# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 083948cb-2d23-5b71-b5cf-1d1a5e2b912a
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-07-04
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 04.07.2018 IV 2016/157
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2016-157_2018-07-04.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2016/157

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 25.09.2019

Entscheiddatum: 04.07.2018

Entscheid Versicherungsgericht, 04.07.2018
Art. 28 IVG. Art. 43 ATSG. Rentenanspruch. Beginn des Wartejahres. 
Sachverhaltsabklärung. Untersuchungspflicht (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 4. Juli 2018, IV 2016/157).

Besetzung

Präsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Monika Gehrer-Hug und Karin Huber-

Studerus; Gerichtsschreiber Tobias Bolt

Geschäftsnr.  

IV 2016/157

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Daniel Ehrenzeller, Engelgasse 214, 9053 Teufen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand 

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Rente

Sachverhalt

A. 

A.a  A.___ meldete sich im August 2011 zum Bezug eines Hilfsmittels respektive von 

orthopädischen Serienschuhen bei der Invalidenversicherung an (IV-act. 1). Die Klinik 

für Endokrinologie, Diabetologie und Osteologie des Kantonsspitals St. Gallen hatte am 

20. August 2011 berichtet (IV-act. 2), der Versicherte leide an einem diabetischen 

Fusssyndrom bei einer schweren peripheren Polyneuropathie. Aktuell liege ein 

chronisches neuropathisches Druckulcus unter dem MTP I links vor. Mit einer 

Mitteilung vom 29. September 2011 sprach die IV-Stelle dem Versicherten die 

Vergütung der Kosten für orthopädische Serienschuhe nach ärztlicher Verordnung für 

die Zeit vom 30. August 2011 bis zum 31. August 2016 zu (IV-act. 12).

A.b  Am 31. März 2014 meldete sich der Versicherte für berufliche 

Eingliederungsmassnahmen und für eine Rente bei der Invalidenversicherung an (IV-

act. 14). Er gab an, er habe in seinem Herkunftsland das Gymnasium und ein 

Jurastudium absolviert und sei dann im Juli 1980 in die Schweiz eingereist. Hier habe 

er einen Deutschunterricht in verschiedenen Schulen absolviert. In der Zeit vom 16. 

Februar 2004 bis zum 28. Juni 2011 sei er als Hausmann tätig gewesen. In einem 

Begleitschreiben zum Anmeldeformular hielt er fest (IV-act. 16), seine Gesundheit sei 

schon seit Jahren angeschlagen. Am 28. Juni 2011 habe sich sein Gesundheitszustand 

infolge eines Herzinfarktes „dramatisch“ verschlechtert. Seither hätten sich seine 

Leiden stetig verschlimmert. Es sei ihm nicht nur unmöglich, einer Tätigkeit 

nachzugehen oder einfach den Haushalt zu bewältigen. Vielmehr schaffe er es kaum 

mehr, richtig für sich zu sorgen. Die Klinik für Innere Medizin des Spitals Z.___ hatte am 

21. Februar 2014 berichtet (IV-act. 19–6 f.), der Versicherte leide an einem Diabetes 

mellitus Typ 2, der erstmals im Jahr 1994 diagnostiziert worden sei und der als 

Sekundärkomplikationen eine diabetische Retinopathie, eine schwere periphere 

Polyneuropathie und eine Makroangiopathie verursacht habe, an einem diabetischen 

Fusssyndrom, an einer coronaren Dreigefäss-Erkrankung, an einer peripheren 

arteriellen Verschlusskrankheit Stadium I beidseits, an einer arteriellen Hypertonie, an 

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einer Struma multinodosa sowie an einer Discushernie C6/7, an einer 

Spinalkanalstenose C5/6 und an einer Foraminalstenose L4/5 rechts. Der Hausarzt Dr. 

med. B.___ teilte am 2. Mai 2014 mit (IV-act. 38), der Versicherte sei seit dem Jahr 

2008 vollständig arbeitsunfähig. Obwohl er schon seit dem Jahr 2005 von Dr. B.___ 

behandelt werde, habe dieser erst per 28. Juni 2011 erstmals ein 

Arbeitsunfähigkeitszeugnis ausgestellt. Dem Versicherten seien keine erwerblichen 

Tätigkeiten zumutbar. Die Prognose sei ungünstig.

A.c  Am 2. Mai 2014 notierte ein Sachbearbeiter der IV-Stelle (IV-act. 37), der 

Versicherte habe telefonisch angegeben, dass er „seit seiner Einreise in die Schweiz im 

Jahr 2004“ nie einer Erwerbstätigkeit nachgegangen sei. Seine Frau – Dr. med. C.___ – 

sei als Ärztin tätig; ihr Einkommen habe für die Versorgung der Familie ausgereicht. Der 

Versicherte sei deshalb für die Betreuung der Kinder zuständig und als Hausmann tätig 

gewesen. Mit einer Mitteilung vom 7. Mai 2014 wies die IV-Stelle das Begehren um 

berufliche Massnahmen mit der Begründung ab, der Versicherte sei als Hausmann 

tätig, weshalb keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen angezeigt seien (IV-act. 

44). Am 19. Mai 2014 verlangte der Versicherte die Eröffnung einer beschwerdefähigen 

Verfügung. Er machte geltend (IV-act. 46–5 f.), er sei nur bis ins Jahr 2008 als 

Hausmann tätig gewesen. Ab dem Jahr 2008 habe er aufgrund seiner 

Gesundheitsbeeinträchtigungen den Haushalt nicht mehr verrichten können. Insofern 

sei die Begründung der Mitteilung vom 7. Mai 2014 zu unspezifisch gehalten.

A.d  Mit einer Mitteilung vom 11. Juni 2014 wies die IV-Stelle den Versicherten darauf 

hin (IV-act. 50), dass ein allfälliger Rentenanspruch frühestens ab Oktober 2014 

entstehen könnte, weshalb die IV-Stelle im August 2014 aktuelle Unterlagen 

einverlangen und den Fall dann prüfen werde. Dagegen wandte der Versicherte am 23. 

Mai 2014 ein (IV-act. 51), er habe das Wartejahr schon längst vollendet, denn sämtliche 

behandelnden Ärzte gingen davon aus, dass er schon seit dem Jahr 2008 vollständig 

arbeitsunfähig sei und dass keinerlei Aussicht auf eine Verbesserung des 

Gesundheitszustandes bestehe. Im September 2014 berichtete Dr. C.___ (IV-act. 60), 

der Versicherte werde dauernd arbeitsunfähig bleiben. Eine Heilung stehe ausser 

Frage. Die medizinische Behandlung ziele auf eine Stabilisierung des 

Gesundheitszustandes ab. Auch Dr. B.___ berichtete im September 2014 über eine 

weiter andauernde vollständige Arbeitsunfähigkeit des Versicherten (IV-act. 61). Am 20. 

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März 2015 notierte Dr. med. D.___ vom IV-internen regionalen ärztlichen Dienst (RAD), 

retrospektiv könne die Frage, ab wann genau die nun bestehende Einschränkung 

vorhanden gewesen sei, nicht beantwortet werden; die Angabe des Hausarztes, dass 

der Versicherte seit dem Jahr 2008 für körperliche Tätigkeiten arbeitsunfähig gewesen 

sei, könne allerdings nicht von der Hand gewiesen werden (IV-act. 79). Am 26. Mai 

2015 wurde eine Abklärung im Haushalt des Versicherten durchgeführt. Der 

Abklärungsbeauftragte der IV-Stelle hielt in seinem Bericht fest (IV-act. 83), der 

Versicherte habe angegeben, dass er ohne seine Gesundheitsbeeinträchtigung ab dem 

Jahr 2007 wieder erwerbstätig gewesen wäre, da er ab dann keine Betreuungspflichten 

mehr habe erfüllen müssen. Gestützt auf diese Angabe sei der Versicherte als (im sog. 

„hypothetischen Gesundheitsfall“) voll Erwerbstätiger zu qualifizieren. Die 

Einschränkung im Haushalt müsse deshalb gar nicht erst abgeklärt werden. Im Auftrag 

der IV-Stelle führte der Neurologe Prof. Dr. med. E.___ am 28. September 2015 eine 

Consiliaruntersuchung durch. Er berichtete (IV-act. 86), der Versicherte leide an einer 

„höchstgradigen“ senso-motorischen axonalen Polyneuropathie, an einer medio-

lateralen Discushernie C6/7 rechts, an einem Diabetes mellitus Typ 2, an einer 

arteriellen Hypertonie, an einer coronaren Herzkrankheit sowie an einer peripheren 

arteriellen Verschlusskrankheit. Hinsichtlich der Polyneuropathie habe sich der Zustand 

des Versicherten im Vergleich zu jenem im Jahr 2008 deutlich verschlechtert. Aus 

neurologischer Sicht sei der Versicherte vollständig arbeitsunfähig. Der RAD-Arzt Dr. 

D.___ notierte am 9. November 2015, es sei davon auszugehen, dass das von Prof. Dr. 

E.___ beschriebene Funktionsdefizit seit etwa vier Jahren bestehe (IV-act. 87).

A.e  Mit einem Vorbescheid vom 30. November 2015 teilte die IV-Stelle dem 

Versicherten mit (IV-act. 90), dass sie die Zusprache einer ganzen Rente bei einem 

Invaliditätsgrad von 100 Prozent vorsehe. Angesichts der „verspäteten Anmeldung“ 

entstehe der Rentenanspruch mit Wirkung ab dem 1. Oktober 2014. Mit einer 

Verfügung vom 14. April 2016 sprach sie dem Versicherten mit Wirkung ab dem 1. 

Oktober 2014 eine Rente von 482 Franken pro Monat und mit Wirkung ab dem 1. 

Januar 2015 eine Rente von 484 Franken pro Monat zu (IV-act. 97). Für die Berechnung 

der Beitragsdauer hatte sie zwölf Beitragsjahre und elf Beitragsmonate berücksichtigt, 

was im Verhältnis zur Anzahl der beitragspflichtigen Jahre gemäss dem Jahrgang des 

Versicherten (36 Jahre) zur Anwendung der Rentenskala 15 geführt hatte. Die IV-Stelle 

hatte 5,5 Erziehungsgutschriften, ein massgebendes durchschnittliches 

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Jahreseinkommen von 25’380 Franken und eine für die Berechnung dieses 

massgebenden durchschnittlichen Jahreseinkommens relevante Beitragsdauer von 

zwölf Jahren und fünf Monaten berücksichtigt.

B. 

B.a  Am 13. Mai 2016 liess der nun anwaltlich vertretene Versicherte (nachfolgend: der 

Beschwerdeführer) eine Beschwerde gegen die Verfügung vom 14. April 2016 erheben 

(act. G 1). Sein Rechtsvertreter beantragte die „teilweise“ Aufhebung der 

angefochtenen Verfügung, die Zusprache einer Rente spätestens ab Juni 2012 und die 

Überprüfung der Rentenhöhe („insbesondere die angerechneten Beitragsjahre“) 

beziehungsweise die „erhebliche“ Erhöhung des durchschnittlichen 

Jahreseinkommens. Zur Begründung führte er aus (vgl. auch act. G 3), das Wartejahr 

habe gemäss der angefochtenen Verfügung bereits im Juni 2011 zu laufen begonnen. 

Der Beschwerdeführer habe sich bereits im September 2011 zum Leistungsbezug 

angemeldet. Der Rentenanspruch sei folglich spätestens per 1. Juni 2012 entstanden. 

Die Jahre 1981, 1985–1990, 1992, 1994 und 2003 seien nicht voll berücksichtigt 

worden. Die abgelieferten Beiträge in jenen Jahren seien aber höher als die 

Nichterwerbstätigenbeiträge gewesen. Folglich müssten diese Jahre voll angerechnet 

werden, denn ansonsten würde der Beschwerdeführer schlechter gestellt als ein 

Nichterwerbstätiger in der ansonsten gleichen Lage. Stossend sei auch, dass bezüglich 

der Einkommen kein „Splitting“ erfolgt sei. Wenn der Rentenanspruch wirklich erst im 

Jahr 2014 entstanden sei, dann sei es falsch, nur die Beitragsjahre bis zum Jahr 2011 

zu berücksichtigen.

B.b  Die IV-Stelle (nachfolgend: die Beschwerdegegnerin) beantragte am 25. Juli 2016 

die Abweisung der Beschwerde (act. G 5). Zur Begründung führte sie an, das 

Verwaltungsverfahren im Jahr 2011 habe nur den Anspruch auf ein Hilfsmittel 

respektive auf orthopädische Serienschuhe zum Gegenstand gehabt. Weder aus dem 

Begehren des Beschwerdeführers noch aus den Akten hätten sich Anhaltspunkte dafür 

ergeben, dass der Beschwerdeführer eine Rente hätte beantragen wollen 

beziehungsweise dass er einen Rentenanspruch gehabt hätte. Die Anmeldung zum 

Bezug einer Rente sei erst am 31. März 2014 erfolgt. In seinem Begleitschreiben zum 

Anmeldeformular habe der Beschwerdeführer explizit darauf hingewiesen, dass er sich 

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erst dann zum Bezug einer Rente habe anmelden wollen. Bezüglich des 

Rentenbetrages sei darauf hinzuweisen (vgl. AK-act. 1), dass die Zeiten, während 

denen kein Versicherungsverhältnis bestanden habe, nicht als Beitragsdauer 

berücksichtigt werden könnten. Der Beschwerdeführer habe seinen Wohnsitz nur in der 

Zeit von Juli bis Oktober 1981 (vier Monate), von Juli bis Oktober 1985 (vier Monate), 

von Juli bis September 1986 (drei bzw. unter Berücksichtigung der 

Beschäftigungsdauer in der Schweiz: vier Monate), von August bis November 1987 

(vier Monate), von August bis November 1988 (vier Monate), von August bis November 

1989 (vier Monate), von Februar bis Juni 1990 (fünf Monate), von Oktober 1992 bis 

Oktober 1994 (zwei Jahre und ein Monat) und von Februar 2001 bis Dezember 2011 

(sieben Jahre und elf Monate) in der Schweiz gehabt. Die Beitragslücken hätten unter 

Berücksichtigung der sechs Beitragsmonate im Rentenjahr 2012 teilweise geschlossen 

werden können. Eine weitere Ausdehnung der Beitragsdauer sei nicht zulässig. Die 

Einkommensteilung (vulgo „Splitting“) sei nicht möglich, da die Ehefrau des 

Beschwerdeführers noch nicht rentenberechtigt sei. Eine Einkommensteilung hätte 

aber ohnehin keinen Einfluss auf die Beitragsdauer. Der Eintritt des Versicherungsfalls 

sei nicht vom Zeitpunkt der Anmeldung zum Leistungsbezug abhängig.

B.c  Der Beschwerdeführer liess am 6. September 2016 replicando – „korrigiert und 

präzisiert“ – die Zusprache der Rente ab Oktober 2014 und die Berechnung der 

Rentenbeträge unter Berücksichtigung der Beitragsjahre 2012 und 2013 beantragen 

(act. G 9). Zur Begründung liess er im Wesentlichen geltend machen, der 

Versicherungsfall sei erst im ersten Quartal 2014 eingetreten.

B.d  Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 11).

Erwägungen

1. 

Eine versicherte Person, die ihre Erwerbsfähigkeit nicht durch zumutbare 

Eingliederungs¬massnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern kann, die 

während eines Jahres ohne einen wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 

mindestens 40 Prozent arbeitsunfähig gewesen ist und die nach dem Ablauf dieses 

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Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid ist, hat laut dem Art. 28 Abs. 1 IVG einen 

Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung. Gemäss dem Art. 28a Abs. 1 IVG 

in Verbindung mit dem Art. 16 ATSG wird für die Bemessung der Invalidität das 

Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach dem Eintritt der 

Gesundheitsbeeinträchtigung und nach der Durchführung der medizinischen 

Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare 

Tätigkeit bei einer ausgeglichenen Arbeitsmarktlage erzielen könnte, zu jenem 

Erwerbseinkommen in Beziehung gesetzt, das sie erzielen könnte, wenn sie gesund 

geblieben wäre. Laut dem Art. 29 Abs. 1 IVG entsteht der Rentenanspruch frühestens 

nach dem Ablauf von sechs Monaten nach der Geltendmachung des 

Leistungsanspruchs nach Art. 29 Abs. 1 ATSG.

2. 

2.1  Da der Beschwerdeführer in den Jahren vor dem Eintritt seiner 

Gesundheitsbeeinträchtigung nicht erwerbstätig gewesen war, hat die 

Beschwerdegegnerin zunächst geprüft, ob sein Invaliditätsgrad anhand eines 

Einkommensvergleichs, anhand eines Betätigungsvergleichs oder anhand der 

sogenannten gemischten Methode berechnet werden müsse (vgl. Art. 28a IVG). 

Gestützt auf die Angaben des Beschwerdeführers bei der Haushaltsabklärung ist die 

Beschwerdegegnerin dann von einer (hypothetischen) Erwerbstätigkeit in einem 

Vollpensum ausgegangen, weshalb sie den Invaliditätsgrad anhand eines 

Einkommensvergleichs berechnet hat. Das ist im Ergebnis richtig gewesen, denn das 

IVG erlaubt nur in seltenen Fällen eine Abweichung vom Grundsatz, dass der 

Invaliditätsgrad anhand eines Einkommensvergleichs zu berechnen ist, von denen hier 

keiner vorliegt (vgl. zum Ganzen den Entscheid IV 2014/125 des St. Galler 

Versicherungs¬gerichtes vom 24. Mai 2016).

2.2  Der Beschwerdeführer hat in seinem Herkunftsland ein juristisches Studium 

abgeschlossen. Sein Diplom hat ihn aber hier in der Schweiz nicht befähigen können, 

als Jurist zu arbeiten. Für eine juristische Tätigkeit hätte er folglich in der Schweiz eine 

weitere juristische Ausbildung absolvieren müssen. Ob er ohne eine 

Gesundheitsbeeinträchtigung trotz seines fortgeschrittenen Alters noch eine solche 

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Ausbildung in Angriff genommen und erfolgreich abgeschlossen hätte, ist fraglich, kann 

aber aus den nachfolgenden Gründen offen bleiben.

2.3  Im Auftrag der Beschwerdegegnerin hat der Neurologe Prof. Dr. E.___ – 

übereinstimmend mit den Angaben sämtlicher behandelnder Ärzte – überzeugend 

dargelegt, dass der Beschwerdeführer aufgrund seiner Erkrankung nicht mehr in der 

Lage ist, irgendeiner erwerblichen Tätigkeit nachzugehen. Eingliederungsmassnahmen, 

die daran etwas ändern würden, fallen nicht in Betracht. Folglich ist mit dem 

erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass der 

Beschwerdeführer für sämtliche Tätigkeiten vollständig arbeitsunfähig ist. Er kann also 

kein Erwerbseinkommen mehr erzielen, das heisst das zumutbarerweise erzielbare 

Invalideneinkommen beläuft sich auf null Franken. Unabhängig von der Höhe des 

Valideneinkommens (vgl. E. 2.2) resultiert bei einem zumutbarerweise erzielbaren 

Invalideneinkommen von null Franken stets ein Invaliditätsgrad von 100 Prozent. Damit 

kann die Frage nach einer allfälligen Umschulungsmöglichkeit beziehungsweise die 

Frage nach der Validenkarriere unbeantwortet bleiben. Der Beschwerdeführer hat 

jedenfalls gemäss dem Art. 28 Abs. 2 IVG einen Anspruch auf eine ganze Rente der 

Invalidenversicherung.

3. 

3.1  Der Zeitpunkt des Eintrittes der vollständigen Arbeitsunfähigkeit ist nicht nur für 

den Beginn des Rentenanspruchs, sondern auch für die Berechnung des 

Rentenbetrages ent¬scheidend, denn laut dem Art. 36 Abs. 2 IVG in Verbindung mit 

dem Art. 29bis AHVG ist so¬wohl für die Beantwortung der Frage nach allfälligen 

Beitragslücken als auch für die Berechnung des massgebenden durchschnittlichen 

Jahreseinkommens grundsätzlich nur der Zeitraum zwischen dem 1. Januar nach der 

Vollendung des 20. Altersjahres und dem 31. Dezember vor dem Eintritt des 

Versicherungsfalles relevant.

3.2  Der Neurologe Prof. Dr. E.___ hat sich nur vage zum Verlauf der Erkrankung des 

Beschwerdeführers äussern können, da er diesen nur je einmal in den Jahren 2008 und 

2015 untersucht hatte und da er deshalb lediglich eine deutliche Progredienz in den 

dazwischen liegenden Jahren hatte feststellen können. Die Frage, ab wann der 

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Beschwerdeführer vollständig arbeitsunfähig gewesen war, hat Prof. Dr. E.___ folglich 

nicht genau beantworten können. Ihm gegenüber hatte der Beschwerdeführer 

angegeben, die – die Arbeitsfähigkeit am stärksten einschränkende – Beeinträchtigung 

der oberen Extremitäten bestehe schon seit etwa vier Jahren (also etwa seit dem Jahr 

2011). Der RAD-Arzt Dr. D.___ hat diese Angabe als nachvollziehbar erachtet, obwohl 

auch ihm keine Unterlagen vorgelegen haben, mit denen er diese mit dem 

erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit hätte verifizieren 

können. Folgerichtig hat Dr. D.___ deshalb eingeräumt, der Verlauf der Arbeitsfähigkeit 

könne retrospektiv nicht genau nachvollzogen werden; von einer seit vier Jahren 

bestehenden Arbeitsfähigkeit könne nur „füglich“ ausgegangen werden. Gestützt auf 

die Berichte der behandelnden Ärzte hatte Dr. D.___ allerdings vor der Erstellung des 

Consiliarberichtes von Prof. Dr. E.___ eine bereits seit dem Jahr 2008 bestehende 

Arbeitsunfähigkeit zumindest für körperliche Tätigkeiten als nicht „von der Hand zu 

weisen“ erachtet. In seinem Bericht vom 2. Mai 2014 hatte Dr. B.___ angegeben, dass 

er den Beschwerdeführer bereits seit dem Jahr 2005 behandle und dass dieser seit 

dem Jahr 2008 zu 100 Prozent arbeitsunfähig sei, wobei er allerdings weder den 

Beginn der Arbeitsunfähigkeit noch die Tätigkeiten, auf die sich sein Attest bezogen 

hat, näher spezifiziert hat. Ein Arbeitsunfähigkeitszeugnis sei jedoch erstmals am 28. 

Juni 2011 ausgestellt worden, wohl weil der Beschwerdeführer, der im 

Aufgabenbereich tätig gewesen war, davor kein solches benötigt hatte. Auch die 

Angaben von Dr. B.___ lassen also keine genaue Bestimmung des Beginns der 

vollständigen Arbeitsunfähigkeit zu. Auch Dr. Shabani hat zwar eine seit dem Jahr 2008 

bestehende Arbeitsunfähigkeit attestiert, aber ihr Bericht enthält keine Angaben, die es 

erlauben würden, den genauen Zeitpunkt des Eintrittes der vollständigen 

Arbeitsunfähigkeit hinreichend zu bestimmen. Zudem handelt es sich bei Dr. C.___ um 

die Ehefrau des Beschwerdeführers, was die Beweiskraft ihres Berichtes schmälert. Die 

übrigen Berichte der behandelnden Ärzte enthalten gar keine Angaben zum Beginn der 

Arbeitsunfähigkeit. Die Frage nach dem genauen Zeitpunkt des Eintrittes der 

Arbeitsunfähigkeit kann folglich nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit beantwortet werden. Das bedeutet aber nicht, dass 

diesbezüglich von einer objektiven Beweislosigkeit ausgegangen werden müsste. Es 

besteht nämlich die Möglichkeit, dass sich der den Beschwerdeführer seit dem Jahr 

2005 behandelnde Hausarzt Dr. B.___ spezifischer zum Verlauf der Erkrankung äussern 

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könnte oder dass anhand der von ihm geführten Krankengeschichte nachvollzogen 

werden könnte, ab wann der Beschwerdeführer massgebend arbeitsunfähig gewesen 

ist. Indem die Beschwerdegegnerin das Verwaltungsverfahren abgeschlossen hat, 

ohne zu versuchen, weitere Angaben von Dr. B.___ (oder allenfalls auch von anderen 

behandelnden Ärzten) zu erhalten und gestützt darauf den Zeitpunkt des Beginns der 

Arbeitsunfähigkeit genauer zu bestimmen, hat sie die Sachverhaltsabklärung verfrüht 

abgebrochen. Die angefochtene Verfügung ist deshalb in Verletzung der 

Untersuchungspflicht (Art. 43 Abs. 1 ATSG) ergangen, weshalb sie als rechtswidrig 

aufgehoben werden muss. Das Gericht könnte zwar mittels einer Rückfrage an Dr. 

B.___ versuchen, die Sachverhaltsabklärung anstelle der Beschwerdegegnerin 

abzuschliessen. Allerdings verfügt das Gericht über keinen ärztlichen Dienst, der eine 

entsprechende Stellungnahme respektive die Krankenakten medizinisch würdigen 

könnte. Eine solche medizinische Würdigung insbesondere der Krankengeschichte des 

Beschwerdeführers ist für die Beantwortung der Frage, ab wann genau der 

Beschwerdeführer selbst für eine rein intellektuelle Tätigkeit ohne jeden Körpereinsatz 

arbeitsunfähig gewesen ist, unabdingbar. Aus diesem Grund sieht das 

Versicherungsgericht von einer Rückfrage an Dr. B.___ ab. Die Sache wird vielmehr an 

die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen. Diese wird Dr. B.___ nochmals zu einer 

Stellungnahme zum Verlauf und zur Einreichung der gesamten Krankengeschichte des 

Beschwerdeführers auffordern. Mithilfe ihres RAD wird sie die Angaben von Dr. B.___ 

(oder von anderen behandelnden Ärzten) medizinisch würdigen und versuchen, die 

Frage zu beantworten, ab wann das Wartejahr zu laufen begonnen hat. Anschliessend 

wird sie erneut über den Rentenanspruch des Beschwerdeführers verfügen.

4. 

Die Rückweisung einer Sache zur weiteren Abklärung gilt hinsichtlich der Kosten- und 

Entschädigungsfolgen rechtsprechungsgemäss als ein vollständiges Obsiegen der 

beschwerdeführenden Partei. Die Gerichtskosten sind deshalb der 

Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Dem Beschwerdeführer wird der von ihm geleistete 

Kostenvorschuss zurückerstattet. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer 

eine Parteientschädigung auszurichten. Angesichts des bescheidenen Aktenumfangs 

ist von einem deutlich unterdurchschnittlichen erforderlichen Vertretungsaufwand 

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auszugehen, weshalb der Betrag der Parteientschädigung auf 2’500 Franken 

(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) festgesetzt wird.

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1. 

In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung vom 14. 

April 2016 aufgehoben und die Sache wird zur weiteren Abklärung und zur 

anschliessenden neuen Verfügung im Sinne der Erwägungen an die 

Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2. 

Die Beschwerdegegnerin hat die Gerichtskosten von 600 Franken zu bezahlen; dem 

Beschwerdeführer wird der von ihm geleistete Kostenvorschuss von 600 Franken 

zurückerstattet.

3. 

Die Beschwerdegegnerin hat den Beschwerdeführer mit 2’500 Franken zu 

entschädigen.

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