# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1eef3f51-724e-5fbe-aed7-041198512758
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-11-11
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 11.11.2025 SK 2024 529
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2024-529_2025-11-11.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

1. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

1re Chambre pénale

Urteil
SK 24 529

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 11. November 2025

Besetzung Oberrichter Gerber (Präsident i.V.), 
Oberrichterin Weingart, Oberrichter Sarbach
Gerichtsschreiberin Weissleder

Verfahrensbeteiligte A.________
verteidigt durch Rechtsanwalt B.________

Beschuldigter/Berufungsführer

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

Gegenstand Widerhandlung gegen das Strassenverkehrsgesetz

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Berner Jura-
Seeland (Einzelgericht) vom 7. Oktober 2024 (PEN 24 283)

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Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Mit Urteil vom 7. Oktober 2024 sprach das Regionalgericht Berner Jura-Seeland 
(Einzelgericht; nachfolgend: Vorinstanz) A.________ (nachfolgend: Beschuldigter) 
schuldig des Führens eines Motorfahrzeuges in angetrunkenem Zustand (qualifi-
ziert 0.66 mg/l), begangen am 23. Juli 2023 in C.________ (Ziff. I. des erstinstanz-
lichen Urteilsdispositivs). In Anwendung der einschlägigen Gesetzesbestimmungen 
verurteilte die Vorinstanz den Beschuldigten zu einer unbedingten Geldstrafe von 
40 Tagessätzen zu CHF 100.00, ausmachend CHF 4'000.00, sowie zur Bezahlung 
der erstinstanzlichen Verfahrenskosten von insgesamt CHF 1'450.00 (Ziff. I.1. und 
I.2. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs, pag. 55 ff.). 

2. Berufung

Gegen dieses Urteil meldete der Beschuldigte, privat verteidigt durch Rechtsanwalt 
B.________, mit Schreiben vom 7. Oktober 2024 form- und fristgerecht die Beru-
fung an (pag. 60). Die schriftliche Urteilsbegründung datiert vom 9. Dezember 2024 
(pag. 67 ff.) und wurde den Parteien gleichentags mit Verfügung zugestellt 
(pag. 80 f.). Mit Schreiben vom 30. Dezember 2024 erklärte Rechtsanwalt 
B.________ namens des Beschuldigten form- und fristgerecht die Berufung, be-
schränkt auf die Vollzugsform der ausgesprochenen Geldstrafe (pag. 88 f.). Die 
Generalstaatsanwaltschaft hat weder Anschlussberufung erklärt noch ein Nichtein-
treten auf die Berufung des Beschuldigten beantragt. Sie verzichtete stattdessen 
mit Eingabe vom 8. Januar 2025 auf die Teilnahme am oberinstanzlichen Verfah-
ren (pag. 94 f.). 

3. Schriftliches Verfahren

Mit Verfügung vom 9. Januar 2025 stellte die Verfahrensleitung die Durchführung 
des schriftlichen Verfahrens in Aussicht und räumte dem Beschuldigten Gelegen-
heit ein, sich innert Frist zum beabsichtigten Vorgehen zu äussern (pag. 96 f.). 
Rechtsanwalt B.________ erklärte sich namens des Beschuldigten mit fristgerech-
ter Eingabe vom 22. Januar 2025 mit der Durchführung des schriftlichen Verfah-
rens einverstanden (pag. 100), woraufhin mit Verfügung vom 23. Januar 2025 und 
in Anwendung von Art. 406 Abs. 2 der Schweizerischen Strafprozessordnung 
(StPO; SR 312.0) die Durchführung des schriftlichen Verfahrens angeordnet und 
dem Beschuldigten Frist zur Einreichung der schriftlichen Berufungsbegründung 
angesetzt wurde. Gleichzeitig wurde darauf hingewiesen, dass die Berufungssache 
infolge Verzichts der Generalstaatsanwaltschaft auf die Teilnahme am oberinstanz-
lichen Verfahren nach Einlangen der Berufungsbegründung entschieden werden 
könne resp. der Schriftenwechsel entfalle (pag. 102 f.). Mit Eingabe vom 11. Fe-
bruar 2025 reichte Rechtsanwalt B.________ namens des Beschuldigten eine 
schriftliche Berufungsbegründung ein (pag. 105 ff.), von welcher mit Verfügung 
vom 14. Februar 2025 Kenntnis genommen und der schriftliche Entscheid in Aus-

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sicht gestellt wurde (pag. 112 f.). Mit Verfügung vom 26. August 2025 wurde dem 
Beschuldigten die geänderte Kammerzusammensetzung mitgeteilt (pag. 114 f.). 

4. Widerrufsverfahren

Mit Verfügung vom 31. Oktober 2025 teilte die Kammer dem Beschuldigten mit, es 
werde beabsichtigt, gestützt auf Art. 46 Abs. 3 StGB über einen allfälligen Widerruf 
des mit Urteil der Regionalen Staatsanwaltschaft Berner Jura-Seeland vom 
24. März 2020 gewährten bedingten Vollzuges zu entscheiden (vgl. E. 9.3.2 hier-
nach). Der Beschuldigte erhielt Gelegenheit zur Stellungnahme. Gleichzeitig wurde 
die Verteidigung aufgefordert, ihre Kostennote einzureichen (pag. 119 f.).

Mit Eingabe vom 6. November 2025 reichte Rechtsanwalt B.________ namens des 
Beschuldigten fristgerecht eine Stellungnahme ein. Darin führte er aus, das von der 
Kammer in Aussicht gestellte Widerrufsverfahren dürfe nicht durchgeführt werden. 
Das Widerrufsverfahren sei nicht Gegenstand des vorinstanzlichen Verfahrens 
bzw. des erstinstanzlichen Urteils gewesen. Würde dies nun im oberinstanzlichen 
Verfahren durchprozediert, hätte dies für den Beschuldigten den Verlust einer In-
stanz zur Folge (pag. 121). Mit gleicher Eingabe reichte die Verteidigung ihre obe-
rinstanzliche Kostennote ein (pag. 122 f.). 

Da sich der Beschuldigte einem allfälligen Widerrufsverfahren widersetzt, wird auf 
dessen Durchführung in oberer Instanz verzichtet. 

5. Oberinstanzliche Beweisergänzungen

Von Amtes wegen wurde in oberer Instanz ein aktueller Strafregisterauszug einge-
holt (datierend vom 27. Oktober 2025; pag. 116 ff.). 

Mit schriftlicher Berufungsbegründung vom 11. Februar 2025 reichte die Verteidi-
gung eine Fotografie eines John Deere Gator 855D XUV zu Handen der Kammer 
ein und beantragte, diese sei zu den Akten zu erkennen. Begründend wurde aus-
geführt, es erscheine zur Beurteilung der Gefährlichkeit des Handelns des Be-
schuldigten notwendig, dass festgestellt werde, dass es sich beim Fahrzeug, wel-
ches der Beschuldigte gelenkt habe, nicht um einen Traktor im eigentlichen Sinne, 
sondern vielmehr um ein deutlich schmaleres und leichteres Nutzfahrzeug gehan-
delt habe. Das Fahrzeugmodell sei im Anzeigerapport benannt. Bei der Fotografie 
handle es sich um eine Abbildung aus dem Internet (pag. 109 f.). 

Der mit Berufungsbegründung vom 11. Februar 2025 gestellte Beweisantrag wird 
antragsgemäss gutgeheissen. Die Fotografie wird zu den Akten genommen 
(vgl. Beschluss der Kammer E. V. hiernach). 

6. Anträge der Parteien

Rechtsanwalt B.________ stellte im oberinstanzlichen Verfahren für den Beschul-
digten die folgenden Anträge (pag. 106): 

I. Es sei die Rechtskraft betreffend die nicht angefochtenen Punkte des erstinstanzlichen Urteils, 
insbesondere betreffend den Schuldspruch wegen Führens eines Motorfahrzeuges in angetrun-
kenem Zustand (qualifiziert 0.66 mg/l), begangen am 23. Juli 2023 in C.________, .________, 
festzustellen (vgl. Ziffer 1. des Strafbefehls vom 14. Februar 2024).

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II. Herr A.________ sei zu einer bedingten Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu CHF 100.00, aus-
machend total CHF 4'000.00 zu verurteilen, wobei der Vollzug der Geldstrafe aufzuschieben sei 
unter Ansetzung einer Probezeit von 4 Jahren. 

III. Herrn A.________ sei vom Kanton Bern eine angemessene Entschädigung im Umfang der Ver-
teidigungskosten gemäss nachzureichender Honorarnote für das Berufungsverfahren auszurich-
ten. 

IV. Die Kosten des Berufungsverfahrens seien vollumfänglich dem Kanton Bern aufzuerlegen. 

V. Allfällige weitere Verfügungen seien von Amtes wegen zu erlassen. 

7. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Das Berufungsgericht überprüft das erstinstanzliche Urteil nur in den angefochte-
nen Punkten (Art. 404 Abs. 1 StPO). 

Mit Blick auf die Berufung des Beschuldigten ist das Urteil der Vorinstanz insoweit 
in Rechtskraft erwachsen, als der Beschuldigte schuldig gesprochen wurde des 
qualifizierten Führens eines Motorfahrzeuges in angetrunkenem Zustand (Ziff. I. 
des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs) und gestützt darauf zur Tragung der erstin-
stanzlichen Verfahrenskosten verurteilt wurde (Ziff. I.2. des erstinstanzlichen Ur-
teilsdispositivs). 

Nicht rechtskräftig und von der Kammer zu überprüfen ist demgegenüber die mit 
dem Schuldspruch zusammenhängende Sanktion (Verurteilung zu einer unbeding-
ten Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu CHF 100.00, ausmachend CHF 4'000.00). 
Aus dem Umstand, wonach der Beschuldigte bei der Geldstrafe keine tiefere Strafe 
beantragte, folgt, dass er einzig die Gewährung des bedingten Vollzugs überprüft 
haben will. Gemäss Rechtsprechung des Bundesgerichts ist eine Beschränkung 
der Berufung auf die Frage des bedingten Strafvollzugs unter Ausschluss des 
Strafmasses jedoch nicht zulässig (BGE 144 IV 383 E. 1.1 mit Verweis auf 
SCHMID/JOSITSCH, in: Schweizerische Strafprozessordnung, Praxiskommentar, 
3. Aufl. 2018, N 20 zu Art. 399; vgl. auch BÄHLER, in: Basler Kommentar zur 
Schweizerischen Strafprozessordnung, 3. Aufl. 2023, N 13 zu Art. 399). Die Kam-
mer hat somit die gesamte vorinstanzliche Strafzumessung (Höhe der Sanktion 
und Vollzugsform) zu überprüfen. 

Die Kammer verfügt bei der Überprüfung der angefochtenen Punkte über volle Ko-
gnition (Art. 398 Abs. 2 StPO). Sie ist aufgrund der alleinigen Berufung des Be-
schuldigten jedoch an das Verschlechterungsverbot (Verbot der reformatio in pei-
us) gemäss Art. 391 Abs. 2 StPO gebunden, d.h. sie darf das Urteil nicht zu Un-
gunsten des Beschuldigten abändern. Vom Verschlechterungsverbot grundsätzlich 
nicht erfasst ist die Höhe des erstinstanzlich festgesetzten Tagessatzes der Gelds-
trafe (vgl. BGE 144 IV 198 E. 5.3 f.).

II. Rechtskräftiger Schuldspruch

Der Schuldspruch wegen Führens eines Motorfahrzeuges in angetrunkenem Zu-
stand (qualifiziert 0.66 mg/l) ist in Rechtskraft erwachsen. Damit kann für den 
Sachverhalt, die Beweiswürdigung und die rechtliche Würdigung auf die erstin-

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stanzliche Urteilsbegründung verwiesen werden (pag. 70 ff., S. 4 ff. der erstinstanz-
lichen Urteilsbegründung). Zum besseren Verständnis der nachfolgenden Erwä-
gungen zur Strafzumessung wird der massgebliche Sachverhalt, welcher dem 
Schuldspruch zu Grunde lag, kurz zusammengefasst: 

Der Beschuldigte konsumierte am Sonntag, 23. Juli 2023, bis ca. 17:00 Uhr am 
D.________ (Festivität) in E.________ Alkohol und fuhr danach mit seinem Traktor 
John Deere Gator XUV 855D die Strecke vom D.________ bis zum .________ in 
C.________ (ca. 1,2 km), wo er um ca. 17:20 Uhr von der Polizei anlässlich einer 
Verkehrskontrolle angehalten wurde. Der auf der Polizeiwache F.________ durch-
geführte Test mit einem Alkoholmessgerät ergab um 17:44 Uhr eine Atemalkohol-
konzentration von 0.66 mg/l. 

Mit diesem Tatvorgehen hat der Beschuldigte den Tatbestand des Führens eines 
Motorfahrzeuges in angetrunkenem Zustand (qualifiziert, Atemalkoholkonzentration 
von 0.66 mg/l) gemäss Art. 91 Abs. 2 Bst. a SVG erfüllt. 

III. Strafzumessung

8. Allgemeine Grundlagen der Strafzumessung, Strafart und Strafrahmen

Für die allgemeinen Grundlagen der Strafzumessung kann auf die zutreffenden 
Ausführungen in der erstinstanzlichen Urteilsbegründung verwiesen werden 
(pag. 73, S. 7 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Wie bereits erwähnt, hat 
die Kammer das Verschlechterungsverbot nach Art. 391 Abs. 2 StPO zu beachten. 
Die Gesamtstrafe darf daher insgesamt nicht höher als im angefochtenen Urteil 
ausfallen. Demgegenüber können in der Berechnung die Strafanteile für die einzel-
nen Delikte auch mit höheren Werten eingesetzt werden, als sie von der Vorinstanz 
verwendet wurden, zumal sich das Verschlechterungsverbot nur auf das Ergebnis, 
mithin das Urteilsdispositiv, und nicht auf dessen Begründung auswirkt (BGE 139 
IV 282 E. 2.6).

Der Strafrahmen für das Führen eines Motorfahrzeuges in angetrunkenem Zustand 
mit einer qualifizierten Atemalkohol- oder Blutalkoholkonzentration gemäss 
Art. 91 Abs. 2 Bst. a SVG reicht von drei Tagessätzen Geldstrafe bis zu drei Jahren 
Freiheitsstrafe. Das Gericht bestimmt beim Aussprechen einer Strafe zuerst die Art 
der Strafe und setzt danach das Strafmass fest. Bei der Wahl der Strafart trägt es 
neben dem Verschulden des Täters, der Zweckmässigkeit der Strafe, ihren Auswir-
kungen auf die Täterschaft und auf ihr soziales Umfeld sowie ihrer Wirksamkeit un-
ter dem Gesichtswinkel der Prävention Rechnung (BGE 147 IV 241 = Pra 111 
[2022] Nr. 17, Urteil des Bundesgerichts 6B_355/2021 vom 22. März 2023 E. 3.3). 
Die Geldstrafe hat als mildere Sanktion grundsätzlich Vorrang gegenüber der Frei-
heitsstrafe (BGE 144 IV 217 E. 3.6). 

Mit Blick auf das geltende Verschlechterungsverbot erübrigt sich die Frage nach 
der Strafart und es ist auch oberinstanzlich auf eine Geldstrafe zu erkennen. 

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9. Konkrete Strafzumessung

9.1 Objektive Tatschwere

Die Vorinstanz orientierte sich für die Bestimmung des objektiven Tatverschuldens 
zu Recht an den Richtlinien des Verbands Bernischer Richterinnen und Richter, 
Staatsanwältinnen und Staatsanwälte (nachfolgend: VBRS-Richtlinien; gültig per 
1. Januar 2023). 

Die VBRS-Richtlinien empfehlen für das Führen eines Motorfahrzeuges in ange-
trunkenem Zustand mit einer qualifizierten Atemalkohol- oder Blutalkoholkonzentra-
tion ab 0.6 mg/l (AAK) resp. 1,2 g/kg (BAK) eine Strafe von 50 Strafeinheiten sowie 
eine Verbindungsbusse von mindestens CHF 800.00, falls für die Geldstrafe der 
bedingte Vollzug gewährt wird (S. 16 der VBRS-Richtlinien). Der dazu gehörende 
Referenzsachverhalt lautet wie folgt: «Gutbeleumdeter Beschuldigter besucht mit 
dem Auto eine Wirtschaft und fährt nach Wirtschaftsschluss über eine Strecke von 
4-8 km nach Hause. Vorstrafen: 2-3 Verkehrsübertretungen (ohne Fahren in ange-
trunkenem Zustand)». 

Sofern der zu beurteilende Sachverhalt im Wesentlichen verschuldensmässig dem 
Referenzsachverhalt gleichkommt, sollte ungefähr die zuvor genannte Strafe aus-
gesprochen werden. Bei wesentlichen Abweichungen des Verschuldens von die-
sem Sachverhalt sollte die Strafe entsprechend angepasst werden. Dabei spielen 
für die Strafzumessung mehrere Faktoren eine Rolle; ins Gewicht fallen unter an-
derem das Vorleben, der automobilistische Leumund, Vorstrafen, der Entschluss 
zum Fahren, die Fahrstrecke, die Zeit, die Fahrweise und die Blutalkoholkonzentra-
tion (BAK) bzw. Atemalkoholkonzentration (AAK; vgl. S. 16 der VBRS-Richtlinien).

Der zu beurteilende Sachverhalt ist mit dem soeben dargelegten Referenzsachver-
halt der VBRS-Richtlinien grösstenteils vergleichbar. So liegt die beim Beschuldig-
ten gemessene Atemalkoholkonzentration mit 0.66 mg/l nur geringfügig über dem 
Ausgangswert gemäss Referenzsachverhalt. Der Beschuldigte weist zudem meh-
rere Vorstrafen im Bereich des Strassenverkehrsgesetzes auf, jedoch keine ein-
schlägigen (pag. 45 ff.). Entgegen der Vorinstanz berücksichtigt die Kammer die 
tatsächlich gefahrene Strecke von «nur» rund 1,2 km vorliegend nicht strafmin-
dernd. Schliesslich kam diese kurze Distanz einzig dadurch zu Stande, weil der 
Beschuldigte an diesem Ort von der Polizei angehalten wurde und in eine Ver-
kehrskontrolle geriet. Mit der Vorinstanz darf davon ausgegangen werden, dass 
das Endziel des Beschuldigten sein Wohnort in G.________ gewesen wäre. Straf-
mindernd können demgegenüber die bereits von der Vorinstanz angeführten guten 
Lichtverhältnisse und das geringe Verkehrsaufkommen zur Tatzeit berücksichtigt 
werden. Ebenfalls zu Gunsten des Beschuldigten wirkt sich der von ihm gefahrene 
Fahrzeugtyp aus. Er war mit einem Traktor des Typen John Deere Gator XUV 
855D unterwegs (pag. 2; 110), welcher im Vergleich zu einem normalen Perso-
nenwagen oder anderen denkbaren landwirtschaftlichen Nutzfahrzeugen deutlich 
kleiner ausfällt. Die damit vom Beschuldigten ausgehende Gefährdung für die Ver-
kehrssicherheit bzw. für Leib und Leben von anderen Verkehrsteilnehmenden (zum 
geschützten Rechtsgut von Art. 91 Abs. 2 SVG vgl. FAHRNI/HEIMGARTNER, in: Bas-
ler Kommentar zum Schweizerischen Strassenverkehrsgesetz, 1. Aufl. 2014, N 6 

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zu Art. 91) ist im Vergleich zu anderen denkbaren Fällen von Fahren in angetrun-
kenem Zustand als geringer einzustufen. Mit der Vorinstanz ist abschliessend fest-
zuhalten, dass sich der Umstand, wonach es zu keinem Unfall oder sonstigen Zwi-
schenfall gekommen ist, neutral auswirkt. Dies impliziert bereits die Ausgestaltung 
des Tatbestandes als abstraktes Gefährdungsdelikt. 

Insgesamt erachtet die Kammer die von der Vorinstanz festgesetzte Strafe von 
45 Strafeinheiten für die objektive Tatschwere als verschuldensangemessen.

9.2 Subjektive Tatschwere 

Die Kammer schliesst sich den Ausführungen der Vorinstanz an, welche aufgrund 
des vorsätzlichen Handelns und der Vermeidbarkeit der Gefährdung respektive 
Verletzung des betroffenen Rechtsguts von einer sich neutral auswirkenden sub-
jektiven Tatschwere ausging (vgl. pag. 75, S. 9 der erstinstanzlichen Urteilsbegrün-
dung). 

9.3 Täterkomponenten

9.3.1 Vorleben und persönliche Verhältnisse

Die Vorinstanz erwog dazu Folgendes (pag. 75, S. 9 der erstinstanzlichen Urteils-
begründung): 

Der Beschuldigte ist am .________ in G.________ geboren und wohnt mittlerweile an der 
.________ in .________ G.________. Er ist pensioniert. Er hat 36 Jahre in der H.________ (Fabrik) 
in I.________ gearbeitet. Der Beschuldigte erhält CHF 4’080.00 im Monat (pag. 15) und hat nach ei-
genen Angaben Steuerschulden in der Höhe von ca. CHF 17'000.00 (pag. 50). Die persönlichen Ver-
hältnisse des Beschuldigten sind neutral zu bewerten.

Die persönlichen Verhältnisse sind seit dem erstinstanzlichen Urteil unverändert, 
womit sich die Kammer in diesem Punkt den Ausführungen der Vorinstanz ansch-
liessen kann. Aus dem Vorleben (exkl. Vorstrafen, vgl. nachfolgend) sowie seinen 
persönlichen Verhältnissen lässt sich weder etwas zu seinen Gunsten noch zu sei-
nen Ungunsten ableiten, was sich für die Strafzumessung entsprechend neutral 
auswirkt. 

9.3.2 Vorstrafen

Gemäss Strafregisterauszug vom 27. Oktober 2025 (pag. 116 ff.) wurde der Be-
schuldigte am 2. April 2013 durch die Regionale Staatsanwaltschaft Berner Jura-
Seeland wegen Tierquälerei i.S. des Tierschutzgesetzes und der Widerhandlung 
gegen das Tierschutzgesetz zu einer bedingten Geldstrafe von 15 Tagessätzen zu 
CHF 100.00 und einer Busse von CHF 400.00 verurteilt. Am 26. Januar 2015 wur-
de er durch die Regionale Staatsanwaltschaft Berner Jura-Seeland wegen Führens 
eines Motorfahrzeuges trotz Verweigerung, Entzugs oder Aberkennung des Aus-
weises i.S. des Strassenverkehrsgesetzes zu einer unbedingten Geldstrafe von 
18 Tagessätzen zu CHF 100.00 verurteilt, wobei auf den Widerruf der mit Urteil 
vom 2. April 2013 ausgefällten bedingten Strafe verzichtet wurde. Weiter wurde er 
am 24. November 2015 durch die Regionale Staatsanwaltschaft Berner Jura-
Seeland erneut wegen Führens eines Motorfahrzeuges trotz Verweigerung, Ent-
zugs oder Aberkennung des Ausweises i.S. des Strassenverkehrsgesetzes verur-

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teilt und mit einer unbedingten Geldstrafe von 25 Tagessätzen zu CHF 100.00 
sanktioniert. Auf den Widerruf der vorgenannten bedingt ausgesprochenen Strafe 
wurde abermals verzichtet. Schliesslich wurde der Beschuldigte mit Urteil vom 
24. März 2020 durch die Staatsanwaltschaft Berner Jura-Seeland wegen Nichtab-
gabe von ungültigen oder entzogenen Ausweisen oder Kontrollschildern i.S. des 
Strassenverkehrsgesetzes zu einer bedingten Geldstrafe von 5 Tagessätzen zu 
CHF 120.00 und einer Busse von CHF 200.00 verurteilt. 

Die Vorinstanz erwog, der automobilistische Leumund des Beschuldigten sei zwar 
belastet, er weise aber keine einschlägigen Vorstrafen auf, was sich entsprechend 
neutral auf die Strafzumessung auswirke (pag. 75, S. 9 der erstinstanzlichen Ur-
teilsbegründung). 

Dieser Ansicht kann sich die Kammer nicht anschliessen. Vorstrafen wirken sich 
nach konstanter Praxis grundsätzlich straferhöhend aus, denn wer ungeachtet 
früherer Verurteilungen wiederum straffällig wird, erscheint als unbelehrbar und als 
uneinsichtig. Das Sachgericht hat bei jedem einzelnen Fall zu prüfen, inwieweit und 
unter welchen Voraussetzungen sich eine bestimmte Vorstrafe straferhöhend aus-
wirkt. Das Mass der Straferhöhung hängt von verschiedenen Faktoren ab. 
Grundsätzlich fallen Vorstrafen bei der Strafzumessung umso weniger ins Gewicht, 
je geringfügiger sie sind und je länger sie zurückliegen. Weit in der Vergangenheit 
liegende Delikte haben in der Regel kein erhebliches Gewicht mehr. Sodann kann 
es darauf ankommen, aus welchen Lebensabschnitten die Vorstrafen stammen. 
Zudem ist wesentlich, ob sie andere Bereiche betreffen oder ob sie einschlägig 
sind. Vereinfacht gesagt lässt sich feststellen, dass sich weit zurückliegende und 
nicht einschlägige Vorstrafen (wenn überhaupt) nur geringfügig straferhöhend aus-
wirken, während nicht weit zurückliegende und einschlägige Vorstrafen erheblich 
straferhöhend ins Gewicht fallen können (vgl. Urteile des Obergerichts des Kantons 
Bern SK 19 485 vom 28. September 2020 E. 9.2, SK 18 23 vom 30. Oktober 2018 
E. 16, BGE 136 IV 1 E. 2.6.2; SIMMLER/SELMAN, in: Graf [Hrsg.], StGB Annotierter 
Kommentar, Bern 2020, N 27 zu Art. 47 StGB m.V.a. BGE 121 IV 3, E. 1c; MATHYS, 
Leitfaden Strafzumessung, 2. Aufl., Basel 2019, N 320 und N 323).

Der Vorinstanz ist insoweit zuzustimmen, als der Beschuldigte keine einschlägigen 
Vorstrafen aufweist. Dennoch lässt sich angesichts der mehreren Verurteilungen im 
Bereich des Strassenverkehrsgesetzes eine tiefere Hemmschwelle zur Delinquenz 
in diesem Bereich der schweizerischen Rechtsordnung erkennen. Davon zeugt 
auch der Umstand, wonach das vorliegende Delikt während noch laufender Probe-
zeit eines anderen Strassenverkehrsdelikts (Urteil vom 24. März 2020; vgl. zum 
Widerruf E. 4 hiervor) begangen wurde. Dass nicht dieselben Rechtsgüter verletzt 
wurden und die Vorstrafen grösstenteils bereits weiter zurückliegen, ist im Umfang 
der Straferhöhung Rechnung zu tragen, führt jedoch nicht dazu, dass die straf-
rechtliche Relevanz der Vorstrafen gänzlich ausbleiben und sich diese auf die 
Strafzumessung neutral auswirken würden. Die Kammer erachtet daher eine leich-
te Straferhöhung im Umfang von 5 Strafeinheiten als angemessen.

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9.3.3 Verhalten nach der Tat und im Strafverfahren 

Im vorliegenden Strafverfahren hat sich der Beschuldigte anständig und korrekt 
verhalten, was von ihm aber auch erwartet werden darf. Seit dem in diesem Ver-
fahren zu beurteilenden Vorwurf ist er zudem – soweit ersichtlich – nicht mehr straf-
rechtlich in Erscheinung getreten. Einen Geständnisrabatt erachtet die Kammer 
demgegenüber und entgegen der Vorinstanz als nicht angezeigt. Schliesslich kann 
dem Anzeigerapport vom 24. Juli 2023 entnommen werden, dass der die Ver-
kehrskontrolle durchführende Polizist beim Beschuldigten Mundalkoholgeruch 
wahrgenommen hatte (pag. 2), womit der Atemalkoholtest auf Platz auch ohne sei-
ne Angabe, er habe zwei Biere getrunken, durchgeführt worden wäre. Dem Be-
schuldigten dürfte im Übrigen bewusst gewesen sein, dass sein Alkoholkonsum 
durch die Polizei auch ohne etwaige Angaben seinerseits wahrgenommen werden 
konnte, ein vollständiges Leugnen war daher von vornherein obsolet. Hinzukom-
mend war die vom Beschuldigen damals angegebene Alkoholmenge angesichts 
des qualifizierten Wertes von 0.66 mg/l in offensichtlicher Weise zu tief. Auf dem 
Polizeiposten F.________ räumte er daher auch ein, drei Biere getrunken zu haben 
und an der erstinstanzlichen Hauptverhandlung sprach er schliesslich gar von vier 
konsumierten Bieren (pag. 4; 51 Z. 38 f.). Auch vor diesem Hintergrund rechtfertigt 
sich folglich keine Strafminderung.

9.3.4 Strafempfindlichkeit 

Eine besondere Strafempfindlichkeit ist beim Beschuldigten nicht auszumachen, 
weshalb dieser Aspekt als neutral zu werten ist.

9.4 Konkrete Strafhöhe

Nach Berücksichtigung der Tat- und Täterkomponenten erachtet die Kammer eine 
Strafe von 50 Strafeinheiten als angemessen. Aufgrund des geltenden Verschlech-
terungsverbots bleibt es jedoch bei einer Geldstrafe von 40 Strafeinheiten. 

10. Tagessatzhöhe

Die Höhe des Tagessatzes beträgt in der Regel mindestens CHF 30.00 und höchs-
tens CHF 3'000.00. Sie wird nach den persönlichen und wirtschaftlichen Verhält-
nissen des Täters im Zeitpunkt des Urteils, namentlich nach Einkommen und Ver-
mögen, Lebensaufwand, allfälligen Familien- und Unterstützungspflichten sowie 
nach dem Existenzminimum bestimmt (Art. 34 Abs. 2 des Schweizerischen Straf-
gesetzbuches [StGB; SR 311.0]). Massgebend ist damit die wirtschaftliche Leis-
tungsfähigkeit des Täters. Ausgangspunkt bildet das Einkommen, das dem Täter 
durchschnittlich an einem Tag zufliesst. Zum Einkommen des Täters gehören alle 
geldwerten Leistungen, die ihm zufliessen, namentlich Einkünfte aus selbständiger 
oder unselbständiger Erwerbstätigkeit, Unterhalts-, Unterstützungs-, Renten-, Sozi-
alversicherungs- und Sozialhilfeleistungen (DOLGE, in: Basler Kommentar zum 
Schweizerischen Strafgesetzbuch, 4. Aufl. 2019, N 53 zu Art. 34 StGB).

Die Vorinstanz erwog zur Tagessatzhöhe das Folgende (pag. 76, S. 10 der erstin-
stanzlichen Urteilsbegründung): 

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Ausgehend von den Angaben des Beschuldigten verfügt dieser über ein Monatseinkommen von 
CHF 4'080.00 (pag. 20). Unter Berücksichtigung eines praxisgemäss gewährten Pauschalabzuges 
von 20 % ergibt sich die Einkommensbasis von CHF 3'264.00. Es ist von einem Tagessatz von 
CHF 108.80 auszugehen, was gerundet einen Tagessatz von CHF 100.00 ergibt (vgl. BGE 134 IV 60 
E. 6.5.2.).

Die Kammer verfügt über keine neuen Erkenntnisse, wonach sich die Einkom-
mensverhältnisse des Beschuldigten seit dem erstinstanzlichen Urteil verändert 
hätten. Es ist folglich auf den berechneten Tagessatz der Vorinstanz abzustellen. 
Die vorinstanzliche Berechnung erscheint nachvollziehbar und angemessen. Sie 
wurde überdies vom Beschuldigten auch nicht in Abrede gestellt. Der Tagessatz 
wird entsprechend auf CHF 100.00 festgesetzt. 

11. Vollzugsform der Geldstrafe

11.1 Theoretische Grundlagen zum bedingten Vollzug

Das Gericht schiebt gemäss Art. 42 Abs. 1 StGB den Vollzug einer Geldstrafe oder 
einer Freiheitsstrafe von höchstens zwei Jahren in der Regel auf, wenn eine unbe-
dingte Strafe nicht notwendig erscheint, um den Täter von der Begehung weiterer 
Verbrechen oder Vergehen abzuhalten. Demnach ist der Strafaufschub einer Frei-
heitsstrafe von höchstens zwei Jahren die Regel, von der grundsätzlich nur bei un-
günstiger Prognose abgewichen werden darf (BGE 135 IV 180 E. 2.1; 134 IV 1 
E. 4.2.2; Urteil des Bundesgerichts 7B_226/2022 vom 14. Februar 2024 E. 3.1.2 
mit Hinweisen). 

Die Prüfung der Bewährungsaussichten des Täters ist anhand einer Gesamtwürdi-
gung aller wesentlichen Umstände vorzunehmen. In die Beurteilung miteinzube-
ziehen sind nebst den Tatumständen namentlich das Vorleben und der Leumund 
sowie alle weiteren Tatsachen, die gültige Schlüsse auf den Charakter des Täters 
und die Aussichten seiner Bewährung zulassen (BGE 144 IV 277 E. 3.2; 135 IV 
180 E. 2.1; 134 IV 1 E. 4.2.1; Urteile des Bundesgerichts 7B_226/2022 vom 
14. Februar 2024 E. 3.1.2; 6B_881/2021 vom 27. Juni 2022 E. 3.4; 6B_134/2021 
vom 20. Juni 2022 E. 3.2; je mit Hinweisen). Ein relevantes Prognosekriterium ist 
insbesondere die strafrechtliche Vorbelastung, die Sozialisationsbiografie, das Ar-
beitsverhalten oder das Bestehen sozialer Bindungen. Dabei sind die persönlichen 
Verhältnisse bis zum Zeitpunkt des Entscheids miteinzubeziehen. Es ist unzuläs-
sig, einzelnen Umständen eine vorrangige Bedeutung beizumessen und andere zu 
vernachlässigen oder überhaupt ausser Acht zu lassen (Urteil des Bundesgerichts 
6B_962/2023 vom 26. Februar 2024 E. 2.3.4; zudem etwa Urteile des Bundesge-
richts 6B_1308/2023 vom 22. Januar 2024 E. 4.3.3; 6B_563/2023 vom 6. Dezem-
ber 2023 E. 7.2.3; 6B_1485/2022 vom 23. Februar 2023 E. 2.3). Einschlägige Vor-
strafen sind bei der Prognosestellung erheblich zu gewichten; sie schliessen den 
bedingten Vollzug aber nicht notwendig aus (etwa Urteile des Bundesgerichts 
7B_226/2022 vom 14. Februar 2024 E. 3.1.2; 6B_881/2021 vom 27. Juni 2022 
E. 3.4; 6B_1213/2020 vom 30. September 2021 E. 2.2; 6B_1300/2020 vom 2. Sep-
tember 2021 E. 3.3.3; je mit Hinweisen). Aus ausschliesslich oder auch nur vorwie-
gend generalpräventiven Erwägungen darf der bedingte Strafvollzug nicht abge-
lehnt werden (SCHNEIDER/GARRÉ, in: Basler Kommentar zum Schweizerischen 

11

Strafgesetzbuch, 4. Aufl. 2019, N 57 zu 
Art. 42 StGB). Dem Gericht steht bei der Prüfung der Prognose des künftigen Le-
galverhaltens ein Ermessensspielraum zu (BGE 144 IV 277 E. 3.1.1; Urteil des 
Bundesgerichts 6B_962/2023 vom 26. Februar 2024 E. 2.3.5).

11.2 Würdigung der Vorinstanz

Hinsichtlich der Frage des Vollzugs gelangte die Vorinstanz zum Schluss, die 
Geldstrafe sei unbedingt auszufällen. Begründend führte sie aus, der Beschuldigte 
habe vier Vorstrafen zu verzeichnen. Diese seien zwar älter, jedoch sei der auto-
mobilistische Leumund des Beschuldigten nicht einwandfrei. Mit Blick auf den zu 
beurteilenden Vorfall würden insbesondere die beiden früheren SVG-
Widerhandlungen wegen Führens eines Motorfahrzeuges trotz Verweigerung, Ent-
zugs oder Aberkennung des Ausweises i.S. des Strassenverkehrsgesetzes ins 
Gewicht fallen. Angesichts des wiederholten deliktischen Verhaltens müsse konsta-
tiert werden, dass die bisherigen bedingt und unbedingt ausgesprochenen Gelds-
trafen beim Beschuldigten offensichtlich keinen bleibenden Eindruck hinterlassen 
hätten und er in regelmässigen Abständen gegen die schweizerische Rechtsord-
nung verstosse. Hinzu komme, dass die vorliegende Verurteilung während der 
Probezeit begangen worden sei. Aus diesem Grund könne vorliegend nicht vom 
Fehlen einer ungünstigen Prognose ausgegangen werden, weshalb die Geldstrafe 
unbedingt auszufällen sei (pag. 77, S. 11 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). 

11.3 Vorbringen des Beschuldigten

Mit Berufungsbegründung vom 11. Februar 2025 wird im Wesentlichen vorge-
bracht, der Beschuldigte sei nicht einschlägig vorbestraft. Die Vorinstanz habe sich 
in ihrem Entscheid lediglich mit den Vorstrafen des Beschuldigten auseinanderge-
setzt, jedoch nicht ausreichend berücksichtigt, dass die Vorstrafen überwiegend 
bereits sehr lange zurückliegen würden und jeweils nur eine geringe Strafe ausge-
sprochen worden sei. Hinzukommend sei er bei allen vier Vorstrafen per Strafbe-
fehl und damit «vom Bürotisch aus», ohne Verhandlung vor einem Gerichtsgremi-
um verurteilt worden. Dass er nun gerichtlich vorgeladen wurde und sein Verhalten 
öffentlich verhandelt worden sei, habe bei ihm einen bleibenden Eindruck hinterlas-
sen bzw. eine besondere spezialpräventive Wirkung. Weiter seien die Tatumstände 
zu berücksichtigen, wobei beim Fahren in angetrunkenem Zustand Länge und Ge-
fährlichkeit der zurückgelegten Strecke relevant seien. Der Beschuldigte habe le-
diglich eine kurze Strecke zurückgelegt und es hätten ein geringes Verkehrsauf-
kommen und gute Lichtverhältnisse vorgelegen. Ferner habe es sich beim verwen-
deten Fahrzeugtyp mehr oder weniger um einen «Golf-Wagen» gehandelt. Die Ta-
tumstände würden daher nicht auf einen verantwortungslosen Charakter des Be-
schuldigten schliessen lassen. Weiter habe sich der Beschuldigte während des ge-
samten Verfahrens geständig und kooperativ gezeigt. Er habe auch das Messer-
gebnis nicht überprüfen lassen und den Strafbefehl lediglich aufgrund der Straf-
höhe bzw. der unbedingt ausgesprochenen Strafe angefochten. Dieses Verhalten 
indiziere Einsicht in das Unrecht der Tat sowie Reue. Es bestehe klarerweise keine 
Befürchtung, dass der Beschuldigte weitere Verbrechen oder Vergehen begehen 
werde, weshalb die Sanktion bedingt auszusprechen sei (zum Ganzen 
pag. 106 ff.). 

12

11.4 Würdigung der Kammer

Der Beschuldigte ist zwar nicht einschlägig, aber mehrfach vorbestraft. Dabei fallen 
– wie die Vorinstanz zutreffend ausführte – insbesondere die beiden SVG-
Widerhandlungen wegen Führens eines Motofahrzeuges trotz Verweigerung, Ent-
zugs oder Aberkennung des Ausweises i.S. des Strassenverkehrsgesetzes ins 
Gewicht, zumal Art. 95 Abs. 1 Bst. b SVG gleich wie Art. 91 Abs. 2 SVG die Ver-
kehrssicherheit sowie Leib und Leben übriger Verkehrsteilnehmenden schützt. Es 
ist dabei nicht ausser Acht zu lassen, dass die Vorstrafen des Beschuldigten gröss-
tenteils älter sind. Dennoch fällt auf, dass er in regelmässigen Abständen gegen die 
Schweizer Rechtsordnung verstiess (2013, 2015, 2020 und 2023) und sich dabei 
weder von bedingt ausgesprochenen Strafen in Kombination mit langen Probezei-
ten (bei beiden Strafen wurde der mögliche Rahmen der Probezeit [2-5 Jahre, 
vgl. Art. 44 Abs. 1 StGB] mit vier Jahren fast vollständig ausgeschöpft; 
vgl. pag. 45 ff.) noch von unbedingten Strafen beeindruckt zeigte. Zudem impliziert 
die erste aus dem Strafregisterauszug hervorgehende Verurteilung angesichts der 
langen Probezeit, dass der Beschuldigte bereits zuvor strafrechtlich in Erscheinung 
getreten sein muss. Ansonsten ihm mit hoher Wahrscheinlichkeit die Mindestpro-
bezeit von zwei Jahren gewährt worden wäre. Besonders hervorzuheben ist so-
dann der Umstand, wonach der Beschuldigte die vorliegende Tat in der noch an-
dauernden Probezeit des Urteils vom 24. März 2020 beging und auch bereits zuvor 
während noch laufender Probezeit delinquiert hatte. Angesichts der mit Urteil vom 
24. März 2020 ausgesprochenen Probezeit von vier Jahren musste dem Beschul-
digten überdies bewusst gewesen sein, dass ihm bei erneuter Delinquenz eine un-
bedingte Strafe droht, dennoch hielt ihn dies nicht von der Begehung einer weiteren 
Straftat ab. Nach dem Gesagten ist durchaus von einer Unbelehrbarkeit und – wie 
bereits festgehalten (vgl. E. 9.3.2 hiervor) – von einer tiefen Hemmschwelle zur 
Begehung von Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrsgesetz auszugehen. 
Das Ausgeführte wirkt sich im Rahmen der Prognosestellung erheblich ungünstig 
aus. 

Der Verteidigung ist sodann zuzustimmen, dass die vorliegenden Tatumstände 
nicht per se auf einen verantwortungslosen Charakter des Beschuldigten schlies-
sen lassen. Es ist jedoch zu beachten, dass er bereits wiederholt gegen Straftat-
bestände verstiess, welche die Verkehrssicherheit sowie den Schutz von Leib und 
Leben der Verkehrsteilnehmer bezwecken (vgl. BUSSMANN, in: Basler Kommentar 
zum Schweizerischen Strassenverkehrsgesetz, 1. Aufl. 2014, N 4 zu Art. 95; 
FAHRNI/HEIMGARTNER, in: Basler Kommentar zum Schweizerischen Strassenver-
kehrsgesetz, 1. Aufl. 2014, N 6 zu Art. 91). Gerade mit Blick auf die Unversehrtheit 
der übrigen Verkehrsteilnehmer handelt es sich dabei zweifellos um ein hochrangi-
ges Rechtsgut, welches der Beschuldigte (wiederholt) gefährdete. Soweit die Ver-
teidigung vorbrachte, angesichts der tiefen Strafen sei das Verschulden des Be-
schuldigten auch bei den früheren Taten nur leicht gewesen, so ist ihr entgegenzu-
halten, dass die Strafen zwar als tief bezeichnet werden können, man sich aber 
zumindest nicht mehr im Übertretungsbereich befand. Etwas Wesentliches, was 
seine strafrechtliche Vergangenheit relativieren würde, kann der Beschuldigte dar-
aus nicht ableiten. Weiter wirkt sich auch die von der Verteidigung vorgebrachte 
Einsicht des Beschuldigten nicht in ausschlaggebender Weise zu Gunsten des Be-

13

schuldigten aus. Die früheren Verurteilungen zeigen angesichts der Erledigung 
durch die Staatsanwaltschaft nämlich auf, dass der Beschuldigte bereits zuvor 
Strafen akzeptierte, ihn aber die auch damalige Einsicht nicht von der Begehung 
weiterer Straftaten abhielt. 

Nicht zu beanstanden ist demgegenüber die persönliche Situation des Beschuldig-
ten. Der Kammer liegen keine Angaben vor, welche sich bei der Beurteilung der 
Legalprognose negativ auswirken würden. 

Nach dem Gesagten muss dem Beschuldigten insbesondere mit Blick auf seine 
strafrechtliche Vergangenheit eine ungünstige Legalprognose für den Bereich des 
Strassenverkehrsgesetzes gestellt werden. Er hat durch sein Verhalten aufgezeigt, 
dass ihn weder bedingt noch unbedingt ausgesprochene Geldstrafen von weiterer 
Delinquenz abzuhalten vermögen. Zudem wurde ihm mit seiner letzten Verurteilung 
abermals eine Chance auf Bewährung gewährt, diese liess der Beschuldigte je-
doch ungenutzt verstreichen, indem er noch in der Probezeit delinquierte und in 
qualifizierter Weise gegen eine wesentliche Verkehrsregel des Strassenverkehrs-
gesetzes verstiess. Es ist daher nicht davon auszugehen, dass ein bedingter Straf-
vollzug den Beschuldigten von der Begehung weiterer Strafen abzuhalten vermag. 
Daran vermögen auch die vorliegenden Tatumstände und der nicht zu beanstan-
dende Leumund resp. die persönlichen Verhältnisse des Beschuldigten nichts zu 
ändern. Die Geldstrafe von 40 Tagessätzen ist demnach unbedingt zu vollziehen. 

12. Fazit

Im Ergebnis wird der Beschuldigte zu einer Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu 
CHF 100.00, ausmachend CHF 4'000.00, verurteilt. Die Geldstrafe ist zu vollzie-
hen. 

IV. Kosten und Entschädigung

13. Verfahrenskosten

Angesichts der rechtskräftigen Verlegung der erstinstanzlichen Verfahrenskosten 
ist nur noch über die Kosten des Rechtsmittelverfahrens zu befinden. 

Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe ihres 
Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Ob eine Partei im Rechtsmit-
telverfahren als obsiegend oder unterliegend gilt, hängt davon ab, in welchem 
Ausmass ihre vor dem Berufungsgericht gestellten Anträge gutgeheissen wurden.

Die oberinstanzlichen Verfahrenskosten werden bestimmt auf CHF 1'500.00 (Art. 5 
i.V.m. Art. 24 Bst. a Verfahrenskostendekret [VKD; BSG 161.12]) und dem unter-
liegenden Beschuldigten zur Bezahlung auferlegt.

14. Entschädigung

Bei diesem Ausgang des Verfahrens steht dem Beschuldigten keine Entschädi-
gung zu (Art. 429 Abs. 1 StPO e contrario). 

14

V. Dispositiv

Die 1. Strafkammer erkennt:

I.

Der Beweisantrag des Beschuldigten wird gutgeheissen und die Fotografie eines 
John Deere Gator 855D XUV zu den Akten erkannt.

II.

Es wird festgestellt, dass das Urteil des Regionalgerichts Berner Jura-Seeland vom 7. Ok-
tober 2024 insoweit in Rechtskraft erwachsen ist, als

1. A.________ schuldig erklärt wurde des Führens eines Motorfahrzeuges in ange-
trunkenem Zustand (qualifiziert 0.66 mg/l), begangen am 23. Juli 2023 in C.________;

2. A.________ gestützt auf Ziff. II.1. hiervor verurteilt wurde zur Tragung der erstin-
stanzlichen Verfahrenskosten von CHF 1'450.00, sich zusammensetzend aus Ge-
bühren der Staatsanwaltschaft von CHF 550.00 und den Gebühren des Gerichts von 
CHF 900.00.

III.

A.________ wird gestützt auf den rechtskräftigen Schuldspruch gemäss Ziff. II.1. hiervor 
und 

in Anwendung der Artikel

31 Abs. 2, 55, 91 Abs. 2 Bst. a SVG
2 Abs. 1 VRV
2 Bst. b Verordnung der Bundesversammlung über die Alkoholwertgrenze im Strassenver-
kehr
34, 47 StGB
426 Abs. 1, 428 Abs. 1 StPO

verurteilt: 

1. Zu einer Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu CHF 100.00, ausmachend total 
CHF 4'000.00. 

2. Zur Bezahlung der oberinstanzlichen Verfahrenskosten von CHF 1'500.00.

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Zu eröffnen:
- dem Beschuldigten/Berufungsführer, v.d. Rechtsanwalt B.________
- der Generalstaatsanwaltschaft

Mitzuteilen:
- der Vorinstanz
- der Koordinationsstelle Strafregister (KOST, Urteil mit Begründung nach unbenutztem 

Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. nach Entscheid der Rechtsmittelbehörde)
- dem Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt des Kantons Bern, Abteilung Administrati-

ve Verkehrssicherheit (Urteil mit Begründung; innert 10 Tagen)

Bern, 11. November 2025 Im Namen der 1. Strafkammer

Der Präsident i.V.:

Oberrichter Gerber

Die Gerichtsschreiberin:

Weissleder

Rechtsmittelbelehrung
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung beim Bundesgericht, Av. du Tribunal fédéral 29, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 39 ff., 78 ff. und 90 ff. des Bundesgerichtsgeset-
zes (BGG; SR 173.110) geführt werden. Die Beschwerde muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entspre-
chen.