# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 41763861-555d-5d94-8651-db5ef8076552
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-09-16
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 16.09.2010 IV 2009/1
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2009-1_2010-09-16.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2009/1

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 13.07.2020

Entscheiddatum: 16.09.2010

Entscheid Versicherungsgericht, 16.09.2010
Art. 16 ATSG, aArt. 28 IVG. Während eines instabilen Gesundheitszustands 
aufgrund mehrfacher Operationen ist für die Invaliditätsbemessung auf die 
Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit abzustellen. Erst wenn die 
Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit geprüft werden kann, 
ist ab diesem Zeitpunkt die Invaliditätsbemessung anzupassen. Sodann ist 
bei Männern, die auch bei ganztägiger Anwesenheit eine reduzierte 
Leistungsfähigkeit aufweisen, ein Teilzeitabzug im Rahmen des 
sogenannten "Leidensabzugs" gerechtfertigt (Entscheid des 
Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen vom 16. September 2010, IV 
2009/1).

Entscheid Versicherungsgericht, 16.09.2010

Abteilungspräsidentin Karin Huber-Studerus, Versicherungsrichterin Monika Gehrer-

Hug, Versicherungsrichter Joachim Huber; Gerichtsschreiberin Philia Roth

Entscheid vom 16. September 2010

in Sachen

T.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Simon Näscher, Alte Landstrasse 106,

Postfach 101, 9445 Rebstein,

gegen

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IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

Rente

Sachverhalt:

A.       

A.a   T.___ (Jahrgang 1960) meldete sich am 8. März 2006 zum Bezug von Leistungen 

der Invalidenversicherung an (IV-act. 4). Die Arbeitgeberin berichtete der IV-Stelle des 

Kantons St. Gallen am 21. März 2006, der Versicherte habe vom 1. Juli 1998 bis 

31. Oktober 2005 als Allrounder im A.___ gearbeitet. Er habe Fr. 4'500.-- pro Monat 

verdient (IV-act. 12-4/10 f.). Dr. med. B.___, Facharzt für Allgemeine Medizin FMH, gab 

der IV-Stelle am 21. Juni 2006 an, der Versicherte leide an einem St. n. dorsaler 

Spondylodese 06/05 mit Schraubenfehllage 04/06 und sei seit Juni 2005 100% 

arbeitsunfähig. Eine wechselbelastende Tätigkeit im Sitzen und Stehen sei dem 

Versicherten zu 50 bis 75% zumutbar (IV-act. 17). Im Verlaufsbericht vom 30. Januar 

2007 führte der Hausarzt Dr. B.___aus, der Zustand des Versicherten habe sich nicht 

gebessert. Eine angepasste Tätigkeit sei vielleicht später zwei bis vier Stunden pro Tag 

zumutbar (IV-act. 23).

A.b   Dr. med. C.___, Fachärztin für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 

Bewegungsapparates, Klinik für Orthopädische Chirurgie des Kantonsspitals St. 

Gallen, berichtete der IV-Stelle am 19. April 2007, die Diagnose sei unverändert. Die 

bisherige Tätigkeit sei dem Versicherten nicht mehr zumutbar. Er werde in der Lage 

sein, eine körperlich nicht anstrengende Arbeit auszuüben, wenn er nach Bedarf mal 

sitzen, mal stehen könne. Dabei bestünde keine Einschränkung der Leistungsfähigkeit 

(IV-act. 24). Der Hausarzt gab am 13. Juni 2007 an, eine weitere Operation sei geplant. 

Die bisherige Tätigkeit sei nicht mehr zumutbar. Eine adaptierte Tätigkeit in 

wechselnden Positionen sei vier bis sechs Stunden pro Tag mit einer 

Leistungseinschränkung von 25 bis 50% möglich (IV-act. 25).

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A.c   Dr. med. D.___, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 

Bewegungsapparates FMH, berichtete der IV-Stelle am 17. September 2007, der 

Gesundheitszustand habe sich verbessert. Der Versicherte sei am 29. Juni 2007 erneut 

operiert worden. Sechs Wochen nach Schraubenneupositionierung sowie 

Respondylodese liege ein akzeptabler Verlauf vor. Ob eine bleibende Einschränkung 

von mindestens 20% in der aktuellen Tätigkeit festzustellen sei, könne sechs Wochen 

nach der Operation noch nicht beurteilt werden (IV-act. 30). Der Regionale Ärztliche 

Dienst (RAD) Ostschweiz gab in seiner Stellungnahme vom 5. Oktober 2007 an, die 

Wiederaufnahme der bisherigen Tätigkeit sei kaum mehr zumutbar. Eine 

rückenadaptierte, wechselbelastende, leichte bis eventuell mittelschwere Tätigkeit in 

wechselnden Körperpositionen dürfte mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu 50 bis 

100% möglich sein. Aktuell befinde sich der Versicherte in der postoperativen Phase. 

Eine genauere Aussage über den Arbeitsfähigkeitsgrad dürfte ab Januar 2008 zu 

treffen sein. Berufliche Eingliederungsmassnahmen seien bereits zum aktuellen 

Zeitpunkt angezeigt (IV-act. 31).

A.d   Am 30. Oktober 2007 besuchte der Eingliederungsberater den Versicherten zu 

Hause. Er informierte ihn über mögliche leidensadaptierte Tätigkeiten und 

Massnahmen der IV. Der Versicherte habe wiederholt erklärt, er fühle sich zurzeit nicht 

arbeitsfähig. Er erwarte eine finanzielle Unterstützung der IV. Daher schloss der 

Eingliederungsberater den Fall ab (IV-act. 36 und 38). Die entsprechende Mitteilung der 

IV-Stelle an den Versicherten erfolgte am 11. Juni 2008 (IV-act. 54).

A.e   Bereits am 13. Dezember 2007 berichteten die Ärzte der Klinik für Neurologie des 

Kantonsspitals St. Gallen, gemäss ihrer Untersuchung vom 16. November 2007 leide 

der Versicherte an einem chronischen, lumboischialgieformen Schmerzsyndrom mit 

anamnestisch intermittierend sensomotorischen Ausfällen beidseits rechtsbetont. 

Aktuell habe man klinisch und elektrophysiologisch keine sicheren Hinweise auf eine 

Mononeuropathie, eine Plexopathie oder eine lumbale Radikulopathie feststellen 

können. Die Beschwerden seien am ehesten muskuloskelettal bedingt (IV-act. 40). Auf 

Empfehlung des RAD vom 12. Februar 2008 beauftragte die IV-Stelle am 18. Februar 

2008 das Medizinische Gutachtenzentrum St. Gallen (MGSG) mit der bidisziplinären 

Begutachtung des Versicherten (IV-act. 44 und 47).

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A.f    Am 27. Mai 2008 erstellte das MGSG das Gutachten. Der Versicherte war am 

11. April 2008 von Dr. med. E.___, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und 

Traumatologie des Bewegungsapparates FMH und Sportmedizin (SGSM), und am 

20. Mai 2008 von Dr. med. univ. F.___, österreichischer Facharzt für Psychiatrie, 

psychotherapeutische Medizin und Neurologie sowie Arzt für psychosoziale Medizin 

und Psychosomatik, untersucht worden. Als Diagnosen mit Auswirkung auf die 

Arbeitsfähigkeit gaben die Gutachter einen inkompletten Durchbau bei St. nach 

dorsaler Spondylodese L5/S1 mit dorsaler Dekompression beidseits 06/05 und 

zweimaliger Revision mit Spongiosaanlagerung und Schraubenneupositionierung 04/06 

und 07/07 sowie eine Präadipositas an. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 

bestehe eine leichte Anpassungsstörung. Die lumbalen Schmerzen und die abnormen 

Untersuchungsbefunde der LWS könnten aufgrund des CT-Befundes vom 14. April 

2008 auf die dabei nachgewiesene inkomplette ossäre Konsolidation nach 

Spondylodese L5/S1 zurückgeführt werden. Die Prognose sei bei St. n. dreimaligen 

Voreingriffen ungünstig. Zudem führe auch das Übergewicht zu einer vermehrten 

Belastung der LWS. Dadurch sei der Versicherte in seiner Leistungsfähigkeit 

eingeschränkt. Körperlich schwere Arbeiten seien ihm seit Juni 2005 nur noch zu 15% 

zumutbar. Eventuell könnte durch eine erfolgreiche chirurgische Revision eine leichte 

Steigerung der Arbeitsfähigkeit erzielt werden. Körperlich leichte Tätigkeiten in 

temperierten Räumen, die abwechslungsweise sitzend und stehend durchgeführt 

werden können, ohne dass dabei regelmässig inklinierte und reklinierte sowie rotierte 

Körperhaltungen eingenommen und Gegenstände über 10 kg gehoben oder getragen 

werden müssten, seien dem Versicherten zu 70% zumutbar. Eine Arbeitsunfähigkeit 

aus psychiatrischer Sicht bestehe nicht (IV-act. 50).

A.g   Mit Vorbescheid vom 11. Juni 2008 stellte die IV-Stelle die Abweisung des 

Rentengesuchs in Aussicht. Die fachmedizinische Abklärung habe ergeben, dass der 

Versicherte in der angestammten Tätigkeit als Allrounder im A.___ wesentlich 

eingeschränkt sei. In einer körperlich leichten, wechselbelastenden Tätigkeit bestehe 

bei einer ganztägigen Anwesenheit eine Restarbeitsfähigkeit von 70%. Das zumutbare 

Erwerbseinkommen betrage ohne Behinderung Fr. 61'056.-- und mit Behinderung 

Fr. 38'014.--. Aus der Gegenüberstellung resultiere eine Erwerbseinbusse von 

Fr. 23'041.-- beziehungsweise ein Invaliditätsgrad von 38%. Da dieser unter 40% liege, 

bestehe kein Rentenanspruch (IV-act. 56). Dagegen liess der Versicherte am 14. Juli 

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2008 und 15. August 2008 einwenden, er sei mit dem Vorbescheid nicht einverstanden 

(IV-act. 62 und 64). Mit Verfügung vom 14. November 2008 wies die IV-Stelle das 

Rentengesuch ab. Zu den Einwänden des Rechtsvertreters führte sie aus, aus 

medizinischer Sicht sei das Gutachten objektiv und nachvollziehbar. Die subjektiven 

Ansichten und Interpretationen des Rechtsvertreters würden an der Nachvollziehbarkeit 

nichts ändern (IV-act. 68).

B.       

B.a   Gegen diese Verfügung liess der Versicherte am 5. Januar 2009 Beschwerde 

erheben. Er beantragte die Aufhebung der Verfügung vom 14. November 2008 und die 

Zusprache einer vollen (richtig: ganzen) Invalidenrente auf der Grundlage eines 

Invaliditätsgrads von 100%. Eventualiter sei ein neutrales Gesuch bezüglich der 

Arbeitsfähigkeit einzuholen. Das Gutachten von Dr. E.___ sei nicht schlüssig, da als 

einzige Behandlungsmassnahme mit Aussicht auf Erfolg eine weitere chirurgische 

Revision genannt werde. Ausserdem habe der Gutachter klar festgehalten, dass der 

Beschwerdeführer in seiner Leistungsfähigkeit eingeschränkt sei. Der RAD sei bereits in 

seiner Stellungnahme vom 5. Oktober 2007 von einer Arbeitsfähigkeit von 50 bis 100% 

ausgegangen. Daher liege der Verdacht nahe, dass der Gutachter seine 

Arbeitsfähigkeitsschätzung entsprechend dieser "Vorgabe" vorgenommen habe. Dieser 

Verdacht werde dadurch erhärtet, dass Dr. G.___ vom Kantonsspital St. Gallen davon 

ausgehe, dass eine IV-Berentung nötig sei. Auch Dr. B.___ sei dieser Ansicht. Deshalb 

sei offensichtlich, dass das Gutachten unter einer deutlichen Befangenheit verfasst 

worden sei (G act. 1).

B.b   Die zuständige Verfahrensleitung bewilligte mit Zwischenentscheid vom 

12. Februar 2009 das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und 

Rechtsverbeiständung (G act. 7).

B.c   Die Beschwerdegegnerin beantragte in der Beschwerdeantwort vom 11. Februar 

2009 die Abweisung der Beschwerde. Es gebe keine Hinweise, die eine Beeinflussung 

der Gutachter belegen würden. Auf die beiden Gutachten könne abgestellt werden. Der 

Beschwerdeführer habe im Jahr 2005 ein Einkommen von Fr. 58'500.-- erzielt. Das 

Invalideneinkommen sei anhand der schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) zu 

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berechnen. Hilfsarbeiter hätten im Jahr 2005 durchschnittlich Fr. 59'197.-- verdient. 

Das Invalideneinkommen sei aufgrund der geringen Differenz zum Valideneinkommen 

von 1% nicht anzupassen. Der Beschwerdeführer könne nur noch leichte 

Hilfstätigkeiten ausführen; somit sei ein Leidensabzug von 10% vorzunehmen. Das 

Invalideneinkommen betrage somit Fr. 32'294.-- (Fr. 59'197.-- x 0.7 x 0.9), woraus ein 

Invalideneinkommen von 36% resultiere. Damit sei kein Anspruch auf eine IV-Rente 

gegeben (G act. 5).

B.d   In der Replik vom 27. März 2009 hielt der Beschwerdeführer an seinen Anträgen 

fest. Er sei am 13. Januar 2009 zur Nachkontrolle im Kantonsspital St. Gallen 

aufgeboten gewesen. Dabei habe man eine Pseudoarthrose festgestellt. Diese könne 

durchaus lumbosakrale Rückenschmerzen verursachen. Eine weitere operative 

Revision sei vorgeschlagen worden. Eine Beschwerdefreiheit sei auch mit dieser 

Massnahme nicht zu erwarten (G act. 10.1.1). Dagegen sei Gutachter E.___ der 

Meinung, eine chirurgische Revision könne eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit 

bewirken. Dies stelle einen erheblichen Widerspruch in den ärztlichen Beurteilungen 

dar, was ein Obergutachten erforderlich mache. Zudem habe der Hausarzt in seinem 

Bericht vom 30. Dezember 2008 (G act. 10.1.2) eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit 

bestätigt (G act. 10).

B.e   Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 6. April 2009 auf eine Duplik (G act. 12).

Erwägungen:

1.        

Am 1. Januar 2008 sind die Änderungen des Bundesgesetzes über die 

Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) und anderer Erlasse wie des Bundesgesetzes 

über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Kraft 

getreten. Bei der Prüfung eines allenfalls schon vorher entstandenen Anspruchs auf 

eine Rente der Invalidenversicherung sind die allgemeinen intertemporalrechtlichen 

Regeln heranzuziehen, wonach in zeitlicher Hinsicht diejenigen Rechtssätze 

massgebend sind, die bei Verwirklichung des zu Rechtsfolgen führenden Sachverhalts 

galten. Demzufolge ist der vorliegend zu beurteilende Rentenanspruch für die Zeit bis 

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zum 31. Dezember 2007 auf Grund der bisherigen und ab diesem Zeitpunkt - bis zum 

Erlass der strittigen Verfügung vom 14. November 2008, welcher 

rechtsprechungsgemäss die zeitliche Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugnis 

bildet (BGE 132 V 215 neues Fenster E. 3.1.1 S. 220 mit Hinweisen) - nach den neuen 

Normen zu prüfen (BGE 130 V 445 neues Fenster E. 1 S. 446 f. [mit Hinweis u.a. auf 

BGE 130 V 329 neues Fenster]). Dies fällt materiellrechtlich indessen nicht ins Gewicht, 

weil die 5. IV-Revision hinsichtlich der Invaliditätsbemessung keine substanziellen 

Änderungen gegenüber der bis 31. Dezember 2007 gültig gewesenen Rechtslage 

(nachstehend: aArt.) gebracht hat, sodass die zur altrechtlichen Regelung ergangene 

Rechtsprechung weiterhin massgebend ist. Neu normiert wurde demgegenüber der 

Zeitpunkt des Rentenbeginns, der, sofern die entsprechenden 

Anspruchsvoraussetzungen gegeben sind (Art. 28 Abs. 1 IVG), gemäss Art. 29 Abs. 1 

IVG frühestens sechs Monate nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach 

Art. 29 Abs. 1 ATSG entsteht. Da sich der Beschwerdeführer bereits am 8. März 2006 

bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug angemeldet hatte, wäre ein 

allfälliger Rentenanspruch bereits vor dem 1. Januar 2008 entstanden, weshalb sich 

diese Neuerung auf den hier zu prüfenden Fall nicht auswirkt (vgl. Urteile des 

Bundesgerichts vom 23. Dezember 2008 [8C_829/2008] E. 2.1 und vom 28. August 

2008 [8C_373/2008] E. 2.1, je mit Hinweis).

2.        

2.1    Der Rechtsvertreter des Versicherten macht geltend, die Gutachter seien 

befangen. Er begründet dies damit, dass der RAD bereits am 5. Oktober 2007 von 

einer Arbeitsfähigkeit von 50 bis 100% ausgegangen sei. Der Gutachter habe sich an 

diese "Vorgabe" gehalten. Der Verdacht werde dadurch erhärtet, dass Hausarzt und 

Spitalarzt von der Notwendigkeit einer Berentung ausgegangen seien (G act. 1). Die 

Rüge der Befangenheit ist vorab zu beurteilen. Nach der Rechtsprechung gelten für 

Sachverständige grundsätzlich die gleichen Ausstands- und Ablehnungsgründe, wie 

sie für das Gericht vorgesehen sind. Danach ist Befangenheit anzunehmen, wenn 

Umstände vorliegen, die geeignet sind, Misstrauen in die Unparteilichkeit zu erwecken 

(BGE 132 V 93 E. 7.1). Bei der Befangenheit handelt es sich allerdings um einen 

inneren Zustand, der nur schwer bewiesen werden kann. Es braucht daher für die 

Ablehnung nicht nachgewiesen zu werden, dass die sachverständige Person 

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tatsächlich befangen ist. Es genügt vielmehr, wenn Umstände vorliegen, die den 

Anschein der Befangenheit und die Gefahr der Voreingenommenheit zu begründen 

vermögen. Bei der Beurteilung des Anscheins der Befangenheit und der Gewichtung 

solcher Umstände kann jedoch nicht auf das subjektive Empfinden einer Partei 

abgestellt werden. Das Misstrauen muss vielmehr in objektiver Weise als begründet 

erscheinen. Im Hinblick auf die grosse Bedeutung, welche den Arztgutachten im 

Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters ein 

strenger Massstab anzusetzen (BGE 120 V 364 E. 3).

2.2    Der Bericht des RAD vom 5. Oktober 2007 wird im Gutachten von Dr. E.___ nicht 

namentlich erwähnt, sondern es wird pauschal auf von der Beschwerdegegnerin 

gelieferte Unterlagen und dabei insbesondere auf die Arztberichte, den 

Arbeitgeberbericht und den Schlussbericht der Eingliederungsberatung verwiesen. 

Zudem hat der RAD mit seiner Einschätzung zur zumutbaren Arbeitsfähigkeit in einer 

adaptierten Tätigkeit von 50 bis 100% lediglich die objektive Aktenlage 

zusammengefasst, da bereits der Hausarzt des Beschwerdeführers in seinem Bericht 

vom 21. Juni 2006 eine Teilarbeitsfähigkeit von 50 bis 75% als zumutbar erachtet hatte 

(vgl. IV-act. 17). Auch die späteren Arztberichte haben eine Teilarbeitsfähigkeit von 25 

bis 50 beziehungsweise 100% bestätigt (vgl. IV-act. 23, 24, 25). Schliesslich ist aus 

dem Gutachten nicht das geringste Indiz ersichtlich, dass der erwähnte RAD-Bericht 

als "Vorgabe" gedient haben könnte. Die Arbeitsfähigkeitsschätzungen der 

behandelnden Ärzte oder Stellungnahmen des RAD werden nicht zitiert. Der 

Rechtsvertreter des Beschwerdeführers bringt eine nicht zu belegende Behauptung 

vor. Die Rüge der Befangenheit ist unbegründet.

3.        

3.1    Streitig und im vorliegenden Verfahren zu beurteilen ist, ob der Beschwerdeführer 

Anspruch auf eine Invalidenrente hat. Die Beschwerdegegnerin hat in der 

angefochtenen Verfügung entsprechende Leistungen abgelehnt, der Beschwerdeführer 

lässt im Gerichtsverfahren einzig eine Rente beantragen. Ergäbe sich allerdings, dass 

ohne Eingliederungsmassnahmen ein Rentenanspruch in Frage steht, so gehörte zum 

Streitgegenstand notwendigerweise auch die Frage, ob die Verwaltung den Grundsatz 

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"Eingliederung vor Rente" beachtet und eine allfällige Pflicht des Beschwerdeführers zu 

Massnahmen korrekt in Anspruch genommen hat.

3.2    Nach aArt. 28 Abs. 1 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, 

wenn die versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, 

wenn sie mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 

50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von 

mindestens 40% auf eine Viertelsrente. Gemäss aArt. 28 Abs. 2 IVG i.V.m. Art. 16 

ATSG ist die Invalidität grundsätzlich durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln. 

Dabei wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach dem Eintritt der 

Invalidität und nach der Durchführung der notwendigen und zumutbaren 

Eingliederungsmassnahmen bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in 

Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht 

invalid geworden wäre.

3.3    Für das gesamte Verwaltungs- und gerichtliche Beschwerdeverfahren gilt der 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben Versicherungsträger und 

Sozialversicherungsgericht die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche 

Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des 

Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen 

Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden 

ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der 

medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten 

begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder 

die Herkunft des Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 

gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a mit 

Hinweisen).

4.        

4.1    Die Höhe der behinderungsbedingten Erwerbseinbusse hängt vor allem von der 

ärztlichen Arbeitsfähigkeitsschätzung ab, d.h. davon, in welchem Umfang für die 

versicherte Person noch eine Tätigkeit in Betracht fällt (BGE 125 V 261 E. 4). Die 

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Beschwerdegegnerin stellt auf das Ergebnis der MGSG-Begutachtung vom 27. Mai 

2008 ab, wonach dem Beschwerdeführer die bisherige Tätigkeit seit Juni 2005 noch zu 

15% zumutbar sei und eine adaptierte Tätigkeit zu 70% ausgeübt werden könne. Der 

Rechtsvertreter des Beschwerdeführers macht geltend, das Gutachten von Dr. E.___ 

sei nicht schlüssig, weil als einzige Behandlungsmassnahme eine weitere Operation 

vorgeschlagen werde und ausserdem eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit 

bestätigt werde. Diese Argumentation vermag nicht zu überzeugen. Die Frage 

betreffend weiteren medizinischen Behandlungsmassnahmen bezieht sich auf die 

Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers in Zukunft. Sollte nämlich eine weitere 

Operation durchgeführt werden und damit eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit 

erreicht werden können, so würde sich bei stabilen gesundheitlichen Verhältnissen die 

Frage einer Rentenrevision stellen. Dr. E.___ hat also mit dem Hinweis auf eine erneute 

chirurgische Revision als einzig verbliebene Behandlungsmassnahme die Frage 

beantwortet, ob medizinische Massnahmen allenfalls eine Verbesserung des IST-

Zustandes ermöglichen würden. Dagegen hat der Gutachter mit der 

Arbeitsfähigkeitsschätzung den aktuellen Zustand erhoben. Gestützt darauf war eine 

Rentenprüfung möglich. Vorliegend ergeben sich aus dem Gutachten keine Hinweise, 

wonach die mögliche Option einer späteren Revisionsoperation zur eventuellen 

Verbesserung der Arbeitsfähigkeit die aktuelle Arbeitsfähigkeitsschätzung als nicht 

nachvollziehbar erscheinen liesse.

4.2    Das Wartejahr nach aArt. 29 Abs. 1 IVG begann im Juni 2005 zu laufen. Relevant 

ist nach dem Wortlaut des Gesetzes in aArt. 29 IVG Abs. 1 lit. b die während eines 

Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40%ige 

Arbeitsunfähigkeit nach Art. 6 ATSG. Gemäss Art. 6 ATSG ist dabei die 

Arbeitsunfähigkeit im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich gemeint. Wie aus den 

Akten hervorgeht, ist nach übereinstimmender Auffassung der behandelnden und 

begutachtenden Ärzte dem Beschwerdeführer die bisherige Tätigkeit als Allrounder im 

A.___ seit Juni 2005 nicht mehr oder nur noch in einem maximalen Ausmass von 15% 

zumutbar. Der Wechsel auf eine leidensadaptierte Tätigkeit war dem Beschwerdeführer 

lange Zeit nicht zumutbar, weil er wiederholt operiert werden musste und 

anschliessend rekonvaleszent war. Der Hausarzt hat in seinem Bericht vom 21. Juni 

2006 darauf hingewiesen, dass es aktuell noch zu früh sei, um betreffend einer 

adaptierten Tätigkeit Entscheidungen zu fällen (vgl. IV-act. 17). Ebenso hat er in seinem 

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Bericht vom 30. Januar 2007 erwähnt, dass eine Teilarbeitsfähigkeit zu einem späteren 

Zeitpunkt möglicherweise zumutbar sei. Aktuell sei die medizinische Behandlung noch 

nicht abgeschlossen (IV-act. 23). Auch Dr. C.___ hat in ihrem Bericht vom 19. April 

2007 auf die Notwendigkeit weiterer Abklärungen betreffend Operationsindikation 

hingewiesen, als sie ihre Arbeitsfähigkeitsschätzung bezüglich einer leidensadaptierten 

Tätigkeit abgegeben hat (IV-act. 24). Damit in Übereinstimmung hat der RAD den 

Gesundheitszustand in seiner Stellungnahme vom 28. November 2006 sowie vom 

26. Juni 2007 als instabil bezeichnet. Eine weitere Revisionsoperation sei vorgesehen 

(IV-act. 21 und 26). Ebenso hat der RAD in seiner Stellungnahme vom 5. Oktober 2007 

darauf hingewiesen, dass sich der Beschwerdeführer aktuell in der postoperativen 

Phase befinde, die in der Regel bis gut sechs Monate nach der Operation andauere. 

Eine genauere Aussage betreffend Arbeitsfähigkeitsgrad in einer adaptierten Tätigkeit 

dürfte erst ab Januar 2008 möglich sein (IV-act. 31). Am 11. April 2008 fand die 

orthopädische Begutachtung zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit statt (IV-act. 50). Das 

Gutachten wurde mit der psychiatrischen Teilbegutachtung am 20. Mai 2008 

vervollständigt (IV-act. 51). Einen Beginn der zumutbaren Arbeitsfähigkeit in einer 

leidensangepassten Tätigkeit haben die Gutachter nicht genannt. Unter den gegebenen 

Umständen ist davon auszugehen, dass dem Beschwerdeführer ab der Begutachtung 

im April 2008 eine 70%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit zumutbar 

war. Davor hat kein stabiler Gesundheitszustand bestanden. Der Invaliditätsgrad kann 

somit erst ab 1. April 2008 auf der Grundlage der Restarbeitsfähigkeit in einer 

leidensadaptierten Tätigkeit bemessen werden. Davor ist auf die Arbeitsfähigkeit in der 

bisherigen Tätigkeit abzustellen. Das Wartejahr ist Ende Mai 2006 abgelaufen. Bei einer 

Arbeitsunfähigkeit von mindestens 85% in der bisherigen Tätigkeit hat der 

Beschwerdeführer ab Juni 2006 Anspruch auf eine ganze Rente.

4.3    Nach Art. 6 Satz 2 ATSG wird bei langer Dauer der Arbeitsunfähigkeit im 

bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen 

Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt. Seit 1. April 2008 ist dem 

Beschwerdeführer eine leidensadaptierte Tätigkeit im Ausmass von 70% zumutbar. Die 

hausärztlich attestierte 100%ige Arbeitsunfähigkeit betrifft dagegen die Arbeitsfähigkeit 

in der bisherigen Tätigkeit und ist daher für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in einer 

leidensangepassten Tätigkeit nicht relevant. Die Arbeitsfähigkeitsschätzung von 70% 

des begutachtenden Orthopäden lässt sich ohne weiteres mit den vorangehenden 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/17

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fachärztlichen Beurteilungen vereinbaren. Eine körperlich leichte, wechselbelastende 

Teilarbeitsfähigkeit von 25 bis 50 beziehungsweise 50 bis 75 oder gar 100% wurde 

immer wieder als möglich erachtet (vgl. IV-act. 17, 23, 24 und 25). Die 

Rückenbeschwerden schränken den Beschwerdeführer unzweifelhaft auch in einer 

körperlich leichten, wechselbelastenden Tätigkeit ein, weshalb keine volle 

Arbeitsfähigkeit attestiert worden ist. Auch wenn diese Beschwerden ernst zu nehmen 

sind, ist doch vorauszusetzen, dass der Beschwerdeführer mit Unterstützung einer 

angemessenen Schmerzmedikation in angepasster Tätigkeit zu 70% leistungsfähig ist. 

Darauf weist auch der Bericht von Dr. med. G.___, Klinik für Orthopädische Chirurgie 

des Kantonsspitals St. Gallen, vom 16. Juli 2008 hin. Dr. G.___ ist ebenso der Ansicht, 

dass keine volle Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit wahrscheinlich 

sei. Über das Ausmass der zumutbaren Arbeitsfähigkeit hat er sich dagegen nicht 

geäussert (IV-act. 64). Damit ergibt sich auch aufgrund dieses Arztberichts kein Anlass, 

die gutachterliche Arbeitsfähigkeitsschätzung betreffend adaptierte Tätigkeit 

anzuzweifeln. Auch der mit der Replik neu ins Recht gelegte Arztbericht des 

Kantonsspitals St. Gallen vom 13. Januar 2009 (G act. 10.1.1) bringt diesbezüglich 

keine neuen Erkenntnisse. Einerseits wurde die Indikation für eine erneute 

Revisionsoperation, wie bereits von Dr. E.___ erwähnt, bestätigt. Anderseits haben 

auch die Ärzte des Kantonsspitals St. Gallen keine Garantie abgeben können, dass mit 

einer erneuten operativen Revision Beschwerdefreiheit erlangt werden könnte. 

Schliesslich hat Dr. E.___ die nun diagnostizierte Pseudoarthrose, die einen Teil der 

Rückenschmerzen erkläre, bereits berücksichtigt. Er hat nämlich in seiner Beurteilung 

angegeben, die lumbalen Schmerzen und die abnormalen Untersuchungsbefunde der 

LWS könnten aufgrund des CT-Befundes auf die dabei nachgewiesene inkomplette 

ossäre Konsolidation nach Spondylodese L5/S1 zurückgeführt werden (vgl. IV-act. 

50-5/7). Die gutachterliche Arbeitsfähigkeitsschätzung erweist sich damit als schlüssig.

4.4    Weil der Beschwerdeführer im Juni 2006 das Wartejahr erfüllt hat, ist demnach für 

die Ermittlung des Validen- und Invalideneinkommens auf die Löhne im Jahr 2006 

abzustellen. Jedoch kann vorliegend für den Rentenanspruch ab Juni 2006 eine 

Bemessung des präzisen Invaliditätsgrades unterbleiben, da mit einer 

Arbeitsunfähigkeit von mindestens 85% seit Juni 2005 in der bisherigen Tätigkeit der 

Anspruch auf eine ganze Rente begründender Invaliditätsgrad von 70% ohne Weiteres 

erreicht wird. Der Beschwerdeführer hat deshalb Anspruch auf eine ganze Rente ab 

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1. Juni 2006. Ab April 2008 ist ihm jedoch die Aufnahme einer leidensangepassten 

Tätigkeit zumutbar.

4.5    Der Beschwerdeführer hat gemäss Auszug aus dem individuellen Konto (IK) im 

Jahr 2004 Fr. 58'500.-- verdient. Gemäss Arbeitgeberbericht ist im Jahr 2005 das 

Einkommen gleich hoch ausgefallen (vgl. IV-act. 12-5/10). Für das Jahr 2008 beträgt 

das Valideneinkommen, angepasst an die Nominallohnentwicklung von 1.2% (2006), 

1.6% (2007) und 2.0% (2008) Fr. 61'352.--. Der Beschwerdeführer arbeitet nicht mehr, 

weshalb sein Invalideneinkommen anhand der LSE 2008 zu ermitteln ist. Gemäss 

Tabelle T A1 belief sich das Durchschnittseinkommen der Hilfsarbeiter aller Branchen 

im Jahr 2008 auf Fr. 61'589.-- ([Fr. 4'935.-- x 12] angepasst an die 2008 

durchschnittliche Wochenarbeitszeit von 41.6 Stunden). Dem Beschwerdeführer ist ab 

1. April 2008 eine leidensangepasste Tätigkeit zu 70% zumutbar. Das 

Invalideneinkommen beträgt somit noch Fr. 43'112.-- (Fr. 61'589.-- x 0.7).

4.6    Die Beschwerdegegnerin hat vom Invalideneinkommen einen sogenannten 

"Leidensabzug" von 10% gewährt, weil dem Beschwerdeführer nur noch leichte 

Tätigkeiten zumutbar seien. Der als "Leidensabzug" bezeichnete Abzug hat nichts mit 

dem Leiden an sich zu tun. Vielmehr sollen damit jene Nachteile ausgeglichen werden, 

welche die versicherte Person bei der Anwendung statistischer Daten für das 

Invalideneinkommen erleidet. Die Invalidität bewirkt - neben der Arbeitsunfähigkeit - auf 

den realen Arbeitsmarkt bezogen eine zusätzliche Lohneinbusse. Denn die 

statistischen Tabellenlöhne werden auf der Grundlage von Daten gesunder 

Arbeitnehmer erhoben. Solche Werte erreicht der invalide Arbeitnehmer im Allgemeinen 

nicht. Vielmehr muss er in der Entwicklung des Invaliditätseinkommens 

beziehungsweise der Invalidenkarriere mannigfaltige Nachteile gewärtigen (vgl. 

BGE 126 V 75 neues Fenster zum "Leidensabzug"). Dem Beschwerdeführer sind nur 

noch körperlich leichte Tätigkeiten in temperierten Räumen, die abwechslungsweise 

sitzend und stehend durchgeführt werden können, ohne dass dabei regelmässig 

inklinierte und reklinierte sowie rotierte Körperhaltungen eingenommen und 

Gegenstände über 10 kg gehoben oder getragen werden müssten, zu 70% zumutbar. 

Der Beschwerdeführer ist damit gegenüber einem gesunden Konkurrenten aus 

ökonomischer Sicht benachteiligt, weil ein grösseres Risiko besteht, dass er aufgrund 

seiner Rückenschmerzen mehr Krankheitsabwesenheiten haben könnte und er weniger 

https://swisslex.westlaw.com/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=BGEx126xVx75_82&AnchorTarget=BGEx126xVx75

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flexibel ist (z.B. in Bezug auf Überstunden; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 25. 

November 2008 [9C_650/2008] E. 5.4). Er wird deshalb seine Arbeitskraft zu einem 

unterdurchschnittlichen Lohn anbieten müssen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 

9. Dezember 2009 [9C_68/2009]). Dies ist in der ärztlichen Schätzung der 

Arbeitsfähigkeit nicht berücksichtigt. Ferner ist dem Umstand Rechnung zu tragen, 

dass teilzeitbeschäftige Männer im Vergleich zu Vollzeitangestellten erfahrungsgemäss 

überproportional tiefer entlöhnt werden. Die Rechtsprechung stuft das Kriterium der 

Teilzeitarbeit bei der ermessensweisen Festsetzung des Abzugs vom Tabellenlohn 

deshalb als grundsätzlich beachtlich ein (vgl. BGE 126 V 472 neues Fenster E. 4.2.3). 

Männer mit einem Beschäftigungsgrad von 50 bis 74% verdienten im hier 

massgebenden Anforderungsniveau 4 gemäss LSE 2006, Tabelle T2* auf S. 16 der LSE 

2006 (eine entsprechende Tabelle fehlt in der LSE 2008) 10.4 % weniger als 

vollzeitbeschäftigte Mitarbeiter (>=90 %). Dies ist beim Invalideneinkommen im Jahr 

2008 zu berücksichtigen, auch wenn der Beschwerdeführer seine reduzierte Leistung 

von 70% bei einer ganztägigen Anwesenheit erbringen kann. Denn wenn der 

Beschwerdeführer seine 70%ige Leistungsfähigkeit in einer ganztägigen Anstellung 

erbringen würde, wäre sein Arbeitsplatz nicht voll ausgelastet. Dies würde zu 

Mehrkosten beim Arbeitgeber führen. Diese Mehrkosten kann der Beschwerdeführer 

nur durch das Angebot einer unterdurchschnittlichen Teilzeitentlöhnung wettmachen. 

Sodann würde ein Arbeitgeber aus ökonomischer Sicht einem Invaliden, der seine 

reduzierte Leistung ganztägig erbringt, den gleichen oder schlechteren Lohn bezahlen 

wie einem gesunden Mann, der effektiv 70% arbeitet. Deshalb rechtfertigt sich ein 

Teilzeitabzug aus Gleichbehandlungsgründen auch bei Invaliden bei ganztägiger 

Anwesenheit, die aber effektiv nur eine verminderte Leistung bringen können (vgl. auch 

Urteile des Bundesgerichts vom 8. Januar 2008 [9C_603/07], vom 6. März 2009 

[9C_492/2008] und vom 17. Juli 2009 [9C_368/2009]). Demgegenüber anerkennt das 

Bundesgericht keinen Teilzeitabzug, wenn die reduzierte Leistungsfähigkeit bei 

ganztägiger Präsenz auf psychische Beschwerden zurückzuführen ist. Weshalb eine 

Ungleichbehandlung mit Invaliden, die aus somatischer Sicht nur teilleistungsfähig 

sind, gerechtfertigt sein soll, kann vorliegend offen gelassen werden, weil der 

Beschwerdeführer aus somatischer Sicht eingeschränkt ist (vgl. Urteile des 

Bundesgerichts vom 19. November 2009 [9C_708/2009] und vom 4. August 2010 

[8C_144/2010]). Mit Blick auf eine willkürfreie und rechtsgleiche Ermessensbetätigung 

http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=9c-524%2F2008&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F126-V-468%3Ade&number_of_ranks=0#page472

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(vgl. SVR 2008 IV Nr. 49 S. 163. E. 1.3 [9C_404/2007] mit weiteren Hinweisen) kann es 

vorliegend nicht bei einem minimalen Abzug von 10 % bleiben (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts vom 15. Juli 2009 [9C_542/2008] E. 4.2). Insgesamt drängt sich 

vorliegend ein höherer Abzug von 15% auf. Das Invalideneinkommen beträgt somit Fr. 

36'645.-- (Fr. 43'112.-- x 0.85).

4.7    Wird das Valideneinkommen von Fr. 61'352.-- dem Invalideneinkommen von Fr. 

36'645.-- gegenübergestellt, resultiert ein Invaliditätsgrad von 40.3%. Der 

Beschwerdeführer hat somit in Anwendung von aArt. 88a Abs. 2 IVV ab 1. Juli 2008 

Anspruch auf eine Viertelsrente.

5.       

Nach Art. 16 ATSG ist der Einkommensvergleich zur Bemessung des Invaliditätsgrades 

erst nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen vorzunehmen. Da sich ohne Eingliederungsmassnahmen 

ein Rentenanspruch ergibt, muss beurteilt werden, ob vor der Rentenzusprache 

zumutbare Eingliederungsmassnahmen in Frage kommen. Die Beschwerdegegnerin 

hat dies in ihrer Verfügung vom 14. November 2008 stillschweigend verneint. - Der 

Beschwerdeführer hat keine Berufsausbildung und hat lediglich im Kosovo die 

Grundschule besucht (IV-act. 4). Seit er in der Schweiz weilt, hat er Hilfsarbeiten 

ausgeführt (IV-act. 13 und 51). Vor dem Eintritt der Gesundheitsbeeinträchtigung war 

der Beschwerdeführer somit immer nur als Hilfsarbeiter erwerbstätig gewesen. Eine 

eigentliche Umschulung im Sinne der Erlernung eines Berufs, der dem früher 

ausgeübten gleichwertig ist, kommt zum vornherein nicht in Frage, denn es gibt keine 

Umschulung in eine andere Hilfsarbeit, weil eine Hilfsarbeit definitionsgemäss keine 

berufliche Ausbildung voraussetzt und weil mit der Ausübung einer anderen Hilfsarbeit 

das Ziel jeder Umschulung, die durch die Arbeitsunfähigkeit bedingte Erwerbseinbusse 

zu kompensieren, nicht zu erreichen ist, da auch in der neuen Hilfsarbeit eine 

Erwerbseinbusse im bisherigen Ausmass auftreten würde. In Frage käme also nur eine 

Umschulung in eine besser qualifizierte Berufstätigkeit, d.h. eine eigentliche 

Berufsausbildung, denn damit könnte ein Lohnniveau erreicht werden, das es erlauben 

würde, trotz der weiterhin bestehenden Arbeitsunfähigkeit von 30% einen Lohn zu 

realisieren, der dem früheren, d.h. bei voller Arbeitsfähigkeit erzielten Hilfsarbeiterlohn 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/17

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entsprechen würde. Damit wäre die umschulungsspezifische Invalidität überwunden. 

Eine qualifizierte Berufsausbildung wäre jedoch unverhältnismässig, da der 

Beschwerdeführer zuerst die in der Schweiz obligatorische Schulbildung nachholen, 

dabei auch die deutsche Sprache erlernen müsste und erst dann mit der eigentlichen 

Berufsausbildung beginnen könnte. Die nach Abschluss dieser Umschulung 

verbleibende Aktivitätsdauer des 1960 geborenen Beschwerdeführers wäre zu kurz, um 

den ausserordentlich hohen Eingliederungsaufwand zu rechtfertigen. Auf berufliche 

Massnahmen ist daher zu verzichten. Es steht dem Beschwerdeführer allerdings frei, 

sich betreffend seiner Verwertung Resterwerbsfähigkeit um 

Arbeitsvermittlungsmassnahmen erneut bei der Beschwerdegegnerin zu melden.

6.        

6.1    Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die angefochtene Verfügung in 

teilweiser Gutheissung der Beschwerde aufzuheben. Der Beschwerdeführer hat ab 

1. Juni 2006 Anspruch auf eine ganze Rente und ab 1. Juli 2008 Anspruch auf eine 

Viertelsrente. Die Sache ist zur Festsetzung und Ausrichtung der geschuldeten 

Leistung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

6.2    Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- 

erscheint als angemessen. Die Beschwerdegegnerin unterliegt. Da sie gemäss Art. 3 

Abs. 1 lit. b des st. gallischen Einführungsgesetzes zur Bundesgesetzgebung über die 

Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (sGS 350.1) Teil der 

Sozialversicherungsanstalt und damit Teil einer selbständigen öffentlich-rechtlichen 

Anstalt ist, kommt Art. 95 Abs. 3 VRP (Befreiung von der Pflicht zur Übernahme 

amtlicher Kosten) nicht zur Anwendung (vgl. Urs Peter Cavelti/Thomas Vögeli, 

Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen - dargestellt an den Verfahren vor 

dem Verwaltungsgericht, 2. Aufl., 2003, Rz 792). Die Beschwerdegegnerin hat deshalb 

die Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen.

6.3    Die obsiegende beschwerdeführerende Partei hat bei diesem Verfahrensausgang 

einen Anspruch auf eine Parteientschädigung. Die Parteientschädigung bemisst sich 

bis

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/17

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gemäss Art. 61 lit. g ATSG nach der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit 

des Prozesses. Unter Berücksichtigung dieser Kriterien und bei 

unterdurchschnittlichem Vertretungsaufwand erweist sich eine Parteientschädigung 

von Fr. 2'500.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen. Bei 

diesem Verfahrensausgang wird die bereits bewilligte unentgeltliche Prozessführung 

gegenstandslos.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

entschieden:

1.       In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung vom 14. November 

2008 aufgehoben. Der Beschwerdeführer hat ab 1. Juni 2006 Anspruch auf eine ganze 

Rente und ab 1. Juli 2008 auf eine Viertelsrente. Die Sache wird im Sinn der 

Erwägungen zur Festsetzung und Ausrichtung der geschuldeten Leistung an die 

Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2.       Die Beschwerdegegnerin hat eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen.

3.       Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung 

von Fr. 2'500.-- zu bezahlen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 16.09.2010
	Art. 16 ATSG, aArt. 28 IVG. Während eines instabilen Gesundheitszustands aufgrund mehrfacher Operationen ist für die Invaliditätsbemessung auf die Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit abzustellen. Erst wenn die Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit geprüft werden kann, ist ab diesem Zeitpunkt die Invaliditätsbemessung anzupassen. Sodann ist bei Männern, die auch bei ganztägiger Anwesenheit eine reduzierte Leistungsfähigkeit aufweisen, ein Teilzeitabzug im Rahmen des sogenannten "Leidensabzugs" gerechtfertigt (Entscheid des Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen vom 16. September 2010, IV 2009/1).

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