# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** bd3e63e9-7649-53b9-ae14-bc528f44b4ee
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-08-04
**Language:** de
**Title:** Beweiskräftiges polydisziplinäres Gutachten 2016. Nachfolgende Berichte weisen keine wesentliche Verschlechterung aus. Es liegt kein versicherungsrechtlich-relevanter Gesundheitsschaden vor. Von zusätzlichen medizinischen Abklärungen sind keine entscheidwesentlichen Erkenntnisse zu erwarten.
**Docket/Reference:** IV.2022.00649
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2022.00649.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2022.00649
III. Kammer
Sozialversicherungsrichter Gräub, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Senn
Ersatzrichterin Gasser Küffer
Gerichtsschreiber Müller
Urteil
vom
4. August 2023
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
vertreten durch Rechtsanwalt Michael Grimmer
Peyer Partner Rechtsanwälte
Löwenstrasse 17, Postfach, 8021 Zürich
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
X.___
, geboren
1981 und studierte Juristin (
MLaw
)
,
war
ab
dem
15. September 2010 in einem bis zum 30. März 2016 befristeten 60%-Pensum als wissenschaftliche Assistentin
an der Universität
Y.___
angestellt und doktorierte daneben in einem 40 %-Pensum
(Urk.
8/3 S. 1 und S. 5 f.
).
Ab
dem 24. August 2015 wurde ihr von ihrer behandelnden Ärztin eine 100%ige Arbeits
unfähigkeit attestiert (Urk. 8/1/10-16).
Die Versicherte meldete sich am 11. Februar 2016 (Urk. 8/3) bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an.
Der Anmeldung legte sie ein separates Schreiben bei (Urk. 8/
1/
1-7
), worin sie ihre
Beschwerden auflistete
(
unter
anderem:
palataler Tremor,
Schilddrüsenfehl
funktion, allergische Reaktionen, erhöhte Infektanfälligkeit, Druck in den Augen, Durchfall, Krämpfe in den Beinen, inneres Glühen, sehr trockene Haut, Haaraus
fall, zuckendes Augenlid,
klickende
s
Sehen am rechten Fuss
, Gedächtnisstö
rungen, Wortfindungsstörungen, Beeinträchtigungen des Kurzzeitgedächtnisses, erhöhte Ablenkbarkeit, Minderung der Lernfähigkeit, verminderte Leistungs
fähigkeit sowie Rücken-, Magen-, Glieder-, Muskel-, Nacken-, Gelenk-, Fersen
bein-, Bauch- und starke Menstruationsschmerzen
)
.
Die Sozialversicherungsan
stalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerbliche Situation ab,
zog Akten der
Krankentaggeldversicherung
bei und holte
beim
Z.___
ein polydisziplinäres
(internistisches, psychiatrisches, rheumatologisches, neurologisches, neuropsychologisches, dermatologisches und
otorhinolaryn
g
ologisches
)
Gutachten ein, das am
1
9.
Dezember 2016
erstattet wurde (Urk.
8
/47
/1-71
).
Nach durchgeführtem Vor
bescheidverfahren (
Urk. 8/52, Urk. 8/57, Urk. 8/63, Urk. 8/97,
Urk.
8/100
)
- im Zuge dessen die IV-Stelle die ergänzend eingeholten und eingereichten medizi
nischen Berichte dem
regionalen ärztlichen Dienst (RAD) zur Beurteilung vorge
legt hatte
(Urk. 8/143 S. 6-8)
-
verneinte
sie
mit Verfügung vom
8. November 2022
einen Rentenanspruch (Urk.
2)
.
2.
Die Versicherte erhob am
12. Dezember 2022 (Urk. 1)
Beschwerde gegen die Ver
fügung vom
8. November 2022
und beantragte,
ihr seien die gesetzlichen Leistungen zu erbringen und es sei ihr insbesondere ab dem 1. August 2016 basierend auf einem Invaliditätsgrad von 100 % eine ganze Rente zuzusprechen
; eventualiter sei ein Gerichtsgutachten in den Fachbereichen Allgemeine Innere Medizin mit Spezialisierung auf Mastzellaktivierungssyndrom und
Myalgische
Enzephalomyelitis, Rheumatologie, Psychiatrie, Neurologie, Neuropsychologie, Dermatologie, ORL sowie Immunologie einzuholen;
subeventualiter
sei die Sache
zur weiteren Sachverhaltsabklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen
(
S.
2
)
.
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
28. Februar 2023
(Urk.
7
) Abweisung der Beschwerde
, was
der Beschwerdeführerin
mit Verfügung vom 1. März 2023
zur Kenntnis gebracht
wurde
(Urk.
9
).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2022 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG), der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV), des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sowie der Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV) in Kraft getreten.
In zeitlicher Hinsicht sind
vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Rege
lungen
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1, 144 V 210 E. 4.3.1, je mit Hinweisen).
Da der Zeit
punkt des Invaliditätseintritts (Art. 28 Abs. 1 und 1
bis
IVG) und jener des Renten
anspruchs nicht unbedingt identisch sind, fällt eine Invalidenrente unter das neue Recht, wenn der Anspruchsbeginn ab dem 1. Januar 2022 liegt, auch wenn die Invalidität vor diesem Zeitpunkt eingetreten ist. Neurechtliche Invalidenrenten sind somit Renten, auf die gemäss Art. 29 Abs. 1 und 2 IVG der Anspruch ab dem 1. Januar 2022 entsteht (
vgl.
Rz
. 1008
des Kreisschreibens
zu den Übergangsbe
stimmungen zur Einführung des linearen Rentensystems
, K
S ÜB WE IV
, gültig ab 1. Januar 2022
).
Die angefochtene Verfügung erging nach dem 1. Januar 202
2.
D
a die Entstehung eines Rentenanspruchs vorliegend bereits vor dem 1. Januar 2022 in Betracht fällt, sind die bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Rechtsvorschriften anwendbar, die nachfolgend auch in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des
Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis
; Urteil des Bundesgerichts 9C_529/2021 vom 26. Juli 2022 E. 3.2.1
).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihre rentenverneinende Verfügung vom
8
.
November
202
2
(Urk.
2)
gestützt auf das
Z.___
-Gutachten aus dem Jahr 2016 sowie
die weiteren ärztlichen
Berichte, welche dem RAD
zur Beurteilung
vor
-
gelegt worden
seien
,
damit
,
dass keine gesundheitlichen Einschränkungen ausge
wiesen seien, welche die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin beeinträchtig
ten
(S.
1 f.).
2.2
Die
Beschwerdeführer
in
stellte sich dagegen
in ihrer Beschwerde vom 12. Dezember 2022 (Urk. 1) auf den Standpunkt
, dass
die Beschwerdegegnerin wegen
zum Teil
unleserlichen
medizinischen
Akten
die Aktenführungspflicht und damit
ihr rechtliches Gehör
verletzt habe (S. 6 f.)
. Zudem sei sie dem
Unter
suchungsprinzip nicht gerecht geworden, weil sie das Resultat laufender medizi
nischer Abklärung
en
nicht abgewartet, als medi
zi
nische Beurteilungsgrundlage ein
sechs Jahre altes Gutachten verwende
t
und trotz Hinweis des RAD keine zusätzlichen neurologischen/neuropsychologischen Abklärungen veranlasst habe (S. 8 f.). Ferner bemängelte die Beschwerdeführerin das
Z.___
-Gutachten aus
diversen,
näher dargelegten Gründen (S. 9-17).
Schliesslich brachte sie vor, dass sie an einem Mastzellaktivierungssyndrom (MCAS), an einer
Myalgischen
Encephalomyelitis
(ME), an eine
r
Hashimoto-
Thyreoiditis
und an einem palatalen
Myoklonus
leide, weswegen ihr von den behandelnden Ärzten eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in jeglicher Tätigkeit attestiert worden sei und
weshalb
sie seit dem
1. August 2016 Anspruch auf eine ganze Invalidenrente habe (S. 17-19).
2.3
Materiell s
trittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin mit Verfügung vom
8
.
November
202
2
einen
Rentenanspruch
der
Beschwerdeführer
in
zu Recht
verneinte.
3.
Die Beschwerdeführerin
machte
formell
eine Verletzung der Aktenführungs
pflicht gemäss
Art.
46 ATSG und damit eine Verletzung ihres
Anspruch
s
auf rechtliches Gehör
geltend
, da
sich in den Akten teilweise medizinische Unterlagen befänden, die nicht
respektive
nur schwer
zu entziffern seien
(
E. 2.2)
.
Unbestritten ist, dass die Beschwerdegegnerin die
Akten
systematisch und vollständig füh
rte. Was die beanstandete Unleserlichkeit beziehungsweise erschwerte Lesbarkeit einzelner Aktenstücke anbelangt
, gebietet d
er Grundsatz von Treu und Glauben und das Verbot des Rechtsmissb
rauch
s, verfahrensrechtliche Einwendungen so früh wie möglich,
das heisst
nach Kenntnisnahme eines Mangels bei erster Gele
genheit, vorzubringen. Es verstösst gegen Treu und Glauben, Mängel dieser Art erst in einem späteren Verfahrensstadium oder sogar erst in einem nachfolgenden Verfahren geltend zu machen, wenn der Einwand schon vorher hätte festgestellt und gerügt werden können. Wer sich auf das Verfahren einlässt, ohne einen Ver
fahrensmangel bei erster Gelegenheit vorzubringen, verwirkt in der Regel den Anspruch auf spätere Anrufung der vermeintlich verletzten Verfahrensvorschrift (BGE 143 V 66 E. 4.3 mit Hinweisen).
Es handelt
sich bei
den be
an
stande
t
en Unterlagen
neben dem
Z.___
-Gutachten
um drei Schriftstücke
, welche die Beschwerdeführerin als schwer entzifferbar erach
tete (vgl. Urk. 1 S. 7 Ziff. 20)
. Konkret
bemängelte
sie
neben dem
Z.___
-Gutachten
ein Blutbild des
A.___
aus dem Jahr 2014 (
Urk. 47
S. 70 f.),
einen Laborbericht von Dr. med.
B.___
vom 2. September 201
5
(Urk. 8/47 S.
57
)
sowie einen Bericht von
med.
pract
.
C.___
vom
15. April 2021
(Urk. 8/
119)
.
Mit Ausnahme des
L
etzteren lagen diese
medizinischen Unterla
g
en
der
anwaltlich vertretenen
Beschwerdeführerin vor ihren
Einwandschreiben
vom
1.
Mai 2017 (
Urk.
8/63) und
1
0.
Januar 2020 (
Urk.
8/100)
bereits
vor
(
Urk.
7/49), ohne dass
sie
Einwände gegen die Lesbarkeit
derselben
erhob
en und damit
der Beschwerde
gegnerin die Möglichkeit zur Korrektur eingeräumt
hätte
. Ein Anspruch auf Geltendmachung einer Gehörsverletzung
ist
in diesem Zusammenhang verwirkt.
Schliesslich kann dem Bericht von med.
pract
.
C.___
vom 15. April 2021
(
Urk.
8/119)
eindeutig entnommen werden, dass
er
sich weder über die bestehen
den Funktionseinschränkungen äusserte, welche für die Beurteilung der Arbeits
fähigkeit von zentraler Bedeutung sind (Ziff. 3.4), noch eine Einschätzung der Arbeitsfähigkeit
selbst
oder eine
diesbezügliche
Prognose vornahm (Ziff. 4). Aus dem Bericht lassen sich demnach
offensichtlich
keine Erkenntnisse für die Beur
teilung der funktionellen Einschränkungen der Beschwerdeführerin respektive deren Arbeitsfähigkeit
gewinnen
. Hiervon ging
denn auch die Beschwerdegegne
rin
aus
,
welche den Bericht ebenfalls als teilweise unleserlich taxierte
(
Urk.
8/143/4). Zum
darauf
von ihr eingeholten
,
gut lesbaren Verlaufsbericht von med.
pract
.
C.___
vom 2
0.
Oktober 2021
(
Urk.
8/124) räumte sie de
r
Beschwer
deführer
in
das rechtliche Gehör ein (8/125, 8/127)
und kam damit ihren verfah
rensrechtlichen Pflichten rechtsgenüglich nach
.
Eine
Verletzung des rechtlichen Gehörs
liegt nicht
vor
.
Ob die medizinische Aktenlage
-
in der vorliegend gege
benen Qualität
-
eine abschliessende Beurteilung zulässt,
bleibt
eine Frage der Beweiswürdigung.
4.
4.1
Die
d
ipl.
Ärztin
D.___
von der
E.___
Klinik
F.___
, bei welcher sich die Beschwerdeführerin
ab
18. August 2015
in Behandlung
befand, nannte in ihrem
Formularbericht vom 30. März 2016 (Urk. 8/17/1-2)
als Diagnosen mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit eine multiple
chemical
sensitivity
(MCS), einen palatalen Tremor sowie eine
Hashimoto-Thyreoiditis
(Ziff. A). Sie attestierte der Beschwerdeführerin
vom 3. Juli 2014 bis 23. August 2014 eine 40%ige und ab dem 24. August 2015
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit.
Zuvor hatte sie in
einem
Bericht vom
20. Januar 2016 (Urk. 8/
17/
4-5)
unter anderem
festgehalten
, zur Behandlung versuche sie mit orthomolekularer Medi
zin die verträglichen Mittel zu finden, um eine kontinuierliche Entgiftung und St
abi
lisierung zu erlauben. Sobald wie möglich seien auch Infusionen geplant. Jegliche Arbeiten im Umfeld elektromagnetischer Felder und volatiler Stoffe ver
ursach
t
e
n
Schmerzen und Konzentrationsstörungen, welche im Moment keine Arbeit zuliessen. Es liege eine Entgiftungsstörung vor, welche zu der starken Aus
prägung der MCS geführt habe (S. 2).
Am 13. April 2016 (Urk. 8/17/3) berichtete
d
ipl.
Ärztin
D.___
, aktuell beginne die Therapie mit Infusionen (
Alphaliponsäure
- und Base-Infusionen). Die Medikation erfolge mit orthomolekularen
und homöopathischen Mitteln.
Die MCS sei eine im natürlichen Verlauf sich verschlechternde Erkrankung. Sie seien jetzt an dem Punkt, dass die Erkrankung einigermassen st
abi
l sei.
4.2
Dr. med.
G.___
, Facharzt
FMH
für Allgemeine Innere Medizin,
Dr. med.
H.___
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, Dr. med. Weber, Facharzt FMH für Rheumatologie, Dr. med.
Q.___
, Facharzt für Neurologie FMH, Dr. med.
Makosz
, Facharzt FMH für Dermatologie, Dr. med.
I.___
, Facharzt FMH für
Otorhinolaryngologie
, und
lic.
phil.
J.___
, Fachpsychologe für Psycho
therapie FSP
,
vom
Z.___
nannten in ihrem Gutachten vom
1
9.
Dezember 2016
(Urk. 8/47/2-71)
im Rahmen der
interdisziplinären Gesamtbeurteilung
keine Diagnosen mit
Einfluss
auf die Arbeitsfähigkeit und folgende Diagnosen ohne
Einfluss
auf die Arbeitsfähigkeit
(S.
26 f.
):
-
Symptomausweitung (ICD-10 F54)
-
intermittierende Schwindelsymptomatik bei unauffälliger peripherer vestibul
ä
rer Funktion
-
Gesichts- und Halsschmerzen unklarer Ätiologie
-
leichte kognitive Beeinträchtigung
-
Tendenzielle Hypermobilität
-
Diagnosekriterien nach
Beighton
partiell erfüllt
-
muskuläre Dekonditionierung mit Abschwächung der abdominellen und rückenst
abi
lisierenden wie auch der kniest
abi
lisierenden Muskelgruppen
-
E
xa
z
erbierte
Ti
n
ea
ped
um
-
Rosac
ea
artige
Dermatitis
-
Hypothyreose
-
anamnestisch Status nach
Has
h
imoto-Thyreo
i
ditis
-
unter medikamentöser Substitution knapp kompensiert
Die Gutachter
führten
in ihrer Gesamtbeurteilung
im Wesentlichen
aus
,
die Beschwerdeführerin gebe verschiedene
Symptome wie Müdigkeit
, Schwindel, Kopfschmerzen an. Als Auslöser sehe sie multiple Überempfindlichkeiten auf ver
schiedene Stoffe. Zudem leide sie an einem palatalen Tremor. Bei
den
neurologi
schen und
otorhinolaryngologi
schen
Untersuchung
en
sei der palatale Tremor bestätigt worden.
Neurologische Ursachen hätten nicht festgestellt werden können. Die neurologischen Befunde seien im Normbereich gelegen. Ebenfalls sei keine neurologische Ursache der Gesichts- und Halsschmerzen erkennbar. Bei der neuropsychologischen Untersuchung sei eine leichte kognitive Beeinträchtigung festgestellt worden. Diese könne auf die subjektive Symptomatik und Ängstlich
keit zurückgeführt werden. Eine organisch-neurologische Ursache bestehe nicht.
Insgesamt sei die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin aus neurologischer und neuropsychologischer Sicht nicht eingeschränkt. Bei der
otorhinolaryngolo
gi
schen
Untersuchung sei im Weiteren eine unauffällige periphere vestibuläre Funktion festgestellt worden. Die von der Beschwerdeführerin angegebene Schwindelsymptomatik könne nicht objektiviert werden. Aufgrund des subjekti
ven Schwindels seien Tätigkeiten mit potentieller Selbstgefährdung zu vermeiden.
Im Übrigen bestehe keine Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit
aus
otorhinolaryn
gologi
scher
Sicht. Bei der rheumatologischen Untersuchung
sei eine
tendenzielle Hypermobilität diagnostiziert worden. Die
übrigen
Befunde am
Bewegungs
apparat
seien
unauffällig gewesen. Aus
rheumatologischer
Sicht sei die
Arbeits
fähigkeit
für eine
körperlich
leichte bis mittelschwer belastende Tätigkeit nicht eingeschränkt. Bei der dermatologischen
Untersuchung
sei eine
exazerbierte
Tinea
pedis und eine
ro
sa
ce
a
artige
Dermati
t
is
diagnostiziert
worden.
Eine
atopi
sche
Komponente
könne nicht bestätigt werden.
Die an der
E.___
Klinik durchgeführte
n
lgG
-Bestimmungen
seien zur All
er
giediagno
s
tik nicht aussage
kräftig.
Eine objektiv vorhandene Allergiesymptomatik könne nicht bestätigt werden. Lediglich starke Sonnenexpositionen im Gesicht soll
t
en vermieden werden.
Bei der allgemeininternistischen Untersuchung sei eine Hypothyreose diagnosti
ziert worden. Anamnestisch werde diese auf eine
Hashimoto-Thyreoiditis
zurück
geführt. Bei den Laboruntersuchungen hätten sich keine Hinweise für eine akute entzündliche Reaktion gefunden. Die Schilddrüsenwerte zeigten eine subklinische Hypothyreose, was auf eine knapp genügende Substitutionsbehandlung hinweise. Die von der Beschwerdeführerin angegebenen Beschwerden könnten damit nicht erklärt werden. Aus allgemeininternistischer Sicht sei die Arbeitsfähigkeit nicht eingeschränkt. Bei der psychiatrischen Untersuchung seien unauffällige Befunde erhoben worden. Ein psychisches Leiden mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit bestehe nicht. Aufgrund der subjektiven Beschwerden, welche aus somatischer Sicht nicht erklärt werden könnten, sei die Diagnose einer Symptomausweitung gestellt worden. Die Arbeitsfähigkeit sei aus psychiatrischer Sicht nicht einge
schränkt. Zusammengefasst sei die Beschwerdeführerin aus polydisz
i
plinärer Sicht für jede körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeit, insbesondere als Juristin, zu 100 % arbeits- und leistungsfähig (S. 27 f.).
Weiter führten die Gutachter aus,
aufgrund
der
anamnestischen Angaben, der Untersuchungsbefunde, de
r
vorliegenden Dokumente sowie der früher attestier
ten Arbeitsunfähigkeiten gingen sie davon aus, dass bisher keine höhergradige, länger andauernde Arbeitsunfähigkeit sowohl für die angestammte wie auch für eine angepasste Tätigkeit bestanden habe. Die Beschwerdeführerin fühle sich kaum arbeitsfähig. Diese Einschätzung könne aus medizinischer Sicht nicht bestätigt
werden. Für die von der Beschwerdeführerin angegebenen Beeinträch
tigungen bestehe keine medizinisch erklärbare Ursache. Die Beschwerdeführerin habe einen geregelten Tagesablauf, führe den Haushalt und sei auch fähig
,
bei Bedarf Auto zu fahren. Dies
zeige
die Ressourcen auf, welche sie auch für eine Erwerbstätigkeit nutzen könne.
Aus neurologischer Sicht könnten die Befunde der Neurologischen Universitäts
klinik
Y.___
bestätigt werden.
Aus
otorhinolaryngologi
scher
Sicht könnten die Befunde der ORL-Klinik am
A
.___
ebenfalls bestätigt werden. Aus rheumatologischer und dermatologischer Sicht lägen keine
früheren
Beurtei
lungen vor. Aus rein allgemeininternistischer Sicht lägen
ebenfalls
keine Beurteilungen vor. Die komplementärmedizinisch
behandelnde Ärztin
von
der
E.___
Klinik gebe ein MCS an und habe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestätigt. Das MCS sei allerdings keine wissenschaftliche Diagnose und basiere auf den subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin. Eine Arbeitsunfähigkeit aufgrund dieser Symptome könne nicht bestätigt werden. Aus psychiatrischer Sicht sei bisher keine Beurteilung
erfolgt
. Berufliche Massnahmen würden nicht empfohlen. Die Arbeitsunfähigkeit beruhe auf der subjektiven eingeschränkten Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin, was mit beruflichen Massnahmen nicht geändert werden könne. Aus medizinischer Sicht sei die Wiederaufnahme einer Tätigkeit ohne spezielle Hilfe möglich (S. 28 f.).
4.
3
Prof. Dr. med.
K.___
und Assistenzarzt
W.___
von der Klinik für Immunologie des
L.___
führten
am 6. April 2020 (Urk. 8/107/3-6)
aus,
es bestünden keine Hinweise auf eine
systemische
Autoimmun
erkrankung oder einen Immundefekt (S. 1). D
i
e
ausführlichen immunologischen Laborunter
suchungen hätten unauffällige Immunglobuline inklusive Subklassen wie auch unauffällige Komplementfaktoren und Komplementaktivität ergeben. Es bestehe eine fehlende Aktivität des MBL Komplementweges, was jedoch bei 5
% der Bevölkerung als Normvariante vorkomme. Zusammen mit den unauffälligen
Lymphozytensubpopulationen
ergäben sich hieraus keine Hinweise auf einen Immundefekt.
Weiter
z
eigten sich e
inzig die anti-SSA Antikörper isoliert zwei
malig positiv bei 62 E/ml
.
Bei fehlender Sicca-Symptomatik ergäben sich hierbei jedoch nicht ausreichend Hinweise auf ein Sjögren Syndrom. Die grenzwertig positiven anti-Histon Antikörper interpretierten sie bei negativen ANA als unspezifisch.
Bezüglich der rezidivierenden
Rhinosinusitis
mit Atembeschwerden bei nachgewiesenen Sensibilisierungen auf beide Hausstaubmilben
seien
folgende Massnahmen
zu empfehlen
: Waschen der Bettwäsche bei mindestens 60°C, Anti
milbenbezug für Matratze, Kissen und Duvet, Entfernen von «Staubfängern» aus dem Schlafzimmer, regelmässiges Lüften und
Reinigen des Schlafzimmers.
Weiter würden sie empfehlen, trotz normalen dynamischen Lungenvolumina den Einsatz von
Symbicort
zu versuchen
(S. 3)
.
4.
4
Med.
pract
.
C.___
von der
M.___
AG
nannte
in seinem Bericht vom 20. Oktober 2021 (Urk. 8/124
; vgl. auch den zum Teil schwer entziff
er
baren Bericht vom
15.
April 2021 [Urk. 8/119]
) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1):
-
MCAS
(
Progredienz seit Kindheit
; Erstdiagnose 2019) mit/bei:
-
Asthma bronchiale
-
systemischer
Histaminose
und
Leukotrienose
-
wechselhaften Allergien/Unverträglichkeiten
-
latentem Eisenman
g
el
-
Erfüllung der Kriterien für
ME
/
Chronic
Fati
gue Syndrome
(CFS)
und Fibromyalgie
; am ehesten
grösstenteils durch
das
MCAS
-
Hashimoto-
Thyroidit
i
s
mit variablem Verlauf
; Erstdiagnose 2013
-
Palataler
Myoklonus
; Erstdiagnose 2012
Med.
pract
.
C.___
, bei welchem sich die Beschwerdeführerin seit November 2020 in unregelmässiger Behandlung befand,
führte aus,
der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin habe sich verschlechtert (Ziff. 2.2). Trotz bisheriger Massnah
men sei die Beschwerdeführerin weiterhin auf Unterstützung im Alltag ange
wiesen (Einkaufen, Kochen, Waschen, bei Administrativem, Lesen und Schrei
-
ben
). Es sei nicht gelungen, ihre Arbeitsunfähigkeit
(gemeint wohl: Arbeits
-
fähigkeit)
auszubauen. Sie betrage aktuell 0 % für sogar leichtgradig mental/körperlich anspruchsvolle Belastungen (Ziff. 1.3).
4.
5
Dr. med.
N.___
vom Departement für Innere Medizin des
O.___
, welcher die Beschwerdeführerin aufgrund einer Zuweisung zur
Abklä
rung
des
CFS
am 21. Januar 2022 untersucht hatte, nannte in seinem Bericht vom 7. Februar 2022
(Urk. 8/135)
folgende Diagnosen (S. 1):
-
ME
/CFS, Erstmanifestation circa 2014
-
Differentialdiagnose: im Rahmen de
s
MCAS
-
Aktuelle Klinik: Ausgeprägte Fatigue und Leistungsintoleranz, Post
Exertional
Malaise, Wortfindungsstörungen, Gedächtnisstörungen,
Insomniebeschwerden
, nicht erholsamer Schlaf,
posturale
s
Tachykar
diesyndrom
(POTS)
, Schwindel, rezidivierende Diarrhoe
-
Status nach diversen Abklärungen, Unterlagen noch ausstehend
-
Klinisch hochgradiger Verdacht auf MCAS
-
Anhand der Klinik deutlich erhöhte Vortestwahrscheinlichkeit für ein MCAS
-
Anamnestisch Nachweis erhöhter Marker des
Histaminabbaus
(N
Methylhistamin
Leukotriene
), Resultate uns noch nicht vorliegend
-
Gutes Ansprechen auf Antihistaminika, im Verlauf jeweils Wirkungs
verlust
-
Verdacht auf Sjögren-Syndrom
-
Anamnestisch
Status nach
Hashimoto-Thyreoiditis
Dr.
N.___
notierte zum durchgeführten
Gesundheitsfragebogen EQ-5D-5L für die Beweglichkeit/Mobilität den Wert 3/5, für sich selbst sorgen den Wert 4/5, für Allgemeine Tätigkeiten den Wert 1/5, für Schmerzen/Körperliche Beschwerden den Wert 5/5, für Angst/Niedergeschlagenheit den Wert 5/5 auf, wobei 1/5 maximale und 5/5 fehlende Einschränkung bedeuten
,
und notierte einen Wert von 34/100 in der Visual
Scale
(0 schlechteste und 100 beste vorstellbare Gesundheit;
S. 2 unten). Zudem führte er aus,
k
linisch im Vordergrund
stünden
eine ausgeprägte Fatigue und Leistungsintoleranz sowie eine Post
Exertional
Malaise, insbesondere letztere sei ein relativ spezifisches Symptom für ein CFS. Grundsätzlich seien die kanadischen Diagnosekriterien erfüllt, sodass von einem CFS gesprochen werden könne. Des Weiteren scheine ein MCAS vorzuliegen, die Klinik sei dafür gut passend, zudem sei dies auch mittels Blut- und Urinabklärung bestätigt worden. Die Resultate lägen ihnen aktuell nicht vor. Auch typisch
sei
das gute Ansprechen auf die Antihistaminika, allerdings müsse die Beschwerde
führerin diese
aufgrund eines Wirkungsverlustes
immer alle paar Monate wieder umstellen respektive anpassen.
Da
diesbezüglich eine Abklärung am
L.___
geplant sei, hätten
sie
sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht weiter über das MCAS unter
halten. Es bestehe aktuell eine Basistherapie, diese könnte intensiviert werden, das werde die Beschwerdeführerin am
L.___
besprechen. Aufgrund einer eindeu
tigen Sicca-Symptomatik und eine
s
Raynaud-Phänomen
s
habe er eine Blutent
nahme durchgeführt, hier seien die SSA-Antikörper erhöht. Die Diagnose eines Sjögren-Syndroms könne damit gestellt werden (S. 3).
5.
5.1
D
em
im Rahmen von Art. 44 ATSG eingeholte
n
Z.___
-Gutachten vom
1
9.
Dezem
ber 2016
lagen
internistische, rheumatologische
,
psychiatrische
, neurologische, dermatologische,
otorhinolaryngologische
und neuropsychologische
Untersu
chungen
zugrunde. Es
beruht
damit
auf den erforderlichen allseitigen klinischen Untersuchungen
,
inklusive
dem
eigens eingeholten
Labor
(
S. 6
oben
) sowie
diversen
audiometrischen Untersuchungen
(
unter anderem:
Reinton- und Sprach
audiogramm; S. 24 unten
).
Das Gutachten wurde in Kenntnis der und in Auseinandersetzung mit den Vorak
ten –
insbesondere auch der vorgängigen Beurteilung von Dr.
D.___
(E.
4
.1
)
- erstattet
(
E. 4.2 und
Urk.
8/47/2-71
S
.
1 f., S. 6,
S.
10
, S.
12
-15, S. 16, S. 18, S. 22 f., S. 26, S. 28 f.
).
Dabei
zeigten die Gutachter
schlüssig auf, dass die von Dr.
D.___
als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit genannte M
C
S und ein
e
aktive Hashimoto-Thyreoiditis sowie die von ihr
insbesondere wegen de
r
M
C
S
attestierte vollständige Arbeitsunfähigkeit aufgrund der vorliegenden Befunde und erhobenen Laborwert
e
nicht nachvollziehbar sind
.
Entgegen der Behauptung der Beschwerdeführerin setzten sich die Gutachter sehr wohl mit der Beurteilung von Dr.
D.___
auseinander (vgl. Urk. 1 Ziff. 40).
So legten sie überzeu
gend dar, dass das M
C
S lediglich auf den Angaben der Beschwerdeführerin gegenüber Dr.
D.___
basierte
. E
ine atopische Komponente konnten die Gutachter nicht bestätigen und wiesen darauf hin, dass die von D
r.
D.___
(
von der
E.___
Klinik
)
durchgeführte
lgG
-Bestimmung für eine Allergiediagnostik nicht aus
sagekräftig
sei
.
Was die Hashimoto-Thyreoiditis angeht
,
zeigten die von den Gut
achtern erhobenen Laborwerte
vom 1
2.
September 2016
keine akute entzündliche Reaktion
. Auch liess sich bezüglich der Schilddrüsenwerte nur eine subklinische Hypothyreose feststellen,
weshalb
die Gutachter
plausibel auf
eine - wenn auch knapp - genügende Substitutionsbehandlung schlossen (E. 4.2). Auch zeigte Dr.
D.___
nicht
nachvollziehbar
auf, weshalb und aufgrund welcher konkreten Symptome die Beschwerdeführerin inwiefern funktionell eingeschränkt sein sollte
.
Sie wies lediglich darauf hin, dass jegliche Arbeiten im Umfeld elektro
magnetischer Felder und volatiler Stoffe Schmerzen und Konzentrationsstö
rungen verursachten, welche im Moment keine Arbeit zuliessen (
Urk.
8/17/5). Dass sie in ihrer Stellungnahme zum Gutachten des
Z.___
vom 2
0.
Juli 2017 (
Urk.
8/69) nunmehr
abweichend davon
die Hashimoto-Thyreoiditi
s
für die Voll
invalidisierung verantwortlich bezeichnet
e, gilt es im Lichte der bundesgerichtli
chen Rechtsprechung, wonach in
Bezug auf Berichte von Hausärztinnen und Hausärzten wie überhaupt von behandelnden Arztpersonen auf die Erfahrungs
tatsache hinzuweisen
ist
, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrecht
liche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc)
, zu würdigen.
Die
abweichende Beurteilung
von Dr.
Lui vermag das Gutachten nicht in Frage zu stellen, nennt sie
im Ergebnis
doch keine Aspekte, die von den Gutachtern unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (vgl. Urteil des Bundesgerichtes 8C_461/2021 vom 3.
März 2022 E.
4.1)
.
Schliesslich ist darauf
hinzuweisen, dass es sich bei Dr.
D.___
im Gegensatz zu den Gutachtern um keine Fachärztin handelt
, diese vielmehr lediglich über die Basisweiterbildung zur Praktischen Ärztin verfügt
(vgl.
Medizinalberuferegister
der Schweizerischen Eidgenossenschaft
,
https://www.medregom.admin.ch/med-reg
, besucht am 2
1.
Juni 2023
)
und
der
Beweiswert einer spezialärztlichen Expertise
unter anderem
davon ab
hängt
, ob die
beurteilende
Person über die entsprechende Fachausbildung verfügt
(Urteil des Bundesgerichts 9C_547/2010 vom 26. Januar 2011 E. 2.2).
Das Gutachten
basiert dagegen auf
den notwendigen
fachärztlichen Abklärungen,
berücksichtigt die in den begutachteten Disziplinen geklagten Beschwerden und setzt sich mit diesen sowie dem Verhalten
d
er
Beschwerdeführer
in
eingehend
auseinander (
E. 4.2 und
S.
4-7, S. 12 f., S. 16-18, S. 21-
25
)
. Den
Gutachtern
waren
die
von der
Beschwerdeführerin
geklagten Beschwerden
aus den ihnen vorliegenden Akten
–
so auch
der detaillierten Auflistung der
Beschwerden durch die
Beschwerdeführerin vom
11. Februar 2016
(Urk. 8/
1
/1-7 und Urk. 8/1/8
)
–
bekannt
(vgl. Urk. 8/47/2-71 S. 1 f.)
und
diese
fanden Berücksichtigung bei
den klinischen Untersuchungen
.
Dass die von der Beschwerdeführerin im Nachgang zur gutachterlichen Exploration an die
Gutachter
AA.___
und
J.___
gerichteten Schreiben beziehungsweise die darin
wiederum
detailliert angeführten Beschwer
den (
Urk.
8/43 und 8/44) im Aktenverzeichnis nicht zusätzlich angeführt wurden (
Urk.
8/47/3), lässt angesichts dessen nicht auf fehlende Akten
- respektive Beschwerde
kenntnis schliessen.
Dies gilt insbesondere auch für den internistischen und fallführenden Gutachter Dr.
G.___
, der
sich aus den Akten
- entgegen dem Vorwurf der Beschwerde
führerin (vgl. Urk. 1 S. 12 Ziff.
36 f.
) -
sehr wohl über
von der Beschwerdeführe
rin geschilderte
Zahn- und Kieferschmerzen sowie Kreislaufprobleme gewahr war
und auch dessen
, dass die Beschwerdeführerin in ihrer Kindheit an einer
Purpura
Schönlein-Henoch
gelitten hatte
, führte
er
dies doch
in der medizinischen Anam
nese
explizit
auf (vgl. Urk. 8/47/2-71 S. 5 Mitte)
.
Dasselbe
gilt für das neurologi
sche Teilgutachten hinsichtlich
g
eklagter Durchblutungs-, Schlaf- und Gefühls
störung
en
(vgl. Vorbringen der Beschwerdeführerin [Urk. 1 S. 14 Ziff. 45]).
Die
Z.___
-Gutachter legten die medizinischen Zustände und Zusammenhänge aus
internistischer, rheumatologischer, psychiatrischer, neurologischer, dermatologi
scher,
otorhinolaryngologischer
und neuropsychologischer
Sicht einleuchtend dar und begründeten ihre Schlussfolgerung
en
nachvollziehbar
. Sie
zeigten
plausibel
auf, dass
die Beschwerdeführerin
-
bei zum Teil subjektiv empfundenen Leistungseinschränkungen ohne objektivierbare Ursache
-
zwar an zahlreichen Beschwerden leidet
(Symptomausweitung mit einer Schwindelsymptomatik bei unauffälliger peripherer vestibul
ä
rer Funktion, Gesichts- und Halsschmerzen sowie einer leichte
n
kognitiven Beeinträchtigung, einer Hypermobilität
,
eine
r
T
inea
ped
is
, einer Hyp
o
th
yr
eose sowie einer Dermatitis)
, diese sich jedoch nicht entscheidend
auf ihre funktionelle Leistungsfähigkeit und somit ihre Arbeits
fähigkeit auswirken
(E.
4
.2).
5.2
5.2.1
Die
Beschwerdeführer
in
kritisierte das Gutachten
zusätzlich
in
diversen Punkten
(Urk.
1 S.
9-17
)
:
5.2.2
In allgemeiner Hinsicht bemängelte die Beschwerdeführerin unter anderem die
schlechte
Leserlichkeit des Gutachtens (Urk. 1 Ziff. 29). Es
trifft zu
, dass das Gut
achten zum Teil
nur mühsam
les
bar
ist
und eine Korrektur wünschenswert gewe
sen wäre
.
Es ist
jedoch insgesamt zu entziffern,
was
sich
denn
auch an der detailliert vorgebrachten Kritik der Beschwerdeführerin am Gutachten zeigt.
Was die bemängelte Länge von «gerade einmal» 30 Seiten und d
ie
angeblich
nicht beachteten Qualitätsleitlinien gemäss IV-Rundschreiben Nr.
339
sowie
die
fach
spezifischen Qualitätsleitlinien
(Ziff. 30 f.) angeht,
erfüllt
das Gutachten -
wie
aufgezeigt
(E. 5.1 vorstehend; vgl. zusätzlich zur Kritik an den einzelnen Teilgut
achten E. 5.
2.3-6
nachst
ehend
) -
insgesamt
die
bundesgerichtlichen
Voraus
setzungen
an eine beweiskräftige Expertise
(vgl. E. 1.4).
Die Länge
eines Gutach
tens
ist denn auch
beweisrechtlich
nicht
ausschlaggebend
,
entscheidend
ist, dass die Untersuchungen und Beurteilungen
vollständig
und sorgfältig
durchgeführt wurden und das dazu Wesentliche festgehalten ist, was vorliegend der Fall ist.
Was die ange
rufenen
Qualitätsleitlinien anbelangt, verstehen sich die Qualitäts
leitlinien aller Fachrichtungen entsprechend den Qualitätsleitlinien für psychiat
rische Gutachten in der Eidgenössischen Invalidenversicherung der Schweizeri
schen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie (SGPP) nur als Empfehlung, von welchen im Einzelfall abgewichen werden kann (vgl. Urteil
des Bundesgerichts
8C_466/2017 vom
9.
November 2017 E. 5.1).
Weiter
stellten die Gutachter entgegen der Behauptung der Beschwerdeführerin (
Urk. 1 Ziff. 35
Kritik zu Punkt 1.1
) den Beginn der
von Dr.
D.___
attestierte
n
Arbeitsunfähigkeit mit
Juli 2014
korrekt fest
, wie sich
der Auflistung der Berichte (Urk. 8/47/2-71 S. 2 unten) und der
Gesamtbeurteilung (S. 27 Ziff. 6.1)
entneh
men lässt. Auch war den Gutachtern sehr wohl bewusst, dass die Beschwerdefüh
rerin nicht nur Doktorandin, sondern daneben auch noch wissenschaftliche Assistentin war (vgl. Urk. 1 Ziff. 35 zur Kritik zu Punkt 2.1.1; Urk. 8/47/2-71 S.
4 unten). Irrelevant ist, dass die Beschwerdeführerin einst
bei der
P.___
AG
gear
beitet haben soll (vgl. Urk. 1 Ziff. 35 Kritik), schliesslich war
es
Aufgabe der Gut
achter zu beurteilen, wie es sich mit der Arbeitsfähigkeit
der Beschwerdeführerin
in der
angestammte
n
Tätigkeit als Doktorandin/wissenschaftliche Assisten
tin/Juristin
und in einer angepassten Tätigkeit verhält
, was
die Gutachter
auch getan haben (E. 4.2).
5.2.3
Was die Kritik der
Beschwerdeführerin
am internistischen Teilgutachten gestützt auf die Beurteilung von Dr.
D.___
angeht (vgl. Urk. 1 S. 11 f.), kann auf das unter Erwägung 5.1 Ausgeführte verwiesen werden.
Hinsichtlich des Vorbringens,
die Schilddrüse hätte in der internistischen Abklärung auch sonographisch unter
sucht werden müssen (S. 11 Ziff. 39), ist zu erwidern, dass die Wahl der Untersu
chungsmethode im Ermessen des Gutachters liegt (Urteil des Bundesgerichts
9C_216/2018
vom
7
.
September
201
8
E.
3.5
) und Dr.
G.___
eine eingehende klinische Untersuchung durchführte
, bei der sich ein wesentlich unauffälliger Befund mit nicht vergrösserter Schilddrüse
ergab
(Urk. 8/47/2-71 S. 5 unten)
. Dr.
G.___
veranlasste
zudem
eine Laboruntersuchung, welche ein unauf
fälliges rotes und weisse
s
Blutbild mit normaler maschineller
Leukozytendiffe
renzierung
sowie
CRP
-
, BSR
-
, HbA1c
-
, Harnsäure
-
, Leber- und Nierenwerten im Normbereich und einzig einen
erhöhten TSH-Wert
zeigte
. Die Schilddrüsen
hormone T3 und T4 lagen ebenfalls im Normbereich
(vgl. Urk. 8/47/2-71 S. 6)
.
Dass
Dr.
G.___
angesichts dieser Befunde auf eine aktuell lediglich subklini
sche Hypothyreose schloss und dieser keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähig
keit beimass (
Urk.
8/47/7), überzeugt.
Inwiefern eine zusätzliche sonographische Untersuchung weitere Erkenntnisse hätte liefern sollen, ist nicht ersichtlich und wurde von der Beschwerdeführerin auch nicht dargelegt. Ihre Kritik am internis
tischen Gutachten geht fehl.
5.2.4
Die Beschwerdeführerin bemängelt
e
auch das psychiatrische Teilgutachten
(Urk. 1 S. 13 f.)
.
Dieses
enthält eine klinische Untersuchung mit Anamneseerhe
bung, Symptomerfassung und Verhaltensbeobachtung (Urk. 8/47/2-71 S. 6-12) und entspricht somit den bundesgerichtlichen Vorgaben an eine psychiatrische Expertise (Urteil des Bundesgerichts 8C_47/2016 vom 15. März 2016 E. 3.2.2
mit Hinweis
). Dr.
H.___
erhob einen im Wesentlichen unauffälligen Befund nach AMDP (S. 9). Gestützt auf Dr.
D.___
s Kritik vom 20. Juli 2017 am Gutachten hielt die Beschwerdeführerin die von Dr.
H.___
gestellte Diagnose einer Symptom
ausweitung für falsch (Urk. 1 S. 43 unten).
Dazu ist zu wiederholen, dass es sich bei Dr.
D.___
im Gegensatz zu Dr.
H.___
nicht um eine Fachärztin für Psychiatrie
und Psychotherapie handelt (vgl. E. 5.1 vorstehend). Dr.
H.___
leitete
seine
Diagnose
denn
auch fundiert begründet
her, tätigte dabei nachvollziehbare differentialdiagnostische Überlegungen
und
wies die Störung
der ICD-10-Kodifiz
i
erung F54 zu (Urk. 8/47/2-71 S. 9 f.; vgl. zur Diagnostik
von F54
nach ICD-10 in:
Dilling
/
Mombour
/Schmidt [Hrsg.],
Internationale
Klassifikation psychischer Störungen; ICD-10 Kapitel V [F] Klinisch-diagnostische Leitlinien, 10.
Aufl., 2015, S.
268
).
Entgegen der Behauptung der Beschwerdeführerin (Urk. 1 S. 13 Ziff. 42) hielt Dr.
H.___
auch nie fest, dass die
Beschwerdeführerin
unter keinen somatischen
Beschwerden
leide
, vielmehr
ordnete
er die Beschwer
den, welche von seinen somatischen Mitgutachtern keiner objektivierbaren Ursa
che zugeordnet werden konnten
,
der von ihm
gestellten Diagnose
einer
Symp
tomausweitung
zu
(Urk. 8/47/2-71 S. 9 f.).
Die Aussage des Gutachters
bezüglich der beruflich schwierigen Situation bezieht sich - entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin (Urk. 1 S. 13 oben) - nicht d
a
rauf, dass diese keine erfolgreiche Karriere
mit guten Zukunftsaussichten
bis zu ihren gesundheitlichen Problemen gehabt hätte
,
sondern darauf,
was
sich aus dem Zusammenhang ergibt, dass es sich bei der
letzten
Stelle um eine befristete handelte und
k
eine
konkrete
Anschlusslösung vorlag
.
Dass der Gutachter dies als
allfällige soziale Belastung mit möglichen negativen funktionellen Folgen
anführte
(Urk. 8/47/2-71 S. 11)
, ist
nachvollziehbar und
im Lichte der
Indikato
renprüfung
zu berücksichtigen.
Bei dieser Prüfung
(S. 10-12)
kam Dr.
H.___
unter
hinreichender
Beachtung der
massgeblichen
Standar
d
indikatoren
(BGE 143 V 361; 141 V 281 E. 4.3.1)
zum nachvollziehbaren Schluss - was denn
auch
von der Beschwerdeführerin nicht beanstandet
wurde
- dass aus
rein
psychiatrischer Sicht kein
psychisches
Leiden mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
vorlag
(S. 10).
5.2.5
Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin (Urk. 1 S. 14 f.) entspricht auch das neurologische Teilgutachten einer Expertise
lege artis
.
Gutachter Dr.
Q.___
erhob
gestützt auf seine
einlässliche
Untersuchung
-
abgesehen vom pal
a
talen Tremor
, welcher jedoch bei Ablenkung sistiert war
-
einen im Wesentlichen unauffälligen Befund (Urk. 8/47/2-71 S.
17
)
.
D
ass Dr.
Q.___
bei
fehlenden
Hin
weisen auf neurologische Ausfälle
(unauffälliger Befund, anamnestisch keinerlei medizinische Akten, welche Hinweise darauf lieferten)
- entgegen der Forderung der Beschwerdeführerin (Urk. 1 S. 14 Ziff. 45)
-
darauf verzichtete
,
weitergehende Messung
en
(Hirnleistungs- und Funktionsstörungen) durchzuführen, zumal er
zu Recht
darauf hinwies, dass das Kopf-MRI des
A.___
(vgl. dazu
Urk.
8/35/13 unten)
unauffällig
ausgefallen sei
(Urk. 8/47/2-71 S. 17 unten)
,
begründet keine Zweifel an seiner Expertise
.
Die
Wahl der Untersuchungs
methode
liegt denn auch
im Ermessen des Gutachters (
vgl. E. 5.2.3 vorstehend
)
.
Auch dass der Gutachter den Tremor als ohne Auswirkungen auf die
Arbeits
fähigkeit
beurteilte
,
erscheint plausibel
und stimmt insbesondere mit der Beurtei
lung der verantwortlich zeichnenden Ärzte des Neurozentrums des
A.___
überein, welche unter anderem im Bericht vom
3.
Juli 2014
bei den
Diagnosen eine
s
palatalen Tremors, Schmerzen in der linken Gesichts- und Hals
hälfte unklarer
Ätiologie und der substituierten Hypothyreose die Arbeitsfähig
keit explizit als gegeben beze
ichneten
(
Urk.
8/35/9)
. Entgegen
der Auffassung der Beschwerdeführerin (Urk. 1 S. 14 Ziff. 46)
hielt Dr.
Q.___
den Tremor
nicht
für
gänzlich
irrelevant.
S
o führte er dazu wörtlich aus, dieser sei «nicht
relevant» einschränkend
(Urk. 8/47/2-71 S. 18 Mitte)
. Er ging also davon aus, dass eine gewisse Störung durch den Tremor besteht, diese aber keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit hat. Dies ist angesichts der Tatsache, dass die Beschwerdeführe
rin fünf Jahr
e
mit dem Tremor als Doktorandin und wissenschaftliche Assistentin
ge
arbeitet
hatte
, bevor ihr wegen einer MCS (Entgiftungsstörung) von der behan
delnden Ärztin erstmals eine Arbeitsunfähigkeit attestiert worden war (vgl. E. 4.1), nachvollziehbar.
Nach dem
Gesagten geht die am neurologischen Gut
achten geübte Kritik fehl.
5.2.6
Was die Kritik am neuropsychologischen Gutachten angeht (Urk. 1 S. 15 f.)
, ist
vorweg
festzuhalten, dass
die neuropsychologische Abklärung lediglich eine Zusatzuntersuchung darstellt und es grundsätzlich Aufgabe des psychiatrischen oder des neurologischen Facharztes
ist
, die Arbeitsfähigkeit unter Berücksichti
gung allfälliger neuropsychologischer Defizite einzuschätze
n (Urteil des Bundes
gerichts 8C_380/2022 vom 27. Dezember 2022 E. 10.2.1). Lic. phil.
J.___
hat die Resultate seiner klinischen Untersuchung
neben der Konsensbesprechung
separat
mit dem psychiatrischen und neurologischen Gutachter besprochen
und
sie
flos
s
en
so in deren Beurteilung - entgegen der Behauptung der Beschwerdeführerin (Urk. 1 S. 15 Ziff. 51)
-
explizit mit ein
(vgl. Urk. 8/47/2-71 S. 22 Ziff. 4.4.5).
Lic. phil.
J.___
verfügt mit einem eidgenössisch anerkannten Abschluss in Psychologie und dem privatrechtlichen Fachtitel in Neuropsychologie FSP über die fachlichen Voraussetzungen nach IV-Rundschreiben Nr. 367 für die neu
ropsychologische Begutachtung (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_466/2017
vom
9.
November 2017
E. 4.3 und IV-Rundschreiben Nr. 367
vom 2
1.
August 2017
).
Hinweise, dass
der Gutachter der Beschwerdeführerin bei der Testung
in einer Weise
Hilfe leistete, dass von verfälschten Resultaten ausgegangen werden müsste (Urk. 1 S. 15
Ziff.
49), liegen keine vor. Vielmehr hat der Gutachter
offen
gelegt,
wie
er die Testungen durchführte und wo
er
allenfalls wie intervenierte; so etwa bei der komplexen Figur nach Rey (Urk. 8/47/2-71 S. 20 Mitte). Der Gut
achter wies denn auch bei
s
einer umfassenden Testung
auf die
in
einzelnen wenigen
Testungen
unterdurchschnittlichen Leistungen bei Teilaspekte
n
der durchgeführten Tests hin und liess dies in seine Beurteilung einfliessen. So berücksichtigte
lic.
phil.
J.___
die verlangsamte
n
Reaktionszeiten (auditiv Median Prozentrang 4 und visuell 10) im TAP-Test bei einer normgerechten geteilten Aufmerksamkeit ohne Fehler (S. 19 unten),
den
leicht unterdurchschnittliche
n
Interferenzabruf im Verbal-Learning-Test bei aber maximal guter Wiedererken
nungstestung (S. 20 oben)
und
die für eine Absolventin eines akademischen Studiums unterdurchschnittliche
Wortfluenz
nach phonetischer Vorgabe, bei jedoch keinen Regelbrüchen und einer guten
Wortfluenz
nach semantischer Vor
gabe (S. 20 unten).
Plausibel
schlussfolgerten die Gutachter
nach erfolgtem Konsens,
dass sich neuropsychologisch zwar
eine
leichte kognitive Beeinträchti
gung feststellen
lasse
, diese
indes
- ohne organisch-neurologische Ursache - auf die
(nicht krankheitswertige)
subjektiv
e
Symptomatik und Ängstlichkeit zurück
zuführen
sei
, sodass aus neurologischer und neuropsychologischer Sicht von keinen Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit auszugehen
sei
(E. 4.2)
.
5
.3
Nach dem Gesagten ist auf das beweiskräftige
Z.___
-Gutachten
vom
19. Dezember 2016
(E.
4
.2) abzustellen.
Weder die abweichende Beurteilung durch
Dr.
D.___
noch die
Einwände
der Beschwerdeführerin vermögen
das Gutachten in Frage zu stellen. Es ist demnach
mindestens für die Zeit bis
zum Gutachten
von keinem rele
vanten Gesundheitsschaden mit massgeblicher Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit auszugehen.
Zu ergänzen ist,
dass,
wie im Nachgang zum Gutachten durchgeführte genetische Untersuchungen
an der Universität Zürich
zeigten, für die von der Beschwerde
führerin
geltend gemachte Beschwerden
auch keine genetischen Ursachen
vorlie
gen
.
Prof. Dr. med.
R.___
,
Fach
ä
rzt
in
FMH und FAMH für Medizinische Genetik, und Dr. med.
S.___
, Fach
ä
rzt
in
FMH für Medizinische Genetik, vom Institut für Medizinische Genetik der
L.___
, berichteten am 20. Februar 2020 (Urk. 8/107/1-2
), dass
ein Mutations-Scree
n
ing ausgewählter indikationsrelevanter Gene mittels
Exomsequenzierung
anhand einer Urinprobe
keine Ursache für die vorhandenen Auffälligkeiten detektiert habe
.
Ebenso ergab eine von ihnen durchgeführte molekulare
Karyotypisierung
mittels
Cytoscan
-Array einen unauffälligen Befund (vgl. den Bericht vom 14. September 2020; Urk. 8/135/1-2).
5.4
5.4.1
Im Folgenden bleibt zu prüfen, ob es in der Zeit nach der Begutachtung bis zum Verfügungszeitpunkt zu einer
relevanten Verschlechterung
gekommen ist
respek
tive, ob den
Akten Hinweise auf eine
solche zu entnehmen sind
.
5.4.
2
Weder aus rheumatologischer
noch aus
psychiatrischer Sicht bestehen Hinweise auf eine
relevante
Verschlechterung des Gesundheitszustandes.
So erklärte Dr. med.
T.___
, Facharzt für Rheumatologie, von der
U.___
der Beschwerde
gegnerin
am 2. März 2021
telefonisch
, aufgrund seiner Untersuchung liege bei der Beschwerdeführerin kein körperliches
L
eiden vor (vgl. Urk. 8/115).
Auf
Rückfrage
liess
die Beschwerdeführerin der Beschwerdegegnerin
am 16. März 2021
durch ihren Rechtsvertreter
(Urk. 8/117)
mitteilen
, dass sie nicht an einer Krankheit aus dem psychiatrischen Formenkreis leide und sich deshalb auch nicht in psychiatrischer Behandlung befinde.
5.4.
3
Bei einer
immunologische
n
Abklärung
am
L.___
im
Februar
2020 ergaben sich keine Hinweise auf eine
Autoimmun
erkrankung oder einen
Immundefekt (E. 4.
3
).
So
zeigte sich
gemäss Bericht vom
6.
April 2020
ein beinahe ausschliesslich unauffälliger Befund. Einzig die anti-SSA-Antiköper waren isoliert positiv, jedoch interpretierten dies die Fachärzte bei fehlender Sicca-Symptomatik (Systemkomplex mit Benetzungsstörung verschiedener Organstrukturen der Augen, der Nase und des Mundraumes; vgl.
Wikipedia-Eintrag zur Sicca-Symp
tomatik
;
besucht am
6
.
Juni
2023) als unzureichenden Hinweis auf ein Sjögren-Syndrom (
chronisch verlaufende Autoimmunerkrankung
aus der Gruppe der ent
zündlich-rheumatischen Erkrankungen,
welche
sich in morphologischen Verän
derungen der Tränen- und Speicheldrüsen
mit den Leitsymptomen trockener Augen und Mundtrockenheit
zeigt
; vgl. Wikipedia-Eintrag zum Sjög
r
en-Syn
drom; besucht am 6. Juni 2023
). Ebenso wurden die positiven anti-Histon-Anti
köper bei aber einer negativen ANA als unspezifisch beurteilt.
Bezüglich der
rezidivierenden
Rhinosinusitis
mit Atembeschwerden empfahlen sie das Waschen der Bettwäsche bei mindestens 60°, Antimilbenbezüge für die Bettutensilien sowie regelmässiges Lüften und Reinigen des Schlafzimmers
und
den Einsatz von
Sym
bicort
, ein
em
Medikament zur Reduktion und Verhinderung von Entzündungen der Atemwege (vgl.
https://
compendium.ch; besucht am 6. Juni 2023). Die Fach
ärzte des
L.___
konnten also k
eine Autoimmunerkrankung
und keinen
Immunde
fe
k
t
im Zusammenhang mit der geltend gemachten Klinik (unklare Muskelschwä
che, chronische Sinusitis, Atembeschwerde
n
)
feststellen
. Sie attestierten keine Arbeitsunfähigkeit.
Der
im Zusammenhang mit einer Hausstaubmilben-Sensibi
lisierung stehende
n
Rhinosinusitis
mit Atembes
chwerden lässt sich mit einfachen Hygienevorkehren im Schlafzimmer sowie zur Sicherheit mit einer Medikation (
Symbicort
)
-
und damit im Rahmen der allgemeinen Schadenminderungspflicht (vgl. BGE
140 V 267 E. 5.2.1) zumutbaren Massnahmen -
vorbeugen.
Hinweise auf eine
wesentliche gesundheitliche Verschlechterung gegenüber dem Zeitpunkt der Begutachtung respektive ein
en
invalidenversicherungsrechtlich relevante
n
Gesundheitsschaden mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
finden sich in diesem Bericht keine.
5.4.
4
In seinem
Formularbericht
vo
m
20. Oktober 202
1
(E. 4.4)
attestierte
med.
pract
.
C.___
der
Beschwerdeführerin
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in jeglicher Tätigkeit bei den Diagnosen eine
s
MCAS und einer ME/CFS/Fibromyalgie sowie der Hashimoto-Thyreoiditis und
de
s
palatale
n
My
o
klonus
.
Der Bericht enthält weder einen Befund noch wurden die genannten Diagnosen oder die Arbeitsunfähigkeit
hergeleitet
respektive begründet
.
Dementsprechend
legte
med.
pract
.
C.___
auch nicht
dar
, inwiefern im Vergleich zur früheren Beurteilung
der
Z.___
-
Gutachter
von Ende 2016
oder der fachärztlichen immuno
logischen Untersuchung am
L.___
im
Februar
2020
eine Veränderung des Gesund
heitszustands eingetreten
sein soll
. Vielmehr begnügte er sich mit der Feststel
lung, das MCAS sei bei Erstdiagnose 2019 seit Kindheit progredient und die
ebenfalls
progredient
e
ME/CFS/Fibromyalgie habe sich parallel dazu entwickelt
.
Zur Beantwortung der Frage, ob sich der Gesundheitszustand gegenüber dem Zeitpunkt der Begutachtung
Ende 2016 (E. 4.2)
verändert hat, lassen sich
hieraus keine
Schlüsse ziehen.
Noch in seinem vorangehenden Bericht vom 15. April
202
1
(Urk. 8/119) hatte med.
pract
.
C.___
keine Arbeitsunfähigkeit attestiert, wenngleich er diesbezüg
lich angab, die Frage nicht beantworten zu können (Ziff.
1.3 und Ziff. 4.1
)
.
Die
gegenüber diesem Bericht
postulierte
Verschlechterung
, welche ihn im Oktober 202
1
eine vollständige Arbeitsunfähigkeit attestieren
liess
,
scheint vielmehr
ein
zig
auf den Aussagen der Beschwerdeführerin,
wonach sie
im Alltag (Einkaufen, Kochen, Waschen bei Administrativem, Lesen und Schreiben) Unterstützung b
rauch
e
, zu beruhen
(E. 4.4).
Zudem stehen die Angaben der Beschwerdeführerin über die notwendige Unterstützung im Widerspruch zu ihren Angaben gegenüber Dr.
N.___
drei Monate später im Januar 2022,
wonach sie
praktisch uneinge
schränkt für sich selbst sorgen
könne
(Wert 4/5 für sich selbst sorgen; E. 4.6).
Was
die
Diagnose
de
s
MCAS
anbelangt
scheint, als hätte med.
pract
.
C.___
,
welcher über keinen Facharzttitel verfügt
(vgl.
Medizinalberuferegister
, a.a.O.
), keine Kenntnis von der eingehenden
immunologischen
Untersuchung durch das
L.___
vom Februar
2020
gehabt
,
konnte er doch keine Angaben dazu machen, wer frühere Kontrollen durchgeführt hatte (Urk. 8/119 Ziff. 1.1).
Dies lässt
,
was das Stellen einer immunologischen
Diagnose
wie
eine
s
MCAS angeht, doch Zweifel aufkommen,
wurde
eine solche
doch
fachärztlich
am
L.___
ein Jahr
zuvor
nicht gestellt
(unauffällige Immunglobuline inklusive Subklassen und unauffällige Komplementfaktoren und -aktivität; E. 4.3)
.
Selbst wenn
aber
davon aus
zu
ge
hen wäre
, dass sich seit der umfassenden fachärztlichen Untersuchung der Immuno
logen des
L.___
tatsächlich
ein MCAS entwickelt haben sollte
,
handelt
e
es sich bei dieser
Krankheit
nicht um
eine wesentliche gesundheitliche Veränderung
bezie
hungsweise
einen
invalidisierenden Gesundheitsschaden
im Sinne des IVG
.
Wie sich dem Bericht von Dr.
N.___
vom
7. Februar 2022 (E. 4.
5
)
entnehmen lässt, lässt sich d
as
MCAS
-
wenngleich jeweils für nur einige Monate
bevor ein
e
Medika
ment
en
umstellung vorgenommen werden muss
-
durch die Einnahme entspre
chender
Antihistaminika
behandeln
.
Die
dauernde Einnahme ärztlich verschrie
bener Medikamente
ist
im Regelfall
eine jederzeit zumutbare Form allgemeiner Schadenminderung
(Urteil des Bundesgerichts 8C_741/2018 vom 22.
Mai 2019 E.
4.1).
De
r
Hashimoto-Thyreoiditis und
dem
palatale
n
My
o
klonus
hatten die
Z.___
Gutachter keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zugemessen. Wenn auch med.
pract
.
C.___
diesen
zumindest in seinem Bericht
vom 2
0.
Oktober 2021 - jedoch noch nicht im April 2021 (Urk. 8/199 Ziff. 2.5-2.6) -
eine solche zumass, legte er nicht dar, inwiefern sich diese
Störungen
auf die Arbeitsfähigkeit aus
wirken sollten oder inwiefern sich diesbezüglich etwas wesentlich verändert
hat
seit der Begutachtung
.
Nach
dem Gesagten lässt sich
den
Berichten
von med.
pract
.
C.___
keine wesentliche Veränderung
des
Gesundheitszustand
s
der Beschwerdeführerin ent
nehmen, noch liefer
n
diese Anhaltspunkte, welche zusätzliche Abklärungen als notwendig erscheinen lassen würden.
5.4.
5
In seinem Bericht vom
21
.
Januar
202
2
(E. 4.
5
)
führte Dr.
N.___
als
Diagnosen
eine
ME/CFS, einen hochgradigen Verdacht auf ein MCAS sowie einen Verdacht auf ein Sjög
r
en-Syndrom und einen Status nach Hashimoto-Thyreo
i
ditis auf
.
Zur Arbeitsfähigkeit äussert
e
er sich in seinem Bericht nicht.
Anlässlich seiner einmaligen Untersuchung
erhob
Dr.
N.___
keine
n
eigentlichen klinischen Befund. Vielmehr begnügte er sich damit,
eine ausführlich
e
Anamnese
beruhend
auf den
Angaben
der Beschwerdeführerin
zu erheben
und mittels Gesundheitsfragebogen EX-5D-5L
festzustellen
, in welchen
Bereichen (Beweg
lichkeit/Mobilität, für sich selbst sorgen, allgemeine Tätigkeiten, Schmer
zen/körperliche Beschwerden, Angst/Niedergeschlagenheit)
sie sich wie stark eingeschränkt
einschätzte
(vgl. Urk. 8/135
/3-7
S.
2-4
)
.
Eigene
klinische Unter
suchungen fanden keinen Niederschlag im Bericht.
Zudem
gab
Dr.
N.___
aus
drücklich an,
dass ihm die Unterlagen
über bisher
ige
Abklärungen
fehlten bezie
hungsweise ausstehend waren
(
Urk.
8/135/3) und dass
die Resultate einer Blut- und Urinabklärung
, welche das
scheinbar vorliegende
MCAS bestätigen würden,
nicht vorgelegen
hätten
.
Dr.
N.___
hatte demnach
offensichtliche
keine
K
enntnis
der
Ergebnisse der
Z.___
-Begutachtung von Ende 2016
und
de
r
immunologische
n
Abklärung des
L.___
vo
m
April 202
0.
Dr.
N.___
gab
an, dass die kanadischen Kriterien eine
s
CFS erfüllt
seien
, ohne
diese indes zu konkretisieren
. Sein
e
Angabe
der
Erstmanifestation im Jahr 2014 weist
sodann
darauf hin, dass die Symptome bei der
Z.___
-Begutachtung Ende 2016
bereits vorlagen
.
Ein
Blick auf die von der Beschwerdeführerin gegenüber Dr.
N.___
geschilderten Symptome
(nach Anstrengung starke Symptome, starkes Krankheitsgefühl, Atemproblematik, Probleme mit dem Kurzzeitgedächtnis, Wortfindungsstörungen, nicht erholsamer Schlaf, Gelenksschmerzen, Schwindel, Diarrhoe, Blähungen, Verschlucken, verfärbende Finger, Quaddeln, Haarausfall,
Niesen, Unverträglichkeiten, Flattern des Gaumensegels; Urk. 8/135/3-7 S. 2) lässt
denn auch
erkennen, dass es sich dabei um die bereits gegenüber den
Z.___
-Gutachtern - und damals noch viel weitergehend
er
und mannigfaltiger (vgl. dazu E. 5.1 vorstehend) - geschilderte
n
Beschwerden handelt.
Dannzumal
unbekannte oder nun weitergehende
Symptome
wurden von der Beschwerdeführerin gegen
über Dr.
N.___
nicht
ausgeführt
.
Eine diesbezügliche Verschlechterung der Symp
tomatik im Vergleich zur Begutachtung des
Z.___
im September 2016 ist dem Bericht von
Dr.
N.___
damit
nicht zu entnehmen.
Nachdem die Diagnose eine
s
CFS zudem weder in Kenntnis noch
in
Auseinandersetzung mit der bisherigen medizinischen Aktenlage erging und
Dr.
N.___
dieselbe auch nicht gestützt auf eigene Untersuchungsbefunde nachvollziehbar herleitete, bietet sie
zudem
keinen Anlass, die Beurteilung des
Z.___
nachträglich in Zweifel zu ziehen.
Was
das
von Dr.
N.___
aufgeführte MCAS angeht,
bezeichnete er d
as
selbe als
«scheinbar» vorliegen
d
, da die Klinik - beruhend auf den
subjektiven
Angaben der Beschwerdeführerin - dazu passen würde.
Er wies denn
auf die ihm nicht vorliegenden
Blut- und Urinabklärung
sowie
die geplante
Abklärung am
L.___
hin
(E. 4.5)
, ohne sich
indes
diagnostisch abschliessend festzulegen
.
Dr.
N.___
führte diagnostisch weiter
einen Verdacht auf ein
Sjö
gr
en
-Syndrom bei Nachweis von SSA-Antikörpern
an
. Diese Diagnose konnten die Fachärzte für Immunologie vom
L.___
im Jahr 2020
, welche Dr.
N.___
nicht bekannt gewesen sein dürft
e
,
ausschliessen
. Dabei wiese
n
sie explizit auch auf die erhöhten SSA-Antikörper hin (vgl. dazu E. 5.4.3 vorstehend).
Schliesslich ging auch Dr.
N.___
von einer nicht mehr aktiven Hashimoto-
Thyreoiditis
aus, bezeichnete er diese
doch
mit «Status nach»
, weshalb sich auch insoweit keine Hinweise auf eine relevante Verschlechterung ergeben.
Demnach
lässt sich
dem
Bericht von
Dr.
N.___
weder eine
wesentliche Verände
rung
des
Gesundheitszustand
s
der Beschwerdeführerin entnehmen, noch liefert diese
r
Anhaltspunkte, welche zusätzliche Abklärungen notwendig
machen
.
5.4.
6
D
ie Beschwerdeführerin
bemängelte
weiter, dass die Beschwerdegegnerin lau
fende Abklärungen nicht abgewartet, auf ein sechs Jahre altes Gutachten abge
stellt und trotz RAD-Hinweis keine zusätzlichen neurologi
schen/neuropsychologischen Abklärungen
vorge
nommen
habe (E. 2.2).
Mit den laufenden Abklärungen sind
solche
im Hinblick auf ein allfällige
s
MCAS gemeint
(vgl. E. 4.5)
.
Für
diese
wurde die Beschwerdeführerin vom
L.___
an deren Abteilung Allergologie an der Klinik für Dermatologie überwiesen (vgl. Urk. 8/139). Ein erster Termin im August 2022 musste auf den 23. Februar 2023 verschoben werden (vgl. Urk. 8/142). Selbst wenn nun ein MCAS nachgewiesen werden könnte,
würde dies keine wesentliche Verschlechterung beziehungsweise das Vorliegen eines invalidenversicherungsrechtlich relevanten Gesundheitsscha
dens bedeuten (vgl. E. 5.4.4-5 vorstehend). Demnach war die Beschwerdeführerin auch nicht gehalten, diese Abklärungen abzuwarten.
Die
Beschwerdeführerin
ver
zichtete zudem
darauf, im gerichtlichen Verfahren einen Bericht zur per 2
3.
Februar 2023 anberaumten Untersuchung oder sonstige neu erstellte Unter
suchungsberichte einzureichen, was ihr offen gestanden wäre.
Hinsichtlich des Vorbringens der Beschwerdeführerin, dass das Gutachten veraltet sei, da es bereits über sechs Jahr alt sei, ist zu erwidern, dass
das Alter des Gut
achtens
alleine
- als formelles Kriterium - keinen Zweifel an dessen Beweiswert zu begründen
vermag
. Massgebend ist vielmehr die materielle Frage, ob Gewähr dafür besteht, dass sich die Ausgangslage seit der Erstellung des Gutachtens nicht gewandelt hat
(Urteil des Bundesgerichts 8C_295/2021 vom 9. August 2021 E. 6.3.1). Wie aufgezeigt (E. 5.4.2-5)
,
bestehen keine Hinweise darauf, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin nach dem Gutachtenszeitpunkt
anspruchsrelevant
verändert haben könnte oder etwas nicht b
eachtet worden wäre
.
Betreffend den
RAD-Hinweis
auf allfällige
neurologische/neuropsychologische Abklärungen
ist die Stellungnahme von med.
pract
.
V.___
vom RAD vom15. Dezember 2021 (Urk. 8/143 S. 6 f.) gemeint (vgl. Urk. 1 S. 9 oben). Dieser war zu diesem Zeitpunkt das erste Mal als RAD-Arzt in das Verfahren involviert worden. In der besagten Passage
fragte
er
lediglich
nach, ob die von der Beschwerdeführerin in ihrem Einwand erwähnten neurologischen und neuropsy
chologischen Beeinträchtigungen «jemals» fachärztlich abgeklärt worden seien (Urk. 8/143 S. 7 oben). Dies ist bereits bei der
Z.___
-Begutachtung geschehen
, worauf die Kundenberatung am 2
3.
Dezember 2021 denn auch hinwies (
Urk.
8/143 S. 7)
. Die
Kritik
der Beschwerdeführerin
geht
daher
fehl
.
5.5
Nach dem
Gesagten
erweist sich
der medizinische Sachverhalt
als
abschliessend abgeklärt und von weiteren Abklärungen sind keine zusätzlichen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb davon abzusehen ist (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 122 V 157 E. 1d).
Zusammen
gefasst
ist festzustellen, dass gestützt auf das beweiskräftige
Z.___
-Gutachten
vom
19. Dezember 2016
kein invalidenversicherungsrechtlich relevanter Gesundheitsschaden mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ausge
wiesen ist und sich in der Folgezeit
nach der Begutachtung bis zum Erlass des hier angefochtenen Entscheids
überwiegend wahrscheinlich
keine wesentliche Veränderung des Gesundheitszustandes eingestellt hat
. Auch liegen keine
Hin
weise
vor
, welche
darauf schliessen lassen könnten, dass bei der Begutachtung oder auch in der Folge massgeblich
e
Tatsachen nicht berücksichtig worden wären
.
Folglich ist die Beschwerde abzuweisen.
6.
Die Verfahrenskosten sind gemäss Art.
69 Abs.
1
bis
IVG auf Fr.
8
00.-- festzu
setzen und ausgangsgemäss de
r
Beschwerdeführer
in
aufzuerlegen.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
800
.-- werden
der Beschwerdeführerin
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
den
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zu
gestellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Michael Grimmer
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundesge
setzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizu
legen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDer Gerichtsschreiber
GräubMüller