bei der Vorinstanz 

und berichtete, sie leide noch immer unter Schmerzen am Handgelenk. Eine Kortison-

spritze habe nichts genützt, es werde höchstwahrscheinlich eine OP geben (act. 8.1/A8).  

 

 

C. Mit Schreiben vom 25. Mai 2018 teilte die Vorinstanz der Beschwerdeführerin mit, sie habe 

die Unterlagen dem medizinischen Dienst vorgelegt und dieser sei zum Schluss gelangt, 

dass die Beschwerden nicht mehr mit der gesetzlich festgelegten überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit im Zusammenhang mit dem Unfallereignis stünden. Aufgrund dieser 

Beurteilung bestehe ab dem 1. Oktober 2017 kein Anspruch mehr auf Leistungen aus der 

obligatorischen Unfallversicherung (act. 8.1/A9). Diese Auffassung bestätigte die 

Vorinstanz mit Verfügung vom 7. August 2018 und hielt erneut fest, der medizinische 

Dienst könne keinen Zusammenhang zwischen den Beschwerden und dem Unfallereignis 

erkennen, weshalb die Leistungen aus der obligatorischen Unfallversicherung per 

30. September 2017 eingestellt würden (act. 8.1/A14). Gegen diese Verfügung erhob die 

Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 5. September 2018 persönlich (act. 8.1/A18) und 

am 14. September 2018 ausführlicher begründet durch ihren damaligen Rechtsvertreter 

Einsprache (act. 8.1/A22) und beantragte die Übernahme der gesetzlichen Leistungen 

durch den Unfallversicherer auch für die Zeit ab Oktober 2017. In der Folge tätigte die 

Vorinstanz zunächst weitere Abklärungen und erliess schliesslich am 15. Juli 2019 einen 

ausführlich begründeten abweisenden Einspracheentscheid (act. 8.1/A34). Darin hielt die 

Vorinstanz fest, sie habe den Fall, nachdem die Behandlung nach dem 7. August 2017 

nicht fortgesetzt worden sei, bereits damals formlos abschliessen dürfen. Für die ab 

Februar 2018 geltend gemachten Beschwerden liege eine Rückfall- bzw. Spätfolge-

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konstellation vor, weshalb es nun an der Beschwerdeführerin liege, das Vorliegen eines 

Kausalzusammenhangs zwischen den Beschwerden und dem Unfall nachzuweisen. Aus 

medizinischer Sicht sei eine Kausalität zwischen den durch die Rhizarthrose verursachten 

Beschwerden und dem Unfall höchstens möglich, was für die Begründung einer 

Leistungspflicht des obligatorischen Unfallversicherers nicht genüge. Auf weitere 

Abklärungen könne in antizipierter Beweiswürdigung verzichtet werden. 

 

 

D. Gegen diesen leistungsabweisenden Einspracheentscheid richtet sich die am 5. September 

2019 von der Beschwerdeführerin erhobene Beschwerde ans Obergericht mit den eingangs 

erwähnten Anträgen (act. 1). Mit Vernehmlassung vom 15. Oktober 2019 (act. 4) bean-

tragte der zum Verfahren beigeladene Krankenversicherer die Gutheissung dieser 

Beschwerde, während die Vorinstanz innert erstreckter Frist am 12. Dezember 2019 eine 

Vernehmlassung mit dem Antrag auf Abweisung der Beschwerde einreichte (act. 7). Keine 

der beteiligten Parteien verlangte die Durchführung einer mündlichen Verhandlung. Die 

Beschwerdeführerin verzichtete auf die Einreichung einer Replik. Aufgrund der Corona-

Pandemie wurde beim Obergericht im ersten Halbjahr von Beratungen vor Ort weitgehend 

abgesehen. Als nach vorübergehender Wiederaufnahme des ordentlichen Verhandlungs-

betriebs nach dem Sommer infolge der weiteren Entwicklung der Pandemie die zur 

Beratung des vorliegenden Verfahrens angesetzte Sitzung kurzfristig wieder abgesagt 

werden musste, fällten die Richter einstimmig das vorliegende Zirkular-Urteil.  

 

 

E. Auf weitere Einzelheiten im Sachverhalt und in den vorinstanzlichen Akten sowie die 

Vorbringen der Parteien in den Rechtsschriften wird, soweit entscheidrelevant, in den 

nachfolgenden Erwägungen näher eingegangen. 

 

 

 

Erwägungen 

 

1. Formelles 

 

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversicherungsrecht ergangen. 

Zuständig für die Beurteilung von sozialversicherungsrechtlichen Streitigkeiten ist gemäss 

Art. 58 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs-

rechts (ATSG, SR 830.1) das Versicherungsgericht desjenigen Kantons, in dem die ver-

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sicherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung Wohnsitz hat. Da die Beschwerde-

führerin in XX AR wohnt, ist die örtliche Zuständigkeit in Appenzell Ausserrhoden gegeben.  

 

 

1.2 Gemäss Art. 57 ATSG i.V.m. Art. 28 Abs. 1 lit. b Justizgesetz (JG, bGS 145.31) beurteilt 

das Obergericht als kantonales Versicherungsgericht Beschwerden aus dem Bereich 

der Sozialversicherungen. Das Gesamtgericht hat Beschwerden in Sozialversiche-

rungssachen mit medizinischen Fragestellungen der 3. Abteilung zur Beurteilung 

zugewiesen (so publiziert im aktuellen Staatskalender des Kantons Appenzell Aus-

serrhoden [https:// staatskalender.ar.ch/organizations/pdf], Ziff. 2.6.1.2), weshalb diese zur 

Beurteilung der vorliegenden Beschwerdesache zuständig ist.  

 

 

1.3 Die von Amtes wegen vorzunehmende Prüfung der weiteren Prozessvoraussetzungen 

ergibt, dass diese sowohl hinsichtlich der Beschwerdeberechtigung auf Seiten der 

Beschwerdeführerin als auch hinsichtlich der Form- und Fristerfordernisse mit Bezug auf 

die Beschwerdeschrift erfüllt sind (insbesondere Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die 

Unfallversicherung [UVG, SR 832.20] i.V.m. Art. 59, Art. 60 Abs. 1 und Art. 61 lit. b ATSG). 

 

 

1.4 Auf die Beschwerde ist somit einzutreten. 

 

 

1.5 Gestützt auf Art. 2 der Verordnung über COVID-19-Massnahmen: Gerichte (bGS 113.2) 

kann das Obergericht zur Bewältigung der aktuell ausserordentlichen Lage in allen Fällen 

auf dem Zirkularweg entscheiden, wenn das Gesetz keine Verhandlung vorschreibt. Da 

vorliegend keine Durchführung einer Verhandlung vorgeschrieben ist und die Parteien auf 

die Durchführung einer solchen verzichteten, hat das Obergericht den vorliegenden 

Entscheid im Zirkularverfahren gefällt. 

 

 

2. Materielles 

 

2.1  Gegenstand der Unfallversicherung sind Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, 

Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten (Art. 6 Abs. 1 UVG). Zwischen den Parteien ist 

unbestritten, dass die Beschwerdeführerin am 30. März 2017, als sie infolge einer Kollision 

mit einem Lieferwagen mit ihrem Roller stürzte, einen Unfall erlitt. Die Vorinstanz richtete 

der Beschwerdeführerin als deren Unfallversicherer zunächst auch Versicherungs-

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leistungen aus, stellte diese aber mit Verfügung vom 7. August 2018 schliesslich 

rückwirkend per 30. September 2017 ein, wobei auf die Rückforderung der bisher 

erbrachten Leistungen verzichtet wurde. Streitig und zu prüfen ist im vorliegenden 

Beschwerdeverfahren, ob die Vorinstanz zu dieser Leistungseinstellung berechtigt war oder 

nicht. Zur Diskussion steht dabei namentlich der Kausalzusammenhang zwischen dem 

Unfallereignis vom 30. März 2017 und den ab Oktober 2017 weiterhin bestehenden 

Beschwerden. 

 

a. Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt zunächst das Bestehen 

eines natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfallereignis und dem einge-

tretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) voraus. Ursachen im Sinne des natürlichen 

Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene 

Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit 

eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung 

des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder 

unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende 

Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der 

versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit anderen Worten nicht weggedacht 

werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele. Die 

Leistungspflicht des obligatorischen Unfallversicherers erstreckt sich auch auf mittelbare 

bzw. indirekte Unfallfolgen (vgl. anstelle vieler: Urteil des Bundesgerichts 8C_558/2019 

vom 19. September 2019 E. 3 m.w.H.).  

 

b. Der Unfallversicherer haftet für einen Gesundheitsschaden nur insoweit, als dieser nicht nur 

in einem natürlichen, sondern auch in einem adäquaten Kausalzusammenhang zum 

versicherten Ereignis steht. Bei organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen deckt sich 

die adäquate weitgehend mit der natürlichen Kausalität, so dass in solchen Fällen die 

Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus dem natürlichen Kausalzusammenhang 

ergebenden Haftung des Unfallversicherers praktisch keine Rolle spielt (Urteil des 

Bundesgerichts 8C_786/2019 vom 20. Februar 2020 E. 3.1, namentlich mit Hinweis auf 

BGE 129 V 177). 

 

 

2.2 Im angefochtenen Einspracheentscheid hielt die Vorinstanz unter Ziff. 4.1.3 fest, sie habe 

im Einklang mit der geltenden Rechtsprechung gestützt auf die medizinischen Unterlagen, 

namentlich den Bericht von Dr. D. vom 7. August 2017 (act. 8.2/M5), im konkreten Fall 

davon ausgehen dürfen, dass bereits am 7. August 2017 ein formloser Fallabschluss 

möglich gewesen sei. Bereits ab dem 7. August 2017 habe somit kein Leistungsanspruch 

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aus der obligatorischen Unfallversicherung mehr bestanden. Sollte sich die Situation seit 

Fallabschluss verändert haben, hätte die Beschwerdeführerin allenfalls von der Möglichkeit 

der Wiederanmeldung - mit der Folge, dass sie diesfalls aber den Beweis für den Kausal-

zusammenhang zwischen den erneuten Beschwerden und dem Unfallereignis zu erbringen 

hätte - Gebrauch machen können. 

 

 Zu dieser Argumentation ist vorweg folgendes anzumerken: 

 

a. Die Vorinstanz hat am 7. August 2018 ausdrücklich eine Leistungseinstellung per 30. Sep-

tember 2017 verfügt. In Ziff. 2 des Dispositivs der Verfügung hat die Vorinstanz zudem 

festgehalten, dass sie auf eine Rückforderung bisher erbrachter Leistungen verzichte. Mit 

Einspracheentscheid vom 15. Juli 2019 wurde diese Verfügung bestätigt. Die vorliegende 

Beschwerde richtet sich gegen den Einspracheentscheid vom 15. Juli 2019. Unter diesen 

Umständen ist die Vorinstanz nach Treu und Glauben auf die explizit verfügte Leistungs-

einstellung per Ende September 2017 zu behaften, nachdem sie auch im Rahmen des 

vorliegenden Beschwerdeverfahrens (lediglich) die Abweisung der Beschwerde beantragte 

und damit materiell gesehen an der ursprünglich verfügten Leistungseinstellung per Ende 

September 2017 festhält (und notabene nicht etwa den konkreten Antrag stellte, die 

Leistungspflicht sei neu auf die Zeit bis zum 7. August 2017 zu beschränken; ebensowenig 

hat die Vorinstanz von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, mittels Verfügung pendente lite 

im Sinn von Art. 53 Abs. 3 ATSG auf die ursprüngliche Verfügung vom 7. August 2018 

zurückzukommen und allenfalls ein neues Fallabschlussdatum zu verfügen [was allerdings 

ohnehin nicht möglich gewesen wäre ohne Einverständnis der Beschwerdeführerin; 

diesfalls wäre die neue Verfügung aber als entsprechender Antrag im vorliegenden 

Gerichtsverfahren zu berücksichtigen gewesen, vgl. dazu auch BARBARA KOBEL, in: 

Zünd/Pfiffner Rauber, Gesetz über das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich, 

2. Aufl. 2009, N 9 zu § 19; Urteil des Bundesgerichts 8C_1036/2012 vom 21. Mai 2013 E. 

3.3]).  

 

b. Da das Anfechtungsobjekt im vorliegenden Beschwerdeverfahren der Einspracheentscheid 

vom 15. Juli 2019 ist, beschränkt sich der zu beurteilende Streitgegenstand somit inhaltlich 

auf die Frage, ob die mit Verfügung vom 7. August 2018 vorgenommene Leistungsein-

stellung per Ende September 2017 zulässig war oder nicht. Nicht zu prüfen ist dagegen, ob 

ein Fallabschluss allenfalls bereits früher möglich gewesen wäre.  

 

c. Insoweit die Vorinstanz geltend macht, die wieder aufgetretenen Beschwerden seien 

höchstens als Rückfall zu prüfen, was in beweisrechtlicher Hinsicht zu Lasten der 

Beschwerdeführerin gehe, so ist zudem folgendes in Erwägung zu ziehen:  

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 Tatsächlich gab die Beschwerdeführerin bei der telefonischen Nachfrage der Vorinstanz 

am 19. September 2017 (act. 8.1/A7) an, die Behandlung sei abgeschlossen und es 

gehe ihr gut. Sie wisse aber nicht, ob später noch eine Operation stattfinden werde. 

Auch Dr. D. hatte am 7. August 2017 „abschliessend“ über die Beschwerdeführerin 

berichtet, diese habe „vorerst“ gut angesprochen auf die Kortison-Infiltration und könne 

ihrer Arbeit wieder problemlos nachgehen. Sie werde daher „vorerst“ den Fall abschlies-

sen, wies aber bereits darauf hin, dass mittelfristig allenfalls weitere Infiltrationen bzw. 

längerfristig auch eine Operation in Betracht zu ziehen sei (act. 8.2/M5). Dieser Sach-

verhaltsablauf zeigt, dass somit sowohl die behandelnde Ärztin als auch die 

Beschwerdeführerin übereinstimmend darauf hingewiesen hatten, dass zwar vorerst 

keine Beschwerden mehr bestanden - was angesichts der stattgefundenen Infiltration 

auch nachvollziehbar erscheint -, es aber vom weiteren Verlauf abhängen würde, ob 

künftig noch weitere medizinische Massnahmen angezeigt sein würden.  

 

 Zwischen der Sprechstunde vom 7. August 2017 bis zur Wiedervorstellung bei Dr. D. am 

2. Februar 2018 verging rund ein halbes Jahr, offenbar ohne dass weitere medizinische 

Behandlungen erfolgten. Dass die Vorinstanz nicht bereits in dieser Zwischenzeit den 

Fallabschluss schriftlich verfügte, spielt an sich keine Rolle: Der Fallabschluss hat zwar 

grundsätzlich in Form einer Verfügung zu erfolgen, wenn und solange die weitere 

Erbringung von erheblichen Leistungen zur Diskussion steht; allerdings kann der 

Unfallversicherer mit einer formellen Verfügung durchaus auch erst einmal zuwarten und 

die Entwicklung beobachten, bevor er verfügt (vgl. BGE 132 V 412 E. 4 in fine). Im 

vorliegenden Fall war der Vorinstanz im Verfügungszeitpunkt schliesslich bereits 

bekannt, dass weitere Behandlungen notwendig geworden waren; in Kenntnis dessen 

setzte sie den Fallabschluss rückwirkend per Ende September 2017 fest und 

begründete dies damit, dass kein Zusammenhang zwischen den nach Ende September 

2017 wieder vorhandenen Beschwerden und dem Unfallereignis mehr bestehe.  

 

 Für die Verteilung der Beweislast im vorliegenden Verfahren bedeutet dies folgendes: 

Während bei der Frage, ob ein Kausalzusammenhang überhaupt jemals gegeben ist, 

die versicherte Person beweisbelastet ist, trägt die Beweislast für einen behaupteten 

Wegfall der Kausalität aufgrund des Erreichens des Status quo sine (oder allenfalls des 

Status quo ante) der Unfallversicherer. Da die Beurteilung der Zulässigkeit der 

Leistungseinstellung per Ende September 2017 in Frage steht, bedeutet dies, dass im 

vorliegenden Verfahren in erster Linie die Vorinstanz beweisbelastet ist, da es zunächst 

um die Überprüfung des von der Vorinstanz vorgenommenen Fallabschlusses per Ende 

September 2017 geht. Erst wenn sich erweisen würde, dass dieser Fallabschluss 

zulässig gewesen war, so würde sich - in einem zweiten Schritt - die Frage nach einem 

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Rückfall bzw. nach Spätfolgen stellen. Nur in diesem Fall wäre dann die Beschwerde-

führerin beweisbelastet für den Kausalzusammenhang zwischen solchen Rückfallbe-

schwerden und dem Unfallereignis. Sollte sich hingegen ergeben, dass der von der 

Vorinstanz per Ende September 2017 vorgenommene Fallabschluss gar nicht zulässig 

war, so stellte sich automatisch die Frage, ob gestützt auf die vorhandenen Unterlagen 

bereits beurteilt werden könnte, per wann ein Fallabschluss allenfalls zwischenzeitlich 

zulässig gewesen wäre oder ob auch in der Zwischenzeit noch gar kein Fallabschluss 

hätte vorgenommen werden können. Bezüglich des Zeitpunkts des Fallabschlusses 

wäre diesfalls (weiterhin) der Unfallversicherer beweisbelastet. Erst ab dem Zeitpunkt, in 

dem ein Fallabschluss möglich war, wäre es dann wiederum an der versicherten Person, 

mit überwiegender Wahrscheinlichkeit den Kausalzusammenhang von erst danach 

aufgetretenen Beschwerden zum Unfallereignis darzulegen. 

 

 Allerdings tragen die Parteien im Sozialversicherungsrecht in der Regel eine Beweislast 

ohnehin nur insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener 

Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten 

wollte. Diese Beweisregel greift aber erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im 

Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer Beweiswürdigung einen 

Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirk-

lichkeit zu entsprechen (Urteil des Bundesgerichts 8C_623/2019 vom 21. Januar 2020 

E. 2.1.2 m.w.H.). Bevor sich also überhaupt die Frage der Beweislast stellt, ist der 

Sachverhalt im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes richtig und vollständig zu klären 

(Urteile des Bundesgerichts 8C_488/2017 vom 27. November 2017 E. 3.1; 8C_777/2015 

vom 22. März 2016 E. 2.2 und 8C_476/2011 vom 5. Dezember 2011 E. 6.3; je m.w.H.). 

 

 

2.3 Aus den vorliegenden Akten ergibt sich folgender Sachverhalt: 

 

a. Die Beschwerdeführerin war mit ihrem Motorrad unterwegs, als sie am 30. März 2017 mit 

einem VW-Lieferwagen, dessen Fahrer sie bei der Einfahrt in einen Kreisel übersehen 

hatte, kollidierte und in der Folge auf die linke Seite stürzte (act. 2/4). Sie wurde unmittelbar 

nach dem Unfall im Spital E. erstversorgt. Die Ärzte diagnostizierten eine Kontusion und 

Exkoriation der Knie beidseits, eine Kontusion MCP II rechts und Daumen rechts mit 

aktivierter Rhizarthrose sowie eine Distorsion der Schulter links (act. 2/5). Während die 

Knieverletzungen im Anschluss offenbar problemlos wieder verheilten, erfolgten sowohl im 

Zusammenhang mit der verletzten Hand als auch mit der verletzten Schulter zunächst 

weitere Arztbesuche.  

 

Seite 10 

b. Dr. F., orthopädischer Chirurge FMH, diagnostizierte bezüglich der Schulter einen beim 

Unfall erlittenen partiellen Rotatorenmanschetten-Riss und berichtete schliesslich, nach 

Physiotherapie sei die Beschwerdeführerin diesbezüglich „fast völlig beschwerdefrei“ 

geworden. Gemäss Bericht vom 28. Juni 2017 schloss er die Behandlung nach günstigem 

Verlauf ab (act. 8.2/M3). Nachdem die Vorinstanz ihre Leistungspflicht noch bis Ende 

September 2017 anerkannte, kann somit davon ausgegangen werden, dass sie für die 

Kosten der Schulterbehandlung bis zum Behandlungsabschluss durch Dr. F. Ende Juni 

2017 aufgekommen ist. Die Beschwerdeführerin gab in der Beschwerdeschrift ausdrücklich 

an, sowohl bezüglich Schulter- als auch Kniebeschwerden habe sich inzwischen Beschwer-

defreiheit eingestellt (Beschwerde, S. 4, Ziff. 1.2), so dass grund-sätzlich davon 

auszugehen ist, dass seit dem Behandlungsabschluss per Ende Juni 2017 durch Dr. F. 

keine Schulterbeschwerden mit möglichem Bezug zum Unfallereignis mehr in Frage stehen 

(siehe dazu allerdings nachfolgend, E. 2.8b). 

 

c.  Hingegen persistierten die Schmerzen in der verletzten Hand von Beginn weg. In sachver-

haltsmässiger Hinsicht sind im Zusammenhang mit den Handbeschwerden insbesondere 

folgende Unterlagen von Bedeutung: Im radiologischen Befundbericht (act. 8.2/M14) vom 

Unfalltag war bezüglich der Handverletzung Folgendes angeführt worden: „Verdacht auf 

feine corticale Absprengung ulnar am Os hamatum, nur abgrenzbar in der anteropo-

sterioren Projektion. Ansonsten keine knöcherne Verletzung. Degenerative Veränderungen 

am Daumengrundgelenk. Ansonsten altersentsprechend normal.“ Am 10. April 2017 fand 

im Spital G. eine Nachkontrolle statt bei Dr. D., FMH Handchirurgie (act. 8.2/M1). Dr. D. 

stellte eine anhaltende Schwellung im Bereich des Daumensattelgelenks fest und diagnos-

tizierte eine nicht dislozierte, extraartikuläre Metacarpale I-Basisfraktur (Winterstein-Fraktur) 

Daumen rechts sowie Rhizarthrose rechts Stadium Eaton-Litter III. Zu den bereits im Spital 

E. erstellten Röntgenbildern hielt sie fest: „Im Bereich der Basis von Metacarpale I lässt 

sich extraartikulär eine Frakturlinie vermuten. Rhizarthrose bei Subluxationsstellung, 

Gelenksspaltverschmälerung und grösseren osteophytären Randanbauten Daumensattel-

gelenk.“ Bezüglich der beim Untersuch neu angefertigten Röntgenbilder führte sie aus: 

„Auch hier kommt die mögliche Fissur wieder zur Darstellung. Keinerlei Dislokation oder 

Fehlstellung.“ Die ebenfalls durchgeführte Computertomographie der Hand rechts führte zu 

folgendem Befund: „Nicht dislozierte, extraartikuläre Basisfraktur von Os metacarpale I 

ohne Dislokation. Kein Hinweis für intraartikuläre Komponente.“ Die betroffene Hand wurde 

in der Folge konservativ mittels Gips ruhiggestellt und eine nächste Verlaufskontrolle in 4 
1
/2 

Wochen vorgesehen. Dort berichtete die Beschwerdeführerin, dass sie im Gips immer noch 

leichte Schmerzen im Bereich des Daumensattelgelenks verspüre. Nach der Gipsentfer-

nung zeigte sich eine deutliche Einschränkung der Beweglichkeit des rechten Daumens. 

Dr. D. ging gestützt auf den aktuellen Röntgenbefund von einer zunehmenden Konsoli-

Seite 11 

dation der Fraktur aus und ordnete zunächst Ergotherapie zum gezielten Kraftaufbau an 

(act. 8.2/M2). Bei der weiteren Verlaufskontrolle vom 10. Juli 2017 (act. 8.2/M4) stellte sich 

heraus, dass die regelmässigen Ergotherapiesitzungen zu keiner wesentlichen Besserung 

geführt hatten. Erst die schliesslich vorgenommene Infiltration des Daumensattelgelenks 

führte zunächst zu einem Abklingen der Schmerzen. Im Bericht vom 7. August 2017 (act. 

8.2/M5) berichtete Dr. D. zum weiteren Verlauf, mittlerweile komme es nur noch bei grösse-

ren Belastungen zu leichten Beschwerden und hielt fest: „Wir werden vorerst den Fall 

abschliessen. Sollten im Verlauf wieder vermehrt Beschwerden auftreten, ist selbstver-

ständlich jeder Zeit eine Wiedervorstellung möglich. Die Kortison-Infiltration könnte nach 

einigen Monaten wiederholt werden. Längerfristig müsste eine Resektions-Interpositions-

Suspensionsarthroplastik diskutiert werden.“ Am 2. Februar 2018 (act. 8.2/ M7) wurde die 

Beschwerdeführerin erneut bei Dr. D. vorstellig und berichtete, die Kortison-Infiltration habe 

nur rund zwei Monate lang eine Besserung der Beschwerden im rechten Daumensattel-

gelenk bewirkt. Dr. D. riet unter diesen Umständen von einer weiteren Infiltration ab und 

hielt fest, konservativ könne sie der Patientin nicht mehr viel bieten; als nächster Schritt 

wäre eine Trapezektomie mit Suspensions-Interpositions-Arthroplastik in Erwägung zu 

ziehen, wozu die Patientin aber noch nicht bereit sei. Im Sprechstundenbericht vom 

30. April 2018 (act. 8.2/M8) berichtete Dr. D. von zunehmenden Schmerzen im rechten 

Daumensattelgelenk. Bei ausgeschöpfter konservativer Therapie habe sich die Patientin 

nun definitiv für die vorgeschlagene Operation entschieden. Am 3. Mai 2018 wurde die 

Vorinstanz um Kostengutsprache für die geplante Operation ersucht (act. 8.2/M9), was 

abgelehnt wurde (act. 8.1/A9). Die Operation wurde am 18. Mai 2018 durchgeführt 

(act. 8.1/M22). Dr. D. ersuchte die Vorinstanz mit Brief vom 12. Juni 2018 (act. 8.1/M11) um 

Reevaluation des Falles. Die Beschwerdeführerin sei vor dem Ereignis vom 30. März 2017 

völlig beschwerdefrei gewesen; es sei erst durch die beim Sturz erfolgte Basisfraktur von 

Os metacarpale I zu einer richtungsweisenden Verschlechterung gekommen, weshalb sie 

der Meinung sei, die Kosten für die Operation seien von der Unfallversicherung zu überneh-

men. In der fachärztlichen Beurteilung vom 26. August 2019 (act. 2/19) nahm Dr. D. 

schliesslich zu Handen der Beschwerdeführerin erneut vertieft Stellung zur Frage des 

Zusammenhangs zwischen dem Unfallereignis und den Beschwerden an der rechten Hand. 

Sie bestätigte, dass schon vor dem Unfall eine moderate Rhizarthrose bestanden habe. 

Beim Unfall habe die Beschwerdeführerin - nebst einer sog. Wintersteinfraktur - eine Dis-

torsionsverletzung des rechten Daumens mit Quetschung bzw. Überdehnung des Daumen-

sattelgelenks und dessen Kapselbandapparates erlitten. Diese Verletzung sei geeignet 

gewesen, die Rhizarthrose zu aktivieren. Die Mehrzahl der Arthrosen an den Fingerge-

lenken sei asymptomatisch. Durch eine zusätzliche Traumatisierung des Gelenkknorpels 

und des Kapselbandapparats werde eine bislang stumme Arthrose plötzlich akut 

schmerzhaft (traumatisierte Arthrose). Dr. D. beantwortete die Frage, ob die Beschwerden / 

Seite 12 

Operation auch ohne den Unfall vom 30. März 2017 nötig geworden wäre, wie folgt: 

„Wahrscheinlich nicht. Ob die Rhizarthrose zu einem späteren Zeitpunkt symptomatisch 

geworden wäre, bleibt spekulativ. Wenn, dann erst zu einem deutlich späteren Zeitpunkt. 

Zumal, wie erwähnt, die Rhizarthrose bis zum Unfall keinerlei Beschwerden und 

Einschränkungen bewirkt hatte.“ 

 

 

2.4 Die Vorinstanz begründete die per Ende September 2017 vorgenommene Leistungsein-

stellung namentlich gestützt auf die bei ihren Vertrauensärzten eingeholten Stellung-

nahmen. Für die Feststellung natürlicher Kausalzusammenhänge im Bereich der Medizin 

sind Verwaltung und das Gericht auf diesbezügliche Angaben ärztlicher Experten 

angewiesen. Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzten kommt 

nach der Rechtsprechung Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, 

nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen 

ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/ee). Auch wenn den Berichten 

versicherungsinterner medizinischer Fachpersonen mithin grundsätzlich Beweiswert 

zuerkannt wird, so ist doch zu betonen, dass ihnen praxisgemäss nicht dieselbe 

Beweiskraft wie einem gerichtlichen oder einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG vom 

Versicherungsträger in Auftrag gegebenen Gutachten zuzubilligen ist. Soll ein 

Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind 

an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe 

Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen 

Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 465 E. 4.4; 

Urteil des Bundesgerichts 8C_620/2015 vom 24. März 2016 E. 3.4 m.w.H.). Anspruch auf 

ein unabhängiges Gutachten besteht damit rechtsprechungsgemäss, wenn die 

Abklärungsergebnisse aus dem Verwaltungsverfahren in rechtserheblichen Punkten nicht 

ausreichend beweiswertig sind (vgl. BGE 137 V 210 E. 4.4.1.5). 

 

 

2.5 Die Vorinstanz legte das Dossier zunächst Dr. H. zur versicherungsinternen medizinischen 

Beurteilung vor. Dieser nahm in einem Kurzbericht vom 24. Mai 2018 (act. 8.2/M10) 

Stellung zur Frage, ob die damals von der Beschwerdeführerin geklagten Handbeschwer-

den noch kausal auf das Unfallereignis vom 30. März 2017 zurückzuführen seien oder 

nicht. Er verneinte dies mit der Begründung, bei der Beschwerdeführerin würde eine 

degenerative Erkrankung des Daumengrundgelenks vorliegen. Die Rhizarthrose sei als 

Vorzustand nicht unfallbedingt und bereits in den Erstakten gut dokumentiert. Die beim 

Unfall erlittene Fraktur sei in der Zwischenzeit abgeheilt. Die geplante Arthroplastik des 

Daumengrundgelenks sei Folge der krankheitsbedingten Arthrose. Es sei davon 

Seite 13 

auszugehen, dass sich der Zustand durch den Unfall vorübergehend verschlechtert habe, 

der Zustand quo sine sollte aber sechs Monate nach dem Unfall wieder erreicht worden 

sein.  

 

a. Die Beschwerdeführerin macht geltend, diese Kausalitätsbeurteilung durch Dr. H. sei zum 

Vornherein nicht überzeugend, weil Dr. H. als Facharzt FMH für Innere Medizin, spez. 

Geriatrie, gar nicht kompetent sei, eine rein handchirurgische Gesundheitsstörung zu beur-

teilen. Ohnehin bleibe aber die Leistungspflicht des Unfallversicherers gemäss Rechtspre-

chung auch dann bestehen, wenn der betreffende Schaden auch ohne das versicherte 

Ereignis früher oder später wohl eingetreten wäre, der Unfall aber hinsichtlich des Zeit-

punkts des Schadeneintritts eine unerlässliche Bedingung darstellte. Es genüge konkret zur 

Begründung der Leistungspflicht der Vorinstanz, dass die Operation wegen des Unfalls 

früher notwendig geworden sei, als dies ansonsten der Fall gewesen wäre. 

 

b. Dr. H. ging gestützt auf das ihm vorliegende Kostengutsprachegesuch (act. 8.2/M9) davon 

aus, die geplante Operation sei eine „Folge der krankheitsbedingten Arthrose.“ Auf dem 

Kostengutspracheformular war weder das Feld „Unfall“ noch „Krankheit“ angekreuzt 

worden; dass Dr. H. angesichts der angegebenen Diagnose einer Rhizarthrose grund-

sätzlich auf ein Krankheitsgeschehen schloss, erscheint zunächst nachvollziehbar. Als Dr. 

H. seine Einschätzung abgab, lag ihm nämlich der Brief von Dr. D. vom 12. Juni 2018 (act. 

8.2/7M11) noch nicht vor. Erst in diesem Schreiben teilte die Behandlerin der Vorinstanz 

ausdrücklich mit, aus ihrer Sicht sei es durch den Unfall zu einer richtungsweisenden 

Verschlechterung gekommen, weshalb sie - sinngemäss - den Kausalzusammenhang 

zwischen dem Unfall und den weiterhin nötigen Behandlungen nach Ende September 2017 

klar als gegeben ansehe. Angesichts dieser konkreten Stellungnahme der behandelnden 

Fachärztin vermag die von Dr. H. abgegebene Kurzeinschätzung so oder so nicht mehr zu 

genügen, um allein gestützt darauf eine Leistungspflicht der Vorinstanz ab Oktober 2017 

definitiv auszuschliessen. Für eine abschliessende Beurteilung bedarf es vielmehr einer 

konkreten, schlüssigen Stellungnahme dazu, weshalb von der klar geäusserten Meinung 

der behandelnden Ärztin, die den Kausalzusammenhang der weiterhin Behandlungen 

erfordernden Beschwerden zum Unfallereignis bejaht, abgewichen wird. Damit kann aber 

an dieser Stelle auch offengelassen werden, ob und falls ja, inwieweit die Rüge der 

Beschwerdeführerin zutrifft, wonach Dr. H. als Facharzt für innere Medizin, Spez. Geriatrie, 

ohnehin zum Vornherein nicht fachkompetent gewesen sein soll, eine verlässliche 

Beurteilung abzugeben. 

 

2.6 Dass die Stellungnahme von Dr. H. zur abschliessenden Beurteilung der Leistungspflicht 

noch nicht genügte, erkannte im weiteren Verlauf wohl auch die Vorinstanz und holte 

Seite 14 

deshalb eine zweite vertrauensärztliche Stellungnahme bei Dr. I., Facharzt Chirurgie, ein. 

Dr. I., dem nun auch der Bericht von Dr. D. vom 12. Juni 2018 (act. 8.2/M11) sowie auch 

das im übrigen komplettierte und aktualisierte medizinische Dossier (act. 8.2/M12 ff.) 

vorgelegt wurde, kam in seinem Bericht vom 1. Juli 2019 (act. 8.2/M25) zum Schluss, 

bezüglich der Handverletzung sei bereits am 7. August 2017, dem Datum, an welchem Dr. 

D. die Beschwerdefreiheit festgestellt habe, der status quo sine wieder erreicht gewesen. 

Die von der Handchirurgin erwähnte Aktivierung der Rhizarthrose könne nicht nach-

vollzogen werden; im Daumensattelgelenk hätten sich nach dem Unfall keinerlei Verletz-

ungen gezeigt, insbesondere nicht im Bereich des Kapsel-Bandapparats. Für die Annahme 

einer richtungsgebenden Verschlimmerung der Rhizarthrose durch den Unfall fehlten die 

dafür nötigen Begleitverletzungen. Es könne allenfalls eine leichte Stauchung des Dau-

mensattelgelenks angenommen werden, diese sei jedoch spätestens im August 2017 

abgeheilt gewesen.  

 

 Hierzu ist folgendes in Erwägung zu ziehen:  

 

a. Die Argumentation der Vorinstanz in der Vernehmlassung, wonach sich nicht belegen 

lassen soll, dass der Unfall zu einer Quetschung geführt und stattdessen lediglich eine 

vorübergehende Stauchung vorgelegen haben soll (vgl. Vernehmlassung, S. 9, Ziff. 2.2.2), 

stützt sich offensichtlich auf die Stellungnahme von Dr. I.. Dieser ging ausdrücklich davon 

aus, im Daumensattelgelenk hätten sich keine Verletzungen gezeigt (act. 8.2./M 25: „Im 

Daumensattelgelenk zeigten sich keinerlei Verletzungen, insbesondere nicht im Bereich 

des Kapsel-Bandapparats“). Seine Schlussfolgerung, wonach gerade deshalb keine 

richtungsgebende Verschlimmerung der Rhizarthrose anzunehmen sei (vgl. act. 8.2/M25: 

[...], es handelt sich jedoch nicht mit dem geforderten Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit um eine richtungsgebende Verschlimmerung der Rhizarthrose. Hierfür 

fehlen Begleitverletzungen wie oben beschrieben.“), kann aus folgenden Gründen jedoch 

nicht ohne weiteres nachvollzogen werden:  

 

b. Seine Annahme steht nämlich nicht nur im Widerspruch zur ausdrücklichen Angabe der 

behandelnden Fachärztin, wonach die Beschwerdeführerin beim Unfall sehr wohl 

Verletzungen im Daumensattelgelenk, nämlich konkret eine Überdehnung des Daumen-

sattelgelenks und dessen Kapselbandapparats, erlitten habe, sondern es fällt auch auf, 

dass bereits die Ärzte im Spital E. bei der Erstversorgung der Beschwerdeführerin nach 

dem Unfall nicht nur eine Stauchung, sondern ausdrücklich eine Quetschung der Hand 

diagnostiziert hatten („Kontusion MCP II Hand rechts und Daumen rechts mit aktivierter 

Rhizarthrose“, siehe act. 2/5, Diagnosen). Gemäss Dr. D. - welche die Beschwerde-führerin 

immerhin mehrfach persönlich untersucht hat und sich dadurch ein konkretes Bild von der 

Seite 15 

Situation machen konnte, was auf Dr. I. nicht zutrifft - hat diese Quetschung der Hand zu 

einer Überdehnung des Daumensattelgelenks und dessen Kapselbandapparats geführt 

(vgl. act. 5/19). Soweit dies dem Bericht von Dr. I. entnommen werden kann, würde auch er 

im Falle solcher „Begleitverletzungen“ jedenfalls nicht zum Vornherein ausschliessen, dass 

durch den Unfall eine richtungsgebende Verschlimmerung der Rhizarthrose eingetreten 

sein könnte. Da seine Annahme, wonach die Beschwerdeführerin lediglich eine leichte 

Stauchung erlitten haben soll, sowohl durch die Angaben der behandelnden Ärztin Dr. D. 

als auch durch die von den Erstbehandlern im Spital E. gestellten Diagnosen widerlegt 

wird, bestehen klare Indizien, die gegen die Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit seiner 

Einschätzung sprechen.  

 

c. Bestehen aber auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der 

versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind bereits ergänzende Abklärungen 

vorzunehmen (Urteil des Bundesgerichts 8C_824/2018 vom 26. März 2019 E. 3.3 m.w.H.). 

Angesichts dieser strengen Anforderungen an rein versicherungsinterne Berichte führt dies 

im konkreten Fall dazu, dass eine abschliessende Beurteilung erst nach weiteren 

unabhängigen medizinischen Abklärungen vorgenommen werden kann. 

 

 

2.7 Da somit im konkreten Fall letztlich beide vertrauensärztlichen Stellungnahmen nicht für 

eine abschliessende Beurteilung des medizinischen Sachverhalts genügen, bleibt zu 

prüfen, ob im konkreten Fall der Sachverhalt aufgrund der inzwischen neu vorliegenden 

Unterlagen bereits genügend geklärt ist, so dass die Beurteilung der Leistungspflicht der 

Vorinstanz gestützt darauf bereits abschliessend erfolgen kann oder ob zuerst noch weitere 

Abklärungen nötig sind.  

 

a. Dr. I. vertrat in seinem Bericht die Auffassung, die Behauptung von Dr. D., die Beschwerde-

führerin habe vor dem Unfall keinerlei Beschwerden im Bereich ihrer Daumen gehabt, sei 

angesichts der degenerativen Veränderungen zum Vornherein nicht glaubhaft (act. 8.2 M25 

in fine). Aus den vorliegenden medizinischen Unterlagen (siehe insbesondere act. 2/5, act. 

8.2/M21) ist zu schliessen, dass bei der Beschwerdeführerin in der rechten Hand jedenfalls 

gewisse degenerative Veränderungen bereits vor dem Unfall vorgelegen haben. Dem 

stimmt auch Dr. D. zu (vgl. act. 5/19, Antwort auf Frage 1). Allerdings hielt Dr. D. auch fest, 

die Beschwerdeführerin habe an der rechten Hand (trotzdem) vor dem Unfall keinerlei 

Beschwerden gehabt (act. 8.2/M11; act. 8.2/M1; act. 2/5), abgesehen von eventuell leichter 

Kraftminderung im Vergleich zu Gegenseite. Dr. I. begründet nicht mit konkreten 

Argumenten, weshalb er es für ausgeschlossen hält, dass die Beschwerdeführerin vor dem 

Unfall beschwerdefrei gewesen sein soll. Tatsache ist, dass jedenfalls keine Unterlagen 

Seite 16 

vorliegen, woraus zu schliessen wäre, dass die degenerativen Veränderungen bereits vor 

dem Unfall zu behandlungsbedürftigen Beschwerden geführt hätten. Die von Dr. D. 

erwähnte Kraftminderung ist, nachdem die Beschwerdeführerin offenbar beidhändig ist und 

zwar rechts schreibt, links aber schneidet - was eher grösseren Kraftaufwand erfordert - 

nicht zwingend als durch eine degenerative Veränderung bedingt aufzufassen. Mangels 

gegenteiligen Belegen besteht gestützt auf die vorhandene Aktenlage somit jedenfalls kein 

konkreter Grund, in Frage zu stellen, dass die Beschwerdeführerin vor dem Unfall 

tatsächlich keine Beschwerden in der rechten Hand bzw. am rechten Daumen hatte und 

diese erst nach dem Unfall auftraten.  

 

b. Die Vorinstanz weist in diesem Zusammenhang allerdings zu Recht darauf hin, dass es zur 

Begründung einer Leistungspflicht des Unfallversicherers nicht genügt, wenn diese einzig 

gestützt auf das Argument „post hoc ergo propter hoc“ erfolgt und somit mit dem alleinigen 

Umstand begründet würde, dass der Schaden zeitlich nach dem Unfallereignis eingetreten 

ist (vgl. dazu anstelle vieler: Urteil des Bundesgerichts 8C_158/2020 vom 17. April 2020 E. 

3.2 m.w.H.). Da bereits am Unfalltag degenerative Veränderungen in der rechten Hand 

vorhanden waren, ist es wohl möglich, wenn nicht gar naheliegend, dass diese degenera-

tiven Veränderungen im weiteren zeitlichen Verlauf irgendwann auch ohne den Unfall zu 

den von der Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden geführt hätten. Dies wird auch 

von Dr. D. in der fachärztlichen Beurteilung vom 26. August 2019 (act. 5/19) grundsätzlich 

eingeräumt.  

 

c. Da in erster Linie der von der Vorinstanz verfügte Fallabschluss per Ende September 2017 

bestritten wird, stellt sich im vorliegenden Verfahren die Frage, ob der medizinische Sach-

verhalt überhaupt bereits genügend abgeklärt ist, um beurteilen zu können, ob ein solcher 

Fallabschluss zulässig war oder nicht, wobei vor allem die Frage im Vordergrund steht, ob 

die ab Februar 2018 wieder aktenkundig vorhandenen Handbeschwerden wegen dem 

Unfall früher als sonst eingetreten sind. Wie die Beschwerdeführerin nämlich zu Recht 

vorbringt, ist für die Beurteilung der Leistungspflicht eines Unfallversicherers zu beachten, 

dass gemäss Rechtsprechung zu den im Sinne von Art. 6 Abs. 1 UVG massgebenden 

Ursachen auch Umstände gehören, ohne deren Vorhandensein die gesundheitliche 

Beeinträchtigung nicht zur gleichen Zeit  - sondern eben erst später - eingetreten wäre. Das 

heisst: Ein krankhafter Vorzustand mag grundsätzlich geeignet sein, einen Schaden alleine 

hervorzurufen; für die Begründung der Leistungspflicht des Unfallversicherers kommt es 

aber entscheidend darauf an, ob der in Frage stehende Unfall mit Blick auf das Stadium der 

Grunderkrankung die Realisierungswahrscheinlichkeit des Schadenrisikos zum gegebenen 

Zeitpunkt beeinflusste. Eine Leistungspflicht des Unfallversicherers entfällt dann, wenn der 

Unfall nur Gelegenheits- oder Zufallsursache ist, welche ein gegenwärtiges Risiko, mit 

Seite 17 

dessen Realisierung (ohnehin) jederzeit zu rechnen gewesen wäre, manifest werden lässt, 

ohne im Rahmen des Verhältnisses von Ursache und Wirkung eigenständige Bedeutung 

anzunehmen. Schafft ein krankhafter Vorzustand aber erst eine latente Schadensneigung, 

entspricht er lediglich einer Teilursache und es besteht somit Raum für eine Leistungspflicht 

des obligatorischen Unfallversicherers (Urteile des Bundesgerichts 8C_847/2016 vom 

5. April 2017 E. 5.3.2; U 413/05 vom 5. April 2007 E. 4.2). 

 

d. Dr. D. schloss die Behandlung der Handbeschwerden rechts am 7. August 2017 zunächst 

erfolgreich ab (act. 8.2/M5). Rund ein halbes Jahr später nahm sie die Behandlung wieder 

auf, nachdem die Beschwerdeführerin vor allem unter grösseren Belastungen erneut unter 

Beschwerden im rechten Daumensattelgelenk litt (act. 8.2/M7). Aus dem Sprechstunden-

bericht vom 30. April 2018 (act. 8.2/M8) geht hervor, dass die Beschwerdeführerin nicht nur 

an der rechten, sondern auch an der linken Hand Beschwerden beklagte („Gleiche 

Beschwerden treten ausserdem auch zunehmend links auf.“). Die linke Hand wurde aber 

beim Unfallereignis gar nicht in Mitleidenschaft gezogen. Das Auftreten seitengleicher 

Beschwerden im Frühling 2018 (Diagnose: „Rhizarthrose beidseits“, vgl. act. 8.2/M24) 

scheint auf den ersten Blick dafür zu sprechen, anzunehmen, dass die degenerativen 

Veränderungen an der rechten Hand wohl auch dann zu Problemen geführt hätten, wenn 

es gar nicht zum Unfall vom 30. März 2017 gekommen wäre, zumindest wenn man 

naheliegenderweise von einer ähnlichen Entwicklung an der linken wie an der rechten 

Hand ausgeht. Umgekehrt erscheint aber die Erklärung der Beschwerdeführerin, wonach 

die Probleme in der linken Hand lediglich vorübergehend bestanden hatten und gerade 

durch die Mehrbelastung infolge der Problematik in der rechten Hand verursacht worden 

waren, weil sie wegen der dortigen Einschränkungen fast nur noch die linke Hand 

einzusetzen vermochte (vgl. dazu act. 8.1/A22, S. 4, Ziff. 8), grundsätzlich schlüssig. Eine 

konkrete medizinische Beurteilung, wie es sich damit verhält, ist den vorhandenen Akten 

nicht zu entnehmen.  

 

e. Selbst der aktuelle Zustand der beim Unfall verletzten rechten Hand ist gestützt auf die 

vorhandenen Unterlagen noch gar nicht abschliessend beurteilbar: Während die Operation 

gemäss Angaben in der Beschwerdeschrift (Beschwerde, S. 5, Ziff. 1.4 in fine) zu einem 

positiven Ergebnis führte, berichtete Dr. D. im Sprechstundenbericht vom 6. Februar 2019 

(act. 8.1/M22) von unveränderten Beschwerden im rechten Daumen. Im MRI zeige sich 

zwar ein zeitgerechter postoperativer Befund, sobald aber die Beschwerdeführerin die 

Hände einsetze, komme es zu störenden Schmerzen. Dr. D. hielt nicht das inzwischen neu 

diagnostizierte leichtgradige sensomotorische Karpaltunnelsyndrom für diese Beschwerden 

verantwortlich, sondern vermutete unter den gegebenen Umständen eher eine funktionelle 

Komponente als ursächlich und bat Dr. J. und Dr. K. um eine handchirurgische Zweitmei-

Seite 18 

nung. Diese findet sich nicht in den vorhandenen Akten. Für die Beurteilung des 

Kausalzusammenhangs der andauernden Beschwerden zum Unfallereignis könnte diese 

Zweitmeinung aber ebenfalls von Bedeutung sein, weshalb diese Beurteilung ebenfalls 

noch zu den Akten zu nehmen sein wird, bevor der medizinische Sachverhalt - ausser die 

Frage des Kausalzusammenhangs erschiene im Anschluss bereits gestützt auf diese 

zusätzlichen Abklärungen abschliessend geklärt - wohl abschliessend einem medizinischen 

Experten zur unabhängigen Stellungnahme unterbreitet werden muss. 

 

f. Zusammengefasst sind im konkreten Fall noch diverse Fragen offen und die vorhandenen 

Unterlagen genügen noch nicht für eine abschliessende Beurteilung der Kausalitätsfrage. 

Bevor beurteilt werden kann, ob der von der Vorinstanz per Ende September 2017 verfügte 

Fallabschluss zulässig war oder nicht, ist in einem ersten Schritt das medizinische Dossier 

zu aktualisieren durch Einholung aktueller Berichte bei den behandelnden Ärzten. Nach-

dem wie aufgezeigt den bisher rein versicherungsintern vorgenommenen medizinischen 

Abklärungen kein Beweiswert zuzumessen ist, wäre, sofern im Anschluss gestützt auf das 

ergänzte medizinische Dossier nicht bereits eindeutig feststeht, wie es sich mit der 

Zulässigkeit des verfügten Fallabschlusses verhält, zwingend die Einholung einer unab-

hängigen Expertise angezeigt. Dies führt im Resultat zur Gutheissung der vorliegenden 

Beschwerde unter Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheids. 

 

 

2.8 Im konkreten Fall weist das Gericht die Angelegenheit an die Vorinstanz zurück, damit 

diese in Nachachtung ihrer Untersuchungspflicht für die nötige abschliessende 

Sachverhaltsklärung sorgt: 

 

a. Art. 43 Abs. 1 ATSG schreibt dem Versicherungsträger gesetzlich vor, die an ihn gerich-

teten Begehren zu prüfen, die notwendigen Abklärungen von Amtes wegen vorzunehmen 

und die erforderlichen Auskünfte einzuholen. Das bedeutet konkret, dass der Versi-

cherungsträger die Pflicht hat, den Sachverhalt bis zur zweifelsfreien Eruierung abzuklären. 

Gemäss Rechtsprechung kommt ihm dabei zwar durchaus ein Ermessensspielraum 

bezüglich Notwendigkeit, Umfang und Zweckmässigkeit von medizinischen Erhebungen zu. 

Das heisst allerdings nicht, dass ein Versicherungsträger die von ihm zu erfüllende 

Untersuchungspflicht einfach durch Nichttätigkeit dem Gericht, das den Fall später beurteilt, 

zuschieben kann. Die Vorinstanz hat ihre eigene gesetzlich vorgesehene Abklärungspflicht 

im konkreten Fall nicht erfüllt, indem sie sich für den vorgenommenen Fallabschluss auf 

Stellungnahmen ihrer Vertrauensärzte stützte, welche aus den dargelegten Gründen 

offensichtlich nicht für eine abschliessende Beurteilung genügen. Da die Sachverhaltsab-

klärungen im Verwaltungsverfahren unvollständig blieben, sind sie zunächst von der hierzu 

Seite 19 

zuständigen Vorinstanz abzuschliessen. Entsprechend wird die Angelegenheit zur 

Wahrung des Instanzenzugs an die Vorinstanz zurückgewiesen, damit diese nach ergänz-

ten Abklärungen in medizinischer Hinsicht erneut über den Leistungsanspruch der 

Beschwerdeführerin entscheide. 

 

b. An dieser Stelle bleibt anzumerken, dass sich aus den vorliegenden Unterlagen ergibt, 

dass offenbar im November 2019 unter Bezugnahme auf das Unfallereignis vom 30. März 

2017 ein Kostengutsprachegesuch „AS, Bicepstenotomie, ASD, SSP-Ref. Schulter li“ bei 

der Diagnose einer „SSP-Ruptur li“ bei der Vorinstanz eingereicht wurde (act. 8.2/M26). 

Gestützt auf die vorhandenen Unterlagen erscheint nicht ohne weiteres schlüssig, weshalb 

die linke Schulter operiert werden sollte, nachdem gemäss Bericht vom 20. Juli 2018 

(act. 8.2/M12) noch ausdrücklich „die arthroskopische Rotatorenmanschetten-Rekon-

struktion mit Bizepstenodese, AC-Resektion und Akromioplastik rechts“ mit der 

Beschwerdeführerin besprochen worden war (wobei die rechte Schulter beim Unfall - im 

Gegensatz zur linken - nicht verletzt worden war, vgl. z.B. act. 2/5, so dass bezüglich der 

rechten Schulter zum Vornherein nicht ersichtlich wäre, weshalb die Vorinstanz für eine 

Operation leistungspflichtig sein soll). Eine Antwort der Vorinstanz auf das Kosten-

gutsprachegesuch ist in den dem Gericht vorliegenden vorinstanzlichen Akten nicht 

enthalten. Sollte die Beschwerdeführerin auch im Zusammenhang mit Schulterbe-

schwerden Leistungen gegenüber der Vorinstanz geltend machen (wie es sich damit 

verhält, dürfte sich bei den weiteren Abklärungen der Vorinstanz in sachverhaltsmässiger 

Hinsicht wohl ohne weiteres ergeben), so kann diesbezüglich bereits an dieser Stelle 

darauf hingewiesen werden, dass der von der Vorinstanz verfügte Fallabschluss per Ende 

September 2017, jedenfalls was die Schulterbeschwerden betrifft, angesichts des von Dr. 

F. bereits am 28. Juni 2017 berichteten erfolgreichen Behandlungsabschlusses 

(act. 8.2/M3) grundsätzlich nachvollziehbar erscheint. Aus den vorliegenden Unterlagen 

ergeben sich, anders als dies bezüglich der Handbeschwerden der Fall ist, jedenfalls beim 

jetzigen Aktenstand keinerlei Anhaltspunkte dafür, dass bezüglich Schulterbeschwerden ein 

Fallabschluss per Ende September 2017 nicht zulässig wäre. Unter diesen Umständen 

wäre es daher grundsätzlich Sache der Beschwerdeführerin, einen Kausalzusammenhang 

zwischen weiterhin behandlungsbedürftigen Schulterbeschwerden und dem Unfallereignis 

vom 30. März 2017 nachzuweisen, sollte sie diesbezüglich erneut Leistungen von der 

Vorinstanz beanspruchen wollen. 

 

  

Seite 20 

3. Kosten und Entschädigung 

 

3.1 Es handelt sich um ein kostenloses Verfahren (Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. a 

ATSG), weshalb keine Gerichtskosten zu erheben sind. 

 

 

3.2 Nach Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf 

Ersatz der Parteikosten; diese werden vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne 

Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwie-

rigkeit des Prozesses bemessen. Im Übrigen ist die Bemessung der Parteientschädigung 

dem kantonalen Recht überlassen (Urteil des Bundesgerichts 8C_11/2016 vom 22. Februar 

2016 E. 3.1). Zu berücksichtigen ist in diesem Zusammenhang namentlich Art. 13 Abs. 1 lit. 

c der kantonalen Verordnung über den Anwaltstarif (AT, bGS 145.53), wonach in Ver-

waltungssachen vor Obergericht die pauschale Bemessung zur Anwendung gelangt. Für 

das Honorar ist grundsätzlich ein Rahmen zwischen Fr. 1‘000.-- bis Fr. 10‘000.-- vorge-

sehen (Art. 16 Abs. 1 AT).  

 

a. Beim vorliegenden Verfahrensausgang ist die Beschwerdeführerin als obsiegend zu 

betrachten (vgl. dazu anstelle vieler: Urteil des Bundesgerichts 8C_509/2019 vom 

8. November 2019 E. 6). Sie wurde im vorliegenden Verfahren durch RA K. vertreten, so 

dass ihm für die Vertretungskosten wie beantragt eine Entschädigung zu Lasten der 

Vorinstanz zuzusprechen ist. Im konkreten Fall erscheint - auch im Vergleich zu anderen, 

vom Aufwand her vergleichbaren Fällen - für diese Vertretung ein Honorar von pauschal 

Fr. 2‘500.-- als angemessen, nachdem lediglich ein einfacher Schriftenwechsel 

durchgeführt wurde. Zuzüglich der praxisgemäss üblichen Barauslagenpauschale von 4% 

sowie der Mehrwertsteuer von 7.7% ergibt sich somit eine Entschädigung für die 

anwaltliche Vertretung im Gesamtbetrag von Fr. 2‘800.20.  

 

b. Die Beschwerdeführerin hatte bereits mit der Beschwerde angekündigt, sie werde die 

Aufwendungen für die fachärztliche Beurteilung der behandelnden Handchirurgin ans 

Gericht weiterleiten, sobald diese vorliege. Mit Verfügung vom 14. Juli 2020 sowie ein 

zweites Mal am 22. Oktober 2020 wurde die Beschwerdeführerin an diese Pendenz 

erinnert. Am 27. Oktober 2020 ging die betreffende Rechnungskopie über einen Betrag von 

Fr. 150.-- beim Obergericht ein. Nachdem die fachärztliche Beurteilung von Dr. D. vom 

26. August 2019 bedeutenden Einfluss auf die Beurteilung des vorliegenden Beschwer-

deverfahrens hatte und wie aufgezeigt die Vorinstanz ihrer Pflicht zur umfassenden Sach-

verhaltsabklärung dagegen nicht abschliessend nachgekommen ist, ist dem Antrag der 

Beschwerdeführerin auf zusätzliche Erstattung dieser konkreten Auslage (Ziff. 3 Rechts-

Seite 21 

begehren) ohne weiteres zu entsprechen und die Vorinstanz zu verpflichten, der Beschwer-

deführerin zusätzlich zur auszurichtenden Entschädigung für die rechtsanwaltliche 

Vertretung von Fr. 2‘800.20 (inklusive allgemeine Barauslagen und Mehrwertsteuer) 

weitere Fr. 150.-- für diese fachärztliche Stellungnahme zu erstatten (vgl. UELI KIESER, 

ATSG-Kommentar, 4. Aufl. 2020, N. 216 zu Art. 61 ATSG). 

 

c. Insgesamt hat die Vorinstanz somit die Beschwerdeführerin mit Fr. 2‘950.20 zu entschä-

digen. 

 

d. Die beigeladene Krankenkasse hat keine Entschädigung beantragt; ihr kommt bei einem 

Obsiegen im Rahmen ihres amtlichen Wirkungskreises grundsätzlich auch kein Entschä-

digungsanspruch zu, so dass der Beigeladenen - unabhängig vom Verfahrensausgang - 

keine Entschädigung zuzusprechen ist. 

 

  

Seite 22 

Demgemäss erkennt das Obergericht: 
 
 
1. In Gutheissung der Beschwerde von A. wird der angefochtene Einspracheentscheid der 

Versicherung B. vom 15. Juli 2019 aufgehoben. 
 
 Die Sache wird an die Vorinstanz zurückgewiesen, damit diese nach ergänzenden Ab-

klärungen im Sinne der Erwägungen erneut über den Leistungsanspruch der Beschwer-
deführerin im Zusammenhang mit dem Unfallereignis vom 30. März 2017 verfüge. 

 
 
2. Es werden keine Kosten erhoben. 
 
 
3. Die Vorinstanz wird verpflichtet, der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung von 

Fr. 2‘950.20 (inkl. Barauslagen [samt Auslagen für die bei Dr. D. eingeholte fachärztliche 
Beurteilung vom 26. August 2019] und Mehrwertsteuer) auszurichten.  

 
 
4. Rechtsmittel: 
 Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit der Zustellung Beschwerde in öffentlich-

rechtlichen Angelegenheiten erhoben werden. Die Zulässigkeit einer solchen Beschwerde 
richtet sich nach Art. 82 ff. Bundesgerichtsgesetz (BGG, SR 173.110). Die Beschwerde ist 
beim Schweizerischen Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, schriftlich 
einzureichen. Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der 
Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als 
Beweismittel angerufenen Urkunden sind - soweit vorhanden - beizulegen (Art. 42 BGG). 
Die Beschwerde hat in der Regel keine aufschiebende Wirkung (Art. 103 BGG). 

 
 
5. Zustellung an die Beschwerdeführerin über deren Anwältin, die Vorinstanz, die Beigeladene 

und an das Bundesamt für Gesundheit. 
 
 
 
 

Im Namen der 3. Abteilung des Obergerichts 
 
 
Der Obergerichtsvizepräsident: 

 

 

lic. iur. Walter Kobler 

Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

lic. iur. Annika Mauerhofer 

 
 
 
 
 
 
versandt am: 6. November 2020