# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1a964329-32c8-529d-bcdc-6afef35e201a
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** SB240260-O1
**Docket/Reference:** SB240260-O1
**URL:** https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/SB240260-O1.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer  

Geschäfts-Nr.: SB240260-O/U/bs

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. B. Gut, Präsident, Oberrichter lic. iur. B. Amacker 

und Oberrichterin lic. iur. S. Fuchs sowie Gerichtsschreiberin 

MLaw T. Künzle

Urteil vom 2. April 2025

Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl, 

Anklägerin und Berufungsklägerin

in Sachen

gegen

A._____, 

Beschuldigter und Berufungsbeklagter

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Dr. iur. X._____, 

betreffend Raub etc. 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 4. Abteilung, 

vom 8. Februar 2024 (DG230154)

-   2   -

Anklage:

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 26. September 2023 

(Urk. D1/18) ist diesem Urteil beigeheftet.

Urteil der Vorinstanz:

(Urk. 29 S. 48 ff.)

"Es wird erkannt:

1.

Der Beschuldigte A._____ ist schuldig













des Raubes nach Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB,

der versuchten schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 aStGB in Verbin-

dung mit Art. 22 Abs. 1 StGB,

der mehrfachen Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB,

der mehrfachen Missachtung der Ein- oder Ausgrenzung im Sinne von Art. 119 

Abs. 1 AIG,

des mehrfachen geringfügigen Erschleichens einer Leistung im Sinne von 

Art. 150 StGB in Verbindung mit Art. 172ter Abs. 1 StGB,

der Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes im Sinne von Art. 19a Ziff. 1 BetmG.

2.

Der Beschuldigte wird vom Vorwurf der rechtswidrigen Einreise im Sinne von 

Art. 115 Abs. 1 Bst. a AIG und dem rechtswidrigen Aufenthalt im Sinne von Art. 115 Abs. 1 

Bst. b AIG freigesprochen.

3.

Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Freiheitsstrafe von 23 Monaten, wovon bis heute 

342 Tage durch Haft und vorzeitigen Strafvollzug erstanden sind, sowie mit einer Busse von 

Fr. 2'000.–.

4.

Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 3 Jahre festge-

setzt. Die Busse ist zu bezahlen.

5.

Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfrei-

heitsstrafe von 20 Tagen.

6.

7.

Der Beschuldigte wird im Sinne von Art. 66a StGB für 7 Jahre des Landes verwiesen.

Die Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener Informationssystem wird ange-

ordnet.

-   3   -

8.

Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 26. September 2023 beschlag-

nahmte Barschaft von total Fr. 20.– (Asservat-Nr.: A017'380'380) wird eingezogen zur teil-

weisen Deckung der Verfahrenskosten verwendet.

9.

Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 26. September 2023 beschlag-

nahmte Wollmütze (Asservat-Nr.: A016'922'875) ist dem Beschuldigten nach Eintritt der 

Rechtskraft auf erstes Verlangen herauszugeben. Verlangt er diese nicht innert 30 Tagen 

ab Rechtskraft dieses Urteils heraus, werden diese der zuständigen Lagebehörde zur gut-

scheinenden Verwendung bzw. Vernichtung überlassen.

10.

Das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 26. September 2023 beschlag-

nahmte DNA-Tape (A016'963'921) wird eingezogen und der Lagerbehörde zur Vernichtung 

überlassen.

11.

Der Privatkläger 3 wird mit seinem Schadenersatzbegehren auf den Weg des Zivilprozes-

ses verwiesen.

12.

Rechtsanwalt Dr. iur. X._____ wird für die amtliche Verteidigung mit Fr. 11'969.55 (inkl. 

MwSt.) entschädigt.

13.

Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf:

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

6'000.–

; die weiteren Kosten betragen:

5'000.–

  Gebühr Strafuntersuchung

63.95   Gutachten/Expertise etc.

310.80   Zeugenentschädigung

260.–

  Auslagen Untersuchung

50.–

  Kostenübernahme Kanton Basel (Dossier 6)

 11'969.55   Entschädigung amtliche Verteidigung

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.

14.

Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen diejenigen 

der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt.

15.

Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen; vorbehal-

ten bleibt eine Nachforderung der Kosten der amtlichen Verteidigung gemäss Art. 135 

Abs. 4 StPO.

16.

(Mitteilungen)

17.

(Rechtsmittel)" 

-   4   -

Berufungsanträge:
(Prot. II S. 5 f.)

a)

Der Staatsanwaltschaft:

(Urk. 49)

1.

2.

Bestätigung des vorinstanzlichen Schuldspruchs (Dispositiv Ziff. 1)

Zusätzliche  Schuldigsprechung  von  A._____  wegen  rechtswidriger  Einreise 

im Sinne von Art. 115 Abs. 1 lit. a AIG und rechtswidrigen Aufenthalts im Sinne 

von Art. 115 Abs. 1 lit. b AIG (Dispositiv Ziff. 1 und 2)

3.

Bestrafung  mit  einer  Freiheitsstrafe  von  3  Jahren  und  4  Monaten,  wovon 

342 Tage durch Haft erstanden sind (Dispositiv Ziff. 3)

4.

Bestätigung  der  Bestrafung  mit  einer  Busse  von  CHF  2'000.00  (Dispositiv 

Ziff. 3).

Vollzug der Freiheitsstrafe (Dispositiv Ziff. 4).

Anordnung einer Landesverweisung von 9 Jahren (Dispositiv Ziff. 6). 

Im  Übrigen  Bestätigung  des  vorinstanzlichen  Urteils  (Dispositiv  Ziff.  5  und 

7 ff.)

5.

6.

7.

8.

Unter Kostenfolgen des zweitinstanzlichen Verfahrens zulasten des Beschul-

digten A._____. 

b)

Der Verteidigung des Beschuldigten:

(Urk. 50)

Die Berufung der Staatsanwaltschaft sei unter Kosten- und Entschädigungs-

folgen zu Lasten des Staates abzuweisen. Die Kosten der amtlichen Verteidi-

gung seien auf die Staatskasse zu nehmen. 

-   5   -

Erwägungen:

I. Verfahrensgang und Prozessuales

1.

Der  Verfahrensverlauf  bis  zum  erstinstanzlichen  Urteil  ergibt  sich  aus  dem 

angefochtenen Entscheid (Urk. 29 S. 4 f.).

2. Gegen  das  eingangs  wiedergegebene  Urteil  des  Bezirksgerichts  Zürich, 

4. Abteilung, vom 8. Februar 2024 meldete die Staatsanwaltschaft fristgerecht Be-

rufung an (Urk. 23). Nach Zustellung des begründeten Urteils erfolgte am 5. Juni 

2024 rechtzeitig die Berufungserklärung (Urk. 28/1 und 30). Eine Anschlussberu-

fung oder ein Antrag auf Nichteintreten gingen nach entsprechender Fristansetzung 

weder seitens des Beschuldigten noch der Privatklägerschaft ein (Urk. 33 und 34). 

Sodann wurde hinsichtlich Dossier 3 (Urk. D1/18 S. 5) beim Staatssekretariat für 

Migration mit Schreiben vom 4. Oktober 2024 um Akteneinsicht bezüglich allfälliger 

Akten für den Zeitraum ab November 2022 ersucht (Urk. 40), jedoch ohne Erfolg, 

gemäss Auskunft des Staatssekretariates sind keine Akten vorhanden (Urk. 40).

3.

Zur Berufungsverhandlung vom 2. Dezember 2024 erschienen Staatsanwalt 

MLaw  B._____  und  der  amtliche  Verteidiger  Rechtsanwalt  Dr.  iur.  X._____.  Der 

Beschuldigte erschien unentschuldigt nicht. Sowohl der amtlichen Verteidigung als 

auch dem Staatsanwalt war nichts über seinen Verbleib sowie seinen aktuellen Auf-

enthaltsort  bekannt  (Prot. II  S. 3).  Vorgängige  Abklärungen  des  Gerichts  bei  der 

Insassenkoordination  sowie  den  Migrationsämtern  des  Kantons  Zürichs  und  des 

Kantons  Wallis  blieben  erfolglos  (Urk.  39).  In  Anwendung  von  Art.  407  Abs. 2  in 

Verbindung  mit  Art.  366  ff.  StPO  wurde  eine  neue  Verhandlung  auf  den  2. April 

2025  angesetzt  und  die  Vorladung  für  den  Beschuldigten  im  Amtsblatt  publiziert 

(Urk. 46). Der Beschuldigte blieb abermals unentschuldigt fern (Prot. II S. 6), wes-

halb  die  Berufungsverhandlung  in  seiner  Abwesenheit  durchgeführt  wurde.  Sein 

Aufenthaltsort  ist  bis  dato  nicht  bekannt.  Sämtliche  getätigten  Nachforschungen 

des  Gerichts  beim  Staatssekretariat  für  Migration  und  beim  Migrationsamt  des 

Kantons  Wallis  blieben  wiederum  erfolglos  (Urk.  48).  Die  Parteivertreter  konnten 

anlässlich der Berufungsverhandlung vom 2. April 2025 ebenfalls nichts über den 

-   6   -

Aufenthaltsort  des  Beschuldigten  sagen  (Prot.  II  S.  6).  Vorfragen  und  Beweis-

anträge waren keine zu behandeln (Prot. II S. 6), das Verfahren ist spruchreif.

4.

Die Berufung der Staatsanwaltschaft richtet sich gegen den Freispruch wegen 

rechtswidriger  Einreise  und  rechtswidrigen  Aufenthalts  (Dossier  3)  (Dispositiv-

ziffer 2), die Bemessung der Strafe und deren Vollzug (Dispositivziffern 3 - 5) sowie 

die Dauer der Landesverweisung (Dispositivziffer 6) (Urk. 30; Urk. 49). Folglich ist 

das  vorinstanzliche  Urteil  vom  8.  Februar  2024  im  übrigen  Umfang  (Dispositiv-

ziffern 1 und 7 - 15) in Rechtskraft erwachsen, was mittels Beschluss festzustellen 

ist. 

5.

Soweit für die tatsächliche und rechtliche Würdigung des eingeklagten Sach-

verhaltes  auf  die  Erwägungen  der  Vorinstanz  verwiesen  wird,  erfolgt  dies  in  An-

wendung von Art. 82 Abs. 4 StPO, auch ohne dass dies explizit Erwähnung findet. 

Ferner  hat  sich  das  Gericht  nicht  mit  jedem  Parteivorbringen  einlässlich  ausein-

anderzusetzen, sondern kann sich auf die wesentlichen Punkte beschränken. Die 

Entscheidbegründung hat dabei die wesentlichen Überlegungen, von denen sich 

das Gericht hat leiten lassen und auf die es seinen Entscheid stützt, kurz zu nennen 

(vgl. BGE 146 IV 297 E. 2.2.7, mit weiteren Hinweisen).

II. Schuldpunkt (Dossier 3)

1.

Die  Staatsanwaltschaft  wirft  dem  Beschuldigten  vor,  zirka  am  2. November 

2022 von Frankreich herkommend mit dem Zug in die Schweiz eingereist zu sein 

und sich in der Folge bis zu seiner Verhaftung am 4. März 2023 ununterbrochen in 

der  Schweiz  aufgehalten  zu  haben,  obschon  er  –  wissend  –  nicht  über  die  für 

Staatsangehörige von Algerien für die Einreise und den Aufenthalt in der Schweiz 

erforderlichen Reisedokumente (Reisepass und Visum) verfügt habe (Urk. 18 S. 5, 

Dossier 3). Die Staatsanwaltschaft beantragt auch im Berufungsverfahren, der Be-

schuldigte sei deswegen der rechtswidrigen Einreise im Sinne von Art. 115 Abs. 1 

lit. a AIG und des rechtswidrigen Aufenthalts im Sinne von Art. 115 Abs. 1 lit. b AIG 

schuldig zu sprechen (Urk. 30 S. 2, Urk. 49 S. 2). Die amtliche Verteidigung hält 

daran fest, dass der Beschuldigte freizusprechen sei (Urk. 50 S. 2 f.). 

-   7   -

2.

Die Vorinstanz sprach den Beschuldigten von diesem Vorwurf frei mit der Be-

gründung, er bestreite konstant, über die Abweisung seines Asylantrags informiert 

worden zu sein und etwas anderes lasse sich auch den Migrationsakten nicht ent-

nehmen,  weshalb  sich  der  Sachverhalt  nicht  erstellen  lasse  (Urk.  29  S.  13  und 

Dispositivziffer 2). 

3.

Der rechtswidrigen Einreise und des rechtswidrigen Aufenthalts im Sinne von 

Art. 115 Abs. 1 lit. a und b AIG macht sich schuldig, wer die Einreisevorschriften 

nach Art. 5 AIG verletzt bzw. sich rechtswidrig, namentlich nach Ablauf des bewilli-

gungsfreien oder des bewilligten Aufenthalts, in der Schweiz aufhält. 

4.1. Unbestritten ist, dass der Beschuldigte im Jahre 2018, damals noch als Min-

derjähriger, in die Schweiz einreiste und ein Asylgesuch stellte. Das Gesuch wurde 

schliesslich  mit  Verfügung  vom  24. August  2018  abgelehnt,  dem  Beschuldigten 

auferlegt,  die  Schweiz  bis  zum  19.  Oktober  2019  zu  verlassen  und  der  Kanton 

Wallis  mit  dem  Vollzug  der  Wegweisung  beauftragt.  Die  Verfügung  konnte  dem 

Beschuldigten jedoch nicht zugestellt werden, weil er unbekannten Aufenthalts war 

(Urk. D1/9/15). Im vorliegenden Verfahren ist den Aussagen des Beschuldigten zu 

entnehmen, dass er zu jenem Zeitpunkt für einige Jahre nach Frankreich ging und 

keine Kenntnis des ablehnenden Asylentscheides hatte (Prot. I S. 14, Urk. D1/5/1 

F/A 57 - 59). Sodann anerkannte er im Rahmen des Strafverfahrens, am 2. Novem-

ber 2022 in die Schweiz eingereist und dann geblieben zu sein, ohne über die dazu 

notwendigen  Papiere  oder  ein  Visum  verfügt  zu  haben  (Prot. I  S. 13).  Auf  einen 

anderen Vorwurf, welcher sich im Januar 2023 zugetragen hatte, angesprochen, 

gab er sodann zu Protokoll, er habe eigentlich in C._____ Asyl beantragen wollen 

und  sei  danach  nach  D._____  geschickt  worden  (Prot.  I  S.  12).  Gegenüber  der 

Staatsanwaltschaft sagte er sodann aus, als er in die Schweiz zurückgekommen 

sei, sei er nach C._____ gegangen und von da nach D._____ transferiert worden. 

Über die Abweisung des Asylantrages sei er nicht informiert worden. Er bestätigte, 

was sich auch aus den Akten seitens der Walliser Behörden ergibt (Urk. D1/9/21), 

am 2. November 2022 in E._____ im F._____ untergebracht worden zu sein, und 

ergänzte, es sei ihm gesagt worden, dass innerhalb von 6 Monaten sein Asylantrag 

wieder  aktiviert  werde.  Dann  bekomme  man  wieder  einen  blauen  Ausweis  und 

-   8   -

werde in einem anderen Asylzentrum untergebracht (Urk. D1/5/1 F/A 59 ff.). Auf 

Vorhalt  des  Fotos  aus  den  Beilagen  zum  Rapport  in  Dossier  2,  erklärte  der  Be-

schuldigte sodann, dies sei ein Ausgangs- und Identifikationsschein, welchen man 

von der Asylbehörde bekomme (Urk. D1/5/1 F/A 64 und Urk. D2/2/6). 

4.2.1.  Die  Verteidigung  führte  zum  fraglichen  Sachverhalt  aus,  der  Beschuldigte 

habe den negativen Asylentscheid aus dem Jahre 2018 nie erhalten. Zudem habe 

er nicht davon ausgehen müssen, dass er sich nicht in der Schweiz aufhalten dürfe. 

Es treffe zu, dass er in formeller Hinsicht am 2. November 2022 ohne gültigen Auf-

enthaltstitel in die Schweiz eingereist und hier verblieben sei. Jedoch habe er sich 

am 2. November 2022 gleich nach seiner Einreise freiwillig zum Migrationsamt in 

C._____  begeben.  Von  dort  aus  habe  man  ihn  für  zwei  Übernachtungen  nach 

D._____ gesandt und dann sei er im F._____ durch das Sozialamt Wallis aufge-

nommen und offenbar nicht zwecks Wegweisung an die zuständige Behörde über-

stellt worden. Im F._____ hätte der Beschuldigte dann während Dauer des Asyl-

verfahrens  für  die  Dauer  von  sechs  Monaten  bleiben  sollen.  Zwar  hätte  der  Be-

schuldigte wohl aufgrund des negativen Asylentscheides aus dem Jahre 2018 nach 

seiner erneuten Einreise in die Schweiz im Jahre 2022 durch das Migrationsamt 

ausgeschafft werden müssen. Weshalb dies nicht geschehen sei, sei unklar. Auf 

jeden Fall habe der Beschuldigte aufgrund des Verhaltens der Behörden, welche 

ihn im Wallis für sechs Monate platziert hätten, nicht davon ausgehen müssen, dass 

er illegal in die Schweiz eingereist sei und sich hier illegal aufhalte. Er wäre höchs-

tens wegen fahrlässiger Begehung mit einer Busse zu bestrafen (Art. 115 Abs. 3 

AIG), was jedoch nicht angeklagt worden sei (Urk. 18 S. 7 f.; Urk. 50 S. 3). 

4.2.2. Die Staatsanwaltschaft hielt dem (in der Hauptverhandlung) entgegen, man 

müsse an den gesunden Menschenverstand appellieren. 2018 sei der Beschuldigte 

in  die  Schweiz  gekommen  und  habe  ein  Asylgesuch  gestellt.  Dann  habe  er  das 

Land wieder verlassen und sei nach drei Jahren in die Schweiz zurückgekehrt in 

der  Annahme,  dass  er  hier  bleiben  könne.  Man  müsse  sich  die  Situation  für  die 

Migrationsbehörden vorstellen: es sei hier jemand, den man eigentlich nach Alge-

rien  abschieben  müsse,  ein  Land,  in  das  er  nicht  zwangsweise  zurückgeschickt 

werden könne. Es wäre nicht in Ordnung gewesen, ihn einfach auf die Strasse zu 

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stellen und ihm zu sagen, er solle nun verschwinden. Vielmehr habe man ihm die 

Möglichkeit und einen Platz zum Bleiben angeboten. Er sei an eine Unterkunft ver-

wiesen worden, wo er habe bleiben können und gleichzeitig hätten die Behörden 

gewusst, wo er sich befinde, um ihn in der kontrollierten Ausreise in der Schweiz 

zu unterstützen. Aber zu behaupten, dass der Verweis an die Unterkunft eine Ein-

ladung sei, hier zu bleiben, obwohl sein Asylgesuch abgelehnt worden sei, sei sehr 

weit hergeholt (Prot. I S. 20 f.). Anlässlich der Berufungsverhandlung argumentierte 

die  Staatsanwaltschaft,  dass  der  Begründung  der  Vorinstanz,  wonach  dem  Be-

schuldigten in subjektiver Hinsicht kein Vorsatz nachgewiesen werden könne, nicht 

gefolgt werden könne. Der Beschuldigte habe im Jahr 2018 damit rechnen müssen, 

dass sein Asylgesuch abgelehnt werde, wenn er mit den Behörden nicht kooperiere 

und  die  Schweiz  einfach  verlasse.  Der  Beschuldigte  sei  zudem  ohne  Reise-

dokumente  eingereist.  Es  spiele  keine  Rolle,  ob  ihm  der  ursprüngliche  Asylent-

scheid  eröffnet  worden  sei  oder  nicht,  da  er  die  Voraussetzungen  für  die  legale 

Einreise schlichtweg nicht erfüllt habe. Spätestens mit der Mitteilung der Polizei von 

G._____ am 21. Januar 2023, dass er sich illegal in der Schweiz aufhalte, sei von 

einem  Eventualvorsatz  des  Beschuldigten  auszugehen.  Der  Beschuldigte  habe 

sich diesfalls trotz entsprechenden Hinweises der Polizei nicht darum gekümmert, 

seinen Asylstatus abzuklären (Urk. 49 S. 2). Dass der Beschuldigte vom Migrati-

onsamt des Kantons Wallis vorübergehend eine Bleibe gegeben worden sei, hänge 

damit zusammen, dass Personen nicht einfach auf freien Fuss gesetzt werden dür-

fen, sofern die Vermutung bestehe, dass sie illegal hier seien. Die erneute Einreise 

des Beschuldigten ohne Papiere müsse demnach bestraft werden (Prot. II S. 7). 

4.3.1.  Gemäss  Art.  10  Abs.  1  StPO  gilt  jede  Person  bis  zu  ihrer  rechtskräftigen 

Verurteilung  als  unschuldig.  Aus  der  Unschuldsvermutung  folgen  in  erster  Linie 

Regeln für die Beweisführung: Als Beweislastregel bedeutet der Grundsatz, dass 

es Sache der Anklagebehörde ist, die Schuld nachzuweisen, und nicht Sache der 

beschuldigten  Person,  ihre  Unschuld  zu  beweisen.  Gelingt  der  Anklagebehörde 

dieser Nachweis nicht, so hat der Staat die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen 

(vgl.  Botschaft  zur  Vereinheitlichung  des  Strafprozessrechts  vom  21.12.05, 

BBl 2006 1132).

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4.3.2. Die Vorinstanz hielt zutreffend fest, es lägen keine objektiven Beweismittel 

vor, dass der Beschuldigte über den ablehnenden Asylentscheid vom August 2018 

informiert worden ist. Es bleibe auch unklar, weshalb und vom wem der Beschul-

digte  bei  seiner  Einreise  am  2. November  2022  nach  E._____  ins  F._____  ge-

schickt worden sei, obschon sein Asylgesuch abgelehnt worden sei, und unklar sei 

auch, ob sich der Beschuldigte bei seiner erneuten Einreise über den Stand des 

Asylverfahrens informiert habe (Urk. 29 S. 12 f.). 

Fest  steht,  dass  ein  Asylgesuch  des  Beschuldigten  im  August  2018  abgewiesen 

wurde und nicht nachgewiesen werden kann, dass er schriftlich oder mündlich je-

mals darüber informiert wurde. Fest steht auch, dass der Kanton Wallis mit dem 

Vollzug  der  Wegweisung  beauftragt  wurde,  sollte  der  Beschuldigte  die  Schweiz 

nicht bis Oktober 2019 verlassen haben. Weiter ist davon auszugehen, dass der 

Beschuldigte am 2. November 2022 in C._____ in die Schweiz einreiste und unter 

behördlicher Anweisung nach D._____ gebracht wurde. Dort wurde er schliesslich 

in der kantonalen Unterkunft F._____ untergebracht und dies behördlich als seine 

Adresse registriert (vgl. Urk. 39 [Email vom 24. September 2024]). Sodann wurde 

er  mit  einem  internen  Ausweis  ausgestattet,  der  im  Übrigen  dieselbe  Dossier-

nummer (…) trägt, unter welcher der Beschuldigte bereits im Verfahren im Jahre 

2018 bei den Behörden registriert war (vgl. D2/2/6 und D1/9). Akten des Staatsse-

kretariats für Migration, die über die Einreise und/oder Unterbringung und den Auf-

enthalt des Beschuldigten in der Unterkunft F._____ ab November 2022 Aufschluss 

geben würden, existieren nicht (vgl. Urk. 40 und 41). 

Wie die Staatsanwaltschaft für ihre Anklage hinsichtlich des subjektiven Tatbestan-

des bei dieser Ausgangslage Beweis führen will, erhellt nicht. Der Beschuldigte hielt 

sich mit Wissen der kantonalen Behörden in der Schweiz auf. Vielmehr noch: er 

wurde einer kantonalen Unterkunft zugeteilt, sein Aufenthalt wurde registriert und 

es  wurde  ihm  ein  Ausweis  ausgehändigt.  Sein  mehrmonatiger  Aufenthalt  wurde 

ihm letztlich von staatlicher Seite ermöglicht und auch finanziert. Ob er dabei Kennt-

nis des Entscheides aus dem Jahre 2018 hatte oder hätte haben müssen, ist bei 

dieser Ausgangslage letztlich unerheblich. Es ist der Verteidigung Recht zu geben, 

dass der Beschuldigte aufgrund des Verhaltens der Behörden nicht davon ausge-

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hen musste, dass er illegal in die Schweiz eingereist ist und sich hernach illegal 

hier  aufgehalten  habe.  Auch  bleibt  unklar,  weshalb  aufgrund  des  ablehnenden 

Asylentscheides aus dem Jahre 2018 der Beschuldigte bei seiner Einreise und Plat-

zierung im Kanton Wallis im Jahre 2022 nicht ausgeschafft wurde. Dass diese Weg-

weisung unterblieb, kann ihm im vorliegenden Strafverfahren jedenfalls nicht zum 

Nachteil gereichen. Ein direkt- oder eventualvorsätzliches Verhalten des Beschul-

digten, wie es ihm in der Anklage betreffend Dossier 3 vorgeworfen wird, lässt sich 

jedenfalls nicht erstellen und der Beschuldigte ist vom Vorwurf der rechtswidrigen 

Einreise  und  des  rechtswidrigen  Aufenthaltes  im  Sinne  von  Art.  115  Abs.  1  lit. a 

bzw. b AIG freizusprechen.

III. Strafzumessung und Vollzug

1.

Die  Vorinstanz  sprach  den  Beschuldigten  des  Raubes  im  Sinne  von 

Art.  140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB, der versuchten schweren Körperverletzung im Sinne 

von  Art. 122 Abs. 1 aStGB  i.V.m.  Art. 22 Abs. 1 StGB,  der  mehrfachen  Tätlich-

keiten  im  Sinne  von  Art. 126 StGB,  der  mehrfachen  Missachtung  der  Ein-  oder 

Ausgrenzung  im  Sinne  von  Art. 119 Abs. 1 AIG,  des  mehrfachen  geringfügigen 

Erschleichens  einer  Leistung  im  Sinne  von  Art. 150 StGB  in  Verbindung  mit 

Art. 172ter Abs. 1 StGB  sowie  der  Übertretung  des  Betäubungsmittelgesetzes  im 

Sinne von Art. 19a Ziff. 1 BetmG schuldig und sanktionierte sein Verhalten mit ei-

ner bedingten Freiheitsstrafe von 23 Monaten sowie einer zu bezahlenden Busse 

von Fr. 2'000.00 (Urk. 29, Dispositivziffern 1 und 3 - 5). 

2.1. Die Staatsanwaltschaft appelliert - ungeachtet des Freispruchs vom Vorwurf 

der rechtswidrigen Einreise und des rechtswidrigen Aufenthalts - gegen die Höhe 

der Freiheitsstrafe und beantragt stattdessen eine zu vollziehende Freiheitsstrafe 

von 3 Jahren und 4 Monaten. Die Busse stellt sie nicht in Frage (Urk. 30; Urk. 49 

S.  3  f.).  Sie  argumentiert,  die  ausgefällte  Freiheitsstrafe  sei  angesichts  des  Ver-

schuldens des Beschuldigten deutlich zu tief (Urk. 30). Die Einsatzstrafe für den 

Raub  sei  auf  30  Monate  Freiheitsstrafe  festzusetzen.  Unerklärlich  sei,  dass  die 

Vorinstanz das Vorleben des Beschuldigten strafmindernd berücksichtigt habe und 

auch die von der Vorinstanz zugesprochene Strafminderung wegen des angebli-

-   12   -

chen Geständnisses und der behaupteten Reue (Urk. 49 S. 3 f.). Der Beschuldigte 

habe lediglich ein Teilgeständnis abgelegt. Die Täterkomponente sei mit maximal 

10% strafmindernd zu berücksichtigen, was 27 Monate ergebe. Für die versuchte 

schwere Körperverletzung seien asperiert 10 Monate angemessen. Falsch sei hier, 

dass die Vorinstanz die schwierige Kindheit und Jugend strafmindernd gewichtet 

habe (Urk. 49 S. 4). 

2.2. Die  amtliche  Verteidigung  hält  dem  entgegen,  dass  die  von  der  Vorinstanz 

ausgesprochene Freiheitsstrafe von 23 Monaten aufgrund der Umstände eher zu 

hoch erscheine, sicherlich nicht zu tief. Bei der Höhe des Strafmasses seien das 

junge Alter des Beschuldigten sowie die desolaten Verhältnisse, in welchen er auf-

gewachsen sei, zu berücksichtigen (Urk. 50 S. 3 f.).

3.

Zu  den  allgemeinen  Grundsätzen  der  Strafzumessung  sowie  zum  Strafrah-

men im Allgemeinen und im Konkreten kann vorab auf die Ausführungen der Vor-

instanz verwiesen werden (Urk. 29 S. 28 ff.). 

4.1. Raub

Mit der Vorinstanz ist als Erstes die Einsatzstrafe für den Raub nach Art. 140 Ziff. 1 

Abs. 1  StGB  (Dossier  1)  als  schwerste  Straftat  festzusetzen.  Bei  der  objektiven 

Tatschwere fällt ins Gewicht, dass der Beschuldigte mit zwei Mittätern zwar nicht 

ausgefeilt, sondern einigermassen dilettantisch, gar primitiv, aber doch planmässig 

agierte und dadurch eine nicht unerhebliche kriminelle Energie an den Tag legte. 

Bei der von ihnen anvisierten Beute handelte es sich sodann um eine Schweizer 

Luxusuhr, welche einen Wert von mehreren Tausend Franken aufwies. Der Über-

griff  fand  in  der  Nacht  in  einer  menschenleeren  Tiefgarage  statt,  in  welcher  der 

Privatkläger 3 dem Angreifer schutzlos ausgeliefert war. Zwar dauerte der Übergriff 

nicht lange, jedoch ging der Beschuldigte mit zäher Beharrlichkeit vor, um sein Ziel 

– dem Privatkläger die Uhr zu entwenden – zu erreichen, was ihm letztlich auch 

gelang.  So  versuchte  der  Beschuldigte  nicht  etwa  nur,  die  Uhr  vom  Handgelenk 

des Privatklägers zu reissen oder ihn unter Androhung von Gewalt zur Aushändi-

gung derselben aufzufordern, sondern ging ihn körperlich in grober Weise an, biss 

ihn  in  den  Handrücken  und  warf  ihn  zu  Boden.  Der  Privatkläger  3  trug  dadurch 

-   13   -

einen  Rippenbruch,  Ablederungs-  und  Schürfwunden  sowie  eine  Bissverletzung 

und eine Schwellung am linken Handrücken davon. Die Verletzungen führten im 

Ergebnis dazu, dass der Privatkläger 3 während zwei Wochen (teilweise) arbeits-

unfähig war (Urk. D1/7/3-5), ganz abgesehen davon, dass eine Bisswunde Infek-

tionen hervorrufen könnte sowie eine erhebliche Gefahr für die Übertragung von 

Krankheiten darstellt. Das objektive Tatverschulden wiegt gerade noch leicht und 

wird durch die subjektive Tatschwere nicht relativiert. Das junge Alter ist seit dem 

Wegfall der Strafmilderung gemäss Art. 64 letzter Absatz StGB kein Grund mehr, 

die Strafe zu reduzieren. Der Beschuldigte handelte direktvorsätzlich und aus reiner 

Habgier. Zwar befand er sich zu jenem Zeitpunkt aufgrund seines unklaren Aufent-

haltsstatus  und  der  damit  einhergehenden  Arbeitslosigkeit  in  einer  schwierigen 

Lebensphase ohne unmittelbare Perspektive. Jedoch vermag dies das Verschul-

den einer derart sinnlosen Tat nicht zu mindern. Hinweise, dass die Steuerungs- 

und  Einsichtsfähigkeit  des  Beschuldigten  zum  Tatzeitpunkt  strafzumessungsre-

levant eingeschränkt gewesen war, fehlen, auch wenn er angeblich eine Flasche 

Whisky getrunken und Betäubungsmittel konsumiert haben will (vgl. Prot. I S. 9 ff.). 

Gegen eine massgebliche Intoxikation spricht ferner, dass der Privatkläger 3 schil-

derte, der Beschuldigte sei nach der Tat mit der Uhr "blitzartig" die Treppe hochge-

rannt (Urk. D1/6/2 S. 5), zudem zeigte sich das ganze Vorgehen des Beschuldigten 

zielgerichtet,  koordiniert  ausgeführt  und  geplant.  Die  Einsatzstrafe  ist  nach  dem 

Gesagten  im  unteren  Drittel  des  von  6  Monaten  bis  10  Jahre  reichenden  Straf-

rahmens bei 24 Monaten festzusetzen. 

4.2. Versuchte schwere Körperverletzung

Für die versuchte schwere Körperverletzung ist vorliegend von dem zum Zeitpunkt 

der Tat geltenden Recht und damit von einem Strafrahmen von 6 Monaten bis zu 

zehn Jahren Freiheitsstrafe auszugehen (Art. 122 aStGB, Art. 2 Abs. 2 StGB; vgl. 

dazu zutreffend die Vorinstanz: Urk. 29 S. 29). 

Zur objektiven Tatschwere ist festzuhalten, dass der Übergriff von kurzer Dauer war 

und  der  Beschuldigte  zwar  spontan  und  ohne  Planung  handelte,  sein  Verhalten 

aber  völlig  sinnlos  und  nicht  nachvollziehbar  ist  und  er  überdies  im  Zusammen-

wirken mit zwei weiteren Tätern auf den Privatkläger 2, und damit in der Mehrzahl, 

-   14   -

losging.  Es  bestand  keinerlei  Veranlassung,  derart  in  Rage  zu  geraten  und  eine 

derartige Skrupellosigkeit an den Tag zu legen und einen Stein von rund 7 Zenti-

meter Durchmesser aus kurzer Distanz in Richtung des Kopfes des Privatklägers 2 

zu werfen. Dies gilt umso mehr, als es sich beim Kopf um eine besonders sensible 

Körperregion handelt und gravierende Verletzungen der Augen, des Gehörs, des 

Schädels, des Gesichts oder gar des Gehirns hätten resultieren können. In subjek-

tiver Hinsicht ist zwar von einem eventualvorsätzlichen Handeln auszugehen, je-

doch gab es keine auch nur annähernd erkennbare Veranlassung für das aggres-

sive Verhalten des Beschuldigten. Er hätte es ohne Weiteres bei der verbalen Aus-

einandersetzung belassen können. Die subjektive Tatschwere vermag die objektive 

deshalb nicht zu relativieren und es ist nach dem Gesagten von einem noch leich-

ten Tatverschulden auszugehen. Die vollendete Tat wäre - mit der Vorinstanz - mit 

einer Einzelstrafe von 12 Monaten Freiheitsstrafe zu sanktionieren. Nachdem es 

letztlich bei einem Versuch blieb, ist dafür eine Strafminderung vorzunehmen. Es 

stand zwar nicht in der Macht des Beschuldigten, dass gravierendere Verletzungen 

ausblieben, jedoch ist mangels schwerwiegender Folgen die Einzelstrafe um einen 

Drittel auf 8 Monate zu reduzieren. Im Ergebnis ist die Einsatzstrafe von 24 Mona-

ten  in  Anwendung  des  Asperationsprinzips  um  8  Monate  auf  32  Monate  zu  er-

höhen.

4.3. Missachtung der Ein- und Ausgrenzung

Was das Tatverschulden für die mehrfache Missachtung der Ein- und Ausgrenzung 

im Sinne von Art. 119 Abs. 1 AIG betrifft, ist anzumerken, dass der Beschuldigte 

sich  insgesamt  vier  Mal  der  Missachtung  einer  Ausgrenzung  in  den  Städten 

C._____  und  H._____  schuldig  gemacht  hat,  wobei  zwei  von  drei  Vorfällen  in 

C._____ lediglich rund eineinhalb Stunden auseinander liegen und der dritte Ver-

stoss nur gerade sieben Tage später stattfand. Im Übrigen ist nicht klar, wie lange 

der Beschuldigte sich jeweils in den fraglichen Gebieten aufgehalten hatte. Die sub-

jektive Tatschwere, der Beschuldigte handelte vorsätzlich und ohne nennenswerte 

Beweggründe, vermag die objektive nicht zu relativieren. Insgesamt wiegt das Ver-

schulden für jede einzelne Missachtung sehr leicht und es wäre je eine Einzelstrafe 

von 60 Tagen festzulegen. In diesem Bereich könnte das Verhalten des Beschul-

-   15   -

digten  mit  einer  Geldstrafe  sanktioniert  werden.  Jedoch  ist  vorliegend  eine  Frei-

heitsstrafe auszusprechen (vgl. Art. 41 StGB). Der Lebenswandel des Beschuldig-

ten wird einen Vollzug der Geldstrafe nicht möglich machen. Dass er nicht bereit 

ist,  Verantwortung  für  sein  Handeln  zu  übernehmen,  zeigt  sich  nur  schon  darin, 

dass er nicht zur Berufungsverhandlung erscheint und selbst für den amtlichen Ver-

teidiger nicht kontaktierbar ist. Aufgrund des situativ, zeitlich und sachlich engen 

Zusammenhanges der vier Missachtungen rechtfertigt es sich somit, die Einsatz-

strafe in Anwendung des Asperationsprinzips – mit der Vorinstanz (Urk. 29 S. 36) 

– für alle vier Vorfälle um insgesamt 3 Monate, mithin auf 35 Monate, zu erhöhen. 

4.4. Täterkomponente

Zum Vorleben und den persönlichen Verhältnissen kann vorab auf die zutreffenden 

Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 29 S. 32 f.). Es ist der Vor-

instanz  beizupflichten,  dass  das  bisherige  Leben  des  jungen  Beschuldigten  von 

grossen  Belastungen  und  einschneidenden  Erlebnissen  geprägt  ist,  was  eine 

leichte Strafminderung von 2 Monaten rechtfertigt. Vorstrafen sind im Strafregister 

keine verzeichnet (Urk. 47). 

Was das Nachtatverhalten betrifft, so war der Beschuldigte bezüglich des Raubes 

zum  Nachteil  des  Privatklägers  3  letztlich,  allerdings  erst  nach  Vorhalt  der  er-

drückenden  Beweislage,  sowie  bezüglich  der  mehrfachen  Missachtung  der  Aus-

grenzung  geständig,  was  ebenfalls  leicht  strafmindernd,  mithin  im  Umfang  von 

insgesamt 6 Monaten zu berücksichtigen ist. Das Nachtatverhalten hinsichtlich der 

versuchten  schweren  Körperverletzung  zeigt  sich  strafzumessungsneutral,  ins-

besondere  negierte  der  Beschuldigte  durchwegs,  den  Privatkläger  2  mit  einem 

Stein beworfen zu haben.

4.5. Fazit

Zusammenfassend  resultiert  für  den  Beschuldigten  für  die  ihm  vorgeworfenen 

Taten  und  unter  Berücksichtigung  der  Täterkomponente  eine  Freiheitsstrafe  von 

-   16   -

27 Monaten.  Dabei  sind  ihm,  mit  der  Vorinstanz  (Urk.  29  S.  38  f.),  342  Tage  für 

erstandene Haft anzurechnen (Art. 51 StGB) 

4.6. Vollzug

Aufgrund der Strafhöhe von 27 Monaten Freiheitsstrafe scheidet der bedingte Voll-

zug von Gesetzes wegen aus (Art. 42 Abs. 1 StGB e contrario). Dem Beschuldigten 

ist jedoch der teilbedingte Vollzug nach Art. 43 Abs. 1 StGB zu gewähren. Der Be-

schuldigte hat keine Vorstrafen (Urk. 47). An der Einschätzung der Vorinstanz be-

treffend  die  Legalprognose  des  Beschuldigten  hat  sich  zudem  zwischenzeitlich 

grundsätzlich nichts geändert. Darauf kann verwiesen werden (Urk. 29 S. 39 f.). Es 

scheint im vorliegenden Fall angemessen, 10 Monate der Freiheitsstrafe zu voll-

ziehen und den Vollzug der restlichen 17 Monate aufzuschieben. Der Beschuldigte 

ist  unbekannten  Aufenthalts  und  selbst  durch  den  amtlichen  Verteidiger  nicht 

kontaktierbar. Die Legalprognose ist unklar. Um den Restbedenken Rechnung zu 

tragen, ist die Probezeit auf 4 Jahre festzusetzen. 

5.1. Bussen

Für die Tätlichkeiten zulasten des Privatklägers 2, die Erschleichung einer gering-

fügigen  Leistung  zulasten  der  Privatklägerin  1  und  die  Übertretung  des  Betäu-

bungsmittelgesetzes sprach die Vorinstanz eine Busse von insgesamt Fr. 2'000.00 

aus.  Die  Busse  wird  von  der  Staatsanwaltschaft  nicht  moniert,  wurde  lege  artis 

bemessen und bedarf keiner Korrektur. Es kann deshalb auf die zutreffenden Er-

wägungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 29 S. 37 f.). Der Beschuldigte ist 

für die Übertretungen mit einer Busse von insgesamt Fr. 2'000.00 zu bestrafen. Die 

Busse ist zu bezahlen, bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so hat 

an  deren  Stelle  praxisgemäss  eine  Ersatzfreiheitsstrafe  von  20  Tagen  zu  treten 

(Art. 106 Abs. 2 StGB). 

IV. Dauer der Landesverweisung

1.

Die  Vorinstanz  verwies  den  Beschuldigten  im  Sinne  von  Art.  66a  StGB  für 

7 Jahre des Landes und ordnete die Ausschreibung im Schengener Informations-

system an (Urk. 29 Dispositivziffer 6 und 7). Die Landesverweisung als solche (inkl. 

-   17   -

Ausschreibung im SIS) steht im Berufungsverfahren nicht mehr zur Diskussion, je-

doch moniert die Staatsanwaltschaft deren Dauer und erachtet 9 Jahre als ange-

messen (Urk. 30 S. 2; Urk. 49 S. 4). Die amtliche Verteidigung hält dem entgegen, 

dass 9 Jahre in der vorliegenden Konstellation unverhältnismässig seien und das 

vorinstanzliche Urteil auch betreffend die Höhe der Landesverweisung zu bestäti-

gen sei (Urk. 50 S. 4 f.).

2. Gemäss Art. 66a Abs. 1 StGB ist die Landesverweisung für 5 - 15 Jahre aus-

zusprechen. Das Gericht hat dabei ein weites Ermessen, wobei der Grundsatz der 

Verhältnismässigkeit zu beachten und auch das Verschuldens des Täters zu be-

rücksichtigen ist (vgl. BKS StGB-Zurbrügg/Hruschka, Art. 66a N 27 ff. m.w.H.). 

3.

Der  Beschuldigte  machte  sich  gleich  zweier  Katalogtaten  (Raub,  versuchte 

schwere Körperverletzung) schuldig. In beiden Fällen wiegt das Verschulden noch 

leicht. Die beiden Einzelstrafen bewegen sich jeweils noch im unteren Drittel des 

Strafrahmens. Was die persönlichen Interessen des Beschuldigten betrifft, so hat 

er keine Bindung zur Schweiz, er hielt sich hier nur wenige Monate in einer Asyl-

unterkunft  auf,  verfügt  über  keinen  Aufenthaltsstatus  und  gegenwärtig  ist  gar 

unklar, ob er sich überhaupt noch in der Schweiz befindet. Die Dauer der Landes-

verweisung  auf  das  Mindestmass  von  5 Jahren  festzulegen  ginge  aus  all  diesen 

Gründen fehl. Jedoch ist in Anbetracht des Verschuldens eine Landesverweisung 

von 9 Jahren unverhältnismässig hoch. In Übereinstimmung mit der Vorinstanz ist 

die Dauer auf 7 Jahre festzusetzen.  

V. Kosten- und Entschädigungsfolgen

1.

Die  Gerichtsgebühr  für  das  Berufungsverfahren  ist  auf  Fr.  3'600.00  festzu-

setzen (Art. 424 Abs. 1 aStPO in Verbindung mit § 16 Abs. 1 und § 14 Abs. 1 GebV 

OG). 

2.

Die amtliche Verteidigung macht für das Berufungsverfahren eine Entschädi-

gung von total Fr. 2'588.95 (inkl. Barauslagen und MwSt.) geltend (Urk. 51). Der 

Aufwand ist ausgewiesen und angemessen und in dieser Höhe zu entschädigen.

-   18   -

3.

Die Kosten des Berufungsverfahrens tragen die Parteien grundsätzlich nach 

Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 aStPO). Die Staats-

anwaltschaft unterliegt mit ihren Anträgen vollumfänglich. Die Kosten, inklusive die 

Kosten der amtlichen Verteidigung, sind deshalb auf die Gerichtskasse zu nehmen.

Es wird beschlossen:

1.

Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 4. Abteilung, 

vom 8. Februar 2024 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist: 

"Es wird erkannt:

1.

Der Beschuldigte A._____ ist schuldig













des Raubes nach Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB,

der  versuchten  schweren  Körperverletzung  im  Sinne  von  Art. 122 aStGB  in 

Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB,

der mehrfachen Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB,

der mehrfachen Missachtung der Ein- oder Ausgrenzung im Sinne von Art. 119 

Abs. 1 AIG,

des  mehrfachen  geringfügigen  Erschleichens  einer  Leistung  im  Sinne  von 

Art. 150 StGB in Verbindung mit Art. 172ter Abs. 1 StGB,

der  Übertretung  des  Betäubungsmittelgesetzes  im  Sinne  von  Art. 19a  Ziff. 1 

BetmG.

2.-6. (…)

7.

Die Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener Informationssystem wird 

angeordnet.

8.

Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 26. September 2023 be-

schlagnahmte Barschaft von total Fr. 20.– (Asservat-Nr.: A017'380'380) wird einge-

zogen zur teilweisen Deckung der Verfahrenskosten verwendet.

9.

Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 26. September 2023 be-

schlagnahmte Wollmütze (Asservat-Nr.: A016'922'875) ist dem Beschuldigten nach 

-   19   -

Eintritt der Rechtskraft auf erstes Verlangen herauszugeben. Verlangt er diese nicht 

innert 30 Tagen ab Rechtskraft dieses Urteils heraus, werden diese der zuständigen 

Lagebehörde zur gutscheinenden Verwendung bzw. Vernichtung überlassen.

10. Das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 26. September 2023 be-

schlagnahmte DNA-Tape (A016'963'921) wird eingezogen und der Lagerbehörde zur 

Vernichtung überlassen.

11. Der Privatkläger 3 wird mit seinem Schadenersatzbegehren auf den Weg des Zivil-

prozesses verwiesen.

12. Rechtsanwalt  Dr. iur. X._____ wird für  die  amtliche  Verteidigung  mit Fr. 11'969.55 

(inkl. MwSt.) entschädigt.

13. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf:

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

6'000.– ; die weiteren Kosten betragen:

5'000.–   Gebühr Strafuntersuchung

63.95   Gutachten/Expertise etc.

310.80   Zeugenentschädigung

260.–   Auslagen Untersuchung

50.–   Kostenübernahme Kanton Basel (Dossier 6)

 11'969.55   Entschädigung amtliche Verteidigung

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.

14. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen die-

jenigen der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt.

15. Die  Kosten  der  amtlichen  Verteidigung  werden  auf  die  Gerichtskasse  genommen; 

vorbehalten  bleibt  eine  Nachforderung  der  Kosten  der  amtlichen  Verteidigung  ge-

mäss Art. 135 Abs. 4 StPO.

16.

(Mitteilungen)

17.

(Rechtsmittel)"

2.

Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil. 

-   20   -

Es wird erkannt:

1.

Der Beschuldigte wird vom Vorwurf der rechtswidrigen Einreise im Sinne 

von Art. 115 Abs. 1 lit. a AIG und dem rechtswidrigem Aufenthalt im Sinne 

von Art. 115 Abs. 1 lit. b AIG freigesprochen. 

2.

Der Beschuldigte wird bestraft mit 27 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 

342 Tage durch Haft erstanden sind, sowie mit einer Busse von Fr. 2'000.00.

3.

Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft 

nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 20 Tagen.

4.

Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird im Umfang von 17 Monaten aufgescho-

ben und die Probezeit auf 4 Jahre festgesetzt. Im Übrigen (10 Monate) wird 

die Freiheitsstrafe vollzogen.

5.

Der Beschuldigte wird im Sinne von Art. 66a StGB für 7 Jahre des Landes 

verwiesen.

6.

Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:

Fr.

Fr.

Fr.

3'600.– ; die weiteren Kosten betragen:

2'588.95    amtliche Verteidigung (inkl. 8,1% MWSt)

  Publikationskosten (noch ausstehend). 

7.

Die Kosten des Berufungsverfahrens, einschliesslich derjenigen der amtli-

chen Verteidigung, werden auf die Gerichtskasse genommen.

8.

Schriftliche Mitteilung im Dispositiv an













die amtliche Verteidigung 

den Beschuldigten (durch Publikation im Amtsblatt)

die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl 

die Privatklägerin I._____ 

den Privatkläger J._____

den Privatkläger K._____

-   21   -

(Eine begründete Urteilsausfertigung gemäss Art. 84 Abs. 4 StPO wird 

den Privatklägern nur zugestellt, sofern sie dies innert 10 Tagen nach 

Erhalt des Dispositivs verlangen.)



das Migrationsamt des Kantons Zürich 

sowie in vollständiger Ausfertigung an









die amtliche Verteidigung 

den Beschuldigten (durch Publikation im Amtsblatt)

die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl 

das Staatssekretariat für Migration, Postfach, 3003 Bern

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälli-

ger Rechtsmittel an









die Vorinstanz

das Migrationsamt des Kantons Zürich 

die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A 

den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 
Vollzugsdienste.

9.

Der Beschuldigte kann innert 10 Tagen seit Erhalt des Entscheids beim 

Obergericht des Kantons Zürich, I. Strafkammer, schriftlich oder mündlich 

eine neue Beurteilung des in ihrer Abwesenheit ergangenen Urteils verlan-

gen. Im Gesuch hat der Beschuldigte kurz zu begründen, weshalb er an der 

Berufungsverhandlung nicht teilnehmen konnte. Das Gericht lehnt das Ge-

such ab, wenn der Beschuldigte ordnungsgemäss vorgeladen worden, aber 

der Berufungsverhandlung unentschuldigt ferngeblieben ist (Art. 368 Abs. 2 

und 3 StPO, Art. 379 StPO).

10. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-

sachen erhoben werden.

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 

begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der gemäss Art. 35 und 35a 

BGerR zuständigen strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichts (1000 

-   22   -

Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichtsgesetzes vorgeschriebe-

nen Weise schriftlich einzureichen.

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes.

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer

Zürich, 2. April 2025

Der Präsident:

Die Gerichtsschreiberin:

lic. iur. B. Gut

MLaw T. Künzle

Zur Beachtung:

Der/die Verurteilte wird auf die Folgen der Nichtbewährung während der Probezeit aufmerksam 

gemacht:

Wurde der Vollzug einer Geldstrafe unter Ansetzung einer Probezeit aufgeschoben, muss sie vor-

erst nicht bezahlt werden. Bewährt sich der/die Verurteilte bis zum Ablauf der Probezeit, muss 

er/sie die Geldstrafe definitiv nicht mehr bezahlen (Art. 45 StGB); Analoges gilt für die bedingte 

Freiheitsstrafe.

Eine bedingte Strafe bzw. der bedingte Teil einer Strafe kann im Übrigen vollzogen werden 

(Art. 46 Abs. 1 bzw. Abs. 4 StGB),

-

-

wenn der/die Verurteilte während der Probezeit ein Verbrechen oder Vergehen begeht,

wenn der/die Verurteilte sich der Bewährungshilfe entzieht oder die Weisungen missachtet.