# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 828f51a1-c416-5e1b-b420-1171ea6520b1
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-05-30
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Versicherungsgericht 30.05.2024 VBE.2024.47
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_007_VBE-2024-47_2024-05-30.pdf

## Full Text

Versicherungsgericht 

2. Kammer 

 

VBE.2024.47 / SW / sc 
Art. 73 

 

 

Urteil vom 30. Mai 2024 
 

 

Besetzung  Oberrichterin Peterhans, Präsidentin  

Oberrichterin Fischer  

Oberrichterin Jacober  

Gerichtsschreiberin Ruh          

 

 
   

Beschwerde- 

führerin  

 A._____   

vertreten durch MLaw Leo Sigg, Rechtsanwalt, 

Buchserstrasse 18, Postfach, 5001 Aarau 1    

 

 
   

Beschwerde- 

gegnerin  

 SVA Aargau, IV-Stelle, Bahnhofplatz 3C, Postfach, 5001 Aarau   

 

 
 

Gegenstand  Beschwerdeverfahren betreffend IVG allgemein; berufliche Massnahmen 

(Verfügung vom 4. Dezember 2023) 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

 

   

Das Versicherungsgericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Die 1979 geborene Beschwerdeführerin meldete sich am 19. März 2019 

aufgrund von Beschwerden in den Handgelenken bei der Beschwerdegeg-

nerin zum Bezug von Leistungen (berufliche Integration/Rente) der Eidge-

nössischen Invalidenversicherung (IV) an. Nach entsprechenden Abklärun-

gen und durchgeführtem Vorbescheidverfahren wies die Beschwerdegeg-

nerin das Rentenbegehren der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 

19. Januar 2021 aufgrund eines rentenausschliessenden Invaliditätsgra-

des von 25 % ab. Diese Verfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft.  

 

Mit Mitteilung vom 10. November 2020 hatte die Beschwerdegegnerin die 

Beschwerdeführerin darüber informiert, dass sie die Kosten für eine Berufs-

beratung und eine Abklärung der beruflichen Eingliederungsmöglichkeiten 

übernehme. Anschliessend erfolgten je eine Kostengutsprache für einen 

Deutsch Intensivkurs A2 vom 1. Februar bis 23. April 2021 sowie einen 

Deutsch Intensivkurs B1 vom 26. April bis 16. Juli 2021 bei der B._____ AG 

in Q._____. Am 18. Juni 2021 wurde eine Kostengutsprache für die Verlän-

gerung des Deutsch Intensivkurses B1 vom 19. Juli 2021 bis 31. Juli 2021 

erteilt und am 6. Juli 2021 informierte die Beschwerdegegnerin die Be-

schwerdeführerin darüber, dass ab dem 2. August bis 1. November 2021 

eine berufliche Grundabklärung bei der C._____ erfolge. Aufgrund man-

gelnder Deutschkenntnisse wurde diese jedoch per 17. August 2021 vor-

zeitig abgebrochen und stattdessen erfolgte am 23. August 2021 eine Kos-

tengutsprache für einen Deutsch Extensivkurs B2 (Vorbereitungsmass-

nahme im Hinblick auf Umschulung). Anschliessend wurde eine vertiefte 

Abklärung möglicher Berufsrichtungen in der C._____ vom 22. Januar bis 

18. April 2022 veranlasst und am 25. April 2022 erfolgte eine Kostengut-

sprache für eine Vorbereitung in Bezug auf eine Umschulung im Rahmen 

eines Praktikums vom 19. April bis 3. Juli 2022 bei der Kreisschule 

D._____. Zugleich fand vom 19. April bis 31. Juli 2022 ein Job-Coaching 

statt. Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren wies die Beschwerde-

gegnerin das Leistungsbegehren der Beschwerdeführerin betreffend wei-

tere berufliche Massnahmen mit Verfügung vom 4. Dezember 2023 ab und 

schloss das IV-Verfahren ab.   

 

2. 

2.1. 

Gegen die Verfügung vom 4. Dezember 2023 erhob die Beschwerdeführe-

rin mit Eingabe vom 22. Januar 2024 fristgerecht Beschwerde und stellte 

folgende Anträge: 

 

  

 - 3 - 

 

 

"1. Die Verfügung vom 4.12.2023 sei aufzuheben.  
 
2. Der Beschwerdeführerin seien weitere berufliche Massnahmen, insbe-

sondere gezielte Vorbereitung auf eine Umschulung in Form von 
Deutschkursen bis zum Niveau C2 und danach eine Umschulung, zu-
zusprechen. 

 
3. Eventualiter sei die Angelegenheit an die Beschwerdegegnerin zurück 

zu weisen und diese sei zu verpflichten, die Angelegenheit neu zu prü-
fen. 

 
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich MwSt. zu Las-
ten der Beschwerdegegnerin." 
 

Zudem stellte die Beschwerdeführerin den Antrag, es sei ein zweiter Schrif-

tenwechsel vorzunehmen.  

 

2.2. 

Mit Vernehmlassung vom 26. Februar 2024 beantragte die Beschwerde-

gegnerin die Abweisung der Beschwerde.  

 

 
   

Das Versicherungsgericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin das Leistungsbegeh-

ren der Beschwerdeführerin betreffend weitere berufliche Massnahmen mit 

Verfügung vom 4. Dezember 2023 (Vernehmlassungsbeilage [VB] 195) zu 

Recht abgelehnt und die beruflichen Massnahmen abgeschlossen hat.   

 

2. 

2.1. 

Versicherte Personen haben Anspruch auf Umschulung auf eine neue Er-

werbstätigkeit, wenn dies infolge Invalidität notwendig ist und dadurch die 

Erwerbsfähigkeit voraussichtlich erhalten oder verbessert werden kann 

(Art. 17 Abs. 1 IVG). Als Umschulung gelten nach Art. 6 Abs. 1 IVV Ausbil-

dungsmassnahmen, die Versicherte nach Abschluss einer erstmaligen be-

ruflichen Ausbildung oder nach Aufnahme einer Erwerbstätigkeit ohne vor-

gängige berufliche Ausbildung wegen ihrer Invalidität zur Erhaltung oder 

Verbesserung der Erwerbsfähigkeit benötigen. Erfasst sind somit sämtliche 

Vorkehrungen, die notwendig und geeignet sind, der vor Eintritt der Invali-

dität bereits erwerbstätig gewesenen versicherten Person eine ihrer frühe-

ren annähernd gleichwertige Erwerbsmöglichkeit zu vermitteln. Dabei be-

zieht sich der Begriff der "annähernden Gleichwertigkeit" nicht in erster Li-

nie auf das Ausbildungsniveau als solches, sondern auf die nach erfolgter 

Eingliederung zu erwartende Verdienstmöglichkeit. In der Regel besteht 

nur ein Anspruch auf die dem jeweiligen Eingliederungszweck angemesse-

nen, notwendigen Massnahmen, nicht aber auf die nach den gegebenen 

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Umständen bestmöglichen Vorkehren. Denn das Gesetz will die Eingliede-

rung lediglich so weit sicherstellen, als diese im Einzelfall notwendig, aber 

auch genügend ist (Urteile des Bundesgerichts 8C_792/2019 vom 28. Feb-

ruar 2020 E. 3.1 und 8C_808/2017 vom 11. Januar 2018 E. 3; siehe auch 

BGE 130 V 488 E. 4.2 S. 489 f.).  

 

Ein Sprachkurs ist von der IV zu übernehmen, wenn er dafür bestimmt, 

geeignet und notwendig ist (vgl. Art. 8 Abs. 1 IVG), die Auswirkungen des 

Gesundheitsschadens in Bezug auf die Verwertbarkeit der Restarbeitsfä-

higkeit im Rahmen eines konkreten, gezielt auf die berufliche Ausbildung 

ausgerichteten Eingliederungsplanes zu mildern. Es kann dabei nicht ent-

scheidend sein, ob der betreffende Sprachkurs im Ausbildungsprogramm 

vorgeschrieben ist. Zu den notwendigen und geeigneten Eingliederungs-

massnahmen berufsbildender Art zählen alle zur Eingliederung ins Er-

werbsleben unmittelbar erforderlichen (notwendigen) Vorkehren. Deren 

Umfang lässt sich nicht in abstrakter Weise festlegen, indem ein Minimum 

an Wissen und Können vorausgesetzt wird und nur diejenigen Massnah-

men als berufsbildend anerkannt werden, welche auf dem angenommenen 

Minimalstandard aufbauen. Vielmehr sind die Umstände des konkreten Fal-

les massgebend. Der Versicherte, welcher infolge Invalidität zu einer Um-

schulung berechtigt ist, hat Anspruch auf die gesamte Ausbildung, die in 

seinem Fall notwendig ist, wobei vorausgesetzt wird, dass die Erwerbsfä-

higkeit dadurch voraussichtlich erhalten oder wesentlich verbessert werden 

kann. Je nach den konkreten Umständen und insbesondere der je nach 

Person unterschiedlichen subjektiven und objektiven Eingliederungsfähig-

keit im Sinne der Rechtsprechung, wird sich die Frage, ob eine bestimmte 

Eingliederung, welche den Erwerb von Sprachkenntnissen verlangt, not-

wendig sei, im Lichte des Verhältnismässigkeitsgrundsatzes unterschied-

lich beurteilen. Vielfach wird eine solche Eingliederung nur als Alternative 

zu anderen Eingliederungswegen, welche ohne Sprachbildung auskom-

men, zu betrachten sein. Allerdings kann sich eine Umschulung, welche 

den Erwerb sprachlicher Grundkenntnisse erfordert, geradezu als einzig 

mögliche oder doch als einfachste und insofern zweckmässige Vorkehr auf-

drängen. Die Deutschkenntnisse sind zu Lasten der IV nur so weit zu för-

dern, als dies für die betreffende Umschulung notwendig, aber auch aus-

reichend ist (vgl. AHI 1997 S. 81 ff.; vgl. ferner Kreisschreiben über die be-

ruflichen Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung [KSBEM], 

gültig ab 1. Januar 2022, Stand 1. Januar 2024, Rz. 1713).  

 

2.2. 

2.2.1. 

Gemäss Zwischenbericht Integration vom 20. Januar 2021 fand das Be-

rufsberatungs-Erstgespräch am 7. Dezember 2020 statt. Dabei habe sich 

die Beschwerdeführerin besonders an Lehrberufen interessiert gezeigt. Da 

handwerkliche Berufe aufgrund ihres Zumutbarkeitsprofils (leichte, nicht 

monotone Arbeit) eher nicht in Frage kämen und sich ihre 

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Deutschkenntnisse auf Stufe A2 befänden, sei es angezeigt, dass sie ihre 

Deutschkenntnisse verbessere. Sie werde dementsprechend einen 

Deutsch Intensivkurs A2 vom 1. Februar bis 23. April 2021 sowie bei ent-

sprechender Empfehlung einen Deutsch Intensivkurs B1 vom 26. April bis 

16. Juli 2021 bei der B._____ AG in Q._____ besuchen. Zudem sei eine 

berufliche Grundabklärung bei der C._____ geplant (vgl. VB 97 S. 1). 

 

2.2.2. 

Am 14. April 2022 wurde im Zwischenbericht Integration festgehalten, die 

Beschwerdeführerin zeige durchgehend eine hohe Motivation und ein ho-

hes Engagement. Die deutsche Sprache und die gesundheitlichen Ein-

schränkungen der Hände seien jedoch als Hindernisse für die Eingliede-

rung zu nennen. Zwar habe sich das Deutsch der Beschwerdeführerin im 

Vergleich zum Sommer 2021 verbessert, aber sie verstehe immer noch 

keine Mundart und nur wenige Fremdwörter. Der Berufswahlprozess sei im 

Rahmen der Möglichkeiten durchgeführt worden (Profil vom 23. Oktober 

2020: leichte, nicht monotone Arbeit, Verdienst gemäss Fragebogen von 

Fr. 6'177.00 seit 2017 als Küchenhilfe in der Schweiz, im Heimatland 

R._____ Geologie studiert und als Englischlehrerin gearbeitet). Unter an-

derem seien Informatikerin, Fahrlehrerin und Pädagogin zur Diskussion ge-

standen. Nebst fehlenden Vorkenntnissen seien insbesondere die Sprach-

kenntnisse die grösste Hürde. Hinzu komme, dass eine Klärung der Aner-

kennung ihrer ausländischen Diplome fehle. Im Rahmen der Abklärung 

habe sie in der internen prA-Klasse die Lehrperson als Assistenz unter-

stützt und auch eine Schnupperwoche in einem Kindergarten/Unterstufe in 

S._____ absolvieren können. Sie habe ein sehr positives Feedback erhal-

ten, wobei auch hier die schwachen Deutschkenntnisse aufgefallen seien 

(vgl. VB 159 S. 1).  

 

2.2.3. 

Dem Abschlussbericht Integration vom 10. August 2022 ist zu entnehmen, 

dass der Eingliederungsprozess abgeschlossen werde. Zur Begründung 

wurde ausgeführt, eine Umschulung sei aufgrund der Kombination der Fer-

tigkeiten in der deutschen Sprache und der gesundheitlichen Einschrän-

kungen der Hände nicht umsetzbar. Gleichzeitig wurde jedoch auch fest-

gehalten, es bestehe ein Umschulungsanspruch. Nebst dem bereits in den 

Zwischenberichten Erwähnten wurde erklärt, dass die Beschwerdeführerin 

nach Unterstützung durch den Job-Coach die Möglichkeit gehabt habe, im 

Rahmen eines Praktikums (25. April bis 1. Juli 2022; vgl. VB 159) Erfah-

rung als Schulassistenz zu sammeln. Aus Sicht der IV-Berufsberatung sei 

die Tätigkeit als Schulassistenz aufgrund der gegebenen Situation eine 

Möglichkeit für die Beschwerdeführerin, eine Anstellung bei einem wohl-

wollenden Arbeitgeber zu erhalten. Durch dieses Praktikum könne sie Er-

fahrung in diesem Bereich vorweisen, was die Vermittelbarkeit erhöhe. 

Dass der versicherte Verdienst damit nicht erreicht werden könne, sei mit 

ihr besprochen worden. Mangels Alternativen sei das Praktikum im 

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Rahmen der Umschulung dennoch unterstützt worden. Sie habe das Prak-

tikum erfolgreich absolviert, aber es habe keine Anschlusslösung angebo-

ten werden können. Mit Unterstützung des Coachs habe sie die Zulas-

sungsbedingung für ein Studium zur Kindergärtnerin klären können. Aus 

Sicht der IV-Berufsberatung wäre nebst diesen auch die gesundheitliche 

Passung der Tätigkeit vor einer Zusprache ausführlich zu klären. Aufgrund 

der aktuell zu tiefen Deutschkenntnisse könne dieser Umschulungsplan 

zurzeit jedoch nicht angegangen werden. Da keine Anschlusslösung vor-

liege und wegen ungenügender Deutschkenntnisse keine realisierbaren 

Umschulungsalternativen vorhanden seien, werde das Dossier in der Ein-

gliederung abgeschlossen (vgl. VB 183 S. 1 f.).  

 

2.3. 

Die Beschwerdegegnerin hat explizit festgehalten, dass ein Umschulungs-

anspruch besteht, und gleichzeitig erklärt, das Studium zur Kindergärtnerin 

könne mangels ausreichender Deutschkenntnisse als Umschulungsplan 

momentan nicht angegangen werden. Aus demselben Grund hätten auch 

keine realisierbaren Umschulungsalternativen erarbeitet werden können 

(vgl. VB 183 S. 2). Gemäss Aktenlage ist das Erreichen des Sprachniveaus 

C1 als notwendige Voraussetzung für eine Aus- oder Weiterbildung 

(vgl. VB 163 S. 4), welche zu einer der früheren annähernd gleichwertigen 

Erwerbsmöglichkeit führt, zu werten. Anderweitige Tätigkeiten ohne ent-

sprechende Deutschkenntnisse, welche im Hinblick auf die Verdienstmög-

lichkeiten annähernd gleichwertig wären, wurden keine genannt. Damit er-

scheint die Umschulung der Beschwerdeführerin zur Kindergärtnerin oder 

in einen anderen Beruf, welcher Deutschkenntnisse auf der Stufe von min-

destens C1 erfordert, gestützt auf die aktuelle Aktenlage als einzige Um-

schulungsmöglichkeit (vgl. auch VB 163 S. 3). Die Verbesserung der 

Deutschkenntnisse auf das genannte Niveau wäre demnach als eine für 

die Eingliederung der Beschwerdeführerin in eine der bisherigen annä-

hernd gleichwertige Tätigkeit unmittelbar notwendige Vorkehr zu werten 

und würde folglich einen Bestandteil einer solchen Umschulung bilden 

(vgl. KSBEM Rz. 1713). Die Beschwerdegegnerin hätte deshalb den Ein-

gliederungsprozess nicht allein aufgrund mangelnder Deutschkenntnisse 

abschliessen dürfen, jedoch ist aktenkundig, dass nicht nur fehlende 

Deutschkenntnisse als Problem erachtet wurden, sondern es wurde bei-

spielsweise im Bericht der C._____ vom 27. April 2022 auch erwähnt, dass 

eine Ausbildung im HF-Bereich eine vertiefte schulische Abklärung – auch 

bezüglich Kommunikations-/ Sprachfähigkeit – voraussetze, sobald die Be-

schwerdeführerin ihr Deutsch verbessert habe (vgl. VB 163 S. 4). Weiter ist 

auch die Anerkennung ihrer ausländischen Diplome noch ausstehend 

(VB 195 S. 2) und im Abschlussbericht Integration vom 10. August 2022 

wurde angemerkt, dass die gesundheitliche Passung einer Tätigkeit als 

Kindergärtnerin vor einer Zusprache ausführlich zu prüfen wäre (VB 183 

S. 2). Da insbesondere diese Punkte noch ungeklärt sind, kann nicht beur-

teilt werden, ob die in Bezug auf eine konkrete Umschulung (primär 

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Kindergärtnerin) notwendige objektive Eingliederungsfähigkeit (vgl. SILVIA 

BUCHER, Eingliederungsrecht der Invalidenversicherung, 2011, Rz. 124 

und 539) gegeben ist. Dass die schulische Abklärung erst bei Erreichen 

eines gewissen Sprachniveaus erfolgen kann, ist insofern unglücklich, als 

dass sich nach dieser Abklärung herausstellen könnte, dass eine konkrete 

Umschulung mangels objektiver Eignung gar nicht durchführbar ist und ein 

vorgängiger Sprachkurs demnach gar nicht notwendig gewesen wäre. Zu-

mal der Beschwerdeführerin aber bereits Deutschkurse bis zum Niveau B2 

gewährt wurden, welche sie erfolgreich absolviert hat (vgl. VB 149 S. 1), 

erscheint es geeignet und zweckmässig und damit verhältnismässig, die 

Beschwerdeführerin den Kurs bis auf das nächsthöhere Level C1 weiter-

führen zu lassen, um sodann abschliessend über ihren Umschulungsan-

spruch entscheiden zu können. Würde ein Umschulungsplan bereits an 

den gesundheitlichen Voraussetzungen scheitern, wäre ein weiterführen-

der Deutschkurs selbstredend nicht notwendig. Die aktuelle Aktenlage lässt 

einen abschliessenden Entscheid im heutigen Zeitpunkt nicht zu. Es ist da-

her angezeigt, die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, da-

mit diese nach Durchführung der erforderlichen Abklärungen in beruflicher 

und medizinischer Hinsicht über den Leistungsanspruch neu verfüge.  

 

3. 

Hinsichtlich des Antrags der Beschwerdeführerin auf Durchführung eines 

zweiten Schriftenwechsels (vgl. Beschwerde S. 2 f.) ist darauf hinzuwei-

sen, dass Art. 61 lit. a ATSG ein rasches Verfahren vorsieht, woraus sich 

kein Anspruch auf einen zweiten Schriftenwechsel ergibt. Auch vor dem 

Hintergrund des Replikrechts (BGE 137 I 195 E. 2.3.1 S. 197; 133 I 100 

E. 4.5 S. 103 f.) ist die Durchführung eines zweiten Schriftenwechsels nicht 

zwingend. Das Gericht kann Eingaben auch lediglich zur Kenntnisnahme 

zustellen, wenn von den Parteien erwartet werden kann, dass sie unaufge-

fordert dazu Stellung nehmen (BGE 138 I 484 E. 2.1 und 2.2 S. 485 f.; 133 I 

98 E. 2.2 S. 99). Dies trifft vor allem bei rechtskundig vertretenen Personen 

wie der Beschwerdeführerin zu (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

9C_641/2014 vom 16. Januar 2015 E. 2 mit Hinweisen). Das Versiche-

rungsgericht stellte der Beschwerdeführerin die Vernehmlassung der Be-

schwerdegegnerin vom 26. Februar 2024, worin sich diese materiell nicht 

äusserte, mit Verfügung vom 4. März 2024 zu. Bis zum vorliegenden Ent-

scheid liess sich die Beschwerdeführerin nicht mehr vernehmen, weshalb 

von einem Verzicht auf das Replikrecht auszugehen ist (vgl. etwa Urteil des 

Bundesgerichts 9C_547/2021 vom 14. Dezember 2021 E. 2.2). 

 

  

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4. 

4.1. 

Nach dem Dargelegten ist die Beschwerde in dem Sinne gutzuheissen, 

dass die angefochtene Verfügung vom 4. Dezember 2023 aufzuheben und 

die Sache zur weiteren Abklärung im Sinne der Erwägungen und zur Neu-

verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist. 

 

4.2. 

Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Kosten 

werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im 

Rahmen von Fr. 200.00 bis Fr. 1'000.00 festgesetzt. Für das vorliegende 

Verfahren betragen diese Fr. 400.00. Sie sind gemäss dem Verfahrensaus-

gang der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. 

 

4.3. 

Ausgangsgemäss hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf Ersatz der 

richterlich festzusetzenden Parteikosten (Art. 61 lit. g ATSG), denn die 

Rückweisung der Sache an die Verwaltung zwecks Vornahme ergänzen-

der Abklärungen gilt als anspruchsbegründendes Obsiegen (BGE 132 V 

215 E. 6.1 S. 235 mit Hinweisen). 

 

 
   

Das Versicherungsgericht erkennt: 

 

1.      

In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung vom 4. De-

zember 2023 aufgehoben und die Sache zur weiteren Abklärung im Sinne 

der Erwägungen und zur Neuverfügung an die Beschwerdegegnerin zu-

rückgewiesen. 

 

2. 

Die Verfahrenskosten von Fr. 400.00 werden der Beschwerdegegnerin auf-

erlegt. 

 

3. 

Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, der Beschwerdeführerin die 

Parteikosten in richterlich festgesetzter Höhe von Fr. 1'500.00 zu bezahlen. 

 

 
  

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Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim 

Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung 

mit Art. 90 ff. BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom sieb-

ten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli 

bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar 

(Art. 46 BGG).  

 

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 

6004 Luzern, zuzustellen. 

 

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe 

der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines 

Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweis-

mittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Hän-

den hat (Art. 42 BGG). 

 

 
   

Aarau, 30. Mai 2024 

 

Versicherungsgericht des Kantons Aargau 

2. Kammer 

Die Präsidentin: Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

 

Peterhans Ruh