# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 610195ea-abbc-502b-93bc-4fb527cbb046
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2012-12-21
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 21.12.2012 D-5951/2012
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-5951-2012_2012-12-21.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung IV 

D-5951/2012 

 

 

  U r t e i l  v o m  2 1 .  D e z e m b e r  2 0 1 2  

Besetzung 

 
Richterin Contessina Theis (Vorsitz), 

Richterin Muriel Beck Kadima, Richter Robert Galliker,  

Gerichtsschreiberin Eva Hostettler. 

   Parteien 
 

A.______, geboren am (…), 

Türkei,   

vertreten durch Dr. Werner Perrig, Advokatur & Notariat, 

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Bundesamt für Migration (BFM),  

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung;  

Verfügung des BFM vom 8. November 2012 / N (…). 

 

 

D-5951/2012 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass der Beschwerdeführer seinen Heimatstaat eigenen Angaben zufolge 

am 25. März 2012 verliess, am 29. März 2012 illegal in die Schweiz ein-

reiste und am 31. März 2012 ohne Einreichung von Reise- beziehungs-

weise Identitätsdokumenten in der Schweiz um Asyl nachsuchte, 

dass er noch gleichentags unter Hinweis auf die Möglichkeit eines 

Nichteintretensentscheides aufgefordert wurde, innert 48 Stunden Rei-

se- oder Identitätsdokumente zu den Akten zu reichen, 

dass er anlässlich der Befragung im Empfangs- und Verfahrenszentrum 

B.______ (EVZ) vom 20. April 2012 sowie der Anhörung vom 

2. November 2012 zur Begründung seines Asylgesuchs im Wesentlichen 

geltend machte, er habe als (…) im Parteilokal der C.______ (…) gear-

beitet, wo er im Juli 2011 verhaftet und 10 Tage lang – vielleicht auch län-

ger – festgehalten, gefoltert und vergewaltigt worden sei,  

dass er sich danach in seinem Heimatstaat aufgrund der psychischen 

Folgeschäden in Spitalpflege begeben und auch versucht habe, sich das 

Leben zu nehmen, 

dass er aufgrund der bevorstehenden Newroz-Feierlichkeiten und der 

Gefahr, erneut festgenommen zu werden, im März 2012 seinen Heimat-

staat verlassen habe und in einem Lastwagen in die Schweiz gereist sei,  

dass das BFM mit Verfügung vom 8. November 2012 – eröffnet am 

9. November 2012 – in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a des Asylge-

setzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf das Asylgesuch nicht 

eintrat und die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug anordne-

te, 

dass der Beschwerdeführer durch seinen Rechtsvertreter mit Eingabe 

vom 16. November 2012 gegen diesen Entscheid Beschwerde beim 

Bundesverwaltungsgericht erheben und beantragen liess, die vorinstanz-

liche Verfügung sei aufzuheben, die Flüchtlingseigenschaft festzustellen 

und das BFM anzuweisen, auf das Asylgesuch einzutreten, eventualiter 

sei sinngemäss der Vollzug der Wegweisung zugunsten einer vorläufigen 

Aufnahme wegen Unzumutbarkeit aufzuschieben,  

dass in prozessualer Hinsicht die unentgeltliche Rechtspflege im Sinne 

von Art. 65 Abs. 1 und Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 

D-5951/2012 

Seite 3 

1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) zu gewähren 

und auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten sei, 

dass die vorinstanzlichen Akten am 20. November 2012 beim Bundes-

verwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG), 

dass die zuständige Instruktionsrichterin mit Verfügung vom 

21. November 2012 feststellte, dass das Gesuch um Gewährung der un-

entgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG unter Vor-

behalt des Nachreichens einer Fürsorgebestätigung sowie unter Vorbe-

halt einer nachträglichen Veränderung der finanziellen Verhältnisse gut-

zuheissen und jenes um Gewährung der unentgeltlichen Rechtsver-

beiständung im Sinne von Art. 65 Abs. 2 VwVG abzuweisen ist, 

dass der Beschwerdeführer am 26. November 2012 einen Kostenvor-

schuss in der Höhe von Fr. 600.– leistete,  

dass der Beschwerdeführer mit Verfügung vom 3. Dezember 2012 aufge-

fordert wurde, bis zum 18. Dezember 2012 eine Fürsorgebestätigung ein-

zureichen und der Vorinstanz Gelegenheit eingeräumt wurde, bis zum 

18. Dezember 2012 eine Vernehmlassung einzureichen,  

dass die Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung vom 4. Dezember 2012 die 

Abweisung der Beschwerde beantragte,  

dass dem Beschwerdeführer die Vernehmlassung der Vorinstanz am 

6. Dezember 2012 zur Kenntnisnahme zugestellt wurde,  

 

und zieht in Erwägung,  

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig 

über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des BFM entschei-

det, ausser bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor 

welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG, 

i.V.m. Art. 31 – 33 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 

[VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 

17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),  

dass eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG nicht 

vorliegt, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet, 

D-5951/2012 

Seite 4 

dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist 

(Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), 

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu-

treten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 VwVG), 

dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die 

Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), 

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 

das BFM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu über-

prüfen (Art. 32 – 35 AsylG), die Beurteilungskompetenz der Beschwerde-

instanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu 

Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2011/9 E. 5 

S. 116), 

dass sich demnach die Beschwerdeinstanz – sofern sie den Nichteintre-

tensentscheid als unrechtmässig erachtet – einer selbstständigen mate-

riellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und die Sa-

che zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (vgl. BVGE 

2007/8 E. 2.1 S. 73 m.H.a. Entscheidungen und Mitteilungen der Schwei-

zerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.), 

dass indessen im Falle des Nichteintretens auf ein Asylgesuch gemäss 

Art. 32 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 AsylG über das Nichtbestehen der 

Flüchtlingseigenschaft abschliessend materiell zu entscheiden ist, soweit 

dies im Rahmen einer summarischen Prüfung möglich ist (vgl. BVGE 

2007/8 insb. E. 5.6.5 S. 90 f.), 

dass dementsprechend in einem diesbezüglichen Beschwerdeverfahren 

ungeachtet der vorzunehmenden Überprüfung eines formellen 

Nichteintretensentscheides grundsätzlich auch die Flüchtlingseigenschaft 

Prozessgegenstand bildet (vgl. BVGE 2007/8 E. 2.1 S. 73), 

dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung und des Vollzugs mate-

riell prüft, weshalb dem Bundesverwaltungsgericht diesbezüglich volle 

Kognition zukommt, 

D-5951/2012 

Seite 5 

dass nach Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG auf Asylgesuche nicht eingetre-

ten wird, wenn Asylsuchende den Behörden nicht innerhalb von 

48 Stunden nach Einreichung des Gesuchs Reise- oder Identitäts-

papiere abgeben, 

dass diese Bestimmung keine Anwendung findet, wenn Asylsuchende 

glaubhaft machen können, dass sie dazu aus entschuldbaren Gründen 

nicht in der Lage sind oder auf Grund der Anhörung sowie gestützt auf 

Art. 3 und 7 AsylG die Flüchtlingseigenschaft festgestellt wird oder 

zusätzliche Abklärungen zur Feststellung der Flüchtlingseigenschaft 

oder eines Wegweisungsvollzugshindernisses nötig sind (vgl. Art. 32 

Abs. 3 AsylG), 

dass das BFM zur Begründung der Verfügung vom 8. November 2012 im 

Wesentlichen anführte, es würden keine entschuldbaren Gründe vorlie-

gen, die es dem Beschwerdeführer verunmöglicht hätten, Reise- oder 

Identitätspapiere einzureichen, wobei seine unglaubhafte Schilderung des 

Reisewegs den Schluss nahe lege, er halte seine Identitäts- und Reise-

papiere den Behörden absichtlich vor,  

dass sodann auch festzustellen sei, der Beschwerdeführer habe wesent-

liche Elemente seiner Verfolgungsgeschichte – namentlich die angeblich 

erlittene Folter und Vergewaltigung – erst im Verlauf der Anhörung gel-

tend gemacht, was Zweifel an seiner Glaubwürdigkeit bewirke,  

dass die Angaben zur angeblichen Verhaftung und Dauer der Haft unge-

nau, unlogisch und widersprüchlich ausgefallen und demnach unglaub-

haft seien,  

dass aus den Umständen der angeblichen Vergewaltigung – er sei unter 

anderem mit (…) vergewaltigt worden – massive innere Verletzungen re-

sultieren würden, die mit einem hohen Blutverlust und möglicherweise 

sogar dem Tod einhergehen würden, der Beschwerdeführer jedoch aus-

gesagt habe, der anschliessende Spitalaufenthalt sei lediglich aus psy-

chischen Gründen erfolgt, 

dass im vorliegenden Verfahren auch dem Vollzug der Wegweisung 

nichts entgegenstehe, da in seinem Heimatstaat insbesondere auch sei-

ne psychischen Probleme behandelbar seien,  

dass der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde vom 16. November 

2012 im Wesentlichen geltend machen liess, es sei ihm aufgrund der erlit-

D-5951/2012 

Seite 6 

tenen Misshandlungen und der damit im Zusammenhang stehenden 

posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) nicht möglich gewesen, le-

gal auszureisen,  

dass er für die Reise in einem LKW unter dem Sitz des Fahrers platziert 

gewesen sei und mithin nicht zum Fenster hinaus habe schauen können, 

weshalb er keine genaueren Angaben zum Reiseweg machen könne,  

dass im vorliegenden Verfahren der geschlechtsspezifischen Verfolgung 

nicht ausreichend Rechnung getragen worden sei, da die Befragung am 

20. April 2012 durch eine Frau stattgefunden habe und bei der Anhörung 

am 2. November 2012 wiederum (…) Frauen anwesend gewesen seien,  

dass es ihm deshalb nicht möglich gewesen sei, frei über die Vorkomm-

nisse zu erzählen,  

dass es sich bei seiner Verhaftung um eine Überwachungsmassnahme 

gegenüber der C.______ handle und deshalb logischerweise kein offiziel-

ler Haftbefehl existiere, 

dass ihm während der Vergewaltigung ein Plastiksack über den Kopf ge-

stülpt worden sei, und er die Gegenstände, (…), nicht habe sehen kön-

nen, ein Gegenstand sich aber wie (…) angefühlt habe,  

dass eventualiter die Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs festzu-

stellen sei, da er in einem desolaten psychischen Zustand sei,  

dass zur Stützung der Vorbringen unter anderem drei Arztberichte – des 

D.______ vom 8. Juni 2012, eines E.______ vom 14. November 2012 

und der F.______ vom 19. September 2012 – zu den Akten gereicht wur-

den, wonach der Beschwerdeführer aufgrund einer PTBS sowie Angst 

und depressiven Störungen während (…) Monaten im G._______ hospi-

talisiert gewesen sei und sich gegenwärtig einer ambulanten psychiat-

risch-psychotherapeutischen Behandlung unterziehen müsse, 

dass zunächst festzuhalten ist, dass es der Beschwerdeführer unterliess, 

im Moment der Einreichung seines Asylgesuches beziehungsweise in 

den 48 Stunden nach der diesbezüglichen Aufklärung durch Vorhalt eines 

Informationsblattes ein Dokument zu seiner zweifelsfreien Identifizierung 

(vgl. BVGE 2007/7 E. 5.1-5.2 S. 65 ff.) abzugeben, 

D-5951/2012 

Seite 7 

dass demnach vorliegend die Nichtabgabe von Reise- oder Identitäts-

papieren im Sinne von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG innerhalb von 48 

Stunden nach Einreichung des Asylgesuches sachverhaltsmässig 

erstellt ist, 

dass jedoch – entgegen den Ausführungen des BFM – die Schilderung 

des Reisewegs nicht per se als unglaubhaft erscheint, hat der 

Beschwerdeführer doch in der Anhörung vom 2. November 2012 

seinen Reiseweg mit etlichen Realkennzeichen beschrieben, indem er 

beispielsweise ausführte, es habe während der Reise lediglich einen 

Halt im Wald gegeben, er habe zweimal gegessen und nur eine kleine 

Wasserflasche auf sich gehabt und, dass er (….) erhalten habe (vgl. 

act. A 12/12 S. 2 f.), 

dass auch seine Angaben zum Verlust seiner Identitätskarte – er habe 

sie in den engen Platzverhältnissen im Camion verloren, sie sei ihm 

aus der hinteren Gesässtasche gefallen (act. A 6/10 S. 5 und A12/12 

S. 2) – demnach nicht per se unglaubhaft sind, 

dass die Frage, ob entschuldbare Gründe zur Nichtabgabe von 

Identitätspapieren im Sinne von Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG vorliegen, 

welche zu einem Eintreten auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers 

hätten führen müssen, jedoch offengelassen werden kann, da – wie 

nachfolgend aufgezeigt wird – aufgrund einer summarischen Prüfung 

der Akten auch nicht abschliessend festgestellt werden kann, ob der 

Beschwerdeführer offensichtlich Flüchtling ist oder offensichtlich nicht 

Flüchtling ist (vgl. BVGE 2007/8 E. 5.6.6), 

dass die Ausführungen der Vorinstanz insgesamt nicht zu überzeugen 

vermögen,  

dass die Argumentation der Vorinstanz – die C.______ sei eine legale 

Partei, weshalb nicht nachvollziehbar sei, warum er überhaupt verhaftet 

worden sei, und es in der Türkei nicht erlaubt sei, jemanden ohne richter-

liche Verfügung und ohne Überprüfung einfach festzuhalten – insbeson-

dere angesichts aktueller Länderinformationen nicht zu überzeugen ver-

mag (vgl. Home Office UK Border Agency, Operational Guidance Note 

Turkey, August 2011, S. 7 f.), 

dass auch die Aussagen des Beschwerdeführers hinsichtlich seiner Tä-

tigkeit bei der C.______ – er habe (…) (vgl. act. A 12/12 S. 5) – der Haft 

D-5951/2012 

Seite 8 

und der erlittenen Misshandlungen und Vergewaltigungen mitnichten als 

offensichtlich unglaubhaft zu qualifizieren sind,  

dass diesbezüglich auch fragwürdig erscheint, ob die Vorgaben von Art. 6 

der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311) vorlie-

gend eingehalten wurden, da der Beschwerdeführer zwar auf sein Recht 

ausschliesslich in Gegenwart von Männern angehört zu werden aufmerk-

sam gemacht wurde, er jedoch – gemäss dem Anhörungsprotokoll – of-

fensichtlich mit der Situation überfordert war, so dass er die Frage, ob ihn 

die Anwesenheit der der Anhörung beiwohnenden Frauen störe, erst gar 

nicht beantwortete, später sagte, er wisse es nicht, und sodann ent-

schied, dass sie bleiben dürften (vgl. act. A 12/12 S. 4 f.),  

dass sodann festzustellen ist, dass der rechtserhebliche Sachverhalt in 

der Befragung vom 20. April 2012 und der Anhörung 2. November 2012 

nicht ausreichend erstellt worden ist, da zu wesentlichen Vorbringen des 

Beschwerdeführers (insbesondere zu Verhaftung, Haft, Folter und Ver-

gewaltigung sowie zu seiner Aussage, er sei insgesamt ca. (…) Monate in 

der Schweiz in einer psychiatrischen Klinik gewesen [vgl. A 12/12 S. 5]) 

zu wenig Informationen erfragt wurden, um sich effektiv ein Bild über die 

Glaubhaftigkeit oder Unglaubhaftigkeit machen zu können,  

dass sich im Lichte der oben gemachten Ausführungen besehen vorerst 

von Seiten des Gerichts weitere Erörterungen erübrigen und auch darauf 

verzichtet werden kann, auf weitere in der Beschwerde gemachte Anträge 

einzugehen,  

dass die Vorinstanz demnach anzuweisen ist, gestützt auf Art. 32 Abs. 3 

Bst. c AsylG auf das Asylgesuch zwecks weiterer, im ordentlichen Verfah-

ren vorzunehmender Abklärungen zur Feststellung der Flüchtlingseigen-

schaft oder von Wegweisungshindernissen einzutreten, 

dass die Verfügung des BFM vom 8. November 2012 demnach aufzuhe-

ben und die Sache zur vollständigen Ermittlung des rechtserheblichen 

Sachverhalts und zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen 

ist, 

dass das BFM dabei anzuweisen ist, erneut eine Anhörung im Sinne von 

Art. 29 Abs. 1 AsylG durchzuführen und dabei insbesondere der ge-

schlechtsspezifischen Verfolgung des Beschwerdeführers Rechnung zu 

tragen respektive ihm vorgängig Gelegenheit einzuräumen, sich über die 

D-5951/2012 

Seite 9 

Zusammensetzung des Anhörungsteams hinsichtlich des Geschlechts zu 

äussern,  

dass der Vollständigkeit halber anzuführen ist, dass der Beschwerdefüh-

rer das Verfahren in der Schweiz abwarten kann (Ar. 42 AsylG), 

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens keine Verfahrenskosten zu er-

heben sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG), weshalb das Gesuch um Gewährung 

der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG als 

gegenstandslos geworden abzuschreiben ist und dem Beschwerdeführer 

der am 26. November 2012 geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von 

Fr. 600.– zurückzuerstatten ist, 

dass dem Beschwerdeführer angesichts des Obsiegens im Beschwerde-

verfahren in Anwendung von Art. 64 Abs. 1 VwVG eine Parteientschädi-

gung für die ihm erwachsenen Vertretungskosten zuzusprechen ist (Art. 7 

des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädi-

gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]),  

dass der Rechtsvertreter mit der Beschwerde keine Kostennote einge-

reicht hat, jedoch auf das Nachfordern einer solchen verzichtet werden 

kann, da im vorliegenden Verfahren der Aufwand für das Beschwerdever-

fahren zuverlässig abgeschätzt werden kann (Art. 14 Abs. 2 VGKE in fi-

ne),  

dass das BFM unter Berücksichtigung der massgeblichen Bemessungs-

faktoren (vgl. Art. 8 ff. VGKE) anzuweisen ist, dem Beschwerdeführer ei-

ne Parteientschädigung in der Höhe von pauschal Fr. (…) (inkl. Auslagen) 

auszurichten.  

(Dispositiv nächste Seite)  

D-5951/2012 

Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen. 

2.   

Die Verfügung der Vorinstanz vom 8. November 2012 wird aufgehoben 

und die Sache zur Neubeurteilung im Sinne der Erwägungen an das BFM 

zurückgewiesen. 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

4.  

Der am 26. November 2012 geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von 

Fr. 600.– wird dem Beschwerdeführer zurückerstattet. 

5.  

Das BFM wird angewiesen, dem Beschwerdeführer eine Parteientschädi-

gung in der Höhe von Fr. (…) (inkl. Auslagen) auszurichten. 

6.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die zuständi-

ge kantonale Behörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Contessina Theis Eva Hostettler 

 

 

Versand: