# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 435154f0-5d29-5d38-b9bd-711d8e4491e5
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-10-10
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 10.10.2011 E-5409/2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-5409-2011_2011-10-10.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung V
E­5409/2011

U r t e i l   v om   1 0 .   O k t ob e r   2 0 1 1

Besetzung Einzelrichter Bruno Huber,
mit Zustimmung von Richter François Badoud;
Gerichtsschreiberin Carmen Wittwer.

Parteien A._______, geboren (…),
Mazedonien,
dessen Ehefrau B._______, geboren (…),  Mazedonien,
und deren Kinder C._______, geboren (…),
D._______, geboren (…),
E._______, geboren (…),
alle Vereinigte Staaten von Amerika (USA),
alle vertreten durch Annelise Gerber,
(…),
Beschwerdeführende, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz

Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung;
Verfügung des BFM vom 21. September 2011 / N (…).

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Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass  die  Beschwerdeführenden  A._______  und  B._______  eigenen 
Angaben zufolge aus F._______ stammen und sowohl die mazedonische 
als auch die kroatische Staatsangehörigkeit besitzen,

dass  sie  Kroatien  zusammen  mit  ihren  drei  Kindern  am  26.  respektive 
27. April  2011  verliessen  und  über  Slowenien  und  Italien  am  27. 
respektive  28. April  2011  in  die  Schweiz  gelangten,  wo  sie  am  5. Mai 
2011 um Asyl nachsuchten,

dass die Beschwerdeführen den A._______, B._______ und C._______ 
am  20. Mai  2011  im  Empfangs­  und  Verfahrenszentrum  (EVZ) 
G._______  summarisch  befragt  und  am  15. September  2011  in  Bern­
Wabern  gemäss  Art. 29  Abs. 1  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998 
(AsylG, SR 142.31) zu ihren Asylgründen angehört wurden,

dass  A._______  und  B._______  zur  Begründung  ihres  Asylgesuches 
geltend machten, sie hätten im (…) heimlich in Mazedonien geheiratet, da 
die Beschwerdeführerin bereits als Kind von  ihren Eltern einem (…) aus 
dem Kosovo, einem (…), versprochen worden sei,

dass sie aus Furcht vor dem (…) und diesem Mann in die USA geflohen 
und die Beschwerdeführerin von ihrer (…) darüber informiert worden sei, 
Letzterer  habe  sich  beim Vater  nach  ihr  erkundigt  und  diesem schwere 
Vorwürfe gemacht,

dass  sie  fortan  in  den  USA  gelebt  hätten  und  dort  alle  drei  Kinder  zur 
Welt gekommen seien,

dass  diese  zwar  die  amerikanische  Staatsbürgerschaft,  sie  als  Eltern 
aber keinen Aufenthaltstitel erhalten und schwarz gearbeitet hätten, 

dass  sie  deswegen  und  weil  sie  sich  auch  in  den  USA  verfolgt  gefühlt 
hätten, in England um Asyl nachgesucht hätten,

dass  die  Asylgesuche  jedoch  mit  der  Begründung  abgelehnt  worden 
seien, sie könnten sich den geltend gemachten Problemen aufgrund ihrer 
kroatischen  Staatsangehörigkeit  durch  eine  Niederlassung  in  Kroatien 
entziehen,

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dass sie sich daraufhin  in Kroatien niedergelassen, aber nach zirka drei 
Monaten einen Drohbrief des Inhalts erhalten hätten: "(…)",

dass  sie  sich  daraufhin  an  die  kroatische Polizei  gewandt  hätten,  diese 
sie jedoch nicht unterstützt habe,

dass  sie  sich  daher  entschlossen  hätten,  in  der  Schweiz  um  Asyl 
nachzusuchen,

dass  die  Beschwerdeführerin  C._______  keine  eigenen  Asylgründe 
vorbrachte  und  auf  die  von  den  Eltern  vorgebrachten  Ausreisegründe 
verwies,

dass  die  Beschwerdeführenden  A._______  und  B._______  im 
erstinstanzlichen  Verfahren  ihre  kroatischen  Pässe  und  die 
amerikanischen  Pässe  ihrer  drei  Kinder  sowie  als  Beweismittel  den  in 
Kroatien  erhaltenen Drohbrief  samt Umschlag  und  ein Stück Papier mit 
dem Namen des um Hilfe  angegangenen  kroatischen Polizisten  zu den 
Akten reichten,

dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  21. September  2011  –  eröffnet  am 
22. September  2011  –  in  Anwendung  von  Art. 34  Abs. 1  AsylG  auf  die 
Asylgesuche der Beschwerdeführenden nicht eintrat und die Wegweisung 
aus der Schweiz und den Vollzug anordnete,

dass  das  Bundesamt  zur  Begründung  ausführte,  Mazedonien  und 
Kroatien  seien  vom Bundesrat  als  verfolgungssichere Staaten  im Sinne 
von Art. 6a Abs. 2 Bst. a AsylG bezeichnet worden, und es würden sich 
aus  den  Akten  keine  Hinweise  auf  eine  asylrelevante  Verfolgung 
ergeben,  welche  die  widerlegbare  Vermutung  der  Verfolgungssicherheit 
umstossen könnten,

dass  die  äusserst  widersprüchlichen  Angaben  zum  Vorgehen  der 
Beschwerdeführenden nach Erhalt des Drohbriefes in Kroatien Zweifel an 
der Glaubhaftigkeit ihrer aktuellen Vorbringen aufkommen liessen,

dass sich die Vorbringen zudem auf Ereignisse beziehen würden, welche 
sich  vor  (…)  Jahren  zugetragen  hätten,  weshalb  nicht  von  einer 
asylrelevanten Verfolgung in Mazedonien ausgegangen werden könne, 

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  nach  Mazedonien  oder  Kroatien 
zulässig, zumutbar und möglich sei,

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dass  die  Beschwerdeführenden  durch  ihre  Rechtsvertreterin  mit  vorab 
per  Telefax  erfolgter  Eingabe  vom  29. September  2011  gegen  diesen 
Entscheid  beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  erhoben  und  in 
materieller  Hinsicht  –  unter  Kosten­  und  Entschädigungsfolge – 
beantragen,  es  sei  auf  ihre  Asylgesuche  einzutreten,  eventualiter  unter 
Anordnung  der  vorläufigen  Aufnahme  die  Unzulässigkeit  und 
Unzumutbarkeit  festzustellen  und  gegebenenfalls  das  Dossier  zur 
Neubeurteilung dem BFM zurückzugeben,

dass  sie  in  prozessualer  Hinsicht  um  Gewährung  der  unentgeltlichen 
Rechtspflege ersuchen,

dass  der  Beschwerde  ein  Schreiben  der  in  der  Schweiz  lebenden 
Verwandten  der  Beschwerdeführenden  vom  27. September  2011 
beigelegt  wurde,  in  welchem  in  Bestätigung  der  vorgebrachten 
Asylgründe um einen positiven Entscheid gebeten wird,

dass  die  vorinstanzlichen  Akten  am  3. Oktober  2011  beim 
Bundesverwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

dass  (vorerst  per  E­Mail)  am  10.  Oktober  2011  beim  Instruktionsrichter 
eine Fürsorgebestätigung der Beschwerdeführenden einging,

und zieht in Erwägung, 

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig 
über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 
20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG, 
SR 172.021])  des  BFM  entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines 
Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die 
beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105  AsylG  i.V.m. 
Art. 31 – 33  des Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 17. Juni  2005  [VGG, 
SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), 

dass  die  Beschwerdeführenden  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz 
teilgenommen  haben,  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders 
berührt  sind,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung 
beziehungsweise  Änderung  haben  und  daher  zur  Einreichung  der 

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Beschwerde  legitimiert  sind  (Art. 105  AsylG  i.V.m.  Art. 37  VGG  und 
Art. 48 Abs. 1 VwVG), 

dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde 
einzutreten  ist  (Art. 108  Abs. 2  AsylG  und  Art. 108  Abs. 5  AsylG  i.V.m. 
Art. 52 VwVG), 

dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

dass die Beurteilung von Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide 
praxisgemäss  auf  die  Überprüfung  der  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist, 

dass  sich  die  Beurteilungszuständigkeit  der  Beschwerdeinstanz  somit 
darin  erschöpft,  bei  Begründetheit  des  Rechtsmittels  die  angefochtene 
Verfügung  aufzuheben  und  die  Sache  zur  neuen  Entscheidung  an  die 
Vorinstanz zurückgehen zu lassen (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen 
der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1 
S. 240 f.), 

dass  die  Vorinstanz  die  Frage  der  Wegweisung  sowie  deren  Vollzugs 
dagegen  bereits  materiell  geprüft  hat,  weshalb  dem 
Bundesverwaltungsgericht diesbezüglich volle Kognition zukommt, 

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 
Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise 
einer zweiten Richterin entschieden wird  (Art. 111 Bst. e AsylG), und es 
sich  vorliegend,  wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt, 
weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  begründen  ist 
(Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass  gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  vorliegend  auf  einen 
Schriftenwechsel verzichtet wurde,

dass auf Gesuche von Asylsuchenden aus verfolgungssicheren Staaten 
nach  Art. 6a  Abs. 2  Bst. a  AsylG  (sogenannte  Safe  Country­Regelung) 
nicht  eingetreten  wird,  ausser  es  gebe  Hinweise  auf  eine  Verfolgung 
(Art. 34 Abs. 1 AsylG),

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dass  die  Beschwerdeführenden  eigenen  Angaben  zufolge  sowohl  die 
Staatsangehörigkeit von Mazedonien als auch von Kroatien besitzen, der 
Bundesrat  Mazedonien  mit  Beschluss  vom  25. Juni  2003  und  Kroatien 
mit Beschluss vom 8. Dezember 2006 zu Safe Countries im obgenannten 
Sinn erklärt hat und auf diese Einschätzung im Rahmen der periodischen 
Überprüfung (Art. 6a Abs. 3 AsylG) bisher nicht zurückgekommen ist,

dass  die  formelle  Voraussetzung  für  den  Erlass  eines 
Nichteintretensentscheides  gestützt  auf  Art. 34  Abs. 1  AsylG  somit 
gegeben ist,

dass zu prüfen bleibt, ob das BFM zu Recht erwogen hat, aus den Akten 
würden  sich  keine  Hinweise  ergeben,  welche  die  in  Bezug  auf 
Mazedonien  oder  Kroatien  bestehende  Vermutung  der 
Verfolgungssicherheit widerlegen könnten,

dass  bei  Art. 34  Abs. 1  AsylG  praxisgemäss  derselbe  weite 
Verfolgungsbegriff wie  in Art. 18, Art. 33 Abs. 3 Bst. b und Art. 35 AsylG 
zur  Anwendung  gelangt  (zu  den  beiden  erstgenannten  Bestimmungen 
vgl. EMARK  2004  Nr.  35  E. 4.3  S.  247),  welcher  nicht  bloss  ernsthafte 
Nachteile  nach  Art. 3  AsylG,  sondern  auch  die  von  Menschenhand 
verursachten  Wegweisungshindernisse  im  Sinne  von  Art. 44  Abs.  2 
AsylG  i.V.m.  Art. 83  Abs.  3  und  4  des  Bundesgesetzes  vom 
16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  (AuG,  SR 
142.20) umfasst (vgl. EMARK 2004 Nr. 5 E. 4c.aa S. 35 f., EMARK 2004 
Nr. 35 E. 4.3 S. 247),

dass  ausserdem  ein  im  Vergleich  zum  –  bereits  erleichterten – 
Beweismass  des  Glaubhaftmachens  nochmals  reduzierter  Massstab 
anzuwenden  ist  und  auch  bei  Asylsuchenden  aus  einem 
verfolgungssicheren Staat das Erfüllen der Flüchtlingseigenschaft geprüft 
werden muss, sobald  in den Akten Hinweise auf Verfolgung  (im soeben 
erläuterten  Sinn)  zu  verzeichnen  sind,  deren  Unglaubhaftigkeit  nicht 
schon auf den ersten Blick erkannt werden kann (vgl. EMARK 2005 Nr. 2 
E. 4.3 S. 16 f.),

dass  sich  die  Beschwerde  auf  eine  Wiederholung  der  bisherigen 
Aussagen  der  Beschwerdeführenden  beschränkt  und  keinerlei 
Auseinandersetzung mit den Erwägungen der Vorinstanz – insbesondere 
zur Unglaubhaftigkeit der Vorbringen – enthält,

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dass  die  vorgebrachten  Asylgründe  in  Übereinstimmung  mit  dem  BFM 
denn  auch  als  offensichtlich  unglaubhaft  zu  qualifizieren  sind,  da  die 
zentralen  Vorbringen  –  wie  nachfolgend  aufgezeigt  –  äusserst 
widersprüchlich ausgefallen sind,

dass  die  Beschwerdeführerin  B._______  anlässlich  der  summarischen 
Befragung  ausführte,  sie  seien  auch  in  den USA  vom  (…)  und  diesem 
Mann  bedroht  worden  und  auf  Nachfrage  erklärte,  dies  sei  manchmal 
telefonisch und manchmal mit Drohbriefen erfolgt (Akten BFM A5/9 S. 5),

dass  sie  anlässlich  der  Anhörung  ihre  Angst  in  den  USA  damit 
begründete, sie seien öfters angerufen worden und hätten den Eindruck 
gehabt, verfolgt zu werden, 

dass auch oft  geklingelt worden  sei,  aber wenn man aus der Wohnung 
gegangen sei, sei niemand dagewesen (A12/19 F97), 

dass sie auf die Nichterwähnung der Drohbriefe angesprochen ausführte, 
sie habe alles erzählt, und Angst hätten sie vor allem wegen des Briefes 
in Kroatien gehabt (A12/19 F110),

dass der Beschwerdeführer A._______ bei der summarischen Befragung 
im Rahmen  der  freien  Erzählung  keine  Bedrohung  in  den USA  geltend 
machte  und  auf  Vorhalt  der  diesbezüglichen  Ausführungen  seiner 
Ehefrau erklärte, sie seien die erste Zeit nur am Telefon bedroht worden, 
und zwar über die (…) seiner Frau, mit welcher diese Leute am Telefon 
gesprochen hätten (A6/9 S. 5),

dass er anlässlich der Anhörung jedoch ausführte, sie hätten am Anfang 
während  drei,  vier  Monaten  Telefonanrufe  erhalten,  bei  denen  sich 
niemand  gemeldet  habe,  weshalb  sie  daraufhin  die  Telefonnummer 
geändert hätten,

dass er zudem erstmals erwähnte, seine Frau habe ihm drei, vier Monate 
vor  der  Ausreise  aus  den  USA  berichtet,  dass  jemand  sie  verfolge 
(A13/13 F24),

dass  aber  vor  allem  auch  die  Aussagen  der  Beschwerdeführenden 
A._______  und  B._______  zum  in  Kroatien  erhaltenen  Drohbrief  und 
damit  zum  Ereignis,  welches  zur  Asylgesuchstellung  in  der  Schweiz 
geführt haben soll, stark voneinander abwichen,

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dass  B._______  anlässlich  der  Anhörung  ausführte,  sie  hätten  gleich 
nach Erhalt des Drohbriefes die Wohnung so wie sie war verlassen, die 
Kinder aus der Schule geholt und seien zu ihren Freunden gefahren,

dass  der  Freund  ihres Mannes  den Vorschlag  gemacht  habe,  noch  am 
selben Tag  zur Polizei  zu gehen,  sie mit  den Kindern  jedoch  im Hause 
geblieben sei,

dass  ihrem  Mann  und  dem  Freund  auf  dem  Polizeiposten  mitgeteilt 
worden  sei,  die  Polizei  sei  für  solche  Drohungen  nicht  zuständig,  und 
man  ihnen  eine  Telefonnummer  gegeben  habe,  welche  sie  bei  einem 
weiteren Vorfall anrufen könnten,

dass  der  Freund  ihres  Ehemannes  gemeint  habe,  sie  sollten  diese 
Nummer,  um  sicher  zu  sein,  doch  einmal  anrufen,  jedoch  keiner 
abgenommen habe (A12/19 F35), 

dass  A._______  anlässlich  der  Anhörung  ausführte,  er  sei  nach  Erhalt 
des  Drohbriefes  zur  Polizei  gegangen,  um  Anzeige  zu  erstatten,  doch 
hätte  der  Polizist  gesagt,  er  solle  den  auf  (…)  geschriebenen  Brief 
zunächst übersetzen lassen und dann nochmals vorbeikommen,

dass der Polizist  ihm für die Zwischenzeit eine Telefonnummer gegeben 
habe, 

dass er dann zurück in die Wohnung gegangen sei, wo seine Frau bereits 
am  Packen  gewesen  sei  und  den  Polizist  habe  anrufen  wollen,  um 
nachzufragen, ob er eine beglaubigte Übersetzung brauche, 

dass aber nur die Meldung gekommen sei, die Person sei nicht erreichbar 
beziehungsweise die Nummer sei ungültig sei, und sie anschliessend zu 
den Freunden gefahren seien (A13/13 F24),

dass  er  auf  entsprechende  Nachfrage  erklärte,  das  erste  Mal  sei  er         
allein zur Polizei gegangen, aber nach der Telefonantwort mit dieser nicht 
existierenden  Nummer  und  weil  er  so  schlecht  empfangen  worden  sei, 
habe er sich entschieden, das zweite Mal mit dem Freund zusammen zu 
gehen (A13/13 F45),

dass er jedoch anlässlich der Befragung zur Person noch keinen zweiten 
Polizeibesuch erwähnt hatte, sondern im Gegenteil ausführte, der Polizist 
habe  ihm  gesagt  er  solle  zurückkommen,  wenn  er  den  Brief  übersetzt 

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habe,  er  diesem  aber  kein  Vertrauen  geschenkt  habe  und  daher  nicht 
zurückgegangen sei (A6/9 S. 5),

dass  sich  die Ehegatten  des Weiteren  bereits  in Bezug  auf  die  geltend 
gemachte heimliche Heirat widersprachen, indem die Beschwerdeführerin 
auf die Frage nach den anwesenden Personen antwortete, ihr Mann habe 
nur  einen  Freund  als  Zeugen  eingeladen,  das  wäre  nötig  gewesen 
(A12/19  F50),  wogegen  der  Beschwerdeführer  diesbezüglich  angab,  es 
seien  zwei  von  ihm  bezahlte  Personen  als  Trauzeugen  anwesend 
gewesen,  für  Geld  erreiche  man  bei  ihnen  alles  und  Freunde  von  ihm 
seien keine dabei gewesen (A13/13 F32 f.),

dass  für  die  weiteren  Ungereimtheiten  in  den  Aussagen  der 
Beschwerdeführenden  zur  Vermeidung  von  Wiederholungen  auf  die 
zutreffenden  Erwägungen  in  der  angefochtenen  Verfügung  verwiesen 
wird,  und  es  sich  bei  dieser  Ausgangslage  erübrigt,  auf  die  von  den 
Beschwerdeführenden  eingereichten  Unterlagen  mit  geringem 
Beweiswert einzugehen, 

dass das BFM damit zu Recht festgestellt hat, den Beschwerdeführenden 
sei es nicht gelungen, die Vermutung, es handle sich bei Mazedonien und 
Kroatien  um  Staaten,  in  denen  Sicherheit  vor  Verfolgung  besteht, 
umzustossen, 

dass das Bundesamt demnach  in Anwendung von Art. 34 Abs. 1 AsylG 
zu Recht auf das Asylgesuch der Beschwerdeführenden nicht eingetreten 
ist,

dass  die  Ablehnung  eines  Asylgesuchs  oder  das Nichteintreten  auf  ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat 
(Art. 44  Abs. 1  AsylG),  vorliegend  der  Kanton  keine 
Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung 
einer  solchen  besteht  (vgl.  BVGE  2009/50  E.  9),  weshalb  die  verfügte 
Wegweisung  im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und 
demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen 
Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  regelt, 
wenn  der  Vollzug  der Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar  oder 
nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG, SR 142.20),

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dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig  ist,  wenn 
völkerrechtliche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der 
Ausländerin oder des Ausländers  in den Heimat­, Herkunfts­ oder einen 
Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land 
gezwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie 
Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden 
(Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom 
28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker­ und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, 
da  es  den  Beschwerdeführenden  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich 
erhebliche  Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen, 
weshalb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen 
Non­Refoulements  im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  findet 
und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung im 
Sinne  von  Art. 25  Abs. 3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR 101),  von  Art. 3  des 
Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere 
grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK,  SR 0.105)  und  der  Praxis  zu  Art. 3  der  Konvention  vom 
4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und 
Grundfreiheiten  (EMRK,  SR 0.101)  ersichtlich  sind,  die  den 
Beschwerdeführenden in Kroatien oder Mazedonien droht,

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar 
erweist,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer 
Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass  weder  die  allgemeine  Lage  in  Mazedonien  noch  diejenige  in 
Kroatien noch individuelle Gründe – die Beschwerdeführenden sind jung, 
soweit  aktenkundig  gesund  und  verfügen  in  beiden  Staaten  über  ein 
soziales Beziehungsnetz – auf eine konkrete Gefährdung  im Falle einer 
Rückkehr  in  eines  der  beiden  Länder  schliessen  lassen,  weshalb  der 
Vollzug der Wegweisung vorliegend zumutbar ist,

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dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  nach  Kroatien  oder  Mazedonien 
schliesslich möglich  ist,  da  keine  Vollzugshindernisse  bestehen  (Art. 83 
Abs. 2 AuG), und es den Beschwerdeführenden obliegt, bei der allenfalls 
notwendigen  Beschaffung  gültiger  Reisepapiere  mitzuwirken  (vgl.  Art. 8 
Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 ­ 515),

dass  nach  dem  Gesagten  der  vom  Bundesamt  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen ist,

dass es den Beschwerdeführenden demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder 
unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen 
ist,

dass  sich  die  Beschwerde  aufgrund  vorstehender  Erwägungen  als 
aussichtslos  erweist,  weshalb  das  Gesuch  um  Gewährung  der 
unentgeltlichen  Rechtspflege  (Art. 65  Abs. 1  VwVG)  unbesehen  der 
belegten Fürsorgeabhängigkeit abzuweisen  ist und bei diesem Ausgang 
des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr.  600.–  (Art. 16  Abs. 1  Bst. a  VGG 
i.V.m. Art. 1 ­ 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten 
und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2])  den  Beschwerdeführenden  aufzuerlegen  sind  (Art. 63 
Abs. 1 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  wird 
abgewiesen. 

3.  
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.–  werden  den  Beschwerdeführenden 
auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4. 
Dieses  Urteil  geht  an  die  Beschwerdeführenden,  das  BFM  und  den 
Migrationsdienst des Kantons H._______.

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Bruno Huber Carmen Wittwer

Versand: