# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f9067c81-b291-5688-9a32-ee5144a6ea04
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-06-17
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 17.06.2021 ZK1 2020 49
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZK1-2020-49_2021-06-17.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Urteil vom 17. Juni 2021

(Mit Urteil 5A_567/2021 vom 13. Juli 2021 ist das Bundesgericht auf die gegen 
diesen Entscheid erhobene Beschwerde nicht eingetreten.)

Referenz ZK1 20 49

Instanz I. Zivilkammer 

Besetzung Michael Dürst, Vorsitzende
Cavegn und Moses
Bäder Federspiel, Aktuarin

Parteien A._____
Berufungsklägerin
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. LL.M. Ulrich Kobelt
Hirschmattstrasse 1, 6003 Luzern 

gegen

B.________
Berufungsbeklagter
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Christoph Grether
Lautengartenstrasse 7, Postfach 123, 4010 Basel 

Gegenstand Ehescheidung (Erlass eines Teilurteils)

Anfechtungsobj. Entscheid des Regionalgerichts Maloja vom 20. Februar 2020, 
mitgeteilt am 28. Februar 2020 (Proz. Nr. 115-2017-31)

Mitteilung 22. Juni 2021

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I. Sachverhalt

A. A._____, geboren am _____ 1965, und B.________, geboren am _____ 
1957, schlossen am _____ 2009 vor dem Zivilstandsamt C.________ die Ehe. Sie 
haben je zwei volljährige Kinder aus früheren Ehen. Am 15. Dezember 2014 
schlossen die Ehegatten A./B.________ einen Ehe- und Erbvertrag ab, in wel-
chem sie wie bereits in einem am 12. Juli 2011 beurkundeten Vertrag den Güter-
stand der allgemeinen Gütergemeinschaft gemäss Art. 221 f. ZGB wählten und 
sich gegenseitig sowohl güter- als auch erbrechtlich maximal begünstigten. Im 
Sommer 2015 erfolgte die Trennung der Ehegatten.

B. Am 29. September 2015 leitete B.________ ein Eheschutzverfahren ein, 
welches mit Urteil des Bundesgerichts vom 22. November 2018 (5A_629/2017 u. 
5A_668/2017) seinen Abschluss fand. Im fraglichen Verfahren wurde unter ande-
rem festgestellt, dass die Parteien seit 23. Juli 2015 getrennt leben, und es wurde 
die Gütertrennung mit Wirkung ab 22. Oktober 2015 angeordnet. Ausserdem wur-
de B.________ verpflichtet, A._____ mit Wirkung ab 1. Oktober 2015 einen mo-
natlich im Voraus zu entrichtenden Unterhaltsbeitrag von CHF 15'000.00 zu be-
zahlen.

C/a. B.________ reichte am 24. Juli 2017 beim Regionalgericht Maloja die 
Scheidungsklage ein und beantragte, die Ehe in Anwendung von Art. 114 ZGB zu 
scheiden sowie die Nebenfolgen zu regeln. Am 11. Dezember 2018, nach rechts-
kräftiger Erledigung des Eheschutzverfahrens, ersuchte der Genannte das Gericht 
um Fortsetzung des Scheidungsverfahrens. Die Einigungsverhandlung wurde am 
6. Februar 2019 durchgeführt, wobei diese ergebnislos verlief. Am 26. Februar 
2019 reichte B.________ eine ergänzende Klagebegründung ein. Die Klageant-
wort von A._____ erfolgte mit Datum vom 23. Mai 2019. 

C/b. Mit Eingabe vom 17. September 2019 stellte B.________ ein Gesuch be-
treffend Erlass eines Teilurteils, mit folgenden Rechtsbegehren:

1. Es sei das zwischen den Parteien seit 24. Juli 2017 hängige Schei-
dungsverfahren (Prozess-Nr. 115-2017-31) auf den Scheidungspunkt 
zu beschränken und darüber ein Teilurteil zu fällen, sodass demzufol-
ge die Scheidungsfolgen in einem besonderen Verfahren später zu 
beurteilen seien.

2. Es sei die zwischen den Parteien am 25. Dezember 2009 vor Zivil-
standsamt C.________ geschlossene Ehe in Anwendung von Art. 114 
ZGB sofort zu scheiden.

3. Verfahrensantrag: Es sei umgehend eine Verhandlung anzusetzen 
und durchzuführen zwecks Erlass eines Teilurteils gemäss Ziffer 1 und 
2 hiervor.

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4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen.

A._____ beantragte in ihrer Eingabe vom 30. Oktober 2019, auf das Gesuch vom 
17. September 2019 nicht einzutreten, eventuell dieses abzuweisen, unter Kosten- 
und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Gesuchstellers.

C/c. Mit prozessleitender Verfügung vom 3. Dezember 2019 wurden die Partei-
en zur Hauptverhandlung betreffend Ehescheidung vom 20. Februar 2020 vorge-
laden.

C/d. Nach Durchführung der mündlichen Hauptverhandlung erkannte das Regi-
onalgericht Maloja mit Entscheid vom 20. Februar 2020, mitgeteilt am 28. Februar 
2020, wie folgt:

1. Die Klage wird gutgeheissen und die von den Parteien am_____ 2009 
in C.________ geschlossene Ehe wird geschieden.

2. Über die Nebenfolgen wird in einem separaten Verfahren entschieden.

3. Die Gerichtskosten für das Teilurteil von CHF 5'000.- werden der Be-
klagten auferlegt.

Die Beklagte wird verpflichtet, den Kläger für dieses Teilverfahren mit 
pauschal CHF 20'000.- zu entschädigen.

4. (Rechtsmittelbelehrung)

5. (Mitteilung)

D. Zwischen den Parteien waren bzw. sind verschiedene weitere Verfahren 
hängig, die unter anderem Auskunftsbegehren beider Ehegatten und Sistierungs-
gesuche von A._____ betreffen. Noch nicht rechtskräftig entschieden ist nament-
lich ein Auskunftsgesuch der Genannten vom 31. Januar 2020. 

E/a. Gegen den Entscheid des Regionalgerichts Maloja vom 20. Februar 2020 
erklärte A._____ (nachfolgend: Berufungsklägerin) mit Eingabe vom 1. April 2020 
Berufung an das Kantonsgericht von Graubünden. Sie stellte folgende Rechtsbe-
gehren:

1. Die Ziffern 1 bis 3 des Entscheides vom 20. Februar 2020 des Erstin-
stanzlichen Zivilgerichts, Kollegialgericht, beim Regionalgericht Maloja 
im Verfahren Proz.Nr. 115-2017-31 seien aufzuheben;

2. In Gutheissung der Berufung sei der Berufungsbeklagte bzw. Kläger 
unter Androhung von Busse oder Gefängnis gemäss Art. 292 StGB zu 
verpflichten, die folgenden Unterlagen zu edieren beziehungsweise die 
folgenden Auskünfte zu erteilen:

[a.-k. Editions- und Auskunftsbegehren, Begehren um Durchführung 
eines Augenscheins, Eventualbegehren um Inventaraufnahme]

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3. Sodann sei das Erstinstanzliche Zivilgericht, Kollegialgericht, beim Re-
gionalgericht Maloja anzuweisen, das Protokoll der Hauptverhandlung 
wie folgt zu berichtigen:

a. Ziffer III., Seite 7 des Protokolls über die Hauptverhandlung vom 
20. Februar 2020: Entfernung des Kreuzes aus den Quadraten 
Abschluss des Beweisverfahrens;

b. Ziffer IV., Seite 7 des Protokolls über die Hauptverhandlung vom 
20. Februar 2020: [Entfernung des Kreuzes aus dem Quadrat] 
Verzicht auf mündliche Schlussvorträge;

c. Ziffer V., Seite 7 des Protokolls über die Hauptverhandlung vom 
20. Februar 2020: Entfernung des Kreuzes aus dem Quadrat Kei-
ne Prozesserklärungen;

sowie ein Beweisverfahren mit Beweisverfügung gemäss Art. 154 ZPO 
zu eröffnen und durchzuführen sowie die Parteien, eventuell die Beru-
fungsklägerin und Beklagte alleine, zur Erstattung der Schlussvorträ-
ge, allenfalls des Schlussvortrags, einzuladen;

4. Für den Fall der Gutheissung der Berufung, Aufhebung des Entschei-
des vom 20. Februar 2020 des Erstinstanzlichen Zivilgerichts, Kollegi-
algericht, beim Regionalgericht Maloja im Verfahren Proz.Nr. 115-
2017-31 [betreffend] das Gesuch des Klägers vom 17. September 
2019 über den Erlass eines Teilurteils im Scheidungspunkt sowie der 
Entscheide gemäss Ziff. III. bis V. des Protokolls der Hauptverhand-
lung unter Rückweisung der Sache an das erstinstanzliche Zivilgericht, 
Kollegialgericht, beim Regionalgericht Maloja sei dieses Gericht anzu-
weisen,

a. den Berufungsbeklagten und Kläger zur Auskunftserteilung 
gemäss vorstehendem Rechtsbegehren Ziffer 2 lit. a bis e zu ver-
pflichten;

b. das Protokoll der Hauptverhandlung vom 20. Februar 2020 
gemäss Rechtsbegehren Ziffer 3 lit. a bis c zu berichtigen; und

c. ein Beweisverfahren mit Beweisverfügung gemäss Art. 154 ZPO 
zu eröffnen und durchzuführen sowie die Parteien, eventuell die 
Berufungsklägerin und Beklagte alleine, zur Erstattung der 
Schlussvorträge, allenfalls des Schlussvortrags, einzuladen;

5. Es sei der Berufungsbeklagte und Kläger im Sinne der vorsorglichen 
Beweisaufnahme im Rahmen vorsorglicher Massnahmen während des 
Berufungsverfahrens superprovisorisch und ohne seine Anhörung, 
eventuell nach seiner Anhörung, unter Ansetzung einer angemesse-
nen Frist von maximal 30 Tagen zur Erteilung der Auskünfte gemäss 
Rechtsbegehren Ziffer 2 lit. a bis i zu verpflichten, und es seien super-
provisorisch und ohne Anhörung des Berufungsbeklagten und Klägers, 
eventuell nach seiner Anhörung, bei der Zentralstelle 2. Säule BVG, 
Sicherheitsfonds BVG Geschäftsstelle, 3000 Bern 14 die schriftliche 
Auskunft gemäss Rechtsbegehren Ziffer 2 lit. j einzuholen;

6. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich Mehrwert-
steuern von 7.7% zu Lasten des Berufungsbeklagten.

E/b. In ihrer Verfügung vom 8. Mai 2020 wies die Vorsitzende der I. Zivilkammer 
den Antrag der Berufungsklägerin auf Erlass superprovisorischer Massnahmen ab 

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und räumte B.________ Gelegenheit ein, sich im Rahmen seiner Berufungsant-
wort zu den beantragten vorsorglichen Massnahmen zu äussern. Von der Eröff-
nung eines selbständigen Nebenverfahrens wurde einstweilen abgesehen. 

E/c. B.________ (nachfolgend: Berufungsbeklagter) stellte in seiner Berufungs-
antwort vom 5. Juni 2020 folgende Anträge:

1. Die Berufung sei abzuweisen und demzufolge das Teilurteil des Regi-
onalgerichts Maloja vom 20. Februar 2020 im Verfahren Prozess-Nr. 
115-2017-31 zu bestätigen.

2. Auf die Rechtsbegehren der Berufungsklägerin gemäss Berufung vom 
1. April 2020, nämlich Ziffer 2 (Editions- und Auskunftsbegehren) und 
Ziffer 4 (Rückweisung an das Regionalgericht Maloja mit Anweisung) 
sei nicht einzutreten, eventuell seien dieselben abzuweisen.

3. Auf das Protokollberichtigungsbegehren (Ziffer 3 des Rechtsbegeh-
rens in der Berufung) sei nicht einzutreten; eventuell sei es abzuwei-
sen, da es gegenstandslos geworden ist.

4. Auf das Begehren um Erlass vorsorglicher Massnahmen gemäss 
Rechtsbegehren Ziffer 5 der Berufungsklägerin und Beklagten sei 
ebenfalls nicht einzutreten, eventuell sei dasselbe abzuweisen.

5. Alles unter Auferlegung der gesamten Prozesskosten, bestehend aus 
den Gerichts- und Parteikosten, an die Berufungsklägerin und Beklag-
te.

E/d. Am 9. Juni 2020 äusserte sich das Regionalgericht Maloja gegenüber dem 
Kantonsgericht zur Frage der Protokollberichtigung und zu den prozessualen Rü-
gen der Berufungsklägerin.

E/e. Mit Eingabe vom 23. Juni 2020 nahm die Berufungsklägerin zur Eingabe 
des Regionalgerichts vom 9. Juni 2020 Stellung und ersuchte um Ansetzung einer 
Frist für eine Replik. Der Berufungsbeklagte liess sich hierzu am 30. Juni 2020 
vernehmen. 

E/f. Nach entsprechender Fristeinräumung bzw. –erstreckung reichte die Beru-
fungsklägerin am 23. Juli 2020 eine Replik und ein weiteres Schreiben ein. Zudem 
nahm sie am 28. August 2020 zu der ihr nachträglich zugestellten Honorarnote 
des Gegenanwalts vom 5. Juni 2020 Stellung. Die Duplik des Berufungsbeklagten 
ging mit Datum vom 4. September 2020 ein. Gleichentags beantragte der Ge-
nannte die Durchführung einer Instruktionsverhandlung.

E/g. In ihrem Schreiben vom 11. September 2020 wies die Vorsitzende der I. 
Zivilkammer darauf hin, dass sie eine Instruktionsverhandlung bei der gegebenen 
Prozesslage nicht für erfolgversprechend erachte und es daher dabei bleibe, dass 

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die I. Zivilkammer aufgrund der Akten und ohne Parteivortritt über die Berufung 
entscheiden werde.

E/h. Mit Stellungnahme vom 24. September 2020 äusserte sich die Berufungs-
klägerin zur Duplik des Berufungsbeklagten. Nachdem Letzterer am 30. Septem-
ber 2020 auf die erneute Wahrnehmung seines Replikrechts verzichtet hatte, hielt 
die Vorsitzende mit Schreiben vom 14. Oktober 2020 fest, dass sich ein weiterer 
Schriftenwechsel erübrige und das Verfahren spruchreif sei.

F. Mit prozessleitender Verfügung vom 29. Mai 2020, mitgeteilt am 2. Juni 
2020, hatte das Regionalgericht Maloja ein Protokollberichtigungsbegehren der 
Berufungsklägerin vom 13. März 2020 teilweise gutgeheissen und das Protokoll 
der Hauptverhandlung vom 20. Februar 2020 entsprechend angepasst.

II. Erwägungen

1.1. Beim angefochtenen Entscheid des Regionalgerichts Maloja betreffend 
Ehescheidung handelt es sich um einen erstinstanzlichen Teilentscheid, gegen 
den – als Endentscheid hinsichtlich der Statusfrage und als nicht vermögensrecht-
liche Streitigkeit – Berufung im Sinne von Art. 308 ff. ZPO erhoben werden kann 
(Art. 308 Abs. 1 lit. a u. Abs. 2 ZPO; Matthias Stein-Wigger, in: Sutter-
Somm/Hasen-böhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivil-
prozessordnung [ZPO], 3. Aufl., Zürich 2016, N 8 zu Art. 91 ZPO; Peter 
Reetz/Stefanie Theiler, in Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kom-
mentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO], 3. Aufl., Zürich 2016, N 
15 u. 19 f. zu Art. 308 ZPO). 

Die Zuständigkeit des Kantonsgerichts von Graubünden zur Beurteilung der Beru-
fung als Rechtsmittelinstanz ergibt sich aus Art. 7 Abs. 1 EGzZPO (BR 320.100). 
Innerhalb des Kantonsgerichts liegt die Zuständigkeit für zivilrechtliche Berufungen 
auf dem Rechtsgebiet des Zivilgesetzbuches bei der I. Zivilkammer (Art. 6 lit. a 
KGV [BR 173.100]).

1.2. Der Entscheid des Regionalgerichts Maloja vom 20. Februar 2020 wurde 
den Parteien am 28. Februar 2020 mitgeteilt und ging der Berufungsklägerin am 2. 
März 2020 zu (RG act. IV.6). Die von ihr am 1. April 2020 dagegen erhobene Be-
rufung erfolgte frist- und darüber hinaus auch formgerecht (vgl. Art. 311 ZPO), so 
dass darauf grundsätzlich einzutreten ist.

1.3.1 Mit der Berufung als vollkommenes Rechtsmittel kann gemäss Art. 310 
ZPO die unrichtige Rechtsanwendung (lit. a), die unrichtige Feststellung des 

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Sachverhalts (lit. b) und – über den Wortlaut hinaus – die Unangemessenheit gel-
tend gemacht werden. Das Berufungsgericht kann die gerügten Mängel des vor-
instanzlichen Entscheids frei und unbeschränkt überprüfen (Reetz/Theiler, a.a.O., 
N 5 ff. zu Art. 310 ZPO).

1.3.2. Nach Art. 311 Abs. 1 ZPO ist eine Berufung zu begründen. Aus der Be-
gründung muss hervorgehen, welche Punkte des erstinstanzlichen Entscheids 
angefochten werden, weshalb der erstinstanzliche Entscheid in den angefochte-
nen Punkten unrichtig sein soll und wie stattdessen zu entscheiden ist. Der blosse 
Verweis auf Rügen vor erster Instanz oder allgemeine Kritik am erstinstanzlichen 
Entscheid genügen nicht. Die kritisierten Ausführungen und die Beilagen müssen 
genau bezeichnet werden. Ausserdem sind in der Berufungseingabe Rechtsbe-
gehren zu stellen, wobei ein Rechtsbegehren so bestimmt sein muss, dass es im 
Falle der Gutheissung der Klage unverändert zum Urteil erhoben werden kann. Im 
Falle von Geldforderungen sind die Anträge zu beziffern. Fehlt eine Begründung 
oder sind die Anträge auch im Lichte der Begründung ungenügend, ist auf die Be-
rufung nicht einzutreten (BGE 138 III 374 E. 4.3 = Pra 2013 Nr. 4; BGE 137 III 
617; BGer 5A_141/2014 v. 28.04.2014 E. 2.4; Reetz/Theiler, a.a.O., N 34 u. 36 ff. 
zu Art. 311 ZPO). 

1.4.1. Das Novenrecht richtet sich im Berufungsverfahren trotz Geltung der be-
schränkten Untersuchungsmaxime (vgl. dazu E. 3.1.2) nach Art. 317 Abs. 1 ZPO 
(BGE 138 III 625 = Pra 2013 Nr. 26). Nach dieser Bestimmung werden neue Tat-
sachen und Beweismittel im Berufungsverfahren nur noch berücksichtigt, wenn sie 
ohne Verzug vorgebracht werden (lit. a) und trotz zumutbarer Sorgfalt nicht schon 
vor erster Instanz vorgebracht werden konnten (lit. b). Wer sich auf Noven beruft, 
hat die Voraussetzungen für deren Berücksichtigung zu substantiieren und zu be-
weisen (Reetz/Theiler, a.a.O., N 34 zu Art. 317 ZPO). 

1.4.2. Ob die Voraussetzungen von Art. 317 Abs. 1 ZPO bezüglich der im vorlie-
genden Verfahren neu vorgebrachten Tatsachen und Beweismittel erfüllt sind, 
wird nachfolgend, im jeweiligen Sachzusammenhang, geprüft (vgl. namentlich E. 
5.3.3). Es sei indes bereits hier darauf hingewiesen, dass der Grossteil der seitens 
der Parteien eingelegten Urkunden sich schon in den vorinstanzlichen bzw. beige-
zogenen Akten befindet oder nicht entscheidrelevant ist. Letzteres gilt namentlich, 
soweit die Akten in casu nicht zu klärende Fragen betreffen wie die Auskunfts-
pflicht der Ehegatten oder den nachehelichen Unterhalt und hierbei insbesondere 
das Ausmass der Leistungen der Berufungsklägerin, die jene für den Berufungs-
beklagten während dessen Krebserkrankung in pflegerischer und/oder organisato-
rischer Hinsicht erbracht hat. Von einer Befragung der Parteien sind keine neuen 

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Erkenntnisse zu erwarten, so dass darauf verzichtet werden kann. Die seitens der 
Parteien zur Edition verlangten Akten des Ehescheidungsverfahrens (Proz. Nr. 
115-2017-31) und des Eheschutzverfahrens (Proz. Nr. 135-2015-308) wurden so-
weit erforderlich beigezogen. Verzichtet wurde hingegen – mangels erkennbarer 
Relevanz für die vorliegend zu beurteilenden Fragen – auf einen Aktenbeizug der 
weiteren Verfahren vor dem Regionalgericht Maloja (Proz. Nr. 135-2017-228, 135-
2017-231) respektive der Schlichtungsbehörde der Region Maloja (Geschäft V 
018/19).

2. Vorsorgliche Massnahmen

2.1. In Ziffer 5 ihrer Berufungsbegehren beantragt die Berufungsklägerin, den 
Berufungsbeklagten im Sinne einer vorsorglichen Beweisaufnahme im Rahmen 
vorsorglicher Massnahmen während des Berufungsverfahrens superprovisorisch 
und ohne seine Anhörung, eventuell nach seiner Anhörung, unter Ansetzung einer 
angemessenen Frist von maximal 30 Tagen zur Erteilung der Auskünfte gemäss 
Rechtsbegehren Ziffer 2 lit. a bis i zu verpflichten. Ausserdem sei superproviso-
risch und ohne Anhörung des Berufungsbeklagten, eventuell nach seiner An-
hörung, bei der Zentralstelle 2. Säule BVG, die schriftliche Auskunft gemäss 
Rechtsbegehren Ziffer 2 lit. j einzuholen. 

Zur Begründung führt die Berufungsklägerin aus, am 23. Mai 2019 und am 31. 
Januar 2020 habe sie Auskunftsbegehren gestellt, die sich auf den materiell-
rechtlichen Informationsanspruch von Art. 170 ZGB stützten. Die Auskunftspflicht 
könne mittels einer vorsorglichen Massnahme nach Art. 276 ZPO durchgesetzt 
werden. Sie verlange vorliegend notwendige und weiter solche Auskünfte vom 
Berufungsbeklagten, die zur Geltendmachung ihrer Ansprüche auf nachehelichen 
Unterhalt sowie ihrer Ansprüche aus Güter- und Vorsorgerecht erforderlich seien, 
und die sie bislang noch nicht erhalten habe. In diesem Rahmen benötige sie Be-
lege über Bankbezüge sowie Kreditkarten- und Krankenkassenabrechnungen, die 
seit dem Datum des Eheschlusses am 25. Dezember 2009 erstellt worden seien. 
Um dem allenfalls bereits eingetretenen, auf jeden Fall aber drohenden Verlust 
dieser Belege zufolge Ablaufs der zehnjährigen Aufbewahrungsfrist entgegen zu 
wirken, erscheine es angebracht, den Berufungsbeklagten bereits im Verlauf des 
vorliegenden Berufungsverfahrens im Rahmen vorsorglicher Massnahmen zur 
Auskunftserteilung zu verpflichten. Sie stütze sich hierbei auf Art. 158 ZPO, der 
die vorsorgliche Beweisführung regle (Berufung Ziff. 3.2.1.3 – 3.2.1.5).

2.2. Der Antrag auf superprovisorische Massnahmen wurde von der Vorsitzen-
den der I. Zivilkammer in ihrer Verfügung vom 8. Mai 2020 mangels Darlegung 

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einer besonderen Dringlichkeit seitens der Berufungsklägerin abgewiesen (act. 
D.4). Was den Erlass vorsorglicher Massnahmen betrifft, ist zu beachten, dass die 
– lediglich im Hinblick auf die Nebenfolgen der Scheidung massgebliche – Aus-
kunftserteilung durch den Berufungsbeklagten gestützt auf die materiellrechtliche 
Bestimmung von Art. 170 ZGB nicht Gegenstand des angefochtenen Entscheids 
ist (vgl. E. 6.2 nachstehend). Sie kann folglich auch nicht Inhalt eines Begehrens 
auf Erlass vorsorglicher Massnahmen durch das Berufungsgericht sein.

Bei einer vorsorglichen Beweisführung nach Art. 158 ZPO geht es sodann nicht 
um eine materiellrechtliche Auskunftspflicht, sondern um die zeitliche Vorverle-
gung der Beweisabnahme, in casu um eine vorzeitige Editionspflicht. Zur Beurtei-
lung eines entsprechenden Gesuchs ist nicht die Berufungsinstanz, sondern das 
erstinstanzliche Gericht zuständig (vgl. Walter Fellmann, in: Sutter-
Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivil-
prozessordnung [ZPO], 3. Aufl., Zürich 2016, N 6 u. N 33 ff. zu Art. 158 ZPO). Das 
Kantonsgericht hat nämlich wie bereits erwähnt nur die Rechtmässigkeit des Ent-
scheids im Scheidungspunkt zu beurteilen, während die Beweisführung zu Fragen 
des Güterrechts, des nachehelichen Unterhalts oder des Vorsorgeausgleichs im 
Rahmen des diesbezüglich noch hängigen Verfahrens vor dem Regionalgericht 
Maloja stattzufinden hat (vgl. E. 6.3). 

Auf das Gesuch der Berufungsklägerin betreffend Erlass vorsorglicher Massnah-
men kann folglich nicht eingetreten werden, weshalb die Kammervorsitzende, in 
deren Zuständigkeit der Erlass vorsorglicher Massnahmen für die Dauer des Beru-
fungsverfahrens an sich fiele (Art. 9 Abs. 1 GOG [BR 173.000] in Verbindung mit 
Art. 11 Abs. 1 und Art. 15 lit. b KGV), denn auch von der Eröffnung eines entspre-
chenden Verfahrens abgesehen hat. 

3. Teilentscheid im Scheidungspunkt

3.1.1. Nach Art. 283 Abs. 1 ZPO befindet das Gericht im Entscheid über die Ehe-
scheidung auch über deren Folgen. Es handelt sich um den sog. Grundsatz der 
Einheit des Scheidungsurteils, nach welchem in ein und demselben Urteil über 
das Scheidungsbegehren sowie über die Nebenfolgen der Scheidung zu ent-
scheiden ist. Ausnahmen bestehen gemäss Art. 283 Abs. 2 ZPO für die güter-
rechtliche Auseinandersetzung, die aus wichtigen Gründen in ein separates Ver-
fahren verwiesen werden kann, und gemäss Art. 283 Abs. 3 ZPO für den Aus-
gleich von Ansprüchen aus der beruflichen Vorsorge, der gesamthaft in ein sepa-
rates Verfahren verwiesen werden kann, wenn Vorsorgeansprüche im Ausland 

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betroffen sind und über deren Ausgleich eine Entscheidung im betreffenden Staat 
erwirkt werden kann.

Nach neuerer bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist ein Teilentscheid im Schei-
dungspunkt sodann nicht ausgeschlossen, wenn die Ehegatten einem solchen 
zustimmen oder das Interesse des einen Ehegatten an einem Teilurteil das Inter-
esse des anderen an einem gleichzeitigen Entscheid über Scheidung und Schei-
dungsfolgen überwiegt. Widersetzt sich ein Ehegatte der Ausfällung eines Teilent-
scheids im Scheidungspunkt, ist somit eine Interessenabwägung vorzunehmen. In 
diesem Rahmen sind die Liquidität des Scheidungsgrunds, die Dauer des Schei-
dungsverfahrens, das Recht auf Ehe in der Ausprägung des Rechts auf Wieder-
verheiratung und weitere relevante Umstände wie das Erbrecht, das Alter der Par-
teien oder Kinder aus einer neuen Beziehung zu berücksichtigen (BGE 144 III 298 
m.w.H.; BGer 5A_426/2018 v. 15.11.2018). Bei gegebenen Voraussetzungen be-
steht ein Anspruch auf Erlass eines Teilentscheids, der sich auf das materielle 
Recht – in den erwähnten Entscheiden auf Art. 114 ZGB – stützt (Lorenz Sieber, 
Anspruch auf einen Teilentscheid im Scheidungspunkt vor Regelung der Neben-
folgen?, in: ZBJV 155/2019, S. 51).

3.1.2. Für den Scheidungspunkt – und damit auch für den der Interessenabwä-
gung zugrundeliegenden Sachverhalt – gilt der eingeschränkte Untersuchungs-
grundsatz (Art. 277 Abs. 3 ZPO; Annette Spycher, in: Hausheer/Walter [Hrsg.], 
Berner Kommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung, Band II, Art. 150–352 
ZPO, Art. 400–406 ZPO, Bern 2012, N 16 ff. zu Art. 283 ZPO, N 27 zu Art. 277 
ZPO). Danach stellt das Gericht den Sachverhalt von Amtes wegen fest (im Ein-
zelnen vgl. Thomas Sutter-Somm/Nicolas Gut, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/ 
Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO], 
3. Aufl., Zürich 2016, N 9 u. N 17 ff. zu Art. 277 ZPO; BGer 5A_645/2016 bzw. 
5A_651/2016 v. 18.05.2017 E. 3.2.3 m.w.H.)

3.2. Die Vorinstanz stützte sich im angefochtenen Entscheid auf den erwähnten 
BGE 144 III 298, was von der Berufungsklägerin in grundsätzlicher Weise gerügt 
wird. Sie macht geltend, der erwähnte Entscheid sei grundrechts- und gesetzes-
widrig. Das Bundesgericht könne sein Auslegungsergebnis weder auf den Wort-
laut des Gesetzes noch auf einen explizit geäusserten Willen des Gesetzgebers 
stützen. Es habe seine Zuständigkeit überschritten und verletze den Grundsatz 
der Gewaltenteilung. In seiner Wirkung führe eine solche Verfahrensweise sodann 
zum vorzeitigen und entschädigungslosen Verlust des Erbrechts, das der Gesetz-
geber einem Ehegatten bis zum Zeitpunkt der Rechtskraft der Scheidung zuge-

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stehe und das zudem den Grundrechtsschutz der Eigentums- und Bestandes-
garantie geniesse (Berufung Ziff. 3.3.1.2-3.3.1.10).

3.3. Entgegen dieser Auffassung ist nicht zu beanstanden, dass sich die Vor-
instanz bei der Fällung ihres Entscheids auf die einschlägige bundesgerichtliche 
Rechtsprechung, namentlich auf den erwähnten BGE 144 III 298, stützte. Der Ent-
scheid, in dem sich das Gericht einlässlich mit der Entwicklung der Rechtsgrund-
lagen, der Diskussion in der Lehre und der eigenen Rechtsprechung auseinander-
gesetzt hat, überzeugt, nicht zuletzt mit dem Hinweis auf die weitgehend verschul-
densunabhängige Ausgestaltung des geltenden Scheidungsrechts, die den Koor-
dinationsbedarf zwischen Scheidung einerseits und Scheidungsfolgen anderer-
seits – und damit das Grundanliegen des Einheitsgrundsatzes, nämlich ein Ver-
meiden sich widersprechender Entscheide (vgl. BGE 130 III 537 E. 5.1) – prak-
tisch vollständig entfallen lässt. Auch bei der vorliegenden, auf Art. 114 ZGB ge-
stützten Scheidung besteht kein zwingender Bedarf, die Beurteilung von Schei-
dungsanspruch und Scheidungsfolgen zu koordinieren. Die sich über mehrere Sei-
ten erstreckenden Einwände der Berufungsklägerin vermögen eine Abweichung 
von der bundesgerichtlichen Rechtsprechung nicht zu rechtfertigen, zumal sich 
das Bundesgericht mit den von der Genannten thematisierten Punkten und dem 
von ihr angeführten Entscheid des Obergerichts Zürich (OGer ZH PC170006 v. 
20.06.2017) explizit auseinandergesetzt hat. Ausserdem hat das höchste Gericht 
seine Rechtsprechung im Urteil 5A_426/2018 vom 15. November 2018 sowie in 
weiteren Urteilen (BGer 5A_213/2019 v. 25.09.2019 E. 1.4; 5A_689/2019 v. 
05.03.2020 E. 3.1) bestätigt, weshalb diese mittlerweile als gefestigt gelten kann. 
Schliesslich scheint die Berufungsklägerin zu ignorieren, dass das Bundesgericht 
an der prinzipiellen Geltung des Einheitsgrundsatzes nichts geändert bzw. diesen 
Grundsatz nicht voraussetzungslos aufgehoben hat. Vielmehr postuliert es bei 
fehlendem Einverständnis eine Interessenabwägung, die Raum für die Betrach-
tung des Einzelfalls lässt und in die daher auch erbrechtliche Aspekte einbezogen 
werden können. In Anbetracht dessen besteht kein Anlass, die Anwendung der 
neueren bundesgerichtlichen Rechtsprechung durch die Vorinstanz generell in 
Frage zu stellen. Was die Interessenabwägung im konkreten Fall betrifft, kann auf 
die nachstehenden Erwägungen verwiesen werden.

12 / 40

4. Interessenabwägung

4.1. Bei der vorliegend vorzunehmenden Gewichtung und dem gegenseitigen 
Abwägen der auf dem Spiel stehenden Interessen ist zunächst darauf hinzuwei-
sen, dass die Liquidität des Scheidungspunkts zu Recht auch seitens der Beru-
fungsklägerin nicht in Frage gestellt wird. Gemäss Eheschutzentscheid leben die 
Ehegatten A./B.________ seit 23. Juli 2015 getrennt. Bei Eintritt der Rechtshän-
gigkeit der Scheidungsklage am 24. Juli 2017 war das Erfordernis des zweijähri-
gen Getrenntlebens gemäss Art. 114 ZGB somit erfüllt.

4.2. Teil der Interessenabwägung ist alsdann die bisherige und geschätzte 
zukünftige Verfahrensdauer (BGE 144 III 298 E. 7.2.2 in fine und E. 7.2.3; vgl. 
auch OGer ZH LC190018 v. 24.10.2019 E. II.8). 

4.2.1. Die Vorinstanz hielt im angefochtenen Entscheid unter anderem fest, die 
Ehegatten stünden sich seit dem Jahr 2015 in einem äusserst heftig geführten 
Scheidungsverfahren gegenüber, wobei insbesondere die Beklagte gegen Zwi-
schenentscheide regelmässig Rechtsmittel eingelegt und das Verfahren mit wie-
derholten Sistierungsanträgen zu verzögern versucht habe. Ausserdem gelangte 
sie andernorts zum Schluss, dass das Interesse des Berufungsbeklagten an einer 
sofortigen Teilentscheidung im Scheidungspunkt durch die zu erwartende Verfah-
rensdauer noch verstärkt werde (E. 5, S. 7 f., des angefochtenen Entscheids).

4.2.2. In ihrer Berufung bringt die Berufungsklägerin vor, weder ihr noch der Vor-
instanz sei der Vorwurf einer Verfahrensverzögerung zu machen. Letztere habe 
aber das Gleichheitsgebot verletzt, indem sie die Ursachen der bisherigen Dauer 
des erstinstanzlichen Scheidungsverfahrens augenscheinlich allein ihr zur Last 
gelegt habe. Die Ergreifung von Rechtsmitteln durch sie habe nämlich keine Ver-
zögerung des Scheidungsverfahrens verursacht. Demgegenüber habe der Beru-
fungsbeklagte selbst prozessuale Handlungen und Massnahmen angehoben, 
bspw. eine Klage auf Durchführung der Gütertrennung. Auch habe jener untaugli-
che Vergleichsangebote gemacht, seine Vermögensverhältnisse verschleiert und 
es nicht zuletzt unterlassen, substantiiert darzulegen, inwiefern es ihm nicht mög-
lich gewesen sein sollte, nach Ablauf der zweijährigen Frist des Art. 114 ZGB das 
Scheidungsverfahren voranzutreiben. Sein Gesuch stehe damit im Widerspruch 
zum eigenen Prozessverhalten, weshalb dieses treuwidrig sei, selbst wenn eine 
Verfahrensverzögerung gegeben wäre. Im Übrigen sei im Scheidungsverfahren 
unerheblich, wie lange das Eheschutzverfahren gedauert habe (Berufung Ziff. 
3.4).

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4.2.3. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung kommt es bei der Prüfung 
der Frage, ob sich die Auseinandersetzung über die Scheidungsfolgen stark in die 
Länge zieht, einzig auf die tatsächliche Dauer des Verfahrens an. Dass die über-
lange Verfahrensdauer auf einer dem urteilenden Gericht oder der Gegenpartei 
vorzuwerfenden Verfahrensverzögerung beruht, ist nicht vorausgesetzt. Über die 
Feststellung der bisherigen Verfahrensdauer hinaus ist sodann eine Prognose 
über die noch zu erwartende Verfahrensdauer anzustellen (BGE 144 III 298 E. 
7.2.3; BGer 5A_426/2018 v. 15.11.2018 E. 2.3 f.).

4.2.4. Ab Rechtshängigkeit der Scheidungsklage (24. Juli 2017) bis zum Erlass 
des vorliegend angefochtenen Teilurteils im Scheidungspunkt (20. Februar 2020) 
hat das Verfahren vor dem Regionalgericht rund zweidreiviertel Jahre und bis heu-
te beinahe vier Jahre gedauert. Was die zu erwartende Verfahrensdauer betrifft, 
so ergeben sich aus den Akten keine Hinweise auf einen absehbaren Abschluss 
des Prozesses. Das Regionalgericht hat den Entscheid über die Nebenfolgen in 
ein separates Verfahren verwiesen und wird gemäss seinen Ausführungen im Pro-
tokoll (act. C.17, S. 7) zunächst eine Beweisverfügung erlassen, anschliessend die 
Beweise abnehmen und erst dann, voraussichtlich nach einem weiteren Schrif-
tenwechsel zum Ergebnis des Beweisverfahrens, das Urteil betreffend die Neben-
folgen treffen, wobei anzunehmen ist, dass die Parteien die Fristen ausschöpfen 
und von Rechtsmitteln Gebrauch machen. Zu beachten ist sodann, dass noch ein 
Nebenverfahren rechtshängig ist, hat die Berufungsklägerin doch am 31. Januar 
2020 ein weiteres Gesuch um Auskunftserteilung gestellt. Eine vergleichsweise 
Erledigung der Nebenfolgen erscheint nach dem bisherigen Verlauf – und nach-
dem sich die Parteien nicht einmal über die Abtrennung einer grundsätzlich unbe-
strittenen Scheidung einig sind – ausgeschlossen. Mit einem raschen Abschluss 
des Verfahrens über die Scheidungsfolgen ist unter diesen Umständen nicht zu 
rechnen, so dass die Vorinstanz im Ergebnis zu Recht von einer langen Verfah-
rensdauer ausgegangen ist.

4.2.5. Spielen die Ursachen für die lange Verfahrensdauer keine Rolle, wäre es 
an sich nicht notwendig gewesen, dass die Vorinstanz auf das prozessuale Ver-
halten der Berufungsklägerin Bezug nimmt. Zu beachten ist immerhin, dass sie 
dies nicht im Zusammenhang mit der Feststellung der bisherigen Verfahrensdauer 
tat, sondern bei der Prüfung der Frage, ob die eheliche Gemeinschaft noch gelebt 
werde bzw. die Berufungsklägerin sich in guten Treuen auf das Bestehen des 
Ehebandes berufe (vgl. dazu E. 4.5.3.1 nachfolgend). In diesem Kontext durfte die 
erste Instanz durchaus auf den Umstand hinweisen, dass die gerichtlichen Aus-
einandersetzungen bereits seit dem Jahr 2015 andauern, auch wenn sie dabei 

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ungenau davon spricht, dass das Scheidungsverfahren bereits so lange hängig 
sei. 

Als zutreffend erweist sich der Einwand der Berufungsklägerin, dass die lange 
Verfahrensdauer nicht ihr allein zuzurechnen ist. Zwar stellte sie mehrere Aus-
kunftsbegehren sowie Sistierungsanträge und erhob gegen Entscheide des Regi-
onalgerichts und des Kantonsgerichts Rechtsmittel. Allerdings reichte auch der 
Berufungsbeklagte verschiedene Gesuche und Rechtsmittel ein und ersuchte so-
dann erst nach rechtskräftigem Abschluss des Eheschutzverfahrens – und damit 
rund eineinhalb Jahre nach Erheben der Scheidungsklage – um Fortsetzung des 
Verfahrens. Nichtsdestotrotz kann der Argumentation der Berufungsklägerin, dass 
sich der Berufungsbeklagte treuwidrig auf die lange Verfahrensdauer berufe, nicht 
gefolgt werden. Nach Art. 52 ZPO gilt das Gebot, Prozesshandlungen am Red-
lichkeitsmassstab von Treu und Glauben auszurichten, und das Verbot, prozessu-
ale Befugnisse und Institute zu missbrauchen (Christoph Hurni, in: Haus-
heer/Walter [Hrsg.], Berner Kommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung, 
Band I, Art. 1-149 ZPO, Bern 2012, N 9 zu Art. 52 ZPO). Dass der Berufungsbe-
klagte in casu nur deshalb Gesuche gestellt hätte, um Zeit zu gewinnen oder die 
Gegenpartei durch Zeitverlust zu schädigen, aussichtslose Rechtsmittel erhoben 
oder sonst Prozesshandlungen vorgenommen hätte, die nutzlos wären oder ledig-
lich auf Verzögerung des Prozesses abzielen (vgl. Hurni, a.a.O., N 47 ff. zu Art. 52 
ZPO), ist nicht ersichtlich. Vielmehr ist ihm grundsätzlich genauso wenig wie der 
Berufungsklägerin vorzuwerfen, wenn er sich im Streit um die Trennungs- und 
Scheidungsfolgen der ihm zur Verfügung stehenden prozessualen Mittel bedient.

4.3.1. Die Berufungsklägerin macht weiter geltend, das Bundesgericht motiviere 
die Ausnahme vom Grundsatz der Einheit des Scheidungsurteils damit, dem inter-
essierten Ehegatten die Ausübung seines verfassungsmässig garantierten Grund-
rechts auf Ehe, mithin auf Wiederverheiratung, zu ermöglichen. Vorliegend beste-
he augenscheinlich kein konkretes Schutzbedürfnis des Berufungsbeklagten. Die 
Vorinstanz stelle bezüglich des Grundrechts auf Ehe vielmehr allein auf das abs-
trakte Wiederverheiratungsrecht ab, womit sie über den Rahmen der unter Art. 
283 ZPO geforderten Tatbestandsvoraussetzungen zur ausnahmsweisen Abwei-
chung vom Einheitsgrundsatz hinausgegangen sei (Berufung Ziff. 3.5.1.2).

4.3.2. Es trifft zu, dass die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid das Interesse 
des Berufungsbeklagten an einer sofortigen Teilentscheidung im Scheidungspunkt 
lediglich in Bezug auf sein Recht, sich allenfalls wieder zu verheiraten, bejahte (E. 
5, S. 7 f., des angefochtenen Entscheids). Dies, nachdem es der Genannte in sei-
nem Gesuch vom 17. September 2019 offengelassen hatte, ob er sich nach Ein-

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tritt der Rechtskraft im Scheidungspunkt wiederverheiraten wolle, solches indes 
als nicht ausgeschlossen erachtete (RG act. I.9, Ziff. 5.3). Auch im Berufungsver-
fahren beruft sich der Berufungsbeklagte allgemein auf die Möglichkeit und das 
Recht, sich wieder zu verehelichen (vgl. Berufungsantwort, Ziff. 11, 34, 36 u. 56). 
Unter diesen Umständen unterscheidet sich der vorliegende Fall effektiv von den 
bereits zitierten bundesgerichtlichen Entscheiden (BGE 144 II 298; BGer 
5A_426/2018 v. 15.11.2018), in denen konkrete Wiederverheiratungspläne der 
scheidungswilligen Partei vorlagen.

Festzuhalten ist in diesem Zusammenhang, dass ein abstraktes Interesse auf 
Wiederverheiratung für sich allein nicht genügen würde, um den Anspruch auf ein 
Teilurteil zu begründen, ansonsten der Grundsatz der Einheit des Scheidungsur-
teils vorbehaltlos aufgehoben würde. Als Teilaspekt darf ein abstraktes Wieder-
verheiratungsinteresse aber durchaus in die Interessenabwägung einbezogen 
werden. Das Gesagte gilt im Übrigen auch in Bezug auf das Alter des Berufungs-
beklagten von mittlerweile 63 Jahren (vgl. Berufung Ziff. 3.5.1.3), wobei dieses mit 
zunehmender Verfahrensdauer an Bedeutung gewinnt.

4.4.1. Im Hinblick auf die seitens der Vorinstanz berücksichtigte Krebserkrankung 
des Berufungsbeklagten rügt die Berufungsklägerin, es sei nicht nachvollziehbar, 
weshalb die erste Instanz der bestrittenen und unsubstantiiert gebliebenen Be-
hauptung ihres Ehemannes folge, jener könnte krank sein. Sie vermöge keine 
medizinischen Gründe zu nennen oder Belege vorzulegen, die sich auf eine unab-
hängige Expertise über den Gesundheitszustand des Berufungsbeklagten abstütz-
ten (Berufung Ziff. 3.5.1.3).

4.4.2. In casu ist unbestritten und ausgewiesen, dass beim Berufungsbeklagter im 
Jahr 2011 eine schwere Krebserkrankung diagnostiziert wurde (Mantelzell-
Lymphom), die in den Folgejahren eine intensive Immun-Chemotherapie mit 
Stammstellentransplantation sowie weitere Therapien erforderlich machte. Dies 
ergibt sich nicht nur aus dem Bericht seines behandelnden Arztes Dr. D.________ 
vom 13. Januar 2020 (RG act. II.61; act. C.20), sondern auch aus den Darlegun-
gen der Berufungsklägerin selbst, bspw. in ihrer Klageantwort vom 23. Mai 2019 
(RG act. III.22, Ziff. 1.4.3) oder ihrer Replik vom 23. Juli 2020 (act. A.7, S. 12). 
Nach den Ausführungen des Arztes hat sich der Gesundheitszustand des Beru-
fungsbeklagten mittlerweile verbessert, doch ist eine regelmässige Nachsorge er-
forderlich und besteht die Möglichkeit, dass es zu einem Rückfall kommt. Dass der 
Berufungsbeklagte wieder Reisen unternehmen kann, bedeutet daher entgegen 
der Ansicht der Berufungsklägerin nicht, dass er vollständig geheilt wäre. Die Ge-
nannte spricht in der Replik denn auch selber vom Risiko einer eingeschränkten 

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Lebenserwartung des Berufungsbeklagten, woraus sie im Übrigen das Recht auf 
nachehelichen Unterhalt in Form einer Kapitalabfindung ableitet (vgl. act. A.7, S. 
12; RG act. VII.5, Ziff. 2.5.5.3). Damit steht fest, dass die Krebserkrankung des 
Ehemannes momentan zwar nicht akut und insofern für die geschätzte zukünftige 
Dauer des Verfahrens nicht von einem signifikant erhöhten Mortalitätsrisiko aus-
zugehen ist. Dennoch bleibt die Gefahr eines Rückfalls, die höher einzustufen ist 
als diejenige einer Ersterkrankung. Insofern darf die Krebserkrankung bei der In-
teressenabwägung durchaus berücksichtigt werden.

4.5.1. Schwergewichtig begründete die Vorinstanz ihren Entscheid, unter Hinweis 
auf das Urteil des Bundesgerichts 5A_426/2018 vom 15. November 2018, damit, 
dass das gesetzliche Erbrecht der Ehegatten und deren Pflichtteilsberechtigung in 
der ehelichen Gemeinschaft gründe, dass diese Gemeinschaft zwischen den Par-
teien jedoch aktenkundig und unbestritten längst nicht mehr gelebt werde. Die 
Ehegatten stünden sich seit 2015 in einem äusserst heftig geführten Scheidungs-
verfahren gegenüber, wobei insbesondere die Berufungsklägerin gegen Zwi-
schenentscheide regelmässig Rechtsmittel eingelegt und das Verfahren mit wie-
derholten Sistierungsanträgen zu verzögern versucht habe. Unter diesen Umstän-
den vermöge sie sich zur Begründung dafür, dass über die Scheidung erst mit den 
Nebenfolgen zu entscheiden sei, das eheliche Band formell also noch etwas län-
ger aufrechterhalten werden soll, nicht in guten Treuen auf die Stellung als gesetz-
liche Erbin zu berufen. Im Weiteren gewichtete die Vorinstanz den Umstand, dass 
der Berufungsbeklagte zwei mündige Kinder habe, für deren Ausbildung er noch 
aufkommen müsse, sowie das Interesse des Genannten an einer freien Nachlass-
planung als Grund für einen sofortigen Teilentscheid im Scheidungspunkt (E. 5, S. 
7 f., des angefochtenen Entscheids).

4.5.2. Die Berufungsklägerin rügt, die Vorinstanz habe das Interesse des Beru-
fungsbeklagten am Widerruf seiner erbvertraglichen Bindung bzw. daran, vorzeitig 
über seinen Nachlass verfügen zu können, zu Unrecht höher eingestuft als den 
grundrechtlich geschützten Bestand der Pflichtteilsregelung des überlebenden 
Ehegatten bzw. ihr Vertrauen in den Bestand der ehe- und erbvertraglichen Ver-
einbarung vom 15. Dezember 2014 (Berufung, Ziff. 3.3.1.1 u. 3.5.1.1). Das Gericht 
unterschlage, dass der Berufungsbeklagte beim Abschluss der Ehe- und Erbver-
träge eine Einschränkung seiner erbrechtlichen Verfügungsfreiheit und eine Be-
nachteiligung seiner Kinder oder anderer möglicher Begünstigter zu Gunsten der 
gegenseitigen Meistbegünstigung der Parteien habe in Kauf nehmen wollen. Dass 
die vertragliche Bindung zumindest für die erbrechtliche Komponente Bestand ge-
niessen solle, habe das Kantonsgericht im Entscheid ZK1 15 272/273 ausdrück-

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lich bestätigt. Sie habe daher darauf vertrauen dürfen, dass der Berufungsbeklag-
te auch in schlechten Zeiten gebunden bleibe. Gleichzeitig habe auch der Ge-
nannte damit rechnen müssen, dass die ihr vertraglich eingeräumte Erbenstellung 
für die Dauer eines allfälligen Scheidungsverfahrens bindend bleibe. Er habe dies 
auch so gewollt, zumal das Bundesgericht seine Rechtsprechung zum Grundsatz 
der Einheit des Scheidungsurteils im Mai 2018 und damit nach Rechtshängigkeit 
des vorliegenden Verfahrens bzw. nach Abschluss der Ehe- und Erbverträge prä-
zisiert habe. Die Praxisänderung vermöge keine Rückwirkung zu entfalten. Ob er 
seine heute volljährigen Kinder tatsächlich finanziell unterstütze, habe der Beru-
fungsbeklagte trotz Einforderung entsprechender Nachweise nicht substantiiert 
darlegen können oder wollen. Dieses Argument entbehre daher einer sachlichen 
Grundlage. Schliesslich habe die Vorinstanz nicht begründet, aus welchen Grün-
den das Interesse des Berufungsbeklagten an der Rückgewinnung seiner Verfü-
gungsbefugnis über den Nachlass höher einzustufen sei als der Schutz ihres Ver-
trauens in den Fortbestand der erbvertraglichen Regelungen vom 15. Dezember 
2014. Dem Berufungsbeklagten werde die Verfügungsbefugnis über seinen Nach-
lass nicht verunmöglicht, sondern nur erschwert. Sie hingegen verlöre vorzeitig 
und entschädigungslos ihr gesetzliches Erbrecht und ihre vertraglichen Anwart-
schaften und bliebe mit leeren Händen zurück. Eine Güterabwägung zu Gunsten 
des Berufungsbeklagten treffe sie wirtschaftlich im Vergleich zu diesem ungleich 
härter (Berufung Ziff. 3.5.1.4-3.5.1.6). Bei der Anlehnung an das bundesgerichtli-
che Urteil 5A_426/2018 übersehe die Vorinstanz, dass sich ihr Erbrecht nicht aus 
Gesetz, sondern aus den erbvertraglichen Vereinbarungen vom 12. Juli 2011 und 
vom 15. Dezember 2014 ergebe. Ihr Ehemann habe sie für die Aufgabe ihrer bis-
herigen beruflichen Tätigkeit und ihres persönlichen Umfelds zu Gunsten ihres 
tatsächlich geleisteten Einsatzes zu seiner Pflege und Betreuung während seiner 
Krebskrankheit entschädigen wollen. Der Vorhalt der Treuwidrigkeit wegen des 
Dahinfallens der ehelichen Gemeinschaft sei willkürlich und unbegründet, zumal 
nicht ersichtlich sei, worin die Treuwidrigkeit konkret zu erblicken sei. Es entspre-
che der Wertung des Gesetzgebers in Art. 462 ZGB, dass die erbrechtlichen An-
sprüche des Ehegatten beim Dahinfallen der ehelichen Gemeinschaft gerade nicht 
auch vorzeitig entfallen würden. Ausserdem sei es eine willkürliche Diskriminie-
rung und Gehörsverletzung, dass die Vorinstanz einseitig ihr Verhalten, nicht aber 
dasjenige des Berufungsbeklagten würdige, der den Bruch der Parteien von lan-
ger Hand vorbereitet habe und sich schuldhaft widersprüchlich verhalte. Der Ge-
nannte nehme seine Rechtsposition rechtsmissbräuchlich in Anspruch (Berufung 
Ziff. 3.6). 

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4.5.3. Wie sich aus dem angefochtenen Entscheid und den Rügen der Berufungs-
klägerin ergibt, berief sich der Berufungsbeklagte vor erster Instanz für den Erlass 
eines Teilentscheids auf sein Interesse, seine Erbfolge den neuen Gegebenheiten 
anzupassen, über seinen Nachlass folglich frei verfügen zu können (RG act. I.9 
Ziff. 5.2), während die Berufungsklägerin gegen den Erlass eines Teilentscheids 
ihre Erbenstellung sowie ihre Begünstigung durch den Ehe- und Erbvertrag vom 
15. Dezember 2014 ins Feld führte (RG act. I.10 Ziff. 2.3.3).

4.5.3.1. Das gesetzliche Erbrecht der Ehegatten und deren Pflichtteilsberechti-
gung gründen in der ehelichen Gemeinschaft (Art. 159 ZGB), mithin in der fami-
liären Beziehung zwischen den Beteiligten. Die Stellung eines Ehegatten als ge-
setzlicher Erbe und Pflichtteilsberechtigter (Art. 462 und 471 Ziff. 3 ZGB) entfällt 
nach geltendem Recht erst mit Rechtskraft des Scheidungsurteils (vgl. Art. 120 
Abs. 2 ZGB). Für die Phase zwischen der Einreichung eines berechtigten Schei-
dungsbegehrens bis zur Scheidung, also während des Scheidungsverfahrens, 
bleiben der Pflichtteil sowie bei deren Vorhandensein ehe- und erbvertraglich bin-
dende Begünstigungen des noch nicht geschiedenen Ehegatten unentziehbar, 
was die Nachlassregelung erschwert. Einseitig kann ein scheidungswilliger Ehe-
gatte nicht erreichen, dass der andere Ehegatte für den Fall seines Versterbens 
während des Scheidungsverfahrens nicht in den Genuss der mit der Stellung als 
überlebender Ehegatte verbundenen ehegüter- und erbrechtlichen Begünstigung 
gelangt. Durch die Möglichkeit eines Teilurteils im Scheidungspunkt wird der Zeit-
raum der erschwerten Nachlassregelung verkürzt, was in Rechtsprechung und 
Lehre als schützenswertes Interesse gewertet wird, insbesondere in Fällen, in de-
nen die eheliche Gemeinschaft nicht mehr gelebt wird, sondern nur noch formell 
besteht (vgl. BGE 144 III 298 E. 7.2.2; BGer 5A_426/2018 v. 15.11.2018 E. 3.2.2; 
Stephan Wolf/Martin Eggel, Jüngere bundesgerichtliche Rechtsprechung und 
hängige Erbrechtsrevision – erste Folgerungen und Überlegungen zur Rechtsge-
schäftsplanung, in: Wolf [Hrsg.], Aktuelles zur ehegüter- und erbrechtlichen Pla-
nung – insbesondere aus der Sicht des Notariats, Bern 2019, S. 7). 

In casu wird die eheliche Gemeinschaft aktenkundig und unbestritten seit bald 
sechs Jahren nicht mehr gelebt, sind die Ehegatten doch seit 23. Juli 2015 ge-
trennt. Am 29. September 2015 wurde seitens des Berufungsbeklagten ein Ehe-
schutzverfahren und am 24. Juli 2017 das Scheidungsverfahren eingeleitet. Aus-
serdem waren bzw. sind verschiedene Nebenverfahren hängig (u.a. Gesuche um 
Abänderung der Eheschutzmassnahmen, um Auskunftserteilung sowie um Ver-
fahrenssistierung, Strafanzeige durch die Berufungsklägerin). Sämtliche Verfahren 
erweisen sich als hoch strittig. Das eheliche Band zwischen den Parteien besteht 

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daher offenkundig lediglich noch auf dem Papier. Dass noch eine besondere per-
sönliche Beziehung zwischen den Parteien vorliegt, die die der Berufungsklägerin 
eingeräumte Vorzugsstellung rechtfertigen würde, behauptet auch die Genannte 
nicht. Vielmehr beantragte sie in ihrer Klageantwort auch selbst die Scheidung der 
Ehe. Sie beruft sich denn auch primär auf wirtschaftliche Gründe und möchte über 
den potentiellen Erbanspruch die für den Berufungsbeklagten während dessen 
Krebserkrankung geleisteten Dienste – über deren Umfang sich die Parteien im 
Übrigen nicht einig sind – abgegolten haben. In diesem Zusammenhang macht sie 
wie erwähnt geltend, ihr persönliches Umfeld und ihre eigene Erwerbstätigkeit 
aufgegeben oder zumindest reduziert zu haben. Zu beachten ist allerdings, dass 
die Folgen der ehelichen Aufgabenteilung bzw. einer dadurch allenfalls eingetre-
tenen Einschränkung der wirtschaftlichen Leistungskraft über den ehelichen Un-
terhalt – aktuell CHF 15'000.00 pro Monat – und den nachehelichen Unterhalt 
ausgeglichen werden (vgl. auch KGer GR ZK1 15 172/173 v. 26.07.2017 E. 5.5), 
weshalb dieser Umstand kein besonderes Interesse der Berufungsklägerin be-
gründet, ihren Ehemann trotz fehlender Ehegemeinschaft während der Tren-
nungszeit zu beerben. Demgegenüber kann ein schützenswertes Interesse des 
Berufungsbeklagten, seinen Nachlass nach sechsjähriger Trennung – also einer 
Trennungsdauer, die mittlerweile länger ist als die Dauer des ehelichen Zusam-
menlebens von rund fünfeinhalb Jahren – und ohne Aussicht auf ein baldiges En-
de des Ehescheidungsverfahrens frei regeln zu können, nicht verneint werden. 
Dieses Interesse besteht im Übrigen unabhängig davon, ob und in welchem Um-
fang er seine Kinder oder andere Personen begünstigen möchte.

4.5.3.2. Der Einwand der Berufungsklägerin, dass ihr Interesse, den Berufungsbe-
klagten für den Fall seines Ablebens während des Scheidungsverfahrens zu beer-
ben, deswegen besonders schützenswert sei, weil ihr Erbrecht nicht nur auf dem 
Gesetz, sondern auch auf einem Ehe- und Erbvertrag beruhe, mit dem sie der Be-
rufungsbeklagte besonders habe begünstigen wollen, verfängt nicht. Es mag sein, 
dass der Abschluss des Ehe- und Erbvertrags durch die Krebserkrankung des Be-
rufungsbeklagten motiviert war und er seine Ehefrau für den Fall seines Ablebens 
damit maximal begünstigen wollte (vgl. KGer GR ZK1 15 172/173 v. 26.07.2017 E. 
5.6). Gerade diese maximale Begünstigung akzentuiert indessen das Interesse 
des Berufungsbeklagten, die vertragliche Bindung vor der abschliessenden Rege-
lung der Nebenfolgen aufzuheben, da sie die Nachlassplanung besonders er-
schwert. Zwar ist nicht zu übersehen, dass der Berufungsbeklagte die Einschrän-
kungen seiner erbrechtlichen Verfügungsfreiheit bei Abschluss des Ehe- und Erb-
vertrags in Kauf nahm. Er tat dies jedoch im Vertrauen auf den Bestand der Ehe 
als Lebensgemeinschaft, weshalb für die Begünstigung der Berufungsklägerin 

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denn auch das Mittel des Ehe- und Erbvertrags und nicht etwa eine Schenkung 
gewählt wurde. Der Wille, die Berufungsklägerin bedingungslos bzw. unabhängig 
vom Bestehen der ehelichen Gemeinschaft abzugelten, bestand offenbar nicht. 
Aus diesem Grund durfte jene auch nicht ohne Weiteres darauf vertrauen, selbst 
in "schlechten Zeiten" von der erbrechtlichen Begünstigung zu profitieren. Hinzu 
kommt der Umstand, dass der Berufungsbeklagte zwar mit dem Bestehen der ver-
traglich eingeräumten Erbenstellung seiner Ehefrau während des Verfahrens 
rechnen musste, indes nicht damit, dass das Verfahren derart lange dauern wird. 
Was den von der Berufungsklägerin zitierten Eheschutzentscheid betrifft, so ist 
darin in der Tat die Rede davon, dass ihre wirtschaftlichen Interessen trotz der 
angeordneten Gütertrennung mit dem Weiterbestand der erbvertraglichen Be-
günstigung bis zur Rechtskraft der Scheidung ausreichend gewahrt würden (KGer 
GR ZK1 15 172/173 v. 26.07.2017 E. 5.6). Das Urteil vom 26. Juli 2017 enthält 
indes keine Aussage zur Möglichkeit eines Teilurteils im Scheidungspunkt, zumal 
die Scheidungsklage erst am 24. Juli 2017 eingereicht worden war.

4.5.3.3. Was die Argumentation der Berufungsklägerin betrifft, dass es nicht dem 
Willen des Gesetzgebers entspreche, die erbrechtlichen Ansprüche der Ehegatten 
bereits beim Dahinfallen der ehelichen Gemeinschaft enden zu lassen, so ist dar-
auf hinzuweisen, dass das Parlament am 18. Dezember 2020 eine Revision des 
Erbrechts verabschiedet hat. Gemäss dieser geht der gegenseitige Pflichtteilsan-
spruch der (Noch-)Ehegatten bei Rechtshängigkeit eines Scheidungsverfahrens 
unter, wenn die Ehegatten ein gemeinsames Scheidungsbegehren gestellt oder 
mindestens zwei Jahre getrennt gelebt haben. In einem solchen Fall kann ein 
Ehegatte sodann unter Vorbehalt einer abweichenden Anordnung auch keine An-
sprüche aus Verfügungen von Todes wegen mehr erheben (Art. 472 Abs. 1 sowie 
Art. 120 Abs. 3 Ziff. 2 E-ZGB, publ. in BBl 2020 9923 ff.; Botschaft zur Änderung 
des Schweizerischen Zivilgesetzbuches [Erbrecht] vom 29. August 2018, BBl 2018 
5813 ff., 5837 ff.). Diese Gesetzesänderung ist noch nicht in Kraft und daher vor-
liegend nicht anwendbar, doch setzt der Gesetzgeber damit ein klares Signal, 
dass er die Erbberechtigung eines Ehegatten nach dem Erlöschen der ehelichen 
Gemeinschaft bzw. des Ehewillens künftig nicht mehr als schützenswert erachtet.

4.5.3.4. Abschliessend bleibt darauf hinzuweisen, dass eine neue Rechtsprechung 
grundsätzlich sofort und auf alle im Zeitpunkt der Änderung noch hängigen oder 
zukünftigen Fälle angewendet werden muss (BGE 142 V 551 E. 4.1; BGer 
5A_931/2017 v. 01.11.2018 E. 3.1.3 sowie 2C_199/2017 v. 12.06.2018 E. 3.5), so 
dass die Berufungsklägerin aus dem Umstand, dass BGE 144 III 298 zum Zeit-
punkt des Abschlusses des Ehe- und Erbvertrages im Dezember 2014 noch nicht 

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ergangen war, nichts zu ihren Gunsten ableiten kann. Im Weiteren trifft es nicht 
zu, dass neben einem gewichtigen Interesse an einem Teilentscheid im Schei-
dungspunkt zusätzlich eine komplizierte güterrechtliche oder vorsorgerechtliche 
Auseinandersetzung vorliegen müsste, um vom Einheitsgrundsatz abzuweichen, 
wie die Berufungsklägerin dies suggerieren möchte (vgl. Berufung Ziff. 3.5.1.3). 
Mangels Relevanz offen gelassen werden können schliesslich die Umstände der 
Trennung der Ehegatten, zumal nicht ersichtlich ist, inwiefern ein allfälliges Ver-
schulden des Berufungsbeklagten an der Trennung seine Berufung auf ein Teilur-
teil im Scheidungspunkt als rechtsmissbräuchlich erscheinen liesse. 

4.5.4. Unter den erwähnten Umständen ist nicht zu beanstanden, dass die Vor-
instanz der Berufungsklägerin im Rahmen der vorgenommenen Interessenabwä-
gung die Berufung auf ihre Stellung als gesetzliche bzw. vertragliche Erbin ver-
wehrte. Selbst wenn man deren Verhalten nicht als eigentlich treuwidrig bezeich-
nen wollte, ist ihr rein wirtschaftlich motiviertes Interesse an der Aufrechterhaltung 
ihrer Erbenstellung während des Ehescheidungsverfahrens im Verhältnis zum In-
teresse des Berufungsbeklagten, seine Nachfolgeregelung nach langjähriger 
Trennung den neuen Gegebenheiten anzupassen, zumindest nicht als überwie-
gend zu betrachten.

4.6. Zusammenfassend vermag der Berufungsbeklagte mit der langen Verfah-
rensdauer, seinem Alter, seiner Krankheit und seinem Interesse an einer freien 
Nachfolgeplanung mehrere Aspekte geltend zu machen, unter denen er insgesamt 
ein erhebliches und schützenswertes Interesse am Erlass eines Teilurteils im 
Scheidungspunkt hat. Dieses überwiegt das rein finanzielle Interesse der Beru-
fungsklägerin, den Berufungsbeklagten für den Fall seines Ablebens während des 
Scheidungsverfahrens gemäss dem Ehe- und Erbvertrag vom 15. Dezember 2014 
beerben zu können. Die Vorinstanz hat dem Gesuch des Berufungsbeklagten mit 
Rücksicht auf die Interessenlage und aufgrund der Feststellung, dass der Schei-
dungsgrund gemäss Art. 114 ZGB erfüllt ist, folglich zu Recht entsprochen.

5. Formelle Rügen (fehlende Beweisverfügung / fehlende Spruchreife des Ver-
fahrens / Verletzung des rechtlichen Gehörs)

5.1. Die Berufungsklägerin macht im Weiteren eine Verletzung von Art. 154 
ZPO und Art. 231 ZPO in Verbindung mit dem Gehörsanspruch nach Art. 53 ZPO 
bzw. Art. 29 Abs. 2 BV geltend. Die Tatsachen, auf welche sich die Vorinstanz für 
den Erlass des Teilurteils gestützt habe, seien bis zum Abschluss der Hauptver-
handlung nicht nachgewiesen und auch nicht ohne Nachweis gegeben gewesen. 
Vielmehr habe sich die Vorinstanz unbesehen ihrer Pflicht zum Erlass einer Be-

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weisverfügung sowie ohne Würdigung ihrer Entgegnungen auf die unsubstantiier-
ten und von ihr bestrittenen Vorbringen des Berufungsbeklagten gestützt, dass er 
heute 63 Jahre alt und an Krebs erkrankt sei, dass er zwei mündige Kinder habe, 
für deren Ausbildung er noch aufkommen müsse, dass eine testamentarische Erb-
folgeregelung erschwert sei, solange das gesetzliche Erbrecht der Berufungsklä-
gerin noch bestehe, und dass er ein Recht darauf habe, sich wieder zu verheira-
ten. Indem die Vorinstanz auf diese Tatsachen abgestellt habe, erwiesen sie sich 
als rechtserheblich. Dennoch habe sie keine Beweisverfügung erlassen, sondern 
Beweise, namentlich ihre Mitteilung vom 13. August 2015, unzulässigerweise aus-
serhalb eines Beweisverfahrens gewürdigt. Ausserdem hätte die Vorinstanz die 
von ihr selbst angebotenen Beweis- und Auskunftsbegehren sowie die von ihr an-
gebotenen Nachweise über den Gesundheitszustand des Berufungsbeklagten 
oder seinen tatsächlich fehlenden Wiederverheiratungswillen nicht als untauglich 
verwerfen dürfen. Mit diesem Vorgehen habe die erste Instanz ihr Recht auf Mit-
wirkung bei der Beweiserhebung sowie auf Äusserung zum Beweisergebnis in 
Form eines Schlussvortrags verletzt. Der Gehörsanspruch sei formeller Natur und 
könne daher nicht geheilt werden. Aufgrund des fehlenden Beweisverfahrens sei 
die Sache sodann nicht spruchreif gewesen (Berufung Ziff. 3.1).

5.2.1. Spruchreife liegt vor, wenn der Sachverhalt so weit abgeklärt ist, dass über 
die Rechtsbegehren mit ausreichender rechtlicher Begründung entschieden wer-
den kann. Das Gericht muss über sämtliche Entscheidungsgrundlagen verfügen, 
um über die Begründetheit oder Unbegründetheit des geltend gemachten An-
spruchs befinden zu können. Voraussetzung der Spruchreife ist überdies, dass 
das gesetzlich vorgeschriebene Verfahren ordnungsgemäss durchgeführt worden 
ist (BGE 140 III 450 E. 3.2; Daniel Steck/Norbert Brunner, in: Spüh-
ler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische Zivilprozessord-
nung, 3. Aufl., Basel 2017, N 12 u. 12a zu Art. 236 ZPO).

5.2.2. Im Rahmen des am 24. Juli 2017 instanzierten Ehescheidungsverfahrens 
reichte der Berufungsbeklagte am 17. September 2019 ein schriftlich begründetes 
Gesuch um Ausfällung eines Teilurteils im Scheidungspunkt ein (RG act. I.9), wo-
zu sich die Berufungsklägerin mit Stellungnahme vom 30. Oktober 2019 schriftlich 
vernehmen liess (RG act. I.10). Am 20. Februar 2020 fand die Hauptverhandlung 
statt, an der beide Parteien sich nicht nur zum Scheidungspunkt sowie den Ne-
benfolgen, sondern auch zur Frage eines Teilurteils äussern konnten und dies 
auch taten (vgl. RG act. VII.2 u. VII.4). Damit ist dem Erfordernis, dass im ordentli-
chen Verfahren jede Partei grundsätzlich zweimal das Recht hat, unbeschränkt 
Tatsachen und Beweise vorzutragen (BGE 143 III 297 E. 6.6; BGer 4A_338/2017 

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v. 24.11.2017 E. 2.1), Genüge getan worden. Nach den Parteivorträgen teilte das 
Regionalgericht den Parteien mit, dass es ein Urteil fällen werde, wenn dies auf-
grund der vorliegenden Akten möglich sei. Andernfalls werde es eine Beweisver-
fügung erlassen und anschliessend die Beweismittel abnehmen (RG act. Vll.1/act. 
C.17 S. 7). In der Folge erliess die Vorinstanz den angefochtenen Teilentscheid im 
Scheidungspunkt und brachte damit zum Ausdruck, dass es die Sache in Bezug 
auf die Frage eines Teilurteils als spruchreif und die Abnahme weiterer Beweise 
folglich als nicht notwendig erachtete. Namentlich verzichtete sie auf den Erlass 
einer Beweisverfügung. Dies ist, wie nachfolgend aufzuzeigen ist, nicht zu bean-
standen.

5.3.1. Gemäss der allgemeinen Regel der Beweislastverteilung hat diejenige Par-
tei das Vorhandensein einer behaupteten Tatsache zu beweisen, welche aus ihr 
Rechte ableitet (Art. 8 ZGB). Beantragt ein Ehegatte die Ausfällung eines Teilur-
teils im Scheidungspunkt, trägt folglich er die Beweislast für die Tatsachen, welche 
seinem überwiegenden Interesse zugrunde liegen (KGer Schwyz ZK1 2019 3 v. 
01.10.2019 E. 1f, publ. in CAN 2020 Nr. 13). Gegenstand des Beweises sind 
rechtserhebliche, streitige Tatsachen (Art. 150 Abs. 1 ZPO). Offenkundige und 
gerichtsnotorische sowie allgemein anerkannte Erfahrungssätze bedürfen keines 
Beweises (Art. 151 ZPO). Jede Partei hat das Recht, dass das Gericht die von ihr 
form- und fristgerecht angebotenen tauglichen Beweismittel abnimmt (Art. 152 
Abs. 1 ZPO). Vor der Beweisabnahme werden die erforderlichen Beweisverfügun-
gen getroffen. Darin werden insbesondere die zugelassenen Beweismittel be-
zeichnet und wird bestimmt, welcher Partei zu welchen Tatsachen der Haupt- oder 
der Gegenbeweis obliegt. Beweisverfügungen können jederzeit abgeändert oder 
ergänzt werden (Art. 154 ZPO). Mit der Beweisverfügung wird somit vermittelt, 
welche Tatsachenbehauptungen das Gericht für relevant, streitig und beweisbe-
dürftig hält, wer die Beweislast trägt, und allem voran, welche beantragten Be-
weismittel zugelassen werden bzw. welche Beweismittel von Amtes wegen rele-
vant erklärt werden. Es handelt sich um eine prozessleitende Verfügung im Sinne 
von Art. 124 Abs. 1 ZPO (Peter Guyan, in: Spühler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], Bas-
ler Kommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung, 3. Aufl., Basel 2017, N 1 zu 
Art. 154 ZPO; Franz Hasenböhler, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger 
[Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO], 3. Aufl., 
Zürich 2016, N 5a zu Art. 154 ZPO). 

Im ordentlichen Verfahren – wie es vorliegend zur Anwendung kommt – ist 
grundsätzlich eine Beweisverfügung zu erlassen. Dennoch ist im Einzelfall zu prü-
fen, ob Art. 154 ZPO anzuwenden und eine entsprechende Verfügung erforderlich 

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ist (Guyan, a.a.O., N 12 f. zu Art. 154 ZPO; Nicolas Wuillemin, Beweisführungslast 
und Beweisverfügung nach der Schweizerischen ZPO, Zürich 2018, Rz. 670 f.; 
Christan Leu, in: Brunner/Gasser/Schwander [Hrsg.], Schweizerische Zivilpro-
zessordnung, Kommentar, 2. Aufl., Zürich 2016, N 13 zu Art. 154 ZPO). So kann 
dann auf eine Beweisverfügung verzichtet werden, wenn keine eigentliche Be-
weisabnahme stattfindet, was zunächst der Fall ist, wenn kein Beweisgegenstand, 
also keine rechtserheblichen streitigen Tatsachen nach Art. 150 Abs. 1 ZPO, vor-
liegt. Weiter ist eine Beweisverfügung dann obsolet, wenn zwar ein Beweisgegen-
stand vorhanden ist, das Gericht diesbezüglich aber nur bereits eingereichte Ur-
kunden zu würdigen hat. Es hat in einem solchen Fall nichts mehr vorzukehren, 
um die bereits real produzierten und sich in den Akten befindlichen Beweise abzu-
nehmen und zu würdigen, weshalb der Erlass einer Beweis(abnahme)verfügung 
entfällt. Werden bestimmte Beweismittel nicht zugelassen, kann dies im Endent-
scheid – bis zu welchem keine gerichtliche Beweisabnahmehandlung mehr not-
wendig ist – begründet werden (Wuillemin, a.a.O., Rz. 483, 491, 647 u. 650 ff. 
m.w.H.). 

5.3.2. In casu ist zunächst zu beachten, dass die von den Parteien anlässlich der 
Hauptverhandlung eingereichten Urkunden zu den Akten genommen wurden und 
insofern eine Beweisabnahme erfolgte (vgl. Art. 235 Abs. 1 lit. e ZPO; Protokoll 
der Hauptverhandlung vom 20. Februar 2020 [RG act. Vll.1/act. C.17] S. 6). Der 
Erlass einer gesonderten Beweisverfügung war für die Urkundeneinlagen daher 
bereits aus diesem Grund, darüber hinaus aber auch ganz allgemein nicht erfor-
derlich (vgl. E. 5.3.1). Darauf hinzuweisen ist, dass im Protokoll der Hauptverhand-
lung lediglich die vom Berufungsbeklagten eingereichten Beilagen erwähnt wer-
den, dass sich indessen auch die seitens der Berufungsklägerin eingelegten Ur-
kunden in den Akten befinden (vgl. das Aktenverzeichnis vom 16. April 2020 [act. 
E.1] bzw. die darin erwähnten RG act. II.56-98 und RG act. III.22-29). Beim Nich-
terwähnen dieser Beilagen im Protokoll dürfte es sich daher um ein – seitens der 
Berufungsklägerin im Übrigen nicht gerügtes – Versehen handeln.

5.3.3. Darüber hinaus waren im Hinblick auf die Frage eines Teilentscheids im 
Scheidungspunkt keine Beweisabnahmen mehr erforderlich:

Das Alter des Berufungsbeklagten ist aktenkundig. Dies gilt auch für seine fami-
liären Verhältnisse. So ist aus dem Eheschutzverfahren bekannt, dass er zwei 
mündige Kinder hat, für die er grundsätzlich unterhaltspflichtig ist. Die genaue 
Höhe und die Dauer der Unterhaltspflicht sind nicht von ausschlaggebender Be-
deutung und brauchen daher nicht geklärt zu werden. Massgebend ist, dass für 
den Berufungsbeklagten eine freie Regelung der Erbfolge und damit auch eine 

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allfällige testamentarische Begünstigung seiner Kinder erschwert ist, solange der 
Ehe- und Erbvertrag vom 15. Dezember 2014 zum Tragen kommt (vgl. E. 4.5.3.1). 
Dieser Umstand ergibt sich wiederum aus dem Gesetz, weshalb dazu keine Be-
weise abgenommen werden müssen. Solches erübrigt sich auch im Hinblick auf 
das – lediglich abstrakte – Wiederverheiratungsinteresse des Berufungsbeklagten.

Was dessen Gesundheitszustand betrifft, so steht wie bereits dargelegt fest, dass 
jener eine schwere Krebserkrankung durchgemacht macht, dass sich sein Ge-
sundheitszustand mittlerweile aber verbessert hat, so dass er unbestrittenermas-
sen auch wieder Reisen unternehmen kann. Allerdings ist eine regelmässige 
Nachsorge erforderlich – ohne dass von entscheidender Bedeutung wäre, in wel-
chen Intervallen die Nachsorgeuntersuchungen genau erfolgen – und besteht die 
Möglichkeit eines Rückfalls (vgl. E. 4.4). Das Gesagte geht namentlich aus dem 
Bericht von Dr. D.________ vom 13. Januar 2020 (RG act. II./61; act. C.20) her-
vor, der seitens der Vorinstanz als Beweismittel zugelassen wurde (vgl. E. 5.3.2) 
und auf den die Berufungsklägerin in ihrer Replik vom 23. Juli 2020 (S. 12) auch 
selbst Bezug nimmt. Ein Beweisverfahren über den aktuellen Gesundheitszustand 
und die konkrete Lebenserwartung des Berufungsbeklagten durchzuführen, würde 
im vorliegenden Zusammenhang zu weit führen, zumal für dessen Interesse, die 
Erbfolge den geänderten Verhältnissen anzupassen, keine hohe Wahrscheinlich-
keit eines nahen Todes zu verlangen ist und das konkrete Rückfall- bzw. Sterberi-
siko einem Beweis ohnehin nicht zugänglich sein dürfte. Vielmehr genügt die all-
gemeine Feststellung, dass das Risiko eines Rückfalls gegenüber dem einer 
erstmaligen Erkrankung erhöht ist, um im Sinne eines Teilaspekts ein Interesse 
des Berufungsbeklagten an einem Teilentscheid im Scheidungspunkt zu bejahen 
(vgl. in diesem Zusammenhang auch OGer ZH LC190018 v. 24.10.2019 E. II./7a 
u. b). Die Frage, wie intensiv die Pflege des Berufungsbeklagten durch die Beru-
fungsklägerin während dessen Krebserkrankung war bzw. inwieweit der Genannte 
während seiner Krebserkrankung seinen Alltag autonom bewältigen konnte, 
braucht nicht hier, sondern im Zusammenhang mit dem nachehelichen Unterhalt 
geklärt zu werden. Daher kann im Übrigen auch auf das Einholen des im Beru-
fungsverfahren (vgl. Replik vom 23. Juli 2020) beantragten diesbezüglichen Gut-
achtens verzichtet werden. Ebenfalls nicht notwendig ist die vom Berufungsbe-
klagten beantragte Einvernahme von Dr. D.________ als sachverständiger Zeuge, 
befindet sich vom Genannten doch ein Arztbericht in den Akten, der die sich vor-
liegend stellenden Fragen beantwortet.

Schliesslich erweist sich die bisherige Dauer des Ehescheidungsverfahrens als 
gerichtsnotorisch, ebenso wie der Umstand, dass zwischen den Parteien ver-

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schiedene weitere Verfahren hängig waren und sind. Auf eine Klärung der Ursa-
che für die lange Verfahrensdauer kann mangels Relevanz verzichtet werden (vgl. 
E. 4.2.3).

5.3.4. Was die Rüge der Berufungsklägerin betrifft, dass die Vorinstanz die von ihr 
angebotenen Beweise über den Gesundheitszustand des Berufungsbeklagten und 
seinen tatsächlich fehlenden Wiederverheiratungswillen hätte abnehmen müssen, 
so substantiiert sie in den Berufungsschriften nicht, um welche Beweisanträge es 
sich konkret handelt. Diesbezügliche Hinweise ergeben sich auch aus ihrer Stel-
lungnahme vom 30. Oktober 2019 nicht, weshalb auf die erwähnte Rüge mangels 
ausreichender Begründung nicht einzutreten ist. Die von der Berufungsklägerin 
zusammen mit der erwähnten Stellungnahme sowie anlässlich der Hauptverhand-
lung eingereichten Urkunden wurden wie oben erwähnt zu den Akten genommen. 

5.3.5. Schliesslich verfängt auch der Einwand der Berufungsklägerin, ihre Mittei-
lung vom 13. August 2015 sei ausserhalb eines Beweisverfahrens gewürdigt wor-
den, nicht. Dieses Dokument ist gerichtsnotorisch. Es wurde bereits im Ehe-
schutzverfahren thematisiert (KGer GR ZK1 15 172/173 v. 26.07.2017 E. 5.4) und 
ist dementsprechend sowohl dem Gericht als auch den Parteien bekannt. Ausser-
dem hat die Berufungsklägerin den Beizug der Akten des Eheschutzverfahrens 
(Proz.Nr. 135-2015-308) im Scheidungsverfahren selbst beantragt (vgl. das Be-
weismittelverzeichnis der Berufungsklägerin vom 20. Februar 2020 [RG act. III.] S. 
4). Da die im Sommer 2015 erfolgte Trennung und die damit verbundene Aufgabe 
der ehelichen Gemeinschaft ohnehin unbestritten ist, wäre der Beizug des er-
wähnten Dokuments im Übrigen gar nicht erforderlich gewesen.

5.4. Aus dem Gesagten ergibt sich, dass vorliegend keine Notwendigkeit be-
stand, zur Frage eines Teilurteils im Scheidungspunkt weitere Beweise abzuneh-
men. Vielmehr waren lediglich bereits real produzierte Urkunden zu würden, so 
dass sich der Erlass einer Beweisverfügung erübrigte. Mit anderen Worten verfüg-
te das Gericht über sämtliche Grundlagen, um über die Begründetheit des geltend 
gemachten Anspruchs auf ein Teilurteil zu befinden. Die Sache erwies sich folglich 
als spruchreif. Die Spruchreife in Bezug auf die Nebenfolgen ist für Zulässigkeit 
eines Teilurteils gerade nicht vorausgesetzt.

5.5.1. Waren im Hinblick auf die Statusfrage keine Beweise mehr abzunehmen, 
wurde auch das Recht der Berufungsklägerin, sich im Rahmen eines Schlussvor-
trags zum entsprechenden Beweisergebnis zu äussern, nicht verletzt.

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5.5.2. Eine Verletzung des Rechts der Berufungsklägerin auf einen Schlussvor-
trag ist im Übrigen auch darüber hinaus nicht gegeben (vgl. zur entsprechenden 
Rüge die Stellungnahme vom 23. Juni 2020 [act. A.4] Ziff. 1). Im Hinblick auf die 
Nebenfolgen der Ehescheidung wird die Berufungsklägerin nach den entspre-
chenden Beweisabnahmen noch Gelegenheit zu einem Schlussvortrag erhalten 
(vgl. act. A.3.1 S. 5 f. sowie E. 4.2.4). Was den Scheidungspunkt betrifft, ist der 
Berufungsklägerin die Berufung auf den fehlenden Schlussvortrag sodann ver-
wehrt. Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichts verstösst es nämlich 
gegen das Gebot von Treu und Glauben (Art. 5 Abs. 3 BV, Art. 52 ZPO), formelle 
Rügen, die in einem früheren Prozessstadium hätten geltend gemacht werden 
können, bei ungünstigem Ausgang später noch vorzubringen (BGE 141 III 210 E. 
5.2; BGer 5A_85/2016 v. 23.08.2016 E. 2.3 sowie 4A_479/2015 vom 02.02.2016 
E. 5.2; Hurni, a.a.O., N 60 zu Art. 52 ZPO). Anlässlich der Hauptverhandlung vom 
20. Februar 2020 wurden die Parteien über den geplanten Verfahrensablauf in-
formiert, namentlich über die Absicht des Gerichts, ein Urteil zu fällen, sofern dies 
aufgrund der vorliegenden Akten möglich sei. Es musste der Berufungsklägerin 
daher bewusst sein, dass das Gericht bei ausreichender Aktenlage ein Urteil – 
namentlich ein Teilurteil im Scheidungspunkt – fällen würde, ohne dass es diesbe-
züglich noch zu einer weiteren Äusserungsmöglichkeit in Form eines Schlussvor-
trags kommen würde. Mit dieser Vorgehensweise erklärte sie sich einverstanden 
(vgl. das Protokoll der Hauptverhandlung [act. C.17] S. 7), so dass sie sich wider-
sprüchlich verhält, wenn sie den damals erklärten Verzicht auf einen Schlussvor-
trag heute nicht mehr gelten lassen will.

Selbst wenn man auf die Rüge der Berufungsklägerin, im Hinblick auf den Schei-
dungspunkt nicht zu einem Schlussvortrag zugelassen worden zu sein, eintreten 
würde, würde die damit verbundene Verletzung ihres rechtlichen Gehörs nicht zu 
der von ihr beantragten Rückweisung des Verfahrens an die Vorinstanz führen. 
Zwar stellt das verfassungsmässige Recht, gehört zu werden, einen fundamenta-
len Verfahrensgrundsatz dar, dessen Verletzung ungeachtet der Erfolgsaussichten 
in der Sache selbst grundsätzlich zur Aufhebung des angefochtenen Entscheids 
führt. Indessen kann eine nicht besonders schwerwiegende Gehörsverletzung 
nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung im Rechtsmittelverfahren ausnahms-
weise geheilt werden, wenn die betroffene Person die Möglichkeit erhält, sich vor 
einer Rechtsmittelinstanz zu äussern, die sowohl den Sachverhalt als auch die 
Rechtslage frei überprüfen kann, mithin über dieselbe Kognition verfügt wie die 
Vorinstanz, und wenn den Betroffenen daraus kein Nachteil erwächst. Dies gilt 
auch bei einer schwerwiegenden Verletzung des rechtlichen Gehörs, bei der von 
einer Rückweisung dann abzusehen ist, wenn und soweit eine solche zu einem 

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formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die 
mit dem (der Anhörung gleichgestellten) Interesse der betroffenen Partei an einer 
beförderlichen Beurteilung der Sache nicht zu vereinbaren wären (BGE 142 II 218 
E. 2.8.1 = Pra 2017 Nr. 2; BGer 4A_587/2018 v. 16.04.2019 E. 2.1 m.w.H.; PKG 
2016 Nr. 4 E. 2a; Hurni, a.a.O., N 81 ff. zu Art. 53 ZPO).

In casu ist zu beachten, dass der I. Zivilkammer des Kantonsgerichts im Beru-
fungsverfahren dieselbe Kognitionsbefugnis wie der Vorinstanz zukommt. Der Be-
rufungsklägerin erwächst durch die Reformation des Entscheids sodann insofern 
kein Nachteil, als sie im Berufungsverfahren Gelegenheit hatte, in die Verfahrens-
akten Einsicht zu nehmen und sich im Rahmen eines mehrfachen Schriftenwech-
sels umfassend zur Frage der Zulässigkeit eines Teilurteils – und namentlich auch 
zum ärztlichen Bericht von Dr. D.________ vom 13. Januar 2020, den der Beru-
fungsbeklagte anlässlich der Hauptverhandlung eingereicht hatte, und auf den 
vorliegend abgestellt wird – zu äussern. Dass sich die Angelegenheit als spruch-
reif erweist, wurde bereits dargelegt. Eine Rückweisung an die Vorinstanz würde 
unter diesen Umständen nur zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu un-
nötigen Verzögerungen führen. Ist demnach eine Heilung der Gehörsverletzung im 
Berufungsverfahren möglich, kann auf eine ohnehin nur mit Zurückhaltung vorzu-
nehmende Rückweisung (vgl. Art. 318 Abs. 1 lit. c ZPO; Martin H. Sterchi, in: Ber-
ner Kommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung, Band II: Art. 150–352 ZPO, 
Art. 400–406 ZPO, Bern 2012, N 13d zu Art. 318 ZPO) verzichtet werden. 

5.6. Zu beachten ist schliesslich, dass die Berufungsklägerin die Spruchreife 
des Verfahrens in ihrer erstinstanzlichen Stellungnahme vom 30. Oktober 2019 
(RG act. I.10 Ziff. 2.1) auch mit Bezug auf eine fehlende Hauptverhandlung bestrit-
ten hatte. Da eine solche in der Folge durchgeführt wurde, erweist sich der dies-
bezügliche Einwand als unbegründet. Daran würde sich auch nichts ändern, wenn 
die Angelegenheit im Rahmen eines Rechtsmittels gegen den Endentscheid über 
die Nebenfolgen wiederum im Stadium der Hauptverhandlung vor erster Instanz 
aufzunehmen wäre (vgl. den entsprechenden Einwand in der Berufung Ziff. 
3.2.1.8-3.2.1.11). Die Hauptverhandlung zum Scheidungspunkt als Voraussetzung 
der Spruchreife bliebe davon nämlich unberührt.

5.7. Zusammenfassend hält der angefochtene Entscheid nicht nur in materieller, 
sondern auch in formeller Hinsicht einer Überprüfung stand (vgl. ausserdem E. 8). 

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6. Auskunfts- / Editionsbegehren

6.1. In Ziffer 2 ihrer Berufungsanträge stellt die Berufungsklägerin verschiedene 
Auskunfts- und Editionsbegehren, das Begehren um Durchführung eines Augen-
scheins sowie ein Eventualbegehren um Inventaraufnahme im Sinne von Art. 
195a ZGB. Zur Begründung bringt sie im Wesentlichen vor, sie habe in der Kla-
geantwort vom 23. Mai 2019 und in ihrem Gesuch auf Erlass vorsorglicher Mass-
nahmen vom 31. Januar 2020 materiellrechtliche Auskunftsbegehren nach Art. 
170 ZGB gestellt. Diese Begehren seien begründet und ausgewiesen. Namentlich 
sei sie auf die entsprechenden Auskünfte angewiesen, um ihrer Behauptungs- und 
Beweislast zu genügen, wenn es darum gehe, ihre güter- und vorsorgerechtlichen 
Ansprüche sowie ihre Ansprüche auf nachehelichen Unterhalt vollständig begrün-
den und beziffern zu können. Die Vorinstanz habe die Auskunftsbegehren nicht 
behandelt bzw. darüber ohne weitere Begründung entschieden. Ausserdem habe 
sie fälschlicherweise protokolliert, dass die Parteien auf ein Beweisverfahren, auf 
Prozesserklärungen und auf ihren Schlussvortrag verzichtet hätten. Damit verletze 
das Regionalgericht Art. 170 ZGB, ihr Recht zur Stufenklage nach Art. 85 ZPO, ihr 
Recht auf Beweisabnahme nach Art. 231 ZPO sowie ihr rechtliches Gehör (Beru-
fung Ziff. 2.4 u. 3.2).

6.2. Im Entscheid vom 20. Februar 2020 wurde lediglich über eine Teilfrage, 
nämlich den Scheidungspunkt, befunden, während die Beurteilung der Nebenfol-
gen explizit in ein separates Verfahren verwiesen wurde (Ziff. 2 des Dispositivs 
des angefochtenen Entscheids). Der Verweis in ein gesondertes Verfahren betrifft 
auch die mit den Nebenfolgen zusammenhängenden Auskunftsbegehren. Über 
diese wurde am 20. Februar 2020 somit kein Entscheid getroffen. Ist die Aus-
kunftserteilung nach Art. 170 ZGB – die sich im Übrigen auch nach den Aus-
führungen der Berufungsklägerin lediglich auf die Nebenfolgen bezieht – nicht Ge-
genstand des angefochtenen Urteils, kann sie auch nicht Gegenstand der Beru-
fung sein. Dies gilt auch für die mit dem Massnahmegesuch der Berufungsklägerin 
vom 31. Januar 2020 angestrebten Auskünfte. Diesbezüglich wurde ein separates 
Massnahmeverfahren eröffnet. Auf die in Ziffer 2 der Berufungsanträge gestellten 
Auskunfts- und Editionsbegehren ist daher nicht einzutreten.

6.3. Das Protokoll der Hauptverhandlung wurde seitens der Vorinstanz mit Ver-
fügung vom 29. Mai 2020 berichtigt (vgl. dazu E. 7.1). Damit steht fest, dass die 
Berufungsklägerin in Bezug auf die Nebenfolgen der Ehescheidung nicht auf eine 
weitere Beweisaufnahme verzichtet hat, das Beweisverfahren noch nicht abge-
schlossen ist und sie nach Abschluss der Beweisabnahme noch Gelegenheit zu 
einem Schlussvortrag erhalten wird (act. A.3.1 S. 5 f.; zum Abschluss des Beweis-

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verfahrens im Hinblick auf den Scheidungspunkt vgl. E. 5). Aktuell erweist sich die 
Rüge der Berufungsklägerin, dass die Vorinstanz ihr Recht auf Beweisabnahme 
verletzt habe, daher als unbegründet.

6.4. Sollten im Verfahren betreffend Nebenfolgen materielle Auskunftsbegehren 
oder Beweisanträge unbehandelt bleiben und/oder der Berufungsklägerin der 
Schlussvortrag zu den Nebenfolgen verwehrt werden, kann dies mit der Berufung 
gegen den Endentscheid gerügt werden.

6.5. Ist über die Anträge der Berufungsklägerin zu den Nebenfolgen inklusive 
der damit zusammenhängenden Auskunftsbegehren und Beweisanträge erst im 
noch durchzuführenden separaten Verfahren zu entscheiden, trifft es ferner nicht 
zu, dass die Vorinstanz ihr das Recht zur stufenweisen Geltendmachung ihrer An-
sprüche aus Güterrecht, dem Vorsorgeausgleich oder dem nachehelichen Unter-
halt entzogen und damit eine Rechtsverweigerung begangen hätte.

6.6. Abschliessend ist darauf hinzuweisen, dass weder gestützt auf die Verfü-
gung des Regionalgerichts vom 12. Juli 2019 (RG act. IV.2) noch gestützt auf das 
Urteil des Kantonsgerichts ZK1 19 141 (KGer GR ZK1 19 141 v. 21.11.2019 E. 
2.1.1 u. E. 3), das auf diese Verfügung Bezug nahm, ausgeschlossen ist, dass 
nach der Hauptverhandlung ein Teilentscheid über den Scheidungspunkt getroffen 
und erst danach über die Auskunftsbegehren entschieden wird. Die Berufungsklä-
gerin kann daraus folglich nichts zu ihren Gunsten ableiten (vgl. Berufung Ziff. 
3.2.1.9 u. 3.2.1.11). 

Protokollberichtigung/Anweisungen an die Vorinstanz

7.1. In Ziffer 3 ihrer Rechtsbegehren verlangt die Berufungsklägerin zunächst, 
das Regionalgericht Maloja zu einer Berichtigung des Protokolls der Hauptver-
handlung anzuweisen. Auf diesen Antrag ist mangels Zuständigkeit nicht einzutre-
ten. Über eine Protokollberichtigung hat nämlich dasjenige Gericht zu entschei-
den, über dessen Verfahren das Protokoll Aufschluss gibt, und nicht die Rechts-
mittelinstanz. Diese kann nicht aufgrund eigener Wahrnehmung beurteilen, ob das 
Protokoll richtig und vollständig geführt ist, weshalb ihr darüber kein Entschei-
dungsrecht zusteht (Art. 235 Abs. 3 ZPO; Daniel Willisegger, in: Spüh-
ler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische Zivilprozessord-
nung, 3. Aufl., Basel 2017, N 41 zu Art. 235 ZPO). 

Der Vollständigkeit halber ist darauf hinzuweisen, dass die Berufungsklägerin mit 
Eingabe vom 13. März 2020 auch vor dem Regionalgericht Maloja ein entspre-
chendes Begehren gestellt hatte. Dieses wurde mit prozessleitender Verfügung 

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vom 29. Mai 2020, mitgeteilt am 2. Juni 2020, teilweise gutgeheissen und das Pro-
tokoll vom 20. Februar 2020 danach entsprechend angepasst (act. A.3.1 u. C.17). 
Von der Anpassung erfasst sind u.a. die drei im Berufungsantrag erwähnten Punk-
te. Selbst wenn man die das vorinstanzliche Protokoll betreffenden Rügen – unter 
Berücksichtigung dessen, dass dem Berichtigungsbegehren erst nach Einreichen 
der Berufung stattgegeben wurde – zulassen würde, würden sie sich daher mitt-
lerweile als gegenstandslos erweisen.

7.2. Neben der Protokollberichtigung verlangt die Berufungsklägerin in Ziffer 3 
ihrer Rechtsbegehren, das Regionalgericht Maloja anzuweisen, ein Beweisverfah-
ren mit Beweisverfügung gemäss Art. 154 ZPO zu eröffnen und durchzuführen 
sowie die Parteien zur Erstattung der Schlussvorträge einzuladen. 

Wie in E. 5 vorstehend dargelegt, sind in Bezug auf den Scheidungspunkt keine 
weiteren Beweisabnahmen erforderlich. Ebenso kann in diesem Zusammenhang 
auf eine Rückweisung des Verfahrens an die Vorinstanz zwecks Zulassung der 
Parteien zum Schlussvortrag verzichtet werden. Der Entscheid über die Nebenfol-
gen der Ehescheidung wurde in ein separates Verfahren verwiesen. Anlass, dies-
bezüglich in die Verfahrensleitung des Regionalgerichts einzugreifen, besteht 
nicht, zumal sich aus der Verfügung betreffend Protokollberichtigung (act. A.3.1 S. 
5 f.) ableiten lässt, dass der Erlass einer Beweisverfügung, die Abnahme der ent-
sprechenden Beweismittel und die anschliessende Zulassung zum Schlussvortrag 
vorgesehen sind. Infolgedessen ist der einleitend erwähnte Antrag der Berufungs-
klägerin abzuweisen.

8. Verletzung des rechtlichen Gehörs sowie des Anspruchs auf ein verfas-
sungsmässiges Gericht

8.1. Die Berufungsklägerin rügt im Weiteren eine willkürliche Gehörsverweige-
rung sowie die Verletzung des Anspruchs auf den verfassungsmässigen Richter. 
Sie führt aus, im Vorfeld sowie im Zeitpunkt der Hauptverhandlung und der Ent-
scheidfassung hätten nicht alle drei Mitglieder des Kollegialgerichts vollständige 
Kenntnis sämtlicher Verfahrensakten gehabt. Damit hätte sie ihren Entscheid in 
Unkenntnis der bis zum 20. Februar 2020 erfolgten prozessleitenden Verfügun-
gen, Prozesshandlungen, Parteivorträge, Beweisanträge und der bislang ergan-
genen Rechtsmittelentscheide gefällt. Namentlich die Akten des Hauptverfahrens 
seien erst mit Datum ab dem 28. August 2019 vorgelegen. Die bis 15. Juli 2019 
produzierten Akten hätten sich beim Kantonsgericht befunden. Trotz dieser Lü-
ckenhaftigkeit hätten der Vorsitzende und der Aktuar das Anfechtungsobjekt noch 
am 20. Februar 2020 verfasst und unterzeichnet. Die beisitzenden Richterinnen 

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hätten sich infolge ihrer unvollständigen Aktenkenntnis und der Tatsache, dass die 
Hauptverhandlung erst um 18.00 Uhr geendet hätte, kein vollständiges und unbe-
einflusstes Bild über die vorliegende Rechtssache und die relevanten Fragen ma-
chen können. Sie hätten wohl ungeprüft den Urteilsvorschlag des Vorsitzenden 
übernommen und damit das Gebot der richterlichen Unabhängigkeit und Unpartei-
lichkeit verletzt. Das Vorgehen der Vorinstanz erscheine stossend und verletze 
das Gerechtigkeitsempfinden in unerträglicher Weise (Berufung Ziff. 3.7; Stellung-
nahme vom 23. Juni 2020 Ziff. 2).

8.2. Die Vorinstanz hält in ihrer Stellungnahme vom 9. Juni 2020 (act. A.3) fest, 
dem Gericht hätten alle für den Erlass des Teilentscheids vom 20. Februar 2020 
relevanten Unterlagen in Kopie vorgelegen, wie auch alle Akten des umfangrei-
chen Eheschutzverfahrens. Sodann beständen keine Anhaltspunkte, dass die 
Richter die Verfahrensakten vor der Hauptverhandlung nicht studiert hätten, wie 
sie gemäss internem Merkblatt verpflichtet seien.

8.3. Es trifft zu, dass sich die Akten des Ehescheidungsverfahrens (Proz. Nr. 
115-2017-31) mit Datum bis zum 15. Juli 2019 zum Zeitpunkt der Hauptverhand-
lung vor dem Regionalgericht am 20. Februar 2020 beim Kantonsgericht befanden 
(RG act. V.26 u. V.32). Allein aus diesem Umstand lässt sich indes nicht schlies-
sen, dass die Vorinstanz im Urteilszeitpunkt nicht über alle für den Erlass des Teil-
entscheids relevanten Akten verfügt hätte. Die lediglich die Nebenfolgen betref-
fenden Ausführungen und Urkunden waren für die Beurteilung des Scheidungs-
punktes nicht erforderlich. Dem Regionalgericht Maloja lagen die Rechtsschriften 
zur Frage eines Teilurteils und die damit eingereichten Beweismittel vor. Anläss-
lich der Hauptverhandlung nahmen die Gerichtmitglieder ferner die entsprechen-
den Vorträge der Parteivertreter sowie die von diesen eingelegten Urkunden zur 
Kenntnis. Weitere für den Erlass des Teilentscheids relevante Unterlagen lagen 
dem Gericht nach dessen Angaben in Kopie vor (vgl. bereits das Schreiben des 
Regionalgerichts vom 18. März 2020, RG act. V.34), wobei angenommen werden 
kann, dass davon zumindest die Rechtsschriften des Scheidungsverfahrens er-
fasst sind. Soweit die Berufungsklägerin das Fehlen ihrer Klageantwort vom 23. 
Mai 2019 rügt, ist jedenfalls darauf hinzuweisen, dass sie diese anlässlich der 
Hauptverhandlung selbst eingereicht hat (RG act. III.22). Im Bild war das Re-
gionalgericht sodann über die verschiedenen bei ihm noch hängigen oder bereits 
abgeschlossenen Verfahren zwischen den Parteien, u.a. über das Eheschutzver-
fahren. Aus diesem Grund war es im Übrigen nicht nur in der Lage, die bisherige 
Verfahrensdauer festzustellen, sondern auch eine Prognose über die zukünftige 
Prozessdauer zu treffen. In Anbetracht dieser Umstände besteht kein Zweifel, 

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dass das Gericht über ausreichende Grundlagen verfügte, um über die Frage ei-
nes Teilurteils befinden zu können. Was die beisitzenden Richterinnen betrifft, so 
liegen entgegen der Ansicht der Berufungsklägerin keine konkreten Anhaltspunkte 
vor, dass jene die beim Gericht im Original oder in Kopie vorhandenen Akten vor-
gängig zur Hauptverhandlung nicht studiert hätten oder nach der Hauptverhand-
lung nicht zu einer eigenen Meinungsbildung über die Frage eines Teilurteils im 
Scheidungspunkt im Stande gewesen wären. Es wurde daher weder das rechtli-
che Gehör der Berufungsklägerin noch ihr Anspruch auf ein verfassungsmässiges 
Gericht verletzt.

8.4. Im Ergebnis erweisen sich somit auch die weiteren formellen Rügen der 
Berufungsklägerin als unbegründet, so dass kein Anlass besteht, die Rechtmäs-
sigkeit des ergangenen Teilurteils in Frage zu stellen. Die Berufung von A._____ 
ist folglich abzuweisen, soweit sie die Aufhebung der Ziffern 1 und 2 des Disposi-
tivs des angefochtenen Entscheids beantragt.

9. Für den Fall der Rückweisung der Sache an das erstinstanzliche Zivilgericht 
infolge Gutheissung der Berufung und Aufhebung des Entscheides vom 20. Fe-
bruar 2020 beantragt die Berufungsklägerin in Ziffer 4 ihrer Berufungsbegehren 
den Erlass verschiedener Anweisungen an das Regionalgericht Maloja. Dieser 
Antrag ist abzuweisen, besteht gemäss den vorangegangenen Erwägungen doch 
kein Grund, den angefochtenen Entscheid aufzuheben.

10. Vorinstanzliche Kostenregelung

10.1.1. Nach Art. 106 Abs. 1 ZPO werden die Prozesskosten, wozu sowohl die 
Gerichtskosten als auch die Parteientschädigungen zählen (Art. 95 Abs. 1 ZPO), 
der unterliegenden Partei auferlegt. Hat keine Partei vollständig obsiegt, so wer-
den die Prozesskosten nach dem Ausgang des Verfahrens verteilt (Art. 106 Abs. 2 
ZPO). In familienrechtlichen Verfahren kann das Gericht von diesen Verteilungs-
grundsätzen abweichen und die Prozesskosten nach Ermessen verteilen (Art. 107 
Abs. 1 lit. c ZPO). Im Anwendungsbereich von Art. 107 lit. c ZPO verfügt das Ge-
richt nicht nur über Ermessen, wie es die Kosten verteilen will, sondern zunächst 
und insbesondere bei der Frage, ob es überhaupt von den allgemeinen Vertei-
lungsgrundsätzen nach Art. 106 ZPO abweichen will (BGE 139 III 358 E. 3).

10.1.2. Entscheide über die Höhe der Gerichtskosten, die Kostenverteilung sowie 
die Höhe der aussergerichtlichen Entschädigung sind typische Ermessensent-
scheide. Die Unangemessenheit eines Entscheids kann zwar mittels Berufung 
gerügt werden (E. 1.3.1), doch hat die Rechtsmittelinstanz bei der Überprüfung 

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der Angemessenheit Zurückhaltung zu üben (PKG 2012 Nr. 11 m.w.H.; Kurt Bli-
ckenstorfer, in: Brunner/Gasser/Schwander [Hrsg.], Schweizerische Zivilprozess-
ordnung [ZPO], Kommentar, 2. Aufl., Zürich 2016, N 10 zu Art. 310 ZPO; 
Reetz/Theiler, a.a.O., N 36 zu Art. 310 ZPO). Nach der Rechtsprechung des Kan-
tonsgerichts ist dem erstinstanzlich urteilenden Gericht im Rahmen von Kostenbe-
schwerden – und analog bei der Prüfung der Kostenregelung im Rahmen einer 
Berufung – ein erheblicher Ermessensspielraum zuzugestehen (vgl. KGer GR ZK1 
13 73 v. 22.08.2013 E. 4 m.w.H.).

10.1.3. Wie in E. 1.3.2. dargelegt, müssen Rechtsbegehren, die auf Geldzahlung 
gerichtet sind, bezifferte Anträge enthalten. Werden die Kostenfolgen des erstin-
stanzlichen Verfahrens selbständig – d.h. unabhängig vom Ausgang der Hauptsa-
che im Rechtsmittelverfahren – angefochten, ist erforderlich, dass aus den Anträ-
gen klar hervorgeht, in welchen Beträgen die Verfahrenskosten welcher Partei 
aufzuerlegen sein sollen. Rechtsbegehren sind nach Treu und Glauben auszule-
gen. Es genügt daher, wenn aus der Berufungsbegründung, allenfalls in Verbin-
dung mit dem angefochtenen Entscheid, klar hervorgeht, in welchem Sinne der 
Entscheid abgeändert werden soll. Fehlt ein genügender Antrag, so ist auf das 
Rechtsmittel nicht einzutreten, ohne dass eine Nachfrist anzusetzen wäre (BGer 
4A_35/2015 v. 12.06.2015 E. 3.2. m.w.H., u.a. auf BGE 137 III 617; BGer 
5A_466/2016 v. 12.04.2017 E. 4; KGer GR ZK1 17 46 v. 12.06.2018 E. 1.2 
m.w.H.; OGer ZH PF200071 v. 18.09.2020 E. 2.4 m.w.H.; die kantonalen Ent-
scheide betreffen Beschwerden gegen einen Kostenentscheid, sind bei Anfech-
tung des Kostenpunkts im Rahmen einer Berufung aber analog anzuwenden).

10.2. Die Berufungsklägerin rügt die erstinstanzlich getroffene Kostenregelung, 
wobei sie zunächst vorbringt, dass sich die Kostenverteilung bereits deshalb als 
unrechtmässig erweise, weil das Anfechtungsobjekt aufgehoben und die Sache an 
die Vorinstanz zurückgewiesen werden müsse, sofern das Kantonsgericht in der 
Sache nicht selbst entscheide (Berufung Ziff. 3.8.1.2). Wie den vorangegangenen 
Erwägungen entnommen werden kann, ist der vorinstanzliche Entscheid zu 
bestätigen. Es bleibt somit dabei, dass die Berufungsklägerin unterliegt, so dass 
das Regionalgericht die Prozesskosten zu Recht ihr auferlegt hat.

10.3.1. Bemängelt wird seitens der Berufungsklägerin sodann die Höhe der von 
der Vorinstanz festgelegten Gerichtskosten von CHF 5'000.00. Sie macht geltend, 
bei der Festsetzung der Prozesskosten in der Höhe von CHF 5'000.00 würden Art. 
104 Abs. 2 ZPO und Art. 3 der Verordnung über die Gerichtsgebühren in Zivilsa-
chen verletzt, zumal es an einer Begründung für diese Kosten fehle (Berufung Ziff. 
3.8.1.1 u. 3.8.1.3). 

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10.3.2. Nach Art. 96 ZPO setzen die Kantone die Tarife für die Gerichtskosten 
fest. Im Kanton Graubünden ist diesbezüglich die Verordnung über die Gerichts-
gebühren in Zivilverfahren (VGZ; BR 320.210) massgebend. Der Entscheid der 
Vorinstanz betreffend Teilurteil im Scheidungspunkt ist im ordentlichen Verfahren 
ergangen, was zur Anwendung von Art. 3 VGZ führt. Nach dessen Abs. 1 erhebt 
das Gericht in vermögensrechtlichen und nicht vermögensrechtlichen Angelegen-
heiten, welche im ordentlichen Verfahren vom Kollegialgericht beurteilt werden, 
Entscheidgebühren von CHF 3'000.00 bis CHF 30'000.00. Innerhalb dieses Rah-
mens sind bei der Gebührenbemessung der Aufwand, das Interesse sowie die 
wirtschaftlichen Verhältnisse der kostenpflichtigen Partei zu berücksichtigen (Art. 
15 Abs. 2 EGzZPO). 

10.3.3. Dass das Regionalgericht vorliegend die Höhe der Gerichtskosten von 
CHF 5'000.00 nicht begründet hat, trifft zu. Allerdings bewegt sich die Entscheid-
gebühr im (unteren) Rahmen des kantonalen Tarifs, weshalb eine gesonderte Be-
gründung für die Gebührenhöhe praxisgemäss nicht erforderlich ist (vgl. auch 
Adrian Urwyler/Myriam Grütter, in: Brunner/Gasser/Schwander [Hrsg.], Schweize-
rische Zivilprozessordnung, Kommentar, 2. Aufl., Zürich 2016, N 11 zu Art. 105 
ZPO; Viktor Rüegg/Michael Rüegg, in: Spühler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], Basler 
Kommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung, 3. Aufl., Basel 2017, N 1 zu Art. 
104 ZPO). Im Übrigen ist eine Verletzung von Art. 104 Abs. 2 ZPO bereits deshalb 
nicht ersichtlich, weil es sich bei einem Teilentscheid nicht um einen Zwischenent-
scheid nach Art. 237 ZPO, sondern um einen Endentscheid handelt 
(Steck/Brunner, a.a.O., N 11 zu Art. 237 ZPO). Die Gebührenhöhe bzw. die feh-
lende Begründung ist in diesem Sinn nicht zu beanstanden.

10.4.1. Schliesslich rügt die Berufungsklägerin, eine Begründung fehle auch für 
die Festsetzung der pauschalen aussergerichtlichen Entschädigung für den Beru-
fungsbeklagten von CHF 20'000.00. Zudem werde Art. 105 Abs. 2 ZPO verletzt, 
wonach die Parteientschädigung nicht pauschal, sondern nach den von den Kan-
tonen festzusetzenden Tarifen zu bestimmen sei. Praxisgemäss sei die Parteien-
tschädigung in einem ersten Schritt auf der Grundlage des geltend gemachten 
Stundenansatzes zu überprüfen. Vorliegend sei der übliche Stundenansatz über-
schritten worden, weshalb lediglich mit einem Betrag von CHF 240.00 pro Stunde 
hätte gerechnet werden dürfen. Für das Teilverfahren ergebe dies nach der Metrik 
der Vorinstanz eine Entschädigung von höchstens CHF 12'495.00 netto Mehr-
wertsteuer. In einem zweiten Schritt seien die Positionen in der Honorarnote auf 
ihre Angemessenheit zu prüfen. In casu sei eine solche Prüfung indes nicht mög-
lich, da sich aus der unsubstantiierten Rechnung des gegnerischen Rechtsvertre-

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ters nicht erschliesse, welcher Anteil des gesamten Zeitaufwandes auf das Teil-
verfahren entfalle (Berufung Ziff. 3.8.1.4 f.).

10.4.2. Die Vorinstanz beruft sich in ihrer Stellungnahme vom 9. Juni 2020 (act. 
A.3) auf die Bestimmung von Art. 107 Abs. 1 lit. c ZPO. Ausserdem führt sie aus, 
sie sei davon ausgegangen, dass der Scheidungspunkt in etwa einen Viertel des 
Gesamtaufwandes für das vorliegende Verfahren ausmache. In der Folge habe 
sie die Parteientschädigung, ausgehend von dem vom Parteivertreter bislang gel-
tend gemachten Teil-Honorar von rund CHF 80'000.00, pauschal auf CHF 
20'000.00 festgesetzt.

10.4.3. Die Höhe der Parteientschädigung wird ebenfalls nach kantonalen Tarifen 
bemessen (Art. 96 ZPO), in Graubünden nach der Verordnung über die Bemes-
sung des Honorars der Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte (Honorarverord-
nung, HV; BR 310.250). Art. 2 HV bestimmt, dass die urteilende Instanz die Par-
teientschädigung der obsiegenden Partei nach Ermessen festsetzt. Sie geht dabei 
vom Betrag aus, welcher der entschädigungsberechtigten Partei für die anwaltli-
che Vertretung in Rechnung gestellt wird, soweit der vereinbarte Stundenansatz 
zuzüglich allfällig vereinbartem Interessenwertzuschlag üblich ist und keine Er-
folgszuschläge enthält, der geltend gemachte Aufwand angemessen und für die 
Prozessführung erforderlich ist und die geforderte Entschädigung nicht eine von 
der Sache beziehungsweise von den legitimen Rechtsschutzbedürfnissen her 
nicht gerechtfertigte Belastung der unterliegenden Partei zur Folge hat. Als üblich 
gilt nach Art. 3 Abs. 1 HV ein Stundenansatz zwischen CHF 210.00 und CHF 
270.00. Ein höherer Stundenansatz als CHF 270.00 wird vom Gericht – auch 
wenn ein solcher vereinbart wurde – von vornherein nicht berücksichtigt (KGer GR 
ZK1 18 87 v. 29.08.2018 E. 2).

10.4.4. Bei der Festsetzung der Parteientschädigung für den Berufungsbeklagten 
orientierte sich die Vorinstanz an der Honorarnote seines Rechtsvertreters, 
Rechtsanwalt Grether, vom 20. Februar 2020 (RG act. VI.10; vgl. E. 7, S. 8, des 
angefochtenen Entscheids). In dieser wurde ein Aufwand von 208.25 Stunden à 
CHF 350.00 in Rechnung gestellt. Der angewandte Stundenansatz entspricht zwar 
dem in der Honorarvereinbarung vom 17. Mai 2017 zwischen dem Berufungsbe-
klagten und seinem Rechtsvertreter (Akten RG II.98) festgesetzten Betrag, über-
schreitet aber den üblichen Ansatz von Art. 3 Abs. 1 HV, weshalb er auf CHF 
270.00 zu reduzieren ist. Dies anerkennt auch Rechtsanwalt Grether in seiner Be-
rufungsantwort (Ziff. 20.4). Das Honorar nach Zeitaufwand beläuft sich daher ma-
ximal auf CHF 56'227.50 (208.25 h à CHF 270.00). Dazu treten die geltend ge-
machten Spesen von CHF 1'264.00 sowie die Mehrwertsteuer von CHF 4'426.85 

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(7.7% von CHF 57'491.50), so dass sich mit dem üblichen Stundenansatz ein Ho-
norar von CHF 61'918.35 ergibt. Nimmt man davon wie die Vorinstanz einen Vier-
tel, resultiert eine ausseramtliche Entschädigung für den Berufungsbeklagten von 
CHF 15'480.00.

Ob vom geltend gemachten Aufwand von 208.25 Stunden effektiv ein Viertel auf 
den Scheidungspunkt entfällt bzw. ob ein Aufwand von rund 50 Stunden für die 
Rechtsvertretung des Berufungsbeklagten hinsichtlich der Teilfrage der Scheidung 
angemessen bzw. erforderlich war, lässt sich anhand der Honorarnote von 
Rechtsanwalt Grether nicht nachprüfen, da diese entgegen dessen Ausführungen 
keine detaillierte Aufstellung seiner Leistungen enthält. Allerdings können diese 
Fragen offen gelassen werden, da sich die entsprechende Rüge der Berufungs-
klägerin als nicht ausreichend begründet erweist: In casu hat die Genannte die 
Kostenfolgen selbständig angefochten, beantragt sie doch auch für den Fall der 
Abweisung ihrer Berufung die Aufhebung von Dispositivziffer 3 Abs. 2 des ange-
fochtenen Entscheids (Berufung Ziff. 3.8.1.5 in fine). Demzufolge hätte sie ihr 
Rechtsbegehren beziffern und konkret nennen müssen, auf welchen Betrag die 
ausseramtliche Entschädigung festzusetzen ist. Ein bezifferter Antrag liegt aller-
dings nicht vor, und die Begründung der Berufung erweist sich lediglich im Hinblick 
auf den seitens der Vorinstanz angewandten Stundenansatz als hinreichend. 
Demgegenüber erschliesst sich daraus nicht, wie viele Stunden die Berufungsklä-
gerin für die Vertretung des Berufungsbeklagten im Scheidungspunkt als ange-
messen erachtet und auf welchen Betrag das Kantonsgericht die Parteientschädi-
gung in Anwendung des aus ihrer Sicht gerechtfertigten Stundenansatzes folglich 
reduzieren soll. Eine solche Einschätzung wäre ihrem Rechtsvertreter zweifellos 
möglich gewesen. Unter diesen Umständen kann auf die Berufung mangels eines 
rechtsgenüglichen Antrags nicht eingetreten werden, soweit die Berufungsklägerin 
einen unangemessenen Zeitaufwand rügt. Es bleibt demzufolge bei einer Redukti-
on der erstinstanzlich zugesprochenen Parteientschädigung von CHF 20'000.00 
auf CHF 15'480.00.

10.5. Im Ergebnis ist die Berufung von A._____ im Kostenpunkt teilweise gutzu-
heissen, wobei Ziffer 3 Abs. 1 des Dispositivs des angefochtenen Entscheids zu 
bestätigen und die in Ziffer 3 Abs. 2 festgelegte Parteientschädigung für den Beru-
fungsbeklagten im erwähnten Umfang zu reduzieren ist.

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11. Kosten des Berufungsverfahrens

11.1 Im Hinblick auf die für die Kostenverteilung massgebenden Grundsätze 
kann auf die Ausführungen in Erwägung 10.1.1 vorstehend verwiesen werden. 

11.2. Betrachtet man das Ergebnis des Berufungsverfahrens, ergibt sich, dass 
der Antrag der Berufungsklägerin auf Aufhebung der Dispositiv-Ziffern 1 bis 3 des 
angefochtenen Entscheids (Ziff. 1 der Berufungsbegehren) grossmehrheitlich ab-
zuweisen ist. Es erfolgt lediglich eine Teilgutheissung in Bezug auf Ziff. 3 Abs. 2 
des Dispositivs (Reduktion der Parteientschädigung). Vollumfänglich abzuweisen 
sind die Anträge der Berufungsklägerin auf Erlass von Anweisungen an die Vor-
instanz (Ziff. 3 Abs. 2 sowie Ziff. 4 der Berufungsbegehren). Auf ihre Auskunftsbe-
gehren, das Protokollberichtigungsbegehren sowie auf ihr Gesuch betreffend Er-
lass (superprovisorischer)