# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ede1d79f-9143-5e74-88bd-eafa3be88461
**Source:** Glarus (GL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-08-13
**Language:** de
**Title:** Glarus Verwaltungsgericht 13.08.2020 VG.2020.00026 (VG.2020.964)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GL_Omni/GL_VG_001_VG-2020-00026_2020-08-13.html

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GLARUS

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  Urteil vom 13. August 2020

  
	
   

  
	
   

  
	
  II. Kammer

  
	
   

  
	
   

  
	
  in Sachen

  
	
  VG.2020.00026

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    A.______

    	
    Beschwerdeführer

    

  

  
	
   

  
	
  	
    vertreten durch Rechtsanwalt B.______

    

  

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  gegen

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    IV-Stelle Glarus

    	
    Beschwerdegegnerin

    

  

  
	
   

  
	
   

  
	
  betreffend

  
	
   

  
	
   

  
	
  Invalidenrente

  
	
   

  
	
  Die Kammer zieht in Erwägung: 

  
	
  I.

  
	
  1.

  
	
  1.1 Der am […] geborene A.______ meldete sich am
  7. Juni 2017 bei der IV-Stelle Glarus zum Bezug von Leistungen der
  Invalidenversicherung an. 

  
	
   

  
	
  1.2 Mit Vorbescheid vom 22. November 2019 teilte
  die IV-Stelle A.______ mit, es bestehe bei einem Invaliditätsgrad von
  11 % kein Anspruch auf eine Invalidenrente. Trotz der am
  18. Dezember 2019 mündlich dagegen erhobenen Einwände hielt die IV-Stelle
  mit Verfügung vom 5. Februar 2020 an ihrem Vorbescheid fest.

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  Am 2. März 2020
  gelangte A.______ mit Beschwerde ans Verwaltungsgericht und beantragte die
  Aufhebung der Verfügung der IV-Stelle vom 5. Februar 2020 und die
  Rückweisung an diese im Sinne der Erwägungen; alles unter Kosten- und
  Entschädigungsfolgen zu Lasten der IV-Stelle. Überdies ersuchte er um
  Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und der unentgeltlichen
  Rechtsverbeiständung.

  
	
   

  
	
  Die IV-Stelle schloss am
  9. April 2020 auf Abweisung der Beschwerde.

  
	
   

  
	
  II. 

  
	
  1.

  
	
  Das Verwaltungsgericht ist gemäss Art. 69
  Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung vom
  19. Juni 1959 (IVG) zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde
  zuständig. Da auch die übrigen Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf
  die Beschwerde einzutreten.

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  2.1 Gemäss Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes
  über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober
  2000 (ATSG) ist Invalidität die voraussichtlich bleibende oder
  längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit.
  Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der
  körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach
  zumutbarer Behandlung sowie Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise
  Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen
  Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 

  
	
   

  
	
  2.2 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht bei einem
  Invaliditätsgrad von mindestens 40 % Anspruch auf eine Viertelsrente,
  bei einem solchen von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei
  mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und ab mindestens 70 %
  auf eine ganze Rente. Für die Bestimmung des
  Invaliditätsgrads wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach
  Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung
  und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit
  bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung zum
  Erwerbseinkommen gesetzt, welches sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid
  geworden wäre (Art. 16 ATSG).

  
	
   

  
	
  2.3 Art und Mass dessen, was einer versicherten Person
  an Erwerbstätigkeit noch zugemutet werden kann, richtet sich nach ihren
  besonderen persönlichen Verhältnissen einerseits und nach den allgemein herrschenden
  Anschauungen andererseits. Für die Beurteilung der Zumutbarkeit ist letztlich
  insofern eine objektive Betrachtungsweise massgebend, als es nicht auf eine
  bloss subjektiv ablehnende Bewertung der infrage stehenden Erwerbstätigkeit
  durch die versicherte Person ankommt (Ulrich Meyer/Marco Reichmuth,
  Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz
  über die Invalidenversicherung, 3. A., Zürich/Basel/Genf, S. 320).

  
	
   

  
	
  3.

  
	
  3.1 Nach dem für das gesamte Verwaltungs- und
  Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren geltenden Grundsatz der freien
  Beweiswürdigung haben Versicherungsträger und Sozialversicherungsrichter die
  Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie
  umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet
  dies, dass das Gericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie
  stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren
  Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs
  gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen
  Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu
  würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die
  andere medizinische These abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a).

  
	
   

  
	
  3.2 Es ist Aufgabe des Arztes, sämtliche
  Auswirkungen einer Krankheit oder eines Unfalls auf den Gesundheitszustand
  der versicherten Person zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, bezüglich
  welcher konkreten Tätigkeiten und in welchem Umfang sie arbeitsunfähig ist.
  Die ärztlichen Auskünfte sind sodann eine wichtige Grundlage für die
  Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person im
  Hinblick auf ihre persönlichen Verhältnisse noch zugemutet werden können (vgl. BGE 125 V 256
  E. 4).

  
	
   

  
	
  3.3 Die Verwaltung als verfügende Instanz und – im
  Beschwerdefall – der Richter dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen
  annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Im
  Sozialversicherungsrecht hat der Richter dabei seinen Entscheid, sofern das
  Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der
  überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines
  bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Der Richter hat
  vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die er von allen möglichen
  Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 119 V 7
  E. 3c/aa).

  
	
   

  
	
  3.4 Hinsichtlich des Beweiswerts eines ärztlichen
  Gutachtens ist entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen
  umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten
  Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der
  untersuchten Person auseinandersetzt, in Kenntnis der und gegebenenfalls in
  Auseinandersetzung mit den Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, ob es in
  der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob
  die Schlussfolgerungen des medizinischen Experten in einer Weise begründet
  sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, sowie
  ob der Experte nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche
  ihm die Beantwortung der Fragen erschweren, gegebenenfalls deutlich macht.
  Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft
  eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag
  gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen Inhalt (vgl. BGE 125 V 351 E. 3a). 

  
	
   

  
	
  4.

  
	
  4.1 Der Beschwerdeführer bringt vor, seine
  eingeschränkte Lungenfunktion sowie die funktionellen Leistungsdefizite
  verunmöglichten es ihm, dieselbe Arbeitsleistung zu erbringen, wie sie einer
  gesunden Person möglich sei. Er bestreite, dass er ganztägig eine körperlich
  leichte, sitzende Tätigkeit ohne Effizienzeinbusse ausüben könne. Sodann sei
  er zu keiner Zeit neutral und umfassend von einer anerkannten Gutachterstelle
  begutachtet worden, obwohl gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung bei
  Schmerzpatienten ein strukturiertes Beweisverfahren durchzuführen sei. Damit
  habe die Beschwerdegegnerin den Untersuchungsgrundsatz verletzt, weshalb eine
  gerichtliche Begutachtung hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit und der
  Arbeitseffizienz durch das Verwaltungsgericht und eventualiter durch die
  Beschwerdegegnerin zu veranlassen sei. Ferner hätte die Beschwerdegegnerin
  als Folge der eingeschränkten Arbeitsfähigkeit und der verringerten
  Arbeitsleistung den herangezogenen Medianlohn angemessen kürzen müssen. Ihm
  sei es auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nämlich nicht mehr möglich, den
  von der Beschwerdegegnerin herangezogenen Medianlohn (Kompetenzniveau 1)
  zu erzielen, wobei darauf hinzuweisen sei, dass er im Verlauf der Jahre sein
  Pensum reduziert und an der bisherigen Stelle einen Jahresbruttolohn erzielt
  habe, der unter dem Medianlohn gelegen habe. Dass die Beschwerdegegnerin ihm
  für die noch vorhandene Resterwerbsfähigkeit einen höheren Lohn angerechnet
  habe, als er tatsächlich auf dem konkreten Arbeitsmarkt habe erzielen können,
  sei nicht mit dem Grundsatz der Parallelisierung zu vereinbaren. Hinzu komme,
  dass er als bald 60-Jähriger, wenn überhaupt, nur in einer fremden Branche
  tätig sein könne. Weil kein realistischer Arbeitgeber bereit sein werde,
  einen mehrfach gesundheitlich beeinträchtigten 60-Jährigen anzustellen, der
  über keinerlei Berufserfahrung verfüge, sei entsprechend von der
  Unverwertbarkeit der theoretisch noch vorhandenen Resterwerbsfähigkeit
  auszugehen. Schliesslich sei ihm, sofern die theoretisch noch vorhandene
  Resterwerbsfähigkeit auf dem konkreten Arbeitsmarkt noch verwertbar wäre, der
  maximale Abzug vom Tabellenlohn in der Höhe von 25 % zu gewähren.
  Insgesamt sei damit unter Berücksichtigung einer angemessenen Kürzung des
  Tabellenlohns für die eingeschränkte Arbeitsfähigkeit und die verminderte
  Arbeitsleistung sowie eines Abzugs vom Tabellenlohn in maximaler Höhe vom
  Eintritt einer rentenbegründenden Invalidität mit Wirkung ab der Anmeldung
  zum Leistungsbezug auszugehen. 

  
	
   

  
	
  4.2 Die Beschwerdegegnerin führt aus, sie sei ihrer
  Abklärungspflicht rechtsgenüglich nachgekommen. Die Überprüfungen durch den
  RAD hätten einen eindeutigen und zweifelsfreien Schluss bezüglich der
  gesundheitlichen Situation des Beschwerdeführers ergeben. Wenn alsdann eine
  ärztliche, unabhängige Expertise, welche den inhaltlichen und beweismässigen
  Anforderungen genüge, bei den Akten liege und diese durch den Hausarzt des
  Beschwerdeführers auch noch gestützt werde, seien die Abklärungen nicht
  weiterzuführen. Die Einholung eines nochmaligen externen Gutachtens erweise
  sich in diesem Fall als obsolet. Sie habe sich mithin mit dem Beweisgrad der
  überwiegenden Wahrscheinlichkeit davon überzeugt, dass der Beschwerdeführer
  keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen mit IV-relevanten Auswirkungen auf
  die Arbeitsfähigkeit ausweise. Soweit der Beschwerdeführer vorbringe, seine
  Restarbeitsfähigkeit sei wirtschaftlich nicht verwertbar, sei er zudem darauf
  hinzuweisen, dass nicht der aktuelle, sondern der ausgeglichene Arbeitsmarkt
  massgebend sei. Zudem genüge der Hinweis auf sein fortgeschrittenes Alter für
  sich alleine nicht, um sämtliche Verweisungstätigkeiten als unzumutbar zu
  qualifizieren. Der Beschwerdeführer sei seit mindestens Oktober 2017 – also
  seit einem Alter von 56 Jahren – für angepasste Tätigkeiten zu
  100 % arbeitsfähig. Bei diesem Ergebnis könne nicht von der
  Unverwertbarkeit der Arbeitsfähigkeit gesprochen werden. Auch rechtfertige
  dieses Ergebnis keinen leidensbedingten Abzug. Folglich könne der
  Beschwerdeführer seine 100%-ige Arbeitskraft mit überwiegender
  Wahrscheinlichkeit trotz seines jetzigen Alters von 58 Jahren
  wirtschaftlich gut nutzen.

  
	
   

  
	
  5.

  
	
  5.1
  Im Bericht zur Sprechstunde vom
  21. April 2016 diagnostizierte Dr. med. C.______, Oberärztin
  im Spital D.______, eine Malleolarfraktur mit medialer Bandläsion nach
  Supinationstrauma, den Status nach postoperativer Wundheilungsstörung beim
  linken lateralen oberen Sprunggelenk (OSG) sowie eine Progredienz der
  vorbekannten osteochondralen Läsion der medialen Talusschulter OSG links. Der
  Beschwerdeführer wünsche keine Metallentfernung der Osteosynthese, weshalb
  die chirurgische Behandlung abgeschlossen werde. Man habe den
  Beschwerdeführer über die Progredienz der ostechondralen Läsion an der
  medialen Talusschulter links aufgeklärt. Letzterer sei sich der Möglichkeit
  eines Kollapses sowie der Folgen bewusst. Er sei aktuell jedoch
  beschwerdefrei und werde sich bei Beschwerden wieder melden.

  
	
   

  
	
  5.2

  
	
  5.2.1
  Dr. med. E.______, FMH für
  Orthopädische Chirurgie, hielt in seinem Bericht vom 21. April 2017 fest, die
  aktuellen Beschwerden im linken Bein seien erklärbar mit der OSG-Arthrose bei
  osteochondraler Läsion und grosser Taluszyste. Der nächste Schritt sei eine
  nochmalige Abklärung mittels MRI zum Nachweis des Ausmasses der
  ostechondralen Läsion, wobei die Ausräumung der Zyste und die
  Auffüllung mit Spongiosaplastik zur Rettung des Gelenks zu empfehlen seien.
  Der Beschwerdeführer sei bereits ein Kandidat für eine Arthrodese, für eine
  OSG-Prothese sei er als Automechaniker allerdings völlig ungeeignet und zu
  jung. Er sei gegenüber operativen Eingriffen und einer Gewichtsabnahme sehr
  kritisch eingestellt.

  
	
   

  
	
  5.1.2 Am 1. Mai 2017 gab
  Dr. med. F.______ gegenüber der Krankenversicherung des
  Beschwerdeführers als Diagnosen eine fortgeschrittene osteochondrale Läsion
  mit Taluszyste links, den Status nach lateraler Malleolarfraktur und
  Plattenosteosynthese sowie den Status nach Taluszystenoperation recht an. In
  der angestammten Tätigkeit als Automechaniker sei der Beschwerdeführer
  weiterhin vollständig arbeitsunfähig. Sitzende Tätigkeiten seien ihm
  demgegenüber ohne Leistungseinschränkungen zumutbar.

  
	
   

  
	
  5.1.3 Im Radiologiebefund
  vom 2. Mai 2017 hielt das Spital D.______ fest, dass gegenüber der
  Voruntersuchung zunehmende zystische Veränderungen der vorbekannten
  osteochondralen Läsion entdeckt worden seien. Überdies bestehe eine Arthrose
  zwischen dem Os naviculare und dem Cuneifomebereich sowie dem MTP-Gelenk-I.

  
	
   

  
	
  5.1.4 Am 10. Mai 2017
  führte Dr. E.______ aus, wegen der Zystengrösse sei es fraglich, ob
  mittels einer Operation eine Verbesserung erzielt werden könne. Es werde ein
  Termin in der Fusssprechstunde in der Klinik G.______ empfohlen. Der
  Beschwerdeführer sei skeptisch gegenüber weiteren Operationen. Eine
  Tagesbelastung von acht Stunden in der Garage sei ihm nicht mehr möglich. Es
  sei von einer vollen Arbeitsunfähigkeit auszugehen und es seien nur noch
  stundenweise Einsätze denkbar. Einen erneuten Arbeitsversuch wolle der
  Beschwerdeführer nicht starten.

  
	
   

  
	
  5.1.5 Dr. F.______
  hielt in seinem Bericht vom 30. Juni 2017 an seiner Beurteilung vom 1. Mai
  2017 fest. Nach wie vor bestehe eine volle Arbeitsunfähigkeit und die
  bisherige Tätigkeit sei dem Beschwerdeführer nicht mehr zumutbar. Die
  Einschränkungen liessen sich allenfalls durch einen operativen Eingriff
  vermindern wodurch die Einsatzfähigkeit möglicherweise wieder erhöht werden
  könne. Es sei jedoch eine Zweitmeinung bei der Klinik G.______ einzuholen.

  
	
   

  
	
  5.1.6 Im
  Sprechstundenbericht vom 22. September 2017 erwähnten die behandelnden Ärzte
  der Klinik G.______ die Diagnosen einer fortgeschrittenen osteochondralen
  Läsion mit grossen Zysten der medialen Talusschulter links, den Status nach
  Taluszystenoperation rechts sowie Adipositas. Die laterale Malleolarfraktur
  sei gut abgeheilt und das Osteosynthesematerial sei aktuell nicht störend.
  Die einzige Therapieoption sei eine OSG-Arthrodese, wobei der
  Beschwerdeführer sich kritisch gegenüber Operationen geäussert habe. Es
  bestehe das Risiko eines Zysteneinbruchs, was wahrscheinlich zu einer
  Beschwerdezunahme führen würde.

  
	
   

  
	
  5.1.7 Am 19. Oktober 2017 nahm pract. med. H.______, Facharzt für
  Arbeitsmedizin, regionaler ärztlicher Dienst (RAD), zum Gesundheitszustand
  Stellung und führte aus, gestützt auf den Bericht der Klinik G.______ sei die
  einzige Option eine Versteifung im Bereich des linken Sprunggelenks. Die
  angestammte Tätigkeit sei nicht geeignet, da es eine solche mit überwiegend
  gehender und stehender Belastung sei und teilweise auch Lasten gehoben oder
  getragen werden müssten. Seit Februar 2017 übersteige eine überwiegend
  gehende und stehende Tätigkeit das Belastungsprofil des Beschwerdeführers. In
  einer angepassten Tätigkeit sei demgegenüber von einer höheren
  Arbeitsfähigkeit auszugehen. Dabei entspreche eine leichte, sitzende oder
  wechselbelastende Tätigkeit mit der Möglichkeit jederzeit zu sitzen dem
  Anforderungsprofil des Beschwerdeführers, wobei er überdies keine Lasten
  heben oder tragen dürfe.

  
	
   

  
	
  5.2 Am 10. April 2018 kam Dr. E.______ zum Schluss,
  dass der radiologische Befund keine wesentliche Progredienz zeige. Dem
  Beschwerdeführer könne mit einer OSG-Arthrodese geholfen werden. Jedoch fühle
  er sich hierzu nicht bereit und habe insbesondere Angst vor einer weiteren
  Narkose. Am 2. Mai 2018 ergänzte er seine Einschätzung, indem er
  zusätzlich von einer chronischen Bursitis präpatellaris links und vom
  Verdacht auf eine Chondropathie im femoropatellaren Gleitlager berichtete.

  
	
   

  
	
  5.3

  
	
  5.3.1 Am 29. März 2019 fand eine Konsultation bei PD
  Dr. med. I.______, Chefarzt im Spital D.______, statt. Im
  diesbezüglichen Bericht stellte er die Diagnosen eines Asthma-COPD
  Overlapsyndroms, Adipositas, Hypertonie, Gicht sowie eine OSG-Arthrose links
  nach Malleolarfraktur. Der Beschwerdeführer leide seit einem respiratorischen
  Infekt an einem chronischen produktiven Husten mit gelblichem Auswurf und sei
  beim Treppensteigen und beim raschen Gehen auf flachem Gelände durch Atemnot
  limitiert. Lungenfunktionell zeige sich eine mittelschwere obstruktive
  Ventilationsstörung und es bestehe eine leichte bronchiale Hyperreagibilität,
  wobei das ausgeatmete Stickoxid im Normbereich sei.

  
	
   

  
	
  5.3.2 Am 29. März 2019 wurde der Beschwerdeführer am
  Thorax radiologisch untersucht. Gestützt darauf gelangte der behandelnde Arzt
  zum Schluss, dass ein geringes Infiltrat paracardial (rechter Unterlappen)
  bestehe.

  
	
   

  
	
  5.3.3 Dr. E.______ führte am 6. Juli 2019 aus, die
  Beschwerden in der rechten Hand seien auf ein bereits fortgeschrittenes
  Carpaltunnelsyndrom zurückzuführen. Es könne eine Quantifizierung durch ein
  ENG zur weiteren Diagnostik durchgeführt werden, wobei der Beschwerdeführer
  aber sämtliche Operationen ablehne.

  
	
   

  
	
  5.3.4 Dr. F.______ berichtete am 8. August 2019, dass
  er den Beschwerdeführer alle drei bis sechs Monate sehe und Letzterer vom
  24. Februar 2017 bis aktuell voll arbeitsunfähig sei. Am 3. Juli
  2019 seien neu ein Karpaltunnelsyndrom rechts, eine Tendovaginits stenosans
  Ringband R1 Digitus IV linke Hand sowie eine Chondropathie im
  femoropatellaren Gleitlager diagnostiziert worden. Während die
  fortgeschrittene osteochondrale Läsion mit Taluszyste links, Asthma und
  Adipositas bei gesundheitsgefährdendem Alkoholkonsum Auswirkungen auf die
  Arbeitsfähigkeit hätten, seien Hypertonie und Gicht Diagnosen ohne
  Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit. Es sei schwierig, den Beschwerdeführer
  nach zweieinhalb Jahren wieder einzugliedern. Letzterer könne sich eine volle
  Arbeitsfähigkeit im angestammten Beruf nicht mehr vorstellen. Die bisherige
  Tätigkeit sei nicht mehr zumutbar. Ebenfalls seien Tätigkeiten im Stehen
  wegen den Beschwerden im linken Fuss nicht mehr möglich. Leidensangepasste,
  rein sitzende Tätigkeiten seien ihm jedoch zu 100 % zumutbar.

  
	
   

  
	
  5.3.5 Am 15. November 2019 äusserte sich
  pract. med. H.______ erneut zum Gesundheitszustand des
  Beschwerdeführers und führte dabei als Diagnosen mit Auswirkungen auf die
  Arbeitsfähigkeit die fortgeschrittene osteochondrale Läsion mit Taluszyste
  links, Asthma sowie das rechtsseitige Karpaltunnelsyndrom auf. Adipositas,
  Gicht, Alkohol- sowie Nikotinabusus hätten demgegenüber keine Auswirkungen
  auf die Arbeitsfähigkeit. In der angestammten Tätigkeit sei er seit Februar
  2017 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu 100 % arbeitsunfähig.
  Gestützt auf die früheren Einschätzungen und den Arztbericht von
  Dr. F.______ sei jedoch von einer vollen Arbeitsfähigkeit in einer
  körperlich leichten, sitzenden Tätigkeit seit spätestens Oktober 2017
  auszugehen.

  
	
   

  
	
  5.3.6 Am 29. November 2019 wurde der Beschwerdeführer
  neurologisch abgeklärt. Im diesbezüglichen Bericht vom 2. Dezember 2019
  bestätigte Dr. med. J.______, Leitender Arzt im Spital D.______,
  das rechtsseitige Karpaltunnelsyndrom, welches bereits fortgeschritten sei.
  Es sei eine Dekompression des nervus medianus rechts zu empfehlen.

  
	
   

  
	
  5.4 Pract. med. H.______ hielt am 10. Januar 2020
  schliesslich an seinen früheren Stellungnahmen fest. Der Beschwerdeführer
  habe nämlich keine neuen, nicht bereits berücksichtigten medizinischen
  Tatsachen vorgebracht. Die neurologische Beurteilung von Dr. J.______
  bestätige lediglich die Verdachtsdiagnose eines rechtsseitigen
  Karpaltunnelsyndroms, welches bereits zuvor in die Einschätzung von Dr. F.______
  miteingeflossen sei.

  
	
   

  
	
  6.

  
	
  6.1 Es ist unbestritten, dass der Beschwerdeführer an
  einer fortgeschrittenen osteochondralen Läsion mit Taluszyste links, einem
  rechtsseitigen Karpaltunnelsyndrom, Asthma, Adipositas sowie Gicht leidet und
  deshalb in der angestammten Tätigkeit als Automechaniker vollständig
  arbeitsunfähig ist. Dies ergibt sich denn auch übereinstimmend aus den im
  Recht liegenden medizinischen Berichten. Demgegenüber sind sich die Parteien
  uneinig über die noch vorhandene Arbeitsunfähigkeit in einer angepassten
  Tätigkeit sowie über die Höhe des Invaliditätsgrads bzw. dessen
  Berechnung.

  
	
   

  
	
  6.2 Soweit sich der Beschwerdeführer auf den Standpunkt
  stellt, aufgrund seiner gesundheitlichen Beeinträchtigungen könne er keine
  körperlich leichte, sitzende Tätigkeit ohne Effizienzeinbusse ganztags
  ausüben, ist ihm nicht zu folgen. Vielmehr stützte sich die
  Beschwerdegegnerin bei ihrem Entscheid zu Recht auf die Einschätzung von
  pract. med. H.______, welcher eine leichte, sitzende Tätigkeit seit
  spätestens Oktober 2017 als zu 100 % zumutbar erachtete. Dies lässt sich
  auf die übrigen im Recht liegenden medizinischen Berichte abstützen, wobei
  diesen keine widersprechenden Beurteilungen entnommen werden können. So ging
  selbst der behandelnde Arzt des Beschwerdeführers im Mai 2017 und im August
  2019 davon aus, dass der Beschwerdeführer in einer solchen leidensangepassten
  Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig sei, wobei sowohl Dr. F.______ als
  auch pract. med. H.______ bei ihrer Einschätzung sämtliche gestellten
  Diagnosen rechtsgenüglich berücksichtigten. Insbesondere floss der erst im
  März 2019 durch Dr. I.______ erhärtete Verdacht auf ein Asthma-COPD
  Overlapsyndrom in deren Einschätzung als Diagnose mit Auswirkungen auf die
  Arbeitsfähigkeit mit ein, weshalb die Rüge des Beschwerdeführers, die
  eingeschränkte Lungenfunktion schränke ihn ein, ins Leere geht. Mangels
  Widersprüchen zwischen den einzelnen medizinischen Berichten durfte die
  Beschwerdegegnerin in antizipierter Beweiswürdigung damit ohne Weiteres davon
  ausgehen, dass dem Beschwerdeführer eine leichte, sitzende Tätigkeit seit
  Oktober 2017 zu 100 % zumutbar ist, wobei sie entgegen seiner Ansicht
  auch nicht dazu verpflichtet war, ein strukturiertes Beweisverfahren
  durchzuführen. Ein solches bleibt aus Gründen der Verhältnismässigkeit
  nämlich dann entbehrlich, wenn im Rahmen beweiswertiger fachärztlicher
  Berichte eine Arbeitsunfähigkeit in nachvollziehbar begründeter Weise
  verneint wird (vgl. dazu BGE 143 V 409 E. 4.5.3). Dies
  ist vorliegend der Fall. So sprechen keine Indizien gegen die Zuverlässigkeit
  der Einschätzungen von Dr. F.______ und pract. med. H.______,
  welche die Arbeitsunfähigkeit in einer leichten, sitzenden Tätigkeit in
  nachvollziehbarer und begründeter Weise verneinten.

  
	
   

  
	
  6.3 Aus dem Gesagten folgt, dass gestützt auf die im
  Recht liegenden medizinischen Berichte der Beschwerdeführer mit überwiegender
  Wahrscheinlichkeit in angestammter Tätigkeit zu 100 % arbeitsunfähig ist
  und ihm leichte, sitzende Tätigkeiten zu 100 % zumutbar sind. Folglich
  ist die Rechtmässigkeit der von der Beschwerdegegnerin angestellten
  Invaliditätsbemessung zu prüfen.

  
	
   

  
	
  7.

  
	
  7.1

  
	
  7.1.1 Zur Bestimmung des Invaliditätsgrads wird das
  Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt des
  invalidisierenden Gesundheitsschadens und nach Durchführung der medizinischen
  Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihm zumutbare
  Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung
  gesetzt zum Erwerbseinkommen, das er erzielen könnte, wenn er keinen
  Gesundheitsschaden erlitten hätte (Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m.
  Art. 16 ATSG; vgl. Meyer/Reichmuth, S. 315 ff.).

  
	
   

  
	
  7.1.2 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist
  entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des Rentenbeginns nach
  dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich
  verdient hätte (BGer-Urteil 9C_128/2014 vom 20. März 2014
  E. 2.1). Dabei wird in der Regel beim zuletzt erzielten, nötigenfalls
  der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst
  angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige
  Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. 

  
	
   

  
	
  7.1.3

  
	
  7.1.3.1 Für
  die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-erwerblichen
  Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Übt
  sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der
  kumulativ besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen
  ist, dass sie die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll
  ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als
  angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich
  erzielte Verdienst als Invalidenlohn. Ist kein solches tatsächlich erzieltes
  Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach
  Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine an sich zumutbare
  neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so ist auf Erwerbstätigkeiten abzustellen,
  die der versicherten Person angesichts ihrer Ausbildung und ihrer physischen
  sowie intellektuellen Eignung zugänglich wären. Rechtsprechungsgemäss werden
  hierzu die Tabellenlöhne der Lohnstrukturerhebung des Bundesamts für
  Statistik (LSE) herangezogen (BGE 129 V 472 E. 4.2.1).

  
	
   

  
	
  7.1.3.2 Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von
  statistischen Durchschnittswerten ermittelt, ist der entsprechende
  Ausgangswert allenfalls zu kürzen. Praxisgemäss können persönliche und
  berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit,
  Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad einen Abzug
  von dem nach den Tabellenlöhnen der LSE zu ermittelnden Invalideneinkommen
  rechtfertigen, soweit anzunehmen ist, dass die trotz des Gesundheitsschadens
  verbleibende Leistungsfähigkeit infolge eines oder mehrerer dieser Merkmale
  auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen
  verwertet werden kann (BGE 134 V 322 E. 5.2, mit
  Hinweis). Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen,
  wenn im Einzelfall Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die versicherte Person
  wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte
  (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit
  unterdurchschnittlichem Einkommen verwerten kann. Bei der Bestimmung der Höhe
  des Abzugs ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das
  Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu
  schätzen und insgesamt auf höchstens 25 % des Tabellenlohns zu begrenzen
  (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75). Die Frage, ob ein Abzug nach Massgabe der Grundsätze
  von BGE 126 V 75 vorzunehmen sei, ist rechtlicher Natur, die
  Bestimmung der Höhe eines solchen Abzugs dagegen Ermessensfrage (BGer-Urteil
  8C_530/2015, 8C_563/2015 vom 6. Januar 2016 E. 6.1.2).

  
	
   

  
	
  7.2 Obschon beim Valideneinkommen grundsätzlich auf das
  zuletzt erzielte Einkommen abzustellen ist (vgl. vorstehende
  E. II/7.1.2), stützte sich die Beschwerdegegnerin bei der Ermittlung des
  Valideneinkommens auf den Tabellenlohn gemäss LSE 2016 (Tabelle TA1, Ziffn.
  29 f., Kompetenzniveau 2) und indexierte diesen auf das Jahr 2018,
  wodurch sie zu einem Valideneinkommen in der Höhe von Fr. 75'787.55
  gelangte. Dabei berücksichtigte sie zu Recht, dass der zuletzt erzielte Lohn
  gemäss dem Auszug aus dem individuellen Konto und gestützt auf die Angaben
  des ehemaligen Arbeitgebers bewusst zu tief gewählt wurde, da der
  Beschwerdeführer gegenüber dem letzten Arbeitgeber bereits bei der Anstellung
  auf Einschränkungen hingewiesen habe. Folglich ist nicht davon auszugehen,
  dass es sich bei dieser Entlöhnung um eine solche handelte, welche dem
  Beschwerdeführer ohne gesundheitliche Beeinträchtigungen möglich gewesen
  wäre. Damit ist das Abstellen auf den von der Beschwerdegegnerin herangezogenen
  Tabellenlohn gerechtfertigt (vgl. dazu Meyer/Reichmuth, S. 324 und
  329), wobei entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers vom Medianlohn
  auszugehen (BGE 124 V 321 E. 3d.aa) und dieser auf den
  frühesten Rentenbeginn, namentlich auf das Jahr 2017 zu indexieren ist.
  Dementsprechend ist von einem massgeblichen jährlichen Valideneinkommen in
  der Höhe von Fr. 75'410.49 auszugehen.

  
	
   

  
	
  7.3

  
	
  7.3.1 Für die Ermittlung des hypothetischen
  Invalideneinkommens ist sodann ebenfalls auf statistische Angaben zurückzugreifen
  (vgl. vorstehende E. II/3.5.3), was vom Beschwerdeführer zu Recht
  nicht angezweifelt wird. Die Beschwerdegegnerin ging dabei richtigerweise vom
  Tabellenlohn gemäss LSE 2016 (Tabelle TA1, Kompetenzniveau 1) aus.
  Dieser ist entsprechend dem Valideneinkommen ebenfalls auf das Jahr 2017 zu
  indexieren, wodurch ein Invalideneinkommen von Fr. 67'070.61 resultiert.

  
	
   

  
	
  7.3.2 Zu prüfen bleibt, ob ein Abzug vom Tabellenlohn
  gerechtfertigt ist (vgl. dazu vorstehende E. II/7.1.3.2). Während
  die Beschwerdegegnerin keinen solchen gewährte, wird vom Beschwerdeführer der
  höchstzulässige Abzug von 25 % beantragt.

  
	
   

  
	
  Dem Beschwerdeführer sind
  sämtliche Verweisungstätigkeiten zumutbar, sofern sie folgende Kriterien
  einhalten: leicht, sitzend oder wechselbelastend mit der Möglichkeit,
  jederzeit zu sitzen, und ohne Heben und Tragen von Lasten. Auf dem
  ausgeglichenen Arbeitsmarkt werden verschiedene Tätigkeiten angeboten, welche
  diesem Belastungsprofil entsprechen. Zu denken ist dabei etwa an leichte
  Kontroll- oder Überwachungstätigkeiten wie auch an Sortierungs-, Prüf- und
  Verpackungstätigkeiten in Produktions- und Dienstleistungsbetrieben, soweit
  sie in sitzender Tätigkeit ausgeübt werden können und kein Tragen oder
  Anheben von Gewichten umfassen (vgl. dazu VGer-Urteil VG.2018.00091 vom
  13. Dezember 2018 E. II/9.4.2). Die Leistungsfähigkeit ist entgegen
  den Vorbringen des Beschwerdeführers gemäss ärztlicher Einschätzung nicht
  eingeschränkt, womit sich diesbezüglich kein Abzug rechtfertigt. Ferner hat
  sein Alter von mittlerweile knapp 59 Jahren bzw. von 56 Jahren im
  Zeitpunkt der festgestellten vollumfänglichen Arbeitsfähigkeit in einer
  angepassten Tätigkeit keine lohnsenkende Wirkung. Es ist daher nicht zu
  beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin keinen Abzug vom Tabellenlohn
  vornahm. Anzufügen bleibt, dass selbst bei einem Abzug von 10 %, wovon
  der Unfallversicherer in der Verfügung vom 10. Januar 2006 ausging, oder
  gar bei einem maximalen Abzug von 25 % ein nicht rentenberechtigender
  Invaliditätsgrad unter 40 % resultieren würde.

  
	
   

  
	
  7.3.3 Schliesslich macht der Beschwerdeführer geltend,
  die theoretisch noch vorhandene Resterwerbsfähigkeit sei unverwertbar.
  Diesbezüglich ist zu entgegnen, dass ihm eine Verwertbarkeit einer solchen
  selbst in Anbetracht seines Alters noch möglich ist. Trotz seiner
  gesundheitlichen Einschränkungen stehen ihm nämlich verschiedene
  Hilfsarbeitertätigkeiten offen. Solche Tätigkeiten werden auf dem hypothetischen
  ausgeglichenen Arbeitsmarkt grundsätzlich altersunabhängig nachgefragt
  (vgl. dazu BGer-Urteil I 376/05 vom 5. August 2005 E. 4.2;
  VGer-Urteil VG.2018.00091 vom 13. Dezember 2018 E. II/9.4.3).

  
	
   

  
	
  Bei einem
  Invalideneinkommen von Fr. 67'070.61 und einem Valideneinkommen von
  Fr. 75'787.55 resultiert eine Erwerbseinbusse von Fr. 8'716.94 und
  damit ein Invaliditätsgrad von (gerundet) 12 %, welcher nicht zum Bezug
  einer Invalidenrente berechtigt.

  
	
   

  
	
  Dies führt zur Abweisung
  der Beschwerde.

  
	
   

  
	
  III.

  
	
  1.

  
	
  1.1 Der Beschwerdeführer beantragt die Gewährung der
  unentgeltlichen Prozessführung und der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung.
  Gemäss Art. 139 Abs. 1 VRG befreit die Behörde eine Partei, der die
  Mittel fehlen, um neben dem Lebensunterhalt für sich und ihre Familie die
  Verfahrenskosten aufzubringen, auf Gesuch hin ganz oder teilweise von der
  Kosten- und Vorschusspflicht, sofern das Verfahren nicht aussichtslos ist.
  Unter denselben Voraussetzungen weist sie der Partei auf Gesuch hin oder von
  Amtes wegen einen Anwalt als Rechtsbeistand zu, sofern ein solcher für die
  gehörige Interessenwahrung erforderlich ist (Art. 61 lit. f ATSG
  und Art. 139 Abs. 2 VRG). Der Nachweis der Bedürftigkeit obliegt
  nach Art. 139 Abs. 3 VRG der gesuchstellenden Partei.

  
	
   

  
	
  1.2 Aufgrund der Aktenlage erscheint die
  Mittellosigkeit des Beschwerdeführers als offensichtlich. Zudem kann das
  vorliegende Verfahren nicht als aussichtslos bezeichnet werden, weshalb das
  Gesuch um unentgeltliche Prozessführung gutzuheissen ist. Da der
  Beschwerdeführer für das Verfahren auf eine rechtliche Vertretung angewiesen
  war, ist auch das Gesuch um unentgeltliche Rechtsverbeiständung in der Person
  von Rechtsanwalt B.______ gutzuheissen. Letzterer ist mit pauschal
  Fr. 1'000.- (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  Nach Art. 134 Abs. 1 lit.
  c VRG i.V.m. Art. 69 Abs. 1bis IVG hat die Partei, welche im
  Beschwerdeverfahren unterliegt, die amtlichen Kosten zu tragen. Entsprechend
  dem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten von pauschal
  Fr. 600.- dem Beschwerdeführer aufzuerlegen. Auf deren Erhebung ist
  indessen zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung einstweilen zu
  verzichten. Der Beschwerdeführer ist darauf hinzuweisen, dass eine Partei,
  der die unentgeltliche Rechtspflege bewilligt worden ist, für den Fall, dass
  sie später in günstige wirtschaftliche Verhältnisse gelangt, zur Nachzahlung
  der Verfahrenskosten verpflichtet werden kann (Art. 139a VRG).
  Ausgangsgemäss ist keine Parteientschädigung zuzusprechen (Art. 1 Abs.1
  IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG e contrario).

  
	
  Demgemäss beschliesst die Kammer:

  
	
  	
    1.

    	
    Die
    Gesuche des Beschwerdeführers um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung
    und der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung werden gutgeheissen. Ihm wird
    in der Person von Rechtsanwalt B.______ ein unentgeltlicher
    Rechtsbeistand bestellt.

    
	
    2.

    	
    Der
    Rechtsbeistand wird zu Lasten der Gerichtskasse mit Fr. 1'000.- (inkl. Auslagen
    und Mehrwertsteuer) entschädigt.

    
	
    3.

    	
    Die
    Nachzahlungspflicht gemäss Art. 139a VRG bleibt vorbehalten.

    
	
    4.

    	
    Die Gerichtskasse wird beauftragt, spätestens im
    August 2025 zu prüfen, ob die Voraussetzungen für die Nachzahlung erfüllt
    sind.

    

  und erkennt sodann:

  
	
  	
    1.

    	
    Die
    Beschwerde wird abgewiesen.

    
	
    2.

    	
    Dem
    Beschwerdeführer werden die Gerichtskosten von Fr. 600.- auferlegt,
    auf deren Erhebung einstweilen verzichtet wird.

    
	
    3.

    	
    Eine
    Parteientschädigung wird nicht zugesprochen.

    
	
    4.

    	
    Schriftliche
    Eröffnung und Mitteilung an:

    
	
     

    	
    […]