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**Case Identifier:** 907950fe-7037-5778-af9a-7a5b30100d00
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-07-23
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 23.07.2020 725 19 331/181
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_725-19-331-181_2020-07-23.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 23. Juli 2020 (725 19 331 / 181) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Unfallversicherung 

 

 

Fallabschluss und namhafte Verbesserung der gesundheitlichen Verhältnisse. Der medi-

zinische Endzustand ist bei Schleudertraumen im Einzelfall und nicht bloss anhand sta-

tistischer Durchschnittswerte zu beurteilen. 

 

 
 
Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsrichter Beat Hersberger, Kan-

tonsrichter Daniel Noll, Gerichtsschreiber i.V. Stefan A. Buchwalder 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Christian Möcklin, Advo-
kat, Steinentorstrasse 13, Postfach 204, 4010 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 AXA Versicherungen AG, General Guisan-Strasse 40, Postfach 
357, 8401 Winterthur, Beschwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff Leistungen 

 
 
 
A. A.____, geboren 1978, war als Front Office Manager beim Hotel B.____ tätig und in 
dieser Eigenschaft bei der AXA Versicherungen AG (AXA) obligatorisch gegen die Folgen von 
Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert. Am 29. Dezember 2017 stürzte er in der Eiskunsthalle 
C.____ beim Schlittschuhlaufen, fiel auf die rechte Hand respektive Daumen sowie den rechten 
Ellenbogen und schlug sich den Hinterkopf. Am Folgetag suchte er die Notfallpraxis des D.____ 

 

 
 
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auf, wo Kontusionen des Hinterkopfes, der Halswirbel- (HWS) und Lendenwirbelsäule (LWS) und 
des Beckens sowie ein Distorsionstrauma des Daumens rechts diagnostiziert wurden. Die AXA 
erbrachte für die Folgen dieses Unfallereignisses die gesetzlichen Versicherungsleistungen (Tag-
gelder und Heilbehandlungskosten). Mit Verfügung vom 27. November 2018 teilte sie A.____ un-
ter Verweis auf einen fehlenden natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang mit, dass sie 
ihre Leistungen aus der obligatorischen Unfallversicherung per 30. November 2018 einstellen 
würde. Dagegen erhob A.____ mit Schreiben vom 26. Dezember 2018 Einsprache bei der AXA. 
Er begründete diese damit, dass die noch bestehenden Leiden als Folge des Unfalls anzusehen 
seien, weshalb ihm die gesetzlichen Leistungen auch weiterhin auszurichten seien. Mit Entscheid 
vom 22. August 2019 wies die AXA die Einsprache unter Verweis auf den fehlenden adäquaten 
Kausalzusammenhang ab. 
 
B. Am 7. Februar 2019 teilte die IV-Stelle des Kantons Basel-Landschaft (IV-Stelle) A.____ 
mit, dass aufgrund seines Gesundheitszustandes derzeit keine Eingliederungsmassnahmen als 
möglich erachtet würden. 
 
C. Gegen den Einspracheentscheid der AXA erhob A.____, vertreten durch Christian Möck-
lin-Doss, Advokat, am 27. September 2019 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, 
Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht), und beantragte die Aufhebung des Ein-
spracheentscheids sowie der angefochtenen Verfügung sowie die Ausrichtung der gesetzlichen 
Leistungen aus der Unfallversicherung. Zudem seien weitere medizinische Abklärungen durch-
zuführen. Ausserdem sei ihm die unentgeltliche Verbeiständung zu gewähren. Mit Eingabe vom 
14. Oktober 2019 ergänzte der Beschwerdeführer seine Beschwerdeschrift. 
 
D. Mit Verfügung vom 17. Oktober 2019 wurde dem Beschwerdeführer für das vorliegende 
Verfahren die unentgeltliche Verbeiständung mit Advokat Christian Möcklin-Doss als Rechtsver-
treter bewilligt. 
 
E. Am 28. Oktober 2019 reichte der Beschwerdeführer medizinische Berichte der Rehakli-
nik E.____ vom 27. September 2019 sowie des Spitals F.____ vom 14. Mai 2019 nach. Zudem 
liess er dem Kantonsgericht einen Artikel aus der Basler Zeitung vom 23. Oktober 2019 über die 
falsche Behandlung von Gehirnerschütterungen zukommen. 
 
F. In ihrer Vernehmlassung vom 14. Januar 2020 beantragte die Beschwerdegegnerin die 
Abweisung der Beschwerde. 
 
G. Im zweiten Schriftenwechsel mit Replik vom 1. April 2020 und Duplik vom 29. April 2020 
hielten die Parteien an ihren Anträgen fest. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 
1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 
Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, dessen Bestimmungen gemäss Art. 2 

 

 
 
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ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) 
vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einspracheent-
scheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantonalen Versicherungsgericht Beschwerde 
erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 ATSG das Versicherungsgericht desjenigen Kantons, 
in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung ihren Wohnsitz hat. Vorliegend 
befindet sich dieser in X.____, weshalb die örtliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts zu bejahen 
ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung 
(VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige 
gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Einspracheentscheide der Versicherungs-
träger gemäss Art. 56 ATSG. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Be-
schwerde zuständig. Auf die – im Übrigen frist- und formgerecht erhobene – Beschwerde ist dem-
nach einzutreten. 
 
2. Streitig und im Folgenden zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer über den 30. Novem-
ber 2018 hinaus Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung hat. Das Sozi-
alversicherungsgericht stellt dabei auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses des streitigen Ein-
spracheentscheids eingetretenen Sachverhalt ab; vorliegend also auf den 22. August 2019. Tat-
sachen, die jenen Sachverhalt seither verändert haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer 
neuen Verwaltungsverfügung sein (BGE 116 V 251 E. I.1a, 143 V 411 E. 2.1, 134 V 397 E. 6, 
121 V 366 E. 1b). Sie sind nur insoweit zu berücksichtigen, als sie mit dem Streitgegenstand in 
einem engen Sachzusammenhang stehen und geeignet sind, die Beurteilung im Zeitpunkt des 
Verfügungserlasses zu beeinflussen (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 12. Juni 2007, 
9C_101/2007, E. 3.1 und vom 27. Mai 2008, 9C_24/2008, E. 2.3.1). 
 
3.1 Nach Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in der obligatorischen Unfallversiche-
rung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsunfäl-
len, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewähren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der 
versicherten Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Heilbehand-
lung). Ist die versicherte Person infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat sie 
gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld. Dieses beträgt bei voller Arbeitsunfähig-
keit 80 % des versicherten Verdienstes. Bei teilweiser Arbeitsunfähigkeit wird es entsprechend 
gekürzt (Art. 17 Abs. 1 UVG). Der Anspruch entsteht gemäss Art. 16 Abs. 2 UVG am dritten Tag 
nach dem Unfalltag und er erlischt mit der Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit, mit dem 
Beginn einer Rente oder mit dem Tod der versicherten Person. Art. 18 Abs. 1 UVG gewährt der 
versicherten Person Anspruch auf eine Invalidenrente, wenn sie infolge des Unfalles zu mindes-
tens 10 % invalid ist. Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen 
Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der versicherten Person 
mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung 
(IV) abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleis-
tungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG). 
 
3.2 Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt – unter anderem – vo-
raus, dass zwischen dem versicherten Ereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Ar-

 

 
 
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beitsunfähigkeit, Invalidität, Integritätsschädigung) ein natürlicher und ein adäquater Kausalzu-
sammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Um-
stände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in 
der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend 
dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforder-
lich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es 
genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche o-
der geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, das Ereignis mit anderen Worten 
nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung ent-
fiele (BGE 142 V 358 E. 1, 129 V 181 E. 3.1, je mit Hinweisen). Ob zwischen einem schädigenden 
Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist 
eine Tatfrage, worüber die rechtsanwendende Behörde – die Verwaltung oder im Streitfall das 
Gericht – im Rahmen der ihr obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungs-
recht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat (siehe dazu 
BGE 115 V 142 E. 8b mit zahlreichen Hinweisen). Hierfür reicht es jedoch nicht aus, wenn – im 
Sinne der Formel “post hoc ergo propter hoc“ – die Schädigung schon dann als durch einen Unfall 
verursacht angesehen würde, weil sie nach diesem aufgetreten ist (vgl. Urteil des damaligen Eid-
genössischen Versicherungsgerichts [EVG; heute: Bundesgericht] vom 11. Juni 2007, U 290/06, 
E. 4.2.3, in: SVR 2008 UV Nr. 11 S. 36, mit Verweis auf BGE 119 V 341 E. 2b/bb). 
 
3.3 Im Bereich organisch objektiv ausgewiesener Unfallfolgen spielt die Adäquanz als recht-
liche Eingrenzung der sich aus dem natürlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des 
Unfallversicherers praktisch keine Rolle, da sich hier die adäquate weitgehend mit der natürlichen 
Kausalität deckt (BGE 134 V 112 E. 2.1, 127 V 103 E. 5b/bb). Als objektivierbar gelten Untersu-
chungsergebnisse, die reproduzierbar und von der Person des Untersuchenden und den Anga-
ben des Patienten unabhängig sind. Würde lediglich auf Ergebnisse klinischer Untersuchungen 
abgestellt, so würde fast in allen Fällen ein organisches Substrat namhaft gemacht, welches eine 
Adäquanzprüfung als nicht erforderlich erscheinen liesse. Nach bundesgerichtlicher Rechtspre-
chung kann deshalb von organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen erst dann gesprochen 
werden, wenn die erhobenen Befunde mit apparativen/bildgebenden Abklärungen bestätigt wer-
den (BGE 138 V 251 E. 5.1 mit Hinweisen). Diese Untersuchungsmethoden müssen zudem wis-
senschaftlich anerkannt sein (BGE 134 V 232 E. 5.1 ff. mit Hinweisen). 
 
3.4 Liegen keine organisch (hinreichend) nachweisbare Unfallfolgeschäden vor, hat eine be-
sondere Adäquanzprüfung zu erfolgen. Dabei ist rechtsprechungsgemäss (BGE 127 V 103 
E. 5b/bb mit Hinweisen) wie folgt zu differenzieren: Hat die versicherte Person beim Unfall ein 
Schleudertrauma der HWS, einen äquivalenten Verletzungsmechanismus oder ein Schädel-Hirn-
trauma, dessen Folgen sich mit jenen eines Schleudertraumas vergleichen lassen 
(BGE 117 V 382 E. 4b), erlitten und liegt in der Folge das für diese Verletzung typische bunte 
Beschwerdebild vor (BGE 119 V 338 E. 1), so ist die Adäquanz nach Massgabe der in BGE 
117 V 359 ff. entwickelten und mit BGE 134 V 109 ff. modifizierten Grundsätze zu prüfen. Liegt 
kein Unfall mit einem Schleudertrauma oder einer adäquanzrechtlich äquivalenten Verletzung vor 
oder fehlt es nach einer solchen Verletzung an dem hierfür typischen bunten Beschwerdebild, so 
hat die Adäquanzbeurteilung psychischer Folgeschäden des Unfalls nach den in BGE 

 

 
 
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115 V 133 ff. entwickelten Kriterien zu erfolgen. Der Unterschied besteht darin, dass bei Unfällen 
mit einem Schleudertrauma der HWS oder einer äquivalenten Verletzung auf eine Differenzierung 
zwischen physischen und psychischen Unfallfolgen verzichtet wird (BGE 134 V 117 E. 6.2.1, 
117 V 367 E. 6a in fine), während bei den übrigen Unfällen für die Beurteilung der Adäquanz 
psychischer Fehlentwicklungen lediglich das Unfallereignis als solches und die dabei erlittenen 
körperlichen Gesundheitsschäden sowie deren objektive Folgen massgebend sind 
(BGE 115 V 140 E. 6c/aa). 
 
3.5 Der Unfallversicherer hat den Fall nach Art. 19 Abs. 1 UVG unter Einstellung von Heil-
behandlung und Taggeld sowie Prüfung des Anspruchs auf Invalidenrente und Integritätsent-
schädigung abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine nam-
hafte Besserung des Gesundheitszustandes mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliede-
rungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind (BGE 143 V 151 E. 3.1.1 mit 
Hinweis). Die Prüfung des Fallabschlusses ist bei Anwendung der sogenannten „Psycho“-Praxis 
in jenem Zeitpunkt vorzunehmen, in dem von der Fortsetzung der auf die somatischen Leiden 
gerichteten ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes mehr 
erwartet werden kann (BGE 134 V 116 E. 6.1); weiterbestehende psychische Leiden stellen in 
diesen Fällen keinen Grund für einen Aufschub des Fallabschlusses dar (vgl. Urteile des Bun-
desgerichts vom 12. September 2018, 8C_493/2018, E. 3.2 und vom 29. April 2016, 
8C_892/2015, E. 4.1 mit Hinweisen). Demgegenüber wird die Adäquanz nach der sogenannten 
„Schleudertrauma“-Praxis in jenem Zeitpunkt geprüft, in dem von der Fortsetzung der auf das 
komplexe und vielschichtige Schleudertrauma-Beschwerdebild – dessen psychische und physi-
sche Komponenten nicht leicht zu differenzieren sind – gerichteten ärztlichen Behandlung insge-
samt, also sowohl bezüglich der somatischen wie der psychischen Leiden, keine entsprechende 
Besserung mehr zu erwarten ist (BGE 134 V 116 E. 6.2; vgl. auch Urteile des Bundesgerichts 
vom 3. Dezember 2019, 8C_674/2019, E. 4.1, vom 22. August 2018, 8C_114/2018, E. 4 und vom 
5. September 2017, 8C_303/2017, E. 6.1). 
 
3.6 Der Begriff der namhaften Besserung des Gesundheitszustandes des Versicherten be-
stimmt sich insbesondere nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstel-
lung der unfallbedingt beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit. Die durch die weitere (zweckmässige) 
Heilbehandlung im Sinne von Art. 10 Abs. 1 UVG zu erwartende Besserung muss dabei ins Ge-
wicht fallen (BGE 134 V 115 E. 4.3). Weder eine weit entfernte Möglichkeit eines positiven Re-
sultats einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch ein von weiteren Massnahmen zu er-
wartender lediglich geringfügiger therapeutischer Fortschritt verleihen einen Anspruch auf deren 
Durchführung. Unbedeutende Verbesserungen genügen also nicht. In diesem Zusammenhang 
muss der Gesundheitszustand der versicherten Person prognostisch und nicht aufgrund retro-
spektiver Feststellungen beurteilt werden (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 29. Januar 2020, 
8C_614/2019, E. 5.2, in: SVR 2020 UV Nr. 24 S. 96 f. und vom 17. Juli 2018, 8C_210/2018, in: 
SVR 2019 UV Nr. 4 S. 16, je mit zahlreichen Hinweisen). Nicht notwendig für den Fallabschluss 
ist hingegen, dass keine ärztliche Behandlung mehr erforderlich ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 
vom 2. Mai 2014, 8C_888/2013, E. 4.2.2). 
 

 

 
 
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4.1 Das Administrativverfahren und der kantonale Sozialversicherungsprozess sind vom Un-
tersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 43 Abs. 1 und Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die Ver-
waltung und das Sozialversicherungsgericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige 
Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Diese Untersuchungspflicht dauert so 
lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs erforderlichen Tatsachen hinrei-
chende Klarheit besteht (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 6. Februar 2008, 8C_163/2007, 
E. 3.2). Bleiben erhebliche Zweifel an Vollständigkeit und/oder Richtigkeit der bisher getroffenen 
Tatsachenfeststellung bestehen, ist weiter zu ermitteln, soweit von zusätzlichen Abklärungsmass-
nahmen noch neue wesentliche Erkenntnisse zu erwarten sind (vgl. Urteile des Bundesgerichts 
vom 6. Februar 2008, 8C_163/2007 E. 3.3 und vom 19. November 2007, 8C_364/2007, E. 3.2). 
Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechtslage. 
 
4.2 Zur Abklärung medizinischer Sachverhalte – wie insbesondere der Feststellung der na-
türlichen und adäquaten Kausalzusammenhänge im Bereich der Medizin – ist die rechtsanwen-
dende Behörde regelmässig auf Unterlagen angewiesen, die ihr vorab von ärztlichen sowie ge-
gebenenfalls auch anderen Fachleuten zur Verfügung zu stellen sind (BGE 134 V 232 E. 5.1, 122 
V 158 f. E. 1b mit Hinweisen). Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand 
zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkei-
ten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wich-
tige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person 
noch zugemutet werden können (BGE 132 V 99 E. 4 mit Hinweisen). 
 
4.3 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs-
prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle ande-
ren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 
pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit-
tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob 
die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestat-
ten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess 
nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, wa-
rum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Be-
weiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange 
umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berück-
sichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der me-
dizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und 
ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 
E. 5.1, 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 
 
4.4 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte 
und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführliche Zusam-
menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch 
BGE 135 V 469 f. E. 4.4 und 4.5). So wird zur Frage der beweisrechtlichen Verwertbarkeit der 
Berichte und Gutachten versicherungsinterner Fachpersonen der Grundsatz betont, wonach ein 

 

 
 
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Anstellungsverhältnis dieser Person zum Versicherungsträger alleine nicht schon auf mangelnde 
Objektivität und Befangenheit schliessen lässt (BGE 125 V 353 E. 3b/ee). Allerdings kommt sol-
chen Berichten und Gutachten versicherungsinterner Fachpersonen nicht derselbe Beweiswert 
zu wie einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten externer Fachpersonen 
oder gar wie einem Gerichtsgutachten. An die Beweiswürdigung sind deshalb strenge Anforde-
rungen zu stellen, wenn ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens ent-
schieden werden soll. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssig-
keit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen – mit-
hin eine Begutachtung im Verfahren nach Art. 44 ATSG – vorzunehmen (BGE 142 V 64 E. 5.1, 
135 V 470 E. 4.4, je mit Hinweisen). 
 
5. Zur Beurteilung des medizinischen Sachverhalts liegen zahlreiche ärztliche und weitere 
Unterlagen vor, welche vom Gericht gesamthaft gewürdigt wurden. Nachfolgend werden die für 
den vorliegenden Fall entscheidrelevanten Berichte aufgeführt. 
 
5.1 Dr. med. G.____, FMH Allgemeine Innere Medizin, stellte in ihrem Bericht vom 30. De-
zember 2017 fest, dass der Patient anlässlich seiner Vorstellung in der hausärztlichen Notfallpra-
xis des Spitals D.____ starke okzipitale Kopfschmerzen sowie Schmerzen im Bereich der HWS, 
Erbrechen, Photo- und Phonophobie beklage. In der cranialen computertomographischen Unter-
suchung (CT) des Schädels hätten sich keine intrakraniellen Blutungen nachweisen lassen und 
die Schädelkalotte sei intakt. Bezüglich der HWS seien ein intaktes Alignement und keine Frak-
turen festgestellt worden. Es habe sich einzig eine nicht frische mehrfragmentäre, gering dislo-
zierte Nasenbeinfraktur mit Fraktur des knöchernen Septums gezeigt. Sie diagnostizierte in der 
Folge eine Commotio bei Hinterkopfkontusion. 
 
5.2 Med. pract. H.____, FMH Allgemeine Innere Medizin, beschreibt in seinem Bericht vom 
15. Januar 2018, dass der Patient unter Schmerzen im Nacken mit Schwindel und gelegentlichen 
Sehstörungen sowie beidseitigen Verspannungen des Trapezmuskels und des Schulterblatthe-
bers leide. Verletzungen seien keine sichtbar und auch das Scanning der HWS sei in Ordnung 
gewesen. Er diagnostizierte folglich eine Kontusion des Kopfs, der HWS, der LWS sowie des 
Beckens und verordnete Analgetika und Physiotherapie. 
 
5.3 Anlässlich der Folgeuntersuchungen vom 19. Januar 2018 und vom 8. Februar 2018 
verzeichnete med. pract. H.____, dass der Patient weiterhin unter persistierenden Kopfschmer-
zen und Verspannungen der Nackenmuskulatur ohne deutliche Besserung leide. Er verordnete 
deshalb weiterhin Physiotherapie für den Kopf- und Nackenbereich. Am 9. März 2018 stellte er 
fest, dass sich die Verspannung der Nackenmuskulatur langsam bessern, Schmerz und Schwin-
del jedoch bei Belastung sofort wieder auftreten würden. Er hielt in der Folge eine Steigerung der 
Arbeitsfähigkeit auf Anfang April 2018 für wahrscheinlich. 
 
5.4 Dr. med. I.____, FMH Chirurgie, diagnostizierte am 21. Februar 2018 ein Schädel-Hirn-
trauma ersten Grads und legte dar, dass der Patient unter den konservativen Massnahmen bisher 
nur bedingt beschwerdefrei geworden sei. Mit Bericht vom 27. Februar 2018 führte er zudem aus, 
dass auch weiterhin eine recht diffuse Beschwerdesymptomatik bestehen würde. Am 7. April 

 

 
 
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2018 stellte er fest, dass der Patient seitens der HWS über eine persistierende Beschwerdesymp-
tomatik mit Cervicobrachialgien klage, weswegen eine bereits eingeleitete Physiotherapie er-
folge. Anlässlich seiner letzten Untersuchung erklärte Dr. I.____ im Bericht vom 16. Mai 2018, 
dass der Patient auch weiterhin über Cervicobrachialgien sowie Lumbalgien klage. Es könne zu-
dem eine posttraumatische Belastungsstörung und eine ausgeprägte Angst vor Schmerzen vor-
liegen. Gegenüber der IV-Stelle stellte er in seinem Bericht vom 5. Juli 2018 erneut ein Schädel-
Hirntrauma ersten Grads fest und äusserte zudem die Diagnose einer Zerrung der HWS sowie 
des Verdachts auf eine Schmerzverarbeitungsstörung. 
 
5.5 Im Care Management Bericht der AXA vom 3. Mai 2018 wurde vonseiten der Beschwer-
degegnerin verzeichnet, dass der Beschwerdeführer über dauernde Rückenschmerzen in der 
Kreuzgegend mit Ausstrahlung im ganzen Rücken, über Verspannungen im Nackenbereich beid-
seits, über eine eingeschränkte Beweglichkeit der HWS, über tägliche Kopfschmerzen sowie über 
Konzentrationsschwierigkeiten und Schwindel klage, weshalb er sich zweimal wöchentlich in Phy-
siotherapie begebe und entsprechende Schmerzmedikation erhalte. 
 
5.6 Anlässlich seiner spinalchirurgischen Untersuchungen vom 5. Juni 2018 stellte Dr. med. 
J.____, Oberarzt Spinale Chirurgie des Spitals D.____, chronische Schmerzen lumbal und im 
Bereich des cervicothorakalen Überganges sowie eine Druckdolenz über der Dornfortsatzreihe 
der oberen Brustwirbelsäule (BWS) fest. Trotz initiierter physiotherapeutischer Behandlung und 
angepasster Analgesie käme es zu einer bleibenden Schmerzsituation, welche mittlerweile chro-
nifiziert sei. Die radiologische Untersuchung der HWS und LWS im Stehen vom gleichen Tag 
zeitige einen altersentsprechenden regelrechten Normbefund und keinen Hinweis auf eine knö-
cherne Verletzung. Auch indirekt würden sich im Bereich der Bandscheibenräume keine Listhe-
sen oder Höhenminderungen zeigen. Es beständen zudem keine höhergradigen degenerativen 
Veränderungen der LWS. Das Alignement der Wirbelhinterkanten sei sowohl cervical als auch 
lumbal sehr gut. Er verordnete deshalb weiterhin physiotherapeutische Behandlungen im Sinne 
einer sanften Traktionsbehandlung zur Analgesie, zur Propriozeption und zur Verbesserung der 
Muskelfunktion. 
 
5.7 Im Protokoll des Triage-Gesprächs der IV-Stelle vom 28. Juni 2018 wurde verzeichnet, 
dass der Beschwerdeführer über Nacken-, Rücken- und Kopfschmerzen klage. Diese würden 
weiterhin physiotherapeutisch und medikamentös behandelt. Allerdings teile er mit, dass er, so-
bald es seine gesundheitliche Situation wieder zulasse, wieder in einer Leitungsposition in der 
Hotellerie arbeiten wolle. 
 
5.8 Mit Bericht vom 14. August 2018, unter Hinweis auf die magnetresonanztomographi-
schen Untersuchungen (MRT) der HWS und LWS vom 16. Juli 2018, diagnostizierte Dr. J.____ 
eine chronische Cervicothorakalgie sowie Lumbalgie. Klinisch präsentiere sich der Patient unver-
ändert zur Voruntersuchung vom 5. Juni 2018. Es beständen sowohl an der HWS wie auch an 
der LWS ein intaktes Alignement und keine Frakturen und es fehle auch an suspekten ossären 
Läsionen. Eine Spinalkanaleinengung sowie Nerven- respektive Wurzelkompressionen seien 
auszuschliessen und auch hinsichtlich der Bandstrukturen würden sich keine Verletzungen zei-

 

 
 
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gen. Traumafolgen seien nicht ersichtlich. Es lägen lediglich geringe mehrsegmentale, altersent-
sprechende degenerative Veränderungen der HWS und der unteren LWS vor. Die Ursache für 
die chronische Schmerzsituation bleibe deshalb weiterhin unklar. Ergänzend zur pharmakologi-
schen Schmerzbehandlung sei deshalb eine Kortison-Stosstherapie initiiert. 
 
5.9 Am 29. August 2018 berichtete Dr. J.____, dass im Zeitraum der durchgeführten Korti-
son-Stosstherapie eine subjektiv deutliche Linderung der Beschwerden aufgetreten sei, nach Ab-
setzen der Therapie und unter Alltagsbelastung die Beschwerdesymptomatik jedoch wiederein-
gesetzt habe. Er empfehle deshalb eine Abklärung einer möglichen rheumatoiden Erkrankung 
sowie die Wiederaufnahme einer symptomorientierten physiotherapeutischen Behandlung und 
einer begleitenden antipholgistischen Therapie. 
 
5.10 In ihrer rheumatologischen Untersuchung vom 15. Oktober 2018 stellte Dr. med. Dr. phil. 
nat. K.____, damals Assistenzärztin Rheumatologie des Spitals D.____, fest, dass der Beschwer-
deführer starke, morgendlich betonte Schmerzen hauptsächlich im Bereich der HWS sowie we-
niger stark ausgeprägt im Bereich der BWS und LWS verspüre. Häufig wären zudem Kopf-
schmerzen zu verzeichnen. Er sei zudem subjektiv stark kognitiv verlangsamt, verspüre Angst 
vor Schmerzen und habe Schlaf- sowie Konzentrationsschwierigkeiten. Augenentzündungen, Vi-
susstörungen sowie eine Photosensibilität würden jedoch nicht mehr vorliegen. Sie stelle bei ihm 
einen Muskelhartspann beidseits des Nackens mit dortiger Druckdolenz fest; ebenso bestehe 
eine Druckdolenz paravertebral in der mittleren BWS sowie im lumbosakralen Übergang rechts-
betont, aber keine Klopfdolenz der Dornfortsätze. Die morgendliche Akzentuierung und das teil-
weise Ansprechen auf Kortikosteroide mute zwar entzündlich an, sie schliesse jedoch eine ent-
zündliche rheumatische Genese der chronischen Cervicothorakalgie und Lumbalgie aufgrund der 
klaren zeitlichen Korrelation mit dem Unfall bei vorheriger vollständiger Beschwerdefreiheit, kli-
nisch tastbaren Myogelosen im Bereich des Nackens sowie komplett fehlenden Entzündungszei-
chen aus. Bei vorhandener Chronifizierung der Beschwerden sehe sie zur Durchbrechung der-
selben mittels konsequenter Analgesie und hochfrequenter Physiotherapie sowie neuropsycho-
logischer Abklärung der angegebenen kognitiven Verlangsamung, im Hinblick auf die berufliche 
Wiedereingliederung, eine stationäre Rehabilitation als indiziert an. 
 
5.11 In seinem Bericht vom 29. Oktober 2018 schloss Dr. J.____ unter Verweis auf die MRT 
vom 5. September 2018 eine spinalchirurgische Ursache der belastungsinduzierten chronischen 
Cervicothorakalgie sowie Lumbalgie aus. Klinisch präsentiere sich der Patient wiederum unver-
ändert zur Voruntersuchung; er gäbe zudem eine Konzentrationsstörung an. Strukturell würden 
sich in der erhobenen Bilddiagnostik keinerlei pathologische Befunde zeigen. Bezüglich der BWS 
werde ein altersentsprechender Normbefund ohne Kompression neuronaler Strukturen oder 
struktureller Läsionen aufgrund des Traumaereignisses ausgewiesen. Die Ursache der persistie-
renden Schmerzsituation bleibe somit weiterhin unklar. Eine Indikation für Invasivität (Operation 
oder Infiltration) sehe er nicht als gegeben und empfehle eine rein symptomorientierte Behand-
lung. Auch sei eine stationäre multimodale Schmerzbehandlung zu erwägen. 
 
5.12 Mit Bericht zuhanden der Beschwerdegegnerin vom 16. November 2018 beurteilte 
Dr. med. L.____, FMH Neurologie, dass der Unfall deutlich protrahiert verlaufe. Es würden viele 

 

 
 
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Ärzte aus verschiedenen Fachgebieten, ohne genügende Koordination untereinander, an diesem 
Fall mitarbeiten. Er legte, unter Verweis auf die Richtlinien der Deutschen Gesellschaft für Neu-
rologie, dar, dass bei einem Distorsionstrauma und einer Commotio cerebri im vorliegenden 
Schweregrad eine vollständige Heilung normalerweise innert 6 Monaten gesehen werden dürfe. 
Bei allfälliger Persistenz der Beschwerden sei bis zum Beweis des Gegenteils von einer unfall-
fremden Ursache – oftmals aufgrund degenerativer Veränderungen der HWS – auszugehen. 
Diese wären im vorliegenden Fall zweifelsohne gegeben. Es sei für ihn nicht nachvollziehbar, wie 
die Schmerzen auch nach über zehneinhalb Monaten nach dem HWS-Distorsionstrauma und der 
Commotio cerebri auf das Unfallereignis zurückgeführt werden können. Er halte dies für ein un-
kritisches Vorgehen, was der Chronifizierung keinen Abbruch tue, sondern diese dadurch eher 
noch fördere. Es würden zudem ziemlich unkritisch neuropsychologische Defizite angegeben, 
welche nie verifiziert worden seien und welche mit überwiegender Wahrscheinlichkeit einer 
Schmerzinterferenz entsprechen dürften. Die aktuellen Beschwerden würden nur möglicherweise 
mit dem Ereignis vom 29. Dezember 2017 in natürlichem Kausalzusammenhang stehen und es 
seien keine nachweisbaren, organischen Unfallfolgen respektive strukturellen Veränderungen zu 
beobachten. Bezüglich der Frage, ob alle geklagten Beschwerdebilder genügend abgeklärt seien, 
führte er aus, dass die behaupteten neuropsychologischen Minderleistungen nie objektiviert wor-
den seien. Der geplante stationäre Rehabilitationsaufenthalt sei aus unfallbedingter Sicht nicht 
indiziert und ausgewiesen; vielmehr dürfte dieser einer weiteren Pathologisierung Vorschub leis-
ten. Eine namhafte Besserung des Gesundheitszustands sei nicht zu erwarten. 
 
5.13 Mit Bericht vom 14. Mai 2019 stellten die Ärzteschaft der Klinik für Psychiatrie und Psy-
chosomatik des Spitals F.____ die Verdachtsdiagnose einer chronischen Schmerzstörung mit 
somatischen und psychischen Faktoren (F45.41). Bei der klinischen Exploration sei der Patient 
wach, bewusstseinsklar und zu allen Qualitäten orientiert wahrgenommen worden. Die bereits im 
Erstkontakt beobachtbaren kognitiven Beeinträchtigungen seien jedoch auffallend. Das Sprechen 
des Patienten erscheine leicht verlangsamt. Immer wieder komme es zudem zu Wortfindungs-
störungen. Eine Abklärung der psychosozialen und medizinischen Situation sei notwendig und 
auch eine schmerzpsychologisch orientierte Behandlung sei deshalb indiziert. 
 
5.14 In seinem Austrittsbericht vom 26. September 2019 stellte Dr. med. M.____, FMH Re-
habilitation und Physikalische Medizin, Leitender Arzt der Rehaklinik E.____, insbesondere die 
Diagnosen eines chronischen Cervikalsyndroms sowie einer Thorakolumbalgie sowie des Ver-
dachts auf eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren 
(F45.41). Auch sei ein mögliches protrahiertes Post-Concussion-Syndrom nicht völlig auszu-
schliessen, wobei hierfür die Initialbefunde beim Unfall wegweisend wären. Der Patient habe über 
druckartige Kopfschmerzen okzipital beidseits, einen zervikalen Schmerz rechtsbetont sowie 
Schmerzen am thorakalen Übergang rechtsbetont geklagt. Des Weiteren habe er Defizite bei der 
Konzentration, Probleme bei der Wortfindung sowie Schwierigkeiten im Wortfluss angegeben. 
Seine psychosoziale Situation sei sehr belastet. Die Schmerzsymptomatik habe durch die Physi-
otherapie jeweils nur kurzfristig und für einige Stunden verbessert werden können; eine anhal-
tende Schmerzlinderung sei nicht eingetreten. Dr. M.____ empfehle deshalb eine weiterführende 
aktivierende ambulante Physiotherapie, eine Wassertherapie und eine Medizinische Trainings-

 

 
 
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therapie zur therapeutischen Unterstützung der Alltagsstruktur. Begleitend sei auch eine verhal-
tenstherapeutische Therapie sinnvoll. Er empfehle zudem eine interdisziplinäre Betreuung ärzt-
lich-evaluativ sowie begleitend psychologisch/psychiatrisch. 
 
5.15 Mit neuropsychologischem Bericht vom 27. September 2019 stellten Dr. M.____, 
Dr. phil. N.____, Fachpsychologe FSP für Neuropsychologie und für Psychotherapie, und 
M.Sc. O.____, Psychologe, fest, dass der Patient klinisch eine stark erhöhte Müdigkeit sowie eine 
psychomotorische Verlangsamung aufweise. Sein Verhalten liesse auf Schmerzen schliessen, 
welche von diesem auch als Rücken- und Kopfschmerzen beschrieben würden. Die Aufmerk-
samkeit des Patienten sei niedrig und nehme im Verlauf der Untersuchung zunehmend ab; auch 
sein Instruktionsverständnis sei teilweise erschwert. Insgesamt sei eine nominell mittelgradige 
bis schwere neuropsychologische Störung beim Patienten vorhanden, seine Merkspanne hinge-
gen sei leicht bis mittelgradig reduziert. 
 
6.1 Die AXA stützte sich im angefochtenen Einspracheentscheid vom 22. August 2019 bei 
der Würdigung des medizinischen Sachverhalts vollumfänglich auf die Ausführungen ihres bera-
tenden Arztes Dr. L.____ vom 16. November 2018. Sie ging demzufolge davon aus, dass der 
Zeitpunkt für den Fallabschluss eingetreten sei und dass die vom Beschwerdeführer geklagten 
Schmerzen nicht mehr mit überwiegender Wahrscheinlichkeit in einem adäquaten Kausalzusam-
menhang zum Unfallereignis vom 29. Dezember 2017 ständen. Wie eingangs erwähnt, sind an 
die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen, wenn ein Versicherungsfall wie im vor-
liegenden Fall ohne die Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden soll. Bestehen 
auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärzt-
lichen Feststellungen, sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (vgl. Erwägung 4.4 hiervor). 
 
6.2 Die Vorinstanz verweist im angefochtenen Einspracheentscheid vom 22. August 2019 
insbesondere darauf, dass sich die Beschwerdesymptomatik trotz erfolgter Ergo- und Physiothe-
rapien sowie Analgesie nur zögernd verbessert habe und sich im Verlaufe eine Symptomauswei-
tung entwickelt habe. Es sei nicht ersichtlich, warum über den 30. November 2018 hinaus von 
weiteren Behandlungen noch eine namhafte Verbesserung erwarten werden solle, wenn diese 
bisher ausgeblieben sei. Dr. L.____ führt diesbezüglich aus, dass erfahrungsgemäss bei einem 
Distorsionstrauma und einer Commotio cerebri im vorliegenden Kraftgrad eine vollstände Abhei-
lung nach normalerweise sechs Monaten zu erwarten sei. Es sei für ihn nicht nachvollziehbar, 
wie die Beschwerden auch nach über zehneinhalb Monaten noch auf das Unfallereignis zurück-
zuführen seien. Zudem seien die geschilderten neuropsychologischen Defizite unverifiziert. Un-
fallkausal sei seines Erachtens keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes mehr zu 
erwarten und der stationäre Rehabilitationsaufenthalt würde vielmehr einer Pathologisierung der 
Beschwerden Vorschub leisten. Die Beschwerdegegnerin weist zudem in ihrer Vernehmlassung 
darauf hin, dass auch die nachträgliche Würdigung der Berichte der Rehaklinik E.____ aufzeigen 
würde, dass der Endzustand schon länger erreicht worden sei. Es gehe aus diesen ebenfalls 
keine namhafte Verbesserung des Gesundheitszustandes oder eine Prognose für eine selbige 
hervor. Vielmehr würde einzig die Klärung der psychosozialen und medizinischen Situation er-
wähnt, woraus noch keine auf die Verbesserung des Gesundheitszustandes gerichtete Behand-
lung abgeleitet werden könne. 

 

 
 
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6.3 Der Beschwerdeführer führt aus, auf die Ausführungen von Dr. L.____ sei nicht abzu-
stellen, da dieser lediglich auf Richtlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie verweise. 
Aus diesen könne aber kein Rückschluss auf den hier konkret zu beurteilenden Fall gezogen 
werden, da der Einzelfall und nicht der „Normalfall“ betrachtet werden müsse. Auch habe 
Dr. L.____ nicht alle zur Verfügung stehenden Arztberichte – nämlich insbesondere nicht jene 
des Aufenthaltes in der Rehaklinik E.____ vom 14. August 2019 bis zum 14. September 2019 – 
zur Redaktion seiner Stellungnahme beigezogen. Da aber die Krankenversicherung für jenen 
Aufenthalt Kostengutsprache erteilt habe, sie dies aber ohne überwiegende Wahrscheinlichkeit 
einer namhaften Verbesserung des Gesundheitszustandes durch selbigen nicht getan hätte, 
wäre seine Stellungnahme auch diesbezüglich fehlerbehaftet. Auch setze sich Dr. L.____ nicht 
seriös mit der Aktenlage auseinander, wenn er einerseits eine „unkritische“ Angabe neuropsy-
chologischer Defizite bemängle, aber seinerseits ebenso lediglich angebe, dass diese Defizite 
„einer Schmerzinterferenz entsprechen dürften“. Schliesslich habe Dr. L.____ auch konkludent 
anerkannt, dass der Fallabschluss zu früh erfolge, indem er erklärt habe, dass die behaupteten 
neuropsychologischen Minderleistungen nie hinreichend abgeklärt worden seien. 
 
6.4 Zu Recht weist die Beschwerdegegnerin darauf hin, dass die Prüfung erst nach Ab-
schluss des normalen, unfallbedingt erforderlichen Heilungsprozesses zu erfolgen hat (BGE 130 
V 384 E. 2.3.1). Der Zeitpunkt der Adäquanzprüfung und damit der zu erwartenden Besserung 
des Gesundheitszustandes ist aber – im Sinne der Forderung des Beschwerdeführers – aufgrund 
der konkreten Umstände des Einzelfalles vorzunehmen (vgl. Urteile des EVG vom 16. März 2006, 
U 228/05, E. 2.2.1 und vom 11. Februar 2004, U 246/03, E. 2.4, in: HAVE 2004 S. 119 f.). Die 
Frage nach dem Abschluss des Heilungsprozesses kann deshalb nicht für alle Versicherten, die 
eine bestimmte Verletzung erlitten haben, gleich beantwortet werden (vgl. Urteile des EVG vom 
17. Februar 2006, U 341/05, E. 4.1 und vom 20. Juli 2005, U 198/05, E. 3.1, mit Hinweis). Dies 
bedeutet, dass der Verweis auf einen statistischen Durchschnittswert als medizinische Erfah-
rungstatsache, welcher zu einer für alle Schleudertraumen gleich zu bemessenden Heilungs-
dauer führen würde, zwar für den Regelverlauf heranzuziehen, für den Einzelfall jedoch unbehel-
flich ist. Wenn Dr. L.____ deshalb auf “Richtlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie“ 
(gemeint sind wohl die in Überarbeitung befindlichen “Leitlinien für Diagnostik und Therapie in 
der Neurologie: Beschleunigungstrauma der Halswirbelsäule“ der Deutschen Gesellschaft für 
Neurologie vom 30. September 2012 [Leitlinien]) verweist, entbindet ihn dies nicht von einer Be-
trachtung des Einzelfalles. Dies insbesondere, da die von ihm angeführten Leitlinien selber aus-
führen, dass immerhin „12 % der Patienten […] nach 6 Monaten noch nicht bei ihrem Status quo 
ante angelangt [sind]“ (Leitlinien, S. 5). Ähnlich formulierte die Konsensusgruppe Olten dies be-
reits 2005, als sie darauf hinwies, dass „mehr als 10 % der in der Schweiz pro Jahr gemeldeten 
kraniozervikalen Beschleunigungstraumen […] einen protrahierten oder chronischen Verlauf [zei-
gen würden]“ (HANS RUDOLF STÖCKLI ET AL., Diagnostisches und therapeutisches Vorgehen in 
der chronischen Phase nach kraniozervikalem Beschleunigungstrauma [cKZBT, sog. Schleuder-
trauma] [ohne Commotio cerebri/mild traumatic brain injuriy], Pragmatische Empfehlungen der 
multidisziplinären Konsensusgruppe Olten vom 13. Januar 2005, in: Schweizerisches Medizini-
sches Forum 2005/5, S. 1182). Ein über mehrere Monate dauernder Heilungsprozess bei Schleu-
dertraumen der HWS oder äquivalenten Verletzungen ist deshalb keineswegs unüblich (vgl. Urteil 

 

 
 
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des Kantonsgerichts, Abteilung Sozialversicherungsrecht vom 14. Februar 2013, 725 12 271/29, 
E. 6.3.2). Auch das Bundesgericht hat erkannt, dass in solchen Fällen selbst eine Behandlungs-
bedürftigkeit während zwei bis drei Jahren durchaus im Rahmen liegen kann (vgl. Urteile des 
Bundesgerichts vom 12. Oktober 2012, 8C_269/2012, E. 6.4.8 und vom 23. April 2008, 
8C_402/2007, E. 5.2.3, je mit Hinweisen). Im Lichte dieser Praxis der einzelfallweisen Betrach-
tung sind deshalb auch jene Urteile zu sehen, in denen ein Fallabschluss – nach erlittenem 
Schleudertrauma – nach sieben (vgl. Urteile des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich 
vom 27. Januar 2014, UV.2012.00164, E. 4.5, vom 30. Juni 2011, UV.2010.00037, E. 4 und vom 
13. Januar 2010, UV.2008.00284, E. 4.3), vierzehn (vgl. Urteil des EVG vom 11. Februar 2004, 
U 246/03, E. 2.5, in: HAVE 2004 S. 119 f.) respektive achtzehn Monaten (vgl. Urteil des Sozial-
versicherungsgerichts des Kantons Zürich vom 31. August 2009, UV.2007.00544, E. 3.3.2) als 
verfrüht angesehen wurde. 
 
6.5.1 Ob im vorliegenden Fall noch eine namhafte Verbesserung des Gesundheitszustandes 
des Beschwerdeführers zu erwarten sei, ist deshalb für den konkreten Einzelfall und prognostisch 
zu klären. Eine retrospektive Betrachtung ist für diese Beurteilung grundsätzlich unzulässig (vgl. 
Erwägung 3.6 hiervor). Die Beschwerdeinstanz hat sich auf jene Akten zu stützen, welche zum 
Zeitpunkt des umstrittenen Verfügungserlasses in Form des Einspracheentscheids vom 22. Au-
gust 2019 der verfügenden Instanz und ihren beratenden Ärzten vorlagen. Soweit also Berichte 
der Rehaklinik E.____ vom 26. und 27. September 2019 von den Parteien bemüht werden, ist 
auf diese deshalb vorliegend nicht einzugehen. 
 
6.5.2 Der Bericht von Dr. L.____, auf welchen sich die Beschwerdegegnerin stützt, wurde am 
16. November 2018 erfasst. Für die Frage, ob Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit 
der darin festgehaltenen prognostischen Ausführungen bezüglich einer Verbesserung des Ge-
sundheitszustandes bestehen, sind deshalb vor allem die aktuellsten ihm vorliegenden Berichte 
zu betrachten. Aufschlussreich sind hierbei insbesondere die Berichte von Dr. K.____ vom 
15. Oktober 2018 und von Dr. J.____ vom 29. Oktober 2018. Dr. K.____ empfahl zur Durchbre-
chung der Chronifizierung der Beschwerden eine konsequente Analgesie und hochfrequente 
Physiotherapie sowie eine neuropsychologische Abklärung der kognitiven Verlangsamung in 
Form einer stationären Rehabilitation. Auch Dr. J.____ wies darauf hin, dass eine stationäre mul-
timodale Schmerzbehandlung bei fehlender Indikation für Invasivität diskutiert werden müsse. In 
gleichem Sinne empfehlen die durch die Beschwerdegegnerin genannten Leitlinien „bei komple-
xerer und langanhaltender Symptomatik [eine] multimodale und interdisziplinäre Therapie nach 
stringentem Konzept […], z.B. [durch] Kombination von Antidepressiva, kognitiver Verhaltensthe-
rapie und Physiotherapie oder Koordinationsübungen […]“ (Leitlinien, S. 6). Mit diesen Therapie-
empfehlungen von Dr. K.____ und Dr. J.____ setzt sich Dr. L.____ nicht substantiiert auseinan-
der. Anstelle einer konkreten Bewertung der gestellten Diagnosen und empfohlenen Therapien 
in Bezug auf den vorliegenden Einzelfall verweist Dr. L.____ lediglich auf eine unkoordinierte Zu-
sammenarbeit der behandelnden Ärzte, eine unkritische Widergabe neuropsychologischer Defi-
zite und – wie aufgezeigt – unzulässigerweise auf die Unvereinbarkeit mit statistischen Durch-
schnittswerten. Eine Abwägung des Für und Wider der verschiedenen Meinungen und eine 
schlüssige Begründung, weshalb von den empfohlenen Therapien keine namhafte Besserung 
des Gesundheitszustandes mehr zu erwarten sei, fehlen gänzlich. Auch eine Gegenüberstellung 

 

 
 
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der Therapieempfehlungen der behandelnden Ärzte mit jener der von ihm zitierten Richtlinien 
fehlt. Er vermutet lediglich, dass die empfohlene stationäre Rehabilitation den Effekt haben 
könnte, einer Pathologisierung Vorschub zu leisten; auch hierzu fehlt eine klare Begründung. Es 
sind deshalb Zweifel an der unvollständigen und äusserst knappen Beurteilung durch Dr. L.____ 
nicht von der Hand zu weisen. Sein Bericht erweist sich in dieser Hinsicht deshalb nicht als ge-
nügend verlässlich, um mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das Ausbleiben einer namhaf-
ten Verbesserung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers zu schliessen. Indem sich 
die Beschwerdegegnerin im Rahmen der Beweiswürdigung einzig auf diesen Bericht – sowie die 
darin erwähnte medizinische Erfahrungstatsache – beschränkt und gleichzeitig die medizinischen 
Besonderheiten des vorliegenden (Einzel-)Falles ausser Acht gelassen hat, hat sie deshalb – wie 
der Beschwerdeführer zu Recht beanstandet – eine unvollständige und im Ergebnis (rechts-)feh-
lerhafte Würdigung des massgebenden medizinischen Sachverhaltes vorgenommen. 
 
6.5.3 Aus den Akten lassen sich keine anderen Berichte entnehmen, aus welchen zum Zeit-
punkt des Verfügungserlasses hervorgehen würde, dass sich der medizinische Endzustand be-
reits eingestellt hätte und der Fallabschluss somit gerechtfertigt gewesen wäre. Die Aktenlage 
lässt deshalb einen Entscheid darüber, ob die Beschwerdegegnerin ihre Leistungen zu Recht per 
31. August 2018 eingestellt hat, nicht zu. Die Sache ist deshalb zur weiteren Abklärung betreffend 
Zeitpunkt des Fallabschlusses an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie anschlies-
send über den Leistungsanspruch erneut entscheidet. 
 
7.1 Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung können die Sozialversicherungsgerichte 
zwar nicht mehr frei entscheiden, ob sie eine Streitsache an die Verwaltung zurückweisen. Die 
Beschwerdeinstanz hat vielmehr im Regelfall selbst die nötigen Abklärungen vorzunehmen, wenn 
sie einen im Verwaltungsverfahren anderweitig erhobenen Sachverhalt überhaupt für gutachtlich 
abklärungsbedürftig hält oder wenn eine Administrativexpertise in einem rechtserheblichen Punkt 
nicht beweiskräftig ist (BGE 137 V 263 E. 4.4.1). Da die Beschwerdegegnerin vorliegend nicht 
alle notwendigen Abklärungen betreffend den Fallabschluss vorgenommen hat und es nicht die 
Aufgabe der kantonalen Gerichte ist, im Verwaltungsverfahren versäumte Abklärungen nachzu-
holen, steht einer Rückweisung an die Beschwerdegegnerin auch unter Berücksichtigung der 
zitierten Rechtsprechung des Bundesgerichts nichts entgegen. 
 
7.2 Demzufolge ist die Angelegenheit in Aufhebung des angefochtenen Einspracheent-
scheids vom 22. August 2019 an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Diese hat abzuklä-
ren, ob in Bezug auf die zum Zeitpunkt des Verfügungserlasses vorhandenen medizinischen Un-
terlagen – unter Berücksichtigung der konkreten Umstände des Falles – prognostisch mit über-
wiegender Wahrscheinlichkeit festgestellt werden konnte, dass keine namhafte Besserung des 
Gesundheitszustandes mehr zu erwarten sei. Gestützt auf diese Abklärungen hat die Beschwer-
degegnerin neu über den Leistungsanspruch des Versicherten zu verfügen. 
 
8.1 Es bleibt über die Kosten des vorliegenden Verfahrens zu befinden. Art. 61 lit. a ATSG 
hält fest, dass das Verfahren vor dem kantonalen Gericht für die Parteien kostenlos zu sein hat. 
Es sind deshalb für das vorliegende Verfahren keine Kosten zu erheben. 
 

 

 
 
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8.2 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz 
der Parteikosten. Diese werden vom Gericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert 
nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. Nach 
ständiger Praxis des Bundesgerichts ist unter Obsiegen im Streit um eine Leistung in der Sozial-
versicherung nicht nur das materielle Obsiegen in dem Sinne zu verstehen, dass die Beschwerde 
führende Person die beantragte Leistung erhält. Vielmehr genügt für den bundesrechtlichen An-
spruch auf eine Parteientschädigung auch ein formelles Obsiegen in dem Sinne, dass der Be-
schwerde führenden Person durch die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und der Rück-
weisung der Sache an die Verwaltung zur weiteren Abklärung und neuen Beurteilung alle Rechte 
im Hinblick auf eine beanspruchte Leistung gewahrt bleiben (BGE 132 V 235 E. 6.2). Nachdem 
die Beschwerde gutzuheissen und die Sache zur weiteren Abklärung im Sinne der Erwägungen 
an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist, hat diese dem Beschwerdeführer eine Partei-
entschädigung auszurichten. Der in der Honorarnote geltend gemachte Zeitaufwand von insge-
samt 15.9 Stunden erweist sich in Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen 
als angemessen. Die Bemühungen sind zu dem in der Honorarnote angegebenen Stundensatz 
von Fr. 200.-- zu entschädigen. Dem Beschwerdeführer ist deshalb eine Parteientschädigung in 
der Höhe von Fr. 3'597.30 (15.9 Stunden à Fr. 200.-- + Auslagen von Fr. 160.10 zuzüglich 7,7 % 
Mehrwertsteuer) zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. 
 
9.1 Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG) vom 17. Juni 2005 
ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht zulässig ge-
gen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Selbständig eröffnete Zwischenentscheide sind 
– mit Ausnahme der Zwischenentscheide über die Zuständigkeit und über Ausstandsbegehren 
(vgl. Art. 92 BGG) – nur mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten anfechtbar, 
wenn sie einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a 
BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeiführen und 
damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren er-
sparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung handelt 
es sich bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur Aktenergänzung und 
anschliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um einen Zwischenent-
scheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BGG. Dies gilt auch für einen Rückweisungsentscheid, mit 
dem eine materielle Teilfrage (z.B. eine von mehreren materiell-rechtlichen Anspruchsvorausset-
zungen) beantwortet wird (BGE 133 V 481 E. 4.2). 
 
9.2 Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es sich somit um einen Zwischen-
entscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerde in öffentlich-rechtlichen 
Angelegenheiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Voraus-
setzungen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet das Bundesgericht. Die nachstehende 
Rechtsmittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt.  

 

 
 
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Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, als der angefochtene 
Einspracheentscheid der AXA Versicherungen AG vom 22. August 2019 
aufgehoben und die Angelegenheit zur weiteren Abklärung im Sinne der 
Erwägungen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die Vorinstanz 
zurückgewiesen wird. 

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 3. Die AXA Versicherungen AG hat dem Beschwerdeführer eine Parteient-
schädigung in Höhe von Fr. 3'597.30 (inkl. Auslagen und 7,7 % Mehr-
wertsteuer) zu bezahlen. 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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