# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** babd139b-b10d-50ac-af0b-4e2cf517197d
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-11-29
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 29.11.2011 D-149/2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-149-2011_2011-11-29.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung IV
D­149/2011

U r t e i l   v om   2 9 .   No v embe r   2 0 1 1

Besetzung Richter Robert Galliker (Vorsitz),
Richter Bruno Huber, Richter Walter Lang;
Gerichtsschreiber Matthias Jaggi.

Parteien A._______, geboren (…), alias B._______, geboren (…),
Pakistan,  
vertreten durch lic. iur. Pascale Bächler, 
BAS Beratungsstelle für Asylsuchende der Region Basel, 
(…),
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), 
Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Asyl und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 10. Dezember 2010 / N (…).

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Sachverhalt:

A. 
Eigenen  Angaben  zufolge  gelangte  der  Beschwerdeführer  am  15. 
November  2010  in  die  Schweiz,  wo  er  am  gleichen  Tag  im  Empfangs­ 
und  Verfahrenszentrum  (EVZ)  C._______  um  Asyl  nachsuchte.  Dazu 
wurde  er  am  24.  November  2010   im   EVZ   C._______   befragt  
(Kurzbefragung)   und   am   8. Dezember 2010 am gleichen Ort angehört 
(Anhörung).

B. 
Zur  Begründung  seines  Asylgesuchs  machte  der  Beschwerdeführer  im 
Wesentlichen  geltend,  er  sei  islamischen  Glaubens,  stamme  aus  der 
Stadt D._______ und habe von Geburt bis zu seiner Ausreise aus seinem 
Heimatland im Dorf E._______ (Distrikt D._______) gelebt. Nach Beginn 
seines Studiums am College sei er der Studentenführer der ATI (Anjuman 
Talaba­e­Islam)  im  Quartier  gewesen.  Weil  er  immer  wieder  Streit  mit 
dieser  Studentengewerkschaft  gehabt  habe,  die  ihn  jeweils  zu  illegalen 
Tätigkeiten  aufgefordert  habe,  habe  er  im  Jahre  2009  das  College 
verlassen und ein Fernstudium begonnen. Seit seiner Kindheit sei er mit 
F.________, einer Christin, befreundet gewesen. Weil ihre Familie sie mit 
einem  alten Mann  habe  verheiraten  wollen,  hätten  sie  am  10.  Oktober 
2010  in aller Eile geheiratet. Diese Ehe hätten sie am 14. Oktober 2010 
beim  Gericht  registrieren  lassen.  Da  er  mit  dem  Bezirksführer  der  ATI 
verfeindet  gewesen  sei  und  eine  neue  Studentenbewegung  habe 
gründen  wollen,  habe  die  ATI  zusammen  mit  Politikern, 
Grossgrundbesitzern  und  Islamisten  sowie  seinem  Schwiegervater 
wegen  dieser  Heirat  ein  Komplott  gegen  ihn  geschmiedet. Weil  er  und 
F._______  erfahren  hätten,  dass  sie  von  ihren  Verwandten  gesucht  
würden, hätten  sie  sich  in der Folge  versteckt.  Am  4. November 2010 
seien sie in G._______ von Mitgliedern der ATI gefangengenommen und 
nach  E._______  zurückgebracht  worden,  wo  man  sie  eingesperrt  und 
misshandelt habe. Am 6. November 2010 habe man sie zu einem Platz 
am  Dorfrand  gebracht,  wo  sie  vor  den  Augen  vieler  Leute  erneut 
misshandelt  worden  seien.  Seine  Frau  sei  an  diesen  Misshandlungen 
gestorben. Später sei die Polizei auf den Platz gekommen und habe ihn 
mitgenommen.  Da  er  aufgrund  der  Folterungen  stark  verletzt  gewesen 
sei, habe ihn die Polizei in ein Spital eingeliefert. Am folgenden Tag habe 
er mit der Hilfe seiner Mutter und seines Onkels aus dem Spital  fliehen 
können.  Im Nachhinein  habe er  erfahren,  dass  sein Schwiegervater  ihn 
bei  der  Polizei  angezeigt  habe.  Ihm  werde  nun  von  der  Polizei 

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vorgeworfen,  seine  Frau  entführt,  vergewaltigt  und  ermordet  sowie  das 
Haus  seiner  Schwiegereltern  angezündet  zu  haben.  Aufgrund  seiner 
Heirat  mit  einer  Christin  sei  seine  ganze  Familie  gegen  ihn,  und  sein 
Vater sowie sein Bruder würden ihn verfolgen. Aus diesen Gründen sei er 
am 9. November 2010 aus seinem Heimatland ausgereist. Bezüglich der 
weiteren Aussagen des Beschwerdeführers wird auf die Akten verwiesen. 

Im  Verfahren  vor  der  Vorinstanz  reichte  der  Beschwerdeführer  einen 
Ausweis  der  ATI,  einen Geburtsschein,  eine Domizilbescheinigung,  vier 
ärztliche Kurzberichte,  zwei  FIR  (First  Information Reports),  einen  post­
mortem­Rapport  der  Polizei,  eine  Identitätskarte,  fünf 
Zeitungsausschnitte,  Schulzeugnisse  sowie  eine  Heiratsbestätigung 
(jeweils in Kopie) zu den Akten. 

C. 
Mit  Verfügung  vom  10.  Dezember  2010  –  eröffnet  am  gleichen  Tag – 
stellte  das  BFM  fest,  der  Beschwerdeführer  erfülle  die 
Flüchtlingseigenschaft  nicht.  Es  lehnte  sein Asylgesuch  ab  und  ordnete 
seine Wegweisung aus der Schweiz sowie den Wegweisungsvollzug an. 

Zur Begründung führte das BFM im Wesentlichen aus, die Aussagen des 
Beschwerdeführers seien in wesentlichen Punkten weder nachvollziehbar 
noch substanziiert. Zudem enthielten die Vorbringen Wiedersprüche. So 
sei der Beschwerdeführer beispielsweise nicht in der Lage gewesen, über 
seine Studentenorganisation,  in der er ein örtlicher Führer gewesen sein 
und  aufgrund  deren  Mitgliedschaft  er  erhebliche  Probleme  bekommen 
haben wolle, Auskunft zu geben. Weiter habe er  im Zusammenhang mit 
dem  gegen  ihn  gerichteten  Komplott  erzählt,  er  habe  eine  neue 
Studentenorganisation gründen wollen, weswegen die Islamisten und die 
Politiker  gegen  ihn  intrigiert  hätten.  Er  sei  aber  nicht  in  der  Lage 
gewesen, detailliert über seine konkreten Pläne Auskunft  zu geben. Auf 
mehrfache  Nachfrage  hin  habe  lediglich  in  Erfahrung  gebracht  werden 
können, dass er eine Organisation habe gründen wollen, die friedlich sei; 
er habe dies tun wollen, um nicht mehr von anderen belästigt zu werden. 
Diese Aussagen vermöchten in keiner Weise zu überzeugen und könnten 
daher nicht geglaubt werden. Bezüglich der Heirat mit seiner christlichen 
Freundin müsse festgehalten werden, dass auch diese Aussagen nicht zu 
überzeugen  vermöchten.  So  habe  er  einerseits  erzählt,  alle  Freunde 
hätten  von  ihrer  Beziehung  gewusst,  die  Freundin  sei  überall  dabei 
gewesen,  sie  habe  im  gleichen  Quartier  gewohnt.  Sie  sei  häufig 
vorbeigekommen,  habe  für  ihn  gekocht  und  ihm  Geschenke  gemacht. 

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Andererseits  habe  er  erzählt,  die  Quartierbewohner  hätten  nichts  von 
ihrer  Beziehung  gewusst,  sie  hätten  sich  jeweils  heimlich  besucht, 
niemand habe etwas bemerkt. Schliesslich seien auch die Vorbringen des 
Beschwerdeführers  betreffend  seine Flucht  aus  dem Krankenhaus  nicht 
glaubhaft. An obiger Einschätzung vermöchten auch die von ihm in Kopie 
eingereichten  Dokumente  nichts  zu  ändern,  zumal  ihnen  keinerlei 
Beweiswert  zukomme.  Vor  dem  Hintergrund  dieser  Widersprüche  und 
Ungereimtheiten  hielten  die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  somit 
den  Anforderungen  an  die  Glaubhaftigkeit  gemäss  Art.  7  des 
Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) nicht stand, so dass 
ihre asylrechtliche Relevanz nicht geprüft werden müsse. Den Vollzug der 
Wegweisung  erachtete  die  Vorinstanz  als  zulässig,  zumutbar  und 
möglich.  Für  den weiteren  Inhalt wird  auf  die  vorinstanzliche Verfügung 
verwiesen. 

D. 
Am 14. Dezember  2010  trafen  bei  der Vorinstanz  ein Ausweis  der ATI, 
ein Führerausweis,  zwei  Identitätskarten,  eine Zeitungsanzeige  vom 12. 
November 2010,  eine Domizilbescheinigung,  vier  ärztliche Kurzberichte, 
eine  Heiratsbestätigung,  zwei  Geburtsscheine,  eine  fremdsprachige 
Berichtigungsklage,  datiert  vom  21.  Juli  2010  (in  Kopie),  ein  DHL­
Umschlag sowie ein DHL­Versandschein ein.

E. 
Mit Beschwerde vom 10. Januar 2011 an das Bundesverwaltungsgericht 
liess  der  Beschwerdeführer  durch  seine  Rechtsvertreterin  in  materieller 
Hinsicht  beantragen,  die  Verfügung  des  BFM  vom  10.  Dezember  2010 
sei  aufzuheben,  es  sei  festzustellen,  dass  er  die  Flüchtlingseigenschaft 
erfülle, und es sei ihm Asyl in der Schweiz zu gewähren. Eventualiter sei 
festzustellen,  dass  für  ihn  eine  Rückkehr  in  sein  Heimatland  nicht 
zumutbar  respektive  nicht  zulässig  sei,  und  es  sei  ihm  die  vorläufige 
Aufnahme  in  der  Schweiz  zu  gewähren.  Subeventualiter  sei  die 
Vorinstanz anzuweisen, sein Asylverfahren wieder aufzunehmen und den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unter  Wahrung  seiner  Verfahrensrechte 
pflichtgemäss  zu  ermitteln  und  festzustellen.  In  verfahrensrechtlicher 
Hinsicht  ersuchte  der  Beschwerdeführer  um  Bewilligung  der 
unentgeltlichen Rechtspflege sowie um Verzicht auf die Erhebung eines 
Kostenvorschusses. Auf die Begründung der Beschwerde wird, soweit für 
den Entscheid wesentlich, in den Erwägungen eingegangen. 

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Mit  der  Rechtsmittelschrift  reichte  der  Beschwerdeführer  die  folgenden, 
teilweise  bereits  bei  der  Vorinstanz  eingereichten  Dokumente  zu  den 
Akten: Ein ärztliches Kurzzeugnis von Dr. med. H._______ vom 3. Januar 
2011  (in  Kopie),  mehrere  fremdsprachige  Zeitungsartikel  (in  Kopie, 
inklusive deutscher Übersetzung), zwei FIR (in Kopie,  inklusive teilweise 
deutscher  Übersetzung),  zwei  Zeitungsanzeigen  vom  4.  und  12. 
November  2010  (in  Kopie,  inklusive  deutscher  Übersetzung),  eine 
Vielzahl  von  Berichten  über  die  Situation  in  Pakistan,  eine 
Fürsorgebestätigung vom 5. Januar 2011 sowie eine Honorarnote vom 7. 
Januar 2011.

Mit  Schreiben  vom  12.  Januar  2011  liess  der  Beschwerdeführer  unter 
anderem  mitteilen,  dass  er  sich  seit  dem  10.  Januar  2011  in  der 
Kantonalen Psychiatrischen Klinik in I._______ befinde. 

F. 
Mit Verfügung des  Instruktionsrichters vom 14. Januar 2011 wurde dem 
Beschwerdeführer mitgeteilt, dass er den Ausgang des Verfahrens in der 
Schweiz  abwarten  könne.  Ferner  forderte  der  Instruktionsrichter  den 
Beschwerdeführer  auf,  bis  zum  1.  Februar  2011  die  am  14.  Dezember 
2010  dem  BFM  eingereichten  Beweismittel  in  eine  Amtssprache 
übersetzt  einzureichen,  sofern  sich  nicht  bereits  eine  Übersetzung  bei 
den  Akten  befinde.  Überdies  verfügte  der  Instruktionsrichter,  dass  über 
das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  im 
Endentscheid befunden und auf die Erhebung eines Kostenvorschusses 
verzichtet werde. 

G. 
Mit  Schreiben  vom  1.  Februar  2011  reichte  der  Beschwerdeführer  dem 
Bundesverwaltungsgericht  eine  deutsche  Übersetzung  der 
(eingereichten) Identitätskarten, eine teilweise deutsche Übersetzung der 
Berichtigungsklage  vom  21.  Juli  2010  sowie  die  Kopie  einer 
Identitätskarte (inklusive deutscher Übersetzung) zu den Akten. 

H. 
Mit Eingabe vom 9. März 2011 liess der Beschwerdeführer zuhanden des 
Bundesverwaltungsgerichts  einen  NZZ­Artikel  vom  3.  März  2011  zur 
religiösen Toleranz in Pakistan einreichen. 

I. 
Mit Schreiben vom 17. August 2011 reichte der Beschwerdeführer einen 

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ärztlichen  Bericht  von  Dres.  med.  J._______  und  K._______  (Externe 
Psychiatrische Dienste I._______) vom 4. August 2011 zu den Akten. 

J. 
Mit  Eingabe  vom  1.  September  2011  gab  der  Beschwerdeführer  einen 
Totenschein  betreffend  F._______,  eine  Zeitungsanzeige  vom  2.  Juni 
2011  (inklusive  deutscher  Übersetzung)  sowie  ein  englischsprachiges 
Bestätigungsschreiben vom 1. August 2011 zu den Akten.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 
1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 
gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 
1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021).  Das  BFM 
gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz 
des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das  Sachgebiet  betreffende 
Ausnahme  im  Sinne  von  Art. 32  VGG  liegt  nicht  vor.  Das 
Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die  Beurteilung  der 
vorliegenden  Beschwerde  und  entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls 
endgültig,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des 
Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht 
(Art. 105  AsylG;  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Eine solche Ausnahme liegt nicht vor, 
weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet.

1.2.   Das  Verfahren  richtet  sich  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem 
BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 
AsylG).

1.3.   Die  Beschwerde  ist  frist­  und  formgerecht   eingereicht   (Art.  108  
Abs. 1 AsylG, Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52 VwVG). Der 
Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 
durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  und  hat  ein 
schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise 
Änderung;  er  ist  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  (Art. 
105  AsylG  i.V.m.  Art.  37  VGG  und  Art.  48  Abs.  1  VwVG).  Auf  die 
Beschwerde ist somit einzutreten.

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2. 
Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3. 
Die  Abteilungen  des  Bundesverwaltungsgerichts  entscheiden  in  der 
Regel  in der Besetzung mit drei Richtern beziehungsweise Richterinnen 
(Spruchkörper;  vgl. Art.  21 Abs.  1 VGG). Gestützt  auf Art.  111a Abs.  1 
AsylG kann das Bundesverwaltungsgericht auch in solchen Fällen auf die 
Durchführung eines Schriftenwechsels verzichten. 

4. 
4.1.  Der  Beschwerdeführer  stellt  in  seiner  Rechtsmitteleingabe  das 
Subeventualbegehren, die Verfügung des BFM vom 10. Dezember 2010 
sei  aufzuheben  und  die  Vorinstanz  sei  anzuweisen,  sein  Asylverfahren 
wieder  aufzunehmen  und  den  rechtserheblichen  Sachverhalt  unter 
Wahrung  seiner  Verfahrensrechte  pflichtgemäss  zu  ermitteln  und 
festzustellen.  Zur Begründung bringt  er  vor,  es  sei  im  vorliegenden Fall 
auffallend,  dass  die  durchgeführte  Anhörung  äusserst  kurz  und 
oberflächlich  ausgefallen  sei.  Es  seien  lange  und  intensive 
Klientengespräche  notwendig  gewesen,  um den Sachverhalt  ergänzend 
und  für die Unterzeichnende verständlich zu eruieren. Diese Gespräche 
hätten  jedoch  in  englischer  Sprache  stattgefunden  und  ihnen  komme 
nicht  die  gleiche  Verbindlichkeit  und  der  gleiche  Beweiswert  wie  einer 
Anhörung zu,  "weshalb es wünschenswert wäre,  ihn einer ergänzenden 
Zusatzanhörung  zu  seinen  Asylgründen  und  möglichen 
Wegweisungsvollzugshindernissen  zu  unterziehen".  Die  von  der 
Vorinstanz  unter  F.89  gestellte  Frage  nach  der  Vollständigkeit  der 
gemachten  Aussagen  dürfe  ihm  nicht  vorgehalten  werden,  denn  es  sei 
bekanntlich  für  Asylgesuchsteller  nicht  nachvollziehbar,  in  welcher 
detailgetreuer Weise sie ihre Asylgründe darlegen müssten, so dass sich 
die Vorinstanz dadurch nicht von  ihrer Pflicht  zur Stellung von gezielten 
und klärenden Fragen entbinden könne. Es sei somit zusammenfassend 
festzuhalten,  dass  die  Vorinstanz  den  Anspruch  auf  rechtsgenügliche 
Abklärung  des  Sachverhalts  und  auf  Wahrung  des  rechtlichen  Gehörs 
verletzt habe. 

4.2.  Die  Rügen  der  Verletzung  des  rechtlichen  Gehörs  respektive  der 
fehlerhaften Feststellung des  rechtserheblichen Sachverhalts  sind vorab 
zu  prüfen,  da  sie  allenfalls  geeignet  wären,  eine  Kassation  der 

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vorinstanzlichen  Verfügung  zu  bewirken  (vgl.  Entscheidungen  und 
Mitteilungen  der  [vormaligen]  Schweizerischen  Asylrekurskommission 
[EMARK]  2004  Nr. 38  und  EMARK  1994  Nr.  1;  FRITZ  GYGI, 
Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. Aufl., Bern 1983, S. 233, mit weiteren 
Hinweisen,  S.  287  und  297  f.;  ALFRED  KÖLZ/ISABELLE  HÄNER, 
Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. Aufl., 
Zürich 1998, S. 225, mit weiteren Hinweisen).

4.3.  Aus  dem  Anspruch  auf  rechtliches  Gehör  (Art.  29  Abs.  2  der 
Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 
1999  [BV,  SR  101];  Art.  29  ff.  VwVG  i.V.m.  Art.  6  und  Art.  29  AsylG) 
ergibt  sich,  dass  Asylsuchende  zu  ihren  Asylgründen  anzuhören  und 
ihnen  das  Recht  zur  Äusserung  zu  gewähren  ist.  Zudem  sichert  ihnen 
das Recht auf vorgängige Äusserung und Anhörung  (vgl. Art. 30 Abs. 1 
VwVG) die Möglichkeit, Einfluss auf die Ermittlung des rechtserheblichen 
Sachverhaltes zu nehmen.

4.4. Hinsichtlich der Rüge, die Anhörung sei nicht ausreichend  lang und 
zu  wenig  detailliert  ausgefallen,  was  zur  Folge  gehabt  habe,  dass  der 
rechtserhebliche Sachverhalt von der Vorinstanz ungenügend festgestellt 
worden  sei,  ist  vorab  festzuhalten,  dass  dem  Sachbearbeiter  des  BFM 
hinsichtlich  der  Fragen,  die  er  bei  einer  Anhörung  stellen  will,  ein 
gewisses  Ermessen  zukommt.  Im  konkreten  Fall  kommt  das 
Bundesverwaltungsgericht  zum  Schluss,  dass  die  vom  Sachbearbeiter 
anlässlich  der  Anhörung  vom  8.  Dezember  2010  gestellten  Fragen 
insgesamt  zielgerichtet  und  zweckmässig  waren.  Zum  sinngemässen 
Vorwurf  des Beschwerdeführers,  er  habe  anlässlich  der Anhörung  nicht 
alles Wesentliche aussagen können, da  ihm keine Gelegenheit geboten 
worden  sei,  weitere  Aussagen  zu  machen,  ist  zu  bemerken,  dass  aus 
dem  Anhörungsprotokoll  vom  8.  Dezember  2010   nicht  ersichtlich  ist, 
dass er vom Sachbearbeiter immer wieder unterbrochen worden wäre, so 
dass  er  keine  Gelegenheit  gehabt  hätte,  sich  ausreichend  zu  seinen 
Asylgründen zu äussern. Zudem wurde dem Beschwerdeführer am Ende 
der  Anhörung  die  Gelegenheit  eingeräumt,  Ergänzungen  zu  seinem 
Asylgesuch  vorzutragen,  weshalb  zu  schliessen  ist,  er  habe  anlässlich 
der  Anhörung  genügend  Gelegenheit  gehabt,  sich  zu  seinen 
Asylvorbringen  zu  äussern.  Diesbezüglich  ist  festzuhalten,  dass  auch 
seitens  der  bei  der  Anhörung  anwesenden  Hilfswerksvertreterin  keine 
Einwände  hinsichtlich  des  Befragungsstils  oder  der  Korrektheit  der 
Anhörung vorgebracht wurden.

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Es kann daher festgehalten werden, dass der Beschwerdeführer während 
der  Anhörung  in  ausreichendem  Masse  befragt  wurde  und  zudem 
genügend Gelegenheit hatte, sich zu äussern. Es ist darauf hinzuweisen, 
dass  er  zu  vielen  gestellten  Fragen  keine  oder  nur  eine  ausweichend 
Antwort hat geben können beziehungsweise sich nur kurz geäussert hat 
(vgl.  dazu  beispielsweise  Akten  BFM  A  9/12,  S.  7  unten,  bezüglich 
Aufbau der ATI). Dieser Umstand kann dem Befrager des BFM nicht zum 
Vorwurf gemacht werden. Zudem hängt die Aussagekraft eines Protokolls 
beziehungsweise einer Befragung nicht von deren Dauer ab. 

4.5.  Nach  dem  Gesagten  hat  die  Vorinstanz  den  rechtserheblichen 
Sachverhalt ausreichend  festgestellt. Bei dieser Sachlage besteht daher 
keine Veranlassung, die angefochtene Verfügung aus formellen Gründen 
aufzuheben, weshalb das Subeventualbegehren des Beschwerdeführers 
abzuweisen ist.

5. 
5.1.  Im  Folgenden  ist  zu  prüfen,  ob  das  BFM  das  Asylgesuch  des 
Beschwerdeführers zu Recht abgewiesen hat. 

5.2.  Gemäss  Art.  2  Abs.  1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich  Asyl.  Als  Flüchtling  wird  eine  ausländische  Person 
anerkannt,  wenn  sie  in  ihrem  Heimatstaat  oder  im  Land,  in  dem  sie 
zuletzt  wohnte,  wegen  ihrer Rasse, Religion, Nationalität,  Zugehörigkeit 
zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  ihrer  politischen 
Anschauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete 
Furcht  hat,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu  werden.  Als  ernsthafte 
Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung  von  Leib,  Leben  oder 
Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck 
bewirken  (Art.  3  AsylG).

Wer  um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft  nachweisen 
oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 
Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender  Wahrscheinlichkeit  für 
gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere  Vorbringen,  die  in 
wesentlichen  Punkten  zu  wenig  begründet  oder  in  sich  widersprüchlich 
sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte 
oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).

6. 

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6.1.  Das  BFM  lehnte  das  Asylgesuch  mit  der  Begründung  ab,  die 
Vorbringen  des  Beschwerdeführers  würden  den  Anforderungen  an  die 
Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG nicht standhalten.

6.2.  Grundsätzlich  sind  Vorbringen  dann  glaubhaft  gemacht,  wenn  sie 
genügend substanziiert,  in  sich  schlüssig und plausibel  sind. Sie dürfen 
sich  nicht  in  vagen Schilderungen  erschöpfen,  in wesentlichen  Punkten 
nicht  widersprüchlich  sein,  der  inneren  Logik  entbehren  oder  den 
Tatsachen  oder  der  allgemeinen  Erfahrung  widersprechen.  Darüber 
hinaus muss der Gesuchsteller  persönlich  glaubwürdig  erscheinen, was 
insbesondere  dann  nicht  der  Fall  ist,  wenn  er  wichtige  Tatsachen 
unterdrückt  oder  bewusst  falsch  darstellt,  im  Laufe  des  Verfahrens 
Vorbringen auswechselt, steigert oder unbegründet nachschiebt oder die 
nötige Mitwirkung am Verfahren verweigert. Glaubhaftmachung bedeutet 
ferner – im Gegensatz zum strikten Beweis – ein reduziertes Beweismass 
und  lässt  durchaus  Raum  für  gewisse  Einwände  und  Zweifel  an  den 
Vorbringen des Gesuchstellers. Entscheidend ist, ob die Gründe, welche 
für  die  Richtigkeit  der  Sachverhaltsdarstellung  sprechen,  überwiegen 
oder nicht. Dabei ist auf eine objektivierte Sichtweise abzustellen (vgl. Art. 
7 AsylG; EMARK 2005 Nr. 21 E. 6.1 S. 190 f.).

6.3.  Vorab  ist  festzustellen,  dass  der  Beschwerdeführer  den  Wortlaut 
sämtlicher  Protokolle  mit  seiner  Unterschrift  bestätigt  hat  und  sich 
deshalb  seine  Aussagen  entgegenhalten  lassen  muss.  Im Weiteren  ist 
darauf hinzuweisen, dass den Aussagen einer asylsuchenden Person im 
Empfangszentrum  zu  den  Asylgründen  angesichts  des  summarischen 
Charakters der Befragung für die Beurteilung der Glaubhaftigkeit nur ein 
beschränkter Beweiswert  zukommt  (vgl. EMARK 2005 Nr.  7 E.  6.2.1 S. 
66 und die dort zitierte, weiterhin gültige Praxis). Widersprüche dürfen nur 
dann herangezogen werden, wenn klare Aussagen im Empfangszentrum 
in  wesentlichen  Punkten  der  Asylbegründung  von  den  späteren 
Aussagen  in  der  Anhörung  beim  Kanton  oder  beim  BFM  diametral 
abweichen, oder wenn bestimmte Ereignisse oder Befürchtungen, welche 
später  als  zentrale  Asylgründe  genannt  werden,  nicht  bereits  bei  der 
Befragung im Empfangszentrum zumindest ansatzweise erwähnt werden.

6.4.  In  Übereinstimmung  mit  der  Vorinstanz  ist  festzuhalten,  dass  die 
Asylvorbringen  des  Beschwerdeführers  in  wesentlichen  Punkten  wider­
sprüchlich ausgefallen sind. So machte er anlässlich der Kurzbefragung 
zunächst  geltend,  er  habe  bei  der  ATI  keine  besondere  Funktion 
innegehabt,  er  sei  nur  politischer  Arbeiter  gewesen  (A  2/11  S.  5),  um 

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später sowie bei der Anhörung anzugeben, er habe eine  führende Rolle 
in  seinem  Gebiet  gehabt,  er  sei  für  die  Studenten,  die  in  Chawinda 
gewohnt  hätten,  zuständig  gewesen  (A  2/11  S.  6,  A  9/12  S.  7). 
Widersprüchlich  äusserte  er  sich  auch  zu  seinen Tätigkeiten  als  lokaler 
Führer der ATI: So gab er anlässlich der Anhörung zu Protokoll, er habe 
lediglich die örtlichen Schüler zusammengetrommelt und zu Streitigkeiten 
insbesondere  mit  gegnerischen  Organisationen  sowie  zu  Demos 
hingebracht  (A  9/12  S.  7  F63),  währenddem  er  in  der  Beschwerde 
vorbrachte,  er  habe  als  lokaler  Führer  Schutzgelder  von 
Transportunternehmen  eingetrieben,  sich  um  die  Beschaffung  von 
Spendengeldern  bemüht  sowie  Demos  und  andere  Veranstaltungen 
organisiert  (Beschwerdeschrift,  S.  5).  Im  Weiteren  sagte  der 
Beschwerdeführer  anlässlich  der  Kurzbefragung  aus,  er  sei  am  5. 
November  2010  von  seinen  Kollegen  der  Studentenbewegung  entführt 
worden  (A  2/11  S.  5),  bei  der  Anhörung  brachte  er  dagegen  vor,  man 
habe  ihn  und  seine Frau  am 4. November  2010  entführt  (A  9/12 S.  5). 
Überdies führte er anlässlich der Kurzbefragung aus, der Imam habe die 
Polizei gerufen, die ihn am 6. November 2010 verhaftet habe (A 2/11 S. 5 
f.),  um  bei  der  Anhörung  geltend  zu  machen,  er  wisse  nicht,  wer  die 
Polizei  bestellt  habe,  die  ihn  verhaftet  habe  (A  9/12  S.  5).  Ausserdem 
sagte der Beschwerdeführer anlässlich der Kurzbefragung aus, er wisse 
nicht,  ob  sein Onkel  dem Polizisten,  der  sie  vor  seiner  Flucht  aus  dem 
Spital am 7. November 2010 in die Kantine begleitet habe, Geld gegeben 
habe  (A  2/11   S.  7),  wohingegen  er  anlässlich  der  Anhörung  geltend 
machte, sein Onkel habe den Polizisten bestochen (A 9/12 S. 6).

Die persönliche Glaubwürdigkeit des Beschwerdeführers ist auch deshalb 
in  Frage  gestellt,  weil  er  unbegründet  wesentliche 
Sachverhaltsvorbringen  erst  bei  der  Anhörung  vorbrachte.  So  sagte  er 
anlässlich  der  Anhörung  aus,  am  6.  November  2011  seien  er  und 
F._______ auf einen offenen Platz am Dorfrand von E._______ gebracht 
worden,  wo  man  sie  vor  vielen  anwesenden  Leuten  gefoltert  habe, 
woraufhin F._______ gestorben sei (A 9/12 S. 5). Bei der Kurzbefragung 
erwähnte er dies noch mit  keinem Wort, obwohl er damals ausreichend 
Gelegenheit dazu gehabt hätte (A 2/11 S. 5 ff.). Zudem gab er anlässlich 
der Anhörung zu Protokoll, es habe ein Komplott der Grossgrundbesitzer, 
der Politiker, der Studentengewerkschaften, der  Islamisten sowie seines 
Schwiegervaters gegen ihn gegeben (A 9/12 S. 6). Bei der Kurzbefragung 
brachte er nicht ansatzweise solches vor, was nicht nachvollziehbar ist.

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Gegen die Glaubhaftigkeit der geltend gemachten Verfolgungsvorbringen 
spricht  ausserdem  der Umstand,  dass  der  Beschwerdeführer  anlässlich 
der Anhörung nicht  in der Lage war, substanziierte Angaben hinsichtlich 
des Aufbaus  der ATI  zu machen  (A  9/12 S.  7  f.),  obwohl  er  ein  lokaler 
Führer  dieser  Studentenorganisation  gewesen  sein  will  (A  9/12  S.  7). 
Hätte er tatsächlich – wie behauptet – diese Stellung innegehabt, hätte er 
diesbezüglich  detaillierter  Auskunft  auch  bezüglich  seines  persönlichen 
Aufgabenbereichs,  geben  können  und  müssen.  Die  diesbezüglichen 
Ausführungen in der Rechtsmittelschrift, er habe zu den für ihn relevanten 
Ansprechpersonen  genaue  Angaben  machen  und  Namen  nennen 
können, vermögen an dieser Einschätzung nichts zu ändern.

Unglaubhaft  ist  überdies  die  Behauptung  des  Beschwerdeführers,  es 
habe  ein  Komplott  der  Grossgrundbesitzer,  der  Politiker,  der 
Studentengewerkschaften,  der  Islamisten  sowie  seines Schwiegervaters 
gegen  ihn  gegeben,  da  er  zusammen  mit  anderen  eine  "getrennte" 
Studentenorganisation  habe  gründen  wollen  (A  9/12  S.  6),  zumal  nicht 
nachvollziehbar ist, dass lediglich wegen einer geplanten Gründung einer 
neuen  Studentenorganisation  ein  derart  umfangreiches  Komplott  gegen 
ihn  hätte  gebildet werden  sollen.  Abgesehen  davon  ist  es  aufgrund  der 
gesellschaftlichen  Gegebenheiten  in  Pakistan  unrealistisch,  dass  der 
Schwiegervater  des  Beschwerdeführers,  ein  Christ,  sich  zusammen mit 
Islamisten daran beteiligt haben soll. 

Schliesslich  ist  die  Behauptung  des  Beschwerdeführers,  er  sei  mit 
F._______  liiert  gewesen,  nicht  glaubhaft,  da  er  diesbezüglich 
unsubstanziierte  und  unrealistische  Aussagen  machte.  So  war  er 
insbesondere  nicht  in  der  Lage   anzugeben,  seit   wann  er   eine  
Beziehung   mit   F._______  gehabt   habe   (A  9/12  S.  9),  was  nicht 
nachvollziehbar  ist.  Zudem  erscheint  die  Aussage  des 
Beschwerdeführers, die Quartierbewohner sowie seine Eltern hätten von 
dieser  Beziehung  nichts  gewusst,  in  Berücksichtigung  der  angeblich 
strenggläubigen  Dorfbewohner  von  E._______  (vgl.  A  9/12  S.  10) 
realitätsfremd,  zumal  der Beschwerdeführer  geltend machte,  F._______ 
sei überall dabei gewesen, habe ihn zu Hause besucht, ihn gegen seinen 
Vater verteidigt, für ihn gekocht und ihm Geschenke gebracht (A 9/12 S. 
9 f.). Die behauptete Liaison mit F._______ erscheint auch im Kontext der 
gesellschaftlichen  Strukturen  in  Pakistan  nicht  nachvollziehbar,  da 
F._______ angeblich aus einer christlichen Familie stammte und es sich 
beim Vater des Beschwerdeführers um einen strengen Mann handeln soll 
(A  9/12  S.  9).  Die  diesbezüglichen  Ausführungen  in  der  Beschwerde 

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vermögen an dieser Einschätzung nichts zu ändern, so insbesondere die 
Behauptung,  es  sei  für  die  Familie  von  F._______  eine Ehre  gewesen, 
wenn  er  F._______  beim  Studium  geholfen  habe,  da  er  aus  einer 
gesellschaftlich besser gestellten Familie stamme.

Gestützt auf das vorstehend Ausgeführte  ist zu schliessen, dass es sich 
bei der  von  ihm geltend gemachten Verfolgung  in Pakistan  lediglich um 
ein Konstrukt handelt. Die zahlreich eingereichten Beweismittel sind nicht 
geeignet,  die  behauptete  Verfolgung  glaubhaft  zu  machen,  zumal  es 
gerichtsnotorisch ist, dass insbesondere Asylbewerber aus Pakistan unter 
Inanspruchnahme  unlauterer  Machenschaften  behördliche  und  andere 
Dokumente zur Stützung ihrer Asylvorträge beibringen (vgl. EMARK 1994 
Nr.  26  S.  194),  weshalb  der  Beweiswert  der  zu  den  Akten  gereichten 
Beweismittel  nur  als  gering  einzustufen  ist.  Im  Übrigen  erstaunt  in 
Berücksichtigung  der  Vorbringen  des  Beschwerdeführers,  seine  ganze 
Familie  sei  gegen  ihn  (A  9/12  S.  9),  dass  ihm  sein  Cousin  und  sein 
Bruder geholfen haben sollen, diese Beweismittel beizubringen. 

An  der Unglaubhaftigkeit  der  geltend  gemachten Verfolgungsvorbringen 
ändert auch nichts, dass im ärztlichen Bericht von Dres. med. J._______ 
und  K._______  vom  4.  August  2011  festgehalten  wird,  der 
Beschwerdeführer  leide  aufgrund  der  von  ihm  geltend  gemachten 
Vorbringen  in  seinem  Heimatland  an  einer  posttraumatischen 
Belastungsstörung  sowie  initial  schweren  depressiven  Episoden  ohne 
psychotische Symptome. Vorliegend wird  eine  allfällige  Traumatisierung 
des Beschwerdeführers  seitens  des Bundesverwaltungsgerichts  nicht  in 
Abrede  gestellt.  Was  indes  die  Feststellbarkeit  der  Ursachen  einer 
Traumatisierung  betrifft,  so  hat  die  vormalige  Schweizerische 
Asylrekurskommission bereits  im Jahre 1994  in einem unveröffentlichten 
Urteil vom 25. Mai 1994  (auszugsweise publiziert  in Asyl 1994/4, S. 92) 
ausgeführt:  "Glaubhaft  gemacht  ist  aufgrund  der  gutachterlichen 
Feststellung einer posttraumatischen Belastungsstörung einzig, dass die 
Beschwerdeführerin  ein  traumatisierendes  Ereignis  erlebt  haben  muss. 
Die  genauen  Umstände  dieses  Erlebnisses  –  was  für  die  Frage  der 
Asylrelevanz  von  entscheidender  Bedeutung  wäre  –  bleiben  indessen 
unklar. Da im Asylverfahren für den Nachweis der Flüchtlingseigenschaft 
– trotz  des  herabgesetzten  Beweismassstabs  und  des  dabei  geltenden 
Untersuchungsgrundsatzes – der/die Asylgesuchsteller/in die Beweislast 
(d.h. die Folgen des misslungenen Nachweises)  trägt, kann aus diesem 
Grund der Beschwerdeführerin die Flüchtlingseigenschaft nicht zuerkannt 
werden".  Dieser  Beurteilung  der  Beweiskraft  einer  psychiatrischen 

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Diagnose  ist  auch  im  vorliegenden  Verfahren  zuzustimmen.  "Mit 
psychiatrisch­psychotherapeutischen  Mitteln  kann  nicht  sicher 
erschlossen  werden,  ob  tatsächlich  in  der  Vorgeschichte  ein  Ereignis 
vorlag und wie dieses geartet war" (MARTIN LEONHARDT/KLAUS FOERSTER, 
Probleme  bei  der  Begutachtung  der  posttraumatischen 
Belastungsstörung,  in:  Der medizinische  Sachverständige  99  [2003],  S. 
151).  Die  beim  Beschwerdeführer  diagnostizierte  posttraumatische 
Belastungsstörung  bildet  keinen  Hinweis  für  asylrechtlich  relevante 
Ereignisse  (vgl.  auch  Urteil  des   Bundesverwaltungsgerichts   D­
5266/2006   vom   29.   Januar  2008   E.  3.4  S.  11),  zumal,  wie  bereits 
dargelegt  wurde,  die  Asylvorbringen  des  Beschwerdeführers  als 
unglaubhaft zu erachten sind. Bei dieser Sachlage sind den eingereichten 
medizinischen  Unterlagen  keine  stichhaltigen  Hinweise  für  eine  mit 
überwiegender Wahrscheinlichkeit  bestehende  asylrelevante  Verfolgung 
zu  entnehmen,  da  die Ursachen  der  diagnostizierten  posttraumatischen 
Belastungsstörung nicht zweifelsfrei eruierbar sind.

Zusammenfassend  ist  somit  festzustellen,  dass  es  dem 
Beschwerdeführer  nicht  gelungen  ist,  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu 
machen, dass er in der Heimat ernsthafte Nachteile gemäss Art. 3 AsylG 
erlitten hat oder solche bei der Ausreise zu befürchten hatte oder im Falle 
einer Rückkehr  nach Pakistan  befürchten müsste. Nach  dem Gesagten 
erübrigt es sich, auf die Ausführungen und Einwände in der Beschwerde 
beziehungsweise die eingereichten Beweismittel weiter einzugehen, weil 
sie  nicht  zu  einer  von  der  Vorinstanz  veränderten  Betrachtungsweise 
führen. Das BFM hat das Asylgesuch des Beschwerdeführers demnach 
zu Recht abgelehnt. 

7. 
7.1. Lehnt  das Bundesamt  das Asylgesuch  ab  oder  tritt  es  darauf  nicht 
ein,  so  verfügt  es  in  der  Regel  die Wegweisung  aus  der  Schweiz  und 
ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit 
der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

7.2. Der Beschwerdeführer  verfügt weder  über  eine  ausländerrechtliche 
Aufenthaltsbewilligung  noch  über  einen  Anspruch  auf  Erteilung  einer 
solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 
Abs. 1 AsylG; BVGE 2009/50 E. 9.).

8. 

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8.1.  Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 
nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach 
den  gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von 
Ausländern  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des  Bundesgesetzes 
vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer  [AuG, 
SR 142.20]).

Bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen  gilt 
gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  und  der 
vormaligen  ARK  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der 
Flüchtlingseigenschaft, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte 
Beweis  möglich  ist,  und  andernfalls  wenigstens  glaubhaft  zu  machen 
(WALTER  STÖCKLI,  Asyl,  in:  Uebersax/Rudin/Hugi  Yar/Geiser  [Hrsg.], 
Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148).

8.2. 
8.2.1.  Der  Vollzug  ist  nicht  zulässig,  wenn  völkerrechtliche 
Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des 
Ausländers  in  den  Heimat­,  Herkunfts­  oder  einen  Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG).

So  darf  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land 
gezwungen  werden,  in  dem  ihr  Leib,  ihr  Leben  oder  ihre  Freiheit  aus 
einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie 
Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden 
(Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom 
28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]).

Gemäss  Art. 25  Abs. 3  BV,  Art. 3  des  Übereinkommens  vom 
10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche 
oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe  (FoK,  SR 0.105)  und  der 
Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutz der 
Menschenrechte  und  Grundfreiheiten  (EMRK,  SR 0.101)  darf  niemand 
der  Folter  oder  unmenschlicher  oder  er­niedrigender  Strafe  oder 
Behandlung unterworfen werden.

8.2.2.  Die  Vorinstanz  wies  in  der  angefochtenen  Verfügung  zutreffend 
darauf  hin,  dass  der  Grundsatz  des  flüchtlingsrechtlichen  Non­
Refoulement  nur  Personen  schützt,  die  die  Flüchtlingseigenschaft 

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erfüllen.  Da  es  dem  Beschwerdeführer  nicht  gelungen  ist,  eine 
asylrechtlich  erhebliche  Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu 
machen,  kann  das  in  Art. 5  AsylG  verankerte  Prinzip  der 
Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. 
Eine Rückkehr des Beschwerdeführers nach Pakistan ist demnach unter 
dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig.

Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers 
noch  aus  den  Akten  Anhaltspunkte  dafür,  dass  er  für  den  Fall  einer 
Ausschaffung  nach  Pakistan  dort  mit  beachtlicher  Wahrscheinlichkeit 
einer  nach  Art. 3  EMRK  oder  Art. 1  FoK  verbotenen  Strafe  oder 
Behandlung  ausgesetzt  wären.  Gemäss  Praxis  des  Europäischen 
Gerichtshofes  für  Menschenrechte  (EGMR)  sowie  jener  des  UN­Anti­
Folterausschusses  müsste  der  Beschwerdeführer  eine  konkrete  Gefahr 
("real  risk")  nachweisen  oder  glaubhaft machen,  dass  ihm  im Fall  einer 
Rückschiebung  Folter  oder  unmenschliche  Behandlung  drohen  würde 
(vgl.  EGMR  [Grosse  Kammer],  Saadi  gegen  Italien,  Urteil  vom 
28. Februar  2008, Beschwerde Nr. 37201/06,  §§ 124 ­ 127, mit weiteren 
Hinweisen). Das ist jedoch vorliegend nicht der Fall, da – wie vorstehend 
unter Ziffer 5.4. der Erwägungen dargelegt wird – die geltend gemachte 
Verfolgungssituation  nicht  geglaubt  werden  kann.  Auch  die  allgemeine 
Menschenrechtssituation in Pakistan lässt den Wegweisungsvollzug zum 
heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig erscheinen. 

Wie  dem  ärztlichen  Bericht  von  Dres.  med.  J._______  und  K._______ 
(Externe  Psychiatrische  Dienste  I._______)  vom  4.  August  2011  zu 
entnehmen  ist,  wurde  beim  Beschwerdeführer  eine  posttraumatischen 
Belastungsstörung (ICD­10; F43.1) sowie eine initial schwere depressive 
Episode  ohne  psychotische  Symptome  (ICD­10;  F32.2)  diagnostiziert. 
Diese  gesundheitlichen  Probleme  stellen  selbst  dann  unter  dem 
Blickwinkel von Art. 3 EMRK kein völkerrechtliches Vollzugshindernis dar, 
wenn  in seinem Heimatland der medizinische Standard schlechter als  in 
der  Schweiz  wäre,  da  die  Ausweisung  einer  unter  gesundheitlichen 
Beschwerden  leidenden  Person  nur  unter  ganz  aussergewöhnlichen 
Umständen  eine  Verletzung  von  Art.  3  EMRK  zur  Folge  hat  (vgl.  Urteil 
des  EGMR  vom  27.  Mai  2008  i.S.  N.  gegen  Vereinigtes  Königreich 
[Grossbritannien], Ziffn. 34, 42, 43, 44, Beschwerde Nr. 26565/05; BVGE 
2009/2  E.  9.1.3;  EMARK  2004  Nr.  6  E.  7  S.  40  ff.).  Solche  ganz 
aussergewöhnlichen  Umstände  sind  vorliegend  nicht  gegeben,  zumal 
sich der Zustand des Beschwerdeführers gemäss dem ärztlichen Bericht 
vom 4. August 2011 etwas stabilisiert hat. 

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Im erwähnten ärztlichen Bericht vom 4. August 2011 wird zudem geltend 
gemacht,  dass  es  bei  einer  Rückkehr  des  Beschwerdeführers  in  sein 
Heimatland  voraussichtlich  zu  einer  Retraumatisierung  verbunden  mit 
erneuter  akuter  Suizidalität  kommen  werde.  Im  Falle  einer  drohenden 
Suizidalität ist nach dem EGMR der wegweisende Staat nicht verpflichtet, 
vom  Vollzug  der  Ausweisung  Abstand  zu  nehmen;  solange  er 
Massnahmen  ergreift,  um  die  Umsetzung  der  Suiziddrohung  zu 
verhindern,  vermag  die  Ausschaffung  nicht  gegen  Art.  3  EMRK  zu 
verstossen  (vgl.  den  Unzulässigkeitsentscheid  des  EGMR  vom  7. 
Oktober 2004 i.S. Dragan und andere gegen Deutschland, Nr. 33743/03, 
angeführt in EMARK 2005 Nr. 23 E. 5.1 S. 212). Der geltend gemachten 
Suizidalität  des  Beschwerdeführers  ist  deshalb  durch  Heranziehen  von 
medizinischem Fachpersonal bei der Ausschaffung Rechnung zu tragen.

Nach  dem Gesagten  ist  der  Vollzug  der Wegweisung  sowohl  im  Sinne 
der asyl­ als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig.

8.3. 
8.3.1. Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug  für Ausländerinnen 
und  Ausländer  unzumutbar  sein,  wenn  sie  im  Heimat­  oder 
Herkunftsstaat  auf  Grund  von  Situationen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg, 
allgemeiner  Gewalt  und  medizinischer  Notlage  konkret  gefährdet  sind. 
Wird  eine  konkrete  Gefährdung  festgestellt,  ist  –  unter  Vorbehalt  von 
Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. 

8.3.2.  In Pakistan  herrscht  zur  Zeit weder Krieg  oder Bürgerkrieg,  noch 
liegt eine Situation allgemeiner Gewalt vor. Es bleibt demnach zu prüfen, 
ob  individuelle  Gründe  vorliegen,  die  eine  Rückkehr  des 
Beschwerdeführers  in  seinen  Heimatstaat  als  unzumutbar  erscheinen 
lassen.  Insbesondere  ist  zu  prüfen,  ob  die  geltend  gemachten 
gesundheitlichen Beschwerden ein individuelles Vollzugshindernis bilden.

8.3.3. Nach der Praxis des Bundesverwaltungsgerichts kann im Rahmen 
der Tatbestandsvariante der medizinischen Notlage im Sinne von Art. 83 
Abs.  4  AuG  nur  dann  auf  Unzumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs 
geschlossen werden, wenn eine notwendige medizinische Behandlung im 
Heimatland nicht zur Verfügung steht und die Rückkehr zu einer raschen 
und  lebensgefährdenden  Beeinträchtigung  des  Gesundheitszustandes 
der  betroffenen  Person  führt,  wobei  als  wesentlich  die  allgemeine  und 
dringende  medizinische  Behandlung  erachtet  wird,  welche  zur 
Gewährleistung einer menschenwürdigen Existenz absolut notwendig ist. 

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Unzumutbarkeit  liegt  jedenfalls  dann  noch  nicht  vor,  wenn  im  Heimat­ 
oder  Herkunftsstaat  eine  nicht  dem  schweizerischen  Standard 
entsprechende medizinische Behandlung möglich ist (vgl. BVGE 2009 Nr. 
2 E. 9.3.2, mit einem Hinweis auf EMARK 2003 Nr. 24 E. 5a und 5b).

8.3.4.  Im  ärztlichen  Bericht  von  Dres.  med.  J._______  und  K._______ 
vom  4.  August  2011  wird  im  Wesentlichen  festgehalten,  dass  der 
Beschwerdeführer  unter  einer  posttraumatischen  Belastungsstörung 
(ICD­10;  F43.1)  sowie  einer  initial  schweren  depressiven  Episode  ohne 
psychotische  Symptome  (ICD­10;  F32.2)  leide.  Bezüglich  Behandlung 
des Beschwerdeführers wird im Bericht ausgeführt, dass diese aus einer 
psychopharmakologischer Begleitung,  psychoedukativen Elementen und 
kognitivverhaltenstherapeutisch  orientierten  Einzelsitzungen,  welche  je 
nach  Zustandsbild  in  wöchentlichen  bis  zweiwöchentlichen  Anständen 
stattfänden,  bestehe.  Es  wird  im  Bericht  festgehalten,  dass  diese 
Behandlung zur Begleitung und Stabilisierung des Zustandsbildes weiter 
fortgeführt werden sollte.

8.3.5.  Gemäss  Einschätzungen  des  U.S.  State  Departement  und  des 
U.K.  Home  Office  präsentiert  sich  die  qualitative  Situation  des 
pakistanischen  Gesundheitswesens  (mit  Ausnahmen)  in  einem 
schlechten Zustand. In Pakistan existiert kein staatliches und garantiertes 
soziales  Sicherheitsnetz  mit  Leistungsanspruch  auf  der  Grundlage 
individueller  Beitragszahlungen.  Qualitativ  und  quantitativ  hochwertige 
Leistungen  im  Gesundheitswesen  werden  in  erster  Linie  von  privaten 
Hospitälern  angeboten,  die  sich  fast  ausschliesslich  in  urbanen 
Gegenden  befinden.  In  ländlichen  Gebieten  ist  die  medizinische 
Versorgung  deshalb  als  schlechter  zu  qualifizieren  als  in  städtischen. 
Trotz des Umstandes, dass die allgemeinen Zustände im pakistanischen 
Gesundheitswesens nicht an westliche Standards heranreichen, ist davon 
auszugehen, dass Pakistan eine weitgehend funktionierende Infrastruktur 
auch  im  Gesundheitswesen  aufweist.  Dies  ist  insbesondere  in 
Grossstädten wie Islamabad, Karachi und Lahore der Fall. Da in Pakistan 
keine allgemeine Krankenversicherung existiert, muss ein Patient  in den 
meisten  Fällen  selbst  für  die  Kosten  der  Behandlung  aufkommen.  Dies 
gilt  insbesondere  für  Medikamente,  welche  der  Patient  benötigt. 
Arztkonsultationen können – vor allem bei staatlich geführten Institutionen 
– unentgeltlich oder zu einem  reduzierten Preis  in Anspruch genommen 
werden.  Staatliche  Unterstützung  kann  einem  Patienten  in  gewissen 
Fällen gewährt werden,  ist aber unüblich und wird stets von Fall zu Fall 
von  den  Behörden  vor  Ort  geprüft  (vgl.  FLORIAN  LÜTHI/MICHAEL 

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KIRSCHNER,  Pakistan:  Behandlung  von  Personen  mit  kardiovaskulären 
Insuffizienzen  in  Lahore,  Auskunft  der  SFH­Länderanalyse, 
Schweizerische  Flüchtlingshilfe  [SFH],  27.  April  2005,  mit 
entsprechenden  Quellenangaben).  Aufgrund  des  soeben  Ausgeführten 
und des Hinweises  im ärztlichen Bericht von Dres. med. J._______ und 
K._______ vom 4. August 2011, wonach eine Depression sicherlich auch 
in  Pakistan  entsprechend  behandelt  werden  könne,  ist  anzunehmen, 
dass der Beschwerdeführer die notwendige medizinische Behandlung  in 
seinem Heimatland grundsätzlich erhältlich machen kann, dies auch unter 
Berücksichtigung,  dass  sich  das  Dorf  E._______,  wo  der 
Beschwerdeführer  vor  seiner  Ausreise  aus  Pakistan  gelebt  hat,  und 
wohin er wahrscheinlich auch  zurückkehren wird,  relativ  nahe der Stadt 
Islamabad befindet. 

Wie  vorstehend unter Ziffer  5.4.  der Erwägungen  festgestellt wird,  kann 
die  vom Beschwerdeführer  geltend  gemachte Verfolgungssituation  nicht 
geglaubt  werden,  weswegen  davon  auszugehen  ist,  dass  seine 
gesundheitlichen  Beschwerden  nicht  darauf  zurückzuführen  sind, 
sondern eine andere Ursache haben. Entgegen der im ärztlichen Bericht 
vom  4.  August  2011  vertretenen  Meinung  ist  demnach  auch  nicht 
anzunehmen,  er  werde  bei  einer  Rückkehr  nach  Pakistan  eine 
Retraumatisierung  erleiden.  Aufgrund  der  Unglaubhaftigkeit  der  vom 
Beschwerdeführer  geltend gemachten Asylvorbringen  kann  zudem nicht 
geglaubt werden, dass er von seiner Familie verstossen wurde, wie das 
von  ihm behauptet wird. Es  ist  deshalb davon auszugehen, dass er bei 
einer Rückkehr in sein Heimatland bei der Finanzierung der notwendigen 
medizinischen  Behandlungen  durch  seine  Eltern  und  Geschwister 
unterstützt  wird.  Dem  Beschwerdeführer  ist  es  überdies  unbenommen, 
beim  BFM  einen  Antrag  auf medizinische Rückkehrhilfe  zu  stellen  (vgl. 
Art.  75  der  Asylverordnung  2  vom  11.  August  1999  über 
Finanzierungsfragen  [AsylV  2,  SR  142.312]).  Betreffend  die  weitere 
Finanzierung  der  medizinischen  Behandlung  ist  festzuhalten,  dass  der 
Wegweisungsvollzug  auch  zumutbar  ist,  wenn  die  medizinische 
Behandlung nicht  lebenslang sichergestellt  ist  (vgl. EMARK 2003 Nr. 24 
E.  5e).  Der  Umstand,  dass  die  Behandlungsmöglichkeiten  im 
Herkunftsland  nicht  dem  medizinischen  Standard  in  der  Schweiz 
entsprechen,  macht  den  Vollzug  der  Wegweisung  für  den 
Beschwerdeführer  nicht  unzumutbar;  dies  wäre  einzig  dann  der  Fall, 
wenn  die  ungenügende  Möglichkeit  der  Weiterbehandlung  eine 
drastische  und  lebensbedrohende  Verschlechterung  des 
Gesundheitszustandes  nach  sich  ziehen  würde  (vgl.  BVGE  2009/2  E. 

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9.3.2.),  was  vorliegend  aufgrund  der  Akten  sowie  der  in  der  Heimat 
bestehenden  Behandlungsmöglichkeiten  nicht  zutrifft.  Es  ist  damit 
zusammenfassend  festzustellen,  dass  die  gesundheitlichen  Probleme 
des Beschwerdeführers kein Wegweisungsvollzugshindernis darstellen.

8.3.6. Auch sind keine sonstigen individuellen Gründe ersichtlich, welche 
gegen die Zumutbarkeit einer Rückkehr des Beschwerdeführers  in seine 
Heimat  sprechen  würden.  Der  Beschwerdeführer  hat  bis  zu  seiner 
Ausreise im November 2010 immer in Pakistan gewohnt und ist daher mit 
den dortigen Lebensumständen bestens vertraut. Er hat zudem eine sehr 
gute Ausbildung und spricht neben Urdu und Punjabi auch gut Englisch, 
ausserdem  leben  seine  Eltern  und  seine  acht  Geschwister  in  seiner 
Heimat.  Diese  Fakten  werden  ihm  eine  Reintegration  erleichtern.  Die 
Rückkehrhilfe  der  Schweiz  wird  ihm  den  Wiedereinstieg  in  Pakistan 
ebenfalls  erleichtern  (vgl.  Art.  62  AsylV  2).  Schliesslich  ist  darauf 
hinzuweisen, dass blosse soziale und wirtschaftliche Schwierigkeiten, von 
denen  die  ansässige  Bevölkerung  im  Allgemeinen  betroffen  ist,  nicht 
genügen,  um  eine  Gefährdung  im  Sinne  von  Art. 83  Abs.  4  AuG 
darzustellen (vgl. BVGE 2008/34 E. 11.2.2). 

8.3.7. Nach dem Gesagten  ist  der Vollzug der Wegweisung  somit  auch 
als zumutbar zu bezeichnen. 

8.4.  Schliesslich  obliegt  es  dem  Beschwerdeführer,  sich  bei  der 
zuständigen  Vertretung  des  Heimatstaates  die  für  eine  Rückkehr 
notwendigen  Reisedokumente  zu  beschaffen  (Art.  8  Abs.  4  AsylG,  vgl. 
BVGE 2008/34 E.12 S. 513 ­ 515), weshalb der Vollzug der Wegweisung 
auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG).

8.5.  Insgesamt  ist  der  durch  die  Vorinstanz  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung  zu  bestätigen.  Die  Vorinstanz  hat  diesen  zu  Recht  als 
zulässig,  zumutbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten  fällt  eine 
Anordnung der  vorläufigen Aufnahme ausser Betracht  (Art.  83 Abs.  1­4 
AuG).

9. 
Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung 
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und 
vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art.  106  AsylG).  Die 
Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

10. 

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10.1.  Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  wären  die  Kosten  dem 
Beschwerdeführer  aufzuerlegen  (Art.  63  Abs.  1  VwVG).  Der 
Beschwerdeführer  ersuchte  um  die  Gewährung  der  unentgeltlichen 
Rechtspflege  im  Sinne  von  Art.  65  Abs.  1  VwVG.  Danach  kann  die 
Beschwerdeinstanz  eine  bedürftige  Partei,  deren  Begehren  nicht 
aussichtslos  erscheinen,  auf  Gesuch  davon  befreien,  Verfahrenskosten 
zu bezahlen. 

10.2. Es  ist  von  der  Bedürftigkeit  des  Beschwerdeführers  auszugehen. 
Auch  können  die  Begehren  der  Beschwerde  (zumindest  im 
Wegweisungsvollzugspunkt)  nicht  als  aussichtslos  bezeichnet  werden. 
Das Gesuch  um Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  ist  somit 
gutzuheissen, weshalb keine Verfahrenskosten aufzuerlegen sind. 

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. 
Das Gesuch um Gewährung der  unentgeltlichen Rechtspflege  im Sinne 
von Art. 65 Abs. 1 VwVG wird gutgeheissen. 

3. 
Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

4. 
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Robert Galliker Matthias Jaggi

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