# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9683ee90-a9ad-5847-9efc-da736a5c6275
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-12-17
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 17.12.2014 IV 2013/181
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2013-181_2014-12-17.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2013/181

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 08.06.2020

Entscheiddatum: 17.12.2014

Entscheid Versicherungsgericht, 17.12.2014
Art. 8 Abs. 1 ATSG. Arbeitsunfähigkeit von 100 % in jeglicher Tätigkeit 
wegen einer phasenweise mittel- bis schwergradigen depressiven Störung. 
Liegt eine diagnostizierte psychiatrische Erkrankung vor, ist es irrelevant, ob 
diese durch psychosoziale oder soziokulturelle Faktoren (mit-)verursacht 
oder verstärkt worden ist. Gutheissung der Beschwerde und Zusprache 
einer ganzen Rente (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. 
Gallen vom 17. Dezember 2014, IV 2013/181). Bestätigt durch Urteil des 
Bundesgerichts 9C_37/2015.

Entscheid Versicherungsgericht, 17.12.2014

Vizepräsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Monika Gehrer-Hug und

Lisbeth Mattle Frei; Gerichtsschreiberin Lea Locher

Entscheid vom 17. Dezember 2014

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Adrian Zogg, Kieser Senn Partner, 

Ulrichstrasse 14, 8032 Zürich,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

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Beschwerdegegnerin,

betreffend

Rente

Sachverhalt:

A.    

A.a  A.___ wurde von seiner Arbeitgeberin, der B.___ AG, am 14. Oktober 2008 bei der 

IV-Stelle des Kantons St. Gallen zur Früherfassung angemeldet (IV-act. 2). Die 

Arbeitgeberin gab an, dass der Versicherte seit dem 6. März 2008 wegen eines 

Nabelbruchs zu 100 % arbeitsunfähig sei. Nach Aufforderung durch die IV-Stelle (IV-

act. 4) reichte der Versicherte das Anmeldeformular am 3. November 2008 ein (IV-act. 

5). Er gab an, im September 1994 von C.___ in die Schweiz eingereist zu sein. Nach 

dem Gymnasialabschluss habe er Militärdienst geleistet. Sein erlernter Beruf sei 

Polizist. Seit 1998 arbeite er zu 100 % als Maschinenführer bei der B.___ AG. Seine 

gesundheitlichen Beeinträchtigungen seien durch zwei Unfälle (29. Juni 2006 und 31. 

Januar 2007) herbeigeführt worden.

A.b  Bei einem telefonischen Gespräch am 11. November 2008 gab Dr. med. D.___, 

Psychiatrie FMH, gegenüber der RAD-Ärztin Dr. E.___ an, der Versicherte befinde sich 

seit dem 19. August 2008 zweimal pro Woche bei ihm in Behandlung (unterzeichnetes 

Gesprächsprotokoll: IV-act. 16). Er leide an einer schweren, bereits chronifizierten 

Depression und zusätzlich an somatischen Problemen wegen einer 

Umbilicalhernienoperation im März 2008 (gestörte Schmerzverarbeitung). Der 

Gesundheitszustand sei instabil und der Versicherte zurzeit nicht arbeitsfähig.

A.c  Dr. med. F.___, Facharzt für innere Medizin FMH, gab am 21. November bzw. 25. 

Dezember 2008 gegenüber der RAD-Ärztin Dr. E.___ an, der Versicherte sei wegen 

chronischer Schmerzen und einer schweren Depression seit dem 6. März 2008 zu 

100 % arbeitsunfähig (unterzeichnetes Gesprächsprotokoll: IV-act. 26 - 1 f.). Einem 

beigelegten Bericht vom 19. August 2008 (IV-act. 26 - 7 ff.) war zu entnehmen, dass 

Prof. Dr. med. G.___ vom H.___ die folgenden Diagnosen gestellt hatte: Starke 

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Narbenschmerzen im Nabelbereich, Verdacht auf kleines infraumbilikales 

Hernienrezidiv, Status nach Nabelhernienplastik am 3. Mai 2002, Status nach 

Fasziendoppelung bei supraumbilikaler epigastrischer Hernie am 7. März 2007, Status 

nach Hernienrezidiv im Nabelbereich 2007, Status nach Narbenhernienplastik mit 

einem Kugel-Patch am 17. März 2008, Status nach postoperativem Wundinfekt und 

VAC-Behandlung im März/April 2008, Status nach Exzision und Débridement eines 

Restabszesses am 20. Juni 2008, chronische Obstipation und rezidivierende 

Migräneanfälle. Prof. G.___ hatte eine Revision und erneute Narbenhernienplastik mit 

Netzimplantation empfohlen. Die Entfernung des Kugel-Patches sei die einzige 

Chance, den Zustand zu verbessern und die Schmerzen zu verringern. Eine Garantie, 

dass die Schmerzen postoperativ verschwunden seien, gebe es nicht. Zudem bestehe 

ein erhöhtes Infektrisiko. Am 27. November 2008 teilte die IV-Stelle dem Versicherten 

mit, dass wegen seines Gesundheitszustandes zurzeit keine beruflichen 

Eingliederungsmassnahmen möglich seien (IV-act. 20).

A.d  Im Fragebogen für Arbeitgebende vom 8. Dezember 2008 (IV-act. 25) gab die 

B.___ AG an, sie beschäftige den Versicherten seit dem 1. Juli 1998 als Maschinen­

führer. Sein Lohn betrage seit dem 1. Januar 2008 Fr. 49'902.10. Die Tätigkeit beinhalte 

u.a. das häufige Heben, Tragen, Ziehen und Stossen von Lasten bis 25 kg, manchmal 

auch von Lasten über 25 kg. Gemäss dem IK-Auszug hatte das beitragspflichtige 

Einkommen im Jahr 2007 Fr. 66'692.-- betragen (IV-act. 17).

A.e  Der Hausarzt gab am 3. März 2009 an, dass dem Versicherten die bisherige 

Tätigkeit wegen den diversen Eingriffen an der Bauchdecke nicht mehr zumutbar sei 

(IV-act. 31). Dr. D.___ berichtete am 17. März 2009 (IV-act. 33), der Versicherte leide 

seit dem Jahr 2000 an einer schweren depressiven Entwicklung (F33.11). Er sei wegen 

Kraftlosigkeit, amotivationalem Zustand, mangelnder Aufmerksamkeit, eingeschränkter 

Denkfähigkeit und fehlendem Antrieb in seiner bisherigen Tätigkeit eingeschränkt. Vom 

19. August 2008 bis 31. Dezember 2008 sei er als Maschinenführer zu 100 % 

arbeitsunfähig gewesen.

A.f   Die Klinik I.___ berichtete am 19. Mai 2009 (IV-act. 37), dass sich der Versicherte 

vom 10. Dezember 2008 bis am 6. April 2009 bei ihr in stationärer Behandlung 

befunden habe. Die Klinik gab die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die 

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Arbeitsfähigkeit an: Mittelgradige depressive Episode (F32.1) und Somatisierungs­

störung (F45.0). Keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hätten die akzentuierten 

Persönlichkeitszüge mit abhängigen und passiv aggressiven Anteilen (Z73.0), ein 

Verdacht auf Hypothyreose und ein Verdacht auf essentielle Hypertonie. Die Klinik gab 

weiter an, dass es sich um ein chronisches Zustandsbild handle. Die Veränderung 

bestehender Verhaltensmuster habe sich sehr schwierig gestaltet. Eine Besserung des 

Zustandsbildes in den nächsten Monaten sei unwahrscheinlich. Die bisherige Tätigkeit 

sei dem Versicherten aufgrund der erheblichen körperlichen Belastung nicht mehr 

zumutbar. Der Versicherte sei aufgrund seiner angegebenen Schmerzsymptomatik 

(abdominal, linke Hüfte, tiefe Lendenwirbelsäule, linke Schulter, Kopfschmerzen) in den 

Bewegungsabläufen erheblich eingeschränkt. Psychiatrischerseits bestünden tägliche 

Schwankungen in der Befindlichkeit, starke regressive Rückzugstendenzen bei bereits 

kleinen psychischen Belastungen und häufig dadurch ausgelösten 

Konversionssymptomen (Versagen der Beine, Schwächegefühl) mit auftretender 

Suizidalität. Es bestehe eine geringe Frustrationstoleranz und eine starke Affektlabilität 

bei einer gleichzeitig bestehenden und wechselseitig verstärkenden 

Schmerzsymptomatik. Die Denkmuster seien rigide und unflexibel.

A.g  Dr. D.___ berichtete am 30. Oktober 2009, dass der Versicherte an einer schweren 

Depression ohne psychotische, aber mit somatischen Symptomen, zunehmend seit 

Sommer 2008, sowie einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung leide (IV-

act. 42). Die stationäre Behandlung in der Klinik I.___ von Dezember 2008 bis April 

2009 habe wenig gebracht. Die bisherige Tätigkeit sei ihm vor allem wegen der 

Schmerzen, aber auch wegen mangelnder Konzentrationsfähigkeit nicht mehr 

zumutbar. Zumutbar sei ihm eine leichte Arbeit im Sitzen oder Stehen für eine Stunde 

pro Tag. Seine Leistungsfähigkeit sei um ca. 60 % vermindert. Eine Tätigkeit in einem 

geschützten Rahmen wäre für zwei Stunden pro Tag möglich, sofern der Versicherte 

willig und kooperativ sei.

A.h  Am 2. Februar 2010 fand ein Assessmentgespräch in Anwesenheit des Versi­

cherten, der Eingliederungsberaterin und der RAD-Psychiaterin Dr. med. J.___ statt 

(ärztlicher Bericht vom 2. Februar 2010, IV-act. 54). Ziel des Gesprächs sei gewesen, 

die Bedingungen einer Integrationsmassnahme zu evaluieren und das weitere 

Vorgehen festzulegen. Dr. E.___ (praktische Ärztin) und Dr. J.___ diagnostizierten eine 

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schwere Depression mit somatischen Symptomen (F33.21), aktuelle Episode seit 

Sommer 2008, einen Status nach Nabelhernienplastik im Februar 2002 mit 

kompliziertem Verlauf und mehreren operativen Folgeeingriffen, aktuell 

Narbenschmerzen im Nabelbereich und v.a. Hernienrezidiv, sowie eine anhaltende 

somatoforme Schmerzstörung (F45.41). Der Versicherte habe angegeben, konstante 

Schmerzen im Abdomen zu haben, welche sich auf die ganze linke Körperseite 

(Schulter, Beine) ausbreiteten. Er fühle sich sehr einsam und leide oft unter Migräne. 

Eigentlich habe er nur noch Kontakt zu einem ehemaligen Arbeitskollegen. Seine 

beiden Söhne würden ihm von der Vormundschaftsbehörde und der Ex-Frau 

vorenthalten. Dr. J.___ gab an, der Versicherte sei nur in eingeschränktem Ausmass in 

der Lage gewesen, die gestellten Fragen konkret zu beantworten und habe sich in 

Wiederholungen und Abschweifungen verloren. Der Tagesablauf zeige eine weitgehend 

normale Struktur mit unauffälligen Aufsteh- und Schlafenszeiten, adäquater 

Körperhygiene, Selbstverpflegung, Sozialkontakt und leichter Freizeitbeschäftigung wie 

Fernsehen. Der Versicherte habe angegeben, sich überhaupt nicht vorstellen zu 

können, einer Arbeit nachzugehen. Dies sei erst wieder möglich, wenn er gesund sei. 

Er schlafe schlecht und könne sich nicht konzentrieren, weshalb er seit fünf Jahren 

nicht mehr selber Auto fahre. Der Versicherte sei eine Dreiviertelstunde zu spät zum 

vereinbarten Gesprächstermin erschienen; er sei in den falschen Zug eingestiegen. Er 

habe im Assessmentgespräch eine depressive Symptomatik mit gedanklicher Fixierung 

und Einengung auf die belastenden Lebensumstände gezeigt, wobei die 

psychosozialen Probleme eine ebenso grosse Rolle gespielt hätten wie die 

Schmerzproblematik. Der Versicherte könne keine Zukunftsperspektiven entwickeln 

und lehne Hilfsangebote ab. Subjektiv sehe er sich nicht in der Lage, an einer 

niederschwelligen Integrationsmassnahme mitzuwirken. Aus medizinischer Sicht sei 

eine Tätigkeit in der freien Wirtschaft derzeit nicht vorstellbar. Aufgrund der 

geschilderten Tagesstruktur, der Tatsache, dass der Versicherte selbständig den relativ 

aufwendigen Weg von Jona bis St. Gallen habe zurücklegen können und aufgrund 

seiner Präsentation während des eineinhalbstündigen Assessmentgesprächs erscheine 

die Ausübung einer körperlich leichten Tätigkeit im geschützten Rahmen während 

anfänglich zwei Stunden täglich allerdings durchaus möglich. Obwohl nach Ansicht des 

Hernienspezialisten Prof. G.___ eine erneute operative Revision die einzige Chance auf 

eine Verringerung der Schmerzen sei, sei eine Auflage zur Schadenminderung nicht 

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angezeigt, zumal ein günstiges Outcome nicht garantiert werden könne. Zur definitiven 

Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sei eine polydisziplinäre Begutachtung erforderlich. Am 

10. Februar 2010 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass aufgrund seines 

Gesundheitszustandes zurzeit keine beruflichen Massnahmen möglich seien (IV-act. 

60).

A.i   Vom 28. Januar bis 17. Mai 2010 war der Versicherte zum zweiten Mal in der Klinik 

I.___ hospitalisiert (provisorischer Austrittsbericht: IV-act. 67). Die Klinik gab als 

Diagnosen eine schwere depressive Episode mit psychotischen Symptomen (F32.3), 

eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung bei Vorliegen andernorts kategorisierter 

somatischer Leiden (F45.4) sowie eine Akzentuierung von Persönlichkeitszügen mit 

abhängigen, passiv-aggressiven Anteilen (Z73.1) an. Die Zuweisung sei wegen akuter 

Suizidalität bei schwerer depressiver Symptomatik erfolgt. Diese Symptomatik sei 

durch eine Überforderung in der Bewältigung der schwierigen Lebenssituation bedingt 

(Arbeitsunfälle mit bleibend somatischer Beeinträchtigung, Verlust des Arbeitsplatzes); 

diese werde durch einen chronifizierten Somatisierungsprozess in Verbindung mit 

erheblichen emotionalen und psychosozialen Konflikten verstärkt.

A.j   Am 24. August 2010 wurde der Versicherte durch die MEDAS Zentralschweiz 

polydisziplinär (internistisch, rheumatologisch und psychiatrisch) begutachtet 

(Gutachten vom 28. Dezember 2010: IV-act. 74). Als Diagnose mit wesentlicher 

Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit wurde ein chronisches 

Halbseitenschmerzsyndrom links mit/bei chronischem zerviko-thorako-lumbo-

vertebragenem Syndrom angegeben. Als Diagnosen ohne wesentliche Einschränkung 

der Arbeitsfähigkeit wurden eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (F45.4), 

eine beginnende Coxarthrose beidseits und Übergewicht genannt. Der Versicherte gab 

an, dass seine Ex-Frau der Beginn seiner Probleme gewesen sei. Er habe zu viel 

gearbeitet und seine Ex-Frau habe ihm das (ersparte) Geld, ca. Fr. 120'000.--, 

weggenommen. 1994, als er seine Ex-Frau in C.___ geheiratet habe, sei sie sehr nett 

gewesen. Zurück in der Schweiz sei sie nach wenigen Wochen zu einer ganz anderen 

Frau geworden; sie habe ihn immer beleidigt. Dies habe letztlich im Jahr 2000 zur 

Trennung geführt. Seither sei die Situation wegen Konflikten betreffend das 

Besuchsrecht noch schlimmer geworden. Obwohl ihm zwei Hernienspezialisten zu 

einer erneuten Operation geraten hätten, habe er in eine solche nicht eingewilligt, weil 

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er Angst vor möglichen Komplikationen habe und es keine Garantie für eine Besserung 

gebe. Am schlimmsten seien die ständig vorhandenen Schmerzen in der linken 

Körperseite (von Kopf bis Fuss). Auch sein Bauch bereite ihm immer Schmerzen; er 

könne deswegen nur noch etwa eine halbe Stunde am Stück gehen. Ein weiteres 

Problem sei die drei- bis viermal pro Monat auftretende Migräne mit Übelkeit und 

Erbrechen. Alles sei eine Katastrophe ‒ er sei immer traurig wegen den Kindern, weil er 

seine Eltern seit zwei Jahren nicht mehr gesehen habe und wegen der finanziellen 

Probleme. Er habe keine Hoffnung und keine Kraft mehr und sei sehr schwach 

geworden. Oft sei er nur zu Hause und weine. Dr. med. K.___, Facharzt Rheumatologie 

FMH, erklärte, dass seine Untersuchung eine ausgeprägte Fehlstatik mit antalgischer 

Schonhaltung im Sinne einer schmerzhaft fixierten, hoch thorakalen Hyperkyphose, 

verbunden mit Kopfpropulsion und Schulterprotraktion und Entwicklung einer 

erheblichen muskulären Dysbalance und Dekonditionierung ergeben habe 

(rheumatologisches Konsilium: IV-act. 74 - 28 ff.). Die Schonhaltung stehe im 

Zusammenhang mit den Abdominalschmerzen periumbilical bei paraumbilicaler 

Rezidivhernie. Der Versicherte versuche, jegliche Spannung auf die Abdominalwand zur 

Schmerzvermeidung zu vermeiden, was zu einem grotesken Fehlverhalten und 

Entwicklung einer Schmerzkrankheit mit aktueller Präsentation eines chronischen 

Halbseitenschmerzsyndroms links geführt habe. Das gesamte Schmerzverhalten weise 

zusätzlich eine deutliche Überlagerungssymptomatik mit Inkonsistenzen auf: Während 

die Beweglichkeit des Arms im linken Schultergelenk in der Untersuchungssituation 

erheblich eingeschränkt gewesen sei, habe der Versicherte diesen beim Ankleiden 

unbehindert benützen können. Auch das linkseitige Hinken sei inkonstant gewesen. 

Das Hauptproblem des Versicherten sei die abdominale Situation mit 

Nabelhernienrezidiv/paraumibilicaler Rezidivhernie, konsekutiv schmerzbedingtem 

Schonverhalten und diesbezüglich sekundärer Entwicklung eines ausgeprägten 

panvertebralen Schmerzsyndroms und einer chronifizierten 

Halbseitenschmerzsymptomatik. Aus rheumatologischer Sicht könnten dem 

Versicherten keine körperliche Schwerarbeit, keine Arbeiten mit vorgeneigtem oder 

abgedrehtem Oberkörper, keine Arbeiten mit den Armen an oder über der Schulter­

horizontalen und keine Arbeiten auf vibrierenden Maschinen, auf Dächern oder auf 

Gerüsten mehr zugemutet werden. Bei seiner zuletzt ausgeübten Tätigkeit als 

Maschinenführer habe es sich um eine körperlich zumeist schwere Arbeit in 

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rückenhygienisch ungünstigen Arbeitspositionen gehandelt. In dieser Tätigkeit sei der 

Versicherte zu 100 % arbeitsunfähig. Körperlich leichte Arbeiten seien ihm ganztags 

mit einer geschätzten Leistungseinbusse von 20 % infolge schmerzbedingt vermehrter 

Pausen und langsamerem Arbeitstempo zumutbar. Dr. K.___ erklärte zudem, dass ein 

Hernienspezialist beurteilen müsse, ob die Arbeitsfähigkeit wegen der Herniensituation 

abdominal weitergehend eingeschränkt sei. Er selbst sei hierzu nicht kompetent. Die 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestehe seit dem Unfall vom 3. Mai 2007. Primär 

müsste noch einmal die Behandlungsmassnahme des vermuteten Nabelhernienrezidivs 

diskutiert werden. Der psychiatrische Gutachter Dr. med. L.___ gab an, der Versicherte 

habe während der ganzen Untersuchung wenig Gefühle gezeigt und in aller 

Deutlichkeit auf die völlig desolate Lebenssituation ohne irgendeine Perspektive und 

ohne Entwicklungspotential im beruflichen oder persönlichen Bereich hingewiesen 

(psychiatrisches Konsilium: IV-act. 74 - 40 ff.). Dr. L.___ gab keine Diagnosen mit 

Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit an. Als Diagnosen ohne Auswirkungen auf die 

Arbeitsfähigkeit gab er eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (F45.4) und 

Probleme mit Bezug auf Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung (Stress, 

ausgeprägte psychosoziale Belastungssituation, Z73.3) an. Dr. L.___ führte aus, dass 

der Versicherte nach seinen eigenen Schilderungen die Erlebnisse im Militärdienst 

relativ bald und ohne schwerwiegende Folgen verarbeitet habe. Kurz nach der Heirat 

1994 sei er ohne Sprachkenntnisse und ohne Beruf in die Schweiz gekommen. Dieser 

Schritt habe für ihn eine schwere Entwurzelung bedeutet. Nachdem sich die Ehe 

problematisch gestaltet habe, sei bereits wenige Monate nach der Einreise in die 

Schweiz ein Scheitern in allen Lebensbereichen programmiert und zu erwarten 

gewesen. Er habe sich den beruflichen Herausforderungen gestellt, aber bald erleben 

müssen, dass seine Hoffnungen und Erwartungen nicht erfüllt würden. Der Verlust 

seiner Ersparnisse, das Scheitern der Ehe und die beiden Unfälle, die von der Suva 

nicht als solche gewürdigt worden seien, hätten dann zur Dekompensation und zur 

völligen Selbstaufgabe geführt. Dr. D.___ habe eine Arbeitsunfähigkeit in sehr 

weitgehendem Umfang bestätigt, ohne dabei zwischen soziokulturellen Faktoren und 

einem psychiatrischen Leiden in engerem Sinne zu unterscheiden. Der psychiatrische 

Sachverständige prüfte mit Bezug auf die diagnostizierte somatoforme 

Schmerzstörung sodann die Foerster-Kriterien: Vollkommen zurecht habe der 

Versicherte ihm gegenüber darauf hingewiesen, dass ihn vor allem die finanziellen 

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Engpässe, die Enttäuschung über den Geldverlust, die Niedergeschlagenheit 

angesichts der ungünstigen ehelichen Entwicklung und angesichts der fehlenden 

Kontaktmöglichkeiten mit den Kindern beeinträchtigten und nicht so sehr eine 

Depression in engerem Sinne. Eine Komorbidität liege demnach eindeutig nicht vor, 

auch wenn viele Phänomene seiner Persönlichkeit durchaus auch bei einer Depression 

auftreten könnten. Bezüglich der Chronizität körperlicher Begleiterkrankungen sei 

festzuhalten, dass der Versicherte im Gespräch selbst die Beschwerden ohne 

Schwierigkeiten stehend habe veranschaulichen können, sich nach dem Gespräch 

jedoch derart leidend präsentiert habe, dass er kaum noch habe aufstehen können und 

die Räume der MEDAS nur sehr zögernd verlassen habe. Weiter müsse ein sozialer 

Rückzug ohne finanzielle Mittel fast zwingend stattfinden. Trotzdem habe der 

Versicherte eingestanden, Bücher zu lesen, schriftlich zu korrespondieren und sich 

nach Kontakten mit den Kindern zu sehnen und einen Austausch mit einem Kameraden 

zu pflegen. Auch im nahegelegenen Einkaufszentrum nehme er die 

Kontaktmöglichkeiten war. Ein verfestigter, innerseelischer Verlauf sei wohl 

anzunehmen, werde aber unterbrochen durch ein gewisses Aufblühen im geschützten 

Rahmen der psychiatrischen Kliniken. Das Behandlungsergebnis müsse unter diesen 

Rahmenbedingungen unbefriedigend sein, der soziale Kontext lasse gar keine andere 

Lösung zu. Aus psychiatrischer Sicht sei eine Berentung nicht gerechtfertigt, auch 

wenn der Versicherte, so schmerzgeplagt wie er sei, keine Anstellung mehr finden 

werde. Die Sachverständigen schätzten die Arbeitsfähigkeit aus polydisziplinärer Sicht 

für die angestammte Tätigkeit ab November 2008 auf 0 %. In einer adaptierten 

Tätigkeit sei der Versicherte ab dem Datum der Schlussbesprechung, d.h. ab 

Dezember 2010 zu 80 % arbeitsfähig aufgrund einer Leistungsverminderung von 20 % 

wegen einem erhöhten Pausenbedarf und einem langsameren Arbeitstempo. Eine 

wesentliche Besserung der Gesamtsituation sei nicht zu erwarten, auch nicht durch 

eine erneute Hernienoperation.

A.k  Am 15. April 2011 nahmen die RAD-Ärztinnen Dr. E.___ und Dr. J.___ Stellung zum 

Gutachten (IV-act. 75). Sie erklärten, dass aus somatischer Sicht hinsichtlich des 

adaptierten Tätigkeitsprofils zu ergänzen sei, dass eine leidensadaptierte Arbeit einen 

Wechsel zwischen Gehen, Stehen und Sitzen zulassen müsse; häufiges Gehen und 

Stehen seien dem Versicherten nicht zuzumuten. Im Gegensatz zum somatischen Teil 

des Gutachtens sei der psychiatrische Teil nicht gut nachvollziehbar. Zum einen fehlten 

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beim erhobenen Psychostatus, auf welchen sich die Diagnose stütze, wesentliche 

Angaben zum Antrieb, zur Konzentration und zum formalen Denken. Zum anderen 

müsse Kritik an der Überprüfung der Foerster-Kriterien angebracht werden: So habe 

der psychiatrische Sachverständige angeführt, dass eine Depression im engeren Sinne 

nicht diagnostiziert werden könne, sondern psychosoziale Faktoren für die seelische 

Befindlichkeit ausschlaggebend seien. Diese Aussage sei nicht nachvollziehbar und 

werde auch nicht durch entsprechende Befunde im Psychostatus gestützt. Dr. D.___, 

die Ärzte der Klinik I.___ und sie selbst hätten eine mittelschwere bis schwere 

Depression festgestellt. Diese liege unabhängig von der somatoformen 

Schmerzstörung als selbständige krankheitswertige Störungsentität vor. Weiter sei das 

Vorliegen einer chronischen körperlichen Begleiterkrankung, nämlich die langjährige 

Hernienproblematik mit Rezidiven und Infektionen, ausgewiesen. Der Psychiater habe 

zudem selber bemerkt, dass ein verfestigter innerseelischer Verlauf vorliege. Dies 

könne aufgrund der langjährigen erfolglosen Therapiebemühungen bestätigt werden. 

Die Foerster-Kriterien seien somit überwiegend zu bejahen und die gutachterliche 

Beurteilung der Arbeitsfähigkeit müsse korrigiert werden. Die RAD-Ärztinnen kamen 

zum Schluss, dass der Versicherte in der angestammten Tätigkeit als Maschinenführer 

seit März 2008 nicht mehr arbeitsfähig sei. In einer leidensadaptierten Tätigkeit sei er 

zu 60 % arbeitsfähig. Weitere medizinische Abklärungen seien derzeit nicht nötig.

A.l   Die Klinik I.___ berichtete am 30. August 2011 (IV-act. 81), dass sich der 

Versicherte seit dem 1. April 2011 in der Klinik in stationärer Behandlung befinde. Aus 

psychiatrischer Sicht leide er an einer schweren depressiven Episode mit 

psychotischen Symptomen (F32.2) und an einer anhaltenden somatoformen 

Schmerzstörung bei Vorliegen andernorts kategorisierter somatischer Leiden (F45.4). 

Die Klinik befand, dass der Versicherte psychomotorisch verlangsamt wirke; Gestik und 

Mimik seien reduziert. Im formalen Denken sei er sehr auf seine Beschwerden, vor 

allem auf seine Schmerzen, eingeengt. Er habe auch über ein reduziertes 

Konzentrationsvermögen berichtet. Manchmal höre er die Stimmen seiner Kinder bzw. 

seiner zwei (verstorbenen) Verwandten. Im Affekt wirke er depressiv, deprimiert, 

niedergeschlagen, ratlos und verzweifelt. Er klage über Schlafstörungen mit 

Albträumen und eine Grübelneigung. Bei anamnestisch bekannter unzureichender 

Wirkung verschiedener Psychopharmaka werde zurzeit eine Wachtherapie 

(Schlafentzug) durchgeführt, welche jedoch nur einen geringen Erfolg hinsichtlich 

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Verbesserung der Stimmung und des Antriebs zeige. Der Versicherte sei ein chronisch 

psychisch schwer kranker Mann. Es werde eine EKT-Behandlung 

(Elektrokrampftherapie) in Erwägung gezogen. Aus psychiatrischer Sicht sei er wegen 

täglicher Niedergeschlagenheit, Schwankungen in der Befindlichkeit, stark regressiven 

Tendenzen und Rückzugstendenzen bei bereits kleinen psychischen Belastungen und 

häufig ausgelösten Konversionssymptomen (Versagen der Beine, Schwächegefühl) mit 

auftretender Suizidalität in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt. Es bestehe ein 

verminderter Antrieb, eine geringe Frustrationstoleranz, eine geringe Stresstoleranz und 

dadurch verursachte Krisensituationen, teilweise mit Suizidalität. Die Auffassungsgabe, 

die Konzentrationsfähigkeit, die Anpassungs- und Umstellungsfähigkeit seien ebenfalls 

stark eingeschränkt. Es sei davon auszugehen, dass der Versicherte in einer 

adaptierten Tätigkeit wieder eine teilweise Arbeitsfähigkeit erlangen werde. Gemäss 

dem Austrittsbericht der Klinik I.___ vom 7. Oktober 2011 war der Versicherte am 

27. September 2011 aus der Klinik ausgetreten. Der Grund für den dritten 

Klinikaufenthalt sei wiederum eine akute Suizidalität bei schwerer depressiver 

Symptomatik gewesen. Beim Austritt habe der Versicherte eine Verbesserung der 

Stimmungslage bzw. des Antriebs gezeigt. Er sei aber immer noch deprimiert und die 

Schlafqualität sei noch nicht ideal gewesen. Die IV-Stelle teilte dem Versicherten am 

13. Oktober 2011 mit, dass zurzeit keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen 

möglich seien (IV-act. 92).

