# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b53a5951-1505-5199-b60b-f7b7fa117999
**Source:** Glarus (GL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-08-15
**Language:** de
**Title:** Glarus Obergericht 15.08.2025 OG.2024.00037 (OGS.2025.190)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GL_Omni/GL_OG_001_OG-2024-00037_2025-08-15.html

## Full Text

Kanton Glarus

  
	
   

  
	
  Obergericht

  
	
   

  
	
   

  
	
  Es wirken mit: Obergerichtspräsidentin Dr. iur. Petra Hauser,
  Oberrichter MLaw Mario Marti ,
  Oberrichterin Ruth Hefti , Oberrichter
  Martin Ilg  und Oberrichterin Petra Zentner  sowie Gerichtsschreiber
  lic. iur. Sebastian Micheroli. 

  
	
   

  
	
   

  
	
  Urteil
  vom 15. August 2025

  
	
   

  
	
   

  
	
  Verfahren
  OG.2024.00037

  
	
   

  
	
   

  
	
  A.______

  
	
   

  
	
  Berufungskläger

  
	
   

  
	
  verteidigt durch lic.
  iur. Johannes Helbling, Rechtsanwalt

  
	
   

  
	
  gegen

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  Staats-
  und Jugendanwaltschaft des Kantons Glarus

  
	
  Berufungsbeklagte

  
	
   

  
	
  vertreten durch MLaw
  Andrea Van
  Houtven, Staatsanwältin

  
	
   

  
	
   

  
	
  betreffend

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  Nachträglicher
  richterlicher Entscheid

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  Schlussanträge des
  Berufungsklägers (gemäss Eingabe vom 25. Juli 2024, act. 121, und
  anlässlich der Berufungsverhandlung vom 25. April 2025 gestellt,
  act. 140 S. 3 und 14a):

  
	
   

  
	
  	
    1.

    	
    A.______
    sei die bedingte Entlassung aus dem Strafvollzug zu gewähren.

    
	
    2.

    	
    Die Kosten
    des Berufungsverfahrens inklusive derjenigen der amtlichen Verteidigung
    seien auf die Staatskasse zu nehmen.

    

  

  
	
  Schlussanträge der Berufungsbeklagten
  (anlässlich der Berufungsverhandlung vom 25. April 2025 gestellt, act.
  140 S. 3 und 21):

  
	
   

  
	
  Es sei die Berufung des
  Berufungsklägers A.______ vom 25. Juli 2024 vollumfänglich abzuweisen und das
  Urteil des Kantonsgerichts vom 26. Juni 2024 zu bestätigen. Dies unter
  Kostenfolge zu Lasten des Berufungsklägers. 

  
	
   

  
	
  ____________________

  
	
   

  
	
   

  
	
  Das Gericht zieht in Betracht:

  
	
   

  
	
  I.

  
	
  1.

  
	
  1.1 A.______ beging, als
  Kriminaltourist aus Litauen, im Zeitraum von Juni 2005 bis Februar 2007 in
  der Schweiz einen Diebstahl und vier Raubüberfälle auf Juwelier- resp.
  Uhrengeschäfte. Beim Raubüberfall am 5. Juli 2005 verletzte er den
  Juwelier C.______ lebensgefährlich. Anlässlich zwei weiterer Raubüberfälle
  ermordete A.______ die Juweliere – B.______ am 8. Juli 2005 in Glarus
  und D.______ am 22. Februar 2007 in Zürich – auf brutalste Weise. Er schlug,
  als kräftiger ehemaliger Kampfsportler, mit blossen Händen dermassen auf die
  Köpfe dieser beiden Personen ein, dass anfänglich jeweils die Vermutung
  bestand, ihre tödlichen Kopfverletzungen seien durch Schläge mit einem
  massiven Gegenstand verursacht worden. 

  
	
  In der Folge verurteilte das
  Obergericht des Kantons Glarus A.______ wegen mehrfachen Mordes (Art. 112
  StGB), qualifizierten Raubes (Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 und Ziff. 4 StGB),
  mehrfachen Raubes (Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB) und Diebstahl (Art. 139
  Ziff. 1 StGB) zu einer lebenslänglichen Freiheitsstrafe. Zudem wurde die
  Verwahrung (Art. 64 Abs. 1 Bst. a StGB) angeordnet (vgl. zum Ganzen das
  Urteil des Obergerichts vom 27. März 2015 im Verfahren OG.2012.00033/34). 

  
	
  Die von A.______ gegen dieses
  Urteil erhobene Beschwerde wies das Bundesgericht ab (vgl. BGE 142 IV 56
  resp. Urteil BGer 6B_513/2015 vom 4. Februar 2016).

  
	
   

  
	
  1.2 Während des Strafvollzugs
  machte sich A.______ im Januar 2020 wegen Vergehen gegen das
  Betäubungsmittelgesetz (mehrfache Begehung) strafbar. Er wurde daher am 19.
  November 2021 vom Bezirksgericht Dielsdorf zu einer Freiheitsstrafe von einem
  Monat verurteilt (vgl. act. 138). 

  
	
  Zudem wurden mehrere
  Disziplinarmassnahmen gegen A.______ verfügt, weil er mehrfach – in den
  Jahren 2019, 2020 und 2022 – unbefugt Mobiltelefone und Ladekabel besass
  (vgl. act. 127/1).  

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  Mit Entscheid vom 26. Juni 2024
  im Verfahren SG.2022.00066 lehnte das Kantonsgericht die bedingte Entlassung
  von A.______ aus dem Strafvollzug (zum wiederholten Mal) ab (vgl. act. 114).

  
	
   

  
	
  3.

  
	
  Dieser Entscheid des
  Kantonsgerichts ist der Berufung zugänglich (vgl. Art. 365 Abs. 3 StPO und
  Art. 398 Abs. 1 StPO).

  
	
  Mit Berufung kann gemäss Art. 398
  Abs. 3 StPO geltend gemacht werden, die Vor-instanz habe das Recht verletzt,
  habe den Sachverhalt unvollständig oder unrichtig festgestellt und/oder habe
  unangemessen gehandelt.

  
	
  A.______ erklärte die vorliegende
  Berufung rechtzeitig (vgl. act. 118 i.V.m. act. 121).

  
	
  Der Vollzugsbehörde kommt,
  mangels anderslautender kantonaler Bestimmung (namentlich im EG StPO), keine
  Parteistellung zu neben der Staatsanwaltschaft (vgl. Art. 104 Abs. 2 StPO e
  contrario; vgl. auch Art. 32 Abs. 3a EG StGB [GS III E/1]). 

  
	
  Das Obergericht wird, nachdem auf
  die Berufung einzutreten ist, ein neues Urteil fällen (vgl. Art. 408 Abs. 1
  StPO).

  
	
   

  
	
  4.

  
	
  Am 25. April 2025 fand vor dem
  Obergericht die mündliche Berufungsverhandlung statt (vgl. act. 140). Am 15.
  August 2025 fällte das Obergericht seinen Entscheid (act. 143). Der Entscheid
  wird schriftlich eröffnet, nachdem die Parteien auf eine mündliche
  Urteilsbekanntgabe ausdrücklich verzichteten (vgl. Art. 84 Abs. 3 StPO, act.
  140 S. 38).

  
	
   

  
	
  II.

  
	
  1.

  
	
  1.1 Der Vollzug einer
  lebenslänglichen Freiheitsstrafe geht einer zusätzlich angeordneten
  Verwahrung voraus (Art. 64 Abs. 2 Satz 1 StGB). 

  
	
  Die bedingte Entlassung erfolgt
  dann frühestens nach Verbüssung von 15 Jahren (vgl. Art. 64 Abs. 3
  StGB), wobei sie mindestens einmal jährlich zu prüfen ist (vgl. Art. 64b Abs.
  1 Bst. a StGB). 

  
	
  Der Entscheid über die Gewährung
  der bedingten Entlassung ist nach Art. 64b Abs. 2 StGB gestützt auf
  einen Bericht der Anstaltsleitung, eine unabhängige sachverständige
  Begutachtung, die Anhörung einer Fachkommission und die Anhörung des Täters
  zu treffen.

  
	
  Nach Art. 64 Abs. 3 StGB setzt
  die bedingte Entlassung voraus, dass während des Vollzugs der
  lebenslänglichen Freiheitsstrafe zu erwarten ist, dass der Täter sich in
  Freiheit bewährt. 

  
	
  Dabei muss eine hohe
  Wahrscheinlichkeit der Bewährung in Freiheit bestehen (vgl. Botschaft StGB
  BBl 1999 II 1979, 2098; BGE 142 IV 56 E. 2.4), soweit es um schwere
  Verbrechen i.S.v. Art. 64 Abs. 1 StGB – u.a. Mord und Raub – geht (vgl. BGE
  136 IV 165 E. 2.1.1; BGE 135 IV 49 E. 1.1.2.2). Mit anderen Worten muss das
  Risiko, dass erneut solche Straftaten begangen werden, gering sein. 

  
	
   

  
	
  1.2 Die bedingte
  Entlassung aus einer (lebenslänglichen) Freiheitsstrafe ohne gleichzeitig
  angeordnete Verwahrung setzt nach Art. 86 Abs. 1 (und Abs. 5) StGB
  voraus, dass «nicht anzunehmen ist, [der Gefangene] werde weitere Verbrechen
  oder Vergehen begehen». 

  
	
  Hierbei ist eine nicht ungünstige
  Prognose über das künftige Wohlverhalten (Legalprognose) erforderlich (vgl.
  z.B. Urteil BGer 6B_333/2021 vom 9. Juni 2021 E. 1.2), die sich nach dem
  klaren Wortlaut auf alle Verbrechen und Vergehen bezieht.

  
	
   

  
	
  1.3 Mithin ist die
  bedingte Entlassung auch in Fällen von Art. 64 Abs. 3 StGB nur dann möglich,
  wenn nicht nur eine hohe Wahrscheinlichkeit besteht, dass keine weiteren
  schweren Verbrechen i.S.v. Art. 64 Abs. 1 StGB begangen werden, sondern zudem
  eine nicht ungünstige Legalprognose betreffend andere Verbrechen und Vergehen
  vorliegt.

  
	
  Daran ändert nach dem Sinn und
  Zweck von Art. 64 Abs. 3 StGB nichts, dass Art. 86 StGB nach Art. 64
  Abs. 2 Satz 2 StGB nicht (direkt) anwendbar ist. 

  
	
   

  
	
  1.4 Die Legalprognose ist
  in einer Gesamtwürdigung zu erstellen, welche nebst dem Vorleben, der
  Persönlichkeit und dem Verhalten des Täters während des Strafvollzugs vor
  allem dessen neuere Einstellung zu seinen Taten, seine allfällige Besserung
  und die nach der Entlassung zu erwartenden Lebensverhältnisse berücksichtigt
  (BGE 133 IV 201 E. 2.3 m.H.).

  
	
  Wenn im Strafvollzug keine
  weitere signifikante Verbesserung der Legalprognose zu erwarten ist, kann
  unter Berücksichtigung der Legalprognose und der betroffenen Rechtsgüter dem
  Sicherheitsinteresse der Allgemeinheit Vorrang eingeräumt werden (vgl. Urteil
  BGer 7B_1083/2024 vom 2. Dezember 2024 E. 4.2.2 m.H.).

  
	
  Dem Schutzbedürfnis der
  Allgemeinheit ist umso höheres Gewicht beizumessen, je hochwertiger die
  gefährdeten Rechtsgüter sind (vgl.  BGE 133 IV 201 E. 2.3).

  
	
  Dementsprechend steht auch ein
  geringes Risiko für schwere Straftaten, insbesondere Tötungsdelikte, der
  bedingten Entlassung entgegen (vgl. Urteil BGer 7B_995/2024 vom
  8. Januar 2025 E. 6.4).

  
	
   

  
	
  1.5 Der Berufungskläger
  hat mehrere teilweise äusserst schwere Verbrechen i.S.v. Art. 64 Abs. 1
  StGB (mehrfacher Mord, qualifizierter Raub und mehrfacher Raub) und zudem ein
  weniger schweres Verbrechen (Diebstahl) begangen (siehe oben E. I Ziff.
  1.1).

  
	
  Das Sicherheitsinteresse der
  Allgemeinheit ist daher äusserst hoch zu gewichten. Dabei ist zu
  berücksichtigen, dass der Berufungskläger die verübten Morde anlässlich von
  (etwas) weniger schwerwiegenden Taten (Raubdelikte) beging (vgl. Urteil des
  Obergerichts vom 27. März 2015 im Verfahren OG.2012.00033/34; vgl. auch act.
  60 S. 103 ff.). Es besteht daher auch ein sehr grosses öffentliches Interesse
  an der Verhinderung von irgendwelchen Verbrechen oder Vergehen des
  Berufungsklägers, gerade wegen des Risikos, dass er im Rahmen solcher
  Straftaten erneut schwere Verbrechen i.S.v. Art. 64 Abs. 1 StGB begehen
  wird.

  
	
  Folglich setzt die bedingte
  Entlassung vorliegend voraus, dass der Berufungskläger mit sehr hoher
  Wahrscheinlichkeit keine schweren Verbrechen i.S.v. Art. 64 Abs. 1 StGB mehr
  begehen wird und auch das Risiko anderer Verbrechen oder Vergehen sehr gering
  ist. 

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  2.1 Gerichtlich eingeholte
  Gutachten unterliegen zwar grundsätzlich der freien Beweiswürdigung (vgl.
  Art. 10 Abs. 2 StPO), das Gericht darf aber in Fachfragen nicht ohne triftige
  Gründe von ihm abrücken und muss Abweichungen begründen (vgl. BGE 141 IV
  369 E. 6.1). 

  
	
  Gegenstand solcher Fachfragen ist
  die gutachterliche Sachverhaltsfeststellung (vgl. Art. 182 StPO). So ist der
  Gutachter dafür zuständig, die Wahrscheinlichkeit und die Art weiterer
  Delikte zu erörtern (vgl. z.B. Urteil BGer 6B_513/2015 vom 4. Februar
  2016  E. 3.4; Urteil BGer 6B_652/2021 vom 14. September 2021
  E. 1.7.3). 

  
	
  Rechtsfragen hat das Gericht
  hingegen eigenständig zu entscheiden; hierbei ist es unabhängig und nur dem
  Recht verpflichtet (vgl. Art. 191c BV). Mithin hat das Gericht einen
  eigenständigen Entscheid darüber zu treffen, ob die gesetzlichen
  Voraussetzungen für eine bedingte Entlassung im Einzelfall – aufgrund der
  gutachterlichen Feststellungen zum Sachverhalt – erfüllt sind (vgl. Urteil
  BGer 6B_652/2021 vom 14. September 2021 E. 1.7.3 und 3.3.1).

  
	
  Daher ist eine gutachterliche
  Empfehlung zur Gewährung oder Verweigerung der bedingten Entlassung an sich
  für das Gericht nicht verbindlich.

  
	
  Widersprechen sich zwei oder
  mehrere Gutachten, muss das Gericht in freier Würdigung der Gutachten darüber
  befinden, auf welches Gutachten abzustellen ist (Urteil BGer 7B_295/2023 vom
  16. Februar 2024 E. 4.4.3 m.H.). Es ist nicht zu beanstanden, wenn ein
  Gericht bei widersprüchlichen Gutachten auf das spätere Gutachten abstellt,
  sofern der zweite Sachverständige in Kenntnis des ersten Gutachtens und nach
  einlässlicher Auseinandersetzung mit diesem zu seiner Einschätzung gelangte
  (Urteil BGer 7B_295/2023 vom 16. Februar 2024 E. 4.4.4 m.H.). 

  
	
   

  
	
  2.2 

  
	
  2.2.1 In den Akten liegt
  ein Gutachten vom 22. Dezember 2022, das durch Dr. med.  E.______
  erstellt wurde (act. 23). 

  
	
  Hierbei handelt es sich um eine
  unabhängige sachverständige Begutachtung i.S.v. Art. 64b Abs. 2 Bst. b StGB,
  die gerichtlich angeordnet wurde (vgl. act. 20).

  
	
  Nach diesem Gutachten sei «die
  Wahrscheinlichkeit für schwerwiegende Gewalttaten bis hin zu Tötungsdelikten […]
  zum heutigen Zeitpunkt als gering anzusehen»; «kurzfristig bis mittelfristig»
  sei «nicht mit schwerwiegenden Straftaten zu rechnen» (vgl. act. 23 S. 84). 

  
	
  In Bezug auf Raubdelikte könne
  man von einem «geringen bis moderaten Rückfallrisiko ausgehen» (vgl. act. 23
  S. 81). 

  
	
  Das Risiko für «allgemeine
  Delinquenz», worunter Dr. E.______ auch Diebstähle und damit Verbrechen
  zählt, wird als «moderat bis hoch» eingeschätzt (vgl. act. 23 S. 81, 84
  und 88).

  
	
  Dr. E.______ hält fest, «dass
  Legalprognosen in der Regel für nur etwa zwei Jahre mit einer gewissen
  Verlässlichkeit abgegeben werden können» (vgl. act. 23 S. 81). Trotzdem sei
  «die längerfristige Prognose […] für die nächsten zwei bis vier Jahre auch
  als eher günstig anzusehen»; dies gelte «in Bezug auf schwerwiegende
  Delinquenz und weniger in Bezug auf allgemeine Delinquenz» (vgl. act. 23 S.
  84).

  
	
  Im Gutachten von Dr. E.______
  steht zudem Folgendes: «Legalprognosen […] über einen Zeitraum von mehr als
  fünf Jahren […] befinden sich bereits im Bereich der
  Zufallswahrscheinlichkeit und können nicht wissenschaftlich fundiert
  erfolgen» (vgl. act. 23 S. 81 und 84). Dennoch geht Dr. E.______ «davon aus,
  dass sowohl kurzfristig als auch mittelfristig und langfristig keine erhöhte
  Wahrscheinlichkeit für Delikte mit einer schweren Beeinträchtigung der
  physischen und/oder psychischen Integrität von Dritten mehr vorliegt» (vgl.
  act. 23 S. 87).

  
	
  Dr. E.______ gelangte zum
  Schluss, dass beim Berufungskläger aus «rein forensisch-psychiatrischer
  Sicht» einer «bedingten Entlassung nach Art. 62 StGB» nichts entgegenstünde
  (vgl. act. 23 S. 88).

  
	
  Insoweit empfiehlt Dr. E.______
  die bedingte Entlassung des Berufungsklägers.

  
	
   

  
	
  2.2.2 Vorliegend geht es
  um die bedingte Entlassung aus einer lebenslänglichen Freiheitsstrafe mit
  zusätzlich angeordneter Verwahrung, die in Art. 64 Abs. 3 StGB geregelt wird
  (siehe oben E. I Ziff. 1.1 und E. II Ziff. 1).

  
	
  Demgegenüber bezieht sich die
  Empfehlung von Dr. E.______ auf Art. 62 StGB und damit auf die bedingte
  Entlassung aus einer stationären therapeutischen Massnahme. Grund dafür ist,
  dass der Kantonsgerichtspräsident den Gutachter fälschlicherweise danach
  fragte, ob eine bedingte Entlassung nach Art. 62 StGB empfohlen werden könne
  (vgl. act. 20 S. 3).

  
	
  Nach Art. 62 Abs. 1 StGB wird der
  Täter aus dem stationären Vollzug der therapeutischen Massnahme bedingt
  entlassen, «sobald sein Zustand es rechtfertigt, dass ihm Gelegenheit gegeben
  wird, sich in der Freiheit zu bewähren». Im Vergleich dazu bestehen bei der
  bedingten Entlassung aus einer lebenslänglichen Freiheitsstrafe mit
  zusätzlich angeordneter Verwahrung nach Art. 64 Abs. 3 StGB strengere
  Anforderungen an die Legalprognose (siehe oben E. II Ziff. 1; vgl. auch
  Botschaft StGB BBl 1999 II 1979, 2098). 

  
	
  Dr. E.______ äussert sich bei
  seiner Empfehlung somit gar nicht dazu, ob im Sinne der tatsächlich
  einschlägigen Bestimmung von Art. 64 Abs. 3 StGB zu erwarten ist, dass der
  Berufungskläger sich in Freiheit bewährt. 

  
	
  Dieser Empfehlung, die für das
  Gericht an sich nicht verbindlich ist (siehe oben E. II Ziff. 2.1), kann
  daher von vornherein nicht gefolgt werden.

  
	
  Anders als Dr. E.______
  anzunehmen scheint (vgl. act. 23 S. 83; act. 74), spielt vorliegend für die
  Frage nach der Gewährung der bedingten Entlassung keine Rolle, ob weitere
  therapeutische Fortschritte und – im Hinblick auf die voraussichtliche
  Ausschaffung des Berufungsklägers bei einer allfälligen bedingten Entlassung
  –Vollzugslockerungen möglich sind. Es geht vielmehr darum, ob der
  Berufungskläger weiterhin so gefährlich ist, dass er zum Schutz der
  Allgemeinheit (in der Schweiz, aber auch im Ausland) nicht aus dem
  Strafvollzug entlassen werden kann (siehe oben E. II Ziff. 1).

  
	
   

  
	
  2.2.3 Dr. E.______ geht
  mit Bezug auf Raubdelikte weder von einem «sehr geringen» noch von einem
  (nur) «geringen», sondern von einem höheren, nämlich von einem «geringen bis
  moderaten» Rückfallrisiko aus. Ferner schätzt er die Wahrscheinlichkeit für
  schwerwiegende Gewalttaten samt Tötungsdelikten nicht etwa als «sehr gering»,
  sondern (nur) als «gering» ein. Die «längerfristige Prognose» betreffend
  «schwerwiegende Delinquenz» sieht Dr. E.______ (lediglich) als «eher günstig»
  an, was einem Risiko entspricht, das höher als «sehr gering» resp. als (nur)
  «gering» ist (siehe zum Ganzen oben E. II Ziff. 2.2.1).

  
	
  Dementsprechend mangelt es nach
  dem Gutachten von Dr. E.______ an der nach Art. 64 Abs. 3 StGB
  (vorliegend) vorausgesetzten (sehr) hohen Wahrscheinlichkeit, dass der
  Berufungskläger keine schweren Verbrechen i.S.v. Art. 64 Abs. 1 StGB mehr
  begehen wird (siehe oben E. II Ziff. 1.1 und 1.5).

  
	
  Hinzu kommt, dass sich aus dem
  Gutachten selbst Zweifel an der Einschätzung von Dr. E.______ ergeben, wonach
  das Risiko für weitere schwere Verbrechen des Berufungsklägers nicht höher
  als «gering (bis moderat)» sein soll. 

  
	
  In diesem Zusammenhang ist die
  befremdliche Feststellung von Dr. E.______ zu erwähnen, wonach es einen
  Hinweis auf eine nur «geringe grundsätzlich vorhandene Dissozialität»
  darstellen soll, dass der Berufungskläger vor einer seiner (äusserst
  schweren) Taten in der Schweiz nicht selber gefahren sei, sondern sich einen
  Fahrer organisiert habe, weil ihm zuvor der Führerausweis entzogen worden sei
  (vgl. act. 23 S. 68). 

  
	
  Ebenfalls verwunderlich ist die
  Äusserung von Dr. E.______, es sei davon auszugehen, dass der Berufungskläger
  in Litauen oder Russland «auch in nicht so einfache Lebenssituationen kommen
  wird und sich dann erst zeigen wird, wie hoch seine Bereitschaft ist, sich
  auf legalem Weg zu behaupten» (vgl. act. 23 S. 82; vgl. auch die
  diesbezüglichen Ausführungen der Staatsanwaltschaft, act. 140 S. 25). 

  
	
  Weiter erscheint es
  widersprüchlich, dass Dr. E.______ zunächst ausführt, Legalprognosen über
  einen Zeitraum von mehr als fünf Jahren könnten nicht wissenschaftlich
  fundiert erfolgen, sich dann aber dennoch darauf festlegt, es liege auch
  «langfristig keine erhöhte Wahrscheinlichkeit» für schwerwiegende Gewalttaten
  vor (siehe oben E. II Ziff. 2.2.1). 

  
	
  Zudem führt Dr. E.______ aus,
  dass der Berufungskläger nach der Bewertung «VRAG» in die «Risikokategorie 5»
  falle (vgl. act. 23 S. 76 f.). Im Gutachten selbst wird dann aber nicht
  erwähnt, dass demnach die Wahrscheinlichkeit eines gewalttätigen Rückfalls
  nach 7 Jahren bei 35 % und nach 10 Jahren bei 48 % liegt (vgl. act. 24). Vor
  dem Hintergrund dieser Prozentangaben erstaunt es, dass Dr. E.______ trotzdem
  gerade auch langfristig nur ein geringes Risiko für schwerwiegende
  Gewalttaten annimmt. 

  
	
  Ausserdem ist darauf hinzuweisen,
  dass Dr. E.______ nach eigenen Angaben nur an einem Tag mit dem
  Berufungskläger gesprochen hat, wobei das Gespräch fünf Stunden dauerte und
  kein Dolmetscher anwesend war (vgl. act. 23 S. 2 und 65). 

  
	
  Im Übrigen hält Dr. E.______ in
  seiner Stellungnahme vom 15. November 2023 fest, Dr. F.______ (siehe
  unten E. II Ziff. 2.3) die Fachkommission (siehe unten E. II Ziff. 3)
  und er (Dr. E.______) seien sich «sicherlich» darin einig, dass es
  «prognostisch ungünstig» sei, wenn der Berufungskläger «ohne entsprechende
  Vorbereitung entlassen wird» (vgl. act. 74 S. 4).

  
	
   

  
	
  2.2.4 Nach dem Gutachten
  von Dr. E.______ besteht ein «moderates bis hohes» Risiko, dass der
  Berufungskläger weniger schwere Verbrechen oder Vergehen verüben wird (siehe
  oben E. II Ziff. 2.2.1). 

  
	
  Ein solches Risiko steht der
  bedingten Entlassung des Berufungsklägers ebenfalls entgegen (siehe oben E.
  II Ziff. 1), wie auch die Staatsanwaltschaft zu Recht vorbringt (vgl. act.
  104 S. 2; act. 140 S. 23 ff.).

  
	
   

  
	
  2.2.5 Zusammengefasst kann
  der Berufungskläger schon deshalb nicht gestützt auf das Gutachten vom 22. Dezember
  2022 bedingt entlassen werden, weil das Risiko weiterer schwerer Verbrechen
  selbst nach den dortigen Angaben zu gross ist. 

  
	
  Darüber hinaus ist nach diesem
  Gutachten auch das Risiko, dass der Berufungskläger weniger schwere
  Verbrechen oder Vergehen begehen wird, zu hoch, als dass er bedingt entlassen
  werden könnte.

  
	
   

  
	
  2.3 

  
	
  2.3.1 Das Kantonsgericht
  beauftragte Dr. med. habil. F.______ mit der Erstellung eines zweiten
  Gutachtens (vgl. act. 47 und 54). 

  
	
  Das betreffende Gutachten vom 3.
  August 2023 (act. 60) stellt eine weitere unabhängige sachverständige
  Begutachtung i.S.v. Art. 64b Abs. 2 Bst. b StGB dar.

  
	
  Dr. F.______ gelangte zum
  Schluss, dass «innerhalb eines kurz- bis mittelfristigen Zeitraums» von einer
  «mittelhohen Wahrscheinlichkeit für die Verübung von Delikten, die mit einer
  schweren Beeinträchtigung der physischen und/oder psychischen Integrität von
  Dritten einhergehen», auszugehen sei. Eine bedingte Entlassung des
  Berufungsklägers könne gegenwärtig nicht empfohlen werden (vgl. act. 60 S. 107
  und 115 f.).

  
	
   

  
	
  2.3.2 Im Gutachten von Dr.
  F.______ wird festgehalten, dass er den Berufungskläger im Juli 2023 an vier
  verschiedenen Tagen befragt habe, wobei die Gespräche zwischen zwei und fünf
  Stunden gedauert hätten und ab dem zweiten Gespräch eine Dolmetscherin
  anwesend gewesen sei, weil sich am ersten Gespräch Verständnis- und
  Ausdrucksprobleme des Berufungsklägers gezeigt hätten (vgl. act. 60 S. 1, 30
  und 65 f.; vgl. auch act. 57). 

  
	
  Dem Gutachten ist zu entnehmen,
  dass Dr. F.______ den Berufungskläger immer wieder mit früheren Aussagen
  konfrontierte und ihn dabei mehrfach auf Widersprüche zu früheren Aussagen
  hinwies, wodurch dieser in ärgerliche Erregung geraten sei (vgl. act. 60 S.
  30 ff. und 65 ff.). Mithin scheint sich Dr. F.______ auf die Gespräche mit
  dem Berufungskläger akribisch vorbereitet zu haben.

  
	
  Das Gutachten von Dr. F.______
  ist äusserst detailliert und gut nachvollziehbar. Dr. F.______ nahm eine
  ausführliche Untersuchung vor. Er erstellte eine eigenständige, konkret den
  Berufungskläger betreffende Prognose, wobei er sowohl die früheren Gutachten
  als auch – zu Recht (siehe oben E. II Ziff. 1.4) – das Vorleben, insbesondere
  die schwerwiegenden Straftaten, und das Verhalten des Berufungsklägers
  während des Strafvollzugs, aber auch dessen aktuelle Einstellung zu seinen
  Taten, seine teilweise Besserung und die nach der Entlassung zu erwartenden
  Lebensverhältnisse berücksichtigte (vgl. act. 60 S. 65 ff.).

  
	
  Dem Gutachten von Dr. F.______
  sind insbesondere folgende Feststellungen zu entnehmen: Der Berufungskläger
  habe gegenüber Dr. F.______ bestritten, D.______ getötet zu haben (vgl. act.
  60 S. 58 ff. und 94 ff.). Beim Berufungskläger bestehe eine Neigung zu
  taktisch motivierten, vermeintlich sozial erwünschten Aussagen, zum
  «pathologischen Lügen», zu manipulativem Verhalten und zum Aufstau von
  Spannungen, auch aus banalen Anlässen, mit einem ventilartigen Abreagieren
  durch schwere Gewalthandlungen. Es liege eine deutlich ausgeprägte
  Persönlichkeitsakzentuierung mit dissozialen und paranoiden Zügen, eine
  erhöhte Dominanzstrebigkeit und eine erhöhte psychische Irritierbarkeit vor.
  Weitere Risikofaktoren seien die geringe Normenverhaftung, fehlendes
  Schuldbewusstsein und der Empathiemangel des Berufungsklägers sowie seine
  Neigung zur Bagatellisierung des eigenen Fehlverhaltens (vgl. act. 60
  S. 68, 75 ff., 105 f., 108 und 113 f.). Der Berufungskläger werde
  betreffend seine Taten in einem deutlichen Masse von psychologischen
  Verdrängungsmechanismen beherrscht, die ihn daran hindern würden, sich vor sich
  selbst und anderen offen mit den Risikofaktoren, die zu den Tathandlungen
  geführt haben, auseinanderzusetzen. Dies stehe der therapeutischen Arbeit an
  den Risikofaktoren im Wege. Es sei dringend notwendig, sich im Rahmen der
  Therapie nochmals mit den genaueren Hintergründen und Bedingungsfaktoren der
  Anlasstaten auseinanderzusetzen und dem Berufungskläger insbesondere auch das
  Wirksamwerden dissozialer Verdrängungsmechanismen zu verdeutlichen. Es sei
  zunächst eine erneute Intensivierung der Kriminaltherapie zu empfehlen, wobei
  vom Berufungskläger eine deutlich bessere Transparenz und Offenheit sowie die
  Aufgabe seines manipulativen Verhaltens zu fordern sei. Im weiteren
  Therapieverlauf müsse eine erneute Tataufarbeitung unter definitiver,
  wahrheitsgemässer Festlegung auf die einzelnen Tathergänge und dann eine
  Erarbeitung der darin konkret realisierten Risikofaktoren erfolgen. Ausserdem
  solle eine erneute und intensivere, durch den Einzeltherapeuten adäquat zu
  begleitende Einbindung des Berufungsklägers in gruppentherapeutische
  Massnahmen, Sportgruppen und auch wieder in eine strafvollzugsanstaltsinterne
  Arbeitsmassnahme mit stärkeren Kontakten zu anderen Menschen (Arbeitskollegen
  und Vorgesetzen) erfolgen (vgl. act. 60 S. 96 f., 105 ff., 115 ff.). Der Berufungskläger
  habe sich mehrmals bewusst dazu entschieden, Straftaten zu begehen, um sein
  Leben zu finanzieren (vgl. act. 60 S. 48 ff., 79, 84 ff., 101 ff. und
  106). Während seiner Lebensphase in Freiheit habe der Berufungskläger zu
  keiner Zeit in gefestigten Umständen mit langfristigen, verlässlichen,
  haltgebenden partnerschaftlichen, beruflichen oder sonstigen sozialen
  Bindungen gelebt. Er habe daher die Fähigkeiten, Kompetenzen und Resilienzen,
  die für die Führung eines gesellschaftlich integrierten Lebens notwendig
  seien, nicht erlernen können. Der Mangel dieser Erfahrungen könne in keiner
  Weise ersetzt werden durch die vom Berufungskläger in der Haftanstalt
  wahrgenommenen Resozialisierungsangebote, da er in dieser hochgradig
  artifiziellen und kustodialen Umgebung zu jedem Zeitpunkt intensive
  Unterstützung und Hilfe habe erfahren können und diese auch benötigt habe.
  Die vom Berufungskläger selbst vertretene Auffassung, im Falle einer
  Entlassung in die Freiheit jederzeit ohne Hilfe in der Lage zu sein, eine selbständige,
  sozial integrierte und insbesondere seine hohen Ansprüche zufriedenstellende
  Existenz aufzubauen, sei daher unrealistisch. Es sei unverzichtbar, die
  Legalbewährung des Berufungsklägers unter freiheitlichen Lebensumständen im
  Rahmen einer sorgfältig geplanten und strukturierten Resozialisierungsphase
  mit einer Überprüfung des jeweiligen Hilfe- und Kontrollbedarfs in gestuften
  Freiheitsgraden und in einen geeigneten und hinreichend delinquenzprotektiven
  externen Empfangsraum hinein zu erproben (vgl. act. 60 S. 79, 105 ff.
  und 116 f.).

  
	
  Ausserdem enthält das Gutachten
  von Dr. F.______ eine überzeugende Kritik am Gutachten von Dr. E.______ (vgl.
  act. 60 S. 109 ff.), welche Dr. E.______ in seiner Stellungnahme vom 15.
  November 2023 (act. 74) nicht zu entkräften vermag.

  
	
   

  
	
  3. 

  
	
  3.1 Der
  Kantonsgerichtspräsident ersuchte die Fachkommission des Ostschweizer
  Strafvollzugskonkordates (zur Überprüfung der Gemeingefährlichkeit von
  Straftätern und Straftäterinnen), sich zur Frage der bedingten Entlassung des
  Berufungsklägers oder einer Versetzung in den offenen Strafvollzug zu äussern
  (vgl. act. 30 und 36).

  
	
  Die hierzu erfolgte Stellungnahme
  der Fachkommission vom 27. Februar 2023 (act. 44) ist das Ergebnis der
  Anhörung einer Kommission (nach Art. 62d Abs. 2 StGB) i.S.v. Art. 64b Abs. 2
  Bst. c StGB. 

  
	
  Dabei lag der Fachkommission das
  Gutachten von Dr. E.______ vor, nicht aber dasjenige von Dr. F.______,
  welches erst später erstellt wurde.

  
	
  Die Fachkommission schloss sich
  in ihrer Stellungnahme vom 27. Februar 2023 der «positiven Ansicht des
  aktuellen Gutachters» [gemeint ist Dr. E.______] an. Die Fachkommission
  könne «unter dem Gesichtspunkt der Gemeingefährlichkeit des Gesuchstellers
  dessen bedingte Entlassung unter Einhaltung der üblichen und notwendigen
  Auflagen befürworten» (vgl. act. 44 S. 1 und 10 f.).

  
	
   

  
	
  3.2 

  
	
  3.2.1 Vorweg ist darauf
  hinzuweisen, dass sich die Zuständigkeit des Gerichts nach dem klaren
  Wortlaut sowie nach dem Sinn und Zweck von Art. 64 Abs. 3 StGB darauf
  beschränkt, die bedingte Entlassung zu prüfen und diese entweder zu gewähren
  oder zu verweigern. 

  
	
  Für den Strafvollzug an sich,
  samt Vollzugsort, ist hingegen die Vollzugsbehörde zuständig. 

  
	
  Das Kantonsgericht wird dies
  künftig zu beachten haben. 

  
	
   

  
	
  3.2.2 In der Stellungnahme
  der Fachkommission vom 27. Februar 2023 wird die Einschätzung von Dr.
  E.______, dass aus «rein forensisch-psychiatrischer Sicht» einer «bedingten
  Entlassung nach Art. 62 StGB» nichts entgegenstünde, wörtlich wiedergegeben
  (vgl. act. 44 S. 7). 

  
	
  Wie bereits ausgeführt, ist Art.
  62 StGB vorliegend nicht einschlägig (siehe oben E. II Ziff. 2.2.2). 

  
	
  Die Fachkommission scheint dies
  nicht bemerkt zu haben. 

  
	
  Sie geht in ihrer Stellungnahme
  vom 27. Februar 2023 auch nicht darauf ein, welche Anforderungen an die
  Legalprognose vorliegend bestehen und ob diese nach den Angaben im Gutachten
  von Dr. E.______ erfüllt sind, was gerade zu verneinen ist (siehe oben E. II
  Ziff. 2.2).

  
	
  Zudem wies die Fachkommission, im
  Widerspruch zu ihrer Befürwortung der bedingten Entlassung, ausdrücklich
  darauf hin, dass sie die Legalprognose als belastet ansehe und Bedenken hege,
  zumal der Berufungskläger sich seit 16 Jahren im geschlossenen Vollzug
  befinde und noch keinerlei Lockerungen erhalten habe (vgl. act. 44 S. 10).

  
	
  Ausserdem wird in der Stellungnahme
  der Fachkommission erwähnt, dass der Berufungskläger die Schweiz
  voraussichtlich verlassen müsse, wenn er bedingt entlassen würde (vgl. act.
  44 S. 11). Vor diesem Hintergrund erscheint es widersprüchlich, dass die
  Fachkommission die bedingte Entlassung des Berufungsklägers «unter Einhaltung
  der üblichen und notwendigen Auflagen» befürwortet, wie die
  Staatsanwaltschaft zu Recht geltend macht (vgl. act. 104 S. 2 f.; act. 140 S.
  28 f.).

  
	
   

  
	
  3.2.3 Nach dem
  Ausgeführten bietet auch die Stellungnahme der Fachkommission vom 27. Februar
  2023 keine tragfähige Grundlage für die Gewährung der bedingten Entlassung
  des Berufungsklägers. 

  
	
   

  
	
  4. 

  
	
  4.1 Der
  Psychiatrisch-Psychologische Dienst resp. der Therapeut des Berufungsklägers
  geht sowohl im Therapiebericht vom 30. November 2023 (act. 82) als auch in
  demjenigen vom 31. Januar 2025 (act. 126) davon aus, dass das aktuelle
  Risiko für Tötungsdelikte und für Raubdelikte «gering bis moderat» sei (vgl.
  act. 82 S. 19 f.; act. 126 S. 10 f.).

  
	
  In der Folge wird die bedinge
  Entlassung des Berufungsklägers befürwortet (vgl. act. 82 S. 22; act. 126 S.
  12).

  
	
   

  
	
  4.2 Das Risiko, dass der
  Berufungskläger wieder einen Mord oder einen Raub begehen wird, ist nach den
  genannten Therapieberichten weder «sehr gering», noch (nur) «gering», sondern
  höher, nämlich «gering bis moderat».

  
	
  Somit gehen die Therapieberichte
  von einem Risiko für schwere Verbrechen i.S.v. Art. 64 Abs. 1 StGB aus, das
  immer noch zu hoch ist, als dass die bedingte Entlassung nach Art. 64 Abs. 3
  StGB möglich wäre (siehe oben E. II Ziff. 1). 

  
	
  Im Übrigen wird die Aussagekraft
  dieser Therapieberichte dadurch relativiert, dass darin die Ansicht des
  behandelnden Therapeuten wiedergegeben wird, es sich also nicht um
  unabhängige Gutachten handelt. 

  
	
  Umso mehr ist für den gerichtlichen
  Entscheid unerheblich, dass in diesen Therapieberichten die bedingte
  Entlassung des Berufungsklägers befürwortet wird. 

  
	
   

  
	
  5. 

  
	
  5.1 Bei den
  Vollzugsberichten vom 17. Januar 2024 (act. 88) und vom 18. Februar 2025
  (act. 127), in denen die Anstaltsleitung auf Empfehlungen verzichtete,
  handelt es sich um Berichte i.S.v. Art. 64b Abs. 2 Bst. a StGB. 

  
	
  Diesen Berichten ist insbesondere
  Folgendes zu entnehmen: Der Berufungskläger befinde sich im geschlossenen
  Vollzug ohne jegliche Vollzugslockerung. Er habe in den betreffenden
  Berichtszeiträumen ein gutes Vollzugsverhalten gezeigt. Als Hausarbeiter
  arbeite er sehr strukturiert, wobei ihn Abweichungen vom Tagesablauf «schon
  fast aus der Bahn zu werfen» resp. «teilweise beinah aus dem Konzept zu bringen»
  scheinen. Der Berufungskläger habe bisher während des Strafvollzugs keine
  berufliche Aus- oder Weiterbildung absolviert. Er zahle seit 2016 jährlich
  CHF 600.— an die Opferhilfestelle des Kantons Zürich. 

  
	
  Zur Entlassungssituation resp.
  -vorbereitung finden sich im Vollzugsbericht vom 18. Februar 2025
  folgende Angaben: Der Berufungskläger werde die Schweiz nach einer
  allfälligen Entlassung aus der Haft verlassen müssen, was ihm bewusst sei und
  womit er einverstanden sei. Er würde in einem ersten Schritt nach Litauen
  zurückkehren, wo er über ein soziales Umfeld (Verwandte und Freunde) verfüge,
  mit welchem er während seiner Haftzeit im Rahmen seiner Möglichkeiten in
  Kontakt gestanden habe. In Litauen habe er eine Eigentumswohnung und ein
  Angebot für eine Stelle als Sicherheitsmitarbeiter. Zudem habe er ein Diplom
  als Barkeeper und ein abgeschlossenes Studium im Bereich Landwirtschaft. Nach
  einer anfänglichen Phase in Litauen bestünde die Option, nach Russland
  auszureisen und sich dort längerfristig niederzulassen. Er habe viele
  Verwandte in Russland, welche ihn bei der Wiedereingliederung unterstützen
  würden. Insbesondere lebe dort seine Patentante, die ihm viel bedeute. Er
  könne sich vorstellen, in Russland ein Haus zu kaufen oder zu bauen und die
  Patentante bei sich aufzunehmen. Als weiteres Szenario habe der
  Berufungskläger eine möglich Zukunft in Thailand oder Vietnam genannt. Seine
  Lebenskosten möchte er mit einer Arbeitstätigkeit sichern. Während des
  Strafvollzugs habe er Geld angespart. Zudem halte er sich die Option offen,
  seine Wohnung zu einem späteren Zeitpunkt zu verkaufen oder zu vermieten
  (vgl. act. 127 S. 3 und 5).

  
	
   

  
	
  5.2
  Im Führungsbericht der Justizvollzugsanstalt vom 1. Dezember 2023 wird
  festgehalten, dass sich auf verschiedenen Konten des Berufungsklägers
  («Freikonto», «Zweckkonto» und «Sparkonto») insgesamt über CHF 16'000.—
  befinden. Der Berufungskläger lebe sehr sparsam. Zum Teil schicke er grosse
  Geldbeträge nach Bosnien zu einer Freundin (vgl. act. 93 S. 2; vgl. auch act.
  32 S. 5).

  
	
   

  
	
  6.

  
	
  6.1 Der Berufungskläger
  konnte sich sowohl im Rahmen des kantonsgerichtlichen Verfahrens (vgl. act.
  70) als auch an der Berufungsverhandlung (vgl. act. 140) äussern. Somit ist
  eine Anhörung i.S.v. Art. 64b Abs. 2 Bst. d StGB erfolgt. 

  
	
   

  
	
  6.2 

  
	
  6.2.1 Gegenüber
  Dr. F.______ bestritt der Berufungskläger im Juli 2023, D.______ getötet
  zu haben (siehe oben E. II Ziff. 2.3.2). 

  
	
  Kurze Zeit später, an der
  Anhörung durch den Kantonsgerichtspräsidenten im Oktober 2023, sagte der
  Berufungskläger, dass er sich mehrfach therapeutisch mit den von ihm
  begangenen Straftaten auseinandergesetzt habe (vgl. act. 70 S. 3). 

  
	
  Auf diese widersprüchlichen
  Angaben angesprochen, sagte der Berufungskläger an der Berufungsverhandlung
  im April 2025 aus, es sei seine Schuld, dass D.______ tot ist (vgl. act. 140
  S. 8 f.).

  
	
  Dieses Aussageverhalten des
  Berufungsklägers lässt sich damit erklären, dass er vor den Gerichten
  taktisch motiviert aussagte, was die entsprechenden Ausführungen von Dr.
  F.______ (siehe oben E. II Ziff. 2.3.2) stützt.

  
	
   

  
	
  6.2.2 Der Berufungskläger
  sagte an der Berufungsverhandlung aus, dass es bei der ihm angebotenen Stelle
  als Sicherheitsmitarbeiter in Litauen um die Bewachung von Räumlichkeiten
  gehe (vgl. act. 140 S. 10). 

  
	
  Dies ändert nichts daran, dass es
  sich um eine Tätigkeit handelt, bei der mit einem erhöhten Risiko von
  körperlichen Auseinandersetzungen zu rechnen ist. 

  
	
  Hierdurch erhöht sich wiederum
  das Risiko von erneuten (schweren) Straftaten des Berufungsklägers, weil er
  zu einem ventilartigen Abreagieren durch schwere Gewalthandlungen neigt, wie
  im Gutachten von Dr. F.______ ausgeführt wird (siehe oben E. II Ziff. 2.3.2).

  
	
  Der Berufungskläger scheint diese
  Problematik nicht zu erkennen, was für die Weiterführung seiner Therapie
  spricht, wie Dr. F.______ empfiehlt (siehe oben E. II Ziff. 2.3.2).

  
	
   

  
	
  6.2.3 Die
  Staatsanwaltschaft äusserte an der Berufungsverhandlung den Vorschlag, dass
  der Berufungskläger zur Überprüfung der Therapiefortschritte in eine andere
  Justizvollzugsanstalt versetzt werden könnte (vgl. act. 140 S. 35 f.). 

  
	
  Der Berufungskläger zeigte sich
  dieser Idee gegenüber ablehnend (vgl. act. 140 S. 38). Für die
  ablehnende Haltung gäbe es keinen Grund, wenn er wirklich davon überzeugt
  wäre, dass er mittlerweile – insbesondere entgegen den Angaben von Dr. F.______
  (siehe oben E. II Ziff. 2.3.2) – zu einem straffreien Leben fähig ist. 

  
	
  Wie die Hinweise in den
  Vollzugsberichten, wonach es ihm schwerfällt, mit Abweichungen vom
  Tagesablauf umzugehen (siehe oben E. II Ziff. 5.1), spricht diese
  Reaktion des Berufungsklägers dafür, dass er noch nicht bereit ist für ein
  Leben in Freiheit.

  
	
   

  
	
  6.2.4 Im Urteil des Obergerichts
  vom 27. März 2015 im Verfahren OG.2012.00033/34 wird festgestellt, dass der
  Berufungskläger Forderungen von insgesamt mehr als CHF 430'000.— anerkannt
  hat; zusätzlich wurde er zur Zahlung von mehr als CHF 370'000.— verpflichtet.

  
	
  Anlässlich der
  Berufungsverhandlung gab der Berufungskläger an, dass er betreffend diese
  Forderungen von insgesamt mehr als CHF 800'000.— nichts gezahlt habe. Die CHF
  25'000.—, die er während des Strafvollzugs gespart habe, brauche er als
  Startgeld nach der Entlassung (vgl. act. 140 S. 12 f.). 

  
	
  Es mag zutreffen, dass die
  Privatkläger, wie die Verteidigung ausführte, auf monatliche Zahlungen des
  Berufungsklägers verzichteten, weil sie nicht ständig an dessen Taten
  erinnert werden wollten (vgl. act. 140 S. 19). Zudem zahlte der
  Berufungskläger immerhin jährlich CHF 600.— an die Opferhilfestelle des
  Kantons Zürich (siehe oben E. II Ziff. 5.1).

  
	
  Davon abgesehen scheint es für
  den Berufungskläger aber selbstverständlich zu sein, dass er das Geld, das er
  während des Strafvollzugs angespart hat, im eigenen Nutzen verwendet. So hat
  er sich auch nicht darum bemüht, einen Teil der Verfahrenskosten von über CHF
  100'000.— zu zahlen, die ihm das Obergericht im Urteil vom 27. März 2015
  (OG.2012.00033/34) auferlegt hat. 

  
	
  Dies spricht nicht dafür, dass
  der Berufungskläger sich ernsthaft mit seinen Taten auseinandergesetzt und
  die Verantwortung dafür übernommen hat.

  
	
   

  
	
  6.2.5 An der Berufungsverhandlung
  vom 25. April 2025 sagte der Berufungskläger aus, dass er im Falle der
  bedingten Entlassung zuerst nach Litauen gehen würde. Er würde dann schauen,
  welche Arbeit gefragt sei, vielleicht etwas im IT-Bereich oder etwas anderes.
  Er habe vor einem halben Jahr einen Computerkurs begonnen. Er plane, nicht
  lange als Sicherheitsmitarbeiter zu arbeiten (vgl. act. 140 S. 10). 

  
	
  Dem Vollzugsbericht vom 18.
  Februar 2025 (act. 127) ist zu entnehmen, dass der Berufungskläger
  verschiedene Pläne für ein künftiges Leben in Freiheit hat (siehe oben E. II
  Ziff. 5.1). Dabei wird weder ein Computerkurs noch eine mögliche Arbeit im
  IT-Bereich erwähnt. Hinzu kommt, dass er bisher während des Strafvollzugs
  keine berufliche Aus- oder Weiterbildung absolviert hat (siehe
  oben E. II Ziff. 5.1).

  
	
  Es ist daher unklar, wie und ob
  der Berufungskläger in Freiheit ein legales Einkommen erwirtschaften könnte,
  ohne dabei das Risiko von erneuten Straftaten (namentlich durch eine
  Tätigkeit als Sicherheitsmitarbeiter) zu erhöhen.

  
	
  Der Berufungskläger gab an, dass
  er in Russland ein Haus kaufen oder bauen und eine Familie gründen möchte
  (vgl. act. 23 S. 57; act. 60 S. 64 f.; act. 70 S. 4; act. 127 S. 3 und
  5). Während des Strafvollzugs schickte er einer Freundin – zu der er mittlerweile
  keinen Kontakt mehr habe (vgl. act. 70 S. 4) – in Bosnien grosse Geldbeträge
  (siehe oben E. II Ziff. 5.2). 

  
	
  Folglich ist davon auszugehen,
  dass der Berufungskläger in Freiheit, bei unklarer Einkommenssituation, einen
  erheblichen Geldbedarf haben würde und daher ein erhöhtes Risiko erneuter
  (schwerer) Straftaten aus finanziellen Gründen bestünde (siehe auch oben
  E. II Ziff. 2.3.2). 

  
	
   

  
	
  7. 

  
	
  Zusammengefasst liegen die
  Entscheidgrundlagen nach Art. 64b Abs. 2 StGB vor und ist die bedingte
  Entlassung des Berufungsklägers nach Art. 64 Abs. 3 StGB zu verweigern, weil
  namentlich das Risiko erneuter schwerer Verbrechen i.S.v. Art. 64 Abs. 1
  StGB zu hoch ist. Mithin mangelt es an einer (sehr) hohen Wahrscheinlichkeit
  der Bewährung in Freiheit und ist daher nicht zu erwarten, dass der
  Berufungskläger sich i.S.v. Art. 64 Abs. 3 StGB in Freiheit bewährt (siehe
  oben E. II Ziff. 1 ff.).

  
	
  Dies gilt selbst nach den
  Sachverhaltsfeststellungen, auf welche sich Dr. E.______, die Fachkommission
  und die Therapieberichte bei ihrer Befürwortung der bedingten Entlassung des
  Berufungsklägers stützen (siehe oben E. II Ziff. 2.2, 3 und 4).

  
	
  Ausserdem ist nach dem Gutachten
  von Dr. E.______ auch das Risiko, dass der Berufungskläger weniger schwere
  Verbrechen oder Vergehen verüben wird, zu gross, als dass die bedingte
  Entlassung gewährt werden könnte (siehe oben E. II Ziff. 2.2).

  
	
  Zudem legt Dr. F.______ in seinem
  Gutachten überzeugend dar, dass eine erhebliche, nämlich mittelhohe
  Wahrscheinlichkeit der erneuten Verübung von schweren Verbrechen i.S.v. Art.
  64 Abs. 1 StGB besteht und es nötig ist, die Therapie des Berufungsklägers
  weiterzuführen (siehe oben E. II Ziff. 2.3). Diese Einschätzung wird im
  Übrigen insbesondere auch durch die Aussagen des Berufungsklägers im vorliegenden
  Berufungsverfahren gestützt (siehe oben E. II Ziff. 6).

  
	
  Die Tatsachen, welche für den
  Entscheid über die bedingte Entlassung des Berufungsklägers nach Art. 64 Abs.
  3 StGB relevant sind, sind rechtsgenügend erwiesen i.S.v. Art. 139 Abs.
  2 StPO. Unerheblich ist, dass unterschiedliche Empfehlungen vorliegen, zumal
  diese für das Gericht nicht verbindlich sind (siehe oben E. II Ziff. 2.1
  und 4.2).

  
	
  Somit wird der Antrag des
  Berufungsklägers auf Einholung eines weiteren psychiatrischen Gutachtens
  (vgl. act. 121 S. 2 f. und act. 140 S. 2 f. und 16) abgewiesen.

  
	
   

  
	
  III.

  
	
  1

  
	
  1.1 Nach Art. 428 Abs. 1
  Satz 1 StPO tragen die Parteien die Kosten des Rechtsmittelverfahrens nach
  Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens. Ob und inwieweit eine Partei im
  Sinne dieser Bestimmung obsiegt oder unterliegt, hängt davon ab, in welchem
  Ausmass ihre vor der zweiten Instanz gestellten Anträge gutgeheissen werden
  (vgl. z.B. Urteil BGer 6B_1290/2021 vom 31. März 2022 E. 5.1 m.H.).

  
	
  Die Verfahrenskosten setzen sich
  zusammen aus den Gebühren zur Deckung des Aufwands und den Auslagen im
  konkreten Straffall (Art. 422 Abs. 1 StPO). 

  
	
  Auslagen sind namentlich auch die
  Kosten für die amtliche Verteidigung (vgl. Art. 422 Abs. 2 Bst. a StPO).
  

  
	
  Das Honorar für die amtliche
  Verteidigung beträgt CHF 180.— pro Stunde (vgl. Art. 6 des Tarifs für
  die Entschädigung der öffentlichen Verteidigung und der unentgeltlichen
  Rechtsvertretung; GS III I/5). 

  
	
  Als Wegzeit wird maximal eine
  halbe Stunde vergütet (vgl. Urteil BGer 1B_385/2021 vom 25. Oktober 2021 E.
  4.8).

  
	
  Wird die amtlich verteidigte
  Person zu den Verfahrenskosten verurteilt, so ist sie, sobald es ihre
  wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben, verpflichtet, dem Staat die
  Entschädigung der amtlichen Verteidigung zurückzuzahlen (vgl. Art. 135 Abs. 4
  StPO).

   

  
	
  1.2 Die Gerichtsgebühr für
  das Berufungsverfahren ist auf CHF 5'000.— festzusetzen (vgl. Art. 6 und Art.
  8 Abs. 1 Bst. b Ziff. 2 der Zivil- und Strafprozesskostenverordnung; GS III
  A/5).

  
	
   

  
	
  1.3 Rechtsanwalt Helbling macht
  für das Berufungsverfahren als amtliche Verteidigung eine
  Entschädigungsforderung in Höhe von insgesamt CHF 3’057.60 (inkl.
  Auslagen und MwSt.) geltend (vgl. act. 142). 

  
	
  Die betreffende Honorarrechnung
  ist nicht zu beanstanden.

  
	
   

  
	
  1.4 Da der Berufungskläger
  unterliegt, ist ihm die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren
  aufzuerlegen. 

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  2.1 Weil das Obergericht
  als Rechtsmittelinstanz einen neuen Entscheid fällt, ist auch über die von
  der Vorinstanz getroffene Kosten- und Entschädigungsregelung zu entscheiden
  (vgl. Art. 428 Abs. 3 StPO).

  
	
   

  
	
  2.2 Die Gerichtsgebühr für
  das erstinstanzliche Verfahren ist ebenfalls auf CHF 5'000.—
  festzusetzen (vgl. Art. 80 Abs. 1 Satz 1 StPO und Art. 364 Abs. 5 StPO i.V.m.
  Art. 6 und Art. 8 Abs. 1 Bst. b Ziff. 2 der Zivil- und Strafprozesskostenverordnung;
  GS III A/5).

  
	
  Hinzu kommen die Kosten für die
  beiden Gutachten in Höhe von insgesamt CHF 25’256.50 (vgl. act. 25 und
  63).

  
	
   

  
	
  2.3 Es ist keine
  Rechtsgrundlage ersichtlich, wonach dem Berufungskläger die Kosten des
  erstinstanzlichen Verfahrens vorliegend auferlegt werden könnten. 

  
	
  Allenfalls wird er sich aber im
  Rahmen von Art. 380 StGB und Art. 30a EG StGB (GS III E/1) an diesen
  (Vollzugs-)Kosten zu beteiligen haben.

  
	
   

  
	
  ____________________

  
	
  Das Gericht erkennt:

  
	
   

  
	
  	
    1.

    	
    A.______ wird die bedingte Entlassung aus dem Strafvollzug nach Art.
    64 Abs. 3 StGB verweigert.

    
	
    2.

    	
    Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren von CHF 5'000.— wird
    A.______ auferlegt.

    
	
    3.

    	
    Die Kosten
    des erstinstanzlichen Verfahrens von insgesamt CHF 30'256.50 werden
    einstweilen auf die Staatskasse genommen.

    
	
    4.

    	
    Rechtsanwalt lic. iur. Johannes Helbling wird für das Berufungsverfahren
    als amtlicher Verteidiger von A.______ aus der Gerichtskasse mit insgesamt
    CHF 3’057.60 (inkl. Auslagen und MwSt.) entschädigt. A.______ wird
    verpflichtet, der Gerichtskasse die Kosten der amtlichen Verteidigung für
    das Berufungsverfahren zurückzuerstatten, sobald es seine wirtschaftlichen
    Verhältnisse erlauben. 

    

              Schriftliche Mitteilung an:

  
	
              [...]