# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ed08aa04-0aaa-50e1-b215-8e60b1b54e9c
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-08-14
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 14.08.2023 D-5017/2020
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-5017-2020_2023-08-14.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-5017/2020 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 4 .  A u g u s t  2 0 2 3  

Besetzung 
 Richterin Contessina Theis (Vorsitz), 

Richterin Roswitha Petry, Richter Gérald Bovier,  

Gerichtsschreiber Martin Scheyli 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am [...], 

B._______, geboren am [...], 

sowie deren Kinder 

C._______, geboren am [...], 

D._______, geboren am [...], 

E._______, geboren am [...], und 

F._______, geboren am [...], 

Syrien,  

vertreten durch lic. iur. Michael Steiner, Rechtsanwalt,  

[...],  

Beschwerdeführende, 

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz 

   

Gegenstand 

 
Asyl;  

Verfügung des SEM vom 4. September 2020 

 

 

D-5017/2020 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Beschwerdeführenden sind syrische Staatsangehörige kurdischer Eth-

nie und stammen aus G._______. Gemäss eigenen Angaben verliess der 

Beschwerdeführer (Ehemann) seinen Heimatstaat im Juli 2016 in Richtung 

Irak. Am 8. November 2016 reiste er aus Deutschland kommend unkontrol-

liert in die Schweiz ein und ersuchte gleichentags um Asyl. Die Beschwer-

deführerin (Ehefrau) sowie die drei Kinder C._______, D._______ und 

E._______ verliessen Syrien am 29. September 2016 in Richtung Irak, 

reisten über Griechenland und Italien am 4. November 2016 unkontrolliert 

in die Schweiz ein und stellten gleichentags Asylgesuche. Das Staatssek-

retariat für Migration (SEM) befragte den Beschwerdeführer und die Be-

schwerdeführerin am 15. November 2016 summarisch und hörte sie am 

13. November 2018 (Ehemann) beziehungsweise am 14. November 2018 

(Ehefrau) ein erstes Mal sowie jeweils am 10. August 2020 ergänzend zu 

den Gründen ihrer Asylgesuche an. Zwischenzeitlich wurde ihnen durch 

das SEM mitgeteilt, ihre Asylgesuche würden in der Schweiz geprüft. Zu-

dem wurden sie für die Dauer der Asylverfahren dem Kanton Bern zuge-

wiesen.  

B.  

B.a Der Beschwerdeführer (Ehemann) machte anlässlich seiner Befragun-

gen zur Begründung seines Asylgesuchs im Wesentlichen Folgendes gel-

tend: Seine Familie habe in Syrien ursprünglich – bevor sie die syrische 

Staatsangehörigkeit erlangt habe – zur Bevölkerungskategorie der Mak-

tumin (unregistrierte Ausländer) beziehungsweise der Ajnabi (vom syri-

schen Staat nicht als Staatsbürger anerkannte Kurden) gehört. Als Ange-

höriger dieser Bevölkerungsgruppe habe er als Kind nur während dreier 

Jahre die Schule besuchen können. Sein Vater, der sich für die kurdische 

Sache engagiert habe, sei als Märtyrer gestorben, als er selbst erst sieben 

Tage alt gewesen sei. Er, der Beschwerdeführer, sei seit seiner Kindheit 

ein Anhänger der "Partei von Barzani" (sinngemäss: Partiya Demokrata 

Kurdistan a Sûriyê [PDK-S]; Demokratische Partei Kurdistan in Syrien; ein 

Ableger der irakischen Demokratischen Partei Kurdistans [PDK]).  

Seine Familie habe im Irak seit der Zeit seiner Urgrosseltern Ländereien 

besessen, und nachdem es am 12. März 2004 in den kurdisch-besiedelten 

Gebieten Syriens schwere Ausschreitungen gegeben habe, seien sie in 

das betreffende irakische Dorf in der Gegend von Mossul (Provinz Ninawa) 

ausgereist. Dort habe es jedoch in der Folge mit den Dorfbewohnern eine 

Streitigkeit um Land gegeben, in deren Verlauf auf beiden Seiten mehrere 

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Seite 3 

Personen getötet worden seien. Er selbst sei deshalb nach drei oder vier 

Monaten wieder nach Syrien zurückgekehrt; seine Eltern, drei Geschwister 

und weitere Familienangehörige seien jedoch im Irak geblieben und wür-

den dort immer noch leben. 

Beruflich sei er als [...] tätig gewesen, und als solcher habe er die "Partei 

von Barzani" jeweils im Rahmen des kurdischen Neujahrsfests Newroz un-

terstützt. Auch sei er bei Anlässen der Peshmerga (Streitkräfte der nordira-

kischen Autonomen Region Kurdistan) im Irak aufgetreten. Aufgrund seiner 

Tätigkeit als [...] habe er immer wieder Probleme mit den staatlichen syri-

schen Behörden gehabt. So habe er am 7. Oktober 2011, als der syrisch-

kurdische Politiker Mashaal Tammo getötet worden sei, [...], welche wegen 

dieses Ereignisses abgebrochen worden sei. Am folgenden Tag sei er zu-

sammen mit seiner Ehefrau durch die syrischen Sicherheitsbehörden mit-

genommen und befragt worden. Man habe ihm vorgeworfen, für den Ab-

bruch [...] die Verantwortung zu tragen, was zur Folge gehabt habe, dass 

sich mehrere hundert Personen zu einer Demonstration versammelt hät-

ten. Der Umstand, dass auch seine Ehefrau von den Sicherheitsbehörden 

mitgenommen worden sei, habe eine grosse Schande dargestellt. 

Im Jahr 2014 habe er einen Videoclip produziert, in welchem er über die 

Peshmerga gesprochen habe. Deswegen sei er anschliessend durch den 

syrischen militärischen Sicherheitsdienst vorgeladen worden, bei dessen 

Amtsstelle in H._______ zu erscheinen. Nach acht oder neun Stunden sei 

er wieder freigelassen worden, habe aber seine Telephonnummer bekannt-

geben müssen. Wiederum nach einiger Zeit sei er – erneut zusammen mit 

seiner Ehefrau – vom syrischen politischen Sicherheitsdienst mitgenom-

men und auf dessen Posten in der Stadt G._______ gebracht worden. Dort 

sei er in einen unterirdischen Bunker gebracht worden, in dem Spuren von 

Folterungen zu sehen gewesen seien. Er sei beschimpft worden, wobei 

ihm vorgeworfen worden sei, [...], und man habe ihm seinen Ausweis ab-

genommen. Aufgrund des Ausweisentzugs habe er danach nicht mehr [...]. 

Weil er auf dem rechten Oberarm eine Tätowierung [...] gehabt habe, sei 

ihm angedroht worden, man werde es für ihn "wegmachen", falls er dies 

nicht selber tue. Bei dieser Gelegenheit sei er unter "Zwangsaufenthalt" 

gestellt worden, was bedeutet habe, dass er sich nicht mehr frei habe be-

wegen können, weil er den Sicherheitsdienst ständig darüber habe infor-

mieren müssen, wohin er gegangen sei und womit er sich beschäftigt habe. 

Auch sei er ständig angerufen und bedroht worden.  

Im Jahr 2016 habe er einen neuen Videoclip über die Peshmerga im Irak 

produziert, welchen er [...] bei einem Araber aufgenommen habe. Dieser 

habe möglicherweise die syrischen Behörden informiert, denn diese hätten 

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Seite 4 

vom Videoclip erfahren, obwohl er ihn gar nicht veröffentlicht habe. In die-

sem Video habe er über [...]. In der Folge sei er einige Male durch den 

Sicherheitsdienst nach G._______ vorgeladen worden. Er sei jedoch nicht 

hingegangen, weil er Angst gehabt habe. Weil er den Vorladungen nicht 

Folge geleistet habe, sei dann – als er nicht anwesend gewesen sei – sein 

Haus durchsucht worden, wobei [...], Photographien und Texte von Video-

clips mitgenommen worden seien. Anschliessend habe er sich zunächst 

einige Tage lang versteckt gehalten, um schliesslich Syrien in Richtung Irak 

zu verlassen. Weil er zunächst zuwenig Geld gehabt habe, um seiner gan-

zen Familie die Ausreise zu ermöglichen, sei er ohne seine Ehefrau und 

die drei älteren Kinder weggegangen. Im Irak habe er wegen des erwähn-

ten Konflikts mit einer Familie im Dorf seiner Urgrosseltern nicht bleiben 

können. Nach seiner Ausreise sei er ein- oder zweimal in seinem Haus 

gesucht worden.  

Im Übrigen gab der Beschwerdeführer zu Protokoll, er habe etwa zehn Mo-

nate vor seiner Ausreise aus Syrien [...] gegen Abu Bakr al-Baghdadi (den 

damaligen Anführer des sogenannten "Islamischen Staats") geschrieben. 

Deswegen habe er viele Anrufe bekommen. Er wisse nicht, ob es wirklich 

stimme, aber es sei gesagt worden, dass eine Belohnung dafür ausge-

schrieben worden sei, sollte er gefangengenommen und dem "Islamischen 

Staat" übergeben werden.  

Anlässlich seiner Anhörung gab der Beschwerdeführer als Beweismittel 

verschiedene digitale Datenträger (CDs) mit Videoaufnahmen sowie Pho-

tographien zu den Akten des Asylverfahrens.  

B.b Die Beschwerdeführerin (Ehefrau) gab im Rahmen ihrer Befragungen 

im Wesentlichen zu Protokoll, sie sei wegen des Bürgerkriegs und wegen 

der Probleme ihres Ehemannes aus Syrien ausgereist. Im Jahr 2011, als 

Mashaal Tammo ermordet worden sei, sowie im Jahr 2014 sei sie zweimal 

mit ihrem Ehemann zusammen durch den politischen Sicherheitsdienst 

des syrischen Regimes vorgeladen worden. Wegen des Bürgerkriegs habe 

sie ständig Angst um ihre Kinder haben müssen. Im Juni 2016 hätten An-

gehörige der staatlichen syrischen Sicherheitskräfte im Haus ihrer Familie 

eine Razzia durchgeführt, während ihr Ehemann gerade auf dem Markt 

gewesen sei. Ihr Ehemann sei danach unverzüglich ausgereist, während 

sie selbst mit den Kindern vorübergehend zu ihrem Bruder gezogen sei. 

Nachdem es ihnen gelungen sei, ihre Wohnung zu verkaufen, habe sie mit 

den Kindern das Land ebenfalls verlassen.  

D-5017/2020 

Seite 5 

C.  

Am 18. November 2017 wurde das Kind F._______ geboren. 

D.  

Mit Schreiben an das SEM vom 14. August 2018 teilte der Rechtsvertreter 

die Übernahme seines Vertretungsmandats mit.  

E.  

Mit Eingaben ihres Rechtsvertreters vom 12. November 2018, 9. April 

2019, 9. September 2019, 22. Oktober 2019 und 23. Dezember 2019 über-

mittelten die Beschwerdeführenden dem SEM verschiedene syrische Iden-

titätsbescheinigungen, mehrere digitale Datenträger (CDs) sowie zahlrei-

che Photographien und Ausdrucke von Screenshots.  

F.  

Mit Zwischenverfügung vom 15. Januar 2020 teilte das SEM dem Be-

schwerdeführer im Wesentlichen mit, es bestünden Hinweise, dass er nicht 

im Besitz der syrischen, sondern der irakischen Staatsangehörigkeit sei. 

Zugleich forderte es ihn auf, bis zum 30. Januar 2020 eine diesbezügliche 

Stellungnahme abzugeben.  

G.  

Mit Eingabe ihres Rechtsvertreters an das SEM vom 17. Januar 2020 er-

suchten die Beschwerdeführenden um Einsicht in die Akten ihrer Asylver-

fahren. Mit Eingabe an das Staatssekretariat vom 30. Januar 2020 wieder-

holten die Beschwerdeführenden diesen Antrag und reichten als Beweis-

mittel unter anderem das Original des syrischen Fahrausweises des Be-

schwerdeführers mitsamt deutscher Übersetzung sowie zwei weitere CDs 

ein.  

H.  

Mit Zwischenverfügung vom 28. Mai 2020 erteilte das SEM den Beschwer-

deführenden die beantragte Akteneinsicht und forderte sie auf, bis zum 

12. Juni 2020 eine Stellungnahme einzureichen.  

I.  

Mit Eingabe ihres Rechtsvertreters an das SEM vom 12. Juni 2020 über-

mittelten die Beschwerdeführenden eine entsprechende Stellungnahme, 

verschiedene Dokumente und Bestätigungsschreiben in Bezug auf die 

Identität von Familienangehörigen sowie Aktenstücke betreffend die Aktivi-

täten des Beschwerdeführers als [...].  

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Seite 6 

J.  

Mit Zwischenverfügung vom 12. August 2020 teilte das SEM den Be-

schwerdeführenden im Wesentlichen mit, sie hätten die Zweifel in Bezug 

auf ihre syrische Staatsangehörigkeit noch nicht ausräumen können, und 

forderte sie zur Einreichung einer weiteren Stellungnahme mit Frist bis zum 

26. August 2020 auf. 

K.  

Mit Eingabe ihres Rechtsvertreters vom 26. August 2020 übermittelten die 

Beschwerdeführenden dem SEM die verlangte Stellungnahme, zusätzliche 

Aktenstücke im Zusammenhang mit ihrer Identität beziehungsweise 

Staatsangehörigkeit sowie eine weitere CD. 

L.  

Mit Verfügung vom 4. September 2020 (Datum der Eröffnung: 8. Septem-

ber 2020) lehnte das SEM die Asylgesuche der Beschwerdeführenden ab. 

Gleichzeitig ordnete es wegen Unzumutbarkeit des Vollzugs der Wegwei-

sung die vorläufige Aufnahme in der Schweiz an. Zur Begründung der Ab-

lehnung der Asylgesuche führte das Staatssekretariat im Wesentlichen 

aus, die betreffenden Vorbringen der Beschwerdeführenden seien nicht 

glaubhaft. 

M.  

Mit Eingabe ihres Rechtsvertreters an das SEM vom 16. September 2020 

ersuchten die Beschwerdeführenden um Einsicht in die Verfahrensakten. 

Diesem Antrag entsprach das Staatssekretariat mit Schreiben vom 

29. September 2020. 

N.  

Mit Eingabe ihres Rechtsvertreters vom 8. Oktober 2020 fochten die Be-

schwerdeführenden den Asylentscheid des SEM beim Bundesverwal-

tungsgericht an. Dabei beantragten sie hauptsächlich die Aufhebung der 

angefochtenen Verfügung und die Rückweisung der Sache an die Vor-

instanz, eventualiter ihre Anerkennung als Flüchtlinge und die Gewährung 

des Asyls. In prozessualer Hinsicht beantragten sie die Gewährung der un-

entgeltlichen Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG. Mit der 

Eingabe wurden als Beweismittel verschiedene Auszüge aus Profilen sozi-

aler Medien ("Facebook", "Youtube") eingereicht. Auf die Begründung der 

Beschwerde und den Inhalt der eingereichten Beweismittel wird, soweit für 

den Entscheid wesentlich, in den Erwägungen eingegangen. 

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Seite 7 

O.  

Mit Zwischenverfügung vom 20. Oktober 2020 hiess die zuständige In-

struktionsrichterin das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Pro-

zessführung gut.  

P.  

Mit Vernehmlassung vom 3. November 2020 hielt das SEM vollumfänglich 

an seinen Erwägungen fest und beantragte die Abweisung der Be-

schwerde.  

Q.  

Mit Zwischenverfügung vom 5. November 2020 wurde den Beschwerde-

führenden in Bezug auf die Vernehmlassung des SEM das Replikrecht er-

teilt.  

R.  

Mit Eingabe ihres Rechtsvertreters vom 20. November 2020 reichten die 

Beschwerdeführenden ihre Replik sowie weitere Auszüge aus Profilen so-

zialer Medien ein.  

S.  

Mit Eingaben ihres Rechtsvertreters vom 4. Dezember 2020, 6. August 

2021, 31. März 2022, 24. November 2022, 31. März 2023 und 17. April 

2023 übermittelten die Beschwerdeführenden weitere Beweismittel (Bestä-

tigungsschreiben, Photographien, Ausdrucke von Screenshots betreffend 

Profile sozialer Medien sowie digitale Datenträger [CDs und USB-Stick]). 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Über Beschwerden ge-

gen Verfügungen, die gestützt auf das Asylgesetz (AsylG, SR 142.31) 

durch das SEM erlassen worden sind, entscheidet das Bundesverwal-

tungsgericht grundsätzlich (mit Ausnahme von Verfahren betreffend Perso-

nen, gegen die ein Auslieferungsersuchen des Staates vorliegt, vor wel-

chem sie Schutz suchen) endgültig (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31–33 VGG; 

Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

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Seite 8 

1.2 Für das vorliegende Verfahren gilt nach der am 1. März 2019 in Kraft 

getretenen Änderung des AsylG das bisherige Recht (vgl. Abs. 1 der Über-

gangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom 25. September 2015). 

1.3 Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht können im Anwen-

dungsbereich des AsylG die Verletzung von Bundesrecht, einschliesslich 

Missbrauch und Überschreitung des Ermessens, sowie die unrichtige oder 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).  

2.  

Die Beschwerdeführenden sind legitimiert; auf ihre frist- und formgerecht 

eingereichte Beschwerde ist einzutreten (Art. 105 und aArt. 108 Abs. 1 

AsylG; Art. 37 VGG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG). 

3.  

3.1 Im vorliegenden Fall wird zunächst vorgebracht, der Anspruch der Be-

schwerdeführenden auf rechtliches Gehör sei durch die Vorinstanz in ver-

schiedener Hinsicht verletzt worden. 

3.2 Zunächst wird in der Beschwerdeschrift (S. 3 f.) geltend gemacht, das 

SEM habe das rechtliche Gehör verletzt, indem es in der angefochtenen 

Verfügung zwar einen Bruder der Beschwerdeführerin namens I._______ 

erwähnt, es jedoch unterlassen habe, inhaltlich auf dessen Verfahrensdos-

sier einzugehen. Diesbezüglich ist festzustellen, dass die Beschwerdefüh-

rerin im Rahmen ihrer Befragungen durch die Vorinstanz zwar erwähnte, 

dass der genannte Bruder sich in der Schweiz aufhalte. Jedoch ergibt sich 

aus den Akten keinerlei Hinweis darauf, der genannte Bruder der Be-

schwerdeführerin könnte für ihre Asylvorbringen oder jene ihres Eheman-

nes von Bedeutung sein. Vielmehr wurde I._______ durch die Beschwer-

deführenden in keiner Weise mit ihren eigenen Asylgesuchen in Verbin-

dung gebracht. Angesichts dessen kann von einer Verletzung des rechtli-

chen Gehörs in diesem Zusammenhang keine Rede sein. 

3.3 Weiter wird in der Beschwerdeschrift (S. 4 f.) behauptet, das SEM habe 

nicht richtig erfasst, dass es sich beim Beschwerdeführer um [...] handle. 

Die vom Staatssekretariat im Asylentscheid getroffene Einschätzung, die 

[...] Tätigkeiten des Beschwerdeführers liessen kein Vorgehen seitens der 

syrischen Behörden befürchten, bilde eine willkürliche und pauschale Be-

hauptung. Auch werde dadurch in Frage gestellt, ob das SEM die Profile 

des Beschwerdeführers auf sozialen Medien [...] tatsächlich konsultiert 

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Seite 9 

habe. Dadurch werde der Anspruch des Beschwerdeführers auf rechtli-

ches Gehör verletzt. Diesbezüglich ist zunächst festzustellen, dass aus ei-

ner blossen Beurteilung des Sachverhalts, die nicht mit jener des Be-

schwerdeführers übereinstimmt, nicht darauf geschlossen werden kann, 

die Vorinstanz habe sich nicht mit den angebotenen Beweismitteln ausei-

nandergesetzt und mithin das rechtliche Gehör verletzt. Die Ausführungen 

in der Beschwerdeschrift entbehren einer entsprechenden Grundlage. Die 

Frage wiederum, ob sich die betreffenden Aspekte des Sachverhalts in Be-

zug auf eine allfällige asylrechtlich relevante Gefährdung des Beschwerde-

führers auswirken, ist bei der materiellen Beurteilung der Asylvorbringen 

zu berücksichtigen. Auch diese Rüge ist somit als unbegründet zu bezeich-

nen. Dies gilt ebenfalls für die Behauptung in der Beschwerdeschrift (S. 6 

f.), in diesem Zusammenhang sei der Sachverhalt durch das SEM nicht 

ausreichend abgeklärt worden.  

3.4 In einem weiteren Punkt wird mit der Beschwerdeschrift (S. 7 f.) be-

hauptet, das SEM habe seine Abklärungspflicht verletzt, indem es die An-

hörungen erst mehr als zwei Jahre nach der Einreichung der Asylgesuche 

durchgeführt habe und danach bis zum Entscheid weitere eineinhalb Jahre 

ungenutzt habe verstreichen lassen. Es wird allerdings weder erläutert, 

noch ist anderweitig nachvollziehbar, weshalb die zeitlichen Umstände des 

Verfahrensverlaufs einer Verletzung der Abklärungspflicht der Vorinstanz 

gleichkommen sollen. 

3.5 Schliesslich wird bemängelt, die Befragungen der Beschwerdeführen-

den zur Person seien nicht in ihrer kurdischen Muttersprache, sondern auf 

Arabisch durchgeführt worden, was es ihnen schwieriger gemacht habe, 

sich auszudrücken. Diesbezüglich ist festzustellen, dass beide Beschwer-

deführenden anlässlich ihrer Befragungen zur Person zu Protokoll gaben, 

sie verstünden den Dolmetscher gut. Auch wird in der Beschwerdeschrift 

in keiner Weise ausgeführt, inwiefern der Inhalt der betreffenden Befragun-

gen rechtlich zu beanstanden wäre. Es liegt in diesem Zusammenhang so-

mit keine begründete Rüge vor.  

3.6 Die bislang genannten und als unbegründet erachteten Rügen werden 

in der Beschwerdeschrift (S. 9 ff.) sowie in der Replik in weiteren, nur ge-

ringfügig variierenden Zusammenhängen mehrfach wiederholt. Angesichts 

der offensichtlichen Untauglichkeit, die behaupteten Verletzungen des 

rechtlichen Gehörs, der Abklärungspflicht, des Willkürverbots und des 

Grundsatzes von Treu und Glauben zu begründen, ist auf diese Vorbringen 

nicht im Einzelnen einzugehen.  

D-5017/2020 

Seite 10 

3.7 Zusammenfassend erweist sich, dass die Rüge der Beschwerdefüh-

renden, ihr Anspruch auf rechtliches Gehör sei durch die Vorinstanz ver-

letzt worden, nicht gerechtfertigt ist. Gleiches gilt auch für die unter dem 

Titel einer Gehörsverletzung vorgebrachte Rüge, der Sachverhalt sei un-

genügend abgeklärt worden. 

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine Person anerkannt, wenn sie in ihrem 

Heimatstaat oder im Land, wo sie zuletzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Re-

ligion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe 

oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen aus-

gesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen Nachteilen ausgesetzt zu 

werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung von 

Leib, Leben oder Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen 

psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG). 

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Glaubhaft gemacht ist die Flüchtlings-

eigenschaft, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit für gegeben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vor-

bringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich wi-

dersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf 

gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

5.  

5.1 In Bezug auf die angefochtene Verfügung ist zunächst festzustellen, 

dass die syrische Staatsangehörigkeit der Beschwerdeführenden durch 

das SEM – nachdem es diese im Rahmen des vorinstanzlichen Verfahrens 

noch bezweifelt hatte – nicht mehr in Frage gestellt wird. Es besteht vorlie-

gend kein Anlass, auf diesen Aspekt weiter einzugehen. 

5.2 Hinsichtlich der Argumentation in der angefochtenen Verfügung ist aus-

serdem festzustellen, dass die Ablehnung des Asylgesuchs des Beschwer-

deführers unter anderem damit begründet wurde, mit seiner Teilnahme an 

Veranstaltungen kurdischer Organisationen in der Schweiz habe er sich 

nicht dermassen exponiert, dass aufgrund exilpolitischer Aktivitäten eine 

Gefährdung im Heimatstaat gegeben wäre. Damit hat die Vorinstanz sinn-

gemäss die Frage des Vorliegens subjektiver Nachfluchtgründe unter die 

Voraussetzungen der Asylgewährung subsumiert, was nicht mit den ge-

setzlichen Vorgaben von Art. 3 und Art. 54 AsylG vereinbar ist. 

D-5017/2020 

Seite 11 

6.  

6.1 Das SEM begründete die Ablehnung der Asylgesuche in der angefoch-

tenen Verfügung im Wesentlichen damit, die Vorbringen der Beschwerde-

führenden würden angesichts verschiedener Unstimmigkeiten und Wider-

sprüche – so insbesondere Abweichungen in den Angaben, die sie in den 

verschiedenen Befragungen gemacht hätten – den Anforderungen an die 

Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG nicht genügen.  

6.2 Wie sich allerdings erweist, erübrigt sich die Beurteilung der Glaubhaf-

tigkeit der Asylvorbringen, weil diesen ohnehin die erforderliche asylrecht-

liche Relevanz nicht zukommt. Dabei ist festzuhalten, dass das Bundes-

verwaltungsgericht nicht an die Begründung der Vorinstanz gebunden ist 

(Art. 62 Abs. 4 VwVG); es kann die Beschwerde auch aus anderen Über-

legungen als jenen der Vorinstanz abweisen (sog. Motivsubstitution; vgl. 

MADELEINE CAMPRUBI, in: Christoph Auer/Markus Müller/Benjamin Schind-

ler [Hrsg.], Kommentar zum VwVG, 2. Aufl., Zürich/St. Gallen 2019, Art. 62, 

N 16; ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER/MARTIN BERTSCHI, Verwaltungsver-

fahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 3. Aufl., Zürich 2013, 

S. 398). In der Beschwerdeschrift (S. 13 ff.) äusserten sich die Beschwer-

deführenden selbst in erster Linie zur Frage der asylrechtlichen Relevanz 

ihrer Vorbringen. Angesichts dessen besteht auch keine Veranlassung, den 

Beschwerdeführenden hinsichtlich einer Motivsubstitution die Gelegenheit 

zu einer Stellungnahme zu gewähren.  

6.3 Zunächst ist festzuhalten, dass den Vorbringen der Beschwerdeführen-

den, sie seien, bevor sie die syrische Staatsangehörigkeit erlangt hätten, 

wegen ihres früheren rechtlichen Status als Maktumin beziehungsweise 

Ajnabi gewissen Diskriminierungen – etwa hinsichtlich des Schulbesuchs 

– ausgesetzt gewesen, offensichtlich keine asylrechtliche Relevanz zu-

kommt.  

6.4 Aufgrund der Aussagen im vorinstanzlichen Verfahren erscheint es 

zwar als glaubhaft, dass der Beschwerdeführer aufgrund seiner beruflichen 

Tätigkeit als [...] von Belästigungen seitens der staatlichen syrischen Be-

hörden betroffen war. Dabei ist es auch als im Bereich des Möglichen zu 

erachten, dass der Beschwerdeführer wie auch die Beschwerdeführerin 

durch Angehörige der staatlichen Geheimdienste auf deren Posten mitge-

nommen und befragt wurden. Jedoch ist zum einen festzustellen, dass die 

geltend gemachten Behelligungen des Beschwerdeführers – im Wesentli-

chen drei kurzzeitige Befragungen in den Jahren 2011, 2014 und 2016, 

verbunden mit dem Entzug des Ausweises, was dem Beschwerdeführer 

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Seite 12 

die berufliche Tätigkeit erschwert habe, sowie weitere Vorladungen, denen 

er aber nicht gefolgt sei, sowie eine Hausdurchsuchung im Jahr 2016 – 

ungeachtet der Frage der Glaubhaftigkeit dieser Vorbringen nicht die Inten-

sität einer asylrelevanten Verfolgung aufweisen. Die Beschwerdeführerin 

wiederum machte abgesehen von der zweimaligen Mitnahme zu den Be-

fragungen ihres Ehemannes keine weiteren wesentlichen Probleme mit 

den staatlichen syrischen Behörden geltend. Zum anderen ist festzustel-

len, dass sich der Beschwerdeführer – wie sich aus seinen eigenen Aus-

sagen sowie aus einer Sichtung der umfangreichen diesbezüglichen Be-

weismittel (Videoaufnahmen, Photographien sowie Auszüge aus seinen 

Profilen in sozialen Medien) ergibt – zwar als [...] zugunsten der Belange 

der kurdischen Bevölkerung in Syrien, dem Irak und dem Iran einsetzte, 

dabei jedoch keine erkennbare spezifische Kritik am syrischen Regime 

äusserte. Insofern ist zwar nicht auszuschliessen, dass die syrischen Be-

hörden die [...] Aktivitäten des Beschwerdeführers beobachteten. Jedoch 

ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht davon auszugehen, dass er 

aufgrund seines beruflichen Wirkens und der damit verbundenen Inhalte 

seitens der syrischen Behörden als ernsthafter Regimegegner betrachtet 

worden wäre, dem ein entsprechendes Verfolgungsinteresse gegolten 

hätte. In diesem Zusammenhang ist auch dem Umstand Rechnung zu tra-

gen, dass sich das Verhältnis des syrischen Regimes zur kurdischen Be-

völkerung im Nordosten des Landes seit dem Ausbruch des Bürgerkriegs 

im Jahr 2011 gewandelt hat. Die blosse Manifestation der kurdischen Kultur 

und Sprache bildet in den mehrheitlich kurdisch besiedelten Regionen Sy-

riens unter den heutigen Gegebenheiten kaum mehr Anlass zu Verfol-

gungsmassnahmen seitens des syrischen Regimes. Dazu tragen auch die 

veränderten politischen Verhältnisse in den betreffenden Regionen bei. So 

wurden nach Erkenntnissen des Bundesverwaltungsgerichts im Zeitraum 

vor der Ausreise der Beschwerdeführenden im Jahr 2016 weite Teile des 

Distrikts G._______ von der syrisch-kurdischen Partei PYD (Partiya Ye-

kitîya Demokrat; Demokratische Einheitspartei) und deren bewaffneten Or-

ganisation YPG kontrolliert, während sich die Sicherheitskräfte des staatli-

chen Regimes weitgehend zurückgezogen hatten (vgl. dazu BVGE 2015/3 

E. 6.7.5.3 sowie das länderspezifische Referenzurteil D-5779/2013 vom 

25. Februar 2015 E. 5.9.3). Dies schliesst zwar nicht aus, dass die syri-

schen Behörden in diesem Gebiet damals wie heute Versuche unternah-

men und weiterhin unternehmen, ihrem Anspruch auf staatliche Kontrolle 

Geltung zu verschaffen. Jedoch ist unter Berücksichtigung aller wesentli-

chen Umstände mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu verneinen, dass 

der Beschwerdeführer aufgrund seiner [...] Aktivitäten in seiner Heimatre-

gion, dem Distrikt G._______, zum Zeitpunkt seiner Ausreise der Gefahr 

D-5017/2020 

Seite 13 

einer asylrechtlich relevanten Verfolgung durch das syrische Regime aus-

gesetzt war.  

6.5 In einem weiteren Punkt wird durch den Beschwerdeführer geltend ge-

macht, er sei im Zeitraum vor seiner Ausreise aus Syrien durch den soge-

nannten "Islamischen Staat" bedroht worden, nachdem er [...] gegen des-

sen damaligen Anführer veröffentlicht habe. Auch in diesem Zusammen-

hang ist – ungeachtet dessen, als wie konkret die betreffenden Drohungen 

zu erachten wären – nicht als wahrscheinlich zu erachten, dass der Be-

schwerdeführer in den kurdisch kontrollierten Gebieten Nordost-Syriens ei-

ner ernsthaften Gefährdung ausgesetzt war. Dies gilt umso mehr zum heu-

tigen Zeitpunkt, da die Bedrohung durch den sogenannten "Islamischen 

Staat" in Syrien seither weiter zurückgegangen ist.  

6.6 Zusammenfassend erweist sich somit, dass das SEM zutreffender-

weise zur Einschätzung gelangt ist, die Beschwerdeführenden hätten keine 

asylrelevanten Vorfluchtgründe glaubhaft gemacht. Die Vorinstanz hat folg-

lich die Asylgesuche zu Recht abgelehnt.  

7.  

7.1 In einem nächsten Schritt ist auf die subjektiven Nachfluchtgründe ein-

zugehen, welche der Beschwerdeführer mit dem Vorbringen geltend 

macht, er habe sich seit seiner Einreise in die Schweiz exilpolitisch betätigt. 

7.2 Subjektive Nachfluchtgründe sind dann anzunehmen, wenn eine asyl-

suchende Person erst durch die Flucht aus dem Heimat- oder Herkunfts-

staat oder wegen ihres Verhaltens nach der Ausreise eine Verfolgung im 

Sinne von Art. 3 AsylG zu befürchten hat. Personen mit subjektiven Nach-

fluchtgründen erhalten zwar kein Asyl, werden jedoch als Flüchtlinge vor-

läufig aufgenommen (Art. 54 AsylG; vgl. BVGE 2009/28 E. 7.1 sowie Ent-

scheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission 

[EMARK] 2006 Nr. 1 E. 6.1, EMARK 2000 Nr. 16 E. 5a, jeweils m.w.N.). 

7.3  

7.3.1 In diesem Zusammenhang machte der Beschwerdeführer bereits im 

vorinstanzlichen Verfahren durch die Einreichung entsprechender Beweis-

mittel (Videoaufnahmen, Photographien sowie Auszüge aus seinen Profi-

len in sozialen Medien) geltend, er habe seit seiner Einreise in die Schweiz 

mehrfach an Veranstaltungen der kurdischen Parteien PDK und PYD teil-

genommen. Auf Beschwerdeebene wird diesbezüglich zusätzlich vorge-

bracht, durch sein Engagement als [...] werde sein politisches Profil 

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Seite 14 

geschärft, wodurch er von den syrischen Behörden als Regimegegner und 

Verräter wahrgenommen werde. Diese exilpolitischen Aktivitäten würden 

ihn der Gefahr aussetzen, im Falle einer Rückkehr nach Syrien von Verfol-

gungsmassnahmen betroffen zu werden. Er sei auch mehrfach auf seinen 

Profilen in sozialen Medien konkret bedroht worden. 

7.3.2 Hinsichtlich der Beschwerdeführerin ist festzustellen, dass diese 

keine entsprechenden Aktivitäten geltend macht. 

7.3.3 Aufgrund der vorhandenen, im vorinstanzlichen wie auch im vorlie-

genden Verfahren eingereichten Beweismittel (Videoaufnahmen, Photo-

graphien und Screenshots von Profilen in sozialen Medien) ist darauf zu 

schliessen, dass der Beschwerdeführer regelmässig als [...]. In Videoauf-

nahmen, welche auch im Internet abrufbar sind, [...]. Dabei ist zu erwäh-

nen, dass in den Aufnahmen regelmässig die kurdische Flagge gezeigt 

wird; zudem wurden gewisse Veranstaltungen, an welchen der Beschwer-

deführer [...], durch eine der beiden kurdischen Parteien PDK und PYD or-

ganisiert. Auch für die ausserhalb des Heimatstaats belegten Aktivitäten 

des Beschwerdeführers als [...] ist jedoch festzustellen, was sich bereits 

unter dem Aspekt der behaupteten Vorfluchtgründe erwiesen hat, dass 

nämlich das syrische Regime, soweit ersichtlich, nicht Gegenstand der In-

halte der entsprechenden [...] ist. Angesichts dessen ist nicht erkennbar, 

weshalb der Beschwerdeführer aufgrund seiner [...] seitens des syrischen 

Staats als ernsthafter Regimegegner erscheinen sollte. Es liegen somit 

keine ausreichenden Anhaltspunkte dafür vor, dass er in Syrien wegen der 

Beteiligung an exilpolitischen Aktivitäten einer spezifischen Gefährdung im 

Sinne von Art. 3 AsylG ausgesetzt sein könnte. 

7.4 Somit erweist sich, dass die Beschwerdeführenden die Flüchtlingsei-

genschaft auch nicht aufgrund subjektiver Nachfluchtgründe erfüllen.  

8.  

8.1 Die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein Asyl-

gesuch hat in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge 

(Art. 44 AsylG). Vorliegend hat der Kanton keine Aufenthaltsbewilligung er-

teilt, und es besteht auch kein Anspruch auf Erteilung einer solchen (vgl. 

BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). Die verfügte Wegweisung 

steht daher im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen und wurde 

demnach von der Vorinstanz zu Recht angeordnet. 

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Seite 15 

8.2 Im vorliegenden Fall ist im Übrigen anzumerken, dass sich aus den 

angestellten Erwägungen nicht der Schluss ergibt, die Beschwerdeführen-

den seien zum heutigen Zeitpunkt angesichts der allgemeinen Situation in 

Syrien in ihrem Heimat- beziehungsweise Herkunftsstaat nicht gefährdet. 

Indessen ist eine solche Gefährdungslage im Falle der Beschwerdeführen-

den ausschliesslich auf die allgemeine in Syrien herrschende, weiterhin 

anhaltende Konfliktsituation zurückzuführen, welche durch die Vorinstanz 

mit Verfügung vom 4. September 2020 im Rahmen der Anordnung der vor-

läufigen Aufnahme wegen Unzumutbarkeit des Vollzugs der Wegweisung 

berücksichtigt wurde.  

9.  

Aus den angestellten Erwägungen ergibt sich, dass der – einzig bezüglich 

der Ziffern 1‒3 des Dispositivs angefochtene – Asylentscheid des SEM das 

Bundesrecht nicht verletzt sowie den rechtserheblichen Sachverhalt richtig 

und vollständig feststellt (Art. 106 AsylG). Die Beschwerde ist folglich ab-

zuweisen. 

10.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären dessen Kosten an sich den 

Beschwerdeführenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG). Indes-

sen wurde der mit der Beschwerdeschrift gestellte Antrag auf unentgeltli-

che Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG mit Zwischenverfü-

gung vom 20. Oktober 2020 gutgeheissen. Somit haben die Beschwerde-

führenden keine Verfahrenskosten zu tragen. 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 16 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das SEM und die zustän-

dige kantonale Behörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: 

  

Contessina Theis Martin Scheyli 

 

 

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