A.m Am 11. November 2011 erklärte Dr. J.___ vom RAD, dass der psychische 

Gesundheitszustand des Versicherten instabil sei und deshalb die Art und der Umfang 

einer adaptierten Tätigkeit noch nicht festgelegt werden könne (IV-act. 95). Seit April 

2011 sei er in jeglicher Tätigkeit zu 100 % arbeitsunfähig. Angesichts der letzten 

mehrmonatigen psychiatrischen Hospitalisation könne nur noch hinsichtlich der 

Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit auf das MEDAS-

Gutachten abgestellt werden.

A.n  Dr. D.___ berichtete am 11. März 2012 (IV-act. 98), dass der Gesundheitszustand 

seit dem Klinikaustritt im September 2011 stationär sei. Es bestehe ein chronischer 

Verlauf auf einem tiefen Funktionsniveau; der Gesundheitszustand sei miserabel. Der 

Versicherte sei seit Monaten bei den alltäglichen Lebensverrichtungen auf Dritthilfe 

angewiesen; das Einkaufen, Kochen, Putzen und Waschen erledigten die 

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psychiatrische Spitex und ein Freund. Der Versicherte lasse sich einfach schleifen. Die 

körperliche Hygiene klappe jedoch noch. Man habe nicht den Eindruck, dass die 

sechsmonatige Hospitalisation irgendetwas gebracht habe. Es gehe überhaupt nicht 

vorwärts. Eine EKT-Behandlung sei in den nächsten Wochen geplant. Der Versicherte 

sei fast vollständig passiv. Die Prognose sei angesichts der starken 

Somatisierungstendenz und der ungünstigen sozialen Situation (Rosenkrieg) schlecht.

A.o  Am 11. Juli 2012 erklärte die RAD-Ärztin Dr. med. M.___ (IV-act. 99), dass der 

Versicherte aus rein medizinischer Sicht auch in einer adaptierten Tätigkeit nicht 

arbeitsfähig sei. Aus versicherungsmedizinischer Sicht sei jedoch die Übernahme der 

MEDAS-Beurteilung und damit eine Arbeitsfähigkeit von 80 % in einer adaptierten 

Tätigkeit ebenfalls möglich. Von weiteren medizinischen Massnahmen sei angesichts 

der Gesamtsituation keine wesentliche Besserung zu erwarten. Weitere medizinische 

Abklärungen seien derzeit nicht erforderlich. Am 6. August 2012 präzisierte Dr. M.___ 

(IV-act. 100) ihre vorgenannten Aussagen. Sie gab an, dass der Versicherte 

unbestrittenermassen an gesundheitlichen Problemen leide. Gleichzeitig bestünden bei 

ihm zahlreiche Schwierigkeiten in seinem Umfeld, die sich mit den gesundheitlichen 

Problemen vermischten. Die MEDAS-Gutachter hätten die Sachlage ausreichend 

geklärt und streng entsprechend der bundesgerichtlichen Rechtsprechung bewertet. 

Der Sachverhalt sei schon lange ausreichend abgeklärt. Es gehe lediglich um die Frage 

der Bewertung der Auswirkung der gesundheitlichen Schwierigkeiten. Aus ihrer Sicht 

könne das MEDAS-Gutachten als Grundlage für diesen Entscheid dienen.

B.    

B.a  Mit Vorbescheid vom 5. September 2012 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, 

dass die Abweisung seines Rentengesuchs vorgesehen sei (IV-act. 105). Zur 

Begründung führte sie an, dass er in seiner angestammten Tätigkeit als 

Maschinenführer zu 100 % arbeitsunfähig sei. In einer körperlich leichten Tätigkeit sei 

er jedoch zu 80 % arbeitsfähig; die Einschränkung von 20 % bestünde in einer 

verminderten Leistungsfähigkeit aufgrund eines erhöhten Pausenbedarfs und eines 

langsameren Arbeitstempos. Als Valideneinkommen zog die IV-Stelle das zuletzt 

erzielte Einkommen als Maschinenführer heran und passte es der 

Nominallohnentwicklung bis ins Jahr 2011 an (Fr. 69'172.--). Das Invalideneinkommen 

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entsprach 80 % des durchschnittlichen Einkommens eines Hilfsarbeiters im Jahr 2011 

gemäss der Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik (Fr. 49 421.--). 

Hieraus resultierte ein IV-Grad von 29%

B.b  Am 12. bzw. 27. November 2012 liess der Versicherte durch die Klinik N.___ einen 

Einwand erheben (IV-act. 114). Die Klinik N.___ gab an, dass der Versicherte vom 26. 

Juli bis 13. November 2012 in der Klinik hospitalisiert gewesen sei. Ihres Erachtens sei 

er wegen einer schweren, chronifizierten depressiven Symptomatik bis auf weiteres zu 

100 % arbeitsunfähig. Als Diagnosen gab die Klinik N.___ eine rezidivierende 

depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (F33.1) und eine chronische 

Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (F45.41) an. Die Klinik 

N.___ befand, dass der Versicherte psychomotorisch deutlich verlangsamt sei und eine 

leichte Hypomimie vorliege. Es bestünden sowohl Konzentrations- als auch 

Merkfähigkeitsstörungen. Zudem habe sich eine deutliche Tendenz zu 

Gedankenkreisen mit den Schwerpunkten Gesundheit, Kinder und Ehekonflikt sowie 

Grübeln gezeigt. Hinweise auf eine psychotische Symptomatik seien keine vorhanden. 

Die Stimmung sei konstant bedrückt und der Versicherte sei zeitweilig weinerlich. Er 

leide unter einer ausgeprägten Anhedonie und Interessenlosigkeit. Er sei hoffnungslos 

und habe sich weitgehend aus dem Leben zurückgezogen. Der Appetit sei leicht 

vermindert. Es bestünden Ein- und Durchschlafstörungen sowie Früherwachen. Im 

Verlauf der EKT-Behandlung habe eine deutliche Aufhellung der Stimmungslage 

verzeichnet werden können. Eine im Anschluss durchgeführte Umstellung der 

antidepressiven Medikation habe keine nachhaltige Besserung der Beschwerden 

gebracht. Die psychosoziale Situation (langjähriger Ehekonflikt, Arbeitsverlust, sozialer 

Rückzug) habe sich im Rahmen sozialpsychiatrischer Massnahmen nicht nachhaltig 

beeinflussen lassen. Der psychiatrische Sachverständige der MEDAS vertrete den 

Standpunkt, dass für die seelische Befindlichkeit überwiegend psychosoziale Faktoren 

massgeblich seien. Die Klinik N.___ habe demgegenüber beobachten können, dass 

sich die Stimmungslage im Verlauf der Hospitalisation verbessert habe und somit ein 

phasischer Verlauf der Symptomatik vorliege. Aufgrund des umschriebenen 

psychopathologischen Befundes bestehe kein Zweifel daran, dass der Versicherte an 

einer rezidivierenden depressiven Störung leide. Der andauernde Stress aufgrund der 

erwähnten psychosozialen Faktoren über viele Jahre habe das Entstehen der 

Erkrankung vermutlich mitverursacht und wirke sich weiterhin sehr ungünstig auf die 

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Prognose aus. Die psychosoziale Belastungsreaktion sei jedoch weder ausreichend, 

um den Umfang der Beschwerden bei Klinikeintritt noch um den beobachteten 

phasischen Verlauf zu erklären. Zudem habe eine umfangreiche arbeitstherapeutische 

Untersuchung im Verlauf der Hospitalisation erheblich verminderte Fähigkeiten in allen 

geprüften Bereichen gezeigt. Es bestünden deutliche Konzentrations- und 

Merkfähigkeitsstörungen, teilweise auch Störungen der Auffassung bei der Gabe 

einfacher Instruktionen. Wiederholt habe sich gezeigt, dass der Versicherte durchaus 

motiviert sei, an der Diagnostik teilzunehmen. Zusammenfassend habe jedoch 

festgestellt werden müssen, dass eine Integration des Versicherten höchstens im 

geschützten Rahmen möglich sei. Die Prognose erscheine derzeit recht ungünstig, da 

trotz intensiver Behandlung nur eine teilweise Remission der Beschwerden habe 

erreicht werden können.

B.c  Am 4. Februar 2013 nahm Dr. M.___ vom RAD Stellung zum Einwand (IV-act. 115). 

Sie erklärte, dass die Ärzte der Klinik N.___ keine wesentlich andere Symptomatik 

beschrieben hätten. Im Gegensatz zur MEDAS gehe die Klinik N.___ von einer 

wiederkehrenden Symptomatik aus. Es gehe hierbei aber um eine wissenschaftliche 

Diskussion, die mit der medizinischen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit nicht wirklich 

etwas zu tun habe. Die Klinik N.___ habe betont, dass sich der Versicherte sehr 

bemühe und wirklich nicht könne. In dieser Haltung habe er sich schon früher 

präsentiert. Es handle sich daher um eine unterschiedliche Beurteilung eines im 

Wesentlichen unveränderten medizinischen Sachverhalts. Von einer erneuten 

Begutachtung sei keine Lösung dieser scheinbaren Widersprüche zu erwarten. Aus 

medizinischer Sicht gebe es keine neuen Aspekte, die eine andere 

versicherungsmedizinische Beurteilung des Falles rechtfertigen würden. Der Fall ziehe 

sich schon länger hin und eine gewisse Chronifizierung der Beschwerden sei dabei bei 

ausgeprägtem subjektiven Krankheitsgefühl auch normal. Dies bedeute nicht, dass 

diese Beschwerden versicherungsmedizinisch anders beurteilt würden.

B.d  Mit Verfügung vom 12. März 2013 wies die IV-Stelle das Rentengesuch aus den im 

Vorbescheid genannten Gründen ab (IV-act. 116). Zur Begründung des Einwandes zog 

sie hauptsächlich die Stellungnahme des RAD vom 4. Februar 2013 heran.

C.    

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C.a  Gegen diese Verfügung liess der Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer) am 

24. April 2013 Beschwerde erheben (act. G 1). Sein Rechtsvertreter beantragte die 

Aufhebung der Verfügung und die Zusprache einer ganzen IV-Rente. Die IV-Stelle 

(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) habe den Einwand der Klinik N.___ u.a. 

dahingehend gewürdigt, dass es sich lediglich um eine unterschiedliche Beurteilung 

eines im Wesentlichen unveränderten medizinischen Sachverhalts handle. Sie habe 

somit für die Beurteilung einer erstmaligen Rentenzusprache die Voraussetzungen einer 

Rentenrevision gemäss Art. 17 ATSG geprüft. Dies sei nicht zulässig. Bis zum Vorliegen 

einer rechtskräftigen Verfügung seien andere Würdigungen medizinischer Sachverhalte 

selbstverständlich zulässig. Es sei Aufgabe der Beschwerdegegnerin, unterschiedliche 

Einschätzungen gegeneinander abzuwägen. Ihre Argumentation erwecke den Eindruck, 

dass das MEDAS-Gutachten von Vornherein als sakrosankt zu betrachten sei. Damit 

habe sie ihre Untersuchungspflicht verletzt. Darüber hinaus habe die 

Beschwerdegegnerin nicht berücksichtigt, dass aus medizinischer Sicht erfolglos alles 

unternommen worden sei, um die Depression zu behandeln (EKT-Behandlung, 

Medikamente). Schliesslich sei noch darauf hinzuweisen, dass die MEDAS-

Begutachtung in einer Art und Weise abgelaufen sei, welche nicht akzeptiert werden 

könne. Der Beschwerdeführer habe zwei Stunden im Wartezimmer warten müssen. In 

der Folge seien die drei Teilbegutachtungen innert etwa 15 Minuten vollzogen worden. 

Alle Gutachter hätten sich unanständig verhalten. Der psychiatrische Gutachter habe 

erklärt, er höre täglich solche Geschichten, worauf er die Begutachtung nach fünf 

Minuten beendet und den Beschwerdeführer aus dem Raum geschickt habe. Bei der 

körperlichen Untersuchung habe der rheumatologische Gutachter mitgeteilt, dass er an 

den Unfällen nicht interessiert sei. Der Beschwerdeführer habe dann lediglich kurz hin 

und her gehen müssen und sei anschliessend mit einem Metermass vermessen 

worden. Auch diese Untersuchung habe lediglich ca. fünf Minuten gedauert. Das 

MEDAS-Gutachten dürfe somit bereits aus diesem Grund nicht verwertet werden. Da 

der Versicherte in seiner bisherigen und in einer adaptierten Tätigkeit zu 100 % 

arbeitsunfähig sei, habe er Anspruch auf eine ganze IV-Rente.

C.b  Am 24. Juni 2013 beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der 

Beschwerde (act. G 4). Sie führte aus, dass das MEDAS-Gutachten die von der 

Rechtsprechung aufgestellten formellen und materiellen Voraussetzungen an ein lege 

artis abgefasstes beweiskräftiges Gutachten erfülle. Der psychiatrische Gutachter habe 

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den Beschwerdeführer sorgfältig und in Kenntnis der Vorakten exploriert, was die 

detaillierten Angaben in seinem Teilgutachten eindeutig belegten. Eine solche Vielzahl 

sachbezogener Informationen lasse sich nicht innert fünf Minuten in Erfahrung bringen. 

Auch das Teilgutachten des rheumatologischen Sachverständigen enthalte 

ausführliche Angaben zur Untersuchung, die keinesfalls in fünf Minuten hätten in 

Erfahrung gebracht werden können. Die Angaben des Beschwerdeführers über die 

Dauer der psychiatrischen und rheumatologischen Untersuchung seien daher 

unglaubwürdig. Gemäss dem rheumatologischen Gutachter hätten keine ausgeprägten 

pathologischen Befunde am Bewegungsapparat festgestellt werden können, weshalb 

die bescheinigte 20 %ige Leistungsverminderung als eher grosszügig erscheine, zumal 

eine erhebliche Diskrepanz zwischen den geschilderten Schmerzen und dem gezeigten 

Verhalten bestanden habe. Der psychiatrische Sachverständige habe nachvollziehbar 

das Vorliegen einer Depression im engeren Sinne und damit das Vorliegen einer 

erheblichen psychischen Komorbidität verneint. Die Ärzte der Klinik N.___ hätten 

Parteistellung für den Versicherten bezogen, weshalb sie nicht als unabhängige 

Sachverständige betrachtet werden könnten. Die Beweiskraft ihrer Angaben sei 

dadurch von Vornherein geschmälert. Zu berücksichtigen sei sodann, dass ein 

psychiatrischer Sachverständiger praktisch immer einen gewissen Spielraum innerhalb 

der verschiedenen medizinisch-psychiatrischen Interpretationen habe. Es könne darum 

nicht angehen, eine lege artis vorgenommene Administrativ- oder Gutachterexpertise 

stets dann in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn 

die behandelnden Ärzte zu unterschiedlichen Einschätzungen gelangten. Die Ärzte der 

Klinik N.___ hätten keine Gesichtspunkte vorgebracht, die im Rahmen der 

psychiatrischen Begutachtung unerkannt geblieben und geeignet seien, zu einer 

abweichenden Beurteilung zu führen. Ob Symptome als ein psychosozialer 

Belastungszustand zu interpretieren seien oder die Diagnose einer depressiven 

Störung rechtfertigten, liege im Ermessen des Gutachters. Ein unüberwindbarer 

Widerspruch, der Anlass für das Einholen eines Gerichtsgutachtens bilden würde, liege 

daher ebenfalls nicht vor. Es sei daher zu Recht auf das MEDAS-Gutachten abgestellt 

worden.

C.c  Mit Replik vom 3. Dezember 2013 (act. G 13) hielt der Rechtsvertreter an den mit 

der Beschwerde gestellten Anträgen fest. Eventualiter beantragte er die Einholung 

eines Gerichtsgutachtens. Er argumentierte, dass aus den folgenden Gründen nicht auf 

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das MEDAS-Gutachten abgestellt werden könne: Erstens enthalte das psychiatrische 

Konsilium keine wirkliche Befunderhebung. Es sei nicht nachvollziehbar, weshalb die 

von allen Psychiatern (auch den RAD-Ärzten) einheitlich gestellte Diagnose einer 

schweren Depression verschwunden sein sollte. Auch die Diagnosestellung der 

anhaltenden somatoformen Schmerzstörung habe der psychiatrische Sachverständige 

nicht schlüssig mit Befunden nachgewiesen. Für den psychiatrischen 

Sachverständigen scheine das Vorliegen von psychosozialen Faktoren zu bedeuten, 

dass keine psychische Erkrankung vorliege. Die Klinik N.___ habe darauf hingewiesen, 

dass die psychosoziale Belastungsreaktion nicht ausreichend sei, den Umfang der 

Beschwerden sowie den beobachteten phasischen Verlauf zu erklären. Zweitens 

überzeuge die Prüfung der Foerster-Kriterien nicht. Das Vorliegen einer psychischen 

Komorbidität sei erfüllt, da der Beschwerdeführer an einer schweren Depression leide. 

Der rheumatologische Gutachter habe chronische körperliche Einschränkungen 

festgestellt und für weitere Abklärungen an einen Hernien-Fachspezialisten verwiesen. 

Im Zusammenhang mit dem sozialen Rückzug sei festzuhalten, dass sich der 

Beschwerdeführer sozial praktisch ganz zurückgezogen habe. So liege er die meiste 

Zeit zuhause im Bett. Sodann seien die während den Klinikaufenthalten eingetretenen 

Verbesserungen nie nachhaltig gewesen und es sei immer schnell zu Rückfällen 

gekommen. Anders seien die jährlich mehrmonatigen stationären Aufenthalte und die 

permanente Suizidalität nicht zu erklären. Auch das Kriterium des verfestigten, 

innerseelischen Verlaufs sei somit erfüllt. Und schliesslich sei auch das Kriterium des 

unbefriedigenden Behandlungsergebnisses offensichtlich erfüllt. Sogar eine EKT-

Behandlung sei nicht erfolgreich gewesen und der Beschwerdeführer spreche nicht gut 

auf Medikamente an. Auch die beiden RAD-Ärztinnen Dr. E.___ und Dr. J.___ seien zum 

Schluss gekommen, dass das psychiatrische Teilgutachten nicht gut nachvollziehbar 

sei. Allein schon aufgrund der ungenügenden Befunderhebung im psychiatrischen 

Teilgutachten sowie aufgrund der oberflächlichen Prüfung der Foerster-Kriterien dürfe 

nicht auf das MEDAS-Gutachten abgestellt werden. Im Übrigen habe der 

psychiatrische Sachverständige nicht erklärt, weshalb die Diagnosen der 

behandelnden Ärzte nicht zutreffen sollten. Zu bemerken sei auch, dass die beiden 

Teilgutachter das Hauptgutachten nicht unterzeichnet hätten. Auch nicht 

nachvollziehbar sei, wie im Hauptgutachten der Schluss gezogen werden könne, dass 

das Hernienrezidiv keine zusätzliche Arbeitsunfähigkeit zu begründen vermöge, wenn 

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doch der rheumatologische Sachverständige speziell darauf hingewiesen habe, dass 

hinsichtlich der Herniensituation abdominal die Arbeitsfähigkeit von einem 

Hernienspezialisten beurteilt werden müsse. Die Beschwerdegegnerin habe somit ihre 

Untersuchungspflicht verletzt. Sodann sei auch der RAD mit Bericht von 11. November 

2011 zum Schluss gekommen, dass die Arbeitsunfähigkeit 100 % betrage. Auffallend 

sei, dass im Anschluss Dr. M.___ die Beurteilung vorgenommen habe. Sie habe die 

umfassende Kritik der vorhergehenden RAD-Ärztinnen mit keiner Silbe erwähnt. Es 

erscheine der Eindruck, dass die vorhergehenden RAD-Ärztinnen mit ihrer sehr 

differenzierten, schlüssigen und korrekten Analyse des MEDAS-Gutachtens nicht in die 

Sparpolitik der Beschwerdegegnerin gepasst hätten. Dass das MEDAS-Gutachten 

nicht zutreffend sein könne, zeige auch der Einwand der Klinik N.___. Schliesslich sei 

die Beschwerdegegnerin mit keinem Wort auf die dem MEDAS-Gutachten 

widersprechenden Einschätzungen der beiden RAD-Ärztinnen eingegangen. In ihren 

Augen sei das MEDAS-Gutachten sakrosankt. Keinesfalls treffe zu, dass die 

Beweiskraft des Berichts der Klinik N.___ von Vornherein geschmälert sei, weil diese für 

den Beschwerdeführer Parteistellung bezogen habe. Diese Haltung zeige einmal mehr 

deutlich, dass die Beschwerdegegnerin alle dem MEDAS-Gutachten widersprechenden 

Einschätzungen zum Vornherein abzulehnen versuche. Der Rechtsvertreter legte der 

Replik einen Entscheid des Amtsarztes O.___ vom 16. Januar 2009 betreffend FFE bei 

(act. G 13.1). Dem Entscheid war zu entnehmen, dass aufgrund einer hohen 

Suizidgefahr eine Rückbehaltung erfolgt war.

C.d  Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 15).

Erwägungen:

1.     

1.1   Mit der angefochtenen Verfügung hat die Beschwerdegegnerin einen Renten­

anspruch des Beschwerdeführers abgelehnt. Strittig ist demnach, ob der 

Beschwerdeführer einen Anspruch auf eine Invalidenrente hat oder nicht.

1.2   Einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die 

ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht 

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durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder ver­

bessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 

mindestens 40 Prozent arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses Jahres zu 

mindestens 40 Prozent invalid sind (Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die 

Invalidenversicherung, IVG, SR 831.20). Invalidität ist gemäss Art. 8 Abs. 1 des 

Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR 

830.1) die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise 

Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der durch eine Beeinträchtigung der 

körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer 

Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der 

Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichen Arbeitsmarkt 

(Art. 7 Abs. 1 ATSG).

1.3   Gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG ist der Invaliditätsgrad 

grundsätzlich durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das 

Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 

Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 

Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung 

gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 

(Valideneinkommen).

2.    

2.1   Die Invalidenversicherung ist eine finale Versicherung. Das heisst, es wird nicht 

nach der Art und Genese eines Gesundheitsschadens gefragt, welcher die Erwerbs­

unfähigkeit verursacht. Der Gesundheitszustand ist folglich immer gesamtheitlich zu 

betrachten. Selbst eine Erwerbsunfähigkeit, deren psychogene krankhafte Grundlage 

(auch) durch eine soziokulturelle Überforderung verursacht worden ist, fällt in den 

Geltungsbereich der Invalidenversicherung, vorausgesetzt es handelt sich um ein 

verselbständigtes psychisches Leiden. Eine rentenbegründende Invalidität kann damit 

nicht allein mit dem Hinweis auf das Vorhandensein soziokultureller oder 

psychosozialer Belastungsfaktoren verneint werden (Urteil des Bundesgerichts vom 29. 

April 2014, 8C_830/2013, E. 5.2.3; BGE 136 V 279, E. 3.2.1). Ist eine psychische 

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Störung von Krankheitswert schlüssig erstellt, kommt der Frage zentrale Bedeutung zu, 

ob und in welchem Ausmass der versicherten Person objektiv betrachtet trotz ihres 

psychischen Leidens eine Erwerbstätigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten noch 

offen stehenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt sozial-praktisch noch zumutbar und für 

die Gesellschaft tragbar ist (BGE 102 V 165; BGE 127 V 294, E. 4c und 5a).

2.2   Zunächst ist zu prüfen, ob der Beschwerdeführer an einer psychischen 

Erkrankung leidet. Der behandelnde Psychiater Dr. D.___ hat dem Beschwerdeführer 

ab Behandlungsbeginn, d.h. ab August 2008, eine schwere, chronifizierte Depression 

diagnostiziert. Vom 10. Dezember 2008 bis 6. April 2009 hat sich der 

Beschwerdeführer in stationärer Behandlung in der Klinik I.___ befunden. Die Klinik hat 

eine mittelgradige depressive Episode und eine Somatisierungsstörung sowie 

akzentuierte Persönlichkeitszüge mit abhängigen und passiven aggressiven Anteilen 

diagnostiziert. Dr. D.___ hat am 30. Oktober 2009 berichtet, dass der 

Beschwerdeführer an einer schweren Depression mit somatischen Symptomen, 

zunehmend seit Sommer 2008, sowie einer anhaltenden somatoformen 

Schmerzstörung leide. Die RAD-Psychiaterin Dr. J.___ hat nach dem 

Assessmentgespräch am 2. Februar 2010 die Diagnosen von Dr. D.___ bestätigt. Vom 

28. Januar bis 17. Mai 2010 ist der Beschwerdeführer zum zweiten Mal in der Klinik 

I.___ wegen akuter Suizidalität hospitalisiert gewesen. Die Klinik hat als Diagnosen 

diesmal eine schwere depressive Episode mit psychotischen Symptomen, eine 

anhaltende somatoforme Schmerzstörung sowie eine Akzentuierung von 

Persönlichkeitszügen mit abhängigen, passiv-aggressiven Anteilen angegeben. Am 24. 

August 2010 ist der Beschwerdeführer von der MEDAS Zentralschweiz polydisziplinär 

begutachtet worden. Der psychiatrische Sachverständige Dr. L.___ hat eine anhaltende 

somatoforme Schmerzstörung und Probleme mit Bezug auf Schwierigkeiten bei der 

Lebensbewältigung (Stress, ausgeprägte psychosoziale Belastungssituation) 

diagnostiziert. Vom 1. April bis 27. September 2011 hat sich der Beschwerdeführer 

zum dritten Mal wegen akuter Suizidalität bei schwerer depressiver Symptomatik in der 

Klinik I.___ in stationärer Behandlung befunden. Dr. D.___ hat am 11. März 2012 

berichtet, dass der psychische Gesundheitszustand stationär, aber miserabel sei. Und 

schliesslich ist der Beschwerdeführer vom 26. Juli bis 13. November 2012 stationär in 

der Klinik N.___ hospitalisiert gewesen. Die Klinik N.___ hat eine schwere, chronifizierte, 

rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode, und eine 

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chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren diagnostiziert. 

Unbestritten ist, dass der Beschwerdeführer an einer anhaltenden somatoformen 

Schmerzstörung leidet. Umstritten ist dagegen, ob der Beschwerdeführer an einer 

depressiven Störung leidet. Während die behandelnden (Fach-) Ärzte ab Sommer 2008 

durchgehend eine mittel- bis schwergradige depressive Störung diagnostiziert haben, 

hat der psychiatrische Sachverständige Dr. L.___ das Vorliegen einer solchen verneint. 

Zur Begründung hat er angeführt, dass zwar viele Phänomene der Persönlichkeit des 

Beschwerdeführers durchaus auch bei einer Depression auftreten könnten, diese 

jedoch auf die belastenden Lebensumstände (Scheidung, Rosenkrieg, Geldverlust, 

finanzielle Engpässe, fehlende Kontaktmöglichkeit mit Kindern) und nicht auf eine 

Depression in engerem Sinne zurückzuführen seien. Diese Erklärung überzeugt nicht: 

Eine rezidivierende depressiven Störung ist durch wiederholte depressive Episoden 

charakterisiert (Definition gemäss dem Klassifikationssystem ICD-10, siehe ICD-10: 

F33). Bei einer typischen depressiven Episode leidet die betroffene Person unter einer 

gedrückten Stimmung und einer Verminderung von Antrieb und Aktivität. Die Fähigkeit 

zu Freude, das Interesse und die Konzentration sind vermindert. Ausgeprägte 

Müdigkeit kann nach jeder kleinsten Anstrengung auftreten. Der Schlaf ist meist 

gestört, der Appetit vermindert. Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen sind fast immer 

beeinträchtigt. Sogar bei der leichten Form kommen Schuldgefühle oder Gedanken 

über eigene Wertlosigkeit vor. Die gedrückte Stimmung verändert sich von Tag zu Tag 

wenig, reagiert nicht auf Lebensumstände und kann von so genannten "somatischen" 

Symptomen begleitet werden, wie Interessenverlust oder Verlust der Freude, 

Früherwachen, Morgentief, deutliche psychomotorische Hemmung, Agitiertheit, 

Appetitverlust, Gewichtsverlust und Libidoverlust. Abhängig von Anzahl und Schwere 

der Symptome ist eine depressive Episode als leicht, mittelgradig oder schwer zu 

bezeichnen (Definition gemäss dem Klassifikationssystem ICD-10, siehe ICD-10: F32). 

Ob eine Depression ganz oder teilweise durch psychosoziale Belastungsfaktoren 

ausgelöst oder verstärkt worden ist, spielt somit bei der Diagnosestellung keine Rolle. 

Der psychiatrische Sachverständige hat denn auch eingeräumt, dass Symptome 

vorhanden seien, die auf eine Depression hindeuteten. Zudem hat die RAD-

Psychiaterin Dr. J.___ am 15. April 2011 erklärt, dass die Schlussfolgerung des 

psychiatrischen Sachverständigen, es seien psychosoziale Faktoren für die seelische 

Befindlichkeit ausschlaggebend, weshalb keine Depression im engeren Sinne 

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diagnostiziert werden könne, nicht nachvollziehbar sei. Weiter haben die Ärzte der 

Klinik N.___ überzeugend dargelegt, dass der andauernde Stress und die 

psychosozialen Faktoren zwar die Entstehung der depressiven Störung mitverursacht 

hätten, die psychosoziale Belastungsreaktion jedoch weder ausreiche, den Umfang der 

Beschwerden beim Eintritt in die Klinik N.___ noch den phasischen Verlauf zu erklären. 

Dr. J.___ hat zudem zu Recht bemängelt, dass im psychiatrischen Teilgutachten beim 

erhobenen Psychostatus wesentliche Angaben zum Antrieb, zur Konzentration und 

zum formalen Denken fehlten. Im Gegensatz zum psychiatrischen Teilgutachten weisen 

die im Recht liegenden Arztberichte des behandelnden Psychiaters Dr. D.___, der Klinik 

I.___ und der Klinik N.___ in qualitativer Hinsicht weder formelle noch materielle Mängel 

auf: Sie enthalten eine Anamnese (Ausnahme: Klinik N.___), den psychopathologischen 

Status und die Diagnosen. Die Berichte sind ausführlich und gut nachvollziehbar. 

Insgesamt geben sie ein schlüssiges Bild über den psychischen Gesundheitszustand 

über die Zeitspanne von über vier Jahren wieder (August 2008 bis November 2012). 

Daran ändert auch nichts, dass die Klinik I.___ während des dritten stationären 

Aufenthalts zusätzlich noch psychotische Symptome (Stimmenhören) festgestellt hat; 

ob solche neben den übrigen Symptomen vorhanden sind, ist für die Frage, ob 

aufgrund der depressiven Störung eine Arbeitsunfähigkeit besteht, nicht entscheidend. 

Auch die von der Klinik I.___ diagnostizierten akzentuierten Persönlichkeitszüge mit 

abhängigen, passiv-aggressiven Anteilen können vernachlässigt werden, da diese 

gemäss der Klinik keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit haben. Vor diesem 

Hintergrund ist rechtsgenüglich erwiesen, dass der Beschwerdeführer phasenweise 

seit Sommer 2008 an einer mittel- bis schwergradigen, rezidivierenden depressiven 

Störung leidet, dies insbesondere auch unter Berücksichtigung des Umstands, dass im 

Sozialversicherungsverfahren der Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

gilt und damit die Anforderungen an den Beweis einer Tatsache weniger hoch als in 

Zivil- und Strafprozessen sind, wo in der Regel der volle Beweis zu erbringen ist (vgl. 

BGE 119 V 7, E. 3bb). Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass der 

Beschwerdeführer in psychiatrischer Hinsicht seit Sommer 2008 an einer mittel- bis 

schwergradigen rezidivierenden depressiven Störung und seit Dezember 2008/Oktober 

2009 an einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung leidet.

2.3   In somatischer Hinsicht hat der rheumatologische Sachverständige Dr. K.___ 

festgestellt, dass der Beschwerdeführer an einem chronischen 

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Halbseitenschmerzsyndrom links leide. Es liege eine ausgeprägte Fehlstatik mit 

antalgischer Schonhaltung im Sinne einer schmerzhaft fixierten, hoch thorakalen 

Hyperkyphose, verbunden mit Kopfpropulsion und Schulterprotraktion und 

Entwicklung einer erheblichen muskulären Dysbalance und Dekonditionierung vor. Die 

Schonhaltung stehe im Zusammenhang mit den Abdominalschmerzen periumbilical bei 

paraumbilicaler Rezidivhernie. Der Beschwerdeführer versuche, jegliche Spannung auf 

die Abdominalwand wegen der Schmerzen zu vermeiden. Diese Angaben des 

rheumatologischen Gutachters überzeugen und sind im Übrigen unbestritten. Es ist 

folglich auf die Diagnose des rheumatologischen Sachverständigen abzustellen.

2.4   Weiter ist zu prüfen, ob die genannten gesundheitlichen Beeinträchtigungen einen 

Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers haben. Dr. D.___ hat am 

17. März 2009 angegeben, dass der Beschwerdeführer wegen Kraftlosigkeit, 

amotivationalem Zustand, mangelnder Aufmerksamkeit, eingeschränkter Denkfähigkeit 

und fehlendem Antrieb in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sei. Der 

Beschwerdeführer sei in seiner bisherigen Tätigkeit von August bis Dezember 2008 zu 

100 % arbeitsunfähig gewesen. Die Klinik I.___ gab am 19. Mai 2009 an, dass tägliche 

Schwankungen in der Befindlichkeit, starke regressive Rückzugstendenzen bei bereits 

kleinen psychischen Belastungen und häufig dadurch ausgelösten 

Konversionssymptomen mit auftretender Suizidalität bestünden. Das Konzentrations- 

und Auffassungsvermögen, die Anpassungsfähigkeit sowie die Belastbarkeit seien 

eingeschränkt. Die Frustrationstoleranz sei gering, es liege eine starke Affektlabilität vor 

und die Denkmuster seien rigide und unflexibel. Am 30. Oktober 2009 hat Dr. D.___ 

berichtet, dass die stationäre Behandlung in der Klinik I.___ (Dezember 2008 bis April 

2009) wenig gebracht habe. Die bisherige Tätigkeit sei dem Beschwerdeführer wegen 

mangelnder Konzentrationsfähigkeit sowie der Schmerzen nicht mehr zumutbar. In 

einer adaptierten, leichten Tätigkeit sei er ca. eine Stunde, in einem geschützten 

Rahmen ca. zwei Stunden pro Tag arbeitsfähig. Seine Leistungsfähigkeit sei um 60 % 

vermindert. Die RAD-Ärztinnen Dr. J.___ und Dr. E.___ sind aufgrund des 

Assessmentgesprächs vom 2. Februar 2010 zum Schluss gekommen, dass aus 

medizinischer Sicht eine Tätigkeit in der freien Wirtschaft derzeit nicht vorstellbar sei. 

Im geschützten Rahmen wäre er objektiv betrachtet wohl anfänglich für zwei Stunden 

täglich arbeitsfähig. Am 15. April 2011 haben dieselben RAD-Ärztinnen erklärt, dass der 

Beschwerdeführer in einer adaptierten Tätigkeit zu 60 % arbeitsfähig sei. Die Klinik 

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I.___ hat am 30. August 2011 berichtet, dass der Beschwerdeführer weiterhin auch in 

einer adaptierten Tätigkeit zu 100 % arbeitsunfähig sei. Am 11. November 2011 hat die 

RAD-Psychiaterin Dr. J.___ festgehalten, dass der psychische Gesundheitszustand des 

Beschwerdeführers instabil sei und deshalb die Art und der Umfang einer adaptierten 

Tätigkeit noch nicht festgelegt werden könne. Dr. D.___ hat am 11. März 2012 

berichtet, dass der Gesundheitszustand stabil, aber miserabel sei. Der 

Beschwerdeführer sei fast vollständig passiv. Er könne nicht einmal mehr die 

alltäglichen Lebensverrichtungen selber vornehmen; nur noch die körperliche Hygiene 

klappe. Er habe nicht den Eindruck, dass die sechsmonatige Hospitalisation 

irgendetwas gebracht habe. Es gehe überhaupt nicht vorwärts. Die Klinik N.___ hat am 

12. November 2012 angegeben, dass der Beschwerdeführer psychomotorisch deutlich 

verlangsamt sei und dass sowohl Konzentrations- als auch Merkfähigkeitsstörungen 

bestünden. Der Beschwerdeführer leide unter einer ausgeprägten Anhedonie und 

Interessenlosigkeit. Eine umfangreiche arbeitstherapeutische Untersuchung im Verlauf 

der Hospitalisation habe erheblich verminderte Fähigkeiten in allen geprüften Bereichen 

gezeigt. Es bestünden deutliche Konzentrations- und Merkfähigkeitsstörungen; 

teilweise sei die Auffassungsgabe bei einfachen Instruktionen gestört. Eine Integration 

des Beschwerdeführers sei höchstens im geschützten Rahmenmöglich. 

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die behandelnden Psychiater seit Sommer 

2008 durchwegs von einer 100 %igen Arbeitsunfähigkeit in der angestammten wie 

auch in einer adaptierten Tätigkeit ausgegangen sind. Die behandelnden Psychiater 

haben die Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit stringent und detailliert umschrieben. 

Der letzte stationäre Aufenthalt in der Klinik N.___ hat noch einmal eindrücklich gezeigt, 

dass der Beschwerdeführer in seinem Konzentrations- und Auffassungsvermögen, 

seiner Anpassungsfähigkeit sowie seiner Belastbarkeit stark eingeschränkt ist und 

sogar mit der Erledigung einfachsten Aufgaben überfordert ist. Hinzu kommt, dass sich 

der psychische Gesundheitszustand trotz intensiver psychiatrischer Therapien, 

insbesondere vier stationären, mehrmonatigen Aufenthalten in psychiatrischen Kliniken 

nie längerfristig wesentlich verbessert hat. Es muss daher mit den behandelnden 

Psychiatern davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer seit Sommer 

2008 wegen der rezidivierenden, mittel- bis schwergradigen depressiven Störung zu 

100 % arbeitsunfähig gewesen ist. Die Arbeitsfähigkeitsschätzung der RAD-Ärztinnen, 

wonach der Beschwerdeführer trotz dieser Symptome in einer adaptierten Tätigkeit zu 

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60 % arbeitsfähig sein soll, ist nicht nachvollziehbar. Einerseits haben sie ihre 

Einschätzung nicht begründet. Andererseits hat sich der Beschwerdeführer zum 

Zeitpunkt der Aussage der RAD-Ärztinnen in stationärer Behandlung befunden. Die 

RAD-Ärztinnen haben ihre Einschätzung im November 2011 dann auch quasi 

widerrufen, indem sie erklärt haben, dass der psychische Zustand instabil sei und die 

Art und der Umfang einer adaptierten Tätigkeit noch nicht festgelegt werden könne. 

Dass sich die oben umschriebene, stark ausgeprägte Symptomatik (Konzentrations- 

und Auffassungsstörungen etc.) nicht durch eine "zumutbare" Willensanstrengung 

überwinden lässt, ist offenkundig und insbesondere durch die gescheiterten, intensiven 

Therapieversuche belegt, zumal die behandelnden Ärzte immer wieder betont haben, 

dass sich der Beschwerdeführer in der Therapie durchaus motiviert und kooperativ 

gezeigt habe (vgl. z.B. Bericht der Klinik I.___, IV-act. 37 - 8, Bericht von Dr. D.___, IV-

act. 42 - 4 und Bericht der Klinik N.___, IV-act. 112 - 3). Die sog. "Schmerzpraxis" des 

Bundesgerichts ist vorliegend nicht anwendbar, da sich die depressive Störung vor der 

somatoformen Schmerzstörung entwickelt hat und darüber hinaus schon allein 

aufgrund ihres Schweregrades als eigenständiges psychisches Leiden qualifiziert 

werden muss. Mit Bezug auf die Arbeitsfähigkeitsschätzung des psychiatrischen 

Sachverständigen Dr. L.___ sowie die Ausführungen der RAD-Psychiaterin Dr. M.___ ist 

folgendes anzumerken: Was der Auslöser einer psychischen Erkrankung gewesen ist, 

spielt für die Frage, welche Arbeitsleistungen einer versicherten Person noch 

zugemutet werden können, keine Rolle. Entscheidend ist einzig, ob die durch die 

(psychische) Erkrankung bedingte Symptomatik die Arbeitsfähigkeit einschränkt oder 

nicht. Die Aussage von Dr. M.___, der Beschwerdeführer sei aus rein medizinischer 

Sicht in jeglicher Tätigkeit nicht arbeitsfähig, aus versicherungsmedizinischer bestehe 

jedoch eine 80 %ige Arbeitsfähigkeit adaptiert, ist somit in sich widersprüchlich und 

weist deshalb keinen Beweiswert auf. Ob der Beschwerdeführer neben der 

depressiven Störung auch wegen der anhaltenden somatoformen Schmerzstörung in 

seiner Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt gewesen ist, kann angesichts der bereits allein 

gestützt auf die depressive Störung ausgewiesenen 100 %igen Arbeitsunfähigkeit in 

jeglicher Tätigkeit offen gelassen werden.

2.5   Unbestritten ist, dass der Beschwerdeführer in seinem angestammten Beruf als 

Maschinenführer auch aus somatischer Sicht seit der letzten Umbilicalhernienoperation 

im März 2008 zu 100 % arbeitsunfähig gewesen ist, da es sich bei dieser Tätigkeit um 

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eine körperlich zumeist schwere Arbeit in rückenhygienisch ungünstigen 

Arbeitspositionen handelt. Der rheumatologische Sachverständige hat erklärt, dass 

dem Beschwerdeführer körperlich leichte Arbeiten ganztags zumutbar seien. Seine 

Leistungsfähigkeit sei jedoch um 20 % eingeschränkt, da er schmerzbedingt vermehrte 

Pausen benötige und ein langsameres Arbeitstempo vorweise. Der rheumatologische 

Sachverständige hat in seinem Teilgutachten jedoch darauf hingewiesen, dass ein 

Hernienspezialist beurteilen müsse, ob bzw. wie weit der Beschwerdeführer wegen der 

Herniensituation abdominal weitergehend eingeschränkt sei; er selbst sei hierzu nicht 

kompetent. Zudem müsste noch einmal die Behandlungsmassnahme des vermuteten 

Nabelhernienrezidivs diskutiert werden. Im Hauptgutachten, welches von einem 

Allgemeinmediziner und einem anderen Rheumatologen unterzeichnet worden ist, ist 

demgegenüber festgehalten worden, dass auch durch eine erneute Hernienoperation 

keine wesentliche Besserung der Gesamtsituation zu erwarten sei. Eine zusätzliche 

Einschränkung der aus rheumatologischer Sicht attestierten Restarbeitsfähigkeit von 

80 % lasse sich gemäss ihrer Einschätzung nicht begründen. Die gutachterliche 

Arbeitsfähigkeitsschätzung aus somatischer Sicht überzeugt nicht: Es ist nicht 

einzusehen, weshalb die das Hauptgutachten unterzeichnenden Ärzte, bei denen es 

sich nicht um Hernienspezialisten handelt, die Arbeitsfähigkeit mit Bezug auf die 

Herniensituation abdominal ohne Weiteres einschätzen können sollen, während sich 

der rheumatologische Sachverständige hierzu nicht als kompetent erachtet hat. Auch 

nicht nachvollziehbar ist, weshalb die unterzeichnenden Ärzte von Vornherein eine 

Besserung der Gesamtsituation durch eine erneute Hernienoperation ausschliessen, 

obwohl als Ursache des chronische Halbseitenschmerzsyndroms links nachweislich 

die Schonhaltung wegen der Abdominalschmerzen angesehen worden ist und 

zumindest ein (der Beschwerdeführer spricht von zwei) Hernienspezialist eine erneute 

Operation als klar indiziert erachtet hat. Die Beschwerdegegnerin hat die 

Arbeitsfähigkeit aus somatischer Sicht in einer adaptierten Tätigkeit somit nicht 

rechtsgenüglich ermittelt. Sie hat dadurch gegen ihre Untersuchungspflicht nach Art. 

43 Abs. 1 ATSG verstossen. Da der Beschwerdeführer jedoch bereits aufgrund der 

depressiven Störung in jeglicher Tätigkeit zu 100 % arbeitsunfähig ist, ist von einer 

Rückweisung der Sache zur ergänzenden medizinischen Abklärung der somatischen 

Seite abzusehen.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 27/29

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2.6   Bei einem Invalideneinkommen von Fr. 0.-- beträgt der IV-Grad, egal wie hoch das 

Valideneinkommen ist, 100 %. Der Beschwerdeführer hat folglich Anspruch auf eine 

ganze Rente.

2.7   Schliesslich ist noch zu prüfen, ab wann der Anspruch auf eine ganze Rente 

bestanden ist. Gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG entsteht der Rentenanspruch frühestens 

nach Ablauf von sechs Monaten nach der Geltendmachung des Leistungsanspruchs. 

Nun ist aber nach dem (lückenfüllend geschaffenen) Übergangsrecht der 5. IV-Revision 

die altrechtliche Regelung des Rentenbeginns weiter anzuwenden, sofern das 

Wartejahr vor dem Zeitpunkt des Inkrafttretens (1. Januar 2008) zu laufen begonnen hat 

und die Anmeldung bis spätestens Ende Juni 2008 erfolgt ist (vgl. das vom Bundesamt 

für Sozialversicherungen herausgegebene IV-Rundschreiben Nr. 253 vom 12. 

Dezember 2007 sowie die Modifikation in BGE 138 V 475). Der Beschwerdeführer ist 

erst im Oktober 2008 zur Früherfassung angemeldet worden, so dass nicht die 

altrechtliche, sondern die aktuelle Regelung des Rentenbeginns anwendbar ist. Unter 

Berücksichtigung der sechsmonatigen Wartefrist des Art. 29 Abs. 1 IVG 

(frühestmöglicher Anspruchsbeginn: 1. April 2009) kann das Wartejahr frühestens im 

April 2008 zu laufen begonnen haben: Der Beschwerdeführer hat sich am 17. März 

2008 der dritten Umbilikalhernien-Operation unterzogen. Postoperativ ist es zu einem 

Wundinfekt gekommen, welcher am 31. März 2008 behandelt worden ist. Wegen eines 

persistierenden Infektes und einem fehlenden Wundverschluss ist der Abszess am 

20. Juni 2008 débridiert und exzidiert worden. Unter antibiotischer Behandlung ist es in 

der Folge zu einer Abheilung gekommen (IV-act. 26 - 8). Der Beschwerdeführer ist 

somit bis im Sommer 2008 wegen der Hernienproblematik auch in einer adaptierten 

Tätigkeit arbeitsunfähig gewesen. Die depressionsbedingte Arbeitsunfähigkeit ist 

ebenfalls im Sommer 2008 eingetreten. Insbesondere auch unter Berücksichtigung der 

Tatsache, dass sich eine depressive Störung über einen gewissen Zeitraum entwickelt 

und sich der Beschwerdeführer im August 2008 erstmals in psychiatrische Behandlung 

begeben hat, ist davon auszugehen, dass sich die somatisch und die psychisch 

bedingte Arbeitsunfähigkeit überschnitten haben, d.h. dass ab März 2008 durchgehend 

eine Arbeitsunfähigkeit auch in einer adaptierten Tätigkeit bestanden hat. Das 

Wartejahr hat somit am 1. April 2008 zu laufen begonnen. Der Rentenanspruch besteht 

folglich ab 1. April 2009.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 28/29

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2.8   Demnach ist die Beschwerde gutzuheissen und dem Beschwerdeführer mit 

Wirkung ab 1. April 2009 eine ganze Rente zuzusprechen. Die Sache wird zur 

Festsetzung der Rentenhöhe sowie zur Ausrichtung der geschuldeten Leistungen an 

die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

3.     

3.1   Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint 

in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des 

Verfahrens entsprechend ist sie vollumfänglich der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. 

Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist dem Beschwerdeführer 

zurückzuerstatten.

3.2   Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei 

Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom 

Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In 

der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach 

Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Der 

Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat keine Honorarnote eingereicht. In einem 

Fall mit mittlerem Aufwand und Schwierigkeitsgrad wird praxisgemäss eine 

Pauschalentschädigung von Fr. 3'500.-- ausgerichtet. Die Beschwerdegegnerin hat 

den Beschwerdeführer entsprechend mit Fr. 3'500.-- (einschliesslich Barauslagen und 

Mehrwertsteuer) zu entschädigen.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

entschieden:

1.      In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung vom 12. März 

2013 aufgehoben und dem Beschwerdeführer mit Wirkung ab 1. April 2009 eine ganze 

bis 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 29/29

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Rente zugesprochen; die Sache wird zur Festsetzung der Rentenhöhe sowie zur 

Ausrichtung der geschuldeten Leistungen an die Beschwerdegegnerin 

zurückgewiesen.

2.      Die Beschwerdegegnerin hat die Gerichtskosten von Fr. 600.-- zu bezahlen; der 

geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird dem Beschwerdeführer zurückerstattet.

3.      Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung 

von Fr. 3'500.-- zu bezahlen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 17.12.2014
	Art. 8 Abs. 1 ATSG. Arbeitsunfähigkeit von 100 % in jeglicher Tätigkeit wegen einer phasenweise mittel- bis schwergradigen depressiven Störung. Liegt eine diagnostizierte psychiatrische Erkrankung vor, ist es irrelevant, ob diese durch psychosoziale oder soziokulturelle Faktoren (mit-)verursacht oder verstärkt worden ist. Gutheissung der Beschwerde und Zusprache einer ganzen Rente (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 17. Dezember 2014, IV 2013/181). Bestätigt durch Urteil des Bundesgerichts 9C_37/2015.

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