# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** aaf58571-e562-5e55-8c77-80d890d386d8
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-09-24
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 24.09.2014 UV 2013/52
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2013-52_2014-09-24.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2013/52

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 24.09.2014

Entscheiddatum: 24.09.2014

Entscheid Versicherungericht, 24.09.2014
Art. 6 UVG, Art. 4 ATSG: Verneinung eines aussergewöhnlichen 
Schreckereignissesverbunden mit einem ausserordentlichen psychischen 
Schock bzw. Verneinung des Unfallbegriffsmerkmals der Ungewöhnlichkeit 
(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 24. 
September 2014, UV 2013/52).

Die Einzelrichterin

hat

am 24. September 2014

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwältin Saila Ruibal, Pedrazzini Advokatur, Vadianstrasse 35, 

Postfach 115, 9001 St. Gallen,

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 

4358, 6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

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Versicherungsleistungen

in Erwägung gezogen:

Sachverhalt

A.      

A.a  Die 1966 geborene A.___ (nachfolgend: Versicherte) war seit April 2007 bei den 

B.___ als Zugchefin angestellt und in dieser Eigenschaft bei der Suva gegen die Folgen 

von Unfällen versichert (Suva-act. 1).

A.b  Am 28. Juni 2009 bemerkte der Lokomotivführer der S-Bahn S9 kurz nach dem 

Bahnhof C.___ eine Person auf dem Gleis, worauf er sofort eine Notbremsung 

einleitete. Es handelte sich dabei um D.___, die im letzten Moment zur Seite sprang, 

um sich in Sicherheit zu bringen, jedoch von der S-Bahn noch leicht am Arm erfasst 

und verletzt wurde (Suva-act. 26). Die in der S-Bahn Dienst habende Versicherte, 

welche körperlich unbeschadet blieb, leistete der Verletzten erste Hilfe (Suva-act. 14). 

Am 8. Juli 2009 stellte sich die Versicherte wegen Schmerzen im Nacken, Schwindel, 

Kribbelparästhesien und einem Schweregefühl im Bereich der linken Hand auf der 

Notfallstation des Universitätsspitals Zürich vor, wo die Diagnosen Zervikobrachialgie 

links, Diskusprotrusion C5/C6 ohne Nervenkompression sowie Psychovegetative 

Labilität ungeklärter Ätiologie bei den Differentialdiagnosen beginnende leichte 

"lavierte" depressive Episode (ICD-10 F32.0) und somatoforme vegetative 

Funktionsstörung gestellt wurden (Suva-act. 15/5 f.). Am 19. März 2010 wurde die 

Versicherte durch Dr. med. E.___, Fachärztin FMH für Neurologie, untersucht. Die 

Neurologin stellte folgende Diagnosen: Verdacht auf ein muskulär bedingtes 

linksbetontes Schulterengpass-Syndrom bds. mit Brachialgien und Parästhesien der 

Hände sowie intermittierenden schmerzhaften Muskelverspannungen des Nackens und 

der linken Schulterblattregion, B12-Hypovitaminose ohne Anhaltspunkte für eine 

Beteiligung des ZNS oder PNS, grenzwertiger Hypertonus sowie Neigung zu 

Panikattacken und Verdacht auf funktionelle Überlagerung. Am 12. Februar 2010 sei es 

zu einer starken Schmerzattacke gekommen mit starkem Krampf und Schweregefühl 

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im linken Arm. Im Nachhinein habe die Versicherte diesen Vorgang als Panikattacke 

gedeutet (Suva-act. 15/22 f.).

A.c  Am 25. Juni 2012 meldete die Versicherte der Suva das Ereignis vom 28. Juni 

2009 als Unfall an (Suva-act. 1), schilderte dieses und ihre "Unfallfolgen" nochmals am 

1. März 2013 und hielt fest, sie habe ihren direkten Vorgesetzten mehrmals darum 

gebeten, den "Unfall" zu melden. Auch der Sozialberater der B.___ habe den 

Vorgesetzten darauf aufmerksam gemacht (G 1.3). Am 20. März 2013 folgte eine 

weitere - mündliche - Berichterstattung durch die Versicherte (Suva-act. 14). Ab 29. 

September 2012 befand sie sich bei Dr. med. F.___, Facharzt für Psychiatrie und 

Psychotherapie, in psychiatrischer Behandlung. Dr. F.___ stellte in einem Bericht vom 

16. Mai 2013 die Diagnose multiple posttraumatische Belastungsstörungen (ICD-10 

F43.1) mit in der Folge mittelgradiger depressiver Episode (ICD-10 F32.11) mit 

Somatisierungsstörung (ICD-10 F32.11) und Panikstörung (ICD-10 F41.0). Es finde 

weiterhin eine ambulante Psychotherapie mit wöchentlich zwei Sitzungen statt (Suva-

act. 33). In seinem fachärztlich-psychiatrischen Bericht vom 10. Juni 2013 wiederholte 

Dr. F.___ seine Diagnose und hielt fest, dass die Versicherte im bisherigen Verlauf der 

psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung häufig vom Unfallgeschehen 

gesprochen habe, dieses zeichne und dabei aufgeregt sei und zittere. Mit an Sicherheit 

grenzender Wahrscheinlichkeit bestehe ein kausaler Zusammenhang zwischen dem 

Unfallereignis vom 28. Juni 2009 und dem multiplen psychischen Krankheitsbild (Suva-

act. 39/6 ff.).

A.d  Mit Verfügung vom 10. Juni 2013 verneinte die Suva ihre Leistungspflicht für das 

Ereignis vom 28. Juni 2008 im Wesentlichen mit dem Hinweis, dass zwischen dem 

fraglichen Ereignis und den gemeldeten psychischen Beschwerden kein sicherer oder 

wahrscheinlicher Kausalzusammenhang bestehe (Suva-act. 36).

B.    

Die gegen diese Verfügung von Rechtsanwältin Saila Ruibal, St. Gallen, für die Ver­

sicherte eingereichte Einsprache vom 11. Juli 2013 (Suva-act. 39) wies die Suva mit 

Entscheid vom 29. Juli 2013 ab (Suva-act. 42).

C.      

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C.a  Gegen diesen Einspracheentscheid erhob Rechtsanwältin Ruibal für die 

Versicherte am 29. August 2013 Beschwerde mit dem Antrag, der Einspracheentscheid 

vom 29. Juli 2013 und damit die Verfügung vom 10. Juni 2013 betreffend Ablehnung 

einer Leistungspflicht der Suva seien aufzuheben und stattdessen seien der 

Beschwerdeführerin seit dem 28. Juni 2009 die Versicherungsleistungen zuzusprechen. 

Ausserdem sei der Beschwerdeführerin für vorliegendes Verfahren die unentgeltliche 

Rechtspflege und -verbeiständung zuzusprechen, unter Kosten- und 

Entschädigungsfolge zu Lasten der Vorinstanz (act. G 1).

C.b  In der Beschwerdeantwort vom 26. September 2013 beantragte die 

Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde und Bestätigung des angefochtenen 

Einspracheentscheids (act. G 5).

C.c  Mit Replik vom 15. November 2013 hielt die Rechtsvertreterin der Beschwerde­

führerin an ihrem Beschwerdeantrag fest (act. G 7). Die Beschwerdegegnerin 

verzichtete auf die Einreichung einer Duplik (act. G 9f.).

C.d  Mit Schreiben vom 19. November 2013 wurde dem Gesuch der 

Beschwerdeführerin um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege (Befreiung von 

den Gerichtskosten und Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung durch 

Rechtsanwältin Ruibal) für das Verfahren vor Versicherungsgericht entsprochen (act. G 

8).

C.e  Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften und den Inhalt der übrigen 

Akten wird, soweit entscheidnotwendig, in den nachfolgenden Erwägungen 

eingegangen.

Erwägungen:

1.

1.1  Nach Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG;

SR 832.20) werden die Versicherungsleistungen der Unfallversicherung bei Berufsun­

fällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz nichts 

anderes bestimmt. Als Unfall gilt gemäss Art. 4 des Bundesgesetzes über den 

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Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die plötzliche, nicht 

beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den 

menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder 

psychischen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat. Rechtsprechung und Lehre 

haben schreckbedingte plötzliche Einflüsse auf die Psyche seit jeher als Einwirkung auf 

den menschlichen Körper (im Sinne des geltenden Unfallbegriffs) anerkannt und für ihre 

unfallversicherungsrechtliche Behandlung besondere Regeln entwickelt. Danach 

erfüllen nur aussergewöhnliche Schreckereignisse, verbunden mit einem 

ausserordentlichen psychischen Schock, den Unfallbegriff bzw. das 

Unfallbegriffsmerkmal der Ungewöhnlichkeit. Dabei muss die seelische Einwirkung 

durch einen gewaltsamen, in der unmittelbaren Gegenwart des Versicherten sich 

abspielenden, Vorfall ausgelöst werden und in ihrer überraschenden Heftigkeit geeignet 

sein, auch bei einem gesunden Menschen durch Störung des seelischen 

Gleichgewichts typische Angst- und Schreckwirkungen (wie Lähmungen, Herzschlag 

etc.) hervorzurufen. Das frühere Eidgenössische Versicherungsgericht (EVG), seit 1. 

Januar 2007 sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts, hat diese 

Rechtsprechung wiederholt bestätigt und dahingehend präzisiert, dass auch bei 

Schreckereignissen nicht nur die Reaktion eines (psychisch) gesunden Menschen als 

Vergleichsgrösse dienen kann, sondern in diesem Zusammenhang ebenfalls auf eine 

"weite Bandbreite" von Versicherten abzustellen ist. Zugleich hat es dabei relativierend, 

unter Bezugnahme auf den massgeblichen Unfallbegriff (BGE 118 V 61 E. 2b), betont, 

dass sich das Begriffsmerkmal der Ungewöhnlichkeit definitionsgemäss nicht auf die 

Wirkung des äusseren Faktors, sondern nur auf diesen selber bezieht, weshalb nicht 

von Belang sein könne, wenn der äussere Faktor allenfalls schwerwiegende, 

unerwartete Folgen nach sich zog (BGE 129 V 179 E. 2.1; Urteil des Bundesgerichts 

vom 20. September 2007, U 548/06, E. 2.1; SVR 2008 UV Nr. 7 S. 22 E. 2.2 [U 548/06]).

1.2  Die Adäquanz zwischen einem Schreckereignis ohne körperliche Verletzung und 

den nachfolgend aufgetretenen psychischen Störungen ist nach der allgemeinen 

Formel (gewöhnlicher Lauf der Dinge und allgemeine Lebenserfahrung) zu beurteilen. 

Diese Rechtsprechung trägt der Tatsache Rechnung, dass bei Schreckereignissen - 

anders als im Rahmen üblicher Unfälle - die psychische Stresssituation im Vordergrund 

steht, wogegen dem somatischen Geschehen keine (entscheidende) Bedeutung 

beigemessen werden kann. Aus diesem Grund ist die (analoge) Anwendung der in BGE 

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115 V 133 entwickelten Adäquanzkriterien ebenso ungeeignet wie diejenige der 

sogenannten Schleudertraumapraxis (BGE 134 V 109, 117 V 359; vgl. BGE 129 V 184 

E. 4.2; SVR 2008 UV Nr. 7 S. 22 E. 2.4 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts vom 

11. Juli 2011, 8C_159/2011, E. 4).

2.

2.1  Nach Lage der Akten spielte sich am 28. Juni 2009 folgendes Ereignis ab: Der 

Lokomotivführer der S-Bahn S9 bemerkte kurz nach dem Bahnhof C.___ eine Person – 

D.___ - auf dem Gleis, worauf er sofort eine Notbremsung einleitete. D.___ sprang im 

letzten Moment zur Seite, um sich in Sicherheit zu bringen, wurde jedoch von der S-

Bahn noch leicht am Arm erfasst und verletzt (Suva-act. 26). Gegenüber der 

Beschwerdegegnerin erzählte die körperlich unbeschadet gebliebene 

Beschwerdeführerin am 20. März 2013, nach der Notbremsung sei vom 

Lokomotivführer die Durchsage gestartet worden, dass ein Personenunfall passiert sei. 

Die Zugbegleitungen seien zum Lokomotivführer gerufen worden und hätten ihre 

Warnwesten angezogen. Sie - die Beschwerdeführerin - habe dann den Zug durch den 

Lokomotivausgang verlassen und sich zur Unfallstelle begeben, wo sie die am Kopf 

und am Arm verletzte D.___ in völliger Dunkelheit vorgefunden habe. Sie habe mit ihr 

gesprochen und mit ihr zusammen auf das Eintreffen der Ambulanz gewartet (Suva-

act. 14).

2.2  Streitig und zu prüfen ist vorab, ob in Bezug auf obigen Vorfall das 

Unfallbegriffsmerkmal der Ungewöhnlichkeit insofern erfüllt ist, als sich das 

unbestrittenermassen als gewaltsam zu bezeichnende Unglück vom 28. Juni 2009 - die 

Kollision zwischen der S-Bahn und D.___ - in unmittelbarer Gegenwart der 

Beschwerdeführerin abgespielt hat. Während die Beschwerdegegnerin dies verneint, 

stellt sich die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin auf den Standpunkt, die 

fragliche Voraussetzung sei zu bejahen.

2.2.1      In Übereinstimmung mit der Beschwerdegegnerin (vgl. act. G 5) ist 

festzustellen, dass die Beschwerdeführerin die Kollision zwischen der S-Bahn und der 

verletzten D.___ als solche gar nicht, weder durch optische noch akustische Eindrücke 

in nächster Nähe, sondern aus räumlicher und akustischer Distanz miterlebt hat. Von 

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Unmittelbarkeit kann damit nicht gesprochen werden. Das Miterleben einer 

Notbremsung sowie der Umstand, dass die Beschwerdeführerin mit einer Durchsage 

des Lokomotivführers über einen Personenunfall informiert wurde, vermögen keine 

Unmittelbarkeit zu begründen. Das Unglück bzw. die Kollision hatte im Zeitpunkt der 

vorgenannten Sachverhalte - wenn auch nur kurz davor - bereits stattgefunden. 

Sowohl bei dem von der Beschwerdeführerin durchlebten Vorgang einer Notbremsung, 

aber letztlich auch bei der von ihr gehörten Durchsage eines Personenunfalls handelt 

es sich sodann um unbestimmte Sachverhalte, deren Ursache bzw. Inhalt und 

Ausmass sich vollkommen vielfältig darzustellen vermögen. Das Unglück erhielt also 

durch die fraglichen Sachverhalte keine konkrete Anschaulichkeit, was in Bezug auf die 

subjektive Erlebnisseite der Beschwerdeführerin eine Distanz begründete. Wohl konnte 

bzw. musste sich die Beschwerdeführerin als Zugbegleiterin von der Notbremsung und 

der fraglichen Durchsage mehr betroffen fühlen als die Passagiere der S-Bahn. 

Andererseits wird dies von ihr gerade auch verlangt, womit den fraglichen Umständen - 

auch wenn sie grundsätzlich als unangenehm zu bezeichnen sind - im Falle der 

Beschwerdeführerin nichts Ungewöhnliches anhaftet.

2.2.2      In unmittelbarer Gegenwart der Beschwerdeführerin spielten sich erst das 

Auffinden von D.___ sowie die Erste Hilfe durch die Beschwerdeführerin gegenüber der 

Verletzten ab. Die dadurch erfolgte seelische Einwirkung auf die Beschwerdeführerin 

kann nicht als Unfall im Rechtssinn betrachtet werden. Vergleichsweise ist 

diesbezüglich auf Urteile des EVG zu verweisen, denen Sachverhalte zu Grunde liegen, 

die den vorliegenden Sachverhalt hinsichtlich Tragik massgebend übersteigen (Unglück 

mit Todesfolge; Urteile des EVG vom 17. Juni 2003, U 273/02, E. 3.2, und vom 29. 

Oktober 1999; RKUV 2000 Nr. U 365 S. 89 E. 3). Das EVG ordnete selbst das Auffinden 

bzw. sich Befinden in unmittelbarer Gegenwart des tödlich Verunglückten nicht dem 

Tötungsdelikt bzw. dem Tod nach Sturz zu und betrachtete die Voraussetzung der 

Ungewöhnlichkeit bzw. das Erfordernis der unmittelbaren Gegenwart als nicht erfüllt. In 

Übereinstimmung mit dieser Rechtsprechung hält auch Alfred Maurer (Schweizerisches 

Unfallversicherungsrecht, 2. Aufl. Bern 1989, S. 185) fest, es sei kein Unfall 

anzunehmen, wenn jemand bei einem Unglück nicht selbst zugegen sei, es also nicht 

miterlebe, sondern erst nachträglich entweder die Folgen sehe oder - wie im konkreten 

Fall - erste Hilfe leiste. Solche Umstände könnten zwar eine besonders sensible Person 

aus dem seelischen Gleichgewicht bringen. Es müsse aber irgendwo eine Grenze 

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gezogen werden; sonst käme man schliesslich dazu, den Empfang böser Nachrichten 

bereits als Unfall zu charakterisieren. Die Ausweitung des Elements der unmittelbaren 

Gegenwart im Urteil des Bundesgerichts vom 20. September 2007 (U 548/06, E. 4.3) 

betreffend Tsunami, worin ein Schreckereignis bejaht wurde, obwohl die versicherte 

Person die eigentliche Flutwelle nicht selber gesehen hat, vermag an obiger 

Beurteilung nichts zu ändern. Der fragliche Urteilssachverhalt ist mit dem vorliegenden 

Fall nicht vergleichbar. Die versicherte Person befand sich laut Bundesgerichtsurteil 

auch noch nach dem Elementarereignis des Tsunamis - mit unmittelbarer Todesgefahr 

für von der Flutwelle unmittelbar betroffene Personen - in Todesgefahr, als sie sehr 

nahe am tödlichen Geschehen war. Die Schreckwirkung der Tsunamikatastrophe 

erschöpfte sich bei ihr nicht allein in den entgegenkommenden Wassermassen, 

sondern erstreckte sich auf den optischen Eindruck beim Anblick der gewaltigen 

Auswirkungen der Flutwelle und die damit verbundene todbringende Gefahr. Indem 

sich die versicherte Person nicht auf dem Festland, sondern auf einer kleinen Insel 

befand, hatte sie sodann keine näheren Informationen über das soeben Vorgefallene 

und das weitere Geschehen. Sie wusste daher nicht, ob sich allenfalls eine weitere 

Flutwelle ausbreiten würde. Das Ereignis endete für sie also nicht mit dem Rückgang 

der Fluten, sondern erst mit ihrer zwei Tage später erfolgten Evakuierung. Die 

Hauptkatastrophe der sich nicht in unmittelbarer Gegenwart der versicherten Person 

zugetragenen ersten Flutwelle stellte zusammen mit den von ihr miterlebten 

Geschehnissen und damit verbundenen seelischen Eindrücken einen einheitlichen, 

einmaligen Vorfall im Sinne eines aussergewöhnlichen Schreckereignisses dar. Im 

vorliegenden Fall schlossen sich hingegen an das Hauptereignis hinsichtlich Intensität 

keine entsprechenden Geschehnisse an. Die Schreckwirkung im konkreten Fall ist in 

ihrer Eindrücklichkeit bzw. Intensität nicht im Entferntesten mit derjenigen vergleichbar, 

welche die versicherte Person im Tsunami-Urteil durchlebt hat, und zur "Aufweichung" 

des Elements der unmittelbaren Gegenwart durch das Bundesgericht geführt hat. Wie 

bereits erwähnt (vgl. Erwägung 2.2.1), bestand im Falle der Beschwerdeführerin zum 

Hauptereignis auch nachträglich weder optisch noch akustisch irgendeine unmittelbare 

Verbindung. Im Zeitpunkt der Kollision, aber auch im Zeitpunkt der nachfolgenden 

Geschehnisse der Notbremsung, der Durchsage des Personenschadens und des 

Auffindens von D.___ befand sich die Beschwerdeführerin im Gefühl persönlicher 

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Sicherheit. Sie selbst war keinerlei Gefahr ausgesetzt, wodurch eine wesentliche 

Distanz zum Hauptereignis bestand.

2.3

2.3.1      Selbst wenn die von der Beschwerdeführerin unbestrittenermassen 

unmittelbar erlebten Folgen des Unglücks, d.h. das Auffinden von D.___ sowie deren 

Betreuung, im Sinne eines einheitlichen, einmaligen Vorfalls der eigentlichen Kollision 

zugerechnet würden, wäre das für die Anerkennung eines Schreckereignisses als Unfall 

zusätzlich geforderte Element der überraschenden Heftigkeit nicht erfüllt. Die 

Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin beschreibt analog zu den Angaben im 

Bericht von Dr. F.___ vom 10. Juni 2013 (Suva-act. 39/6 f.) bezüglich der Notbremsung 

sowie des Verlassens des Zuges bzw. der Suche nach D.___ Empfindungen und 

Gedanken der Beschwerdeführerin (Gefühl, dass etwas ganz und gar nicht stimme; 

innerliche Anspannung und Nervosität; Erwartung, menschliche Körperteile oder eine 

Leiche zu finden), die zwar absolut nachvollziehbar sind. Bei einer Notbremsung sowie 

der Durchsage eines Personenschadens handelt es sich jedoch um rein technische 

Ereignisse, denen als solche keinerlei Dramatik anhaftet und die insbesondere im 

Lebensbereich einer Zugbegleiterin nicht als ungewöhnlich bezeichnet werden können. 

Die Möglichkeit, dass ihnen ein eindrückliches Ereignis zu Grunde liegt, vermag noch 

kein Schockerlebnis grösster Intensität zu begründen. Auch hier würde eine 

gegenteilige Beurteilung zu einer unzulässigen Ausweitung des Unfallbegriffs führen. 

Wie bereits erwähnt, hatte die Beschwerdeführerin im gegebenen Zeitpunkt vom 

Kollisionsvorgang keinerlei konkrete Vorstellung. Sie befand sich zwar in einer 

ungewissen Situation, die sich jedoch vielfältig klären konnte. Auch hier besteht 

zunächst durch die zeitliche, optische sowie akustische Distanz keine greifbare 

Verbindung zum Hauptereignis, womit das Ausmass der Schreckwirkung nicht als 

ungewöhnlich bezeichnet werden kann. Die seelische Einwirkung durch das 

Zusammentreffen mit der neben dem Gleis liegenden D.___ sowie die Erstbetreuung 

durch die Beschwerdeführerin können ebenso nicht als überraschend heftig betrachtet 

werden. Gegenüber der Beschwerdegegnerin legte die Beschwerdeführerin am 20. 

März 2013 äusserst sachlich und ohne jeglichen Hinweis darauf, dass sie einen 

psychischen Schock erlitten hätte, dar, sie habe den Zug durch den Lokomotivausgang 

verlassen und sich an die Unfallstelle begeben, wo die verletzte Person in völliger 

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Dunkelheit habe vorgefunden werden können. Die verletzte Frau habe sich sowohl am 

Kopf als auch am Arm verletzt. Gliedmassen seien beim Unfall nicht abgetrennt 

worden. Sie habe einfach mit der verunfallten Frau gesprochen und mit ihr zusammen 

auf das Eintreffen der Ambulanz gewartet. Etwas ungewohnt sei das laute Schreien der 

Frau gewesen (Suva-act. 14). In der Beschwerde vom 29. August 2013 schilderte die 

Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin, das plötzliche Schreien sowie die 

unkontrollierten, zuckenden Beinbewegungen der Verletzten hätten der 

Beschwerdeführerin einen grossen Schrecken versetzt. Die ungewöhnliche Lage der 

Verletzten, auf dem Bauch liegend, beide Arme rechtwinklig vom Körper abgespreizt, 

mit zuckenden Beinbewegungen und nur schwer sichtbaren Verletzungen an Kopf und 

Arm hätten für die Beschwerdeführerin bedeutet, dass zwingend mit innerlichen 

Verletzungen oder sogar Wirbelsäulenverletzungen zu rechnen gewesen sei. Dies 

zumal eine Kollision mit einem Zug stattgefunden habe. Eine solche Situation habe die 

Beschwerdeführerin trotz langjähriger Erfahrung noch nie erlebt und sie habe bis zum 

28. Juni 2009 nie erste Hilfe leisten müssen. Die Beschwerdeführerin habe die Verletzte 

nicht bewegt und habe beruhigend auf das schreiende Opfer eingeredet. Als dieses 

plötzlich völlig ruhig geworden sei und nicht mehr geantwortet habe, habe sie einen 

erneuten Schock bekommen und die Verletzte in panischer Angst und Verzweiflung 

angeschrien. Sie habe schreckliche Angst gehabt, dass die Verletzte aufgrund innerer 

Verletzungen letztendlich noch sterben würde und sie es nicht verhindern könnte. Erst 

als weitere Personen hinzugekommen seien, habe sich die Beschwerdeführerin ein 

wenig beruhigen können. Sie sei somit aus dem Nichts mit einer schwer belastenden 

Situation konfrontiert gewesen (act. G 1). Die Beschwerdegegnerin wendet in der 

Beschwerdeantwort vom 26. September 2013 berechtigterweise ein, dass die 

beschwerdeweise vorgetragene Darstellung subjektiv geprägt zu sein scheint. Sie lässt 

gegenüber derjenigen vom 20. März 2013 eine neue Dramatik mit angeblich bedeutend 

heftigerer psychischer Einwirkung auf die Beschwerdeführerin erkennen. Eine 

entsprechende Schilderung von Seiten der Beschwerdeführerin wäre bereits im 

Zeitpunkt ihrer Befragung durch die Beschwerdegegnerin zu erwarten gewesen. 

Tatsächlich wurde jedoch das Geschehen erst in Kenntnis der Leistungsablehnung 

durch die Beschwerdegegnerin als belastend geschildert, womit die Glaubhaftigkeit 

einer psychischen Belastung in Frage gestellt ist (vgl. dazu BGE 121 V 47 E. 1a mit 

Hinweisen; Alexandra Rumo-Jungo/André Pierre Holzer, Rechtsprechung des 

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Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die 

Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2012, S. 5). Im Übrigen erscheint die 

Annahme innerer, lebensbedrohlicher Verletzungen angesichts einer blutenden Wunde 

am Kopf und einer Verletzung am Arm wenig nachvollziehbar. Ebenso die Annahme 

einer Wirbelsäulenverletzung, wenn die Verletzte unkontrollierte, zuckende 

Beinbewegungen ausführte. Dies zumal es offenbar völlig dunkel war und damit eine 

Einschätzung der gesundheitlichen Situation für die Beschwerdeführerin wohl schwierig 

gewesen sein dürfte. An den Beweis der Tatsachen, die das Schreckereignis ausgelöst 

haben, an die Aussergewöhnlichkeit dieses Ereignisses sowie den entsprechenden 

psychischen Schock sind strenge Anforderungen zu stellen (Urteil des Bundesgerichts 

vom 25. September 2008, 8C_341/2008, E. 2.3). Im konkreten Fall ist der Beweis der 

vorgenannten Elemente nicht erbracht. Die Beschwerdeführerin hat die Folgen der 

Beweislosigkeit zu tragen (vgl. dazu Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 2. Aufl. Zürich 

2009, N 39 zu Art. 43). Die Schilderungen der Beschwerdeführerin gegenüber der 

Beschwerdegegnerin am 20. März 2013 (Suva-act. 14) lassen keine heftige seelische 

Einwirkung erkennen. Zweifel an einer solchen erscheinen auch insofern nochmals 

verstärkt, als die Beschwerdeführerin laut eigenen Angaben und medizinischen Akten 

erstmals dreiviertel Jahre nach dem fraglichen Ereignis eine Panikattacke erlitten hatte 

(Suva-act. 9, 14). Eine psychiatrische Behandlung nahm sie sodann gar erst am 29. 

September 2012, also mehr als drei Jahre nach dem Ereignis vom 28. Juni 2009 in 

Anspruch (Suva-act. 14, 39).

2.3.2      Selbst wenn von der Sachverhaltsdarstellung in der Beschwerde ausgegangen 

würde und dieser eine gewisse Eindrücklichkeit nicht abgesprochen werden kann, 

wäre das Ereignis in seiner überraschenden Heftigkeit nicht als geeignet zu betrachten, 

auch unter Berücksichtigung einer "weiten Bandbreite" von Versicherten durch Störung 

des seelischen Gleichgewichts typische Angst- und Schreckwirkungen hervorzurufen 

(vgl. Erwägung 1.1). Die Beschwerdeführerin war weder mit einem Todesopfer 

konfrontiert noch war sie dem Anblick schwer zu ertragender Verletzungen, wie 

beispielsweise abgetrennten Körperteilen oder einem überfahrenen Körper, ausgesetzt. 

Rein objektiv betrachtet ist sodann keine Sachlage ersichtlich, aufgrund der mit dem 

Tod der Verletzten hätte gerechnet werden müssen. Immerhin hat diese anfänglich 

noch laut geschrien. Gegenüber der Beschwerdegegnerin hatte die 

Beschwerdeführerin im Übrigen - ebenfalls entgegen den späteren Ausführungen in der 

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Beschwerde - angegeben, während ihrer langjährigen Tätigkeit bei verschiedenen 

Eisenbahnen schon diverse Todesfälle und auch Verstümmelungen gesehen zu haben, 

so dass das Ereignis vom 28. Juni 2009 insofern für sie nichts Neues dargestellt habe 

(Suva-act. 14). Das fragliche Ereignis gehörte somit auch hinsichtlich seiner 

Eindrücklichkeit im Lebensbereich der Beschwerdeführerin - wenn auch nicht zum 

Alltäglichen oder Üblichen - so doch offensichtlich nicht zum Ungewöhnlichen. Den 

von der Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin angenommenen Zeitraum von ca. 15 

Minuten - während dem sich die Beschwerdeführerin allein um die Verletzte 

gekümmert bzw. sich in einer völlig ungewohnten, stressigen, dauerbelastenden 

Situation befunden und der sich unter den gegebenen Umständen als Ewigkeit 

angefühlt habe - gilt es ebenfalls zu relativieren. Dem Zeit- bzw. Dauerfaktor könnte 

höchstens in dem Sinn eine Bedeutung beigemessen werden, als dieser die Intensität 

der grundsätzlich nicht ungewöhnlichen Schreckwirkung zu beeinflussen bzw. allenfalls 

zu erhöhen vermag. Der Vergleich mit einem sich während lediglich zwei Minuten 

abspielenden heftigen Zugsunglück, an dem jemand selbst beteiligt ist, die akute 

Gefahr dann aber unverletzt übersteht, kann nicht gezogen werden. Hier liegt an sich 

ein heftiges Schreckereignis vor. Laut Rapport des diensthabenden Polizisten der 

Kantonspolizei Zürich vom 14. Juli 2009 über das Ereignis vom 28. Juni 2009 (Suva-

act. 26) kam es um ca. __.42 Uhr zur Kollision zwischen der S-Bahn und D.___. Um __.

50 Uhr ging die entsprechende Anzeige bei der Einsatzzentrale der Kantonspolizei 

Zürich ein. Diese bot um __.54 Uhr die Nachttour auf, welche um __.58 Uhr am 

Unglücksort eintraf. Angesichts dessen, dass bis zum Auffinden der Verletzten durch 

die Beschwerdegegnerin eine gewisse Zeit verstrichen ist und ihr vor dem Eintreffen 

der Polizei während einer gewissen Zeit die zweite Zugbegleiterin sowie der zweite 

Lokomotivführer zur Seite standen, reduzieren sich die 12 Minuten zwischen Kollision 

und Eintreffen der Polizei. Von einer massgeblichen Bedeutung des Zeitfaktors kann 

unter diesen Umständen nicht ausgegangen werden.

2.4  Zusammenfassend ist festzuhalten, dass das Unfallbegriffsmerkmal des 

ungewöhnlichen Faktors in Bezug auf das Ereignis vom 28. Juni 2009 nicht erfüllt ist. 

Weder liegt ein gewaltsamer, in der unmittelbaren Gegenwart der Beschwerdeführerin 

sich abgespielter Vorfall vor, noch war dieser in seiner überraschenden Heftigkeit 

geeignet, auch unter Berücksichtigung einer "weiten Bandbreite" von Versicherten 

durch Störung des seelischen Gleichgewichts typische Angst- und Schreckwirkungen 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/14

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hervorzurufen. Die Beschwerdegegnerin hat damit bezüglich des Ereignisses vom 

28. Juni 2009 ein Schreckereignis als Unfall zu Recht verneint.

3.

Selbst wenn - entgegen den vorstehenden Ausführungen - ein Unfall bzw. 

Schreckereignis im Rechtssinn bejaht würde, fehlte es am adäquaten 

Kausalzusammenhang zwischen den geltend gemachten psychischen Beschwerden 

und dem Geschehen vom 28. Juni 2009. So erscheint das Geschehen nach der 

allgemeinen Lebenserfahrung - auch unter Berücksichtigung einer "weiten Bandbreite" 

von Versicherten - nicht geeignet, psychische Störungen auszulösen. Die 

Schilderungen der Beschwerdeführerin sowie der aus den medizinischen Akten 

hervorgehende gesundheitliche Verlauf lassen Zweifel an einer adäquaten Kausalität 

aufkommen. Im Bericht des Universitätsspitals Zürich vom 9. Juli 2009 (Suva-act. 15/5) 

wurden zwar rund eine Woche nach dem fraglichen Unglück die Diagnose einer 

psychovegetativen Labilität ungeklärter Ätiologie mit den Differentialdiagnosen 

beginnende leichte "larvierte" depressive Episode (ICD-10 F32.9) sowie somatoforme 

vegetative Funktionsstörung gestellt und von der Beschwerdeführerin gewisse 

Beschwerden (Schwindel, Schweregefühl, epigastrisches Druckgefühl unter Stress) als 

seit dem 28. Juni 2009 aufgetreten beschrieben. Dreiviertel Jahre nach dem Ereignis 

verstärkte sich die psychische Problematik, indem die Beschwerdeführerin eine 

Panikattacke erlitt (Suva-act. 9, 14) und ab 29. September 2012, also mehr als drei 

Jahre nach dem Ereignis vom 29. Juni 2009, nahm die Beschwerdeführerin eine 

psychiatrische Behandlung in Anspruch, worauf eine posttraumatische 

Belastungsstörung (ICD-10: F43.1) diagnostiziert wurde (Suva-act. 14, 39). Nach dem 

gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung überwindet jedoch 

ein Opfer ein Schreckerlebnis mit fortlaufender Dauer (vgl. BGE 129 V 177; SVR 2008 

UV Nr. 7 S. 22 E. 2.5, je mit Hinweisen). Dies gilt insbesondere, wenn die versicherte 

Person - wie im konkreten Fall - keine und die von ihr nach der Kollision betreute 

Person lediglich leichte Verletzungen erlitten hat und das Schreckereignis nur von 

relativ kurzer Dauer war (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts vom 14. April 2008, U 

593/06, E. 4). Der gesundheitliche Verlauf der Beschwerdeführerin war damit - 

abgesehen davon, dass er sich vom zeitlichen Ablauf auch eher zusammenhangslos 

darstellt - dem zuvor Gesagten gerade gegenläufig.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/14

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4.

4.1  Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Bestätigung des 

Einspracheentscheids vom 29. Juli 2013 abzuweisen.

4.2  Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).

4.3  Der Beschwerdeführerin wurde am 19.November 2013 die unentgeltliche 

Rechtsverbeiständung bewilligt (act. G 8). Sie kann indessen, wenn es ihre 

wirtschaftlichen Verhältnisse gestatten, zur Nachzahlung der vom Staat entschädigten 

Parteikosten verpflichtet werden (Art. 117 ff. der Schweizerischen Zivilprozessordnung 

[ZPO; SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, 

[VRP; sGS 951.1]). Zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung ist der Staat zu 

verpflichten, für die Kosten der Rechtsvertretung der Beschwerdeführerin 

aufzukommen, wobei der unentgeltlichen Rechtsbeiständin lediglich ein um 20% 

reduziertes Honorar zusteht (vgl. Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes [AnwG; sGS 

963.70]; Honorarverordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten [HonO; sGS 

963.75]). Das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen spricht in 

unfallversicherungsrechtlichen Verfahren gestützt auf Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO 

regelmässig eine (ungekürzte) pauschale Entschädigung zwischen Fr. 3'500.-- und 

Fr. 4'500.-- zu. Es ist kein Anlass ersichtlich, weshalb im vorliegenden Fall anders zu 

verfahren wäre. In Würdigung aller Umstände ist die Parteientschädigung vorliegend 

auf Fr. 2'800.-- (80% von Fr. 3'500.-- inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) 

festzulegen.

Demgemäss hat die Einzelrichterin im Verfahren gemäss Art. 19 OrgV

entschieden:

1.      Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.      Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.      Der Staat hat die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin mit Fr. 2'800.-- (inkl. 

Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.

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	Entscheid Versicherungericht, 24.09.2014
	Art. 6 UVG, Art. 4 ATSG: Verneinung eines aussergewöhnlichen Schreckereignissesverbunden mit einem ausserordentlichen psychischen Schock bzw. Verneinung des Unfallbegriffsmerkmals der Ungewöhnlichkeit (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 24. September 2014, UV 2013/52).

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