# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** af175a00-45dc-5621-a1c9-50da4dded202
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2012-02-08
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 08.02.2012 E-7706/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-7706-2008_2012-02-08.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

Abteilung V
E­7706/2008

U r t e i l   v om   8 .   F e b r u a r   2 0 1 2    

Besetzung Richter Walter Stöckli (Vorsitz),
Richter Thomas Wespi, Richterin Emilia Antonioni,
Gerichtsschreiber Thomas Hardegger.

Parteien A._______, geboren am (…), 
Afghanistan, 
(…),
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Asyl und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 20. November 2008 / N (…).

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Sachverhalt:

A. 
Eigenen  Angaben  zufolge  verliess  der  Beschwerdeführer  seinen 
Heimatstaat am 22. August 2008 und gelangte nach Aufenthalten im Iran 
(fünf Tage), in der Türkei (etwa 20 Tage) und in Griechenland (etwa einen 
Monat)  über  Italien  am  20.  Oktober  2008  in  die  Schweiz,  wo  er  am 
folgenden Tag um Asyl  nachsuchte. Am 23. Oktober  2008 wurde er  im 
Empfangs­ und Verfahrenszentrum (EVZ) Kreuzlingen zum Reiseweg, zu 
den  Personalien  und  den  Ausreisegründen  summarisch  befragt 
(Protokoll:  A1).  Am  4.  November  2008  hörte  ihn  das  BFM  zu  den 
Asylgründen  an  (Protokoll:  A10).  Er  reichte  eine  Taskara  (afghanischer 
Identitätsausweis  vom  […],  mit  Übersetzung),  einen  Auszug  des 
Zivilregisteramts  (…),  Bestätigungen  und  eine  Fotografie  betreffend  die 
Mitgliedschaft in der (ein Verband, der eine Kampfsportart pflegt) und die 
Kopie  einer  Shipment  Air  Waybill  des  DHL­Postversands  vom  30. 
Oktober 2008 ein. 

B. 
Der  Beschwerdeführer  machte  in  den  Anhörungen  geltend,  aus 
B._______  (Provinz  Herat)  zu  stammen.  Er  gehöre  der 
Volksgemeinschaft  der Paschtunen an;  die Stammeszugehörigkeit  habe 
für  ihn  allerdings  keine  grössere  Bedeutung.  Er  habe  seinen 
Lebensunterhalt  mit  dem  Handel  von  (…)  verdient.  Als  aktiver  Sportler 
der  (ein  Verband,  der  eine  Kampfsportart  pflegt)  habe  er  sehr  oft 
trainieren  müssen.  Zur  Ausübung  seiner  beruflichen  wie  sportlichen 
Tätigkeiten habe er  sich  sehr oft  ausser Haus aufhalten müssen. Seine 
Familie lebe in guten finanziellen Verhältnissen. In der Region B._______ 
(Provinz  Herat)  herrsche  eine  unsichere  Sicherheitslage.  Er  habe  sich 
persönlich  bedroht  gefühlt  durch  die  vielen  kriminellen  Banden  in  der 
Region  B._______  (Provinz  Herat),  die  finanziell  besser  gestellte 
Personen entführen würden, um anschliessend Lösegeldforderungen zu 
stellen. Obwohl die örtliche Bevölkerung im Rahmen von Kundgebungen 
gegen  diese  Kriminellen  protestiert  habe,  habe  sich  die 
Sicherheitssituation nicht gebessert. Er habe sich deshalb entschlossen, 
Afghanistan zu verlassen. 

C. 
Mit  Verfügung  vom  20.  November  2008  stellte  das  BFM  fest,  der 
Beschwerdeführer  erfülle  die  Flüchtlingseigenschaft  nicht,  wies  das 
Asylgesuch ab, verfügte seine Wegweisung und ordnete den Vollzug an. 

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D. 
Am  2.  Dezember  2008  reichte  der  Beschwerdeführer  beim 
Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  ein  und  beantragte  die 
Aufhebung  der  angefochtenen  Verfügung,  die  Anerkennung  der 
Flüchtlingseigenschaft,  die  Asylgewährung,  die  Feststellung  der 
Unzulässigkeit, Unzumutbarkeit und Unmöglichkeit der Wegweisung und 
die Anordnung der vorläufigen Aufnahme in der Schweiz. Er behauptete, 
krank  zu  sein  und  unter  starken  Kopfschmerzen  zu  leiden.  In 
prozessualer  Hinsicht  beantragte  er  die Gewährung  der  unentgeltlichen 
Prozessführung,  einschliesslich  des  Verzichts  auf  die  Erhebung  eines 
Kostenvorschusses,  und  die  amtliche  Verbeiständung,  eventualiter  die 
Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde und die 
vorsorgliche  Anweisung  an  die  zuständige  Behörde,  die  Kontaktnahme 
mit  den  heimatlichen  Behörden  sowie  jegliche  Datenweitergabe  an 
dieselben  zu  unterlassen,  und  eventualiter  –  bei  bereits  erfolgter 
Datenweitergabe – seine Information mittels separater Verfügung. 

E. 
E.a.  Mit  Zwischenverfügung  vom  12.  Dezember  2008  trat  das 
Bundesverwaltungsgericht  auf  den  Antrag  um  Wiederherstellung  des 
aufschiebenden Wirkung  der  Beschwerde  nicht  ein,  verzichtete  auf  die 
Erhebung  eines  Kostenvorschusses,  verlegte  die  Behandlung  des 
Gesuchs um Kostenerlass auf später und wies das Gesuch um amtliche 
Verbeiständung  ab.  Weiter  lehnte  es  die  Anträge  auf  vorsorgliche 
Anweisung  der  zuständigen  Behörde,  die  Kontaktnahme  mit  den 
afghanischen Behörden sowie jegliche Datenweitergabe an dieselben zu 
unterlassen,  und  auf  allfällige  Information  bei  bereits  erfolgter 
Datenweitergabe  ab.  Der  Instruktionsrichter  räumte  dem 
Beschwerdeführer Gelegenheit ein, seine gesundheitliche Situation innert 
angesetzter  Frist  zu  belegen. Gleichzeitig wurde  das BFM aufgefordert, 
eine Stellungnahme zur Beschwerde einzureichen.

E.b.  In  der  Vernehmlassung  vom  16.  Dezember  2008  beantragte  das 
BFM unter Hinweis auf die Erwägungen in der angefochtenen Verfügung 
die Abweisung der Beschwerde.

E.c.  In  der  Folge  gingen  eine  Fürsorgebestätigung  vom  16.  Dezember 
2008, ein Arztbericht vom 17. Dezember 2008 und eine Bestätigung des 
Ambulatoriums der Psychiatrischen Dienste des (…) vom 5. Januar 2009 
ein.

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E.d.  Mit  Schreiben  vom  9.  Januar  2009  unterbreitete  der 
Beschwerdeführer  den  in  Aussicht  gestellten  Arztbericht  der 
Psychiatrischen Dienste vom 6. Januar 2009. Darin wird ihm – ohne das 
traumatisierende  Ereignis  zu  bezeichnen  –  bescheinigt,  wegen  einer 
posttraumatischen  Belastungsstörung  (PTBS)  und  depressiver  Reaktion 
in  ambulanter  Behandlung  zu  stehen.  Die  Leiden,  die  vor  zirka  zwei 
Jahren  begonnen  hätten,  seien  seit  ungefähr  einem  halben  Jahr  stark 
ausgeprägt. Sie würden ihn bei den Alltagsaktivitäten stark einschränken. 
So  habe  er  bereits  seit  zwei  Monaten  keiner  Arbeit  mehr  nachgehen 
können.  Eine  längere  Psychotherapie,  gestützt  durch  die  Abgabe  von 
Medikamenten, sei indiziert. Er benötige zu einer erfolgreichen Genesung 
und Rückgewinnung einer gewissen psychischen Stabilität und Sicherheit 
ein  sicheres  Umfeld  ohne  reale  Bedrohungen  und  Ängste  vor  weiterer 
Traumatisierung.  Diese  Umstände  seien  lediglich  ausserhalb  seines 
Heimatlandes  zu  finden.  Im  Begleitschreiben  machte  der 
Beschwerdeführer  ergänzend  geltend,  wegen  des  Auftretens  starker 
Magenschmerzen noch an einen anderen Arzt verwiesen worden zu sein, 
weshalb ein weiterer ärztlicher Bericht nachgereicht werde.

E.e.  Am  19.  Mai  2009  ging  beim  Bundesverwaltungsgericht  ein 
Arztbericht  betreffend  eine  Schlüsselbeinfraktur  infolge  Sturzes  vom 
Fahrrad,  eine  entsprechende  Röntgenaufnahme  und  eine 
Arbeitsunfähigkeitsbe­
stätigung  ein.  Der  Beschwerdeführer  erklärte,  der  Unfall  sei  auf  seinen 
psychischen Zustand und eine gedankliche Abwesenheit (er merke nicht, 
wo er sei und was er tue; er habe zur Zeit des Unfalls an die Ermordung 
eines Nachbarn gedacht) zurückzuführen. Er leide an Kopfschmerzen, sei 
deprimiert und müsse verschiedene Medikamente einnehmen.

E.f. Mit  Schreiben  vom 4.  Juni  2010 wurde  ein weiterer  Arztbericht  der 
Psychiatrischen Dienste vom 21. Mai 2010 nachgereicht. Wiederum wird 
eine  PTBS  (F43.1)  und  eine  mittelgradig  depressive  Episode  mit 
somatischem  Syndrom  (F32.11)  diagnostiziert.  Aufgrund  der  schweren 
Traumatisierung,  der  Entwicklung  des  Störungsbildes  und  der 
Ungewissheit  bezüglich  Gefahrensituationen  (Krieg)  sei  bei  einer 
Rückführung  in  das  Heimatland  von  einer  massiven  Gefährdung  und 
Verschlechterung  des  psychischen  Zustandes  des  Beschwerdeführers 
auszugehen.

F. 

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F.a. Mit Zwischenverfügung vom 4. November 2011 wurde das BFM zu 
einem weiteren Schriftenwechsel aufgefordert.

F.b.   Mit Stellungnahme vom 24. November 2011 wies das BFM auf die 
Behandelbarkeit der Beschwerdeführers in B._______ (Provinz Herat) hin 
und beantragte erneut die Abweisung der Beschwerde.

F.c. Am 28. November 2011 stellte der Beschwerdeführer einen weiteren 
Arztbericht in Aussicht und erklärte, seine Familienangehörigen gehörten 
zu  den  extremen  Anhängern  der  Taliban.  Sein  Vater  habe  ihn  sehr 
beschimpft. Dessen Unterstützung bei einer Rückkehr sei nur erhältlich, 
wenn er selber ein Talib werde, was er aber ablehne. Er habe sich in der 
Schweiz gut integriert. Die Schulterverletzung sei noch nicht verheilt. 

F.d. Auf die Zwischenverfügung vom 1. Dezember 2011, mit welcher dem 
Beschwerdeführer  Gelegenheit  zu  einer  Stellungnahme  zur  neuen 
Stellungnahme  des  BFM  gegeben  wurde,  erfolgte  innert  Frist  keine 
Reaktion. 

F.e. Mit  Schreiben  vom  9.  Januar  2012  wurde  ein  weiterer  Arztbericht 
vom  16.  Dezember  2011  nachgereicht.  Dem  Bericht  ist  zu  entnehmen, 
dass  sich  der  Beschwerdeführer  seit  5.  Januar  2009  in  psychiatrischer 
Behandlung  befindet.  Sein  Zustand  habe  sich  während  der 
Psychotherapie  zur  Aufarbeitung  des  Traumas  leichtgradig  verbessert. 
Dieser  habe  im  Heimatland  seinen  Angaben  zufolge  ansehen  müssen, 
wie  ein  Nachbarkind  durch  eine Minenexplosion  getötet  worden  sei.  Er 
sei in aussergewöhnlichen Situationen (Telefonat mit Familienmitgliedern 
im  Heimatland)  weiterhin  mit  der  Grunderkrankung  belastet.  In  solchen 
Situationen  seien  erhöhte  psychische  Sensibilität  und  Erregung  zu 
verzeichnen,  die  vor  der Belastung nicht  vorhanden gewesen  seien. Es 
komme  zu  Durchschlafstörungen,  Konzentrationsschwächen, 
Gedankenhemmung  und  zeitweise  auftretender  erhöhter 
Schreckhaftigkeit.  Die  Behandlung  werde  medikamentös  unterstützt. 
Vermutlich  wegen  des  Medikaments  Zyprexa  habe  sich  beim 
Beschwerdeführer  eine  schwere  Hypotension  (niedriger  Blutdruck) 
entwickelt,  so dass er  notfallmässig habe hospitalisiert werden müssen. 
Aktuell  fühle  sich  der Beschwerdeführers mit  der Medikation mehr  oder 
weniger  stabil.  Die  Behandlungsprognose  bei  einer  adäquaten 
integrierten  psychotherapeutischen  und  psychopharmakologischen 
Behandlung  sei  als  günstig  zu  bezeichnen,  jedoch  sei  angesichts  des 
massiven  Traumas  von  einem  langwierigen  und  beschwerlichen 

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therapeutischen Verlauf auszugehen. Eine erzwungene Rückkehr bringe 
eine massive Gesundheitsgefährdung mit sich. 

Darüber  hinaus  war  dem  Begleitschreiben  des  Beschwerdeführers  zu 
entnehmen, dass seine Familienangehörigen nun  in die Provinz Wardak 
gezogen  seien.  Der  Vater  erhalte  nach  einem  verursachten  Unfall  mit 
Todesfolge  in  C._______  Schutz  durch  andere  Paschtunen  und  die 
Taliban vor der Familie des Verstorbenen. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 
1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 
gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 
1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021).  Das  BFM 
gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz 
des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das  Sachgebiet  betreffende 
Ausnahme  im  Sinne  von  Art. 32  VGG  liegt  nicht  vor.  Das 
Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die  Beurteilung  der 
vorliegenden Beschwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls  in 
der Regel  –  so  auch  vorliegend  –  endgültig  (Art. 105  des Asylgesetzes 
vom  26. Juni  1998  [AsylG,  SR 142.31];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2. Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, soweit das VGG nichts 
anderes bestimmt (Art. 37 VGG).

1.3.  Die  Beschwerde  ist  frist­  und  formgerecht  eingereicht.  Der 
Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 
durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  und  hat  ein 
schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise 
Änderung.  Er  ist  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert 
(Art. 108  Abs. 1  AsylG  sowie  Art.  105  AsylG  i.V.m.  Art.  37  VGG  und 
Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

1.4. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

2. 

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2.1.    Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich Asyl, sofern keine Asylausschlussgründe vorliegen.

2.2.  Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in 
dem  sie  zuletzt  wohnten,  wegen  ihrer  Rasse,  Religion,  Nationalität, 
Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  ihrer 
politischen  Anschauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  sind  oder 
begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als 
ernsthafte Nachteile  gelten  namentlich  die Gefährdung  des  Leibes,  des 
Lebens  oder  der  Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen  unerträglichen 
psychischen Druck bewirken (vgl. Art. 3 AsylG). 

2.3.  Wer  um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft 
nachweisen oder zumindest glaubhaft machen (Art. 7 Abs. 1 AsylG).

Massgeblich  für  die  Beurteilung  der  Flüchtlingseigenschaft  ist  nicht  die 
Situation  im  Zeitpunkt  der  Ausreise,  sondern  die  Situation  im  Zeitpunkt 
des  Asylentscheides,  wobei  allerdings  erlittene  Verfolgung  oder 
begründete Furcht vor Verfolgung im Zeitpunkt der Ausreise ein Hinweis 
auf  weiterbestehende  Gefährdung  sein  kann.  Veränderungen  der 
objektiven Situation im Heimatstaat zwischen Ausreise und Asylentscheid 
sind  zugunsten  und  zulasten  der  Asylgesuch  stellenden  Person  zu 
berücksichtigen  (BVGE  2008/4  E.5.4  und  BVGE  2007/31  E.  5.3,  mit 
weiteren Hinweisen).

Eine asylsuchende Person erfüllt die Flüchtlingseigenschaft im Sinne von 
Art.  3  AsylG,  wenn  sie  Nachteile  von  bestimmter  Intensität  mit 
beachtlicher  Wahrscheinlichkeit  und  in  absehbarer  Zukunft 
begründeterweise  befürchten  muss,  welche  ihr  gezielt  und  aufgrund 
bestimmter Verfolgungsmotive zugefügt zu werden drohen und gegen die 
sie die Organe des Heimat­ oder Herkunftsstaates nicht schützen wollen 
oder  können  (vgl. BVGE 2008/4 E.  5, Entscheidungen und Mitteilungen 
der ARK [EMARK] 1995 Nr. 2 E. 3a, EMARK 2006 Nr. 18 E. 7 f., EMARK 
2006 Nr. 32 E. 8.7.1).

Die Flüchtlingseigenschaft  ist nachzuweisen, soweit der Beweis möglich 
ist;  andernfalls  genügt  die  Glaubhaftmachung.  Unglaubhaft  sind 
insbesondere  Vorbringen,  die  in  wesentlichen  Punkten  zu  wenig 
begründet  oder  in  sich  widersprüchlich  sind,  den  Tatsachen  nicht 
entsprechen  oder  massgeblich  auf  gefälschte  oder  verfälschte 
Beweismittel abgestützt werden. Darüber hinaus muss der Gesuchsteller 
persönlich glaubwürdig erscheinen, was insbesondere dann nicht der Fall 

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ist, wenn er wichtige Tatsachen unterdrückt oder bewusst falsch darstellt, 
im  Laufe  des  Verfahrens  Vorbringen  auswechselt,  steigert  oder 
unbegründet nachschiebt, mangelndes Interesse am Verfahren zeigt oder 
die  nötige  Mitwirkung  in  wesentlichen  Bereichen  verweigert. 
Glaubhaftmachung bedeutet  ferner –  im Gegensatz zum strikten Beweis 
– ein  reduziertes  Beweismass  und  lässt  durchaus  Raum  für  gewisse 
Einwände  und  Zweifel  an  den  Vorbringen  des  Gesuchstellers. 
Entscheidend  ist,  ob  die  Gründe,  die  für  die  Richtigkeit  der 
Sachverhaltsdarstellung  des  Gesuchstellers  sprechen,  überwiegen  oder 
nicht; dabei ist auf eine objektivierte Sichtweise abzustellen (Art. 7 AsylG; 
EMARK 2004 Nr. 1 E. 5a). 

3. 
3.1.  Das  BFM  führte  in  der  angefochtenen  Verfügung  aus,  der 
Beschwerdeführer  erfülle  die  Voraussetzungen  für  die  Bejahung  einer 
begründeten  Furcht  vor  Verfolgung  nicht.  Er  habe  explizit  erklärt, 
persönlich  nie  Verfolgung  erlitten  zu  haben  und  dass  ihm  bis  anhin  in 
Herat  nichts  zugestossen  sei.  Es  gebe  auch  keine  Hinweise  auf  eine 
drohende Verfolgung. Hätte er  tatsächlich Anlass gehabt,  befürchten zu 
müssen,  wegen  seiner  auffällig  guten  Bekleidung  entführt  zu  werden, 
hätte  er  erwartungsgemäss  diese  jedenfalls  in  der  Öffentlichkeit  zu 
kaschieren versucht, zum Beispiel beim Gang von zu Hause ins Büro.

In  der  Beschwerde  macht  der  Beschwerdeführer  zur 
Flüchtlingseigenschaft geltend, die Situation in B._______ (Provinz Herat) 
sei für alle Personen gefährlich; es gebe Bombenanschläge und Kämpfe 
mit  den  Taliban.  Als  einer  der  wenigen  in  Herat  verbliebenen 
Geschäftsleute, als bekanntes und berühmtes Mitglied der (ein Verband, 
der eine Kampfsportart pflegt) und – nach einer allfälligen Rückkehr aus 
Europa  –  als  mutmasslich  vermögender  Mann  sei  er  besonders 
gefährdet, von den Taliban entführt, geschlagen oder getötet werden. Um 
vom abgelegenen Haus ins Zentrum der Stadt B._______ (Provinz Herat) 
zu gelangen, müsse er verlassene Strassen passieren. Unter dem Aspekt 
der  Undurchführbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  führte  der 
Beschwerdeführer  aus,  es  herrsche Krieg  in B._______  (Provinz Herat) 
und  es  gebe  keine  Sicherheit  dort  –  jedermann  habe  Angst  vor  den 
Taliban. Er könne in Afghanistan keine Arbeit finden und wisse nicht, wie 
er dort überleben solle. Er habe in B._______ (Provinz Herat) mit seiner 
Familie gelebt;  seine Vater  verdiene aber wenig,  so dass es nicht auch 
für  ihn  reiche.  Seine  Geschwister  könnten  nicht  zur  Schule  gehen,  ein 
Bruder  habe  Herzprobleme  und  er  selber  leide  an  Kopfschmerzen. 

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Sobald die Situation im Heimatland sicher sei, werde er zurückkehren. In 
der  Folge  reichte  er  diverse  Arztberichte  und  Ergänzungen  zu  seiner 
gesundheitlichen Verfassung nach.

Der  Beschwerdeführer  machte  später  (Eingabe  vom  4.  Juni  2010) 
geltend,  vom  eigenen  Vater  sehr  oft  geschlagen  worden  zu  sein,  vor 
allem mit  einem Wasserschlauch  auf  den  Oberkörper  und  mit  Fäusten 
und  Füssen  auf  seinen  Kopf.  Möglicherweise  würden  seine 
Kopfschmerzen  von  diesen  Schlägen  kommen;  er  habe  oft 
Kopfschmerzen und können nur mit starken Schlafmitteln schlafen. Sein 
Vater  habe,  da  er  Paschtune  sei,  von  ihm  gewollt,  dass  er  einen  Bart 
trage  und  sich  wie  ein  Talib  kleide.  Der  Vater  habe  seinen  Sport  (…) 
abgelehnt und verspottet. Er könnte nicht mehr mit seinem Vater leben.

Im Rahmen des Schriftenwechsels  vom 24. November 2011 stellte  sich 
das  BFM  auf  den  Standpunkt,  die  psychische  Erkrankung  des 
Beschwerdeführers stehe dem Wegweisungsvollzug  in die Region Herat 
nicht  entgegen.  In  Herat  existierten  ein  staatliches  Spital  mit  einer 
psychiatrischen Abteilung und eine private psychiatrische Klinik. In beiden 
Einrichtungen  sei  eine  medikamentöse  Behandlung  und  eine 
Gesprächstherapie  möglich.  Weiter  verfüge  er  im  Raum  B._______ 
(Provinz Herat) über ein familiäres Netz vor Ort. Der Wegweisungsvollzug 
sei zumutbar. 

In  einer  unverlangten  Eingabe  vom  28.  November  2011  führte  der 
Beschwerdeführer  aus,  er  sei  weiterhin  in  Behandlung  wegen  seiner 
Depression und könne  immer noch nicht gut schlafen wegen seiner von 
einem Schlüsselbeinbruch her  stammenden Schmerzen  in der Schulter. 
Er  habe  ein  Telefonat mit  seinem  Vater  gehabt,  in  welchem  dieser  ihn 
wieder  sehr  beschimpft  habe.  Darauf  sei  er  ohnmächtig  geworden  und 
habe drei Tage lang im Spital bleiben und sich dort untersuchen lassen. 
Seine Familienangehörigen seien extreme Anhänger der Taliban; er habe 
grosse  Angst  vor  seiner  Familie.  Im  Falle  einer  Rückkehr  könne  er mit 
ihrer Unterstützung nur  rechnen, wenn er  selber  zum Talib würde. Dies 
aber  wolle  und  könne  er  nicht.  Er  habe  sich  in  der  Schweiz  sehr  gut 
integriert.  Er  spreche  Deutsch  und  habe  die  besuchten  Deutschkurse 
bezahlt. Eine Rückkehr nach Afghanistan sei ausgeschlossen.

Auf  die  mit  Zwischenverfügung  vom  1.  Dezember  2011  erfolgte 
Einladung,  sich  zur  zweiten  Vernehmlassung  des  BFM  zu  äussern, 
erfolgte keine Reaktion.

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Mit unverlangtem Schreiben vom 9. Januar 2012 bezeichnete er seinen 
Vater  als  einen  sehr  gefährlichen  Talib,  der  ihn  mit  dem  Tod  bedroht 
habe, falls er nicht bereit sei, zum Talib zu werden. Im Übrigen habe sein 
Vater mit  dem  Lastwagen  einen Motorradfahrer  angefahren,  der  später 
an  den  Verletzungen  verschieden  sei.  Die  Familie  des  Getöteten  habe 
schwere  Drohungen  gegen  seinen  Vater  ausgesprochen.  Ein 
Schlichtungsversuch seines Onkels mit der Familie des Verstorbenen sei 
fehlgeschlagen,  da  die  Gegenseite  die  angebotene  Geldzahlung  nicht 
akzeptiert  habe.  Seine  Familie  lebe  nun  in  der  Provinz  Wardak.  Sein 
Vater halte sich in C._______ unter dem Schutz der Paschtunen und der 
Taliban  auf.  Dem  Schreiben  wurde  ein  Arztzeugnis  beigelegt,  aus 
welchem unter anderem hervorgeht, dass die Hospitalisierung vermutlich 
mit einem Behandlungsversuch mit dem Medikament Zyprexa und einem 
dadurch  bewirkten  Abfall  des  Blutdrucks  (schwere  Hypotension) 
zusammenhänge. 

3.2. 
3.2.1. Das Gericht  kommt  vorab  zum Schluss,  dass das BFM zu Recht 
die  im  vorinstanzlichen  Verfahren  deponierten  Vorbringen  als  nicht 
asylrelevant bezeichnet hat.

Der  vom  Beschwerdeführer  ursprünglich  geltend  gemachte  generelle 
Mangel  an  persönlicher  Sicherheit  im  Grossraum  Herat  und  seine 
angebliche  Furcht  vor  Entführung,  Erpressung,  Misshandlungen  und 
Ermordung  ist offensichtlich während seines Aufenthaltes  in Afghanistan 
nie mit  einem  konkreten,  von  ihm  selbst  erlebten  Vorfall  in  Verbindung 
gestanden,  und  er  ist  offenbar  nie  in  den  Fokus  krimineller  Elemente 
geraten.  So  hat  er  in  beiden  Anhörungen  kategorisch  verneint, 
diesbezüglich je eigene Erfahrungen gemacht zu haben. Dabei soll er bei 
seinen  Arbeitstätigkeiten  stets  als  gut  gekleideter,  mithin  mutmasslich 
erfolgreicher  Geschäftsmann  und  als  Sportsmann  in  der  Öffentlichkeit 
und auf einsamen Strassen unterwegs gewesen sein, und sei deshalb als 
wohlhabend  erkennbar  und  im  Hinblick  auf  Entführungen  besonders 
gefährdet gewesen  (A1 S. 5, A10 S. 5). Auf die Frage, weshalb er sich 
nicht  einfacher  angezogen  habe,  hat  er  geantwortet,  weil  er  daran 
gewohnt  sei,  gut  angezogen  zu  sein,  und  dass  er  das  Risiko  in  Kauf 
genommen habe (A10 S. 6 f.). Darüber hinaus sind den Protokollen keine 
konkreten Anhaltspunkte zu entnehmen, die erwarten  liessen, dass sich 
die von ihm befürchteten kriminellen Taten  in absehbarer Zukunft gegen 
ihn richten könnten. 

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Zu  Recht  gibt  das  BFM  zu  bedenken,  dass  er  kaum  in  auffällig  guter 
Bekleidung unterwegs gewesen wäre, wenn er gerade deswegen Furcht 
vor  einer  Entführung  gehabt  hätte.  Dazu  kommt,  dass  jemand,  der 
bewusst  ein Risiko eingeht,  damit  zum Ausdruck bringt,  keine Angst  zu 
haben.

Am  21.  Juli  2011  wurde  im  Übrigen  die  ganze  Verantwortung  für  die 
Sicherheit  in  der  Stadt  B._______  (Provinz  Herat)  wie  geplant  von  der 
Internationalen  Sicherheitsunterstützungsgruppe  (ISAF)  auf  die 
afghanischen  Sicherheitskräfte  übertragen,  welche  fortan  gegen 
kriminelles  Unrecht  im  Rahmen  ihrer  Möglichkeiten  vorgehen  und 
gemäss aktuellen Meldungen dazu auch durchaus in der Lage sind.

3.2.2.    Der  Beschwerdeführer  hat  während  des  Beschwerdeverfahrens 
ständig  neue  Angaben  gemacht  beziehungsweise  seine  Vorbringen  in 
den  beiden  vorinstanzlichen  Befragungen mit  neuen  Versionen  ergänzt 
oder ersetzt.

In  den  Anhörungen  beschrieb  der  Beschwerdeführer  seine  Familie  als 
intakt, der Vater habe mit seinem (…) Lastkraftwagen Waren transportiert 
und  habe mit  seinen  Einkünften  die  Familie  ernähren  können,  der  (ein 
Verwandter)  habe  seinem  Vater  bei  der  Arbeit  geholfen  und  alle  seien 
zufrieden  gewesen  (A10  S.  3  und  6).  Er  selber  sei  auch  selbständig 
erwerbend gewesen, habe ein eigenes Geschäft  (…) gehabt und genug 
Geld  gehabt,  um  dort  gemütlich  zu  leben;  er  habe  nicht  wegen 
wirtschaftlicher  Probleme  das  Land  verlassen  (A10  S.  6).  Dieses 
harmonische Bild wurde auf Beschwerdestufe zunehmend ersetzt durch 
dasjenige einer Familie mit finanziellen Nöten, die dem Beschwerdeführer 
feindlich gesinnt  sei. So wurde die ursprünglich als  zusammenhaltende, 
umsorgende und relativ vermögende Familie mit Wohnsitz  in B._______ 
(Provinz  Herat)  (A10  S.  3)  zuerst  zu  einer  solchen  mit  finanziellen 
Schwierigkeiten, da der Vater nur wenig verdiene und es nicht auch noch 
für den Beschwerdeführer reiche (Beschwerde, act. 1 S. 5), und wandelte 
sich  im  weiteren  Verlauf  mit  der  neuen  Eingabe  allmählich  zu  einer 
furchterregenden Familie: Der ursprünglich umsorgende Vater entpuppte 
sich  plötzlich  als  äusserst  gewalttätig  gegenüber  seinem  Sohn;  er  soll 
diesen  häufig  mit  Wasserschläuchen  auf  den  Oberkörper  und  mit  den 
Fäusten  und  den  Füssen  auf  den  Kopf  geschlagen  haben.  Der 
Beschwerdeführer  führte  seine  zweitägige  Hospitalisierung  (gemäss 
Arztbericht vom 16. Dezember 2011; nach eigenen Angaben dauerte der 
Spitalaufenthalt  drei  Tage)  im  Jahr  2011  letztlich  auf  seinen  Vater  und 

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dessen  Verhalten  zurück:  Nachdem  dieser  in  einem  Telefonat  im  Jahr 
2011  ihm  gegenüber  schwerste  Drohungen  am  Telefon  ausgestossen 
habe, sei er ohnmächtig geworden und man habe ihn ins Spital gebracht. 
Das  ärztliches  Attest  führt  diese  Hospitalisierung  allerdings  auf  die 
Einnahme  eines  Medikaments  zurück,  welches  beim  Beschwerdeführer 
einen  reduzierten  Blutdruck  verursacht  habe.  Eine  weitere  Steigerung 
erfährt die Schilderung des Vater mit Behauptung, er  könne mit diesem 
Vater  nicht  mehr  leben,  da  dieser  aus  ihm  einen  Talib  machen  wolle; 
seine Familie bezeichnete er nun als extreme Taliban­Anhänger (act. 16). 
Im  Zuge  einer  weiteren  Ergänzung  und  wiederum  mit  nicht 
nachgewiesenen Behauptungen – vom Vater verursachter Verkehrsunfall 
mit  Todesfolge;  Misserfolg  eines  Schlichtungsversuchs  des  Onkels  mit 
dem Gegenclan des Getöteten; schwerste Drohungen seitens der Familie 
eines Verstorbenen gegen den Vater – bezeichnete er seinen Vater gar 
als  sehr  gefährlichen  Talib  und  verlegte  den  aktuellen  Wohnort  seiner 
Familie von der Provinz Herat in die Provinz Wardak (act. 19). 

All  diese  Charakterisierungen  seines  Vaters  –  angesichts  der 
Beschreibung müsste es sich dabei um einen Kickboxer handeln, der den 
kampfsporterprobten Beschwerdeführer verprügeln und ihm Fusstritte an 
den Kopf versetzen konnte, um einen kriminellen und extremen Talib, der 
seinen eigenen Sohn grob beschimpft  und mit  dem Tod bedroht, wobei 
jener  dessen  ungeachtet  den  telefonischen  Kontakt  mit  dem  Vater 
aufrechterhält  –  sind  gänzlich  unglaubhaft.  Der  Beschwerdeführer  hat 
sich  mit  seiner  immer  dramatischeren  Schilderung  seiner  familiären 
Verhältnisse und seiner angeblichen Furcht vor einer Rückkehr vollends 
unglaubwürdig gemacht. Es  ist diesbezüglich weiterhin vom Sachverhalt 
auszugehen, wie er im vorinstanzlichen Verfahren dargestellt worden ist.

3.2.3. Weiter  ist  festzustellen,  dass  erstmals  am 16. Dezember  2011  in 
einem  ärztlichen  Attest  der  psychiatrischen  Dienste  das  vom 
Beschwerdeführer  gegenüber  dem  Arzt  angegebene  traumatisierende 
Ereignis  –  das  Miterleben  der  Tötung  eines  Nachbarkindes  durch  eine 
explodierende Mine – bezeichnet wurde, nachdem doch die PTBS bereits 
drei Jahre  früher  (Atteste vom 17. Dezember 2008 und 6. Januar 2009) 
festgestellt  worden  war.  Die  behandelnden  Ärzte  erwähnen  in  ihrem 
Attest vom 21. Mai 2010  ferner wiederholte Flashbacks, verzichten aber 
gänzlich  darauf  zu  beschreiben,  welcher  Art  denn  die  immer  wieder 
erscheinenden Bilder sind.  In einem unaufgelösten Spannungsverhältnis 
zum  ärztlicherseits  definierten  Ereignis,  das  die  PTBS  ausgelöst  habe, 
steht  der  Erklärungsversuch  des  Beschwerdeführers  zu  seinem 

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Fahrradunfall  (Schreiben  vom  15.  Mai  2009):  Er  sei  gestürzt,  weil  er 
unkonzentriert  gewesen  sei  und  an  die  Ermordung  eines  Nachbarn 
gedacht  habe,  was  ihm  immer  wieder  mal  geschehe.  Beide  angeblich 
erlebten  Vorfälle  –  die  Tötung  des  Nachbarkindes  durch  eine 
Minenexplosion  und  die  Ermordung  eines Nachbarn  –  finden  in  all  den 
Asylanhörungen  und  früheren  schriftlichen  Eingaben  keine  Erwähnung. 
Das  Gericht  hält  es  für  äusserst  unwahrscheinlich,  dass  der 
Beschwerdeführer  einen dieser Vorfälle  selbst  erlebt  hat  und hält  dafür, 
dass kein solcher Vorfall für seinen Entscheid, Afghanistan zu verlassen, 
mitverantwortlich gewesen  ist oder Grund  für eine begründete Furcht  im 
Fall einer Rückkehr sein könnte.

Damit bleibt festzustellen, dass die ärztlichen Zeugnisse und der aktuelle 
Gesundheitszustand  des  Beschwerdeführers  ebenfalls  nicht  zu  einer 
Ergänzung  oder  Veränderung  des  im  Zeitpunkt  des  BFM­Entscheides 
festgestellten Sachverhaltes zu führen vermögen.

3.2.4.    Zusammenfassend  folgt,  dass  es  dem  Beschwerdeführer  nicht 
gelungen ist, Gründe nach Art. 3 AsylG nachzuweisen oder glaubhaft zu 
machen. Die Vorinstanz hat sein Asylgesuch zu Recht abgelehnt.

4. 
4.1. Lehnt  das Bundesamt  das Asylgesuch  ab  oder  tritt  es  darauf  nicht 
ein,  so  verfügt  es  in  der  Regel  die Wegweisung  aus  der  Schweiz  und 
ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit 
der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

4.2. Der Beschwerdeführer  verfügt weder  über  eine  ausländerrechtliche 
Aufenthaltsbewilligung  noch  über  einen  Anspruch  auf  Erteilung  einer 
solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 
Abs. 1  AsylG,  Art.  32  der  Asylverordnung 1  vom  11. August  1999  über 
Verfahrensfragen [AsylV 1, SR 142.311], BVGE 2009/50 E. 9).

5. 
5.1.  Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 
nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach 
den  gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von 
Ausländern  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des  Bundesgesetzes 
vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer  [AuG, 
SR 142.20]).

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Bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen  gilt 
gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  der  gleiche 
Beweisstandard  wie  bei  der  Flüchtlingseigenschaft,  das  heisst,  sie  sind 
zu  beweisen,  wenn  der  strikte  Beweis  möglich  ist,  und  andernfalls 
wenigstens glaubhaft zu machen.

5.2. 
5.2.1.  Der  Vollzug  ist  nicht  zulässig,  wenn  völkerrechtliche 
Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  des  Ausländers  in  den 
Heimat­, Herkunfts­ oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 
AuG).

So  darf  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land 
gezwungen  werden,  in  dem  ihr  Leib,  ihr  Leben  oder  ihre  Freiheit  aus 
einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie 
Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden 
(Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom 
28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]).

Gemäss  Art. 25  Abs. 3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR 101),  Art. 3  des 
Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere 
grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK,  SR 0.105)  und  der  Praxis  zu  Art. 3  der  Konvention  vom 
4. November 1950 zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten 
(EMRK,  SR 0.101)  darf  niemand  der  Folter  oder  unmenschlicher  oder 
erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden.

5.2.2. Das BFM wies  in der angefochtenen Verfügung zutreffend darauf 
hin, dass das flüchtlingsrechtliche Non­Refoulement­Gebot nur Personen 
schützt,  die  die  Flüchtlingseigenschaft  erfüllen.  Da  es  dem 
Beschwerdeführer  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich  erhebliche 
Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der  in Art. 5 
AsylG  verankerte  Grundsatz  der  Nichtrückschiebung  im  vorliegenden 
Verfahren  keine  Anwendung  finden.  Eine  Rückkehr  des 
Beschwerdeführers  in  den  Heimatstaat  ist  demnach  unter  dem  Aspekt 
von Art. 5 AsylG rechtmässig.

Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers 
noch  aus  den  Akten  Anhaltspunkte  dafür,  dass  er  für  den  Fall  einer 
Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit 

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einer  nach  Art. 3  EMRK  oder  Art. 1  FoK  verbotenen  Strafe  oder 
Behandlung  ausgesetzt  wäre.  Gemäss  Praxis  des  Europäischen 
Gerichtshofes  für  Menschenrechte  (EGMR)  sowie  jener  des  UN­Anti­
Folterausschusses  müsste  der  Beschwerdeführer  eine  konkrete  Gefahr 
("real  risk")  nachweisen  oder  glaubhaft machen,  dass  ihm  im Fall  einer 
Rückschiebung  Folter  oder  unmenschliche  Behandlung  drohen  würde 
(vgl.  EGMR  [Grosse  Kammer],  Saadi  gegen  Italien,  Urteil  vom 
28. Februar  2008, Beschwerde Nr. 37201/06,  §§ 124 ­ 127, mit weiteren 
Hinweisen).  Auch  die  allgemeine  Menschenrechtssituation  im 
Heimatstaat  lässt  den  Wegweisungsvollzug  zum  heutigen  Zeitpunkt 
klarerweise nicht als unzulässig erscheinen. Nach dem Gesagten ist der 
Vollzug  der  Wegweisung  sowohl  im  Sinne  der  asyl­  als  auch  der 
völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig.

5.3. 
5.3.1. Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug  für Ausländerinnen 
und  Ausländer  unzumutbar  sein,  wenn  sie  im  Heimat­  oder 
Herkunftsstaat  auf  Grund  von  Situationen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg, 
allgemeiner  Gewalt  und  medizinischer  Notlage  konkret  gefährdet  sind. 
Wird  eine  konkrete  Gefährdung  festgestellt,  ist  –  unter  Vorbehalt  von 
Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren.

5.3.2. 
Zur allgemeinen Situation in Afghanistan wird auf das vom 16. Juni 2011 
datierte  Urteil  BVGE  2011/7  verwiesen.  Das  Bundesverwaltungsgericht 
skizziert  darin  ein  düsteres  Bild  der  aktuellen  Lage  in  Afghanistan,  und 
zwar über alle Regionen hinweg. Das Gericht kommt zum Schluss, dass 
in weiten Teilen von Afghanistan – ausser allenfalls  in den Grossstädten 
– eine derart schlechte Sicherheitslage und derart schwierige humanitäre 
Bedingungen  bestünden,  dass  die  Situation  als  existenzbedrohend  im 
Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG zu qualifizieren sei (vgl. E. 9.3 ff.). Aufgrund 
der vorstehenden Erwägungen zum Asylpunkt ist dem Beschwerdeführer 
auch  die  kürzlich  aufgestellte  Behauptung,  seine  Familienangehörigen 
seien  in  die  Provinz  Wardak  umgezogen,  nicht  zu  glauben,  zumal  er 
seine  Behauptungen  nicht  durch  Beweismittel  glaubhaft  gemacht  hat. 
Hinsichtlich der Lage des Grossraums B._______ (Provinz Herat), wo der 
Beschwerdeführer  eigenen  Angaben  zufolge  stets  gelebt  hat,  ist  das 
Bundesverwaltungsgericht  in  dem  zur  Publikation  vorgesehenen  Urteil 
BVGE D­2312/2009 vom 28. Oktober 2011 zur Erkenntnis gelangt, dass 
diese Situation mit derjenigen in der Stadt Kabul vergleichbar sei und der 

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Wegweisungsvollzug dorthin grundsätzlich – vorbehältlich der  in BVGE 
2011/7 statuierten individuellen Voraussetzungen – zumutbar ist.

Vorliegend  ergeben  sich  aus  den  Akten  aus  Sicht  des  Gerichts  keine 
individuellen Umstände,  die  es  rechtfertigen  könnten,  die Rückkehr  des 
Beschwerdeführer  in  die  Stadt  B._______  (Provinz  Herat) 
beziehungswiese den Vollzug der Wegweisung dorthin als unzumutbar zu 
qualifizieren. 

Der  Beschwerdeführer  befindet  sich  gemäss  ärztlichen  Bestätigungen 
seit  Anfang  2009  in  ambulanter  Behandlung  wegen  einer  PTBS  und 
depressiven  Reaktion.  Die  Beschwerden  hätten  mehr  als  ein  Jahr  vor 
seiner Ausreise aus Afghanistan – ungefähr Anfang 2007 – begonnen und 
er  habe  deswegen  während  der  letzten  zwei  Monate  vor  der  Ausreise 
nicht mehr  arbeiten  können  (Attest  vom 6.  Januar  2009). Gemäss  dem 
aktuellsten  Arztbericht  hat  sich  sein  Gesundheitszustand  in  den  letzten 
zwei  Jahren  unter  einer  integrierten  psychotherapeutischen  und 
psychopharmakologischen  Behandlung  leichtgradig  verbessert,  wobei 
von  einem  langwierigen  und  beschwerlichen  therapeutischen  Verlauf 
auszugehen  sei;  er  sei  in  aussergewöhnlichen  Situationen – 
beispielsweise einem Telefonat mit Familienangehörigen – weiterhin mit 
der  Grunderkrankung  belastet  und  werde  weiterhin  mit  einer 
Antidepressiva­Therapie  und  medikamentös  behandelt.  Die  Ärzte 
erwarten  für  den Fall  einer  erzwungenen Rückkehr  ins Heimatland eine 
massive  Gefährdung  seiner  psychischen  Gesundheit  (vgl.  ärztliches 
Attest  vom  16.  Dezember  2011).  Während  die  diagnostischen 
Feststellungen  der  behandelnden  Ärzte  vom  Gericht  nicht  in  Zweifel 
gezogen  werden,  kommt  es  bezüglich  der  zu  erwartenden 
gesundheitlichen Entwicklung im Falle einer Heimkehr zu einem anderen 
Schluss:  Ausgehend  von  den  weiterhin  intakten  Familienverhältnissen 
und der zu erwartenden Übernahme von Verantwortung und Sorge durch 
die Eltern, Geschwister  und weiteren Verwandten  (vgl.  E.  3.2.2)  ist  das 
Gericht  überzeugt,  dass  dem  (…)jährigen,  von  diversen  Ängsten  und 
psychischen Beschwerden geplagten Beschwerdeführer im Kreise seiner 
Familie  in  seiner  Heimat  am  besten  geholfen  werden  kann.  Was  die 
professionelle Hilfe anbelangt, ist mit dem BFM (vgl. seine Ausführungen 
in  der  Vernehmlassung  vom  24.  November  2011,  welche  vom 
Beschwerdeführer  nicht  in  Frage  gestellt  wurden)  festzustellen,  dass  in 
der  Grossstadt  B._______  (Provinz  Herat)  geeignete  gesundheitliche 
Einrichtungen  mit  Fachpersonal  zur  psychiatrischen  und 
medikamentösen  Behandlung  des  erkrankten  Beschwerdeführers  zur 

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Verfügung  stehen.  Er  ist  gesundheitlich  genügend  für  eine  Rückreise 
stabilisiert.

Seit Schulabgang ist er während Jahren als Geschäftsmann und Händler 
tätig  gewesen  und  hat  damals  auch  im  Rahmen  seines  Sports – 
seinerzeit Mitglied der (ein Verband, der eine Kampfsportart pflegt)– über 
B._______  (Provinz  Herat)  hinaus  viele  Kontakte  knüpfen  und 
Erfahrungen  sammeln  können.  Zudem  verfügt  er  im  Grossraum 
B._______  (Provinz  Herat)  mit  seinen  ihm  wohlgesinnten  Eltern,  seine 
(…) und weiteren Verwandten mütterlicher­ und väterlicherseits über ein 
tragfähiges  verwandtschaftliches  Beziehungsnetz,  das  ihm  beim 
Wiederaufbau einer neuen Existenzgrundlage behilflich sein kann. 

5.3.3.  Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung als 
zumutbar, wenn die zuständigen Vollzugsbehörden die Rückkehr auf dem 
Luftweg bis nach Herat – eine Rückkehr von Kabul nach Herat  ist nicht 
zumutbar (vgl. BVGE 2011/7 E.9.10.2) – sicherstellen können.

5.4.  Schliesslich  obliegt  es  dem  Beschwerdeführer,  sich  bei  der 
zuständigen  Vertretung  des  Heimatstaates  die  für  eine  Rückkehr 
notwendigen  Reisedokumente  zu  beschaffen  (vgl.  Art. 8  Abs. 4  AsylG 
und  dazu  auch  BVGE 2008/34  E. 12),  weshalb  der  Vollzug  der 
Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG).

5.5. Zusammenfassend hat das BFM den Wegweisungsvollzug zu Recht 
als  zulässig,  zumutbar  und  möglich  erachtet.  Nach  dem  Gesagten  fällt 
eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 AuG).

6. 
Aufgrund  der  vorstehenden  Erwägungen  erübrigt  sich  eine 
Auseinandersetzung  mit  den  weiteren  Ausführungen  auf 
Beschwerdeebene, da diese nicht geeignet sind, eine andere Beurteilung 
herbeizuführen.

7. 
Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung 
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und 
vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art. 106  AsylG).  Die 
Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

8.  
Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten grundsätzlich dem 

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Beschwerdeführer  aufzuerlegen  (Art. 63  Abs. 1  VwVG).  Das  mit  der 
Beschwerdeeinreichung  gestellte  Gesuch  um  Gewährung  der 
unentgeltlichen  Prozessführung  im  Sinne  von  Art.  65  Abs.  1  VwVG, 
welches  zur  Beurteilung  noch  ansteht  (vgl.  Dispositivziffer  3  der 
Zwischenverfügung  vom  12.  Dezember  2008),  ist  allerdings 
gutzuheissen, da weiterhin von der Bedürftigkeit des Beschwerdeführers 
auszugehen ist (vgl. Unterstützungsbestätigung vom 16. Dezember 2008) 
und  die  Begehren  im  Zeitpunkt  der  Einreichung  der  Beschwerde  im 
Wegweisungspunkt  nicht  aussichtslos  waren.  Von  der  Auflage  von 
Verfahrenskosten ist abzusehen. 

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die  Beschwerde  –  unter  besonderem  Hinweis  auf  E.5.3.3  –  wird 
abgewiesen.

2. 
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Prozessführung  wird 
gutgeheissen. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3. 
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Walter Stöckli Thomas Hardegger

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