# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 60e87777-26dd-5849-bbd7-54358040408b
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** SB240093-O1
**Docket/Reference:** SB240093-O1
**URL:** https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/SB240093-O1.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer  

Geschäfts-Nr.: SB240093-O/U/cwo

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. S. Volken, Präsident, lic. iur. M. Langmeier 

und lic. iur. B. Amacker sowie die Gerichtsschreiberin MLaw N. Hun-

ziker

Urteil vom 8. Januar 2025

in Sachen

Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland, 

Anklägerin und I. Berufungsklägerin

sowie

Veterinäramt des Kantons Zürich, 

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. X._____, 

Verwaltungsbehörde und II. Berufungsklägerin

gegen

A._____, 

Beschuldigte und Berufungsbeklagte

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt MLaw Y._____, 

betreffend Vergehen gegen das Tierschutzgesetz  

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichts Dielsdorf 

vom 27. November 2023 (GG230016)

-   2   -

Anklage:
(Urk. 14)

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 9. März 2023 

(Urk. 14) ist diesem Urteil beigeheftet.

Urteil der Vorinstanz:
(Urk. 35 S. 31 ff.)

"Es wird erkannt:

1.

Die Beschuldigte A._____ ist schuldig der Tierquälerei im Sinne von Art. 26 Abs. 1 

lit. a  TSchG  und  der  Widerhandlung  gegen  das  Tierschutzgesetz  im  Sinne  von 

Art. 28 Abs. 1 lit. a TSchG, beides in Verbindung mit Art. 3 lit. a und b TSchG, Art. 4 

Abs. 1 und 2 TSchG, Art. 6 Abs. 1 TSchG sowie Art. 3 Abs. 1 und 3 TschV und Art. 

5 Abs. 2 TSchV.

2.

Die Beschuldigte A._____ wird bestraft mit einer Geldstrafe von 50 Tagessätzen à je 

Fr. 30.– (insgesamt Fr. 1'500.–) sowie einer Busse im Umfang von Fr. 500.–.

3.

Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festge-

setzt.

4.

Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt die Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, tritt 

an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 5 Tagen.

5.

Die  Entschädigung  von  Rechtsanwalt  MLaw  Y._____  für  seine  Aufwendungen  als 

amtlicher Verteidiger der Beschuldigten wird auf Fr. 5'252.25 (inklusive Barauslagen 

und Mehrwertsteuer) festgesetzt.

6.

Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf:

Fr.

Fr.

Fr.

1'200.00 ; die weiteren Kosten betragen:

3'000.00   Gebühr für das Vorverfahren

4'200.00   Total

Verlangt keine der Parteien eine schriftliche Begründung des Urteils, ermässigt sich 

die Entscheidgebühr um einen Drittel auf Fr. 800.–.

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7.

Die  Kosten  und  Gebühren  des  Vorverfahrens  und  des  gerichtlichen  Verfahrens 

werden der Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden 

einstweilen  auf  die  Gerichtskasse  genommen;  vorbehalten  eine  Nachforderung 

gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO.

8.

9.

(Mitteilungen)

(Rechtsmittel)"

Berufungsanträge:
(Prot. II S. 4 f.)

a)

Der Staatsanwaltschaft:

(Urk. 36 S. 7; Urk. 51 S. 2)

1.

Es sei festzustellen, dass Ziffer 1 des Urteils des Einzelgerichts in Strafsachen 

des Bezirks Dielsdorf in Bezug auf den Schuldspruch wegen Tierquälerei im 

Sinne  von  Art.  26  Abs.  1  lit.  a  TSchG  in  Verbindung  mit  Art.  3  lit.  a  und  b 

TschG, Art. 4 Abs. 1 und 2 TSchG, Art. 6 Abs. 1 TSchG sowie Art. 3 Abs. 1 

und 3 TSchV und Art. 5 Abs. 2 TSchV betreffend den Hund B._____ (Anklage-

sachverhalt 2) in Rechtskraft erwuchs.

2.

Es sei die Beschuldigte zusätzlich wegen Tierquälerei im Sinne von Art. 26 

Abs. 1 lit. a TSchG in Verbindung mit Art. 3 lit. a und b TschG, Art. 4 Abs. 1 

und 2 TSchG, Art. 6 Abs. 1 TSchG sowie Art. 3 Abs. 1 und 3 TSchV und Art. 5 

Abs. 2 TSchV betreffend die Hündin C._____ (Anklagesachverhalt 1) schuldig 

zu sprechen.

3.

Die  Beschuldigte  sei  zu  bestrafen  mit  einer  Freiheitsstrafe  von  8  Monaten 

sowie einer Busse von CHF 1'000.–.

4.

Es sei der bedingte Vollzug der Freiheitsstrafe unter Ansetzung einer Probe-

zeit von 2 Jahren zu gewähren.

5.

Es sei eine Ersatzfreiheitsstrafe von 10 Tagen bei schuldhafter Nichtbezah-

lung der Busse festzusetzen.

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6.

Es  seien  der  Beschuldigten  die  Kosten  des  Verfahrens  inklusive  des  Beru-

fungsverfahrens aufzuerlegen.

b)

Der Verfahrensbeteiligten:

(Urk. 38 S. 4; Urk. 52 S. 1 f.)

1.

Die Beschuldigte sei der Tierquälerei im Sinne von Art. 26 Abs. 1 lit. a TSchG 

in Verbindung mit Art. 3 lit. a und b TSchG, Art. 4 Abs. 1 und 2 TSchG, Art. 6 

Abs.  1  TSchG  sowie  Art.  3  Abs.  1  und  2  TSchV  und  Art.  5  Abs.  2  TSchV 

begangen  an  der  Hündin  C._____,  Biewer  Yorkshire  Terrier,  Chip-Nr.  1, 

schuldig zu sprechen.

2.

Die Beschuldigte sei in Abänderung des Antrags der Berufungserklärung vom 

22.  Februar  2024  mit  einer  bedingten  Freiheitsstrafe  von  8  Monaten  unter 

Ansetzung einer angemessenen Probezeit zu bestrafen.

3.

c)

Der Beschuldigten seien die Verfahrenskosten aufzuerlegen.

Der amtlichen Verteidigung der Beschuldigten:

(Urk. 42; Urk. 53 S. 2)

Die Berufungen der I. Berufungsklägerin und der II. Berufungsklägerin seien 

abzuweisen  und  es  sei  das  Urteil  des  Bezirksgerichts  Dielsdorf  vom 

27. November 2023 (Geschäfts-Nr. GG230016) zu bestätigen.

Die  Kosten  des  Berufungsverfahrens,  einschliesslich  derjenigen  der  amt-

lichen Verteidigung, seien vollumfänglich auf die Staatskasse zu nehmen.

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Erwägungen:

I. Verfahrensgang / Umfang der Berufung

1.

Der  Verfahrensverlauf  bis  zum  erstinstanzlichen  Urteil  ergibt  sich  aus  dem 

angefochtenen Entscheid (Urk. 35 S. 3).

2. Gegen  das  eingangs  wiedergegebene  Urteil  des  Bezirksgerichts  Dielsdorf 

vom 27. November 2023 meldeten die Staatsanwaltschaft und die Verfahrensbe-

teiligte je fristgerecht Berufung an (Urk. 29 und 30/1). Nach Zustellung des begrün-

deten Entscheids erfolgten rechtzeitig die Berufungserklärungen der Staatsanwalt-

schaft und der Verfahrensbeteiligten, wobei Letztere zugleich mehrere Urkunden 

einreichte  (Urk.  34/2-3,  Urk. 36,  Urk.  38  und  Urk.  39/1-3).  Mit  Verfügung  vom 

27. Februar  2024  wurde  der  Beschuldigten  Frist  angesetzt,  um  zu  erklären,  ob 

Anschlussberufung  erhoben  wird,  oder  um  begründet  ein  Nichteintreten  auf  die 

Berufungen zu beantragen, sowie um das beiliegende Datenerfassungsblatt und 

weitere  Unterlagen  zu  ihren  finanziellen  Verhältnissen  einzureichen.  Gleichzeitig 

wurden die durch die Verfahrensbeteiligte eingereichten Urkunden als Beweismittel 

zu den Akten genommen (Urk. 40). Die Beschuldigte verzichtete in der Folge auf 

eine Anschlussberufung und stellte auch keinen Antrag auf Nichteintreten (Urk. 42). 

Mit Eingabe vom 25. März 2024 reichte die Beschuldigte das Datenerfassungsblatt 

und weitere Unterlagen zu ihren finanziellen Verhältnissen zu den Akten (Urk. 44 

und 45/1-5).

3.

Zur Berufungsverhandlung vom 8. Januar 2025 erschienen die Beschuldigte 

und  ihr  amtlicher  Verteidiger  Rechtsanwalt  MLaw  Y._____,  die  Stellvertretende 

Leitende Staatsanwältin lic. iur. D._____ und Rechtsanwältin lic. iur. X._____ für 

die Verfahrensbeteiligte. Vorfragen und Beweisanträge waren keine zu behandeln 

(Prot. II S. 4 ff.). Das Verfahren ist spruchreif.

4.

Die Berufungen der Staatsanwaltschaft und der Verfahrensbeteiligen richten 

sich  je  gegen  die  Dispositivziffern  1  zweiter  Halbsatz  (Schuldspruch  der  Wider-

handlung gegen das Tierschutzgesetz) und 2 - 4 (Strafe, Vollzug, Ersatzfreiheits-

strafe) (Urk. 36, Urk. 38, Urk. 51 S. 2, Urk. 52 S. 1 f.). Folglich ist das vorinstanzliche 

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Urteil vom 27. November 2023 im übrigen Umfang (Dispositivziffern 1 erster Halb-

satz,  5,  6  und  7)  in  Rechtskraft  erwachsen  (Prot.  II  S.  6),  was  mittels  Beschluss 

festzustellen  ist.  Die  Verfahrensbeteiligte  ist  zwar  eine  mit  vollen  Parteirechten 

ausgestattete Partei sui generis (Art. 104 Abs. 2 StPO i.V.m. § 17 KTSchG, § 38 

OG RR i.V.m. Anhang 3 Ziff. 5.1. VOG RR). Allerdings hat sie einzig ein rechtlich 

geschütztes  Interesse  an  der  strafrechtlichen  Verfolgung  und  Verurteilung  von 

Personen,  die  gegen  die  Tierschutzgesetzgebung  verstossen.  Für  die  Durch-

setzung des staatlichen Anspruchs auf angemessene Bestrafung hat demgegen-

über allein die Staatsanwaltschaft besorgt zu sein. Entsprechend ist auf den Antrag 

2  der  Verfahrensbeteiligten  (Sanktion  und  Vollzug)  nicht  einzutreten.  Allerdings 

zeitigt dies vorliegend keine Konsequenzen, zumal die Staatsanwaltschaft überein-

stimmend mit der Verfahrensbeteiligten die Bestrafung der Beschuldigten mit einer 

bedingten Freiheitsstrafe von 8 Monaten beantragt (Urk. 51 S. 2, Urk. 52 S. 2).

5.

Soweit nachfolgend für die tatsächliche und rechtliche Würdigung des einge-

klagten Sachverhaltes auf die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen wird, erfolgt 

dies in Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO, auch ohne dass dies explizit Erwäh-

nung findet. Ferner hat sich das Gericht nicht mit jedem Parteivorbringen einlässlich 

auseinanderzusetzen, sondern kann sich auf die wesentlichen Punkte beschrän-

ken.  Die  Entscheidbegründung  hat  dabei  die  wesentlichen  Überlegungen,  von 

denen sich das Gericht hat leiten lassen und auf die es seinen Entscheid stützt, 

kurz zu nennen (vgl. BGE 146 IV 297 E. 2.2.7, mit weiteren Hinweisen).

II. Schuldpunkt

A.

Sachverhalt

1.

Allgemeines, Beweismittel und Verwertbarkeit

Zu den allgemeinen Grundsätzen der Sachverhaltserstellung und der Beweiswür-

digung wird auf die Ausführungen der Vorinstanz verwiesen (Urk. 35 S. 6 ff.). Weiter 

hat sich die Vorinstanz zutreffend zu den massgebenden Beweismitteln geäussert 

(Urk. 35 S. 9). Darauf kann ebenfalls verwiesen werden. Diese sind vollständig ver-

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wertbar. Als weitere Beweismittel liegen sodann die durch die Verfahrensbeteiligte 

im Berufungsverfahren eingereichten Urkunden vor (Urk. 39/1-3).

2.

Sachverhalt betreffend die Hündin C._____

2.1 Soweit im Berufungsverfahren noch relevant, wirft die Staatsanwaltschaft der 

Beschuldigten  vor,  sie  habe  ihre  Hündin  C._____  trotz  dringender  Empfehlung 

zweier Tierärzte und des Umstandes, dass sich C._____ nicht mehr habe fortbe-

wegen  können,  nicht  euthanasieren  lassen  und  dadurch  ab  mindestens  16.  De-

zember 2021 bis zum 14. Januar 2022 bei C._____ aus egoistischen Gründen Lei-

den verursacht bzw. diese verlängert, was sie gewusst und gewollt, zumindest aber 

als ernstlich möglich billigend in Kauf genommen habe (Urk. 14 S. 2 f.).

Weitere hinreichend konkretisierten Pflichtverletzungen im Zusammenhang mit der 

Hündin C._____ werden der Beschuldigten in der Anklageschrift nicht vorgeworfen 

(vgl. auch Urk. 35 S. 5), was von der Staatsanwaltschaft und der Verfahrensbetei-

ligten nicht in Frage gestellt wird (vgl. Urk. 36 und Urk. 38).

2.2 Die Vorinstanz erachtete den massgebenden Sachverhalt mit der Einschrän-

kung,  dass  sich  die  Beschuldigte  spätestens  ab  dem  22.  Dezember  2021  ohne 

sachgerechte Gründe einer Euthanasie der Hündin C._____ widersetzt habe, als 

erstellt  und  verurteilte  die  Beschuldigte  wegen  Widerhandlung  gegen  das 

Tierschutzgesetz im Sinne von Art. 28 Abs. 1 lit. a TSchG (Urk. 35 S. 10 ff., 19 ff. 

und 30).

2.3 Die Beschuldigte ist mit dem Schuldspruch einverstanden (Urk. 42, Urk. 53), 

während  die  Staatsanwaltschaft  und  die  Verfahrensbeteiligte  eine  Verurteilung 

wegen Tierquälerei im Sinne von Art. 26 Abs. 1 lit. a TSchG und dementsprechend 

auch  eine  strengere  Strafe  beantragen  (Urk.  36;  Urk.  38;  Urk.  51  S.  1;  Urk.  52 

S. 1 f.). Die Staatsanwaltschaft und die Verfahrensbeteiligte machen geltend, das 

Zuwarten  mit  der  Euthanasie  habe  bei  der  gelähmten  Hündin  C._____  schwere 

Leiden verursacht, indem diese keine artgerechten Bewegungsmöglichkeiten mehr 

gehabt habe. Die Beschuldigte habe mit ihrer Verweigerungshaltung die Würde ih-

rer Hündin missachtet, weshalb sie der Tierquälerei schuldig zu sprechen sei (Urk. 

-   8   -

36; Urk. 38; Urk. 51 S. 2 ff.; Urk. 52 S. 2 ff.). Weiter bringt die Verfahrensbeteiligte 

vor, die Beschuldigte sei spätestens seit dem 16. Dezember 2021 zur Euthanasie 

verpflichtet gewesen (Urk. 38, Urk. 52 S. 3).

2.4 Die  Aussagen  des  behandelnden  Tierarztes  E._____  (Urk.  4)  und  der 

Beschuldigten  (Urk.  3/1-2  und  Urk.  26),  die  Anzeige  des  Veterinäramtes  des 

Kantons Zürich vom 14. März 2022, der tierärztliche Bericht vom 14. Januar 2022 

sowie der Pathologiebericht vom 18. Februar 2022 (Urk. 2/3; Urk. 39/2) wurden von 

der Vorinstanz korrekt wiedergegeben (Urk. 35 S. 10 ff.).

Überzeugend gelangte die Vorinstanz zum Ergebnis, dass der massgebende Sach-

verhalt grundsätzlich erstellt sei. Die Beschuldigte sei spätestens am 22. Dezember 

2021  darauf  aufmerksam  gemacht  worden,  dass  ein  würdevolles  Leben  für 

C._____ ab diesem Zeitpunkt – insbesondere aufgrund der Lähmung im hinteren 

Bereich – nicht mehr möglich sei, weshalb sie hätte euthanasiert werden müssen. 

Dem habe sich die Beschuldigte widersetzt. Der Beschuldigten sei das Wohlerge-

hen von C._____ indessen nicht gleichgültig gewesen. Sie habe sich weiter um sie 

gekümmert, indem sie ihr Medikamente verabreicht, sie massiert und ergonomisch 

gelagert habe. Dass es der Beschuldigten wichtig gewesen sei, eine Diagnose zu 

erhalten, sei nachvollziehbar. Allerdings habe die Beschuldigte das Ausmass der 

gesundheitlichen Beschwerden von C._____ wohl eindeutig verkannt. Die Hündin 

habe sich in einem so kritischen Zustand befunden, dass nur noch eine Euthanasie 

angezeigt gewesen wäre. Das Leiden von C._____ sei zwar schwer abschätzbar 

gewesen, zumal auch der behandelnde Tierarzt E._____ zugegeben habe, dass 

die Hündin im gelähmten Bereich wohl kaum Schmerzen verspürt habe. Wohl habe 

C._____ aber dadurch gelitten, dass sie als Lauftier den ganzen Tag nur noch lie-

gen konnte und keinerlei Bewegung hatte, womit die Beschuldigte ohne sachge-

rechte Gründe eine Euthanasie verweigert habe (Urk. 35 S. 16). Dieser Würdigung 

kann vorbehaltlos gefolgt werden.

2.5 Zu den Erwägungen der Vorinstanz ist ergänzend zu konstatieren, dass sich 

aus den Aussagen des Tierarztes E._____ ergibt, dass er der Beschuldigten zwar 

wohl bereits am 16. Dezember 2021 eine Euthanasie der Hündin C._____ vorge-

schlagen haben dürfte, nachdem sich diese gemäss seiner Erinnerung nicht mehr 

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habe fortbewegen können (Urk. 4 F/A 19; nach den Aussagen der Beschuldigten 

war  C._____  damals  indessen  noch  nicht  bewegungsunfähig,  sondern  "unsicher 

und  wackelig":  Urk.  3/1  F/A  15;  Urk.  3/2  F/A  35).  Allerdings  rieten  der  Tierarzt 

E._____ und dessen Kollegin F._____ der Beschuldigten offenbar erst am 22. De-

zember 2021 dringend zur unmittelbaren Euthanasie, nachdem eine Überprüfung 

der Sensorik komplett negativ verlief bzw. C._____ im hinteren Bereich überhaupt 

keine Reaktionen mehr zeigte, sie mithin im hinteren Bereich komplett gelähmt war 

(Urk. 4 F/A 22 ff.). Aus tierärztlicher Sicht war somit spätestens ab dem 22. Dezem-

ber 2021 eindeutig nur noch eine Euthanasie als tiermedizinische Massnahme an-

gezeigt (vgl. Urk. 39/1-2 und Urk. 2/3). 

Aus dem tierärztlichen Bericht vom 14. Januar 2021 ergibt sich der Befund "Tiefen-

schmerz reduziert vorhanden" (Urk. 39/2). Dieser Befund steht im Einklang mit der 

Einschätzung  des  Tierarztes  E._____,  wonach  C._____  im  gelähmten  Bereich 

kaum  Schmerzen  gehabt  habe  (Urk.  4  F/A  26).  Ausserdem  ergibt  sich  aus  dem 

besagten  tierärztlichen  Bericht  der  Befund  einer  hochgradigen  Kachexie  (Urk. 

39/2). Allerdings schliesst dies nicht aus, dass C._____ noch trank und ass, wie 

dies die Beschuldigte geltend macht (Urk. 3/1 F/A 17; Urk. 3/2 F/A 12), zumal ein 

solch starker aus der Erkrankung entstandener Gewichtsverlust unter Umständen 

auch trotz Nahrungsaufnahme eintreten kann. Unzweifelhaft und für die Beschul-

digte erkennbar litt die Hündin durch die verweigerte Euthanasie nur – aber immer-

hin  –  in  dem  Sinne,  als  sie  aufgrund  der  Lähmung  als  Lauftier  nur  noch  liegen 

konnte, was die Pflege durch die Beschuldigte nicht wettmachte, was die Beschul-

digte – retrospektiv betrachtet – denn auch anerkannt hat (Urk. 50 S. 7 f.). Demzu-

folge hat die Beschuldigte eine Euthanasie ohne sachgerechte Gründe verweigert.

Die Beschuldigte hat im Verfahren stets ausgesagt, dass sie vor einer Euthanasie 

eine Diagnose wollte (Urk. 3/1 F/A 26; Urk. 3/2 F/A 5, 20, 41, 44, 46, 50; Prot. I 

S. 10 und 12 f.; Urk. 50 S. 5 ff.). Diese Aussagen können der Beschuldigten nicht 

widerlegt  werden,  zumal  sie  drei  Mal  Tierärzte  beizog  und  offenbar  unbedingt 

wollte, dass bei C._____ ein grosses Blutbild erstellt wird (Urk. 4 F/A 8 und 12). 

Soweit die Staatsanwaltschaft dafür hält, C._____ habe anlässlich der an ihr durch-

geführten Sektion genau jene Schäden aufgewiesen, auf welche die von der Be-

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schuldigten in Recht gelegte Blutauswertung hinweise (Urk. 36 S. 6), ist ihr Folgen-

des  entgegenzuhalten:  Der  Tierarzt  E._____  und  seine  Kollegin  F._____  haben 

diese Hinweise soweit ersichtlich nicht gesehen, sicher indessen am 22. Dezember 

2021  noch  nicht  gekannt,  nachdem  der  Bericht  vom  23.  Dezember  2021  datiert 

(Urk. 2/1 M5). Ihre Empfehlung zur Euthanasie beruhte vielmehr im Wesentlichen 

darauf, dass C._____ im hinteren Bereich keine Reaktionen mehr zeigte und ihr 

Allgemeinzustand sehr schlecht war. Nach den Ursachen der Lähmung wurde of-

fenbar  nicht  geforscht  (Urk.  4  F/A  23  ff.;  Urk.  3/1  F/A  31).  Und  die  Beschuldigte 

verfügte nicht über das erforderliche Fachwissen, um die Blutauswertung zu inter-

pretieren (vgl. Urk. 2/1 M5), und sie ging ihrerseits am ehesten von einer Diskus-

hernie aus (Urk. 3/1 F/A 3, 13, 17; Urk. 3/2 S. 3). Nicht widerlegt werden kann der 

Beschuldigten auch, dass sie C._____ pflegte, indem sie sie mit Schmerzmitteln 

behandelte, massierte und ergonomisch lagerte (Urk. 3/1 F/A 3, 19 f.; Urk. 3/2 F/A 

5 und 14) sowie C._____ nach draussen trug, wenn diese Wasser lösen oder Koten 

musste (Urk. 3/1 F/A 13; Urk. 3/2 S. 3; Urk. 26 S. 9, 12). Es gibt sich daraus das 

Bild,  dass  der  Beschuldigten  offenkundig  nicht  gleichgültig  war,  wie  es  um  das 

Wohlergehen ihrer Hündin stand. Daran ändert nichts, dass die Beschuldigte nach 

dem 22. Dezember 2021 innert nützlicher Frist bzw. bis zur behördlichen Beschlag-

nahme  von  C._____  am  14.  Januar  2022  unbestritten  keine  weitere  tierärztliche 

Konsultation durchführen liess. Zum einen ist – wie die Verteidigung zutreffend fest-

hält (Urk. 53 S. 7 i.V.m. Prot. II S. 8 Ergänzung 4) – unklar, ab welchem Zeitpunkt 

nach  dem  22. Dezember  2021  sich  der  Zustand  von  C._____  derart  verschlech-

terte, dass sie sich gar nicht mehr bewegen konnte. Zum anderen sagte die Be-

schuldigte aus, sie habe sich mehrmals an ihre Mutter gewandt und diese habe ihr 

gesagt, dass alle Tierarztpraxen in Deutschland über die Feiertage und am Jahres-

ende geschlossen seien (Urk. 50 S. 6 und 7; Urk. 3/2 F/A 22). Dies kann der Be-

schuldigten  nicht  widerlegt  werden  und  zeigt,  dass  sie  nach  dem  22. Dezember 

2021 weitere tiermedizinische Abklärungen tätigen wollte, wobei die Feiertage die 

Vornahme weiterer Abklärungen erschwerten. Zudem war die Beschuldigte mit ih-

rer eigenen Situation und derjenigen der Hunde offensichtlich überfordert, weshalb 

sie das Ausmass der gesundheitlichen Beschwerden von C._____ und die Dring-

lichkeit ihres Handelns wohl eindeutig verkannt hat (Urk. 50 S. 6 ff.). Allerdings lag 

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mit der am 22. Dezember 2021 erfolgten dringenden Empfehlung zweier Tierärzte 

eine Einschätzung zweier Fachpersonen vor, welche der Beschuldigten einen kon-

kreten Hinweis betreffend das Ausmass des krankhaften Zustandes ihrer Hündin 

lieferte.

Der zur Diskussion stehende Sachverhalt ist deshalb im Sinne des Ausgeführten 

erstellt und für die rechtliche Würdigung darauf abzustellen.

B. Rechtliche Würdigung

1.

Nach Art. 26 Abs. 1 lit. a TSchG wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren 

oder  Geldstrafe  bestraft,  wer  ein  Tier  vorsätzlich  misshandelt,  vernachlässigt,  es 

unnötig überanstrengt oder dessen Würde in anderer Weise missachtet. Mit Busse 

bis zu Fr. 20'000.– wird gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. a TSchG bestraft, wer vorsätzlich 

die  Vorschriften  über  die  Tierhaltung  missachtet,  sofern  nicht  Art.  26  TSchG  an-

wendbar ist.

Die  Vernachlässigung  von  Tieren  ist  ein  echtes  Unterlassungsdelikt.  Das  tatbe-

standsmässige  Verhalten  liegt  in  der  Nichtvornahme  einer  nach  Art.  6  Abs.  1 

TSchG i.V.m. Art. 5 Abs. 2 TSchV gebotenen Handlung. Nach Art. 5 Abs. 2 TSchV 

ist der Tierhalter dafür verantwortlich, dass kranke und verletzte Tier unverzüglich 

ihrem  Zustand  entsprechend  untergebracht,  gepflegt  und  behandelt  oder  getötet 

werden.

Eine Vernachlässigung im Sinne einer Tierquälerei muss zwingend mit einer Miss-

achtung der Würde des Tieres einhergehen, ansonsten nur der Übertretungstatbe-

stand  von  Art.  28  Abs.  1  TschG  in  Frage  kommt  (Urteile  des  Bundesgerichts 

6B_145/2024  vom  10.  Juli  2024  E.  2.2.2.  und  6B_400/2018  vom  15.  Mai  2019 

E. 2.2.  je  mit  weiteren  Hinweisen;  Urteil  des  Obergerichts  des  Kantons  Zürich 

SB220081 vom 14. September 2022 E. IV.1.2.

2.1 Die Vorinstanz hat die rechtlichen Grundlagen des Tatbestandes der Tierquä-

lerei und des Tatbestandes der übrigen Widerhandlungen gegen das Tierschutz-

gesetz in ihrem Entscheid korrekt beleuchtet. Zutreffend ist denn auch die recht-

liche Subsumption im erstinstanzlichen Urteil, wonach es sich beim Verhalten der 

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Beschuldigten um eine Widerhandlung gegen das Tierschutzgesetz im Sinne von 

Art. 28 Abs. 1 lit. a TSchG handle (Urk. 35 S. 17 ff.). Darauf kann grundsätzlich 

verwiesen werden. Die nachfolgenden Erwägungen sind teilweise rekapitulierender 

und ergänzender Natur.

2.2 Unbestritten  steht  fest,  dass  die  Beschuldigte  Halterin  der  Hündin  C._____ 

war. Die Beschuldigte hätte in ihrer Eigenschaft als Tierhalterin spätestens ab dem 

22. Dezember 2021 die Euthanasie der Hündin C._____ in Auftrag geben müssen, 

da keine realistischen Heilungschancen mehr gegeben waren. Indem die Beschul-

digte dies nicht tat, hat sie gegen Art. 6 Abs. 1 TschG i.V.m. Art. 5 Abs. 2 TSchV 

verstossen.  Die  Beschuldigte  hat  denn  auch  anerkannt,  retrospektiv  betrachtet 

nicht richtig gehandelt zu haben (Urk. 50 S. 7 f.). Diese Widerhandlung gegen die 

Tierschutzgesetzgebung  geschah  zumindest  eventualvorsätzlich,  nachdem  ihr 

zwei Tierärzte aufgrund der – auch von ihr selbst in der Entstehung und ihren Aus-

wirkungen wahrgenommenen – Lähmung und des sehr schlechten Allgemeinzu-

standes ihrer Hündin dringend eine unmittelbare Euthanasie empfohlen hatten. Mit-

hin  musste  die  Beschuldigte  zumindest  ernsthaft  damit  rechnen,  dass  aus  tier-

schutzrechtlichen Gründen eine umgehende Euthanasie geboten war. 

2.3 Der  Tatbestand  der  Tierquälerei  stellt  nicht  den  Ungehorsam  gegenüber 

einem Tierarzt unter Strafe, sondern verlangt zusätzlich, dass dadurch die Würde 

des Tieres missachtet wird (Urteil des Bundesgerichts 6B_145/2024 vom 10. Juli 

2024 E. 2.6.1.). Zudem sind Unterlassungen von ihrer Schwere her in aller Regel 

nicht mit aktiven Verhaltensweisen vergleichbar, welche mit einer bewussten Schä-

digung des Tierwohles verbunden sind (Urteil des Obergerichts des Kantons Zürich 

SB220081 vom 14. September 2022 E. IV.1.3.2.). Fest steht, dass aufgrund des 

Zustandes von C._____ eine Euthanasie als einzige tiermedizinische Massnahme 

angezeigt war und sich die Beschuldigte dieser während rund drei Wochen wider-

setzte. Der Beschuldigten kann allerdings nicht zum Vorwurf gemacht werden, sie 

habe C._____ einfach ihrem Schicksal überlassen. Ihr war das Wohlergeben von 

C._____ nicht gleichgültig. Sie versuchte, von den Tierärzten die Ursache der Läh-

mung in Erfahrung zu bringen und fütterte und pflegte C._____, indem sie sie mit 

Schmerzmitteln  behandelte,  massierte  und  ergonomisch  lagerte.  Zudem  ist  das 

-   13   -

Leiden der Hündin in den letzten drei Wochen ihres Lebens schwierig abschätzbar. 

Zwar war ihre Lebensqualität aufgrund der Lähmung zweifellos eingeschränkt. Zu-

dem war sie, wie die nach dem Tod von C._____ vorgenommene Vollsektion erge-

ben hat, gravierender erkrankt, als die Beschuldigten hoffte. Allerdings litt C._____ 

offenbar infolge der Lähmung nicht an starken Schmerzen und nahm trotz krank-

heitsbedingtem Gewichtsverlust noch Nahrung zu sich. Gemäss Aussagen der Be-

schuldigten konnte sich die Hündin jeweils auch melden, wenn sie Wasser lösen 

oder Koten musste (Urk. 3/1 F/A 13; Urk. 3/2 S. 3; Urk. 26 S. 9, 12; Urk. 50 S. 8), 

sodass  sie  nach  draussen  getragen  werden  konnte.  Indem  die  Beschuldigte 

C._____ mit ineffizienten Methoden zu behandeln bzw. pflegen versuchte, liess sie 

ihr zwar nicht die aus schulmedizinischer Sicht erforderliche, bestmögliche Pflege 

(im Sinne einer Tötung) zukommen. Andererseits überliess sie C._____ auch nicht 

einfach ihrem Schicksal (Urteil des Bundesgerichts 6B_145/2024 vom 10. Juli 2024 

E. 2.6.2.). Demnach erreicht die der Beschuldigten vorzuwerfende Pflichtverletzung 

nicht den für eine Tierquälerei erforderlichen Schweregrad einer eigentlichen Miss-

handlung. Eine Missachtung der Tierwürde liegt nicht vor. Eine Verwirklichung des 

Tatbestandes  der  Tierquälerei  fällt  somit  bereits  aus  objektiver  Sicht  ausser  Be-

tracht.

2.4 Aufgrund der vorstehenden Erwägungen ist mithin zusammenfassend – mit 

der Vorinstanz – festzuhalten, dass die Beschuldigte mit ihrem Vorgehen den Tat-

bestand der Tierquälerei im Sinne von Art. 26 Abs. 1 lit. a TschG nicht erfüllt hat. 

Nichtsdestotrotz  hat  sie  die  Vorschriften  über  die  Tierhaltung  verletzt,  indem  sie 

nicht die angezeigte Lösung hinsichtlich des Wohlergehens von C._____ traf und 

sich einer Euthanasierung widersetzte, ohne sich dabei auf höhere Interessen be-

rufen zu können, wobei sie solch pflichtwidriges Verhalten aufgrund der gesamten 

Umstände zumindest in Kauf nahm. Es ist ihr demnach eine – als Übertretung aus-

gestaltete – (eventual-)vorsätzlich Widerhandlung gegen das Tierschutzgesetz im 

Sinne von Art. 28 Abs. 1 lit. a TSchG i.V.m. Art. 6 Abs. 1 TSchG und Art. 5 Abs. 2 

TSchV vorzuwerfen.

-   14   -

III. Strafe

1.

Tierquälerei

1.1 Die Beschuldigte hat sich zum einen hinsichtlich des Hundes B._____ einer 

(eventual-)vorsätzlichen Tierquälerei im Sinne von Art. 26 Abs. 1 lit. a TSchG schul-

dig gemacht, wofür sie mit einer Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren 

zu bestrafen ist (vgl. Art. 26 Abs. 1 TSchG).

Zu den allgemeinen Grundsätzen der Strafzumessung kann auf die zutreffenden 

Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 35 S. 23 f.). Die Beschuldigte 

ist Ersttäterin (Urk. 37). Der Vorinstanz ist sodann beizupflichten, dass im Bereich 

der leichten Kriminalität der Regelsanktion der Geldstrafe den Vorzug zu geben ist 

(Urk. 35 S. 27). Vorliegend ist somit eine Geldstrafe zu wählen.

1.2 Die Beschuldigte kümmerte sich über einen längeren Zeitraum nicht um die 

Zähne ihres Hundes B._____, wodurch sich massiver Zahnstein mit freiliegenden 

Zahnhälsen bildete. Der Zahnstein war sichtbar und zweifellos auch riechbar. Der 

Aufwand  für  die  Kontrolle  der  Zähne  wäre  nicht  besonders  gross  und  trotz  der 

Pflege der Hündin C._____ ohne weiteres möglich gewesen. Das objektive Tatver-

schulden  dieser  pflichtwidrigen  Unterlassung  wiegt  unter  Berücksichtigung  aller 

denkbaren Tierquälereien gleichwohl noch leicht. Bei der subjektiven Tatschwere 

ist festzuhalten, dass die Beschuldigte die von B._____ erlittenen Schmerzen zu-

mindest  in  Kauf  nahm.  Die  objektive  Tatschwere  wird  durch  die  subjektive  nicht 

relativiert und es ist insgesamt von einem noch leichten Tatverschulden auszuge-

hen.  Dafür  ist  –  mit  der  Vorinstanz  –  eine  Geldstrafe  von  60 Tagessätzen  ange-

messen. 

1.3 Zur  Täterkomponente  hat  die  Vorinstanz  die  persönlichen  Verhältnisse  zu-

treffend  wiedergegeben,  darauf  wird  verwiesen  (Urk.  35  S.  26).  Anlässlich  der 

Berufungsverhandlung  zeigten  sich  keine  wesentlichen  Neuerungen,  die  zu 

berücksichtigen wären (Urk. 50 S. 1 ff.). Das offenbar bestehende Alkoholproblem 

der Beschuldigten, das immer wieder und insbesondere am 13. Januar 2022 zur 

polizeilichen  Intervention  mit  notfallmässiger  Einlieferung  in  den  Spital  führte 

(Urk. 6), ist im Umfang von 10 Tagessätzen strafmindernd zu gewichten. Das Vor-

-   15   -

leben und das Nachtatverhalten wirken je strafzumessungsneutral. Die Vorinstanz 

hat  richtig  erwogen,  dass  ein  strafmindernd  zu  berücksichtigendes  Geständnis 

nicht vorliege (Urk. 35 S. 26 f.).

1.4 Mit Blick auf die bescheidene finanzielle Leistungsfähigkeit der Beschuldigten 

als Sozialhilfebezügerin mit einem gegenwärtig zur Verfügung stehenden Einkom-

men von Fr. 1'599.– (Urk. 26 S. 2; Urk. 50 S. 2) erscheint der von der Vorinstanz 

festgelegte Tagessatz von Fr. 30.– gerechtfertigt.

Demnach ist die Beschuldigte – in Bestätigung der Vorinstanz – mit einer Geldstrafe 

von 50 Tagessätzen zu Fr. 30.– zu bestrafen. Diese Sanktion hinsichtlich B._____ 

wird von der Staatsanwaltschaft denn auch nicht kritisiert (Urk. 51 S. 12).

1.5 Als Ersttäterin ist der Beschuldigten der bedingte Vollzug der Geldstrafe bei 

einer Probezeit entsprechend dem gesetzlichen Minimum gemäss Art. 42 Abs. 1 

StGB von zwei Jahren zu gewähren.

2. Widerhandlung gegen das Tierschutzgesetz

2.1 Im Weiteren ist die Beschuldigte wegen einer Widerhandlung gegen das Tier-

schutzgesetz im Sinne von Art. 28 Abs. 1 lit. a TSchG zu bestrafen, welche Bestim-

mung eine Busse bis zu Fr. 20'000.– vorsieht (vgl. Art. 28 Abs. 1 TSchG).

2.2 Die Busse ist gemäss Art. 106 Abs. 3 StGB dem Verschulden der Beschul-

digten und ihren finanziellen Verhältnissen entsprechend festzulegen, so dass das-

selbe Verschulden bei unterschiedlich leistungsfähigen Tätern in gleicher Weise zu 

Einschränkungen ihrer Lebensgewohnheiten führt (vgl. BSK StGB-HEIMGARTNER, 

Art. 106 StGB N 19 ff.).

2.3 Die Beschuldigte widersetzte sich der tiermedizinisch eindeutig angezeigten 

Euthanasie der Hündin C._____. Rücksprachen mit einem Tierarzt erfolgten in die-

sem Zeitraum nicht. C._____ war dadurch in ihrer Lebensqualität stark beeinträch-

tigt.  Sie  konnte  sich  aufgrund  der  kompletten  Lähmung  ihres  hinteren  Bereichs 

während mindestens drei Wochen nicht mehr artgerecht bewegen und versäubern. 

Zu berücksichtigen ist andererseits, dass sie wohl keine starken Schmerzen erlitt 

-   16   -

und von der Beschuldigten gefüttert, massiert, ergonomisch gelagert und mit Medi-

kamenten behandelt sowie zum Wasser lösen und Koten nach draussen getragen 

wurde. Zudem ist unklar, ab welchem Zeitpunkt nach dem 22. Dezember 2021 sich 

C._____ überhaupt nicht mehr bewegen konnte. Das objektive Tatverschulden die-

ser pflichtwidrigen Unterlassung wiegt unter Berücksichtigung aller denkbaren Wi-

derhandlungen  gegen  das  Tierschutzgesetz  indessen  nicht  mehr  leicht.  Bei  der 

subjektiven Tatschwere ist festzuhalten, dass die Beschuldigte eventualvorsätzlich 

handelte. Das Motiv ist darin zu erblicken, dass die Beschuldigte sich (noch) nicht 

damit abfinden wollte, dass die Hündin C._____ am Ende ihrer Lebensspanne an-

gelangt  war.  Die  Beschuldigte  war  mit  der  eigenen  Situation  und  derjenigen  der 

Hunde überfordert. Sie handelte somit zwar aus egoistischen, aber nicht bösartigen 

Gründen. Die objektive Tatschwere wird durch die subjektive nicht relativiert und 

es ist insgesamt von einem nicht mehr leichten Tatverschulden auszugehen. Zur 

Täterkomponente  kann  auf  das  vorstehend  Gesagte  verwiesen  werden  (vgl. 

Ziff. III.1.3). Unter Berücksichtigung der bescheidenen finanziellen Leistungsfähig-

keit der Beschuldigten (vgl. Ziff. III.1.4) erscheint eine Busse von Fr. 1'000.– ange-

messen. Die vorinstanzlich festgelegte Busse von Fr. 500.– – mithin lediglich ein 

Vierzigstel des maximal möglichen Bussenbetrags – erscheint demgegenüber als 

deutlich zu tief.

2.4 Die  Busse  ist  gemäss  den  zwingenden  Vorgaben  des  Gesetzgebers  zu 

bezahlen (Art. 105 Abs. 1 StGB). Bezahlt die Beschuldigte die Busse schuldhaft 

nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von insgesamt zehn Tagen 

(Art. 106 Abs. 2 StGB).

IV. Kosten- und Entschädigungsfolgen

1.

Die  Gerichtsgebühr  für  das  Berufungsverfahren  ist  auf  Fr.  3'600.–  festzu-

setzen (Art. 424 Abs. 1 StPO in Verbindung mit § 16 Abs. 1 und § 14 Abs. 1 GebV 

OG).

2.

Die amtliche Verteidigung macht für das Berufungsverfahren eine Entschädi-

gung von Fr. 2'039.20 (inkl. Auslagen und MwSt) geltend. In diesem Betrag noch 

nicht berücksichtigt sind die Dauer der Berufungsverhandlung, die Vor- und Nach-

-   17   -

besprechung mit der Beschuldigten und das Urteilsstudium (Urk. 49). Der geltend 

gemachte Aufwand ist ausgewiesen und angemessen. Unter Berücksichtigung der 

tatsächlichen Dauer der Berufungsverhandlung ist die amtliche Verteidigung samt 

Vor- und Nachbesprechung mit der Beschuldigten und Urteilsstudium mit pauschal 

Fr. 3'600.– (inkl. Auslagen und MwSt) zu entschädigen.

3.

Die Kosten des Berufungsverfahrens tragen die Parteien grundsätzlich nach 

Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Die Staats-

anwaltschaft und die Verfahrensbeteiligte unterliegen mit ihren Berufungen (prak-

tisch) vollumfänglich. Auf den Antrag 2 der Verfahrensbeteiligten ist wie gesehen 

nicht  einzutreten  (vgl.  Erw.  I.4.).  Demzufolge  sind  die  Kosten  des  Berufungsver-

fahrens,  inklusive  diejenigen  der  amtlichen  Verteidigung,  vollumfänglich  auf  die 

Gerichtskasse zu nehmen.

Es wird beschlossen:

1.

2.

Auf den Antrag Nr. 2 der Verfahrensbeteiligten wird nicht eingetreten.

Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Dielsdorf vom 

27. November 2023 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist: 

"Es wird erkannt:

1.

Die Beschuldigte A._____ ist schuldig der Tierquälerei im Sinne von Art. 26 

Abs. 1 lit. a TSchG […] in Verbindung mit Art. 3 lit. a und b TSchG, Art. 4 Abs. 

1 und 2 TSchG, Art. 6 Abs. 1 TSchG sowie Art. 3 Abs. 1 und 3 TschV und Art. 

5 Abs. 2 TSchV.

2.-4.

(…)

5.

Die Entschädigung von Rechtsanwalt MLaw Y._____ für seine Aufwendun-

gen als amtlicher Verteidiger der Beschuldigten wird auf Fr. 5'252.25 (inklu-

sive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festgesetzt.

6.

Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf:

-   18   -

Fr.

Fr.

Fr.

1'200.00 ; die weiteren Kosten betragen:

3'000.00   Gebühr für das Vorverfahren

4'200.00   Total

Verlangt keine der Parteien eine schriftliche Begründung des Urteils, ermäs-

sigt sich die Entscheidgebühr um einen Drittel auf Fr. 800.–.

7.

Die  Kosten  und  Gebühren  des  Vorverfahrens  und  des  gerichtlichen  Ver-

fahrens  werden  der  Beschuldigten  auferlegt.  Die  Kosten  der  amtlichen 

Verteidigung werden einstweilen auf die Gerichtskasse genommen; vorbehal-

ten eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO.

8.

9.

(Mitteilungen)

(Rechtsmittel)"

3. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.

4. Gegen Ziffer 1 dieses Beschlusses kann bundesrechtliche Beschwerde in 

Strafsachen erhoben werden.

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 

begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der gemäss Art. 35 und 35a 

BGerR zuständigen strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichts (1000 

Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichtsgesetzes vorgeschriebe-

nen Weise schriftlich einzureichen.

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes.

Es wird erkannt:

1.

Die Beschuldigte A._____ ist zudem schuldig der Widerhandlung gegen das 

Tierschutzgesetz im Sinne von Art. 28 Abs. 1 lit. a TSchG i.V.m. Art. 6 Abs. 

1 TSchG und Art. 5 Abs. 2 TSchV.

-   19   -

2.

Die Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 50 Tagessätzen zu 

Fr. 30.– sowie mit einer Busse von Fr. 1'000.–.

3.

Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt die Beschuldigte die Busse schuldhaft 

nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 10 Tagen.

4.

Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre 

festgesetzt.

5.

Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:

Fr.

Fr.

3'600.– ; die weiteren Kosten betragen:

3'600.–   amtliche Verteidigung

6.

Die Kosten des Berufungsverfahrens, inklusive diejenigen der amtlichen 

Verteidigung, werden auf die Gerichtskasse genommen.

7. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an







die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden der 
Beschuldigten (übergeben)

die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland (übergeben)

die Verfahrensbeteiligte (übergeben)

sowie in vollständiger Ausfertigung an









die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden der 
Beschuldigten

die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland

die Verfahrensbeteiligte

das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen, 
3000 Bern

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung 

allfälliger Rechtsmittel an







die Vorinstanz

das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen, 
3000 Bern

die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A.

-   20   -

8. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-

sachen erhoben werden.

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 

begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der gemäss Art. 35 und 35a 

BGerR zuständigen strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichts (1000 

Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichtsgesetzes vorgeschriebe-

nen Weise schriftlich einzureichen.

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes.

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer

Zürich, 8. Januar 2025

Der Präsident:

Die Gerichtsschreiberin:

lic. iur. S. Volken

MLaw N. Hunziker

Zur Beachtung:

Der/die Verurteilte wird auf die Folgen der Nichtbewährung während der Probezeit aufmerksam gemacht:

Wurde der Vollzug einer Geldstrafe unter Ansetzung einer Probezeit aufgeschoben, muss sie vorerst nicht bezahlt werden. 

Bewährt sich der/die Verurteilte bis zum Ablauf der Probezeit, muss er/sie die Geldstrafe definitiv nicht mehr bezahlen (Art. 45 

StGB); Analoges gilt für die bedingte Freiheitsstrafe.

Eine bedingte Strafe bzw. der bedingte Teil einer Strafe kann im Übrigen vollzogen werden (Art. 46 Abs. 1 bzw. Abs. 4 StGB),

-

-

wenn der/die Verurteilte während der Probezeit ein Verbrechen oder Vergehen begeht,

wenn der/die Verurteilte sich der Bewährungshilfe entzieht oder die Weisungen missachtet.