# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 732746a3-639f-52bc-a429-e1f57be647f1
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-10-28
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 28.10.2025 D-5845/2024
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-5845-2024_2025-10-28.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-5845/2024 

law/bah 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 8 .  O k t o b e r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Richter Walter Lang (Vorsitz), 

Richter Kaspar Gerber, Richter Manuel Borla, 

Gerichtsschreiber Christoph Basler. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Somalia, 

vertreten durch lic. iur. Dominik Löhrer, 

(…), 

Beschwerdeführer, 

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl (ohne Wegweisungsvollzug);  

Verfügung des SEM vom 4. September 2024 / N (…). 

 

 

 

D-5845/2024 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Der Beschwerdeführer, ein dem Clan der B._______ angehöriger so-

malischer Staatsangehöriger mit letztem Aufenthalt in C._______, verliess 

Somalia eigenen Angaben gemäss am 11. Mai 2021 und suchte am 

23. April 2023 in der Schweiz um Asyl nach. Am 26. April 2023 bevollmäch-

tigte er die ihm vom Bundesasylzentrum (BAZ) D._______ zugewiesene 

Rechtsvertretung. 

A.b Am 11. Mai 2023 führte das SEM mit dem Beschwerdeführer in Anwe-

senheit seiner Rechtsvertretung/Vertrauensperson die Personalienauf-

nahme (PA) durch. Er gab an, er sei in E._______ (Region F._______) ge-

boren worden, wo er bis zur Ausreise gelebt habe. Er habe weniger als ein 

Jahr lang die Schule besucht, weil sich seine Familie seinen Schulbesuch 

nicht habe leisten können. Vom März bis zum Dezember 2020 sei er bei 

den Al-Shabaab gewesen, die ihn nach G._______ gebracht hätten. Zehn 

Jugendliche hätten fliehen können. Bevor sie in C._______ angekommen 

seien, seien sie angegriffen und er sei angeschossen worden. Sie seien 

liegen gelassen worden, weil die Angreifer gedacht hätten, sie seien tot. 

Danach sei er drei Monate zu Hause gepflegt worden und anschliessend 

sei er zwei Monate im H._______ in C._______ gewesen, weil sich die 

Wunde entzündet habe. Er sei aus dem Spital abgeholt und zur medizini-

schen Behandlung (…) I._______ gebracht worden. In Griechenland habe 

er um Asyl nachgesucht, sein Asylgesuch sei mehrmals abgewiesen und 

er sei aufgefordert worden, das Land zu verlassen. Im Jahr 2021 habe er 

von (…) I._______ aus letztmals telefonisch mit seinem Vater gesprochen, 

der (…) J._______ gewesen sei. Seine Schwester sei mit ihm von den Al-

Shabaab mitgenommen worden und seine Mutter habe nach ihr gesucht. 

Nach seiner gesundheitlichen Verfassung gefragt, sagte der Beschwerde-

führer, er habe Schmerzen und sollte so schnell wie möglich einen Arzt 

aufsuchen. Er sei gestresst, schlafe in der Nacht nicht, bekomme Panikat-

tacken und habe Albträume. 

A.c Das SEM hörte den Beschwerdeführer am 26. Juli 2023 in Anwesen-

heit seiner Rechtsvertretung zu seinen Asylgründen an. 

Hinsichtlich seines Gesundheitszustands sagte er, er sei beim Arzt gewe-

sen und müsse regelmässig Schmerzmittel einnehmen. Der Arzt habe ihm 

gesagt, er müsse operiert werden. 

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Seite 3 

Zur Begründung seines Asylgesuches führte er aus, er sei in E._______ 

aufgewachsen, wo Angehörige verschiedener Clans friedlich miteinander 

gelebt hätten. Die Schulen seien mit der Machtübernahme durch die Al-

Shabaab geschlossen worden. Sie hätten gefordert, dass jeder Clan 100 

Jugendliche bereitstelle. Sein Clan sei ein Minderheitsclan gewesen, der 

nicht 100 Jugendliche habe bereitstellen können. Eines Tages seien zwei 

«Soldaten» in ihr Haus gekommen und hätten seine Schwester und ihn 

mitgenommen. Zuerst sei er in ein Gefängnis der ehemaligen Regierung 

gebracht worden, danach sei er nach G._______ in ein Lager transferiert 

worden, in dem sich zirka 1000 Jugendliche aus verschiedenen Städten 

aufgehalten hätten. Eines Tages habe er mit anderen Jugendlichen Holz 

sammeln müssen. Sie hätten beschlossen, nicht zurückzukehren und 

seien einfach weitergelaufen. Er sei mit neun Geflohenen ungefähr 

15 Tage zu Fuss unterwegs gewesen, bis sie einen Bus gesehen hätten, 

der nach C._______ gefahren sei. In K._______ hätten Männer auf sie ge-

wartet, die sie angehalten und den Busfahrer sofort getötet hätten. Sie 

seien in den Bus gestiegen und hätten das Feuer eröffnet. Er habe Wärme 

in der Rückengegend gespürt, sei umgefallen und bewusstlos geworden. 

Er sei von Leuten mitgenommen worden, die ihn in ein Flüchtlingslager in 

L._______ gebracht hätten. Sie hätten ihn gepflegt und ihm Essen gege-

ben. Er habe überall Schusswunden gehabt, die sich entzündet und geei-

tert hätten. Er habe das Bewusstsein verloren und sei ins Krankenhaus 

gebracht worden. Nachdem ihm die Flucht gelungen sei, hätten die Al-

Shabaab seinen Vater kontaktiert, der aus Angst geflohen sei. Die Al-

Shabaab würden sich immer noch in ihrer Umgebung aufhalten. Im Falle 

einer Rückkehr nach Somalia fürchte er um sein Leben. 

A.d Am 31. Juli 2023 teilte das SEM dem Beschwerdeführer mit, sein Asyl-

gesuch könne im gegenwärtigen Zeitpunkt nicht entschieden werden und 

werde deshalb gemäss Art. 26d AsyIG (SR 142.31) fortan im erweiterten 

Verfahren behandelt. 

A.e Mit Verfügung vom 29. August 2023 wies das SEM den Beschwerde-

führer für den weiteren Aufenthalt während des Asylverfahrens dem Kanton 

M._______ zu. 

A.f Die N._______ des Kantons M._______ liess dem SEM im Auftrag des 

Beschwerdeführers am 26. Oktober 2023 den Sprechstundenbericht der 

O._______ vom 18. Oktober 2023 zukommen. Aus diesem gehe hervor, 

dass er aufgrund der Schussverletzung am (…) unter einer fortgeschritte-

nen (…) leide, die einer dringenden Behandlung bedürfe. Gemäss 

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Seite 4 

ärztlicher Einschätzung sei eine Implantation (…) die einzige und adä-

quate, nachhaltige Behandlungsmöglichkeit. Aufgrund des grossen Lei-

dens-drucks des Beschwerdeführers werde darum ersucht, dass der Be-

richt im Rahmen der Beurteilung des Gesuchs miteinbezogen und gewür-

digt werde. 

B.  

Mit Verfügung vom 4. September 2024 – eröffnet am 6. September 2024 – 

stellte das SEM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigen-

schaft nicht, und lehnte das Asylgesuch ab. Zugleich verfügte es seine 

Wegweisung aus der Schweiz. Zufolge Unzumutbarkeit des Wegweisungs-

vollzugs ordnete es seine vorläufige Aufnahme an und stellte fest, diese 

beginne ab dem Datum der Verfügung. Es beauftragte den Kanton 

M._______ mit der Umsetzung der vorläufigen Aufnahme und händigte 

dem Beschwerdeführer die editionspflichtigen Akten gemäss Aktenver-

zeichnis aus. 

C.  

Mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 17. September 2024 liess der 

Beschwerdeführer gegen diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsge-

richt Beschwerde erheben. In dieser wurde beantragt, die angefochtene 

Verfügung sei im Asylpunkt aufzuheben, es sei für den Beschwerdeführer 

die Flüchtlingseigenschaft festzustellen und ihm Asyl zu gewähren. In ver-

fahrensrechtlicher Hinsicht wurde beantragt, es sei auf die Erhebung eines 

Kostenvorschusses zu verzichten, dem Beschwerdeführer die unentgeltli-

che Prozessführung zu bewilligen und in der Person des Unterzeichnen-

den ein unentgeltlicher Rechtsbeistand zu gewähren. 

Der Eingabe lagen eine Unterstützungsbestätigung vom 13. September 

2024 und eine Kostennote vom 17. September 2024 bei. 

D.  

Der Instruktionsrichter hiess die Gesuche um Gewährung der unentgeltli-

chen Prozessführung und amtliche Verbeiständung mit Verfügung vom 

1. Oktober 2024 gut und verzichtete auf die Erhebung eines Kostenvor-

schusses. Er ordnete dem Beschwerdeführer lic. iur. Dominik Löhrer als 

amtlicher Rechtsbeistand bei. Die Akten übermittelte er zur Vernehmlas-

sung an das SEM. 

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Seite 5 

E.  

Das SEM nahm in seiner Vernehmlassung vom 15. Oktober 2024 zur Be-

schwerde Stellung. 

F.  

Der Rechtsbeistand des Beschwerdeführers nahm in der Replik vom 

22. Oktober 2024 zur Vernehmlassung Stellung und reichte eine vom glei-

chen Tag datierende aktualisierte Kostennote ein. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurtei-

lung von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig 

und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorlie-

gend – endgültig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2 Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 

AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und form-

gerecht eingereichte Beschwerde (Art. 108 Abs. 2 AsylG i.V.m. Art. 37 

VGG und Art. 52 Abs. 1 VwVG) ist einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG. 

3.  

3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

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3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

4.  

4.1 Das SEM führt zur Begründung seiner Verfügung aus, in Somalia könn-

ten Jugendliche und junge Männer durchaus einer Zwangsrekrutierung 

ausgesetzt sein und Gefahr laufen, in die Fänge der Al-Shabaab zu gera-

ten. Der Grund der geltend gemachten Mitnahme durch die Al-Shabaab-

Miliz beruhe darauf, dass sie junge Menschen habe mitnehmen wollen, um 

so ihre Vormachtstellung in der Region zu stärken. Die Mitnahme sei folg-

lich nicht auf einen der in Art. 3 AsyIG genannten Gründe zurückzuführen, 

zumal auch alle anderen Jugendlichen aus seinem Heimatort mitgenom-

men worden seien. Seinen Aussagen seien keine Hinweise dafür zu ent-

nehmen, dass er aus einem flüchtlingsrechtlich relevanten Grund als un-

liebsame Person identifiziert worden sei. Die grosse Anzahl an mitgenom-

menen Personen zeige, dass die Verfolgungsmassnahmen durch die Al-

Shabaab auf alle Jugendlichen in der Region abgezielt hätten. Es sei nicht 

davon auszugehen, dass er den Al-Shabaab persönlich bekannt gewesen 

sei und diese ein anhaltendes und ernsthaftes Interesse an ihm hätten. 

Vielmehr nähmen sie junge Menschen mit, die der Miliz bei der Erfüllung 

ihrer Ziele behilflich sein könnten. Es sei nicht zu befürchten, dass er in 

Somalia einer gezielten, flüchtlingsrechtlich relevanten Verfolgung ausge-

setzt wäre, da er selbst gesagt habe, die Al-Shabaab würden denken, er 

sei beim Angriff im Bus getötet worden. Zudem sei nicht anzunehmen, dass 

er aufgrund seiner Verletzungen und der damit zusammenhängenden Ein-

schränkungen den Anforderungen der Al-Shabaab genügen würde. Der all-

gemeinen unsicheren Lage in Somalia werde durch die Anordnung der vor-

läufigen Aufnahme Rechnung getragen. 

4.2 In der Beschwerde wird geltend gemacht, dass gemäss Art. 17 Abs. 2bis 

AsylG Asylgesuche von unbegleiteten Minderjährigen prioritär behandelt 

werden sollten. Das SEM habe diese Norm missachtet, was dazu geführt 

habe, dass der Beschwerdeführer während des langen Asylverfahrens die 

Volljährigkeit erreicht und die besonderen Rechte, die Kindern im Asylver-

fahren zukämen, vor ungefähr vier Monaten verloren habe. 

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Das SEM habe nicht geprüft, ob der Beschwerdeführer kollektivverfolgt sei, 

führe aber selbst ins Feld, Jugendliche seien in Somalia der Gefahr aus-

gesetzt, in die Fänge der Al-Shabaab zu geraten und zwangsrekrutiert zu 

werden. Das SEM stelle die persönliche Verfolgung in Abrede, indem es 

argumentiere, nicht er persönlich, sondern alle Jugendlichen der Region 

seien verfolgt. Die Argumentation des SEM, wonach die quasi flächende-

ckende Entführung und Inhaftierung aller Jugendlichen der Region eine 

persönliche Verfolgung ausschliesse, hätte zwingend dazu führen müssen, 

eine Kollektivverfolgung in Erwägung zu ziehen und eine entsprechende 

Überprüfung vorzunehmen. Im vorliegenden Kontext dürfe nicht vergessen 

werden, dass es sich bei der Gruppe von Jugendlichen im rechtlichen 

Sinne um Kinder handle, die enorm verletzlich und schützenswert seien. 

Die Ansicht, der Beschwerdeführer sei nicht persönlich verfolgt worden, sei 

stossend. Er sei von den Al-Shabaab in einem Bus angeschossen und 

schwer verletzt worden. Im Bus habe sich eine begrenzte Anzahl an Per-

sonen befunden, die alle ins Visier der Al-Shabaab geraten seien. Es habe 

wohl keine Möglichkeit gegeben, sich dem Angriff zu entziehen. Davon 

auszugehen, er sei ein Zufallsopfer und die Al-Shabaab hätten nicht gezielt 

auf ihn geschossen, könne nicht nachvollziehbar begründet werden. 

Im asylrechtlichen Kontext würden Menschen eine bestimmte soziale 

Gruppe bilden, die nach der Kinderrechtskonvention als Kind gälten, weil 

sie das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet hätten. Das SEM verwende in 

seiner Verfügung den Begriff «Jugendliche», hätte stattdessen auch den 

Begriff «Kinder» wählen können. Es habe die Gruppe sogar als «alle Ju-

gendlichen der Region» spezifiziert und sie damit von anderen Jugendli-

chen in Somalia abgegrenzt. Der Beschwerdeführer sei somit mit seiner 

Eigenschaft als «Jugendlicher der Region» oder besser als «Kind der Re-

gion» in Somalia Zugehöriger einer bestimmten sozialen Gruppe, die ver-

folgt sei. Sollte man die Ansicht vertreten, er sei nicht persönlich verfolgt 

gewesen, müsste er mindestens als Zugehöriger einer bestimmten Gruppe 

erachtet werden, die ernsthaften Nachteilen ausgesetzt gewesen sei. 

Die Folgerung des SEM, der Beschwerdeführer laufe nicht mehr Gefahr, 

von einer Terrororganisation zwangsrekrutiert zu werden, weil er die kör-

perlichen Anforderungen aufgrund der Verletzungen, die ihm zugefügt wor-

den seien, nicht mehr erfülle, gehe zu weit. Dies würde bedeuten, dass ihm 

im Asylverfahren bessere Chancen auf Asyl eingeräumt würden, wäre er 

nicht angeschossen und (mit bleibenden körperlichen Schäden) verletzt 

worden. Abgesehen davon sei das SEM betreffend seinen Gesundheits-

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zustand nicht auf dem aktuellen Stand. Es wisse nicht, wie weit die Gene-

sung nach der im Dezember 2023 durchgeführten Operation fortgeschrit-

ten sei. Es sei sehr gut möglich, dass er für eine Rekrutierung wieder in 

Frage käme.  

4.3 Das SEM führt in seiner Vernehmlassung aus, hinsichtlich einer Kollek-

tivverfolgung sei anzumerken, dass die Anforderungen an die Feststellung 

einer solchen gemäss ständiger Praxis sehr hoch seien. Bei geltend ge-

machter Verfolgung aufgrund blosser Zugehörigkeit zu einem bestimmten 

Kollektiv kämen die Kriterien der ernsthaften Nachteile oder der begründe-

ten Furcht gemäss Art. 3 AsyIG zur Anwendung. Zunächst sei die Zugehö-

rigkeit zum behaupteten Kollektiv zu prüfen, dann, ob die gegen das Kol-

lektiv erfolgte Massnahme gezielt auf dieses gerichtet sei und über das 

hinausgehe, was andere Teile der Bevölkerung hinzunehmen hätten. Fer-

ner seien die Intensität der Massnahmen und die Frage, welche Dichte das 

Verfolgungsmuster aufweise, zu prüfen. Die Anforderungen an die Kollek-

tivverfolgung seien nur dann erfüllt, wenn der Einzelne mit erheblicher 

Wahrscheinlichkeit objektive Furcht habe, selbst Verfolgung zu erleiden, 

beziehungsweise wenn in der Vergangenheit ein beträchtlicher Anteil des 

Kollektivs tatsächlich ernsthafte Nachteile zu erleiden gehabt habe. Auch 

wenn Jugendliche in Somalia einem gewissen Risiko unterstellt seien, in 

die Fänge der Al-Shabaab zu gelangen, seien die Anforderungen an die 

Feststellung einer Kollektivverfolgung nicht erfüllt. Die geltend gemachte 

Mitnahme durch diese sei nicht auf ein flüchtlingsrechtlich relevantes Motiv 

zurückzuführen. Sie verfolge nicht das Ziel, den Beschwerdeführer auf-

grund seiner Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe zu ver-

folgen. Vielmehr habe er in jenem Zeitpunkt als Jugendlicher die von den 

Al-Shabaab gewünschten Eigenschaften gehabt, weshalb er für deren 

Zwecke geeignet gewesen sei. Den Akten seien keine Hinweise dafür zu 

entnehmen, dass sie ihn als Feind und Verräter betrachtet oder ihm eine 

oppositionelle Gesinnung unterstellt hätten. 

4.4 In der Replik wird entgegnet, der Beschwerdeführer sei von den Al-

Shabaab beinahe ermordet worden, als er sich aus ihren Fängen habe be-

freien wollen. Er habe nur mit Glück überlebt und sei von der Attacke bis 

heute psychisch und physisch geprägt. Es werde wohl kaum in Abrede ge-

stellt, dass das erlebte Leid erheblich und vergleichsweise enorm gross 

sei. Es gehe nicht um einen «normalen» Jugendlichen aus Somalia, der 

geltend mache, potenziell zwangsrekrutiert zu werden. Er sei mitnichten 

ein «normaler» Jugendlicher, der Glück im Unglück gehabt und unversehrt 

aus Somalia habe flüchten können. Die Al-Shabaab hätten versucht, ihn zu 

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exekutieren. Wäre er nicht (…) I._______ in ein Spital ausgeflogen wor-

den, hätte er die Schlussverletzungen vermutlich nicht überlebt. Das SEM 

unterlasse es, den Sachverhalt als Ganzes zu würdigen. Es erachte den 

Beschwerdeführer als «normalen» Jugendlichen aus Somalia, der im Asyl-

verfahren, ohne behelligt worden zu sein, geltend mache, als Jugendlicher 

in Somalia Gefahr zu laufen, von den Al-Shabaab zwangsrekrutiert zu wer-

den. Dass dieser Sachverhalt die Anforderungen an die KoIlektivverfolgung 

praxisgemäss nicht erfülle, sei bekannt. Für die Ablehnung des Gesuchs 

sei das SEM gezwungen, die massive Verfolgung durch die Al-Shabaab 

vom Sachverhalt abzuspalten und separat zu würdigen. Bei der versuchten 

Ermordung handle es sich nicht um ein in der Vergangenheit abgeschlos-

senes Ereignis, sondern um eine direkte, gezielte, persönliche und äus-

serst brutale und gewalttätige Verfolgung des Beschwerdeführers. Die 

Frage, ob die Al-Shabaab ihn als «normalen» Jugendlichen betrachten 

würden, den sie zwangsrekrutieren wollten, oder um einen Feind oder Ver-

räter, stelle sich vorliegend nicht mehr. Es wäre zynisch zu behaupten, 

«normale» Jugendliche würden von ihnen nicht asylrelevant motiviert um-

gebracht, potenzielle Feinde und Verräter hingegen schon. Das SEM hätte 

leicht davon ausgehen können, dass er von den Al-Shabaab als Verräter 

eingestuft werde, weil er aus deren Gefangenschaft geflüchtet sei. 

5.  

5.1 Nach Lehre und Rechtsprechung erfüllt eine asylsuchende Person die 

Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG und Art. 1A des Abkom-

mens über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (Flüchtlingskonvention, FK; 

SR 0.142.30), wenn sie mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in abseh-

barer Zukunft mit gutem Grund Nachteile von bestimmter Intensität be-

fürchten muss, die ihr gezielt und aufgrund bestimmter Verfolgungsmotive 

zugefügt zu werden drohen und vor denen sie keinen ausreichenden staat-

lichen Schutz erwarten kann (vgl. BVGE 2007/31 E. 5.2 f.; 2008/4 E. 5.2, 

jeweils m.w.H.). Die fünf in Art. 3 Abs. 1 AsylG erwähnten Verfolgungsmo-

tive sind gemäss gefestigter Praxis über die sprachlich allenfalls engere 

Bedeutung ihrer Begrifflichkeit hinaus so zu verstehen, dass die Verfolgung 

wegen äusserer oder innerer Merkmale, die untrennbar mit der Person 

oder Persönlichkeit des Opfers verbunden sind, erfolgt ist beziehungs-

weise droht (vgl. BVGE 2014/27 E. 6.3). 

5.2 Hinsichtlich der vorliegend strittigen Frage, ob eine Zwangsrekrutie-

rung von minderjährigen Personen flüchtlingsrechtlich relevant ist, ist fest-

zustellen, dass die Zwangsrekrutierung von minderjährigen Personen im 

humanitären Völkerrecht grundsätzlich verboten ist. Die Rekrutierung von 

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Kindern unter 15 Jahren stellt ein Kriegsverbrechen dar und wird im Rah-

men des Universalitätsprinzips auch in der Schweiz strafrechtlich verfolgt, 

selbst wenn die Tat im Ausland begangen wurde (vgl. Art. 2 des Fakultativ-

protokolls zum Übereinkommen über die Rechte des Kindes betreffend die 

Beteiligung von Kindern an bewaffneten Konflikten [SR 0.107.1; nachfol-

gend: ZP1 zur KRK]; für die Schweiz in Kraft getreten am 26. Juli 2002, 

Art. 8 Abs. 2 Bst. e vii Römer Statut des Internationalen Strafgerichtshofs 

vom 17. Juli 1998 [SR 0.312.1]; Art. 264f i.V.m. Art. 264m StGB). Dabei 

wird sowohl die Eingliederung in (staatliche) Streitkräfte wie auch in eine 

(nichtstaatliche) bewaffnete Gruppe bestraft (vgl. etwa KESHELAVA/ZEHN-

DER, in: Basler Kommentar Strafgesetzbuch, 4. Aufl. 2019, Art. 264f StGB 

N. 8 f. S. 4789). Die Schweiz hat auch die weitergehenden Konventionen 

ratifiziert, die jede Rekrutierung von Kindern unter 18 Jahren durch nicht-

staatliche Gruppierungen verpönen und die Vertragsstaaten verpflichten, 

alle Massnahmen zu ergreifen, um dieses Verbot durchzusetzen (ZP1 zur 

KRK sowie Konvention der International Labour Organisation [ILO] Nr. 182 

über die schlimmsten Formen der Kinderarbeit [SR 0.822.728.2]). Die Rek-

rutierung von Kindern unter 18 Jahren in eine staatliche Armee oder nicht-

staatliche bewaffnete Gruppe kann nach der Rechtsprechung des Bundes-

verwaltungsgerichts eine asylrelevante Verfolgung darstellen (vgl. Urteile 

des BVGer D-64/2022 vom 25. April 2025 E. 5.5, D-96/2024 vom 5. Feb-

ruar 2025 E. 5.4, E-5072/2018 vom 17. Dezember 2020 E. 5.6 und  

E-1144/2018 vom 29. Juni 2020 E. 7.3.1). Diese Auffassung wird auch von 

der Lehre sowie vom Hochkommissariat der Vereinten Nationen für Flücht-

linge (UNHCR) geteilt (vgl. KAMMERMANN, Flucht vor Krieg, 2019, S. 301 ff. 

m.w.H.; LUTERBACHER, Die flüchtlingsrechtliche Behandlung von Dienst-

verweigerung und Desertion, 2004, S. 61 ff. m.w.H.; UNHCR, Asylanträge 

von Kindern, HCR/GIP/09/08, 2009, Ziff. 21). 

5.3 Aus dem vorstehend Gesagten ergibt sich, dass eine gegen den Willen 

eines minderjährigen Jugendlichen erfolgte Einziehung ins Militär und 

seine Ausbildung zur Teilnahme an Kampfhandlungen oder an anderen 

Einsätzen keine (staatlich) legitimierte Massnahme darstellen kann. 

Zwangsrekrutierungen durch terroristische Organisationen wie die Al-

Shabaab sind per se illegitim. Die Zwangsrekrutierung des damals knapp 

14-jährigen Beschwerdeführers durch die Al-Shabaab (ein Kriegsverbre-

chen), seine Festhaltung in einem Gefängnis und anschliessend in einem 

Lager erfüllen die geforderte Intensität der ernsthaften Nachteile im Sinne 

von Art. 3 Abs. 2 AsylG genauso wie die während seiner Flucht erlittenen 

schweren Verletzungen aufgrund des durch die Al-Shabaab erfolgten 

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Seite 11 

Angriffs auf den Bus, in dem er und neun andere geflohene Kinder/Jugend-

liche unterwegs nach C._______ waren. 

5.4 Der Beschwerdeführer legte in der Anhörung dar, dass in seinem Her-

kunftsort ([…] E._______) Angehörige verschiedener Clans friedlich zu-

sammengelebt hätten. Nach deren Machtübernahme habe die Al-Shabaab 

gefordert, dass jeder Clan 100 Jugendliche für sie bereitstelle. Die Clanäl-

testen seien versammelt und entsprechend informiert worden. Diese hät-

ten keine Macht gehabt und nur zugehört. Da sein Clan ein Minderheitsclan 

gewesen sei, habe er nicht 100 Jugendliche bereitstellen können (vgl. 

SEM-act. (…)-24/15 F48 f., F99). Aufgrund dieser Angaben ergibt sich, 

dass der Clan der B._______, der im Herkunftsort des Beschwerdeführers 

ein Minderheitsclan war, von der Rekrutierung verhältnismässig stärker be-

troffen war, als in (…) zahlreicher vertretene Clans. Es war demnach nicht 

reiner Zufall, dass der Beschwerdeführer als Angehöriger eines Minder-

heitsclans Opfer der Zwangsrekrutierung wurde, da sein Clan verhältnis-

mässig stärker von dieser betroffen war. Einige Tage nach der Flucht des 

Beschwerdeführers aus der Gefangenschaft der Al-Shabaab, sei sein Va-

ter von dieser kontaktiert worden. Er sei von deren Leuten aufgesucht wor-

den und anschliessend […] J._______ geflohen (vgl. SEM-act. (…)-24/15 

F91–F94). Aus der Sachverhaltsschilderung ergibt sich, dass die Al-

Shabaab wusste, dass er aus ihrem Lager geflohen war und woher bezie-

hungsweise aus welcher Familie er stammte. Die Suche nach dem geflo-

henen Beschwerdeführer wurde zu einer gezielten Verfolgung seiner Per-

son, denn es ist davon auszugehen, dass die Al-Shabaab ihn ins Lager 

zurückgebracht und/oder ihn erheblich bestraft hätte. Des Weiteren wurde 

der Beschwerdeführer auf der Flucht lebensgefährlich verletzt, als der Bus, 

in dem er auf dem Weg nach C._______ war, von «Soldaten» der Al-

Shabaab angehalten und dessen Fahrer sowie – ausser ihm – alle von ihr 

Flüchtigen erschossen wurden. Unbesehen der Frage, ob die «Soldaten», 

die gezielt den Fahrer und die Insassen des Busses «hinrichteten», wuss-

ten, dass sich der Beschwerdeführer in diesem Bus befand, dürfte es sich 

um eine gezielte Ermordung von Kindern und Jugendlichen gehandelt ha-

ben, die aus den Fängen der Al-Shabaab geflohen waren. Was die Entfüh-

rung durch die Al-Shabaab betrifft, deren Ziel die Errichtung eines islami-

schen Staates in Somalia ist (vgl. BVGE 2013/27 E. 8.5.2), so ist das Motiv 

religiös beziehungsweise politisch bedingt. 

5.5 Die dem Beschwerdeführer durch die Al-Shabaab zugefügten Nach-

teile sind nicht-staatlicher Natur. Aufgrund des jahrelangen Bürgerkriegs 

befanden sich in Somalia keine funktionierenden behördlichen Strukturen, 

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Seite 12 

die ihm vor einer Verfolgung durch die islamische Miliz hinreichend hätten 

Schutz gewähren können. Nach dem Gesagten ist festzustellen, dass der 

Beschwerdeführer als Folge einer flüchtlingsrechtlich relevanten Verfol-

gung aus Somalia ausgeflogen wurde, weil seine Verletzungen dort nicht 

erfolgreich behandelt werden konnten. Damit erfüllte er im Zeitpunkt des 

Verlassens seines Heimatlands die Flüchtlingseigenschaft. 

5.6 Praxisgemäss besteht die Regelvermutung, dass von erlittener, mit der 

Ausreise in Kausalzusammenhang stehender Vorverfolgung ohne Weite-

res auf das Bestehen einer begründeten Furcht vor weiterer, zukünftiger 

Verfolgung zu schliessen ist (vgl. BVGE 2009/51 E. 4.2.5 m.w.H.; WALTER 

KÄLIN, Grundriss des Asylverfahrens, 1990, S. 126 ff.). Vorliegend besteht 

kein Grund, von dieser Regelvermutung abzuweichen, denn die Al-

Shabaab ist in Somalia immer noch präsent und verübt in den Gebieten, 

die sie nicht kontrolliert, auch im Rahmen von Guerilla-Taktiken weiterhin 

Anschläge. Die Vermutung des SEM, der Beschwerdeführer würde auf-

grund seiner Verletzungen und der damit zusammenhängenden Ein-

schränkungen – im Falle einer hypothetischen Rückkehr in seine Heimat – 

den Anforderungen der Al-Shabaab nicht mehr genügen, ist spekulativer 

Natur, denn gemäss der Aktenlage hat sich sein Gesundheitszustand nach 

einer in der Schweiz erfolgreich verlaufenen Operation ([…]) – trotz sehr 

anspruchsvoller Rehabilitation – verbessert und die Kriterien, wer für die 

Al-Shabaab nützlich sein könnte, dürften vom vorgesehenen Einsatzzweck 

abhängen. Ohnehin ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer, 

der der Al-Shabaab namentlich bekannt ist, wegen seiner Flucht aus ihrem 

Lager mit erheblicher Wahrscheinlichkeit mit einer Bestrafung durch die 

Miliz von flüchtlingsrechtlich relevanter Intensität rechnen muss, sollte er 

erneut in ihre Fänge geraten. In Anbetracht der glaubhaften Fluchtgründe 

und der allgemeinen Lage im Heimatland ist das Vorliegen einer subjektiv 

begründeten Furcht vor zukünftiger Verfolgung bei objektiver Betrachtung 

mithin zu bejahen, zumal die Schwelle zur Annahme begründeter Furcht 

bei Personen, die – wie der Beschwerdeführer – bereits Opfer von Verfol-

gung geworden waren, herabgesetzt ist (vgl. BVGE 2010/9 E. 5.2). 

6.  

Nach Würdigung der gesamten Aktenlage ist festzustellen, dass der Be-

schwerdeführer die Voraussetzungen für die Zuerkennung der Flüchtlings-

eigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG erfüllt. Den Akten sind keinerlei An-

haltspunkte zu entnehmen, die auf das Vorliegen von Ausschlussgründen 

im Sinne von Art. 53 AsylG hindeuten würden. Die Beschwerde ist gutzu-

D-5845/2024 

Seite 13 

heissen, die angefochtene Verfügung ist aufzuheben und dem Beschwer-

deführer ist in der Schweiz Asyl zu gewähren (vgl. Art. 49 AsylG). 

7.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten zu erheben (Art. 63 

Abs. 1 und 2 VwVG). 

8.  

Dem vertretenen Beschwerdeführer ist angesichts seines Obsiegens in An-

wendung von Art. 64 VwVG und Art. 7 Abs. 1 des Reglements vom 

21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-

verwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) eine Entschädigung für die ihm 

notwendigerweise erwachsenen Parteikosten zuzusprechen. Der Rechts-

vertreter bezifferte den zeitlichen Aufwand in der Kostennote vom 22. Ok-

tober 2024 mit 11,5 Stunden, beantragte einen Stundenansatz von 

Fr. 200.– und machte eine Spesenpauschale (Portospesen/Fotokopien/Te-

lefonate) von Fr. 40.– geltend. Der Aufwand und die Spesenpauschale er-

scheinen angemessen und der Stundenansatz ist nicht zu beanstanden. 

Die von der Vorinstanz auszurichtende Parteientschädigung ist auf insge-

samt Fr. 2’340.– festzusetzen. 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

D-5845/2024 

Seite 14 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen. 

2.  

Die Verfügung des SEM vom 4. September 2024 wird aufgehoben, der Be-

schwerdeführer als Flüchtling anerkannt und das SEM angewiesen, ihm in 

der Schweiz Asyl zu gewähren. 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

4.  

Das SEM wird angewiesen, dem Beschwerdeführer für das Verfahren vor 

dem Bundesverwaltungsgericht eine Parteientschädigung von insgesamt 

Fr. 2’340.– auszurichten. 

5.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Walter Lang Christoph Basler 

 

 

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