# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fad39fa3-1724-5bcc-a632-dc1645b32022
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-03-20
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 20.03.2024 SB230226
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB230226_2024-03-20.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
II. Strafkammer  

Geschäfts-Nr.: SB230226-O/U/ad

Mitwirkend: Oberrichterin lic. iur. Wasser Keller, Präsidentin, Oberrichter lic. iur. 

Hoffmann und Oberrichter lic. iur. Weder sowie Gerichtsschreiberin 

MLaw Gitz

Urteil vom 20. März 2024

in Sachen

A._____, 
Beschuldigte und Berufungsklägerin

verteidigt durch Rechtsanwalt Dr. iur. X._____

gegen

Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland, 
Anklägerin und Berufungsbeklagte

sowie

1. B._____ AG, 
2. C._____, 
Privatklägerinnen und Berufungsbeklagte

1, 2 vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Y._____

betreffend mehrfache Sachbeschädigung

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Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Bülach, Einzelgericht, vom 
19. Januar 2023 (GG220075)

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Anklage:

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 21. Septem-

ber 2022 (Urk. 30) ist diesem Urteil beigeheftet.

Urteil der Vorinstanz: 

1. Die Beschuldigte ist schuldig der mehrfachen Sachbeschädigung im Sinne 

von Art. 144 Abs. 1 StGB.

2. Die Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu 

Fr. 50.– sowie mit einer Busse von Fr. 900.–.

3. Bezahlt die Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle 

eine Ersatzfreiheitsstrafe von 9 Tagen.

4. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre 

festgesetzt. Die Busse ist zu bezahlen.

5. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:

Fr. 1'200.– ; die weiteren Auslagen betragen:

Fr. 2'100.–   Gebühr für das Vorverfahren

Fr. 490.–   Auslagen (Gutachten)

Fr. 345.–   Auslagen (Entschädigung Auskunftsperson)

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.

6. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden der 

Beschuldigten auferlegt.

7. Die Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 1 für das gesamte Ver-

fahren eine Prozessentschädigung von Fr. 16'827.– (inkl. MwSt.) sowie 

Fr. 3'085.80 für weitere Aufwendungen im Verfahren zu bezahlen.

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Berufungsanträge:

a) Der Verteidigung der Beschuldigten:

(Urk. 81 S. 1)

1. Das Urteil des Einzelgerichts des Bezirksgerichts Bülach vom 19. Ja-

nuar 2023 sei aufzuheben.

2. Es sei die Beschuldigte und Berufungsklägerin vom Vorwurf der mehr-

fachen Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB freizu-

sprechen.

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen einschliesslich Mehrwert-

steuer zulasten des Staates.

b) Des Vertreters der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland: 

(Urk. 73, schriftlich)

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils

c) Des Vertreters der Privatklägerschaft:

(Urk. 84 S. 1)

1. Das vorinstanzliche Urteil des Bezirksgerichts Bülach vom 19. Januar 

2023 sei vollumfänglich zu bestätigen.

2. Die Kosten des Berufungsverfahrens seien der Beschuldigten Luz Bi-

ser aufzuerlegen.

3. Die Privatklägerin B._____ AG sei für die ihr entstandenen Anwaltskos-

ten für das Berufungsverfahren mit Fr. 2'118.75 zu entschädigen.

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Erwägungen:

I. Prozessgeschichte

1. Verfahrensgang

1.1. Gegen das vorstehend wiedergegebene, mündlich eröffnete und schrift-

lich im Dispositiv mitgeteilte Urteil vom 19. Januar 2023 (Urk. 61) meldete die Ver-

teidigung namens der Beschuldigten innert Frist Berufung an. Das begründete Ur-

teil (Urk. 64 = 67) wurde den Parteien am 11. April 2023 zugestellt (Urk. 66). Mit 

Eingabe vom 2. Mai 2023 ging die Berufungserklärung der Verteidigung namens 

der Beschuldigten fristgerecht ein, wobei keine Beweisanträge gestellt wurden 

(Urk. 70). Mit Präsidialverfügung vom 4. Mai 2023 wurde den Privatklägerinnen 

und der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland (im Folgenden: Staatsanwalt-

schaft) Frist angesetzt, um Anschlussberufung zu erklären oder begründet ein 

Nichteintreten auf die Berufung zu beantragen (Urk. 71). Die Staatsanwaltschaft 

verzichtete mit Eingabe vom 5. Mai 2023 auf Anschlussberufung, beantragte die 

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils und ersuchte um Dispensation ihres Ver-

treters von der Berufungsverhandlung (Urk. 73). Der Vertreter der Privatklägerin-

nen teilte mit Schreiben vom 25. Mai 2023 mit, dass seitens der Privatklägerinnen 

auf Anschlussberufung verzichtet und auch kein Nichteintreten auf die Berufung 

beantragt werde (Urk. 74). Mit Datum vom 31. Juli 2023 wurden die Parteien zu-

nächst auf den 6. März 2024 (Urk. 76) und nach einer notwendig gewordenen 

Verschiebung am 12. Oktober 2023 auf den 20. März 2024 zur Berufungsver-

handlung vorgeladen, wobei dem Vertreter der Anklagebehörde das Erscheinen 

freigestellt ist (Art. 405 Abs. 3 i.V.m. Art. 337 StPO; Urk. 77).

1.2. Zur Berufungsverhandlung vom 20. März 2024 erschienen die Beschul-

digte in Begleitung ihres Verteidigers, Rechtsanwalt Dr. iur. X._____, sowie 

Rechtsanwalt lic. iur. Y._____ namens und in Vertretung der Privatklägerinnen 

und in Begleitung der Privatklägerin 2 (Prot. II S. 3). Das Urteil erging gleichen-

tags im Anschluss an die Berufungsverhandlung (Prot. II S. 18 ff.). Das Versehen, 

dass bei der Abfassung des Urteilsdispositivs im Anschluss an die Berufungsver-

handlung die Prozessentschädigung für die anwaltliche Verteidigung untergegan-

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gen ist, wurde mit Beschluss vom 26. März 2024 korrigiert und das Dispositiv be-

richtigt (Urk. 90).

2. Umfang der Berufung

2.1. In der Berufungsschrift ist anzugeben, ob das Urteil vollumfänglich ange-

fochten wird (Art. 399 Abs. 3 lit. a StPO) oder, falls das Urteil nur in Teilen ange-

fochten wird, welche Abänderungen des erstinstanzlichen Urteils verlangt werden 

(Art. 399 Abs. 3 lit. b StPO). 

2.2. Die Beschuldigte beantragt im Berufungsverfahren einen vollumfängli-

chen Freispruch (Urk. 71; Urk. 81). Gestützt auf die Anträge der Beschuldigten ist 

keine der Dispositivziffern des Urteils des Bezirksgerichts Bülach, Einzelgericht, 

vom 19. Januar 2023 in Rechtskraft erwachsen.

II. Prozessuales

1. Verwertbarkeit der Videoaufnahmen

1.1. Seitens der Verteidigung wurde vor Vorinstanz wie auch erneut im Rah-

men des Berufungsverfahrens der Einwand erhoben, die Videoaufzeichnungen 

und auch das durch den Privatdetektiv erstellte Foto seien unverwertbar, da sie 

im Privatbereich, gezielt und ohne jegliche Warnung oder Ankündigung, erstellt 

worden seien. Zudem würden sie nicht eine schwere Straftat betreffen (Urk. 59 N 

13.5; Urk. 81 N 46).

1.2. Die Privatklägerinnen liessen demgegenüber geltend machen, die Videoauf-

nahmen seien verwertbar, da die Aufnahmen bewusst auf den zum Hausrecht 

und Eigentum der Privatklägerin 2 gehörenden Parkplatz beschränkt worden 

seien. Sie zeigten bloss Alltagsverrichtungen in einem öffentlich einsehbaren Be-

reich, also nicht etwa den Privat- oder Geheimbereich der Beschuldigten. Zu be-

achten sei auch, dass sich die Privatklägerinnen in einem Beweisnotstand befun-

den hätten. Es habe keinen anderen Weg gegeben, um die Täterschaft der mona-

telangen Schachbeschädigungen zu eruieren (Prot. I S. 24; Urk. 84 N 6 ff.).

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1.3. Gemäss Art. 139 Abs. 1 StPO sind zur Wahrheitsfindung alle nach dem 

Stand von Wissenschaft und Erfahrung geeigneten Beweismittel einzusetzen, die 

rechtlich zulässig sind. Videoaufnahmen können eine rechtlich unzulässige Per-

sönlichkeitsverletzung darstellen, weshalb straf- und datenschutzrechtliche 

Schutzbestimmungen bestehen: So stellt Art. 179quater Abs. 1 StGB das Aufneh-

men von Tatsachen aus dem Geheim- oder Privatbereich ohne Einwilligung unter 

Strafe. Nicht zum geschützten Geheim- bzw. Privatbereich gehören jedenfalls All-

tagsverrichtungen in einem öffentlich einsehbaren Bereich wie z.B. auf einem Bal-

kon, die ohne Überwindung physischer oder psychologischer Schranken zugäng-

lich sind und keine besonders persönlichkeitsträchtige Szenen darstellen 

(RAMEL/VOGELSANG, in: Niggli/Wipprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar StGB II, 

4. Aufl., 2019, Art. 179quater N 11a). In Bereichen von Liegenschaften, die von 

mehreren Wohnparteien ohne ausschliessliches Hausrecht gleichermassen ge-

nutzt werden, geniessen die Parteien im Innenverhältnis ebenfalls nicht den zur 

Erfüllung des Tatbestands erforderlichen Schutz der Privatsphäre (Urteil des Bun-

desgerichts 6B_1149/2013 vom 13. November 2014 E. 1.3). Filmaufnahmen stel-

len sodann Personendaten im Sinne von Art. 3 lit. a aDSG bzw. Art. 5 lit. a in der 

seit 1. September 2023 gültigen, revidierten Version des Datenschutzgesetzes 

(DSG) dar, wenn die gefilmte Person bestimmt oder bestimmbar ist. Personenda-

ten dürfen nur nach den Vorschriften von Art. 4 aDSG bzw. Art. 6 DSG erhoben 

werden: Die Datenerhebung muss nach Treu und Glauben erfolgen, verhältnis-

mässig sein und grundsätzlich für die betroffenen Personen zumindest erkennbar 

sein. Die Missachtung der namentlich in Art. 4 aDSG statuierten Grundsätze stellt 

eine Persönlichkeitsverletzung dar (Art. 12 Abs. 2 lit. a aDSG). Gemäss bundes-

gerichtlicher Rechtsprechung gelten von Privaten unter Verletzung von Art. 12 

aDSG erlangte Beweismittel als illegal erworben, es sei denn, es liege ein Recht-

fertigungsgrund im Sinne von Art. 13 aDSG vor (BGE 147 IV 16 E. 2; Urteil des 

Bundesgerichts 6B_1362/2020 vom 20. Juni 2022 E. 14.4.2). Wird die Rechtswid-

rigkeit durch einen Rechtfertigungsgrund aufgehoben, wird der Beweis uneinge-

schränkt verwertbar (BGE 147 IV 9 E. 2.5 und E. 6; Urteil des Bundesgerichts 

6B_1362/2020 vom 20. Juni 2022 E. 14.4.2). Ein Rechtfertigungsgrund liegt ins-

besondere vor, wenn an der Datenerhebung ein überwiegendes privates oder öf-

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fentliches Interesse besteht (Art. 13 Abs. 1 aDSG bzw. Art. 31 Abs.1 DSG). Bei 

der Frage, ob ein Rechtfertigungsgrund gemäss Art. 13 Abs. 1 aDSG vorliegt, ist 

eine Abwägung der Interessen des Datenbearbeiters und denjenigen der verletz-

ten Person vorzunehmen (BGE 147 IV 9 E. 1.3.2). Sind keine Rechtfertigungs-

gründe nach Art. 13 aDSG gegeben, so ist in einem zweiten Schritt zu prüfen, ob 

die Voraussetzungen von Art. 141 Abs. 2 StPO gegeben sind (BGE 147 IV 16 

E. 5 [übersetzt in Pra 110 (2021) Nr. 55]; Urteil des Bundesgerichts 7B_179/2022 

vom 24. Oktober 2023 E. 3.3.3).

Art. 141 Abs. 2 StPO zufolge dürfen Beweise, die Strafbehörden in strafbarer 

Weise oder unter Verletzung von Gültigkeitsvorschriften erhoben haben, nicht ver-

wertet werden, es sei denn, ihre Verwertung sei zur Aufklärung schwerer Strafta-

ten unerlässlich. Von Privaten rechtswidrig erlangte Beweismittel sind nur verwert-

bar, wenn sie von den Strafverfolgungsbehörden rechtmässig hätten erlangt wer-

den können und kumulativ dazu eine Interessenabwägung für deren Verwertung 

spricht. Bei der Interessenabwägung ist derselbe Massstab wie bei staatlich erho-

benen Beweisen anzuwenden. Die Verwertung ist damit nur zulässig, wenn dies 

zur Aufklärung einer schweren Straftat unerlässlich ist (BGE 147 IV 16 E. 1.1; 147 

IV 9; 146 IV 226 E. 2; Urteil des Bundesgerichts 6B_902/2019 vom 8. Januar 

2020 E. 1.2; je mit Hinweisen). Je schwerer die zu beurteilende Straftat ist, umso 

eher überwiegt das öffentliche Interesse an der Wahrheitsfindung das private In-

teresse der beschuldigten Person an der Unverwertbarkeit des fraglichen Bewei-

ses (BGE 147 IV 9 E. 1.3.1; 146 I 11 E. 4.2; 143 IV 387 E. 4.4; je mit Hinweisen). 

Als "schwere Straftat" sind demnach nicht lediglich Verbrechen zu qualifizieren, 

sondern je nachdem kommen auch Vergehen in Betracht, wobei die konkreten 

Sachumstände des jeweiligen Einzelfalles zu würdigen sind (BGE 147 IV 16 E. 6; 

147 IV 9 E. 1.4.2). Entscheidend ist nicht das abstrakt ausgesprochene Straf-

mass, sondern die Schwere der konkreten Tat (BGE 147 IV 16 E. 6; 147 IV 9 

E. 1.4.2; Urteil des Bundesgerichts 6B_821/2021 vom 6. September 2023 E. 1.5.1 

[nicht publ. in BGE 149 IV 369]). Dabei können Kriterien wie das geschützte 

Rechtsgut, das Ausmass dessen Gefährdung resp. Verletzung, die Vorgehens-

weise und die kriminelle Energie des Täters oder das Tatmotiv herangezogen 

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werden (BGE 147 IV 16 E. 7.2 [übersetzt in Pra 110 (2021) Nr. 55]; Urteil des 

Bundesgerichts 7B_179/2022 vom 24. Oktober 2023 E. 3.3.2; je mit Hinweisen).

1.4. Die vorliegend zu beurteilenden Videoaufnahmen fokussieren grundsätz-

lich auf dem Parkplatz der Privatklägerinnen, teilweise wird indessen in unterge-

ordneter Weise auch der Parkplatz der Beschuldigten und ihres Ehemannes so-

wie ein sämtlichen Fahrzeugbesitzern zugänglicher  Bereich der Tiefgarage da-

von erfasst. Rechts im Bild ist die Front eines Fahrzeugs zu sehen, links daneben 

sind die Säulen der Tiefgarage und ein Bereich von ca. 20 cm des danebenlie-

genden Parkplatzes zu erkennen. Die linke Hälfte des Bildes, wo sich der Park-

platz der Beschuldigten befindet, ist durch ein Hindernis verdeckt. Die Person auf 

den Aufnahmen ist lediglich schemenhaft erkennbar, wobei insbesondere das Ge-

sicht nicht erkennbar ist. Zwar handelt es sich bei der Sammelgarage an der 

D._____-strasse nicht um einen öffentlich einsehbaren Bereich wie beispielsweise 

einen Balkon oder Gartensitzplatz, jedoch ist die Sammelgarage sämtlichen Fahr-

zeugbesitzern zugänglich bzw. wird von diesen gleichermassen benutzt und die 

Parkplätze sind von diesen einsehbar, weshalb diese vom Schutz der Privat-

sphäre nicht umfasst sind. Die Aufnahmen fallen damit nicht unter Art. 179quater 

Abs. 1 StGB. 

1.5. Die gefilmte Person ist aufgrund der Platzierung der Kamera wie auch der 

Bildqualität allein nicht bestimmbar. Die gesamten Umstände – der Parkplatz der 

Beschuldigten und ihres Ehemannes wird als Fahrzeuglenker nur von diesen bei-

den Personen benutzt – führen indessen dazu, dass sie bestimmbar ist, was letzt-

lich auch der Zweck der Aufnahmen ist. Die Aufnahmen sind daher unter den Be-

griff der Personendaten im Sinne des Datenschutzgesetzes zu subsumieren. Da 

angesichts der Kameraposition weder das Erfolgen der Aufnahme erkennbar war, 

noch eine Einwilligung der Beschuldigten vorlag, ist von einer Persönlichkeitsver-

letzung im Sinne des Datenschutzgesetzes auszugehen, sofern dafür kein Recht-

fertigungsgrund in Form der Wahrung berechtigter Interessen bzw. eines Beweis-

notstands vorliegt, was die Widerrechtlichkeit der Persönlichkeitsverletzung entfal-

len lässt.

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1.6. Die Videoaufnahmen sind geeignet und mangels anderer Beweise not-

wendig, um die Herkunft der Schäden an den Fahrzeugen der Privatklägerinnen 

eruieren zu können. Die seitens der Vorinstanz vorgenommene Interessenabwä-

gung, ob ein überwiegendes privates Interesse der Privatklägerinnen vorliegt, was 

die Widerrechtlichkeit der Persönlichkeitsverletzung entfallen liesse (Urk. 67 S. 17 

f.), erfolgte korrekt und zutreffend. Die Privatklägerin 2 stellte über einen längeren 

Zeitraum eine Vielzahl von Beschädigungen an ihren Fahrzeugen fest, wobei sie 

aufgrund der Häufigkeit und des Ausmasses der einzelnen Beschädigungen da-

von ausgehen musste, dass diese ohne die Ergreifung von Gegenmassnahmen 

auf unbestimmte Dauer hin weiter erfolgen würden. Die Beschädigung ihres Ei-

gentums drohte daher auf unbestimmte Dauer und in unbestimmter Höhe weiter 

zu erfolgen, was den Parkplatz für die Privatklägerinnen faktisch unbenutzbar 

machte, wollten sie nicht fortlaufende und im Quantitativ finanziell durchaus er-

hebliche Schäden hinnehmen. 

1.7. Der Eingriff in die Persönlichkeitsrechte der Beschuldigten durch die Auf-

nahmen ist demgegenüber als vergleichsweise gering zu qualifizieren. So wurden 

lediglich zwei Aufnahmen erstellt, auf denen die gefilmte Person bestimmbar ist, 

wobei sie lediglich bei der Vornahme einer Alltagshandlung – des Einsteigens in 

ihr Fahrzeug und der Art und Weise, wie sie das tat – zu sehen ist. Wie dargelegt, 

ist weder ihr Privat- oder Geheimbereich betroffen, noch lassen die Aufnahmen 

aufgrund deren Ort und Zeit irgendwelche weitere Rückschlüsse auf das weitere 

Verhalten der Beschuldigten zu. Wenn die Vorinstanz darauf hinweist, die vorlie-

gende Situation entspreche im Wesentlichen dem Filmen des Eingangsbereichs 

eines Geschäfts zur Verhinderung oder Aufklärung von Straftaten, wobei in gerin-

gem Mass auch Personen auf öffentlichem Grund erfasst würden, was von Lehre 

und Praxis als datenschutzrechtlich zulässig angesehen werde (Urk. 67 S. 18), so 

ist ihr grundsätzlich zuzustimmen. Das Interesse der Beschuldigten, bei der Vor-

nahme der betreffenden Alltagshandlungen nicht gefilmt zu werden, ist jedenfalls 

deutlich geringer als dasjenige der Privatklägerinnen an der Aufklärung und Ver-

hinderung einer Vielzahl von Beschädigungen an ihren Fahrzeugen. Anzumerken 

ist dazu im Übrigen, dass die Aufnahmen auch geeignet gewesen wären, die Be-

schuldigte zu entlasten, wenn z.B. trotz mehrfacher Aufnahmen nie ein verdächti-

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ger Vorfall gefilmt worden wäre. Die Persönlichkeitsverletzung gemäss Daten-

schutzgesetz ist daher aufgrund der überwiegenden Interessen der Privatklägerin-

nen an der Aufklärung der mehrfachen Sachbeschädigungen bzw. des vorliegen-

den Beweisnotstands als gerechtfertigt zu qualifizieren, womit deren Widerrecht-

lichkeit entfällt. Dementsprechend sind die Videoaufnahmen verwertbar. 

2. Verwertbarkeit des Wahrnehmungsberichts des Privatdetektivs E._____

2.1. Seitens der Verteidigung wurde vor Vorinstanz wie auch erneut im Rah-

men des Berufungsverfahrens der Einwand erhoben, der Bericht der Privatdetek-

tei F._____ AG sei nicht verwertbar: Der rapportierende Detektiv, E._____, sei 

zwar als Auskunftsperson einvernommen worden. Da er aber seine Aussagen 

umfassend verweigert habe, weshalb die Beschuldigte keine Gelegenheit für Fra-

gen an ihn gehabt habe, sei keine Überprüfung der Glaubwürdigkeit sowie des 

Beweiswerts der Aussage möglich (Urk. 59 N 13.3; Urk. 81 N 45).

2.2. Die Privatklägerinnen lassen demgegenüber geltend machen, der Bericht 

der Privatdetektei F._____ AG sei verwertbar, da dessen Inhalt durch E._____ 

anlässlich seiner Einvernahme vollumfänglich bestätigt worden sei. Entgegen den 

Ausführungen des Verteidigers habe E._____ bloss eine einzige Ergänzungsfrage 

gestellt. Im Übrigen habe E._____ einige Ergänzungsfragen auch tatsächlich be-

antwortet (Prot. I S. 24; Urk. 84 N 8).

2.3. Wie von der Vorinstanz zutreffend erwogen wird (Urk. 67 S. 21), sind die 

Fragen der Verwertbarkeit des fraglichen Berichts einerseits und der Aussagen 

der Auskunftsperson E._____ andererseits unabhängig voneinander zu prüfen. 

Der in den Akten liegende Ermittlungsbericht betreffend Feststellungen vom 

11. Juli 2019 und insbesondere vom 13. Juli 2019 (Urk. 3/14) stellt eine schriftli-

che Zusammenfassung der Wahrnehmungen durch eine Privatperson unter Anfü-

gung einer Fotografie dar, wobei bezüglich letzterer das soeben bezüglich der 

Verwertbarkeit der Videoaufnahmen Ausgeführte gilt. E._____ war als Privatper-

son im Auftrag der Privatklägerinnen ohne Weiteres berechtigt, sich zu den fragli-

chen Zeitpunkten in deren Fahrzeug auf die Lauer zu legen, um allfällige Einwir-

kungen auf das Fahrzeug festzustellen und diese schriftlich festzuhalten. Dabei 

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handelte es sich auch nicht um eine systematische Observation der Beschuldig-

ten. Sodann hätten die daraus erlangten Beweismittel bei einer Strafanzeige der 

Privatklägerinnen auch durch die Strafverfolgungsbehörden selbst erlangt werden 

können, indem sie eine Observation hätten anordnen und dieselben Feststellun-

gen wie E._____ machen können. Schliesslich überwiegt, wie bereits vorstehend 

erwogen, das Interesse der Privatklägerinnen an der Wahrheitsfindung das Inter-

esse der Beschuldigten an der Unverwertbarkeit der privaten Beweiserhebung. 

Der Wahrnehmungsbericht von E._____ ist somit verwertbar. Was sich letztlich 

daraus schliessen lässt, stellt entgegen der Ansicht der Verteidigung nicht eine 

Frage der Verwertbarkeit sondern der Würdigung dar.

3. Verwertbarkeit der Aussagen des Privatdetektivs E._____

3.1. Hinsichtlich der Wahrung des Konfrontationsanspruchs der beschuldigten 

Person im Sinne von Art. 147 Abs. 1 StPO ist grundsätzlich zu bemerken, dass 

dieser verlangt, dass die beschuldigte Person in die Lage versetzt wird, ihr Frage-

recht tatsächlich auszuüben und damit die Glaubhaftigkeit einer Aussage infrage 

stellen zu können. Dies setzt in aller Regel voraus, dass sich die einvernommene 

Person in Anwesenheit des Beschuldigten (nochmals) zur Sache äussert (BGE 

140 IV 172 E. 1.5; Urteile des Bundesgerichts 6B_1454/2022 vom 20. März 2023 

E. 2.4.1; 6B_1092/2022 vom 9. Januar 2023 E. 2.3.3; 6B_1133/2019 vom 18. De-

zember 2019; je mit Hinweisen). Dem Anspruch, den Belastungszeugen Fragen 

zu stellen, kommt grundsätzlich absoluter Charakter zu. Nach der Rechtspre-

chung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR), welcher sich 

das Bundesgericht angeschlossen hat, kann jedoch auf eine Konfrontation des 

Beschuldigten mit dem Belastungszeugen oder auf die Einräumung der Gelegen-

heit zu ergänzender Befragung des Zeugen unter besonderen Umständen ver-

zichtet werden. So unter anderem, wenn der Belastungszeuge berechtigterweise 

das Zeugnis verweigert. Erforderlich ist in diesen Fällen jedoch, dass der Ange-

schuldigte zu den belastenden Aussagen hinreichend Stellung nehmen konnte, 

die Aussagen sorgfältig geprüft wurden und ein Schuldspruch nicht allein darauf 

abgestützt wurde. Ausserdem darf der Umstand, dass die beschuldigte Person 

ihre Rechte nicht (rechtzeitig) wahrnehmen konnte, nicht in der Verantwortung der 

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Behörde liegen (BGE 131 I 476 E.2.2 und 2.3.4 mit Hinweisen auf die Rechtspre-

chung des EGMR; Urteil des Bundesgerichts 6B_1137/2020 vom 17. April 2023 

E. 1.4.2.1). In neueren Entscheiden relativierte der EGMR seine bisherige Recht-

sprechung zudem insofern, als unter Umständen auch ein streitiges Zeugnis von 

ausschlaggebender Bedeutung ("preuve unique ou déterminante") ohne Konfron-

tation mit dem Belastungszeugen verwertbar sein kann, wenn ausreichend kom-

pensierende Faktoren gegeben sind, um den Anspruch des Angeschuldigten auf 

ein faires Verfahren und die Überprüfung der Verlässlichkeit des Beweismittels zu 

gewährleisten (BGE 148 I 295 E. 2.2; Urteile des Bundesgerichts 6B_1137/2020 

vom 17. April 2023 E. 1.4.2.1; 6B_173/2022 vom 27. April 2022 E. 1.3.1; mit Hin-

weisen auf die Rechtsprechung des EGMR).

3.2. Bezüglich der Aussagen von E._____ im Rahmen seiner Einvernahme als 

Auskunftsperson vom 29. August 2022 (Urk. 10/4) ist zu bemerken, dass E._____ 

nur deshalb als Auskunftsperson und nicht als Zeuge einvernommen wurde, weil 

die Verteidigung dies zu Beginn der eigentlich geplanten Einvernahme von 

E._____ als Zeuge so verlangte und ihm dabei androhte, möglicherweise am 

Ende der Befragung eine Strafanzeige gegen ihn einzureichen (Urk. 10/3). Vor 

diesem Hintergrund beschränkte sich die Auskunftsperson E._____ darauf, zu 

Beginn und zum Ende der Einvernahme pauschal die Richtigkeit des Ermittlungs-

berichts der Privatdetektei F._____ AG vom 26. Juli 2019 zu bestätigen und an-

sonsten keine Aussagen zu machen. Seitens der Verteidigung wurde während 

der gesamten Einvernahme trotz mehrmaligen Hinweises der Staatsanwaltschaft 

(Urk. 10/4 S. 4 und S. 8) nur eine einzige Ergänzungsfrage gestellt, nämlich wer 

die Videokamera eingeschaltet habe (Urk. 10/4 S. 8), was sich aber gar nicht auf 

den Ermittlungsbericht bezieht. Wie seitens der Vorinstanz im Übrigen zutreffend 

dargelegt wird (Urk. 67 S. 21), war eine mit der Einvernahme der Auskunftsperson 

verbundene Erhöhung oder eben Verminderung des Beweiswerts des Wahrneh-

mungsberichts nicht möglich. 

3.3. Vorliegend verweigerte E._____ berechtigterweise gestützt auf Art. 181 

i.V.m. Art. 169 StPO sämtliche weiteren Angaben mit Ausnahme des Hinweises 

auf die Richtigkeit des Ermittlungsberichts, nachdem ihm seitens der Verteidigung 

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die Einreichung einer Strafanzeige angedroht worden war. Die Tatsache, dass 

E._____ keine weiteren Aussagen machte, liegt somit nicht in der Verantwortung 

der Behörden. Die einzige belastende Aussage der Auskunftsperson besteht in 

der Bestätigung der Richtigkeit des Berichts. Dabei ist zu berücksichtigen, dass 

auch der Bericht nur eines von vielen belastenden Indizienbeweismitteln darstellt, 

worauf im Rahmen der Sachverhaltswürdigung einzugehen ist. Die Beschuldigte 

wie auch ihre Verteidigung konnten sowohl in der Untersuchung wie auch vor Vor-

instanz und in der Berufungsverhandlung zum Beweisergebnis in dessen Ge-

samtheit wie auch zum Ermittlungsbericht und der Aussage von E._____ dazu im 

Besonderen mehrfach und detailliert Stellung beziehen. Anzumerken ist auch, 

dass die Verteidigung wie erwähnt darauf verzichtete, allfällige Fragen, deren Be-

antwortung ihrer Ansicht nach gegebenenfalls geeignet gewesen wären, den Be-

weiswert des Ermittlungsberichts und die dazugehörige bestätigende Aussage zu 

erschüttern, überhaupt zu Protokoll zu geben. Vielmehr beschränkte sich die Ver-

teidigung darauf, im Rahmen ihrer Parteivorträge vor Vorinstanz und Berufungsin-

stanz aus ihrer Sicht Stellung dazu zu nehmen, was ihr unbenommen ist. Unter 

Hinweis auf die zitierte Rechtsprechung von Bundesgericht und EGMR ist die be-

treffende Aussage von E._____ daher als zulasten der Beschuldigten verwertbar 

zu qualifizieren.

III. Sachverhalt

1. Ausgangslage

1.1. Anklagevorwürfe

Die Staatsanwaltschaft wirft der Beschuldigten zusammengefasst vor, in einer 

Vielzahl von Fällen drei Autos, einen Porsche Cayenne, einen Porsche Boxster 

und einen Audi Q5, vorsätzlich beschädigt zu haben. Die Privatklägerin 1 ist Hal-

terin der drei Fahrzeuge, die Privatklägerin 2 ist Inhaberin bzw. Aktionärin der Pri-

vatklägerin 1. Der Privatklägerin 2 sei es aufgrund der vielen Schadenfälle er-

schwert worden, Fahrzeuge versichern zu lassen. Die Beschuldigte habe an nicht 

näher bekannten Daten im Zeitraum von August 2018 bis August 2019 jeweils die 

Sammelgarage an der D._____-strasse 7a-d in G._____ betreten und sich zu ih-

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rem auf dem dortigen Parkfeld abgestellten VW Passat begeben, um mit diesem 

wegzufahren. Dazu habe sie jeweils die Fahrertüre bewusst und gewollt derart 

heftig und so weit geöffnet, dass diese mit Wucht an die Fahrzeugseite eines der 

dort jeweils korrekt abgestellten Autos der Privatklägerinnen geprallt sei. Dadurch 

sei jeweils eine Delle mit Lackschaden im Umfang von mehr als Fr. 301.– entstan-

den, was die Beschuldigte aufgrund ihres Verhaltens gewusst und gewollt habe 

oder womit sie zumindest habe rechnen müssen, wobei sie dies billigend in Kauf 

genommen habe. Insgesamt seien Schäden von rund Fr. 5'795.– (Porsche Ca-

yenne), Fr. 2'030.– (Audi Q5) und Fr. 1'649.– (Porsche Boxster) entstanden 

(Urk. 30 S. 2 ff.). 

Vier solche Vorfälle wurden von der Staatsanwaltschaft gesondert zur Anklage 

gebracht, weil dazu spezifischere Beweismittel vorliegen: Es handelt sich dabei 

um eine Beschädigung des Porsche Cayenne am 6. Juli 2019 (wozu eine Vi-

deoaufnahme vorhanden ist), eine Beschädigung des Porsche Cayenne am 13. 

Juli 2019 (wozu Wahrnehmungen des Privatdetektivs E._____ vorhanden sind), 

eine Beschädigung des Audi Q5 am 16. Juli 2019 (wozu eine weitere Videoauf-

nahme vorhanden ist) und eine Beschädigung des Porsche Cayenne im Zeitraum 

vom 16. bis 17. August 2019, wobei der Porsche Cayenne in diesem Zeitraum un-

unterbrochen in der Garage gestanden sei.

1.2. Standpunkt der Beschuldigten

Die Beschuldigte bestreitet, die Schäden an den Fahrzeugen verursacht zu ha-

ben, jedenfalls bewusst (Urk. 8/1-5; Prot. I S. 9 ff.; Prot. II S. 11 ff.). Dementspre-

chend wird seitens der Verteidigung ein vollumfänglicher Freispruch beantragt 

(Urk. 59 S. 18; Urk. 70 S. 2; Urk. 81 S. 1 ff.).

1.3. Vorinstanz

Die Vorinstanz erachtet den Anklagesachverhalt im Rahmen ihrer Beweiswürdi-

gung als erstellt (Urk. 67 S. 26).

- 16 -

2. Grundlagen der Beweiswürdigung

2.1. Hierzu kann zur Vermeidung unnötiger Wiederholungen auf die zutreffen-

den Ausführungen im vorinstanzlichen Entscheid verwiesen werden (Urk. 67 

S. 6- 10). 

2.2 Liegen keine direkten Beweise vor, ist nach der Rechtsprechung auch ein 

indirekter Beweis zulässig. Beim Indizienbeweis wird aus bestimmten Tatsachen, 

die nicht unmittelbar rechtserheblich, aber bewiesen sind (Indizien), auf die zu be-

weisende, unmittelbar rechtserhebliche Tatsache geschlossen. Der 

Indizienbeweis ist dem direkten Beweis gleichwertig. Eine Mehrzahl von Indizien, 

welche für sich allein betrachtet nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auf 

eine bestimm-te Tatsache oder Täterschaft hindeuten und insofern Zweifel offen 

lassen, können in ihrer Gesamtheit ein Bild erzeugen, das den Schluss auf den 

vollen rechtsgenügenden Beweis von Tat oder Täter erlaubt (Urteile des Bundes-

gerichts 6B_790/2021 vom 20. Januar 2022 E. 1.2.3; 6B_1019/2021 vom 8. De-

zember 2021 E. 1.3.3; 6B_1302/2020 vom 3. Februar 2021 E. 1.2.3 [nicht publ. in: 

BGE 147 IV 176]; je mit Hinweisen). Der Indizienprozess als solcher verletzt we-

der die Unschuldsvermutung noch die aus ihr abgeleiteten Teilrechte (Urteile des 

Bundesgerichts 6B_1097/2021 vom 26. Oktober 2022 E. 3.2; 6B_1018/2021 vom 

24. August 2022 E. 2.1.1 f.; 6B_188/2022 vom 17. August 2022 E. 3.2; 

6B_245/2020 vom 6. Mai 2020 E. 3.3.3). Der Grundsatz "in dubio pro reo" als Ent-

scheidregel verlangt nicht, dass bei sich widersprechenden Beweismitteln unbe-

sehen auf den für den Angeklagten günstigeren Beweis abzustellen ist. Die Ent-

scheidregel kommt nur zur Anwendung, wenn nach erfolgter Beweiswürdigung als 

Ganzem relevante Zweifel verbleiben (BGE 144 IV 345 E. 2.2.3.2; Urteile des 

Bundesgerichts 6B_1019/2021 vom 8. Dezember 2021 E. 1.3.3; 6B_1302/2020 

vom 3. Februar 2021 E. 1.2.3 [nicht publ. in: BGE 147 IV 176]; je mit Hinweisen). 

3. Würdigung

3.1. Die Vorinstanz erachtete den Anklagesachverhalt nicht aufgrund eines 

schlagenden Beweises, sondern basierend auf einer Fülle von Indizien als erstellt 

(Urk. 67 S. 23-26). Die Würdigung der diversen Indizienbeweismittel durch die 

- 17 -

Vor-instanz erfolgte sehr sorgfältig, differenziert und nachvollziehbar, weswegen 

im Wesentlichen darauf verwiesen werden kann (Art. 82 Abs. 4 StGB). Die nach-

folgenden Erwägungen sind daher primär präzisierender Natur.

3.2. Die Beschuldigte räumte selbst ein, dass normalerweise sie diejenige 

Person sei, die das Fahrzeug von ihr und ihrem Ehemann, den VW Passat, fahre. 

Leichte Berührungen beim Einsteigen in ihr Fahrzeug mit der Tür an den Fahrzeu-

gen der Privatklägerinnen durch sie selbst oder allenfalls ihre Kinder räumt sie 

ein, wobei sie aber geltend machte, sich "nicht so fest" zu erinnern. Da sie jedoch 

nie von Schäden ausgegangen sei, habe sie nie genauer nachgeschaut. Wenn 

die Beschuldigte insofern zwischen ihren verschiedenen Einvernahmen bezüglich 

Anzahl und Art der Berührungen gewisse Widersprüche aufwies (vgl. Urk. 67 

S. 7 ff.), so kann dies allenfalls unklarer Erinnerung geschuldet sein. Hätte es sich 

aber um nur geringfügige, ungewollte Berührungen gehandelt, so ist nicht nach-

vollziehbar, dass die Beschuldigte diesfalls keine Nachschau gehalten hätte, was 

umso mehr gilt, wenn eine solche Berührung von einem der Kinder verursacht 

worden wäre. Hinzu kommt, dass es als Allgemeinwissen aller autofahrenden 

Personen vorausgesetzt werden kann, dass selbst bei Berührungen der Autotür 

mit dem Nebenfahrzeug mit nur sehr geringer Kraft die Gefahr – wenn auch nur 

leichter – Kratzer im Lack doch sehr gross ist, was umso mehr dafür spricht, dass 

die Beschuldigte bei unabsichtlichen Berührungen Nachschau gehalten hätte. 

Das insofern sehr ausweichende Aussageverhalten der Beschuldigten spricht da-

her dafür, dass sie bewusst etwas verheimlichte.

3.3. Unstrittig ist, dass das Fahrzeug der Beschuldigten und ihres Eheman-

nes, ein älterer VW Passat, und die betreffenden drei Fahrzeuge der Privatkläge-

rinnen im relevanten Zeitraum jeweils nebeneinander parkiert waren (vgl. hierzu 

die Erwägungen der Vorinstanz zur Parksituation und zum Schadensbild [Urk. 67 

S. 10 f.]). Aus dem seitens des Forensischen Instituts Zürich (nachfolgend: FOR) 

am 15. September 2019 aufgrund von Untersuchungen vor Ort erstellten Spuren-

berichts geht hervor, dass die drei Fahrzeuge der Privatklägerinnen an der Bei-

fahrertüre Beschädigungen aufwiesen und insbesondere beim Audi Q5 auf einer 

Länge von ca. 70 cm auffällig viele Dellen und Lackschäden vorlagen. Die Höhe 

- 18 -

entspreche festgestellten Schäden an der Fahrertüre des VW Passat (Urk. 14/6). 

Am 29. Oktober 2019 wurde vom FOR ein zusätzlicher Kurzbericht erstattet. Aus-

gewertet wurden die zuvor anlässlich des Spurenberichts sichergestellten Lack-

spuren. Festgestellt wurden zum einen Lackpartikel am VW Passat, welche sich 

mikroskopisch nicht vom Lack des Audi Q5 sowie des Porsche Cayenne unter-

scheiden lassen. Zum anderen wurden entsprechende Lackspuren des VW Pas-

sat am Audi Q5 festgestellt. Betreffend den Porsche Boxster konnten dagegen 

keine Fremdlackpartikel festgestellt werden (Urk. 14/7). Wie seitens der Vorin-

stanz zutreffend erwogen wird (Urk. 67 S. 12 f. und S. 25 f.), ist es vor diesem 

Hintergrund naheliegend, dass Schäden an den Beifahrertüren des Audi Q5 und 

des Porsche Cayenne der Privatklägerinnen durch das Anschlagen der Fahrer-

türe des VW Passat der Beschuldigten verursacht wurden, zumal die Überein-

stimmung doch frappant ist. Wenn seitens der Verteidigung eingewendet wird, die 

Beschädigungen könnten auch von anderen – wohl gemeint typenähnlichen – 

Fahrzeugen der Marke VW stammen (Urk. 59 N 7, 13.4 und 13.6), so ist dem ent-

gegenzuhalten, dass das zwar theoretisch möglich wäre. Die Wahrscheinlichkeit, 

dass die Spuren und damit die Schäden vom vorliegend interessierenden VW 

Passat stammen, ist angesichts der Tatsache, dass gleich zwei verschiedene 

Fahrzeuge der Privatklägerinnen betroffen sind und die Fahrzeuge jeweils über 

längere Zeit nebeneinander parkiert waren, als doch weit höher einzustufen, als 

dass die Spuren von einem Drittfahrzeug stammen. Hinsichtlich der Schäden am 

Porsche Boxster wirken sich die Erkenntnisse des FOR dagegen eher entlastend 

aus für die Beschuldigte, nachdem bezüglich jenem Fahrzeug kein Spurenaus-

tausch festgestellt werden konnte. 

3.4. Hinsichtlich der beiden Videoaufnahmen vom 6. Juli 2019, 04.45 Uhr, und 

vom 16. Juli 2019, 04.38 Uhr, ist zu bemerken, dass diese klar für die Täterschaft 

der Beschuldigten sprechen, wobei im einen Fall der Porsche Cayenne und im 

anderen Fall der Audi Q5 als Fahrzeuge der Privatklägerinnen betroffen sind (vgl. 

Urk. 67 S. 18 f.). So ist einerseits jeweils ein Aufprallen der Tür des VW Passat 

beim jeweiligen Fahrzeug der Privatklägerinnen hörbar (Urk. 3/13). Andererseits 

ist zwar nicht das Gesicht der Beschuldigten in den Aufnahmen sichtbar, jedoch 

spricht alles dafür, dass es sich bei der zu sehenden Person um die Beschuldigte 

- 19 -

handelt. Gemäss Statur und Kleidung handelt es sich allem Anschein nach um 

eine Frau und die einzige Frau, die den VW Passat regelmässig bzw. überhaupt 

fuhr, ist unstrittig die Beschuldigte. Ebenfalls lässt die optische Erscheinung auf 

die Beschuldigte schliessen, trug doch die Beschuldigte jeweils eine Uniform. 

Schliesslich passen die Uhrzeiten, denn die Beschuldigte hatte an den beiden be-

troffenen Tagen, wie sich auch aus den Einsatzplänen ergibt, frühmorgens zur Ar-

beit am H._____ zu erscheinen (Urk. 11/2), wobei sie den Arbeitsweg nach eige-

nen Aussagen jeweils mit dem Auto zurücklegte. Um wen es sich bei der Person 

auf den Aufnahmen ausser der Beschuldigten handeln könnte, ist nicht ersichtlich 

und wurde von der Beschuldigten auch nicht ansatzweise dargetan, nachdem die 

einzige Person, die das Auto sonst noch benützt – der Ehemann der Beschuldig-

ten – aufgrund all der genannten Kriterien ausgeschlossen werden kann (vgl. 

Prot. II S. 13, 15 f.).

3.5. Bezüglich des Ermittlungsberichts der Privatdetektei F._____ AG und der 

diesen bestätigenden Aussage von E._____ gilt grundsätzlich dasselbe bezüglich 

des Vorfalls vom 13. Juli 2019, 04.42 Uhr, als sich der Detektiv im Porsche Ca-

yenne der Privatklägerinnen versteckte und eine Observation vornahm, wobei 

sich der VW Passat der Beschuldigten und deren Ehemanns parkiert daneben be-

fand (vgl. Urk. 67 S. 21 f.). Im Bericht wird ausgeführt, um 4:42 Uhr sei eine weib-

liche Person beim VW Passat erschienen. Die Person habe eine graue Weste 

über einer weissen Bluse sowie eine Damenhandtasche getragen, die Aufma-

chung habe auf die Uniform einer Fluggesellschaft schliessen lassen. Die weibli-

che Person habe die Fahrertüre des VW Passat geöffnet, wobei diese mit der 

Türkante gegen das Fahrzeug der Privatklägerinnen geknallt sei. Der Aufprall sei 

akustisch wahrnehmbar gewesen und das Fahrzeug der Privatklägerinnen habe 

leicht geschwankt. Sekundenbruchteile später sei ein zweiter, leichterer Stoss mit 

der Türkante des VW Passat gegen das Fahrzeug der Privatklägerinnen erfolgt. 

Die weibliche Person sei dann mit dem VW Passat davongefahren (Urk. 3/14). Im 

Bericht befindet sich ein Foto der weiblichen Person, das auch in Farbe vorliegt 

(Urk. 11/3). Das Erscheinungsbild, insbesondere die Handtasche, entspricht der 

Person auf den vorstehend erwähnten Videoaufnahmen. Wie seitens der Vorin-

stanz zutreffend erwogen wird (Urk. 67 S. 22), ist der Ermittlungsbericht grund-

- 20 -

sätzlich als glaubhaft einzustufen. Insbesondere ist nicht ersichtlich, weswegen 

der Privatdetektiv dies so hätte erfinden sollen, wenn es nicht seinen Wahrneh-

mungen entsprochen hätte. Als unbehelflich erweist sich dabei die Kritik der Ver-

teidigung, wonach es unwahrscheinlich sei, dass der Audi Q5 (recte: der Porsche 

Cayenne) angesichts seines Gewichts aufgrund des Anschlagens einer fremden 

Fahrzeugtüre geschaukelt habe (Urk. 59 N 13.3). Was unter einem leichten 

Schwenken eines Fahrzeugs verstanden wird, ist letztlich völlig subjektiv. Dass 

ein von aussen gegen das Chassis eines Fahrzeugs prallender Gegenstand 

ebenso wie eine zugeschlagene Türe für eine sich im Fahrzeug befindliche Per-

son zumindest mittels einer leichten Vibration wahrnehmbar ist, muss als allge-

mein bekannt gelten. Wenn im Bericht aufgeführt wird, das Fahrzeug "schwankt 

leicht hin und her", so lässt sich das durchaus mit einer vom Detektiv empfunde-

nen, starken Vibration in Einklang bringen. So wird denn im Bericht auch darauf 

hingewiesen, dass der als stark beschriebene Aufprall der Türe akustisch deutlich 

wahrnehmbar gewesen sei und kurz darauf ein zweiter, deutlich schwächerer, 

Aufprall gefolgt sei. Wäre es dem Detektiv darum gegangen, den Bericht mög-

lichst dramatisch auszuformulieren, hätte er ohne Weiteres auch den zweiten Auf-

prall als stark beschreiben können, was er jedoch nicht tat. Insofern erweckt der 

Bericht den Eindruck, so weit wie möglich objektiv abgefasst worden zu sein. 

Zwar hätte der Beweiswert des Berichts noch verstärkt werden können, wenn sich 

E._____ aus vorstehend erwähnten Gründen nicht veranlasst gesehen hätte, aus-

ser der blossen Bestätigung keine Aussagen zu machen, und stattdessen noch 

verdeutlichende bzw. erklärende Ausführungen hätte folgen lassen. Nichtsdesto-

trotz spricht aber auch dieser Wahrnehmungsbericht deutlich für die Täterschaft 

der Beschuldigten. An dessen Authentizität bestehen keine Zweifel.

3.6. Unterzieht man sämtliche Indizien einer Gesamtwürdigung, verbleiben 

keine rechtserheblichen Zweifel, dass die Beschuldigte gemäss den Anklagezif-

fern 1.1.-1.3. an den betreffenden Daten, als die Videoaufzeichnungen bzw. die 

Observation erfolgten, mittels wuchtigen Öffnens der Fahrzeugtüre des VW Pas-

sats zweimal am Porsche Cayenne und einmal am Audi Q5 eine Delle samt Lack-

schaden verursachte. Insofern ist der äussere Anklagesachverhalt erstellt. 

- 21 -

3.7. Bezüglich der weiteren Schäden an den Fahrzeugen der Privatklägerin-

nen ist aber darauf hinzuweisen, dass sich das FOR in seinen Berichten nicht 

dazu zu äusseren vermag, welche Lackübertragung in welchem Zeitraum erfolgte. 

Ebenso geht aus den Berichten nicht hervor, bezüglich wie vielen einzelnen Schä-

den eine Lackübertragung zwischen dem VW Passat und dem Porsche Cayenne 

bzw. dem Audi Q5 erfolgte. So ist zwar erstellt, dass die Fahrzeuge der Privatklä-

gerinnen im Zeitpunkt deren Untersuchung durch das FOR eine Vielzahl von 

Schäden aufwiesen. Dass aber bei mehreren solcher Schäden eine Lackübertra-

gung erfolgte, lässt sich nicht erstellen. Betreffend Anklageziffer 1.4. liegt als zu-

sätzliches Beweismittel die Aussage der Privatklägerin 2 bei der Polizei vom 

6. September 2019 vor, wonach der Porsche Cayenne vor dem 17. August 2019 

noch frisch gereinigt worden sei und sie – gemeint sie selbst und ihr Partner Lars 

Eickenberg – ihre Fahrzeuge immer genau anschauen würden, weshalb sie da-

von ausgingen, der betreffende Schaden müsse am 17. August 2019 entstanden 

sein (Urk. 10/1 S. 6). Auch hinsichtlich dieses Schadens lässt sich aber keine 

klare Zuordnung zu einer vom FOR festgestellten Lackübertragung machen. Be-

züglich des Porsche Boxster fehlt sodann jegliche nachweisbare Lackübertra-

gung. Nach Erkenntnis des FOR ist ein leichter Kontakt mit eher leichtem Scha-

den auch ohne Lackübertragung möglich, während bei einem stärkeren Aufprall 

umso eher mit einer Übertragung von Lack zu rechnen wäre (Urk. 14/7 S. 5). Ins-

gesamt besteht mithin eine durchaus hohe Wahrscheinlichkeit, dass die Beschul-

digte angesichts der grossen Ähnlichkeit der Schäden für eine Vielzahl der Schä-

den an den Fahrzeugen der Privatklägerin verantwortlich ist. Indessen lässt sich 

auch nicht ausschliessen, dass die letztlich vom FOR festgestellten Lackübertra-

gungen zwischen dem VW Passt und dem Porsche Cayenne bzw. dem Audi Q5 

genau an den drei Daten gemäss Anklageziffer 1.1.-1.3. und nur an diesen drei 

Daten verursacht wurden. Weitere Schadensverursachungen an den beiden Fahr-

zeugen gemäss Anklageziffern 1.4.-1.6. lassen sich der Beschuldigten nicht mit 

rechtsgenügender Sicherheit zuordnen. Ebenso lässt sich die Verursachung der 

Schäden am Porsche Boxster gemäss Anklageziffer 1.7. nicht mit rechtsgenügen-

der Sicherheit zuordnen. Bezüglich der Anklageziffern 1.4.-1.7. ist der äussere 

Sachverhalt damit nicht erstellt.

- 22 -

3.8. Was die Höhe der Schäden betrifft, so geht die Anklage in Anklageziffern 

1.1. und 1.2. von Fr. 2'759.– aus, was wohl auf dem in den Akten befindlichen 

Kostenvoranschlag der Carrosserie I._____ AG vom 15. Juli 2019 (Urk. 3/9) ba-

siert. Da die beiden Schadensereignisse nahe beieinander liegen, ist davon aus-

zugehen, dass sich dies auf die Behebung beider Schäden gemeinsam bezieht. 

Bezüglich Anklageziffer 1.3. geht die Anklage lediglich von mehr als Fr. 301.– aus 

und lässt die genaue Höhe offen. Dass auch die Behebung jenes Schadens zwei-

fellos klar über diesem Betrag gelegen haben dürfte, ist ohne Weiteres anzuneh-

men, übersteigt doch eine professionell durchgeführte Reparatur von Lackschä-

den Fr. 300.–bei weitem. Wie die Vorinstanz zutreffend ausführte, mussten sich 

die Privatklägerinnen nicht mit einer behelfsmässigen Reparatur begnügen 

(Urk. 67 S. 28 f.)

3.9. Betreffend den Einwand der Verteidigung, die Vorinstanz habe die Varia-

nte der unbewussten Fahrlässigkeit überhaupt nicht geprüft (Urk. 81 N 20), ist auf 

die Abgrenzung zwischen Eventualvorsatz und bewusster Fahrlässigkeit hinzu-

weisen. Sowohl der eventualvorsätzlich als auch der bewusst fahrlässig han-

delnde Täter wissen um die Möglichkeit des Erfolgseintritts bzw. um das Risiko 

der Tatbestandsverwirklichung. Hinsichtlich der Wissensseite stimmen somit 

beide Erscheinungsformen des subjektiven Tatbestands überein. Unterschiede 

bestehen jedoch beim Willensmoment. Der bewusst fahrlässig handelnde Täter 

vertraut (aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit) darauf, dass der von ihm als möglich 

vorausgesehene Erfolg nicht eintreten, das Risiko der Tatbestandserfüllung sich 

mithin nicht verwirklichen werde. Demgegenüber nimmt der eventualvorsätzlich 

handelnde Täter den Eintritt des als möglich erkannten Erfolgs ernst, rechnet mit 

ihm und findet sich mit ihm ab. Wer den Erfolg dergestalt in Kauf nimmt, "will" ihn 

im Sinne von Art. 12 Abs. 2 StGB. Nicht erforderlich ist, dass er den Erfolg "bil-

ligt". Ob der Täter die Tatbestandsverwirklichung in diesem Sinne in Kauf genom-

men hat, ist aufgrund der Umstände zu entscheiden. Dazu gehören die Grösse 

des dem Täter bekannten Risikos der Tatbestandsverwirklichung, die Schwere 

der Sorgfaltspflichtverletzung, die Beweggründe des Täters und die Art der Tat-

handlung. Je grösser die Wahrscheinlichkeit der Tatbestandsverwirklichung ist 

und je schwerer die Sorgfaltspflichtverletzung wiegt, desto näher liegt die 

- 23 -

Schlussfolgerung, der Täter habe die Tatbestandsverwirklichung in Kauf genom-

men. Vom Wissen des Täters darf auf dessen Willen geschlossen werden, wenn 

sich dem Täter der Eintritt des Erfolgs als so wahrscheinlich aufdrängte, dass die 

Bereitschaft, ihn als Folge hinzunehmen, vernünftigerweise nur als Inkaufnahme 

des Erfolgs ausgelegt werden kann (BGE 147 IV 439 E. 7.3.; 133 IV 9 E. 4.1; Ur-

teil des Bundesgerichts 6B_899/2021 vom 26. Januar 2023 E. 3.5.2; je mit Hin-

weisen). 

Ein sorgfältiges Öffnen der Türen unter Rücksichtnahme auf weitere parkierte 

Fahrzeuge gehört zur Sorgfaltspflicht einer jeden autofahrenden Person. Da die 

Beschuldigte die Fahrertüre des VW Passat derart heftig und so weit öffnete, dass 

diese mit Wucht an die Fahrzeugseite der Fahrzeuge der Privatklägerinnen 

prallte, kann nicht mehr von einem Vertrauen auf das Ausbleiben des tatbe-

standsmässigen Erfolgs gesprochen werden. Vielmehr drängt sich hinsichtlich 

des inneren Sachverhalts entgegen der Ansicht der Verteidigung (Urk. 59 N 11 ff.; 

Urk. 81 N 20) angesichts des gleichartigen Tatvorgehens innert kurzem Zeitraum, 

indem die Beschuldigte die Türe ihres Fahrzeugs jeweils mit so grosser Wucht 

öffnete, dass diese heftig gegen die Fahrzeuge der Privatklägerinnen prallte, der 

zwingende Rückschluss auf, dass die Beschuldigte jeweils in Kauf nahm, dass 

durch ihr Vorgehen ein Schaden an den Fahrzeugen der Privatklägerinnen verur-

sacht wurde, und es ihr gleichgültig war. Ein direkter Vorsatz lässt sich dagegen 

nicht mit rechtsgenügender Sicherheit erstellen.

IV. Rechtliche Würdigung

1. Hinsichtlich der rechtlichen Würdigung der Anklageziffern 1.1.-1.3. kann 

zur Vermeidung unnötiger Wiederholungen auf die zutreffenden Erwägungen im 

vorinstanzlichen Urteil verwiesen werden (Urk. 67 S. 29-31). Die Beschuldigte ist 

daher der mehrfachen Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB 

schuldig zu sprechen.

2. Betreffend Anklageziffern 1.4.-1.7. ist eine Täterschaft der Beschuldigten 

demgegenüber nicht mit rechtsgenügender Sicherheit erstellt. Die Beschuldigte ist 

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daher bezüglich der Anklageziffern 1.4.-1.7. vom Vorwurf der mehrfachen Sach-

beschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB freizusprechen.

V. Strafzumessung

1. Ausgangslage

1.1. Die Staatsanwaltschaft beantragt die Bestrafung der Beschuldigten mit ei-

ner Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu Fr. 30.– sowie mit einer Busse von 

Fr. 900.– (Urk. 30 S. 9). 

1.2. Die Verteidigung äussert sich nicht zur Strafzumessung (Urk. 81).

1.3. Die Vorinstanz bestrafte die Beschuldigte mit einer Geldstrafe von 

120 Tagessätzen zu Fr. 50.– sowie mit einer Busse von Fr. 900.– (Urk. 67 S. 33 

f.).

2. Grundlagen zur Strafzumessung

2.1. Hat der Täter durch eine oder mehrere Handlungen die Voraussetzungen 

für mehrere gleichartige Strafen erfüllt, so verurteilt ihn das Gericht zu der Strafe 

der schwersten Straftat und erhöht sie angemessen. Es darf jedoch das Höchst-

mass der angedrohten Strafe (Strafrahmen) nicht um mehr als die Hälfte erhöhen. 

Dabei ist es an das gesetzliche Höchstmass der Strafart (z.B. 180 Tagessätze 

Geldstrafe) gebunden (Art. 49 Abs. 1 StGB).

2.2. Das Bundesgericht hat die Grundsätze der Strafzumessung nach Art. 47 

ff. StGB und die an sie gestellten Begründungsanforderungen wiederholt darge-

legt (BGE 136 IV 55 E. 5.4 ff. mit Hinweise). Darauf kann vollumfänglich verwie-

sen werden. Entsprechendes gilt für die Bildung der Einsatz- und Gesamtstrafe 

nach Art. 49 Abs. 1 StGB in Anwendung des Asperationsprinzips (BGE 144 IV 

313 E. 1; 144 IV 217 E. 2 f.; 141 IV 61 E. 6.1.2 [Pra 104 (2015) Nr. 68]; 132 IV 

102 E. 8 f.). Das Bundesgericht bekräftigt auch in seiner neueren Rechtsprechung 

den Vorrang der Geldstrafe gegenüber der Freiheitsstrafe im Strafbereich von bis 

sechs Monaten und die Ungleichartigkeit von Freiheitsstrafe und Geldstrafe 

- 25 -

(BGE 144 IV 217 E. 3.3.3 und 3.6). Es hält dabei unter Hinweis auf den 

Gesetzgeber auch nach der Änderung des Sanktionenrechts ausdrücklich am 

Prinzip der Zulässigkeit einer Gesamtstrafe nur bei gleichartigen Strafen unter 

Anwendung der konkreten Methode fest. Dass die anzuwendenden Strafbestim-

mungen abstrakt gleichartige Strafen androhen, genügt nicht (BGE 144 IV 313 

E. 1.1.1; 144 IV 217 E. 3.3.4 und 3.5.4; 137 IV 57 E. 4.3.1). Das Gericht hat sich 

zur Wahl der Strafart für die konkreten Delikte zu äussern und hat – nach 

Festsetzung einer hypothetischen Einsatzstrafe für das schwerste Delikt – 

namentlich bei alternativ zur Verfügung stehender Geld- oder Freiheitsstrafe für 

die weiteren Delikte im Hinblick auf das Gebot der Verhältnismässigkeit 

anzugeben, warum sie für diese weiteren Taten jeweils eine Freiheitsstrafe für 

erforderlich hält (BGE 144 IV 217 E. 3.5.4, 4.1 und 4.3). Nach dem Prinzip der 

Verhältnismässigkeit soll bei alternativ zur Verfügung stehenden und hinsichtlich 

des Schuldausgleichs äquivalenten Sanktionen im Regelfall diejenige gewählt 

werden, die weniger stark in die persönliche Freiheit des Betroffenen eingreift 

(BGE 138 IV 120 E. 5.2). Im Übrigen kann sich die Berufungsinstanz auf die für 

ihren Entscheid wesentlichen Punkte beschränken (BGE 141 IV 249 E. 1.3.1; 

BGE 141 III 28 E. 3.2.4; je mit Hinweisen).

3. Reformatio in peius

3.1. Die Rechtsmittelinstanz darf Entscheide nicht zum Nachteil der beschul-

digten oder verurteilten Person abändern, wenn das Rechtsmittel nur zu deren 

Gunsten ergriffen worden ist (Art. 391 Abs. 2 Satz 1 StPO). Massgeblich für die 

Frage, ob eine unzulässige reformatio in peius vorliegt, ist das Dispositiv (BGE 

146 IV 172 E. 3.3.3; 139 IV 282 E. 2.6; Urteil des Bundesgerichts 6B_391/2020 

vom 12. August 2020 E. 3.2.3). Vorbehalten bleibt eine strengere Bestrafung auf-

grund von Tatsachen, die dem erstinstanzlichen Gericht nicht bekannt sein konn-

ten (Art. 391 Abs. 2 Satz 2 StPO). Solche Tatsachen können beispielsweise die 

wirtschaftlichen Verhältnisse zur Bemessung der Höhe des Tagessatzes nach 

Art. 34 Abs. 2 Satz 3 StGB betreffen. Das Berufungsgericht darf nach der Recht-

sprechung bei einer Verbesserung der finanziellen Verhältnisse nach dem erstin-

- 26 -

stanzlichen Urteil einen höheren Tagessatz festlegen, auch wenn ausschliesslich 

die beschuldigte Person Berufung erhoben hat (BGE 146 IV 172 E. 3.3.3).

3.2. Die Berufungsinstanz fällt nach Art. 408 StPO ein neues Urteil. Unter dem 

Vorbehalt der "reformatio in peius" muss sie sich nicht daran orientieren, wie die 

erste Instanz die einzelnen Strafzumessungsfaktoren gewichtet. Vielmehr hat sie 

die Strafe nach ihrem eigenen pflichtgemässen Ermessen festzusetzen (Urteile 

des Bundesgerichts 6B_27/2020 vom 20. April 2020 E. 3.3.1; 6B_521/2019 vom 

23. Oktober 2019 E. 1.5 und 6B_963/2017 vom 15. Februar 2018 E. 1.2.2).

4. Massgeblicher Strafrahmen 

Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB wird bestraft mit einer 

Geldstrafe ab 3 Tagessätzen oder Freiheitsstrafe bis zu 3 Jahren. Da keine aus-

sergewöhnlichen Umstände bestehen, die es rechtfertigen würden, vom ordentli-

chen Strafrahmen abzuweichen, ist der Strafrahmen nicht zu erweitern. Die mehr-

fache Tatbegehung ist innerhalb des ordentlichen Strafrahmens in Anwendung 

des Asperationsprinzips straferhöhend zu berücksichtigen.

5. Geldstrafe

Wird eine Geldstrafe ausgefällt, bemisst sich die Zahl der Tagessätze nach dem 

Verschulden des Täters (Art. 34 Abs. 1 StGB). Die Höhe des Tagessatzes ist hin-

gegen nach den persönlichen und finanziellen Verhältnissen des Täters im Zeit-

punkt des Urteils, namentlich nach Einkommen und Vermögen, Lebensaufwand, 

allfälligen Familien- und Unterstützungspflichten sowie nach dem Existenzmini-

mum zu bestimmen. Ein Tagessatz beträgt dabei höchstens Fr. 3'000.– (Art. 34 

Abs. 2 StGB). Ausgangspunkt für die Bemessung des Tagessatzes bildet das 

strafrechtlich relevante Nettoeinkommen, das dem Täter durchschnittlich an ei-

nem Tag zufliesst, ganz gleich, aus welcher Quelle die Einkünfte stammen. Vom 

Bruttoeinkommen ist dabei bereits in Abzug gebracht worden, was dem Täter wirt-

schaftlich nicht zusteht oder gesetzlich geschuldet ist (BGE 134 IV 60 E. 6.1).

- 27 -

6. Tatkomponenten 

6.1. Sachbeschädigung nach Anklageziffer 1.1.

6.1.1. Objektive Tatschwere

Bezüglich der objektiven Tatschwere ist zu berücksichtigen, dass sich die ein-

zelne Beschädigung am Fahrzeug der Privatklägerinnen bezüglich Schadenshöhe 

jedenfalls im unteren vierstelligen Bereich befand, nachdem für beide Schäden 

zusammen am selben Fahrzeug Fr. 2'759.– Reparaturkosten veranschlagt wur-

den. Auch wenn der einzelne Schaden vergleichsweise gering war, führte dieser 

doch zu grossen Umtrieben und Ärger bei der Privatklägerin 2 und deren Partner. 

Die objektive Tatschwere ist für den Einzelfall betrachtet als leicht zu bezeichnen.

6.1.2. Subjektives Verschulden

In subjektiver Hinsicht lässt sich bezüglich Tatmotiv der Beschuldigten nichts ge-

naues sagen. Nachdem zwischen den Parteien offenbar früher ein Nachbar-

schaftsstreit stattgefunden hatte (Prot. II S. 10), könnte das Motiv allenfalls in Ra-

che oder schlicht Abneigung gegenüber der Privatklägerin 2 und deren Lebens-

partner bestanden haben. Die Tatbegehung manifestiert jedenfalls eine deutliche 

Geringschätzung gegenüber dem Eigentumsrecht der Privatklägerinnen. Zwar 

handelte die Beschuldigte lediglich in Eventualvorsatz, doch vermag sie dies nicht 

entscheidend zu entlasten, liegt doch das mehrmalige wuchtige Öffnen der Fahr-

zeugtür nahe beim direktvorsätzlichen Handeln. Die subjektiven Zumessungs-

gründe vermögen die objektive Tatschwere nicht zu relativieren.

6.1.3. Zwischenfazit

Sowohl in objektiver wie auch in subjektiver Hinsicht ist von einem leichten Ver-

schulden auszugehen. Die Einsatzstrafe ist auf 50 Tagessätze Geldstrafe festzu-

setzen.

- 28 -

6.2. Sachbeschädigung nach Anklageziffer 1.2.

Hierzu kann auf das soeben bezüglich der Sachbeschädigung gemäss Anklage-

ziffer 1.1. Ausgeführte verwiesen werden (E. V.6.1.), nachdem dasselbe Tatvor-

gehen vorliegt. Auch für diesen Tatvorwurf ist die Strafe auf 50 Tagessätze Gelds-

trafe festzusetzen. 

6.3. Sachbeschädigung nach Anklageziffer 1.3.

Auch hierzu kann auf das soeben bezüglich der Sachbeschädigung gemäss An-

klageziffer 1.1. Ausgeführte verwiesen werden (E. V.6.1.), nachdem dasselbe Tat-

vorgehen vorliegt, wobei anzumerken ist, dass hier ebenfalls von einem Schaden 

im unteren vierstelligen Bereich auszugehen ist. Auch für diesen Tatvorwurf ist die 

Strafe auf 50 Tagessätze Geldstrafe festzusetzen. 

6.4. Asperation

Einsatzstrafe bilden die 50 Tagessätze für die Sachbeschädigung nach Anklage-

ziffer 1.1. als erste begangene Tat. Bei den beiden weiteren Taten ist zu berück-

sichtigen, dass es sich je um Einzeltaten handelte, wobei sich die Auswirkungen 

auf das Eigentumsrecht der Privatklägerinnen durch die Mehrzahl an Taten umso 

schwerer präsentierten. Die addiert 100 Tagessätze für die Vorwürfe gemäss An-

klageziffern 1.2. und 1.3. sind unter Anwendung des Asperationsprinzips mit 

70 Tagessätzen erhöhend zu berücksichtigen. 

6.5. Fazit bezüglich Tatkomponente

Insgesamt ist das Tatverschulden der Beschuldigten sowohl von der objektiven 

Tatschwere her wie auch unter Berücksichtigung ihres subjektiven Verschuldens 

ausgehend von einem Strafrahmen von Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu 

3 Jahren als noch leicht zu qualifizieren. Gestützt auf die erwähnten Faktoren 

nach Würdigung der Tatkomponente gelangt man somit zu einer Geldstrafe von 

120 Tagessätzen.

- 29 -

7. Täterkomponenten

7.1. Persönliche Verhältnisse/Vorleben

Die Beschuldigte hat Politikwissenschaften studiert, arbeitet als Luftverkehrsange-

stellte und lebt zusammen mit ihrem Ehemann sowie vier Kindern. Zu ihren finan-

ziellen Verhältnissen führte sie vor Vorinstanz aus, sie verdiene selbst monatlich 

ca. Fr. 2'400.– und erhalte einen 13. Monatslohn. Ihr Ehemann verdiene monat-

lich ca. Fr. 10'000.–. Zusammen mit ihrem Ehemann müsse sie für vier Kinder 

aufkommen. Sie sei zusammen mit ihrem Ehemann Eigentümerin eines Hauses, 

welches mindestens Fr. 2'300'000.– wert und mit Fr. 1'200'000.– belastet sei, die 

monatlichen Hypothekarkosten betrügen Fr. 1'100.–. Zudem verfüge das Ehepaar 

über flüssige Mittel von etwa Fr. 100'000.– (Prot. I S. 7 ff.). Aus dem im Vorfeld 

der Berufungsverhandlung eingereichten Datenerfassungsblatt und der Befragung 

anlässlich der Berufungsverhandlung geht hervor, dass sich bezüglich der per-

sönlichen Verhältnisse der Beschuldigten nur wenig geändert hat. So arbeitet sie 

nach wie vor für die Firma J._____ am H._____, wobei ihr Nettoeinkommen 

Fr. 2'600.– zuzüglich eines 13. Monatslohns betrage, während ihr Ehemann ein 

Nettoeinkommen von Fr. 11'800.– erziele. Das freie Vermögen ohne Liegenschaft 

bezifferte sie weiterhin auf Fr. 100'000.–, die Hypothekarschulden auf 

Fr. 1'200'000.–, die monatlichen Hypothekarzinsen auf Fr. 1'700.–, die Kranken-

kassenprämien auf monatlich Fr. 1'100.– und die Steuern auf Fr. 1'500.– pro Mo-

nat (Urk. 80/1-4; Prot. II S. 6 ff.). Die persönlichen Verhältnisse und das Vorleben 

der Beschuldigten bleiben insgesamt zumessungsneutral.

7.2. Vorstrafen

Die Beschuldigte weist keine Vorstrafen auf (Urk. 69), was zumessungsneutral 

bleibt.

7.3. Geständnis/Reue und Einsicht

Die Beschuldigte war während des ganzen Verfahrens ungeständig, was eben-

falls zumessungsneutral bleibt.

- 30 -

7.4. Fazit bezüglich Täterkomponente

Die Täterkomponente bleibt mithin gesamthaft zumessungsneutral.

8. Gesamtwürdigung

8.1. Strafhöhe

Die Beschuldigte ist somit mit einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu bestrafen. 

Die seitens der Vorinstanz ausgesprochene Verbindungsbusse (Urk. 67 S. 34) er-

weist sich demgegenüber als nicht schuldangemessen, wobei vorliegend keine 

Schnittstellenproblematik vorliegt und eine Verbindungsbusse auch nicht notwen-

dig erscheint, die Beschuldigte von der Begehung weiterer bzw. erneuter Delikte 

abzuschrecken.

8.2. Höhe des Tagessatzes

Bezüglich der finanziellen Verhältnisse der Beschuldigten ist auf die soeben er-

folgten Erwägungen zu den persönlichen Verhältnissen (E. V.7.1.) zu verweisen. 

Gemeinsam mit ihrem Ehemann lebt die Beschuldigte in durchaus günstigen Ver-

hältnissen, wobei zur Bemessung der Geldstrafe grundsätzlich auf ihre eigene 

Leistungsfähigkeit aufgrund ihres persönlichen Einkommens abzustellen ist. Da-

bei ist aber zu berücksichtigen, dass die finanziellen Verpflichtungen der Familie 

doch weitgehend vom Ehemann der Beschuldigten bestritten werden dürften. Ins-

gesamt erscheint es angemessen, die von der Vorinstanz festgelegte Tagessatz-

höhe von Fr. 50.– (Urk. 67 S. 33 f.) zu bestätigen. 

VI. Vollzug

1. Das Gericht schiebt den Vollzug einer Geldstrafe oder einer Freiheits-

strafe von höchstens zwei Jahren in der Regel auf, wenn eine unbedingte Strafe 

nicht notwendig erscheint, um den Täter von der Begehung weiterer Verbrechen 

oder Vergehen abzuhalten (Art. 42 Abs. 1 StGB). Voraussetzung in objektiver 

Hinsicht ist, dass eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe von höchstens zwei 

Jahren ausgesprochen wird. In subjektiver Hinsicht wird das Fehlen einer ungüns-

tigen Prognose vorausgesetzt; die günstige Prognose wird vermutet, kann aber 

- 31 -

widerlegt werden (HEIMGARTNER, in: Donatsch [Hrsg.], StGB/JStG Kommentar, 

21. Aufl. 2022, N 6 zu Art. 42 StGB). Bei der Beurteilung der Frage, ob die für die 

Gewährung des bedingten Strafvollzuges erforderliche Voraussetzung des Feh-

lens einer ungünstigen Prognose vorliegt, ist eine Gesamtwürdigung aller Um-

stände vorzunehmen, wobei insbesondere Vorleben, Leumund, Charaktermerk-

male und Tatumstände einzubeziehen sind (SCHNEIDER/GARRÉ, in: Niggli/ Wi-

prächtiger [Hrsg.] Basler Kommentar, Strafrecht I, 4. Aufl. 2019, N 46 zu Art. 42 

StGB). Schiebt das Gericht den Vollzug einer Strafe ganz oder teilweise auf, so 

bestimmt es dem Verurteilten eine Probezeit von zwei bis fünf Jahren (Art. 44 

Abs. 1 StGB).

2. Der Vollzug der Geldstrafe ist aufzuschieben unter Ansetzung einer Pro-

bezeit von 2 Jahren, nachdem bei der nicht vorbestraften Beschuldigten eine gute 

Prognose zu vermuten und anzunehmen ist, sie lasse sich durch die Ausspre-

chung einer bedingten Strafe von der Begehung weiterer Straftaten in genügen-

dem Masse abschrecken.

VII. Kosten- und Entschädigungsfolgen

1. Erstinstanzliche Kosten- und Entschädigungsfolgen 

1.1. Gestützt auf Art. 428 Abs. 3 StPO hat die Rechtsmittelinstanz von Amtes 

wegen auch über die von der Vorinstanz getroffene Kostenregelung zu befinden, 

wenn sie selber ein neues Urteil fällt und nicht kassatorisch entscheidet (GRIES-

SER, in: Donatsch/Lieber/Summers/Wohlers [Hrsg.], Kommentar zur Schweizeri-

schen Strafprozessordnung, 3. Aufl., 2020, N 14 zu Art. 428).

1.2. Gemäss Art. 426 Abs. 1 StPO trägt die beschuldigte Person die Kosten 

der Untersuchung und des erstinstanzlichen Verfahrens, wenn sie verurteilt wird. 

Von der Vorinstanz wurde die Beschuldigte betreffend sämtlicher Anklagepunkte 

schuldig gesprochen und ihr werden die Kosten der Untersuchung und des ge-

richtlichen Verfahrens auferlegt (Urk. 67 S. 35 f.). Mit heutigem Urteil der hiesigen 

Kammer wird die Beschuldigte bezüglich Anklageziffern 1.4.-1.7. vom Vorwurf der 

mehrfachen Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB freigespro-

- 32 -

chen. Wird die beschuldigte Person bei einer Mehrzahl vorgeworfener Handlun-

gen nur teilweise schuldig gesprochen, können ihr dennoch die gesamten Kosten 

des Verfahrens auferlegt werden, wenn die ihr zur Last gelegten Handlungen in 

einem engen und direkten Zusammenhang stehen, und alle Untersuchungshand-

lungen hinsichtlich jedes Anklagepunkts notwendig waren. So ist bei einem ein-

heitlichen Sachverhaltskomplex vom Grundsatz der vollständigen Kostenauflage 

nur abzuweichen, wenn die Strafuntersuchung im freizusprechenden (Teil-) Punkt 

zu Mehrkosten geführt hat (Urteil des Bundesgerichts 6B_574/2012 vom 28. Mai 

2013 E. 2.3). Letzteres ist vorliegend mit Blick auf den einheitlichen Sachverhalts-

komplex nicht der Fall. Die im Rahmen der Strafuntersuchung durchgeführten Un-

tersuchungshandlungen wären auch ohne die Anklagesachverhalte 1.4. bis 1.7. 

notwendig gewesen. Entsprechend rechtfertigt sich eine vollständige Auflage der 

erstinstanzlichen Kosten an die Beschuldigte, weshalb das erstinstanzliche Kos-

tendispositiv (Dispositivziffern 5 und 6) zu bestätigen ist .

1.3. Da die Entschädigung der Privatklägerschaft der Kostenauflage folgt, ist 

auch Dispositivziffer 7 des angefochtenen Entscheids zu bestätigen.

2. Kosten des Berufungsverfahrens 

2.1. Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Mass-

gabe ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Ob bzw. inwie-

weit eine Partei im Sinne dieser Bestimmung obsiegt oder unterliegt, hängt davon 

ab, in welchem Ausmass ihre vor der zweiten Instanz gestellten Anträge gutge-

heissen werden (Urteile des Bundesgerichts 6B_1290/2021 vom 31. März 2022 

E. 5.1; 6B_1025/2014 vom 9. Februar 2015 E. 2.4.1 mit Hinweisen; bestätigt in 

6B_10/2015 vom 24. März 2015 E. 4.2.1). Wird der Entscheid im Rechtsmittelver-

fahren nur unwesentlich abgeändert, können die Kosten nach dem Verursacher-

prinzip auferlegt werden (Urteile des Bundesgerichts 6B_1232/2021 vom 27. Ja-

nuar 2022 E. 3.4.3; 6B_318/2016 vom 13. Oktober 2016 E. 4.1 mit Hinweisen).

2.2. Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahrens ist in Anwendung von 

Art. 424 Abs. 1 StPO i. V. m. § 16 Abs. 1 sowie § 14 GebV OG unter Berücksichti-

- 33 -

gung der Bedeutung und Schwierigkeit des Falles sowie des Zeitaufwands des 

Gerichts für dieses Verfahren auf Fr. 3'600.– festzusetzen.

2.3. Die Beschuldigte obsiegt hinsichtlich ihrer Berufung betreffend die Ankla-

geziffern 1.4. bis 1.7., unterliegt jedoch betreffend die übrigen Anklagepunkte. So-

dann unterliegt die Beschuldigte bezüglich des Strafpunktes (Strafmass und Voll-

zug) und hinsichtlich der Zivilforderungen. Angesichts dieser Sachlage rechtfertigt 

es sich, die Kosten des Rechtsmittelverfahrens zur Hälfte der Beschuldigten auf-

zuerlegen und im Übrigen auf die Gerichtskasse zu nehmen. 

3. Entschädigungen im Berufungsverfahren

3.1. Gemäss Art. 436 Abs. 1 StPO richten sich Ansprüche auf Entschädigung 

und Genugtuung im Rechtsmittelverfahren nach den Artikeln 429 bis 434 StPO. 

Wird die beschuldigte Person ganz oder teilweise freigesprochen, hat sie unter 

anderem Anspruch auf eine nach dem Anwaltstarif festgelegte Entschädigung ih-

rer Aufwendungen für die angemessene Ausübung ihrer Verfahrensrechte, wobei 

beim Anwaltstarif nicht unterschieden wird zwischen der zugesprochenen Ent-

schädigung und den Honoraren für die private Verteidigung (Art. 429 Abs. 1 lit. a 

StPO). Dabei gilt es zu beachten, dass der Kostenentscheid die Entschädigungs-

frage dahin präjudiziert, dass bei Auferlegung der Kosten keine Entschädigung 

oder Genugtuung auszurichten ist (BGE 147 IV 47 E. 4.1; 144 IV 207 E. 1.8.2; je 

mit Hinweisen).

3.2. Bezüglich der Entschädigung des Verteidigers gelten grundsätzlich die 

gleichen Grundsätze wie für das erstinstanzliche Verfahren, wobei sich die An-

sätze leicht unterscheiden. Sie sind den §§ 2 Abs. 1 lit. b, 3 und 18 Abs. 1 i.V.m. 

§ 17 Abs. 1 lit. a Anwaltsgebührenverordnung (AnwGebV) zu entnehmen. Rechts-

anwalt Dr. iur. X._____ beantragt als Verteidiger der Beschuldigten für das Beru-

fungsverfahren eine Entschädigung von insgesamt Fr. 11'475.50 (inkl. Barausla-

gen und Mehrwertsteuer; Urk. 83). Der geltend gemachte Aufwand erweist sich 

angesichts des Umstandes, dass er keine substantiellen neuen Vorbringen vorge-

tragen hatte und die Beschuldigte bereits vor Vorinstanz verteidigt hatte, als nicht 

angemessen und ist in diesem Umfang nicht zuzusprechen, zumal sich keine 

- 34 -

neuen Fragen stellten und er mit dem Fall bestens vertraut war. Insbesondere der 

Aufwand im Zusammenhang mit der Vorbereitung auf die Berufungsverhandlung 

von mehr als 31 Stunden erscheint angesichts der geschilderten Sachumstände 

und des wenig komplexen Sachverhalts als massiv überhöht. Angesichts der 

Schwierigkeit des Falles erweisen sich notwendige Aufwendungen der Verteidi-

gung im Berufungsverfahren pauschal in der Höhe von insgesamt Fr. 6'000.– als 

angemessen. Der vorgenannten Rechtsprechung folgend (E. VII.3.1.), ist der Be-

schuldigten ausgangsgemäss der Aufwand ihrer erbetenen Verteidigung für das 

Berufungsverfahren im Umfang der Hälfte zu entschädigen. Mithin ist ihr eine re-

duzierte Prozessentschädigung von Fr. 3'000.– für die erbetene Verteidigung aus 

der Gerichtskasse zuzusprechen. Das Verrechnungsrecht des Staates ist jedoch 

vorzubehalten.

3.3. Der Rechtsvertreter der Privatklägerinnen, Rechtsanwalt lic. iur. Y._____, 

reichte für seine Aufwendungen im Berufungsverfahren die Honorarnote vom 

20. März 2024 ein (Urk. 87) und bezifferte die Entschädigung auf Fr. 2'118.75. Da 

die Entschädigung der Privatklägerschaft der Kostenauflage folgt, ist die Beschul-

digte zu verpflichten, der Privatklägerin 1 für das Berufungsverfahren eine redu-

zierte Prozessentschädigung von Fr. 1'059.40 zu bezahlen.

Es wird erkannt:

1. Die Beschuldigte A._____ ist schuldig der mehrfachen Sachbeschädigung 

im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB (Anklageziffern 1.1.-1.3.).

2. Bezüglich Anklageziffern 1.4.-1.7. wird die Beschuldigte vom Vorwurf der 

mehrfachen Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB freige-

sprochen.

3. Die Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu 

Fr. 50.–.

4. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre 

festgesetzt.

- 35 -

5. Das erstinstanzliche Kosten- und Entschädigungsdispositiv (Ziff. 5 bis 7) 

wird bestätigt.

6. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 3'600.–. 

7. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden zur Hälfte der Beschuldigten 

auferlegt und im Übrigen auf die Gerichtskasse genommen.

Der Beschuldigten wird eine reduzierte Prozessentschädigung von 

Fr. 3'000.– für die erbetene anwaltliche Verteidigung aus der Gerichtskasse 

zugesprochen.

Das Verrechnungsrecht des Staates bleibt vorbehalten.

8. Die Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 1 für das Berufungsver-

fahren eine reduzierte Prozessentschädigung von Fr. 1'059.40 zu bezahlen.

9. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an

 die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden der Beschuldigten 
(übergeben)

 die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland 
 den Vertreter der Privatklägerinnen im Doppel für sich und zuhanden 

der Privatklägerinnen (übergeben) 

sowie in vollständiger Ausfertigung an

 die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden der Beschuldigten 
 die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland 
 den Vertreter der Privatklägerinnen im Doppel für sich und zuhanden 

der Privatklägerinnen 

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälli-

ger Rechtsmittel an

 die Vorinstanz
 die AXA Versicherungen AG, General-Guisan-Strasse 40, Postfach 

357, 8401 Winterthur, im Dispositiv (Ref. 21.993.147/0004)
 die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A. 

- 36 -

10. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsa-
chen erhoben werden.

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der I. strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesge-

richtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen.

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichtsge-

setzes.

Obergericht des Kantons Zürich
II. Strafkammer

Zürich, 20. März 2024

Die Präsidentin:

Oberrichterin lic. iur. Wasser-Keller

Die Gerichtsschreiberin:

MLaw Gitz