# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1e7a1962-754d-52a8-b855-dff7bff35227
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-08-22
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 22.08.2011 D-4514/2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-4514-2011_2011-08-22.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

Abteilung IV
D­4514/2011

U r t e i l   v om   2 2 .   Augus t   2 0 1 1

Besetzung Einzelrichter Robert Galliker,
mit Zustimmung von Richter Thomas Wespi;  
Gerichtsschreiberin Daniela Brüschweiler.

Parteien A._______, geboren (…),
dessen Ehefrau
B._______, geboren (…),
sowie die Kinder
C._______, geboren (…),
D._______, geboren (…),
Afghanistan, 
(…),  
Beschwerdeführende, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin­
Verfahren); 
Verfügung des BFM vom 9. August 2011 / N (…).

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Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,

dass  die  Beschwerdeführenden  eigenen  Angaben  zufolge  ihren  letzten 
Wohnort im Iran ungefähr im August 2010 verliessen und über die Türkei, 
Griechenland und Italien am 12. April 2011 in die Schweiz gelangten, wo 
sie gleichentags um Asyl nachsuchten,

dass  das  BFM  aufgrund  einer  Abfrage  der  EURODAC­Datenbank 
feststellte, dass die Beschwerdeführenden am 9. April 2011 in E._______ 
durch die italienischen Behörden daktyloskopisch erfasst wurden,

dass  für  die  Aussagen  der  Beschwerdeführenden  zur 
Verfolgungssituation im Heimatland auf die Akten verwiesen wird,

dass  den  Beschwerdeführenden  im  Rahmen  ihrer  Befragungen  zur 
Person  und  zu  den Asylgründen  vom 18. April  2011  im Empfangs­  und 
Verfahrenszentrum  (EVZ)  F._______  das  rechtliche  Gehör  zum 
EURODAC­Ergebnis  sowie  zu  einer  allfälligen  Wegweisung  nach 
Griechenland oder Italien gewährt wurde,

dass  die Beschwerdeführerin  angab,  sie  seien  in Griechenland  von  der 
Polizei  aufgegriffen  und  in  ein  Camp  gebracht  worden,  wo  ihre  Finger­
abdrücke erfasst worden seien,

dass  sie  nach  einem  mehrmonatigen  Aufenthalt  in  Athen  nach  Italien 
weitergereist  und  sie  in  einem Wald  erneut  von  der Polizei  aufgegriffen 
worden seien,

dass  man  sie  zunächst  an  einen  Ort  gebracht  habe,  wo  bei  ihr  eine 
Gesundheitskontrolle  durchgeführt  worden  sei,  nachher  seien  sie  auf 
einen Polizeiposten zur Abnahme der Fingerabdrücke und hernach in ein 
Camp verbracht worden,

dass sie von Anfang an nicht in Italien hätten bleiben wollen, sondern die 
Weiterreise in die Schweiz geplant gewesen sei,

dass sie eine Zuständigkeit Griechenlands zur Prüfung des Asylgesuchs 
ablehne,  da  einem  dort  nicht  geholfen  werde,  sie  während  ihres 
sechsmonatigen Aufenthaltes gelitten hätten und die Leute dort nicht so 
anständig seien,

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dass  sie  auch  nicht  nach  Italien  zurückkehren,  sondern  in  der  Schweiz 
bleiben wolle, da die italienische Polizei nicht so freundlich sei und sie so 
viel dafür riskiert hätten, um mit ihren Töchtern hierher zu kommen,

dass  der  Beschwerdeführer  im  Wesentlichen  damit  übereinstimmende 
Angaben zu Protokoll gab,

dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  9. August  2011  in  Anwendung  von 
Art. 34  Abs. 2  Bst. d  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998  (AsylG, 
SR 142.31) auf die Asylgesuche nicht eintrat und die Wegweisung nach 
Italien anordnete,

dass  das Bundesamt  die Beschwerdeführenden  gleichzeitig  aufforderte, 
die  Schweiz  spätestens  am  Tag  nach  Ablauf  der  Beschwerdefrist  zu 
verlassen,  den  Kanton  G._______  mit  dem  Vollzug  der 
Wegweisungsverfügung  beauftragte,  festhielt,  eine  Beschwerde  gegen 
diese  Verfügung  habe  keine  aufschiebende  Wirkung,  und  ihnen  die 
editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis aushändigte,

dass  das  BFM  zur  Begründung  im  Wesentlichen  anführte,  die 
Beschwerdeführenden hätten am 9. April  2011  in  Italien ein Asylgesuch 
gestellt, 

dass  gestützt  auf  das  Abkommen  vom  26. Oktober  2004  zwischen  der 
Schweizerischen  Eidgenossenschaft  und  der  Europäischen 
Gemeinschaft  über  die  Kriterien  und  Verfahren  zur  Bestimmung  des 
zuständigen Staates für die Prüfung eines in einem Mitgliedstaat oder  in 
der  Schweiz  gestellten  Asylantrags  (Dublin­Assoziierungsabkommen 
[DAA,  SR 0.142.392.68])  und  auf  das  Übereinkommen  vom 
17. Dezember  2004  zwischen  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft, 
der Republik Island und dem Königreich Norwegen über die Umsetzung, 
Anwendung  und  Entwicklung  des  Schengen­Besitzstands  und  über  die 
Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Staates für die 
Prüfung  eines  in  der  Schweiz,  in  Island  oder  in  Norwegen  gestellten 
Asylantrags  Italien  für  die  Durchführung  des  Asylverfahrens  zuständig 
sei,

dass  Italien  am  27. Juni  2011  einer  Übernahme  der 
Beschwerdeführenden gestützt  auf Art. 16 Abs. 1 Bst. c  der Verordnung 
[EG]  Nr.  343/2003  des  Rates  vom  18.  Februar  2003  (Dublin­II­
Verordnung; nachfolgend Dublin­II­VO) zugestimmt habe,

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dass die Rückführung – vorbehältlich einer allfälligen Unterbrechung oder 
Verlängerung – bis spätestens am 27. Dezember 2011 zu erfolgen habe,

dass die Aussagen der Beschwerdeführenden anlässlich der Gewährung 
des rechtlichen Gehörs zu einer Wegweisung nach Italien kein Hindernis 
für eine Wegweisung dorthin darstellten,

dass somit auf das Asylgesuch nicht einzutreten sei, die Wegweisung aus 
der Schweiz die Regelfolge des Nichteintretens auf ein Asylgesuch und 
der Vollzug der Wegweisung nach Italien zulässig, zumutbar und möglich 
sei,

dass die Beschwerdeführenden mit Eingabe vom 16. August 2011 gegen 
die  vorinstanzliche  Verfügung  beim  Bundesverwaltungsgericht 
Beschwerde  erhoben,  mit  welcher  sie  beantragten,  die  angefochtene 
Verfügung sei aufzuheben und die Vorinstanz sei anzuweisen,  ihr Recht 
zum Selbsteintritt auszuüben und sich für vorliegendes Asylverfahren für 
zuständig zu erklären,

dass  sie  in  verfahrensrechtlicher  Hinsicht  um  Erteilung  der 
aufschiebenden Wirkung im Sinne vorsorglicher Massnahmen ersuchten, 
und  die  Vollzugsbehörden  seien  anzuweisen,  von  einer  Überstellung 
nach  Italien  abzusehen,  bis  das  Bundesverwaltungsgericht  über  die 
Beschwerde entschieden habe,

dass  sie  schliesslich  beantragten,  es  sei  auf  die  Erhebung  eines 
Kostenvorschusses zu verzichten und die unentgeltliche Prozessführung 
zu gewähren,

dass  auf  die  Begründung  –  soweit  entscheidwesentlich  –  in  den 
nachfolgenden Erwägungen eingegangen wird,

dass  die  vorinstanzlichen  Akten  am  17. August  2011  beim 
Bundesverwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig 
über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 
20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG, 

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SR 172.021])  des  BFM  entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines 
Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die 
beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105  AsylG  i. V. m. 
Art. 31 – 33  des Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 17. Juni  2005  [VGG, 
SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass eine solche Ausnahme nicht vorliegt,

dass  die  Beschwerdeführenden  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz 
teilgenommen  haben,  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders 
berührt  sind,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung 
beziehungsweise  Änderung  haben  und  daher  zur  Einreichung  der 
Beschwerde  legitimiert  sind  (Art. 105  AsylG  i.V.m.  Art. 37  VGG  und 
Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde 
einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 VwVG),

dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 
Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  entschieden  wird 
(Art. 111  Bst. e  AsylG)  und  es  sich  vorliegend,  wie  nachfolgend 
aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid 
nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass  gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  vorliegend  auf  einen 
Schriftenwechsel verzichtet wurde,

dass  bei  Beschwerden  gegen  Nichteintretensentscheide,  mit  denen  es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art. 32 – 35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der 
Beschwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass  sich  demnach  die  Beschwerdeinstanz  –  sofern  sie  den 
Nichteintretensentscheid  als  unrechtmässig  erachtet  –  einer 
selbstständigen materiellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung 
aufhebt  und  die  Sache  zu  neuer  Entscheidung  an  die  Vorinstanz 

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zurückweist  (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen 
Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.),

dass  auf  Asylgesuche  in  der  Regel  nicht  eingetreten  wird,  wenn 
Asylsuchende  in  einen  Drittstaat  ausreisen  können,  welcher  für  die 
Durchführung  des  Asyl­  und  Wegweisungsverfahrens  staatsvertraglich 
zuständig ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG),

dass  die  Beschwerdeführenden  gemäss  Ergebnis  der  EURODAC­
Abfrage  am  9. April  2011  in  E._______  (Italien)  daktyloskopisch  erfasst 
wurden und Asylgesuche stellten,

dass  –  entgegen  der  Darstellung  der  Beschwerdeführenden  –  für 
Griechenland kein EURODAC­Treffer verzeichnet ist,

dass  die  alleinigen  Behauptungen  der  Beschwerdeführenden,  sie  seien 
bereits  in  Griechenland  daktyloskopisch  erfasst  worden  und  hätten  in 
Italien keine Asylgesuche gestellt, das Ergebnis der EURODAC­Abfrage 
nicht zu entkräften vermögen,

dass dies ebenso in Bezug auf das Vorhandensein von zwei SIM­Karten 
(in Kopie) und des Briefumschlages eines griechischen Fotostudios gilt,

dass  den  Ausführungen  in  der  Beschwerdeschrift,  wonach  die  erste 
daktyloskopische  Erfassung  der  Beschwerdeführenden  in  Griechenland 
erfolgt sei, damit die Grundlage entzogen ist,

dass  demzufolge  davon  auszugehen  ist,  dass  die  erste 
Asylantragstellung  im  Sinne  von  Art. 4  Abs. 1  Dublin­II­VO  in  Italien 
erfolgte,

dass das BFM die  italienischen Behörden am 14. Juni 2011 gestützt auf 
Art. 16  Abs. 1  Bst. c  Dublin­II­VO  um  Übernahme  der 
Beschwerdeführenden ersuchte,

dass  die  schweizerischen  Behörden  im  Zeitpunkt  ihrer  Anfrage  auf 
Rückübernahme  durch  Italien  den  Umstand,  dass  die 
Beschwerdeführenden  nach mehrmonatigem Aufenthalt  in Griechenland 
nach Italien weiterreisten, im Anfrageformular transparent offenlegten und 
Italien  somit  in  Kenntnis  dieses  Umstandes  einer  Rückübernahme 
vorbehaltlos zustimmte,

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dass  die  Beschwerdeführenden  damit  ohne  weiteres  in  einen  Drittstaat 
(vorliegend  Italien)  ausreisen  können,  welcher  für  die  Prüfung  ihrer 
Asylanträge staatsvertraglich zuständig ist,

dass  hinsichtlich  des  Einwandes  der  Beschwerdeführenden,  eine 
Rückkehr  nach  Italien  sei  aufgrund  der  dort  herrschenden  Situation 
unzumutbar,  festzuhalten  ist,  dass  Italien  –  wie  die  Schweiz  –  unter 
anderem  Signatarstaat  des  Abkommens  vom  28. Juli  1951  über  die 
Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  (FK,  SR 0.142.30),  der  Konvention  vom 
4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und 
Grundfreiheiten  (EMRK,  SR 0.101)  und  des  Übereinkommens  vom 
10. Dezember 1984 gegen Folter oder andere grausame, unmenschliche 
oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) ist,

dass Italien als nach Art. 3 Abs. 1 Dublin­II­VO zuständiger Staat zudem 
gehalten  ist,  unter  anderem  die  Richtlinie  2005/85/EG  des  Rates  vom 
1. Dezember  2005  über  Mindestnormen  für  Verfahren  in  den 
Mitgliedstaaten  zur  Zuerkennung  und  Aberkennung  der 
Flüchtlingseigenschaft  (sog.  Verfahrensrichtlinie)  und  die  Richtlinie 
2003/9/EG  des  Rates  vom  27. Januar  2003  zur  Festlegung  von 
Mindestnormen  für  die  Aufnahme  von Asylbewerbern  in Mitgliedstaaten 
(sog. Aufnahmerichtlinie) anzuwenden respektive umzusetzen,

dass  sich  das  italienische  Asylsystem  –  wie  auf  Beschwerdeebene 
zutreffend  erwähnt  –  aufgrund  der  jüngsten  Entwicklungen  im 
nordafrikanischen  Raum  verbunden  mit  erhöhtem  Zustrom  von 
Asylsuchenden  zwar  mit  erheblichen  Kapazitätsproblemen  konfrontiert 
sieht,

dass  Italien  aufgrund  seiner  ausdrücklichen  Zustimmung  indes 
verpflichtet  ist,  über  die  Asylgesuche  der  Beschwerdeführenden  zu 
befinden,  und  vorliegend  keine  konkreten Hinweise  dafür  bestehen,  der 
italienische  Staat  würde  den  Zugang  zu  einem  funktionierenden 
Asylverfahren nicht gewährleisten,

dass  Asylsuchende  in  Italien  bei  der  Unterkunft,  der  Arbeit  und  dem 
Zugang  zur  medizinischen  Infrastruktur  zwar  gewissen  Schwierigkeiten 
ausgesetzt  sein  können,  wobei  sich  bereits  vorbestandene 
Kapazitätsprobleme in jüngster Zeit akzentuiert haben dürften,

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dass  jedoch  auch  unter  Berücksichtigung  dieser Umstände  kein  Anlass 
zur  Annahme  besteht,  die  Beschwerdeführenden  würden  nach  der 
Rückführung in Italien in eine existenzielle Notlage geraten, 

dass die Beschwerdeführenden denn auch selber angaben, sie seien von 
den  italienischen Behörden nach  ihrer Befragung auf dem Polizeiposten 
in ein Camp verbracht worden (vgl. Akten BFM A 9/10 S. 7 und A 10/11 
S. 7),

dass  weder  den  vorinstanzlichen  Akten  noch  der  Beschwerdeschrift 
Hinweise  auf  eine  besondere  Verletzlichkeit  der  Beschwerdeführenden 
entnommen werden können,

dass  nach  Kenntnis  des  Gerichts  Dublin­Rückkehrende  betreffend 
Unterbringung  von  den  italienischen  Behörden  zudem  eher  bevorzugt 
behandelt  werden  und  –  neben  den  staatlichen  Strukturen  –  sich  auch 
zahlreiche private Hilfsorganisationen der Betreuung von Asylsuchenden 
und Flüchtlingen annehmen,

dass  selbst  wenn  den  Beschwerdeführenden  bei  ihrer  Rückkehr  nicht 
sofort  eine  Unterkunft  zugeteilt  werden  könnte,  darin  per  se  noch  kein 
mittelbarer Verstoss gegen die Aufnahmerichtlinie respektive gegen Art. 3 
EMRK  zu  erblicken  wäre,  zumal  bis  dato  auch  nicht  angenommen 
werden kann, die  von  Italien bereitgestellten Geldleistungen würden zur 
Deckung des notwendigen Lebensunterhaltes eines Asylsuchenden nicht 
ausreichen (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts D­7654/2010 vom 
20. April 2011 E. 5.8.1),

dass den Beschwerdeführenden ausserdem die Möglichkeit offen stünde, 
sich  mit  Hilfe  einer  Rechtsberatungsstelle  einer  italienischen 
Hilfsorganisation  in  Italien  gegen  eine  allfällige  Nichteinhaltung  der 
gemäss  Aufnahmerichtlinie  geltenden  Mindeststandards  (insbesondere 
im Hinblick  auf  die Bedürfnisse  der Kinder)  zu wehren  und  ihre Rechte 
bei  den  italienischen  Behörden  respektive  beim  Europäischen 
Gerichtshof  oder  beim  Europäischen  Gerichtshof  für  Menschenrechte 
geltend zu machen (BVGE 2010/45 E. 7.6.4),

dass  somit  ohne weiteren Begründungsaufwand  davon  auszugehen  ist, 
das BFM habe keine Veranlassung zu einem Selbsteintritt gehabt,

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dass das BFM demnach  in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG 
zu  Recht  auf  die   Asylgesuche  der  Beschwerdeführenden  nicht 
eingetreten ist,

dass  die  Anordnung  der  Wegweisung  nach  Italien  der  Systematik  des 
Dublin­Verfahrens  entspricht  und  nach  dem Nichteintretensentscheid  im 
Einklang mit der Bestimmung von Art. 44 Abs. 1 AsylG steht,

dass  im  Rahmen  des  Dublin­Verfahrens  –  bei  dem  es  sich  um  ein 
Überstellungsverfahren  in  den  für  die  Prüfung  des  Asylgesuches 
zuständigen  Staat  handelt  –  systembedingt  kein  Raum  bleibt  für 
Ersatzmassnahmen  im  Sinne  von  Art. 44  Abs. 2  AsylG  i.V.m.  Art. 83 
Abs. 1 AuG,

dass eine entsprechende Prüfung, soweit notwendig, vielmehr bereits im 
Rahmen  des  Dublin­Verfahrens  stattfinden  muss  (vgl.  vorstehende 
Erwägungen, BVGE 2010/45 E. 10.2),

dass  vorliegend  –  wie  aufgezeigt  –  kein  Anlass  für  die  Ausübung  des 
Selbsteintrittsrechts (Art. 3 Abs. 2 Dublin­II­VO) besteht, weshalb der vom 
Bundesamt verfügte Vollzug der Wegweisung nach  Italien zu bestätigen 
ist,

dass es den Beschwerdeführenden demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder 
unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen 
ist, 

dass  mit  vorliegendem  Urteil  das  Beschwerdeverfahren  abgeschlossen 
ist, weshalb die Anträge auf Anordnung vorsorglicher Massnahmen, wie 
Erteilung der aufschiebenden Wirkung, und auf Verzicht auf die Erhebung 
eines Kostenvorschusses hinfällig werden,

dass  das  mit  der  Beschwerde  gestellte  Gesuch  um  Gewährung  der 
unentgeltlichen Rechtspflege  gemäss Art. 65  Abs.  1  VwVG  abzuweisen 
ist, da die Begehren – wie sich aus den vorstehenden Erwägungen ergibt 
– als  aussichtslos  zu  bezeichnen  waren,  weshalb  die  kumulativen 
Voraussetzungen  für  die  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege 
nicht erfüllt sind,

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Seite 10

dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr.  600.­­ 
(Art. 1 – 3  des Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2])  den  Beschwerdeführenden  aufzuerlegen  sind  (Art. 63 
Abs. 1 und 5 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  wird 
abgewiesen.

3.  
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.­­  werden  den  Beschwerdeführenden 
auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4. 
Dieses  Urteil  geht  an  die  Beschwerdeführenden,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Robert Galliker Daniela Brüschweiler

Versand: