# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0ef28a15-48ad-58c5-b757-7671f705353e
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-12-19
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 19.12.2023 D-6570/2023
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-6570-2023_2023-12-19.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
 
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-6570/2023 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 9 .  D e z e m b e r  2 0 2 3  

Besetzung 
 Richterin Jeannine Scherrer-Bänziger (Vorsitz), 

Richter William Waeber, Richterin Chiara Piras,    

Gerichtsschreiberin Anna Dürmüller Leibundgut. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Türkei,   

vertreten durch Necmettin Sahin, HEVI Flüchtlingshilfe,  

Gesuchsteller,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern. 

   

Gegenstand 

 
Fristwiederherstellungsgesuch nach  

Nichteintretensentscheid D-5924/2023 / N (…). 

 

 

 

D-6570/2023 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Mit Verfügung vom 26. September 2023 wies das SEM das Asylgesuch 

des Gesuchstellers vom 14. August 2023 ab und ordnete die Wegweisung 

sowie den Vollzug an. 

A.b Der Gesuchsteller focht diesen Entscheid mit Beschwerde vom 26. Ok-

tober 2023 beim Bundesverwaltungsgericht an. Das Gericht bezeichnete 

die Beschwerdebegehren mit Zwischenverfügung vom 1. November 2023 

als aussichtslos, wies die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen 

Prozessführung und Kostenvorschussverzicht ab und forderte den Ge-

suchsteller auf, bis am 13. November 2023 einen Kostenvorschuss von 

Fr. 750.– einzuzahlen, ansonsten auf die Beschwerde nicht eingetreten 

werde.  

A.c Da der Kostenvorschuss erst am 14. November 2023 und somit ver-

spätet einbezahlt wurde, trat das Bundesverwaltungsgericht auf die Be-

schwerde vom 26. Oktober 2023 mit Urteil D-5924/2023 vom 20. Novem-

ber 2023 androhungsgemäss nicht ein.  

B.  

Mit Eingabe an das Bundesverwaltungsgericht vom 23. November 2023 

ersuchte der Gesuchsteller sinngemäss um Wiederherstellung der Frist zur 

Leistung des Kostenvorschusses. Dabei brachte er vor, er sei aus gesund-

heitlichen Gründen nicht in der Lage gewesen, den Kostenvorschuss recht-

zeitig – d.h. am 13. November 2023 – zu leisten; die Überweisung sei daher 

erst am 14. November 2023 erfolgt. 

Der Eingabe lagen ein türkischer Arztbericht vom 18. Juli 2023 sowie meh-

rere Beweismittel betreffend die im Asylverfahren geltend gemachte Ver-

folgung (Kopien, inkl. Übersetzungen) bei.  

C.  

Mit Verfügung vom 28. November 2023 setzte die Instruktionsrichterin den 

Vollzug der Wegweisung per sofort einstweilen aus. 

  

D-6570/2023 

Seite 3 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das Bundesverwaltungsgericht ist gemäss Art. 31 i.V.m. Art. 33 VGG 

für die Beurteilung von Beschwerden gegen Verfügungen des SEM nach 

Art. 5 VwVG zuständig (Art. 105 AsylG [SR 142.31]. Dies umfasst auch die 

Beurteilung von Gesuchen um Wiederherstellung von Fristen im Sinne von 

Art. 24 Abs. 1 VwVG, welche im Zusammenhang mit solchen Beschwer-

den stehen. Auf dem Gebiet des Asyls entscheidet das Bundesverwal-

tungsgericht in der Regel – und so auch vorliegend – endgültig (Art. 83 

Bst. d Ziff. 1 BGG).  

1.2 Gesuche, mit denen nach einem Nichteintretensentscheid des Bundes-

verwaltungsgerichts wegen Nichtleistung oder nicht rechtzeitiger Leistung 

des erhobenen Kostenvorschusses das Vorliegen entschuldbarer Gründe 

geltend gemacht wird, welche die Partei an der rechtzeitigen Leistung des 

Kostenvorschusses gehindert hätten, werden gemäss koordinierter Praxis 

der Abteilungen IV und V grundsätzlich im Verfahren gemäss Art. 24 Abs. 1 

VwVG (Fristwiederherstellung) behandelt.  

1.3 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

2.  

Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet in der Regel – wie auch hier – 

in der Besetzung mit drei Richterinnen oder Richtern (Art. 21 Abs. 1 VGG). 

3.  

3.1 Eine versäumte (gesetzliche oder behördliche) Frist wird wiederherge-

stellt, wenn der Gesuchsteller oder sein Vertreter unverschuldeterweise 

abgehalten worden ist, binnen Frist zu handeln, er unter Angabe des Grun-

des innert 30 Tagen nach Wegfall des Hindernisses darum ersucht und die 

versäumte Rechtshandlung nachholt (Art. 24 Abs. 1 VwVG). 

3.2 Ein Fristversäumnis gilt als unverschuldet, wenn dafür objektive 

Gründe vorliegen und der säumigen Partei beziehungsweise ihrer Vertre-

tung keine Nachlässigkeit vorgeworfen werden kann. Massgeblich sind nur 

solche Gründe, die der Partei auch bei Aufwendung der üblichen Sorgfalts-

pflicht die Wahrung ihrer Interessen verunmöglicht oder unzumutbar er-

schwert hätten (wie beispielsweise Naturkatastrophen, eine plötzliche 

schwerwiegende Erkrankung oder ein Unfall). Daneben können auch sub-

jektive Gründe eine Fristwiederherstellung rechtfertigen. Solche sind 

D-6570/2023 

Seite 4 

anzunehmen, wenn die gesuchstellende Person zwar objektiv zu handeln 

in der Lage wäre, aber untätig bleibt, weil sie die Situation infolge eines 

Irrtums oder aufgrund mangelnder Kenntnisse nicht richtig einzuschätzen 

vermag, ohne dass ihr eine Vernachlässigung der nach Treu und Glauben 

zumutbaren Aufmerksamkeit vorgeworfen werden könnte. Auch eine Ku-

mulation verschiedener Umstände, die je für sich betrachtet das Versäum-

nis nicht zu entschuldigen vermöchten, kann die Voraussetzungen von 

Art. 24 VwVG erfüllen. Bei der Beurteilung eines Wiederherstellungsgrun-

des ist praxisgemäss ein strenger Massstab anzuwenden (vgl. zum Gan-

zen STEFAN VOGEL, in: Christoph Auer/Markus Müller/Benjamin Schindler 

[Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren 

[VwVG], 2. Aufl. 2019, Art. 24 N. 19 ff.; PATRICIA EGLI, in: Bernhard Wald-

mann/Philippe Weissenberger [Hrsg.], Praxiskommentar Verwaltungsver-

fahrensgesetz, 2. Aufl. 2016, Art. 24 N. 12 ff.; Urteil des BVGer  

F-3864/2020 vom 5. November 2020 E. 2.2, m.w.H.).  

4.  

Der Gesuchsteller erfuhr mit der Zustellung des Beschwerdeurteils  

D-5924/2023 vom 20. November 2023, dass das Bundesverwaltungsge-

richt die am 14. November 2023 getätigte Einzahlung des Kostenvorschus-

ses als verspätet erachtet hatte. Daraufhin gelangte er umgehend (mit Ein-

gabe vom 23. November 2023) an das Bundesverwaltungsgericht und er-

suchte unter Verweis auf gesundheitliche Probleme sinngemäss um Wie-

derherstellung der Zahlungsfrist. Die am 14. November 2023 geleistete 

Zahlung ist als Nachholen der versäumten Rechtshandlung zu qualifizie-

ren. Die formellen Voraussetzungen von Art. 24 Abs. 1 VwVG sind damit 

erfüllt, weshalb auf das Fristwiederherstellungsgesuch einzutreten ist. 

5.  

5.1 Der Gesuchsteller macht als Entschuldigung für die verspätete Leis-

tung des Kostenvorschusses geltend, er leide an – nicht näher substanzi-

ierten – gesundheitlichen Problemen, welche ihn an der rechtzeitigen Ein-

zahlung gehindert hätten. Zur Untermauerung dieses Vorbringens reicht er 

einen ärztlichen Bericht eines türkischen Krankenhauses vom 18. Juli 2023 

ein. Daraus geht hervor, dass beim Gesuchsteller im damaligen Zeitpunkt 

(…) festgestellt worden sind. Anderweitige Unterlagen betreffend die an-

geblich bestehenden gesundheitlichen Probleme legt der Gesuchsteller 

nicht vor.  

5.2 Der eingereichte ärztliche Bericht stammt vom Juli 2023. In der Zwi-

schenzeit dürften die damals diagnostizierten oberflächlichen 

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Seite 5 

Verletzungsspuren ([…]) abgeklungen sein. Als der Gesuchsteller im Rah-

men der Anhörung vom 15. September 2023 nach seinem Gesundheitszu-

stand gefragt wurde, bezeichnete er diesen denn auch als gut (vgl. A14 

S. 2). Aber selbst, wenn diese Verletzungen nach wie vor bestehen sollten, 

so sind sie angesichts ihres Bagatellcharakters offensichtlich nicht geeig-

net, die verspätete Einzahlung des Kostenvorschusses zu entschuldigen. 

Bezeichnenderweise war es dem Gesuchsteller trotz angeblicher Krank-

heit offensichtlich möglich, die Zahlung am  14. November 2023 zu veran-

lassen. Weshalb dies nicht bereits einen Tag (oder mehrere Tage) vorher 

hätte möglich sein sollen, erschliesst sich aus seinen Vorbringen nicht. Im 

Übrigen hätte der Gesuchsteller bei Bedarf auch die Möglichkeit gehabt, 

eine Hilfsperson mit der rechtzeitigen Vornahme der Zahlung zu beauftra-

gen. Bei dieser Sachlage ist nicht von einem unverschuldeten Versäumnis 

auszugehen; vielmehr muss sich der Gesuchsteller Nachlässigkeit vorwer-

fen lassen. Vor diesem Hintergrund kann in antizipierter Beweiswürdigung 

(vgl. BVGE 2008/24 E. 7.2) darauf verzichtet werden, die im Fristwieder-

herstellungsgesuch vom 23. November 2023 in Aussicht gestellten Be-

weismittel zur gesundheitlichen Situation abzuwarten, zumal auch nicht an-

nähernd substanziiert dargelegt wird, welche Beweismittel eingereicht wer-

den und welche gesundheitlichen Beschwerden damit belegt werden soll-

ten.  

5.3 Nach dem Gesagten sind die (materiellen) Voraussetzungen für eine 

Wiederherstellung der Frist nach Art. 24 Abs. 1 VwVG nicht erfüllt.  

6.  

Das (sinngemässe) Fristwiederherstellungsgesuch ist demnach abzuwei-

sen.  

7.  

Demzufolge wird das Beschwerdeverfahren D-5924/2023 nicht wiederauf-

genommen. Die der Eingabe vom 23. November 2023 beiliegenden Be-

weismittel betreffend die im Asylverfahren geltend gemachte Verfolgung im 

Heimatland können daher nicht berücksichtigt werden. 

8.  

8.1 Mit dem vorliegenden Direktentscheid wird der am 28. November 2023 

verfügte Vollzugsstopp hinfällig. 

8.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind dessen Kosten in der Höhe 

von Fr. 750.– dem Gesuchsteller aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG; 

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Seite 6 

Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-

schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 

(Dispositiv nächste Seite) 

D-6570/2023 

Seite 7 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Das Gesuch um Fristwiederherstellung wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Gesuchsteller auferlegt. 

Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten der 

Gerichtskasse zu überweisen. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Gesuchsteller, das SEM und die kantonale Mig-

rationsbehörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Jeannine Scherrer-Bänziger Anna Dürmüller Leibundgut 

 

 

Versand: