# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0ccf1c05-77c5-5422-ba6b-0fba5a9d8183
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2021-11-18
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 18.11.2021 C-7354/2017
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-7354-2017_2021-11-18.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 

Entscheid teilweise bestätigt durch 

BGer mit Urteilen vom 21.09.2022 

(8C_23/2022, 8C_51/2022) 

 
 
    
 

  

  

 

 Abteilung III 

C-7354/2017 

 

 
 

  U r t e i l  v o m   1 8 .  N o v e m b e r  2 0 2 1  

Besetzung 
 Richter Daniel Stufetti (Vorsitz), 

Richterin Viktoria Helfenstein,  

Richter Vito Valenti,    

Gerichtsschreiberin Karin Wagner. 
 

 
 

Parteien 
 A._______, (Deutschland), 

vertreten durch lic. iur. Jan Herrmann, Rechtsanwalt, Schmid 

Herrmann Rechtsanwälte,   

Beschwerdeführer,  

 
 

 
gegen 

 
 

IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,  

Avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100, 1211 Genf 2,    

Vorinstanz.  

 
 

 
 

Gegenstand 
 Invalidenversicherung, Rentenanspruch,  

Verfügung der IVSTA vom 15. November 2017. 

 

 

 

C-7354/2017 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Der am (…) 1964 geborene A._______, ist deutscher Staatsangehöri-

ger (im Folgenden: Versicherter oder Beschwerdeführer) und wohnt in 

Deutschland (Vorakten 2). Er war Grenzgänger und arbeitete als Spediti-

onsfachmann von Juli 1989 bis August 1992 bei der B._______ AG in 

D._______ und ab September 1992 bei der C._______ AG in D._______ 

(Vorakten 6). Ab 16. März 2016 wurde er von seiner Hausärztin zu 100 % 

krankgeschrieben (Vorakten 4/1, 8/10ff, 10/3). Am 18. März 2016 (Vorakten 

8/15) bzw. 16. September 2016 (Vorakten 8/14) kündigte ihm seine Arbeit-

geberin, die C._______ AG, unter Berücksichtigung einer Sperrfrist von 

180 Tagen, auf den 31. März 2017. Während seiner Grenzgängertätigkeit 

leistete der Beschwerdeführer die obligatorischen Beiträge an die schwei-

zerische Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (Vorakten 6, 

54.8). 

A.b Am 12. September 2016 (Posteingang bei der IV-Stelle D._______; 

Vorakten 2) meldete sich der Beschwerdeführer zum Bezug von Leistun-

gen der Invalidenversicherung an. Nach Einholen diverser medizinischer 

Unterlagen (Vorakten 8/10ff., 9/2ff., 10/3ff., 15/2ff., 16/2ff., 17/2ff., 18, 21, 

28/2ff., 29, 30/4f., 31/2ff., 33/2ff., 36/2ff., 39/2ff., 40/2ff., 42/2ff., 43), des 

Fragebogens für Arbeitgebende (Vorakten 8/2ff.) und der Stellungnahme 

ihres ärztlichen Dienstes vom 31. August 2017 (Vorakten 51/2ff.) teilte die 

IV-Stelle D._______ dem Beschwerdeführer am 6. Oktober 2017 (Vorakten 

53) mit, dass vorgesehen sei, das Leistungsbegehren abzuweisen, da der 

Invaliditätsgrad 20 % betrage und damit unter 40 % liege. Nach Eingang 

weiterer ärztlicher Unterlagen (Vorakten 58/4ff.) verfügte die IV-Stelle für 

Versicherte im Ausland IVSTA (im Folgenden: auch Vorinstanz) am 15. No-

vember 2017 (Vorakten 59/3ff.; BVGer act. 1/1) die Abweisung des Leis-

tungsbegehrens. Als Begründung hielt sie fest, seit März 2016 könne der 

Beschwerdeführer seine Tätigkeit als Speditionskaufmann nur noch im 

Pensum von 80 % ausüben. Da der Invaliditätsgrad unter 40 % liege, be-

stehe jedoch kein Rentenanspruch. 

B.  

Am 28. Dezember 2017 (BVGer act. 1) reichte der Beschwerdeführer beim 

Bundesverwaltungsgericht Beschwerde ein und beantragte, die Verfügung 

der Vorinstanz vom 15. November 2017 sei aufzuheben und die Vorinstanz 

zu verpflichten, dem Beschwerdeführer mindestens eine Viertelsrente auf 

Basis eines Invaliditätsgrades von mindestens 40 % zuzusprechen und 

C-7354/2017 

Seite 3 

auszurichten. Eventualiter sei die Verfügung der Vorinstanz vom 15. No-

vember 2017 aufzuheben und für einen neu zu treffenden Leistungsent-

scheid ein gerichtliches polydisziplinäres medizinisches Gutachten bei 

neutraler Stelle einzuholen. Als Begründung brachte er sinngemäss vor, 

die Vorinstanz habe den Untersuchungsgrundsatz verletzt und die ange-

fochtene Verfügung auf Basis einer unzureichenden Aktenlage erlassen, 

da sie kein polydisziplinäres Gutachten eingeholt habe. Der Beschwerde-

führer sei in seiner angestammten Tätigkeit und auch in einer seinen Lei-

den angepassten Verweistätigkeit erheblich eingeschränkt, woraus sich im 

Rahmen eines Einkommensvergleichs ein Invaliditätsgrad von mindestens 

40 % ergebe. Für die Bestimmung des Valideneinkommens sei nicht auf 

Tabellenlöhne abzustellen, da die Kündigung krankheitsbedingt erfolgt sei. 

C.  

Der mit Zwischenverfügung vom 4. Januar 2018 (BVGer act. 2) eingefor-

derte Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 800.- ging fristgerecht am 

11. Januar 2018 in der Gerichtskasse ein (BVGer act. 4). 

D.  

Mit Vernehmlassung vom 13. März 2018 (BVGer act. 6) beantragte die Vor-

instanz, die Beschwerde sei abzuweisen und die angefochtene Verfügung 

zu bestätigen. Zur Begründung verwies sie auf die Stellungnahme der IV-

Stelle D._______ vom 8. März 2018 (BVGer act. 6/1), worin diese vor-

brachte, es würden ausschliesslich Beschwerden mit Auswirkungen auf 

den Bewegungsapparat und psychische Beschwerden in Frage stehen. 

Damit seien die Beschwerden mit einer bidisziplinären «Begutachtung» ab-

gedeckt. Das bidisziplinäre «Gutachten» von Dr. E._______ und 

Dr. F._______ sei schlüssig und erbringe den vollen Beweis. Die Invalidi-

tätsbemessung sei korrekt erfolgt. Sowohl für das Valideneinkommen als 

auch für das Invalideneinkommen sei zu Recht auf den Tabellenlohn der 

LSE 2014, Tabelle TA1, Pos. 49-52, Kompetenzniveau 3, abgestellt wor-

den.  

E.  

Replikweise bestätigte der Beschwerdeführer am 3. Mai 2018 (BVGer 

act. 8) seine bisherigen Anträge und deren Begründung. Er nahm einge-

hend zur Vernehmlassung der Vorinstanz Stellung und reichte eine medi-

zinische Beurteilung von Prof. Dr. G._______, Facharzt für Psychiatrie und 

Psychotherapie, vom 26. Februar 2018 ein, wonach eine Autismus-Spekt-

rum-Störung im Sinne eines hochfunktionalen Asperger-Syndroms (ICD-

10 F84.5), ein aktuell mittelgradiges depressives Syndrom bei Verdacht auf 

C-7354/2017 

Seite 4 

rezidivierende depressive Störung (ICD-10 F33.1) und eine Somatisie-

rungsstörung (ICD-10 F45.0) vorliegen würden.  

F.  

Anlässlich der Duplik vom 22. Juni 2018 (BVGer act. 10) bestätigte die Vor-

instanz ihre bisherigen Anträge sowie deren Begründung und verwies er-

gänzend auf die Stellungnahme der IV-Stelle D._______ vom 20. Juni 2018 

(BVGer act. 10/1). Die IV-Stelle D._______ hatte die medizinische Beurtei-

lung von Prof. Dr. G._______ ihrem regionalen ärztlichen Dienst (RAD) un-

terbreitet. Dr. H._______, Fachärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie 

und Psychotherapie FMH, konstatierte am 4. Juni 2018, die von Prof. Dr. 

G._______ neu gestellte Diagnose einer Autismus-Spektrum-Störung 

habe vergleichbare Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit wie die von Dr. 

E._______ gestellte Diagnose der kombinierten Persönlichkeitsstörung. Es 

könne an der Beurteilung einer 90%igen Arbeitsfähigkeit im Verweisprofil 

und einer 80%igen Arbeitsfähigkeit als Speditionskaufmann festgehalten 

werden.  

G.  

Der Schriftenwechsel wurde, unter Vorbehalt der Eingabe einer Stellung-

nahme seitens des Beschwerdeführers, mit Verfügung vom 27. Juni 2018 

(BVGer act. 11) geschlossen.  

H.  

Mit Triplik vom 20. Juli 2018 (BVGer act. 12) nahm der Beschwerdeführer 

zu den Vorbringen der Vorinstanz Stellung und brachte insbesondere vor, 

das «Gutachten F._______/E._______» sei als verwaltungsinternes «Gut-

achten» zu betrachten, womit bereits bei geringen Zweifeln nicht darauf 

abzustellen sei. Das «Gutachten F._______/E._______» sei nicht valide, 

womit für die Beurteilung des Leistungsanspruchs von Seiten des Gerichts 

eine medizinische Expertise bei neutraler und objektiver Stelle einzuholen 

sei. Erst im Anschluss daran sei neu über den Anspruch des Beschwerde-

führers zu entscheiden. Weiter reichte der Beschwerdeführer mit unaufge-

forderter Eingabe vom 26. Juli 2018 (BVGer act. 14) Berichte von Dr. 

I._______, Psychiaterin, vom 3. Juli 2018 und 12. Juli 2018 ein. 

I.  

Mit Quadruplik vom 24. September 2018 (BVGer act. 16) übermittelte die 

Vorinstanz die Stellungnahme der IV-Stelle D._______ vom 24. September 

2018, worin diese ausführte, der RAD habe am 31. August 2017 als Belas-

tungsprofil eine Bürotätigkeit ohne intensiven Kundenkontakt angegeben, 

C-7354/2017 

Seite 5 

was der Einschränkung, wie sie von Prof. Dr. G._______ festgehalten wor-

den sei, entsprechen würde.  

J.  

Der Beschwerdeführer sandte dem Bundesverwaltungsgericht am 1. Feb-

ruar 2019 (BVGer act. 18) allgemeine Ausführungen von Dr. I._______, 

Psychiaterin, vom 17. Januar 2019 zum Asperger-Autismus.  

K.  

Am 22. November 2019 (BVGer act. 25) und 28. November 2019 (BVGer 

act. 27) reichte der Beschwerdeführer einen Bericht von Dr. I._______, 

Psychiaterin, datierend vom 17. Oktober 2019 ein.  

L.  

Aufforderungsgemäss (BVGer act. 22) übermittelte die Vorinstanz dem 

Bundesverwaltungsgericht am 2. Dezember 2019 (BVGer act. 28) den 

Austrittsbericht der J._______ Klinik vom 17. Januar 2018 sowie die Stel-

lungnahmen der IV-Stelle D._______ vom 28. November 2019 und des re-

gionalen ärztlichen Dienstes vom 13. November 2019. Nach Einsicht in den 

Bericht der J._______ Klinik konstatierte Dr. H._______, Fachärztin für Kin-

der- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie FMH, an der Einschät-

zung der Arbeitsfähigkeit vom 31. August 2017 könne festgehalten werden. 

M.  

Mit ergänzender Stellungnahme vom 16. Januar 2020 (BVGer act. 30) ver-

wies die Vorinstanz auf die Äusserungen der IV-Stelle D._______ vom 

9. Januar 2020 (BVGer act. 30/1), welche festhielt, Dr. E._______ habe die 

Diagnose einer Persönlichkeitsstörung gestellt, womit interaktionelle und 

soziale Auffälligkeiten seit dem Jugendalter berücksichtigt worden seien.  

N.  

Am 16. Januar 2020 (BVGer act. 31) monierte der Beschwerdeführer, 

Dr. E._______ habe als psychiatrischer «Gutachter» den Umstand, dass 

das Asperger-Syndrom schon früher bestanden habe, nicht berücksichtigt, 

sodass seine Einschätzung nicht beweiskräftig sei. Auch die Vorinstanz 

gehe davon aus, dass das Asperger-Syndrom seit Jahren bestanden habe, 

womit sämtliche im Recht liegende Gutachten und medizinische Berichte, 

die von nach der Verfügung vom 15. November 2017 datieren würden, mit-

zuberücksichtigen und in die Beweiswürdigung miteinzubeziehen seien.  

O.  

Mit unaufgeforderten Eingaben vom 21. Januar 2020 (BVGer act. 32) und 

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Seite 6 

25. Juni 2020 (BVGer act. 41) reichte der Beschwerdeführer die folgenden 

Unterlagen ein: Bericht von Frau K._______, Dipl.-Psychologin, vom 

12. Dezember 2019, ärztliches Attest von Dr. I._______ vom 16. Dezember 

2019 und Abschlussbericht der L._______ GmbH vom 14. April 2020. 

P.  

Mit Schreiben vom 28. Januar 2021 (BVGer act. 43) übermittelte die 

Rechtsvertretung des Beschwerdeführers eine Honorarnote in der Höhe 

von Fr. 5'412.40. 

Q.  

Auf die weiteren Vorbringen der Parteien sowie die eingereichten Unterla-

gen wird, soweit dies für die Entscheidfindung erforderlich ist, in den nach-

folgenden Erwägungen eingegangen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das Bundesverwaltungsgericht ist zur Behandlung der vorliegenden 

Beschwerde zuständig (Art. 31, 32 und 33 Bst. d VGG [SR 173.32]; Art. 69 

Abs. 1 Bst. b IVG [SR 831.20]). Der Beschwerdeführer ist als Adressat der 

angefochtenen Verfügung durch diese besonders berührt und hat ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Abänderung, weshalb 

er zur Erhebung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 59 ATSG [SR 830.1]; 

Art. 48 Abs. 1 VwVG [SR 172.021]). Nachdem auch der Kostenvorschuss 

rechtzeitig geleistet wurde (Art. 63 Abs. 4 VwVG), ist auf die frist- und form-

gerecht eingereichte Beschwerde einzutreten (Art. 60 ATSG; Art. 50 Abs. 1 

und Art. 52 Abs. 1 VwVG). 

1.2 Das Bundesverwaltungsgericht prüft die Verletzung von Bundesrecht 

einschliesslich der Überschreitung und des Missbrauchs des Ermessens, 

die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen 

Sachverhalts und die Unangemessenheit (Art. 49 VwVG). 

1.3 Gemäss Art. 40 Abs. 2 IVV (SR 831.201) ist die IV-Stelle, in deren Tä-

tigkeitsgebiet ein Grenzgänger eine Erwerbstätigkeit ausübt, zur Entge-

gennahme und Prüfung der Anmeldung zuständig. Dies gilt auch für ehe-

malige Grenzgänger, sofern sie bei der Anmeldung ihren ordentlichen 

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Seite 7 

Wohnsitz noch in der benachbarten Grenzzone haben, und der Gesund-

heitsschaden auf die Zeit ihrer Tätigkeit als Grenzgänger zurückgeht. Die 

Verfügungen werden von der IVSTA erlassen. 

Der Beschwerdeführer war bei Anmeldung als Grenzgänger für die 

C._______ AG, D._______, tätig (Vorakten 6/2), lebte namentlich auch im 

Zeitpunkt der Anmeldung im Grenzgebiet und machte bei der Anmeldung 

(Vorakten 2) als gesundheitliche Beeinträchtigung Depressionen, Burnout, 

Verhaltensstörung, starke Schmerzen, wiederkehrende chronische Krank-

heiten, Entzündungen, Verletzungen des Rückens (HWS/BWS/LWS), Per-

sönlichkeitsstörung, Schwindel, Hörstürze, Tinnitus und Erschöpfung gel-

tend, die sich während seiner Grenzgängertätigkeit manifestiert hatten. Un-

ter diesen Umständen war die IV-Stelle D._______ für die Entgegennahme 

und Prüfung der Anmeldung und die Vorinstanz für den Erlass der ange-

fochtenen Verfügung zuständig.  

2.  

2.1 Der Beschwerdeführer ist deutscher Staatsangehöriger und wohnt in 

Deutschland. Damit gelangen das Freizügigkeitsabkommen vom 21. Juni 

1999 (FZA, SR 0.142.112.681) und die Regelwerke der Gemeinschaft zur 

Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit gemäss Anhang II des 

FZA, insbesondere die für die Schweiz am 1. April 2012 in Kraft getretene 

Verordnung (EG) Nr. 883/2004 (SR 0.831.109.268.1) und Nr. 987/2009 

(SR 0.831.109.268.11), zur Anwendung. Seit dem 1. Januar 2015 sind 

auch die durch die Verordnungen (EU) Nr. 1244/2010, Nr. 465/2012 und 

Nr. 1224/2012 erfolgten Änderungen in den Beziehungen zwischen der 

Schweiz und den EU-Mitgliedstaaten anwendbar. Das Vorliegen einer an-

spruchserheblichen Invalidität beurteilt sich indes auch im Anwendungsbe-

reich des FZA und der Koordinierungsvorschriften nach schweizerischem 

Recht (BGE 130 V 253 E. 2.4; Urteil des BGer 9C_573/2012 vom 16. Ja-

nuar 2013 E. 4). 

2.2 In zeitlicher Hinsicht sind grundsätzlich diejenigen Rechtssätze mass-

geblich, die bei der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechts-

folgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 132 V 215 E. 3.1.1), 

weshalb jene Vorschriften Anwendung finden, die beim Erlass der Verfü-

gung vom 15. November 2017 in Kraft standen; weiter aber auch Vorschrif-

ten, die zu jenem Zeitpunkt bereits ausser Kraft getreten waren, die aber 

für die Beurteilung allenfalls früher entstandener Leistungsansprüche von 

Belang sind. 

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Seite 8 

2.3 Das Sozialversicherungsgericht stellt bei der Beurteilung einer Streit-

sache in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen 

Verwaltungsverfügung (hier: 15. November 2017) eingetretenen Sachver-

halt ab (BGE 132 V 215 E. 3.1.1). Später eingetretene Tatsachen (echte 

Noven), die zu einer Änderung des Sachverhalts geführt haben, sind 

grundsätzlich nicht im Rahmen des hängigen, sondern gegebenenfalls im 

Rahmen eines weiteren Verfahrens zu berücksichtigen (BGE 132 V 215 

E. 3.1.1; 121 V 362 E. 1b m.H.; vgl. auch Urteil des BGer 9C_24/2008 vom 

27. Mai 2008 E. 2.3.1). Unterlagen, die nach dem Verfügungszeitpunkt da-

tieren, sind zu berücksichtigen, wenn und soweit sie sich auf den Zeitraum 

vor Verfügungserlass beziehen respektive Rückschlüsse darauf zulassen 

(Urteil des BGer 9C_175/2018 vom 16. April 2018 E. 3.3.2). 

Der im vorliegenden Beschwerdeverfahren eingereichte psychologische 

Bericht vom 22. September 2016 (BVGer act. 1/9) ist bereits aktenkundig. 

Der Bericht vom 5. Oktober 2017 (BVGer act. 1/7), die Bescheinigung vom 

5. Oktober 2017 (BVGer act. 1/5), die Laborwerte vom 5. Oktober 2017 

(BVGer act. 1/6) und der Bericht vom 24. Oktober 2017 (BVGer act. 1/8) 

sind vor Verfügungserlass ergangen und damit vorliegend ebenfalls be-

achtlich. Der ärztliche Entlassbericht vom 17. Januar 2018 (BVGer 

act. 28/5) datiert zwar nach Verfügungserlass, jedoch betrifft er einen sta-

tionären Aufenthalt vom 10. Oktober 2017 bis zum 14. November 2017 und 

damit vor Verfügungserlass, sodass er zu berücksichtigen ist. Das Privat-

gutachten von Prof. Dr. G._______ vom 26. Februar 2018 (BVGer act. 8/1), 

die Berichte des regionalen ärztlichen Dienstes vom 4. Juni 2018 (BVGer 

act. 10/2) und 13. November 2019 (BVGer act. 28/2), sowie die ärztlichen 

Atteste von Dr. I._______ vom 3. Juli 2018 (BVGer act. 14/1), 12. Juli 2018 

(BVGer act. 14/2), 17. Januar 2019 (BVGer act. 18/1) und 17. Oktober 

2019 (BVGer act. 25/1) sind vorliegend insoweit zu berücksichtigen, als sie 

sich zum Gesundheitszustand des Beschwerdeführers im Verfügungszeit-

punkt äussern. Hingegen stellt die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vom 

2. Mai 2018 (BVGer act. 8/2) betreffend Arbeitsunfähigkeit vom 2. Mai 2018 

bis zum 30. Juni 2018 ein Novum dar und ist als solches vorliegend nicht 

zu berücksichtigen. Ebenfalls stellen der psychologische Bericht vom 12. 

Dezember 2019 (BVGer act. 32/1), das psychiatrische Attest vom 16. De-

zember 2019 (BVGer act. 32/2) und der Abschlussbericht der L._______ 

GmbH vom 14. April 2020 (BVGer act. 41/1) nicht zu berücksichtigende 

Noven dar, da die Schriftstücke nach Verfügungserlass erstellt wurden, und 

eine Reha-Massnahme betreffen, die nach Verfügungserlass eingeleitet 

wurde. 

C-7354/2017 

Seite 9 

3.  

3.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde 

ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Die Invalidi-

tät kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 

Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körper-

lichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zu-

mutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teil-

weise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des 

Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der 

gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä-

higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar 

ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG). Arbeitsunfähigkeit ist die durch eine Beeinträchti-

gung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, 

volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich 

zumutbare Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tä-

tigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Art. 6 

ATSG). 

3.2 Anspruch auf eine Rente der schweizerischen Invalidenversicherung 

hat, wer invalid im Sinne des Gesetzes ist (Art. 8 ATSG) und beim Eintritt 

der Invalidität während der vom Gesetz vorgesehenen Dauer, das heisst, 

während mindestens 3 Jahren (Art. 36 Abs. 1 IVG) Beiträge an die schwei-

zerische Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (AHV/IV) ge-

leistet hat. Diese Bedingungen müssen kumulativ gegeben sein; fehlt eine, 

so entsteht kein Rentenanspruch, selbst wenn die andere erfüllt ist.  

Der Beschwerdeführer hat unbestrittenermassen während mehr als 3 Jah-

ren Beiträge an die schweizerische AHV/IV geleistet, so dass die Voraus-

setzungen der Mindestbeitragsdauer für den Anspruch auf eine ordentliche 

Invalidenrente erfüllt sind.  

3.3 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Rente, 

wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine Dreivier-

telsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad 

von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei ei-

nem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine Viertels-

rente. Beträgt der Invaliditätsgrad weniger als 50 %, so werden die ent-

sprechenden Renten nur an Versicherte ausbezahlt, die ihren Wohnsitz 

und gewöhnlichen Aufenthalt in der Schweiz haben (Art. 29 Abs. 4 erster 

Satz IVG). Diese Einschränkung gilt jedoch nicht für die Staatsangehörigen 

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Seite 10 

eines Mitgliedstaates der EU und der Schweiz, sofern sie in einem Mitglied-

staat der EU Wohnsitz haben (Art. 7 VO [EG] 833/2004; BGE 130 V 253 

E. 2.3 und E. 3.1).  

3.4 Art. 29 Abs. 1 IVG sieht vor, dass der Rentenanspruch frühestens nach 

Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs 

nach Art. 29 Abs. 1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollen-

dung des 18. Altersjahres folgt, entsteht. Die Rente wird vom Beginn des 

Monats, in dem der Rentenanspruch entsteht, ausbezahlt (Art. 29 Abs. 3 

IVG).  

Da der Rentenanspruch nach Art. 29 Abs. 1 IVG frühestens sechs Monate 

nach der Anmeldung entstehen kann, ist für das Wartejahr nach Art. 28 

Abs. 1 Bst. b IVG allein der Sachverhalt sechs Monate vor der Anmeldung 

von Bedeutung (Urteile des BVGer C-1066/2017 vom 25. Juli 2019 E. 4.3;  

C-5352/2013 vom 7. September 2015 E. 2.3). Der Beschwerdeführer mel-

dete sich im September 2016 (Vorakten 2) zum Bezug von Versicherungs-

leistungen an, womit der Anspruch auf Versicherungsleistungen frühestens 

ab März 2017 entstehen konnte. Vorliegend ist damit der medizinische 

Sachverhalt ein Jahr vor dem frühesten Anspruchsbeginn mithin ab März 

2016 bis zum Verfügungszeitpunkt vom 15. November 2017 relevant. 

3.5 Bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit stützen sich die Verwaltung und 

im Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen, die von Ärzten und gege-

benenfalls auch von anderen Fachleuten zur Verfügung zu stellen sind. 

Aufgabe des Arztes bzw. der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu be-

urteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich 

welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren sind 

ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, 

welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden kön-

nen (BGE 140 V 193 E. 3.2; 132 V 93 E. 4).  

3.6 Die IV-Stelle prüft die Begehren, nimmt die notwendigen Abklärungen 

von Amtes wegen vor und holt die erforderlichen Auskünfte ein (Art. 43 Abs. 

1 ATSG, Art. 57 Abs. 3 IVG). Zur Beurteilung der medizinischen Vorausset-

zungen des Leistungsanspruchs stehen den IV-Stellen regionale ärztliche 

Dienste zur Verfügung (Art. 59 Abs. 2bis Satz 1 IVG). Die RAD setzen die 

für die Invalidenversicherung nach Art. 6 ATSG massgebende funktionelle 

Leistungsfähigkeit der Versicherten fest. Sie sind in ihrem medizinischen 

Sachentscheid im Einzelfall unabhängig (Art. 59 Abs. 2bis IVG). 

C-7354/2017 

Seite 11 

3.7 Das Bundesrecht schreibt nicht vor, wie die einzelnen Beweismittel zu 

würdigen sind. Für das gesamte Verwaltungs- und Beschwerdeverfahren 

gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben Versiche-

rungsträger und Sozialversicherungsgerichte die Beweise frei, d.h. ohne 

förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen 

(BGE 125 V 351 E. 3a). 

3.8 Im Weiteren ist festzuhalten, dass die rechtsanwendenden Behörden 

in der Schweiz nicht an die Feststellungen ausländischer Versicherungs-

träger, Behörden und Ärzte bezüglich Invaliditätsgrad und Anspruchsbe-

ginn gebunden sind (BGE 130 V 253 E. 2.4; AHI-Praxis 1996, S. 179; 

vgl. auch Zeitschrift für die Ausgleichskassen [ZAK] 1989 S. 320 E. 2). Viel-

mehr unterstehen auch die aus dem Ausland stammenden Beweismittel 

der freien Beweiswürdigung durch das Gericht (Urteil des Eidgenössischen 

Versicherungsgerichts EVG, [heute: Bundesgericht, BGer] vom 11. De-

zember 1981 i.S. D.). 

3.9 Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern 

das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines 

bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Der 

Richter und die Richterin haben vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu 

folgen, die sie von allen möglichen Geschehensabläufen als die Wahr-

scheinlichste würdigen (BGE 126 V 353 E. 5b; 125 V 193 E. 2, je m.H.).  

3.10 Bezüglich des Beweiswertes eines Berichtes oder eines Gutachtens 

ist entscheidend, ob der Bericht oder das Gutachten für die streitigen Be-

lange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die ge-

klagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) 

abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammen-

hänge und der medizinischen Situation einleuchtet, und ob die Schlussfol-

gerungen der Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweis-

wert ist somit weder die Herkunft des Beweismittels noch die Bezeichnung 

der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht 

oder als Gutachten, sondern dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2; 

134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a). Eine begutachtende medizinische 

Fachperson muss zudem über die notwendigen fachlichen Qualifikationen 

verfügen (Urteil des BGer 9C_555/2017 vom 22. November 2017 E. 3.1 

m.H.). 

C-7354/2017 

Seite 12 

3.11 Die Rechtsprechung erachtet es mit dem Grundsatz der freien Be-

weiswürdigung als vereinbar, Richtlinien für die Beweiswürdigung in Bezug 

auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten aufzustellen 

(BGE 125 V 351 E. 3b; AHI 2001 S.114 E. 3b; Urteil des EVG I 128/98 vom 

24. Januar 2000 E. 3b). 

3.11.1 Dem im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutach-

ten externer Spezialärzte (Art. 44 ATSG), welche aufgrund eingehender 

Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Be-

richt erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergeb-

nissen gelangen, ist bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuer-

kennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Ex-

pertise sprechen (BGE 137 V 210 E. 1.3.4; 125 V 351 E. 3b/bb m.H.).  

3.11.2 Berichte der behandelnden Ärzte sind aufgrund der auftragsrechtli-

chen Vertrauensstellung zum Patienten mit Vorbehalt zu würdigen, da da-

von auszugehen ist, dass sie in Zweifelsfällen eher zugunsten ihrer Pati-

enten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b/cc). Dies gilt für allgemein prakti-

zierende Hausärzte wie auch für behandelnde Spezialärzte (Urteil des 

EVG I 655/05 vom 20. März 2006 E. 5.4 m.H.). 

3.11.3 Bei Stellungnahmen eines IV-Arztes oder einer IV-Ärztin ist hinsicht-

lich des Beweiswertes zu unterscheiden, ob es sich um Aktenberichte im 

Sinne von Art. 49 Abs. 3 IVV oder um Untersuchungsberichte im Sinne von 

Art. 49 Abs. 2 IVV handelt.  

Der Beweiswert eines Untersuchungsberichtes eines IV-Arztes oder einer 

IV-Ärztin ist mit jenem von externen medizinischen Sachverständigengut-

achten im Sinne von Art. 44 ATSG vergleichbar, sofern er den von der 

Rechtsprechung entwickelten Anforderungen an ein ärztliches Gutachten 

genügt und der IV-Arzt oder die IV-Ärztin über die im Einzelfall erforderli-

chen persönlichen und fachlichen Qualifikationen verfügt (BGE 137 V 210 

E. 1.2.1; Urteile des BGer 9C_555/2017 vom 22. November 2017 

E. 3.1 m.H.; 9C_28/2015 vom 8. Juni 2015 E. 3.2; 9C_736/2009 vom 26. 

Januar 2010 E. 2.1; 9C_323/2009 vom 14. Juli 2009 E. 4.3.1). 

Bei einem Aktenbericht beurteilt der IV-Arzt oder die IV-Ärztin die vorhan-

denen ärztlichen Unterlagen, fasst die medizinischen Untersuchungser-

gebnisse zusammen und gibt eine Empfehlung zur weiteren Bearbeitung 

des Versicherungsfalles aus medizinischer Sicht ab. Ein Aktenbericht erfüllt 

somit eine andere Funktion als ein medizinisches Gutachten, weshalb er 

C-7354/2017 

Seite 13 

die inhaltlichen Anforderungen an medizinische Gutachten nicht erfüllen 

kann und muss. Dennoch wird ihm nicht jegliche Aussen- oder Beweiswir-

kung aberkannt, vielmehr ist er ein entscheidrelevantes Aktenstück, sofern 

die vom RAD beigezogenen Akten ein vollständiges Bild über Anamnese, 

Verlauf und gegenwärtigen Status ergeben und diese Daten unbestritten 

sind (Urteile des BGer 9C_28/2015 vom 8. Juni 2015 E. 3.2; 8C_641/2011 

vom 22. Dezember 2011 E. 3.2.2 m.H.; Urteil des EVG I 143/07 vom 

14. September 2007 E. 3.3; Urteil des BVGer C-135/2013 vom 22. Sep-

tember 2015 E. 4.3.4 m.H.). Ist das nicht der Fall, kann die Stellungnahme 

des regionalen ärztlichen Dienstes in der Regel keine abschliessende Be-

urteilungsgrundlage bilden, sondern nur zu weitergehenden Abklärungen 

Anlass geben (Urteil des BGer 9C_58/2011 vom 25. März 2011 E. 3.3). 

3.11.4 Auf das Ergebnis versicherungsinterner ärztlicher Abklärungen, zu 

denen auch RAD-Berichte gehören, kann nicht abgestellt werden, wenn 

auch nur geringe Zweifel an ihrer Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit beste-

hen (BGE 139 V 225 E. 5.2; 135 V 465 E. 4.4; Urteil des BGer 

8C_839/2016 vom 12. April 2017 E. 3.2). 

3.11.5 Auch ein im Auftrag eines Taggeldversicherers erstellter Bericht ist 

im Verfahren betreffend Prüfung eines IV-Rentenanspruchs auf dessen Be-

weiswert hin zu würdigen (Urteile des BGer 8C_71/2016 vom 1. Juli 2016 

E. 5.2; 9C_229/2007 vom 28. August 2007 E. 2.1). Den vom Taggeldversi-

cherer nicht im gesetzlich vorgesehenen Verfahren nach Art. 44 ATSG ein-

geholten Berichten kommt der Beweiswert versicherungsinterner ärztlicher 

Feststellungen zu (Urteile des BGer 8C_71/2016 E. 5; 8C_486/2015 vom 

30. November 2015 E. 4.1.3). 

3.12 Geht es um psychische Erkrankungen, namentlich eine anhaltende 

somatoforme Schmerzstörung, ein damit vergleichbares psychosomati-

sches Leiden (BGE 140 V 8 E. 2.2.1.3) oder depressive Störungen leicht- 

bis mittelgradiger Natur (BGE 143 V 409 E. 4.5.2), sind für die Beurteilung 

der Arbeitsfähigkeit systematisierte Indikatoren beachtlich, die – unter Be-

rücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits 

und Kompensationspotentialen (Ressourcen) anderseits – erlauben, das 

tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 

281 E. 2, E. 3.4 - 3.6 und E. 4.1; 143 V 418 E. 6 ff.). Gelangt der Rechts-

anwender nach der Beweiswürdigung zum Schluss, ein Gutachten erfülle 

sowohl die mit BGE 141 V 281 definierten versicherungsmedizinischen 

Massstäbe wie auch die allgemeinen rechtlichen Beweisanforderungen 

C-7354/2017 

Seite 14 

(vgl. E. 3.10 hiervor), ist es beweiskräftig, und die darin formulierten Stel-

lungnahmen zur Arbeitsfähigkeit sind zu übernehmen. Eine davon losge-

löste juristische Parallelüberprüfung nach Massgabe des strukturierten Be-

weisverfahrens soll nicht stattfinden (BGE 141 V 281 E. 5.2.3; 144 V 50 

E. 4.3). 

4.  

4.1 Der Beschwerdeführer monierte beschwerdeweise (BVGer act. 1), die 

Vorinstanz habe sich einzig auf Behandlungsberichte und die bidisziplinäre 

Abklärung der (…) Versicherungsgesellschaft AG gestützt, jedoch keine ei-

genen medizinischen Abklärungen getätigt. Die umfassende administrative 

Erstbegutachtung sei regelmässig polydisziplinär und damit zufallsbasiert 

anzulegen. Es handle sich vorliegend nicht um eine isoliert rheumatolo-

gisch-psychiatrische Beschwerdeproblematik. Das Beschwerdebild des 

Beschwerdeführers sei nicht vollends gesichert und es würden weitere in-

terdisziplinäre Bezüge vorliegen. Zwar habe Dr. F._______ die verschiede-

nen Beeinträchtigungen und deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit 

des Beschwerdeführers diskutiert und im Ergebnis verneint, was jedoch 

ausserhalb ihres Kompetenzbereichs liege.  

4.2 Die Vorinstanz hielt, mit Verweis auf die Stellungnahme der IV-Stelle 

D._______, vernehmlassungsweise (BVGer act. 6/1) dagegen, es würden 

ausschliesslich Beschwerden mit Auswirkungen auf den Bewegungsappa-

rat und psychische Leiden in Frage stehen. Dr. F._______ habe als Diag-

nosen ein chronisches generalisiertes myofasziales bzw. tendomyogenes 

Schmerzsyndrom sowie ein Outlet-Impingement aufgeführt, und die restli-

chen Diagnosen als anamnestisch, das heisse, als nicht mehr aktuell ein-

gestuft. Damit seien die Beschwerden mit einer bidisziplinären «Begutach-

tung» abgedeckt. Das «Gutachten» von Dr. E._______ und Dr. F._______ 

sei schlüssig und erbringe den vollen Beweis. 

4.3  

4.3.1 Den von Taggeldversicherern in Auftrag gegebenen Berichten, 

kommt der Beweiswert von versicherungsinternen ärztlichen Feststellun-

gen zu (vgl. E. 3.11.5 hiervor), daher ist die entsprechende bundesgericht-

liche Rechtsprechung zu den RAD-Berichten beizuziehen, welche besagt 

(BGE 137 V 210 E. 1.2.1; 135 V 465 E. 4.6), dass kein förmlicher Anspruch 

auf eine versicherungsexterne Begutachtung besteht. Eine solche ist indes 

anzuordnen, wenn auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und 

Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen beste-

C-7354/2017 

Seite 15 

hen. Ein externes Gutachten ist namentlich einzuholen, wenn der interdis-

ziplinäre Charakter einer medizinischen Problemlage dies gebietet, wenn 

der RAD nicht über die nötigen fachlichen Ressourcen verfügt, sowie wenn 

zwischen dem RAD-Bericht und dem allgemeinen Tenor im medizinischen 

Dossier eine relevante Differenz besteht.  

4.3.2 Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung (BGE 139 V 349 

E. 3.2) existieren keine festen Kriterien zur allgemeingültigen Abgrenzung 

der Anwendungsfelder der verschiedenen Kategorien von Expertisen. Die 

grosse Vielfalt von Begutachtungssituationen erfordert Flexibilität. In be-

gründeten Fällen kann von einer polydisziplinären Begutachtung abgese-

hen und eine mono- oder bidisziplinäre Untersuchung durchgeführt wer-

den, sofern die medizinische Situation offenkundig ausschliesslich ein oder 

zwei Fachgebiete beschlägt; weder dürfen weitere interdisziplinäre Bezüge 

(z.B. internistischer Art) notwendig sein noch darf ein besonderer arbeits-

medizinischer bzw. eingliederungsbezogener Klärungsbedarf bestehen. 

Wie nachfolgend zu zeigen ist, liegt ein solcher Fall vor.  

5.  

Im Folgenden werden die Informationen aus den medizinischen Berichten 

in Bezug auf somatische und psychische Beschwerden nach Fachberei-

chen geordnet dargestellt (Orthopädie [vgl. E. 5.1 hiernach], Dermatologie 

und Kardiologie vgl. E. 5.2 hiernach], Gastroenterologie [vgl. E. 5.3 hier-

nach], Neurologie [vgl. E. 5.4 hiernach], Rheumatologie [vgl. E. 5.5 hier-

nach], Urologie [vgl. E. 5.6 hiernach], Hals- Nasen- Ohren-Heilkunde 

[vgl. E. 5.7 hiernach], Ophthalmologie [vgl. E. 5.8 hiernach], Humangenetik 

[vgl. E. 5.9 hiernach]) sowie Psychologie/Psychiatrie [vgl. E. 6 hiernach] 

und es wird zugleich eine Würdigung vorgenommen.  

5.1  

5.1.1 In orthopädischer Hinsicht ergeben sich aus den medizinischen 

Vorakten die nachfolgenden Informationen. 

5.1.1.1 Am 17. August 2012 (BVGer act. 39/1, Vorakten 39/8) diagnosti-

zierte Dr. M._______, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, eine 

komplexe Schulter-Wirbelsäulenproblematik. Er erhob als Befund Hohl-

kreuz, verstärkte BWS-Kyphose, muskuläre Verkürzung des Hüftbeugers, 

HWS und BWS mehrsegmental blockiert, keine Funktionsstörung der 

Schulter.  

C-7354/2017 

Seite 16 

5.1.1.2 Dr. N._______ stellte am 11. und 22. November 2012 (Vorakten 

39/6, 39/7) die Diagnose subacromiales Impingement der Schulter rechts 

(ICD-10 M75.4). Er verordnete manuale Therapie sowie Reizstrom und 

empfahl ein MRT der Schulter. Nach der Sonographie erkannte Dr. 

N._______ am 13. März 2013 (Vorakten 39/5) eine Rotatorenmanschet-

tenteilruptur Typ A der Spinatussehne rechts (ICD-10 M75.1). Er befand, 

die Schulter sei nicht besser. Aufgrund des Beschwerdebildes und der ein-

deutigen klinischen und bildgebenden Befunde sei eine minimal-invasive 

operative Behandlung indiziert.  

5.1.1.3 Am 14. März 2013 (Vorakten 39/10) konstatierte Dr. O._______, 

der Beschwerdeführer leide seit längerer Zeit an Schulterproblemen 

rechts, welche mit konservativer Therapie behandelt worden seien. Dr. 

O._______ erhob die Diagnosen Supraspinatussehnenteilruptur rechts 

(ICD-10 M75.1), AC-Gelenksarthrose rechts (ICD-10 M19.91) und Bi-

zepssehnentendinitis rechts (ICD-10 M75.2).  

5.1.1.4 Dr. P._______, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie 

(https://das-orthopaedicum.de/aerzte/P._______, zuletzt besucht am 

24. September 2021), berichtete am 18. März 2015 (Vorakten 10/15), es 

finde sich eine endgradig eingeschränkte HWS-Beweglichkeit mit 

schmerzhaftem Irritationspunkt auf der Höhe C3/4 links sowie im Bereich 

der HWS auf Höhe Th4 links physiologische BWS-Kyphose. Die periphere 

Neurologie sei komplett unauffällig, gute Handkraft, Lasègue negativ und 

Kennmuskeln kräftig. Dr. P._______ führte eine manuelle Mobilisation im 

Bereich der HWS und BWS durch. Er konstatierte, längere Spaziergänge 

würden dem Beschwerdeführer beim Stressabbau dienen und die Be-

schwerden lindern. Die Leiden würden durch beruflichen Stress verstärkt. 

Dr. P._______ erhob die Diagnosen BWS-Syndrom (ICD-10 M54.6), Seg-

mentblockierung TH4 links (ICD-10 M99.0), chronisch rezidivierendes Zer-

vikalsyndrom (ICD-10 M47.21), Segmentblockierung (ICD-10 M99.0) und 

Zervikobrachialgie links (ICD-10 M53.1). Am 15. Dezember 2015 (Vorakten 

10/14, 29/8) führte Dr. P._______ eine manuelle Mobilisation durch und 

verordnete dem Beschwerdeführer Eigenübungen. Dr. P._______ stellte 

am 13. April 2016 (Vorakten 10/25, 16/8, 28/19, 58/30) zusätzlich die Diag-

nosen chronisches Schmerzsyndrom (ICD-10 R52.2), Osteochondrose 

(ICD-10 M42.9) und Bandscheibenprotrusion (ICD-10 M51.2). Er berich-

tete, die HWS-Beweglichkeit sei mässig eingeschränkt mit schmerzhaften 

Irritationspunkten der Etage C2/3 rechts sowie TH4 links. Die Handkraft sei 

gut, Bizeps und Trizeps seien kräftig und die Schulter frei beweglich. Es 

C-7354/2017 

Seite 17 

bestünden keine neurologischen Ausfälle und die Sensibilität sei voll gege-

ben. Aufgrund der Dauer der chronischen Schmerzen empfahl Dr. 

P._______ eine schmerztherapeutische Mitbehandlung. Aus orthopädi-

scher Sicht bestehe eine Arbeitsunfähigkeit. Am 16. August 2016 (Vorakten 

28/13) stellte Dr. P._______ fest, dem Patienten gehe es besser, sodass 

auch längere Wanderungen möglich seien. Am 4. Oktober 2016 (Vorakten 

21/5, 28/14) erhob Dr. P._______ zusätzlich die Diagnose beginnende links 

konvexe Thorakalskoliose (ICD-10 M41.0) und berichtete, der Patient 

merke auf der linken Seite ein schnelles muskuläres Ermüden sowie 

Schmerzen und könne den gestreckten Arm linksseitig nicht heben. Beim 

Treppensteigen habe der Beschwerdeführer Beschwerden im linken Knie. 

5.1.1.5 Im undatierten Bericht (Vorakten 21/1) von Dr. Q._______, Fach-

arzt für Orthopädie (Gemeinschaftspraxis mit Dr. P._______), erhob dieser 

die Diagnosen degeneratives Zervikalsyndrom (ICD-10 M47.12), Band-

scheibenprotrusion (ICD-10 M51.2), chronisch rezidivierendes BWS-Syn-

drom (ICD-10 M54.6), ISG-Blockierung (ICD-10 M99.84), Insertionstendi-

nitis trapezius links, degeneratives BWS-Syndrom ICD-10 M47.1), Retro-

patellararthrose Knie (ICD-10 M22.2), beginnende linkskonvexe Thora-

kalskoliose (ICD-10 M41.0). Er hielt fest, es sei keine Krankschreibung er-

folgt. Trotzdem konstatierte Dr. Q._______, langes Sitzen und konzentrier-

tes Arbeiten seien aufgrund der Schmerzen deutlich erschwert. Die bishe-

rige Tätigkeit sei höchstens ca. 4 Stunden täglich möglich. Schmerzbedingt 

seien die Konzentrationsfähigkeit und die Belastbarkeit eingeschränkt. 

5.1.1.6 Am 20. Januar 2016 (Vorakten 10/6, 10/10, 16/7, 28/20) berichteten 

Dr. R._______ und Dr. S._______, Fachärzte für Orthopädie und Unfallchi-

rurgie, nach den Infiltrationen im Bereich der linken Schulter gehe es dem 

Patienten deutlich besser. Dr. R._______ hielt am 20. Januar 2016 (Vorak-

ten 10/11) fest, dass der Beschwerdeführer keine Zeit für Übungen habe. 

5.1.1.7 Im [nicht unterzeichneten] Bericht vom 21. Oktober 2016 (Vorakten 

10/12) wurde erkannt, die Beschwerden, welche nach Einnahme von Sortis 

entstanden seien, seien deutlich rückläufig. Mittlerweile bestünden noch 

Probleme im Bereich der linken Schulter bei beginnender Omarthrose und 

deutlich muskulärer Dysbalance. Infiltration mit Hyaluronsäure im Bereich 

der linken Schulter habe eine zunehmende Besserung gebracht. Weiterhin 

bestünden noch Schmerzen in sämtlichen Muskelpartien.  

5.1.1.8 Bei der Untersuchung vom 24. Januar 2017 konnte Dr. F._______, 

Fachärztin für Physikalische Medizin und Rehabilitation, Manualmedizin, 

C-7354/2017 

Seite 18 

Sportmedizin, Sonographie des Haltungs- und Bewegungsapparates, Aku-

punktur sowie Vertrauensärztin (SGV), am 12. Mai 2017 (Vorakten 43) 

keine Funktionseinschränkungen der oberen Extremitäten objektivieren. 

Sie stellte keine segmentalen Funktionsstörungen der Halswirbelsäule 

fest, hingegen eine Insuffizienz der wirbelsäulenstabilisierenden Muskula-

tur sowie der Bauchmuskulatur. Anlässlich der neurologischen Untersu-

chung konnte Dr. F._______ objektiv keine Paresen, keine Koordinations-

störungen, keine segmentbezogenen Muskelatrophien und keine derma-

tombezogenen Hypästhesien oder Hypalgesien feststellen. Die untersuch-

ten Laborparameter waren sämtliche im Normbereich.  

Dr. F._______ konstatierte, unter Berücksichtigung der Gegebenheiten und 

der erhobenen Befunde bestehe auf muskuloskelettalem Fachgebiet eine 

100%ige Arbeitsfähigkeit unter Beachtung des negativen Leistungsprofils: 

– So seien bei subakromialem Impingement mit Partialruptur der Supra-

spinatussehne mehr als seltene Tätigkeiten über die Armhorizontale 

hinaus zu vermeiden, ebenso das Hantieren von mehr als leichten Las-

ten körperfern und repetitive, stereotype Bewegungsabläufe im Bereich 

der Schultergelenke. 

– Aufgrund des (nicht objektivierbaren) Tinnitus sollten Tätigkeiten mit 

grossen Lärmbelastungen durch Maschinen, Motoren oder laute Musik 

vermieden werden (zum Tinnitus vgl. E. 5.7 hiernach). 

– Bei initialer Retropatellararthrose seien mehr als seltene Tätigkeiten in 

knienden/kauernden Positionen medizinisch nicht zumutbar, zudem 

nicht mehr als das gelegentliche Bewältigen von Leitern und das zeit-

weise Bewältigen von Treppen.  

– Das Arbeiten in Zwangshaltungen im Bereich des Haltungs- und Bewe-

gungsapparates sollte nicht mehr als gelegentlich anfallen, ebenso das 

Hantieren von mittelschweren Lasten.  

– Im Hinblick auf den anlässlich der ultrastrukturellen Beurteilung der 

Haut mittels Elektronenmikroskopie vermuteten hypermobilen Typ des 

Ehlers-Danlos-Syndroms (mit klinisch jedoch nur minimer Ausprägung 

und nicht erfüllten Hauptcharakteristiken gemäss den seit dem 

15. März 2017 geltenden neuen Diagnosekriterien), sollten Tätigkeiten 

in Endstellungen der grossen und kleinen Körpergelenke vermieden 

werden (zum Ehlers-Danlos-Syndrom vgl. E. 5.9 hiernach). 

– Hingegen bestehe für leichte bis mittelschwere, wechselbelastende Tä-

tigkeiten unter Berücksichtigung des vorgenannten negativen Leis-

tungsprofils eine unlimitierte Arbeitsfähigkeit von 100 %. 

C-7354/2017 

Seite 19 

Dr. F._______ kam zum Schluss, die relative Selbsteinschätzung des Be-

schwerdeführers hinsichtlich der körperlichen Leistungsfähigkeit weise auf 

eine deutliche nicht-organische Komponente des Beschwerdebildes hin 

und könne objektiv nicht nachvollzogen werden. Für leichte bis mittel-

schwere, wechselbelastende Tätigkeiten liege, unter Berücksichtigung des 

negativen Leistungsprofils, eine unlimitierte Arbeitsfähigkeit von 100 % vor.  

5.1.2  

5.1.2.1 Aus den Arztberichten ergibt sich, dass durch die Orthopäden 

Dr. M._______, Dr. N._______, Dr. O._______, Dr. R._______ und Dr. 

S._______ (BVGer act. 39/1, Vorakten 39/8, 39/6, 39/7, 39/10, 28/20, 16/7, 

10/10, 10/6) keine Krankschreibung erfolgte. Die Hausärztin des Be-

schwerdeführers, Dr. Aa._______, führte die orthopädischen Diagnosen 

als «ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit» auf (Vorakten 10/4), womit 

auch sie davon ausging, dass aus orthopädischer Sicht keine Arbeitsunfä-

higkeit gegeben war. Ebenfalls führte Dr. F._______ die orthopädischen Di-

agnosen als «ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit» auf. Diese Ärzte 

gingen folglich von keiner generellen Arbeitsunfähigkeit aus, was den all-

gemeinen Tenor im medizinischen Dossier darstellt (vgl. E. 4.3.1 hiervor). 

Daran ändert nichts, dass Dr. F._______ ein negatives Leistungsprofil fest-

stellte (vgl. E. 5.1.1.8 hiervor).  

5.1.2.2 Hingegen konstatierte Dr. P._______, Facharzt für Orthopädie und 

Unfallchirurgie, es bestünde aus orthopädischer Sicht eine Arbeitsunfähig-

keit (Vorakten 10/25, 16/8, 28/19, 58/30). Eine Krankschreibung erfolgte 

jedoch nicht, worauf auch Dr. Q._______ am 24. Oktober 2016 (Vorakten 

21/1) hinwies. Dr. P._______ begründete seine Annahme einer Arbeitsun-

fähigkeit nicht. Aus den Akten ist ersichtlich, dass er sich, wie in der Medizin 

üblich, auf den biopsychosozialen Krankheitsbegriff stützte und die Prob-

leme des Beschwerdeführers an seinem Arbeitsplatz mitberücksichtigte 

(Vorakten 10/15), was indes invalidenversicherungsrechtlich unbeachtlich 

ist.  

Dr. F._______, Fachärztin für Physikalische Medizin und Rehabilitation, 

Manualmedizin, Sportmedizin, Sonographie des Haltungs- und Bewe-

gungsapparates, Akupunktur sowie Vertrauensärztin (SGV), hielt zu den 

Berichten von Dr. P._______ und Dr. Q._______ fest (Vorakten 43/110), Dr. 

P._______ führe pathologische Befunde auf, wobei er sich primär pauscha-

lisierender Beurteilungen bediene (z.B. mässig eingeschränkte HWS-Be-

weglichkeit), jedoch keine goniometrischen Messungen gemäss der Neut-

ral-Null-Methode mit aktiven und passiven Untersuchungen vorgenommen 

C-7354/2017 

Seite 20 

habe. Dr. P._______ habe festgehalten, der Beschwerdeführer sei aus or-

thopädischer Sicht arbeitsunfähig, jedoch fehle eine versicherungsmedizi-

nisch fundierte Begründung. Insbesondere könne den objektiven Untersu-

chungsbefunden des Orthopäden auch keine Funktionseinschränkung und 

vor allem keine solche mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit entnommen 

werden. Dr. P._______ stütze sich primär auf die subjektiven Angaben des 

Versicherten, jedoch seien in Anbetracht der sich mit Bezug auf Schmerzen 

naturgemäss ergebenden Beweisschwierigkeiten im Rahmen der versi-

cherungsmedizinischen Leistungsprüfung die subjektiven Schmerzanga-

ben durch damit korrelierende, fachärztlich schlüssig feststellbare Befunde 

hinreichend zu objektivieren. Es erstaune, dass Dr. P._______ und 

Dr. Q._______ explizit betonen würden, zwar bestehe seit März 2016 eine 

100%ige Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers, aus ihrer Sicht sei je-

doch keine Krankschreibung erfolgt, und sie gleichzeitig festhalten würden, 

die zuletzt ausgeübte Tätigkeit sei für höchstens ca. 4 Stunden medizi-

nisch zumutbar. Es sei nicht nachvollziehbar, dass der Beschwerdeführer 

selbst in einer seinen Leiden optimal angepassten Tätigkeit als nur ca. 4 

Stunden arbeitsfähig beurteilt werde.  

Die Einwände von Dr. F._______ gegen die Berichte von Dr. P._______ 

und Dr. Q._______ leuchten ein, womit hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit 

nicht auf die Einschätzung von Dr. P._______ und Dr. Q._______ abge-

stellt werden kann. Nachfolgend ist zu prüfen, ob von dem von Dr. 

F._______ festgestellten Leistungsprofil auszugehen ist (vgl. E. 5.1.1.8 

hiervor). 

5.1.2.3 Dr. F._______ ist als Fachärztin für Physikalische Medizin und Re-

habilitation, Manualmedizin, Sportmedizin und Sonographie des Haltungs- 

und Bewegungsapparates, kompetent, die Probleme des Beschwerdefüh-

rers hinsichtlich seines Haltungs- und Bewegungsapparates zu beurteilen 

und insbesondere die funktionellen Einschränkungen darzulegen. Sie un-

tersuchte den Beschwerdeführer am 24. Januar 2017. Die Anamneseerhe-

bung dauerte rund 4 Stunden und die körperliche Exploration 55 Minuten.  

Dr. F._______ verschaffte sich einen Überblick über den Gesundheitszu-

stand des Beschwerdeführers, indem sie den Allgemeinstatus (Psyche, 

Haut, Kopf und Hals, Thorax, Atmungsorgane, Herz-/Kreislauf und Abdo-

men) erhob, was einer lege artis durchgeführten somatischen Untersu-

chung entspricht (Urteil des BGer 9C_246/2019 E. 3.1).  

C-7354/2017 

Seite 21 

Im versicherungsmedizinischen Bericht vom 12. Mai 2017 fasste sie die 

medizinischen Vorakten ab Seite 5 zusammen. Die Kritik des Beschwerde-

führers (BVGer act. 1), wonach nicht ersichtlich sei, auf welche Akten sich 

Dr. F._______ gestützt habe, ist folglich aktenwidrig.  

Die Beurteilungen von Dr. F._______, basieren auf umfassenden fachärzt-

lichen Untersuchungen und Anamneseerhebungen. Der Bericht wurde un-

ter Berücksichtigung der beklagten Beschwerden und in Kenntnis der 

Vorakten sowie nach Auseinandersetzung mit denselben erstattet. Die me-

dizinischen Zusammenhänge wurden nachvollziehbar aufgezeigt und die 

Beurteilung der medizinischen Situation schlüssig dargelegt. Der Bericht 

von Dr. F._______ erfüllt die von der Rechtsprechung an den Beweiswert 

von medizinischen Berichten und Gutachten gestellten Anforderungen. 

Folglich ist von dem von Dr. F._______ festgehaltenen Leistungsprofil aus-

zugehen, das heisst, dem Beschwerdeführer sind in somatischer Hinsicht 

unter Berücksichtigung seiner Einschränkungen leichte bis mittelschwere, 

wechselbelastende Tätigkeiten unter Berücksichtigung des negativen Leis-

tungsprofils (vgl. E. 5.1.1.8 hiervor) zumutbar. 

5.1.2.4 Dr. F._______ beschrieb im Bericht vom 12. Mai 2017 (Vorakten 

43) eine Diskrepanz zwischen der subjektiven Beschwerdeschilderung des 

Exploranden und den objektiv erhobenen Befunden. Damit bestehen Hin-

weise auf eine mögliche Aggravation. Die Feststellung von Aggravation, 

Simulation oder Somatisierung ist Sache des psychiatrischen Facharztes 

(Urteile des BGer 9C_520/2019 vom 22. Oktober 2019 E. 6.1; 

9C_737/2018 vom 15. Februar 2019 E. 5.2; Urteil des BVGer C-1891/2019 

vom 15. Juni 2021 E. 4.3). Zudem darf nicht jede Verdeutlichungstendenz, 

welche das Wesen von Schmerzstörungen und vergleichbaren Leiden mit-

prägt, mit Aggravation gleichgesetzt werden. Eine Grenzziehung zwischen 

einer Aggravation und einer blossen Verdeutlichungstendenz ist schwierig, 

weshalb es hierfür einer einzelfallbezogenen, sorgfältigen Prüfung bedarf 

und entsprechendes Fachwissen erfordert (Urteile des BGer 9C_899/2014 

vom 29. Juni 2015 E. 4.2 m.H.; 9C_254/2016 vom 7. Juli 2016 E. 3.2.1; 

Urteil des BVGer C-1891/2019 vom 15. Juni 2021 E. 4.3). Hinweise auf 

Inkonsistenzen, Aggravation oder Simulation rufen nach einer vertiefenden 

Prüfung des funktionellen Schweregrads (Urteil des BGer 9C_501/2018 

vom 12. März 2019 E. 5.1 m.w.H.; Urteil des BVGer C-1891/2019 vom 

15. Juni 2021 E. 4.3).  

Dr. E._______ erkannte gestützt auf die Werte, welche der Beschwerde-

führer beim Strukturierten Fragebogen Simulierter Symptome erzielte, eine 

C-7354/2017 

Seite 22 

negative Antwortverzerrung und aufgrund des Amsterdamer Kurzzeitge-

dächtnistests eine gezeigte Leistung unterhalb des tatsächlichen Leis-

tungsniveaus (Vorakten 43/142f.). Hinsichtlich des funktionellen Schwere-

grades führte Dr. E._______ aus, die Ausprägung der diagnoserelevanten 

Befunde seien gering bis leichtgradig. Die Behandlungsmöglichkeiten 

seien nicht ausgeschöpft worden. Hinsichtlich des Eingliederungserfolgs 

bzw. -resistenz bestehe beim Versicherten eine Einschränkung seiner Ar-

beitsfähigkeit infolge der Auswirkungen einer kombinierten Persönlichkeits-

störung. Bezüglich der Komorbiditäten hielt Dr. E._______ fest, dass beim 

Beschwerdeführer seit seiner Kindheit und Jugend eine kombinierte Per-

sönlichkeitsstörung ausgewiesen sei. Zudem bestünden Einschränkungen 

in den Ich-Funktionen und im sozialen Kontext. Hinsichtlich der Konsistenz 

führte Dr. E._______ aus, ein Leidensdruck könne nachvollzogen werden.  

Dr. E._______ orientierte sich bei der Einschätzung des funktionellen Leis-

tungsvermögens an den normativen Vorgaben nach BGE 141 V 281. Auf 

seine Einschätzung, dass eine Beeinträchtigung der Kategorien ausgewie-

sen sei, ist abzustellen (zur weiteren Würdigung des Berichts von Dr. 

E._______ vgl. E. 6.2 hiernach). Aus dem Bericht von Dr. E._______ geht 

hervor, dass keine Aggravation besteht. Eine Aggravation wurde denn auch 

von der Vorinstanz nicht angenommen, vielmehr sind sich die Parteien ei-

nig, dass eine Somatisierungsstörung vorliegt (BVGer act. 30/1). Damit 

bleibt es bei dem von Dr. F._______ festgestellten Leistungsprofil (vgl. E. 

5.1.1.8 hiervor). 

5.1.3  

5.1.3.1 Entgegen dem Vorbringen des Beschwerdeführers (BVGer act. 1) 

berücksichtigte Dr. F._______ das Tätigkeitsprofil als Speditionskaufmann 

und führte im Bericht auf Seite 48 die Angaben des Arbeitgebers (Vorakten 

8/2) auf, wonach selten schwere Gewichte gehoben oder getragen werden 

mussten. Dem Beschwerdeführer war es möglich, seinen Beruf bis März 

2016 trotz seiner Einschränkungen des Bewegungs- und Haltungsappara-

tes auszuüben. Daher ist es nachvollziehbar, dass Dr. F._______, die Tä-

tigkeit als Speditionskaufmann aus der Sicht des Beschwerdeführers wei-

terhin als zumutbar erachtete (zur Arbeitsfähigkeit als Rechtsfrage vgl. 

E. 8.2 hiernach). 

5.1.3.2 Der Beschwerdeführer brachte selber vor (BVGer act. 1), dass sich 

Dr. F._______ zu den verschiedenen gesundheitlichen Beeinträchtigungen 

des Beschwerdeführers und deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit 

geäussert hat. Der diesbezügliche Einwand des Beschwerdeführers, dass 

C-7354/2017 

Seite 23 

Dr. F._______ damit ausserhalb ihres Aufgabenbereiches tätig gewesen 

sei, greift vorliegend nicht, denn eine allgemeine Abklärung ist Teil einer 

lege artis durchgeführten Untersuchung (vgl. E. 5.1.2.3 hiervor). Gemäss 

bundesgerichtlicher Rechtsprechung vermittelt die Erhebung eines Allge-

meinstatus dem Gutachter einen fachübergreifenden Überblick über den 

Gesundheitszustand des zu Untersuchenden (Urteil des BGer 

9C_246/2019 vom 29. Mai 2019 E. 3.1). Zudem stützte sich Dr. F._______ 

auf fachärztliche Berichte, wie nachfolgend zu zeigen ist (vgl. E. 5.2ff. hier-

nach). 

5.2  

5.2.1 In dermatologischer und kardiologischer Hinsicht lassen sich den me-

dizinischen Unterlagen die folgenden Informationen entnehmen. 

5.2.1.1 Wegen dermatologischer Leiden war der Beschwerdeführer in den 

Jahren 2000 bis 2010 wiederholt in medizinischer Behandlung (Vorakten 

39/19, 39/11). 

Am 6. April 2010 (Vorakten 19/18) erkannten die untersuchenden Derma-

tologen ein seborrhoisches Ekzem und am 16. September 2010 (Vorakten 

39/16) Pityriasis versicolor sowie Folliculitis barbae candidomycetica.  

Zudem stellte Prof. Dr. T._______, Dermatologe, am 4. November 2013 

(Vorakten 10/16) die folgenden Diagnosen: Akne pustulosa, Varikosis, Lip-

omatosis benigna symmetrica, Follikulitis capitis et barbae und Angiome. 

Die farbkodierte Duplexsonographie zeigte eine Perforanteninsuffizienz. 

Prof. Dr. T._______ konstatierte, wegen der Lipomatose bestehe ein er-

höhtes kardiovaskuläres Risiko. Prof. Dr. T._______ berichtete am 

19. September 2016 (Vorakten 17/2) aus dermatologischer Sicht würden 

keine Einschränkungen bestehen. Am 15. Februar 2017 (Vorakten 39/2) 

stellte Prof. Dr. T._______ aufgrund der seit Jahren multiplen, langsam in 

Grösse zunehmenden, verschieblichen, teils schmerzhaften Fettgewebe-

geschwülste die Diagnose benigne symmetrische Lipomatose und äus-

serte den Verdacht auf ein Ehlers-Danlos-Syndrom (zum Ehlers-Danlos-

Syndrom vgl. E. 5.9 hiernach). 

5.2.1.2 Der Beschwerdeführer leidet gemäss Bericht vom 1. März 2001 

(Vorakten 39/14) unter chronisch venöser peripherer Insuffizienz. Am 

16. Februar 2006 wurde eine Analthrombose exprimiert (Vorakten 39/13).  

C-7354/2017 

Seite 24 

5.2.1.3 Bei der Untersuchung vom 15. März 2010 (Vorakten 18/2) zeigte 

sich im Stressechokardiogramm kein Hinweis für eine Belastungskoronar-

insuffizienz. Bis auf eine Hypercholesterinämie wurden unauffällige Be-

funde erhoben (Vorakten 18/1).  

5.2.2   

5.2.2.1 Im vorliegenden Beschwerdeverfahren ist der Zeitraum von März 

2016 bis 15. November 2017 massgebend (vgl. E. 3.4 hiervor). Aufgrund 

der Lipomatose besteht zwar ein erhöhtes kardiovaskuläres Risiko 

(vgl. E. 5.2.1.1 hiervor), welches sich jedoch bis zum Verfügungszeitpunkt 

nicht manifestierte. Entgegen dem Vorbringen des Beschwerdeführers 

(BVGer act. 1) kann vorliegend somit nicht davon ausgegangen werden, 

dass im Verfügungszeitpunkt ein kardiologisches oder kardiovaskuläres 

Leiden vorgelegen hätte. Folglich veranlasste die Vorinstanz bzw. die kan-

tonale IV-Stelle zurecht bis zum Verfügungszeitpunkt keine weitergehen-

den kardiologischen oder kardiovaskulären Abklärungen (Urteil des BGer 

9C_196/2014 vom 18 Juni 2014 E. 5.2). 

5.2.2.2 Die Hefepilzerkrankungen (vgl. E. 5.2.1.1. hiervor) konnten behan-

delt werden und wurden dementsprechend in den später datierenden me-

dizinischen Vorakten nicht mehr erwähnt. Das heisst, im Beurteilungszeit-

raum lagen keine Hefepilzerkrankungen vor, welche zu berücksichtigen ge-

wesen wären.  

5.2.2.3 Der Beschwerdeführer wendet gemäss Abklärungen von Dr. 

F._______ (Vorakten 43/1ff.) wegen der Ekzeme täglich im Bereich des 

Gesichts Protopic-Salbe und bei Auftreten von Akneschüben zweimal täg-

lich Basocin-Aknelösung und Aknemycin-Plus-Lösung an. Folglich lagen 

diese Beschwerden nicht nur in den Jahren 2000 bis 2010 vor, sondern 

auch im Beurteilungszeitraum von März 2016 bis 15. November 2017.  

Dr. F._______ führte in ihrem Bericht vom 12. Mai 2017 (Vorakten 43) die 

dermatologischen Arztberichte auf, erklärte die Wirkungsweisen der vom 

Beschwerdeführer angewandten Medikamente und explorierte die Haut 

des Beschwerdeführers. Dabei erkannte sie Lipome, multiple Narben im 

Gesicht und Stamm sowie Dehnungsstreifen der Haut. Ansonsten stellte 

sie ein unauffälliges Hautbild fest. Dr. F._______ ist zwar keine Dermatolo-

gin, trotzdem ist überwiegend wahrscheinlich, dass sie ein krankhaftes 

Hautbild erkannt hätte. Zudem konnte sie sich auf dermatologische Be-

richte stützen. Es leuchtet ein, dass Dr. F._______, welche ein normales 

Hautbild antraf, sich nicht weiter zur Akne und zu den Ekzemen äusserte, 

C-7354/2017 

Seite 25 

sondern einzig die dermatologischen Diagnosen als «anamnestisch» auf-

führte.  

Gemäss Prof. Dr. T._______ bestehen aus dermatologischer Sicht keine 

Einschränkungen (vgl. E. 5.2.1.1 hiervor). Prof. Dr. T._______ hielt auch 

nicht fest, dass Irritantien zu meiden wären. Dem Beschwerdeführer war 

es denn auch möglich in einer «Werkstatt» handwerklich tätig zu sein 

(Vorakten 43/134), obwohl es der allgemeinen Lebenserfahrung entspricht, 

dass in einer «Werkstatt» Irritantien vorhanden sind.  

Aus dem Gesagten erhellt, dass entgegen dem Vorbringen des Beschwer-

deführers (BVGer act. 1) die Vorinstanz ihre Untersuchungspflicht nicht 

verletzte, wenn sie bzw. die IV-Stelle D._______ keine Beurteilungen auf 

dem Gebiet der Dermatologie in die Wege leitete, denn es bestehen keine 

Hinweise darauf, dass die dermatologischen Leiden die Arbeitsfähigkeit 

einschränken (Urteil des BGer 9C_196/2014 E. 5.2). 

5.3  

5.3.1 Aus den medizinischen Vorakten lassen sich auf dem Gebiet der 

Gastroenterologie die folgenden Informationen entnehmen. 

5.3.1.1 Der Beschwerdeführer war vom 21. Januar 2013 bis zum 28. Ja-

nuar 2013 (Vorakten 9/2ff.) im Ll._______ Zentrum (…) wegen akuter Di-

vertikulitis hospitalisiert.  

5.3.1.2 Am 1. April 2016 (Vorakten 10/22) berichtete Dr. U._______, Fach-

arzt für Hals-, Nasen- Ohrenheilkunde, dass es nach dem operativen Ein-

griff an der Nase zu einer massiven abdominellen Beschwerdesymptoma-

tik sowie einer ausgeprägten Erschöpfungssymptomatik gekommen sei, 

welche zu einer mehrwöchigen Arbeitsunfähigkeit geführt habe. Beim letz-

ten Vorstellungstermin am 23. März 2016 habe sich anamnestisch eine 

deutlich rückläufige abdominelle Beschwerdesymptomatik ergeben. 

5.3.1.3 Dr. F._______ konstatierte am 12. Mai 2017 (Vorakten 45), der Be-

schwerdeführer habe angegeben, er leide unter Sodbrennen, einem sau-

ren Aufstossen und rezidivierenden Schmerzen im linken Unterbauch. Bei 

der Untersuchung des Abdomens stellte die Ärztin indes eine weiche und 

druckindolente Bauchdecke fest. Sie erkannte keine pathologischen Resis-

tenzen, keine Abwehrspannung und keine klinisch nachweisbare Hepato-

splenomegalie. Abgesehen von einem Ructus erhob sie einen blanden Be-

fund.  

C-7354/2017 

Seite 26 

5.3.2  

5.3.2.1 Gestützt auf den Hinweis von Dr. U._______ und den Untersu-

chungsbefund von Dr. F._______ sowie fehlenden anderweitigen Anhalts-

punkten ist überwiegend wahrscheinlich davon auszugehen, dass die ab-

dominelle Beschwerdesymptomatik sich zurückgebildet hat und die Ar-

beitsfähigkeit nicht beeinflusst.  

5.3.2.2 Wie die Vorinstanz bzw. die IV-Stelle D._______ zurecht vernehm-

lassungsweise festhielten (BVGer act. 6), kommt ihr bei der Auswahl der 

abzuklärenden Fachgebiete ein erhebliches Ermessen zu und hat sie nicht 

zu jeder in der Vergangenheit liegenden Diagnose in einem spezifischen 

Fachgebiet zwingend ein Teilgutachten in diesem Fachgebiet einzuholen 

(Urteil des BGer 8C_863/2015 vom 12. Februar 2016 E. 3). Dies vor allem, 

wenn wie vorliegend, keine akuten oder chronischen gastroenterologi-

schen Leiden mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vorliegen. Der Be-

schwerdeführer war zwar im Jahr 2016 während mehreren Wochen ar-

beitsunfähig, Grund hierfür war jedoch nicht einzig die damals akute Diver-

tikulitis, sondern der operative Eingriff an der Nase und die darauffolgende 

Erschöpfungssymptomatik. Die gastroenterologischen Beschwerden bilde-

ten sich zurück und schränkten die Arbeitsfähigkeit nicht mehr ein. Eine 

chronische gastroenterologische Beschwerdeproblematik mit Auswirkung 

auf die Arbeitsfähigkeit ist aus den Akten nicht ersichtlich. Zudem nimmt 

der Beschwerdeführer keine regelmässige Medikation ein.  

5.3.2.3 Der Beschwerdeführer brachte nicht substantiiert vor, warum auf-

grund der Divertikulitis ein invalidisierendes Leiden gegeben sein soll und 

warum diesbezüglich ein Teilgutachten hätte eingeholt werden müssen. 

5.3.2.4  Aus dem Gesagten folgt, dass die Vorinstanz bzw. die IV-Stelle 

D._______ zurecht keine weitergehenden gastroenterologischen Abklä-

rungen veranlasste, zumal eine solche zu keinem anderen Ergebnis ge-

führt hätte (Urteil des BGer 8C_863/2015 vom 12. Februar 2016 m.H.a. 

BGE 139 V 349).  

5.4  

5.4.1 In neurologischer Hinsicht ergeben sich aus den Akten die folgenden 

Hinweise. 

5.4.1.1 Dr. V._______, Neurologe, erhob am 7. März 2013 (Vorakten 30/5) 

einen unauffälligen Befund mit normalisierten CK- und LDH-Werten und 

C-7354/2017 

Seite 27 

befand für eine Myopathie oder andere neurologische Erkrankung gebe es 

keine Anhaltspunkte.  

5.4.1.2 Zu demselben Schluss kam Dr. F._______ in ihrem Bericht vom 

12. Mai 2017, nachdem beim Labor vom 24. Januar 2017 sämtliche Labor-

parameter im Normbereich lagen (Vorakten 43/67). Dr. F._______ führte 

aus, anlässlich der Exploration vom 24. Januar 2017 hätten keine Ver-

dachtsmomente für das Vorliegen einer Myopathie/Myositis objektiviert 

werden können.  

5.4.2 Nachdem die CK-Werte nur kurzfristig erhöht waren und mit keinem 

pathologischen Befund in Zusammenhang standen und zudem keine An-

haltspunkte für eine neurologische Erkrankung vorlagen, bestand kein An-

lass für weitere medizinische Abklärungen seitens der Vorinstanz bzw. der 

IV-Stelle D._______ (Urteil des BVGer 9C_196/2014 E. 5.2). 

5.5  

5.5.1 Auf dem Fachgebiet der Rheumatologie lassen sich den medizini-

schen Vorakten die folgenden Hinweise entnehmen.  

5.5.1.1 Der Beschwerdeführer suchte am 21. Oktober 2014 (Vorakten 

10/18) die Ambulanz des Universitätsklinikums (…) auf. Prof. 

Dr. W._______ erkannte, weder klinisch noch anamnestisch bestehe An-

halt für eine entzündlich-rheumatische Grunderkrankung. Prof. Dr. 

W._______ bestätigte am 24. November 2014 (Vorakten 10/18, 29/4), dass 

keine Hinweise auf eine entzündlich-rheumatische Erkrankung bestünden. 

Der gering erhöhte Rheumafaktor sei als unspezifisch zu werten. 

5.5.1.2 Dr. Joseph, Ärztin für Nuklearmedizin, berichtete am 21. Juni 2016 

(Vorakten 28/10, 58/7), dass die Zweiphasenskelettszintigraphie vom 

20. Juni 2016 (Vorakten 16/2) keine rheumatypischen entzündlichen Ge-

lenkveränderungen ergeben hätten. 

5.5.1.3 Dr. F._______ hielt am 12. Mai 2017 (Vorakten 43) fest, eine allfäl-

lige Erkrankung aus dem entzündlichen-rheumatischen Formenkreis habe 

ausgeschlossen werden können.  

5.5.2 Aus den medizinischen Akten ergibt sich, dass auf dem Gebiet der 

Rheumatologie keine Leiden mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vorla-

gen und folglich seitens der Vorinstanz bzw. der IV-Stelle D._______ kein 

Anlass für weitergehende rheumatologische Abklärungen bestand (Urteil 

des BGer 9C_196/2014 E. 5.2). 

C-7354/2017 

Seite 28 

5.6  

5.6.1 Hinsichtlich des Fachgebiets der Urologie ergeben sich aus den 

Vorakten die folgenden Informationen. 

5.6.1.1 Da der Beschwerdeführer angab, trotz Training und Reha-Mass-

nahmen zum Muskelaufbau und zur allgemeinen Kräftigung keinen adä-

quaten Muskelaufbau erreichen zu können (Vorakten 29/9), wurden am 

16. Dezember 2015 die Testosteronwerte bestimmt (Vorakten 10/9), wel-

che unauffällig waren.  

Prof. Dr. X._______ und Dr. Y._______ schlossen am 13. Januar 2016 

(Vorakten 10/8, 28/21, 28/22, 29/3) aufgrund der durchgeführten Laborun-

tersuchung ein Testosteronmangelsyndrom aus. Die vom Beschwerdefüh-

rer geschilderten Leiden, hätten andere Ursachen, die ausserhalb des uro-

logischen-andrologischen Fachgebietes liegen würden.  

5.6.1.2 Eine urologische Ursache für die Beschwerden wurde ebenfalls am 

20. Januar 2016 (Vorakten 10/11) und am 26. Oktober 2016 (Vorakten 

29/1) ausgeschlossen. Anamnestisch führte Dr. Y._______ aus, im Jahr 

2001 sei beim Patienten eine überwiegend sensorische Harnblasenentlee-

rungsstörung sowie eine inkomplette erektile Dysfunktion diagnostiziert 

worden. Im Jahr 2009 habe es keinen Anhalt für eine Harnblasenentlee-

rungsstörung mehr gegeben. Die inkomplette erektile Dysfunktion habe 

auch im Dezember 2015 noch bestanden. Aus urologischer Sicht bestehe 

keine Arbeitsunfähigkeit.  

5.6.2 Aus den Vorakten ergibt sich, dass eine urologische Ursache der Lei-

den des Beschwerdeführers ausgeschlossen werden konnte, womit nach-

vollziehbar ist, dass Dr. F._______ gestützt auf den Bericht von Dr. 

Y._______ festhielt, dass auf urologischem Fachgebiet keine Arbeitsunfä-

higkeit bestehe. Dr. F._______ ist zwar keine Urologin, jedoch konnte sie 

sich bei ihrer Einschätzung auf aussagekräftige urologische Berichte stüt-

zen, womit von ihrer Einschätzung auszugehen ist. Die Vorinstanz bzw. die 

IV-Stelle D._______ veranlasste zurecht keine urologischen Abklärungen, 

da hierzu kein Anlass bestand (Urteil des BGer 9C_196/2014 E. 5.2). 

5.7  

5.7.1 In den Vorakten sind HNO-ärztliche Berichte mit den folgenden Infor-

mationen enthalten.  

5.7.1.1 Wegen ausgeprägter Verschmälerung des knorpeligen Septums 

und einer starken Blutungsneigung, wurde der Beschwerdeführer am 

C-7354/2017 

Seite 29 

4. Februar 2016 (Vorakten 10/7, 33/2, 36/2) im Bereich der Nasenscheide-

wand sowie der Nasenmuschel operiert. Dr. U._______, Facharzt für Hals-

, Nasen- und Ohrenheilkunde, berichtete am 1. April 2016 (Vorakten 10/22, 

28/17) aus HNO-ärztlicher Sicht bestehe derzeit ein regelrechter postope-

rativer Heilungsverlauf. Unter Diagnosen führte Dr. U._______ einen Tin-

nitus links (intermittierend) auf. Er befand, aus HNO-ärztlicher Sicht ergebe 

sich bis auf die regelmässige Anwendung einer Nasendusche sowie gele-

gentlicher Anwendung eines salzhaltigen Nasensprays kein weiterer Hand-

lungsbedarf.  

5.7.1.2 Aufgrund gelegentlicher Druckschmerzen im Bereich Spina nasalis 

anterior sowie Anreicherung in der Knochenszintigraphie im Bereich der 

linken Kieferhöhle empfahl Dr. U._______ am 1. Juli 2016 (Vorakten 28/11) 

die Durchführung einer Computertomographie (CT).  

5.7.1.3 Die Computertomographie (CT) der Nasennebenhöhlen und der 

maxillaren Zahnreihe vom 6. Juli 2016 (Vorakten 28/12, 58/8) ergab keinen 

Nachweis einer akuten oder chronischen Sinusitis. 

5.7.1.4 Am 8. Februar 2017 (Vorakten 39/4) wurde beim Beschwerdeführer 

eine diskrete Schleimhautreizung im Bereich der mittleren Nasenmuschel 

erkannt und eine Rhinitis diagnostiziert, welche mit Nasensalbe behandelt 

wurde. 

5.7.2  

5.7.2.1 Gestützt auf die HNO-ärztlichen Berichte von Dr. U._______ und 

Dr. Heinert hielt Dr. F._______ am 12. Mai 2017 (Vorakten 43) fest, es be-

stehe auf HNO-ärztlichem Fachgebiet keine Arbeitsunfähigkeit, was auf-

grund der erfolgreichen Operation der Nasenscheidewand und der damit 

wieder freien Atmung einleuchtet. Es bestand folglich kein Anlass für wei-

tergehende Abklärungen (Urteil des BGer 9C_196/2014 E. 5.2). 

5.7.2.2 Dr. F._______ berücksichtigte den nicht objektivierbaren Tinnitus 

im Leistungsprofil dahingehend (Vorakten 43/103), dass Tätigkeiten mit 

grossen Lärmbelastungen durch Maschinen, Motoren oder lauter Musik 

vermieden werden sollten, was im vorliegenden Fall einleuchtet.  

5.8  

5.8.1 In ophthalmologischer Hinsicht diagnostizierte Dr. Z._______, Fach-

ärztin für Augenheilkunde, am 28. Oktober 2016 (Vorakten 31/2, 31/7) Au-

C-7354/2017 

Seite 30 

genbrennen, Mikrostrabismus, Anisometropie beidseits, Office-Eye-Syn-

drom, Myopie rechts und Hyperopie links. Es wurde eine Brille verordnet. 

Eine Arbeitsunfähigkeit wurde nicht attestiert.  

5.8.2 Die Fehlsichtigkeit des Beschwerdeführers konnte mit einer Brille 

korrigiert werden und das Schielen ist nur leicht. Für Berufe mit durch-

schnittlichen Anforderungen an die Sehfähigkeit bestehen folglich keine 

Einschränkungen. Ein besonderer Pausenbedarf wurde von Dr. Z._______ 

nicht festgehalten.  

5.9  

5.9.1 Es wurden humangenetische Untersuchungen durchgeführt. 

5.9.1.1 Dr. Aa._______, Allgemeinmedizinerin, hielt am 4. August 2016 

(Vorakten 28/15) fest, da die Beschwerden bisher ohne Krankheitsnach-

weis bestehen würden, sei eine humangenetische Abklärung notwendig. 

5.9.1.2 Prof. Dr. Bb._______ und Dr. Cc._______ konstatierten am 22. 

März 2017 (Vorakten 42/2), der vom Versicherten geschilderte Krankheits-

verlauf mit bereits kurz nach dem 20. Lebensjahr festgestelltem Gelenk-

verschleiss, Krampfadern, häufigen Infekten, Zahnschäden sowie chroni-

schen Rücken-, Gelenk- und Muskelschmerzen habe mit einer umfangrei-

chen rheumatologischen, endokrinologischen und bildgebenden Diagnos-

tik nicht hinreichend erklärt werden können. Das frühe Auftreten von 

Krampfadern und untypischen Dehnungsstreifen der Haut würden auf ei-

nen zugrundeliegenden Bindegewebsdefekt hinweisen. Es wurde der Ver-

dacht auf ein Ehlers-Danlos-Syndrom gestellt. 

5.9.1.3 Prof. Dr. Dd._______, Oberarzt der Klinik (…), berichtete am 

13. April 2017 (Vorakten 58/31), es seien keine eindeutigen Hinweise auf 

ein Ehlers-Danlos-Syndrom erkennbar. Weitere Abklärungen diesbezüg-

lich halte er, wenn keine eindeutigen Hinweise bestehen würden, nicht für 

zielführend. Prof. Dr. Dd._______ empfahl die Vorstellung zur Abklärung 

eines Burn-Outs und gegebenenfalls die Einleitung einer entsprechenden 

Therapie.  

5.9.1.4 Dr. Aa._______ hielt am 3. August 2017 (Vorakten 58/35) fest, die 

Abklärungen betreffend Ehlers-Danlos-Syndrom seien noch nicht abge-

schlossen.  

5.9.2 Das Ehlers-Danlos-Syndrom Typ III ist eine genetisch bedingte Er-

krankung, bei der es zu einer Störung der Kollagensynthese kommt. Dies 

https://flexikon.doccheck.com/de/Genetisch
https://flexikon.doccheck.com/de/Erkrankung
https://flexikon.doccheck.com/de/Erkrankung
https://flexikon.doccheck.com/de/Kollagen

C-7354/2017 

Seite 31 

führt zu Überbeweglichkeit der Gelenke und zu häufigen Luxationen 

(https://flexikon.doccheck.com/de/Ehlers-Danlos-Syndrom_Typ_III, zuletzt 

besucht am 24. September 2021). Anlässlich des Berichts vom 12. Mai 

2017 (Vorakten 43) setzte sich Dr. F._______ vertieft mit dieser Diagnose 

auseinander und fasste zusammen, unter Berücksichtigung aller Gegeben-

heiten und Befunde sei es zwar durchaus möglich, dass beim Versicherten 

genetisch tatsächlich Hinweise für das Vorliegen eines Ehlers-Danlos-Syn-

droms des hypermobilen Typs objektiviert werden könnten, in der versiche-

rungsmedizinischen Einzelfallabklärung sei jedoch die Ausprägung der kli-

nischen Symptomatik von Bedeutung, das heisse, ob aus allfälligen gene-

tischen Mutationen tatsächlich Funktionseinschränkungen und insbeson-

dere solche mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit resultieren würden. 

Dies sei beim Beschwerdeführer zu verneinen. Dr. F._______ kam zum 

Schluss, aufgrund des vermuteten hypermobilen Typs des Ehlers-Danlos-

Syndroms mit klinisch jedoch nur minimaler Ausprägung und nicht erfüllten 

Hauptkriterien gemäss den seit 15. März 2017 geltenden Diagnosekrite-

rien, seien Tätigkeiten in Endstellung der grossen und kleinen Körperge-

lenke zu vermeiden. Diese Einschätzung von Dr. F._______ und die Be-

rücksichtigung beim Zumutbarkeitsprofil ist nachvollziehbar.  

5.10 Zusammenfassend ergibt sich, dass der Bericht von Dr. F._______ 

die Anforderungen der Rechtsprechung an beweiswertige Gutachten und 

Berichte erfüllt (vgl. E. 3.10 hiervor). Es liegen keine medizinischen Unter-

lagen vor, die den Bericht von Dr. F._______ in Zweifel zu ziehen vermöch-

ten. Die somatischen Beschwerden sind mit dieser Beurteilung und dem 

Beizug der Behandlungsberichte hinreichend berücksichtigt worden und 

die daraus gezogenen Schlüsse nachvollziehbar. Aus urologischer, HNO-

ärztlicher, internistischer, kardiologischer, ophthalmologischer und derma-

tologischer Sicht ist keine Arbeitsunfähigkeit gegeben. Hingegen besteht 

aufgrund der eingeschränkten Belastbarkeit des Haltungs- und Bewe-

gungsapparates ein negatives Leistungsprofil (vgl. E. 5.1.1.8 hiervor). 

6.  

6.1 In psychiatrischer und psychologischer Hinsicht lassen sich den Akten 

die folgenden Hinweise entnehmen. 

6.1.1 Am 8. Januar 2001 (Vorakten 43/155) nannte Prof. Dr. Ee._______, 

Psychiater, als Diagnosen Somatisierungsstörung (ICD-10 F45.0), mittel-

gradige depressive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F32.11) 

und generalisierte Angststörung (ICD-10 F41.1).  

C-7354/2017 

Seite 32 

6.1.2 Aufgrund der psychischen Leiden wurde der Beschwerdeführer am 

12. April 2016 bei Frau Dipl.-Psych. Ff._______, Psychologin, vorstellig, 

welche am 22. September 2016 (Vorakten 28/9) berichtete, nach Konflikten 

am Arbeitsplatz habe der Beschwerdeführer vor dem Hintergrund einer 

Persönlichkeitsstörung, eine erneute depressive Symptomatik entwickelt. 

Am 24. Februar 2017 (Vorakten 40/3, 58/37) ergänzte die Psychologin, der 

Konflikt am Arbeitsplatz sei entstanden, weil sich der Beschwerdeführer 

nicht ernst genommen und ungerecht behandelt gefühlt habe. Alte Bezie-

hungsmuster seien aktiviert worden und der Patient habe gekränkt rea-

giert. Soziale Konflikte seien entstanden und eskaliert, sodass ihm der Ar-

beitsplatz gekündigt worden sei. Am 23. August 2017 (Vorakten 58/46) hielt 

die Psychologin fest, es bestehe ein stark erhöhtes Konfliktpotential.  

6.1.3 Dr. Gg._______, Psychiaterin, berichtete am 24. September 2016 

(Vorakten 15/2), dass sie beim Beschwerdeführer am 26. April 2016 eine 

rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne 

psychotische Symptome (ICD-10 F33.2) diagnostiziert habe. Die Krankheit 

habe schleichend begonnen und sich durch den Stress am Arbeitsplatz bei 

nicht ausreichendem Copingvermögen verschlimmert. Der Beschwerde-

führer habe unter Schlaf- Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen, 

Antriebslosigkeit, Leistungsminderung, Verzweiflung und Ängsten, jedoch 

ohne psychotische Symptome, gelitten. Zum damaligen Zeitpunkt sei für 

mindestens drei Wochen eine vollständige Arbeitsunfähigkeit vorgelegen. 

6.1.4 Im Auftrag der Versicherungsgesellschaft (…) führte Dr. E._______, 

Psychiater, am 28. Februar 2017 eine Exploration durch und erstellte am 

23. Mai 2017 (Vorakten 43/120ff.) einen Bericht. Dr. E._______ hielt fest, 

es würden weder Hinweise auf Wahn, Sinnestäuschung, Ich-Störungen, 

Zwangshandlungen oder -gedanken noch auf Störungen der Konzentrati-

onsfähigkeit, Aufmerksamkeit oder Merkfähigkeit vorliegen, jedoch habe 

der Beschwerdeführer Konzentrationsprobleme genannt. Der objektivier-

bare Antrieb sei ungestört. Der Beschwerdeführer habe indes Müdigkeit 

und verminderte Belastbarkeit beschrieben. Eine Erschöpfung sei nicht er-

kennbar, so habe der Beschwerdeführer nach der vierstündigen Explora-

tion nicht ersichtlich müde gewirkt. Der Beschwerdeführer habe im Struk-

turierten Fragebogen Simulierter Symptome (SFSS) 29 Punkte erreicht, 

was für eine negative Antwortverzerrung spreche (zum Ausschluss einer 

Aggravation vgl. E. 5.1.2.4 hiervor).  

C-7354/2017 

Seite 33 

Dr. E._______ befand, es stünden die Auswirkungen einer Arbeitslosigkeit 

im Vordergrund, jedoch habe keine relevante ängstlich-depressive Symp-

tomatik exploriert werden können. In der Gesamtschau seien die Eingangs-

kriterien für eine depressive Episode nicht (mehr) erfüllt. 

Dr. E._______ stellte die nachfolgenden Diagnosen: 

Mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit: 

– Kombinierte Persönlichkeitsstörung mit narzisstischen, zwanghaften 

und emotional-instabilen Anteilen (ICD-10 F61.0) mit/bei anamnestisch 

Hinweisen auf ADHS (ICD-10 F90) während der Kindheit und Jugend. 

Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit  

– Anamnestisch Abhängigkeitssyndrom von Tabakwaren, gegenwärtig 

abstinent (ICD-10 F17.20). 

– Aktenanamnestisch depressive Episode, gegenwärtig nahezu vollstän-

dig remittiert (ICD-10 F32.4), differentialdiagnostisch Dysthymie (ICD-

10 F34.1). 

– Aktenanamnestisch Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reak-

tion (F 43.21). 

– Aktenanamnetisch somatoformer Schwindel (ICD-10 F45.8), differenti-

aldiagnostisch Schwindel im Rahmen einer Neurasthenie (ICD-10 

F48.0). 

– V.a. chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Fak-

toren (ICD-10 F45.41), differentialdiagnostisch Schmerzen im Rahmen 

einer Neurasthenie (ICD-10 F48.0). 

– Anamnestisch Zähneknirschen/Bruxismus (ICD-10 F45.8). 

– Aktenanamnestisch Legasthenie (ICD-10 F81.0). 

Dr. E._______ konstatierte, der Beschwerdeführer verfüge über eine Viel-

zahl an Ressourcen und mittlerweile eine weitgehend funktionale Strategie 

zur Stressbewältigung (Sport/Übungen). Er führe zudem eine Paarbezie-

hung und sei, wie in den ergänzenden Akten ersichtlich, auch in sozialen 

Aktivitäten eingebunden («Schrauben» in einer Werkstatt, Treffen mit Kol-

legen/Stammtisch, Städtereisen, etc.). Ihm sei es auch gelungen, seine 

Ausbildung abzuschliessen und sich in mehreren Berufsfeldern zu bewäh-

ren. 

Dr. E._______ diskutierte die Standardindikatoren (Vorakten 43/160ff.) und 

kam zum Schluss, in der Gesamtschau sei eine Beeinträchtigung der sog. 

«Kategorien» ausgewiesen, die indessen hauptsächlich als Auswirkung ei-

ner kombinierten Persönlichkeitsstörung zu verstehen seien. Es bestünden 

C-7354/2017 

Seite 34 

Einschränkungen in den sogenannten komplexen Ich-Funktionen (Reali-

tätsprüfung und Urteilsbildung, Beziehungsfähigkeit und Kontaktgestal-

tung, Affektsteuerung und Impulskontrolle, Selbstwertregulation und Re-

gressionsfähigkeit, Intentionalität und Antrieb sowie Abwehrorganisation). 

Es bestünden leichte Einschränkungen der Fähigkeit zur Anpassung an 

Regeln und Routinen, der Fähigkeit zur Planung und Strukturierung, der 

Selbstbehauptung, sowie der Kontakt-, Gruppen- und Beziehungsfähigkeit.  

Dr. E._______ stellte fest, für Tätigkeiten mit erhöhtem zwischenmenschli-

chem Kontakt, mit permanentem Zeit- und Termindruck, hohem Publikums-

verkehr sowie Tätigkeiten mit hohen Anforderungen an die Anpassungs- 

und Umstellungsfähigkeit sei eine Arbeitsunfähigkeit von 20 % (von 100 %) 

anzunehmen. Für Tätigkeiten mit wenig intensivem zwischenmenschlichen 

Kontakt sei hingegen von einer Arbeitsunfähigkeit von 10 % (von 100 %) 

auszugehen, zumal die Auswirkungen der gegenwärtig feststellbaren Psy-

chopathologie sich bei Arbeiten in einem Umfeld mit wenig intensivem zwi-

schenmenschlichen Kontakt überwiegend wahrscheinlich weniger deutlich 

auswirken würden. 

6.1.5 Im Gutachten zu Händen der Deutschen Rentenversicherung vom 

21. September 2017 (Vorakten 58/9) konstatierte Dr. Hh._______, Psychi-

aterin, insgesamt habe der zu Begutachtende die Aufgaben des gutachter-

lichen Gesprächs gut bewältigen können. Die Erinnerungsfähigkeit an bio-

graphische Daten sei gut möglich gewesen. Die Konzentrationsfähigkeit 

sei gut ausgebildet. Grössere affektive Auslenkung sei ausgeblieben. Im 

gutachterlichen Gespräch sei Schwingungsfähigkeit zu erreichen gewe-

sen. Lediglich die formalen Denkstörungen die zu detaillierte und weit-

schweifige Darstellungen mit schwerer Begrenzbarkeit hätten zu einem er-

schwerten Gesprächsverlauf geführt. Lange Jahre habe der zu Begutach-

tende den beruflichen Anforderungen Stand halten können, habe sich im 

beruflichen Leben auch weitergebildet und qualifiziert. Ein negatives Leis-

tungsbild bestehe aufgrund der psychischen Defizite in einer verminderten 

psychischen Belastbarkeit für Tätigkeiten, die mit Stressbelastungen und 

mit hohen Anforderungen an Umstellungs- und Anpassungsvermögen ein-

hergehen würden. Gemäss dem positiven und negativen Leistungsbild sei 

der zu Begutachtende im zuletzt ausgeübten Beruf als Disponent voll-

schichtig arbeitsfähig einzustufen, ebenso ordne sie die Leistungsfähigkeit 

auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt ein. Somit würde aus psychiatrischer 

Sicht die Voraussetzungen für den Erhalt einer Erwerbsunfähigkeitsrente 

nicht vorliegen. 

C-7354/2017 

Seite 35 

6.1.6 Der Beschwerdeführer war vom 10. Oktober 2017 bis zum 14. No-

vember 2017 zur stationären Reha in der J._______ Klinik (BVGer 

act. 28/5). Dr. Ii._______, Dipl.-Psychologe, und Dr. Jj._______, Psychia-

ter, hielten fest, diagnostisch liege eine mittelgradige depressive Episode 

bei rezidivierender depressiver Störung (ICD-10 F33.1) vor. Differentialdi-

agnostisch komme neben einer möglichen Autismusdiagnose oder einer 

Persönlichkeitsstörung auch die Diagnose einer komplexen posttraumati-

schen Belastungsstörung in Betracht. Letztlich hätten sich jedoch für keine 

der genannten Differentialdiagnosen ausreichend Hinweise ergeben. Re-

levante quantitative Einschränkungen bezüglich des Leistungsbildes sa-

hen Dr. Ii._______ und Dr. Jj._______ weder für die Tätigkeit des Bezugs-

berufs noch für Tätigkeiten des allgemeinen Arbeitsmarktes.  

6.1.7 Im Privatgutachten vom 26. Februar 2018 (BVGer act. 8/1) hielt 

Prof. Dr. G._______, Psychiater, fest, beim ADOS2-Test habe der Be-

schwerdeführer sowohl im Bereich Kommunikation als auch in der wech-

selseitigen sozialen Interaktion auffällige Werte im Sinne eines Autistischen 

Spektrums erzielt. Es würden sich Auffälligkeiten im Hinblick auf einge-

engte Interessen, Routinen und rigiden, wenig modulierten behavioralen 

Alltagstrukturen finden. Bereits vor dem Schuleintritt hätten wegen behavi-

oralen Problemen ein Kinder- und Jugendpsychiater oder Psychologe auf-

gesucht, der Kindergarten abgebrochen und die Einschulung um ein Jahr 

verschoben werden müssen. Insofern seien bereits für die erste Dekade 

Besonderheiten im Sinne eines Asperger-Syndroms nachweisbar. Auch 

die aus der zweiten Dekade geschilderten Auffälligkeiten im Sinne psycho-

tischer Symptome, wie etwa der kurzen Episoden mit Halluzinationen, aber 

auch die etwas paranoid gefärbte Persönlichkeitsstruktur sowie die Auffäl-

ligkeiten in somatisierendem Sinne fügten sich gut in das Bild einer hoch-

funktionalen Autismus-Spektrum-Störung ein. Weiter diagnostizierte Prof. 

Dr. G._______ ein mittelgradiges depressives Syndrom bei Verdacht auf 

rezidivierende depressive Störung (ICD-10 F33.1) und eine Somatisie-

rungsstörung (ICD-10 F45.0). 

6.1.8 Dr. I._______, Psychiaterin, berichtete am 3. Juli 2018 (BVGer 

act. 14/1), 12. Juli 2018 (BVGer act. 14/2), 17. Januar 2019 (BVGer act. 

18/1) und 17. Oktober 2019 (BVGer act. 25/1) der Beschwerdeführer be-

finde sich seit dem 2. Mai 2018 bei ihr in ambulanter psychiatrischer Be-

handlung wegen eines Asperger-Autismus (ICD-10 F84.5), einer mittelgra-

digen depressiven Episode bei rezidivierender Störung (ICD-10 F33.1) so-

wie einer Somatisierungsstörung (ICD-10 F45.0). Die entsprechende Diag-

nostik sei im Rahmen einer gutachterlichen Abklärung durch Prof. Dr. 

C-7354/2017 

Seite 36 

G._______ im Oktober 2017 erfolgt. Aufgrund des Asperger-Autismus sei 

von einer Leistungsminderung von mindestens 50 % GdB auszugehen.  

6.2 Die Vorinstanz stützte sich für die Beurteilung der psychischen Ein-

schränkungen insbesondere auf den Bericht von Dr. E._______ vom 23. 

Mai 2017 (vgl. E. 6.1.4 hiervor) ab.  

6.2.1 Dr. E._______ erhob die Anamnese (Vorakten 43/123ff.), hielt die 

subjektiven Angaben des Beschwerdeführers fest (Vorakten 43/132ff.), 

führte allseitige Untersuchungen durch und dokumentierte die objektiven 

Befunde (Vorakten 43/140ff). Zudem wurden die Vorakten zwar nicht ein-

zeln aufgeführt, jedoch die Inhalte der psychiatrischen Akten zusammen-

gefasst wiedergegeben (Vorakten 43/155ff.); insbesondere ist ersichtlich 

(Vorakten 43/155ff.), dass Dr. E._______ Kenntnis von den Behandlungs-

berichten von Prof. Dr. Ee._______ (E. 6.1.1), der Psychologin Ff._______ 

(E. 6.1.2) und von Dr. Gg._______ (E. 6.1.3) hatte. Er nahm eingehend zu 

den Behandlungsberichten Stellung und begründete nachvollziehbar seine 

Diagnosen. Aufgrund der erhobenen Befunde, des Tagesablaufs und der 

Freizeitaktivitäten des Beschwerdeführers erachtete er die Diagnose «de-

pressive Episode», welche im medizinischen Dossier mehrmals erhoben 

worden war, als weitgehend remittiert. Diese Schlussfolgerung leuchtet ein, 

denn Dr. E._______ konstatierte, «im Affekt war er (Beschwerdeführer) 

durchgängig schwingungsfähig und überwiegend euthym. […] zeigte er 

sich oftmals auch scherzend und lachend. […] Ein durchgängig vorhande-

ner depressiver Habitus war nicht erkennbar». Es zeigte sich weder ein 

ausgeprägter depressiver Affekt noch ein Interessen- oder Freudenverlust 

an Aktivitäten bzw. ein verminderter Antrieb oder eine gesteigerte Ermüd-

barkeit. 

Dr. E._______ äusserte sich zu den Standardindikatoren gemäss BGE 141 

V 281 (vgl. E. 5.1.2.4 und E. 6.1.4 hiervor). Der IV-Arzt Dr. Kk._______, 

Facharzt für Allgemeinmedizin, hielt hierzu am 31. August 2017 fest 

(Vorakten 51), die Standardindikatoren seien im «Gutachten» von Dr. 

E._______ detailliert diskutiert worden. Die «gutachterlich» festgestellten 

gesundheitlichen Störungen seien hinsichtlich ihrer Symptomatologie, des 

Krankheitsverlaufs und ihren Auswirkungen auf den Alltag anhand der 

fachärztlich erhobenen Befunden nachvollziehbar festgestellt und bewertet 

worden. Zur Behebung des vorliegenden Gesundheitsschadens seien be-

reits die hierfür indizierten Therapien durchgeführt worden und der Versi-

C-7354/2017 

Seite 37 

cherte habe hierbei ausreichend mitgewirkt. Das Bundesverwaltungsge-

richt folgt der Einschätzung von Dr. Kk._______ hinsichtlich der Standar-

dindikatoren.  

Dr. Kk._______ wies auf die Hinweise in Richtung Aggravation hin. Aus 

dem Bericht von Dr. E._______, Psychiater, geht jedoch hervor (vgl. E. 

5.1.2.4), dass eine Aggravation nicht ausgewiesen ist, sondern die Ver-

deutlichungstendenz mit den psychischen Beeinträchtigungen in Zusam-

menhang steht. Eine Aggravation wurde denn auch von der Vorinstanz 

nicht angenommen.  

Aus dem Gesagten folgt, dass der Bericht von Dr. E._______ den allge-

meinen rechtlichen Anforderungen (vgl. E. 3.10 hiervor) entspricht und un-

ter Berücksichtigung eines strukturieren Beweisverfahrens (BGE 141 V 

281; vgl. E. 3.12 hiervor) erstellt wurde, womit ihm volle Beweiskraft zu-

kommt.  

6.2.2 Der Beschwerdeführer legte gegen den Bericht von Dr. E._______ 

ein Privatgutachten von Prof. Dr. G._______ vom 26. Februar 2018 ins 

Recht (vgl. E. 6.1.7 hiervor).  

6.2.2.1 Die IV-Ärztin Dr. H._______, Fachärztin für Kinder- und Jugendpsy-

chiatrie, äusserte sich am 4. Juni 2018 (BVGer act. 10/2) dahingehend, das 

Privatgutachten mit Datum vom 26. Februar 2018 beruhe auf allseitigen 

Untersuchungen (psychiatrisch, neuropsychologisch, autismusspezifisch, 

somatisch). Die Untersuchungen seien an vier unterschiedlichen Terminen 

gemacht worden und hätten sich über Monate erstreckt. Der Gutachter 

habe die vom Versicherten geklagten Beschwerden berücksichtigt und 

Kenntnis der Vorakten gehabt. Die dargelegten medizinischen Zusammen-

hänge seien verständlich. Das Privatgutachten setze sich mit den in den 

Akten vorliegenden relevanten fachärztlichen Einschätzungen auseinan-

der. Hingegen diskutiere Prof. Dr. G._______ die Standardindikatoren nicht 

und äussere sich auch nicht zur Frage des Ausmasses der Arbeitsunfähig-

keit. Weiter vergleiche er die Aussagen des Versicherten in der eigenen 

Untersuchung nicht mit denjenigen des «Gutachtens 

F._______/E._______» und nehme keine kritische Würdigung vor. Zudem 

fänden sich keine Aussagen zu bisherigen Eingliederungsbemühungen. 

Die Aussagen zu Auswirkungen auf Beruf, Alltag und Freizeit seien meis-

tens sehr allgemein gehalten, ohne konkrete Einschränkungen anhand von 

Beispielen aus dem Alltag des Beschwerdeführers zu erwähnen.  

C-7354/2017 

Seite 38 

6.2.2.2 Einem Privatgutachten, das psychiatrische Diagnosen enthält 

(vgl. E. 6.1.7), jedoch nicht anhand eines strukturierten Beweisverfahrens 

erstellt wurde (vgl. E. 6.2.2.1 hiervor), kommt von vornherein keine volle 

Beweiskraft zu (vgl. E. 3.12 hiervor). Hinzukommt, dass die funktionellen 

Einschränkungen auf den konkreten Exploranden bezogen zu erörtern 

sind. Wie die IV-Ärztin Dr. H._______ zurecht konstatierte, sind die konkre-

ten Einschränkungen des betreffenden Versicherten anhand von Beispie-

len aus dessen Alltag darzulegen. Andernfalls sind die genannten funktio-

nalen Einschränkungen – auch für das Gericht – nicht nachvollziehbar, wo-

mit es an einer schlüssigen Begründung fehlt. Folglich genügt es nicht, 

dass im Gutachten steht, «aus mittelgradigen Despressionen resultiert re-

gelhaft» oder «depressive Syndrome sind regelhaft» (Gutachten S. 54 und 

57; BVGer act. 8/1), vielmehr hätte mit Beispielen aus dem Alltag begrün-

det werden müssen, warum dies auch auf den Beschwerdeführer zutreffen 

soll. Das Privatgutachten erfüllt die Anforderungen an beweiswertige Gut-

achten und Berichte im Bereich der Invalidenversicherung nicht vollstän-

dig, womit ihm nur beschränkte Beweiskraft zukommt. 

6.3  

6.3.1 Beschwerdeweise monierte der Beschwerdeführer (BVGer act. 1), 

Dr. E._______ sei das Vorliegen einer Autismus-Spektrum-Störung im 

Sinne eines Asperger Syndroms entgangen. Damit sei das «Gutachten» 

von Dr. E._______ nicht vollständig und nicht mehr aktuell. 

6.3.1.1 Dr. E._______ konstatierte auf Seite 30 seines Berichtes (Vorakten 

43/149), «[…] eine sogenannte tiefgreifende Entwicklungsstörung (ICD-10 

F.84) ist unter Berücksichtigung des Längsschnittverlaufs und dem aktuel-

len psychopathologischen Querschnittbefund wenig wahrscheinlich resp. 

konnte nicht festgestellt werden. Insbesondere konnte kein Autismus fest-

gestellt werden». Entgegen dem Vorbringen des Beschwerdeführers ist 

Dr. E._______ die Möglichkeit eines Autismus nicht entgangen, vielmehr 

schloss er diese Diagnose bewusst aus.  

6.3.1.2 Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist dem Umstand 

Rechnung zu tragen, dass die medizinische Folgenabschätzung notge-

drungen eine hohe Variabilität aufweist und unausweichlich Ermessens-

züge trägt (BGE 140 V 193 E. 3.1; 137 V 210 E. 3.4.2.3). Die psychiatri-

sche Exploration eröffnet dem begutachtenden Psychiater daher praktisch 

immer einen gewissen Spielraum, innerhalb dessen verschiedene medizi-

nisch-psychiatrische Interpretationen möglich, zulässig und rechtlich zu 

respektieren sind, sofern der Experte lege artis vorgegangen ist (BGE 145 

https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_date=&from_year=1954&to_year=2021&sort=relevance&insertion_date=&from_date_push=&top_subcollection_clir=bge&query_words=&part=all&de_fr=&de_it=&fr_de=&fr_it=&it_de=&it_fr=&orig=&translation=&rank=0&highlight_docid=atf%3A%2F%2F140-V-193%3Ade&number_of_ranks=0&azaclir=clir#page193
https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_date=&from_year=1954&to_year=2021&sort=relevance&insertion_date=&from_date_push=&top_subcollection_clir=bge&query_words=&part=all&de_fr=&de_it=&fr_de=&fr_it=&it_de=&it_fr=&orig=&translation=&rank=0&highlight_docid=atf%3A%2F%2F137-V-210%3Ade&number_of_ranks=0&azaclir=clir#page210

C-7354/2017 

Seite 39 

V 361 E. 4.3; Urteile des BGer 9C_765/2019 E. 4.2 vom 11. Mai 2020 

E. 4.2; 8C_629/2017 vom 29. Dezember 2017 E. 4.3 und 9C_77/2015 vom 

27. März 2015 E. 5.4). Zudem ist eine abweichende Diagnose allein, nicht 

entscheidend, massgebend sind vielmehr die funktionellen Einschränkun-

gen (Urteil des BGer 9C_112/2020 vom 4. September 2020 E.4.2.2.1), wel-

che sich aus der Befundlage ergeben (BGE 145 361 E. 4.3). 

6.3.1.3 Die IV-Ärztin Dr. H._______, Fachärztin für Kinder- und Jugendpsy-

chiatrie, hielt am 4. Juni 2018 fest (BVGer act. 10/2), während Prof. Dr. 

G._______ eine Autismus-Spektrum-Störung im Sinne eines hochfunktio-

nalen Asperger-Syndroms (ICD-10 F84.5) diagnostiziere, stehe für Dr. 

E._______ die Diagnose einer kombinierten Persönlichkeitsstörung mit 

narzisstischen, zwanghaften und emotional-instabilen Anteilen (ICD-10 

F61.0) bei Hinweisen auf ein ADHS (ICD-10 F90.0) während Kindheit und 

Jugend im Zentrum. Beide «Gutachter» würden darauf hinweisen, dass es 

bereits in Kindheit und Jugend Hinweise auf die von ihnen diagnostizierte 

Störung gegeben habe. Beide Störungsbilder umfassten Schwierigkeiten 

im Bereich der Beziehungsgestaltung, der Kommunikation und der Flexibi-

lität, und sie seien in der Regel mit sozialen Beeinträchtigungen verbunden. 

Ebenso würden beide «Gutachter» darauf hinweisen, dass der Versicherte 

trotz des Störungsbildes während 27 Jahren bei der gleichen Firma seine 

Arbeit als Disponent habe leisten können. Die Herleitung der Diagnose sei 

in beiden «Gutachten» nachvollziehbar und plausibel. Die Angaben des 

Versicherten würden sich in beiden «Gutachten» dahingehend unterschei-

den, dass sie auf die entsprechende Diagnosestellung hinführen würden. 

Beim Privatgutachten von Prof. Dr. G._______ sei nicht erkennbar, ob der 

Versicherte alle Angaben spontan gemacht habe, oder ob der Gutachter 

die entsprechenden Nachfragen gestellt habe. Ein entsprechendes Nach-

fragen zur Erhebung der relevanten Angaben sei zur Diagnose einer Autis-

mus-Spektrum-Störung in der Regel zwar sinnvoll, sollte aber erkennbar 

sein. Die Profile der Einschränkung in der angestammten Tätigkeit und der 

Verweistätigkeit würden sich grossmehrheitlich entsprechen. Beide «Gut-

achter» hätten die Auswirkungen der unterschiedlich benannten Störung 

auf die Arbeitsfähigkeit mehr oder weniger gleich eingeschätzt. Massge-

bend zur Beurteilung eines Leistungsanspruchs seien für die Invalidenver-

sicherung die Auswirkungen des diagnostizierten Gesundheitsschadens 

auf die Arbeitsfähigkeit. Diese würden von beiden «Gutachtern» gross-

mehrheitlich gleich beurteilt. 

6.3.1.4 Beide Diagnosen wurden von den Ärzten lege artis erhoben und 

korrelieren mit den durch sie erhobenen Befunden (vgl. E. 6.3.1.3 hiervor). 

C-7354/2017 

Seite 40 

Die unterschiedlichen Diagnosen sind auf die unterschiedlichen Befunde 

zurückzuführen (vgl. E. 6.3.1.3 hiervor). Die Aussagen des Beschwerde-

führers anlässlich der Begutachtung bei Prof. Dr. G._______ weichen von 

denjenigen in den anderen aktenkundigen Berichten ab. So erzählte der 

Beschwerdeführer erstmals von Halluzinationen (BVGer act. 8/1 S. 48). 

Dies ist nicht schlüssig, denn überwiegend wahrscheinlich wären solche 

Halluzinationen in den früheren psychiatrischen Settings zur Sprache ge-

kommen; stattdessen wurden psychotische Symptome verneint (Vorakten 

15/3). Es bestehen erhebliche Zweifel daran, dass die Angaben des Versi-

cherten anlässlich der Untersuchung durch Prof. Dr. G._______ spontan 

entstanden sind (vgl. E. 6.3.1.3 hiervor). Aus diesen Gründen ist die abwei-

chende Befunderhebung durch Prof. Dr. G._______ unbeachtlich und es 

ist von der Befundlage, wie sie durch Dr. E._______ erhoben wurde, aus-

zugehen.  

Daran ändern die Atteste von Dr. I._______, welche gleich lauten wie das 

Privatgutachten, nichts (vgl. E. 6.1.8 hiervor), da diese die Voraussetzun-

gen an beweiswertige Berichte (vgl. E. 3.10 hiervor) nicht erfüllen (keine 

Anamnese, keine Diskussion der Vorakten, keine nachvollziehbare und 

schlüssige Begründung) und auch nicht anhand eines strukturieren Be-

weisverfahrens erstellt wurden (vgl. E. 3.12 hiervor).  

Ob die gesundheitliche Störung diagnostisch tatsächlich einer Persönlich-

keitsstörung gemäss ICD-10 F60.31 zuzuordnen ist, braucht vorliegend 

nicht abschliessend geklärt zu werden. Entscheidend ist einzig die von 

Dr. E._______ erhobene Befundlage und die sich daraus ergebenden Ein-

schränkungen (vgl. E. 6.1.4 hiervor). Die abweichende Diagnosestellung 

durch Prof. Dr. G._______ und Dr. I._______ spricht vorliegend folglich 

nicht gegen die Beweiswertigkeit des Berichts von Dr. E._______.  

6.3.2  

6.3.2.1 Der Beschwerdeführer beanstandete beschwerdeweise (BVGer 

act. 1), Dr. E._______ habe die psychischen und kognitiven Anforderungen 

der Tätigkeit als Disponent in der Transportbranche nicht im notwendigen 

Mass diskutiert und die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers darob 

nicht valid einschätzen können. Gerade die von Dr. E._______ genannten 

kritischen Tätigkeiten kämen im Beruf des Disponenten in hohem Masse 

vor. Aus dem Bericht gehe nicht hervor, worin die reduzierte Arbeitsfähig-

keit bestehe, ob das Pensum zu reduzieren sei oder, ob sich die Minderung 

der Arbeitsfähigkeit auf ein reduziertes Leistungsvermögen im Rahmen ei-

nes Vollpensums beziehe. 

C-7354/2017 

Seite 41 

6.3.2.2 Da Dr. E._______ leichte Einschränkungen im Bereich des sozia-

len Kontextes und der Fähigkeiten erhob (vgl. E. 6.1.4 hiervor), ist es 

schlüssig, dass er eine 20%ige Arbeitsunfähigkeit annahm. Diese bezieht 

sich zweifellos auf ein 100 % Pensum, denn Dr. E._______ hielt fest, dass 

unter Berücksichtigung der beschriebenen Anforderungen als Speditions-

kaufmann von einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von «20 % (von 

100%)» auszugehen sei.  

6.3.3  

6.3.3.1 Der Beschwerdeführer brachte weiter vor (BVGer act. 8), 

Prof. Dr. G._______ habe festgestellt, dass Grossraumbüros vermieden 

werden müssten.  

6.3.3.2 Entgegen dem Vorbringen des Beschwerdeführers schloss Prof. 

Dr. G._______ die Tätigkeit in einem Grossraum