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**Case Identifier:** 665811dd-712d-5628-972c-bd88ae04f84d
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-02-25
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 25.02.2013 IV 2011/122
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2011-122_2013-02-25.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2011/122

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 25.02.2013

Entscheiddatum: 25.02.2013

Entscheid Versicherungsgericht, 25.02.2013
Art. 28 IVG Würdigung ärztlicher Berichte. Rückweisung zur Vornahme 
weiterer Abklärungen zum Gesundheitszustand und zur medizinischen 
Arbeitsfähigkeitsschätzung (Entscheid des Versicherungsgerichts des 
Kantons St.Gallen vom 25. Februar 2013, IV 2011/122).

Versicherungsrichter Joachim Huber (Vorsitz), a.o. Versicherungsrichterin Gertrud 

Condamin-Voney, Versicherungsrichterin Monika Gehrer-Hug; Gerichtsschreiberin 

Sibylle Betschart

 

Entscheid vom 25. Februar 2013

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Benjamin Motor, advokatur collegius, Zürcher­

strasse 1, Postfach 54, 7320 Sargans,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

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Rente

 

Sachverhalt:

A.     

A.a   A.___ meldete sich am 7. Oktober 2009 unter Hinweis auf Diskushernie sowie 

Wirbelsäulenfehlform zum Bezug beruflicher Massnahmen und für eine Rente bei der 

IV-Stelle des Kantons St. Gallen an (IV-act. 2-1 ff.). Der Versicherte weilte zuvor vom 

11. bis 31. August 2009 in stationärer Behandlung in der Klinik Valens, nachdem er seit 

dem 12. Februar 2009 zu 100 % arbeitsunfähig geschrieben war (IV-act. 25-15, 25-17). 

Im Austrittsbericht vom 16. September 2009 wurde die Diagnose eines 

lumbospondylogenen Syndroms links mit/bei einer Diskushernie L4/5 paramedien 

rechtsseitig mit leicht nach kaudal luxiertem Sequester mit Impression des Dural­

schlauches und Einengung des Spinalkanales (MRI vom 6. April 2009), Status nach 

Sakralblock am 13. Mai 2009 ohne Erfolg, Status nach CT-gesteuerter Nervenwurzel­

infiltration L5 rechts am 3. Juli 2009, subjektiv ohne Besserung, Wirbelsäulenfehlform 

und –Fehlhaltung, muskulärer Dysbalance sowie Haltungsinsuffizienz genannt. Die be­

handelnden Ärzte attestierten eine volle Arbeitsfähigkeit in einer leichten bis mittel­

schweren wechselbelastenden Tätigkeit mit einer (selten vorkommenden) maximalen 

Gewichtslimite beim Heben von der Taille zur Kopfhöhe von 7.5 kg; vorgeneigtes 

Stehen, Arbeiten über Kopf, Knien sowie Sitzen sollten nur manchmal vorkommen. Die 

oft ausgeübte angestammte Tätigkeit als Baggerfahrer sei dem Versicherten in re­

duziertem Pensum und unter Wechselbelastung halbtags möglich; zusätzlich sollte die 

sitzende Arbeitshaltung wiederholt unterbrochen werden können, um so eine gewisse 

Wechselbelastung zu bewirken (IV-act. 29-1 ff.).

A.b   Am 11. Dezember 2009 erstattete die B.___ AG einen Arbeitgeberbericht. Darin 

wurde ausgeführt, dass der Versicherte vom 28. April 1997 bis 31. Juli 2009 als 

Maschinist/Bauarbeiter beim Unternehmen tätig gewesen sei. Der Versicherte habe im 

Vollzeitpensum gearbeitet; sein letzter effektive Arbeitstag sei der 11. Februar 2009 

gewesen (IV-act. 24-1 ff.). Im beigelegten Kündigungsschreiben wurde festgehalten, 

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dass das Arbeitsverhältnis aufgelöst worden sei, weil der Versicherte trotz Verwarnung 

wieder Alkohol während der Arbeit konsumiert habe (IV-act. 24-8).

A.c   Dr. med. I.___ vom IV-internen regionalen ärztlichen Dienst (RAD) hielt am 

15. Februar 2010 in einer internen Stellungnahme fest, im Austrittsbericht der Klink 

Valens vom September 2009 werde keine Alkoholproblematik erwähnt. Der RAD 

schliesse den Fall ab (IV-act. 30-1).

A.d   Mit Schreiben vom 23. Februar 2010 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, 

dass ihm Beratung und Unterstützung bei der Stellensuche durch die interne 

Eingliederungsberatung gewährt werde (IV-act. 32-1 f.).

A.e   Am 8. Juni 2010 erstattete Dr. med. C.___, Facharzt FMH für Neurochirurgie, 

einen Bericht über die gleichentags stattgefundene konsiliarische Untersuchung. Dr. 

C.___ diagnostizierte eine aktivierte Facettengelenksproblematik L4/L5 sowie eine 

Claudicatio spinalis-Symptomatik. Zudem führte er aus, nachdem der Versicherte auf 

diverse Infiltrationen wie Sakralblock und Nervenwurzelinfiltration sowie stationäre 

Therapie keine entscheidende Schmerzlinderung erfahren habe, sei die Indikation zur 

Operation gegeben. Ab Februar 2010 sei der Versicherte als Baggerführer wieder zu 

100 % arbeitsunfähig (IV-act. 45-24). Im Bericht vom 6. Juli 2010 berichtete Dr. C.___, 

er habe an diesem Tag eine Kryorhizotomie L4/L5 und L5/S1 durchgeführt. Es sei eine 

problemlose, minimalinvasive Intervention gewesen (IV-act. 48-10).

A.f    Im Verlaufsprotokoll nach Grundsatzentscheid vermerkte die zuständige Ein­

gliederungsverantwortliche der IV-Stelle am 23. Juli 2010, gemäss Vereinbarung mit 

dem Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) werde die IV den Fall abschliessen. 

Dies, da der Versicherte optimal durch das RAV begleitet werde. Der Versicherte werde 

als motiviert und zuverlässig beschrieben. Gegenüber der IV habe er jedoch die Ver­

einbarung im (am 14. Januar 2010 unterzeichneten) Eingliederungsplan nicht ein­

gehalten (IV-act. 37-1 f.). In der Folge kündigte die IV-Stelle mit Vorbescheid vom 

30. Juli 2010 an, sie werde das Leistungsbegehren für berufliche Massnahmen 

ablehnen. Als Begründung wurde angeführt, der Versicherte werde in der Stellensuche 

weiterhin über das RAV betreut. Berufliche Massnahmen seitens der IV seien somit 

nicht notwendig (IV-act. 41-1 f.).

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A.g   Ebenfalls am 30. Juli 2010 erstattete die Stiftung Arbeitsgestaltung den 

Abschlussbericht über das Beschäftigungsprogramm des Versicherten im 

WerkBahnhof, D.___, welches er vom 17. Mai bis 30. Juli 2010 absolvierte. Darin wurde 

unter anderem ausgeführt, bei allen Arbeiten habe der Versicherte immer wieder mal 

ruhen oder umhergehen müssen, um eine Entlastung herbeizuführen. Wegen einer 

eventuell anstehenden Rückenoperation verlasse der Versicherte vorzeitig das 

Programm (IV-act. 43-1 ff.).

A.h   Am 17. August 2010 erstattete Hausarzt Dr. med E.___, Facharzt für Allgemeine 

Medizin FMH, zuhanden der IV-Stelle einen Arztbericht. Er diagnostizierte ein 

lumbospondylogenes Syndrom, eine Hypertonie sowie eine Adipositas und attestierte 

eine 100 %ige Arbeitsunfähigkeit ab dem 12. Februar 2009 sowie eine 50 %ige 

Arbeitsunfähigkeit ab dem 1. September 2009. Die bisherige Tätigkeit als Bauarbeiter 

sei dem Versicherten nicht mehr, diejenige als Baggerführer im Pensum 50 % 

zumutbar (IV-act. 45-1 f.).

A.i     Die IV-Stelle lehnte mit Verfügung vom 1. Oktober 2010 (IV-act. 46-1 f.) das 

Leistungsbegehren des Versicherten auf berufliche Massnahmen ab.

A.j     Dr. med. F.___ vom RAD hielt am 14. Dezember 2010 in einer internen 

Stellungnahme fest, die Dokumente, welche bezüglich der Beurteilung der Arbeits­

fähigkeit zuverlässig Auskunft geben könnten, seien die Berichte der Klink Valens vom 

September 2009. Die attestierte Arbeitsfähigkeit bzw. Arbeitsunfähigkeit der Klinik 

Valens könne der RAD bestätigen und übernehmen. Eine Änderung des Gesundheits­

zustandes sei seit dem Klinikaustritt im August 2009 nicht eingetreten und nicht 

dokumentiert (IV-act. 49-1 f.).

A.k   Am 23. Dezember 2010 erstattete Dr. med. G.___ von der Klinik für ortho­

pädischen Chirurgie des Kantonsspitals St. Gallen (KSSG) einen Bericht. Darin 

diagnostizierte er (mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit) ein chronifiziertes 

lumbospondylogenes Schmerzsyndrom bei degenerativen LWS-Veränderungen L3-S1. 

In einer unbelasteten Tätigkeit in wechselnd sitzend und stehender Position mit freier 

Positionswahl der Arbeitshaltung, unter Vermeidung von lediglich statischen 

Arbeitshaltungen und ohne Heben von Lasten über 10 kg sei eine mindestens 50 %ige 

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Arbeitsfähigkeit mit gegebenenfalls im Verlauf erfolgender Steigerung theoretisch 

möglich (IV-act. 52-1 ff.).

A.l     Mit Vorbescheid vom 3. Januar 2011 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die 

Abweisung des Leistungsgesuchs in Aussicht (IV-act. 54-1 f.). Der Invaliditätsgrad 

betrug 13 % (Valideneinkommen: Fr. 68'640.--, Invalideneinkommen: Fr. 59'979.--).

A.m Der Versicherte erhob am 4. Februar 2011 Einwand gegen den Vorbescheid (IV-

act. 55). Er machte im Wesentlichen geltend, seine Rückenproblematik habe sich 

massiv verschlechtert. Dem Einwand wurde der vorläufige Austrittsbericht der Klinik 

Valens vom 31. August 2009 sowie eine Röntgenaufnahme beigelegt (IV-act. 56-1 ff.).

A.n   Mit Verfügung vom 16. Februar 2011 wies die IV-Stelle das Rentengesuch des 

Versicherten bei einem errechneten Invaliditätsgrad von 13 % ab (IV-act. 58-1 ff.).

B.     

B.a   Gegen diese Verfügung richtet sich die am 21. März 2011 erhobene Beschwerde. 

Darin wird beantragt, die Verfügung sei aufzuheben und der Fall sei an die 

Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit diese das Rentenbegehren nach 

Einholung eines polydisziplinären Gutachtens bei einer Medizinischen Abklärungs-

Stelle (MEDAS Ostschweiz oder Zentralschweiz) neu beurteile. In der 

Beschwerdebegründung wird im Wesentlichen ausgeführt, die Beschwerdegegnerin 

stütze sich bei der Abweisung des IV-Leistungsbegehren einerseits auf einen in 

zeitlicher Hinsicht lange zurückliegenden Arztbericht der Klinik Valens (16. September 

2009) und andererseits auf neuere medizinische Berichte, die aber zur Frage der 

Erwerbsfähigkeit des Beschwerdeführers keine Stellung nehmen würden. Zudem sei 

unbestritten, dass der Beschwerdeführer seit längerem Alkoholprobleme habe und ihm 

auch deswegen gekündigt worden sei. Mit Aktennotiz des RAD vom 15. Februar 2010 

werde diese Frage mit dem Hinweis abgehandelt, im Austrittsbericht der Klink Valens 

vom September 2009 werde keine Alkoholproblematik erwähnt. Diese 

Schlussfolgerung mute seltsam an. Dass die Klinik Valens die Alkoholproblematik des 

Beschwerdeführers nicht erwähne, bedeute noch lange nicht, dass keine 

Alkoholabhängigkeit bestehe. Die Beschwerdegegnerin hätte  diesbezüglich zumindest 

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eine psychologische Abklärung vornehmen müssen. Die Alkoholsucht des 

Beschwerdeführers sei nämlich als IV-relevant zu betrachten. Gemäss dem 

Untersuchungsgrundsatz sei es vorliegend notwendig, dass zusätzliche medizinische 

Abklärungen getätigt würden und zwar eine profunde sowie professionelle poly­

disziplinäre Begutachtung durch eine IV-unabhängige MEDAS-Gutachterstelle der Ost- 

oder Zentralschweiz (act. G 1).

B.b   Mit Beschwerdeantwort vom 2. Mai 2011 beantragt die Beschwerdegegnerin die 

Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung führt sie im Wesentlichen aus, den medi­

zinischen Akten sei kein Hinweis auf eine Alkoholerkrankung zu entnehmen. Einzig im 

Fragebogen für Arbeitgeber vom 11. Dezember 2009 habe die B.___ AG angegeben, 

dass im Anschluss an die wiederholten Alkoholprobleme am Arbeitsplatz die 

Kündigung ausgesprochen worden sei. Im Austrittsbericht der Klinik Valens, wo sich 

der Beschwerdeführer immerhin vom 11. bis 31. August 2009 stationär aufgehalten 

habe, sei nichts von allfälligen Alkoholproblemen zu lesen. Auch in den Arztberichten 

der Dres. E.___, H.___ und G.___ seien keine Alkoholprobleme erwähnt. Falls Alkohol­

probleme akut gewesen wären, hätten diese mit grosser Wahrscheinlichkeit den Ärzten 

zumindest in der Klinik Valens auffallen müssen. Der RAV-Berater, welcher den Be­

schwerdeführer bei der Stellensuche begleitet habe, habe diesen als zuverlässig und 

motiviert beschrieben. Im Abschlussbericht des Beschäftigungsprogramms im Werk­

Bahnhof D.___ vom 25. Juli 2010 sei ebenfalls kein Alkoholproblem aufgefallen. Zudem 

sei anzumerken, dass Süchte für sich allein keine Arbeitsunfähigkeit begründeten. Auch 

sei an dieser Stelle darauf hinzuweisen, dass der Beschwerdeführer im Rahmen seiner 

Schadenminderungspflicht gehalten sei, aus eigenem Antrieb alles ihm Zumutbare zu 

unternehmen, um eine Verbesserung der Erwerbsfähigkeit zu erzielen. Dazu würde 

auch eine allfällige Entzugsbehandlung gehören. Eine IV-relevante gesundheitliche 

Beeinträchtigung im Sinne einer Alkoholerkrankung liege daher nicht vor. Die 

Beschwerdegegnerin stütze sich daher zu Recht auf den Austrittsbericht der Klinik 

Valens und die danach eingegangenen Arztberichte (act. G 4).

B.c   Der Beschwerdeführer verzichtete auf eine Replik (act. G 6).

 

Erwägungen:

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1.      

1.1    Invalidität im Sinne von Art. 8 ATSG ist die voraussichtlich bleibende oder längere 

Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der 

durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit ver­

ursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder 

teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausge­

glichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Anspruch auf eine ganze Invalidenrente 

besteht gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG, wenn die versicherte Person mindestens zu 70%, 

derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60 % invalid ist. Liegt ein 

Invaliditätsgrad von mindestens 50 % vor, wird eine halbe Rente zugesprochen und bei 

einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % eine Viertelsrente. Eine Invalidität von 

weniger als 40 % wird von der Invalidenversicherung rentenmässig nicht entschädigt.

1.2    Um den Grad der Arbeitsunfähigkeit, der Erwerbsunfähigkeit und der Invalidität 

bemessen zu können, sind Verwaltung und Gericht auf Unterlagen angewiesen, die 

ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. 

Aufgabe der ärztlichen Sachverständigen ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen 

und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten 

die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine 

wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der ver­

sicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen). 

Unter Berücksichtigung des Grundsatzes der freien Beweiswürdigung hat das Gericht 

alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen. Hin­

sichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist deshalb allein entscheidend, ob der 

Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, 

auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben 

worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der 

Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des 

Experten begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a).

2.      

Zu klären ist vorweg die Frage, ob die medizinische Aktenlage eine rechtsgenügliche 

Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers erlaubt.

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2.1    Die Beschwerdegegnerin stützt sich für die Beurteilung der zumutbaren 

Arbeitsleistung des Beschwerdeführers auf die interne Aktennotiz des RAD-Arztes 

Dr. F.___ vom 14. Dezember 2010 (IV-act. 49-2). Dieser wiederum stützt seine 

Einschätzung in der Hauptsache auf den Austrittsbericht der Klinik Valens vom 

16. September 2009 über den stationären Aufenthalt vom 11. August bis 31. August 

2009 (IV-act. 29-1 ff.). Darin wurde ein lumbospondylogenes Syndrom links bei/mit 

einer Diskushernie L4/5 paramedian rechtsseitig mit leicht nach kaudal luxiertem 

Sequester mit Impression des Duralschlauches und Einengung des Spinalkanals (MRI 

vom 6. April 2009), Status nach Sakralblock am 13. Mai 2009 ohne Erfolg, Status nach 

CT-gesteuerter Nervenwurzelinfiltration L5 rechts am 3. Juli 2009 (subjektiv ohne 

Besserung), Wirbelsäulenfehlform und –Fehlhaltung, muskulärer Dysbalance sowie 

Haltungsinsuffizienz diagnostiziert (IV-act. 29-1). Die bisherige, eher selten ausgeübte 

schwere Bauarbeitertätigkeit, wird als nicht mehr zumutbar, die oft ausgeübte Tätigkeit 

als Baggerfahrer hingegen als in reduziertem Pensum halbtags möglich bezeichnet. 

Zusätzlich sollte die sitzende Arbeitshaltung wiederholt unterbrochen werden können, 

um so eine gewisse Wechselbelastung zu bewirken. Eine leichte bis mittelschwere 

wechselbelastende Arbeit mit selten vorkommenden maximalen Lasten beim Heben 

von der Taille bis zur Kopfhöhe von 7.5 kg sei jedoch ganztags zumutbar, wobei vorge­

neigtes Stehen, Arbeiten über Kopf, Knien sowie Sitzen nur manchmal vorkommen 

dürften (IV-act. 29-2).

2.2    Der Beschwerdeführer hält in der Hauptsache sinngemäss dagegen, seit seinem 

Aufenthalt in der Rehaklinik Valens sei keine genügende Abklärung hinsichtlich einer 

adaptierten Arbeitstätigkeit erfolgt. Zudem sei seiner Alkoholproblematik keine Be­

achtung geschenkt worden bzw. es sei keine diesbezügliche psychologische 

Abklärung erfolgt (act. G 1).

3.      

3.1    Bei der Würdigung der medizinischen Situation fällt hauptsächlich ins Gewicht, 

dass die Beschwerdegegnerin den aktuellsten Bericht von Dr. G.___ von der Klinik für 

orthopädische Chirurgie des KSSG vom 23. Dezember 2010 (IV-act. 52-1 ff.) nicht in 

ihre Beurteilung der Arbeitsfähigkeitsschätzung bezüglich einer zumutbaren Tätigkeit 

einbezogen hat. Diesem kann die Diagnose eines chronifizierten lumbospondylogenen 

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Schmerzsyndroms bei degenerativen Veränderungen der Lendenwirbelsäule (LWS) 

auf Höhe L3-S1 entnommen werden. Dr. G.___ attestierte dem Beschwerdeführer bei 

einer unbelasteten Tätigkeit in wechselnd sitzender und stehender Position mit freier 

Positionswahl der Arbeitshaltung, unter Vermeidung von lediglich statischen Arbeits­

haltungen, ohne Heben von Lasten über 10 kg, eine theoretisch mögliche, gegebenen­

falls im Verlauf steigerbare mindestens 50 %ige Arbeitsfähigkeit. Die Beschwerde­

gegnerin hat es unterlassen, nach Eingang dieses ärztlichen Berichtes eine ent­

sprechende Stellungnahme beim RAD-Arzt einzuholen; eine Auseinandersetzung mit 

dem Bericht vom 23. Dezember 2009 erfolgte somit nicht. Eine solche hätte jedoch 

schon aufgrund der erheblich divergierenden ärztlichen Arbeitsfähigkeitsschätzungen 

im Austrittsbericht der Klink Valens und im Bericht von Dr. G.___ notwendigerweise 

erfolgen müssen.

3.2    RAD-Arzt Dr. F.___ stellte bei seiner Einschätzung einer 100 %igen Arbeits­

fähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit in der internen Stellungnahme vom 

14. Dezember 2010 ausschliesslich auf den Austrittsbericht der Klinik Valens vom 

16. September 2009 ab (IV-act. 49-2). Notwendig wäre jedoch auch eine ausführliche 

Würdigung und Auseinandersetzung mit dem bei der IV-Stelle am 2. November 2010 

eingegangenen Bericht der Klinik für Orthopädische Chirurgie des KSSG vom 

23. September 2010 (IV-act. 48-1, 48-8 f.) gewesen. Im Bericht wurden als Diagnosen, 

welche unter anderem auf einer aktuellen im Juni 2010 durch Dr. C.___ erstellten 

Magnetresonanztomographie (MRI) der LWS beruhten (IV-act. 48-11 f.), ein lumbo­

spondylogenes Schmerzsyndrom bei Diskopathie L3/4, L4/5 und L5/S1, eine Spondyl­

arthrose L4/5 sowie ein chronifiziertes lumbospondylogenes Schmerzsyndrom 

genannt. Schon bereits aufgrund der seit dem Austrittsbericht Valens neu gestellten, 

die Arbeitsfähigkeit möglicherweise beeinflussenden Diagnosen des chronifizierten 

lumbospondylogenen Schmerzsyndroms und der Spondylarthrose L4/5 hätte Dr. F.___ 

seine Bemerkung, eine Änderung des Gesundheitszustandes sei seit dem Klinikaustritt 

im August 2009 nicht eingetreten und nicht dokumentiert (IV-act. 49-2), zumindest 

näher begründen müssen.

3.3    Aufgrund der divergierenden Schätzungen der Arbeitsfähigkeit in adaptierter 

Tätigkeit einerseits im Austrittsbericht der Klink Valens (100 %ige Arbeitsfähigkeit) und 

andererseits im Bericht von Dr. G.___ (50 %ige Arbeitsfähigkeit) hätten im Hinblick auf 

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eine ausreichend zuverlässige Beurteilung der massgeblichen invalidenversicherungs­

rechtlichen Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers also weitere Abklärungen durch die 

Beschwerdegegnerin erfolgen müssen, denn der Austrittsbericht der Klinik Valens er­

scheint aufgrund der zwischenzeitlich neu hinzugetretenen Diagnosen veraltet und 

nicht mehr aktuell, wohingegen der Bericht von Dr. G.___ offenbar ohne Kenntnis aller 

medizinischen Vorakten erfolgte. Daher ist keinem der beiden Berichte vollständiger 

Beweiswert zuzugestehen. Den weiteren sich in den Akten befindenden medizinischen 

Berichten kann keine Arbeitsfähigkeitsschätzung in einer adaptierten Tätigkeit ent­

nommen werden. Ohne weitere medizinische Abklärungen konnte bzw. kann mithin 

nicht über das Leistungsbegehren des Beschwerdeführers entschieden werden.

3.4    Bezüglich der beschwerdeweise vorgebrachten Alkoholerkrankung ist mit der Be­

schwerdegegnerin darin einig zu gehen, dass sich in den medizinischen Akten keine 

diesbezüglichen Hinweise finden lassen. Auch dem Abschlussbericht der Stiftung 

Arbeitsgestaltung vom 25. Juli 2010 ist hinsichtlich einer Alkoholproblematik nichts zu 

entnehmen (IV-act. 43-1 ff.). Einzig aus dem Arbeitgeberbericht vom 11. Dezember 

2009 geht hervor, dass die ausgesprochene Kündigung im Anschluss an wiederholten 

Alkoholkonsum während der Arbeitszeit erfolgte (IV-act. 24-4). Mit dieser nichtmedi­

zinischen, allein im Raum stehenden Feststellung der ehemaligen Arbeitgeberin des 

Beschwerdeführers ist eine Alkoholerkrankung jedoch nicht überwiegend 

wahrscheinlich belegt, zumal es nicht erstaunen kann, dass ein Arbeitgeber bei einem 

Maschinenführer und Baggerfahrer auf Alkoholabstinenz während der Arbeit beharrt. 

Im Übrigen würde nach der Rechtsprechung selbst eine bestehende Alkoholsucht für 

sich allein keine Invalidität im Sinn des Gesetzes begründen (BGE 99 V 28 E. 2; Urteil 

des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche 

Abteilungen des Bundesgerichts] vom 13. April 2007, I 207/2006). Die Akten liefern 

auch sonst keinen Hinweis darauf, dass eine abklärungsbedürftige 

psychischeErkrankungvorliegen könnte. Mithin erscheint eine Abklärung des 

medizinischen Sachverhalts in psychischer Hinsicht für den massgebenden Zeitraum 

als nicht angezeigt, weshalb dem Antrag des Beschwerdeführers auf eine 

psychologische Abklärung nicht entsprochen werden kann.

3.5    Zusammenfassend ist somit festzustellen, dass weder die ärztliche Beurteilung 

des RAD noch die sich in den Akten befindenden Arzt- bzw. Klinikberichte eine 

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ausreichend zuverlässige Beurteilung des Gesundheitszustandes in rheumatologisch-

orthopädischer Hinsicht und der unter invalidenversicherungsrechtlichen 

Gesichtspunkten massgeblichen Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers (bis zum 

Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung vom 16. Februar 2011) zulassen. 

Der Sachverhalt erweist sich als ungenügend abgeklärt. Indessen erscheint ein 

polydisziplinäres Gutachten – wie vom Beschwerdeführer beantragt (act. G 1) – 

angesichts des ausschliesslich im rheumatologisch-orthopädischen Bereich liegenden 

relevanten Gesundheitsschadens vorliegend als nicht angezeigt.

4.      

4.1    Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung der 

angefochtenen Verfügung vom 16. Februar 2011 gutzuheissen, und die Sache ist zur 

ergänzenden medizinischen Abklärung in rheumatologischer-orthopädischer Hinsicht 

im Sinne der Erwägungen und entsprechender neuer Verfügung an die Beschwerde­

gegnerin zurückzuweisen.

4.2    Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Die unterliegende Beschwerdegegnerin 

hat die gesamte Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. Der vom 

Beschwerdeführer geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist ihm zurückzuerstatten.

4.3    Bei diesem Verfahrensausgang hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine 

Parteientschädigung. Diese ist vom Gericht ermessensweise festzusetzen, wobei 

insbesondere der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand Rechnung zu tragen 

ist (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). Angesichts der nicht 

sehr umfangreichen Beschwerdeschrift und des Verzichts auf eine Replik erscheint der 

Bedeutung und Komplexität der Streitsache angemessen eine Parteientschädigung 

von Fr. 3'000.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer).

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

entschieden:

bis

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1.       Die Beschwerde wird dahingehend gutgeheissen, dass die angefochtene 

Verfügung vom 16. Februar 2011 aufgehoben und die Sache zur weiteren Abklärung im 

Sinne der Erwägungen und zur neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückge­

wiesen. wird.

2.       Die Beschwerdegegnerin hat eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. 

Der vom Beschwerdeführer geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird ihm zurück­

erstattet.

3.       Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung 

von Fr. 3'000.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

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		2025-07-19T10:58:25+0200
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