# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 39beb2a8-4f34-56f8-96bf-8cb645d5b0f5
**Source:** Glarus (GL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-03-17
**Language:** de
**Title:** Glarus Verwaltungsgericht 17.03.2016 VG.2015.00136 (VG.2016.361)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GL_Omni/GL_VG_001_VG-2015-00136_2016-03-17.html

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GLARUS

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  Urteil vom 17. März 2016

  
	
   

  
	
   

  
	
  I. Kammer

  
	
   

  
	
   

  
	
  in Sachen

  
	
  VG.2015.00136

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    A.______

    	
    Beschwerdeführer 

    

   

  
	
  	
    vertreten durch Rechtsanwalt B.______

    

  

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  gegen

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    1.

    	
    Abteilung Jagd und
    Fischerei des Kantons Glarus 

    	
    Beschwerdegegner

    

  

  
	
   

  
	
  	
    2.

    	
    Departement Bau und
    Umwelt des Kantons Glarus  

    

  

  
	
   

  
	
   

  
	
  betreffend

  
	
   

  
	
   

  
	
  Entzug der Jagdbewilligung

  
	
   

  
	
  Die Kammer zieht in Erwägung: 

  
	
  I. 

  
	
  1. 

  
	
  Gemäss Strafbefehl der
  Staats- und Jugendanwaltschaft des Kantons Glarus vom 7. März 2013
  schoss A.______ am 6. Oktober 2012, um ca. 16.00 Uhr, im in C.______ gelegenen
  Gebiet […] einen Rehbock, entwertete für diesen aber die entsprechende
  Wildkontrollmarke nicht und brachte eine solche nicht am Hinterlauf an. Er
  wurde gemäss Art. 11 des Gesetzes über die Jagd und den Schutz wildlebender
  Säugetiere und Vögel vom 6. Mai 1979 (kantonales Jagdgesetz, JagdG) i.V.m.
  Ziffn. 8.2.1 und 8.6 der Vorschriften über die Ausübung der Jagd im
  Jahre 2012 (Jagdvorschriften 2012) schuldig gesprochen und mit einer Busse
  von Fr. 530.- bestraft.

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  2.1 In der Folge entzog ihm die Abteilung Jagd und
  Fischerei am 21. Mai 2013 die Jagdberechtigung für drei Jahre, wobei der
  Entzug für den Kanton Glarus gelten sollte. Der Wertersatz für den
  widerrechtlich erlegten und behändigten Rehbock wurde auf Fr. 400.-
  festgesetzt.

  
	
   

  
	
  2.2 Dagegen erhob A.______ am 21. Juni 2013 Beschwerde
  beim Departement Bau und Umwelt (DBU) und beantragte die Aufhebung des
  Entzugs der Jagdberechtigung. Das DBU wies die Beschwerde am 29.
  September 2015 ab.

  
	
   

  
	
  3.

  
	
  Dagegen gelangte A.______
  mit Beschwerde vom 30. Oktober 2015 ans Verwaltungsgericht und beantragte die
  Aufhebung des Entscheids des DBU vom 29. September 2015 sowie des
  Entzugs der Jagdberechtigung durch die Abteilung Jagd und Fischerei.
  Eventualiter sei die Entzugsdauer auf maximal ein Jahr festzulegen; alles
  unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Abteilung Jagd und
  Fischerei.

  
	
   

  
	
  Die Abteilung Jagd und
  Fischerei äusserte sich am 30. November 2015 zur Beschwerde, ohne aber einen
  Antrag zu stellen. Das DBU beantragte am 1. Dezember 2015 die Abweisung der
  Beschwerde. 

  
	
   

  
	
  II.

  
	
  1.

  
	
  1.1 Das Verwaltungsgericht ist gemäss Art. 10a Abs. 1
  JagdG i.V.m. Art. 105 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die
  Verwaltungsrechtspflege vom 4. Mai 1986 (VRG) zur Beurteilung der
  vorliegenden Beschwerde zuständig. Da auch die übrigen Prozessvoraussetzungen
  erfüllt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. 

  
	
   

  
	
  1.2 Mit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde können gemäss
  Art. 107 Abs. 1 VRG die unrichtige oder unvollständige Feststellung des
  rechtserheblichen Sachverhalts (lit. a) und die unrichtige Rechtsanwendung
  einschliesslich eines Missbrauchs des Ermessens (lit. b) geltend gemacht
  werden. Hingegen ist dem Verwaltungsgericht gemäss Art. 107 Abs. 2 VRG die
  Prüfung der Angemessenheit eines Entscheids abgesehen von Ausnahmefällen
  verwehrt. Ein solcher Ausnahmefall liegt nicht vor.

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  2.1 Die Beschwerdegegnerin 1, welche über den Entzug der
  Jagdberechtigung zu befinden hat, ist wie auch die nachfolgenden
  Rechtsmittelinstanzen grundsätzlich an die Feststellung des Sachverhalts
  durch den Strafrichter gebunden. Eine Abweichung ist nur dann
  zulässig, wenn die Behörde ihrem Entscheid
  Tatsachen zugrunde legt, die dem Strafrichter unbekannt waren, sich die
  Erhebung zusätzlicher Beweise aufdrängt, die Beweiswürdigung des
  Strafrichters eindeutig im Widerspruch zur Tatsachenlage stand oder wenn der
  Strafrichter nicht alle sich mit dem Sachverhalt stellenden Rechtsfragen
  abklärte (BGE 136 II 447 E. 3.1, 124 II 103 E. 1c/aa, 123 II 97
  E. 3c/aa, 121 II 127 E. 5).
  Die Verwaltungsbehörde ist unter bestimmten Umständen auch an einen
  Strafentscheid gebunden, der in einem summarischen Verfahren ergangen ist,
  selbst wenn er ausschliesslich auf einem Polizeirapport beruht. Dies gilt
  namentlich, wenn der Beschuldigte wusste oder davon ausgehen musste, dass
  neben dem Strafverfahren ein Administrativverfahren eröffnet wird (BGE 123 II
  97 E. 3c/aa; BGer-Urteil 6A.86/2006 vom 28. März 2007 E. 2).

  
	
   

  
	
  2.2 Der Strafbefehl vom 7. März 2013 stützte sich
  auf die Verzeigung vom 20. Dezember 2012 und die polizeiliche
  Einvernahme vom 6. Oktober 2012. Daraus ergibt sich, dass der
  Beschwerdeführer am 6. Oktober 2012, um ca. 16.00 Uhr, im in C.______
  gelegenen Gebiet […] einen Rehbock geschossen hatte. Danach nahm er zusammen
  mit einem Jagdlehrgänger den Rehbock weidegerecht aus und zerrte ihn nach
  unten. Anschliessend holte er sein Auto und gab dem Jagdlehrgänger die Anweisung,
  den Rehbock in seiner Firma D.______ zu deponieren. Er hatte das Tier nicht
  im Abschusskontrollbuch eingetragen. Die Wildkontrollmarke hatte er nur
  proforma angebracht, d.h. er hatte sie weder zugeklemmt noch die Daten an der
  Marke herausgebrochen. Auf diesen unbestrittenen Sachverhalt ist vorliegend
  abzustellen.

  
	
   

  
	
  3.

  
	
  Gemäss Art. 20 Abs. 1 des
  Bundesgesetzes über die Jagd und den Schutz wildlebender Säugetiere und Vögel
  vom 20. Juni 1986 (JSG) wird die Jagdberechtigung vom Richter für mindestens
  ein Jahr und höchstens zehn Jahre entzogen, wenn der Träger der Berechtigung
  vorsätzlich oder fahrlässig eine Person auf der Jagd tötet oder erheblich verletzt
  (lit. a) oder eine Widerhandlung nach Art. 17 JSG als Täter, Anstifter oder
  Gehilfe vorsätzlich begangen oder versucht hat. Wird die Jagdberechtigung
  gestützt auf Art. 20 Abs. 1 JSG entzogen, gilt der Entzug für die ganze
  Schweiz (Art. 20 Abs. 2 JSG). Die Kantone können gemäss Art. 20
  Abs. 3 JSG weitere Entzugsgründe festlegen. Die gestützt darauf erlassenen
  administrativen Verfügungen gelten nur für den betreffenden Kanton.

  
	
   

  
	
  Gemäss Art. 5 Abs. 2 lit.
  b JagdG erlässt der Landrat unter anderem Bestimmungen über die
  Voraussetzungen für den Entzug der Patente. Dies hat er mit Art. 46 Abs. 2
  der Verordnung zum kantonalen Jagdgesetz vom 27. Juni 1990 (Jagdverordnung,
  JagdV) getan, wonach die kantonale Jagdbehörde bei schweren oder wiederholten
  Verstössen gegen kantonale jagdgesetzliche Bestimmungen dem Fehlbaren die
  Jagdberechtigung bis zu fünf Jahren entziehen kann. Wird dem Berechtigten das
  Jagdpatent innerhalb von zehn Jahren nach Ablauf eines Entzugs ein weiteres
  Mal entzogen, wird ihm das Jagdpatent erst wieder abgegeben, wenn er erneut
  den Jagdlehrgang absolviert und die Eignungsprüfung für Jäger des Kantons
  Glarus bestanden hat. 

  
	
   

  
	
  Nach Art. 7 Abs. 1 lit. c
  JagdG i.V.m. Ziff. 8.2.1 der Jagdvorschriften 2012 erhält jeder Jäger dem
  Abschusskontigent entsprechende Wildkontrollmarken für Rehwild und Gamswild.
  Vor dem Behändigen (Aufbrechen und Abtransport) von erlegten Rehen oder Gämsen
  ist die entsprechende Wildkontrollmarke zu entwerten (Herausschneiden des
  Abschussdatums) und am Hinterlauf anzubringen. Bei Fehlabschüssen ist gemäss
  Ziff. 8.2.3 der Jagdvorschriften 2012 die der Wildart, dem Geschlecht
  und/oder dem Alter entsprechende Wildkontrollmarke anzubringen, sofern der
  Jäger noch im Besitz einer solchen Kontrollmarke ist. Andernfalls ist die Kontrollmarke
  des zur Erlegung beabsichtigten Stücks bezüglich Wildart, Geschlecht und
  Alter anzubringen. Widerrechtlich erlegtes Wild ist in jedem Fall
  unverzüglich und vollständig einem Wildhüter oder der Jagdverwaltung
  vorzuweisen (Ziff. 8.3.2 Abs. 1 der Jagdvorschriften 2012).

  
	
   

  
	
  4.

  
	
  4.1 Der Beschwerdeführer macht geltend, der Entzug der
  Jagdberechtigung stelle für den betroffenen Jäger einen gravierenden Eingriff
  dar, weshalb dieser einer formell-gesetzlichen Grundlage bedürfe. Die
  Regelung der Entzugsgründe im kantonalen Recht auf Verordnungsstufe genüge
  nicht und widerspreche der Kantonsverfassung. Dies ergebe sich aber auch aus
  dem Bundesrecht, wonach der dort vorgesehene Entzug der Jagdberechtigung auf
  Gesetzesstufe geregelt sei. Art. 5 Abs. 2 lit. b JagdG stelle keine genügende
  Delegationsnorm dar. Eine unterschiedliche Handhabung der Regelung von Strafe
  und administrativem Patententzug lasse sich hinsichtlich der erforderlichen Gesetzesebene
  nicht rechtfertigen. Dies gelte unabhängig davon, ob der Patententzug eine
  Nebenstrafe oder eine Massnahme darstelle. Weiter sei die Beschwerdegegnerin
  1 an die Beurteilung des Verschuldens durch die Staats- und Jugendanwaltschaft
  gebunden. Dieses sei als äusserst gering qualifiziert worden, was sich aus
  der Höhe der Busse ergebe. Selbst wenn aber die Beschwerdegegnerin 1 nicht an
  die Qualifikation des Verschuldens gebunden wäre, könnten seine Verstösse
  gegen die kantonalen Jagdvorschriften nicht als schwer qualifiziert werden.
  Es treffe nicht zu, dass er den Fehlabschuss bewusst verheimlicht habe, um
  sich und seiner Jagdgruppe einen Vorteil zu verschaffen, indem weiter auf
  Rehböcke gejagt hätte werden können. Letztlich habe er nur gegen Vorschriften
  administrativen Inhalts verstossen. Unzulässig und unrichtig sei die
  nachgeschobene Begründung, dass er wiederholt gegen jagdgesetzliche Bestimmungen
  verstossen habe. Die verfügte Massnahme erweise sich zudem als unverhältnismässig.
  Eine Entzugsdauer von mehr als einem Jahr sei nicht notwendig, um den angestrebten
  Erfolg der weidmännischen Jagdausübung zu erreichen. Schliesslich sei auch
  die überaus lange Verfahrensdauer zu seinen Gunsten zu berücksichtigen. 

  
	
   

  
	
  4.2 Der Beschwerdegegner 2 führt aus, es stehe ihm zu,
  bei hoher Arbeitslast bei der Fallbehandlung Prioritäten zu setzen. Dem
  Beschwerdeführer sei durch die Verfahrensdauer kein Nachteil erwachsen, da er
  aufgrund der aufschiebenden Wirkung des von ihm ergriffenen Rechtsmittels
  zwischenzeitlich zur Jagd berechtigt gewesen sei und dieses Recht auch
  ausgeübt habe. Der dreijährige Patententzug liege sodann im Ermessensspielraum
  der Beschwerdegegnerin 1.

  
	
   

  
	
  5.

  
	
  5.1 Gemäss Art. 5 Abs. 1 der Bundesverfassung der
  Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV) ist das Recht
  Grundlage und Schranke staatlichen Handelns. Aus dem Legalitätsprinzip wird
  abgeleitet, dass Rechtsnormen bezogen auf die Wichtigkeit ihres Inhalts auf
  der richtigen Ebene der Normenhierarchie anzusiedeln sind. Gemäss dem
  Erfordernis der Gesetzesform sollen alle für ein Gemeinwesen grundlegenden
  Rechtsnormen in einem Gesetz im formellen Sinn enthalten sein (Benjamin
  Schindler, in St. Galler BV-Kommentar, 3. A., Zürich/St. Gallen 2014,
  Art. 5 N. 36). Dies sieht auch Art. 69 Abs. 1 Satz 2 der Verfassung des
  Kantons Glarus vom 1. Mai 1988 (KV) vor, wonach die Landsgemeinde in der
  Form des Gesetzes alle grundlegenden und wichtigen Bestimmungen erlässt.
  Gemäss Art. 69 Abs. 3 KV kann die Landsgemeinde ihre Befugnisse dem
  Landrat oder dem Regierungsrat übertragen, sofern die Ermächtigung auf ein
  bestimmtes Gebiet beschränkt und nach Zweck und Umfang näher umschrieben
  wird.

  
	
   

  
	
  5.2 

  
	
  5.2.1 Im Gegensatz zum bundesrechtlich vorgesehenen Entzug
  der Jagdberechtigung, welcher eine Nebenstrafe ist (BGer-Urteil 6S.139/2003
  vom 6. August 2003 E. 2), handelt es sich bei einem kantonalen Entzug um eine
  administrative Massnahme. Dies ergibt sich bereits aus dem Wortlaut von Art.
  20 Abs. 3 JSG (vgl. auch Botschaft des Bundesrats zu einem Bundesgesetz
  über die Jagd und den Schutz wildlebender Säugetiere und Vögel vom 27. April
  1983, BBl 1983 II 1197 ff., 1217). Dabei unterscheiden sich der
  bundesrechtliche und der kantonalrechtliche Entzug der Jagdberechtigung in
  erster Linie in örtlicher Hinsicht. Wird einer Person gestützt auf Art. 20
  Abs. 1 JSG die Jagdberechtigung entzogen, so gilt der Entzug gemäss Art. 20
  Abs. 2 JSG für die ganze Schweiz. Ein gestützt auf kantonales Recht verfügter
  Entzug gilt hingegen gemäss Art. 20 Abs. 3 JSG nur für den betreffenden
  Kanton.

  
	
   

  
	
  5.2.2 Es ist nicht zu verkennen, dass ein Entzug der
  Jagdberechtigung für den Betroffenen auch dann von nicht unerheblicher
  Bedeutung ist, wenn er sich lediglich auf das Kantonsgebiet bezieht. Daraus
  lässt sich aber nicht schliessen, dass die einzelnen Voraussetzungen für den
  Patententzug zwingend in einem Gesetz im formellen Sinne festgelegt werden
  müssen.

  
	
   

  
	
  Von grundlegender
  Bedeutung ist nämlich in erster Linie die Frage, ob der Kanton gestützt auf
  Art. 20 Abs. 3 JSG überhaupt über die bundesrechtlichen Minimalvorschriften
  hinausgehen und zusätzliche Entzugsgründe festlegen will. Indem Art. 5 Abs. 2
  lit. b JagdG den Landrat damit beauftragt, die Voraussetzungen für den Entzug
  der Patente zu regeln, bejaht der Gesetzgeber diese Frage. Wäre er nämlich
  der Auffassung, dass die bundesrechtlichen Vorschriften genügten, bedürfte es
  keiner Regelung über den Patententzug im kantonalen Recht. Insofern findet
  sich die grundsätzliche Bestimmung, wonach im Kanton Glarus neben den (bundesrechtlichen)
  Entzugsgründen von Art. 20 Abs. 1 JSG weitere Entzugsgründe gelten, in einem
  Gesetz im formellen Sinne. 

  
	
   

  
	
  Während Art. 5 Abs. 2 lit.
  b JagdG bestimmt, dass im Kanton Glarus weitere Entzugsgründe für das
  Jagdpatent gelten, regelt Art. 46 Abs. 2 JagdV die Voraussetzungen für den
  Patentenzug. Dass die einzelnen Voraussetzungen für den Patententzug nicht in
  einem durch die Landsgemeinde erlassenen Gesetz, sondern durch den Landrat in
  einer Verordnung geregelt werden, lässt sich dabei mit den für die
  Gesetzesdelegation vorgesehenen Vorschriften von Art. 69 Abs. 3 KV
  vereinbaren. Die gestützt Art. 5 Abs. 2 lit. b Jagd erlassene Bestimmung
  von Art. 46 Abs. 2 JagdV beschränkt sich auf ein bestimmtes Gebiet (Voraussetzungen
  für den Patentenzug) und geht nicht über dasjenige hinaus, was durch das
  formelle Gesetz vorgegeben ist.

  
	
   

  
	
  Damit stützt sich der
  vorliegend strittige Entzug der Jagdberechtigung auf eine genügende
  gesetzliche Grundlage.

  
	
   

  
	
  6.

  
	
  Zu prüfen ist sodann, ob
  das Verhalten des Beschwerdeführers zu Recht einen Entzug der
  Jagdberechtigung zur Folge hatte.

  
	
   

  
	
  6.1 Der Entzug der Jagdberechtigung kommt gemäss Art. 46
  Abs. 2 JagdV nur bei schweren oder wiederholten Verstössen gegen kantonale
  jagdgesetzliche Bestimmungen in Betracht. Beim "schweren Verstoss"
  gegen die kantonalen jagdgesetzlichen Bestimmungen handelt es sich um einen
  unbestimmten Rechtsbegriff, der ausgelegt werden muss. Dies obliegt in erster
  Linie der mit dem Vollzug des Jagdrechts betrauten Beschwerdegegnerin 1
  (VGer-Urteil VG.2014.00082 vom 27. November 2014 E. II/5.2.4). Entgegen
  der Auffassung des Beschwerdeführers kommt dabei der Höhe der im
  Strafverfahren ausgesprochenen Busse keine entscheidwesentliche Bedeutung zu.
  Massgebend ist einzig, ob ein derart schwerer Verstoss gegen die
  Jagdvorschriften vorliegt, dass ein Entzug der Jagdberechtigung gerechtfertigt
  ist.

  
	
   

  
	
  6.2 

  
	
  6.2.1 Die Beschwerdegegnerin 1 wies im vorinstanzlichen
  Verfahren in ihrer Beschwerdeantwort vom 2. September 2013 zu Recht darauf
  hin, dass die Selbstkontrolle des erlegten Wildes durch die Jäger von diesen
  eine hohe Verantwortung und Gewissenhaftigkeit erfordere. Die Jagd ist im
  Kanton Glarus gemäss Art. 1 JagdG ein Regal des Staates. Mit dem Jagdpatent
  erteilt der Kanton dem Jäger das Recht zur Ausübung der Jagd (Art. 2 Abs. 2
  JagdG). Die administrativen Vorschriften, namentlich die Markierungspflicht
  gemäss Ziff. 8.2 der Jagdvorschriften 2012, sollen dabei einerseits
  sicherstellen, dass ein einzelner Jäger sein Jagdkontingent nicht
  überschreitet, dienen aber anderseits auch der Kontrolle über den geschossenen
  Tierbestand. 

  
	
   

  
	
  Gemäss Ziff. 2.2.1 lit. a
  der Jagdvorschriften 2012 betrug das Jagdkontingent im Jahr 2012 drei
  Rehe, wovon maximal ein Bock im zweiten Lebensjahr oder älter. Der
  Beschwerdeführer schoss am Morgen des 6. Oktober 2012 einen Rehbock, womit er
  sein Kontingent für Rehböcke ausgeschöpft hatte. Am Nachmittag des gleichen
  Tags schoss er erneut einen Rehbock. Da er noch im Besitz einer Rehwildkontrollmarke
  war, hätte er diese fachgerecht anbringen und das widerrechtlich erlegte Wild
  dem Wildhüter oder der Jagdverwaltung vorweisen müssen (Ziffn. 8.2.3 und
  8.3.2 der Jagdvorschriften 2012). Unbestritten ist, dass er dies unterliess
  und dadurch gegen die Jagdvorschriften verstiess.

  
	
   

  
	
  Strittig ist hingegen, ob
  der Beschwerdeführer den Abschuss des zweiten Rehbocks verheimlichen wollte.
  Er führte gegenüber dem Wildhüter an, dass er den Rehbock nicht habe
  markieren wollen, da seine Jagdgruppe am ersten Rehjagdtag nur noch eine
  Rehbockmarke zur Verfügung gehabt hätte. Es seien noch Sechserrehböcke im Gebiet,
  die sie erledigen möchten. In der ebenfalls am Tag des Abschusses erfolgten
  polizeilichen Einvernahme gab er an, dass der ihn begleitende Jagdlehrgänger
  den Rehbock in seiner Firma D.______ deponieren sollte. Er habe den Bock
  danach dort holen und weiter verwerten wollen. Dies führt unweigerlich zum
  Schluss, dass der Beschwerdeführer den Abschuss verheimlichen wollte.

  
	
   

  
	
  Wenn der Beschwerdeführer
  nun erstmals am 3. Mai 2013 im Rahmen des Administrativverfahrens ausführte,
  sein Plan sei gewesen, zuerst beim Wildhüter die ihm zustehende zweite
  Geissmarke abzuholen, um dann den Rehbock mit ebendieser Marke zu markieren
  und anschliessend den Fehlabschuss zu melden, ist dies als Schutzbehauptung
  zu werten. Einerseits widerspricht er damit der gegenüber dem Wildhüter getätigten
  Aussage. Anderseits ist nicht ersichtlich, weshalb er dies nicht spätestens
  bei der polizeilichen Einvernahme geltend machte. Schliesslich erweist es
  sich auch nicht als nachvollziehbar, dass er über die geänderten Kontingente
  nicht im Bilde war, legte er doch immerhin eine nicht entwertete Rehmarke auf
  den Körper des Rehbocks.

  
	
   

  
	
  Damit ergibt sich, dass
  der Beschwerdeführer willentlich und wissentlich die Markierungs- und
  Vorweisungspflicht verletzte. Dass die Vorinstanzen dies als groben Vertrauensbruch
  und demgemäss als schweren Verstoss gegen die jagdgesetzlichen Bestimmungen
  werteten, ist dabei nicht zu beanstanden. Folglich rechtfertigte sich grundsätzlich
  der Entzug der Jagdberechtigung.

  
	
   

  
	
  6.3 

  
	
  6.3.1 Die Beschwerdegegnerin 1 führte im vorinstanzlichen
  Verfahren in ihrer Beschwerdeantwort vom 2. September 2013 aus, sie habe in
  ihrer Verfügung die wiederholten Verstösse gegen die Jagdgesetzgebung durch
  den Beschwerdeführer nicht erwähnt. Er sei jedoch im Jahr 2009 wegen eines
  Verstosses gegen die Deklarationspflicht verzeigt und gebüsst worden.
  Allerdings habe er sich mit diesem Verstoss keine Vorteile verschaffen
  können, weshalb auf einen Patententzug verzichtet und der Verstoss mit einer
  Busse erledigt worden sei.

  
	
   

  
	
  6.3.2 Der Beschwerdeführer ist der Auffassung, dass dieses
  Vorbringen der Beschwerdegegnerin 1 beim vorliegend strittigen Entzug der
  Jagdberechtigung nicht berücksichtigt werden dürfe, da es sich dabei um ein
  unzulässiges Nachschieben einer Begründung handle. 

  
	
   

  
	
  Wird eine Verfügung nur
  ungenügend begründet, liegt darin grundsätzlich eine Verletzung des
  rechtlichen Gehörs im Sinne von Art. 29 Abs. 2 BV. Diese kann indessen entgegen
  der Auffassung des Beschwerdeführers im nachfolgenden Rechtsmittelverfahren
  durch das Nachschieben der Begründung geheilt werden. Wesentlich ist dabei,
  dass der Beschwerdeführer sich zur neuen Begründung aussprechen kann
  (Rechenschaftsbericht des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich [RB] 1988
  Nr. 68; sinngemäss auch BGer-Urteil 1C_572/2012 vom 17. Juli 2013 E. 2). 

  
	
   

  
	
  So verhält es sich auch
  vorliegend. Die Beschwerdegegnerin 1 ergänzte die Begründung ihrer Verfügung
  im vorinstanzlichen Beschwerdeverfahren. Der Beschwerdeführer erhielt im
  Rahmen der Replik Gelegenheit, dazu Stellung zu nehmen, womit die Gehörsverletzung
  geheilt wurde. Damit ist zu prüfen, ob sich der auf Art. 46 Abs. 2 JagdV
  gestützte Entzug der Jagdberechtigung auch deshalb rechtfertigen lässt, weil
  der Beschwerdeführer wiederholt gegen die jagdgesetzlichen Bestimmungen
  verstossen hatte.

  
	
   

  
	
  6.3.3 Unbestritten ist, dass der Beschwerdeführer mit
  Strafverfügung des Kantonsgerichts vom 21. April 2010 gestützt auf Art. 11
  JagdG i.V.m. Ziffn. 8.1.2 und 8.4 der Jagdvorschriften 2009 gebüsst wurde,
  weil er am 9. September 2009 während eines Wildtransportes von erlegtem Wild
  die amtliche Abschussmeldung nicht mitgeführt hatte. Die Jagdberechtigung
  wurde ihm dabei nicht entzogen.

   

  
	
  Zwischen den Parteien
  hingegen strittig ist, ob bei der Frage des wiederholten Verstosses gegen die
  jagdgesetzlichen Bestimmungen nur solche Verstösse zu berücksichtigen sind,
  welche tatsächlich eine administrative Sanktion nach sich gezogen hatten.

  
	
   

  
	
  Entgegen der Auffassung
  des Beschwerdeführers ist der Wortlaut der Bestimmung von Art. 46 Abs. 2
  JagdV unmissverständlich. Die Jagdberechtigung wird bei schweren oder
  wiederholten Verstössen gegen kantonale jagdgesetzliche Bestimmungen
  entzogen. Dabei wird mit keinem Wort ausgeführt, dass ein wiederholter
  Verstoss nur dann vorliegt, wenn der erste Verstoss einen Entzug der
  Jagdberechtigung zur Folge hatte. Ein solcher Verstoss kann daher auch dann
  vorliegen, wenn er lediglich strafrechtlich, nicht aber
  administrativrechtlich geahndet wurde. Wie der Beschwerdegegner 2 im angefochtenen
  Entscheid zutreffend ausführt, ergibt sich dies im Übrigen auch aus
  Art. 46 Abs. 2 Satz 2 JagdV, wonach bei einem wiederholten Entzug des
  Jagdpatents innert zehn Jahren dieses dem Berechtigten erst wieder abgegeben
  wird, wenn er erneut den Jagdlehrgang absolviert und die Eignungsprüfung für
  Jäger bestanden hat. Insofern sind zwei Tatbestände zu unterscheiden. Bei
  einem wiederholten Verstoss gegen die kantonalen jagdgesetzlichen
  Bestimmungen kann die Jagdberechtigung für fünf Jahre entzogen werden, ohne
  dass bereits der erste Verstoss administrativrechtlich sanktioniert worden
  war. Hatte hingegen bereits der erste Verstoss einen Entzug der Jagdberechtigung
  zur Folge, muss der Berechtigte erneut den Jagdlehrgang absolviert und die
  Eignungsprüfung bestanden haben, bevor er die Jagdberechtigung wieder erhält.

  
	
   

  
	
  Damit lässt sich der
  Entzug der Jagdberechtigung auch deshalb rechtfertigen, weil der
  Beschwerdeführer wiederholt gegen kantonale jagdgesetzliche Bestimmungen
  verstossen hatte.

  
	
   

  
	
  7.

  
	
  Zu prüfen ist sodann die
  Rechtmässigkeit der Dauer des Entzugs der Jagdberechtigung von drei Jahren.
  Bei deren Festlegung kommt der Beschwerdegegnerin 1 ein weiter
  Ermessensspielraum zu. Sie hat im vorinstanzlichen Verfahren auf zwei andere
  Fälle verwiesen, in denen die Jagdberechtigung ebenfalls für drei Jahre
  entzogen wurde. In einem Fall aus dem Jahr 2004 wurde ein Rehkitz an einem
  Tag abgeschossen, an dem diese Tierkategorie nicht jagdbar war. Anschliessend
  wurde der Abschuss verheimlicht, indem das Rehkitz im Gelände versteckt
  wurde. Im Jahr 2008 wurde eine Rehgeheiss widerrechtlich während der
  Hochwildjagd abgeschossen. Der Abschuss wurde auch hier verheimlicht. 

  
	
   

  
	
  Der vorliegend zu
  beurteilende Fall unterscheidet sich von den beiden anderen Fällen zunächst
  darin, dass der Beschwerdeführer mit dem Rehbock ein Tier abschoss, welches
  jagdbar war. Er hatte dafür lediglich kein Abschusskontingent mehr. Der Unrechtsgehalt
  des Abschusses ist geringer als in den vergleichbaren Fällen, was zu seinen
  Gunsten zu berücksichtigen ist. Wie in den beiden anderen Fällen versuchte
  aber auch der Beschwerdeführer den Abschuss zu verheimlichen. Sodann kommt
  erschwerend hinzu, dass er bereits im Jahr 2009 wegen eines Verstosses gegen
  die Deklarationspflicht strafrechtlich sanktioniert worden war. Zu seinen
  Gunsten ist hingegen zu berücksichtigen, dass er sein Vergehen sofort eingestand
  und sich auch sonst kooperativ zeigte.

  
	
   

  
	
  Unter Berücksichtigung all
  dieser Umstände erweist sich die verfügte Sanktion als eher streng und im
  oberen Rahmen des noch Vertretbaren. Eine Verletzung des Ermessensspielraums
  durch die Beschwerdegegnerin 1 ist aber nicht zu erkennen.

  
	
   

  
	
  8.

  
	
  8.1 Zu prüfen bleibt, ob aufgrund der Dauer des
  Verfahrens eine Reduktion oder gar eine Aufhebung der ausgesprochenen
  administrativrechtlichen Massnahme angezeigt ist.

  
	
   

  
	
  Entgegen der Auffassung
  des Beschwerdegegners 2 lässt sich der Entzug der Jagdberechtigung mit dem
  Warnungsentzug des Führerausweises vergleichen. Wie jener bezweckt er die
  Erziehung und Besserung eines Täters. Dies setzt aber voraus, dass die
  Massnahme in einem angemessenen zeitlichen Zusammenhang mit der
  sanktionierten Regelverletzung steht. Ausserdem wird mit dem Zeitablauf die
  Erforderlichkeit einer erzieherischen Sanktion relativiert, wenn sich der
  Täter in dieser Zeit wohlverhalten hat (BGE 127 II 297 E. 3d).

  
	
   

  
	
  Daraus ergibt sich, dass
  zu den bei der Festsetzung des Entzugs der Jagdberechtigung zu
  berücksichtigenden Umständen auch die Verletzung des Anspruchs auf
  Beurteilung innert angemessener Frist (Art. 29 Abs. 1 BV) zählt. Die
  Beurteilung der angemessenen Verfahrensdauer entzieht sich starren Regeln. Es
  ist in jedem Einzelfall zu prüfen, ob sich die Dauer unter den konkreten
  Umständen als angemessen erweist. Der Streitgegenstand und die damit
  verbundene Interessenlage können raschere Entscheide erfordern oder längere
  Behandlungsperioden erlauben. Zu berücksichtigen sind der Umfang und die
  Komplexität der aufgeworfenen Sachverhalts- und Rechtsfragen, das Verhalten
  des Beschuldigten und dasjenige der Behörden sowie die Zumutbarkeit für den Beschuldigten.
  Die Parteien dürfen von ihren prozessualen Rechten Gebrauch machen, müssen
  sich aber dadurch verursachte Verfahrensverzögerungen anrechnen lassen
  (BGer-Urteil 1C_485/2011 vom 16. Januar 2012 E. 2.3.1 f.).

  
	
   

  
	
  Das Bundesgericht
  erachtete etwa in einem Fall, in welchem bis zum Entscheid der kantonalen
  Sicherheitsdirektion vier Monate und bis zu demjenigen des Regierungsrats
  dreizehn Monate vergingen, den Anspruch auf Beurteilung innert angemessener
  Frist als verletzt (BGE 135 II 334 E. 2.3 und 3). Ebenso entschied es in
  einem Fall, in welchem der letztinstanzliche kantonale Entscheid etwas mehr
  als drei Jahre und der Bundesgerichtsentscheid über vier Jahre nach der
  Verkehrsregelverletzung ergingen (BGer-Urteil 1C_383/2009 vom 30. März 2010
  E. 3.4). Das Verwaltungsgericht des Kantons Zürich ging von einer Verletzung
  des Anspruchs aus, weil in einem verwaltungsinternen Rekursverfahren der
  Rekursentscheid erst acht Monate nach Abschluss des Schriftenwechsels erging
  (VGer ZH-Urteil VB.2012.00483 vom 17. Oktober 2012 E. 3.4.3,
  www.vgr.zh.ch). Dabei ist aber zu beachten, dass im Kanton Zürich die verwaltungsinternen
  Rekursinstanzen grundsätzlich innert 60 Tagen nach Abschluss der
  Sachverhaltsermittlungen zu entscheiden haben (§ 27c Abs. 1 des Zürcher Verwaltungsrechtspflegegesetzes
  vom 24. Mai 1959).

  
	
   

  
	
  8.2

  
	
  8.2.1 Soweit der Beschwerdegegner 2 geltend macht, bei
  hoher Arbeitslast stehe es ihm zu, bei der Fallbehandlung Prioritäten zu
  setzen, trifft dies sicherlich zu. Indessen darf eine hohe Arbeitslast bzw.
  eine personelle Unterdotierung nicht zu Lasten des Beschwerdeführers gehen
  (Gerold Steinmann, in St. Galler BV-Kommentar, 3. A., Zürich/St. Gallen
  2014, Art. 29 N. 25).

  
	
   

  
	
  8.2.2 Der Beschwerdeführer verstiess am 6. Oktober 2012
  gegen die jagdgesetzlichen Bestimmungen. Der Strafbefehl erging am 7. März
  2013, was angesichts des eingestandenen Sachverhalts von einer eher langen
  Dauer des strafrechtlichen Verfahrens zeugt. Anschliessend wurde dem
  Beschwerdeführer die Jagdberechtigung am 21. Mai 2013 entzogen. Dies ist
  hinsichtlich der Verfahrensdauer nicht zu beanstanden. Am 21. Juni 2013
  erhob der Beschwerdeführer gegen den Entzug der Jagdberechtigung Beschwerde
  beim Beschwerdegegner 2. Am 2. September 2013 erstattete die Beschwerdegegnerin
  1 die Beschwerdeantwort. Aufgrund des Nachschiebens der Begründung durch die
  Beschwerdegegnerin 1, was der Beschwerdeführer nicht zu verantworten hat,
  erwies sich die Anordnung eines zweiten Schriftenwechsels als erforderlich.
  Unklar ist, weshalb der Beschwerdeführer erst am 7. März 2014 zur Replik
  aufgefordert wurde. Am 12. Mai 2014 reichte er innert erstreckter
  Frist die Replik ein. Die Aufforderung zur Duplik erfolgte erst am 26. August
  2014. Die Duplik wurde durch die Beschwerdegegnerin 1 am 2. September 2014
  eingereicht. In der Folge sistierte der Beschwerdegegner 2 am 21.
  Oktober 2014 das Verfahren aufgrund eines beim Verwaltungsgericht hängigen
  Verfahrens. Das Urteil des Verwaltungsgericht (Verfahren VG.2014.00082)
  erging am 27. November 2014 und erwuchs am 19. Januar 2015 in
  Rechtskraft. Erst am 19. Februar 2015 nahm der Beschwerdegegner 2 das Verfahren
  wieder auf.

  
	
   

  
	
  8.2.3 Es ist offensichtlich, dass das Verfahren vom
  Verstoss gegen die jagdgesetzlichen Bestimmungen durch den Beschwerdeführer
  am 6. Oktober 2012 bis zum Abschluss des verwaltungsinternen
  Beschwerdeverfahrens am 29. September 2015 angesichts des einfachen
  Sachverhalts und des Fehlens komplexer Rechtsfragen deutlich zu lange
  dauerte. Der Beschwerdeführer hat dabei einzig die Erstreckung der Frist für
  die Replik zu verantworten. Offengelassen werden kann, ob die Sistierung des
  Verfahrens bis zum Entscheid des Verwaltungsgerichts im Verfahren
  VG.2014.00082 angezeigt war. Selbst wenn man die 30 Tage Fristerstreckung und
  eine grosszügig bemessene Dauer von vier Monaten für die Sistierung des
  Verfahrens abzieht, ergibt sich eine Verfahrensdauer zwischen dem Verstoss
  durch den Beschwerdeführer und dem Abschluss des verwaltungsinternen Beschwerdeverfahrens
  von mehr als zweieinhalb Jahren, wovon 22 Monate alleine auf das
  vorinstanzliche Beschwerdeverfahren anzurechnen sind. Dies ist zu einem
  grossen Teil damit zu erklären, dass im vorinstanzlichen Verfahren die notwendigen
  Verfahrensschritte nicht beförderlich unternommen wurden. 

  
	
   

  
	
  Insgesamt wurde der
  Anspruch des Beschwerdeführers auf Beurteilung innert angemessener Frist
  verletzt. Mit dieser Feststellung kann es aber nicht sein Bewenden haben.
  Zwar wiegt die Verletzung des Anspruchs nicht derart schwer, dass der Entzug
  der Jagdberechtigung durch den Zeitablauf gänzlich seiner erzieherischen
  Wirkung beraubt worden wäre. Da der Beschwerdeführer sich in den vergangenen
  drei Jahren auf der Jagd offenbar wohlverhalten hat, ist der Verletzung des Anspruchs
  auf Beurteilung innert angemessener Frist aber Rechnung zu tragen, indem die
  Entzugsdauer von drei Jahren auf ein Jahr reduziert wird. Aufgrund des
  zeitlichen Verlaufs des Verfahrens wird damit die angestrebte erzieherische
  Wirkung der Sanktion in genügender Weise erreicht.

  
	
   

  
	
  Demgemäss ist die
  Beschwerde teilweise gutzuheissen. Der Beschwerdeentscheid des
  Beschwerdegegners 2 vom 29. September 2015 ist aufzuheben und die Verfügung
  der Beschwerdegegnerin 1 vom 21. Mai 2013 dahingehend abzuändern, als dem Beschwerdeführer
  die Jagdberechtigung für ein Jahr entzogen wird.

  
	
   

  
	
  III. 

  
	
  1. 

  
	
  Nach Art. 134 Abs. 1 lit.
  c VRG hat die Partei, welche im Beschwerde-, Klage- oder Revisionsverfahren
  unterliegt, die amtlichen Kosten zu tragen. Ausgangsgemäss sind die amtlichen
  Kosten des Beschwerdeverfahrens vor dem Beschwerdegegner 2 in der Höhe von
  Fr. 1'200.- zur Hälfte dem Beschwerdeführer aufzuerlegen und zur Hälfte auf
  die Staatskasse zu nehmen. Die Voraussetzungen für eine Parteientschädigung im
  vorinstanzlichen Verfahren gemäss Art. 138 Abs. 3 lit. b VRG sind nicht
  erfüllt, da der Beschwerdegegnerin 1 beim Erlass ihrer Verfügung keine groben
  Verfahrensfehler oder offensichtlichen Rechtsverletzungen vorzuwerfen sind.

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  Die pauschale Gerichtsgebühr
  von Fr. 1'500.- ist ausgangsgemäss zur Hälfte dem Beschwerdeführer
  aufzuerlegen und zur Hälfte auf die Staatskasse zu nehmen (Art. 134 Abs.
  1 lit. c VRG i.V.m. Art. 135 Abs. 1 VRG). Vom bereits geleisteten Kostenvorschuss
  in der Höhe von Fr. 1'500.- sind dem Beschwerdeführer Fr. 750.-
  zurückzuerstatten. Der teilweise obsiegende Beschwerdeführer hat gemäss Art.
  138 Abs. 3 lit. a VRG Anspruch auf eine reduzierte
  Parteientschädigung zu Lasten des Beschwerdegegners 2. Diese ist auf Fr.
  1'250.- (inkl. Mehrwertsteuer) festzusetzen. 

  
	
  Demgemäss erkennt die Kammer:

  
	
  	
    1.

    	
    Die
    Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. Der Beschwerdeentscheid des Beschwerdegegners
    2 vom 29. September 2015 wird aufgehoben und die Verfügung der
    Beschwerdegegnerin 1 vom 21. Mai 2013 dahingehend abgeändert, als dem Beschwerdeführer
    die Jagdberechtigung für ein Jahr entzogen wird.

    
	
    2.

    	
    Die
    amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens vor dem Beschwerdegegner 2 in der
    Höhe von Fr. 1'200.- werden zur Hälfte dem Beschwerdeführer auferlegt und
    zur Hälfte auf die Staatskasse genommen.

    
	
    3.

    	
    Für
    das Beschwerdeverfahren vor dem Beschwerdegegner 2 wird keine Parteientschädigung
    zugesprochen.

    
	
    4.

    	
    Die
    Gerichtskosten in der Höhe von Fr. 1'500.- werden zur Hälfte dem Beschwerdeführer
    auferlegt und zur Hälfte auf die Staatskasse genommen. Vom bereits geleisteten
    Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 1'500.- werden dem Beschwerdeführer Fr.
    750.- zurückerstattet.

    
	
    5.

    	
    Der
    Beschwerdegegner 2 wird verpflichtet, dem Beschwerdeführer innert 30 Tagen
    nach Rechtskraft dieses Entscheids eine Parteientschädigung in der Höhe von
    Fr. 1'250.- (inkl. Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

    
	
    6.

    	
    Schriftliche
    Eröffnung und Mitteilung an:

    
	
     

    	
    […]