# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4617f5f7-70a8-5f19-8649-21b76c2b0f8a
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-11-04
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 04.11.2011 D-2978/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-2978-2008_2011-11-04.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

Abteilung IV
D­2978/2008

U r t e i l   v om   4 .   No v embe r   2 0 1 1

Besetzung Richter Thomas Wespi (Vorsitz),
Richterin Emilia Antonioni,
Richterin Nina Spälti Giannakitsas;
Gerichtsschreiber Daniel Stadelmann.

Parteien A._______, geboren X._______,
Sri Lanka,
vertreten durch Barbara Frei­Koller, 
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), 
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Gegenstand Asyl und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 1. April 2008 / N_______.

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Sachverhalt:

A. 
Eigenen  Angaben  zufolge  verliess  der  Beschwerdeführer  –  ein 
srilankischer Staatsangehöriger tamilischer Ethnie aus B._______ – seine 
Heimat am Y._______ auf dem Luftweg über Colombo nach C._______, 
von wo aus er an eine ihm unbekannte Destination in Europa weiterflog. 
Nach einer langen Autofahrt reiste er schliesslich am 23. Mai 2007 in die 
Schweiz ein und suchte gleichentags im D._______ um Asyl nach.

B. 
Zur  Begründung  seines  Asylgesuches  machte  der  Beschwerdeführer 
anlässlich der Befragung vom 31. Mai 2007 im D._______, der Anhörung 
durch  die  zuständige  kantonale  Behörde  vom  28.  Juni  2007  und  der 
ergänzenden Anhörung  vom 17.  Januar  2008  im Wesentlichen  geltend, 
dass  er  bei  E._______  gearbeitet  habe  und  am  Z._______  von  den 
Liberation  Tigers  of  Tamil  Eelam  (LTTE)  entführt  worden  sei,  weil  er 
deren  Aufforderung,  einen  bestimmten  Zug  anzuhalten,  nicht  befolgt 
habe. Er sei schwer misshandelt, sexuell missbraucht und nach rund (...) 
Jahren in eine Hühnerfarm der LTTE in F._______ gebracht worden. Dort 
habe ihn vorübergehend seine Frau besuchen können. Am 20. Mai 2007 
seien  seine  Bewacher  vor  der  vorrückenden  srilankischen  Armee 
geflohen,  worauf  er  ebenfalls  die  Flucht  ergriffen  habe.  Nach  seiner 
Ausreise  am  21.  Mai  2007  sei  seine  Familie  von  der  G._______  unter 
Druck gesetzt worden.

Zur  Untermauerung  seiner  Vorbringen  reichte  er  beim  BFM  diverse 
Beweismittel  zu  den  Akten  (vgl.  die  entsprechende  Aufzählung  A22, 
Feststellungen 2. S. 2).

C. 
Mit Verfügung vom 1. April 2008 – eröffnet am 3. April 2008 – lehnte das 
BFM  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  ab  und  ordnete  die 
Wegweisung  an.  Anstelle  des  Vollzugs  ordnete  die  Vorinstanz  jedoch 
wegen  Unzumutbarkeit  der  Wegweisung  die  vorläufige  Aufnahme  an. 
Das  Bundesamt  begründete  seine  Verfügung  im  Wesentlichen  damit, 
dass  die Vorbringen  des Beschwerdeführers  den Anforderungen  an  die 
Glaubhaftigkeit  gemäss  Art.  7  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998 
(AsylG,  SR 142.31)  nicht  standhielten,  so  dass  ihre  Asylrelevanz  nicht 
geprüft werden müsse. Demzufolge  erfülle  er  die Flüchtlingseigenschaft 
nicht,  so  dass  das  Asylgesuch  abzulehnen  sei.  Im  vorliegenden  Fall 
erachte das BFM jedoch den Vollzug der Wegweisung in den Herkunfts­ 

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beziehungsweise  Heimatstaat  oder  in  einen  Drittstaat  in  Würdigung 
sämtlicher  Umstände  und  unter  Berücksichtigung  der  Aktenlage  im 
gegenwärtigen  Zeitpunkt  als  nicht  zumutbar.  Deshalb  sei  der 
Beschwerdeführer in der Schweiz vorläufig aufzunehmen.

D. 
Mit Eingabe vom 5. Mai 2008 (Poststempel) erhob der Beschwerdeführer 
beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  und  beantragte,  die 
vorinstanzliche Verfügung vom 1. April  2008 sei aufzuheben und es sei 
ihm  Asyl  zu  gewähren.  Es  sei  eine  psychiatrische  Untersuchung 
anzuordnen.  In  verfahrensrechtlicher  Hinsicht  sei  ihm  die  unentgeltliche 
Rechtspflege  zu  gewähren,  eventualiter  sei  auf  die  Erhebung  eines 
Kostenvorschusses zu verzichten und mittels vorsorglicher Massnahmen 
seien  die  Vollzugsbehörden  anzuhalten,  von  allfälligen 
Vollzugshandlungen  abzusehen.  Auf  die  Begründung  der  Beschwerde 
und  die  eingereichten  Beweisakten  (vgl.  Beilagenverzeichnis  auf  S.  11 
der  Rechtsmitteleingabe  vom  5.  Mai  2008)  wird,  soweit 
entscheidwesentlich, in den Erwägungen eingegangen.

E. 
Mit Zwischenverfügung des  Instruktionsrichters vom 2. Juni 2008 wurde 
dem  Beschwerdeführer  Gelegenheit  gewährt,  innert  30  Tagen  nach 
Erhalt der Verfügung ein psychiatrisches Gutachten sowie eine Erklärung 
über  die  Entbindung  von  der  ärztlichen  Schweigepflicht  gegenüber  den 
Asylbehörden  einzureichen.  Zudem  wurde  der  Beschwerdeführer 
aufgefordert, innert derselben Frist die in Aussicht gestellten Beweismittel 
(Nennung  Beweismittel)  übersetzt  einzureichen.  Im  Unterlassungsfall 
werde  aufgrund  der  Akten  entschieden.  Des Weiteren  werde  über  das 
Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  und  um 
Verzicht  auf  die Erhebung eines Kostenvorschusses  zu einem späteren 
Zeitpunkt entschieden.

F. 
Am  17.  Juli  2008  hiess  der  Instruktionsrichter  das 
Fristerstreckungsgesuch  des  Beschwerdeführers  vom  3.  Juli  2008  gut. 
Ihm  wurde  die  Gelegenheit  gewährt,  bis  zum  4.  August  2008  ein 
psychiatrisches Gutachten sowie eine Erklärung über die Entbindung von 
der  ärztlichen  Schweigepflicht  gegenüber  den  Asylbehörden 
einzureichen.  Bei  ungenutzter  Frist  werde  aufgrund  der  Akten 
entschieden.

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G. 
Am  4.  August  2008  (Poststempel;  vorerst  am  selbigen  Datum  vom 
behandelnden  Arzt  per  Telefax  übermittelt)  liess  der  Beschwerdeführer 
(Aufzählung  Beweismittel)  zu  den  Akten  reichen.  Im  psychiatrischen 
Gutachten vom (...) wird zusammenfassend festgehalten, dass (Nennung 
Diagnose).  Der  Arztbericht  vom  (...)  diagnostiziert  ihm  (Nennung 
Diagnose).  In  seinem  Brief  vom  (...)  beschreibt  der  Sohn  des 
Beschwerdeführers  die  von  ihm,  seiner  Mutter  und  seiner  Grossmutter 
erlebten Bedrohungen und eine erlittene Entführung in seiner Heimat.

H. 
In  einem  weiteren  Schreiben  vom  5.  Dezember  2008  informierte  der 
Beschwerdeführer  das  Bundesverwaltungsgericht  über  die  Einreichung 
des Asylgesuchs seiner Ehefrau und ihres gemeinsamen Sohnes bei der 
Schweizer  Botschaft  in  Colombo.  Mit  Verfügung  vom  16.  Juli  2010 
bewilligte  das BFM die Einreise der Ehefrau und des Sohnes nicht  und 
lehnte  ihr  Asylgesuch  ab.  Gegen  diesen  Entscheid  liessen  die  Ehefrau 
und  der  Sohn  des  Beschwerdeführers  am  18.  August  2010  eine 
Beschwerde erheben,  die  sie  jedoch mit  schriftlicher Erklärung  vom 27. 
August  2010  wieder  zurückzogen.  Daraufhin  schrieb  das 
Bundesverwaltungsgericht  mit  Entscheid  D­5897/2010  vom  30.  August 
2010  das  entsprechende  Beschwerdeverfahren  als  durch  Rückzug 
gegenstandslos geworden ab.

I. 
Aufgrund  von  Informationen,  die  dem BFM zugegangen waren,  forderte 
der  Instruktionsrichter  den Beschwerdeführer mit  Verfügung  vom 8.  Juli 
2011 –  in Achtung des Anspruchs auf  rechtliches Gehör – auf,  sich bis 
zum  25.  Juli  2011  zu  seinem  angeblichen Aufenthalt  in H._______  seit 
(...) zu äussern.

J. 
In seiner Eingabe vom 25. Juli 2011 hielt der Beschwerdeführer  fest, zu 
diesem  Vorwurf  sei  bereits  im  Rahmen  des  Asylverfahrens  seiner 
Ehefrau mit  Schreiben  vom 11.  Juni  2010 Stellung  genommen worden, 
und wiederholte diesbezüglich dessen Inhalt. Er habe sich zwischen (...) 
und  (...)  nicht  in  H._______,  sondern  in  Sri  Lanka  auf  der  erwähnten 
Hühnerfarm befunden. Die ihm vorgelegten Papiere aus H._______ seien 
ihm  gänzlich  unbekannt.  Auf  den  Dokumenten  seien  weder  sein  Name 
noch  sein  Geburtsdatum  richtig  vermerkt  und  auch  die  aufgeführte 
Unterschrift  sei  nicht  seine  eigene.  Zwar  bestehe  kein  Zweifel  an  der 

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Tatsache,  dass  es  sich  auf  den  Fotos  um  ihn  handle,  jedoch  habe  er 
seinem Schlepper  im Zusammenhang mit  seiner Ausreise  eine Vielzahl 
Fotos  abgeben  müssen  und  habe  keine  Kenntnis  darüber,  für  welche 
Zwecke diese verwendet worden seien. Da er seinem Schlepper zudem 
nur  (...)  von  ursprünglich  vereinbarten  (...)  bezahlt  habe  und  ihm 
infolgedessen  noch  viel  Geld  schulde,  sei  es  durchaus  wahrscheinlich, 
dass  dieser  in  H._______  die  vorliegenden  Papiere  habe  anfertigen 
lassen, um dem Beschwerdeführer zu schaden. Darüber hinaus habe er 
in  seiner  Familie,  in  welcher  Eifersucht  eine  grosse  Rolle  spiele, 
zahlreiche Neider, die ihm und seinem Bruder den Wohlstand missgönnt 
hätten.  Insbesondere  einer  Cousine  sei  es  ohne  Weiteres  zuzutrauen, 
dass sie keine Mühe gescheut habe, um ihm erheblich zu schaden.

K. 
Mit Eingabe vom 23. August 2011 wurden zwei Briefe eingereicht, worin 
bestätigt wird, der Beschwerdeführer habe sich von  (...) bis  (...) 007 auf 
einer Hühnerfarm aufgehalten.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 
1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 
gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 
1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021).  Das  BFM 
gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz 
des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das  Sachgebiet  betreffende 
Ausnahme  im  Sinne  von  Art. 32  VGG  liegt  nicht  vor.  Das 
Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die  Beurteilung  der 
vorliegenden  Beschwerde  und  entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls 
endgültig,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des 
Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht 
(Art. 105  AsylG;  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni  2005  [BGG,  SR 173.110]).  Es  liegt  kein  solches 
Auslieferungsbegehren  vor,  weshalb  das  Bundesverwaltungsgericht 
vorliegend endgültig entscheidet.

1.2. Das  Verfahren  richtet  sich  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem 
BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 
AsylG).

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1.3.  Die  Beschwerde  ist  frist­  und  formgerecht  eingereicht.  Der 
Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 
durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  und  hat  ein 
schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise 
Änderung.  Er  ist  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert 
(Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). 
Auf die Beschwerde ist einzutreten.

1.4. Die Abteilungen des Bundesverwaltungsgerichts entscheiden  in der 
Regel  in der Besetzung mit drei Richtern oder Richterinnen  (vgl. Art. 21 
Abs. 1 VGG). Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf 
die Durchführung eines Schriftenwechsels verzichtet.

2. 
Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3. 
3.1.  Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich Asyl.

3.2. Flüchtlinge  im Sinne  von Art.  3  AsylG  sind Personen,  die  in  ihrem 
Heimatstaat  oder  im  Land,  in  dem  sie  zuletzt  wohnten,  wegen  ihrer 
Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen 
Gruppe  oder  wegen  ihrer  politischen  Anschauungen  ernsthaften 
Nachteilen  ausgesetzt  sind  oder  begründete  Furcht  haben,  solchen 
Nachteilen  ausgesetzt  zu  werden.  Als  ernsthafte  Nachteile  gelten 
namentlich  die  Gefährdung  des  Leibes,  des  Lebens  oder  der  Freiheit 
sowie  Massnahmen,  die  einen  unerträglichen  psychischen  Druck 
bewirken.

3.3. Nach  Lehre  und  Rechtsprechung  erfüllt  eine  asylsuchende  Person 
die Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG, wenn sie Nachteile 
von  bestimmter  Intensität  mit  beachtlicher  Wahrscheinlichkeit  und  in 
absehbarer  Zukunft  begründeterweise  befürchten  muss,  welche  ihr 
gezielt  und aufgrund bestimmter Verfolgungsmotive zugefügt  zu werden 
drohen  und  vor  denen  sie  keinen  ausreichenden  staatlichen  Schutz 
erwarten kann (vgl. BVGE 2007/31 E. 5.2 f. und BVGE 2008/4 E. 5, sowie 
die  vom  Bundesverwaltungsgericht  fortgeführte  Rechtsprechung  der 

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Schweizerischen  Asylrekurskommission  [ARK]  in  EMARK  1995  Nr.  2 
E. 3a, 2006 Nr. 18 E. 7­10 und Nr. 32 E. 8.7).

Massgeblich  für  die  Beurteilung  der  Flüchtlingseigenschaft  sind  die 
tatsächlichen Verhältnisse, wie sie sich im Zeitpunkt der Entscheidfällung 
präsentieren.  Ausgangspunkt  der  Prüfung  ist  die  Frage  nach  der  im 
Zeitpunkt  der  Ausreise  vorhandenen  Furcht  vor  einer  absehbaren 
Verfolgung  im  Heimatstaat.  Veränderungen  der  objektiven  Situation  im 
Heimatstaat  zwischen  Ausreise  und  Asylentscheid  sind  zugunsten  und 
zulasten  der  ein  Asylgesuch  stellenden Person  zu  berücksichtigen  (vgl. 
BVGE 2008/4 E. 5.4 mit weiteren Hinweisen).

4. 
4.1.  Wer  um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft 
nachweisen  oder  zumindest  glaubhaft  machen.  Diese  ist  glaubhaft 
gemacht,  wenn  die  Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender 
Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere 
Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich 
widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich 
auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt  werden  (Art. 7 
AsylG).

4.2. Grundsätzlich  sind  Vorbringen  dann  glaubhaft,  wenn  sie  genügend 
substanziiert, in sich schlüssig und plausibel sind; sie dürfen sich nicht in 
vagen  Schilderungen  erschöpfen,  in  wesentlichen  Punkten  nicht 
widersprüchlich  sein  oder  der  inneren  Logik  entbehren  und  auch  nicht 
den  Tatsachen  oder  der  allgemeinen  Erfahrung  widersprechen.  Die 
asylsuchende  Person  muss  persönlich  glaubwürdig  erscheinen,  was 
insbesondere  dann  nicht  der  Fall  ist,  wenn  sie  ihre  Vorbringen  auf 
gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abstützt,  wenn  sie  wichtige 
Tatsachen  unterdrückt  oder  bewusst  falsch  darstellt,  im  Laufe  des 
Verfahrens  Vorbringen  auswechselt  oder  unbegründet  nachschiebt, 
mangelndes  Interesse  am  Verfahren  zeigt  oder  die  nötige  Mitwirkung 
verweigert.  Glaubhaftmachung  impliziert  ferner  –  im  Gegensatz  zum 
strikten Beweis – ein reduziertes Beweismass und lässt durchaus Raum 
für gewisse Einwände und Zweifel an den Vorbringen der asylsuchenden 
Person.  Eine  Behauptung  gilt  bereits  als  glaubhaft  gemacht,  wenn  der 
Richter oder die Richterin von ihrer Wahrheit nicht völlig überzeugt ist, sie 
aber überwiegend  für wahr hält, obwohl nicht alle Zweifel beseitigt sind. 
Für die Glaubhaftmachung reicht es demgegenüber nicht aus, wenn der 
Inhalt der Vorbringen zwar möglich ist, aber  in Würdigung der gesamten 

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Aspekte  wesentliche  und  überwiegende  Umstände  gegen  die 
vorgebrachte  Darstellung  des  Sachverhalts  sprechen.  Entscheidend  im 
Sinne  einer  Gesamtwürdigung  ist,  ob  die  für  die  Richtigkeit  des 
dargelegten  Sachverhalts  sprechenden  Gründe  überwiegen  oder  nicht; 
dabei ist auf eine objektivierte Sichtweise abzustellen (vgl. EMARK 2004 
Nr. 1 E. 5a S. 4 f.).

5. 
5.1. Zur Begründung  ihres  ablehnenden Entscheides  vom 1. April  2008 
führte  die Vorinstanz  im Wesentlichen  aus,  der Beschwerdeführer  habe 
behauptet, er sei am Z._______von den LTTE entführt, während Jahren 
festgehalten und misshandelt worden und habe am  (...)  fliehen können. 
Das BFM schliesse zwar nicht zum Vornherein aus, dass er im Jahr (...) 
Probleme  mit  den  LTTE  gehabt  habe.  Dass  er  jedoch  während  (...) 
Jahren in Gefangenschaft gehalten, misshandelt und missbraucht worden 
sein solle, sei aus verschiedenen Gründen unglaubhaft. Vorweg falle auf, 
dass  er  kein  einziges  Dokument  eingereicht  habe,  welches  auf  die 
geltend  gemachten  Vorbringen  hinweisen  würde  respektive  die 
eingereichten  Dokumente  würden  vielmehr  die  Zweifel  am  geltend 
gemachten  Sachverhalt  verstärken.  So  gebe  es  beispielsweise  kein 
Dokument  aus  der  Zeit  vor  (...),  aus  welchem  hervorgehe,  dass  die 
Familie  in  irgendeiner Weise  auf  sein  plötzliches Verschwinden  reagiert 
und  etwa  den  Vorfall  der  Polizei  gemeldet  hätte.  Vielmehr  halte  der 
ehemalige Arbeitgeber  in seinem Schreiben vom (...)  lediglich  fest, dass 
der  Beschwerdeführer  bis  am  Z._______  für  die  E._______  gearbeitet 
habe.  Auch  die  beiden  Schreiben  des  Schulleiters  und  des  Priesters 
würden die geltend gemachte Entführung und Gefangenschaft mit keinem 
Wort  erwähnen.  Befremdend  sei  insbesondere,  dass  die  Ehefrau  des 
Beschwerdeführers  noch  am  (...)  –  mithin  nach  der  Flucht  ihres 
Ehemannes  und  zu  einem  Zeitpunkt,  als  dieser  sich  bereits  in  der 
Schweiz aufgehalten habe – vom Dorfvorsteher habe bestätigen  lassen, 
dass  ihr  Gatte  seit  (...)  unbekannten  Aufenthaltes  sei.  Eine 
entsprechende  Bestätigung  durch  eine  Amtsperson  sei  umso 
befremdlicher,  als  (...)  ihr  gemeinsamer  Sohn  geboren  worden  sei  und 
gemäss  dem  entsprechenden  Eintrag  auf  der  Geburtsurkunde  der 
Beschwerdeführer selbst diese Geburt gemeldet habe. Zudem wolle er im 
Jahr  (...)  legal  eine  Identitätskarte erhalten haben  (vgl. A1, S.  4). Seine 
entsprechenden  Erklärungsversuche  bei  der  Vorinstanz  auf  Vorhalt  hin 
vermöchten nicht zu überzeugen (vgl. A21, S. 5 f. und S. 12). Die Zweifel 

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des  BFM  am  geltend  gemachten  Sachverhalt  würden  auch  dadurch 
gestärkt,  dass  der  Beschwerdeführer  behauptet  habe,  seine  Familie 
werde  seit  seiner  Flucht  von  der  G._______  unter  Druck  gesetzt,  weil 
diese Organisation Angst  habe, es  könnte bekannt werden, dass er die 
ganze Zeit in ihrem Folterlager gewesen sei (vgl. A21, S. 3). Abgesehen 
davon,  dass  der  Beschwerdeführer  gar  nicht  von  der  G._______ 
festgehalten  worden  sein  könne,  da  es  diese  zum  Zeitpunkt  seiner 
Festnahme  noch  gar  nicht  gegeben  habe,  hätte  die  G._______  als 
Gegnerin  der  LTTE  wohl  vielmehr  gerade  ein  Interesse  daran  gehabt, 
dieses Vorgehen des Kontrahenten publik zu machen. Die Flucht seiner 
Bewacher vor der Armee sei zudem ein deutlicher Hinweis darauf, dass 
diese  nicht  zur  G._______  gehört  haben  könnten,  da  diese  ja  mit  der 
Armee zusammengearbeitet habe. Zudem seien seine Aussagen zu der 
rund  (...)  Jahre  dauernden  Gefangenschaft  unsubstanziiert  ausgefallen. 
Die  diesbezüglichen  allgemein  gehaltenen  Schilderungen  hätten  sich  in 
wenigen kurzen, stereotypen Sätzen erschöpft (vgl. A1, S. 5 f.; A10, S. 11 
f.  und  A21,  S.  6  f.).  Überdies  liessen  die  einfach  und  allgemein 
gehaltenen  Äusserungen  eine  subjektiv  geprägte  Wahrnehmung 
vermissen,  so dass seine Darlegungen als offensichtlich unglaubhaft  zu 
taxieren seien. Insbesondere fehlten seinen Ausführungen die vertiefende 
Substanz sowie eine authentische und erlebnisgeprägte Nacherzählung, 
die  von  ihm  zu  erwarten  gewesen  wäre,  wenn  er  das  Geschilderte 
tatsächlich erlebt hätte. Seine entsprechenden Schilderungen entbehrten 
jeglicher  Realitätsmerkmale,  wie  sie  von  einer  Person  erwartet  werden 
dürften,  welche  selbst  Erlebtes  wiedergebe.  Es  sei  auch  realitätsfremd, 
dass  die  LTTE  Familienangehörigen  ermöglicht  hätten,  ihn  regelmässig 
zu besuchen (vgl. A10, S. 10 und A21, S. 11), wenn es sich bei seinem 
Aufenthaltsort  um  ein  Versteck  gehandelt  haben  solle.  Ebenso 
unwahrscheinlich  sei  es,  dass  der  Beschwerdeführer  seine  Heimat 
bereits  am  Y._______  mit  einem  gefälschten  Pass  habe  verlassen 
können, sei er doch am Tag zuvor aus dem Lager geflohen und habe er 
sich  doch  am  (...)  beziehungsweise  (...)  überhaupt  erst  zur  Flucht 
entschlossen (vgl. A10, S. 5).

In  Würdigung  der  gesamten  Umstände  seiner  Asylbegründung  könne 
dem Beschwerdeführer  die  geltend gemachte Verfolgungssituation  nicht 
geglaubt werden. Es erübrige sich daher, auf weitere Ungereimtheiten in 
seinen  Ausführungen  einzugehen,  zumal  sich  keine  Hinweise  auf  eine 
gezielt  gegen  ihn  gerichtete  Verfolgung  im  Sinne  des  Asylgesetzes 
ergäben. An dieser Einschätzung vermöchten auch die Hinweise auf den 
gewaltsamen  Tod  eines  entfernten  Verwandten  (...)  nichts  zu  ändern. 

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Insgesamt  hielten  seine  Vorbringen  den  Anforderungen  an  die 
Glaubhaftigkeit nicht stand, so dass ihre Asylrelevanz nicht geprüft werde 
müsse.  Demzufolge  erfülle  der  Beschwerdeführer  die 
Flüchtlingseigenschaft nicht, so dass das Asylgesuch abzulehnen sei.

5.2.  In  seiner  Rechtsmitteleingabe  vom  5.  Mai  2008  wiederholte  und 
präzisierte  der  Beschwerdeführer  vorerst  den  von  ihm  bereits  geltend 
gemachten  Sachverhalt.  Er  sei  am  7.  April  2008  bei  seiner 
Rechtsvertreterin  erschienen  und  habe  neue  Schreiben  beigebracht, 
welche  belegten,  dass  sich  seine  Familie  in  grossen  Schwierigkeiten 
befinde und sie am (...) zum zweiten Mal von der G._______ vorgeladen 
worden  sei.  In  der Beilage befänden  sich  diesbezüglich  jeweils mitsamt 
einer  deutschen  Übersetzung  die  (Auflistung  Beweismittel).  Die  neuen 
Schreiben würden einmal mehr zeigen, wie schwierig es  für die Familie 
geworden sei, seit er seine Heimat verlassen habe.

Vorweg  sei  darauf  aufmerksam  zu  machen,  dass  nach  genauen  und 
wiederholten  Gesprächen  mit  dem  Beschwerdeführer  und  einem 
Übersetzer  sowie nach Überprüfung der nachgereichten Dokumente die 
Auffassung des BFM nicht bestätigt werden könne. Die Vorinstanz halte 
fest,  dass  die  Familie  des  Beschwerdeführers  keine  amtlichen 
Dokumente vorweisen könne, worin seine Entführung namentlich erwähnt 
sei.  Es  liege  auf  der  Hand,  dass  die  Verschleppung  und  die  daraus 
resultierende  Gefangenschaft  nicht  auf  Dokumenten  seitens  der  LTTE 
habe festgehalten werden können. Bei der von seiner Ehefrau erstatteten 
Strafanzeige  im  Jahr  (...)  handle  es  sich  um  das  einzige  ausgestellte 
amtliche  Dokument.  Seine  Gattin  sei  sich  nie  über  die  Bedeutung  und 
Tragweite  solcher Dokumente  im Klaren gewesen,  so dass  sie  es nicht 
für wichtig erachtet habe, die entsprechenden Akten aufzubewahren. Es 
sei  im  Zeitpunkt  ihres  Schreibens  vom  (...)  nicht  möglich  gewesen, 
rückwirkend die von ihr erstattete Anzeige bestätigen zu lassen, weil der 
betreffende  Polizeiposten  kurz  nach  dem  Verschwinden  des 
Beschwerdeführers  durch  einen  Angriff  der  LTTE  zerstört  worden  sei. 
Aus diesem Schreiben gehe ebenfalls hervor, dass der Beschwerdeführer 
am  Z._______  durch  unbekannte  Personen  entführt  worden  und  ab 
diesem Zeitpunkt auch nicht mehr in der Abteilung des unterzeichnenden 
Dorfvorstehers  registriert  gewesen  sei.  Es  erscheine  dem  Bundesamt 
befremdlich,  dass  die  Ehefrau  erst  am  (...)  –  mithin  als  sich  ihr  Mann 
bereits  in  der  Schweiz  aufgehalten  habe  –  eine  Bestätigung  des 
Dorfvorstehers habe einholen lassen. Bei dieser Einschätzung sei jedoch 
zu  berücksichtigen,  dass  vorher  nie  ein  Grund  bestanden  habe,  eine 

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Bestätigung über den Verbleib des Beschwerdeführers zwischen (...) bis 
(...)  einzufordern.  Erst  als  er  im  Asylverfahren  in  der  Schweiz  seine 
Flüchtlingseigenschaft  habe  unter  Beweis  stellen  müssen,  sei  die 
Nachfrage  nach  der  bereits  erwähnten  Bestätigung  relevant  geworden. 
Das  Schreiben  seiner  Gemahlin  und  des  Dorfvorstehers  könne 
tatsächlich verwirrend sein, weil darin geltend gemacht werde, dass der 
Beschwerdeführer seit (...) unbekannten Aufenthalts sei, obwohl der Brief 
dem  Beschwerdeführer  persönlich  zugestellt  worden  sei.  Weder  die 
Ehefrau  noch  der  Dorfvorsteher  hätten  jedoch  in  dieser  Angelegenheit 
Grund,  den  schweizerischen  Behörden  den  Aufenthalt  des 
Beschwerdeführers  vorzutäuschen.  Unter  Berücksichtigung  der 
erwähnten  Sachlage widerspreche  dies  jeglicher  Logik.  Beim Brief  vom 
(...)  handle es  sich also nicht  um ein Täuschungsmanöver,  sondern um 
Bemühungen seitens des Beschwerdeführers, um die Notwendigkeit der 
Gewährung  von  Asyl  zu  untermauern.  Mit  diesem  Schreiben  könne  er 
somit  die  geltend  gemachte Entführung  beweisen. Des Weiteren werde 
die Lage in seiner Heimat verkannt, wenn man davon ausgehe, dass die 
Behörden  (Dorfvorsteher)  in  Sri  Lanka  immer  sachlich  und  differenziert 
arbeiten würden.

Ebenso  wenig  vermöge  die  Argumentation  der  Vorinstanz  zu 
überzeugen,  wonach  es  unwahrscheinlich  sei,  dass  der 
Beschwerdeführer  während  seiner  Gefangenschaft  die  Geburt  seines 
Sohnes  selbst  angemeldet  habe.  Bei  seinem  damaligen  Aufenthaltsort 
habe  es  sich  nicht  um  ein  geschlossenes  Gefängnis,  sondern  lediglich 
um eine von der LTTE betriebene Hühnerfarm gehandelt. Seine Ehefrau 
habe  ihn  dort  auf  Anfrage  regelmässig  besuchen  können  und  ihm  die 
Geburtsurkunde zur Unterzeichnung mitgebracht. Ohne seine Unterschrift 
hätte keine Geburtsurkunde ausgestellt werden können und entgegen der 
Vermutung  des  Bundesamtes  habe  er  dafür  nicht  persönlich  auf  dem 
Standesamt erscheinen müssen (vgl. A21, S. 12). Zudem könne das BFM 
nicht  nachvollziehen,  wie  er  während  der  Gefangenschaft  auf  legalem 
Weg  eine  Identitätskarte  habe  erhalten  können. Hierzu  verhalte  es  sich 
ähnlich wie im genannten Sachverhalt betreffend die Geburtsurkunde des 
Sohnes.  Die  Identitätskarte  sei  schriftlich  durch  den  Beschwerdeführer 
bei  der  zuständigen Behörde  beantragt  und  die  Antragsformulare  seien 
von seiner Ehefrau an entsprechender Stelle abgegeben worden. Bei der 
Entgegennahme des Ausweispapieres im Jahr (...) habe die Anwesenheit 
seiner Gattin genügt (vgl. A21, S. 6).

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Zur  Befürchtung  der  militanten  Gruppierung,  inoffizielle  Informationen 
könnten  von  ihm  oder  seiner  Ehefrau  an  Dritte  weitergegeben  werden, 
und  den  diesbezüglichen  Zweifeln  des  Bundesamtes müsse  Folgendes 
vorausgeschickt werden: Auch wenn es laut Anhörungsprotokoll nicht den 
Anschein mache, sei sich der Beschwerdeführer nie vollständig im Klaren 
gewesen,  welcher  militanten  Gruppierung  seine  Entführer  zuzurechnen 
seien.  Er  sei  von  Anfang  an  davon  ausgegangen,  es  handle  sich  um 
Mitglieder  der  LTTE. Aber  ganz  sicher  habe er  diesbezüglich  nicht  sein 
können,  da  er  während  der  Gefangenschaft  nie  Indizien  wie 
beispielsweise  Wappen  oder  Abzeichen,  die  seine  Vermutung  erhärtet 
hätten,  gesehen  habe.  Für  ihn  sei  es  nahezu  unmöglich  gewesen,  die 
politischen  Auswirkungen  wie  die  Abspaltung  der  G._______  von  den 
LTTE  im  Jahre  (...)  auf  der  Hühnerfarm  überhaupt  zur  Kenntnis  zu 
nehmen.  Gemäss  seinen  Aussagen  seien  lediglich  die  oberen  Köpfe 
ausgewechselt worden und dies habe keine sichtbaren Auswirkungen auf 
die  Hühnerfarm  gehabt.  Die  Schlussfolgerung  der  Vorinstanz,  die 
G._______ habe zum Zeitpunkt seiner Entführung noch gar nicht existiert 
– entgegen  seiner  Behauptung,  er  nehme  nach Erhalt  der  Vorladungen 
der G._______ an,  von denselben entführt worden  zu  sein  – müsse  im 
Licht der komplexen Auseinandersetzung der Mutterpartei LTTE und der 
G._______  gesehen  werden.  Das  Gebiet  von  B._______  sei  seit  den 
Auseinandersetzungen  im (...) von der G._______ und der srilankischen 
Armee  kontrolliert  worden.  Am  10.  März  2008  hätten  die  ersten 
demokratischen Lokalwahlen seit zehn Jahren stattgefunden, aus denen 
die  G._______  als  Siegerin  hervorgegangen  sei.  Es  müsse  davon 
ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer zuerst von den LTTE 
und  später  von  der  G._______,  in  deren  Zuständigkeit  das  Dorf 
F._______  liege,  festgehalten  worden  sei.  Die  Annahme  des  BFM, 
wonach  die  G._______  sogar  Interesse  haben  müsste,  Informationen 
bezüglich der unmenschlichen Vorgehensweise der LTTE im Umgang mit 
ihren Gefangenen publik zu machen, könne nicht nachvollzogen werden, 
weil  es  für  den  Beschwerdeführer  nicht  eruierbar  sei,  in  wessen 
Gefangenschaft  er  sich  tatsächlich  befunden  habe.  Umgekehrt  seien 
seine Aussagen betreffend die Befürchtungen der G._______, er könnte 
Informationen  an  Dritte  weitergeben,  sowie  die  Vorladungen  der 
G._______  erst  unter  Berücksichtigung  der  politischen  Lage 
auszuwerten.  Es  sei  anzunehmen,  dass  die  G._______  während  des 
Wahlkampfes  bemüht  gewesen  sei,  Geschichten  wie  diejenige  des 
Beschwerdeführers  verdeckt  zu  halten.  Falls  solche  Informationen  –  in 
Kenntnis  von  dort  stationierten Menschenrechtsorganisationen  –  an  die 
Öffentlichkeit  gelangen  würden,  hätte  dies  wohl  eine  Legitimationskrise 

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der G._______ in der Bevölkerung zur Konsequenz gehabt. Entgegen der 
Annahme  des  BFM  seien  die  Bewacher  im  (...)  nicht  vor  der  Armee 
geflüchtet,  sondern  sie  seien  lediglich mit  dem Umzug  der  Hühnerfarm 
beschäftigt gewesen. Es dürfe angenommen werden, dass der Grund des 
Umzuges  mit  dem  Anrücken  der  Armee  in  Verbindung  gestanden  sei, 
weil die Hühnerfarm mitten in der Kampflinie gelegen habe. Laut Protokoll 
der kantonalen Anhörung vom 28. Juni 2007 halte der Beschwerdeführer 
lediglich  fest,  dass  die  Bewacher  den  Ort  verlassen  hätten,  von  Flucht 
seiner  Aufseher  sei  nicht  die  Rede  gewesen  (vgl.  A10,  S. 10).  Die 
Fluchtmöglichkeit  habe  sich  nicht  dadurch  ergeben,  weil  die  Bewacher 
selbst  geflüchtet  seien,  sondern  weil  diese  mit  Umzugstransporten 
beschäftigt gewesen seien und somit die Gefangenen nicht mehr hätten 
bewachen können.

Überdies schienen der Vorinstanz die Aussagen des Beschwerdeführers 
zu  seiner  langjährigen  Haft  als  zu  unsubstanziiert  und  seine 
Schilderungen  liessen  eine  erlebnisgeprägte  Nacherzählung  vermissen. 
Hierzu  sei  anzumerken,  dass  er  über  Jahre  hinweg auf  engstem Raum 
gefangen gehalten worden sei. Darüber hinaus sei er  immer wieder von 
seinen  Bewachern  sexuell  missbraucht  worden.  Es  könne  von  der 
Vorinstanz  nicht  angenommen  werden,  eine  emotionale  Erzählhaltung 
bedeute  eine  glaubhafte  Nacherzählung  und  umgekehrt.  Vielmehr 
scheine  der  Unwillen  des  Beschwerdeführers,  die  Vergewaltigungsakte 
sowie  seine  langjährige  Gefangenschaft  detailliert  nachzuerzählen, 
nachvollziehbar. Die Art  und Weise seiner Ausführungen  im Verlauf der 
Anhörung  lasse auf eine Traumatisierung schliessen, aufgrund derer es 
ihm  unmöglich  gewesen  sei,  sich  näher  zum  geltend  gemachten 
Sachverhalt  der  Vergewaltigung  zu  äussern.  Es  sei  zu  berücksichtigen, 
dass  gegenüber  Opfern  sexueller  Gewalt  ein  gewisses  Mass  an 
Selbstschutz  im  Rahmen  der  Beurteilung  ihrer  Aussagen  Rechnung  zu 
tragen sei. Die Flucht und die gefälschte Identitätskarte seien von langer 
Hand durch seine Ehefrau und deren in der Zwischenzeit umgebrachten 
Cousin  organisiert  worden.  Dies  erkläre  auch  den  Umstand,  dass  er 
bereits  kurz  nach  seiner  Flucht  von  der  Hühnerfarm  Sri  Lanka  habe 
verlassen können. Entgegen der Annahme des Bundesamtes sei er nicht 
am (...) von der Hühnerfarm geflüchtet, sondern bereits in der Nacht vom 
(...) auf den (...), als er diese im Dunkeln Richtung B._______ verlassen 
habe und dort frühmorgens um 04.30 Uhr (am [...]) angekommen sei. Die 
dabei zurückgelegte Distanz habe 12 Meilen, also rund 20 km betragen. 
Durch die Panik habe er keine Schmerzen verspürt und sei – verfolgt von 
Angst  und  Schrecken  –  durch  die  Nacht  geeilt.  Als  er  in  B._______ 

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angekommen  sei,  habe  er  sich  zum  eben  erwähnten  Cousin  seiner 
Ehefrau begeben. Dieser habe dann seine Frau und seinen Sohn zu sich 
gerufen  und  anschliessend  hätten  sie  sich  noch  am  selben  Abend  in 
Begleitung von zwei Schleppern nach Colombo begeben. Am Y._______ 
seien sie um 5.30 Uhr morgens in Colombo angekommen, worauf er vier 
Stunden später seine Heimat verlassen habe.

6. 
6.1. Nach Prüfung der Akten gelangt das Bundesverwaltungsgericht zum 
Schluss, dass das BFM die Vorbringen des Beschwerdeführers zu Recht 
und mit zutreffender Begründung als nicht glaubhaft erachtet und deshalb 
ihre  Asylrelevanz  nicht  geprüft  werden  muss.  An  dieser  Einschätzung 
vermögen  auch  die  eingereichten  Beweismittel  nichts  zu  ändern.  Vor 
allem  das  "Bestätigungsschreiben"  des  Dorfvorstehers  vom  (...) 
untermauert  vielmehr  die  Unglaubhaftigkeit  der  Asylvorbringen,  hält  es 
doch im Zeitpunkt, als sich der Beschwerdeführer bereits in der Schweiz 
aufhielt,  mit  den  Worten,  er  sei  unbekannten  Aufenthalts,  schlichtweg 
eine  Unwahrheit  fest.  Um  Wiederholungen  zu  vermeiden,  kann  daher 
vorab  auf  die  zutreffenden  vorinstanzlichen  Ausführungen  in  der 
angefochtenen Verfügung verwiesen werden.

Die  Vorbringen  in  der  Rechtsmitteleingabe  vom  5.  Mai  2008  sind  nicht 
geeignet, eine Änderung der angefochtenen Verfügung zu bewirken. Der 
Argumentation  des  BFM  werden  keine  stichhaltigen  Gründen 
entgegengesetzt.  Die  Ausführungen  des  Beschwerdeführers  anlässlich 
der Befragung  vom 31. Mai  2007  und  der  beiden Anhörungen  vom 28. 
Juni  2007  und  vom  17.  Januar  2008  sind  in  zentralen  Punkten 
widersprüchlich  und  realitätsfremd,  so  dass  sie  insgesamt  den 
Anforderungen  an  die  Glaubhaftigkeit  gemäss  Art.  7  AsylG  nicht 
standhalten. Bei  seinen Verfolgungsvorbringen dürfte es  sich  insgesamt 
um ein Sachverhaltskonstrukt handeln. Die Aussagen zu seiner rund (...) 
Jahre  dauernden  Gefangenschaft  sind  unsubstanziiert  und  denn  auch 
sehr  kurz  und  stereotyp  ausgefallen.  Die  einfach  und  allgemein 
gehaltenen  Äusserungen  lassen  eine  subjektiv  geprägte Wahrnehmung 
vermissen, weshalb seine Darlegungen als unglaubhaft zu bewerten sind. 
Ganz  allgemein  fehlt  es  seinen  Ausführungen  an  einer  vertiefenden 
Substanz  sowie  einer  authentischen  und  erlebnisgeprägten 
Nacherzählung,  sie  entbehren  jeglicher  Realitätsmerkmale,  sind 
entsprechend  realitätsfremd  und  widersprechen  der  allgemeinen 
Lebenserfahrung.  Es  ist  somit  nicht  davon  auszugehen,  dass  der 
Beschwerdeführer  das  Geschilderte  auch  tatsächlich  erlebt  hat. 

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Scheinbar  ist  es  dem  Beschwerdeführer  in  Zusammenarbeit  mit  seiner 
Rechtsvertreterin  und  in  Kenntnis  der  gesamten  Aktenlage  sowie  nach 
mehreren Besprechungen mit dieser nicht gelungen, die Ungereimtheiten 
und Widersprüche in seinen Vorbringen auszuräumen. Im Gegenteil sind 
bei  der  Rekonstruktion  des  rechtserheblichen  Sachverhalts  weitere 
gravierende  Unstimmigkeiten  hinzugekommen,  welche  die 
Glaubhaftigkeit  der  gesamten  Asylvorbringen  in  ihren  Grundfesten 
erschüttern.  Bereits  bei  der  Wiederholung  des  Sachverhalts  in  der 
Rechtsmitteleingabe vom 5. Mai 2008 fällt beispielsweise auf, dass zuerst 
als  Ausreisedatum  der W._______  (recte:  [...])  erwähnt  wird  (vgl.  S. 4), 
um  dann  auf  S.  10  der  Beschwerdeeingabe  auf  den  V._______  (recte: 
[...])  zurückzukommen,  was  dem  bei  der  Befragung  genannten  Datum 
vom Y._______ entspricht  (vgl. A1, S. 1 und 7). Möglicherweise handelt 
es  sich  bei  der  Erwähnung  des  Datums  vom  W._______  um  einen 
Kanzleifehler,  zumal  auch  das  Jahr  (...)  anstelle  des  Jahres  (...) 
angegeben wird. Auch wenn – sollte es sich nicht um einen Kanzleifehler 
handeln  –  die  Differenz  von  einem  Tag  gering  ist,  wäre  zu  erwarten 
gewesen,  dass  das  Ausreisedatum  eines  Asylbewerbers,  welches  für 
diesen  ein  sehr  einschneidendes  Ereignis  darstellt,  in  jedem  Zeitpunkt 
des  Verfahrens  übereinstimmend  genannt  werden  kann.  Auffallend  und 
weit  gewichtiger  ist  indessen,  dass  der  Beschwerdeführer  in  seiner 
Rechtsschrift  bei  der  Schilderung  des  Sachverhalts  zunächst  den 
Eindruck  entstehen  lässt,  er  sei  während  (...)  Jahren  in  einem  von  den 
LTTE betriebenen Gefängnis und anschliessend während  (...)  Jahren  in 
einer  Hühnerfarm  der  LTTE  gefangen  gehalten  worden.  Auf  S.  8  der 
Beschwerde  wird  jedoch  davon  ausgegangen,  er  sei  zuerst  von  den 
LTTE und später von der G._______ festgehalten worden. Anschliessend 
wird indessen erwähnt, es sei nicht eruierbar, in wessen Gefangenschaft 
er  tatsächlich  gewesen  sei.  Diese  ungereimten  und  unterschiedlichen 
Vorbringen  lassen  nicht  auf  die  Glaubhaftigkeit  des  geltend  gemachten 
Sachverhalts schliessen.

Sodann bleibt im Zusammenhang mit der Geburtsurkunde seines Sohnes 
eine  weitere  Unstimmigkeit  bestehen.  Gemäss  der  sich  in  den  Akten 
befindenden  Geburtsurkunde  meldete  der  Beschwerdeführer  am  (...) 
höchstpersönlich die Geburt seines Sohnes auf dem Standesamt an, was 
gegen  den  gleichzeitigen  zwangsweisen  Aufenthalt  auf  der  Hühnerfarm 
spricht und seine diesbezüglichen Aussagen anlässlich der ergänzenden 
Anhörung  sowie  die  Ausführungen  in  der  Beschwerdeeingabe  –  seine 
Ehefrau habe die Geburt ihres Sohnes auf dem Standesamt angemeldet 
– als  unwahr  erscheinen  lässt.  Zudem  sind  auch  seine  Vorbringen  im 

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Zusammenhang  mit  dem  Verlassen  der  Hühnerfarm  widersprüchlich. 
Anlässlich der Befragung gab er zu Protokoll, die Leute dieser Farm seien 
wegen  der  Aufforderung  der  vorrückenden Armee  geflüchtet  und  er  sei 
zusammen  mit  diesen  nach  B._______  gegangen  (vgl.  A1,  S. 6).  Mit 
Hinweis auf die kantonale Anhörung (vgl. A10, S. 10) führt er hingegen in 
seiner Rechtsmitteleingabe aus, von Flucht seiner Aufseher sei nicht die 
Rede gewesen (vgl. Beschwerdeeingabe vom 5. Mai 2008 S. 9). Auch in 
diesem  Punkt  ist  mithin  ein  Widerspruch  in  einem  seiner  zentralen 
Asylvorbringen zu erkennen. Überdies  ist – wird der  in der Beschwerde 
dargestellten Version (vgl. S. 9) gefolgt – in Anbetracht der vorgebrachten 
Gefahr,  bei  einem  allfälligen  Fluchtversuch  erschossen  zu  werden  (vgl. 
A10,  S.  10),  und  der  damit  zusammenhängenden  strengen 
Bewachungssituation,  nicht  nachvollziehbar,  weshalb  die  Aufseher, 
sollten sie mit dem Umzug der Hühnerfarm beschäftigt gewesen sein, die 
Gefangenen  während  dieser  Phase  nicht  bewacht  und  diesen  dadurch 
die Flucht ermöglicht hätten.

Überdies  fällt auf, dass der Beschwerdeführer auf Beschwerdeebene  im 
Zusammenhang  mit  dem  Verlassen  seiner  Heimat  davon  spricht,  dass 
die Flucht und die gefälschte Identitätskarte von langer Hand durch seine 
Ehefrau  und  deren  in  der  Zwischenzeit  verstorbenen Cousin  organisiert 
worden  seien  (vgl.  Beschwerdeeingabe  S.  9).  Von  einer  gefälschten 
Identitätskarte  war  jedoch  erst  in  der  Rechtsmitteleingabe  auf  S.  9  die 
Rede, weiter vorne auf S. 7 beschreibt er nämlich noch, wie er  legal zu 
diesem Dokument gekommen sei. Im vorinstanzlichen Verfahren gab der 
Beschwerdeführer zu Protokoll, dass er am (...)  legal eine Identitätskarte 
mit Ausstellungsort (...) erhalten habe (vgl. A1, S. 4). Auch bei der ersten 
Anhörung  erwähnte  er  nichts  von  einer  gefälschten  Identitätskarte  (vgl. 
A10,  S. 3  f.),  jedoch  sei  er mit  einem  gefälschten  Pass  in  die  Schweiz 
gereist  (vgl.  A10,  S.  4).  Des  Weiteren  nannte  er  auch  anlässlich  der 
ergänzenden  Anhörung  nie  das  Vorhandensein  beziehungsweise  das 
Benutzen  einer  gefälschten  Identitätskarte.  Vielmehr  flüchtete  er  sich  in 
wenig  überzeugende  Argumentationen,  wie  er  während  seines 
zwangsweisen  Aufenthalts  auf  der  Hühnerfarm  an  dieses  legale 
Dokument gekommen sei (vgl. A21, S. 5 f. und S. 12). 

Zudem  gelingt  es  dem  Beschwerdeführer  nicht,  einen  vorgängigen 
Aufenthalt  in  H._______  ab  dem  Jahr  (...)  bis  zu  seiner  Einreise  in  die 
Schweiz  gänzlich  zu  widerlegen.  Es  besteht  somit  zumindest  der 
Verdacht,  dass  er  sich  vor  der  Einreise  in  die  Schweiz  in  H._______ 
aufhielt  und  er  diesen  Aufenthalt  zu  verschleiern  versucht.  Seine 

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diesbezügliche  Stellungnahme  vom  25.  Juli  2011  kann  diese  Annahme 
nicht umstossen, sondern  ist  vielmehr unbehelflich und vermag nicht zu 
überzeugen.  So  ist  beispielsweise  nicht  nachvollziehbar,  dass  das  Foto 
des  Beschwerdeführers,  das  er  als  das  seine  anerkennt,  auf  dem 
Reiseausweis für Flüchtlinge von H._______ angebracht ist, der erstmals 
am  (...)  ausgestellt wurde. Die Entgegnung  in der Eingabe vom 25.  Juli 
2011, der Beschwerdeführer habe seinem Schlepper im Zusammenhang 
mit seiner Ausreise eine Vielzahl von Fotos abgeben müssen und wisse 
nicht, für welche Zwecke diese verwendet worden seien, überzeugt nicht, 
weil  aus  den  Akten  nicht  hervorgeht,  er  habe  bereits  im  Jahre  (...) 
Reisevorbereitungen  getroffen  beziehungsweise  einen  Schlepper 
beauftragt, zumal ohnehin die Ehefrau des Beschwerdeführers und deren 
Cousin  gegen  Ende  der  Gefangenschaft  die  Flucht  vorbereitet  haben 
sollen (vgl. Beschwerde S. 9 f.). 

Die mit Eingabe vom 22. August 2011 eingereichten Schreiben, wonach 
sich  der  Beschwerdeführer  von  (...)  bis  (...)  auf  einer  Hühnerfarm 
aufgehalten  habe  –  in  einer  Bestätigung  ist  laut  Übersetzung  die  Rede 
von  "in  der  Haft  auf  einer  Hühnerfarm  bei  den  Tamil  Tigers",  in  der 
anderen wird  lediglich  festgehalten,  er  habe  im erwähnten Zeitraum auf 
einer  Hühnerfarm  in  I._______,  einem  von  der  Regierung  nicht 
kontrollierten  Gebiet  von  B._______,  gearbeitet  –  sind  als 
Gefälligkeitsbestätigungen  zu  bezeichnen,  zumal  nicht  begründet  wird, 
inwiefern  die  Aussteller  dieser  Schreiben  –  die  Ehefrau  eines  Mannes, 
der mit  dem  Beschwerdeführer  auch  auf  der  Hühnerfarm  gewesen  sei, 
und  ein  Pastor  –  aus  eigener  Wahrnehmung  diesen  Sachverhalt 
bestätigen können. Sodann ist festzuhalten, dass auch seine Vorbringen 
im  Zusammenhang  mit  der  Verfolgung  seiner  Familie  unglaubhaft 
beziehungsweise nicht relevant sind, zogen doch seine Ehefrau und sein 
Sohn  ihre  Beschwerde  vom  18. August  2010  im  entsprechenden 
Verfahren  mit  schriftlicher  Erklärung  vom  27. August  2010  zurück, 
woraufhin  das  Bundesverwaltungsgericht  das  Beschwerdeverfahren  als 
durch  Rückzug  gegenstandslos  geworden  abschrieb  (vgl.  D­5897/2010 
vom  30. August  2010).  Ein  solches  Vorgehen  –  d.h.  der  Rückzug  der 
Beschwerde  –  widerspricht  jedoch  demjenigen  einer  tatsächlich 
verfolgten  Person  diametral.  Aus  diesem Grund  ist  nicht  weiter  auf  die 
diesbezüglichen Vorbingen  in  der Beschwerde und der Eingabe  vom 5. 
Dezember 2008 und die  im Zusammenhang mit der geltend gemachten 
Benachteiligung  der  Familienangehörigen  eingereichten  Beweismittel 
einzugehen.

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Letztlich  vermögen  auch  die  eingereichten  Arztberichte  an  der 
Einschätzung  der  Unglaubhaftigkeit  der  Vorbringen  des 
Beschwerdeführers nichts zu ändern. Das offensichtlich zum Beleg einer 
Traumatisierung,  welche  es  ihm  verunmögliche,  sich  näher  zur  geltend 
gemachten  Vergewaltigung  zu  äussern  (vgl.  Beschwerde  S.  9), 
eingereichte  ärztliche  Dokument,  worin  dem  Beschwerdeführer  eine 
(Nennung  Diagnose)  diagnostiziert  wird,  ist  im  vorliegenden 
Sachzusammenhang  von  geringem  Beweiswert.  Auffallend  ist  zudem, 
dass  in  der  Eingabe  vom  4.  August  2008,  mit  welcher  der  Arztbericht 
eingereicht  wird,  keine  Argumentation  mit  der  ärztlichen  Diagnose  und 
den  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  enthalten  ist.  Zwar  ist  die 
Beweiswürdigung  beziehungsweise  die  Beurteilung  der  sich  stellenden 
Rechtsfragen stets Aufgabe des Richters. Indessen kann der Beweiswert 
nur  verneint  werden,  wenn  der  Richter  über  konkrete  Indizien  verfügt, 
welche  geeignet  sind,  die  Zuverlässigkeit  des  ärztlichen  Berichtes  in 
Zweifel  zu  ziehen  (vgl.  BVGE  2007/31  E.5.1  S.  378  unter  Verweis  auf 
EMARK 2002 Nr. 18 und EMARK 1995  [recte: 1999] Nr. 5). Auch wenn 
die  erwähnte  Diagnose  nicht  in  Zweifel  gezogen  wird,  ist  dem  als 
Gutachten bezeichneten Bericht vom 4. August 2008 nicht zu entnehmen, 
gestützt  auf welchen vom Beschwerdeführer  vorgetragenen Sachverhalt 
der  beurteilende  Arzt  zur  Diagnose  gelangte  und  ob  neben  (Nennung 
Symptome)  der  Hinweis  auf  ein  mögliches  Trauma  (Nennung 
Folterspuren) massgebend für die Diagnose war. Weitere Gesichtspunkte 
wie zum Beispiel die Krankheitsgeschichte des Beschwerdeführers oder 
seiner  Familienangehörigen werden  nicht  erwähnt. Gegebenenfalls  sind 
die  Ausführungen  eines  Arztes  zur  Plausibilität  der  Vorbringen  des 
Patienten  nicht  von  vornherein  belanglos  (vgl.  BVGE  2007/31 E. 5.1  S. 
378)  und  können  folglich  bei  der  Prüfung  der  Glaubhaftigkeit  der 
Aussagen  der  asylsuchen  Person  mitberücksichtigt  werden.  Vorliegend 
wurde  jedoch die Glaubhaftigkeit des vorgebrachten Sachverhalts durch 
den Arzt nicht erörtert und muss somit die diagnostizierte PTBS wohl eine 
andere Ursache haben als  die  als  unglaubhaft  zu  erachtenden Gründe, 
die  der  Beschwerdeführer  im  Asylverfahren  angab.  Mangels  Antworten 
des  Beschwerdeführers  zu  einfachen  Fragen  betreffend  dessen 
(Nennung Krankheit)  ergibt  sich  aus  der  Anamnese  im Bericht  des  (...) 
vom  (...),  dass  nicht  eruiert  werden  konnte,  mit  welcher  Ursache  die 
chronischen  Schmerzen  im  Bereich  der  (Nennung  Körperteil)  vereinbar 
sind.  Bei  dieser  Sachlage  erübrigt  es  sich,  auf  weitere 
Beschwerdevorbringen einzugehen.

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6.2. Zusammenfassend  ist  festzuhalten, dass es dem Beschwerdeführer 
angesichts  der  fehlenden  Glaubhaftigkeit  und  der  Ungereimtheiten  in 
zentralen  Asylvorbringen  nicht  gelungen  ist,  eine  im  Zeitpunkt  seiner 
Ausreise  aus  Sri  Lanka  bestehende  oder  drohende  asylrechtlich 
relevante  Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen.  Das 
BFM  hat  demnach  zu  Recht  die  Flüchtlingseigenschaft  des 
Beschwerdeführers verneint und dessen Asylgesuch abgelehnt.

7. 
7.1. Lehnt  das Bundesamt  das Asylgesuch  ab  oder  tritt  es  darauf  nicht 
ein,  so  verfügt  es  in  der  Regel  die Wegweisung  aus  der  Schweiz  und 
ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit 
der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

7.2. Der Beschwerdeführer  verfügt weder  über  eine  ausländerrechtliche 
Aufenthaltsbewilligung  noch  über  einen  Anspruch  auf  Erteilung  einer 
solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 
Abs. 1 AsylG; vgl. BVGE 2009/50 E. 9 S. 733).

7.3. Der  Beschwerdeführer  wurde mit  Verfügung  des  BFM  vom  1. April 
2008  wegen  Unzumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  vorläufig 
aufgenommen.  Erörterungen  hinsichtlich  eines  allfälligen 
Wegweisungsvollzugs erübrigen sich somit.

8. 
Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung 
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und 
vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art. 106  AsylG).  Die 
Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

9. 
In der Instruktionsverfügung vom 2. Juni 2008 wurde der Entscheid über 
das  Gesuch  betreffend  die  unentgeltliche  Rechtspflege  auf  einen 
späteren  Zeitpunkt  verschoben.  Dieser  Entscheid  ist  nun  nachzuholen 
und das Gesuch  ist aufgrund der Tatsache, dass der Beschwerdeführer 
seit mehreren Jahren erwerbstätig  ist, und folglich keine Bedürftigkeit  im 
Sinne  von  Art.  65  Abs. 1  VwVG  vorliegen  dürfte,  abzuweisen.  Die 
Verfahrenskosten  sind  somit  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen 
(Art. 63  Abs. 1  und  5  VwVG)  und  auf  insgesamt  Fr. 600.–  festzusetzen 
(Art. 1 – 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 

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Seite 20

Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 
173.320.2]).

(Dispositiv nächste Seite)

D­2978/2008

Seite 21

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  gemäss 
Art. 65 Abs. 1 VwVG wird abgewiesen.

3. 
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.­  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4. 
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Thomas Wespi Daniel Stadelmann

Versand: