# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a56119cc-b2e4-5df2-a309-c65179cb1b7c
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2008-08-27
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Kantonsgericht Zivilkammern (inkl. Einzelrichter) 27.08.2008 BZ.2007.8
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_KG_002_BZ-2007-8_2008-08-27.pdf

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: BZ.2007.8

Stelle: Kantonsgericht

Rubrik: Zivilkammern (inkl. Einzelrichter)

Publikationsdatum: 27.08.2008

Entscheiddatum: 27.08.2008

Entscheid Kantonsgericht, 27.08.2008
Art. 41 ff., Art. 97 und Art. 398 OR (SR 220). Tödlicher Schneesportunfall 
eines Jugendlichen abseits der markierten Piste anlässlich eines von einer 
Privatschule organisierten Skitags. Genugtuung. Verneinung einer 
Sorgfaltspflichtverletzung der Schule. Unterbrechung des 
Kausalzusammenhangs durch das Verhalten des Jugendlichen, die Piste an 
einer abgesperrten Stelle zu verlassen (Kantonsgericht St. Gallen, III. 
Zivilkammer, 27. August 2008, BZ.2007.8).Siehe zu diesem Entscheid auch 
die Mitteilung des Kantonsgerichts vom 9. September 2008.

Erwägungen

 

I.

1.            Der am 17. Dezember 1988 geborene, bei seiner Mutter A wohnhafte Aa 

besuchte im Winter 2003/04 die erste Klasse der integrierten Oberstufe mit 

Sekundarschule an der Schule B. Am 27. Februar 2004 fuhren fünf Klassen dieser 

Schule mit 75 bis 80 Schülern und 8 Lehrern beziehungsweise Begleitern mit 

Reisebussen nach Unterwasser, wo sie etwa um 09.15 Uhr eintrafen. An der Talstation 

wurden die Schüler versammelt und über den Ablauf des Skitags informiert. Bei dieser 

Gelegenheit wurden die Tageskarten und Zettel mit Notfallnummern abgegeben. 

Anschliessend fuhren die Schüler gruppenweise in den Skigebieten Wildhaus-

Gamserrugg und Unterwasser-Chäserrugg Ski oder Snowboard. Nach der 

Mittagspause durften sie frei fahren, dies unter der Bedingung, dass mindestens 

Dreiergruppen gebildet wurden und dass pro Gruppe mindestens zwei Mobiltelefone 

mitgeführt wurden.

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Aa fuhr am Morgen hauptsächlich in der Gruppe des Lehrers H. Ab 12.00 Uhr durfte 

die Gruppe frei fahren. H wies die Schüler an, sich um 14.30 Uhr beim Funpark im 

Oberdorf, Wildhaus, einzufinden. In der Folge fuhr Aa zusammen mit sechs Mitschülern 

frei Snowboard. Etwa um 13.45 Uhr traf die Gruppe mit Aa im Bergrestaurant Gamsalp 

zufällig die Lehrer H und K. Bei dieser Gelegenheit ersuchten die Schüler H, sie vom 

Treffen um 14.30 Uhr auszunehmen. H gab dieser Bitte nach und wies die sieben 

Schüler an, sich stattdessen um 15.55 Uhr bei der Talstation der Iltiosbahn in 

Unterwasser einzufinden. Er machte die Schüler zudem darauf aufmerksam, dass sie 

zum Wechseln des Skigebietes von Wildhaus nach Unterwasser bis zum Gamserrugg 

fahren müssen.

Etwa um 15.00 Uhr begab sich die Gruppe mit Aa mit der Sesselbahn vom Oberdorf 

Wildhaus zur Gamsalp. Anschliessend fuhren sie auf der roten Standardpiste in 

Richtung Oberdorf. Im Verlauf der Fahrt stürzte der einzige Skifahrer in der Gruppe und 

verlor am Rand der Piste einen Ski, der schliesslich ausserhalb der Piste stecken blieb. 

Die Gruppe beschloss, den Ski zu holen. Dazu verliessen die Schüler die markierte 

Piste an einer Stelle, die gut erkennbar mit einem gelb-schwarzen Seil und mit gelb-

schwarzen Stangen abgesperrt war. Zusätzlich war einige Meter entfernt eine 

Signalisationstafel "Fahrverbot" mit dem Vermerk "gesperrt" aufgestellt. Der Ski wurde 

gefunden und wieder montiert. Anschliessend begab sich die Gruppe nicht wieder auf 

die markierte Piste, sondern begann, eine Abkürzung zu suchen. Da sie von ihrem 

Standort aus die Häuser und Lifte im Skigebiet Unterwasser sehen konnten, gingen die 

Schüler davon aus, ohne Probleme dorthin traversieren zu können. Die Gruppe fuhr 

deshalb im freien, ungesicherten Gelände weiter. Das anfänglich flache, aus 

Gebirgswald und Felswänden bestehende Gelände wurde in der Folge immer steiler 

und unwegsamer. Die Jugendlichen entschlossen sich deshalb, ihre Snowboards 

beziehungsweise Skier auszuziehen und zu Fuss einen Weg durch den 

felsdurchsetzten Wald zu suchen. Schliesslich befanden sie sich an einem sehr steilen 

Nordhang (rund 50 bis 60 Grad Neigung), der anschliessend in ein rund 20 Meter 

langes Schneefeld überging und schliesslich über eine rund 70 Meter hohe Felswand 

senkrecht abfiel. Der Skifahrer in der Gruppe glitt während des Abstiegs im steilen 

Hang aus und rutschte rückwärts auf dem Schneefeld einige Meter talwärts. Kurz vor 

der Felswand konnte er sich an einer kleinen Tanne festhalten und so den Absturz 

verhindern. Aa versuchte zu seinem Mitschüler zu gelangen und rutschte ebenfalls aus. 

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Im Unterschied zu seinem Kameraden konnte er sich aber nirgends festhalten und 

stürzte über die senkrecht abfallende Felswand. Auf das Zurufen seiner Mitschüler 

reagierte er nicht mehr.

Kurz nach 16.00 Uhr informierte ein Mitschüler per Mobiltelefon den Lehrer M über das 

Vorgefallene. Dieser alarmierte sofort den Pisten- und Rettungsdienst. Die 

Rettungsflugwacht konnte in der Folge nur noch den Tod von Aa feststellen. Fünf der 

sechs Schüler wurden vom steilen Schneeband oberhalb der Felswand mit einem 

Rega-Helikopter gerettet und nach Wildhaus geflogen. Ein Schüler wurde von der 

Pistenpatrouille zu Tal gebracht.

2.             Am 15. September 2005 gelangte die Klägerin direkt (Art. 136 lit. a ZPO) an 

das Kreisgericht und beantragte, die Beklagte sei zu verpflichten, ihr für den Verlust 

ihres Sohnes eine Genugtuung nach richterlichem Ermessen, eventuell Fr. 35'000.- 

nebst Zins zu 5% seit 27. Februar 2004 zu bezahlen. Mit Klageantwort vom 

14. Dezember 2005 beantragte die Beklagte die kostenfällige Abweisung der Klage. Mit 

Urteil vom 5. September 2006 verpflichtete das Kreisgericht die Beklagte, der Klägerin 

den Betrag von Fr. 10'000.- nebst Zins zu 5% seit 27. Februar 2004 als Genugtuung zu 

bezahlen. Im Mehrbetrag wurde die Klage abgewiesen. Die Gerichtskosten von 

Fr. 4'500.- wurden der Klägerin zu einem Drittel und der Beklagten zu zwei Dritteln 

auferlegt. Zudem wurde die Beklagte verpflichtet, der Klägerin eine 

Parteikostenentschädigung von Fr. 2'295.90 zu bezahlen.

3.             Gegen dieses Urteil erhob die Beklagte am 22. Januar 2007 Berufung mit 

den Anträgen, das Urteil des Kreisgerichts vom 5. September 2006 sei aufzuheben und 

die Klage der Klägerin abzuweisen. Eventualiter sei das Urteil aufzuheben und die 

Angelegenheit zur Abklärung des Sachverhalts und zur Neuentscheidung an die 

Vorinstanz zurückzuweisen. Mit Berufungsantwort vom 2. März 2007 beantragte die 

Beklagte die kostenfällige Abweisung der Berufung. Mit nachträglicher Eingabe vom 

16. März 2007 hielt die Beklagte an ihren Rechtsbegehren fest. Am 30. März 2007 

beantragte die Klägerin, die nachträgliche Prozesseingabe der Beklagten sei nicht 

zuzulassen.

 

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II.

1.    Die von Amtes wegen vorzunehmende Prüfung der Prozessvoraussetzungen 

(Art. 79, 224 Abs. 1 lit. d, 225, 229 ZPO; Art. 82 ff. GerG) ergibt, dass diese erfüllt sind. 

Zuständig ist die III. Zivilkammer (Art. 20 Abs. 1 lit. a ZPO, Art. 15 lit. d GO).

Auf die Berufung ist einzutreten.

2.    Bezüglich der von ihr beantragten Nichtzulassung der nachträglichen Eingabe vom 

16. März 2007 macht die Klägerin geltend, die Beklagte missachte Art. 164 Abs. 2 

ZPO, indem sie nicht zunächst um eine nachträgliche Prozesseingabe ersuche und 

dieses Gesuch begründe. Stattdessen reiche sie direkt die nachträgliche Eingabe ein. 

Da ein Gesuch um Zulassung der nachträglichen Eingabe fehle, sei die eingereichte 

nachträgliche Eingabe aus dem Recht zu weisen.

Nach Art. 164 Abs. 2 ZPO ist das Gesuch um Zulassung einer nachträglichen Eingabe 

innert 10 Tagen, nachdem der Gesuchsteller vom Grund Kenntnis erhalten hat, 

einzureichen. Diese Formulierung des Gesetzes ist missverständlich. Gemäss Praxis 

setzt die Einreichung einer nachträglichen Eingabe kein separates vorgängiges Gesuch 

voraus. Das Gesuch um Zulassung einer nachträglichen Eingabe ist vielmehr mit der 

Eingabe zu verbinden, das heisst es wird mit der nachträglichen Eingabe implizit ein 

solches Gesuch gestellt (GVP 1993 Nr. 65 E. a; Leuenberger/Uffer-Tobler, Kommentar 

zur Zivilprozessordnung des Kantons St. Gallen, Bern 1999, Art. 164 N 3a). Die 

Beklagte war somit nicht gehalten, ein separates Gesuch um Zulassung einer 

nachträglichen Eingabe einzureichen. Im Übrigen ist die nachträgliche Eingabe vom 

16. März 2007 nach Art. 164 Abs. 1 lit. b ZPO zulässig, nimmt doch die Beklagte in 

dieser Eingabe lediglich zu neuen Tatsachenbehauptungen in der Berufungsantwort 

vom 2. März 2007 und zu drei neuen Aktenstücken Stellung. Die nachträgliche Eingabe 

der Beklagten vom 16. März 2007 ist deshalb nicht aus dem Recht zu weisen.

 

III.

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1.             Im Zeitpunkt des Unfalls vom 27. Februar 2004 bestand zwischen der 

Klägerin und der Beklagten unbestritten ein Vertragsverhältnis. Vertragsgegenstand 

bildete die Leistung von Schulunterricht der integrierten Oberstufe gegen die Leistung 

eines Schulgeldes. Es handelt sich dabei um einen sogenannten Unterrichtsvertrag, der 

zu den Innominatkontrakten gehört und Auftrags-, Kaufs- und Mietelemente enthält 

(Guhl/Koller/Schnyder/Druey, Das Schweizerische Obligationenrecht, 9. Auflage, Zürich 

2000, § 40 N 28; Schluep, Innominatverträge, in: Schweizerisches Privatrecht, Bd. VII/

2, Basel 1979, 918). Überwiegt beim Unterrichtsvertrag die Arbeitsleistung des Lehrers 

deutlich, so wird der Vertrag zumeist dem Auftragsrecht unterstellt (Guhl/Koller/

Schnyder/Druey, § 41 N 84). Im Vertrag zwischen der Klägerin und der Beklagten 

dominiert die Lehrtätigkeit. Auf das Vertragsverhältnis ist deshalb Auftragsrecht 

anzuwenden. Da nach dem Vertrag nicht die Klägerin selber, sondern Aa beschult 

worden ist, liegt ein Vertrag zu Gunsten Dritter vor, der dem Auftragsrecht untersteht 

(vgl. auch BGE 116 II 520 [Kinderarzt]).

2.             Der von der Klägerin geltend gemachte Genugtuungsanspruch setzt 

zunächst voraus, dass die Beklagte beziehungsweise ihre Hilfspersonen eine 

Vertragsverletzung begangen haben. Dies ist der Fall, wenn die Beklagte sich bei der 

Durchführung des Skitages vom 27. Februar 2004, der im Rahmen der Erfüllung ihrer 

vertraglichen Verpflichtungen erfolgt ist, eine Sorgfaltspflichtverletzung hat zuschulden 

kommen lassen.

a)      Nach Art. 398 Abs. 2 OR haftet der Beauftragte dem Auftraggeber für getreue und 

sorgfältige Ausführung des ihm übertragenen Geschäftes. Art. 398 Abs. 1 OR verweist 

dabei für den Auftrag auf den Sorgfaltsmassstab, der für den Arbeitnehmer im 

Arbeitsverhältnis gilt. Die Lehre ist sich jedoch einig, dass an die Sorgfalt des 

Beauftragten im Allgemeinen höhere Anforderungen zu stellen sind als an diejenige des 

Arbeitnehmers. Den Beauftragten ist es insbesondere verwehrt, sich auf geringe 

Fachkenntnisse zu berufen. Er hat stets für diejenige Sorgfalt einzustehen, die für den 

übernommenen Auftrag erforderlich ist (Honsell, Schweizerisches Obligationenrecht, 

Besonderer Teil, 8. Auflage, Bern 2006, 316).

Mit dem Verweis auf das Arbeitsrecht besagt aber Art. 398 Abs. 1 OR auch, dass es 

sich beim objektiven Sorgfaltsmassstab nicht um einen generellen Massstab handelt, 

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dessen Anforderungen die jeweils geschuldete Sorgfalt nach einem einheitlichen 

Durchschnittsmass für alle Beauftragten in allen Auftragsverhältnissen festlegen würde. 

Zur Anwendung gelangt vielmehr ein "bereichsspezifischer und berufsspezifischer" 

Sorgfaltsmassstab (Fellmann, Berner Kommentar, VI/2/4, Bern 1992, Art. 398 N 485). 

Massgebend ist ein "berufsspezifisches Durchschnittsverhalten" (Fellmann, Art. 398 

N 486). Des Weitern bestimmt sich das Mass der erforderlichen Sorgfalt auch nach 

dem Zweck des konkreten Auftrags, verspricht doch der Beauftrage, seine Tätigkeit auf 

das vom Auftraggeber angestrebte Resultat hin auszurichten (Fellmann, Art. 398 

N 493). Diesbezüglich fällt vorliegend in Betracht, dass das Mass der Sorgfalt auf ein 

vernünftiges Mass beschränkt werden muss, liesse sich doch sonst eines der Ziele, 

das mit Schneesporttagen nebst anderen (Ausbildung, Gemeinschaftserlebnis) verfolgt 

wird, nämlich die Jugendlichen zu Eigenständigkeit und Selbstverantwortung zu 

erziehen, zum vornherein gar nicht erreichen (Stiffler, Schweizerisches Skirecht, 

2. Aufl., Derendingen 1991, N 324; Entscheid der Beschwerdekammer des 

Kantonsgerichts Graubünden vom 29. August 1995 [PKG 1995 Nr. 44, E. 3a S. 152 f.]; 

Entscheid des Kantonsgerichtsausschusses von Graubünden vom 7. Juni 1978 

[PKG 1978 Nr. 28 = SJZ 79 (1983) 44 ff., S. 46]).

b)      Die Klägerin stellt in ihrer Berufungsantwort (Seiten 4 und 5) rund 

30 Tatsachenbehauptungen auf, die der Beklagten zur Sorgfaltspflichtverletzung 

gereichen sollen. Dabei handelt es sich überwiegend um Einzelaspekte im Ablauf des 

Skitags vom 27. Februar 2004, die mit dem zu beurteilenden Unfall weder einzeln noch 

zusammen in einem Zusammenhang stehen. So macht die Klägerin etwa geltend, die 

Leiter H und K hätten zu Beginn des Skitags noch nicht über Skier verfügt. H und K 

seien zunächst Skier mieten gegangen. Dies habe dazu geführt, dass die Gruppe mit 

Aa bei der Erstabfahrt ohne Betreuung gewesen sei. Es kann dahingestellt bleiben, ob 

dieser Umstand der Beklagten zur Sorgfaltspflichtverletzung gereicht, denn das von 

der Klägerin gerügte Verhalten der Hilfspersonen der Beklagten steht in keinerlei 

Zusammenhang mit dem Unfall vom Nachmittag. Zwischen der morgendlichen 

Erstabfahrt ohne Betreuung und dem nachmittäglichen Unfall fehlt es auch schon an 

einem bloss natürlichen Kausalzusammenhang. Dasselbe gilt für viele andere von der 

Klägerin aufgestellten Tatsachenbehauptungen, so etwa für die Behauptung, die 

Orientierung der Lehrpersonen und Gruppenleiter habe erst im morgendlichen Briefing 

am Skitag selber stattgefunden oder es sei keine Prüfung der Fertigkeiten und der 

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Ausrüstung der Schüler erfolgt oder es habe keine Vorausinstruktion und 

Vorausbesichtigung des Skigebietes durch die Gruppenleiter stattgefunden. Von 

Bedeutung und näher zu prüfen sind hingegen drei von der Klägerin geltend gemachte 

Sachverhalte: Dass die Schüler der Beklagten ab 12.00 Uhr ohne räumliche 

Einschränkung das gesamte Skigebiet Wildhaus-Unterwasser frei befahren durften; 

dass der Schülergruppe mit Aa gestattet wurde, selbständig zur Talstation der 

Iltiosbahn in Unterwasser zu fahren und sie in zeitlicher Hinsicht einzig die Auflage 

hatte, sich um 15.55 Uhr bei der Talstation der Iltiosbahn einzufinden; dass die Schüler 

weder am Morgen noch am Nachmittag explizit darauf aufmerksam gemacht wurden, 

beim Verlassen der Piste drohe Absturzgefahr.

c)      Die Beklagte gestattete es ihren Schülerinnen und Schülern, am 27. Februar 2004 

ab 12.00 Uhr im ganzen Skigebiet Wildhaus-Unterwasser frei zu fahren. Entgegen der 

Auffassung der Klägerin, hat die Beklagte damit die ihr obliegende Obhuts- und 

Fürsorgepflicht nicht verletzt.

Bei Wildhaus-Unterwasser handelt es sich um ein beliebtes Skigebiet in den Voralpen 

des Obertoggenburgs. Seine Pisten weisen zumeist einen mittleren Schwierigkeitsgrad 

auf. Wenn sich die Fahrer an die Piste halten, ist das Gebiet ungefährlich zu befahren. 

Es kommt hinzu, dass das Skigebiet Wildhaus-Unterwasser auch völlig übersichtlich 

ist. Im Unterschied zu den grossen Skidestinationen der Alpen handelt es sich bei 

Wildhaus-Unterwasser nicht um ein sogenanntes Skikarussell, bei dem die Pisten in 

allen vier Himmelsrichtungen und in verschiedenen Geländekammern verlaufen. Das 

Skigebiet Wildhaus-Unterwasser weist zwei Gipfel, den Gamserrugg und den 

Chäserrugg auf, von denen praktisch alle Pisten in nord-nordöstlicher Richtung 

abfallen. Die Wildhauser- und die Unterwasser-Seite sind sodann mit 

Verbindungspisten untereinander verbunden. Da das Skigebiet Wildhaus-Unterwasser 

insgesamt lediglich einen mittleren Schwierigkeitsgrad aufweist und es sehr 

übersichtlich ist, wird es nicht zuletzt von Familien mit Kindern und unter der Woche 

von Schulklassen frequentiert. Unter diesen Umständen gereicht es der Beklagten 

grundsätzlich nicht zum Vorwurf, wenn sie ihren Schülerinnen und Schülern das freie 

Fahren im erschlossenen Skigebiet ab 12.00 Uhr erlaubte (vgl. dazu auch den 

Entscheid der Beschwerdekammer des Kantonsgerichts Graubünden vom 29. August 

1995 [PKG 1995 Nr. 44, E. 3a S. 153]; Stiffler, N 318). Dies war umso eher vertretbar, 

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als diese Erlaubnis an Auflagen gebunden wurde. Zum einen durften die Schülerinnen 

und Schüler lediglich in Gruppen mit mindestens drei Personen fahren. Diese Auflage 

wurde denn auch von der Gruppe mit Aa befolgt, fuhren sie doch zu siebt. Zudem hatte 

jede Gruppe über mindestens zwei Mobiltelefone zu verfügen. Auch diese Auflage 

scheint die Gruppe mit Aa erfüllt zu haben, jedenfalls konnte ein Mitglied dieser Gruppe 

nach dem Unfall von Aa per Mobiltelefon den Lehrer M, dessen Nummer die Schüler 

vor Beginn des Skitages auf einem Notfallzettel mitgeteilt erhalten hatten, orientieren 

und Hilfe anfordern. Schliesslich wurde den Schülern von H auch am Nachmittag kein 

unbefristetes freies Fahren erlaubt. Die Schüler hatten sich bereits nach zweieinhalb 

Stunden (inkl. Mittagsverpflegung), um 14.30 Uhr, wieder beim Funpark in Oberdorf 

Wildhaus einzufinden.

Unter Berücksichtigung dieser Auflagen hat die Beklagte mit ihrem Entscheid, die 

Schüler ab 12.00 Uhr frei fahren zu lassen, keine vertraglichen Sorgfaltspflichten 

verletzt, zumal die beteiligten Schüler durchwegs 16, 15 oder fast 15 Jahre alt waren. 

Ein zeitlich befristetes und mit Auflagen verbundenes freies Fahrenlassen von 

Schülerinnen und Schülern in diesem Alter in einem (innerhalb der Pisten) gefahrlosen, 

übersichtlichen Skigebiet ist ungefährlich. Dabei darf die Lehrperson darauf vertrauen, 

dass die Schüler Auflagen einhalten und sich an die Regeln, die beim Skifahren zu 

beachten sind, halten. Das Vertrauen, das die Lehrperson dabei den jugendlichen 

Schülern notwendigerweise entgegenbringt, dient dem Erziehungs- und 

Bildungsauftrag der Schule, die Schüler zu selbständigem Denken und Handeln 

anzuleiten. Dass dies im Übrigen auch von den Schülern als selbstverständlich 

angesehen wurde, zeigen beispielsweise die Aussagen von O, der auf die Frage, 

warum sie am Nachmittag nicht begleitet wurden, ausführte: "Wir sind zwischen 14- 

und 16-jährig. Da kann man auch mal alleine fahren." (kläg. act. 11, S. 2) und von P, 

der auf dieselbe Frage antwortete: "Ich denke, dass es normal ist, wenn wir auch mal 

frei fahren dürfen." (kläg. act. 13, S. 2). Zu prüfen bleibt, ob der Beklagten eine 

Sorgfaltspflichtverletzung angelastet werden muss, weil Lehrer H die Gruppe mit Aa 

etwa um 13.45 Uhr vom Treffen um 14.30 Uhr und der nachfolgenden gemeinsamen 

Talabfahrt dispensiert hat.

d)      45 Minuten vor dem vereinbarten Treffen stiess die Gruppe mit Aa im 

Bergrestaurant Gamsalp zufällig auf die Lehrer H und K. Auf Ersuchen der sieben 

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Schüler hin dispensierte sie H vom Treffen um 14.30 Uhr und wies sie an, sich statt 

dessen direkt um 15.55 Uhr bei der Talstation der Iltiosbahn in Unterwasser 

einzufinden. Entgegen der Auffassung der Klägerin liegt in diesem Zulassen einer 

unbegleiteten Talabfahrt noch keine Verletzung der vertraglichen Sorgfaltspflicht der 

Beklagten.

Lehrer H machte am Vormittag des 27. Februar 2004 mit den Schülern der in Frage 

stehenden "Siebner-Gruppe" und weiteren Schülern mehrere Kilometer Abfahrten auf 

mittelschweren (roten) Pisten. Er kannte deshalb die Fahrfähigkeiten der Gruppe mit Aa 

und konnte deshalb abschätzen, ob die Gruppe in der Lage war, die Talabfahrt ohne 

Begleitung hinter sich zu bringen. Die Fahrfähigkeit von Aa und der Mitglieder seiner 

Gruppe spielte beim Unfall sodann keine Rolle. Da es sich beim Skigebiet Wildhaus-

Unterwasser auch in den Talabfahrten um ein ungefährliches und übersichtliches 

Skigebiet handelt, durfte H dem Bitten seiner Schüler nachgeben und sie - ohne eine 

Sorgfaltspflichtverletzung zu begehen - um etwa 13.45 Uhr vom Treffen um 14.30 Uhr 

dispensieren und ihnen erlauben, weitere rund zwei Stunden frei zu fahren und bis 

15.55 Uhr selbständig zur Talstation der Iltiosbahn zu gelangen. Die Sichtverhältnisse 

waren im fraglichen Zeitpunkt gut (kläg. act. 8: polizeiliche Einvernahme von R vom 27. 

Februar 2004, S. 1 hinten). Es kommt hinzu, dass H die Schülergruppe nicht einfach 

losfahren liess, sondern sie noch darauf aufmerksam machte, dass sie zum 

Skigebietswechsel bis zum Gamserrugg hochfahren müssen (kläg. act. 14: polizeiliche 

Einvernahme von H vom 1. März 2004, S. 3). Der Schüler S soll ihm - H - zur Antwort 

gegeben haben, dass er sich im Skigebiet auskenne und sie einen anderen Weg 

nehmen würden. Sie wollten von der Wildhausseite nach Unterwasser fahren. Dies ist 

möglich, die Talstation der Iltiosbahn kann auch angefahren werden, indem man auf 

der roten Standardpiste von der Gamsalp Richtung Oberdorf fährt und oberhalb des 

Oberdorfs links abbiegt und so grösstenteils auf blauen Pisten zur Talstation der 

Iltiosbahn gelangt (vgl. Übersichtsplan in vi-act. 36). Es gibt keine Hinweise und wird 

nicht behauptet, dass die Gruppe mit Aa oder einzelne ihrer Mitglieder am Skitag oder 

während der bisherigen Schulzeit durch Disziplinlosigkeiten aufgefallen wären, die ein 

weiteres freies Fahren und die Erlaubnis, selbständig zur Talstation zu fahren, als 

problematisch erscheinen lassen. H konnte und musste namentlich nicht voraussehen, 

dass die Gruppe mit Aa die markierte Piste verlassen würde.

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e)      Die Schüler wurden von der Beklagten nicht explizit darauf aufmerksam gemacht, 

dass bei Verlassen der markierten und gesicherten Piste Absturzgefahr drohe. H 

ermahnte die Schülergruppe sodann beim zufälligen Treffen im Bergrestaurant 

Gamsalp um etwa 13.45 Uhr nicht, bei der Talabfahrt die Pisten nicht zu verlassen. 

Weder das eine noch das andere bedeutet indes eine Verletzung der vertraglichen 

Sorgfaltspflicht der Beklagten.

Eine konkrete Warnung betreffend der Absturzgefahr beim Verlassen der Piste war 

deshalb nicht notwendig, weil es sich bei der Absturzgefahr nicht um eine atypische 

Gefahr handelt. Das Verlassen der markierten und gesicherten Piste ist typischerweise 

wegen Lawinen, von Schnee verdeckten natürlichen oder künstlichen Hindernissen 

(Steine, Mulden, Wasserreservoire, Trafostationen, Beschneiungsanlagen, 

Einfriedungen etc.) und wegen des Geländes (Spalten, Felswände, Wasserläufe etc.) 

gefährlich. Diese Gefahren sind allgemein bekannt und im Skigebiet Wildhaus-

Unterwasser nicht ausgeprägter als in anderen Skigebieten. Eine spezielle Pflicht auf 

eine der erwähnten Gefahren - die Absturzgefahr - besonders hinzuweisen, bestand 

deshalb für die Beklagte nicht. Auch der Gruppe mit Aa musste klar sein, dass das 

Fahren Abseits der markierten und gesicherten Piste lebensgefährlich ist.

Es war ferner nicht erforderlich, dass H der Gruppe mit Aa das Verbot, Abseits der 

Piste zu fahren, am Nachmittag anlässlich der Dispensation vom Treffen um 14.30 Uhr 

und der gemeinsamen Talabfahrt, erneut in Erinnerung rief. Den beteiligten Schülern 

war bekannt, dass dies verboten ist. So gab R am 27. Februar 2004 der Kantonspolizei 

auf die Frage "War das Gebiet eingegrenzt? Also sagte der Lehrer, wo ihr fahren dürft 

und sollt?" zur Antwort: "Also einfach nicht abseits fahren. Aber wie genau weiss ich 

nicht mehr." (kläg. act. 8, S. 1 hinten). S gab der Kantonspolizei St. Gallen am 

27. Februar 2004 auf die Frage "Welche Auflagen hattet ihr dazu [zum freien Fahren] 

von wem erhalten?" zu Protokoll: "Wir hatten im speziellen die Weisung, nicht abseits 

von Pisten zu fahren. Wer genau dieses gesagt hatte, weiss ich nicht mehr. Aber es 

war allgemein bekannt." (kläg. act. 10, S. 1). Eine weitere Ermahnung von Lehrer H um 

etwa 13.45 Uhr im Bergrestaurant Gamsalp erübrigte sich deshalb (vgl. dazu auch den 

Entscheid der Beschwerdekammer des Kantonsgerichts Graubünden vom 29. August 

1995 [PKG 1995 Nr. 44, E. 3a S. 154]).

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f)       Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beklagte weder mit dem Entscheid, 

die Schüler ab 12.00 Uhr frei fahren zu lassen noch mit dem Entscheid, die Gruppe mit 

Aa von der begleiteten Talfahrt zu dispensieren, noch dadurch, dass nicht konkret über 

die Absturzgefahr beim Verlassen der markierten und gesicherten Piste informiert 

wurde oder die Gruppe am Nachmittag nochmals darauf hingewiesen wurde, das 

Verlassen der Piste sei verboten, die vertragliche Sorgfaltspflicht verletzt hat.

Nachfolgend (E. 3) ergibt sich sodann, dass selbst wenn entgegen der vorstehenden 

Ausführungen auf eine Sorgfaltspflichtverletzung geschlossen würde, kein 

Genugtuungsanspruch der Klägerin bestünde.

3.       Der von der Klägerin geltend gemachte Genugtuungsanspruch setzt nebst einer 

Sorgfaltspflichtverletzung der Beklagten auch voraus, dass zwischen der 

Vertragsverletzung und dem Tod von Aa ein natürlicher und adäquater 

Kausalzusammenhang besteht (Art. 97 Abs. 1 OR).

a)      Das Erfordernis des natürlichen Kausalzusammenhangs verlangt ein Verhältnis 

von Ursache und Wirkung. Das fragliche Verhalten darf nicht weggedacht werden 

können, ohne dass auch der eingetretene Erfolg entfiele (Gauch/Schluep/Schmid/Rey, 

Schweizerisches Obligationenrecht, Allgemeiner Teil, Bd. II, 8. Aufl., Zürich 2003, 

N 2751). Ein natürlicher Kausalzusammenhang ist sodann adäquat, "wenn die 

betreffende Ursache nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen 

Lebenserfahrung an sich geeignet war, den eingetretenen Erfolg zu bewirken, so dass 

der Eintritt dieses Erfolges als durch die fragliche Tatsache allgemein begünstigt 

erscheint" (Rey, Ausservertragliches Haftpflichtrecht, 3. Aufl., Zürich 2003, N 525 

m. w. H.). Eine an sich adäquate Ursachenkette kann sodann ihre Bedeutung verlieren, 

das heisst unterbrochen werden, wenn sie durch eine andere Ursachenkette abgelöst 

wird. Die sogenannte Unterbrechung des adäquaten Kausalzusammenhangs besteht 

demnach im Hinzutreten einer anderen adäquaten Ursache, die eine derart hohe 

Intensität aufweist, dass die an sich adäquate Ursache nach wertender 

Betrachtungsweise als rechtlich nicht mehr beachtlich erscheint (Rey, N 552 m. w. H.). 

Nebst Drittverschulden und höherer Gewalt kann auch Selbstverschulden zur 

Unterbrechung eines Kausalzusammenhangs führen. Voraussetzung ist allerdings, 

dass das Selbstverschulden des Geschädigten schwer wiegt. Erforderlich ist, dass es 

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einen derart hohen Intensitätsgrad aufweist, dass dadurch die vom präsumtiven 

Haftpflichtigen zu vertretende Ursachenkette völlig in den Hintergrund gedrängt wird 

(Rey, N 560 ff. m. w. H.).

Bei der Beurteilung des Selbstverschuldens von Kindern wird auf die durchschnittliche 

Entwicklung abgestellt. Gemäss der Rechtsprechung des Bundesgerichts werden 

Vierzehn- bis Sechzehnjährige in Bezug auf einfachere Sachverhalte weitgehend den 

Erwachsenen gleichgestellt (Entscheide des Bundesgerichts 4A_520/2007 vom 

31. März 2008 E. 5.3 und 4C.225/2003 vom 24. Februar 2004 E. 5.2 m. w. H.; Brehm, 

Berner Kommentar, VI/1/3/1, 3. Aufl., Bern 2006, Art. 41 N 174).

b)      Die Gruppe mit Aa fuhr etwas nach 15.00 Uhr auf der Standardpiste von der 

Gamsalp Richtung Oberdorf. Wenig unterhalb der Gamsalp stürzte der einzige 

Skifahrer in der Gruppe und verlor dabei einen Ski, der ausserhalb der Piste im Schnee 

stecken blieb. Um den Ski zu holen, verliess die Gruppe die markierte Piste, die an 

dieser Stelle mit einem gelb-schwarzen Seil und gelb-schwarzen Stangen abgesperrt 

war. Zusätzlich war einige Meter entfernt eine Signalisationstafel "Fahrverbot" mit dem 

Vermerk "gesperrt" aufgestellt (bekl. act. 3, Fotos Nrn. 280 bis 284). Nachdem der Ski 

gefunden und wieder montiert war, begab sich die Gruppe nicht wieder auf die 

markierte Piste, sondern begann, eine Abkürzung zu suchen (vgl. die Aussagen vom 

27. Februar 2004 von U: "Deshalb verliessen wir die markierte Piste." [kläg. act. 9, 

S. 2], von S: "Dies alles [Sturz von R und Zeitknappheit] veranlasste uns, dass wir auf 

die Idee kamen, die Piste zu verlassen…" [kläg. act. 10, S. 1 f.] und von P: "Bei einer 

Abschrankung machten wir Halt, da R seinen Ski verlor. Dabei sahen wir einen Lift von 

Unterwasser und beschlossen in der Folge unter der Abschrankung 

durchzufahren." [kläg. act. 13, S. 1]).

Den Schülern kann sodann bei ihrem Entscheid nicht verborgen geblieben sein, dass 

sie die Abkürzung durch einen abfallenden Gebirgswald suchen müssen (bekl. act. 3, 

Fotos Nrn. 281 und 283). Die Gruppe mit Aa hätte sodann die Gefahr recht schnell 

erkennen müssen. So sagte S bei seiner polizeilichen Einvernahme vom 27. Februar 

2004 aus: "Am Anfang sah das Gebiet gut aus. Es hatte Schnee, aber keine Steine. 

Doch es dauerte nicht lange, bis das Gebiet schwerer wurde. Es kamen Felsen zum 

Vorschein. (…) Plötzlich kamen immer mehr Steine und Bäume. Wir konnten nicht mehr 

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fahren. Deshalb zogen wir die Boards ab und liefen. Wir hielten immer Ausschau, um 

talwärts fahren zu können. Es gab nur zwei Möglichkeiten. Talwärts oder alles retour 

laufen." (kläg. act. 10, S. 3). U gab am 27. Februar 2004 der Kantonspolizei zu 

Protokoll: "Das Gelände wurde teilweise immer schwieriger. Ein Teilstück mussten wir 

sogar das Board abziehen und zu Fuss gehen. Ein Teil unserer Gruppe fuhr dann mit 

den Boards wieder weiter talwärts. Ich und meine Kollegen W und S hielten an und 

warteten nun, weil es gefährlich wurde. Der andere Teil der Gruppe befand sich etwa 

50 Meter weiter unten, als wir plötzlich hörten, dass Aa abgestürzt sei." (kläg. act. 9, 

S. 2). O erklärte gegenüber der Polizei: "Da wir eher spät waren und wieder nach 

Unterwasser zurückkehren mussten, hatten wir die Idee, eine Abkürzung zu nehmen. 

Folglich entschlossen wir uns, in westlicher Richtung zu traversieren. Plötzlich ging es 

nicht mehr weiter und wir entschlossen uns, die Bretter abzuziehen. In der Folge 

gingen wir zu Fuss aufwärts. Wir bestiegen einen Bergrücken, welcher am Ende steil 

abfiel. Wir probierten jedenfalls talwärts zu kommen. Plötzlich kam ein 15 Meter hoher 

Felsabsatz, welcher uns den Weg versperrte. R versuchte in der Folge, den Felsabsatz 

hinunterzusteigen. Dort ist es sehr steil und R rutschte aus. Bei einem Baum, welcher 

sich auf einem Felsband befindet, konnte er sich gerade noch festhalten. Aa versuchte 

in der Folge zu R zu gelangen. Auch er rutschte aus, konnte sich aber nicht wie R am 

Baum halten und fiel rund 15 Meter tief. Ich versuchte als Dritter den Abstieg und kam 

ohne Rutschen bei R an. Anschliessend kam dann noch P zu uns auf das Felsband. S, 

U und W blieben in der Folge auf dem Felsrücken." (kläg. act. 11, S. 1). W führte aus: 

"Es war wie auf einem Grat oder Rücken. Wir fuhren irgendwie, es wurde vor uns steil 

und dann liefen wir nach links. Wir zogen das Board aus und gingen zu Fuss. Es war 

dann eine Klippe und wir besprachen uns. Wir fanden plötzlich keinen Weg 

mehr." (kläg. act. 12, S. 2 hinten). P schliesslich erklärte: "Ein grösseres Stück nach der 

Abschrankung wurde das Gelände immer steiler und steiniger. Deshalb entschlossen 

wir uns die Boards abzuschnallen." (kläg. act. 13, S. 1). Diese Schilderungen der 

beteiligten Schüler zeigen, dass die Schülergruppe mit Aa nicht bloss ein wenig 

ausserhalb der Pisten gefahren ist. Die Schüler haben sich vielmehr völlig abseits der 

Pisten wissentlich in grosse Gefahr begeben. Nichts anderes ergibt sich auch aus dem 

Fotodossier, das der SAC Rettungschef im Nachgang zum Unfall erstellt hat (bekl. 

act. 3, insbesondere die Fotos Nrn. 272 bis 275).

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Sofern man der Beklagten vorwerfen wollte, sie habe eine Sorgfaltspflichtverletzung 

begangen, indem sie die Schüler unbegleitet zur Talstation fahren liess, wird dieses 

Verhalten durch das von der Gruppe mit Aa an den Tag gelegte Verhalten in der 

Ursachenkette völlig in den Hintergrund gedrängt. Der 15-jährige Aa und die 14- bis 

16-jährigen Schüler, die mit ihm unterwegs waren, verliessen die markierte und 

gesicherte Piste trotz klarer Absperrung und Verbotstafel und befuhren ein ihnen 

unbekanntes Gelände, dessen Gefährlichkeit ihnen rasch bewusst wurde. Es wäre 

ihnen möglich gewesen, sich durch einen kurzen Fussmarsch aus der Gefahrenzone zu 

begeben und auf die Piste zurückzukehren (vgl. die Aussage von U auf die Frage, 

warum sich die Gruppe nicht wieder auf die markierte Piste begab, nachdem der Ski 

von R gefunden worden war: "Dazu hätten wir den ganzen Hang zu Fuss hochlaufen 

müssen." [kläg. act. 9, S. 2]). Es darf von Jugendlichen wie denjenigen aus der Gruppe 

mit Aa erwartet werden, dass sie auch in einer unerwarteten Situation (ein 

Gruppenmitglied verliert einen Ski, der ausserhalb der Piste gesucht werden muss; 

allenfalls bestehender Zeitdruck) das richtige, unnötige Gefahren ausschliessende 

Vorgehen wählen. Um die Gefahr zu erkennen, in die sich die Jugendlichen begaben, 

war keine besondere Erkenntnisfähigkeit notwendig. Sie war spätestens dann eine 

offensichtliche, als die vermeintliche Abkürzung immer unwegsamer (steiler, steiniger, 

felsdurchsetzt, nur noch teilweise schneebedeckt) wurde und sogar das Board 

ausgezogen werden musste, um überhaupt noch vorwärts zu kommen (vgl. auch die 

Aussage von U: "Ein Teilstück mussten wir das Board abziehen und zu Fuss gehen. Ein 

Teil unserer Gruppe fuhr dann mit dem Board wieder weiter talwärts. Ich und meine 

Kollegen W und S hielten an und warteten nun, weil es gefährlich wurde. Der andere 

Teil der Gruppe befand sich etwa 50 m weiter unten, als wir plötzlich hörten, dass Aa 

abgestürzt sei." [kläg. act. 9, S. 2]). Sodann hätte von den Jugendlichen auch erwartet 

werden dürfen, dass sie die Fähigkeit besitzen, nach dieser Einsicht zu handeln und - 

statt sich weiter der Gefahr zu exponieren - umzukehren (vgl. dazu auch die Aussage 

von S: "Es gab nur zwei Möglichkeiten. Talwärts oder alles retour laufen." [kläg. act. 10, 

S. 3]).

Angesichts des Verhaltens der Jugendlichen erschiene das Verhalten der 

Lehrpersonen, würde es als Sorgfaltspflichtverletzung qualifiziert, für den Unfall von 

völlig untergeordneter Bedeutung, weshalb der Kausalzusammenhang zwischen einer 

allfälligen Sorgfaltspflichtverletzung der Beklagten und dem Tod von Aa als 

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unterbrochen bezeichnet werden muss. Die Vorinstanz führte in diesem 

Zusammenhang aus, zu berücksichtigen sei auch der Umstand, dass die Jugendlichen 

unter Zeitdruck gestanden und damit in Bezug auf das Missachten der Absperrung und 

der Fahrverbotstafel nicht voll urteilsfähig gewesen seien. Es entspreche der 

allgemeinen Lebenserfahrung, dass Jugendliche im Alter von Aa geneigt seien, im Falle 

einer Verspätung den Kopf zu verlieren und sich zu einer gefährlichen Handlung 

hinreissen zu lassen. Unter Verweis auf BGE 102 II 363 wurde von der Vorinstanz eine 

Unterbrechung des adäquaten Kausalzusammenhangs verneint. Der vorliegend zu 

beurteilende Sachverhalt weicht jedoch völlig vom Sachverhalt, der BGE 102 II 363 zu 

Grunde liegt, ab. In jenem Fall wollte sich eine noch nicht ganz 14-jährige Gymnasiastin 

mit den SBB zur Schule begeben. Dabei sprang sie mit einer Schulmappe und einem 

Kuvert auf den bereits angefahrenen Zug auf und wurde schwer verletzt. Die Schülerin 

war demnach jünger als der über 15-jährige Aa und ihr Fehlverhalten dauerte nur den 

Bruchteil einer Sekunde, während die Gruppe mit Aa die Suche nach einer Abkürzung 

im steilen und mit Felsbändern durchsetzen Bergwald trotz offensichtlicher und 

erkannter Gefahr während nicht wenigen Minuten fortsetzte. Das Verhalten der Gruppe 

von Aa wiegt mithin bedeutend schwerer, vor allem im Vergleich zum Verhalten, das 

dem Lehrpersonal vorgeworfen wird. Beim Vergleich der beiden Fälle darf jedenfalls 

nicht vergessen werden, dass in jenem Fall die Kausalhaftung für eine Betriebsgefahr 

gegen ein Selbstverschulden abzuwägen war, während vorliegend die Bedeutung einer 

vorwerfbaren Sorgfaltspflichtverletzung und ein Selbstverschulden als Unfallursachen 

zu würdigen sind. Im Bereich einer Kausalhaftung vermag ein Selbstverschulden denn 

auch praktisch nie den Kausalzusammenhang zu unterbrechen (vgl. die bei Oftinger/

Stark, Schweizerisches Haftpflichtrecht, Allgemeiner Teil, Bd. I, 5. Aufl., Zürich 1995, 

§ 3 N 151, angeführten Beispiele), sind doch besonders strenge Anforderungen an eine 

Unterbrechung zu stellen (Schnyder, in: Honsell/Vogt/ Wiegand [Hrsg.], Basler 

Kommentar, OR I, 4. Aufl., Basel 2007, Art. 41 N 21). Im Bereich einer 

Sorgfaltspflichtverletzung gilt es aber zu berücksichtigen, ob diese schwer, mittel oder 

leicht wiegt. Solche Abstufungen fallen bei einer Haftung für Betriebsgefahr zum 

vornherein ausser Betracht.

Nicht relevant ist sodann, was die Klägerin aus der Signalisation an der Stelle ableiten 

will, an der die Gruppe mit Aa die Piste verlassen hat (Absperrung mit gelb-schwarzem 

Seil und gelb-schwarzen Stangen, Signalisationstafel "Fahrverbot" mit dem Vermerk 

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"gesperrt"). Weder kann gestützt auf diese Signalisation der Eindruck einer 

unpräparierten Piste oder eines unpräparierten Weges entstanden sein (vgl. dazu auch 

bekl. act. 3, Fotos Nrn. 280 ff.), der zwar nicht befahren, wohl aber begangen werden 

kann und darf, noch wäre es dem Pistenbetreiber angezeigt gewesen, an jener Stelle 

die Signalisationstafel "Achtung - Hier keine markierte und kontrollierte Abfahrt" 

aufzustellen, hätte doch dieses Schild gerade auf eine - eben nicht bestehende - 

Abfahrt hingewiesen (die aber nicht markiert und kontrolliert ist).

4.       Daraus ergibt sich, dass der Klägerin gegenüber der Beklagten kein 

Genugtuungsanspruch zusteht. Die Berufung wird gutgeheissen, das vorinstanzliche 

Urteil aufgehoben und die Klage abgewiesen.

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	Entscheid Kantonsgericht, 27.08.2008
	Art. 41 ff., Art. 97 und Art. 398 OR (SR 220). Tödlicher Schneesportunfall eines Jugendlichen abseits der markierten Piste anlässlich eines von einer Privatschule organisierten Skitags. Genugtuung. Verneinung einer Sorgfaltspflichtverletzung der Schule. Unterbrechung des Kausalzusammenhangs durch das Verhalten des Jugendlichen, die Piste an einer abgesperrten Stelle zu verlassen (Kantonsgericht St. Gallen, III. Zivilkammer, 27. August 2008, BZ.2007.8).Siehe zu diesem Entscheid auch die Mitteilung des Kantonsgerichts vom 9. September 2008.

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