# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 31d51896-956e-51ab-94a9-feb432b0d26f
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-05-08
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 08.05.2024 SB230493
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB230493_2024-05-08.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer  

Geschäfts-Nr.: SB230493-O/U/jv

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. R. Faga, Präsident, Oberrichterinnen 

lic. iur. M. Knüsel und Dr. iur. E. Borla sowie Gerichtsschreiberin 

MLaw A. Sieber

Urteil vom 8. Mai 2024

in Sachen

A._____,
Beschuldigter und Berufungskläger

amtlich verteidigt durch Rechtsanwältin MLaw X._____,

gegen

Staatsanwaltschaft Limmattal / Albis, 
Anklägerin und Berufungsbeklagte

betreffend versuchte schwere Körperverletzung etc. 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 7. Abteilung, 
vom 22. Juni 2023 (DG230033)

sowie

X._____, 
Beschwerdeführerin

- 2 -

betreffend Entschädigung der amtlichen Verteidigung 

Beschwerde gegen Dispositivziffer 8 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich, 
7. Abteilung, vom 22. Juni 2023 (DG230033-L)

- 3 -

Anklage:
(Urk. 23)

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Limmattal / Albis vom 2. März 2023 

(Urk. 23) ist diesem Urteil beigeheftet.

Urteil der Vorinstanz:
(Urk. 62 S. 45 ff.)

"Es wird erkannt:

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig der versuchten schweren Körperverletzung im Sinne 

von Art. 122 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB sowie des Angriffs im Sinne von 

Art. 134 StGB.

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 3 Jahren Freiheitsstrafe, wovon bis und mit heute 268 Tage 

durch Haft und vorzeitigen Strafantritt erstanden sind.

3. Die Freiheitsstrafe wird vollzogen.

4. Der Beschuldigte wird im Sinne von Art. 66a Abs. 1 lit. b StGB für 10 Jahre des Landes ver-

wiesen.

5. Das beschlagnahmte Mobiltelefon Realme RMX3231 (Asservat-Nr. A016'592'328) des Be-

schuldigten wird diesem nach Rechtskraft des Urteils auf erstes Verlangen herausgegeben 

oder nach unbenutztem Ablauf einer dreimonatigen Frist von der Lagerbehörde vernichtet.

6. Der Privatkläger B._____ wird mit seinem Schadenersatzbegehren auf den Weg des Zivil-

prozesses verwiesen.

7. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger B._____ Fr. 1'500.– als Genugtuung zu 

bezahlen. Im Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen.

8. Rechtsanwältin MLaw X._____ wird für ihre Bemühungen als amtliche Verteidigerin des Be-

schuldigten mit Fr. 13'509.95 (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse 

entschädigt.

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9. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:

Fr. 4'000.– ; die weiteren Auslagen betragen:

Fr. 3'000.–   Gebühr Strafuntersuchung,

Fr. 13'509.95   amtliche Verteidigung,

Fr. 540.–   Dolmetscher-Übersetzung,

Fr. 200.–   Gebühr Entsiegelungsverfahren (GT220109-L).

10. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen diejenigen 

der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt.

11. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen; vorbehal-

ten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO.

12. (Mitteilungen)

13. (Rechtsmittel)"

Berufungsanträge:

a) Der Verteidigung des Beschuldigten:

(Urk. 78 S. 2 f.)

1. In Abänderung von Dispositiv-Ziff. 1 und 2 des Urteils des Bezirks-

gerichts Zürich, 7. Abteilung, DG230033-L, vom 22. Juni 2023 sei 

A._____ vom Vorwurf der versuchten schweren Körperverletzung und 

des Angriffs freizusprechen.

2. A._____ sei der mehrfachen Tätlichkeit (Art. 126 Abs. 1 StGB) schuldig 

zu sprechen.

3. A._____ sei angemessen zu bestrafen.

4. Die erstandene Haft sei auf die Strafe anzurechnen (Art. 51 StGB).

5. Für die zu Unrecht erstandene Haft sei A._____ in Anwendung von 

Art. 429 Abs. 1 lit. c StPO eine Genugtuung von CHF 200.00 pro Hafttag 

zzgl. 5% Zins seit mittlerem Verfalltag zuzusprechen.

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6. Von der Zusprechung einer Genugtuung an den Privatkläger sei abzu-

sehen.

7. A._____ sei nach der Urteilseröffnung umgehend aus der Haft zu ent-

lassen.

8. Von der Anordnung einer Landesverweisung sei abzusehen.

9. Die Zivilforderungen des Privatklägers seien abzuweisen, eventualiter 

auf den Zivilweg zu verweisen.

10. Das mit Beschlagnahmeverfügung vom 2. März 2023 beschlagnahmte 

Mobiltelefon (Asservat-Nr. A016'592'328) sei A._____ nach Eintritt der 

Rechtskraft herauszugeben.

11. In Gutheissung der Beschwerde vom 5. Oktober 2023 sei Rechts-

anwältin MLaw X._____ als amtliche Verteidigerin für ihre Bemühungen 

im Vorverfahren und im erstinstanzlichen Verfahren mit insgesamt 

CHF 25'153.05 zu entschädigen (inkl. Barauslagen und MwSt.).

12. Rechtsanwältin MLaw X._____ sei für ihre Aufwände im Zu-

sammenhang mit der Honorarbeschwerde eine Prozessentschädigung 

gemäss Honorarnote zuzusprechen.

13. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MwSt.) gemäss dem 

Ausgang des Verfahrens.

b) Der Staatsanwaltschaft:

(Urk. 70)

Verzicht auf Anschlussberufung und Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils.

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Erwägungen:

I. Prozessgeschichte / Prozessuales

1. Verfahrensgang

1.1. Bezüglich des Verfahrensgangs bis zum Vorliegen des vorinstanzlichen 

Urteils kann auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden 

(Urk. 62 S. 4 f.).

1.2. Gegen das eingangs im Dispositiv wiedergegebene, mündlich eröffnete 

Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 22. Juni 2023 liess der Beschuldigte mit Ein-

gabe vom 23. Juni 2023 durch seine Verteidigerin, Rechtsanwältin MLaw X._____, 

fristgerecht Berufung anmelden (Urk. 56; Art. 399 Abs. 1 StPO). Nachdem das be-

gründete Urteil den Parteien zugestellt worden war, erstattete die Verteidigerin wie-

derum fristgerecht mit Eingabe vom 16. Oktober 2023 die Berufungserklärung 

(Urk. 65; Art. 399 Abs. 3 StPO).

1.3. Mit Präsidialverfügung vom 17. Oktober 2023 (Urk. 68) wurde der Staats-

anwaltschaft Limmattal / Albis (nachfolgend: Staatsanwaltschaft) und dem Privat-

kläger unter Hinweis auf die Berufungserklärung des Beschuldigten je Frist zur 

Erhebung einer Anschlussberufung bzw. zum Antrag auf Nichteintreten angesetzt. 

1.4. Die Staatsanwaltschaft verzichtete innert angesetzter Frist gemäss Art. 400 

Abs. 3 lit. b StPO ausdrücklich auf eine Anschlussberufung (Urk. 70). Der Privat-

kläger liess sich innert Frist nicht vernehmen (vgl. Urk. 69). 

1.5. Mit Beschluss der III. Strafkammer des Obergerichtes des Kantons Zürich 

(nachfolgend: III. Strafkammer) vom 25. Oktober 2023 wurde die hiesige Kammer 

darüber in Kenntnis gesetzt, dass das Beschwerdeverfahren der amtlichen Vertei-

digerin gegen Dispositiv-Ziffer 8 des Urteils der Vorinstanz betreffend Entschädi-

gung der amtlichen Verteidigung bis zum Vorliegen einer Entscheidung, ob auf die 

Berufung des Beschuldigten eingetreten werde, sistiert werde (Urk. 71 = Urk. 76, 

Geschäfts-Nr. UP230049-O, Urk. 7). 

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1.6. Die Parteien wurden am 6. März 2024 zur heutigen Berufungsverhandlung 

vom 8. Mai 2024 vorgeladen, wobei der Staatsanwaltschaft die Teilnahme an der 

Berufungsverhandlung freigestellt wurde (Urk. 72). 

1.7. Am 22. März 2024 wurde die III. Strafkammer zudem zuständigkeitshalber 

um Zustellung der Akten im Beschwerdeverfahren UP230049-O betreffend die 

Honorarbeschwerde der amtlichen Verteidigung ersucht (Urk. 74 = Urk. 76, Ge-

schäfts-Nr. UP230049-O, Urk. 17). Mit Beschluss der III. Strafkammer vom 4. April 

2024 wurde die Beschwerde der amtlichen Verteidigung in der Folge zur weiteren 

Behandlung an die hiesige Kammer überwiesen (Urk. 75 = Urk. 76, Geschäfts-Nr. 

UP230049-O, Urk. 12). Die dazugehörigen Akten gingen am 5. April 2024 hierorts 

ein (Urk. 76). 

1.8. Zur heutigen Berufungsverhandlung erschien der Beschuldigte in Begleitung 

seiner amtlichen Verteidigerin (Prot. II S. 3).

2. Übersetzung anlässlich der Berufungsverhandlung

2.1. Anlässlich der Berufungsverhandlung brachte die Verteidigung nach erfolg-

ter Befragung des Beschuldigten im Rahmen des Beweisverfahrens vor, der Be-

schuldigte habe ihr gegenüber mitgeteilt, dass er die Italienisch-Übersetzung nicht 

gut verstanden habe und einen anderen Dolmetscher beantrage. Diesbezüglich 

verlangte die Verteidigung einen protokollarischen Eintrag, verzichtete jedoch 

darauf, einen formellen (Beweis-)Antrag zu stellen (Prot. II S. 6). 

2.2. Der Beschuldigte bestätigte zu Beginn der Berufungsverhandlung ausdrück-

lich, den Dolmetscher zu verstehen (vgl. Prot. II S. 5). Anlässlich seiner Befragung 

beantwortete der Beschuldigte vorwiegend Fragen zu seiner Person und per-

sönlichen Verhältnissen (Urk. 77 S. 1-10), bei der Befragung zur Sache verwies er 

hingegen mehrheitlich auf seine bisherigen Aussagen oder machte von seinem 

Aussageverweigerungsrecht Gebrauch (vgl. Urk. 77 S. 11-20). Vereinzelt stellte 

der Beschuldigte Rückfragen an den Dolmetscher, die in der Folge geklärt wurden 

(vgl. Urk. 77 S. 8). Darüber hinausgehende Unklarheiten waren während der Be-

fragung des Beschuldigten nicht erkennbar. Vor diesem Hintergrund sowie auf-

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grund des Umstands, dass der Beschuldigte anlässlich der Befragung bei Ver-

ständlichkeitsproblemen jeweils Rückfragen an den Dolmetscher stellen konnte, 

wurde das rechtliche Gehör des Beschuldigten gewahrt und war ein Wechsel des 

Dolmetschers nicht angezeigt.

3. Umfang der Berufung

3.1. Gemäss Art. 402 in Verbindung mit Art. 437 StPO hat die Berufung im 

Umfang der Anfechtung aufschiebende Wirkung. Insoweit wird die Rechtskraft 

gehemmt.

3.2. Der Beschuldigte ficht das vorinstanzliche Urteil betreffend Dispositiv-Ziff. 1 

(Schuldspruch), Ziff. 2 und 3 (Sanktion und Vollzug), Ziff. 4 (Landesverweis), Ziff. 7 

(Genugtuung Privatkläger), Ziff. 8 (Entschädigung amtliche Verteidigung), Ziff. 9 

(einzig die Kostenfestsetzung betreffend die Entschädigung der amtlichen Ver-

teidigung) und Ziff. 10 und 11 (Kostenauflage und Nachforderungsvorbehalt) an 

(Urk. 65 S. 4; Prot. II S. 5). Das vorinstanzliche Urteil ist demnach betreffend 

Dispositiv-Ziff. 5 (Herausgabe Mobiltelefon), Ziff. 6 (Abweisung Schadenersatz) 

und Ziff. 9 (Kostenfestsetzung, mit Ausnahme der Entschädigung der amtlichen 

Verteidigung) nicht angefochten und in Rechtskraft erwachsen, was es vorab mit 

Beschluss festzustellen gilt. In den übrigen Punkten steht das vorinstanzliche Urteil 

– unter Vorbehalt des Verschlechterungsverbots bzw. des Verbots der reformatio 

in peius i.S.v. Art. 391 Abs. 2 Satz 1 StPO – zur Disposition. 

4. Anklagevorwurf der versuchten Tötung 

Die Vorinstanz wies zu Recht darauf hin, dass die Anklageschrift im subjektiven 

Teil auch die Umschreibung einer versuchten eventualvorsätzlichen Tötung im 

Sinne von Art. 111 StGB enthält (Urk. 62 S. 5). Die Staatsanwaltschaft verzichtete 

vor Vorinstanz auf die Stellung eines entsprechenden Antrags (Prot. I S. 4 f.). Wie 

noch im Rahmen der Sachverhaltserstellung und deren rechtlichen Würdigung zu 

zeigen ist, ist vorliegend auf eine versuchte schwere Körperverletzung zu erken-

nen. Zudem greift – wie erwähnt – ohnehin das Verschlechterungsverbot, weshalb 

sich Weiterungen über eine etwaige versuchte Tötung erübrigen. 

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5. Formelles

Soweit für die tatsächliche und rechtliche Würdigung des eingeklagten Sachver-

haltes auf die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen wird, so erfolgt dies in Anwen-

dung von Art. 82 Abs. 4 StPO, auch ohne dass dies jeweils explizit Erwähnung fin-

det. Weiter ist an dieser Stelle festzuhalten, dass aus dem Anspruch auf rechtliches 

Gehör die Pflicht des Gerichts folgt, seinen Entscheid zu begründen. Die Be-

gründung muss kurz die wesentlichen Überlegungen nennen, von denen sich das 

Gericht hat leiten lassen und auf die es seinen Entscheid stützt. Es darf sich aber 

auf die wesentlichen Gesichtspunkte beschränken und muss sich nicht ausdrück-

lich mit jeder tatsächlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinan-

dersetzen und diese widerlegen. Es kann sich mithin auf die für den Entscheid 

wesentlichen Punkte beschränken. Ein unverhältnismässiger Motivationsaufwand 

kann nicht eingefordert werden. Ebenso wenig lässt sich Art. 6 Ziff. 1 EMRK in der 

Weise auslegen, dass eine detaillierte Antwort auf jedes Argument gefordert würde 

(BGE 146 IV 297 E. 2.2.7; 143 III 65 E. 5.2; 141 IV 249 E. 1.3.1; Urteil des Bundes-

gerichts 6B_689/2019 vom 25. Oktober 2019 E. 1.5.2., mit Hinweisen).

II. Schuldpunkt 

1. Ausgangslage

1.1. Bezüglich der Anklagevorwürfe kann auf die angefügte Anklageschrift vom 

2. März 2023 verwiesen werden (Urk. 23).

1.2. Die Vorinstanz hat den Standpunkt des Beschuldigten im Vor- und Haupt-

verfahren zutreffend wiedergegeben. Darauf kann verwiesen werden (Urk. 62 

S. 5 f.). Zusammengefasst lässt sich festhalten, dass der Beschuldigte einräumte, 

in den "Phasen 1 und 3" Faustschläge und/oder Kniestösse gegen den Privatkläger 

ausgeführt sowie in der "Phase 2" auf den Privatkläger gestampft zu haben. Be-

züglich der Intensität und des Ortes der Einwirkung auf dem Körper des Privat-

klägers weichen seine Darstellungen von der Anklageschrift ab. Ferner machte der 

Beschuldigte geltend, dass sich der Privatkläger aggressiv verhalten habe und er 

(der Beschuldigte) sich verteidigt habe. Anlässlich der Berufungsverhandlung hielt 

er an diesem Standpunkt fest und wiederholte insbesondere, dass er zur Hilfe 

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gerufen worden sei, weil eine Katastrophe bzw. ein Durcheinander mit einer 

aggressiven Person stattgefunden hätte. Die Person mit dem nackten Oberkörper 

habe ihn sodann informiert, was geschehen sei. Ferner wiederholte der Beschul-

digte, dass der Privatkläger mit dem Finger auf ihn gezeigt habe, was er als 

Aggression interpretiert habe, und sich ausserdem in einer anderen Sprache verbal 

aggressiv verhalten habe. Im Übrigen verwies der Beschuldigte mehrheitlich auf 

seine bisherigen Aussagen oder machte von seinem Aussageverweigerungsrecht 

Gebrauch (vgl. Urk. 77 S. 11 ff.).

1.3. Die Vorinstanz stellte in ihren Erwägungen in der Hauptsache auf die Vi-

deoaufnahmen des Vorfalls ab und kam zum Schluss, dass der objektive Sachver-

halt gemäss der Anklageschrift mit der Korrektur erstellt sei, dass der Beschuldigte 

den Privatkläger bei den letzten zwei Faustschlägen gegen die Beine geschlagen 

habe, und dass weitere Beschwerden, unter denen der Privatkläger einen Monat 

gelitten habe, nicht erstellt seien. Aufgrund der Umstände sei in subjektiver Hinsicht 

erstellt, dass der Beschuldigte ernsthaft damit gerechnet habe bzw. damit habe 

rechnen müssen, dem Privatkläger mit seinen Handlungen schwere Verletzungen, 

wie ein schweres Schädel-/Hirntrauma mit Gehirnblutungen oder bleibende 

Beeinträchtigungen, wie eine körperliche und geistige Behinderung oder eine blei-

bende Arbeitsunfähigkeit, zuzufügen und dass er sich für den Fall des Eintritts mit 

diesen Folgen abgefunden habe (Urk. 62 S. 6 ff.). Ebenfalls sei erstellt, dass sich 

der Beschuldigte zusammen mit zwei anderen Personen willentlich und wissentlich 

an der gewalttätigen Einwirkung gegen den Privatkläger beteiligte (Urk. 62 

S. 11 ff.). Die Vorinstanz sprach den Beschuldigten daher der versuchten schweren 

Körperverletzung im Sinne von Art. 122 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 

StGB sowie des Angriffs im Sinne von Art. 134 StGB schuldig (Urk. 62 S. 45). 

2. Standpunkt der Verteidigung

Die Verteidigung führte vor Vorinstanz aus, dass die Folgen des Vorfalls sehr gering 

seien, der Privatkläger habe abgesehen von der minimalen Quetschung keinerlei 

Verletzungen davon getragen. Die verursachte Quetschung sei als Tätlichkeit zu 

qualifizieren. Der Beschuldigte habe zudem niemanden gefährdet und nicht kräftig 

zugeschlagen. Auch gestützt auf die Videoaufnahmen könnten diverse ihm vor-

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geworfene Handlungen nicht erstellt werden. Der Beschuldigte habe "mit dem 

weichen Teil der Faust" zugeschlagen. Berücksichtige man die fehlenden Ver-

letzungen des Privatklägers, könne man unmöglich auf einen (Eventual-)Vorsatz 

des Beschuldigten auf eine schwere Körperverletzung schliessen. Es gebe keinen 

Grund, anzunehmen, dass der Beschuldigte eine schwere Körperverletzung in Kauf 

genommen habe, weswegen ein Freispruch zu ergehen habe. Da vorliegend keine 

Körperverletzung vorliegt, mangle es ferner an der objektiven Strafbarkeitsbe-

dingung für einen Angriff (Urk. 49). Anlässlich der Berufungsverhandlung hielt die 

Verteidigung an diesem Standpunkt fest. Die Verteidigung rügte die vorinstanzliche 

Schlussfolgerung, die Schläge des Beschuldigten auf den Privatkläger seien gezielt 

und wuchtig erfolgt. Die Verteidigung betonte u.a. erneut, dass die fehlende Ver-

letzungen des Privatklägers dafür sprechen würden, dass die Schläge des Be-

schuldigten – wie von diesem selber geltend gemacht – nicht mit hoher Intensität 

ausgeführt worden seien. Der Beschuldigte habe die Schläge mit einer gewissen 

Theatralik ausgeführt und diese nicht ganz durchgezogen, sondern mehr ange-

täuscht (Urk. 78 S. 4 ff. und Prot. II S. 7).

3. Konkrete Beweiswürdigung 

3.1. Die Vorinstanz nahm eine sehr sorgfältige und mit der Aktenlage überein-

stimmende Beweiswürdigung vor, die im Ergebnis zu teilen ist. Die nachfolgenden 

Ergänzungen sind demnach als mehrheitlich rekapitulierend zu verstehen. 

3.2. Zunächst ist festzuhalten, dass aufgrund des ambulanten Berichtes des 

Stadtspitals Zürich Triemli vom 3. September 2022 erstellt ist, dass der Beschul-

digte durch den Vorfall eine 1 cm durchmessende Quetschung an der Oberlippen-

seite erlitt und gemäss ärztlicher Bescheinigung des Spitals Linth vom 4. Septem-

ber 2022 danach eine Woche arbeitsunfähig war (Urk. 2/4+5). Als massgebliches 

objektives Beweismittel liegen vom inkriminierten Sachverhalt ferner Video-

aufnahmen im Recht (Urk. 4/1). Auf den Videoaufnahmen ist – entgegen der 

Ansicht der Verteidigung, welche die Qualität der Aufzeichnungen bemängelte 

(Urk. 78 S. 19) – der gesamte Vorfall in hoher Bild- und Tonqualität und mit Zeit-

stempel festgehalten. Die relevanten Sequenzen finden sich in der Datei mit der 

Bezeichnung "Video 3.mp4" (nachfolgend: Video 3). Die Vorinstanz hat den Inhalt 

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der Sequenzen in ihrem Urteil zutreffend wiedergegeben, worauf vorab – um 

unnötige Wiederholungen zu vermeiden – verwiesen werden kann (Urk. 62 S. 7 ff.).

3.3. Der Beschuldigte machte geltend, der Privatkläger habe sich aggressiv ver-

halten, weswegen er (der Beschuldigte) sich verteidigt habe (Urk. 8/4 F/A 14 f.; 

Urk. 77 S. 12 f.). Diese Aussage lässt sich ohne Weiteres durch das Videomaterial 

widerlegen. Darüber hinaus liess der Beschuldigte den Grund für sein angebliches 

Verteidigungsverhalten offen, obwohl er angab, von der Person mit dem nackten 

Oberkörper über den Grund der Auseinandersetzung informiert worden zu sein 

(Urk. 77 S. 12). Der Beschuldigte liess damit unerklärt, was er mit der von ihm er-

wähnten "Katastrophe" bzw. "Durcheinander" mit einer aggressiven Person – dem 

Privatkläger –, wofür er zur Hilfe geeilt sei (Urk. 77 S. 12), tatsächlich meinte. Auf 

der genannten Videosequenz erscheint der Beschuldigte das erste Mal, als er die 

Treppe hinaufstürmte (Video 3, Zeitstempel 05:33:24) und am Privatkläger vorbei 

in einen Raum ging, in welchen der Privatkläger mit dem Zeigefinger wies (Video 3, 

Zeitstempel 05:33:27). Der Privatkläger zeigte mit dem Zeigefinger weiterhin zu 

etwas oder zu jemandem und ging ebenfalls etwas in den Raum hinein (Video 3, 

Zeitstempel 05:33:28). Er blieb kurzzeitig im Türrahmen zwischen Gang und Raum 

stehen und ging dann wieder rückwärts, währenddessen er die Unterarme 

schützend vor seinen Oberkörper hielt (Video 3, Zeitstempel 05:33:34). Kurz darauf 

kommen der Beschuldigte und ein Mann mit gelbem T-Shirt sowie anschliessend 

ein Mann mit nackten Oberkörper ins Bild, die den Privatkläger gemeinsam zurück 

in den Gang und gegen die Wand drückten. Der Privatkläger zeigte sich dabei zu 

keinem Zeitpunkt aggressiv. Vielmehr hielt er nach der Attacke seine Unterarme 

vor seinen Kopf und nahm dabei eine schützende Position ein. Ferner ist auf 

den  Videoaufnahmen deutlich zu erkennen, wie der Beschuldigte bei seinen 

sechs Faustschlägen in der "Phase 1" weit ausholte und mit voller Wucht bzw. 

kräftig gegen den Kopfbereich zuschlug (Video 3, Zeitstempel 05:33:37-05:33:42; 

05:33:48-05:33:51). Entgegen der Ansicht der Verteidigung wurden die Schläge 

des Beschuldigten wuchtig und gezielt und keineswegs – wie die Verteidigung 

monierte (Prot. II S. 7) – bloss angetäuscht oder mit einer Theatralik ausgeführt, 

zumal auch der Beschuldigte selber einräumte, dass die Handlungen auf der Video-

aufzeichnung sehr gewalttätig aussehen würden (vgl. Urk. 8/4 F/A 23 f.). Dies war 

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denn auch der Grund, weshalb Dritte wiederholt intervenierten, was bei bloss an-

getäuschten Schlägen nicht der Fall gewesen wäre. Währenddessen der Beschul-

digte auf den Privatkläger einschlug, verpasste der Mann mit dem nackten Ober-

körper dem Privatkläger mit der Faust von unten herauf einen Kinnhaken. Das so-

eben Erwogene gilt auch für die letzten fünf Faustschläge in der "Phase 1", indem 

ersichtlich ist, wie der Beschuldigte von oben herab weit ausholte und kräftig gegen 

den Hinterkopf des nach unten gebeugten Privatklägers schlug. Entsprechend sind 

die Aussagen des Beschuldigten bezüglich Intensität seiner Faustschläge, wonach 

er nicht mit grosser Gewalt und nicht präzise zugeschlagen habe und in einer Skala 

von 1-10, die Schläge eine 3-4 seien (Urk. 8/4 F/A 19), durch das Videomaterial 

widerlegt und als blosse Schutzbehauptungen zu werten. Dafür sprechen im Übri-

gen auch die Aussagen des Privatklägers, wonach der Beschuldigte "wirklich stark" 

geschlagen habe (Urk. 9/2 F/A 64). Die drei wuchtigen Kniestösse gegen den 

Kopfbereich des Privatklägers sind auf der Videosequenz ebenfalls ohne Weiteres 

ersichtlich (Video 3, Zeitstempel 05:33:42-47). Deutlich erkennbar ist, dass der 

Mann mit dem gelben T-Shirt versuchte, den Beschuldigten dazu zu bringen, mit 

den Faustschlägen gegen den Privatkläger aufzuhören. Der Beschuldigte schien 

jedoch derart wütend auf den Privatkläger zu sein und liess sich zunächst nicht 

davon abhalten, weiter auf ihn einzuschlagen. Erst nachdem der Mann mit dem 

nackten Oberkörper ihn vom Privatkläger wegzog, liess er vom Privatkläger ab und 

Letzteren am Boden liegend zurück. Die Sachverhaltsphase 1 ist demnach an-

klagegemäss erstellt. 

3.4. Wenige Sekunden später erscheint der Beschuldigte gemeinsam mit dem 

Mann mit dem gelben T-Shirt und zwei weiteren Männern wieder im Bild, indem sie 

die Treppe hinauf zum Gang kamen, wo der Privatkläger immer noch am Boden 

lag (Video 3, Zeitstempel 05:33:03-10). Der Beschuldigte stürmte umgehend zum 

Privatkläger in die Ecke und stampfte mit seinem rechten Fuss kraftvoll auf den 

Oberkörper des Privatklägers hinab (Video 3, Zeitstempel 05:33:09-10). Der Be-

schuldigte musste dabei wiederum weggezogen werden, damit er vom Privatkläger 

abliess. Die Sachverhaltsphase 2 ist ebenfalls anklagegemäss erstellt.

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3.5. Nachdem der Beschuldigte wenige Sekunden später bemerkte, dass der 

Mann mit einer Glatze und Tattoos über dem rechten Ohr auf den Privatkläger 

losging und ihm zwei Fusstritte Richtung Kopf/Oberkörper verpasste, stürmte er 

erneut zum Privatkläger und verpasste Letzterem einen Fusstritt gegen das Gesäss 

(Video 3, Zeitstempel 05:34:26). Diesen Fusstritt hat der Beschuldigte vor Vorin-

stanz auch anerkannt (Prot. I S. 16). Anschliessend holte der Mann mit der Glatze 

und Tattoos aus und verpasste dem Privatkläger zwei Faustschläge gegen den 

Kopf, bevor der Beschuldigte dem Privatkläger ebenso wuchtig zwei Faustschläge 

seitlich gegen die Beine verpasste (Video 3, Zeitstempel 05:34:28), während-

dessen der Privatkläger weiterhin auf dem Boden lag. Fraglos beteiligte sich der 

Beschuldigte am tätlichen Übergriff auf den Privatkläger. Schliesslich musste der 

Beschuldigte vom Mann mit der Glatze und Tattoos und dem Mann mit dem schwa-

rzen Kapuzenpullover vom Privatkläger wiederum weggezogen werden und liess 

nicht selbständig vom Privatkläger ab (Video 3, Zeitstempel 05:34:30). Die Sach-

verhaltsphase 3 ist demnach auch anklagegemäss erstellt, mit der Einschränkung, 

dass der Beschuldigte dem Privatkläger nicht zwei wuchtige Faustschläge gegen 

den Oberkörper – wie in der Anklageschrift unter "Phase 3" vorgeworfen –, sondern 

seitlich gegen die Beine verpasste.

3.6. Nach dem Gesagten ist der äussere Sachverhalt mit der Vorinstanz gemäss 

der Anklageschrift mit den folgenden Abweichungen rechtsgenügend erstellt, dass 

der Beschuldigte den Privatkläger bei den letzten zwei Faustschlägen gegen die 

Beine schlug (und nicht gegen den Oberkörper) und dass weitere Beschwerden, 

unter denen der Privatkläger einen Monat gelitten habe, nicht erstellt sind (vgl. 

Urk. 62 S. 10). 

3.7. Betreffend den inneren Sachverhalt lässt der Beschuldigte in Abrede stellen, 

durch sein Handeln schwere Verletzungen im Sinne eines eventualvorsätzlichen 

Handelns in Kauf genommen zu haben (Urk. 49 S. 10 ff., Urk. 78, insb. S. 10 Rz. 17 

und S. 12 Rz. 23 sowie Prot. II S. 7). Zunächst ist diesbezüglich darauf hinzu-

weisen, dass die Erwägungen der Vorinstanz betreffend eine Handlungseinheit zu 

teilen sind. Aufgrund des zeitlichen Konnexes und der Abfolge der Einwirkungen 

auf den Privatkläger ist von einem einheitlichen Vorsatz des Beschuldigten auszu-

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gehen. Auf die diesbezüglichen Erwägungen der Vorinstanz kann ergänzend 

verwiesen werden (Urk. 62 S. 11). Ob die beschuldigte Person die Tatbestands-

verwirklichung im Sinne eines Eventualvorsatzes in Kauf genommen hat, muss das 

Gericht – bei Fehlen eines Geständnisses – aufgrund der Umstände entscheiden, 

wobei ein Eventualvorsatz gegeben ist, wenn die beschuldigte Person den Eintritt 

des Erfolgs bzw. die Tatbestandsverwirklichung (vorliegend den Eintritt schwerer 

Verletzungen) für möglich hält, aber dennoch handelt, weil sie den Erfolg für den 

Fall seines Eintritts in Kauf nimmt und sich mit ihm abfindet, mag er ihr auch un-

erwünscht sein (BGE 137 IV 1 E. 4.2.3, m.H.). Die Vorinstanz hat unter Hinweis auf 

die konstante Rechtsprechung des Bundesgerichts lege artis hergeleitet, dass auf-

grund der Tathandlung des Beschuldigten, der Schwere der Sorgfaltspflichtver-

letzung und der Rage bzw. Wut des Beschuldigten kein anderer Schluss gezogen 

werden kann, als dass der Beschuldigte mit schwerwiegenden Verletzungen 

rechnen musste und solche auch in Kauf nahm. Darauf kann ebenfalls vorab ver-

wiesen werden (Urk. 62 S. 11 ff.). Zu ergänzen ist, dass der Privatkläger weder ein 

aggressives noch provozierendes Verhalten zeigte, weshalb die Sorgfaltspflichtver-

letzung des Beschuldigten als hoch einzustufen ist. Obschon der Beschuldigte in 

der Schlusseinvernahme und vor Vorinstanz den inneren Sachverhalt in Abrede 

stellte (vgl. Urk. 8/5 F/A 26 und 31 und Prot. I S. 11 ff.), ist in diesem Zusammen-

hang zudem auf seine nachfolgend wiedergegebenen Angaben und Aussagen hin-

zuweisen: Der Beschuldigte schrieb seiner Mutter einen Brief aus dem Gefängnis, 

indem er festhielt: "(…), zumal ich früher oder später auch von hier herauskomme, 

da ich niemanden umgebracht habe (es fehlte wenig)." (Urk. 13/11). Im Rahmen 

der staatsanwaltschaftlichen Befragung vom 24. Oktober 2022 gab der Beschul-

digte auf Vorhalt jener Passage im Brief an: "Es ist mir bewusst gewesen, dass ich 

das hätte tun können. Ich habe aber keine Schäden verursacht. Es hat wenig ge-

fehlt, dass ich ihn mit Schlägen umgebracht hätte. Aber deshalb habe ich ihn auch 

nicht umgebracht, weil etwas noch gefehlt hat." "Es war mir bewusst, dass ich ihm 

hätte Leid zufügen können, weil ich eine gewisse Kraft habe. (…)" (Urk. 8/4 F/A 49 

und 50). In der Schlusseinvernahme vom 27. Januar 2023 hielt der Beschuldigte 

auch fest, dass er froh sei, dass nichts Schlimmes passiert sei. Er wisse, dass sol-

che Dinge nicht passieren sollten. Es sei gut, dass alles einigermassen gut geendet 

- 16 -

habe (Urk. 8/5 F/A 19). Folglich ergibt sich auch aus dem Aussageverhalten des 

Beschuldigten, dass er sich bewusst war, den Privatkläger durch sein Handeln 

schwer verletzen zu können. Letztlich resultiert für das erkennende Berufungs-

gericht aufgrund des Videomaterials ein in sich stimmiges Bild, woraus eindeutig 

erkennbar ist, dass der Beschuldigte äussert aggressiv war und wiederholt auf den 

Privatkläger losging, um auf ihn einzuschlagen bzw. ihn zusammenzuschlagen. 

Den Eintritt schwerer Verletzungen nahm er dabei in Kauf. Es lässt sich nur schwer 

mutmassen, wie schlimm das Ganze für den Privatkläger geendet hätte, wenn der 

Beschuldigte nicht von den erwähnten Beteiligten zurückgehalten worden wäre. 

3.8. Nach dem Gesagten ist aufgrund der konkreten Umstände erstellt, dass der 

Beschuldigte ernsthaft damit rechnete bzw. damit rechnen musste, dem Privat-

kläger durch sein Handeln schwere Verletzungen zuzufügen, wie namentlich ein 

schweres Schädel-/Hirntrauma mit Gehirnblutungen oder bleibende körperliche 

oder geistige Beeinträchtigungen, womit er sich für den Fall des Eintritts abge-

funden hat. Näheres zur Tatbestandsverwirklichung folgt hernach im Rahmen der 

rechtlichen Würdigung des erstellten Sachverhaltes. 

3.9. Auf den Videoaufnahmen ist ferner fraglos zu erkennen, dass der Beschul-

digte zunächst zusammen mit dem Mann im gelben T-Shirt und dem Mann mit 

nackten Oberkörper sowie in der späteren "Phase 3" zusammen mit dem Mann mit 

Glatze und den Tattoos auf dem rechten Ohr teilweise abwechselnd auf den 

Privatkläger tätlich einwirkte.

4. Rechtliche Würdigung des (erstellten) Sachverhaltes 

4.1. Unbestrittenermassen erlitt der Privatkläger durch den Vorfall keine 

schweren Verletzungen, sondern glücklicherweise nur eine 1 cm durchmessende 

Quetschung an der Oberlippeninnenseite, weswegen die Staatsanwaltschaft auch 

eine versuchte schwere Verletzung im Sinne von Art. 122 StGB i.V.m. Art. 22 

Abs. 1 StGB zur Anklage brachte (Urk. 23). Die Vorinstanz folgte dieser Auf-

fassung, wohingegen die Verteidigung einen Schuldspruch wegen mehrfachen 

Tätlichkeiten postuliert (Urk. 49 S. 2; Urk. 78 S. 2). 

- 17 -

4.2. Bezüglich der objektiven und subjektiven Tatbestandsvoraussetzungen 

einer schweren Körperverletzungen (Art. 122 StGB) kann auf die Erwägungen der 

Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 62 S. 16 f.). Im Rahmen der seit 1. Juli 2023 

geltenden Harmonisierung der Strafrahmen für Gewalttaten (Bundesgesetz vom 

17. Dezember 2021 über die Harmonisierung der Strafrahmen, AS 2023 259) 

wurde auch der Tatbestand der schweren Körperverletzung nach Art. 122 StGB 

revidiert und zusätzlich mit lit. a-c versehen. Da das neue Recht eine Mindeststrafe 

von einem Jahr anstatt sechs Monaten Freiheitsstrafe vorsieht, erweist sich vor-

liegend das alte Recht als das mildere (Art. 2 Abs. 2 StGB), weshalb nachfolgend 

aArt. 122 StGB zu prüfen ist (vgl. dazu auch hernach im Rahmen der Straf-

zumessung E. III.). 

Da der objektive Tatbestand einer schweren Körperverletzung im Sinne von 

aArt. 122 StGB unbestrittenermassen nicht erfüllt ist, stellt sich die Frage eines 

Versuchs. Beim Versuch erfüllt die beschuldigte Person sämtliche subjektiven 

Tatbestandsmerkmale und manifestiert ihre Tatentschlossenheit, ohne dass alle 

objektiven Tatbestandsmerkmale verwirklicht sind (BGE 140 IV 150 E. 3.4; Urteil 

des Bundesgerichts 6B_1018/2019 vom 20. Mai 2020 E. 1.2.5). Vorliegend wurde 

bereits im Rahmen der Sachverhaltserstellung aufgezeigt, dass der Beschuldigte 

durch sein Vorgehen schwere Verletzungen in Kauf nahm. Es ist hierzu in Erinne-

rung zu rufen, dass gerade (Faust-)Schläge gegen den Kopfbereich dazu führen 

können, dass die getroffene Person ihr Gleichgewicht verliert und zu Boden stürzen 

bzw. gegen die Wand prallen könnte, wodurch sie sich ernsthaft verletzen könnte. 

Es hatte dabei aber nicht sein Bewenden. Vielmehr wurden hernach auf den am 

Boden liegenden und damit wehrlosen Privatkläger "gestampft" und weiter auf ihn 

eingeschlagen. Angesichts des konkreten Tatvorgehens ist das Verhalten des 

Beschuldigten demnach vernünftigerweise nicht anders zu interpretieren, als dass 

er zumindest in Kauf nahm, dem Privatkläger schwere Verletzungen im Sinne von 

aArt. 122 StGB zuzufügen. Die Verteidigung des Beschuldigten scheint in ihren 

Ausführungen zu verkennen, dass es sich vorliegend um eine versuchte (und nicht 

vollendete) schwere Körperverletzung handelt. Einem Versuch ist gerade inhärent, 

dass es zu keinen schweren Verletzungen gekommen ist. Das erstellte Vorgehen 

des Beschuldigten hätte aber zweifelsohne zu solchen führen können.

- 18 -

4.3. Bezüglich der objektiven und subjektiven Tatbestandsvoraussetzungen 

eines Angriffs im Sinne von Art. 134 StGB und deren Subsumtion kann auf die 

zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 62 S. 19). Als ob-

jektive Strafbarkeitsbedingung muss der Angriff den Tod oder eine Körperver-

letzung eines Angegriffenen zur Folge haben. Der Privatkläger erlitt durch den Vor-

fall eine 1 cm durchmessende Quetschung an der Oberlippeninnenseite, welche 

den Einsatz von Schmerzmitteln erforderte. Ferner war der Privatkläger anschlies-

send für die Dauer von fünf Tagen (vom 4. bis 8. September 2022) – entgegen des 

Dafürhaltens der Verteidigung (Urk. 78 S. 14 Rz. 28) – zweifellos infolge des Vor-

falles 100% arbeitsunfähig (Urk. 2/4+5). Der Privatkläger führte dazu aus, dass ihm 

der Rücken ungefähr eine Woche wehgetan und er es aber auch in der zweiten 

Woche nach dem Vorfall noch ziemlich gemerkt habe. Die Wundheilung habe rund 

einen Monat gedauert. Das Schlimmste sei aber, dass er Angst habe, im Dunkel 

nach draussen zu gehen (Urk. 9/2 F/A 21 ff.). Für die objektive Strafbarkeits-

bedingung des Angriffs ist es unerheblich, welcher der Angreifer die Verletzungen 

und infolge dessen die Arbeitsunfähigkeit des Privatklägers tatsächlich verursacht 

hat (vgl. entsprechendes Vorbringen der Verteidigung in Urk. 78 S. 11 f. Rz. 19 und 

23). Entsprechend ist mit der Vorinstanz und entgegen den Ausführungen der Ver-

teidigung von einer körperlichen und psychischen Beeinträchtigung auszugehen, 

welche die Intensität einer einfachen Körperverletzung erreicht, weshalb der Tat-

bestand des Angriffs im Sinne von Art. 134 StGB erfüllt ist. Die Vorinstanz hat sich 

in der Folge überzeugend zur Konkurrenzfrage eines Angriffs zur ebenfalls erfüllten 

versuchten schweren Körperverletzung geäussert. Zweifelsohne übertraf vorlie-

gend die Gefährdung der körperlichen Integrität den eingetretenen Erfolg des An-

griffs, weshalb unter Verweis auf die Erwägungen der Vorinstanz (Urk. 62 S. 20 f.) 

von echter Konkurrenz auszugehen ist und zusätzlich ein Schuldspruch wegen An-

griffs im Sinne von Art. 134 StGB zu ergehen hat (vgl. BGE 135 IV 152 E. 2.3.2.2.). 

4.4. Anzumerken bleibt lediglich der Vollständigkeit halber, dass die von der 

Staatsanwaltschaft im Rahmen der rechtlichen Würdigung zusätzlich geltend ge-

machten Tatbestände der mehrfachen einfachen Körperverletzung im Sinne von 

Art. 123 Ziff. 1 StGB und der Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB durch 

den Tatbestand der (versuchten) schweren Körperverletzung im Sinne von 

- 19 -

aArt. 122 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB konsumiert werden (vgl. so 

auch die Vorinstanz Urk. 62 S. 21). 

5. Fazit

Der Beschuldigte ist der versuchten schweren Körperverletzung im Sinne von 

aArt. 122 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB sowie des Angriffs im Sinne 

von Art. 134 StGB schuldig zu sprechen. Rechtfertigungsgründe sind zudem keine 

ersichtlich und werden auch nicht geltend gemacht, zumal die Verteidigung explizit 

betonte, sie plädiere nicht auf Notwehr oder Putativnotwehr (Prot. II S. 7).

III. Sanktion

1. Grundlagen

1.1. Das Bundesgericht hat die Grundsätze der Strafzumessung nach Art. 47 ff. 

StGB und die an sie gestellten Begründungsanforderungen wiederholt dargelegt 

(BGE 136 IV 55 E. 5.4 ff., mit Hinweisen). Entsprechendes gilt für die Bildung der 

Einsatz- und der Gesamtstrafe nach Art. 49 Abs. 1 StGB in Anwendung des Aspe-

rationsprinzips (BGE 144 IV 313 E. 1.1.; BGE 141 IV 61 E. 6.1.2; je mit Hinweisen). 

Darauf sowie auf die zutreffenden vorinstanzlichen Erwägungen (Urk. 62 S. 22 f.) 

kann verwiesen werden.

1.2. Die Bildung einer Gesamtstrafe ist nur bei gleichartigen Strafen möglich. 

Ungleichartige Strafen sind kumulativ zu verhängen, da das Asperationsprinzip nur 

greift, wenn mehrere gleichartige Strafen ausgesprochen werden. Mehrere gleich-

artige Strafen liegen vor, wenn das Gericht im konkreten Fall für jeden einzelnen 

Normverstoss gleichartige Strafen ausfällen würde. Dass die anzuwendenden 

Strafbestimmungen abstrakt gleichartige Strafen androhen, genügt nicht (BGE 142 

IV 265 E. 2.3.2; BGE 138 IV 120 E. 5.2; je mit Hinweisen). 

1.3. Der Tatbestand der (versuchten) schweren Körperverletzung sieht von 

Gesetzes wegen nur eine Freiheitsstrafe als Sanktionsart vor und weist einen 

abstrakten Strafrahmen von sechs Monaten bis zehn Jahre Freiheitsstrafe auf 

(aArt. 122 Abs. 4 StGB). Der Tatbestand des Angriffs ist mit Freiheitsstrafe bis zu 

- 20 -

fünf Jahren oder Geldstrafe bedroht (Art. 134 StGB). Im Ergebnis ist der Vorinstanz 

betreffend Strafart beizupflichten (vgl. Urk. 62 S. 23). Schon aus spezialpräventiven 

Gesichtspunkten – der mehrfach vorbestrafte Beschuldigte hat sich in der Ver-

gangenheit weder von bedingten Freiheitsstraften noch unbedingten Freiheits-

strafen bzw. Bussen beeindrucken lassen (vgl. Urk. 18/5; Urk. 36; Prot. I S. 7 f. und 

Urk. 77 S. 7 ff.) – kommt entgegen den Ausführungen der Verteidigung für den 

begangenen Angriff nur eine Freiheitsstrafe in Betracht. Ausgangspunkt der Straf-

zumessung bildet demnach die versuchte schwere Körperverletzung, wofür eine 

Einsatzstrafe festzulegen ist, welche in der Folge für den Angriff angemessen zu 

asperieren ist. 

1.4. Strafschärfungs- und Strafmilderungsgründe führen nur bei aussergewöhn-

lichen Umständen dazu, die Grenzen des ordentlichen Strafrahmens zu verlassen 

und sie nach oben oder unten zu erweitern (BGE 136 IV 55 E. 5.8, mit Hinweisen), 

was vorliegend nicht der Fall ist. Strafschärfungsgründe sind aber straferhöhend 

und Strafmilderungsgründe strafmindernd zu berücksichtigen.

2. Konkrete Strafzumessung

2.1. Die Vorinstanz hielt betreffend die objektive Tatschwere zutreffend fest, dass 

aufgrund der Mehrzahl an Faustschlägen gegen den Kopfbereich des Privat-

klägers, der Kniestösse und Faustschläge gegen den Hinterkopf des Privatklägers, 

des Stampfens gegen den Oberkörper und Tretens gegen das Gesäss sowie des 

Schlagens gegen die Beine des Privatklägers, als Letzterer bereits am Boden lag, 

von einer erheblichen Gewalteinwirkung gegenüber dem Privatkläger auszugehen 

ist. Erschwerend kommt hinzu, dass sich der Privatkläger mit seinen Armen zu 

schützen versuchte und am Boden gekrümmt ebenfalls eine Schutzposition ein-

nahm und damit letztlich wehrlos gegenüber dem Beschuldigten war, welcher ihm 

weitere Schläge verpasste. Das Vorgehen des Beschuldigten zeugt von einer er-

heblichen kriminellen Energie und Rücksichtslosigkeit gegenüber der körperlichen 

Integrität anderer. Dafür spricht im Übrigen auch der Umstand, dass der Beschul-

digte jeweils nicht selbständig vom Privatkläger abliess, sondern vielmehr weg-

gezogen werden musste. Dass sich der Privatkläger keine schweren Verletzungen 

zuzog, grenzt an ein Wunder. Ergänzend kann auf die Erwägungen der Vorinstanz 

- 21 -

verwiesen werden (Urk. 62 S. 23 ff.), weshalb das objektive Verschuldensprädikat 

als erheblich einzustufen ist. 

Betreffend die subjektive Tatschwere ist festzuhalten, dass der Beschuldigte zwar 

eventualvorsätzlich handelte, indem er durch sein Vorgehen schwere Verletzungen 

des Privatklägers in Kauf nahm und sich mit dem möglichen Eintritt solcher Folgen 

abfand. Der Beschuldigte handelte indessen aus reiner Wut ohne irgendwelche 

Provokation durch den Privatkläger und wollte Letzteren offensichtlich zusammen-

schlagen. Entsprechend musste er auch mehrfach von den (Mit-)Beteiligten zurück-

gehalten werden. Die Vorinstanz wies zu Recht darauf hin, dass man aufgrund der 

Videos den Eindruck erhält, dass der Beschuldigte von jemanden zum Tatort geru-

fen wurde, weshalb nicht von einem gänzlich spontanen Gewaltakt auszugehen ist. 

Es kann überdies ergänzend auf die Erwägungen der Vorinstanz zur subjektiven 

Tatschwere verwiesen werden (Urk. 62 S. 25 f.). Insgesamt vermag die subjektive 

Tatschwere die objektive Tatschwere nicht zu beeinflussen.

Die von der Vorinstanz festgelegte Einsatzstrafe in der Höhe von 48 Monaten für 

das vollende Delikt erweist sich als angemessen und ist zu übernehmen. Dasselbe 

gilt für die um einen Drittel vorgenommene Strafreduktion für den Versuch auf 

32 Monate, welche keineswegs als zu gering erscheint (vgl. entsprechende Vor-

bringen der Verteidigung in Urk. 78 S. 19-21 Rz. 42-46). Zweifelsohne handelt es 

sich um einen vollendeten Versuch, zumal es beim dynamischen und kraftvollen 

Vorgehen des Beschuldigten – entgegen der Ansicht der Verteidigung (Urk. 78 

S. 11 Rz. 21) – dem reinen Zufall zu verdanken ist, dass der Privatkläger durch die 

zahlreichen Schläge und Stösse keine schweren Verletzungen davontrug. Die 

körperlichen bzw. physischen Folgen blieben zum Glück im leichten Bereich, 

wohingegen die psychischen Beeinträchtigungen verständlicherweise länger an-

dauerten. Es kann überdies ergänzend auf die Erwägungen der Vorinstanz ver-

wiesen werden (Urk. 62 S. 26 f.).

2.2. Der Beschuldigte beteiligte sich zusammen mit weiteren Personen an der 

tätlichen Einwirkung auf den Privatkläger, wobei insbesondere in "Phase 3" ein 

abwechselndes Einschlagen auf den wehrlosen Privatkläger auf dem Videomaterial 

zu erkennen ist. Der damit verbundenen grösseren Verletzungsgefahr ist in Be-

- 22 -

stätigung mit der Vorinstanz mit einer geringeren Erhöhung der Einsatzstrafe um 

zwei Monate Rechnung zu tragen, zumal der Verschuldensgehalt des Angriffs zu 

weiten Teilen schon durch die versuchte schwere Körperverletzung abgegolten ist 

(vgl. dazu die Vorinstanz in Urk. 62 S. 27). Bei isolierter Betrachtung des Angriffs 

wäre eine hypothetische Einsatzstrafe von drei Monaten gerechtfertigt. 

2.3. Täterkomponente 

Bezüglich der persönlichen Verhältnisse kann – um unnötige Wiederholungen zu 

vermeiden – auf die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 62 

S. 27 f.). Anlässlich der Berufungsverhandlung führte der Beschuldigte ergänzend 

aus, dass er Ersparnisse in der Höhe von Fr. 1'800.– und keine Schulden habe. In 

der Pöschwies erhalte er jeden Monat Fr. 680.–, wovon er in der Regel zwischen 

Fr. 200.– bis Fr. 240.– seiner Mutter überweise. Nach seiner Entlassung beabsich-

tige er, eine Arbeitsstelle in Italien zu finden und seine Mutter zu unterstützen, der 

es gesundheitlich schlecht gehe (Urk. 77 S. 7 und 10). Die persönlichen Verhält-

nisse des Beschuldigten sind strafzumessungsneutral zu werten. 

Straferhöhend fallen mit der Vorinstanz die Vorstrafen des Beschuldigten in Italien 

ins Gewicht. Ausländische Vorstrafen werden den schweizerischen gleichgestellt 

und ebenfalls belastend gewertet (vgl. BGE 105 IV 225 E. 2). Zu Recht hat die 

Verteidigung diesbezüglich moniert, dass der Beschuldigte nicht benachteiligt 

werden dürfe, weil Urteile im italienischen Strafregister anscheinend nicht gelöscht 

werden (Urk. 78 S. 22 Rz. 50). Verurteilungen, welche aus dem Schweizer Straf-

register entfernt wurden, werden bei der Strafzumessung nicht mehr berücksichtigt. 

In analoger Anwendung der in Art. 30 Abs. 2 StReG festgelegten Entfernungs-

fristen von Schweizer Grundurteilen wären von den sechs italienischen Vorstrafen 

des Beschuldigten (vgl. Urk. 36) im Schweizer Strafregister nur noch drei Vor-

strafen ersichtlich, namentlich das Urteil vom 31. Oktober 2007 wegen mehrfacher 

Hehlerei (unbedingte Freiheitsstrafe von einem Jahr und einer Busse von 

EUR 450.–) sowie vom 1. April 2011 wegen Raubes, Verstosses gegen das Ver-

mummungsverbot, Diebstahls und Erpressung (unbedingte Freiheitsstrafe von 

drei Jahren und vier Monaten und 20 Tagen sowie eine Busse von EUR 1'200.–; 

vgl. für beide Vorstrafen Art. 30 Abs. 2 lit. a Ziff. 2 StReG) sowie das Urteil vom 

- 23 -

16. Juli 2018 wegen Fahrens in angetrunkenem Zustand (sechs Monate Arrest und 

eine Busse von EUR 2'000.–; vgl. Art. 30 Abs. 2 lit. d StReG). Straferhöhend ist 

somit zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte mehrfach mit Freiheitsstrafen be-

legt wurde, was ihn jedoch nicht davon abhalten liess, gegenüber dem Privatkläger 

erneut strafrechtlich in Erscheinung zu treten. Ferner ist er einschlägig wegen eines 

Delikts gegen die körperliche Integrität vorbestraft, obschon diese Tat bereits mehr 

als ein Jahrzehnt zurückliegt. Die von der Vorinstanz vorgenommene Erhöhung um 

drei Monate erscheint angemessen. 

Der Beschuldigte zeigte sich zumindest im äusseren Sachverhalt teilweise ge-

ständig. Dies jedoch erst, nachdem er aufgrund der erdrückenden Beweislast 

– dem Videomaterial – ohnehin überführt war. Den inneren Sachverhalt bzw. 

subjektiven Tatbestand einer (versuchten) schweren Körperverletzung stellte er 

konstant in Abrede und bagatellisierte seine Einwirkung auf den Privatkläger. 

Entsprechend kann der Beschuldigte unter Verweis auf die Erwägungen der Vor-

instanz unter diesem Punkt keine Strafminderung für sich reklamieren (Urk. 62 

S. 30). Die Vorinstanz gewährte dem Beschuldigten unter dem Titel "Reue" einen 

Monat Strafreduktion, was aufgrund der anlässlich der Schlusseinvernahme und im 

Rahmen der Hauptverhandlung geäusserten Entschuldigungen und der betonten 

Reue des Beschuldigten nicht zu beanstanden und damit zu übernehmen ist.

Entsprechend führt die Täterkomponente im Ergebnis zu einer Straferhöhung im 

Umfang von zwei Monaten. 

3. Fazit

Nach dem Gesagten resultiert nach Berücksichtigung sämtlicher strafzumessungs-

relevanter Faktoren in Bestätigung der Vorinstanz eine Freiheitsstrafe von 

36 Monaten bzw. drei Jahren. 

IV. Strafvollzug

1. Bei einer Freiheitsstrafe in der Höhe von drei Jahren ist die Möglichkeit eines 

teilbedingten Strafvollzuges im Sinne von Art. 43 Abs. 1 StGB zu prüfen. Bezüglich 

- 24 -

der Voraussetzungen eines teilbedingten Vollzuges kann vorab auf die zutreffen-

den Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 62 S. 31 f.). Die Prüfung 

der Bewährungsaussichten des Täters ist anhand einer Gesamtwürdigung aller 

wesentlichen Umstände vorzunehmen (vgl. dazu im Einzelnen: BGE 134 IV 1 

E. 4.2.1, mit Hinweisen). Grundvoraussetzung für eine teilbedingte Strafe ge-

mäss Art. 43 StGB ist wie bei Art. 42 StGB, dass die Legalprognose des Täters 

nicht schlecht ausfällt. Fällt die Legalprognose nicht negativ aus, tritt bei Frei-

heitsstrafen zwischen zwei und drei Jahren der teilbedingte Freiheitsentzug an 

die Stelle des in diesem Bereich nicht mehr möglichen vollbedingten Strafvoll-

zuges (BGE 144 IV 277 E. 3.1.1, mit Hinweisen).

Die Vorinstanz zeigte schlüssig und in der Sache richtig auf, dass dem Beschuldig-

ten keine günstige Prognose gestellt werden kann, zumal er mit den zu berücksich-

tigenden Vorstrafen über ein entsprechendes Vorstrafenregister in Italien verfügt 

und keine stabilen Faktoren in sozialer und/oder beruflicher Hinsicht vorweisen 

kann. Entgegen den Ausführungen der Verteidigung (Urk. 49 S. 18) ändert daran 

auch nichts, dass sich der Beschuldigte im vorzeitigen Strafvollzug anständig, 

korrekt und hilfsbereit verhielt/verhält, zumal ein solches Verhalten von einem 

Inhaftierten zu erwarten ist und letztlich nichts über das Verhalten in Freiheit aus-

sagt. Ergänzend kann diesbezüglich auf die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen 

werden (Urk. 62 S. 32 f.). Die Freiheitsstrafe ist demnach zu vollziehen.

2. Der Beschuldigte befindet sich seit dem 28. September 2022 in Unter-

suchungshaft bzw. seit dem 16. Dezember 2022 im vorzeitigen Strafvollzug 

(Urk. 13/1+21). Der Anrechnung der Haft bzw. des vorzeitigen Strafvollzugs (Art. 51 

StGB) steht nichts entgegen, weshalb bis und mit heute insgesamt 589 Tage an 

die Freiheitsstrafe anzurechnen sind. 

V. Landesverweisung

1. Ausgangslage und rechtliche Grundlagen

1.1. Die Vorinstanz verneinte das Vorliegen eines schweren persönlichen Härte-

falles im Sinne von Art. 66a Abs. 2 StGB und bejahte die Vereinbarung der 

- 25 -

Landesverweisung mit dem Freizügigkeitsabkommen der Schweiz und der Euro-

päischen Union (EU) und ihren Mitgliedstaaten (FZA; SR 0.142.112.681; Urk. 62 

S. 35 ff.). Die Höhe der Landesverweisung setzte die Vorinstanz auf zehn Jahre 

fest (Urk. 62 S. 36 f.).

1.2. Die Verteidigung des Beschuldigten äusserte sich anlässlich der Berufungs-

verhandlung nicht zu einer allfälligen Landesverweisung (Urk. 78). 

1.3. Das Gericht verweist den Ausländer, der – wie der Beschuldigte – wegen 

Straftaten im Sinne von aArt. 122 StGB (schwere Körperverletzung) und Art. 134 

StGB (Angriff) verurteilt wird, unabhängig von der Höhe der Strafe für fünf bis 

15 Jahre aus der Schweiz (Art. 66a Abs. 1 lit. b StGB). Die obligatorische 

Landesverweisung wegen einer Katalogtat im Sinne von Art. 66a Abs. 1 StGB 

greift grundsätzlich unabhängig von der konkreten Tatschwere (BGE 146 IV 105 

E. 3.4.1). Sie muss zudem unabhängig davon angeordnet werden, ob die Strafe 

bedingt, unbedingt oder teilbedingt ausgesprochen wird (BGE 146 IV 105 

E. 3.4.1; Urteil des Bundesgerichts 6B_560/2020 vom 17. August 2020 E. 1.1.1). 

Dass es sich um eine versuchte schwere Körperverletzung handelt, ändert daran 

ebenfalls nichts (BGE 144 IV 168 E. 1.4.1).

1.4. Gemäss Art. 66a Abs. 2 Satz 1 StGB kann das Gericht von einer Landes-

verweisung "ausnahmsweise" und unter den kumulativen Voraussetzungen 

absehen, dass diese (1) für den Ausländer einen schweren persönlichen Härte-

fall bewirken würde und (2) die öffentlichen Interessen an der Landesverweisung 

gegenüber den privaten Interessen des Ausländers am Verbleib in der Schweiz 

nicht überwiegen. Dabei ist der besonderen Situation von Ausländern Rechnung 

zu tragen, die in der Schweiz geboren oder aufgewachsen sind (Art. 66a Abs. 2 

Satz 2 StGB). Die Härtefallklausel ist restriktiv anzuwenden. Das Gericht hat dabei 

die öffentlichen und privaten Interessen gegeneinander abzuwägen. Dies kann 

kriteriengeleitet nach der Bestimmung über den "schwerwiegenden persönlichen 

Härtefall" in Art. 31 Abs. 1 der Verordnung vom 24. Oktober 2007 über Zu-

lassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit (VZAE; SR 142.201) erfolgen. Art. 31 

Abs. 1 VZAE ist indes nicht abschliessend. Da die Landesverweisung strafrecht-

licher Natur ist, sind auch strafrechtliche Elemente wie die Aussichten auf 

- 26 -

soziale Wiedereingliederung des Täters in die Interessenabwägung miteinzu-

beziehen (BGE 146 IV 105 E. 3.4.2, mit Hinweisen). Zu berücksichtigen sind 

namentlich der Grad der (persönlichen und wirtschaftlichen) Integration, einsch-

liesslich familiäre Bindungen des Ausländers in der Schweiz bzw. in der Heimat, 

Aufenthaltsdauer und Resozialisierungschancen. Ebenso ist der Rückfallgefahr 

und wiederholten Delinquenz Rechnung zu tragen. Dabei darf das Gericht auch 

vor dem Inkrafttreten von Art. 66a StGB begangene Straftaten berücksichtigen 

(BGE 144 IV 332 E. 3.3.2; Urteil des Bundesgerichts 6B_1070/2018 vom 14. Au-

gust 2019 E. 6.2.2), ebenso im Strafregister gelöschte Vorstrafen (Urteil des 

Bundesgerichts 6B_1044/2019 vom 17. Februar 2020 E. 2.6).

1.5. Das FZA berechtigt den Beschuldigten als Bürger Italiens, eines Mitglieds-

taates der EU, grundsätzlich zum Aufenthalt und zur Erwerbstätigkeit in der 

Schweiz (Art. 1 lit. a und Art. 4 FZA, Art. 6 ff. Anhang I FZA). Gemäss Art. 5 Abs. 1 

Anhang I FZA kann das Recht aber eingeschränkt werden. Art. 5 Abs. 1 Anhang I 

FZA ist nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung eng auszulegen. Es handelt 

sich dabei im Wesentlichen um die Prüfung der Verhältnismässigkeit staatlichen 

Handelns bei der Einschränkung der Freizügigkeit im Sinne des Art. 5 Abs. 1 

Anhang I FZA (BGE 145 IV 364 E. 3.8 und E 3.9). Die EU-binnenrechtliche 

Freizügigkeitsrechtsprechung ist nach der aktuellen Rechtslage für die Schweiz 

strafmassnahmenrechtlich nicht massgebend (Rückweisungsurteil des Bundes-

gerichts 6B_48/2019 vom 9. August 2019 E. 2.8.1-2.8.3). In casu kann auf die aus-

führlichen Darstellungen der Rechtsprechung zum FZA verwiesen werden (Urteile 

des Bundesgerichts 6B_177/2020 vom 2. Juli 2020 E. 2.4.5 und 6B_736/2019 vom 

3. April 2020 E. 1.1.3). 

2. Würdigung

2.1. Der Beschuldigte wurde in C._____ in Italien geboren, besuchte dort die 

obligatorische Primar- und Sekundarschule und arbeitete in der Folge als Bäcker/ 

Konditor sowie u.a. 13 Jahre lang als Umzugsmitarbeiter (Urk. 8/5 F/A 56; Prot. I 

S. 5 f.). Er ist in Italien zudem wegen Gewaltdelikten (Raub, Körperverletzung) vor-

bestraft (Urk. 36) und war deswegen mehrfach im Gefängnis. In die Schweiz ge-

kommen ist der Beschuldigte, um hier Arbeit als Grenzgänger zu finden (Urk. 8/5 

- 27 -

F/A 56; Prot. I S. 7; vgl. auch Urk. 77 S. 5 ff.). Der Beschuldigte verfügt demnach 

über keinerlei soziale und/oder berufliche Verbindungen zur Schweiz, um sich auf 

einen schweren persönlichen Härtefall im Sinne von Art. 66a Abs. 2 StGB berufen 

zu können. Im Übrigen führte der Beschuldigte selbst aus, dass er nach Italien 

zurückkehren wolle, um in der Nähe seiner Mutter zu wohnen und sie unterstützen 

zu können (Prot. I S. 8; Urk. 77 S. 10). 

2.2. Da ein schwerer persönlicher Härtefall im Sinne von Art. 66a Abs. 2 StGB 

nicht vorliegt, entfällt ein Abwägen der privaten Interessen des Beschuldigten 

am Verbleib in der Schweiz mit den öffentlichen Interessen an der Landes-

verweisung. Gleichwohl ist Folgendes zu unterstreichen. Für ein öffentliches 

Interesse an der Wegweisung des Beschuldigten spricht die von diesem aus-

gehende Gefahr weiterer Straftaten.

2.3. Die Anordnung der Landesverweisung ist auch unter Berücksichtigung 

des  FZA völkerrechtlich zulässig (vgl. Urteile des Bundesgerichts 6B_149/2021 

vom 3. Februar 2022 E. 2.7.2 und 2C_529/2019 vom 31. Oktober 2019 E. 5.2.2; 

BGE 145 IV 55 E. 3.).

Mit seinem Verhalten gefährdete der Beschuldigte die öffentliche Ordnung und 

Sicherheit der Schweiz. Künftiges Wohlverhalten ist nicht zu erwarten, was auch 

die bereits mehrfach gescheiterten Versuche im Hinblick auf rechtskonformes 

Leben zeigen. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung kann schon ein ge-

ringes Rückfallsrisiko für eine aufenthaltsbeendende Massnahme genügen, sofern 

dieses Risiko eine schwere Verletzung hoher Rechtsgüter wie namentlich die 

körperliche Unversehrtheit beschlägt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_75/2020 

vom 19. Januar 2021 E. 2.5.1). Das FZA berechtigt lediglich zu einem doppelt 

bedingten Aufenthalt in der Schweiz, nämlich einerseits nach Massgabe der 

spezifischen Vertragsvereinbarungen als Voraussetzung eines rechtmässigen 

Aufenthalts und andererseits nach Massgabe des rechtskonformen Verhaltens 

im  Sinne von Art. 5 Abs. 1 Anhang I FZA. Durch sein gezeigtes Verhalten hat 

sich  der Beschuldigte evidentermassen nicht an die Konformitätsbedingungen im 

Sinne von Art. 5 Abs. 1 Anhang I FZA gehalten (BGE 145 IV 364 E. 3.4.4; Urteile 

des Bundesgerichts 6B_177/2020 vom 2. Juli 2020 E. 2.5.4 und 6B_736/2019 vom 

- 28 -

3. April 2020 E. 1.1.3). Auch das FZA gewährleistet Straftätern keinen Aufenthalt in 

der Schweiz (Urteil des Bundesgerichts 6B_379/2019 vom 22. Mai 2019 E. 4.5).

2.4. Da der Beschuldigte italienischer Staatsangehöriger ist, ist keine Ausschrei-

bung im Schengener Informationssystem vorzunehmen (Art. 3 lit. d SIS-II-Verord-

nung e contrario, vgl. ferner Art. 391 Abs. 2 StPO).

3. Dauer der Landesverweisung

Die Vorinstanz hat die Bemessungsgrundlagen für die Festsetzung der Dauer der 

Landesverweisung zutreffend dargelegt. Darauf kann uneingeschränkt verwiesen 

werden (Urk. 62 S. 36). Da den Beschuldigten – wie im Rahmen der Strafzu-

messung dargelegt – ein erhebliches Verschulden trifft, er über keinerlei Beziehung 

zur Schweiz verfügt und sein bisheriges gezeigtes Verhalten, insbesondere seine 

Gewaltbereitschaft, eine Gefährdung für die öffentliche Sicherheit in der Schweiz 

darstellt, liegt die von der Vorinstanz festgelegte Höhe von zehn Jahren noch im 

Rahmen des Ermessens, obschon es freilich die obere Grenze darstellt. 

Nach dem Gesagten ist der Beschuldigte in Anwendung von Art. 66a Abs. 1 lit. b 

StGB für die Dauer von zehn Jahren des Landes zu verweisen. 

VI. Genugtuung

1. Die Vorinstanz verpflichtete den Beschuldigten zur Leistung einer Genug-

tuung an den Privatkläger in der Höhe von Fr. 1'500.–. Im Mehrbetrag wies sie das 

Genugtuungsbegehren ab (Urk. 62 S. 39). Der Beschuldigte beantragt die Ab-

weisung einer Genugtuung (Urk. 78 S. 2). Der Privatkläger liess sich im Berufungs-

verfahren nicht mehr vernehmen, weshalb nur noch die erstinstanzlich ausge-

sprochene Genugtuung in Höhe von Fr. 1'500.– zur Disposition steht.

2. Dass die haftungsrechtlichen Voraussetzungen für eine Genugtuung durch 

die versuchte schwere Körperverletzung und den Angriff nach Art. 49 OR vorliegen 

(immaterielle Unbill, Widerrechtlichkeit, Kausalität und Verschulden), steht ausser 

Frage. Der Privatkläger erlitt zwar nur eine 1 cm durchmessende Quetschung an 

der Oberlippeninnenseite und keine schweren physischen Verletzungen, ansons-

- 29 -

ten wäre es nicht beim Versuch geblieben. Er war jedoch für eine Woche krankge-

schrieben und hatte nach dem Vorfall für einige Zeit mit psychischen Folgen zu 

kämpfen, indem er sich vor einem erneuten Übergriff fürchtete (Urk. 9/2 F/A 26 f.). 

Diese Angaben des Privatklägers erscheinen vor dem Hintergrund, dass er offen-

sichtlich grundlos zusammengeschlagen wurde, nachvollziehbar und genügend 

belegt. Entsprechend ist die Vorinstanz insbesondere aufgrund der Folgen für die 

psychische Integrität des Privatklägers eine Genugtuung zuzusprechen, wobei die 

festgelegte Höhe von Fr. 1'500.– angemessen und zu bestätigen ist.

3. Der Beschuldigte ist entsprechend zu verpflichten, dem Privatkläger eine 

Genugtuung in der Höhe von Fr. 1'500.– zu bezahlen.

VII. Honorarbeschwerde

1.1. Hinsichtlich der erstinstanzlichen Festsetzung des Honorars der amtlichen 

Verteidigerin, Rechtsanwältin MLaw X._____, erwog die Vorinstanz, dass die gel-

tend gemachten Aufwendungen in der Höhe von Fr. 15'373.15 für das Untersu-

chungsverfahren und Fr. 9'770.90 für den Zeitraum nach Anklageerhebung, d.h. 

insgesamt Fr. 25'153.05 (inkl. Auslagen und MwSt.) überhöht ausgefallen seien. Es 

handle sich vorliegend um eine Konstellation eines Strafverfahrens, bei dem ein 

überdurchschnittlich hoher Vor- und Nachbesprechungsaufwand für Einvernahmen 

mit dem Beschuldigten nicht nachvollziehbar sei, sondern im Gegenteil von beson-

ders wenig Besprechungsaufwand auszugehen sei, zumal sich vor allem Fragen 

der rechtlichen Würdigung des auf den Videoaufnahmen ersichtlichen Verhaltens 

stellen würden und weniger das Aussageverhalten bzw. weitere Beweismittel all-

fällige Besprechung zwischen Verteidigung und Beschuldigtem bedurft hätte. Ent-

sprechend kürzte die Vorinstanz den Aufwand für Vor- und Nachbesprechungen 

betreffend die Einvernahmen vom 28. September 2022, 29. September 2022, 

30. September 2022 und 24. Oktober 2022 um insgesamt 5.65 Stunden (Urk. 62 

S. 41 f.). Ferner kam die Vorinstanz zum Schluss, dass nicht sämtliche Gefängnis-

besuche zu entschädigen seien, zumal von einem geringen Besprechungsbedarf 

auszugehen sei. Nicht entschädigt wurden die Gefängnisbesuche vom 14. Okto-

ber 2022, 28. Oktober 2022, 30. November 2022, 15. Dezember 2022 und 10. Ja-

- 30 -

nuar 2023. Dabei wurde dem Umstand Rechnung getragen, dass stattdessen wohl 

telefonische Aufwendungen stattgefunden hätten, weshalb anstatt 12.95 Stunden 

insgesamt lediglich 11.95 Stunden nicht entschädigt wurden (Urk. 62 S. 42-44). 

Gesamthaft hielt die Vorinstanz fest, dass in der Untersuchung Aufwendungen von 

23.95 Stunden (Fr. 5'269.–) sowie Fahrspesen von Fr. 175.–, d.h. insgesamt 

Fr. 5'863.20 (inkl. MwSt.) nicht zu entschädigen seien. Für das Hauptverfahren 

setzte die Vorinstanz mit der Begründung eines nicht besonders komplexen Falles 

eine Entschädigung in der Höhe von pauschal Fr. 4'000.– fest  (Urk. 62 S. 44). Die 

amtliche Verteidigerin wurde demnach mit insgesamt Fr. 13'509.95 entschädigt 

(Urk. 62 S. 44 f., vgl. Dispositiv-Ziffer 8). 

1.2. Die amtliche Verteidigung, Rechtsanwältin MLaw X._____, erhob gegen die 

vorinstanzliche Dispositiv-Ziffer 8 mit Eingabe vom 5. Oktober 2023 Beschwerde 

an die III. Strafkammer des Obergerichts und beantragte unter Aufhebung der Dis-

positiv-Ziffer 8 für ihre Bemühungen eine Entschädigung von total Fr. 25'153.05 

(inkl. MwSt. und Barauslagen; Urk. 76, Geschäfts-Nr. UP230049-O, Urk. 2; vgl. 

auch Urk. 78 S. 3). Mit Beschluss der III. Strafkammer vom 25. Oktober 2023 

wurde das Beschwerdeverfahren (UP230049-O) zunächst sistiert (Urk. 71 

= Urk. 76, Geschäfts-Nr. UP230049-O, Urk. 7) und wie eingangs erwähnt mit 

Beschluss der III. Strafkammer vom 4. April 2024 der hiesigen Kammer zur Be-

handlung überwiesen (Urk. 75 = Urk. 76, Geschäfts-Nr. UP230049-O, Urk. 12). 

Zur Begründung ihrer Beschwerde bringt die amtliche Verteidigerin – unter Hinweis 

auf ihre Kostennoten vom 31. Mai 2023 und 21. Juni 2023 (Urk. 50-52 und 

Urk. 76/3/2+3) – zusammengefasst vor, die Vorinstanz habe in keiner Weise 

Rücksicht auf die konkreten Umstände und die tatsächlichen erforderlichen Auf-

wendungen, welche alle ausgewiesen worden seien, genommen. Zwischen der 

zugesprochenen Entschädigung und den von der Verteidigung notwendigerweise 

und in guten Treuen geleisteten Aufwendungen bestehe nicht in Ansätzen ein 

vernünftiges Verhältnis. Für das Hauptverfahren sei eine Pauschale von Fr. 4'000.– 

festgelegt worden, welche kantonales Recht sowie Bundes- und Völkerrecht 

verletze. Die Vorinstanz habe zudem ihre Begründungspflicht und damit das 

rechtliche Gehör verletzt. Sämtliche von der Vorinstanz als "überhöht" taxierte 

- 31 -

Honorarpositionen seien für eine effektive Verteidigung erforderlich gewesen und 

könnten innert von der Vorinstanz zugebilligten Zeit nicht unter Einhaltung der er-

forderlichen Sorgfaltspflicht eines Anwalts geleistet werden (Urk. 76, Geschäfts-

Nr. UP230049-O, Urk. 2).

2.1. Die amtliche Verteidigung wird nach dem Anwaltstarif des Bundes oder des-

jenigen Kantons entschädigt, in dem das Strafverfahren geführt wurde (Art. 135 

Abs. 1 StPO). Im Kanton Zürich ist die Verordnung vom 8. September 2010 über 

die Anwaltsgebühren (AnwGebV) massgebend, konkret deren §§ 2 f. und §§ 16 f. 

Die Abrechnung ist vom Gericht auf Angemessenheit zu prüfen. Stehen die in 

Rechnung gestellten Aufwendungen der Verteidigung nicht in einem angemesse-

nen Verhältnis zu Bedeutung, Umfang und Schwierigkeiten des Falls, so rechtfertigt 

sich unter Umständen auch eine deutliche Minderung der geforderten Entschädi-

gung (vgl. ZR 102 [2003] Nr. 49; ZR 101 [2002] Nr. 19; ZR 105 [2006] Nr. 51). Der 

Anspruch auf Entschädigung der amtlichen Verteidigung umfasst nicht alles, was 

für die Wahrnehmung der Interessen des Mandanten von Bedeutung ist. Erfasst 

wird nur, was zur Wahrung der Verteidigung notwendig ist (vgl. § 1 Abs. 2 und § 2 

Abs. 1-3 AnwGebV). Nach diesem Massstab bestimmt sich der Anspruch sowohl 

in qualitativer als auch in quantitativer Hinsicht, das heisst in Bezug auf den Umfang 

der Aufwendungen. Entschädigungspflichtig sind nur jene Bemühungen, die in 

einem kausalen Zusammenhang mit der Wahrung der Rechte im Strafverfahren 

stehen, und die notwendig und verhältnismässig sind. Das Honorar muss allerdings 

so festgesetzt werden, dass der Rechtsvertretung ein Handlungsspielraum ver-

bleibt und sie das Mandat wirksam ausüben kann (Urteil des Bundesgerichts 

1B_96/2011 vom 6. Juni 2011 E. 2.2). Die Festsetzung des Honorars im Rahmen 

einer Pauschale ist zulässig und verletzt als solche das Recht auf wirksame Ver-

teidigung nicht (BGE 141 I 124 E. 3.-4.; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 

6B_1252/2016 vom 9. November 2017 [= BGE 143 IV 453] E. 2.5.1 f.).

2.2. Den Kantonen steht bei der Bemessung des Honorars des unentgeltlichen 

Rechtsvertreters ferner ein weites Ermessen zu. Das Bundesgericht greift nur ein, 

wenn die Festsetzung des Honorars ausserhalb jedes vernünftigen Verhältnisses 

zu den vom Anwalt geleisteten Diensten steht und in krasser Weise gegen das 

- 32 -

Gerechtigkeitsgefühl verstösst. Ausserdem übt es grosse Zurückhaltung, wenn das 

kantonale Sachgericht den Aufwand als übersetzt bezeichnet und entsprechend 

kürzt. Es ist Sache der kantonalen Behörden, die Angemessenheit anwaltlicher 

Bemühungen zu beurteilen (BGE 141 I 124 E. 3.2; Urteil des Bundesgerichts 

6B_360/2014 vom 30. Oktober 2014 E. 3.3, nicht publ. in: BGE 140 IV 213; je mit 

Hinweisen; vgl. zum Ganzen Urteil des Bundesgerichts 6B_1252/2016 vom 9. No-

vember 2017 [teilweise publiziert als BGE 143 IV 453] E. 2.4.). Bei einer Honorar-

bemessung nach Pauschalbeträgen werden alle prozessualen Bemühungen zu-

sammen als einheitliches Ganzes aufgefasst und der effektive Zeitaufwand ledig-

lich im Rahmen des Tarifansatzes berücksichtigt. Pauschalen nach Rahmentarifen 

erweisen sich aber als verfassungswidrig, wenn sie auf die konkreten Verhältnisse 

in keiner Weise Rücksicht nehmen und im Einzelfall ausserhalb jedes vernünftigen 

Verhältnisses zu den vom Rechtsanwalt geleisteten Diensten stehen (BGE 141 

I 124 E. 4.3, mit Hinweis). Ausgangspunkt ist eine Gesamtbetrachtung des 

Honorars unter Berücksichtigung des konkreten Falles. Das Bundesgericht unter-

strich, dass die Vorinstanz, indem sie das Anwaltshonorar nach dem massgeben-

den Tarif als Pauschalbetrag ausgerichtet hatte, zutreffend von einer Beurteilung 

der einzelnen Positionen der eingereichten Honorarrechnung absehen konnte 

(BGE 141 I 124 E. 4.5). Daran ist festzuhalten. Honorarpauschalen dienen der 

gleichmässigen Behandlung und begünstigen eine effiziente Mandatsführung. 

Zudem entlasten sie das Gericht davon, sich mit der Aufstellung des erbrachten 

Zeitaufwandes im Einzelnen auseinandersetzen zu müssen (Urteil des Bundes-

gerichts 5D_62/2016 vom 1. Juli 2016 E. 4.1, mit Hinweis). Soweit behauptet wird, 

mit pauschalen Entschädigungen werde in Kauf genommen, dass notwendige 

Bemühungen nicht entschädigt würden (LUZIA VETTERLI, Entschädigung der amt-

lichen Verteidigung, ius.focus 4/2015 S. 31), kann dieser Kritik nicht gefolgt werden. 

Eine Honorarbemessung nach Pauschalbeträgen betrifft die Methode der Be-

messung. Sie hat den konkreten Verhältnissen im Ergebnis Rechnung zu tragen. 

Die Grenzen einer verfassungskonformen Festlegung des Honorars sind un-

abhängig von der Bemessungsmethode und dem jeweils massgebenden kantona-

len Anwaltstarif (Art. 135 Abs. 1 StPO) zu beachten. Hielt das Bundesgericht im 

zitierten amtlich publizierten Entscheid fest, dass bei Honorarpauschalen der 

- 33 -

effektive Zeitaufwand lediglich im Rahmen des Tarifansatzes berücksichtigt wird, 

ist entgegen einzelnen nicht amtlich publizierten Entscheiden (etwa Urteil des 

Bundesgerichts 6B_558/2015 vom 29. Januar 2016 E. 1.2.2, mit Hinweis auf 

5A_157/2015 vom 12. November 2015 E. 3.3.2) daran festzuhalten. Insbesondere 

setzt das pauschalisierende Vorgehen nicht eine systematische "Kontrollrechnung" 

mit einem Stundenansatz von Fr. 180.– voraus (a. M. FRANÇOIS BOHNET, Anwalts-

revue 1/2016 S. 28; derselbe, SZZP 2/2016 S. 125). Es ist nicht in das Belieben 

des unentgeltlichen Rechtsvertreters gestellt, durch das Aufschreiben einer über-

mässigen Anzahl Stunden auf die Festsetzung des Grundhonorars Einfluss zu 

nehmen (Urteil des Bundesgerichts 5D_213/2015 vom 8. März 2016 E. 7.1.3, mit 

Hinweisen). Richten sich Honorarpauschalen nicht in erster Linie nach dem Um-

fang der Bemühungen, ist der tatsächlich geleistete Aufwand zunächst nur sehr 

bedingt massgebend. Gleichwohl sind die sachbezogenen und angemessenen 

Bemühungen zu entschädigen. Wird mit Blick auf den in der Gebührenverordnung 

gesetzten Rahmen erkennbar, dass der geleistete Aufwand auch nach einem 

Minimalansatz zu einer Entschädigung führt, welche über das Mass dessen 

hinausgeht, was für Fälle der betreffenden Art üblicherweise als geboten und damit 

entschädigungspflichtig angesehen wird, muss der unentgeltliche Rechtsvertreter 

– von sich aus, gegebenenfalls auf gerichtliche Aufforderung hin – darlegen, 

inwiefern zur gehörigen Erledigung des Prozessmandats ein solcher Aufwand 

erforderlich war. Die blosse Auflistung von Aufwandpositionen in der Honorarnote 

ist hierfür nicht ausreichend (Urteil des Bundesgerichts 5D_114/2016 vom 26. Sep-

tember 2016 E. 4, mit Hinweis). Eine substantiierte Begründung des Honorar-

anspruchs kann vom unentgeltlichen Prozessvertreter freilich nur gefordert werden, 

wenn er spätestens bei der Übernahme seines Auftrags weiss oder zumindest in 

Erfahrung bringen kann, auf welchen Pauschalbetrag die zuständige Behörde in 

durchschnittlichen Verfahren gleicher Art die Grundentschädigung praxisgemäss 

festsetzt (Urteil des Bundesgerichts 5A_380/2014 vom 30. September 2014 

E. 3.1). Anzufügen bleibt, dass selbst in BGE 141 I 124 der von der amtlichen 

Verteidigerin geltend gemachte Aufwand von 79.9 Stunden bei einem Stunden-

ansatz von Fr. 180.– den zugesprochenen Pauschalbetrag von Fr. 9'600.– bei 

Weitem überschritten hatte. Das Bundesgericht hat also bereits im besagten 

- 34 -

Entscheid, indem es eine Verletzung der Begründungspflicht gemäss Art. 29 Abs. 2 

BV verneinte, das pauschalisierende Vorgehen nicht von einer "Kontrollrechnung" 

im oben genannten Sinne abhängig gemacht (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

6B_730/2014 vom 2. März 2015 E. 2.1, nicht publ. in: BGE 141 I 124; vgl. zum 

Urteil des Bundesgerichts 6B_1252/2016 vom 9. November 2017 = BGE 143 

IV 453 E. 2.5.1.; vgl. ferner auch 6B_332/2017 vom 18. Januar 2018 E. 2.5. f.).

2.3. Die von der Vorinstanz vorgenommene Kürzung hält den einschlägigen kan-

tonalen Bestimmungen und der dargelegten bundesgerichtlichen Rechtsprechung 

stand. Das vorliegende Verfahren präsentiert sich mit einem Untersuchungsakten-

umfang von einem Thek als klein und als absolut überschaubar. Der gesamte Vor-

fall ist in sehr guter Bild- und Tonqualität auf Video aufgezeichnet. Es stellten sich 

zudem nie besonders schwierige Rechtsfragen. Der Beschuldigte zeigte sich ferner 

im äusseren Sachverhalt zu weiten Teilen geständig. Entsprechend ist nicht nach-

vollziehbar, weshalb jeweils seitens der Verteidigung ein übermässiger Aufwand 

für Vor- und Nachbesprechungen mit dem Beschuldigten anlässlich der Einver-

nahmen geltend gemacht wurde, auch wenn ein Dolmetscher notwendig war. Der 

Aufwand für die Vor- und Nachbesprechungen wurde von der Vorinstanz zu Recht 

als übermässig taxiert und um insgesamt 5.65 Stunden gekürzt (vgl. dazu Urk. 62 

S. 41 f.). Schlicht unangemessen sind bei dieser Ausgangssituation die im Zeit-

raum von Anfang Oktober 2022 bis Ende Januar 2023 erfolgten zehn Gefängnis-

besuche. Gemäss Praxis ist ein Gefängnisbesuch alle anderthalb Monate zu ent-

schädigen, in komplexen Fällen ausnahmsweise ein Besuch pro Monat (Leitfaden 

amtliche Mandate Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich, 4. Aufl., 2024, 

S. 56). Vorliegend handelt es sich – entgegen der Auffassung der Verteidigung – 

um einen überschaubaren und nicht besonders komplexen Fall, welcher zusätz-

liche Gefängnisbesuche rechtfertigen würde. Es sind im Zeitraum dieser Besuche 

keine Beweiserhebungen ersichtlich, welche Anlass für umfangreiche Besprechun-

gen gegeben bzw. Anpassungen in der Verteidigungsstrategie und/oder im Aus-

sageverhalten des Beschuldigten gegeben hätten. Entsprechend ist für den geltend 

gemachten Zeitraum von einem geringen Besprechungsbedarf auszugehen und 

sind angesichts der klaren Beweislage keine zusätzlichen Gefängnisbesuche zu 

entschädigen. Die Vorinstanz entschädigte die Gefängnisbesuche vom 11. Oktober 

- 35 -

2022, 21. Dezember 2022 und 26. Januar 2023 und bewegt sich daher im Rahmen 

der Vorgaben. Auch diese Kürzung im Umfang von 11.95 Stunden (vgl. Urk. 62 

S. 44) ist nicht zu beanstanden. Bei der Berechnung des Totals der Anzahl Stun-

den, welche zu kürzen sind, schlich sich bei der Vorinstanz jedoch offensichtlich 

ein Rechnungsfehler ein. 11.95 Stunden und 5.65 Stunden ergeben ein Total von 

17.6 Stunden und nicht 23.95 Stunden. Entsprechend ist die Honorarforderung für 

das Untersuchungsverfahren lediglich um 17.6 Stunden (Fr. 3'872.–) sowie Fahr-

spesen von Fr. 175.– zu kürzen, was insgesamt eine Kürzung von Fr. 4'358.60 

(inkl. MwSt.) ergibt. 

2.4. Weiter ist davon auszugehen, dass der Verteidigerin im Zeitpunkt als zur 

Hauptverhandlung vorgeladen wurde bzw. im Zeitpunkt des erstinstanzlichen 

Gerichts- bzw. Hauptverfahrens, der Prozessstoff bereits bestens bekannt war. Vor 

diesem Hintergrund erscheint mit der Vorinstanz der für das Aktenstudium und die 

Plädoyervorbereitung geltend gemachte Aufwand zu hoch. Dies nicht zuletzt im 

Lichte des gemäss § 17 AnwGebV für die Führung eines Strafprozesses vor 

Bezirksgericht einschliesslich Vorbereitung des Parteivortrags und Teilnahme an 

der Hauptverhandlung grundsätzlich vorgesehenen Maximalbetrages. Nur weil sich 

die Vorinstanz nicht im Einzelnen mit der Leistungsübersicht der amtlichen Ver-

teidigerin auseinandersetzte, was sie – wie aufgezeigt – eben gerade nicht musste, 

kann vorliegend nicht davon die Rede sein, dass sie auf die konkreten Verhältnisse 

keine Rücksicht genommen hätte. Auch steht das zugesprochene Honorar nicht 

ansatzweise ausserhalb jedes vernünftigen Verhältnisses zu den von der amtlichen 

Verteidigerin geleisteten Diensten. Ebenso wenig kann vor diesem Hintergrund 

sodann von einer Verletzung der Begründungspflicht bzw. des rechtlichen Gehörs 

ausgegangen werden. Der für das Hauptverfahren festgesetzte Pauschalbetrag 

von Fr. 4'000.– erweist sich als angemessen.

2.5. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Vorbringen der amtlichen Ver-

teidigerin grundsätzlich nicht verfangen. Bei der Vorinstanz schlich sich indessen 

ein Rechnungsfehler ein, weshalb die amtliche Verteidigung mit insgesamt 

Fr. 15'014.55 (inkl. Barauslagen und MwSt.) (bestehend aus Fr. 11'014.55 für die 

Untersuchung und Fr. 4'000.– für das Hauptverfahren) aus der Gerichtskasse zu 

- 36 -

entschädigen ist. Die Beschwerde ist daher teilweise gutzuheissen und nach-

folgend über die Kostenauflage und Entschädigung im Beschwerdeverfahren zu 

befinden (vgl. nachfolgend in E. VIII. 2.). 

VIII. Kosten- und Entschädigungsfolgen

1. Erstinstanzliches Verfahren

Gestützt auf Art. 426 Abs. 1 StPO sind die Kosten der Untersuchung und des 

erstinstanzlichen Verfahrens dem Beschuldigten aufzuerlegen, wenn er schuldig 

gesprochen wird, was vorliegend der Fall ist. Indessen ist es von Gesetzes wegen 

nach Art. 426 Abs. 3 lit. b StPO nicht zulässig, ihm Dolmetscher- bzw. Über-

setzungskosten aufzuerlegen, welche durch seine Fremdsprachigkeit nötig 

wurden. Die gemäss vorinstanzlicher Dispositiv-Ziffer 9 aufgeführten Kosten für 

"Dolmetscher-Übersetzung" in Höhe von Fr. 540.– sind mutmasslich für die Über-

setzung des italienischen Strafregisterauszugs angefallen (vgl. Urk. 35 und 36). 

Mangels Begründung muss in dubio pro reo davon ausgegangen werden, dass die 

Übersetzung die Fremdsprachigkeit des Beschuldigten betraf, weswegen diese 

Kosten definitiv auf die Gerichtskasse zu nehmen sind. Im Übrigen ist die vorin-

stanzliche Kostenauflage aufgrund des Verfahrensausgangs zutreffend. Dem Be-

schuldigten sind die Kosten, mit Ausnahme der Kosten der amtlichen Verteidigung, 

aufzuerlegen. Die Kosten der amtlichen Verteidigung sind auf die Gerichtskasse zu 

nehmen, unter Vorbehalt der Rückzahlungspflicht nach Art. 135 aAbs. 4 StPO.

2. Honorarbeschwerdeverfahren

2.1. Die Bemessung der Gerichtskosten für das Beschwerdeverfahren richtet 

sich nach § 17 Abs. 2 der Gebührenverordnung des Obergerichts des Kantons 

Zürich vom 8. September 2010 (GebV OG) i.V.m. § 8 GebV OG, was eine Reduk-

tion der Grundgebühr gemäss § 4 Abs. 1 GebV OG auf die Hälfte oder drei Viertel 

bedeutet. Massgebend ist demnach der Streitwert, der vorliegend mit Fr. 11'643.10 

zu beziffern ist, womit für die Gebühr ein Rahmen von rund Fr. 990.– bis Fr. 1'485.– 

resultieren würde. Gleichwohl sind die allgemeinen Bemessungsgrundlagen für die 

Festsetzung der Gebühr im Strafprozess gemäss § 2 Abs. 1 lit. b-d GebV OG, 

- 37 -

namentlich die Bedeutung des Falls, der Zeitaufwand des Gerichts sowie die 

Schwierigkeit des Falls, zu berücksichtigen. Davon ausgehend ist die Beschwerde-

gebühr unter Beachtung der vorgenannten Bestimmungen auf Fr. 500.– anzu-

setzen (§ 17 Abs. 2 i. V. m. §§ 8, 4 und 2 GebV OG). 

Die Kosten des Beschwerdeverfahrens sind im Verhältnis des Obsiegens und 

Unterliegens aufzuteilen (Art. 428 Abs. 1 StPO). Ob eine Partei im Rechtsmittelver-

fahren als obsiegend oder unterliegend gilt, hängt davon ab, in welchem Ausmass 

ihre vor Beschwerde- bzw. Berufungsgericht gestellten Anträge gutgeheissen 

wurden (THOMAS DOMEISEN, in: Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozess-

ordnung, 3. Aufl. 2023, Art. 428 N 6; YVONA GRIESSER, StPO-Kommentar, 3. Aufl. 

2020, Art. 428 N 1). Da Rechtsanwältin MLaw X._____ mit ihrer Beschwerde gröss-

tenteils unterliegt, sind ihr 3/4 der Gebühr aufzuerlegen und 1/4 auf die Gerichts-

kasse zu nehmen.

2.2. Die amtliche Verteidigung beantragte die Zusprechung einer Prozess-

entschädigung in Höhe von rund Fr. 1'000.– (Fr. 1'057.23, recte: Fr. 1'066.23 = 

Fr. 990.– zzgl. 7.7% MwSt.) für ihre Aufwände im Zusammenhang mit der 

Honorarbeschwerde (Urk. 78 S. 3 und Urk. 80).

Ausgangsgemäss steht der Beschwerdeführerin infolge teilweiser Gutheissung 

der  Beschwerde eine auf 1/4 reduzierte Prozessentschädigung zu. Gemäss § 19 

Abs. 2 AnwGebV richtet sich die Entschädigung nach § 9 AnwGebV, welcher eine 

Ermässigung der Entschädigung in der Regel auf zwei Drittel bis einen Fünftel 

vorsieht. Nach § 19 Abs. 2 i. V. m. §§ 9 und 4 AnwGebV resultiert ein Rahmen für 

das Beschwerdeverfahren von rund Fr. 530.– bis Fr. 1'760.–. Innerhalb dieses Rah-

mens ist die Entschädigung nach den Bemessungskriterien in § 2 Abs. 1 lit. b-e 

AnwGebV festzusetzen. Unter Würdigung der gesamten Umstände ist die Entschä-

digung im Sinne von § 19 Abs. 2 i.V.m. §§ 9, 2 und 4 AnwGebV – wie beantragt – 

auf Fr. 1'000.– festzusetzen. 

Der Beschwerdeführerin ist gemäss Verfahrensausgang eine auf 1/4 reduzierte 

Prozessentschädigung von Fr. 250.– aus der Gerichtskasse zuzusprechen. Eine 

Mehrwertsteuer ist auf diesem Betrag nicht geschuldet, da es sich nicht um 

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eine  gegen Entgelt erbrachte Leistung handelt (vgl. Art. 18 MWSTG). Das Ver-

rechnungsrecht des Staates bleibt vorbehalten (Art. 442 Abs. 4 StPO).

3. Berufungsverfahren

3.1. Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist praxisgemäss auf 

Fr. 3'600.– zu veranschlagen (Art. 424 Abs. 1 StPO i.V.m. § 16 Abs. 1 und § 14 

GebV OG).

3.2. Die Kosten im Berufungsverfahren tragen die Parteien ebenfalls nach 

Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO; vgl. voran-

stehend in E. VIII. 2.1.). Der Beschuldigte unterliegt mit seinen Anträgen voll-

umfänglich. Ausgangsgemäss sind ihm entsprechend die gesamten Kosten des 

Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der amtlichen Verteidigung, auf-

zuerlegen (Art. 428 Abs. 1 StPO). Die Kosten der amtlichen Verteidigung sind 

einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen. Die Rückzahlungspflicht des Be-

schuldigten ist gemäss Art. 135 aAbs. 4 StPO vorzubehalten.

3.3. Die amtliche Verteidigung macht im Berufungsverfahren einen Aufwand von 

Fr. 9'328.50 (inkl. MwSt. und Barauslagen) geltend (Urk. 79). Der geltend ge-

machte Aufwand erscheint angesichts des überschaubaren und nicht besonders 

komplexen Falles deutlich überhöht. Es rechtfertigt sich, Rechtsanwältin MLaw 

X._____ für ihre Aufwendungen im Berufungsverfahren pauschal und gesamthaft 

mit Fr. 7'000.– (inkl. Auslagen und MwSt.) zu entschädigen, obschon auch der fest-

gelegte Pauschalbetrag im Verhältnis zur vorinstanzlichen Entschädigung hoch er-

scheint.

Es wird beschlossen:

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 7. Abteilung, 

vom 22. Juni 2023 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist: 

"Es wird erkannt:
1.-4. (…)

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5. Das beschlagnahmte Mobiltelefon Realme RMX3231 (Asservat-Nr. A016'592'328) des 

Beschuldigten wird diesem nach Rechtskraft des Urteils auf erstes Verlangen heraus-

gegeben oder nach unbenutztem Ablauf einer dreimonatigen Frist von der Lager-

behörde vernichtet.

6. Der Privatkläger B._____ wird mit seinem Schadenersatzbegehren auf den Weg des 

Zivilprozesses verwiesen.

7.-8. (…)

9. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:

Fr. 4'000.– ; die weiteren Auslagen betragen:

Fr. 3'000.–   Gebühr Strafuntersuchung,

Fr. (…)   amtliche Verteidigung,

Fr. 540.–   Dolmetscher-Übersetzung,

Fr. 200.–   Gebühr Entsiegelungsverfahren (GT220109-L).

10.-11. (…)

12. (Mitteilungen)

13. (Rechtsmittel)"

2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.

Es wird erkannt:

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig

 der versuchten schweren Körperverletzung im Sinne von aArt. 122 

StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB

 des Angriffs im Sinne von Art. 134 StGB.

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 3 Jahren Freiheitsstrafe, wovon 589 Tage 

durch Haft sowie vorzeitigen Strafvollzug erstanden sind.

3. Die Freiheitsstrafe wird vollzogen.

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4. Der Beschuldigte wird im Sinne von Art. 66a StGB für 10 Jahre des Landes 

verwiesen.

5. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger B._____ Fr. 1'500.– als 

Genugtuung zu bezahlen.

6. Die Kosten der Untersuchung und des erstinstanzlichen Verfahrens werden, 

mit Ausnahme der Kosten für die Übersetzung und der Kosten der amtlichen 

Verteidigung, dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten für die Übersetzung 

(Fr. 540.–) werden definitiv auf die Gerichtskasse genommen. Die Kosten 

der amtlichen Verteidigung werden einstweilen auf die Gerichtskasse ge-

nommen. Die Rückzahlungspflicht des Beschuldigten betreffend die Kosten 

der amtlichen Verteidigung bleibt gemäss Art. 135 aAbs. 4 StPO vorbehal-

ten.

7. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:

Fr. 3'600.– ; die weiteren Kosten betragen:

Fr. 7'000.–   amtliche Verteidigung (pauschal,   inkl. MwSt. und Barauslagen).

8. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der amt-

lichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der 

amtlichen Verteidigung werden einstweilen auf die Gerichtskasse genom-

men. Die Rückzahlungspflicht des Beschuldigten bleibt gemäss Art. 135 

aAbs. 4 StPO vorbehalten.

9. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird Rechtsanwältin MLaw 

X._____ für ihre Bemühungen als amtliche Verteidigerin des Beschuldigten 

für die Untersuchung und das erstinstanzliche Verfahren mit Fr. 15'014.55 

(inkl. Barauslagen und MwSt.) aus der Gerichtskasse entschädigt.

10. Die Gerichtsgebühr für das Beschwerdeverfahren wird auf Fr. 500.– festge-

setzt und Rechtsanwältin MLaw X._____ zu 3/4 auferlegt und zu 1/4 auf die 

Gerichtskasse genommen.

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11. Rechtsanwältin MLaw X._____ wird für das Beschwerdeverfahren eine redu-

zierte Prozessentschädigung von Fr. 250.– aus der Gerichtskasse zugespro-

chen. Das Verrechnungsrecht des Staates bleibt vorbehalten. 

12. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an

 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten (übergeben)

 die Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis (versandt)
 den Privatkläger (versandt)

(Eine begründete Urteilsausfertigung gemäss Art. 84 Abs. 4 StPO wird 
dem Privatkläger nur zugestellt, sofern er dies innert 10 Tagen nach 
Erhalt des Dispositivs verlangt.)

 den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und Voll-
zugsdienste (versandt)

 das Migrationsamt des Kantons Zürich (versandt)

sowie in vollständiger Ausfertigung an

 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten

 die Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung 

allfälliger Rechtsmittel an

 die Vorinstanz
 den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 

Vollzugsdienste 
 das Migrationsamt des Kantons Zürich 
 die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A 
 die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit dem Formular "Löschung 

des DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials" zwecks 
Bestimmung der Vernichtungs- und Löschungsdaten.

13. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden.

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der gemäss Art. 35 und 35a 

BGerR zuständigen strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichts (1000 

- 42 -

Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichtsgesetzes vorgeschriebe-

nen Weise schriftlich einzureichen.

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes.

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer

Zürich, 8. Mai 2024

Der Präsident:

lic. iur. R. Faga

Die Gerichtsschreiberin:

MLaw A. Sieber