# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 92007f18-ed85-5f7d-8916-9822ae9e6c6f
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** GB250002-I3
**Docket/Reference:** GB250002-I3
**URL:** https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/GB250002-I3.pdf

## Full Text

Bezirksgericht Uster
Einzelgericht in Strafsachen  

Geschäfts-Nr.:  GB250002-I/Gm/U02/ed/mm

Mitwirkend:

Bezirksrichter lic. iur. Gmür 

Gerichtsschreiberin MLaw Nodup 

Urteil vom 11. Juni 2025
(begründete Fassung)

in Sachen

Staatsanwaltschaft See/Oberland, 

Anklägerin

gegen

A._____, 

Beschuldigter

verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X1._____, 

betreffend Einsprache gegen Strafbefehl (Widerhandlung gegen das AlG)

- 2 -

Anklage:

Der Strafbefehl der Staatsanwaltschaft See/Oberland vom 21. Februar 2025 
(act. 10) ist diesem Urteil beigeheftet.

1. Die Anklagebehörde:

Anträge:











Schuldspruch im Sinne der Anklage

Bestrafung mit einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu Fr. 30.– 

Anrechnung der erstandenen Haft 

Gewährung des bedingten Strafvollzugs unter Ansetzung einer Probe-
zeit von 2 Jahren 

Kostenauflage (Kosten, inkl. Gebühr für das Vorverfahren von 
Fr. 800.–)

2. Der Beschuldigte: 





Freispruch hinsichtlich des Vorwurfs der Ausübung einer Erwerbstätig-
keit ohne Bewilligung

milde Bestrafung

Erwägungen:

1.

Prozessgeschichte

1.1. Mit Strafbefehl vom 21. Februar 2025 wurde der Beschuldigte wegen Wi-

derhandlung gegen das AIG gemäss Art. 115 Abs. 1 lit. a in Verbindung mit Art. 5 

Abs. 1 lit. a und Art. 3 VEV sowie Verstoss gegen Art. 115 Abs. 1 lit. c AIG in Ver-

bindung mit Art. 11 Abs. 1 AIG, und Art. 115 Abs. 1 lit. b AIG mit einer Geldstrafe 

von 60 Tagessätzen zu je Fr. 30.– bestraft (act. 10). Mit Schreiben vom 3. März 

2025 erhob der Beschuldigte fristgerecht Einsprache gegen den Strafbefehl 

(act. 14).

1.2. Die Staatsanwaltschaft See/Oberland überwies die Akten mit Eingabe vom 

4. März 2025 an das hiesige Einzelgericht und teilte gleichzeitig mit, am Strafbe-

fehl vom 21. Februar 2025 im Sinne von Art. 355 Abs. 3 lit. a und d sowie Art. 356 

Abs. 1 StPO festzuhalten (act. 17).

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1.3.

Zur Hauptverhandlung vom 11. Juni 2025 erschien der Beschuldigte 

(Prot. S. 4). Im Anschluss an die Verhandlung wurde das Urteil mündlich eröffnet 

und dem Beschuldigten schriftlich im Dispositiv in unbegründeter Form ausgehän-

digt (Prot. S. 9).

1.4. Mit Eingabe vom 23. Juni 2025, am hiesigen Gericht eingegangen am 

24. Juni 2025, zeigte Rechtsanwalt lic. iur. X1._____, unter Einreichung einer ent-

sprechenden Vollmacht, die Übernahme der erbetenen Verteidigung des Beschul-

digten an und meldete namens und im Auftrag seines Mandanten fristgerecht Be-

rufung gegen das Urteil vom 11. Juni 2025 an (act. 24 bis 25).

2.

Sachverhalt

2.1. Der Beschuldigte hat den ihm im Strafbefehl (act. 10) – welcher als Ankla-

geschrift dient (Art. 356 Abs. 1 StPO) – vorgeworfenen Sachverhalt dem Grund-

satz nach in der polizeilichen Einvernahme vom 21. Februar 2025 sowie anläss-

lich der heutigen Hauptverhandlung eingestanden (act. 2 Fragen 35 f., 51 ff., 64 f., 

88 ff.; act. 21 S. 4 f., S. 7 f.). Er führte in der heutigen Hauptverhandlung jedoch 

aus: "Das mit der Wiedereinreise in die Schweiz im Januar war nicht mit Absicht. 

Ich möchte mich nicht in Schutz nehmen, aber 90 % der Kosovo-Albaner denken, 

dass diese Frist von 90 Tagen Aufenthalt ab dem ersten Januar wieder neu zu 

laufen beginnt. Durch den Anwalt habe ich jetzt erklärt erhalten, dass das nicht so 

ist. Man darf nur 90 Tage hier sein und muss nach der Ausreise wieder 90 Tage 

warten. Das wusste ich damals nicht. Ich habe das also nicht mit Absicht ge-

macht. Wenn ich in einem Land leben will, möchte ich dort nicht straffällig sein. Es 

war aber vielleicht mein Fehler, dass ich hier nicht bei der Botschaft nachgefragt 

habe." (act. 21 S. 4 f.). Ausserdem bestritt der Beschuldigte, dass die durch ihn 

getätigten Transporte mit dem Fahrzeug der B._____ GmbH eine Erwerbstätigkeit 

dargestellt hätten (act. 21 S. 7 f.). 

2.2. Die subjektiven Sachverhaltselemente, nämlich was ein Beschuldigter 

wusste, wollte oder in Kauf nahm, betreffen innere Tatsachen und sind damit zwar 

Teil der Tatfrage. Da sich diese inneren Tatsachen bei nicht geständigen Tätern 

regelmässig nur gestützt auf äusserlich feststellbare Indizien und Erfahrungsre-

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geln ermitteln lassen, die Rückschlüsse von den äusseren Umständen auf die in-

nere Einstellung des Täters erlauben, und die Beurteilung, ob im Lichte dieser 

äusseren Umstände der Schluss auf Vorsatz bzw. Eventualvorsatz begründet ist, 

eine Rechtsfrage darstellt, sind diese subjektiven Sachverhaltselemente zur 

Frage des Bestehens eines Vorsatzes bzw. Eventualvorsatzes nachfolgend im 

Rahmen der rechtlichen Würdigung zu beurteilen (vgl. BGE 133 IV 1 E. 4.1; BGE 

130 IV 58 E. 8.5; BGE 125 IV 242 E. 3c, je mit Hinweisen).

2.3. Soweit der Beschuldigte in der heutigen Hauptverhandlung geltend 

machte, er sei im Zeitpunkt der Kontrolle durch die Polizisten "rein privat" unter-

wegs gewesen, ist er auf seine heutigen Aussagen kurz zuvor zu behaften, als er 

ausführte: "Was ich eingestanden habe und auch jetzt eingestehe, ist, dass ich für 

Herrn C._____ als freundschaftlichen Gefallen Materialien vom Bauhändler bis 

zur Baustelle gebracht habe. Das habe ich auch bei der Polizei so eingestanden. 

Ich habe das aber unentgeltlich getan." (act. 21 S. 7). Der Beschuldigte erklärte in 

der polizeilichen Einvernahme vom 21. Februar 2025, vielleicht 5 oder 6 Mal je-

weils Isoliermaterial mit dem Firmenfahrzeug für die B._____ GmbH von D._____ 

oder von E._____ aus auf verschieden Baustellen im Kanton Zürich transportiert 

zu haben (act. 2 Fragen 88 bis 91). Der Beschuldigte betonte jedoch stets und 

auch heute, diese Warentransporte nicht gegen Entgelt ausgeführt zu haben. Et-

was anderes wird ihm in der Anklageschrift denn auch nicht vorgeworfen.

2.4.

Im Ergebnis kann festgehalten werden, dass der Sachverhalt gemäss An-

lageschrift (act. 10) vollumfänglich erstellt ist und für die rechtliche Würdigung von 

diesem auszugehen ist, wobei in Bezug auf den auf Seite 3 der Anklageschrift 

umschriebenen Sachverhalt zugunsten des Beschuldigten von 5 Warentranspor-

ten mit dem Firmenwagen der B._____ GmbH auszugehen ist.

3.

Rechtliche Würdigung

3.1. Aufenthalt in der Schweiz zwischen 23. November 2024 bis 25. Dezember 

2024 sowie zwischen 18. Januar 2025 bis 20. Februar 2025

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Die rechtliche Würdigung der Staatsanwaltschaft See/Oberland des Verhaltens 

des Beschuldigten als vorsätzlichen rechtswidrigen Aufenthalt im Sinne von 

Art. 115 Abs. 1 lit. b AIG ist zutreffend und vom Beschuldigten anerkannt 

(act. 21 S. 4 f.; Prot. S. 5). Der Beschuldigte erklärte in Bezug auf den Vorwurf 

des rechtswidrigen Aufenthalts explizit, dies "bewusst gemacht" zu haben (act. 21 

S. 4), weshalb direkter Vorsatz vorliegt.

3.2. Einreise in die Schweiz am 18. Januar 2025

3.2.1. Die Staatsanwaltschaft See/Oberland würdigt das Verhalten des Beschul-

digten in rechtlicher Hinsicht als rechtswidrige Einreise im Sinne von Art. 115 

Abs. 1 lit. a AIG in Verbindung mit Art. 5 Abs.1 lit. a AIG und Art. 3 VEV. Die 

rechtliche Würdigung der Staatsanwaltschaft trifft zu und wird vom Beschuldigten 

nicht bestritten (Prot. S. 5). Er machte jedoch in der heutigen Hauptverhandlung 

dazu geltend: "Das mit der Wiedereinreise in die Schweiz im Januar war nicht mit 

Absicht. Ich möchte mich nicht in Schutz nehmen, aber 90 % der Kosovo-Albaner 

denken, dass diese Frist von 90 Tagen Aufenthalt ab dem ersten Januar wieder 

neu zu laufen beginnt. Durch den Anwalt habe ich jetzt erklärt erhalten, dass das 

nicht so ist. Man darf nur 90 Tage hier sein und muss nach der Ausreise wieder 

90 Tage warten. Das wusste ich damals nicht. Ich habe das also nicht mit Absicht 

gemacht. Wenn ich in einem Land leben will, möchte ich dort nicht straffällig sein. 

Es war aber vielleicht mein Fehler, dass ich hier nicht bei der Botschaft nachge-

fragt habe." (act. 21 S. 4 f.).

3.2.2. In subjektiver Hinsicht wird Vorsatz vorausgesetzt, wobei Eventualvorsatz 

genügt (Art. 12 Abs. 2 StGB). Der Beschuldigte ging gestützt auf eine angeblich 

pauschale Annahme seiner Landsleute vom Ablauf der entsprechenden Wartefrist 

zur Wiedereinreise aus. Er gestand dabei aber selber ein, sich nicht weiter dar-

über informiert zu haben, wann genau er wieder in die Schweiz hätte einreisen 

dürfen. Somit nahm der Beschuldigte die Rechtswidrigkeit seiner Einreise zumin-

dest in Kauf und handelte eventualvorsätzlich.

3.3. Warentransporte für die B._____ GmbH

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3.3.1. Die Staatsanwaltschaft würdigt das Verhalten des Beschuldigten als Aus-

übung einer Erwerbstätigkeit ohne Bewilligung im Sinne von Art. 115 Abs. 1 lit. c 

AIG in Verbindung mit Art. 11 Abs. 1 AIG. Der Beschuldigte bestreitet diese recht-

liche Würdigung (Prot. S. 5 f.), weshalb zu prüfen ist, inwiefern er durch den in der 

Anklageschrift vorgehaltenen Sachverhalt diesen Tatbestand erfüllt.

3.3.2. Nach Art. 115 Abs. 1 lit. c AIG wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr 

oder Geldstrafe bestraft, wer eine nicht bewilligte Erwerbstätigkeit ausübt. Nach 

Art. 11 Abs. 1 AIG benötigen Ausländerinnen und Ausländer, die in der Schweiz 

eine Erwerbstätigkeit ausüben wollen, unabhängig von der Aufenthaltsdauer eine 

Bewilligung.

3.3.3. Gemäss erstelltem Sachverhalt hat der Beschuldigte im Zeitraum von Som-

mer 2024 bis 20. Februar 2025, ohne im Besitz einer Arbeitsbewilligung zu sein, 

bei 5 Gelegenheiten Warentransporte mit dem Firmenfahrzeug und in Firmenklei-

dung für die B._____ GmbH von D._____ oder von E._____ aus auf verschiedene 

Baustellen im Kanton Zürich getätigt.

3.3.4. Der Beschuldigte hat anlässlich der Hauptverhandlung vorgebracht, dass 

zwischen der B._____ GmbH und ihm kein Arbeitsverhältnis bestanden habe 

(act. 21 S. 7). Die Warentransporte für die B._____ GmbH seien als freundschaft-

lichen Gefallen erfolgt und er habe dafür kein Entgelt entgegengenommen, was 

unter Albanern üblich sei (act. 21 S. 7 f.). Er sei mit dem Vorwurf der "Schwarzar-

beit" nicht einverstanden (Prot. S. 5 f.).

3.3.5. Als Erwerbstätigkeit gilt jede üblicherweise gegen Entgelt ausgeübte un-

selbständige oder selbständige Tätigkeit, selbst wenn sie unentgeltlich erfolgt 

(Art. 11 Abs. 2 AIG). Ohne Belang ist ausserdem, ob die Beschäftigung nur stun-

den- oder tageweise oder vorübergehend ausgeübt wird (Art. 1a VZAE). Massge-

bend für die Erwerbstätigkeit nach Art. 115 Abs. 1 lit. c AIG ist, ob die Tätigkeit 

üblicherweise auf Erwerb ausgerichtet ist und deren Ausübung durch eine auslän-

dische Person damit den schweizerischen Arbeitsmarkt beeinflusst. Der Begriff 

der Erwerbstätigkeit ist weit auszulegen (VETTERLI LUZIA/D'ADDARIO DI PAOLO GA-

BRIELLA, in: Caroni Martina/Thurnherr Daniela (Hrsg.), Ausländer- und Integrati-

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onsgesetz (AIG), 2. Aufl., Bern 2024, Art. 115 AIG N 36 m.w.H.). Fraglich ist je-

weils, ob eine Person andernfalls jemanden entgeltlich hätte anstellen müssen, 

und ob somit die Zulassungsregeln umgangen beziehungsweise der Arbeitsmarkt 

negativ beeinflusst wurde, indem eine zur Erwerbstätigkeit nicht zugelassene Per-

son eingestellt worden ist. Von dem ist auszugehen, wenn der Arbeitgeber kom-

merziell tätig ist und sich durch die unentgeltliche Beschäftigung andere, legale 

Arbeitskräfte einspart (VETTERLI LUZIA/D'ADDARIO DI PAOLO GABRIELLA, a.a.O., 

N 39).

3.3.6. Der Beschuldigte hat für die Abholung und Auslieferung von Waren kein 

Entgelt erhalten. Er hat dadurch jedoch Handlungen getätigt, die auf dem schwei-

zerischen Arbeits- und Dienstleistungsmarkt angeboten werden und üblicherweise 

der Erzielung eines Entgelts dienen. Es ist davon auszugehen, dass der schwei-

zerische Arbeitsmarkt negativ beeinflusst wurde, indem der Beschuldigte die Wa-

rentransporte für die B._____ GmbH getätigt hat, statt dass dieselbe jemanden für 

diese Tätigkeit eingestellt hat. Die Auslieferung von Waren auf verschiedene Bau-

stellen ist somit als Erwerbstätigkeit im Sinne der Bestimmung von Art. 11 Abs. 2 

AIG zu qualifizieren. Über eine Arbeitsbewilligung verfügte der Beschuldigte unbe-

strittenermassen nicht (vgl. act. 2 Fragen 27 und 31).

3.3.7. Der objektive Tatbestand nach Art. 115 Abs. 1 lit. c AIG ist somit als erfüllt 

zu betrachten.

3.3.8. Die Bestrafung für die Ausübung einer Erwerbstätigkeit ohne Bewilligung 

setzt Vorsatz voraus, wobei Eventualvorsatz genügt. Es obliegt der ausländischen 

Person sich über bestehende Rechte und Pflichten im Zusammenhang mit aus-

länderrechtlichen Vorschriften ins Bild zu setzen und sich im Falle von Unklarhei-

ten bei der zuständigen Behörde zu informieren (BVGer Urteil vom 8. Oktober 

2020 F-6632/2019 E. 4.3 m.w.H.).

3.3.9. Gemäss Ausführungen des Beschuldigten kenne er die Gesetze nicht. Er 

habe bei der Plattform EasyGov nachgefragt, ob seine neu gegründete Firma 

funktional sei und er arbeiten dürfe, was diese ihm bestätigt haben soll (act. 2 Fra-

gen 27 und 31). Der Beschuldigte war sich der Widersprüchlichkeit dieser Infor-

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mation bewusst, denn nach eigenen Angaben hätte er gemäss Gesetz nicht ar-

beiten dürfen (act. 2 Frage 36). Selbst wenn sich der Beschuldigte über eine be-

stehende Arbeitsbewilligung beziehungsweise über deren Notwendigkeit in Unkla-

rheit befunden haben sollte, hätte er sich diesbezüglich bei der zuständigen Be-

hörde informieren müssen. Aus der Verordnung über die Zuständigkeiten im Aus-

länderrecht (VZA, LS 142.20) im Anhang Bst. B Ziff. 4 geht hervor, dass im Kan-

ton Zürich das Amt für Wirtschaft für die Erteilung von Arbeitsbewilligungen an 

Drittstaatsangehörige zuständig ist. Auf Informationen der Plattform EasyGov 

konnte sich der Beschuldigte daher nicht stützen. Indem er es unterlassen hat, 

sich bei der zuständigen Behörde nach den geltenden Bestimmungen zu erkundi-

gen, nahm der Beschuldigte zumindest in Kauf, dass er über keine gültige Ar-

beitsbewilligung verfügte.

