# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d83d48f8-d52e-5b8c-a959-60c434e18a72
**Source:** Appenzell Ausserrhoden (AR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-01-01
**Language:** de
**Title:** Appenzell Ausserrhoden Obergericht 3. Abteilung O3V-15-31
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AR_Gerichte/AR_OG_003_O3V-15-31_nodate.pdf

## Full Text

Beschwerdeführerin A___ 

 
vertreten durch: Fürsprecher B___ 
 

 
Vorinstanz Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG (Hauptsitz) , 

Mythenquai 2, Postfach, 8085 Zürich 
 

 
Gegenstand Taggelder sowie Heilungs- und Behandlungskosten 
 

  

Obergericht Appenzell Ausserrhoden   
3. Abteilung 
 

Urteil vom 26. April 2016  
 

Mitwirkende Obergerichtspräsident E. Zingg 
Oberrichter Dr. med. S. Graf, H.P. Fischer, Ch. Wild, 
Dr. F. Windisch 
Obergerichtsschreiberin M. Epprecht 
 
 

Verfahren Nr. O3V 15 31 
 
 

Sitzungsort Trogen 
 

Seite 2 

Rechtsbegehren 

 

a) der Beschwerdeführerin: 

 1. Die Verfügungen vom 4. Februar 2014 und vom 19. März 2015 sowie der 

Einspracheentscheid vom 13. Juli 2015 seien insoweit aufzuheben als die 

Taggeldleistungen bereits per 1. Februar 2014 eingestellt wurden und die 

Beschwerdegegnerin ab 1. Februar 2015 keine Heilungs- und Behandlungskosten 

mehr erbringt. 

 2. Die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, die Heilungs- und Behandlungskosten 

auch über den Zeitpunkt vom 1. Februar 2015 hinaus zu erbringen. 

 3. Die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, die Taggeldleistungen auch über den 

Zeitpunkt vom 1. Februar 2014 zu erbringen. 

 4. Eventualiter sei ein gerichtliches Gutachten erstellen zu lassen. 

 5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge. 

 

 

b) der Vorinstanz: 

 Die Beschwerde sei vollumfänglich abzuweisen. 

 

 

 

Sachverhalt 

 

A. Die am XX.XX.1983 geborene A___ arbeitete seit dem 16. August 2011 als Filialleiterin bei 

der C___ AG und war dadurch bei der Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG obligatorisch 

gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert. Am 10. Januar 2013 

wollte A___ an ihrem Arbeitsort eine Küvette von einem Stapel Küvetten herunternehmen. 

Dabei fiel ihr diese auf das rechte Knie und prellte es.1  

 

B. Die Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG sprach A___ mit Schreiben vom 18. Januar 

2013 Taggelder zu und übernahm die Kosten der Heilbehandlung.2 Am 30. Mai 2013 teilte 

A___ der Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG ihre bevorstehende Knie-Operation sowie 

die erfolgte IV-Anmeldung mit.3 Am 25. Juni 2013 meldete sie, dass ihr per 23. Mai 2013 

das Arbeitsverhältnis gekündigt worden sei.4 Nach erfolgter Kostengutsprache durch die 

Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG wurde A___ am 8. Juli 2013 am rechten Knie 
                                                
1  Act. 6.2/1 
2  Act. 6.2/4 
3  Act. 6.2/18 
4  Act. 6.2/19 

Seite 3 

operiert.5 Mit Schreiben vom 6. November 2013 erklärte die Zürich Versicherungs-

Gesellschaft AG, gemäss ihrem beratenden Arzt Dr. med. D___, Facharzt FMH Allgemeine 

Innere Medizin, sei A___ in einer angepassten Tätigkeit zu 100% arbeitsfähig. Ab 

1. November 2013 sei sie somit wieder vermittelbar. Für die Kosten der noch notwendigen 

Behandlung werde weiterhin aufgekommen.6 Am 23. Dezember 2013 liess A___ dagegen 

Einwand erheben.7 

 

C. Mit Verfügung vom 4. Februar 2014 entschied die Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG, 

dass ab 1. November 2013 die Taggeldleistungen eingestellt, sie für die Kosten der noch 

notwendigen Behandlung aber weiterhin aufkommen werde.8 Dagegen liess A___ am 6. 

Februar 2014 bzw. 3. April 2014 Einsprache erheben.9  

 

D. Die IV-Stelle teilte A___ am 4. Juni 2014 mit, dass die Kosten für die Umschulung zur 

Büroassistentin EBA von der IV-Stelle übernommen werden.10 

 

E. Am 18. November 2014 fand eine Untersuchung bei Dr. med. E___, Facharzt FMH 

Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, Luzern, statt. Der 

Gutachter kam zum Schluss, die zurzeit noch vorhandenen gesundheitlichen 

Beeinträchtigungen seien nicht respektive nicht überwiegend wahrscheinlich auf den Unfall 

als alleinige oder als Teilursache zurückzuführen.11  

 

F. Mit E-Mail vom 6. März 2015 bzw. Schadenmeldung vom 20. Februar 2015 wurde gestützt 

auf das Arztzeugnis der Orthopädie St. Gallen vom 25. Februar 2015 ein Rückfall 

gemeldet.12 

 

G. Die Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG teilte am 9. März 2015 mit, dass aufgrund des 

Gutachtens von Dr. med. E___ die jetzigen Kniebeschwerden rechts mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit nicht mehr auf das Ereignis vom 10. Januar 2013 zurückzuführen seien, 

weshalb dafür ab 1. Februar 2015 keine Leistungen auszurichten seien. Es könne auch 

keine Kostengutsprache für den Spitaleintritt vom 16. März 2015 abgegeben werden.13 Die 

Rechtsschutzversicherung von A___ nahm hierzu am 16. März 2015 Stellung.14  

                                                
5  Act. 6.2/23 und act. 6.1/26 
6  Act. 6.2/45 
7  Act. 6.2/51 
8  Act. 6.2/54 
9  Act. 6.2/56 und act. 6.2/60 
10  Act. 6.2/71 
11  Act. 6.1/43-18/24 
12  Act. 6.2/94 und act. 6.2/91 
13  Act. 6.2/96 
14  Act. 6.2/97 

Seite 4 

 

H. Am 17. März 2015 wurde A___ in der Orthopädie St. Gallen durch Dr. med. F___, Facharzt 

FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, am rechten 

Knie operiert.15 

 

I. Mit Verfügung vom 19. März 2015 entschied die Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG, 

dass sie ab 1. Februar 2015 keine Heilungs- und Behandlungskosten mehr erbringe.16 

Dagegen liess A___ am 30. März 2015 Einsprache erheben.17  

 

J. Mit Einspracheentscheid vom 13. Juli 2015 hiess die Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG 

die Einsprache vom 6. Februar 2014 teilweise gut und stellte die Taggelder per 1. Februar 

2014 ein. Die Einsprache vom 30. März 2015 betreffend Heilungs- und Behandlungskosten 

wurde abgewiesen.18 

 

K. Am 1. September 2015 liess A___ beim Obergericht Appenzell Ausserrhoden Beschwerde 

mit den eingangs wiedergegebenen Anträgen erheben.19 In der Beschwerdeantwort vom 

18. September 2015 beantragte die Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG die Abweisung 

der Beschwerde.20 Am 30. Oktober 2015 reichte A___ die Replik ein. Sie verzichtete 

stillschweigend auf die Durchführung einer mündlichen Verhandlung.21 Die Duplik der 

Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG ging am 27. November 2015 ein.22 

 

L. Auf die Vorbringen der Parteien in den Rechtsschriften sowie die Ausführungen in den 

medizinischen Akten wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen. 

 

 

  

                                                
15  Act. 6.2/104 
16  Act. 6.2/98 
17  Act. 6.2/101 
18  Act. 6.2/105 
19  Act. 1 
20  Act. 5 
21  Act. 9 
22  Act. 12 

Seite 5 

Erwägungen 

 

1. Gemäss Art. 57 ATSG23 i.V.m. Art. 28 Abs. 1 lit. b JG24 beurteilt das Obergericht als 

kantonales Versicherungsgericht Beschwerden aus dem Bereich der Sozialversicherungen. 

Die örtliche Zuständigkeit ist gegeben (Art. 58 Abs. 1 ATSG). 

 

Die von Amtes wegen vorzunehmende Prüfung der weiteren Prozessvoraussetzungen 

ergibt, dass diese sowohl hinsichtlich der Beschwerdeberechtigung als auch hinsichtlich der 

Form- und Fristerfordernisse erfüllt sind.25  

 

Auf die Beschwerde ist einzutreten. 

 

2. 2.1 

Vorliegend ist ein Einspracheentscheid angefochten, welcher auf zwei verschiedene 

Verfügungen der Vorinstanz Bezug nimmt.26 Einerseits ist die Einstellung der 

Taggeldleistungen per 1. Februar 201427 angefochten und andererseits die Einstellung der 

Heilungs- und Behandlungskosten per 1. Februar 201528. 

 

 Während die Einstellung der Taggeldleistungen mit der Begründung erfolgte, die 

Beschwerdeführerin sei unter Berücksichtigung der zu gewährenden Anpassungszeit bei 

einem Berufswechsel per 1. Februar 2014 wieder vermittelbar, wurde der generelle 

Fallabschluss mit dem fehlenden Kausalzusammenhang zwischen der sich im Verlauf 

eingestellten Verkürzung respektive erhöhten Vorspannung des Quadriceps und dem 

Unfallereignis vom 10. Januar 2013 begründet.29 

 

2.2 

Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG sind Gegenstand der Unfallversicherung 

Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten. Ist 

die versicherte Person infolge des Unfalls voll oder teilweise arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG), 

so hat sie Anspruch auf ein Taggeld (Art. 16 Abs. 1 UVG). Sie hat zudem Anspruch auf die 

zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Art. 10 UVG).  

                                                
23  Bundesgesetz vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG, 

SR 830.1) 
24  Justizgesetz vom 13. September 2010 (JG, bGS 145.31) 
25  Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. März 1981 über die Unfallversicherung (UVG, SR 832.20) 

i.V.m. Art. 59, Art. 60 Abs. 1 und Art. 61 lit. b ATSG sowie Art. 54, Art. 56 und Art. 59 des Gesetzes 
vom 9. September 2002 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG, bGS 143.1) 

26  Act. 6.2/105 
27  Act. 1 und act. 6.2/105 i.V.m. act. 6.2/54 
28  Act. 1 und act. 6.2/98  
29  Act. 6.2/105 

Seite 6 

 

Zwischen den Parteien ist unbestritten, dass die Beschwerdeführerin am 10. Januar 2013 

einen Berufsunfall erlitten hat. Die Vorinstanz hat denn auch ihre Leistungspflicht zunächst 

anerkannt und der Beschwerdeführerin Versicherungsleistungen ausgerichtet.  

 

Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin über den 1. Februar 2014 bzw. über 

den 1. Februar 2015 hinaus Anspruch auf Leistungen der Vorinstanz hat.  

 

3. 3.1 

Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt zunächst das Bestehen 

eines natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfallereignis und dem 

eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) voraus. Ursachen im Sinne des 

natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der 

eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur 

gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für 

die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die 

alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das 

schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige 

Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit anderen Worten nicht 

weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung 

entfiele. Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein 

natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung bzw. 

im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach 

dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt 

für die Begründung eines Leistungsanspruches nicht.30  

 

 3.2 

 Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwischen dem 

Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausalzusammenhang 

besteht.31 Im Sozialversicherungsrecht spielt die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der 

sich aus dem natürlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des 

Unfallversicherers im Bereich organisch objektiv ausgewiesener Unfallfolgen praktisch 

keine Rolle, da sich hier die adäquate weitgehend mit der natürlichen Kausalität deckt.32 

 

                                                
30  BGE 129 V 177 E. 3.1 mit Hinweisen 
31  BGE 129 V 177 E. 3.2 mit Hinweisen 
32  BGE 134 V 109 E. 2.1 mit Hinweisen 

Seite 7 

3.3 

Wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss auch der Wegfall 

eines ursächlichen Zusammenhangs zwischen dem Unfallereignis und den bestehenden 

Beschwerden mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen 

sein. Weil es sich dabei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die 

Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher 

Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht beim Versicherten, sondern beim 

Unfallversicherer. Dabei hat der Unfallversicherer nicht den Beweis für unfallfremde 

Ursachen zu erbringen. Welche Ursachen ein nach wie vor geklagtes Leiden hat, ist an sich 

unerheblich. Entscheidend ist allein, ob die unfallbedingten Ursachen eines 

Gesundheitsschadens ihre kausale Bedeutung verloren haben, also dahingefallen sind. 

Ebenso wenig muss der Unfallversicherer den negativen Beweis erbringen, dass kein 

Gesundheitsschaden mehr vorliege oder dass die versicherte Person nun bei voller 

Gesundheit sei.33  

 

3.4 

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht für die streitigen 

Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, 

in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der 

medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten 

begründet sind.34  

 

Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt Beweiswert zu, sofern sie 

als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind 

und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der 

befragte Arzt in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht 

schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen.35 Soll ein 

Versicherungsfall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, 

so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur 

geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen 

ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen.36  

 

4. Zunächst ist der generelle Fallabschluss und somit die Einstellung der Heilungs- und 

Behandlungskosten per 1. Februar 2015 zu prüfen.  

                                                
33  Urteil des Bundesgerichts 8C_570/2014 vom 9. März 2015 E. 6.2 mit Hinweisen 
34  BGE 125 V 351 E. 3a 
35  BGE 125 V 351 E. 3b ee  
36  BGE 135 V 465 E. 4.4 mit Hinweisen 

Seite 8 

 

Hier stellt sich die Frage, ob im Zeitpunkt der Leistungseinstellung durch die Vorinstanz von 

der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch eine namhafte Verbesserung des 

Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin erwartet werden konnte (vgl. Art. 19 Abs. 1 

UVG).  

 

 4.1 

Die Vorinstanz stützt ihre Auffassung, wonach die im Verfügungszeitpunkt bestehenden 

Kniebeschwerden der Beschwerdeführerin nicht mehr unfallbedingt seien, auf das 

medizinische Gutachten von Dr. med. E___. Diesem sei volle Beweiskraft zuzuerkennen. 

Der Gutachter habe die Beschwerden mit einer Verkürzung respektive erhöhten 

Vorspannung des Quadriceps erklärt, was konsekutiv einen höheren retropatellaren Druck 

erzeuge und die geklagte Symptomatik hinreichend begründen könne. Diese Verkürzung 

sei nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das Unfallereignis zurückzuführen. Dr. 

med. D___ habe der Operationsbericht vom 17. März 2015 vorgelegen. Dr. med. E___ 

habe am Telefon erklärt, dass die vernarbte Plica überwiegend wahrscheinlich nicht auf 

den Unfall zurückzuführen sei. Es sei anatomisch nicht möglich, dass beim vorliegenden 

Unfall die Plica habe verletzt werden können. Sie verlaufe nicht an jener Stelle, wo die 

Kniescheibe traumatisiert worden sei.37 Dr. med. F___ begründe das Vorliegen eines 

natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfall vom 10. Januar 2013 und der 

Knieproblematik rechts mit dem im Sozialversicherungsrecht nicht anwendbaren Grundsatz 

„post hoc ergo proper hoc“. Daher könne seine Beurteilung nicht ernsthaft berücksichtigt 

werden.38 

 

 Die Beschwerdeführerin macht geltend, mit dem Unfall vom 10. Januar 2013 sei es zu einer 

Traumatisierung der Plica gekommen. Damit der status quo sine vel ante habe erreicht 

werden können, seien zwei Operationen erforderlich gewesen. Für diese habe die 

Vorinstanz die Kosten zu übernehmen. Sie habe es nicht einmal für nötig erachtet, den 

Operationsbericht von Dr. med. F___ dem Vertrauensarzt oder dem Gutachter 

vorzulegen.39 Dr. med. F___ sei der Ansicht, zum jetzigen Zeitpunkt könne nicht mehr 

verifiziert werden, wo genau die Kniescheibe traumatisiert worden sei. Ein Trauma der 

Kniescheibe führe zu einer Bewegung derselben, welche indirekt die Schleimhautfalte 

(Plica mediopatellaris) reizen und sekundär zu Vernarbungen führen könne. 

Dementsprechend sei die Unfallkausalität gegeben. Sie habe vor dem Unfall keinerlei 

                                                
37  Act. 5/2 
38  Act. 12/1 
39  Act. 1/6 

Seite 9 

Symptome gehabt.40 Der Bericht von Dr. med. E___ sei nicht schlüssig, nicht gut begründet 

und es habe ihm der Operationsbericht von Dr. med. F___ vom 17. März 2015 nicht 

vorgelegen. Auch Dr. med. G___, Facharzt FMH Chirurgie, SportClinic Zürich, vertrete die 

Ansicht, dass der Unfall mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ihre geltend gemachten 

gesundheitlichen Beschwerden verantwortlich sei.41 

 

4.2 

Die Erstversorgung nach dem Unfall vom 10. Januar 2013 erfolgte durch das Spital 

Herisau. Dort wurde eine Knie-Kontusion rechts diagnostiziert.42 

 

 Dr. med. H___, Facharzt Allgemeine Innere Medizin, Herisau, diagnostizierte im Arztbericht 

vom 16. April 2013 eine Knochenmarkskontusion, lateroventrale Patella rechts. Es 

beständen belastungsabhängige Schmerzen am Unterrand der Patella rechts lateral mit 

Ausstrahlung in die Kniekehle rechts. Daneben Schwellung des Hoffa-Körpers, aktuell ohne 

Erguss. Vor dem Ereignis vom 10. Januar 2013 habe die Beschwerdeführerin im Knie 

rechts keine Beschwerden beklagt.43 

 

 Im Bericht über die Sprechstunde vom 29. Mai 2013 von Dr. med. I___, Facharzt FMH 

Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, Spital Herisau, 

wurde folgende Diagnose gestellt: Hinweise für chronische schmerzhafte Bursitis 

infrapatellaris, aktuell Reizung Knie rechts mit Synovialitis und leichter Ergussbildung bei 

Status nach Kontusion 10. Januar 2013. Weiter wurde ausgeführt, dass der Verlauf sehr 

protrahiert sei. Einerseits bestehe ein Grundleiden im Rahmen einer chronischen 

Polyarthritis, andererseits seien die Beschwerden trotz intensiver Physiotherapie schwierig 

zu beeinflussen. Als Befund wurde festgehalten, dass ein deutliches Volumenplus der 

Bursa infrapatellaris rechts gegenüber links bestehe. Weiter ein deutliches Flüssigkeitsplus 

intraartikulär Knie rechts gegenüber links, leichte Überwärmung, Druckdolenz vor allem 

infrapatellar, etwas weniger peripatellar und leichter Patellaanpressschmerz sowie 

Druckdolenz auch im lateralen Gelenkspalt.44 

 

 J___, Spezialistin Medical Support, stellte in der medizinischen Beurteilung vom 25. Juni 

2013 fest, dass mit überwiegender Wahrscheinlichkeit das geschilderte Ereignis vom 10. 

                                                
40  Act. 9/3 
41  Act. 9/3f 
42  Act. 6.1/7 
43  Act. 6.1/16 
44  Act. 6.1/22 

Seite 10 

Januar 2013 verantwortlich sei für diese Bursa. Es könne somit eine Kostengutsprache für 

die geplante Operation abgegeben werden.45 

 

 Im Operationsbericht vom 8. Juli 2013 wurde ein intraartikulär unauffälliger Kniebefund 

sowie eine traumatisierte Bursa infrapatellar Knie rechts festgestellt.46 

 

 Im Bericht über die Untersuchung vom 18. Oktober 2013 führte Dr. med. K___, Facharzt 

FMH Rheumatologie und Allgemeine Innere Medizin, St. Gallen, aus, dass nach einer 

guten Wundheilung nach der Operation anhaltende Schmerzen im Kniegelenk ventral 

bestehen blieben. Die Ursache der persistierenden Knieschmerzen rechts sei ihm auch 

unklar. Er denke am ehesten an eine milde Form eines Morbus Sudeck.47 

 

 Dr. med. H___ stellte im Arztbericht vom 5. November 2013 folgende Diagnosen: 

persistierende Knieschmerzen rechts, unklarer Aethiologie, DD: Morbus Sudeck, Status 

nach traumatischer Bursitis präpatellaris Januar 2013; idiopathisch juvenile Arthritis vom 

Spondylarhtropathietyp seit 1997, Rheumafaktor negativ, Status nach Basistherapie mit 

Salazopyrin, Status nach Basistherapie mit Methotrexat, aktuell rezidivierende periphere 

Gelenksentzündungen sowie chronisches Panvertebralsyndrom bei muskulären 

Dysbalancen, segmentalen Dysfunktionen, aktuell ohne Hinweise auf Spondylarthritis. 

Weiter führte er aus, durch die vom Rheumatologen Dr. med. K___ eingeleitete 

Basistherapie mit ideopahtisch juveniler Arthritis sowie die angepasste Schmerzen 

antientzündliche Therapie bei persistierenden Knieschmerzen im Rahmen einer 

traumatischen Bursitis präpatellaris sollte innerhalb der nächsten 2 – 3 Monaten doch eine 

namhafte Verbesserung hervorbringen.48 

 

 Dr. med. G___ diagnostizierte im Bericht vom 16. Januar 2014 ein chronisches 

Schmerzsyndrom Kniegelenk rechts, Status nach Patellakontusion, Status nach 

Arthroskopie mit lateraler Meniskusglättung und Status nach Bursektomie. Er erachtete den 

Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und den gesundheitlichen Beeinträchtigungen 

als überwiegend wahrscheinlich. Die noch vorhandenen Beschwerden seien als 

Teilursache auf den Unfall zurückzuführen. Aufgrund einer individuellen Prädisposition 

hätten sich die Beschwerden zu einem komplexen chronischen Schmerzsyndrom 

entwickelt. Eine weitere kombinierte Behandlung durch den Hausarzt, durch die 

Psychologin sowie durch einen kompetenten Physiotherapeuten sei vielversprechend.49 

                                                
45  Act. 6.1/24 
46  Act. 6.1/26 
47  Act. 6.1/34 
48  Act. 6.1/37 
49  Act. 6.1/38 

Seite 11 

 

 Dr. med. D___ führte in seiner Stellungnahme vom 18. Februar 2014 aus, die direkten 

Folgen der Knieverletzung seien per 31. Oktober 2013 zu terminieren.50 

 

 Im Sprechstundenbericht vom 21. März 2014 erklärte Dr. med. F___, er führe die aktuell 

beschriebenen Beschwerden im Bereich des rechten Kniegelenkes auf eine postoperativ 

eingetretene, partielle Fibrosierung des Ligamentum patellae zurück. Therapeutisch glaube 

er, dass mit einer gezielten funktionellen Physiotherapie der Beschwerdeführerin mit 

grosser Wahrscheinlichkeit weitergeholfen werden könne.51  

 

 Dr. med. E___ stellte im Gutachten vom 9. Januar 2015 folgende Diagnosen: Quadriceps 

mit erhöhter Vorspannung mit/bei Status nach patellarer Kontusion am 10. Januar 2013, 

posttraumatischer Bursitis präpatellaris, Status nach offener Bursektomie am 8. Juli 2013, 

prolongiertem Verlauf sowie intermittierenden retro- und peripatellaren Schmerzepisoden. 

Weitere, den Bewegungsapparat betreffende Diagnosen seien gemäss Akten eine 

idiopathische juvenile Arthritis (seit 1997) sowie ein chronisches Panvertebralsyndrom 

mit/bei muskulärer Dysbalance und segmentaler Dysfunktion.52 Retrospektiv unter 

Berücksichtigung der persönlich erhobenen Befunde und der aktualisierten Bildgebung 

müsse postuliert werden, dass es sich mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nur um eine, 

sich im Verlauf eingestellte, Verkürzung respektive erhöhte Vorspannung des Quadriceps 

handle, was konsekutiv einen höheren retropatellaren Druck erzeuge und die geklagte 

Symptomatik hinreichend begründen könne. Es sei klinisch belegt, dass die Dehnbarkeit 

des Quadriceps rechts gegenüber links eingeschränkt sei, was bei jeder Flexion eine 

femoro-patellare Druckerhöhung über das physiologische Ausmass hinaus bewirke. Dies 

könne einerseits, wenn diese Situation noch länger andauere, zu reaktiven ebendortigen 

Knorpelschäden führen und andererseits müsse postuliert werden, dass durch die 

dauernde Druckerhöhung (konsekutiv werde der Gelenkspalt verringert) die initial als 

unspezifisch beurteilte Plica medialis nun trotzdem eingeklemmt und/oder, wie vom 

Radiologen differentialdiagnostisch eingebracht, den neuen Knorpelbefund und die 

entsprechende intraossäre Reaktion bewirkt habe oder unterhalte, letztendlich aber auch 

selbst, da schmerzinnerviert, als schmerzauslösend wirke – dagegen spreche allerdings die 

subjektive Schmerzhaftigkeit lateral bei medialer Plica. Unbestritten sei, dass die obige 

Situation postoperativ aufgetreten sei. Ein direkter Zusammenhang (sekundäre Bursitis 

präpatellaris) mit der gegebenen Situation sei aber nicht gegeben. Es könne höchstens 

angenommen werden, dass die postoperativ prolongierte Schmerzhaftigkeit dazu geführt 

                                                
50  Act. 6.1/39 
51  Act. 6.1/42 
52  Act. 6.1/45-12/24 

Seite 12 

haben könnte, dass die schmerzauslösende Flexion eher vermieden worden sei, was 

konsekutiv zu der feststellbaren Verkürzung respektive erhöhten Grund- oder Vorspannung 

des Quadriceps geführt habe und nun jeder Versuch, die Flexion zu steigern, 

schmerzhafter empfunden werde, was zu einer weiteren Verkürzung führen werde.53 

 

 Mit Schadenmeldung UVG vom 20. Februar 2015 bzw. Mail der Rechtsschutzversicherung 

der Beschwerdeführerin vom 6. März 2015 wurde der Vorinstanz ein Rückfall gemeldet.54 

 

 Dr. med. L___, Facharzt FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 

Bewegungsapparates, und Dr. med. F___, Orthopädie St. Gallen, schlugen der 

Beschwerdeführerin gemäss Arztzeugnis UVG Rückfall vom 25. Februar 2015 aufgrund 

des ausbleibenden Erfolgs trotz konservativer Therapie eine Kniearthroskopie rechts mit 

Narben-Débridement vor.55 

 

 Dr. med. D___ hielt in der Aktennotiz vom 4. März 2015 fest, dass die Operation vom 16. 

März 2015 nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit im kausalen Zusammenhang zum 

Ereignis vom 10. Januar 2013 stehe. Die Operation sei auch nicht indiziert. Dies gehe 

eindeutig aus dem ausführlichen und qualitativ hochstehenden Gutachten von Dr. med. 

E___ hervor.56 

 

 Gemäss Operationsbericht von Dr. med. F___ über die Operation vom 17. März 2015 finde 

sich an typischer Stelle wie erwartet eine vernarbte breite, teilweise ausgefaserte Plica 

mediopatellaris.57 

 

 Die Frage der Vorinstanz, ob die traumatisierte vernarbte Plica medipatellaris des 

Kniegelenks rechts gemäss Operationsbericht vom 17. März 2015 mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit auf den Unfall vom 10. Januar 2013 zurückzuführen sei, verneinte Dr. 

med. D___ in der Aktennotiz vom 15. September 2015. Er führte weiter aus, dass diese im 

Operationsbericht vom 8. Juli 2013 als unauffällig beschrieben werde. Zudem sei es 

anatomisch nicht möglich, dass beim vorliegenden Unfall die Plica verletzt werden könne. 

Sie verlaufe an einer anderen Stelle als dort, wo die Kniescheibe traumatisiert worden sei. 

Seine Beurteilung werde vom Gutachter Dr. med. E___ bei einem Telefonat und Vorlage 

ihm bisher unbekannter Akten vollumfänglich gedeckt.58 

 
                                                
53  Act. 6.1/45-16/24 
54  Act. 6.2/91 und act. 6.2/94 
55  Act. 6.2/94 
56  Act. 6.1/44 
57  Act. 6.1/46 
58  Act. 6.1/48 

Seite 13 

 Dr. med. L___, und Dr. med. F___, Orthopädie St. Gallen, führten in ihrer Stellungnahme 

vom 28. September 2015 auf entsprechende Fragen des Rechtsvertreters der 

Beschwerdeführerin aus, es könne zum jetzigen Zeitpunkt nicht mehr verifiziert werden, wo 

genau die Kniescheibe traumatisiert worden sei. Sicherlich führe aber ein Trauma der 

Kniescheibe zu einer Bewegung derselben, welche indirekt die Schleimhautfalte (Plica 

mediopatellaris) reizen und sekundär zu Vernarbungen führen könne. Dementsprechend 

sei die Unfall-Kausalität gegeben. Eine verdickte Schleimhautfalte gebe es zwar häufig 

auch ohne traumatisches Ereignis. Da die Beschwerdeführerin vor dem Unfall keinerlei 

Symptome gehabt habe, sei davon auszugehen, dass mit dem Trauma der Kniescheibe die 

Reizung der Plica mediopatellaris eingesetzt und sekundär die Vernarbung stattgefunden 

habe, sodass ihrer Ansicht nach ein überwiegend wahrscheinlicher Zusammenhang 

zwischen dem Unfall vom 10. Januar 2013 und der präoperativen Symptomatik bestehe.59  

 

 4.3 

 Im Sinne einer Vorbemerkung ist festzuhalten, dass die seit 1997 bestehende Erkrankung 

der Beschwerdeführerin an einer idiopathisch juvenilen Arthritis vom 

Spondylarthropathietyp den Ärzten bekannt war und von diesen im Rahmen ihrer 

Beurteilungen auch mitberücksichtigt wurde.60 Mit dem Unfall vom 10. Januar 2013 wurde 

aber weder ein krankhafter Vorzustand verschlimmert noch überhaupt erst manifest, 

weshalb die bestehende Erkrankung an Polyarthritis vorliegend für die Beurteilung der 

Leistungspflicht der Vorinstanz nicht ausschlaggebend ist.61 

 

 Ob die gemäss Operationsbericht vom 17. März 2015 vernarbte breite plica mediopatellaris 

überwiegend wahrscheinlich auf den Unfall vom 10. Januar 2013 zurückzuführen ist, wie 

dies die operierenden Ärzte der Orthopädie St. Gallen postulieren,62 kann aufgrund der 

vorliegenden divergierenden Arztberichte nicht schlüssig beantwortet werden. Anlässlich 

der ersten Knieoperation vom 8. Juli 2013 berichtete Dr. med. I___ von einer relativ 

kräftigen, aber nicht impingenden Plica mediopatelleris.63 Dr. med. E___ führte im 

Gutachten vom 9. Januar 2015 aus, durch die dauernde Druckerhöhung durch die 

Verkürzung respektive erhöhte Vorspannung des Quadriceps könne die initial als 

unspezifisch beurteilte Plica medialis nun trotzdem einklemmen.64 Weiter erklärte er an 

anderer Stelle, die Plica synovialis erscheine ihm zwar etwas verdickt, zeige aber keine 

                                                
59  Act. 10.2 
60  Act. 6.1/37, act. 6.1/38, act. 6.1/39 und act. 6.1/45-12/24 
61  Urteil des Bundesgerichts 8C_570/2014 vom 9. März 2015 E. 6.2 mit Hinweisen 
62  Act. 10.2 
63  Act. 6.1/26 
64  Act. 6.1/43-17/24 

Seite 14 

relevanten Zeichen einer chronischen (Über)Belastung.65 Letztendlich kann die obige Frage 

jedoch offen bleiben, da die Vorinstanz den Fall zu früh abschloss.   

 

 Dr. med. E___ legt in seinem Gutachten dar, dass bei der Beschwerdeführerin mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit eine sich im Verlauf eingestellte Verkürzung respektive 

erhöhte Vorspannung des Quadriceps vorliege. Diese erzeuge einen höheren 

retropatellaren Druck, was die von der Beschwerdeführerin geklagte Symptomatik 

hinreichend begründen könne.66 Er erklärte weiter, dass die Dehnbarkeit des Quadriceps 

rechts gegenüber links eingeschränkt sei, was bei jeder Flexion (sitzen, Treppengehen) 

eine femoro-patellare Druckerhöhung über das physiologische Ausmass hinaus bewirke.67 

Er empfahl daher, mit dem vorgeschlagenen weiteren Eingriff zuzuwarten und stattdessen 

– in Übereinstimmung mit der Beurteilung von Dr. med. F___ – eine Physiotherapie zu 

verordnen, in welcher der Beschwerdeführerin die Technik des Dehnens (Stretching) 

beigebracht werden solle. Falls diese konservative Massnahme versagen sollte, könne der 

Eingriff problemlos zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen.68 Eine ärztliche Intervention sei 

seines Erachtens derzeit nicht notwendig. Durch das selbständige und im eigenen 

Interesse durchzuführende Stretching sei es überwiegend wahrscheinlich, dass nach sechs 

bis zwölf Monaten eine Beschwerdefreiheit bzw. Beschwerdearmut bestehe.69 

 

Dr. med. E___ schloss somit in seinem Gutachten, auf welches sich die Vorinstanz für die 

Begründung des Fallabschlusses abstützte, eine derzeitige ärztliche Intervention aus. Er 

erachtete aber eine Fortsetzung der ärztlichen Behandlung – vorliegend einen weiteren 

operativen Eingriff – zur Behebung der bestehenden Quadriceps-Problematik dann als 

notwendig, falls die von ihm sowie Dr. med. F___ vorgeschlagene Massnahme – d.h. 

manualtherapeutische Vorkehren in Form einer Physiotherapie zum Erlernen des 

Stretchings – nicht den gewünschten Erfolg bringen sollte. Zwischen der von ihm 

nachvollziehbar beschriebenen medizinischen Situation mit der Quadriceps-Problematik 

und dem Unfall vom 10. Januar 2013 besteht ein Zusammenhang. Die von ihm als 

Möglichkeit formulierte Aussage, wonach die postoperativ prolongierte Schmerzhaftigkeit 

bei der Beschwerdeführerin dazu geführt hat, dass sie die schmerzauslösende Flexion eher 

vermied, was konsekutiv zu der feststellbaren Verkürzung respektive erhöhten Grund- oder 

Vorspannung des Quadriceps führte, ist als überwiegend wahrscheinlicher 

Geschehensablauf anzusehen.70 Somit hätte die Vorinstanz nach Ablauf der von Dr. med. 

E___ vorgeschlagenen Massnahmedauer bzw. nach Durchführung der Physiotherapie 
                                                
65  Act. 6.1/43-19/24 
66  Act. 6.1/43-16/24 
67  Act. 6.1/43-17/24 
68  Act. 6.1/43-17/24 
69  Act. 6.1/43-21/24 
70  Act. 61/43-17/24 

Seite 15 

einen Verlaufsbericht oder allenfalls nochmals einen ärztlichen Untersuchungsbericht 

einholen müssen zur Klärung der Frage, ob die vom Gutachter festgestellte, unfallkausale 

Quadriceps-Problematik nun behoben sei.  

 

Die Beschwerde ist daher in diesem Punkt gutzuheissen. 

 

5. Zu prüfen ist sodann die Einstellung der Taggelder per 1. Februar 2014.  

 

5.1 

Die Vorinstanz weist darauf hin, dass Dr. med. E___ retrospektiv eine über die Dauer von 

ein bis zwei Wochen bestehende Arbeitsunfähigkeit nach dem Unfall als nicht 

nachvollziehbar erachte. Die postoperative Arbeitsunfähigkeit sei hingegen nachvollziehbar. 

Sowohl der Gutachter wie auch der beratende und der behandelnde Arzt hätten eine 

Arbeitsunfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit verneint, weshalb die Beschwerdeführerin 

spätestens ab November 2013 vermittelbar gewesen sei. Aufgrund der bei einem 

Berufswechsel zu gewährenden Anpassungszeit von drei Monaten seien die Taggelder per 

1. Februar 2014 zu terminieren.71 

 

Die Beschwerdeführerin bringt vor, sie sei im Zeitpunkt der Einstellung der Taggelder per 

1. Februar 2014 nach wie vor unfallbedingt arbeitsunfähig gewesen. Die von der IV-Stelle 

gewährte berufliche Eingliederung dauere vom 11. August 2014 bis 10. August 2016. Sie 

habe ab Juni 2014 Kurse im Hinblick auf die Umschulung belegt, weshalb sie bereits seit 

1. Juni 2014 IV-Taggelder erhalte. Bis zum Erhalt der IV-Taggelder sei nach wie vor die 

Vorinstanz zu verpflichten, gestützt auf die Arbeitsunfähigkeitszeugnisse von Dr. med. 

H___ das ihr zustehende Taggeld zu entrichten. Von der Arbeitslosenversicherung erhalte 

sie Arbeitslosengelder lediglich im Umfang der Arbeitsfähigkeit.72   

 

 5.2 

 Gemäss Art. 16 Abs. 2 UVG entsteht der Anspruch auf Taggeld am dritten Tag nach dem 

Unfalltag und erlischt mit der Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit. Das Taggeld der 

Unfallversicherung wird nicht gewährt, wenn ein Anspruch auf ein Taggeld der 

Invalidenversicherung besteht (Art. 16 Abs. 3 UVG).  

 

Arbeitsunfähigkeit ist gemäss Art. 6 ATSG die durch eine Beeinträchtigung der 

körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise 

Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten. Bei 

                                                
71  Act. 5/2f 
72  Act. 1/6 

Seite 16 

langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder 

Aufgabenbereich berücksichtigt. Steht fest, dass die versicherte Person unter dem 

Blickwinkel der Schadenminderungspflicht einen Berufswechsel vorzunehmen hat, so hat 

der Versicherungsträger sie dazu aufzufordern und ihr zur Anpassung an die veränderten 

Verhältnisse sowie zur Stellensuche eine angemessene Übergangsfrist einzuräumen, 

während welcher das bisherige Taggeld geschuldet bleibt. Diese Übergangsfrist bemisst 

sich nach den jeweiligen Umständen des Einzelfalles und ist in der Regel auf drei bis fünf 

Monate festzulegen. Nach deren Ablauf entspricht der für die Bemessung des Taggeldes 

massgebende Arbeitsunfähigkeitsgrad der Differenz zwischen dem Einkommen, das ohne 

Unfall im bisherigen Beruf verdient werden könnte, und dem Einkommen, das im neuen 

Beruf zumutbarerweise zu erzielen wäre. Diese Grundsätze gelten – unter Vorbehalt der 

Bestimmungen über die Koordination mit den Taggeldern der Arbeitslosenversicherung – 

auch für arbeitslose Versicherte.  

 

Ist die versicherte Person, die Taggeldleistungen bezieht, arbeitslos, so erbringt die 

Unfallversicherung gemäss Art. 25 Abs. 3 UVV73 die ganze Leistung, wenn die 

Arbeitsunfähigkeit mehr als 50 Prozent beträgt, und die halbe Leistung, wenn die 

Arbeitsunfähigkeit mehr als 25, aber höchstens 50 Prozent beträgt. Bei einer 

Arbeitsunfähigkeit von 25 und weniger Prozent besteht kein Taggeldanspruch.74  

 

5.3 

 Dr. med. K___ erklärte im Bericht über die Untersuchung vom 18. Oktober 2013, dass die 

Beschwerdeführerin als Detailshandelsangestellte mit langdauerndem Stehen zur Zeit 

weiter 100% arbeitsunfähig sei. Längerfristig wäre eine Umschulung auf eine leichte Arbeit 

vorwiegend sitzend sinnvoll.75 

 

 Der beratende Arzt der Vorinstanz, Dr. med. D___, erklärte in der Stellungnahme vom 5. 

November 2013, dass die Beschwerdeführerin gemäss Konsiliarbericht und Telefon mit Dr. 

med. K___ in einer sitzenden Tätigkeit zu 100% arbeitsfähig wäre.76 

 

 Im Arztbericht vom 5. November 2013 erachtete Dr. med. H___ die Beschwerdeführerin als 

Detailshandelsangestellte mit lang dauerndem Stehen weiter zu 100% arbeitsunfähig. Bei 

wechselhafter Tätigkeit mit leichten Hebearbeiten und vorwiegend sitzender Position 

schätzte er die Arbeitsfähigkeit auf 50% mit einer stufenweisen Steigerung auf 70 – 80%.77 

                                                
73  Verordnung vom 20. Dezember 1982 über die Unfallversicherung (UVV, SR 832.202) 
74  Urteil des Bundesgerichts 8C_889/2014 vom 23. Februar 2015 E. 3 mit Hinweisen 
75  Act. 6.1/34 
76  Act. 6.1/36 
77  Act. 6.1/37 

Seite 17 

 

Dr. med. D___ führte in seiner Stellungnahme vom 18. Februar 2014 aus, für die beklagte 

Arbeitsunfähigkeit sei das rechte Knie nur zu einem Teil verantwortlich. Es spielten weitere 

Erkrankungen der Beschwerdeführerin mit. Die direkten Folgen der Knieverletzung seien 

per 31. Oktober 2013 zu terminieren. Ab diesem Zeitpunkt seien krankhafte Zustände für 

die beklagte Arbeitsunfähigkeit verantwortlich.78 

 

 Dr. med. E___ erklärte im Gutachten vom 9. Januar 2015, aufgrund der klinischen Befunde 

sei retrospektiv am angestammten Arbeitsplatz aus orthopädisch-traumatologischen 

Gründen eine länger dauernde Arbeitsunfähigkeit als 1 – 2 Wochen nach dem Trauma 

nicht nachvollziehbar. Dass postoperativ nochmals eine Arbeitsunfähigkeit bestand, sei 

nachvollziehbar. Medizinisch-theoretisch dauere diese empirisch 4 – 6 Wochen. In den 

gleichen Zeiträumen habe analog die medizinisch zumutbare Arbeitsfähigkeit in einer 

anderen respektive angepassten Tätigkeit bestanden.79 

 

 5.4 

Es ist unbestritten, dass die Beschwerdeführerin seit 1. Juni 2014 IV-Taggelder erhält und 

demzufolge seither kein Taggeld der Vorinstanz mehr gewährt werden muss.80 Fraglich ist, 

ob – wie die Vorinstanz behauptet – die Beschwerdeführerin tatsächlich spätestens ab 

November 2013 wieder vermittelbar und demzufolge die Einstellung der Taggelder per 

1. Februar 2014 rechtens war. 

 

Aus den Akten ergibt sich, dass der beratende Arzt der Vorinstanz, Dr. med. D___, sich im 

November 2013 zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit auf die bis dahin vorhandenen Akten 

sowie eine telefonische Auskunft von Dr. med. K___ abstützte, wonach die 

Beschwerdeführerin für eine sitzende Tätigkeit zu 100% arbeitsfähig sei.81 Letzterer 

beurteilte die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit rund 3 Wochen vor dem 

erwähnten Telefonat noch dahingehend, dass er angab, längerfristig sei angesichts der 

andauernden multiplen Gelenkbeschwerden eine Umschulung auf eine leichte Arbeit 

vorwiegend sitzend sinnvoll.82 Weiter verneinte er im Bericht Hinweise auf eine Arthritis 

oder eine intraartikuläre Pathologie und gab an, anlässlich seiner Untersuchung sei die 

entzündlich-rheumatische Erkrankung nicht aktiv.83 Dr. med. K___ hielt somit in seiner 

späteren telefonischen Auskunft daran fest, dass für die Beschwerdeführerin nur noch eine 

sitzende bzw. eine angepasste Tätigkeit in Frage komme. Er äusserte sich aber nicht 
                                                
78  Act. 6.1/39 
79  Act. 6.1/43-20/24 
80  Act. 1/6 
81  Act.6.1/36 und act. 6.1/39  
82  Act. 6.1/34-5/5 
83  Act. 6.1/34-4/5 

Seite 18 

explizit dazu, ab wann dies der Fall sei. In die gleiche Richtung geht auch die Beurteilung 

des behandelnden Arztes Dr. med. H___ vom 5. November 2013. Er schätzte die 

Beschwerdeführerin in einer angepassten Tätigkeit vorläufig auf 50% arbeitsfähig ein mit 

einer stufenweisen Steigerung auf 70 – 80%.84 Den Akten bzw. dem Gutachten von Dr. 

med. E___ lässt sich sodann entnehmen, dass die Beschwerdeführerin gemäss ihren 

eigenen Angaben erst ab April 2014 bis Juli 2014 beinahe schmerzfrei war.85 Weiter kann 

festgestellt werden, dass die Ärzte, auch wenn sie in ihren Berichten keine Einschätzung 

der Arbeitsfähigkeit vornahmen, übereinstimmend den Verlauf der Knieprellung als 

überdurchschnittlich lang beurteilten.86 Daher und insbesondere unter Berücksichtigung der 

Einschätzung des die Beschwerdeführerin engmaschig betreuenden Arztes Dr. med. H___, 

welcher sie noch bis Ende November 2013 als 100% arbeitsunfähig beurteilte,87 erscheint 

die Kritik der Beschwerdeführerin an der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit der Vorinstanz 

als berechtigt. Entgegen der Ansicht der Vorinstanz kann nicht mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass die Beschwerdeführerin bereits ab 

November 2013 wieder vermittelbar war. Es erscheint daher nicht angebracht, den 

Taggeldanspruch der Beschwerdeführerin bereits per 1. Februar 2014 einzustellen.  

 

Die Beschwerde ist daher auch in diesem Punkt gutzuheissen.  

 

6. 6.1 

Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG i.V.m. Art. 1 Abs. 1 UVG). 

 

 6.2 

Gemäss Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde 

führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom 

Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. Über 

diese Regelung hinaus ist die Bemessung der Parteientschädigung eine Angelegenheit des 

kantonalen Rechts, wobei bei kantonal festgesetzten Kriterien beachtet werden muss, dass 

sie nicht den bundesrechtlich massgebenden Bemessungselementen zuwiderlaufen 

dürfen.88 Im Bereich der Sozialversicherungen kommt die pauschale Bemessung des 

                                                
84  Act. 6.1/37 
85  Act. 6.1/34-10/24 
86  Act. 6.1/16, act. 6.1/22, act. 6.1/24, act. 6.1/34-4/5, act. 6.1/37, act. 6.1/39, act. 6.1/42 und act. 6.1/43-

12/24 
87  Act. 6.1/35 
88  Urteil des Bundesgerichts 9C_307/2014 vom 15. Juli 2014 E. 3.1 mit Hinweisen; UELI KIESER, ATSG-

Kommentar, 3. Aufl. 2015, N. 212 zu Art. 61 ATSG 

Seite 19 

Honorars zur Anwendung (Art. 53 Abs. 3 VRPG i.V.m. Art. 28 lit. b JG i.V.m. Art. 13 Abs. 1 

lit. c der Verordnung über den Anwaltstarif89. 

 

Vorliegend handelt es sich in Bezug auf den Umfang um ein eher unter dem Durchschnitt 

liegendes Verfahren. Doch stellen sich nicht bloss einfache Fragen, und zwar nicht nur 

bezüglich Sachverhalt, sondern im Rahmen der Kausalität auch in rechtlicher Hinsicht. Für 

beide Parteien hat die Streitsache grundsätzlich eine hohe Bedeutung. Demnach erscheint 

unter Berücksichtigung dieser Umstände eine Entschädigung von pauschal Fr. 3‘000.-- 

(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen. 

 

 

 

Das Obergericht erkennt: 
 
 
1. Die Beschwerde von A___ wird gutgeheissen und der Einspracheentscheid vom 13. Juli 

2015 aufgehoben. 
 
 
2. Es werden keine Kosten erhoben.  
 
 
3. Die Vorinstanz hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung von Fr. 3‘000.-- 

(Barauslagen und Mehrwertsteuer inbegriffen) zu entrichten. 
 
 
4. Rechtsmittel:  Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit dessen Zustellung beim 

Schweiz. Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-
rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 
17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG, SR 173.110) geführt werden. 

 
 
5. Zustellung an die Beschwerdeführerin über ihren Anwalt, die Vorinstanz und das 

Bundesamt für Gesundheit. 
 
 
 
Im Namen der 3. Abteilung des Obergerichts 
 
 
Der Obergerichtspräsident: 

 

 

lic. iur. Ernst Zingg 

Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

lic. iur. Monika Epprecht 

 
 

                                                
89  Verordnung vom 14. März 1995 über den Anwaltstarif (bGS 145.53) 

Seite 20 

 
 
 
 
 
 
versandt am: 06.12.16