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**Case Identifier:** b3352efd-fa1d-5a27-8e05-ac6de2e4163b
**Source:** Appenzell Ausserrhoden (AR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-01-01
**Language:** de
**Title:** Appenzell Ausserrhoden Obergericht 3. Abteilung O3V-19-11
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AR_Gerichte/AR_OG_003_O3V-19-11_nodate.pdf

## Full Text

Beschwerdeführer A.______ 

 
RA AA. ______   

 
Vorinstanz Versicherung B.______  

 
 
Beigeladene   Versicherung C. ______  

 
 
Gegenstand Leistungen der Unfallversicherung  

Beschwerde gegen den Einspracheentscheid der Versicherung 
B.______ vom 16. Januar 2019 

 

Obergericht Appenzell Ausserrhoden   
3. Abteilung 
 
 

Urteil vom 17. März 2020  
 

Mitwirkende Obergerichtsvizepräsident W. Kobler 
Oberrichterin D. Sieber 
Oberrichter H.P. Fischer, E. Graf, M. Müller 
a.o. Gerichtsschreiber M. Ledermann 
 
 

Verfahren Nr. O3V 19 11 
 
 

Sitzungsort Trogen 
 

Seite 2 

Rechtsbegehren: 

 

 

a) des Beschwerdeführers: 

 

1. Der angefochtene Einspracheentscheid vom 16. Januar 2019 sowie die Verfügung 

vom 9. März 2018 seien aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, 

die gesetzlichen Leistungen für das Ereignis vom 31. Januar 2017 zu übernehmen. 

 

2. Eventualiter sei ein Gerichtsgutachten einzuholen. 

 

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. MwSt. zulasten der Beschwerdegeg-

nerin. 

 

b) der Vorinstanz: 

 

 Es sei die Beschwerde vom 15. Februar 2019 abzuweisen. 

 

 

Sachverhalt und Prozessgeschichte 

 

 

A. A. ______ (Jahrgang 1980, nachfolgend Beschwerdeführer) erlitt im Mai 2008 beim 

Fussballspielen eine Kreuzbandruptur am rechten Knie (act. 6, M 23). Nach der deshalb 

am 22. August 2008 durchgeführten Operation fühlte sich der Beschwerdeführer am 

28. Oktober 2008 völlig schmerzfrei (act. 6, M 24) und wurde am 23. Februar 2009 

wieder als voll sportfähig eingestuft (act. 6, M 26). 

 

B. Anfang August 2011 ereignete sich eine weitere Kreuzbandruptur, als der 

Beschwerdeführer über eine Zeltschnur stolperte. Dabei verdrehte er sich das rechte 

Knie, was zu einem Riss des vorderen Kreuzbandes führte (act 6, M 28). In der Folge 

wurde am 8. September 2011 eine Operation durchgeführt (act. 6, M 29). Im darauf fol-

genden Arztzeugnis vom 12. September 2011 ging der behandelnde Arzt von einem 

Fehlen besonderer Umstände aus, die den Heilverlauf ungünstig beeinflussen könnten 

(act. 6, M 30, S. 2). 

 

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C. Am 26. April 2013 musste sich der Beschwerdeführer nach einer VKB Plastik 2008 in-

folge einer Re-Ruptur erneut an seinem rechten Knie operieren lassen (act. 6, M 34). 

Nach erfolgter Physiotherapie war der Beschwerdeführer beschwerdefrei (act. 6, M 36).  

 

D. Am 31. Januar 2017 hat sich der Beschwerdeführer beim Fussballspielen in der Halle 

mit Kindern erneut das rechte Kniegelenk verdreht (act. 6, M 2, A 1). Zu diesem Zeit-

punkt war der Beschwerdeführer als Sozialpädagoge bei D. ______  angestellt (act. 6, A 

1). Das am 14. Februar 2017 durchgeführte MRT des rechten Knies ergab einen 

Verdacht auf eine neue, mediale Meniskusläsion. In der MRI-Beurteilung hielt Dr. E. 

______, Fachärztin für Radiologie, fest, bei Status nach Trauma zeige sich ein geringes 

traumatisches Knochenmarködem in der dorsolateralen Tibiaepiphyse sowie eine 

Degeneration wie auch ein kleiner, komplexer Riss des Innenmeniskushinterhornes. Bei 

Status nach VKB-Plastik sei keine durchgängige VKB-Plastik erkennbar (act. 6, M 1).  

Anschliessend begab sich der Beschwerdeführer am 20. Februar 2017 in die Behand-

lung zu Dr. F. ______, Spezialarzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie 

(act. 6, M 2). 

 

E. Dr. F. ______ hielt am 20. Februar 2017 fest, es bestünde zwar eine freie Bewegbarkeit 

des geschwollenen Gelenkes, jedoch bei Schmerzen in der tiefen Flexion und bei 

Varusrotationsstress medial, sei der Bandhalt symmetrisch suffizient. Es empfehle sich 

eine nochmalige VKB-Rekonstruktion, um die geforderte Belastbarkeit für die sportliche 

Betätigung zu erreichen. Durch Physiotherapie alleine könne man mit der muskulären 

Stabilisierung nicht weiterkommen (act. 6, M 2). In seinem Zeugnis vom 9. März 2017 

führte er weiter aus, bereits während des Unfallzeitpunkts habe eine partielle 

Vorschädigung des Gelenkes vorgelegen (act. 6, M 3). 

 

F. Am 24. Februar 2017 erfolgte eine Bagatell-Umfallmeldung an die Versicherung 

B.______. Aus dieser ergibt sich unter anderem, dass das Arbeitsverhältnis zwischen 

dem Beschwerdeführer und dessen Arbeitgeber am 28. Februar 2019 (recte: wohl 2017) 

gekündigt worden sei. Aus dem Beiblatt zur Umfallmeldung wird zum Unfallhergang 

erwähnt, dass sich der Beschwerdeführer am 31. Januar 2018 beim Fussballspielen das 

Knie verdreht habe, ohne dass auf diesen dabei ein äusserer Einfluss eingewirkt habe 

und es auch keinen Kontakt mit beteiligten Personen gegeben habe (act. 6, A 1). 

 

G. Am 2. Mai 2017 diagnostizierte Dr. G. ______ ein Status nach dreifacher vorderer 

Kreuzbandruptur des Kniegelenks rechts sowie ein Status nach Ruptur Kreuzband links. 

Dies mache ein Eingriff in Form einer Bohrkanalauffüllung notwendig (act. 6, M 5). 

 

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H. Dr. H. ______, Facharzt für Orthopädische Chirurgie, vertrat am 15. August 2017 

gegenüber der Versicherung B.______ die Auffassung, es lasse sich nicht 

abschliessend beurteilen, ob durch das Ereignis vom 31. Januar 2017 ein 

vorbestehender Gesundheitszustand richtungsgebend verschlimmert worden sei oder 

ob es sich um eine vorübergehende Verschlimmerung eines nicht unfallbedingten oder 

nicht bei der Versicherung B.______ versicherten Vorzustandes (Unfälle 2008/2011) 

handle. Möglicherweise sei das Ereignis vom 31. Januar 2017 mindestens teilweise 

bedingt durch die vorbestehende, auf frühere Unfälle zurückgehende 

Kniegelenksinstabilität (act. 6, M 39, S. 5). 

 

I. Die Versicherung B.______ stellte mit Entscheid vom 24. August 2017 ihre Leistungen 

gegenüber dem Beschwerdeführer per Ende April 2017 ein. Als Grund gab sie an, die 

gesundheitlichen Beschwerden seien nicht mehr mit dem Beweisgrad der überwie-

genden Wahrscheinlichkeit auf das Ereignis vom 31. Januar 2017 zurückzuführen. Drei 

Monate nach dem Ereignis, d.h. ab dem 1. Mai 2017, bestehe somit kein Anspruch mehr 

auf Leistungen aus der obligatorischen Unfallversicherung. Für eine Operation vom Sep-

tember 2017 könne die Versicherung B.______ deshalb nicht aufkommen; diese 

empfahl, sich an den früheren Versicherung I. ______ zu wenden (act. 6, A 5). 

 

J. Dr. G. ______ vertrat am 1. September 2017 zur Frage eines allfälligen Traumas nach 

dem Ereignis vom 31. Januar 2017 den Standpunkt, es lasse sich klar sagen, dass der 

Patient an diesem Tag eine Distorsion im Bereich des rechten Kniegelenkes mit 

anschliessendem Sturz erlitten habe, weshalb klarerweise von einem Unfallereignis 

ausgegangen werden müsse und der kausale Zusammenhang zwischen dem Sturz, der 

Distorsion und der vorderen Kreuzbandläsion deutlich gegeben sei. Auch intakte, 

normale nicht operierte Kreuzbänder könnten bei solchen Traumata reissen (act. 6, M 8, 

S. 1 f.). Am 14. September 2017 führte er beim Beschwerdeführer eine Operation wegen 

der Kreuzbandruptur, medialer und lateraler Meniskusläsion und eines Knorpelschadens 

durch (act. 6, M. 10). 

 

K. Erstmals am 4. September 2017 und erneut am 9. Oktober 2017 erklärte der 

Beschwerdeführer, zuletzt vertreten durch RA AA. ______, er sei mit dem Entscheid der 

Versicherung B.______ nicht einverstanden (act. 6, A7, A8). Die Operation vom 14. 

September 2017 sei wegen des am 31. Januar 2017 erlittenen Kreuzbandrisses erfolgt 

und aufgrund der erlittenen Listenverletzung indiziert gewesen. Es sei deshalb eine 

erneute Operation erforderlich. Die Kurzbeurteilung durch den beratenden Arzt der Be-

schwerdegegnerin sei nicht beweiskräftig. Es handle sich nicht um einen Rückfall und 

die Versicherung I. ______ sei nicht leistungspflichtig (act. 6, A 8). 

Seite 5 

 

L. Am 6. Februar 2018 teilte Dr. H. ______ auf Anfrage der Versicherung B.______ unter 

Berücksichtigung seiner neuesten Erkenntnisse mit, es liege eine mediale 

Meniskushinterhornruptur sowie eine Signalstörung des lateralen Meniskus (sog. 

Listenverletzung) vor. Diese Beschwerden seien überwiegend auf das Ereignis vom 

31. Januar 2017 rückführbar und die anamnestische Instabilität dürfte die Entstehung 

dieser Verletzung begünstigt haben. Dr. H. ______ bejahte auch eine 

Traumaeinwirkung. Das Ereignis vom 31. Januar 2017 habe zudem nicht zu einer 

richtunggebenden Verschlimmerung geführt, da in der Geschichte der Unfälle vom 2008 

und 2011 nie eine mediale Meniskusläsion habe nachgewiesen werden können (act. 6, 

M 13, S. 5 f.). Andererseits sei anzunehmen, dass die Kreuzbandinsuffizienz nicht durch 

das Ereignis vom 31. Januar 2017 bewirkt worden sei, sondern dass sich die Instabilität 

im Verlaufe der Zeit kontinuierlich verschlechtert habe. Deshalb sei die im Frühling 2018 

geplante Operation - der dritte Kreuzbandersatz seit 2008 - nicht mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit auf die Folgen des Ereignisses vom 31. Januar 2017 zurückzufüh-

ren. Diese Operation diene vornehmlich zur Korrektur der vorbestehenden Kreuzband-

insuffizienz (act. 6, M 13, S. 7). 

 

M. Mit Verfügung vom 9. März 2018 entschied die Vorinstanz, für die Listendiagnose 

Meniskusriss würden die Leistungen (Behandlung/Arbeitsunfähigkeit) vom 31. Januar 

2017 bis zum 31. Dezember 2017 bezahlt. Für weitere Leistung infolge der Kreuzband-

insuffizienz bestehe ab dem 1. Januar 2018 keine Leistungspflicht (act. 6, A 14, S. 2).  

Gegen diese Verfügung erhob der Beschwerdeführer mit Schreiben vom 18. April 2018 

Einsprache. Er beantragte, die angefochtene Verfügung aufzuheben und die gesetzli-

chen Leistungen, insbesondere Heilbehandlung und Taggeld, seien auch ab dem 1. Ja-

nuar 2018 zu erbringen, wobei insbesondere die Operation vom 3. Mai 2018 (Revi-

sionseingriff, VKB-Plastik) zu übernehmen sei. Die Einsprachegegnerin sei zudem zu 

verpflichten, weitere Abklärungen vorzunehmen und zu diesem Zweck ein unabhängi-

ges Gutachten bei einem Kniespezialisten einzuholen (act. 6, A 20, S. 2). 

 

N. Im Zuge dieser Einsprache gab die Vorinstanz bei Dr. J. ______, Facharzt Ortho-

pädische Chirurgie und Traumatologie (beratender Arzt der Vorinstanz), weitere Abklä-

rungen in Auftrag. Dieser sah in seinem Bericht vom 7. Januar 2019 in der Meniskus-

schädigung keine Listenverletzung verwirklicht. Vielmehr handle es sich dabei um eine 

chronische Folgeschädigung aus dem Jahr 2008. Der Nachweis eines frischen Menis-

kusrisses könne in den vorliegenden Dokumenten nicht erbracht werden. Das gleiche 

gelte für den mit überwiegender Wahrscheinlichkeit vorbestehenden Sehnen-Trans-

plantatschaden. Schliesslich sei es auch nicht korrekt, von einer Reruptur des vorderen 

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Kreuzbandes zu sprechen. Insgesamt liege demnach keine gesicherte Listenverletzung 

gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG vor (act. 6, 41, S. 9). 

 

O. Am 16. Januar 2019 erliess die Vorinstanz - ohne vorherige Zustellung des Berichts von 

Dr. J. ______  an den Beschwerdeführer - gestützt auf die Abklärungen des erwähnten 

Arztes ihren Einspracheentscheid. Zusammenfassend liege weder ein Unfall noch eine 

Körperschädigung vor. Ein Leistungsanspruch aus der obligatorischen Unfall-

versicherung entfalle daher bereits von Anfang an, weshalb die erbrachten Leistungen 

zu Unrecht erfolgt seien. Die Leistungen würden aus diesem Grund mit Wirkung ex nunc 

et pro futuro eingestellt (act. 2/2, S. 8). 

 
P. Mit Beschwerde vom 15. Februar 2019 focht der Beschwerdeführer den Einspracheent-

scheid vom 16. Januar 2019 beim Obergericht an (act. 1). In der Beschwerdeantwort 

vom 9. Mai 2019 liess sich die Vorinstanz zum Fall vernehmen (act. 5). Daraufhin erging 

am 6. Juni 2019 seitens des Beschwerdeführers eine Replik (act. 8), gefolgt von einer 

Duplik der Vorinstanz am 3. Juli 2019 (act. 11). Keine der Parteien hatte die Durchfüh-

rung einer mündlichen Verhandlung verlangt, so dass die Streitsache zur Beratung an 

der Sitzung der dritten Abteilung des Obergerichts vom 17. März 2020 traktandiert 

wurde. 

 

Q. Auf weitere Einzelheiten im Sachverhalt sowie die Vorbringen der Parteien in den 

Rechtsschriften wird, soweit entscheidrelevant, in den nachfolgenden Erwägungen nä-

her eingegangen. 

 

 

Erwägungen 
1 

 

1. Formelles 

 

1.1. Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversicherungsrecht ergangen. 

Zuständig für die Beurteilung von sozialversicherungsrechtlichen Streitigkeiten ist ge-

mäss Art. 58 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversiche-

rungsrechts (ATSG, SR 830.1) das Versicherungsgericht desjenigen Kantons, in dem 

die versicherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung Wohnsitz hat. Da der Be-

schwerdeführer in K. ______ wohnt, ist die örtliche Zuständigkeit in Appenzell Ausser-

rhoden gegeben. 

 

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1.2. Gemäss Art. 57 ATSG i.V.m. Art. 28 Abs. 1 lit. b des Justizgesetzes (JG, bGS 145.31) 

beurteilt das Obergericht als kantonales Versicherungsgericht Beschwerden aus dem 

Bereich der Sozialversicherungen. Das Gesamtgericht hat Beschwerden in Sozialver-

sicherungssachen mit medizinischen Fragestellungen der 3. Abteilung zur Beurteilung 

zugewiesen (so publiziert im aktuellen Staatskalender des Kantons Appenzell Ausser-

rhoden [https:// staatskalender.ar.ch/organizations/pdf], Ziff. 2.6.1.2), weshalb diese zur 

Beurteilung der vorliegenden Beschwerdesache zuständig ist.  

 

1.3. Die von Amtes wegen vorzunehmende Prüfung der weiteren Prozessvoraussetzungen 

ergibt, dass diese sowohl hinsichtlich der Beschwerdeberechtigung als auch hinsichtlich 

der Form- und Fristerfordernisse erfüllt sind (Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die 

Unfallversicherung [UVG, SR 832.20] i.V.m. Art. 59, Art. 60 Abs. 1 und Art. 61 lit. b 

ATSG sowie Art. 54, Art. 56 und Art. 59 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 

[VRPG, bGS 143.1]). 

 

1.4. Auf die Beschwerde ist somit einzutreten. 

 

 

1.5. Verletzung des rechtlichen Gehörs 

 

1.5.1. Der Beschwerdeführer macht zunächst geltend, es sei ihm ein bereits damals vorliegen-

der Bericht des beratenden Arztes Dr. H. ______ vom 15. August 2017 im Rahmen der 

ersten Aktenzustellung nicht editiert worden sei, so dass darauf weder im Rahmen der 

Stellungnahme noch im Rahmen der Einsprache habe eingegangen werden können. 

Somit sei sein Anspruch auf Wahrung des rechtlichen Gehörs verletzt worden (act. 1, S. 

11 f.). Im Weiteren sei es versäumt worden, ihm im Rahmen des Einspracheverfahrens 

das rechtliche Gehör zum eingeholten Bericht von Dr. J. ______ zu gewähren (act. 1, S. 

12). 

 

1.5.2. Aus den Unterlagen ergibt sich, dass der Bericht von Dr. H. ______ vom 15. August 

2017 (act. 6, M 39) während des Einspracheverfahrens dem Beschwerdeführer 

tatsächlich noch nicht zugänglich war (vgl. auch act. 6, A 17). Deshalb stellt sich die 

Frage nach einer Verletzung des Rechts auf Akteneinsicht gemäss Art. 47 ATSG.  

 
1.5.3. Das Recht auf Akteneinsicht ist - wie das Recht, angehört zu werden - formeller Natur. 

Die Verletzung des Rechts auf Akteneinsicht führt prinzipiell ungeachtet der Erfolgsaus-

sichten der Beschwerde in der Sache selbst zur Aufhebung der angefochtenen Verfü-

gung. Vorbehalten bleiben praxisgemäss Fälle, in denen die Verletzung des Aktenein-

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sichtsrechts nicht besonders schwer wiegt und die Verletzung dadurch geheilt wird, dass 

die Partei, deren rechtliches Gehör verletzt wurde, sich vor einer Instanz äussern kann, 

welche sowohl die Tat- als auch die Rechtsfragen uneingeschränkt überprüft (BGE 115 

V 305 E. 2h; RKUV 1992 Nr. U 152 S. 199 E. 2e). Von einer Rückweisung der Sache 

zur Gewährung des rechtlichen Gehörs an die Verwaltung ist im Sinne einer Heilung des 

Mangels selbst bei einer schwer wiegenden Verletzung des rechtlichen Gehörs dann 

abzusehen, wenn und soweit die Rückweisung zu einem formalistischen Leerlauf und 

damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem (der Anhörung gleichge-

stellten) Interesse der betroffenen Partei an einer beförderlichen Beurteilung der Sache 

nicht zu vereinbaren wären (BGE 116 V 187 E. 3d). 

 

Vorliegend erwuchs dem Beschwerdeführer durch die unterbliebene Edition des Berichts 

von Dr. H. ______ vom 15. August 2017 kein schwer ins Gewicht fallender Nachteil. Der 

Beschwerdeführer war gemäss act, 6, A 17, im Zeitpunkt der Einsprache bereits im 

Besitz des Berichts von Dr. H. ______ vom 6. Februar 2018 (vgl. dessen Inhalt in act. 6, 

M 13). Dieser behandelt dieselbe Thematik wie der ältere Bericht vom 15. August 2017, 

kommt zum selben Ergebnis und ist auch inhaltlich grösstenteils mit dem Bericht vom 

15. August 2017 vergleichbar. Insbesondere basiert der jüngere Bericht vom 6. Februar 

2018 im Vergleich zum fehlenden, älteren Bericht vom 15. August 2017 auf einer 

umfassenderen Anzahl an aktuelleren Informationen, was ihn zur Unterstützung der 

Argumentation des Beschwerdeführers ohnehin als gewichtiger erscheinen lässt. Die 

Verletzung des rechtlichen Gehörs war demnach nicht besonders schwer. Sie konnte 

nach der zitierten Rechtsprechung durch den Umstand geheilt werden, dass der 

Beschwerdeführer sich im Verfahren vor Obergericht zu dem mehrfach erwähnten Be-

richt äussern konnte.  

Zum gleichen Schluss gelangt man bezüglich des nicht weitergeleiteten Berichts von Dr. 

J. ______. 

 

 

2. Materielles 

 

2.1. Allgemeine Leistungsvoraussetzungen bei einer Liste nverletzung 

 

Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG werden die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, 

Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt.  

Gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG erbringt die Versicherung ihre Leistungen auch bei folgenden 

Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zu-

rückzuführen sind:  

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- Knochenbrüche 

- Verrenkung von Gelenken 

- Meniskusrisse 

- Muskelzerrungen 

- Sehnenrisse 

- Bandläsionen 

-Trommelfellverletzungen.  

 

Art. 6 Abs. 2 UVG wurde im Zuge der 1. UVG-Revision auf den 1. Januar 2017 hin revi-

diert. Neu wurde die Liste der Verletzungen ins Gesetz übernommen, zudem sollte klar-

gestellt werden, dass eine Leistungspflicht der Unfallversicherung keinen im Sinne der 

bisherigen Rechtsprechung äusseren Faktor voraussetzt (ANDRÉ NABOLD, in: 

Hürzeler/Kieser [Hrsg.], Kommentar zum schweizerischen Sozialversicherungsrecht, 

UVG, 2018, N. 40 zu Art. 6 UVG).  

Da sich das strittige Ereignis am 31. Januar 2017 ereignet hat, ist die neue, ab 1. Januar 

2017 geltende Bestimmung anzuwenden.  

 

 

2.2. Parteivorbringen zur Listenverletzung  

 

Strittig ist im vorliegenden Fall die Frage, ob hinsichtlich des Ereignisses vom 31. Januar 

2017 eine Listenverletzung im Sinne von Art. 6 Abs. 2 UVG vorliegt  

 

2.2.1. Der Beschwerdeführer macht geltend, beim erlittenen Meniskusriss handle es sich um 

eine Listendiagnose. Zudem bestehe beim Vorliegen einer Listendiagnose eine gesetzli-

che Vermutung für die Leistungspflicht des Unfallversicherers. Die Vermutung könne nur 

widerlegt werden, wenn der Versicherer den Nachweis erbringe, dass die Körperschädi-

gung auf eine Erkrankung oder Abnützung zurückgeführt werden könne. Die Beweislast 

für eine vorwiegend degenerative Ursache trage somit der Unfallversicherer (act. 1, 

S. 8). Zudem sei eine versicherungsexterne Begutachtung anzuordnen, wenn auch nur 

geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellung be-

stünden (act. 1, S. 9 f.).  

Die Beurteilung von Dr. J. ______ vom 9. Januar 2019 widerspreche nicht nur allen 

behandelnden Ärzten, sondern auch der Ansicht des vormaligen beratenden Arztes Dr. 

H. ______ sowie der früheren Kreisarztbeurteilung der Versicherung I. ______. 

Insbesondere sei nicht haltbar, dass Dr. J. ______ nur eine geringe Traumaenergie 

behaupte. Ein Trauma sei klar und echtzeitlich nachgewiesen worden. Folglich 

bestünden nicht bloss geringe, sondern erhebliche Zweifel an der Schlüssigkeit der 

Seite 10 

Beurteilung von Dr. J. ______ . Selbst bei geringen Zweifeln müsse ein unabhängiges 

Gutachten eingeholt werden (act. 1, S. 10). Auch auf die sich widersprechende 

Beurteilung von Dr. H. ______  könne nicht vollumfänglich abgestellt werden. Es werde 

bestritten, dass die Instabilität vorbestehend gewesen sei; vor allem auch, weil Dr. H. 

______ nicht von einer Verschlimmerung eines nicht bei der Versicherung B.______ 

versicherten Vorzustandes ausgehe und den operativen Eingriff vom 14. September 

2017 als überwiegend wahr-scheinlich notwendig erachte aufgrund der Ereignisse vom 

31. Januar 2017. Ebenso sei nicht nachvollziehbar, dass die im Mai 2018 durchgeführte 

Revisionsoperation (VKB-Plastik) nicht mehr überwiegend wahrscheinlich auf das 

Ereignis vom 31. Januar 2017 zurückzuführen sei, da die beiden Operationen in einem 

engen sachlichen Zusammenhang stünden. Es sei bildgebend klar und zeitnah erwiesen 

worden, dass das Ereignis vom 31. Januar 2017 nebst dem Meniskushornriss auch eine 

Ruptur des vorderen Kreuzbandes verursacht habe (act 1, S. 10). Ebenso könne auf die 

Beurteilungen von Dr. G. ______ sowie Dr. F. ______ abgestellt werden, welche die 

soeben ausgeführten Ansichten des Beschwerdeführers stützen würden. Auch sei der 

zeitnah zum Ereignis erhobene MRI-Befund äusserst klar und belege ein echtzeitliches 

Trauma anlässlich des Ereignisses vom 31. Januar 2017 (act 1, S. 11). Sollte das Ge-

richt der Auffassung von Dr. G. ______ nicht folgen bzw. die Sache aufgrund der 

vorhandenen medizinischen Akten nicht eindeutig beurteilen können, so sei eventualiter 

ein medizinisches Gerichtsgutachten einzuholen (act. 1, S. 11). 

 

2.2.2. Die Vorinstanz hält diesen Vorbringen Folgendes entgegen: Da in casu keine 

Meniskusschädigung vorliege, sei nicht von einer Listendiagnose auszugehen (act. 5, 

Ziff. 1.2). Mit Blick auf die ratio legis von Art. 6 Abs. 2 UVG, wonach bei bestimmten 

Körperschädigungen quasi die Vermutung bestehe, sie seien viel öfter eine Unfallfolge, 

weshalb viel niedrige Anforderungen an die Anerkennung einer Leistungspflicht ge-

schaffen worden seien, werde deutlich, dass lit. c nur akute Risse gemäss ICD-10 S83.2 

umfassen könne. Dies deshalb, weil sich die Vermutung, die Schädigung sei viel häufi-

ger Folge eines Unfalles, bei definitionsgemäss krankheitsbedingten Diagnosen gerade 

nicht rechtfertigen lasse. Diese Unterscheidung sei umso wichtiger, als heute die Leis-

tungspflicht des Unfallversicherers im Bereich der unfallähnlichen Körperschädigungen 

nicht mehr auf ein konkretes Ereignis, sondern allein an die Diagnose geknüpft sei und 

diese bereits die gesetzliche Vermutung auslöse, es liege eine vom Umfallversicherer zu 

übernehmende Körperschädigung vor (act. 5, Ziff. 1.4). Es brauche somit im Hinblick auf 

einen akuten Riss eine „sichere Diagnose“, wobei die unkritische Erwähnung eines „Ris-

ses“ durch einen Mediziner nicht genügen könne, wenn aus dessen Beurteilung nicht 

hervorgehen könne, inwiefern sich dieser Riss von der alten/degenerativen Schädigung 

abgrenze. In diesem Fall sei eine Listenverletzung bestenfalls möglich, jedoch nicht mit 

Seite 11 

überwiegender Wahrscheinlichkeit dargelegt, wofür die versicherte Person die Beweis-

last tragen müsse; mithin könne keine Vermutung einer Leistungspflicht des Unfallver-

sicherers ausgelöst werden (act. 5, Ziff. 1.5). Vorliegend stehe aufgrund der Aktenlage 

und insbesondere aufgrund der Ausführungen von Dr. J. ______ fest, dass es sich bei 

der fraglichen Meniskusschädigung überwiegend um eine vorbestehende (degene-

rative/krankhafte) unfallbedingte Schädigung handle, weshalb kein Meniskusriss im 

Sinne von Ziffer S83.2 der ICD-10 und damit keine Listenverletzung vorliege (act 5, Ziff. 

1.6). Ebenso legt die Vorinstanz dar, weshalb ihrer Ansicht nach die diagnostizierte 

Schädigung auf jeden Fall nicht traumatisch gewesen und damit vorwiegend durch 

Abnützung bzw. Krankheit verursacht worden sei bzw. auf einer unfallbedingten 

Vorschädigung beruhe (act. 5, Ziff. 2). Für ihre Begründung verweist die Vorinstanz 

weiter auf Kriterien der versicherungsmedizinischen Fachliteratur, anhand derer die 

Frage zu klären sei, ob eine Schädigung als traumatisch oder degenerativ verursacht zu 

betrachten sei (act. 5, Ziff. 2.2). Die medizinischen Berichte in den Akten würden 

mehrheitlich einzig auf die Tatsache hinweisen, dass die Schädigung von dem 

unfallähnlichen Ereignis nicht bekannt gewesen sei, worin ein unzulässiges „post hoc 

ergo propter hoc“-Argument zu erblicken sei (act. 5, Ziff. 2.3 f.). Einzig Dr. J. ______ 

gehe in seiner umfassenden Stellungnahme vom 10. Januar 2019 in zutreffender Weise 

von einer Meniskusschädigung aus (d.h. vom Fehlen einer gleichzeitig klar frischen 

Verletzung benachbarter Strukturen), indem er einen ungeeigneten 

Schadensmechanismus bejahe. Es stehe im Ergebnis deshalb fest, dass kein 

Schadensmechanismus vorliege, der geeignet gewesen sei, die festgestellte isolierte 

Meniskusschädigung zu verursachen (act. 5, Ziff. 2.5). In beweisrechtlicher Hinsicht 

wurde sodann erwähnt, dass in den Akten keine Hinweise für die Unzulässigkeit der 

Stellungnahme des versicherungsinternen Mediziners Dr. J. ______ ersichtlich seien 

(act. 5, Ziff. 2.6). Schliesslich begründete die Vorinstanz ihre Ansicht, weshalb es sich 

auch bei der Ruptur des vorderen Kreuzbandes um eine alte Schädigung handle, für 

welche sie nicht leistungspflichtig sei (act. 5, Ziff. 3). Auch diesbezüglich würden die 

Begründungen der sich hierzu äussernden Ärzte einem „post-hoc-Bias“ unterliegen, 

weshalb auf diese Äusserungen nicht abgestellt werden könne (act. 5, Ziff. 3.1 und Ziff. 

3.4). Alleine die Abklärungen von Dr. H. ______ sowie Dr. J. ______ seien hinreichend 

fundiert, um im Hinblick auf die Ruptur des vorderen Kreuzbandes sagen zu können, 

dass die Beschädigung älteren Datums sei (act. 5, Ziff. 3.5 und Ziff. 3.6). Gestützt auf 

die Ausführungen dieser beiden Ärzte sei deshalb davon auszugehen, dass es sich bei 

der Ruptur des Transplantats des vorderen Kreuzbandes um eine alte Schädigung 

handle, womit feststehe, dass die Beschwerdegegnerin dafür keine Leistungspflicht 

treffe (act. 5, Ziff. 3.7). 

 

Seite 12 

 

2.3. Fehlen eines Unfallereignisses 

 

Vorab gilt es festzuhalten, dass im Ereignis vom 31. Januar 2017 unbestritten kein Unfall 

im Sinne von Art. 6 Abs. 1 UVG erblickt werden kann, da nach der Unfall Definition eine 

äussere Einwirkung nötig wäre (vgl. Art. 4 ATSG). Eine derartige äussere Einwirkung 

behauptet nicht einmal der Beschwerdeführer. Vielmehr führte er ausdrücklich aus,  es 

sei beim Fussballspielen am 31. Januar 2017 nicht zu einem Kontakt mit einem gegneri-

schen Spieler gekommen (act. 1, S. 3).  

 

 

2.4. Vorliegen eines unfallähnlichen Ereignisses 

 

Die zur Verordnungsbestimmung Art. 9 Abs. 2 aUVV (bis 31. Dezember 2016 gültige 

Fassung der Verordnung über die Unfallversicherung, SR 832.202) entwickelte Praxis 

sah vor, dass mit Ausnahme der Ungewöhnlichkeit des äusseren Faktors die weiteren 

Voraussetzungen des Unfallbegriffs - insbesondere der äussere Faktor sowie ein 

plötzliches, nicht beabsichtigtes Ereignis - auch bei unfallähnlichen Körperschädigungen 

vorliegen mussten (BGE 129 V 466 mit Hinweis auf BGE 123 V 43). Gestützt auf die 

Zusatzbotschaft des Bundesrates zur Änderung des Bundesgesetzes über die Unfallver-

sicherung (Unfallversicherung und Unfallverhütung; Organisation und Nebentätigkeit der 

Suva; BBl 2014 S. 7922) gilt als gesichert, dass seit der Gesetzesänderung neben dem 

Kriterium der Ungewöhnlichkeit auch das Erfordernis des äusseren Faktors nicht mehr 

Voraussetzung des unfallähnlichen Ereignisses bildet.  

In den Eingaben der Parteien wird nicht angezweifelt, dass die Verdrehung des Knies 

während des Fussballspiels vom 31. Januar 2017 ein solches unfallähnliches Ereignis 

darstellt (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 8C_172/2015 vom 23. April 2015 E. 3.2, 

wonach bereits die ältere und somit restriktivere Praxis e contrario davon ausging, dass 

bei einem unkontrollierten Fehltritt während eines Fussballspiels ein unfallähnliches Er-

eignis vorliegen kann). Ebenso sind den Unterlagen keine widersprechenden Anhalts-

punkte zu entnehmen. Der Vorfall vom 31. Januar 2017 kann deshalb prinzipiell als un-

fallähnlich bezeichnet werden (zur Frage, ob dieses auch kausal für die fraglichen Lis-

tenverletzung war: vgl. nachstehend E. 2.6.). Immerhin ergibt sich aus dem Wortlaut von 

Art. 6 Abs. 2 UVG kein ausdrückliches Erfordernis eines „unfallähnliches Ereignisses“ 

(vgl. zum Streit in der Lehre, ob ein unfallähnliches Ereignis auch nach der Gesetzes-

änderung vorliegen muss: IRENE HOFER, in: Basler Kommentar, Unfallversicherungs-

gesetz, 2019, N. 57 zu Art. 6 UVG). Da jedoch ein Unfallzeitpunkt zu bestimmen ist, um 

die Deckungsfragen bzw. die Frage nach dem versicherten Dienst usw. beantworten zu 

Seite 13 

können, muss zumindest hierfür ein unfallähnliches Ereignis genannt werden können 

(vgl. KASPAR GEHRING, in: Kieser/Gehring/Bollinger [Hrsg.], KVG/UVG-Kommentar, 

2018, N. 11 zu Art. 6 UVG). Auch das Bundesgericht hielt in einem seiner aktuellsten 

Entscheide zur Art. 6 Abs. 2 UVG fest, dass nicht gesagt werden könne, die 

Unfallkriterien hätten überhaupt keine Relevanz mehr. So ist im Rahmen des dem 

Unfallversicherer offen stehenden Entlastungsbeweises auch einem allfälligen 

schädigenden Geschehen Rechnung zu tragen. Wie sich zudem aus der Entstehung 

des Instituts der unfallähnlichen Körperschädigung ergebe, handle es sich dabei um 

Gesundheitsschäden, die in der Regel plötzlich auftreten und daher in ihrer Entstehung 

als unfallmässig imponieren (Urteil des Bundesgerichts 8C_22/2019 vom 24. September 

2019 E. 8.2.1). Nach dem Erwähnten kann ein unfallähnliches Ereignis in Ermangelung 

gegenteiliger Indizien in der Knieverdrehung beim Fussballspiel erblickt werden, welche 

sich am 31. Januar 2017 ereignet hat. 

 

 

2.5. Vorliegen einer Listenverletzung 

 

2.5.1. Die Darstellung der Parteivorbringen (vgl. E. 2.2) hat gezeigt, dass zumindest im Hin-

blick auf das Vorliegen eines Meniskusrisses (Art. 6 Abs. 1 lit. c UVG) Uneinigkeit be-

steht, ob diesbezüglich überhaupt eine Listenverletzung vorliegt oder nicht. Der Ansicht 

der Vorinstanz, es handle sich bei der Meniskusverletzung nicht um eine Listenver-

letzung gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG, kann nicht gefolgt werden, wie sich aus den nachfol-

genden Erwägungen ergibt.  

 

2.5.2. Die Vorinstanz argumentiert im Wesentlichen, nach der ratio legis von Art. 6 Abs. 2 UVG 

umfasse dieser nur akute Risse gemäss ICD-10 S 83.2, weil aufgrund Art. 6 Abs. 2 UVG 

quasi die Vermutung bestehe, die dort aufgeführten Verletzungen seien viel öfters eine 

Unfall folge, wodurch wiederum viel tiefere Anforderungen an die Anerkennung einer 

Leistungspflicht des Unfallversicherers geschaffen worden seien (vgl. act. 5, Ziff. 1.4). 

Die Vorinstanz verweist sodann auf die Differenzierung der ICD-10, wonach im Kapitel 

„Krankheiten  des Muskel-Skelett-Systems und des Bindegewebes“ unter M23.2 die 

Meniskusschädigung durch alte Risse oder alte Verletzungen aufgeführt sei, während 

die im Kapitel „Verletzungen , Vergiftungen und bestimmte andere Folgen äusserer Ur-

sachen“ angesiedelten Ziff. S83.2 den akuten Meniskusriss erwähne (act. 5, Ziff. 1.3).  

 
2.5.3. Die neu per 1. Januar 2017 in Art. 6 Abs. 2 UVG übernommene Liste entspricht derjeni-

gen von Art. 9 Abs. 2 aUVV, weshalb die bisherige Praxis zur Qualifikation als Listen-

verletzung weiterhin Anwendung findet. Bei den Listenverletzungen handelt es sich um 

Seite 14 

solche, die ihrer Natur nach regelmässig durch Gewalteinwirkung oder körperliche Be-

anspruchung entstehen und die nicht klar auf degenerative oder krankheitsbedingte Ur-

sachen zurückgeführt werden können (KASPAR GEHRING, a.a.O., N. 6 zu Art. 6 UVG). In-

dem sich die Vorinstanz strikt an der von der ICD-10 vorgenommenen Einteilung orien-

tiert, verkennt sie, dass sich einzig anhand des Alters eines Risses an sich noch nicht 

beurteilen lässt, ob grundsätzlich eine Listenverletzung vorliegt oder nicht. Lebensnah 

kann nämlich auch infolge körperlicher Beanspruchung ein Meniskusriss entstehen, 

ohne dass hierfür eine degenerative oder krankheitsbedingte Ursache vorliegen muss. 

Die Frage nach dem Alter des Risses kann allenfalls im Zusammenhang mit der Prüfung 

der Kausalitätsfrage (vgl. nachstehend E. 2.6) relevant werden, wenn es um die Abklä-

rung geht, ob der Meniskusriss die Folge eines Traumas oder einer Abnützung bzw. Er-

krankung darstellt. Folglich ist nachstehend sowohl in Bezug auf die Meniskusschädi-

gung als auch im Hinblick auf die Kreuzbandläsion (letztere wird durch Art. 6 Abs. 2 lit. g 

UVG erfasst) grundsätzlich von einer Listenverletzung auszugehen. 

 

 

2.6. Kausalität zwischen dem Ereignis vom 31. Januar 201 7 und den Beschwerden 

 

2.6.1. Aufgrund der Parteivorbringen (vgl. E. 2.2) drängt sich zentral die Klärung der Frage auf, 

ob das unfallähnliche Ereignis vom 31. Januar 2017 kausal war für die vom Beschwer-

deführer geltend gemachten Leiden oder ob vielmehr eine unfallfremde Vorbeschädi-

gung vorlag, die durch das Ereignis nicht wesentlich verschlimmert worden ist. 

 

2.6.2. „Unfallfremd“ ist die Ursache dann, wenn sie auf „Abnützung oder Erkrankung“  be-

ruht, wobei nachstehend zu erläutern ist, was darunter zu verstehen ist. Soweit eine 

Listenverletzung auf einem Unfall im Sinne von Art. 4 ATSG beruht, besteht ohnehin 

eine Leistungspflicht nach Art. 6 Abs. 1 UVG. Soweit die Listenverletzung nicht auf einen 

Unfall zurückgeht - und Art. 6 Abs. 2 UVG zielt offensichtlich auf eine solche Schädigung 

ab - stellt sie definitionsgemäss eine Krankheit gemäss Art. 3 Abs. 1 ATSG dar. „Ab-

nützung“ und „Erkrankung“ sind demnach eigenständig auszulegende Begriffe. Mit die-

sem Doppelbegriff ist das Gegenteil eines medizinischen Traumas gemeint. Eine Leis-

tungspflicht der Unfallversicherung setzt somit voraus, dass diese auf ein Trauma-Er-

eignis  im medizinischen Sinn zurückgeführt werden kann (IRENE HOFER, a.a.O., N. 57 

zu Art. 6 UVG; ANDRÉ NABOLD, a.a.O., N. 45 zu Art. 6 UVG mit Hinweisen). 

 
2.6.3. Gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG besteht bei Vorliegen einer Listenverletzung eine Leistungs-

pflicht nur dann, soweit die Körperschädigung „nicht vorwiegend auf Abnützung oder Er-

krankung zurückzuführen“ ist. Nach der Konzeption dieser neuen UVG-Bestimmung 

Seite 15 

führt die Tatsache, dass eine in Art. 6 Abs. 2 UVG genannte Körperschädigung vorliegt, 

nunmehr zur gesetzlichen Vermutung, es handle sich hierbei um eine unfallähnliche 

Körperschädigung, die vom Unfallversicherer übernommen werden müsse (vgl. Urteil 

des Bundesgerichts 8C_22/2019 vom 24. September 2019, E. 8.3; IRENE HOFER, a.a.O., 

N. 57 zu Art. 6 UVG). 

Für den Entlastungsbeweis hat der Unfallversicherer gestützt auf beweiskräftige ärztli-

che Einschätzungen - mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit - 

nachzuweisen, dass die fragliche Listenverletzung vorwiegend auf Krankheit oder Ab-

nützung zurückzuführen ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_819/2019 vom 26. Februar 

2020 E. 6.3). Dabei ist „vorwiegend“ analog zum selbigen Ausdruck in Art. 9 Ab. 1 UVG 

so zu verstehen, dass die Abnützung oder Erkrankung nicht mehr als fünfzig Prozent  

aller mitwirkenden Ursachen ausmachen darf, damit der Versicherungsträger zur 

Leistungserbringung verpflichtet werden kann (vgl. Urteile des Bundesgerichts 

8C_22/2019 vom 24. September 2019 E. 8.2.2.1; 8C_819/2019 vom 26. Februar 2020 

E. 6.3; BGE 119 V 200 E. 2a; 114 V 109 E. 3c; KASPAR GEHRING, a.a.O., N. 11 zu Art. 6 

UVG).  

 

2.6.4. Dass der Unfallversicherer derart restriktive Anforderungen an den Gegenbeweis zu 

erfüllen hat, ist auch aus dem Umstand abzuleiten, dass es sich dabei um eine rein me-

dizinische Beurteilung handelt. Anders als die Versicherten verfügen die Unfallversiche-

rer über weitreichende Möglichkeiten und Ressourcen für medizinische Abklärungen. 

Die Versicherten ihrerseits sind auf die Beurteilung der behandelnden Ärzte oder der 

beigezogenen Spezialisten angewiesen. Ihre Ressourcen für medizinische Abklärungen 

sind in tatsächlicher und finanzieller Hinsicht weitaus beschränkter als diejenigen der 

Unfallversicherer. Hinzu kommt, dass Berichten von behandelnden Ärzten oftmals ge-

ringere Beweiskraft beigemessen wird, als den von den Unfallversicherern in Auftrag 

gegebenen Beurteilungen (BGE 135 V 465 E 4.5. f). Der vom Gesetzgeber mit der Revi-

sion verfolgte Zweck kann nur dann erfüllt werden, wenn bezogen auf den Einzelfall 

eindeutige Beweise von neutralen Stellen  vorliegen. Schematische, auf allgemeinen 

Erfahrungstatsachen beruhende Prüfungsschemata genügen für den Gegenbeweis 

nicht. Es sind in formeller Hinsicht Beurteilungen von Experten erforderlich, welche von 

den Unfallversicherungen unabhängig , in materieller Hinsicht nachvollziehbar und 

schlüssig sind, also den von der Praxis entwickelten Anforderungen an Gutachten (vgl. 

BGE 125 V 351) zu genügen haben (zum Ganzen: KASPAR GEHRING, a.a.O., N. 12 zu 

Art. 6 UVG). 

 

2.6.5. Die Frage nach der Kausalität zwischen dem Ereignis vom 31. Januar 2017 und den 

nachfolgenden Beschwerden beantworten die den Akten zu entnehmenden, relevanten 

Seite 16 

medizinischen Stellungnahmen weder einheitlich noch mit hinreichender Deutlichkeit 

bzw. Nachvollziehbarkeit. 

 
2.6.6. Der behandelnde Arzt Dr. F. ______ geht am 9. März 2017 davon aus, dass bereits eine 

partiell unfallbedingte Vorbeschädigung des Gelenkes vorgelegen haben müsse, da ein 

Status nach VKB-Rekonstruktion beidseits bestehe und rechtsseitig bereits zweimal eine 

Rekonstruktion des VKB (08/08 und 03/13) erfolgt sei (act. 6, M 3, S. 2). Der 

behandelnde Arzt spricht sich damit aber nicht zum für die Frage der Kausalität 

entscheidenden Kriterium aus, wie stark sich die Vorschädigung auf die 

Meniskusschädigung insgesamt ausgewirkt hat. Eine Äusserung hierzu wäre jedoch für 

die Beurteilung notwendig gewesen, ob die Listenverletzung gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG 

vorwiegend auf eine Abnützung oder Erkrankung zurückgeführt werden kann. 

 
2.6.7. Dr. G. ______ - behandelnder Arzt und Operateur - führt zur Frage nach einem 

adäquaten Trauma am 1. September 2017 aus, es könne klar festgehalten werden, 

dass der Beschwerdeführer am 31. Januar 2017 beim Fussballspielen eine Distorsion im 

Bereich des rechten Kniegelenkes mit anschliessendem Sturz erlitten habe. Der 

kausale Zusammenhang  zwischen Sturz, Distorsion und der vorderen Kreuzbandläsion 

sei daher klar erstellt . Auch normale, nicht operierte Kreuzbänder könnten bei solchen 

Traumata reissen (act. 6, M 8, S. 1 f). Im UVG-Bericht vom 17. Januar 2018 hält der er-

wähnte Arzt erneut fest, das Beschwerdebild werde nicht von unfallfremden Faktoren 

beeinflusst (act. 6, M 12). Diese Aussagen werden jedoch nicht anhand von konkreten, 

bildgebenden Befunden begründet.  

 
2.6.8. Der von der Vorinstanz zu weiteren Abklärungen angefragte Dr. H. ______  kommt in 

seiner jüngsten Stellungnahme vom 6. Februar 2018 zum Schluss, dass zwar eine 

Traumatisierung stattgefunden habe, was die geringen subchondralen Knochen-

marködeme im Bereich des Tibiakopfes belegen würden. Es könne daher nun festge-

halten werden, dass die Meniskusläsion (Listenverletzung) überwiegend  auf das Ereig-

nis vom 31. Januar 2017 zurückgeführt werden könne. Auch müsse gestützt auf die vor-

liegenden Akten davon ausgegangen werden, dass das Ereignis vom 31. Januar 2017 

insgesamt nicht zu einer richtunggebenden Verschlimmerung geführt habe, weil in der 

Geschichte der Unfälle vom 2008 bis 2011 nie eine mediale Meniskusläsion habe nach-

gewiesen werden können (act. 6, M 13, S. 5 f.). Hingegen sei anzunehmen, dass die 

Kreuzbandinsuffizienz nicht durch das Ereignis vom 31. Januar 2017 bewirkt worden sei, 

sondern dass sich die Instabilität im Verlaufe der Zeit kontinuierlich verschlechtert habe 

(act. 6, M 13, S. 7). 

 

Seite 17 

2.6.9. Zu einer anderen Schlussfolgerung als Dr. H. ______  kam der ebenfalls vom Unfall-

versicherer beauftragte Dr. J. ______  (act. 6, M 41, S. 9 f.). Dieser geht von einem 

degenerativ vorgeschädigten Meniskusgewebe aus. Die Merkmale der relevanten 

Begleitumstände - also der endogenen Distorsion vom 31. Januar 2017 - seien nicht im-

posant, so dass gefolgert werden könne, dass es sich bloss um eine geringe Trauma-

energie gehandelt haben müsse, die nicht in der Lage sei, eine isolierte komplexe In-

nenmeniskusruptur zu bewirken. Die früher mehrfach aufgetretenen Gelenkkrisen mit 

damit verbundenem Schmerz würden vielmehr auf eine Meniskusvorschädigung hin-

deuten. Auch hätte das MRI vom 14. Februar 2017 den Nachweis einer frischen Knie-

schädigung nicht erbringen können. Insgesamt müsse aber für eine versicherungsmedi-

zinische Beurteilung eine unbefriedigende Dokumentation  attestiert werden, die die 

Beurteilung erschwere. 

 
2.6.10. Obwohl sich die von der Vorinstanz eingeholten Stellungnahmen von Dr. J. ______ und 

Dr. H. ______ im Ergebnis zumindest teilweise widersprechen, stellen beide für ihre 

Argumentation hauptsächlich auf den MRI-Befund der Klinik Stephanshorn vom 14. 

Februar 2017 (act. 6, M 1) ab (vgl. act. 6, M 13, S. 5 mit act. 6, M 41, S. 9). In der Tat 

weist der für die Beurteilung der Kausalität zentrale MRI-Bericht vom 14. Februar 2017 

einerseits auf eine Vorbeschädigung hin, indem in der abschliessenden Beurteilung von 

einer (vorbestehenden) „Degeneration“ die Rede ist, was auf eine vorbestehende 

Abnützung hinweist, während sich andererseits bei Status nach Trauma  geringe, 

traumatische Knochenmarködeme zeigen würden sowie kleine, komplexe Risse des In-

nenmeniskushinterhornes, was wiederum gegen eine vorbestehende Erkrankung bzw. 

Abnützung spricht. Zwar kritisiert Dr. J. ______ an den Ausführungen von Dr. H. ______ 

unter Bezugnahme auf medizinische Fachliteratur, dass es nicht angemessen sei, von 

einem eigentlichen Meniskusriss zu sprechen (act. 6, M 41, S. 10). Damit steht seine 

Beurteilung aber gleichzeitig auch in einem Gegensatz zum MRI-Bericht vom 

14  Februar 2017, wo ausdrücklich von einem „komplexen Riss des Menis-

kushinterhornes mit horizontalen und feinen vertikalen Risskomponenten“ die Rede ist 

(act. 6, M 1). 

 

2.6.11. Ob die Argumentation von Dr. J. ______ , Dr. H. ______ oder Dr. G. ______ zutrifft oder 

nicht, ist keine juristische, sondern primär eine medizinische Frage. Zur Beurteilung 

sozialversicherungsrechtlicher Leistungsansprüche bedarf es daher - gerade auch im 

vorliegenden Fall - verlässlicher medizinischer Entscheidungsgrundlagen. Berichten und 

Gutachten versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzten kommt nach der Rechtsprechung 

Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in 

sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Auch 

Seite 18 

wenn den Berichten versicherungsinterner medizinischer Fachpersonen mithin grund-

sätzlich Beweiswert zuerkannt wird, so ist doch zu betonen, dass ihnen praxisgemäss 

nicht dieselbe Beweiskraft wie einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG vom Ver-

sicherungsträger in Auftrag gegebenen Gutachten zuzubilligen ist. Soll ein Versiche-

rungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die 

Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe 

Zweifel  an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen 

Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen. Anspruch auf ein 

unabhängiges Gutachten besteht damit rechtsprechungsgemäss, wenn die 

verwaltungsinternen Abklärungsergebnisse in rechtserheblichen Punkten nicht 

ausreichend beweiswertig sind (vgl. dazu anstelle vieler: Urteil des Bundesgerichts 

8C_824/2018 vom 26. März 2019, E. 3.3, m.w.H.). 

 
2.6.12. Art. 43 Abs. 1 ATSG schreibt dem Versicherungsträger gesetzlich vor, die an ihn gerich-

teten Begehren zu prüfen, die notwendigen Abklärungen von Amtes wegen vorzuneh-

men und die erforderlichen Auskünfte einzuholen. Das bedeutet konkret, dass der Versi-

cherungsträger die Pflicht hat, den Sachverhalt bis zur zweifelsfreien  Eruierung abzu-

klären. Gemäss Rechtsprechung kommt ihm dabei zwar durchaus ein Ermessensspiel-

raum bezüglich Notwendigkeit, Umfang und Zweckmässigkeit von medizinischen Erhe-

bungen zu.  

 

Der Vergleich der dargelegten medizinischen Beurteilungen hat Widersprüche zwischen 

den erwähnten Ärzten offengelegt, die ohne weitere fachmedizinische Abklärungen nicht 

überwunden werden können. Auch Dr. J. ______ hat am 7. Januar 2019 erwähnt, es 

liege eine unbefriedigende Dokumentation vor, die die Beurteilung erschwere. Die Beur-

teilung von Dr. G. ______ ist nach Ansicht des Gerichts nicht schlüssig widerlegt wor-

den. Die Versicherung B.______ hat ihre eigene gesetzlich vorgesehene 

Abklärungspflicht im konkreten Fall noch nicht erfüllt, indem sie sich lediglich auf die 

Stellungnahme von Dr. J. ______ abstützt, die, wie dargelegt wurde, in einem nach wie 

vor nicht geklärten Widerspruch zu den Ausführungen von Dr. H. ______ und dem MRI-

Bericht vom 14. Februar 2017 steht. Es ist daher von der Vorinstanz ein unabhängiges 

Gutachten zur Frage der Unfallkausalität der vom Beschwerdeführer auch nach dem 31. 

Januar 2017 geklagten Beschwerden einzuholen. 

Nach Abschluss der erforderlichen medizinischen Abklärungen wird die Vorinstanz in 

einem neuen Einspracheentscheid erneut über den Leistungsanspruch des Beschwer-

deführers zu befinden haben. Die Vorinstanz wird vorsorglich darauf hingewiesen, dass 

ihr Entscheid gestützt auf Art. 49 Abs. 4 ATSG dem Krankenversicherer des Beschwer-

Seite 19 

deführers ebenfalls zu eröffnen sein wird, damit auch diesem die Möglichkeit eingeräumt 

wird, gegebenenfalls ein Rechtsmittel dagegen zu ergreifen. 

 
 

3. Kosten und Entschädigungen 

 

3.1. Es handelt sich um ein kostenloses Verfahren (Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. a 

ATSG), weshalb keine Gerichtskosten zu erheben sind. 

 

3.2. Nach Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf 

Ersatz der Parteikosten; diese werden vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne 

Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwie-

rigkeit des Prozesses bemessen. Im Übrigen ist die Bemessung der Parteientschädi-

gung dem kantonalen Recht überlassen (Urteil des Bundesgerichts 8C_11/2016 vom 

22. Februar 2016, E. 3.1).  

 
Beim vorliegenden Verfahrensausgang ist der Beschwerdeführer als obsiegend zu be-

trachten (vgl. dazu anstelle vieler: Urteil des Bundesgerichts 8C_509/2019 vom 8. No-

vember 2019, E. 6). Der Beschwerdeführer wurde im vorliegenden Verfahren durch eine 

Rechtsanwältin vertreten, so dass ihm für diesen Aufwand wie beantragt eine Entschädi-

gung zuzusprechen ist. 

 

Die Entschädigung setzt sich zusammen aus einem Honorar und den Barauslagen. Die 

Mehrwertsteuer wird als Zuschlag in Rechnung gestellt (Art. 3 der Verordnung über den 

Anwaltstarif, AT, bGS 145.53). In Verfahren vor dem Obergericht in Verwaltungssachen 

wird das Honorar pauschal festgelegt (Art. 13 Abs. 1 lit. c AT) und beträgt Fr. 1‘000.-- bis 

Fr. 10‘000.-- (Art. 16 Abs. 1 AT). In aussergewöhnlich aufwendigen Verfahren kann das 

Honorar um die Hälfte erhöht werden (Art. 16 Abs. 2 AT). Innerhalb des für eine 

Pauschale gesetzten Rahmens richtet sich das Honorar nach den besonderen 

Umständen des Falles. In Betracht fallen namentlich Art und Umfang der Bemühungen, 

die Schwierigkeiten des Falles sowie die wirtschaftlichen Verhältnisse der Beteiligten 

(Art. 17 AT). Grundsätzlich kann die mögliche Bandbreite der Honorare unterteilt werden 

in  

a) einfache, unterdurchschnittlich aufwändige Fälle, in denen ein Honorar von 

Fr. 1‘000.-- bis zu Fr. 4‘000.-- zu sprechen ist;  

b) mittlere Fälle, die durchschnittlich schwierige Rechts- und/oder Sachverhaltsfragen 

betreffen und einen durchschnittlichen Aufwand benötigten, in denen ein Honorar in 

der Grössenordnung von Fr. 4‘000.-- bis Fr. 7‘000.-- angemessen erscheint; und  

Seite 20 

c)  schwierige Fälle sowohl bezüglich Sachverhalts- und/oder Rechtsfragen, in denen 

überdurchschnittlich umfangreiche Eingaben notwendig waren und umfangreiche 

Akten zu studieren waren, was ein Honorar von Fr. 7‘000.-- bis Fr. 10‘000.--, bzw. in 

aussergewöhnlichen Fällen bis zu Fr. 15‘000.-- rechtfertigt. 

 

Die Anwältin des Beschwerdeführers hat eine Kostennote eingereicht (act. 13). Darin hat 

sie ein Honorar von rund Fr. 4‘700.-- geltend gemacht. Dem Aufwand und den 

Anforderungen im Verfahren O3 V 19 11 angemessen erscheint - auch im Vergleich mit 

ähnlichen Fällen - jedoch ein Honorar aus dem unteren Bereich der Honorarpauschalen 

(Fr. 1‘000.-- bis Fr. 4‘000.--) in der Höhe von Fr. 2‘500.--. Hinzu kommen pauschalisierte 

Barauslagen von 4% sowie die Mehrwertsteuer von 7.7%, was insgesamt zu einer 

Entschädigung von Fr. 2‘800.20 führt, welche dem Beschwerdeführer zulasten der 

Vorinstanz zuzusprechen ist. 

 

  

Seite 21 

Das Obergericht erkennt: 
 
 
1. Die Beschwerde von A. ______ wird gutgeheissen und der angefochtene Einspracheent-

scheid der Vorinstanz wird aufgehoben. Die Sache wird an die Versicherung B.______ 
______  zurückgewiesen, damit diese nach ergänzenden Abklärungen im Sinne der Erwä-
gungen erneut über den Leistungsanspruch des Beschwerdeführers entscheide. 

 
 
2. Es werden keine Kosten erhoben. 
 
 
3. Die Vorinstanz wird verpflichtet, dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung im Be-

trag von Fr. 2‘800.20 zu bezahlen. 
 
 
4. Rechtsmittel:  

Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit der Zustellung Beschwerde in öffentlich-
rechtlichen Angelegenheiten erhoben werden. Die Zulässigkeit einer solchen Beschwerde 
richtet sich nach Art. 82 ff. Bundesgerichtsgesetz (BGG, SR 173.110). Die Beschwerde ist 
beim Schweizerischen Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, schriftlich einzu-
reichen. Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Be-
weismittel und die Unterschrift zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Be-
weismittel angerufenen Urkunden sind - soweit vorhanden - beizulegen (Art. 42 BGG). Die 
Beschwerde hat in der Regel keine aufschiebende Wirkung (Art. 103 BGG).  
 
 

5. Zustellung an den Beschwerdeführer über dessen Anwältin, die Vorinstanz, die Beige-
ladene und an das Bundesamt für Gesundheit. 

 
 
 
Im Namen der 3. Abteilung des Obergerichts 
 
 
Der Obergerichtspräsident: 

 

lic. iur. Walter Kobler 

Der a.o. Gerichtsschreiber: 

 

MLaw Michael Ledermann 

 
 
versandt am: 8. April 2020