# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5de9095c-943e-5180-8b6f-cb75536a00e2
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-10-19
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 19.10.2010 C-783/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-783-2010_2010-10-19.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-783/2010
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 9 .  O k t o b e r  2 0 1 0

Richter Andreas Trommer (Vorsitz), 
Richter Jean-Daniel Dubey 
Richter Bernard Vaudan, 
Gerichtsschreiber Lorenz Noli.

G._______,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Dr. iur. Hans Beeli, Rechtsanwalt, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Visum zu Besuchszwecken.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-783/2010

Sachverhalt:

A.
Der  1988  geborene  nepalesische  Staatsangehörige  B._______  (im 
Folgenden: Gesuchsteller) beantragte am 16. November 2009 bei der 
Schweizerischen  Vertretung  in  Kathmandu  ein  Visum  für  einen 
dreimonatigen Besuchsaufenthalt bei seinem seit dem Jahre 2005 im 
Kanton  Luzern  lebenden  Bruder  (im  Folgenden:  Gastgeber  bzw. 
Beschwerdeführer)  und  dessen  Schweizer  Ehefrau.  Die  Schwei-zer 
Vertretung weigerte sich, ein Visum in eigener Kompetenz zu ertei-len 
und leitete das Gesuch zur  Prüfung und zum Entscheid an die Vor-
instanz weiter. 

B.
Zum Antrag  begrüsst,  holte  das  Migrationsamt  des  Kantons  Luzern 
beim Gastgeber  ergänzende  Auskünfte  ein  und  leitete  diese  an  die 
Vorinstanz weiter. Letztere lehnte es in einer Verfügung vom 8. Januar 
2010 ab, das beantragte Besuchervisum zu erteilen. Dies im Wesent-
lichen  mit  der  Begründung,  für  eine  anstandslose  und  fristgerechte 
Wiederausreise nach dem Besuchsaufenthalt bestehe nicht genügend 
Gewähr. Der Gesuchsteller lebe in einer Region, aus welcher als Folge 
der  dort  insbesondere in  wirtschaftlicher  Hinsicht  herrschenden Ver-
hältnisse  ein  anhaltender  Zuwanderungsdruck  festzustellen  sei.  In 
seinen persönlichen Verhältnissen seien keine Verpflichtungen zu er-
kennen, die dennoch auf einen Rückkehrwillen schliessen liessen. 

C.
Mit einer Beschwerde vom 9. Februar 2010 beantragt der Gastgeber 
beim  Bundesverwaltungsgericht,  die  vorinstanzliche  Verfügung  sei 
aufzuheben  und  das gewünschte  Visum sei  zu  erteilen,  eventualiter 
unter  der  Auflage,  dass  der  Gesuchsteller  "sämtliche  persönlichen 
Dokumente" bis zur Wiederausreise als Sicherheit hinterlege. Zur Be-
gründung rügt der Beschwerdeführer im Wesentlichen, die Vorinstanz 
habe  in  willkürlicher  Weise  allein  gestützt  auf  Verallgemeinerungen 
und Pauschalisierungen entschieden,  ohne die persönlichen Verhält-
nisse  des  Gesuchstellers  gebührend  in  Berücksichtigung  zu  ziehen. 
Tatsache sei, dass Letzterer in Nepal eine Arbeitsstelle habe, in über-
durchschnittlichen und damit guten wirtschaftlichen Verhältnissen lebe 
und  wirklich  nur  ihm  (seinem  Bruder)  und  seiner  Familie  in  der 
Schweiz einen Besuch abstatten wolle. Trete hinzu, dass es sich bei 
dieser Familie um rechtschaffene Bürger handle, die dafür einstehen 

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würden,  dass  der  Gesuchsteller  die  Schweiz  nach  drei  Monaten 
wieder verlässt. 

D.
Die Vorinstanz schliesst in ihrer Vernehmlassung vom 12. März 2010 
auf Abweisung der Beschwerde. Dabei hält sie daran fest, dass dem 
Gesuchsteller  in  seinem  Heimatland  keine  besonderen  beruflichen, 
gesellschaftlichen  oder  familiären  Verpflichtungen  oblägen,  die  be-
sondere Gewähr  für  eine anstandslose Wiederausreise geben könn-
ten.

E.
Mit  Replik  vom  19.  April  2010  lässt  der  Beschwerdeführer  seine 
Anträge  und  deren  Begründung  bestätigen.  Die  Vorinstanz  habe  ihr 
Ermessen missbraucht  und den rechtlich relevanten Sachverhalt  nur 
ungenügend abgeklärt. 

F.  
Auf den weiteren Akteninhalt wird, soweit entscheidrelevant, in den Er-
wägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 17.  Juni 
2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht unter 
Vorbehalt der in Art. 32 VGG genannten Ausnahmen Beschwerden ge-
gen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 
1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), welche von 
einer in Art. 33 VGG aufgeführten Behörde erlassen wurden. Darunter 
fallen  u.a.  Verfügungen  des  BFM,  mit  denen  die  Erteilung  eines 
Schengenvisums  zu  Besuchszwecken  verweigert  wird.  In  dieser 
Materie urteilt das Bundesverwaltungsgericht endgültig (Art. 83 Bst. c 
Ziff.  1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni  2005  [BGG,  SR 
173.110]).

1.2 Sofern  das  Verwaltungsgerichtsgesetz  nichts  anderes  bestimmt, 
richtet  sich  das  Verfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  nach 
dem VwVG (Art. 37 VGG).

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1.3 Der Beschwerdeführer  ist  gemäss Art. 48 Abs. 1 VwVG zur  Be-
schwerde berechtigt. Auf  die  frist-  und formgerechte Beschwerde ist 
einzutreten (Art. 50 und 52 VwVG).

2.
Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung 
von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des 
Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechts-
erheblichen Sachverhaltes und – sofern nicht eine kantonale Behörde 
als  Beschwerdeinstanz  verfügt  hat  –  die  Unangemessenheit  gerügt 
werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Be-
schwerdeverfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist ge-
mäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begründung der Begehren nicht ge-
bunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den geltend 
gemachten  Gründen  gutheissen  oder  abweisen.  Massgebend  ist 
grundsätzlich  die  Rechts-  und  Sachlage  zum Zeitpunkt  seines  Ent -
scheides  (vgl.  E.  1.2  des  in  BGE  129  II  215  teilweise  publizierten 
Urteils 2A.451/2002 vom 28. März 2003).

3.
Das  schweizerische  Ausländerrecht  kennt  weder  ein  allgemeines 
Recht auf Einreise noch gewährt es einen besonderen Anspruch auf 
Erteilung eines Visums. Die Schweiz ist  daher – wie andere Staaten 
auch – grundsätzlich nicht gehalten, Ausländerinnen und Ausländern 
die  Einreise  zu  gestatten.  Vorbehältlich  völkerrechtlicher  Verpflich-
tungen  handelt  es  sich  dabei  um  einen  autonomen  Entscheid  (vgl. 
Botschaft zum Bundesgesetz über Ausländerinnen und Ausländer vom 
8. März 2002, BBl 2002 3774; BGE 135 II 1, E.1.1).

4.
4.1 Ausländerinnen  und  Ausländer  benötigen  zur  Einreise  in  die 
Schweiz bzw. den Schengenraum für einen Aufenthalt von höchstens 
drei  Monaten  gültige  Reisedokumente,  die  zum  Grenzübertritt  be-
rechtigen,  und  ein  Visum,  sofern  dieses  erforderlich  ist  (vgl.  Art.  5 
Abs. 1 Bst. a des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die 
Ausländerinnen  und  Ausländer  [AuG,  SR  142.20],  Art. 2  Abs. 1  der 
Verordnung vom 22. Oktober 2008 über die Einreise und die Visumer-
teilung [VEV, SR 142.204] i.V.m. Art. 5 Abs. 1 Bst. a und b der Verord-
nung [EG] Nr. 562/2006 des Europäischen Parlaments und des Rates 
vom  15. März  2006  über  einen  Gemeinschaftskodex  für  das  Über-
schreiten  der  Grenzen  durch  Personen  [nachfolgend:  Schengener 

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Grenzkodex, SGK, ABl. L 105 vom 13.04.2006, S. 1] i.V.m. Art. 2 der 
Verordnung [EU] Nr. 265/2010 des Europäischen Parlaments und des 
Rates  vom 25.  März  2010  zur  Änderung  des  Übereinkommens  zur 
Durchführung  des  Übereinkommens  von  Schengen  und  der 
Verordnung [EG] Nr. 562/2006 in Bezug auf den Verkehr von Personen 
mit  einem  Visum  für  den  längerfristigen  Aufenthalt  [ABI.  L  85  vom 
31.03.2010, S. 1]).

4.2 Im Weiteren müssen sie den Zweck und die Umstände ihres beab-
sichtigten  Aufenthalts  belegen  und  hierfür  über  ausreichende  finan-
zielle  Mittel  verfügen  (Art. 5  Abs. 1  Bst. c  SGK,  Art. 5  Abs. 1  Bst. b 
AuG); sie dürfen zudem nicht im Schengener Informationssystem (SIS) 
zur  Einreiseverweigerung ausgeschrieben sein  und keine Gefahr  für 
die öffentliche Ordnung, die innere Sicherheit, die öffentliche Gesund-
heit oder die internationalen Beziehungen eines Mitgliedstaats darstel-
len  (Art. 5  Abs. 1  Bst. d  und  e  SGK,  Art. 5  Abs. 1  Bst. c  AuG). Na-
mentlich haben Ausländerinnen und Ausländer zu belegen, dass sie 
das  Land  vor  Ablauf  der  Gültigkeitsdauer  des  beantragten  Visums 
wieder verlassen (vgl. Art. 14 Bst. d der Verordnung [EG] 810/2009 des 
Europäischen Parlaments und des Rates vom 13. Juli 2009 über einen 
EG-Visakodex  der  Gemeinschaft  [EG-Visakodex],  [ABI.  L  243  vom 
15.09.2009,  S. 1]). Hinsichtlich der  in  Frage kommenden Belege zur 
Glaubhaftmachung des Aufenthaltszwecks verweist Art. 5 Abs. 2 SGK 
auf den Anhang I. Art. 5 Abs. 3 SGK sowie Art. 2 Abs. 2 und Art. 7-11 
VEV regeln ausführlich das Einreiseerfordernis der ausreichenden fi -
nanziellen Mittel.

4.3 In  Anhang  I  zur  Verordnung  (EG)  Nr. 539/2001  des  Rates  vom 
15. März  2001  (ABl.  L  81  vom  21.03.2001,  S.  1-7)  i.V.m  der  Ver-
ordnung (EG) Nr. 1244/2009 des Rates vom 30. November 2009  (ABl. 
L  336  vom  18.12.2009)  sind  diejenigen  Staaten  aufgelistet,  deren 
Staatsangehörige  beim  Überschreiten  der  Aussengrenzen  der 
Schengen-Mitgliedstaaten im Besitz  eines Visums sein müssen. Auf-
grund seiner Staatsangehörigkeit  unterliegt der Gesuchsteller der Vi-
sumspflicht.

5.
5.1 Zur Prüfung des Kriteriums der gesicherten Wiederausreise muss 
ein zukünftiges Verhalten beurteilt werden. Dazu lassen sich in der Re-
gel  keine  gesicherten  Feststellungen,  sondern  lediglich  Prognosen 

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treffen. Dabei sind sämtliche Umstände des konkreten Einzelfalles zu 
würdigen.

5.2 Anhaltspunkte  zur  Beurteilung der  Gewähr  für  eine fristgerechte 
Wiederausreise  können  sich  aus  der  allgemeinen  Situation  im  Her-
kunftsland der Besucherin oder des Besuchers ergeben. Einreisege-
suche von Bürgerinnen und Bürgern aus Staaten bzw. Regionen mit 
politisch oder wirtschaftlich vergleichsweise ungünstigen Verhältnissen 
können  darauf  hindeuten,  dass  die  persönliche  Interessenlage  in 
solchen Fällen nicht mit dem Ziel und Zweck einer zeitlich befristeten 
Einreisebewilligung in Einklang steht.

5.3 In  Nepal  sind  zweifellos  breite  Bevölkerungsschichten  kargen 
Lebensbedingungen  unterworfen.  Mit  einem jährlichen  Pro-Kopf-Ein-
kommen von 470 US-Dollar  ist  es das ärmste Land der Region und 
eines  der  ärmsten  Länder  der  Welt.  Rund  31 %  der  nepalesischen 
Bevölkerung  lebt  deutlich  unter  der  Armutsgrenze.  Nepal  ist  noch 
immer ein weitgehend von der Subsistenzwirtschaft  geprägter Agrar-
staat.  Das  gesamtwirtschaftliche  Wachstum  bewegte  sich  in  den 
letzten Jahren real zwischen 2 % und 4 % und war damit zu niedrig, 
um die Armut substanziell zu reduzieren. Die Weltwirtschaftskrise trifft  
Nepal  mit  Verzögerungen  und  wirkt  sich  über  die  engen  Verflech-
tungen zu Indien und die hohe Abhängigkeit  der Wirtschaft  von den 
Rücküberweisungen  der  im  Ausland  lebenden  Landsleute  aus.  Eine 
äusserst  ungünstige  Topografie  und  Siedlungsstruktur  sowie  die 
mangelnde  Erschliessung  durch  Verkehrswege  erschweren  die  Ent-
wicklungsanstrengungen. Das Investitionsklima leidet vor allem durch 
politische  Instabilität  und  gesetzliche  Restriktionen  (Quellen: 
www.state.gov., U.S. Department of State > Countries > Background 
Notes  >  Nepal  [Stand:  April 2010,  besucht  im  Juni 2010]; 
www.auswaertiges-amt.de, Länder- und Reiseinformationen > Nepal > 
Wirtschaft [Stand: März 2010, besucht im Juni 2010]). 

Nepal  verzeichnet  eine  nicht  unbedeutende  Abwanderung  von 
Arbeitskräften, vor allem nach Indien, Malaysia und in die Golfstaaten, 
aber auch nach Europa und in die USA. Diese Arbeitsmigration wird 
von der  Regierung  aktiv  unterstützt,  denn  die  daraus resultierenden 
Auslandüberweisungen  erbringen  einen  wesentlichen  Teil  der 
Deviseneinnahmen,  die  zum  Ausgleich  des  chronischen  Handels-
bilanzdefizits benötigt werden (vgl.  HOCHSTEIN MARCO /  SCHEWE MELANIE, 
Bevölkerung und Migration in Nepal und in Ghandruk, Aufsatz 2006, 

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S. 36,  online:  http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2007/4665/,  be-
sucht am 21. September 2010). 

5.4 Bei der Risikoanalyse sind allerdings nicht  nur solch allgemeine 
Umstände und Erfahrungen, sondern auch sämtliche Gesichtspunkte 
des konkreten Einzelfalles zu  berücksichtigen. Obliegt  einer  gesuch-
stellenden Person im Heimatland beispielsweise eine besondere be-
rufliche,  gesellschaftliche  oder  familiäre  Verantwortung,  kann  dieser 
Umstand  durchaus  die  Prognose  für  eine  anstandslose  Wiederaus-
reise begünstigen. Umgekehrt muss bei Personen, die in ihrer Heimat 
keine besonderen Verpflichtungen haben, das Risiko für ein fremden-
polizeilich nicht regelkonformes Verhalten (nach bewilligter Einreise zu 
einem Besuchsaufenthalt) hoch eingeschätzt werden.

6.
6.1 Beim Gesuchsteller handelt es sich um einen 22-jährigen, unver-
heirateten  und  kinderlosen  Mann.  Bezüglich  der  familiären  Verhält-
nisse im Heimatland kann den Angaben des Beschwerdeführers ent-
nommen werden, dass die Eltern und mehrere Geschwister des Ge-
suchstellers  ebenfalls  in  Nepal  ansässig  sind.  Es  dürfte  somit  ein 
familiäres  Netz  vorhanden  sein.  Andererseits  kann  davon  aus-
gegangen werden,  dass schon rein  altersmässig  keine Abhängigkeit 
mehr gegenüber der angestammten Familie besteht und der Gesuch-
steller  ein  selbstbestimmtes  Leben  führt.  Etwas  anderes  wird  denn 
auch vom Beschwerdeführer nicht geltend gemacht. 

6.2 In seiner Rechtsschrift hält der Beschwerdeführer fest, dass er als 
einziger  nach Europa emigriert  sei  und sich der Rest  der Verwandt-
schaft vollzählig in Nepal befinde (Ziff. 11 der Beschwerde). In seiner 
schriftlichen  Auskunft  vom 15.  Dezember  2009  an  die  Adresse  der 
kantonalen Migrationsbehörde hatte er demgegenüber noch festgehal-
ten, dass ein weiterer Bruder in England lebe. Trifft Letzteres zu, so ist  
bei  der  Familie  doch  von  einem  nicht  unbedeutenden  Migrations-
hintergrund auszugehen. 

6.3 Wesentliches Gewicht bei der Frage genügender Gewähr für die 
anstandslose Wiederausreise legt  der Beschwerdeführer auf  die Tat-
sache,  dass  der  Gesuchsteller  in  seiner  Heimat  einer  überdurch-
schnittlich  gut  bezahlten  Erwerbstätigkeit  nachgehe.  Diese  Ein-
schätzung gilt es aus folgenden Gründen zu relativieren.

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6.3.1 Aus den  Akten  der  Vorinstanz  zu  schliessen  hat  der  Gesuch-
steller im Januar 2009 bei der Migrationsbehörde des Kantons Luzern 
um Erteilung einer Bewilligung zur Absolvierung einer Hotelfachschule 
ersucht. Das Gesuch wurde von der angegangenen Behörde mit einer 
Verfügung vom 3. Februar 2009 abgelehnt und dem Beschwerdeführer 
wurde die Einreise verweigert. Die Migrationsbehörde stellte fest, dass 
der  Gesuchsteller  kaum  Kenntnisse  vom  Inhalt  des  angestrebten 
vierjährigen  Ausbildungsganges  und  auch  keine  dieser  Ausbildung 
adäquaten Zukunftspläne habe. Sie zog deshalb die Ernsthaftigkeit der 
Ausbildungspläne in Zweifel und erachtete auch eine Wiederausreise 
nach Abschluss der Ausbildung als nicht genügend gesichert. 

6.3.2 In  Zusammenhang  mit  seinem  am  16.  November  2009  ein-
gereichten Visumsgesuch liess der Gesuchsteller im Beschwerdever-
fahren zwei Bestätigungen einer im Tourismus tätigen Firma ins Recht 
legen, wonach er seit dem 1. März 2009 als sog. "safety kayaker" tätig 
sei, gute Qualifikationen erhalte, den dreimonatigen Auslandaufenthalt 
zum  Besuch  seiner  Verwandten  in  der  Schweiz  antreten  dürfe  und 
danach an  seinen Arbeitsplatz  zurückkehren  könne. Gemäss seinen 
eigenen Angaben erzielt er bei seiner Tätigkeit ein Monatsgehalt von 
umgerechnet  CHF 70;  ein  Gehalt,  das  deutlich  über  dem  nepalesi-
schen Einkommensdurchschnitt liegt. 

6.3.3 Unter den gegebenen Umständen kann dennoch nicht von einer 
beruflichen  und wirtschaftlichen  Verwurzelung  ausgegangen werden, 
die besondere Gewähr für  die Wiederausreise nach einem Besuchs-
aufenthalt geben könnte. Tatsache ist, dass der Gesuchsteller noch im 
Januar  2009  versucht  hatte,  die  Zulassung  zu  einem  vierjährigen 
Lehrgang in einer schweizerischen Hotelfachschule zu erlangen; dies 
angeblich, weil er Koch werden und ein Restaurant eröffnen wollte. Im 
Februar  2009  wurde  das  Gesuch  abgelehnt  und  die  Einreise  ver-
weigert. Im März 2009 trat er die Stelle als "safety kayaker" an und nur  
neun  Monate  später  versuchte  er,  ein  Visum  zu  erlangen,  das  zu 
einem  dreimonatigen  Aufenthalt  in  der  Schweiz  berechtigt.  Auch  in 
Unkenntnis der genauen Aufgaben muss bezweifelt werden, dass der 
Gesuchsteller in der Branche, in  der er  jetzt tätig ist,  ganzjährig be-
schäftigt werden kann. Solche Unternehmen im Tourismussektor sind 
schwergewichtig saisonal tätig. Ein Zeichen in diese Richtung könnte 
sein,  dass  der  Arbeitgeber  seinen  Mitarbeiter  schon  nach  neun 
Monaten eine dreimonatige Abwesenheit zugesteht. Was die Höhe des 

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vom Gesuchsteller erwirkten Lohnes betrifft,  so liegt keine irgendwie 
geartete Bestätigung des Arbeitgebers vor. 

6.4 Vor dem allgemeinen und persönlichen Hintergrund durfte die Vor-
instanz deshalb davon ausgehen, dass keine hinreichende Gewähr für 
eine  fristgerechte  und  anstandslose  Wiederausreise  des  Gesuch-
stellers nach einem Besuchsaufenthalt besteht. An dieser Beurteilung 
vermögen auch die Hinweise auf die Qualität der in der Schweiz zur 
Verfügung stehenden Betreuung und auf abgegebene Garantien nichts 
zu ändern. Weder das Eine noch das Andere kann einen erwachsenen 
Besucher daran hindern, eigene Vorstellungen zu entwickeln und diese 
auch  durchzusetzen.  Zusicherungen  der  vom  Beschwerdeführer 
abgegebenen  Art  sind  rechtlich  nicht  verbindlich  und  faktisch  auch 
nicht durchsetzbar. Gastgeber können zwar für gewisse finanzielle Ri-
siken im Zusammenhang mit dem Besuchsaufenthalt, aus nahe liegen-
den Gründen aber nicht für ein bestimmtes Verhalten ihres Gastes ga-
rantieren (BVGE 2009/27 E.9). 

6.5 Aus ähnlichen Gründen ist  der Beschwerde auch nicht  im Sinne 
des  Eventualbegehrens  zu  folgen.  Dass  der  Gesuchsteller  gehalten 
werden  könnte,  während  seiner  Anwesenheit  in  der  Schweiz  alle 
persönlichen Ausweise zu deponieren, wäre kein Garant dafür, dass er 
auch tatsächlich wieder ausreist. Es geht in diesen Situationen nicht 
nur darum, illegales Verhalten im engeren Sinne zu verhindern. Es gilt 
auch zu verhindern, dass der Gesuchsteller – einmal in der Schweiz – 
sich entgegen der ursprünglichen Absichtserklärung anders orientiert  
und entsprechende Anträge stellt.

6.6 Gestützt auf die bisherigen Erwägungen lassen sich die formellen 
Rügen  des  Beschwerdeführers  nicht  bestätigen.  Die  Vorinstanz  hat 
weder den Sachverhalt unvollständig erhoben bzw. gewürdigt noch ihr 
Ermessen rechtsfehlerhaft  ausgeübt. Die angefochtene Verfügung ist 
im Lichte von Art. 49 VwVG nicht zu beanstanden. Die Beschwerde ist 
daher abzuweisen.

7.
Entsprechend  dem  Ausgang  des  Verfahrens  wird  der  unterliegende 
Beschwerdeführer kostenpflichtig (Art. 63 Abs. 1 VwVG, Art. 1, 2 und 3 
Bst.  b  des Reglements  vom 21. Februar  2008 über  die  Kosten und 
Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [SR 173.320.2]). 

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 700.-  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Sie werden mit dem in gleicher Höhe geleisteten Kostenvor-
schuss verrechnet. 

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Einschreiben)
- die Vorinstanz (Beilage: Dossier ZEMIS[...])
- das Migrationsamt des Kantons Luzern (ad LU [...])

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Andreas Trommer Lorenz Noli

Versand: 

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