# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ac274f65-5590-5e6c-bbee-525587911751
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-12-16
**Language:** de
**Title:** polydisziplinäres Gutachten überzeugend (BGE 8C_74/2016)
**Docket/Reference:** IV.2015.00065
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2015.00065.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2015.00065
IV. Kammer
Sozialversicherungsrichter Hurst, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Arnold Gramigna
Ersatzrichterin Bänninger Schäppi
Gerichtsschreiber Kreyenbühl
Urteil
vom
16. Dezember 2015
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwalt Michael
Ausfeld
Werdstrasse
36, Postfach 9562, 8036 Zürich
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
1.1
X.___
, geboren 1959, arbeitete
seit Januar 1979 als Koch bei der
Firma Y.___
(
Arbeitgeberbe
richt
vom 2
9.
März 2010,
Urk.
15/43)
. Am 2
9.
Juli 1997 (Eingangsdatum) mel
dete sich der Versicherte
wegen Hüft
beschwerden
und
Sprunggelenksbeschwer
den
rechts
bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (
Urk.
15/2).
Die IV-Stelle
erteilte dem Versicherten
Kostengutsprachen für eine Umschulung, im Rahmen derer er
ein kaufmänni
sches Praktikum im Bereich Betriebsliegenschaften der
Firma Y.___
absolvierte und
am 2
8.
Februar 2000
ein kaufmännisches
Diplom, Fachrichtung Rechnungswesen
,
erlangte (
Urk.
3/2
und
Urk.
15/26). Mit Mitteilung vom 28.
Juni 2000
schloss die IV-Stelle die beruflichen Massnahmen ab und
stellte fest, dass der Versicherte rentenausschliessend eingegliedert sei (
Urk.
15/31).
Seit Juli 2000 arbeitete er als Technical
Accountant
II in der Abteilung Techni
cal Accounting (TA) Europe der
Firma Y.___
im Team
Z.___
(
Urk.
15/28). Am 17. Februar 2010 kündigte die
Firma Y.___
das Arbeitsverhältnis per 3
1.
August 2010 (
Urk.
15/32/6 und
Urk.
15/42/5).
1.2
Am 1
1.
März 2010 (Eingangsdatum) meldete sich der Versicherte erneut bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug an (
Urk.
15/32). Die IV-Stelle liess einen Auszug aus dem individuellen Konto erstellen (IK-Auszug vom 1
7.
März 2010
, Urk.
15/38
) und
holte die Akten der zuständigen Unfallversicherung AXA
Ver
sicherungen AG
(
nachfolgend: AXA,
Urk.
15/42), den Arbeitgeberbericht der
Firma Y.___
vom 2
9.
März 2010 (
Urk.
15/43), den Bericht von PD
Dr.
med.
A.___
, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewe
gungsapparates
, vom
4.
Juni 2010 (
Urk.
15/46) und
den Bericht von Dr.
med.
B.___
,
FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewe
gungsapparates, vom 1
7.
Juni 2010 (Eingangsdatum,
Urk.
15/47) ein. Am 1
8.
Juni 2010 teilte
die IV-Stelle
dem Versicherten mit, dass derzeit aufgrund seines Gesundheitszustands keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen möglich seien (
Urk.
15/48).
In der Folge
nahm
sie
den Bericht vo
n Dr.
A.___
vom
7.
Oktober 2010 (
Urk.
15/49) zu den Akten und zog
weitere Unfallakten (
Urk.
15/51) sowie
die von der AXA
in Auftrag gegebene
polydisziplinäre Expertise der
Gutachterstelle
C.___
vom 21.
September 2011 (
Urk.
15/58) bei. Am 2
7.
November 2011 nahmen die Ärzte der
C.___
Stellung zu ergänzenden Fra
gen der IV-Stelle (
Urk.
15/63). Mit Vorbescheid vom 2
1.
März 2012 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die Zusprache einer vom
1.
September 2010 bis zum 3
1.
Juli 2011 befristeten ganzen Rente in Aussicht
(
Urk.
15/72), wogegen
dieser
am 1
6.
April 2012 Einwand
erhob
(
Urk.
15/75).
Daraufhin holte die IV-
Ste
lle den Bericht von Dr.
med.
D.___
, FMH Chirurgie, vom 1
2.
Juli 2012 (Eingangsdatum,
Urk.
15/80), den Bericht von Prof.
Dr.
med.
E.___
, Leiter des Zentrums für
Neuropelveologie
, vom 2
7.
August 2012
(
Eingangsda
tum,
Urk.
15/85) und
den Bericht von
Dr.
D.___
vom
2.
April 2013 (
Urk.
15/90) ein
. In der Folge gab sie
beim
Begutachtungsinstitut F.___
eine polydisziplinäre Expertise in Auftrag, welche am
2
7.
Januar 2014
erstattet wurde (
Urk.
15/99)
,
und nahm
den Bericht
von
Dr.
med.
G.___
, FMH Anästhesiologie, vom
1.
Juni 2014 (
Urk.
15/104)
zu den Akten
.
Schliesslich
sprach die IV-Stelle dem Ve
rsicherten mit Verfügung vom 2.
Dezember 2014
– wie angekündigt -
eine vom
1.
September 2010 bis zum 3
1.
Juli 2011 befristete ganze Rente
und entsprechende Kinderrenten
zu (Urk.
2).
2.
Dagegen erhob der Versicherte am 1
6.
Januar 2015 Beschwerde und beantragte,
die angefochtene Verfügung sei insofern aufzuheben, als ihm über den 3
1.
Juli 2011
hinaus
bis und mit Januar 2014 eine ganze Rente nebst entsprechenden Kinderrenten zuzusprechen sei; alsdann sei die Sache zwecks Festlegung einer allfälligen Rente ab Februar 2014 zu neuer Entscheidung an die Beschwerde
gegnerin zurückzuweisen (
Urk.
1, vgl. auch Beschwerdeergänzung vom 2
7.
Januar 2015,
Urk.
6). Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Beschwerde
antwort vom 1
1.
Mai 2015 eine
reformatio
in
peius
in dem Sinne, dass die angefochtene Verfügung aufzuheben und ein Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Rente zu verneinen sei (
Urk.
14). Der Beschwerdeführer hielt mit Replik vom
6.
Oktober 2015 an seinen Anträgen fest (
Urk.
21). Die Beschwerdegegne
rin teilte am 2
8.
Oktober 2015 mit, dass sie auf das Einreichen einer Duplik ver
zichte (
Urk.
24), was dem Beschwerdeführer am 2
9.
Oktober 2015 angezeigt wurde (
Urk.
25).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Streitig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Invali
denrente.
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Einkom
mensvergleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertels
rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.5
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leistung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung. Letztere setzt voraus, dass Revisionsgründe (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen) vorliegen, wobei der Zeitpunkt der Aufhebung oder Herabsetzung nach Massgabe des analog anwendbaren (AHI 1998 S. 121 E. 1b mit Hinweisen)
Art.
88a
der Ver
ordnung über die Invalidenversicherung (
IVV
)
festzusetzen ist (vgl. BGE 121
V
264 E. 6b/
dd
mit Hinweis). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Ände
rung des Invaliditätsgrades eingetreten und damit der für die Befristung oder Abstufung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Ver
gleich des Sachverhalts im Zeitpunkt der Rentenzusprechung oder des
Renten
beginns
mit demjenigen zur Zeit der Aufhebung beziehungsweise Herabsetzung der Rente (BGE 125 V 413 E. 2d am Ende, 369 E. 2, 113 V 273 E. 1a, 109 V 262 E. 4a, je mit Hinweisen; vgl. BGE 130 V 343 E. 3.5). Spricht die Verwaltung der versicherten Person eine befristete Rente zu und wird beschwerdeweise einzig die Befristung der Leistungen angefochten, hat dies nicht eine Einschränkung des Gegenstandes des Rechtsmittelverfahrens in dem Sinne zur Folge, dass die unbestritten gebliebenen Bezugszeiten von der Beurteilung ausgeklammert bleiben (BGE 125 V 413 E. 2d mit Hinweisen). Die gerichtliche Prüfung hat vielmehr den Rentenanspruch für den gesamten verfügungsweise geregelten Zeitraum und damit sowohl die Zusprechung als auch die Aufhebung der Rente zu erfassen (Urteil des Bundesgerichts I 526/06 vom 31. Oktober 2006 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.6
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit
diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt - was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist -, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den Vorakten abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer-Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutach
ten,
3.
Aufl. 1994, S. 24 f.).
2.
2.1
Die bis zur B
egutachtung durch die Ärzte des
F.___
aufliegenden Arztberichte wurden in deren Expertise vom
2
7.
Januar 20
14 zusammengefasst (Urk. 15/99/5
-11
), weshalb sie an dieser Stelle nicht noch einmal wiedergege
ben werden.
2.2
Die Ärzte des
F.___
stellten in ihrem Gutachten folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (
Urk.
15/99/32):
(
1)
Status nach Arthroskopie mit
Rekonst
ruktion der
Supraspinatussehne
,
Bize
pstenodese
,
Akromioplastik
und Resektion des
Akromioklavikulargelenks
links am 3
0.
Oktober 2013 (ICD-10 Z98.8)
-
Status nach Unterflächenpart
ialruptur der
Supraspinatussehn
e
,
subak
romialem
I
m
pingement
und AC-Gelenksarthrose (ICD-10 M75.1/M75.4/M19.01)
-
bislang unau
ffälliger postoperativer Verlauf mit zeitgerechten
Therapiefort
-
schritten
(2)
ch
ronisch intermittierende Schulterschmerzen rechts (ICD-10 M79.61)
-
Status
nach Osteosynthese bei
Klavikulaschaftfraktur
im April 2009 sowie
Osteosynthesemateriale
ntfernung
im April 2010
(ICD-10 Z98.8/Z47.0/T92.1)
-
Status nach offener Reposition und Osteosynthese des
Tuberculum
ma
i
us
,
Tenodese
der langen
Bizepssehne
und
subak
romialer
Dekompression am
27.
Februar 20
08 sowie
Osteosynthesematerialentfernung
am 2
5.
Juni 2008
(ICD
-
10 Z98.8/Z47.0)
-
Status nach geschlossen
er Schulterreposition nach traumatischer
Schulter
-
luxation
mit
di
slozierter Ab
rissfraktur des
Tuberculum
maius
am 1
5.
Februar
2008 (ICD-
10
T92.1)
-
anamnestisch Status nach
subakromialer
Dekompression im Dezember 2000
(ICD-10 Z98.8)
(3)
eine beginnende
Arthrose
des unteren Sprunggelenks
(USG)
rechts (ICD-10
M19.17)
-
Status nach wiederholten
operativen Eingriffen bei Bandläsionen medial und
lateral am Sprunggelenk ab 1996 (ICD-10
Z98.8/T
93.3)
(4)
eine lateral betonte Gonarthrose Knie rechts (ICD-10 M17.1)
-
Status nach Arthroskopie
mit partieller lateraler
Me
nis
k
ektomie
am 1
3.
April
2012 (ICD-10 Z98.8)
Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit nannten die Ärzte des
F.___
folgende (
Urk.
15/99/33):
(1)
eine arterielle Hypertonie (ICD-10 I10)
-
aktuell medikamentös ungenügend eingestellt
(2)
eine Adipositas mit BMI 30,7 kg/m2 (ICD-10 E66.9)
(3)
ein rezidivierendes Schmerzsyndrom linker Oberschenkel unklarer Ätiologie
-
Status nach 1984 diagnostiziertem
Osteom
linke Hüfte
m
it partiell erfolgreicher
Implantation eine
s Neurostimulator
s
2011 (Neuimplantation 2012)
(4)
anamnestisch
Verdacht auf eine
Mera
lgia
paraesthetica
mit dreimalig
er
Rev
ision des
Nervus
cutaneus
femoris
lateralis
link
s (1989-1991
; ICD-10 G57.9)
(5)
anamnestisch
Status nach
Tarsaltunnelsyndrom
rechts (ICD-10 G57.5)
(6)
eine Migräne
(ICD-10 G43)
(7)
ein Verdacht auf eine Schmerzverarbeitungsstörung
(ICD-10 F54)
Die Ärzte des
F.___
erklärten, dass
aus polydisziplinärer Sicht eine volle Arbeitsun
fähigkeit für körperlich mittelschwere und schwere Tätigkeiten bestehe. Unter der Voraussetzung eines weiterhin ungestörten Heilverlaufs an der linken Schulter könne für die Tätigkeit im kaufmännischen Bereich wie auch für jede andere körperlich leichte, adaptierte Tätigkeit unter
Wechselbe
lastung
von einer zeitlich und leistungsmä
ssig uneingeschränkten Arbeits
fähig
keit ausgegangen werden.
2.3
Dr.
G.___
gab im Bericht vom
1.
Juni 2014 an, dass d
er Beschwerdeführer Schmerzen an der linken Schulter, am rechten Bein und am rechten Knie
habe. Die chronischen Schmerzen würden bleiben. Gegenwärtig erfolge eine medika
mentöse Schmerztherapie. Bei den Fragen zur Arbeitsfähigkeit des Besch
wer
deführers verwies sie auf die gutachterlichen Feststellungen (
Urk.
15/104).
2.4
Dr.
med.
H.___
, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatolo
gie des Bewegungsapparates,
führ
te im Operationsbericht vom 25.
September 2014 a
us, dass er am rechten Fuss eine
Exostose
am
Metatarsale
V entfernt und
eine
subtalare
Schraubena
r
throdese
vorgenommen habe. Dies sei indiziert gewesen,
weil der Beschwerdeführer seit Jahren an einer zuneh
menden Arthrose im
Subtalargelenk
bei Status nach multiplen
Distorsionstrau
mata
und zweimaliger Bandplastik bei l
eichter Hohlfussdeformität gelitten habe
. Klinisch habe er grösste Beschwerden um die
Fibulaspitze
und im Bereich des lateralen
Subtalargelenkes
gehabt. Zusätzlich habe
eine vorbestehende
Exostose
dorsal über dem
Metatarsale
V bei Status nach Fraktur vor
gelegen
. Radiologisch habe sich eine ausgeprägte Arthrose im lateralen
Subtalargelenk
mit
Ossikelbildung
gezeigt
(
Urk.
3/1).
3.
3.1
Die Beschwerdegegnerin stützte sich in der
angefochtenen Verfügung vom 2.
Dezember 2014 in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen auf das Gutach
ten des
F.___
vom 2
7.
Januar 2014 (
Urk.
15/99)
sowie
auf
die Stellungnahme
n
der Ärzte des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD)
Dr.
med.
I.___
,
Facharzt für Arbeitsmedizin, vom 1
1.
Januar 2012 (Urk.
15/69/6-7) und med.
pract
.
J.___
, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapp
arates, vom 1
4.
Juni 2014 (Urk.
15/106/6)
.
3.2
3.2.1
Die Ärzte des
F.___
legten in ihrem Gutachten dar, dass sich aus Sicht des Bewe
gungsapparates ein Status nach Arthroskopie mit Rekonstruktion
der
Supraspi
natussehne
,
Bizeps
tenodese
,
Akromioplastik
und Resekt
ion des
Akromioklavi
kulargelenk
s
links am 3
0.
Oktobe
r 2013 mit bislang unauffälligem
postoperati
vem Verlauf und zeitgerechten Therapiefortschritten
zeige. Zudem könnten chronisch
intermittierende Schulterschmerzen rechts, eine beginnende USG-Arthrose rechts sowie eine lateral betonte Gonarthrose am rechten Knie festge
stellt werden, welche die Arbeitsfähigkeit beeinflussen würden. Unter der Voraussetzung eines weiterhin
ungestörten Heilverlaufs an der linken Schulter könne für die angestammte wie auch für jede andere körperlich leichte, adap
tierte Tätigkeit unter Wechselbelastung von einer Arbeits- und Leistungsfähig
keit von 100
%
ausgegangen werden. Für körperlich mittelschwere
und schwere
Tätigkeiten bestehe eine volle Arbeitsunfähigkeit. Aus neurologischer Sicht seien dem Beschwerdeführer Tätigkeiten im kaufmännischen Bereich wie auch andere sitzende
oder wechselbelastende
Tätigkeiten
zeitlich und
leistungsmässig
uneingeschränkt zumu
tbar. Tätigkeiten mit besonderer
Beanspruchung des lin
ken Beines, wie zum Beispiel Arbeiten mit Anforderungen an das
Gleichge
wichtsvermögen
oder längeres Stehen oder Gehen seien nur noch eingeschränkt möglich.
Aus allgemeininternistischer und psychiatrischer Sicht fänden sich keine Befunde und Diagnosen, welche eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
begründen würden. Aus polydisziplinärer Sicht bestehe eine volle Arbeitsunfä
higkeit für körperlich mittelschwere und schwere Tätigkeiten. Unter der Voraussetzung eines weiterhin ungestörten Heilverlaufs an der linken Schulter könne für die Tätigkeit im kaufmännischen Bereich wie auch für jede andere körperlich leichte, adaptierte Tätigkeit unter Wechselbelastung von einer zeit
lich und
leistungsmässig
uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit ausgegangen wer
den.
Unter dem Titel „Beginn und Verlauf der Arbeitsunfähigkeit“ hielten die Gutachter fest, aus Sicht des Bewegungsapparates könne vom genannten Arbeits- und Leistungsprofil ach
t bis zehn Wochen nach erfolgtem
Eingriff an der linken Schulter Ende Oktober 2013 ausgegangen werden. Bei weiterhin ungestörtem Verlauf könne spätestens drei Monate postoperativ mit einer vol
len Arbeits- und Leistungsfähigkeit als kaufmännischer Angestellter gerechnet werden, somit Anfang Februar 201
4.
Aus neurologischer Sicht könne retro
spektiv keine
höhergradige
Arbeitsunfähigkeit festgelegt werden. Aus
allge
meininternistischer
und psychiatrischer Sicht könne keine Arbeitsunfähigkeit im Verlauf attestiert werden.
Insgesamt sei festzustellen,
dass seit der Umschu
lung durch die
IV
für leichte, adaptierte Tätigkeiten nie eine länger andauernde,
höhergradige
Arbeitsunfähigkeit bestanden habe. Postoperative Krankenstände seien nicht als invalidisier
e
nde Krankheiten einzustufen
(Urk.
15/99/34-35).
3.2.2
Diese Beurteilung der
Ärzte des
Instituts F.___
, die sie in Kenntnis und Auseinanderset
zung mit den Vorakten abgaben,
ist
angesichts der genannten Befunde und der Erläuterungen dazu
–
zumindest
was den
Zeit
raum
ab dem
6.
