# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 09a6e70f-4082-58cd-b3bd-a5c427d5a833
**Source:** Glarus (GL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-06-26
**Language:** de
**Title:** Glarus Obergericht 26.06.2020 OG.2019.00001 (OGS.2020.58)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GL_Omni/GL_OG_001_OG-2019-00001_2020-06-26.html

## Full Text

Kanton Glarus

  
	
   

  
	
  Obergericht

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  Urteil
  vom 26. Juni 2020

  
	
   

  
	
   

  
	
  Verfahren
  OG.2018.00074 und OG.2019.00001

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  A.______                                                       Beschuldigter,

  
	
                                                                         Berufungskläger
  und Anschluss-

  
	
                                                                                                 berufungsbeklagter (OG.2019.00001)

  
	
                                                                                                 Berufungsbeklagter (OG.2018.00074)

  
	
                                                                                                 

  
	
  privat verteidigt durch L.______

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  gegen

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  1. Staatsanwaltschaft
  des Kts. Glarus,     Anklägerin

  
	
                                                                         Berufungsbeklagte
  und Anschluss-

  
	
                                                                                                 berufungsklägerin (OG.2019.00001)

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  2. C.______                                                   Privatklägerin

  
	
                                                                         Berufungsbeklagte und Anschluss-

  
	
                                                                         berufungsklägerin (OG.2019.00001)

  
	
   

  
	
  vertreten durch M.______

  
	
   

  
	
   

  
	
  3. D.______                                                   Privatklägerin

  
	
                                                                         Berufungsbeklagte
  (OG.2019.00001)

  
	
                                                                                                 Berufungsklägerin (OG.2018.00074)

  
	
   

  
	
  vertreten durch N.______

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  4. E.______                                                   Privatklägerin

  
	
                                                                         Berufungsbeklagte und Anschluss-

  
	
                                                                                                 berufungsklägerin (OG.2019.00001)

  
	
   

  
	
  vertreten durch O.______

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  5. Kanton Zürich,                                         Privatkläger

  
	
                                                                         Berufungsbeklagter
  (OG.2019.00001)

  
	
  vertreten durch Kantonale Opferhilfestelle,   

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  6. Kanton Glarus,                                         Privatkläger

  
	
                                                                         Berufungsbeklagter
  (OG.2019.00001)

  
	
  vertreten durch Departement Volkswirtschaft und Inneres,Opferhilfe, 

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  Gegenstand

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  mehrfache
  sexuelle Nötigung etc.

  
	
   

  
	
  über die
  Anträge:

  
	
   

  
	
  A. des
  Beschuldigten (gemäss Berufungserklärung vom
  3. Januar 2019 [act. 138] und Präzisierung vom 23. Januar 2019
  [act. 141] sowie den an der Berufungsver­handlung vom 16. August 2019
  gestellten Anträgen [act. 179 S. 36]):

  
	
   

  
	
  	
    1.

    	
    Die Ziffer 1
    (teilweise) sowie die Ziffern 3 – 7 und 9 – 20 des Urteils der Straf­kammer
    des Kantonsgerichts vom 25. April 2018 seien aufzuheben.

    
	
     

    	
     

    
	
    2.

    	
    Der
    Beschuldigte sei hinsichtlich der Sachverhalte von D.______, E.______ und
    C.______ freizusprechen.

    
	
     

    	
     

    
	
    3.

    	
    Es sei der
    Beschuldigte [für die unbestrittenen Verstösse gegen das Waffenge­setz und
    das Strassenverkehrsgesetz] mit einer bedingten Geldstrafe in der Höhe von
    30 Tagessätzen in angemessener Höhe und einer Busse von CHF 500.-
    zu bestrafen, unter Anrechnung der erstandenen Untersuchungshaft.

    
	
     

    	
     

    
	
    4.

    	
    Es sei eine
    Probezeit von zwei Jahren anzusetzen.

    
	
     

    	
     

    
	
    5.

    	
    Es seien die
    Zivilforderungen abzuweisen, eventualiter auf den Zivilweg zu ver­weisen.

    
	
     

    	
     

    
	
    6.

    	
    Alles unter
    Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Staates.

    

  

  
	
   

  
	
  B. der
  Staatsanwaltschaft (gemäss
  Anschlussberufungserklärung vom 11. Februar 2019 [act. 155] sowie
  den an der Berufungsverhandlung vom 16. August 2019 gestellten Anträgen
  [act. 179 S. 54]):

  
	
   

  
	
  	
    1.

    	
    Es sei in
    Abänderung von Dispositiv-Ziff. 3 des Urteils der Strafkammer des Kan­tonsgerichts
    vom 25. April 2018 der Beschuldigte zu einer unbedingten Frei­heitsstrafe
    von 28 Monaten zu verurteilen, dies unter Anrechnung der erstande­nen
    Polizei- und Untersuchungshaft.

    
	
     

    	
     

    
	
    2.

    	
    Im Übrigen sei
    das Urteil der Strafkammer des Kantonsgerichts vom 25. April 2018 in allen
    Punkte zu bestätigen.

    
	
     

    	
     

    
	
    3.

    	
    Alles unter
    entsprechender Kostenfolge zu Lasten des Beschuldigten.

    

  

  
	
   

  
	
  C. der
  Privatklägerin C.______ (gemäss
  Anschlussberufungserklärung vom 25. Februar 2019 [act. 156] sowie
  den an der Berufungsverhandlung vom 16. Au­gust 2019 gestellten Anträgen
  [act. 179 S. 79]):

  
	
   

  
	
  	
    1.

    	
    Es sei in
    Abänderung von Dispositiv-Ziff. 12 des Urteils der Strafkammer des
    Kantonsgerichts vom 25. April 2018 der Beschuldigte zu verpflichten, der
    Privat­klägerin eine Genugtuung von CHF 20'000.- zuzüglich Zins von
    5 % seit 1. Januar 2010 zu bezahlen.

    
	
     

    	
     

    
	
    2.

    	
    Es sei der
    Beschuldigte zu verpflichten, der Privatklägerin eine angemessene
    Parteientschädigung zu bezahlen.

    
	
     

    	
     

    
	
    3.

    	
    Es sei der
    Privatklägerin für das obergerichtliche Verfahren die unentgeltliche
    Rechtspflege zu gewähren.

    
	
     

    	
     

    
	
    4.

    	
    Alles unter
    Kosten- und Entschädigungsfolgen, zzgl. 7.7 % Mehrwertsteuer.

    

  

  
	
   

  
	
  D. der
  Privatklägerin D.______ (gemäss Berufungserklärung
  vom 19. Dezember 2018 [act. 137] sowie den an der
  Berufungsverhandlung vom 16. August 2019 gestellten Anträgen
  [act. 179 S. 62]):

  
	
   

  
	
  	
    1.

    	
    Es sei in
    Abänderung von Dispositiv-Ziff. 13 des Urteils der Strafkammer des
    Kantonsgerichts vom 25. April 2018 der Beschuldigte zu verpflichten, der
    Privat­klägerin eine Genugtuung von CHF 12'000.- zuzüglich Zins von
    5 % seit 6. April 2012 zu bezahlen.

    
	
     

    	
     

    
	
    2.

    	
    Die Berufung
    des Beschuldigten sei vollumfänglich abzuweisen.

    
	
     

    	
     

    
	
    3.

    	
    Es sei der
    Beschuldigte zu verpflichten, der Privatklägerin eine angemessene
    Prozessentschädigung für das obergerichtliche Verfahren zu bezahlen.

    
	
     

    	
     

    
	
    4.

    	
    Es sei der
    Privatklägerin für das obergerichtliche Verfahren die unentgeltliche
    Rechtspflege zu gewähren.

    
	
     

    	
     

    
	
    5.

    	
    Alles unter
    Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. 7.7 % Mehrwertsteuer zu­lasten
    des Beschuldigten, eventualiter der Staatskasse.

    

  

  
	
   

  
	
  E. der
  Privatklägerin E.______ (gemäss
  Anschlussberufungserklä­rung vom 11. Februar 2019 [act. 154] sowie
  den an der Berufungsverhandlung vom 16. August 2019 gestellten Anträgen
  [act. 179 S. 74):

  
	
   

  
	
  	
    1.

    	
    Die Berufung
    des Beschuldigten sei vollumfänglich abzuweisen und es sei das Urteil der
    Strafkammer des Kantonsgerichts vom 25. April 2018 zu bestätigen bezüglich
    der an der Privatklägerin verübten Delikte (sexuelle Nötigung, einfache
    Körperverletzung) sowie bezüglich der übrigen in Zusammenhang mit der
    Geschädigten und der an ihr verübten Delikte stehenden Bestimmungen,
    insbesondere Ziff. 5, 11, 16 und 19.

    
	
     

    	
     

    
	
    2.

    	
    Es sei in
    Abänderung von Dispositiv-Ziff. 14 des Urteils der Strafkammer des
    Kantonsgerichts vom 25. April 2018 der Beschuldigte zu verpflichten, der
    Privat­klägerin eine Genugtuung von CHF 12'000.- zuzüglich Zins von
    5 % seit 28. Februar 2015 zu bezahlen.

    
	
     

    	
     

    
	
    3.

    	
    Es sei der
    Beschuldigte zu verpflichten, der Privatklägerin eine angemessene
    Prozessentschädigung für das obergerichtliche Verfahren zu bezahlen.

    
	
     

    	
     

    
	
    4.

    	
    Es sei der
    Privatklägerin für das obergerichtliche Verfahren die unentgeltliche
    Rechtspflege zu gewähren.

    
	
     

    	
     

    
	
    5.

    	
    Die
    Verfahrenskosten seien dem Beschuldigten aufzuerlegen.

    

  

  
	
   

  
	
   

  
	
  _____________________________

  
	
   

  
	
  Das
  Gericht zieht in Betracht:

  
	
  I.

  
	
  (Prozessgeschichte)

  
	
   

  
	
  1.

  
	
  Die Staatsanwaltschaft des Kantons Glarus erhob am 30. April
  2017 Anklage gegen A.______ wegen mehrerer Sexualdelikte zum Nachteil von
  C.______, D.______ und E.______ sowie wegen Widerhandlungen gegen das Waffen-
  und Strassenverkehrsgesetz (act. 1).

  
	
   

  
	
  Konkret werden dem Beschuldigten in der Anklageschrift die folgenden
  strafbaren Handlungen angelastet:

  
	
   

  
	
  	
    a)

    	
    Mehrfache sexuelle Handlungen mit Kindern im Sinne von
    Art. 187 Ziff. 1 StGB zum Nachteil von C.______ im Zeitraum ab
    etwa 2006 bis 2009 (act. 1 S. 2 f. und S. 9);

    
	
    b)

    	
    sexuelle Nötigung im Sinne von Art. 189 StGB zum Nachteil von
    D.______, begangen am 6. April 2012; zudem Widerhandlung gegen das
    Betäubungs­mittelgesetz im Sinne von Art. 19a Ziff. 1 BetmG wegen
    unerlaubtem Erwerb, Besitz und Konsum von Benzodiazepinen, hier konkret
    Schlaf- und Beruhi­gungstabletten (act. 1 S. 3-5 und S. 10);

    
	
    c)

    	
    sexuelle Nötigung im Sinne von Art. 189 StGB und einfache
    Körperverletzung im Sinne von Art. 123 StGB zum Nachteil von E.______,
    begangen am 28. Februar 2015 (act. 1 S. 5-8 und S. 9);

    
	
    d)

    	
    Widerhandlung gegen das Waffengesetz im Sinne von Art. 33
    Abs. 1 lit. a WG und Art. 34 Abs. 1 lit. e WG
    (verbotene Einfuhr und unerlaubter Besitz eines Elektroschockgeräts sowie
    unsorgfältige Aufbewahrung desselben) (act. 1 S. 8 und S. 9 f.);

    
	
    e)

    	
    einfache und grobe Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art.
    90 Abs. 1 und Abs. 2 SVG, begangen am 15. Februar 2015 auf
    der A52 bei Hinwil (ungenügender Abstand beim Hintereinanderfahren;
    Nichtanzeige der Richtungsänderung bei Spurwechsel) (act. 1
    S. 8 f.).

    

  

  
	
  2.

  
	
  Die Strafkammer des Kantonsgerichts Glarus fällte am 25. April
  2018 nachstehen­des Urteil (act. 128 S. 88 ff.).

  
	
   

  
	
  	
    1.

    	
    A.______ ist schuldig

    
	
     

    	
     

    
	
     

    	
    der mehrfachen sexuellen Handlungen mit Kindern im
    Sinne von Art. 187 Ziff. 1 Abs. 1 StGB (C.______),

    
	
     

    	
    der mehrfachen sexuellen Nötigung im Sinne von
    Art. 189 Abs. 1 StGB (D.______, E.______),

    
	
     

    	
    der mehrfachen einfachen Körperverletzung im Sinne von
    Art. 123 Ziff. 2 al. 1 und al. 2 StGB (D.______,
    E.______),

    
	
     

    	
    der Widerhandlung gegen das Waffengesetz im Sinne von
    Art. 33 Abs. 1 lit. a WG in Verbindung mit Art. 4
    Abs. 1 lit. e WG und Art. 5 Abs. 1 lit. e WG
    (Verbringen eines Elektroschockgeräts in das schweizerische Staatsgebiet
    und unerlaubter Besitz desselben),

    
	
     

    	
    der groben Verletzung von Verkehrsregeln gemäss
    Art. 90 Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 34 Abs. 4 SVG
    und Art. 12 Abs. 1 VRV (ungenügender Abstand beim
    Hintereinanderfahren).

    
	
     

    	
     

    
	
    2.

    	
    Das Verfahren gegen A.______ wird eingestellt
    hinsichtlich

    
	
     

    	
     

    
	
     

    	
    des unsorgfältigen Aufbewahrens einer Waffe gemäss
    Art. 34 Abs. 1 lit. e WG in Verbindung mit Art. 26
    Abs. 1 WG,

    
	
     

    	
    der einfachen Verletzung von Verkehrsregeln gemäss
    Art. 90 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 39 Abs. 1 SVG
    und Art. 28 Abs. 1 VRV,

    
	
     

    	
    des Erwerbs, Besitzes und Konsums von Benzodiazepinen
    im Sin­ne von Art. 19a Ziff. 1 BetmG in Verbindung mit
    Art. 19 lit. d, Art. 1 lit. b und Art. 2b BetmG.

    
	
     

    	
     

    
	
    3.

    	
    A.______ wird zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe
    von 28 Monaten verurteilt. Der unbedingt vollziehbare Teil der
    Freiheitstrafe beträgt, unter Anrechnung der erstandenen Polizei- und
    Untersuchungshaft von 5 Tagen, 8 Monate. Die Probezeit beträgt 4 Jahre. Sie
    beginnt nach Vollzug des unbedingten Teils der Freiheitsstrafe.

    

  

  
	
  	
    4.

    	
    A.______ werden in Anwendung von Art. 44
    Abs. 2 StGB in Verbindung mit Art. 94 StGB für die Dauer der
    Probezeit folgende Weisungen erteilt:

    

  

  
	
  	
     

    	
    A.______ wird für die Dauer des Strafvollzuges und der
    Probezeit verboten, telefonisch, schriftlich oder auf elektronischem Weg
    Kontakt mit C.______ aufzunehmen oder sie in einer anderen Weise zu
    belästigen.

    
	
     

    	
     

    
	
     

    	
    A.______ wird für die Dauer der Probezeit verboten,
    sich dem jeweiligen Wohnort von C.______ auf weniger als 100 Meter zu
    nähern.

    

  

  
	
  	
    5.

    	
    A.______ wird in Anwendung von alt Art. 67 Abs. 1
    aStGB (Fas­sung vom 1. Januar 2013) jedwede Art von Heilbehandlung an
    Frauen für 5 Jahre verboten.

    
	
     

    	
     

    
	
     

    	
    A.______ wird in Anwendung Art. 67 Abs. 1 StGB
    jedwede Art von Heilbehandlung an Frauen für 5 Jahre verboten.

    
	
     

    	
     

    
	
     

    	
    A.______ wird in Anwendung Art. 67 Abs. 3 StGB
    jedwede Art von Heilbehandlung an Kindern für 10 Jahre verboten.

    
	
     

    	
     

    
	
    6. 

    	
    Es werden keine weiteren Weisungen ausgesprochen oder
    Massnahmen angeordnet.

    

  

  
	
  	
    7.

    	
    Die folgenden bei A.______ beschlagnahmten Gegenstände

    
	
     

    	
    (act. 2/III/4-6, act. 2/III/10,
    Lagernummer SN 168/12) werden eingezogen und vernichtet:

    
	
     

    	
    A1 (Flaschenöffner in Penisform)

    
	
     

    	
    A3 (Omezol)

    
	
     

    	
    A4 (36 Mogadon Schlaftabletten)

    
	
     

    	
    A8 (Elektroschocker inkl. zwei Batterien)

    
	
     

    	
    A10 (Stilnox Tabletten)

    
	
     

    	
    B2 (Agenda 2012 schwarz)

    
	
     

    	
    B3 (Mogadon Schachtel und lose)

    
	
     

    	
    B4 (ein Co-Amoxi-Mepha 1000)

    
	
     

    	
    B5 (ein Temesta 1.0 mg)

    
	
     

    	
    B6 (leere Packung Zolpidom)

    
	
     

    	
    B7 (Plastikbecher mit 4.5 Mogadon)

    
	
     

    	
    B8 (Notizzettel "ganz locker")

    
	
     

    	
    B9 (Flasche Ethanol)

    
	
     

    	
    B10 (zwei DVD Libosan)

    
	
     

    	
    B11 (Holzschachtel aus Persien)

    
	
     

    	
    B12 (acht CDs/DVDs) 

    

  

  
	
  	
    8.

    	
    Die folgenden bei A.______ beschlagnahmten Gegenstände (act. 2/III/4-6,
    act. 2/III/10, Lagernummer SN 168/12) werden diesem auf erstes Verlangen
    herausgegeben:

    
	
     

    	
    A2 (Fotoapparat Sony)

    
	
     

    	
    A5 (Buch weisse und schwarze Magie)

    
	
     

    	
    A6 (PC Maxdata)

    
	
     

    	
    A7 (iMac silber inkl. Maus und Tastatur samt zwei
    Wolldecken)

    
	
     

    	
    A9 (zwei USB-Sticks)

    
	
     

    	
    B1 (Laptop Lenovo samt Netzteil)

    
	
     

    	
    Effekte 01 (iPhone 4S, schwarz)

    
	
     

    	
     

    

  

  
	
  
  	
    9.

    	
    A.______ wird verpflichtet, dem Privatkläger Kanton
    Zürich CHF 6'000.— als Schadenersatz zu bezahlen.

    
	
     

    	
     

    
	
    10.

    	
    A.______ wird verpflichtet, dem Privatkläger Kanton
    Glarus CHF 273.75 als Schadenersatz zu bezahlen.

    
	
     

    	
     

    
	
    11.

    	
    Im Übrigen wird festgestellt, dass die beschuldigte
    Person dem Grundsatz nach für den noch nicht bezifferbaren, verursachten
    Schaden haftbar und entschädigungspflichtig ist. Bezüglich Höhe des
    Anspruchs werden die Privatklägerinnen auf den Zivilweg verwiesen. 

    
	
     

    	
    E.______ wird mit ihrer Klage auf Herausgabe von Swarovsky-Ohrringen
    auf den Zivilweg verwiesen.

    
	
     

    	
     

    
	
    12.

    	
    A.______ wird verpflichtet, der Privatklägerin C.______
    CHF 10'000.— nebst Zins zu fünf Prozent seit 1. Januar 2010 als
    Genugtuung zu bezahlen.

    
	
     

    	
     

    
	
    13.

    	
    A.______ wird verpflichtet, der Privatklägerin D.______
    CHF 10'000.— nebst Zins zu fünf Prozent seit 6. April 2012 als
    Genugtuung zu bezahlen.

    
	
     

    	
     

    
	
    14.

    	
    A.______ wird verpflichtet, der Privatklägerin E.______
    CHF 7'000.— nebst Zins zu fünf Prozent seit 28. Februar 2015 als
    Genugtuung zu bezahlen.

    

  

  

  
	
  15.          Die Gerichtsgebühr
  wird festgesetzt auf CHF 6'000.—. 

  
	
   

  
	
  Die weiteren Verfahrenskosten
  betragen:

  
	
  	
    CHF 300.—

    	
    Rechnung Schulpsychologischer Dienst

    
	
    CHF 400.—

    	
    SG.2012.00278 Gerichtsgebühr

    
	
    CHF 80.—

    	
    Dr. med. [...]

    
	
    CHF 202.60

    	
    KG Glarus, Untersuch der beschuldigten Person

    
	
    CHF 1'169.75

    	
    IRM Zürich, Analysen betreffend beschuldigte Person

    
	
    CHF 3'960.—

    	
    IRM Zürich, Gutachten betreffend beschuldigte Person

    
	
    CHF 1'024.80

    	
    IRM Zürich, Gutachten betreffend E.______

    
	
    CHF 1'376.10

    	
    IRM Zürich, Analysen betreffend E.______

    
	
    CHF 3'463.80

    	
    Zwischenabrechnung
    unentgeltliche Verbeiständung C.______

    
	
    CHF 48.—

    	
    IRM Zürich (Verfahren E.______)

    
	
    CHF 4'308.50

    	
    IRM Zürich (Verfahren E.______)

    
	
    CHF 517.—

    	
    IRM Zürich, DNA-Analysen beschuldigte Person

    
	
    CHF 3'500.—

    	
    Kosten Anklage

    
	
    CHF 13'296.35

    	
    unentgeltliche Verbeiständung C.______

    
	
    CHF 11'605.70

    	
    unentgeltliche Verbeiständung D.______

    
	
    CHF 16'890.10

    	
    unentgeltliche Verbeiständung E.______

    

  

  
	
  	
    16.

    	
    Die Kosten werden A.______ vollumfänglich auferlegt und
    von ihm bezogen.

    
	
     

    	
     

    
	
    17.

    	
    Rechtsanwältin MLaw P.______ wird als unentgeltliche
    Rechtsvertretung mit CHF 13'296.35 (inkl. Auslagen und MwSt.) aus der
    Gerichtskasse entschädigt.

    
	
     

    	
     

    
	
    18.

    	
    Rechtsanwältin lic. iur. N.______ wird als
    unentgeltliche Rechtsvertretung mit CHF 14'000.— (inkl. Auslagen und
    MwSt.) aus der Gerichtskasse entschädigt.

    
	
     

    	
     

    
	
    19.

    	
    Rechtsanwältin Dr. iur. O.______ wird als
    unentgeltliche Rechtsvertretung mit CHF 16'890.10 (inkl. Auslagen und
    MwSt.) aus der Gerichtskasse entschädigt.

    
	
     

    	
     

    
	
    20.

    	
    A.______ wird verpflichtet, der Privatklägerin D.______
    eine Parteientschädigung in der Höhe von CHF 3'400.— (inkl. Auslagen
    und MwSt.) zu bezahlen.

    
	
     

    	
     

    
	
    21.

    	
    Im Übrigen werden keine Parteientschädigungen
    zugesprochen.

    

  

  
	
  Das
  den Parteien zunächst nur im Dispositiv mitgeteilte Urteil der Strafkammer
  des Kantongerichts (act. 109) wurde schliesslich im Dezember 2018 mit
  vollständiger Urteilsbegründung eröffnet (act. 128).

  
	
   

  
	
  3.

  
	
  3.1 Am 3. Januar 2019 erhob der Beschuldigte A.______ rechtzeitig
  Beru­fung beim Oberge­richt; darin beantragt er einen vollumfänglichen
  Freispruch von den ihm angelasteten Übergriffen auf die Privatklägerinnen
  C.______, D.______ und E.______ (act. 138 und act. 141).

  
	
   

  
	
  3.2 Die Privatklägerin D.______ reichte ebenfalls innert Frist Berufung
  ein und fordert darin eine im Vergleich zum vorinstanzlichen Entscheid höhere
  Genugtuung (act. 137). 

  
	
   

  
	
  In Reaktion auf die
  Berufung des Beschuldigten machen die beiden Privatklägerin­nen C.______ und
  E.______ je mit rechtzeitig eingereichter Anschlussbe­rufung ebenfalls höhere
  Genugtuungsansprüche geltend (act. 154 und act. 156).

  
	
   

  
	
  3.3 Ebenso hat die Staatsanwaltschaft auf die Berufung des Beschuldigten
  innert Frist mit einer Anschlussberufung reagiert und beantragt darin, den
  Beschuldigten zu einer gänzlich unbedingten Freiheitsstrafe von
  28 Monaten zu verurteilen (act. 155).

  
	
   

  
	
  4.

  
	
  Am 16. August 2019
  fand vor dem Obergericht die mündliche Berufungs­verhand­lung statt (act. 179).

  
	
   

  
	
  Am 26. Juni 2020
  fällte das Obergericht seinen Entscheid (act. 197). Der Entscheid wird
  schriftlich eröffnet, nachdem die Parteien auf eine mündliche Urteilsbekannt­gabe
  ausdrücklich verzichtet haben (Art. 84 Abs. 3 StPO; act. 179
  S. 96).

  
	
   

  
	
   

  
	
  II.

  
	
  Formelle Erwägungen

  
	
   

  
	
  1. 

  
	
  1.1 Das hier angefochtene
  Strafurteil der Strafkammer des Kantonsge­richts (act. 128) ist der Berufung
  zu­gänglich (Art. 398 Abs. 1 StPO). Die Berufungs­instanz überprüft
  das Urteil nur in den angefochtenen Punkten (Art. 404 Abs. 1 StPO).
  

  
	
   

  
	
  1.2 Der Beschuldigte
  A.______ beantragt in seiner Berufung, es sei das ange­fochtene Urteil in
  Hinsicht auf die ihm darin angelasteten sexuellen Übergriffe zum Nachteil der
  Privatklägerinnen D.______, E.______ und C.______
  aufzuheben und sei er von den entsprechenden Tatvorwürfen freizuspre­chen;
  dem­gemäss verlangt er auch die Aufhebung aller damit in Zusammenhang
  stehenden Anordnungen (Zivilforderungen, Tätigkeitsverbot etc.). Für die
  demgegenüber nicht bestrittenen Widerhandlungen gegen das Waffen- und das
  Strassenverkehrsgesetz sei eine bedingte Geldstrafe von 30 Tagessätzen
  und eine Busse von CHF 500.- festzulegen.

  
	
   

  
	
  1.3 Die Privatklägerinnen
  D.______, E.______ und C.______ beantra­gen höhere
  Genugtuungen.

  
	
   

  
	
  1.4 Die Staatsanwaltschaft spricht sich gegen die Gewährung des
  teilbedingten Strafvollzuges aus.

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  Bei dieser
  Ausgangslage hat somit das Obergericht nahezu alle Ziffern des erstin­stanzlichen
  Strafurteils zu überprüfen.

  
	
   

  
	
  Nicht angefochten
  sind einzig Dispositiv-Ziff. 1 Abs. 4 und Abs. 5 (Schuldspruch
  wegen Widerhandlung gegen das Waffengesetz sowie wegen grober Verletzung der
  Verkehrsregeln), ferner Dispositiv-Ziff. 2 (Verfahrenseinstellung wegen
  einzelner Übertretungen) sowie Dispositiv-Ziff. 8 (Herausgabe einzelner
  beschlagnahmter Gegenstände).

  
	
   

  
	
  Der Beschuldigte
  hat unter anderem auch Dispositiv-Ziff. 6 des erstinstanzlichen Urteils
  angefochten. In dieser Urteilsziffer hat die Vorinstanz auf die Anordnung von
  "weiteren Weisungen" verzichtet; demnach ist der Beschuldigte durch
  diese Urteils­ziffer nicht beschwert und hat er daher kein
  Rechtschutzinteresse an deren Ände­rung oder Aufhebung (Art. 382
  Abs. 1 StPO), sodass in diesem Punkt auf die Berufung nicht einzutreten
  ist.

  
	
   

  
	
  3.

  
	
  Mit Berufung kann gemäss
  Art. 398 Abs. 3 StPO geltend gemacht werden, die Vor­instanz habe
  das Recht verletzt (einschliesslich Unangemessenheit) und/oder habe den
  Sachverhalt unvollständig oder unrichtig festgestellt.

  
	
   

  
	
  III.

  
	
  Materielle Erwägungen

  
	
   

  
	
  1.

  
	
  1.1 Der
  Beschuldigte bestreitet in seiner Berufung jegliche Tatschuld hinsichtlich
  der ihm angelasteten Übergriffe auf die Privatklägerinnen C.______, D.______
  und E.______. Die Verteidigung warf anlässlich der Berufungsverhandlung der
  Vorinstanz vor, sie habe auf einer insgesamt mangelhaften Beweislage ein
  tendenziöses Urteil verfasst und dabei mehrfach den Grundsatz in dubio pro
  reo ("im Zweifel für den Angeklagten") verletzt (act. 179
  S. 37 Ziff. 2).

  
	
   

  
	
  Angesichts dieser Einwendungen sind vorweg
  in gebotener Kürze die Grundsätze der richterlichen Beweiswürdigung im
  Strafprozess darzulegen:

  
	
   

  
	
  1.2 Jede Person
  gilt bis zu ihrer rechtskräftigen Verurteilung als unschuldig (Art. 10
  Abs. 1 StPO). Nach Art. 10 Abs. 2 StPO würdigt das Gericht die
  Beweise frei nach seiner aus dem gesamten Verfahren gewonnenen Überzeugung.
  Bestehen unüber­windliche Zweifel an der Erfüllung der tatsächlichen
  Voraussetzungen der angeklag­ten Tat, so geht das Gericht von der für die
  beschuldigte Person günstigeren Sach­lage aus [in dubio pro reo]
  (Art. 10 Abs. 3 StPO).

  
	
   

  
	
  1.3 Soweit für
  einen eingeklagten Sachverhalt keine direkten Beweise vorliegen, ist nach der
  Rechtsprechung auch ein indirekter Beweis zulässig. Beim Indizienbe­weis wird
  aus bestimmten Tatsachen, die nicht unmittelbar rechtserheblich, aber bewie­sen
  sind (Indizien), auf die zu beweisende, unmittelbar rechtserhebliche Tat­sache
  geschlossen. Eine Mehrzahl von Indizien, welche für sich alleine nur mit
  einer gewissen Wahrscheinlichkeit auf die Täterschaft oder die Tat hinweisen
  und einzeln betrachtet die Möglichkeit des Andersseins offenlassen, können in
  ihrer Gesamtheit ein Bild erzeugen, das bei objektiver Betrachtung keine
  Zweifel bestehen lässt, dass sich der Sachverhalt so verwirklicht hat. Der
  Indizienbeweis ist dem direkten Beweis gleichwertig (Urteil BGer 6B_1427/2016
  vom 27. April 2017 E. 3. mit Hinweisen).

  
	
   

  
	
  1.4 Die
  Feststellung des tatbestandserheblichen Sachverhalts verläuft näher bese­hen
  in mehreren Schritten (siehe zum Ganzen sinngemäss: BGE 144 IV 345
  E. 2.2.3.1. – E. 2.2.3.3. mit zahlreichen Hinweisen).

  
	
   

  
	
  In einem ersten Schritt sind sämtliche
  prozessual zulässigen Beweismittel zu erfas­sen und ist das so erlangte
  Beweismaterial auf seine grundsätzliche Eignung und Qualität hin zu
  beurteilen: Einerseits müssen die einzelnen Beweismittel ihrer Natur und
  ihrer Aussage nach tatsächlich zur Klärung der konkreten Tatfragen beitragen
  können (Beweiseignung). Andererseits muss ihr grundsätzlicher Beweiswert fest­stehen
  (z.B. anhand von Glaubhaftigkeitskriterien für Zeugenaussagen oder von
  methodischen Anforderungen an forensische Gutachten).

  
	
   

  
	
  Sodann hat das Gericht in einem nächsten
  Schritt die als relevant erkannten Bewei­se frei zu würdigen. Dabei
  sind einzelne Beweismittel nicht isoliert zu beurteilen und können daher
  einzelne Beweismittel auch nicht quasi in dubio pro reo ausgeblendet werden.

  
	
   

  
	
  Ergibt sich dem Gericht im Rahmen dieser
  Beweis­würdigung ein zwiespältiges, widersprüchliches, unkla­res und/oder
  höchst diffuses und nebu­löses Gesamtbild, so ist ein Freispruch
  unumgänglich.

  
	
   

  
	
  Erscheint jedoch das Beweisergebnis
  (Gesamtbild) in Hinsicht auf den Anklage­sachverhalt einschlägig, so ist
  dieses Resultat der Beweisauswertung dahinge­hend zu beurteilen, ob
  sich auf dessen Grund­lage diejenigen Tatsachen erstellen lassen, aus denen
  sich das Tatsachenfunda­ment eines Schuldspruchs zusammen­setzt. Erst jetzt,
  in diesem letzten Stadium der Sachverhaltsfeststellung, gelangt die Regel in
  dubio pro reo zur Anwendung. Der In-dubio-Grundsatz betrifft dabei kon­kret
  die Frage des erforderlichen Beweismasses, indem nämlich der Grundsatz ver­langt,
  dass ein Sachverhalt nach Überzeugung des Gerichts mit an Sicherheit gren­zender
  Wahrscheinlichkeit erstellt sein muss, damit er dem Beschuldigten zur Last
  gelegt werden kann. Eine entsprechende Wahr­scheinlichkeit liegt vor, wenn
  die rich­terliche Überzeugung, dass sich ein Sach­verhalt in bestimmter Weise
  verwirk­licht hat, auf einem jeden vernünftigen Zweifel ausschliessenden
  Urteil eines besonne­nen und lebenserfahrenen Beobachters beruht. Bloss
  abstrakte und theore­tische Zweifel sind hingegen nicht massgebend, weil
  solche immer möglich sind und abso­lute Gewissheit nicht verlangt werden kann
  (siehe zu Letzterem: Urteil BGer 6B_812/2011 vom 19. April 2012 E. 1.3.1).

  
	
   

  
	
  2. Anklagesachverhalt
  betreffend E.______

  
	
   

  
	
  2.1 Der
  Rechtsvertreter des Beschuldigten trug an der Berufungsverhandlung vor, das
  angefochtene Urteil der Strafkammer des Kantonsgerichts sei "wie ein
  Urteil im Zivilrecht" aufgebaut; anders lasse es sich nämlich nicht
  erklären, dass der Beschuldigte "trotz mangelnder Beweise und einem
  unklaren, nicht erstellten Sach­verhalt in allen Anklagepunkten schuldig
  gesprochen worden" sei (act. 179 S. 37 Ziff. 2
  2. Aufzählungspunkt). In Bezug auf den Sachverhalt betreffend E.______
  warf der Rechtsvertreter der Vorinstanz vor, "im Wesentlichen in zwei
  Punk­ten" geirrt zu haben: "einerseits in Bezug auf die Medikamente
  im Likör und ande­rerseits betreffend dem DNA Hit". Die Vorinstanz – so
  die konkret vorgebrachte Kri­tik – führe zwar über mehrere Seiten hinweg aus,
  weshalb die Aussagen des Beschuldigten nicht zutreffend seien, doch vergesse
  sie dabei dreierlei: Hätte näm­lich – erstens – die Staatsanwaltschaft die
  Ermittlungen schnell vorangetrieben, hät­te der Likör noch sichergestellt und
  untersucht werden können. Dass dies unterblie­ben sei, dürfe nun nicht dem
  Beschuldigten zum Nachteil gereichen. Zweitens sei der Beschuldigte über
  längere Zeit von Schlaftabletten abhängig gewesen, jedoch seit 2012 nicht
  mehr. Der ungewollte Konsum von Schlafmitteln habe bei ihm sicher­lich andere
  Symptome als bei E.______ hervorgerufen, "so dass die von ihr
  beschriebene Reaktion durchaus mit jener beim Beschuldigten kompatibel"
  sei. Drit­tens schliesslich habe der Beschuldigte glaubhaft darlegen können,
  warum seine DNA bei E.______ gefunden worden sei. Aus all diesen Umständen
  sei der Beschuldigte im Anklagepunkt betreffend E.______ freizusprechen
  (act. 179 S. 44 Ziff. 35-37).

  
	
   

  
	
  2.2 Mit diesen
  Vorbringen macht der Beschuldigte geltend, die Vorinstanz habe den
  Sachverhalt unrichtig festgestellt (Art. 398 Abs. 3 lit. b
  StPO).

  
	
   

  
	
  Die Rüge erweist sich aus den nachstehenden
  Gründen als ungerechtfertigt:

  
	
   

  
	
  2.2.1 Gemäss
  Anklage der Staatsanwaltschaft vom 30. April 2017 wird dem Beschuldigten, der
  sich in seiner Freizeit als "Handaufleger" bzw.
  "Geistheiler" betä­tigt (siehe dazu act. 2/I/19 S. 9
  Ziff. 51 ff.), zur Last gelegt, am Samstagnach­mittag,
  28. Februar 2015, bei sich daheim an der [...] die damals nicht ganz
  18-jährige und somit noch minderjährige E.______ mut­masslich mit Nitrazepam
  [Schlafmittel] betäubt zu haben, um sich anschliessend an ihr sexu­ell zu
  vergehen. In der Tatnacht vom Samstag, 28. Februar 2015 auf Sonntag,
  1. März 2015 sei der Beschuldigte, nachdem er E.______ durch Handaufle­gen
  (ohne Berührungen) therapeutisch behandelt habe, mehrmals in deren Zimmer
  gekommen, um sich zu vergewissern, ob sie schlafe. Sie habe sich schlafend
  gestellt, worauf um etwa 23 Uhr der Beschuldigte zu ihr aufs Bett gekommen
  sei, die Decke zur Seite gelegt und ihre Beine auseinandergeschoben habe.
  Daraufhin habe er ihr die Hose (Hotpants) und die Unterhosen heruntergezogen,
  habe ihre Vagina mit einer Taschenlampe beleuchtet und habe anschliessend mit
  seinen Fin­gern Rauf- und Runter-Bewegungen an ihrer Scheide vollzogen, sei
  dabei aber nicht eingedrungen. Danach sei er mit seinen Knien aufs Bett
  gestiegen und habe sich zwischen ihre Beine gekniet, wobei sie kurz seinen
  Penis unter ihren Kleidern bei ihren Schamlippen gespürt habe, es dabei aber
  zu keinen weiteren Bewegungen gekommen sei. Sie habe sich in der Folge
  bewusst weggedreht, worauf der Beschuldigte recht schnell aus dem Zimmer
  gegangen sei (act. 1 S. 6).

  
	
   

  
	
  2.2.2 Nachdem
  E.______ bzw. ihre Mutter noch in der Nacht vom 28. Februar auf den
  1. März 2015 die Polizei verständigt hatte, konnte E.______ noch
  gleichentags zur Sache befragt werden, wobei die Anhörung auf Video
  aufgezeich­net wurde (siehe act. 3/III/4 und act. 3/III/13).
  E.______ führte aus, sie habe sich am 28. Februar 2015 ab ca. 15 Uhr in
  der Wohnung des Beschuldigten in [...] aufgehalten, wo sie zunächst einen
  Film geschaut hätten. Am späteren Nachmittag hätten sie sich Pizza bringen lassen
  und gegessen; dabei habe der Beschuldigte ihr ein Glas Cola angeboten, wobei
  er das Glas von ihr unbemerkt eingeschenkt habe. Das Cola habe bitter
  geschmeckt, was sie ihm auch gesagt habe, worauf er gemeint habe, das liege
  vermutlich an der Pizza (act. 3/III/4 S. 4 bei
  "00:42:40:00"). In der Folge habe der Beschuldigte mit der
  Behandlung begonnen, dabei sei sie rasch eingeschlafen. Der Beschuldigte sei
  dann wiederholt ins Zimmer gekommen, erneut um etwa 23 Uhr und habe
  jetzt die Decke zur Seite getan und dann bei ihr zwischen den Beinen
  "rumgelangt" (a.a.O., S. 4 bei "00:46:30:00"). Sie
  selber sei im Bett auf dem Rücken gelegen. Der Beschuldigte sei an der
  Bettkante gesessen und habe ihre Beine auseinandergeschoben und ihr die
  Shorts und die Unterhose zur Seite geschoben und habe sie im Scheidenbereich
  ausgegriffen; er habe mit seinen Fingern "Rauf- und
  Runterbewegungen" gemacht. Er habe mit einem Licht ihre Scheide
  beleuchtet (a.a.O., S. 4 bei "00:48:50:00" und
  "00:50:30:00"). Anschliessend sei der Beschuldigte mit den Knien
  aufs Bett gekom­men, habe seine Knie zwischen ihre Beine geschoben und sie
  habe seinen Penis kurz gespürt; sie habe sich dann abgedreht, worauf der
  Beschuldigte rasch aus dem Zimmer gegangen sei (a.a.O., S. 4 f. bei
  "00:50:30:00" und "00:55:20:00").

  
	
   

  
	
  Die in der Anklage beschriebenen Handlungen
  des Beschuldigten folgen akkurat den eben dargelegten Aussagen von E.______,
  bis auf ein kleines, aber nicht entscheidendes Detail: so zog der
  Beschuldigte der (halb)schlafenden E.______ die Shorts und Unterhosen nicht
  herunter, sondern schob sie zur Seite, als er mit seinen Fingern zur Scheide
  vordrang.

  
	
   

  
	
  2.2.3 Nach dem
  nächtlichen Ereignis in der Wohnung des Beschuldigten wurde E.______ am
  Vormittag, 1. März 2015 ärztlich untersucht und wurde ihr dabei auch
  eine Blut- und Urinprobe entnommen (act. 3/III/16+17). Die Auswertung
  der Blutprobe ergab Rückstände des Arzneistoffes Nitrazepam; gemäss Gutachten
  des Instituts für Rechtsmedizin (IRM) der Universität Zürich vom
  23. Juni 2015 stand E.______ am 28. Februar 2015 spätabends unter
  dem Einfluss von Nitra­zepam, "d.h. aufgrund der schlaffördernden
  Wirkung ist die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit im
  Ereigniszeitpunkt vermindert gewesen" (act. 3/III/24 S. 1
  unten).

  
	
   

  
	
  Gemäss IRM-Gutachten gehört Nitrazepam zur
  Wirkstoffklasse der Benzodiazepine und ist im Präparat Mogadon enthalten.
  Nitrazepam ist indiziert bei behandlungsbe­dürftigen Schlafstörungen, wobei
  es durch seine schlaffördernde Wirkung die kör­perliche und geistige
  Leistungsfähigkeit vermindert (act. 3/III/24 S. 2 unten). Auf­grund
  der Untersuchungsergebnisse steht fest, dass der Beschuldigte zumin­dest bis
  2012 ausgerechnet das Schlafmittel Mogadon konsumiert und privat über entspre­chende
  Tabletten verfügt hatte (siehe dazu act. 3/VIII/5 S. 3;
  act. 2/V/4 und act. 2/V/10 S. 3 Ziff. 2.2;
  act. 3/III/2 S. 8 Ziff. 77 f.; siehe ferner auch act.
  2/I/19 S. 3 Ziff. 8 f.).

  
	
   

  
	
  2.2.4 Anlässlich
  der ärztlichen Untersuchung am 1. März 2015 wurden ab den bei­den
  grossen Schamlippen von E.______ Abstriche genommen (act. 3/III/19+20).
  Im Abstrich ab den Schamlippen konnte männliche DNA nachge­wiesen werden,
  wobei gemäss IRM-Gutachten die betreffende DNA mit einer Wahrscheinlichkeit
  von 26'107 zu 1 (sprich: sozusagen vollkommen sicher) dem Beschuldigten zuzuordnen
  ist (act. 3/III/25 S. 3 unten sowie act. 3/III/32).

  
	
   

  
	
  2.2.5 Die eben
  dargelegten Indizien (nämlich: 1.) Schilderungen von E.______ nur wenige
  Stunden nach dem Ereignis; 2.) Nitrazepam-Rückstände im Blut von E.______,
  wobei dieser Arzneistoff ausgerechnet in dem vom Beschuldigten früher selber
  konsumierten Schafmittel Mogadon enthalten ist; 3.) DNA-Spur
  des Beschuldigten auf den Schamlippen von E.______) sind insgesamt erdrü­ckend
  und lassen schlicht keinen Raum für irgendwelche in-dubio-pro-reo-Überle­gungen.
  Es bleiben nicht die geringsten Zweifel zurück, dass sich der Sachverhalt
  betreffend E.______ tatsächlich so zutrug wie in der Anklage geschildert und
  dem Beschuldigten angelastet (act. 1 S. 5 ff.). Die Vorinstanz
  ist demnach in zutref­fender Würdigung des Sachverhalts der Anklage gefolgt;
  gestützt auf Art. 82 Abs. 4 StPO wird ergänzend auf die
  entsprechenden Erwägungen im angefochtenen Ent­scheid verwiesen
  (act. 128 S. 9 bis S. 32 E. III.).

  
	
   

  
	
  Die vom Beschuldigten in der Berufung
  vorgetragenen Einwendungen (oben E. 2.1) erschöpfen sich in
  verschwommener Kritik am vorinstanzlichen Entscheid. Die
  "Likörgeschichte" (angeblich versehentlicher Schlafmittelkonsum),
  worüber der Beschuldigte auch anlässlich seiner Befragung vor Obergericht
  ausführlich berich­tete (act. 183 S. 3 sowie S. 6 f. und
  S. 10), ist als reine Schutzbehauptung einzustu­fen; bereits die
  Vorinstanz hat zutreffend erkannt, dass diese Erzählung einer ver­tieften
  Prüfung nicht standhält (act. 128 S. 29). Dass der Beschuldigte
  seit 2012 kei­ne Schlafmittel mehr konsumiert, mag zutreffen; dies ändert
  aber nichts daran, dass im Körper von E.______ Rückstände des Schlafmittels
  Mogadon nachgewie­sen werden konnten, wobei der Beschuldigte (früher)
  nachweislich Konsument die­ses Schlafmittels war und er vom Hausarzt ganze
  Packungen davon nach Hause verabreicht erhielt. Schliesslich sind auch die
  Erklärungen des Beschuldigten, wie seine DNA auf die Schamlippe von E.______
  gelangen konnte (siehe dazu act. 183 S. 4), nur hilflose Ausflüchte.
  Es wäre geradezu sach- und lebensfremd, die DNA-Spur auf der Schamlippe
  darauf zurückzuführen, dass E.______ in einem Bett mit angeblich nicht frisch
  angezogener Bettwäsche geschlafen hatte oder dass E.______ die Toilette in
  der Wohnung des Beschuldigten benutzt hatte.

  
	
   

  
	
  2.2.6 Anzufügen
  bleibt noch Folgendes: E.______ erwähnte bei ihren Erst­aussagen am 1. März
  2015, dass sie "zirka vor einem Monat" (act. 3/III/4 S. 3
  bei "00:19:40:00" [also Ende Januar/Anfang Februar 2015]) bereits
  einmal beim Beschuldigten in dessen Wohnung in einer Behandlung gewesen sei
  und anschlies­send dort übernachtet habe [im ganzen Ablauf handelte es sich
  dabei um die zweite Behandlung; die allererste Behandlung fand ein paar
  Wochen davor damals noch im Beisein von Bruder und Vater von E.______ im
  (externen) Behandlungsraum des Beschuldigten in [...] statt, siehe a.a.O.,
  S. 2 bei "00:14:30:00"]. Der Beschuldigte habe ihr damals
  einen Fruchtsaft gegeben, wobei er darin mit einem Löffel umgerührt habe. Sie
  könne zwar nicht sagen, ob er etwas in den Saft reingetan habe; allerdings
  habe sie sich etwa eine halbe Stunde nach dem Trinken gefühlt, als sei sie
  benebelt (a.a.O., S. 3 bei "00:26:50:00"). Der Beschuldigte
  wurde erstmals am 16. September 2015 zu den Ausführungen von E.______
  befragt, also fast acht Monate nach der von ihr berichteten Begebenheit mit
  dem Fruchtsaft. Von der Polizei danach gefragt, was er E.______ bei der
  zweiten Behandlung [Ende Januar/Anfang Februar 2015] zu trinken gegeben habe,
  erwähn­te er, dass er "einen verschlossenen Orangensaft aus dem
  Kühlschrank genommen […] und beide Gläser (ihres und meines) vor ihren Augen
  aufgefüllt [habe], das hat sie gesehen". Auf die anschliessende Frage,
  wozu er den Orangensaft mit einem Löffel umgerührt habe, antwortete er, dass
  er die Flasche vor dem Öffnen nicht geschüttelt habe und sich daher der
  "Satz vom Orangensaft am Glasboden befand" (zum Ganzen:
  act. 3/III/2 S. 6 Fragen 52 und 53). Es mutet nur schon eigenartig
  an, dass sich der Beschuldigte mehr als ein halbes Jahr später überhaupt noch
  an einen solch banalen Vorgang wie die Konsumation eines Getränks zu erinnern
  ver­mag. Umso überraschender ist es, dass er noch derart detailliert zu
  berichten weiss. Er erinnert sich nicht bloss daran, dass er E.______ ein
  Getränk angeboten hatte, sondern weiss gar noch welches; und schliess­lich
  berichtet er sogar, ohne konkret danach gefragt worden zu sein, wie er das
  Getränk damals eingeschenkt hatte ("vor ihren Augen"). Gerade weil
  der Beschul­digte eine solchermassen detail­genaue Schilderung zu Protokoll
  gegeben hat, entlarvt er sich selbst. Ganz offen­sichtlich glaubte er
  nämlich, möglichst präzise Angaben würden ihn von jeglichem Verdacht
  befreien. Indes aber ist genau das Gegenteil der Fall, wenn – wie hier – die
  vorgeblich detaillierten Angaben eine vollkommen belanglose Begebenheit
  betreffen, an die man sich Monate später normalerweise schlicht nicht mehr
  erin­nert, es sei denn, es habe sich dabei etwas Aussergewöhnliches
  zugetragen, was nun hinterher mit einer bildhaft erzählten Geschichte
  vertuscht werden soll. Genau deswegen macht sich der Beschuldigte mit seiner
  "exakten" Erzählung verdächtig und ist ihm darin nicht zu glauben.
  In Übereinstimmung mit der Vorinstanz ist des­halb davon auszugehen, dass der
  Beschuldigte bereits anlässlich der Behandlung von Ende Januar/Anfang Februar
  2015 E.______ eine möglicherweise betäu­bende Substanz verabreicht hatte
  (siehe dazu act. 128 S. 19 unten) und indiziert dies zusätzlich,
  dass sich gleiches anlässlich der Behandlung vom 28. Februar 2015 wiederholt
  hat. Vor allem aber ist damit die erstinstanzlich vorgetragene Behauptung des
  Verteidigers des Beschul­digten widerlegt, wonach die zweite Behandlung [Ende
  Januar / Anfang Februar 2015] "erfolgreich" gewesen sei (siehe dazu
  act. 128 S. 18 unten mit Hin­weis auf act. 79 S. 6).

  
	
   

  
	
  3. Anklagesachverhalt betreffend D.______

  
	
   

  
	
  3.1 Der
  Rechtsvertreter des Beschuldigten vertrat an der Berufungsverhandlung den
  Standpunkt, dass auch im Fall D.______ die Staatsanwaltschaft keine Beweise
  vorlege, wonach der Beschuldigte die ihm angelastete Tat auch tatsächlich
  begangen habe; die Staatsanwaltschaft stütze sich lediglich auf die Aussagen
  von D.______ sowie ein unnötig teures und unnützes Gutachten über die Wirkung
  von Schlafmitteln. Entscheidend für die Frage der Glaubwürdigkeit sei
  "die Darstellung betreffend dem mit dem Schlafmittel versetzten
  Saft". Die Vorinstanz gehe mit einer gewissen Leichtfertigkeit einfach
  davon aus, dass sich im Saft Schlafmittel befunden haben müssen. Doch alleine
  die Tatsache, "dass der Beschuldigte zu diesem Zeit­punkt Tabletten
  verschrieben und auch zu Hause hatte", reiche als Indiz nicht aus, dass
  er diese Tabletten auch tatsächlich verwendet habe. Auch in diesem Punkt sei
  die tendenziöse Richtung, welche die Vorinstanz eingeschlagen habe, klar
  ersicht­lich, nämlich nach dem Motto: wenn es in anderen Fällen vielleicht
  passiert sei, dann sicherlich auch hier. Sodann sei nochmals auf die vom
  Beschuldigten bereits vor Vorinstanz geltend gemachte Heilungskrise
  verwiesen, welche nach Behand­lungen durchaus auftreten könne. Mit diesem
  Thema habe sich die Vorinstanz überhaupt nicht auseinandergesetzt; dabei sei
  dies für die Erklärung, weshalb D.______ den Beschuldigten belaste, von
  entscheidender Relevanz. In Hinsicht darauf sei denn auch der Beweisantrag
  gestellt, diese Frage durch eine fachkundige Person beantworten zu lassen.
  Denn ohne Fachwissen dürfe nicht einfach bestimmt werden, dass bei D.______
  keine Heilungskrise vorgelegen habe. Auch die Staatsanwaltschaft, obschon
  verpflichtet, belastende und entlastende Beweise zu erheben, habe sich damit
  nur ungenügend auseinander­gesetzt. So gesehen sei der Beschuldigte die
  einzige fachkundige Person und sei daher auf seine Aussagen abzustellen;
  unter diesen Umständen sei "der Beschuldigte in diesem Sachverhalt
  betreffend den Handlungen zum Nachteil von D.______ freizusprechen"
  (act. 179 S. 41 f. Ziff. 21-27).

  
	
   

  
	
  3.2 Der
  Beschuldigte wirft somit auch hier der Vorinstanz vor, den Sachverhalt nicht
  richtig festgestellt zu haben (Art. 398 Abs. 3 lit. b StPO).

  
	
   

  
	
  Auch hier stösst die Rüge ins Leere:

  
	
   

  
	
  3.2.1 Am
  Karfreitag, 6. April 2012, empfing der Beschuldigte um 18.30 Uhr die
  damals 46-jährige D.______ in seinem Behandlungsraum in [...] (Glarus Nord).
  Die in Basel lebende D.______ leidet an schmerzhafter Fibromyalgie, weshalb
  ihre im Kanton Glarus wohnhafte Lebenspartnerin den Kon­takt zum
  Beschuldigten vermittelt hatte und sie damals auch zur Behandlung nach [...]
  hingefahren hatte (siehe dazu act. 2/I/6 S. 2; act. 2/I/20
  S. 2 f. Ziff. 1-10, S. 4 Ziff. 14 und S. 7
  Ziff. 32-34). Laut Anklage soll am besagten Abend der Beschuldigte
  D.______ vor der Behandlung zunächst einen [mit Schlafmittel versetzten]
  Frucht­saft in einem Plastikbecher verabreicht haben. In der Folge habe
  D.______ die Hosen ausgezogen, damit der Beschuldigte sie besser behandeln
  könne. Während der Behandlung seien ihr dann die Augen zugefallen; sie habe
  zwar gehört und ver­spürt, was um sie herum geschah, habe jedoch die Augen
  nicht mehr öffnen und sich auch nicht wehren können. Der Beschuldigte habe
  sie zur Seite gedreht, ihr den Slip heruntergezogen und sie am Po und an der
  Scheide ausgegriffen. Danach habe er ihr seine Finger und später auch
  irgendwelche Gegenstände vaginal und anal eingeführt. Ausserdem habe sie das
  Gefühl gehabt, dass der Beschuldigte irgendwelche Handlungen an sich selber
  vorgenommen und ihr allenfalls den Penis eingeführt habe. Nach einiger Zeit
  habe er ihr den Slip wieder angezogen und sie auf den Rücken zurückgedreht.
  Danach habe er den Behandlungsraum für eine Weile verlassen, sei dann
  zurückgekehrt und habe sie geweckt, wobei sie die Augen habe öffnen können,
  aber noch liegen geblieben sei. Später sei sie von der Freundin abgeholt
  worden und habe sie ihr von den Übergriffen des Beschuldigten erzählt (act. 1
  S. 4).

  
	
   

  
	
  3.2.2 Die
  Anklage beruht im Wesentlichen unmittelbar auf den Aussagen von D.______
  (siehe insbesondere act. 2/I/6 S. 4 f.; act. 2/I/12
  S. 3 ff.). Die Vorinstanz stufte im angefochtenen Entscheid die
  betreffenden belasten­den Schilderungen von D.______ als glaubhaft ein (siehe
  act. 128 S. 37 f. E. 1.8. sowie S. 48
  E. 3.10.). Sie stützte dabei ihre Einschätzung auf mehrere Erkenntnis­se:

  
	
   

  
	
  3.2.2.1 Zunächst
  einmal erachtete die Vorinstanz die von D.______ über das gan­ze Verfahren
  hinweg gemachten Aussagen als inhaltlich konsistent (act. 128 S. 38
  E. 1.8. am Ende).

  
	
   

  
	
  D.______ wurde in der Untersuchung sowie im
  vorinstanzlichen Verfahren insge­samt vier Mal zum inkriminierten Sachverhalt
  befragt (act. 2/I/6; act. 2/I/12; act. 2/VIII/15;
  act. 47). Dabei schilderte sie das Geschehen vom 6. April 2012 in sei­nem
  Ablauf immer gleich und ohne sich in Widersprüche zu verstricken. Der
  Rechtsvertreter des Beschuldigten brachte anlässlich der Berufungsverhandlung
  nichts vor, woraus sich eine andere Erkenntnis ergeben würde; überhaupt
  setzte er sich mit den Aussagen von D.______ im Einzelnen bzw. ihrem
  widerspruchsfreien Aussageverhalten nicht näher auseinander und unternahm
  insofern gar nicht erst den Versuch, die (zutreffende) Einschätzung der
  Vorinstanz, wonach die Aussagen von D.______ "inhaltlich konsistent und
  glaubhaft" seien, zu widerlegen.

  
	
   

  
	
  3.2.2.2 Aus
  Sicht der Vorinstanz manifestiert sich die Glaubhaftigkeit der Aussagen von
  D.______ namentlich im Umstand, dass sie in der Untersuchung detailliert schilderte,
  wie der Beschuldigte ihr damals zu Beginn der Behandlung am 6. April
  2012 ein Getränk verabreicht hatte. So beschreibe D.______ detailliert, wie
  der Beschuldigte den einen Becher frisch aufgefüllt und den anderen ihr
  gegeben habe (wobei ihr das sonderbar vorgekommen sei), dass sie solchen
  Fruchtsaft eigentlich nicht möge und ausserdem auch keine bereits
  eingefüllten Getränke annehme so­wie dass sie gar nicht habe trinken wollen,
  aber der Beschuldigte darauf bestan­den habe. Bei einem solchen Detaillierungsgrad,
  so folgerte die Vorinstanz, sei davon auszugehen, dass die Aussage von
  D.______ der Wahrheit entspreche, zumal demgegenüber die Angaben des
  Beschuldigten widersprüchlich seien. Die Vorin­stanz folgerte daraus, dass in
  Hinsicht auf die Begebenheit mit dem Multivitaminsaft die Aussage von
  D.______ als glaubhafter ein­zustufen sei [als die bestreitenden Ausführungen
  des Beschuldigten] und es daher als erstellt gelte, dass der Beschul­digte
  D.______ einen bereits eingegossenen Becher mit Multivitaminsaft darge­reicht
  und darauf bestanden habe, dass sie diesen austrinke (act. 128
  S. S. 41 f. E. 3.2.).

  
	
   

  
	
  D.______ berichtete bei der ersten
  Einvernahme am 14. Juni 2012, dass am 6. April 2012 im
  Behandlungsraum des Beschuldigten auf dem Fenstersims ein Tetrapack
  Multivitaminsaft gestanden habe. Sie sei zu Beginn auf der Couch geses­sen,
  als der Beschuldigte aufgestanden sei und einen Becher [von diesem Frucht­saft]
  eingeschenkt habe; ihr [D.______] habe er dann allerdings nicht den frisch
  eingeschenkten Becher gegeben, sondern einen anderen Becher mit Fruchtsaft,
  bei dem sie nicht gesehen habe, wie er eingeschenkt worden sei; der
  Beschuldigte habe ihr gesagt, sie beide müssten dies nun zur Stärkung
  trinken, damit sie wäh­rend der bevorstehenden langen Behandlung nicht
  austrocknen würden (act. 2/I/6 S. 4). Diese Erstaussage hat sie in
  den späteren Befragungen jeweils gleichblei­bend bestätigt (act. 2/I/12
  S. 3 unten und S. 4; act. 2/VIII/15 S. 7 und S. 10;
  act. 47 S. 4). Besonders bemerkenswert ist dabei, dass D.______
  explizit einen Tetra­pack [Getränkekarton] Multivitaminsaft benennt und die
  Polizei später bei der Durchsuchung des Behandlungsraums prompt solche
  Getränkepackungen mit Multivi­taminsaft vorfindet (act. 2/I/1
  S. 13). Dieser Umstand ist daher ein zentraler und entscheidender
  Anhaltspunkt, der für die Glaubhaftigkeit der von D.______ gemachten Aussagen
  spricht. Es erscheint daher tatsächlich, und darin ist der Vorinstanz
  beizupflichten, als höchst unwahrscheinlich, dass D.______ ihre Schilderung
  über das ihr vom Beschuldigten verabreichte Getränk erfunden haben könnte.

  
	
   

  
	
  3.2.2.3. Für die
  Vorinstanz ist sodann erstellt, dass der Fruchtsaft, den D.______ am
  6. April 2012 vom Beschuldigten zum Trinken verabreicht erhielt, mit
  einem Schlafmittel versetzt war (act. 128 S. 43 E. 3.3. am
  Ende). Auch in diesem Punkt ist der Vorinstanz ohne weiteres zu folgen,
  drängt sich nämlich diese Erkenntnis auf­grund der hier vorhandenen Indizien
  klarerweise auf:

  
	
   

  
	
  Zunächst einmal konnte die Polizei bei der
  Durchsuchung des vom Beschuldigten für seine "Therapien" benutzten
  Behandlungsraumes in [...] effektiv diverse Schlafmittel und Psychopharmaka
  sicherstellen, dabei sogar aufge­brochene und zerstückelte Tabletten in einem
  Plastikbecher (act. 2/III/5 S. 2). Die betreffende Durchsuchung
  fand zwar erst im August 2012 statt und damit vier Monate nachdem der
  Beschuldigte D.______ behandelt hatte; allein aber der Umstand, dass der
  Beschuldigte im Behandlungsraum Schlaftabletten verfügbar hatte, ist im
  vorliegen­den Gesamtzusammenhang ein augenscheinliches Indiz dafür, dass der
  Beschul­digte D.______ ein Schlafmittel verabreicht und sie so zum Widerstand
  unfähig gemacht haben könnte.

  
	
   

  
	
  Eine wesentliche Bedeutung erlangt das Indiz
  der sichergestellten Medikamente zudem durch folgenden Umstand: Gemäss der in
  der Untersuchung eingeholten Expertise vermögen die betreffenden Medikamente,
  wenn sie in einem Fruchtsaft verabreicht werden, den Konsumenten oder die
  Konsumentin durchaus in den von D.______ geschilderten Zustand einer
  eigenartigen Benommenheit zu versetzen [D.______ berichtete, dass ihr die
  Augen zugefallen seien und sie nicht mehr habe sprechen und sich bewegen
  können, jedoch alles mitbekommen habe; siehe dazu act. 2/I/6 S. 5]
  (act. 2/V/11 S. 2 sowie insbesondere S. 5 Ziff. 3). Kommt
  hinzu, dass namentlich das Schlafmittel Mogadon sich innert weniger Sekunden
  in einem Fruchtsaft auflösen lässt und sich dabei der Geschmack des Getränks
  nicht merk­lich verändert (act. 2/V/11 S. 10 Ziff. 17 und
  S. 13).

  
	
   

  
	
  Die Verteidigung bezeichnete an der
  Berufungsverhandlung die eben zitierte Exper­tise als "teures und
  unnützes Gutachten über die Wirkung von Schlafmitteln" und merkte an,
  "dies hätte auch Google können" (act. 179 S. 41
  Ziff. 21). Dieser Vorbe­halt der Verteidigung ist polemisch und ohne
  inhaltliche Substanz. Darauf ist daher nicht einzugehen, zumal es sich beim
  kritisierten Fachbericht um ein pharmakolo­gisch-toxikologisches Gutachten
  des Instituts für Rechtsmedizin der Universität Zü­rich handelt
  (act. 2/V/11), welches formal einwandfrei verfasst sowie inhaltlich
  fundiert und schlüssig begründet ist.

  
	
   

  
	
  3.2.2.4 Aus
  Sicht der Vorinstanz liegt ein weiteres Indiz für die Glaubhaftigkeit der
  Aussagen von D.______ darin, dass der Beschuldigte auch bei der Behandlung
  von E.______ ihr ein Schlafmittel in einem Getränk verabreicht und sie auf
  derlei Weise sediert hatte (act. 128 S. 42 E. 3.2. und
  S. 43 E. 3.4.). Der Rechts­vertreter des Beschuldigten erblickt
  darin eine unzulässige und nicht sachgerechte Verknüpfung verschiedener Fälle
  (act. 179 S. 39 Ziff. 10). Dieser Einwand geht fehl. Schildern
  nämlich wie im vorliegenden Verfahren zwei Personen, die sich gegensei­tig
  nicht kennen, unabhängig voneinander ähnliche Begebenheiten mit dem Be­schuldigten,
  so ist dies beweisrechtlich sehr wohl von Bedeutung und unter­streicht hier
  geradezu die Glaubhaftigkeit der einzelnen Berichte, zumal im Fall von
  E.______ in deren Blut dank zeitnaher Untersuchung tatsächlich Schlaf­mittel
  nach­gewiesen werden konnten. Die von mehreren Betroffenen glaubhaft
  geschilder­ten Erlebnisse sind sodann zu einem Gesamtbild zusammenzufügen;
  dieses beweis­relevante Bild lässt vorliegend geradewegs ein eigentliches
  Handlungsmus­ter (Modus Operandi) des Beschuldigten erkennen, nämlich
  dahingehend, dass er seine Opfer vor den sexuellen Übergriffen mit
  Schlafmitteln betäubt hat.

  
	
   

  
	
  3.2.2.5 Ein
  weiteres Indiz für die Glaubhaftigkeit der Schilderung von D.______ über eine
  ihr vom Beschuldigten mutmasslich verabreichte narkotisierende Sub­stanz sah
  die Vorinstanz darin (siehe act. 128 S. 43 f. E. 3.4.),
  dass der Beschuldig­te wenige Wochen vor der Behandlung von D.______
  nachweislich im Internet Nachforschungen zu den Begriffen
  "nakortikum", "hypnotika und sedativa" und "ko
  tropfen" vorgenommen hatte (act. 2/III/6).

  
	
   

  
	
  Tatsächlich belegt die vom Beschuldigten
  angestellte Google-Recherche, dass er sich konkret mit der narkotisierenden
  Wirkung von K.-o.-Tropfen bzw. Psychophar­maka befasst hat. Dieser Umstand
  ist daher in Hinsicht auf den Anklagesachverhalt (Betäubung von Personen, um
  sich dann an ihnen zu vergehen) als einschlägiger Anhaltspunkt zu werten;
  dies gilt erst recht im Kontext mit den zuvor dargelegten weiteren Indizien.
  Die Verteidigung geht in ihrer Berufung auf das Indiz der besag­ten
  Internet-Nachforschungen mit keinem Wort ein, wie sie überhaupt das Zusam­mentreffen
  mehrerer eindeutig belastender Indizien praktisch komplett ausblendet.

  
	
   

  
	
  3.2.2.6 Die
  Verteidigung machte an der Berufungsverhandlung gleich wie schon vor
  Vorinstanz geltend, D.______ habe im Zuge der Behandlung durch den Beschul­digten
  mutmasslich eine Heilungskrise erfahren. Im Kern macht die Verteidigung bzw.
  der Beschuldigte damit geltend, bei D.______ seien während der Behand­lung
  eigene Erinnerungen an früher erlebte "schlimme Sachen" [sexuelle
  Misshand­lungen] hochgekommen, was zur Folge habe, dass sie das früher
  Erlebte nun auf ihn [den Beschuldigten] projiziere (siehe dazu
  act. 2/V/11 S. 12, dort die damals vom Rechtsvertreter des
  Beschuldigten gestellte Ergänzungsfrage 2.2.; act. 77/01 [von der
  Verteidigung vor Vorinstanz eingereichte Stellungnahme eines anderen
  Heilpraktikers]; act. 170 S. 1 unten und S. 2 oben;
  act. 183 S. 14 unten und S. 15 oben). Vor Obergericht
  präsentierte der Verteidiger zum Thema "Heilungs­krise" einen
  Auszug aus dem Internet und verlangte vom Obergericht dessen Berücksich­tigung
  bei der Entscheidfindung (act. 171 sowie act. 170 Antrag
  Ziff. 1). Die betref­fende Publikation ist jedoch vollkommen unbeschwert
  von empirisch-wissenschaft­licher Substanz; laut Impressum der Website
  handelt es sich hierbei um nicht mehr und nicht weniger als eine blosse
  Kundgabe einer beliebigen Einzel­person. Darauf ist schlicht nicht weiter
  einzugehen. Ebenso wenig ist der in diesem Sachzusam­menhang von der
  Verteidigung als Experte angerufene Q.______ anzuhören (act. 170 Antrag
  Ziff. 2). Bei Q.______ handelt es sich um einen im Kanton Glarus tätigen
  Akupunkteur (act. 77/01); inwiefern er dazu prädestiniert sein soll, um
  dem behaupteten Phänomen der Heilungskrise ein Mass an Plausibili­tät zu
  verlei­hen, ist unerfindlich und wird von der Verteidigung nicht dargelegt.
  Ins­gesamt erweist sich die von der Verteidigung vertretene
  "Theorie", wonach D.______ anlässlich der Behandlung durch den
  Beschuldigten massiv aus ihrem seeli­schen Gleichgewicht geraten sei und ihr
  dabei Erinnerungen an frühere schlimme Erlebnisse hochgekommen seien, welche
  sie nun unmittelbar mit dem Beschul­digten als Täter asso­ziiere, als
  eigenartiger und zugleich hilfloser Versuch einer Ausflucht. Zu Recht ist
  daher die Vorinstanz darauf nicht weiter eingegangen.

  
	
   

  
	
  3.2.3
  Zusammenfassend ergibt sich, dass die Vorinstanz im angefochtenen Ent­scheid
  in zutreffender Würdigung aller Indizien zu Recht zur Ansicht gelangte, dass
  im Fall von D.______ der Anklagesachverhalt erstellt sei (act. 128
  S. 48 E. 3.10). Die dagegen vorgebrachten Einwendungen der
  Verteidigung sind allesamt unbe­gründet. Zur Ergänzung der vorstehend
  gemachten Ausführungen wird im Übrigen in Anwendung von Art. 82
  Abs. 4 StPO explizit auch auf die beweis­rechtlichen Erwägungen der
  Vorinstanz verwiesen (act. 128 S. 41-48, E. 3.1. ff.).

  
	
   

  
	
  4. Anklagesachverhalt
  betreffend C.______

  
	
   

  
	
  4.1 Von Dezember
  2004 bis Ende 2010 lebte der Beschuldigte mit R.______ und deren beiden
  Zwillingskindern in [...] (Glarus Nord) zusammen. Für die Vorinstanz steht
  fest, dass ab circa Sommer 2009 bis ungefähr Ende 2010 der Beschuldigte sich
  nachts wiederholt ins Schlafzimmer von C.______ begab (vorgeblich um dort mit
  Räu­cherstäbchen schlechte Energien zu vertreiben), sich dabei jeweils zu
  C.______ ins Bett legte und mit dem Finger in ihre Scheide eindrang; vor dem
  Zubettgehen soll der Beschuldigte dem Mädchen jeweils ein Glas Wasser mit
  darin aufgelöstem Schlaf­mittel verabreicht haben (act. 128
  S. 50 ff. insbes. S.59 f. E. 4.3. und S. 61
  E. 5.1. und 5.2.).

  
	
   

  
	
  4.2 Die
  Verteidigung beanstandet zunächst, dass die Vorinstanz (auch) im Anklage­sachverhalt
  betreffend C.______ den Grundsatz in dubio pro reo verletzt habe
  (act. 179 S. 37 Ziff. 2 3. Spiegelpunkt). Konkret lege
  nämlich die Staatsanwaltschaft ausser den Aussagen von C.______ selber keinen
  einzigen Beweis vor, welcher den Tatverdacht stützen würde. Die Vorinstanz
  habe in der Folge "im Rahmen der Begründung des Urteils in Verlinkung
  mit den anderen Fällen Parallelen gezogen", die es so nicht gebe. Dies
  betreffe insbesondere die Frage, ob der Beschuldigte Schlaftabletten an
  C.______ verabreicht habe; gerade dies treffe hier nicht zu, weil es nämlich
  die Mutter von C.______ gewesen sei, die ihr jeweils Schlaftabletten
  verabreicht habe (act. 179 S. 42 Ziff. 28 f.). Ausserdem
  habe der Beschuldigte bereits vor Vorinstanz erklärt, "dass es sich bei
  der Strafanzeige um eine instruierte Abrechnung der Familie [...] mit dem
  Beschuldigten handelte". Die Familie [...] habe den Beschuldigten bereits
  einige Zeit vor dessen Verhaftung im August 2012 angezeigt, dabei aber nur
  wegen Stalking. Indes mache es über­haupt keinen Sinn, dass die Familie [...]
  den Beschuldigten zunächst nur wegen Stalking anzeige, wenn er tatsächlich
  die Tochter sexuell misshandelt hätte. Das Argument der Vorinstanz, die
  Familie [...] habe zunächst einfach mal Abstand vom Beschuldigten wollen,
  greife da zu kurz. Denn gerade wenn es der Familie [...] um Abstand gegangen
  wäre, so wäre es nur logisch und konsequent gewe­sen, gleich von Beginn an
  "alle Faktoren in die Waagschale [zu] legen", damit die
  Staatsanwaltschaft sogleich sicherstelle, dass es zu keinem Kontakt mehr
  komme. Weil aber genau das [Offenlegung aller Vorwürfe gleich am Anfang]
  nicht gesche­hen sei, bedeute dies, dass "die Geschichte" erst
  später, als der Beschul­digte in Haft kam, "erfunden wurde, um ihm zu
  schaden und Rache an ihm zu nehmen". Dieses Verhaltensmuster [der
  Familie] sei offensichtlich, "passt aber offen­bar nicht in das
  tendenzöse Bild der Vorinstanz über den Beschuldigten". Demge­genüber
  seien die Aussagen des Beschuldigten von Anfang an schlüssig und stim­mig
  gewesen; darauf sei daher abzustellen und habe das Obergericht den Beschul­digten
  nach dem Grundsatz in dubio pro reo freizusprechen (act. 179 S. 43
  Ziff. 30-34).

  
	
   

  
	
  4.3 Der
  Beschuldigte rügt damit ebenso in diesem Anklagepunkt eine unrichtige
  Feststellung des Sachverhalts durch die Vorinstanz; allerdings auch hier zu
  Unrecht:

  
	
   

  
	
  4.3.1 Die
  eingeklagten Tathandlungen trugen sich allein zwischen dem Beschul­digten und
  der davon betroffenen C.______ zu. Die Vorfälle wurden von nie­mandem
  gesehen, und es sind auch keine Tatspuren dokumentiert. In einer solchen
  Konstellation sind die Aussagen des Opfers zwangsläufig der zentrale,
  massgebli­che Beweis, sofern das Opfer als glaubwürdig und seine Angaben als
  glaubhaft qualifiziert werden.

  
	
   

  
	
  Vorliegend hat die Vorinstanz den
  Schilderungen von C.______ Glauben geschenkt; dabei vor allem auch deswegen,
  weil der Beschuldigte seinerseits sich in den Augen der Vorinstanz in
  Widersprüche bzw. in Ausflüchte verstrickt hatte (siehe dazu etwa
  act. 128 S. 58 ff. E. 4.1.-4.3.). C.______ führte bei ihrer
  ersten Befragung bei der Polizei aus, der Beschuldigte sei nachts regelmässig
  in ihr Schlafzimmer gekommen und oft habe es am Morgen in ihrem Zimmer nach
  Räu­cherstäbchen gerochen (act. 3/I/5 S. 2). Vom Beschuldigten
  selber ist zugestanden, dass er sich nachts wiederholt ins Schlafzimmer von
  C.______ begab, um nachzuse­hen, ob sie schlafe sowie um das Fenster zu öffnen,
  habe nämlich C.______ eine stark Ausdünstung gehabt; ferner räumte der
  Beschuldigte ein, dass er jedenfalls einmal nächtens im Zimmer von C.______
  ein Ritual mit Räucherstäbchen ausgeführt habe; die Räucherstäbchen
  "sollten die schlechte Energie säubern, damit der Raum neutrali­siert
  wird" und sollte dadurch "C.______ besser schlafen können und keine
  Alpträume mehr haben" (act. 3/I/11 S. 6 f.
  Ziff. 30-33 sowie Ziff. 34-36 und Ziff. 40). Die Un­stimmigkeit
  in den Angaben des Beschuldigten erkannte die Vorinstanz dabei nicht in der
  Schilderung des konkreten Handlungs­rahmens, sondern in dem vom Beschuldigten
  hierzu vorgebrachten Handlungs­motiv. Nach Ansicht der Vorinstanz
  haben Kinder im Teenageralter keine merkliche Ausdünstung und ist daher
  dieser Umstand nichts anders als vorgeschoben; tatsächlich – dies die damit
  implizit ver­bundene Aussage der Vorinstanz – begab sich der Beschuldigte
  nicht deshalb ins Zimmer von C.______, um dort das Fenster zu öffnen, sondern
  um an C.______ die von ihr berichteten sexuellen Handlungen vorzunehmen (act.
  128 S. 58 E. 4.1.). Genauso diente in der Sicht der Vorinstanz auch
  das Räucherritual dem Beschuldigten bloss als Vorwand, um sich ungestört und
  ohne Argwohn zu erwecken, im Schlafzimmer von C.______ aufhalten und sie
  sexuell missbrauchen zu können (a.a.O., S. 60 E. 4.3. in fine).

  
	
   

  
	
  Wenn daher im Licht der eben erörterten
  Ausgangslage (C.______ sagt aus, der Beschuldigte sei viele Male zu ihr ins
  Zimmer gekommen und habe sich an ihr ver­griffen; der Beschuldigte anderseits
  bestätigt immerhin, nachts wiederholt ins Schlafzimmer von C.______ gegangen
  zu sein, verstrickt sich dabei aber in Ungereimt­heiten) die Vorinstanz
  erwog, dass die Schilderungen von C.______ glaubhaft seien, so ist ihr darin
  ohne weiteres beizupflichten. Der Rechtsvertreter des Beschuldigten bringt
  denn auch in seiner Berufung nichts vor, woraus sich hier eine andere
  Einschätzung aufdrängen würde. Auch ist nicht erkennbar, wie diese
  Einschätzung von den beantragten beiden Zeugen (siehe act. 170 S. 2
  Ziff. 2 f.) sollte erschüttert werden können, zumal im Übrigen auch
  die Verteidigung selber an der Berufungsverhandlung darauf nicht mehr
  eingegangen ist.

  
	
   

  
	
  4.3.2 Die von
  der Verteidigung in der Berufung kritisierte "Verlinkung" mit den
  bei­den anderen eingeklagten Fällen "D.______" und
  "E.______" ist nicht zu beanstanden; im Gegenteil: eine
  entsprechende Gesamtsicht drängt sich vorliegend unweigerlich auf. In den
  vorstehenden Erwägungen zu den Fällen "E.______" und "D.______"
  wurde nämlich aufgezeigt, dass es zum erkennbaren Handlungs­muster (Modus
  Operandi) des Beschuldigten gehörte, seine Opfer vor den sexuellen
  Übergriffen mit Schlafmitteln zu betäuben (siehe dazu oben E. 3.2.2.4).
  Und in eine ähnliche Richtung weisen ebenso die Aussagen von C.______. Sie
  berichtete bei ihrer Befragung am 24. August 2012 gegenüber der Polizei,
  der Beschuldigte habe ihr abends wiederholt ein Glas Wasser gereicht und sie
  aufgefordert, das Wasser zu trinken, weil sie, wie ihr der Beschuldigte
  gesagt habe, generell zu wenig trinken würde. Dieses Wasser habe jeweils
  komisch geschmeckt, worauf ihr schwindelig geworden und sie auch ermüdet sei;
  danach habe sie jeweils bemerkt, wie jemand zu ihr ins Schlafzimmer gekommen
  sei und sich neben sie ins Bett gelegt und sie mit den Fingern an der Vagina
  ausgegriffen habe (act. 3/I/5 S. 2; sie­he ferner auch act. 44
  S. 4 Dep. 7). Gerade der Umstand, dass die Angaben von C.______ auf
  das nämliche Muster hinweisen wie die Berichte von E.______ und D.______, ist
  ein untrügliches Indiz für die Wahrhaftigkeit der Schilde­rungen von
  C.______. Dass die damals knapp 16-jährige C.______ bloss eine Geschichte
  erfunden haben könnte und sie dabei rein zufällig passende Ele­mente in ihre
  Erzählungen eingebaut hätte, ist vollkommen unwahrscheinlich. 

  
	
   

  
	
  4.3.3 Der
  Rechtsvertreter des Beschuldigten argwöhnte an der Berufungsverhand­lung,
  C.______ habe "die Geschichte später, als der Beschuldigte in Haft kam,
  erfunden um ihm zu schaden und Rache an ihm zu nehmen"; konkret meint
  der Ver­teidiger damit, wie er an der Verhandlung vor der Vorinstanz näher
  ausgeführt hatte, dass es sich um eine von R.______ [der früheren
  Lebenspartnerin des Beschuldigten und Mutter von C.______] orchestrierte
  Racheaktion und ein abgekar­tetes Spiel handle, indem sie, nachdem sie Akteneinsicht
  gehabt habe, plötzlich auf denselben Zug aufgesprungen sei (dazu
  act. 128 S. 57 E. 3.4.). Darin ist der Vertei­digung von
  vornherein nicht zu folgen. Das zeitliche Zusammentreffen der Verhaf­tung des
  Beschuldigten und der Anzeige von C.______ ist rein zufällig, wie
  nachfolgende Chronologie zeigt:

  
	
   

  
	
  Der Beschuldigte wurde am 21. August
  2012 aufgrund der Anzeige von D.______ an seinem Wohnort in [...] verhaftet
  (act. 2/I/1 S. 5 Mitte; act. 2/IV/1 S. 2 oben). D.______
  hatte ihre Anzeige gegen den Beschuldigten im Mai 2012 im Kanton Baselland
  eingeleitet (act. 2/I/4) und wurde in der Folge von der dortigen Staats­anwaltschaft
  zur Sache einvernommen (act. 2/I/6 und 2/I/12). In der zweiten Julihälf­te
  2012 übernahm die hiesige Staatsanwaltschaft das Verfahren gegen den
  Beschuldigten (act. 2/II/2) und veranlasste in der Folge die Verhaftung
  samt Durch­suchung der Wohnräumlichkeiten des Beschuldigten
  (act. 2/III/1 ff.). Am 22. August 2012 erfuhr die
  fallzuständige Glarner Staatsanwältin erstmals von einer Mitarbeite­rin der
  Opferberatungsstelle Glarus von einem möglicherweise weiteren Opfer des
  Beschuldigten (act. 2/I/14). Es handelte sich hierbei um C.______, die
  hierauf am 24. August 2012 von der Polizei zu ihren Erlebnissen mit dem
  Beschuldigten befragt wurde (act. 3/I/5). Aus den Akten ergeben sich
  keine Hinweise darauf, dass C.______ bzw. ihre Mutter R.______ die im Kanton
  Baselland wohnhafte D.______ kennen würden und zu ihr je einmal direkt oder
  auch nur indirekt Kon­takt gehabt hätten. Ebenso ausgeschlossen ist, dass
  C.______ vor ihren Erst­aussagen bereits Einsicht in die zuvor angelaufene
  Untersuchung gegen den Beschuldigten gehabt hätte, war sie bis dahin noch
  nicht Verfahrenspartei.

  
	
   

  
	
  4.3.4 Nachdem
  R.______ Ende Dezember 2010 ihre Paarbeziehung mit dem Beschuldigten beendet
  hatte und zusammen mit ihren Zwillingen aus der gemeinsame Wohnung in [...]
  ausgezogen war (act. 3/I/8 S. 5 f. Ziff. 12), erstattete sie
  im Oktober 2011 gegen den Beschuldigten Anzeige wegen Nötigung und Verletzung
  des Geheim- oder Privatbereichs (Stal­king), wobei in der Folge dieses
  Verfahren von der hiesigen Staatsanwaltschaft im Januar 2012 eingestellt
  wurde (siehe zum Ganzen Dossier SA.2011.02204).

  
	
   

  
	
  Gleich wie schon im Verfahren vor Vorinstanz
  (siehe dazu act. 128 S. 57 E. 3.4. und S. 60 f.
  E. 4.4.) macht die Verteidigung im Berufungsverfahren sinngemäss erneut
  geltend, dass die dem Beschuldigten nun angelasteten sexuellen Verfehlungen
  erfunden seien, andernfalls diese Übergriffe doch bereits zusammen mit den
  Stalking-Vorwürfen zur Anzeige gebracht worden wären.

  
	
   

  
	
  Auch in diesem Punkt kann der Verteidigung
  nicht gefolgt werden. Ob ein sexueller Übergriff zeitnah oder erst später zur
  Anzeige gebracht wird, ist für die Glaub­haftig­keit der Tatvorwürfe nicht
  ausschlaggebend. Dies gilt namentlich auch vor dem Hin­tergrund, dass
  sexuelle Handlungen zum Nachteil von Kindern ohnehin erst mit Ab­lauf des
  vollendeten 25. Lebensjahr des Opfers verjähren (Art. 97
  Abs. 2 StGB), was damit begründet ist, dass Kinder häufig überhaupt erst
  später in der Lage sind, gegen den Täter vorzugehen, insbesondere wenn dieser
  – wie auch im vorliegen­den Fall – aus dem näheren sozialen Umfeld stammt
  (siehe dazu OFK/StGB-Heimgartner,
  20. Aufl., Zürich 2018, StGB 97 N 5). Im hier zu beurteilenden Fall
  verhielt es sich zudem so, dass C.______ sich anfänglich gar von ihrer Mutter
  nicht verstanden fühlte und sie daher die Übergriffe fortan mit sich
  geschehen liess (siehe act. 3/I/5 S. 8 bei "09.23.53 –
  09.24.38" sowie S. 11 bei "09.31.52 – 09.32.03"); erst
  als sich die Mutter im August 2012 an die Opferstelle wandte, da sie vom
  Beschuldigten noch immer gestalkt wurde (siehe dazu act. 2/IV/9f, 9g und
  10), liess sich jetzt mit Unterstützung der Opferhilfe ebenso C.______ dazu
  ermuti­gen, über das von ihr Erlebte zu berichten (siehe act. 3/I/5
  S. 15 bei "09.44.02 – 09.44.51"; act. 2/I/14).

  
	
   

  
	
  4.4 Damit ist
  als Ergebnis festzuhalten, dass die Vorinstanz auch im Fall von C.______ in
  korrekter Würdigung sämtlicher verfügbarer Indizien entgegen der Ansicht der Verteidigung
  von der Richtigkeit der Anklage ausging (act. 1 S. 2 f.).
  Ergänzend zu den vorstehenden Ausführungen kann daher ebenso an dieser Stelle
  in Anwen­dung von Art. 82 Abs. 4 StPO explizit auch auf die
  beweisrechtlichen Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (act. 128
  S. 50-61). Was die konkrete Anzahl der Übergriffe anbelangt, blieb die
  Anklage unbestimmt (act. 1: "mehrfach in der Nacht" über einen
  mehrjährigen Zeitraum hinweg), während die Vorinstanz von bis zu zwei Übergriffen
  pro Woche während rund eines Jahres ausging (act. 128 S. 61
  E. 5.1.). In Hinsicht auf die nachfolgende Strafzumessung geht das
  Obergericht von insge­samt drei Übergriffen aus.

  
	
   

  
	
  5. Rechtliche
  Würdigung der eingeklagten Sachverhalte

  
	
   

  
	
  Die Vorinstanz beurteilte in Übereinstimmung
  mit der Anklage (act. 1) die erstellten Übergriffe des Beschuldigten zum
  Nachteil von E.______, D.______ und C.______ als mehrfache sexuelle
  Handlungen mit Kindern im Sinne von Art. 187 Ziff. 1 Abs. 1 StGB
  (Fall C.______), als mehrfache sexuelle Nötigung im Sinne von Art. 189
  Abs. 1 StGB (Fälle D.______ und E.______) sowie als einfa­che
  Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 2 al. 1 und
  al. 2 StGB (Fall E.______) (zum Ganzen: act. 128 S. 29 f.
  E. 4.1. und 4.2, S. 48 f. E. 4.1., S. 61 E. 5.1
  sowie S. 88 Dispositiv Ziff. 1 Abs. 1 bis 3).

  
	
   

  
	
  Im Berufungsverfahren blieb die von der
  Vorinstanz vorgenommene rechtliche Wür­digung der mehreren Tatgeschehen
  vollkommen unbestritten. Tatsächlich sind die rechtlichen Ausführungen im
  erstinstanzlichen Entscheid zutreffend, weshalb hier in Anwendung von
  Art. 82 Abs. 4 StPO integral darauf (op. cit.) verwiesen werden
  kann. In keinem der mehreren Fälle ist sodann ein Schuldausschliessungs- oder
  Rechtfertigungsgrund ersichtlich, weshalb der erstinstanzlich ergangene
  Schuld­spruch (soweit überhaupt angefochten) in allen Teilen zu bestätigen
  ist (act. 128 S. 88 Dispositiv-Ziff. 1).

  
	
   

  
	
  6. Strafzumessung

  
	
   

  
	
  6.1 Die
  Vorinstanz verurteilte den Beschuldigten für die von ihm begangenen Sexual­taten
  und die einfache Körperverletzung sowie die im Berufungsverfahren nicht mehr
  bestrittenen weiteren Delikte (Wiederhandlung gegen das Waffengesetz und
  grobe Verletzung der Verkehrsregeln; siehe act. 128 S. 88
  Dispositiv-Ziff. 1 Abs. 4 und 5) zu einer Freiheitsstrafe von
  28 Monaten, wobei hiervon 8 Monate zu vollziehen sind, während die
  restlichen 20 Monate auf Bewährung ausgesetzt wur­den, dies bei einer
  Probezeit von vier Jahren (a.a.O., Dispositiv-Ziff. 3).

  
	
   

  
	
  Die Verteidigung kritisiert in ihrer
  Berufung (eventualiter) ebenso die erstinstanzliche Strafzumessung und
  bezeichnet diese aus mehreren Gründen als nicht haltbar (sie­he act. 179
  S. 44 ff. Ziff. 38-63).

  
	
   

  
	
  Die Staatsanwaltschaft wendet sich in ihrer
  Anschlussberufung ebenfalls gegen den Sanktionsentscheid der Vorinstanz; sie
  bemängelt dabei allerdings nicht die Straf­zumessung, sondern wendet sich
  gegen den von der Vorinstanz gewährten teilbe­dingten Vollzug und beantragt,
  dass der Beschuldigte die gesamte Freiheitsstrafe zu verbüssen habe
  (act. 155 und act. 179 S. 54). Weil somit die
  Staatsanwaltschaft nicht die Bemes­sung der Strafe als solche
  beanstandet, ist im Berufungsverfahren eine Erhöhung der Strafe
  ausgeschlossen (act. 391 Abs. 2 StPO).

  
	
   

  
	
  6.2 Vorliegend
  sind neben den zuvor behandelten mehreren Sexualdelikten und der einfachen
  Körperverletzung zusätzlich auch die beiden bereits von der Vorinstanz
  rechtskräftig beurteilten weiteren Vergehen (grobe Verletzung der
  Verkehrsregeln und Widerhandlung gegen das Waffengesetz; siehe act. 128
  S. 88 Dispositiv-Ziff. 1 Abs. 4 und 5) zu sanktionieren.

  
	
   

  
	
  Hat der Täter durch eine oder mehrere
  Handlungen die Voraussetzungen für mehre­re gleichartige Strafen erfüllt, so
  verurteilt ihn das Gericht zu der Strafe der schwers­ten Straftat und erhöht
  sie angemessen. Das Gericht darf dabei jedoch das Höchst­mass der angedrohten
  Strafe nicht um mehr als die Hälfte erhöhen und ist an das gesetzliche
  Höchstmass der Strafart gebunden (Art. 49 Abs.1 StGB).

  
	
   

  
	
  Der Tatbestand der sexuellen Nötigung im
  Sinne von Art. 189 Abs. 1 StGB – das hier schwerste der vom
  Beschuldigten verübten Delikte – ist mit Freiheitsstrafe bis zu zehn Jahren
  bedroht; gestützt auf Art. 49 Abs. 1 StGB erweitert sich dieser
  Straf­rahmen abstrakt nun auf 15 Jahre.

  
	
   

  
	
  6.3 Innerhalb
  des soeben aufgezeigten Strafrahmens ist die Strafe nach dem Ver­schulden des
  Täters zu bemessen. Zu berücksichtigen sind dabei das Vorleben und die
  persönlichen Verhältnisse sowie die Wirkung der Strafe auf das Leben des
  Täters (Art. 47 Abs. 1 StGB). Das Verschulden wird nach der Schwere
  der Verlet­zung oder Gefährdung des betroffenen Rechtsgutes, nach der
  Verwerflichkeit des Handelns, den Beweggründen und Zielen des Täters sowie
  danach bestimmt, wie weit der Täter nach den inneren und äusseren Umständen
  in der Lage war, die Gefährdung oder Verletzung zu vermeiden (Abs. 2).

  
	
   

  
	
  6.3.1 Vom
  inzwischen 64-jährigen Beschuldigten ist in persönlicher Hinsicht bekannt,
  dass er in Glarus Süd im Kreis von vier Geschwistern auf­wuchs, nach der
  ordentlichen Schulzeit eine Schlosserlehre absolvierte und mittler­weile seit
  mehreren Jahren als Logistiker in einem Betrieb in Zürich arbeitet, wo er
  einen monatlichen Bruttolohn von CHF [...] (x 13) erzielt. In seiner Freizeit
  betä­tigte er sich über Jahre hinweg als Handaufleger, wobei er diese
  Beschäftigung als sein Hobby bezeichnet. Der Beschuldigte ist geschieden, hat
  eine erwachsene Tochter und stand im Zeitpunkt der Berufungsverhandlung
  (August 2019) in keiner Beziehung. Der Beschuldigte weist keine Vorstrafen
  auf (siehe zum Ganzen: act. 183 S. 1 f. sowie act. 2/IX/1).

  
	
   

  
	
  6.3.2 Entgegen
  der Ansicht der Vorinstanz im angefochtenen Entscheid (act. 128
  S. 72 E. 8.) wiegt das Verschulden des Beschuldigten nicht nur
  erheblich, sondern nachgerade schwer. Der Tatbestand der sexuellen Nötigung
  im Sinn von Art. 189 Abs. 1 StGB gilt bereits per se als
  gravierendes Verbrechen, reicht doch der dafür angedrohte Strafrahmen bis zu
  zehn Jahren Freiheitsentzug.

  
	
   

  
	
  In den beiden Fällen sexueller Nötigung
  gegenüber D.______ und E.______ missachtete der Beschuldigte das sexuelle
  Selbstbestimmungsrecht seiner beiden Opfer massiv; seine Handlungen waren
  eindeutige Gewaltakte (siehe dazu OFK/StGB-Weder,
  20. Aufl., Zürich 2018, StGB 189 N 1 und 2 mit Hinweisen). Kommt
  hinzu, dass der Beschuldigte seine Opfer vorgängig noch medikamentös ruhiggestellt
  hatte, so dass sie sich in einem Zustand einer sozusagen fühlenden Ohnmacht
  befanden, als der Beschuldigte sich an ihnen verging; unfähig zum Widerstand,
  mussten sie die Misshandlungen über sich ergehen lassen.

  
	
   

  
	
  D.______ war Anfang April 2012 in einer
  physisch und psychisch äusserst schlechten Verfassung, dies einerseits wegen
  belastender Ereignisse aus der Ver­gangenheit und andererseits aufgrund
  anhaltender Schmerzen (Fibromyalgie), die trotz vorangegangenem
  Spitalaufenthalt nicht abgeklungen waren (siehe dazu act. 2/VI/6
  S. 1; act. 2/VI/7; act. 2/VI/11). In ihrer schieren Not
  vertraute sich D.______ dann dem Beschuldigten für eine Behandlung an; den
  Kontakt zu dem ihr bis dahin unbekannten Beschuldigten hatte ihre Freundin
  vermittelt (siehe dazu act. 2/I/6 S. 2). Der Beschuldigte wusste am
  Tag der Behandlung (Karfreitag, 6. April 2012) umfassend Bescheid von
  der desolaten körperlichen und seelischen Lage von D.______, fand nämlich
  drei Tage zuvor bereits ein Vorgespräch statt und wies der Beschuldigte dabei
  auf die Notwendigkeit einer längeren intensiven Behandlung hin
  (act. 2/1/6 S. 2 f.; act. 2/I/19 S. 11
  Ziff. 66). Indes vollzog der Beschuldigte dann nicht die versprochene
  Heilbehandlung, sondern nutzte die offenkundige Notlage und Verzweiflung der
  Patientin schamlos und niederträchtig zur Befriedigung seiner sexuellen
  Begierden aus.

  
	
   

  
	
  Im Fall von E.______ handelte der
  Beschuldigte ebenfalls äusserst verwerf­lich, indem er die sexuelle
  Integrität des damals knapp 18-jährigen Opfers massiv beeinträchtigte.
  Wiederum hat der Beschuldigte schamlos das Vertrauen ausge­nutzt, welches das
  Opfer (und ebenso dessen Familie) in ihn als Heiler gesetzt hatte (bei
  E.______ sollte der Beschuldigte Konzentrationsstörungen wegtherapieren)
  (siehe zum Ganzen: act. 180/2; act. 183 S. 4 unten). Sodann
  befand sich E.______ zum Tatzeitpunk mitten in der Adoleszenz (siehe
  act. 3/III/6 Ziff. 3.1) und hat der Beschuldigte diese Entwicklung
  mit seinem ruchlosen Verhalten mutwillig erschüt­tert und gefährdet.

  
	
   

  
	
  Die sexuellen Übergriffe zum Nachteil von
  C.______ schliesslich wiegen ver­schuldensmässig allein schon daher
  gravierend, weil der Beschuldigte unverfroren seine Rolle als Stiefvater
  ausnützte; kommt hinzu, dass er durch die krass egois­tisch motivierten
  sexuellen Handlungen die seelische Entwicklung von C.______ massiv
  gefährdete.

  
	
   

  
	
  Erheblich straferhöhend fällt vorliegend ins
  Gewicht, dass Ende Februar 2015, als bereits die Untersuchungen wegen der
  Vorfälle "D.______" und "C.______" im Gang waren, der
  Beschuldigte mit E.______ schon das nächste Opfer miss­brauchte. Darin
  offenbart sich ein enorm gefühlskaltes und skrupelloses Vorgehen ohne
  jegliches Unrechtsbewusstsein. Letzteres äussert sich zudem auch darin, dass
  der Beschuldigte schlicht keine Einsicht und Reue zeigt, sondern seine
  Missetaten über alle Instanzen hinweg mit mannigfachen "Märchen" zu
  kaschieren versucht.

  
	
   

  
	
  Äusserst rücksichtslos verhielt sich der
  Beschuldigte sodann auch bei der hier eben­falls zu sanktionierenden groben
  Verletzung der Verkehrsregeln, als er am 15. Februar 2015 auf der A52
  bei Hinwil über mehrere Kilometer hinweg mit Tem­po 100 permanent viel
  zu nahe auf einen vorausfahrenden Personenwagen auf­schloss und drängelte
  (siehe dazu act. 3/IV/6 und act. 3/IV/8 [Videoaufnahme]).

  
	
   

  
	
  6.3.3 Werden die bis dahin dargelegten Strafzumessungsfaktoren miteinander
  gewichtet, so erscheint eine Freiheitsstrafe von mindestens vier Jahren bzw.
  48 Monaten als angemessen.

  
	
   

  
	
  6.3.4 Strafmindernd
  wirkt sich nun allerdings die zu lange Dauer des Strafverfahrens aus; das
  Beschleunigungsgebot (Art. 29 Abs. 1 BV) ist vorliegend in allen
  Verfah­rensabschnitten verletzt, was entsprechend im nachfolgenden Dispositiv
  festzu­halten ist (Urteil BGer 6B_176/2017 vom 24. April 2017
  E. 2.1). Es bleibt aber doch anzufügen, dass der Beschuldigte selber mit
  seinen neuerlichen Straftaten im Jahr 2015 (erneuter sexueller Übergriff und
  grobe Verletzung der Verkehrsregeln) die Verfahrensverlängerung letztlich
  mitverursacht hat. Der mit der zu langen Ver­fahrensdauer verbundenen
  Belastung des Beschuldigten ist aufgrund des nicht zureichend gewahrten
  Beschleunigungsgebotes sowie im Lichte auch von Art. 48 lit. e
  StGB mit einer Strafminderung von 20 Monaten Rechnung zu tragen. Damit
  ist den von der Verteidigung in diesem Kontext vorgetragenen Überlegungen
  (act. 179 S. 46 f. Ziff. 50 – 54) genügend Rechnung
  getragen.

  
	
   

  
	
  Weitere Umstände, die eine Strafminderung
  rechtfertigen würden, sind nicht er­sichtlich. Namentlich sind entgegen der
  Ansicht der Verteidigung (act. 179 S. 47 Ziff. 57) auch keine
  Aspekte erkennbar, die beim Beschuldigten auf eine be­sondere
  Strafempfindlichkeit hindeuten würden. Insoweit ihm durch den Strafvollzug
  der Ver­lust seiner Arbeitsstelle droht, verhält es sich bei ihm gleich wie
  bei jedem anderen berufstätigen Verurteilten bzw. es scheint diese Konsequenz
  hier gar weniger gra­vierend, steht doch beim Beschuldigten in etwas mehr als
  einem halben Jahr die Pensionierung bevor.

  
	
   

  
	
  6.4 Aus alldem
  folgt, dass die erstinstanzlich festgelegte Freiheitsstrafe von 28 Monaten
  zu bestätigen und insofern die Berufung des Beschuldigten auch in die­sem
  Punkt abzuweisen ist.

  
	
   

  
	
  Es ist an dieser Stelle nicht näher auf die
  vom Beschuldigten vorgetragenen Rügen gegenüber der vorinstanzlichen
  Strafzumessung einzugehen. Da nämlich das Obergericht als Berufungsinstanz
  ein neues Urteil fällt (Art. 408 StPO) ist es berech­tigt, die Strafe unter
  dem Vorbehalt der "reformatio in peius" nach eigenem Ermes­sen
  festzusetzen; das Obergericht muss sich nicht daran orientieren, wie die ers­te
  Instanz die einzelnen Strafzumessungsfaktoren gewichtet hat (Urteil BGer
  6B_783/2018 vom 6. März 2019 E. 3.4). In diesem Sinne hat das
  Obergericht vor­liegend die Strafzumessung eigenständig und nicht in
  Anlehnung an die vorinstanz­lichen Erwägungen vorgenommen.

  
	
   

  
	
  7. Unbedingter
  oder teilbedingter Strafvollzug

  
	
   

  
	
  7.1 Die
  Vorinstanz hat im angefochtenen Entscheid den teilbedingten Strafvollzug
  angeordnet; konkret hat sie bestimmt, dass acht Monate Freiheitsstrafe
  vollzogen werden, während die restlichen 20 Monate unter Ansetzung einer
  Probezeit von vier Jahren auf Bewährung ausgesetzt wurden (act. 128
  S. 88 Dispositiv-Ziff. 3 sowie S. 73 ff. E. 10-12).

  
	
   

  
	
  Die Staatsanwaltschaft beantragt in ihrer
  Anschlussberufung, es sei die gesamte Freiheitsstrafe von 28 Monaten zu
  vollziehen, da aus ihrer Sicht die Voraussetzun­gen für einen teilbedingten
  Vollzug gemäss Art. 43 Abs. 1 StGB nicht gegeben seien
  (act. 179 S. 55 ff.).

  
	
   

  
	
  7.2 Bei einer
  Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr und höchstens drei Jahren kann das
  Gericht den Vollzug der Strafe teilweise aufschieben, wenn dies notwen­dig
  ist, um dem Verschulden des Täters genügend Rechnung zu tragen (Art. 43
  Abs. 1 StGB). Dabei darf der unbedingt vollziehbare Teil die Hälfte der
  Strafe nicht übersteigen, muss jedoch mindestens sechs Monate betragen
  (Art. 43 Abs. 2 und Abs. 3 StGB).

  
	
   

  
	
  In der Rechtsprechung ist unbestritten, dass
  die Verhängung einer bloss teil­bedingten Strafe gemäss Art. 43 StGB
  analog zur Gewährung einer vollbeding­ten Strafe gemäss Art. 42 Abs. 1
  StGB jeweils in Frage kommt, wenn nicht zu be­fürch­ten ist, der Täter werde
  in Zukunft erneut straffällig. Sofern die Legalprognose des Täters nicht
  schlecht ausfällt, verlangt Art. 43 StGB, dass zumindest ein Teil der
  Strafe auf Bewährung ausgesetzt wird. Umgekehrt gilt, dass bei einer
  Schlechtprog­nose auch ein bloss teilweiser Aufschub der Strafe nicht
  gerechtfertigt ist. Denn wo keinerlei Aussicht besteht, der Täter werde sich
  in irgend­einer Weise durch den gewährten Strafaufschub beeinflussen lassen,
  muss die Strafe in voller Länge voll­zogen werden (BGE 134 IV 1
  E. 5.3.1 S. 10; siehe dazu auch BSK-Schneider/
  Carré, N 11-13 zu Art. 43 StGB). Bei Strafen zwischen 24 und 36
  Monaten ist für die Entscheidung über die Gewährung des teilbedingten Vollzugs
  der Schuldaus­gleich wegleitend und treten insoweit spezialpräventive
  Überlegungen in den Hinter­grund (BGE 134 IV 1 E. 5.4.3 S. 13;
  Urteil BGer 6B_1005/2017 vom 9. Mai 2018 E. 4.2.3).

  
	
   

  
	
  7.3 Der
  Beschuldigte ist nicht vorbestraft. Als Ersttäter ist ihm daher grundsätzlich
  eine günstige Legalprognose zu attestieren. Im hier zu beurteilenden Fall
  wird nun allerdings die Erwartung, dass der Beschuldigte sich in Zukunft
  bewähren würde, massiv und entscheidend getrübt durch den Umstand, dass der
  Beschuldigte kon­kret die hier sanktionierten sexuellen Übergriffe über
  mehrere Jahre hinweg beging und er seine letzte Sexualstraftat zudem zu einem
  Zeitpunkt verübte (Vorfall vom 28. Februar 2015 zum Nachteil von
  E.______), als gegen ihn bereits eine Strafuntersu­chung wegen sexueller
  Handlungen lief. Dass der Beschuldigte trotz laufender Strafuntersuchung
  nicht vor einem erneuten sexuellen Übergriff zurück­schreckte, fällt
  prognostisch stark negativ ins Gewicht. Kommt hinzu, dass der Beschuldigte
  bis anhin nie auch nur die geringste Einsicht in das Unrecht seiner Taten
  gezeigt hat, sondern im Gegenteil seine Übergriffe trotz erdrückender Beweis­last
  hartnäckig und mit teils sogar noch einfallsreichen Schutzbehauptungen über
  alle Instanzen hinweg abstreitet. All dies lässt vorliegend nicht erwarten,
  der Beschuldigte werde durch den Vollzug nur eines Teils der Strafe (und
  wären es sogar die bei einem teilbedingten Vollzug hier maximal möglichen 14
  Monate) derart beeindruckt, dass er sich danach wohlverhalten würde. Bei
  alledem wiegt ferner auch die Tatschuld des Beschuldigten bei den von ihm
  begangenen Sexual­delikten nachgerade schwer. Es ist daher in Übereinstimmung
  mit der Staatsanwaltschaft und damit in Gutheissung der von dieser
  eingereichten Anschlussberufung der teil­bedingte Strafvollzug zu verweigern,
  was bedeutet, dass die hier ausgesprochene Freiheitsstrafe von
  28 Monaten in ihrer gesamten Länge zu vollziehen ist.

  
	
   

  
	
  Der Beschuldigte befand sich fünf Tage in
  Polizei- bzw. Untersuchungshaft (act. 2/IV/2 und act. 2/IV/7
  S. 5 Dispositiv-Ziff. 1). Diese fünf Hafttage sind auf die
  Freiheitsstrafe anzurechnen (Art. 51 StGB).

  
	
   

  
	
  8. Kontaktverbot

  
	
   

  
	
  Die Vorinstanz hat im angefochtenen
  Entscheid dem Beschuldigten per Weisung verboten, sich während der Dauer der
  Probezeit dem jeweiligen Wohnort von C.______ auf weniger als 100 Meter
  anzunähern sowie zu ihr auf irgendeine Art Kontakt aufzunehmen (act. 128
  S. 89 Dispositiv-Ziff. 4 und S. 75 f.).

  
	
   

  
	
  Da hier im Unterschied zum vorinstanzlichen
  Entscheid die gesamte Freiheitsstrafe für vollziehbar erklärt wird, besteht
  kein Raum mehr für die Ansetzung einer Probe­zeit und können dem
  Beschuldigten daher auch keine Weisungen mehr erteilt wer­den (Art. 44
  Abs. 2 StGB e contrario).

  
	
   

  
	
  9. Berufsverbot/Tätigkeitsverbot

  
	
   

  
	
  Die Vorinstanz untersagte dem Beschuldigten,
  für die Dauer von fünf Jahren irgendwelche Heilbehandlungen an Frauen bzw.
  für die Dauer von zehn Jahren irgendwelche Heilbehandlungen an Kindern
  vorzunehmen (act. 128 S. 89 Dispositiv-Ziff. 5 und S. 76 ff.).
  In seiner Berufungserklärung wandte sich der Beschuldigte ebenso gegen dieses
  Betätigungsverbot; anlässlich der Berufungsverhandlung erklärte allerdings
  der Verteidiger, der Beschuldigte wehre sich nicht gegen diese Massnahme,
  sollte er vom Vorwurf der sexuellen Übergriffe nicht freigesprochen werden
  (act. 179 S. 49 Ziff. 65 f.). Insofern liegt auch hier
  ein Rückzug der Berufung vor.

  
	
   

  
	
  Das erstinstanzlich verhängte
  Tätigkeitsverbot erfolgte im Lichte von Art. 67 StGB aus insgesamt
  überzeugenden Gründen; es kann vollumfänglich auf die bezügli­chen Erwägungen
  im angefochtenen Entscheid (op. cit.) verwiesen werden (Art. 82
  Abs. 4 StPO). Das Verbot gilt ab Rechtskraft des vorliegenden
  Strafurteils, wobei die Dauer des Vollzugs der Freiheitsstrafe nicht auf die
  Dauer des Verbots ange­rechnet wird (Art. 67c Abs. 1 und 2 StGB).

  
	
   

  
	
  10. Zivilforderungen

  
	
   

  
	
  10.1 Der
  Beschuldigte richtet seine Berufung (act. 138) ferner gegen sämtliche
  Ziffern des angefochtenen Urteils, in denen er von der Vorinstanz zur
  Bezahlung von Schadenersatz und Genugtuung verpflichtet wurde. Er bestreitet
  die ihm aufer­legten Zahlungsverpflichtungen mit der Begründung, gegenüber
  den Privatklägerin­nen kei­ne strafbaren Handlungen vorgenommen zu haben
  (act. 179 S. 49 Ziff. 67 f.). Diese Auffassung des Beschuldigten
  wurde in den vorstehenden Erwä­gungen nachdrück­lich widerlegt; die vom
  Beschuldigten bestrittene Haftungsgrund­lage (strafbare und damit unerlaubte,
  widerrechtliche Handlungen im Sinne von Art. 41 OR) ist dem­nach
  erstellt.

  
	
   

  
	
  Zwar angefochten aber nicht inhaltlich
  beanstandet hat der Beschuldigte die Ersatz­ansprüche, welche die Vorinstanz
  den als Privatkläger auftretenden Opfer­hilfe­stellen der Kantone Zürich und
  Glarus zuerkannt hat (siehe dazu act. 128 S. 90 Dispositiv-Ziff. 9
  und Ziff. 10); die Verteidigung hat sich hierzu anlässlich der Beru­fungsverhandlung
  mit keinem Wort geäussert, weshalb insoweit gar von einem Berufungsrückzug
  auszugehen wäre. Dies kann aber offenbleiben, hat nämlich die Vorinstanz die
  geltend gemachten Schadenersatzforderungen in betraglicher Hinsicht
  zutreffend beurteilt; es kann vollumfänglich auf die entsprechenden
  Erwägungen im vorinstanzlichen Entscheid (act. 128 S. 83
  E. 6. f.) verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO). Im
  Übrigen hat die Vorinstanz die zivilrechtliche Haftbarkeit des Beschuldigten
  gegenüber den drei Pri­vatklägerinnen E.______, D.______ und C.______ im
  Grundsatz fest­gehalten, hat jedoch die Privatklägerinnen zur konkreten
  Bezifferung ihrer Ansprü­che auf den Zivilweg verwiesen (act. 128
  S. 90 Dispositiv-Ziff. 11). Obwohl vom Beschuldigten in der
  Berufung (act. 138) ebenfalls angefochten, machte er auch da­zu an der
  Berufungsverhandlung keine Ausführungen, was einem Berufungsrückzug
  gleichkommt. Aber selbst wenn darauf einzugehen wäre, müsste die Berufung
  unter Hinweis auf die auch in diesem Punkt zutreffenden Erwägungen im
  angefochtenen Entscheid (act. 128 S. 81 ff. E. 1.-5.)
  abgewiesen werden.

  
	
   

  
	
  10.2 Genugtuungsansprüche

  
	
   

  
	
  10.2.1
  Genugtuung für D.______

  
	
   

  
	
  Die Vorinstanz hat im angefochtenen Entscheid
  den Beschuldigten verpflichtet, der Privatklägerin D.______ eine Genugtuung
  in der Höhe von CHF 10'000.- zuzüg­lich 5 % Zins seit 6. April 2012 zu
  bezahlen (act. 128 S. 91 Dispositiv-Ziff. 13 sowie
  S. 85 f. E. 10.).

  
	
   

  
	
  D.______ macht mit eigenständiger Berufung
  geltend, es sei der Beschuldigte zur Bezahlung einer Genugtuung von CHF
  12'000.- zuzüglich Zins zu verurteilen (act. 137 und act. 179
  S. 62 und S. 67 f.).

  
	
   

  
	
  Wer in seiner Persönlichkeit widerrechtlich
  verletzt wird, hat Anspruch auf Leistung einer Geldsumme als Genugtuung,
  sofern die Schwere der Verletzung es rechtfer­tigt und diese nicht anders
  wiedergutgemacht worden ist (Art. 49 Abs. 1 OR). Diese Haftungsnorm
  ist einschlägig auch bei einer Verletzung der sexuellen Integrität, wie sie
  vorliegend der Privatklägerin D.______ (wie im Übrigen auch den Privatklä­gerinnen
  E.______ und C.______) durch den sexuellen Übergriff des Beschuldigten
  widerfuhr (siehe dazu ZK-Landolt,
  N 465 ff. zu Art. 49 OR).

  
	
   

  
	
  Die von D.______ aufgrund der Untat des
  Beschuldigten erlittene seelische Unbill wiegt erheblich. Als sich D.______
  im April 2012 zum Beschuldigten in die Behandlung begab, erhoffte sie sich
  davon eine Linderung ihrer anhaltend starken Schmerzen; ein vorheriger
  Spitalaufenthalt brachte keine Besserung und sie war dementsprechend
  verzweifelt (siehe dazu oben E. 6.3.2). Der Beschuldigte nutzte diese
  Notlage von D.______ schamlos aus zur Befriedigung seiner Gelüs­te. Als
  besonders perfid zu werten ist dabei der Umstand, dass er sein körperlich und
  see­lisch ohnehin schon massiv angeschlagenes Opfer durch die Verabreichung
  von Sedativa gefügig machte. Das Opfer leidet denn noch heute unter den
  Folgen der ihr damals widerfahrenen schweren Erniedrigung und Ausbeutung
  (siehe dazu den Arztbericht bei act. 173, worin eine posttraumatische
  Belastungsstörung beschrie­ben ist). Die Rechtsvertreterin von D.______ wies
  denn auch an der Berufungs­verhandlung zutreffend auf all diese
  genugtuungsbegründenden bzw. ‑erhöhenden Umstände hin (act. 179
  S. 65 ff.). Die Vorinstanz bezog sich bei der Bemessung der
  Genugtuung zum Vergleich auf einen Vergewaltigungsfall, bei dem eine Genug­tuung
  von CHF 12'000.- festgelegt wurde; sie folgerte daraus auf eine hier
  vertret­bare Genug­tuung von CHF 10'000.-. Indes erscheint, und darin ist
  der Rechtsvertre­terin von D.______ beizupflichten, die hier zu beurteilende
  Missetat des Beschul­digten in ihrer ganzen Auswirkung nicht minder schwer
  als die erwähnte Vergewal­tigung. Insofern ist auch vorliegend eine
  Genugtuung von CHF 12'000.- gerechtfer­tigt, zumal dies auch im Kontext
  mit der Rechtslehre und der herrschen­den Praxis ver­tretbar ist (siehe dazu
  ZK-Landolt, N 467 f.
  zu Art. 49 OR).

  
	
   

  
	
  Daraus ergibt sich, dass die Berufung von
  D.______ gutzuheissen und ihr eine Genugtuung in beantragter Höhe von CHF
  12'000.- zuzuerkennen ist. Die Genugtu­ung ist ab dem 6. April 2012, dem
  Tag des schädigenden Ereignisses, verzinslich zu 5 % (siehe dazu ZK-Landolt, Vorbem. zu Art. 47/49
  OR, N 201).

  
	
   

  
	
  10.2.2
  Genugtuung für E.______

  
	
   

  
	
  Die Privatklägerin E.______ erhielt
  erstinstanzlich eine Genugtuung von CHF 7'000.- nebst 5 % Zins seit
  28. Februar 2015 zugesprochen (act. 128 S. 91
  Dispositiv-Ziff. 14 sowie S. 86 E. 11.). Mit Anschlussberufung
  beantragt sie eine Erhöhung der Genugtuung auf CHF 12'000.- (act. 154).

  
	
   

  
	
  Die Vorinstanz hielt zur Bemessung der
  Genugtuung fest, E.______ sei im Zeitpunkt des Übergriffs fast volljährig
  gewesen; es habe sich zudem um einen "relativ geringen Übergriff"
  gehandelt. Insofern sei daher eine im Vergleich zu D.______ tiefere
  Genugtuung festzusetzen (act. 128 S. 86 E. 11).

  
	
   

  
	
  Die Argumentation der Vorinstanz greift zu
  kurz, wie die Rechtsvertreterin von E.______ an der Berufungsverhandlung
  zutreffend aufgezeigt hat (act. 179 S. 76 f.). Ganz ähnlich
  wie D.______ wurde auch E.______ durch die Untat des Beschuldigten nachhaltig
  traumatisiert und wurde sie zudem in ihrer sexuellen Entwicklung massiv
  beeinträchtigt (siehe act. 180/1 und 2). Genugtuungserhöhend fällt neben
  dem sexuellen Übergriff die vorangegangene medikamentöse Betäubung ins
  Gewicht, ebenso der Umstand, dass der Beschuldigte eine Vertrauensstellung
  ausgenutzt hat. Bei alldem drängt sich eine gegenüber dem vorinstanzlichen
  Ent­scheid klar höhere Genugtuung auf; diese ist hier auf CHF 10'000.- zu
  bemessen. Soweit die Rechtsvertreterin von E.______ eine noch höhere Summe
  fordert, kann ihr nicht gefolgt werden. Dies nicht zuletzt auch darum, weil
  die Rechtsvertre­te­rin zur Begründung der höheren Forderung zugleich noch
  einen Vorfall heranzieht, der sich wenige Wochen zuvor zugetragen hatte.
  Diese Begebenheit ist indes nicht Gegenstand der Anklage und darf daher auch
  bei der Bemessung der Genugtuung keine Rolle spielen.

  
	
   

  
	
  Damit ist in teilweiser Gutheissung der
  Anschlussberufung von E.______ die Genugtuung auf CHF 10'000.- zu bemessen,
  zuzüglich 5 % Zins ab 28. Februar 2015, dem Datum des hier beurteilten
  sexuellen Übergriffs.

  
	
   

  
	
  10.2.3
  Genugtuung für C.______

  
	
   

  
	
  Die Privatklägerin C.______ hatte
  erstinstanzlich eine Genugtuung in Höhe von CHF 20'000.- geltend gemacht; zugesprochen
  erhielt sie CHF 10'000.- nebst 5 % Zins seit 1. Januar 2010
  (act. 128 S. 90 Dispositiv-Ziff. 12 sowie S. 84 f.
  E. 9). In ihrer Anschlussberufung fordert die Privatklägerin wiederum
  den ursprünglich ein­geklagten Betrag von CHF 20