# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f538fd7b-9655-516f-b05c-4c8d68004e1f
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-05-19
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 19.05.2015 U 2015 21
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_U-2015-21_2015-05-19.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

U 15 21

3. Kammer 

Vorsitz Stecher
RichterIn Moser, Audétat 

Aktuar ad hoc Bott

URTEIL

vom 19. Mai 2015

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

A._____,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Jean-Pierre Menge,

Beschwerdeführer

gegen 

Gemeinde X._____,

Beschwerdegegnerin

betreffend Sozialhilfe

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1. A._____ arbeitet seit dem 4. November 2013 im Stundenlohn bei der 

B._____ AG in Y._____. Mit Gesuch um öffentliche Unterstützung vom 

21. Januar 2015 beantragte er ab dem 1. Januar 2015 Unterstützung in 

Höhe von Fr. 744.10 pro Monat zuzüglich einer Einrichtungspauschale 

von Fr. 1'800.--.

2. Mit Verfügung vom 4. Februar 2015 lehnte die Gemeinde X._____ das 

Gesuch ab. Da A._____ ein unregelmässiges Einkommen habe, sei für 

die Berechnung der Eintrittsschwelle auf den Durchschnitt der letzten 

Monate abgestellt worden. Die Eintrittsschwelle für die öffentliche 

Unterstützung sei nicht erreicht worden und werde auch in den folgenden 

Monaten nicht erreicht.

3. Mit E-Mail vom 15. Februar 2015 nahm die „SKOS-Line“ Stellung zur 

vorliegenden Problematik.

4. Am 17. Februar 2015 stellte A._____ ein Wiedererwägungsgesuch und 

reichte angepasste Berechnungsblätter für die Monate Januar und 

Februar 2015 ein (reduzierte Autokosten bei einem Stellenpensum von 

72 % ohne Insassenzusatzversicherung).

5. Gegen die Verfügung vom 4. Februar 2015 erhob A._____ (nachfolgend 

Beschwerdeführer) am 3. März 2015 Beschwerde beim 

Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden und beantragte sinngemäss 

die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Zusprache von 

öffentlicher Unterstützung. Zudem ersuchte er um unentgeltliche 

Prozessführung.

6. In ihrer Vernehmlassung vom 10. März 2015 führte die Gemeinde 

X._____ (nachfolgend Beschwerdegegnerin) aus, das 

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Wiedererwägungsgesuch sei noch hängig. Gemäss den überarbeiteten 

Berechnungsblättern vom 17. Februar 2015 beliefen sich die Fehlbeträge 

im Januar 2015 auf Fr. 165.25 und im Februar 2015 auf Fr. 137.50. Nach 

den bisher bekannten Informationen handle es sich dabei um einen 

ausserordentlichen finanziellen Engpass infolge Ferienbezugs. Das 

absolute Existenzminimum nach den SKOS-Richtlinien A.6–2 sei stets 

gewahrt gewesen.

7. Mit Verfügung vom 25. März 2015 lehnte die Beschwerdegegnerin das 

Wiedererwägungsgesuch um Sozialhilfe ab. Das Amt für Migration und 

Zivilrecht Graubünden stelle dem Beschwerdeführer ein 

Streckenabonnement X._____-Z._____ zur Verfügung, um einen 

Deutschkurs zu besuchen. Dieses könne auch für den Arbeitsweg benutzt 

werden, soweit dies aufgrund der Arbeitszeiten möglich sei. Zusätzliche 

Fahrtkosten könnten nur an jenen Arbeitstagen berücksichtigt werden, an 

denen die Benutzung des öffentlichen Verkehrs nicht möglich sei. Der 

Beschwerdeführer habe bereits im Jahr 2014 ein stark schwankendes 

Einkommen gehabt und seine Einkünfte bereits bisher über einen 

längeren Zeitraum einteilen und Rückstellungen bilden müssen. Er habe 

jeweils deutlich das absolute Existenzminimum erreicht und könne 

insgesamt mit einem monatlichen Überschuss von ca. Fr. 200.-- rechnen. 

Zudem würden Unterstützungsleistungen für die Gegenwart und sofern 

die Notlage anhalte für die Zukunft ausgerichtet, nicht jedoch für die 

Vergangenheit. Der Regionale Sozialdienst (RSD) habe erstmals mit E-

Mail vom 14. Januar 2015 über den Fall berichtet und eine 

Notunterstützung beantragt, welche in der Folge nicht beansprucht 

worden sei. Das Unterstützungsgesuch sei erst am 23. Januar 2015 

eingegangen, weshalb der beantragte Anspruch ab 1. Januar 2015 nicht 

geltend gemacht werden könne.

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8. In der Replik vom 14. April 2015 wurde der mit Gesuch um öffentliche 

Unterstützung vom 21. Januar 2015 beantragte monatliche 

Unterstützungsbetrag in Höhe von Fr. 744.10 auf Fr. 537.50 reduziert. 

Sozialhilfe sei gerade für ausserordentliche Fälle, wie den vorliegenden 

gedacht, bei welchen das Existenzminimum vorübergehend nicht gedeckt 

werden könne. Somit hätte die Beschwerdegegnerin die Sozialhilfe für 

einen Monat gewähren müssen und danach ein neues Gesuch verlangen 

können. Ausserdem seien nur ein Fehlbetrag von Fr. 137.50 

berücksichtigt und die gemäss SKOS-Richtlinien vorgesehenen 

Integrationszulagen ausser Acht gelassen worden. Die notwendigen 

Autokosten seien nicht nur an denjenigen Tagen zu berücksichtigen, an 

denen keine Verbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Verfügung 

stünde.

9. Mit Duplik vom 24. April 2015 führte die Beschwerdegegnerin aus, bei 

einem unregelmässigen Einkommen sei die Eintrittsschwelle aufgrund der 

Betrachtung der letzten zwölf Monate zu berechnen. Allfällige Zulagen 

seien erst in einem zweiten Schritt bei festgestellter 

Unterstützungsbedürftigkeit hinzuzurechnen. Variable Autokosten 

(Treibstoff) könnten nur berücksichtigt werden, wenn die Benützung des 

öffentlichen Verkehrs nicht möglich sei.

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften sowie 

in der angefochtenen Verfügung wird, soweit erforderlich, in den 

nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

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1. Gemäss Art. 49 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100) beurteilt das 

Verwaltungsgericht Beschwerden gegen Entscheide von Gemeinden, 

soweit diese nicht bei einer anderen Instanz angefochten werden können 

oder nach kantonalem oder eidgenössischem Recht endgültig sind. Die 

Verfügung vom 4. Februar 2015, mit welcher die Beschwerdegegnerin 

das Gesuch des Beschwerdeführers um Gewährung öffentlicher 

Unterstützung abgewiesen hat, ist weder endgültig noch kann sie bei 

einer anderen Instanz angefochten werden, weshalb sie ein taugliches 

Anfechtungsobjekt darstellt. Zudem ist der Beschwerdeführer als 

Adressat dieser Verfügung gemäss Art. 50 VRG zu deren Anfechtung 

legitimiert, weshalb auf die frist- und formgerecht eingereichte 

Beschwerde einzutreten ist.

2. a) Streitig und zu prüfen ist im Folgenden, ob die Beschwerdegegnerin den 

Anspruch des Beschwerdeführers auf öffentliche Unterstützung zu Recht 

verneint hat.

b) Gemäss Art. 12 der Schweizerischen Bundesverfassung (BV; SR 101) 

hat, wer in Not gerät und nicht in der Lage ist, für sich zu sorgen, 

Anspruch auf Hilfe und Betreuung und auf die Mittel, die für ein 

menschenwürdiges Dasein unerlässlich sind (vgl. MÜLLER/SCHEFER, 

Grundrechte in der Schweiz, 4. Aufl., Bern 2008, S. 763 ff.). Die Hilfe in 

Notlagen ist insofern subsidiär, als sich nicht darauf berufen kann, wer 

objektiv in der Lage ist, sich aus eigener Kraft die für sein Überleben 

unverzichtbaren Mittel zu beschaffen (vgl. BGE 134 I 65 = Pra 97 [2008] 

Nr. 86 E.3.1 mit weiteren Hinweisen). Dieses Grundrecht auf 

Existenzsicherung, welches einer hilfsbedürftigen Person einen gerichtlich 

durchsetzbaren Anspruch auf positive Leistung des Staats einräumt, wird 

im Kanton Graubünden durch das kantonale Gesetz über die 

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Unterstützung Bedürftiger (Unterstützungsgesetz, UG; BR 546.250) 

konkretisiert. Dementsprechend hat Anspruch auf Unterstützungshilfe 

durch die politische Gemeinde an seinem Wohnsitz, wer bedürftig ist, d.h. 

wer für seinen Lebensunterhalt und den seiner Familienangehörigen mit 

gleichem Wohnsitz nicht hinreichend oder nicht rechtzeitig aus eigenen 

Mitteln aufkommen kann (Art. 1 Abs. 1 UG; vgl. zum Ganzen auch Urteile 

des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden U 13 35 vom 

7. Oktober 2014 E.2a und U 14 22 vom 5. Juni 2014 E.2).

c) Nach Art. 2 Abs. 1 UG bestimmt die zuständige Sozialbehörde Art und 

Mass der Unterstützung nach dem ausgewiesenen Bedarf unter 

Würdigung der örtlichen und persönlichen Verhältnisse. Dabei sind die 

Richtlinien der Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe für die 

Ausgestaltung und Bemessung der Sozialhilfe vom April 2005 (SKOS-

Richtlinien) einschliesslich des Kapitels „Praxishilfen“ mit gewissen 

Konkretisierungen und Einschränkungen massgebend (Art. 1 der 

Ausführungsbestimmungen zum kantonalen Unterstützungsgesetz 

[ABzUG; BR 546.270]). Die Bedürftigkeit und damit der Anspruch auf 

sozialhilferechtliche Unterstützung sind folglich gegeben, wenn sich aus 

dieser Bedarfsberechnung ergibt, dass die aktuell tatsächlich 

vorhandenen finanziellen Mittel für die Deckung des laufenden 

Lebensbedarfs nicht ausreichen (vgl. WOLFFERS, Grundriss des 

Sozialhilferechts, 2. Aufl., Bern 1999, S. 126 f.). Dabei ist der Grundsatz 

der Subsidiarität insofern zu durchbrechen, als nur erhältliche finanzielle 

Mittel zu berücksichtigen sind. Wenn Ansprüche auf Leistungen Dritter 

zwar bestehen, diese Leistungspflichten jedoch nicht oder nicht 

rechtzeitig erfüllt werden, so hat die Sozialbehörde den dadurch 

entstehenden finanziellen Engpass zu überbrücken (vgl. WOLFFERS, 

a.a.O., S. 71 sowie MÜLLER/SCHEFER, a.a.O., S. 767). Dabei gilt allgemein 

der Grundsatz, dass es auf die Ursachen der Bedürftigkeit nicht ankommt. 

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Wenn tatsächlich eine Notlage besteht, werden Leistungen unabhängig 

von einem allfälligen Verschulden der bedürftigen Person ausgerichtet 

(sog. Finalprinzip, vgl. dazu WOLFFERS, a.a.O., S. 165).

3. a) Mit Verfügung vom 4. Februar 2015 hat die Beschwerdegegnerin den 

Anspruch des Beschwerdeführers auf öffentliche Unterstützung ab dem 

1. Januar 2015 verneint, da die Eintrittsschwelle nicht erreicht werde. Bei 

deren Berechnung – welche dem Gericht nicht vorliegt – stützte sich die 

Beschwerdegegnerin auf das Durchschnittseinkommen der letzten drei 

Monate (Lohnauszahlungen gegen Ende der Monate Oktober, November 

und Dezember 2014) des Beschwerdeführers, da dieser über ein 

unregelmässiges Einkommen verfüge. Nachdem der Beschwerdeführer 

ein Wiedererwägungsgesuch gestellt hatte, hielt die Beschwerdegegnerin 

mit Verfügung vom 25. März daran fest, dass der Beschwerdeführer 

keinen Anspruch auf Sozialhilfe habe. Zusätzlich zur Begründung in der 

Verfügung vom 4. Februar 2015 führte sie aus, auch bei einer 

Betrachtung der Einkommen der letzten zwölf Monate werde die 

Eintrittsschwelle deutlich nicht erreicht. In der Duplik vom 24. April 2015 

hielt die Beschwerdegegnerin fest, dass die Eintrittsschwelle bei 

unregelmässigen Einkommen aufgrund der Betrachtung während der 

letzten zwölf Monate zu berechnen sei. Demgegenüber ist der 

Beschwerdeführer der Ansicht, dass für die Berechnung seines 

Sozialhilfeanspruchs für den Monat Januar 2015 nur der im Vormonat 

(Dezember 2014) erhaltene Lohn zu berücksichtigen und ihm für den 

Monat Januar 2015 daher die Sozialhilfe zu gewähren sei.

b) Bei unregelmässigen Einkünften ist der Sozialhilfeanspruch grundsätzlich 

jeden Monat neu zu berechnen (MORGER und MORO, Unregelmässige 

Einkommen: Wann ist die Sozialhilfeablösung möglich? in: ZESO 1/14 

Praxis S. 10; Kantonales Sozialamt Zürich, Sozialhilfe-

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Behördenhandbuch des Kantons Zürich, Neuauflage (komplett 

überarbeitet), Zürich August 2012, Kap. 9.1.01. Anrechnung von 

Einkommen Ziff. 1.1). Dies bedeutet jedoch nicht, dass der 

Abrechnungszeitraum ebenfalls monatlich gewählt werden muss. Eine 

dreimonatige oder in begründeten Fällen sogar eine halbjährliche oder 

jährliche Abrechnung kann je nach Situation geeignet und erforderlich 

sein, um den grundsätzlichen Anspruch zu prüfen. So stellte das 

Bundesgericht für einen Fall aus dem Kanton Zürich zusammenfassend 

fest: Die Frage der Anrechenbarkeit von Einkünften stellt sich im 

sozialhilferechtlichen Sinne so lange, als sich die bedürftige Person in 

einer Notlage befindet. Eine besondere Problematik ergibt sich bei der 

Anrechnung von schwankenden Einkommen. Entscheidend ist, für 

welchen Zeitraum die Bedürftigkeit beurteilt wird. Eine monatliche Prüfung 

kann je nachdem zu anderen Ergebnissen führen als die 

Berücksichtigung einer Gesamtperiode. Es ist nicht bundesrechtswidrig 

und bedeutet insbesondere keine willkürliche Auslegung und Anwendung 

(Art. 9 BV) der Bestimmungen des zürcherischen Sozialhilferechts, wenn 

die Überschussabrechnung nicht monatlich erfolgt. Diese Einschätzung 

dürfte auch auf die Rechtslage im Kanton Graubünden zutreffen. Diese 

Betrachtungsweise lässt sich insbesondere vor dem Hintergrund der 

Gleichbehandlung mit Personen rechtfertigen, die ebenfalls nahe dem 

sozialhilferechtlichen Existenzminimum leben und entsprechende 

Rücklagen bilden müssen. Es kann davon ausgegangen werden, dass 

von der Sozialhilfe unterstützte Personen Lohnüberschüsse in den 

Folgemonaten für Bedarfsdefizite nutzen und somit selber in der Lage 

sind, eine Bedürftigkeit abzuwenden oder zumindest zu mindern. Sofern 

im gewählten Betrachtungszeitraum ein durchschnittlicher Überschuss 

ermittelt wird, kann davon ausgegangen werden, dass keine 

sozialhilferechtliche Bedürftigkeit mehr besteht und die bisher unterstützte 

Person von der Sozialhilfe abgelöst werden kann. Andernfalls ist die 

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Person weiter zu unterstützen, und ein allfälliger Überschuss ist im 

Folgemonat anzurechnen (vgl. zum Ganzen MORGER und MORO, a.a.O., 

S. 10 mit Hinweis auf Urteil des Bundesgerichts 8C_325/2012 vom 

24. August 2012 E.4.3 ff.).

Zu Beginn der Unterstützung bzw. der Bedürftigkeitsabklärung ist eine 

Monatsrechnung zu erstellen, in welcher dem Bedarf des laufenden 

Monats die aktuellen Einnahmen, welche üblicherweise für den 

Lebensunterhalt desselben verwendet werden, gegenüberzustellen sind. 

Zu beachten ist dabei, dass Lohnzahlungen in der Regel gegen 

Monatsende erfolgen und deshalb dem Lebensunterhalt des Folgemonats 

dienen. Mit anderen Worten ist zu Beginn der Unterstützung lediglich das 

Einkommen des Vormonats in die Bedarfsrechnung einzubeziehen. Dies 

muss auch für Personen gelten, welche wie der Beschwerdeführer im 

Stundenlohn angestellt sind, sofern es sich wie hier um eine 

Erstanmeldung handelt. Personen, deren Ferienanspruch mit dem 

Stundenlohn abgegolten wird und die somit während den Ferien keinen 

Lohn beziehen, sind jedoch bei einer Erstanmeldung darauf aufmerksam 

zu machen, dass sie verteilt übers Jahr Rückstellungen zu machen haben 

– damit nicht jeder Ferienbezug zu kurzfristiger Bedürftigkeit führt, was 

eine stossende Ungleichbehandlung darstellen würde (vgl. 

Stellungnahme der „SKOS-Line“ vom 15. Februar 2015, 

beschwerdegegnerische Akten [Bg-act.] 3). Denn eine Person, welche ein 

unregelmässiges Einkommen erzielt, hat keinen Rechtsanspruch darauf, 

dass ihr der Lohnüberschuss eines einzelnen Monats zur freien 

Verfügung steht und im Folgemonat nicht angerechnet wird (vgl. MORGER 

und MORO, a.a.O., S. 10).

c) Da der Beschwerdeführer erstmals um Unterstützung ab dem 1. Januar 

2015 ersuchte, hat die Beschwerdegegnerin nach dem Gesagten für den 

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Monat Januar 2015 eine Bedarfsrechnung zu erstellen, welche lediglich 

das Einkommen des Monats Dezember 2014 (Vormonat) zu 

berücksichtigen hat, um die kurzfristige Mangellage des 

Beschwerdeführers (Grundsatz der Unmittelbarkeit der Sozialhilfe) zu 

beseitigen. Sodann hat sie den Beschwerdeführer darauf aufmerksam zu 

machen, dass er verteilt übers Jahr Rückstellungen für die Ferienzeit zu 

machen hat, da er keinen Rechtsanspruch darauf, dass ihm der 

Lohnüberschuss eines einzelnen Monats zur freien Verfügung steht und 

im Folgemonat nicht angerechnet wird. Danach hat die 

Beschwerdegegnerin den Anspruch des Beschwerdeführers auf 

Sozialhilfe jeden Monat neu zu berechnen, wobei der 

Abrechnungszeitraum nicht monatlich gewählt werden muss.

Vorliegend blieb die Beschwerdegegnerin eine konkrete Bedarfsrechnung 

schuldig. Sie spricht zwar von der Eintrittsschwelle, berechnet und 

beziffert diese aber im konkreten Fall nicht. Auch eine konkrete 

Berechnung der (variablen) Fahrzeugkosten fehlt. Auf dieser Grundlage 

kann der Fall somit nicht abschliessend beurteilt werden. Der 

Beschwerdeführer macht ferner geltend, die Beschwerdegegnerin habe 

die gemäss SKOS-Richtlinien vorgesehene Integrationszulage (recte: den 

Einkommensfreibetrag) ausser Acht gelassen. Dazu ist festzuhalten, dass 

laut den SKOS-Richtlinien, Kap. E.1.2, auf Erwerbseinkommen aus dem 

ersten Arbeitsmarkt von über 16-jährigen Unterstützten ein Freibetrag 

innerhalb der Bandbreite von Fr. 400.-- bis Fr. 700.-- pro Monat gewährt 

wird. Die Kantone und/oder Gemeinden legen die Einkommensfreibeträge 

in Abhängigkeit vom Beschäftigungsumfang und/oder von der Lohnhöhe 

fest. Art. 4 Abs. 1 ABzUG sieht vor, dass wenn während der 

Unterstützung eine bezahlte Erwerbstätigkeit ausgeübt, aufgenommen 

oder der Umfang der Erwerbstätigkeit ausgeweitet wird, das durch die 

Erwerbstätigkeit erzielte Einkommen in folgendem Umfang nicht 

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angerechnet wird: Fr. 500.-- pro Monat bei einer 80%igen und höheren 

Erwerbstätigkeit, Fr. 400.-- bei 60-79 %, Fr. 300.-- bei 40-59 %, Fr. 200.-- 

bei 20-39 % und Fr. 100.-- bei 10-19 %. Gemäss Art. 4 Abs. 2 ABzUG ist 

der Einkommensfreibetrag, nachdem die unterstützte Person an sich aus 

eigenen Mitteln für ihren Lebensunterhalt und den ihrer 

Familienangehörigen aufkommen kann, bei der Berechnung der 

Unterstützungsbedürftigkeit vom Erwerbseinkommen während sechs 

Monaten weiterhin in Abzug zu bringen. Mit dem Einkommensfreibetrag 

wird laut SKOS-Richtlinien, Kap. E.1.2, primär das Ziel verfolgt, die 

Erwerbsaufnahme oder die Erhöhung des Arbeitspensums zu erleichtern 

und damit die Integrationschancen zu verbessern. So soll ein Anreiz zur 

möglichst umfassenden und einträglichen Erwerbstätigkeit von 

Unterstützten geschaffen werden, wodurch dauerhaft finanzielle 

Leistungen der Sozialhilfe eingespart werden können. Die 

Anspruchsberechtigung muss mindestens ein Mal jährlich überprüft 

werden. Den Kantonen wird empfohlen, den Übergang von materiellen 

Sozialhilfeleistungen zur wirtschaftlichen Selbständigkeit von Betroffenen 

derart zu gestalten, dass sich deren verfügbares Einkommen dadurch 

möglichst nicht verändert. Gemäss Urteil des Verwaltungsgerichts des 

Kantons Zürich VB.2006.00209 vom 13. Juli 2006 E.4.4 wird der 

Einkommensfreibetrag bei der Berechnung der Austrittsschwelle aus dem 

Bezug von wirtschaftlicher Hilfe berücksichtigt, nicht aber bei der 

Berechnung der Eintrittsschwelle (vgl. auch Kantonales Sozialamt Zürich, 

a.a.O., Kap. 9.1.02. Einkommensfreibetrag [EFB] Ziff. 1 mit Hinweis auf 

Weisung der Sicherheitsdirektion vom 29. März 2005 zur Anwendung der 

SKOS-Richtlinien [mit Anpassung vom 18. Dezember 2014]). Dies ist 

auch Art. 4 Abs. 1 ABzUG zu entnehmen, wonach 

Einkommensfreibeträge während der Unterstützung anzurechnen sind. 

Somit ist in der Regel bei Gesuchstellern, deren Erwerbseinkommen 

unter dem als Eintrittsschwelle massgebenden Bedarf liegt, bei der 

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Bemessung der Sozialhilfe ein Einkommensfreibetrag zu berücksichtigen 

(Kantonales Sozialamt Zürich, a.a.O., Kap. 9.1.02. Einkommensfreibetrag 

[EFB] Ziff. 1 mit Hinweis auf VB.2006.00209 E.4.4). Vorliegend hat die 

Beschwerdegegnerin demnach in einem ersten Schritt die 

Anspruchsberechtigung des Beschwerdeführers auf Sozialhilfe, 

respektive die Eintrittsschwelle für den Monat Januar 2015 ohne 

Berücksichtigung eines Einkommensfreibetrags zu berechenen. Ein 

Einkommensfreibetrag darf erst in einem zweiten Schritt bei der 

Bemessung der Sozialhilfe berücksichtigt werden, sofern die 

Voraussetzungen dafür gegeben sind. Auch hier fehlt zur 

Nachvollziehbarkeit jedoch die Berechnung der Beschwerdegegnerin 

betreffend Bedürftigkeit und Eintrittsschwelle beim Beschwerdeführer.

d) Somit ist die Beschwerde gutzuheissen und die Sache zum Neuentscheid 

im Sinne der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. 

Diese hat den Anspruch des Beschwerdeführers auf öffentliche 

Unterstützung für den Monat Januar 2015 und allenfalls auch darüber 

hinaus nochmals zu prüfen und anschliessend erneut darüber zu 

entscheiden.

4. Bei diesem Ausgang des Verfahrens gehen die Gerichtskosten gestützt 

auf Art. 73 Abs. 1 VRG zulasten der Beschwerdegegnerin, welche 

überdies verpflichtet wird, dem obsiegenden Beschwerdeführer die durch 

den Rechtsstreit verursachten notwendigen Kosten zu ersetzen (Art. 78 

Abs. 1 VRG). Vom anwaltlich vertretenen Beschwerdeführer liegt die 

Honorarnote des Vertreters vom 28. April 2015 bei den Akten. Geltend 

gemacht wird ein Aufwand von insgesamt Fr. 841.65 (inkl. Spesen in der 

Höhe von Fr. 29.30 und 8 % MWST) zu einem Stundenansatz von 

Fr. 250.--. Der geltend gemachte Zeitaufwand von 3 Stunden ist 

angemessen und wird nicht beanstandet. Der Antrag auf Gewährung der 

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unentgeltlichen Rechtsverbeiständung ist bei diesem Ausgang des 

Verfahrens gegenstandslos geworden, da der Beschwerdeführer obsiegt 

und ihm demzufolge keine Kosten auferlegt werden und er zudem 

Anspruch auf eine aussergerichtliche Entschädigung hat.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen und die Angelegenheit zum 

Neuentscheid im Sinne der Erwägungen an die Gemeinde X._____ 

zurückgewiesen.

2. Die Gerichtskosten in der Höhe von Fr. 600.-- gehen zulasten der 

Gemeinde X._____ und sind innert 30 Tagen seit Zustellung dieses 

Entscheides an die Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, Chur, zu 

bezahlen.

3. Die Gemeinde X._____ hat A._____ eine Parteientschädigung von 

Fr. 841.65 zu bezahlen.

4. [Rechtsmittelbelehrung]

5. [Mitteilungen]