# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a86c8cc7-5c36-5767-beda-f7adfbc239fc
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-06-20
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 20.06.2019 200 2019 62
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2019-62_2019-06-20.pdf

## Full Text

C
200 19 62 IV
SCP/SCC/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 20. Juni 2019

Verwaltungsrichter Schütz, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Jakob, Verwaltungsrichterin Fuhrer 
Gerichtsschreiberin Schertenleib Gamero

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 13. Dezember 2018

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Juni 2019, IV/2019/62, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1964 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin), 
mit Ausbildung als ... und einer ... Grundausbildung, war vom 1. Februar 
1989 bis Ende Januar 2017 für die C.________ AG tätig (Antwortbeilage 
[AB] 1, 3 S. 2 f., 31, 48 S. 8, 69 S. 4). Sie meldete sich im August 2015 bei 
der IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin) zum Bezug von Leis-
tungen an wegen einer Erschöpfungsdepression (AB 1). Es erfolgten vom 
12. November 2015 bis 13. Januar 2016 eine stationäre Behandlung in der 
Klinik D.________ (AB 34 S. 2), und vom 8. Februar bis 13. Mai 2016 eine 
teilstationäre Behandlung in der Klinik E.________ (AB 47). Danach wurde 
vom 4. Juli 2016 bis 3. Januar 2017 ein Belastbarkeitstraining (rea-
dy@work) durchgeführt (AB 60, 62, 69). Da eine Steigerung der Leistung 
und Präsenz nicht möglich war, beendete die IVB die beruflichen Mass-
nahmen (Mitteilung vom 3. Januar 2017 [AB 68]). In der Folge veranlasste 
sie eine psychiatrische Begutachtung durch Dr. med. F.________, 
Fachärztin für Psychotherapie und Psychotherapie (Gutachten vom 6. Au-
gust 2018 [AB 97.1]). Mit Verfügung vom 13. Dezember 2018 – nach 
durchgeführtem Vorbescheidverfahren (AB 99, 100) – lehnte die IVB den 
Anspruch der Versicherten auf Leistungen der Invalidenversicherung man-
gels eines Gesundheitsschadens mit invalidisierender Wirkung ab (AB 
102).

B.

Am 24. Januar 2019 erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt 
B.________, beim Verwaltungsgericht des Kantons Bern Beschwerde. Sie 
beantragt, die Verfügung vom 13. Dezember 2018 sei aufzuheben und es 
sei ihr ab Februar 2016 eine ganze Rente auszurichten. Eventualiter sei die 
Angelegenheit an die Verwaltung zurückzuweisen, damit diese das Verfah-
ren sistiere und den Ausgang der gutachterlich empfohlenen Therapie ab-
warte und anschliessend über den Leistungsanspruch neu verfüge. Die 
Versicherte bringt vor, das Gutachten von Dr. med. F.________ vom 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Juni 2019, IV/2019/62, Seite 3

6. August 2018 sei voll beweiswertig. Die Prüfung der Indikatoren gemäss 
der bundesgerichtlichen Rechtsprechung führe zum Ergebnis, dass bei ihr 
aufgrund der rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittelgra-
dige depressive Episode, sowie der generalisierten Angststörung ein invali-
disierender Gesundheitsschaden vorliege und die gutachterlich attestierte 
vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit zu berücksichtigen sei.

Mit Beschwerdeantwort vom 25. Februar 2019 beantragt die IVB die Ab-
weisung der Beschwerde. Sie bringt vor, es sei vom Beschwerdebild einer 
rezidivierenden depressiven Störung, aktuell mittelgradige depressive Epi-
sode, und einer generalisierten Angststörung auszugehen. Insgesamt er-
wiesen sich die geltend gemachten funktionellen Auswirkungen der medizi-
nisch festgestellten psychischen Beeinträchtigungen anhand der Standard-
indikatoren nicht als überwiegend wahrscheinlich erstellt. Zudem bestün-
den Therapieoptionen, welche bisher nicht in Anspruch genommen worden 
seien.

Mit Replik vom 26. März 2019 und Duplik vom 12. April 2019 hielten die 
Parteien an ihren Anträgen fest.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Juni 2019, IV/2019/62, Seite 4

gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 13. Dezember 2018 
(AB 102). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf Leistungen der Invali-
denversicherung, insbesondere eine Rente.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 
80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Juni 2019, IV/2019/62, Seite 5

ATSG). Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 IVG so-
wie Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizinische Be-
fundlage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer nur dann 
anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeeinträchti-
gung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 141 V 
281 E. 2.1 S. 285). Es ist dem klaren Willen des Gesetzgebers gemäss 
Art. 7 Abs. 2 ATSG Rechnung zu tragen, wonach im Zuge einer objektivier-
ten Betrachtungsweise von der grundsätzlichen „Validität“ der versicherten 
Person auszugehen ist (BGE 141 V 281 E. 3.7.2 S. 295).

2.2.1 Die Sachverständigen sollen die Diagnose so begründen, dass die 
Rechtsanwender nachvollziehen können, ob die klassifikatorischen Vorga-
ben tatsächlich eingehalten sind (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 141 V 
281 E. 2.1.1 S. 285). Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung erfolgt 
die Prüfung, ob ein psychischer Gesundheitsschaden eine rentenbegrün-
dende Invalidität zu bewirken vermag, schliesslich anhand eines strukturier-
ten normativen Prüfungsrasters (BGE 143 V 418 E. 7 S. 427, 141 V 281 
E. 4.1 S. 296). Dies gilt für sämtliche psychischen Störungen (BGE 143 V 
418 E. 7.2 S. 429).

2.2.2 Eine invalidenversicherungsrechtlich erhebliche Gesundheitsbeein-
trächtigung liegt nur vor, wenn die Diagnose im Rahmen einer Prüfung auf 
der ersten Ebene auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe 
nach BGE 131 V 49 standhält. Danach liegt regelmässig keine versicherte 
Gesundheitsschädigung vor, soweit die Leistungseinschränkung auf Ag-
gravation oder einer ähnlichen Erscheinung beruht. Hinweise auf solche 
und andere Äusserungen eines sekundären Krankheitsgewinns ergeben 
sich namentlich, wenn eine erhebliche Diskrepanz zwischen den geschil-
derten Schmerzen und dem gezeigten Verhalten oder der Anamnese be-
steht, intensive Schmerzen angegeben werden, deren Charakterisierung 
jedoch vage bleibt, keine medizinische Behandlung und Therapie in An-
spruch genommen wird, demonstrativ vorgetragene Klagen auf den Sach-
verständigen unglaubwürdig wirken oder schwere Einschränkungen im 
Alltag behauptet werden, das psychosoziale Umfeld jedoch weitgehend 
intakt ist. Nicht per se auf Aggravation weist blosses verdeutlichendes Ver-
halten hin. Besteht im Einzelfall Klarheit darüber, dass nach plausibler ärzt-

http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=9C_492%2F2014&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F131-V-49%3Ade&number_of_ranks=0#page49

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Juni 2019, IV/2019/62, Seite 6

licher Beurteilung die Anhaltspunkte auf eine Aggravation eindeutig über-
wiegen und die Grenzen eines bloss verdeutlichenden Verhaltens klar 
überschritten sind, ohne dass das aggravatorische Verhalten auf eine ver-
selbständigte, krankheitswertige psychische Störung (vgl. BGE 127 V 294 
E. 5a S. 299) zurückzuführen wäre, fällt eine versicherte Gesundheitsschä-
digung ausser Betracht und ein Rentenanspruch ist ausgeschlossen, selbst 
wenn die klassifikatorischen Merkmale einer psychischen Störung gegeben 
sein sollten (vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG erster Satz). Soweit die betreffenden 
Anzeichen neben einer ausgewiesenen verselbständigten Gesundheits-
schädigung (BGE 127 V 294 E. 5a S. 299) auftreten, sind deren Auswir-
kungen derweil im Umfang der Aggravation zu bereinigen (BGE 141 V 281 
E. 2.1.1 S. 285 und E. 2.2 S. 287; SVR 2016 UV Nr. 25 S. 83 E. 6).

2.2.3 Liegt auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe eine 
versicherte Gesundheitsschädigung vor, erfolgt schliesslich auf der zweiten 
Ebene anhand eines normativen Prüfungsrasters mit einem Katalog von 
Indikatoren eine ergebnisoffene symmetrische Beurteilung des – unter 
Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einer-
seits und Kompensationspotentialen (Ressourcen) anderseits – tatsächlich 
erreichbaren Leistungsvermögens (BGE 141 V 281 E. 3.6 S. 294). Es gilt 
im Regelfall nach gemeinsamen Eigenschaften systematisierte Standardin-
dikatoren zu beachten (E. 4.1.3 S. 297), welche sich in die Kategorien 
„funktioneller Schweregrad“ (E. 4.3 S. 298) und „Konsistenz“ einteilen las-
sen (E. 4.4 S. 303). Der Prüfungsraster ist rechtlicher Natur (E. 5 S. 304). 
Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur 
zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestell-
ten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Stan-
dardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwie-
gender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat die Fol-
gen der Beweislosigkeit die materiell beweisbelastete versicherte Person 
zu tragen (E. 6 S. 308).

2.2.4 Psychosoziale und soziokulturelle Faktoren lassen sich oft nicht klar 
vom medizinisch objektivierbaren Leiden trennen. Trotzdem können solche 
äusseren Umstände nicht als gesundheitliche Beeinträchtigungen im Sinne 
des Gesetzes verstanden werden, weil der gesetzliche Invaliditätsbegriff 

http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=8C_438%2F2015&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F127-V-294%3Ade&number_of_ranks=0#page294
http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=9C_492%2F2014&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F127-V-294%3Ade&number_of_ranks=0#page294

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Juni 2019, IV/2019/62, Seite 7

klar zwischen dem Gesundheitsschaden, an dem die versicherte Person 
leidet, und der durch ihn verursachten Erwerbsunfähigkeit unterscheidet. 
Infolgedessen können psychische Störungen, welche durch soziale Um-
stände verursacht werden und bei Wegfall der Belastung wieder ver-
schwinden, nicht zur Invalidenrente berechtigen. Zwar kann einer fachge-
recht diagnostizierten psychischen Krankheit der invalidisierende Charakter 
nicht mit dem blossen Hinweis auf eine bestehende psychosoziale Belas-
tungssituation abgesprochen werden. Je stärker aber psychosoziale und 
soziokulturelle Faktoren im Einzelfall in den Vordergrund treten und das 
Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss eine fachärztlich 
festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vorhanden sein 
(BGE 127 V 294 E. 5a S. 299; SVR 2012 IV Nr. 52 S. 189 E. 3.2). Nur 
wenn und soweit psychosoziale und soziokulturelle Faktoren einen derart 
verselbstständigten Gesundheitsschaden aufrechterhalten oder seine – 
unabhängig von den invaliditätsfremden Elementen bestehenden – Folgen 
verschlimmern, können sie sich mittelbar invaliditätsbegründend auswirken 
(BGE 139 V 547 E. 3.2.2 S. 552; SVR 2010 IV Nr. 19 S. 59 E. 5.2). 

2.3 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 IV 
Nr. 27 S. 87 E. 4.2.1). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Juni 2019, IV/2019/62, Seite 8

3.

3.1 Die Beschwerdegegnerin stützte sich in der angefochtenen Verfü-
gung vom 13. Dezember 2018 (AB 102) auf das psychiatrische Gutachten 
von Dr. med. F.________ (AB 97.1):

Die Gutachterin diagnostizierte mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine 
rezidivierende depressive Störung, aktuell mittelgradige depressive Episo-
de (ICD-10 F33.1), und generalisierte Angststörung (ICD-10 F41.2) sowie 
ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit akzentuierte Persönlichkeitszüge 
(ängstlich vermeidend, abhängig [ICD-10 Z73]; AB 97.1 S. 31). Sie hielt 
fest, es hätten im objektiven psychopathologischen Befund anlässlich der 
Untersuchungen manifeste psychopathologische Auffälligkeiten bestanden. 
Die Explorandin habe das Gespräch zunächst gar nicht führen können auf-
grund einer psychischen Dekompensation mit einer Hyperventilation, sie 
habe diffuse Ängste angegeben und über Konzentrationsstörungen berich-
tet. Sie sei verstärkt ablenkbar gewesen und habe nachhaltig beruhigt wer-
den müssen. Während des Gespräches habe sie sich jedoch auf die ge-
stellten Fragen einstellen können. Die emotionale Schwingungsfähigkeit sei 
aber jedoch deutlich herabgesetzt gewesen. Im Hinblick auf den Affekt ha-
be eine deutlich depressive Stimmungslage festgestellt werden können mit 
Energielosigkeit und verminderter Schwingungsfähigkeit. Es hätten wieder-
holte Affekteinbrüche während der Exploration bestanden und die Explo-
randin sei bei kritischen Themen praktisch nicht steuerbar gewesen, es 
habe eine Insuffizienz und auch eine Labilität der Affekte vorgelegen, es sei 
auch ein kreisendes Denken und Grübeln wahrnehmbar gewesen. Der An-
trieb und das psychomotorische Verhalten seien herabgesetzt, die Gestik 
und Mimik angemessen gewesen und hätten die Stimmung affektsynthym 
unterstrichen. Spontanität und Eigeninitiative seien nur zum Teil erhalten, 
die soziale Teilnahme im privaten Bereich teilweise eingeschränkt. Anhand 
der Untersuchungen hätten sich jedoch keine Hinweise auf manifeste psy-
chosoziale Probleme ergeben (AB 97.1 S. 32). Die Exploration des Ta-
gesprofils weise auf ein leicht reduziertes Aktivitätsniveau hin, bei den 
Haushaltsarbeiten fühle sich die Explorandin aufgrund von psychischen 
Beschwerden beschränkt belastbar. Analog der Parameter der funktionel-
len Leistungsfähigkeit in Anlehnung an den Mini-ICF-APP bestünden 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Juni 2019, IV/2019/62, Seite 9

Störungen der Aktivität und Partizipation in Bezug auf die Durchhaltefähig-
keit, Flexibilität und Umstellungsfähigkeit im mittelgradigen und teilweise 
schweren Ausmass auf die Selbstbehauptungsfähigkeit im mittleren Aus-
mass (AB 97.1 S. 33).

In den diagnostischen Überlegungen führte die Gutachterin aus, derzeit 
stehe ein depressives Zustandsbild, mindestens mittelgradiger Ausprä-
gung, im Vordergrund; die Explorandin befinde sich in regelmässiger und 
auch intensiver Behandlung mit medikamentösen Massnahmen. Sie sei 
chronisch depressiv, und das funktionelle Niveau sei in vieler Hinsicht ein-
geschränkt. Ein Arbeitstraining sei gescheitert. Aktuell imponiere eine deut-
lich depressive Stimmungslage, die Kardinalsymptome einer Depression 
(depressive Grundstimmung und erhöhte Ermüdbarkeit) seien im Rahmen 
der psychiatrischen Untersuchung klar feststellbar gewesen wie auch Inter-
essensverlust, herabgesetzter Antrieb, Einschränkung der Konzentration 
und Aufmerksamkeit sowie Einschränkung des Selbstvertrauens. Im Weite-
ren habe die Explorandin durch deutlich akzentuierte Persönlichkeitszüge 
imponiert, die einen abhängigen und ängstlich vermeidenden Charakter 
aufwiesen. Sie meide belastende Situationen, es bestehe eine starke Fixie-
rung auf die Umgebung, z.B. den sie stützenden Ehemann und ihre Mutter. 
Im Weiteren imponiere die Explorandin durch ein ängstliches Zustandsbild. 
Sie berichte über diffuse Ängste, diese seien frei flottierend. Im Rahmen 
der Exploration sei es zu einer Dekompensation mit starken Hyperventilati-
onen gekommen, so dass die Begutachtung nur grenzwertig durchführbar 
gewesen sei. Zusammengefasst sei davon auszugehen, dass bei der Ex-
plorandin ausser der rezidivierenden depressiven Episoden auch eine ge-
neralisierte Angststörung vorliege (AB 97.1 S. 33 f.). Aktuell bestehe 
grundsätzlich eine leitliniengerechte psychiatrisch-psychotherapeutische 
Behandlung. Die therapeutischen Massnahmen könnten jedoch intensiviert 
werden (AB 97.1 S. 34). 

In der Beurteilung von Konsistenz, Validität und Plausibilität führte die Gut-
achterin aus, die gutachterliche Konsistenzprüfung habe grundsätzlich kei-
ne manifesten Hinweise auf nicht im geklagten Umfang vorhandene Funk-
tionsbeeinträchtigungen ergeben. Es hätten praktisch wenige lnkonsisten-
zen bis auf den herabgesetzten Medikamentenspiegel von Trazodon und 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Juni 2019, IV/2019/62, Seite 10

und Pregabalin bestanden, wobei die Explorandin angegeben habe, dass 
dieses Medikament ausgeschlichen werde. Vor allem bestünden keine 
Hinweise auf Aggravation (AB 97.1 S. 34). 

Zum sozialen Kontext hielt die Gutachterin dafür, es stelle teilweise eine 
Ressource dar, dass die Explorandin sozial gut unterstützt sei durch ihren 
Ehemann; ebenfalls scheine die Hundehaltung sich sehr stabilisierend auf 
ihr Befinden auszuwirken. Negativ wirke sich jedoch der bereits fortge-
schrittene Chronifizierungsgrad der Erkrankung aus (AB 97.1 S. 35). 

Zur Arbeitsfähigkeit im zuletzt ausgeübten Beruf hielt die Gutachterin fest, 
im …. sei die Explorandin seit 2015 zu 100 % arbeitsunfähig anzusehen. 
Bezüglich Verweistätigkeit führte die Expertin aus, in einer dem Leiden an-
gepassten körperlich geeigneten Tätigkeit bestehe aus psychiatrischer 
Sicht derzeit ebenfalls eine Arbeitsunfähigkeit von 100 %. Bei Intensivie-
rung der therapeutischen Massnahmen mit einer konsequent durchgeführ-
ten Verhaltenstherapie, Anpassung der medikamentösen Massnahmen sei 
das Erlangen einer Arbeitsfähigkeit in einer Verweistätigkeit zu erwarten in 
einem mindestens 50 %-igem Ausmass. Die Verweistätigkeit müsse leich-
te, einfache administrative Aufgaben umfassen, ohne Ansprüche auf zu 
hohe kognitive Fähigkeiten, ohne Ansprüche auf kreative Fähigkeiten und 
möglichst ohne Konflikte mit dem Arbeitgeber; die Arbeit müsse klar struk-
turiert sein. Die Gutachterin empfahl die Aufnahme einer Tätigkeit im ge-
schützten Rahmen und eine neue Evaluation nach Intensivierung der the-
rapeutischen Massnahmen in einem Jahr (AB 97.1 S. 35). 

3.2

3.2.1 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Juni 2019, IV/2019/62, Seite 11

dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

3.2.2 Unabhängig davon, ob es sich um eine nachweisliche organische 
Pathologie oder um ein unklares Beschwerdebild handelt, setzt eine 
Anspruchsberechtigung stets eine nachvollziehbare ärztliche Beurteilung 
der Auswirkungen des Gesundheitsschadens auf die Arbeits- und 
Erwerbsfähigkeit voraus. Dabei können – insbesondere unklaren 
Beschwerdebildern inhärente – Abklärungs- und Beweisschwierigkeiten die 
Berücksichtigung weiterer Lebens- und Aktivitätsbereiche wie etwa 
Freizeitverhalten oder familiäres Engagement erfordern, um das Ausmass 
der Einschränkungen zu plausibilisieren, wobei auch fremdanamnestische 
Angaben zu berücksichtigen sind. Ohne Einbezug solcher Indizien, wie sie 
im Rahmen der festen Praxis zu den organisch nicht nachweisbaren 
unklaren Beschwerdebildern (BGE 141 V 281 E. 4.4.1 S. 303, 130 V 352) 
regelmässig zu berücksichtigen sind, ist eine ärztliche 
Arbeitsfähigkeitsbeurteilung nicht beweiskräftig (BGE 140 V 290 E. 3.3.2 S. 
297).

3.2.3 In den konsistenten Nachweis einer gestörten Aktivität und 
Partizipation einzubeziehen sind nur funktionelle Ausfälle, die sich aus 
denjenigen Befunden ergeben, welche auch für die Diagnose der 
Gesundheitsbeeinträchtigung massgebend gewesen sind. Die 
Einschränkung in den Alltagsfunktionen, welche begrifflich zu einer lege 
artis gestellten Diagnose gehört, wird mit den Anforderungen des 
Arbeitslebens abgeglichen und anhand von Schweregrad- und 
Konsistenzkriterien in eine allfällige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit 
umgesetzt. Auf diesem Weg können geltend gemachte 
Funktionseinschränkungen über eine sorgfältige Plausibilitätsprüfung 
bestätigt oder verworfen werden (BGE 141 V 281 E. 2.1.2 S. 287).

3.3 Das psychiatrische Gutachten von Dr. med. F.________ vom 
6. August 2018 erweist sich – entgegen der Auffassung der Parteien – 
keineswegs als voll beweiskräftig (vgl. E. 3.2.1 hiervor). Bereits in der 
Ausgangslage wird bezüglich der Befunde festgehalten, dass die 
Beschwerdeführerin sich an beiden Untersuchungsterminen in einen 
Gemütszustand versetzt habe, welcher ein kohärentes Gespräch bloss 

http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F130-V-352%3Ade&number_of_ranks=0#page352

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Juni 2019, IV/2019/62, Seite 12

teilweise ermöglichte (AB 97.1 S. 25), namentlich habe sie sich bei 
,kritischen Themen' als verstärkt ablenkbar und nicht steuerbar gezeigt (vgl. 
AB 97.1 S. 32). Die Gutachterin selbst erklärte, die Begutachtung sei nur 
grenzwertig durchführbar gewesen (AB 97.1 S. 33). In Widerspruch dazu 
steht die Feststellung, dass sich im Gespräch keine Hinweise auf relevante 
kognitive Schwierigkeiten (AB 97.1 S. 25 unten) und sich im Mini-ICF-APP 
keine Befunde ergaben (AB 97.1 S. 26 f.), aufgrund welcher sich die von 
der Gutachterin der Beschwerdeführerin attestierte 100 %-ige (bzw. nach 
einer Intensivierung der medikamentösen Therapie 50 %-ige) 
Arbeitsunfähigkeit nachvollziehbar begründen liesse. Vielmehr besteht 
Grund zur Annahme, dass die Gutachterin die von der Beschwerdeführerin 
gemachten Angaben unkritisch übernommen und nicht hinterfragt hat. So 
mangelt es beispielsweise an einer Diskussion der mehr als 20-jährigen 
erfolgreichen beruflichen Karriere beim selben Arbeitgeber, welche 
offenbar erst nach einem internen Stellenwechsel zur Überforderung 
geführt haben soll (AB 97.1 S. 23). Unkritisch scheint die Gutachterin 
anzunehmen, dass hierzu die angeblich unschöne, die Persönlichkeit 
prägende Kindheit geführt hat. Dabei lässt sie undiskutiert, ob die 
Beschwerdeführerin mit ihrer Ausbildung überhaupt die Voraussetzungen 
zur Ausübung dieser neuen Aufgabe mitbrachte (vgl. AB 47 S. 3). Obwohl 
in den Akten noch erwähnt worden war, dass eine berufliche Belastung 
(durch personelle Unterbesetzung bei der früheren Arbeitsstelle [AB 16 S. 
3, 34 S. 3]) bestanden habe, was zur Überarbeitung, Überforderung 
gekoppelt mit Konfliktsituationen am Arbeitsplatz geführt habe (AB 34 S. 3) 
und es am Arbeitsplatz der Beschwerdeführerin offenbar auch zu 
Umstrukturierungen gekommen ist („sie weiss jedoch nicht, wie es 
betrieblich weitergeht, da ihr Team in eine zentrale Stelle eingefügt wird“ 
[AB 10 S. 3]; „Im Gespräch mit dem Arbeitgeber musste Frau A.________ 
ebenfalls erfahren, dass die berufliche Zukunft im angestammten Betrieb 
sehr unsicher sei. Zukunftsängste und finanzielle Ängste bedrücken sie 
noch zusätzlich“ [AB 58 S. 3]), hat sich die Gutachterin damit nicht 
auseinandergesetzt bzw. dies mit der Explorandin thematisiert. Vielmehr 
geht sie, obwohl aktenmässig nicht dokumentiert, davon aus, dass die 
Beschwerdeführerin bereits zeitlebens an depressiven Stimmungen gelitten 
habe (AB 97.1 S. 33). Nicht überzeugend sind die Ausführungen der 
Gutachterin (AB 97.1 S. 33 f.), weshalb nach einer Dekompensation 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Juni 2019, IV/2019/62, Seite 13

aufgrund einer schwierigen Arbeitssituation, der Erkrankung der Mutter und 
einer Freundin an Brustkrebs (vgl. AB 58 S. 9) nunmehr eine 
eigenständiges psychisches Leiden vorliege. Weiter setzt sie sich nicht mit 
Inkonsistenzen auseinander wie diejenige, dass die Beschwerdeführerin 
während der arbeitsmarktlichen Abklärung nicht in der Lage war, vor 9 Uhr 
mit der Arbeit zu beginnen (vgl. AB 97.1 S. 10 ff. m.H.a. AB 60 [= 62] und 
69), wogegen sie anlässlich der Untersuchung zum Tagesablauf angab, 
morgens zwischen 6.00-7.30 Uhr aufzustehen, um für 3/4 Stunden mit dem 
Hund spazieren zu gehen (AB 97.1 S. 24). Weiter hält die Gutachterin fest, 
anlässlich der Untersuchungen hätten sich keine Hinweise auf manifeste 
psychosoziale Probleme ergeben (AB 97.1 S. 32), wogegen aufgrund der 
Aktenlage davon ausgegangen werden muss, dass das depressive 
Geschehen, soweit es nicht im Sinne eines reaktiven Geschehens auf 
belastende Ereignisse (Tod des Vaters, Erkrankung der Mutter und der 
Freundin) zu verstehen ist, ausschliesslich oder zumindest in ausgeprägter 
Weise durch psychosoziale Belastungsfaktoren bestimmt und unterhalten 
wird. Die Gutachterin nennt denn auch nicht, wobei es sich bei den von ihr 
als ‚kritisch‘ bezeichneten Themen gehandelt hat und womit die von ihr als 
,diffus‘ (AB 97.1 S. 33) bezeichneten Ängste begründet wurden.

Rechtsprechungsgemäss (BGE 127 V 294) wird für die Annahme eines IV-
relevanten Gesundheitsschadens vorausgesetzt, dass sich die psychischen 
Beschwerden von psychosozialen bzw. invaliditätsfremden Faktoren im 
Sinne eines eigenständigen psychischen Leidens verselbstständigt haben 
(vgl. E. 2.2.4 hiervor). Das Gutachten geht auf diese 
Abgrenzungsproblematik in der diagnostischen Diskussion (AB 97.1 S. 33 
f.) in keiner Weise ein; vielmehr werden diese offenkundig noch weiter 
bestehenden Faktoren schlicht ausgeblendet und es wird ohne weitere 
Begründung in nicht nachvollziehbarer Weise davon ausgegangen, es liege 
ein chronisch depressives und therapeutisch kaum mehr angehbares 
Beschwerdebild vor.

3.4 Nach dem Dargelegten ist das Gutachten nicht schlüssig, vielmehr 
leidet es an gravierenden Mängeln, weshalb die IVB die medizinischen 
Akten durch Edition der vollständigen Krankengeschichte (insbesondere 
Behandlungsaufzeichnungen) der behandelnden Psychiaterin zu 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Juni 2019, IV/2019/62, Seite 14

vervollständigen und hierauf eine Neubegutachtung anzuordnen haben 
wird. Die Rückweisung an die Verwaltung erweist sich unter 
Berücksichtigung von BGE 137 V 210 E. 4.4.1.4 S. 264 als geboten und 
zulässig, geht es doch um bisher vollständig ungeklärte Fragen.

3.5 In Gutheissung der Beschwerde ist die angefochtene Verfügung der 
IV-Stelle Bern vom 13. Dezember 2018 (AB 102) aufzuheben und die Sa-
che an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie – nach Vor-
nahme der Abklärungen im Sinne der Erwägungen – neu verfüge.

4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4). 

Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 800.-- ist der Beschwerdeführerin 
nach Eintritt der Rechtskraft des Urteils zurückzuerstatten.

4.2 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten (Art. 61 lit. g ATSG). Nach der Rechtsprechung gilt 
es unter dem Gesichtspunkt des (bundesrechtlichen) Anspruchs auf eine 
Parteientschädigung im Streit um eine Sozialversicherungsleistung bereits 
als Obsiegen, wenn die versicherte Person ihre Rechtsstellung im Ver-
gleich zu derjenigen nach Abschluss des Administrativverfahrens insoweit 
verbessert, als sie die Aufhebung einer ablehnenden Verfügung und die 
Rückweisung der Sache an die Verwaltung zu ergänzender Abklärung und 
neuer Beurteilung erreicht (BGE 137 V 57 E. 2.1 S. 61). Dies gilt unabhän-
gig davon, ob die Rückweisung beantragt oder ob das entsprechende Be-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Juni 2019, IV/2019/62, Seite 15

gehren im Haupt- oder im Eventualantrag gestellt wird (SVR 2017 KV Nr. 9 
S. 43 E. 9.1).

Mit Kostennote vom 16. April 2019 macht Rechtsanwalt B.________ ein 
Honorar von Fr. 4‘620.-- (16.5 Stunden à Fr. 280.--), zuzüglich Auslagen 
von Fr. 161.70 und Mehrwertsteuer (7.7 % auf Fr. 4‘781.70), total 
Fr. 5‘149.90 geltend. Dies erweist sich selbst unter Beachtung des doppel-
ten Schriftenwechsels im Vergleich zu ähnlich gelagerten Fällen unter dem 
Aspekt des gebotenen Aufwandes als zu hoch. Das Honorar ist deshalb auf 
pauschal Fr. 3‘600.-- (inkl. Auslagen und MWSt.) festzusetzen.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung der 
IV-Stelle Bern vom 13. Dezember 2018 aufgehoben und die Sache an 
die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen, damit sie – nach Vornahme 
der Abklärungen im Sinne der Erwägungen – neu verfüge.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt. 

3. Der von der Beschwerdeführerin geleistete Kostenvorschuss von 
Fr. 800.-- wird ihr nach Rechtskraft des Urteils zurückerstattet.

4. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 3‘600.-- (inkl. Auslagen und MWSt.), zu er-
setzen.

5. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Juni 2019, IV/2019/62, Seite 16

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.