# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f46202c5-6a0a-51c8-a863-579df49d78dd
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-03-24
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 24.03.2015 UE140149
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_UE140149_2015-03-24.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
III. Strafkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: UE140149-O/U/PRI 

 

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. Th. Meyer, Präsident, und lic. iur. W. Meyer, 

Ersatzoberrichterin lic. iur. J. Haus Stebler sowie Gerichtsschreiber 

Dr. A. Brüschweiler 

 

Beschluss vom 24. März 2015 

 

in Sachen 

 

A._____,  

Beschwerdeführer 

 

gegen 

 

1. B._____,  

2. Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat,  

Beschwerdegegner 

 
betreffend Nichtanhandnahme 
 
Beschwerde gegen die Nichtanhandnahmeverfügung der Staatsanwalt-
schaft Zürich-Limmat vom 27. Mai 2014, DAST1/2014/3389 

 

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Erwägungen: 

I. Prozessgeschichte 

Nachdem der Beschwerdeführer bei der Kantonspolizei Zürich mündlich Strafan-

zeige gegen den Beschwerdegegner 1 wegen eines Ehrverletzungsdelikts erstat-

tet hatte, nahm die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat eine Untersuchung mit Ver-

fügung vom 27. Mai 2014 nicht an Hand (Urk. 5). Gegen diese Nichtanhandnah-

meverfügung erhob der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 2. Juni 2014 innert 

Frist Beschwerde und beantragte sinngemäss deren Aufhebung (Urk. 2). Nach-

dem ihm mit Präsidialverfügung vom 10. Juni 2014 eine zehntägige Nachfrist an-

gesetzt worden war, um ein mit seiner Originalunterschrift versehenes Exemplar 

seiner Beschwerdeschrift nachzureichen, und ihm aufgegeben worden war, eine 

Prozesskaution von Fr. 2'000.- zu leisten (Urk. 6), übermittelte er mit Eingabe vom 

13. Juni 2014 ein unterschriebenes Exemplar und führte aus, er habe kein Geld, 

um Fr. 2'000.- zu bezahlen (Urk. 7 und 8), was sinngemäss als ein Gesuch um 

unentgeltliche Rechtspflege qualifiziert werden kann.  

Aus organisatorischen Gründen (Ferien) ergeht dieser Entscheid in anderer als 

der in der Verfügung vom 10. Juni 2014 bekannt gegebenen Besetzung. 

 

II.  Materielle Beurteilung 

1. Begründung der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat zur Nichtanhandnahme-
verfügung 

Die Staatsanwaltschaft begründete ihre Nichtanhandnahmeverfügung im Wesent-

lichen damit, das Schreiben des Beschwerdegegners 1, auf welches der Be-

schwerdeführer seine Vorwürfe der Beschimpfung und Drohung stütze, datiere 

vom 9. September 2011. Der Beschwerdeführer habe innerhalb der dreimonati-

gen Antragsfrist keinen entsprechenden Strafantrag gestellt, weshalb diese Pro-

zessvoraussetzung nicht gegeben sei (Urk. 5 S. 1).  

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2. Begründung der Beschwerde 

Zur Begründung seiner Beschwerde brachte der Beschwerdeführer sinngemäss 

vor, er habe am 13. September 2011 bei der Kantonspolizei Zürich mündlich 

Strafantrag gestellt, doch der Polizeibeamte habe ihm nach einem Telefonge-

spräch mit dem Beschwerdegegner 1 entgegnet, dieser habe "das nicht so ge-

meint", und seinen Strafantrag nicht schriftlich festgehalten (Urk. 2 S. 1 f.).  

 

3. Rechtliches und Folgerungen 

 a) Gemäss Art. 136 Abs. 1 StPO gewährt die Verfahrensleitung der Privat-

klägerschaft für die Durchsetzung ihrer Zivilansprüche ganz oder teilweise die un-

entgeltliche Rechtspflege, wenn (a) die Privatklägerschaft nicht über die erforder-

lichen Mittel verfügt und (b) die Zivilklage nicht aussichtslos erscheint. 

Die unentgeltliche Rechtspflege wird der Privatklägerschaft erst nach entspre-

chender Konstituierung im Sinne von Art. 118 StPO und zwar allein für die als Zi-

vilklägerin auftretende Privatklägerschaft gewährt, die im Strafverfahren Zivilan-

sprüche nach Art. 122 ff. StPO anmelden will. Für die nur als Strafklägerin auftre-

tende geschädigte Person kommt sie nicht in Frage, was nicht ausschliesst, dass 

der für den Zivilpunkt bestellte Rechtsbeistand auch im Strafpunkt tätig wird 

(Schmid, StPO Praxiskommentar, 2. Auflage, Zürich 2013, Art. 136 N 2).  

Da der Beschwerdeführer nicht erklärt hat, sich am Strafverfahren als Zivilkläger 

zu beteiligen, und auch keine entsprechenden Zivilansprüche angemeldet hat, 

kommt die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege nicht in Frage, weshalb 

sein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege abzuweisen ist. Im Übrigen ergibt 

sich aus den nachfolgenden Erwägungen, dass eine Zivilklage als aussichtslos zu 

bezeichnen wäre, womit die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege auch 

gemäss Art. 136 Abs. 1 lit b StPO ausgeschlossen wäre. 

 b) Gemäss Art. 308 Abs. 1 StPO besteht der Zweck der Untersuchung darin, 

den Sachverhalt in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht so weit abzuklären, dass 

das Vorverfahren abgeschlossen werden kann. Bei der Verfolgung dieses Zwecks 

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steht der Staatsanwaltschaft ein gewisser Ermessensspielraum zu. Insbesondere 

hat sie diejenigen Vorkehrungen zu treffen, die zur Klärung des Falles Wesentli-

ches beizutragen vermögen. Sie ist aber nicht verpflichtet, alle erdenklichen Er-

mittlungshandlungen vorzunehmen. Nach Beendigung des Untersuchungsverfah-

rens entscheidet die Staatsanwaltschaft, ob ein Strafbefehl zu erlassen, Anklage 

zu erheben oder das Verfahren einzustellen sei (Art. 318 StPO). Eine vollständige 

oder teilweise Einstellung erfolgt nach Art. 319 Abs. 1 lit. a StPO, wenn sich ein 

Tatverdacht nicht in einem Mass erhärten lässt, das eine Anklage rechtfertigt. Ei-

ne Anklage ist in der Regel nur dann zu erheben, wenn genügend Anhaltspunkte 

vorliegen, welche es rechtfertigen, das Verfahren weiterzuführen, und die Staats-

anwaltschaft die Tatbeteiligung sowie eine Strafe bzw. Massnahme im Zeitpunkt 

der Anklageerhebung für wahrscheinlich hält. Keine Anklage ist zu erheben, wenn 

mit Sicherheit oder grosser Wahrscheinlichkeit mit einem Freispruch zu rechnen 

ist. Des Weiteren hat eine Einstellung nach Art. 319 Abs. 1 StPO zu ergehen, 

wenn kein Straftatbestand erfüllt ist (lit. b), Rechtfertigungsgründe bzw. Schuld-

ausschlussgründe einen Straftatbestand unanwendbar machen (lit. c), Prozessvo-

raussetzungen definitiv nicht erfüllt werden können bzw. Prozesshindernisse auf-

getreten sind (lit. d) oder nach gesetzlicher Vorschrift auf eine Strafverfolgung  

oder Bestrafung verzichtet werden kann (lit. e). Sinn und Zweck des Art. 319 

StPO ist es, die beschuldigte Person vor Anklagen zu schützen, die mit einiger 

Sicherheit zu Freisprüchen führen müssten. Da die Staatsanwaltschaft nicht dazu 

berufen ist, über Recht und Unrecht zu richten, darf sie jedoch nicht allzu rasch, 

gestützt auf eigene Bedenken, zu einer Einstellung schreiten. In Zweifelsfällen 

beweismässiger oder rechtlicher Natur soll tendenziell Anklage erhoben werden. 

Der Grundsatz "in dubio pro reo" nach Art. 10 Abs. 3 StPO spielt hier nicht (vgl. 

zum Ganzen: Niklaus Schmid, Handbuch des schweiz. Strafprozessrechts, 2. Auf-

lage, Zürich/St. Gallen 2013, N 1247 ff.; Niklaus Schmid, StPO Praxiskommentar, 

2. Auflage, Zürich/St. Gallen 2013, Art. 319 N 1 ff., insbesondere N 5; Nathan 

Landshut, in: Donatsch/Hansjakob/Lieber, Kommentar zur StPO, 2. Auflage, Zü-

rich 2014, Art. 308 N 1 f., Art. 319 N 1 ff., insbesondere N 15). 

Im vorliegenden Fall ist zu prüfen, ob der Beschwerdegegner 1 mit seinem 

Schreiben an den Beschwerdeführer vom 9. September 2011 einen Ehrverlet-

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zungstatbestand erfüllt hat. Der Abschnitt, auf welchen sich der Beschwerdeführer 

bezieht, lautet folgendermassen (Urk. 3/5): 

"Sie [d.h. der Beschwerdeführer] haben mich [d.h. den Beschwerdegeg-

ner 1] heute am Telefon beschimpft und bedroht. Das akzeptiere ich nicht. 

Deshalb fordere ich Sie auf, mich nicht mehr zu kontaktieren." 

Die Erfüllung von Art. 173 und 174 StGB scheidet im vorliegenden Fall nur schon 

aus dem Grunde aus, weil sich der Brief des Beschwerdegegners 1 vom 9. Sep-

tember 2011 einzig an den angeblich Verletzten (d.h. an den Beschwerdeführer) 

richtet.  

Nach Art. 177 Abs. 1 StGB wird auf Antrag mit Geldstrafe bis zu 90 Tagessätzen 

bestraft, wer jemanden in anderer Weise [als durch üble Nachrede im Sinne von 

Art. 173 StGB oder durch Verleumdung in Sinne von Art. 174 StGB] durch Wort, 

Schrift, Bild, Gebärde oder Tätlichkeiten in seiner Ehre angreift. Zur Erfüllung des 

Tatbestandes der Beschimpfung ist objektiv erforderlich, dass der Täter seine 

Verachtung des Betroffenen kundtut (BGE 73 IV 191). Das negative Urteil muss 

den sittlich-menschlichen Wert des Angegriffenen betreffen (BGE 131 IV 157, 132 

IV 115).  

Indem der Beschwerdegegner 1 dem Beschwerdeführer vorhielt, ihn am Telefon 

beschimpft und bedroht zu haben, hat er nicht seine Verachtung für ihn kundge-

tan. Vielmehr gab er seinem Adressaten zu verstehen, wie dessen Ausdruckswei-

se am Telefon auf ihn gewirkt hatte. Zwar ist der Tatbestand der Beschimpfung im 

Sinne von Art. 177 Abs. 1 StGB ein Vergehen. Doch entspricht bei Weitem nicht 

alles, was umgangssprachlich als "beschimpfen" bezeichnet wird (z.B. anbrüllen, 

duzen, ironische Mitleidsbekundung etc.) einer "Beschimpfung" im Sinne des 

Strafrechts. Eine solche wurde dem Beschwerdeführer im fraglichen Brief nicht 

ansatzweise vorgeworfen. Der Tatbestand der Drohung setzt eine gewisse 

Schwere voraus und muss den Adressaten in Angst und Schrecken versetzen. 

Entsprechende Vorwürfe sind dem fraglichen Brief ebenfalls nicht zu entnehmen. 

Ehrverletzend ist der Brief des Beschwerdegegners bei objektiver Betrachtung 

klarerweise nicht. 

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Angesichts dieser Sachlage hat die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat zu Recht 

eine Nichtanhandnahmeverfügung erlassen. Dies führt zur Abweisung der Be-

schwerde.  

 

III. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

Ausgangsgemäss sind die Kosten für das Beschwerdeverfahren dem Beschwer-

deführer aufzuerlegen (Art. 428 Abs. 1 StPO). Angesichts seiner finanziellen Ver-

hältnisse ist die Gerichtsgebühr auf einen stark reduzierten Betrag von Fr. 300.- 

festzusetzen. 

Mangels erheblicher Umtriebe ist dem Beschwerdegegner 1 keine Prozessent-

schädigung zuzusprechen. 

 

 

Es wird beschlossen:  

1. Das Gesuch des Beschwerdeführers um unentgeltliche Rechtspflege wird 

abgewiesen. 

2. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

3. Die Gerichtsgebühr wird auf Fr. 300.- festgesetzt und dem Beschwerdefüh-

rer auferlegt. 

4. Dem Beschwerdegegner 1 wird keine Prozessentschädigung zugesprochen. 

5. Schriftliche Mitteilung an: 

− den Beschwerdeführer (per Gerichtsurkunde) 
− den Beschwerdegegner 1 (per Gerichtsurkunde) 
− die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat unter gleichzeitiger Rücksen-

dung der beigezogenen Akten [Urk. 11] (gegen Empfangsbestätigung) 

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sowie nach Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. nach Erledigung allfälliger 
Rechtsmittel an: 
− die Zentrale Inkassostelle der Gerichte (elektronisch) 

6. Rechtsmittel: 
Gegen diesen Entscheid kann Beschwerde in Strafsachen erhoben wer-

den. 
Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang an gerechnet, bei der 

Strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der 

in Art. 42 des Bundesgerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich 

einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 

Zürich, 24. März 2015 
 

Obergericht des Kantons Zürich 
III. Strafkammer 

 
Präsident: 

 
 
 

lic. iur. Th. Meyer 

Gerichtsschreiber: 
 
 
 

Dr. iur. A. Brüschweiler 
 
 
 

	Beschluss vom 24. März 2015
	
	Erwägungen:
	I.  Prozessgeschichte

	1. Begründung der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat zur Nichtanhandnahmeverfügung
	2. Begründung der Beschwerde
	3. Rechtliches und Folgerungen
	III. Kosten- und Entschädigungsfolgen

	1. Das Gesuch des Beschwerdeführers um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.
	2. Die Beschwerde wird abgewiesen.
	3. Die Gerichtsgebühr wird auf Fr. 300.- festgesetzt und dem Beschwerdeführer auferlegt.
	4. Dem Beschwerdegegner 1 wird keine Prozessentschädigung zugesprochen.
	5. Schriftliche Mitteilung an:
	 den Beschwerdeführer (per Gerichtsurkunde)
	 den Beschwerdegegner 1 (per Gerichtsurkunde)
	 die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat unter gleichzeitiger Rücksendung der beigezogenen Akten [Urk. 11] (gegen Empfangsbestätigung)
	sowie nach Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. nach Erledigung allfälliger Rechtsmittel an:
	 die Zentrale Inkassostelle der Gerichte (elektronisch)

	6. Rechtsmittel: Gegen diesen Entscheid kann Beschwerde in Strafsachen erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bunde...