# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1d701f93-c26d-5134-84a2-97096f480db8
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-10-08
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 08.10.2014 U 2014 54
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_U-2014-54_2014-10-08.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT
DES KANTONS GRAUBÜNDEN

U 14 54

Verwaltungsrichter Stecher als Einzelrichter und Baumann-

Maissen als Aktuarin 

URTEIL
vom 8. Oktober 2014

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

A._____,

Beschwerdeführerin

gegen 

Gemeinde X._____,

Beschwerdegegnerin

betreffend Sozialhilfe

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1. A._____ meldete sich und ihre beiden Kinder am 26. Februar 2013 in der 

Gemeinde X._____ an und beantragte am 7. März 2013 die Gewährung 

öffentlicher Unterstützung für den Zeitraum vom 1. März bis zum 

31. August 2013. Diesem Antrag gab die Gemeinde X._____ mit 

Verfügung vom 2. April 2013 statt. Auf Gesuch vom 13. Dezember 2013 

sprach sie A._____ ausserdem öffentliche Unterstützung bis zum 

31. Dezember 2014 zu. 

2. Am 12. Mai 2014 unterzeichnete A._____ einen Mietvertrag für eine 

Dreizimmerwohnung in Y._____. Tags darauf meldete sie sich bei der 

Einwohnerkontrolle der Gemeinde X._____ per 30. Juni 2014 ab. 

Daraufhin informierte A._____ die Gemeinde X._____ ausdrücklich über 

ihren beabsichtigten Wegzug und ersuchte diese sinngemäss, ihr die 

öffentliche Unterstützung bis zum 31. Juli 2014 unter Berücksichtigung 

der neuen Mietkosten weiter zu gewähren. Mit Verfügung vom 7. Juli 

2014 lehnte die Gemeinde X._____ dieses Gesuch ab und stellte die 

öffentliche Unterstützung per 30. Juni 2014 infolge Wegfalls des 

Unterstützungswohnsitzes ein.

3. Dagegen reichte A._____ (nachfolgend: Beschwerdeführerin) am 29. Juli 

2014 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden ein. 

Darin beantragte sie sinngemäss die Aufhebung der angefochtenen 

Verfügung und die Zusprache der begehrten öffentlichen Unterstützung 

im Betrag von Fr. 2'934.--. 

4. In der Eingabe vom 1. September 2014 ersuchte die Gemeinde X._____ 

(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) das Verwaltungsgericht des Kantons 

Graubünden um Abweisung der Beschwerde. 

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5. Die Beschwerdeführerin hielt in der Duplik vom 8. September 2014 am 

gestellten Antrag fest, während die Beschwerdegegnerin ihren Antrag in 

der Duplik vom 19. September 2014 erneuerte.

Auf die Ausführungen der Parteien sowie die eingereichten Beweismittel 

wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen 

eingegangen.

Der Einzelrichter zieht in Erwägung:

1. a) Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen den Entscheid der 

Gemeinde X._____ vom 7. Juli 2014. Gemäss Art. 49 Abs. 1 lit. a des 

Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100) beurteilt 

das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden Beschwerden gegen 

Entscheide von Gemeinden, soweit diese nicht bei einer anderen Instanz 

angefochten werden können oder nach kantonalem oder 

eidgenössischem Recht endgültig sind. Das Verwaltungsgericht 

entscheidet über solche Beschwerden grundsätzlich in Dreierbesetzung. 

Weist eine vermögensrechtliche Angelegenheit indessen einen Streitwert 

von weniger als Fr. 5'000.-- auf und ist keine Fünferbesetzung 

vorgeschrieben, entscheidet das Verwaltungsgericht in einzelrichterlicher 

Kompetenz (Art. 43 Abs. 3 lit. a VRG). Zur Beschwerdeführung ist 

legitimiert, wer durch den angefochtenen Entscheid berührt ist und ein 

schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung und Abänderung hat 

(Art. 50 VRG). Die Beschwerde ist schriftlich innert 30 Tagen seit 

Mitteilung des angefochtenen Entscheids beim Verwaltungsgericht 

einzureichen (Art. 52 Abs. 1 VRG).

b) Die angefochtene Verfügung der Gemeinde X._____ ist weder endgültig 

noch kann sie bei einer anderen Instanz angefochten werden. Dagegen 

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kann folglich beim Verwaltungsgericht Beschwerde geführt werden. Damit 

fällt die vorliegende Beschwerde in die Zuständigkeit des angerufenen 

Gerichts. Dieses entscheidet darüber in einzelrichterlicher Kompetenz, da 

es sich hierbei um eine vermögensrechtliche Streitigkeit handelt, deren 

Streitwert weniger als Fr. 5'000.-- beträgt, und für welche keine 

Fünferbesetzung vorgesehen ist. Als formelle und materielle 

Verfügungsadressatin ist die Beschwerdeführerin vom angefochtenen 

Entscheid überdies berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an 

dessen gerichtlicher Überprüfung (Art. 50 VRG), womit ihre 

Beschwerdelegitimation zu bejahen ist. Auf die zudem frist- und 

formgerecht eingereichte Beschwerde ist somit einzutreten. 

2. a) Die Beschwerdeführerin bringt vor, sich unmittelbar nach ihrem Umzug 

nach Y._____ um öffentliche Unterstützung bemüht zu haben. Die dort 

zuständige Sozialhilfebehörde habe ihr in der Folge mitgeteilt, sie erst ab 

dem 1. August 2014 zu unterstützen. Bis dahin müsse die 

Beschwerdegegnerin für ihre Lebenskosten aufkommen, da die 

Richtlinien der Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe für die 

Ausgestaltung und Bemessung der Sozialhilfe (SKOS-Richtlinien) die 

bisherige Wohnsitzgemeinde verpflichten würden, die Sozialhilfe nach 

einem Wegzug während einer einmonatigen Übergangsfrist weiterhin zu 

gewähren. Eine gleichlautende Auskunft habe ihr im Übrigen Frau 

B._____ vom Sozialdienst Chur erteilt. Diese habe ihr mündlich 

versichert, die Beschwerdegegnerin werde sie bis Juli 2014 unterstützen, 

damit sie ausreichend Zeit habe, in Y._____ die erforderliche öffentliche 

Unterstützung anzufordern und durch die dort zuständigen Behörden 

prüfen zu lassen. Aus den genannten Gründen sei die 

Beschwerdegegnerin gehalten, die begehrte öffentliche Unterstützung im 

Betrag von Fr. 2'934.-- auszurichten.

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b) Dieser Argumentation hält die Beschwerdegegnerin entgegen, die 

Beschwerdeführerin habe ihren Wohnsitz in der Gemeinde X._____ am 

30. Juni 2014 aufgegeben und gleichentags einen neuen Wohnsitz in 

Y._____ begründet. Bei dieser Sachlage sei die Zuständigkeit der 

Gemeinde X._____ für die Ausrichtung der öffentlichen Unterstützung per 

30. Juni 2014 weggefallen, weshalb sie die begehrte öffentliche 

Unterstützung für Juli 2014 nicht mehr auszurichten habe. Soweit die 

SKOS-Richtlinien das bisherige Sozialhilfeorgan verpflichten würden, die 

Lebensunterhaltskosten für den dem Wegzug folgenden Monat zu 

übernehmen, würden sie dies damit begründen, dass die unterstützte 

Person genügend Zeit haben müsse, um ihren Anspruch auf Sozialhilfe 

am neuen Ort anzumelden und durch die dortigen Behörden abklären zu 

lassen. Diese Argumentation vermöge im vorliegenden Fall nicht zu 

überzeugen, habe die Beschwerdeführerin ihren neuen Mietvertrag doch 

bereits am 12. Mai 2014 unterzeichnet und sich schon am 13. Mai 2014 

bei der Gemeinde X._____ abgemeldet. Demzufolge hätte sie sich bereits 

anderthalb Monate vor dem Wegzug um die Fortführung der öffentlichen 

Unterstützung bemühen können und müssen. Unter den gegebenen 

Umständen erweise es sich nicht als erforderlich, die Beschwerdeführerin 

trotz Wegfalls des Unterstützungswohnsitzes weiterhin zu unterstützen.

3. a) In tatsächlicher Hinsicht steht vorliegend fest, dass die 

Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin auf deren Gesuch vom 

13. Dezember 2013 hin mit unangefochten in Rechtskraft erwachsener 

Verfügung die öffentliche Unterstützung bis Ende 2014 gewährt hat. 

Diese Anordnung stellt eine befristete, aber in die Zukunft wirkende 

Dauerverfügung dar, welche Dauerrechte und Dauerpflichten begründet, 

die auf der im Entscheidungszeitpunkt bestehenden Sach- und 

Rechtslage fussen. Dieser Charakter der erlassenen 

Unterstützungsverfügung bringt es mit sich, dass diese nachträglich 

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fehlerhaft werden kann, wenn sich die ihr zugrunde liegenden 

Verhältnisse verändern (vgl. GUIDO WIZENT, Die sozialhilferechtliche 

Bedürftigkeit, Ein Handbuch, Zürich/St. Gallen 2014, S. 557 f.; PIERRE 

TSCHANNEN/ULRICH ZIMMERLI/MARKUS MÜLLER, Allgemeines 

Verwaltungsrecht, 3. Aufl., Bern 2009, § 28 Rz. 78, § 31 Rz. 39 f.; ULRICH 

HÄFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 

6. Aufl., Zürich/St. Gallen 2006, N. 999). Eine solche Entwicklung kann 

die Folge einer neu geschaffenen Gesetzes- oder Verordnungsvorschrift 

sein, von Änderungen des der fraglichen Dauerverfügung zugrunde 

liegenden Sachverhalts (TSCHANNEN/ZIMMERLI/MÜLLER, a.a.O., § 31 

Rz. 45) oder in Ausnahmefällen sogar einer Praxisänderung (BGE 135 V 

215 E.5.1.1; V 201 E.6.1.1 und E.6.4; 129 V 200 E.2.1; WIZENT, a.a.O., 

S. 558; TSCHANNEN/ZIMMERLI/MÜLLER, a.a.O., § 31 Rz. 45; ALFRED 

KÖLZ/ISABELLE HÄNER/MARTIN BERTSCHI, Verwaltungsverfahren und 

Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2013, 

Rz. 736). Liegt ein solcher Änderungsgrund vor, ist eine 

Sozialhilfebehörde berechtigt, von Amtes wegen oder auf entsprechendes 

Gesuch hin auf eine formell rechtskräftige Unterstützungsverfügung 

zurückzukommen und diese an die veränderten Verhältnisse anzupassen 

(Art. 2 i.V.m. Art. 25 Abs. 1 lit. a VRG; vgl. KÖLZ/HÄNER/ BERTSCHI, a.a.O., 

Rz. 738 f.). Ab wann ein solche Anordnung getroffen werden darf, ist im 

Verwaltungsrechtspflegegesetz, welches den Widerruf nachträglich 

fehlerhaft gewordener kommunaler Verfügungen unter Vorbehalt 

spezialgesetzlicher Bestimmungen regelt, nicht festgelegt (vgl. Art. 2 

i.V.m. Art. 25 VRG). Nach den allgemeinen von Lehre und 

Rechtsprechung dazu entwickelten Grundsätzen sind nachträglich 

fehlerhaft gewordene Verfügungen in der Regel mit Wirkung ex nunc (mit 

Wirkung für die Zukunft) an die veränderten Verhältnissen anzupassen. 

Unter Umständen kann es sich aber auch als erforderlich erweisen, eine 

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Anpassung erst nach Einräumung einer angemessenen Übergangsfrist 

anzuordnen (HÄFELIN/ MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., N. 1050). 

b) Im vorliegenden Fall hat die Beschwerdegegnerin die ursprüngliche 

Unterstützungsverfügung im angefochtenen Entscheid sinngemäss in 

Wiedererwägung gezogen und die der Beschwerdeführerin bis Dezember 

2014 zugesprochene öffentliche Unterstützung per 30. Juni 2014 infolge 

Wegfalls des Unterstützungswohnsitzes durch den Wegzug nach Y._____ 

eingestellt. Ob der Kanton Y._____ oder der Kanton Graubünden einen 

Schweizer Bürger zu unterstützen hat, ist grundsätzlich im Bundesgesetz 

über die Zuständigkeit Bedürftiger (Zuständigkeitsgesetz, ZUG; SR 851.1) 

geregelt. Danach obliegt die Unterstützung von Schweizer Bürgern dem 

Wohnkanton (Art. 12 Abs. 1 ZUG), d.h. dem Kanton, in dem sich der 

Bedürftige mit der Absicht des dauernden Verbleibens aufhält (Art. 4 

Abs. 1 ZUG). Ein solchermassen begründeter Unterstützungswohnsitz 

fällt dahin, wenn die unterstützte Person aus dem Wohnkanton wegzieht 

(Art. 9 Abs. 1 ZUG), d.h. dort nicht mehr wohnhaft und niedergelassen 

sein will und nach Aufgabe der Unterkunft (Wohnung, Zimmer usw.) mit 

ihrem Gepäck oder ihrem gesamten Hausrat das Kantonsgebiet verlässt 

(WERNER THOMET, Kommentar zum Bundesgesetz über die Zuständigkeit 

für die Unterstützung Bedürftiger [ZUG], Zürich 1994, N. 146). Der 

Aufenthalt in einem Heim, einem Spital oder einer anderen Anstalt oder 

die fürsorgerische Unterbringung lässt den Wohnsitz indessen nicht 

entfallen und begründet folglich keinen neuen Unterstützungswohnsitz 

(Art. 5 ZUG). Hat eine bedürftige Person keinen Unterstützungswohnsitz, 

ist sie in der Regel durch den Aufenthaltskanton zu unterstützen (Art. 12 

Abs. 2 ZUG; vgl. Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden 

U 13 73 vom 14. April 2014 E.2; THOMET, a.a.O., N. 146 ff.; PETER MÖSCH 

PAYOT, in: STEIGER-SACKMANN/MOSIMANN [Hrsg.], Recht der Sozialen 

Sicherheit, Basel 2014, Rz. 39.14 ff.). Diese Regelungen werden im 

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Gesetz über die Unterstützung Bedürftiger (kantonales 

Unterstützungsgesetz; UG; BR 546.250) dahingehend konkretisiert, als 

die Unterstützungspflicht im Kanton Graubünden der politischen 

Gemeinde obliegt, in welcher der Bedürftige seinen Wohnsitz hat (Art. 5 

Abs. 1 UG). Bei blossem Aufenthalt ist diejenige politische Gemeinde 

unterstützungspflichtig, in welcher sich die unterstützungsbedürftige 

Person aufhält (Art. 5 Abs. 2 UG).

c) Die Beschwerdeführerin unterzeichnete am 12. Mai 2014 einen 

Mietvertrag für eine Dreizimmerwohnung in Y._____ und meldete sich 

tags darauf bei der Gemeinde X._____ per 30. Juni 2014 ab. In der Folge 

zog sie mit ihren Kindern nach Y._____, wo sie sich mit der Absicht des 

dauernden Verbleibens niedergelassen hat. Hierdurch hat die 

Beschwerdeführerin ihren Wohnsitz in der Gemeinde X._____ 

aufgegeben und per 1. Juli 2014 einen neuen Wohnsitz im Kanton 

Y._____ begründet. Damit ist der Unterstützungswohnsitz der 

Beschwerdeführerin gemäss Art. 12 ZUG i.V.m. Art. 5 Abs. 1 UG in der 

politischen Gemeinde X._____ weggefallen ist. Davon gehen denn auch 

die Verfahrensbeteiligten aus.

d) Strittig ist hingegen, ob die Unterstützungspflicht der Beschwerdegegnerin 

hierdurch erloschen ist. Gemäss Art. 1 der Ausführungsbestimmungen 

zum kantonalen Unterstützungsgesetz (BR 546.270) richtet sich die 

Bemessung der Unterstützung durch die zuständige Gemeinde, 

abgesehen von vorliegend ausser Betracht fallenden Ausnahmen, nach 

den SKOS-Richtlinien vom April 2005 einschliesslich des Kapitels 

"Praxishilfen". Diesen zufolge hat das bisherige Sozialhilfeorgan, wenn 

eine unterstützte Person aus der Gemeinde bzw. aus dem Kanton 

wegzieht, den Grundbedarf für den Lebensunterhalt im bisherigen 

Umfang für einen Monat ab Wegzug, allfällige Umzugskosten, den ersten 

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Monatsmietzins bis zur Höhe der am neuen Wohnort anerkannten 

Kosten, die sofort erforderlichen Einrichtungsgegenstände sowie in 

Ausnahmefällen eine vor dem Umzug fällige Mietkaution zu übernehmen 

(C.I.7; abrufbar unter http://skos.ch/, besucht am 18. Dezember 2014). 

Diese Regelung dient dazu, der unterstützten Person genügend Zeit zu 

geben, um ihren Anspruch auf öffentliche Unterstützung am neuen Ort 

abklären zu lassen und den neuen Sozialhilfeorganen zu ermöglichen, die 

wirtschaftliche Hilfe sorgfältig festzusetzen. Zu diesem Zweck sieht sie im 

Sinne einer Koordinationsvorschrift vor (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

8C_115/2007 vom 23. Januar 2008 E.5.3), dass die vormals zuständige 

Sozialhilfebehörde die öffentliche Unterstützung während des dem 

Wegzug folgenden Monats weiterhin übernimmt. Diese Regelung erweist 

sich in der grossen Mehrheit der Fälle als angemessen und sinnvoll. Sie 

ist daher generell anzuwenden und nicht etwa nur, wenn, wie die 

Beschwerdegegnerin geltend macht, im Einzelfall erstellt ist, dass die 

unterstützte Person und die betroffenen Sozialhilfebehörden auf diese 

Übergangsfrist angewiesen sind, weil man genau mit dieser 

Koordinationsvorschrift solche Diskussionen und Kompetenzstreitigkeiten 

vermeiden wollte. Ein Vorgehen, wie das in C.I.7 SKOS-Richtlinie 

vorgesehene, erweist sich denn auch als praktikabel und sachlich 

begründet (vgl. Bericht der Kommission ZUG/Rechtsfragen SKOS vom 

April 2004, S. 13, abrufbar unter http://www.sozialhilfe.ar.ch/ 

fileadmin/user_upload/Departement_Inneres_Kultur/SozialhilfeSozialarbei

t/ ZUG_Rechtsfragen_ April_2004.pdf; besucht am 18. Dezember 2014). 

Für die Gemeinden im Kanton Graubünden bedeutet dies, dass ihre 

Unterstützungspflicht nicht bereits mit dem Wegzug, sondern erst auf 

Ende des diesem folgenden Monats erlischt. Dies gilt jedenfalls dann, 

wenn im neuen Wohnsitzkanton der unterstützungsbedürftigen Person, 

wie im vorliegenden Fall im Kanton Y._____ (vgl. § 4 der 

Vollzugsverordnung zum Gesetz über die öffentliche Sozialhilfe 

http://skos.ch/
http://www.sozialhilfe.ar.ch/%20fileadmin/user_upload/Departement_Inneres_Kultur/SozialhilfeSozialarbeit/%20ZUG_Rechtsfragen_%20April_2004.pdf
http://www.sozialhilfe.ar.ch/%20fileadmin/user_upload/Departement_Inneres_Kultur/SozialhilfeSozialarbeit/%20ZUG_Rechtsfragen_%20April_2004.pdf
http://www.sozialhilfe.ar.ch/%20fileadmin/user_upload/Departement_Inneres_Kultur/SozialhilfeSozialarbeit/%20ZUG_Rechtsfragen_%20April_2004.pdf

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[BGS 835.222]), die SKOS-Richtlinien und damit insbesondere die 

spezifische koordinationsrechtliche Regelung gemäss C.I.7 SKOS-

Richtlinien ebenfalls zur Anwendung gelangen. Ob wenn diese 

Voraussetzung nicht erfüllt ist, zur Vermeidung von Doppelzahlungen 

anders zu entscheiden wäre, kann im vorliegenden Fall dahingestellt 

bleiben. 

e) In Bezug auf den vorliegenden Fall ist aus dem vorangehend 

Ausgeführten zu folgern, dass der Sachverhalt, auf welchem die 

ursprüngliche Unterstützungsverfügung beruht, in der die 

Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin öffentliche Unterstützung 

bis Ende 2014 zuerkannt hat, erst per 1. August 2014 eine 

rechtserhebliche Veränderung erfahren hat. Freilich ist der 

Unterstützungswohnsitz der Beschwerdeführerin im Sinne von Art. 12 

Abs. 1 ZUG i.V.m. Art. 5 UG schon am 30. Juni 2014 infolge Wegzugs 

dahingefallen. Jedoch ist die Beschwerdegegnerin aufgrund des 

kantonalen Rechts gehalten, der Beschwerdeführerin die benötigte 

öffentliche Unterstützung einen Monat länger, mithin bis zum 31. Juli 

2014, zu gewähren. Die Pflicht, zur öffentlichen Unterstützung der 

Beschwerdeführerin entfällt somit erst am 1. August 2014. Ab diesem 

Zeitpunkt hat sich der Sachverhalt, welcher der ursprünglichen 

Unterstützungsverfügung zugrunde liegt, in einer Weise verändert hat, die 

zu deren nachträglicher Fehlerhaftigkeit führt. Infolgedessen ist die 

Beschwerdegegnerin berechtigt, auf ihre ursprüngliche 

Unterstützungsverfügung zurückzukommen und die bis Dezember 2014 

zugesprochene öffentliche Unterstützung in Anpassung an die neue 

Sachlage aufzuheben. Diese Anpassung ist, den allgemeinen von Lehre 

und Rechtsprechung entwickelten Grundsätzen folgend, mit Wirkung ex 

nunc, d.h. mit dem Wegfall der Unterstützungspflicht der Gemeinde 

X._____ per 1. August 2014, vorzunehmen, wird doch die 

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Beschwerdeführerin ab diesem Zeitpunkt von ihrem neuen 

Wohnsitzkanton unterstützt, womit die Gewährung einer Übergangsfrist 

zur Anpassung an die veränderten Verhältnisse nicht erforderlich ist. Die 

Beschwerdegegnerin ist folglich befugt, die der Beschwerdeführerin 

ursprünglich bis Ende Dezember 2014 zugesprochene öffentliche 

Unterstützung per 1. August 2014 aufzuheben.

f) Dauert die Unterstützungspflicht der Beschwerdegegnerin nach dem 

Gesagten über den Wegzug der Beschwerdeführerin hinaus fort, hat die 

Beschwerdegegnerin selbstverständlich die Möglichkeit, die geschuldete 

öffentliche Unterstützung an den Bedarf der Beschwerdeführerin 

anzupassen, d.h. einer durch den Wegzug bedingten Abnahme bzw. 

Zunahme situativer Kosten im Rahmen der zu gewährenden öffentlichen 

Unterstützung Rechnung zu tragen. In diesem Sinne verpflichtet C.I.7 

SKOS-Richtlinien die unterstützungspflichtige Gemeinde ausdrücklich, 

den ersten Monatsmietzins bis zur Höhe der am neuen Wohnort 

anerkannten Kosten zu übernehmen. Demzufolge ist die 

Beschwerdegegnerin gehalten, den von der Beschwerdeführerin für die 

Dreizimmerwohnung in Y._____ geschuldeten Mietzins im Betrag von 

Fr. 1'124.-- (Nettomietzins: Fr. 880.-- zuzüglich Heiz-, Nebenkosten und 

TV-Pauschale, vgl. Beilagen der Beschwerdeführerin 3) zu übernehmen, 

zumal dessen Ortsüblichkeit nicht bestritten ist. Die der 

Beschwerdeführerin bis Ende Dezember 2014 zugesprochene öffentliche 

Unterstützung ist folglich in entsprechender Abänderung der damals 

berücksichtigten Mietkosten zu korrigieren. Damit schuldet sie der 

Beschwerdeführerin die für Juli 2014 begehrte öffentliche Unterstützung 

im Betrag von Fr. 2'934.--.

4. Aus den vorgenannten Überlegungen erweist sich die vorliegende 

Beschwerde als begründet, weshalb die angefochtene Verfügung 

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aufzuheben und die Beschwerdegegnerin zu verpflichten ist, der 

Beschwerdeführerin die für Juli 2014 begehrte öffentliche Unterstützung 

im Betrag von Fr. 2'934.-- zu gewähren. 

5. Bei diesem Verfahrensausgang gehen die Gerichtskosten in Anwendung 

von Art. 73 Abs. 1 VRG zulasten der Beschwerdegegnerin als 

unterliegender Partei. Diese hat die Beschwerdeführerin für das 

vorliegende Beschwerdeverfahren praxisgemäss nicht aussergerichtlich 

zu entschädigen, weil diese im vorliegenden Verfahren nicht anwaltlich 

vertreten war und keine Ausnahme von dieser Regel vorliegt (Art. 78 

Abs. 1 VRG).

Demnach erkennt der Einzelrichter

1. Die Beschwerde wird gutheissen, die Verfügung der Gemeinde X._____ 

vom 7. Juli 2014, soweit sie angefochten wurde, aufgehoben und die 

Gemeinde X._____ verpflichtet, der Beschwerdeführerin für den Juli 2014 

öffentliche Unterstützung im Betrag von Fr. 2'934.-- zu gewähren.

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 500.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 248.--

zusammen Fr. 748.--

gehen zulasten der Gemeinde X._____ und sind innert 30 Tagen seit 

Zustellung dieses Entscheides an die Finanzverwaltung des Kantons 

Graubünden, Chur, zu bezahlen.

3. [Rechtmittelbelehrung]

 

4. [Mitteilungen]