3.3.10. Auf die Frage, ob der Beschuldigte jemals für die B._____ GmbH gearbei-

tet habe, führte er aus, dass er Materialtransporte getätigt habe, ob man dies Ar-

beit nenne oder nicht, wisse er nicht (act. 2 Frage 80). Diese Ausführungen deu-

ten daraufhin, dass es der Beschuldigte zumindest für möglich hielt, mit den Wa-

rentransporten einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. Dies nahm er in Kauf, obwohl 

er keine entsprechende Bewilligung hatte. Es ist somit auch diesbezüglich Even-

tualvorsatz seitens des Beschuldigten gegeben.

3.3.11. Nach Gesagtem ist festzuhalten, dass der Beschuldigte auch den subjekti-

ven Tatbestand erfüllt hat. Es sind keine Rechtfertigungs- oder Schuldausschluss-

gründe ersichtlich. Der Beschuldigte ist der vorsätzlichen Ausübung einer Er-

werbstätigkeit ohne Bewilligung im Sinne von Art. 115 Abs. 1 lit. c AIG in Verbin-

dung mit Art. 11 Abs. 1 AIG schuldig zu sprechen.

4.

Strafzumessung

4.1. Strafrahmen

4.1.1. Bei der Bemessung der Strafe ist der gesetzliche Strafrahmen zu beachten. 

Hat der Täter wie vorliegend durch eine oder mehrere Handlungen die Vorausset-

zungen für mehrere gleichartige Strafen erfüllt, sei es durch Wiederholung dersel-

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ben strafbaren Handlung, sei es durch Begehung verschiedener strafbarer Hand-

lungen, so verurteilt ihn das Gericht zur Strafe der schwersten Straftat, das heisst 

derjenigen Tat, die mit der schwersten Straftat bedroht ist, und erhöht sie in An-

wendung des Asperationsprinzips angemessen. Es darf jedoch das Höchstmass 

der angedrohten Strafe nicht um mehr als die Hälfte erhöhen. Dabei ist es an das 

gesetzliche Höchstmass der Strafart gebunden (Art. 49 Abs. 1 StGB).

4.1.2. Die tat- und täterangemessene Strafe ist trotz Vorliegens von Strafschär-

fungs- oder Strafmilderungsgründen grundsätzlich innerhalb des ordentlichen 

Strafrahmens der schwersten anzuwendenden Strafbestimmung festzusetzen. 

Der ordentliche Strafrahmen ist nur zu verlassen, wenn aussergewöhnliche Um-

stände vorliegen und die für die betreffende Tat angedrohte Strafe zu hart oder zu 

milde erscheint (vgl. BGE 136 IV 55 E. 5.8).

4.1.3. Der Beschuldigte hat sich der rechtswidrigen Einreise, des rechtswidrigen 

Aufenthaltes sowie der Ausübung einer nicht bewilligten Erwerbstätigkeit im Sinne 

des AIG strafbar gemacht, die allesamt mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder 

Geldstrafe zu bestrafen sind. Es besteht Deliktsmehrheit, wobei vorliegend kein 

Grund ersichtlich ist den ordentlichen Strafrahmen zu verlassen. Die Deliktsmehr-

heit ist deshalb nicht strafschärfend, sondern straferhöhend innerhalb des ordent-

lichen Strafrahmens zu berücksichtigen. Strafmilderungsgründe im Sinne von 

Art. 48 StGB sind keine ersichtlich.

4.1.4. Einsatzstrafe

4.1.4.1. Bei der Bildung der Gesamtstrafe nach Art. 49 Abs. 1 StGB ist nach der 

Rechtsprechung vorab der Strafrahmen für die schwerste Straftat zu bestimmen 

und alsdann die Einsatzstrafe für die schwerste Tat innerhalb dieses Strafrah-

mens festzusetzen. Als schwerste Tat gilt grundsätzlich jene, die mit dem 

schwersten Strafrahmen bedroht ist und nicht etwa jene, die nach den konkreten 

Umständen verschuldensmässig am schwersten wiegt. Sind mehrere Straftatbe-

stände mit dem gleichen Strafrahmen zu beurteilen, ist an sich jedes Delikt für die 

Einsatzstrafe geeignet. Gleichwohl erscheint es sinnvoll, von derjenigen Strafart 

auszugehen, die im konkreten Fall die höchste Strafe nach sich zieht. Denkbar ist 

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zudem, die objektive Tatschwere heranzuziehen. Gemäss bundesgerichtlicher 

Rechtsprechung ist für die schwerste Tat vorerst eine Einsatzstrafe festzulegen, 

indem alle diesbezüglichen straferhöhenden und strafmindernden Umstände ein-

bezogen werden. In einem zweiten Schritt ist die Strafe zu erhöhen, um die weite-

ren Delikte zu sanktionieren. Auch dort muss den jeweiligen Umständen Rech-

nung getragen werden (BGer 6B_384/2009 vom 5. November 2009, E. 3.5.2; 

BGer 6B_218/2010 vom 8. Juni 2010, E. 2.1; BGE 127 IV 101).

4.1.4.2. Die einschlägigen Delikte sind mit Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu 

1 Jahr zu bestrafen. Der ordentliche Strafrahmen reicht somit von einem Tages-

satz Geldstrafe bis zu 1 Jahr Freiheitsstrafe (Art. 49 Abs. 1 StGB). Indem sich der 

Beschuldigte der Vergehen nach Art. 115 Abs. 1 AIG strafbar gemacht hat, hat er 

die öffentliche Ordnung der Schweiz gefährdet. Mit Ausübung einer nicht bewillig-

ten Erwerbstätigkeit wurde darüber hinaus der schweizerische Arbeitsmarkt ge-

fährdet. Aufgrund der Gefährdung mehrerer Rechtsgüter ist hinsichtlich der objek-

tiven Tatschwere die unbewilligte Erwerbstätigkeit als schwerstes Delikt einzustu-

fen. Des weiteren ist davon auszugehen, dass diese Tat die höchste Strafe nach 

sich zieht. Es ist daher vom Verstoss gegen Art. 115 Abs. 1 lit. c AIG ausgehend 

die Einsatzstrafe zu bilden.

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4.2. Strafart

4.2.1. Als Regelsanktion gilt gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung für den 

Bereich der leichteren Kriminalität die Geldstrafe (Art. 34 StGB). Die Geldstrafe 

stellt die Hauptsanktion dar und Freiheitsstrafen sollten nur verhängt werden, 

wenn der Staat keine anderen Mittel hat, die öffentliche Sicherheit zu gewährleis-

ten. Nach dem Prinzip der Verhältnismässigkeit soll bei alternativ zur Verfügung 

stehenden und hinsichtlich des Schuldausgleichs äquivalenten Sanktionen im Re-

gelfall diejenige gewählt werden, die weniger stark in die persönliche Freiheit des 

Betroffenen eingreift beziehungsweise die ihn am wenigsten hart trifft (BGE 134 

IV 82 E. 4.1; 134 IV 97 E. 4.2.1).

4.2.2. Vorliegend sind keine Gründe ersichtlich von der Regelsanktion der Gelds-

trafe abzuweichen. Demnach ist die auszusprechende Strafe als Geldstrafe aus-

zufällen.

4.3. Strafzumessungsregeln

4.3.1. Innerhalb des Strafrahmens bemisst das Gericht die Strafe nach dem Ver-

schulden des Täters. Es berücksichtigt dabei das Vorleben und die persönlichen 

Verhältnisse sowie die Wirkung der Strafe auf das Leben des Täters (Art. 47 

Abs. 1 StGB). Das Verschulden wird nach der Schwere der Verletzung oder Ge-

fährdung des betroffenen Rechtsguts, nach der Verwerflichkeit des Handelns, den 

Beweggründen und den Zielen des Täters sowie danach bestimmt, wie weit der 

Täter nach den inneren und äusseren Umständen in der Lage war, die Gefähr-

dung oder Verletzung zu vermeiden (Art. 47 Abs. 2 StGB).

4.3.2. Für die Zumessung der Strafe ist zwischen der Tat- und der Täterkompo-

nente zu unterscheiden. Bei der Tatkomponente ist als Ausgangspunkt die objek-

tive Schwere des Delikts festzulegen und zu bewerten. Dabei ist anhand des Aus-

masses des Erfolgs sowie aufgrund der Art und Weise des Vorgehens zu beurtei-

len, wie stark das strafrechtlich geschützte Rechtsgut beeinträchtigt worden ist. 

Ebenfalls von Bedeutung sind die kriminelle Energie, der Tatbeitrag bei Tataus-

führung durch mehrere Täter sowie ein allfälliger Versuch. Hinsichtlich des sub-

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jektiven Verschuldens sind insbesondere das Motiv, die Beweggründe, die Wil-

lensrichtung sowie das Mass an Entscheidungsfreiheit des Täters zu beurteilen. 

Die Täterkomponente umfasst die persönlichen Verhältnisse, das Vorleben, ins-

besondere frühere Strafen oder Wohlverhalten, und das Verhalten nach der Tat 

und im Strafverfahren, insbesondere gezeigte Reue und Einsicht, oder ein abge-

legtes Geständnis (HEIMGARTNER STEFAN, in: Donatsch [Hrsg.], Kommentar zum 

Schweizerischen Strafgesetzbuch mit JStG, Strafbestimmungen des SVG, BetmG 

und AuG sowie weiteren einschlägigen Erlassen, 20. Auflage, Zürich 2022, Art. 47 

StGB N 6 ff.).

4.4. Konkrete Strafzumessung

4.4.1. Tatkomponente betreffend Ausübung einer Erwerbstätigkeit ohne Bewilli-

gung im Sinne von Art. 115 Abs. 1 lit. c AIG in Verbindung mit Art. 11 AIG

4.4.1.1. Im Rahmen der Feststellung der objektiven Tatschwere wird die Tat um-

schrieben, wie sie nach aussen in Erscheinung getreten ist. Die objektive 

Tatschwere bewertet diese objektiv festgestellten Tatsachen nach strafrechtlichen 

Kriterien. Für die Bewertung der objektiven Tatschwere kann auf verschiedene 

Kriterien zurückgegriffen werden, wie die Art und Weise des Tatvorgehens und 

das Ausmass der Verletzung und der Gefährdung des Rechtsgutes (MATHYS, 

Leitfaden Strafzumessung, Basel 2016, S. 28, N 59 ff.).

4.4.1.2. Der Beschuldigte ist mit der Ausführung von Warentransporten bei 5 Ge-

legenheiten nur in geringfügigem Umfang einer unbewilligten Erwerbstätigkeit 

nachgegangen. Darüber hinaus ist festzuhalten, dass er diese Leistungen unent-

geltlich vollbracht hat. Eine schwerwiegende Beeinträchtigung des schweizeri-

schen Arbeitsmarktes ist nicht anzunehmen. Bei dieser Ausgangslage ist das ob-

jektive Tatverschulden als leicht einzustufen.

4.4.1.3. Im Rahmen der subjektiven Tatschwere stellt sich die Frage, wie dem Tä-

ter die objektive Tatschwere anzurechnen ist. Die Beweggründe und Ziele, die der 

Täter verfolgt, können sich erschwerend, aber auch mindernd auswirken. Die Be-

wertung des Tatmotivs eines Beschuldigten reicht etwa von verständlich und 

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nachvollziehbar über schwer verständlich und unverständlich bis hin zu verwerf-

lich und äusserst verwerflich (MATHYS, a.a.O., S. 49 N 101). Bezüglich der Be-

weggründe des Schuldigen weisen die subjektive Tatschwere und die Täterkom-

ponente Berührungspunkte auf (BSK StGB/JStGB – WIPRÄCHTIGER/KELLER, 

a.a.O., Art. 47 N 90). Zur subjektiven Tatschwere gehört vor allem die Intensität 

des verbrecherischen Willens (BGE 107 IV 60 E. 2a).

4.4.1.4. Subjektiv ist festzuhalten, dass der Beschuldigte eventualvorsätzlich ge-

handelt hat. Es war ihm bewusst, dass er sich über die notwendigen Bewilligun-

gen zu informieren hatte und er unterliess es sich bei der zuständigen Behörde 

Klarheit zu verschaffen. Es ist jedoch von einer geringen kriminellen Energie aus-

zugehen, da der Beschuldigte kein finanzielles Motiv hatte, sondern die Tat als 

freundschaftlichen Gefallen einem Landsmann gegenüber ansah, und eine direkte 

Schädigungsabsicht wohl gefehlt hat. Insgesamt ist die subjektive Tatschwere 

nach dem Gesagten ebenfalls als leicht einzustufen.

4.4.1.5. Alles in allem wiegt das Tatverschulden leicht, weshalb die Festsetzung 

der Strafe im unteren Bereich des weiten Strafrahmens erfolgt. Vorliegend er-

scheint es angemessen, die Einsatzstrafe bei 40 Tagessätzen festzulegen.

4.4.2. Straferhöhung infolge weiterer Straftaten

4.4.2.1. Im Rahmen der Strafzumessung ist gemäss der bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung zunächst für jedes Delikt innerhalb seines jeweiligen Strafrah-

mens eine Einzelstrafe (zumindest anhand der jeweiligen Tatkomponenten) fest-

zulegen. Diese Einzelstrafen sind dann – soweit sie gleichartig ausfallen – erst in 

einem zweiten Schritt gegebenenfalls zu (einer oder mehreren) Gesamtstrafen im 

Sinne von Art. 49 Abs. 1 StGB zusammenzufassen. Bei der Gesamtstrafenbil-

dung ist sodann jeweils von der für die schwerste Tat (pro Strafart) festgelegten 

Einzelstrafe als Einsatzstrafe auszugehen und diese ist dann für die übrigen Ein-

zelstrafen (derselben Strafart) unter Beachtung des Asperationsprinzips ange-

messen zu erhöhen, so dass die Gesamtstrafe höher ausfällt als die Einsatz-

strafe, aber tiefer als die Summe der verwirkten Einzelstrafen. Zudem darf die Ge-

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samtstrafe nicht tiefer ausfallen als die höchste gesetzliche Mindeststrafe aller 

daran beteiligten Strafrahmen (vgl. BGE 144 IV 217 E. 3.5.1 ff. und E. 4).

4.4.2.2. Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung zur Gesamtstrafenbildung ist 

grundsätzlich für jeden Normverstoss eine Einzelstrafe zu ermitteln. Wenn indes 

nicht ein deutlich schwereres Delikt zusammen mit einer oder wenigen weiteren, 

leichter wiegenden Nebentaten zu sanktionieren ist, ist es jedoch ausnahmsweise 

angebracht, die Delikte und die kriminelle Energie in einem Gesamtzusammen-

hang zu betrachten. Sind verschiedene Straftaten zeitlich und sachlich derart eng 

miteinander verknüpft, dass sie sich nicht sinnvoll auftrennen und für sich allein 

beurteilen lassen, kann das Gericht die Delikte in einem Gesamtzusammenhang 

würdigen, statt für jedes Delikt eine hypothetische Strafe festzusetzen (OGer 

SB210039-O1, E.III.1.3).

4.4.2.3. Vorliegend folgen die Handlungseinheiten betreffend den rechtswidrigen 

Aufenthalt und der rechtswidrigen Einreise zeitlich unmittelbar aufeinander und 

sind sachlich eng miteinander verknüpft. Insbesondere in subjektiver Hinsicht er-

scheint es nicht sinnvoll die Taten separat zu betrachten, geht doch der Ent-

schluss unrechtmässig in die Schweiz einzureisen zwangsläufig mit der Absicht 

einher hier auch unrechtmässig zu verweilen. Es handelt sich zudem nicht um 

sehr schwerwiegende Delikte. Es erscheint daher angezeigt, die Delikte in einem 

Gesamtzusammenhang zu würdigen und von einer Festsetzung hypothetischer 

Einzelstrafen abzusehen.

4.4.2.4. Tatkomponente betreffend rechtswidrigen Aufenthalt im Sinne von 

Art. 115 Abs. 1 lit. b AIG sowie rechtswidrige Einreise im Sinne von Art. 115 

Abs. 1 lit. a AIG in Verbindung mit Art. 5 Abs. 1 lit. a AIG und Art. 3 VEV

4.4.2.4.1. Der Beschuldigte hat sich während insgesamt 67 Tagen rechtswidrig in 

der Schweiz aufgehalten. Es handelt sich dabei um eine eher kurze Dauer. Der 

Beschuldigte ist am 18. Januar 2025 trotz der laufenden Sperrfrist von 180 Tagen 

bis ein erneuter bewilligungsfreier Aufenthalt möglich gewesen wäre einmalig 

rechtswidrig in die Schweiz eingereist. In Bezug auf seine Vorgehensweise ist 

festzuhalten, dass der Beschuldigte keine besonderen Vorkehrungen getroffen 

- 15 -

hat um seine Einreise und Aufenthalt vor den Behörden zu verschleiern bezie-

hungsweise diese zu täuschen. Die objektive Tatschwere in Bezug auf die beiden 

Delikte ist somit als leicht einzustufen.

4.4.2.4.2. In subjektiver Hinsicht ist festzuhalten, dass der Beschuldigte mit direk-

tem Vorsatz in Bezug auf den rechtswidrigen Aufenthalt handelte. Betreffend die 

rechtswidrige Einreise ist von eventualvorsätzlichem Handeln durch den Beschul-

digten auszugehen. Er hat sich bei Reisebüros im Kosovo informiert, im Wissen, 

dass es sich dabei nicht um die zuständige Behörde handelt, und somit in Kauf 

genommen rechtswidrig in die Schweiz einzureisen. Als Motiv führte der Beschul-

digte aus, er wolle in der Schweiz bleiben, da er hier seine Lebensgefährtin habe 

und mit ihr und deren Kindern sich eine Zukunft aufbauen wolle, was grundsätz-

lich nachvollziehbare Beweggründe darstellen. Auch subjektiv wiegt das Verschul-

den insgesamt leicht in Bezug auf die Einreise und den Aufenthalt.

4.4.3. Zwischenfazit

Gesamthaft erscheint eine asperationsweise Erhöhung der Einsatzstrafe betref-

fend die rechtswidrige Einreise und Aufenthalt im Sinne von Art. 115 Abs. 1 lit. a 

und b AIG um 30 Tagessätze als angemessen.

4.4.4. Täterkomponente

Die Täterkomponente setzt sich zusammen aus den persönlichen Verhältnissen, 

dem Vorleben sowie dem Verhalten des Beschuldigten nach der Tat.

4.4.4.1. Zum Vorleben und den persönlichen Verhältnissen des Beschuldigten 

kann vorab auf die Angaben zu seiner Person anlässlich der Einvernahmen im 

Untersuchungsverfahren und in der Hauptverhandlung (act.  2 und act. 21) ver-

wiesen werden. Der Beschuldigte ist im Kosovo geboren und mit 9 Jahren nach 

Deutschland ausgewandert, wo er über 20 Jahre lang gelebt hat. Im Jahr 2022 ist 

er in den Kosovo zurückgekehrt. Er erzielt ein Einkommen aus der Vermietung 

von Häusern im Kosovo und ist ausserdem in einem Callcenter angestellt. Der 

Beschuldigte ist geschieden und hat keine Kinder. Er ist jedoch in einer Partner-

schaft mit F._____, die in der Schweiz lebt, und er möchte daher in die Schweiz 

- 16 -

ziehen. Diese persönlichen Verhältnisse wirken sich hinsichtlich der Strafzumes-

sung als neutral aus. Es sind keine strafzumessungsrelevanten Aspekte ersicht-

lich.

4.4.4.2. Der Beschuldigte ist nicht vorbestraft (act. 9/1), was ebenfalls neutral zu 

werten ist.

4.4.4.3. Der Beschuldigte zeigte sich teilweise geständig. Zwar wurde der Be-

schuldigte bei seiner Verhaftung im Firmenwagen und gekleidet in Arbeitskleidung 

in flagranti erwischt, allerdings ist der Umstand, dass er die Ausübung der Er-

werbstätigkeit bei 5 bis 6 Malen eingesteht strafmindernd zu berücksichtigen. Dar-

über hinaus zeigte sich der Beschuldigte anlässlich der Hauptverhandlung ein-

sichtig in Bezug auf die rechtswidrige Einreise und Aufenthalt (Prot. S. 6). Somit 

erscheint eine teilweise Strafreduktion angemessen. Weitere Strafminderungs- 

oder Straferhöhungsgründe sind nicht ersichtlich.

4.4.5. Fazit

Eine Strafminderung von 10 Tagessätzen erscheint angemessen. Somit ist die 

Geldstrafe auf 60 Tagessätze festzusetzen.

4.5. Höhe des Tagessatzes

4.5.1. Gemäss Art. 34 Abs. 2 StGB beträgt ein Tagessatz in der Regel mindestens 

Fr. 30.– und höchstens Fr. 3'000.–. Die Höhe des Tagessatzes bemisst sich laut 

Gesetz nach den persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen des Beschuldig-

ten. Grundlage und Ausgangspunkt für die Bemessung des Tagessatzes bildet das 

Einkommen, das dem Täter durchschnittlich an einem Tag losgelöst von der Ein-

kunftsquelle zufliesst (strafrechtliches Nettoeinkommen) – massgebend ist die tat-

sächliche wirtschaftliche Leistungsfähigkeit (BGE 116 IV 4 E. 3a). In die Bemes-

sung  einzubeziehen  sind  insbesondere  seine  Einkommens-  und  Vermögensver-

hältnisse sowie sein Lebensaufwand, allfällige Familien- und Unterstützungspflich-

ten und das Existenzminimum. 

4.5.2. Massgebend  sind  grundsätzlich  die  persönlichen  und  wirtschaftlichen  Ver-

hältnissen des Täters im Zeitpunkt des Urteils. Künftige Veränderungen dürfen nur 

- 17 -

einbezogen werden, wenn sie unmittelbar bevorstehen, zum Beispiel wenn der Tä-

ter im kommenden Monat eine Stelle antritt, nicht aber wenn er eine grosse Erban-

wartschaft  hat.  Zu  berücksichtigen  sind  sowohl  Einkommensverbesserungen  als 

auch -verschlechterungen. Es erscheint sinnvoll, maximal auf den Zeitraum abzu-

stellen, in dem die Geldstrafe zu bezahlen sein wird (DOLGE, Basler Kommentar, 

Strafrecht I, 4. Auflage, Freiburg/Luzern 2019, Art. 34 N 51).

4.5.3. Der  Beschuldigte  erzielt  gemäss  eigenen  Angaben  ein  Einkommen  in  der 

Höhe von ca. EUR 2'000.– bis 3'000.– pro Monat (act. 21 S. 2). Er verfügt über kein 

Vermögen und hat Schulden über ca. Fr. 20'000.–. Dementsprechend rechtfertigt 

sich ein Tagessatz in der Höhe von Fr. 30.–.

5.

Vollzug der Strafe

5.1. Das Gericht schiebt den Vollzug einer Geldstrafe in der Regel auf, wenn 

eine unbedingte Strafe nicht notwendig erscheint, um den Täter von der Bege-

hung weiterer Verbrechen oder Vergehen abzuhalten (Art. 42 Abs. 1 StGB). Mate-

riell ist demnach das Fehlen einer ungünstigen Prognose vorausgesetzt. Das 

heisst in Anlehnung an die herrschende Praxis, dass auf das Fehlen von Anhalts-

punkten für eine Wiederholungsgefahr abgestellt wird. Die günstige Prognose 

wird also vermutet. Bei der Beurteilung der Frage, ob die für die Gewährung des 

bedingten Strafvollzuges erforderliche Voraussetzung des Fehlens einer ungünsti-

gen Prognose vorliegt, ist eine Gesamtwürdigung aller Umstände vorzunehmen, 

wobei insbesondere Vorleben, Leumund, Charaktermerkmale und Tatumstände 

einzubeziehen sind. Schiebt das Gericht den Vollzug einer Strafe ganz oder teil-

weise auf, so bestimmt es dem Verurteilten eine Probezeit von zwei bis fünf Jah-

ren (Art. 44 Abs. 1 StGB).

5.2.

In objektiver Hinsicht sind die Voraussetzungen zur Gewährung des be-

dingten Strafvollzuges erfüllt, da der Beschuldigte zu einer Geldstrafe verurteilt 

wird und nicht vorbestraft ist (act. 9/1). Somit ist der Vollzug der Geldstrafe aufzu-

schieben und die Probezeit auf das Minimum von zwei Jahren festzusetzen.

5.3. Anrechnung der Haft

- 18 -

Gemäss Art. 51 StGB rechnet das Gericht die vom Täter während diesem oder ei-

nen anderen Verfahren ausgestandene Untersuchungshaft auf die Strafe an. Der 

Beschuldigte befand sich vom 20. Februar 2025 um 15.50 Uhr bis 21. Februar 

2025 um 17.20 Uhr, in Haft (act. 8/8). Von der dem Beschuldigten auferlegten 

Geldstrafe gelten somit zwei Tagessätze als durch Haft geleistet.

6.

Kosten- und Entschädigungsfolgen

6.1. Verfahrenskosten

Die beschuldigte Person trägt die Verfahrenskosten, wenn sie verurteilt wird 

(Art. 426 Abs. 1 StPO), weswegen bei vorliegendem Ausgang des Verfahrens die 

Entscheidgebühr und die Kosten für das Vorverfahren dem Beschuldigten aufzu-

erlegen sind.

6.2. Entschädigung der vormaligen amtlichen Verteidigung

Rechtsanwalt lic. iur. X2._____ wurde als vormaliger amtlicher Verteidiger im 

Vorverfahren mit Verfügung der Staatsanwaltschaft See/Oberland vom 24. 

Februar 2025 bereits vollumfänglich entschädigt, wovon Vormerk zu nehmen ist. 

Eine Nachforderung im Sinne von Art. 135 Abs. 4 StPO beim Beschuldigten bleibt 

vorbehalten.

- 19 -

Es wird erkannt:

1.

Der Beschuldigte, A._____, ist schuldig 







der vorsätzlichen rechtswidrigen Einreise im Sinne von Art. 115 Abs. 1 

lit. a AIG in Verbindung mit Art. 5 Abs. 1 lit. a AIG und Art. 3 VEV;

der vorsätzlichen Ausübung einer Erwerbstätigkeit ohne Bewilligung im 

Sinne von Art. 115 Abs. 1 lit. c AIG in Verbindung mit Art. 11 Abs. 1 

AIG sowie

des vorsätzlichen rechtswidrigen Aufenthalts im Sinne von Art. 115 

Abs. 1 lit. b AIG.

2.

Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu 

Fr. 30.– (wovon bis und mit heute 2 Tagessätze als durch Haft geleistet 

gelten). 

3.

Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre 

festgesetzt. 

4.

Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:

Fr.

Fr.

1'200.– ; die weiteren Kosten betragen:

800.– Gebühr für das Vorverfahren. 

Wird auf eine schriftliche Begründung des Urteils verzichtet, so reduziert 

sich die Entscheidgebühr um einen Drittel. 

5.

Die Entscheidgebühr und die weiteren Kosten werden dem Beschuldigten 

auferlegt.

6.

Die Kosten des vormaligen amtlichen Verteidigers, Rechtsanwalt lic. iur. 

X2._____, in Höhe von Fr. 855.05 werden auf die Gerichtskasse genom-

men; vorbehalten bleibt eine Nachforderung beim Beschuldigten gemäss 

Art. 135 Abs. 4 StPO. 

 
- 20 -

Es wird vorgemerkt, dass Rechtsanwalt lic. iur. X2._____ für seine 

Bemühungen als vormaliger amtlicher Verteidiger im Vorverfahren mit 

Verfügung der Staatsanwaltschaft See/Oberland vom 24. Februar 2025 

bereits vollumfänglich entschädigt wurde. 

7. Mündliche Eröffnung und Begründung sowie schriftliche Mitteilung zunächst 

im Dispositiv an







den Beschuldigten (übergeben),

die Staatsanwaltschaft See/Oberland, Büro G._____,  

Staatssekretariat für Migration SEM, 

und hernach als begründetes Urteil an





die Verteidigung des Beschuldigten im Doppel für sich und zuhanden 
des Beschuldigten,

die Staatsanwaltschaft See/Oberland, Büro G._____,

und nach Eintritt der Rechtskraft an







die Staatsanwaltschaft See/Oberland, per Mail (kanz-
lei.staso@ji.zh.ch), 

das Migrationsamt des Kantons Zürich, 

die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A nebst Formular 
"Löschung des DNA-Profils und ED-Materials" per Mail auf vo-
stra.pdf@ji.zh.ch, 

je gegen Empfangsbestätigung. 

8. Gegen dieses Urteil kann innert 10 Tagen von der Eröffnung an beim Be-

zirksgericht Uster, Einzelgericht in Strafsachen, Gerichtsstrasse 17, 8610 

Uster, mündlich oder schriftlich Berufung angemeldet werden.

Ein vollständig begründetes Urteil wird nur zugestellt, wenn dies ein Verfah-

rensbeteiligter binnen 10 Tagen seit Eröffnung des Urteils verlangt oder 

wenn ein Rechtsmittel gegen den Entscheid eingelegt worden ist.

Mit der Berufung kann das Urteil in allen Punkten umfassend angefochten 

werden. Mit der Berufung können gerügt werden:

Rechtsverletzungen, einschliesslich Überschreitung des Ermessens, 

- 21 -

Rechtsverweigerung und Rechtsverzögerung, die unvollständige und unrich-

tige Feststellung des Sachverhaltes oder Unangemessenheit.

Die Berufung erhebende Partei hat binnen 20 Tagen nach Zustellung des 

begründeten Entscheids dem Obergericht des Kantons Zürich, Strafkammer, 

Postfach, 8021 Zürich, eine schriftliche Berufungserklärung einzureichen. 

Sie hat darin anzugeben, ob sie das Urteil vollumfänglich oder nur in Teilen 

anficht, welche Abänderungen des erstinstanzlichen Urteils sie verlangt. 

Werden nur Teile des Urteils angefochten, ist verbindlich anzugeben, auf 

welche sich die Berufung beschränkt.

Bei offensichtlich verspäteten Berufungsanmeldungen oder Berufungserklä-

rungen wird auf die Berufung ohne Weiterungen nicht eingetreten.

Uster, 11. Juni 2025

BEZIRKSGERICHT USTER
Einzelgericht in Strafsachen

Der Bezirksrichter: 

Die Gerichtsschreiberin:

lic. iur. Gmür

MLaw Nodup