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**Case Identifier:** 291db13e-9ec1-5795-8da9-bae956501712
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-03-14
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Strafgericht 14.03.2024 SST.2023.90
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_008_SST-2023-90_2024-03-14.pdf

## Full Text

Obergericht 

Strafgericht, 1. Kammer 

 

SST.2023.90 
(ST.2022.43; StA.2021.2353) 

 

 

Urteil vom 14. März 2024 
 

 

Besetzung  Oberrichter Six, Präsident  

Oberrichter Fedier 

Oberrichterin Vasvary 

Gerichtsschreiberin Rosset 

 

 
   

Anklägerin   Staatsanwaltschaft Baden, 

Mellingerstrasse 207, 5405 Dättwil AG  

 

 
    

Beschuldigter   B._____,  

geboren am tt.mm.1996, von Melchnau, 

[…] 

z.Zt. Zentralgefängnis Lenzburg, Wilstrasse 51, 5600 Lenzburg 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Gregor Navarini,  

[…] 

 

 

 
 

Gegenstand  Raub, sexuelle Handlungen mit einem Kind usw. 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Obergericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Am 17. März 2022 erhob die Staatsanwaltschaft Baden Anklage gegen den 

Beschuldigten wegen Raubs gemäss Art. 140 Ziff. 1 StGB, sexueller 

Handlungen mit einem Kind gemäss Art. 187 Ziff. 1 StGB, Pornografie 

gemäss Art. 197 Abs. 1 und Abs. 5 StGB, mehrfachen betrügerischen 

Missbrauchs einer Datenverarbeitungsanlage gemäss Art. 147 Abs. 1 

StGB, Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB, mehrfachen Hausfriedens-

bruchs gemäss Art. 186 StGB, Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 

StGB und mehrfacher Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz 

gemäss Art. 19a Ziff. 1 BetmG.  

 

2. 

Mit Urteil vom 29. November 2022 sprach das Bezirksgericht Baden den 

Beschuldigten von den Vorwürfen des mehrfachen betrügerischen 

Missbrauchs einer Datenverarbeitungsanlage und der Pornografie frei und 

der versuchten Nötigung gemäss Art. 181 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB, 

der Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz gemäss Art. 19 

Abs. 1 lit. d i.V.m. lit. g BetmG, des mehrfachen Diebstahls gemäss 

Art. 139 Ziff. 1 StGB, der sexuellen Handlungen mit einem Kind gemäss 

Art. 187 Ziff. 1 StGB, der geringfügigen Sachbeschädigung gemäss 

Art. 144 Abs. 1 StGB i.V.m. Art. 172ter Abs. 1 StGB, des mehrfachen Haus-

friedensbruchs gemäss Art. 186 StGB und der mehrfachen Widerhandlung 

gegen das Betäubungsmittelgesetz gemäss Art. 19a Ziff. 1 BetmG 

schuldig. Es bestrafte ihn als Zusatzstrafe zum Urteil des Bezirksgerichts 

Brugg vom 9. November 2021 mit einer teilbedingten Freiheitsstrafe von 

1 Jahr und 4 Monaten mit einem unbedingten Anteil von 10 Monaten und 

einem bedingt zu vollziehenden Anteil von 6 Monaten, Probezeit 5 Jahre, 

sowie zu einer Busse von Fr. 200.00, ersatzweise 2 Tage Freiheitsstrafe. 

Weiter verwies es die Zivilklage des Privatklägers L._____ auf den Zivilweg 

und verzichtete auf die Anordnung eines Tätigkeitsverbots.  

 

3. 

3.1. 

Mit Berufungserklärung vom 4. April 2023 beantragte die Staatsanwalt-

schaft Baden, der Beschuldigte sei des Raubs gemäss Art. 140 Ziff. 1 

StGB, der Pornografie gemäss Art. 197 Abs. 1 und Abs. 5 StGB sowie des 

mehrfachen betrügerischen Missbrauchs einer Datenverarbeitungsanlage 

gemäss Art. 147 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen und als Zusatzstrafe 

zum Urteil des Bezirksgerichts Brugg vom 9. November 2021 zu einer 

Freiheitsstrafe von 3 ½ Jahren zu verurteilen. Weiter sei gestützt auf Art. 67 

Abs. 1 lit. b und lit. d Ziff. 2 StGB ein lebenslängliches Tätigkeitsverbot 

anzuordnen.  

 

 - 3 - 

 

 

3.2. 

Am 11. Mai 2023 reichte die Staatsanwaltschaft Baden vorgängig zur 

Berufungsverhandlung eine schriftliche Berufungsbegründung ein.  

 

3.3. 

Mit vorgängiger Berufungsantwort vom 19. Juni 2023 beantragte der 

Beschuldigte die Abweisung der Berufung.  

 

3.4. 

Die Berufungsverhandlung fand am 14. März 2024 statt.  

 

 
   

Das Obergericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

1.1. 

Die Vorinstanz hat den Beschuldigten betreffend die Anklageziffer 1 u.a. 

der versuchten Nötigung gemäss Art. 181 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB 

sowie des Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB und nicht – wie von der 

Staatsanwaltschaft angeklagt – des Raubs gemäss Art. 140 Ziff. 1 StGB 

schuldig gesprochen. 

 

Sie hat es als erstellt erachtet, dass der Beschuldigte am Abend des 2. April 

2021 zusammen mit A._____ und E._____ in die Familienwohnung von 

D._____ an der V-Strasse […] in W._____ eingedrungen sei und dass 

A._____ D._____ gefragt habe, wo das «Gras» sei. Nachdem 

Letztgenannte A._____ dazu aufgefordert habe, die Wohnung zu 

verlassen, habe dieser eine Softair-Pistole aus dem Hosenbund gezogen 

und diese gegen D._____ gerichtet. Unter Androhung von Waffengewalt 

habe A._____ D._____ nochmals dazu aufgefordert, bekannt zu geben, wo 

das «Gras» sei. Der Beschuldigte habe aus der Handtasche von D._____, 

welche sich im Wohnzimmer befunden habe, EUR 100.00 und Fr. 50.00 

entwendet. Nachdem F._____, der Lebenspartner von D._____, sich zum 

Flur begeben und A._____ erblickt habe, seien Letztgenannter, der 

Beschuldigte und E._____ geflohen. 

 

Die Vorinstanz hat die von ihr vorgenommene rechtliche Würdigung damit 

begründet, dass zwischen dem Beschuldigten, A._____ und E._____ 

lediglich ein gemeinsamer Tatentschluss zur Entwendung von 

Betäubungsmitteln unter Verwendung einer Waffe bestanden habe, nicht 

jedoch zur Behändigung von Bargeld. Da es sich bei Betäubungsmitteln 

nicht um fremde Sachen handle, entfalle die Möglichkeit eines Raubs. 

Betreffend die von A._____ gegenüber D._____ begangene 

Nötigungshandlung lasse sich aufgrund der Position des Beschuldigten 

und des unklaren Zeitpunkts der Bargeldentwendung nicht erstellen, dass 

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die Nötigungshandlung kausal für den Diebstahl des Bargelds gewesen sei 

(vorinstanzliches Urteil E. 2.4.3). 

 

Die Staatsanwaltschaft beantragt mit Berufung, der Beschuldigte sei 

stattdessen des Raubs gemäss Art. 140 Ziff. 1 StGB schuldig zu sprechen 

(Berufungserklärung S. 1). Der Beschuldigte beantragt die Abweisung der 

Berufung (Berufungsantwort S. 2). 

 

1.2. 

Der Beschuldigte ist betreffend den Anklagesachverhalt geständig 

(Protokoll Berufungsverhandlung S. 14 f.; GA act. 55). Erstellt und im 

Berufungsverfahren unbestritten geblieben ist, dass der Beschuldigte am 

Abend des 2. April 2021 zusammen mit A._____ und E._____ in die 

Wohnung von D._____ an der V-Strasse […] in W._____ eingedrungen ist 

und dass der Beschuldigte aus der im Wohnzimmer befindlichen 

Handtasche von D._____ EUR 100.00 und Fr. 50.00 entwendet hat. 

Währenddessen hat A._____ eine Softair-Pistole gegen D._____ gerichtet 

und diese dazu aufgefordert, bekannt zu geben, wo das «Gras» sei. 

Nachdem F._____, der Freund von D._____, sich zum Flur begeben hat, 

sind A._____, der Beschuldigte und E._____ geflohen. Es bleibt die 

rechtliche Würdigung zu überprüfen: 

 

1.3. 

1.3.1. 

Der Nötigung gemäss Art. 181 StGB macht sich strafbar, wer u.a. 

jemanden durch Androhung ernstlicher Nachteile nötigt, etwas zu tun, zu 

unterlassen oder zu dulden. Eine Androhung ernstlicher Nachteile liegt vor, 

wenn der Täter dem Opfer die Zufügung eines Übels in Aussicht stellt und 

ihm zu verstehen gibt, dass die Verwirklichung des Übels in seinem 

Machtbereich liegt. Der Täter muss das Nötigungsopfer durch Einsetzen 

eines Nötigungsmittels in dessen Handlungsfreiheit beschränken, indem er 

es gegen dessen Willen zu einem von ihm gewünschten Tun, Unterlassen 

oder Dulden veranlasst. Art. 181 StGB verlangt Vorsatz, wobei 

Eventualvorsatz genügt (BGE 141 IV 437 E. 3.2.1; Urteil des 

Bundesgerichts 6B_1037/2019 vom 24. Juni 2020 E. 2.3.3).  

 

Ein Versuch gemäss Art. 22 Abs. 1 StGB liegt vor, wenn der Täter, 

nachdem er mit der Ausführung eines Verbrechens oder Vergehens 

begonnen hat, die strafbare Tätigkeit nicht zu Ende führt oder, wenn der 

zur Vollendung der Tat gehörende Erfolg nicht eintritt oder dieser nicht 

eintreten kann. 

 

Als Mittäter gilt, wer bei der Entschliessung, Planung oder Ausführung 

eines Delikts vorsätzlich und in massgebender Weise mit anderen Tätern 

zusammenwirkt, sodass er als Hauptbeteiligter dasteht. Dabei kommt es 

darauf an, ob der Tatbeitrag nach den Umständen des konkreten Falls und 

 - 5 - 

 

 

dem Tatplan für die Ausführung des Delikts so wesentlich ist, dass die Tat 

mit ihm steht oder fällt. Der Mittäter muss bei der Entschliessung, Planung 

oder Ausführung der Tat auch tatsächlich mitwirken. Daraus folgt aber 

nicht, dass Mittäter nur ist, wer an der eigentlichen Tatausführung beteiligt 

ist oder sie zu beeinflussen vermag. Tatbestandsmässige Ausführungs-

handlungen sind nicht notwendige Voraussetzung für die Annahme von 

Mittäterschaft. Das mittäterschaftliche Zusammenwirken setzt einen 

gemeinsamen Entschluss voraus, der jedoch nicht ausdrücklich bekundet 

werden muss; es genügt, wenn er konkludent zum Ausdruck kommt. Dabei 

ist nicht erforderlich, dass der Mittäter bei der Entschlussfassung mitwirkt, 

sondern es reicht aus, dass er sich später den Vorsatz seiner Mittäter zu 

eigen macht. In Mittäterschaft begangene Tatbeiträge werden jedem 

Mittäter zugerechnet (Urteil des Bundesgerichts 6B_1137/2020 vom 

17. April 2023 E. 1.5.1 mit weiteren Hinweisen). 

 

1.3.2. 

A._____ hat am Abend des 2. April 2021 D._____ eine Softair-Pistole auf 

deren Oberkörper gerichtet und ihr damit konkludent angedroht, auf sie zu 

schiessen. Dieser Einsatz der Softair-Pistole lag im Rahmen des 

gemeinsam mit dem Beschuldigten und E._____ gefassten Tatplans, 

nämlich D._____ dazu zu bringen, ihm sowie A._____ und E._____ das in 

der Wohnung vermutete Marihuana von C._____ auszuhändigen und 

diesem Ansinnen mit der mitgeführten Softair-Pistole den entsprechenden 

Nachdruck zu verleihen. D._____ dachte denn auch, es handle sich um 

eine echte Waffe (Protokoll Berufungsverhandlung S. 6). Dadurch wurde 

D._____ ein ernstlicher Nachteil, nämlich eine Schussabgabe auf ihren 

Oberkörper mit einer Waffe angedroht. Nachdem der Beschuldigten, 

A._____ und E._____ durch den Freund von D._____, F._____, überrascht 

worden sind, als sich dieser aufgrund des Lärms vom Schlafzimmer zum 

Flur begeben hat, sind diese geflüchtet, weshalb es zu keiner 

Aushändigung von Marihuana gekommen und es bei einem blossen 

Versuch geblieben ist. 

 

Der Beschuldigte, E._____ und A._____ haben in Mittäterschaft gehandelt. 

Sie haben bei der Planung und Ausführung der Tat vorsätzlich und in 

massgebender Weise zusammengewirkt, sodass sie alle als 

Hauptbeteiligte dastehen. So hat der Beschuldigte angegeben, durch 

A._____ dahingehend informiert worden zu sein, dass in der vorgenannten 

Wohnung ein Kilogramm Marihuana zu holen sei. Er habe schon vor der 

Tat gewusst, dass A._____ eine Softair-Pistole an den Tatort mitnehmen 

würde. Diese hätten sie mitgenommen, weil sie Widerstand erwartet hätten. 

Weiter begaben sich der Beschuldigte, E._____ und A._____ zusammen 

mit dem Postauto nach W._____, wo sie anschliessend die Wohnung von 

D._____ an der V-Strasse […] betreten haben (Protokoll 

Berufungsverhandlung S. 14 f.). Auch A._____ führte an der 

Berufungsverhandlung aus, die Tat zusammen mit dem Beschuldigten und 

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E._____ organisiert zu haben und gemeinsam dorthin gegangen zu sein 

(Protokoll Berufungsverhandlung S. 10 f.). Der Beschuldigte führte sodann 

aus, dass bereits im Vorfeld der Tat betreffend das zu erbeutende 

Marihuana abgemacht worden sei, dass dieses unter den drei Tätern zu 

gleichen Teilen aufgeteilt werde (Protokoll Berufungsverhandlung S. 15). 

Dies wurde durch A._____ und E._____ bestätigt (Protokoll 

Berufungsverhandlung S. 12; 23). Nachdem der Beschuldigte in 

Mittäterschaft mit A._____ und E._____ gehandelt hat, sind ihm die in 

Mittäterschaft begangenen Tatbeiträge der anderen Mittäter zuzurechnen. 

 

Der Beschuldigte hat sich der (in Mittäterschaft mit A._____ und E._____) 

begangenen versuchten Nötigung gemäss Art. 181 StGB i.V.m. Art. 22 

Abs. 1 StGB schuldig gemacht. 

 

1.4. 

1.4.1. 

Einen Diebstahl begeht, wer jemandem eine fremde bewegliche Sache zur 

Aneignung wegnimmt, um sich oder einen anderen damit unrechtmässig 

zu bereichern (Art. 139 Ziff. 1 StGB). Wegnehmen ist Bruch fremden und 

Begründung neuen, meist eigenen Gewahrsams. Dieser besteht in der 

tatsächlichen Sachherrschaft, verbunden mit dem Willen, sie auszuüben. 

Bruch des Gewahrsams ist die Aufhebung des fremden Gewahrsams 

gegen den Willen des bisherigen Inhabers. Ob der neue Gewahrsam 

begründet worden ist, bestimmt sich nach den allgemeinen Anschauungen 

und den Regeln des sozialen Lebens (BGE 132 IV 108 E. 2.1 mit 

Hinweisen). 

 

Richtet sich der Diebstahl nur auf einen geringen Vermögenswert, so wird 

der Täter, auf Antrag, mit Busse bestraft (Art. 172ter StGB). Das Bundes-

gericht hat den Grenzwert für die Annahme eines geringfügigen 

Vermögenswerts auf Fr. 300.00 festgesetzt (BGE 142 IV 129 E. 3.1 mit 

Hinweisen). Art. 172ter StGB ist mithin nur anwendbar, wenn der Täter von 

vornherein bloss einen geringen Vermögenswert im Auge hatte. War der 

(Eventual-) Vorsatz des Täters auf eine den Grenzwert übersteigende 

Summe gerichtet bzw. hat er eine solche mindestens in Kauf genommen, 

kommt Art. 172ter StGB deshalb auch dann nicht zur Anwendung, wenn die 

Deliktssumme unter dem Grenzwert von Fr. 300.00 liegt (Urteil des 

Bundesgerichts 6B_158/2018 vom 14. Juni 2018 E. 2.2 mit Hinweisen). 

Das ist – unter Vorbehalt von Fällen, in denen es offensichtlich nur um sehr 

geringfügige Deliktsbeträge gehen kann – auch dann der Fall, wenn sich 

der Täter keine Gedanken darüber macht oder es ihm gleichgültig ist, wie 

hoch der Vermögenswert ist, da sich der (Eventual-) Vorsatz auch diesfalls 

nicht auf einen geringen Vermögenswert gerichtet haben kann und es somit 

an der subjektiven Komponente für die Privilegierung fehlt (vgl. 

WEISSENBERGER, in: Basler Kommentar, Strafrecht, 4. Aufl. 2019, N. 42 zu 

Art. 172ter StGB; ECKERT, Zum Tatbestand der geringfügigen Vermögens-

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delikte, Art. 172ter StGB, in: Strafrecht als Herausforderung, FS Schmid zur 

Emeritierung, Zürich 1999, S. 139 ff., Ziff. III/4. S. 148). 

 

1.4.2. 

Der Beschuldigte hat – ohne dass dies von langer Hand geplant gewesen 

wäre – in der von ihm erblickten Handtasche von D._____, welche diese 

dort deponiert hatte, EUR 100.00 und Fr. 50.00 entwendet, um sich sowie 

E._____ und A._____, mit welchen er dieses Bargeld anschliessend geteilt 

hat (Protokoll Berufungsverhandlung S. 15), daran unrechtmässig zu 

bereichern. 

 

D._____ hat am 3. April 2021 Strafantrag gestellt (UA act. 291). Da der 

Beschuldigte und seine Mittäter nicht von Anfang an geplant hatten, 

möglichst viel Geld oder überhaupt Geld zu erbeuten (siehe dazu unten), 

sondern es in erster Linie darum gegangen ist, eine erhebliche Menge 

Marihuana, das sie dort vermutet hatten, zu erlangen, kann nicht davon 

ausgegangen werden, dass sich der Vorsatz des Beschuldigten hinsichtlich 

seines bloss bei Gelegenheit begangenen Diebstahls auf eine den 

Grenzwert von Fr. 300.00 übersteigende Summe gerichtet hat bzw. er dies 

mindestens in Kauf genommen hat, zumal er nicht etwa die gesamte 

Handtasche unbesehen des Inhalts entwendet hat, sondern gezielt nur die 

darin enthaltenen EUR 100.00 und die Fr. 50.00. Auch drängt sich unter 

den vorliegenden Umständen nicht der Schluss auf, dass der Beschuldigte 

mit den den Grenzwert von Fr. 300.00 übersteigenden Vermögenswerten 

gerechnet haben musste, kann bei einer zuhause deponierten Handtasche 

– anders als bei einer unterwegs mitgeführten Handtasche – doch nicht 

ohne weiteres angenommen werden, dass sich ein Portemonnaie darin 

befindet. Nach dem Gesagten hat er sich des geringfügigen Diebstahls 

gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB i.V.m. Art. 172ter Abs. 1 StGB schuldig 

gemacht. 

 

1.5. 

1.5.1. 

Des Raubs gemäss Art. 140 Ziff. 1 StGB macht sich dagegen schuldig, wer 

mit Gewalt gegen eine Person oder unter Androhung gegenwärtiger Gefahr 

für Leib oder Leben oder nachdem er den Betroffenen zum Widerstand 

unfähig gemacht hat, einen Diebstahl begeht.  

 

1.5.2. 

Wie die Vorinstanz zurecht ausgeführt hat (vgl. vorinstanzliches Urteil 

E. 2.4.2.1) und von der Staatsanwaltschaft auch nicht bestritten wird 

(Berufungsbegründung S. 2), kann die Entwendung verbotener Sachen, 

wie ausserhalb des rechtlich gestatteten Rahmens gehandelte 

Betäubungsmittel, nicht geahndet werden. Dies ist damit zu begründen, 

dass es sich bei solchen ausserhalb des rechtlich erlaubten Rahmens 

gehandelten Betäubungsmitteln um verkehrsunfähige Sachen handelt, 

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welche nicht Gegenstand privatrechtlichen Eigentums sein können (BGE 

149 IV 307 E. 2.4.2). Der unrechtmässige Erwerb von Betäubungsmitteln 

begründet kein rechtlich anerkanntes und geschütztes Eigentumsrecht. 

Der Raubtatbestand, der einen Diebstahl voraussetzt, ist ausgeschlossen, 

wenn die Betäubungsmittel rechtlich nicht Eigentum eines Dritten sind 

(BGE 132 IV 5 E. 3.3; BGE 124 IV 102 Regeste). 

 

Dass sich der Vorsatz des Beschuldigten – nebst der Erlangung von 

Betäubungsmitteln – auch auf die Erbeutung von Bargeld mittels Nötigung 

gerichtet hätte, lässt sich, entgegen der Staatsanwaltschaft (vgl. 

Berufungsbegründung S. 2), nicht erstellen: So hat der Beschuldigte 

konstant zu Protokoll gegeben, dass es ihm lediglich um «Gras» gegangen 

sei. Es sei ihm nicht um Geld gegangen (GA act. 42; Protokoll 

Berufungsverhandlung S. 16). Auch D._____ sagte aus, dass der sie mit 

einer Waffe bedrohende Täter nur von «Gras» geredet habe. Nach Geld 

oder Schmuck sei sie nicht gefragt worden (Protokoll 

Berufungsverhandlung S. 8). Auch der Zeuge E._____ führte an der 

Berufungsverhandlung aus, dass es beim Überfall nur um Drogen 

gegangen sei (Protokoll Berufungsverhandlung S. 23 f.). Einzig der Zeuge 

A._____ führte im Widerspruch zum Beschuldigten und auch zu E._____ 

aus, die Idee sei es gewesen, Bargeld und Drogen zu holen. Relevant und 

hervorzuheben ist jedoch, dass selbst A._____ an der 

Berufungsverhandlung angegeben hat, dass D._____ lediglich nach 

Drogen, nicht jedoch nach Geld gefragt worden sei. Die Erbeutung von 

Bargeld sei nicht sein ursprüngliches Ziel gewesen (Protokoll 

Berufungsverhandlung S. 11 ff.). Nachdem einzig A._____ zu Protokoll 

gegeben hat, dass es mitunter auch um Bargeld gegangen sei, was er 

jedoch direkt wieder relativiert hat, indem er angegeben hat, dass es nicht 

das anfängliche Ziel gewesen sei, Geld zu erlangen, ist für das Obergericht 

erstellt, dass es dem Beschuldigten, wie auch E._____ und A._____ darum 

ging, D._____ durch das Bedrohen mit der mitgebrachten Softair-Pistole 

dazu zu bringen, ihnen Marihuana auszuhändigen. Ein gemeinsamer 

Tatentschluss, durch die Androhung zusätzlich auch noch Bargeld zu 

erlangen, lässt sich dagegen nicht erstellen. So wäre in diesem Fall doch 

zu erwarten gewesen, dass nicht nur nach Marihuana, sondern auch noch 

nach Geld gefragt worden wäre. Dies war jedoch gerade nicht der Fall. 

Es hat sodann keine Nötigung von D._____ zur Duldung des Diebstahls 

des Bargelds (siehe dazu oben) stattgefunden. So hat diese angegeben, 

nur denjenigen Täter, welcher die Waffe auf sie gerichtet habe und sie nach 

«Gras» gefragt habe, gesehen zu haben. Dass Geld aus ihrer Handtasche 

entwendet worden sei, habe sie erst festgestellt, als die Polizei bei ihr 

zuhause gewesen sei (Protokoll Berufungsverhandlung S. 7 f.). Dies macht 

deutlich, dass D._____ nicht zur Duldung eines Diebstahls genötigt worden 

sein kann, hat sie diesen Diebstahl während der Tatbegehung doch nicht 

einmal mitbekommen. Folglich hat sich der Beschuldigte betreffend die 

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Anklageziffer 1 nicht des Raubs gemäss Art. 140 Ziff. 1 StGB schuldig 

gemacht. 

 

Die Berufung der Staatsanwaltschaft erweist sich damit in diesem Punkt als 

unbegründet. Nachdem der Beschuldigte jedoch betreffend die Anklage-

ziffer 1 der versuchten Nötigung sowie des geringfügigen Diebstahls 

schuldig zu sprechen ist (vgl. hierzu vorgehend), hat kein Freispruch vom 

Vorwurf des Raubs zu ergehen (vgl. BGE 142 IV 378 E. 1.3). 

 

2.   

2.1. 

Die Vorinstanz hat den Beschuldigten betreffend die Anklageziffer 3 vom 

Vorwurf der Pornografie freigesprochen und dies damit begründet, dass 

einerseits unklar sei, welche Videoaufnahme in der Anklage gemeint sei 

und andererseits die auf einer Videoaufnahme ersichtliche weibliche 

Person nicht eindeutig identifizierbar sei (vorinstanzliches Urteil E. 4.4). 

 

Die Staatsanwaltschaft beantragt mit Berufung, der Beschuldigte sei der 

Pornografie gemäss Art. 197 Abs. 1 und Abs. 5 StGB schuldig zu sprechen 

(Berufungserklärung S. 1). Der Beschuldigte beantragt die Abweisung der 

Berufung (Berufungsantwort S. 2). Er bestreitet, dass es sich bei der 

weiblichen Person auf der Filmaufnahme um H._____ handle 

(Berufungsantwort S. 3). 

 

2.2. 

Die Anklage wirft dem Beschuldigten vor, sich der Pornografie gemäss 

Art. 197 Abs. 1 und Abs. 5 StGB schuldig gemacht zu haben, indem er den 

Vollzug des Geschlechtsverkehrs mit der damals 15 Jahre alten H._____ 

gefilmt und auf seinem Mobiltelefon abgespeichert habe. Er habe um den 

Inhalt seiner Aufzeichnung gewusst wie auch um das Alter von H._____. 

Gleichwohl habe er diese Filmaufnahme wissentlich und willentlich erstellt 

und zum eigenen Konsum auf seinem Mobiltelefon besessen (Anklageziffer 

3 mit Verweis auf Anklageziffer 2).  

 

2.3. 

Entgegen der vorinstanzlichen Feststellung, wonach aus dem Anklage-

sachverhalt nicht hervorgehe, welche Videoaufnahme gemeint sei 

(vorinstanzliches Urteil E. 4.4), ist offensichtlich, dass es sich bei der im 

Anklagesachverhalt genannten Videoaufnahme um die Aufnahme 

IMG_0046.MOV resp. um exakt dieselbe Aufnahme mit dem Dateinamen 

IMG_0096.MOV handelt (UA act. 137), auf welcher die tatsächliche 

Vornahme von Geschlechtsverkehr ersichtlich ist. Dies wurde denn auch 

durch die Staatsanwaltschaft bestätigt (Berufungsbegründung S. 3). Auf 

den anderen Videoaufnahmen findet kein Geschlechtsverkehr statt 

(vgl. UA act. 137 IMG_0095.MOV; IMG_0165.MP4; IMG_0179.MOV), 

 - 10 - 

 

 

weshalb ausgeschlossen werden kann, dass diese Aufnahmen gemeint 

waren. 

 

2.4. 

Das Obergericht erachtet es gestützt auf die nachfolgenden Ausführungen 

als erstellt, dass es sich bei den auf der Videoaufnahme IMG_0046.MOV 

resp. IMG_0096.MOV ersichtlichen Personen, welche miteinander den 

Geschlechtsverkehr ausüben, um den Beschuldigten und H._____ handelt: 

 

Vorab ist festzuhalten, dass entgegen der Staatsanwaltschaft, welche auf 

das Urteil des Bundesgerichts 6B_1302/2020 vom 3. Februar 2021 E. 1.4.4 

verweist (Berufungsbegründung S. 4), aus der Tatsache, dass der 

Beschuldigte von seinem Aussageverweigerungsrecht gemäss Art. 158 

Abs. 1 lit. b StPO Gebrauch gemacht hat, nicht geschlossen werden kann, 

dass es sich bei der im Video ersichtlichen Person um H._____ handelt. 

Gemäss der vorgenannten bundesgerichtlichen Rechtsprechung darf die 

fehlende Mitwirkung der beschuldigten Person im Strafverfahren nur unter 

besonderen Umständen in die Beweiswürdigung miteinfliessen. Solche 

liegen jedoch nicht vor. Die Behauptung der Staatsanwaltschaft würde zu 

einer verbotenen Beweislastumkehr führen. 

 

H._____ führte an ihrer Einvernahme vom 22. April 2021 aus, dass es sich 

bei der Person, welche auf dem Video in UA act. 138 ersichtlich sei (UA 

act. 134 Screenshot aus dem Video), um sie handle, da sie diese 

Videoaufnahme gemacht habe (UA act. 277). Auf dieser Videoaufnahme 

ist eine Person weiblichen Geschlechts von hinten zu sehen, welche exakt 

dieselbe Unterhose anhat, wie die Person in der vorliegend relevanten 

Aufnahme. An der Berufungsverhandlung führte sie aus, sie wisse nicht, 

wer auf diesem Video ersichtlich sei. Sie könne sich nicht erinnern. Darauf 

angesprochen, dass die Person auf diesem Video dieselbe Unterhose 

trage, wie sie auf dem Video, in welchem sie sich selber gefilmt habe, 

meinte sie, diese Unterhose gebe es millionenfach (Protokoll 

Berufungsverhandlung S. 4f.).  

 

In Würdigung der Aussagen des Beschuldigten und von H._____, wonach 

sie miteinander in einer Beziehung gewesen seien und zusammen 

Geschlechtsverkehr gehabt hätten (UA act. 216; 277) und der 

Übereinstimmung der auf der in Frage stehenden Videoaufnahme durch 

die weibliche Person getragenen Unterhose (UA act. 137 IMG_0046.MOV; 

IMG_0096.MOV) mit der Unterhose, welche H._____ auf den weiteren 

Aufnahmen trägt (UA act. 137 IMG_0095.MOV; UA act. 134; Protokoll 

Berufungsverhandlung S. 4), ist für das Obergericht erstellt, dass auf der 

fraglichen Aufnahme H._____ zu sehen ist. So ist betreffend die auf den 

vorgenannten Aufnahmen sichtbare Unterhose festzuhalten, dass diese 

auf sämtlichen Aufnahmen exakt dieselbe Farbe, nämlich ein dunkles 

altrosa und an den Rändern weisse Spitze aufweist. Auch der Schnitt 

 - 11 - 

 

 

stimmt überein (vgl. UA act. 137 IMG_0046.MOV und UA act. 134). In 

Einklang mit dem gewonnen Beweisergebnis steht, dass der Körperbau der 

weiblichen Person in der Videoaufnahme IMG_0046.MOV resp. 

IMG_0096.MOV demjenigen von H._____ entspricht. Die Aussagen von 

H._____, mit welchen sie angegeben hat, nicht zu wissen, wer auf der 

fraglichen Aufnahme ersichtlich sei (Protokoll Berufungsverhandlung S. 4), 

vermögen daran keinen Zweifel zu begründen. So konnte sich das 

Obergericht anlässlich der Berufungsverhandlung ein eigenes Bild von 

H._____ sowie von ihrem Aussageverhalten machen, bei welchem eine 

klare Tendenz, den Beschuldigten möglichst nicht zu belasten, klar 

erkennbar war. H._____ führte denn auch aus, zum Beschuldigten, mit 

welchem sie seit einem halben Jahr nicht mehr zusammen sei, nach wie 

vor noch ein gutes Verhältnis zu haben (Protokoll Berufungsverhandlung 

S. 3). Dass H._____ den Beschuldigten in der Vergangenheit denn auch 

tatsächlich bereits vor grösserem Übel zu bewahren versucht hat, geht 

daraus hervor, dass sie und der Beschuldigte bewusst darauf verzichtet 

hatten, ihre Beziehung offiziell zu machen, weil sie noch nicht volljährig 

gewesen sei (Protokoll Berufungsverhandlung S. 3). Folglich sind ihre 

Aussagen mit grosser Zurückhaltung zu würdigen. Entgegen dem 

Vorbringen des Beschuldigten (GA act. 41) kann sodann, aufgrund der 

Perspektive ausgeschlossen werden, dass H._____ die Aufnahme 

gemacht hat. Es besteht kein Zweifel daran, dass der Beschuldigte, 

welcher im Übrigen aufgrund seiner auf dessen linken Hand klar 

erkennbaren Tätowierungen als Sexualpartner identifizierbar ist, diese 

Szene – entgegen seinem Vorbringen (Protokoll Berufungsverhandlung 

S. 17) – aufgenommen hat. Das Obergericht konnte sich anlässlich der 

Berufungsverhandlung davon überzeugen, dass es sich bei der auf der 

relevanten Videoaufnahme ersichtlichen Tätowierung um dieselbe 

Tätowierung handelt, welche der Beschuldigte auf seiner Hand trägt (vgl. 

Protokoll Berufungsverhandlung S. 20), weshalb daran kein Zweifel 

besteht, dass auf der Videoaufnahme die Hand des Beschuldigten 

ersichtlich ist. Somit gilt der Anklagesachverhalt als erstellt.  

 

2.5. 

Betreffend die rechtliche Würdigung macht der Beschuldigte keine 

Vorbringen (vgl. Berufungsantwort S. 3).  

 

Der Pornografie gemäss Art. 197 Abs. 5 Satz 2 StGB macht sich schuldig, 

wer u.a. pornografische Bildaufnahmen, die tatsächliche sexuelle 

Handlungen mit Minderjährigen zum Inhalt haben, zum eigenen Konsum 

herstellt und besitzt. Der subjektive Tatbestand setzt (Eventual-)Vorsatz 

hinsichtlich des pornografischen Charakters sowie der objektiven 

Tathandlungen voraus. Bezüglich des Tatbestandselements des Besitzes 

ist Besitz- oder Herrschaftswillen erforderlich (BGE 137 IV 208 E. 4.1). 

 

 - 12 - 

 

 

Indem der Beschuldigte an einem nicht näher bekannten Datum zwischen 

November 2020 und dem 15. April 2021 wissentlich und willentlich mit der 

damals 15 Jahre alten H._____ den Geschlechtsverkehr vollzogen und 

dies mit seinem Mobiltelefon gefilmt und diese Aufnahme anschliessend 

auf seinem Mobiltelefon abgespeichert hat, hat er eine pornografische 

Videoaufnahme, die eine tatsächliche sexuelle Handlung mit der damals 

minderjährigen H._____ zum Inhalt hat, zum eigenen Konsum hergestellt 

und diese anschliessend auf seinem Mobiltelefon besessen. Er wusste 

eingestandenermassen von Anfang an um das Alter von H._____ (UA 

act. 216), was diese bestätigt hat (Protokoll Berufungsverhandlung S. 3). 

Folglich handelte er vorsätzlich.  

 

Der Beschuldigte hat sich der Pornografie gemäss Art. 197 Abs. 5 Satz 2 

StGB schuldig gemacht. Die Berufung der Staatsanwaltschaft erweist sich 

in diesem Punkt als begründet. 

 

3.    

3.1. 

Die Vorinstanz hat den Beschuldigten vom Vorwurf des mehrfachen 

betrügerischen Missbrauchs einer Datenverarbeitungsanlage freige-

sprochen und dies damit begründet, dass dessen Täterschaft nicht erstellt 

sei, da auch denkbar sei, dass seine Ex-Freundin, K._____, die Tat hätte 

verüben können (vorinstanzliches Urteil E. 5.4).  

 

Die Staatsanwaltschaft beantragt mit Berufung, der Beschuldigte sei des 

mehrfachen betrügerischen Missbrauchs einer Datenverarbeitungsanlage 

gemäss Art. 147 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen (Berufungserklärung 

S. 1). Der Beschuldigte beantragt die Abweisung der Berufung (Berufungs-

antwort S. 2). 

 

3.2. 

Die Anklage wirft dem Beschuldigten vor, sich des mehrfachen 

betrügerischen Missbrauchs einer Datenverarbeitungsanlage gemäss 

Art. 147 Abs. 1 StGB schuldig gemacht zu haben, indem er am 1. März 

2021 elektronisch ein Konto bei der I._____ AG erstellt habe, um die SBB-

Mobile Applikation mit Zahlungsfunktion «Monatsrechnung» auf seinem 

Mobiltelefon nutzen zu können. Dazu habe er die ihm nicht zustehenden 

Personendaten «J._____, geb. tt.mm.jjjj, Y-Strasse […],  Z._____» und die 

E-Mailadresse «aaa@aaa.com» verwendet. Zur Registrierung des 

erstellen Kontos habe er seine eigene Mobiltelefonnummer «[…]» 

verwendet. Zwischen dem 1. und 14. März 2021 habe er über die SBB-

Mobile Applikation 29 Fahrkarten im Gesamtwert von Fr. 491.20 gelöst, 

ohne den Kaufpreis dafür zu entrichten. Er habe bei der Erstellung des 

Kontos wissentlich und willentlich einen falschen Namen, eine falsche 

Adresse und falsche E-Mailadresse verwendet, sodass ihm die 

monatlichen Rechnungen für den Bezug der Fahrkarten nicht hätten 

 - 13 - 

 

 

zugestellt werden können. Er habe dies in der Absicht getan, sich durch 

den eingesparten Kaufpreis, den er zu keinem Zeitpunkt habe entrichten 

wollen, unrechtmässig zu bereichern (Anklageziffer 4).  

 

3.3. 

Der Beschuldigte bringt vor, dass er weder von der Kontoregistrierung noch 

von den zahlreichen Käufen der Fahrkarten mit seinem eigenen 

Mobiltelefon gewusst habe (UA act. 260). Es sei seine Ex-Freundin 

K._____, die alles gemacht habe. Sie habe immer Zugang zu seinem 

Handy gehabt und habe sich nach der Erstellung des Kontos mit seinen 

Benutzerdaten auf ihrem Handy eingeloggt (Protokoll der Berufungs-

verhandlung S. 18 f.) 

 

Entgegen der Staatsanwaltschaft lässt sich die Täterschaft des 

Beschuldigten aufgrund der nachfolgenden Gründe nicht erstellen: Das 

Konto bei der I._____ AG, die den Abrechnungsprozess im Auftrag der 

SBB abwickelt (UA act. 201), wurde zwar mit der damaligen Mobiltelefon-

nummer des Beschuldigten «[…]» erstellt (UA act. 206, 198, 260). Die auf 

einen weiblichen Namen lautende E-Mail-Adresse «aaa@aaa.com», 

welche verwendet worden ist, enthält jedoch den Nachnamen der Ex-

Freundin des Beschuldigten, K._____. Hinzukommt, dass die Fahrkarten 

regelmässig für Fahrten von oder nach QQ._____, wo K._____ damals 

wohnhaft war, gelöst worden sind. Die Haltestelle «M._____» befindet sich 

in unmittelbarer Nähe des damaligen Wohnorts von K._____, der QR-

Strasse […] in QQ._____. Fahrten zum damaligen Wohnort des 

Beschuldigten, Y._____, wurden dagegen keine gelöst (UA act. 208; vgl. 

Geres eCH; vgl. Google Maps). Diese Umstände sprechen nicht für eine 

Täterschaft des Beschuldigten, sondern seiner Ex-Freundin K._____. 

Nachdem sich eine Täterschaft des Beschuldigten nicht zweifelsfrei 

erstellen lässt, ist er vom Vorwurf des mehrfachen betrügerischen 

Missbrauchs einer Datenverarbeitungsanlage freizusprechen. Die 

Berufung der Staatsanwaltschaft erweist sich damit in diesem Punkt als 

unbegründet. 

 

4.  

4.1. 

Der Beschuldigte hat sich der sexuellen Handlung mit einem Kind gemäss 

Art. 187 Ziff. 1 StGB, des Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB, der 

versuchten Nötigung gemäss Art. 181 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB, des 

mehrfachen Hausfriedensbruchs gemäss Art. 186 StGB, der Wider-

handlung gegen das Betäubungsmittelgesetz gemäss Art. 19 Abs. 1 lit. g 

BetmG, der Pornografie gemäss Art. 197 Abs. 5 Satz 2 StGB, des 

geringfügigen Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB i.V.m. Art. 172ter 

Abs. 1 StGB, der geringfügigen Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 

StGB i.V.m. Art. 172ter Abs. 1 StGB und der mehrfachen Widerhandlung 

 - 14 - 

 

 

gegen das Betäubungsmittelgesetz gemäss Art. 19a Ziff. 1 BetmG schuldig 

gemacht. Dafür ist er angemessen zu bestrafen.  

 

4.2. 

Die Vorinstanz hat den Beschuldigten – ausgehend von den von ihr 

ausgefällten Schuld- und Freisprüchen – als Zusatzstrafe zum Urteil des 

Bezirksgerichts Brugg vom 9. November 2021 mit einer teilbedingten 

Freiheitsstrafe von 1 Jahr und 4 Monaten mit einem unbedingten Anteil von 

10 Monaten und einem bedingt zu vollziehenden Anteil von 6 Monaten, 

Probezeit 5 Jahre, sowie mit einer Busse von Fr. 200.00, ersatzweise 

2 Tage Freiheitsstrafe, bestraft. 

 

Die Staatsanwaltschaft beantragt, ausgehend von den von ihr beantragten 

zusätzlichen Schuldsprüchen, der Beschuldigte sei als Zusatzstrafe zum 

Urteil des Bezirksgerichts Brugg vom 9. November 2021 zu einer 

Freiheitsstrafe von 3 ½ Jahren zu verurteilen (Berufungserklärung S. 1). 

Der Beschuldigte beantragt die Abweisung der Berufung (Berufungs-

antwort S. 2). 

 

4.3. 

Das Bundesgericht hat die Grundsätze der Strafzumessung nach Art. 47 ff. 

StGB wiederholt dargelegt (BGE 147 IV 241; BGE 144 IV 313; BGE 144 IV 

217; BGE 141 IV 61 E. 6.1.1; BGE 136 IV 55 E. 5.4 ff.; je mit Hinweisen). 

Darauf kann verwiesen werden. 

 

4.4. 

Bei der Wahl der Sanktionsart sind neben dem Verschulden unter 

Beachtung des Prinzips der Verhältnismässigkeit als wichtige Kriterien die 

Zweckmässigkeit und Angemessenheit einer bestimmten Sanktion, ihre 

Auswirkungen auf den Täter und sein soziales Umfeld sowie ihre 

Wirksamkeit unter dem Gesichtswinkel der Prävention zu berücksichtigen 

(BGE 147 IV 241 E. 3; BGE 134 IV 97 E. 4.2; BGE 134 IV 82 E. 4.1).  

 

Die sexuelle Handlung mit einem Kind und der Diebstahl sehen als Strafe 

Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe vor. Die Nötigung gemäss 

Art. 181 StGB, die Pornografie gemäss Art. 197 Abs. 5 Satz 2 StGB, die 

Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz gemäss Art. 19 Abs. 1 

lit. g BetmG und der Hausfriedensbruch werden mit Freiheitsstrafe bis zu 

drei Jahren oder Geldstrafe und die Übertretungen mit Busse bestraft.  

 

Der Beschuldigte ist mehrfach, teilweise einschlägig vorbestraft. So wurde 

er mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland vom 26. August 

2016 wegen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, Hehlerei 

und geringfügigen Diebstahls zu einer bedingten Geldstrafe von 

150 Tagessätzen à Fr. 30.00 und einer Busse von Fr. 600.00 verurteilt. Mit 

Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland vom 28. November 

 - 15 - 

 

 

2017 wurde er sodann wegen Diebstahls und Widerhandlung gegen das 

Betäubungsmittelgesetz zu einer unbedingten Geldstrafe von 10 Tages-

sätzen à Fr. 20.00 sowie einer Busse von Fr. 100.00 verurteilt. Weiter 

wurde er mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 

9. November 2018 wegen Fälschung von Ausweisen, Widerhandlung 

gegen das Betäubungsmittelgesetz, Führens eines Motorfahrzeugs ohne 

Führerausweis und Verletzung der Verkehrsregeln zu einer unbedingten 

Geldstrafe von 70 Tagessätzen à Fr. 20.00 und einer Busse von Fr. 500.00 

verurteilt. Am 20. Februar 2019 wurde er sodann mit Strafbefehl der 

Staatsanwaltschaft Emmental-Oberaargau wegen mehrfachen Haus-

friedensbruchs, mehrfachen Diebstahls und mehrfacher Sachbe-

schädigung mit einer unbedingten Geldstrafe von 100 Tagessätzen à 

Fr. 30.00 bestraft. Letztlich wurde der Beschuldigte mit Urteil des 

Bezirksgerichts Brugg vom 9. November 2021 wegen Raubs, Betrugs, 

mehrfachen betrügerischen Missbrauchs einer Datenverarbeitungsanlage, 

mehrfachen Fahrens ohne Berechtigung, Widerhandlungen gegen das 

Betäubungsmittelgesetz und Widerhandlung gegen das Strassen-

verkehrsgesetz zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 18 Monaten, 

Probezeit 5 Jahre, und einer Busse von Fr. 2’000.00 verurteilt (vgl. aktueller 

Strafregisterauszug). Diese letzte Strafe wurde nach den vorliegend zu 

beurteilenden Delikten ausgesprochen, weshalb es sich hierbei nicht um 

eine Vorstrafe handelt. Nachdem die darin abgehandelten Delikte vor den 

vorliegend zu beurteilenden Straftaten begangen worden sind, betreffen sie 

sodann auch nicht das Nachtatverhalten. Dennoch ist diese Verurteilung 

bei der Wahl der Sanktionsart, für welche der aktuelle Zeitpunkt 

massgebend ist, zu berücksichtigen. 

 

Die zahlreichen gegen den Beschuldigten ergangenen Strafen, welche 

teilweise einschlägig sind, zeigen seine Ungerührtheit gegenüber dem 

Straf- und Vollzugssystem und dass er sich durch die Ausfällung einer 

weiteren unbedingten Geldstrafe nicht beeindrucken lassen würde. Die 

bisher ausgesprochenen Geldstrafen konnten ihn nicht von weiterer 

Delinquenz abhalten, was er eindrücklich unter Beweis gestellt hat. Unter 

diesen Umständen erweist sich eine blosse Geldstrafe hinsichtlich jener 

Straftatbestände, die alternativ eine Freiheitsstrafe oder Geldstrafe 

vorsehen, aus spezialpräventiven Gründen auch dort nicht mehr 

ausreichend, wo dies allein aufgrund der Schwere des Verschuldens noch 

möglich wäre. Vielmehr ist in Anbetracht der teilweise einschlägigen 

Vorstrafen und der Ungerührtheit des Beschuldigten gegenüber dem Straf- 

und Vollzugssystem davon auszugehen, dass nur eine Freiheitsstrafe als 

angemessene und zweckmässige Sanktion in Frage kommt. Damit sind, 

bis auf die Übertretungen, für welche eine Busse auszusprechen ist, für 

sämtliche begangenen Straftaten Freiheitsstrafen auszufällen. 

 

 - 16 - 

 

 

4.5. 

4.5.1. 

Die Einsatzstrafe ist für die sexuelle Handlung mit einem Kind gemäss 

Art. 187 Ziff. 1 StGB als qua Strafrahmen und qua Verschulden konkret 

schwerste Straftat festzusetzen. Dazu ergibt sich Folgendes: 

 

Wer eine sexuelle Handlung mit einem Kind gemäss Art. 187 Ziff. 1 StGB 

begeht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren oder einer – hier nicht 

zweckmässigen – Geldstrafe bestraft. Ausgangspunkt für die Strafzu-

messung innerhalb des ordentlichen Strafrahmens bildet die Verletzung 

oder Gefährdung des betroffenen Rechtsguts (Art. 47 Abs. 2 StGB). Der 

Straftatbestand der sexuellen Handlung mit einem Kind schützt die 

ungestörte psychisch-emotionale und sexuelle Entwicklung des Kindes 

(BGE 146 IV 153 E. 3.5.2).  

 

Der Beschuldigte hat an einem nicht näher bekannten Datum zwischen 

November 2020 und dem 15. April 2021 mit der damals 15 Jahre alten 

H._____, mit welcher er eine Beziehung führte, einvernehmlich den 

Geschlechtsverkehr vollzogen. Beim vaginalen Geschlechtsverkehr 

handelt es sich um eine der schwersten Formen der vom Tatbestand 

erfassten sexuellen Handlungen mit einem Kind. Sodann ist einerseits zu 

berücksichtigen, dass H._____ nicht mehr weit von der Schutzaltersgrenze 

von 16 Jahren entfernt war und diese Grenze im Vergleich zu den an die 

Schweiz angrenzenden Ländern vergleichsweise hoch ist (Deutschland, 

Italien, Österreich und Liechtenstein: 14 Jahre, Frankreich: 15 Jahre). 

Andererseits übersteigt der Altersunterschied zwischen dem Beschuldigten 

und H._____ die Grenze von drei Jahren Altersunterschied, unterhalb derer 

sexuelle Handlungen mit einem Kind nicht strafbar sind (Art. 187 Ziff. 2 

StGB) um das Dreifache. Unter diesen Umständen ist mit Blick auf die 

ungestörten psychisch-emotionale und sexuelle Entwicklung des Kindes 

von einer noch vergleichsweise leichten Gefährdung des geschützten 

Rechtsguts auszugehen. 

 

Die Art und Weise der Tatbegehung bzw. die Verwerflichkeit des Handelns 

ist nicht über die blosse Erfüllung des Tatbestandes hinausgegangen, ist 

es doch – soweit erstellt – bloss einmalig zum einvernehmlichen und 

geschützten Geschlechtsverkehr gekommen, was sich neutral auswirkt. 

Dem Tatbestand der sexuellen Handlung mit einem Kind ist eine sexuelle 

sowie egoistische Motivation immanent, was für sich allein nicht 

verschuldenserhöhend zu berücksichtigen ist (vgl. Urteil des Bundes-

gerichts 6P.194/2001 vom 3. Dezember 2002 E. 7.4.2). Leicht ver-

schuldenserhöhend ist indessen zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte 

über ein hohes Mass an Entscheidungsfreiheit verfügt hat. Es wäre ihm 

ohne weiteres möglich gewesen, die Vornahme des Geschlechtsverkehrs 

mit H._____ zu unterlassen bzw. zu warten, bis sie das 16. Altersjahr 

erreicht hat. Je leichter es aber für ihn gewesen wäre, sich an die 

 - 17 - 

 

 

gesetzlichen Normen zu halten, desto schwerer wiegt die Entscheidung 

dagegen und damit einhergehend das Verschulden (BGE 117 IV 112 E. 1; 

BGE 127 IV 101 E. 2a; Urteil des Bundesgerichts 6B_91/2022 vom 18. 

Januar 2023 E. 3.4.3). 

 

Insgesamt ist unter Berücksichtigung der vom Tatbestand der sexuellen 

Handlung mit einem Kind erfassten Handlungen und Konstellationen in 

Relation zum Strafrahmen von bis zu 5 Jahren Freiheitsstrafe von einem 

noch leichten Verschulden und einer dafür angemessenen Einsatzstrafe 

von 6 Monaten Freiheitsstrafe auszugehen.  

 

4.5.2. 

Betreffend den Diebstahl vom 7. März 2021 ergibt sich Folgendes: 

 

Wer einen Diebstahl gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB begeht, wird mit 

Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren oder einer – hier nicht zweckmässigen – 

Geldstrafe bestraft. Der Straftatbestand des Diebstahls schützt das 

Vermögen (BGE 129 IV 223 E. 7.3; Urteil des Bundesgerichts 

6B_786/2014 vom 10. April 2015 E. 1.5.3). 

 

Der Beschuldigte hat aus einer Holzkasse, welche sich im Forsthaus von 

L._____ befand, Bargeld in Höhe von Fr. 200.00 entwendet. Obwohl 

letztlich nur ein vergleichsweise geringer Betrag von Fr. 200.00 entwendet 

worden ist, ist bei der Bemessung des Tatverschuldens zu berücksichtigen, 

dass der zu erbeuten beabsichtigte Geldbetrag nicht unerheblich höher zu 

veranschlagen ist. Mithin muss bei einem Einbruch in eine Forsthütte 

zwecks Diebstahls der zu erzielen beabsichtigte Deliktserlös als 

wesentliches Merkmal der dem Täter (subjektiv) vorwerfbaren objektiven 

Tatschwere Eingang in die Strafzumessung finden, auch wenn die erhoffte 

Deliktsbeute tatsächlich nicht (vollständig) erhältlich gemacht werden 

konnte (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_385/2024 vom 30. September 

2024 E. 5.3.2). Vorliegend ist von einem zu erbeuten beabsichtigten 

Geldbetrag auszugehen, der zumindest den Grenzbetrag von Fr. 300.00 

für die Annahme eines bloss geringfügigen Diebstahls im Sinne von Art. 

172ter StGB überstiegen hat. Auch wenn der für die Strafzumessung mass-

gebliche Deliktsbetrag somit zwar über dem Grenzwert von Fr. 300.00 liegt, 

so handelt sich unter Berücksichtigung des Strafrahmens von bis zu 

5 Jahren Freiheitsstrafe und des grossen Spektrums möglicher Delikts-

beträge innerhalb dieses Strafrahmens noch nicht um einen hohen 

Deliktsbetrag. Es ist deshalb von einem noch leichten Taterfolg auszu-

gehen. 

 

Ein besonders raffiniertes Vorgehen oder eine besondere kriminelle 

Energie, die wesentlich über die Erfüllung des Tatbestands hinausgeht, ist 

nicht auszumachen, zumal eine mit dem Diebstahl einhergehende allfällige 

Sachbeschädigung und die Verletzung des Hausrechts nicht beim 

 - 18 - 

 

 

Diebstahl berücksichtigt werden darf, sondern ein diesbezügliches 

Verschulden erschöpfend von den Tatbeständen der Sachbeschädigung 

und des Hausfriedensbruchs (siehe dazu unten) abgegolten wird. 

Entsprechend ist die Art und Weise des Tatvorgehens bzw. die 

Verwerflichkeit des Handelns des Beschuldigten neutral zu werten.  

 

Dass der Beschuldigte aus rein monetären Beweggründen gehandelt hat, 

ist jedem Vermögensdelikt immanent und vorliegend zudem durch das 

Tatbestandsmerkmal der unrechtmässigen Bereicherung erfasst. Dieses 

Motiv darf deshalb nicht nochmals verschuldenserhöhend berücksichtigt 

werden (Urteil des Bundesgerichts 6B_1327/2015 vom 16. März 2016 

E. 4.2). Leicht verschuldenserhöhend ist jedoch das hohe Mass an 

Entscheidungsfreiheit, über welches er hinsichtlich des Diebstahls verfügt 

hat, zu berücksichtigen. So befand er sich im Tatzeitpunkt nicht in einer von 

ihm subjektiv als aussichtslos empfundenen Drucksituation, ist eine solche 

doch weder ersichtlich noch wurde dies durch ihn geltend gemacht. 

Vielmehr hat er mit dem Diebstahl den aus seiner Sicht vermeintlich 

leichtesten Weg, um an Geld zu kommen, gewählt. Es wäre somit für ihn 

ein Leichtes gewesen, das fremde Vermögen zu respektieren; umso 

schwerer ist seine Entscheidung dagegen zu gewichten. 

 

Insgesamt ist in Relation zum Strafrahmen von bis zu 5 Jahren 

Freiheitsstrafe von einem leichten Verschulden und einer dafür – bei 

isolierter Betrachtung – angemessenen Einzelstrafe von 2 Monaten 

Freiheitsstrafe auszugehen. Im Rahmen der Asperation ist zu 

berücksichtigen, dass der Diebstahl in keinem Zusammenhang zu der 

vorgehend abgehandelten sexuellen Handlung mit einem Kind steht, 

weshalb der Gesamtschuldbeitrag entsprechend schwer wiegt. Nach dem 

Gesagten ist die Einsatzstrafe angemessen um 1 Monat auf 7 Monate zu 

erhöhen. 

 

4.5.3. 

Betreffend die versuchte Nötigung ergibt sich Folgendes: 

 

Wer eine Nötigung gemäss Art. 181 StGB begeht, wird mit Freiheitsstrafe 

bis zu 3 Jahren oder einer – hier nicht zweckmässigen – Geldstrafe bestraft. 

Methodisch ist zunächst die schuldangemessene Strafe für das vollendete 

Delikt festzulegen und die derart ermittelte hypothetische Strafe in der 

Folge unter Berücksichtigung des fakultativen Strafmilderungsgrundes von 

Art. 22 Abs. 1 StGB zu reduzieren (statt vieler: Urteile des Bundesgerichts 

6B_385/2024 vom 30. September 2024 E. 5.3.2, 6B_466/2013 vom 25. Juli 

2013 E. 2.3.1). 

 

Der Tatbestand der Nötigung gemäss Art. 181 StGB schützt die 

Handlungsfreiheit bzw. die Freiheit der Willensbildung und -betätigung des 

Einzelnen (BGE 141 IV 1 E. 3.3.1). Der Beschuldigte hat am Abend des 

 - 19 - 

 

 

2. April 2021 in Mittäterschaft mit A._____ und E._____ in der 

Familienwohnung von D._____ Letztgenannter konkludent angedroht, mit 

einer Waffe auf sie zu schiessen, um sie dazu zu bringen, ihnen das in der 

Wohnung vermutete Marihuana von C._____ auszuhändigen. 

 

Bei der Drohung mit einer echt aussehenden Schusswaffe, von der 

D._____ denn auch dachte, dass es sich um eine echte Schusswaffe 

handelte, und somit einer real empfundenen Gefahr für Leib und Leben 

handelt es sich um eine sehr schwere Form der vom Tatbestand der 

Nötigung erfassten Drohungen. Entsprechend schwer wiegt die dadurch 

geschaffene Zwangssituation und Einschränkung der Handlungsfreiheit 

und der damit einhergehende Taterfolg. 

 

Die Art und Weise der Tatbegehung ist nicht wesentlich über die blosse 

Erfüllung des Tatbestands, der die Anwendung von Gewalt oder die 

Androhung ernstlicher Nachteile voraussetzt, hinausgegangen, was sich 

neutral auswirkt. Leicht verschuldenserhöhend ist jedoch wiederum das 

hohe Mass an Entscheidungsfreiheit, über welches der Beschuldigte 

verfügte, zu berücksichtigen. Er beabsichtigte – zusammen mit seinen 

Kollegen – auf diese Weise an eine erhebliche Menge Marihuana zu 

gelangen, ohne dafür bezahlen zu müssen. Zwar konsumierte er in dieser 

Zeit auch Marihuana. Eine eigentliche Drogensucht, welche seine 

Einsichts- oder Steuerungsfähigkeit eingeschränkt hätte, ist jedoch weder 

ersichtlich noch wurde eine solche von ihm geltend gemacht (vgl. GA 

act. 42). Je leichter es aber für ihn gewesen wäre, die Handlungsfreiheit 

bzw. die Freiheit der Willensbildung und -betätigung von D._____ zu 

respektieren, desto schwerer wiegt die Entscheidung dagegen und damit 

einhergehend sein Verschulden. 

 

Insgesamt wäre unter Berücksichtigung des Strafrahmens von bis zu drei 

Jahren Freiheitsstrafe für die vollendete Nötigung von einem 

mittelschweren Verschulden und einer dafür – bei isolierter Betrachtung –

angemessenen Einzelstrafe von 1 ½ Jahren Freiheitsstrafe auszugehen. 

Da es vorliegend bei einem Versuch geblieben ist, ist die Strafe 

angemessen zu reduzieren (Art. 22 Abs. 1 StGB). Dabei hat die Straf-

minderung umso geringer auszufallen, je näher der tatbestandsmässige 

Erfolg und je schwerer die tatsächlichen Folgen der Tat waren (BGE 121 

IV 49 E. 1b). Der Beschuldigte und seine Mittäter haben alles 

unternommen, damit der Taterfolg auch eintritt. D._____ nahm die 

Bedrohung durch die Waffe denn auch ernst und wähnte sich in Gefahr 

(Protokoll der Berufungsverhandlung S. 6), womit die versuchte Nötigung 

bereits unmittelbare Folgen zeitigte. Dass es nur beim Versuch geblieben 

ist, ist alleine dem Umstand zu verdanken, dass der Freund von D._____ 

herbeigekommen ist, woraufhin die Täter flüchteten. Der Umstand, dass es 

bei einem Versuch geblieben ist, ist deshalb nur leicht verschuldens-

mindernd mit 3 Monaten zu berücksichtigen, so dass auf eine 

 - 20 - 

 

 

angemessene Freiheitsstrafe von 1 Jahr und 3 Monaten zu erkennen ist. 

Im Rahmen der Asperation ist zu berücksichtigen, dass die versuchte 

Nötigung in keinem Zusammenhang zu den vorhergehend abgehandelten 

Delikten steht, weshalb der Gesamtschuldbeitrag entsprechend schwer 

wiegt. Angemessen erscheint eine Erhöhung der Freiheitsstrafe um 1 Jahr 

auf 1 Jahr und 7 Monate.  

 

4.5.4. 

Betreffend den am 2. April 2021 begangenen Hausfriedensbruch ergibt 

sich Folgendes: 

 

Wer einen Hausfriedensbruch gemäss Art. 186 StGB begeht, wird mit 

Freiheitsstrafe bis zu 3 Jahren oder einer – hier nicht zweckmässigen – 

Geldstrafe bestraft. 

 

Der Tatbestand des Hausfriedensbruchs schützt das Hausrecht, d.h. die 

Befugnis, über das Haus ungestört zu herrschen und in ihm den eigenen 

Willen frei zu betätigen. Das Hausrecht ist Teil der Persönlichkeitsrechte 

des Inhabers eines Raums (BGE 103 IV 162 E. 1 f.; BGE 83 IV 154 E. 1).  

 

Der Beschuldigte ist in Mittäterschaft mit A._____ und E._____ in die 

Wohnung von D._____ eingedrungen, wo D._____ mit einer vermeintlichen 

Schusswaffe massiv bedroht worden ist und sie sich deshalb in ernstlicher 

Gefahr wähnte. Durch das unbefugte und bewaffnete Eindringen in das 

eigene Zuhause wurde D._____, aber auch die anderen Hausbewohner, 

stark in ihrem Sicherheitsgefühl beeinträchtigt. D._____ hat an der 

Berufungsverhandlung ausgeführt, seit der Tat zuhause Angst und ein 

beklemmendes Gefühl zu verspüren. Auch wenn sie sich als Folge des 

Vorfalls nicht in therapeutische Behandlung habe begeben müssen, so sei 

die Tat für sie und ihre ganze Familie einschneidend gewesen, da nun bei 

allen mehr Ängste vorhanden seien (Protokoll Berufungsverhandlung S. 8). 

Entsprechend schwer wiegt die Verletzung des geschützten Rechtsguts. 

Es gilt denn auch zu berücksichtigen, dass die Folgen eines Hausfriedens-

bruchs für die Betroffenen – wie vorliegend – meist schwer wiegen, da 

damit die Privatsphäre auf das Gröbste verletzt wird und die Betroffenen in 

ihrem Sicherheitsgefühl gravierend und nachhaltig getroffen werden (Urteil 

des Bundesgerichts 6B_510/2015 vom 25. August 2015 E. 1.3). 

 

Die Art und Weise des Handelns bzw. die Verwerflichkeit des Handelns des 

Beschuldigten ist hinsichtlich des Hausfriedensbruchs nicht über die 

Erfüllung des Tatbestands hinausgegangen, was sich neutral auswirkt. 

Verschuldenserhöhend ist jedoch wiederum das erhebliche Mass an 

Entscheidungsfreiheit, über welches er verfügt hat, zu berücksichtigen. 

 

Insgesamt ist in Relation zum Strafrahmen von bis zu drei Jahren 

Freiheitsstrafe und den davon erfassten Hausfriedensbrüchen und 

 - 21 - 

 

 

Handlungsweisen von einem nicht mehr leichten bis mittelschweren 

Verschulden und einer dafür – bei isolierter Betrachtung – angemessenen 

Einzelstrafe von 10 Monaten Freiheitsstrafe auszugehen. Im Rahmen der 

Asperation ist zu berücksichtigen, dass der Hausfriedensbruch in einem 

engen Zusammenhang zur versuchten Nötigung steht, weshalb der 

Gesamtschuldbeitrag dementsprechend weniger schwer wiegt. Nach dem 

Gesagten rechtfertigt sich für den Hausfriedensbruch eine angemessene 

Erhöhung der Freiheitsstrafe um 5 Monate auf 2 Jahre. 

 

4.5.5. 

Betreffend den am 7. März 2021 begangenen Hausfriedensbruch ergibt 

sich Folgendes: 

 

Der Beschuldigte ist gewaltsam in das Forsthaus der L._____ 

eingedrungen, um dort einen Diebstahl zu begehen. Auch wenn der Vorfall 

nicht zu bagatellisieren ist, wiegt die Verletzung des geschützten 

Rechtsguts beim Eindringen in ein unbewohntes Forsthaus noch 

vergleichsweise leicht. 

 

Die Art und Weise des Handelns bzw. die Verwerflichkeit des Handelns des 

Beschuldigten ist hinsichtlich des Hausfriedensbruchs nicht über die 

Erfüllung des Tatbestands hinausgegangen, was sich neutral auswirkt, 

zumal die mit dem Hausfriedensbruch einhergehende allfällige 

Sachbeschädigung durch das Entfernen von Holzlatten und der Diebstahl 

nicht beim Hausfriedensbruch berücksichtigt werden dürfen, sondern ein 

diesbezügliches Verschulden erschöpfend von den Tatbeständen der 

Sachbeschädigung (siehe dazu unten) und des Diebstahls (siehe dazu 

oben) abgegolten wird. Verschuldenserhöhend ist jedoch wiederum das 

erhebliche Mass an Entscheidungsfreiheit, über welches er hinsichtlich des 

Hausfriedensbruchs verfügt hat, zu berücksichtigen. 

 

Insgesamt ist in Relation zum Strafrahmen von bis zu drei Jahren 

Freiheitsstrafe und den davon erfassten Hausfriedensbrüchen und 

Handlungsweisen von einem leichten Verschulden und einer dafür – bei 

isolierter Betrachtung – angemessenen Einzelstrafe von 1 Monat 

Freiheitsstrafe auszugehen. Im Rahmen der Asperation ist zu 

berücksichtigen, dass der Hausfriedensbruch in einem engen 

Zusammenhang zum Diebstahl steht, weshalb der Gesamtschuldbeitrag 

dementsprechend weniger schwer wiegt. Nach dem Gesagten rechtfertigt 

sich für den Hausfriedensbruch eine angemessene Erhöhung der 

Freiheitsstrafe um einen halben Monat auf 2 Jahre und einen halben 

Monat. 

 

4.5.6. 

Betreffend die Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz ergibt 

sich Folgendes: 

 - 22 - 

 

 

Wer eine Widerhandlung gemäss Art. 19 Abs. 1 BetmG begeht, wird mit 

Freiheitsstrafe bis zu 3 Jahren oder einer – hier nicht zweckmässigen – 

Geldstrafe bestraft. 

 

Der Tatbestand von Art. 19 BetmG soll insbesondere die öffentliche 

Gesundheit schützen. Geschützt werden sollen aber auch die einzelnen 

Personen vor den negativen gesundheitlichen oder sozialen Folgen 

suchtbedingter Störungen (SCHLEGEL/JUCKER, OFK BetmG, 4. Aufl. 2022, 

N. 1 zu Art. 19 BetmG mit Hinweisen). Es handelt sich dabei um 

hochstehende Rechtsgüter. Massgebend für die Bestimmung der 

objektiven Tatschwere und dem damit einhergehenden Verschulden sind 

zunächst Art und Menge der Drogen. 

 

Der Beschuldigte hat sich am 2. April 2021 zusammen mit seinen Mittätern 

A._____ und E._____ in die Wohnung von D._____ begeben, um sich dort 

ein Kilo Marihuana zu beschaffen (Protokoll Berufungsverhandlung S. 14), 

wodurch er Anstalten zur Erlangung von Betäubungsmitteln getroffen hat. 

Zwar handelt es sich bei Marihuana um eine sogenannte «weiche» Droge. 

Dennoch beeinträchtigt Marihuana die Gesundheit der Konsumenten, 

namentlich der sich mitten in ihrer physischen und psychischen 

Entwicklung befindlichen Jugendlichen und jungen Erwachsenen, und der 

regelmässige und/oder in grossen Mengen erfolgende Konsum kann zu 

einer Sucht und zu physischen sowie psychischen Störungen führen (vgl. 

BGE 146 IV 326 E. 3.2). 

 

Der Beschuldigte hat aus rein egoistischen bzw. finanziellen Motiven 

gehandelt, wollten er und seine Kollegen sich das Marihuana doch «gratis» 

beschaffen. Dass er aus achtenswerten Gründen, in schwerer Bedrängnis 

oder bloss unter dem Druck anderer Personen gehandelt hätte, ist nicht 

dargetan und auch nicht ersichtlich. Wie bereits vorgängig dargelegt, 

konsumierte er zwar im Tatzeitpunkt Marihuana. In seiner Einsichts- oder 

Steuerungsfähigkeit war er hinsichtlich des Anstaltentreffens aber 

offensichtlich nicht eingeschränkt, was er denn auch nicht geltend macht. 

Eine Strafminderung im Sinne von Art. 19 Abs. 3 lit. a BetmG rechtfertigt 

sich unter den vorliegenden Umständen nicht. Vielmehr verfügte er über 

ein grosses Mass an Entscheidungsfreiheit, was sich leicht verschuldens-

erhöhend auswirkt.  

 

Insgesamt ist unter Berücksichtigung der von der Widerhandlung gegen 

das Betäubungsmittelgesetz erfassten Betäubungsmittel, Drogenmengen, 

Handlungsweisen und Beweggründe von einem noch leichten Verschulden 

und in Relation zum Strafrahmen von Freiheitsstrafe bis zu 3 Jahren von 

einer dafür – bei isolierter Betrachtung – angemessenen Einzelstrafe von 

6 Monaten Freiheitsstrafe auszugehen. Im Rahmen der Asperation ist zu 

berücksichtigen, dass die Widerhandlung gegen das Betäubungs-

mittelgesetz in einem engen Zusammenhang zur versuchten Nötigung 

 - 23 - 

 

 

steht. Dementsprechend weniger schwer wiegt der Gesamtschuldbeitrag. 

Nach dem Gesagten rechtfertigt sich für die Widerhandlung gegen das 

Betäubungsmittelgesetz eine Erhöhung der Freiheitsstrafe um 3 Monate 

auf 2 Jahre und 3 ½ Monate. 

 

4.5.7. 

Betreffend die Pornografie ergibt sich Folgendes: 

 

Der Tatbestand der Pornografie schützt – insoweit es um Pornografie geht, 

die tatsächliche sexuelle Handlungen mit Minderjährigen zum Inhalt haben 

– im Wesentlichen die ungestörte sexuelle Entwicklung von Kindern und 

Jugendlichen (BGE 131 IV 16 E. 1.2). Bei der 10 Sekunden dauernden 

Videoaufnahme, auf welcher eine vaginale Penetration der 15 Jahre alten 

H._____, deren Körper sich nur teilweise im Bildausschnitt befindet, mit 

dem Penis des Beschuldigten zu sehen ist, handelt es sich in Anbetracht 

der vorgenommenen sexuellen Handlung sowie des Alters von H._____ im 

weiten Spektrum denkbarer kinderpornografischer Darstellungen um eine 

noch vergleichsweise leichte Form der Pornografie. 

 

Der Beschuldigte hat diese Aufnahme selbst mit seinem Mobiltelefon 

erstellt, indem er den Geschlechtsverkehr mit H._____ gefilmt und diese 

anschliessend gespeichert und damit besessen hat. Die Art und Weise der 

Tatbegehung bzw. die Verwerflichkeit des Handelns ist nicht über die 

blosse Erfüllung des Tatbestandes hinausgegangen. Jedoch verfügte der 

Beschuldigte über ein erhebliches Mass an Entscheidungsfreiheit, was 

leicht verschuldenserhöhend zu berücksichtigen ist. Er hätte ohne Weiteres 

darauf verzichten können, den Geschlechtsverkehr zu filmen und diese 

Aufnahme anschliessend auf seinem Mobiltelefon abzuspeichern. Je 

leichter es für den Beschuldigten gewesen wäre, sich an die gesetzlichen 

Normen zu halten, desto schwerer wiegt die Entscheidung dagegen und 

damit einhergehend das Verschulden. 

 

Insgesamt ist unter Berücksichtigung des breiten Spektrums der vom 

Tatbestand der Pornografie erfassten strafbaren Handlungen von einem in 

Relation zum Strafrahmen von bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe leichten 

Tatverschulden und einer – bei isolierter Betrachtung – dafür 

angemessenen Einzelstrafe von 4 Monaten Freiheitsstrafe auszugehen. Im 

Rahmen der Asperation ist zu berücksichtigen, dass die Pornografie in 

einem engen Zusammenhang zur sexuellen Handlung mit einem Kind 

steht. Entsprechend weniger schwer wiegt deshalb der Gesamtschuld-

beitrag. Nach dem Gesagten rechtfertigt sich für die Pornografie eine 

angemessene Erhöhung der Freiheitsstrafe um 2 Monate auf 2 Jahre und 

5 ½ Monate. 

 

 - 24 - 

 

 

4.5.8. 

Im Rahmen der Täterkomponente fallen die mehrfachen, zum Teil 

einschlägigen Vorstrafen (siehe oben) straferhöhend ins Gewicht (BGE 136 

IV 1 E. 2.6). Der Beschuldigte hat offensichtlich keine Lehren aus den 

früheren Strafverfahren gezogen. Vielmehr zeigt er eine grosse 

Gleichgültigkeit gegenüber der Rechtsordnung. Allerdings ist zu beachten, 

dass die Vorstrafen nicht wie eigenständige Delikte gewürdigt werden 

dürfen, weil dies auf eine Doppelbestrafung hinausliefe (Urteil des Bundes-

gerichts 6B_18/2022 vom 23. Juni 2022 E. 2.6.1 mit Hinweis). 

 

Der heute 28 Jahre alte Beschuldigte ist ledig und kinderlos. Er wurde 

während des vorliegenden Verfahrens aufgrund eines anderen 

Strafverfahrens inhaftiert. Davor war er arbeitslos und lebte von der 

Sozialhilfe (Protokoll Berufungsverhandlung S. 21). Entgegen seinem 

Vorbringen (Plädoyer des amtlichen Verteidigers an der Berufungs-

verhandlung S. 5), ist seine schwere Jugend nicht strafmindernd zu 

berücksichtigen. Er ist zwar seit seiner Geburt in Kinderheimen und 

Pflegefamilien aufgewachsen (UA act. 35). Dies alleine genügt jedoch 

nicht, wird doch zusätzlich ein Zusammenhang zwischen der schweren 

Kindheit und Jugend und der Deliktsbegehung vorausgesetzt (Urteil des 

Bundesgerichts 6B_603/2018 vom 7. Juni 2019 E. 3.3.3 mit Hinweis). Ein 

solcher ist vorliegend weder dargelegt noch erkennbar. Im Übrigen 

erscheint seine Strafempfindlichkeit nicht überdurchschnittlich. Ausser-

ordentliche Umstände, welche eine erhöhte Strafempfindlichkeit zu 

begründen vermögen, liegen nicht vor (vgl. statt vieler: Urteil des 

Bundesgerichts 6B_18/2022 vom 23. Juni 2022 E. 2.6.1 mit Hinweisen). 

 

Der Beschuldigte ist zwar – bis auf die Pornografie – grundsätzlich 

geständig, was ihm grundsätzlich zugutezuhalten ist. Das Strafverfahren ist 

dadurch aber nur teilweise vereinfacht worden. Die Pornografie bestreitet 

er auch noch im Berufungsverfahren hartnäckig. Eine nachhaltige Einsicht 

und Reue, die über eine blosse Tatfolgenreue hinausgeht, ist nicht 

auszumachen.  

 

Insgesamt überwiegen die negativen Täterkomponenten leicht, weshalb 

sich die Täterkomponente im Umfang von einem halben Monat 

straferhöhend auswirkt. 

 

4.5.9. 

Nach dem Gesagten erscheint dem Obergericht eine Freiheitsstrafe von 

2 ½ Jahren dem Verschulden und den persönlichen Verhältnissen des 

Beschuldigten angemessen. 

 

4.5.10. 

Der Beschuldigte hat sämtliche mit vorliegendem Urteil zu ahndenden 

Straftaten verübt, bevor er mit Urteil des Bezirksgericht Brugg vom 

 - 25 - 

 

 

9. November 2021 u.a. zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 18 Monaten 

sowie einer Busse von Fr. 2'000.00 verurteilt worden ist. Es liegt damit ein 

Fall retrospektiver Konkurrenz vor, so dass die Freiheitsstrafe – wie auch 

die nachfolgend festzulegende Busse (siehe dazu unten) – als Zusatzstrafe 

zum vorgenannten Urteil auszusprechen ist. 

 

Enthält – wie vorliegend – das rechtskräftige Urteil des Bezirksgerichts 

Brugg vom 9. November 2021 die schwerste Straftat (Raub), ist diese als 

Grundstrafe aufgrund der Einzelstrafen der neu zu beurteilenden Delikte 

angemessen zu erhöhen. Anschliessend ist von der (gedanklich) 

gebildeten Gesamtstrafe die Grundstrafe abzuziehen, was die Zusatzstrafe 

ergibt. Bilden die Grundstrafe und die Strafe für die neu zu beurteilenden 

Delikte ihrerseits Gesamtstrafen, ist der bereits im Rahmen der jeweiligen 

Gesamtstrafenbildung erfolgten Asperation durch eine gemässigte 

Berücksichtigung bei der Zusatzstrafenbildung Rechnung zu tragen (BGE 

142 IV 265 E. 2.4.4). 

 

Die der rechtskräftigen Grundstrafe gemäss Urteil des Bezirksgericht Brugg 

vom 9. November 2021 zugrundeliegenden Straftaten stehen in keinem 

Zusammenhang mit den vorliegend zu beurteilenden Delikten. 

Entsprechend hoch ist bei der Asperation der Gesamtschuldbeitrag zu 

veranschlagen. Die rechtskräftige Grundstrafe (Freiheitsstrafe von 

1 ½ Jahren) ist um die für die vorliegend zu beurteilenden Delikte 

festgelegte Freiheitsstrafe von 2 ½ Jahren angemessen um 2 Jahre auf 

eine gedankliche Gesamtstrafe von 3 ½ Jahren zu erhöhen. Davon ist die 

rechtskräftige Grundstrafe von 1 ½ Jahren abzuziehen, was eine Zusatz-

strafe zum Urteil des Bezirksgericht Brugg vom 9. November 2021 von 

2 Jahren Freiheitsstrafe ergibt. 

 

4.5.11. 

Für die Prüfung, ob für die auszusprechende Freiheitsstrafe die 

Voraussetzungen der Gewährung des bedingten oder teilbedingten 

Strafvollzuges erfüllt sind, hat das Gericht sämtliche Zusatzstrafen, 

Grundstrafen und zu kumulierenden Strafen zu addieren und hernach zu 

entscheiden, ob diese hypothetische Gesamtstrafe die Anwendung von 

Art. 42 StGB oder Art. 43 StGB erlaubt (BGE 145 IV 377 Regeste; BGE 

142 IV 265 E. 2.4.6). 

  

Bei einer hypothetischen Gesamtstrafe von 3 ½ Jahren kommt weder der 

bedingte noch der teilbedingte Strafvollzug infrage (Art. 42 Abs. 1 StGB 

e contrario; Art. 43 Abs. 1 StGB e contrario). 

 

4.6. 

4.6.1. 

Für die Übertretungen (Widerhandlungen gegen das Betäubungs-

mittelgesetz gemäss Art. 19a Ziff. 1 BetmG, geringfügiger Diebstahl und 

 - 26 - 

 

 

geringfügige Sachbeschädigung) ist als Zusatzstrafe zum Urteil des 

Bezirksgericht Brugg vom 9. November 2021, mit welchem der 

Beschuldigte u.a. zu einer Busse von Fr. 2'000.00 verurteilt worden ist, eine 

Zusatzbusse auszusprechen. 

 

Die durch die Vorinstanz für die mehrfache Übertretung des Betäubungs-

mittelgesetzes und die geringfügige Sachbeschädigung ausgefällte Busse 

von Fr. 200.00 ist mit Berufung nicht angefochten worden, weshalb darauf 

nicht zurückzukommen ist. Der Beschuldigte hat zudem am 2. April 2021 

aus der Handtasche von D._____ EUR 100.00 und Fr. 50.00 Bargeld und 

damit – im Rahmen der vom Tatbestand des geringfügigen Diebstahls 

erfassten Beträge (vgl. dazu den Grenzwert von Fr. 300.00; BGE 142 IV 

129 E. 3.1 mit Hinweisen) – einen nicht unerheblichen Betrag entwendet. 

Die Art und Weise der Tatbegehung ist nicht über die blosse Erfüllung des 

Tatbestands hinausgegangen, was sich neutral auswirkt. Leicht 

verschuldenserhöhend ist jedoch das hohe Mass an Entscheidungsfreiheit, 

über welches der Beschuldigte verfügt hat, zu berücksichtigen. Er hat sich 

das Bargeld einfach deshalb, weil sich die Gelegenheit dazu geboten hat, 

aus der Handtasche von D._____ geschnappt. Insgesamt ist ein nicht mehr 

leichtes bis mittelschweres Verschulden anzunehmen, wofür – bei isolierter 

Betrachtung – eine Busse von Fr. 150.00 angemessen erscheint. Im 

Rahmen der Asperation ist zu berücksichtigen, dass der geringfügige 

Diebstahl in keinem Zusammenhang zur Übertretung des Betäubungs-

mittelgesetzes sowie zur geringfügigen Sachbeschädigung steht, weshalb 

der Gesamtschuldbeitrag entsprechend schwer wiegt. Es erscheint eine 

angemessene Erhöhung der Busse um Fr. 100.00 auf Fr. 300.00 

angezeigt. Insgesamt erscheint dem Obergericht damit eine Busse von 

Fr. 300.00 dem Verschulden und den persönlichen Verhältnissen des 

Beschuldigten angemessen.  

 

Die vorliegend abgehandelten Übertretungen stehen in keinem 

Zusammenhang zu den mit Urteil des Bezirksgerichts Brugg vom 

9. November 2021 abgeurteilten Übertretungen. Entsprechend hoch ist bei 

der Asperation der Gesamtschuldbeitrag zu veranschlagen. Die rechts-

kräftige Grundstrafe, die Busse von Fr. 2'000.00, ist um die für die 

vorliegend abgehandelten Übertretungen festgelegte Busse von Fr. 300.00 

angemessen um Fr. 250.00 auf eine gedankliche Gesamtbusse von 

Fr. 2'250.00 zu erhöhen. Davon ist die rechtskräftige Busse von 

Fr. 2'000.00 abzuziehen, was eine Zusatzbusse zum Urteil des 

Bezirksgericht Brugg vom 9. November 2021 von Fr. 250.00 ergibt. 

 

4.6.2. 

Die Ersatzfreiheitsstrafe für den Fall, dass der Beschuldigte die Busse von 

Fr. 250.00 schuldhaft nicht bezahlt, ist ausgehend von einem 

Umwandlungssatz von Fr. 100.00 auf 3 Tage festzulegen (Art. 106 Abs. 2 

StGB). 

 - 27 - 

 

 

4.7. 

Zusammenfassend ist der Beschuldigte als Zusatzstrafe zum Urteil des 

Bezirksgerichts Brugg vom 9. November 2021 zu einer unbedingten 

Freiheitsstrafe von 2 Jahren und einer Busse von Fr. 250.00, ersatzweise 

3 Tage Freiheitsstrafe, zu verurteilen. Die Berufung der Staatsanwaltschaft 

erweist sich damit im Strafpunkt als teilweise begründet. 

 

5. 

5.1. 

Die Vorinstanz hat gestützt auf Art. 67 Abs. 4bis StGB von der Anordnung 

eines Tätigkeitsverbots abgesehen.  

 

Die Staatsanwaltschaft beantragt mit Berufung, es sei ein lebenslängliches 

Tätigkeitsverbot anzuordnen (Berufungserklärung S. 2). Der Beschuldigte 

beantragt die Abweisung der Berufung (Berufungsantwort S. 2). 

 

5.2. 

Wird jemand u.a. wegen sexuellen Handlungen mit einem Kind und 

Pornografie, die sexuelle Handlungen mit Minderjährigen zum Inhalt haben, 

zu einer Strafe verurteilt, so verbietet ihm das Gericht gestützt auf Art. 67 

Abs. 3 lit. b und lit. d Ziff. 2 StGB lebenslänglich jede berufliche und jede 

organisierte ausserberufliche Tätigkeit, die einen regelmässigen Kontakt zu 

Minderjährigen umfasst. Gemäss Art. 67 Abs. 4bis StGB kann das Gericht 

in besonders leichten Fällen ausnahmsweise von der Anordnung absehen, 

wenn ein solches Verbot nicht notwendig erscheint, um den Täter von der 

Begehung weiterer Straftaten abzuhalten, wie sie Anlass für das Verbot 

sind. Von der Anordnung eines Tätigkeitsverbotes darf jedoch gemäss 

Art. 67 Abs. 4bis lit. a und lit. b StGB nicht abgesehen werden, wenn der 

Täter wegen einer qualifizierten Anlasstat – die hier nicht vorliegt – verurteilt 

worden ist oder gemäss den international anerkannten Klassifikations-

kriterien pädophil ist. Für das Absehen von einem lebenslänglichen 

Tätigkeitsverbot muss kumulativ eine gute Prognose bzw. das Fehlen von 

Anhaltspunkten einer Wiederholungsgefahr sowie ein besonders leichter 

Fall einer Katalogtat vorliegen. Folglich muss die Katalogtat in objektiver 

und subjektiver Hinsicht eigentlichen Bagatellcharakter aufweisen. Das 

lebenslängliche Tätigkeitsverbot soll – grundsätzlich unabhängig von den 

Umständen des Einzelfalls und der Höhe der konkret ausgesprochenen 

Strafe – dabei die Regel sein und somit zwingend angeordnet werden und 

lebenslänglich dauern (BGE 149 IV 161 E. 2.5). 

 

Entgegen der Vorinstanz liegt kein besonders leichter Fall vor, welcher das 

Absehen der Anordnung eines Tätigkeitsverbots rechtfertigen würde: Zu 

berücksichtigen ist unter anderem, dass der Beschuldigte nicht bloss eine, 

sondern gleich zwei Anlasstaten begangen hat, hat er sich doch sowohl der 

sexuellen Handlung mit einem Kind als auch der Pornografie gemäss 

Art. 197 Abs. 5 Satz 2 StGB schuldig gemacht. Sodann zeigt sich anhand 

 - 28 - 

 

 

der vorliegend für die sexuellen Handlungen mit einem Kind ausgefällten 

Freiheitsstrafe von 6 Monaten, dass diesbezüglich kein besonders leichter 

Fall vorliegt. Hinzukommt, dass der Altersunterschied zwischen der 

15 Jahre alten H._____ und dem Beschuldigten ganze 9 Jahre betrug und 

damit die Grenze von drei Jahren Altersunterschied, unterhalb derer 

sexuelle Handlungen mit Kindern nicht strafbar sind (Art. 187 Ziff. 2 StGB), 

um das Dreifache überstieg. Ein Bagatellcharakter liegt somit nicht vor. 

Schliesslich kann dem Beschuldigten hinsichtlich der vorliegend relevanten 

Anlasstaten keine vorbehaltlos günstige Prognose gestellt werden, ist er 

doch selbst noch im Berufungsverfahren hinsichtlich der Pornografie weder 

geständig noch reuig oder einsichtig.  

 

Dem Beschuldigten ist gestützt auf Art. 67 Abs. 3 lit. b und lit. d Ziff. 2 StGB 

lebenslänglich jede berufliche und jede organisierte ausserberufliche 

Tätigkeit, die einen regelmässigen Kontakt zu Minderjährigen umfasst, zu 

verbieten. Die Berufung der Staatsanwaltschaft erweist sich damit in 

diesem Punkt als begründet. 

 

6.  

6.1. 

Die Parteien tragen die Kosten des Rechtsmittelverfahrens nach Massgabe 

ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Ob eine Partei 

im Berufungsverfahren als obsiegend oder unterliegend gilt, hängt davon 

ab, in welchem Ausmass ihre vor Obergericht gestellten Anträge 

gutgeheissen wurden (Urteil des Bundesgerichts 6B_1145/2022 vom 

13. Oktober 2023 E. 3.2.1). 

 

Die Staatsanwaltschaft obsiegt grösstenteils. Dies insofern, als dass der 

Beschuldigte zusätzlich der Pornografie schuldig gesprochen wird und ein 

lebenslängliches Tätigkeitsverbot ausgesprochen wird. Sodann obsiegt die 

Staatsanwaltschaft teilweise betreffend die Strafe. Sie unterliegt jedoch in 

Bezug auf die beantragten Schuldsprüche wegen Raubs und mehrfachen 

betrügerischen Missbrauchs einer Datenverarbeitungsanlage, was sich 

hinsichtlich des Raubs, an dessen Stelle eine Verurteilung wegen 

versuchter Nötigung getreten ist, nur teilweise auf die Strafhöhe ausgewirkt 

hat. Unter diesen Umständen rechtfertigt es sich, die obergerichtlichen 

Verfahrenskosten von Fr. 4'000.00 (§ 18 VKD; vgl. § 29 GebührD) dem 

Beschuldigten zu ¾ mit Fr. 3'000.00 aufzuerlegen und im Übrigen auf die 

Staatskasse zu nehmen.  

 

6.2. 

Der amtliche Verteidiger ist für das Berufungsverfahren gestützt auf die von 

ihm eingereichte Kostennote, unter Hinzurechnung der Dauer der 

Berufungsverhandlung inkl. kurzer Nachbesprechung und Hin- und 

Rückweg, mit gerundet Fr. 4'000.00 (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) 

 - 29 - 

 

 

aus der Staatskasse zu entschädigen (Art. 135 Abs. 1 StPO i.V.m. § 9 

Abs. 1 und Abs. 3bis AnwT; § 13 AnwT).  

 

Diese Entschädigung ist ausgangsgemäss zu ¾ mit Fr. 3'000.00 vom 

Beschuldigten zurückzufordern, sobald es seine wirtschaftlichen 

Verhältnisse zulassen (Art. 135 Abs. 4 StPO).  

 

6.3. 

Fällt die Rechtsmittelinstanz selber einen neuen Entscheid, so befindet sie 

darin auch über die von der Vorinstanz getroffene Kostenregelung (Art. 428 

Abs. 3 StPO). Gemäss Art. 426 Abs. 1 StPO trägt die beschuldigte Person 

die erstinstanzlichen Kosten, wenn sie verurteilt wird. Wird sie teilweise 

freigesprochen, sind ihr die Verfahrenskosten – zumindest wenn kein 

einheitlicher Sachverhaltskomplex vorliegt – anteilsmässig aufzuerlegen 

(vgl. Urteile des Bundesgerichts 6B_1145/2022 vom 13. Oktober 2023 

E. 3.2.2 mit Hinweisen; 6B_343/2020 vom 14. Dezember 2021 E. 8.3). 

 

Der Beschuldigte wird vom Vorwurf des mehrfachen betrügerischen 

Missbrauchs einer Datenverarbeitungsanlage freigesprochen, welcher in 

keinem Zusammenhang zu den weiteren Delikten steht, betreffend welche 

Schuldsprüche ergehen. Aufgrund dessen erweist sich die vorinstanzliche 

Kostenverlegung als angemessen und die vorinstanzlichen Verfahrens-

kosten von Fr. 6'148.30 (inkl. Anklagegebühr von Fr. 2'100.00) sind dem 

Beschuldigten zu ¾ mit Fr. 4'611.20 aufzuerlegen und im Übrigen auf die 

Staatskasse zu nehmen. 

 

6.4. 

Die dem amtlichen Verteidiger für das erstinstanzliche Verfahren 

zugesprochene Entschädigung von Fr. 7'535.80 ist mit Berufung nicht 

angefochten worden, weshalb darauf im Berufungsverfahren nicht mehr 

zurückzukommen ist (Urteil des Bundesgerichts 6B_1299/2018 vom 

28. Januar 2019 E. 2.3 f.). 

 

Diese Entschädigung ist vom Beschuldigten ausgangsgemäss zu ¾ mit 

Fr. 5'651.85 zurückzufordern, sobald es seine finanziellen Verhältnisse 

erlauben (Art. 135 Abs. 4 StPO).  

 

6.5. 

Die Zivilklage des Privatklägers L._____ wurde auf den Zivilweg verwiesen, 

weshalb sie ihre vorinstanzlichen Parteikosten ausgangsgemäss selbst zu 

tragen hat (Art. 433 Abs. 1 lit. a StPO e contrario), was im 

Berufungsverfahren unbestritten geblieben und worauf nicht 

zurückzukommen ist. 

 

 - 30 - 

 

 

7. 

Tritt das Berufungsgericht, wie vorliegend, auf die Berufung ein, so fällt es 

ein neues Urteil, welches das erstinstanzliche Urteil ersetzt (Art. 408 Abs. 1 

StPO, Art. 81 StPO). 

 

 
   

Das Obergericht erkennt: 

 

1. 

Der Beschuldigte wird vom Vorwurf des mehrfachen betrügerischen 

Missbrauchs einer Datenverarbeitungsanlage freigesprochen. 

 

2. 

Der Beschuldigte ist schuldig  

- der sexuellen Handlung mit einem Kind gemäss Art. 187 Ziff. 1 StGB [in 

Rechtskraft erwachsen] 

- des Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB [in Rechtskraft 

erwachsen] 

- der versuchten Nötigung gemäss Art. 181 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 

StGB 

- des mehrfachen Hausfriedensbruchs gemäss Art. 186 StGB [in Rechts-

kraft erwachsen] 

- der Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz gemäss Art. 19 

Abs. 1 lit. g BetmG [in Rechtskraft erwachsen] 

- der Pornografie gemäss Art. 197 Abs. 5 Satz 2 StGB 

- des geringfügigen Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB i.V.m. 

Art. 172ter Abs. 1 StGB 

- der geringfügigen Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB 

i.V.m. Art. 172ter Abs. 1 StGB [in Rechtskraft erwachsen] 

- der mehrfachen Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes gemäss 

Art. 19a Ziff. 1 BetmG [in Rechtskraft erwachsen]. 

 

3. 

Der Beschuldigte wird gemäss den in Ziff. 2 genannten Gesetzes-

bestimmungen sowie in Anwendung von Art. 47 StGB, Art. 49 Abs. 1 und 

Abs. 2 StGB, Art. 40 StGB und Art. 106 StGB 

 

als Zusatzstrafe zum Urteil des Bezirksgerichts Brugg vom 9. November 

2021  

 

zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von 2 Jahren und einer Busse von 

Fr. 250.00, ersatzweise 3 Tage Freiheitsstrafe, 

 

verurteilt.  

 

 - 31 - 

 

 

4. 

Dem Beschuldigten wird gestützt auf Art. 67 Abs. 3 lit. b und lit. d Ziff. 2 

StGB lebenslänglich jede berufliche und jede organisierte ausserberufliche 

Tätigkeit, die einen regelmässigen Kontakt zu Minderjährigen umfasst, 

verboten. 

 

5. [in Rechtskraft erwachsen] 

Die Zivilklage des Privatklägers L._____ wird auf den Zivilweg verwiesen. 

 

6. 

6.1. 

Die obergerichtlichen Verfahrenskosten von Fr. 4'000.00 werden dem 

Beschuldigten zu ¾ mit Fr. 3'000.00 auferlegt und im Übrigen auf die 

Staatskasse genommen.  

 

6.2. 

Die Obergerichtskasse wird angewiesen, dem amtlichen Verteidiger für das 

Berufungsverfahren eine Entschädigung von Fr. 4'000.00 auszurichten.  

 

Diese Entschädigung wird vom Beschuldigten zu ¾ mit Fr. 3'000.00 

zurückgefordert, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben.  

 

7. 

7.1. 

Die erstinstanzlichen Verfahrenskosten von Fr. 6'148.30 (inkl. Anklage-

gebühr von Fr. 2'100.00) werden dem Beschuldigten zu ¾ mit Fr. 4'611.20 

auferlegt und im Übrigen auf die Staatskasse genommen.  

 

7.2. 

Die vorinstanzliche Gerichtskasse wird – soweit noch keine Auszahlung 

erfolgt ist – angewiesen, dem amtlichen Verteidiger für das erstinstanzliche 

Verfahren eine Entschädigung von Fr. 7'535.80 auszurichten.  

Diese Entschädigung wird vom Beschuldigten zu ¾ mit Fr. 5'651.85 

zurückgefordert, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben.  

 

7.3. 

Der Privatkläger L._____ hat seine erstinstanzlichen Parteikosten selbst zu 

tragen.  

 

 

 Zustellung an:  

[…] 

 

 

 

 

 - 32 - 

 

 

 
   

Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde in Strafsachen (Art. 78 ff., Art. 90 ff. BGG) 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der schriftlichen Eröffnung der 

vollständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die Beschwerde an das 

Schweizerische Bundesgericht erhoben werden (Art. 44 Abs. 1, Art. 78, Art. 90, Art. 100 

Abs. 1 und Art. 112 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen 

Bundesgericht einzureichen (Art. 42, Art. 100 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte 

elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, 

inwiefern der angefochtene Entscheid Recht (Art. 95 ff. BGG) verletzt. Die Urkunden, auf 

die sich eine Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 

hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 BGG). Für die 

Beschwerdelegitimation ist Art. 81 BGG massgebend. 

 

 
   

Aarau, 14. März 2024 

 

Obergericht des Kantons Aargau 

Strafgericht, 1. Kammer 

Der Präsident:    Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

 

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