# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f65aa57b-0a42-5e85-b7c5-04089fce630f
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-09-30
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 30.09.2009 C-3737/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-3737-2008_2009-09-30.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-3737/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  3 0 .  S e p t e m b e r  2 0 0 9

Richterin Marianne Teuscher (Vorsitz), 
Richter Antonio Imoberdorf, Richterin Ruth Beutler, 
Gerichtsschreiber Rudolf Grun.

J._______ und M._______,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Verweigerung der Einreisebewilligung in Bezug auf 
K._______ und Kinder.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-3737/2008

Sachverhalt:

A.
Die aus dem Kosovo stammende K._______ (geb. 1974, nachfolgend: 
Gesuchstellerin)  beantragte  am  17.  April  2008  bei  der  Schweizeri-
schen Vertretung in Pristina für sich und ihre drei  Kinder A._______ 
(geb. 1997), B._______ (geb. 1999) und C._______ (geb. 2004) ein Vi-
sum  für  einen  dreimonatigen  Besuchsaufenthalt  bei  ihren  Eltern 
J._______ und M._______ (im Folgenden: Gastgeber bzw. Beschwer-
deführer) in Basel. Die Schweizer Vertretung lehnte es ab, ein Visum in 
eigener  Kompetenz  zu  erteilen  und  leitete  das  Gesuch  zur  Prüfung 
und zum Entscheid an die Vorinstanz weiter.

B.
Nachdem die Migrationsbehörde des Kantons Basel-Stadt bei den Be-
schwerdeführern ergänzende Auskünfte eingeholt  und mit  einem ne-
gativen Antrag an das BFM weitergeleitet  hatte,  wies die Vorinstanz 
das Einreisegesuch mit Verfügung vom 26. Mai 2008 ab. Dies im We-
sentlichen  mit  der  Begründung,  die  anstandslose  und  fristgerechte 
Wiederausreise nach einem Besuchsaufenthalt  könne nicht  als gesi-
chert  betrachtet werden. Die Gesuchstellerin und ihre Kinder stamm-
ten aus einer Region, aus welcher der Zuwanderungsdruck als Folge 
der dort herrschenden wirtschaftlichen und soziokulturellen Verhältnis-
se bekannterweise nach wie vor stark anhalte. Da die Gesuchstellerin 
die Absicht habe, mit allen drei Kindern in die Schweiz zu reisen, wür-
den ihr im Ursprungsland nicht mehr genügend feste Verpflichtungen 
oder  familiäre  Verantwortlichkeiten  obliegen,  die  gegebenenfalls  Ge-
währ für eine fristgerechte Rückkehr bieten könnten. Zudem hätten die 
von den zuständigen Inlandbehörden durchgeführten Abklärungen er-
geben, dass die finanziellen Garantien im vorliegenden Fall  ungenü-
gend seien.

C.
Mit Rechtsmitteleingabe vom 5. Juni 2008 beantragen die Beschwer-
deführer die Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung und die Ertei-
lung des gewünschten Besuchervisums für die Dauer von drei Mona-
ten. In verfahrensrechtlicher Hinsicht ersuchen sie sinngemäss um Ge-
währung der unentgeltlichen Rechtspflege ("Verzicht auf Erhebung ei-
nes  Kostenvorschusses").  Zur  Begründung  bringen  sie  im  Wesentli-
chen vor, ihre Tochter sei verheiratet und lebe in ungetrennter Ehe. Es 
sei klar, dass ihre Tochter nach dem Besuchsaufenthalt zusammen mit 

Seite 2

C-3737/2008

den  Kindern  zum  Ehemann  bzw. Vater  zurückkehren  würde.  Ferner 
würden  die  Beschwerdeführer  selbst  dafür  garantieren,  dass  ihre 
Tochter und die Kinder pünktlich ausreisten.

D.
Mit Zwischenverfügung vom 26. Juni 2008 wies der Intruktionsrichter 
das  Gesuch  der  Beschwerdeführer  um  unentgeltliche  Rechtspflege 
bzw. um Verzicht auf Erhebung eines Kostenvorschusses ab.

E.
Die Vorinstanz hält in ihrer Vernehmlassung vom 11. Juli 2008 an der 
angefochtenen Verfügung fest  und beantragt  die  Abweisung der  Be-
schwerde.

F.
Die Beschwerdeführer halten mit  Replik  vom 20. Juli  2008 an ihrem 
Rechtsmittel fest.

G.
Auf den weiteren Akteneinhalt wird, soweit rechtserheblich, in den Er-
wägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht unter 
Vorbehalt der in Art. 32 VGG genannten Ausnahmen Beschwerden ge-
gen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 
1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), welche von 
einer in Art. 33 VGG aufgeführten Behörde erlassen wurden. Darunter 
fallen u.a. Verfügungen des BFM, mit denen die Erteilung eines Besu-
chervisums verweigert  wird. In dieser Materie  urteilt  das Bundesver-
waltungsgericht endgültig (Art. 83 Bst. c Ziff. 1 des Bundesgerichtsge-
setzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Sofern  das  Verwaltungsgerichtsgesetz  nichts  anderes  bestimmt, 
richtet  sich  das  Verfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  nach 
dem VwVG (Art. 37 VGG).

Seite 3

C-3737/2008

1.3 Die Beschwerdeführer sind gemäss Art. 48 Abs. 1 VwVG zur Be-
schwerde legitimiert. Auf  die  frist-  und formgerechte  Beschwerde ist 
einzutreten (Art. 50 und 52 VwVG).

2.
Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung 
von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des 
Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechts-
erheblichen Sachverhaltes und – sofern nicht eine kantonale Behörde 
als  Beschwerdeinstanz  verfügt  hat  –  die  Unangemessenheit  gerügt 
werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Be-
schwerdeverfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist ge-
mäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begründung der Begehren nicht ge-
bunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den geltend 
gemachten  Gründen  gutheissen  oder  abweisen.  Massgebend  ist 
grundsätzlich  die  Rechts-  und  Sachlage  zum  Zeitpunkt  seines  Ent-
scheides (vgl. E. 1.2 des in BGE 129 II 215 teilweise publizierten Ur-
teils 2A.451/2002 vom 28. März 2003).

3.
Das  schweizerische  Ausländerrecht  kennt  weder  ein  allgemeines 
Recht auf Einreise noch gewährt es einen besonderen Anspruch auf 
Erteilung eines Visums. Die Schweiz ist  daher – wie andere Staaten 
auch – grundsätzlich nicht gehalten, Ausländerinnen und Ausländern 
die Einreise zu gestatten. Vorbehältlich völkerrechtlicher Verpflichtun-
gen handelt  es sich dabei um einen autonomen Entscheid (vgl. Bot-
schaft  zum  Bundesgesetz  über  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom 
8. März 2002, BBl 2002 3774; BGE 133 I 185 E. 2.3 S. 189).

4.
4.1 Ausländerinnen  und  Ausländer  benötigen  zur  Einreise  in  die 
Schweiz bzw. den Schengenraum für einen Aufenthalt von höchstens 
drei Monaten gültige Reisedokumente, die zum Grenzübertritt berech-
tigen, und ein Visum, sofern dieses erforderlich ist (vgl. Art. 5 Abs. 1 
Bst. a des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Auslän-
derinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20],  Art. 2 Abs. 1 der Verord-
nung vom 22. Oktober 2008 über die Einreise und die Visumerteilung 
[VEV, SR 142.204]  i.V.m. Art. 5  Abs. 1  Bst. a  und  b  der  Verordnung 
[EG] Nr. 562/2006 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 
15. März 2006 über einen Gemeinschaftskodex für das Überschreiten 

Seite 4

C-3737/2008

der Grenzen durch Personen [nachfolgend: Schengener Grenzkodex, 
SGK, ABl. L 105 vom 13.04.2006, S. 1-32]).

