# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4c1c3e8e-2424-5eda-bac8-5c9f7fee978a
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-10-23
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 23.10.2025 IV 2025/12
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2025-12_2025-10-23.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 1/29

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2025/12

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 13.11.2025

Entscheiddatum: 23.10.2025

Entscheid Versicherungsgericht, 23.10.2025
Art. 26bis Abs. 3 IVV in der ab 1.1.2024 gültigen Fassung. Die gutachterlich 
attestierte 70%ige Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit ist trotz 
fortgeschrittenem Alter verwertbar. Zu prüfen war ein Abzug vom 
Invalideneinkommen nach dem ab 1.1.2024 gültigen Verordnungsartikel. Wie 
das Bundesgericht bezüglich der vom 1.1.2022 bis Ende 2023 gültigen 
Fassung entschied, sind nach Auffassung des hiesigen Gerichts auch in der 
nun gültigen Fassung die Korrekturfaktoren nach bisheriger 
Rechtsprechung zu berücksichtigen. Gutheissung der Beschwerde und 
Zusprache einer Rente (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons 
St. Gallen vom 23. Oktober 2025, IV 2025/12). Beim Bundesgericht 
angefochten.

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Kanton St.Gallen  
Gerichte 
 
 

 
 
 
 

 
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Versicherungsgericht 
Abteilung I 

 

 

 
 
 
 

 Entscheid vom 23. Oktober 2025 

Besetzung  Versicherungsrichterin Corinne Schambeck (Vorsitz), Versicherungs-
richterinnen Marie Löhrer und Michaela Machleidt Lehmann; 
Gerichtsschreiberin Beatrix Zahner  

   

Geschäftsnr.   IV 2025/12 

   

Parteien 
 

 A.___,  
Beschwerdeführer,  

 
 

  gegen 

  I V - S t e l l e  d e s  K a n t o n s  S t .  G a l l e n ,  Postfach 368, 
9016 St. Gallen,  

Beschwerdegegnerin,  
 
 

 
  

Gegenstand  Rente 
 
 
 

 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

IV 2025/12 
 

 

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Sachverhalt 
A.  

A.a A.___ (nachfolgend: Versicherter) meldete sich am 4. Juni 2015 erstmals bei der 
Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an. Er gab an, er verfüge über keinen in der Schweiz 

anerkannten Berufsabschluss. Seit 22. Juli 1996 arbeite er bei der B.___ AG zu 100 % als Maschinen-

führer. Wegen einer Meniskusläsion links sei er zweimal operiert. Ab 6. Mai 2014 für 4 Monate und vom 

27. Januar bis 31. Mai 2015 sei er zu 100 % arbeitsunfähig gewesen; seit 1. Juni 2015 sei er zu 50 % 

arbeitsfähig (IV-act. 1; vgl. auch Angaben der Arbeitgeberin vom 19. Juni 2015, IV-act. 7, und 
Arztbericht Dr. med. C.___, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, vom 7. Juli 2015, IV-act. 14). Ab 

dem 1. Juli 2015 war der Versicherte erneut zu 100 % krankgeschrieben (IV-act. 14-3). Die Arbeitsstelle 

wurde per 30. September 2015 durch die Arbeitgeberin gekündigt (Angaben der Arbeitgeberin vom 

19. Juni 2015, IV-act. 7-2). Die IV-Stelle sprach dem Versicherten die Kostenübernahme für die 

Staplerprüfung (Mitteilung vom 4. November 2015, IV-act. 31) sowie Arbeitsvermittlung (Mitteilung vom 

4. November 2025, IV-act. 32) zu. Dr. C.___ führte im Arztbericht vom 24. Mai 2016 aus, dem 

Versicherten seien nur noch leichte, wechselbelastende Tätigkeiten ohne Tragen von Gewichten über 

20 kg und ohne längere Gehstrecken zumutbar (IV-act. 56). Der RAD hielt am 27. Mai 2016 fest, es sei 

nach wie vor von einer vollen Arbeitsfähigkeit auszugehen, allerdings nur für Tätigkeiten in vorwiegend 

sitzender Position, ohne langes Stehen und ohne längere Gehstrecken (IV-act. 58). Die IV-Stelle wies 

das Gesuch hinsichtlich weiterer beruflicher Massnahmen ab. Sie führte aus, der Versicherte sei in 

einer leidensadaptierten Tätigkeit voll arbeitsfähig. Während der bisherigen Unterstützung habe keine 

Festanstellung gefunden werden können. Für die weitere Stellensuche sei das RAV zuständig 

(Mitteilung vom 27. Mai 2016, IV-act. 61). Nach durchgeführten Vorbescheidverfahren (IV-act. 64) wies 
die IV-Stelle mit Verfügung vom 25. August 2016 auch das Rentengesuch ab. Zur Begründung hielt sie 

fest, der Versicherte könne durch die Verwertung der 100%igen Arbeitsfähigkeit ein mindestens gleich 

hohes Erwerbseinkommen wie vor Eintritt des Gesundheitsschadens erzielen (IV-act. 65).  

A.b In den Jahren 2018 bis 2020 war der Versicherte verschiedentlich zu 100 % über 
Personalverleihunternehmen als Hilfsarbeiter tätig (vgl. im Einzelnen IV-act. 72 und Angaben der 

jeweiligen Arbeitgeber IV-act. 82, 83, 86, und 87). Mit Wiederanmeldung vom 14. September 2021 

machte der Beschwerdeführer gegenüber der IV-Stelle geltend, sein Gesundheitszustand habe sich in 

den letzten fünf Jahren erheblich verschlechtert. Inzwischen seien beide Knie stark betroffen, zudem 

leide er an einer Beinvenenthrombose links, Angstzuständen und massiven Schlafproblemen (IV-

act. 66). Dr. C.___ hielt in einem Bericht vom 29. September 2021 fest, dem Versicherten seien nur 

noch leichte Arbeiten ohne weitere Gehstrecken und ohne Heben von schweren Gegenständen 

zuzumuten (IV-act. 79; vgl. auch RAD-Stellungnahme vom 28. Dezember 2021 (IV-act. 90).  

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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A.c Am 11. Januar 2022 wurde der Versicherte wegen Verdachts auf Tachymyopathie bei typischem 
Vorhofflimmern und erneuter tiefer Beinvenenthrombose hospitalisiert (Austrittsbericht Innere Medizin 

des Kantonsspitals D.___ vom 25. Januar 2022, IV-act. 119). Die betroffenen Venen zeigten sich in der 

Untersuchung vom 6. April 2022 fast vollständig rekanalisiert (Bericht Angiologie Kantonsspirtals D.___ 

vom 7. April 2022, IV-act. 127).  

A.d Nach Vorbescheidverfahren (IV-act. 92) trat die IV-Stelle mit Verfügung vom 13. April 2022 auf 
das Gesuch des Versicherten vom 14. September 2021 nicht ein, da er nicht glaubhaft dargelegt habe, 

dass sich die tatsächlichen Verhältnisse seit der letzten Verfügung wesentlich verändert hätten (IV-

act. 94).  

A.e Bezüglich des Vorhofflatterns erfolgten am 12. April 2022 eine Ablation sowie am 23. November 
2022 eine Reablation eines Rezidivs. Weiter wurde ein Diabetes mellitus Typ II diagnostiziert (Bericht 

Kardiologie Kantonsspitals D.___ vom 6. Januar 2023, IV-act. 129). Der Versicherte wurde auch wegen 

Augenleiden behandelt (Offenwinkelglaukom beide Augen, Visus bei bester Korrektur voll, 

Siccabeschwerden; vgl. Bericht Dr. med. E.___, Fachärztin für Ophthalmologie, vom 31. März 2023, 

IV-act. 101). Eine arbeitsmedizinische Abklärung in der Rehaklinik Valens vom 12. Juni 2023 ergab aus 

rheumatologischer Sicht eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für körperlich schwere und 

gelenksbelastende Arbeiten sowie mit regelmässigem Gehen, Stehen oder Treppensteigen 

verbundenen Tätigkeiten. Unter Berücksichtigung der Gesamtsituation mit Kardiopathie sei für eine 
vorwiegend leichte, sitzende Tätigkeit in stressfreier Umgebung eine 50%ige Arbeitsfähigkeit zu 

attestieren (IV-act. 100). Am 4. Juli 2023 meldete sich der Versicherte erneut zum Leistungsbezug an 

(IV-act. 99).  

A.f Mit Mitteilung vom 10. August 2023 wies die IV-Stelle das Gesuch um berufliche Massnahmen 
ab, da der Versicherte die Prüfung einer Rentenleistung wünsche (IV-act. 136). Eine kardiologische 

Kontrolluntersuchung ergab eine leichte Abnahme der linksventrikulären Funktion (Bericht Kardiologie 

Kantonsspitals D.___ vom 11. August 2023, IV-act. 149). Der RAD nahm am 14. Dezember 2023 

Stellung, seit der Verfügung vom 13. April 2022 würden zwar neue Gesundheitsstörungen angegeben, 

diese hätten jedoch keinen anhaltenden relevanten Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (IV-act. 140). Mit 

Vorbescheid vom 11. Januar 2024 stellte die IV-Stelle dem Versicherten in Aussicht, auf das Gesuch 

vom 5. Juli 2023 nicht einzutreten. Der Versicherte habe nicht glaubhaft dargelegt, dass sich die 

tatsächlichen Verhältnisse seit der abweisenden Verfügung vom 25. August 2016 wesentlich verändert 

hätten (IV-act. 144). 

A.g Gegen den Vorbescheid erhob der Versicherte am 9. Februar 2024 (IV-act. 149) mit Ergänzung 
vom 13. Februar 2024 (IV-act. 150) Einwand und reichte dazu einen Verlaufsbericht des 

Psychiatriezentrums F.___ vom 1. Februar 2024 ein. Daraus ging hervor, dass der Versicherte seit 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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17. März 2023 in ambulanter psychiatrisch-psychotherapeutischer sowie psychopharmazeutischer 

Therapie stand. Es wurde eine mittelgradige depressive Episode (ICD-10: F32.1) diagnostiziert und aus 

psychiatrischer Sicht eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % attestiert (IV-act. 150-2 ff.).  

A.h Die IV-Stelle gab daraufhin ein polydisziplinäres (Allgemeine Innere Medizin, Psychiatrie, 
Rheumatologie, Kardiologie, Ophthalmologie) Gutachten in Auftrag, welches der Aerztliches 
Begutachtungsinstitut GmbH (ABI) Basel zugelost wurde. Die Gutachter diagnostizierten als die 

Arbeitsfähigkeit beeinflussend eine höhergradig aktivierte bilaterale Varusgonarthrose am rechten Knie, 

ein chronisches lumbospondylogenes bis facettogenes Schmerzsyndrom, eine Sehbeeinträchtigung, 

eine dilatative Kardiopathie sowie ein typisches Vorhofflattern. Ohne Beeinträchtigung der 

Arbeitsfähigkeit bestünden unter anderem ein metabolisches Syndrom, ein Status nach tiefer 

Beinvenenthrombose im Juni 2021 und Januar 2022 sowie eine aktuell in Remission befindliche 

passagere Depressivität im Ausprägungsgrad einer Anpassungsstörung mit depressiver Reaktion (ICD-

10: F43.2; zum Ganzen Gutachten vom 5. August 2024, IV-act. 174-10). Aus rheumatologischer und 

ophthalmologischer Sicht bestehe in der angestammten Tätigkeit sei Oktober 2019 keine 

Arbeitsfähigkeit mehr. In angepassten Tätigkeiten – körperlich leicht bis sehr selten mittelschwer, 

vornehmlich sitzend, ohne besondere Anforderungen an das Detailsehen und ohne erhöhtes 

Gefahrenpotential – könne seit Oktober 2019 eine 70%ige Arbeitsfähigkeit (Anwesenheit 6 bis 7 

Std./Tag und erhöhter Pausenbedarf) angenommen werden. Die rheumatologische und 
ophthalmologische Einschränkung (von je 30 %) könne nicht addiert werden, da dieselben 

Zeitabschnitte für Erholungspausen genutzt werden könnten (IV-act. 174-11 f.). Der RAD befand, auf 

das Gutachten könne abgestellt werden (vgl. Stellungnahme vom 15. August 2024, IV-act. 176).  

A.i Die IV-Stelle ermittelte nach dem ab 1. Januar 2022 geltenden Rentensystem und unter 
Berücksichtigung eines 10%igen Pauschalabzuges ab 1. Januar 2024 einen Invaliditätsgrad von 37 % 

(Einkommensvergleich, IV-act. 182). Mit Vorbescheid vom 20. September 2024 gewährte sie dem 

Versicherten das rechtliche Gehör zur vorgesehenen Abweisung des Leistungsbegehrens (IV-act. 183). 

A.j Mit Einwand vom 4. Oktober 2024 brachte der Versicherte vor, sein Gesundheitszustand habe 
sich in den letzten Jahren stetig verschlechtert. Die Beschwerden am ganzen Körper seien teilweise 

kaum auszuhalten. Die Gutachter hätten ihm zu verstehen gegeben, dass es aufgrund seines 

Gesundheitszustandes kaum möglich sei, zu arbeiten und die Beschwerden mit Sicherheit wieder sehr 

viel grösser würden, falls er eine Arbeit finden würde. Dass sie ihm dennoch eine Arbeitsfähigkeit von 

70 % attestierten, erstaune ihn sehr (IV-act. 187).  

A.k Mit Verfügung vom 6. Januar 2025 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren ab. Zur Begründung 
verwies sie auf das ABI-Gutachten, wonach der Versicherte in einer adaptierten Tätigkeit zu 70 % 

arbeitsfähig sei. Mit dem Einwand mache er keine konkreten Indizien geltend, welche gegen die 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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Zuverlässigkeit der Expertise sprächen, sondern teile seine persönliche Sicht zu seinem 

Gesundheitszustand mit. Weitere Abklärungen seien daher nicht vorzunehmen. Zur Beurteilung der 

Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit sei auf den ausgeglichenen Arbeitsmarkt abzustellen, der auch 

Arbeitsplätze umfasse, bei welchen mit einem sozialen Entgegenkommen seitens des Arbeitgebers 

gerechnet werden könne. Die (gemäss Rechtsprechung) bestehenden hohen Hürden für die Annahme 
einer unverwertbaren Restarbeitsfähigkeit seien vorliegend nicht erfüllt (IV-act. 188).  

B.   

B.a Gegen die Verfügung vom 6. Januar 2025 erhebt der Versicherte (nachfolgend: 
Beschwerdeführer) am 17. Januar 2025 (Datum Postaufgabe) Beschwerde. Er beantragt sinngemäss 

die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Zusprache einer IV-Rente. Zur Begründung führt 

er aus, seine mit Einwand vorgebrachten Argumente seien kaum oder gar nicht berücksichtigt worden. 

Dr. C.___ und die behandelnden Kardiologen hätten ihm gegenüber immer wieder betont, dass er nicht 

arbeiten könne. Die IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) habe nicht berücksichtigt, dass sich 

seine gesundheitliche Situation seit seinem ersten Gesuch im Jahr 2016 wesentlich und drastisch 

verschlechtert habe. Weiter habe sie nicht beachtet, dass seine Beschwerden allesamt im 

Zusammenhang mit seinem Übergewicht stünden. Dessen Behandelbarkeit stehe nach der aktuellen 

Rechtsprechung einem Rentenanspruch nicht mehr von Vornherein entgegen. Aufgrund seiner 

teilweise kaum auszuhaltenden Beschwerden müsse er täglich mindestens 10 Tabletten einnehmen 
und es sei nicht an eine Erwerbstätigkeit zu denken. Die Gutachter hätten ihm zu verstehen gegeben, 

dass es ihm mit seiner Gesundheit kaum möglich sei, zu arbeiten. Würde er eine Arbeit finden, würden 

sich seine Beschwerden mit Sicherheit deutlich verschlimmern, so dass er wieder Arzt- und 

Therapiebesuche wahrnehmen müsste. Daher würde ihn kein Arbeitgeber anstellen. Bei einem 

Arbeitsversuch als Logistiker im Sommer 2023 seien seine Beschwerden nach 4 Wochen so gross 

gewesen, dass ihn seine Ärzte hätten arbeitsunfähig schreiben müssen und er die Stelle verloren habe. 

Ein weiterer Arbeitsversuch als Kanalreiniger sei ebenfalls daran gescheitert, dass er nach kurzer Zeit 

arbeitsunfähig geworden sei. Dies zeige, dass seine gesundheitliche Situation wirklich desolat sei 

(act. G 1).  

B.b Mit Beschwerdeantwort vom 17. März 2025 beantragt die Beschwerdegegnerin die Abweisung 
der Beschwerde. Sie bringt vor, die Gutachter hätten eine Adipositas I berücksichtigt, ihr aber keine 

Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zuerkannt. Sie hätten weder eine Behandlungsempfehlung 

ausgesprochen, noch seien sie von einer möglichen Steigerung der Arbeitsfähigkeit durch eine 

Gewichtsreduktion ausgegangen. Nach der allgemeinen Lebenserfahrung könne eine Adipositas I nicht 
zu einer erheblichen Einschränkung führen und würde vorliegend durch die Beschränkung des 

Zumutbarkeitsprofils auf leichte bis selten mittelschwere Tätigkeiten abgefangen. Die weiteren 

Ausführungen des Beschwerdeführers bezögen sich auf die bisherige, nicht mehr zumutbare Tätigkeit. 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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Trotz des fortgeschrittenen Alters liege noch keine Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit vor. Da 

der Beschwerdeführer als Hilfsarbeiter gearbeitet habe, entspreche der Invaliditätsgrad der 

Arbeitsunfähigkeit (act. G 4).  

B.c Der Beschwerdeführer macht mit Replik vom 31. März 2025 im Wesentlichen geltend, seine 
Sehkraft sei erheblich reduziert, was präzisen Arbeiten und solchen mit Computern entgegenstehe. Die 
durch die Thrombose im rechten Fuss verursachten Schmerzen hätten sich verstärkt. Im Januar 2022 

seien beim Verrichten leichter Arbeiten Herzbeschwerden aufgetreten, die zur Bewusstlosigkeit, einer 

Reanimation und einer Operation geführt hätten. Es seien eine Lungenembolie, eine erneute 

Thrombose und ein Typ-2-Diabetes festgestellt worden. Als er im November 2022 einige leichte 

Arbeiten ausgeführt habe, sei es erneut zu Herzanomalien gekommen. Ein weiterer Versuch, leichte 

Arbeiten auszuführen, sei an den Kniebeschwerden gescheitert. Die Versorgung mit Knieprothesen 

habe er wegen des Diabetes abgelehnt. Die Arbeitsunfähigkeit, die Krankheiten und Beschwerden, 

Arztbesuche, die finanziellen Verhältnisse mit sehr hohen Schulden insbesondere aufgrund der 

Arztrechnungen hätten psychische Störungen und Schlaflosigkeit verursacht. In Anbetracht der 

ständigen Schmerzen, der körperlichen Einschränkungen, der notwendigen Einweisung in 

medizinische Einrichtungen bei jedem Versuch, leichte Arbeiten zu verrichten, des Angewiesenseins 

auf Krücken und Gehstöcke, seines Alters, seiner eingeschränkten Mobilität, des verminderten 

Sehvermögens und der Adipositas sei das Finden einer Arbeitsstelle aussichtslos. Sein 
Gesundheitszustand schliesse eine Erwerbstätigkeit vollends aus. Aufgrund der ärztlich festgestellten 

Arbeitsunfähigkeit beantrage er eine ganze Rente (act. G 6).  

B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtet stillschweigend auf eine Duplik (act. G 7 f.). 

Auf die weiteren Vorbringen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge sowie die Akten 

wird, soweit für den Entscheid relevant, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen. 

Erwägungen 
1.  

Bei der vorliegend zu beurteilenden Anmeldung vom 4. Juli 2023 (IV-act. 99) handelt es sich um eine 

sogenannte Wiederanmeldung. Nachdem der Beschwerdeführer gegen den Vorbescheid, auf das 

Gesuch nicht einzutreten (IV-act. 144), Einwand erhoben und einen Verlaufsbericht des 

Psychiatriezentrums F.___ eingereicht hat (IV-act. 150), ist die Beschwerdegegnerin aufgrund der 

nunmehr glaubhaft gemachten Verschlechterung des Gesundheitszustandes (mittelgradige depressive 

Episode; RAD-Stellungnahme vom 29. Februar 2024, IV-act. 157) zu Recht auf das neue 

Leistungsgesuch eingetreten (für die entsprechenden Voraussetzungen vgl. Art. 87 Abs. 3 i.V.m. Abs. 2 

der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]) und hat nach Einholung eines 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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polydisziplinären Gutachtens materiell über den Rentenanspruch des Beschwerdeführers entschieden. 

Strittig und zu prüfen ist somit, ob der Beschwerdeführer im Rahmen dieser Anmeldung Anspruch auf 

eine Rente der IV hat.  

2.  

Am 1. Januar 2022 sind im Zuge der Weiterentwicklung der IV revidierte Bestimmungen im 
Bundesgesetz über die Invalidenversicherung (IVG SR 831.20) sowie im Bundesgesetz über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) samt entsprechendem 

Verordnungsrecht in Kraft getreten (Weiterentwicklung der IV [WEIV]; Änderung vom 19. Juni 2020, AS 

2021 705, BBl 2017 2535). Per 1. Januar 2024 ist sodann eine Änderung von Art. 26bis Abs. 3 IVV in 

Kraft getreten. In zeitlicher Hinsicht sind grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgeblich, die bei der 

Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestands Geltung haben 

(BGE 144 V 213 E. 4.3.1; vgl. auch Kreisschreiben über Invalidität und Rente in der 

Invalidenversicherung [KSIR], Rz 9101). Mit der Wiederanmeldung im Juli 2023 und dem Ablauf der 

sechsmonatigen Karenzfrist gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG liegt bei Bestehen des Wartejahrs gemäss 

Art. 28 Abs. 1 IVG ein potentieller Anspruch auf Rentenleistungen frühestens ab 1. Januar 2024 im 

Streit. Somit beurteilt sich die Frage nach einem Rentenanspruch nach dem ab 1. Januar 2022 bzw. 

1. Januar 2024 geltenden Recht.  

3.   

3.1 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine Rente, wenn sie ihre 
Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare 

Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines 

Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40% arbeitsunfähig gewesen sind 

(lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid sind (lit. c). 

3.2 Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) umschreibt Invalidität als voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde 

ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der durch die gesundheitliche 

Beeinträchtigung verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende 

Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 

Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die 

Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt nur 

vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG). 

3.3 Nach Art. 28b Abs. 1 IVG wird die Höhe des Rentenanspruchs in prozentualen Anteilen an einer 
ganzen Rente festgelegt. Bei einem Invaliditätsgrad von 50 bis 69 Prozent entspricht dieser dem 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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Invaliditätsgrad (Art. 28b Abs. 2 IVG). Bei einem Invaliditätsgrad ab 70 % besteht Anspruch auf eine 

ganze Rente (Art. 28b Abs. 3 IVG). Die prozentualen Anteile bei einem Invaliditätsgrad zwischen 40 % 

und 49 % werden in Art. 28b Abs. 4 festgelegt.  

3.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, sind die Verwaltung und im Beschwerdefall das 
Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur 
Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 

beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die 

versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 132 V 93 E. 4 mit Hinweisen). Die urteilenden Instanzen 

haben die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 

pflichtgemäss zu würdigen (vgl. auch Art. 61 lit. c ATSG). Hinsichtlich des Beweiswertes eines 

Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen 

Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten 

(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und der 

medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind 

(BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen). Rechtsprechungsgemäss ist den im Rahmen des 

Verwaltungsverfahrens gemäss Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten von externen Spezialärzten und 

-ärztinnen, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in 

die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, 
volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der 

Expertise sprechen (BGE 137 V 227 E. 1.3.4; Urteil des Bundesgerichts vom 13. Februar 2019, 

8C_801/2018, E. 4.3). 

3.5 Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas 
Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen (vgl. 

BGE 126 V 353 E. 5b; BGE 125 V 193 E. 2, je mit Hinweisen). 

4.  

Der Beschwerdeführer rügt, die Beschwerdegegnerin sei nicht auf seine Vorbringen im Einwand vom 

4. Oktober 2024 eingegangen. Damit macht er eine Verletzung des rechtlichen Gehörs bzw. konkret 

der Begründungspflicht geltend.  

4.1 Der in Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV; SR 
101) sowie in Art. 49 Abs. 3 ATSG festgehaltene Anspruch auf Wahrung des rechtlichen Gehörs 

beinhaltet, dass sich der Versicherungsträger mit den Vorbringen der Partei inhaltlich auseinandersetzt 

und angibt, weshalb er diese nicht für erheblich hält, ihnen nicht folgt oder sie nicht berücksichtigt. Es 
müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich die Behörde hat leiten 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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lassen und auf welche sich ihr Entscheid stützt. Der Anspruch ist gewahrt, wenn die Begründung eine 

sachgerechte Anfechtung ermöglicht. Nicht erforderlich ist, dass sich die Verwaltung vorgängig mit 

jedem einzelnen Parteivorbringen einlässlich befasst (vgl. BGE 136 I 188 E. 2.2.1; Urteil des 

Bundesgerichts vom 10. Februar 2017, 8C_785/2016, E. 5.2).  

4.2 Vorliegend hat der Beschwerdeführer mit Einwand im Wesentlichen geltend gemacht, es sei ihm 
nicht möglich, im Umfang einer 70%igen Arbeitsfähigkeit zu arbeiten und eine entsprechende 

Arbeitsstelle zu finden (IV-act. 187). Aus der angefochtenen Verfügung geht hervor, dass die 

Beschwerdegegnerin sich auf das als beweistauglich erachtete ABI-Gutachten stützte und die 

Verwertbarkeit der attestierten Arbeitsfähigkeit als gegeben erachtete. Weiter erläuterte sie den 

Einkommensvergleich (vgl. IV-act. 188). Somit zeigte die Beschwerdegegnerin die wesentlichen 

Überlegungen auf, nahm zum Einwand Stellung und kam folglich ihre Begründungspflicht nach. 

Entsprechend liegt keine Verletzung des rechtlichen Gehörs vor.  

5.  

Im Weiteren ist darüber zu befinden, ob der medizinische Sachverhalt rechtsgenüglich abgeklärt ist und 

insbesondere auf das ABI-Gutachten vom 5. August 2024 abgestellt werden kann.  

5.1 Die Gutachter erhoben die Anamnese (IV-act. 174-24 f.; IV-act. 174-31 ff.; IV-act. 174-41 ff.; IV-
act. 174-53 f.; IV-act. 174-60 ff.) sowie die klinischen und bildgebenden Befunde (IV-act. 174-26 f.; IV-

act. 174-35; IV-act. 174-44 ff.; IV-act. 174-55; IV-act. 174-62 ff.) regelrecht. Die medizinische 
Beurteilung erfolgte unter Würdigung der relevanten Akten (IV-act. 174-25; IV-act. 174-36; IV-act. 174-

48; IV-act. 174-56 f.; IV-act. 174-64). 

5.2   

5.2.1 Der internistische Gutachter erhob ein metabolisches Syndrom mit Adipositas (BMI 32 kg/m2) und 
Diabetes mellitus Typ II sowie einen Status nach tiefer Beinvenenthrombose im Juni 2021 und im 

Januar 2022 ohne klinisches postthrombotisches Syndrom (IV-act. 174-27). Sämtliche allgemein-

internistisch diagnostizierten Gesundheitsschäden erachtete er als ohne Auswirkung auf die 

Arbeitsfähigkeit. Diese sei auch retrospektiv uneingeschränkt (vgl. IV-act. 174-28 f.).  

5.2.2 Der Beschwerdeführer macht geltend, er leide nach wie vor unter durch die Beinvenenthrombose 
bedingten Schmerzen. Diesbezüglich wurde durch die Angiologie des Kantonsspitals D.___ am 7. April 

2022 festgehalten, aktuell beklage der Beschwerdeführer immer noch Schmerzen in der Wade links. 

Diese seien jedoch seit Januar deutlich reduziert und würden beim Tragen eines 

Kompressionsstrumpfes komplett verschwinden (IV-act. 127). Dem internistischen Gutachter berichtete 

der Beschwerdeführer, die Schmerzen träten vor allem bei kalter Witterung oder in kalten Räumen auf 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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10/28 

(IV-act. 174-25). Die vom Beschwerdeführer den Thrombosen zugeschriebenen Beschwerden waren 

dem Gutachter mithin bekannt. Dieser hielt zum Status nach tiefer Beinvenenthrombose fest, klinisch 

finde sich aktuell kein postthrombotisches Syndrom (IV-act. 174-27). Es ist demnach davon 

auszugehen, dass er im Rahmen der klinischen Untersuchung abklärte, ob beim Beschwerdeführer 

durch die Thrombosen verursachte Schmerzen vorlägen und dies insofern verneinte, als er der 
entsprechenden Statusdiagnose keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zumass. Die Beurteilung des 

internistischen Gutachters und die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit ist demnach plausibel, zumal auch 

keine entgegenstehenden Behandlerberichte in den Akten liegen.  

5.3  

5.3.1 Der psychiatrische Gutachter führte aus, die im Arztbericht vom 1. Februar 2024 festgehaltene 
Diagnose einer mittelgradigen depressiven Episode (ICD-10: F32.1) sei nicht nachvollziehbar. In der 

gutachterlichen Untersuchung hätten kein deprimierter Affekt, keine emotionale Labilität, keine 

Aussichtslosigkeit und kein reduzierter Antrieb festgestellt werden können; nicht einmal mehr 

Schlafstörungen seien unter dem Einsatz von Quetiapin 25 mg vorhanden. Der Gutachter verneinte 

Hinweise auf Übergriffe oder Traumatisierungen, die zu intrapsychischen Konflikten und einer 

chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren hätten geführt haben können. 

Allerdings wies er darauf hin, dass bei akuten somatischen Beschwerden, wie es auch im 

Behandlerbericht beschrieben worden sei, sehr wohl eine Depressivität zunehmen könne. Diese könne 
symptomatisch behandelt werden. Aktuell nehme der Beschwerdeführer aber ausser einer kleinen 

Dosis Quetiapin zur Schlafregulation keine Psychopharmaka ein und habe die Gespräche im 

Ambulatorium F.___ sistiert (IV-act. 174-36). Der Gutachter diagnostizierte eine passagere 

Depressivität im Ausprägungsgrad einer Anpassungsstörung mit depressiver Reaktion (ICD-10: F43.2), 

aktuell in Remission. Er verneinte eine eigenständige, genuin affektive Störung und entsprechend eine 

Minderung der medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit und attestierte auch für die bisherige Tätigkeit 

und die der Untersuchung vorangegangenen Jahre eine 100%ige Arbeitsfähigkeit (IV-act. 174-37 f.).  

5.3.2 Der Psychiater des RAD gab das Gutachten unter anderem in Auftrag, weil für ihn die von den 
Behandlern attestierte Arbeitsunfähigkeit nicht nachvollziehbar war. Er wies darauf hin, dass die 

psychiatrischen Behandler auch fachfremde somatische Diagnosen und psychosoziale Belastungen in 

die Arbeitsfähigkeitsschätzung einbezogen hätten (IV-act. 157). Die Einschätzung des psychiatrischen 

Gutachters hielt er hingegen für überzeugend (IV-act. 176-3 f.).  

5.3.3 Der Beschwerdeführer selbst gab zur psychiatrischen Behandlung an, diese habe er wegen der 
körperlichen Erkrankungen, den Schlafstörungen und der Angst in Anspruch genommen. Der Schlaf 
habe sich unter der Medikation deutlich gebessert. Die Behandlung habe er aus finanziellen Gründen 

beendet. Er könne aus körperlichen Gründen nicht mehr arbeiten (IV-act. 174-32, 34). Er betont den für 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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11/28 

ihn hohen Stellenwert traditioneller afrikanischer Musik und bezeichnet den Garten, wo er auch Gemüse 

anpflanze, als sein Hobby (IV-act. 174-32). Dass ihm zwischenzeitlich das Interesse oder die Energie 

dafür gefehlt habe oder die Freude daran abhanden gekommen sei, lässt sich seinen Ausführungen 

nicht entnehmen. In Anbetracht dieser Angaben des Beschwerdeführers und der Erklärung des 

psychiatrischen Gutachters hinsichtlich des Zusammenhangs zwischen den akuten somatischen 
Beschwerden und allfälliger Depressivität erscheint die Einschätzung des psychiatrischen Gutachters 

nachvollziehbar, dass keine eigenständige depressive Episode vorlag oder vorliegt, die den 

Beschwerdeführer längerfristig in rentenrelevantem Ausmass einschränkte. Der Beschwerdeführer 

macht solches denn auch nicht geltend. Es kann daher auf die Einschätzung des psychiatrischen 

Gutachters abgestellt werden.  

5.4   

5.4.1 Der rheumatologische Gutachter diagnostizierte gestützt auf aktuelle Röntgenbilder beidseitige 
Varusgonarthrosen nach zweimaliger Kniegelenksarthrosokopie links 2014 und 2015 sowie bei bereits 

mit MRI vom 20. März 2019 festgestellter fortgeschrittener Degeneration im rechten Kniegelenk (IV-

act. 174-48). Weiter erhob er ein chronisches lumbospondylogenes bis facettogenes Schmerzsyndrom 

mit Spondylose bzw. beginnenden spondylarthrotischen Veränderungen im Lendenwirbelbereich (IV-

act. 174-49). Er hielt fest, die vom Beschwerdeführer beklagten Beschwerden am Bewegungsapparat 

hätten einen klaren, somatisch objektivierbaren Kern, es fänden sich keinerlei Hinweise für eine 
Schmerzausweitungs- oder -generalisierungstendenz (IV-act. 174-79). Rheumatologisch-theoretisch 

seien einzig körperlich leichte bis sehr selten mittelschwere, vornehmlich sitzende berufliche Tätigkeiten 

vorstellbar an einem ergonomisch gut eingestellten Arbeitsplatz mit der Möglichkeit, die Arbeitsposition 

regelmässig zu wechseln. Zu vermeiden seien stereotype Rotationsbewegungen des Achsenskelettes 

respektive Arbeiten in Oberkörpervorneige- oder -rückhalteposition. Das berufsbedingte Zurücklegen 

von kurzen Gehstrecken auf ebenem Untergrund sei mit gut stützenden und bettenden Schuhen 

durchaus möglich im Sinne von einfachen Kontrollfunktionen; längere Boten- und Kontrollgänge seien 

jedoch nicht möglich. Das Heben und Tragen von Lasten sei bis zur Taille auf 10, selten 15 kg zu 

limitieren (IV-act. 174-50). Solche angepassten Tätigkeiten seien bei einer Präsenzzeit von 8 Stunden 

mit einer Leistung von 70 % möglich (IV.-act. 174-50 f.). Die zuletzt ausgeübten Tätigkeiten als 

Produktionsmitarbeiter seien sehr oft mit vor allem stehenden Arbeiten, immer wieder mit 

Rückenbelastungen und Gehen verbunden gewesen. Sie seien klinisch-rheumatologisch spätestens 

seit Juni 2023 nicht mehr möglich (IV-act. 174-50). Zu dem Bericht der Klinik Valens vom 13. Juni 2023, 

in welchem dem Beschwerdeführer eine 50%ige Arbeitsfähigkeit attestiert wurde, hielt er korrekterweise 
fest, dass diese Einschätzung unter Berücksichtigung der in den Akten erwähnten Kardiopathie 

abgegeben wurde. Ansonsten liegen keine von der gutachterlichen Einschätzung abweichenden 

Behandlerberichte in den Akten. Denn grundsätzlich ging selbst der Hausarzt in seinem Bericht vom 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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29. September 2021 dazumal von einer Arbeitsfähigkeit in einer leichten Arbeit ohne längere 

Gehstrecken und ohne Heben von schweren Gegenständen aus (IV-act. 79). Somit erweist sich auch 

dieses Teilgutachten als überzeugend.  

5.4.2 Der Beschwerdeführer macht geltend, er habe im Mai bzw. Sommer 2023 leichte Arbeiten in 
einem Logistikbetrieb verrichtet. Seine Beschwerden insbesondere an den Knien hätten dazu geführt, 
dass er nach kurzer Zeit arbeitsunfähig geworden sei (act. G 1 und act. G 6). Gemäss Angaben der 

G.___ AG vom 10. Juli 2023 arbeitete der Beschwerdeführer vom 2. Mai bis 5. Juni 2023 vollzeitlich als 

Lagerist. Die Tätigkeit umfasste nach Angaben der Personalvermittlerin häufiges Aus- und Einpacken 

von Waren. Sitzen, Gehen und Stehen waren häufig notwendig. Das Heben leichter Lasten war oft, von 

mittelschweren manchmal und von schweren selten erforderlich (IV-act. 174-1 ff.). Diese Tätigkeit 

entsprach nicht den gutachterlichen Adaptionskriterien einer insbesondere sitzenden leichten Tätigkeit, 

und es ist verständlich, dass diese Tätigkeit zur Verschlimmerung der Beschwerden geführt haben mag. 

Dieser Einwand vermag daher die Einschätzung des rheumatologischen Gutachters nicht in Frage zu 

stellen. 

5.5   

5.5.1 Aus kardiologischer Sicht kam es im Januar 2022 und im November 2022 zu Vorhofflattern, 
welches jeweils durch eine Radiofrequenzablation behandelt wurde (IV-act. 174-56). In der 

gutachterlichen Untersuchung zeigte sich der Beschwerdeführer kardiopulmonal kompensiert, 
normotensiv und normokard (IV-act. 174-56). Der Experte hielt als mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit 

eine dilatative Kardiopathie unklarer Ätiologie sowie ein typisches Vorhofflattern fest (IV-act. 174-57). 

Er führte aus, aufgrund der grenzwertig leicht eingeschränkten LV-Funktion seien körperlich schwer 

belastende Tätigkeiten nicht möglich. Für die bisherige Tätigkeit als Betriebsmitarbeiter in der 

Lebensmittelindustrie sei seit Januar 2022 von einer Arbeitsfähigkeit von 80 % (vollzeitliche 

Anwesenheit) auszugehen. In angepassten Tätigkeiten bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 100 % (IV-

act. 174-58 f.).  

5.5.2 Der Beschwerdeführer bringt zusammengefasst vor, das Vorhofflattern sei im Januar und 
November 2022 jeweils aufgetreten, als er versucht habe, leichte Arbeiten auszuführen. Der erste 

Vorfall habe zu einer Bewusstlosigkeit mit folgender notfallmässiger Behandlung und 11-tägigem 

Aufenthalt auf der Intensivstation geführt (act. G 6). Seitens der behandelnden Kardiologin des 

Kantonsspitals D.___ liegt keine Arbeitsfähigkeitsschätzung vor (vgl. Berichte vom 5. Mai 2022, IV-

act. 112 ff., vom 6. Januar 2023, IV-act. 129, und vom 11. August 2023, IV-act. 149). Prof. Dr. med. 

H.___, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, Rheumatologie, Physikalische Medizin und 
Rehabilitation, von der Klinik Valens (IV-act. 100) berücksichtigte bei seiner Schätzung der 

Arbeitsfähigkeit von 50 % zwar das Vorhandensein einer Kardiopathie, allerdings war diese Beurteilung 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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13/28 

fachfremd und damit nicht massgebend (siehe auch E. 5.4.1). Seine Einschätzung vermag diejenige 

des kardiologischen Gutachters, wonach die Herzleistung für körperlich nicht schwere Arbeiten 

ausreichend ist (vgl. IV-act. 174-58), nicht zu entkräften. Dafür, dass nach nun erfolgreicher Ablation 

eine leichte oder mittelschwere Tätigkeit zu einem erhöhten Risiko einer erneuten Herzstörung führen 

könnte, findet sich in den Akten kein Anhaltspunkt, wenngleich diese Befürchtung aus Sicht des 
Beschwerdeführers sehr verständlich ist. Demnach kann auch auf dieses Teilgutachten abgestellt 

werden.  

5.6   

5.6.1 Die augenärztliche Gutachterin diagnostizierte als Erkrankung mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit 
eine Sehbeeinträchtigung durch Gesichtsfeldausfall wegen Glaukom und durch eine Makulaathrophie 

des linken Auges. Weiteren Beeinträchtigungen (Fehlsichtigkeit, Presbyopie, Cataracta incipiens, 

Benetzungsstörung) mass sie keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bei (IV-act. 174-65). Sie legte 

dar, wegen der Gesichtsfeldeinschränkung sei eine Tätigkeit als Z.___ nicht mehr geeignet, und 

attestierte entsprechend für die bisherige Tätigkeit eine vollständige Arbeitsunfähigkeit (IV-act. 174-

65 f.). Weiter hielt sie fest, der Beschwerdeführer erfülle aus ophthalmologischer Sicht noch knapp die 

Voraussetzungen für das Führen eines Personenwagens; diese sollten jährlich überprüft werden. Es 

könne daher weiterhin mit einer Arbeitsfähigkeit für adaptierte Tätigkeiten gerechnet werden (IV-

act. 174-64 f.). Geeignet seien Tätigkeiten mit durchschnittlichen Anforderungen an die Sehfähigkeit, 
ohne besondere Anforderungen an das Detailsehen und ohne erhöhtes Gefahrenpotential (z. B. 

Arbeiten an schnell drehenden Maschinen oder auf Gerüsten). Die zumutbare Präsenz in einer solchen 

Tätigkeit betrage 6 bis 7 Stunden pro Tag mit etwas eingeschränkter Leistungsfähigkeit. Gesamthaft 

bestehe eine 70%ige Arbeitsfähigkeit. Die Einschätzungen gälten spätestens ab der Diagnose des 

Glaukoms im Oktober 2019 (IV-act. 174-66).  

5.6.2 Die Gutachterin begründet das Ausmass der Einschränkung der Leistungsfähigkeit nicht. Es 
erscheint jedoch nachvollziehbar, dass sich die Augenerkrankungen mehr auf die Adaptionskriterien 

als auf die Leistungsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit auswirken. Eine tiefere Arbeitsfähigkeit als 

von der Gutachterin geschätzt ist daher nicht anzunehmen. Da auch aus rheumatologischer Sicht eine 

adaptierte Arbeitsfähigkeit von 70 % vorliegt und die rheumatologisch und ophthalmologisch 

begründete Arbeitsunfähigkeit in der interdisziplinären Würdigung nicht addiert werden können (IV-act. 

174-11), können weitere Abklärungen dazu unterbleiben. Somit ist das Gutachten auch aus 

ophthalmologischer Sicht nicht in Frage zu stellen. 

6.  

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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14/28 

6.1 Der Beschwerdeführer bringt vor, Dr. C.___ habe ihm bestätigt, dass eine Adipositas per magna 
vorliege. Sämtliche seiner Beschwerden stünden damit in Zusammenhang. Die Gutachter hätten dies 

nicht berücksichtigt. Dazu verweist er auch auf die neuste bundesgerichtliche Rechtsprechung 

hinsichtlich Adipositas.  

6.1.1 Mit BGE 151 V 66 änderte das Bundesgericht am 22. Oktober 2024 seine Rechtsprechung 
dahingehend, dass die grundsätzliche Behandelbarkeit des Leidens (gemeint: Adipositas) einem 

Rentenanspruch nicht per se entgegenstehe. Wie bei jeder geltend gemachten gesundheitsbedingten 

Erwerbsunfähigkeit sei im Einzelfall (einzig) danach zu fragen, ob und wie sich die Krankheit 

leistungsmindernd auswirke (E. 5.11.). 

6.1.2 Im vorliegenden Fall diagnostizierte Dr. C.___ im Bericht vom 29. September 2021 eine 
Adipositas per magna (IV-act. 79), ohne das Körpergewicht des Beschwerdeführers anzugeben. Der 

Beschwerdeführer macht geltend, vor drei Jahren fast 120 kg gewogen zu haben (act. G 1). Dazu ist 

festzuhalten, dass eine entsprechende Diagnose oder ein diesbezüglicher Befund in den zeitnahen 

Berichten des Spitals I.___ vom 14. Juni 2021 (IV-act. 71) und des Kantonsspitals D.___ vom 

25. Januar 2022 (IV-act. 119) sowie vom 7. April 2022 (IV-act. 127) nicht erwähnt wurde. Erst im Bericht 

des Kantonsspitals D.___ vom 5. Mai 2022 wurde ein adipöser Ernährungszustand bei einem Gewicht 

von 102 kg und einer Körpergrösse von 176 cm festgehalten (IV-act. 112-2), was einem BMI von 33 

kg/m2 entspricht. Die Klinik Valens vermerkte im Bericht vom 13. Juni 2023 ein Gewicht von 90 kg (IV-
act. 100-2). Im Zeitpunkt der internistischen Begutachtung wog der Beschwerdeführer 95 kg bei einer 

Körpergrösse von 173 cm, was einem BMI von 32 kg/m2 entsprach (IV-act. 174-27). Die Adipositas wird 

bei Erwachsenen in folgende drei Schweregrade unterteilt: Grad 1 mit einem BMI von 30 - 34,9 kg/m2, 

Grad 2 mit einem BMI von 35 - 39,9 kg/m2 und Grad 3 mit einem BMI von mehr als 40 kg/m2 (s. Urteil 

des Bundesgerichts vom 22. Oktober 2024, 8C_104/2024, E. 5.9). Nach dem Gesagten ist die 

Diagnose einer Adipositas per magna, d.h. einer Adipositas Grad 3 mit einem BMI von mehr als 40 

kg/m2, im massgebenden Zeitraum ab Juni 2023 nicht ausgewiesen.  

6.1.3 Der internistische Gutachter nahm die vorliegende Adipositas in die Diagnoseliste auf, allerdings 
ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. Die übrigen Gutachter berücksichtigten in den einzelnen 

Teilgutachten die vom Beschwerdeführer als Folgeschäden der Adipositas geltend gemachten 

Beeinträchtigungen (vgl. dazu IV-act. 174-12). Aufgrund des geringen Ausmasses des Übergewichts 

ist plausibel, dass dieses keine eigenständige Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit verursacht, die über 

diejenige der von den Gutachtern gewürdigten Folgeerscheinungen hinausgeht. Der internistische 

Gutachter hielt nicht einmal medizinische Massnahmen für notwendig. Allerdings wäre der 
Beschwerdeführer – wie er auch selbst bemerkt – bei Zunahme der adipositasbedingten Beschwerden 

in Beachtung seiner Schadenminderungspflicht (Art. 7 IVG) gehalten, sich notwendigen Therapien zu 

unterziehen (BGE 151 V 66 E. 5.10). Insgesamt erscheint die Zuordnung der Diagnose zu den 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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Gesundheitsbeeinträchtigungen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit auch unter Berücksichtigung 

der durch das Bundesgericht mit Entscheid vom 22. Oktober 2024 geänderten Rechtsprechung als 

nachvollziehbar.  

6.2 Zusammenfassend kann somit auf das ABI-Gutachten und die gutachterlich attestierte 
Arbeitsfähigkeit von 70 % in einer leidensangepassten Tätigkeit abgestellt werden. Ob die Gutachter 
dem Beschwerdeführer tatsächlich zu verstehen gegeben haben, dass er mit seiner Gesundheit kaum 

mehr arbeiten könne, kann offenbleiben. Denn diese Beurteilung gehört nicht in den Aufgabenbereich 

der Mediziner. Die Gutachter haben entsprechend ihrer Aufgabe eine medizinisch-theoretische 

Beurteilung der Arbeitsfähigkeit vorgenommen und diese nachvollziehbar auf 70 % geschätzt. Die 

darauf gestützte Einschätzung der Invalidität erfolgt durch die Rechtsanwender und hat ausschliesslich 

nach objektiver Sichtweise zu erfolgen (Art. 7 Abs. 2 ATSG). Eine allfällige die rechtliche Beurteilung 

der Invalidität betreffende Äusserung der Gutachter sowie die subjektive Einschätzung des 

Beschwerdeführers können daher nicht berücksichtigt werden (vgl. BGE 141 V 295 E. 3.7.1; BGE 140 

V 193 E. 3.2; Urteil des Bundesgerichts vom 25. Mai 2023, 8C_660/2022, E. 3.1).  

7.  

7.1 […]. Damit macht der Beschwerdeführer sinngemäss auch geltend, die ihm zugemutete 
Arbeitsfähigkeit sei nicht verwertbar. Dies ist nachfolgend zu prüfen.  

7.2   

7.2.1 Die Rechtsprechung anerkennt, dass das (vorgerückte) Alter zusammen mit weiteren 
persönlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu führen kann, dass die einer versicherten Person 

verbliebene Resterwerbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt realistischerweise nicht mehr 

nachgefragt wird. Massgebend sind die Umstände des konkreten Falles, etwa die Art und 

Beschaffenheit des Gesundheitsschadens und seiner Folgen, der absehbare Umstellungs- und 

Einarbeitungsaufwand und in diesem Zusammenhang auch Persönlichkeitsstruktur, vorhandene 

Begabungen und Fertigkeiten, Ausbildung, beruflicher Werdegang oder Anwendbarkeit von 

Berufserfahrung aus dem angestammten Bereich (Urteil des Bundesgerichts vom 7. Oktober 2019, 

9C_642/2018, E. 2.2).  

7.2.2 Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit ist erst anzunehmen, wenn die zumutbare Tätigkeit in 
nur so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt (vgl. Art. 7 Abs. 1 

und Art. 16 ATSG) praktisch nicht kennt oder sie nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines 

durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden einer entsprechenden Stelle daher von 

vorneherein als ausgeschlossen erscheint. Fehlt es an einer wirtschaftlich verwertbaren 
Resterwerbsfähigkeit, liegt eine vollständige Erwerbsunfähigkeit vor, die einen Anspruch auf eine ganze 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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16/28 

Invalidenrente begründet (Urteil des Bundesgerichts vom 25. November 2021, 8C_535/2021, E. 5.3.3). 

Massgebend für die Beurteilung der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit ist der Zeitpunkt des 

Feststehens der medizinischen Zumutbarkeit einer (Teil-)erwerbstätigkeit. Dieser ist gegeben, sobald 

die medizinischen Unterlagen eine zuverlässige Sachverhaltsfeststellung erlauben (BGE 138 V 461 f. 

E. 3.3 f.).  

7.2.3 Zusammenfassend geht die Rechtsprechung davon aus, dass Hilfsarbeiten auf dem 
massgeblichen hypothetischen ausgeglichenen Arbeitsmarkt altersunabhängig nachgefragt werden. 

Wenn die betroffenen Versicherten über eine gute Ausbildung verfügen, gar keine oder nicht allzu lange 

Arbeitsmarktabsenzen aufweisen, verschiedene Berufstätigkeiten ausgeübt haben, nur geringe 

gesundheitliche Einschränkungen aufweisen, sich beruflich kaum umstellen müssen und keine lange 

Einarbeitungszeit benötigen, selbst vor Kurzem noch eine neue Stelle gefunden haben oder über 

feinmotorische/handwerkliche Fähigkeiten verfügen, geht das Bundesgericht grundsätzlich davon aus, 

dass auch über 60-Jährige ihre Restarbeitsfähigkeit noch nutzen können (PHILIPP EGLI / MARTINA 

FILIPPO / THOMAS GÄCHTER / MICHAEL E. MEIER, Grundprobleme der Invaliditätsbemessung in der 

Invalidenversicherung, Zürich 2021, Rz. 89 f.). Verneint wird die Verwertbarkeit bei über 60-jährigen 

Versicherten oft, wenn die Restarbeitsfähigkeit sehr eingeschränkt ist, allenfalls bereits eine IV-Teilrente 

bezogen wird, eine längere Arbeitsmarktabsenz vorliegt, ein eigenes Unternehmen aufgegeben werden 

muss, ein grosser Umschulungsaufwand nötig würde, mit einer geringen Anpassungsfähigkeit 
hinsichtlich der neuen Branche/Tätigkeit zu rechnen ist oder keine/kaum feinmotorische Fähigkeiten 

sowie Kompetenzen und Erfahrungen in den Verweistätigkeiten vorhanden sind 

(EGLI/FILIPPO/GÄCHTER/MEIER, a.a.O., Rz. 110). 

7.3   

7.3.1 Mit Verfügung vom 25. August 2016 wies die Beschwerdegegnerin das Leistungsgesuch des 
Beschwerdeführers vom 4. Juni 2015 ab, da er in angepassten wechselbelastenden Tätigkeiten, welche 

kein Heben und Tragen von Lasten über 20kg und keine längeren Gehstrecken beinhalten, zu 100 % 

arbeitsfähig war (IV-act. 65). Der Beschwerdeführer ersuchte am 8. Oktober 2021 erneut um IV-

Leistungen (IV-act. 77). Bis zur notfallmässigen Spitaleinweisung wegen Vorhofflattern am 11. Januar 

2022 (IV-act. 119) war er bei verschiedenen Einsatzbetrieben als Produktionsarbeiter oder 

Maschinenführer tätig (vgl. IV-act. 72). Zuletzt arbeitete er befristet vom 2. Mai 2023 bis 5. Juni 2023 

als Lagerist. Die Tätigkeit […] (zum Ganzen: Angaben G.___ AG vom 10. Juli 2023, IV-act. 107) 

entsprach nicht dem rheumatologisch zumutbaren Arbeitsprofil (vgl. vorstehende E. 5.4.2).  

7.3.2 Der Ablauf legt zwar nahe, dass dem Beschwerdeführer bereits aufgrund der Verfügung vom 
25. August 2016 bewusst sein musste, dass ihm eine seinen Kniebeschwerden adaptierte Tätigkeit 

medizinisch zumutbar sei. Der Gesundheitszustand veränderte sich jedoch nachfolgend, indem die 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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Thrombosen, die Herz- und die Augenerkrankung auftraten bzw. festgestellt wurden. Zudem wurde 

dem Beschwerdeführer von den behandelnden Ärztinnen und Ärzten immer wieder eine 100%ige 

Arbeitsunfähigkeit bescheinigt. Das wiederholte Scheitern von Arbeitsversuchen bestätigte ihn 

nachvollziehbar in seiner subjektiven Ansicht, nicht mehr arbeitsfähig zu sein. Spätestens mit dem 

Vorliegen des Gutachtens vom 5. August 2024 musste er davon ausgehen, dass er in adaptierten 
Tätigkeiten zu 70 % arbeitsfähig sei. In diesem Zeitpunkt war der Beschwerdeführer ___ Jahre alt. […], 

wobei das Alter allein ohnehin nicht ausschlaggebend ist.  

7.4  

7.4.1 Aus rheumatologischer Sicht sind dem Beschwerdeführer körperlich leichte bis sehr selten 
mittelschwere, vornehmlich sitzende Tätigkeiten an einem ergonomisch gut eingestellten Arbeitsplatz 

mit der Möglichkeit, die Arbeitsposition regelmässig zu wechseln, zumutbar. Zu vermeiden sind 

stereotype Rotationsbewegungen des Achsenskelettes respektive Arbeiten in Oberkörpervorneige- 

oder -rückhalteposition. Das berufsbedingte Zurücklegen von kurzen Gehstrecken auf ebenem 

Untergrund mit gut stützenden und bettenden Schuhen ist möglich im Sinne von einfachen 

Kontrollfunktionen; längere Boten- und Kontrollgänge sind jedoch nicht möglich. Das Heben und Tragen 

von Lasten ist bis zur Taille auf 10 kg, selten 15 kg zu limitieren (IV-act. 174-50). Gemäss der 

augenärztlichen Gutachterin ist der Beschwerdeführer nicht mehr in der Lage, einen Gabelstapler zu 

führen. Die Fahreignung für Personenwagen ist noch knapp gegeben, bedarf jedoch jährlicher 
Überprüfung. Zumutbar sind Tätigkeiten mit durchschnittlichen Anforderungen an das Sehvermögen 

ohne besondere Anforderungen an das Detailsehen und ohne erhöhtes Gefahrenpotential (IV-act. 174-

65 f.).  

7.4.2 Der Beschwerdeführer war vor Eintritt des Gesundheitsschadens längere Zeit (von 1996 bis 
2015) als Betriebsmitarbeiter tätig (siehe Bericht für Arbeitgebende vom 19. Juni 2015, IV-act. 7). 

Danach war er arbeitslos, hatte jedoch immer wieder Temporäreinsätze bei verschiedenen 

Arbeitgebenden in verschiedenen Bereichen (siehe IK-Auszug; IV-act. 108). Dies lässt auf eine gewisse 

Flexibilität schliessen. Auch wenn die zuletzt ausgeübten Tätigkeiten dem gutachterlichen 

Zumutbarkeitsprofil nicht mehr voll entsprachen (Gewichtslimiten, Führen von Staplern), ist ihm eine 

Umstellung auf andere Hilfsarbeiten zuzumuten. Auch lassen sich auf dem ausgeglichenen 

Arbeitsmarkt trotz der diversen Adaptionskriterien nach wie vor Hilfsarbeitertätigkeiten finden, z. B. im 

Bereich der Qualitätsprüfung, leichter Montagearbeiten oder Sortier- und Verpackungstätigkeiten. Da 

die Hürden für die Annahme der Unverwertbarkeit der Arbeitsfähigkeit hoch sind, ist von einer 

Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit von 70 % auszugehen.  

7.4.3 Die Beschwerdegegnerin hat zwar den Anspruch auf berufliche Massnahmen zu Recht 
abgewiesen, da der Beschwerdeführer die Rentenprüfung wünschte (Mitteilung vom 10. August 2023, 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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IV-act. 136; vgl. auch IV-act. 135-3). Dessen ungeachtet kann sich der Beschwerdeführer aufgrund der 

zahlreichen Adaptionskriterien, auch im Bereich der Sehfähigkeit, bei Bedarf an die 

Beschwerdegegnerin wenden, damit er Unterstützung bei der Stellensuche bekommt. 

8.  

Zu prüfen bleibt der Einkommensvergleich.  

8.1 Nach ständiger Rechtsprechung sind für den Einkommensvergleich die Verhältnisse im Zeitpunkt 
des frühestmöglichen Rentenbeginns massgebend. Allfällige rentenwirksame Änderungen der 

Vergleichseinkommen sind bis zum angefochtenen Entscheid zu berücksichtigen (Urteil des 

Bundesgerichts vom 9. November 2022, 8C_350/2022, E. 6 [richtig wohl E. 6.1.1]; BGE 129 V 222). 
Vorliegend besteht ein allfälliger Rentenanspruch bei Anmeldung am 4. Juli 2023 und erfülltem 

Wartejahr (100%ige Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit seit Oktober 2019, IV-act. 174-

12) ab 1. Januar 2024.  

8.2 Der Beschwerdeführer verfügt über keinen in der Schweiz anerkannten Berufsabschluss und war 
immer als Hilfsarbeiter tätig. Zuletzt war er bis 2015 in einer unbefristeten Anstellung. Danach war er 

arbeitslos und temporär tätig. Die Beschwerdegegnerin stufte den Beschwerdeführer mangels 

Ausbildung zu Recht als Hilfsarbeiter ein und stellte bei der Bestimmung des Valideneinkommens auf 

den Tabellenlohn gemäss Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik (BFS), 

Durchschnitt Kompetenzniveau 1, Männer, ab.  

8.3 Der Beschwerdeführer geht keiner Arbeitstätigkeit mehr nach, weshalb zur Bestimmung des 
Invalideneinkommens ebenfalls auf die LSE Durchschnitt Kompetenzniveau 1, Männer abzustellen ist. 

Da sowohl für die Bestimmung des Validen- als auch des Invalideneinkommens auf den LSE für 

Hilfsarbeiter abzustellen ist, kann auf eine konkrete Ermittlung der Vergleichseinkommen nach Art. 16 

ATSG verzichtet und ein Prozentvergleich vorgenommen werden (siehe zum Prozentvergleich etwa 

das Urteil des Bundesgerichts vom 6. April 2016, 8C_628/2015, E. 5.3.1 mit Hinweisen). 

8.4  

8.4.1 Nach dem hier anwendbaren seit 1. Januar 2024 in Kraft stehenden Art. 26bis Abs. 3 Satz 1 IVV 
werden von der statistisch bestimmten Basis des Invalideneinkommens 10 Prozent abgezogen. Kann 

die versicherte Person aufgrund ihrer Invalidität nur noch mit einer funktionellen Leistungsfähigkeit von 

50 Prozent oder weniger tätig sein, so werden 20 Prozent abgezogen (Satz 2). Weitere Abzüge sind 

nicht zulässig (Satz 3). Die Beschwerdegegnerin hat gestützt auf diese Bestimmung einen Abzug von 

10 % berücksichtigt und so einen nicht rentenbegründenden Invaliditätsgrad von 37 % errechnet.  

 

 
 
 
 

 
 
 
 

IV 2025/12 
 

 

19/28 

8.4.2 Wie das Bundesgericht in BGE 150 V 410 E. 9.1 ausgeführt hat, handelt es sich bei dem gestützt 
auf Art. 28a Abs. 2 Satz 2 IVG erlassenen Art. 26bis Abs. 3 IVV um unselbstständiges Verordnungsrecht, 

und zwar nicht vollziehender, sondern gesetzesvertretender Art. Grundsätzlich sind alle 

rechtsanwendenden Behörden des Bundes und der Kantone und damit auch kantonale Gerichte befugt, 

derartige Verordnungen des Bundesrats auf ihre Verfassungs- und Gesetzmässigkeit akzessorisch zu 
überprüfen. Es ist zu untersuchen, ob sich diese an das Gesetz, namentlich an die gesetzliche 

Delegationsnorm, hält.  

8.4.3 Gemäss der bisherigen Rechtsprechung des Bundesgerichts war bei der Ermittlung des 
Invalideneinkommens auf der Grundlage von statistischen Lohndaten jeweils vom sogenannten 

Zentralwert (Median) auszugehen (BGE 148 V 174, 182 E. 6.2) und der so erhobene Ausgangswert 

allenfalls zu kürzen. Es war damit der Tatsache Rechnung zu tragen, dass persönliche und berufliche 

Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder 

Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben könnten und die 

versicherte Person je nach Ausprägung deswegen die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten könnte 

(BGE 135 V 297, 301 E. 5.2; BGE 126 V 75, 79 f. E. 5b/aa i.f.). Der Abzug war unter Würdigung der 

Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und durfte 25 % nicht 

übersteigen (BGE 135 V 297, 301 E. 5.2; BGE 134 V 322, 328 E. 5.2; BGE 126 V 75, 80 E. 5b/bb-cc). 
Das Bundesgericht betonte in BGE 148 V 174 E. 9.2.2 f., dass dem Abzug als Korrekturinstrument bei 

der Festsetzung eines möglichst konkreten Invalideneinkommens überragende Bedeutung zukommt. 

8.4.4 Mit der am 1. Januar 2022 in Kraft getretenen WEIV wurde Art. 28a Abs. 1 Satz 2 ins IVG 
aufgenommen, wonach der Bundesrat die zur Bemessung des Invaliditätsgrades massgebenden 

Erwerbseinkommen sowie die anwendbaren Korrekturfaktoren umschreibe. In der Botschaft zur 

Änderung des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (Weiterentwicklung der IV) vom 

15. Februar 2017 (BBl 2535 ff.) wurde auf S. 2725 insbesondere Folgendes festgehalten: "Dem 

Bundesrat wird die Kompetenz erteilt, in der IVV die vom Bundesgericht entwickelten Regeln und 

Kriterien, die für die Ermittlung des Einkommens mit und ohne Invalidität notwendig sind, aufzunehmen 

(Art. 28a Abs. 1 E-IVG). Damit soll der Interpretationsspielraum der IV-Stellen und der kantonalen 

Gerichte bei der Durchführung eingeschränkt werden. Dadurch sollen einerseits eine möglichst 

einheitliche Handhabung für die ganze Schweiz ("unité de doctrine") sichergestellt und andererseits 

gerichtliche Auseinandersetzungen zur Invaliditätsbemessung nach Möglichkeit vermieden werden, 

gerade auch, weil mit dem neuen stufenlosen Rentenmodell aus jedem einzelnen zusätzlichen IV-Grad 
eine andere Rentenhöhe resultiert." Des Weiteren wurde auf S. 2668 dargetan, die in der 

Rechtsprechung definierte Praxis werde auf Verordnungsstufe geregelt (z. B. wann auf tatsächliche 

Werte und wann auf Tabellenlöhne abzustellen sei bzw. welche Tabelle anzuwenden sei). Ebenso solle 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

IV 2025/12 
 

 

20/28 

der Bundesrat die bei diesen Einkommen nötigen, von der Rechtsprechung entwickelten Korrekturen 

vornehmen (z. B. welche Kriterien für einen leidensbedingten Abzug zu berücksichtigen seien und in 

welcher Höhe ein entsprechender Abzug erfolgen könne). Schliesslich wurde auf S. 2617 unter 

anderem klargestellt, die Bemessung des Invaliditätsgrades bleibe grundsätzlich unverändert. 

8.4.5 Vom 1. Januar 2022 bis 31. Dezember 2023 lautete Art. 26bis Abs. 3 IVV, dass einer Person, 
welche nur noch mit einer funktionellen Leistungsfähigkeit von 50 Prozent oder weniger tätig sein könne, 

vom statistisch bestimmten Wert zehn Prozent für Teilzeitarbeit abzuziehen seien. Das Bundesgericht 

nahm Bezug auf Art. 28a Abs. 1 Satz 2 IVG, der den Bundesrat zur Umschreibung der bei der 

Bemessung des Invaliditätsgrades massgeblichen Erwerbseinkommen sowie der Korrekturfaktoren 

ermächtigt. Es erwog, den Korrekturfaktoren komme im Einzelfall grosse Bedeutung zu (BGE 150 V 

410 E. 9.5.2). Der hinsichtlich des statistisch zu bestimmenden Invalideneinkommens gemäss 

Art. 26bis Abs. 3 IVV in der Fassung ab 1. Januar 2022 einzig verbleibende Abzugsfaktor "Teilzeitarbeit" 

von 10 Prozent differenziere nicht danach, ob es um eine voll- oder nur eine teilerwerbstätige Person 

gehe (E. 9.5.3.6.1). Weiter berücksichtigte es, dass Art. 28a Abs. 1 IVG und Art. 26bis Abs. 3 IVV im 

Gegensatz zur im ATSG zweigübergreifend geregelten Festlegung des Invaliditätsgrades lediglich die 

Invalidenversicherung beträfen (E. 10.2 f.) und die Verordnungsbestimmung daher auch auf 

Vereinbarkeit mit dem übrigen Bundesgesetzesrecht zu prüfen sei (E. 10.4.1). Das Bundesgericht kam 

zum Schluss, dass nach Auslegung von Art. 28a Abs. 1 (Satz 2) IVG unter Einbezug von Art. 16 ATSG, 
unter Berücksichtigung entstehungsgeschichtlicher, grammatikalischer, systematischer und 

teleologischer Elemente, Art. 26 bis Abs. 3 IVV hinsichtlich der damit beabsichtigten abschliessenden 

Ordnung des Abzugs vom Tabellenlohn vor Bundesrecht nicht standhalte, soweit aufgrund der 

gegebenen Fallumstände Bedarf an weitergehender Korrektur bestehe (E. 10.6). 

8.4.6 Angestossen durch eine Studie des Büro Bass (Büro für arbeits- und sozialpolitische Studien 
[BASS] AG, J. Guggisberg / Markus Schärrer / Céline Gerber / Severin Bischof, Nutzung 

Tabellenmedianlöhne LSE zur Bestimmung der Vergleichslöhne bei der IV-Rentenbemessung, Bern, 

8. Januar 2021, nachfolgend: Studie BASS), welche bei der Anwendung von statistischen Werten (LSE) 

Differenzen zwischen den Löhnen von Personen mit gesundheitlicher Einschränkung und gesunden 

Personen von 14 % beim Durchschnittslohn und 17 % beim Medianlohn aufzeigte, überwies das 

Parlament die Motion «Invaliditätskonforme Tabellenlöhne bei der Berechnung des IV-Grads» der 

Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit des Nationalrates (SGK-N 22.33.77), welche auf die 

Korrektur dieser Unterschiede abzielte. Das Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) setzte im Mai 

2022 eine Arbeitsgruppe ein, um den Lösungsvorschlag von Riemer-Kafka / Schwegler (vgl. dazu 
GABRIELA RIEMER-KAFKA ET AL., Invalidenkonforme Tabellenlöhne, in: Jusletter 22. März 2021) zu 

konkretisieren. Bei der Umsetzung wurde in Anbetracht der kurzen Umsetzungsfrist bis Ende 2023 von 

der Anpassung der Tabellenlöhne nach Vorschlag von Riemer-Kafka / Schwegler abgesehen und ein 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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21/28 

alternatives Modell mit einem pauschalen arbeitsmarktlichen Abzug auf dem Invalideneinkommen 

entwickelt (Erläuternder Bericht des Eidgenössischen Departement des Innern [nach Vernehmlassung] 

vom 18. Oktober 2023 zur Änderung der IVV, Umsetzung der Motion SGK-N 22.3377 

«Invaliditätskonforme Tabellenlöhne bei der Berechnung des IV-Grads», Kap. 1 S. 2 f.). In der 

Vernehmlassung wurde die Einführung eines Pauschalabzugs als valable Lösung gesehen. Teilweise 
wurde gestützt auf die Studie BASS ein höherer Abzug von 17 % statt der vorgeschlagenen 10 % 

und/oder weitergehende Abzüge (übermässige gesundheitliche Einschränkungen bzw. Schwankungen 

bei bestimmten Krankheiten, Alter, Ausbildungsniveau, Branchenerfahrung und Wirtschaftszweig, 

Nationalität und Aufenthaltskategorie, Dienstjahre) verlangt, wobei der Abzug gesamthaft maximal 25 

Prozent betragen solle (erläutender Bericht, S. 4 f.). Schliesslich wurde der Forderung nach einem 

höheren Pauschalabzug als 10 % nicht entsprochen. Zwar zeige die Studie BASS, dass für 

gesundheitlich beeinträchtigte Personen mit einer Invalidenrente der Durchschnittslohn im Vergleich zu 

Erwerbstätigen ohne gesundheitliche Einschränkungen um 14 Prozent und der Medianlohn um 17 

Prozent tiefer sei. Werde die in der Studie ermittelte Differenz um Faktoren wie Geschlecht, Alter, 

Kompetenzniveau oder Brancheneffekte korrigiert, verringere sich diese um einige Prozentpunkte. 

Weiter sei zu beachten, dass die Studie BASS nicht nach den Gründen für die festgestellten Differenzen 

gefragt habe. Betreffend die LSE-Tabellen sei zudem darauf hinzuweisen, dass das BFS die 

Datenerhebung für die LSE-Tabellen des Jahres 2020 einer verbesserten Plausibilisierung unterzogen 
habe. Dadurch würden die Löhne für das am häufigsten zur Anwendung gelangende Kompetenzniveau 

1 tiefer als noch im Jahr 2018 ausfallen. Die Tatsache, dass viele Betroffene nur noch einer 

Teilzeitbeschäftigung nachgehen könnten, sei mitunter wohl ein Grund für die erzielten tieferen 

Einkommen. Werde zusätzlich zum bereits heute existierenden Teilzeitabzug von 10 Prozent ein 

Pauschalabzug von 10 Prozent gewährt, sei in vielen Fällen ein Abzug von 20 Prozent möglich (S. 6). 

Ebenfalls nicht entsprochen werde dem Wunsch aus der Vernehmlassung nach zusätzlichen Abzügen 

auf dem statistischen Einkommen mit Invalidität. Die als zusätzliche Abzüge zu berücksichtigenden 

Faktoren würden mit der heutigen Bemessungsmethode bereits im Rahmen der individuellen 

funktionellen Leistungsfähigkeit sowie der Parallelisierung bei der Berechnung des Invaliditätsgrades 

mit einfliessen (S. 7). 

8.5 Zu prüfen ist demnach, ob der mit Wirkung ab 1. Januar 2024 geltende Art. 26bis Abs. 3 IVV 
gesetzeskonform ist. Es stellt sich die Frage, ob die von der Rechtsprechung entwickelten 

Korrekturfaktoren zum Abzug vom Tabellenlohn durch einen Pauschalabzug von 10 % bzw. 20 % 

ersetzt werden können. 

8.5.1 Das BSV erklärt im Kreisschreiben über Invalidität und Rente in der Invalidenversicherung (KSIR) 
in Rz. 3418 (gültig ab 1. Januar 2024), dass weitere Abzüge nicht zulässig seien (vgl. dazu Art. 26bis 

Abs. 3 Satz 3 IVV). Medizinisch bedingte quantitative und qualitative Einschränkungen (z. B. vermehrter 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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Pausenbedarf, Hebe- und Traglimiten usw.) würden bei der Einschätzung der funktionellen 

Leistungsfähigkeit der versicherten Person berücksichtigt (Art. 49 Abs. 1bis IVV). Wirtschaftliche 

Faktoren, die bereits vor dem Eintritt der gesundheitlichen Beeinträchtigung vorlagen (z. B. 

Aufenthaltsstatus, Nationalität, fehlende Ausbildung, Alter, Anzahl Dienstjahre usw.), würden bei der 

Parallelisierung des Valideneinkommens berücksichtigt (Rz. 3325 ff.; Art. 26 Abs. 2 und 3 IVV). Dieser 
Wortlaut entspricht der Version im KSIR mit Gültigkeit ab 1. Januar 2022 (dazumal Rz. 3414). Allerdings 

wurde diese Begründung vom Bundesgericht bereits in BGE 150 V 410 E. 9.5.3.2 f. als unzureichend 

erklärt. Weiter fehlt es nach wie vor auch an einer zweigübergreifenden Koordination (BGE 150 V 410 

E. 9.5.3.6.2). Es ist auf die Ausführungen im genannten BGE zu verweisen. In Bezug auf die 

entstehungsgeschichtliche, grammatikalische, systematische und teleologische Auslegung von Art. 28a 

Abs. 1 (Satz 2) IVG unter Einbezug von Art. 16 ATSG wird ebenfalls auf diesen BGE (E. 9.3 ff.) 

verwiesen und im Folgenden geprüft, inwieweit das Ergebnis dieses Urteils auch auf den ab 1. Januar 

2024 gültigen Verordnungsartikel übertragbar ist. 

8.5.2 In Erinnerung zu rufen und Ausgangspunkt zur Beurteilung des nun geltenden strittigen 
Verordnungsartikels ist, dass die Invalidenversicherung als Volksversicherung unter anderem vor dem 

Risiko gesundheitsbedingter Erwerbsunfähigkeit schützt (vgl. Art. 41 Abs. 2 und Art. 112 BV). Im 

Versicherungsfall steht die einzelne versicherte Person im Fokus. Nach Abklärung des 

Gesundheitszustands der versicherten Person mit ihren funktionellen Auswirkungen sind nach 
Massgabe des Beweisgrades der überwiegenden Wahrscheinlichkeit die erwerblichen Folgen 

möglichst genau zu ermitteln. Dazu hat sich in langjähriger Rechtsprechung der Grundsatz etabliert, 

dass beim Einkommensvergleich (Art. 16 ATSG) die Bestimmung sowohl des Validen- wie auch des 

Invalideneinkommens so konkret wie möglich vorzunehmen ist. Die Rede ist von wirklichkeitsnaher und 

individueller Bestimmung (BGE 150 V 410 E. 9.5.1). Es ist nochmals ausdrücklich auf die Botschaft der 

WEIV zu verweisen, gemäss welcher die Bemessung des Invaliditätsgrades trotz der Änderungen 

grundsätzlich unverändert bleiben soll (BBl 2017 2617). Auch aus der Motion 22.3377 ergibt sich 

diesbezüglich kein Hinweis auf eine beabsichtigte Änderung.  

Konkret war gemäss der bisherigen Rechtsprechung des Bundesgerichts für die Bestimmung des 

Invalideneinkommen auf die LSE abzustellen, sofern eine versicherte Person nicht mehr arbeitstätig 

war oder die Kriterien für die Berücksichtigung eines allfällig tatsächlich erzielten Einkommens nicht 

erfüllt waren. Dieser Ausgangswert war unter Berücksichtigung der von der Rechtsprechung definierten 

Korrekturfaktoren, welchen überragende Bedeutung zukommt, im Einzelfall zu kürzen. Das 

Bundesgericht lehnte sowohl vor als auch nach Inkrafttreten der ab 1. Januar 2022 gültigen Fassung 
von Art. 26bis Abs. 3 IVV eine automatische Festlegung des Abzugs ab und betonte die Wichtigkeit der 

Würdigung der Umstände im Einzelfall (BGE 148 V 174 E. 6.2; Urteil vom 4. Juli 2024, 8C_824/2023, 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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23/28 

E. 9.2). Die Einführung von Pauschalen läuft dem und damit dem Ziel des Gesetzgebers, die geltende 

Rechtsprechung ins Verordnungsrecht zu überführen, entgegen.  

8.5.3 Nach bisheriger Rechtsprechung war ein Abzug bis höchstens 25 % möglich. Dieser Wert kann 
gemäss dem strittigen Verordnungsartikel nicht mehr erreicht werden. Jedoch erfolgte bisher nicht in 

jedem Einzelfall ein Abzug vom Tabellenlohn. Insofern erscheint vordergründig der generell 
vorzunehmende Pauschalabzug von 10 % zu einer Besserstellung der einzelnen versicherten Person 

zu führen, da nun ausnahmslos bei jeder versicherten Person ein Abzug gemacht wird, ohne dabei zu 

unterscheiden, ob nach bisheriger Rechtsprechung ein Abzug gerechtfertigt gewesen wäre oder nicht. 

Diese Betrachtung greift allerdings zu kurz.  

Tatsächlich erscheint das hypothetische Einkommen gestützt auf die LSE für Hilfsarbeitende zu hoch 

angesetzt, wie die Ergebnisse der Studie BASS zeigten. Ein grundsätzlicher Abzug von 10 % könnte 

somit zu einer realitätsnäheren Bemessungsgrundlage führen. Weitere lohnrelevante Faktoren im 

Einzelfall werden nach der strittigen Verordnungsbestimmung aber ausgeklammert. Mit dem 

Pauschalabzug entfällt demnach die Beachtung der Umstände im Einzelfall. Diese sind aber für eine 

wirklichkeitsnahe und individuelle Bestimmung des Invalideneinkommens unabdingbar, was anhand 

von Beispielen bzw. Fallgruppen veranschaulicht werden soll. Insbesondere ist auf jene Fallgruppen 

hinzuweisen, die nach bisheriger Rechtsprechung regelmässig höhere Abzüge von 15 % bis 25 % 

erhalten haben und nach der neu geltenden Verordnungsbestimmung somit klar benachteiligt werden.  

8.5.4 So gewährte das Bundesgericht in vielen Fällen mit eingeschränkter oder aufgehobener 
Funktionalität des dominanten Arms oder der dominanten Hand einen Tabellenlohnabzug von 15 %, 

bei weiteren Einschränkungen auch von 20 % (vgl. EGLI / FILIPPO / GÄCHTER / MEIER, a.a.O., Rz. 393 

und 441 ff., mit Verweis auf Urteile vom 14. Juni 2018, 8C_227/2018, vom 30. Oktober 2019, 

8C_587/2019, E. 7.3, vom 23. März 2009, 8C_971/2008, E. 4.2.6.2, vom 7. Juni 2004, I 766/02, E. 2.3, 

BGE 129 V 472 E. 4.3.2, Urteile vom 5. November 2003, U 147/00, E. 3.3.3.2, vom 28. April 2010, 

8C_1050/2009, E. 3.1 und 4.2, vom 17. September 2008, 9C_418/2008, E. 3.3.2 und vom 12. März 

2020, 8C_762/2019, E. 5.2.3.2; sodann Urteil vom 5. Juli 2013, 8C_350/2013, E. 3.3). Weiter hat es 

Tabellenlohnabzüge von 15 % aufgrund erheblicher, das Zumutbarkeitsprofil über eine körperlich 

leichte Tätigkeit hinaus einschränkende Beeinträchtigungen bejaht (vgl. EGLI / FILIPPO / GÄCHTER, 

MEIER, a.a.O., Rz. 390 ff., mit Verweis auf Urteile vom 2. November 2007, 8C_223/2007, E. 6.2.3 

[leichte und rückenadaptierte Tätigkeiten] und vom 28. November 2017, 9C_629/2017, E. 2). Abzüge 

von über 10 % wurden als angemessen betrachtet, wenn die betroffene Person eine angestammte 

Tätigkeit, die aufgrund ihrer körperlichen Schwere überdurchschnittlich entlöhnt wurde, nicht mehr 
ausüben konnte (EGLI / FILIPPO / GÄCHTER / MEIER, a.a.O., Rz. 410 und ULRICH MEYER / MARCO 

REICHMUTH, Rechtsprechung zum IVG, 4. Aufl. 2022, Rz. 11 zu Art. 28a, mit Verwiesen auf Urteile vom 

16. Dezember 2004, I 770/03, E. 3.2.2, und vom 23. Oktober 2013, 9C_633/2013, E. 4.2, und vom 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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24/28 

7. Juli 1998, I 198/97, E. 3b), wenn zu körperlichen Beeinträchtigungen psychische oder kognitive 

Einschränkungen hinzutraten (EGLI / FILIPPO / GÄCHTER, MEIER, a.a.O., Rz. 459 ff., mit Verweis auf Urteil 

vom 6. Juli 2018, 8C_297/2018, E. 4.3, Urteil vom 16. April 2002, I 640/00, E. 4.d.bb.) oder wenn 

spezifische Anforderungen an den Arbeitsplatz bestanden (EGLI / FILIPPO / GÄCHTER / MEIER, a.a.O., mit 

Verweis auf Urteil vom 29. September 2010, 9C_686/2010, E. 2.2.3, vom 17. Juli 2009, 9C_368/2009, 
E. 2.3.2). Zu Abzügen von über 10 % berechtigten sodann multiple Beschwerden, die auch bei 

grundsätzlich zumutbaren Tätigkeiten zu zahlreichen Einschränkungen führten (EGLI / FILIPPO / 

GÄCHTER, MEIER, a.a.O., Rz. 405 ff., mit Verweis auf vom 10. Februar 2011, 9C_617/2010, E. 4.3, Urteil 

vom 18. Januar 2018, 8C_552/2017, E. 5.3 ff.; sodann Urteil vom 23. August 2012, 9C_311/2012, 

E. 4.2.1) sowie schubweise verlaufende Krankheiten mit nicht vorhersehbaren und schwer 

kalkulierbaren Absenzen (MEYER / REICHMUTH, a.a.O., N 11 zu Art. 28a mit Verweis auf Urteile vom 

22. Mai 2018, 8C_179/2018, E. 4.2, vom 12. Juli 2022, 9C_42/2022, E. 4.5 und E. 4.5.1 und vom 

18. August 2020, 9C_439/2020 E. 4.5.2). 

Gerade in Fällen wie dem vorliegenden, bei welchen eine versicherte Person im fortgeschrittenen Alter 

ist und an multiplen Beeinträchtigungen leidet, welche sowohl aus rheumatologischer als auch 

ophthalmologischer Sicht einen vermehrten Pausenbedarf zur Folge haben, erscheint ein höherer 

Abzug als 10 % angemessen. Aus Sicht des Arbeitsmarktes ist nämlich relevant, für welche Arbeiten 

ein Arbeitgebender die versicherte Person einsetzen kann. Dieser wird daher bereit sein, einem 
Arbeitnehmenden, der unter einer einzigen Beeinträchtigung leidet, einen höheren Lohn zu bezahlen 

als einer Arbeitnehmenden, deren Arbeitsfähigkeit zwar gleich hoch ist wie diejenige der einfach 

beeinträchtigten Person, deren Zumutbarkeitsprofil aber durch mehrere Einschränkungen eindeutig 

geschmälert ist.  

8.5.5 Zusammenfassend wurde nach bisheriger Rechtsprechung ein Abzug vom Tabellenlohn 
insbesondere dann gewährt, wenn eine versicherte Person ein sehr eingeschränktes Tätigkeitsprofil 

hatte, unter anderem verursacht durch polymorbide Leiden, Seh- oder Hörstörungen und 

Einschränkungen in den oberen Extremitäten oder Krankheiten mit unvorhersehbaren 

Krankheitsschüben. Diese Einschränkungen schlagen sich überwiegend nicht in den quantitativen, 

sondern qualitativen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit nieder. Sie haben 

eine Einschränkung der möglichen Stellen auf dem Arbeitsmarkt und überwiegend wahrscheinlich eine 

Lohneinbusse zur Folge. Deren Beurteilung obliegt jedoch nicht der Medizin, sondern der 

Rechtsanwendung (vgl. BGE 150 V 410 E. 9.5.3.2), woran sich mit der WEIV nichts geändert hat (siehe 

auch E. 8.5.1 bzgl. KSIR Rz. 3418 und der Kritik in BGE 150 V 410 E. 9.5.3.2). Weitere Kriterien für 
einen Tabellenlohnabzug bilden nach bisheriger Rechtsprechung das fortgeschrittene Alter oder die 

berufliche Karriere (Dienstalter oder Schwerstarbeitende, siehe auch BGE 150 V 410 E. 9.5.3.4.4) bzw. 

eine Kombination der aufgezählten Kriterien. Diese versicherten Personen werden jedenfalls mit dem 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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Pauschalabzug von 10 % benachteiligt, da in diesen Fällen nach bisheriger Rechtsprechung ein 

höherer Abzug als der Pauschalabzug vorzunehmen gewesen wäre. Diese Benachteiligung wird 

zumindest nicht in jedem Fall durch eine Parallelisierung des Valideneinkommens kompensiert. Denn 

ist eine versicherte Person aufgrund eines Gesundheitsschadens gezwungen, eine neue Stelle zu 

suchen, wird sie aufgrund ihres Alters oder etwa der Tatsache, dass sie ihre an der bisherigen Stelle 
gewonnenen Kenntnisse und Erfahrungen nicht mehr im gleichen Ausmass wie zuvor nutzen kann, 

eine Lohneinbusse hinnehmen müssen, die im Gesundheitsfall nicht eingetreten wäre. Dann bestehen 

möglicherweise lohnmässige Nachteile, die zwar wirtschaftlich und nicht krankheitsbedingt sind, sich 

aber erst bzw. lediglich im Krankheitsfall auswirken (vgl. BGE 150 V 410 E. 9.5.3.3; BGE 146 V 16 

E. 6.2.1). Zu denken ist etwa an den Fall, dass ein Gesundheitsschaden eintritt, nachdem die 

versicherte Person jahrelang von steigenden Löhnen profitiert hat und deren Alter inzwischen 

fortgeschritten ist. Insgesamt ist daher festzuhalten, dass die Benachteiligungen der genannten 

Fallgruppen durch die Beschränkung des Leidensabzugs auf 10 % nicht hinzunehmen ist. Daran ändert 

auch nichts, dass bei einer Teilzeittätigkeit von 50 % oder weniger ein zusätzlicher Abzug von 10 % 

und damit insgesamt ein solcher von 20 % möglich ist. Denn die bereits erwähnten Fallgruppen haben 

gemein, dass diesen versicherten Personen meist eine höhere Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten 

Tätigkeit attestiert wird.  

8.5.6 Auch aus statistischen Gründen erweist sich der pauschale 10%ige Abzug gemäss Art. 26bis 
Abs. 3 Satz 1 IVV als ungenügend begründet. Es ist zwar statistisch ausgewiesen, dass Menschen mit 

gesundheitlichen Einschränkungen im Vergleich zu gesunden Menschen nicht die gleichen Einkommen 

erzielen können. Ein statistischer Nachweis oder eine andere nachvollziehbare Begründung dafür, dass 

diese Lohndiskriminierung 10 % betragen soll, fehlt allerdings. Die Studie BASS kam zum Ergebnis, 

dass sowohl der Durchschnittslohn (Mittelwert) wie auch der Medianlohn von Erwerbstätigen mit 

starken gesundheitlichen Einschränkungen, die keine IV-Rente beziehen, im Vergleich zu den Löhnen 

von voll leistungsfähigen Erwerbstätigen um rund 10 % tiefer seien. Die Löhne von erwerbstätigen IV-

Rentnerinnen und -Rentnern seien nochmals tiefer. Ihr Durchschnittslohn sei im Vergleich zu voll 

leistungsfähigen Erwerbstätigen um 14 % und der Medianlohn um 17 % tiefer (Studie BASS, S. 34). 

Jedenfalls ist unklar und nicht nachvollziehbar, gestützt auf welche Grundlage der Bundesrat die 10 % 

festsetzte. Auch die im erläuternden Bericht nach der Vernehmlassung abgegebene Erklärung, dass 

die von der Studie BASS ermittelten 17 % sich um einige Prozentpunkte verringerten, wenn die in der 

Studie erwähnte Differenz um Faktoren wie Geschlecht, Alter, Kompetenzniveau oder Brancheneffekte 

korrigiert werde (S. 6), erscheint nicht nachvollziehbar. Die Begründung für diese «Minimallösung» 
dürfte in rein fiskalpolitischen Überlegungen zu finden sein, was nicht ausschlaggebend sein kann. 

Jedenfalls fehlt eine Erklärung, welche nach bisheriger Rechtsprechung geltenden Korrekturfaktoren 

mit diesen pauschalen 10 % erfasst sind.  

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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8.5.7 Der Teilzeitabzug von 10 % bei Erwerbstätigen in einem Pensum von 50 % und tiefer (Art. 26bis 
Abs. 3 Satz 2 IVV) ist ebenfalls nicht statistisch ausgewiesen. Das BFS erhob mit der Tabelle T18 den 

monatlichen Bruttolohn nach Beschäftigungsgrad, beruflicher Stellung und Geschlecht. Grundsätzlich 

massgebend für den überwiegenden Teil der versicherten Personen dürfte die berufliche Stellung 

«ohne Kaderfunktion» sein, weshalb lediglich auf diese Zahlen näher einzugehen ist. Ein Blick auf diese 
Statistik zeigt, dass Männer auch bei einer Tätigkeit von über 50 % eine Lohneinbusse von 4,2 % (T18, 

2020) bzw. 4,9 % (T18, 2022) hinnehmen müssen. Dies berücksichtigt die erst ab einem 

Pensumsäquivalent von 50 % anwendbare Pauschale nicht. Bei zumutbaren Pensen von unter 50 % 

beträgt der statistische Teilzeitabzug bei Männern rund 13 % (T18, 2020 und 2022), was somit über 

den im Verordnungsartikel festgesetzten 10 % liegt. Bei Frauen – ebenfalls ohne Kaderfunktion – 

besteht bei Teilzeitpensen von 25 % bis 49 % kein Lohnnachteil (T18, 2020) bzw. ein solcher von 

lediglich 1,1 % (T18, 2022). Gemäss den statistischen Daten würde die Vornahme eines pauschalen 

Teilzeitabzugs demnach die Frauen bevorteilen. Dies wäre sowohl unter dem Gesichtspunkt der 

Gleichbehandlung als auch der wirklichkeitsnahen und individuellen Bestimmung des 

Invalideneinkommens äusserst kritisch zu beurteilen. Ausserdem müsste aufgrund der statistischen 

Daten bei den Männern eine differenzierte Lösung mit mehr Abstufungen vorgenommen werden. 

Zusammenfassend fehlt es jedenfalls an einer ausreichenden und nachvollziehbaren statistischen 

Grundlage für die in Art. 26bis Abs. 3 Satz 1 und 2 IVV festgesetzten Prozentsätze. 

8.5.8 Nach dem Gesagten wurde dem gesetzgeberischen Willen mit dem neuen Verordnungsrecht 
(insb. Art. 26bis Abs. 3 IVV) nicht Rechnung getragen. Mit der Vornahme eines Pauschalabzugs von 

10 % und insbesondere mit Satz 3 des 26bis Abs. 3 IVV, wonach keine weiteren Abzüge möglich seien, 

wurden die von der Rechtsprechung entwickelten Korrekturfaktoren beim Abzug vom 

Invalideneinkommen nicht ins neue Recht übernommen. Für den Teilzeitabzug von 10 % fehlt ein 

überzeugender statistischer Nachweis. Demensprechend erweist sich Art. 26bis Abs. 3 IVV als nicht 

gesetzeskonform. Vom Bundesgericht wurde bisher nur der vom 1. Januar 2022 bis Ende 2023 gültige 

Art.  26bis Abs. 3 IVV beurteilt. Gemäss diesem Artikel war einzig ein pauschaler Abzug für Teilzeitarbeit 

vorgesehen. Das Bundesgericht entschied, dass soweit ein weitergehender Korrekturbedarf über den 

Art. 26bis Abs. 3 IVV hinaus bestehe, ergänzend auf die bisherigen Rechtsprechungsgrundsätze zum 

Abzug vom Tabellenlohn zurückzugreifen sei (BGE 150 V 410 E. 10.6). In einem neueren Urteil hat es 

offengelassen, ob die seit dem 1. Januar 2024 geltende Regelung gesetzeskonform sei und erwogen, 

selbst wenn dies der Fall sein solle, bedeute dies nicht, dass zusätzlich zum Pauschalabzug von 10 % 

resp. 20 % ein weiterer Abzug von bis zu 25 % gewährt werden müsste. Nur soweit über den 
pauschalisierten Abzug hinaus Bedarf an weitergehender Korrektur bestehe, sei ergänzend auf die 

bisherigen Rechtsprechungsgrundsätze zum Tabellenlohnabzug zurückzugreifen. Nach diesen, durch 

BGE 150 V 410 nicht geänderten Grundsätzen, sei der Tabellenlohnabzug nach Umständen im 

Einzelfall gesamthaft zu schätzen, zudem dürfe er höchstens 25 % betragen (Urteil vom 31. Juli 2025, 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

IV 2025/12 
 

 

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9C_188/2025, E. 8.4). Im nun strittigen Verordnungsartikel werden die konkreten Korrekturfaktoren 

nach wie vor nicht präzisiert und damit ist unklar, ob es sich beim im Verordnungsartikel Satz 1 

festgehaltenen Pauschalabzug um einen reinen Leidensabzug handelt oder weitere Korrekturfaktoren 

berücksichtigt wurden (siehe E. 8.5.6). Nach geltender Rechtsprechung dürfen lohnmindernde 

Faktoren aber nicht doppelt berücksichtigt werden und damit nicht sowohl durch die Pauschale als auch 
durch einen zusätzlichen Korrekturfaktor zu einem Abzug führen. Es ist somit im konkreten Fall zu 

prüfen, ob die pauschalisierten Abzüge insgesamt mit den Korrekturfaktoren nach bisheriger 

Rechtsprechung vereinbar sind.  

8.6 Zu berücksichtigen ist im vorliegenden Fall das fortgeschrittene Alter des Beschwerdeführers. Er 
kommt der Schwelle von 60 Jahren nahe, ab welcher die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit näher 

zu prüfen ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 25. Juni 2021, 9C_497/2020, E. 5.2.2.). Mit dem Alter 

geht die Flexibilität zum Erlernen einer neuen Tätigkeit stark zurück. Weiter ist zu beachten, dass bei 

älteren Arbeitnehmern auch höhere Lohnnebenkosten in Form höherer Arbeitgeberbeiträge anfallen, 

was es für sie erschwert, an einer neuen Stelle hohe (Median-)Einstiegslöhne zu realisieren (vgl. BGE 

150 V 410 E. 9.5.3.4.2). Zudem leidet der Beschwerdeführer unter verschiedenen Beeinträchtigungen, 

nämlich der Mobilität, der körperlichen Belastbarkeit, aber auch der Sehfähigkeit. Entsprechend 

umfassend sind die Adaptionskriterien, für welche anstelle einer Wiederholung auf E. 7.4.1 verwiesen 

wird. Damit ist der Bereich von Aufgaben eng, für welche er eingesetzt werden kann. Es muss daher 
mit einem Entgegenkommen eines Arbeitgebenden gerechnet werden. Wie bereits unter E. 8.5.7 

dargetan, erleiden Männer gemäss der Tabelle T18 bei einer Tätigkeit von über 50 % bis 74% eine 

Lohneinbusse 4,9 % (2022). Dies stellt zwar praxisgemäss (allein für sich) keine überproportionale 

Lohneinbusse dar. Allerdings muss der lohnbeeinflussende Faktor "Beschäftigungsgrad" im Rahmen 

der gesamthaften Schätzung mitberücksichtigt werden (Urteile des Bundesgerichts vom 19. Oktober 

2022, 8C_332/2022, E. 5.2.2.1 und vom 10. August 2021, 8C_115/2021, E. 4.2.2.). Unter 

Berücksichtigung der gesamten Umstände ist daher davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer 

seine Arbeitsfähigkeit nicht mit demselben ökonomischen Erfolg verwerten kann wie eine gesunde 

Person und damit eine Lohneinbusse hinnehmen muss. Es rechtfertigt sich damit ein Abzug von 20%.  

8.7 Unter Berücksichtigung der gutachterlich attestierten 70%igen Arbeitsfähigkeit und des 20%igen 
Abzugs vom Invalideneinkommen beträgt der Invaliditätsgrad des Beschwerdeführers 44 % (100 % - 

0,8 x 70 %). In Anwendung von Art. 28b Abs. 4 IVG hat er somit ab 1. Januar 2024 Anspruch auf eine 

Rente in der Höhe von 35 % einer ganzen Rente.  

9.   

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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9.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde gutzuheissen und dem Beschwerdeführer ab 1. Januar 
2024 eine Rente in der Höhe von 35 % einer ganzen Rente zuzusprechen. Zur Festsetzung und 

Ausrichtung der Rentenleistung ist die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. 

9.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand 
und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis 
IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint als angemessen. Die Beschwerdegegnerin hat 

ausgangsgemäss die gesamte Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. Der vom Beschwerdeführer 

geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist ihm zurückzuerstatten.  

9.3 Da der Beschwerdeführer nicht vertreten ist, hat er keinen Anspruch auf eine 
Parteientschädigung. 

Entscheid 

1.  
In Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung vom 5. Januar 2025 aufgehoben und dem 

Beschwerdeführer ab 1. Januar 2024 eine Rente in der Höhe von 35 % einer ganzen Rente 

zugesprochen. Zur Festsetzung des Rentenbetrags und Ausrichtung der Rentenleistung wird die Sache 

an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen. 

2.  
Die Beschwerdegegnerin hat eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. Der vom 

Beschwerdeführer geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird ihm zurückerstattet. 

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 23.10.2025
	Art. 26bis Abs. 3 IVV in der ab 1.1.2024 gültigen Fassung. Die gutachterlich attestierte 70%ige Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit ist trotz fortgeschrittenem Alter verwertbar. Zu prüfen war ein Abzug vom Invalideneinkommen nach dem ab 1.1.2024 gültigen Verordnungsartikel. Wie das Bundesgericht bezüglich der vom 1.1.2022 bis Ende 2023 gültigen Fassung entschied, sind nach Auffassung des hiesigen Gerichts auch in der nun gültigen Fassung die Korrekturfaktoren nach bisheriger Rechtsprechung zu berücksichtigen. Gutheissung der Beschwerde und Zusprache einer Rente (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 23. Oktober 2025, IV 2025/12). Beim Bundesgericht angefochten.

		2026-01-28T04:04:14+0100
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen