# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fcc8b8c3-2a8f-5aba-a720-e826666c9949
**Source:** Glarus (GL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-02-26
**Language:** de
**Title:** Glarus Verwaltungsgericht 26.02.2014 VG.2013.00098 (VG.2014.15)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GL_Omni/GL_VG_001_VG-2013-00098_2014-02-26.html

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GLARUS

  
	
   

  
	
   

  
	
  Urteil vom 26. Februar 2014

  
	
   

  
	
   

  
	
  I. Kammer

  
	
   

  
	
   

  
	
  in Sachen

  
	
  VG.2013.00098

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    1.    A.______

    	
    Beschwerdeführer  

    

  

  
	
   

  
	
  2.    B.______AG

  
	
   

  
	
  beide vertreten durch Rechtsanwalt C.______

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  gegen

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    1.    Gemeinde Glarus
    Nord 

    	
    Beschwerdegegner

    

  

  
	
   

  
	
  2.    Departement Bau und Umwelt

         des Kantons Glarus

  
	
   

  
	
  vertreten durch Rechtsanwalt D.______

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  betreffend

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  Erlass einer Planungszone

  
	
  Die Kammer zieht in Erwägung: 

  
	
  I.

  
	
  1.

  
	
  1.1 Am 14. November 2011 reichte die B.______AG bei der
  Gemeinde Glarus Nord ein Baugesuch [...] auf dem Grundstück von A.______ in
  [...] ein (Parzelle [...]). Da die Gemeinde Glarus Nord mit Beschluss vom
  21. Dezember 2011 eine Planungszone für die betreffende Parzelle
  erliess, wurde das Bauvorhaben der B.______AG bis auf Weiteres sistiert. 

  
	
   

  
	
  1.2 Mit Einspracheentscheid vom 14. Mai 2012 hielt die
  Gemeinde Glarus Nord am Erlass der Planungszone und an der Sistierung des
  Bauvorhabens fest. Die von A.______ und der B.______AG am 14. Juni 2012
  hiegegen erhobene Beschwerde wies das Departement Bau und Umwelt des Kantons
  Glarus (DBU) am 10. September 2013 ab.

  
	
   

  
	
  1.3 Am 10. Oktober 2013 verfügte die Gemeinde Glarus
  Nord schliesslich, dass die Planungszone für die Parzelle [...] um zwei
  Jahre, bis am 31. Dezember 2015, verlängert werde und folglich das
  Baugesuch der B.______AG weiterhin sistiert bleibe. 

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  2.1 A.______ und die B.______AG gelangten mit
  Beschwerde vom 14. Oktober 2013 ans Verwaltungsgericht und beantragten die
  Aufhebung des Entscheids des DBU vom 10. September 2013. Eventuell sei
  die Sistierung des Bauvorhabens aufzuheben und eventuell sei die Gemeinde
  Glarus Nord anzuweisen, das Baugesuch unverzüglich zu behandeln; unter
  Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Gemeinde Glarus Nord und des
  DBU.

  
	
   

  
	
  2.2 Auf das Begehren, die Verfügung der Gemeinde Glarus
  Nord vom 10. Oktober 2013 betreffend die Verlängerung der Planungszone
  sei aufzuheben, trat das Verwaltungsgericht mit Entscheid vom 11. Dezember
  2013 mangels funktioneller Zuständigkeit nicht ein (VG.2013.00099).

  
	
   

  
	
  2.3 Am 20. Dezember 2013 beantragte das DBU die
  Abweisung der Beschwerde. Die Gemeinde Glarus Nord liess sich am 5. Februar
  2014 vernehmen und beantragte ebenfalls die Abweisung der Beschwerde.

  
	
   

  
	
  II. 

  
	
  1. 

  
	
  1.1 Das Verwaltungsgericht ist gemäss Art. 79 Abs. 1
  des Raumentwicklungs- und Baugesetzes vom 2. Mai 2010 (RBG) i.V.m. Art. 105
  Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 4. Mai 1986
  (VRG) zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. 

  
	
   

  
	
  Die am 10. Oktober 2013
  verfügte Verlängerung der Planungszone bewirkt nicht die Gegenstandslosigkeit
  des vorliegenden Verfahrens. Da bei einer Gutheissung der Beschwerde auch die
  Verlängerung der Planungszone dahinfiele, ist ein aktuelles Rechtsschutzinteresse
  der Beschwerdeführer an der Prüfung der Rechtmässigkeit der strittigen
  Massnahme zu bejahen. Da auch die übrigen Prozessvoraussetzungen erfüllt
  sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. 

  
	
   

  
	
  1.2 Mit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde können gemäss
  Art. 107 Abs. 1 VRG die unrichtige oder unvollständige Feststellung des
  rechtserheblichen Sachverhalts (lit. a) und die unrichtige Rechtsanwendung,
  einschliesslich eines Missbrauchs des Ermessens (lit. b), geltend gemacht
  werden. Eine Ermessenskontrolle kommt dem Verwaltungsgericht hingegen gemäss
  Art. 107 Abs. 2 VRG nur in Ausnahmefällen zu. Ein solcher Ausnahmefall liegt
  nicht vor, weshalb dem Verwaltungsgericht die Überprüfung des vorinstanzlichen
  Entscheids auf Unangemessenheit verwehrt ist. 

  
	
   

  
	
  1.3 Die Beschwerdeführer beantragen, dass ein
  Augenschein vor Ort durchzuführen sei. Da der für den vorliegenden Entscheid
  relevante Sachverhalt anhand der Akten aber hinreichend erstellt ist, erweist
  sich die Durchführung eines solchen als nicht nötig.

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  2.1 Die Beschwerdeführer rügen, dass der
  Beschwerdegegner 2 rechtsverzögernd gehandelt habe, da die Behandlung der
  Beschwerde 16 Monate in Anspruch genommen habe. Dies sei angesichts der
  erheblichen Interessen sowie des tiefen Eingriffs in ihre Rechtsstellung eine
  zu lange Dauer. Des Weiteren sei das Verhalten der Beschwerdegegner
  widersprüchlich und missbräuchlich gewesen, da sie ein berechtigtes Vertrauen
  in die Bebaubarkeit der zur Diskussion stehenden Parzelle erweckt hätten, was
  schliesslich auch dem Grundsatz des Vertrauensschutzes zuwiderlaufe. Ferner
  seien die Voraussetzungen zum Erlass einer Planungszone nicht gegeben, da
  dieser nicht mit der Ortsplanungsrevision begründet worden sei. Die Beschwerdegegnerin 1
  habe den Erlass der Planungszone einzig mit der Standortfrage hinsichtlich
  der Wärmeversorgung sowie mit dem Problem der Fruchtfolgeflächen (FFF)
  begründet. Im Übrigen seien der Erlass einer zweijährigen Planungszone sowie
  deren Verlängerung um weitere zwei Jahre eine zeitlich unverhältnismässige
  Anordnung und aufgrund der Ausarbeitung des Richtplanentwurfs mangle es
  neuerdings an der Erforderlichkeit der Planungszone.

  
	
   

  
	
  2.2 Der Beschwerdegegner 2 bringt dagegen vor, dass
  ausschliesslich der länger dauernde Schriftenwechsel, die ergänzende
  Abklärung bei einer Fachstelle, die Komplexität des Falles und der Umfang der
  Akten die Behandlung der Beschwerde verzögert hätten und ihr somit keine
  Rechtsverzögerung vorzuwerfen sei. Ferner sei ihr Verhalten weder als missbräuchlich
  noch als widersprüchlich zu qualifizieren, da sich die raumplanerischen
  Handlungsspielräume erst im Dezember 2011 ansatzweise abgezeichnet hätten,
  womit die Beschwerdeführer auch kein berechtigtes Vertrauen in die
  Bebaubarkeit der Parzelle hätten haben dürfen. Schliesslich seien die
  Voraussetzungen für den Erlass der Planungszone ohne Weiteres gegeben.

  
	
   

  
	
  2.3 Die Beschwerdegegnerin 1 ergänzt, dass sich die
  Planungszone als geeignet und erforderlich erweise, um ihre Planungsfreiheit
  gewährleisten zu können. Zudem bestehe ein gewichtiges öffentliches Interesse
  an einer einheitlichen raumplanerischen Entwicklung, weshalb den
  Beschwerdeführern die zeitliche Verzögerung zuzumuten sei. Entgegen der
  Ansicht der Beschwerdeführer sei auf Grundlage des Richtplans der Bestand der
  Planungszone noch nicht hinfällig. Vielmehr sei noch die Frage zu klären, ob
  die Parzelle in einer Industriezone mit einer Empfindlichkeitsstufe von IV
  verbleiben könne, was auch die Frage der Zonenzugehörigkeit einzelner
  Nachbargrundstücke beschlage. Zudem weise die vorliegend in Frage stehende
  und ausserhalb der Beschattungslinie liegende Parzelle einen tiefgründigen
  sowie guten Boden auf, weshalb der Konflikt zwischen Arbeitsplatzgebiet und
  Landwirtschaft ebenfalls noch zu bereinigen sei. Deshalb seien auch die
  Voraussetzungen für den Erlass einer Planungszone insgesamt gegeben.

  
	
   

  
	
  3.

  
	
  Die Beschwerdeführer werfen dem Beschwerdegegner 2 in
  formeller Hinsicht vor, das Beschleunigungsgebot im Sinne von Art. 29 Abs. 1 der Bundesverfassung vom
  18. April 1999 (BV) und Art. 6 Ziff. 1 der Europäischen Konvention zum Schutze der
  Menschenrechte und Grundfreiheiten vom 4. November 1950 (EMRK)
  missachtet zu haben. Indessen weisen sie jedoch selbst darauf hin,
  dass durch diese Feststellung im vorliegenden Verfahren keine Rechtsbegehren
  abgeleitet werden können. Es hätte ihnen denn auch offen gestanden, eine
  entsprechende Beschwerde zu erheben, solange der Entscheid des
  Beschwerdegegners 2 noch ausstand. Im Rahmen des vor-instanzlichen
  Beschwerdeverfahrens wurde die schleppende Abwicklung jedoch einzig mit
  Schreiben vom 7. März 2013 moniert. Nunmehr besteht im hier zu entscheidenden
  Fall aber kein aktuelles Rechtsschutzinteresse mehr an einer Rechtsverzögerungsbeschwerde
  (vgl. Alfred Kölz/Jürg Bosshart/Martin Röhl, Kommentar zum
  Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich, 2. A., Zürich 1999, Vorbem.
  zu §§ 19–28, N. 51), welche die Beschwerdeführer zu Recht auch
  nicht formell erheben.

  
	
   

  
	
  4. 

  
	
  Umstritten und zentral im vorliegenden Verfahren ist die
  Frage, ob die Beschwerdegegnerin 1 für die in der Industriezone liegende
  Parzelle [...] eine Planungszone erlassen durfte, nachdem die
  Beschwerdeführerin 2 bereits ein Baugesuch eingereicht hatte. Die
  Beschwerdeführer bringen diesbezüglich insbesondere vor, dass es an den
  notwendigen Voraussetzungen zum Erlass einer Planungszone mangle.

  
	
   

  
	
  4.1

  
	
  4.1.1 Im Bau- und Raumplanungsrecht kommt der
  Gemeindeautonomie eine herausragende Bedeutung zu. Gemeinden sind in einem
  Sachbereich autonom, wenn das kantonale Recht diesen nicht abschliessend
  ordnet, sondern ihn ganz oder teilweise der Gemeinde zur Regelung überlässt
  und ihr dabei eine relativ erhebliche Entscheidungsfreiheit einräumt. Der
  geschützte Autonomiebereich kann sich auf die Befugnis zum Erlass oder Vollzug
  eigener kommunaler Vorschriften beziehen oder einen entsprechenden Spielraum
  bei der Anwendung kantonalen oder eidgenössischen Rechts betreffen. Im
  Einzelnen ergibt sich der Umfang der kommunalen Autonomie aus dem für den entsprechenden
  Bereich anwendbaren kantonalen Verfassungs- oder Gesetzesrecht (BGE 137 I 235
  E. 2.2, mit Hinweisen).

  
	
   

  
	
  4.1.2 Gemäss Art. 115 Abs. 2 der Verfassung des Kantons
  Glarus vom 1. Mai 1988 (KV) sind den Gemeinden in den Schranken von
  Verfassung und Gesetz ihr Bestand und das Recht, ihre Angelegenheiten
  selbständig zu regeln, gewährleistet. Sie besorgen alle örtlichen
  Angelegenheiten, für die weder der Bund noch der Kanton zuständig sind (Art.
  119 Abs. 1 KV). Die Ortsplanung ist gemäss Art. 15 Abs. 1 RBG Aufgabe der Gemeinde
  und umfasst nach Art. 15 Abs. 2 RBG das kommunale Entwicklungskonzept, den
  kommunalen Richtplan, den Zonenplan und das Baureglement. Bei der Anwendung
  der entsprechenden Vorschriften kommt der kommunalen Baubehörde ein
  besonderer Ermessensspielraum zu, der im Rechtsmittelverfahren zu beachten
  ist.

  
	
   

  
	
  4.2 Sind Pläne
  generell zu überarbeiten oder fehlen Pläne, die nach dem RBG notwendig sind
  oder steht deren Abänderung bevor, können für genau bezeichnete Gebiete
  Planungszonen bestimmt werden. Innerhalb der Planungszone darf nichts unternommen
  werden, was die Nutzungsplanung erschweren könnte; insbesondere kann die Behandlung
  der Baugesuche sistiert werden (Art. 31 Abs. 1 RBG; vgl. auch Art. 27 Abs. 1
  des Bundesgesetzes über die Raumplanung vom 22. Juni 1979 [Raumplanungsgesetz,
  RPG]).
  Planungszonen dürfen für längstens fünf Jahre bestimmt werden, wobei diese
  Frist um höchstens weitere zwei Jahre verlängert werden kann (Art. 27 Abs. 2
  RPG i.V.m. Art. 31 Abs. 3 RBG). 

  
	
   

  
	
  4.3 Eine Planungszone stellt eine vorsorgliche (und
  damit zeitlich begrenzte) sowie sichernde raumplanerische Massnahme dar (Bernhard
  Waldmann/Peter Hänni, Handkommentar zum Raumplanungsgesetz, Bern 2006,
  Art. 27 N. 7). Der Erlass einer Planungszone
  führt dabei stets zu öffentlich-rechtlichen Eigentumsbeschränkungen, weshalb
  solche Zonen in Anwendung von Art. 26 Abs. 1 BV i.V.m. Art. 36 BV
  auf einer gesetzlichen Grundlage beruhen, im öffentlichen Interesse liegen
  und verhältnismässig sein müssen. Künftigen Nutzungsplänen und -vorschriften wird durch
  den Erlass einer Planungszone eine sogenannte negative Vorwirkung zuerkannt,
  indem Baubewilligungen nur noch erteilt werden, wenn dadurch die vorgesehene
  Neuordnung nicht erschwert wird (BGer-Urteil 1C_472/2009 vom 21. Mai 2010
  E. 3.4, mit Hinweisen).

  
	
   

  
	
  4.4
  Zunächst
  ist festzuhalten, dass sich die gesetzliche Grundlage zum Erlass einer
  Planungszone direkt aus Art. 27 RPG sowie Art. 31 RBG ergibt. Zu Recht machen
  die Beschwerdeführer nicht geltend, dass es an der entsprechenden
  gesetzlichen Grundlage mangle.

  
	
   

  
	
  4.5

  
	
  4.5.1 Indem die Beschwerdeführer
  aber rügen, dass die Beschwerdegegnerin 1 den Erlass der Planungszone nicht
  explizit mit einer Änderung der kommunalen Richt- oder Nutzungsplanung
  begründet habe, machen sie eine mangelhafte Planungsabsicht geltend. Damit
  ist zu prüfen, ob eine einigermassen verfestigte Planungsabsicht vorliegt,
  welche in einem Planungsbedürfnis begründet und schliesslich zulässig ist (Waldmann/Hänni,
  a.a.O., Art. 27 N. 13, mit Hinweisen). 

  
	
   

  
	
  4.5.2 An die Konkretheit der
  Planungsabsicht ist kein besonders strenger Massstab anzulegen, vielmehr
  genügt eine hinlänglich konkretisierte Absicht, welche sich zumeist aus einer
  Beschlussfassung des zuständigen Gemeinwesens ergibt, aus der eine klar
  umrissene Planänderung hervorgeht (BGE 113 Ia 362 E. 2a/bb). 

  
	
   

  
	
  Eine
  Planungsabsicht kann bereits aus Bestrebungen abgeleitet werden, welche vor
  dem eingereichten Baugesuch datieren. So ergibt sich aus dem
  Sitzungsprotokoll der Beschwerdegegnerin 1 vom 5. Mai 2011, dass sie die
  Planungsarbeiten im Hinblick auf die kommunale Richt- und Zonenplanung
  öffentlich ausschrieb. Mit Entscheid vom 12. Oktober 2011 vergab sie die
  Arbeiten an ein Raumplanungsteam aus [...], was an einer Medienmitteilung
  [...] öffentlich kommuniziert wurde. Sodann ergibt sich bereits aus dem von
  den Beschwerdeführern ins Recht gelegten Zeit- und Massnahmenplan des
  Regierungsrats vom Dezember 2008, dass die Beschwerdegegnerin 1 mit der Erstellung
  von Nutzungsplan-Entwürfen betraut wurde. Ferner lässt sich dem Bodenkartierungsauschnitt
  des Kantons Glarus vom 14. Dezember 2010 entnehmen, dass die Parzelle [...]
  einen qualitativ hochwertigen Ackerboden aufweist und damit als FFF in Frage
  kommt, was ebenfalls eine Überprüfung der Zonierung notwendig macht.
  Schliesslich ergibt sich das Bedürfnis nach einer Revision der kommunalen
  Richt- und Ortsplanung aus der Gemeindestrukturreform, welche eine
  Raumaufteilung über die ganze neue Gemeinde ermöglicht.

  
	
   

  
	
  Es
  ist offensichtlich, dass eine Planungsabsicht der Beschwerdegegnerin 1 vorhanden
  war und ist, was auch die Beschwerdeführer erkennen mussten.

  
	
   

  
	
  4.5.3 Weiter ist zu prüfen, ob
  für den Erlass der Planungszone ein entsprechendes Planungsbedürfnis gegeben
  ist. Vorliegend kann sich ein solches aus der Pflicht zur Sicherung von FFF
  ergeben (vgl. Waldmann/Hänni, a.a.O., Art. 6 N. 21).

  
	
   

  
	
  Gemäss
  Art. 29 der Raumplanungsverordnung vom 28. Juni 2000 (RPV) legt der Bund im
  Sachplan Fruchtfolgeflächen den Mindestumfang der FFF und deren Aufteilung
  auf die Kantone fest. Der Kanton Glarus muss danach mindestens 200 ha
  FFF ausweisen (ARE, Sachplan Fruchtfolgeflächen, Vollzugshilfe 2006, S.
  15, mit Verweis auf BBl 1992 II 1649, www.are.admin.ch).

  
	
   

  
	
  Art. 28 RPV verpflichtet die
  Kantone, im Zuge der Richtplanung die FFF für jede Gemeinde kartografisch und
  in Zahlen, Lage, Umfang und Qualität anzugeben. Sie haben dabei aufzuzeigen,
  welche FFF in unerschlossenen Bauzonen oder in anderen nicht für die
  landwirtschaftliche Nutzung bestimmten Zonen liegen. Gemäss Art. 30 Abs. 2
  RPV stellen die Kantone zudem sicher, dass ihr Anteil am Mindestumfang der
  FFF dauernd erhalten bleibt und bestimmen Planungszonen für unerschlossene
  Gebiete in Bauzonen, soweit der Anteil nicht ausserhalb der Bauzonen
  gesichert werden kann.

  
	
   

  
	
  Der Bundesrat genehmigte am 16.
  April 2008 den kantonalen Richtplan nur unter dem Vorbehalt, dass der Kanton
  innert einer Frist von zwei Jahren seinen Verpflichtungen gemäss Art. 28 RPV
  nachkomme. Dabei habe er aufzuzeigen, welche FFF in unerschlossenen Bauzonen
  oder in anderen nicht für die landwirtschaftliche Nutzung bestimmten Zonen
  liegen.

  
	
   

  
	
  4.5.4 Gemäss
  Zonenplan
  [...] vom 1. Januar 2011 liegt die zur Diskussion stehende Parzelle in der
  Industriezone. Aus dem Bodenkartierungsauschnitt des Kantons Glarus vom 14.
  Dezember 2010 ergibt sich, dass die Parzelle dem FFF-Paket 1b zugeordnet ist.
  Dieses umfasst in einer Bauzone gelegene Parzellen, welche einen Anteil an
  Ackerböden von deutlich über 50 % aufweisen und dadurch mit dem
  Richtplan 2004 in Konflikt stehen. Den Erläuterungen zur Bodenkartierung
  zufolge sind diese Pakete im Rahmen der Richtplananpassung planerisch zu
  diskutieren, bevor sie definitiv der Landwirtschaftszone zugeschlagen werden
  oder weiterhin als Bauzone gelten sollen. Der Kanton wird zu den Paketen der
  Kategorie 1a, die geeigneten Flächen der Kategorie 1b oder allenfalls Flächen
  in Schattenlagen beiziehen müssen. Dem Bulletin des Regierungsrates des
  Kantons Glarus vom 4. Januar 2011 lässt sich weiter entnehmen, dass der
  Kanton Glarus die vom Bund geforderten 200 ha FFF zwar aufweist, die FFF‑Pakete
  der Qualität 1a und 1b zusammen aber nur rund 185,4 ha (netto) ausmachen.

  
	
   

  
	
  Insofern ergibt sich
  bereits daraus das Bedürfnis, die Parzellen mit der FFF-Qualität 1b in
  Landwirtschaftsgebiete umzuwandeln und dieses Vorhaben im Sinne von
  Art. 30 Abs. 2 RPV mittels Planungszonen sicherzustellen. Es steht
  in kantonalem und kommunalen Interesse, den Vorgaben des Bundes, namentlich
  der Sicherung von 200 ha FFF, nachzukommen, was vorliegend durch die
  Umzonung von FFF-Paketen der Klasse 1b geschehen kann, wovon auch der
  Regierungsrat des Kantons Glarus ausging (vgl. auch BGer-Urteil 1C_94/2012 vom 29. März
  2012 E. 4.1).
  Insofern kann nicht auf eine Überprüfung Fläche verzichtet werden, macht sie
  doch einen nicht unbedeutenden Anteil des FFF-Pakets 1b aus.

  
	
   

  
	
  4.5.5 Bei der Prüfung der
  Zulässigkeit der Planungsabsicht ergeben sich vorliegend keine
  Schwierigkeiten, steht die Sicherstellung von FFF – wie auch die Überprüfung
  der sachgerechten Lärmempfindlichkeitsstufe – mittels einer Planungszone weder
  mit übergeordnetem Recht noch mit der übergeordneten Planung in Widerspruch,
  wobei unbeachtlich bleibt, dass der konkrete Inhalt der Nutzungsplanung im
  Moment des Erlasses der Planungszone noch nicht feststand (vgl. Waldmann/Hänni,
  a.a.O., Art. 27 N. 13). 

  
	
   

  
	
  4.6 

  
	
  Schliesslich bleibt zu prüfen, ob die vorsorgliche
  Massnahme verhältnismässig ist.

  
	
   

  
	
  4.6.1 Es kann zwar an der erforderlichen Eignung
  mangeln, wenn nicht alle, sondern nur einzelne Grundstücke eines von der
  allfälligen Planänderung betroffenen Gebiets in die Planungszone einbezogen
  werden (vgl. dazu auch BGE 113 Ia 362 E. 2b). Dagegen muss aber eingewendet
  werden, dass das vorliegend betroffene Grundstück gemäss
  Bodenkartierungsausschnitt in einem weiten Umkreis als das einzige Grundstück
  dargestellt wird, welches die FFF‑Bodenqualität 1b aufweist. Daher
  erscheint es im Hinblick auf die Überprüfung einer allfälligen landwirtschaftlichen
  Nutzung als gerechtfertigt, nur für die in der Bauzone liegende Parzelle eine Planungszone
  zu erlassen und das Bauvorhaben zwischenzeitlich zu sistieren.

  
	
   

  
	
  4.6.2
  Die
  Planungszone erweist sich aber auch als erforderlich. In räumlicher Hinsicht
  geht die Planungszone nämlich nicht über das notwendige Gebiet hinaus, um den
  angestrebten Zweck zu erreichen. In sachlicher Hinsicht lassen sich denn auch
  keine milderen Massnahmen ausmachen. Anzumerken bleibt, dass es sich vorliegend
  um eine Sistierung des Bauvorhabens handelt, welche ein milderes Mittel als
  ein Bauverbot ist (vgl. Peter Hänni, Planungs-, Bau- und besonderes
  Umweltschutzrecht, 4. A, Bern 2002, S. 221, mit Hinweisen). Insgesamt ist eine mildere Massnahme als die Planungszone
  verbunden mit der Sistierung des Bauvorhabens vorliegend aber auch nicht
  angezeigt, solange die Möglichkeit einer Umzonung in das Nichtbaugebiet zur
  Diskussion steht. Die Frage, ob die auf dem Spiel stehenden Interessen an der
  Erhaltung von FFF nicht auch mit einer weniger weitgehenden Anordnung
  hinreichend geschützt werden könnten, ist deshalb nicht entscheidwesentlich
  (vgl. BGE 113 Ia 362 E. 2c/bb). 

  
	
   

  
	
  In Bezug auf die zeitliche Dauer erscheint eine
  zweijährige Planungszone schliesslich durchaus als angemessen, um das
  angestrebte Ziel verfolgen zu können. Im Hinblick auf die bereits erfolgte
  Verlängerung der Planungszone um weitere zwei Jahre ist die
  Beschwerdegegnerin 1 jedoch darauf aufmerksam zu machen, dass Baugesuche
  stets beförderlich zu behandeln sind, weshalb nicht zuletzt auch der Erlass
  von Planungszonen eine gesetzliche Höchstdauer erfahren hat. In diesem Sinne
  ist die Überprüfung der Zonenzugehörigkeit ebenfalls beförderlich zu behandeln.

  
	
   

  
	
  4.6.3 Zwar wird im nun
  vorliegenden Entwurf des Gemeinderats zum kommunalen Richtplan die strittige
  Parzelle als Arbeitsplatzgebiet ausgewiesen. Daraus kann aber aufgrund des
  nach wie vor latenten Bedarfs nach FFF noch nicht mit Sicherheit darauf
  geschlossen werden, dass die Parzelle in der Bauzone verbleibt. Zudem bleibt
  unklar und muss überprüft werden, ob die Parzelle weiterhin der
  Lärmempfindlichkeitsstufe IV zugeordnet werden kann. Die noch ausstehenden
  Entscheide sollen nicht durch das Erteilen einer Baubewilligung präjudiziert
  werden, weshalb ein erhebliches Interesse an der Planungszone besteht,
  welches das private Interesse an der sofortigen Überbauung der Parzelle
  überwiegt.

  
	
   

  
	
  5.  

  
	
  Die Beschwerdeführer berufen sich schliesslich auf den
  Vertrauensschutz, da ein berechtigtes Vertrauen in die Bebaubarkeit der
  Parzelle [...] vorhanden gewesen sei.

  
	
   

  
	
  5.1 Der durch Art. 9 BV gewährleistete Vertrauensschutz
  bewirkt, dass eine Zusicherung einer Behörde unter bestimmten Umständen eine
  vom materiellen Recht abweichende Behandlung des Rechtsuchenden gebietet.
  Voraussetzungen dafür sind neben der Existenz einer Vertrauensgrundlage unter
  anderem, dass die betroffene Partei sich berechtigterweise auf diese
  Grundlage stützt (BGE 129 I 161 E.4.1, mit Hinweisen). Zudem muss die
  Amtsstelle für die Erteilung der Zusicherung zuständig sein oder der Bürger
  musste sie aus zureichenden Gründen als zuständig betrachten (vgl. etwa
  BGer-Urteil 1P.264/2000 vom 30. August 2000 E. 3a). 

  
	
   

  
	
  5.2
  Die Informationen und Zusicherungen der Amtsstelle für Wirtschaft oder auch
  des Kantons Glarus dienen nicht als Vertrauensgrundlage, handelt es sich doch
  nicht um die für die Nutzungsplanung zuständigen Amtsstellen, was auch den Beschwerdeführern
  ohne Weiteres klar gewesen sein dürfte. Anderseits vermögen die
  Beschwerdeführer auch aus der Standortevaluation nichts zu ihren Gunsten
  abzuleiten, da es sich – wie sie selber darlegen – bei der strittigen
  Parzelle nur um einen möglichen und nicht ohne Weiteres zugesicherten
  Standort für das Projekt der Beschwerdeführerin 2 handelt. Ferner lassen sich
  auch keine Anhaltspunkte ausmachen, welche darauf schliessen lassen, dass die
  Beschwerdegegnerin 1 im Vorfeld ein berechtigtes Vertrauen in die Bebaubarkeit
  der Parzelle [...] geschaffen hatte. Wie der Beschwerdegegner 2 zu Recht
  ausführt, war die Überprüfung der Zonenzugehörigkeit der fraglichen Parzelle
  wohl erst dann für die Beschwerdegegnerin 1 erkennbar, als das
  beauftragte Planungsteam eine Aufgabenanalyse erstellt hatte. Zudem führt der
  Beschwerdegegner 2 weiter zu Recht an, dass nichts darauf hindeutet, dass
  anlässlich von Vorbesprechungen Zusicherungen seitens der Beschwerdegegnerin
  1 getätigt wurden, welche als hinreichende Vertrauensgrundlage dienen würden.
  Daraus folgt, dass die vorliegende Berufung auf den Vertrauensschutz fehl
  geht.

  
	
   

  
	
  Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.

  
	
   

  
	
  III. 

  
	
  Die pauschale
  Gerichtsgebühr von Fr. 3'000.- ist ausgangsgemäss den Beschwerdeführern
  aufzuerlegen (Art. 134 Abs. 1 lit. c VRG). Von dem von ihnen geleisteten Kostenvorschuss
  in der Höhe von Fr. 4'000.- sind ihnen Fr. 1'000.- zurückzuerstatten. Soweit
  die Beschwerdegegnerin 1 eine Parteientschädigung beantragt, ist sie darauf
  hinzuweisen, dass die Beantwortung von Rechtsmitteln zum angestammten
  Aufgabenbereich eines Gemeinwesens gehört, weshalb Behörden in der Regel keine
  Entschädigung ausgerichtet wird, ausgenommen im Klageverfahren oder wenn
  besondere Umstände dies rechtfertigen (Art. 138 Abs. 4 VRG). Die
  Voraussetzungen für eine ausnahmsweise Zusprechung einer Parteientschädigung
  an die Beschwerdegegnerin 1 sind vorliegend nicht erfüllt.

  
	
  Demgemäss erkennt
  die Kammer:

  
	
  	
    1.

    	
    Die
    Beschwerde wird abgewiesen.

    
	
    2.

    	
    Die
    pauschale Gerichtsgebühr von Fr. 3'000.- wird den Beschwerdeführern auferlegt.
    Vom dem von ihnen geleisteten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 4'000.-
    werden ihnen Fr. 1'000.- zurückerstattet. 

    
	
    3.

    	
    Es
    werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.

    
	
    4.

    	
    Schriftliche
    Eröffnung und Mitteilung an:

    
	
     

    	
    […]