# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 47414188-cd34-575e-aeb7-2fe94183ecae
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-05-19
**Language:** de
**Title:** Direkte Bundessteuer 2008 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2008
**Docket/Reference:** DB.2014.45
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/StRG_DB_2014_45_dc.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

1. Abteilung 

1 DB.2014.45 
1 ST.2014.56 

Entscheid 

19. Mai 2014 

Mitwirkend: 

Einzelrichter Michael Ochsner und Gerichtsschreiberin Christina Hefti 

1.  A ,    
2.  B ,  

In Sachen 

gegen 

Beschwerdeführer/ 
Rekurrenten,  

1.  S c h w e i z e r i s c h e   E i d g e n o s s e n s c h a f t ,   

2.  S t a a t   Z ü r i c h ,   

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Dienstleistungen,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Beschwerdegegnerin,  

Rekursgegner,  

Direkte Bundessteuer 2008 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2008 

betreffend 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A.  A  (nachfolgend  der  Pflichtige)  ist  als  Vermögensberater  selbstständig  er-

werbstätig. Für die Steuerperiode 2008 deklarierte er aus dieser Tätigkeit einen Verlust 

von Fr. 2'974.-. Mit Auflage vom 7. Dezember 2012 verlangte der Steuerkommissär mit 

Bezug  auf  die  selbstständige  Erwerbstätigkeit  u.a.  eine  Kopie  des  Kontos  "Rückstel-

lungen"  mit  einem  Saldo  von  Fr. 77'482.33  sowie  des  Aufwandkontos  "Treuhand  & 

Rechtsberatung" von Fr. 16'986.90 je samt Belegen sowie Nachweis und Sachdarstel-

lung über die geschäftsmässige Begründetheit. Mit Eingaben vom 6. Januar und vom 

21. April 2013 führte der Pflichtige aus, die beiden Punkte stünden im Zusammenhang 

mit  einer  gegen  ihn  und  weitere  Personen  laufenden  Strafuntersuchung  im  Fall  "C". 

Diese dauere nun mehr als acht Jahre und ein Ende sei nicht absehbar. Die Rückstel-

lung betreffe von den Strafbehörden verarrestierte Werte bei einer Privatbank, und die 

Rechtskosten bezögen sich auf Honorarnoten von Rechtsanwälten in der Schweiz und 

in D.  

Das kantonale Steueramt schätzte den Pflichtigen und seine Ehefrau B (nach-

folgend  zusammen  die  Pflichtigen)  am  14.  Mai  2013  für  die  Steuerperiode  2008  fol-

gendermassen ein: 

Direkte Bundessteuer  

Staats- und Gemeindesteuern  

Einkommen  

Einkommen  

Vermögen 

Fr.  

steuerbares 

210'200.-  

satzbestimmendes 

210'200.- 

Fr.  

210'500.-  

210'500.- 

Fr.  

714'000.- 

1'151'000.-.  

Darin erhöhte der Steuerkommissär die deklarierten Einkünfte aus selbststän-

diger  Erwerbstätigkeit  u.a.  um  die  Rückstellung  und  um  den  gesamten  Aufwand  für 

Rechtsberatung,  was  ein  Total  von  Fr.  98'318.-  ergab.  Beim  Vermögen  bzw.  Ge-

schäftskapital  stellte  er  eine  Entsteuerung  der  Rückstellung  erst  bei  erfolgswirksamer 

Verbuchung in der Erfolgsrechnung in Aussicht.  

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B. Hiergegen erhoben die Pflichtigen am 12. Juni 2013 je Einsprache mit dem 

Antrag, das Einkommen aus selbstständiger Erwerbstätigkeit auf Fr. 9'127.- festzuset-

zen. Die Rückstellung sei bereits 2004 gebildet worden, weil der Pflichtige davon aus-

gehen  musste,  dass  finanzielle  Ansprüche  gegen  ihn  gestellt  würden.  Bei  einer  ge-

schäftsmässigen  Anlagetätigkeit  sei  immer  ein  gewisses  Risiko  vorhanden,  dass  ein 

Kunde  bei  einem  Verlust  versuche,  diesen  mittels  Strafanzeige  zu  vermindern.  Die 

Kosten  für  die  Rechtsberatung  stünden  ebenfalls  damit  im  Zusammenhang,  mit  Aus-

nahme von denjenigen bezüglich der Liegenschaft in D, welche zur Hälfte der Ehefrau 

gehöre; der auf sie entfallende Anteil von Fr. 5'387.- sei auszuscheiden.  

Das kantonale Steueramt wies die Einsprachen am 10. Februar 2014 ab.  

C.  Am  8.  März  2014  erhoben  die  Pflichtigen  Beschwerde  bzw.  Rekurs  und 

wiederholten den Einspracheantrag. Weiter stellten sie sinngemäss den Antrag, mit der 

Behandlung des Rechtsmittels zuzuwarten, da Ende März 2014 eine Besprechung mit 

der Bundesanwaltschaft stattfinden werde.  

Das  kantonale  Steueramt  schloss  am  17.  März  2014  auf  Abweisung  der 

Rechtsmittel. Die Eidgenössische Steuerverwaltung liess sich nicht vernehmen.  

Mit  Eingabe  vom  10./11.  April  2014  führten  die  Pflichtigen  aus,  dass  die  Be-

sprechung  mit  der  Bundesanwaltschaft  mittlerweile  stattgefunden  habe,  sie  aber  an 

den  Rechtsmitteln  festhielten.  Inhaltlich  wiederholten  sie  im Wesentlichen  das  bereits 

mit  der  Einsprache  Ausgeführte.  Das  kantonale  Steueramt  verzichtete  am  17.  Ap-

ril 2014 auf weitere Ausführungen.  

Der Einzelrichter zieht in Erwägung: 

1.  a)  Bei  selbstständiger  Erwerbstätigkeit  werden  die  geschäfts-  oder  berufs-

mässig begründeten Kosten abgezogen (Art. 27 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die 

direkte Bundessteuer vom 14. Dezember 1990, DBG, bzw. § 27 Abs. 1 des Steuerge-

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setzes  vom  8.  Juni  1997,  StG).  Abzugsfähig  ist  der  gesamte  Aufwand,  der  für  die 

selbstständige  Erwerbstätigkeit  notwendig  ist  (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,  Hand-

kommentar  zum  DBG,  2.  A.,  2009,  Art. 27  N 3  f.  DBG  und  Richner/Frei/Kaufmann/ 

Meuter,  Kommentar  zum  Zürcher  Steuergesetz,  3. A.,  2013,  § 27  N 2  f.  StG;  beide 

auch  zum  Folgenden).  Voraussetzung  für  die  Abzugsfähigkeit  ist,  dass  der  Aufwand 

mit einer selbstständigen Erwerbstätigkeit direkt zusammenhängt. Ob er zweckmässig 

bzw.  vermeidbar  gewesen  wäre,  spielt  keine  Rolle.  Es  ist  nicht  Sache  der  Steuerbe-

hörden,  die  Angemessenheit  einer  geschäftlichen  Aufwendung  zu  überprüfen  

(BGE  124  II  29  =  ASA  67,  286  =  StE 1998  B 22.3  Nr. 63; BGE  113  Ib  114  E.  2c  =  

ASA  57, 645  =  StE 1988  B 27.6  Nr. 5  =  StR  1988,  232).  Die  geschäftsmässige  Be-

gründetheit  ist  vielmehr  solange  zu  bejahen,  als  ein  sachlicher  Zusammenhang  zwi-

schen Ausgabe und Geschäftsbetrieb besteht.  

Kosten  aus  Rechtsstreitigkeiten,  insbesondere  Anwalts-  und  Gerichtskosten, 

sind nur dann abzugsfähig, wenn sie zur Erhaltung, Sicherung oder Mehrung des be-

ruflichen  Einkommens  aufgewendet  wurden  (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,  Art.  27 

DBG und § 27 N 12 StG, auch zum Folgenden; Reich/Züger, Kommentar zum Schwei-

zerischen Steuerrecht, Band I/2a, 2008, Art. 27 N 14 DBG). Bei einer Strafverteidigung 

können  diese  Kosten  ausnahmsweise  dann  geltend  gemacht  werden,  wenn  die  steu-

erpflichtige  Person  Opfer  eines  besonderen  Berufsrisikos  geworden  ist;  im  Übrigen 

gehört  die  Abwehr  einer  gerichtlichen  Bestrafung  in  den  privaten  Bereich.  Es  kommt 

somit darauf an, ob die deliktische Verfehlung im Rahmen der ordentlichen Geschäfts-

risiken  lag.  Einen  betrieblichen  Zusammenhang verneint  die  Lehre  dann,  wenn  grobe 

Fahrlässigkeit  oder  gar  Vorsatz  vorliegen.  Bei  diesen  Verschuldensformen  ist  der 

Schaden durch "persönliche Mängel" des Betriebsinhabers bedingt und hängt nicht mit 

den Risiken der betrieblichen Leistungserbringung zusammen (BGr, 25. Januar 2002, 

2A.90/2001 E. 5.1).  

Der  Nachweis  der  geschäftsmässig  begründeten  Kosten,  d.h.  für  deren  tat-

sächlichen Anfall als auch für den Zusammenhang mit der selbstständigen Erwerbstä-

tigkeit, obliegt dem Steuerpflichtigen, da es sich dabei um steuermindernde Tatsachen 

handelt (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Art. 27 N 22 DBG und § 27 N 22 StG). Hierzu 

muss  er  spätestens  im  Rechtsmittelverfahren  eine  ausreichend  substanziierte  Sach-

darstellung mit gleichzeitigem Angebot geeigneter Beweismittel vorbringen. Genügend 

substanziiert ist eine Sachdarstellung, wenn sie hinsichtlich Art, Motiv und Rechtsgrund 

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all jene Tatsachenbehauptungen enthält, die – ohne weitere Untersuchung, aber unter 

Vorbehalt  der  Beweiserhebung  –  die  rechtliche  Würdigung  der  geltend  gemachten 

Steuerminderung  erlauben  (vgl.  Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,  Art.  140  N  57  DBG 

und § 147 N 55 StG). 

b)  Das  Aufwandkonto  Nr.  …  Treuhand  &  Rechtsberatung  setzt  sich  aus  An-

waltskosten  einer  Kanzlei  der  Schweiz  von  total  Fr.  5'637.30,  Anwaltskosten  D  von  

Fr.  10'774.30,  einer  Gerichtsgebühr  E  Fr.  500.-  sowie  Kosten  F  Übersetzung  von  

Fr. 75.30 zusammen.  

aa) Die Anwaltskosten in der Schweiz beziehen sich auf die Strafverteidigung 

des Pflichtigen im Zusammenhang mit der laufenden Strafuntersuchung gegen ihn und 

weitere Mitbeschuldigte im Fall "C". Bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt liegt noch keine 

Anklageschrift vor. In der Beschlagnahmeverfügung vom … … 2004 werden als Tatbe-

stände Verdacht auf gewerbsmässigen Betrug (Art. 146 Abs. 2 StGB), evt. Veruntreu-
ung  (Art.  138  StGB)  sowie  qualifizierte  Geldwäscherei  (Art.  305bis  Ziff.  2  StGB)  ge-

nannt.  Gemäss  dem  Formular  "Privatklägerschaft"  geht  es  um  mutmassliche 

Anlagebetrügereien,  beziehungsweise  Teilnahme  daran  im  Zusammenhang  mit  über 

verschiedene  Vermittler(-stämme)  zustande  gekommene  angebliche  Anlagen  zum 

Nachteil  einer  Vielzahl  von  Anlegern  und  Transfers  dergestalt  erlangter  Vermögens-

werte über Kontoverbindungen verschiedener Kontoinhaber in mehrere Länder.  

Die genannten Straftatbestände gehen weit über die allenfalls fahrlässig her-

beigeführte  Verwirklichung  eines  Berufsrisiko  hinaus.  Auch  ohne  tiefere  Kenntnisse 

des ihm vorgeworfenen Verhaltens lässt sich ohne weiteres schliessen, dass die damit 

im  Zusammenhang  stehenden  Anwaltskosten  keinen  beruflichen  Zusammenhang 

mehr  aufweisen.  Diese  Kosten  können  deshalb  von  vornherein  nicht  als  geschäfts-

mässig begründeter Aufwand anerkannt werden.  

bb)  Die  Anwaltskosten  in  D  beziehen  sich  nach  der  Sachdarstellung  der 

Pflichtigen  auf  Abwehrmassnahmen  gegen  eine  Verfügungssperre  bezüglich  ihres 

Grundstückes,  welche  auf  Rechtshilfegesuch  der  Bundesanwaltschaft  erfolgte.  Das 

bereits Ausgeführte gilt auch hier: Da die zur Last gelegten Delikte nicht mehr als Ver-

wirklichung eines Berufsrisikos gelten können, sind damit im Zusammenhang stehende 

Kosten in den Privatbereich zu verweisen.  

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cc)  Weiter  findet  sich  unter  dem  Aufwand  für  Treuhand  und  Rechtsberatung 

eine Rechnung des Verwaltungsgerichts des Kantons E über Fr. 500.- betreffend eines 

Rechtsmittelverfahrens  des  Pflichtigen  gegen  die  kantonale  Steuerrekurskommission. 

Hierzu  gehören  wohl  auch  die  Kosten  von  Fr.  75.30  für  die  Übersetzung  eines  Frist-

erstreckungsgesuchs  auf  G.  Die  Pflichtigen  machen  diesbezüglich  einzig  geltend,  es 

handle sich um einen Streitfall resultierend aus einem Bauprojekt in H aus den Jahren 

2000 bis 2003. Daraus lassen sich indessen keinerlei Rückschlüsse auf den geschäftli-

chen  Zusammenhang  dieser  Ausgaben  ziehen,  noch  ist  dieser  Zusammenhang  aus 

den Akten ersichtlich. Der Abzug kommt damit nicht in Betracht.  

c)  Insgesamt  sind  damit  die  Treuhand  und  Rechtsberatungskosten  zu  Recht 

aufgerechnet worden und ist der angefochtene Entscheid diesbezüglich zu bestätigen.  

2. Streitig ist ferner eine Rückstellung I von Fr. 77'482.33, welche die Pflichti-

gen 2004 auf einem Guthaben auf dem Konto Nr. … bei der Privatbank I AG in J mit 

einem Saldo von Fr. 1'482.- und auf einer Terminanlage von Fr. 76'000.- bei derselben 

Bank gebildet haben. Beide Positionen sind unter den Geschäftsaktiven aufgeführt. Die 

Pflichtigen  beriefen  sich  ursprünglich  auf  eine  Beschlagnahmeverfügung  der  Bundes-

anwaltschaft  vom  …  …  2004.  Darin  hat  die  Bundesanwaltschaft  alle  Guthaben  der 

Beschuldigten, auch des Pflichtigen, bei der Privatbank I AG in J beschlagnahmt, dar-

unter  auch  das  Konto  Nr.  …  (Ziff.  1.a  der  Verfügung).  In  der  Beschwerde  bzw.  dem 

Rekurs verweisen die Pflichtigen zur Begründung auf zu erwartende hohe Schadener-

satzansprüche von ehemaligen Kunden.  

a) Gemäss Art. 29 Abs. 1 DBG können gewinnmindernde Rückstellungen ge-

macht  werden  für  im  Geschäftsjahr  bestehende  Verpflichtungen,  deren  Höhe  noch 

unbestimmt ist (lit. a), für Verlustrisiken, die mit Aktiven des Umlaufvermögens verbun-

den  sind  (insbesondere  mit  Waren  und  Debitoren;  lit.  b),  für  andere  unmittelbar  dro-

hende Verlustrisiken (lit. c) sowie – in gewissem Umfang - für künftige Forschungs- und 

Entwicklungsaufträge  (lit.  d).  Bisherige  Rückstellungen  werden  dem  steuerbaren  Ge-

schäftsertrag zugerechnet, soweit sie nicht mehr begründet sind (Abs. 2). Das kantona-

le Recht enthält mit § 27 Abs. 2 lit. b StG eine ähnliche Bestimmung.  

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Nach  ständiger  Rechtsprechung  wird  mit  der  Rückstellung  (bzw.  vorüberge-

henden  Wertberichtigung)  dem  laufenden  Geschäftsjahr  ein  tatsächlich  oder  mindes-

tens  wahrscheinlich  verursachter,  in  seiner  Höhe  aber  noch  nicht  bekannter  Aufwand 

oder  Verlust  gewinnmindernd  angerechnet,  der  erst  im  nächsten  oder  in  einem  der 

folgenden  Geschäftsjahre  geldmässig  verwirklicht  wird  (RB  1975  Nr.  47,  RB  1978 

Nr. 33,  RB  1986  Nr.  40;  Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,  Art.  29  N  2  DBG  und  §  64 

N 116 StG, alle auch zum Folgenden). Steuerlich (nicht handelsrechtlich) können sol-

che Wertberichtigungen nur anerkannt werden, wenn die Ereignisse, die Ursache des 

geltend  gemachten,  betragsmässig  noch  ungewissen  Aufwands  sind,  im  laufenden 

Geschäftsjahr  eingetreten  sind.  Die  Rückstellung  bzw.  vorübergehende  Wertberichti-

gung darf den Betrag nicht übersteigen, mit dessen Beanspruchung nach den Umstän-

den  und  nach  pflichtgemässer  Schätzung  dereinst  ernsthaft  gerechnet  werden  muss. 

Geschäftsmässig  begründet  sind  deshalb  immer nur  solche  Rückstellungen  bzw.  vor-

übergehende  Wertberichtigungen,  die  der  Sicherung  unmittelbar  drohender  und  nicht 

bloss  künftiger  Risiken  dienen  (RB  1986  Nr.  40  mit  Hinweis  auf  BGE  103  Ib  370,  

75  I  259).  Betriebswirtschaftlich  oder  handelsrechtlich  gebotene  Rücklagen  zur  Absi-

cherung  künftiger  Geschäftsrisiken  oder  geplanter  Investitionen  sind  nicht  mit  den 

steuerlich als geschäftsmässig anzuerkennenden Korrekturbuchungen gleichzusetzen.  

Für die Beurteilung, ob eine verbuchte Rückstellung bzw. Wertberichtigung im 

Einzelfall  geschäftsmässig  begründet  ist,  sind  grundsätzlich  die  Verhältnisse  am  Bi-

lanzstichtag  massgebend  (Art.  958  Abs. 1  i.V.m.  Art. 960  Abs. 2  OR,  in  der  bis  am 

31. Dezember 2012 geltenden Fassung). Indessen können alle bis zum Zeitpunkt der 

Bilanzerrichtung  erhaltenen  Informationen  in  der  Jahresrechnung  verwendet  werden, 

sofern  dadurch  Verhältnisse  des  Bilanzstichtags  offenkundig  werden  (Karl  Käfer,  in: 

Berner  Kommentar,  1981,  Art.  960  N  332;  RB  1986  Nr. 41).  Im  Gegensatz  zu  Ab-

schreibungen  sind  Rückstellungen  bzw.  vorübergehende  Wertberichtigungen  nicht 

definitiv,  sondern  provisorisch.  Die  Einschätzungsbehörden  können  daher  deren  ge-

schäftsmässige Begründetheit auch nach ihrer Bildung im Rahmen von späteren Ein-

schätzungen  erneut  überprüfen.  In  der  Praxis  wird  die  steuerliche  Auflösung  in  jener 

Steuerperiode vorgenommen, in der die Unbegründetheit von der Steuerbehörde fest-

gestellt wird (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Art. 29 N 22 DBG und § 64 N 132 StG, je 

mit Hinweisen). 

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Tatsachen, die Rückstellungen bzw. Wertberichtigungen als geschäftsmässig 

begründet erscheinen lassen, sind steuermindernd und deshalb vom Steuerpflichtigen 

nachzuweisen  (RB  1975  Nr.  55).  Um  die  Beurteilung  der geschäftsmässigen  Begrün-

detheit zu ermöglichen, ist der Steuerpflichtige gehalten, an der Abklärung der solchen 

Aufwendungen  zu  Grunde  liegenden  Tatsachen  mitzuwirken,  wobei  er  für  deren  Ver-

wirklichung beweisbelastet ist (vgl. RB 1987 Nr. 35).  

b)  Die  Beschlagnahmeverfügung  stützte  sich  auf  Art.  65  und  69  bis  71  der 

damals  noch  in  Kraft  stehenden  Bundesgesetzes  über  die  Bundesstrafrechtspflege 

vom  15.  Juni  1934  (aufgehoben  durch  die  Schweizerische  Strafprozessordnung  vom  

5. Oktober 2007, in Kraft seit 1. Januar 2011, StPO). Nach dem neuen Art. 263 Abs. 1 

lit. a bis c StPO können Gegenstände und Vermögenswerte einer beschuldigten Per-

son  oder  einer  Drittperson  beschlagnahmt  werden,  wenn  sie  voraussichtlich  als  Be-

weismittel,  zur  Sicherstellung  von  Verfahrenskosten,  Geldstrafen,  Bussen  und  Ent-

schädigungen gebraucht werden, den Geschädigten zurückzugeben oder einzuziehen 

sind. Weiter kann gemäss Art. 268 StPO vom Vermögen der beschuldigten Person so 

viel  beschlagnahmt  werden,  als  voraussichtlich nötig  ist  zur  Deckung  der  Verfahrens-

kosten und Entschädigungen bzw. der Geldstrafen und Bussen.  

Handelsrechtlich  ist  ein  beschlagnahmtes  Bankguthaben  schon  allein  auf-

grund  dieser  Massnahme  als  verlustgefährdet  zu  betrachten.  Damit  erfolgte  die  2004 

erfolgte  Bildung  der  Rückstellung  im  Umfang  der  beschlagnahmten  Werte  zu  Recht. 

Gemäss einem Rundschreiben der Bundesanwaltschaft vom März 2013 ist die Strafun-

tersuchung gegen  den Pflichtigen  weiterhin  im  Gang;  der  Entscheid  steht  damit  noch 

aus.  Der  ungewisse  Zustand  dauert  somit  weiter  an,  sodass  sich  per  Ende  2008  (Bi-

lanzstichtag)  an  der  rechtlichen  Beurteilung  nichts  geändert  hat.  Damit  war  aber  die 

Rückstellung  weiterhin  geschäftsmässig  begründet  und  erfolgte  die  Aufrechnung  zu 

Unrecht.  

Was  das  kantonale  Steueramt  dagegen  vorbringt,  vermag  nicht  zu  überzeu-

gen.  Der  Umstand,  dass  bisher  keine  Schadenersatzforderungen  gegen  den  Pflichti-

gen  gestellt  wurden,  macht  die  Rückstellung  nicht  hinfällig;  vielmehr  reicht  die  Be-

schlagnahme  allein  bereits  aus,  um  handelsrechtlich  eine  Gefährdung  zu  begründen. 

Ob der Pflichtige mit Schadenersatzklagen seiner ehemaligen Kunden zu rechnen hat, 

spielt dabei keine Rolle.  

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Das kantonale Steueramt macht auch hier geltend, dass das dem Pflichtigen 

zur Last gelegte deliktische Verhalten den Rahmen dessen sprengt, was noch als mit 

der  Geschäftstätigkeit  verbundenes  übliches  Risiko  bezeichnet  werden kann.  Dem  ist 

entgegen  zu  halten,  dass  weder  Ende  2008  noch  zum  gegenwärtigen  Zeitpunkt  be-

kannt war bzw. ist, ob und aus welchem Grund die beschlagnahmten Guthaben einst 

definitiv eingezogen werden. Je nach dem Einziehungsgrund stellt sich die Frage des 

deliktischen  Hintergrunds  in  unterschiedlicher  Schärfe.  Die  Zuordnung  der  beschlag-

nahmten  Aktiven  zum  Geschäftsvermögen  zieht  das  kantonale  Steueramt  überdies 

nicht  in  Zweifel.  Lässt  sich  demnach  zum  gegenwärtigen  Zeitpunkt  noch  keine  klare 

Aussage  über  den  deliktischen  Hintergrund  machen,  spricht  dies  dafür,  die  Rückstel-

lung einstweilen bestehen zu lassen und erst bei Vorliegen eines rechtskräftigen Straf-

urteils eine abschliessende steuerliche Beurteilung vorzunehmen.  

3. Gestützt auf diese Erwägungen sind der Rekurs bzw. die Beschwerde teil-

weise  gutzuheissen.  Ausgangsgemäss  sind  die  Kosten  des  Verfahrens  den  Parteien 

anteilsmässig aufzuerlegen (Art. 144 Abs. 1 DBG und § 151 Abs. 1 StG). 

Demgemäss erkennt der Einzelrichter: 

1.  Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. Die Beschwerdeführer werden für die 

Steuerperiode 2008 mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 132'700.- veranlagt 

(Tarif gemäss Art. 214 Abs. 2 DBG; Verheiratetentarif). 

2.  Der Rekurs wird teilweise gutgeheissen. Die Rekurrenten werden für die Steuerpe-

riode 2008 wie folgt eingeschätzt (Tarif gemäss § 35 Abs. 2 bzw. § 47 Abs. 2 StG; 

Verheiratetentarif): 

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Einkommen 

Fr. 

133'000.- 

133'000.- 

Vermögen 

Fr. 

714'000.- 

1'151'000.-.  

steuerbar 

satzbestimmend 

[…] 

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