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**Case Identifier:** 674b14c1-bc39-587e-ba82-dffcc88220db
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-12-06
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Strafgericht 06.12.2022 SST.2022.93
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_008_SST-2022-93_2022-12-06.pdf

## Full Text

Obergericht 

Strafgericht, 1. Kammer 

 

SST.2022.93 
(ST.2021.166; StA.2020.5663) 

 

 

Urteil vom 6. Dezember 2022 
 

 

Besetzung  Oberrichter Six, Präsident  

Oberrichter Fedier 

Oberrichterin Vasvary 

Gerichtsschreiberin Albert 

 

 
   

Anklägerin   Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau, 

Seetalplatz, Bahnhofstrasse 4, 5600 Lenzburg 

 

 
    

Beschuldigter   A._____,  

geboren am tt.mm.1999, von Bischofszell und Hohentannen, 

[…] 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt David Grimm,  

[…] 

 

 

  

 
 

Gegenstand  Pornografie usw. 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Obergericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Die Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau erhob am 23. September 2021 

Anklage gegen den Beschuldigten wegen mehrfacher Pornografie 

(tatsächliche sexuelle Handlungen mit Minderjährigen, Gewalttätigkeiten 

gegen Minderjährige, eventuell unter Erwachsenen), mehrfacher 

Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, Widerhandlung gegen 

das Bundesgesetz über den Schutz vor Gefährdungen durch 

nichtionisierende Strahlung und Schall sowie mehrfacher Widerhandlung 

gegen das Waffengesetz. Sie beantragte, der Beschuldigten sei dafür mit 

einer bedingten Freiheitsstrafe von 12 Monaten unter Ansetzung einer 

Probezeit von 4 Jahren sowie einer Busse von Fr. 3'000.00 zu bestrafen 

und die mit Strafbefehl vom 18. Januar 2019 bedingt ausgesprochene 

Geldstrafe von 90 Tagessätzen à Fr. 30.00 sei zu widerrufen. Dem 

Beschuldigten sei sodann lebenslänglich jede berufliche oder organisierte 

ausserberufliche Tätigkeit mit regelmässigem Kontakt zu Minderjährigen zu 

verbieten. Schliesslich seien diverse beschlagnahmte Gegenstände 

einzuziehen und zu vernichten.  

 

2. 

Der Präsident des Bezirksgerichts Aarau erkannte mit Urteil vom 

17. November 2021:  

 

1. 
Der Beschuldigte wird freigesprochen vom Vorwurf: 
- der mehrfachen Pornografie gemäss Art. 197 Abs. 4 Satz 1 und 2 StGB, 
- der Pornografie gemäss Art. 197 Abs. 5 Satz 1 und 2 StGB (tatsächliche sexuelle 

Handlungen mit Gewalttätigkeiten an Minderjährigen), 
- der mehrfachen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz nach Art. 19a Ziff. 

1 BetmG (Konsum von Ecstasy und Kokain), 
- der Widerhandlung gegen das Waffengesetz gemäss Art. 33 Abs. 1 lit. a WG i.V.m. 

Art. 4 Abs. 1 lit. c und Abs. 4 WG sowie Art. 7 Abs. 3 WV, Art. 5 Abs. 2 lit. a WG und 
Art. 13a Abs. 1 lit. d WV (Wurfmesser). 

 
2. 
Der Beschuldigte ist schuldig  
- der mehrfachen Pornographie gemäss Art. 197 Abs. 5 Satz 2 StGB (tatsächliche 

sexuelle Handlungen mit Minderjährigen),  
- der mehrfachen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz nach Art. 19a Ziff. 

1 BetmG (Marihuana und Amphetamine), 
- der Widerhandlung gegen das BG über den Schutz vor Gefährdungen durch 

nichtionisierende Strahlung und Schall gemäss Art. 12 NISSG i.V.m. Art. 5 Abs. 1 lit. a 
NISSG, Art. 23 V-NISSG und Art. 29 Abs. 4 V-NISSG, 

- der Widerhandlung gegen das Waffengesetz gemäss Art. 33 Abs. 1  
lit. a WG i.V.m. Art. 4 Abs. 1 lit. c und Abs. 4 WG sowie Art. 7 Abs. 1 WV, Art. 5 Abs. 2 
lit. a WG und Art. 13a Abs. 1 lit. b WV (Springmesser). 

 
 
 
 

 - 3 - 

 

 

3. 
Der Beschuldigte wird in Anwendung der in Ziff. 2 (ausser al. 2) erwähnten Bestimmungen 
und gestützt auf Art. 40, Art. 47 und Art. 49 Abs. 1 StGB zu 9 Monaten Freiheitsstrafe 
verurteilt. 
 
4. 
Dem Beschuldigten wird gestützt auf Art. 42 StGB für die Freiheitsstrafe der bedingte 
Strafvollzug gewährt. Die Probezeit wird gestützt auf Art. 44 Abs. 1 StGB auf 3 Jahre 
festgesetzt. 
 
[…] 
 
5. 
Die Untersuchungshaft von 1 Tag (25. August 2020) wird gestützt auf Art. 51 StGB auf die 
Freiheitsstrafe angerechnet.  
 
6. 
6.1. 
Der Beschuldigte wird in Anwendung der in Ziff. 2 al. 2 erwähnten Bestimmung und gestützt 
auf Art. 106 StGB zu einer Busse von Fr. 500.00 verurteilt. 
 
6.2. 
Wird die Busse schuldhaft nicht bezahlt, so wird eine Ersatzfreiheitsstrafe von 5 Tagen 
vollzogen. 
 
7. 
7.1. 
Der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Baden vom 18. Januar 2019 für 90 Tagessätze 
Geldstrafe zu einem Tagessatz von je Fr. 30.00 gewährte bedingte Vollzug wird gestützt 
auf Art. 46 Abs. 1 Satz 1 StGB widerrufen.  
 
7.2. 
Die widerrufene Geldstrafe von total Fr. 2'700.00 ist zu bezahlen. Wird die Geldstrafe nicht 
bezahlt, so wird eine Ersatzfreiheitsstrafe von 90 Tagen vollzogen. 
 
8. 
8.1. 
Dem Beschuldigten wird gestützt auf Art. 67 Abs. 3 lit. d Ziff. 2 StGB ein lebenslängliches 
Tätigkeitsverbot für jede berufliche oder organisierte ausserberufliche Tätigkeit, die einen 
regelmässigen Kontakt zu Minderjährigen umfasst, auferlegt. 
 
8.2. 
Der Anteil der Strafe, die das Tätigkeitsverbot nach sich zieht, beträgt 7 Monate (Art. 67 
Abs. 5 StGB).  
 
9. 
9.1. 
Gestützt auf Art. 69 Abs. 1 und 2 StGB werden folgende Gegenstände eingezogen und 
vernichtet:  
 
- 8 Minigrips mit Marihuana (Kantonspolizei Aargau, Betäubungsmittel-Gruppe) 
- 1 Springmesser  
- 1 Laserpointer, Class III  
 
9.2. 

 - 4 - 

 

 

Das Wurfmesser-Set (3 Messer und 1 Hülle) wird strafrechtlich nicht eingezogen. Über die 
definitive Rückgabe bzw. die definitive Einziehung hat die SIWAS im Rahmen des 
verwaltungsrechtlichen Verfahrens zu entscheiden.  
 
9.3. 
Gestützt auf Art. 197 Abs. 6 StGB werden folgende Gegenstände eingezogen und 
vernichtet: 
 
- 1 Speichermedium "M.2" (Notebook "Samsung") 
- 1 Speichermedium "Harddisk 2.5" (Notebook "Medion") 
 
10. 
Die Verfahrenskosten bestehen aus: 
a) der Gerichtsgebühr von   Fr. 1'200.00 
b) der Anklagegebühr von    Fr. 1'400.00 
c) den Kosten für die amtliche Verteidigung von Fr.  6'018.25 
d) andere Auslagen    Fr.  1'277.00 
 
Total     Fr.  9'895.25 
 
Dem Beschuldigten werden die Gerichtsgebühr und die Anklagegebühr sowie die Kosten 
gemäss lit. d im Gesamtbetrag von Fr. 3'877.00 auferlegt. 
 
Die Kosten für die amtliche Verteidigung von Fr. 6'018.25 (inkl. Fr. 430.27 MwSt.) werden 
einstweilen von der Gerichtskasse bezahlt. Der Beschuldigte ist verpflichtet, dem Kanton 
Aargau die Kosten für die amtliche Verteidigung zurückzuzahlen, sobald es seine 
wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 lit. a StPO). 
 
11. 
Dem amtlichen Verteidiger des Beschuldigten wird eine Entschädigung von Fr. 6'018.25 
(inkl. Fr. 430.27 MwSt.) zu Lasten der Staatskasse zugesprochen.  

 

3. 

3.1. 

Gegen das ihm am 23. November 2021 zugestellte Urteil meldete der 

Beschuldigte am 30. November 2021 die Berufung an. Das begründete 

Urteil wurde ihm am 20. April 2022 zugestellt. 

 

3.2. 

Mit Berufungserklärung vom 9. Mai 2022 beantragte der Beschuldigte, er 

sei für sämtliche Vorwürfe von Schuld und Strafe freizusprechen und vom 

Widerruf der bedingten Geldstrafe sowie der Anordnung eines 

Tätigkeitsverbots sei abzusehen. 

 

3.3. 

Mit Verfügung vom 23. Mai 2022 wurde mit dem Einverständnis der 

Parteien gestützt auf Art. 406 Abs. 2 StPO das schriftliche Verfahren 

angeordnet.  

 

3.4. 

Mit Berufungsbegründung vom 13. Juli 2022 hielt der Beschuldigte an den 

mit Berufungserklärung gestellten Anträgen vollumfänglich fest. Die 

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Staatsanwaltschaft verzichtete mit Eingabe vom 6. August 2022 auf das 

Einreichen einer Berufungsantwort. 

 

 
   

Das Obergericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Der Beschuldigte beantragt mit Berufung einen vollumfänglichen 

Freispruch von Schuld und Strafe. Zudem richtet er sich gegen das 

vorinstanzliche Strafmass, den Widerruf der mit Strafbefehl vom 18. Januar 

2019 bedingt ausgesprochenen Geldstrafe, das angeordnete 

Tätigkeitverbot sowie die vorinstanzliche Kostenregelung.  

 

Unangefochten geblieben sind die vorinstanzlichen Freisprüche vom 

Vorwurf der Pornografie mit tatsächlichen sexuellen Handlungen mit 

Gewalttätigkeiten an Minderjährigen (Anklageziffer I.2), der mehrfachen 

Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz infolge Konsums von 

Ecstasy und Kokain (Anklageziffer I.3), sowie der Widerhandlung gegen 

das Waffengesetz betreffend das Wurfmesserset (Anklageziffer I.4). 

Ebenfalls nicht angefochten sind die Einziehung und Vernichtung der im 

Rahmen des vorliegenden Verfahrens beschlagnahmten Gegenstände. 

Diese Punkte sind folglich nicht mehr zu überprüfen (Art. 404 Abs. 1 StPO). 

 

2. Pornografie  

2.1. 

Die Vorinstanz hat den Beschuldigten wegen mehrfacher Pornografie 

gemäss Art. 197 Abs. 5 Satz 2 StGB schuldig gesprochen. Sie erachtete 

es gestützt auf Anklageziffer I.1. als erstellt, dass der Beschuldigte im 

Zeitraum vom 25. August 2017 bis zum 25. August 2020 mehrfach im 

Darknet gezielt kinderpornografisches Bild- und Videomaterial gesucht, 

konsumiert, davon Screenshots erstellt und auf seinen Datenträgern für 

den späteren Eigenkonsum gespeichert habe (vgl. vorinstanzliches Urteil 

E. 2.3.3).  

 

2.2. 

Nach Art. 197 Abs. 5 Satz 2 StGB wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren 

oder Geldstrafe bestraft, wer u.a. pornografische Bild- oder Videodateien, 

die tatsächliche sexuelle Handlungen mit Minderjährigen zum Inhalt haben, 

zum eigenen Konsum beschafft, herstellt oder besitzt.  

 

2.3. 

Der unter Anklageziffer I.1 angeklagte und von der Vorinstanz als erstellt 

erachtete Sachverhalt ist angesichts des Geständnisses des Beschuldigten 

an der delegierten Einvernahme vom 25. August 2020 sowie des Berichts 

der IT-Forensik der Kantonspolizei Aargau vom 26. Mai 2021 über die 

Auswertung der beim Beschuldigten sichergestellten Datenträger (UA 

 - 6 - 

 

 

act. 198 ff. und 118 ff.) ausgewiesen und wird vom Beschuldigten auch mit 

Berufung nicht in Abrede gestellt (vgl. Berufungsbegründung Rz. 14; UA 

act. 199).  

 

Der Beschuldigte begründet den von ihm beantragten Freispruch jedoch 

damit, dass sämtliche Beweiserhebungen im vorliegend gegen ihn 

geführten Strafverfahren unter Verletzung von Gültigkeitsvorschriften 

erfolgt und damit unverwertbar seien. Einerseits sei ihm kein Verteidiger 

bestellt worden, obschon bereits im Zeitpunkt der Eröffnung des 

Strafverfahrens erkennbar gewesen sei, dass ein Fall notwendiger 

Verteidigung im Sinne von Art. 130 lit. b und c StPO vorliege und auch kein 

Verzicht auf die Wiederholung der Beweiserhebung erfolgt sei. 

Andererseits sei das Strafverfahren erst durch eine Anzeige des behan-

delnden Psychiaters Dr. med. E. in Gang gesetzt worden, ohne dass der 

Beschuldigte, die vorgesetzte Behörde oder die Aufsichtsbehörde diesen 

vom Berufsgeheimnis entbunden oder eine gesetzliche Meldepflicht 

bestanden hätten (vgl. Berufungsbegründung Rz. 8 ff.).  

 

2.4. 

2.4.1. 

Insofern der Beschuldigte die Rechtmässigkeit des Tatverdachts und die 

Verwertbarkeit der gegen ihn erhobenen Beweise infolge Verletzung eines 

Berufungsverbots bestreitet, kann ihm nicht gefolgt werden: 

 

2.4.1.1. 

Gemäss Art. 141 Abs. 2 StPO sind Beweise, die Strafbehörden in 

strafbarer Weise oder unter Verletzung von Gültigkeitsvorschriften erhoben 

haben, nur verwertbar, wenn deren Verwertung zur Aufklärung schwerer 

Straftaten unerlässlich ist. Ermöglicht ein Beweis, der nach Art. 141 Abs. 2 

StPO nicht verwertet werden darf, die Erhebung eines weiteren Beweises, 

so ist auch dieser nicht verwertbar, wenn er ohne die vorhergehende 

Beweiserhebung nicht möglich gewesen wäre (Art. 141 Abs. 4 StPO).  

 

Nach Art. 321 Ziff. 1 StGB machen sich u.a. Ärzte und Psychologen 

strafbar, die ein Geheimnis offenbaren, das ihnen infolge ihres Berufes 

anvertraut worden ist oder das sie in dessen Ausübung wahrgenommen 

haben. Die Verletzung des Berufsgeheimnisses wird nur auf Antrag des 

Geheimnisherren verfolgt. Vorbehalten bleiben die eidgenössischen und 

kantonalen Bestimmungen über die Zeugnispflicht und über die 

Auskunftspflicht gegenüber Behörden (Art. 321 Ziff. 3 StGB).  

 

2.4.1.2. 

Das vorliegende Strafverfahren wurde am 27. Juli 2020 durch die 

Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau wegen Verdachts auf Konsum 

kinderpornografischer Inhalte eröffnet (UA act. 63), nachdem am 20. Juli 

2020 Dr. med. E., der behandelnde Psychiater des Beschuldigten, der 

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Strafbehörde eine entsprechende Verdachtsmeldung eingereicht hatte (UA 

act. 188). Darin führt er unter anderem aus, dass der Beschuldigte wegen 

pädophiler Neigungen in psychotherapeutischer Behandlung sei und in 

diesem Kontext geschildert habe, dass er regelmässig im Darknet 

kinderpornografische Inhalte konsumiere. Damit sind zwar sowohl der 

persönliche als auch der sachliche Anwendungsbereich von Art. 321 Ziff. 1 

StGB eröffnet. Eine strafbare Verletzung des Berufsgeheimnisses liegt 

dennoch nicht vor, zumal der Beschuldigte weder behauptet, einen 

Strafantrag gegen Dr. med. E. gestellt zu haben, noch ein solcher 

aktenkundig ist. Damit entfällt die Strafbarkeit der Meldung bereits aufgrund 

des Strafantragserfordernisses. Andererseits entfällt die Schweigepflicht 

gemäss § 21 Abs. 2 lit. d des Gesundheitsgesetzes des Kantons Aargau 

(GesG, SAR 301.100) zum Zwecke der Anzeigeerstattung von 

Wahrnehmungen, die auf ein Vergehen oder Verbrechen schliessen 

lassen, worunter auch der Konsum harter Pornografie fällt (vgl. Art. 197 

Abs. 5 StGB i.V.m. Art. 10 Abs. 3 StGB). Entgegen dem Dafürhalten des 

Beschuldigten handelt es sich beim entsprechenden Melderecht nicht um 

kompetenzwidrig erlassenes Recht bzw. wird der Vorrang von Bundesrecht 

dadurch nicht verletzt (vgl. Art. 49 Abs. 1 BV), zumal Art. 321 Ziff. 3 StGB 

entsprechende Ausnahmen des kantonalen Rechts ausdrücklich vorbehält 

und es sich dabei nicht um eine Meldepflicht handelt (vgl. TAG, Strafrecht 

im Arztalltag, in: Arztrecht in der Praxis, 2. Aufl. Zürich 2007, S. 756). 

Schliesslich besteht auch deshalb kein Beweisverwertungsverbot, weil der 

Beschuldigte am 15. September 2020 eine entsprechende Entbindungs-

erklärung unterzeichnet hat (UA act. 44) und entgegen dem Dafürhalten 

des Beschuldigten die Entbindung vom Berufsgeheimnis auch nachträglich 

erfolgen kann (vgl. VEST/HORBER, in: Basler Kommentar, Strafprozess-

recht, 2. Aufl. 2014, N. 13 zu Art. 171 StPO mit Hinweisen). 

 

Zusammenfassend ist dem das vorliegende Strafverfahren initiierenden 

Tatverdacht keine rechtswidrige, weil gesetzlich gerechtfertigte Handlung 

vorausgegangen, weshalb sich der Beschuldigte weder auf ein 

Beweisverwertungsverbot noch eine daraus folgende Fernwirkung berufen 

kann. 

 

2.4.2. 

Mit der Vorinstanz (vgl. vorinstanzliches Urteil E. 2.2.2) steht dem 

Schuldspruch wegen Pornografie vorliegend auch kein Beweis-

verwertungsverbot nach Art. 131 Abs. 3 StPO entgegen: 

 

2.4.2.1. 

Zeitgleich mit der Eröffnung des vorliegenden Strafverfahrens (UA act. 63) 

erliess die Staatsanwaltschaft einen Durchsuchungs- und Beschlagnahme-

befehl (UA act. 64 f.). Gestützt darauf vollzog die Kantonspolizei am 

25. August 2020 am Wohnort des Beschuldigten eine Hausdurchsuchung, 

anlässlich derer diverse EDV-Geräte und Datenträger, zehn Messer, eine 

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Axt und acht Minigrip-Beutel mit Marihuana sichergestellt wurden (UA act. 

106 ff.). In der anschliessenden Einvernahme räumte der Beschuldigte ein, 

während der letzten drei Jahre im Darknet nach kinderpornografischem 

Material gesucht, solches konsumiert und zum späteren Konsum 

gespeichert zu haben. Auf die Siegelung der beschlagnahmten Geräte 

verzichtete er ausdrücklich (UA act. 185, 195 ff.). Mit Verfügung vom 

11. Februar 2021 wurde die Strafuntersuchung auf die Tatvorwürfe gemäss 

den Anklageziffern I.2 bis I.4. ausgedehnt (UA act. 71). Am 21. Juli 2021 

wurde der Beschuldigte in Anwesenheit seines zwischenzeitlich 

eingesetzten amtlichen Verteidigers erneut von der Polizei bzw. am 

17. November 2021 an der vorinstanzlichen Hauptverhandlung zu 

sämtlichen Tatvorwürfen befragt, wobei der Beschuldigte den in 

Anklageziffer I.1. angeklagten Sachverhalt wiederum nicht in Abrede stellte 

(UA act. 205 ff.). 

 

2.4.2.2. 

Wie die Vorinstanz bereits zutreffend ausgeführt hat (vgl. vorinstanzliches 

Urteil E. 2.2.3.2), liessen der Tatverdacht gegen den Beschuldigten, der zur 

Eröffnung des Strafverfahrens geführt hatte und die anlässlich der 

Hausdurchsuchung zu Tage gebrachten Erkenntnisse (inkl. Zufallsfunde) 

selbst unter Berücksichtigung seiner (weder einschlägigen noch gleich-

artigen) Vorstrafen nicht darauf schliessen, dass dem Beschuldigten eine 

Freiheitsstrafe von mehr als einem Jahr drohen könnte. Im Ergebnis war 

im Zeitpunkt der Eröffnung der Strafuntersuchung nicht von einem Fall 

notwendiger Verteidigung aufgrund des zu erwartenden Strafmasses 

auszugehen. Gleiches gilt für den Einwand, die notwendige Verteidigung 

dränge sich aufgrund des geistigen Zustands des Beschuldigten auf. Auch 

diesbezüglich kann auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz 

verwiesen werden, wonach keine Anhaltspunkte dafür bestanden hätten, 

die Zweifel an der Urteils- oder Verhandlungsfähigkeit des Beschuldigten 

erweckt hätten (vgl. vorinstanzliches Urteil E. 2.2.3.2). Entsprechend waren 

die Voraussetzungen von Art. 130 StPO zu keinem Zeitpunkt erfüllt. 

 

2.4.2.3. 

Ungeachtet der vorstehenden Ausführungen ist für das Beweisergebnis im 

vorliegenden Verfahren die Frage, ob ein Fall notwendiger Verteidigung 

vorgelegen hat, ohnehin nicht von Relevanz. Beim Beschuldigten wurde 

am 25. August 2020 vor seiner Befragung durch die Polizei eine 

Hausdurchsuchung durchgeführt, anlässlich derer diverse Datenträger des 

Beschuldigten mit einschlägigem pornografischem Bildmaterial sicher-

gestellt wurden. Bei der Hausdurchsuchung handelt es sich nicht um eine 

Beweiserhebung im Sinne von Art. 131 Abs. 3 StPO, die nicht ohne die 

Einsetzung einer notwendigen Verteidigung vorgenommen werden dürfte. 

Es handelt sich vielmehr um eine Zwangsmassnahme ohne Mitwirkungs-

rechte der beschuldigten Person (vgl. Urteil des Obergerichts des Kantons 

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Solothurn, SOG 2018 Nr. 19 vom 13. September 2018). Die Hausdurch-

suchung vom 25. August 2020 wurde vorliegend korrekt durchgeführt, ein 

Durchsuchungsbefehl lag vor, die Beiständin des Beschuldigten war über 

das Vorgehen informiert, der Beschuldigte war während der Durchsuchung 

anwesend, es wurde ihm das rechtliche Gehör gewährt, und er wurde über 

sein Recht, allenfalls eine Siegelung zu verlangen, aufgeklärt. Damit 

besteht weder in Bezug auf die bei der Hausdurchsuchung sichergestellten 

Datenträger noch in Bezug auf deren Auswertung ein irgendwie geartetes 

Beweisverwertungsverbot.  

 

Die Auswertung des beim Beschuldigten beschlagnahmten Computers hat 

ergeben, dass auf dem Computer des Beschuldigten 514 Bilder sowie zwei 

Videos kinderpornografischen Inhalts gespeichert waren (vgl. Bericht der 

IT-Forensik, Kantonspolizei Aargau vom 26. Mai 2021, UA act. 118 ff.). Der 

Beschuldigte selbst hat den entsprechenden Tatvorwurf auch in 

Anwesenheit seines Verteidigers weder bestritten, noch geltend gemacht, 

die Inhalte seien ohne sein Zutun auf sein Notebook gelangt (vgl. UA 

act. 208 ff.), sondern diesen anlässlich seiner Befragung an der 

vorinstanzlichen Hauptverhandlung sowie mit Berufung vielmehr bestätigt 

(vgl. GA act. 280; Berufungsbegründung Rz. 14). Gestützt auf die IT-

forensische Auswertung des Notebooks des Beschuldigten sowie seine 

Aussagen an der vorinstanzlichen Hauptverhandlung ist der zur Anklage 

erhobene Sachverhalt damit erstellt, ohne dass dazu auf die nach 

Auffassung des Beschuldigten unverwertbare Ersteinvernahme abgestellt 

werden müsste. Auch eine Fernwirkung dieser Erstbefragung liegt mangels 

Kausalität nicht vor (vgl. BGE 138 IV 169 E. 3.3.2; Urteil des 

Bundesgerichts 6B_75/2019 vom 15. März 2019 E. 1.4.4), zumal das 

belastende Bildmaterial bereits zuvor rechtmässig erhoben wurde und der 

Beschuldigte auch mit Berufung den Sachverhalt anerkennt (vgl. 

Berufungsbegründung Rz. 14), mithin weder geltend macht, noch 

ersichtlich ist, dass er ohne sein Geständnis an der Ersteinvernahme an 

den weiteren Befragungen nicht ebenfalls gestanden hätte.  

 

Zusammenfassend ist der in Anklageziffer I.1. umschriebene Sachverhalt 

erstellt, da er sich weder auf unverwertbare Beweismittel stützt, noch 

anderweitige Einwände dagegen erhoben werden.  

 

2.5. 

Der Beschuldigte ficht den Schuldspruch wegen Pornografie nur mit der 

vorstehend abgehandelten formellen Begründung der Unverwertbarkeit der 

Beweismittel an, ohne weitergehende Vorbringen geltend zu machen. Was 

die rechtliche Würdigung betrifft, kann daher auf die zutreffenden 

vorinstanzlichen Erwägungen (vorinstanzliches Urteil E. 2.4.3) verwiesen 

werden (Art. 82 Abs. 4 StPO). Diese sind im Berufungsverfahren denn zu 

Recht auch unbestritten geblieben. Der Beschuldigte hat sich somit der 

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mehrfachen Pornografie gemäss Art. 197 Abs. 5 StGB (tatsächliche 

sexuelle Handlungen mit Minderjährigen) schuldig gemacht.  

 

3. Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz 

3.1. 

Die Vorinstanz hat den Beschuldigten wegen mehrfachen unbefugten 

Konsums und Besitzes von Betäubungsmitteln gemäss Art. 19a Ziff. 1 

BetmG schuldig gesprochen. Sie erachtete es gestützt auf Anklageziffer I.2 

als erstellt, dass der Beschuldigte im Zeitraum vom 24. Juni 2019 bis zum 

20. Mai 2021 an seinem jeweiligen Wohnort mehrfach Marihuana sowie ab 

Sommer 2020 bis zum 20. Mai 2021 monatlich Amphetamine konsumiert 

und 20.6 Gramm Marihuana zwecks Eigenkonsum besessen habe (vgl. 

vorinstanzliches Urteil E. 3.4.2).  

 

3.2. 

Eine Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz gemäss Art. 19a 

Ziff. 1 BetmG begeht unter anderem, wer Betäubungsmittel, darunter 

namentlich Cannabis oder Amphetamine, unbefugt konsumiert oder besitzt 

(Art. 19 Abs. 1 lit. d BetmG i.V.m. Art. 2 lit. a und b BetmG). In leichten 

Fällen kann das Verfahren eingestellt oder von einer Strafe abgesehen und 

eine Verwarnung ausgesprochen werden (Art. 19a Ziff. 2 BetmG). Nicht 

strafbar ist ausserdem, wer nur eine geringfügige Menge zum eigenen 

Konsum vorbereitet, wobei 10 Gramm eines Betäubungsmittels des 

Wirkungstyps Cannabis als geringfügig gelten (Art. 19b Abs. 1 und 2 

BetmG).  

 

3.3. 

In tatsächlicher Hinsicht ist erstellt und unbestritten geblieben, dass der 

Beschuldigte im Zeitraum vom 24. Juni 2019 und dem 20. Mai 2021 eine 

nicht näher bestimmte Menge Marihuana konsumiert sowie 20.6 Gramm 

Marihuana besessen hat (vgl. Berufungsbegründung Rz. 15). Nachdem die 

Vorinstanz den Beschuldigten vom Vorwurf des Konsums von Ecstasy und 

Kokain freigesprochen hat, ist im Berufungsverfahren einzig der Konsum 

vom Amphetaminen umstritten.  

 

3.4. 

Mit der Vorinstanz (vgl. vorinstanzliches Urteil E. 3.4.2) besteht auch für 

das Obergericht kein Anlass zum Zweifel daran, dass der Beschuldigte 

nebst Cannabis auch regelmässig Amphetamine in unbestimmter Menge 

konsumiert hat.  

 

3.4.1. 

Das Gericht würdigt die Beweise frei nach seiner aus dem gesamten 

Verfahren gewonnenen Überzeugung (Art. 10 Abs. 2 StPO). Bestehen 

unüberwindliche Zweifel an der Erfüllung der tatsächlichen Voraus-

setzungen der angeklagten Tat, d.h. solche, die sich nach der objektiven 

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Sachlage aufdrängen, so geht das Gericht von der für den Beschuldigten 

günstigeren Sachlage aus (vgl. Art. 10 Abs. 3 StPO; «in dubio pro reo»). 

Bloss abstrakte und theoretische Zweifel sind nicht massgebend, weil 

solche immer möglich sind. Der Grundsatz «in dubio pro reo» verlangt 

indes nicht, dass bei sich widersprechenden Beweismitteln unbesehen auf 

den für den Beschuldigten günstigeren Beweis abzustellen wäre. Die 

Entscheidregel «in dubio pro reo» ist erst anwendbar, nachdem alle aus 

Sicht des urteilenden Gerichts notwendigen Beweise erhoben und 

ausgewertet worden sind und nach erfolgter Beweiswürdigung als Ganzem 

relevante Zweifel bestehen, wobei nur das Übergehen offensichtlich 

erheblicher Zweifel eine Verletzung des Grundsatzes «in dubio pro reo» zu 

begründen vermag (BGE 144 IV 345; Urteil des Bundesgerichts 

6B_1395/2019 vom 3. Juni 2020 E. 1.1). 

 

3.4.2. 

Insofern der Beschuldigte wiederum die Verwertbarkeit der im vorliegenden 

Strafverfahren erhobenen Beweismittel bestreitet, kann vorab auf die 

entsprechenden Ausführungen zum Tatbestand der Pornografie verwiesen 

werden (vgl. Ziffer 2.4 hiervor). Im Zusammenhang mit dem Vorwurf der 

Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz ist zu ergänzen, dass 

es sich bei den acht Minigrip-Beuteln Marihuana (UA act. 108), die beim 

Beschuldigten anlässlich der Hausdurchsuchung vom 25. August 2020 

sichergestellt wurden, um Zufallsfunde i.S.v. Art. 243 StPO handelt. 

Darunter sind unter anderem bei Durchsuchungen und Untersuchungen 

zufällig entdeckte Beweismittel oder Gegenstände zu verstehen, die mit der 

abzuklärenden Straftat in keinem direkten Zusammenhang stehen und den 

ursprünglichen Verdacht weder erhärten noch widerlegen, aber auf eine 

weitere Straftat hinweisen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_191/2016 

vom 5. August 2016 E. 1.3). Mit Blick auf die Verwertbarkeit der 

sichergestellten Betäubungsmittel ergeben sich daraus vorliegend jedoch 

keine Probleme, da die beim Beschuldigten vorgenommene Hausdurch-

suchung – wie vorstehend dargelegt (vgl. Ziffer 2.4 hiervor) –rechtmässig 

war (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_24/2019 vom 3. Oktober 2019 

E. 2.3). Gleiches gilt im Übrigen auch für den an derselben Hausdurch-

suchung sichergestellten Laserpointer (vgl. nachfolgend Ziffer 4) sowie das 

Springmesser (vgl. nachfolgend Ziffer 5), so dass darauf nicht erneut 

zurück zu kommen ist. 

 

3.4.3. 

Der Beschuldigte hat anlässlich seiner Erstbefragung am 25. August 2020 

ausgeführt, er würde einmal im Monat Amphetamine und ungefähr alle drei 

Monate Marihuana konsumieren (UA act. 198). Diese Aussage hat er an 

seiner zweiten Befragung am 21. Juli 2021, diesmal in Anwesenheit seines 

Verteidigers bestätigt (UA act. 214). An der vorinstanzlichen Haupt-

verhandlung schliesslich antwortete er auf die Frage, ob er Amphetamine 

konsumiere, dass er solche regelmässig, ein bis zweimal im Monat zur 

 - 12 - 

 

 

Entspannung konsumieren würde (GA act. 281). Der angeklagte Konsum 

vom Amphetaminen ist damit bis anhin nicht nur unbestritten geblieben, der 

Beschuldigte hat ihn vielmehr von sich aus sowie ausdrücklich gestanden 

und sein Geständnis mehrfach bestätigt. Dass er diesen nun im 

Berufungsverfahren bestreitet, ist nicht nur widersprüchlich, sondern 

letztlich auch unbeachtlich, zumal keinerlei Anhaltspunkte für einen begrün-

deten Widerruf seines Geständnisses bestehen und er selbst auch keine 

solchen geltend macht. Im Ergebnis ist damit auf das Geständnis des 

Beschuldigten abzustellen und der monatliche Konsum von Amphetaminen 

vom Sommer 2020 bis zum 20. Mai 2021 erstellt. 

 

3.5. 

Indem der Beschuldigte zwischen dem 24. Juni 2019 und dem 20. Mai 2021 

mehrfach eine unbestimmte Menge Marihuana sowie ab Sommer 2020 bis 

zum 20. Mai 2021 mindestens einmal monatlich eine ebenfalls nicht näher 

bestimmte Menge Amphetamine konsumiert hat, hat er sich der 

Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz gemäss Art. 19a Ziff. 1 

StGB schuldig gemacht.  

 

Eine Straflosigkeit gestützt auf Art. 19b Abs. 1 BetmG oder Art. 19a Ziff. 2 

BetmG kommt entgegen dem Dafürhalten des Beschuldigten vorliegend 

nicht in Betracht. Nach der Praxis des Bundesgerichts fällt der Konsum von 

geringfügigen Drogenmengen unter Art. 19a Ziff. 2 BetmG, der blosse 

Besitz von geringfügigen Drogenmengen zu Konsumzwecken hingegen 

unter Art. 19b BetmG (vgl. BGE 124 IV 184 E. 2 f.; 108 IV 196 E. 1c f.; Urteil 

des Bundesgerichts 6B_630/2016 vom 25. Januar 2017 E. 2.3). Die 

Annahme eines leichten Falles gemäss Art. 19a Ziff. 2 BetmG ist zudem 

ausgeschlossen, wenn jemand regelmässig Haschisch konsumiert und 

nicht die Absicht hat, sein Verhalten zu ändern (BGE 124 IV 44). Vorliegend 

kann sich der Beschuldigte bereits deshalb nicht auf Art. 19b BetmG 

berufen, weil die bei ihm sichergestellte Menge Marihuana mit 20.6 Gramm 

die gesetzlich festgelegte Schwelle zur Geringfügigkeit von 10 Gramm 

deutlich übersteigt. Eine Berufung auf Art. 19a Ziff. 2 BetmG fällt ebenfalls 

ausser Betracht, weil der Beschuldigte unbestritten über rund zwei Jahre 

und damit über einen vergleichsweise langen Zeitraum regelmässig, d.h. 

mindestens alle drei Monate Marihuana und mindestens monatlich Amphe-

tamine vorsätzlich konsumiert hat (vgl. Ziffer 3.4.3 hiervor). Gleichzeitig 

lässt er keine ernsthaften Absichten erkennen, damit aufzuhören, zumal er 

zwar an der polizeilichen Befragung vom 21. Juli 2021 aussagte, er sei 

komplett clean, jedoch bereits weniger als ein halbes Jahr später anlässlich 

der vorinstanzlichen Hauptverhandlung ausgeführt hat, er würde 

regelmässig Amphetamine konsumieren (UA act. 214 f.; GA act. 281). 

Hinzu kommt schliesslich, dass er bereits mit Strafbefehl der 

Staatsanwaltschaft Baden vom 1. November 2019 wegen Widerhandlung 

gegen das Betäubungsmittelgesetz verurteilt worden ist und sogar nach der 

Eröffnung des vorliegenden Strafverfahrens weiter konsumiert hat. Der 

https://www.swisslex.ch/doc/previews/da462635-68d7-46e2-8478-286542dec39c%2C36225426-00c3-4a3d-a3ec-9410ab664e37/source/document-link
https://www.swisslex.ch/doc/unknown/b55d3d70-c424-45af-a099-9244582def54/citeddoc/f2b8dde9-e834-46c7-b681-222d1c49c3b4/source/document-link

 - 13 - 

 

 

Beschuldigte zeigt damit keine ernsthafte Bestrebung, seinen 

Betäubungsmittelkonsum aufzugeben, weshalb kein leichter Fall i.S.v. 

Art. 19a Ziff. 2 BetmG vorliegt. Dass sich die genauen Mengen konsu-

mierter Betäubungsmittel nicht eruieren lassen, vermag an dieser 

Beurteilung ebenso wenig etwas zu ändern, wie der in diesem Zusammen-

hang vom Beschuldigten angerufene Grundsatz in dubio pro reo, zumal es 

darauf in diesem Zusammenhang nicht ankommt.  

 

Zusammengefasst hat sich der Beschuldigte der mehrfachen 

Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz gemäss Art. 19a Ziff. 1 

BetmG schuldig gemacht. Die Berufung erweist sich in diesem Punkt als 

unbegründet.  

 

4. Widerhandlung gegen das NISSG 

4.1. 

Die Vorinstanz hat den Beschuldigten der Widerhandlung gegen das 

Bundesgesetz über den Schutz vor Gefährdungen durch nichtionisierende 

Strahlung und Schall (NISSG, SR 814.71) gemäss Art. 12 NISSG i.V.m. 

Art. 5 NISSG und Art. 23 V-NISSG und Art. 29 Abs. 4 V-NISSG schuldig 

gesprochen. Sie erachtete es gestützt auf den in Anklageziffer I.3. zur 

Anklage erhobenen Sachverhalt als erstellt, dass der Beschuldigte 

vorsätzlich, d.h. im Wissen um die entsprechende Gesetzesänderung und 

das daraus fliessende Verbot, einen Laserpointer der Klasse III auch nach 

Inkrafttreten des NISSG und über die Übergangsfrist hinaus in seinem 

Besitz behalten habe (vgl. vorinstanzliches Urteil E. 4.5).  

 

4.2. 

Gemäss Art. 12 NISSG i.V.m. Art. 5 NISSG sowie Art. 23 Abs. 1 lit. a und 

Abs. 2 V-NISSG (SR 814.711) wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr 

oder Geldstrafe bestraft, wer namentlich einen Laserpointer der Klassen 

1M, 2, 2M, 3R, 3B und 4 ohne Bewilligung der zuständigen Behörde besitzt. 

Gemäss Art. 29 Abs. 4 V-NISSG müssen die besagten Laserpointer bis 

spätestens ein Jahr nach Inkrafttreten der V-NISSG, d.h. bis zum 1. Juni 

2020 fachgerecht entsorgt werden.  

 

4.3. 

Beim Beschuldigten wurde anlässlich der Hausdurchsuchung vom 

25. August 2020 ein Laserpointer sichergestellt, der gemäss Beschriftung 

eine maximale Leistung von 100 Milliwatt (mW) und eine Wellenlänge 532 

Nanometern (nm) erreicht und mit «Class III» bezeichnet ist (UA act. 107, 

Sicherstellung Nr. 7; UA act. 222). Gestützt darauf gehört der fragliche 

Laserpointer mindestens zur verbotenen Klasse 3R (vgl. Bundesamt für 

Gesundheit, Faktenblatt Laserpointer, S. 8), was ebenso wie die Tatsache, 

dass der Beschuldigte der Besitzer des Laserpointers war, unbestritten 

geblieben ist (UA act. 216; GA act. 281 f.). Er macht jedoch geltend, der 

Laserpointer sei defekt und falle daher nicht mehr unter die gemäss Art. 23 

 - 14 - 

 

 

Abs. 1 lit. a V-NISSG verbotenen Gegenstände. Ausserdem habe er keine 

Kenntnis von der plötzlichen Gesetzesänderung gehabt resp. dieselbe 

nicht mit dem vor Jahren in den Ferien gekauften Spielzeug in Verbindung 

gebracht und daher in Bezug auf die unterlassene Entsorgung nicht 

vorsätzlich gehandelt (vgl. Berufungsbegründung Rz. 16).  

 

4.4. 

Die Bestimmungen des NISSG bezwecken unter anderem, Menschen vor 

gesundheitsgefährdenden nichtionisierenden Strahlen, die von Lase-

rpointern ausgehen, zu schützen (vgl. Botschaft des Bundesrats zum 

Bundesgesetz über den Schutz vor Gefährdungen durch nichtionisierende 

Strahlung und Schall (NISSG) vom 11. Dezember 2015, BBl 2016, S. 494). 

Entgegen den Vorbringen des Beschuldigten ist der vorliegend beschlag-

nahmte Laserpointer nicht in dem Sinne defekt, als dass eine Gesundheits-

gefährdung von vornherein auszuschliessen wäre. Nach Angabe des 

Beschuldigten hat der Pointer lediglich «Wackelkontakt» (GA act. 281), 

weshalb er in manchen Fällen durchaus noch funktionieren dürfte. Zudem 

können solche Defekte an der Elektronik zumeist einfach und ohne vertiefte 

Fachkenntnisse repariert werden. Unter diesen Umständen ist dem 

beschlagnahmten Pointer nach wie vor ein erhebliches Gefährdungs-

potenzial i.S.v. Art. 5 NISSG beizumessen, weshalb der objektive 

Tatbestand von Art. 12 NISSG erfüllt ist. Ob auch der Besitz eines gänzlich 

defekten Gerätes strafbar wäre, kann an dieser Stelle somit offengelassen 

werden.  

 

4.5. 

In subjektiver Hinsicht ist vorsätzliches Handeln erforderlich (vgl. Art. 12 

NISSG). Mit der Vorinstanz hat auch das Obergericht keine Zweifel daran, 

dass der Beschuldigte zumindest in Kauf nahm, mit dem fortgesetzten 

Besitz des Laserpointers bzw. dessen unterlassener Entsorgung gegen 

gesetzliche Vorgaben zu verstossen (vgl. vorinstanzliches Urteil E. 4.5): 

 

Der Beschuldigte wurde erstmals am 21. Juli 2021 durch die Polizei zum 

sichergestellten Laserpointer befragt. Damals führte er aus, er habe diesen 

vor rund 10 Jahren in den Ferien in Spanien gekauft (UA act. 216 f.). 

Anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung ergänzte er dazu, der 

Laserpointer sei immer wieder in den Umzugskisten gelandet. Er habe nicht 

gewusst, dass Stufe 3 illegal sei. Das sei ja erst mit der Zeit gekommen, 

weil die Leute angefangen hätten, auf Flugzeuge zu zielen (GA act. 282). 

Aus den Aussagen des Beschuldigten erschliesst sich, dass ihm durch 

seine mehrfachen Umzüge nach wie vor bewusst war, dass er noch im 

Besitz des Laserpointers ist. Sein Hinweis auf die Problematik des 

Blendens belegt zudem, dass der öffentliche Diskurs zur Thematik 

zumindest nicht gänzlich an ihm vorbeigegangen ist. Indem der 

Beschuldigte den Laserpointer dennoch behielt, ohne ihn auf seine 

Zulässigkeit hin zu überprüfen, hat er zumindest in Kauf genommen, gegen 

 - 15 - 

 

 

die Bestimmungen des NISSG zu verstossen und damit vorsätzlich 

gehandelt. 

 

Im Ergebnis hat sich der Beschuldigte eines Vergehens gegen das 

Bundesgesetz über den Schutz vor Gefährdungen durch nichtionisierende 

Strahlung und Schall gemäss Art. 12 i.V.m. Art. 5 lit. a NISSG i.V.m. Art. 23 

V-NISSG und Art. 29 Abs. 4 V-NISSG schuldig gemacht. Die Berufung 

erweist sich in diesem Punkt als unbegründet. 

 

5. Widerhandlung gegen das Waffengesetz 

5.1. 

Die Vorinstanz hat den Beschuldigten der Widerhandlung gegen das 

Waffengesetz gemäss Art. 33 Abs. 1 lit. a WG i.V.m. Art. 4 Abs. 1 lit. c und 

Abs. 4 sowie Art. 7 Abs. 1 WV, Art. 5 Abs. 2 lit. a WG und Art. 13a Abs. 1 

lit. b WV schuldig gesprochen. Sie erachtete es gestützt auf 

Anklageziffer I.4 als erstellt, dass der Beschuldigte wissentlich eine 

verbotene Waffe in Form eines Springmessers besessen habe (vgl. 

vorinstanzliches Urteil E. 5.4.3).  

 

5.2. 

Der Widerhandlung gegen das Waffengesetz gemäss Art. 33 Abs. 1 lit. a 

WG macht sich strafbar, wer u.a. ohne Berechtigung Waffen besitzt. Als 

Waffe gelten namentlich Messer, die mit einem einhändig bedienbaren 

automatisierten Spring- oder anderen Auslösemechanismus ausgefahren 

werden können, insgesamt mehr als 12cm lang sind und eine Klinge haben, 

die mehr als 5cm lang ist (Art. 4 Abs. 1 lit. c und Abs. 4 WG i.V.m. Art. 7 

Abs. 1 WV). Der subjektive Tatbestand erfordert Vorsatz, wobei 

Eventualvorsatz genügt (vgl. Art. 12 Abs. 2 StGB i.V.m. Art. 333 StGB). 

 

5.3. 

Anlässlich der beim Beschuldigten durchgeführten Hausdurchsuchung 

vom 25. August 2020 wurde ein Springmesser mit einem einhändig 

bedienbaren Ausfahrmechanismus und einer Gesamtlänge von mehr als 

12cm sichergestellt, dessen Klinge mehr als 5cm lang ist (UA act. 107; 

235 ff.). Der Beschuldigte bestreitet nicht, der Besitzer und Eigentümer 

dieses Messers zu sein. Den mit Berufung beantragten Freispruch 

begründet er jedoch damit, dass er das Messer von seinem Vater 

geschenkt erhalten und nicht gewusst habe, dass ein solches Messer in 

der Schweiz verboten sei (vgl. Berufungsbegründung Rz. 18). 

 

5.4. 

Wie bereits die Vorinstanz zutreffend ausgeführt hat und mit Berufung 

unbestritten geblieben ist, ist das beim Beschuldigten sichergestellte 

Messer als Waffe im Sinne der Waffengesetzgebung zu qualifizieren. 

Indem der Beschuldigte es ohne Berechtigung in seinen Besitz genommen 

hat, was auch bei einer Schenkung der Fall ist, hat er den objektiven 

 - 16 - 

 

 

Tatbestand von Art. 33 Abs. 1 lit. a WG erfüllt (vgl. vorinstanzliches Urteil 

E. 5.5.2). 

 

In subjektiver Hinsicht bestehen für das Obergericht ferner keine 

erheblichen Zweifel daran, dass dem Beschuldigten bewusst war, dass es 

sich beim fraglichen Messer um eine bewilligungspflichtige Waffe handelt. 

Der Beschuldigte wurde bereits mit Strafbefehl vom 18. Januar 2019 

wegen illegalen Besitzes eines Springmessers verurteilt. Vor diesem 

Hintergrund ist seine Bestreitung des Vorsatzes als unbeachtliche 

Schutzbehauptung zu werten. Im Ergebnis hat sich der Beschuldigte somit 

einer Widerhandlung gegen das Waffengesetz gemäss Art. 33 Abs. 1 lit. a 

WG schuldig gemacht. 

 

6. 

6.1. 

Der Beschuldigte hat sich der mehrfachen Pornografie, der mehrfachen 

Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, der Widerhandlung 

gegen das Bundesgesetz über den Schutz vor Gefährdungen durch 

nichtionisierende Strahlung und Schall sowie der Widerhandlung gegen 

das Waffengesetz schuldig gemacht und ist dafür angemessen zu 

bestrafen.  

 

6.2. 

Das Bundesgericht hat die Grundsätze der Strafzumessung nach Art. 47 ff. 

StGB wiederholt dargelegt (BGE 147 IV 241; BGE 144 IV 313; BGE 

144 IV 217; BGE 141 IV 61 E. 6.1.1; BGE 136 IV 55 E. 5.4. ff.; je mit 

Hinweisen). Darauf kann verwiesen werden. 

 

6.3. 

Die Beschaffung oder der Besitz von verbotener Pornografie mit 

tatsächlichen sexuellen Handlungen mit Minderjährigen zwecks 

Eigenkonsums gemäss Art. 197 Abs. 5 Satz 2 StGB sowie die Wider-

handlung gegen das Waffengesetz gemäss Art. 33 Abs. 1 lit. a WG werden 

mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft. Die 

Widerhandlung gegen das Bundesgesetz über den Schutz vor 

Gesundheitsgefährdungen durch nichtionisierende Strahlung und Schall 

gemäss Art. 12 NISSG sieht eine Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder 

eine Geldstrafe vor. Einzig für die Widerhandlung gegen das 

Betäubungsmittelgesetz gemäss Art. 19a Ziff. 1 BetmG ist ausschliesslich 

eine Busse als Strafe vorgesehen.  

 

Bei der Wahl der Sanktionsart sind neben dem Verschulden unter 

Beachtung des Prinzips der Verhältnismässigkeit als wichtige Kriterien die 

Zweckmässigkeit und Angemessenheit einer bestimmten Sanktion, ihre 

Auswirkungen auf den Täter und sein soziales Umfeld sowie ihre 

 - 17 - 

 

 

Wirksamkeit unter dem Gesichtswinkel der Prävention zu berücksichtigen 

(BGE 147 IV 241 E. 3). 

 

Die vorliegend zu beurteilenden Straftaten haben sich im Zeitraum 

zwischen August 2017 bis zur Hausdurchsuchung am 25. August 2020 

ereignet. Im besagten Zeitraum wurde der Beschuldigte mit Strafbefehl der 

Staatsanwaltschaft Baden vom 18. Januar 2019 (nachfolgend «erster 

Strafbefehl») wegen Nötigung und Widerhandlung gegen das 

Waffengesetz zu einer bedingten Geldstrafe von 90 Tagessätzen à 

Fr. 30.00 und einer Busse von Fr. 500.00 und am 1. November 2019 mit 

einem weiteren Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Baden (nachfolgend 

«zweiter Strafbefehl») wegen Betrugs sowie Widerhandlung gegen das 

Betäubungsmittelgesetz zu einer unbedingten Geldstrafe von 40 Tages-

sätzen à Fr. 30.00 und einer Busse von Fr. 200.00 verurteilt. Da sich die 

vorliegend zu beurteilenden Delikte sowohl vor, zwischen als auch nach 

diesen beiden Strafbefehlen ereignet haben, liegt somit in zweifacher 

Hinsicht ein Fall von teilweiser retrospektiver Konkurrenz vor. Wie zu 

zeigen sein wird, ist die Gleichartigkeit der Strafen vorliegend gegeben, da 

der Beschuldigte in den Strafbefehlen jeweils zu Geldstrafen und Busse 

verurteilt worden ist und auch für die neu zu beurteilenden Straftaten 

ausschliesslich Geldstrafen sowie eine Busse für die mehrfache Wider-

handlung gegen das Betäubungsmittelgesetz auszufällen sind. Entgegen 

der Vorinstanz (vgl. vorinstanzliches Urteil E. 6.2.2) ist eine Freiheitsstrafe 

weder aufgrund des Tatverschuldens gerechtfertigt, noch lässt sich aus 

den Vorstrafen des Beschuldigten auf eine Unzweckmässigkeit der 

Geldstrafe schliessen, zumal diese teilweise erst nach den vorliegend zu 

beurteilenden Delikten begangen worden sind und eine solche daher von 

vornherein nicht zu begründen vermögen. 

 

Infolge Gleichartigkeit der Strafarten ist die Strafzumessung daher in 

Anwendung von Art. 49 Abs. 2 StGB nachfolgend in drei Schritten 

vorzunehmen. Zunächst ist für die vor dem ersten Strafbefehl vom 

18. Januar 2019 begangenen Pornografiehandlungen eine Zusatzstrafe 

auszufällen. Anschliessend ist für die zwischen dem ersten und dem 

zweiten Strafbefehl verübten Pornografiehandlungen, die Widerhan-

dlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz sowie die Widerhandlung 

gegen das Waffengesetz eine separate Zusatzstrafe zum zweiten 

Strafbefehl vom 1. November 2019 festzulegen. In einem dritten und 

letzten Schritt sind die später begangenen, vom Tatbestand der 

Pornografie erfassten Tathandlungen, die Widerhandlungen gegen das 

Betäubungsmittelgesetz sowie die Widerhandlung gegen das 

Bundesgesetz über den Schutz vor Gefährdung durch nichtionisierende 

Strahlung und Schall mit einer selbständigen Strafe – allenfalls unter 

Anwendung von Art. 49 Abs. 1 StGB – zu ahnden und zu den beiden 

Zusatzstrafen zu addieren (vgl. zum Ganzen BGE 145 IV 1). 

 

 - 18 - 

 

 

6.4. Zusatzstrafe 1  

Hinsichtlich der ersten Zusatzstrafe zum Strafbefehl der Staatsanwaltschaft 

Baden vom 18. Januar 2019 ergibt sich Folgendes:  

 

6.4.1. 

Die rechtskräftig beurteilte Nötigung, die Widerhandlung gegen das 

Waffengesetz und der neu zu beurteilende Tatbestand der Pornografie 

sehen als Strafe eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder Geldstrafe 

vor. Es ist bei der Bildung der Zusatzstrafe deshalb auf die konkret 

schwerste Straftat abzustellen. Dabei handelt es sich unter Berück-

sichtigung der kriminellen Energie sowie der Unmittelbarkeit der Einwirkung 

des Handelns des Beschuldigten auf das geschützte Rechtsgut um die 

Nötigung gemäss Strafbefehl vom 18. Januar 2019 (Androhung massiver 

körperlicher Gewalt, um den Betroffenen zu nötigen, eine gemeinsame 

Kollegin in Ruhe zu lassen). 

 

Auszugehen ist somit von der rechtskräftigen Grundstrafe von 

90 Tagessätzen Geldstrafe als Gesamtstrafe für die Nötigung und die 

Widerhandlung gegen das Waffengesetz gemäss Strafbefehl vom 

18. Januar 2019 (Grundstrafe). Diese ist aufgrund der davor begangenen 

mehrfachen Pornografie, für die ebenfalls eine Geldstrafe auszusprechen 

ist (vgl. dazu Ziffer 6.3 hiervor), angemessen zu erhöhen, wobei zu 

berücksichtigten ist, dass die Ausfällung einer Einheitsstrafe im Sinne einer 

Gesamtbetrachtung aller zu beurteilenden pornografischen Delikte 

grundsätzlich unzulässig ist (BGE 144 IV 217 E. 3.5). Von der (gedanklich) 

gebildeten (hypothetischen) Gesamtstrafe ist schliesslich die Grundstrafe 

abzuziehen, was die Zusatzstrafe ergibt (BGE 142 IV 265 E. 2.4.4). 

 

6.4.2. 

6.4.2.1. 

Hinsichtlich der mehrfachen Pornografie gemäss Art. 197 Abs. 5 Satz 2 

StGB ist vorab festzuhalten, dass der Beschuldigte die entsprechenden 

Handlungen teilweise vor Inkrafttreten des neuen Sanktionsrechts am 

1. Januar 2018 begangen hat. Gemäss Art. 2 Abs. 2 StGB ist grundsätzlich 

jenes Gesetz anwendbar, das im Zeitpunkt der Verübung der Tat 

anwendbar ist, es sei denn, das neue Gesetz sei das mildere (sog. lex 

mitior). Mit dem neuen Recht wird die Geldstrafe gemäss Art. 34 StGB auf 

180 Tagessätze beschränkt, während aArt. 34 StGB Geldstrafen bis zu 360 

Tagessätzen zuliess. Diese Rechtsänderung kann sich sowohl zum Vor-, 

als auch zum Nachteil eines Verurteilten auswirken. In Konstellationen, in 

denen ein Verurteilter mehrere Straftatbestände erfüllt, für die verschul-

densbedingt je eine Geldstrafe von weniger als 180 Tagessätzen 

auszufällen wäre, erweist sich das neue Recht als milder, weil es in 

Verbindung mit Art. 49 Abs. 1 StGB die auf dem Wege der Asperation zu 

bestimmende Sanktion auf insgesamt 180 Tagessätze begrenzt, während 

nach altem Recht bis zu 360 Tagessätze möglich gewesen wären. Das trifft 

 - 19 - 

 

 

auch auf den vorliegenden Fall zu, weshalb zugunsten des Beschuldigten 

neues Recht anzuwenden ist. 

 

6.4.2.2. 

Der Tatbestand der Pornografie nach Art. 197 StGB schützt – insoweit es 

um Pornografie geht, die tatsächliche sexuelle Handlungen mit 

Minderjährigen zum Inhalt haben – im Wesentlichen die ungestörte 

sexuelle Entwicklung von Kindern und Jugendlichen (BGE 131 IV 16 

E. 1.2).  

 

In Bezug auf das Ausmass der Gefährdung, das vom Handeln des 

Beschuldigten für das geschützte Rechtsgut ausging, ist vorab 

festzuhalten, dass das einschlägige Bildmaterial auf den beim Beschul-

digten sichergestellten Datenträgern frühestens vom 16. Januar 2020 

datiert. Der Schuldspruch für den hier relevanten Zeitraum vom August 

2017 bis zum Erlass des ersten Strafbefehls vom 18. Januar 2019 stützt 

sich demnach allein auf das auch im Berufungsverfahren unbestritten 

gebliebene Geständnis des Beschuldigten, seit August 2017 mit anderen, 

nicht mehr existierenden Geräten kinderpornografisches Material im Sinne 

der sichergestellten Darstellungen im Darknet gesucht, konsumiert und für 

den späteren Konsum gespeichert zu haben (UA act. 200; 209 ff.). Da 

mangels weiterer Aussagen des Beschuldigten keine genaueren Angaben 

zur Anzahl und zum Inhalt der dazumal konsumierten Darstellungen, 

namentlich dem Alter der abgebildeten Kinder (vorzugsweise Mädchen) 

sowie den vorgenommenen sexuellen Handlungen möglich sind, 

gleichzeitig jedoch auch kein davon abweichendes Konsumverhalten 

geltend gemacht wird, ist davon auszugehen, dass sich dieses hinsichtlich 

der Art und Menge des konsumierten Bildmaterials nicht wesentlich von 

den sichergestellten Dateien unterscheidet. In Relation zum 

dokumentierten Zeitraum vom 16. Januar 2020 bis zum 25. August 2020 

(d.h. knapp 6.5 Monate) mit 517 Bilddateien und zwei Videos, ist daher für 

den vorliegend relevanten Zeitraum von August 2017 bis zum 18. Januar 

2019 (entspricht 17.5 Monaten) von mehr als 1'000 konsumierten Dateien 

auszugehen, die innerhalb des Spektrums von der mildesten 

Erscheinungsform (Abbildungen ohne sichtbare, sexuelle Handlung) bis 

hin zu schwersten Formen der Pornografie (Abbildungen eines sehr 

kindlichen Mädchens, wie es von einem erwachsenen Mann anal penetriert 

wird, vgl. dazu Ziff. 6.6.2.1 hernach) reichen. Entsprechend ist unter dem 

Gesichtspunkt des Ausmasses der Gefährdung des geschützten 

Rechtsguts nicht mehr von einem leichten Tatverschulden auszugehen. 

 

Der Beschuldigte hat das entsprechende Bildmaterial im Darknet unter 

Verwendung einer falschen IP-Adresse, um unsichtbar zu bleiben, gezielt 

gesucht, konsumiert und für den späteren Eigenkonsum gespeichert. Seine 

Handlungsweise ist – ohne das Vorgehen zu bagatellisieren – aber nicht 

wesentlich über die blosse Tatbestandserfüllung von Art. 195 Abs. 5 StGB 

 - 20 - 

 

 

hinausgegangen. Insbesondere sind vorliegend keine Hinweise dafür 

vorhanden, dass der Beschuldigte die entsprechenden Dateien – 

beispielsweise unter Verwendung von Filesharing-Programmen – anderen 

zugänglich gemacht hätte. Unter Verschuldensgesichtspunkten wiegt diese 

Form der Tatbegehung noch vergleichsweise leicht. 

 

Der Beschuldigte verfügte über ein erhebliches Mass an 

Entscheidungsfreiheit. Aus seiner Krankenakte von der Klinik K. ergibt sich, 

dass er unter verschiedenen psychischen Störungen und 

Suchtmittelabhängigkeiten, darunter auch Pädophilie leidet (UA act. 52). 

Der Beschuldigte ist sich dessen bewusst und hat sich zu diesem Zweck 

im Juli 2020 in psychotherapeutische Behandlung begeben (UA act. 143). 

Anzeichen für eine vermindere Schuldfähigkeit im Tatzeitpunkt liegen 

indessen nicht vor (vgl. GA act. 280). 

 

Insgesamt ist unter Berücksichtigung des breiten Spektrums der vom 

Tatbestand der Pornografie erfassten strafbaren Handlungen in Relation 

zum Strafrahmen von bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe von einem nicht 

mehr leichten Tatverschulden auszugehen, weshalb – jeweils in 

Abhängigkeit vom konkreten Inhalt der mehr als 1'000 Dateien – von 

Einzelstrafen zwischen 15 bis 60 Tagessätzen auszugehen ist. Da der 

Tatbestand der Pornografie in keinem Zusammenhang zu den übrigen mit 

Strafbefehl vom 18. Januar 2019 geahndeten Delikten steht, ist der im 

Rahmen der Asperation zu berücksichtigende Gesamtschuldbetrag 

entsprechend höher, konkret mit 90 Tagessätzen zu veranschlagen, was 

zu einer hypothetischen Gesamtstrafe von 180 Tagessätzen führt. 

 

6.4.3.  

In Bezug auf die Täterkomponenten ergibt sich Folgendes: Der Beschul-

digte wies im relevanten Beurteilungszeitpunkt keine Vorstrafen auf, was 

neutral zu gewichten ist (BGE 136 IV 1). Strafmildernd fällt ins Gewicht, 

dass der Beschuldigte aus eigenem Antrieb und unabhängig von einem 

laufenden Strafverfahren eine Therapie in Angriff genommen hat, um seine 

pädophilen Neigungen in den Griff zu bekommen. Das vorliegende 

Strafverfahren wurde denn auch einzig aufgrund einer entsprechenden 

Meldung seines Therapeuten initiiert. Hinzukommt, dass der Beschuldigte 

sich von Beginn an kooperativ und geständig gezeigt hat. Er hat auch über 

den ihm objektiv aufgrund der Auswertungen der beschlagnahmten EDV-

Geräte nachweisbaren Deliktszeitraum zugegeben, kinderpornografisches 

Material konsumiert zu haben. Zu berücksichtigen ist jedoch auch, dass der 

Beschuldigte sich sowohl im vorinstanzlichen Verfahren als auch im 

Berufungsverfahren auf die Unverwertbarkeit der im vorliegenden 

Strafverfahren erlangten Beweismittel beruft, womit er sein eigenes 

Geständnis relativiert. 

 

 - 21 - 

 

 

Aus den persönlichen und familiären Verhältnissen des heute 23-jährigen, 

kinderlosen sowie alleine lebenden Beschuldigten ergeben sich keine für 

die Strafzumessung relevanten Faktoren. Aussergewöhnliche Umstände, 

die eine besondere Strafempfindlichkeit begründen würden, liegen damit 

nicht vor (vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 6B_1053/2018 vom 

26. Februar 2019 E. 3.4). 

 

In der Gesamtabwägung der vorstehenden Faktoren überwiegen die positiv 

zu wertenden Täterkomponenten deutlich, zumal sich der Beschuldigte 

durch sein Geständnis in erheblichem Ausmass selbst belastet hat. Unter 

diesen Umständen erscheint es gerechtfertigt, die Täterkomponente im 

Umfang von 60 Tagessätzen zugunsten des Beschuldigten strafmindernd 

zu berücksichtigen. Die hypothetische Gesamtstrafe reduziert sich damit 

auf 120 Tagessätze. 

 

6.4.4. 

Nach dem Gesagten ist der Beschuldigte für die bis zum 18. Januar 2019 

begangenen Delikte mit einer (hypothetischen) Gesamtstrafe von 120 

Tagessätzen zu bestrafen. Abzüglich der mit erstem Strafbefehl 

ausgefällten, rechtskräftigen Grundstrafe von 90 Tagessätzen beträgt die 

auszufällende Zusatzstrafe somit 30 Tagessätze. 

 

6.4.5.  

Die Höhe des Tagessatzes bemisst sich nach den Verhältnissen des Täters 

im Urteilszeitpunkt (Art. 34 Abs. 2 StGB). Massgebende Kriterien für die 

Bestimmung der Tagessatzhöhe sind das Einkommen, das Vermögen und 

der Lebensaufwand des Beschuldigten, seine Unterstützungspflichten und 

persönlichen Verhältnisse sowie sein Existenzminimum (BGE 142 IV 315 

E. 5 = Pra 2018 Nr. 52, Bestätigung der bisherigen Rechtsprechung). 

Ausgangspunkt ist das Nettoeinkommen, das der Täter im Zeitpunkt des 

Urteils durchschnittlich erzielt bzw. alle geldwerten Leistungen, die ihm 

zufliessen (BGE 134 IV 60 E. 6.1). 

 

Der Beschuldigte ist nicht verheiratet sowie kinderlos. Er hat keine 

Unterstützungspflichten. Er wohnt alleine in einer 3.5-Zimmerwohnung und 

wird durch die psychiatrische Spitex unterstützt (GA act. 283). Der 

Beschuldigte ist seit dem 1. April 2018 IV-berentet und erhält seit dem 

1. April 2020 eine Dreiviertels-Invalidenrente von monatlich Fr. 1'195.00 

sowie Ergänzungsleistungen in Höhe von monatlich Fr. 1'723.00 

ausbezahlt (UA act. 153 und 161). Anlässlich der vorinstanzlichen 

Hauptverhandlung führte der Beschuldigte zudem aus, er sei im Umfang 

von 40 % im Sicherheitsdienst tätig und habe in diesem Bereich eine 

sechsmonatige Ausbildung absolviert. Dabei verdiene er Fr. 25.00 brutto 

pro Stunde, woraus monatlich ein Betrag von ungefähr Fr. 500.00 

zusammenkomme. Im Umfang seines Lohnes würden sich die 

Ergänzungsleistungen reduzieren (GA act. 283). Zudem verfügte der 

 - 22 - 

 

 

Beschuldigte per 1. März 2021 über ein Vermögen von rund Fr. 11'000.00 

(UA act. 175). Demgegenüber sind im Betreibungsregister des 

Betreibungsamts Bremgarten Verlustscheine gegen den Beschuldigten im 

Umfang von Fr. 12'528.88 registriert (UA act. 148).  

 

Nach dem Gesagten ist von einem massgeblichen monatlichen 

Nettoeinkommen (ohne Ergänzungsleistungen) des Beschuldigten von 

gerundet Fr. 1'700.00 (Fr. 1'195.00 IV-Rente + ca. Fr. 500.00 Erwerbs-

einkommen) auszugehen. Da der Beschuldigte nahe am Existenzminimum 

lebt, ist für die Berechnung der Tagessatzhöhe rechtsprechungsgemäss 

ein Abzug von 50 % vorzunehmen (vgl. BGE 134 IV 60 E. 6.5.2), woraus 

ein Tagessatz von gerundet Fr. 30.00 resultiert.  

 

6.4.6. 

Dem Beschuldigten wurde gemäss Strafbefehl vom 18. Januar 2019 für die 

Geldstrafe der bedingte Vollzug gewährt. Da der Beschuldigte zu diesem 

Zeitpunkt als nicht vorbestraft gilt, ist ihm auch für die Zusatzstrafe der 

bedingte Strafvollzug zu gewähren (vgl. Art. 42 Abs. 1 StGB). Die Probezeit 

ist auf das gesetzliche Minimum von 2 Jahren festzusetzen (Art. 44 Abs. 1 

StGB). 

 

6.4.7.  

Zusammengefasst ist der Beschuldigte für die von ihm im Zeitraum von 

August 2017 bis zum 18. Januar 2019 begangenen Straftaten mit einer 

bedingten Geldstrafe von 30 Tagessätzen à Fr. 30.00 als Zusatzstrafe zum 

Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Baden vom 18. Januar 2019 zu 

bestrafen. 

 

6.5. Zusatzstrafe 2 

Hinsichtlich der zweiten Zusatzstrafe zum Strafbefehl vom 1. November 

2019 ergibt sich Folgendes:  

 

6.5.1. 

Der Beschuldigte wurde mit Strafbefehl vom 1. November 2019 wegen 

Betrugs sowie Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz zu einer 

Geldstrafe von 40 Tagessätzen à Fr. 30.00 sowie einer Busse von 

Fr. 200.00 verurteilt. Im für die zweite Zusatzstrafe relevanten Zeitraum 

vom 18. Januar 2019 bis zum 1. November 2019 machte sich der 

Beschuldigte der Pornografie gemäss Art. 195 Abs. 5 Satz 2 StGB sowie 

einer Widerhandlung gegen das Waffengesetz gemäss Art. 33 Abs. 1 lit. a 

WG schuldig, was aufgrund des jeweiligen Verschuldens (siehe dazu 

unten) beides jeweils mit Geldstrafe zu ahnden ist. Ausserdem machte er 

sich der mehrfachen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz 

gemäss Art. 19a Ziff. 1 BetmG schuldig, für welche nur eine Busse infrage 

kommt (vgl. Ziffer 6.3 hiervor). Da das Prinzip der retrospektiven Konkur-

renz jeweils nur innerhalb der gleichen Strafart zur Anwendung gelangt, ist 

 - 23 - 

 

 

für beide neu zu beurteilenden Delikte jeweils eine Zusatzstrafe 

auszusprechen (BGE 142 IV 265).  

 

6.5.2. 

6.5.2.1. 

Hinsichtlich der mit Geldstrafe zu ahndenden Delikte ist aufgrund des 

abstrakten Strafrahmens vom rechtskräftig abgeurteilten Betrug bzw. der 

dafür ausgesprochenen Geldstrafe von 40 Tagessätzen als Einsatzstrafe 

auszugehen. Diese ist anschliessend in Anwendung von Art. 49 Abs. 1 

StGB um die ebenfalls mit Geldstrafte zu ahndende mehrfache Pornografie 

sowie die Widerhandlung gegen das Waffengesetz angemessen zu 

erhöhen. Von der so gebildeten (hypothetischen) Gesamtstrafe ist 

schliesslich die rechtskräftige Grundstrafe in Abzug zu bringen, woraus die 

Zusatzstrafe resultiert.  

 

6.5.2.2. 

In Bezug auf die mehrfache Pornografie gemäss Art. 197 Abs. 5 Satz 2 

StGB kann für die Gefährdung des betroffenen Rechtsguts, die Art und 

Weise des Tatvorgehens sowie das Mass an Entscheidungsfreiheit auf die 

entsprechenden Ausführungen in Ziffer 6.4.2 hiervor verwiesen werden, 

zumal auch für den hier massgeblichen Zeitraum keine einschlägigen 

Darstellungen sichergestellt worden sind. Entsprechend ist für die Art und 

Menge der konsumierten Darstellungen wiederum auf das dokumentierte 

Konsumverhalten im Zeitraum vom 16. Januar 2020 bis zum 25. August 

2020 abzustellen. Mengenmässig ist daher für die vorliegend relevanten 

rund 9.5 Monate (19. Januar 2019 bis zum 1. November 2019) von rund 

750 konsumierten Bilddateien auszugehen. Entsprechend ist unter dem 

Gesichtspunkt des Ausmasses der Gefährdung des geschützten 

Rechtsguts nicht mehr von einem leichten Tatverschulden auszugehen, 

weshalb wiederum – jeweils in Abhängigkeit vom konkreten Inhalt der 

750 Dateien – von Einzelstrafen zwischen 15 bis 60 Tagessätzen 

auszugehen ist. Diese Einzelstrafen sind im Rahmen der Asperation 

wiederum mit 80 Tagessätzen zu berücksichtigen, zumal sie in keinerlei 

Zusammenhang zu den mit dem zweiten Strafbefehl geahndeten Delikten 

stehen. Die Einsatzstrafe ist folglich auf 120 Tagessätze zu erhöhen.  

 

6.5.2.3. 

In Bezug auf die Widerhandlung gegen das Waffengesetz gemäss Art. 33 

Abs. 1 lit. a WG ergibt sich Folgendes:  

 

Wer ohne Berechtigung u.a. eine Waffe erwirbt oder besitzt, wird gemäss 

Art. 33 Abs. 1 lit. a WG mit Freiheitsstrafe bis zu 3 Jahren oder Geldstrafe 

bestraft. Der Besitz einer Waffe ohne Bewilligung wurde vom Gesetzgeber 

als Vergehens- und nicht etwa Übertretungstatbestand ausgestaltet. Dieser 

gesetzgeberischen Wertung liegt die Annahme zu Grunde, dass es im 

Interesse der Allgemeinheit liege, die Anzahl Waffen in der Schweiz 

 - 24 - 

 

 

möglichst gering zu halten. Denn je grösser die Verfügbarkeit von Waffen 

ist, desto grösser ist die von ihnen ausgehende Gefahr, wenn Waffen in 

falsche Hände gelangen. Vor diesem Hintergrund ist bei Art. 33 Abs. 1 lit. a 

WG von einer für die Sicherheit der Allgemeinheit wichtigen Bestimmung 

auszugehen. Es ist allerdings zu beachten, dass Art. 33 Abs. 1 lit. a WG 

einerseits keine Unterscheidung zwischen der Art von Waffen (beispiels-

weise Stichwaffe, Schusswaffe, Elektroschocker) trifft und andererseits 

nebst dem Besitz auch das Mitführen, die Einfuhr in die Schweiz, das 

Anbieten, Übertragen, Vermitteln, Erwerb, Herstellen, Abändern und 

Umbauen unter dieselbe Strafnorm subsumiert. Entsprechend unter-

schiedlich erscheint die Schwere des mit der Widerhandlung 

einhergehenden Verschuldens. 

 

Der Beschuldigte war in Besitz eines verbotenen Springmessers, das er 

eigenen Aussagen zufolge zu einem nicht näher bestimmten Zeitpunkt von 

seinem Vater geschenkt erhalten habe. Als Grund dafür gab er an, er sei 

ein Messerfanatiker, er finde Messer schön und besitze sie zum Aufstellen 

und Anschauen (UA act. 216; GA act. 283). Tatsächlich wurde das Messer 

anlässlich der Hausdurchsuchung vom 25. August 2020 beim 

Beschuldigten zuhause sichergestellt. Anhaltspunkte dafür, dass er das 

Messer verwendet oder in der Öffentlichkeit bei sich getragen hat, liegen 

nicht vor. Weder handelt es sich beim Springmesser um eine besonders 

gefährliche Waffe, noch ist der Beschuldigte wesentlich über die blosse 

Erfüllung des Tatbestandes hinausgegangen. Hinweise für eine besondere 

Verwerflichkeit des Handelns liegen nicht vor.  

 

Insgesamt ist hinsichtlich der Widerhandlung gegen das Waffengesetz 

gemäss Art. 33 Abs. 1 lit. a WG in Relation zum Strafrahmen von bis zu 

3 Jahren Freiheitsstrafe und unter Berücksichtigung der innerhalb dieses 

Strafrahmens denkbaren Widerhandlungen von einem noch leichten 

Tatverschulden und – bei isolierter Betrachtung – einer Einzelstrafe von 30 

Tagessätzen Freiheitsstrafe auszugehen. 

 

Im Rahmen der Asperation ist zu beachten, dass die Widerhandlung gegen 

das Waffengesetz in keinem Zusammenhang zum Betrug oder zur 

Pornografie steht. Entsprechend hoch ist der mit der Widerhandlung gegen 

das Waffengesetz insgesamt einhergehende Gesamtschuldbetrag zu 

veranschlagen. Die Einsatzstrafe ist daher um 30 Tagessätze auf 

150 Tagessätze zu erhöhen. 

 

6.5.2.4. 

Im Rahmen der Täterkomponente fällt die einschlägige Vorstrafe des 

Beschuldigten straferhöhend ins Gewicht: Der Beschuldigte ist bereits mit 

Strafbefehl vom 18. Januar 2019 wegen unberechtigten Besitzes eines 

Springmessers, d.h. wegen des weitgehend identischen Sachverhalts 

verurteilt worden. Er zeigt sich in dieser Hinsicht wenig einsichtig, zumal er 

 - 25 - 

 

 

im vorliegenden Verfahren trotz einschlägiger Vorstrafe bestreitet, die 

Illegalität von Springmessern gekannt zu haben (vgl. Ziffer 5.3. hiervor). 

Anders verhält es sich hingegen in Bezug auf den Tatvorwurf der 

Pornografie. Diesbezüglich hat sich der Beschuldigte nicht nur von Beginn 

an geständig gezeigt, sondern sich durch seine Aussagen über die an der 

Hausdurchsuchung erhobene Beweislage hinaus belastet und dadurch die 

Verkürzung des Strafverfahrens sowie zur Wahrheitsfindung beigetragen. 

Zudem wurde das vorliegende Strafverfahren initiiert, nachdem sich der 

Beschuldigte bereits wegen seiner pädophilen Neigungen in Therapie 

begeben hat, was von einer gewissen Einsicht ins Unrecht seiner Taten 

zeugt. Im Übrigen kann auf die bereits gemachten Ausführungen zur 

Täterkomponente für die erste Zusatzstrafe verwiesen werden (vgl. 

Ziffer 6.4.3 hiervor).  

 

Insgesamt sowie unter Beachtung des Grundsatzes, dass Vorstrafen nicht 

wie eigenständige Delikte gewürdigt werden dürfen (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 6B_510/2015 vom 25. August 2015 E. 1.4), überwiegt das 

umfangreiche Geständnis des Beschuldigten seine einschlägigen 

Vorstrafen, weshalb die Strafe aufgrund der Täterkomponente um 30 

Tagessätze auf 120 Tagessätze zu reduzieren ist. 

 

6.5.2.5. 

Nach dem Gesagten ist der Beschuldigte für die im Zeitraum vom 

19. Januar 2019 bis zum 1. November 2019 begangenen Delikte mit einer 

(hypothetischen) Gesamtstrafe von 120 Tagessätzen zu bestrafen. 

Abzüglich der mit dem zweiten Strafbefehl ausgefällten Grundstrafe von 

40 Tagessätzen beträgt die auszufällende Zusatzstrafe somit 

80 Tagessätze. 

 

6.5.2.6. 

In Bezug auf die Höhe des Tagessatzes kann auf die Erwägungen in 

Ziffer 6.4.5 hiervor verwiesen werden. Der Tagessatz ist auf Fr. 30.00 

festzusetzen. 

 

6.5.2.7. 

Die mit Strafbefehl vom 1. November 2019 ausgefällte Geldstrafe von 

40 Tagessätzen wurde unbedingt ausgefällt.  

 

Das Gericht schiebt den Vollzug einer Geldstrafe in der Regel auf, wenn 

eine unbedingte Strafe nicht notwendig erscheint, um den Täter von der 

Begehung weiterer Verbrechen oder Vergehen abzuhalten (Art. 42 Abs. 1 

StGB). Für die Gewährung des bedingten Strafvollzugs im Rahmen 

von Art. 42 Abs. 1 StGB genügt die Abwesenheit der Befürchtung, der 

Täter werde weitere Verbrechen oder Vergehen begehen. Vom 

Strafaufschub darf deshalb grundsätzlich nur bei ungünstiger Prognose 

abgesehen werden (BGE 135 IV 180 E. 2.1; BGE 134 IV 1 E. 4.2.2; BGE 

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 - 26 - 

 

 

134 IV 97 E. 7.3). Bei der Prüfung des künftigen Wohlverhaltens sind alle 

wesentlichen Umstände zu beachten. Ein relevantes Prognosekriterium ist 

insbesondere die strafrechtliche Vorbelastung (BGE 135 IV 180 E. 

2.1; BGE 134 IV 1 E. 4.2.1; vgl. dazu auch Urteile des Bundesgerichts 

6B_1213/2020 vom 30. September 2021 E. 2.2; 6B_1300/2020 vom 2. 

September 2021 E. 3.3.3; 6B_447/2021 vom 16. Juli 2021 E. 6.1.2; 

6B_1/2020 vom 6. Mai 2021 E. 5.3; je mit Hinweisen). Bei den 

Bewährungsaussichten sind auch die voraussichtlichen Wirkungen eines 

Strafvollzugs zu berücksichtigen (vgl. BGE 144 IV 277 E. 3.2).  

 

Der Beschuldigte ist vorbestraft, was sich mit Blick auf seine Legalprognose 

ungünstig auswirkt. Innerhalb von weniger als einem Jahr delinquierte er 

erneut, obwohl er mit Strafbefehl vom 18. Januar 2019 zu einer bedingten 

Geldstrafe von 90 Tagessätzen à Fr. 30.00 und einer Busse von Fr. 500.00 

verurteilt worden war. Die später verübten und mit Strafbefehl vom 

1. November 2019 oder vorliegend in Form einer entsprechenden 

Zusatzstrafe geahndeten Delikte sind sodann nicht mehr im 

Bagatellbereich anzusiedeln. Auch wenn sich die ausgefällten 

Einzelstrafen zumindest teilweise noch im untersten Bereich des 

Strafrahmens bewegen und dem Beschuldigten damit ein noch leichtes 

Tatverschulden attestiert wurde, handelt es sich bei den begangenen 

Delikten um ein Verbrechen und mehrere Vergehen. Besonders mit Bezug 

auf die Widerhandlung gegen das Waffengesetz manifestiert sich eine 

gewisse Uneinsichtigkeit des Beschuldigten, zumal er für den beinahe 

identischen Sachverhalt bereits mit Strafbefehl vom 18. Januar 2019 

verurteilt worden war. Ausserdem haben auch mehrfache 

Entzugsbehandlungen und Aufenthalte in entsprechenden Einrichtungen 

den Beschuldigten offenbar nicht dazu bewegen können, den 

Drogenkonsum aufzugeben (vgl. UA act. 50), was sich zusätzlich ungünstig 

auf die Legalprognose auswirkt. Insgesamt bestehen bei einer 

Gesamtwürdigung derart erhebliche Zweifel an der Legalbewährung des 

Beschuldigten, so dass ihm eine eigentliche Schlechtprognose zu stellen 

ist. Dass der Beschuldigte nunmehr eine halbjährige Ausbildung 

abgeschlossen hat und einer Erwerbstätigkeit nachgeht (vgl. GA act. 283; 

Berufungsbegründung Rz. 27), ist zwar positiv zu würden, vermag die ihm 

zu stellende Schlechtprognose aber nicht zu beseitigen. Die Geldstrafe ist 

somit unbedingt auszusprechen. Da nach der Rechtsprechung des 

Bundesgerichts die Ausfällung auch einer unbedingten Geldstrafe im 

Vergleich zur vorinstanzlich ausgefällten bedingten Freiheitsstrafe milder 

ist, steht das Verschlechterungsverbot dem nicht entgegen (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 6B_665/2021 vom 20. Juni 2022 E. 1.2 und 1.3).  

 

6.5.3. 

6.5.3.1. 

Der Beschuldigte wurde mit Strafbefehl vom 1. November 2019 gestützt 

auf Art. 19a Ziff. 1 BetmG wegen mehrfachen Konsums und Erwerbs zum 

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 - 27 - 

 

 

Eigenkonsum von Kokain, Crack und Cannabis zu einer Busse von 

Fr. 200.00 verurteilt. Bei Drogendelikten spielt die Art und Menge der 

Betäubungsmittel für die Beurteilung der Tatschwere eine wichtige Rolle. 

Da es sich bei Kokain aufgrund des höheren Gefährlichkeitsgrads im 

Gegensatz zu Marihuana und Amphetaminen um sogenannte harte Drogen 

handelt (vgl. BGE 145 IV 312), ist für die Einsatzstrafe wiederum auf die 

rechtskräftig abgeurteilte Widerhandlung gegen das Betäubungsmittel-

gesetz als konkret schwerere Straftat abzustellen.  

 

6.5.3.2. 

Die Einsatzstrafe von Fr. 200.00 Busse ist um die neu zu beurteilenden 

Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz gemäss Art. 19a 

Ziff. 1 StGB angemessen zu erhöhen. Von der so gebildeten 

(hypothetischen) Gesamtstrafe ist schliesslich die rechtskräftige 

Grundstrafe in Abzug zu bringen, woraus die Zusatzstrafe resultiert. Dazu 

ergibt sich, was folgt:  

 

Der Beschuldigte hat vom 24. Juni 2019 bis am 9. Dezember 2019 ein bis 

zweimal monatlich eine nicht näher bestimmte Menge an Marihuana 

konsumiert. Ausgehend von einem monatlichen Konsum von 1.5 Joints – 

somit im relevanten Zeitraum mehr als 8 konsumierten Joints – und einem 

pro Joint durchschnittlich benötigten halben Gramm Marihuana resultiert 

daraus für den relevanten Zeitraum eine Drogenmenge von ungefähr 4 

Gramm (1.5 x 0.5 x 5.5 Monate). Unter Berücksichtigung der Tatsache, 

dass es sich bei Cannabis um eine sogenannte «weiche» Droge handelt 

sowie der vergleichsweise geringfügigen Menge ist von einem noch 

leichten Verschulden auszugehen. Dennoch ist nicht ausser Acht zu 

lassen, dass ein Täter, der lediglich (einmalig) eine geringfügige Menge 

Cannabis konsumiert, mit einer Ordnungsbusse von Fr. 100.00 bestraft 

wird (Art. 28b Abs. 2 BetmG in der im Tatzeitpunkt geltenden Fassung; seit 

1. Januar 2020 gemäss Art. 1 OBG i.V.m. Art. 14 OBG und Ziff. 8001 

Anhang OBV). Es rechtfertigt sich deshalb, von Einzelstrafen von je 

Fr. 100.00 pro Konsum auszugehen. 

 

Im Rahmen der Asperation ist zu beachten, dass sich die rechtskräftig mit 

Strafbefehl vom 1. November 2019 beurteilten Widerhandlungen gegen 

das Betäubungsmittelgesetz sowie die vorliegend neu zu beurteilenden 

Verstösse in zeitlicher Hinsicht überschneiden und auch sachlich in einem 

engen Zusammenhang stehen. Angemessen erscheint damit eine 

Erhöhung der Einsatzstrafe (Busse von Fr. 200.00) um insgesamt 

Fr. 300.00 auf Fr. 500.00. 

 

6.5.3.3. 

Hinsichtlich der Täterkomponente kann grundsätzlich auf die Ausführungen 

in Ziff. 6.4.3 hiervor verwiesen werden, wobei zu präzisieren ist, dass der 

Beschuldigte bezüglich Betäubungsmittelkonsums als vorbestraft gilt, auch 

 - 28 - 

 

 

wenn sich die Vorstrafe nicht als einschlägig erweist. Er hat auch dieses 

Delikt gestanden und die Strafverfolgung dadurch vereinfacht. Gleichzeitig 

gibt er jedoch zu verstehen, dass er nicht wirklich gewillt ist, von den 

Drogen loszukommen, weshalb ihm trotz Geständnis keine eigentliche 

Einsicht in sein Verhalten attestiert werden kann. Insgesamt halten sich 

damit die positiven und negativen Komponenten in ungefähr die Waage, 

womit sich die Täterkomponente neutral auswirkt.  

 

6.5.3.4. 

Nach dem Gesagten ergibt sich, dass der Beschuldigte für sämtliche mit 

Busse zu ahndenden Delikte im Zeitraum zwischen dem 19. Januar 2019 

und dem 1. November 2019 mit einer (hypothetischen) Gesamtbusse von 

Fr. 500.00 zu bestrafen ist. Abzüglich der rechtskräftigen Busse von 

Fr. 200.00 resultiert daraus eine Zusatzbusse von Fr. 300.00. 

 

6.5.4. 

Zusammengefasst ist der Beschuldigte für die von ihm im Zeitraum vom 

19. Januar 2019 bis zum 1. November 2019 begangenen Straftaten mit 

einer unbedingten Geldstrafe von 80 Tagessätzen à Fr. 30.00, d.h. 

Fr. 2'400.00, und einer Busse von Fr. 300.00, je als Zusatzstrafe zum 

Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Baden vom 18. Januar 2019, zu 

bestrafen. 

 

6.6. Selbständige Strafe 

Hinsichtlich der selbständig auszufällenden Strafe für den Zeitraum ab dem 

1. November 2019 ergibt sich Folgendes:  

 

6.6.1. 

Sowohl für die Pornografie gemäss Art. 197 Abs. 5 Satz 2 StGB als auch 

die Widerhandlung gemäss Art. 12 NISSG ist jeweils eine Geldstrafe 

auszusprechen, weshalb in Anwendung von Art. 49 Abs. 1 StGB wiederum 

eine Gesamtstrafe zu bilden ist. Für die Widerhandlung gegen das 

Betäubungsmittelgesetz gemäss Art. 19a Ziff. 1 BetmG ist der 

Beschuldigte mit einer Busse zu bestrafen. 

 

6.6.2. 

6.6.2.1. 

Die Einsatzstrafe ist ausgehend vom konkret schwersten Fall der 

Pornografie gemäss Art. 195 Abs. 5 Satz 2 StGB festzusetzen. Es handelt 

sich dabei aufgrund der Intensität der sexuellen Handlung und dem 

kindlichen Alter des betroffenen Mädchens um den Besitz bzw. Konsum 

einer pornografischen Bilddatei, die ein Mädchen im Vorschulalter zeigt, 

wie es von einem erwachsenen Mann anal penetriert wird. Bei der 

abgebildeten Penetration des sehr kindlichen Mädchens handelt es sich im 

Vergleich zum weiten Spektrum denkbarer kinderpornografischer 

 - 29 - 

 

 

Darstellungen um eine sehr schwere Form von Pornografie. Entsprechend 

schwer wiegt das damit einhergehende Tatverschulden. 

 

Mit Bezug auf das Tatvorgehen kann auf die entsprechenden 

Ausführungen in Ziffer 6.4.2.2. hiervor verwiesen werden, zumal sich 

dieses über den gesamten Deliktszeitraum mit Ausnahme der verwendeten 

Geräte nicht unterschieden hat. Gleiches gilt mit Bezug auf das hohe Mass 

an Entscheidungsfreiheit, weshalb auch diesbezüglich auf die entspre-

chenden Ausführungen verwiesen werden kann.  

 

Insgesamt ist unter Berücksichtigung des breiten Spektrums der vom 

Tatbestand der Pornografie erfassten strafbaren Handlungen von einem in 

Relation zum Strafrahmen von bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe nicht mehr 

leichten bis mittelschweren Tatverschulden und einer dafür angemessenen 

Einsatzstrafe von 90 Tagessätzen auszugehen.  

 

6.6.2.2.  

Die Einsatzstrafe ist für die weitere, jeweils mehrfach begangene 

Pornografie gemäss Art. 197 Abs. 5 Satz 2 StGB angemessen zu erhöhen.  

 

Das Tatvorgehen war dabei – wie bereits ausgeführt – über den gesamten 

angeklagten Deliktszeitraum vom August 2017 bis zum 25. August 2020 im 

Wesentlichen identisch. Der Beschuldigte hat entsprechendes Material im 

Darknet gezielt gesucht, konsumiert und für den späteren Konsum 

gespeichert. Insgesamt konnten auf den ausgewerteten Datenträgern 

517 Bilddateien und zwei Videos gefunden werden, wovon der 

Beschuldigte mindestens 182 Bilddateien bewusst auf seinem Rechner 

abgespeichert hat (UA act. 119). Das sichergestellte Bildmaterial deckt 

praktisch das gesamte Spektrum denkbarer pornografischer Darstellungen 

ab und reicht von schwersten (vaginale, anale und orale Penetration von 

Mädchen) bis hin zu vergleichsweise leicht erscheinenden Formen von 

Pornografie (Abbildungen ohne sichtbare Vornahme von sexuellen 

Handlungen). Auch wenn die einzelnen Tathandlungen in einem engen 

Zusammenhang stehen und der Gesamtschuldbeitrag hinsichtlich eines 

jeden einzelnen Bildes oder Videos entsprechend geringer erscheint, wirkt 

sich die Vielzahl heruntergeladener Bilder sowie Videos mit mitunter auch 

sehr schweren Formen der Pornografie mittelschwer bis schwer 

verschuldenserhöhend aus. Die Handlungsweisen sind – ohne das 

Vorgehen zu bagatellisieren – aber nicht wesentlich über die blosse Tat-

bestandserfüllung hinausgegangen. Unter Verschuldensgesichtspunkten 

wiegen diese Formen der Tatbegehung mittelschwer.  

 

Insgesamt ist unter Berücksichtigung der weiteren vom Tatbestand der 

Pornografie erfassten Bilder sowie Videos von einem mittelschweren 

Verschulden auszugehen. Aufgrund der Vielzahl von Bildern sowie Videos 

wäre in Anwendung des Asperationsprinzips eine Erhöhung vorzunehmen, 

 - 30 - 

 

 

welche die maximal zulässige Obergrenze an Tagessätzen von 180 Tages-

sätzen überschreiten würde. Da ein Wechsel der Strafart ausgeschlossen 

ist, bleibt es bei einer Geldstrafe von 180 Tagessätzen. Damit steht auch 

fest, dass eine weitere Erhöhung wegen der Widerhandlung nach Art. 12 

NISSG ausgeschlossen ist.  

 

6.6.3. 

Im Rahmen der Täterkomponente ist wiederum zu berücksichtigen, dass 

der Beschuldigte mit Strafbefehl vom 18. Januar 2019 wegen Nötigung 

sowie Widerhandlung gegen das Waffengesetz sowie mit Strafbefehl vom 

1. November 2019 wegen Betrugs sowie Widerhandlung gegen das BetmG 

und damit mehrfach vorbestraft ist, was sich straferhöhend auswirkt. 

Zugunsten des Beschuldigten ist auch an dieser Stelle zu berücksichtigen, 

dass er hinsichtlich der Pornografie geständig war. Allerdings waren die 

entsprechenden Tathandlungen bereits gestützt auf die Ergebnisse der 

EDV-Auswertung des Computers des Beschuldigten hinreichend erstellt, 

so dass ein Bestreiten ohnehin zwecklos gewesen wäre. Entsprechend 

wirkt sich das Geständnis zwar strafmindernd aus, die Strafminderung fällt 

allerdings weniger stark ins Gewicht, als sie im Kontext der beiden 

vorstehend ausgefällten Zusatzstrafen berücksichtigt wurde. Insgesamt 

halten sich damit die positiven und negativen Komponenten in ungefähr die 

Waage, womit sich die Täterkomponente neutral auswirkt. 

 

6.6.4. 

In Bezug auf die Höhe des Tagessatzes kann auf die Erwägungen in 

Ziffer 6.4.5. verwiesen werden. Der Tagessatz ist auf Fr. 30.00 

festzusetzen.  

 

6.6.5. 

Hinsichtlich der mehrfachen Widerhandlung gegen das Betäubungs-

mittelgesetz gemäss Art. 19a Ziff. 1 BetmG wäre bereits aufgrund der 

einschlägigen Verurteilung des Beschuldigten (vgl. Ziffer 6.6.3. hiervor) 

sowie in Anbetracht der Tatsache, dass bereits der einmalige Konsum von 

Marihuana mit Busse von Fr. 100.00 geahndet wird (vgl. Ziffer 6.5.3.2. 

hiervor), eine Busse von mindestens Fr. 500.00 auszufällen. In Nach-

achtung des Verschlechterungsverbots (Art. 391 Abs. 2 StPO) sowie unter 

Berücksichtigung der bereits als Zusatzstrafe ausgefällten Busse von 

Fr. 300.00 kommt eine Erhöhung der vorinstanzlich ausgesprochenen 

Busse von Fr. 500.00 jedoch nicht infrage, weshalb es damit sein 

Bewenden hat. 

 

Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhaftem Nichtbezahlen der Busse ist 

ausgehend von einem als Umrechnungsschlüssel zu verwendenden 

Tagessatz von Fr. 30.00 auf 17 Tage festzusetzen (Art. 106 Abs. 2 StGB). 

 

 - 31 - 

 

 

6.7. 

6.7.1. 

Der Beschuldigte hat die vorliegend zur Beurteilung stehenden Delikte 

zwischen August 2017 und Mai 2021 begangen und ist damit während der 

laufenden Probezeit und um ein Jahr verlängerten Probezeit für die 

Geldstrafe von 90 Tagessätzen à Fr. 30.00 gemäss Strafbefehl vom 

18. Januar 2019 straffällig geworden. 

 

Begeht der Verurteilte während der Probezeit ein Verbrechen oder 

Vergehen und ist deshalb zu erwarten, dass er weitere Straftaten verüben 

wird, so widerruft das Gericht die bedingte Strafe oder den bedingten Teil 

der Strafe. Sind die widerrufene und die neue Strafe gleicher Art, so bildet 

es in sinngemässer Anwendung von Artikel 49 eine Gesamtstrafe (Art. 46 

Abs. 1 StGB). 

 

Das Nebeneinander von zwei Sanktionen (neue Strafe und 

Widerrufsstrafe) erfordert sodann eine Beurteilung in Varianten: Möglich ist, 

dass der Vollzug der neuen Strafe erwarten lässt, der Verurteilte werde 

dadurch von weiterer Straffälligkeit abgehalten, weshalb es nicht notwendig 

erscheine, den bedingten Vollzug der früheren Strafe zu widerrufen. 

Umgekehrt kann der nachträgliche Vollzug der früheren Strafe dazu führen, 

dass eine Schlechtprognose für die neue Strafe im Sinne von Art. 42 Abs. 1 

StGB verneint und diese folglich bedingt ausgesprochen wird (Urteil des 

Bundesgerichts 6B_808/2018 vom 6. Mai 2019 E. 2.3). 

 

6.7.2. 

Entgegen den Vorbringen des Beschuldigten (vgl. Berufungsbegründung 

Rz. 19) ist ihm unter Verweis auf die obigen Ausführungen eine eigentliche 

Schlechtprognose zu stellen. Dies umso mehr, als dass nicht einmal die mit 

Strafbefehl vom 1. November 2019 unbedingt ausgefällte Geldstrafe, die 

gleichzeitig Anlass für die Verlängerung der Probezeit der Widerrufsstrafe 

war, den Beschuldigten von weiterer Delinquenz abzuhalten vermochte. 

Diesen Umstand vermag auch die Tatsache, dass der Beschuldigte 

zwischenzeitlich eine halbjährige Ausbildung abgeschlossen hat und einer 

Erwerbstätigkeit nachgeht (vgl. GA act. 283; Berufungsbegründung 

Rz. 27), nicht aufzuwiegen, zumal er eigenen Aussagen zufolge trotz allem 

nicht gewillt ist, künftig ohne Regelverstösse auszukommen, zumindest 

was den Konsum von Betäubungsmitteln anbelangt (vgl. GA act. 281). 

Nach dem Gesagten ist dem Beschuldigten bei einer Gesamtwürdigung 

auch unter Berücksichtigung der Wechselwirkung zwischen dem Vollzug 

der Widerrufsstrafe und der neu auszufällenden Strafe eine 

Schlechtprognose zu stellen. Die Gewährung des bedingten Vollzugs für 

die Geldstrafe von 90 Tagessätzen à Fr. 30.00 gemäss Strafbefehl vom 

18. Januar 2019 ist deshalb zu widerrufen und die neue Strafe unbedingt 

auszusprechen. 

 

 - 32 - 

 

 

Vorliegend zeitigt der anzuordnende Widerruf der Geldstrafe jedoch 

ohnehin keine Wirkung auf das Strafmass. Bereits die neu auszufällende 

Strafe hat die Strafobergrenze von 180 Tagessätzen erreicht. Da ein 

Wechsel der Strafart ausgeschlossen ist, fällt eine darüber hinausgehende 

Erhöhung der Strafe im Rahmen der infolge Gleichartigkeit 

vorzunehmenden Gesamtstrafenbildung ausser Betracht. Dass dem 

Widerruf als solchem dadurch keinerlei Wirkung zukommt und allenfalls 

eine unangemessen milde Strafe resultiert, ist nach der Rechtsprechung 

des Bundesgerichts als systembedingt hinzunehmen (vgl. BGE 144 IV 217 

E. 3.6). Jedenfalls vermag der Widerruf der früheren, bedingten Strafe 

deshalb keinen Wegfall der Schlechtprognose für die neue Strafe zu 

bewirken.  

 

6.8. 

Zusammengefasst ist der Beschuldigte als Zusatzstrafe zum Strafbefehl 

vom 18. Januar 2019 mit einer bedingten Geldstrafe von 30 Tagessätzen 

à Fr. 30.00, als Zusatzstrafe zum Strafbefehl vom 1. November 2019 mit 

einer unbedingten Geldstrafe von 80 Tagessätzen à Fr. 30.00 und einer 

Busse von Fr. 300.00, sowie mit einer unbedingten Geldstrafe von 

180 Tagessätzen à Fr. 30.00 zu bestrafen. 

 

Die ausgestandene Untersuchungshaft von einem Tag (25. August 2020) 

ist dem Beschuldigten auf die Strafe anzurechnen.  

 

7. 

7.1. 

Die Vorinstanz hat gegenüber dem Beschuldigten ein lebenslängliches 

Tätigkeitsverbot gemäss Art. 67 Abs. 3 StGB angeordnet (vgl. 

vorinstanzliches Urteil E. 9).  

 

Der Beschuldigte beantragt mit Berufung, es sei gestützt auf Art. 67 

Abs. 4bis StGB von der Anordnung eines Tätigkeitsverbotes abzusehen, 

zumal ein solches sich vorliegend nicht als notwendig erweise, um ihn von 

der Begehung weiterer Straftaten abzuhalten und sich daher als 

unverhältnismässig erweise (vgl. Berufungsbegründung Rz. 20).  

 

7.2. 

Gemäss Art. 67 Abs. 3 lit. d StGB verhängt das Gericht ein lebenslängliches 

Verbot von beruflichen und ausserberuflichen Tätigkeiten, die einen 

regelmässigen Kontakt zu Minderjährigen umfassen, wenn der 

Beschuldigte namentlich wegen Pornografie nach Art. 197 Abs. 5 StGB 

verurteilt wird, sofern die Gegenstände oder Vorführungen tatsächliche 

sexuelle Handlungen mit Minderjährigen zum Inhalt hatten. Eine 

Mindeststrafe ist seit der Gesetzesrevision per 1. Januar 2019 nicht mehr 

erforderlich (vgl. TRECHSEL/BERTOSSA, in: Praxiskommentar Schweizer-

isches Strafgesetzbuch, 4. Aufl. 2021, N. 12 zu Art. 67 StGB). In besonders 

 - 33 - 

 

 

leichten Fällen kann das Gericht ausnahmsweise von der Anordnung eines 

Tätigkeitsverbots absehen, wenn ein solches nicht notwendig erscheint, um 

den Täter von der Begehung weiterer Straftaten abzuhalten, wie sie Anlass 

für das Verbot sind, es sei denn, der Täter ist gemäss den international 

anerkannten Klassifikationskriterien pädophil (vgl. Art. 67 Abs. 4bis lit. b 

StGB).  

 

Wie sich aus dem Krankenbericht des behandelnden Psychiaters, Dr. med. 

E. ergibt, wurde beim Beschuldigten eine Pädophilie diagnostiziert (UA 

act. 52). Der Beschuldigte selbst hat diese Diagnose nie bestritten (UA 

act. 198; GA act. 285 ff.). Ein Absehen von der Anordnung eines 

Tätigkeitsverbotes fällt daher bereits gestützt auf Art. 67 Abs. 4bis lit. b StGB 

ausser Betracht. Unabhängig davon handelt es sich vorliegend nicht um 

einen besonders leichten Fall, wie er der mit Art. 67 Abs. 4bis StGB 

verfolgten Intention des Gesetzgebers entspricht (vgl. Botschaft des 

Bundesrats zur Änderung des Strafgesetzbuchs und des Militärstrafrechts 

[Umsetzung von Art. 123c BV], BBl 2016, S. 6160 ff.). Der Beschuldigte hat 

mehrfach sowie über einen vergleichsweise langen Zeitraum gezielt nach 

kinderpornografischen Darstellungen im Darknet gesucht und für den 

späteren Konsum gespeichert. Ausgehend vom für die Beschaffung der 

Darstellungen betriebenen Aufwand, deren Menge sowie der Tatsache, 

dass sich darunter auch zahlreiche Abbildungen der schwersten Form 

verbotener Pornografie fanden, handelt es sich vorliegend nicht um einen 

besonders leichten Fall, weshalb ein Tätigkeitsverbot gestützt auf Art. 67 

Abs. 3 StGB zwingend anzuordnen ist.  

 

Gemäss Art. 67 Abs. 5 StGB bestimmt das Gericht den auf das 

Tätigkeitsverbot entfallenden Strafanteil, sofern der Täter im selben 

Verfahren wegen mehrerer Straftaten verurteilt wird. Da für die Anordnung 

eines Tätigkeitsverbots nach Art. 67 Abs. 3 StGB in der vor dem 1. Januar 

2019 geltenden Fassung eine Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe von über 

sechs Monaten oder einer Massnahme vorausgesetzt war – was auf den 

Beschuldigten vorliegend nicht zutrifft – ist für die Bestimmung des auf das 

Tätigkeitsverbot entfallenden Strafanteils einzig auf die seit 1. Januar 2019 

begangene Pornografie abzustellen. Mangels trennscharfer zeitlicher 

Abgrenzbarkeit der einzelnen Handlungen sowie in Anbetracht der 

Tatsache, dass bereits die mit selbständiger Strafe geahndete Pornografie 

die Strafobergrenze von 180 Tagessätzen erreicht, ist der Strafanteil in 

Nachachtung von Art. 34 Abs. 1 StGB auf 180 Tagessätze festzusetzen. 

 

8. 

Die Vorinstanz hat gestützt auf Art. 197 Abs. 6 StGB die Einziehung und 

Vernichtung der beschlagnahmten Speichermedien «M.2» (Notebook 

Samsung) und 2.5-HDD (Notebook Medion) angeordnet. Dies wurde mit 

Berufung nicht angefochten. Zuhanden der Vorinstanz und der die 

 - 34 - 

 

 

Einziehung beantragenden Staatsanwaltschaft ist jedoch festzuhalten, was 

folgt: 

 

Gemäss Art. 197 Abs. 6 StGB werden Gegenstände, welche harte 

Pornografie beinhalten, eingezogen. Im Gegensatz zu Art. 69 StGB ist 

keine gesonderte Prüfung erforderlich, ob die Gegenstände die Sicherheit 

von Menschen, die Sittlichkeit oder die öffentliche Ordnung gefährden 

(ISENRING/KESSLER, in: Basler Kommentar, Strafrecht II, 4. Aufl. 2019, 

N. 61 zu Art. 197 StGB). Das generelle Interesse der Öffentlichkeit 

rechtfertigt es unter Berücksichtigung der Eigentumsgarantie sowie des 

Verhältnismässigkeitsgrundsatzes aber nicht, die beschlagnahmten 

Gegenstände zu vernichten. Eine Einziehung muss denn auch immer 

verhältnismässig, d.h. geeignet und erforderlich sein (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 1B_355/2020 vom 19. Mai 2021 E. 5.2). Notwendig, aber 

auch ausreichend ist die Vernichtung, d.h. Löschung der pornografischen 

Daten. Dies kann auch dadurch erreicht werden, dass die Daten so 

gelöscht werden (z.B. durch Überschreiben), dass die betroffenen 

pornografischen Daten nicht mehr betrachtet oder wiederhergestellt 

werden können. Nicht erforderlich ist, dass bei einer forensischen Analyse 

keinerlei Spuren auf gelöschte (aber nicht mehr vorhandene und 

wiederherstellbare) Dateien vorhanden sind. Keine Rolle spielt, ob der 

Beschuldigte die Herausgabe der Datenträger beantragt oder der 

Einziehung und Vernichtung zugestimmt hat. Die Voraussetzungen einer 

Einziehung sind von Amtes wegen zu prüfen und unterstehen nicht der 

freien Disposition der Parteien. 

 

9.  

9.1. 

Die Parteien tragen die Kosten des Rechtsmittelverfahrens nach Massgabe 

ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Ob eine Partei 

im Berufungsverfahren als obsiegend oder unterliegend gilt, hängt davon 

ab, in welchem Ausmass ihre vor Obergericht gestellten Anträge 

gutgeheissen wurden (Urteil des Bundesgerichts 6B_330/2016 vom 

10. November 2017 E. 4.3). 

 

Der Beschuldigte erwirkt mit seiner Berufung, dass er anstelle einer 

bedingten Freiheitsstrafe zu einer unbedingten Geldstrafe verurteilt wird. 

Im Übrigen – insbesondere im Strafpunkt – wird das vorinstanzliche Urteil 

vollumfänglich bestätigt. Bei diesem Ausgang des Verfahrens rechtfertigt 

es sich, dem Beschuldigten die obergerichtlichen Verfahrenskosten von 

Fr. 4'000.00 (§ 18 VKD) zu ¾ mit Fr. 3'000.00 aufzuerlegen und im Übrigen 

auf die Staatskasse zu nehmen. 

 

9.2. 

Der amtliche Verteidiger des Beschuldigten ist für das Berufungsverfahren 

gestützt auf die von ihm eingereichte Kostennote mit Fr. 4'251.50 aus der 

 - 35 - 

 

 

Staatskasse zu entschädigen (Art. 135 Abs. 1 StPO i.V.m. § 9 AnwT und § 

13 AnwT). 

 

Diese Entschädigung ist vom Beschuldigten zu ¾ mit Fr. 3'180.00 

zurückzufordern, sobald es seine finanziellen Verhältnisse zulassen 

(Art. 135 Abs. 4 StPO).  

 

10. 

10.1. 

Fällt die Rechtsmittelinstanz einen neuen Entscheid, so befindet sie darin 

auch über die von der Vorinstanz getroffene Kostenregelung (Art. 428 

Abs. 3 StPO). Nach Art. 426 Abs. 1 Satz 1 StPO trägt die beschuldigte 

Person die Verfahrenskosten, wenn sie verurteilt wird. Wird sie nur 

teilweise schuldig gesprochen, so sind ihr die Verfahrenskosten 

grundsätzlich nur anteilsmässig aufzuerlegen. Sie kann in diesem Fall aber 

auch vollumfänglich kostenpflichtig werden, wenn die ihr zur Last gelegten 

Handlungen in einem engen und direkten Zusammenhang stehen und alle 

Untersuchungshandlungen hinsichtlich jedes Anklagepunkts notwendig 

waren. Bei einem einheitlichen Sachverhaltskomplex ist vom Grundsatz der 

vollständigen Kostenauflage nur abzuweichen, wenn die Strafunter-

suchung im freisprechenden Punkt zu Mehrkosten geführt hat (Urteil des 

Bundesgerichts 6B_580/2019 vom 8. August 2019 E. 2.2 mit Hinweisen). 

 

Der Beschuldigte wurde vorinstanzlich vom Vorwurf der Gewaltpornografie 

gemäss Anklageziffer I.1., der mehrfachen Widerhandlung gegen das 

Betäubungsmittelgesetz gemäss Anklageziffer I.2. (betreffend Konsum 

vom Ecstasy und Kokain) sowie vom Vorwurf der Widerhandlung gegen 

das Waffengesetz gemäss Anklageziffer I.4. (Wurfmesser) freigesprochen. 

Sämtliche der hierfür getätigten Untersuchungshandlungen standen jedoch 

in unmittelbarem Zusammenhang mit den vorinstanzlich erfolgten und im 

Berufungsverfahren bestätigten Schuldsprüchen und waren somit trotz 

Freispruchs notwendig, weshalb es sich rechtfertigt, dem Beschuldigten die 

vorinstanzlichen Verfahrenskosten vollumfänglich aufzuerlegen. 

 

10.2. 

Die Höhe der dem amtlichen Verteidiger für das vorinstanzliche Verfahren 

ausgesprochenen Entschädigung wurde mit Berufung nicht angefochten, 

weshalb darauf nicht zurückzukommen ist (Urteil des Bundesgerichts 

6B_1299/2018 vom 28. Januar 2019 E. 2.4). Diese Entschädigung ist vom 

Beschuldigten zurück zu fordern, sobald es seine wirtschaftlichen 

Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 StPO). 

 

11. 

Tritt das Berufungsgericht, wie vorliegend, auf die Berufung ein, so fällt es 

ein neues Urteil, welches das erstinstanzliche Urteil ersetzt (Art. 408 StPO, 

Art. 81 StPO).   

 - 36 - 

 

 

  In  

Das Obergericht erkennt: 

 

1. [in Rechtskraft erwachsen] 

Der Beschuldigte wird freigesprochen vom Vorwurf: 

- der mehrfachen Pornografie gemäss (Anklageziffern I.1); 

- der mehrfachen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz 

gemäss Art. 19a Ziff. 1 BetmG betreffend den Konsum von Ecstasy und 

Kokain (Anklageziffer I.2); 

- der Widerhandlung gegen das Waffengesetz betreffend das 

Wurfmesser (Anklageziffer I.3). 

 

2. 

Der Beschuldigte ist schuldig:  

- der mehrfachen Pornographie gemäss Art. 197 Abs. 5 Satz 2 StGB;  

- der mehrfachen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz 

gemäss Art. 19a Ziff. 1 BetmG; 

- der Widerhandlung gegen das Bundesgesetz über den Schutz vor 

Gefährdungen durch nichtionisierende Strahlung und Schall gemäss 

Art. 12 NISSG; 

- der Widerhandlung gegen das Waffengesetz gemäss Art. 33 Abs. 1 lit. a 

WG betreffend das Springmesser. 

 

3. 

3.1. 

Der Beschuldigte wird hierfür gemäss den in Ziff. 2 genannten 

Gesetzesbestimmungen sowie in Anwendung von Art. 46 Abs. 1 StGB, 

Art. 47 StGB, Art. 49 Abs. 1 und 2 StGB, Art. 34 StGB und Art. 106 StGB  

 

als teilweise Zusatzstrafe zum Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Baden 

vom 18. Januar 2019 zu einer bedingten Geldstrafe von 30 Tagessätzen à 

Fr. 30.00, d.h. Fr. 900.00,  

 

als teilweise Zusatzstrafe zum Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Baden 

vom 1. November 2019 zu einer unbedingten Geldstrafe von 

80 Tagessätzen à Fr. 30.00, d.h. Fr. 2'400.00, sowie einer Busse von 

Fr. 500.00, ersatzweise 17 Tagen Freiheitsstrafe, 

 

sowie als Gesamtstrafe mit der Widerrufsstrafe gemäss Ziff. 3.2. zu einer 

unbedingten Geldstrafe von 180 Tagessätzen à Fr. 30.00, d.h. 

Fr. 5'400.00,  

 

verurteilt. 

  

 - 37 - 

 

 

3.2. 

Der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Baden vom 18. Januar 2019 für 

90 Tagessätze Geldstrafe à Fr. 30.00 gewährte bedingte Vollzug wird 

gestützt auf Art. 46 Abs. 1 StGB widerrufen. Die widerrufene Geldstrafe 

bildet zusammen mit der neuen Strafe die Gesamtstrafe gemäss Ziffer 3.1.  

 

3.3. 

Die Untersuchungshaft von 1 Tag (25. August 2020) wird auf die Geldstrafe 

angerechnet. 

 

4. 

4.1. 

Dem Beschuldigten wird gestützt auf Art. 67 Abs. 3 lit. d Ziff. 2 StGB ein 

lebenslängliches Tätigkeitsverbot für jede berufliche oder organisierte 

ausserberufliche Tätigkeit, die einen regelmässigen Kontakt zu 

Minderjährigen umfasst, auferlegt. 

 

4.2. 

Der Anteil der Strafe, die das Tätigkeitsverbot nach sich zieht, beträgt 180 

Tagessätze Geldstrafe.  

 

5.[in Rechtskraft erwachsen] 

5.1. 

Die folgenden beschlagnahmten Gegenstände werden eingezogen:  

 

- 8 Minigrips mit Marihuana 

- 1 Springmesser  

- 1 Laserpointer, Class III 

- 1 Speichermedium M.2 (Notebook Samsung) 

- 1 Speichermedium Harddisk 2.5 (Notebook Medion) 

 

Die Staatsanwaltschaft trifft die sachgemässen Verfügungen. 

 

5.2. 

Das beschlagnahmte Wurfmesser-Set (3 Messer und 1 Hülle) wird der 

Kantonspolizei, Fachstelle SIWAS, überwiesen. 

 

Die Staatsanwaltschaft wird darum ersucht, die sachgemässen 

Verfügungen zu treffen. 

 

6. 

6.1. 

Die obergerichtlichen Verfahrenskosten von Fr. 4'000.00 werden dem 

Beschuldigten zu ¾ mit Fr. 3'000.00 auferlegt und im Übrigen auf die 

Staatskasse genommen.  

 

 - 38 - 

 

 

6.2. 

Die Obergerichtskasse wird angewiesen, dem amtlichen Verteidiger des 

Beschuldigten für das Berufungsverfahren eine Entschädigung von 

Fr. 4'251.50 auszurichten.  

 

Diese Entschädigung wird vom Beschuldigten im Umfang von ¾ mit 

Fr. 3'180.00 zurückgefordert, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse 

erlauben. 

 

7. 

7.1. 

Die erstinstanzlichen Verfahrenskosten von Fr. 3'877.00 (inkl. Anklage-

gebühr von Fr. 1'400.00) werden dem Beschuldigten auferlegt.  

 

7.2. 

Die vorinstanzliche Gerichtskasse wird – soweit noch keine Auszahlung 

erfolgt ist – angewiesen, dem amtlichen Verteidiger des Beschuldigten für 

das erstinstanzliche Verfahren eine Entschädigung von Fr. 6'018.25 

auszurichten. 

 

Diese Entschädigung wird vom Beschuldigten zurückgefordert, sobald es 

seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben. 

 

 

 Zustellung an:  

[…]  

 - 39 - 

 

 

   

Hinweis zur Bedeutung der bedingt ausgesprochenen Strafe 

(Art. 44 Abs. 3 StGB) 

 

Bei einer ausgefällten bedingten Geldstrafe wird der Vollzug aufgeschoben. Gleichzeitig 

wird dem Verurteilten eine Probezeit von zwei bis fünf Jahren angesetzt. Hat sich der 

Verurteilte bis zum Ablauf der Probezeit bewährt, so wird die aufgeschobene Strafe nicht 

mehr vollzogen (Art. 45 StGB). Das bedeutet, dass die Geldstrafe dann nicht zu bezahlen 

ist. Begeht der Verurteilte während der Probezeit aber ein Verbrechen oder Vergehen und 

ist deshalb zu erwarten, dass er weitere Straftaten verüben wird, so widerruft das Gericht 

grundsätzlich die bedingte Strafe (Art. 46 Abs. 1 StGB). 

 

 
   

Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde in Strafsachen (Art. 78 ff., Art. 90 ff. BGG) 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der schriftlichen Eröffnung der 

vollständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die Beschwerde an das 

Schweizerische Bundesgericht erhoben werden (Art. 44 Abs. 1, Art. 78, Art. 90, Art. 100 

Abs. 1 und Art. 112 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen 

Bundesgericht einzureichen (Art. 42, Art. 100 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte 

elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, 

inwiefern der angefochtene Entscheid Recht (Art. 95 ff. BGG) verletzt. Die Urkunden, auf 

die sich eine Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 

hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 BGG). Für die 

Beschwerdelegitimation ist Art. 81 BGG massgebend. 

 

 
   

Aarau, 6. Dezember 2022 

 

Obergericht des Kantons Aargau 

Strafgericht, 1. Kammer 

Der Präsident:    Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

 

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