4.2 Im Weiteren müssen sie den Zweck und die Umstände ihres beab-
sichtigten Aufenthalts belegen und hierfür über ausreichende finanziel-
le Mittel verfügen (Art. 5 Abs. 1 Bst. c SGK, Art. 5 Abs. 1 Bst. b AuG); 
sie  dürfen zudem nicht  im Schengener Informationssystem (SIS) zur 
Einreiseverweigerung  ausgeschrieben sein  und keine Gefahr  für  die 
öffentliche Ordnung, die innere Sicherheit, die öffentliche Gesundheit 
oder  die  internationalen Beziehungen eines  Mitgliedstaats  darstellen 
(Art. 5 Abs. 1 Bst. d und e SGK, Art. 5 Abs. 1 Bst. c AuG). Namentlich 
müssen Ausländerinnen und Ausländer für die gesicherte Wiederaus-
reise Gewähr bieten, wenn nur ein vorübergehender Aufenthalt vorge-
sehen ist (Art. 5 Abs. 2 AuG, vgl. dazu Urteile des Bundesverwaltungs-
gerichts C-1509/2008 vom 13. Februar 2009 E. 5.2 und E. 5.3 sowie 
C-3013/2008 vom 14. Februar 2009 E. 5.2 und E. 5.3). Hinsichtlich der 
in Frage kommenden Belege zur Glaubhaftmachung des Aufenthalts-
zwecks  verweist  Art. 5  Abs. 2  SGK  auf  den  Anhang I.  Art. 5  Abs. 3 
SGK  sowie  Art. 2  Abs. 2  und  Art. 7–11  VEV  regeln  ausführlich  das 
Einreiseerfordernis der ausreichenden finanziellen Mittel.

5.
Gemäss Anhang I zur Verordnung (EG) Nr. 539/2001 des Rates vom 
15. März 2001 (ABl. L 81 vom 21.03.2001, S. 1–7) unterliegen die Ge-
suchstellerin und ihre Kinder der Visumspflicht. 

6.
Verfahren, die am 12. Dezember 2008 (Datum der Inkraftsetzung des 
Abkommens  vom  26.  Oktober  2004  zwischen  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft,  der  Europäischen  Union  und  der  Europäischen 
Gemeinschaft  über  die  Assoziierung  dieses  Staates  bei  der  Umset-
zung, Anwendung und Entwicklung des Schengen-Besitzstands [SAA, 
SR 0.360.268.1]) hängig sind, werden nach neuem Recht fortgeführt 
(Art. 57 VEV).

7.
7.1 Zur Prüfung des Kriteriums der gesicherten Wiederausreise muss 
ein zukünftiges Verhalten beurteilt werden. Dazu lassen sich in der Re-
gel  keine gesicherten Feststellungen,  sondern  lediglich Voraussagen 
treffen. Dabei sind sämtliche Umstände des konkreten Einzelfalles zu 
würdigen.

Seite 5

C-3737/2008

7.2 Anhaltspunkte  zur  Beurteilung der  fristgerechten Wiederausreise 
können sich aus der allgemeinen Lage im Herkunftsland der Besuche-
rin oder des Besuchers ergeben.

7.3 Die Gesuchstellerin lebt im inzwischen unabhängigen und von der 
Schweiz als Staat anerkannten Kosovo. Die Sicherheitslage in dieser 
Region konnte zwar im Verlaufe der letzten Jahre weitgehend stabili-
siert werden und der Wiederaufbau von Administration und Infrastruk-
tur ist unter Beteiligung internationaler Organisationen und Staatenge-
meinschaften  in  Gang  gekommen.  Aus  wirtschaftlicher  Sicht  ist  es 
aber trotz grosser internationaler Unterstützung bisher nicht gelungen, 
eine Wachstumsdynamik im Kosovo einzuleiten; es herrscht wirtschaft-
liche  Stagnation  und  die  Arbeitslosigkeit  bleibt  hartnäckig  hoch.  So 
sind  mehr  als  die  Hälfte  der  Erwerbsfähigen  ohne  oder  zumindest 
ohne regelmässiges Einkommen. Der Armutsanteil der Bevölkerung im 
Kosovo lag im Jahr 2008 bei 45%; 15% der Staatsbürger leben sogar 
in extremer Armut (vgl. <http://      www.worldbank.org      >, Countries > Euro-
pe  and  Central  Asia  >  Kosovo  >  Overview  >  Country  Brief  –  April 
2009, besucht im September 2009). Der Zuwanderungsdruck aus die-
ser Region ist dementsprechend hoch, was sich auch in der schweize-
rischen Asylstatistik  widerspiegelt. So stammten im Jahr  2008 7.8% 
der  Asylsuchenden  aus  dem  Gebiet  von  Serbien  und  dem  Kosovo. 
Diese Region stand damit in der Statistik der Asylgesuche nach Natio-
nen an vierter Stelle (vgl. kommentierte BFM-Asylstatistik 2008, S. 9). 
Seit  dem  1.  April  2009  gelten  Serbien  und  Kosovo  zwar  als  verfol-
gungssichere  Staaten (Safe  Countries),  dies  gemäss Beschluss  des 
Bundesrates vom 6. März 2009. Es wird sich aber zeigen müssen, ob 
und falls ja welchen Einfluss dies auf künftige Asylbewerberzahlen ha-
ben wird. Immerhin stellten im 2. Quartal 2009 noch 142 Personen aus 
dem Kosovo hier ein Asylgesuch. Kosovo liegt damit in der Quartals-
statistik der Asylgesuche nach Nationen an sechster Stelle (vgl. kom-
mentierte Asylstatistik des BFM 2. Quartal 2009, S. 2).

7.4 In Anbetracht der vorerwähnten Verhältnisse im Kosovo und unter 
Berücksichtigung der  Tatsache,  dass  die  Bereitschaft  zur  Emigration 
erfahrungsgemäss  dort  begünstigt  wird,  wo  bereits  Verwandte  oder 
Bekannte im Ausland leben, ist die Beurteilung der Vorinstanz, die das 
Risiko einer nicht  fristgerechten Wiederausreise als relativ hoch ein-
schätzte, nicht zu beanstanden. Es wäre jedoch zu schematisch und 
nicht  haltbar,  generell  und  ohne  spezifische  Anhaltspunkte  aus-
schliesslich aufgrund der allgemeinen Lage in der Herkunftsregion auf 

Seite 6

http://www.worldbank.org/
http://www.worldbank.org/

C-3737/2008

eine nicht  hinreichend gesicherte  Wiederausreise  zu  schliessen. Die 
vorerwähnten  Verhältnisse  entbinden  die  Vorinstanz  nicht  von  einer 
einzelfallbezogenen Beurteilung. Namentlich können berufliche, gesell-
schaftliche  oder  familiäre  Verpflichtungen  die  Prognose  einer  an-
standslosen Wiederausreise begünstigen.

8.
8.1 Bei der Gesuchstellerin handelt  es um eine 35-jährige Hausfrau, 
die zusammen mit ihrem Ehemann und ihren drei Kindern im Kosovo 
lebt. Wenn sie nun zusammen mit ihren Kindern und ohne ihren Ehe-
mann die Heimat für einen Besuchsaufenthalt in der Schweiz verlas-
sen will,  obliegen der Gesuchstellerin  – entgegen den Ausführungen 
der Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung – durchaus noch fami-
liäre Verpflichtungen im Kosovo. Andererseits leben ihre Eltern und die 
meisten ihrer Geschwister seit mehreren Jahren in der Schweiz, wes-
halb  nicht  auszuschliessen ist,  dass  sie,  nachdem sie sich während 
drei  Monaten mit  ihren drei  Kindern in der Schweiz aufgehalten hat, 
versucht sein könnte, hier zu bleiben. Die Erfahrung zeigt auch, dass 
selbst zurückbleibende Familienangehörige gerade in Situationen an-
gespannter wirtschaftlicher Verhältnisse nicht verlässlich davon abhal-
ten,  den Entschluss für  eine Emigration zu  fällen. Im Gegenteil,  der 
Entscheid kann dort von der Hoffnung getragen sein, die Angehörigen 
aus dem Ausland später nachfolgen zu lassen.

8.2 In Bezug auf die wirtschaftlichen Verhältnisse der Gesuchstellerin 
wird geltend gemacht, ihr Ehemann sei als selbständiger Taxichauffeur 
tätig,  wobei  keine Angaben über die Höhe des Familieneinkommens 
gemacht  werden. Unabhängig  von der  genauen  Höhe  der  Einkünfte 
aus dieser Arbeit, kann aber nicht davon ausgegangen werden, dass 
sich eine fünfköpfige Familie im Kosovo mit dem Lohn eines Taxichauf-
feurs  in  günstigen  wirtschaftlichen  Verhältnissen  befindet.  Von einer 
besonderen beruflichen Verpflichtung, welche die Gesuchstellerin und 
ihre  Angehörigen  verlässlich  von  einer  Emigration  abhalten  würde, 
kann auf jeden Fall nicht gesprochen werden.

8.3 Die Vorinstanz durfte vor dem aufgezeigten allgemeinen und per-
sönlichen Hintergrund demnach davon ausgehen,  dass keine hinrei-
chende Gewähr für eine fristgerechte und anstandslose Wiederausrei-
se der Gesuchstellerin und ihrer Kinder nach einem Besuchsaufenthalt 
besteht. Die anstandslose Wiederausreise nach Ablauf des Besuchs-
aufenthalts  wird  ferner  auch  von  der  Schweizer  Auslandvertretung, 

Seite 7

C-3737/2008

welche mit den Verhältnissen vor Ort bestens vertraut ist, bezweifelt. 
An dieser Beurteilung vermag die von den Beschwerdeführern in der 
Rechtsmitteleingabe abgegebene "Garantie" nichts zu ändern. Ihre In-
tegrität als Gastgeber wird auch gar nicht in Zweifel gezogen. Indes-
sen sind bei der Abwägung des Risikos einer nicht fristgerechten Wie-
derausreise nicht so sehr die Einstellung und die Absichten der Gast-
geber,  sondern  in  erster  Linie  das  mögliche  Verhalten  des  Gastes 
selbst von Bedeutung. Nur Letzterer ist in der Lage, hinreichend Ge-
währ für eine fristgerechte und anstandslose Wiederausreise zu bie-
ten. Die Gastgeber hingegen können  – mangels rechtlicher und fakti-
scher Durchsetzbarkeit  – nicht für ein bestimmtes Verhalten des Gas-
tes garantieren (anstelle  vieler  vgl. Urteil  des Bundesverwaltungsge-
richts C-2405/2008 vom 18. März 2009 E. 10).

9.
9.1 Wie unter Ziffer 4.2 erwähnt, setzt die Erteilung einer Einreisebe-
willigung im Weitern voraus, dass die Eingeladenen über genügend fi-
nanzielle Mittel verfügen, um ihren Lebensunterhalt während des Auf-
enthalts in der Schweiz zu bestreiten sowie allfällige ungedeckte Kos-
ten bei  Unfall,  Krankheit  und für  die  Rückreise  zu tragen. Wenn sie 
dies – wie im vorliegend Fall  – nicht selbst vermögen, können die zu-
ständigen  Bewilligungsbehörden  die  Verpflichtungserklärung  einer 
zahlungsfähigen  natürlichen  oder  juristischen  Person  mit  Wohnsitz 
oder Sitz in der Schweiz verlangen (Art. 7 Abs. 1 VEV), wobei die Ga-
rantiesumme für Einzelpersonen sowie für gemeinsam reisende Grup-
pen und Familien bis  höchstens  zehn Personen 30'000 Franken be-
trägt (Art. 8 Abs. 5 VEV).

9.2 Der Beschwerdeführer ist im Betreibungs- und Verlustscheinregis-
ter  eingetragen. Ausserdem haben die   Beschwerdeführer  – wie  sie 
selbst zugeben  – bescheidene Einkünfte, die gerade ausreichen, um 
die jeweiligen Auslagen zu decken (vgl. dazu auch das von ihnen am 
13. Juni 2008 ausgefüllte Formular "Gesuch um unentgeltliche Rechts-
pflege").  Somit  können  sie  die  geforderte  finanzielle  Garantie  (Ver-
pflichtungserklärung) für den Besuchsaufenthalt ihrer Tochter und En-
kelkinder  gar  nicht  leisten,  weshalb  sich  auch  die  kantonale  Migra-
tionsbehörde  gegen  eine  Visumserteilung  aussprach  (vgl.  Schreiben 
des Migrationsamts des Kantons Basel-Stadt vom 7. Mai 2008). Dem 
Begehren und Bewilligung der Einreise ist  deshalb auch gestützt auf 
Art. 2 Abs. 2 in Verbindung mit Art 7 ff. VEV nicht stattzugeben.

Seite 8

C-3737/2008

10.
Aus diesen Darlegungen folgt, dass die angefochtene Verfügung recht-
mässig ist (Art. 49 VwVG). Die Beschwerde ist daher abzuweisen.

11.
Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend werden die unterliegen-
den Beschwerdeführer kostenpflichtig (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die Ver-
fahrenskosten sind auf  Fr. 600.- festzusetzen (Art. 1,  2 und 3 Bst. b 
des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschä-
digungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).

Dispositiv Seite 10

Seite 9

C-3737/2008

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.-  werden  den  Beschwerdeführern 
auferlegt und mit dem am 30. Juni 2008 geleisteten Kostenvorschuss 
gleicher Höhe verrechnet.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführer (Einschreiben)
- die Vorinstanz (Akten Ref-Nr. [...] zurück)
- das Migrationsamt des Kantons Basel-Stadt

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber:

Marianne Teuscher Rudolf Grun

Versand: 

Seite 10