# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6937edae-d83a-5e84-a013-ac26c77c9bc6
**Source:** Basel-Landschaft (entscheidsuche) (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-06-19
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 19.06.2025 720 24 150 (720 2024 150)
**Docket/Reference:** 720 24 150
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-24-150_2025-06-19.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 19. Juni 2025 (720 24 150) 
 

____________________________________________________________________ 

 

 

Invalidenversicherung 

 

 

Der Umschulungsanspruch setzt grundsätzlich eine Mindesterwerbseinbusse von rund 

20 % in den bisher ausgeübten oder in den für die versicherte Person ohne zusätzliche 

Ausbildung offenstehenden, noch zumutbaren Erwerbstätigkeiten voraus, wobei es sich 

hierbei nach der Rechtsprechung um einen blossen Richtwert handelt / Bemessung des 

Valideneinkommens anhand von LSE-Tabellenlöhnen / Frage des anwendbaren Kompe-

tenzniveaus  

 

 
Besetzung Präsident Dieter Freiburghaus, Kantonsrichter Beat Hersberger, 

Kantonsrichter Daniel Noll, Gerichtsschreiber Markus Schäfer 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführer 
  

 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, 
Beschwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff Berufliche Massnahmen  
 
 
 
A. Der 1970 geborene A.____, gelernter Chemielaborant, war ab März 2007 als Ge-
schäftsführer-Stellvertreter für die B.____ AG, einen Gastronomiebetrieb, tätig. Von Januar 

 

 
 
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2015 bis zu seinem Ausscheiden aus dem Betrieb im Januar 2017 war er als Geschäftsführer 
mit Einzelunterschrift der genannten Firma im Handelsregister eingetragen.  
 
Im Dezember 2019 meldete sich A.____ unter Hinweis auf Beschwerden an der rechten Schul-
ter, die auf einen im Oktober 2015 erlittenen Unfall zurückgehen würden, bei der Eidgenössi-
schen Invalidenversicherung (IV) zum Bezug von Leistungen an. Nach Abklärung der medizini-
schen und erwerblichen Verhältnisse sprach die IV-Stelle Basel-Landschaft dem Versicherten 
mit Verfügung vom 20. November 2020 für den Zeitraum vom 1. Juni 2020 bis 30. September 
2020 eine befristete halbe Rente zu.  
 

Am 8. März 2022 meldete sich A.____ - wiederum unter Hinweis auf seine Schulterbeschwer-
den - ein zweites Mal bei der IV zum Leistungsbezug an. Gestützt auf ihre Abklärungen ermittel-
te die IV-Stelle beim Versicherten ab 15. Juli 2022 einen Invaliditätsgrad von 100 % und ab 
19. April 2023 einen solchen von 8 %. Unter Verweis auf die am 1. Januar 2024 in Kraft getre-
tene Bestimmung von Art. 26bis Abs. 3 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) 
vom 17. Januar 1961 berechnete sie sodann per 1. Januar 2024 den Invaliditätsgrad neu und 
gelangte dabei zu einem Ergebnis von 17 %. Gestützt auf die genannten, von ihr ermittelten 
Invaliditätsgrade sprach die IV-Stelle A.____ nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren mit 
Verfügung vom 20. März 2024 für den Zeitraum vom 1. September 2022 bis 31. Juli 2023 eine 
befristete ganze Rente zu. Gleichzeitig lehnte sie einen weiteren Rentenanspruch ab 1. August 
2023 ab. In Bezug auf den Beginn der befristeten Rente orientierte die IV-Stelle den Versicher-
ten darüber, dass der Rentenanspruch frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Gel-
tendmachung des Leistungsanspruchs entstehe. Seine Anmeldung sei im März 2022 einge-
gangen, weshalb die Rente erst ab 1. September 2022 ausgerichtet werden könne. Im Weiteren 
wies die IV-Stelle A.____ in der genannten Verfügung im Zusammenhang mit seinem Antrag 
auf berufliche Massnahmen darauf hin, dass er für das Finden der zumutbaren Tätigkeiten nicht 
auf die spezifischen Fachkenntnisse der IV angewiesen sei, da eine volle Arbeits- und Leis-
tungsfähigkeit für eine entsprechende Stelle bestehe.  
 
B. Mit Eingabe vom 3. Mai 2024 gelangte A.____ an die IV-Stelle. Darin brachte er zum 
Ausdruck, dass es ihm nicht um die Zusprache einer Rente, sondern um die Gewährung beruf-
licher Massnahmen (insbesondere einer Umschulung) gehe. Falls die IV-Stelle der Auffassung 
sei, dass für die Geltendmachung dieses Anspruchs die Verfügung vom 20. März 2024 ange-
fochten werden müsse, obwohl darin mit keinem Wort berufliche Massnahmen erwähnt würden, 
sei seine Eingabe als Beschwerde gegen die genannte Verfügung zu betrachten.  
 
C. Am 22. Mai 2024 leitete die IV-Stelle das Schreiben von A.____ vom 3. Mai 2024 an 
das Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht), weiter. Dieses bat 
den Versicherten am 28. Mai 2024 um Präzisierung, ob sich seine Eingabe als Beschwerde 
gegen die Ablehnung des Anspruchs auf berufliche Massnahmen oder auch gegen die befriste-
te Zusprache der Invalidenrente richte. Gleichzeitig wies es den Versicherten darauf hin, dass 
seine Eingabe den gesetzlichen Anforderungen an eine Beschwerde nicht genüge. Sie räumte 
ihm deswegen für die Verbesserung der Beschwerde eine unerstreckbare Nachfrist bis 18. Juni 
2024 ein.  

 

 
 
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D. Am 16. Juni 2024 reichte A.____ die verbesserte Beschwerde ein. Darin präzisierte er 
vorab, dass sich die Beschwerde nur auf die Ablehnung seines Anspruchs auf berufliche Mass-
nahmen, insbesondere eines aus seiner Sicht bestehenden Anspruchs auf eine Umschulung, 
beziehe. Mit seiner Eingabe stelle er weder die Zusprache einer ganzen Rente vom 
1. September 2022 bis 31. Juli 2023 noch die Ablehnung eines Rentenanspruchs ab 1. August 
2023 in Frage. A.____ beantragte deshalb, es sei die Verfügung vom 20. März 2024 aufzuhe-
ben, soweit damit seine Ansprüche auf berufliche Massnahmen abgelehnt würden, und es sei 
die IV-Stelle zu verpflichten, ihm berufliche Massnahmen, insbesondere eine Umschulung, zu 
gewähren; unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der IV-Stelle.  
 
E. In ihrer Vernehmlassung vom 29. August 2024 beantragte die IV-Stelle die Abweisung 
der Beschwerde.  
 
F. In seiner Replik vom 1. Oktober 2024 hielt der Beschwerdeführer an seinen Rechtsbe-
gehren und an seinen bisher vorgetragenen Argumenten fest. Die IV-Stelle teilte am 16. Okto-
ber 2024 mit, dass sie auf die Einreichung einer Duplik verzichte. Sie beantrage unter Hinweis 
auf die angefochtene Verfügung und ihre Vernehmlassung nach wie vor die Abweisung der Be-
schwerde. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 

1.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) 
vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versiche-
rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anfechtungsobjekt des vorliegenden 
Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig-
keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes 
über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beur-
teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons 
Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur Be-
handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig.  
 
1.2 Da die ursprüngliche Beschwerdeeingabe vom 3. Mai 2024 den gesetzlichen Former-
fordernissen des § 5 Abs. 1 und 2 VPO nicht genügte, räumte das Kantonsgericht dem Versi-
cherten eine unerstreckbare Nachfrist zur Einreichung einer verbesserten Beschwerde ein. Mit 
Eingabe vom 16. Juni 2024 kam der Beschwerdeführer dieser Aufforderung innert der ihm ein-
geräumten Frist nach. Somit kann auf die Beschwerde des Versicherten eingetreten werden.  
 
1.3 Am 1. Januar 2022 trat die vom Gesetzgeber am 19. Juni 2020 beschlossene Ände-
rung des IVG ("Weiterentwicklung der IV", WEIV) in Kraft. Die vorliegend angefochtene Verfü-
gung erging nach dem 1. Januar 2022 und zur Diskussion steht ein ebenfalls erst nach diesem 
Datum zur Diskussion stehender Anspruch des Versicherten auf berufliche Massnahmen und 
zwar insbesondere auf eine Umschulung. Die Angelegenheit ist deshalb in Anwendung der ab 

 

 
 
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1. Januar 2022 geltenden Fassungen des IVG, der IVV und des Bundesgesetzes über den All-
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 zu beurteilen.  
 
2. Streitig und zu prüfen ist, ob die IV-Stelle einen Anspruch des Beschwerdeführers auf 
berufliche Massnahmen, insbesondere auf eine Umschulung, zu Recht ablehnte. 
 
3.1 Nach Art. 8 Abs. 1 IVG haben invalide oder von einer Invalidität (Art. 8 ATSG) bedrohte 
Versicherte Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit diese notwendig und geeignet 
sind, die Erwerbsfähigkeit wiederherzustellen, zu erhalten oder zu verbessern (lit. a) und die 
Voraussetzungen für den Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind (lit. b). Gemäss 
Art. 8 Abs. 1bis IVG besteht der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen unabhängig von der 
Ausübung einer Erwerbstätigkeit vor Eintritt der Invalidität. Bei der Festlegung der Massnahmen 
sind insbesondere zu berücksichtigen: das Alter (lit. a); der Entwicklungsstand (lit. b); die Fähig-
keiten der versicherten Person (lit. c); und die zu erwartende Dauer des Erwerbslebens (lit. d). 
Laut Art. 8 Abs. 3 IVG bestehen die Eingliederungsmassnahmen unter anderen in Massnahmen 
beruflicher Art (lit. b), wozu gemäss Art. 17 IVG insbesondere auch die die Umschulung zählt. 
 
3.2 Gemäss Art. 17 Abs. 1 IVG hat die versicherte Person Anspruch auf Umschulung in 
eine neue Erwerbstätigkeit, wenn die Umschulung infolge Invalidität notwendig ist und dadurch 
die Erwerbsfähigkeit voraussichtlich erhalten oder verbessert werden kann. Unter Umschulung 
ist dabei rechtsprechungsgemäss grundsätzlich die Summe der Eingliederungsmassnahmen 
berufsbildender Art zu verstehen, die notwendig und geeignet sind, der vor Eintritt der Invalidität 
bereits erwerbstätig gewesenen versicherten Person eine ihrer früheren annähernd gleichwerti-
ge Erwerbsmöglichkeit zu vermitteln. Dabei bezieht sich der Begriff der "annähernden Gleich-
wertigkeit" nicht in erster Linie auf das Ausbildungsniveau als solches, sondern auf die nach 
erfolgter Eingliederung zu erwartende Verdienstmöglichkeit. In der Regel besteht nur ein An-
spruch auf die dem jeweiligen Eingliederungszweck angemessenen, notwendigen Massnah-
men, nicht aber auf die nach den gegebenen Umständen bestmöglichen Vorkehren. Denn das 
Gesetz will die Eingliederung lediglich so weit sicherstellen, als diese im Einzelfall notwendig, 
aber auch genügend ist (Urteil des Bundesgerichts vom 19. Dezember 2022, 9C_15/2022, 
E. 3.1 mit Hinweisen).  
 
3.3 Der Umschulungsanspruch setzt grundsätzlich eine Mindesterwerbseinbusse von rund 
20 % in den bisher ausgeübten oder in den für die versicherte Person ohne zusätzliche Ausbil-
dung offenstehenden, noch zumutbaren Erwerbstätigkeiten voraus, wobei es sich hierbei nach 
der Rechtsprechung um einen blossen Richtwert handelt (BGE 130 V 488 E. 4.2 mit Hinwei-
sen). Er rührt daher, dass die Leistungspflicht der Invalidenversicherung für Eingliederungs-
massnahmen unter Berücksichtigung der gesamten tatsächlichen und rechtlichen Umstände 
des Einzelfalles in einem angemessenen Verhältnis zum angestrebten Eingliederungsziel ste-
hen muss. Insbesondere mit Blick darauf, dass die Umschulung auf eine neue Erwerbstätigkeit 
regelmässig erhebliche Kosten auslöst, rechtfertigt es sich, den entsprechenden Anspruch da-
von abhängig zu machen, dass ein erheblicher behinderungsbedingter Einkommensverlust ge-
geben ist. Die Festlegung dieses Wertes auf ca. 20 % trägt dem Umstand Rechnung, dass bei 
wesentlich tieferen Invaliditätsgraden die mit einer Umschulung verbundenen Kosten die aus-

 

 
 
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zugleichende Erwerbseinbusse regelmässig um ein Vielfaches übersteigen (Urteil des Bundes-
gerichts vom 6. März 2021, 9C_623/2020, mit Hinweis).  
 
4.1 Vorliegend stellt sich in erster Linie die Frage, ob beim Beschwerdeführer der für einen 
Umschulungsanspruch grundsätzlich vorausgesetzte Invaliditätsgrad von mindestens "rund 
20 %" gegeben ist.  
 
4.2 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist Art. 16 ATSG 
anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das 
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh-
rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom-
men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht 
invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Dies ist die allgemeine Methode des Einkom-
mensvergleichs (BGE 141 V 15 E. 3.2) mit den Untervarianten des Schätzungs- oder Prozent-
vergleichs (BGE 114 V 310 E. 3a) und der ausserordentlichen Methode (BGE 128 V 29). 
 
4.3 Die IV-Stelle nahm in der angefochtenen Verfügung vom 20. März 2024 die erforderli-
chen Einkommensvergleiche vor. Dabei ermittelte sie beim Beschwerdeführer für den Zeitraum 
nach dem Bezug der befristeten ganzen Rente ab 19. April 2023 einen Invaliditätsgrad von 8 % 
und ab 1. Januar 2024 - unter Verweis auf die an diesem Tag in Kraft getretene Bestimmung 
von Art. 26bis Abs. 3 IVV - einen solchen von 17 %. 
 
5.1  Zwischen den Parteien ist einzig die Höhe des Valideneinkommens strittig, welches 
die IV-Stelle ihren Einkommensvergleichen zu Grunde legte.  
 
5.2.1 Bei der Ermittlung des Valideneinkommens ist nach der Rechtsprechung entscheidend, 
was die versicherte Person im massgebenden Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
aufgrund ihrer beruflichen Fähigkeiten und persönlichen Umstände nach dem Beweisgrad der 
überwiegenden Wahrscheinlichkeit verdient hätte (BGE 145 V 41 E. 5.2.1). In der Regel ist am 
zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepass-
ten Lohn anzuknüpfen, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit oh-
ne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre; Ausnahmen müssen mit überwiegender 
Wahrscheinlichkeit erstellt sein. Erst wenn sich das Valideneinkommen aufgrund der tatsächli-
chen Verhältnisse nicht hinreichend genau beziffern lässt, darf auf statistische Werte wie die 
Tabellenlöhne der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik 
(BFS) zurückgegriffen werden, soweit dabei die für die Entlöhnung im Einzelfall relevanten per-
sönlichen und beruflichen Faktoren mitberücksichtigt werden. Insbesondere wenn die versicher-
te Person als Gesunde nicht mehr an der bisherigen Arbeitsstelle tätig wäre, ist das Validenein-
kommen praxisgemäss mittels statistischer Werte zu bestimmen (Urteil des Bundesgerichts 
vom 2. Juni 2025, 8C_575/2024, E. 3.2 mit Hinweisen).  
 
5.2.2 Gelangen die LSE-Tabellenlöhne zur Anwendung, so ist die Tätigkeit der versicherten 
Person einem von insgesamt vier Kompetenzniveaus zuzuordnen. Das Kompetenzniveau 1 

 

 
 
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umfasst einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art, das Kompetenzniveau 2 
praktische Tätigkeiten wie Verkauf, Pflege, Datenverarbeitung und Administration, Bedienen 
von Maschinen und elektronischen Geräten, Sicherheitsdienst und Fahrdienst, das Kompetenz-
niveau 3 beinhaltet komplexe praktische Tätigkeiten, welche ein grosses Wissen in einem Spe-
zialgebiet voraussetzen, und das Kompetenzniveau 4 Tätigkeiten mit komplexer Problemlösung 
und Entscheidungsfindung, welche ein grosses Fakten- und theoretisches Wissen in einem 
Spezialgebiet voraussetzen. 
 
5.3.1 In der angefochtenen Verfügung ging die IV-Stelle davon aus, dass der Versicherte 
ohne gesundheitliche Beeinträchtigungen in seiner angestammten Tätigkeit als Geschäftsführer 
in der Gastronomie tätig wäre. Vor diesem Hintergrund stellte sie zur Ermittlung des Validenein-
kommens auf die Tabelle TA1_tirage_skill_level der LSE 2020, Männer, Kompetenzniveau 3 im 
Wirtschaftszweig "Gastgewerbe/Beherbergung und Gastronomie" (Sektor 55-56) ab. Auf der 
Grundlage des betreffenden Tabellenlohns von Fr. 5'602.-- ermittelte sie - nach Umrechnung 
des Werts auf die durchschnittliche Wochenarbeitszeit im genannten Wirtschaftszweig und an-
schliessender Anpassung des Betrags an die in diesem Sektor eingetretene Nominallohnent-
wicklung - ein für den Einkommensvergleich massgebendes Valideneinkommen des Beschwer-
deführers in der Höhe von Fr. 71'497.-- pro Jahr.  
 

5.3.2 Der Beschwerdeführer beanstandet diese Berechnung einzig in einem Punkt. Er vertritt 
die Auffassung, dass bei der Bemessung seines Valideneinkommens nicht auf den im Kompe-
tenzniveau 3, sondern auf den im Kompetenzniveau 4 ausgewiesenen Wert abzustellen sei. Zur 
Begründung seines Standpunkts macht der Beschwerdeführer geltend, das Bundesgericht habe 
jüngst im Entscheid 150 V 354 in Erwägung 6.1 explizit festgehalten, dass Geschäftsführer je-
weils dem Kompetenzniveau 4 zuzuordnen seien. Dieser Auffassung des Beschwerdeführers 
kann nicht beigepflichtet werden. Er übersieht, dass das Bundesgericht im genannten Entscheid 
Direktorinnen und Direktoren, Direktionsmitglieder sowie Geschäftsführerinnen und Geschäfts-
führer lediglich als Beispiele für Funktionen aufzählte, die bei denen in der Regel das Kompe-
tenzniveau 4 zur Anwendung gelangt. Daraus kann klarerweise nicht gefolgert werden, dass 
laut Bundesgericht sämtliche Geschäftsführer, unabhängig von ihrer Ausbildung und Berufser-
fahrung sowie der Grösse des Geschäfts, das sie führen, dem Kompetenzniveau 4 zuzuordnen 
seien. Es bleibt vielmehr in jedem Einzelfall zu prüfen, ob die versicherte Person, die im Ge-
sundheitsfall als Geschäftsführerin oder Geschäftsführer eines Betriebs tätig wäre, persönlich 
die Anforderungen des Kompetenzniveaus 3 oder diejenigen des Kompetenzniveaus 4 erfüllt. 
Vorliegend ergibt die entsprechende Prüfung, dass die IV-Stelle beim Beschwerdeführer zu 
Recht das Kompetenzniveau 3 zur Anwendung brachte. Der Versicherte absolvierte von 1988 
bis 1991 eine Ausbildung als Chemielaborant EFZ. Laut IK-Auszug war er in der Folge bis im 
Herbst 2005 im erlernten Beruf erwerbstätig. Nach vorübergehender Arbeitslosigkeit nahm er im 
März 2007 in der B.___ AG, einem Gastronomiebetrieb, die Tätigkeit als Geschäftsführer-
Stellvertreter auf. Von Januar 2015 war er dann bis zu seinem Ausscheiden aus dem Betrieb im 
Januar 2017 als Geschäftsführer mit Einzelunterschrift der B.____ AG im Handelsregister ein-
getragen. Der geschilderten Berufslaufbahn ist zu entnehmen, dass der Versicherte zwar ab 
März 2007 während knapp zehn Jahren zuerst als Geschäftsführer-Stellvertreter und danach 
als Geschäftsführer der B.____ AG, einem kleineren Gastronomiebetrieb, tätig war. Allerdings 

 

 
 
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fehlt bei den Akten ein konkreter Stellenbeschrieb, sodass nicht klar ist, welche Aufgaben der 
Beschwerdeführer im Rahmen dieser Tätigkeit konkret zu erledigen hatte. Auffallend ist aller-
dings, dass der Versicherte über keine Berufsausbildung im Gastrobereich verfügt und dass er, 
soweit ersichtlich, auch keine berufsspezifischen Fort- und Weiterbildungen in dieser Branche 
absolvierte. Hält man sich die genannten Aspekte vor Augen und berücksichtigt man, dass das 
höchste Kompetenzniveau 4 Tätigkeiten mit komplexer Problemlösung und Entscheidungsfin-
dung beinhaltet, die neben einem grossen Fakten- auch das entsprechende theoretische Wis-
sen in einem Spezialgebiet voraussetzen, so zeigt sich, dass die Anwendung dieses Kompe-
tenzniveaus im Falle des Beschwerdeführers - entgegen dessen Auffassung - nicht in Betracht 
fällt. Unter den geschilderten Umständen erweist es sich vielmehr als korrekt, dass die IV-Stelle 
die Tätigkeit des Versicherten als Geschäftsführer im Gastrobereich, die er als Gesunder ausü-
ben würde, dem Kompetenzniveau 3 zuordnete. Das von ihr auf dieser Basis errechnete und 
den erforderlichen Einkommensvergleichen zu Grunde gelegte Valideneinkommen von 
Fr. 71'497.-- ist demnach nicht zu beanstanden.  
 
5.4 Für den hier interessierenden, auf den Bezug der befristeten ganzen Rente folgenden 
Zeitraum ermittelte die IV-Stelle massgebende Invalideneinkommen des Versicherten in der 
Höhe von Fr. 65'815.-- (ab 19. April 2023) und Fr. 59'234.-- (ab 1. Januar 2024). Diese Beträge 
werden in der vorliegenden Beschwerde - zu Recht - nicht beanstandet. Es kann deshalb von 
weiteren Erörterungen hierzu abgesehen und stattdessen vollumfänglich auf die entsprechen-
den Ausführungen der IV-Stelle in der angefochtenen Verfügung verwiesen werden.  
 
5.5 Die von der IV-Stelle im Rahmen der Einkommensvergleiche gestützt auf das massge-
bende Valideneinkommen von Fr. 71'497.-- und die Invalideneinkommen von Fr. 65'815.-- (ab 
19. April 2023) und Fr. 59'234.-- (ab 1. Januar 2024) ermittelten Invaliditätsgrade von 8 % (ab 
19. April 2023) und 17 % (ab 1. Januar 2024) erweisen sich ebenfalls als korrekt.  
 
5.6 Als Zwischenergebnis ist somit festzuhalten, dass der Versicherte mit den von der IV-
Stelle korrekt ermittelten Invaliditätsgraden von 8 % (ab 19. April 2023) und 17 % (ab 1. Januar 
2024) den für einen Umschulungsanspruch vorausgesetzten Invaliditätsgrad von mindestens 
"rund 20 %" nicht erreicht.  
 
6.1 Zu prüfen bleibt, ob im Falle des Beschwerdeführers Gründe ersichtlich sind, die es 
ausnahmsweise erlauben, vom rechtsprechungsgemäss vorausgesetzten Richtwert von "rund 
20 %" abzuweichen und einen Umschulungsanspruch auch bei einem unter diesem Wert lie-
genden Invaliditätsgrad zu bejahen. 
 
6.2 Wie oben ausgeführt (vgl. E. 3.3 hiervor), handelt es sich bei der Mindesterwerbsein-
busse von "rund 20 %"nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung um einen blossen Richt-
wert. Von diesem kann namentlich bei jungen Versicherten mit entsprechend langer verblei-
bender Aktivitätsdauer abgewichen werden, wenn es sich bei den ohne Umschulung zumutba-
ren angepassten Tätigkeiten um unqualifizierte Hilfsarbeiten handelt, die im Vergleich zur er-
lernten Tätigkeit qualitativ nicht als annähernd gleichwertig bezeichnet werden können (Urteil 
des Bundesgerichts vom 19. Dezember 2022, 9C_15/2022, E. 3.2 mit Hinweisen). Von einem 

 

 
 
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Abweichen vom Richtwert sollen mit anderen Worten versicherte Personen profitieren, die eher 
am Anfang ihres Erwerbslebens stehen, ihren erlernten Beruf aufgrund eines Gesundheits-
schadens nicht mehr ausüben können und ohne Umschulungsmassnahmen nur noch für un-
qualifizierte Hilfstätigkeiten einsetzbar sind (Urteil des Bundesgerichts vom 19. Dezember 2022, 
9C_15/2022, E. 6.3 mit Hinweisen). 
 
6.3 Beim Beschwerdeführer handelt es sich unstreitig nicht mehr um einen jungen, eher 
noch am Anfang seines Erwerbslebens stehenden Versicherten, war der im September 1970 
geborene Beschwerdeführer doch im Zeitpunkt, in welchem sein Anspruch auf eine ganze Ren-
te endete (31. Juli 2023) bereits knapp 53 Jahre alt. Auch wenn ihm somit noch eine Erwerbs-
dauer von gut zwölf Jahren verbleibt, steht er im Unterschied zu den von der Rechtsprechung 
anerkannten Ausnahmefällen nicht am Anfang, sondern bereits im letzten Drittel seines Er-
werbslebens (Lehrabschluss im Jahr 1991, Pensionierung im Jahr 2035). Der Richtwert von 
"rund 20 %" müsste daher in Anbetracht des Alters des Versicherten weitestgehend erreicht 
sein, damit eine Umschulung zu Lasten der IV überhaupt in Betracht fallen würde, was hier 
eben nicht zutrifft. Somit besteht im vorliegenden Fall aber keine ausreichende Veranlassung, 
ausnahmsweise vom rechtsprechungsgemäss vorausgesetzten Richtwert von "rund 20 %" ab-
zuweichen und einen Umschulungsanspruch des Beschwerdeführers trotz der letztlich doch 
deutlich unter diesem Wert liegenden Invaliditätsgrade von 8 % und 17 % zu bejahen.  
 
7. Zusammenfassend ist als Ergebnis festzuhalten, dass die IV-Stelle einen Anspruch 
des Beschwerdeführers auf eine Umschulung als berufliche Massnahme der IV zu Recht abge-
lehnt hat. Die gegen die betreffende Verfügung vom 20. März 2024 erhobene Beschwerde er-
weist sich als unbegründet, weshalb sie abgewiesen werden muss. 
 
8. Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten über IV-
Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach 
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 
Fr. 1'000.-- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfah-
rensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrenskosten in Berücksichtigung des 
bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden 
die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass aufer-
legt. Vorliegend ist der Beschwerdeführer unterliegende Partei, weshalb die Verfahrenskosten 
ihm zu auferlegen sind. 
 

  

 

 
 
Seite 9    

Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- werden dem Be-
schwerdeführer auferlegt und mit dem geleisteten Kostenvorschuss in 
der Höhe von Fr. 800.-- verrechnet.