# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ff71f666-766f-5fca-837f-58dbb92a024c
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-08-14
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 14.08.2020 UV 2019/72
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_UV-2019-72_2020-08-14.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2019/72

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 16.12.2020

Entscheiddatum: 14.08.2020

Entscheid Versicherungsgericht, 14.08.2020
Art. 6 Abs. 1 UVG: verschiedene Sachverhaltsbeschreibungen bzw. 
Sachverhaltsformulierungen im Zusammenhang mit dem Hinabsteigen einer 
Treppe ("Fehltritt"; "Treppenstolperer", "Überbiegen" usw.) mit Auftreten 
von Kniebeschwerden; Verneinung eines Unfallereignisses bzw. eines 
ungewöhnlichen äusseren Faktors. Art. 6 Abs. 2 UVG: Verneinung einer 
unfallähnlichen Körperschädigung. Selbst bei Bejahung einer unfallähnlichen 
Körperschädigung wäre der Nachweis, dass die Körperschädigung 
vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung oder zumindest nicht auf das 
gemeldete Ereignis zurückzuführen ist, von der Beschwerdegegnerin als 
erbracht zu betrachten (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons 
St. Gallen vom 14. August 2020, UV 2019/72). Beim Bundesgericht 
angefochten.

Entscheid vom 14. August 2020

Besetzung

Versicherungsrichterinnen Christiane Gallati Schneider (Vorsitz), Michaela Machleidt 

Lehmann und Versicherungsrichter Joachim Huber; Gerichtsschreiberin Katja Meili

Geschäftsnr.

UV 2019/72

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

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gegen

ÖKK Kranken- und Unfallversicherungen AG, Bahnhofstrasse 13, Postfach 15, 

7302 Landquart,

Beschwerdegegnerin,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Martin Schmid, Hartbertstrasse 11, Postfach 611, 

7001 Chur,

Gegenstand

Versicherungsleistungen

Sachverhalt

A.  

A.___ (nachfolgend: Versicherte) war als Gemüserüsterin bei der B.___ AG 

angestellt und dadurch bei der ÖKK Kranken- und Unfallversicherungen AG 

(nachfolgend: ÖKK) gegen die Folgen von Unfällen versichert, als sie am 15. Mai 2019 

durch ihre Arbeitgeberin melden liess, sie habe am 8. Mai 2019 beim Hinabsteigen 

einer Treppe einen Fehltritt gemacht und dabei einen Muskelfaserriss im linken Knie 

erlitten. In der Schadenmeldung UVG wurden ausserdem eine Verdrehung/

Verstauchung des linken Knies als Verletzung bzw. Schädigung und eine 

Arbeitsunfähigkeit ab 8. Mai 2019 angegeben (act. G 3.3-1). Die Versicherte hatte am 

14. Mai 2019 prakt. med. C.___, Allgemeine Innere Medizin, konsultiert, welche weder 

eine Schwellung, einen Erguss oder ein Hämatom noch Meniskuszeichen hatte 

erheben können und stabile Kreuz- und Seitenbänder festgestellt hatte. Prakt. med. 

C.___ hatte als Diagnose einen unklaren Knieschmerz links ohne Hinweis auf 

Kniebinnenläsionen gestellt und als Differentialdiagnose eine Zerrung. Die 

Unfallkausalität hatte sie als unklar, eher als nicht gegeben, betrachtet, weil das 

"Trauma" gering gewesen sei (vgl. Arztzeugnis UVG vom 27. Mai 2019; act. G 3.3-5).

A.a. 

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B.  

C.  

Nachdem die Versicherte am 4. Juni 2019 in einem Fragebogen der ÖKK nähere 

Angaben zum Ereignis vom 8. Mai 2019 gemacht hatte (act. G 3.3-6), teilte ihr die ÖKK 

mit Schreiben vom 14. Juni 2019 mit, dass weder ein Unfall noch eine unfallähnliche 

Körperschädigung im Sinne des Gesetzes vorliege, weshalb es nicht möglich sei, für 

das gemeldete Ereignis vom 8. Mai 2019 Leistungen aus der Unfallversicherung zu 

erbringen (act. G 3.3-8).

A.b. 

Am 17. Juni 2019 teilte die Versicherte der ÖKK telefonisch mit, dass sie mit der 

formlosen Leistungsablehnung nicht einverstanden sei (act. G 3.3-9), worauf ihr die 

ÖKK am 24. Juni 2019 ihre Leistungsablehnung verfügungsweise bestätigte (act. 

3.3-10).

A.c. 

Die gegen diese Verfügung von der Versicherten am 28. Juni 2019 mündlich 

erhobene Einsprache (act. G 3.3-15) wurde von der ÖKK mit Einspracheentscheid vom 

23. September 2019 abgewiesen (act. G 3.3-18).

B.a. 

Inzwischen war die Versicherte am 10. Juli und 28. August 2019 im Kantonsspital 

D.___ untersucht worden (act. G 3.3-16 f.). Nachdem von den Ärzten anlässlich der 

Untersuchung vom 10. Juli 2019 die Verdachtsdiagnose einer lateralen Meniskusläsion 

Knie links gestellt worden war (act. G 3.3-16), hatten sie am 28. August 2019 laterale 

Knieschmerzen links bei MRI vom 11. Juli 2019 ohne erklärende anatomische Ursache 

und Status nach Infiltration vom 17. Juli 2019 diagnostiziert (act. G 3.3-17).

B.b. 

Gegen den Einspracheentscheid vom 23. September 2019 reichte die Versicherte 

(nachfolgend: Beschwerdeführerin) am 30. September 2019 (Poststempel) bei der ÖKK 

eine "Einsprache" ein (act. G 1, G 1.2), welche diese am 4. Oktober 2019 

zuständigkeitshalber an das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen überwies 

(act. G 0). Die Beschwerdeführerin beantragte sinngemäss die Aufhebung des 

angefochtenen Einspracheentscheids und die Erbringung der gesetzlichen Leistungen 

(insbesondere Heilbehandlungsleistungen und Taggelder) für das Ereignis vom 8. Mai 

2019 (act. G 1).

C.a. 

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Erwägungen

1.

Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin in Bezug auf das Ereignis vom 8. 

Mai 2019 zu Recht ihre Leistungspflicht verneint hat.

2.  

Mit Beschwerdeantwort vom 13. November 2019 beantragte die ÖKK 

(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde (act. G 3).

C.b. 

In der Replik vom 20. November 2019 (Poststempel) hielt die Beschwerdeführerin 

sinngemäss an ihrem Beschwerdeantrag fest (act. G 5).

C.c. 

Mit Duplik vom 16. Dezember 2019 hielt auch die Beschwerdegegnerin an ihrem 

in der Beschwerdeantwort gestellten Antrag fest (act. G 7).

C.d. 

Nach Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung in der seit 

1. Januar 2017 geltenden Fassung (UVG; SR 832.20) werden Versicherungsleistungen 

bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das 

Gesetz nichts anderes bestimmt. Als Unfall gilt nach Art. 4 des Bundesgesetztes über 

den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die plötzliche, 

nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors 

auf den menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 

oder psychischen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat. Dabei bezieht sich das 

Begriffsmerkmal der Ungewöhnlichkeit nicht auf die Wirkung des äusseren Faktors, 

sondern auf den Faktor selbst. Ohne Belang für die Prüfung der Ungewöhnlichkeit ist 

somit, dass der äussere Faktor allenfalls schwerwiegende, unerwartete Folgen nach 

sich gezogen hat. Ein äusserer Faktor ist ungewöhnlich, wenn er den Rahmen des im 

jeweiligen Lebensbereich Alltäglichen oder Üblichen überschreitet. Ob dies zutrifft, 

beurteilt sich im Einzelfall, wobei grundsätzlich nur die objektiven Umstände in Betracht 

fallen (ANDRÉ NABOLD, in: Kommentar zum schweizerischen 

Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung [UVG], Bern 2018, 

N 42 zu Art. 6 UVG; BSK UVG-Irene Hofer, Basel 2019, N 32 ff. zu Art. 6 UVG; 

Alexandra Rumo-Jungo/André Pierre Holzer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum 

Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/

Basel/Genf 2012, S. 31; RKUV 2000 Nr. U 368 S. 99 E. 2b mit Hinweisen; BGE 

122 V 233 E. 1, 121 V 38 E. 1a, je mit Hinweisen). Das für den Unfallbegriff wesentliche 

2.1. 

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Merkmal des ungewöhnlichen äusseren Faktors kann nach Lehre und Rechtsprechung 

auch in einer unkoordinierten Bewegung bestehen. Bei unkoordinierten Bewegungen 

ist das Merkmal der Ungewöhnlichkeit erfüllt, wenn ein in der Aussenwelt begründeter 

Umstand den natürlichen Ablauf einer Körperbewegung gleichsam „programmwidrig“ 

beeinflusst hat, was beispielsweise dann zutrifft, wenn die versicherte Person stolpert, 

ausgleitet oder an einen Gegenstand anstösst oder wenn sie, um ein Ausgleiten zu 

verhindern, eine reflexartige Abwehrbewegung ausführt oder auszuführen versucht. 

Dass es tatsächlich zu einem Sturz kommt, wird mithin nicht vorausgesetzt. Immerhin 

ist festzuhalten, dass der Nachweis eines Unfalls bei Schädigungen, die sich auf das 

Körperinnere beschränken, insofern strengen Anforderungen unterliegt, als die 

unmittelbare Ursache der Schädigung unter besonders sinnfälligen Umständen gesetzt 

werden muss; denn ein Unfallereignis manifestiert sich in der Regel in einer äusserlich 

wahrnehmbaren Schädigung, während bei deren Fehlen eine erhöhte 

Wahrscheinlichkeit rein krankheitsbedingter Ursachen besteht (vgl. BGE 134 V 80 

E. 4.3.2.1 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts vom 25. März 2011, 8C_693/2010, 

E. 5; RKUV 1999 Nr. U 333 S. 199 E. 3c/aa und Nr. U 345 S. 422 E. 2b, RKUV 1996 Nr. 

U 253 S. 204 E. 4d; UVG Kommentar-Nabold, a.a.O., N 32 zu Art. 6 UVG; BSK UVG-

Hofer, a.a.O., N 38 zu Art. 6 UVG; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 40 f.; Alfred Maurer, 

Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, 2. Aufl. Bern 1989, S. 176 f.). Die Frage, ob 

die einzelnen Unfallbegriffsmerkmale im Sinne von Art. 4 ATSG erfüllt sind, ist eine 

Rechtsfrage, die vom Gericht nach den von Doktrin und Praxis entwickelten Regeln zu 

beurteilen ist (vgl. dazu RKUV 1990 Nr. U 86 S. 50).

Gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG (in Kraft seit 1. Januar 2017) erbringt die Versicherung 

ihre Leistungen auch bei den folgenden, abschliessend aufgelisteten 

Körperschädigungen (vgl. dazu UVG Kommentar-Nabold, a.a.O., N 42 zu Art. 6 UVG), 

sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind: a. 

Knochenbrüche, b. Verrenkungen von Gelenken; c. Meniskusrisse; d. Muskelrisse, e. 

Muskelzerrungen; f. Sehnenrisse; g. Bandläsionen; h. Trommelfellverletzungen. Mit 

Art. 6 Abs. 2 lit. a bis h UVG wird die gesetzliche (Kausalitäts-)Vermutung statuiert, 

dass der Unfallversicherer bei erfüllter Listendiagnose leistungspflichtig ist. Dieser kann 

sich aber von seiner Leistungspflicht befreien, wenn er den Nachweis erbringt, dass die 

Körperschädigung vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen ist 

(Botschaft vom 30. Mai 2008, BBl 2008 S. 5411, und Zusatzbotschaft vom 

19. September 2014, BBl 2014 S. 7922; SZS 2017 S. 33). Auf das Kriterium des 

äusseren Faktors wird explizit verzichtet (BBl 2014 S. 7922). Der Gegenbeweis der 

vorwiegend abnützungs- oder krankheitsbedingten Verursachung beschlägt den 

natürlichen Kausalzusammenhang (vgl. dazu UVG Kommentar-Nabold, a.a.O., N 51 ff. 

2.2. 

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zu Art. 6 UVG; BSK UVG-Hofer, a.a.O., N 51 zu Art. 6 UVG; Rumo-Jungo/Holzer, 

a.a.O., S. 53 f.). Nur der Nachweis eines rechtsgenügenden, d.h. vorwiegend 

degenerativ oder krankhaft verursachten Schadens, kann zu einer Verneinung des 

natürlichen Kausalzusammenhangs bzw. der Leistungspflicht des Unfallversicherers 

führen (SZS 2018 S. 358). Der (Gegen-)Beweis der vorwiegend krankhaften oder 

degenerativen Pathogenese der Listendiagnose ist erbracht, wenn für die Richtigkeit 

einer degenerativ oder krankhaft begründeten Listenverletzung mehr Indikatoren 

vorliegen als für die traumatische Pathogenese (BGE 133 III 88 f. E. 4.2.2, 132 III 720 

E. 3.1, 130 III 325 E. 3.2 f.; Urteil des Bundesgerichts vom 9. Juli 2010, 4A_48/2010, E. 

7.1; SZS 2018 S. 355 f., SZS 2017 S. 34).

Zur Feststellung der medizinischen Verhältnisse, konkret des Vorhandenseins einer 

Listenverletzung sowie der Tatfrage, ob die Schädigung vorwiegend auf Abnützung 

oder Erkrankung zurückzuführen ist, ist die rechtsanwendende Behörde auf Unterlagen 

angewiesen, die ihr von Ärzten und Ärztinnen zur Verfügung zu stellen sind (vgl. Urteil 

des Bundesgerichts vom 24. September 2019, 8C_22/2019, E. 8.6; vgl. BGE 122 V 157 

E. 1b mit zahlreichen Hinweisen; BSK UVG-Hofer, a.a.O., N 59 zu Art. 6 UVG; Rumo-

Jungo/ Holzer, a.a.O., S. 84; SZS 2018 S. 343, 357 f.).

2.3. 

Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. 

Danach hat die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht von Amtes wegen für 

die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. 

Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet sein Korrelat in den 

Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 122 V 158 E. 1a, 121 V 210 E. 6c). Der 

Untersuchungsgrundsatz schliesst eine Beweislast im Sinn einer Beweisführungslast 

begriffsnotwendig aus. Die Parteien tragen aber eine Beweislast insofern, als im Fall 

der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem 

unbewiesenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte (BGE 117 V 264 E. 3b mit Hinweisen, 

138 V 221 f. E. 6). Die Verwaltung respektive das Gericht dürfen eine Tatsache nur 

dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Die Frage, 

ob sich ein Unfallereignis im Rechtssinn ereignet hat (vgl. Erwägung 2.1) und ebenso 

die Fragen, ob eine unfallähnliche Körperschädigung vorliegt und falls ja, ob die 

Schädigung vorwiegend durch Abnützung oder Krankheit verursacht ist (vgl. Erwägung 

2.3), beurteilen sich nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit; die blosse Möglichkeit eines Sachverhalts genügt 

für die Begründung eines Leistungsanspruchs bzw. für die Verneinung einer 

Leistungspflicht nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1 mit Hinweisen; vgl. Thomas Locher/

Thomas Gächter, Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 4. Aufl. Bern 2014, § 70 N 

2.4. 

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3.

Zu prüfen ist zunächst, ob das Ereignis vom 8. Mai 2019 als Unfall zu qualifizieren ist, 

und dabei insbesondere, ob im Sinn der Legaldefinition des Unfalls gemäss Art. 4 

ATSG von einem ungewöhnlichen äusseren Faktor gesprochen werden kann.

58 f.). Die obgenannte Beweislastregel kommt allerdings erst zur Anwendung, wenn im 

Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes hinsichtlich der vorgenannten Fragen kein 

überwiegend wahrscheinlicher Sachverhalt ermittelt werden kann (BGE 138 V 221 f. 

E. 6, BGE 117 V 264 E. 3b mit Hinweisen, 114 V 298 E. 5b). Wird auf dem Weg der 

Beweiserhebung das Vorliegen eines Unfallereignisses nicht wenigstens mit 

Wahrscheinlichkeit erstellt, so hat dieses als unbewiesen zu gelten, was sich zu Lasten 

der den Anspruch erhebenden Person auswirkt (BGE 116 V 136 E. 4b; RKUV 1990 Nr. 

U 86 S. 50). Bei der Frage, ob eine unfallähnliche Körperschädigung vorliegt, ist 

ebenfalls die versicherte Person beweisbelastet. Die Beweislast in Bezug auf den 

Nachweis der vorwiegend krankhaften oder degenerativen Verursachung einer in Art. 6 

Abs. 2 lit. a bis h UVG aufgelisteten Körperschädigungen trägt hingegen der 

Unfallversicherer.

Damit beurteilt werden kann, ob das Ereignis vom 8. Mai 2019 einen Unfall im 

Rechtssinn darstellt, ist insbesondere festzulegen, von welchem Geschehensablauf 

auszugehen ist. Die leistungsansprechende Person muss die einzelnen Umstände des 

Unfallgeschehens glaubhaft machen. Zur Glaubhaftmachung genügt es nicht, einen 

Gesundheitsschaden nachzuweisen, der möglicherweise auf ein Unfallereignis 

zurückgehen könnte, sondern es müssen über das konkrete Geschehen wahre, genaue 

und wenn möglich ins Einzelne gehende Daten namhaft gemacht werden, aufgrund 

derer der Versicherer in die Lage versetzt wird, sich über die Umstände des Ereignisses 

ein Bild zu machen und diese in objektiver Weise abzuklären. Im Streitfall obliegt es 

dem Gericht zu beurteilen, ob die einzelnen Voraussetzungen des Unfallbegriffs erfüllt 

sind (Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 29; RKUV 1990 Nr. U 86 S. 50; UVG Kommentar-

Nabold, a.a.O., N 9 zu Art. 6 UVG). Das Gericht stellt auf jene Sachverhaltsdarstellung 

ab, die es von allen möglichen Geschehensabläufen als die Wahrscheinlichste würdigt 

(vgl. dazu Locher/Gächter, a.a.O., § 70 N. 58 f.; vgl. auch Erwägung 2.4). Bei sich 

widersprechenden Angaben der versicherten Person über den Unfallhergang kann 

praxisgemäss auf die Beweismaxime abgestellt werden, wonach die so genannten 

spontanen "Aussagen der ersten Stunde" in der Regel unbefangener und zuverlässiger 

sind als spätere Darstellungen, die bewusst oder unbewusst von nachträglichen 

Überlegungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art beeinflusst sein können 

3.1. 

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(RKUV 1988 Nr. U 23 S. 363 E. 3b/aa; BGE 115 V 143 E. 8c und 121 V 47 E. 2a). Wenn 

die versicherte Person ihre Darstellung im Lauf der Zeit wechselt, kommt den Angaben, 

die sie kurz nach dem Unfall gemacht hat, in der Regel grösseres Gewicht zu als jenen 

nach Kenntnis einer Ablehnungsverfügung des Versicherers (BGE 121 V 47 E. 1a mit 

Hinweisen; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 29 f.).

Laut der von der Arbeitgeberin der Beschwerdeführerin am 15. Mai 2019 

eingereichten Schadenmeldung UVG hat die Beschwerdeführerin am 8. Mai 2019 beim 

Hinuntergehen einer Treppe einen Fehltritt gemacht und dabei einen Muskelfaserriss im 

linken Knie erlitten (act. G 3.3-1). Im Arztzeugnis UVG hielt prakt. med. C.___ am 25. 

Mai 2019 unter der Rubrik "Angaben des Patienten zum Unfallhergang ..." fest: "Beim 

Treppe hinuntergehen "Zwick" im Knie links verspürt …" (act. G 3.3-5). Im Fragebogen 

der Beschwerdegegnerin schrieb die zu einer ausführlichen, genauen Beschreibung 

des Unfallhergangs aufgeforderte Beschwerdeführerin am 4. Juni 2019, sie habe sich 

beim Hinunterlaufen einer Treppe das linke Knie überbogen, wobei es einen 

schmerzhaften Ruck gegeben habe. Die Frage, ob etwas Aussergewöhnliches 

geschehen sei, verneinte sie, diejenige, ob es sich um eine alltägliche Handlung 

gehandelt habe, bejahte sie (act. G 3.3-6). Anlässlich eines Telefongesprächs vom 17. 

Juni 2019 mit der Beschwerdegegnerin schilderte die Beschwerdeführerin, sie habe bei 

einer Wendung im Treppenhaus das Knie verletzt, sei dabei aber nicht gestürzt (act. G 

3.3-9). Im Rahmen der mündlichen Einsprache vom 28. Juni 2019 erzählte die 

Beschwerdeführerin, sie habe beim schnellen Treppenhinuntersteigen eine Blockade 

erlitten und im Knie ein "Knacksen" verspürt (act. G 3.3-15). In der Beschwerde vom 

30. September 2019 (act. G 1) bezeichnete sie das Ereignis vom 8. Mai 2019 als 

Treppenstolperer und schrieb weiter, sie sei auf einer Treppe beim schnellen 

Hinunterlaufen gerutscht und habe sich gerade noch auffangen können, um nicht zu 

stürzen. Es habe ihr das Knie gezerrt und sie habe ein schmerzhaftes Ziehen verspürt 

(act. G 1). Auch in der Replik vom 20. November 2019 sprach die Beschwerdeführerin 

schliesslich davon, sie sei die Treppe runtergestolpert, habe sich jedoch auffangen 

können, wobei sie einen Ruck im Knie verspürt habe (act. G 5). In den Akten finden sich 

demnach - sowohl hinsichtlich der Wortwahl als auch hinsichtlich der Krafteinwirkung 

auf den Körper - unterschiedliche Versionen des Vorfalls vom 8. Mai 2019.

3.2. 

Für die Bejahung eines Unfallereignisses ist - wie bereits erwähnt (vgl. Erwägung 

2.1) - nicht vorausgesetzt, dass es tatsächlich zu einem Sturz kommt. Dennoch muss 

im Einzelfall ein programmwidriger Bewegungsablauf in der Wirkungsstärke eines 

Sturzes passiert sein. Entsprechende andere Bewegungsabläufe, welche das 

Unfallbegriffsmerkmal der Ungewöhnlichkeit erfüllen, wurden in Erwägung 2.1 

3.3. 

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angeführt; so auch das Stolpern und Ausgleiten, welches dem von der 

Beschwerdeführerin beschriebenen Hinunterrutschen gleichgesetzt werden kann.

 3.4. 

In der Beschwerde sowie in der Replik wurde somit grundsätzlich ein 

Sachverhalt geschildert, welcher den Unfalltatbestand im Sinn von Art. 4 ATSG erfüllt. 

Der in der Schadenmeldung UVG vom 15. Mai 2019 verwendete Begriff Fehltritt darf - 

im Gegensatz zu einer bloss ungünstigen Belastung des Fusses - als falscher, 

ungeschickter Tritt mit misslungenem Aufsetzen des Fusses verstanden werden, der 

sich zudem nach dem allgemeinen Sprachgebrauch nicht wesentlich von den Begriffen 

des Stolperns und Ausgleitens bzw. Hinunterrutschens unterscheidet.

3.4.1. 

Hinsichtlich der Schadenmeldung UVG vom 15. Mai 2019 (act. G 3.3-1) ist 

jedoch zu sagen, dass sie durch eine Drittperson, d.h. die Arbeitgeberin, und nicht 

durch die Beschwerdeführerin persönlich ausgefüllt wurde. Dem Beweiswert der darin 

angeführten Sachverhaltsschilderung kann damit im Rahmen der Beweiswürdigung 

zumindest nicht dasselbe Gewicht zukommen wie einer persönlichen 

Sachverhaltsschilderung der Beschwerdeführerin. Die Sachverhaltsschilderungen in 

der Beschwerde (act. G 1) und der Replik (act. G 5) stammen zwar von der 

Beschwerdeführerin, doch sind sie wiederum in Kenntnis der leistungsablehnenden 

Verfügung sowie des die Verfügung bestätigenden angefochtenen 

Einspracheentscheids der Beschwerdegegnerin erfolgt. Damit kann der 

Beschwerdeführerin entgegengehalten werden, sie sei bei der späten Erwähnung eines 

Stolperns und Rutschens bzw. Ausgleitens von versicherungsrechtlichen Überlegungen 

beeinflusst gewesen.

3.4.2. 

 3.5. 

Am 4. Juni 2019 füllte die Beschwerdeführerin einen Fragebogen der 

Beschwerdegegnerin zum Ereignis vom 8. Mai 2019 aus. Damit wurde ihr erstmals die 

Gelegenheit zur persönlichen Äusserung geboten. Der Fragebogen dient dem 

Unfallversicherer zur detaillierten Erhebung der tatsächlichen Verhältnisse bei der 

leistungsansprechenden Person. Im Vordergrund stehen entsprechend Fragen 

betreffend die für die Leistungspflicht des Unfallversicherers massgebenden 

Voraussetzungen des Unfallgeschehens. Sofern der Unfallversicherer die tatsächlichen 

Verhältnisse mittels Frageblättern detailliert erhoben hat, ist er seiner Verpflichtung zur 

richtigen und vollständigen Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts 

grundsätzlich rechtsgenüglich nachgekommen (Untersuchungsgrundsatz Erwägung 

3.5.1. 

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2.4). Der Unfallversicherer ist nicht gehalten, die versicherte Person im Nachgang zu 

umfassenden Erhebungen zur weiteren Substantiierung des gemeldeten 

Geschehnisses aufzufordern (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG] 

vom 26. Februar 2004, U 64/2002, E. 2.2.3, und vom 27. Juni 2002, U 148/01, E. 2.b). 

Vor diesem Hintergrund kommt den Angaben der versicherten Person im Fragebogen 

des Unfallversicherers im Rahmen der Beweiswürdigung hinsichtlich des Nachweises 

des überwiegend wahrscheinlichen Geschehensablaufs eine entscheidende Bedeutung 

zu.

Der Sachverhaltsschilderung im Fragebogen ist keiner der in Erwägung 3.3 

genannten Begriffe zu entnehmen. Die Beschwerdeführerin spricht hier von einem 

Überbiegen des Knies, welches zumindest nicht gleichbedeutend mit einem Fehltritt 

ist. Ein solcher erfolgt mit dem Fuss und kann sich höchstens indirekt auf das Knie 

auswirken. Überbiegen deutet zwar - wie Ausgleiten und Stolpern - darauf hin, dass 

der Rahmen einer normalen Abdrehbewegung, die mit dem Knie ausgeführt werden 

kann, überschritten wurde (vgl. BGE 129 V 466 E. 4.1; vgl. dazu auch Alfred M. 

Debrunner, Orthopädie, orthopädische Chirurgie, 4. Aufl. Bern 2002, S. 1025). 

Andererseits zeichnen sich insbesondere Überdehnungen durch verschiedenste 

Schweregrade aus, d.h. sie können bereits nach einem geringfügigen Trauma auftreten 

(vgl. dazu Debrunner, a.a.O., S. 1097, 1117; vgl. dazu auch Urteil des Eidgenössischen 

Versicherungsgerichts [EVG] vom 30. August 2001, U 277/99). Damit ist gesagt, dass 

eine Überdehnung nicht in jedem Fall einem Unfall mit unphysiologischer, 

programmwidriger Beanspruchung eines Körperteils im Sinne eines ungewöhnlichen 

äusseren Faktors entspricht. Es ist eine Erfahrungstatsache, dass Verdrehungen von 

Körperteilen alltägliche Bewegungsabläufe sind und damit nichts Aussergewöhnliches 

darstellen. Inwieweit, d.h. in welcher Form und Intensität, das linke Kniegelenk der 

Beschwerdeführerin im Sinn einer klar abgegrenzten Belastungssituation durch eine 

Überdehnung übermässig beansprucht wurde, wird nicht konkret beschrieben. Die 

Bejahung der Frage durch die Beschwerdeführerin, ob es sich um eine alltägliche 

Handlung gehandelt habe, erscheint zwar zunächst nicht unvermutet. Das 

Hauptaugenmerk dieser Frage liegt auf der wichtigen Abklärung der Berufsüblichkeit 

der getätigten Handlung im Zusammenhang mit Verhebetraumen bzw. 

Überanstrengungen (vgl. dazu Rumo-Jungo, a.a.O., S. 41; Maurer, a.a.O., S. 178; BGE 

116 V 139 E. 3b, mit Hinweisen; RKUV 1994 Nr. U 180 S. 38). Die Bejahung kann 

sodann ohne Weiteres auf die tatsächlich alltägliche Handlung des Hinabgehens auf 

einer Treppe bezogen werden, dem es somit nichts anderes, Aussergewöhnliches, 

hinzuzufügen gab. Erstaunlich ist allerdings, dass die Beschwerdeführerin die Frage 

3.5.2. 

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"Geschah etwas Aussergewöhnliches", wobei es sich genau um die in den Fragebögen 

der Unfallversicherer regelmässig enthaltene und entscheidrelevante Frage handelt, 

verneinte (act. G 3.3-6). Hervorzuheben ist im Weiteren, dass sie zwar im Fragebogen 

angab, das Knie sei gleich dick geworden, prakt. med. C.___ hingegen im Rahmen der 

ersten ärztlichen Untersuchung vom 14. Mai 2019 vollkommen normale Befunde erhob. 

Insbesondere zeigten sich offenbar keine Schwellung und kein Erguss (act. G 3.3-5; 

vgl. dazu Roche Lexikon, Medizin, 5. Aufl., S. 441). Entsprechend diagnostizierte prakt. 

med. C.___ "unklare" Knieschmerzen links ohne Hinweis auf eine Kniebinnenläsion und 

eine Zerrung lediglich als Differentialdiagnose. Als solche bezeichnet man eine 

Diagnose, die alternativ als Erklärung für die erhobenen medizinischen Befunde oder 

Symptome (Krankheitszeichen) in Betracht zu ziehen ist und nicht eindeutig feststeht. 

Im vorliegenden Fall basiert diese offenkundig nur auf den subjektiven 

Schmerzangaben der Beschwerdeführerin, welche prakt. med. C.___ nicht mit 

festgestellten Befunden hinreichend zu erklären vermochte, wie sie auch mit der 

Formulierung "unklare" Knieschmerzen deutlich macht. Damit übereinstimmend 

bezeichnete prakt. med. C.___ auch die Kausalität bzw. das Vorliegen von Unfallfolgen 

als unklar, eher nein, weil das "Trauma" gering gewesen sei (act. G 3.3-5). Insgesamt 

ist damit im vorliegenden Fall eine Überdehnung im Sinn einer unter besonders 

sinnfälligen Umständen gesetzten unkoordinierten Bewegung nicht mit dem 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen. Für eine 

Leistungspflicht des Unfallversicherers gestützt auf Art. 6 Abs. 1 UVG in Verbindung 

mit Art. 4 ATSG kann jedoch nicht jedes Geschehen bzw. jede Bewegung des Körpers 

genügen, sondern es muss eben ein Unfallereignis vorliegen.

Dass dem Ereignis vom 8. Mai 2019 überwiegend wahrscheinlich keine 

programmwidrige Körperbewegung innewohnte, ergibt sich auch aus der persönlichen 

und sogar nach dem Leistungsablehnungsschreiben der Beschwerdegegnerin vom 14. 

Juni 2019 (act. G 3.3-8) erfolgten Hergangsschilderung vom 17. Juni 2019 (act. G 

3.3-9), die im Übrigen wieder durch eine neue Wortwahl auffällt. Eine Wendung im 

Treppenhaus beinhaltet keine Ungewöhnlichkeit, sondern beschreibt einen absolut 

gewöhnlichen Bewegungsvorgang, der mit dem Körper ausgeführt werden kann.

3.6. 

Anzufügen ist schliesslich, dass auch der Bewegungsablauf des 

Treppenhinuntersteigens in der Einsprache vom 28. Juni 2019 (act. G 3.3-15) in 

keinerlei Hinsicht eine störende Programmwidrigkeit beinhaltet. Beim "normalen", 

üblich verlaufenden Treppenhinuntersteigen erfolgen - selbst wenn dies schnell 

geschieht - natürliche Körperbewegungen im Rahmen kontrollierter und 

voraussehbarer Bewegungsabläufe.

3.7. 

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4.  

Selbstverständlich soll damit nicht in Abrede gestellt werden, dass das Ereignis 

vom 8. Mai 2019 den Auslösefaktor für den plötzlich aufgetretenen "Zwick" (act. G 

3.3-5) bzw. schmerzhaften Ruck, die anschliessenden Knieschmerzen links und 

Blockaden (act. G 3.3-6) bildete und bei der Beschwerdeführerin den Eindruck 

hervorrief, sie habe einen Unfall erlitten (act. G 3.3-9). Die vorgenannten Empfindungen 

stellen jedoch keine äusseren Faktoren, sondern höchstens die Wirkungen äusserer 

Faktoren dar. Deren Ungewöhnlichkeit ist nicht bewiesen, wenn die 

Beschwerdeführerin nur das (erstmalige) Auftreten von Schmerzen bzw. weitere 

auffällige körperliche Reaktionen in zeitlicher Hinsicht anzugeben vermag (BGE 129 V 

469 E. 4.2.1). Das Begriffsmerkmal der Ungewöhnlichkeit bezieht sich, wie gesagt, 

nicht auf die Wirkung des äusseren Faktors, sondern auf den Faktor selbst. Das 

Erfordernis des ungewöhnlichen äusseren Faktors ist nicht erfüllt, wenn das erstmalige 

Auftreten der Schmerzen mit einer blossen Lebensverrichtung einhergeht, welche die 

versicherte Person zu beschreiben in der Lage ist, die den Rahmen des im jeweiligen 

Lebensbereich Alltäglichen oder Üblichen - wie im konkreten Fall (vgl. insbesondere 

Erwägung 3.5.2) - nicht überschreitet (BGE 134 V 79 f. E. 4.3.1, 122 V 233 E. 1, 121 V 

38 E. 1a; RKUV 2000 Nr. U 368 S. 99 E.2b mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 

vom 13. Februar 2009, 8C_656/2008, E. 3.2; BSK UVG-Hofer, a.a.O., N 22 zu Art. 6 

UVG; UVG Kommentar-Nabold, a.a.O., N 22 zu Art. 6 UVG; Rumo-Jungo/Holzer, 

a.a.O., S. 31).

3.8. 

Mit Blick auf die Darlegungen in den Erwägungen 3.2 bis 3.7 ist zusammenfassend 

festzuhalten, dass insgesamt das Vorliegen einer besonders sinnfälligen 

unkoordinierten Bewegung nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit dargetan bzw. ein Unfallereignis nicht als erwiesen anzusehen ist. 

Da die Beschwerdeführerin die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen hat, entfällt eine 

Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin gestützt auf Art. 6 Abs. 1 UVG in Verbindung 

mit Art. 4 ATSG.

3.9. 

Damit bleibt eine Leistungspflicht gestützt auf Art. 6 Abs. 2 UVG zu prüfen und 

somit die Frage zu beantworten, ob eine unfallähnliche Körperschädigung im Sinne von 

Art. 6 Abs. 2 lit. a bis f UVG vorliegt (vgl. Erwägung 2.2).

4.1. 

 4.2. 

Prakt. med. C.___ erhob anlässlich der Erstuntersuchung vom 14. Mai 2019 als 

Befunde insbesondere stabile Kreuz- und Seitenbänder sowie negative 

4.2.1. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 13/15

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Meniskuszeichen und stellte als Diagnose unklare Knieschmerzen links ohne Hinweis 

auf eine Kniebinnenläsion sowie als Differentialdiagnose eine Zerrung.

Risse, Zerrungen und blosse Dehnungen von Bändern fallen unter den Begriff 

Bandläsionen (Art. 6 Abs. 2 lit. g UVG; BGE 114 V 298 E. 3d). Eine Differentialdiagnose 

steht jedoch, wie bereits erwähnt, nicht eindeutig fest und ist nur alternativ als 

Erklärung für die erhobenen medizinischen Befunde oder Symptome 

(Krankheitszeichen) in Betracht zu ziehen (vgl. Erwägung 3.5.2). Die 

Beschwerdeführerin gab zwar am 4. Juni 2019 im Fragebogen der 

Beschwerdegegnerin zum Ereignis vom 8. Mai 2019 an, gleich nach dem Ereignis seien 

Beschwerden aufgetreten und das linke Knie sei dick geworden. Weiter sprach sie von 

einer "Abschwellung" (act. G 3.3-6). Allerdings vermochte prakt. med. C.___ am 14. 

Mai 2018 weder eine Schwellung noch einen Erguss oder ein Hämatom festzustellen, 

obwohl es sich dabei um Befunde handelt, welche bei einer Zerrung in der Regel fünf 

Tage nach einem Trauma klinisch noch zu erheben sind (vgl. dazu Roche Lexikon, 

Medizin, 5. Aufl., S. 441; Erwägung 3.4.2). Med. prakt. C.___ bezeichnete es sodann als 

unklar, ob Unfallfolgen vorliegen würden, und stellte dies eher in Abrede mit der 

Begründung, "da Trauma gering". Den Begriff "Trauma" setzte sie in Anführungs- und 

Schlusszeichen, was nochmals hervorhebt, dass sie von einem erheblichen Trauma 

nicht überzeugt war (act. G 3.3-5).

4.2.2. 

Am 10. Juli 2019 wurde die Beschwerdeführerin von den Ärzten des 

Kantonsspitals D.___ untersucht, welche die Verdachtsdiagnose einer lateralen 

Meniskusläsion Knie links stellten (act. G 3.3-16), wobei es sich grundsätzlich um eine 

unfallähnliche Körperschädigung handelt (vgl. Art. 6 Abs. 2 lit. c UVG). Ein MRI vom 19. 

August 2019 ergab jedoch keinen Nachweis eines Meniskusrisses. Der 

volumenverminderte Innenmeniskus zeigte sich ohne Riss, worauf die Ärzte des 

Kantonsspitals D.___ am 28. August 2019 als Diagnose lediglich laterale 

Knieschmerzen links nach MRI vom 11. Juli 2017 ohne erklärende anatomische 

Ursache und bei Status nach Infiltration vom 17. Juli 2019 stellten (act. G 3.3-17).

4.2.3. 

In Übereinstimmung mit der Beschwerdegegnerin (act. G 3.3-18, G 3) ist damit 

zusammenfassend festzuhalten, dass eine unfallähnliche Körperschädigung im Sinne 

einer Bandläsion (Art. 6 Abs. 2 lit. g UVG) oder eines Meniskusrisses (Art. 6 Abs. 2 lit. c 

UVG) nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt ist. 

Andere unfallähnliche Körperschädigung stehen im vorliegenden Fall nicht zur 

Diskussion. Vor diesem Hintergrund entfällt auch eine Leistungspflicht der 

Beschwerdegegnerin gestützt auf Art. 6 Abs. 2 UVG.

4.2.4. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 14/15

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Selbst wenn eine unfallähnliche Körperschädigung als erstellt angenommen würde, 

würde dies - in Übereinstimmung mit der Beschwerdegegnerin (act. G 3 Ziff. 3) - an 

obiger Beurteilung nichts ändern. In diesem Falle wäre der Nachweis, dass die 

Körperschädigung vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung oder zumindest nicht 

auf das Ereignis vom 8. Mai 2019 zurückzuführen ist, von der Beschwerdegegnerin als 

erbracht zu betrachten (vgl. Erwägung 2.2). Den Akten sind mehrere Hinweise zu 

entnehmen, wonach die Beschwerdeführerin bereits vor dem gemeldeten Ereignis vom 

8. Mai 2019 Probleme am linken Knie hatte und ein rein degenerativer Prozess ohne 

zusätzliche kausale Bedeutung des Ereignisses vom 8. Mai 2019 als der überwiegend 

wahrscheinliche Sachverhalt erscheint. Die Beschwerdeführerin selbst wies wiederholt 

auf einen Vorzustand hin. Im Fragebogen zum Ereignis vom 8. Mai 2019 schrieb sie am 

4. Juni 2019, sie habe bereits früher mit dem linken Knie Probleme gehabt und vor 

sieben Jahren einen Kreuzbandriss operiert (act. G 3.3-6). Anlässlich des 

Telefongesprächs mit der Beschwerdegegnerin vom 17. Juni 2019 teilte sie mit, dass 

sie bereits einen vorbestehenden Knorpelschaden gehabt und sich das Knie schon 

mehrmals verletzt habe (act. G 3.3-9). In der Einsprache vom 28. Juni 2019 erklärte die 

Beschwerdeführerin, die Behandlung eines alten Ereignisses sei noch nicht 

abgeschlossen gewesen (act. G 3.3-15). Laut Anamnese der Ärzte des Kantonsspitals 

D.___ im Untersuchungsbericht vom 10. Juli 2019 beschrieb sie anlässlich der 

Abklärung Schmerzen im linken Knie, welche seit Herbst 2018 bestünden und dass die 

Schmerzen seit vier Monaten so stark seien, dass sie keinen Sport mehr betreiben 

könne. Seit Montag vor der Untersuchung sei sie nicht mehr zur Arbeit gegangen (act. 

G 3.3-16). In der Replik vom 21. November 2019 entgegnete zwar die 

Beschwerdeführerin, sie habe wegen der Arbeit keinen Sport mehr betrieben und nicht 

wegen Kniebeschwerden. Doch vermag dies allein die Annahme eines rein 

degenerativen Prozesses nicht in Frage zu stellen. Schliesslich schrieb die 

Beschwerdeführerin auch in der Beschwerde vom 8. Oktober 2019 von der 

Vorschädigung eines Kreuzbandrisses infolge eines Unfalls, wiederholten kleineren 

Unfällen, insbesondere von einem Unfall im Jahr 2018 mit einer Zerrung im Bereich des 

linken Knies und einer Arbeitsunfähigkeit, worauf sie schnell wieder arbeiten gegangen 

sei und sich dabei oft vor Schmerzen auf die Zähne gebissen habe. Beim Ereignis vom 

8. Mai 2019 habe sie sich das Knie wieder an derselben Stelle gezerrt (act. G 5). Zwar 

sind wiederholte Zerrungen grundsätzlich nicht ausgeschlossen, doch deuten die 

Angaben der Beschwerdeführerin eher darauf hin, dass sich bei ihr immer wieder 

dasselbe Schmerzbild präsentierte, welches eben einem Vorzustand geschuldet ist. 

Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass - wie bereits erwähnt - auch med. prakt. 

C.___ im Arztzeugnis UVG vom 27. Mai 2019 nicht von einer Traumagenese der 

Knieschmerzen links ausging (vgl. Erwägung 4.2; act. G 3.3-5) und die nach der MRI-

4.3. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 15/15

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5.

Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist der Einspracheentscheid vom 23. 

September 2019 nicht zu beanstanden und die Beschwerde abzuweisen. 

Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61lit. a ATSG). Als Versicherungsträger hat 

die obsiegende Beschwerdegegnerin praxisgemäss keinen Anspruch auf eine 

Parteientschädigung, soweit - wie vorliegend - die Prozessführung der Gegenpartei 

nicht als mutwillig oder leichtsinnig zu bezeichnen ist (vgl. Ueli Kieser, ATSG-

Kommentar, 4. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2020, N 218 zu Art. 61 ATSG). Ihr 

diesbezüglicher Antrag ist daher unbegründet (vgl. act. G3).

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.

Der Beschwerdegegnerin wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

Untersuchung vom 11. Juli 2019 von den Ärzten des Kantonsspitals D.___ am 28. 

August 2019 gestellte Diagnose (vgl. Erwägung 4.2.3; act. G 3.3-17) ebenfalls nicht auf 

eine Traumafolge hinweist.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 14.08.2020
	Art. 6 Abs. 1 UVG: verschiedene Sachverhaltsbeschreibungen bzw. Sachverhaltsformulierungen im Zusammenhang mit dem Hinabsteigen einer Treppe ("Fehltritt"; "Treppenstolperer", "Überbiegen" usw.) mit Auftreten von Kniebeschwerden; Verneinung eines Unfallereignisses bzw. eines ungewöhnlichen äusseren Faktors. Art. 6 Abs. 2 UVG: Verneinung einer unfallähnlichen Körperschädigung. Selbst bei Bejahung einer unfallähnlichen Körperschädigung wäre der Nachweis, dass die Körperschädigung vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung oder zumindest nicht auf das gemeldete Ereignis zurückzuführen ist, von der Beschwerdegegnerin als erbracht zu betrachten (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 14. August 2020, UV 2019/72). Beim Bundesgericht angefochten.

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		2024-05-26T23:48:37+0200
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