# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1d2b5358-55e6-5319-ade0-7fcc157a37f4
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2018-07-06
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 06.07.2018 D-189/2018
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-189-2018_2018-07-06.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-189/2018 
wiv 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  6 .  J u l i  2 0 1 8  

Besetzung 
 Richter Hans Schürch (Vorsitz), 

Richter Walter Lang, Richter Thomas Wespi,    

Gerichtsschreiberin Regula Aeschimann. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Staat unbekannt (eigenen Angaben zufolge Afghanistan) 

vertreten durch dipl.-jur. Tilla Jacomet,  

HEKS Rechtsberatungsstelle für Asylsuchende SG/AI/AR,  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Vollzug der Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 7. Dezember 2017 / N (…). 

 

 

 

D-189/2018 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer reiste am 14. Dezember 2015 in die Schweiz ein 

und stellte gleichentags ein Asylgesuch. Im Empfangs- und Verfahrensze-

ntrum (EVZ) B._______ wurde er im Rahmen einer Befragung zur Person 

(BzP) am 5. Januar 2016 zu seinen persönlichen Umständen, seinem Rei-

seweg sowie summarisch zu seinen Asylgründen befragt. Am 9. November 

2017 hörte ihn das SEM ausführlich zu seinen Asylgründen an.  

B.  

B.a Dabei machte der Beschwerdeführer geltend, er sei afghanischer 

Staatsangehöriger paschtunischer Ethnie und stamme aus dem Ort 

C._______, Distrikt D._______, Provinz E._______. Sein Vater sei von den 

Taliban umgebracht worden, als er sechs Jahre alt gewesen sei. Zusam-

men mit seiner Mutter, den beiden Brüdern sowie seiner Schwester habe 

er Afghanistan daraufhin verlassen und in der Folge im Flüchtlingslager 

F._______ in Pakistan gelebt. Eine Schule habe er nie besucht. Die einzige 

Tätigkeit, die er ausgeübt habe, sei der Verkauf von (…) auf den Strassen 

der nahegelegenen Stadt G._______ gewesen. Nachdem es ein Attentat 

auf eine Schule in G._______ gegeben habe, sei er, ebenso wie viele an-

dere Afghanen auch, auf der Strasse aufgegriffen und mitgenommen wor-

den. Mutmasslich Leute von der Regierung hätten ihn befragt und wissen 

wollen, wer das Attentat verübt habe. Dabei sei er auch geschlagen worden 

und man habe ihm ein Bein gebrochen. Als sie gemerkt hätten, dass sie 

von ihm keine Informationen erhalten könnten, hätten sie ihn mit dem Auto 

weggebracht und vor dem Camp F._______ rausgeworfen. Nach einem 

längeren Aufenthalt im Krankenhaus habe er schliesslich wieder angefan-

gen zu arbeiten. In F._______ habe es auch Trainingslager von Dschiha-

disten gegeben. Zwei Männer von diesen Trainingscamps seien zu seiner 

Mutter gekommen und hätten sie aufgefordert, ihnen zwei ihrer Söhne mit-

zugeben, damit sie für den Dschihad in Afghanistan ausgebildet werden 

könnten. Seine Mutter habe dies aber abgelehnt und deshalb ihn sowie 

seinen jüngeren Bruder weggeschickt, da die Gefahr bestanden habe, 

dass er von den Taliban respektive den Dschihadisten im Camp einfach 

mitgenommen würde. Zudem seien sie von Leuten der Regierung ständig 

aufgefordert worden, das Gebiet zu verlassen und nach Afghanistan zu-

rückzukehren. Generell hätten die Behörden in Pakistan die afghanischen 

Flüchtlinge in verschiedenen Belangen immer wieder schikaniert.  

D-189/2018 

Seite 3 

B.b Als Beweismittel reichte der Beschwerdeführer eine Kopie seiner 

Tazkira zu den Akten.  

C.  

Mit Verfügung vom 7. Dezember 2017 – eröffnet am 12. Dezember 2017 – 

stellte das SEM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigen-

schaft nicht, lehnte sein Asylgesuch ab, verfügte die Wegweisung aus der 

Schweiz und ordnete deren Vollzug an.  

D.  

Mit Eingabe vom 8. Januar 2018 erhob der Beschwerdeführer gegen die-

sen Entscheid Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht. Er bean-

tragte, die vorinstanzliche Verfügung sei aufzuheben und es sei festzustel-

len, der Vollzug der Wegweisung sei unzulässig, unzumutbar und unmög-

lich und es sei eine vorläufige Aufnahme anzuordnen. In prozessualer Hin-

sicht wurde um unentgeltliche Prozessführung, Beiordnung eines amtli-

chen Rechtsbeistandes sowie Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvor-

schusses ersucht. Als Beilagen reichte der Beschwerdeführer einen Be-

richt des Borgen Magazine vom 2. November 2013 betreffend Ausweisdo-

kumente von afghanischen Flüchtlingen in Pakistan, mehrere Berichte 

über die Lage im Flüchtlingscamp F._______ sowie einen Ausdruck des 

Urteils des Bundesverwaltungsgerichts E-5223/2017 vom 7. Dezember 

2017 ein.  

E.  

Der Instruktionsrichter hiess die Gesuche um unentgeltliche Rechtspflege 

und amtliche Verbeiständung mit Zwischenverfügung vom 16. Januar 2018 

gut und verzichtete auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. Gleichzei-

tig forderte er den Beschwerdeführer auf, einen Rechtsbeistand zu be-

zeichnen.  

F.  

Mit Eingabe vom 16. Januar 2018 reichte der Beschwerdeführer als weitere 

Beweismittel je eine Fotoaufnahme seiner Geburtsurkunde sowie einer ge-

richtlichen Bestätigung seiner Identität ein. Er führte dazu aus, dass er sich 

die Dokumente mithilfe eines Freundes aus Afghanistan habe zuschicken 

lassen, wobei er vorab ein mit dem Handy gemachtes Foto erhalten habe. 

Sobald die Originale per Post eintreffen würden, werde er diese nach-

reichen.  

D-189/2018 

Seite 4 

G.  

Mit Eingabe vom 22. Januar 2018 zeigte dipl.-jur. Tilla Jacomet unter Bei-

lage einer entsprechenden Vollmacht an, dass sie die Vertretung des Be-

schwerdeführers übernommen habe, und ersuchte um ihre Einsetzung als 

amtliche Rechtsbeiständin. Das Gericht ordnete dem Beschwerdeführer 

daraufhin mit Instruktionsverfügung vom 24. Januar 2018 dipl.-jur. Tilla Ja-

comet als amtliche Rechtsbeiständin bei.  

H.  

Das SEM liess sich mit Schreiben vom 22. Februar 2018 zur Beschwerde 

vernehmen.  

I.  

Mit Eingabe vom 14. März 2018 reichte der Beschwerdeführer durch seine 

Rechtsvertreterin eine Replik ein. Als Beilagen wurden – neben einer Kos-

tennote – folgende Dokumente eingereicht:  

- Ausschnitt einer Landkarte von Pakistan und Afghanistan 

- Original des Geburtsscheins (ausgestellt am […]) 

- Original der gerichtlichen Bestätigung sowie deren englische Überset-

zung (ausgestellt am 18. April 2014) 

- Originalbriefumschlag, mit welchem die Dokumente aus Afghanistan zu-

geschickt worden seien. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – und so auch vorliegend – 

endgültig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

D-189/2018 

Seite 5 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer-

deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die 

angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges In-

teresse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung; er ist daher zur 

Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 

VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten (Art. 108 Abs. 1 AsylG Art. 52 

Abs. 1 VwVG). 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

Mit Verfügung des SEM vom 7. Dezember 2017 wurde das Asylgesuch des 

Beschwerdeführers abgelehnt und es wurde die Wegweisung aus der 

Schweiz verfügt sowie deren Vollzug angeordnet. Die gegen diesen Ent-

scheid erhobene Beschwerde vom 8. Januar 2018 richtet sich ausschliess-

lich gegen die Anordnung des Vollzugs der Wegweisung. Nicht angefoch-

ten wurden die Verneinung der Flüchtlingseigenschaft und die Ablehnung 

des Asylgesuchs, weshalb die vorinstanzliche Verfügung in dieser Hinsicht 

in Rechtskraft erwachsen ist. Gegenstand des vorliegenden Beschwerde-

verfahrens bildet somit einzig die Frage, ob der Beschwerdeführer wegen 

Unzulässigkeit, Unzumutbarkeit oder Unmöglichkeit des Wegweisungsvoll-

zugs in der Schweiz vorläufig aufzunehmen ist.  

4.  

4.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach 

den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Aus-

ländern (Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG [SR 142.20]).  

4.2 Bei der Geltendmachung von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt 

gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstan-

dard wie bei der Flüchtlingseigenschaft, das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m. w. H.).  

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Seite 6 

5.  

5.1 Das SEM hielt in seiner ablehnenden Verfügung fest, dass die Aussa-

gen des Beschwerdeführers hinsichtlich seiner Familie, seines Aufenthalts 

im Camp F._______ sowie seiner Probleme als Afghane in Pakistan den 

Anforderungen an die Glaubhaftmachung gemäss Art. 7 AsylG nicht stand-

hielten. Seine Ausführungen enthielten eine auffallende Anzahl an Wider-

sprüchen. So habe er anlässlich der BzP erklärt, dass sein Vater verstor-

ben sei, als sie sich noch in Afghanistan aufgehalten hätten. Nachdem die 

Familie nach Pakistan emigriert sei, sei er nur ein einziges Mal im Alter von 

zwölf Jahren nach Afghanistan zurückgekehrt, um dort mit seiner Mutter 

ein Haus anzuschauen. An der Anhörung habe er demgegenüber angege-

ben, dass die Familie zusammen mit dem Vater nach Pakistan gegangen 

sei. Fünf Monate später sei der Vater aber wieder nach Afghanistan gereist, 

um ausstehende Schulden einzutreiben. Als er nicht zurückgekehrt sei, sei 

er mit seiner Mutter nach Afghanistan gegangen, um ihn zu suchen. Auf 

den Widerspruch zu den Angaben an der BzP angesprochen habe er nur 

gesagt, sie hätten dabei auch nach ihrem Haus geschaut. Weitere Erklä-

rungen habe er nicht liefern können. Sodann habe er zum Zeitpunkt seiner 

Ausreise aus Pakistan im Jahr 2015 ebenfalls unterschiedliche Angaben 

gemacht. Weiter habe er in Bezug auf seine pakistanische Flüchtlingskarte 

anlässlich der BzP ausgeführt, er habe diese in der Türkei verloren, wäh-

rend sie ihm gemäss seiner Aussage in der Anhörung in einem Wald in 

Bulgarien abhanden gekommen sei. Hinzu komme, dass er hinsichtlich sei-

ner Familienangehörigen und deren Aufenthaltsort wenig konsistente An-

gaben gemacht und sich mehrmals korrigiert habe. Widersprüchlich habe 

er sich auch bezüglich eines früher erlittenen Beinbruchs geäussert. Wäh-

rend er in der Anhörung angegeben habe, sein einziger Beinbruch stamme 

von Misshandlungen durch die pakistanischen Behörden, welche ihn im 

Nachgang zu einem Attentat in G._______ festgenommen hätten, habe er 

in der BzP ausgeführt, dass er seinen einzigen Beinbruch als Kind in Af-

ghanistan erlitten habe.  

Weiter sei nicht plausibel, dass der Beschwerdeführer mit seiner Familie 

vereinbart haben wolle, dass diese ihm später ins Ausland folge, jedoch 

keine Vorkehrungen getroffen habe, wie er mit ihnen in Kontakt treten 

könnte. Auf Nachfrage habe er lediglich gesagt, dass er nur die Telefon-

nummer seines älteren Bruders gehabt habe. Mit dieser könne er aber nie-

manden erreichen. Es sei nicht nachvollziehbar, dass eine Familie zwei 

ihrer Söhne ins Ausland schicke und ihnen sogar später folgen möchte, 

dabei jedoch nicht vereinbare, wie man in Kontakt bleiben wolle. Sodann 

habe der Beschwerdeführer zwar eine Kopie seiner Tazkira eingereicht. An 

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der BzP habe er angegeben, diese sei ausgestellt worden, als er noch ein 

Kind gewesen sei. Anlässlich der Anhörung im November 2017 habe er 

dann erklärt, sein Onkel habe diese vor vier oder fünf Jahren in Afghanistan 

ausstellen lassen. Auf der Tazkira sei als Ausstellungsdatum der (…) 2014 

vermerkt, was keiner der beiden Angaben entspreche. Entgegen den Aus-

führungen des Beschwerdeführers stehe auf der Tazkira auch nicht, dass 

er im Jahr (…) geboren sei, sondern lediglich, dass er im Ausstellungszeit-

punkt das Aussehen eines (…)-Jährigen aufgewiesen habe. Er selbst habe 

zudem angegeben, etwa (…) Jahre alt gewesen zu sein, als die Tazkira 

ausgestellt worden sei. Weiter habe er erwähnt, dass man in Afghanistan 

nicht wisse, wie alt man sei. Dies bestärke die Annahme, wonach die Al-

tersangabe auf der Tazkira keine identitätssichernde Grundlage darstelle. 

Nachdem er das Original auf der Flucht in Bulgarien verloren habe, könne 

der vorliegenden Kopie kein Beweiswert zukommen, da schon ein Original 

nur eine geringe Bedeutung hätte. Zusammenfassend habe der Beschwer-

deführer weder den Nachweis seiner Identität erbringen noch glaubhaft 

darlegen können, warum er angeblich keinen Kontakt zu seiner Familie 

habe.  

Die Ausführungen des Beschwerdeführers zu einem Attentat auf eine 

Schule in G._______ seien sodann vage ausgefallen und er sei nicht in der 

Lage gewesen anzugeben, wann dieses stattgefunden habe. Er habe nur 

ausgesagt, es sei „im Jahr 2012 oder etwas später“ gewesen; von weiteren 

Attentaten auf Schulen in G._______ habe er keine Kenntnis. Dies er-

staune, nachdem es im (…) 2014 einen Terroranschlag durch die Taliban 

auf eine Schule in G._______ gegeben habe, bei dem mehr als (…) Men-

schen getötet worden seien. Weiter habe der Beschwerdeführer erklärt, er 

sei nach dem Attentat festgenommen und verhört worden, wobei ihm das 

Bein gebrochen worden sei. Nachdem die Verletzung geheilt und er ins 

Flüchtlingscamp zurückgekehrt sei, hätten zwei Männer versucht, ihn für 

den Dschihad in Afghanistan zu rekrutieren. Aus diesem Grund habe die 

Mutter ihn und seinen Bruder wegschicken wollen. Als ihm daraufhin vor-

gehalten worden sei, dass zwischen der Festnahme sowie dem anschlies-

senden Rekrutierungsversuch somit bis zur Ausreise noch mindestens 

zwei Jahre verstrichen sein müssten, habe er ausgeführt, er habe sich mal 

hier und mal dort aufgehalten und nicht mehr im Camp F._______, sondern 

in der Stadt G._______ gewohnt. Dies widerspreche jedoch seiner frühe-

ren Aussage, wonach er in Pakistan ausschliesslich im Camp F._______ 

gelebt habe. Es würden ganz grundsätzlich Zweifel an seinem angeblichen 

Aufenthalt in diesem Flüchtlingslager bestehen, da sich seine Schilderun-

gen hierzu weitgehend durch Substanzarmut auszeichneten.  

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Sodann würden die Angaben des Beschwerdeführers zum pakistanischen 

Flüchtlingsausweis, den er besessen habe, gesicherten Erkenntnissen des 

SEM zuwiderlaufen. Er habe ausgeführt, bei diesem handle es sich um ein 

in Plastik eingeschweisstes Papier. Einen Flüchtlingsausweis im Kreditkar-

tenformat habe er dagegen nie besessen. Man habe den Ausweis jedes 

Jahr verlängern müssen; früher sei er weiss gewesen und vor vier Jahren 

sei das Layout farbig geworden. Gemäss den Informationen des SEM hät-

ten jedoch afghanische Flüchtlinge in Pakistan, die vor 2005 von den Be-

hörden registriert worden seien, eine sogenannte „Proof of Registration 

Card“ (PoR) erhalten. Bei dieser handle es sich seit jeher um eine Karte im 

Kreditkartenformat, welche zunächst in grünlicher und ab Februar 2014 in 

weisslicher Farbe ausgestellt worden sei. Die Karte habe nicht jährlich ver-

längert werden müssen, sondern sei zunächst drei Jahre gültig gewesen 

und in der Folge mehrmals verlängert worden. Andere Ausweisdokumente 

für afghanische Flüchtlinge in Pakistan seien dem SEM nicht bekannt. Der 

Beschwerdeführer habe jedoch weder den Begriff „Proof of Registration 

Card“ gekannt noch habe er angeben können, wie sein Aufenthaltstitel be-

zeichnet werde.  

Aufgrund der Gesamtumstände des vorliegenden Falles sei die Staatsan-

gehörigkeit des Beschwerdeführers auf „Staat unbekannt“ geändert wor-

den. Er habe bei diversen Fragen im Zusammenhang mit seinem angebli-

chen Aufenthaltsstatus als afghanischer Flüchtling mangelhafte Kennt-

nisse aufgewiesen und insgesamt widersprüchliche, unsubstanziierte so-

wie tatsachenwidrige Angaben zu seinen Lebensumständen, seinem Auf-

enthalt sowie seinem Beziehungsnetz in Pakistan gemacht. Dies erwecke 

den Eindruck, als versuche er, seine wahre Identität zu verschleiern bezie-

hungsweise zu verheimlichen, zumal er keine rechtsgenüglichen Identitäts-

ausweise abgegeben habe. Nachdem seine Vorbringen gesamthaft nicht 

glaubhaft seien, müsse deren Asylrelevanz nicht geprüft werden. Der Be-

schwerdeführer verhindere durch seine unglaubhaften Angaben eine sinn-

volle Prüfung seiner Herkunft und damit auch der Frage, ob vorliegend 

Wegweisungsvollzugshindernisse vorlägen. Dadurch verletze er seine Mit-

wirkungspflicht in grober Weise und er habe die Folgen dieser Verletzung 

insofern zu tragen, als davon auszugehen sei, dass keine Vollzugshinder-

nisse bestünden. Es sei ihm nicht gelungen, seine afghanische Staatsan-

gehörigkeit glaubhaft darzulegen. Indessen lägen Indizien vor, die auf eine 

andere Staatsangehörigkeit, insbesondere Pakistan, hindeuteten. Ange-

sichts der unglaubhaften Angaben zu seinem Aufenthaltsstatus in Pakistan 

sei davon auszugehen, dass er dort über eine Aufenthaltsbewilligung ver-

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füge oder sogar die pakistanische Staatsangehörigkeit habe. Der Be-

schwerdeführer sei jung, gesund sowie voll arbeitsfähig und es sei ihm zu-

zumuten, sich bei der zuständigen Vertretung die benötigten Reisepapiere 

zu beschaffen.  

5.2 Der Beschwerdeführer bringt dagegen vor, er könne nicht nachvollzie-

hen, weshalb ihm das SEM seine afghanische Herkunft nicht glaube, ob-

wohl er eine Identitätskarte (Tazkira) abgegeben habe. Seine Tazkira sei 

nicht gefälscht und es tue ihm leid, dass er das Original auf der Flucht ver-

loren habe und nur noch über eine Fotokopie verfüge. Er sei im Camp 

F._______ aufgewachsen, in welchem ausschliesslich afghanische Flücht-

linge lebten; ein Pakistani würde niemals dort wohnen. Er könne alles aus 

dem Leben eines Flüchtlings in F._______ erzählen, aber danach sei er 

nicht gefragt worden. Er werde versuchen, über die afghanische Botschaft 

oder das UNHCR eine Bestätigung seiner Herkunft zu erhalten. Er könne 

möglicherweise nicht so gut erzählen, was sicher an seiner fehlenden 

Schulbildung liege. Seine Mutter sei mit ihren Kindern allein gewesen und 

habe sich nicht um deren Schulbesuch kümmern können. Das Flüchtlings-

lager sei kein guter Ort zum Leben gewesen; er lege der Beschwerde Be-

richte zur Lage im Camp bei. Es sei auch bekannt, dass Islamisten dort 

neue Kämpfer rekrutieren würden, weshalb es für ihn und seinen Bruder 

dort sehr gefährlich geworden sei. Sodann vermute das SEM, dass er die 

pakistanische Staatsangehörigkeit habe. Dies sei aber nicht möglich, er 

verweise hierzu auf das ebenfalls beigelegte Urteil des Bundesverwal-

tungsgerichts E-5223/2017 vom 7. Dezember 2017. Zudem spreche er ei-

nen anderen Dialekt als die Übersetzerin – er glaube, sie komme aus Kan-

dahar – und es sei nicht einfach gewesen, sie zu verstehen. Er sei sich 

sicher, dass die Widersprüche auch darauf beruhen würden. Sodann habe 

er im Internet ein Foto gefunden, wie sein Flüchtlingsausweis ausgesehen 

habe. Es handle sich tatsächlich um eine in Plastik eingeschweisste Pa-

pierkarte und die Behauptung des SEM, dass es eine solche nicht gebe, 

sei unzutreffend.  

5.3 Mit Eingabe vom 16. Januar 2018 reichte der Beschwerdeführer zwei 

weitere Dokumente (als Fotoaufnahmen) ein. Dabei handelt es sich um 

einen Geburtsschein von einem Spital in E._______ (ausgestellt am […]), 

gemäss welchem der Beschwerdeführer am (…) geboren ist, sowie um 

eine Identitätsbestätigung des E._______ High Court vom 18. April 2014. 

In seiner Vernehmlassung nahm das SEM zu diesen Dokumenten Stel-

lung. Es zeigte sich erstaunt, dass der Beschwerdeführer nun weitere Un-

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terlagen einreichen könne, da er im Asylverfahren stets betont habe, abge-

sehen von seiner Tazkira über keine weiteren Identitätsdokumente zu ver-

fügen, welche seine Geburt respektive sein Geburtsdatum belegen wür-

den. Sodann erwecke der Umstand, dass der (englischsprachige) Geburts-

schein erst zehn Monate nach dem darauf vermerkten Geburtsdatum aus-

gestellt worden sei, weitere Zweifel an dessen Echtheit. Zudem sei es er-

staunlich, dass der Beschwerdeführer mithilfe eines Freundes Dokumente 

aus Afghanistan habe beschaffen können, nachdem er in den Befragungen 

angegeben habe, er habe keine Verwandten in Afghanistan und auch kei-

nen Kontakt zu seinem Umfeld in Pakistan. Ebenso wenig gehe aus den 

Akten hervor, wie der Beschwerdeführer an die gerichtliche Bestätigung 

gelangt sein wolle. Diese datiere vom 18. April 2014 und es sei nicht er-

sichtlich, weshalb er sie nicht bereits im erstinstanzlichen Verfahren hätte 

einreichen können. Bezeichnenderweise seien auch nur Fotoaufnahmen 

der Dokumente zu den Akten gegeben worden. Wie Kopien seien Fotos 

von Dokumenten aber nicht geeignet, einen Sachverhalt zu bestätigen, da 

sie nur einen verminderten Beweiswert aufwiesen. Ausserdem seien Do-

kumente dieser Art leicht fälschbar und käuflich erwerblich. Die eingereich-

ten Unterlagen seien somit nicht geeignet, die afghanische Staatsangehö-

rigkeit des Beschwerdeführers zu belegen.  

5.4 In seiner Replik führte der Beschwerdeführer aus, dass er tatsächlich 

weder in Afghanistan noch in Pakistan über ein Beziehungsnetz verfüge. 

Im EVZ habe er aber einen anderen Afghanen kennengelernt, der wiede-

rum einen Freund namens H._______ in Frankreich habe. Dieser Freund 

habe vorübergehend nach Afghanistan zurückkehren wollen. Als der Be-

schwerdeführer davon erfahren habe, habe er darin eine Chance gesehen, 

um eventuell vorhandene Dokumente in Afghanistan aufzuspüren. Er habe 

H._______ deshalb gebeten, in seinem Heimatdorf C._______ nach Do-

kumenten zu fragen. Der Imam des Dorfes habe bestätigt, dass er noch 

Papiere des Beschwerdeführers habe. H._______ habe diese entgegen-

genommen und sie über einen Bekannten in Kabul in die Schweiz schicken 

lassen. Da der Beschwerdeführer bis dahin keine Kenntnis von der Exis-

tenz dieser Dokumente gehabt habe, habe er im erstinstanzlichen Verfah-

ren auch nicht von diesen erzählen können. Sodann sei es üblich, dass 

sich Eltern in Afghanistan erst einige Monate nach der Geburt um einen 

Geburtsschein für ihre Kinder bemühen würden. Mit der Replik würden nun 

auch die Originale des Geburtsscheins wie auch der gerichtlichen Bestäti-

gung eingereicht, womit der Einwand der Vorinstanz, dass Fotos respek-

tive Kopien nur ein geringer Beweiswert zukomme, hinfällig sei.  

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Seite 11 

Es sei erneut darauf hinzuweisen, dass die vereinzelten Widersprüche auf 

die fehlende Schulbildung des Beschwerdeführers zurückzuführen seien. 

Aufgrund dessen falle ihm beispielsweise der Umgang mit Jahreszahlen 

schwer. Auch schienen gewisse Widersprüche durch Schwierigkeiten bei 

der Übersetzung entstanden zu sein, da die Dolmetscherin – gemäss An-

gaben des Beschwerdeführers – aus der Provinz Kandahar stamme, wel-

che mehrere hundert Kilometer vom Heimatdistrikt des Beschwerdeführers 

entfernt sei. Ausserdem verfüge er über einen pakistanischen Akzent, da 

er seit seinem sechsten Lebensjahr in Pakistan gelebt habe. Da der Be-

schwerdeführer eine zurückhaltende Persönlichkeit sei, sei er gehemmt 

gewesen, Übersetzungsschwierigkeiten bei der Anhörung direkt anzuspre-

chen.  

Abschliessend sei darauf hinzuweisen, dass der Wegweisungsvollzug 

nach Afghanistan gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung generell 

unzumutbar sei. Nachdem der Beschwerdeführer auch nicht über ein Be-

ziehungsnetz in Herat, Mazar-i-Sharif oder Kabul verfüge, sei der Vollzug 

der Wegweisung unzumutbar.  

6.  

6.1 Vorliegend hat das SEM zu Recht festgestellt, dass die Vorbringen des 

Beschwerdeführers und insbesondere auch dessen afghanische Staatsan-

gehörigkeit als nicht glaubhaft gemacht anzusehen sind. Seine Ausführun-

gen weisen eine grosse Anzahl von teilweise gravierenden Widersprüchen 

auf. Zur Vermeidung von Wiederholungen kann an dieser Stelle auf die 

angefochtene Verfügung (Ziff. II/1.) sowie die obige Zusammenfassung 

(E. 5.1) verwiesen werden. Der Beschwerdeführer nimmt in seinen Einga-

ben auf Beschwerdeebene nicht konkret Stellung zu den ihm vorgehalte-

nen Widersprüchen. Vielmehr erklärt er in allgemeiner Weise, diese seien 

wohl auf seine fehlende Schulbildung sowie auf Schwierigkeiten bei der 

Übersetzung zurückzuführen. Die Dolmetscherin habe einen ganz anderen 

Dialekt gesprochen als er selbst und es sei nicht einfach gewesen, sie zu 

verstehen. Dies vermag jedoch keineswegs zu überzeugen, nachdem der 

Beschwerdeführer sowohl anlässlich der Anhörung als auch der BzP an-

gab, er verstehe die Dolmetscherin „sehr gut“ respektive „gut“ (vgl. A22 

S. 1 sowie A10 S. 2 und 10). Den Protokollen lassen sich sodann an keiner 

Stelle Hinweise dafür entnehmen, dass es zu Verständigungsschwierigkei-

ten gekommen sein könnte. Die behaupteten Probleme bei der Überset-

zung sind deshalb als Schutzbehauptung anzusehen. Dasselbe gilt für die 

angeblich fehlende Schulbildung, da auch eine Person ohne Bildung in der 

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Seite 12 

Lage sein sollte, prägende Ereignisse ihres Lebens im Wesentlichen kon-

sistent darzulegen. Dies ist dem Beschwerdeführer jedoch nicht gelungen. 

Auffallend ist dies insbesondere bei der Frage, ob seine einzige Rückkehr 

nach Afghanistan im Alter von sechs oder zwölf Jahren stattgefunden habe. 

Weder fehlende Schulbildung noch ein schwer verständlicher Dialekt der 

Dolmetscherin vermögen eine so unterschiedliche Angabe zu erklären. Oh-

nehin bestehen erhebliche Zweifel daran, ob der Beschwerdeführer tat-

sächlich über keinerlei Bildung verfügt. Einerseits vermochte er keine klare 

Begründung dafür zu geben, warum er keine Schule besucht habe. Viel-

mehr gab er anfänglich an, seine Familie sei arm gewesen und habe kein 

Geld für den Schulbesuch gehabt. An einer anderen Stelle erklärte er, man 

habe sie an der Schule nicht aufgenommen und immer wieder andere Aus-

reden dafür vorgebracht. Später führte er aus, seine Mutter habe sich ein-

fach nie darum bemüht, dass ihre Kinder die Schule besuchen könnten. 

Auf die konkrete Nachfrage, weshalb er keine der Schulen im Flüchtlings-

camp F._______ besucht habe, schwieg er (A22, F140 ff.). Andrerseits will 

der Beschwerdeführer als (…) gearbeitet haben, was ohne jegliche Re-

chenkenntnisse schwierig gewesen sein dürfte. An der Anhörung gab er 

denn auch zuerst an, er könne nicht zählen, während er später ausführte, 

er könne schon „ein wenig“ rechnen (vgl. A22, F55 und F210). Weiter ver-

fügt er über ein Mobiltelefon und erstellte nach seiner Flucht auch einen 

Facebook-Account (vgl. A22, F15 ff.). Die Bedienung des Geräts sowie die 

Nutzung von Facebook dürfte sich ohne jegliche Lese- und Schreibkennt-

nisse zwar nicht als unmöglich, aber doch als eher schwierig erweisen.  

6.2 Weiter stellt sich der Beschwerdeführer auf den Standpunkt, er könne 

alles aus dem Leben eines afghanischen Flüchtlings in F._______ erzäh-

len, sei jedoch nicht danach gefragt worden. Anlässlich der Anhörung 

wurde der Beschwerdeführer aber explizit aufgefordert, Angaben über das 

Leben im Camp F._______ zu machen. Seine Ausführungen beschränkten 

sich jedoch darauf, dass sie in Lehmhäusern gewohnt hätten und dass dort 

ausschliesslich Afghanen leben würden. Seinen Alltag beschrieb er dahin-

gehend, dass er frühmorgens aus dem Camp nach G._______ gefahren 

sei, dort gearbeitet habe und spätabends wieder zurückgekehrt sei (vgl. 

A22, F38 ff.). Das SEM hat somit zutreffend festgestellt, dass seine Anga-

ben zum Leben im Flüchtlingscamp F._______ unsubstanziiert ausgefallen 

sind. Entgegen seiner auf Beschwerdeebene vertretenen Auffassung 

wurde der Beschwerdeführer durchaus nach der Lebensweise eines af-

ghanischen Flüchtlings in Pakistan gefragt; er gab darauf aber lediglich 

äusserst knappe Antworten.  

D-189/2018 

Seite 13 

6.3 Sodann ist festzuhalten, dass die Angaben des Beschwerdeführers zu 

seinem Aufenthaltstitel die Zweifel daran, dass er als afghanischer Flücht-

ling in Pakistan gelebt habe, weiter erhärten. Obwohl sich in Pakistan seit 

Ende der 1970er Jahre eine grosse Anzahl afghanischer Flüchtlinge befin-

det, hat die pakistanische Regierung erstmals in den Jahren 2006/2007 

eine umfassende Registrierung der bis 2005 eingereisten Flüchtlinge vor-

genommen. Sie stellte dabei allen in diesem Rahmen registrierten afgha-

nischen Staatsangehörigen eine „Proof of Registration Card“ (PoR) aus, 

welche ursprünglich drei Jahre gültig war (vgl. Human Rights Watch 

[HRW], What are you doing here? Police abuses against Afghans in Pakis-

tan, 18. September 2015). Wie das SEM korrekterweise festgestellt hat, 

handelt es sich dabei um eine Karte im Kreditkartenformat. Diese enthält 

auch biometrische Elemente und wurde von derselben Behörde, welche 

die pakistanische Identitätskarte ausstellt (National Database and Regist-

ration Authority [NADRA]), herausgegeben (vgl. UNHCR, Registration of 

Afghans in Pakistan 2007, http://www.unhcr.org/subsites/afghancri-

sis/464dca012/extracts-afghan-registration-report-2007.html?query=Re-

gistration of Afghans in Pakistan 2007, abgerufen am 06.06.2018). Zwar 

bringt der Beschwerdeführer vor, er habe im Internet ein Bild gefunden, auf 

welchem ersichtlich sei, dass es auch Flüchtlingsausweise in Form einer 

in Plastik eingeschweissten Papierkarte gegeben habe. Tatsächlich wird im 

eingereichten Artikel des Borgen Magazine vom 2. November 2013, wel-

cher über die Verlängerung der PoR-Karten berichtet, das Bild einer in 

Plastik eingeschweissten Karte zur Illustration verwendet (http://www.bor-

genmagazine.com/non-renewed-identification/#prettyPhoto, zuletzt abge-

rufen am 01.06.2018). Dies belegt jedoch nicht, dass Pakistan tatsächlich 

Flüchtlingsausweise in diesem Format ausgestellt hat. Dasselbe Bild wird 

denn auch in einem anderen im Internet verfügbaren Bericht als Beispiel 

einer afghanischen Wählerkarte aufgeführt 

(https://www.news24.com/World/News/Al-Qaeda-man-runs-for-Afghan-

president-20131003, zuletzt abgerufen am 01.06.2018). Es ist somit nicht 

geeignet, zu beweisen, dass es in Pakistan abgesehen von der PoR-Karte 

im Kreditkartenformat noch eine andere Art von Flüchtlingsausweisen gab. 

Der Beschwerdeführer kann sich weder an die Bezeichnung seines Aufent-

haltstitels erinnern noch legt er irgendwelche Belege für dessen Existenz 

vor. Er führte hierzu lediglich aus, dass er das Original seiner Flüchtlings-

karte unterwegs verloren habe und – anders als von seiner Tazkira – keine 

Kopie respektive Fotoaufnahme davon erstellt habe, da er gedacht habe 

diese sei nicht mehr wichtig, nachdem er Pakistan verlassen habe (vgl. 

A22, F111 du F213). Somit bleibt festzuhalten, dass es keine konkreten 

Hinweise dafür gibt, dass es neben der PoR-Karte noch andere Ausweise 

D-189/2018 

Seite 14 

für in Pakistan lebende afghanische Flüchtlinge gegeben hätte. Der Begriff 

der „Proof of Registration Card“ war dem Beschwerdeführer jedoch unbe-

kannt und er gab zu Protokoll, sein Flüchtlingsausweis sei jährlich verlän-

gert worden. Dies trifft bei der PoR-Karte nicht zu; diese war ursprünglich 

für drei Jahre gültig und wurde in unregelmässigen Abständen verlängert 

(vgl. Afghanistan Analysts Network, Still Caught in Regional Tensions? The 

uncertain destiny of Afghan refugees in Pakistan, 31.01.2018, 

https://www.afghanistan-analysts.org/still-caught-in-regional-tensions-the-

uncertain-destiny-of-afghan-refugees-in-pakistan/, abgerufen am 

06.06.2018). Das fehlende Wissen des Beschwerdeführers um seinen Auf-

enthaltstitel und die objektiv unzutreffenden Angaben zu seinem Flücht-

lingsausweis – da mit diesem einzig die PoR-Karte gemeint sein könnte – 

lassen es als höchst fraglich erscheinen, dass er tatsächlich unter den von 

ihm angegebenen Umständen in Pakistan gelebt hat.  

6.4 Der Beschwerdeführer brachte weiter vor, er verstehe nicht, warum ihm 

nicht geglaubt werde, dass er Afghane sei, nachdem er mit der Kopie sei-

ner Tazkira einen afghanischen Identitätsausweis eingereicht habe. Vorab 

gilt es jedoch anzumerken, dass es sich bei diesem Dokument nicht um ein 

Original handelt. Zudem machte der Beschwerdeführer widersprüchliche 

Angaben dazu, wie er seine Tazkira erhalten habe. So gab er an der BzP 

zu Protokoll, seine Eltern hätten diese für ihn ausstellen lassen, als er noch 

ein Kind gewesen sei. Nachdem er darauf hingewiesen wurde, dass darauf 

ein ziemlich aktuelles Foto sei, erklärte er, ein Onkel mütterlicherseits habe 

diese in D._______ für ihn beantragt (vgl. A10, Ziff. 4.03). An der Anhörung 

führte er aus, sein Onkel sei nach Afghanistan gegangen und habe für die 

ganze Familie Tazkiras ausstellen lassen. Dies sei etwa vier oder fünf 

Jahre vor seiner Ausreise gewesen, als er circa (…) Jahre alt gewesen sei 

(vgl. A22, F77 ff.). Nicht nur lässt das Foto auf der Tazkira ziemlich klar auf 

ein höheres Alter des Beschwerdeführers schliessen, es ist darauf auch als 

Ausstellungdatum der (…) 2014 vermerkt. Somit wäre sie erst etwa 1.5 

Jahre vor seiner Ausreise ausgestellt worden. Die Angaben des Beschwer-

deführers sind somit weder kohärent noch stimmen sie mit den auf der 

Tazkira ersichtlichen Informationen überein. Zudem hat der Beschwerde-

führer das Original angeblich auf der Flucht verloren, indem es in einem 

Wald in Bulgarien ins Wasser gefallen sei. Da er jedoch in der Türkei mit 

dem Handy eines Freundes ein Bild von der Tazkira gemacht habe, habe 

er diesen bitten können, ihm dieses zuzuschicken. Auf dem entsprechen-

den Ausdruck der Tazkira sind denn auch noch die Wörter „Forward“ und 

„Download“ ersichtlich. Angesichts dieser Umstände – Verlust des Origi-

D-189/2018 

Seite 15 

nals und uneinheitliche sowie unzutreffende Angaben zum Ausstellungs-

zeitpunkt – hat das SEM zu Recht festgestellt, dass die als Computeraus-

druck eingereichte Tazkira nicht geeignet ist, die Identität des Beschwer-

deführers, sein Alter oder aber auch seine afghanische Staatsangehörig-

keit zu beweisen.  

6.5 Sodann wurden auf Beschwerdeebene zwei weitere Dokumente ein-

gereicht, welche die Herkunft des Beschwerdeführers belegen sollen. 

Diese Unterlagen hätten sich bei einem Imam in seinem Heimatdorf befun-

den und er habe diese über einen Bekannten aus Frankreich, der vorüber-

gehend nach Afghanistan gereist sei, erhältlich machen können. Beim ers-

ten Dokument handelt es sich um eine Geburtsurkunde, die am (…) vom 

E._______ Public Health Hospital ausgestellt worden sein soll. Es er-

scheint seltsam, dass diese in englischer Sprache abgefasst ist, da ein 

Grossteil der Bevölkerung die lokalen Sprachen wohl besser verstehen 

würde. Zudem befindet sich darauf ein Stempel mit dem Schriftzug „Tran-

sitional Islamic Republic of Afghanistan“. Mit diesem Begriff wird die afgha-

nische Übergangsregierung bezeichnet, welche im Anschluss an die Herr-

schaft der Taliban im Jahre 2002 an die Macht kam und mithin im Zeitpunkt 

der Ausstellung des Geburtsscheins noch gar nicht existierte. Es dürfte sich 

bei diesem Dokument somit um eine Fälschung handeln. Auch an der Au-

thentizität der gerichtlichen Bestätigung vom 18. April 2014 bestehen er-

hebliche Zweifel. Gemäss der englischen Übersetzung steht in dieser Ur-

kunde, damit solle bestätigt werden, dass der Beschwerdeführer am (…) 

in der Provinz E._______, Distrikt D._______, Dorf C._______, geboren 

sei. Die erwähnte Person sei ein ständiger Einwohner („permanent resi-

dent“) der oben genannten Adresse und es handle sich dabei um einen 

afghanischen Staatsangehörigen. Es ist jedoch unklar, wer diese Bestäti-

gung zu welchem Zweck hätte ausstellen lassen sollen. Einerseits befand 

sich die gesamte Familie des Beschwerdeführers – gemäss dessen Anga-

ben – im Ausstellungszeitpunkt in Pakistan. Andrerseits würde es wenig 

Sinn machen, eine solche Bestätigung ausstellen zu lassen, sie dann aber 

beim Imam im Dorf zurückzulassen. Auch dieses Dokument vermag des-

halb die bestehenden Zweifel an der afghanischen Staatsangehörigkeit 

des Beschwerdeführers nicht auszuräumen.  

6.6 Eine weitere gravierende Ungereimtheit in den Ausführungen des Be-

schwerdeführers stellt die Frage dar, wo sich seine Familienangehörigen 

befinden respektive ob er noch in Kontakt zu diesen stehe. Wie das SEM 

zutreffend festgehalten hat, sind die Angaben des Beschwerdeführers in 

D-189/2018 

Seite 16 

dieser Hinsicht wenig konsistent. So gab er an der BzP anfänglich zu Pro-

tokoll, dass neben seiner Mutter, einem Bruder und der Schwester auch 

noch drei Onkel und eine Tante (mit deren Familien) in G._______ leben 

würden (vgl. A10, Ziff. 3.03). Kurz darauf führte er aus, seine Onkel hätten 

Pakistan ebenfalls bereits verlassen und nur die Frauen der Familie befän-

den sich noch dort. Darauf angesprochen, dass er dies zuvor nicht erwähnt 

habe, als er nach seinen Verwandten gefragt worden sei, erklärte der Be-

schwerdeführer, diese seien inzwischen auch ins Ausland gegangen (vgl. 

A10, Ziff. 7.02). In der Anhörung wiederum sprach der Beschwerdeführer 

an einer Stelle davon, dass er nicht wisse, wo sich seine Familienmitglieder 

aufhielten, da er seit der Ausreise keinen Kontakt mehr zu seiner Familie 

habe. Er habe lediglich die Telefonnummer seines Bruders aufgeschrie-

ben; wenn er diese wähle, sei das Telefon aber aus (vgl. A22, F7 und F10 

f.). An einer anderen Stelle erwähnte er dagegen, er habe aus der Türkei 

noch Kontakt zu seiner Familie aufgenommen (vgl. A22, F222). Wie dieser 

Kontakt zustande kam, erwähnte der Beschwerdeführer nicht, ebenso we-

nig nannte er einen Grund, warum er nur kurz zuvor noch erklärt hatte, 

dass er seit seiner Ausreise keinen Kontakt mehr zu seiner Familie habe. 

Ebenfalls zuzustimmen ist sodann der Auffassung des SEM, dass es kaum 

denkbar ist, dass eine Familie zwei ihrer Söhne ins Ausland schickt und 

dabei plant, ihnen zu folgen, aber als einzige Kontaktmöglichkeit nicht mehr 

als eine einzige Telefonnummer austauscht.  

6.7 Zusammenfassend enthalten die Schilderungen des Beschwerdefüh-

rers eine derart grosse Anzahl von Widersprüchen, unplausiblen oder un-

klaren Elementen und laufen teilweise – im Zusammenhang mit der PoR-

Karte – auch gesicherten Erkenntnissen zuwider, dass sie gesamthaft als 

nicht glaubhaft anzusehen sind. Die unsubstanziierten Angaben des Be-

schwerdeführers zu seinem Leben als afghanischer Flüchtling in Pakistan 

und namentlich sein fehlendes Wissen zu seinem angeblichen Aufenthalts-

titel dort lassen darauf schliessen, dass er nicht im Flüchtlingslager 

F._______ aufgewachsen ist. Die Staatsangehörigkeit des Beschwerde-

führers ist nach dem Gesagten jedoch unbekannt, da er weder durch seine 

Ausführungen noch durch die eingereichten Identitätsdokumente belegen 

oder zumindest glaubhaft machen konnte, dass er Afghane ist.  

6.8 Aus dem der Beschwerde beigelegten Urteil E-5223/2017 kann der Be-

schwerdeführer sodann nichts zu seinen Gunsten ableiten. Das Gericht er-

achtete in jenem Fall den Sachverhalt als nicht ausreichend erstellt, insbe-

sondere da der Beschwerdeführer –  der ebenfalls geltend machte, als Af-

D-189/2018 

Seite 17 

ghane in Pakistan aufgewachsen zu sein – eine Tazkira im Original einge-

reicht hatte, welche die Vorinstanz nicht ausreichend berücksichtigte. Zu-

dem gab es klare Anzeichen dafür, dass der Beschwerdeführer gewisse 

Begriffe verwechselt hatte, was seine widersprüchlichen Angaben zumin-

dest teilweise zu erklären vermochte (vgl. Urteil des BVGer E-5223/2017 

vom 7. Dezember 2017 insb. E. 5.5). Die vorliegende Fallkonstellation ist 

damit keineswegs vergleichbar. Wie oben bereits dargelegt wurde, weist 

die vom Beschwerdeführer als Computerausdruck eingereichte Tazkira 

keinen massgeblichen Beweiswert auf (vgl. E. 6.4). Weiter vermochte der 

Beschwerdeführer auf Beschwerdeebene keine nachvollziehbare Erklä-

rung für seine widersprüchlichen Angaben zu liefern. Vielmehr ist ange-

sichts seiner unglaubhaften Vorbringen davon auszugehen, dass er durch 

unwahre oder unvollständige Angaben – und damit unter Verletzung seiner 

Mitwirkungspflicht – versucht, seine tatsächliche Herkunft zu verheimlichen 

respektive zu verschleiern.  

7.  

7.1 Im vorliegenden Fall wurde einzig der Wegweisungsvollzugspunkt an-

gefochten. Der Beschwerdeführer macht insbesondere geltend, dieser sei 

nicht zumutbar, da gemäss bundesverwaltungsgerichtlicher Praxis der 

Wegweisungsvollzug nach Afghanistan generell unzumutbar sei. Dem Be-

schwerdeführer gelang es vorliegend aber nicht, glaubhaft zu machen, 

dass er als afghanischer Staatsangehöriger in einem Flüchtlingscamp in 

Pakistan gelebt hat. Es bleibt jedoch unklar, unter welchen konkreten Um-

ständen er aufgewachsen ist respektive zuletzt gelebt hat.  

Bei dieser Sachlage geht das Bundesgericht praxisgemäss davon aus, es 

würden einer Wegweisung aus der Schweiz keine Vollzugshindernisse ent-

gegenstehen. Die Abklärungspflicht der Asylbehörden findet ihre Grenzen 

in der Mitwirkungspflicht der asylsuchenden Person. Verunmöglicht diese 

durch die Verletzung ihrer Mitwirkungspflicht – indem sie ihre Nationalität 

oder Herkunft verheimlicht – eine sinnvolle Prüfung, ob ihr im tatsächlichen 

Heimat- oder Herkunftsstaat Gefahr drohe, so kann es unter diesen, von 

der asylsuchenden Person selbst herbeigeführten Umständen, nach Treu 

und Glauben nicht Sache der Asylbehörden sein, nach allfälligen Wegwei-

sungsvollzugshindernissen in hypothetischen Heimat- oder Herkunftslän-

dern zu forschen (vgl. Urteil des BVGer D-4665/2010 vom 24. August 2012 

E. 6.2 m. H.). Der Beschwerdeführer hat die Folgen seiner mangelhaften 

Mitwirkung insofern zu tragen, als seitens der Asylbehörden der Schluss 

gezogen werden muss, es spreche nichts gegen eine Rückkehr an den 

D-189/2018 

Seite 18 

bisherigen Aufenthaltsort (vgl. hierzu auch BVGE 2014/12 E. 6). Somit er-

weist sich der Vollzug der Wegweisung vorliegend als zulässig und zumut-

bar. Nachdem der Beschwerdeführer seine afghanische Staatsangehörig-

keit nicht glaubhaft machen konnte, ist auch der Hinweis in der Replik auf 

die generelle Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs nach Afghanistan 

sowie das fehlende persönliche Beziehungsnetz in Kabul, Herat oder Ma-

zar-i-Sharif unbehelflich.  

Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständigen 

Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Reise-

dokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 

2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu 

bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 

7.2 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AuG). 

8.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen.  

9.  

9.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten grundsätzlich 

dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Da ihm jedoch 

mit Zwischenverfügung vom 16. Januar 2018 die unentgeltliche Prozess-

führung gewährt wurde und sich die finanziellen Verhältnisse gemäss Ak-

tenlage bisher nicht verändert haben, sind keine Verfahrenskosten zu er-

heben.  

9.2 Mit Zwischenverfügung vom 24. Januar 2018 wurde dem Beschwerde-

führer sodann dipl.-jur. Tilla Jacomet als amtliche Rechtsbeiständin beige-

ordnet. Es ist ihr deshalb ein amtliches Honorar zu entrichten (vgl. für die 

Grundsätze der Bemessung der Parteientschädigung Art. 7 ff. des Regle-

ments über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungs-

gericht vom 21. Februar 2008 [VGKE, SR 173.320.2]). Mit Eingabe vom 

14. März 2018 reichte die Rechtsvertreterin eine Kostennote zu den Akten. 

Darin machte sie einen Aufwand von drei Stunden à Fr. 200.– (im Falle des 

Obsiegens, ansonsten werde der Ansatz von Fr. 150.– akzeptiert) sowie 

D-189/2018 

Seite 19 

Barauslagen von Fr. 20.– geltend. Dieser Aufwand erscheint vorliegend als 

angemessen, wobei der Stundenansatz von Fr. 150.– massgebend ist, 

nachdem der Beschwerdeführer mit seinen Anträgen nicht durchgedrun-

gen ist. Der Rechtsbeiständin ist somit aus der Gerichtskasse ein amtliches 

Honorar von Fr. 470.– (inkl. Barauslagen) auszurichten.  

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

D-189/2018 

Seite 20 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Der als amtliche Rechtsbeiständin eingesetzten Rechtsvertreterin wird aus 

der Gerichtskasse ein Honorar von Fr. 470.– ausgerichtet.  

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Hans Schürch Regula Aeschimann 

 

 

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