# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 31401bb5-fc33-5ec2-8443-206d49b36ccd
**Source:** Glarus (GL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-11-24
**Language:** de
**Title:** Glarus Verwaltungsgericht 24.11.2016 VG.2016.00042 (VG.2016.459)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GL_Omni/GL_VG_001_VG-2016-00042_2016-11-24.html

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GLARUS

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  Urteil vom 24. November 2016

  
	
   

  
	
   

  
	
  II. Kammer

  
	
   

  
	
   

  
	
  in Sachen

  
	
  VG.2016.00042

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    A.______

    	
    Beschwerdeführer

    

  

  
	
   

  
	
  	
    vertreten durch Rechtsanwalt B.______

    

  

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  gegen

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    IV-Stelle Glarus

    	
    Beschwerdegegnerin

    

  

  
	
   

  
	
   

  
	
  betreffend

  
	
   

  
	
   

  
	
  IV-Leistungen

  
	
   

  
	
  Die Kammer zieht in Erwägung: 

  
	
  I. 

  
	
  1. 

  
	
  Der im Jahr 1966 geborene
  A.______ meldete sich am 14. Januar 2013 bei der IV-Stelle Glarus zum
  Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an. Diese teilte ihm am
  23. April 2013 mit, dass berufliche Massnahmen aufgrund seines
  instabilen Gesundheitszustandes nicht möglich seien. Gestützt auf
  medizinische Abklärungen, insbesondere auf das rheumatologisch-funktionelle
  Gutachten von Dr. med. und Dr. sc. nat. ETH C.______, Innere
  Medizin FMH spez. Rheumaerkrankungen, zertifizierte medizinische Gutachterin
  SIM, vom 14. Januar 2015 stellte die IV-Stelle A.______ mit Vorbescheid
  vom 13. Oktober 2015 die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht mit der
  Begründung, dass ihm eine angepasste Tätigkeit unter Berücksichtigung eines erhöhten
  Pausenbedarfs noch zu 88 % zumutbar sei. Dagegen erhob A.______ am
  12. November 2015 bzw. am 7. Januar 2016 Einwände. Mit Verfügung
  vom 22. Februar 2016 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren im Sinne
  des Vorbescheids ab. 

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  2.1 In der Folge gelangte A.______ mit Beschwerde vom
  6. April 2016 ans Verwaltungsgericht und beantragte, es sei die Verfügung vom
  22. Februar 2016 dahingehend abzuändern, dass ihm eine Invalidenrente
  zustehe. Eventualiter sei die Verfügung vom 22. Februar 2016 aufzuheben
  und die Sache zur ergänzenden Abklärung an die IV-Stelle zurückzuweisen;
  alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der IV-Stelle.

  
	
   

  
	
  Die IV-Stelle schloss am
  20. April 2016 auf Abweisung der Beschwerde.

  
	
   

  
	
  2.2 Am 3. Juni 2016 reichte A.______ eine Replik ein,
  in der er die Ausführungen der IV-Stelle vollumfänglich bestritt. In ihrer
  Duplik vom 13. Juni 2016 hielt die IV-Stelle vollumfänglich an ihren bisherigen
  Ausführungen fest. Am 4. August 2016 reichte A.______ einen neuen
  Arztbericht ein, zu welchem die IV-Stelle am 5. August 2016 Stellung
  nahm. 

  
	
   

  
	
  II. 

  
	
  1.

  
	
  Das Verwaltungsgericht ist
  gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung
  vom 19. Juni 1959 (IVG) zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig.
  Da auch die übrigen Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf die
  Beschwerde einzutreten.

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  2.1 Gemäss Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den
  Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 (ATSG) ist
  Invalidität die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
  oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch
  eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit
  verursachte und nach zumutbarer Behandlung sowie Eingliederung verbleibende
  ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht
  kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt.

  
	
   

  
	
  2.2 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht
  bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % Anspruch auf eine
  Viertelsrente, bei einem solchen von mindestens 50 % auf eine halbe
  Rente, bei mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und ab mindestens
  70 % auf eine ganze Rente. 

  
	
   

  
	
  2.3 Art und Mass dessen, was einer versicherten Person
  an Erwerbstätigkeit noch zugemutet werden kann, richtet sich nach ihren
  besonderen persönlichen Verhältnissen einerseits und nach den allgemein
  herrschenden Anschauungen andererseits. Für die Beurteilung der Zumutbarkeit
  ist letztlich insofern eine objektive Betrachtungsweise massgebend, als es
  nicht auf eine bloss subjektiv ablehnende Bewertung der infrage stehenden
  Erwerbstätigkeit durch die versicherte Person ankommt (Ulrich Meyer/Marco
  Reichmuth, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht,
  Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. A., Zürich/Basel/Genf
  2014, S. 320).

  
	
   

  
	
  3. 

  
	
  3.1 Art. 43 Abs. 1 ATSG
  statuiert die Sachverhaltsabklärung von Amtes wegen, wobei es grundsätzlich
  im Ermessen des Versicherungsträgers liegt, darüber zu befinden, mit welchen
  Mitteln diese zu erfolgen hat. Im Rahmen der Verfahrensleitung kommt ihm ein
  grosser Ermessensspielraum bezüglich Notwendigkeit, Umfang und Zweckmässigkeit
  von medizinischen Erhebungen zu (BGer-Urteil 8C_815/2012 vom 21. Oktober
  2013 E. 3.2.1, mit Hinweisen). Was den für die Invaliditätsbemessung
  erforderlichen medizinischen Sachverstand angeht, kann die IV-Stelle sich
  hierfür auf den Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD; Art. 59 Abs. 2
  und 2bis IVG), die Berichte der behandelnden Ärztinnen und Ärzte
  (Art. 28 Abs. 3 ATSG) oder auf externe medizinische Sachverständige
  wie die medizinischen Abklärungsstellen (MEDAS) stützen (Art. 59
  Abs. 3 IVG; vgl. dazu BGE 137 V 210 E. 1.2.1).

  
	
   

  
	
  3.2 Nach dem für das gesamte
  Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren geltenden Grundsatz
  der freien Beweiswürdigung haben Versicherungsträger und
  Sozialversicherungsgerichte die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche
  Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das
  Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Gericht alle Beweismittel unabhängig
  davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat,
  ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen
  Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden
  medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial
  zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die
  andere medizinische These abstellt (BGE 125 V 351 E.3a).

  
	
   

  
	
  Die Verwaltung als verfügende
  Instanz und – im Beschwerdefall – der Richter dürfen eine Tatsache nur dann
  als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Im
  Sozialversicherungsrecht hat der Richter dabei seinen Entscheid – sofern das
  Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht – nach dem Beweisgrad der überwiegenden
  Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts
  genügt den Beweisanforderungen nicht. Der Richter hat vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung
  zu folgen, die er von allen möglichen Geschehensabläufen als die
  wahrscheinlichste würdigt (BGE 119 V 7 E. 3c/aa, mit Hinweisen).

  
	
   

  
	
  3.3 Es ist Aufgabe des Arztes,
  sämtliche Auswirkungen einer Krankheit oder eines Unfalls auf den
  Gesundheitszustand der versicherten Person zu beurteilen und dazu Stellung zu
  nehmen, bezüglich welcher konkreten Tätigkeiten und in welchem Umfang sie
  arbeitsunfähig ist. Die ärztlichen Auskünfte sind sodann eine wichtige Grundlage
  für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten
  Person im Hinblick auf ihre persönlichen Verhältnisse noch zugemutet werden
  können (vgl. BGE 132 V 93 E. 4, mit Hinweisen).

  
	
   

  
	
  3.4 Hinsichtlich
  des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist entscheidend, ob es für die
  Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen
  beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie
  dem Verhalten der untersuchten Person auseinandersetzt, was vor allem bei
  psychischen Fehlentwicklungen nötig ist, in Kenntnis der und gegebenenfalls
  in Auseinanderset­zung mit den Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, ob
  es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet,
  ob die Schlussfolgerungen des medizinischen Experten in einer Weise begründet
  sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, sowie
  ob der Experte nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche
  ihm die Beantwortung der Fragen erschweren, gegebenenfalls deutlich macht.
  Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft
  eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag
  gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen Inhalt (vgl. BGE 125 V 351 E. 3a).

  
	
   

  
	
  3.5 Dennoch hat es die Rechtsprechung mit dem
  Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar erachtet, in Bezug auf
  bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die
  Beweiswürdigung aufzustellen. Den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens
  eingeholten Gutachten von externen Spezialärzten, welche aufgrund eingehender
  Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht
  erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen
  gelangen, ist bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange
  nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen
  (BGE 137 V 210 E. 1.3.4). 

  
	
   

  
	
  3.6 Die Funktion interner RAD-Berichte besteht
  darin, aus medizinischer Sicht – gewissermassen als Hilfestellung für die
  medizinischen Laien in Verwaltung und Gerichten, welche in der Folge über den
  Leistungsanspruch zu entscheiden haben – den medizinischen Sachverhalt
  zusammenzufassen und zu würdigen, wozu namentlich auch gehört, bei
  widersprüchlichen medizinischen Akten eine Wertung vorzunehmen und zu beurteilen,
  ob auf die eine oder die andere Ansicht abzustellen oder aber eine
  zusätzliche Untersuchung vorzunehmen sei (BGer-Urteil 9C_589/2010 vom
  8. September 2010 E. 2, 8C_756/2008 vom 4. Juni 2009
  E. 4.4).

  
	
   

  
	
  3.7 Was Parteigutachten
  anbelangt, rechtfertigt der Umstand allein, dass eine ärztliche Stellungnahme
  von einer Partei eingeholt und in das Verfahren eingebracht wird, nicht
  Zweifel an ihrem Beweiswert (BGE 125 V 351 E. 3b/dd). Auch ein Parteigutachten
  enthält somit Äusserungen eines Sachverständigen, welche zur Feststellung
  eines medizinischen Sachverhalts beweismässig beitragen können. Daraus folgt
  indessen nicht, dass ein solches Gutachten den gleichen Rang wie ein vom
  Gericht oder von der Invalidenversicherung nach dem vorgegebenen Verfahrensrecht
  eingeholtes Gutachten besitzt. Es verpflichtet indessen – wie jede substantiiert
  vorgetragene Einwendung gegen ein solches Gutachten – das Gericht, den von
  der Rechtsprechung aufgestellten Richtlinien für die Beweiswürdigung folgend,
  zu prüfen, ob es in rechtserheblichen Fragen die Auffassungen und Schlussfolgerungen
  des vom Gericht oder von der Invalidenversicherung förmlich bestellten
  Gutachters derart zu erschüttern vermag, dass davon abzuweichen ist (vgl.
  BGer-Urteil 8C_1024/2010 vom 3. März 2011 E. 3.3, mit Hinweis).

  
	
   

  
	
  3.8 Da sich alle behandelnden Ärztinnen und Ärzte
  (auch Spezialärzte) in erster Linie auf die Behandlung zu konzentrieren
  haben, verfolgen deren Berichte nicht den Zweck einer den abschliessenden
  Entscheid über die Versicherungsansprüche erlaubenden objektiven Beurteilung
  des Gesundheitszustandes und erfüllen deshalb kaum je die materiellen
  Anforderungen an ein Gutachten gemäss BGE 125 V 351
  E. 3a. Aus diesen Gründen wird im Streitfall eine direkte
  Leistungszusprache einzig gestützt auf die Angaben der behandelnden Ärztinnen
  und Ärzte denn auch kaum in Frage kommen. Diese Berichte sind daraufhin zu
  prüfen, ob sie auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und
  Schlüssigkeit der Feststellungen versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte
  wecken. Im Verfahren um die Zusprechung oder Verweigerung von Sozialversicherungsleistungen
  besteht sodann kein förmlicher Anspruch auf versicherungsexterne
  Begutachtung. Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen
  Gutachtens entschieden werden, sind jedoch an die Beweiswürdigung strenge
  Anforderungen zu stellen. Bestehen indessen auch nur geringe Zweifel an der
  Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen
  Feststellungen, sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen
  (BGE 135 V 465 E. 4).

  
	
   

  
	
  4.

  
	
  4.1 Der Beschwerdeführer macht geltend, das durch die
  Beschwerdegegnerin eingeholte bidisziplinäre rheumatologisch-funktionelle
  Gutachen vom 14. Januar 2015 entspreche den Anforderungen gemäss
  aktueller Rechtsprechung des Bundesgerichts nicht. Die Schlussfolgerungen
  seien weder schlüssig noch begründet, insbesondere sei nicht nachvollziehbar,
  weshalb trotz der beklagten starken Beschwerden eine Restarbeitsfähigkeit von
  100 % attestiert werde. Gestützt auf die gesamten medizinischen Vorakten sei
  vielmehr davon auszugehen, dass er auch in einer leidensangepassten Tätigkeit
  erheblich eingeschränkt sei. Die seit den beiden Operationen bestehende
  neurologische Problematik sei im Gutachten unberücksichtigt geblieben, obwohl
  sie gerade das Hauptproblem darstelle. Zusammenfassend sei höchstens von
  einer ca. 30%igen Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit
  auszugehen, womit ein Anspruch auf eine ganze Invalidenrente bestehe. Ferner
  hätte eine Berechnung des Invaliditätsgrads unter Gewährung des höchstzulässigen
  Abzugs vom Tabellenlohn von 25 % gewährt werden müssen. Die angefochtene
  Verfügung sei in diesem Sinne abzuändern. Eventuell sei die angefochtene
  Verfügung aufzuheben und an die Vorinstanz zu ergänzenden Abklärungen zurückzuweisen
  oder es sei durch das Gericht eine interdisziplinäre Begutachtung anzuordnen,
  welche das Fachgebiet Neurologie mitenthalten solle. Allenfalls müsse auch
  die invalidisierende Wirkung einer somatoformen Schmerzstörung bzw. psychosomatischer
  Leiden abgeklärt werden. Schliesslich sei die angefochtene Verfügung
  dahingehend abzuändern, dass ihm das Recht auf berufliche Eingliederungsmassnahmen
  (Arbeitsvermittlung, Beratung und Umschulung) zustehe. 

  
	
   

  
	
  4.2 Die Beschwerdegegnerin führt aus, sie habe die ihr
  obliegenden Abklärungspflichten vollumfänglich sowie sorgfalts- und
  pflichtgemäss wahrgenommen, insbesondere habe sie verschiedene medizinische
  Berichte eingeholt und eine medizinische Begutachtung durchführen lassen. Das
  rheumatologisch-funktionelle Gutachten von Dr. C.______ entspreche den
  Anforderungen gemäss aktueller Rechtsprechung, insbesondere lasse es einen
  eindeutigen und zweifelsfreien Schluss auf die gesundheitliche Situation des
  Beschwerdeführers zu. Aus diesem Grund seien die Abklärungen nicht
  weiterzuführen, zumal auch kein Anspruch der versicherten Person auf eine
  sogenannte "second opinion" bestehe. Somit habe sie den Sachverhalt
  umfassend abgeklärt und sei mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
  zum Schluss gekommen, dass der Beschwerdeführer in angepasster Tätigkeit zu
  100 % arbeitsfähig sei, wobei hier aufgrund des erhöhten Pausenbedarfs von
  einer Zumutbarkeit von 88 % auszugehen sei. Aus diesem Grund stünden ihm
  weder eine Invalidenrente noch berufliche Massnahmen zu. 

  
	
   

  
	
  5.

  
	
  5.1 Dr. D.______, Oberarzt
  Neurochirurgie/Wirbelsäulenchirurgie der Klinik E.______, stellte in seinem
  Operationsbericht vom 3. Dezember 2012 folgende Diagnose: Bisegmentale
  Spinalkanal- und Rezessusstenose L3/4 und L4/5. Aufgrund dieser Diagnose habe
  er beim Beschwerdeführer am 30. November 2012 eine interspinöse Dekompression
  mit Rezessotomie L3/4 und L4/5 vorgenommen. 

  
	
   

  
	
  5.2 In seinem postoperativen Konsultationsbericht vom
  4. Februar 2013 berichtete Dr. D.______, dass der Beschwerdeführer
  nach wie vor über Schmerzen berichte, die vom Knie über die Schienbeinkante
  bis in die Grosszehe ziehen würden. Zusätzlich bestehe in diesem Bereich auch
  eine Hyposensibilität. Die zwischenzeitlich durchgeführte
  kernspintomographische Untersuchung zeige im Wesentlichen ein gut
  dekomprimiertes Segment L3/4 und L4/5. Der Rezessus L4/5 könne nicht klar
  beurteilt werden. Ob hier tatsächlich eine Nervenwurzelkompression L5 vorliege,
  würde er noch bestätigen lassen. Es bestehe weiterhin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit,
  mindestens bis März 2013. Er werde einen hausinternen Neurologen bitten, den
  Beschwerdeführer zu einer elektrophysiologischen Abklärung einzuladen. 

  
	
   

  
	
  5.3 In einem weiteren Konsultationsbericht vom
  27. Juni 2013 war Dr. D.______ – nach der Vornahme von
  neurologischen Abklärungen – der Meinung, dass aufgrund der persistierenden
  Radikulopathie L5 und elektrophysiologisch nachgewiesener akuter Denervierung
  in der Kennmuskulatur L5 ein weiterer operativer Eingriff durchzuführen sei. 

  
	
   

  
	
  5.4 In der Folge wurde der operative Eingriff, eine
  Dekompression L5 links und Instrumentation mit TLIF L4/5, durchgeführt. Im
  Austrittsbericht vom 1. Oktober 2013 wurde festgehalten, dass sich der
  postoperative Verlauf unauffällig gestaltet habe. Es zeige sich jedoch
  weiterhin die präoperative Symptomatik (Taubheit in der Fussinnenseite
  links). Kurzzeitig habe der Beschwerdeführer ein wiederholtes Einschlafen des
  rechten Beins angegeben. Dies habe sich während des stationären Aufenthalts
  jedoch gebessert. Die neurologische postoperative Kontrolle zeige eine
  regelrechte Kraft der Fussheber, eine verminderte Kraft dagegen beider Grosszehenheber.
  

  
	
   

  
	
  5.5 Anlässlich der Nachkontrolle führte
  Dr. D.______ am 26. November 2013 aus, dass der Beschwerdeführer
  angegeben habe, weiterhin unter lumbalen Rückenschmerzen zu leiden, zudem
  verspüre er zeitweise eine Ausstrahlung erneut in beide Beine, v.a. in der
  Nacht. Unter Belastung bessere sich die Beschwerdesymptomatik. Aufgrund der
  anhaltenden Beschwerden greife er noch immer regelmässig dreimal täglich auf
  Dafalgan zurück. Eine wesentliche Besserung spüre er nicht. Dr. D.______
  attestierte weiterhin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bis zum nächsten Kontrolltermin
  in ca. zwei Monaten. Der Beschwerdeführer werde seiner Tätigkeit,
  die ihn einer hohen körperlichen Belastung aussetzte, nicht mehr in vollem
  Umfang nachgehen können. Allerdings sei es zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht
  möglich, eine prozentuale Einschränkung anzugeben. 

  
	
   

  
	
  5.6 Nach der Begutachtung der durchgeführten
  CT-Untersuchungen hielt Dr. D.______ in seinem Bericht vom 12. März
  2014 fest, dass ihm immer noch nicht ganz klar sei, wodurch die Problematik
  des Beschwerdeführers verursacht werde. Unter Umständen sei die Schraube L4
  linksseitig etwas zu medial gelegen und könne hier zum Teil zum
  Ausstrahlungsmuster der Beschwerden passen. Er sei der Meinung, dass erneut
  eine kernspintomographische Untersuchung durchgeführt sowie infiltrative Massnahmen
  versucht werden sollten. Weiterhin bestehe aufgrund der ausgeprägten
  funktionellen Einschränkungen eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Ob und
  inwieweit der Beschwerdeführer wieder zu 100 % arbeitsfähig sein werde, sei
  fraglich. Es sei eher davon auszugehen, dass an eine Wiedereingliederung zu
  einem bestimmten Prozentsatz (50 %) gedacht werden müsse. 

  
	
   

  
	
  5.7 Gemäss Konsultationsbericht von Dr. D.______
  vom 14. Mai 2014 leide der Beschwerdeführer mittlerweile auch wieder
  unter Schmerzen im rechten Bein und im Rücken. Die Schmerzen seien
  belastungsabhängig und würden v.a. beim Laufen auftreten. Die linksseitig
  angegebenen Beschwerden seien unverändert vorhanden. Die MRI-Untersuchung
  zeige keine umschriebene Stenose der Foraminae oder des Spinalkanals. Der
  definitive Befund des Radiologen sei jedoch abzuwarten. Im Segment L5/S1 sei
  weiterhin ein stenotischer Prozess vorhanden, wo es ebenfalls beidseits zu
  einer Konfliktsituation mit der Nervenwurzel S1 komme. Dies könne sicherlich
  – wenn auch nicht ganz typisch – die Symptomatik des Beschwerdeführers
  erklären. 

  
	
   

  
	
  5.8 Dr. med. F.______, Facharzt für Neurologie, Klinik
  für plastische Chirurgie und Handchirurgie des Spitals G.______, führte am
  17. Juni 2014 beim Beschwerdeführer eine neurologische und elektrodiagnostische
  Untersuchung durch. In seinem Bericht vom 18. Juni 2014 führte er aus,
  elektrodiagnostisch zeigten sich leichte bis mässige, chronische neurogene
  Veränderungen in den beiden untersuchten L5-Kennmuskeln, ebenso in beiden
  untersuchten Gastrocnemii. Zusammen mit dem beidseits nicht auslösbaren
  H-Reflex sei dies gut mit einer S1-Radikulopathie vereinbar. 

  
	
   

  
	
  5.9 Nach durchgeführten Wurzelinfiltrationsbehandlungen
  fasste Dr. D.______ in seinem Bericht vom 24. Juni 2014 zusammen,
  dass es zu keinerlei Beschwerdelinderung gekommen sei; weder die
  klinisch/neurologische noch die radiologische oder infiltrative Diagnostik
  hätten die Ursache für die vom Patienten beschriebenen Beschwerden darlegen
  können. Er sei der Meinung, dass mit weiteren operativen Massnahmen derzeit
  keine Besserung erzielt werden könne. Einzig eine symptomatische Behandlung
  sei zielführend, weshalb der Beschwerdeführer an einen Schmerzspezialisten
  verwiesen werden sollte. Sicherlich sei eine erneute Beurteilung durch die
  Beschwerdegegnerin zwingend notwendig. Gegebenenfalls müsse dafür eine
  interdisziplinäre Abklärung erfolgen. 

  
	
   

  
	
  5.10 Das Schmerzambulatorium des Instituts für
  Anästhesiologie des Spitals G.______ stellte in seinem Bericht vom
  17. September 2014 die Schmerzdiagnose Failed-back-surgery-Syndrom seit
  den zwei Operationen des Beschwerdeführers. Seine Symptome beurteilte es als
  gemischt neuropathisch/nozizeptiv. Einerseits gebe es eine spondylogene
  Komponente im Bereich der lumbalen Wirbelsäule, andererseits bestünden Zeichen
  und Symptome einer radikulären Komponente an beiden unteren Extremitäten. Die
  durchgeführten Medikamententests hätten keine Modulierbarkeit der Beschwerden
  ergeben, ebenso wenig wie der Versuch einer Therapie mit topischem Capsaizin.
  Die bisherigen Schmerztherapien wurden folgendermassen zusammengefasst: Der
  Sakralblock vom Juni 2012 und derjenige vom Mai 2014 seien negativ gewesen,
  die ENMG-Untersuchung habe eine S1 Radikulopathie links gezeigt, Durogesic
  und Targin hätten tiefen Blutdruck verursacht bei fehlender Wirkung auf die
  Schmerzen. Zum allgemeinen Status erklärte es, der Zehenspitzen- und
  Fersengang sei unauffällig und der Lasèguetest beidseits negativ ausgefallen.
  Es würden Sensibilitätseinschränkungen im medialen Unterschenkel mit
  brush-Allodynie und Pinprickhyperalgesie im Bereich des medialen Fussrückens
  bestehen und sowohl der Patellarsehnenreflex als auch der Achillessehnenreflex
  seien beidseits nicht auslösbar. Der Beschwerdeführer berichte, aufgrund der
  Schmerzen sehr schlecht zu schlafen, nur insgesamt vier Stunden täglich. Aufgrund
  der Situation schlug das Schmerzambulatorium vor, es solle eine neuromodulatorische
  Therapieoption (SCS) in Erwägung gezogen werden. Inzwischen werde ein
  Therapieversuch mit dem dual-wirksamen Medikament Tapentadol begonnen. 

  
	
   

  
	
  5.11 In der Folge gab die Beschwerdegegnerin ein
  rheumatologisch-funktionelles Gutachten bei Dr. C.______ in Auftrag,
  welches am 14. Januar 2015 erstattet wurde. 

  
	
   

  
	
  Dr. C.______ stellte folgende rheumatologische
  Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit: Verminderte
  Belastbarkeit und Beschwerden der Lendenwirbelsäule – links mehr als rechts –
  bei angeborenem engem lumbosakralen Spinalkanal und hochgradiger
  Spinalkanalstenose L3 bis L5 mit zwei lumbalen Operationen (die interspinöse
  Dekompression mit Recessotomie L3 und L4/L5 vom 31. November 2012 und
  die Dekompression L5 links) und Spondylodese L4/L5 mit leichten bis mässigen
  chronisch neurogenen Veränderungen der L5-Kennmuskeln links, vereinbar mit
  einer atypischen S1-Radokulpathie links, sowie leicht kaudaler Lage der
  Pedikelschraube L4 rechts ohne Kompression neuraler Strukturen und ohne
  ossäre Einengung des Spinalkanals oder der Foramina und ohne Lockerungszeichen
  des Osteosythesematerials. 

  
	
   

  
	
  In ihrer rheumatologischen
  Beurteilung hielt sie fest, dass der Beschwerdeführer über starke lumbale
  Schmerzen mit Ausstrahlung in beide Beine bis zu den Füssen, links mehr als
  rechts, klage. Weiter gebe er an, das An- und Ausziehen der Socken und Schuhe
  bereite ihm Mühe, weil dies zu vermehrten Schmerzen führe. Die beiden lumbalen
  Operationen hätten ihm nicht geholfen, sondern seine Beschwerden eher verschlimmert.
  Aufgrund seiner Beschwerden könne er momentan nicht arbeiten. Es sei nun
  möglicherweise die Implantation eines lumbalen Neurostimulators geplant.
  Dr. C.______ stellte fest, dass in der klinischen Untersuchung die Beweglichkeit
  der Lendenwirbelsäule in alle Richtungen eingeschränkt sei. Der
  Achillessehnenreflex sei beidseits nicht auslösbar. Alle grossen peripheren
  Gelenke seien normal beweglich. Gelenksergüsse, Synovitiden oder überwärmte
  Gelenke seien nicht vorhanden. Die Bioimpedanz-Analyse zeige eine erfreulich
  grosse Muskelmasse von 55 %, welche den Normwert von 40 % weit
  übertreffe, weshalb eine lang andauernde körperliche Schonung daraus nicht
  abgeleitet werden könne. Dafür spreche auch seine maximale Handkraft von
  100 % rechts und von 109 % links. Die postoperative CT-Untersuchung
  der Lendenwirbelsäule habe keine Lockerungszeichen des Osteosynthesematerials
  gezeigt. Die leicht kaudal liegende Pedikelschraube L4 rechts führe nicht zur
  Kompression neuraler Strukturen. Der Rheumafaktor und die
  Anti-Citrullin-Antikörper seien normal. Der Beschwerdeführer gebe an, er habe
  seit mehreren Wochen keine Schmerzmittel mehr gebraucht, denn diese würden
  ihm nicht helfen. 

  
	
   

  
	
  Bei der Evaluation seiner
  funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) vom 9. Januar 2015 habe er ein gutes Leistungsverhalten und gute
  Testkonsistenz gezeigt. Es habe sich keine Symptomausweitung ergeben. An
  beiden Untersuchungstagen hätten jedoch ausgeprägte lumbale Beschwerden mit
  einem leicht erhöhten Ruhepuls, der unter Belastung angestiegen sei,
  bestanden. Dennoch habe der Beschwerdeführer Lasten bis zu 15 kg
  hantieren können, was einem mittleren Belastungsniveau entspreche. Zusammenfassend
  hätten sich beim Beschwerdeführer strukturelle Veränderungen im Bereich der
  Lendenwirbelsäule aufgrund einer angeborenen lumbosakralen Spinalkanalstenose
  entwickelt. Die vorhandenen Befunde würden das Ausmass seiner Beschwerden
  nicht erklären. 

  
	
   

  
	
  Hinsichtlich der
  Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in der angestammten Tätigkeit führte
  Dr. C.______ aus, dass der letzte effektive Arbeitstag am 7. August
  2012 in seiner Anstellung als Gärtner/Vorarbeiter in seinem Familienbetrieb
  H.______GmbH in […] gewesen sei. Die angestammte Tätigkeit könne er nicht
  mehr ausüben. Eine adaptierte Tätigkeit sei ihm jedoch zu einem Pensum von
  100 % möglich. Dabei benötige er pro Halbtag eine halbe Stunde
  zusätzliche Pausenzeit, um Lockerungsübungen machen zu können. Durch die eingeschränkte Funktion der
  Lendenwirbelsäule sei er limitiert. Gemäss Empfehlungen der Swiss Ensurance
  Medicine (SIM) habe eine eingeschränkte Funktion der Lendenwirbelsäule
  folgende Auswirkungen: Die Fähigkeit, Lasten ohne Hilfsmittel zu heben oder
  zu tragen, hänge von Art und Ausmass der Rückenfunktionseinschränkungen ab.
  Das längere Verharren in vornüber geneigter Haltung – ob stehend oder sitzend
  – sei zu vermeiden. Ebenso seien unerwartete, asymmetrische Lasteinwirkungen
  auszuschliessen. Günstig seien wechselbelastende Tätigkeiten. Tätigkeiten, welche
  diesem Profil entsprechen, könne er zu 100 % ausüben. Zudem könne er Lasten
  bis zu 10 kg hantieren. 

  
	
   

  
	
  Als therapeutische
  Vorschläge nennt Dr. C.______ unter anderem eine medikamentöse
  Schmerztherapie. Diesbezüglich bestehe noch Optimierungspotenzial. Vor der
  Implantierung eines lumbalen Neurostimulator sei diese unbedingt konsequent
  durchzuführen. Ausserdem sei eine regelmässige physiotherapeutische Behandlung
  angezeigt.

  
	
   

  
	
  5.12 RAD-Arzt Dr. med. I.______, FMH Rheumatologie und
  FMH Physikalische Medizin und Rehabilitation, Vertrauensarzt SGV,
  zertifizierter medizinischer Gutachter SIM, nahm am 20. Januar 2015 zum
  Gutachten von Dr. C.______ Stellung. Dieses erfülle die Qualitätskriterien,
  sei umfassend, in Kenntnis der Beschwerden der Versicherten (recte: des
  Versicherten) und unter Berücksichtigung der bestehenden Akten verfasst
  worden. Die beurteilten Befunde seien nachvollziehbar dargestellt und die
  daraus gezogenen Schlussfolgerungen sowie die sozialmedizinische Beurteilung
  plausibel. Insgesamt könne dem Gutachten gefolgt werden. 

  
	
   

  
	
  5.13 Dr. med. J.______, Innere Medizin FMH, führte beim
  Beschwerdeführer eine Neuraltherapie (u.a. Narbeninfiltration, L5 und S1
  Wurzelinfiltration, lumbaler Grenzstrang Infiltration) durch. In ihrer
  Berichterstattung vom 14. Dezember 2015 an den Hausarzt des
  Beschwerdeführers erklärte sie, dass beim Beschwerdeführer ein
  therapieresistentes, ausgeprägtes neuropathisches Schmerzsyndrom L5 beidseits
  mit peripherem, sowie zentralem Remodeling und Sensibilisierung bestehe. Er
  klage einerseits über Parästhesien/Dysästhesien sowie ausgeprägt brennende
  Schmerzen im Dermatom L5 (S1) beider Füsse/Unterschenkel, welche durch Druck,
  Berührung und Bewegung massiv verstärkt würden. Es seien diverse therapeutische
  Ansätze gewählt worden, welche allesamt ohne Erfolg geblieben seien, so auch
  die von ihr selbst durchgeführte Neuraltherapie. Es brauche keine weitere
  Diagnostik, sondern eine gutachterliche Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
  (z.B. durch Neurologie des Spitals G.______). 

  
	
   

  
	
  5.14 Der Hausarzt des Beschwerdeführers, Dr. med.
  K.______, Arzt für allgemeine Medizin FMH, beurteilte die aktuelle
  Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in einer leidensangepassten Tätigkeit
  am 21. Dezember 2015 als zu 20-25 % umsetzbar. Er verweise an
  dieser Stelle auf den Widerspruch zwischen den Ausführungen zu Zumutbarkeit/Eingliederungsmassnahmen
  auf S. 3 der EFL, wonach aufgrund der ausgeprägten Beschwerdesituation
  keine Beurteilung der Zumutbarkeit für allfällige berufliche Tätigkeiten
  vorgenommen werden könne, und der Beurteilung auf S. 43 im Gutachten von
  Dr. C.______, wonach der Beschwerdeführer bei der EFL ein gutes Leistungsverhalten
  und eine gute Konsistenz gezeigt habe. Dr. K.______ kam zum Schluss,
  dass sich das ausgeprägte neuropathische Problem an den Füssen des
  Beschwerdeführers wahrscheinlich weder medikamentös noch psychotherapeutisch
  noch auf andere Weise beeinflussen lasse und verwies auf den Vorschlag von
  Dr. J.______, eine gutachterliche Beurteilung der Arbeitsfähigkeit zu
  veranlassen.

  
	
   

  
	
  5.15 Dr. med. L.______, seit April 2016 neuer
  Hausarzt des Beschwerdeführers, diagnostizierte am 17. März 2016
  ebenfalls ein schweres, bisher therapieresistentes neuropathisches Schmerzsyndrom
  L5 beidseits linksbetont im Sinne eines Failed-back-surgery-Syndroms. In der
  Frage nach der aktuellen Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten
  Tätigkeit vertrat er die Auffassung, dass beim Beschwerdeführer nicht die
  Beschwerden betreffend die Lendenwirbelsäulen und die diesbezüglich
  bestehende eingeschränkte Leistungsfähigkeit im Vordergrund stünden, sondern
  vielmehr die Schmerzen an den Unterschenkeln und Füssen. Die entsprechenden
  Nervendegenerationen seien neurologisch-neurographisch objektiv nachvollziehbar.
  Der Beschwerdeführer beschreibe, dass sogar das Tragen von Socken zu starken
  Schmerzen führe, was die Frage aufwerfe, welche Tätigkeit denn vernünftigerweise
  barfuss ausgeführt werden könnten. Hier sehe er lediglich Heimarbeit als realistisch
  an. Seiner Ansicht nach sei die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in
  leidensadaptierter Tätigkeit, inklusive Berücksichtigung der neuropathischen
  Schmerzen, bei 30-40 % anzusiedeln, wobei er Heimarbeit als zumutbar erachte,
  da die Möglichkeit bestehen müsse, barfuss tätig zu sein und häufig die
  Fussposition zu wechseln.

  
	
   

  
	
  5.16 Der Beschwerdeführer übergab seine medizinischen
  Unterlagen zur Beurteilung an Dr. med. M.______, leitender Arzt
  Neurologie, Spital N.______. Dieser kam am 13. Mai 2016 zum Schluss,
  dass ein neurologisch-rheumatologisch-psychiatrisches Gutachten notwendig
  sei, um abschliessend über die Arbeitsfähigkeit sowohl in der angestammten
  als auch in adaptierter Tätigkeit entscheiden zu können. 

  
	
   

  
	
  5.17 Gemäss Dr. med. O.______, Leitender Arzt
  der Klinik für Innere Medizin, Spital P.______, sprächen die
  elektrophysiologischen Befunde der Untersuchung vom 13. Juli 2016 für
  eine chronisch-neurogene Schädigung der Nervenwurzeln L5 beidseits. Elektromyographisch
  fänden sich in den L5-Kennmuskeln beidseits chronisch-neurogene Veränderungen
  mit einem Ausfall von motorischen Einheiten. Die
  F-Wellenlatenz-Untersuchungen des Nervus peronaeus beidseits würden auf eine
  proximale Nervenüberleitungsstörung hinweisen. Auch die sensorisch evozierten
  Potentiale des Nervus tibialis beidseits seien verzögert und somit gut
  vereinbar mit einer Überleitungsstörung des Neuronen-Pool L5-L1. Die
  Behandlung des Beschwerdeführers habe sich als sehr schwierig erwiesen. Im
  Stadium des chronischen Schmerzes mit Schmerzzentralisation zeigten Opiate in
  der Regel keine Wirkung mehr und könnten sogar kontraproduktiv sein. Am
  ehesten sei eine schmerzmodulierende Medikation zu versuchen. 

  
	
   

  
	
  6. 

  
	
  6.1 Beim Beschwerdeführer werden grundsätzlich in
  sämtlichen medizinischen Berichten – einschliesslich des Gutachtens von
  Dr. C.______ – ein angeborener enger Spinalkanal lumbosakral und
  ein neuropathisches Schmerzsyndrom L5 beidseits im Sinne eines
  Failed-back-surgery-Syndroms bzw. leichte bis mässige chronisch neurogene Veränderungen
  der L5-Kennmuskeln links, vereinbar mit einer atypischen S1-Radikulopathie
  links, diagnostiziert. Es ist zudem unbestritten, dass der
  Beschwerdeführer hinsichtlich seiner angestammten Tätigkeit zu 100 % arbeitsunfähig
  ist. Strittig und zu prüfen sind hingegen der Grad der Arbeitsunfähigkeit in
  adaptierter Tätigkeit sowie das Belastungsprofil. 

  
	
   

  
	
  Die Auswirkung der gestellten Diagnosen auf die
  Arbeitsfähigkeit wird im Gutachten von Dr. C.______ vom 14. Januar 2015
  beurteilt. Die Beschwerdegegnerin stützte sich im Wesentlichen auf dieses
  Gutachten und ist der Ansicht, dass ihm vollumfänglich gefolgt werden könne.
  Es stellt sich die Frage, ob das Gutachten vorliegend eine rechtsgenügliche
  Beurteilung zulässt.

  
	
   

  
	
  6.2 Dr. C.______ geht davon aus, dass dem
  Beschwerdeführer eine angepasste Tätigkeit zu 100 % möglich sei. Die
  vorhandenen Befunde könnten – ihrer Ansicht nach – das Ausmass der
  Beschwerden nicht erklären. Sie deutet damit an, dass die von Beschwerdeführer
  beklagten Beschwerden nicht tatsächlich in dem von ihm geltend gemachten
  Ausmass vorhanden seien. Dies ist jedoch nicht nachvollziehbar, denn gleichzeitig
  erklärte sie, an beiden Untersuchungstagen im Rahmen der EFL hätten ausgeprägte
  lumbale Beschwerden bestanden, wobei keine Symptomausweitung vorgelegen
  hätte. Die beklagten Beschwerden werden denn auch von keinem der behandelnden
  Ärzte in Frage gestellt. Dr. L.______ erachtet beispielsweise die zu den
  Beschwerden führenden Nervendegenerationen neurologisch-neurographisch als
  objektiv nachvollziehbar. 

  
	
   

  
	
  Hinsichtlich der
  Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bestehen im Gutachten vom 14. Januar
  2015 nicht nur Widersprüche in sich, sondern auch zu anderen medizinischen
  Berichten. So wird im Bericht zur EFL statuiert, dass eine Beurteilung der
  Zumutbarkeit für die angestammte und jede andere berufliche Tätigkeit
  aufgrund der ausgeprägten Beschwerdesituation eben gerade nicht möglich sei.
  Dr. D.______ ist der Ansicht, dass es fraglich sei, ob und inwieweit der
  Beschwerdeführer wieder zu 100 % arbeitsfähig sein werde. Es sei eher
  davon auszugehen, dass an eine Wiedereingliederung zu einem bestimmten
  Prozentsatz (50 %) gedacht werden müsse. Dr. K.______ beurteilte
  die aktuelle Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in einer leidensangepassten
  Tätigkeit als zu 20-25 % umsetzbar. Gemäss Dr. L.______ sei die
  Arbeitsfähigkeit in leidensadaptierter Tätigkeit inklusive Berücksichtigung
  der neuropathischen Schmerzen bei 30-40 % anzusiedeln, wobei er
  Heimarbeit als zumutbar erachte, da die Möglichkeit bestehen müsse, barfuss
  tätig zu sein und häufig die Fussposition zu wechseln. Dr. M.______ und
  Dr. J.______ empfahlen sodann ausdrücklich die Veranlassung einer
  weiteren, dieses Mal neurologischen bzw.
  neurologisch-rheumatologisch-psychiatrischen, Beurteilung der Arbeitsfähigkeit.
  

  
	
   

  
	
  Die Einschätzungen von
  Dr. K.______ und Dr. L.______ lagen Dr. C.______ im Begutachtungszeitpunkt
  noch nicht vor. Weshalb die anderen Berichte keine Zweifel an ihrer
  Beurteilung zu wecken vermochten, legte Dr. C.______ aber nicht dar. Insbesondere
  setzte sie sich mit den abweichenden Meinungen nicht auseinander. Ihr
  Gutachten erschöpft sich im Wesentlichen in einer Zusammenfassung der vorhandenen
  medizinischen Akten. Ihren Schluss, dass der Beschwerdeführer in einer
  angepassten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig sei, begründet sie kaum.

  
	
   

  
	
  Sodann ist nicht
  ersichtlich, wie Dr. C.______ zur Auffassung gelangt, dass dem Beschwerdeführer
  Lockerungsübungen von einer halben Stunde pro Halbtag helfen würden. In
  keinem Bericht eines behandelnden Arztes ist die Rede davon, dass Lockerungsübungen
  einen positiven Effekt auf die Symptomatik des Beschwerdeführers gezeigt
  hätten. Der Beschwerdeführer scheint vielmehr an chronischen neuropathischen
  Beschwerden zu leiden, welche insbesondere durch Berührung verstärkt
  auftreten und weitgehend therapieresistent sind. 

  
	
   

  
	
  Das Gutachten nimmt auch nicht Stellung dazu, was eine
  angepasste Tätigkeit wäre. Dr. C.______
  begnügt sich mit einem generellen Hinweis auf die gemäss den Empfehlungen der
  Swiss Insurance Medicine (SIM) bestehenden Auswirkungen bei einer eingeschränkten
  Funktion der Lendenwirbelsäule (vgl. vorne
  E. II/5.11). Tätigkeiten, welche diesem Profil entsprächen, könnten vom
  Beschwerdeführer zu 100 % ausgeübt werden. Dabei scheint sie zu
  übersehen, dass der Beschwerdeführer nicht nur über Schmerzen im
  Lendenwirbelsäulenbereich klagt, sondern insbesondere auch an einem
  neuropathischen Schmerzsyndrom L5 beidseits leidet, welches sich in Brennen,
  Taubheitsgefühl, Enge und Überempfindlichkeit in den Unterschenkeln und
  Füssen äussert. Zu den durch die Neuropathie bedingten funktionellen
  Einschränkungen des Beschwerdeführers wird nicht ausreichend Stellung
  genommen. Genauso fehlt die Erstellung eines individuellen Belastungsprofils,
  welches auf seine Beschwerden zugeschnittenen ist, sowie eine Gesamtbetrachtung
  der Wechselwirkungen der einzelnen Leiden mit Berücksichtigung der
  persönlichen Ressourcen. Insofern erstaunt es, dass RAD-Arzt
  Dr. I.______ und die Beschwerdegegnerin – ebenfalls ohne
  Auseinandersetzung mit den abweichenden medizinischen Meinungen – das
  Gutachten als schlüssig und verwertbar erachten. 

  
	
   

  
	
  Berücksichtigt man die
  übrigen medizinischen Berichte, kann somit nicht ohne Zweifel davon
  ausgegangen werden, der Beschwerdeführer sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
  in einer angepassten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig.

  
	
   

  
	
  6.3 Zusammengefasst erweist sich das Gutachten vom
  14. Januar 2015 als nicht genügend aussagekräftig bezüglich des
  Belastungsprofils und der Frage, wie die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
  prozentual zu veranschlagen ist. Für eine
  zuverlässige Beurteilung erweist sich ein weiteres Gutachten als notwendig,
  welches die Einschränkungen des Beschwerdeführers nicht nur aus
  rheumatologisch-funktioneller Sicht, sondern zusätzlich auch neurologisch,
  psychiatrisch und allgemeinmedizinisch beurteilt. Da die Beschwerdegegnerin
  bisher keine polydisziplinäre Gesamtbeurteilung in Auftrag gab, erweist sich
  die Rückweisung der Sache an die Beschwerdegegnerin auch unter
  Berücksichtigung der aktuellen Rechtsprechung des Bundesgerichts
  (BGE 137 V 210 E. 4.4.1.4) als zulässig, zumal der Beschwerdeführer
  selbst die Rückweisung der Sache an die Beschwerdegegnerin sowie eine
  Neubegutachtung beantragt. Die Beschwerdegegnerin ist dazu gehalten, umgehend
  die notwendige polydisziplinäre Begutachtung des Beschwerdeführers bei einer
  MEDAS einzuleiten. 

  
	
   

  
	
  Demgemäss ist die
  Beschwerde teilweise gutzuheissen. Die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom
  22. Februar 2016 ist aufzuheben. Die Sache ist im Sinne der Erwägungen
  an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

  
	
   

  
	
  III. 

  
	
  1.

  
	
  Eine
  Rückweisung zu erneutem Entscheid mit offenem Ausgang in der Hauptsache gilt
  für die Verteilung der Kosten und Entschädigungen als Obsiegen. Die pauschale
  Gerichtsgebühr von Fr. 600.- ist ausgangsgemäss der Beschwerdegegnerin
  aufzuerlegen (Art. 69 Abs. 1bis IVG i.V.m. Art. 134 Abs. 1
  lit. c des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 4. Mai
  1986 [VRG]). Dem Beschwerdeführer ist der bereits geleistete Kostenvorschuss
  in der Höhe von Fr. 600.- zurückzuerstatten. 

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  Der
  obsiegende und berufsmässig vertretene Beschwerdeführer hat gemäss
  Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. 61 lit. g ATSG Anspruch auf
  eine angemessene Parteientschädigung zu Lasten der Beschwerdegegnerin. Diese
  ist ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und
  der Schwierigkeit des Prozesses zu bemessen und vorliegend auf
  Fr. 2'500.- (inkl. Mehrwertsteuer) festzulegen. 

  
	
   

  
	
  3. 

  
	
  Gegen
  den vorliegenden Zwischenentscheid steht die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen
  Angelegenheiten an das Bundesgericht nur unter den Voraussetzungen von
  Art. 93 Abs. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005
  (BGG) offen.

  
	
   

  
	
  Demgemäss erkennt die Kammer:

  
	
  	
    1.

    	
    Die
    Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. Die Verfügung der Beschwerdegegnerin
    vom 22. Februar 2016 wird aufgehoben und die Sache im Sinne der Erwägungen
    an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

    
	
    2.

    	
    Die
    Gerichtsgebühr von pauschal Fr. 600.- wird der Beschwerdegegnerin auferlegt.
    Dem Beschwerdeführer wird der von ihm geleistete Kostenvorschuss in der
    Höhe von Fr. 600.- zurückerstattet.

    
	
    3.

    	
    Die
    Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, dem Beschwerdeführer innert 30 Tagen
    nach Rechtskraft dieses Entscheids eine Parteientschädigung in der Höhe von
    Fr. 2'500.- (inkl. Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

    
	
    4.

    	
    Schriftliche
    Eröffnung und Mitteilung an:

    
	
     

    	
    […]