April 2011
bis zur Begutachtung im
F.___
am 1
0.
Dezember 2013
betrifft
–
plausibel und ein
leuchtend.
Was der Be
schwerdeführer dagegen vorbrachte
(
Urk.
1
), vermag nicht zu überzeu
gen.
Der Beschwerdeführer wurde vorliegend sowohl
in
neurologischer als auch in
orthopädischer
und
in
psychiatrischer
Hi
nsicht eingehend unter
such
t
(
Urk.
15/99/16
-32)
.
Der psychiatrische Gutachter
des
Instituts
F.___
hat dabei
in
nachvollziehbar
er Weise
be
gründet, weshalb sich
beim Beschwerdeführer, der
im Übrigen auch nicht
in psychiatrischer Behandlung stand/steht,
auf der Basis der aktuellen
Befunde ein depressives Syndrom
nicht
(mehr)
bestätigen
liess
(vgl.
Urk.
15/99/18-19
).
Sodann ist
nicht zu beanstanden, d
ass im Rahmen der psychiatrischen Begutachtung im
F.___
keine
„
eigentliche
n
Tests“
– der Beschwerdeführer dürfte damit
wahrscheinlich
etwa
das Beck-Depressions-Inventar oder die Hamilton-Skala
gemeint
haben
– durchgeführt wurden.
Denn
die Ergebnisse solcher Tests
sind im Rahmen der Behandlung
eines Patienten
zweifelsohne wertvoll, bei der Begutachtung aber nur sehr beschränkt aussage
kräftig, zuma
l sie
ausschliesslich
auf dessen
subjektiven Angaben beruhen.
Im Weiteren
bestand vorliegend angesichts der
weitgehend unauffälligen psychi
atrischen Befunde auch kein hinreichender Anlass für die vom Beschwerdefüh
rer beantragten neuropsychologische
n
Tests.
Im
Rahmen der interdisziplinären Gesamtbeurteilung
kamen die Ärzte des
Instituts
F.___
zum Schluss, dass als Diagnose ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit ein Verdacht auf eine
Schmer
zverarbei
tungsstörung
vorliege
(
Urk.
15/99/33
).
Entgegen den Darlegungen des Beschwerdeführers s
teht die Beurteilung
der Ärzte des
Instituts F.___
somit
auch
nicht im Widerspruch zur
Beurteilung der Ärzte der
Gutachterstelle
C.___
.
Diese hatten nämlich – nebst einem ängstlich betonten depressiven Syndrom (depressive Episode mittel
schwer) - ebenfalls einen Verdacht auf eine Schmerzverarbeitungsstörung erho
ben, wenn auch einen dringenden (Urk. 15/58/59). Eine blosse
Verdachtsdiag
nose
vermag aber von vornherein keine invalidenversicherungsrechtlich rele
vante Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit zu begründen. Leichte bis höchs
tens mittelschwere Störungen aus dem depressiven Formenkreis sind im Übri
gen therapierbar und führen – vorbehältlich einer ausgewiesenen
Behand
lungsresistenz
- invalidenversicherungsrechtlich zu keiner Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (Urteil des Bundesgerichtes 9C_836/2014 vom 2
3.
März 2015 E. 3.1 mit Hinweisen). Von einer Behandlungsresistenz kann vorliegend nicht die Rede sein, hat sich der Beschwerdeführer doch bislang keiner Psychothera
pie unterzogen, was im Übrigen nicht auf einen erheblichen psychischen
Lei
densdruck
schliessen lässt. Es ist somit nicht von einem relevanten psychischen Leiden auszugehen. Die vom Beschwerdeführer (
Urk.
21 S. 3) erwähnte Ände
rung der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zu den anhaltenden
somatofor
men
Schmerzstörung
en
und vergleichbaren psychosomatischen Leiden
(BGE 141 V 281) ändert daran nichts.
3.3
3.3
.1
Was die Arbeitsfähigkeit de
s Beschwerdeführers
vor
dem
6.
April 2011
anbe
langt, wich
die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung
vom
2.
Dezember 2014
von der
retrospektiven Beurteilung
der Ärzte des
F.___
, wo
nach seit der Umschulung durch die
IV für leichte, adaptierte Tätigkeiten nie eine länger andauernde,
höhergradige
Arbeitsunfähigkeit bestanden habe
(vgl.
E. 3.2.1)
, ab
und
stützte sich
auf die Stellungnahme von
RAD-Arzt
Dr.
I.___
vom 1
1.
Januar 2012 (
Urk.
15/69/6-7)
.
3.3
.2
RAD-Arzt
Dr.
I.___
war
in dieser Stellungnahme
– gestützt auf die
echtzeitli
chen
Arztberichte – zum Schluss
gekommen
, dass der Beschwerdeführer nach dem Unfall vom 1
5.
April 2009
(richtig: 1
3.
April 2009)
zunächst zu 100
%
und ab dem
4.
Mai 2009 zu 50
%
arbeitsunfähig gewesen sei. Im Weiteren sei er ab
dem 2
2.
Juni 2009
b
is zum nächsten Eingriff am 15.
April 2010
zu 80
%
arbeits
fähig gewesen.
Ab dem Zeitpunkt der Gutachtenserstellung der
C.___
am 2
1.
September
2011 habe keine Einschränkung
der Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit (das
heisse
in einer angepassten Tätigkeit) mehr fest
gestellt werden können.
Trotz der Nachfrage
bei den Ärzten der
C.___
bleibe aber ein
„
Fenster
“
zwischen dem
15.
April 2010 und dem 2
1.
September 2011 offen. Da im Bericht des behandelnd
en Arztes vom
Oktober 2010
immer noch ein „ausgeprägter Reizzustand“ beschrieben worden sei, sei vorschlagsweise eine eingeschränkte Arbeitsfähigkeit nach
Massgabe
der behandelnden Ärzte anzunehmen.
Per Ende November 2010 finde sich in den Akten
immer noch der V
ermerk einer Arbeitsunfähigkeit,
danach nichts mehr. Am
6.
April 2011 habe ein Szintigramm keine Anreicherung mehr gezeigt, also auch keine erhebliche Entzündung. Daraus dürfe geschlossen werden, dass sich der seit dem Eingriff
(vom 1
5.
April 2010) andauernde Reizzustand be
ruhigt habe. Das
heisse
, dass ab
jenem Zeitpunkt die gutachterlich bemessene Arbeitsfähigkeit von 100
%
vorgelegen habe
(
Urk.
15/69/6-7).
3.3
.3
Gemäss
Dr.
med.
A.___
, FMH Orthopädische Chirurgie, wurde aufgrund der anlässlich der Operation vom 1
5.
April 2010 entnommenen Gewebsproben ein
low
-grade-Infekt nachgewiesen (Urk. 15/51/15).
Dr.
A.___
attestierte dem Beschwerdeführer in der Folge eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für jegli
che Tätigkeit (
Urk.
15/51/15,
Urk.
15/51/5 und
Urk.
15/50/1). Wohl sind nach der Rechtsprechung Berichte der behandelnden Ärzte auf Grund deren
auf
tragsrechtlichen
Vertrauensstellung zum Patienten grundsätzlich mit Vorbehalt zu würdigen (BGE 125 V 351 E. 3b/cc) und basiert die von RAD-Arzt
Dr.
I.___
gestützt darauf vorgenommene Einschätzung der Arbeitsfähigkeit in der Zeit zwischen dem 1
5.
April 2010 und dem 2
1.
September 2011 demnach nicht auf einer eindeutigen ärztlichen Entscheidungsgrundlage. Unter den gegebenen Umständen ist aber auf
die
-
gestützt auf die Beurteilung von RAD-Arzt
Dr.
I.___
-
erfolgte befristete
Rentenzusprache
nicht zurückzukommen, zumal
von der Möglichkeit einer
reformatio
in
peius
ohnehin
zurückhaltend Gebrauch zu machen
ist
(Urteil
des Bundesgerichts
H 161/06 vom 6. August 2007 E. 5.6
; vgl. auch
Urteil des Bundesgerichts
9C_17/2010 vom 2
2.
April 2010
E. 3.1.2).
3.
4
3.4.1
Was den weiteren Verlauf betrifft, wies RAD-Ärztin
J.___
in der Stellungnahme vom 1
4.
Juni 2014 (
Urk.
15/106/6) sodann zutreffend darauf hin, dass dem
Bericht von
Dr.
G.___
vom
1.
Juni 2014 (vgl. E. 2.3) und dem Austrittsbericht der
Klinik K.___
vom 2
0.
November 2013 (
Urk.
15/104/5-7) keine
neuen medizinischen Sachverhalte zu entnehmen seien.
3.4.2
In der Stellungnahme vom
5.
Mai 2015 (
Urk.
16) ergänzte RAD-Ärztin
J.___
, dass der Operationsbericht von
Dr.
H.___
vom 2
5.
September 2014 eine Arthrose des rechten
Fusses
im unteren Sprunggelenk und einen schmerz
haften Knochenvorsprung am
5.
Mittelfussknochen
nach einer alten Fraktur ausweise. Die Arthrose sei bereits im Zeitpunkt des
F.___
-Gutachtens im Januar 2014 bekannt gewesen und berücksichtigt worden. Am 2
5.
September 2014 (richtig: 2
4.
September 2014) seien eine
Arthrodese
(Versteifung) des unteren Sprunggelenks und eine Abtragung der
Exostose
durchgeführt worden. Der Operateur habe in der Nachbehandlung eine 20 kg Teilbelastung im
Spezial
schuh
(
Vacoped
) für sechs Wochen vorgesehen (vgl.
Urk.
3/1). Einen zeitge
rechten Verlauf vorausgesetzt, könne in der Regel nach sechs Wochen mit dem Belastungsaufbau begonnen werden, so dass das untere Sprunggelenk zwölf Wochen nach der Operation wieder voll belastbar sei. Der
Mittelfussknochen
sei spätestens sechs Wochen nach der Abtragung der
Exostose
wieder voll belast
bar. Eine dauerhafte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit als Angestellter im kaufmännischen Bereich sei nicht zu erwarten (
Urk.
16).
Auch diese Darlegungen von RAD-Ärztin
J.___
sind plausibel. Wie sich der im Beschwerdeverfahren eingereichten
ärztlichen Bestätigung von Dr.
H.___
vom 2
0.
Januar 2015 entnehmen lässt, war der Beschwerdeführer nach dem Eingriff von Ende September 2014 offenbar acht Wochen auf einen Spezialschuh (
Vacoped
) und Gehstöcke angewiesen (
Urk.
7/1). Dass der
Heil
verlauf
wesentlich verzögert gewesen oder dass Komplikationen aufgetreten wären, geht aus dieser ärztlichen Bestätigung jedoch nicht hervor. Im Weiteren reichte der Beschwerdeführer zwar noch ärztliche Zeugnisse nach, mit denen
Dr.
H.___
ihm vom 2
4.
September 2014 bis zum 3
1.
März 2015 – ohne jeg
liche Begründung - eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bescheinigte (
Urk.
7/2 und
Urk.
12). Dass der Beschwerdeführer aufgrund des operativen Eingriffs am rechten
Fuss
vom 2
4.
September 2014 selbst in einer angepassten Tätigkeit im Büro dauerhaft eingeschränkt gewesen sein soll,
lässt sich damit
unter den gegebenen Umständen aber
nicht belegen
.
3.5
Es
ist somit festzuhalten, dass auf die
genannten
Beurteilung
en der Ärzte des
F.___
sowie der RAD-Ärzte
J.___
und
Dr.
I.___
abgestellt werden kann.
Demnach ist davon a
usz
ugehen, dass der Beschwerdeführer nach Ablauf des Wartejahres (April 2010) bis April 2011 zu 100
%
arbeitsunfähig war, in der Folge jedoch in der bisherigen Tätigkeit im kaufmännischen Bereich sowie in (anderen) adaptierten Tätigkeiten eine 100%ige Arbeits- und Leistungsfähigkeit bestand.
4.
4.1
4.1.1
Die beiden von der Beschwerdegegnerin im Rahmen der Invaliditätsbemessung vorgenommenen Einkomme
nsvergleiche ergaben
per April 2010
einen Invali
ditätsgrad von
100
% und per
April 2011
einen Invaliditätsgr
ad von 0 % (Urk. 2
)
.
4.1.2
Das
Valideneinkommen
bezifferte die Beschwerdegegnerin, ausgehend vom
Tabel
lenlohn
für gastgewerbliche Tätigkeiten im Anforderungsniveau 1 (
Lohn
strukturerhebung
[LSE] 2010 des Bundesamtes für Statistik, TA 7, Ziffer 37) für das Jahr 2010 mit Fr. 78‘449.-- und für das Jahr 2011 mit Fr. 78‘999.--. Das Invalideneinkommen setzte sie für das Jahr 2010 auf
Fr. 0.-- fest. Für das Jahr 2011
ermittelte sie, ausgehend vom Tabellenlohn für Sekretariats- und
Kanzlei
arbeiten
im Anforderungsniveau 2 (LSE 2010 TA 7, Ziffer 22), ein
Invalidenein
kommen
von Fr. 100‘338.-- (vgl. Urk. 15/68 und Urk. 2).
Der Beschwerdeführer brachte dagegen vor, die Anrechnung eines erzielbaren Einkommens von etwas über Fr. 100‘000.-- mute völlig utopisch an. Gemäss Bericht der
Firma Y.___
vom 29. März 2010 habe sein Jahresverdienst Fr. 91‘800.--betragen. Aus dem Arbeitszeugnis vom 31. August 2010 ergebe sich, dass er dort einen für den Betrieb der
Firma Y.___
spezifischen Arbeitsplatz besetzt habe, nämlich ab
2000 als Technical
Accountant
II
. Offenbar aufgrund des langjährigen Arbeitsverhältnisses habe er dabei einen Lohn erzielt, der als überdurchschnittlich hoch erscheine und den er mit seinen beruflichen Kenntnissen und angesichts seiner beruflichen Karriere nie mehr werde errei
chen können. Es erscheine angemessen, ihm einen
Validenlohn
(richtig:
Invali
denlohn
) im Rahmen eines Anforderungsniveau 4, Ziff. 94 – 96, „Erbringung von sonstigen Dienstleistungen“ (der LSE) zuzuordnen (Urk. 21 S. 3-4).
4.1.3
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validenein
kommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen
Einkom
mensentwicklung
angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfah
rung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortge
setzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweisen).
Wie eingangs erwähnt, war dem seit Januar 1979 als Koch tätigen Beschwerde
führer wegen Hüft- und Sprunggelenksbeschwerden eine Umschulung zuge
sprochen worden. Nach erfolgreichem Abschluss der Umschulung war er ab dem 1. September 2000 bei seiner bisherigen Arbeitgeberin
als Technical
Accountant
(TA) Europe tätig
(vgl. Sachverhalt Ziffer 1.1), wobei er ab dem 1. März 2010 das von ihm genannte – vergleichsweise hohe - Einkommen von Fr. 91‘800.-- erzielte (Urk. 15/43/2). Unter diesen Umständen rechtfertigt es sich, als „bisherige Tätigkeit“ nicht die (angestammte) Tätigkeit als Koch, sondern diejenige als Technical
Accountant
zu betrachten (vgl. Urteil IV.2013.00731 vom 1. Dezember 2014 E. 5.2 mit Hinweisen).
Unbestrittenermassen hat der Beschwerdeführer seine Stelle als Technical
Accountant
bei der
Firma Y.___
nicht aus gesundheitlichen, sondern aus wirt
schaftlichen Gründen (betriebliche Umstrukturierung) verloren, weshalb der dort zuletzt erzielte Lohn nicht zur Bemessung des
Valideneinkommens
heranzuzie
hen ist. Dieses ist vielmehr aufgrund von Tabellenlöhnen zu bemessen. Gleiches gilt für das Invalideneinkommen.
Angesichts der vom Beschwerdeführer seit 1998 im Rahmen des kaufmänni
schen Praktikums sowie als Technical
Accountant
bei der
Firma Y.___
ausgeführ
ten Arbeiten (vgl. die detaillierte Auflistung in Urk. 3/2) und da ihm diese nach dem Gesagten spätestens ab April 2011 wieder vollumfänglich zumutbar sind, erscheint es sachgerecht, beide Vergleichseinkommen aufgrund des
Tabellen
lohnes
für die Erbringung von sonstigen Dienstleistungen (LSE 2010 TA 1 Zif
fern 94-96) zu ermitteln. Da angenommen werden kann, dass der ausgeglichene Arbeitsmarkt in diesem Bereich eine Vielzahl von passenden Stellen anbietet, besteht dabei kein Anlass, beim Validen- und Invalideneinkommen von ver
schiedenen Anforderungsniveaus auszugehen. Es mag zwar zutreffen, dass der Beschwerdeführer keine Stelle mehr finden wird, bei welcher er ein gleich hohes Einkommen erzielt wie zuletzt bei der
Firma Y.___
. Die dortige Stelle wurde ihm jedoch nicht aus gesundheitlichen, sondern
aus wirtschaftlichen Gründen gekündigt. Da die Invalidenversicherung allfällige Erwerbsverluste, die auf wirtschaftliche Gründe zurückzuführen sind, nicht abdeckt (vgl. BGE 135 V 58 E. 3.4.1), erscheint der von der Beschwerdegegnerin für die Zeit ab April 2011 ermittelte Invaliditätsgrad von 0 % im Ergebnis korrekt.
4.2
Die angefochtene Verfügung vom
2.
Dezember 2014, mit welcher dem Beschwer
deführer
mit Wirkung ab dem
1.
September 2010
bis zum
3
1.
Juli 2011 eine befristete ganze
Rente zugesprochen wurde,
erweist sich damit als rechtens.
Die Beschwerde ist deshalb abzuweisen.
4.3
Wie der Beschwerdeführer zu Recht
anmerkte
, beurteilt die angefochtene
Verfü
gung im Übrigen einzig das
Rentenbegehren.
Soweit der Beschwerdeführer
über den Rentenanspruch hinaus
berufliche
Massnahmen
geltend macht (vgl.
Urk.
1 S. 7), ist auf die Beschwerde mangels Anfechtungsgegenstandes
daher
nicht
einzutreten (vgl. BGE 131 V 164 E. 2.1; 125 V 413 E. 1a).
5.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Ver
fahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 8
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie dem
u
nterliegenden Beschwerdeführer
aufzuerlegen.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen, soweit auf sie eingetreten wird.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
800
.-- werden
dem Beschwerdeführer
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
dem
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Michael
Ausfeld
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDer Gerichtsschreiber
HurstKreyenbühl