# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** aabc5f27-ec4c-50f2-9f5e-2740b5e7fc4c
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-06-10
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 10.06.2021 720 20 451/161
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-20-451-161_2021-06-10.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 10. Juni 2021 (720 20 451 / 161) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Invalidenversicherung 

 

 

IV-Rente: Würdigung des medizinischen Sachverhalts 

 
 
Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsrichter Beat Hersberger, 

Kantonsrichterin Susanne Afheldt, Gerichtsschreiber Pascal 
Acrémann 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Elisabeth Maier, Advoka-
tin, Hauptstrasse 104, Postfach, 4102 Binningen 

  
 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, 
Beschwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff IV-Rente 
 
 
 
A.1 Der 1977 geborene A.____, angelernter Plattenleger, war vom 2. April 1997 bis 
28. Februar 2001 bei der B.____AG als Betriebsmitarbeiter tätig. Am 22. Juni 2000 verletzte er 
sich an der rechten Schulter. Die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva) anerkannte 
ihre Leistungspflicht und erbrachte die gesetzlichen Leistungen für die Folgen dieses Ereignis-
ses. Am 10. August 2001 meldete sich A.____ unter Hinweis auf Schulterbeschwerden bei der 
Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an. Nachdem die IV-Stelle 
Basel-Landschaft (IV-Stelle) die Verhältnisse abgeklärt hatte, eröffnete sie ihm mit Verfügung 

 

 
 
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vom 5. Dezember 2002, dass er vom 1. Juni 2001 befristet bis 31. Oktober 2001 Anspruch auf 
eine ganze Invalidenrente habe.  
 
A.2 Vom 10. Juni 2002 bis 30. September 2010 war A.____ bei der C.____AG als Mitarbei-
ter der Café Bar angestellt. Am 25. April 2006 reichte er unter Hinweis auf zwei Schulteroperati-
onen bei der IV-Stelle ein weiteres Leistungsgesuch ein, worauf ihm diese vom 1. Oktober 2007 
bis 30. April 2008 eine halbe Invalidenrente und vom 1. Mai 2008 bis 31. Juli 2008 eine Viertels-
rente zusprach (Verfügung vom 8. Mai 2009). 
 
A.3 Am 7. April 2010 reichte A.____ unter Hinweis auf Schulter- und Ellbogenbeschwerden 
ein drittes Mal bei der IV ein Leistungsbegehren ein. Diese sprach ihm mit Verfügung vom 
10. September 2013 gestützt auf das von ihr veranlasste polydisziplinäre Gutachten der 
Academy of Swiss Insurance Medicine (asim) vom 6. September 2012 vom 1. Januar 2011 bis 
31. Dezember 2012 eine befristete ganze Invalidenrente zu. Die dagegen erhobene Beschwer-
de mit dem Antrag auf Zusprechung einer unbefristeten ganzen Invalidenrente wies das Kan-
tonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht), mit Urteil 
vom 10. April 2014 (KGSV 720 13 296 / 92) ab. Auf die hiergegen erhobene Beschwerde des 
Versicherten trat das Bundesgericht nicht ein (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 23. Oktober 
2014, 8C_655/2014). 
 
A.4 Am 26. Dezember 2014 meldete sich A.____ unter Hinweis auf eine Rückenoperation im 
Jahr 2010 und ein Rezidiv im Jahr 2013 sowie zwei Treppenstürze in den Jahren 2009 und 
2013 ein viertes Mal bei der IV zum Leistungsbezug an. Nach Abklärung der rechtserheblichen 
Verhältnisse, namentlich nach Einholung eines bidisziplinären Gutachtens bei 
Dr. med. D.____FMH Rheumatologie und Allgemeine Innere Medizin, und Dr. med. E.____, 
FMH Psychiatrie und Psychotherapie, vom 3./4. September 2018 sowie weiterer medizinischer 
Unterlagen ermittelte IV-Stelle beim Versicherten ab 12. Januar 2011 einen Invaliditätsgrad von 
34 %, ab 1. Dezember 2015 einen solchen von 20 %, ab 6. September 2016 einen solchen von 
100 % und ab 15. Januar 2017 einen solchen von 20 %. Gestützt auf dieses Ergebnis sprach 
sie ihm vom 1. September 2016 bis 30. April 2017 eine befristete ganze Invalidenrente zu (Ver-
fügung vom 23. Oktober 2020). 
 
B. Gegen diesen Entscheid erhob A.____, vertreten durch Advokatin Elisabeth Maier, am 
24. November 2020 Beschwerde beim Kantonsgericht. Er beantragte, in Gutheissung der Be-
schwerde sei die Verfügung der IV-Stelle vom 23. Oktober 2020 aufzuheben und es seien ihm 
die gesetzlichen Leistungen zuzusprechen. Eventualiter sei die Angelegenheit für weitere Ab-
klärungen an die Vorinstanz zurückzuweisen; unter o/e-Kostenfolge. Zur Begründung führte er 
im Wesentlichen aus, dass der angefochtene Entscheid auf unzureichenden medizinischen Un-
terlagen beruhe und die Bemessung der Invalidität fehlerhaft sei. 
 
C. Am 16. Dezember 2020 reichte der Beschwerdeführer je einen Bericht von 
Prof. Dr. F.____, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, 
Spital I.____, vom 1. Dezember 2020, von Dr. med. G.____, FMH Orthopädische Chirurgie und 
Traumatologie des Bewegungsapparates, und von Dr. med. H.____, FMH Orthopädische Chi-

 

 
 
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rurgie und Wirbelsäulenchirurgie, Spital I.____, vom 30. November 2020 sowie einen Verlaufs-
bericht der Komplementärtherapeutin J.____ vom 4. Dezember 2020 zu den Akten. 
 
D. In ihrer Vernehmlassung vom 29. Dezember 2020 schloss die IV-Stelle auf Abweisung 
der Beschwerde. Gleichzeitig legte sie ihren Ausführungen zwei Stellungnahmen von 
Dr. med. K.____, Fachärztin für Physikalische und Rehabilitative Medizin, Regionaler Ärztlicher 
Dienst (RAD) beider Basel, vom 7. und 18. Dezember 2020 bei.  
 
E. Im Rahmen des zweiten Schriftenwechsels (Replik vom 16. März 2021 [inkl. Berichte der 
L.____ vom 19. Januar 2021 und 5. Februar 2021] / Duplik vom 26. März 2021 [inkl. RAD-
Bericht vom 22. März 2021]) hielten die Parteien an ihren Anträgen fest. 
 
F. Mit Instruktionsverfügung vom 30. März 2021 wurde die Angelegenheit der Dreierkam-
mer zur Beurteilung überwiesen. 
 
G. Am 29. April 2021 reichte der Beschwerdeführer einen Bericht von Dr. med. M.____, 
FMH Chirurgie, vom 23. April 2021 zu den Akten. Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 
21. Mai 2021 auf eine Stellungnahme. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g : 
 
1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) 
vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versiche-
rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anfechtungsobjekt des vorliegenden 
Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, so dass die örtliche Zustän-
digkeit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Geset-
zes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 
beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kan-
tons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur 
Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die frist- und formgerecht erhobene 
Beschwerde vom 24. November 2020 ist demnach einzutreten. 
 
2. Streitig ist der Rentenanspruch des Beschwerdeführers. Massgebend ist der Sachver-
halt, wie er sich bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 23. Oktober 2020 entwickelt 
hat. Dieser Zeitpunkt bildet rechtsprechungsgemäss die zeitliche Grenze der richterlichen 
Überprüfungsbefugnis (vgl. BGE 129 V 1 E. 1.2). 
 
3.1 Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Er-
werbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare 
Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), die 
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % ar-
beitsunfähig (Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs-
rechts [ATSG] vom 6. Oktober 2000) gewesen (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindes-

 

 
 
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tens 40 % invalid sind (lit. c). Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch 
auf eine Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, 
bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelrente und bei einem Invalidi-
tätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).  
 
3.2 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist Art. 16 ATSG an-
wendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Er-
werbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh-
rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom-
men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht 
invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Dies ist die allgemeine Methode des Einkom-
mensvergleichs (vgl. BGE 141 V 15 E. 3.2) mit den Untervarianten des Schätzungs- oder Pro-
zentvergleichs (vgl. BGE 114 V 310 E. 3a) und der ausserordentlichen Methode 
(vgl. BGE 128 V 29). 
 
3.3 Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsge-
brechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch 
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und 
nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der 
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen 
(Art. 7 Abs. 1 ATSG). 
 
4.1 Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrads bildet die Frage, in welchem Aus-
mass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen arbeitsunfähig 
ist. 
 
4.2 Bei der Feststellung des Gesundheitszustands und bei der Beurteilung der Arbeitsfähig-
keit der versicherten Person ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unter-
lagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu 
stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen 
und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versi-
cherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grund-
lage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zu-
gemutet werden können (vgl. BGE 132 V 93 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 
 
4.3 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs-
prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle anderen 
Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflicht-
gemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, 
unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die 
verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestat-
ten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Pro-

 

 
 
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zess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich 
des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen 
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwer-
den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle-
gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation 
einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind 
(vgl. BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c). 
 
4.4 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte 
und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführliche Zusam-
menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu 
auch BGE 135 V 465 E. 4.4 und 4.5). Gemäss diesen Richtlinien ist den im Rahmen des Ver-
waltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche auf-
grund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Be-
richt erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei 
der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen 
die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (vgl. BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinwei-
sen). In Bezug auf Berichte von behandelnden Ärzten und Ärztinnen darf und soll das Gericht 
der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass diese im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche 
Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussa-
gen (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/cc). Die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des 
bzw. der therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes bzw. Ärztin einerseits und von Begutachtungsauf-
trag der amtlich bestellten fachmedizinischen Experten und Expertinnen anderseits 
(vgl. BGE 124 I 170 E. 4; Urteil des EVG vom 13. Juni 2001, I 506/00, E. 2b) lässt nicht zu, ein 
Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklä-
rungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte bzw. Ärztinnen zu anderslautenden Ein-
schätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung 
aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte bzw. Ärztinnen wichtige – und nicht rein subjektiver 
ärztlicher Interpretation entspringende – Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung 
unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 25. Mai 2007, 
I 514/06, E. 2.2.1 mit Hinweisen). 
 
5. Das Administrativverfahren und der kantonale Sozialversicherungsprozess sind vom 
Untersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 43 Abs. 1 ATSG und Art. 61 lit. c ATSG). Danach 
haben die Verwaltung und das Sozialversicherungsgericht von Amtes wegen für die richtige und 
vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Diese Untersuchungs-
pflicht dauert so lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs erforderlichen 
Tatsachen hinreichende Klarheit besteht (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 6. Februar 2008, 
8C_163/2007, E. 3.2). Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechtslage. Gestützt 
auf den Untersuchungsgrundsatz ist der Sachverhalt soweit zu ermitteln, dass über den Leis-
tungsanspruch zumindest mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit ent-
schieden werden kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 7. März 2019, 9C_57/2019, E. 3.2). 

 

 
 
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6.1 Zur Beurteilung des vorliegenden Falls liegen zahlreiche medizinische Unterlagen vor, 
die vom Gericht gesamthaft gewürdigt wurden. Im Folgenden sollen indessen lediglich diejeni-
gen Berichte wiedergegeben werden, welche für den Entscheid zentral sind. 
 
6.2 Die IV-Stelle stützte sich in der Verfügung vom 10. September 2013 bei der Beurteilung 
der Arbeitsfähigkeit des Versicherten auf das Gutachten der asim vom 6. September 2012 und 
deren ergänzenden Stellungnahme vom 29. November 2012 ab, wonach ihm die Tätigkeit als 
Plattenleger und vergleichbare wirbelsäulen-, kniegelenk- sowie schulterbelastende Tätigkeiten 
nicht mehr zumutbar seien. Auch für die letzte Tätigkeit an der Bar seien die Anforderungen 
bezüglich Heben und Tragen von Gewichten zu hoch. Körperlich leichte bis höchstens gele-
gentlich mittelschwere Tätigkeiten seien dagegen zumutbar, sofern diese nicht regelmässige 
über Kopf Arbeiten und repetitives Heben, Stossen oder Ziehen von Lasten von mehr als 10 kg 
beinhalteten sowie nicht überwiegend kniende oder kauernde Arbeiten bzw. ausschliessliches 
Gehen oder Stehen bedingten. Für solche Tätigkeiten liege die Arbeitsfähigkeit bei 70 %. 
 
6.3 Im Rahmen der vierten Anmeldung zum Leistungsbezug am 26. Dezember 2014 veran-
lasste die IV-Stelle bei den Dres. D.____ und E.____ ein bidisziplinäres Gutachten, welches am 
3./4. September 2018 erstattet wurde. Darin wurden mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 
eine fortgeschrittene Omarthrose rechts und ein chronisches Lumbovertebralsyndrom mit/bei 
Status nach Fenestration L5/S1 links, Diskektomie, Rezessoktomie bei lumboradikulärem Reiz- 
und sensiblem Ausfallsyndrom L5, eventuell S1 links bei Diskushernie L5/S1 links am 4. No-
vember 2020, kleiner Diskushernie links mediolateral lokalisierter Restprolaps auf Höhe L5/S1 
mit möglichem Kontakt zur linken S5-Wurzel, rechtsbetonte Protrusionen L3/4 und L4/5, narbige 
Veränderungen um die abgrenzbare nicht komprimierte S1-Wurzel links, Protrusion L3/4 rechts 
und rechtsseitiger Diskushernie L4/5 linksseitiger vorbestehender Protrusion L5/S1 und aktuell 
spondylogener Ausstrahlung beidseits ohne Hinweise auf eine radikuläre Reizsituation diagnos-
tiziert. Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit bestünden eine beginnende Gonarthrose links, 
Schulterschmerzen links, eine Adipositas Grad II, ein Status nach halboffener Carpaldachspal-
tung links bei Carpal-Tunnel-Syndrom (CTS) links am 5. Februar 2016, ein leichtes CTS rechts 
ohne dringende Operationsindikation, Knick-Senk-Spreizfüsse mit beginnendem Hallux rigidus 
beidseits, eine Nephrolithiasis, ein hypogonadotroper Hypogonadismus, eine Psoriasis vulgaris, 
eine Osteoporose, eine Schmerzverarbeitungsstörung (ICD-10 F54) und eine Dysthymie (ICD-
10 F34.1). Der Versicherte sei mehrfach an der rechten Schulter operiert worden. Heute be-
stünde eine fortgeschrittene Omarthrose rechts, welche ein erheblich eingeschränktes Belas-
tungsprofil zur Folge habe. Des Weiteren sei eine lumbale Diskopathie festzustellen, wobei ak-
tuell der Befund einer lumbospondylogenen Symptomatik beidseits, links mehr als rechts erho-
ben werden könne. Eine eindeutig radikuläre Symptomatik sei aber nicht ersichtlich. In Bezug 
auf das linke Kniegelenk seien die früher angegebenen Beschwerden nicht mehr vorhanden. 
Zweifelsohne bestünde ein erheblicher organischer Befund im Bereich der rechten Schulter. 
Dieser würde die Schmerzsymptomatik erklären. Weiter klage der Versicherte über Beschwer-
den im Bereich der Lendenwirbelsäule (LWS), der Beine und der Füsse. Für die Rückenbe-
schwerden finde sich ein gewisses, für die Fussbeschwerden hingegen relativ wenig Korrelat. 
Auffallend seien diverse massive Diskrepanzen anlässlich der Untersuchung. In psychiatrischer 

 

 
 
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Hinsicht müsse von einer psychischen Überlagerung ausgegangen werden. Der Versicherte 
klage zwar über allerlei Schmerzen, berichte aber kaum über Einschränkungen im Alltag. Er 
hinterlasse keinen leidenden Eindruck. Die Diagnose einer Schmerzstörung könne nicht gestellt 
werden. Es bestünde aber eine Schmerzverarbeitungsstörung. Der Versicherte leide unter be-
lastenden wirtschaftlichen Verhältnissen und einer angespannten familiären Situation. Dies füh-
re gelegentlich zu leichten depressiven Verstimmungen im Rahmen einer Dysthymie. Dem Ver-
sicherten seien dauernd schwere oder mittelschwere Tätigkeiten nicht mehr zumutbar. Wegen 
der Rückenbeschwerden würden nur noch leichte Arbeiten in Frage kommen. Zudem könne er 
nicht andauernd sitzen, stehen, repetitiv vornübergebeugt arbeiten, sich bücken oder Überkopf-
Arbeiten ausführen. Die Arbeit müsse rückenschonend sein. Wegen der beeinträchtigten rech-
ten Schulter könne der Versicherte mit dem rechten Arm keine Lasten über 5 kg heben, stossen 
oder ziehen und es seien ihm lediglich Tätigkeiten unter Schulterhöhe möglich. Für angepasste 
Verweistätigkeiten bestünde in somatischer Hinsicht wegen des zusätzlichen Pausenbedarfs im 
Umfang von 20 % eine Arbeitsfähigkeit von 80 %. In Bezug auf den zeitlichen Verlauf führte 
Dr. D.____ aus, gemäss dem Gutachten der asim vom 6. September 2012 sei der Versicherte 
seit April 2011 zu 70 % arbeitsfähig. Seine Beurteilung der Arbeitsfähigkeit gelte seit der Diag-
nose der Sekundär-Omarthrose Ende Dezember 2015. Dieser Zeitpunkt müsse "arbiträr" fest-
gelegt werden, da die Entwicklung einer Arthrose ein kontinuierlicher Vorgang sei. Nach den 
Schulteroperationen habe jeweils während drei bis vier Monaten eine Arbeitsunfähigkeit be-
standen. Wegen fehlender präziser Atteste der behandelnden Ärzte könne dieser Zeitraum 
nicht genauer festgelegt werden. Nach der CTS-Operation am 5. Februar 2016 habe eine 
sechswöchige Arbeitsunfähigkeit bestanden. Aus psychiatrischer Sicht sei die Arbeitsfähigkeit 
nicht beeinträchtigt. 
 
6.4 Am 25. September 2018 erlitt der Versicherte einen Verkehrsunfall. Im Austrittsbericht 
der interdisziplinären Notfallstation des Kantonsspitals N.____ vom 26. September 2018 wurde 
eine Kontusion der linken Schulter, des linken Knies und der LWS diagnostiziert. Die Bildge-
bung habe keine Traumafolgen gezeigt. 
 
6.5 Am 2. November 2018 diagnostizierte Dr. med. O.____, FMH Orthopädische Chirurgie 
und Traumatologie des Bewegungsapparates, Spital I.____, einen Status nach Verkehrsunfall 
mit Kniedistorsion links sowie Schulter- und LWS-Kontusion. Im MRT würden sich intakte Me-
nisken tibiofemoral mit guter Artikulation zeigen. Es bestünden Knorpelschäden retropartellär 
sowie an der lateralen trochleären Grube. Die Kreuzbänder seien intakt. Physiotherapie sei zu 
empfehlen. Die Behandlung werde abgeschlossen. 
 
6.6 Am 27. November 2018 berichtete PD Dr. med. P.____, FMH Orthopädische Chirurgie 
und Traumatologie des Bewegungsapparates, über die Sprechstunde vom 13. November 2018. 
Der Versicherte weise seit dem Unfall vom 25. September 2018 eine exazerbierte Lumboischi-
algie rechts und eine Schmerzverstärkung der vorbekannten Lumboischialgie links auf. Bildpa-
thomorphologisch imponiere eine frische Diskushernie, vor allem bei L3/4 rechts und eine 
Grössenprogredienz einer Hernie bei L4/5 rechts. Das Gangbild des Versicherten sei eigentlich 
zügig und hinkfrei, peripher orientierend ohne neurologische Defizite. Bis auf die vorbekannte 
Fussheber- und Fusssenkerschwäche auf der linken Seite bestünden auch keine sensomotori-

 

 
 
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schen Defizite. Sensorisch seien ebenfalls keine neuen Defizite vorhanden. Die lumbale 
Schmerzhaftigkeit sei relativ unverändert zu den Vorbefunden, wobei insgesamt der Rücken- 
und der Beinschmerz links etwas an Intensität zugenommen hätten. Zum aktuellen Zeitpunkt 
seien physiotherapeutische Massnahmen angezeigt. Eine Verlaufskontrolle sei nicht vorgese-
hen. 
 
6.7 Am 2. September 2019 hielt Dr. K.____ fest, dass der Unfall vom 25. September 2018 
zu einer vorübergehenden Schmerzexazerbation der bekannten und bereits gutachterlich abge-
klärten Beschwerden am Bewegungsapparat geführt habe. Objektivierbare strukturelle Trauma-
folgen bzw. eine richtungsgebende Veränderung des Gesundheitszustands bestünde nicht. 
Vom 25. September 2018 bis 13. November 2018 sei aufgrund der medizinischen Abklärun-
gen/Akutbehandlungen eine vorübergehende vollständige Arbeitsunfähigkeit nachvollziehbar. 
Danach gelte wieder die Zumutbarkeitsbeurteilung im Gutachten der Dres. D.____ und E.____ 
vom 3./4. September 2018. 
 
6.8 Am 21. Oktober 2019 diagnostizierte Prof. Dr. F.____ an der rechten Schulter eine post-
traumatische und postinfektiöse Omarthrose und an der linken Schulter eine Bankartläsion des 
anterior-inferioren Labrums sowie eine Hill-Sachs-Läsion. Bildgebend zeige sich eine deutlich 
destruierte Omarthrose, welche die passive Bewegungseinschränkung und Schmerzsymptoma-
tik erkläre. Die Implantation einer Schulterprothese könnte die Beweglichkeit und die 
Schmerzsymptomatik verbessern. Eine körperlich belastende Tätigkeit wäre damit aber weiter-
hin unzumutbar. Die Belastbarkeit der rechten Schulter werde von der IV überschätzt. Dem 
Versicherten seien keine Überkopftätigkeiten sowie kein Heben selbst von leichten Lasten mög-
lich. Zudem sei ein repetitives Arbeiten unter der Körperhorizontalen deutlich eingeschränkt. 
 
6.9 Am 28. Mai 2020 wurde im Spital I.____, Abteilung Radiologie und Nuklearmedizin, ein 
MRI der LWS durchgeführt. Im Bericht vom 29. Mai 2020 wurde eine mittelgradige neurofora-
minale Enge L5/S1 links bei Status nach Diskektomie festgestellt.  
 
6.10 Am 21. Juni 2020 berichtete PD Dr. P.____ dass eine relevante S1-Problematik als 
Schmerzursache ausgeschlossen werden könne. Das geklagte lumboischialgieforme Problem 
links sei am ehesten als pseudoradikulär zu werden und somit interventionellen Massnahmen 
nicht zugänglich. Die multisegmentalen degenerativen LWS-Veränderungen würden die ent-
sprechenden Beschwerden erklären und könnten allenfalls mittels konsequenter Umsetzung 
eines multimodalen interdisziplinären Konzepts verbessert werden. Dazu sei der Versicherte 
aber nicht bereit. Die Behandlung werde abgeschossen. 
 
6.11 Am 27. Juli 2020 nahm Dr. K.____ Stellung. Sie hielt fest, dass sich seitens der bekann-
ten Omarthrose und der LWS keine neuen objektiven Aspekte ergeben würden. Die einge-
schränkte Schulterbelastbarkeit rechts sei im Gutachten von Dr. D.____ bereits berücksichtigt. 
Dennoch könne die Beurteilung von Prof. Dr. F.____ übernommen werden, wonach der Versi-
cherte mit dem rechten Arm keine Lasten bewegen und auch unter der Horizontalen keine repe-
titiven Arbeiten durchführen könne. Insgesamt habe sich der Gesundheitszustand seit dem 

 

 
 
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Gutachten der Dres. D.____ und E.____ vom 3./4. September 2018 nicht richtungsweisend 
verändert. 
 
6.12 Am 30. November 2020 stellten die Dres. G.____ und H.____ ein chronisches Lumbal-
giesyndrom mit am ehesten gelegentlicher pseudoradikulärer Ausstrahlung links fest. Das MRT 
der LWS vom 23. September 2020 zeige eine Osteochondrose L3/4, L4/5 und L5/S1. Im Be-
reich der Operation L4/5 zeige sich ein völlig freier Rezessus für die Wurzel S1. Weiter bestün-
de eine relative Foraminalstenose L5/S1 links, wobei die L5-Wurzel nur sehr diskret eingeengt 
sei, und eine Diskushernie L4/5 auf der rechten Seite. Es bestünde ein schwer chronifiziertes 
Lumboischialgiesyndrom. Von weiteren Infiltrationen oder einem erneuten operativen Eingriff 
sei keine Besserung zu erwarten. Es liege ein komplexes Schmerzsyndrom vor mit Verdacht 
auf einen Medikamentenüberkonsum und eine nicht-somatische Komponente. Die Prognose sei 
sehr ungünstig. Zu empfehlen sei eine nochmalige dauerhafte Anbindung des Versicherten an 
eine Schmerzklinik für eine multimodulare, intensive und allenfalls stationäre Schmerztherapie. 
 
6.13 Im Bericht vom 1. Dezember 2020 hielt Prof. Dr. F.____ fest, dass sich eine weiter fort-
schreitende, zunehmende und destruierende Omarthrose nun mit Verdacht auf eine Impressi-
onsfraktur im Bereich des Glenoids zeige. Es würden weitere Abklärungen durchgeführt. Eine 
allfällige Prothesenversorgung der rechten Schulter würde aber an der eingeschränkten Hebe-
fähigkeit des Versicherten nichts ändern. 
 
6.14 Am 4. Dezember 2020 berichtete die Komplementärtherapeutin J.____, dass sie den 
Versicherten seit März 2011 behandle. Die jahrelange Fehlhaltung hätte vermehrt zu Mus-
kelathropien im Lumbalbereich und zu Schmerzausstrahlungen oberhalb des rechten Schulter-
gürtels geführt. Die zusätzlich rezidivierende Schulterluxation habe eine weitere massive Bewe-
gungseinschränkung gebracht und die Belastungen und Anstrengungen des Schultergürtels 
und des Rückens zu einer erheblichen Verschlechterung des Gesundheitszustands geführt.  
 
6.15 Am 18. Dezember 2020 nahm Dr. K.____ Stellung, wobei sie festhielt, dass sich weder 
seitens der LWS noch seitens der bekannten Omarthrose rechts neue Aspekte hinsichtlich der 
Zumutbarkeit ergeben würden. Beide Problembereiche würden bereits seit vielen Jahren beste-
hen und seien gutachterlich abgeklärt. Die chronische degenerative Problematik an der rechten 
Schulter und an der LWS sei auch nach der Begutachtung hinlänglich dokumentiert. Sie hätte 
sich seit dem Gutachten von Dr. D.____ nicht richtungsgebend verändert. 
 
6.16 Im Bericht der Klinik L.____ vom 19. Januar 2021 wurden ein chronisches generalisier-
tes Schmerzsyndrom, eine Retropatellarthrose rechts, eine posttraumatische und postinfektiöse 
Omarthrose an der rechten Schulter, eine Bankartläsion des anterior-inforioren Labrums sowie 
eine Hill-Sachs-Läsion an der linken Schulter, ein chronisches lumbospondylogenes, differenzi-
aldiagnostisch ein lumboradikuläres Schmerzsyndrom linksbetont, eine Psoriasis, ein Status 
nach Leistenhernienoperation und nach Nephrolithiasis rechts, eine erektile Dysfunktion und 
eine Depression diagnostiziert. Sonographisch ergebe sich der Verdacht auf eine Kristallarthro-
pathie bei Kristallablagerung im linken AC-Gelenk. Zusätzlich zeige sich dort das Bild einer 
leichten Bursitis subacrominalis und eine Tendinitis der langen Bizepssehne. Eine Läsion des 

 

 
 
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Labrums und eine partielle Ruptur des Muskels supraspinatus könnten nicht ausgeschlossen 
werden. Im rechten Kniegelenk zeige sich das Bild einer medialen und retropatellaren Gonarth-
rose mit Flüssigkeitskollektion im Recessus präpartellaris rechts. Insgesamt bestünde ein kom-
plexes chronisches generalisiertes Schmerzsyndrom. Eine multimodulare Behandlung sei indi-
ziert. Eine solche werde vom Versicherten aber derzeit nicht gewünscht. 
 
6.17 Im Bericht der Klinik L.____ vom 5. Februar 2021 wurde festgehalten, dass eine Infiltra-
tion der Facettengelenke L5/S1 beidseits und L4/5 angezeigt sei. Der Versicherte sei damit ein-
verstanden. 
 
6.18 Am 22. März 2021 nahm Dr. K.____ Stellung, wobei sie festhielt, dass sich im Vergleich 
zum Gutachten von Dr. D.____ keine neuen Aspekte zeigen würden. Die degenerativen Verän-
derungen am Bewegungsapparat, insbesondere der LWS, der Schultern und Knie seien hin-
länglich bekannt und gutachterlich abgeklärt. Die spondylogene d.h. pseudoradikuläre Aus-
strahlung seitens der bekannten präsakralen Facettenarthrosen seien bereits im Gutachten von 
Dr. D.____ dokumentiert. Es sei zweifelhaft, ob die vorgesehene Facettengelenksinfiltration 
eine nachhaltige Beschwerdebesserung bewirke. Auf die Arbeitsfähigkeit werde diese Behand-
lung keinen Einfluss haben. Eine Kristallarthropathie sei medikamentös gut behandelbar. 
 
6.19 Am 23. April 2021 diagnostizierte Dr. M.____ an der rechten Schulter eine schwere  
Omathrose Grad IV und eine Humeruskopfnekrose. An der linken Schulter bestünde eine 
Bankartläsion mit Labrumriss und am rechten Knie eine Gonarthrose Grad IV. Der Knorpel des 
rechten Schultergelenks sei nahezu aufgebraucht. Im Bereich der linken Schulter zeige sich 
eine Kapselinstabilität im ventralen Bereich. Hier seien die Beschwerden eher kompensatorisch 
bis gering. Sollten sie zunehmen, sei eine Schulterarthroskopie links mit Bankart-Repair und 
eine Dekompensationsoperation angezeigt. Aufgrund der ausgedehnten Arthrose im rechten 
Kniegelenk sei zur endgültigen Sanierung eine Knietotalprothese zu empfehlen. Wegen der 
massiven Funktionseinschränkung der rechten Schulter und der Mobilitätseinschränkung sei 
der Versicherte derzeit vollständig arbeitsunfähig. 
 
7.1 Wie oben (vgl. E. 4.4 hiervor) dargelegt, ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens 
eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Be-
obachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei 
der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung 
volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der 
Expertise sprechen. Solche Indizien liegen keine vor. Das Gutachten der Dres. D.____ und 
E.____ vom 3./4. September 2018 erfüllt sowohl in formeller Hinsicht als auch inhaltlich die 
bundesgerichtlichen Anforderungen an eine beweiskräftige medizinische Entscheidungsgrund-
lage. Die Gutachter hatten Kenntnis von sämtlichen relevanten medizinischen Vorakten, sie 
setzten sich in angemessener Weise mit den geäusserten Beschwerden auseinander und be-
gründeten die Schlussfolgerungen in nachvollziehbarer Weise. In inhaltlicher Hinsicht vermag 
sodann zu überzeugen, dass der Beschwerdeführer aufgrund der erheblichen Befunde in der 
rechten Schulter und der Beschwerden im Bereich der LWS nur noch angepasste Verweistätig-
keiten im Umfang von 80 % zumutbar sind. Auch die psychiatrische Beurteilung ist nachvoll-

 

 
 
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ziehbar. Es wird deutlich, dass die Schmerzverarbeitungsstörung und die Dysthymie die Leis-
tungsfähigkeit des Versicherten nicht beeinträchtigen. Insgesamt bestehen keine Anhaltspunk-
te, dass die klinische Untersuchung mit Anamneseerhebung, Symptomerfassung und Verhal-
tensbeobachtung als wichtigste Grundlage gutachtlicher Feststellungen und Schlussfolgerun-
gen nicht lege artis erfolgt wäre (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 4. August 2016, 
9C_410/2016, E. 2.2.1 mit Hinweis, in: SVR 2016 IV Nr. 53 S. 178). Die entsprechenden, vor-
stehend (vgl. E. 6.3 hiervor) wiedergegebenen Darlegungen der Gutachter vermögen zu über-
zeugen, sodass darauf verwiesen werden kann.  
 
7.2.1 Was in der Beschwerde dagegen vorgebracht wird, verfängt nicht. Der Beschwerdefüh-
rer beanstandet, dass die somatische Abklärung nicht von einem Facharzt für Orthopädie, son-
dern von einem solchen für Rheumatologie vorgenommen worden sei. Zwar trifft es zu, dass es 
zur Beurteilung sozialversicherungsrechtlicher Leistungsansprüche verlässlicher medizinischer 
Entscheidungsgrundlagen bedarf (vgl. BGE 134 V 231 E. 5.1) und der Beweiswert einer spezi-
alärztlichen Expertise u.a. davon abhängt, ob die begutachtende Person über die entsprechen-
de Fachausbildung verfügt. Für die Eignung einer Ärztin oder eines Arztes als Gutachterperson 
in einer bestimmten medizinischen Disziplin ist daher ein entsprechender, dem Nachweis der 
erforderlichen Fachkenntnisse dienender spezialärztlicher Titel der berichtenden oder zumin-
dest der den Bericht visierenden Arztperson erforderlich (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 
26. Januar 2011, 9C_547/2010, E. 2.2). Die Tatsache, dass das somatische Teilgutachten nicht 
von einem Orthopäden, sondern von einem Facharzt für Rheumatologie erstellt wurde, vermag 
dessen Beweiswert indes nicht in Frage zu stellen. Auf entsprechende Frage der Rechtsvertre-
terin stellte Dr. D.____ klar, dass sich der Rheumatologie mit allen Problemen des Bewegungs-
apparats befasse und sich zudem in den konservativen und operativen Behandlungsmöglichkei-
ten, den Belastungsprofilen und den vorliegenden Fragestellungen auskenne (vgl. S. 80 des 
Gutachtens). Diese Ausführungen leuchten ein. (Chronische) Schmerzen des Bewegungsappa-
rats bilden Gegenstand sowohl der Rheumatologie als auch der Orthopädie (vgl. Urteile des 
Bundesgerichts vom 3. Mai 2016, 9C_644/2015, E. 3.4 und vom 25. August 2015, 
9C_320/2015, E. 3.3.3). Inwiefern Dr. D.____ fachlich nicht resp. ungenügend qualifiziert sein 
soll, dem Leiden des Versicherten in somatischer Hinsicht Rechnung zu tragen, ist nicht ersicht-
lich und wird auch nicht substanziiert dargelegt. Dazu kommt, dass sich der anwaltlich vertrete-
ne Beschwerdeführer – im Wissen um die fachliche Qualifikation des Gutachters – der Begut-
achtung unterzogen hatte. 
 
7.2.2 Auch die weitere Kritik am Gutachten von Dr. D.____ ist nicht stichhaltig. Der Beschwer-
deführer macht geltend, dieser habe das Leistungsprofil bezüglich der rechten Schulter zu op-
timistisch eingeschätzt und zudem nicht beurteilt, wie es sich mit den Beschwerden wegen des 
strukturellen Schadens an der linken Schulter verhalte, wenn diese quasi kompensatorisch be-
lastet werde. Zwar beschrieb Prof. Dr. F.____ wegen den Schulterbeschwerden rechts in quali-
tativer Hinsicht ein eingeschränkteres Zumutbarkeitsprofil als Dr. D.____. Er stellte aber die 
Beurteilung des Gutachters, wonach dem Versicherten quantitativ ein Pensum von 80 % zu-
mutbar sei, nicht in Abrede. Die eigene Einschätzung des Beschwerdeführers, wonach der Ge-
sundheitsschanden an der linken Schulter die Arbeitsfähigkeit weiter einschränke, findet in den 
vorliegenden medizinischen Unterlagen keine Stütze. Auch der Rüge, wonach die Ausführun-

 

 
 
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gen von Dr. D.____ zum Verlauf der Arbeitsfähigkeit (zu) wage seien und die damalige Akten-
lage weitere Abklärungen erfordert hätten, trifft nicht zu. Hierzu ist zunächst festzuhalten, dass 
eine Exploration von der Natur der Sache her nicht ermessensfrei erfolgen kann. Sie eröffnet 
den Gutachtern praktisch immer einen Spielraum für verschiedene medizinische Interpretatio-
nen, was zulässig und zu respektieren ist, sofern der Gutachter – wie hier – lege artis vorge-
gangen sind. Auch wenn in Bezug auf die retrospektive Beurteilung der Arbeitsfähigkeit gewisse 
Unsicherheiten bestanden, war es Dr. D.____ aufgrund der ihm zur Verfügung gestandenen 
medizinischen Unterlagen und unter Berücksichtigung der Entwicklung einer Arthrose – wenn 
auch arbiträr – möglich, eine einleuchtende Beurteilung des gesundheitlichen Verlaufs vorzu-
nehmen. Inwiefern seine Schlussfolgerungen betreffend den zeitlichen Verlauf der Arbeitsfähig-
keit offensichtlich unrichtig sein sollen, zeigt der Beschwerdeführer nicht auf und ist auch nicht 
ersichtlich. Mangels fachärztlicher Qualifikation vermag der Verlaufsbericht der behandelnden 
Komplementärtherapeutin J.____ vom 4. Dezember 2020 die Beurteilung von Dr. D.____ nicht 
in Frage zu stellen. 
 
7.2.3 Wenn der Beschwerdeführer geltend macht, die Beschwerdegegnerin habe nicht be-
rücksichtigt, dass sich seit der Begutachtung durch Dr. D.____ bis zum Erlass der angefochte-
nen Verfügung am 23. Oktober 2020 eine relevante Verschlechterung des Gesundheitszu-
stands eingestellt habe, kann ihm ebenfalls nicht gefolgt werden. Dass der Gesundheitsscha-
den an der linken Schulter eine weitere Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bewirkt, ergibt sich 
weder aus dem Bericht von Prof. Dr. F.____ vom 21. Oktober 2019 noch aus demjenigen vom 
1. Dezember 2020. Zudem spricht die Tatsache, dass Dr. M.____ die Beschwerden in der lin-
ken Schulter als "kompensatorisch bis gering" beurteilte (vgl. E. 6.19 hiervor) gegen eine rele-
vante Gesundheitsschädigung. Bei dieser Sachlage ist nicht mit überwiegender Wahrschein-
lichkeit erstellt, dass sich nach der Begutachtung durch Dr. D.____ bis zum Erlass der ange-
fochtenen Verfügung am 23. Oktober 2020 in Bezug auf die linke Schulter eine relevante Ver-
schlechterung eingestellt hätte. Dasselbe gilt hinsichtlich der Rückenbeschwerden. Der Be-
schwerdeführer macht dazu geltend, dass die Bildgebung – im Nachgang zum Auffahrunfall 
vom 25. September 2018 – im Bereich der LWS neue Befunde zeigen würde und die Aktenbe-
urteilung der RAD-Ärztin Dr. K.____, wonach das Unfallereignis lediglich vom 25. September 
2018 bis 13. November 2018 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit verursacht habe, nicht ver-
lässlich sei. Zunächst ist in Erinnerung zu rufen, dass für die Belange der Invalidenversicherung 
nicht die Diagnose, sondern die Auswirkungen des fachärztlich festgestellten Leidens auf die 
Arbeitsfähigkeit massgeben ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 23. April 2019, 
9C_184/2019, E. 4.2). Weiter stellten die erstbehandelnden Ärzte der Notfallstation des Kan-
tonsspitals N.____ in ihrem Bericht vom 26. September 2018 lediglich eine Kontusion der linken 
Schulter, des linken Knies und der LWS fest. Die Bildgebung ergab keine Traumafolgen. Zudem 
hielt PD Dr. P.____ am 27. November 2018 fest, dass die lumbale Schmerzhaftigkeit relativ 
unverändert zu den Vorbefunden sei, wobei insgesamt der Rücken- und der Beinschmerz links 
etwas an Intensität zugenommen hätten. Eine Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nahm sie nicht 
vor und eine Verlaufskontrolle war nicht vorgesehen. Die erhebliche lumbospondylogene 
Schmerzsymptomatik war aber bereits im Gutachten von Dr. D.____ dokumentiert. Vor diesem 
Hintergrund und bei der damaligen Aktenlage ist die Einschätzung von Dr. K.____ nachvoll-
ziehbar, wonach das Unfallereignis vom 25. September 2018 zu einer vorübergehenden Ar-

 

 
 
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beitsunfähigkeit bis 13. November 2018 (Sprechstunde bei PD Dr. P.____) geführt habe, da-
nach aber wieder von einem Beschwerdeausmass auszugehen sei, wie es sich anlässlich der 
Begutachtung durch Dr. D.____ gezeigt habe. Fachärztliche Aussagen, die diese Beurteilung in 
Zweifel zu ziehen vermöchten, lagen im damaligen Zeitpunkt nicht vor. Eine (abweichende) Be-
urteilung der Arbeitsfähigkeit ergibt sich auch nicht aus dem erst nach Verfügungserlass erstell-
ten Bericht der Dres. G.____ und H.____ vom 30. November 2020. Die vom Beschwerdeführer 
im vorliegenden Verfahren eingereichten Berichte der Klinik L.____ vom 19. Januar 2021 und 
5. Februar 2021 sowie von Dr. M.____ vom 23. April 2021 basieren auf Konsultationen und Ab-
klärungen, welche erst nach Erlass der angefochtenen Verfügung durchgeführt wurden. Der 
darin beschriebene Knieschaden rechts wurde erst nach Verfügungserlass thematisiert. Die 
genannten Berichte der Klinik L.____und Dr. M.____ enthalten jedoch keine retrospektiven An-
gaben zum Gesundheitszustand und zur Leistungsfähigkeit des Versicherten im massgebenden 
Zeitpunkt des Verfügungserlasses, weshalb sie nicht geeignet sind, weiteren (dazumal beste-
henden) Abklärungsbedarf aufzuzeigen. Eine allfällige zwischenzeitliche Verschlechterung des 
Gesundheitszustands wäre deshalb im Rahmen einer Neuanmeldung zu beurteilen. Insgesamt 
ergibt sich aus den Akten nichts, was geeignet wäre, im hier zu beurteilenden Zeitraum bis 
23. Oktober 2020 den Beweiswert des Gutachtens der Dres. D.____ und E.____ vom 3./4. Sep-
tember 2012 und der Beurteilungen der RAD-Ärztin Dr. K.____ vom 2. September 2019 und 
27. Juli 2020 in Zweifel zu ziehen, weshalb in antizipierter Beweiswürdigung (vgl. 
BGE 126 V 130 E. 2a mit zahlreichen Hinweisen) auf die beantragte zusätzliche Abklärung ver-
zichtet werden kann. 
 
8. Nach dem Gesagten ist im Ergebnis nicht zu beanstanden, dass die IV-Stelle bei der 
Beurteilung des Gesundheitszustands und der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers gestützt 
auf das Gutachten der Dres. D.____ und E.____ vom 3./4. September 2018 und der Beurtei-
lung der RAD-Ärztin Dr. K.____ vom 6. September 2018 und 27. Juli 2020, davon ausgegangen 
ist, dass der Beschwerdeführer ab April 2011 in einer angepassten Tätigkeit zu 70 % und ab 
Dezember 2015 zu 80 % arbeitsfähig war, wobei infolge der Schulteroperationen (am 6. Sep-
tember 2016, 14. Oktober 2016 und 5. September 2017) vom 6. September 2016 bis 14. Januar 
2017 sowie vom 5. September 2017 bis 5. Dezember 2017 und das Unfallereignis vom 25. Sep-
tember 2018 bis 13. November 2018 zu einer vorübergehenden vollständigen Arbeitsunfähig-
keit führten. 
 
9.1 Der Beschwerdeführer bestreitet die Verwertbarkeit seiner Restarbeitsfähigkeit in einer 
Verweistätigkeit. Gemäss ständiger Praxis des Bundesgerichts zur wirtschaftlichen Verwertbar-
keit der Restarbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt ist davon auszugehen, dass 
der Begriff des ausgeglichenen Arbeitsmarktes nicht nur ein gewisses Gleichgewicht zwischen 
dem Angebot und der Nachfrage nach Stellen enthaltet, sondern auch einen Arbeitsmarkt be-
zeichnet, der von seiner Struktur her einen Fächer verschiedenartiger Stellen offen hält, und 
zwar sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen 
wie auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_326/2016 
vom 25. Juli 2016 E. 4.2.1 mit Verweis auf BGE 110 V 276 E. 4). An die Konkretisierung von 
Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten sind keine übermässigen Anforderungen zu stel-
len. Je restriktiver indessen das medizinische Anforderungsprofil umschrieben ist, desto einge-

 

 
 
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hender ist in der Regel die Verwertbarkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt abzuklären und 
nachzuweisen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_941/2012 vom 20. März 2013 E. 4.1.1 mit 
weiteren Hinweisen). Von einer Arbeitsgelegenheit im Sinne von Art. 16 ATSG kann besonders 
dann nicht mehr gesprochen werden, wenn die zumutbare Tätigkeit nunmehr in so einge-
schränkter Form möglich ist, dass sie der allgemeine Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder sie 
nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich 
wäre und das Finden einer entsprechenden Stelle deshalb zum Vornherein als ausgeschlossen 
erscheint (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_326/2016 vom 25. Juli 2016 E. 4.2.1). Nach diesen 
Gesichtspunkten bestimmt sich im Einzelfall, ob eine invalide Person die Möglichkeit hat, ihre 
restliche Erwerbsfähigkeit zu verwerten und ob sie ein rentenausschliessendes Einkommen zu 
erzielen vermag oder nicht (vgl. BGE 110 V 273 E. 4b; AHI 1998 S. 291 E. 3b). Weder gestützt 
auf die Pflicht zur Selbsteingliederung noch im Rahmen der von der versicherten Person auf 
einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt offen stehenden Möglichkeiten zur Verwertung ihrer Res-
terwerbsfähigkeit dürfen von ihr Vorkehren verlangt werden, die unter Berücksichtigung der ge-
samten objektiven und subjektiven Gegebenheiten des Einzelfalles nicht zumutbar sind 
(vgl. Art. 21 Abs. 4 ATSG; Urteil des EVG vom 10. März 2003, I 617/02, E. 3.1 mit Hinweisen).  
 
9.2 Unbestritten ist, dass dem Beschwerdeführer dauernd schwere oder mittelschwere Ar-
beiten nicht mehr zumutbar sind. Rückenschonende leichte Tätigkeiten auf Schulterhöhe ohne 
dauerndes Sitzen oder Stehen waren ihm aber im hier relevanten Zeitraum im Umfang von 
70 % resp. 80 % möglich. Dabei ist ein zusätzlicher Pausenbedarf im Umfang von 20 % be-
rücksichtigt. Aus psychiatrischer Sicht besteht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Bei 
dieser Sachlage ist mit der Vorinstanz davon auszugehen, dass dem Beschwerdeführer trotz 
seiner gesundheitlichen Beeinträchtigungen nach wie vor verschiedene Tätigkeiten auf dem 
ausgeglichenen Arbeitsmarkt offen stehen, so dass nicht von realitätsfremden und in diesem 
Sinne unmöglichen oder unzumutbaren Einsatzmöglichkeiten auszugehen ist. Zwar ist der Be-
schwerdeführer angesichts seines gesundheitsbedingt erschwerten Zugangs zum Arbeitsmarkt 
sowie des eingeschränkten Anforderungsprofils nicht leicht vermittelbar, dennoch sind zumutba-
re Tätigkeiten zweifellos nicht nur in so eingeschränkter Form möglich, dass sie der allgemeine 
Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder dass sie nur unter nicht realistischem Entgegenkommen 
eines durchschnittlichen Arbeitgebers ausgeübt werden könnten. In Frage kommen beispiels-
weise Überwachungs-, Prüf-, Kontroll- und Administrativtätigkeiten oder Telefondienste aller Art. 
Daher kann nicht von einem fehlenden Zugang des Beschwerdeführers zum Arbeitsmarkt im 
Sinne des Art. 16 ATSG gesprochen werden. 
 
10.1 Wie oben ausgeführt (vgl. E. 3.2 hiervor), ist der Invaliditätsgrad bei erwerbstätigen Ver-
sicherten aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. In den angefochtenen Verfü-
gungen vom 23. Oktober 2020 nahm die IV-Stelle den erforderlichen Einkommensvergleich vor, 
wobei sie die Vergleichseinkommen aufgrund der Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesam-
tes für Statistik (BfS) ermittelte. Nachdem sich aus den Akten keine Hinweise ergeben, dass im 
Rahmen der Rechtsanwendung von Amtes wegen durch das Gericht eine andere Einschätzung 
der Vergleichseinkommen vorzunehmen wäre und die konkrete Bemessung derselben auch 
vom Versicherten nicht beanstandet wurde, erübrigt sich eine detaillierte Darstellung der Be-
rechnung. 

 

 
 
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10.2 Der Beschwerdeführer verlangt aber eine leidensbedingte Reduktion des Invalidenein-
kommens um mindestens 20 %. Mit dem Abzug vom Tabellenlohn nach BGE 126 V 75 soll der 
Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und 
Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und 
Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können und je nach Ausprägung 
die versicherte Person deswegen die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgegliche-
nen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten kann (vgl. 
BGE 135 V 297 E. 5.2; Urteil des Bundesgerichts vom 11. Juli 2017, 8C_114/2017, E. 3.1). Der 
Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall 
nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25 % nicht übersteigen 
(vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2; 134 V 322 E. 5.2). 
 
10.3 Aus dem Gutachten der Dres. D.____ und E.____ vom 3./4. September 2018 ergibt 
sich, dass der Versicherte in einer rückenschonenden leichten Verweistätigkeit im Umfang von 
70 % resp. 80 % arbeitsfähig war, wobei ein zusätzlicher Pausenbedarf von 20 % berücksichtigt 
wurde. Die Tatsache allein, dass dem Versicherten nur noch körperlich angepasste Arbeiten 
zumutbar waren, stellt aber auch bei eingeschränkter Leistungsfähigkeit keinen Grund für einen 
Abzug dar, weil der Tabellenlohn im Kompetenzniveau 1 bereits eine Vielzahl solcher Tätigkei-
ten umfasst (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 22. März 2017, 8C_805/2016, E. 3.4.2 und 
vom 16. Juli 2014, 8C_97/2014, E. 4.2). Ferner ist nicht ersichtlich, dass körperliche Limitierun-
gen bestehen, die nicht bereits im gutachterlichen Anforderungs- und Belastungsprofil enthalten 
sind. Insbesondere darf der Umstand, dass dem Beschwerdeführer nur noch körperlich ange-
passte Tätigkeiten zumutbar sind, nicht durch einen Abzug vom Tabellenlohn und damit doppelt 
berücksichtigt werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 7. Juli 2017, 9C_264/2016, E. 5.2.2). 
Die weiteren Kriterien (Alter, Dienstjahre, Beschäftigungsgrad und Nationali-
tät/Aufenthaltskategorie) rechtfertigen vorliegend ebenfalls keinen Abzug. 
 
10.4 Nach dem Gesagten hat der Beschwerdeführer ab 1. September 2016 – unter Berück-
sichtigung der dreimonatigen Übergangsfrist (Art. 88a Abs. 1 der Verordnung über die Invali-
denversicherung [IVV] vom 17. Januar 1961) – bis 30. April 2017 Anspruch auf eine ganze Ren-
te. Ein weitergehender Rentenanspruch besteht nicht. Die angefochtene Verfügung vom 
23. Oktober 2020 ist im Ergebnis nicht zu beanstanden und die Beschwerde deshalb abzuwei-
sen. 
 
11. Abschliessend bleibt über die Kosten des Verfahrens zu befinden. Gemäss Art. 69 
Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Ver-
weigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die 
Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1‘000.-- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnitt-
licher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrenskosten in Berücksich-
tigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 
VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem 
Ausmass auferlegt. Vorliegend unterliegt der Beschwerdeführer, weshalb die Verfahrenskosten 

 

 
 
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ihm zu auferlegen sind. Diese werden mit dem bereits geleisteten Vorschuss in Höhe von 
Fr. 800.-- verrechnet. Bei diesem Verfahrensausgang ist dem Beschwerdeführer keine Partei-
entschädigung zuzusprechen. 
 
 

Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- werden dem Be-
schwerdeführer auferlegt und mit dem geleisteten Kostenvorschuss in 
Höhe von Fr. 800.-- verrechnet. 

 3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 
 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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