# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ca78ab15-b692-5ba0-bf81-64ec7bc63b66
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-10-17
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 17.10.2023 S 2022 116
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2022-116_2023-10-17.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 22 116

2. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz Zanolari Hasse

RichterIn von Salis und Righetti

Aktuar Gross

URTEIL

vom 17. Oktober 2023

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____, 

Beschwerdeführerin

gegen

B._____ AG, 

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Martin Schmid, 

Beschwerdegegnerin

betreffend Versicherungsleistungen nach UVG

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I. Sachverhalt:

1. A._____, Jahrgang 1974, wohnhaft in C._____, ist als Malzeitenfahrerin beim 

D._____ angestellt und über ihren Arbeitgeber obligatorisch bei der B._____ 

AG (fortan B._____) gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen 

versichert. Gemäss Schadenmeldung des Arbeitgebers vom 26. Juli 2021 

klemmte sich A._____ am 18. Juli 2021 um ca. 11.00 Uhr (Schadendatum 

unpräzis) beim Aufstehen aus einer knienden Position den Meniskus ein (Bg-

act. C.1 S. 1). 

Zuvor hatte A._____ bereits im Jahr 2007 in Argentinien eine mediale 

Meniskusläsion des rechten Knies erlitten (Bg-act. C.1 S. 51) und es erfolgte 

damals operativ eine (Teil-)Meniskektomie. 

2.1. Im Notfallbericht vom 19. Juli 2021 (Bg-act. C.1 S. 13) wurde die Diagnose 

gestellt: "Meniskusriss, akut, Folgen einer Luxation, Verstauchung oder 

Zerrung der unteren Extremität". Anamnestisch wurde unter anderem eine 

Meniskektomie Knie rechts ca. 2005 festgestellt. Des Weiteren wurde 

festgehalten, die Knieschmerzen rechts bestünden bereits seit zwei 

Monaten. Bildgebend wurde mittels Röntgenaufnahmen festgestellt: 

- Keine Frakturen ersichtlich, Gelenksspaltverschmälerung medial. 

- MRT nativ vom 19. Juli 2021 mit Beurteilung: "Verschmälerter 

Innenmeniskus vom Hinterhorn bis zum Vorderhorn bei Status nach 

partieller Meniskektomie. Kein frischer Meniskusriss. Keine auffälligen 

Arthrosezeichen. Unspezifischer z.B. reaktiver Gelenkserguss. Keine 

frische ossäre Läsion".

Die (Gesamt-/Schluss-)Beurteilung lautete: "Verdacht auf atraumatische 

Meniskusläsion bei Status nach Meniskektomie und schleichend 

progredienten Knieschmerzen. AUF 100% vom 19.7.2021 bis 01.08.2021".

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2.2. Aufgrund mehrerer Episoden spontaner Schwellungen (siehe Meldung vom 

25. April 2022 [Bg-act. C.1 S. 35]) wurde am 7. März 2022 erneut eine MRT-

Untersuchung des rechten Kniegelenkes durchgeführt (Bg-act. C.1 S. 31). Im 

Bericht von Dr. med. E._____ steht dazu die Beurteilung: "Meniskokapsuläre 

Separation des Innenmeniskushinterhorns und Nachweis zweier schräg 

horizontaler, bis zur freien Gelenk Unterfläche verlaufende Riss im 

Innenmeniskushinterhorn".

2.3. Im Untersuchungsbericht von Dr. med. F._____ vom 8. April 2022 wurde 

erkannt: "Verdacht auf degenerative mediale Meniskusläsion rechts".

Im Ergänzungsbericht vom 19. April 2022 erwog derselbe Arzt: Es zeige sich 

eine Rissbildung des medialen Meniskus, die über das normale Mass der 

degenerativen Risse hinausgehe, sodass im Verlauf eine Kniearthroskopie 

erforderlich sein werde. Aktuell sei die Patientin allerdings vollkommen 

beschwerdefrei, sodass mit ihr vereinbart worden sei, dass sie sich 

selbstständig meldet, sobald sie erneut Beschwerden und Schmerzen hat 

und dann die Kniearthroskopie mit medialer Teilmeniskektomie geplant 

werden könne.

2.4. Zur Prüfung des Kausalzusammenhangs zwischen dem Ereignis vom 18. Juli 

2021 und den Schmerzen im rechten Knie holte die B._____ beim 

Versicherungsmediziner Dr. med. G._____, Facharzt für Orthopädische 

Chirurgie und Traumatologie, einen Aktenbericht ein. Dieser hielt in seiner 

Beurteilung vom 21. Juni 2022 fest (Bg-act. C.1 S. 59 ff.): "Es liegt ein 

früherer Gesundheitszustand vor. Er ist definiert durch eine mediale 

Meniskusläsion bzw. Meniskektomie des rechten Knies im Jahre 2006. 

Darüber hinaus spricht die klinische Untersuchung für ein diskretes Genu 

varum, also eine mechanische Überlastung des inneren Kompartiments des 

rechten Knies. Diese beiden Elemente führen seit dem Ereignis im Jahr 2006 

zu einer progressiven posttraumatischen Degeneration des inneren 

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Kompartiments des rechten Knies. Die Röntgenaufnahme vom 19.07.21 

zeigt bereits eine Verschmälerung des inneren Gelenkspalts des rechten 

Knies. Dies bedeutet, dass der posttraumatische degenerative arthrotische 

Prozess, der in einem natürlichen kausalen Zusammenhang mit dem 

Ereignis des Jahres 2006 steht, begonnen hat. […] Dieser frühere 

Gesundheitszustand wird durch das Ereignis vom 18.07.2021 weder 

verändert noch verschlimmert. Es handelt sich nur um einen von mehreren 

Arthrose-Schüben im rechten Knie. [...] Das Ereignis vom 18.07.21 wird 

daher durch einen Schub der rechten Gonarthrose bei Hockstellung 

definiert". Gestützt auf diese Überlegungen kommt der beratende Arzt zum 

Schluss, dass der Unfallbegriff nicht erfüllt sei. Seines Erachtens liege eine 

beginnende posttraumatische Gonarthrose des medialen Kompartiments des 

rechten Knies, nach einer medialen Meniskusläsion im Jahre 2006 [recte: 

2007] und Teilmeniskektomie im selben Jahr, vor. Ein natürlicher 

Kausalzusammenhang zwischen dem Ereignis vom 18. Juli 2021 und den 

Beschwerden liege nicht vor.

3. Mit Verfügung vom 12. Juli 2022 (Bg-act. C.1 S. 66 f.) hielt die B._____ 

gestützt auf den Aktenbericht von Dr. med. G._____ an ihrer formlosen 

Ablehnung der Leistungspflicht vom 1. Juli 2022 (Bg-act. C.1 S. 62 f.) fest 

und verwies A._____ an die obligatorische Krankenversicherung. 

Begründend führte die B._____ im Wesentlichen aus, es handle sich im 

konkreten Fall nicht um ein Unfallereignis und es liege keine Listenverletzung 

vor. Vielmehr handle es sich um eine beginnende posttraumatische 

Gonarthrose des medialen Kompartiments im rechten Knie, welche bereits 

zwei Monate vor dem Ereignis vom 18. Juli 2021 Schmerzen verursachten. 

Die Beschwerden seien mit überwiegender Wahrscheinlichkeit kausal zum 

Ereignis vom Jahr 2006 [recte: 2007]. 

4. Gegen diese Verfügung liess A._____ am 26. Juli 2022 (Bg-act. C.1 S. 71) 

vorsorglich zur Wahrung der Frist Einsprache erheben, woraufhin die 

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B._____ eine Frist bis 14. September 2022 zur Ergänzung der Einsprache 

setzte (Bg-act. C.1 S. 74). Am 15. August 2022 (Datum Poststempel) reichte 

A._____ ihre Einsprache (Bg-act. C.1 S. 77) ein. Sie machte im Wesentlichen 

geltend, der Bericht von Dr. med. G._____ enthalte Falschinformationen 

sowie Unwahrheiten und sie habe darüber hinaus nie persönlichen Kontakt 

mit dem Gutachter gehabt. Zusätzlich verlangte sie Einsicht in die Akten.

5. Mit Einspracheentscheid vom 4. Oktober 2022 (Bf-act. B.1 = Bg-act. C.3) 

wies die B._____ die Einsprache von A._____ ab und bestätigte ihre 

Ausführungen gemäss Verfügung vom 12. Juli 2022. Ergänzend führte sie 

aus, auf den schlüssigen und zuverlässigen Bericht des 

Versicherungsmediziners könne abgestellt werden, da dieser 

nachvollziehbar sei und mit den medizinischen Akten korreliere.

6. Dagegen erhob A._____ (fortan Beschwerdeführerin) am 31. Oktober 2022 

(Datum Poststempel) Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons 

Graubünden und beantragte implizit die Aufhebung des angefochtenen 

Einspracheentscheids sowie die Zusprechung der Leistungen gemäss 

Unfallversicherungsgesetz (UVG). Begründend führte sie an, als 

alleinerziehende Mutter einer 11-jährigen Tochter hätte sie aufgrund ihrer 

finanziellen Verhältnisse sowie der Franchise von CHF 2'500.00 auf gar 

keinen Fall mehrere Physiotherapieserien, MRT oder weitere MRI gemacht, 

wenn sie vorher gewusst hätte, dass nach der Unfallmeldung die 

Unfallversicherung nicht bezahlen würde. Somit habe sie keine Möglichkeit 

gehabt, die Franchise per 2021 zu senken. Weiter enthielten die in den Akten 

liegenden ärztlichen Berichte Unklarheiten und Aussagen, die sie so nicht 

gesagt habe. Sinngemäss machte sie schliesslich eine Verletzung des 

rechtlichen Gehörs geltend, da sie nie um ihren Standpunkt erfragt worden 

sei, obwohl sie in ihrer Einsprache darauf hingewiesen habe. Gleichzeitig 

reichte die Beschwerdeführerin ein Gesuch um unentgeltliche 

Prozessführung ein (act. E.1).

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7. In ihrer Beschwerdeantwort vom 22. November 2022 beantragte die B._____ 

(fortan Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde, unter 

gesetzlicher Kosten- und Entschädigungsfolge. Begründend führte sie im 

Wesentlichen das im Einspracheentscheid Gesagte an. 

8. Am 1. Dezember 2022 (Datum Poststempel) ergänzte die 

Beschwerdeführerin replicando ihre bereits sinngemäss geltend gemachten 

Rechtsbegehren wie folgt: "Übernahme der Unfallkosten durch die B._____ 

sowie der Anwalts- und Gerichtskosten". Ergänzend zu ihren bisherigen 

Ausführungen in ihrer Beschwerde brachte sie vor, sie habe den Ärzten 

erklärt, dass sie in den letzten zwei Monaten vor dem gemeldeten Unfall zwei 

Mal einen starken Schlag im Knie erlitten habe; das erste Mal beim Tanzen, 

während einer schnellen Drehbewegung; das zweite Mal bei der 

Gartenarbeit, als sie eine schwere Kiste gehoben habe und loslaufen wollte, 

wobei sie mit dem Fuss in einer Wurzel hängen geblieben sei und dabei eine 

unkontrollierte Drehbewegung gemacht habe. Beide Male sei sie vom 

erlittenen starken Schlag im Knie zu Boden gefallen. Da sie ausser im 

Moment des Schlages sowie ein paar Stunden danach keine weiteren 

Schmerzen verspürt habe, sei sie nicht zum Arzt gegangen, um Kosten und 

Aufwand zu sparen. Gegebenenfalls wäre der Hergang wohl als Unfall 

eingestuft worden. Des Weiteren würde die Beurteilung von Dr. med. 

G._____, wonach der frühere Gesundheitszustand sich weder verändert 

noch verschlimmert habe, sondern dass es sich um einen von mehreren 

Arthroseschüben handle, mit dem MRI-Bericht vom 19. Juli 2021 im 

Widerspruch stehen, wonach keine auffälligen Arthrosezeichen bestünden. 

Anlässlich des MRI im März 2022, nachdem die Beschwerdeführerin im 

Februar 2022 bei einer unkontrollierten Drehbewegung einen akuten 

Schmerz verspürt habe, seien dann auch mehrere Risse im Meniskus 

festgestellt worden. Gemäss Bericht von Dr. med. F._____ vom 19. April 

2022 gingen diese Rissbildungen des medialen Meniskus über das normale 

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Mass der degenerativen Risse hinaus. Schliesslich machte die 

Beschwerdeführerin weitere Ausführungen zu ihrer finanziellen Situation und 

wiederholte, dass sie, wenn sie gewusst hätte, dass die Unfallversicherung 

nicht aufkommen würde, nicht zum Arzt gegangen wäre. 

9. Am 14. Dezember 2022 hielt die Beschwerdegegnerin duplicando an ihren 

Rechtsbegehren fest und führte ergänzend aus, die Beschwerdeführerin 

habe weder direkt nach dem Vorfall vom 18. Juli 2021 noch im Rahmen des 

Verfahrens erwähnt, dass sie sich bereits zuvor beim Tanzen und bei der 

Gartenarbeit am Knie verletzt habe. Rechtsprechungsgemäss kämen bei 

sich widersprechenden Aussagen der versicherten Person über den 

Unfallhergang den Aussagen der ersten Stunde grösseres Gewicht zu als 

jenen nach Kenntnis einer Ablehnungsverfügung, weshalb die in der Replik 

geschilderten Geschehnisse unbeachtlich seien. Die Untersuchung sowie 

das MRT vom 19. Juli 2021 zeigten keine Meniskusverletzungen. Die 

Ungenauigkeiten in den Schilderungen der Beschwerdeführerin machten 

vielmehr deutlich, dass es sich um eine von mehreren Episoden der 

beginnenden degenerativen Läsion des rechten Knies handelt. Zudem habe 

die Beschwerdeführerin den Vorfall vom Februar 2022 nicht gemeldet. Für 

die Beurteilung der Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin seien die 

wirtschaftlichen Verhältnisse der Beschwerdeführerin unbeachtlich. Wer in 

wirtschaftlich bescheidenen Verhältnissen lebe, habe Anspruch auf 

Prämienverbilligung. Soweit kein Anspruch auf Heilungskosten aus der 

Unfallversicherung bestünde, sei die Krankenversicherung leistungspflichtig. 

II. Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen den Einspracheentscheid der 

Beschwerdegegnerin vom 4. Oktober 2022 (siehe Akten der 

Beschwerdeführerin [Bf-act.] B.1; Akten der Beschwerdegegnerin [Bg-act.] 

C.3). Gemäss Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung 

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(UVG; SR 832.20) i.V.m. Art. 56 Abs. 1 und Art. 58 Abs. 1 des 

Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 

(ATSG; SR 830.1) kann gegen einen Einspracheentscheid innert 30 Tagen 

seit seiner Eröffnung Beschwerde an das Verwaltungsgericht desjenigen 

Kantons erhoben werden, in welchem die versicherte Person im Zeitpunkt 

der Beschwerdeerhebung ihren Wohnsitz hat. Die Beschwerdeführerin 

wohnt im Kanton Graubünden, womit die örtliche Zuständigkeit des 

Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden gegeben ist. Dessen 

sachliche Zuständigkeit ergibt sich aus Art. 57 ATSG i.V.m. Art. 49 Abs. 2 lit. 

a des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 

370.100). Als im Einspracheverfahren unterlegene, formelle und materielle 

Adressatin des angefochtenen Einspracheentscheids ist die 

Beschwerdeführerin davon berührt und weist ein schutzwürdiges Interesse 

an dessen Überprüfung auf (vgl. Art. 59 ATSG). Die fristgerecht eingereichte 

Laienbeschwerde vom 31. Oktober 2022 wird gestützt auf die Offizialmaxime 

(vgl. Art. 43 ATSG) als Aufhebungs- und Leistungsbegehren 

entgegengenommen und somit seitens des Gerichts darauf eingetreten.

2. Streitig und zu prüfen ist, ob das Ereignis vom 18. Juli 2021 ein Unfall im 

Sinne von Art. 4 ATSG darstellt oder zumindest eine Listenverletzung 

gemäss Art. 6 Abs. 2 lit. c UVG vorliegt. Es stellt sich damit die Frage, ob die 

Beschwerdegegnerin zu Recht die Leistungen aus dem 

Unfallversicherungsgesetz abgelehnt hat und ihr Entscheid folglich 

rechtmässig ist oder nicht.

3.1. Zunächst gilt es die Einwände betreffend Verletzung des rechtlichen Gehörs 

sowie der Nichtgewährung des Akteneinsichtsrechts zu klären. Gemäss                            

Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen 

Eidgenossenschaft (BV; SR 101) haben Parteien Anspruch auf rechtliches 

Gehör. Das rechtliche Gehör dient einerseits der Sachaufklärung, anderseits 

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stellt es ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht beim Erlass eines 

Entscheids dar, welcher in die Rechtsstellung einer Person eingreift. Dazu 

gehört insbesondere deren Recht, sich vor Erlass des in ihre Rechtsstellung 

eingreifenden Entscheids zur Sache zu äussern, erhebliche Beweise 

beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen 

Beweisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung wesentlicher 

Beweise entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu 

äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen (vgl. BGE 

144 II 427 E.3.1, 135 I 187 E.2.2, 132 V 368 E.3.1, 129 II 497 E.2.2, 127 I 54 

E.2b; Urteile des Bundesgerichts 2C_295/2022 vom 17. November 2022 

E.3.2 und 9C_803/2019 vom 5. Mai 2020 E.4.1). Für den Bereich der 

Sozialversicherungen regelt Art. 42 ATSG den Anspruch der Parteien auf 

rechtliches Gehör. Danach müssen die Parteien jedoch nicht angehört 

werden vor Verfügungen, die durch Einsprache anfechtbar sind. Spätestens 

im Einspracheverfahren hat die Verwaltung aber die allgemeinen Grundsätze 

des rechtlichen Gehörs zu wahren und folglich der versicherten Person oder 

ihrem Vertreter Einsicht in die Akten zu gewähren, auf deren Grundlage sie 

den Einspracheentscheid abstützt (vgl. BGE 132 V 387 E.4.1 m.H.). Gemäss 

Art. 47 Abs. 1 lit. b ATSG steht das Recht auf Akteneinsicht den Parteien für 

die Daten zu, die sie benötigen, um einen Anspruch oder eine Verpflichtung 

nach einem Sozialversicherungsgesetz zu wahren oder zu erfüllen oder um 

ein Rechtsmittel gegen eine auf Grund desselben Gesetzes erlassene 

Verfügung geltend zu machen, sofern überwiegende Privatinteressen 

gewahrt bleiben. Als Parteien gelten Personen, die aus der 

Sozialversicherung Rechte oder Pflichten ableiten, sowie Personen, 

Organisationen oder Behörden, denen ein Rechtsmittel gegen die Verfügung 

eines Versicherungsträgers oder eines ihm gleichgestellten 

Durchführungsorgans zusteht (Art. 34 ATSG). 

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3.2. Die Beschwerdeführerin macht geltend, sie sei von der Beschwerdegegnerin 

niemals persönlich angefragt worden, um ihren Standpunkt zu erklären. 

Bereits in ihrer Einsprache (vgl. Bg-act. C.1 S. 77) habe sie darauf 

hingewiesen. 

3.3. Nach Auffassung des Gerichts verfängt jene Rüge in zweierlei Hinsicht nicht: 

Zum einen müssen die Parteien nach Art. 42 Abs. 2 ATSG vor Verfügungen, 

die durch Einsprache anfechtbar sind, nicht angehört werden. Diese 

Bestimmung wird in der Lehre zurecht kritisiert (vgl. Kommentar zum 

Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 

[Kommentar zum ATSG], UELI KIESER, 4. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2020, Art. 

42 N 37 ff.), denn eine vorgängige Anhörung sollte im Lichte der 

Rechtsstaatlichkeit gewährleistet sein. Die formlose Ablehnung des 

Anspruchs auf Leistungen vom 1. Juli 2022 (Bg-act. C.1 S. 62 f.) traf fast ein 

Jahr nach der Unfallmeldung bei der Beschwerdeführerin ein. Aus dem 

Schreiben konnte die Beschwerdeführerin entnehmen, dass die 

Beschwerdegegnerin keine Leistungen aus dem Unfallversicherungsgesetz 

erbringen werde. Es ist zu prüfen, ob dies eine Rechtsverzögerung darstellt. 

Praxisgemäss liegt eine solche vor, wenn die Versicherung während neun 

(9) bzw. zwölf (12) Monaten untätig bleibt (Kommentar zum ATSG, KIESER, 

a.a.o., Art. 56 N 35). Aus den Akten ist ersichtlich, dass die 

Beschwerdegegnerin im fraglichen Jahr in regelmässigen Abständen 

Abklärungen traf und nach Erhalt des Berichts des Versicherungsmediziners 

zeitnah der Beschwerdeführerin ihre Absichten mitteilte. Mit dem Schreiben 

vom 1. Juli 2022 wurde der Beschwerdeführerin schliesslich die Gelegenheit 

eingeräumt, eine anfechtbare Verfügung zu verlangen, wovon die 

Beschwerdeführerin mit E-Mail vom 4. Juli 2022 (Bg-act. C.1 S. 65) 

Gebrauch machte, ohne jedoch weitere Ausführungen oder Beweise 

beizubringen. Zum anderen verlangte die Beschwerdeführerin in ihrer 

Einsprache (Bg-act. C.1 S. 77) Einsicht in die Akten und verzichtete auf die 

Darlegung ihres Standpunktes oder die Beibringung von Beweisen. Sie 

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moniert bloss, der Gutachter habe sie nie persönlich gesehen. Diese 

Gegebenheit stellt keine Gehörsverletzung dar, sondern ist im Rahmen der 

materiellen Beweiswürdigung von versicherungsinternen Berichten zu 

berücksichtigen. Im angefochtenen Einspracheentscheid vom 4. Oktober 

2022 stellte die Beschwerdegegnerin zudem fest, die medizinischen Akten 

hätten der Beschwerdeführerin vorgelegen, was anhand der bestehenden 

Berichte und Abklärungen (vgl. Auflistung im Sachverhalt Ziff. 2.1.-2.4) als 

nachvollziehbar, glaubhaft und daher zutreffend erscheint. Dem ist umso 

mehr zuzustimmen, als in der Replik dazu nichts mehr vorgebracht wurde. 

4.1. Als nächstes gilt es den Unfallbegriff nach Art. 4 ATSG genauer zu definieren. 

Als Unfall gilt danach die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende 

Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen 

Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder 

psychischen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat. Der äussere Faktor ist 

zentrales Begriffscharakteristikum eines jeden Unfallereignisses; er ist das 

Gegenstück zur – den Krankheitsbegriff konstituierenden – inneren Ursache 

(BGE 134 V 72 E.4.1.1; Urteil des Bundesgerichts 8C_242/2021 vom 2. 

November 2021 E.4). Der äussere Faktor ist ungewöhnlich, wenn er – nach 

einem objektiven Massstab – nicht mehr im Rahmen dessen liegt, was für 

den jeweiligen Lebensbereich alltäglich und üblich ist (BGE 142 V 219 

E.4.3.1, 134 V 72 E.4.1; Urteile des Bundesgerichts 8C_688/2021 vom 

8. Juni 2022 E.3.2 sowie 8C_589/2021 vom 17. Dezember 2021 E.5.2). 

Ausschlaggebend ist, dass sich der äussere Faktor vom Normalmass an 

Umwelteinwirkungen auf den menschlichen Körper abhebt. Ungewöhnliche 

Auswirkungen allein begründen keine Ungewöhnlichkeit (BGE 142 V 219 

E.4.3.1, 134 V 72 E.4.3.1 mit weiteren Hinweisen; vgl. auch Urteile des 

Bundesgerichts 8C_395/2020 vom 28. September 2020 E.2.2, 8C_671/2019 

vom 11. März 2020 E.2.3 sowie 8C_282/2017 vom 22. August 2017 E.3.1.1). 

Nach Lehre und Rechtsprechung kann das Merkmal des ungewöhnlichen 

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äusseren Faktors in einer unkoordinierten Bewegung bestehen (Urteil des 

Bundesgerichts 8C_671/2019 vom 11. März 2020 E.2.3; vgl. HOFER, in: 

FRÉSARD-FELLAY/LEUZINGER/PÄRLI [Hrsg.], Basler Kommentar zum UVG, 

Basel 2019, Art. 6 Rz. 37). Bei Körperbewegungen gilt dabei der Grundsatz, 

dass das Erfordernis der äusseren Einwirkung lediglich dann erfüllt ist, wenn 

ein in der Aussenwelt begründeter Umstand den natürlichen Ablauf einer 

Körperbewegung gleichsam "programmwidrig" beeinflusst hat (Urteil des 

Bundesgerichts 8C_305/2022 vom 13. April 2023 E.3.2). Bei einer solchen 

unkoordinierten Bewegung ist der ungewöhnliche äussere Faktor zu 

bejahen; denn der äussere Faktor, der in der Veränderung zwischen Körper 

und Aussenwelt besteht, ist wegen der erwähnten Programmwidrigkeit 

zugleich ein ungewöhnlicher Faktor (vgl. BGE 130 V 117 E.2.1; Urteile des 

Bundesgerichts 8C_586/2020 vom 30. November 2020 E.3.3; 8C_671/2019 

vom 11. März 2020 E.2.3). Dies trifft beispielsweise dann zu, wenn die 

versicherte Person stolpert, ausgleitet oder an einem Gegenstand anstösst, 

oder wenn sie, um ein Ausgleiten zu verhindern, eine reflexartige 

Abwehrhaltung ausführt oder auszuführen versucht (Urteile des 

Bundesgerichts 8C_395/2020 vom 28. September 2020 E.4.2 sowie 

8C_783/2013 vom 10. April 2014 E.4.2, je mit weiteren Hinweisen; NABOLD, 

in: HÜRZELER/KIESER [Hrsg.], Kommentar zum Schweizerischen 

Sozialversicherungsrecht, UVG – Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 

Bern 2018, Art. 6 Rz. 32). Kein äusserer (schädigender) Faktor im Sinne der 

Rechtsprechung ist aber das Auftreten von Schmerzen als solches (BGE 146 

V 51 E.7.5, 143 V 285 E.2.3 und 129 V 466 E.4.2.1; vgl. zum Ganzen auch: 

Urteil des Bundesgerichts 8C_24/2022 vom 20. September 2022 E.3.2 sowie 

im Besonderen ebenfalls noch 8C_589/2021 vom 17. Dezember 2021 E.5.4).

4.2. In der Unfallmeldung vom 26. Juli 2021 wurde als Unfall das Ereignis vom 

18. Juli 2021 (Schadendatum unpräzis) wie folgt bezeichnet: "Nach einem 

Moment kniend aufgestanden und bei dieser Bewegung den Meniskus 

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geklemmt."  Im Fragebogen des Unfallversicherers (Bg-act. C.1 S. 14 ff.), 

ausgefüllt am 29. Juli 2021, beschrieb die Beschwerdeführerin den 

Unfallhergang wie folgt: "Im Zelt gekniet, um Schlafsack und Matte 

zusammenzuräumen, aufgestanden und bei der Bewegung einen starken 

Schmerz gespürt im rechten Knie." Unter dem Punkt "Ort/Datum" gab die 

Beschwerdeführerin den 18. Juli 2021 an. Weiter führte sie im Fragebogen 

aus, das Hinknien und Aufstehen alltägliche Bewegungen seien, jedoch nicht 

jeden Tag im Zelt ausgeführt würden. Für die Beurteilung des Unfallbegriffs 

ist somit von jenem Sachverhalt auszugehen, der sich am 18. Juli 2021 

ereignet hat; mangels weiterer Unfallmeldungen ist allein dieser Sachverhalt 

massgebend.

4.3. Der Schlussfolgerung der Beschwerdegegnerin im Einspracheentscheid, 

wonach das Aufstehen aus einer knienden Position eine alltägliche Handlung 

darstellt, die den Unfallbegriff von Art. 4 ATSG nicht erfüllt, ist ohne Weiteres 

zu folgen. Unerheblich sind dabei die örtlichen Gegebenheiten, in welchen 

die Bewegung ausgeführt worden ist, zumal letztere immer dieselbe bleibt, 

weshalb der Einwand der Beschwerdeführerin, die Ausführung der 

Bewegung in einem Zelt sei nicht alltäglich, an der Sache vorbeizielt.

4.4. Die Beschwerdeführerin brachte in ihrer Replik (erstmals/neu) darüber 

hinaus vor, dem Ereignis vom 18. Juli 2021 seien zwei weitere Ereignisse 

vorausgegangen, in denen sie sich zuerst beim Tanzen und danach bei der 

Gartenarbeit einen Stoss am Knie zugezogen habe (vgl. dazu im Sachverhalt 

Ziff. 8). Selbst wenn die beiden Ereignisse durch den Arbeitgeber der 

Beschwerdeführerin als Unfall gemeldet worden wären, was 

unbestrittenermassen aber nicht geschehen ist, gilt es dazu konkret das 

Folgende festzuhalten: 

4.4.1. Zur Drehbewegung beim Tanzen: Bei einer gewöhnlichen, in der 

betreffenden Sportart üblichen und unter vertrauten Umständen 

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ausgeführten Bewegung sowie in Fällen, wo sich nur das einer sportlichen 

Übung inhärente Risiko einer Verletzung verwirklicht hat, wird kein Unfall 

angenommen. Ebenso wenig wird auf einen Unfall erkannt, wenn die Übung 

zwar nicht ideal verläuft, die Art der Ausführung sich aber noch in der 

Spannbreite des Üblichen bewegt (so bereits: Urteil des Eidgenössischen 

Versicherungsgerichts U 322/02 vom 7. Oktober 2003 E.4.3, E.4.4.; RUMBO-

JUNGO/HOLZER, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum 

Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung [UVG], 

4. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2012, Art. 6 S. 40 ff.). Ohne ein besonderes 

Vorkommnis ist bei einer Sportverletzung das Merkmal der Ungewöhnlichkeit 

und damit das Vorliegen eines Unfalls zu verneinen (BGE 130 V 117 E.2.2). 

So wurde das Merkmal des ungewöhnlichen äusseren Faktors bei einem 

Skifahrer im Sinne eines Grenzfalles bejaht, der im buckligen Gelände auf 

einer vereisten Stelle ausglitt und danach (ohne zu stürzen) unkontrolliert auf 

den Boden aufschlug (RKUV 1999 Nr. U 345, S. 420 ff.). Als 

Programmwidrigkeit wurde dort das Ausgleiten auf der vereisten Stelle, das 

sich daraus ergebende unkontrollierte Anfahren eines Buckels, das 

Abgehoben werden bei verdrehter Oberkörperhaltung und das harte 

Aufschlagen gesehen (RUKV 1999 Nr. U 345, S. 424 f. E.4). Mangels 

Ungewöhnlichkeit des äusseren Faktors wurde der Unfallbegriff hingegen 

nicht als erfüllt betrachtet, wenn es beim Skifahren auf der steilen, buckligen 

Piste und einer Kompression in einer Wellenmulde zum Auftreten einer 

Diskushernie kommt (RKUV 1999 Nr. U 345 S. 426 E.5) oder bei einer 

Knieverletzung beim Fussballspiel (SVR 2008 UV Nr. 12, U 72/07) sowie bei 

einer missratenen Rückwärtsrolle (Urteil des Bundesgerichts 8C_189/2010 

vom 9. Juli 2010). Sportunfälle, die durch mechanische Einwirkung eines 

äusseren Faktors auf den Körper (Sturz, Zusammenstoss, usw.) zustande 

kommen, erfüllen jedoch im Grundsatz den Unfallbegriff (SVR 1999 UV Nr. 9 

S. 28 E.3c/dd). Ein äusserer Faktor ist aus den Schilderungen der 

Beschwerdeführerin, wonach sie beim Tanzen während einer schnellen 

- 15 -

Drehbewegung einen plötzlichen Schlag im Knie verspürt habe und danach 

zu Boden fiel, nicht zu entnehmen. Zudem sind Drehbewegungen beim 

Tanzen nichts Ungewöhnliches. Eine Programmwidrigkeit ist nicht 

auszumachen. Schliesslich sei die Beschwerdeführerin eigenen Angaben 

zufolge aufgrund des erlittenen Schlages zu Boden gefallen, was eine Folge, 

und nicht die Ursache des von ihr beschriebenen Schlages ist. Dieses 

Ereignis erfüllt folglich den Unfallbegriff nicht.

4.4.2. Zum Stolpern über eine Wurzel bei der Gartenarbeit: Das Kriterium des 

Stolperns erfüllt grundsätzlich den Unfallbegriff. Indes müssen die einzelnen 

Umstände des Unfallherganges mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 

erwiesen sein. Praxisgemäss sind die einzelnen Umstände des 

Unfallgeschehens von der leistungsansprechenden Person glaubhaft zu 

machen (Urteil des Bundesgerichts 8C_648/2013 vom 18. Februar 2014 E. 

3.1 f.). Macht die versicherte Person hingegen unvollständige, ungenaue 

oder widersprüchliche Angaben, die ein unfallmässiges Geschehen 

unglaubwürdig erscheinen lassen, besteht keine Leistungspflicht des 

Unfallversicherers (BGE 103 V 175). Die blosse Möglichkeit genügt nicht; 

vielmehr haben die Schilderungen mit den vorhandenen Indizien im 

Wesentlichen übereinzustimmen. Im konkreten Fall hat die 

Beschwerdeführerin den besagten Vorfall nicht ihrer Arbeitgeberin gemeldet 

und bringt ihn erst in der Replik im Beschwerdeverfahren vor, weshalb den 

Aussagen der ersten Stunde mehr Beachtung zu schenken ist (Urteil des 

Bundesgerichts 8C_735/2015 vom 22. Januar 2016 E.4.3.2 mit Verweis auf 

BGE 121 V 45 E.2a, S. 47). Die nachgeschobene Aussage der 

Beschwerdeführerin, sie habe das Unfallgeschehen den Ärzten berichtet, 

findet keine Indizien in den gesamten medizinischen Akten. Gemäss dem 

Notfallbericht vom 19. Juli 2021 (Bg-act. C.1 S. 13) würden die Schmerzen 

bei der Beschwerdeführerin seit zwei (2) Monaten bei Rotationsbewegungen 

auftreten und gemäss MRI vom 19. Juli 2021 ist von Blockierungen und 

- 16 -

Schmerzen seit einigen Monaten auszugehen. Im MRI-Bericht vom 7. März 

2022 (Bg-act. C.1 S. 31) ist von erneuter Blockade die Rede und Dr. med. 

F._____ hält in seinem Bericht vom 8. April 2022 (Bg-act. C.1 S. 37) fest, es 

sei kein konkretes Trauma aufgetreten. Auch bringt die Beschwerdeführerin 

keine weiteren Beweise vor, weshalb die nachgeschobene Aussage im 

Lichte der Akten im Bereich des Möglichen liegt, jedoch nicht mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit erwiesen ist, sodass sie die Folgen der 

Beweislosigkeit zu tragen hat. 

4.5. Zusammengefasst ist somit festhalten, dass die Beschwerdegegnerin die 

Kriterien des Unfallbegriffs laut Art. 4 ATSG zu Recht als nicht erfüllt taxiert 

hat.

5.1. Es bleibt damit noch, eine Listenverletzung nach Art. 6 Abs. 2 UVG zu prüfen. 

Der Unfallversicherer ist auch bei bestimmten Körperschädigungen 

(Listenverletzungen mit abschliessender Aufzählung in lit. a-h) 

leistungspflichtig, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder 

Erkrankung zurückzuführen sind. Der Zweck des Instituts der unfallähnlichen 

Körperverletzung besteht darin, die oft schwierige Abgrenzung zwischen 

Unfall und Krankheit im Interesse der versicherten Person zu vermeiden (vgl. 

BGE 139 V 327 E.3.1, 123 V 43 E.2b), spielen doch bei Eintritt eines solchen 

Gesundheitsschadens praktisch immer krankheits- und/oder degenerative 

(Teil-)Ursachen mit (vgl. dazu BGE 146 V 51 E.8.4, 129 V 466 E.2.1 mit 

Hinweisen).

5.2. Im Unterschied zu Art. 4 ATSG ist für die Anwendung von Art. 6 Abs. 2 UVG 

kein äusserer Faktor und damit kein unfallähnliches sinnfälliges Ereignis oder 

eine allgemein gesteigerte Gefahrenlage nach der Rechtsprechung zu aArt. 

9 Abs. 2 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202, in 

der bis 31. Dezember 2016 gültigen Fassung) mehr vorausgesetzt. Insoweit 

führt grundsätzlich schon die Tatsache, dass eine in Art. 6 Abs. 2 lit. a-h UVG 

- 17 -

genannte Körperschädigung vorliegt, nunmehr zur Vermutung, es handle 

sich dabei um eine unfallähnliche Körperschädigung, die vom 

Unfallversicherer übernommen werden muss. Indessen ergibt sich aus der in 

Art. 6 Abs. 2 UVG vorgesehenen Möglichkeit des Gegenbeweises weiterhin 

die Notwendigkeit der Abgrenzung der vom Unfallversicherer zu 

übernehmenden unfallähnlichen Körperschädigung von der abnützungs- und 

erkrankungsbedingten Ursache einer Listenverletzung und damit letztlich zur 

Leistungspflicht des Krankenversicherers. Insoweit ist die Frage nach einem 

initialen erinnerlichen und benennbaren Ereignis auch nach der UVG-

Revision relevant. Zu betonen ist allerdings, dass der Unfallversicherer bei 

Vorliegen einer Listenverletzung grundsätzlich in der Pflicht steht, Leistungen 

zu erbringen, solange er nicht den Nachweis für eine vorwiegende 

Bedingtheit durch Abnützung oder Erkrankung erbringt. Dies setzt voraus, 

dass er im Rahmen seiner Abklärungspflicht (vgl. Art. 43 Abs. 1 ATSG) nach 

Eingang der Meldung einer Listenverletzung die Begleitumstände der 

Verletzung genau abklärt. Lässt sich dabei kein initiales Ereignis erheben 

oder lediglich ein solches ganz untergeordneter resp. harmloser Art, so 

vereinfacht dies zwangsläufig in aller Regel den Entlastungsbeweis des 

Unfallversicherers. Denn bei der in erster Linie von medizinischen 

Fachpersonen zu beurteilenden Abgrenzungsfrage ist das gesamte 

Ursachenspektrum der in Frage stehenden Körperschädigung zu 

berücksichtigen. Nebst dem Vorzustand sind somit auch die Umstände des 

erstmaligen Auftretens der Beschwerden näher zu beleuchten. Die 

verschiedenen Indizien, die für oder gegen Abnützung oder Erkrankung 

sprechen, müssen aus medizinischer Sicht gewichtet werden. Damit der 

Entlastungsbeweis gelingt, hat der Unfallversicherer gestützt auf 

beweiskräftige ärztliche Einschätzungen – mit dem Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit – nachzuweisen, dass die fragliche 

Listenverletzung vorwiegend, d.h. im gesamten Ursachenspektrum zu mehr 

als 50 %, auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen ist. Der Begriff 

- 18 -

"vorwiegend" wird nicht näher definiert. Nach der bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung zum Nachweis von Berufskrankheiten gemäss Art. 9 Abs. 1 

UVG, die auch im Anwendungsbereich von Art. 6 Abs. 2 UVG Geltung hat, 

ist eine "vorwiegende" Verursachung von Krankheiten durch schädigende 

Stoffe oder bestimmte Arbeiten nur dann gegeben, wenn diese mehr wiegen 

als alle andern mitbeteiligten Ursachen, mithin im gesamten 

Ursachenspektrum mehr als 50 % ausmachen (vgl. BGE 146 V 51 E.8.2.2.1, 

119 V 200 E.2a mit Hinweis; HOFER, a.a.O., Art. 6 Rz. 58). Demnach ist der 

Gegenbeweis des Unfallversicherers erbracht, wenn die Listendiagnose zu 

mehr als 50 % auf "Abnützung oder Erkrankung" beruht (vgl. BGE 146 V 51 

E.8.2.2.1; GEHRING, in: KIESER/GEHRING/BOLLINGER [Hrsg.], Kommentar KVG 

UVG, Zürich 2018, Art. 6 UVG Rz. 8 und 11; NABOLD, a.a.O., Art. 6 Rz. 44; 

HÜSLER, Erste UVG-Revision, in: SZS 2017 S. 34). Besteht das 

Ursachenspektrum einzig aus Elementen, die für Abnützung oder 

Erkrankung sprechen, so folgt daraus unweigerlich, dass der 

Entlastungsbeweis des Unfallversicherers erbracht ist und sich weitere 

Abklärungen erübrigen (zum Ganzen BGE 146 V 51 E.8.6; vgl. auch Urteile 

des Bundesgerichts 8C_679/2022 vom 6. April 2023 E.3, 8C_593/2021 vom 

6. Januar 2022 E.2.3, 8C_630/2020 vom 28. Januar 2021 E.3.2 und 

8C_267/2019 vom 30. Oktober 2019 E.6 m.w.H.). Nach GEHRING ist der 

Begriff der "Abnützung" mit Abrieb, Verschleiss und in fachlich-medizinischer 

Terminologie "Usur" gleichzusetzen (GEHRING, a.a.O., Art. 6 UVG Rz. 9 f.). 

Dies führt zum Ausschluss derjenigen Sachverhalte, bei denen 

Körperschädigungen durch wiederkehrende, immer gleiche Belastungen 

entstehen. Folgen solcher Vorgänge sollen nach der Wertung des 

Gesetzgebers nicht von der Unfallversicherung übernommen werden 

(BGE 146 V 51 E.8.2.2.2).

5.3. Hier gilt es zu prüfen, ob die am 18. Juli 2021 eingetretene Körperschädigung 

eine Listenverletzung nach Art. 6 Abs. 2 UVG, insbesondere einen 

- 19 -

Meniskussriss gemäss Art. 6 Abs. 2 lit. c UVG darstellt und damit die 

Beschwerdegegnerin Leistungen aus der Unfallversicherung zu erbringen 

hat. Voraussetzung dafür ist – wie in E.5.2 ausführlich dargetan -, dass die 

Körperschädigung nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung 

zurückzuführen ist. Vorab sind dazu noch die Voraussetzungen der 

Leistungspflicht (E.6.1), der Kausalität (E.6.2) sowie die geltenden 

Beweisregeln (E.6.3 ff.) zu erörtern.

6.1. Die Leistungspflicht des obligatorischen Unfallversicherers nach UVG setzt 

voraus, dass zwischen dem versicherten Ereignis und dem eingetretenen 

Schaden (Krankheit, Arbeitsunfähigkeit, Invalidität, Tod, Integritätseinbusse, 

Hilflosigkeit) ein natürlicher und ein adäquater Kausalzusammenhang 

besteht (vgl. BGE 148 V 356 E.3, 142 V 435 E.1, 129 V 177 E.3.1 f. mit 

weiteren Hinweisen; vgl. HÜRZELER/USINGER-EGGER, Einführung in das 

schweizerische Unfallversicherungsrecht, Bern 2021, Rz. 221 f. und 

Rz. 249 ff.; RUMO-JUNGO/HOLZER, Bundesgesetz über die 

Unfallversicherung, 4. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2012, Art. 6 S. 53 ff.). 

Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle 

Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als 

eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit 

eingetreten gedacht werden kann (siehe statt vieler: BGE 148 V 356 E.3 mit 

weiteren Hinweisen). Entsprechend dieser Umschreibung ist für die 

Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass 

das Unfallereignis die alleinige oder unmittelbare Ursache der 

gesundheitlichen Störungen und Beschwerden ist; vielmehr genügt es, dass 

das Unfallereignis eine Teilursache des Gesundheitsschadens ist (vgl. 

HÜRZELER/USINGER-EGGER, a.a.O., Rz. 252; NABOLD, a.a.O., Art. 6 Rz. 52), 

d.h. dass der Unfall nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die 

eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 147 V 161 E.3.2 m.w.H.; 

Urteil des Bundesgerichts 8C_305/2022 vom 13. April 2023 E.3.1).

- 20 -

6.2. Ob ein natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist, stellt eine Tatfrage 

dar, die mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit von der leistungsansprechenden Person 

nachzuweisen ist, wobei die blosse Möglichkeit, dass ein solcher besteht, 

den Beweisanforderungen nicht genügt (BGE 146 V 51 E.5.1, 129 V 177 

E.3.1; vgl. HÜRZELER/USINGER-EGGER, a.a.O., Rz. 253; NABOLD, a.a.O., Art. 6 

Rz. 53). Untauglich für den Beweis des natürlichen Kausalzusammenhangs 

ist das Argument, die gesundheitlichen Beeinträchtigungen seien erst nach 

dem Unfall aufgetreten und daher auf das Unfallereignis zurückzuführen, d.h. 

die Beweismaxime "post hoc ergo propter hoc" ist unzulässig (BGE 142 V 

325 E.2.3.2.2, 119 V 335 E.2b/bb; Urteile des Bundesgerichts 8C_809/2021 

vom 24. Mai 2022 E.5.5.2, 8C_355/2021 vom 25. November 2021 E.6.4; vgl. 

HÜRZELER/USINGER-EGGER, a.a.O., Rz. 253; NABOLD, a.a.O., Art. 6 Rz. 53).

6.3. Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz (Art. 43 

und Art. 61 lit. c ATSG) beherrscht. Danach hat das Gericht von Amtes 

wegen für die richtige und vollständige Feststellung des rechtserheblichen 

Sachverhalts zu sorgen. Die Verwaltung als verfügende Instanz und im 

Beschwerdefall das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen 

annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Im 

Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das 

Gesetz nichts Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines 

bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Das 

Gericht hat vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen 

möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste erachtet 

(BGE 144 V 427 E.3.2, 138 V 218 E.6; Urteile des Bundesgerichts 

8C_745/2020 vom 29. März 2021 E.1.3, 9C_439/2020 vom 18. August 2020 

E.1.3). Darüber hinaus gilt es festzuhalten, dass praxisgemäss die 

versicherte Person die einzelnen Umstände des Unfallgeschehens glaubhaft 

- 21 -

zu machen hat. D.h. sie muss über das konkrete Geschehen wahre, genaue 

und wenn möglich ins Einzelne gehende Daten namhaft machen, aufgrund 

derer der Versicherer in die Lage versetzt wird, sich über die Tatumstände 

ein Bild zu machen und diese in objektiver Weise abzuklären (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 9C_338/2018 vom 17. Dezember 2018 E.4.2). Kommt die 

versicherte Person dieser Forderung nicht nach, indem sie unvollständige, 

ungenaue oder widersprüchliche Angaben macht, die das Bestehen eines 

unfallmässigen Schadens als unglaubwürdig erscheinen lassen, besteht 

keine Leistungspflicht des Unfallversicherers (BGE 114 V 298 E.5b; vgl. auch 

Urteile des Bundesgerichts 8C_268/2019 vom 2. Juli 2019 E.3, 8C_358/2016 

vom 28. September 2016 E.3.4).

6.4. Das Bundesrecht schreibt nicht vor, wie die einzelnen Beweismittel zu 

würdigen sind. Für das gesamte Verwaltungs- und 

Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der freien 

Beweiswürdigung. Danach haben Versicherungsträger und 

Sozialversicherungsgerichte die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an 

förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. 

Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Gericht alle 

Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen 

und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine 

zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. 

Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen 

Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu 

würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf 

die andere medizinische These abstellt (vgl. BGE 143 V 124 E.2.2.2, 125 V 

351 E.3a; Urteile des Bundesgerichts 8C_879/2014 vom 26. März 2015 

E.5.2, 8C_419/2014 vom 23. September 2014 E.6.2). Hinsichtlich des 

Beweiswerts eines Arztberichts ist demnach entscheidend, ob dieser für die 

streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, 

- 22 -

auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten 

(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen 

Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation 

einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (vgl. 

BGE 134 V 231 E.5.1, 125 V 351 E.3a; Urteile des Bundesgerichts 

8C_380/2021 vom 21. Dezember 2021 E.3.2, 8C_173/2021 vom 25. Oktober 

2021 E.4.1, 8C_448/2020 vom 3. März 2021 E.2.5, 8C_662/2020 vom 

13. Januar 2021 E.3.2 und 8C_51/2019 vom 11. Juni 2019 E.3.2). 

Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die 

Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder 

in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 

V 351 E.3a und 122 V 157 E.1c). Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche 

Rechtsprechung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als 

vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und 

Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die 

ausführliche Zusammenstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E.3b mit 

zahlreichen Hinweisen).

6.5. Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt 

Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar 

begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre 

Zuverlässigkeit sprechen (vgl. BGE 125 V 351 E.3b/ee; Urteile des 

Bundesgerichts 8C_382/2021 vom 19. Oktober 2021 E.3.2, 8C_131/2021 

vom 2. August 2021 E.3.2). Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt in 

einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht 

schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es 

bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die 

Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im 

Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im 

Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des 

- 23 -

Gutachters allerdings ein strenger Massstab anzulegen (vgl. BGE 135 V 465 

E.4.4, 125 V 351 E.3b/ee, 122 V 157 E.1c). Trotz dieser grundsätzlichen 

Beweiseignung kommt den Berichten versicherungsinterner medizinischer 

Fachpersonen praxisgemäss nicht dieselbe Beweiskraft zu wie einem 

gerichtlichen oder im Verfahren nach Art. 44 ATSG vom Versicherungsträger 

veranlassten Gutachten unabhängiger Sachverständiger. Soll ein 

Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden 

werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. 

Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit 

der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende 

Abklärungen vorzunehmen (BGE 145 V 97 E.8.5, 142 V 58 E.5.1 m.w.H., 139 

V 225 E.5.2, 135 V 465 E.4.4 und E.4.6 f., 125 V 351 E.3b/ee; Urteile des 

Bundesgerichts 8C_410/2022 vom 23. Dezember 2022 E.4.3, 8C_549/2021 

vom 7. Januar 2022 E.7.1 und 8C_143/2021 vom 7. Juni 2021 E.2.4 mit 

Hinweisen).

6.6. In Bezug auf behandelnde Ärztinnen und Ärzte, insbesondere Hausärzte, ist 

zu beachten, dass sie in einem auftragsrechtlichen Verhältnis zur 

versicherten Person stehen. Da sie sich zudem in erster Linie auf die 

Behandlung zu konzentrieren haben, verfolgen deren Berichte nicht den 

Zweck einer den abschliessenden Entscheid über die 

Versicherungsansprüche erlaubenden objektiven Beurteilung des 

Gesundheitszustandes und erfüllen deshalb kaum je die materiellen 

Anforderungen an ein Gutachten gemäss BGE 125 V 351 E.3a. Aus diesen 

Gründen und aufgrund der Erfahrungstatsache, dass behandelnde Ärztinnen 

und Ärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung 

im Zweifelsfall eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (Urteile des 

Bundesgerichts 8C_549/2021 vom 1. Januar 2022 E.7.2, 8C_819/2019 vom 

26. Februar 2020 E.6.3.3, 8C_900/2017 vom 30. Mai 2018 E.4.2.2), wird im 

Streitfall eine direkte Leistungszusprache einzig gestützt auf die Angaben der 

- 24 -

behandelnden Ärztinnen und Ärzte kaum je in Frage kommen (Urteil des 

Bundesgerichts 8C_549/2021 vom 1. Januar 2022 E.7.2). Diese 

Erfahrungstatsache befreit das Gericht indessen nicht von seiner Pflicht zu 

einer korrekten Beweiswürdigung, bei der auch die von der versicherten 

Person aufgelegten Berichte mitzuberücksichtigen sind. Diese sind daraufhin 

zu prüfen, ob sie auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und 

Schlüssigkeit der Feststellungen versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte 

zu wecken vermögen (BGE 135 V 465 E.4.5 f.; Urteile des Bundesgerichts 

8C_658/2020 vom 14. Januar 2021 E.7, 8C_499/2020 vom 19. November 

2020 E.4.2, 8C_397/2019 vom 6. August 2019 E.4.2, 8C_160/2012 vom 

13. Juni 2012 E.3.1.2 und 8C_245/2011 vom 25. August 2011 E.5.3).

6.7. Gemäss Rechtsprechung ist auch eine reine medizinische Aktenbeurteilung 

beweiskräftig, wenn die Akten ein vollständiges Bild über Anamnese, Verlauf 

und gegenwärtigen Status ergeben und diese Daten unbestritten sind, 

sodass ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die 

fachärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen 

Sachverhaltes geht (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_476/2021 vom 

2. März 2022 E.5.1), mithin die direkte ärztliche Befassung mit der 

versicherten Person in den Hintergrund rückt (vgl. Urteile des Bundesgerichts 

8C_281/2021 vom 19. Januar 2022 E.3.2, 8C_787/2020 vom 26. Mai 2021 

E.4.2, 8C_527/2020 vom 2. November 2020 E.3.2, 8C_322/2020 vom 9. Juli 

2020 E.3 sowie 8C_788/2019 vom 30. Juni 2020 E.3 mit weiteren 

Hinweisen).

7. Anknüpfend an die Fragestellung in E.5.3 (allfällige Leistungspflicht aus 

Listenverletzung gestützt auf Art. 6 Abs. 2 lit. c UVG) und der dazu 

entwickelten Gerichtspraxis (siehe E.6.1-6.7) gilt es im konkreten Fall somit 

festzuhalten:

- 25 -

7.1. Die Beschwerdegegnerin stützt sich für die Ablehnung allfälliger Leistungen 

aus Art. 6 Abs. 2 lit. c UVG einzig auf den Aktenbericht des 

Versicherungsmediziners Dr. med. G._____ vom 21. Juni 2022. Diesem 

kommt der Beweiswert versicherungsinterner ärztlicher Feststellungen zu. 

Es ist deshalb zu prüfen, ob mindestens geringe Zweifel an der 

Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit daran bestehen. Dr. med. G._____ stützt 

sich auf die Aufzeichnungen in den Akten bezüglich eines an sich 

feststehenden medizinischen Sachverhalts, weshalb eine Untersuchung der 

Beschwerdeführerin in den Hintergrund rückt. Demnach kann die 

Beschwerdeführerin aus dem Umstand, wonach sie nicht durch Dr. med. 

G._____ persönlich untersucht worden ist, nichts ableiten. Aus den 

medizinischen Akten ist zu entnehmen, dass im Juli 2021 keine Rissbildung 

festgestellt werden konnte. Rissbildungen wurden erst im MRT vom 4. März 

2022 diagnostiziert, nachdem die Beschwerdeführerin im Februar 2022 bei 

einer unkontrollierten Drehbewegung einen akuten Schmerz verspürt habe 

(woraufhin abermals keine Unfallmeldung erfolgte). Gemäss Bericht des 

behandelnden Chirurgen Dr. med. F._____ vom 19. April 2022, auf dessen 

Bericht der Versicherungsmediziner Bezug nimmt, gingen diese 

Rissbildungen des medialen Meniskus über das normale Mass der 

degenerativen Risse hinaus. Für dieses Ereignis fehlt indes der klinische 

Befund und eine Listendiagnose ist damit nicht gegeben. Dr. med. G._____ 

weist auf diese Problematik hin. Gemäss klinischem Befund im Juli 2021 ging 

der behandelnde Arzt von einer atraumatischen Meniskusläsion mit 

schleichend progredienten Knieschmerzen aus. Der klinische Befund stützt 

sich auf das MRT vom 19. Juli 2021, das keine strukturellen Läsionen zutage 

förderte. Im Lichte dessen ist es nachvollziehbar, wenn der 

Versicherungsmediziner festhält, dass das Ereignis vom 18. Juli 2021 den 

früheren Gesundheitszustand weder verändert noch verschlimmert hat. 

Aufgrund des medizinischen Sachverhalts vermag die Einschätzung von 

Dr. med. F._____ keine Zweifel an der Annahme eines degenerativen 

- 26 -

Zustands, der im Zusammenhang zum Ereignis im 2007 steht, zu begründen. 

Die Schlussfolgerung des Versicherungsmediziners, wonach es sich 

stattdessen um einen von mehreren Arthroseschüben handle, erweist sich 

daher als schlüssig und plausibel. In dieser Hinsicht greift das Vorbringen der 

Beschwerdeführerin, die Einschätzung des Versicherungsmediziners stehe 

im Widerspruch zum MRT vom 19. Juli 2021, wonach keine auffälligen 

Arthrosezeichen bestünden, zu kurz. Massgebend ist, wie gesagt, vielmehr 

der klinische Befund, der von einer Progredienz ausgeht. Nachvollziehbar ist 

sodann die Einschätzung des Versicherungsmediziners, wonach die 

Beschwerdeführerin schon seit zwei Monaten vor dem 18. Juli 2021 die 

ersten Anzeichen einer beginnenden Gonarthrose rechts innen aufweise, die 

in einem Zusammenhang mit dem Ereignis im Jahr 2006 [recte: 2007] stehe. 

Die Herleitung aus den medizinischen Akten ist einleuchtend und wird durch 

die Schilderungen der Beschwerdeführerin in ihrer Replik, wonach sie vor 

dem Ereignis vom 18. Juli 2021 mindestens zwei (nicht von aussen 

kommende) Schläge im Knie verspürt habe, untermauert. Damit ist das 

Ereignis vom 18. Juli 2021 kein initiales erinnerliches und benennbares 

Ereignis im Sinne der Rechtsprechung, sondern eines von mehreren 

Ereignissen, die rund 2 Monate davor ihren Anfang nahmen. Weiter 

aktenkundig sind die (Teil-)Meniskektomie im 2007 sowie die Prädisposition 

Genu varum (Radiographie vom 19. Juli 2021 mit Befund: 

"Gelenkspaltverschmälerung medial; Bericht Dr. med. F._____ vom 

8.4.2022: […] Patientin mit geraden Beinachsen und angedeutetem Varus 

[Interkondylarabstand 1-2 Querfinger]"). Neue medizinische Erkenntnisse 

liegen nicht vor. In diesem gesamten Ursachenspektrum erscheint die 

Schlussfolgerung des Versicherungsmediziners bezüglich der zwei Monate 

vor dem Ereignis vom 18. Juli 2021 beginnenden Gonarthrose als Folge des 

Ereignisses im Jahr 2007 nachvollziehbar und schlüssig. Aus diesem Vorfall 

kann daher keine Listendiagnose ergehen.

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7.2. Zusammengefasst beweist die Beschwerdegegnerin gestützt auf den 

aktenbasierenden Bericht von Dr. med. G._____ mit dem notwendigen 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit, dass die Beschwerden 

des rechten Knies auf eine beginnende posttraumatische Arthrose 

zurückzuführen sind. Die Vermutung der Leistungspflicht gemäss Art. 6 Abs. 

2 UVG ist demnach umgestossen und die Beschwerdegegnerin ist von ihrer 

Leistungspflicht befreit. Erbringt der Unfallversicherer den Gegenbeweis, 

dass eine Listenverletzung durch Abnützung oder Erkrankung entstanden ist, 

- was im konkreten Fall anhand aller Fakten zutrifft - hat die 

Krankenversicherung aufzukommen.

7.3. Ergänzend ist noch festzuhalten, dass Bundesrecht im 

Sozialversicherungsrecht den kantonalen Vorschriften vorgeht und das 

Gericht daher nicht darauf abstellen muss, ob die Beschwerdeführerin einen 

Beweisantrag für die Einholung eines Gerichtsgutachtens hätte stellen 

müssen. Im Rahmen der Untersuchungsmaxime (Art. 43 und Art. 61 lit. c 

ATSG) entscheidet das Verwaltungsgericht selbst, ob die bisherigen 

Arztberichte oder Gutachten aussagekräftig genug sind, um auf weitere 

Abklärungen verzichten zu können. Dies trifft hier gerade zu, weshalb sich 

weitere Beweisabnahmen im konkreten Fall erübrigt haben. Die damit 

verbundene antizipierte Beweiswürdigung ist nach konstanter 

bundesgerichtlicher Rechtsprechung zulässig (BGE 141 I 60 E.3.3, 136 I 229 

E.5.3).

7.4. Soweit die Beschwerdeführerin bezüglich der Begründung einer 

Leistungspflicht aus dem Unfallversicherungsgesetz auf ihre (prekäre) 

finanzielle Situation hinweist, kann sie mangels Anspruchsgrundlage nichts 

zu ihren Gunsten ableiten. Aus diesem Grunde erübrigen sich auch 

Ausführungen zu ihren Argumenten über ihre wirtschaftliche Situation als 

alleinerziehende Mutter. Mögen diese aus subjektiver Sicht durchaus 

verständlich sein, so tun sie aber rechtlich dennoch nichts zur Sache. Auch 

- 28 -

sei noch gesagt: Aufgrund der von ihr bezogenen Prämienverbilligung im 

Jahr 2022 von CHF 260.00 pro Monat hätte sie in wirtschaftlicher Hinsicht 

auch eine tiefere Franchise in der obligatorischen Grundversicherung nach 

KVG in Erwägung ziehen können. 

8.1. Was das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege (URP) betrifft, so ist 

vorliegend klarzustellen, dass die Beschwerdeführerin nicht anwaltlich 

vertreten war und das Beschwerdeverfahren (vgl. E.8.2, hiernach) kostenlos 

ist. Damit erübrigen sich Weiterungen zum Gesuch um URP. Es fehlt auch 

an einem Rechtschutzinteresse, was das URP-Gesuch obsolet werden lässt 

(vgl. Urteil des Verwaltungsgerichts S 21 115 vom 25. April 2023 E.5.3). Im 

Übrigen gilt auch bezüglich der Bedeutung und Anwendbarkeit von Art. 76 

Abs. 3 VRG (Gewährung von URP) das in E.7.3 hiervor Gesagte, wonach 

der einschlägigen Vorschrift des Bundesrechts (Art. 61 lit. f ATSG) auch in 

dieser Hinsicht auf dem Gebiet des Unfallversicherungsrechts der Vorrang 

zukommt. 

8.2. Nach Art. 61 lit. fbis ATSG sind Verfahren vor dem kantonalen 

Versicherungsgericht bei Streitigkeiten über Leistungen kostenpflichtig, wenn 

dies im jeweiligen Einzelgesetz vorgesehen ist. Art. 105 ff. UVG sehen keine 

generelle Kostenpflicht vor. Damit sind unfallversicherungsrechtliche 

Beschwerdeverfahren über Leistungen in der Regel weiterhin kostenlos. 

Vorbehalten bleibt die Kostenauflage infolge mutwilligen oder leichtsinnigen 

Verhaltens (Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. fbis in fine ATSG), was im 

konkreten Fall nicht zutrifft. Somit sind für das vorliegende Verfahren keine 

Kosten zu erheben. 

8.3. Ein Parteikostenersatz steht der obsiegenden Beschwerdegegnerin gemäss 

Art. 61 lit. g ATSG nicht zu. 

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III. Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.  

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilung]