# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 79b825ea-9919-5d29-bd23-9efa91515f23
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-06-10
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 10.06.2024 200 2023 626
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2023-626_2024-06-10.pdf

## Full Text

200 23 626 IV
MAK/SHE/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 10. Juni 2024

Verwaltungsrichterin Mauerhofer, Kammerpräsidentin
Verwaltungsrichter Isliker, Verwaltungsrichter Jakob
Gerichtsschreiber Schnyder

A.________
gesetzlich vertreten durch seine Eltern B.________
vertreten durch Fürsprecher C.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 11. August 2023

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Juni 2024, IV/23/626, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 2012 geborene A. ________ (nachfolgend Versicherter bzw. 
Beschwerdeführer) wurde im Oktober 2022 unter Verweis auf eine seit 
Geburt bestehende generalisierte Angststörung und eine Autismus-
Spektrum-Störung bei der IV-Stelle Bern (nachfolgend IVB oder 
Beschwerdegegnerin) zum Leistungsbezug (medizinische Massnahmen) 
angemeldet (Akten der IVB [act. II] 1). Diese tätigte in der Folge 
medizinische Abklärungen. Insbesondere gestützt auf die Aktenbeurteilung 
von Dr. med. D.________, Praktischer Arzt sowie Facharzt für Kinder- und 
Jugendpsychiatrie und -psychotherapie vom Regionalen Ärztlichen Dienst 
(RAD), vom 25. April 2023 (act. II 18) stellte die IVB mit Vorbescheid vom 
11. Mai 2023 (act. II 19) in Aussicht, keine medizinischen Massnahmen im 
Zusammenhang mit Ziff. 405 (Autismus-Spektrum-Störungen) des Anhangs 
der Verordnung vom 3. November 2021 des Eidgenössischen 
Departements des Inneren (EDI) über Geburtsgebrechen (GgV-EDI; SR 
831.232.211) zu gewähren. Nach dagegen erhobenem Einwand (act. II 21) 
holte die IVB bei Dr. med. D.________ eine weitere Aktenbeurteilung vom 
20. Juni 2023 (act. II 24) sowie bei den Psychiatrischen Dienste 
E.________, Kompetenzzentrum F.________, einen Rückmeldung vom 
30. Juni 2023 (act. II 26/2) ein und verfügte am 11. August 2023 (act. II 27) 
dem Vorbescheid entsprechend.

B.

Mit Eingabe vom 8. September 2023 erhob der Versicherte, gesetzlich 
vertreten durch seine Eltern B.________, diese wiederum vertreten durch 
Fürsprecher C.________, dagegen Beschwerde mit folgenden 
Rechtsbegehren:

1. Auf die Beschwerde sei einzutreten.

2. Die Verfügung vom 11. August 2023 sei vollumfänglich aufzuheben und 
die Sache der Vorinstanz zur Neubeurteilung zurückzuweisen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Juni 2024, IV/23/626, Seite 3

3. Die Vorinstanz sei zu verpflichten, im Rahmen eines 
vertrauensärztlichen Gutachtens abzuklären, ob der Versicherte invalid 
ist oder nicht.

– unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der 
Beschwerdegegnerin –

Der Beschwerde beigelegt waren u.a. diverse medizinische Berichte (vgl. 
Akten des Beschwerdeführers [act. I] 6 ff.).

Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 17. 
November 2023 auf Abweisung der Beschwerde. Dieser beigelegt war eine 
Aktenbeurteilung von Dr. med. D.________ vom 14. November 2023 (in 
den Gerichtsakten).

Die zuständige Instruktionsrichterin ersuchte Dr. med. G.________, 
Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin, mit Schreiben vom 21. März 
2024, dem Verwaltungsgericht die Aufzeichnungen und Dokumente 
(„Krankengeschichte“) des Beschwerdeführers die Zeit vom 5. August 2012 
bis 4. August 2017 betreffend einzureichen. 

Dr. med. G.________ teilte dem Gericht am 26. März 2024 telefonisch und 
schriftlich mit, sie könne für den verlangten Zeitraum keine Akten liefern, da 
sie den Beschwerdeführer erst seit August 2021 betreue. Davor sei dieser 
von der Kinder- und Jugendpraxis H.________ in … betreut worden. 

Die Kinder- und Jugendpraxis H.________ reichte nach Aufforderung des 
Verwaltungsgerichts (vgl. Schreiben vom 28. März 2024) mit Eingabe vom 
5. April 2024 die verlangten Unterlagen ein (unpaginierte act. III).

Die gerichtlich edierten Unterlagen wurden den Parteien mit 
prozessleitender Verfügung vom 12. April 2024 zur Kenntnis gebracht.

Erwägungen:

1.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Juni 2024, IV/23/626, Seite 4

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von 
Sozialversicherungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche 
Abteilung des Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des 
Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des 
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des 
kantonalen Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Organisation der 
Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) 
Beschwerden gegen solche Entscheide. Der Beschwerdeführer ist im 
vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträgen nicht durchgedrungen, 
durch den angefochtenen Entscheid berührt und hat ein schutzwürdiges 
Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er zur Beschwerde befugt ist (Art. 
59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des 
Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversicherung [IVG; 
SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 ATSG) sowie 
Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des kantonalen 
Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege [VRPG; 
BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 11. August 2023 
(act. II 27). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf medizinische 
Massnahmen zur Behandlung des Geburtsgebrechens Ziff. 405 (Autismus-
Spektrum-Störungen) gemäss Anhang GgV-EDI.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

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2.1 Nach Art. 13 Abs. 1 IVG haben Versicherte bis zum vollendeten 
20. Altersjahr Anspruch auf medizinische Massnahmen zur Behandlung 
von Geburtsgebrechen (Art. 3 Abs. 2 ATSG). 

2.2 Als Geburtsgebrechen gelten diejenigen Krankheiten, die bei vollen-
deter Geburt bestehen (Art. 3 Abs. 2 ATSG). Die blosse Veranlagung zu ei-
nem Leiden gilt nicht als Geburtsgebrechen (Art. 3 Abs. 2 der Verordnung 
vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]). 
Der Zeitpunkt, in dem ein Geburtsgebrechen als solches erkannt wird, ist 
unerheblich (Art. 3 Abs. 3 IVV).

Nach Art. 3bis Abs. 1 IVV erstellt das EDI die Liste nach Art. 14ter Abs. 1 lit. 
b IVG mit den Geburtsgebrechen, für die medizinische Massnahmen nach 
Art. 13 IVG gewährt werden. Das EDI kann nähere Vorschriften über die 
Liste erlassen (Art. 3bis Abs. 2 IVV). Die Geburtsgebrechen sind in der GgV-
EDI aufgeführt.

2.3

2.3.1 Als Geburtsgebrechen gemäss Ziff. 405 Anhang GgV-EDI gelten:

„Autismus-Spektrum-Störungen, sofern die Diagnose durch eine Fachärztin 
oder einen Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin mit Schwerpunkt 
Neuropädiatrie oder eine Fachärztin oder einen Facharzt für Kinder- und 
Jugendmedizin mit Schwerpunkt Entwicklungspädiatrie bestätigt worden ist.“

Gemäss IV-Rundschreiben Nr. 410 hat sich im Text zur GgV-EDI bei der 
Ziff. 405 ein Fehler eingeschlichen. Dieser werde bei der nächsten Revision 
der GgV-EDI korrigiert. Richtigerweise müsste der Text wie folgt lauten:

„Autismus-Spektrum-Störungen, sofern die Diagnose durch eine Fachärztin 
oder einen Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie, 
eine Fachärztin oder einen Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin mit 
Schwerpunkt Neuropädiatrie oder eine Fachärztin oder einen Facharzt für 
Kinder- und Jugendmedizin mit Schwerpunkt Entwicklungspädiatrie bestätigt 
worden ist.“

In der Zwischenzeit werde gebeten, Diagnosen zu Ziff. 405 Anhang GgV-
EDI ebenso zu akzeptieren, wenn sie durch eine Fachärztin oder einen 
Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie bestätigt 
worden seien.

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2.3.2 Bis zum Inkrafttreten der GgV-EDI am 1. Januar 2022 galt die 
Verordnung vom 9. Dezember 1985 über Geburtsgebrechen (GgV; SR 
831.232.21). Als Geburtsgebrechen gemäss deren Anhang Ziff. 405 galten 
Autismus-Spektrum-Störungen, sofern sie bis zum vollendeten fünften 
Lebensjahr erkennbar werden. Diese Altersgrenze wurde mit Einführung 
der GgV-EDI per 1. Januar 2022 gestrichen, weil nicht bei allen Patienten 
mit einer Autismus-Spektrum-Störung die Erkrankung so früh wie 
gewünscht erkannt wird, insbesondere bei hochfunktionalen Autismus-
Situationen. Jedoch beeinflusst eine intensive, auf Autismus ausgerichtete 
Frühförderung die kognitive Entwicklung und Sprachentwicklung positiv. 
Sie besteht aus einer Kombination von medizinischen und pädagogischen 
Behandlungen und wird von spezialisierten Therapeuten in einem der 
sechs Schweizer Autismus-Zentren durchgeführt. In der Intensivphase, die 
drei Wochen bis zwei Jahre dauern kann, erhält das Kind mindestens 20 
Therapiestunden wöchentlich (vgl. Hintergrunddokument Medizinische 
Behandlung von Kindern: Aktualisierung der Geburtsgebrechenliste des 
BSV im Rahmen der Weiterentwicklung der IV [WEIV] vom 3. November 
2021 S. 4 f. Ziff. 4).

2.4 Die Verwaltung als verfügende Instanz und – im Beschwerdefall – 
das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn 
sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat 
das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nichts Abweichendes vor-
sieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fäl-
len. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhaltes genügt diesen 
Beweisanforderungen nicht. Das Gericht hat vielmehr jener Sachverhalts-
darstellung zu folgen, die es von allen möglichen Geschehensabläufen als 
die wahrscheinlichste würdigt (BGE 144 V 427 E. 3.2 S. 429; SVR 2022 UV 
Nr. 41 S. 163 E. 3.3).

3.

3.1 In Bezug auf die geltend gemachte Autismus-Spektrum-Störung ist 
den Akten im Wesentlichen das Folgende zu entnehmen:

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3.1.1 Im Austrittsbericht des F.________ vom 11. April 2022 (act. II 3/15 
ff.) betreffend die ambulante Krisenintervention vom 3. Februar bis 
18. März 2022 wurden die Verdachtsdiagnosen einer generalisierten Angst-
störung (ICD-10 F41.1) sowie eines Asperger-Syndroms (ICD-10 F84.5) 
gestellt. Der Versicherte zeige anamnestisch und klinisch deutliche 
Hinweise auf eine Autismus-Spektrum-Störung. Ab dem 23. März 2022 
werde die Nachbehandlung durch das AT_HOME-Team gestartet.

3.1.2 Vom 21. März bis zum 1. Juli 2022 fand eine AT_HOME-Behand-
lung (Modellversuch zur aufsuchenden psychiatrischen Akutbehandlung zu 
Hause) statt. Im diesbezüglichen Austrittsbericht der E.________ vom 16. 
September 2022 (act. I 9) diagnostizierte Dr. med. I.________, Facharzt für 
Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie, einen frühkindlichen 
Autismus (ICD-10 F84.0) sowie einen Verdacht auf eine generalisierte 
Angststörung (ICD-10 F41.1). Die Gesamtdynamik werde als ein 
Zusammenspiel aus der diagnostischen Autismus-Spektrum-Störung bei 
einer kognitiven Leistungsfähigkeit in einem unterdurchschnittlichen 
Bereich und vielen Hinweisen auf massive Ängste interpretiert. Diese 
würden gesamthaft zwar weitgehend dem Bild einer generalisierten 
Angststörung entsprechen, seien jedoch im Rahmen der Primärdiagnose 
erklärbar. Die Kombination aus autistischer Wahrnehmung mit 
Versagensängsten, Überforderungsempfinden und umfassender 
Vermeidung führten zum massiv entwicklungsblockierenden Gesamtbild 
mit Schulabsentismus, Erziehungsnotstand und Medienkonsum als 
Ersatzbehandlung und versuchter Selbstwertsteigerung. Die Diagnose der 
Autismus-Spektrum-Störung beruhe auf der umfassenden Anamnese mit 
u.a. der Entwicklung selektiver sozialer Zuwendung in Form von fehlendem 
Interesse an anderen Kindern, keine Durchführung von symbolischem 
Spielen, Verzögerung in der Gesamtentwicklung, Überforderung im 
Umgang mit Gleichaltrigen, Hypersensibilitäten, Schwierigkeiten bezüglich 
Flexibilität, starke Defizite in der sozialen Kompetenz und das Auftreten von 
stereotypen Verhaltensmustern. Die testpsychologische Untersuchung der 
Intelligenz habe auf eine unterdurchschnittliche kognitive Leistung (IQ 70-
84) hingewiesen. Es bestehe der Verdacht auf eine umschriebene 
Entwicklungsstörung der motorischen Funktionen (ICD-10 F82), weshalb 
eine weiterführende Abklärung empfohlen werde.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Juni 2024, IV/23/626, Seite 8

3.1.3 Im Bericht der Tagesklinik der E.________ vom 18. Juli 2022 (act. I 
7) betreffend das Indikationsgespräch vom selben Tag wurden die 
Verdachtsdiagnosen eines Asperger-Syndroms (ICD-10 F84.5) und einer 
generalisierten Angststörung (ICD-10 F41.1) gestellt. Der Versicherte und 
seine Familie seien bereits mittels ambulanter Krisenintervention und 
AT_HOME behandelt worden. Es gelte zuerst die schulische Lösung zu 
überprüfen, bevor ein Eintritt in die Tagesklinik geplant werden könne.

Im Bericht bezüglich Aufnahmegespräch vom 10. August 2022 der 
Tagesklinik E.________ (act. I 8) wurden ein frühkindlicher Autismus (ICD-
10 F84.0), ein Verdacht auf eine generalisierte Angststörung (ICD-10 
F41.1) sowie eine umschriebene Entwicklungsstörung der motorischen 
Funktionen, nicht näher bezeichnet (ICD-10 F82.9), diagnostiziert. 

Nach Abklärung und Behandlung vom 9. August bis 14. Oktober 2022 in 
der Tagesklinik E.________ wurde im Austrittsbericht vom 25. Oktober 
2022 (act. I 10) ausgeführt, es bestünden eine Autismus-Spektrum-Störung 
sowie zusätzlich vorhandene spezifische Phobien, welche seit der 
Erkrankung mit dem Epstein-Barr-Virus verstärkt aufgetreten seien und 
sich im Verlauf der Behandlung in der Tagesklinik reduzierten. Vor Eintritt 
in die Tagesklinik hätten seit Oktober 2021 ein Schulabsentismus aufgrund 
der Ängste sowie psychosomatische Beschwerden und ein verschobener 
Tag-/Nachtrhythmus bestanden, welcher mit einem erhöhten 
Medienkonsum einhergegangen sei. Die Kriterien einer Sucht seien aktuell 
nicht mehr erfüllt. Die Symptomatik des Versicherten sei im 
Zusammenhang mit den vielen Sorgen und Ängsten zu verstehen, welche 
einerseits im Zusammenhang mit der Autismus-Spektrum-Störung sowie 
der dadurch entstandenen Zurückhaltung der Eltern, von ihm dennoch 
altersentsprechende Entwicklungsaufgaben zu fordern, stünden. 

3.1.4 Dr. med. G.________ führte im Bericht vom 25. November 2022 
(act. II 9) aus, die Ärzte der E.________ hätten im März 2022 erstmals 
einen frühkindlichen Autismus diagnostiziert und bat die 
Beschwerdegegnerin um Einholung eines entsprechenden Berichts.

3.1.5 Vom 12. September 2022 bis zum 20. Januar 2023 wurde der Versi-
cherte im Rahmen der ambulanten Krisenintervention im F.________ be-

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handelt. Med. pract. J.________, Facharzt für Kinder- und 
Jugendpsychiatrie und -psychotherapie, diagnostizierte im Bericht vom 30. 
Januar 2023 (act. II 12/2) einen atypischen Autismus (ICD-10 F84.1) sowie 
eine Angststörung, nicht näher bezeichnet (ICD-10 F41.9). Weiter bestehe 
eine umschriebene Entwicklungsstörung der motorischen Funktionen, nicht 
näher bezeichnet (ICD-10 F82.9). Die Ängste und Sorgen des Versicherten 
stünden in einem klaren Zusammenhang mit der Zurückhaltung und 
Überforderung der Eltern, ihn altersentsprechende Entwicklungsaufgaben 
ausführen zu lassen, um ihn nicht zu überfordern und zu schützen. 
Während der AT_HOME-Behandlung sei die Diagnose atypischer Autismus 
(ICD-10 F84.1) gestellt worden. Während der anschliessenden Behandlung 
in der Tagesklinik habe sich dieses Störungsbild nicht mehr in voller 
Ausprägung gezeigt, wobei der Versicherte noch immer autistische Züge 
aufweise. Eine Überprüfung der Diagnose sei indiziert, allerdings erst, 
nachdem der Versicherte über einen längeren Zeitraum (mindestens ein 
Jahr) in einem funktionalen Setting inkl. regelmässigem Schulbesuch habe 
Fuss fassen können. Unter den momentanen Umständen sei eine Falsch-
Positiv-Diagnose wahrscheinlich (act. II 12/4).

3.1.6 Dr. med. D.________ des RAD führte in der Aktenbeurteilung vom 
25. April 2023 (act. II 18) aus, im vorliegenden Fall sei keine Autismus-
Spektrum-Störung gemäss Ziff. 405 Anhang GgV-EDI zu diagnostizieren. 
Zum jetzigen Zeitpunkt sei unklar, ob es sich eindeutig bzw. mit 
überwiegender Wahrscheinlichkeit um eine Autismus-Spektrum-Störung 
handle. Die drei sich in den Akten befindenden Berichte würden drei 
unterschiedliche Formen einer Autismus-Spektrum-Störung (frühkindlicher 
Autismus, Asperger-Syndrom, Atypischer Autismus) diagnostizieren. Der 
aktuellste Bericht vom F.________ vom 30. Januar 2023 zeige die aktuelle 
Unsicherheit bezüglich der Diagnose klar auf. Mit nur wenigen Ausnahmen 
würden sich Autismus-Spektrum-Störungen in den ersten fünf 
Lebensjahren manifestieren. Es liege kein Bericht vor, der bei dem zehn 
Jahre alten Jungen bereits im Kleinkindalter autismustypische Symptome 
ausgewiesen habe. Es fehle an differentialdiagnostischen Überlegungen, 
z.B. werde keine Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) 
trotz klinischer Hinweise oder eine Bindungsstörung diskutiert. Die 
Voraussetzungen zur Begründung eines Anspruchs auf medizinische 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Juni 2024, IV/23/626, Seite 10

Massnahmen zur Behandlung eines Geburtsgebrechens Ziff. 405 Anhang 
GgV-EDI seien nicht erfüllt.

Dr. med. D.________ führte in der Aktenbeurteilung vom 20. Juni 2023 
(act. II 24) aus, im Einwand gegen den Vorbescheid würden keine neuen 
relevanten Aspekte geltend gemacht. Seine frühere 
versicherungsmedizinische Beurteilung und Empfehlung hätten weiterhin 
Bestand. Er möchte anmerken, dass es nicht korrekt sei, dass der 
Versicherte durch die Überprüfung der Diagnose in einem oder zwei Jahren 
bis dahin keine Unterstützung erhalte. Obligatorische 
Krankenpflegeversicherer zahlten notwendige Psychotherapien und 
medikamentöse Behandlungen, Schulen organisierten notwenige 
Fördermassnahmen und dergleichen mehr.

3.1.7 Im Bericht des F.________ an die Beschwerdegegnerin vom 
30. Juni 2023 (act. II 26/2) führte med. pract. J.________ aus, die 
Diagnose atypischer Autismus (ICD-10 F84.1) sei durch die Klinik für 
Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie K.________ gestellt 
worden. Im Behandlungsverlauf hätten sich Hinweise auf eine Falsch-
Positiv-Diagnose ergeben, weshalb eine Überprüfung der Diagnose zu 
einem späteren Zeitpunkt empfohlen werde. Da sich der Versicherte nicht 
mehr bei ihnen in Behandlung befinde, könne keine aktuelle Einschätzung 
vorgenommen werden.

3.1.8 In der Stellungnahme von Dr. med. D.________ vom RAD vom 14. 
November 2023 (in den Gerichtsakten) führte dieser aus, die neuen 
Berichte würden an seinen früheren Stellungnahmen nichts ändern. Eine 
Überprüfung der Diagnosen in einem bis zwei Jahren sei nach wie vor 
indiziert, um eine Falsch-Positiv-Diagnose im Interesse des Versicherten zu 
vermeiden.

3.1.9 Dr. med. L.________, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin von 
der Kinder- und Jugendpraxis H.________, teilte dem Verwaltungsgericht 
mit Schreiben vom 4. April 2024 (in den Gerichtsakten) mit, der Versicherte 
sei in seiner Praxis ab der Geburt bis im Dezember 2021 betreut worden. 
Gemäss den Eintragungen seien keine Autismus-spezifischen Symptome 
dokumentiert worden. Es habe lediglich eine leicht verzögerte 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Juni 2024, IV/23/626, Seite 11

Sprachentwicklung mit zwei Jahren, mit knapp fünf Jahren leichte 
motorische Schwächen und mit sechs Jahren ein starkes Schamgefühl (er 
habe die Unterhosen nicht ausziehen wollen) festgestellt werden können. 
Alle drei Symptome seien gehäuft bei Kindern mit Autismus-Spektrum-
Störungen zu finden, seien aber nicht spezifisch hierfür.

3.2

3.2.1 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, un-
abhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander wi-
dersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, oh-
ne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, 
warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt 
(BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

3.2.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

3.2.3 Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt 
Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar be-
gründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre 
Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b ee S. 354; SVR 2022 UV 
Nr. 3 S. 8 E. 3.2). Trotz dieser grundsätzlichen Beweiseignung kommt den 
Berichten versicherungsinterner medizinischer Fachpersonen praxis-
gemäss nicht dieselbe Beweiskraft zu wie einem gerichtlichen oder im Ver-

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fahren nach Art. 44 ATSG vom Versicherungsträger veranlassten Gutach-
ten unabhängiger Sachverständiger. Soll ein Versicherungsfall ohne Einho-
lung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Be-
weiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur ge-
ringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsin-
ternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzu-
nehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1 S. 65, 139 V 225 E. 5.2 S. 229, 135 V 465 
E. 4.4 - 4.6 S. 469; SVR 2021 UV Nr. 34 S. 155 E. 2.3).

3.2.4 Auch reine Aktengutachten können beweiskräftig sein, sofern ein lü-
ckenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die fachärztliche 
Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht, 
mithin die direkte ärztliche Befassung mit der versicherten Person in den 
Hintergrund rückt. Dies gilt grundsätzlich auch in Bezug auf Berichte und 
Stellungnahmen Regionaler Ärztlicher Dienste (SVR 2020 IV Nr. 38 S. 134 
E. 4.3).

3.3 Die Aktenbeurteilungen des RAD-Arztes Dr. med. D.________ vom 
25. April 2023 (act. II 18), 20. Juni 2023 (act. II 24) und 14. November 2023 
(in den Gerichtsakten) erfüllen die Voraussetzungen der Rechtsprechung 
an medizinische Berichte (vgl. E. 3.2.2 hiervor) und erbringen vollen 
Beweis. Dabei schadet es nicht, dass es sich um Aktenberichte handelt, 
konnte Dr. med. D.________ seine Stellungnahmen doch auf einen 
lückenlosen und zeitnah erhobenen sowie unbestrittenen Befund abstellen 
(vgl. E. 3.1 hiervor), womit eine zusätzliche Untersuchung des 
Beschwerdeführers durch den RAD nicht erforderlich war (vgl. E. 3.2.4 
hiervor). Mit den RAD-Aktenberichten, welche sich auf die Berichte der 
behandelnden Ärzte abstützen, liegen überzeugende und schlüssige 
Beurteilungen vor. Danach war zum Zeitpunkt des Erlasses der 
angefochtenen Verfügung vom 11. August 2023 (act. II 27) nicht erstellt, 
dass beim Beschwerdeführer eindeutig bzw. mit überwiegender 
Wahrscheinlichkeit eine Autismus-Spektrum-Störung vorliegt, sondern war 
eine Überprüfung der bisher gestellten Diagnosen in einem bis zwei Jahren 
indiziert, um eine Falsch-Positiv-Diagnose zu vermeiden. Was der 
Beschwerdeführer dagegen vorbringt, verfängt – wie nachfolgend dargelegt 

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– nicht und vermag keine auch nur geringen Zweifel an diesen 
Einschätzungen zu wecken:

Anders als der Beschwerdeführer vorbringen lässt (vgl. Beschwerde S. 6 
Ziff. 1), begründet die Beschwerdegegnerin „ihre Annahme, wonach 
aufgrund der aktuell vorhandenen medizinischen Unterlagen keine 
gesicherte Diagnose einer Autismus-Spektrum-Störung“ vorliege, nicht 
lediglich mit einer einzigen Aussage aus den Schreiben des F.________ 
vom 20. Januar 2023 (act. I 12) und 30. Januar 2023 (act. II 12/2), wonach 
eine Falsch-Positiv-Diagnose unter den momentanen Umständen 
wahrscheinlich sei. Auch ist ihm, soweit er mit Verweis auf die übrigen 
Berichte der Behandler das Vorliegen einer Autismus-Spektrum-Störung 
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit als erstellt sieht (Beschwerde S. 1 
Ziff. 1), nicht zu folgen.

Aufgrund der Akten ergibt sich folgendes Bild: Ab Geburt 2012 bis im 
Dezember 2021 wurde der Beschwerdeführer in der Kinder- und 
Jugendpraxis H.________ betreut. Wie deren Dr. med. L.________ im 
Schreiben vom 4. April 2024 (in den Gerichtsakten) darlegte, wurden in 
dieser Zeit keine Autismus-spezifischen Symptome dokumentiert (vgl. auch 
unpaginierte act. III). Es konnten lediglich gewisse Symptome festgestellt 
werden, welche gehäuft bei Kindern mit Autismus-Spektrum-Störungen zu 
finden sind, aber nicht spezifisch hierfür sind. Folglich wurde durch den 
vormals behandelnden Kinderarzt auch keine dahingehende (Verdachts-
)Diagnose gestellt. Seit August 2021 wird der Beschwerdeführer u.a. von 
Dr. med. G.________ betreut und behandelt (vgl. Schreiben von Dr. med. 
G.________ vom 26. März 2024 an das Verwaltungsgericht [in den 
Gerichtsakten]). Diese führte im Bericht vom 25. November 2022 unter den 
Diagnosen zwar einen frühkindlichen Autismus an. Sie stellte diese 
Diagnose jedoch nicht selber, sondern verwies diesbezüglich auf die 
E.________ und bat, bei dieser einen Bericht einzuverlangen (act. II 9/2 
Ziff. 1.1). Dem Bericht von Dr. med. G.________ sind ansonsten keine 
Angaben zu entnehmen und er ist für die hier streitige Frage, ob das 
Vorliegen einer Autismus-Spektrum-Störung mit dem Beweisgrad der 
überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt ist, nicht aussagekräftig und 
damit nicht entscheidrelevant. In den früheren Berichten des F.________ 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Juni 2024, IV/23/626, Seite 14

vom 11. April 2022 (act. II 3/15 ff.) und der Tagesklinik E.________ vom 
18. Juli 2022 (act. I 7) wurde stets lediglich die Verdachtsdiagnose einer 
Autismus-Spektrum-Störung gestellt (vgl. diesbezüglich auch undatierte 
Berichte der Bildungs- und Kulturdirektion des Kantons Bern [act. II 3/19 ff.] 
sowie vom 14. Juli 2022 [act. II 3/4 ff.]). Mit einer blossen 
Verdachtsdiagnose ist das Leiden aber nicht mit dem erforderlichen 
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt (vgl. statt vieler 
Entscheid des Bundesgerichts vom 27. März 2020, 8C_113/2020, E. 
8.2.2.1).

Erstmals wurde im Bericht der Tagesklinik E.________ vom 10. August 
2022 (act. I 8) betreffend das Aufnahmegespräch vom gleichen Tag ein 
frühkindlicher Autismus (ICD-10 F84.0) diagnostiziert, später dann auch im 
Bericht der E.________ vom 16. September 2022 (act. I 9; betreffend die 
AT_HOME-Behandlung vom 21. März bis zum 1. Juli 2022) sowie der 
Tagesklinik E.________ vom 25. Oktober 2022 (act. I 10; nach Abklärung 
und Behandlung vom 9. August bis zum 14. Oktober 2022). Diese Berichte 
vermögen jedoch das Vorliegen einer Autismus-Spektrum-Störung nicht mit 
dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu 
belegen. Denn wie med. pract. J.________ vom F.________ in den 
Berichten vom 30. Januar 2023 (act. II 12/2 ff.) und 30. Juni 2023 (act. II 
26/2) überzeugend und nachvollziehbar darlegte, wurde während der 
AT_HOME-Behandlung die Diagnose eines atypischen Autismus (ICD-10 
F84.1) zwar gestellt, in der anschliessenden Behandlung in der Tagesklinik 
während über vier Monaten hat sich dieses Störungsbild aber nicht mehr in 
voller Ausprägung gezeigt. Vielmehr stünden die gezeigten Symptome des 
Beschwerdeführers in einem klaren Zusammenhang mit der Zurückhaltung 
und Überforderung der Eltern. Med. pract. J.________ sieht eine Falsch-
Positiv-Diagnose für möglich und empfiehlt eine Überprüfung der Diagnose 
zu einem späteren Zeitpunkt, d.h. nachdem der Beschwerdeführer über 
einen längeren Zeitraum von mindestens einem Jahr in einem funktionalen 
Setting inkl. regelmässigem Schulbesuch hat Fuss fassen können (vgl. zum 
Ganzen auch Bericht des F.________ vom 20. Januar 2023 [act. I 12]). 
Diese Schlussfolgerungen wurden in der Folge vom RAD-Arzt Dr. med. 
D.________ (vgl. Beurteilungen vom 25. April 2023 [act. II 18], 20. Juni 
2023 [act. II 24] und 14. November 2023 [in den Gerichtsakten]) bestätigt. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Juni 2024, IV/23/626, Seite 15

Damit ist das Vorliegen einer Autismus-Spektrum-Störung im Zeitpunkt der 
angefochtenen Verfügung vom 11. August 2023 (act. II 27) nicht mit dem 
erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt. 
Wie die Beschwerdegegnerin zu Recht darlegte, bestanden beim 
Beschwerdeführer zum genannten Zeitpunkt gemäss den aktuell 
vorhandenen medizinischen Unterlagen zwar gewisse autistische Züge, 
jedoch keine gesicherte Diagnose einer Autismus-Spektrum-Störung. Das 
Vorliegen von Verdachtsdiagnosen bezüglich gestellten Diagnosen, welche 
aus versicherungsmedizinischer Sicht widersprüchlich bzw. inkohärent 
sind, reicht jedoch nicht aus zur Anerkennung eines Geburtsgebrechens. 

Der Einwand des Beschwerdeführers, die Beschwerdegegnerin habe die 
Untersuchungsmaxime verletzt (Beschwerde S. 7 Ziff. 3), vermag nicht zu 
überzeugen. Der den Sozialversicherungsprozess beherrschende Untersu-
chungsgrundsatz schliesst die Beweislast im Sinne einer Beweisführungs-
last begriffsnotwendig aus, da es Sache des Gerichts – und der verfügen-
den Behörde – ist, für die Zusammentragung des Beweismaterials besorgt 
zu sein. Die Parteien tragen mithin in diesem Verfahrensbereich in der Re-
gel eine Beweislast nur insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Ent-
scheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen geblie-
benen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift aller-
dings erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, durch die Beweiswür-
digung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlich-
keit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 144 V 427 E. 3.2 S. 
429, 138 V 218 E. 6 S. 222; SVR 2022 ALV Nr. 27 S. 98 E. 5.1). Wie von 
der Beschwerdegegnerin überzeugend dargelegt (vgl. Beschwerdeantwort 
S. 2 Ziff. 4), konnte im vorliegenden Fall die Diagnose einer Autismus-
Spektrum-Störung gestützt auf die vorhandenen medizinischen Akten nicht 
mit ausreichender Wahrscheinlichkeit festgestellt werden und von weiteren 
Abklärungen sind aktuell keine neuen Erkenntnisse zu erwarten. 
Insbesondere kann zum gegenwärtigen Zeitpunkt auch mit zusätzlichen 
Testungen nicht festgestellt werden, ob der Versicherte an einer Autismus-
Spektrum-Störung leidet. Damit erweist es sich – wie die 
Beschwerdegegnerin zur Recht vorbringt (vgl. Beschwerdeantwort S. 4 Ziff. 
6) – im aktuellen Zeitpunkt als unmöglich, den Sachverhalt zu ermitteln, der 
zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Juni 2024, IV/23/626, Seite 16

entsprechen. Somit liegt bezüglich die Frage, ob der Beschwerdeführer an 
einer Autismus-Spektrum-Störung leidet, aktuell eine Beweislosigkeit vor, 
welche sich zu seinen Lasten auswirkt. Von weiteren Abklärungen waren 
zumindest bis zum Zeitpunkt des Erlasses der hier angefochtenen 
Verfügung keine neuen Erkenntnisse zu erwarten und die 
Beschwerdegegnerin durfte in antizipierter Beweiswürdigung (BGE 144 V 
361 E. 6.5 S. 368, 124 V 90 E. 4b S. 94, 122 V 157 E. 1d S. 162; SVR 
2019 IV Nr. 50 S. 163 E. 4) auf solche, insbesondere das geforderten 
„vertrauensärztlichen Sachverständigengutachten“ (Beschwerde S. 7 Ziff. 
3) verzichten.

An diesem Ergebnis vermag das beschwerdeweise Vorbringen des 
Beschwerdeführers (vgl. Beschwerde S. 7 Ziff. 2), indem frühestens in 
einem Jahr eine Überprüfung der Diagnose angezeigt sei, bedeute dies, 
dass er bis dahin keine Unterstützung erhalte, nichts zu ändern. Damit er in 
Bezug auf die geltend gemachte Autismus-Spektrum-Störung Leistungen 
der Invalidenversicherung erhält, ist das Vorliegen einer entsprechenden 
gesicherten Diagnose erforderlich, was vorliegend nicht der Fall ist. Dies 
bedeutet jedoch nicht, dass er keine Unterstützung erhält. Wie die 
Beschwerdegegnerin (vgl. Beschwerdeantwort S. 4 Ziff. 7) als auch Dr. 
med. D.________ (vgl. Stellungnahme vom 20. Juni 2023 [act. II 24]) zu 
Recht vorbringen, ist die obligatorische Krankenpflegeversicherung 
gegenüber der Invalidenversicherung gemäss Art. 70 Abs. 2 lit. a ATSG 
vorleistungspflichtig und erbringt – falls die entsprechenden 
Voraussetzungen erfüllt sind – die Leistungen nach dem Bundesgesetz 
vom 18. März 1994 über die Krankenversicherung KVG; SR 832.10). 
Zudem organisieren Schulen notwendige Fördermassnahmen. Im Übrigen 
steht es dem Beschwerdeführer frei, im Nachgang zu einer allfälligen 
diagnostischen Verifizierung gestützt auf das ärztlich geforderte funktionale 
Setting (vgl. act. II 12/4) sich erneut zum Leistungsbezug anzumelden

Soweit der Beschwerdeführer schliesslich vorbringt, hinsichtlich seines 
Leistungsanspruchs wären alle relevanten Aspekte abzuklären, spezifisch 
sein Invaliditätsgrad (Beschwerde S. 7 Ziff. 4), ist ihm nicht zu folgen. Die 
Beschwerdegegnerin hat einzig über die geltend gemachten medizinischen 
Massnahmen befunden. Der Abklärung eines Invaliditätsgrads (vgl. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Juni 2024, IV/23/626, Seite 17

Beschwerde S. 7) bedarf es nicht. Der strittige Anspruch auf medizinische 
Massnahmen zur Behandlung von Geburtsgebrechen im Sinne von Art. 13 
IVG setzt – anders als ein hier ausserhalb des Anfechtungsgegenstandes 
liegender Anspruch auf medizinische Massnahmen unter den Titel von Art. 
12 IVG – keine eigentliche leistungsspezifische Invalidität voraus (vgl. 
ERWIN MURER, Handkommentar zum Invalidenversicherungsgesetz, 2014, 
Art. 13 N. 20) bzw. sie ist einem ausgewiesenen behandlungsbedürftigen 
Geburtsgebrechen bereits inhärent.

3.4 Zusammenfassend ist die angefochtene Verfügung vom 11. August 
2023 (act. II 27) nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene 
Beschwerde abzuweisen.

4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen. Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, werden ent-
sprechend dem Ausgang des Verfahrens dem Beschwerdeführer zur Be-
zahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe 
entnommen.

4.2 Bei diesem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf eine 
Parteientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 
lit. g ATSG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Juni 2024, IV/23/626, Seite 18

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- Fürsprecher C.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Die Kammerpräsidentin: Der Gerichtsschreiber:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Juni 2024, IV/23/626, Seite 19

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen 
Begründung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde 
in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.