# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 93730a58-f035-55c0-bfc3-7051b27b4c3d
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-04-30
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 30.04.2015 720 2014 362 / 99 (720 14 373 / 100)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-2014-362---99_2015-04-30.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom  30. April 2015 (720 14 362 / 99; 720 14 373 / 100) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Invalidenversicherung 

 

 

Festsetzung des Beginns der Wartezeit für eine Invalidenrente; Ermittlung des Validen-

einkommens aufgrund des zuletzt erzielten Einkommens, da die Stelle aus krankheitsbe-

dingten Gründen verloren ging 

 

 
Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Kan-

tonsrichter Dieter Freiburghaus, Gerichtsschreiber i.V. Lukas Meyer 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Erich Züblin, Advokat, 
Spalenberg 20, Postfach 1460, 4001 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, 
Beschwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff IV-Rente (756.6287.0540.80) 
 
 
 
A.1 Der 1967 geborene A.____ arbeitete seit 1. März 1989 als Depotangestellter bei der 
SBB und übernahm ab August 1991 die Funktion als Schaltwärter in Basel. Seit März 2005 war 
der Versicherte aufgrund von Rückenschmerzen in einer Verweistätigkeit bei der SBB ange-
stellt. Am 30. April 2007 endete die gemäss GAV geltende zweijährige Lohnfortzahlungsfrist. 
Das Arbeitsverhältnis wurde in gegenseitigem Einvernehmen auf dieses Datum beendet. Be-

 

 
 
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reits am 13. Juni 2005 beantragte A.____ unter Hinweis auf seine Rückenschmerzen bei der 
Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) die Umschulung auf eine neue Tätigkeit. Diesen 
Antrag lehnte die IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) mit Verfügung vom 29. September 2005 
ab, da es ihm aus medizinischer Sicht zumutbar sei, ein rentenausschliessendes Einkommen 
zu generieren. Der Versicherte stellte sodann am 17. Februar 2006 einen Antrag auf eine Rente 
der IV. Dieser wurde mit Verfügung vom 21. Juni 2007 mit der Begründung abgelehnt, der IV-
Grad betrage in jedem Fall höchstens 21 %, weshalb kein Anspruch auf eine Rente bestehe. Im 
Dezember 2009 stellte A.____ erneut Antrag auf eine Rente sowie Umschulung auf eine andere 
Tätigkeit. Auf diesen wurde mit Verfügung vom 4. Februar 2009 nicht eingetreten. Einem weite-
ren, am 7. Mai 2010 eingereichten Antrag wurde insoweit entsprochen, als dem Versicherten 
Beratung und Unterstützung bei der Stellensuche gewährt und eine Kostengutsprache für ein 
Arbeitstraining bei der Stiftung B.____ vom 21. März 2011 bis am 20. Juni 2011 erteilt wurde. 
Mit Verfügung vom 22. September 2011 wurde festgehalten, dass eine Arbeitsvermittlung der-
zeit nicht möglich sei, da dem Versicherten ein medizinischer Eingriff bevorstehe. 
 
A.2 Am 8. Februar 2012 stellte A.____, unterstützt durch die Rheumaliga beider Basel, er-
neut einen Antrag auf Ausrichtung einer Invalidenrente. Nach Abklärung der gesundheitlichen 
und erwerblichen Verhältnisse ermittelte die IV-Stelle beim Versicherten ab dem 6. September 
2012 einen Invaliditätsgrad von 58 %, ab dem 1. Oktober 2012 einen Invaliditätsgrad von 100 % 
und ab 1. März 2013 wieder einen Invaliditätsgrad von 58 %. Gestützt auf dieses Ergebnis 
sprach sie A.____ – nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren – mit Verfügung vom 16. Ok-
tober 2014 eine halbe Rente ab 1. November 2014 zu. Gleichzeitig hielt sie fest, dass sie die 
rückwirkenden Verfügungen vom 1. September 2012 bis 31. Oktober 2014 zu einem späteren 
Zeitpunkt erlassen werde. 
 
B. Hiergegen erhob A.____, vertreten durch Advokat Erich Züblin, am 18. November 2014 
Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Darin 
beantragte er, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und die IV-Stelle sei zu verpflich-
ten, ihm mit Wirkung ab 1. Mai 2012 eine ganze Invalidenrente auszurichten; unter o/e-
Kostenfolge. Zur Begründung liess er im Wesentlichen vorbringen, dass gemäss bidisziplinärem 
Gutachten von Dr. med. C.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, und Dr. med. D.____, 
FMH Innere Medizin und Rheumatologie, vom 25. Februar 2014, auf welches sich die IV-Stelle 
bei ihrem Rentenentscheid gestützt habe, die gesetzliche Wartefrist nicht erst mit der Operation 
im September 2011, sondern bereits mit der rheumatologischen Behandlung bei Dr. med. 
E.____, FMH Rheumatologie, am 4. Mai 2011 begonnen habe. Es sei schon ab diesem Zeit-
punkt eine Verschlimmerung des chronischen Schmerzzustandes anzunehmen. Im Weiteren 
könne das Valideneinkommen nicht gestützt auf die viel tieferen statistischen Löhne gemäss 
LSE, Anforderungsniveau 4, berechnet werden. Vielmehr sei das effektive Einkommen als 
Schaltwärter bei der SBB aus dem Jahr 2004 als Grundlage zu nehmen, da er diese ange-
stammte Tätigkeit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit aus medizinischen Gründen verloren 
habe. Insofern bestehe ein Anspruch auf eine volle Rente ab Mai 2012. 
 
C. Am 19. November 2012 erliess die IV-Stelle die in der ersten Verfügung vom 16. Okto-
ber 2014 in Aussicht gestellten zusätzlichen Verfügungen, mit welchen sie über die rückwirken-

 

 
 
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den Rentenzahlungen an A.____ für die Periode ab September 2012 bis Oktober 2014 ent-
schied. In diesen drei neuen Verfügungen sprach die IV-Stelle dem Versicherten rückwirkend 
ab 1. September 2012 bis 31. Dezember 2012 eine halbe, ab 1. Januar 2013 bis 31. Mai 2013 
eine ganze und ab 1. Juni 2013 bis 31. Oktober 2014 wieder eine halbe Invalidenrente zu. Auch 
dagegen erhob A.____ am 27. November 2014, weiterhin vertreten durch Advokat Erich Züblin, 
Beschwerde und beantragte die Aufhebung der drei Verfügungen vom 19. November 2014 und 
die Zusprechung einer ganzen Rente mit Wirkung ab 1. Mai 2012. In verfahrensrechtlicher Hin-
sicht beantragte er zudem die Vereinigung des Verfahrens mit dem bereits hängigen Be-
schwerdeverfahren vom 18. November  2014; unter o/e-Kostenfolge. Das Kantonsgericht ent-
sprach diesem Antrag mit Verfügung vom 4. Dezember 2014, indem es  die beiden Beschwer-
deverfahren (Verfahren Nr. 720 14 362/99 und 720 14 373/100) aus prozessökonomischen 
Gründen zusammenlegte. 
 
D. In ihrer Vernehmlassung vom 12. Januar 2015 beantragte die IV-Stelle die Abweisung 
der Beschwerden. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 

1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) 
vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versiche-
rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anfechtungsobjekt des vorliegenden 
Verfahrens bilden die Verfügungen der IV-Stelle vom 16. Oktober respektive 19. Novem-
ber 2014, sodass die örtliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 
1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 
16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtli-
che Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist so-
mit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerden zuständig. Auf die im Übrigen 
frist- und formgerecht erhobenen Beschwerden vom 18. November respektive 27. November 
2014 ist einzutreten. 
 
2. Strittig und zu prüfen ist der Rentenanspruch des Beschwerdeführers. Massgebend ist 
der Sachverhalt, wie er sich bis zum Erlass der angefochtenen Verfügungen vom 10. Oktober 
bzw. 19. November 2014 entwickelte. Dieser Zeitpunkt ist rechtsprechungsgemäss die zeitliche 
Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugnis (BGE 129 V 4 E. 1.2). 
 
3.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs-
fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein-
gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während 
eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40% arbeitsunfähig 
gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid sind (lit. c). 
 
3.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs-
rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähigkeit die durch eine Beeinträchtigung 

 

 
 
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der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfä-
higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei 
langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem andern Beruf oder Aufgabenbereich 
berücksichtigt (Satz 2). 
 
3.3 Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit 
dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburts-
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der 
durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte 
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust 
der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt zu ver-
stehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind 
nach dem im Rahmen der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008 in Kraft gesetzten Art. 7 Abs. 2 
ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen 
(Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht über-
windbar ist (Satz 2). 
 
4.1 Gemäss Art. 28 Abs. 2  IVG wird die Rente nach dem Grad der Invalidität wie folgt ab-
gestuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 
70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie 
zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist.  
 
4.2 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist Art. 16 ATSG 
anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das 
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh-
rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom-
men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht 
invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der 
Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst 
genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden. Aus der Einkommensdifferenz lässt 
sich der Invaliditätsgrad bestimmen (BGE 128 V 30 E. 1). 
 
5.1 Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrades bildet die Frage, in welchem Aus-
mass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen arbeitsunfähig 
ist. 
 
5.2 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insbesondere auch bei der Beurtei-
lung der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das 
Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute 
zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszu-
stand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher 
Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte 

 

 
 
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eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person 
noch zugemutet werden  können (BGE 132 V 99 E. 4 mit weiteren Hinweisen).  
 
5.3 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs-
prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an-
deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 
pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit-
tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob 
die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs ge-
statten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den 
Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu-
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich 
des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen 
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwer-
den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle-
gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation 
einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind 
(BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). Ausschlaggebend für den Beweis-
wert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der 
eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten 
(BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 
 
5.4 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche  Rechtsprechung mit dem Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte 
und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführliche Zusam-
menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu 
auch BGE 135 V 469 f. E. 4.4 und 4.5). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens ein-
geholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Be-
obachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei 
der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung 
volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der 
Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). Diese im Bereich der 
Unfallversicherung entwickelten Grundsätze finden für das IV-Verwaltungsverfahren sinnge-
mäss Anwendung (Urteile des EVG vom 9. August 2000, I 437/99 und I 575/99, E. 4b/bb). In 
Bezug auf Berichte von behandelnden Ärzten darf und soll das Gericht der Erfahrungstatsache 
Rechnung tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung 
in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen. Bei der Abschät-
zung des Beweiswerts im Rahmen einer freien und umfassenden Beweiswürdigung dürfen al-
lerdings auch die potentiellen Stärken der Berichte behandelnder Ärzte nicht vergessen werden. 
Der Umstand allein, dass eine Einschätzung vom behandelnden Mediziner stammt, darf nicht 
dazu führen, sie als von vornherein unbeachtlich einzustufen; die einen längeren Zeitraum ab-
deckende und umfassende Betreuung durch behandelnde Ärzte bringt oft wertvolle Erkenntnis-
se hervor. Auf der anderen Seite lässt es die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag 
des therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich be-

 

 
 
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stellten fachmedizinischen Experten anderseits (BGE 124 I 170 E. 4; Urteil des EVG vom 
13. Juni 2001, I 506/00, E. 2b) nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage 
zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu 
anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine ab-
weichende Beurteilung aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte wichtige - und nicht rein subjek-
tiver ärztlicher Interpretation entspringende - Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutach-
tung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des Bundesgerichts vom 25. Mai 2007, 
I 514/06, E. 2.2.1, mit Hinweisen). 
 
5.5 In verfahrensrechtlicher Hinsicht ist darauf hinzuweisen, dass der Sozialversicherungs-
prozess vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht ist. Danach haben der Sozialversicherer und 
das Gericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen 
Sachverhalts zu sorgen. Dieser Grundsatz gilt indessen nicht unbeschränkt; er findet sein Kor-
relat in den Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 125 V 193 E. 2, BGE 122 V 157 E. 1a, je 
mit weiteren Hinweisen). Wegen der Massgeblichkeit des Untersuchungsgrundsatzes entfällt im 
Sozialversicherungsrecht eine Beweisführungslast. Immerhin tragen die Parteien im Sozialver-
sicherungsverfahren eine dahingehende Beweislast, als im Falle der Beweislosigkeit der Ent-
scheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt 
Rechte ableiten will (BGE 121 V 208 E. 6a, 115 V 133 E. 8a). 
 
6.1 Zwischen den Parteien ist zunächst umstritten, wann der Anspruch auf eine IV-Rente 
entstanden ist. Die Beschwerdegegnerin hielt in der angefochtenen Verfügung fest, dass der 
Rentenanspruch am 1. September 2012 entstanden sei. In den medizinischen Akten seien kei-
ne Hinweise auf eine relevante Verschlechterung aus subjektiver und objektiver Sicht auf die 
Arbeitsfähigkeit bis zum Zeitpunkt der Operation im September 2011 zu finden. Demnach sei 
davon auszugehen, dass das Wartejahr am 6. September 2011 begonnen habe. Der Be-
schwerdeführer macht dagegen geltend, dass die Wartezeit am 4. Mai 2011 begonnen habe, da 
gemäss den gutachterlichen Beurteilungen von Dr. C.____ und Dr. D.____ eine erhebliche Ar-
beitsunfähigkeit bereits ab dem Zeitpunkt des Beginns der rheumatologischen Behandlung bei 
Dr. E.____ bestehe. 
 
6.2 Es ist darauf hinzuweisen, dass mit der 5. IVG-Revision per 1. Januar 2008 eine sechs-
monatige Wartefrist ab Einreichung des Leistungsgesuchs eingeführt wurde (Art. 29 Abs. 2 
IVG). Der Rentenanspruch kann folglich frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Gel-
tendmachung des Leistungsanspruchs ausgerichtet werden. Vorliegend wurde das Gesuch 
vom Beschwerdeführer am 8. Februar 2012 eingereicht. Demzufolge kann die Ausrichtung ei-
ner allfälligen Rente frühestens ab August 2012 erfolgen. 
 
6.3 Im Weiteren setzt der Anspruch auf eine IV-Rente gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG, wie 
in Erwägung 3.1 hiervor erwähnt, voraus, dass die versicherte Person während eines Jahres 
ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen ist 
(sog. Wartejahr). Die Wartezeit im Sinne von Art. 29 Abs. 1 lit. b IVG gilt in jenem Zeitpunkt als 
eröffnet, in welchem eine deutliche Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit eingetreten ist. Als 
erheblich gilt bereits eine Arbeitsunfähigkeit von 20 % (Urteil des Bundesgerichts vom 

 

 
 
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24. November 2010, 9C_757/2010, E. 4.1). Dabei ist nur die Arbeitsunfähigkeit von Bedeutung, 
das heisst die als Folge des Gesundheitsschadens bedingte Einbusse an funktionellem Leis-
tungsvermögen im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich (Urteil vom 5. Dezember 2011, 
8C_652/2011, E. 2). Die finanziellen Auswirkungen einer solchen Einbusse sind für deren Beur-
teilung während der Wartezeit grundsätzlich unerheblich (BGE 130 V 97 E. 3.2, 118 V 16 E. 6d, 
105 V 156 E. 2a; ZAK 1986 S. 476 E. 3, 1984 S. 230 E. 1, 1980 S. 283 E. 2a). Ebenfalls uner-
heblich ist, auf welche gesundheitlich bedingten Ursachen die Arbeitsunfähigkeit zurückzufüh-
ren ist (Kreisschreiben des Bundesamtes für Sozialversicherungen BSV über Invalidität und 
Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung [KSIH], gültig ab 1. Januar 2012, Rz. 2009).  Der Zeit-
punkt des Eintritts der Arbeitsunfähigkeit muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen 
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 353 E. 5b, vgl. auch Urteil des 
Bundesgerichts vom 17. Mai 2011, 8C_41/2011, E. 2.2) nachgewiesen sein. Dieser Nachweis 
darf nicht durch nachträgliche erwerbliche oder medizinische Annahmen und spekulative Über-
legungen ersetzt werden. Vielmehr bedarf es dazu regelmässig zusätzlich einer (überzeugen-
den) medizinischen Einschätzung, die ordentlicherweise echtzeitlicher Natur ist (SVR 2010 IV 
Nr. 17, 8C_195/2009, E. 5). 
 
6.4 Die am Gutachten vom 25. Februar 2014 beteiligten Fachärzte Dr. C.____ und Dr. 
D.____ kamen zum Schluss, dass sich aus psychiatrischer Sicht weder die höchstens leichte 
depressive Störung (ICD-10 F33.0) noch die Agoraphobie (ICD-10 F40.0), die schon seit Jah-
ren bestehe, auf die Arbeitsfähigkeit auswirke. Aus somatischer Sicht könne im Vergleich zur 
erstmaligen rheumatologischen Begutachtung im Rahmen des bidisziplinären Gutachtens vom 
Dezember 2010 eine zwischenzeitliche Verschlechterung des Gesundheitszustandes bestätigt 
werden. Trotz dreimaliger Rückenoperation müsse weiterhin von einem chronischen 
Schmerzsyndrom ausgegangen werden, welches auch in Zukunft bestehen werde. Dadurch 
könne eine Zunahme der Einschränkung der Arbeitsfähigkeit, insbesondere für leichte körperli-
che Tätigkeiten, begründet werden. Bezüglich der Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht sei 
dem Beschwerdeführer jede körperlich adaptierte Tätigkeit in vollem Umfang möglich und eine 
dauerhafte Einschränkung liesse sich nicht begründen. Aus somatischer Sicht seien dem Be-
schwerdeführer keine schwer wie auch mittelschwer wirbelsäulenbelastende Tätigkeiten mehr 
möglich, eine leichte Tätigkeit in Wechselbelastung ohne Zwangshaltung sei zu 50 % möglich.  
Diese neue Einschränkung der Arbeitsfähigkeit sei ab Beginn der rheumatologischen Behand-
lung durch Dr. E.____ im Mai 2011 anzunehmen, da dieser eine Verschlimmerung des chroni-
schen Schmerzzustandes beschrieben habe. 
 
6.5 Am 14. April 2014 prüfte pract. med. F.____, Regionaler ärztlicher Dienst beider Basel 
(RAD), das Gutachten vom 25. Februar 2014 im Hinblick auf Inhalt und Qualität und hielt fest, 
dass es den Anforderungen entspräche. Sie äusserte sich jedoch kritisch über den von den 
Gutachtern festgelegten Zeitpunkt des Beginns der Wartezeit und wiederholte ihre Einschät-
zungen am 2. September 2014. Ihrer Meinung nach sei als Zeitpunkt der Verschlechterung des 
Gesundheitszustandes auf den Operationstermin vom 6. September 2011 bei 
Prof. Dr. med. G.____, FMH Neurochirurgie, abzustellen, da es bis zu diesem Termin in den 
medizinischen Akten keinen Hinweis  auf eine relevante Verschlechterung aus subjektiver und 
objektiver Sicht mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit gäbe. Prof. Dr. G.____ halte mit Schreiben 

 

 
 
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vom 16. Juni 2011 vielmehr fest, dass seit 1993 Lumbalgien und seit etwa 6 Jahren zusätzlich 
radikulär imponierende Einstrahlungen ins linke Bein über die Gesässbacke bis hinunter zur 
Fusssohle bestünden. Bei der Untersuchung dokumentierte er einen stabilen Gesundheitszu-
stand seit sechs Jahren ohne deutliche radikuläre Reizsymptomatik. Prof. Dr. G.____ hätte zu 
diesem Zeitpunkt keine sichere OP-Indikation gesehen. Weiter habe der Beschwerdeführer ein 
dreimonatiges Arbeitstraining absolviert, das er nur mit fünf Absenztagen zu Ende geführt habe. 
 
6.6 Die IV-Stelle stützte sich bei der Beurteilung des Zeitpunktes des Beginns der Warte-
zeit vollumfänglich auf die Ergebnisse, zu denen pract. med. F.____ im RAD-Bericht gelangt ist. 
Sie ging demnach davon aus, dass beim Beschwerdeführer eine Verschlechterung des Ge-
sundheitszustandes ab der Operation im September 2011 anzunehmen sei und damit das War-
tejahr ab diesem Zeitpunkt beginne. Diese vorinstanzliche Beweiswürdigung ist nicht zu bean-
standen. Wie oben ausgeführt (vgl. E. 5.4 hiervor), ist den im Rahmen des Verwaltungsverfah-
rens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte bei der Beweiswürdigung volle 
Beweiskraft zu zuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Ex-
pertisen sprechen. Im vorliegenden Fall stellt hingegen der RAD-Bericht  das Gutachten der 
Dres. C.____ und D.____ bezüglich der Festsetzung des Beginns der Wartezeit in Frage. Be-
richte regionaler ärztlicher Dienste haben Gutachtenqualität, wenn sie den allgemeinen beweis-
rechtlichen Anforderungen an einen ärztlichen Bericht genügen (Urteil des Bundesgerichts 
9C_204/2009 vom 6. Juli 2009 E. 4.4) und der betreffende RAD-Arzt über die im Einzelfall ge-
fragte persönliche und fachliche Qualifikation verfügt. Nicht zwingend erforderlich ist, dass die 
versicherte Person untersucht wird (Urteil des Bundesgerichts 9C_323/2009 vom 14. Juli 2009). 
Frau pract. med. F.____ ist persönlich und fachlich qualifiziert die entsprechende Fragestellung 
zu beantworten.  Dem von ihr verfassten medizinischen Bericht kommt volle Beweiskraft zu, da 
er in Kenntnis aller relevanten Akten erstellt wurde und sie sich somit ein umfassendes Bild ver-
schaffen konnte. Während das bidisziplinäre Gutachten zur Frage des Beginns der Wartezeit  
lediglich darauf verweist, dass ab Mai 2011 eine Verschlimmerung des chronischen Schmerz-
zustandes anzunehmen sei, legt pract. med. F.____ in überzeugender Weise Tatsachen dar, 
die gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen. Die RAD-Ärztin berichtet, dass Prof. Dr. 
G.____ in seiner Untersuchung vom 16. Juni 2011 noch keine sichere OP-Indikation sah und 
der Beschwerdeführer sein dreimonatiges Arbeitstraining vom 21. März 2011 bis 20. Juni 2011 
mit nur fünf Absenztagen zu Ende führte. Sie begründet hiermit schlüssig und nachvollziehbar, 
weshalb die Verschlechterung des Gesundheitszustandes nicht bereits im Mai 2011 mit dem 
Beginn der rheumatologischen Behandlung bei Dr. E.____, sondern erst zum Zeitpunkt des 
operativen Eingriffs im September 2011 begonnen hat. Die IV-Stelle ist demnach zu Recht von 
dem im Gutachten festgelegten Beginn der Wartezeit abgewichen und hat diesen stattdessen 
auf den Operationstermin im September 2011 festgesetzt. 
 
7.1 In einem weiteren Schritt ist zu prüfen, wie sich die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit 
auf den Invaliditätsgrad auswirkt.  
 
7.2 Vorliegend stützte sich die IV-Stelle bei der Bemessung des Validen- wie auch des Inva-
lideneinkommens auf die Tabellenlöhne der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung des Bun-
desamtes für Statistik (LSE) 2010 ab. Beim Valideneinkommen ging sie davon aus, dass der 

 

 
 
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Beschwerdeführer nach Ablauf der Wartezeit im September 2012 ein Jahreseinkommen von 
Fr. 62‘415.-- erzielen könnte. Grundlage hierfür war die Tabelle TA1, privater Sektor, Anforde-
rungsniveau 4, Spalte Männer, von Fr. 4‘901.-- pro Monat, basierend auf 40 Wochenstunden. 
Nach Anpassung dieses Betrages an die Nominallohnentwicklung von 1.8% und Umrechnung 
auf die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 41,7 Stunden resultierte das vorstehend 
genannte Jahreseinkommen. Nach einer unbestrittenen vollumfänglichen Arbeitsunfähigkeit hat 
die IV-Stelle den Invaliditätsgrad erneut ab 2013 berechnet. Der Beschwerdeführer könnte da-
nach ein Jahreseinkommen von Fr. 62‘906.-- erzielen. Grundlage hierfür war die Tabelle TA1, 
privater Sektor, Anforderungsniveau 4, Spalte Männer, von Fr. 4‘901.-- pro Monat, basierend 
auf 40 Wochenstunden. Nach Anpassung dieses Betrages an die Nominallohnentwicklung von 
2.6% und Umrechnung auf die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 41,7 Stunden resul-
tierte das vorstehend genannte Jahreseinkommen von Fr. 62‘906.--. Das Invalideneinkommen 
berechnete die Vorinstanz ebenfalls gestützt auf Tabelle TA1, Privater Sektor, Anforderungsni-
veau 4, Spalte Männer, von monatlich Fr. 4‘901.--, basierend auf 40 Wochenstunden. Nach 
Anpassung an die Nominallohnentwicklung von 1.8% (respektive 2.6 % nach 2013) und an die 
betriebsübliche Arbeitszeit von 41,7 Stunden pro Woche sowie unter Berücksichtigung des zu-
mutbaren Pensums von 50% berechnete sie ein Jahreseinkommen von Fr. 31‘208.-- (bzw. 
Fr. 31‘452.-- nach 2013) Von diesem Betrag nahm die Vorinstanz einen leidensbedingten Ab-
zug von 15% vor, woraus das massgebende Jahreseinkommen von Fr. 26‘526.-- (bzw. 
Fr. 26‘734.--) resultierte. Eine Gegenüberstellung von Validen- und Invalideneinkommen ergab 
den Invaliditätsgrad von 58% zwischen dem 6. September 2012 und 1. Oktober 2012 sowie ab 
1. März 2013.  
 
7.3 Der Beschwerdeführer macht in Bezug auf das Valideneinkommen geltend, dass jenes 
Einkommen massgebend sei, das er bis zum Jahr 2004 als Schaltwärter erzielt habe. Die IV-
Stelle hätte in ihrer Berechnung nicht von den LSE-Tabellenlöhnen ausgehen dürfen.  
 
7.4 Bei der Ermittlung des ohne Invalidität erzielbaren Einkommens (Valideneinkommen) ist 
entscheidend, was die versicherte Person im massgebenden Zeitpunkt nach dem Beweisgrad 
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 360 E. 5b) als Gesunde tatsächlich verdie-
nen würde. Die Einkommensermittlung hat so konkret wie möglich zu erfolgen. Massgebend ist, 
was die versicherte Person aufgrund ihrer beruflichen Fähigkeiten und persönlichen Umstände 
unter Berücksichtigung ihrer beruflichen Weiterentwicklung, soweit hierfür hinreichend konkrete 
Anhaltspunkte bestehen, zu erwarten gehabt hätte (BGE 96 V 29; ZAK 1985 S. 635 E. 3a sowie 
RKUV 1993 Nr. U 168 S. 100 f. E. 3b). Da im Gesundheitsfall erfahrungsgemäss die bisherige 
Tätigkeit in der Regel weitergeführt worden wäre, ist Anknüpfungspunkt für die Bestimmung des 
Valideneinkommens häufig der zuletzt erzielte, der Teuerung sowie der realen Einkommens-
entwicklung angepasste Verdienst (RKUV 1993 Nr. U 168 S. 101 E. 3b am Ende; vgl. auch ZAK 
1990 S. 519 E. 3c). 
 
7.5 Ging eine Arbeitsstelle aus invaliditätsfremden Gründen verloren und wäre die versicher-
te Person somit auch ohne gesundheitliche Beeinträchtigung nicht mehr an der bisherigen Stel-
le tätig, so ist von dem unter Erwägung 7.4 hiervor genannten Grundsatz abzuweichen. Das 
Valideneinkommen ist demgemäss nicht aufgrund der Lohnangaben des letzten Arbeitgebers, 

 

 
 
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sondern gestützt auf die Tabellenlöhne gemäss LSE zu ermitteln (vgl. Urteil des Bundesgerichts 
vom 14. April 2010, 9C_130/2010, E. 3.3.1 mit Hinweisen). Im vorliegenden Fall verweist die 
Beschwerdegegnerin darauf, dass der Beschwerdeführer seine ehemalige Arbeitsstelle als 
Schaltwärter bei der SBB verloren habe, obwohl diese Tätigkeit aufgrund sämtlicher medizini-
scher Gutachten als leichte bis mittelschwere Tätigkeit eingestuft wurde  und deren Ausübung 
ihm bis zum Zeitpunkt der Operation im September 2011 weiterhin zumutbar gewesen sei. Das 
Gutachten von Dr. med. H.____, FMH Rheumatologie, Physikalische Medizin und Rehabilitati-
on, vom 23. November 2006 halte ausdrücklich fest, dass laut Angaben des Beschwerdeführers 
die frühere Tätigkeit, die er bis Dezember 2004 verrichtet habe, als leicht bis mittelschwer ein-
zustufen sei. Zudem sei das Arbeitsverhältnis exakt zu dem Zeitpunkt beendet worden, zu wel-
chem der Lohnzahlungsanspruch des Beschwerdeführers gemäss GAV erlosch. Es sei somit 
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit belegt, dass der Beschwerdeführer seinen Arbeitsplatz 
nicht aus Krankheitsgründen verloren habe und deshalb nicht auf den damals erzielten Lohn 
abgestellt werden könne. Die Berechnung des Valideneinkommens sei zu Recht anhand der 
Tabellenlöhne nach LSE 2010 erfolgt. Demgegenüber wendet der Beschwerdeführer ein, dass 
die SBB nach dem 29. Oktober 2004 aufgrund seiner Gesundheitsstörungen ein Case Ma-
nagement eingerichtet habe. Er sei intern auf eine Arbeitsstelle, die seinen Leiden besser an-
gepasst war, versetzt worden. Diese Schonarbeitsstelle sei nach Ablauf der Lohnfortzahlungs-
pflicht durch die Arbeitgeberin mit der Bemerkung gekündigt worden, dass das Arbeitsverhältnis 
mit der SBB Cargo aus medizinischen Gründen im gegenseitigen Einvernehmen per 30. April 
2004 aufgelöst worden sei. Deshalb müsse auf den zuletzt erzielten Lohn in der angestammten 
Tätigkeit als Schaltwärter abgestellt werden. 
 
7.6 Aus den Akten und insbesondere aus dem Personaldossier der SBB ist der Eintritt der 
Gesundheitsstörungen, aufgrund derer der Beschwerdeführer ab dem 29. Oktober 2004 von 
seinem behandelnden Arzt Dr. I.____, FMH Allgemeine Medizin, wiederholt für unterschiedliche 
Dauer krankgeschrieben wurde, ersichtlich. Weiter zeigt sich, dass die SBB die Stellen der 
Schaltwärter per 12. Dezember 2004 aufhob. Ein Teil der Schaltwärter wurde in eine andere 
Abteilung übernommen. Der Beschwerdeführer gehörte nicht dazu. Ihm wurde aufgrund seiner 
Beschwerden ein Schonarbeitsplatz zugeteilt. Im Gutachten von Dr. C.____ vom 4. Dezember 
2006 wurde dementsprechend ausgeführt, dass der Versicherte zunehmend unter Beschwer-
den, insbesondere Rückenbeschwerden leide und dass er deswegen an einem besonderen 
Arbeitsplatz, wo er nur einige Stunden pro Woche tätig sei, arbeite. Diese Tätigkeit sei ihm zu-
gewiesen worden, weil es für ihn keine andere Möglichkeit gegeben habe. Auch die SBB liess 
die Tauglichkeit des Beschwerdeführers in seiner angestammten Tätigkeit als Schaltwärter von 
Dr. med. J.____, Chefarzt-Stellvertreterin des Ärztlichen Kompetenzzentrums für Unternehmen, 
beurteilen. Aus ihrem Bericht vom 7. Mai 2007 ist folgendes zu entnehmen: Der Versicherte sei 
in der Lage leichte bis maximal mittelschwere Tätigkeiten ohne Heben und Tragen über 15 kg 
ganztags zu verrichten. Gemäss Auskunft des Arbeitgebers lägen die Anforderungen an einen 
Schaltwärter heute deutlich höher, da vermehrt gekuppelt werden müsse. Daher müsse er für 
eine uneingeschränkte Tätigkeit als Schaltwärter aus medizinischen Gründen untauglich erklärt 
werden. Am 31. Oktober 2006 hielt die SBB Cargo in einem Schreiben an den Versicherten 
fest, dass wegen mangelnder medizinischer Tauglichkeit die SBB Cargo das Arbeitsverhältnis 
per 30. April 2007 auflöse. Eine berufliche Reintegration sei leider nicht absehbar. Auch der 

 

 
 
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Kündigung vom 26. Januar 2007 ist zu entnehmen, dass das Arbeitsverhältnis  mit der SBB 
Cargo AG - gemäss Vereinbarung vom 31. Oktober 2006 - aus medizinischen Gründen beendet 
worden sei. Ebenso explizit belegt das Arbeitszeugnis, dass das Arbeitsverhältnis infolge medi-
zinischer Einschränkungen im angestammten Tätigkeitsbereich aufgelöst wurde. 
 
7.7 Wenn die IV-Stelle in den angefochtenen Verfügungen vom 16. Oktober 2011 und 
19. November 2011 davon ausgeht, dass zur Ermittlung des Valideneinkommens auf die Tabel-
lenlöhne gemäss LSE 2010 abzustellen sei, da der Versicherte seine Stelle trotz gesundheitli-
cher Zumutbarkeit und demnach aus invaliditätsfremden Gründen verloren habe, kann ihr nicht 
gefolgt werden.  Die IV-Stelle zog zur Begründung ihres Standpunktes das rheumatologische 
Gutachten von Dr. H.____ vom 23. November 2006 bei, wonach - gemäss der Aussage des 
Versicherten - die Tätigkeit als Schaltwärter als leicht bis mittelschwer einzustufen sei. Sie ge-
langte somit zum Schluss, dass diese Tätigkeit bis zur Operation im Oktober 2011 zumutbar 
gewesen wäre. Dem rheumatologischen Gutachten stellt sich der Bericht von Dr. J.____ vom 7. 
Mai 2007 entgegen. Ihre Abklärungen stützten sich auf das Anforderungsprofil einer leichten bis 
mittelschweren Erwerbstätigkeit und ergaben, dass die Tätigkeit des Versicherten unter ande-
rem im Kuppeln und Entkuppeln von Lokomotiven bestehe und diese Arbeitsvorgänge täglich 
25 bis 30 mal vorkommen. Aufgrund dieser Tatsachen musste sie den Beschwerdeführer für 
eine uneingeschränkte Tätigkeit als Schaltwärter aus medizinischen Gründen untauglich erklä-
ren. Ob die angestammte Erwerbstätigkeit als leicht bis mittelschwer zu qualifizieren ist und ob 
ihm diese Tätigkeit zumutbar war, kann für die Beurteilung des Kündigungsgrundes indes of-
fenbleiben, da bereits aufgrund der Personalakten der SBB  fest steht, dass der Versicherte 
seine Stelle als Schaltwärter aus gesundheitlichen Gründen verloren hat (vgl. E. 7.6 hiervor). 
Die Stellen der Schaltwärter wurden zwar per 12. Dezember 2004 aufgehoben, jedoch wurde 
der Versicherte bereits nach der Krankschreibung am 29. Oktober 2004 wegen seiner gesund-
heitlichen Beschwerden in einer leichteren Tätigkeit - unter anderem im Sicherheitsbereich und 
Kurierdienst - eingesetzt. Demnach hing die Versetzung von der Schaltwärterstelle zu einer 
leichteren Tätigkeit nicht von der Aufhebung dieser Stellen ab, sondern erfolgte aus gesundheit-
lichen Gründen. Selbst die zeitliche Nähe der Stellenaufhebung und des Eintritts der gesund-
heitlichen Beeinträchtigung bildet gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung keinen hinrei-
chenden Grund, auf Tabellenlöhne abzustellen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 22. Dezem-
ber 2010, 9C_699/2010 E. 3.2). Unter diesen Umständen ist mit überwiegender Wahrschein-
lichkeit davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer seine Tätigkeit als Schaltwärter im Jahr 
2004 aus gesundheitlichen Gründen verloren hat. Folglich ist die Berechnung des Validenein-
kommens aufgrund der Tabellenlöhne gemäss LSE 2010 nicht richtig und die IV-Stelle hätte für 
dessen Bemessung auf das Einkommen des Versicherten im Jahr 2004 in der Höhe von 
Fr. 85‘521.-- abstellen müssen. 
 
8. Die Arbeitsfähigkeit im Umfang von 50 % für leichte Tätigkeiten in Wechselbelastung 
und ohne Einnahme von Zwangshaltungen, welche nach Ablauf der Wartefrist resultiert, wird 
ebenso wie das berechnete Invalideneinkommen des Beschwerdeführers nicht bestritten. Des-
halb ist nicht weiter darauf einzugehen. 
 

 

 
 
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9. Ausgehend vom ermittelten Jahresverdienst von Fr. 85‘521.-- im Jahr 2004 und unter 
Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung (vgl. BFS Nominallohnentwicklung, Männer, Ver-
kehr: 0.1 % (2005), 0.8 % (2006), 1.9 % (2007), 1.8 % (2008), 2.1 % (2009), 0.6 % (2010), 0.5 
% (2011), 0.9 % (2012)) resultiert ein massgebendes Valideneinkommen von Fr. 93‘233.--. 
Stellt man im Einkommensvergleich das Invalideneinkommen von Fr. 26‘526.-- diesem Validen-
einkommen gegenüber, so resultiert daraus eine Erwerbseinbusse von Fr. 66‘707.--, was be-
reits ab September 2012 einen IV-Grad von rund 72% (vgl. zur Rundungspraxis 
BGE 130 V 121 ff.) zur Folge hat. Die Beschwerde erweist sich daher als begründet und ist in 
dem Sinne gutzuheissen, als die angefochtenen Verfügungen vom 16. Oktober 2014 und 
19. November 2014 aufgehoben werden und dem Beschwerdeführer ab dem 1. September 
2012 eine volle Rente zugesprochen wird. 
 
10.1 Es verbleibt, über die Kosten zu befinden. Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Be-
schwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen 
aus der Invalidenversicherung vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die 
Verfahrenskosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im 
Rahmen von Fr. 200.--  bis Fr. 1’ 000.--  festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen 
ein durchschnittlicher Aufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Kosten in Berücksichtigung 
des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 600.--  fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO  
werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Aus-
mass auferlegt. Vorliegend ist die Beschwerdegegnerin unterlegene Partei, weshalb sie grund-
sätzlich die Verfahrenskosten zu tragen hätte. In diesem Zusammenhang ist allerdings zu be-
achten, dass laut § 20 Abs. 3 Satz 3 VPO der Vorinstanz bzw. den kantonalen Behörden ge-
mäss Verwaltungsverfahrensgesetz vom 13. Juni 1988 keine Verfahrenskosten auferlegt wer-
den. Aufgrund dieser Bestimmung ist auf Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten, und 
der geleistete Kostenvorschuss ist dem Beschwerdeführer zurückzuerstatten.  
 
10.2 Dem obsiegenden Beschwerdeführer steht sodann eine Parteientschädigung zu. Der 
eingereichten Honorarnote vom 23. Januar 2015 zufolge beläuft sich der geltend gemachte 
Aufwand für das vorliegende Beschwerdeverfahren auf 9 Stunden 45 Minuten. Dieser Aufwand 
erscheint angesichts der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen grundsätzlich als an-
gemessen. Der der Honorarnote beigelegten Deservitenkarte ist allerdings zu entnehmen, dass 
sich darunter eine Bemühung im Umfang einer Stunde befindet, welche auf den Kontakt mit der 
Rechtsschutzversicherung des Beschwerdeführers zurückzuführen ist. Diese Bemühungen 
würden im Falle einer nicht Rechtsschutz versicherten Person nicht anfallen und können daher 
nicht berücksichtigt werden. Es ergibt sich demnach eine Parteientschädigung zu Lasten der 
Beschwerdegegnerin in der Höhe von insgesamt Fr. 2‘497.05 (8 Stunden 45 Minuten à Fr. 250.-  
zuzüglich Spesen in der Höhe von Fr. 124.60 und 8 % Mehrwertsteuer). 
 

  

 

 
 
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Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerden werden in dem Sinne gutgeheissen, dass die ange-
fochtenen Verfügungen vom 16. Oktober bzw. 19. November 2014 
aufgehoben werden und festgestellt wird, dass der Beschwerdeführer 
ab 01. September 2012 Anspruch auf eine ganze Invalidenrente hat.  

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben 

Der geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 600.-- wird dem 
Beschwerdeführer zurückerstattet. 

 3. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat dem Beschwerdeführer eine Partei-
entschädigung in der Höhe von Fr. 2'497.05 (inkl. Auslagen und 8 % 
Mehrwertsteuer) zu bezahlen. 

 
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