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**Case Identifier:** 5973f426-4cc9-5148-b8d8-3a5e6d50760a
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-08-23
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 23.08.2010 IV 2008/499
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2008-499_2010-08-23.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2008/499

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 13.07.2020

Entscheiddatum: 23.08.2010

Entscheid Versicherungsgericht, 23.08.2010
Art. 8 ATSG, Art. 16 ATSG. Invaliditätsbemessung mittels 
Einkommensvergleich (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons 
St. Gallen vom 23. August 2010, IV2008/499).

Entscheid Versicherungsgericht, 23.08.2010

Vizepräsidentin Miriam Lendfers, Versicherungsrichterin Karin Huber-Studerus, 

Versicherungsrichter Martin Rutishauser; Gerichtsschreiber Ralph Jöhl

Entscheid vom 23. August 2010

in Sachen

R.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Fürsprecher lic. iur. Daniel Küng, Rosenbergstrasse 51, Postfach 1121,

9001 St. Gallen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

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Rente

Sachverhalt:

A.       

R.___ (Jg. 1964) meldete sich am 22. März 1999 zum Bezug von IV-Leistungen an. Im 

entsprechenden Formular gab sie u.a. an, sie sei gelernte Krankenschwester. Dr. med. 

A.___ berichtete am 8. April 1999, die Versicherte leide an Coccygodynie nach einem 

Unfall am 5. März 1998, an einem LWS-Syndrom und an einer Depression. In ihrem 

Beruf sei die Versicherte seit dem 19. Oktober 1998 zu 100% arbeitsunfähig. Das 

Pflegeheim teilte am 16. April 1999 mit, es habe die Versicherte seit Dezember 1997 

vollzeitlich als Krankenschwester beschäftigt. Die Orthopädin Dr. med. B.___ führte in 

einem Gutachten vom 17. Oktober 1999 aus, gemäss eigenen Angaben sei die 

Versicherte auf nassem Boden ausgerutscht und mit beiden Beinen in der Luft auf das 

Gesäss gestürzt. Die Gutachterin stellte folgende Diagnosen: chronische Sacrologie 

und Coccygodynie mit pseudoradikulärer Ausstrahlung und nicht dermatombezogenen 

Hyposensibilitätszonen am linken Bein nach direkter Kontusion am 5. März 1998 ohne 

degenerative oder posttraumatische Veränderungen, Insertionstendinose linker hinterer 

Beckenkamm, muskuläre Insuffizienz (Rumpfmuskulatur) und Dekonditionierung. Sie 

führte weiter aus, die Versicherte klage über Schmerzen am Steissbein, die nach 

cranial bis zum lumbosacralen Übergang reichten und auch in die Beine, links mehr als 

rechts, bis zu den Fersen ausstrahlten. Zeitweise komme es zu einer schmerzbedingten 

"Blockierung" des linken Beins. Die Schmerzen seien immer vorhanden. Sitzen, Gehen, 

Stehen und Stuhlgang seien besonders schmerzhaft. Die Gutachterin wies darauf hin, 

dass durch die starke Schonung im Alltag bereits eine Dekonditionierung eingetreten 

sei. Klinisch sei eine gute Wirbelsäulenbeweglichkeit festzustellen gewesen. Einzig 

beim Aufrichten aus der Inklination habe die Versicherte angegeben, sie müsse sich 

abstützen. Bei der Palpation im Stehen und im Liegen sei vor allem über dem Coccyx 

eine Dolenz reklamiert worden, allerdings ohne viel Schmerzmimik und ohne 

Ausweichbewegung. Auch bei der dorsalen Palpation des Coccyx sei es nicht zu einer 

Ausweichbewegung oder einer Sfincterabwehrspannung gekommen. Die Versicherte 

habe nur verbal Schmerzen geäussert. Klinisch habe sich zusätzlich eine 

Insertionstendinose am hinteren Beckenkamm links mit Palpationsdolenz und schlaffer 

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lumbaler Muskulatur gezeigt. Ausserdem habe eine antalgische Schonhaltung nach 

rechts bestanden. Verschiedene frühere Abklärungen (CT, MRI) hätten blande 

Resultate ergeben. Eine direkte Coccyx-Kontusion bleibe zwar bekanntlich lange Zeit 

schmerzhaft, aber es handle sich meist nur um wenige Monate. Sie vermöge deshalb 

die Persistenz der Schmerzen über eineinhalb Jahre nicht zu erklären. Die jetzt 

geklagten Schmerzen seien vermutlich eher auf eine muskuläre Dysbalance 

zurückzuführen, die asymptomatisch vorbestehend gewesen sei. Therapeutisch 

scheine alles ausgeschöpft. Allenfalls könnte eine stationäre Rehabilitation mit 

Eingehen auf die psychosomatische Seite versucht werden. Bei der Untersuchung 

seien eine verminderte Mimik und eine langsame und monotone Sprache aufgefallen, 

so dass psychosomatische Faktoren vorliegen könnten. Als Krankenschwester müsste 

die Versicherte zu 50% arbeitsfähig sein, wenn sie keine Lasten über 10 kg heben und 

bewegen müsse, wenn sie immer wieder Kurzpausen einlegen könne und wenn sie die 

Arbeitszeit auf zwei Stunden am Vormittag und zwei Stunden am Nachmittag aufteilen 

dürfe. Auch in einer adaptierten Tätigkeit bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 50%. Der 

Psychiater Dr. med. C.___ berichtete in seinem Gutachten vom 10. Mai 2000, er habe 

folgende Diagnosen erhoben: anhaltende somatoforme Schmerzstörung mit 

Verarbeitungsproblematik somatischer Befunde (ICD-10 F45.4) und reaktive 

Depression und Angst gemischt (ICD-10 F41.2) bei etwas zwanghafter 

Grundpersönlichkeit (ICD-10 F60.5). Dr. med. C.___ führte weiter aus, aufgrund des 

zähen und verlängerten Behandlungsverlaufs sei es zunehmend zu einer Verzweiflung 

im Hinblick auf die mögliche Zukunft gekommen. Die dauernd vorhandenen, glaubhaft 

geschilderten Schmerzen hätten dazu beigetragen, die Kräfte aufzuzehren. Die 

Versicherte habe bewusstseinsfern mit einer Fixierung auf das Beschwerdebild 

reagiert. Zusammenfassend handle es sich um eine lang anhaltende psychische 

Störung mit Krankheitswert, bei der die bisherigen Behandlungsversuche keinen 

wesentlichen Erfolg gehabt hätten. Die Arbeitsfähigkeit sei um 50% eingeschränkt.

B.       

Der Psychiater Dr. med. D.___ führte in einem Verlaufsgutachten vom 23. Juli 2004 aus, 

die Tochter der Versicherten habe übersetzt. Auf einfachste Fragen habe die 

Versicherte ihrer Tochter sehr ausführliche, meist sehr lange Antworten gegeben, 

welche die Tochter dann zusammengefasst habe. Nach einem 75-minütigen Gespräch 

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und anlässlich einer insistierenden Frage nach der ehelichen Beziehung seien zuerst 

die Tochter und dann auch die Versicherte in Tränen ausgebrochen. Dr. med. D.___ 

stellte folgende Diagnosen: phobische Fixierung auf Schmerzempfindung (ICD-10 

F40.2), anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) und Persönlichkeit 

mit narzisstischen, anankastischen und histrionischen Zügen (ICD-10 F60.8). Er führte 

dazu aus, er habe bei der Exploration keine anankastischen Züge feststellen können. 

Diesen Aspekt habe er einfach aus dem psychiatrischen Vorgutachten übernommen. 

Hingegen scheine anhand des Gesamterscheinungsbildes mit einem seduktiven und 

appellativen Verhalten in Kombination mit der mangelnden Nachvollziehbarkeit des 

subjektiven Leidens eine konversionsneurotische Komponente vorzuliegen. Aufgrund 

des Ausweichens bei intimen und familiären Fragen liege der Verdacht nahe, dass in 

dieser Hinsicht idealisiert werde. Es sei auch anzunehmen, dass die ausgebildete 

Kinderkrankenschwester die Kündigung in der Probezeit wegen eines Sturzes als 

kränkend empfunden habe. Im Gespräch habe sich keine Beeinträchtigung durch ein 

früher angeblich vorhandenes depressives Syndrom gezeigt. Die demonstrierte 

Unfähigkeit, lange zu sitzen oder zu stehen, entspreche keinem bekannten 

Funktionsausfall und sei wenig glaubhaft, wenn man höre, dass die Versicherte 

regelmässig nach Montenegro reise und dass sie dort bei den Verwandten ihr Leiden 

dissimuliere. Zwar sei anzunehmen, dass die Versicherte dabei leide, aber bei einem 

Arbeitsversuch dürfte soviel Schmerz schon auch zugemutet werden. Entweder habe 

sich das Leiden seit der letzten Begutachtung etwas zurückgebildet oder der 

Vorgutachter sei milde gewesen. Weder auf psychisch-geistiger Ebene noch im 

sozialen Bereich seien wesentliche Beeinträchtigungen der Arbeitsfähigkeit zu eruieren. 

Die Tätigkeit als Krankenpflegerin sei unter Berücksichtigung der somatisch bedingten 

Einschränkungen an zweimal drei Stunden täglich zumutbar. Dabei bestehe eine um 

25% verminderte Leistungsfähigkeit aufgrund des Schmerzvermeidungsverhaltens und 

der Notwendigkeit spontaner Haltungswechsel. Die psychische Störung mache sich im 

Sozialverhalten nicht bemerkbar. Die Fixierung auf das Vorliegen einer körperlichen 

Krankheit werde die Leistungsbereitschaft in einer Erwerbstätigkeit aber so stark 

schmälern, dass das indirekt zu einer Belastung für das Team werden könnte. An 

einem Arbeitsplatz sollten sich die Bezugspersonen, vornehmlich Vorgesetzte, nicht 

durch das Schmerzgebaren einschüchtern lassen. Sie sollten anfangs eine gewisse 

Toleranz zeigen, ohne allzu viel Mitleid zu demonstrieren. Das Arbeitsklima müsste 

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bestätigend sein. Anfänglich seien zweimal drei Stunden täglich zumutbar. Seit der 

letzten Begutachtung sei keine Verschlechterung, sondern eher eine Verbesserung 

eingetreten. Es seien nämlich keine depressive Verstimmung, keine psychomotorische 

Hemmung und keine Störung des Denkens mehr festzustellen gewesen.

C.       

Dr. med. B.___ berichtete in einem Gutachten vom 9. August 2004, auch diesmal habe 

wieder die Tochter der Versicherten übersetzt. Dr. med. B.___ gab folgende Diagnosen 

an: chronische Sacralgie und Coccygnodynie posttraumatisch mit pseudoradikulärer 

Ausstrahlung bei St. n. direkter Kontusion am 5. März 1998 und fehlenden 

degenerativen oder posttraumatischen Veränderungen coccygnal, chronische 

Lumbago (lumbosakraler Übergang) bei Chondrose L4/5, Insertionstendinose linker 

hinterer Beckenkamm, muskuläre Insuffizienz (Rumpfmuskulatur) und 

Dekonditionierung, zeitweilige Thoracalgie bei chronischer stellungswechselnder Fehl-/

Schonhaltung mit reaktiver muskulärer Verspannung, muskulärer Insuffizienz und 

Dekonditionierung. Dazu kamen als nicht orthopädische Diagnosen: chronische 

Kopfschmerzen, Vergesslichkeit, V. a. gestörte Schmerzverarbeitung und V. a. 

Depression. Die Gutachterin führte weiter aus, die Versicherte habe eigentlich über 

dieselben Beschwerden geklagt wie bei der ersten Begutachtung, nämlich über 

Schmerzen im Steissbein mit schmerzbedingter Blockierung des linken Beins, 

neuerdings auch hie und da des rechten Beins. Die Schmerzen seien weiterhin immer 

vorhanden. Sitzen, Gehen, Stehen und Stuhlgang seien nach wie vor besonders 

schmerzhaft. Die Versicherte habe Nackenschmerzen verneint. Hingegen bestünden 

starke Kopfschmerzen und eine sehr ausgeprägte Vergesslichkeit. Diese 

beeinträchtigten die Versicherte mindestens so sehr wie der Steissbein- und 

Rückenschmerz. Nach wie vor sei eine Coccygodynie nach starker direkter Kontusion 

erklärbar. Es sei bekannt, dass Coccygodynien hartnäckig und sehr therapieresistent 

seien. Das erlebte Schmerzmass sei aber nach wie vor nicht rein orthopädisch 

erklärbar. Die Spezialuntersuchungen böten keine ausreichende Erklärung. Die im 

letzten MRT beschriebenen Diskusprotrusionen erklärten die Ausstrahlungen in die 

Beine nicht. Diese seien nach wie vor als pseudoradikulär zu interpretieren. Der 

zusätzliche lumbosakrale Schmerz sei mit der Chondrose L4/5 und mit der muskulären 

Dysbalance/Insuffizienz mit Insertionstendinosen und mit den variablen Schon-/

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Fehlhaltungen zu erklären. Der spondylogene Schmerzanteil sei noch sehr gering und 

es überwiege die muskuläre Schmerzkomponente. Auch die zeitweiligen thorakalen 

Schmerzen seien so zu erklären. Zur Arbeitsfähigkeit der Versicherten hielt die 

Gutachterin fest, die starken Kopfschmerzen und die Vergesslichkeit hätten sehr 

wahrscheinlich mindestens den gleichen, wenn nicht sogar einen höheren Einfluss auf 

die Arbeitsfähigkeit als das orthopädische Problem. Die Berufe im Pflegebereich seien 

mit einer ausgeprägten Vergesslichkeit nicht vereinbar. Die Arbeitsfähigkeit müsse eher 

von Seiten des Neurologen und des Psychiaters beurteilt werden. Sie wäre nicht 

erstaunt, wenn schliesslich eine vollständige Arbeitsunfähigkeit resultieren würde.

D.       

Der Berufsberater der IV-Stelle hielt am 6. April 2005 fest, die Versicherte habe zu 

verstehen gegeben, dass sie keiner Arbeit nachgehen könne. Da unter dieser 

Voraussetzung keine erfolgreiche berufliche Massnahme möglich sei, müsse eine klare 

Ausgangsbasis geschaffen werden. Dazu sei als erster Teilschritt die Rentenfrage zu 

beantworten. Mit einer Verfügung vom 22. April 2005 wies die IV-Stelle das Gesuch um 

berufliche Massnahmen ab. Am 11. Juni 2007 beauftragte die IV-Stelle das Ärztliche 

Begutachtungsinstitut ABI mit einer interdisziplinären Abklärung. Der Rechtsvertreter 

der Versicherten stellte am 13. Juni 2007 verschiedene Zusatzfragen, die von der IV-

Stelle am 18. Juni 2007 an das ABI weitergeleitet wurden. Dr. med. F.___ berichtete 

dem Hausarzt Dr. med. A.___ am 5. Januar 2008, die Versicherte leide an einer 

Anpassungsstörung mit gemischter Störung von Gefühl und Sozialverhalten (ICD-10 

F43.25), an einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) und an 

einer Persönlichkeit mit narzisstischen, anankastischen und histrionischen Zügen 

(ICD-10 F60.8). Es bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 60%.

D.a   Im Gutachten des ABI vom 5. Februar 2008 wurde berichtet, die psychiatrische 

Untersuchung sei unter Beizug einer Dolmetscherin erfolgt. Die differenziert wirkende 

Versicherte sei bei klarem Bewusstsein und zeitlich, örtlich und autopsychisch voll 

orientiert gewesen. Ihr Gedankengang habe sich formal geordnet, inhaltlich deutlich auf 

das Leiden eingeengt entfaltet. Hinweise auf ein psychotisches Geschehen hätten nicht 

beobachtet werden können. Insbesondere hätten Wahnideen, Halluzinationen oder 

eine Ichstörung gefehlt. Wahrnehmung, Auffassung und Gedächtnis seien klinisch nicht 

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als beeinträchtigt erschienen. Die Versicherte sei in der Lage gewesen, ihre 

Konzentration und Aufmerksamkeit ohne Ermüdungszeichen über die ganze 

Untersuchungsdistanz zu halten. Die Mimik und die Gestik seien deutlich leidend und 

schmerzgeprägt gewesen. Die Versicherte habe sich dysphorisch und weinerlich 

verhalten, aber es habe kein eigentlich niedergedrückter Affekt bestanden. Das 

Kontaktverhalten zur Dolmetscherin sei offen und lebendig gewesen und das Gespräch 

sei flüssig verlaufen. Die Versicherte habe auf alle Fragen eingehen und sie umgehend 

beantworten können. Die Schwingungsfähigkeit sei erhalten gewesen. Es habe keine 

aktive Suizidalität bestanden. Die Versicherte habe sich freundlich und kooperativ 

verhalten. Sie sei auf die Steissbeinschmerzen fixiert gewesen. Die Versicherte habe 

das typische Bild einer chronischen Schmerzstörung mit Reizbarkeit, 

Unkonzentriertheit, Schlafstörung, Hoffnungslosigkeit und Stimmungslabilität gezeigt. 

Es habe nur eine Schmerzverarbeitungsstörung mit Symptomausweitung diagnostiziert 

werden können. Zudem habe keine Komorbidität, weder eine depressive Störung noch 

ein anderer psychopathologischer Befund, bestanden. Die Versicherte zeige nach wie 

vor eine aktive Gestaltung ihres Alltags. Es liege kein eigentliches soziales 

Rückzugsverhalten vor. Die Versicherte stehe auf gutem Fuss mit den Nachbarn und 

den Familienmitgliedern, sie habe Kontakt zu ihrem Bruder in der Schweiz und sie 

besuche regelmässig ihre Mutter und ihre Schwester in Bosnien. Vom Bosnienkrieg sei 

sie nicht tangiert worden. In der Anamnese und der Biographie fehlten psychosozial 

belastende Faktoren. Deshalb könne keine anhaltende somatoforme Schmerzstörung 

diagnostiziert werden. Der gemessene Serumspiegel für Deanxit und Trimin habe unter 

der Nachweisgrenze gelegen, was hinsichtlich der Compliance Fragen aufgeworfen 

habe. Aus der Schmerzverarbeitungsstörung ohne begleitende Komorbidität habe sich 

keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ergeben. Eine Willensanstrengung in diesem 

Sinn habe der Versicherten nämlich zugemutet werden können. Die Versicherte sei in 

ihrer angestammten und in jeder möglichen Verweistätigkeit voll belastbar. Die von Dr. 

med. E.___ im Gutachten vom 10. Mai 2000 gestellten Diagnosen hätten nicht bestätigt 

werden können. Auch die von Dr. med. D.___ im Gutachten vom 23. Juli 2004 

angegebenen Diagnosen seien nicht nachvollziehbar gewesen. Es sei zwar zu 

verstehen gewesen, was Dr. med. D.___ mit der phobischen Fixierung auf die 

Schmerzen gemeint habe, aber eine solche Diagnose sei im ICD-10 nicht vorgesehen. 

Wegen der massiven Überlagerung der Persönlichkeit durch die Schmerzen habe sich 

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die Diagnose einer kombinierten Persönlichkeitsstörung nicht nachvollziehen lassen, 

denn die Schmerzüberlagerung verhindere eine Persönlichkeitsdiagnostik. Im 

Schreiben von Dr. med. F.___ vom 5. Januar 2008 sei ein Zustandsbild geschildert 

worden, das in etwa den Beobachtungen anlässlich der aktuellen Untersuchung 

entsprochen habe. Die diagnostischen Schlussfolgerungen von Dr. med. F.___ seien 

aber nicht folgerichtig gewesen. Deshalb könne die von Dr. med. F.___ angegebene 

Arbeitsunfähigkeit von 60% nicht bestätigt werden.

D.b   Der orthopädische Gutachter des ABI führte aus, der gesamte orthopädische 

Status sei weitgehend unauffällig mit einer lediglich spontan geäusserten Druckdolenz 

im lumbosakralen Übergangsbereich und sakrokokzygeal gewesen. Die Beweglichkeit 

des gesamten Rumpfes und aller Extremitäten sei nicht eingeschränkt und nicht von 

Schmerzangaben begleitet gewesen. Auch die Kraftentfaltung habe sich nach 

entsprechendem Gegendruck des Untersuchers auf ein normales Mass mit 

symmetrischer Ausprägung steigern lassen. Die MRT der lumbalen Wirbelsäule hätten 

leichte Diskusalterationen L4/5 und L5/S1 gezeigt, die die neuralen Strukturen aber 

nicht wesentlich beeinträchtigt hätten, was gut zum klinischen Befund gepasst habe. 

Die degenerativen Veränderungen der Zwischenwirbelgelenke seien nur gering 

ausgeprägt gewesen und Hinweise auf posttraumatische Veränderungen hätten 

gefehlt. Die angegebenen Beschwerden hätten sich somit kaum objektivieren lassen. 

Es hätten lediglich leichte degenerative Veränderungen im lumbosakralen 

Übergangsbereich bestanden, die die von der Versicherten angegebene ausgeprägte, 

seit Jahren bestehende Schmerzproblematik nicht zu erklären vermocht hätten. In 

Anbetracht der wenig präzisen Schilderung der Schmerzlokalisation und der nahezu 

vollständigen Therapieresistenz habe davon ausgegangen werden müssen, dass die 

Ursache der Problematik im Wesentlichen auf nichtorganischer Ebene zu suchen 

gewesen sei. Für körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeiten mit eine Hebe- und 

Traglimite von 15 kg, ohne länger dauernde Zwangshaltungen der unteren LWS habe 

eine zeitlich und leistungsmässig uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit bestanden. Für die 

Tätigkeit als Krankenschwester sei demnach von einer uneingeschränkten 

Arbeitsfähigkeit auszugehen gewesen, was allerdings für den letzten Arbeitsplatz nicht 

zutreffend gewesen sei, weil die Versicherte dort gelegentlich übermässig körperlich 

belastet gewesen wäre. Dr. med. B.___ habe eine Arbeitsunfähigkeit von 50% 

angegeben. Gleichzeitig habe sie darauf hingewiesen, dass sich für die kokzygealen 

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Beschwerden kein klinisches Korrelat habe finden lassen und dass es ungewöhnlich 

sei, wenn sich die Kokzygodynie nicht vorwiegend im Sitzen bemerkbar mache. Weiter 

habe Dr. med. B.___ angegeben, die thorakolumbalen Schmerzen seien vorwiegend 

auf die muskuläre Dysbalance/Insuffizienz zurückzuführen gewesen und die Chondrose 

L4/5 habe als normale Entwicklung angesehen werden können. Angesichts dieser 

Feststellungen von Dr. med. B.___ sei nicht nachvollziehbar gewesen, weshalb sie eine 

Arbeitsunfähigkeit von 50% aus rein orthopädischer Sicht angegeben habe. Die 

Schulthess Klinik habe am 28. August 2006 eine Einschätzung aus orthopädischer 

Sicht abgegeben, die sehr gut mit dem Ergebnis der aktuellen orthopädischen 

Abklärung übereingestimmt habe.

D.c   Der neurologische Gutachter des ABI führte aus, die Versicherte leide laut 

Eigenangaben und gemäss den Akten unter Schmerzen im Kreuz und im 

Steissbeinbereich mit einer Ausstrahlung rechtsbetont bds. in beide Beine seitlich bis 

in die Fersen. Hinzugekommen sei später ein Schmerzpunkt auf der Höhe der mittleren 

BWS. Die Versicherte habe auch Schmerzen im rechten Arm und Kopfweh geltend 

gemacht. Bei der klinischen Untersuchung sei eine S-förmige Torsionsskoliose der 

Wirbelsäule mit einem linksseitigen Schulterhochstand und mit einer lumbal leicht 

linkskonvexen Torsionsskoliose festgestellt worden. Die Beweglichkeit des 

Achsenorgans sei nicht eingeschränkt gewesen. Die paravertebrale Muskulatur habe 

keine Verspannung aufgewiesen. Insbesondere seien lumbal keine Verhärtungen 

festzustellen gewesen. Klinisch hätten Anhaltspunkte für eine radikuläre Reiz- oder 

Ausfallsymptomatik gefehlt. Kernspintomographisch hätten sich im Bereich der LWS 

degenerative Veränderungen in der Form von Dehydratationen der beiden kaudalen 

Bandscheiben gezeigt. Zusätzlich sei ein kleiner Riss im Anulus fibrosus lumbosakral 

zu erkennen gewesen. Auch bildgebend sei keine Wurzelkompression zu erkennen 

gewesen. Deskriptiv habe somit ein chronisches lumbosakrales (und thorakales) 

Schmerzsyndrom mit pseudoradikulärer Irritation in beide Beine rechtsbetont 

vorgelegen. Die angegebenen Beschwerden hätten mit den klinischen und 

neuroradiologischen Befunden nicht erklärt werden können. Es habe eine deutliche 

Diskrepanz bestanden. Die Kopfschmerzen seien phänomenologisch von 

Spannungstyp gewesen. Die Exazerbationen hätten migräniformen Charakter gehabt, 

aber die Diagnose einer Migräne habe nicht gestellt werden können. Die 

Kopfschmerzen seien deshalb im Rahmen der übrigen Schmerzproblematik zu 

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interpretieren gewesen. Aus neurologischer Sicht habe keine Arbeitsunfähigkeit 

bestanden. Arbeiten mit Heben und Tragen von Lasten über 15 kg, in 

Zwangshaltungen oder ohne die Möglichkeit von Positionswechseln seien allerdings 

nicht zu empfehlen gewesen.

D.d   Die Gesamtdiagnose lautete: chronisches panvertebrales Schmerzsyndrom ohne 

radikuläre Symptomatik, akzentuiert lumbosakral und thorakal (breitbasige 

Diskusprotrusionen L4/5 und L5/S1, klinisch und MRtomographisch ohne 

Neurokompression, beginnende Spondylarthrosen der unteren LWS) sowie – ohne 

Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit – Schmerzverarbeitungsstörung nach Unfall, V. a. 

Symptomausweitung und chronisches Spannungstyp-Kopfweh mit migräniformen 

Exazerbationen. Die Gutachter hielten gestützt auf einen multidisziplinären Konsensus 

fest, dass für leichte bis mittelschwere Tätigkeiten mit einer Hebe- und Traglimite von 

15 kg und ohne länger dauernde Zwangshaltungen der unteren Wirbelsäule eine 

zumutbare Arbeitsfähigkeit bestehe. Für Tätigkeiten mit einer darüber hinausgehenden 

Belastung sei eine vollständige Arbeitsunfähigkeit zu attestieren. In der angestammten 

Tätigkeit als Kinderkrankenschwester sei die Versicherte demnach uneingeschränkt 

arbeitsfähig. Am letzten Arbeitsplatz in einem Alters- und Pflegeheim würde es 

gelegentlich zu einer körperlichen Belastung kommen, welche die Limite überschreiten 

würde. Demnach wäre die Versicherte am letzten Arbeitsplatz nur noch einsetzbar, 

wenn sie die Limite nicht überschreiten müsste. Die ermittelte Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit bestehe seit Mitte März 1998.

E.        

Mit einem Vorbescheid vom 25. Juni 2008 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass 

sie beabsichtige, das Leistungsbegehren abzuweisen. Auf eine entsprechende Anfrage 

des Rechtsvertreters der Versicherten gab das ABI am 19. August 2008 an, Dr. med. 

H.___ habe als internistischer Konsiliarius an der Begutachtung mitgewirkt. Die 

Untergutachten seien alle vollständig von A bis Z im Gutachten integriert worden. 

Deshalb hätten alle involvierten Teilgutachter das Gutachten unterschrieben. In der 

Stellungnahme vom 28. August 2008 zum Vorbescheid liess die Versicherte 

einwenden, gemäss den Angaben von Dr med. B.___ bestehe rein orthopädisch eine 

Arbeitsunfähigkeit von mindestens 50%. Aus psychiatrischer Sicht seien früher 

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Arbeitsunfähigkeiten von 50%, von 25% und von 60% angegeben worden. Mit einer 

Verfügung vom 30. Oktober 2008 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren der 

Versicherten ab.

F.       

Die Versicherte liess am 29./30. November 2008 Beschwerde erheben und die 

Zusprache einer ganzen Invalidenrente ab März 1999, eventualiter die Rückweisung an 

die IV-Stelle zur weiteren Abklärung beantragen. Der Beschwerde lag ein Schreiben 

von Dr. med. B.___ an den Rechtsvertreter der Versicherten vom 11. November 2008 

bei. Dr. med. B.___ hatte darin ausgeführt, im Gutachten des ABI sei die Diskrepanz in 

der Arbeitsfähigkeitsschätzung hervorgehoben worden. Tatsächlich habe aber auch 

eine Diskrepanz in den orthopädischen Befunden bestanden. Bei ihrer Untersuchung 

sei es eindeutig zu mehr Schmerzreklamationen als bei der Untersuchung im ABI 

gekommen, sowohl bei der Palpation als auch bei den Bewegungsprüfungen. Der 

Neurologe des ABI habe noch eher einen ähnlichen Befund wie sie erhoben, während 

der Orthopäde des ABI praktisch einen blanden Befund postuliert habe. Auffallend sei 

die immer wechselnde Stand-Haltung gewesen, die mit grösster Wahrscheinlichkeit 

jeweils einer momentanen Schmerz-Ausweichhaltung entsprochen habe. Also schienen 

eben doch effektiv Schmerzen vorhanden zu sein. Die Versicherte habe sich eine 

Sitzhaltung mit Entlastung des Steissbeins angewöhnt. Deshalb fielen die 

Steissbeinschmerzen im Sitzen weniger auf, zumal sie auch weniger beklagt würden. 

Bei einer gezielten Palpation sei immer eine Dolenz vorhanden gewesen. Dass die 

Dolenz nur verbal geäussert und nicht von einer Ausweichbewegung begleitet gewesen 

sei, sei kein Beweis für das Fehlen einer Dolenz. Auch die fehlende Schmerzmimik sei 

kein Beweis. Das Gleiche gelte für das Fehlen radiologischer Veränderungen im 

Coccyxbereich. Die Tätigkeit als Krankenschwester sei keine leichte Arbeit, eine 

Tätigkeit als Pflegerin in einem Altersheim erst recht nicht. Für die Tätigkeit im 

angestammten Beruf bleibe es deshalb bei einer Arbeitsunfähigkeit von 50%. Falls sich 

der klinische Befund tatsächlich so gebessert haben sollte, wie es der Orthopäde des 

ABI beschrieben habe, könnte die Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit 

tatsächlich höher sein. Sie bezweifle aber, dass eine Arbeitsfähigkeit von 100% erreicht 

werden könne. Sie sei erstaunt, dass die Kopfschmerzen nach der Auffassung der 

Gutachter des ABI keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hätten, dass die 

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Vergesslichkeit nicht besonders berücksichtigt worden sei und dass auch die gestörte 

Schmerzverarbeitung keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit haben solle. Der 

Rechtsvertreter der Versicherten machte am 22. Mai 2009 geltend, diese Ausführungen 

von Dr. med. B.___ seien stichhaltig. Deshalb könne allein aus orthopädischer Sicht 

kein Invalideneinkommen von mehr als Fr. 24'896.- angenommen werden. Dr. med. 

B.___ habe nicht als behandelnde Ärztin, sondern als Gutachterin eine 

Arbeitsfähigkeitsschätzung abgegeben. Die psychiatrische Arbeitsfähigkeitsschätzung 

des ABI treffe nicht zu, denn Dr. med. E.___, Dr. med. D.___ und Dr. med. F.___ hätten 

eine Arbeitsunfähigkeit angegeben. Dr. med. E.___ und Dr. med. D.___ hätten ihre 

Einschätzung als unabhängige Gutachter abgegeben. Dr. med. D.___ werde zudem 

regelmässig von der MEDAS Ostschweiz als Gutachter beigezogen. Das zumutbare 

Invalideneinkommen reduziere sich auf Fr. 14'900.-. Das ergebe einen Anspruch auf 

eine ganze Rente ab März 1999. Selbst bei einer Teilarbeitsfähigkeit wäre mit einem 

zusätzlichen Abzug von 25% von einem zumutbaren Invalideneinkommen von lediglich 

Fr. 14'900.- auszugehen.

G.       

Die IV-Stelle beantragte am 6. Juli 2009 die Abweisung der Beschwerde. Sie machte 

insbesondere geltend, es gebe keinen Hinweis darauf, dass die Versicherte durch die 

Gutachter des ABI nicht gründlich genug untersucht worden wäre. Entgegen dem 

"Bericht B.___" seien keine orthopädischen Befunde vorhanden, welche die geltend 

gemachten Beschwerden erklären könnten. Die Ausführungen im "Bericht B.___" seien 

nicht überzeugend, denn es sei vor allem auf die Schmerzäusserungen der 

Versicherten und auf deren Körperhaltung bei der Untersuchung abgestellt worden. Die 

Arbeitsfähigkeit sei jedoch nach objektiven Faktoren zu ermitteln. Aus der dramatisch 

geäusserten Symptomatik könne keine Invalidität abgeleitet werden. Die muskuläre 

Dysbalance und die Dekonditionierung seien nicht invalidisierend und könnten deshalb 

keine Arbeitsunfähigkeit erklären. Die Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. med. E.___ 

sei nicht nachvollziehbar. Dr. med. D.___ habe nicht aufgrund des psychischen, 

sondern aufgrund des somatischen Gesundheitszustandes eine Arbeitsunfähigkeit von 

35% attestiert. Die Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. med. F.___ sei nicht relevant, 

weil per se eine Befangenheitssituation vorliege. Zudem attestiere Dr. med. F.___ 

verwaltungs- und gerichtsnotorisch zu tiefe Arbeitsfähigkeiten. Weil für die Versicherte 

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keine repräsentative Einkommensbasis zur Verfügung stehe, sei der Invaliditätsgrad 

anhand statistischer Durchschnittslöhne von Hilfsarbeiterinnen zu ermitteln. Das 

Validen- und das Invalideneinkommen seien gleich hoch, denn es sei kein zusätzlicher 

Abzug gerechtfertigt, weil die Versicherte auch körperlich mittelschwere Arbeiten 

ausführen könne.

H.       

Am 14. Januar 2010 liess die Versicherte eine Reihe von Arztberichten einreichen. Der 

Neurochirurge Dr. med. G.___ hatte dem Hausarzt Dr. med. A.___ am 18. März 2009 

über eine sakrale epidurale Infiltration berichtet. Dabei hatte er ausgeführt, er habe am 

23. März 2009 telephonisch von der Versicherten erfahren, dass die Schmerzen in den 

Beinen und im Kreuz nachgelassen hätten, dass im Kreuz noch leichtere dumpfe 

Schmerzen bestünden und dass die Versicherte in den Beinen, mit Ausnahme eines 

isolierten Schmerzes in der Ferse, keine Schmerzen mehr habe. Insgesamt sei die 

Versicherte mit dem Effekt der Infiltration zufrieden gewesen. Am 27. Juni 2009 hatte 

Dr. med. G.___ dem Hausarzt berichtet, die Versicherte habe angegeben, nach zwei 

Wochen hätten sich die alten Schmerzen wieder eingestellt. Neu aufgetreten sei eine 

Ausstrahlung an der Vorderseite des rechten Oberschenkels bis zur Kniekappe, 

zeitweise auch in die rechte Seite des Rückens bis in das Hinterhaupt. Die neuen MRI-

Bilder der LWS zeigten keine Veränderung. Sichtbar seien Dehydratationszeichen L4/5 

und L5/S1 mit einer Fehlhaltung. Die Facettengelenke wiesen Veränderungen auf. Es 

bestehe keine Kompression der Nervenstrukturen. Es sei vorgesehen, ab Mitte August 

eine sakrale epidurale Infiltration zu wiederholen. Am 8. November 2009 hatte Dr. med. 

G.___ dem Hausarzt mitgeteilt, der Effekt der zweiten Infiltration sei nicht mehr so 

eindeutig gewesen. Ende September durchgeführte Facettengelenksinfiltrationen 

hätten keine Besserung gebracht. Dr. med. F.___ hatte die Versicherte im 

medizinischen Zentrum Geissberg (Rehabilitationszentrum für Psychosomatik) 

angemeldet.

I.          

Die IV-Stelle verzichtete am 22. Januar 2010 auf eine Duplik.

Erwägungen:

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1.        

Die angefochtene Verfügung trägt zwar die Überschrift "Verfügung: Kein Anspruch auf 

eine Invalidenrente", aber das Verfügungsdispositiv verwendet nicht das Wort 

"Rentenbegehren", sondern das Wort "Leistungsbegehren". Damit wird dem Umstand 

Rechnung getragen, dass neben dem Rentenbegehren auch das Begehren um 

Arbeitsvermittlungsbemühungen abgewiesen wird. In der angefochtenen Verfügung 

wird nämlich ausdrücklich festgehalten, dass das RAV für die Stellenvermittlung 

zuständig sei. Das kann nur so interpretiert werden, dass ausschliesslich das RAV 

zuständig sein soll, weil die Leistungsvoraussetzungen nach Art. 18 Abs. 1 IVG nicht 

erfüllt seien. Die Verfügung vom 30. Oktober 2008 ist also in dem Sinn eine 

"zusammengesetzte" Verfügung, als sie über zwei unabhängig voneinander zu 

prüfende Leistungsbegehren, Rente und Arbeitsvermittlung, entscheidet. Im ersten Teil 

des Beschwerdebegehrens ist zwar von der vollumfänglichen Aufhebung der 

Verfügung die Rede, aber der zweite Teil des Begehrens zeigt, dass damit nur der 

Rententeil der Verfügung gemeint ist. Richtet sich die Beschwerde nur gegen die 

Abweisung des Rentenbegehrens, so ist nur eine allfällige Rentenberechtigung der 

Beschwerdeführerin Gegenstand des Beschwerdeverfahrens. In Bezug auf die 

Abweisung des Begehrens um Arbeitsvermittlung ist die Verfügung vom 30. Oktober 

2008 somit unangefochten in Rechtskraft erwachsen.

2.       

Gemäss Art. 16 ATSG ist das Einkommen, das die versicherte Person nach dem Eintritt 

der Invalidität und nach der Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 

Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung zu setzen zum 

Erwerbseinkommen, das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 

geworden wäre (Valideneinkommen). Die Ermittlung des Validen- und des zumutbaren 

Invalideneinkommens setzt die vorgängige Definition der Validen- und der 

Invalidenkarriere voraus.

2.1    Die Beschwerdeführerin ist gelernte Krankenschwester. Wäre sie nicht krank 

geworden, hätte sie diesen Beruf noch im Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen 

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Verfügung ausgeübt. Es gibt nämlich keine Indizien dafür, dass sich ihre – 

notwendigerweise hypothetische – Validenkarriere anders entwickelt hätte. 

Insbesondere besteht kein Anlass, mit der Beschwerdegegnerin anzunehmen, dass die 

Beschwerdeführerin ohne die Krankheit als Hilfsarbeiterin tätig gewesen wäre. Dass die 

Validenkarriere bis zur altersbedingten Pensionierung durch die Arbeit im Pflegeheim 

bestimmt worden wäre, ist unwahrscheinlich, denn die Beschwerdeführerin wäre mit 

zunehmender Arbeitserfahrung in der Schweiz in der Lage gewesen, eine besser 

entlöhnte Stelle anzunehmen. Die Lage auf dem Arbeitsmarkt für qualifiziertes 

Pflegepersonal war nämlich in der Zeit ab 1998 aus Arbeitnehmersicht günstig. Das 

Valideneinkommen wird deshalb nicht durch den im Arbeitsvertrag mit dem Pflegeheim 

vereinbarten Lohn definiert. Vielmehr ist davon auszugehen, dass die 

Beschwerdeführerin schon bald in der Lage gewesen wäre, eine Stelle als 

Krankenschwester anzunehmen, an der sie einen durchschnittlichen Lohn erzielt hätte. 

Das Valideneinkommen entspricht somit dem durchschnittlichen Lohn einer 

Krankenschwester.

2.2    Die Beschwerdegegnerin ist davon ausgegangen, dass die Beschwerdeführerin 

trotz ihrer Krankheit in der Lage sei, als Krankenschwester zu arbeiten. Demgegenüber 

hat die Beschwerdeführerin sinngemäss die Auffassung vertreten, diese Tätigkeit sei ihr 

nicht mehr zumutbar oder nicht mehr möglich, weil sie einen grossen Teil der in diesem 

Beruf auszuübenden Arbeiten gar nicht mehr, nicht mehr richtig oder nur noch mit einer 

unzumutbaren Anstrengung ausüben könne. Die Beschwerdeführerin hat sich dabei 

insbesondere auf die Ausführungen von Dr. med. B.___ im Schreiben vom 

11. November 2008 an ihren Rechtsvertreter gestützt, in dem Dr. med. B.___ ihre 

früheren Angaben zusammengefasst und gegen die abweichende Beurteilung durch 

die Gutachter des ABI "verteidigt" hat. Dr. med. B.___ hat angenommen, dass die 

Coccygodynie die Beschwerdeführerin bei der Arbeit als Krankenschwester in einem 

erheblich grösseren Ausmass beeinträchtige, als die Gutachter des ABI angenommen 

hätten. Dazu komme, dass die Beschwerdeführerin durch die starken Kopfschmerzen 

und durch die ausgeprägte Vergesslichkeit eher noch mehr beeinträchtigt sei als durch 

das orthopädische Leiden. Dr. med. B.___ ist sinngemäss davon ausgegangen, dass 

die Beschwerdeführerin als Krankenschwester stark eingeschränkt sei, weil dieser 

Beruf hohe Anforderungen an die Konzentrationsfähigkeit, an die intellektuelle 

Leistungsfähigkeit usw. stelle. Diesen Anforderungen sei die Beschwerdeführerin 

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wegen der Kopfschmerzen und wegen der Gedächtnisstörung nicht mehr gewachsen. 

Die neurologische Abklärung durch das ABI hat zwar chronische Kopfschmerzen vom 

Spannungstyp mit migräniformen Exazerbationen ergeben. Der neurologische 

Gutachter hat aber aus dem angegebenen, dauernd vorhandenen Spannungskopfweh 

keine Arbeitsunfähigkeit abgeleitet, offenbar weil die Beschwerdeführerin selbst nicht 

über eine durch das Spannungskopfweh bedingte Beeinträchtigung ihrer 

Arbeitsfähigkeit geklagt hat. Unter diesen Umständen ist mit dem Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass das Kopfweh vom Spannungstyp die 

Beschwerdeführerin bei der Ausübung ihrer Arbeit als Krankenschwester nicht 

beeinträchtigen würde. Dasselbe gilt für die migräniformen Exazerbationen, denn diese 

treten gemäss den Angaben der Beschwerdeführerin gegenüber dem Neurologen des 

ABI im Schnitt nur alle zehn Tage auf und sie können durch Schmerzmittel bekämpft 

werden. Sowohl im psychiatrischen als auch im neurologischen Teilgutachten des ABI 

fehlt jeder Hinweis auf Gedächtnisstörungen, d.h. die Beschwerdeführerin hat nicht 

über derartige Störungen geklagt. Der psychiatrische Gutachter des ABI hat 

angegeben, die Beschwerdeführerin sei in der Lage gewesen, ihre Konzentration und 

ihre Aufmerksamkeit ohne Ermüdungszeichen über die ganze Untersuchungsdistanz zu 

halten. Wäre eine Störung des Gedächtnisses aufgetaucht, hätte der Gutachter das 

sicherlich erwähnt, da es sich dabei um einen wichtigen Punkt in der Anamnese 

gehandelt hätte. Bereits Dr. med. E.___ hat in seinem psychiatrischen Gutachten vom 

10. Mai 2000 festgehalten, dass die Beschwerdeführerin im Bereich Aufmerksamkeit 

und Konzentration nicht beeinträchtigt gewesen sei. Er hat keine Probleme mit der 

Gedächtnisleistung erwähnt. Auch im psychiatrischen Gutachten von Dr. med. D.___ 

vom 23. Juli 2004 fehlt ein Hinweis auf Klagen der Beschwerdeführerin über 

Gedächtnisprobleme. Dasselbe gilt für das Schreiben von Dr. med. F.___ vom 5. 

Januar 2008. Die Behauptung von Dr. med. B.___, die Beschwerdeführerin sei auch 

aufgrund einer Gedächtnisstörung nicht mehr in der Lage, alle Arbeiten zuverlässig 

auszuführen, die zur Tätigkeit einer Krankenschwester gehörten, findet also in den 

übrigen medizinischen Unterlagen keine Stütze. Das zwingt zur Schlussfolgerung, dass 

sich Dr. med. B.___ diesbezüglich vollumfänglich auf die – offenbar mit Überzeugung 

vorgetragenen – Selbstangaben der Beschwerdeführerin abgestützt und in der Folge 

keine anderslautenden Hinweise mehr zur Kenntnis genommen hat. Unter diesen 

Umständen ist eine Voreingenommenheit von Dr. med. B.___ nicht auszuschliessen. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/22

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Sie bewirkt zusammen mit dem fehlenden Nachweis eines beeinträchtigenden 

Ausmasses der Kopfschmerzen und eines relevanten Gedächtnisproblems, dass die 

Aussagen von Dr. med. B.___ zur Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin nicht zu 

überzeugen vermögen. Nichts anderes gilt für die auf die Diagnose einer Coccygodynie 

gestützte Aussage von Dr. med. B.___, die Beschwerdeführerin sei auch körperlich 

nicht mehr in der Lage, alle Arbeiten auszuführen, die von einer Krankenschwester 

verlangt würden. Der orthopädische Gutachter des ABI hat weder bei der bildgebenden 

noch bei der klinischen Untersuchung Gesundheitsbeeinträchtigungen festgestellt, 

welche die von der Beschwerdeführerin angegebenen Beschwerden bestätigt hätten. 

Dem hat Dr. med. B.___ am 11. November 2008 entgegen gehalten, bei ihrer 

Untersuchung sei es bei den Bewegungsprüfungen und den Palpationen zu mehr 

Schmerzreklamationen als bei der Untersuchung durch den Orthopäden des ABI 

gekommen. Das sei darauf zurückzuführen, dass die Beschwerdeführerin sich 

inzwischen eine steissbeinschonende Sitzhaltung angewöhnt habe, wodurch es 

automatisch zu weniger Schmerzäusserungen gekommen sei. Weder das Fehlen von 

Ausweichbewegungen noch das Fehlen einer Schmerzmimik bei den Untersuchungen 

könne beweisen, dass es der Beschwerdeführerin besser gehe. Dasselbe gelte für das 

Fehlen radiologischer Veränderungen im Coccyxbereich. Immerhin habe sich die 

Beschwerdeführerin beim Stehen während der Abklärung durch das ABI immer wieder 

bewegt, was als schmerzausweichendes Manöver zu interpretieren sei. Grundsätzlich 

könnte es tatsächlich so sein, wie Dr. med. B.___ annimmt, nämlich dass die 

Beschwerdeführerin trotz des weitgehenden Fehlens der üblichen Zeichen für 

erhebliche somatische Beschwerden an eben solchen Beschwerden litte, so dass sie 

also nur gegenüber Dr. med. B.___ objektive Angaben zu ihren 

Gesundheitsbeeinträchtigungen gemacht hätte. Effektiv ist dies aber sehr 

unwahrscheinlich, denn die Beschwerdeführerin hatte nicht die geringste Veranlassung, 

sich ausgerechnet gegenüber den Gutachtern des ABI so zusammenzureissen, dass 

praktisch keine somatische Beeinträchtigung mehr zu erkennen war. Viel 

wahrscheinlicher ist, dass die Beschwerdeführerin sich anlässlich der klinischen 

Untersuchungen durch die Gutachter des ABI so gegeben hat, wie sie sich tatsächlich 

gefühlt hat, auch wenn das für die Untersuchung durch Dr. med. B.___ bedeuten 

würde, dass diese Gutachterin ein aggravatorisches Verhalten nicht als solches erkannt 

hätte. Da der massgebende Sachverhalt nur mit dem Beweismass der überwiegenden 

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Wahrscheinlichkeit feststehen muss, ist vorliegend davon auszugehen, dass die 

Einschätzung des orthopädischen Gutachters des ABI die richtige ist. Das bedeutet, 

dass der Beschwerdeführerin eine körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeit mit 

einer Hebe- und Traglimite von 15 kg ohne länger dauernde Zwangshaltung zumutbar 

ist. Die Gutachter des ABI sind davon ausgegangen, dass es Arbeitsplätze für 

Krankenschwestern gebe, an denen diese Limiten nicht überschritten werden müssten, 

ohne dass es dadurch zu einer zusätzlichen Belastung der Arbeitskolleginnen mit den 

körperlich schweren oder mit den körperlich ungeeigneten Tätigkeiten käme. Auch hier 

hat Dr. med. B.___ eine andere Meinung vertreten. Sie ist davon ausgegangen, dass es 

keine Stellen für Krankenschwester gebe, an denen keine schweren Arbeiten und keine 

Arbeiten in Zwangshaltungen erforderlich seien. Sie ist also davon ausgegangen, dass 

eine allfällige Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin nicht mehr im Beruf der 

Krankenschwester verwertet werden könne. Im Normalfall müsste die Frage nach der 

Verwertbarkeit gestützt auf eine zusätzliche berufsberaterische Abklärung beantwortet 

werden, da begutachtende Ärzte in der Regel nicht über das Spektrum an Tätigkeiten 

informiert sind, die in einem bestimmten Beruf erforderlich sind. Im vorliegenden Fall 

kann eine solche Abklärung aber unterbleiben, weil Ärzte aufgrund ihrer 

Zusammenarbeit mit Krankenschwestern wissen, ob es Stellen für Krankenschwestern 

gibt, die den qualitativen Anforderungen der Beschwerdeführerin vollumfänglich 

gerecht werden. Auch hier gilt deshalb wieder, dass den Aussagen der Gutachter des 

ABI und nicht denjenigen von Dr. med. B.___ die erforderliche Überzeugungskraft 

beizumessen ist. Deshalb steht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit fest, dass es der 

Beschwerdeführerin zumutbar ist, weiterhin als Krankenschwester zu arbeiten. Die 

Invalidenkarriere ist deshalb ebenfalls diejenige einer Krankenschwester.

2.3    Zu prüfen bleibt, in welchem Umfang die Beschwerdeführerin als 

Krankenschwester zumutbarerweise noch tätig sein könnte.

2.3.1           Dr. med. B.___ hat im Gutachten vom 17. Oktober 1999 eine 

Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin als Krankenschwester von 50% angegeben. 

Sie hat die Arbeit als Krankenschwester sogar als recht gut adaptiert bezeichnet, 

sofern gewisse Beschränkungen bestünden (keine Lasten über 10 kg usw.). Bei jener 

ersten Begutachtung hat sie die Schmerzangaben der Beschwerdeführerin ohne 

weiteres als objektives Mass der somatischen Beeinträchtigung akzeptiert, obwohl sie 

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diese Angaben nicht allein mit der Kontusion des Steissbeins hat erklären können. Dr. 

med. B.___ hat vermutet, dass als zweite Ursache eine muskuläre Dysbalance in Frage 

komme. Bei der zweiten Begutachtung im Sommer 2004 hat Dr. med. B.___ wieder 

eine Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin im Beruf als Krankenschwester von 50% 

ermittelt, sofern dabei die bereits früher angegebenen Einschränkungen berücksichtigt 

werden könnten. Ursache der geklagten Schmerzen waren immer noch die 

Coccygodynie und die nun als Lumbagoprobleme bezeichneten Rückenbeschwerden. 

Auch dieses Gutachten von Dr. B.___ beruht auf der Annahme, dass die geklagten 

Beschwerden in Art und voller Stärke objektiv vorhanden seien. Dr. med. B.___ hat 

versucht, mit der Diagnosestellung den geklagten Beschwerden gerecht zu werden, 

wie es für einen behandelnden Arzt typisch ist. Als unabhängige Gutachterin wäre es 

aber ihre Aufgabe gewesen, die geklagten Beschwerden – und damit auch die 

subjektive Arbeitsunfähigkeitsüberzeugung – anhand der objektiv nachgewiesenen 

somatischen Beeinträchtigungen auf ihre Plausibilität zu prüfen. Dass für Dr. med. 

B.___ die von der Beschwerdeführerin geschilderten Beschwerden ausschlaggebend 

waren, zeigt die Stellungnahme vom 11. November 2008 zum ABI-Gutachten deutlich. 

Dr. med. B.___ ist dort sogar so weit gegangen, das Ausmass der anlässlich der 

Abklärung durch das ABI geklagten Beschwerden als unzureichend zu qualifizieren und 

zu erklären, weshalb die Beschwerdeführerin nicht alle ihre Beschwerden in vollem 

Ausmass angegeben habe, so dass die Einschätzung der somatischen 

Beeinträchtigung und der daraus resultierenden Arbeitsunfähigkeit durch den 

orthopädischen Gutachter des ABI zu optimistisch ausgefallen sei. Der orthopädische 

Gutachter des ABI hat die Art und die Schwere der Gesundheitsbeeinträchtigung (und 

damit die Arbeitsunfähigkeit) nicht nach den Beschwerdeschilderungen, sondern nach 

den klinisch und bildgebend ermittelten Befunden bestimmt. Dabei hat er festgestellt, 

dass sich nicht alle Beschwerdeschilderungen der Beschwerdeführerin objektiv 

erklären liessen. Die Ursache der Differenzen hat er auf der nichtorganischen Ebene 

vermutet. Seine Einschätzung erweist sich nach dem oben Ausgeführten als 

überzeugender als diejenige von Dr. med. B.___. In somatischer Hinsicht ist die 

Beschwerdeführerin also mit überwiegender Wahrscheinlichkeit in ihrem Beruf als 

Krankenschwester zu 100% arbeitsfähig, wenn sie die nicht mehr zumutbaren 

körperlichen Belastungen vermeiden kann.

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2.3.2           Dr. med. E.___ hat in seinem Gutachten vom 10. Mai 2000 Diagnosen 

gestellt, die der psychiatrische Gutachter das ABI nicht hat nachvollziehen können. In 

der Tat besteht ein deutliches Ungleichgewicht zwischen den gegenüber Dr. med. 

E.___ geschilderten, eher leichten psychischen Beeinträchtigungen und den von Dr. 

med. E.___ gestellten Diagnosen, die einer massiven Beeinträchtigung entsprechen. 

Hinzu kommt, dass bei der Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. med. E.___ nicht klar ist, 

ob sie eine Gesamteinschätzung unter Einschluss der von Dr. med. B.___ angegebenen 

Arbeitsunfähigkeit ist oder ob Dr. med. E.___ aus psychiatrischer Sicht allein eine 

Arbeitsunfähigkeit von 50% angenommen hat. Dieses Gutachten vermag deshalb keine 

Zweifel an der Richtigkeit des psychiatrischen Gutachtens des ABI zu wecken. 

Dasselbe gilt für das Gutachten von Dr. med. D.___ vom 23. Juli 2004. Das ist zum 

einen darauf zurückzuführen, dass Dr med. D.___ die Tochter der Beschwerdeführerin 

als Dolmetscherin eingesetzt hat und damit Gefahr gelaufen ist, auf seine Fragen nicht 

die Antworten der Beschwerdeführerin, sondern die persönliche Ansicht der Tochter zu 

hören. Dass die Tochter der Beschwerdeführerin emotional stark beteiligt war, lässt 

sich insbesondere daran erkennen, dass sie bei der Frage nach der ehelichen 

Beziehung der Beschwerdeführerin selbst in Tränen ausgebrochen ist. Dr. med. D.___ 

hat denn auch darauf hingewiesen, dass die Tochter nicht alles übersetzt, sondern 

zumeist stark zusammengefasst habe. Dabei handelt es sich um einen eklatanten 

formalen Fehler, der für sich allein schon genügt, um dem Gutachten jede 

Überzeugungskraft abzusprechen. Zum anderen krankt das Gutachten von Dr. med. 

D.___ daran, dass die Arbeitsfähigkeitsschätzung nicht aus rein psychiatrischer Sicht 

abgegeben worden ist. Dr. med. D.___ hat eine Gesamtschätzung unter Einbezug der 

von Dr. med. B.___ angegebenen Arbeitsunfähigkeit vorgenommen. Er hat eine 

Arbeitsunfähigkeit von 25% aufgrund des Schmerzvermeidungsverhaltens und der 

Notwendigkeit spontaner Haltungswechsel angegeben, was offenkundig nicht 

psychisch bedingt gewesen ist. Er hat aber auch angegeben, dass weder auf der 

psychisch-geistigen Ebene noch im sozialen Bereich eine wesentliche 

Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit zu eruieren gewesen sei. Auch das Gutachten 

von Dr. med. D.___ vermag also keine Zweifel an der Richtigkeit der 

Arbeitsfähigkeitsschätzung im psychiatrischen Teil des ABI-Gutachtens zu wecken. 

Erst recht muss das für den Bericht von Dr. med. F.___ vom 5. Januar 2008 gelten. Die 

ausgeprägt therapeutische Haltung von Dr. med. F.___ bei der Abgabe von 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 21/22

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Arbeitsfähigkeitsschätzungen ist nämlich tatsächlich notorisch. Bei Dr. med. F.___ 

haben erfahrungsgemäss all jene Umstände besonderes Gewicht, die behandelnde 

Ärzte daran hindern, objektive Arbeitsfähigkeitsschätzungen abzugeben. 

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die abweichenden psychiatrischen 

Meinungsäusserungen nicht geeignet sind, die Überzeugungskraft der 

Arbeitsfähigkeitsschätzung im psychiatrischen Teil des ABI-Gutachtens zu erschüttern. 

Der psychiatrische Gutachter hat nachvollziehbar erläutert, dass die 

Beschwerdeführerin über jene Willenskraft verfüge, die erforderlich sei, um die 

subjektive Arbeitsunfähigkeitsüberzeugung zu überwinden. Das psychiatrische 

Teilgutachten weist keine Mängel auf, so dass es volle Überzeugungskraft entfaltet. Es 

steht deshalb mit überwiegender Wahrscheinlichkeit fest, dass die Beschwerdeführerin 

durch die Beeinträchtigung ihrer psychischen Gesundheit nicht in ihrer Arbeitsfähigkeit 

als Krankenschwester eingeschränkt ist.

2.4    Die Beschwerdegegnerin hat mittels des Gutachtens des ABI vom 5. Februar 

2008 mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

nachgewiesen, dass die Beschwerdeführerin seit dem Ablauf des sogenannten 

Wartejahres in einer adaptierten Tätigkeit als Krankenschwester durchgehend zu 100% 

arbeitsfähig gewesen ist. Da es keinen statistischen Nachweis dafür gibt, dass eine 

adaptierte Tätigkeit als Krankenschwester schlechter entlöhnt würde als eine ganz 

normale Tätigkeit als Krankenschwester, ist von einem zumutbaren 

Invalideneinkommen im Betrag des Valideneinkommens auszugehen, m.a.W. es 

besteht keine Invalidität. Die Beschwerdegegnerin hat deshalb zu Recht einen 

Rentenanspruch der Beschwerdeführerin verneint.

3.       Entsprechend den vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen. 

Da die Beschwerdeführerin vollumfänglich unterliegt, ist ihr Gesuch um eine 

Parteientschädigung zulasten der Beschwerdegegnerin abzuweisen. Das 

Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Gerichtsgebühr richtet sich nach dem 

Verfahrensaufwand (Art. 69 Abs. 1  IVG). Dieser ist vorliegend als durchschnittlich 

einzustufen, so dass praxisgemäss eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.- zu erheben ist. 

Diese Gerichtsgebühr ist durch den von der Beschwerdeführerin in gleicher Höhe 

geleisteten Vorschuss gedeckt.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

bis

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 22/22

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im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

entschieden:

1.       Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.       Die Beschwerdeführerin hat eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.- zu bezahlen; diese 

Gebühr ist durch den in gleicher Höhe geleisteten Vorschuss gedeckt.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 23.08.2010
	Art. 8 ATSG, Art. 16 ATSG. Invaliditätsbemessung mittels Einkommensvergleich (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 23. August 2010, IV2008/499).

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