# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7bcb265f-4b04-5b34-8bf6-a87e171bce40
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-08-22
**Language:** de
**Title:** Kurzbeschrieb: Rentenrevision, nach Rückweisung veranlasste erwerbliche Abklärungen ergeben keinen rentenbegründenden Invaliditätsgrad mehr. Abweisung. (BGE 9C_792/2017)
**Docket/Reference:** IV.2017.00460
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2017.00460.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2017.00460
II. Kammer
Sozialversicherungsrichter Mosimann, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Sager
Ersatzrichterin Lienhard
Gerichtsschreiberin Tiefenbacher
Urteil
vom
22. August 2017
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch
Dr.
iur. Roger
Bollag
Dreifuss &
Bollag
, Law Office
Splügenstrasse
11, Postfach 1594, 8027 Zürich
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
1.1
X.___
, geboren 1960, ist seit 1989 Inhaber eines
Ca
r
rosserie
be
triebs
und meldete sich
am 15. Februar 2000 bei der Invalidenversicherung zum
Leistungsbezug an (Urk. 7/1). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zü
rich, IV-Stelle, sprach
ihm
mit Verfügungen vom 8. Februar 2002 (Urk.
7/
40
42) bei einem
Invaliditäts
grad
von 70 % eine ganze Rente ab Juni 1999 zu. Mit Mit
teilungen vom 30. März 2004 (Urk.
7/
54) und 2. Mai 2007 (Urk.
7/
62) wurde der Anspruch auf die bisherige Invaliden
rente bestätigt.
Nach Eingang des
Revi
sions
fragebogens
vom 26. Juni 2012 (Urk.
7/
87)
holte
die IV-Stelle
unter ande
rem ein polydisziplinäres Gutachten ein
,
das a
m 2. Mai 2013
erstattet wurde
(Urk.
7/
103),
und veranlasste
eine Abklärung für
Selbständigerwerbende
, über welche am 23. Januar 2014 berich
tet wurde (Urk.
7/
123).
M
it Verfügung vom 18. Juli 2014
hob sie
die bisherige ganze Rente
auf
(Urk.
7/
149)
. Das hiesige Gericht hiess die dagegen erhobene Beschwerde mit Urteil vom
6.
Oktober 2015 im Verfahren Nr. IV.2014.00943
gut
und wies die Sache zu ergänzender Abklärung an die IV-Stelle zurück (
Urk.
7/159
).
1.2
Die IV-Stelle holte in der Folge einen weiteren Abklärungsbericht für Selb
ständigerwerbende ein, der am 3
1.
März 2016 erstattet wurde (
Urk.
7/170).
Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (Urk.
7/173-174,
Urk.
7/178
) hob die IV-
Stelle die bisherige ganze Rente mit Verfügung vom 3
1.
März 2017 auf (
Urk.
7/181
=
Urk.
2)
.
2.
Der Versicherte erhob am 2
8.
April 2017 Beschwerde gegen die Verfügung vom 3
1.
März
2017 (
Urk.
2) und beantragte, es seien ihm die gesetzlichen Leis
tung
en, insbesondere eine Invalidenrente, welche seiner tatsächlichen Erwerbsun
fähig
keit entspreche, zuzusprechen (
Urk.
1 S. 2 oben
Ziff.
2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
6.
Juni 2017 (
Urk.
6) die Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am
7.
Juni 2017 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
8).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sund
heit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die
Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht über
windbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertels
rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2
des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung, (IVG
).
1.3
Der Einkommensvergleich hat auch bei Selbständigerwerbenden in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt. Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen ziffernmässig nicht genau ermittelt werden können, sind sie nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände zu schätzen und die so gewonnenen Annäherungswerte miteinander zu ver
glei
chen. Lassen sich die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen nicht zuver
lässig ermitteln oder schätzen, so ist in Anlehnung an die spezifische Methode für Nichterwerbstätige ein Betätigungsvergleich anzustellen und der
Invalidi
tätsgrad
nach Massgabe der erwerblichen Auswirkungen der verminderten Leis
tungsfähigkeit in der konkreten erwerblichen Situation zu bestimmen. Der grund
sätzliche Unterschied des ausserordentlichen Bemessungsverfahrens zur spezifischen Methode (
Art.
28a
Abs.
2 IVG) besteht darin, dass die Invalidität nicht unmittelbar nach Massgabe des Betätigungsvergleichs als solchen be
messen wird. Vielmehr ist zunächst anhand des Betätigungsvergleichs die leidensbedingte Behinderung festzustellen; sodann ist aber diese im Hinblick auf ihre erwerbliche Auswirkung besonders zu gewichten. Eine bestimmte Ein
schränkung im funktionellen Leistungsvermögen einer erwerbstätigen Person kann zwar, muss aber nicht notwendigerweise eine Erwerbseinbusse gleichen
Umfangs zur Folge haben. Wollte man bei Erwerbstätigen ausschliesslich auf
das Ergebnis des Betätigungsvergleichs abstellen, so wäre der gesetzliche Grun
d
satz verletzt, wonach bei dieser Kategorie von Versicherten die Invalidität nach Massgabe der Erwerbsunfähigkeit zu bestimmen ist (ausserordentliches
Bemes
sungsverfahren
; BGE 128 V 29 E. 1; AHI 1998 S. 120 E. 1a und S. 252 E. 2b). Die ausserordentliche Bemessungsmethode des erwerblich gewichteten
Betäti
gungs
vergleichs
unterscheidet sich von der allgemeinen Methode des
Einkom
mensvergleichs
Unselbständigerwerbender
gerade dadurch, dass bei der
Ein
kom
mensermittlung
nicht auf die LSE abgestellt wird, sondern deren Festset
zung
unter Berücksichtigung der einzelfallbezogenen Kriterien (Betriebsgrösse, Bra
nche, Erfahrung des Betriebsinhabers usw.) zu erfolgen hat (Urteil des Bun
desgerichts I 707/06 vom 9. Juli 2007 E. 3.3.1).
Nach der Rechtsprechung kann die Aufnahme einer unselbständigen Erwerbs
tätigkeit als zumutbar erscheinen, wenn davon eine bessere erwerbliche Ver
wertung der Arbeitsfähigkeit erwartet werden kann und der berufliche Wechsel unter Berücksichtigung der gesamten Umstände (Alter, Aktivitätsdauer, Aus
bildung, Art der bisherigen Tätigkeit, persönliche Lebensumstände) als zumutbar
erscheint (Urteil des Bundesgerichts 9C_356/2014 vom 14. November 2014 E. 3.
1 mit Hinweisen auf Urteile I 116/03 vom 10. November 2003 E. 3.1 und I 145/01 vom 12. September 2001 E. 2b).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) davon aus, in Anwendung des ausserordentlichen Bemessungsverfahrens resultiere ein Invaliditätsgrad von 0
%
(S. 4). Weitere medizinische Abklärungen seien nicht angezeigt
, da auch im Behandlungsbericht vom Januar 2017 keine wesentlich anderen Befunde aufgeführt
würden als im Gutachten von 2013
(S. 4 unten)
.
Ausgehend von den vom Beschwerdeführer genannten Einkommenszahlen würde
ein Invaliditätsgrad von 22
%
resultieren (S. 5 Mitte).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (
Urk.
1), die Beschwerdegegnerin habe nicht den vom Gericht angeordneten
Betäti
gungs
vergleich
, sondern abermals einen Einkommensvergleich vorgenommen (S. 5 f.
Ziff.
6 ff.), und der Betätigungsvergleich (S. 6 ff.) ergebe einen Invaliditätsgrad von rund 74 oder 72
%
(S. 10 oben). Aus Altergründen sei ihm eine angepasste Tätigkeit nicht mehr zumutbar (S. 10
Ziff.
12) und bei über 15-jährigen
Renten
bezug
auch die Selbsteingliederung nicht (S. 10
Ziff.
13.).
2.3
Strittig sind der Invaliditätsgrad und ein allfälliger Rentenanspruch.
3.
Im Urteil des hiesigen Gerichts vom
6.
Oktober 2015 (
Urk.
7/
159
) wurde unter anderem ausgeführt,
gemäss ärztlicher Beurteilung liege als Diagnose mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit einzig ein chronischer wiederkehrender
Schul
terschmerz
vor (S.
16
E. 6.2) und es sei von einer Arbeitsfähigkeit in der ange
stammten Tätigkeit als
Car
r
osseriespengler
von 50
%
auszugehen (S. 15 E. 5.5). Ferner wurde unter andere
m
ausgeführt (S. 18 ff.):
6.5
Zusammenfassend ist mit dem im Sozialversicherungsrecht massgebenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass sich der für die Rentenzusprache entscheidende Gesundheitszustand des Beschwerdeführers verbessert hat. Damit besteht Anlass für eine Rentenrevision im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG.
(…)
7.3
Am 8. Januar 2014 fand eine Abklärung für
Selbständigerwerbende
vor Ort statt. Die Abklärungsperson hielt im Bericht vom 23. Januar 2014 (
…
) fest, der Beschwerdeführer schildere eine grösstenteils unveränderte Situation im Vergleich zur früheren Abklärung. Der Beschwerdeführer könne bedingt durch seine körperlichen Beschwerden weiterhin nicht mehr in der Werkstatt arbeiten. Es gebe kaum Arbeiten in der Werkstatt, welche er ausführen könne. Er sei weiterhin ausschliesslich in der Administration tätig und erledige während zirka drei bis vier Stunden pro Tag an zirka vier Tagen in der Woche die anfallende Büroarbeit. Obwohl er selber der Firmenchef sei, habe er kaum Führungs
auf
gaben. Die restliche im Betrieb anfallende Arbeit, insbesondere die gesamte Werkstattarbeit sowie die Materialbestellungen, würden die Angestellten ohne jegliche fachliche Unterstützung seinerseits erledigen. Die Ehefrau würde seit einem Jahr krankheitsbedingt nicht mehr im Büro mithelfen. Ihre Aufgaben seien an den Treuhänder übertragen worden (S. 3 f.).
(…)
7.4
(…)
Gemäss dem nachvollziehbaren Belastungsprofil
(…)
sind dem Beschwerde
führer wechselbelastende, leichte bis mittelschwere Tätig
keiten ohne Lasten
bewegen über 9 kg über Brusthöhe respektive in
Armvorhaltung
über 90° zu
mutbar, wobei Arbeiten in Zugluft und Nässe sowie lange wirbelsäulenstatische Belastungen und schwere körperliche Arbeiten zu vermei
den seien. Vorliegend gilt es nun, eine konkrete selbständige Erwerbstätigkeit zu beurteilen. Dabei unterliess es die Beschwerdegegnerin insbesondere zu prüfen, ob der Be
schwerdeführer das ihm zumutbare Pensum von 50 % bei diesem
Belas
tungs
profil
überhaupt im Betrieb voll ausschöpfen kann, das heisst, ob genügend Tätigkeiten vorhanden sind, welche der Beschwerdeführer ausüben kann
(…)
.
Der Beschwerdeführer brachte diesbezüglich vor, dass er 85 % der Arbeiten nicht mehr ausüben könne und reichte hierzu Belege ins Recht (
…
). (
…
).
Der Beschwerdeführer war vor Eintritt des Gesundheitsschadens zu 100 % als
Carrosseriespengler
tätig, während ein Angestellter für die Tätigkeiten im Büro zuständig war. Dieser musste wegen des krankheitsbedingten Ertragsrückgangs und der Umstellung des Beschwerdeführers von der Werkstatt ins Büro ent
lassen werden (
..
.). Im Gesundheitsfall wäre der Beschwerdeführer somit mit dem im Sozialversicherungsrecht massgebenden Beweisgrad der über
wiegenden Wahrscheinlichkeit weiterhin ausschliesslich in der Werkstatt tätig, was Einfluss auf das vorzunehmende ausserordentliche Bemessungsverfahren hat. Nach dem Gesagten hat daher eine Rückweisung an die Beschwerdegegnerin zu erfolgen, damit diese vor Ort abklärt, wie viel der Beschwerdeführer effektiv in seinem Betrieb noch aufgrund des bestehenden Belastungsprofils machen kann. Hernach hat die IV-Stelle den Invaliditätsgrad mittels des ausser
ordentlichen Bemessungsverfahrens (
…
) zu ermitteln.
4.
4.1
Am
1.
März 2016 erlitt der Beschwerdeführer einen Autounfall (
Urk.
3/3).
Nach einer ersten Arztkonsultation am
4.
März 2016 (
Urk.
3/6) wurde ihm vom
4.
bis
3
0.
März 2016 eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
und vom 3
1.
März bis 2
7.
Mai
2016 eine Arbeitsunfähigkeit von 50
%
attestiert (
Urk.
3/4-5).
Diagnostiziert wurde ein Schleudertrauma der Halswirbelsäule mit Verdacht auf Fraktur
Hals
wirbelkörper
(HWK) 6 (
Urk.
3/6).
4.2
Dr.
med.
Y.___
, Fachärztin für Neurologie, nannte in ihrem Bericht vom 1
2.
Mai 2016 (
Urk.
3/9) als Diagnosen eine Periarthritis
humeros
capularis
rechts und einen Diabetes mellitus (S. 1 Mitte).
4.3
Am 3
0.
Januar 2017 berichtete
n
die Ärzte der Rheumatologie der
Z.___
Klinik über die gleichentags erfolgte Konsultation (
Urk.
7/176) und nannten die folgenden, hier verkürzt angeführten Diagnosen (S. 1 unten):
-
Schulter- und Armschmerzen rechts nach Autounfall am
1.
April (richtig: März) 2016
-
Epicondylopathia
humeralis
lateralis
rechts, am ehesten sekundär im Sinne einer
Kettentendinose
-
Status nach
Zervikothorakal-Vertebralsyndrom
bei Haltungsinsuffizienz im Nacken-/Schultergürtelbereich 1999
Sie führten unter anderem aus, das zwischenzeitlich (am 1
9.
Januar 2017) durch
geführte MRI der rechten Schulter zeige eine gelenksseitige Partialruptur der
Subscapularissehne
. Für eine
Frozen
Shoulder
fänden sich klinisch aktuell keine klaren Hinweise, nach wie vor bestünden primär myofasziale Befunde (S.
2).
5.
5.1
Am 1
7.
März 2016 fand eine weitere Abklärung für
Selbständigerwerbende
statt, über die am 3
1.
März 2016 berichtet wurde (
Urk.
7/170). Zum Gesund
heitszustand wurde ausgeführt, aus der Sicht des Beschwerdeführers sei sein Gesundheitszustand bis heute immer gleich geblieben (S. 2
Ziff.
1).
Vor Eintritt des Gesundheitsschadens habe der Beschwerdeführer zu 100
%
als
Carros
s
eriespengler
gearbeitet, Büro- oder sonstige administrative Arbeiten habe er nie ausgeführt (S. 2
Ziff.
3.3). Heute sei er jeweils am Nachmittag für 3-4
Stunden im Betrieb und erledige ausschliesslich Büroarbeiten
. Rein bei der betrieblichen Organisation (Personalführung usw.) müsse er nie aktiv werden, seine Mitarbeiter würden die Arbeitsabläufe und -einteilungen unter sich orga
nisieren, vorbereiten und einteilen
(S. 3 Mitte).
Im Rahmen der Interpretation der Geschäftsabschlüsse führte die
Abklärungs
person
unter anderem aus, es könne davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer
die
ihm gemäss Belastungsprofil noch möglichen Tätigkeiten im Betrieb voll ausschöpfe, aufgrund der Betriebsgrösse sei die Arbeitskapazität, um in behinderungsangepasstem Ausmass zu 100
%
tätig zu sein, gar nicht vor
handen (S. 5 Mitte).
5.2
Im Rahmen der am 2
8.
Oktober 2016 erfolgten Invaliditätsbemessung (
Urk.
7/1
72 S.
4 ff.) ging die Beschwerdegegnerin bezogen auf das Jahr 2014 von einem Jahreslohn als ausgelernter Spengler von
Fr. 67
‘
000
.
--
bei vollem Pensum und Fr. 60‘300.
--
bei einem Pensum von 90 %
aus
,
und für den mit 10
%
veran
schlagten (S. 4 unten) administrativen Bereich inklusive Führungsaufgaben setzte sie
Fr.
16‘360.-- ein (S. 5 oben), was einem Jahreslohn von
Fr.
163‘600.-- entsprechen würde.
5.3
Gemäss der Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamts für Statistik betrug der mittlere Lohn ab Alter 50
für Führungskräfte in Produktion und spezialisierten Dienstleistungen
Fr.
10
‘
364
.-- und
für
allgemeine
Büro
- und Sekretariats
kräfte
Fr.
7‘
647
.-- (LSE 2014 Tab. T17,
Ziff.
13
und 4
1
).
Auf ein Jahr umgerechnet und der durchschnittlichen Arbeitszeit von 41.6
Stunden angepasst (x
12 :
40.0 x 41.7)
ergibt dies rund
Fr.
129
‘
654
.-- für die
Führungst
ätigkeit und rund
Fr.
95
‘6
64
.-- für die Bürotätigkeit.
6.
6.1
Als Folge des Auffahrunfalls vom
1.
März 2016 wurde dem Beschwerdeführer für einen Monat eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
und für weitere zwei Monate eine solche von 50
%
attestiert (vorstehend E. 4.1). Bei der am 1
7.
März 2016 erfolgten Abklärung zur Erstellung des Berichts über Selbständige wurde der Unfall nicht erwähnt (vorstehend E. 5.1). Auch die im April 2016 aus neu
rologischer Sicht gestellten Diagnose enthielt keinen Bezug zum Unfall (vor
stehend E. 4.2).
Damit bestehen keine Anhaltspunkte, die darauf schliessen liessen, dass sich der Unfall in nennenswerter Weise auf die Arbeitsfähigkeit und das
Zumutbar
keitsprofil
ausgewirkt hätte. Das die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigende
Gesund
heitsproblem
war und ist unverändert das bekannte Schulterleiden. Dass dieses im Rahmen der im Januar 2017 gestellten Diagnose als „nach“ dem genannten Unfall charakterisiert wurde, ändert an dieser Feststellung nichts, weil es offen
sichtlich nicht auf Aktenkenntnis beruhte.
Somit ist in gesundheitlicher Hinsicht davon auszugehen, dass dem Beschwer
de
führer die angestammte Tätigkeit als
Carrosseriespengler
gemäss ärztlicher Beurteilung zu 50
%
und eine - näher umschriebene - leidensangepasste Tätig
keit zu 100
%
zumutbar ist oder wäre.
6.2
Im Rahmen der ausserordentlichen Methode
(vorstehend E. 1.3)
ist in einem ersten Schritt zu ermitteln, welche Tätigkeiten vor Eintritt des
Gesundheits
schadens
in welchem Umfang ausgeübt wurden, und wie es sich damit nach Eintritt des Gesundheitsschadens verhält beziehungsweise zumutbarerweise ver
halten sollte.
Gemäss seinen eigenen Angaben war der Beschwerdeführer vor Eintritt des Gesundheitsschadens zu 100
%
handwerklich tätig. Die Beschwerdegegnerin ist hingegen davon ausgegangen, dass 10
%
auf Geschäftsleitungsaufgaben ent
fallen seien und der Anteil handwerklicher Tätigkeit somit 90
%
betragen habe (vorstehend E. 5.2). Diese Annahme ist nicht
unplausibel
und kann - was sich zugunsten des Beschwerdeführers auswirkt - übernommen werden.
Nach Eintritt des Gesundheitsschadens hat der Beschwerdeführer gemäss eige
nen Angaben 3-4 Stunden täglich
(gewöhnliche)
Büroarbeiten übernommen. Gemäss den Angaben der Abklärungsperson
entspricht dies
dem Umfang, in welchem angesichts der Betriebsgrösse solche Arbeiten überhaupt anfallen. Bezogen auf eine Arbeitswoche entsprechen 17.5 Stunden (5 x 3.5) einem Pensum von rund 42
%
(
17.5 :
41.7).
Handwerklich ist der Beschwerdeführer nicht mehr tätig. Er muss sich aber im Rahmen der ärztlichen Zumutbarkeitsbeurteilung ein Pensum von 50
%
anrech
nen lassen.
6.3
In einem zweiten Schritt sind die genannten
Pensen
erwerblich zu gewichten. Dabei ist für die handwerkliche Tätigkeit als
Carrosseriespengler
mit der
Be
schwerdegegnerin
ein Jahreslohn von
Fr.
67
‘
0
00.-- einzusetzen. Für die
Ge
schäfts
führertätigkeit
erscheint das von der Beschwerdegegnerin angenommene Einkommen
(
Fr.
163‘600.--)
übermässig
hoch.
Realistischerweise
ist dafür, ge
stützt auf die LSE, ein Jahreseinkommen von
Fr.
129‘654.-- einzusetzen,
sowie
ein solches von
Fr.
95‘664.-- für die Büro
tätigkeit (vorstehend E. 5.3).
Dies ergibt folgende Rechnung:
Vor Eintritt des Gesundheitsschadens erzielte der Beschw
erdeführer ein Ein
kommen von
Fr.
60
‘
30
0.-- mit handwerklicher Tätigkeit (
Fr.
67
‘
0
00.-- x 0.9) und ein solches von 12‘965.-- als Betriebsleiter (
Fr.
129‘654.-- x 0.1), was ein Total von
Fr.
73
‘
26
5.-- ergibt.
Nach Eintritt des Gesundheitsschadens erzielte er mit Bürotätigkeiten ein Ein
kommen von rund
Fr.
40‘179.-- (
Fr.
95‘664.-- x 0.42) und könnte mit hand
werk
licher Tätigkeit zumutbarerweise ein solches von
Fr.
33
‘
5
00.-- erzielen (
Fr.
67
‘
0
00.-- x 0.5), was ein Total
Fr.
von
73
‘
67
9.--
ergibt.
Somit ist das Einkommen, das dem Beschwerdeführer nach Eintritt des
Gesund
heitsschadens
(und dessen zwischenzeitlichen Verbesserung) als zumutbarer
weise
erzielbar anzurechnen ist,
leicht
höher als das vor Eintritt des
Gesundheits
schadens
erzielte. Damit besteht kein Rentenanspruch mehr.
6.4
Dass das hypothetische Invalideneinkommen letztlich
etwas
höher ausfällt als das hypothetische Valideneinkommen, ist keineswegs Ausdruck einer „grotes
ken Schlussfolgerung“ (
Urk.
1 S. 4 f.), sondern liegt darin begründet, dass beim Betätigungsvergleich im Umfang von rund 40
%
an die Stelle handwerklicher Tätigkeit eine Bürotätigkeit getreten ist, die statistisch so viel besser
entlöhnt
ist, dass auch der angenommene Wegfall der noch besser bezahlten
Ge
schäfts
leitungstätigkeit
den hypothetischen monetären Zugewinn nicht auszugleichen vermag.
Zusammenfassend bleibt somit festzuhalten, dass infolge des verbesserten Gesundheitszustands kein rentenbegründender Invaliditätsgrad mehr besteht, womit sich die angefochtene Verfügung als rechtens erweist und die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen ist.
7.
Die Verfahrenskosten gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG sind ermessensweise auf
Fr.
700.--
festzusetzen und ausgangsgemäss dem Beschwerdeführer aufzuer
legen.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
700
.-- werden
dem Beschwerdeführer
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
dem
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Dr.
iur. Roger
Bollag
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzustellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthal
ten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
MosimannTiefenbacher