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**Case Identifier:** 03632c1b-26ef-5868-ba96-af100da094b2
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-05-11
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 11.05.2022 200 2022 103
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2022-103_2022-05-11.pdf

## Full Text

200 22 103 IV
FUE/FRN/WSI

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 11. Mai 2022

Verwaltungsrichter Furrer, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Ackermann, Verwaltungsrichter Loosli
Gerichtsschreiberin Franzen

A.________
vertreten durch B.________, Rechtsanwältin C.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 12. Januar 2022

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Mai 2022, IV/22/103, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1987 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin), 
gelernte …, von 1. September 2008 bis 31. Oktober 2010 in einem 80 %-
Pensum in der … erwerbstätig gewesen, meldete sich im April 2010 unter 
Hinweis auf Rückenbeschwerden sowie chronisches Asthma bei der Eid-
genössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an (Akten 
der IV [act. II] 2, 10, 20.1 S. 29). Die IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerde-
gegnerin) führte medizinische und erwerbliche Abklärungen durch und ver-
neinte mit Verfügung vom 18. Mai 2011 (act. II 19) den Anspruch auf beruf-
liche Massnahmen. 

Im Juli 2019, nunmehr ab 1. Juli 2014 in einem 80%-Pensum bzw. ab Ende 
Februar 2019 in einem 40%-Pensum als … bei der D.________ (act. II 
87.1 S. 62, S. 29) und danach seit 19. April 2021 in einem 40 %-Pensum 
bei der E.________ AG angestellt gewesen, meldete sich die Versicherte 
unter Hinweis auf ʺstarke Müdigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, bei der 
Konzentration, wie ‘Blitzschläge’ im Kopf, schnell überfordert/Stress, Durch-
fallʺ erneut zum Leistungsbezug an (act. II 20.1 S. 21 ff., 21; Akten der IV 
[act. IIA] 144 S. 2, 159). Die IVB tätigte wiederum medizinische und erwerb-
liche Erhebungen und gewährte Frühinterventionsmassnahmen (act. II 69) 
sowie Arbeitsvermittlung (act. II 73, 96). Auf Empfehlung des Regionalen 
Ärztlichen Dienstes (RAD; act. IIA 112) holte sie ein bidisziplinäres Gutach-
ten in den Fachrichtungen Neurologie und Neuropsychologie ein (Experti-
sen und interdisziplinäre Gesamtbeurteilung vom 2. und 28. Mai 2021 [act. 
IIA 133.1, 131.1-131.2]). Mit Vorbescheid vom 4. Juni 2021 stellte die IVB 
die Ablehnung des Rentenbegehrens in Aussicht (act. IIA 135). Am 1. Juli 
2021 erhob die Versicherte, vertreten durch den B.________, Rechtsan-
wältin C.________, Einwand (act. IIA 141, 143). Nach Rücksprache mit 
dem RAD (act. IIA 147) sowie Einholung einer Stellungnahme des neurolo-
gischen Gutachters vom 5. November 2021 (act. IIA 150) und erneutem 
Vorbescheidverfahren (act. IIA 151 ff.) verneinte die IVB mit Verfügung vom 
12. Januar 2022 einen Rentenanspruch bei einem IV-Grad von 16 % (Sta-
tus: Erwerb 80 %, Aufgabenbereich 20 %; act. IIA 156). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Mai 2022, IV/22/103, Seite 3

B.

Hiergegen erhob die Versicherte, nach wie vor vertreten durch Rechtsan-
wältin C.________, mit Eingabe vom 11. Februar 2022 Beschwerde mit 
folgenden Anträgen:

1. Die Verfügung vom 12. Januar 2022 sei aufzuheben und es sei eine 
Invalidenrente zuzusprechen.

2. Eventualiter: Es sei der medizinische Sachverhalt angemessen abzu-
klären und auf dessen Grundlage der Rentenanspruch neu zu prüfen.

-unter Kosten- und Entschädigungsfolge-

Am 22. Februar 2022 ging beim Gericht eine Eingabe der Beschwerdefüh-
rerin samt Beilage ein.

Mit Beschwerdeantwort vom 4. März 2022 schloss die Beschwerdegegne-
rin auf Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 

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i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsgegenstand bildet die Verfügung vom 12. Januar 2022 
(act. IIA 156). Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1  Am 1. Januar 2022 sind die Änderungen vom 19. Juni 2020 des 
IVG (Weiterentwicklung der IV) und weiterer Erlasse (insbesondere des 
ATSG) in Kraft getreten (AS 2021 705). In zeitlicher Hinsicht sind – vor-
behältlich besonderer übergangsrechtlicher Regelungen –  grundsätzlich 
diejenigen Rechtssätze massgeblich, die bei der Erfüllung des rechtlich zu 
ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben 
(BGE 146 V 364 E. 7.1 S. 370, 144 V 210 E. 4.3.1 S. 213). Zwar datiert die 
angefochtene Verfügung vom 12. Januar 2022 (act. IIA 156), womit sie 
nach dem Inkrafttreten der IVG-Änderung vom 19. Juni 2020 erging. Indes-
sen liegt der frühest mögliche Zeitpunkt der potentiellen Entstehung des 
Rentenanspruchs vor dem 1. Januar 2022, weshalb die Bestimmungen des 
IVG und diejenigen der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invali-
denversicherung (IVV, SR 831.201) in der bis 31. Dezember 2021 gültigen 
Fassung (fortan: aArt.) massgebend sind, so sieht die IV-Revision denn 
auch keinen speziellen gesetzlichen Revisionsgrund per Januar 2022 vor 
(vgl. auch Ziff. 9100 f. des Kreisschreibens über Invalidität und Rente in der 
Invalidenversicherung [KSIR]; zur Bedeutung von Verwaltungsweisungen 
vgl. BGE 144 V 195 E. 4.2 S. 198). 

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2.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 

2.3 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine Ren-
te, wenn sie ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines 
Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % 
arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses 
Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. c). Gemäss aArt. 
28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Rente, wenn die versi-
cherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn 
sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem IV-Grad von mindestens 50 % 
besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem IV-Grad von mindes-
tens 40 % ein solcher auf eine Viertelsrente.

2.4 Für die Bestimmung des IV-Grades wird das Erwerbseinkommen, 
das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durch-
führung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmass-
nahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeits-
marktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, 
das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 
ATSG).

2.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 

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können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2021 IV 
Nr. 54 S. 181 E. 2.3).  

3.

3.1 Mit Verfügung vom 18. Mai 2011 (act. II 19) verneinte die Be-
schwerdegegnerin den Anspruch auf berufliche Massnahmen mit der Be-
gründung, nebst dem Asthma bronchiale liege kein IV-relevanter Gesund-
heitsschaden vor. Ob mit dieser Verfügung auch der Rentenanspruch 
rechtskräftig abgelehnt wurde (vgl. Entscheid des Bundesgerichts [BGer] 
vom 6. September 2018, 9C_682/2017, E. 4.1) bzw. ob es sich in formeller 
Hinsicht beim Gesuch vom Juli 2019 (act. II 20.1 S. 26 ff.) um eine Neu- 
oder Erstanmeldung handelt (die Beschwerdegegnerin hat das Gesuch 
soweit erkennbar wie eine Erstanmeldung behandelt), kann vorliegend of-
fenbleiben, denn selbst im Falle einer Qualifikation als Neuanmeldung ist 
die Verwaltung darauf eingetreten, womit das Eintreten nicht zu prüfen ist 
(BGE 109 V 108 E. 2b S. 114). 

3.2 Zum Gesundheitszustand resp. zur Arbeitsfähigkeit lässt sich den 
Akten im Wesentlichen Folgendes entnehmen:

3.2.1 Im neuropsychologischen Bericht der Klinik F.________ vom 
12. August 2019 (act. II 45) wurden eine mittelschwere neuropsychologi-
sche Störung (ICD-10: F06.9) mit Vigilanz, Belastbarkeitsminderung mit 
Leistungsabfall nach kognitiver Anstrengung, exekutive und mnestische 
Teilfunktionen und Fatigue diagnostiziert und dargelegt, die Arbeitsfähigkeit 
sei aufgrund der deutlichen Belastbarkeitsminderung eingeschränkt (S. 4).

3.2.2 Im psychiatrischen-neurologischen Gutachten der Begutachtungs-
stelle G.________ zu Handen der Taggeldversicherung vom 16. Oktober 
2019 (act. II 61.2) diagnostizierten die Ärzte mit Auswirkung auf die Arbeits-
fähigkeit insbesondere eine idiopathische Hypersomnie (ICD-10: G47.1) 
und ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine undifferenzierte Somati-
sierungsstörung (ICD-10: F45.1) sowie eine Persönlichkeitsakzentuierung 
mit selbstunsicheren (ängstlich-vermeidenden) und abhängigen (astheni-
schen) Anteilen (ICD-10: Z73.1; S. 23). Im Rahmen der Untersuchung habe 

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die geklagte Fatigue-Symptomatik nicht wirklich objektiviert werden kön-
nen, insbesondere hätten sich keine Hinweise auf eine Störung der Vigilanz 
ergeben. In den vorliegenden Berichten sei aber immer wieder von einer 
vermehrten Tagesschläfrigkeit die Rede. Aktuell verneine die Beschwerde-
führerin eine wesentliche Tagesschläfrigkeit. In der bisherigen Tätigkeit als 
… bestehe eine 50%ige Arbeitsfähigkeit (S. 24). Aufgrund der Fatigue-
Symptomatik und eingeschränkter kognitiver Belastbarkeit und Leistungs-
fähigkeit sei sie bei allen Tätigkeiten mit geistigen Anforderungen einge-
schränkt. In Tätigkeiten einfacher geistiger Natur bestehe eine 70%ige Ar-
beitsfähigkeit (S. 25). 

3.2.3 Die Ärzte der psychiatrischen Dienste H.________ führten im Be-
richt vom 9. März 2020 (act. II 100 16 ff.) aus, die Ursache der bestehen-
den Tagesmüdigkeit (und weniger Tagesschläfrigkeit) sowie der nachlas-
senden kognitiven Leistungsfähigkeit unter Belastung müsse vorerst unklar 
bleiben. Hinweise für eine Narkolepsie lägen keine vor, denkbar wäre noch 
eine idiopathische Hypersomnie. Gegen diese Diagnose spreche das 
grundsätzlich gute Erwachen der Beschwerdeführerin morgens ohne 
Schlaftrunkenheit (S. 16). Ob die anatomischen cerebralen Veränderungen 
im Zusammenhang mit den kognitiven Einschränkungen stünden, müsse 
offen gelassen werden. Eine nicht organische Ursache der Tagesmüdigkeit 
wäre durchaus denkbar. Auch die grosse Diskrepanz zwischen der subjek-
tiven Schlafneigung und dem MSLT (multipler Schlaflatenz-Test) mit her-
vorragenden Kompensationsmechanismen im WMT (Maintenance of Wa-
kefulness Test) würde zu einer nicht organischen Ursache passen (S. 17). 

3.2.4 Die Ärzte des Zentrums I.________ des Spitals J.________ dia-
gnostizierten im Bericht vom 30. April 2020 (act. II 100 S. 10) ein Schlaf-
Apnoe-Syndrom sowie eine exzessive Müdigkeit. Die subjektive Tages-
schläfrigkeit habe mittels MSLT nicht objektiviert werden können. Die Feh-
lerzunahme während der Vigilanztestung, der Alpha-Schlaf sowie der er-
höhte Inaktivitätsindex wiesen auf eine nichtorganische Komponente hin. 
Eine zentrale Hypersomnie sei bei fehlendem REM-Schlaf im MSLT un-
wahrscheinlich.

3.2.5 Im neuropsychologischen Teilgutachten vom 2. Mai 2021 (act. IIA 
133.1) diagnostizierte Dipl.-Psych. K.________, Fachpsychologin für Neu-

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ropsychologie FSP, eine in ihrer Ausprägung nicht-authentische neuropsy-
chologische Störung mit / bei Leistungsverzerrung unbekannter Ursache 
(S. 10). In der Untersuchung vom 10. Februar 2021 hätten keine validen 
Befunde festgehalten werden können, d.h. die erhaltenen Testwerte mit 
vereinzelt bis zu schwer defizitären Leistungen in den Bereichen Aufmerk-
samkeit, mnestische Funktionen, Exekutivfunktionen, Visuo-Konstruktion 
und Kulturtechniken seien nur eingeschränkt glaubwürdig (S. 9). Bei nicht 
gegebener Validität der Befunde könne die Arbeitsfähigkeit aus neuropsy-
chologischer Sicht nicht beurteilt werden (S. 10).  

Im neurologischen/schlafmedizinischen Teilgutachten vom 28. Mai 2021 
(act. IIA 131.1) diagnostizierte Dr. med. L.________, Facharzt für Neurolo-
gie mit privatrechtlicher Weiterbildung in Schlafmedizin (SGSSC), mit Aus-
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine nicht organische Hypersomnie (ICD-
10: F51.1) sowie eine partielle Rhombencephalosynapsis mit hypo-
plastischer hinterer Schädelgrube und Windungsanomalie (Stenogyrie) der 
Gyri temporales transversi rechts (S. 9). Der Facharzt führte aus, aus 
schlafmedizinischer Sicht sei eine organische Hypersomnie eher unwahr-
scheinlich (S. 10). Es bestehe eine erhebliche Diskrepanz zwischen den 
subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin, wobei sie auf der Epworth 
Schläfrigkeitsskala einen stark pathologischen Wert mit 18/24 Punkten an-
gebe, und den objektivierbaren Untersuchungsbefunden in den Vigilanz-
tests, welche normale Ergebnisse zeigten (S. 10 f.). Das Vorliegen einer 
Narkolepsie sei sehr unwahrscheinlich. Es stelle sich nun die Frage, inwie-
fern die Hirnmissbildung die vermehrte Müdigkeit und die Schläfrigkeit be-
gründen könnte. Die Beschwerdeführerin sei längere Zeit in einem Pensum 
von 80 % arbeitsfähig gewesen. Die massive Verschlechterung ihrer Be-
lastbarkeit und Leistungsfähigkeit im Laufe der letzten drei bis vier Jahre 
sei alleine durch die Hirnfehlbildung schwierig erklärbar. Als Hypothese 
könne postuliert werden, dass aufgrund der Hirnmissbildung gewisse neu-
ropsychologische Einschränkungen vorlägen, die in Belastungssituationen 
zu einer Dekompensation in Form vermehrter Müdigkeit führe (S. 11 f.). 
Weiter könne davon ausgegangen werden, dass eine klinisch manifeste 
Epilepsie nicht vorliege. In der bisherigen Tätigkeit als … betrage die Ar-
beitsfähigkeit seit Kindheit 80 %. Es könne keine Tätigkeit definiert werde, 

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bei der die Beschwerdeführerin eine bessere Arbeitsfähigkeit erzielen 
könnte (S. 13 f.). 

In der Konsensbeurteilung vom 18. Mai 2021 (act. IIA 131.2) attestierten 
die Gutachter eine Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit von 80 % 
(S. 2 Ziff. 4.7). 

3.2.6 Die Ärzte des Zentrums I.________ führten am 18. Juni 2021 (act. 
IIA 143 S. 6 f.) zum neurologischen Gutachten vom 28. Mai 2021 aus, die 
berichteten langen Hauptruhephasen von 10-11 Stunden hätten sie mehr-
fach aktigraphisch dokumentieren können. Der durchgeführte MSLT sei mit 
einer Einschlaflatenz von 10.2 Minuten formal knapp normwertig, allerdings 
schlafe die Beschwerdeführerin bei jedem Versuch ein und erreiche in allen 
vier Durchgängen das Schlafstadium 2, was eindeutig für eine klinische 
Beeinträchtigung der zentralnervösen Wachhaltesysteme im Sinne einer 
zentralen Hypersomnie spreche (S. 6). In der aktuellen Lebenssituation sei 
ein Arbeitspensum von maximal 40 % realistisch (S. 7).

3.2.7 In der Stellungnahme vom 5. November 2021 (act. IIA 150) hielt der 
Gutachter Dr. med. L.________ zu den Ausführungen der Ärzte des Zen-
trums I.________ vom 18. Juni 2021 fest, anlässlich einer schlafmedizini-
schen Erstabklärung im Jahr 2018 hätten sich aktigraphisch normale nächt-
liche Ruhezeiten mit einer durchschnittlichen Dauer von 8.5 Stunden ge-
zeigt und erst bei der Zweituntersuchung vom 30. April 2020 habe aktigra-
phisch eine langdauernde Ruhezeit dokumentiert werden können. Es finde 
sich in den umfassenden Stellungnahmen der Anwältin, der Eltern und der 
Beschwerdeführerin keine Erklärung dafür, dass in der neuropsychologi-
schen Untersuchung bei Dipl.-Psych. K.________ keine validierbaren neu-
ropsychologischen Befunde hätten erhoben werden können (S. 1). Zu-
sammengefasst gingen aus den vorliegenden Berichten keine neuen In-
formationen hervor, welche zu einer anderen Einschätzung führen würden 
(S. 2).

3.2.8 In der Stellungnahme vom 10. Dezember 2021 (act. IIA 154 S. 3 f.) 
legten die Ärzte des Zentrums I.________ dar, das vom Gutachter erwähn-
te Kriterium der Einschlaflatenz von mehr als acht Minuten im MSLT nach 
den Diagnosekriterien der International Classification of Sleep Disorders 

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(ICSD-3) sei richtig, allerdings sei alternativ zum MSLT-Kriterium auch eine 
lange Schlafzeit von 660 Min/24 h erlaubt, ein Kriterium welches die Be-
schwerdeführerin erfülle. Die Kritik des Dr. med. L.________, wonach Ru-
hezeiten nicht mit Schlaf gleichgesetzt werden könnten, sei ebenfalls kor-
rekt, allerdings sei das Dokumentieren dieses Kriteriums mit Hilfe von Akti-
graphie und Schlaftagebuch dem Standard entsprechend. Sie erachteten 
weiterhin ein Arbeitspensum von 40 % als realistisch.

3.2.9 Dr. med. M.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, 
hielt im beschwerdeweise eingereichten Bericht der psychiatrischen Diens-
te H.________ vom 25. Januar 2022 (Akten der Beschwerdeführerin [act. I] 
4) fest, seit 2020 habe die Einstellung auf ein Psychostimulans bei bekann-
ter idiopathischer Hypersomnie im Vordergrund gestanden. Die neuropsy-
chologische Funktionsstörung führe dazu, dass es der Beschwerdeführerin 
nur schwer gelinge, gut adaptiv mit Herausforderungen umzugehen. Das 
Zusammenspiel dieser beiden Faktoren schränke die Arbeitsfähigkeit auf 
dem ersten Arbeitsmarkt deutlich ein. Eine genaue Festlegung der Arbeits-
fähigkeit von seiner Seite her sei nur bedingt gut möglich. Er würde sich am 
ehesten an die Einschätzung der neurologischen Klinik des Spitals 
J.________ anlehnen (S. 24). 

3.3 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-

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gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352). 

Die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des therapeutisch täti-
gen (Fach-)Arztes einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestell-
ten fachmedizinischen Experten anderseits lässt es nicht zu, ein medizini-
sches Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und 
zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden 
Ärzte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben 
Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die be-
handelnden Ärzte wichtige - und nicht rein subjektiver ärztlicher Interpreta-
tion entspringende - Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung 
unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (SVR 2021 IV Nr. 10 S. 29 
E. 5.7, 2019 UV Nr. 31 S. 117 E. 3).

3.4 Das neurologisch-neuropsychologische Gutachten vom 2. und 
28. Mai 2021 (act. IIA 131.1-131.2, 133.1) samt Stellungnahme vom 5. No-
vember 2021 (act. IIA 150) erfüllt die von der höchstrichterlichen Recht-
sprechung an den Beweiswert einer Expertise gestellten Anforderungen 
und überzeugt. Insbesondere basieren die Beurteilungen auf umfassenden 
Untersuchungen, berücksichtigen die geklagten Beschwerden und wurden 
in Kenntnis und nach Auseinandersetzung mit den Vorakten erstattet. Sie 
leuchten in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der 
Beurteilung der medizinischen Situation ein. Folglich kommt dem Gutach-
ten grundsätzlich, d.h. was die neuropsychologisch-neurolo-
gisch/schlafmedizinische Beurteilung betrifft (vgl. indes E. 3.4.5 hernach), 
voller Beweiswert zu (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/bb S. 353).

3.4.1 Der neurologisch/schlafmedizinische Gutachter Dr. med. 
L.________ legte nachvollziehbar und einleuchtend dar, dass aus schlaf-
medizinischer Sicht eine organische Hypersomnie eher unwahrscheinlich 
(und damit nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt) ist. Er be-
gründete dies in überzeugender Weise zum einen damit, dass im Fall eines 
Zusammenhangs zwischen der Hypersomnie mit der vorliegenden cerebra-

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len Fehlbildung davon auszugehen wäre, dass die Hypersomnie bereits im 
Rahmen der schlafmedizinischen Erstabklärung 2018 vorhanden gewesen 
und nicht erst bei der Abklärung im Frühjahr 2020 aktigraphisch dokumen-
tiert worden wäre. Zum anderen spreche gegen das Vorliegen einer orga-
nisch bedingten Hypersomnie auch die Tatsache, dass die Beschwerdefüh-
rerin über mehrere Jahre mit einem Pensum von 80 % habe arbeiten kön-
nen und sie aktuell berichte, bereits mit einem Pensum von 40 % deutlich 
überfordert zu sein. Diese Verschlechterung innerhalb der letzten Jahre 
spreche gegen eine organische Hypersomnie, welche im Zusammenhang 
mit der cerebralen Fehlbildung stehe. Anderweitige organische Ursachen 
konnten – so der Gutachter – aufgrund der durchgeführten schlafmedizini-
schen Abklärungen im …. nicht festgestellt werden (act. IIA 131 S. 10). 
Schlüssig legte er ferner dar, dass in den stattgehabten Untersuchungen 
nie ein relevant erhöhter Schlafdruck objektiviert werden konnte und dass 
das Vorliegen einer Narkolepsie sehr unwahrscheinlich ist (act. IIA 131 S. 
11 oben). Der Gutachter wies sodann auf die bemerkenswerte Befundkon-
stellation hin, wonach die Beschwerdeführerin bei der Polysomnographie 
vom 21. April 2020 sehr schlecht schlief und dabei lediglich eine Schlafeffi-
zienz von 59 % erreichte und die Gesamtschlafzeit fünf Stunden betrug, die 
am Folgetag durchgeführten Vigilanztests indes einen normalen Befund 
ergaben. Dies kontrastiere mit der Annahme, dass bei Personen, die unter 
einer Hypersomnie litten, nach einer derart schlecht verlaufenen Nacht der 
Schlafdruck erhöht wäre. Laut dem Gutachter berichteten gerade Hyper-
somnie-Patienten, dass sie überall schlafen könnten. Speziell Patienten mit 
idiopathischer Hypersomnie zeigten üblicherweise in den Schlaflaborunter-
suchungen eine sehr hohe Schlafeffizienz. Auch die Angabe der Be-
schwerdeführerin, am Morgen spontan und ohne Wecker aufzuwachen, 
mithin die fehlende Schlaftrunkenheit am Morgen, spreche gegen das Vor-
liegen einer idiopathischen Hypersomnie. Diese gutachterliche Beurteilung 
steht im Einklang mit jener der neuropsychiatrischen Schlafsprechstunde 
der psychiatrischen Dienste H.________ gemäss Bericht vom 9. März 
2020, in dem Zweifel an der Diagnose einer idiopathischen Hypersomnie 
geäussert bzw. eine nicht organische Ursache der Tagesmüdigkeit als 
durchaus denkbar bezeichnet wurde (act. IIA 100 S. 16 i.f.). Auch den Dar-
legungen des Gutachters, wonach die diagnostischen Kriterien einer idio-
pathischen Hypersomnie gemäss der American Academy of Sleep Medici-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Mai 2022, IV/22/103, Seite 13

ne bei einer durchschnittlichen Einschlaflatenz von jeweils über acht Minu-
ten nicht erfüllt seien (act. IIA 131 S. 11), kann gefolgt werden und wurden 
von den behandelnden Fachärzten insoweit denn auch als zutreffend aner-
kannt (vgl. act. IIA 154 S. 3). Gefolgt werden kann auch seinen Ausführun-
gen, dass sich die massive Verschlechterung der Belastbarkeit und Leis-
tungsfähigkeit der Beschwerdeführerin im Laufe der letzten drei bis vier 
Jahre kaum alleine durch die Hirnfehlbildung erklären lässt bzw. dass auf-
grund dieser – als Hypothese – gewisse neuropsychologische Einschrän-
kungen postuliert werden können und dies in Belastungssituationen zu ei-
ner Dekompensation in Form von vermehrter Müdigkeit führt. Allerdings 
gingen die beklagten Einschränkungen im Ausmass deutlich über eine der-
artige vermehrte Müdigkeit hinaus (act. IIA 131.1 S. 12 oben). Schlüssig 
und mit der Aktenlage im Einklang ist auch die Beurteilung des Experten, 
wonach die festgestellten elektroenzephalographischen Auffälligkeiten 
durch die congenitale Fehlbildung des Gehirns erklärt werden können, hin-
gegen eine klinisch manifeste Epilepsie nicht vorliegt (act. IIA 131.1 S. 13 
Ziff. 7.4). 

3.4.2 Des Weiteren überzeugt der Schluss der Dipl.- Psych. K.________ 
im Teilgutachten vom 2. Mai 2021, die in der neuropsychologischen Begut-
achtung vom 10. Februar 2021 gezeigten Leistungen entsprächen mit 
überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht der tatsächlichen Leistungsfähig-
keit der Beschwerdeführerin bzw. sei in der Gesamtschau von selbstlimitie-
rendem Verhalten auszugehen. Sie begründete dies schlüssig mit Auffällig-
keiten in beiden durchgeführten Performanzvalidierungsverfahren (nament-
lich im verbalen Verfahren wurden Leistungen verzeichnet, die am ehesten 
denen von Personen mit majorer Depression, fortgeschrittener Demenz 
und Simulanten entsprechen), einzelnen eingebetteten Validierungsfakto-
ren sowie Diskrepanzen zwischen den klinischen Beobachtungen und den 
Testergebnissen (u.a. klinisch keine verminderte Wortflüssigkeit, in der 
Testung hingegen schon; Fragen zu einem Text konnten nicht beantwortet 
werden, eine komplexe, schriftlich präsentierte Instruktion wurde hingegen 
problemlos und auf Anhieb verstanden). In dieses Bild nicht valider Tester-
gebnisse passt, dass – wie die Expertin ausführte – in der neuropsycholo-
gischen Untersuchung vom 12. August 2019 in der Klinik F.________, im 
Gegensatz zur aktuellen Untersuchung, die Leistungen in der geteilten 

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Aufmerksamkeit, der verbalen Lern- und Merkfähigkeit und der nonverba-
len visuellen räumlichen Merkfähigkeit regelrecht ausfielen. Schliesslich 
leuchtet ein, dass aufgrund des Umstands, dass bei der Testung von 2019 
keine Performanz- und Beschwerdevalidierungsverfahren eingesetzt wur-
den, auch dort die Möglichkeit bestand, dass die diagnostizierte mittelgra-
dige neuropsychologische Störung nicht dem tatsächlichen Leistungsver-
mögen entsprach (act. IIA 133.1 S. 9). 

3.4.3 Die Stellungnahmen des Zentrums I.________ vom 18. Juni und 
10. Dezember 2021 (act. IIA 143 S. 6 f., 154 S. 3 f.) vermögen den Be-
weiswert des Administrativgutachtens nicht zu erschüttern. Die Beurteilung 
der Ärzte des Zentrums I.________, die Beschwerdeführerin habe in allen 
vier Durchgängen das Schlafstadium 2 erreicht, was ʺeindeutig für eine 
klinische Beeinträchtigung der zentralnervösen Wachhaltesysteme im Sin-
ne einer zentralen Hypersomnieʺ spreche (act. IIA 143 S. 6), hat der neuro-
logische Gutachter als ʺarbiträrʺ bezeichnet mit der Begründung, das habe 
keinen Niederschlag in den bekannten Richtlinien zur Diagnosestellung und 
Beurteilung schlafmedizinischer Diagnosen gefunden. Beim Schlafstadium 
N2 handle es sich nach wie vor um oberflächlichen Schlaf, bemerkenswert 
wäre allenfalls das Erreichen des Tiefschlafs (act. IIA 150 S. 1). Darauf 
kann abgestellt werden, denn Gegenteiliges in dem Sinne, dass das Errei-
chen des Schlafstadiums 2 – entgegen dem Gutachter – anerkanntes Krite-
rium für die Diagnosestellung einer zentralen Hypersomnie wäre, legten die 
behandelnden Ärzte in ihrer weiteren Stellungnahme vom 10. Dezember 
2021 nicht dar. Abgesehen davon scheint die Befundlage keineswegs ʺein-
deutigʺ (act. IIA 143 S. 6) gewesen zu sein, interpretierten die Ärzte dersel-
ben Institution die im April 2020 mittels Polysomnographie, MSLT und Akti-
graphie (act. II 100 S. 10 ff.) erhobenen Befunde noch diametral anders, 
hielten sie im Bericht vom 30. April 2020 doch fest, eine zentrale Hyper-
somnie sei bei fehlendem REM-Schlaf im MSLT ʺunwahrscheinlichʺ (act. II 
100 S. 10). Was das (nebst der Einschlaflatenz) alternative Diagnosekrite-
rium einer Ruhezeit von 11 oder mehr Stunden pro 24 Stunden betrifft (vgl. 
act. IIA 154 S. 5), welches die Ärzte des Zentrums I.________ als mehr-
fach aktigraphisch dokumentiert bezeichneten (act. IIA 143 S. 6), wies der 
neurologische Gutachter zutreffend darauf hin, dass bei der schlafmedizini-
schen Erstabklärung vom September 2018 aktigraphisch – weitgehend 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Mai 2022, IV/22/103, Seite 15

übereinstimmend mit dem Patientenprotokoll – normale nächtliche Ruhe-
zeiten mit einer durchschnittlichen Dauer von 8.5 Stunden festgestellt wur-
den (act. IIA 150 S. 1, II 61.3 S. 25). Erst bei der Zweitabklärung vom April 
2020 wurde eine langdauernde Ruhezeit dokumentiert, wobei die Aktigra-
phie unbestrittenermassen (act. IIA 154 S. 3) keine Auskunft darüber gibt, 
ob die Beschwerdeführerin tatsächlich geschlafen hat (act. IIA 150 S. 1). 
Diese sich diametral widersprechenden Befunde, die wie dargelegt, ohne-
hin nur bedingt aussagekräftig sind, sind für sich allein nicht geeignet, 
Zweifel an der gutachterlichen Diagnosestellung zu wecken. Soweit sich 
die Ärzte des Zentrums I.________ auf die neuropsychologische Testung 
in der Klinik F.________ beriefen, um ihre Diagnosestellung zu begründen, 
kann dieser Testung bereits aufgrund der fehlenden Performanz- und Be-
schwerdevalidierungsverfahren kein Beweiswert zuerkannt werden, umso 
weniger, als in der gutachterlichen Testung von selbstlimitierendem Verhal-
ten auszugehen war (act. IIA 133.1 S. 9). Auch eine ʺsichtbare Belastbar-
keitsminderungʺ bzw. einen ʺLeistungsabfall nach kognitiver Anstrengungʺ 
(act. IIA 143 S. 6) konnten weder die neuropsychologische Gutachterin 
noch der neurologische Gutachter feststellen, obschon die entsprechenden 
Untersuchungen am Vor- und Nachmittag desselben Tags stattfanden (act. 
IIA 133.1 S. 7 lit. F; 131.1 S. 8 Ziff. 4.1 und S. 12 Ziff. 7.3, wonach eine 
augenscheinliche Ermüdung nicht aufgefallen sei bzw. sich keine Hinweise 
auf eine vorzeitige Ermüdung oder Vigilanzschwankungen ergaben, obwohl 
die Beschwerdeführerin am Vormittag vor der Untersuchung eine ausführli-
che neuropsychologische Testung hatte). Ferner gaben die Ärzte des Zen-
trums I.________ an, dass sie den Darstellungen der Beschwerdeführerin 
und ihrer Eltern einer deutlich eingeschränkten Belastbarkeit Glauben 
schenkten (act. IIA 154 S. 3), was in der Natur des Behandlungsauftrags 
des therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes liegt, jedoch nicht ausreicht, um ein 
Administrativgutachten in Frage zu stellen (SVR 2021 IV Nr. 10 S. 29 E. 
5.7, 2019 UV Nr. 31 S. 117 E. 3; vgl. E. 3.3. hiervor).

3.4.4 Die Beschwerdeführerin beruft sich sodann auf den zu Handen der 
Arbeitslosenversicherung erstellten Bericht AMM Ermittlung der Arbeits-
marktfähigkeit, …, vom 10. Dezember 2020 (Beschwerde S. 7 Ziff. 24 f.), 
der den Gutachtern bekannt war (act. IIA 131.1 S. 6). Dass die Experten 
diesem Bericht zu wenig Rechnung getragen hätten, ist nicht ersichtlich. 

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Überdies beruhte der Bericht – in dem nebst hoher Arbeitsbereitschaft und 
Leistungsmotivation auch ʺSchonungsverhalten und Muster von erlernter 
Hilflosigkeitʺ konstatiert wurden (act. IIA 116 S. 4) – allein auf berufsprakti-
schen Beobachtungen (an der Massnahme war kein Arzt beteiligt und die 
von der Beschwerdegegnerin getätigten medizinischen Abklärungen wur-
den nicht einbezogen), welche in erster Linie die subjektive Arbeitsleistung 
der versicherten Person wiedergeben (Entscheid des BGer vom 16. März 
2017, 9C_646/2016, E. 4.2.2).

3.4.5 Nach dem Dargelegten ist gestützt auf das neurologisch-neuro-
psychologische Gutachten vom 2. und 28. Mai 2021 (act. IIA 131.1-131.2, 
133.1) erstellt, dass die Beschwerdeführerin an einer Gehirnmissbildung im 
Sinne einer partiellen Rhombencephalosynapsis mit hypoplastischer hinte-
rer Schädelgrube und Windungsanomalie (Stenogyrie) der Gyri temporales 
transversi rechts leidet (act. IIA 131.1 S. 9), die möglicherweise zu einer 
20%igen Einschränkung aufgrund einer raschen Ermüdbarkeit bei konzen-
triertem Arbeiten aufgrund von kognitiven Einschränkungen führt, und aus 
schlafmedizinischer und neurologischer Sicht keine organische Ursache 
des vermehrten Ruhebedürfnisses der Beschwerdeführerin besteht. Inso-
weit, d.h. dass sich keine organische Ursache für das vermehrte Schlafbe-
dürfnis findet, kann der gestellten Diagnose einer nichtorganischen Hyper-
somnie (ICD-10: F51.1) gefolgt werden. Jedoch handelt es sich bei der 
gestellten Diagnose einer nichtorganischen Hypersomnie – weil als F-
Diagnose codiert – um eine fachfremde (psychiatrische) Diagnose, wozu 
der Neurologe nicht befähigt ist. Ob auch aus fachpsychiatrischer Sicht 
diese (oder eine andere) Diagnose gestellt und daraus allenfalls auf eine 
Arbeitsunfähigkeit geschlossen werden kann, lässt sich aufgrund der Akten 
nicht beantworten. Insbesondere lässt sich insoweit nichts aus dem psych-
iatrisch-neurologischen Gutachten zu Handen der Taggeldversicherung 
vom 16. Oktober 2019 entnehmen, gingen die damaligen Gutachter – was 
angesichts des beweiskräftigen neurologisch-neuropsychologischen Gut-
achtens vom 2. bzw. 28. Mai 2021 in keiner Weise überzeugt – doch von 
einer idiopathischen Hypersomnie (G47.1) und damit von einem somati-
schen Geschehen aus (act. II 61.2 S. 23 Ziff. 6). Eine psychiatrische Ab-
klärung hat die Beschwerdegegnerin bis dato nicht veranlasst, auch nach 
Kenntnis, dass die Administrativgutachter eine organische Ursache des 

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vermehrten Ruhebedürfnisses der Beschwerdeführerin ausschlossen, hin-
gegen eine psychiatrische Diagnose postulierten. Mithin ist der medizini-
sche Sachverhalt, was die psychiatrische Disziplin betrifft, unzureichend 
abgeklärt. Die Beschwerde ist deshalb gutzuheissen, die angefochtene 
Verfügung aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurück-
zuweisen, damit sie eine psychiatrische Begutachtung veranlasse und an-
schliessend über den Rentenanspruch neu verfüge. Da es um die Erhe-
bung einer bisher vollständig ungeklärten Frage geht, ist die Rückweisung 
zulässig (BGE 139 V 99 E. 1.1 S. 100, 137 V 210 E. 4.4.1.4 S. 264; SVR 
2016 IV Nr. 4 S. 12 E. 3.1). 

4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4). Der von der Beschwerde-
führerin geleistete Kostenvorschuss von Fr. 800.-- wird nach Rechtskraft 
des Urteils zurückerstattet. 

4.2 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten (Art. 61 lit. g ATSG).

4.2.1  Gemäss der Praxis des Verwaltungsgerichts wird der Parteikosten-
ersatz bei gemeinnützig tätigen Rechtsberatungsstellen sowie Rechts-
schutzversicherungen, Gewerkschaften und Berufsverbänden aufgrund 
eines allgemeingültigen pauschalisierten Stundenansatzes festgesetzt, 
welcher im konkreten Fall mit dem gebotenen Aufwand multipliziert wird. 
Der Stundenansatz wird je nach fachlicher Qualifikation der Vertretung 
festgelegt, wobei als fachlich qualifizierte Vertretung diejenige durch Juris-
tinnen und Juristen sowie durch eidgenössisch diplomierte Sozialversiche-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Mai 2022, IV/22/103, Seite 18

rungsexpertinnen und -experten gilt. Als fachlich nicht qualifizierte Vertre-
tung gelten alle übrigen Parteivertreterinnen und -vertreter (vgl. Rund-
schreiben der Sozialversicherungsrechtlichen Abteilung und der Abteilung 
für französischsprachige Geschäfte des Verwaltungsgerichts des Kantons 
Bern vom 16. Dezember 2009, abrufbar unter www.justice.be.ch). Im Falle 
der Vertretung durch eine gemeinnützig tätige Rechtsberatungsstelle im 
Sinne der Rechtsprechung (BGE 135 I 1 E. 7.4.1 S. 4) wird der Stundenan-
satz bei einer fachlich qualifizierten Vertretung auf Fr. 130.-- und bei einer 
fachlich nicht qualifizierten Vertretung auf Fr. 80.-- festgelegt.

4.2.2 Die Kostennote von Rechtsanwältin C.________ vom 28. Februar 
2022 ist nicht zu beanstanden. Entsprechend dem geltend gemachten 
Aufwand von 9.75 Stunden wird die Parteientschädigung von Rechtsanwäl-
tin C.________ auf Fr. 1'267.50 (9.75 h x Fr. 130.--), zuzüglich Fr.  85.-- 
Auslagen und Fr. 104.10 Mehrwertsteuer (MWST), somit auf total 
Fr. 1'456.60, festgesetzt. Diesen Betrag hat die Beschwerdegegnerin der 
Beschwerdeführerin zu ersetzen.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung der 
IV-Stelle Bern vom 12. Januar 2022 aufgehoben und die Sache an die 
Beschwerdegegnerin zurückgewiesen, damit sie - nach Vornahme der 
Abklärungen im Sinne der Erwägungen - neu verfüge.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt. Der von der Beschwerdeführerin geleistete 
Kostenvorschuss von Fr. 800.-- wird ihr nach Rechtskraft des Urteils 
zurückerstattet. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Mai 2022, IV/22/103, Seite 19

3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 1'456.60 (inkl. Auslagen und MWST), zu 
ersetzen.

4. Zu eröffnen (R):
- B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.