# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5510bcd3-4ce6-5871-8f82-abae195dc563
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-07-07
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 07.07.2014 SB140053
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB140053_2014-07-07.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer  

Geschäfts-Nr.: SB140053-O/U/eh

Mitwirkend: die Oberrichter Dr. F. Bollinger, Präsident, lic. iur. S. Volken und 

lic. iur. Ch. Prinz sowie der Gerichtsschreiber lic. iur. P. Rietmann

Urteil vom 7. Juli 2014

in Sachen

Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich,

vertreten durch Staatsanwalt lic. iur. M. Stammbach,

Anklägerin und Berufungsklägerin

gegen

A._____, 

Beschuldigte und Berufungsbeklagte sowie Anschlussberufungsklägerin

amtlich verteidigt durch Rechtsanwältin lic. iur. X._____

betreffend

versuchte vorsätzliche Tötung

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Pfäffikon, 1. Abteilung, vom 

25. November 2013 (DG120006)

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Anklage:

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 

28. September 2012 (Urk. 23) ist diesem Urteil beigeheftet.

Urteil der Vorinstanz:
(Urk. 66)

"Es wird erkannt:

1. Die Beschuldigte ist schuldig der versuchten vorsätzlichen Tötung im Sinne von Art. 111 

StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB.

2. Die Beschuldigte wird bestraft mit 5 Jahren Freiheitsstrafe, wovon 109 Tage durch Haft 

erstanden sind.

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird nicht aufgeschoben.

4. Es wird eine ambulante Behandlung der Beschuldigten im Sinne von Art. 63 StGB (Sucht-

behandlung bezüglich Alkohol- und Medikamentenabhängigkeit) angeordnet.

5. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird jedoch für die Dauer der mit heutigem Urteil angeordne-

ten ambulanten Massnahme aufgeschoben. 

6. Das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 18. September 2012 

beschlagnahmte Küchenmesser „Victorinox“ mit schwarzem Kunststoffgriff (A…) wird ein-

gezogen und der Kantonspolizei Zürich zur gutscheinenden Verwendung überlassen.

7. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:

Fr. 4'000.– ; die weiteren Kosten betragen:

Fr. 14'991.30   Auslagen Vorverfahren;

Fr. 923.40   Kosten Kantonspolizei;

Fr. 3'000.–   Gebühr für die Strafuntersuchung;

Fr. 18'690.20.–
  Kosten der amtlichen Verteidigung (inkl. Barauslagen), 

zuzüglich 8 % MWST;

Fr. - 10'800.–
  mit Zirkular-Beschluss vom 19. März 2013 bereits ausbezahlte 

Akonto-Zahlung.

Allfällig weitere Auslagen bleiben vorbehalten; über diese wird die Gerichtskasse Rechnung 

stellen.

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8. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden der Beschuldigten 

auferlegt, aber abgeschrieben. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die 

Gerichtskasse genommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 

StPO.

9. (Mitteilungen.)

10. (Rechtsmittel.)

11. (Rechtsmittel betr. Entschädigung amtliche Verteidigung.)"

Berufungsanträge:

a) der Verteidigung des Beschuldigten (Urk. 94 S. 1):

1. Die Beschuldigte sei wegen versuchter vorsätzlicher Tötung zu einer 

Freiheitsstrafe von 4 ½ Jahren zu verurteilen.

2. Die übrigen Teile des Urteils der Vorinstanz vom 25.11.2013 werden nicht 

angefochten und seien zu bestätigen. Dies gilt namentlich für den Aufschub 

des Vollzugs der Strafe zugunsten der ambulanten Massnahme i.S. von 

Art. 63 StGB.

3. Die Entschädigung der amtlichen Verteidigung für das Vorverfahren und das 

Hauptverfahren vor der ersten Instanz sei gemäss den schriftlichen 

Anträgen vom 4.12.2013 und 9.2.2014 festzusetzen.

b) der Staatsanwaltschaft (Urk. 93 S. 1):

1. Das Urteil des Bezirksgerichts Pfäffikon vom 25. November 2013 

(DG120006) sei grundsätzlich zu bestätigen, mit folgenden Ausnahmen 

(Dispositiv Ziff. 2 und Dispositiv Ziff. 5):

2. Die Beschuldigte sei zu bestrafen mit einer Freiheitsstrafe von 7 ½ Jahren 

unter Anrechnung der erstandenen Haft.

3. Es sei eine ambulante Behandlung anzuordnen parallel zum Vollzug.

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Erwägungen:

I. Prozessuales

1. Verfahrensgang

1.1. Mit Urteil des Bezirksgerichts Pfäffikon von 25. November 2013 wurde die 

Beschuldigte der versuchten vorsätzlichen Tötung schuldig gesprochen und mit 

5 Jahren Freiheitsstrafe bestraft. Des Weiteren ordnete die Vorinstanz eine ambu-

lante Behandlung der Beschuldigten im Sinne von Art. 63 StGB an und schob den 

Vollzug der Strafe für die Dauer der Massnahme auf. Das beschlagnahmte 

Küchenmesser "Victorinox" wurde durch die Vorinstanz eingezogen. Schliesslich 

setzte die Vorinstanz die Kosten fest und auferlegte diese vollumfänglich der 

Beschuldigten (Urk. 66 S. 33 ff.).

1.2. Mit Eingabe vom 27. November 2013 meldete die Anklagebehörde Beru-

fung gegen das Urteil vom 25. November 2013 an (Urk. 61). Am 14. Februar 2014 

erstattete sie in der Folge innert Frist die Berufungserklärung. Sie beschränkte 

ihre Berufung auf die Bemessung der Strafe sowie auf die Anordnung der 

ambulanten Massnahme mit Aufschub der Freiheitsstrafe (Urk. 73). 

1.3. Mit Präsidialverfügung vom 17. Februar 2014 wurde der Beschuldigten 

Frist angesetzt, um Anschlussberufung zu erheben respektive um begründet 

Nichteintreten auf die Berufung zu beantragen (Urk. 75). Die Beschuldigte liess 

mit Eingabe vom 31. März 2014 Anschlussberufung erheben. Sie beantragte, 

wegen versuchter vorsätzlicher Tötung mit einer Freiheitsstrafe von höchstens 

4 ½ Jahren bestraft zu werden. Im Übrigen beantragte die Beschuldigte die 

Bestätigung des angefochtenen Entscheides (Urk. 82). 

1.4. Auf das Stellen von Beweisanträgen wurde allseits verzichtet (Urk. 73, 

Urk. 82, Prot. II S. 5 f.).

1.5. Gegen die Höhe der ihr durch die Vorinstanz zugesprochenen Entschädi-

gung als amtliche Verteidigerin der Beschuldigten erhob Rechtsanwältin lic. iur. 

X._____ mit Eingabe vom 4. Dezember 2013 Beschwerde bei der III. Strafkam-

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mer des hiesigen Obergerichts (Urk. 71). Die III. Strafkammer überwies die Be-

schwerde der Verteidigung mit Beschluss vom 6. März 2014 an die I. Strafkam-

mer (dies zufolge der hier anhängigen Berufung und in Nachachtung der 

einschlägigen bundesgerichtlichen Rechtsprechung [BGE 139 IV 199]) und 

schrieb das Verfahren als dadurch erledigt ab (Urk. 77). 

2. Umfang der Berufung

2.1. Gestützt auf die zitierte Berufungserklärung der Anklagebehörde sowie auf 

die Anschlussberufungserklärung der Beschuldigten ist festzuhalten, dass das 

vorinstanzliche Urteil lediglich im Strafpunkt (Dispositiv Ziffern 2, 3 und 5) sowie 

hinsichtlich der Höhe der Entschädigung der amtlichen Verteidigung (Dispositiv 

Ziffer 7) angefochten ist.

2.2. Nicht angefochten sind damit der Schuldspruch gemäss Dispositiv Ziffer 1, 

die Anordnung einer ambulanten Behandlung gemäss Dispositiv Ziffer 4, die 

Einziehung gemäss Dispositiv Ziffer 6, die Kostenfestsetzung mit Ausnahme der 

Höhe der Entschädigung der amtlichen Verteidigung gemäss Dispositiv Ziffer 7 

und die Kostenauflage gemäss Dispositiv Ziffer 8. In diesem Umfang ist das ange-

fochtene Urteil bereits in Rechtskraft erwachsen, was vorab festzustellen ist.

2.3. Sämtliche übrigen Punkte des vorinstanzlichen Urteils stehen damit zur 

Disposition und sind nachfolgend einer Überprüfung zu unterziehen. 

II. Sanktion

3. Allgemeines zur Strafzumessung

3.1. Die Vorinstanz erachtete es als dem Verschulden und den persönlichen 

Verhältnissen der Beschuldigten angemessen, diese mit einer Freiheitsstrafe von 

5 Jahren zu bestrafen (Urk. 66 S. 19 ff.).

3.2. Die Anklagebehörde rügte, die Vorinstanz habe zwar die massgeblichen 

Strafzumessungsgründe grundsätzlich richtig erkannt, diese jedoch offensichtlich 

zu Gunsten der Beschuldigten gewichtet. Aus dem angefochtenen Entscheid sei 

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nicht ersichtlich, von welchem Verschulden das Gericht überhaupt ausgegangen 

sei. Die ausgesprochene Freiheitsstrafe von 5 Jahren müsse als klar zu mild 

qualifiziert werden. Angemessen sei es vielmehr, die Beschuldigte wegen der 

versuchten vorsätzlichen Tötung mit einer Freiheitsstrafe von 7 ½ Jahren zu 

bestrafen (Urk. 73 S. 2; Urk. 94 S. 2 ff.).

3.3. Die Beschuldigte liess dagegen beantragen, sie sei höchsten mit einer 

Freiheitsstrafe von 4 ½ Jahren zu bestrafen und führte zur Begründung dieses 

Antrages anlässlich der Berufungsverhandlung aus, es sei einerseits das Nach-

tatverhalten der Beschuldigten sowie andererseits ihre Einsichtigkeit und ihr 

Geständnis stärker zu gewichten (Urk. 93 S. 3 f.).

3.4. Die Rüge der Anklagebehörde erfolgte, wie noch zu zeigen sein wird, voll-

kommen zu Recht. Die Vorinstanz hat zwar zunächst die theoretischen Grund-

lagen der Strafzumessung grundsätzlich zutreffend dargetan, sich jedoch hernach 

bei der konkreten Strafzumessung nicht an die vom Bundesgericht in BGE 136 IV 

55 ff. vorgegebenen - und seither in konstanter Rechtsprechung bestätigten -

Begründungsanforderungen gehalten. Es erscheint daher angezeigt, das vom 

Bundesgericht insbesondere hinsichtlich der Begründungsanforderungen vorge-

gebene Strafzumessungsmodell in seinen Grundzügen in Erinnerung zu rufen:

3.5. Dem (subjektiven) Tatverschulden kommt bei der Strafzumessung eine 

entscheidende Rolle zu. Ausgehend von der objektiven Tatschwere hat der 

Richter dieses Verschulden zu bewerten. Er hat im Urteil darzutun, welche ver-

schuldensmindernden und welche verschuldenserhöhenden Gründe im konkreten 

Fall gegeben sind, um so zu einer Gesamteinschätzung des Tatverschuldens zu 

ge-langen. Der Gesetzgeber hat einzelne Kriterien aufgeführt, welche für die Ver-

schuldenseinschätzung von wesentlicher Bedeutung sind und allenfalls bewirken 

können, das Verschulden als derart gering einzustufen, dass eine Strafe unter-

halb des ordentlichen Strafrahmens geboten ist. So trifft etwa – neben einer all-

fällig verminderten Schuldfähigkeit – denjenigen ein geringerer Schuldvorwurf, 

dem lediglich eventualvorsätzliches Handeln anzulasten ist (Art. 12 Abs. 2 StGB). 

Das StGB selbst erwähnt verschiedene Umstände, die das Verschulden reduzie-

ren können: Wenn der Täter aus achtenswerten Beweggründen, in schwerer 

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Bedrängnis oder unter dem Eindruck einer schweren Drohung gehandelt hat; 

ebenso wenn sein Handeln durch eine Person, der er Gehorsam schuldet oder 

von der er abhängig ist, veranlasst worden ist (Art. 48 lit. a StGB). Im gleichen 

Sinne ist von einem minderen Verschulden auszugehen, wenn der Täter durch 

das Verhalten der verletzten Person ernsthaft in Versuchung geführt worden ist 

(Art. 48 lit. b StGB), wenn er in einer heftigen Gemütsbewegung oder unter 

grosser seelischer Belastung (Art. 48 lit. c StGB) gehandelt hat. Ein reduziertes 

Verschulden trifft auch denjenigen, der die Tat durch Unterlassung begeht (Art. 11 

Abs. 4 StGB). Zu nennen sind schliesslich die entschuldbare Notwehr (Art. 16 

Abs. 1 StGB) und der entschuldbare Notstand (Art. 18 Abs. 1 StGB), der 

vermeidbare Irrtum über die Rechtswidrigkeit (Art. 21 StGB), der Rücktritt (Art. 23 

Abs. 1 StGB) und die Gehilfenschaft (Art. 25 StGB). In all diesen Fällen liegen 

Sachverhaltselemente vor, die sich verschuldensmindernd auswirken, was zu 

einer milderen Strafe führt. Auf der anderen Seite sind Umstände denkbar, welche 

das Tatverschulden erhöhen und namentlich die wegen der reduzierten Einsichts-

bzw. Steuerungsfähigkeit des Täters geringere Schuld wieder auszugleichen 

vermögen. Zu erwähnen ist beispielsweise ein verwerfliches Motiv. 

3.6. Gemäss Lehre und Rechtsprechung sind auch weitere Umstände zu 

berücksichtigen, nämlich das Ausmass des verschuldeten Erfolges, die Art und 

Weise der Herbeiführung des Erfolges (Deliktsbetrag, Gefährdung/Risiko, Zahl 

der Verletzten, körperliche und psychische Schäden beim Opfer, Sachschaden 

etc.), die Willensrichtung, mit welcher der Täter gehandelt hat, das "Mass an 

Entscheidungsfreiheit" beim Täter sowie die sogenannte Intensität des delikti-

schen Willens (Hug, in: Donatsch/Flachsmann/Hug/Weder, Kommentar zum 

StGB, 19. Aufl., Zürich 2013, N 11 zu Art. 47, m.w.H.). Je leichter es für ihn 

gewesen wäre, die Norm zu respektieren, desto schwerer wiegt die Entscheidung 

gegen sie (Urteile des Bundesgerichtes 6S.270/2006 vom 5. September 2006, 

E. 6.2.1., 6S.43/2001 vom 19. Juni 2001, E. 2., und 6S.333/2004 vom 

23. Dezember 2004, E. 1.1.; BGE 122 IV 241 und Pra 2001 S. 832 lit. a; Straten-

werth, Schweizerisches Strafrecht, AT II, 3. Aufl., Bern 2013, S. 179 N 13; 

Wiprächtiger/Keller, in: Niggli/Wi¬prächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar Strafrecht 

I, 3. Aufl., Basel 2013, N 85, 117 zu Art. 47; Trechsel/Affolter-Eijsten, in: Trechsel/ 

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Pieth [Hrsg.], Schweizerisches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, 2. Aufl., Zürich 

2013, N 21 zu Art. 47). Auch die Grösse des Tatbeitrages (bei mehreren Tätern) 

und die hierarchische Stellung sind von Bedeutung (Wiprächtiger/Keller, a.a.O., 

N 90 ff., v.a. N 108 zu Art. 47; Trechsel/Affolter-Eijsten, a.a.O., N 18 ff. zu Art. 47; 

Hug, a.a.O., N 8 zu Art. 47, m.w.H.). 

3.7. In diesem Zusammenhang ist auch das Doppelverwertungsverbot zu 

beachten. Umstände, die schon Merkmale des gesetzlichen Tatbestandes sind, 

dürfen nicht für die konkrete Strafzumessungsentscheidung innerhalb des anzu-

wendenden gesetzlichen Strafrahmens berücksichtigt werden, weder zulasten 

noch zugunsten des Täters. Denn die Tatbestandserfüllung als solche hat sich 

bereits im Eröffnen des gesetzlichen Strafrahmens niedergeschlagen und ist in 

ihrer Bedeutung für die Strafmassfindung insoweit verbraucht, sonst würde dem 

Täter der gleiche Umstand zwei Mal zur Last gelegt oder zu Gute gehalten. Der 

Richter ist aber nicht gehindert zu berücksichtigen, in welchem Ausmass ein 

qualifizierender oder privilegierender Tatumstand gegeben ist (vgl. Wiprächtiger/ 

Keller, a.a.O., N 102 zu Art. 47; Trechsel/Affolter-Eijsten, a.a.O., N 27 zu Art. 47). 

3.8. Es liegt im Ermessen des Sachrichters, in welchem Umfang er die 

verschiedenen Strafzumessungsfaktoren berücksichtigt. Das Gericht ist nicht 

gehalten, in Zahlen oder Prozenten anzugeben, wie es die einzelnen Strafzu-

messungskriterien berücksichtigt (BGE 136 IV 55 ff., 61, m.w.H.).

3.9. Das Gesamtverschulden ist zu qualifizieren und mit Blick auf Art. 50 StGB 

im Urteil ausdrücklich zu benennen, wobei von einer Skala denkbarer 

Abstufungen nach Schweregrad auszugehen ist. Hierauf ist in einem zweiten 

Schritt innerhalb des zur Verfügung stehenden Strafrahmens die (hypothetische) 

Strafe zu bestimmen, die diesem Verschulden entspricht. 

3.10. Die so ermittelte Strafe kann dann gegebenenfalls in einem dritten Schritt 

aufgrund wesentlicher Täterkomponenten sowie wegen eines allfälligen blossen 

Versuchs im Sinne von Art. 22 Abs. 1 StGB verändert werden (BGE 136 IV 55 ff., 

62 f., m.w.H.).

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3.11. Zu den Täterkomponenten (z.B. die persönlichen Verhältnisse, Vorstrafen, 

Leumund) gehört auch das Nachtatverhalten eines Täters. Darunter fällt das Ver-

halten nach der Tat sowie im Strafverfahren, wie zum Beispiel ein Geständnis, 

das kooperative Verhalten eines Täters bei der Aufklärung von Straftaten sowie 

die Einsicht und Reue wirken strafmindernd (Wiprächtiger/Keller, a.a.O., N 120 ff. 

zu Art. 47, m.w.H; vgl. auch Trechsel/Affolter-Eijsten, a.a.O., N 32 zu Art. 47). 

3.12. Aus der Rechtsprechung des Bundesgerichts ergibt sich, dass nur ein aus-

gesprochen positives Nachtatverhalten zu einer erheblichen Strafreduktion führen 

kann. Zu einem solchen gehört ein umfassendes Geständnis von allem Anfang an 

und aus eigenem Antrieb, also nicht erst auf konkrete Vorwürfe hin oder nach 

Vorhalt entsprechender Beweise. Ein Verzicht auf Strafminderung kann sich allen-

falls aufdrängen, wenn das Geständnis die Strafverfolgung nicht erleichtert hat, 

weil die Täterschaft ohnehin bereits überführt gewesen wäre. Bei umfangreichen 

und prozessentscheidenden Geständnissen kann die Strafreduktion nach der 

bundesgerichtlichen Praxis hingegen bis zu einem Drittel betragen (BGE 121 IV 

202 ff., 205).

3.13.  Gemäss Art. 47 Abs. 1 StGB ist bei der Strafzumessung die Wirkung der 

Strafe auf das Leben des Täters zu berücksichtigen. Angesprochen ist damit die 

Strafempfindlichkeit eines Täters. Das Bundesgericht hat ausgeführt, die Straf-

empfindlichkeit und Strafempfänglichkeit fielen als strafmindernde Strafzu-

messungsfaktoren nur in Betracht, wenn Abweichungen vom Grundsatz einer 

einheitlichen Leidempfindlichkeit geboten seien, wie etwa bei Gehirnverletzten, 

Schwerkranken, unter Haftpsychosen Leidenden oder Gehörlosen (Urteil des 

Bundesgerichts 6S.703/1995 vom 26. März 1996). 

3.14. Vorstrafenlosigkeit ist gemäss Bundesgericht neutral zu behandeln, also 

bei der Strafzumessung nicht zwingend strafmindernd zu berücksichtigen. Dies 

schliesst nicht aus, die Vorstrafenlosigkeit ausnahmsweise – wenn die Straffrei-

heit auf aussergewöhnliche Gesetzestreue hinweist – und im Einzelfall in die 

Gesamtbeurteilung der Täterpersönlichkeit einzubeziehen, was sich allenfalls 

strafmindernd auswirken kann (BGE 136 IV 1 ff., 3).

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3.15.  Strafreduzierend kann sich auch eine Verletzung des Beschleunigungs-

gebots auswirken.

3.16.  Die tat- und täterangemessene Strafe ist grundsätzlich innerhalb des 

ordentlichen Strafrahmens der (schwersten) anzuwendenden Strafbestimmung 

festzusetzen. Dieser Rahmen ist vom Gesetzgeber in aller Regel sehr weit 

gefasst worden, um sämtlichen konkreten Umständen Rechnung zu tragen. Ent-

gegen einer auch in der Praxis verbreiteten Auffassung wird der ordentliche Straf-

rahmen durch Strafschärfungs- oder Strafmilderungsgründe nicht automatisch 

erweitert, worauf dann innerhalb dieses neuen Rahmens die Strafe nach den 

üblichen Zumessungskriterien festzusetzen wäre. Zwar ist auch in der bundes-

gerichtlichen Rechtsprechung darauf hingewiesen worden, das Gesetz sehe eine 

Strafrahmenerweiterung vor. Damit sollte aber nur ausgedrückt werden, dass der 

Richter infolge eines Strafschärfungs- bzw. Strafmilderungsgrundes nicht mehr in 

jedem Fall an die Grenze des ordentlichen Strafrahmens gebunden ist. Der 

ordentliche Rahmen ist nur zu verlassen, wenn aussergewöhnliche Umstände 

vorliegen und die für die betreffende Tat angedrohte Strafe im konkreten Fall zu 

hart bzw. zu milde erscheint. Die Frage einer Unterschreitung des ordentlichen 

Strafrahmens kann sich stellen, wenn verschuldens- bzw. strafreduzierende 

Faktoren zusammentreffen, die einen objektiv an sich leichten Tatvorwurf weiter 

relativieren, so dass eine Strafe innerhalb des ordentlichen Rahmens dem 

Rechtsempfinden widerspräche. Dabei hat der Richter zu entscheiden, in wel-

chem Umfang er den unteren Rahmen wegen der besonderen Umstände erwei-

tern will. Der vom Gesetzgeber vorgegebene ordentliche Rahmen ermöglicht in 

aller Regel, für eine einzelne Tat die angemessene Strafe festzulegen. Er versetzt 

den Richter namentlich in die Lage, die denkbaren Abstufungen des Verschul-

dens zu berück-sichtigen. Die verminderte Schuldfähigkeit allein führt deshalb 

grundsätzlich nicht dazu, den ordentlichen Strafrahmen zu unterschreiten. Dazu 

bedarf es weiterer ins Gewicht fallender Umstände, die das Verschulden als 

besonders leicht erscheinen lassen. Nur eine solche Betrachtungsweise vermag 

der gesetzgeberischen Wertung des Unrechtsgehaltes einer Straftat und damit 

letztlich der Ausgleichsfunktion (auch) des Strafrechts Rechnung zu tragen 

(BGE 136 IV 55 ff., 63).

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4. Konkrete Strafzumessung

4.1. Tatkomponente

4.1.1. Die von der Beschuldigten zu verantwortende Tat richtet sich gegen das 

höchste Rechtsgut, nämlich das menschliche Leben und ist allein schon aus 

diesem Grund als niederträchtig zu qualifizieren. Dem objektiv schweren Unrecht 

solcher Delikte trägt der Gesetzgeber insofern Rechnung, als er für den Straftat-

bestand der vorsätzlichen Tötung eine Strafandrohung von 5 bis 20 Jahren 

Freiheitsstrafe vorsieht. Innerhalb dieses Strafrahmens ist nachfolgend die Tat-

schwere der von der Beschuldigten verübten Tat zu bemessen.

4.1.2. Bei der objektiven Tatschwere ist zu berücksichtigen, dass sich das 

deliktische Handeln der Beschuldigten gegen ihren Ehemann richtete. Die 

Deliktsverübung im Rahmen einer Lebensgemeinschaft stellt einen schweren Ver-

trauensmissbrauch dar, was sich verschuldenserhöhend auswirken muss (vgl. 

hierzu auch Wiprächtiger/Keller, a.a.O. N 112 zu Art. 47, m.w.H.). Weiter wirkt 

sich verschuldenserhöhend aus, dass die Beschuldigte dreimal mit einem 

Küchenmesser auf den rechten Oberkörper des Geschädigten ein- respektive 

nachstach. Der Geschädigte litt zum Tatzeitpunkt (und wohl auch noch heute) an 

massiven gesundheitlichen Problemen, war er doch schwer herz- wie auch 

lungenkrank und in seiner Mobilität aufgrund einer Gehbehinderung derart stark 

eingeschränkt, dass er auf einen Rollator als Gehhilfe angewiesen war. Die 

Beschuldigte stach damit mit anderen Worten in rücksichtsloser Manier auf ihren 

mehr oder weniger schwerkranken und zum Widerstand unfähigen Ehemann ein, 

wobei zu vermerken ist, dass beide im Tatzeitpunkt wohl in erheblichem Masse 

alkoholisiert waren. Verschuldenserhöhend ist des Weiteren die Vehemenz zu 

berücksichtigen, mit welcher die Beschuldigte auf den Geschädigten einge-

stochen hat und welche schliesslich zu drei 6 bis 11 cm langen Stichkanälen im 

rechten oberen Brustbereich des Geschädigten führte und zur Folge hatte, dass 

dieser einen hohen Blutverlust sowie einen Mantelpneumothorax erlitt und des-

wegen in unmittelbarer Lebensgefahr schwebte. Wie die Vorinstanz zutreffend 

erkannte, war es einzig der raschen medizinischen Versorgung des Geschädigten 

zu verdanken, dass dieser nicht an den gravierenden Verletzungen verstarb. 

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Immerhin ist in diesem Zusammenhang aber auch darauf hinzuweisen, dass das 

rasche Eintreffen der Rettungskräfte nur deshalb erfolgen konnte, weil die 

Beschuldigte selbst diese alarmierte. Auf diesen Umstand ist hernach unter dem 

Titel Nachtatverhalten noch einzugehen. Gesamthaft und objektiv betrachtet 

offenbart die Tathandlung der Beschuldigten eine geradezu erschreckende 

Geringschätzung gegenüber der körperlichen Unversehrtheit ihres Ehemannes. 

Soweit die Vorinstanz ihr Verhalten als skrupellos bezeichnete, ist festzuhalten, 

dass sich durch die Tat der Beschuldigten eine gewisse Gefühlskälte offenbarte, 

dass jedoch vorliegend nicht von einer eigentlichen Skrupellosigkeit ausgegangen 

werden kann. Wäre dies der Fall, müsste die Tat unter den Tatbestand des

 versuchten Mordes subsumiert werden. Insgesamt ist die objektive Tatschwere 

als mehr als erheblich einzustufen, was zu einer Einsatzstrafe im oberen Bereich 

des mittleren Strafrahmendrittels führen muss. Eine Einsatzstrafe im Bereich von 

etwa 14 Jahren erscheint nach dem Gesagten daher als angemessen. 

4.1.3. In subjektiver Hinsicht attestierte die Vorinstanz der Beschuldigten eine 

eventualvorsätzliche Tatbegehung, weshalb ihr unter diesem Titel ein geringerer 

Schuldvorwurf anzulasten ist. Was das Motiv der Beschuldigten angeht, so dürfte 

der Tat ein eigentlich nichtiger Anlass, nämlich eine verbale Auseinandersetzung 

zwischen ihr und dem Geschädigten im Zusammenhang mit der Zubereitung 

einer kleinen Zwischenverpflegung, zugrunde gelegen haben. Im Umstand, dass 

die Beschuldigte aufgrund einer derartigen Bagatelle - nämlich der verbalen

Provokation durch den Geschädigten - zum Messer greift und in bekannter Manier 

auf den Geschädigten einsticht, ist jedenfalls kein verschuldensrelativierendes 

Motiv auszumachen, im Gegenteil. Ebenfalls unter dem Titel der subjektiven Tat-

schwere ist die Frage der verminderten Zurechnungsfähigkeit der Beschuldigten 

abzuhandeln. Die Vorinstanz äusserte sich unter dem Titel der subjektiven Tat-

schwere zwar zum Alkohol- und Medikamentenabusus der Beschuldigten im Tat-

zeitpunkt, unterliess es aber, irgendwelche nachvollziehbaren Schlüsse daraus zu 

ziehen. Zudem stützte sie ihre diesbezüglichen Erwägungen erstaunlicherweise 

lediglich auf das chemisch-toxikologische Gutachten des Instituts für Rechts-

medizin der Universität Zürich vom 10. April 2012 (Urk. 13/5). Dass seitens der 

Anklagebehörde eigens zur Frage der Schuldfähigkeit ein Gutachten über die 

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Beschuldigte eingeholt wurde, dessen Schlussfolgerungen allseits unbestritten 

blieben, liess die Vorinstanz im Rahmen der konkreten Strafzumessung aus nicht 

nachvollziehbaren Gründen ausser Acht. Die Erkenntnisse des Gutachters 

wurden lediglich bei den vorinstanzlichen Ausführungen zum theoretischen Straf-

rahmen kurz erwähnt (Urk. 66 S. 19). Dieses Versäumnis der Vorderrichter ist an 

dieser Stelle nachzuholen. Die Beschuldigte wurde im Rahmen der Strafunter-

suchung einer psychiatrischen Begutachtung unterzogen, wobei der Gutachter, 

Dr. med. B._____, zum Schluss kam, die Einsichtsfähigkeit in die ihr zur Last ge-

legten Tathandlung sei bei der Beschuldigten im Tatzeitpunkt uneingeschränkt 

vorhanden gewesen. Demgegenüber sei ihre Steuerungsfähigkeit leicht bis mit-

telgradig eingeschränkt gewesen. Insgesamt sei davon auszugehen, dass bei der 

Beschuldigten im Tatzeitpunkt eine leicht- bist mittelgradig eingeschränkte 

Schuldfähigkeit vorgelegen habe, welche auf die gemeinsame Wirkung von 

Alkohol und Benzodiazepineinfluss sowie auf die Überdosis des Schilddrüsen-

hormons und auf die unspezifisch instabilisierende Wirkung nach einem Sturz auf 

den Kopf vor der Tathandlung zurückzuführen sei (Urk. 19/31 S. 43). 

4.1.3.1. Ist der Täter zur Zeit der Tat vermindert zurechnungsfähig (schuldfähig), 

so ist die Strafe gemäss dem Wortlaut des Gesetzes zu mildern (Art. 19 Abs. 2 

StGB). Nach der bisherigen Rechtsprechung ist dabei die aus den Tatkomponen-

ten resultierende Einsatzstrafe nach Massgabe der Verminderung der Schuld-

fähigkeit zu reduzieren. Die Täterkomponenten sind davon unabhängig zu bewer-

ten. Allerdings können einzelne Tatsachen, welche die Verminderung der Schuld-

fähigkeit begründen, unter Umständen auch für die Gewichtung bestimmter 

Täterkomponenten von Bedeutung sein. Der Verminderung der Schuldfähigkeit ist 

bei der Strafzumessung im vollen Ausmass der Verminderung Rechnung zu 

tragen. Das Bundesgericht hat mehrfach entschieden, dass dabei keine lineare 

Reduktion nach einem bestimmten Tarif vorzunehmen ist (BGE 129 IV 22 E. 6.2 

S. 35; BGE 123 IV 49 E. 2c S. 51; je mit Hinweis). Eine leichte, mittelgradige oder 

schwere Herabsetzung der Zurechnungsfähigkeit führe daher nicht zwingend zu 

einer rein mathematischen Reduktion der Strafe um 25, 50 oder 75 %. Indessen 

müsse ein bestimmtes Verhältnis zwischen der festgestellten Verminderung der 

Zurechnungsfähigkeit und den Folgen für die Strafe bestehen (BGE 129 IV 22 

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E. 6.2 S. 35). Diese Rechtsprechung wird in der Lehre teilweise so interpretiert, 

dass eine besondere Begründung erforderlich sei, sofern die verminderte Schuld-

fähigkeit nicht linear berücksichtigt werde. Auch das Bundesgericht hat in einzel-

nen Entscheiden die eigene Rechtsprechung relativiert und den Eindruck vermit-

telt, es müsse von der Regel einer linearen Reduktion ausgegangen werden (vgl. 

etwa Urteil des Bundesgerichts 6S.547/2006 vom 1. Februar 2007 E. 4.3). In BGE 

118 IV 1 wurde festgehalten, die Strafe sei entsprechend dem Grad der Vermin-

derung herabzusetzen. Bei einer verminderten Zurechnungsfähigkeit in mittlerem 

Grad sei die Strafe, die für die gleiche Tat eines voll Zurechnungsfähigen ausge-

sprochen würde, in mittlerem Ausmass zu reduzieren (a.a.O. E. 2 S. 5 mit 

Hinweisen). In einem solchen Fall dürfe die Strafe nicht lediglich um 40 % herab-

gesetzt werden (BGE 129 IV 22 E. 6.2 S. 36). In einem neuen Entscheid hat das 

Bundesgericht befunden, dass es bei einer schweren Verminderung der Schuld-

fähigkeit nicht gegen Bundesrecht verstosse, die aus den Tatkomponenten 

resultierende Einsatzstrafe um 75 % zu ermässigen. Eine Reduktion exakt in 

diesem Umfang sei aber bundesrechtlich nicht zwingend. Der Richter könne in 

Ausübung seines Ermessens die aus den Tatkomponenten resultierende Einsatz-

strafe auch um etwas weniger herabsetzen, soweit diese Reduktion noch im 

gewissen Rahmen dessen liege, was geboten ist, um einer schweren Verminde-

rung der Schuldfähigkeit im vollen Ausmass der Verminderung Rechnung 

zu tragen. Eine diesen Rahmen unterschreitende Reduktion der aus den Tat-

komponenten resultierenden Einsatzstrafe sei nur zulässig, wenn besondere Um-

stände dafür sprechen, die in der Urteilsbegründung darzulegen seien (BGE 136 

IV 55 E. 5.3. ff. m.w.H.).

4.1.3.2. Wie bereits dargetan geht der Gutachter mit stringenter und nachvollzieh-

barer Begründung bei der Beschuldigten im Tatzeitpunkt von einer leicht- bist mit-

telgradig eingeschränkten Schuldfähigkeit aus. Zugunsten der Beschuldigten  ist 

daher von einer mittelgradigen Herabsetzung der Zurechnungsfähigkeit auszu-

gehen, was entsprechend erheblich strafmindernd zu berücksichtigen ist. Insge-

samt kann das subjektive Tatverschulden unter diesen konkreten Umständen 

noch als leicht bezeichnet werden.

-   15   -

4.1.3.3. Unter Berücksichtigung der subjektiven Tatschwere, namentlich aufgrund 

der eventualvorsätzlichen Tatbegehung sowie der mittelgradig verminderten 

Zurechnungsfähigkeit, rechtfertigt es sich, die nach objektiven Gesichtspunkten 

festgesetzte Einsatzstrafe von 14 Jahren auf rund 8 Jahre zu reduzieren.

4.2. Verschuldensunabhängige Tatkomponente

4.2.1. Die Beschuldigte wurde durch die Vorinstanz wegen versuchter vor-

sätzlicher Tötung schuldig gesprochen. Art. 22 Abs. 1 StGB sieht vor, dass das 

Gericht die Strafe mildern kann, wenn der zur Vollendung der Tat gehörende 

Erfolg nicht eingetreten ist. Dass es vorliegend beim - immerhin vollendeten -

Versuch geblieben ist, ist zwar wie bereits dargetan in erster Linie dem raschen 

Eintreffen der Rettungskräfte und der optimalen medizinischen Versorgung zu 

verdanken. Dennoch rechtfertigt es sich, in Anwendung von Art. 22 Abs. 1 StGB 

eine Strafmilderung vorzunehmen. 

4.3. Täterkomponente

Zum Vorleben und den persönlichen Verhältnissen der Beschuldigten hat die Vor-

instanz das Nötige ausgeführt, darauf kann vollumfänglich verwiesen werden 

(Urk. 66 S. 22; Art. 82 Abs. 4 StPO). Im Rahmen des Berufungsverfahrens wurde 

neu vorgebracht, dass die Beschuldigte zusätzliche gesundheitliche Probleme 

habe. So könne sie den rechten Fuss nicht mehr richtig bewegen und ihre linke 

Hand sei aufgrund ihres Suizidversuchs steif. Sie nehme nach wie vor nur die 

ärztlich verschriebenen Medikamente zu sich und trinke auch keinen Alkohol 

mehr, wobei sie auch gar kein Bedürfnis mehr habe, Alkohol zu trinken. Die The-

rapie bei Frau Dr. med. C._____ besuche sie immer noch circa alle zwei Wochen. 

Zudem erwäge sie früher oder später den Übertritt ins Altersheim …. Es falle ihr, 

aufgrund der Versteifung ihrer Hand schwer, den Haushalt zu führen (Urk. 92 S. 1 

ff.). Den persönlichen Verhältnissen der Beschuldigten und ihrer 

Lebensgeschichte lassen sich keine strafzumessungsrelevanten Faktoren ent-

nehmen, vielmehr ist die Biographie der Beschuldigten hinsichtlich der Strafzu-

messung als neutral zu werten.

-   16   -

4.4. Vorstrafen

Die Beschuldigte ist im Schweizerischen Strafregister bislang nicht verzeichnet, 

was nach ständiger bundesgerichtlicher Rechtsprechung neutral zu werten ist 

(BGE 136 IV 1 E. 2.6 ff.).

4.5. Nachtatverhalten und Strafempfindlichkeit

4.5.1. Mit Bezug auf das Nachtatverhalten der Beschuldigten erwog die Vor-

instanz, es sei ihr strafmindernd zugute zu halten, dass sie von sich aus 

Rettungsmassnahmen ergriffen habe. Sie habe Schutz und Rettung angerufen 

und sich um den verletzten Geschädigten gekümmert. Zudem habe sie sich im 

Strafverfahren grundsätzlich kooperativ verhalten und - wenn auch unter der Last 

des Beweisergebnisses - den äusseren objektiven Sachverhalt (weitgehend) 

anerkannt. In der Hauptverhandlung habe sie zudem zu Protokoll gegeben, sie 

trinke zuhause gar keinen Alkohol mehr. Sie trinke höchstens mit dem Geschädig-

ten bei einem gemeinsamen Mittagessen ein Glas. Nach eigenen Angaben habe 

die Beschuldigte zwei bis drei Mal pro Woche Kontakt zum Geschädigten und 

wenn es die Witterung zulasse, gingen sie zusammen spazieren. Ihre Besuche 

würden dem Geschädigten sehr viel bedeuten. In ihrem Verhalten gegenüber 

dem Geschädigten komme Einsicht und Reue zum Ausdruck, was ebenfalls 

strafmindernd zu berücksichtigen sei (Urk. 66 S. 23). Diese Erwägungen sind 

vollständig und korrekt. Sie bedürfen keiner Ergänzung und können ohne Weite-

res übernommen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO). Insgesamt rechtfertigt es sich, der 

Beschuldigten unter dem Titel Nachtatverhalten eine merkliche Strafminderung 

zuzugestehen. 

4.5.2. Schliesslich ist die Wirkung der Strafe auf das Leben der Beschuldigten zu 

berücksichtigen. Mit dieser Formulierung (Art. 47 Abs. 1 StGB) wird letztlich die 

Strafempfindlichkeit angesprochen. Die Berücksichtigung der Strafempfindlichkeit 

kommt namentlich in Betracht, wenn der Täter aus medizinischen Gründen wie 

Krankheit, Alter oder Haftpsychose besonders empfindlich ist (Urteil des Bundes-

gerichts 6S.703/1995 vom 26. März 1996, E. c mit Hinweisen). Im Übrigen ist 

erhöhte Strafempfindlichkeit nur sehr zurückhaltend, bei Vorliegen aussergewöhn-

-   17   -

licher Umstände, anzunehmen (Urteile des Bundesgerichts 6B_1065/2010 vom 

31. März 2011 E. 1.10, 6B_415/2010 vom 1. September 2010 E. 5.8, 

6B_470/2009 vom 23. November 2009 E. 2.5 und 6B_626/2009 vom 3. Novem-

ber 2009 E. 2.2). Die Beschuldigte steht heute im 71. Altersjahr. Den durch die 

Verteidigung im Vorfeld des Berufungsverfahrens eingereichten Berichten 

(Urk. 89/1-3; Urk. 90) lässt sich entnehmen, dass die Befindlichkeit der Beschul-

digten namentlich durch Schmerzen und Funktionsbeeinträchtigungen in der 

linken Hand sowie im rechten Fuss beeinträchtigt wird. Zudem konstatiert die be-

handelnde Psychiaterin, Dr. med. C._____, eine zunehmende psychische 

Verschlechterung des Zustandes der Beschuldigten (Urk. 89/1 S. 1). Diese 

gesundheitlichen Beeinträchtigungen der Beschuldigten sind zweifelsohne belas-

tend und einschränkend. Allerdings stellen sie noch keine aussergewöhnlichen 

Umstände im Sinne der bundesgerichtlichen Rechtsprechung dar. Jedes Straf-

verfahren bringt neben dem Schuldspruch und der Sanktion zusätzliche 

Belastungen mit sich (Urteil des Bundesgerichts 6B_107/2011 vom 23. Mai 2011 

E. 3.3.2). Wenn der Gesetzgeber für schwere Delikte langjährige Freiheitsstrafen 

vorsieht, gibt er damit zu erkennen, dass es Strafen immanent ist, dass sie tief ins 

Leben von Bestraften eingreifen können und sollen. Diese Folge ist gewollt und 

kann nicht als Begründung für eine besondere Strafempfindlichkeit dienen 

(Wiprächtiger, BSK StGB I, Art. 47 N 117 ff.; Trechsel / Affolter-Eijsten, Art. 47 

N 33; Urteil des Bundesgerichts 6P.39/2004 vom 23. Juli 2004 E. 7.4). Somit lässt 

sich vorliegend keine besondere Strafempfindlichkeit aus persönlichen Gründen 

ableiten, welche bei der Strafzumessung zu berücksichtigen wäre.

4.6. Weitere für die Strafzumessung relevante Umstände sind nicht ersichtlich.

4.7. Fazit

Im Rahmen der Gesamtwürdigung ist von der vorgenannten Einsatzstrafe von 

8 Jahren Freiheitsstrafe auszugehen. Diese wiederum ist aufgrund des Versuchs 

sowie in Berücksichtigung des positiven Nachtatverhaltens merklich zu reduzie-

ren, weshalb sich letztlich die von der Vorinstanz ausgefällte Freiheitsstrafe 

von 5 Jahren durchaus als tat- und täterangemessen erweist. Sie ist daher zu 

bestätigen.

-   18   -

5. Vollzug

5.1. Der (teil)bedingte Vollzug der Freiheitsstrafe fällt bei der Höhe der auszu-

fällenden Sanktion ausser Betracht (Art. 42 Abs. 1 StGB und Art. 43 Abs. 1 

StGB). Die Strafe ist zu vollziehen. 

5.2. Selbstredend ist die von der Beschuldigten erstandene Untersuchungshaft 

vom 1. Oktober 2011 bis zum 17. Januar 2012 im vollen Umfange von 109 Tagen 

an den Vollzug der vorliegend ausgefällten Freiheitsstrafe anzurechnen (Art. 51 

StGB).

III. Massnahme

6. Aufschub gemäss Art. 63 Abs. 2 StGB 

6.1. Die Vorinstanz ordnete eine ambulante Massnahme gemäss Art. 63 Abs. 1  

StGB an. Diese - vom Gutachter empfohlene - Anordnung blieb im Berufungs-

verfahren allseits unangefochten, weshalb sich Weiterungen hierzu verbieten. 

Strittig ist damit lediglich die Frage, ob die Vorinstanz den Vollzug der Freiheits-

strafe zurecht für die Dauer der angeordneten ambulanten Massnahme aufge-

schoben hat, oder nicht.

6.2. Die Vorinstanz hielt zunächst fest, der Gutachter sei zum Schluss ge-

kommen, dass der Behandlung der Beschuldigten generell auch bei gleich-

zeitigem oder vorherigem Strafvollzug Rechnung getragen werden könne. Nach 

seiner Darstellung würde ein allfälliger gleichzeitiger Vollzug einer Haftstrafe den 

Erfolg der dargestellten deliktpräventiven Intervention nicht relevant beeinträchti-

gen. Das Gericht schätzte die Auswirkungen eines sofortigen Strafvollzugs auf die 

Resozialisierungschancen der Beschuldigten jedoch weniger optimistisch ein als 

der Gutachter. Die bald 70-jährige Beschuldigte habe nach Verbüssung der 

Freiheitsstrafe in Anbetracht ihres Alters mit einer Lebenserwartung von nur noch 

wenigen Jahren zu rechnen. Da zudem während eines Gefängnisaufenthalts 

erfahrungsgemäss der Bekannten- und Freundeskreis weitgehend verloren gehe, 

sei zu bedenken, dass sich die Beschuldigte nach dem Vollzug als betagte Frau 

ein neues soziales Umfeld aufbauen müsste. Ob ihr eine Wiedereingliederung in 

-   19   -

die Gesellschaft gelingen würde, sei höchst ungewiss. Es sei daher zu bezwei-

feln, dass die heute vorhandene Motivation für eine Therapie im Strafvollzug 

angesichts dieser Perspektive anhalten würde. Die Beschuldigte habe glaubhaft 

versichert, dass sie die Motivation für eine längerdauernde ambulante Massnah-

me aufbringen werde und bereit sei, konstruktiv mitzuarbeiten. Vorliegend 

bestehe zudem auch mit Blick auf ein allfälliges Sühnebedürfnis des Opfers keine 

Notwendigkeit eines sofortigen Strafvollzugs. Schliesslich erwog die Vorinstanz, 

nachdem die Beschuldigte nicht mehr mit dem Geschädigten zusammen wohne, 

gehe von ihr gemäss den gutachterlichen Einschätzungen eine lediglich moderate 

Rückfallgefahr aus. Bei erfolgreichem Therapieverlaufe könne gar von einer 

gering-moderaten Rückfallgefahr gesprochen werden. Damit spreche auch unter 

dem Aspekt der Prävention nichts gegen den Aufschub des Strafvollzugs (Urk. 66 

S. 27 f.).

6.3. Die Anklagebehörde rügte in diesem Zusammenhang, die Vorinstanz habe 

den Vollzug der Freiheitsstrafe fälschlicherweise zugunsten der ambulanten 

Massnahme aufgeschoben. Sie habe sich in unzulässiger Weise über das 

psychiatrische Gutachten hinweg gesetzt und im Übrigen auch das sogenannte 

Untermassverbot nicht nur tangiert, sondern explizit verletzt. Dies sei zu korrigie-

ren (Urk. 73 S. 2; Urk. 92 S. 5 f.).

6.4. Die Verteidigung führte hierzu im Rahmen der Berufungsverhandlung aus, 

dass es sich bei der Frage, ob die Massnahme ambulant oder vollzugsbegleitend 

vollzogen werden solle, nicht um eine ärztliche Frage handle, sondern dass die 

Frage in den Ermessensbereich des Gerichts falle. Der Gutachter, welcher die 

Frage beantwortet habe, habe im Übrigen die Entwicklung seit der Abfassung des 

Gutachtens vor über zwei Jahren nicht berücksichtigt. Die Anrufung des Unter-

massverbots durch die Staatsanwaltschaft gehe fehl, da es sich dabei um einen 

Begriff aus dem Jugendstrafrecht handle und da das Bundesgericht einen Straf-

aufschub bei einer Freiheitsstrafe von bis zu sechs Jahren als zulässig bezeichne 

(Urk. 93 S. 5 f.).

6.5. Nach konstanter Rechtsprechung des Bundesgerichts ist der Strafaufschub 

anzuordnen, wenn eine tatsächliche Aussicht auf erfolgreiche Behandlung durch 

-   20   -

den sofortigen Vollzug der ausgefällten Freiheitsstrafe erheblich beeinträchtigt 

würde. Die Therapie geht vor, falls eine sofortige Behandlung gute Resozialisie-

rungschancen bietet, welche der Strafvollzug klarerweise verhindern oder ver-

mindern würde. Dabei sind einerseits die Auswirkungen des Strafvollzugs, die 

Erfolgsaussichten der ambulanten Behandlung und die bisherigen Therapiebe-

mühungen zu berücksichtigen, andererseits aber auch das kriminalpolitische Er-

fordernis, Straftaten schuldangemessen zu ahnden bzw. rechtskräftige Strafen 

grundsätzlich zu vollziehen. Wo ein Therapieerfolg wahrscheinlich ist, sollte nach 

der Praxis des Bundesgerichts - tendenziell - zunächst ärztlich behandelt werden. 

Ein Aufschub rechtfertigt sich aber nur, wenn die ambulante Therapie (ausserhalb 

des Strafvollzugs) im konkreten Einzelfall aktuelle und günstige Bewährungs-

aussichten eröffnet, die durch den Strafvollzug zunichte gemacht oder erheblich 

vermindert würden. Unter dem Gesichtspunkt des Gleichheitsgebotes muss der 

Behandlungsbedarf um so ausgeprägter sein, je länger die zugunsten der 

ambulanten Therapie aufzuschiebende Freiheitsstrafe ist. Die ambulante Mass-

nahme darf im Übrigen nicht dazu missbraucht werden, den Vollzug der Strafe zu 

umgehen oder auf unbestimmte Zeit hinauszuschieben. Ein Aufschub muss sich 

aus Gründen der Heilbehandlung hinreichend rechtfertigen (Urteil des Bundes-

gerichts 6B_720/2008 vom 26. Dezember 2008 E. 3.2, m.w.H.).

6.6. Die Erwägungen der Vorinstanz zum Aufschub der Freiheitsstrafe über-

zeugen nicht. Dem psychiatrischen Gutachten von Dr. med. B._____ lassen sich 

keinerlei Anhaltspunkte dafür entnehmen, dass sich aus Gründen der Heilbehand-

lung ein Aufschub der Freiheitsstrafe rechtfertigen liesse. Vielmehr hält der Gut-

achter in anschaulicher und nachvollziehbarer Art und Weise fest, dass der Be-

handlung der Beschuldigten generell auch bei gleichzeitigem oder vor-herigem 

Strafvollzug Rechnung getragen werden könne. Ein allfälliger gleich-zeitiger Voll-

zug einer Haftstrafe würde nach Ansicht des Gutachters den Erfolg der von ihm 

empfohlenen deliktpräventiven Intervention nicht relevant beein-trächtigen. Zu-

dem könne auch eine gegen den Willen der Beschuldigten angeordnete Behand-

lung als erfolgversprechend angesehen werden (Urk. 19/31 S. 42 ff.). Entgegen 

der Verteidigung (Urk. 93 S. 5) handelt es sich bei dieser Frage durchaus um eine 

solche, welche in die Kernkompetenz des Gutachters fällt und nicht völlig losge-

-   21   -

löst vom Gutachten durch das Gericht beantwortet werden kann. Nach Auffas-

sung des Bundesgerichts geht eine Therapie dem Vollzug vor, wenn eine unmit-

telbare Behandlung gute Resozialisierungschancen bietet, welche der Strafvoll-

zug klarerweise verhindern oder vermindern würde. Gerade dafür gibt es jedoch 

im vorliegenden Fall keine Anhaltspunkte. Was die Vorinstanz in diesem Zusam-

menhang erwägt, bezieht sich denn auch nicht auf den Erfolg oder Misserfolg der 

angeordneten Therapie. Vielmehr führt sie Argumente ins Feld, welche als direkte 

Folge des Strafvollzuges bei jedem (namentlich auch älteren) 

Delinquenten eintreten, ganz unabhängig davon, ob er sich einer Therapie unter-

ziehen muss, oder nicht. Dass beispielsweise ein längerer Gefängnisaufenthalt

erfahrungsgemäss zur Folge hat, dass der Bekannten- und Freundeskreis weit-

gehend verloren geht, steht ebenso wenig im Zusammenhang mit der angeordne-

ten ambulanten Massnahme, wie der Umstand, dass sich die Beschuldigte nach 

dem Vollzug als betagte Frau ein neues soziales Umfeld wird aufbauen müssen. 

Wohl sind diese Perspektiven ganz ohne Zweifel betrüblich, letztlich aber stellen 

sie nichts anderes als die konsequente Folge ihres deliktischen Verhaltens dar. 

Immerhin darf in diesem Zusammenhang noch einmal in Erinnerung gerufen 

werden, dass die Beschuldigte wegen einer versuchten Tötung an ihrem 

Ehemann zu einer Freiheitsstrafe von 5 Jahren verurteilt wird. Allein schon aus 

Gründen der Gleichbehandlung ist nicht einzusehen, weshalb die Beschuldigte 

hier, ohne entsprechende medizinische Indikation, von einer Privilegierung 

profitieren sollte, welche jedem anderen nicht therapiebedürftigen Delinquenten in 

der selben Situation nicht zuteil werden würde. Sofern die Verteidigung zudem ins 

Feld führt, dass die Entwicklung seit der Abfassung des Gutachtens nicht berück-

sichtigt worden sei (Urk. 93 S. 5 f.), ist sie darauf hinzuweisen, dass aus der 

heutigen Perspektive aufgrund der Aussagen der Beschuldigten, nach welchen 

sowohl die Alkoholabhängigkeit als auch der Abusus von Medikamenten über-

wunden erscheint (Urk. 92 S. 2 ff.), bereits die Indikation für eine Massnahme 

nicht mehr bejaht werden könnte. Die Rüge der Anklagebehörde ist begründet. 

Nach dem Gesagten ist die Freiheitsstrafe nicht zugunsten der durch die 

Vorinstanz bereits rechtskräftig angeordneten ambulanten Massnahme im Sinne 

-   22   -

von Art. 63 StGB aufzuschieben. Die ambulante Behandlung hat demgemäss 

vollzugsbegleitend zu erfolgen. 

IV. Kosten- und Entschädigung

7. Entschädigung der amtlichen Verteidigung

7.1. Die amtliche Verteidigerin reichte vor Vorinstanz ihre Honorarnote für das 

Untersuchungs- und das erstinstanzliche Verfahren ein und beantragte gestützt 

darauf eine Entschädigung in der Höhe von Fr. 26'253.40 (Urk. 59).

7.2. Die Vorinstanz erachtete dagegen eine Entschädigung in der Höhe von 

Fr. 18'690.20 zuzüglich 8 % Mehrwertsteuer als angemessen. Zur Begründung 

führte sie aus, Die amtliche Verteidigerin mache für das Gerichtsverfahren Auf-

wendungen in der Höhe von Fr. 9'038.50 geltend. Zu berücksichtigen sei, dass 

vorliegend weder mit Bezug auf den Sachverhalt noch auf die rechtliche Würdi-

gung ein besonders schwieriger Fall vorliege. Insbesondere mit Bezug auf die 

rechtliche Würdigung hätten sich, angesichts der klaren Praxis der Bundes-

gerichts, keine komplexen Fragen gestellt. Unter diesen Gesichtspunkten stelle 

sich die Frage, ob der umfangreiche von der Verteidigung betriebene Aufwand 

noch als notwendig bezeichnet werden könne. Zudem sei von einem Zuschlag für 

die gestellten Beweisanträge abzusehen, weil sich diese zum Vornherein als nicht 

zweckdienlich erwiesen hätten. Insgesamt sei eine Entschädigung für das 

Gerichtsverfahren von pauschal Fr. 4'000.– den Umständen angemessen. Die 

geltend gemachten Auslagen für das Vorverfahren von insgesamt Fr. 14'480.--

reduzierte die Vorinstanz um Fr. 480.--. Zur Begründung führte sie an, die Vertei-

digung mache für Telefonate mit der Beiständin des Geschädigten und entspre-

chende Gesprächsnotizen, E-Mails und Briefe insgesamt einen Aufwand von rund 

4 Stunden respektive Fr. 788.-- geltend. Dies sei unangemessen hoch, weshalb 

sie unter diesem Titel letztlich lediglich Fr. 308.-- entschädigte. Insgesamt ent-

schädigte die Vorinstanz die Verteidigerin nach dem Gesagten für das Vor-

verfahren mit einem Betrag von Fr. 14'000.--, was total zu einer Entschädigung 

von Fr. 18'690.-- zuzüglich 8 % Mehrwertsteuer führte (Urk. 66 S. 29 ff.).

-   23   -

7.3. In ihrer Beschwerdebegründung vom 10. Februar 2014 brachte die 

Verteidigerin was folgt vor (Urk. 81/1):

7.3.1. Zum Vorverfahren führte die Verteidigerin aus, es erscheine als kleinlich, 

wenn das Gericht die Aufwendungen für die Kontaktnahmen der Verteidigerin mit 

der Beiständin des Geschädigten um mehr als die Hälfte herabsetze und sich 

ohne nähere Begründung darauf versteife, der effektiv in Rechnung gestellt Auf-

wand sei überrissen und nicht nachvollziehbar.

7.3.2. Es gelte weiter darauf hinzuweisen, dass sich die Beschuldigte wegen den 

ihr vom Psychiater zugebilligten Erinnerungslücken (zufolge Alkohol und Medika-

menten) nicht an den eigentlichen Tathergang habe erinnern können und deshalb 

lange Zeit eine Täterschaft in Abrede gestellt habe. Sie habe sich damit schwer 

getan, dass sie aufgrund der Untersuchungsergebnisse zwangsläufig als Verur-

sacherin der ihrem Mann zugefügten Verletzungen in Frage gekommen sei und 

sie habe erst in der Schlusseinvernahme diesen Vorwurf akzeptiert. Die Staats-

anwaltschaft habe nicht eine einzige Frage zu möglichen Motiven und zu den 

Absichten gestellt und somit den subjektiven Tatbestand nicht abgeklärt, sondern 

die Tötungsabsicht bei der Beschuldigten einfach als gegeben angenommen. Die 

Verteidigung habe sich deshalb zu den möglichen Absichten der Beschuldigten 

geäussert, zumal diese explizit die Tötungsabsicht bestritten habe. Dass dabei 

auch die Absicht einer Körperverletzung ins Auge gefasst worden sei, sei nahe-

liegend. Allerdings seien nicht - wie das Bezirksgericht Pfäffikon vereinfachend zu 

argumentieren beliebe - "Ausführungen ... zur einfachen Körperverletzung ... " 

gemacht, sondern der Antrag der Verteidigung begründet, wonach die Beschul-

digte wegen einfacher Körperverletzung und fahrlässiger schwerer Körper-

verletzung schuldig zu sprechen sei. Dass diese Ausführungen nicht mehr als 

zwei Seiten umfasst hätten, könne ernsthaft nicht als unnötiger Aufwand bezeich-

net werden, sei es doch darum gegangen, in einem Verfahren wegen eines 

Tötungsdeliktes (der Staatsanwalt habe anlässlich der Hauptverhandlung eine 

Strafe von 9 Jahren beantragt!) Alternativmöglichkeiten zur Anklage aufzuzeigen.

7.3.3. Was die Erwägungen der Vorinstanz zu den angeblich nicht zweck-

dienlichen Beweiseingaben der Verteidigung betreffe, gelte es zunächst zu 

-   24   -

vermerken, dass es in der Natur der Sache liege, dass Verteidigung und Gericht 

aufgrund ihrer unterschiedlichen Funktionen eine andere Sicht der Dinge ein-

nehmen und gegenteilig über die Notwendigkeit von Beweisabklärungen urteilen 

würden. Deshalb einen Beweisantrag "zum Vorneherein" als nicht zweckdienlich, 

sprich unnötig, abzuqualifizieren sei nicht angängig. Dies umso mehr als es sich 

vorliegend auf der subjektiven Seite um ein bestritten Tötungsdeliktes handle und 

sich der direkt betroffene Geschädigte aus gesundheitlichen Gründen nur sehr

 lückenhaft und widersprüchlich zum Tathergang geäussert habe. Hinzu komme, 

dass sich der Geschädigte während der U-Haft der Beschuldigten in der D._____-

Klinik in … offensichtlich selber mit einem Tranchiermesser verletzt habe. Die 

Staatsanwaltschaft habe diesen Vorfall partout nicht abklären wollen und auch 

das Obergericht habe diesen Antrag beschwerdeweise abgewiesen. Dies mit der 

Begründung, man könne falls erforderlich die in der Klinik über diesen Vorfall be-

stehenden Akten beiziehen. Da nach den Abklärungen der Verteidigung in der 

D._____-Klinik in … keine Akten über diesen Vorfall angelegt worden seien, sei 

es nahe gelegen, den Antrag wonach der Geschädigte vom Gericht auch zu die-

sem Vorfall zu befragen sei, erneut einzubringen. Es scheine, dass das Bezirks-

gericht Pfäffikon keine Lust gehabt habe, um sich anlässlich der Hauptverhand-

lung noch mit einem gesundheitlich angeschlagenen Zeugen befassen zu müs-

sen. Statt dessen habe die Vorinstanz lieber kurzen Prozess gemacht, dafür aber 

die Verteidigung wegen ihrer Beweiseingabe gerüffelt und finanziell abgestraft.

7.3.4. Schliesslich habe die Vorinstanz bei der Bemessung der pauschalen Abgel-

tung ausser Acht gelassen, dass die Beschuldigte gesundheitlich angeschlagen 

gewesen sei. Sie habe einen Suizidversuch unternommen und sei sowohl in 

Spitalbehandlung als auch in einer Reha-Station gewesen. Die Verteidigerin habe 

die Beschuldigte zweimal im Spital besucht, was wohl kaum als unnötiger Auf-

wand bezeichnet werden könne. Nach dem Gesagten sei es für einen unbe-

fangenen Beobachter schwer nachvollziehbar, wenn das Bezirksgericht 

Pfäffikon den vorliegenden Fall als absoluten Standardfall betrachte, und dabei 

die tatsächlichen, rechtlichen (und menschlichen!) Schwierigkeiten ausser Acht 

lasse.

-   25   -

7.4. Die Vorinstanz hat sich auf rund drei Seiten des Entscheides mit den für 

die Entschädigung massgeblichen Grundlagen - namentlich der Verordnung über 

die Anwaltsgebühren (AnwGebV) vom 8. September 2010 - und der konkreten 

Anwendung auf die durch die Verteidigung geltend gemachten Entschädigung 

auseinandergesetzt. Auf die zutreffenden und korrekten theoretischen Erwägun-

gen im angefochtenen Entscheid kann vorab vollumfänglich verwiesen werden 

(Urk. 66 S. 30 Ziff. 2 und 3; Art. 82 Abs. 4 StPO). 

7.4.1. Soweit die Verteidigerin Argumente vorbringt, welche den Zeitraum vor 

Anklageerhebung betreffen, ist sie darauf hinzuweisen, dass die Vorinstanz für 

diese Auslagen des sogenannten Vorverfahrens - mit Ausnahme der Auslagen für 

die Gespräche mit der Beiständin des Geschädigten - kein Kürzungen vorge-

nommen hat. Auf die betreffenden Vorbringen ist daher mangels Rechtsschutzin-

teresse nicht weiter einzugehen. 

7.4.2. Festzuhalten ist weiter, dass die von der Verteidigung geltend gemachten 

Barauslagen in der Höhe von Fr. 690.20 durch die Vorinstanz vollumfänglich 

entschädigt wurden. Weiterungen hierzu erübrigen sich. 

7.4.3. Die Vorinstanz erwog, es sei wohl zu vertreten, dass Kontakte und Gesprä-

che mit dem Ehemann der Beschuldigten, mithin dem Geschädigten respektive 

seiner Beiständin, geführt worden seien. Der dafür geltend gemachte Aufwand in 

der Höhe von Fr. 788.-- sei indes nicht nachvollziehbar und übersteige das 

Notwendige. Die Verteidigung bringt in diesem Zusammenhang vor, sie habe

Telefonate geführt und entsprechende Gesprächsnotizen sowie E-Mails und 

Briefe an die Beiständen des Geschädigten verfasst. Den geltend gemachten 

Aufwand dokumentierte sie in ihrer Honorarnote detailliert (vgl. Urk. 59, Positio-

nen vom 14./18.10.2011, 16./29./30.11.2011, 13./21./31.12.2011, 19.1.2012, 

26.3.2012, 27.6.2012, 5./20.7.2012 und 17.8.2012). Der Entscheid darüber, 

was im konkreten Fall als notwendig erscheint und was nicht, ist letztlich ein 

Ermessensentscheid des erkennenden Gerichtes. Die Vorinstanz stellt nicht in 

Abrede, dass angesichts der vorliegend zu beurteilenden Konstellation Abklärun-

gen und Gespräche mit dem Geschädigten respektive seiner Beiständin grund-

sätzlich notwendig und sinnvoll waren. Diese Auffassung kann ohne Weiteres 

-   26   -

geteilt werden. Nicht übernommen werden kann hingegen die Auffassung der 

Vorderrichter, wonach ein diesbezüglicher Aufwand von rund 3 ½ Stunden nicht 

nachvollziehbar sei und das Notwendige übersteige. Zieht man in Betracht, dass 

eben nicht bloss Telefongespräche geführt (welche im Übrigen auch vorbereitet 

werden mussten), sondern auch entsprechende Notizen etc. verfasst wurden, so 

erscheint der geltend gemachte Aufwand durchaus vertretbar und ist daher nicht 

zu beanstanden. 

7.4.4. Die von der Verteidigung im Wesentlichen beanstandete Kürzung im 

Umfang von rund Fr. 5'000.-- nahm die Vorinstanz im Zusammenhang mit den 

geltend gemachten Auslagen für das gerichtliche Verfahren vor. Unter diesem 

Titel beanspruchte die Verteidigerin eine Entschädigung von Fr. 9'038.50. 

7.4.4.1. Wie die Vorinstanz zutreffend erwog, ist die Gebühr für das Gerichts-

verfahren pauschal festzusetzen, wobei der vorgegebene Rahmen Fr. 1'000.-- bis 

Fr. 28'000.-- beträgt. Grundlage für die Bemessung der (Grund-)Gebühr bildet die 

Bedeutung und die Schwierigkeit des Falls, die Verantwortung der amtlichen 

Verteidigung und der notwendige Zeitaufwand (§ 2 Abs. 1 AnwGebV). Der 

Vorinstanz ist weiter darin zuzustimmen, dass der vorliegend zu beurteilende 

Sachverhalt weder in tatsächlicher, noch in rechtlicher Hinsicht besondere 

Schwierigkeiten aufweist. Der Tatvorwurf der versuchten Tötung wiegt jedoch 

schwer und die drohenden strafrechtlichen Konsequenzen sind von erheblicher 

Tragweite. Entsprechend schwer wiegt die Verantwortung der amtlichen Verteidi-

gung. Ebenfalls zu erwähnen ist in diesem Zusammenhang - und insofern kann 

der Verteidigung zugestimmt werden - dass die persönlichen Verhältnisse der 

Beschuldigten, namentlich ihre psychische und physische Verfassung und ihre 

Hospitalisierung während des laufenden Verfahrens in gewisser Hinsicht eine 

zusätzliche Herausforderung für die Verteidigung darstellte, welcher sie im 

Rahmen einer pflichtgemässen und sorgfältigen Mandatsführung Rechnung 

tragen musste. Insofern erweist sich der vorliegende Fall nicht mehr als ganz ein-

fach, weshalb die durch die Vorinstanz festgesetzte Gebühr von Fr. 4'000.-- zu 

tief angesetzt ist. Angesichts der konkreten Umstände rechtfertigt es sich viel-

-   27   -

mehr, die Verteidigung für die Führung des Strafprozesses mit einer Grundgebühr 

von Fr. 6'000.-- zu entschädigen. 

7.4.4.2. Ob die von der Verteidigung erstmals mit Eingabe vom 26. November 

2012 gestellten Beweisanträge (Zeugeneinvernahme von E._____ und seiner 

Betreuungsperson in der D._____klinik …; Urk. 28) letztlich zielführend waren, 

kann indes mit Fug bezweifelt werden. Im Zeitpunkt, als die Verteidigung erstmals 

den obgenannten Beweisantrag stellte, hatte die Beschuldigte den äusseren An-

klagesachverhalt im Grundsatz anerkannt. Zudem  konnte schon damals dem 

Gutachten des IRM entnommen werden, dass die Stichverletzungen eher nicht für 

eine Selbstbeibringung sprechen würden (Urk. 12/9). Schliesslich lag das Proto-

koll des Telefongesprächs von Schutz und Rettung vor. Daraus ging hervor, dass 

die Beschuldigte im unmittelbaren Anschluss an die Tatbegehung gegenüber 

Schutz und Rettung ausführte, sie habe ihren Mann mit dem Messer verletzt, weil 

sie von diesem provoziert worden sei (Urk. 10/3 S. 2). Aufgrund der gesamten Ak-

tenlage bestanden keinerlei ernstzunehmende Hinweise darauf, dass sich der 

Geschädigte selbst die drei Stichverletzungen zugefügt haben könnte. Wenn die 

Vorinstanz vor diesem Hintergrund erwägt, die Beweisanträge hätten sich zum 

Vornherein als nicht zweckdienlich erwiesen, kann dies letztlich nicht beanstandet 

werden. Entsprechend ist mit der Vorinstanz von der Zusprechung eines Zuschla-

ges unter diesem Titel abzusehen. 

7.4.5. Somit ergibt sich folgende Entschädigung für die amtliche Verteidigerin:

Zeitaufwand Vorverfahren Fr. 14'480.00
Gebühr Gerichtsverfahren Fr.   6'000.00
Barauslagen Fr.      690.20
Total Fr.  21'170.00

Die amtliche Verteidigerin ist somit mit Fr. 21'170.-- zuzüglich 8 % Mehrwert-

steuer, abzüglich der gemäss Zirkular-Beschluss des Bezirksgerichts Pfäffikon 

vom 19. März 2013 bereits ausbezahlten Akonto-Zahlung von Fr. 10'800.00, zu 

entschädigen.

-   28   -

8. Kosten der Berufungsinstanz

8.1. Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist auf Fr. 2'100.-- festzu-

setzen.

8.2. Die Kosten im Rechtsmittelverfahren tragen die Parteien nach Massgabe 

ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Hinsichtlich der 

Anträge betreffend die Höhe des Strafmasses (die Anklagebehörde beantragt 

7 ½ Jahre Freiheitsstrafe und die Beschuldigte beantragt 4 ½ Jahre) unterliegen 

beide Seiten vollumfänglich. Während die Beschuldigte hinsichtlich der Mass-

nahme Bestätigung des angefochtenen Entscheides verlangte, beantragte die 

Anklagebehörde die angeordnete Massnahme vollzugsbegleitend durchzuführen. 

In Bezug auf diesen Antrag obsiegt die Anklagebehörde. Es rechtfertig sich daher 

insgesamt, die Kosten des Berufungsverfahrens zu 2/3 der Beschuldigten aufzu-

erlegen und zu 1/3 auf die Gerichtskasse zu nehmen. 

8.3. Betreffend die Höhe der Entschädigung für ihre Bemühungen als amtliche 

Verteidigerin im Vorverfahren sowie im erstinstanzlichen Verfahren obsiegt bzw. 

unterliegt Rechtsanwältin lic. iur. X._____ je zur Hälfte. Damit rechtfertigt es sich,

die diesbezüglich zu erhebenden Kosten mit der ihr im Rahmen der Berufung –

für den Fall eines vollständigen Obsiegens – auf Fr. 548.95 zu beziffernden Ent-

schädigung bzw. mit dem diesbezüglich hälftigen Anteil (Urk. 91/3) wettzu-

schlagen.

8.4. Die Kosten der amtlichen Verteidigung in der Höhe von Fr. 3'826.05.-- sind 

einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen, wobei die Rückzahlungspflicht im 

Sinne von Art. 135 Abs. 4 StPO für die 2/3 dieser Kosten vorbehalten bleibt. 

Es wird beschlossen:

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Pfäffikon, 

1. Abteilung, vom 25. November 2013 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist: 

-   29   -

"Es wird erkannt:

1. Die Beschuldigte ist schuldig der versuchten vorsätzlichen Tötung im Sinne von 

Art. 111 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB.

2.-3. (…)

4. Es wird eine ambulante Behandlung der Beschuldigten im Sinne von Art. 63 StGB 

(Suchtbehandlung bezüglich Alkohol- und Medikamentenabhängigkeit) angeordnet.

5. (…)

6. Das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 

18. September 2012 beschlagnahmte Küchenmesser „Victorinox“ mit schwarzem 

Kunststoffgriff (A…) wird eingezogen und der Kantonspolizei Zürich zur gutschei-

nenden Verwendung überlassen.

7. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:

Fr. 4'000.– ; die weiteren Kosten betragen:

Fr. 14'991.30   Auslagen Vorverfahren;

Fr. 923.40   Kosten Kantonspolizei;

Fr. 3'000.–   Gebühr für die Strafuntersuchung;

Fr. (…)
  Kosten der amtlichen Verteidigung (inkl. Barauslagen), 
  zuzüglich 8 % MWST;

Fr. -10'800.–
  mit Zirkular-Beschluss vom 19. März 2013 bereits 
  ausbezahlte Akonto-Zahlung.

Allfällig weitere Auslagen bleiben vorbehalten; über diese wird die Gerichtskasse 

Rechnung stellen.

8. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden der Be-

schuldigten auferlegt, aber abgeschrieben. Die Kosten der amtlichen Verteidigung 

werden auf die Gerichtskasse genommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung 

gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO.

9.-10. (…)"

2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil. 

-   30   -

Es wird erkannt:

1. Die Beschuldigte wird bestraft mit 5 Jahren Freiheitsstrafe, wovon 109 Tage 

durch Haft erstanden sind.

2. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird nicht aufgeschoben. Die ambulante 

Behandlung erfolgt vollzugsbegleitend.

3. Die Entschädigung der amtlichen Verteidigung für das Vorverfahren und das 

erstinstanzliche Verfahren wird auf Fr. 22'863.60 (inkl. MwSt.) festgesetzt. 

Es wird vorgemerkt, dass bereits eine Akontozahlung von Fr. 10'800.--

erfolgt ist.

4. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:

Fr. 2'100.-- ; die weiteren Kosten betragen:

Fr. 3'826.05   amtliche Verteidigung

5. Die Kosten des Berufungsverfahrens mit Ausnahme der Kosten der 

amtlichen Verteidigung werden zu 2/3 der Beschuldigten auferlegt und zu 

1/3 auf die Gerichtskasse genommen. Die Kosten der amtlichen Verteidi-

gung werden einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. Die 

Rückzahlungspflicht der Beschuldigten für 2/3 dieser Kosten bleibt 

gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO vorbehalten.

6. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an

 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden
der Beschuldigten (übergeben)

 die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich (übergeben)

sowie in vollständiger Ausfertigung an

 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden
der Beschuldigten

 die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich 

-   31   -

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung all-

fälliger Rechtsmittel an

 die Vorinstanz

 den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 
Vollzugsdienste

 die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A 

 die KOST Zürich mit dem Formular "Löschung des DNA-Profils und 
Vernichtung des ED-Materials" zwecks Bestimmung der Vernichtungs-
und Löschungsdaten

 die Kantonspolizei Zürich, RWU-KTD

 die Kasse des Bezirksgerichts Pfäffikon

7. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-

sachen erhoben werden.

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 

begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes-

gerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen.

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes.

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer

Zürich, 7. Juli 2014

Der Präsident:

Dr. F. Bollinger

Der Gerichtsschreiber:

lic. iur. P. Rietmann