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**Case Identifier:** 6c39c493-5b94-5ffd-ae60-1f81bbe98316
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-05-17
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 17.05.2016 IV 2014/214 + IV 2014/503
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2014-214---IV-201_2016-05-17.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2014/214 + IV 2014/503

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 21.10.2019

Entscheiddatum: 17.05.2016

Entscheid Versicherungsgericht, 17.05.2016
Art. 13 IVG, 12 IVG, Art. 53 Abs. 2 ATSG. Wenn bei minderjährigen 
Versicherten medizinische Massnahmen nicht gestützt auf Art. 13 IVG 
gewährt werden können, ist subsidiär zu prüfen, ob eine Leistungszusprache 
gestützt auf Art. 12 IVG möglich ist (Entscheid des Versicherungsgerichts 
des Kantons St. Gallen vom 17. Mai 2016, IV 2014/214 und IV 2014/503).

Besetzung

Präsidentin Karin Huber-Studerus, Versicherungsrichterin Monika Gehrer-Hug, 

Versicherungsrichter Ralph Jöhl; Gerichtsschreiberin Nadja Francke Zubair

Geschäftsnr.

IV 2014/214, IV 2014/503

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

gesetzlich vertreten durch B.___,

dieser vertreten durch Advokat lic. iur. Martin Boltshauser,

c/o Procap Schweiz, Frohburgstrasse 4, Postfach, 4601 Olten,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

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Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

medizinische Massnahmen

Sachverhalt

A. 

A.a  A.___ wurde am 3. Oktober 2007 von ihren Eltern zum Bezug von Leistungen der 

Invalidenversicherung bei der IV-Stelle des Kantons Zürich angemeldet (IV-act. 1, 3). 

Dr. med. C.___, Spezialärztin FMH für Orthopädische Chirurgie und leitende Ärztin für 

Kinderorthopädie am Kantonsspital Winterthur, berichtete den Eltern der Versicherten 

am 15. Oktober 2007, dass bei der Versicherten als Folge der schweren infektiösen 

Erkrankung eine Mitbetroffenheit des rechten Hüftgelenks bestehe. Im durchgeführten 

MRI habe sich eine Hüftkopfnekrose bis zum Schenkelhals rechts gezeigt. Es 

bestünden ein praktisch steifes Hüftgelenk rechts und ein Verdacht auf Ausrenkung. 

Die Erstbehandlung erfolge wie bei einer angeborenen Hüftausrenkung mit Overhead-

Extension (IV-act. 4). In einem Bericht der Klinik für Neonatologie am Universitätsspital 

Zürich vom 30. Oktober 2007 wurden als Diagnosen Frühgeburt mit einem 

Geburtsgewicht von 1‘330 Gramm (Ziff. 494 der Verordnung über Geburtsgebrechen 

[GgV; SR 831.232.21]) sowie Atemnotsyndrom (Ziff. 497 GgV) genannt (IV-act. 7). 

Gestützt auf diesen Bericht erteilte die IV-Stelle Zürich mit den Mitteilungen vom 8. 

November 2007 Kostengutsprache für die Behandlung der Geburtsgebrechen Ziff. 494 

und 497 (IV-act. 8, 9).

A.b In einem Bericht des Ostschweizer Kinderspitals vom 22. Januar 2008 nannte die 

behandelnde Ärztin als Diagnosen eine Femurkopfnekrose rechts nach Osteomyelitis 

und neonataler Staphylokokkus aureus-Sepsis sowie eine Hüftluxation rechts. Sie hielt 

fest, es liege das Geburtsgebrechen Ziff. 183 (angeborene Hüftverrenkung und 

angeborene Fehlentwicklung des Hüftgelenks) vor (IV-act. 12). Mit einer Mitteilung vom 

30. Januar 2008 erteilte die IV-Stelle Zürich für die Behandlung des Geburtsgebrechens 

Ziff. 183 eine bis 31. August 2012 wirksame Kostengutsprache (IV-act. 13).

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A.c  Nach einem Umzug der Versicherten in den Kanton St. Gallen überwies die IV-

Stelle Zürich am 12. Juni 2008 die Akten an die neu zuständige IV-Stelle des Kantons 

St. Gallen (IV-act. 16). In einem Verlaufsbericht des Ostschweizer Kinderspitals vom 

4. April 2011 wurden folgende Diagnosen angegeben: Status nach Hüftkopfnekrose 

nach Säuglingscoxitis sowie Status nach Schenkelhalsverlängerung mit schräger 

Doppel-Osteotomie des proximalen Femurs und Distalisierung des Trochanter major 

am 6. Januar 2011 bei fehlendem Hüftkopf und Schenkelhals rechts. Als medizinische 

Therapiemassnahme verordneten die Ärzte Physiotherapie (IV-act. 23). Mit einer 

Mitteilung vom 18. April 2011 sprach die IV-Stelle im Rahmen der Behandlung des 

Geburtsgebrechens Ziff. 183 die Kosten für die ärztlich verordnete ambulante 

Physiotherapie vom 11. März 2011 bis 31. März 2012 zu (IV-act. 24).

A.d Am 6. Mai 2011 ersuchten die Eltern der Versicherten bei der IV-Stelle um 

Kostengutsprache für Hilfsmittel, namentlich für Schuhabänderungen und Gehhilfen 

(IV-act. 25). Der Regionale Ärztliche Dienst der IV-Stelle (RAD) hielt am 20. Juli 2011 

fest, die postoperativen Massnahmen stünden mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 

mit dem Geburtsgebrechen Ziff. 183 im Zusammenhang (IV-act. 27). Am 14. Oktober 

2011 erteilte die IV-Stelle eine Kostengutsprache für die beantragten Hilfsmittel (IV-act. 

32). Seitens des Ostschweizer Kinderspitals erfolgte im Verlaufsbericht vom 

2. Dezember 2011 ein weiteres Gesuch um Hilfsmittel in Form einer Schuherhöhung 

um 4 cm rechts bei zunehmender Beinlängendifferenz bei manifester Hüftpathologie 

(IV-act. 34). Auch dieses Gesuch hiess die IV-Stelle nach Rücksprache mit dem RAD 

(IV-act. 35) mit einer Mitteilung vom 19. März 2012 gut und erteilte die 

Kostengutsprache für orthopädische Änderungen an Konfektionsschuhen nach 

ärztlicher Verordnung ab 15. November 2011 bis 30. November 2021 (IV-act. 36).

A.e  Am 4. Juni 2012 nannte die behandelnde Ärztin des Ostschweizer Kinderspitals als 

Diagnosen den Status nach Säuglingscoxitis mit Untergang von Hüftkopf und 

Schenkelhals rechts, den Status nach multiplen Voroperationen zur 

Schenkelhalsverlängerung und Reposition sowie Beckenosteotomien rechts, die 

Entfernung von 5 Kirschnerdrähten, Fixateur-Externe und winkelstabiler 3,5er-Platte 

sowie eine Osteosynthese des Schenkelhalses mit 2 x 3,5 mm Hohlschrauben rechts 

am 8. März 2012. Sie hielt fest, bei der Versicherten liege eine komplexe Knochen- und 

Weichteilproblematik vor. Es sei ein langwieriger Verlauf zu erwarten, da noch nicht 

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sicher abgesehen werden könne, wie sich Femurkopf und Schenkelhals ossär 

entwickelten. Nach Abnahme der arthrodisierenden Implantate am 8. März 2012 sei 

nun eine intensive Physiotherapie nötig, um die Mobilisation und das physiologische 

Gangbild zu verbessern. Daher werde um eine Kostenübernahme der Physiotherapie 

gebeten (IV-act. 44). Mit einer Mitteilung vom 13. Juni 2012 erteilte die IV-Stelle im 

Zusammenhang mit der Behandlung des Geburtsgebrechens Ziff. 183 die beantragte 

Kostengutsprache für eine ambulante Physiotherapie ab 1. April bis 31. August 2012 

(IV-act. 45). Das Gesuch des Vaters der Versicherten um Verlängerung der 

Kostengutsprache für die Physiotherapie wurde von der IV-Stelle am 13. Juli 2012 

gutgeheissen. Zudem teilte sie mit, dass sie die Kosten für die Behandlung des 

Geburtsgebrechens Ziff. 183 für den Zeitraum vom 1. September 2012 bis 31. August 

2013 weiterhin übernehmen werde (IV-act. 51). Ebenfalls im Rahmen der Behandlung 

des Geburtsgebrechens Ziff. 183 sprach die IV-Stelle am 22. August 2012 einen 

Kostenbeitrag an die Kinderspitexleistungen vom 15. Dezember 2011 bis 6. März 2012 

zu (IV-act. 56).

A.f Am 24. Juli 2013 ersuchte der behandelnde Arzt des Ostschweizer Kinderspitals die 

IV-Stelle einerseits um eine Verlängerung der Kostengutsprache für die Physiotherapie 

und andererseits um die Übernahme der Kosten für einen für am 18. Oktober 2013 

geplanten operativen Eingriff (Osteotomie distales Femur rechts aufgrund der 

Säuglingscoxitis und dem Status nach Hüftkopfnekrose) bei der Versicherten (IV-act. 

58). Mit einer Mitteilung vom 30. Juli 2013 verlängerte die IV-Stelle die 

Kostengutsprache für die Behandlung des Geburtsgebrechens Ziff. 183 (inklusive 

Physiotherapie) bis 31. August 2018 (IV-act. 60). Am 27. Oktober 2013 teilte der Vater 

der Versicherten mit, dass seine Tochter am 18. Oktober 2013 operiert worden sei und 

er danach die Spitex aufgeboten habe, um die Pins professionell säubern zu lassen. 

Diese Spitexkosten seien von der Invalidenversicherung zu übernehmen (IV-act. 61). Im 

Rahmen der Überprüfung des Gesuchs um Kostengutsprache für die Spitex forderte 

die IV-Stelle beim Ostschweizer Kinderspital alle Berichte im Zusammenhang mit der 

Operation vom 18. Oktober 2013 an (IV-act. 63). Die zuständige Fachmitarbeiterin der 

IV-Stelle gelangte am 4. Dezember 2013 mit der Frage an den RAD, ob der Eingriff vom 

18. Oktober 2013 sowie auch die bisherigen Operationen effektiv im Zusammenhang 

mit dem Geburtsgebrechen Ziff. 183 stünden. Der RAD hielt am 17. Januar 2014 

diesbezüglich fest, im Bericht des Ostschweizer Kinderspitals vom 28. Oktober 2013 

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sei als Diagnose ein Status nach Hüftkopfnekrose nach Säuglingscoxitis rechts 

attestiert worden. Diese Diagnose erfülle aus versicherungsrechtlicher Sicht nicht die 

Anspruchsvoraussetzungen für die Anerkennung als Geburtsgebrechen Ziff. 183, 

namentlich der angeborenen Hüftverrenkung und angeborenen Fehlentwicklung des 

Hüftgelenkes. Vielmehr handle es sich vorliegend um eine Folge einer schweren 

infektiösen Erkrankung, d.h. um eine erworbene Pathologie. Die Voraussetzungen für 

die Anerkennung als Geburtsgebrechen Ziff. 183 seien nie erfüllt gewesen. Wie im 

Bericht von Dr. C.___ vom 15. Oktober 2007 erwähnt, sei zwar die Behandlung im 

vorliegenden Fall initial durchaus vergleichbar gewesen mit der Behandlung einer 

angeborenen Hüftverrenkung bzw. Fehlentwicklung des Hüftgelenkes. Jedoch sei für 

die Anerkennung als Geburtsgebrechen die Ursache des Leidens und nicht die Art der 

Behandlung entscheidend (IV-act. 65).

A.g Mit einem Vorbescheid vom 21. Januar 2014 stellte die IV-Stelle die Ablehnung der 

Kostengutsprache für weitere medizinische Massnahmen im Rahmen der Behandlung 

des Geburtsgebrechens Ziff. 183 in Aussicht. Zur Begründung hielt sie fest, die 

internen Abklärungen hätten ergeben, dass das Geburtsgebrechen Ziff. 183 gar nie 

bestanden habe und dieses von der IV-Stelle Zürich fälschlicherweise anerkannt 

worden sei (IV-act. 66). Gegen diesen Vorbescheid wandte der Vater der Versicherten 

am 6. Februar 2014 ein, dass der Fall seiner Tochter von der IV-Stelle Zürich zeitnah 

zum Gesundheitsschaden im Jahr 2007 geprüft und ein Anspruch auf IV-Leistungen 

anerkannt worden sei. Auch die IV-Stelle St. Gallen habe nach der Überweisung des 

Falls im Jahr 2008 den Anspruch bejaht. Da sich seitdem nichts an der Ursache und 

dem Verlauf des Geburtsgebrechens geändert habe, gebe es keinen Anlass für einen 

anderweitigen Entscheid. Hinzu komme, dass der Fall mehrfach und erst kürzlich 

positiv beurteilt worden sei. Unabhängig davon, ob der Anspruch nun gestützt auf das 

Geburtsgebrechen Ziff. 183 bejaht werde oder ob eine andere Ziffer der GgV 

passender sei, sei die Invalidenversicherung leistungspflichtig (IV-act. 71). Die 

zuständige Fachmitarbeiterin hielt diesbezüglich am 11. März 2014 fest, dass der Fall 

der Versicherten bei der IV-Stelle Zürich nie von einem IV-Arzt beurteilt worden sei, 

sondern lediglich vom zuständigen Sachbearbeiter. Auch die Verlängerung der 

Kostengutsprache sei nicht von einem IV-Arzt bestätigt worden. Erst im Rahmen der 

Überprüfung einer erneuten Kostenübernahme für die Spitexleistungen sei ein IV-Arzt 

zur Rate gezogen worden. Dieser habe festgestellt, dass das Geburtsgebrechen Ziff. 

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183 nicht vorliege. Bei der Versicherten bestehe auch kein anderes Geburtsgebrechen 

gemäss GgV. Grosszügigerweise werde auf eine Rückforderung der geleisteten Kosten 

verzichtet und lediglich eine Einstellung der Kostengutsprache auf den 

nächstmöglichen Zeitpunkt verfügt. Ab diesem Zeitpunkt müsse die zuständige 

Krankenkasse die Kosten übernehmen (IV-act. 72). Mit einer Verfügung vom 11. März 

2014 lehnte die IV-Stelle (weitere) Kostengutsprachen für medizinische Massnahmen 

ab mit der Begründung, dass das Geburtsgebrechen Ziff. 183 nicht vorliege (IV-act. 

73).

B. 

B.a   Am 14. März 2014 ersuchte die behandelnde Ärztin des Ostschweizer 

Kinderspitals um Kostengutsprache für die Behandlung der Femurkopfnekrose bei 

Osteomyelitis Hüfte rechts gestützt auf das Geburtsgebrechen Ziff. 495, da bei der 

Versicherten ein schwerer neonataler Infekt in den ersten 72 Stunden postpartal 

aufgetreten sei (IV-act. 76). Der RAD hielt dazu am 2. Juli 2014 fest, dass die 

Femurkopfnekrose aus versicherungsmedizinischer Sicht eine pathologische 

Auswirkung der neonatalen Infektion (Geburtsgebrechen 495) darstelle. Somit wären 

die medizinischen Voraussetzungen im Sinn von Rz. 11 des Kreisschreibens über die 

medizinischen Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung (KSME) 

ausgewiesen (IV-act. 88). In einer internen Aktennotiz der IV-Stelle vom 3. Juli 2014 

wurde festgehalten, es sei in der (gegen die Verfügung vom 11. März 2014 erhobenen) 

Beschwerde erwähnt worden, dass die Versicherte bei der Geburt mit einer Klemme 

verletzt worden sei. Dabei sei mit grosser Wahrscheinlichkeit die schwere infektiöse 

Erkrankung eingetreten, welche die Hüftkopfnekrose ausgelöst habe. Wäre dies 

tatsächlich der Fall, wäre das Geburtsgebrechen Ziff. 499 zu prüfen. Dafür müsse noch 

der Austrittsbericht des Universitätsspitals Zürich vom August 2007 eingeholt werden 

(IV-act. 89).

B.b Im Austrittsbericht der Klinik für Neonatologie am Universitätsspital Zürich vom 

15. August 2007 war festgehalten worden, dass bei der Versicherten nach der Geburt 

klinisch keine Anhaltspunkte für einen Infekt vorgelegen hätten. Die Stuhlkultur auf 

Klebsiella pneumoniae vom 11. August 2007 sei negativ gewesen. Etwa eine Stunde 

postpartal sei es beim Setzen einer Pean-Klemme zu einer Rissquetschverletzung am 

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Dig. 5 rechts distal gekommen. Der Nagel sei gebrochen und es habe eine Quetschung 

mit Hautablösung der Fingerkuppe gegeben. Die Wundheilung sei unter zwei-Mal-

täglichen Verbandswechseln und Desinfektion gut verlaufen. Sechs Tage nach der 

Verletzung habe es keinen Hinweis auf einen lokalen Infekt gegeben. Der Nagel sei 

erhalten und die periphere Motorik und Durchblutung seien intakt gewesen. Ab dem 

10. Lebenstag seien keine Verbände mehr nötig gewesen. Im Zeitpunkt der Entlassung 

am 16. August 2007 befinde sich die 10 Tage alte Versicherte in gutem 

Allgemeinzustand. Der Nabel sei diskret gerötet, jedoch ohne Hinweis auf einen Infekt. 

Bei der Zwillingsschwester der Versicherten bestehe der Verdacht auf einen neonatalen 

Infekt (IV-act. 92). Der RAD führte am 23. Juli 2014 aus, dass der Austrittsbericht 

eindeutig belege, dass bei der Versicherten in den ersten 10 Lebenstagen kein 

neonataler Infekt (Geburtsgebrechen 495) vorgelegen habe. Die Verletzung des rechten 

Kleinfingers sei sorgfältig behandelt worden. Es sei zu einer guten Wundheilung ohne 

Hinweis auf einen lokalen Infekt gekommen. Zu beachten sei jedoch, dass bei der 

Zwillingsschwester der Versicherten der Verdacht auf einen neonatalen Infekt 

geäussert worden sei. Es sei noch der Bericht des Kantonsspitals Winterthur, wo ab 

dem 16. August 2007 eine weitere stationäre Behandlung stattgefunden habe, 

einzuholen (IV-act. 93). 

B.c  Gemäss dem Austrittsbericht der Neonatologie am Kantonsspital Winterthur vom 

25. Oktober 2007 war die Versicherte vom 16. August bis 17. Oktober 2007 in 

stationärer Behandlung gewesen. Die Ärzte hatten festgehalten, dass die Versicherte 

beim Eintritt keine Hinweise auf einen Infekt gezeigt habe. Zur gleichen Zeit sei die 

Zwillingsschwester schon bei der Verlegung am 10. Lebenstag bei positiven 

Blutkulturen (Staph aureus) antibiotisch behandelt worden. Nachdem sich der klinische 

Zustand der Versicherten mit Kreislauf- und Ateminstabilität verschlechtert habe, sei 

am 18. August 2007 wegen unklarem Infektverdacht eine Therapie begonnen worden. 

Die laborchemischen Abklärungen hätten am 20. August 2007 auch bei der 

Versicherten Staph aureus in der aeroben Blutkultur gezeigt. Nachdem eine deutliche 

Verbesserung des Gesundheitszustandes der Versicherten eingetreten sei, sei die 

Therapie nach 16 Tagen, am 3. September 2007, beendet worden. Bezüglich der Hüfte 

seien die behandelnden Ärzte aufgrund der wechselnden Befunde, welche auch nicht 

mit den laborchemischen Entzündungswerten korrelierten, nicht davon ausgegangen, 

dass die Hüftregion wesentlich von einem Infekt hätte mitbetroffen sein können. 

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Aufgrund einer erst bei einer Routineuntersuchung am 18. September 2007 erkannten 

Luxation sei am 20. September 2007 ein MRI durchgeführt worden, das die 

Hüftkopfnekrose bis zum Schenkelhals rechts sowie die Deformierung des Os ilii 

gezeigt habe. Retrospektiv müsse bei der Versicherten leider von einer im Rahmen der 

16-tägigen Behandlung der Staph aureus-Sepsis abgelaufenen Mitbeteiligung/

Osteomyelitis der rechten Hüfte ausgegangen werden, in deren Verlauf  es zu einer 

Minderversorgung und Nekrose bei Luxation gekommen sei. Das Ausmass der 

Nekrose sowie die Prognose könnten noch nicht abschliessend beurteilt werden (IV-

act. 95). Der RAD hielt am 13. August 2014 zum Bericht des Kantonsspitals Winterthur 

fest, dass der Verdacht auf einen Infekt erstmalig am 12. Lebenstag erwähnt worden 

sei. Der Erregernachweis in den Blutkulturen sei am 14. Lebenstag erfolgt. Aus 

versicherungsmedizinischer Sicht könne eine schwere neonatale Infektion, die in den 

ersten 72 Lebensstunden manifest geworden sei und zu einer Intensivbehandlung 

geführt habe, im Sinn des Geburtsgebrechens Ziff. 495 nicht bestätigt werden. 

Betreffend das Geburtsgebrechen Ziff. 499 (schwere geburtsbedingte Verletzungen, 

die einer Intensivbehandlung bedürften) sei festzuhalten, dass die ca. eine Stunde nach 

der Geburt mit einer Pean-Klemme zugefügte Verletzung des rechten Kleinfingers nicht 

während der Geburt erfolgt und ohne Infektzeichen komplikationslos ausgeheilt sei. Die 

medizinischen Zusprachekriterien des Geburtsgebrechens Ziff. 499 seien somit nicht 

ausgewiesen (IV-act. 98).

B.d Mit einem Vorbescheid vom 15. August 2014 stellte die IV-Stelle die Abweisung 

einer Kostengutsprache für medizinische Massnahmen gestützt auf das 

Geburtsgebrechen Ziff. 495 in Aussicht. Gegen den Vorbescheid liess die Versicherte 

bzw. ihr Vater am 18. September 2014 Einwand erheben. Der Rechtsvertreter verwies 

in der Begründung auf die von ihm angeforderte Stellungnahme des Kantonsspitals 

Winterthur vom 18. Juni 2014. In dieser Stellungnahme hatte die leitende Ärztin der 

Kinderorthopädie, Dr. C.___, festgehalten, dass die ihr vom Rechtsvertreter gestellte 

Frage, ob bei der Versicherten innerhalb von 72 Stunden nach der Geburt eine schwere 

neonatale Infektion ausgelöst worden sei, für sie sehr schwierig zu beantworten sei, da 

sie die Versicherte selber nur am 25. September 2007 konsiliarisch gesehen und am 9. 

Oktober 2007 die Arthrographie durchgeführt habe. Eine primär postpartale Infektion 

scheine ihr aufgrund der Unterlagen (der Austrittsbericht des Universitätsspitals Zürich 

fehle ihr) nicht vorhanden gewesen zu sein. Es bestehe aber sehr wohl die Möglichkeit, 

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dass die Infektion durch die eine Stunde postpartal erfolgte Fingerquetschung 

verursacht worden sei. Der klinische Befund bei der Versicherten habe aber nicht 

unbedingt dafür gesprochen, da sich eine Infektion bei einem Neugeborenen 

ausserordentlich schnell ausbreite und mit klinischen Zeichen wie Trinkunlust etc. 

verbunden sei. Offenbar habe sich die Versicherte unter der Antibiotikumgabe weiterhin 

gut erholt. Mit absoluter Sicherheit könne die Frage, ob die Fingerkuppenverletzung 

zum postpartalen Infekt geführt habe, nicht beantwortet werden. Hingegen könne 

deshalb ein postpartaler Infekt angenommen werden, weil man schon bei der 

Zwillingsschwester postpartal ebenfalls Staphylococcus aureus im Blut gefunden habe, 

so dass von einer mittelgradigen Besiedelung ausgegangen werden könnte. Leider sei 

bei der Versicherten die Sepsis nicht genügend antibiotisch austherapiert worden, 

weshalb es zu einer Coxitis mit Zerstörung des rechten Hüftgelenks gekommen sei. 

Zusammengefasst bestehe bei der Versicherten eine ordentlich grosse 

Wahrscheinlichkeit auf eine neonatale Sepsis, anfänglich schleichend, aufgrund des 

gleichzeitig nachgewiesenen Erregers bei der Zwillingsschwester. Mit absoluter 

Sicherheit lasse sich dies aber nicht feststellen. Ungefähr mit der gleichen 

Wahrscheinlichkeit bestehe die Möglichkeit, dass die Fingerkuppenverletzung zu 

diesem ungünstigen infektionsbedingten Verlauf geführt habe. Die 

Invalidenversicherung sollte jedenfalls für die weiteren Massnahmen aufkommen, wenn 

auch sicher nicht gestützt auf das Geburtsgebrechen Ziff. 183. Die betroffene Hüfte sei 

auf jeden Fall nicht auf ein angeborenes, sondern auf ein erworbenes Leiden 

zurückzuführen. Ob das Leiden unmittelbar postpartal oder kurz danach postpartal 

erworben worden sei, könne nicht schlüssig beantwortet werden (IV-act. 103). Die 

zuständige Fachmitarbeiterin der IV-Stelle hielt am 25. September 2014 fest, aus den 

medizinischen Berichten gehe eindeutig hervor, dass innerhalb der ersten 72 Stunden 

nach der Geburt keine Infekte erkennbar gewesen seien und deshalb auch keine 

entsprechende Behandlung habe erfolgen müssen. Die Intensivbehandlung sei 

aufgrund der Frühgeburtlichkeit notwendig gewesen (Geburtsgebrechen 494 und 497). 

In der GgV werde klar vorgegeben, innerhalb welchem Zeitraum der Infekt erkennbar 

sein müsse. Dies habe sicherlich damit zu tun, dass effektiv nur neonatale Infekte 

durch die Invalidenversicherung zu übernehmen seien und andere Infekte 

ausgeschlossen würden. Dr. C.___ habe ja auch angegeben, es sei bekannt, dass sich 

Infekte bei Neugeborenen ausserordentlich schnell entwickeln könnten (IV-act. 105). 

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Mit einer Verfügung vom 2. Oktober 2014 wies die IV-Stelle eine Kostengutsprache für 

medizinische Massnahmen gestützt auf das Geburtsgebrechen Ziff. 495 ab und 

verneinte ausserdem die Voraussetzungen für die Anerkennung des 

Geburtsgebrechens Ziff. 499 (IV-act. 106).

C. 

C.a  Die Versicherte (nachfolgend Beschwerdeführerin), gesetzlich vertreten durch ihren 

Vater, dieser vertreten durch Advokat lic. iur. Martin Boltshauser, c/o Procap Schweiz, 

hatte am 11. April 2014 zunächst Beschwerde gegen die Verfügung vom 11. März 2014 

(betreffend Ablehnung weiterer Kostengutsprachen für medizinische Massnahmen 

gestützt auf das Geburtsgebrechen Ziff. 183) erhoben. Der Rechtsvertreter hatte die 

Aufhebung der angefochtenen Verfügung sowie eine Neuprüfung seitens der 

Beschwerdegegnerin, ob eine Kostengutsprache für medizinische Massnahmen 

gestützt auf das Geburtsgebrechen Ziff. 495 erfolgen könne, beantragt (IV 2014/214; 

act. G 1). In einer Eingabe vom 18. September 2014 hatte der Rechtsvertreter 

festgehalten, dass die Beschwerdeführerin bei der Beschwerdegegnerin mittlerweile 

auch um Kostengutsprache gestützt auf das Geburtsgebrechen Ziff. 495 ersucht habe 

und das Verfahren noch nicht beendet sei. Aus diesem Grund hatte er die Sistierung 

des Beschwerdeverfahrens, vorerst bis Ende November 2014, beantragt (IV 2014/214; 

act. G 9). Die verfahrensleitende Präsidentin hatte diesem Antrag am 23. September 

2014 entsprochen (IV 2014/214; act. G 10).

C.b Am 4. November 2014 erhob der Rechtsvertreter Beschwerde gegen die 

Verfügung vom 2. Oktober 2014 (betreffend Ablehnung einer Kostengutsprache für 

medizinische Massnahmen gestützt auf das Geburtsgebrechen Ziff. 495). Er beantragte 

die Aufhebung der Verfügung vom 2. Oktober 2014 und eine Kostengutsprache für 

medizinische Massnahmen zugunsten der Beschwerdeführerin. In verfahrensrechtlicher 

Hinsicht stellte er den Antrag, das vorliegende Verfahren sei mit dem 

Beschwerdeverfahren IV 2014/214 (betreffend die Verfügung vom 11. März 2014) zu 

vereinen und es sei eine Frist bis zum 1. Dezember 2014 für eine 

Beschwerdeergänzung betreffend beide Verfahren festzusetzen (IV 2014/503; act. G 1). 

Am 11. November 2014 hob die verfahrensleitende Präsidentin die Sistierung des 

Verfahrens IV 2014/214 auf und vereinigte die beiden Verfahren antragsgemäss. Weiter 

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wurde dem Rechtsvertreter für eine Beschwerdeergänzung zu beiden Verfahren eine 

Nachfrist bis zum 1. Dezember 2014 gewährt (IV 2014/214; act. G 12). 

C.c  Innerhalb der nochmals erstreckten Nachfrist (IV 2014/214; act. G 14) reichte der 

Rechtsvertreter am 15. Dezember 2014 eine Beschwerdeergänzung betreffend beide 

Verfahren ein. Er beantragte, beide Verfügungen seien aufzuheben und der 

Beschwerdeführerin seien die Kosten für medizinische Massnahmen zuzusprechen. 

Eventualiter sei die Angelegenheit zu weiteren Abklärungen an die 

Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Zur Begründung führte er aus, dass die 

Beschwerdegegnerin seit vielen Jahren Leistungen gestützt auf das Geburtsgebrechen 

Ziff. 183 ausgerichtet habe. Die ursprünglich von der IV-Stelle Zürich erlassene 

(leistungszusprechende) Verfügung (richtig: Mitteilung) sei mehrfach revidiert und für 

richtig befunden worden. Es erstaune deshalb, dass die Beschwerdegegnerin nach so 

langer Zeit zum Schluss komme, dass der Entscheid offensichtlich unrichtig gewesen 

sei. Nach der Geburt der Beschwerdeführerin sei in der ärztlichen Beurteilung 

festgehalten worden, dass sich anlässlich einer Routine-Ultraschallkontrolle der 

Hüftgelenke das rechte Hüftgelenk als luxiert gezeigt habe. Gestützt darauf sei das 

Geburtsgebrechen Ziff. 183 anerkannt worden. Aufgrund der damals unklaren Situation 

und der seitens der Beschwerdegegnerin nicht gemachten weiteren Abklärungen 

könne nicht von einer offensichtlichen Unrichtigkeit ausgegangen werden. Die 

Möglichkeit einer Wiedererwägung sei daher ausgeschlossen. Darüber hinaus sei 

festzuhalten, dass die Eltern der Beschwerdeführerin aufgrund der erfolgten 

Leistungszusprache der Beschwerdegegnerin nach der Geburt von allfälligen weiteren 

Abklärungen in haftpflichtrechtlicher Hinsicht abgesehen hätten. Allfällige 

haftpflichtrechtliche Forderungen seien mittlerweile verjährt, womit der Familie ein nicht 

wieder gut zu machender Nachteil entstanden sei. Da sie sich auf den Grundsatz von 

Treu und Glauben berufen könne und sich seit der Leistungszusprache in 

medizinischer Hinsicht nichts geändert habe, wäre auch aus diesem Grund die 

Leistung weiter zu gewähren. Es könne allenfalls dahingestellt bleiben, ob die 

Weitergewährung der Leistungen gemäss Ziff. 183 zugesprochen werden müsse, 

sofern eine Kostengutsprache für medizinische Massnahmen gestützt auf das 

Geburtsgebrechen Ziff. 495 bejaht würde. Diesbezüglich habe Dr. C.___ im Bericht 

vom 18. Juni 2014 festgehalten, dass eine ordentlich grosse Wahrscheinlichkeit 

bestehe, dass bei der Beschwerdeführerin eine neonatale Sepsis, anfänglich 

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schleichend, aufgrund des gleichzeitig nachgewiesenen pathologischen Erregers bei 

der Zwillingsschwester bestanden habe. Unter Berücksichtigung der gesamten 

Umstände erscheine es aufgrund dieser doch erheblichen Wahrscheinlichkeit 

angemessen, die Leistungen an die Beschwerdeführerin unter dem neuen 

Geburtsgebrechen Ziff. 495 weiter auszurichten (IV 2014/214; act. G 15).

C.d Am 16. Februar 2015 beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der 

Beschwerde. Sie führte in der Begründung aus, dass zunächst die Rechtmässigkeit der 

Verfügung vom 11. März 2014 zu überprüfen sei, mit welcher die bisher ergangenen 

Mitteilungen bezüglich dem Geburtsgebrechen Ziff. 183 in Wiedererwägung gezogen 

und eine Übernahme von weiteren Behandlungskosten ex nunc verneint worden seien. 

Dem der IV-Stelle des Kantons Zürich beim Erstentscheid über die Anerkennung des 

Geburtsgebrechens Ziff. 183 (Mitteilung vom 30. Januar 2008) zur Verfügung 

gestandene Bericht der leitenden Ärztin für Kinderorthopädie am Kantonsspital 

Winterthur vom 15. Oktober 2007 sei zu entnehmen, dass bei der Beschwerdeführerin 

als Folge einer schweren infektiösen Erkrankung eine Mitbetroffenheit des rechten 

Hüftgelenks bestehe. Dies wirke sich aus in Formänderungen von Hüftkopf und 

oberem Ende des Schenkelhalses. Auch die im Bericht des Ostschweizer Kinderspitals 

vom 22. Januar 2008 enthaltenen Angaben wiesen auf eine Entzündung als Ursache 

der luxierten behandlungsbedürftigen rechten Hüfte hin. Demnach sei aus den 

medizinischen Unterlagen deutlich und unmissverständlich hervorgegangen, dass die 

Beeinträchtigung des Hüftgelenks die Folge einer erst nach der Geburt aufgetretenen 

Infektion gewesen sei. Daraus hätte die IV-Stelle Zürich schliessen müssen, dass bei 

dieser Konstellation das Geburtsgebrechen Ziff. 183 nicht bejaht werden könne. Der 

gegenteilige Schluss sei offensichtlich unrichtig im wiedererwägungsrechtlichen Sinn 

gewesen. Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin spielten im Rahmen der 

Wiedererwägung Gesichtspunkte des Vertrauensschutzes keine selbstständige Rolle. 

Mit der angefochtenen Verfügung vom 11. März 2014 sei zu Recht ein rechtskonformer 

Zustand mit Wirkung ex nunc et pro futuro hergestellt worden, indem die 

Anspruchsvoraussetzungen für eine Leistungszusprache gestützt auf das 

Geburtsgebrechen Ziff. 183 verneint worden seien. Zu prüfen bleibe die 

Rechtmässigkeit der Verfügung vom 2. Oktober 2014, mit welcher die Anerkennung 

des Geburtsgebrechens Ziff. 495 abgelehnt worden sei. Unter dieses 

Geburtsgebrechen fielen schwere Infekte des Neugeborenen, sofern sie in den ersten 

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72 Lebensstunden erkennbar gewesen seien und eine Intensivbehandlung habe 

begonnen werden müssen. Nach Auffassung des RAD belege der Austrittsbericht der 

Klinik für Neonatologie am Universitätsspitals Zürich vom 15. August 2007 eindeutig, 

dass in den ersten 10 Lebenstagen kein neonataler Infekt vorgelegen habe. Auch der 

nachträglich zugestellte Austrittsbericht der Neonatologie am Kantonsspital Winterthur 

vom 25. Oktober 2007 führe nach Beurteilung des RAD nicht zu einer gegenteiligen 

Betrachtung. Insbesondere habe der RAD darauf hingewiesen, dass die der 

Beschwerdeführerin ca. eine Stunde nach der Geburt mit einer Pean-Klemme 

zugefügte iatrogene Quetschwunde am rechten Kleinfinger ohne Infektzeichen 

komplikationslos ausgeheilt sei. Es leuchte daher ein, dass der RAD zum Schluss 

gelangt sei, das Geburtsgebrechen Ziff. 495 liege nicht vor (IV 2014/214; act. G 17).

C.e  Mit einer Replik vom 27. April 2015 hielt die Beschwerdeführerin an ihren 

Beschwerdeanträgen fest. Der Rechtsvertreter brachte vor, dass sich die 

Beschwerdegegnerin bezüglich des Geburtsgebrechens Ziff. 495 gar nicht mit der 

Stellungnahme des Kantonsspitals Winterthur vom 18. Juni 2014 befasst habe. Sollten 

die darin enthaltenen Angaben nicht widerlegt werden können, so seien medizinische 

Massnahmen gestützt auf das Geburtsgebrechen Ziff. 495 zuzusprechen. Sollten 

weiterhin Zweifel an der medizinischen Einschätzung bestehen, so sei die 

Angelegenheit zur ergänzenden medizinischen Abklärungen an die Vorinstanz 

zurückzuweisen (IV 2014/214; act.  G 21).

C.f Mit einer Eingabe vom 7. Mai 2015 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf die 

Einreichung einer Duplik (IV 2014/214; act. G 23).

C.g Am 21. Dezember 2015 teilte die verfahrensleitende Präsidentin den Parteien mit, 

dass das Gericht allenfalls prüfen könnte, ob ein Anspruch der Beschwerdeführerin auf 

medizinische Massnahmen gestützt auf Art. 12 IVG bestehe. Die Parteien wurden zu 

einer diesbezüglichen Stellungnahme eingeladen (IV 2014/214; act. G 25).

C.h In einer Stellungnahme vom 8. Januar 2016 hielt die Beschwerdegegnerin fest, 

dass die spitalärztlichen Behandlungen am beeinträchtigten Hüftgelenk der 

Beschwerdeführerin, die gemäss den Ausführungen in der Beschwerdeantwort wegen 

einer nach der Geburt aufgetretenen Infektion des Hüftgelenks nötig gewesen seien, 

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nicht als medizinische Massnahmen im Sinne des Art. 12 IVG gälten. Vielmehr hätten 

diese Behandlungen als Krankenpflegeleistungen von der Krankenversicherung der 

Beschwerdeführerin übernommen werden müssen. Dasselbe gelte auch für die zu 

Unrecht gestützt auf Art. 13 IVG vergüteten Spitexleistungen. Für die Beurteilung der 

Frage, ob die Kosten für die ambulante Physiotherapie als medizinische Massnahmen 

im Sinne von Art. 12 IVG übernommen werden könnten, sei eine fachärztliche 

Prognose erforderlich, die zwei Aussagen enthalten müsse: Zunächst müsse erstellt 

sein, dass ohne die vorbeugende Behandlung in naher Zukunft eine bleibende 

Beeinträchtigung eintreten würde; gleichzeitig müsse ein ebenso stabiler Zustand 

herbeigeführt werden können, in dem vergleichsweise erheblich verbesserte 

Voraussetzungen für die spätere Ausbildung und Erwerbsfähigkeit herrschten. Im 

konkreten Fall sei im Bericht des Ostschweizer Kinderspitals vom 17. März 2011 als 

Therapieziel eine Verbesserung der Hüftgelenksbeweglichkeit, insbesondere bezüglich 

der Flexion sowie auch der vollen Erreichung der Streckfähigkeit, festgehalten worden. 

Als Massnahme seien zwei Physiotherapiesitzungen pro Woche während 3 - 6 

Monaten als notwendig erachtet worden. Einem weiteren Bericht des Kinderspitals 

vom 4. Juni 2012 sei zu entnehmen, dass nach Abnahme der arthrodetisierenden 

Implantate eine intensive Physiotherapie nötig sei, um eine Luxation zu vermeiden und 

die Entwicklung eines normalen Gelenks zu fördern. Diese spitalärztlichen 

Begründungen enthielten keine Prognose im dargelegten Sinn, aufgrund derer sich 

eine Übernahme der Kosten für die durchgeführten Physiotherapiesitzungen als 

medizinische Vorkehr im Sinne von Art. 12 IVG unter Berücksichtigung der 

massgebenden Rechtsprechung rechtfertigen liesse. Es werde daher als sinnvoll 

erachtet, wenn das Gericht von den Fachärzten des Kinderspitals die für die 

Beurteilung eines Leistungsanspruchs gestützt auf Art. 12 IVG fehlenden Auskünfte 

einhole (IV 2014/214; act. G 26).

C.i In einer Stellungnahme vom 4. Februar 2016 führte der Rechtsvertreter der 

Beschwerdeführerin aus, dass weiterhin an den Argumenten in der Beschwerde 

betreffend eine Leistungszusprache gestützt auf Art. 13 IVG festgehalten werde. Sofern 

eine Zusprache gestützt auf Art. 13 IVG nicht möglich sei, bestehe auch die Grundlage, 

die Prüfung nach Art. 12 IVG vorzunehmen: Die Behandlung der Beschwerdeführerin 

ziele offensichtlich vor allem auch auf eine möglichst hohe Beweglichkeit und 

Gehfähigkeit ab und sei somit in einem sehr hohen Masse auf die spätere berufliche 

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Eingliederung ausgerichtet. Wie sich aus den in den Akten liegenden ärztlichen 

Berichten ergebe, sei der Zustand der betreffenden Hüfte seit einiger Zeit stabil, wobei 

ausgeführt werde, dass weitere Behandlungsmassnahmen notwendig seien, um die 

Beweglichkeit in der Hüfte und im Kniegelenk zu erhalten. Sollte das Gericht die 

vorliegenden Arztberichte als ungenügend betrachten, werde die Rückweisung zur 

Beurteilung der Voraussetzungen von Art. 12 IVG beantragt (IV 2014/214; act. G 29).

C.j Beide Parteien verzichteten auf eine Stellungnahme zu der Eingabe der jeweils 

anderen Partei (IV 2014/214; act. G 31, 32).

Erwägungen

1.

Mit der Verfügung vom 11. März 2014 hat die Beschwerdegegnerin die 

Kostengutsprache für weitere medizinische Massnahmen zu Gunsten der 

Beschwerdeführerin verweigert, nachdem sie zuvor seit der Geburt der 

Beschwerdeführerin Leistungen zur medizinischen Behandlung des Hüftleidens 

erbracht und auch Kosten für die Versorgung mit Hilfsmitteln und Behandlungsgeräten 

übernommen hatte. Die Beschwerdegegnerin hat dies in Wiedererwägung der (in Form 

einer Mitteilung) ergangenen Leistungszusprache der IV-Stelle des Kantons Zürich vom 

30. Januar 2008 getan. Zur Begründung der ablehnenden Verfügung wurde ausgeführt, 

die erneute Prüfung der medizinischen Sachlage habe ergeben, dass das 

Geburtsgebrechen Ziff. 183 gar nie vorgelegen habe. Gegen diese Verfügung vom 11. 

März 2014 hat die Beschwerdeführerin am 11. April 2014 Beschwerde erhoben. Bereits 

am 14. März 2014 aber hatte sie die Beschwerdegegnerin darum ersucht, 

Kostengutsprache für die medizinische Behandlung ihres Hüftleidens gestützt auf das 

Geburtsgebrechen Ziff. 495 zu leisten. Sie hat damit – parallel zur 

Beschwerdeerhebung – die Beschwerdegegnerin um Wiedererwägung der 

angefochtenen Verfügung vom 11. März 2014 ersucht. Die Beschwerdegegnerin ist 

insoweit auf das Gesuch eingetreten, als sie in der Folge die Anerkennung des 

Hüftleidens als Geburtsgebrechen Ziff. 495 oder – wie aus der Begründung ersichtlich 

ist – Ziff. 499 überprüfte, beides schliesslich verneint und am 2. Oktober 2014 erneut 

eine leistungsabweisende Verfügung erlassen hat. Diese gemäss Art. 53 Abs. 3 des 

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Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR 

830.1) pendente lite ergangene Verfügung ist als nichtig zu betrachten, weil nochmals 

über den gleichen Streitgegenstand wie bereits mit der Verfügung vom 11. März 2014 

entschieden worden ist. Gegenstand der Verfügung vom 11. März 2014 ist nämlich 

nicht der Anspruch auf medizinische Massnahmen gestützt auf das Geburtsgebrechen 

Ziff. 183, sondern der Anspruch auf medizinische Massnahmen gestützt auf Art. 13 des 

Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) bzw. alternativ 

gestützt auf Art. 12 IVG (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 1. Dezember 2005, I 

309/05). Wenn mit der Verfügung vom 11. März 2014 wiedererwägungsweise ein 

Anspruch auf medizinische Massnahmen verneint worden ist, weil die Voraussetzungen 

von Art. 13 IVG nicht erfüllt gewesen sind, dann bedeutet das notwendigerweise, dass 

gemäss der Beurteilung der Beschwerdegegnerin keines der im Anhang zur 

Verordnung über Geburtsgebrechen (GgV; SR 831.232.21) aufgelisteten 

Geburtsgebrechen vorgelegen haben kann. Der Verweis auf das Geburtsgebrechen 

Ziff. 183 ist nur eine falsche (weil unvollständige) Begründung gewesen. Das bedeutet, 

dass mit der Verfügung vom 11. März 2014 implizit auch die vorliegend im Raum 

stehenden Geburtsgebrechen Ziff. 495 und Ziff. 499 verneint worden sind. Die 

Verfügung vom 2. Oktober 2014 hat also nur eine alternative Begründung zur 

unvollständigen Begründung der Verfügung vom 11. März 2014 geliefert. Da ein und 

derselbe Streitgegenstand vorliegt, ist die Eröffnung eines selbstständigen 

Beschwerdeverfahrens betreffend die Verfügung vom 2. Oktober 2014 (IV 2014/503) 

rückblickend als überflüssig und somit als nichtig zu betrachten. Es ist folglich von 

einer einheitlichen Beschwerde in ein und demselben Verfahren (welches formal unter 

zwei Nummern [IV 2014/214 und IV 2014/503] geführt worden ist) auszugehen.

2.

Gemäss Art. 13 Abs. 1 IVG haben versicherte Personen bis zum vollendeten 

20. Altersjahr Anspruch auf die zur Behandlung von Geburtsgebrechen notwendigen 

medizinischen Massnahmen. Als Geburtsgebrechen gelten diejenigen Krankheiten, die 

bei vollendeter Geburt bestanden haben (Art. 3 Abs. 2 ATSG). Der Bundesrat ist der 

Aufgabe, eine Liste der anerkannten Geburtsgebrechen zu erstellen (vgl. Art. 13 Abs. 2 

IVG), mit dem Erlass der GgV nachgekommen (vgl. Art. 3 der Verordnung über die 

Invalidenversicherung [IVV, SR 831.201]). Bei der Beschwerdeführerin haben die 

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Geburtsgebrechen Ziff. 494 und 497 unbestrittenermassen vorgelegen. Folglich hat die 

IV-Stelle Zürich mit den Mitteilungen vom 8. November 2007 die Kosten für die 

Behandlung der genannten Geburtsgebrechen zugesprochen (vgl. IV-act. 8, 9).

3.

3.1  Zu prüfen ist die Rechtmässigkeit der Verfügung vom 11. März 2014, mit welcher 

wiedererwägungsweise ein Anspruch der Beschwerdeführerin auf medizinische 

Massnahmen verneint worden ist. Die Beschwerdegegnerin hat die bisher ergangenen 

leistungszusprechenden Mitteilungen betreffend das anerkannte Geburtsgebrechen 

Ziff. 183 (angeborene Hüftverrenkung und angeborene Fehlentwicklung des 

Hüftgelenks; der IV-Stelle Zürich vom 30. Januar 2008 [vgl. IV-act. 13], der IV-Stelle St. 

Gallen vom 18. April 2011 [vgl. IV-act. 24], 14. Oktober 2011 [vgl. IV-act. 32], 19. März 

2012 [vgl. IV-act. 36], 13. Juni 2012 [vgl. IV-act. 45], 13. Juli 2012 [vgl. IV-act. 51], 22. 

August 2012 [vgl. IV-act. 56] und 30. Juli 2013 [vgl. IV-act. 60]) in Wiedererwägung 

gezogen und weitere Kostengutsprachen für medizinische Massnahmen im Rahmen 

der Behandlung des Geburtsgebrechens Ziff. 183 mit der Begründung ex nunc 

abgelehnt, dass es sich bei der Hüftluxation der Beschwerdeführerin nicht um ein 

angeborenes, sondern um ein erworbenes Leiden handle.

3.2  Gemäss Art. 53 Abs. 2 ATSG kann der Versicherungsträger auf formell 

rechtskräftige Verfügungen zurückkommen, wenn diese zweifellos unrichtig sind und 

wenn ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist. Über den Wortlaut von Art. 53 

Abs. 2 ATSG hinaus können auch Entscheide in Wiedererwägung gezogen werden, die 

– wie im vorliegenden Fall – im formlosen Verfahren nach Art. 51 Abs. 1 ATSG gefällt 

worden sind (vgl. Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 3. Aufl., Art. 53 N 19). Die 

Wiedererwägung dient der Korrektur einer anfänglich unrichtigen Rechtsanwendung 

einschliesslich unrichtiger Feststellung im Sinne der Würdigung des Sachverhalts (BGE 

117 V 8 E. 2c mit Hinweis; Urteil des Bundesgerichts vom 2. Juli 2007, 9C_215/2007, 

E. 3.1). Die Voraussetzung der zweifellosen Unrichtigkeit ist nach der 

bundesgerichtlichen Rechtsprechung gegeben, wenn kein vernünftiger Zweifel daran 

möglich ist, dass ein Entscheid unrichtig ist, d.h. es ist nur ein einziger Schluss – eben 

derjenige auf die Unrichtigkeit – denkbar (Entscheid des Eidgenössischen 

Versicherungsgerichts vom 16. August 2005, U 127/05; vgl. BGE 125 V 393). Zweifellos 

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unrichtig in diesem Sinn ist auch ein Entscheid, dem ein unhaltbarer Sachverhalt 

zugrunde gelegt wurde, insbesondere wenn eine klare Verletzung des 

Untersuchungsgrundsatzes (Art. 43 Abs. 1 ATSG) zu einem unvollständigen 

Sachverhalt geführt hat (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 23. August 2010, 

9C_466/2010, E. 3.2.2 mit Hinweis). Für die Beurteilung, ob die 

wiedererwägungsrechtlichen Voraussetzungen vorliegen, ist die Sach- und Rechtslage, 

einschliesslich der damaligen Rechtspraxis, im Zeitpunkt des Entscheiderlasses 

massgebend (vgl. BGE 138 V 147 E. 2.1 mit Hinweisen).

3.3  Im Vorfeld der Mitteilung vom 30. Januar 2008, mit welcher das Geburtsgebrechen 

Ziff. 183 erstmals anerkannt worden war (vgl. IV-act. 13), haben der damals 

zuständigen IV-Stelle Zürich insbesondere zwei Arztberichte vorgelegen. Zum einen der 

Bericht von Dr. C.___, leitende Ärztin der Kinderorthopädie am Kantonsspital 

Winterthur, vom 15. Oktober 2007, welcher der IV-Stelle Zürich am 21. Oktober 2007 

von den Eltern der Beschwerdeführerin eingereicht worden war (vgl. IV-act. 5), und zum 

anderen der Bericht des Ostschweizer Kinderspitals vom 22. Januar 2008. Die IV-Stelle 

Zürich hat sich wohl in erster Linie auf den Bericht des Ostschweizer Kinderspitals 

gestützt, worin die behandelnde Ärztin angegeben hat, dass das Geburtsgebrechen 

Ziff. 183 bei der Beschwerdeführerin vorliege (IV-act. 12-3). Bei den Diagnosen hat sie 

einerseits die Femurkopfnekrose rechts nach Osteomyelitis und neonataler 

Staphylococcus aureus-Sepsis sowie andererseits die Hüftluxation rechts angegeben. 

Da sie die Hüftluxation separat genannt hat und nicht ebenfalls als Folge der 

Osteomyelitis und neonatalen Staphylococcusaureus-Sepsis, ist ein Zusammenhang 

auf den ersten Blick nicht ersichtlich gewesen. Erst aus den weiteren Angaben im 

Bericht lassen sich Hinweise darauf entnehmen, dass die Hüftluxation rechts ebenfalls 

als Auswirkung der Infektion zu betrachten gewesen ist bzw. in direktem 

Zusammenhang mit der infektbedingten Femurkopfnekrose gestanden hat. Bezüglich 

der Ultraschalluntersuchung vom 21. November 2007 hat die behandelnde Ärztin 

beispielsweise ausgeführt, dass sich eine entzündungsbedingte weitgehende 

Auflösung des rechten Schenkelhalses gezeigt habe. Die Position des Kopfkerns sei 

ventral und in Luxationsposition bei hochgradig abgeflachtem ventralem Acetabulum. 

Bezüglich der Anamnese hat die Ärztin festgehalten, dass sie diese aufgrund der 

ausführlichen Vorberichte des Kantonsspitals Winterthur bekannt voraussetze (vgl. IV-

act. 12-4). Der Austrittsbericht der Neonatologie am Kantonsspital Winterthur vom 25. 

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Oktober 2007 hat der IV-Stelle Zürich nicht vorgelegen und ist auch nicht eingeholt 

worden. Jedoch hat ihr der Bericht von Dr. C.___ vom 15. Oktober 2007 zur Verfügung 

gestanden. Dr. C.___ hatte festgehalten, dass als Folge der schweren infektiösen 

Erkrankung eine Mitbetroffenheit des rechten Hüftgelenkes bestehe, welche sich in 

Formveränderungen des Hüftkopfes und oberem Ende des Schenkelhalses auswirke. 

Im durchgeführten MRI habe sich eine Hüftnekrose bis zum Schenkelhals rechts 

gezeigt. Das Röntgenbild habe einen Formunterschied des Oberschenkels im Vergleich 

zur nicht betroffenen Seite gezeigt. Aufgrund der Erstuntersuchung mit praktisch 

steifem Hüftgelenk rechts und Verdacht auf Ausrenkung (MRI-Befund vom 20. 

September 2007) erfolge die Erstbehandlung wie bei einer angeborenen 

Hüftausrenkung mit Overhead-Extension (vgl. IV-act. 4). Aus diesen Ausführungen 

ergibt sich eindeutig, dass die Hüftluxation rechts eine Folge der infektiösen 

Erkrankung und kein angeborenes Leiden darstellt. Auch wenn die Erstbehandlung 

mittels Overhead-Extension auf die gleiche Weise erfolgt ist wie bei einer angeborenen 

Hüftausrenkung, so liegt die Ursache des Leidens bei der Beschwerdeführerin in der 

Infektion, d.h. die Hüftluxation rechts ist nicht angeboren gewesen, sondern infolge 

einer nachgeburtlichen Erkrankung erworben worden. Der IV-Stelle Zürich hätte vor 

diesem Hintergrund auffallen müssen, dass die Angabe der behandelnden Ärztin des 

Ostschweizer Kinderspitals, wonach bei der Beschwerdeführerin das 

Geburtsgebrechen Ziff. 183 vorliege, nicht zutreffend sein kann. Schon allein aufgrund 

des Berichts von Dr. C.___ ist der Entscheid der IV-Stelle Zürich, das 

Geburtsgebrechen Ziff. 183 bei der Beschwerdeführerin anzuerkennen, als 

offensichtlich unrichtig zu bezeichnen. Hinzu kommt, dass die IV-Stelle Zürich ihre 

Untersuchungspflicht klar verletzt hat, indem sie den Austrittsbericht der Neonatologie 

am Kantonsspital Winterthur nicht eingefordert hat, obwohl die behandelnde Ärztin des 

Ostschweizer Kinderspitals in ihrem Bericht vom 22. Januar 2008 darauf verwiesen und 

diesen als der IV-Stelle Zürich bekannt vorausgesetzt hat. Im Austrittsbericht der 

Neonatologie am Kantonsspital Winterthur vom 25. Oktober 2007 ist festgehalten 

worden, dass bei der Beschwerdeführerin von einer im Rahmen der 16-tägigen 

antibiotischen Behandlung der Staph aureus-Sepsis abgelaufenen Mitbeteiligung/

Osteomyelitis der rechten Hüfte ausgegangen werden müsse, in deren Verlauf es zu 

einer Minderversorgung und Nekrose bei Luxation gekommen sei (vgl. IV-act. 95-6). 

Aus diesem Bericht hätte sich somit nochmals deutlich ergeben, dass die Hüftluxation 

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der Beschwerdeführerin nicht angeboren gewesen ist und damit das 

Geburtsgebrechen Ziff. 183 nicht vorgelegen hat. Zusammengefasst hat die 

Beschwerdegegnerin zu Recht, festgestellt, dass das Geburtsgebrechen Ziff. 183 nie 

vorgelegen hat und der dieses Geburtsgebrechen anerkennende Entscheid der IV-

Stelle Zürich vom 30. Januar 2008 offensichtlich unrichtig gewesen ist.

4.

4.1  Mit der – wie ausgeführt – zu Recht erfolgten rückwirkenden Aberkennung des 

Geburtsgebrechens Ziff. 183 ist jedoch noch nicht entschieden, ob die Ablehnung des 

Anspruchs der Beschwerdeführerin auf medizinische Massnahmen gestützt auf Art. 13 

IVG rechtmässig gewesen ist (vgl. oben, E. 1). Zu prüfen ist weiter, ob die 

Beschwerdegegnerin auch die vorliegend in Betracht zu ziehenden Geburtsgebrechen 

Ziff. 495 und Ziff. 499 zu Recht verneint hat.

4.2  Gemäss Ziff. 495 des Anhangs zum GgV gelten als Geburtsgebrechen schwere 

neonatale Infekte, sofern sie in den ersten 72 Lebensstunden des Neugeborenen 

manifest bzw. erkennbar werden und eine Intensivbehandlung begonnen werden muss. 

Im Kreisschreiben über medizinische Eingliederungsmassnahmen der 

Invalidenversicherung (KSME, Stand 1. Januar 2015) wird festgehalten, dass 

Geburtsgebrechen im Sinne der Invalidenversicherung Gebrechen seien, die bei 

vollendeter Geburt bestehen. Die Voraussetzung sei auch dann erfüllt, wenn zwar das 

Geburtsgebrechen im erwähnten Zeitpunkt noch nicht als solches erkennbar sei, 

jedoch später behandlungsbedürftige Symptome aufträten, die den Schluss zuliessen, 

dass bei vollendeter Geburt ein Geburtsgebrechen bzw. die Anlage dazu vorhanden 

gewesen sei (Rz. 4 KSME). Einzelne Leiden gälten jedoch nur dann als 

Geburtsgebrechen, wenn die wesentlichen Symptome innerhalb eines bestimmten 

Zeitraumes aufträten. Dazu gehöre u.a. auch das Geburtsgebrechen Ziff. 495. 

Unerheblich sei, ob die entsprechende Diagnosestellung gestützt auf diese Symptome 

erst später gestellt worden sei. Beispielsweise könne ein Diabetes mellitus eines 

Säuglings von 8 Wochen als Geburtsgebrechen Ziff. 451 anerkannt werden, wenn 

nachgewiesen werde, dass schon in den ersten vier Lebenswochen eine 

Zuckerausscheidung im Urin stattgefunden habe (Rz. 5 KSME). Die Anerkennung des 

Geburtsgebrechens Ziff. 495 erfordert also, dass die wesentlichen Symptome des 

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neonatalen Infekts innerhalb der ersten 72 Lebensstunden, d.h. in den ersten 3 

Lebenstagen, erkennbar gewesen sind und dass zudem eine Intensivbehandlung hat 

begonnen werden müssen.

4.3  Die Beschwerdeführerin ist am 7. August 2007 im Universitätsspital Zürich geboren 

worden. Im Austrittsbericht der Klinik für Neonatologie am Universitätsspital Zürich 

vom 15. August 2007 haben die behandelnden Ärzte festgehalten, dass es nach der 

Geburt klinisch keine Anhaltspunkte für einen Infekt gegeben habe. Es seien auch keine 

Risikofaktoren für einen Infekt ersichtlich gewesen. Die Stuhlkultur auf Klebsiella 

pneumoniae vom 11. August 2007 sei negativ gewesen. Die etwa eine Stunde nach der 

Geburt beim Setzen einer Pean-Klemme entstandene Verletzung am Finger sei gut und 

ohne Hinweise auf einen lokalen Infekt verlaufen. Am 16. August 2007 sei die 10 Tage 

alte Beschwerdeführerin in gutem Allgemeinzustand und ohne Anzeichen eines Infekts 

entlassen worden (IV-act. 92). Die Beschwerdeführerin ist anschliessend zur weiteren 

Behandlung in das Kantonsspital Winterthur verlegt worden. Im Austrittsbericht der 

Neonatologie des Kantonsspital Winterthur vom 25. Oktober 2007 ist festgehalten 

worden, dass die Beschwerdeführerin beim Eintritt am 16. August 2007 keine Hinweise 

auf einen Infekt gezeigt habe. Gleichzeitig sei jedoch ihre Zwillingschwester bereits bei 

der Verlegung am 10. Lebenstag bei positiven Blutkulturen (Staph aureus) antibiotisch 

behandelt worden. Am 18. August 2007, d.h. am 12. Lebenstag, sei bei der 

Beschwerdeführerin wegen unklarem Infektverdacht aufgrund einer klinischen 

Zustandsverschlechterung mit Kreislauf- und Ateminstabilität eine antibiotische 

Therapie begonnen worden. Die laborchemischen Abklärungen hätten am 20. August 

2007, d.h. am 14. Lebenstag, auch bei der Beschwerdeführerin Staph aureus in den 

Blutkulturen gezeigt (vgl. IV-act. 95). Aus den beiden Berichten geht hervor, dass in den 

ersten 72 Lebensstunden der Beschwerdeführeririn kein schwerer Infekt erkennbar 

gewesen ist. An ihrem 10. Lebenstag, am 16. August 2007, ist die Beschwerdeführerin 

sowohl im Universitätsspital Zürich beim Austritt als auch im Kantonsspital Winterthur 

beim Eintritt auf Anzeichen eines Infekts untersucht worden. Die jeweils behandelnden 

Ärzte sind übereinstimmend zum Schluss gekommen, dass bei der Beschwerdeführerin 

keine Hinweise auf einen Infekt vorgelegen hätten.

4.4  Der Rechtsvertreter macht geltend, dass gestützt auf die (von ihm angeforderte) 

Stellungnahme von Dr. C.___ vom 18. Juni 2014 ein neonataler Infekt in den ersten 72 

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Lebensstunden bejaht und das Geburtsgebrechen Ziff. 495 anerkannt werden müsse. 

Dr. C.___ hat festgehalten, es scheine ihr aufgrund der vorliegenden Unterlagen, dass 

bei der Beschwerdeführerin keine primär postpartale Infektion vorhanden gewesen sei. 

Es bestehe aber sehr wohl die Möglichkeit, dass die (spätere) Infektion durch die 

Fingerverletzung verursacht worden sei. Der klinische Befund der Beschwerdeführerin 

habe jedoch nicht unbedingt dafür gesprochen, da sich eine Infektion bei 

Neugeborenen in der Regel ausserordentlich schnell ausbreite und auch mit klinischen 

Zeichen wie z.B. Trinkunlust einhergehe. Aufgrund des Umstands, dass bei der 

Zwillingsschwester postpartal eine Staph aureus-Infektion vorgelegen habe, könnte 

hingegen auch bei der Beschwerdeführerin von einer postpartalen Infektion 

ausgegangen werden. Zusammengefasst bestehe eine ordentlich grosse 

Wahrscheinlichkeit bei der Beschwerdeführerin auf eine neonatale Sepsis, anfänglich 

schleichend, aufgrund des gleichzeitig bei der Zwillingsschwester nachgewiesenen 

pathologischen Erregers. Mit absoluter Sicherheit lasse sich dies jedoch nicht sagen. 

Ungefähr mit der gleich grossen Wahrscheinlichkeit bestehe die Möglichkeit, dass die 

Fingerverletzung der Beschwerdeführerin zu diesem ungünstigen infektionsbedingten 

Verlauf geführt habe (vgl. IV-act. 103).

4.5  Bei der von Dr. C.___ postulierten (wahrscheinlichen) Möglichkeit, dass bei der 

Beschwerdeführerin eine neonatale Sepsis, anfänglich schleichend, aufgrund des 

gleichzeitig bei der Zwillingsschwester nachgewiesenen pathologischen Erregers 

bestanden habe, handelt es sich lediglich um eine Vermutung. Objektive Befunde, 

welche diese Vermutung stützen würden, sind in den Akten nicht ersichtlich. Gemäss 

dem Austrittsbericht der Klinik für Neonatologie am Universitätsspital Zürich vom 15. 

August 2007 haben in den ersten Lebenstagen keinerlei Anzeichen für einen Infekt bei 

der Beschwerdeführerin festgestellt werden können. Im Austrittsbericht haben die 

behandelnden Ärzte auch die Diagnosen der Zwillingsschwester der 

Beschwerdeführerin genannt, u.a. auch den Verdacht auf einen neonatalen Infekt (vgl. 

IV-act. 92). Wie dem Austrittsbericht des Kantonsspitals Winterthur zu entnehmen ist, 

ist die Zwillingsschwester bereits bei der Verlegung am 10. Lebenstag bei positiven 

Blutkulturen (Staph aureus) antibiotisch behandelt worden (vgl. IV-act. 95-5). Es ist 

davon auszugehen, dass die behandelnden Ärzte sowohl im Universitätsspital Zürich 

als auch im Kantonsspital Winterthur die Beschwerdeführerin gerade wegen der 

vorliegenden Infektion bei der Zwillingsschwester besonders aufmerksam auf 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 23/29

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Anzeichen eines Infekts untersucht haben. Hinweise für einen Infekt hat es bei der 

Beschwerdeführerin bis zum 12. Lebenstag aber nicht gegeben. Die Angabe von 

Dr. C.___, dass sich der neonatale Infekt bei der Beschwerdeführerin anfänglich 

schleichend entwickelt habe, steht auch im Widerspruch zu ihrer Aussage, dass sich 

Infekte bei Neugeborenen ausserordentlich schnell ausbreiteten. Selbst wenn der erst 

ab dem 12. Lebenstag erkennbare Infekt der Beschwerdeführerin schon im Zeitpunkt 

der vollendeten Geburt vorgelegen haben sollte, kann der Infekt nicht als 

Geburtsgebrechen Ziff. 495 anerkannt werden, denn für eine Anerkennung dieses 

Geburtsgebrechens kommt es – wie bereits erwähnt – darauf an, dass sich die 

wesentlichen Symptome in den ersten 72 Stunden manifestiert haben und eine 

Intensivbehandlung begonnen worden ist. Beide Voraussetzungen sind bei der 

Beschwerdeführerin nicht erfüllt gewesen. Die von Dr. C.___ erwähnte ebenso 

wahrscheinliche Möglichkeit, dass die Fingerverletzung der Beschwerdeführerin die 

Ursache des Infekts gewesen sei, würde auch kein Geburtsgebrechen begründen, 

denn die Infektion hätte diesfalls nicht bei der vollendeten Geburt bestanden, sondern 

wäre erst etwa eine Stunde nach der Geburt aufgrund der zugefügten Verletzung 

ausgelöst worden. Ferner kommt auch das Geburtsgebrechen Ziff. 499 (schwere 

geburtsbedingte Verletzungen, die einer Intensivbehandlung bedürfen) nicht Betracht, 

da es sich bei der Fingerverletzung eindeutig nicht um eine geburtsbedingte Verletzung 

gehandelt hat. Die Beschwerdegegnerin hat folglich die Anerkennung der 

Geburtsgebrechen Ziff. 495 und Ziff. 499 zu Recht abgelehnt.

4.6  Zusammengefasst zeigt sich, dass ein Anspruch der Beschwerdeführerin auf 

medizinische Massnahmen gestützt auf Art. 13 IVG zu Recht verneint worden ist.  Vor 

der wiedererwägungsweisen Aufhebung des das Geburtsgebrechen Ziff. 183 

anerkennenden Entscheids vom 30. Januar 2008 sowie der folgenden diesbezüglich 

leistungszusprechenden Mitteilungen hätte die Beschwerdegegnerin jedoch 

rechtsprechungsgemäss prüfen müssen, ob eine Leistungszusprache – nachdem eine 

solche gestützt auf Art. 13 IVG abgelehnt worden ist – unter dem Titel von Art. 12 IVG 

in Betracht gekommen wäre (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 1. Dezember 2005, I 

309/05, E. 2.3.1). Die erfolgten Kostengutsprachen für medizinische Massnahmen 

könnten mit anderen Worten mittels einer substituierenden Begründung gestützt auf 

Art. 12 IVG geschützt werden.

5.

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5.1  Im Folgenden ist nun zu prüfen, ob die Beschwerdeführerin einen Anspruch auf 

medizinische Massnahmen gestützt auf Art. 12 IVG hat.

5.2  Gemäss Art. 12 Abs. 1 IVG haben Versicherte bis zum vollendeten 20. Altersjahr 

Anspruch auf medizinische Massnahmen, die nicht auf die Behandlung des Leidens an 

sich, sondern unmittelbar auf die Eingliederung ins Erwerbsleben oder in den 

Aufgabenbereich gerichtet und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, 

sich im Aufgabenbereich zu betätigen, dauernd und wesentlich zu verbessern oder vor 

wesentlicher Beeinträchtigung zu bewahren. Diese Bestimmung soll nach der Intention 

des Gesetzgebers die Aufgabenbereiche der Invalidenversicherung einerseits und der 

sozialen Kranken- und Unfallversicherung andererseits voneinander abgrenzen. Der 

Bundesrat ist seiner Befugnis gemäss Art. 12 Abs. 2 IVG, die Massnahmen gemäss Art. 

12 Abs. 1 IVG von jenen, die auf die Behandlung des Leidens an sich gerichtet sind, 

abzugrenzen, mit der Umschreibung in Art. 2 Abs. 1 der Verordnung über die 

Invalidenversicherung nachgekommen. Nach Art. 2 Abs. 1 IVV gelten als medizinische 

Massnahmen im Sinne von Artikel 12 IVG namentlich chirurgische, 

physiotherapeutische und psychotherapeutische Vorkehren, die eine als Folgezustand 

eines Geburtsgebrechens, einer Krankheit oder eines Unfalls eingetretene 

Beeinträchtigung der Körperbewegung, der Sinneswahrnehmung oder der 

Kontaktfähigkeit zu beheben oder zu mildern trachten, um die Erwerbsfähigkeit oder 

die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, dauernd und wesentlich zu 

verbessern oder vor wesentlicher Beeinträchtigung zu bewahren. Die Massnahmen 

müssen nach bewährter Erkenntnis der medizinischen Wissenschaft angezeigt sein 

und den Eingliederungserfolg in einfacher und zweckmässiger Weise anstreben.

5.3  Umstritten ist vorliegend, ob bezüglich der medizinischen Massnahmen für die 

Behandlung der Hüftkopf- und Schenkelhalsnekrose der Beschwerdeführerin eine 

Leistungspflicht der Invalidenversicherung oder der Krankenversicherung besteht. Der 

Gesetzgeber ist vom Grundsatz ausgegangen, dass die Behandlung einer Krankheit 

oder einer Verletzung ohne Rücksicht auf die Dauer des Leidens primär in den 

Aufgabenbereich der Krankenversicherung gehört (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 

29. Oktober 2014, 9C_452/2014, E. 2.1). Art. 12 Abs. 1 IVG umschreibt die Vorkehren 

medizinischer Art, welche von der Invalidenversicherung nicht zu übernehmen sind, mit 

dem Rechtsbegriff "Behandlung des Leidens an sich". Eine solche Behandlung ist zwar 

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auch bei gewissen Geburtsgebrechen, welche aufgrund der diesbezüglichen 

gesetzlichen Regelung dennoch von der Invalidenversicherung zu übernehmen sind, zu 

bejahen; ein Geburtsgebrechen ist aber im vorliegenden Fall – wie bereits ausgeführt – 

nicht gegeben. Grundsätzlich hat somit die primär in Anspruch zu nehmende 

Krankenversicherung für die in Frage stehenden Behandlungen aufzukommen, es sei 

denn, das Gesetz sehe eine Leistungspflicht der Invalidenversicherung vor. Eine solche 

kommt gestützt auf Art. 12 IVG nur dann in Frage, wenn es sich um eine auf die 

Eingliederung ins Erwerbsleben oder in den anerkannten Aufgabenbereich gerichtete 

Massnahme handelt (vgl. Meyer/Reichmuth, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum 

IVG, 3. Aufl., Art. 12 N 5). Nach der Rechtsprechung sind von der Invalidenversicherung 

grundsätzlich nur solche Vorkehren zu übernehmen, die nicht auf die Heilung oder 

Linderung labilen pathologischen Geschehens gerichtet sind. Während dies bei 

Erwachsenen ohne Weiteres gilt, sind bei Jugendlichen – ihrer körperlichen und 

geistigen Entwicklungsphase Rechnung tragend – medizinische Vorkehren trotz des 

einstweilen noch labilen Leidenscharakters von der Invalidenversicherung zu 

übernehmen, wenn ohne diese in absehbarer Zeit eine Heilung mit Defekt oder ein 

sonst wie stabilisierter Zustand einträte, wodurch die Berufsbildung oder die 

Erwerbsfähigkeit oder beide beeinträchtigt würden (Urteil des Bundesgerichts vom 7. 

Mai 2015, 9C_912/2014, E. 1.2, m.w.H.). Die Invalidenversicherung hat daher bei 

Kindern und Jugendlichen auch dann Leistungen zu erbringen, wenn es darum geht, 

mittels geeigneter Massnahmen einem die berufliche Ausbildung oder die künftige 

Erwerbsfähigkeit beeinträchtigenden Defektzustand vorzubeugen.

5.4  Gemäss dem Austrittsbericht der Neonatologie des Kantonsspitals Winterthur vom 

25. Oktober 2007 ist bei der Beschwerdeführerin ab dem 18. August 2007 wegen 

unklarem Infektverdacht aufgrund einer klinischen Zustandsverschlechterung mit 

Kreislauf- und Atemstabilität eine antibiotische Therapie begonnen worden. Am 20. 

August 2007 hat mittels der laborchemischen Abklärungen eine Staph aureus-Infektion 

nachgewiesen werden können (vgl. IV-act. 95-5). Die antibiotische Behandlung ist als 

eine Behandlung des Leidens an sich, namentlich des Infekts, anzusehen und fällt 

daher nicht in den Leistungsbereich der Invalidenversicherung (vgl. Art. 2 Abs. 4 IVV). 

Als Folge des Infekts ist eine Nekrose des Hüftkopfes und des Schenkelhalses rechts 

entstanden, welche auch nach Abschluss der Behandlung des Infekts bzw. nach 

dessen Ausheilung irreversibel bestehen geblieben ist. In Abgrenzung zum Infekt 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 26/29

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handelt es sich bei dem zerstörten Hüftkopf und Schenkelhals rechts um einen 

Gesundheitsschaden, der ohne medizinische Vorkehren überwiegend wahrscheinlich 

eine Heilung mit Defekt oder einen sonstwie stabilisierten Zustand zur Folge gehabt 

hätte, wodurch die Berufsbildung und/oder die Erwerbsfähigkeit der 

Beschwerdeführerin beeinträchtigt worden wäre (vgl. dazu das Beispiel in Rz. 48 KSME 

zur Abgrenzung von Leidensbehandlung und medizinischer Massnahme im Sinne von 

Art. 12 IVG). Die durchgeführten medizinischen Behandlungen, namentlich die offene 

Reposition der rechten Hüfte und die Derotations-Varisations-Osteotomie im April 2008 

(vgl. IV-act. 55-2), die Schenkelhalsverlängerung mit schräger Doppel-Osteotomie des 

proximalen Femurs und Distalisierung des Trochanter major rechts und begleitender 

Osteosynthese mittels winkelstabiler Platte und offener Einstellung des proximalen 

Femurendes in die Pfanne rechts im Januar 2011 (vgl- IV-act. 23-3), die Physiotherapie 

zur Verbesserung der Hüftgelenksbeweglichkeit und des Gangbildes (vgl. IV-act. 23-5), 

die Versorgung mit Hilfsmitteln und Behandlungsgeräten (Schuherhöhung, 

Kinderrollator, vgl. IV-act. 32-1), die operative Reposition des Hüftgelenks im 

Dezember 2011, die Beckenosteotomie und offene Hüfteinstellung rechts im Januar 

2012, die Schraubenosteosynthese des Schenkelhalses im März 2013 (vgl. IV-act. 55) 

sowie die Osteotomie des distalen Femurs rechts (zwecks Beinverlängerung) im 

Oktober 2013 (vgl. IV-act. 63), haben alle dazu gedient, die Gehfähigkeit und damit 

primär die Eingliederungsfähigkeit der Beschwerdeführerin herzustellen. Im Bericht des 

Ostschweizer Kinderspitals vom 2. Dezember 2011 haben die behandelnden Ärzte 

ausdrücklich festgehalten, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin, 

namentlich die eingeschränkte Beweglichkeit des rechten Hüftgelenks mit 

Beinlängendifferenz von 4 cm zu Ungunsten rechts und der damit verbundenen 

deutlichen eingeschränkten Gehstrecke, auf den Schulbesuch und/oder die berufliche 

Ausbildung auswirken würde (34-3). Die Behandlungsmassnahmen haben daher 

eindeutig Eingliederungscharakter gehabt und sind als medizinische Massnahmen im 

Sinne von Art. 12 Abs. 1 IVG zu betrachten.

5.5  Aus der Bejahung des Anspruchs der Beschwerdeführerin auf medizinische 

Massnahmen gestützt auf Art. 12 Abs. 1 IVG folgt, dass die Beschwerdegegnerin die 

im Rahmen der Behandlung der Hüftkopf- und Schenkelhalsnekrose entstandenen 

Kosten zu Recht übernommen hat bzw. zur Kostenübernahme verpflichtet gewesen ist. 

Überdies hat die Beschwerdegegnerin allenfalls noch nicht übernommene Kosten, 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 27/29

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welche in direktem Zusammenhang mit den oben erwähnten durchgeführten 

medizinischen Behandlungen stehen, ebenfalls zu übernehmen. Zu erwähnen sind 

insbesondere die Kosten der letzten Operation im Oktober 2013 (vgl. IV-act. 63) sowie 

die Kosten der diesbezüglich notwendigen Folgebehandlungen, wie beispielsweise die 

Spitexbetreuung im Anschluss an die Operation. Da die Spitexbetreuung in direktem 

Zusammenhang mit der eingliederungswirksamen Osteotomie des Femurs rechts im 

Oktober 2013 (vgl. IV-act. 63) gestanden hat, fällt sie wie die Operation selbst auch 

unter Art. 12 Abs. 1 IVG. Mit der Mitteilung vom 30. Juli 2013 hat die 

Beschwerdegegnerin eine Kostengutsprache für Physiotherapie ab dem 1. September 

2013 bis 31. August 2015 erteilt (vgl. IV-act. 60). Ob die Beschwerdeführerin seit dieser 

Leistungszusprache tatsächlich in physiotherapeutischer Behandlung gewesen ist und 

wenn ja, ob bzw. in welchem Umfang die Kosten von der Beschwerdegegnerin 

übernommen worden sind, ist aus den Akten nicht ersichtlich. Da es sich bei der 

Physiotherapie um eine Dauerleistung handelt, hätte die Beschwerdegegnerin (bei einer 

länger dauernden Behandlung allenfalls auch wiederholt) abzuklären, ob die 

Voraussetzungen für eine Kostenübernahme gestützt auf Art. 12 Abs. 1 IVG gegeben 

sind, namentlich ob im Sinne einer günstigen Prognose die Behandlung der 

Eingliederungsfähigkeit der Beschwerdeführerin dient und zudem notwendig, einfach 

und zweckmässig ist. Auch in Bezug auf allfällige weitere im Zusammenhang mit der 

Hüftkopf- und Schenkelhalsnekrose stehende medizinische Behandlungen, welche 

nach Erlass der angefochtenen Verfügungen nötig geworden sind bzw. werden, wird 

die Beschwerdegegnerin im Einzelfall die Voraussetzungen von Art. 12 IVG zu prüfen 

haben.

6.

6.1  Gestützt auf die vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung 

der angefochtenen Verfügung vom 11. März 2014 gutzuheissen. Die Angelegenheit ist 

der Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie im Sinn der Erwägungen die 

Prüfung und die Ausrichtung der Kosten sämtlicher Leistungen im Zusammenhang mit 

der Behandlung der Hüftkopf- und Schenkelhalsnekrose als Folgeschaden der 

durchgemachten und ausgeheilten Staphaureus-Infektion vornehmen kann.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 28/29

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6.2  Nach Art. 69 Abs. 1  IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die 

Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen 

Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand 

und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. 

Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint in der vorliegend zu beurteilenden 

Angelegenheit angemessen. Die unterliegende Beschwerdegegnerin hat die gesamte 

Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. Der von der Beschwerdeführerin geleistete 

Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist ihr zurückzuerstatten.

6.3  Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei 

Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom 

Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In 

der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach 

Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Unter 

Berücksichtigung des leicht überdurchschnittlichen Vertretungsaufwands erscheint 

eine praxisgemäss pauschale Parteientschädigung von Fr. 4'000.-- (inklusive 

Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen. Die Beschwerdegegnerin hat somit 

der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung von Fr. 4'000.-- (inklusive 

Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

Entscheid

1. 

In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung vom 11. März 2014 

aufgehoben. Die Angelegenheit wird der Beschwerdegegnerin im Sinn der Erwägungen 

zur Prüfung und Ausrichtung von Leistungen im Zusammenhang mit der Behandlung 

der Hüftkopf- und Schenkelhalsnekrose zurückgewiesen.

2. 

Es wird festgestellt, dass die Verfügung vom 2. Oktober 2014 nichtig ist.

3. 

Die Beschwerdegegnerin hat die Gerichtskosten von Fr. 600.-- zu bezahlen; der 

bis

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 29/29

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Beschwerdeführerin ist der in gleicher Höhe geleistete Kostenvorschuss 

zurückzuerstatten.

4. 

Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung von 

Fr. 4'000.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 17.05.2016
	Art. 13 IVG, 12 IVG, Art. 53 Abs. 2 ATSG. Wenn bei minderjährigen Versicherten medizinische Massnahmen nicht gestützt auf Art. 13 IVG gewährt werden können, ist subsidiär zu prüfen, ob eine Leistungszusprache gestützt auf Art. 12 IVG möglich ist (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 17. Mai 2016, IV 2014/214 und IV 2014/503).

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