# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0409634d-e938-5cfe-b676-a6770692b82c
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-02-03
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 03.02.2025 F-528/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-528-2025_2025-02-03.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-528/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  3 .  F e b r u a r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Einzelrichterin Regula Schenker Senn, 

mit Zustimmung von Richter Gregor Chatton;  

Gerichtsschreiberin Evelyn Heiniger. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…) 

Eritrea,   

vertreten durch MLaw Nataliya Wilkesmann,  

HEKS Rechtsschutz Bundesasylzentren Ostschweiz,   

Beschwerdeführerin,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration SEM, 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung  

(Dublin-Verfahren - Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG);  

Verfügung des SEM vom 16. Januar 2025 

 

 

 

F-528/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a. Die Beschwerdeführerin suchte am 8. Oktober 2024 in der Schweiz 

um Asyl nach. Auf dem «Questionnaire Europa» vermerkte sie als 

«Country of Departure»: «Eritrea 14.04.2024» und als «Place of arrival in 

Europe»: «Italy 08/24». Diese Daten wurden ins Protokoll der Personalien-

aufnahme vom 16. Oktober 2024 übernommen (SEM-Akten pag. 1367118-

13/6 S. 5). Abgleiche mit der europäischen Fingerabdruck-Datenbank (Eu-

rodac) und dem zentralen Visa-Informationssystem (CS-VIS) ergaben 

keine Treffer (SEM-Akten pag. 1367118-3/1, 1367118-8/1 f.). Am 21. Ok-

tober 2024 wurde die Beschwerdeführerin zur Anhörung eingeladen, wel-

che am 28. Oktober 2024 stattfand. 

A.b. Am 1. November 2024 ersuchte die Vorinstanz die italienischen Be-

hörden um Aufnahme der Beschwerdeführerin gestützt auf Art. 13 Abs. 2 

der Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und des 

Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur 

Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Dritt-

staatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten An-

trags auf internationalen Schutz zuständig ist (nachfolgend: Dublin-III-VO).  

Dieses Gesuch blieb innert Frist und bis zum Vorliegen dieses Urteils un-

beantwortet. 

B.  

Mit Verfügung vom 16. Januar 2024 (eröffnet tags darauf) trat die 

Vorinstanz auf das Asylgesuch der Beschwerdeführerin nicht ein, verfügte 

ihre Wegweisung aus der Schweiz nach Italien und forderte sie auf, die 

Schweiz spätestens am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen. 

Gleichzeitig beauftragte die Vorinstanz den Kanton Thurgau mit dem 

Vollzug und stellte fest, eine allfällige Beschwerde habe keine aufschie-

bende Wirkung. 

C.  

Mit Beschwerde vom 24. Januar 2024 an das Bundesverwaltungsgericht 

beantragte die Beschwerdeführerin, die Verfügung sei vollständig aufzuhe-

ben und das SEM anzuweisen, auf ihr Asylgesuch einzutreten. Eventualiter 

sei die Verfügung aufzuheben und zur Neubeurteilung an die Vorinstanz 

zurückzuweisen. In prozessualer Hinsicht beantragte sie die Gewährung 

der aufschiebenden Wirkung sowie der unentgeltlichen Prozessführung. 

F-528/2025 

Seite 3 

D.  

Das Bundesverwaltungsgericht setzte den Wegweisungsvollzug am 

28. Januar 2025 per sofort einstweilen aus. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1. Das Bundesverwaltungsgericht ist zuständig (Art. 105 AsylG 

[SR 142.31]; Art. 31 ff. VGG) und die weiteren Voraussetzungen sind er-

füllt, so dass auf die Beschwerde einzutreten ist (Art. 48 Abs. 1 VwVG, 

Art. 108 Abs. 3 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG). Das Gericht entscheidet 

über diese endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2. Die Beschwerde erweist sich als offensichtlich unbegründet, weshalb 

sie im Verfahren einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines 

zweiten Richters beziehungsweise einer zweiten Richterin (Art. 111 Bst. e 

AsylG), ohne Durchführung eines Schriftenwechsels und mit summari-

scher Begründung, zu behandeln ist (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG). 

2.  

2.1. Auf Asylgesuche wird in der Regel nicht eingetreten, wenn Asylsu-

chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des 

Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a 

Abs. 1 Bst. b AsylG). Zur Bestimmung des staatsvertraglich zuständigen 

Staates prüft das SEM die Zuständigkeitskriterien gemäss Dublin-III-VO. 

Führt diese Prüfung zur Feststellung, dass ein anderer Mitgliedstaat für die 

Prüfung des Asylgesuchs zuständig ist, tritt das SEM, nachdem der betref-

fende Mitgliedstaat einer Überstellung oder Rücküberstellung zugestimmt 

hat, auf das Asylgesuch nicht ein (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 6.2). 

2.2. Gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO wird jeder Asylantrag von einem 

einzigen Mitgliedstaat geprüft, der nach den Kriterien des Kapitels III als 

zuständiger Staat bestimmt wird. Das Verfahren zur Bestimmung des zu-

ständigen Mitgliedstaates wird eingeleitet, sobald in einem Mitgliedstaat 

erstmals ein Asylantrag gestellt wird (Art. 20 Abs. 1 Dublin-III-VO).  

Im Fall eines sogenannten Aufnahmeverfahrens (engl.: take charge) sind 

die in Kapitel III (Art. 8–15 Dublin-III-VO) genannten Kriterien in der dort 

aufgeführten Rangfolge (Prinzip der Hierarchie der Zuständigkeitskriterien; 

vgl. Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO) anzuwenden, und es ist von der Situation 

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Seite 4 

im Zeitpunkt, in dem der Antragsteller erstmals einen Antrag in einem Mit-

gliedstaat gestellt hat, auszugehen (Art. 7 Abs. 2 Dublin-III-VO).  

Der nach dieser Verordnung zuständige Mitgliedstaat ist verpflichtet, einen 

Antragsteller, der in einem anderen Mitgliedstaat einen Antrag gestellt hat, 

nach Massgabe der Art. 21, 22 und 29 Dublin-III-VO aufzunehmen (Art. 18 

Abs. 1 Bst. a Dublin-III-VO).  

2.3. Die italienischen Behörden liessen das Übernahmeersuchen innert 

der in Art. 22 Abs. 1 Dublin-III-VO vorgesehenen zweimonatigen Frist un-

beantwortet, womit sie ihre Zuständigkeit implizit anerkannten (Art. 22 

Abs. 7 Dublin-III-VO).  

3.  

Die Beschwerdeführerin bringt vor, die Vorinstanz habe den Sachverhalt 

unvollständig und unrichtig festgestellt. Insbesondere habe sie die italieni-

schen Behörden alleine gestützt auf ihre Aussage, dass sie sich längere 

Zeit in Italien aufgehalten habe, um Aufnahme ersucht. Sie habe an der 

Anhörung aber auch erwähnt, dass sie legal nach Italien gereist und dort 

ein Aufenthaltsrecht gehabt habe. Die Vorinstanz habe dies nicht genauer 

abgeklärt. Die Beschwerdeführerin beruft sich weiter auf den Vertrauens-

schutz. Die Vorinstanz habe in Kenntnis davon, dass sie von Italien her-

kommend in die Schweiz gereist sei, kein Dublin-Verfahren eingeleitet, 

sondern sei auf ihr Asylgesuch eingetreten und habe sie zu einer Anhörung 

zu den Asylgründen vorgeladen. Eine Anhörung zu den Asylgründen finde 

im Verfahren, welches zu einem Nichteintretensentscheid gemäss Art. 31a 

Abs. 1 AsylG führe, nicht statt.  

4.  

4.1. Die Behörde stellt den Sachverhalt von Amtes wegen fest (Untersu-

chungsgrundsatz). Dabei muss sie die für das Verfahren erforderlichen 

Sachverhaltsunterlagen beschaffen, die rechtlich relevanten Umstände ab-

klären und darüber ordnungsgemäss Beweis führen (vgl. dazu auch 

Art. 30-33 VwVG). Unrichtig ist die Sachverhaltsfeststellung dann, wenn 

der Verfügung ein falscher und aktenwidriger oder nicht weiter belegbarer 

Sachverhalt zugrunde gelegt wurde. Unvollständig ist sie, wenn die Be-

hörde trotz Untersuchungsmaxime den Sachverhalt nicht von Amtes we-

gen abgeklärt hat, oder wenn nicht alle für die Entscheidung wesentlichen 

Sachumstände berücksichtigt wurden. Die Behörde ist allerdings nicht ver-

pflichtet, zu jedem Sachverhaltselement umfangreiche Nachforschungen 

anzustellen. Zusätzliche Abklärungen sind vielmehr nur dann vorzuneh-

men, wenn sie aufgrund der Aktenlage als angezeigt erscheinen (vgl. dazu 

CHRISTOPH AUER, in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommentar zum 

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Seite 5 

Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren [VwVG], 2. Aufl., 2019, 

Rz. 15 zu Art. 12; BENJAMIN SCHINDLER, in Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], 

a.a.O., Rz. 28 zu Art. 49).  

4.2. Der Grundsatz von Treu und Glauben gemäss Art. 5 Abs. 3 und 

Art. 9 BV statuiert ein Verbot widersprüchlichen Verhaltens und verleiht 

Rechtssuchenden unter gewissen Voraussetzungen Anspruch auf Schutz 

ihres Vertrauens auf die Richtigkeit behördlichen Handelns oder sonstiges, 

bestimmte Erwartungen begründendes Verhalten der Behörden (vgl. statt 

vieler BGE 143 V 341 E. 5.2.1). Neben einer Vertrauensgrundlage ist na-

mentlich vorausgesetzt, dass sich die betroffene Person berechtigterweise 

darauf verlassen durfte und gestützt auf dieses Vertrauen Dispositionen 

getätigt hat, die ohne Nachteil nicht wieder rückgängig gemacht werden 

können (vgl. BGE 150 I 1 E. 4.1; Urteil des BGer 2C_199/2017 vom 

12. Juni 2018 E. 3.3 ff.; eingehend ULRICH HÄFELIN / GEORG MÜLLER / FE-

LIX UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 8. Auflage 2020, S. 143 ff). 

5.  

5.1. Die Abfrage der Datenbanken Eurodac und CS-VIS ergab im vorlie-

genden Verfahren keine Treffer (SEM-Akten pag. 1367118-3/1, 1367118-

8/1 f.). Die Vorinstanz liess sich dadurch augenscheinlich fehlleiten und 

ging im damaligen Zeitpunkt fälschlicherweise davon aus, die Beschwer-

deführerin habe sich nie in einem anderen Dublin-Mitgliedstaat aufgehal-

ten. Entsprechend lud sie direkt im beschleunigten Verfahren zur Anhörung 

gemäss Art. 29 AsylG ein.  

Die Vorinstanz übersah dabei, dass die Beschwerdeführerin auf dem 

«Questionnaire Europa» angegeben hatte, dass sie über Italien nach Eu-

ropa eingereist sei. Aufgrund dieses Versehens ging die Vorinstanz zuerst 

von einem falschen Sachverhalt aus. Dies lässt sich zu einem Teil allenfalls 

damit erklären, dass aufgrund der hohen Zahl von Asylgesuchen bei der 

Vorinstanz kein Gespräch mit der Beschwerdeführerin zur Personalienauf-

nahme stattfand, sondern die von ihr schriftlich gemachte Angaben ledig-

lich von der Administration in ein Protokoll überführt wurden. Dies ist im 

Protokoll der Personalienaufnahme entsprechend mit der Kennzeichnung 

«ZEMIS-Direkterfassung» vermerkt (SEM-Akten pag. 1367118-13/6 S. 2 

und 5). Korrekterweise hätte die Vorinstanz die Beschwerdeführerin ge-

stützt auf ihre Angabe im Questionnaire und in Übereinstimmung mit Art. 5 

Dublin-III-VO zu einem Dublin-Gespräch statt zu einer Anhörung (nach 

Art. 29 AsylG) vorladen müssen. Ersteres dient nämlich nicht nur dazu, der 

betroffenen Person die notwendigen Informationen zu vermitteln (Art. 4 

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Seite 6 

Dublin-III-VO), sondern auch der Vorinstanz die Abklärungen zur Ermitt-

lung des zuständigen Mitgliedstaates zu erleichtern.  

Am 28. Oktober 2024 fand aufgrund der geschilderten Umstände kein Dub-

lin-Gespräch, sondern eine Anhörung statt (SEM-Akten, Anhörungsproto-

koll pag. 1367118-15/11). Dabei wurden der Beschwerdeführerin zunächst 

Fragen zu ihrem Gesundheitszustand gestellt. Bei den anschliessenden 

Fragen zur Identität erwähnte sie, dass sie ihren Pass in Italien bei ihrer 

Tochter zurückgelassen habe (SEM-Akten, Anhörungsprotokoll pag. 

1367118-15/11 S. 3). Zu ihrer Ausreise befragt, gab sie – entgegen ihrer 

Angabe im Questionnaire – an, nicht mehr zu wissen, wann sie Eritrea ver-

lassen habe. Sie habe eine Weile in Italien verbracht. An Ostern sei sie 

bestimmt schon ein Jahr in Italien gewesen. Sie habe zwei oder drei Ostern 

in Italien verbracht (a.a.O. S. 5 f.). Sie habe eine vorübergehende Aufent-

haltserlaubnis gehabt und sei legal mit dem Flugzeug von Asmara über 

Adis Abeba nach Italien gereist (a.a.O. S. 6). In Italien habe sie einen zeit-

lich begrenzten Aufenthalt, aber keinen Kontakt mit den Behörden gehabt 

(a.a.O. S. 9). Gegen Ende der Anhörung – bei Frage 78 – teilte die Befra-

gerin der Beschwerdeführerin mit, es sei möglich, dass Italien für die Be-

handlung ihres Asylgesuchs zuständig sei und sie deshalb gegebenenfalls 

dorthin zurückgeschickt werde. Darauf angesprochen, was gegen eine 

Überstellung nach Italien spreche, führte sie aus, sie habe dort niemanden, 

von dem sie Unterstützung erhalte, weshalb sie in die Schweiz gekommen 

sei (a.a.O. S. 9 F 78). Anschliessend wurden ihr die weiteren Möglichkei-

ten – Vorladung zu einem zweiten Gespräch, Asylentscheid – für die Fort-

führung des Verfahrens aufgezeigt (a.a.O. Rechtsmittelbelehrung nach 

F 80). 

5.2. Die mit der Beschwerdeführerin durchgeführte Anhörung hatte keine 

präjudizierende Wirkung auf den weiteren Verlauf des Verfahrens. Es fehlte 

hier somit bereits an einer Vertrauensgrundlage, auf welche sich die Be-

schwerdeführerin hätte verlassen dürfen. Die Anhörung fand vorliegend le-

diglich 20 Tage nach der Einreise und der Stellung des Asylgesuchs in der 

Schweiz statt. Anders war die Situation im angeführten Verfahren 

F-4773/2023 (Urteil vom 20. September 2023), in welchem die Anhörung 

mehr als zwei Monate nach der Personalienaufnahme stattfand oder in  

F-8211/2024 (Urteil vom 6. Januar 2025), in welchem der Beschwerdefüh-

rer nach einer ersten Anhörung gar zu einer zweiten Anhörung vorgeladen 

wurde und ihm danach erst drei Monate später das rechtliche Gehör zu 

einer allfälligen Zuständigkeit eines anderen Dublin-Mitgliedstaats gege-

ben wurde. Im vorliegend zu beurteilenden Fall fand demgegenüber keine 

Personalienaufnahme statt und bei der Anhörung handelte es sich wegen 

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Seite 7 

des bereits dargelegten Versehens um das erste Gespräch mit der Be-

schwerdeführerin, bei dem sie überdies von ihrer Rechtsvertretung beglei-

tet wurde. Als sich an der Anhörung aufgrund der Aussagen der Beschwer-

deführerin Indizien für einen Bezug zu Italien ergaben, wurde ihr sogleich 

und noch im Rahmen derselben Anhörung das rechtliche Gehör zu einer 

allfälligen Zuständigkeit Italiens gegeben. Es wurde ihr erklärt, dass allen-

falls Italien für die Prüfung ihres Asylgesuchs zuständig sein könnte und 

sie dann dorthin zurückgeschickt würde. Weiter könne es aber auch sein, 

dass sie zu einem zweiten Gespräch eingeladen werde oder sie direkt ei-

nen Asylentscheid erhalten würde. Somit konnte bei der Beschwerdefüh-

rerin zu keiner Zeit der Eindruck eines Selbsteintritts der Schweiz entste-

hen (vgl. zum Vertrauensschutz und dem Zurückkommen auf Zwischen-

verfügungen BVGE 2017 VI/9 E. 4.3.1). Bei der Anhörung war noch nicht 

klar, wie das Verfahren weitergeführt würde, was der Beschwerdeführerin 

offengelegt wurde. Dies musste auch der Rechtsvertretung, die sich beruf-

lich mit der Vertretung von Asylsuchenden befasst, bewusst gewesen sein. 

Zwischen der Einreichung des Asylgesuchs und der Anhörung verging 

überdies lediglich eine relativ kurze Zeit und das Verfahren befand sich 

noch in der Vorbereitungsphase. Entgegen dem Vorbringen in der Be-

schwerdeschrift erweckte die Vorinstanz aufgrund des vorstehend darge-

legten Vorgehens und anders als in den erwähnten Verfahren  

(F-4773/2023, F-8211/2024) gegenüber der Beschwerdeführerin nicht den 

Anschein, dass sie, die Vorinstanz, sich für die Durchführung des Asylver-

fahrens zuständig erachte. Zusammenfassend ist vorliegend aufgrund des 

Vorgehens der Vorinstanz kein Verstoss gegen den Grundsatz von Treu 

und Glauben zu erblicken. 

5.3. Gestützt auf das im Rahmen der Anhörung gewährte rechtliche Gehör 

ersuchte die Vorinstanz die italienischen Behörden um Aufnahme der Be-

schwerdeführerin gemäss Art. 13 Abs. 2 Dublin-III-VO. Ein zusätzliches 

Dublin-Gespräch nach Art. 5 Dublin-III-VO war aufgrund der bestehenden 

Aktenlage nicht mehr notwendig und hätte zu keinen neuen oder weiteren 

Erkenntnissen geführt.  

Wie bereits erwähnt, ergab die Anfrage im CS-VIS keinen Treffer. Entgegen 

dem Vorbringen in der Beschwerde konnte deshalb keine Anfrage gestützt 

auf Art. 12 Abs. 4 Dublin-III-VO erfolgen. Weil die Beschwerdeführerin den 

Pass, mit dem sie angeblich nach Italien gereist war, nicht vorgewiesen 

hatte, war es der Vorinstanz nicht möglich, weitere Abklärungen – etwa bei 

den italienischen Behörden – zu tätigen. Nachdem überdies ihre Angaben 

zum Reiseweg derart widersprüchlich ausfielen, kann nicht ausgeschlos-

sen werden, dass sie unter einer anderen Identität nach Italien eingereist 

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Seite 8 

war. Hätte sie unter der in der Schweiz angegebenen Identität ein Schen-

gen-Visum erhalten, wäre dieses im Visa-Informationssystem verzeichnet. 

5.4. Nach den vorstehenden Ausführungen ergibt sich, dass die Vorinstanz 

– zwar systemwidrig – nicht gleich zu Beginn ein Dublin-Gespräch durch-

führte. Zum Zeitpunkt des Erlasses der Verfügung war der Sachverhalt 

aber vollständig abgeklärt. Das Eventualbegehren um Rückweisung an die 

Vorinstanz zur weiteren Abklärung ist damit abzuweisen.  

6.  

6.1. Die Beschwerdeführerin bringt keine substanziierten Einwände gegen 

eine Überstellung nach Italien vor. Die Vorinstanz hat im Übrigen korrekt 

erwogen, das italienische Asylsystem weise rechtsprechungsgemäss 

keine systemischen Mängel auf, aufgrund derer die Zuständigkeit gemäss 

Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO auf die Schweiz überginge (vgl. Referenzurteil 

des BVGer D-4235/2021 vom 19. April 2022 m.w.H., zuletzt etwa Urteile 

des BVGer F-7114/2024 19. Dezember 2024 E. 4.1, F-4949/2024 vom 

12. August 2024 E. 2.1) und dass auch die von Italien einseitig ausgesetzte 

Wiederaufnahme von Asylsuchenden im Rahmen der Dublin-III-VO keinen 

Hinweis auf systemische Schwachstellen im italienischen Asylsystem dar-

stelle (vgl. dazu Urteile des EuGH vom 19. Dezember 2024, Tudmur,  

C-185/24 und C-189/24, ECLI:EU:C:2024:1036). Weiter seien keine völ-

kerrechtlichen Vollzugshindernisse ersichtlich, welche die Schweiz zu ei-

nem Selbsteintritt nach Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-VO verpflichten würden. 

Dabei hat sie die individuelle Situation der Beschwerdeführerin – insbeson-

dere Alter und Gesundheitszustand – berücksichtigt. Darüber hinaus hat 

die Vorinstanz in rechtsfehlerfreier Ausübung des ihr nach Art. 17 Abs. 1 

Dublin-III-VO und Art. 29a Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 11. August 

1999 (AsylV 1, SR 142.311) zukommenden Ermessens von einem freiwil-

ligen Selbsteintritt der Schweiz abgesehen. Sie ist demnach zu Recht in 

Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG auf das Asylgesuch der Be-

schwerdeführerin nicht eingetreten und hat gestützt auf Art. 44 AsylG ihre 

Wegweisung nach Italien angeordnet. Zur näheren Begründung kann auf 

die zutreffenden vorinstanzlichen Erwägungen verwiesen werden. 

7.  

Die angefochtene Verfügung ist demnach nicht zu beanstanden und die 

Beschwerde abzuweisen. Der am 27. Januar 2025 angeordnete Vollzugs-

stopp fällt mit vorliegendem Urteil dahin. Das Gesuch um Erteilung der auf-

schiebenden Wirkung ist gegenstandslos geworden. 

F-528/2025 

Seite 9 

8.  

8.1. Wie vorstehend erwogen, erweisen sich die Rechtsbegehren in der 

Beschwerdeeingabe als aussichtslos, weshalb das Gesuch um Gewäh-

rung der unentgeltlichen Prozessführung abzuweisen ist. 

8.2. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten der 

Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insge-

samt Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 

2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungs-

gericht [VGKE, SR 173.320.2]). 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

 

  

F-528/2025 

Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird ab-

gewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden der Beschwerdeführerin aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Regula Schenker Senn Evelyn Heiniger 

 

 

Versand: