# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** feb48fb1-a28b-5618-a151-f5bd15099bf0
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-10-10
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 10.10.2008 E-2681/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-2681-2008_2008-10-10.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-2681/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 0 .  O k t o b e r  2 0 0 8

Einzelrichter Markus König, 
mit Zustimmung von Richter Maurice Brodard;
Gerichtsschreiber Urs David.

A._______, geboren _______,
Angola,
_______,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung; 
BFM-Verfügung vom 26. März 2008 / N_______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-2681/2008

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass  der  Beschwerdeführer  seine  Heimat  eigenen  Angaben  zufolge 
am 8. September 2006 verliess und am 11. September 2006 illegal in 
die Schweiz einreiste, wo er gleichentags um Asyl nachsuchte,

dass er am 15. September 2006 im Empfangs- und Verfahrenszentrum 
Vallorbe summarisch, am 18. Oktober 2006 durch B._______, dem er 
für den Aufenthalt während des Asylverfahrens zugeteilt  worden war, 
einlässlich  und  am  25.  März  2008   durch  das  BFM  ergänzend  zu 
seinen Asylgründen befragt wurde,

dass er dabei im Wesentlichen geltend machte, er sei 1985 mit seiner 
Familie von Cabinda nach Luanda gezogen, wo er die Schule absol-
viert habe und ab 2001 als Händler tätig gewesen sei,

dass er 2006 Mitglied der "Frente para a Libertação do Enclave de Ca-
binda" (FLEC) geworden sei und am 28. Juli 2006 an einer Parteiver-
sammlung teilgenommen habe, bei der es zu Ausschreitungen gekom-
men sei,

dass er einige Tage nach diesem Ereignis auf einen Polizeiposten ver-
bracht und dort verhört und misshandelt worden sei, 

dass er nach vier Tagen aufgrund seiner Verletzungen in Spitalpflege 
gebracht worden sei, von wo aus ihm mit Hilfe seiner Freundin und ei-
nes befreundeten Kommandanten die Flucht aus dem Gewahrsam ge-
lungen sei,

dass er später vom einen Cousin seiner Freundin erfahren habe, dass 
diese und ihre ganze Familie festgenommen worden sei, 

dass der befreundete Kommandant ihm mitgeteilt habe, dass nach ihm 
gefahndet werde,

dass das BFM das Asylgesuch des Beschwerdeführers mit Verfügung 
vom 26. März 2008 – eröffnet am 28. März 2008 – unter Hinweis auf 
die Unglaubhaftigkeit seiner Asylgründe ablehnte und die Wegweisung 
aus der Schweiz sowie den Vollzug anordnete,

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 26. April 2008 gegen die-
sen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhob und 

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dabei  sinngemäss  die  Aufhebung  der  Verfügung  des  BFM  und  die 
Asylgewährung, eventuell die Feststellung der Undurchführbarkeit des 
Wegweisungsvollzugs  und  die  Anordnung  der  vorläufigen  Aufnahme 
beantragte,

dass  der  Beschwerdeführer  in  prozessualer  Hinsicht  unter  anderem 
den Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses sowie die un-
entgeltliche Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1  des Bundesge-
setzes  vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren 
(VwVG, SR 172.021) beantragte,

dass mit Zwischenverfügung des Instruktionsrichters vom 22. Mai 2008 
diese Gesuche abgewiesen wurden und dem Beschwerdeführer Frist 
zur Bezahlung des Kostenvorschusses eingeräumt wurde,

dass  der  Beschwerdeführer  den  Kostenvorschuss  innert  dieser  Frist 
leistete,

und das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden ge-
gen Verfügungen (Art. 5  VwVG) des BFM entscheidet (Art. 105 AsylG 
i.V.m.  Art. 31-34 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
[VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes 
vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung berührt 
ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungswei-
se  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legiti-
miert ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass somit auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ein-
zutreten ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 50 und 52 VwVG),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterli-
cher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  bezie-

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hungsweise einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e 
AsylG) und es sich vorliegend,  wie nachfolgend aufgezeigt,  um eine 
solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu 
begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrif-
tenwechsel verzichtet wurde,

dass  die  Schweiz  Flüchtlingen  grundsätzlich  Asyl  gewährt  (Art. 2 
Abs. 1  AsylG),  wobei  als  Flüchtling  eine  ausländische  Person  aner-
kannt wird, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie 
zuletzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität,  Zugehörig-
keit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen 
Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete 
Furcht  hat,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu  werden  (Art. 3  Abs. 1 
AsylG),

dass die Flüchtlingseigenschaft nachgewiesen oder zumindest glaub-
haft gemacht werden muss (Art. 7 AsylG),

dass die Flüchtlingseigenschaft  glaubhaft  gemacht ist,  wenn die Be-
hörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-
geben hält und Vorbringen insbesondere dann unglaubhaft sind, wenn 
sie  in  wesentlichen Punkten zu wenig begründet  oder  in sich wider-
sprüchlich  sind,  den  Tatsachen  nicht  entsprechen  oder  massgeblich 
auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden,

dass das BFM in der angefochtenen Verfügung ausführlich und über-
zeugend dargelegt hat, weshalb die Vorbringen des Beschwerdeführer 
als im Wesentlichen unglaubhaft zu qualifizieren seien,

dass die angefochtene Verfügung nach Durchsicht der Akten als zu-
treffend und praxiskonform zu bestätigen ist,

dass es dem Beschwerdeführer offensichtlich nicht gelingt, die klaren 
vom  BFM  hervorgehobenen  Unglaubhaftigkeitsmerkmale  in  seinem 
Rechtsmittel plausibel zu erklären, und seine Ausführungen insgesamt 
den Eindruck einer (phantasievollen) nachträglichen Anpassung seiner 
Sachverhaltsdarstellung  an  die  festgestellten  Ungereimtheiten  er-
weckt,

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dass  die  Asylvorbringen  auch  nach  Auffassung  des  Bundesverwal-
tungsgerichts  als  widersprüchlich,  unsubstanziiert  und   lebensfremd 
qualifiziert  werden müssen und zur Vermeidung unnötiger Wiederho-
lungen im Übrigen auf die Erwägungen der Instruktionsverfügung vom 
22. Mai 2008 verwiesen werden kann,

dass es dem Beschwerdeführer somit nicht gelingt, die Flüchtlingsei-
genschaft  nachzuweisen oder  zumindest  glaubhaft  zu machen,  wes-
halb das Bundesamt das Asylgesuch zu Recht abgelehnt hat,

dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge 
hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend der Kanton keine Aufenthaltsbe-
willigung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung einer sol-
chen besteht  (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der  Schweizeri-
schen Asylrekurskommission [EMARK] 2001 Nr. 21), weshalb die ver-
fügte  Wegweisung  im  Einklang  mit  den  gesetzlichen  Bestimmungen 
steht und demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzli-
chen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern re-
gelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar 
oder nicht möglich ist  (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bun-
desgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]), 

dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrechtli-
che  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin 
oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK, 
SR 0.142.30]),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig 
ist, da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich 

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erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, wes-
halb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen 
Non-Refoulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet 
und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung 
ersichtlich sind, die im Heimat- oder Herkunftsstaat droht,

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumut-
bar erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizini-
scher Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass weder die allgemeine Lage im Heimat- bzw. Herkunftsstaat des 
Beschwerdeführers noch individuelle Gründe gegen die Zumutbarkeit 
des Wegweisungsvollzugs des aus Luanda stammenden Beschwerde-
führers  sprechen,  dem  es  aufgrund  seiner  beruflichen  Erfahrungen 
und seines sozialen und familiären Hintergrunds möglich und zuzumu-
ten ist, sich wieder dort niederzulassen,

dass der Beschwerdeführer bei seinen Anhörungen zwar diffuse medi-
zinische Probleme angesprochen hatte, bei der kantonalen Anhörung 
aber ausführte, es gehe ihm gesundheitlich wieder sehr gut (vgl. Pro-
tokoll S. 19),

dass sich aus den Akten nach dem Gesagten keine Hinweise für die 
Annahme ergeben,  der  Beschwerdeführer geriete nach seiner Rück-
kehr in das Heimatland aus individuellen Gründen wirtschaftlicher, so-
zialer oder gesundheitlicher Art in eine existenzbedrohende Situation, 
weshalb der Vollzug der Wegweisung zumutbar ist,

dass der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers in den Hei-
matstaat schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse beste-
hen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es dem Beschwerdeführer obliegt, erfor-
derlichenfalls  bei  der  Beschaffung gültiger  Reisepapiere  mitzuwirken 
(Art. 8 Abs. 4 AsylG),

dass der Wegweisungsvollzug somit als zulässig, zumutbar und mög-
lich im Sinne von Art. 83 Abs. 1-4 AuG zu qualifizieren und zu bestäti-
gen ist,

dass es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist darzutun, inwiefern 
die angefochtene Verfügung Bundesrecht  verletzt,  den rechtserhebli-

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chen Sachverhalt  unrichtig oder unvollständig feststellt  oder unange-
messen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen ist, 

dass  bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von Fr. 600.-- 
(Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2])  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  (Art. 63  Abs. 1 
VwVG) und mit dem am 5. Juni 2008 in gleicher Höhe geleisteten Kos-
tenvorschuss beglichen sind.

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr.  600.--  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt  und mit  dem in gleicher Höhe  geleisteten Kostenvorschuss 
verrechnet.

3.
Dieses Urteil geht an:

- den Beschwerdeführer (Einschreiben)
- das BFM, Abteilung Aufenthalt und Rückkehrförderung, mit den Ak-

ten Ref.-Nr. N_______ (per Kurier; in Kopie)
- B._______ (in Kopie)

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Markus König Urs David

Versand:

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