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**Case Identifier:** 50c48a42-c0e9-5064-aa39-ad71e108f2b2
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-08-31
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 31.08.2017 200 2015 692
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2015-692_2017-08-31.pdf

## Full Text

200 15 692 IV
KNB/BOC/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 31. August 2017

Verwaltungsrichter Knapp, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Ackermann, Verwaltungsrichter Matti
Gerichtsschreiberin Bossert

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Bundesgerichtsentscheid vom 27. Juli 2015 (Rückweisung an 
Vorinstanz / IV/2014/573)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. Aug. 2017, IV/15/692, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1974 geborene A.________ (nachfolgend: Versicherte bzw. Beschwer-
deführerin) ist gelernte … und meldete sich am 25. September 2006 unter 
Hinweis auf eine Depression bei der Invalidenversicherung zum Leistungs-
bezug an (Akten der IV-Stelle Bern [nachfolgend: IVB bzw. Beschwerde-
gegnerin], Antwortbeilage [AB] 2). Die IVB führte in der Folge am 
16. Oktober 2006 ein Erstgespräch durch (AB 6), nahm erwerbliche und 
medizinische Abklärungen vor (AB 4, 7, 8, 12, 13) und gewährte der Versi-
cherten am 20. November 2006 Berufsberatung (AB 9). Weiter wurde vom 
6. Februar bis 5. Mai 2007 in der Abklärungsstelle C.________ eine berufli-
che Abklärung durchgeführt (AB 14, 17, 23). Anschliessend durchlief die 
Versicherte ebenfalls in der C.________ ab dem 6. Mai 2007 ein Arbeits-
training (AB 22, 25), welches sie ab dem 25. Juni 2007 bis zum 17. Februar 
2008 in der Abklärungsstelle D.________ fortsetzte (AB 29, 30, 31, 38, 39, 
41, 45).

Mit Unterstützung durch die IVB absolvierte die Versicherte eine Umschu-
lung zur … (4. August 2008 bis 5. August 2011) und zur …, Fachgebiet … 
(6. August 2011 bis 7. August 2012), inklusive Vorlehre (AB 44, 47, 50, 52, 
66, 67, 84, 85).

B.

Im Rahmen der weiteren Abklärungen zog die IVB das Gutachten der 
E.________ (MEDAS) vom 31. Dezember 2012 bei (AB 100.1 - 100.4).

Aufgrund eines Wohnortswechsels der Versicherten delegierte die IVB die 
Stellenvermittlung an die IV-Stelle des Kantons … (AB 86) und gewährte 
der Versicherten ein Job-Coaching sowie einen Arbeitsversuch vom 19. 
November 2012 bis 17. Februar 2013 (AB 95, 103). Am 25. Februar 2013 
schloss die IVB die beruflichen Massnahmen ab (AB 107). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. Aug. 2017, IV/15/692, Seite 3

Im Auftrag der IVB klärte die IV-Stelle des Kantons … den Status der Ver-
sicherten ab. Der zuständige Abklärungsdienst hielt am 15. April 2013 fest 
(AB 113/3), seit dem Jahr 2000 sei von einem Status von 100 % Erwerbs-
tätigkeit auszugehen.

Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren verneinte die IVB mit Verfü-
gung vom 13. Mai 2014 den Anspruch auf Leistungen der Invalidenversi-
cherung, da kein IV-relevanter Gesundheitsschaden vorliege (AB 116, 118, 
121, 127). Die dagegen erhobene Beschwerde wies das Verwaltungsge-
richt des Kantons Bern, Sozialversicherungsrechtliche Abteilung, mit Urteil 
vom 6. Februar 2015, IV/2014/573, ab. Das Bundesgericht hiess die dage-
gen erhobene Beschwerde mit Entscheid vom 27. Juli 2015, 9C_190/2015, 
teilweise gut, hob den angefochtenen Entscheid auf und wies die Sache 
zur Einholung eines psychiatrischen Gerichtsgutachtens sowie zu neuer 
Entscheidung an das kantonale Gericht zurück. Im Übrigen wurde die Be-
schwerde abgewiesen.

C.

Daraufhin hielt der Instruktionsrichter mit prozessleitender Verfügung vom 
29. Dezember 2015 fest, das Beschwerdeverfahren werde nach dem 
Rückweisungsentscheid des Bundesgerichts vom 27. Juli 2015, 
9C_190/2015, unter der Nummer IV/2015/692 weitergeführt. Gleichzeitig 
teilte er den Parteien mit, er beabsichtige das psychiatrische Gutachten 
durch Dr. med. F.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, 
erstellen zu lassen. Weiter machte der Instruktionsrichter Ausführungen 
zum geplanten Fragenkatalog.

Die Beschwerdegegnerin erklärte sich am 12. Januar 2016 mit der Ertei-
lung des Gutachterauftrages an Dr. med. F.________ und dem Fragenka-
talog einverstanden. 

Mit Eingabe vom 22. Januar 2016 wandte sich die Beschwerdeführerin, 
weiterhin vertreten durch Rechtsanwalt B.________, gegen den Fragenka-
talog sowie gegen die Gutachterin. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. Aug. 2017, IV/15/692, Seite 4

Der Instruktionsrichter hielt mit prozessleitender Verfügung vom 3. Juni 
2016 am vorgesehenen Fragenkatalog sowie an der Gutachterin Dr. med. 
F.________ fest und erteilte den entsprechenden Gutachterauftrag (vgl. 
auch Schreiben vom 7. und 15. Juni 2016); die beschwerdeführerischen 
Anträge wurden abgewiesen. Dr. med. F.________ erstattete das entspre-
chende psychiatrische Gutachten am 1. September 2016, welches den 
Parteien zur Stellungnahme zugestellt wurde.

Aufgrund einer Anfrage der Beschwerdeführerin wurden den Parteien mit 
prozessleitender Verfügung vom 26. September 2016 sämtliche Beilagen 
zum Gerichtsgutachten (ohne Rechnung) sowie eine Telefonnotiz und eine 
E-Mail-Korrespondenz betreffend einer im Gerichtsgutachten erwähnten 
Stellungnahme des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) der Beschwer-
degegnerin vom 2. Februar 2015, bei deren Erwähnung es sich gemäss 
Auskunft der Gutachterin um einen Verschrieb bzw. ein Versehen handelte, 
zugestellt.

Mit Stellungnahme vom 19. Oktober 2016 hielt die Beschwerdeführerin 
insbesondere fest, das Gutachten von Dr. med. F.________ erscheine um-
fassend, sorgfältig begründet und nachvollziehbar, weshalb ihm zu folgen 
sein werde. Gleichzeitig machte die Beschwerdeführerin weitere Aus-
führungen zur Invaliditätsbemessung und beantragte die Aktennahme der 
eingereichten Beilagen sowie die Zusprechung einer ganzen Rente ab An-
fang August 2012.

Die Beschwerdegegnerin führte mit Stellungnahme vom 21. Oktober 2016 
unter Hinweis auf eine RAD-Stellungnahme vom 12. Oktober 2016 aus, 
das Gutachten von Dr. med. F.________ vom 1. September 2016 sei 
schlüssig und nachvollziehbar und erfülle die rechtsprechungsgemässen 
Anforderungen an den Beweiswert solcher Berichte, so dass vollumfänglich 
auf diese Expertise abgestellt werden könne. Gleichzeitig beantragte die 
Beschwerdegegnerin, es sei ihr Gelegenheit einzuräumen, die Statusfrage 
zu prüfen, um die Invaliditätsbemessung korrekt durchführen zu können. 

Mit prozessleitender Verfügung vom 27. Januar 2017 wies der Instruktions-
richter den Beweisantrag der Beschwerdegegnerin, ihr sei Gelegenheit zu 
geben, die Statusfrage abzuklären, ab. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. Aug. 2017, IV/15/692, Seite 5

Am 1. Februar 2017 reichte die Beschwerdeführerin Schlussbemerkungen 
sowie die verlangte Kostennote ein.

Am 7. Juli 2017 gab der Instruktionsrichter der Beschwerdegegnerin im 
Rahmen des rechtlichen Gehörs Gelegenheit zur Stellungnahme betreffend 
den Status der Beschwerdeführerin gestützt auf die vorhandenen IV-Akten 
ohne Einschätzung der Leistungsfähigkeit im allfälligen Aufgabenbereich. 

Am 26. Juli 2017 reichte die Beschwerdegegnerin eine Stellungnahme zum 
Status der Beschwerdeführerin ein.

Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht hat sich aufgrund des kassatorischen Ur-
teils des Bundesgerichts (BGer) vom 27. Juli 2015, 9C_190/2015, mit der 
vorliegenden Sache zu befassen. Damit erübrigt sich eine erneute Prüfung 
der Sachurteilsvoraussetzungen (vgl. im Übrigen VGE IV/2014/573, E. 1.1).

1.2 Streitig und zu prüfen ist nach wie vor allein der Anspruch auf eine 
Invalidenrente (vgl. VGE IV/2014/573, E. 1.1). 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 des kantonalen Geset-
zes vom 11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der 
Staatsanwaltschaft [GSOG; BSG 161.1]).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d des Bundes-
gesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversi-
cherungsrechts [ATSG; SR 830.1]; Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 
des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechts-
pflege [VRPG; BSG 155.21]).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. Aug. 2017, IV/15/692, Seite 6

1.5 Im fortgeschrittenen Verfahrensstadium wurde vorliegend bewusst 
darauf verzichtet, eine BVG-Vorsorgeeinrichtung beizuladen. Dies da der 
IV-Rentenanspruch vorliegend erst nach Bezug der IV-Taggelder per Au-
gust 2012 entsteht (vgl. nachfolgend E. 5.4) und somit die IV-rechtliche 
Leistungszusprechung nichts über den Zeitpunkt des Entstehens der BVG-
relevanten Arbeitsunfähigkeit und damit die Leistungspflicht einer Vorsor-
geeinrichtung dem Grundsatz nach (vgl. BGE 129 V 450) aussagt. In einem 
berufsvorsorgerechtlichen Verfahren wird somit ohnehin eine freie Prüfung 
der dort entscheidrelevanten Gesichtspunkte nach Massgabe der BVG-
rechtlichen Grundsätze zu erfolgen haben (vgl. Entscheid des BGer vom 
21. November 2016, 9C_340/2016, E. 7.2); somit bleibt bzw. bleiben der 
oder den Vorsorgeeinrichtungen sämtliche Rechte gewahrt. Im Übrigen 
interessiert auch der Status im BVG-Bereich nicht, geht es doch dort einzig 
um die Einschränkung im erwerblichen Bereich.

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur 
Arbeitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem 
ausgeglichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder 
bloss teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbs-
unfähigkeit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346). Für die Beurteilung des Vor-
liegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der 
gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsun-
fähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwind-
bar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. Aug. 2017, IV/15/692, Seite 7

2.2 Sowohl im Rahmen einer erstmaligen Prüfung des Rentenan-
spruchs als auch anlässlich einer Rentenrevision stellt sich unter dem Ge-
sichtspunkt von Art. 8 ATSG die Frage nach der anwendbaren Invaliditäts-
bemessungsmethode (Art. 16 ATSG sowie Art. 28a Abs. 2 und 3 des 
Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversicherung [IVG; 
SR 831.20]). Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig Er-
werbstätige oder als Nichterwerbstätige einzustufen ist – was je zur An-
wendung einer anderen Methode der Invaliditätsbemessung 
(Einkommensvergleich, Betätigungsvergleich, gemischte Methode) führt –, 
ergibt sich aus der Prüfung, was sie bei im Übrigen unveränderten Um-
ständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde (BGE 
141 V 15 E. 3.1 S. 20, 125 V 146 E. 2c S. 150). Entscheidend ist nicht, 
welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Ge-
sundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie 
hypothetisch erwerbstätig wäre (BGE 133 V 504 E. 3.3 S. 508).

Die Frage nach der anwendbaren Methode beurteilt sich praxisgemäss 
nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfü-
gung (vgl. BGE 129 V 167 E. 1 S. 169) entwickelt haben, wobei für die hy-
pothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-) 
Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der 
überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 141 V 15 E. 3.1 S. 
20, 125 V 146 E. 2c S. 150).

2.3 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.4 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. Aug. 2017, IV/15/692, Seite 8

kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

2.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99). 

2.6 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

3.

3.1 Gestützt auf den Rückweisungsentscheid des Bundesgerichts vom 
27. Juli 2015, 9C_190/2015, war in medizinischer Hinsicht allein ein psych-
iatrisches Gerichtsgutachten zu veranlassen. Dass die Beschwerdeführerin 
aus somatischen Gründen nicht in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist, 
ist erstellt, war im bundesgerichtlichen Verfahren unbestritten und etwas 
Anderes wird auch von der Beschwerdeführerin nicht geltend gemacht.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. Aug. 2017, IV/15/692, Seite 9

3.2 Im psychiatrischen Gerichtsgutachten von Dr. med. F.________ 
vom 1. September 2016 (im Gerichtsdossier IV/2015/692) wurden die fol-
genden Diagnosen aufgeführt (S. 41):

Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
 Kombinierte Persönlichkeitsstörung F61 (depressiv, selbstunsicher, ängstlich, 

vermeidend, anankastisch), am ehesten dem C Cluster entsprechend. In Kri-
sensituationen könne die Beschwerdeführerin ihre Impulse schlecht kontrollie-
ren, zum Spannungsabbau könne es zu selbstschädigendem Verhalten 
kommen.

 Dysthymie mit bisher zwei schwereren depressiven Einbrüchen F43.1, F33.0-1.

Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
 Keine

Dr. med. F.________ gab an (S. 41), nach einer schweren neurotischen 
Fehlentwicklung habe sich eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit 
selbstunsicheren, vermeidenden, anankastischen, depressiven und in Kri-
sensituationen emotional instabilen Persönlichkeitsstrukturen mit selbst-
schädigendem Verhalten gebildet. Es sei davon auszugehen, dass es 
zweimal zu einer depressiven Episode gekommen sei. Der Schweregrad 
dieser Krisen sei aufgrund der vorliegenden Akten nicht klar. Die psychi-
sche Störung sei mittelgradig bis schwergradig ausgeprägt, dies in Abhän-
gigkeit vom Druck, unter dem die Beschwerdeführerin stehe. Die Störung 
wirke sich in allen Lebensbereichen aus. An Ressourcen verfüge die Be-
schwerdeführerin über eine gute Anpassungsfähigkeit, gute intellektuelle 
Fähigkeiten, sie habe sich in ihrem Fachgebiet Kompetenz angeeignet und 
lerne gerne dazu, Auffassungsgabe und Aufmerksamkeit und die mnesti-
schen Fähigkeiten seien nicht beeinträchtigt. Grundarbeitsfähigkeiten wie 
Pünktlichkeit und eine gute Arbeitsqualität seien erhalten. Sie arbeite ver-
langsamt. Dies habe zu tun mit vermehrten Kontrollen, jedoch auch mit 
dem Umstand, dass sie Mühe habe, sich für ein Vorgehen zu entscheiden, 
wenn sie mehrere Möglichkeiten habe. Sie leide unter einer verminderten 
Belastbarkeit und einer erhöhten Ermüdbarkeit mit Abfall der Konzentrati-
onsfähigkeit, so dass sie gezwungen sei, mehr Pausen zu machen. Sie 
habe seit jeher wenig Selbstvertrauen und könne ihrem eigenen Leistungs-
anspruch kaum genügen. Zur Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit 
(inklusive zeitlicher Verlauf) hielt die Gutachterin fest (S. 42), die Be-
schwerdeführerin habe ihre Ausbildung als … 1999 abgeschlossen und 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. Aug. 2017, IV/15/692, Seite 10

habe bis Mitte 2001 auf verschiedenen … im … in … gearbeitet. Ihren ers-
ten depressiven Einbruch habe sie mit Überzeit und Ferien kompensiert. 
Eine psychiatrische Behandlung habe damals nicht stattgefunden. Ab Sep-
tember 2001 habe sie als … in der … G.________ gearbeitet. Wegen ihrer 
verminderten psychischen Belastbarkeit habe sie nie mehr als in einem 
Arbeitspensum von 80 % gearbeitet. Ab dem 17. Mai 2006 habe eine 
100 %-ige Arbeitsunfähigkeit bestanden. Die Beschwerdeführerin habe 
wegen Suizidalität Ende Mai 2006 in stationäre Therapie eingewiesen wer-
den müssen. Rückwirkend gesehen sei die Beschwerdeführerin aufgrund 
ihrer psychischen Störungen als … nicht arbeitsfähig. Der Beschwerdefüh-
rerin sei ihre Anstellung in der … noch während des Spitalaufenthaltes im 
September auf Ende 2006 gekündigt worden. Zur Arbeitsfähigkeit in einer 
angepassten Tätigkeit hielt Dr. med. F.________ fest (S. 42 f.), ab Februar 
2007 seien berufliche Abklärungen der IV gelaufen, die zwischen August 
2008 und 2012 zur Ausbildung als … und Abschluss im Fachgebiet … ge-
führt hätten. Aufgrund der vorliegenden Unterlagen habe sich der Übertritt 
in die freie Wirtschaft als schwierig gestaltet. Bis zum Abschluss der Aus-
bildung habe sich keine geeignete Stelle gefunden. Dabei gehe es um ei-
nen krankheitsfremden Grund. Ab diesem Zeitpunkt könne aus 
psychiatrischer Sicht aufgrund der vorliegenden Diagnosen von einer 40 %-
igen Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden. Wegen ihres hohen Pausenbe-
darfs liege dabei ihre Präsenzzeit am Arbeitsplatz höher. Diesbezüglich 
hielt die Gutachterin zudem fest (S. 40), würden die gestellten Diagnosen 
betrachtet, der Verlauf während der beruflichen Eingliederung und die vor-
handenen Einschränkungen sei üblicherweise eine Arbeitsfähigkeit von 
50 % langfristig zumutbar. Mehrfach sei bei der praktischen Arbeit gezeigt 
worden, dass die Beschwerdeführerin für gleiche Arbeitsschritte einen 
höheren Zeitbedarf benötige als eine gesunde Person aus der Normbevöl-
kerung. Aktuell erbringe die Beschwerdeführerin bei einer Präsenzzeit von 
50 % eine Leistung von 30 %. Aus einer Gesamtschau heraus sei der Be-
schwerdeführerin eine 40 %-ige Arbeitsfähigkeit zumutbar. Die Differenz 
zwischen Leistungsfähigkeit und Präsenzzeit liege zwischen 10 und 20 %.

3.3 Das psychiatrische Gutachten von Dr. med. F.________ vom 
1. September 2016 erfüllt die an den Beweiswert einer medizinischen Ex-
pertise gestellten Anforderungen (vgl. E. 2.6 hiervor). Es ist voll beweiskräf-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. Aug. 2017, IV/15/692, Seite 11

tig, da es – beruhend auf allseitigen Untersuchungen und unter Berücksich-
tigung der geklagten Beschwerden – die streitigen Punkte umfassend ab-
handelt und in Kenntnis der Vorakten abgegeben wurde. Weiter leuchtet es 
in der medizinischen Beurteilung ein und die darin gezogenen Schlussfol-
gerungen werden eingehend begründet. Auch die Parteien gehen von der 
vollen Beweiskraft der Expertise aus (vgl. Stellungnahme der Beschwerde-
führerin vom 19. Oktober 2016 S. 1 Ziff. 1 und 2; Stellungnahme der Be-
schwerdegegnerin vom 21. Oktober 2016 S. 2 [beide im Gerichtsdossier 
IV/2015/692]), wobei die Beschwerdegegnerin auf die Stellungnahme der 
RAD-Ärztin Dr. med. H.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psycho-
therapie sowie Anästhesiologie, vom 12. Oktober 2016 (im Gerichtsdossier 
IV/2015/692) verweist, in welcher festgehalten wurde, psychiatrisch und 
versicherungspsychiatrisch beurteilt sei das Gutachten entsprechend den 
Leitlinien der SGPP zur Begutachtung erstellt, in sich psychiatrisch und 
versicherungspsychiatrisch schlüssig und psychiatrisch und versicherungs-
psychiatrisch nachvollziehbar begründet hinsichtlich Diagnose, Befunde, 
funktionelle Auswirkungen und Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit. Folglich 
ist auf das voll beweistaugliche Gerichtsgutachten betreffend die noch zu-
mutbare Arbeits- und Leistungsfähigkeit abzustellen.

4.

4.1 Im Nachgang zur gerichtlichen Begutachtung hat die Beschwerde-
gegnerin in ihrer Eingabe vom 21. Oktober 2016 (im Gerichtsdossier 
IV/2015/692) beantragt, dass sie Gelegenheit erhält, die Statusfrage abzu-
klären, was mit prozessleitender Verfügung vom 27. Januar 2017 abge-
lehnt wurde.

In der gerichtlich eingeholten Stellungnahme zum Status der Beschwerde-
führerin aufgrund der vorhandenen Akten ohne Einschätzung der Leis-
tungsfähigkeit im allfälligen Aufgabenbereich vom 26. Juli 2017 (im 
Gerichtsdossier IV/2015/692) macht die Beschwerdegegnerin geltend, ent-
gegen der Auffassung der Beschwerdeführerin (vgl. Stellungnahme der 
Beschwerdeführerin vom 19. Oktober 2016 S. 2 Ziff. 4 [im Gerichtsdossier 
IV/2015/692]) könne im Gesundheitsfall nicht von einem Status der vollen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. Aug. 2017, IV/15/692, Seite 12

Erwerbstätigkeit ausgegangen werden. Die Beschwerdeführerin sei vor 
Eintritt des Gesundheitsschadens, ab dem Jahr 2002, zu 80 % als … tätig 
gewesen. Zwar habe sie sich bereits während dieser Zeit in psychiatrischer 
Behandlung befunden, jedoch sei vor dem Jahr 2006 nie eine Arbeitsun-
fähigkeit attestiert worden. Ausserdem fänden sich in den Akten keine Hin-
weise, wonach sie im Jahr 2002 aus gesundheitlichen Gründen ein 
reduziertes Pensum gewählt hätte. Vielmehr sei davon auszugehen, dass 
die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall nach wie vor als … zu einem 
80 %-Pensum bei der G.________ tätig wäre.

4.2 Vorliegend hat der Abklärungsfachmann der IV-Stelle des Kantons 
… (im Auftrag der Beschwerdegegnerin) am 15. April 2013 (vgl. AB 113/3) 
die Beschwerdeführerin als 100 % Erwerbstätige eingestuft, indem er dar-
auf hingewiesen hat, dass die Beschwerdeführerin anlässlich des Ab-
schlussgesprächs der beruflichen Eingliederung vom 15. Februar 2013 
ausgesagt habe, sie würde bei voller Gesundheit ein Vollzeitpensum ausü-
ben. Ähnliches lässt sich dem Protokoll zum Erstgespräch vom 16. Oktober 
2006 entnehmen, wo die Beschwerdeführerin – trotz der geltend gemach-
ten Einschränkungen – ausgeführt hat, sie möchte 80 - 100 % arbeiten 
(AB 6/2 Ziff. 4). Weiter ist darauf hinzuweisen, dass die Gerichtsgutachterin 
ausgeführt hat, die Beschwerdeführerin habe wegen ihrer verminderten 
psychischen Belastbarkeit nie mehr als in einem Arbeitspensum von 80 % 
gearbeitet (Gerichtsgutachten S. 42), d.h. die Beschwerdeführerin sah sich 
gesundheitsbedingt nicht in der Lage, Vollzeit zu arbeiten. Schliesslich ist 
den Eingliederungsbemühungen zu entnehmen, dass es für die Beschwer-
deführerin stets das Ziel war, ein Pensum von 80 - 100 % zu erreichen (AB 
32 und 39/1).

Mit Blick auf diese Ausführungen ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 
(vgl. E. 2.2 hiervor) davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin im 
Gesundheitsfall voll erwerbstätig wäre, womit von einem Status 100 % Er-
werb auszugehen ist. Der Invaliditätsgrad ist folglich gemäss der allgemei-
nen Methode des Einkommensvergleichs zu ermitteln.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. Aug. 2017, IV/15/692, Seite 13

5.

5.1 Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfol-
gen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig 
möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf 
sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt. 
Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen ziffernmässig nicht genau ermit-
telt werden können, sind sie nach Massgabe der im Einzelfall bekannten 
Umstände zu schätzen und die so gewonnenen Annäherungswerte mitein-
ander zu vergleichen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; 
BGE 128 V 29 E. 1 S. 30, 104 V 135 E. 2b S. 136).

5.2 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30, 134 V 322 E. 
4.1 S. 325). Lässt sich aufgrund der tatsächlichen Verhältnisse das ohne 
gesundheitliche Beeinträchtigung realisierbare Einkommen nicht hinrei-
chend genau beziffern, ist auf Erfahrungs- und Durchschnittswerte gemäss 
Tabellenlohn abzustellen. Auf sie darf jedoch im Rahmen der Invaliditäts-
bemessung nur unter Mitberücksichtigung der für die Entlöhnung im Einzel-
fall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren 
abgestellt werden (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30; Entscheid des Eidgenös-
sischen Versicherungsgerichts [EVG, heute BGer] vom 30. Oktober 2002, 
I 517/02, E. 1.2).

5.3 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 139 V 592 E. 2.3 S. 593; SVR 2016 UV Nr. 13 
S. 40 E. 2.2). Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheits-
schadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbs-
tätigkeit aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellen-
löhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen 
Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 142 V 178 E. 
2.5.7 S. 188, 139 V 592 E. 2.3 S. 593; SVR 2016 UV Nr. 13 S. 40 E. 2.2).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. Aug. 2017, IV/15/692, Seite 14

Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, 
die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich 
zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern 
lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurch-
schnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit ei-
nem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 
S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in welchem Ausmass 
Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und 
beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Ein-
schränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Be-
schäftigungsgrad). Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invaliden-
einkommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, 
wobei der Abzug auf insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen ist (BGE 
135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2015 IV Nr. 1 S. 1 
E. 2.2).

5.4 Die Beschwerdeführerin bezog nach der IV-Anmeldung am 25. Sep-
tember 2006 (AB 2) ab dem 6. Februar 2007 bis zum 7. August 2012 im 
Zusammenhang mit Eingliederungs- und Umschulungsmassnahmen Tag-
gelder der Invalidenversicherung (AB 16, 18, 24, 27, 40, 42, 48, 49, 53, 55, 
70). Der Einkommensvergleich ist folglich per August 2012 vorzunehmen 
(vgl. Art. 29 Abs. 2 IVG, wonach der Rentenanspruch nicht entsteht, solan-
ge die versicherte Person ein Taggeld nach Art. 22 IVG beanspruchen 
kann). 

5.5 Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin (vgl. Stellung-
nahme vom 19. Oktober 2016 S. 2 f. Ziff. 4 [im Gerichtsdossier 
IV/2015/692]) ist das Valideneinkommen nicht gestützt auf das zuletzt als 
… bei der G.________ erzielte Einkommen zu bestimmen, da die Be-
schwerdeführerin dort in einem 80 %-Pensum gearbeitet hat (AB 12/2) und 
nicht sicher ist, dass bzw. ob sie an dieser bisherigen Stelle das Arbeits-
pensum auf 100 % hätte erhöhen können; zudem hat sie diese Stelle be-
reits seit langer Zeit (Ende Dezember 2006) nicht mehr inne (AB 12/4). 
Folglich ist für die Bestimmung des Valideneinkommens auf Tabellenwerte 
abzustellen (vgl. E. 5.2 hiervor). Dabei ist von den LSE 2012, Tabelle TA1 
(Monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach Wirtschaftszweigen, Kompe-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. Aug. 2017, IV/15/692, Seite 15

tenzniveau und Geschlecht, Privater Sektor), Kompetenzniveau 2, Frauen, 
Ziff. 86 - 88, Gesundheits- und Sozialwesen, im Betrag von monatlich 
Fr. 5‘084.--, jährlich Fr. 61‘008.--, auszugehen; angepasst an die betriebs-
übliche wöchentliche Arbeitszeit betreffend Ziff. 86 - 88, Gesundheits- und 
Sozialwesen, im Jahr 2012 von 41.5 Stunden resultiert ein Valideneinkom-
men von Fr. 63‘296.-- (Fr. 61‘008.-- : 40 h x 41.5 h).

Auch das Invalideneinkommen ist anhand der LSE zu bestimmen, da die 
Beschwerdeführerin mit der bei der … in einem 30 %-Pensum (bzw. 30 %-
Leistung bei 50 % Präsenzzeit; Akten der Beschwerdeführerin Dossier-Nr. 
IV/2015/692, act. 1 [Beilage zur Stellungnahme vom 19. Oktober 2016]) 
ihre verbleibende Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 40 % nicht voll aus-
schöpft (vgl. E. 5.3 hiervor). Dabei ist von den LSE 2012, Tabelle TA1 (Mo-
natlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach Wirtschaftszweigen, 
Kompetenzniveau und Geschlecht, Privater Sektor), Kompetenzniveau 2, 
Frauen, Ziff. 26, Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten, elektroni-
schen und optischen Erzeugnissen, Uhren, im Betrag von monatlich 
Fr. 5‘068.--, jährlich Fr. 60‘816.--, auszugehen; die Anpassung an die be-
triebsübliche wöchentliche Arbeitszeit betreffend Ziff. 26, Herstellung von 
Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen, 
Uhren, im Jahr 2012 von 40.5 Stunden sowie die Berücksichtigung der 
Restarbeitsfähigkeit von 40 % ergibt ein Invalideneinkommen von 
Fr. 24‘630.-- (Fr. 60‘816.-- : 40 h x 40.5 h x 0.4). Entgegen der Auffassung 
der Beschwerdeführerin (Stellungnahme vom 19. Oktober 2016 S. 3 Ziff. 4 
[im Gerichtsdossier IV/2015/692]) sind vorliegend keine Gründe für die 
Gewährung eines leidensbedingten Abzuges (vgl. E. 5.3 hiervor) gegeben, 
insbesondere wurde den gesundheitlichen Beeinträchtigungen mit der gut-
achterlich attestierten 40 %-igen Arbeitsfähigkeit (Gerichtsgutachten S. 40 
und 42) hinreichend Rechnung getragen. Ausserdem wirkt sich Teilzeitar-
beit bei Frauen allgemein nicht lohnmindernd aus (vgl. SVR 2012 IV Nr. 17 
S. 80 E. 4.2.2.2). 

Die Gegenüberstellung der beiden hypothetischen Vergleichseinkommen 
ergibt gerundet einen Invaliditätsgrad von 61 % (100 / Fr. 63‘296.-- x 
[Fr. 63‘296.-- - Fr. 24‘630.--] = 61.09 %; zu den Rundungsregeln vgl. BGE 
130 V 121 E. 3.2 und 3.3 S. 123), womit ein Anspruch auf eine Dreiviertels-

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rente besteht und zwar ab August 2012, da die Beschwerdeführerin bis 
zum 7. August 2012 IV-Taggelder bezogen hat (vgl. E. 5.4 hiervor). Bei der 
Ausrichtung der Rente sind die vom 1. bis 7. August 2012 bezogenen Tag-
gelder in Abzug zu bringen, ebenso diejenigen, welche die Beschwerdefüh-
rerin vom 19. November 2012 bis 17. Februar 2013 bezogen hat (AB 102, 
110).

5.6 Die Beschwerde ist demnach unter Aufhebung der Verfügung vom 
13. Mai 2014 gutzuheissen. Die Beschwerdeführerin hat ab dem 1. August 
2012 Anspruch auf eine Dreiviertelsrente. 

6.

6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 1‘000.--, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4). Der geleistete Kostenvor-
schuss von Fr. 700.-- (vgl. Gerichtsdossier IV/2014/573) ist der Beschwer-
deführerin nach Eintritt der Rechtskraft des Urteils zurückzuerstatten.

6.2 Wo zur Durchführung der vom Gericht als notwendig erachteten 
Beweismassnahme an sich eine Rückweisung in Frage käme, eine solche 
indessen mit Blick auf die Wahrung der Verfahrensfairness entfällt, sind die 
Kosten der Begutachtung durch eine MEDAS den IV-Stellen aufzuerlegen 
und nach der tarifvertraglichen Regelung zu berechnen (BGE 137 V 210 E. 
4.4.2 S. 265). Die Kosten eines kantonalen Gerichtsgutachtens (MEDAS-
Gutachten sowie mono- und bidisziplinäre Gutachten) können der IV-Stelle 
nicht systematisch überbunden werden, sondern nur dann, wenn die Ab-
klärungen der Verwaltung lückenhaft oder klar ungenügend waren und das 
Gerichtsgutachten dazu dienen soll, die Mängel des Verwaltungsverfahrens 
zu beheben. Es muss also ein Zusammenhang zwischen den Mängeln der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. Aug. 2017, IV/15/692, Seite 17

administrativen Abklärungen und der Notwendigkeit der Anordnung eines 
Gerichtsgutachtens bestehen. Dies ist namentlich zu bejahen, wenn die 
Verwaltung einen offensichtlichen Widerspruch zwischen verschiedenen im 
Dossier enthaltenen medizinischen Beurteilungen nicht mit objektiver Be-
gründung auflöst, die Verwaltung eine oder mehrere für die Beurteilung 
bzw. Würdigung der medizinischen Situation notwendigen Fragen offen 
lässt oder sich die Verwaltung auf ein Gutachten stützt, welches die Anfor-
derungen an den Beweiswert einer medizinischen Expertise offensichtlich 
nicht erfüllt. In diesen Fällen handelt es sich bei den Kosten des Gutach-
tens um Kosten des Abklärungsverfahrens im Sinne von Art. 45 ATSG. Hat 
die Verwaltung hingegen den Untersuchungsgrundsatz eingehalten und 
sich auf schlüssige und übereinstimmende Unterlagen oder auf ein gemäss 
Rechtsprechung voll beweiskräftiges Gutachten gestützt und gibt das kan-
tonale Gericht aus anderen Gründen (z.B. nach der Erstellung neuer medi-
zinischer Berichte oder eines Privatgutachtens) ein Gerichtsgutachten in 
Auftrag, so können der Verwaltung die Gutachterkosten nicht überbunden 
werden. In diesem Fall handelt es sich bei den Gutachterkosten um Kosten 
des Gerichtsverfahrens im Sinne von Art. 69 Abs. 1bis IVG (BGE 140 V 70 
E. 6.1 S. 75, 139 V 496 E. 4.3 f. S. 501).

6.3 Gemäss Ausführungen des Bundesgerichts (BGer 9C_190/2015, 
E. 5) hätte im vorliegenden Fall der deutliche Unterschied zwischen der 
psychiatrischen Diagnose und der fachärztlichen Beurteilung des psychi-
schen Gesundheitszustandes sowie der Stellungnahme zur Arbeitsunfähig-
keit der medizinisch-diagnostischen Klärung, zweckmässigerweise mittels 
Nachfrage bei der MEDAS, bedurft. Dies gelte umso mehr, als die Be-
schwerdeführerin seit 1. November 2013 in einem Pensum von 30 % tätig 
sei, die Verwaltungsverfügung aber erst am 13. Mai 2014 erlassen worden 
sei, sodass dem Einbezug der entsprechenden Erwerbstätigkeit in die Be-
urteilung nichts entgegen gestanden habe. Laut Bundesgericht war der 
rechtserhebliche Sachverhalt in wesentlichen Punkten unvollständig abge-
klärt. Folglich erging der Entscheid der Beschwerdegegnerin vom 13. Mai 
2014 gestützt auf lückenhafte Abklärungen, welche mittels Gerichtsgutach-
ten zu beheben waren. Demnach hat die Beschwerdegegnerin die Kosten 
des psychiatrischen Gerichtsgutachtens von Dr. med. F.________ vom 
1. September 2016 im Betrag von Fr. 9‘119.50 (inklusive Kosten für Labor-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. Aug. 2017, IV/15/692, Seite 18

leistungen und MWSt. [vgl. Rechnung von Dr. med. F.________ vom 
1. September 2016 {im Gerichtsdossier IV/2015/692}]) zu tragen (vgl. E. 
6.2 hiervor). Daran ändert nichts, dass die Abklärungsbedürftigkeit durch 
das Bundesgericht und nicht durch das kantonale Gericht festgestellt wor-
den ist (SVR 2015 UV Nr. 4 S. 16 E. 5.2.2). Die Kosten des gerichtlichen 
Gutachtens sind an die Gerichtskasse zu überweisen.

6.4 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom Versicherungsgericht festge-
setzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streit-
sache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g 
ATSG).

Rechtsanwalt B.________ macht mit Kostennote vom 1. Februar 2017 für 
die beiden Dossier-Nrn. IV/2014/573 und IV/2015/692 ein Honorar von 
Fr. 6‘207.40 (25.23 Std. à Fr. 246.-- bzw. 1‘514 Min. à Fr. 4.10) zuzüglich 
Auslagen von Fr. 246.85 und Mehrwertsteuer von Fr. 516.30 (richtig: 
Fr. 516.35; 8 % von Fr. 6‘454.25), total Fr. 6‘970.60, geltend, was eher 
hoch ausgefallen, aber gerade noch angemessen ist. Die Parteientschädi-
gung wird demnach für die beiden Dossier-Nrn. IV/2014/573 und 
IV/2015/692 auf total Fr. 6‘970.60 (inkl. Auslagen und MWSt.) festgesetzt; 
diesen Betrag hat die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin zu 
ersetzen.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung der 
IV-Stelle Bern vom 13. Mai 2014 aufgehoben und der Beschwerdefüh-
rerin mit Wirkung ab dem 1. August 2012 eine Dreiviertelsrente zuge-
sprochen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 1‘000.-- werden der Beschwerdegegne-
rin zur Bezahlung auferlegt. Der von der Beschwerdeführerin geleistete 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. Aug. 2017, IV/15/692, Seite 19

Kostenvorschuss von Fr. 700.-- wird ihr nach Rechtskraft des Urteils 
zurückerstattet.

3. Die Kosten des Gerichtsgutachtens von Fr. 9‘119.50 werden der Be-
schwerdegegnerin zur Bezahlung auferlegt und sind an die Gerichts-
kasse zu überweisen.

4. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin die Parteikosten 
für die beiden Dossier-Nrn. IV/2014/573 und IV/2015/692, gerichtlich 
bestimmt auf Fr. 6‘970.60 (inkl. Auslagen und MWSt.), zu ersetzen.

5. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin (samt der 

Stellungnahme der Beschwerdegegnerin vom 26. Juli 2017)
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.