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**Case Identifier:** c366c600-fb01-5ae1-bf14-6c8b23c6766b
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-11-27
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 27.11.2017 200 2016 767
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2016-767_2017-11-27.pdf

## Full Text

200 16 767 IV
KNB/PRN/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 27. November 2017

Verwaltungsrichter Knapp, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Ackermann, Verwaltungsrichter Schütz
Gerichtsschreiberin Prunner

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 29. Juni 2016

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Nov. 2017, IV/16/767, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1961 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) 
meldete sich im Januar 2014 unter Hinweis auf Rückenschmerzen bei der 
IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin) zum Leistungsbezug an 
(Akten der IVB, Antwortbeilage [AB] 1). In der Folge holte die IVB diverse 
erwerbliche und medizinische Unterlagen, insbesondere ein polydiszi-
plinäres Gutachten der MEDAS vom 19. Juni 2015 (AB 55.1), ein. Nach 
durchgeführtem Vorbescheidverfahren (AB 63) verfügte die IVB am 29. 
Juni 2016 bei einem Invaliditätsgrad von 5% die Abweisung des Leistungs-
begehrens (AB 73).

B.

Hiergegen erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt 
B.________, mit Eingabe vom 31. August 2016 beim Verwaltungsgericht 
des Kantons Bern Beschwerde und stellte folgende Rechtsbegehren:

1. Die Verfügung vom 29. Juni 2016 sei aufzuheben.

2. Es sei dem Beschwerdeführer ab Oktober 2014 auf unbestimmte Zeit eine 
ganze Invalidenrente auszurichten.

3. Eventualiter:
Die Sache sei zur erneuten Abklärung des Sachverhalts und Erlass einer 
neuen Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

4. Dem Beschwerdeführer sei das Recht zur unentgeltlichen Rechtspflege zu 
gewähren unter Beiordnung des Unterzeichnenden als amtlichen Anwalt.

Unter Kosten- und Entschädigungsfolge

Zur Begründung liess er im Wesentlichen vorbringen, die Beschwerdegeg-
nerin habe in Kenntnis der kombinierten Diagnosen nicht die entsprechen-
den Abklärungen veranlasst. Im Weiteren sei den Berichten der behan-
delnden Ärzte zu wenig Gewicht beigemessen worden.

In der Beschwerdeantwort beantragte die IVB die Abweisung der Be-
schwerde.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Nov. 2017, IV/16/767, Seite 3

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Angefochten ist die Verfügung der IVB vom 29. Juni 2016 (AB 73). 
Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine Rente der Invalidenversi-
cherung.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

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2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG).

Mit der Diagnose eines Gesundheitsschadens ist noch nicht gesagt, dass 
dieser auch invalidisierenden Charakter hat. Ob dies zutrifft, beurteilt sich 
gemäss dem klaren Gesetzeswortlaut nach dem Einfluss, den der 
Gesundheitsschaden auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit hat. 
Entscheidend ist, ob der versicherten Person wegen des geklagten Leidens 
nicht mehr zumutbar ist, ganz oder teilweise zu arbeiten. Deshalb gilt eine 
objektivierte Zumutbarkeitsprüfung unter ausschliesslicher 
Berücksichtigung von Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung (BGE 
142 V 106 E. 4.4 S. 110). Nicht als Folgen eines psychischen Gesund-
heitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant 
gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per-
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit 
zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei 
weitgehend objektiv bestimmt (BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 
2.2.1 S. 353; SVR 2014 IV Nr. 2 S. 5 E. 3.1).

2.3 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach Ab-
lauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b und 

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c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Rente, 
wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine Dreivier-
telsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad 
von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem 
Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein solcher auf eine Viertelsrente.

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99). 

3.

3.1 In medizinischer Hinsicht ergibt sich aus den Akten im Wesentlichen 
das Folgende:

3.1.1 Dr. med. D.________, Facharzt für Neurochirurgie, Praxis 
E.________, diagnostizierte im Bericht vom 1. Februar 2014 mit Auswir-
kung auf die Arbeitsfähigkeit ein chronifiziertes Panvertebralsyndrom mit 
Schmerzausstrahlung diffus in beide Beine mit Spondylolyse L5 beidseits 
mit diskreter Spondylolisthesis L5/S1, erosiver Osteochondrose und Spon-
dylose L3/4, Osteochondrose mit leichter Spondylose L4/5, Lordoseverlust 
der LWS (AB 11, S. 2). Die bisherige Tätigkeit sei nicht mehr zumutbar; die 
Leistungsfähigkeit bzw. die Produktivität sei um 50% reduziert (AB 11, 
S. 4). Wechselbelastende Tätigkeiten seien ganztags zumutbar (AB 11, 
S. 6).

3.1.2 Die Chiropraktikerin Dr. F.________ diagnostizierte im undatierten 
Bericht (Eingang IVB am 12. März 2014) ohne Auswirkung auf die Arbeits-
fähigkeit ein spondylogenes Schmerzsyndrom und ein lumboradikuläres 
Schmerzsyndrom (AB 18, S. 2). Die bisherige Tätigkeit als ... sei nicht mehr 

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zumutbar (vgl. dazu auch AB 18, S. 11, 14 ff., 20 f.). Arbeiten wie zum Bei-
spiel im … sollten möglich sein (AB 18, S. 3).

3.1.3 Im Bericht vom 30. Juli 2014 führte Dr. med. G.________, Facharzt 
für Allgemeine Innere Medizin, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), unter 
Hinweis auf die Berichte von Dr. med. D.________ und Dr. F.________ 
aus, in einer wechselbelastenden Tätigkeit, in welcher der Beschwerdefüh-
rer nicht regelmässig Lasten von mehr als 20 kg anheben und tragen müs-
se, bestehe in einem vollen Pensum eine Leistungsfähigkeit von 100% 
(AB 27).

3.1.4 Dr. med. H.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psychothera-
pie, diagnostizierte im Bericht zu Handen der I.________ vom 4. Septem-
ber 2014 mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine depressive Störung, 
momentan mittelgradig (ICD-10: F33.2), eine Panikstörung (ICD-10: F41.0), 
eine Zwangsstörung (ICD-10: 42.0), einen Verdacht auf eine kombinierte 
Persönlichkeitsstörung, ein chronifiziertes Paravertebralsyndrom mit 
Schmerzausstrahlung in beide Beine und ein Schlafapnoesyndrom. Eine 
Arbeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt könne in den nächsten Monaten 
sicher noch nicht aufgenommen werden (AB 28, S. 3).

Im Bericht vom 20. Mai 2015 diagnostizierte Dr. med. H.________ mit 
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zusätzlich neu eine posttraumatische 
Belastungsstörung (ICD-10: F43.1) und eine kombinierte Persönlichkeitss-
törung (ICD-10: F61.0; AB 51, S. 2). Die bisherige Tätigkeit sei nicht mehr 
zumutbar. Die Leistungsfähigkeit sei wechselhaft 20% bis 100% vermindert 
(AB 51, S. 5).

3.1.5 Dr. med. J.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, dia-
gnostizierte im Bericht vom 17. Juni 2016 ein chronisches, invalidisierendes 
und therapierefraktäres Panvertebralsyndrom (AB 68, S. 2). Der Be-
schwerdeführer sei (als Hilfsarbeiter) zu 100% arbeits- und erwerbsunfähig 
(AB 68, S. 3).

3.1.6 Im polydisziplinären Gutachten vom 19. Juni 2015 diagnostizierten 
die Experten der MEDAS mit Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähig-
keit chronische lumbospondylogene und intermittierende lumboradikuläre 
Schmerzen, erosive Osteochondrose L3/4, eine Spondylolisthesis L5/S1 

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Grad I nach Meyerding bei Spondylolyse beidseits, multietagere Diskuspro-
trusionen LWK 1 bis 4 mit Facettenarthrosen, eine mediolaterale Diskus-
hernie L3/L4 mit Verlagerung der Wurzel L4 links bei aktuell klinisch ohne 
Hinweis auf ein lumboradikuläres Reiz- oder Kompressionssyndrom und 
eine mittelgradige depressive Episode (ICD-10: F32.1), gegenwärtig remit-
tiert (AB 55.1, S. 42). Die von Dr. med. H.________ in den Berichten vom 
4. September 2014 und 20. Mai 2015 gestellten Diagnosen einer depressi-
ven Störung, momentan mittelgradig (ICD-10: F33.2), einer Panik- und 
Zwangsstörung sowie einer posttraumatischen Belastungsstörung seien 
nicht nachvollziehbar. Einzig die Verdachtsdiagnose einer kombinierten 
Persönlichkeitsstörung entspreche dem während der Begutachtung ent-
standenen Eindruck (AB 55.1, S. 26 und 29). Aus polydisziplinärer Sicht sei 
der Beschwerdeführer in der angestammten Tätigkeit nicht mehr arbeits-
fähig (AB 55.1, S. 46). In einer adaptierten Tätigkeit bestehe eine volle Ar-
beitsfähigkeit spätestens ab Gutachtenzeitpunkt. Zumutbar seien leichte bis 
mittelschwere Arbeiten ohne schweres Heben und Tragen von Lasten von 
10 bis 15 kg, ohne einseitige Zwangshaltungen der Wirbelsäule, ohne re-
gelhaft geforderte Rotations- und Reklinationsbewegungen, ohne kauern-
de/gebückte Haltungen in einem vollen Pensum (AB 55.1, S. 47).

3.1.7 Die RAD-Ärztin med. pract. K.________, Fachärztin für Physikali-
sche Medizin und Rehabilitation, führte in der Stellungnahme vom 27. Juni 
2016 aus, Dr. med. J.________ bringe keine neuen medizinischen Fakten 
hervor. Es könne weiterhin auf das Gutachten vom 19. Juni 2015 abgestellt 
werden (AB 72, S. 2).

3.1.8 Im Bericht vom 30. August 2016 führte Dr. med. J.________ aus, 
dass beim Beschwerdeführer nicht nur die ICD-10-Klassifikation, sondern 
auf die ICF-Klassifikation zur Anwendung gelangen müsse. Eine reine dia-
gnosebezogene Betrachtung der Gesundheitsstörung greife nicht (Be-
schwerdebeilage [BB] 3).

3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 

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widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352; SVR 2015 IV Nr. 28 S. 86 E. 4.1).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

3.3 Die Beschwerdegegnerin hat sich in der hier angefochtenen Verfü-
gung vom 29. Juni 2016 (AB 73) massgeblich auf das polydisziplinäre Gut-
achten der MEDAS vom 19. Juni 2015 (basierend auf einer allgemeininter-
nistischen, psychiatrischen, orthopädischen, neurologischen und pneumo-
logischen Untersuchung) gestützt. Dieses erfüllt die von der höchstrichterli-
chen Rechtsprechung an den Beweiswert eines medizinischen Gutachtens 
gestellten Anforderungen (E. 3.2 hiervor), weshalb ihm volle Beweiskraft 
zukommt (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/bb S. 353). Die darin enthaltenen 
Feststellungen beruhen auf eigenen Abklärungen und sind in Kenntnis der 
Vorakten sowie unter Berücksichtigung der geklagten Beschwerden getrof-
fen worden. Die Ausführungen in der Beurteilung der medizinischen Zu-
sammenhänge sind einleuchtend und die gezogenen Schlussfolgerungen 
zum aktuellen Gesundheitszustand und zur Arbeitsfähigkeit werden nach-
vollziehbar begründet. Auch stehen die Fachbeurteilungen in Übereinstim-
mung untereinander und flossen in die interdisziplinäre Beurteilung ein.

3.4 In somatisch-orthopädischer Hinsicht legte die (Haupt-)Gutachterin 
überzeugend dar, dass die chronifizierten Rückenschmerzen spondylogen 
im Vordergrund stehen. Diese schränken den Beschwerdeführer für schwe-
re Tätigkeiten als ..., die häufig in gebückter Haltung auszuführen sind und 

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ein Heben und Tragen von Lasten bedingen, ein. In einer leichten, wech-
selbelastenden Tätigkeit ist der Beschwerdeführer unter Berücksichtigung 
des Leistungsprofils zu 100% arbeitsfähig (AB 55.1, S. 45). In den internis-
tischen und neurologischen Teilgutachten wurden keine Beschwerden bzw. 
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt (AB 55.1, S. 34, 
40 f., 45 f.). Auch in pneumologischer Hinsicht ist der Beschwerdeführer in 
einer angepassten, leichten Tätigkeit zu 100% arbeits- und leistungsfähig. 
Zwar leidet der Beschwerdeführer an einem schweren obstruktiven 
Schlafapnoe-Syndrom, dies ist jedoch durch eine CPAP-Therapie behan-
delbar. Ein regelmässiger Schlaf-Wach-Rhythmus kann durch Einhaltung 
von fixen Bettzeiten und regelmässigen Essenszeiten günstig beeinflusst 
werden (AB 55.2, S. 3).

Diese Einschätzungen der Gutachter der MEDAS stehen denn auch in 
Übereinstimmung mit den Beurteilungen des behandelnden Dr. med. 
D.________ sowie der Chiropraktikerin Dr. F.________, welche eine ange-
passte, wechselbelastende Tätigkeit als ganztags zumutbar erachten 
(AB 11, S. 6; vgl. auch AB 27). 

Die Berichte von Dr. med. J.________ vermögen daran nichts zu ändern. 
Der Hausarzt begründet nicht medizinisch, weshalb der Beschwerdeführer 
in einer angepassten Tätigkeit zu 100% erwerbsunfähig sein soll, sondern 
stützt sich allein auf das gezeigte Verhalten ab, ohne dieses medizinisch zu 
würdigen (AB 68, S. 3; vgl. auch AB 72, S. 2). 

3.5

3.5.1 Aus psychiatrischer Sicht wurde im Gutachten vom 19. Juni 2015 
eine mittelgradige depressive Episode (ICD-10: F32.1), gegenwärtig remit-
tiert, und eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit narzisstischen und 
histrionischen Anteilen (ICD-10: F61.0) diagnostiziert (AB 55.1, S. 27). 
Letztere habe keine Einschränkung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit zur 
Folge (AB 55.1, S. 28). Die psychiatrische Gutachterin begründete schlüs-
sig und nachvollziehbar, dass sich der Beschwerdeführer anlässlich der 
Untersuchung im Mai 2014 weder deprimiert noch antriebsgemindert, son-
dern im Gegenteil affektiv gut schwingungsfähig, lebhaft gestikulierend prä-
sentierte. Auch die Schmerzen hätten nicht im Vordergrund seiner Schilde-

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rungen gestanden. Eine Suizidalität war nicht eruierbar. Weiter habe er 
eine deutlich ablehnende Haltung den Antidepressiva gegenüber an den 
Tag gelegt, was auf nicht vorhandenen Leidensdruck hinweise (AB 55.1, 
S. 26). Die mittelgradig depressive Episode, welche im Sommer 2014 auf-
getreten ist (vgl. AB 51, S. 3), wurde daher überzeugend als remittiert ein-
gestuft (vgl. dazu DILLING/MOMBOUR/SCHMIDT, Internationale Klassifikation 
psychischer Störungen, ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch-diagnostische Leitli-
nien, 10. Aufl., 2015, S. 169 ff.) und ist folglich nicht invalidisierend. Auch 
die kombinierte Persönlichkeitsstörung hat keinen Einfluss auf die Arbeits- 
und Leistungsfähigkeit, erachtete die psychiatrische Gutachterin diese doch 
als mit zumutbarer Willensanstrengung überwindbar. Zwar besteht eine 
fehlende Durchhaltefähigkeit, die anderen Fähigkeiten, vor allem Flexibilität 
und Umstellungsfähigkeit, Anwendung fachlicher Kompetenzen, Entschei-
dungs- und Urteilsfähigkeit, schnelle Reaktion sowie Selbstbehauptungs-
fähigkeit sind allerdings erhalten (vgl. AB 55.1, S. 27 sowie E. 2.2 hiervor). 
Soweit die behandelnde Psychiaterin Dr. med. H.________ in ihren Berich-
ten vom 4. September 2014 und 20. Mai 2015 eine depressive Störung, 
momentan mittelgradig (ICD-10: F33.2), diagnostizierte, hielt dem die 
psychiatrische Gutachterin überzeugend entgegen, dass die Grundlage 
dieser Einschätzung unklar ist. So bedeutet die Kodierung F33, dass es 
sich um eine rezidivierende Depression handelt. Der Beschwerdeführer hat 
sich jedoch zuvor nie in einer psychiatrischen Behandlung befunden und 
die Diagnose einer Depression wurde weder vom Hausarzt, noch von der 
behandelnden Chiropraktikerin gestellt. Ebenso sind die Diagnosen einer 
Panik- sowie einer Zwangsstörung nicht nachvollziehbar. Im psychopatho-
logischen Befund wurden keinerlei Ängste geschildert. Ein Zwangsdenken 
wurde zwar erwähnt, jedoch nicht detailliert beschrieben (AB 55.1, S. 26). 
Schliesslich konnte auch eine posttraumatische Belastungsstörung aus 
gutachterlicher Sicht, ebenso wie das Vorliegen einer somatoformen 
Schmerzstörung, mit überzeugender Begründung ausgeschlossen werden. 
Insbesondere liessen sich im Rahmen der Begutachtung keine traumati-
schen Ereignisse, geschweige denn rezidivierende Traumata, eruieren. Es 
wurde lediglich eine Schreckhaftigkeit und das Gefühl, bedroht zu werden, 
beschrieben (AB 55.1, S. 26, 29, 44).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Nov. 2017, IV/16/767, Seite 11

Das Vorbringen des Allgemeinmediziners Dr. med. J.________, wonach im 
vorliegenden Fall die ICF-Klassifikation zur Anwendung gelangen müsse 
(BB 3), ist nicht zu hören, da - wie ausgeführt - keine invalidisierenden psy-
chischen Gesundheitsschäden vorliegen und deshalb insoweit eine 
vollständige Funktionsfähigkeit vorliegt.

3.5.2 Da vorliegend keine somatoforme Schmerzstörung oder ein ver-
gleichbares psychosomatisches Leiden gegeben ist bzw. diagnostiziert 
wurde, ist - entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers - keine Prü-
fung der Indikatoren anhand der Rechtsprechung nach BGE 141 V 281 
E. 4.1 S. 296 ff. vorzunehmen. 

3.6 Zusammenfassend ist erstellt, dass der Beschwerdeführer im Zeit-
punkt der Begutachtung und unverändert bis zum massgebenden Verfü-
gungszeitpunkt in einer angepassten, wechselbelastenden und leichten 
Tätigkeit zu 100% arbeits- und leistungsfähig war bzw. ist.

Da der medizinische Sachverhalt hinreichend abgeklärt ist, ist im Rahmen 
der antizipierten Beweiswürdigung (BGE 122 V 157 E. 1d S. 162) auf wei-
tere Beweismassnahmen zu verzichten.

4.

4.1 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

4.1.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Nov. 2017, IV/16/767, Seite 12

passten Verdienst angeknüpft (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30, 134 V 322 E. 
4.1 S. 325).

Lässt sich aufgrund der tatsächlichen Verhältnisse das ohne gesundheitli-
che Beeinträchtigung realisierbare Einkommen nicht hinreichend genau 
beziffern, ist auf Erfahrungs- und Durchschnittswerte gemäss Tabellenlohn 
abzustellen. Auf sie darf jedoch im Rahmen der Invaliditätsbemessung nur 
unter Mitberücksichtigung der für die Entlöhnung im Einzelfall gegebenen-
falls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren abgestellt werden 
(BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30; Entscheid des Eidgenössischen Versiche-
rungsgerichts [EVG; heute Bundesgericht {BGer}] vom 30. Oktober 2002, 
I 517/02, E. 1.2).

4.1.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 139 V 592 E. 2.3 S. 593; SVR 2016 UV Nr. 13 
S. 40 E. 2.2).

Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine 
oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge-
nommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den 
vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen 
(LSE) herangezogen werden (BGE 142 V 178 E. 2.5.7 S. 188, 139 V 592 
E. 2.3 S. 593; SVR 2016 UV Nr. 13 S. 40 E. 2.2).

Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, 
die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich 
zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern 
lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurch-
schnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit ei-
nem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 
S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in welchem Ausmass 
Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und 
beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Ein-
schränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Be-
schäftigungsgrad). Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalidenein-
kommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wo-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Nov. 2017, IV/16/767, Seite 13

bei der Abzug auf insgesamt höchstens 25% zu begrenzen ist (BGE 135 V 
297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2015 IV Nr. 1 S. 1 E. 2.2).

4.2 Der frühest mögliche Rentenbeginn ist unter Berücksichtigung der 
attestierten Arbeitsunfähigkeit (von mindestens 40% ohne wesentlichen 
Unterbruch) seit November 2013 (AB 4) sowie der Anmeldung zum Leis-
tungsbezug vom 24. Januar 2014 (AB 1) der 1. November 2014 (Art. 29 
Abs. 1 IVG). Auf diesen Zeitpunkt hin ist der Einkommensvergleich vorzu-
nehmen.

4.3 Der Beschwerdeführer arbeitete zuletzt vom 23. August bis zum 
31. Dezember 2013 als ... für die L.________ AG (AB 17). Diese Anstel-
lung wurde durch die Arbeitgeberin infolge Umstrukturierung und Neuorien-
tierung, d.h. aus invaliditätsfremden Gründen, beendet (AB 6). Folglich ist 
das Valideneinkommen gestützt auf den Tabellenlohn zu ermitteln (vgl. 
E. 5.1.1 hiervor). Da der gelernte ... seit seiner Einreise in die Schweiz 
1981 bzw. 1993 verschiedenen Tätigkeiten nachgegangen ist (...; vgl. AB 
14; 55.1, S. 24), ist auf die LSE 2012, Tabelle TA1, Niveau 1 (einfache 
Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art), Männer, Total, abzustel-
len. Für das Invalideneinkommen ist ebenfalls dieser Wert heranzuziehen, 
da damit zumutbare Verweistätigkeiten abgebildet werden (vgl. E. 3.6 hier-
vor). Sind Validen- und Invalideneinkommen ausgehend vom selben Tabel-
lenlohn zu berechnen, erübrigt sich deren genaue Ermittlung. Diesfalls ent-
spricht der Invaliditätsgrad im erwerblichen Bereich dem Grad der Arbeits-
unfähigkeit unter Berücksichtigung des Abzuges vom Tabellenlohn (Ent-
scheid des EVG vom 15. April 2003, I 1/03, E. 5.2). Damit beträgt der Inva-
liditätsgrad maximal 25%, was dem zulässigen Höchstabzug entspricht 
(vgl. E. 4.1.2 hiervor), wobei die Frage der Berechtigung und der allfälligen 
Höhe des Abzuges offen bleiben kann.

4.4 Zusammenfassend resultiert ein rentenausschliessender Invali-
ditätsgrad von maximal 25% (vgl. E. 2.3 hiervor).

Die angefochtene Verfügung vom 29. Juni 2016 (AB 73) erweist sich daher 
als rechtens und die dagegen erhobene Beschwerde ist abzuweisen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Nov. 2017, IV/16/767, Seite 14

5.

5.1 Zu prüfen bleibt der Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege.

Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei von den 
Kosten- und allfälligen Vorschuss- sowie Sicherstellungspflichten, wenn die 
Partei nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechtsbegehren 
nicht aussichtslos erscheint. Unter den gleichen Voraussetzungen kann 
überdies einer Partei eine Anwältin oder ein Anwalt beigeordnet werden, 
wenn die tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse es rechtfertigen 
(Art. 61 lit. f ATSG sowie Art. 111 Abs. 1 und 2 VRPG; SVR 2011 IV Nr. 22 
S. 61 E. 2, 2011 UV Nr. 6 S. 22 E. 6.1).

Die Bedürftigkeit des Beschwerdeführers ist mit dem Sozialhilfebudget 
(BB 4) ausgewiesen. Des Weiteren kann das Verfahren nicht von vornher-
ein als aussichtslos bezeichnet werden und die Beiordnung eines Anwaltes 
ist geboten. Dem Beschwerdeführer ist somit die unentgeltliche Rechts-
pflege und Beiordnung von Rechtsanwalt B.________ als amtlicher Anwalt 
zu gewähren.

5.2 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der unterliegende Beschwerdefüh-
rer die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Aufgrund der gewährten unentgeltlichen Rechts-
pflege wird der Beschwerdeführer - unter Vorbehalt der Nachzahlungs-
pflicht gemäss Art. 123 der schweizerischen Zivilprozessordnung vom 
19. Dezember 2008 (ZPO; SR 272) - jedoch von der Zahlungspflicht befreit 
(Art. 113 VRPG).

5.3 Bei vorliegendem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf 
eine Parteientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. 
Art. 61 lit. g ATSG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Nov. 2017, IV/16/767, Seite 15

5.4 Aufgrund der gewährten unentgeltlichen Rechtspflege unter Beiord-
nung von Rechtsanwalt B.________ bleibt dessen amtliches Honorar fest-
zulegen.

Gemäss Art. 42 des kantonalen Anwaltsgesetzes vom 28. März 2006 
(KAG; BSG 168.11) bezahlt der Kanton den amtlich bestellten Anwältinnen 
und Anwälten eine angemessene Entschädigung, die sich nach dem gebo-
tenen Zeitaufwand bemisst und höchstens dem Honorar gemäss der Tarif-
ordnung für den Parteikostenersatz entspricht. Bei der Festsetzung des 
gebotenen Zeitaufwandes sind die Bedeutung der Streitsache und die 
Schwierigkeit des Prozesses zu berücksichtigen. Auslagen und Mehrwert-
steuer werden zusätzlich entschädigt (Abs. 1). Die Aufwendungen für die 
Erlangung des Rechts auf unentgeltliche Rechtspflege sind nach den glei-
chen Regeln zu entschädigen (Abs. 3). Nach Art. 42 Abs. 4 KAG i.V.m. 
Art. 1 der Verordnung vom 20. Oktober 2010 über die Entschädigung der 
amtlichen Anwältinnen und Anwälte (EAV; BSG 168.711) beträgt der Stun-
denansatz Fr. 200.--.

Die von Rechtsanwalt B.________ eingereichte Kostennote vom 19. Okto-
ber 2016 bzw. der geltend gemachte zeitliche Aufwand von 6 Stunden ist 
nicht zu beanstanden. Gestützt darauf ist der tarifmässige Parteikostener-
satz auf total Fr. 1‘695.60 festzusetzen (Honorar: Fr. 1‘500.--; Auslagen: 
Fr. 70.--; MWSt.: Fr. 125.80). Davon ist Rechtsanwalt B.________ nach 
Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils aus der Gerichtskasse ein amtliches 
Honorar von Fr. 1‘200.-- (6 Stunden x Fr. 200.--) zuzüglich Auslagen von 
Fr. 70.-- und MWSt. von Fr. 101.60 (8% von Fr. 1‘270.--), total somit eine 
Entschädigung von Fr. 1‘371.60, auszurichten. Vorbehalten bleibt die 
Nachzahlungspflicht des Beschwerdeführers gegenüber dem Kanton Bern 
entsprechend den Voraussetzungen von Art. 123 ZPO.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

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2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Beiordnung von 
Rechtsanwalt B.________ als amtlicher Anwalt wird gutgeheissen.

3. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer 
auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen Rechtspflege wird 
der Beschwerdeführer – unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht 
gemäss Art. 123 ZPO – jedoch von der Zahlungspflicht befreit.

4. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

5. Der tarifmässige Parteikostenersatz des amtlichen Anwalts wird in die-
sem Verfahren auf Fr. 1‘695.60 (inkl. Auslagen und MWSt.) festge-
setzt. Davon wird Rechtsanwalt B.________ nach Eintritt der Rechts-
kraft dieses Urteils aus der Gerichtskasse eine auf Fr. 1‘371.60 festge-
setzte Entschädigung (inkl. Auslagen und MWSt.) vergütet. Vorbehal-
ten bleibt die Nachzahlungspflicht nach Art. 123 ZPO.

6. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.