# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 691446b8-71bb-5898-b124-4616aa97d9b8
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-10-06
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 06.10.2011 B-37/2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_B-37-2011_2011-10-06.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

Abteilung II
B­37/2011

U r t e i l   v om   6 .   O k t ob e r   2 0 1 1

Besetzung Richterin Maria Amgwerd (Vorsitz), 
Richter Claude Morvant, Richterin Vera Marantelli,
Gerichtsschreiberin Kathrin Bigler Schoch.

Parteien AIS Consulting Group GmbH, 
Zürcherstrasse 6, 8852 Altendorf,  
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Matthias Schwaibold, 
Ritter & Schwaibold Rechtsanwälte, Dufourstrasse 48, 
Postfach 269, 8024 Zürich,
Beschwerdeführerin, 

gegen

Sansan Versicherungen AG, 
Zürichstrasse 130, 8600 Dübendorf,  
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Michael Kikinis, 
Waffenplatzstrasse 10, 8002 Zürich,
Beschwerdegegnerin, 

Eidgenössisches Institut für Geistiges Eigentum IGE, 
Stauffacherstrasse 65, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Widerspruchsverfahren Nr. 10833 ­ SANSAN / Santasana.

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Sachverhalt:

A. 
Die  Beschwerdegegnerin  ist  Inhaberin  der  CH­Marke  Nr.  493368 
"SANSAN"  (Widerspruchsmarke), welche am 28. August 2001 hinterlegt 
und am 28. Dezember 2001 ins Markenregister eingetragen worden war. 
Sie wird unter anderem für folgende Dienstleistungen beansprucht:

Klasse  36:  Versicherungswesen;  Finanzwesen;  Erarbeiten  von 
Informationen,  Dokumentationen  und  Gutachten  auf  dem  Gebiet  des 
Versicherungswesens.

Gestützt  auf  diese  Marke  erhob  sie  am  21.  Dezember  2009  teilweise 
Widerspruch  gegen  die  CH­Marke  Nr.  591530  "Santasana"  der 
Beschwerdeführerin  (angefochtene  Marke),  welche  am  28.  Juni  2009 
hinterlegt und am 25. September 2009 publiziert wurde. Der Widerspruch 
bezog  sich  auf  sämtliche  in Klasse  36  beanspruchten Dienstleistungen, 
nämlich  "Versicherungswesen;  Finanzwesen;  Geldgeschäfte; 
Immobilienwesen".

Mit  Eingabe  vom 25.  Februar  2010  beantragte  die Beschwerdeführerin, 
der Widerspruch sei abzuweisen.

Die Vorinstanz hiess den Widerspruch mit Entscheid vom 18. November 
2010  gut  und  widerrief  die  angefochtene  Marke  für  sämtliche 
Dienstleistungen  der  Klasse  36.  Zur  Begründung  führte  sie  aus,  die 
Vergleichszeichen  würden  (soweit  hier  interessierend)  für  gleiche 
respektive  hochgradig  gleichartige  Dienstleistungen  beansprucht.  Sie 
unterschieden sich  im Wesentlichen  in der Wortmitte, welcher geringere 
Bedeutung beigemessen werde als  dem Wortanfang und –ende. Selbst 
unter  Berücksichtigung  des  Umstands,  dass  es  sich  bei  den 
Vergleichsdienstleistungen  nicht  um  Massenprodukte  des  täglichen 
Bedarfs  handle,  bei  denen  dem  Publikum  ein  vergleichsweise  geringer 
Aufmerksamkeitsgrad  zu  unterstellen  sei,  sei  in  Anbetracht  der 
Ähnlichkeit  der  Vergleichszeichen  auf  der  klang­  und  schriftbildlichen 
Ebene die Gefahr von Fehlzurechnungen zu bejahen.

B. 
Gegen  diesen  Entscheid  erhob  die  Beschwerdeführerin  am  5.  Januar 
2011  Beschwerde  beim  Bundesverwaltungsgericht.  Sie  beantragt,  der 
angefochtene  Entscheid  sei  aufzuheben,  und  der  Widerspruch  der 
Beschwerdegegnerin  abzuweisen.  Zur  Begründung  bringt  sie  vor,  die 

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angefochtene  Marke  unterscheide  sich  genügend  klar  von  der 
Widerspruchsmarke.  Zu  behaupten,  der  Unterschied  liege  im 
Wesentlichen  in  der  Wortmitte,  sei  falsch:  Santa  und  San  seien  "zwei 
verschiedene  Paar  Schuhe",  und  die  wohl  gemeinte Wortmitte  "­ta"  sei 
eine  ganz  wichtige  Veränderung,  mache  sich  doch  nicht  einfach  aus 
Sansan Santasana. Auch das End­a habe eine starke Wirkung, indem es 
aus  dem  zweiten  "­san"  ein  damit  nicht  zu  verwechselndes  "sa­na" 
mache.  Damit  lägen  zwei  Veränderungen  vor,  die  sowohl  für  sich 
genommen  wie  in  ihrem  Zusammenspiel  die  von  der  Vorinstanz 
behauptete  Wechselwirkung  ausschlössen.  Somit  seien  Sansan  und 
Santasana nicht verwechselbar.

C. 
Die Vorinstanz erklärte mit Eingabe vom 14. Februar 2011, sie verzichte 
auf  die  Einreichung  einer  Stellungnahme  und  beantrage,  unter  Hinweis 
auf  die  Begründung  der  angefochtenen Verfügung,  die  Beschwerde  sei 
abzuweisen.

D. 
Mit  Beschwerdeantwort  vom  14.  Februar  2011  beantragt  die 
Beschwerdegegnerin,  die  Beschwerde  sei  abzuweisen,  soweit  auf  sie 
überhaupt  einzutreten  sei.  Eventualiter  sei  die  Sache  zu  neuer 
Entscheidung  an  die  Vorinstanz  zurückzuweisen.  Zudem  stellt  sie  den 
prozessualen Antrag, eventualiter sei der Beschwerdegegnerin vor einem 
Entscheid  in  der  Sache  nochmals  Frist  für  eine  zusätzliche  Eingabe 
anzusetzen,  falls  das  Bundesverwaltungsgericht  Bestimmungen  des 
Bundesrechts  als  relevant  erachten  sollte,  die  von  keiner  Partei 
angerufen würden. Sie hält fest, die Marken Sansan und Santasana seien 
verwechselbar,  zumal  sie  insbesondere hinsichtlich des Wortklangs und 
des  Schriftbilds  ähnlich  seien,  und  eine  Gleichheit  bzw.  hochgradige 
Gleichartigkeit  der  beanspruchten  Dienstleistungen  der  Klasse  36 
bestehe.

E. 
Am  18.  August  2011  reichte  die  Beschwerdegegnerin  eine  Eingabe  zu 
neuen  Entwicklungen  ein.  Einerseits  sei  in  der  Zwischenzeit  die 
Schutzdauer  der Widerspruchsmarke  um weitere  zehn  Jahre  verlängert 
worden; die Schutzdauer laufe neu bis am 28. August 2021. Andererseits 
habe  die  Beschwerdeführerin  ihren  Sitz  von  Zug  nach  Altendorf  SZ 
verlegt.  Dies  werde  dem  Gericht  zur  Kenntnis  gebracht,  damit  eine 
entsprechende  Anpassung  des  Rubrums  erfolgen  könne.  Schliesslich 

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wies  die  Beschwerdegegnerin  darauf  hin,  dass  sich  das 
Bundesverwaltungsgericht  im  Urteil  B­2235/2008  vom  2.  März  2010 
(Dermoxane / Dermasan) zu den verschiedenen Bedeutungen von "SAN" 
geäussert habe.

Diese  Eingabe  wurde  der  Beschwerdeführerin  und  der  Vorinstanz  zur 
Kenntnis gebracht.

F. 
Die  Parteien  haben  stillschweigend  auf  die  Durchführung  einer 
öffentlichen Verhandlung verzichtet.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 
Das Bundesverwaltungsgericht  ist gemäss Art. 31, 32 und 33 Bst. d des 
Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 17.  Juni  2005  (VGG, SR 173.32)  zur 
Beurteilung  von  Beschwerden  gegen  Entscheide  der  Vorinstanz  in 
Widerspruchssachen  zuständig.  Die  Beschwerdeführerin  hat  am 
Verfahren  vor  der  Vorinstanz  teilgenommen  und  ist  durch  die 
angefochtene  Verfügung  besonders  berührt.  Sie  hat  zudem  ein  als 
schutzwürdig  anzuerkennendes  Interesse  an  deren  Aufhebung  und 
Änderung, weshalb sie zur Beschwerde legitimiert ist (Art. 48 Abs. 1 des 
Bundesgesetzes  vom  20.  Dezember  1968  über  das 
Verwaltungsverfahren [VwVG, SR 172.021]). Eingabefrist und ­form sind 
gewahrt  (Art.  50  Abs.  1  und  Art.  52  Abs.  1  VwVG),  der  verlangte 
Kostenvorschuss wurde fristgemäss geleistet (Art. 63 Abs. 4 VwVG), und 
die übrigen Sachurteilsvoraussetzungen liegen vor (Art. 44 ff. VwVG).

Auf die Beschwerde ist daher einzutreten.

2. 
Die  Beschwerdegegnerin  bemängelt,  die  Beschwerdeführerin  habe  die 
Verletzung  von  Bundesrecht  gerügt,  ohne  anzugeben,  welche  Normen 
des Bundesrechts durch den angefochtenen Entscheid angeblich verletzt 
sein sollten. Es bleibe deshalb auf Grund der Beschwerde unklar, welche 
Normen  des  Bundesrechts  verletzt  sein  sollten.  Sollte  das 
Bundesverwaltungsgericht der Ansicht sein, dass andere Bestimmungen 
des  Bundesrechts  relevant  sein  sollten,  als  diejenigen,  auf  welche  die 
Beschwerdegegnerin  eingehe  (vor  allem  Art.  3  des 

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Markenschutzgesetzes vom 28. August 1992 [MSchG, SR 232.11]), hätte 
das  Bundesverwaltungsgericht  der  Beschwerdegegnerin  vor  einem 
Entscheid  in  der  Sache  im  Hinblick  auf  die  Wahrung  des  rechtlichen 
Gehörs  der  Beschwerdegegnerin  nochmals  die  Möglichkeit  zu  einer 
zusätzlichen Stellungnahme einzuräumen.

Wie  noch  zu  zeigen  sein  wird  (vgl.  E.  5  ff.  hiernach),  stützt  das 
Bundesverwaltungsgericht  den  vorliegenden Entscheid  im Wesentlichen 
auf  den  von  der  Beschwerdegegnerin  genannten  Artikel  3 MSchG.  Die 
Einladung zu einer zusätzlichen Stellungnahme erübrigt sich daher.

3. 
Vom  Markenschutz  ausgeschlossen  sind  Zeichen,  die  einer  älteren 
Marke  ähnlich  und  für  gleiche  oder  gleichartige  Waren  oder 
Dienstleistungen  bestimmt  sind,  so  dass  sich  daraus  eine 
Verwechslungsgefahr ergibt (Art. 3 Abs. 1 Bst. c MSchG).

3.1.  Ob  zwei  Marken  sich  hinreichend  deutlich  unterscheiden  oder  im 
Gegenteil  verwechselbar  sind,  ist  nicht  auf  Grund  eines  abstrakten 
Zeichenvergleichs,  sondern  stets  vor  dem  Hintergrund  der  gesamten 
Umstände  zu  beurteilen.  Der  Massstab,  der  an  die  Unterscheidbarkeit 
anzulegen ist, hängt einerseits vom Umfang des Ähnlichkeitsbereichs ab, 
dessen Schutz  der  Inhaber  der  älteren Marke  beanspruchen  kann,  und 
anderseits  von  den  Waren  und  Dienstleistungen,  für  welche  die  sich 
gegenüberstehenden  Marken  hinterlegt  sind  (BGE  122  III  382  E.  1 – 
Kamillosan).

3.2. Je näher  sich  die Waren und Dienstleistungen  sind,  für welche die 
Marken  registriert  sind,  desto  grösser  wird  das  Risiko  von 
Verwechslungen und desto stärker muss sich das  jüngere Zeichen vom 
älteren abheben, um die Verwechslungsgefahr zu bannen. Ein besonders 
strenger  Massstab  ist  anzulegen,  wenn  beide  Marken  für  weitgehend 
identische Waren  oder  Dienstleistungen  bestimmt  sind.  Im Weiteren  ist 
von Bedeutung,  an welche Abnehmerkreise  sich  die Waren  richten  und 
unter  welchen  Umständen  sie  gehandelt  zu  werden  pflegen.  Bei 
Massenartikeln des täglichen Bedarfs, wie beispielsweise Lebensmitteln, 
ist  mit  einer  geringeren  Aufmerksamkeit  und  einem  geringeren 
Unterscheidungsvermögen  der  Konsumenten  zu  rechnen  als  bei 
Spezialprodukten,  deren  Absatzmarkt  auf  einen  mehr  oder  weniger 
geschlossenen Kreis von Berufsleuten beschränkt bleibt (BGE 126 III 315 

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E. 6b/bb  –  Apiella,  BGE  122  III  382  E.  3a  –  Kamillosan;  Urteil  des 
Bundesgerichts [BGer] 4C.258/2004 vom 6. Oktober 2004 E. 2.3 – Yello).

3.3. Die Markenähnlichkeit beurteilt sich nach dem Gesamteindruck, den 
die  Marken  in  der  Erinnerung  der  angesprochenen  Verkehrskreise 
hinterlassen  (BGE  121  III  377  E.  2a  –  Boss  /  Boks;  EUGEN MARBACH, 
Markenrecht,  in:  Roland  von  Büren  /  Lucas  David  [Hrsg.], 
Schweizerisches Immaterialgüter­ und Wettbewerbsrecht, Bd. III/1, Basel 
2009 [SIWR III/1], N. 864).

Bei  reinen  Wortmarken  ist  der  Wortklang,  das  Schriftbild  und 
gegebenenfalls der Sinngehalt massgebend (BGE 127 III 160 E. 2b/cc – 
Securitas; BGE 121 III 377 E. 2b – Boss / Boks). Dabei genügt es für die 
Annahme  der  Ähnlichkeit,  wenn  diese  in  Bezug  auf  nur  eines  dieser 
Kriterien  bejaht  wird  (MARBACH,  SIWR  III/1,  N. 875;  Entscheid  der 
Rekurskommission  für  geistiges  Eigentum  [RKGE]  in:  Zeitschrift  für 
Immaterialgüter­,  Informations­ und Wettbewerbsrecht  [sic!]  2006 S. 761 
E.  4  –  McDONALD'S  /  McLake).  Der  Wortklang  wird  im  Wesentlichen 
durch  die  Silbenzahl,  die  Aussprachekadenz  und  die  Aufeinanderfolge 
der Vokale bestimmt, das Erscheinungsbild durch die Wortlänge und die 
optische Wirkung der Buchstaben (BGE 122  III 382 E. 5a – Kamillosan; 
BGE 119 II 473 E. 2c – Radion; RKGE in sic! 2002 S. 101 E. 6 – Mikron 
[fig.] / Mikromat [fig.]).

4. 
Soweit  hier  interessierend,  wird  die  Widerspruchsmarke  für 
"Versicherungswesen;  Finanzwesen;  Erarbeiten  von  Informationen, 
Dokumentationen  und  Gutachten  auf  dem  Gebiet  des 
Versicherungswesens"  (Klasse  36),  die  angefochtene  Marke  für 
"Versicherungswesen;  Finanzwesen;  Geldgeschäfte;  Immobilienwesen" 
(Klasse 36) beansprucht.

Die  Vorinstanz  hat  diese  Dienstleistungen  hinsichtlich 
"Versicherungswesen;  Finanzwesen"  (Klasse  36)  als  identisch,  im 
Übrigen  als  (hochgradig)  gleichartig  qualifiziert,  was  von  der 
Beschwerdeführerin nicht bestritten wird. 

Die strittigen Dienstleistungen  in Klasse 36  richten sich nicht nur an die 
entsprechenden  Fachleute,  sondern  auch  an  Durchschnittsverbraucher 
(vgl.  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  [BVGer]  B­2125/2008  vom 
15. Mai  2009  E.  3  –  Total  Trader).  Spricht  eine  Marke,  wie  im 

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vorliegenden Fall, gleichzeitig mehrere Verkehrskreise an, so genügt es, 
wenn  in  einem  dieser  Verkehrskreise  eine  Verwechslungsgefahr  droht 
(MARBACH, SIWR III/1, N. 954).

5. 
Beide Vergleichszeichen sind reine Wortmarken. Die Widerspruchsmarke 
heisst "SANSAN", das angefochtene Zeichen "Santasana". 

5.1. Zunächst sind die Zeichen in schriftbildlicher Hinsicht zu vergleichen.

5.1.1. Der  Umstand,  dass  die  Widerspruchsmarke  in  Grossbuchstaben 
gehalten  ist,  die  angefochtene  Marke  dagegen  in  Gross­  und 
Kleinbuchstaben,  bleibt  nicht  nachhaltig  im  Gedächtnis  haften  und 
vermag  deshalb  entgegen  der  Ansicht  der  Beschwerdeführerin  den 
Gesamteindruck nicht zu prägen (RKGE in sic! 2001 S. 813 E. 4 – Viva / 
Coop Viva [fig.]).

5.1.2. Die Beschwerdeführerin vertritt die Ansicht, die Vergleichszeichen 
unterschieden  sich  in  optischer  Hinsicht:  Die  Wortlänge  sei  klar 
verschieden, das kurze Sansan habe nichts mit dem doppelt so  langen, 
doppelt  so  viele Silben aufweisenden Santasana  zu  tun. Zudem sei  die 
Buchstabenverschiedenheit  eine  klare  und  eindeutige:  In  Sansan  seien 
drei Buchstaben (s – a – n)  in derselben Reihenfolge (s/a/n) wiederholt. 
Santasana bestehe aus  vier Buchstaben  (s  –  a  –  n  –  t),  deren Abfolge 
und  Silbenbildung  zu  Santa  –  sana  hingegen  etwas  bilde,  das  vom 
Gesamteindruck und der Buchstabenfolge nichts mehr mit Sansan zu tun 
habe. 

5.1.3. Das  Widerspruchszeichen  besteht  aus  sechs,  das  angefochtene 
Zeichen aus neun Buchstaben;  das angefochtene Zeichen  ist  somit  um 
drei  Buchstaben  respektive  einen  Drittel  länger  als  die 
Widerspruchsmarke,  und  nicht  doppelt  so  lang,  wie  die 
Beschwerdeführerin geltend macht. Dieser Längenunterschied ergibt sich 
aus der zusätzlichen Silbe in der Wortmitte des angefochtenen Zeichens, 
nämlich  "­ta",  sowie  aus  dem  zusätzlichen  Endbuchstaben  "­a". 
Ansonsten  stimmen die Zeichen  im Wortanfang  "SAN" überein,  und die 
angefochtene Marke übernimmt noch einmal das identische Element, das 
bei  der  Widerspruchsmarke  zugleich  das  Wortende  darstellt.  Die 
Vergleichszeichen  sind  je  aus  den Buchstaben  s,  a  und  n  gebildet,  bei 
der angefochtenen Marke kommt  in der Wortmitte noch ein  t  und damit 

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ein  Element  hinzu,  welches  die  anderen  drei  Buchstaben  in  der  Länge 
überragt.

5.1.4. Trotz der festgestellten Unterschiede ist eine Zeichenähnlichkeit in 
schriftbildlicher Hinsicht zu bejahen.

5.2. Die Vorinstanz erklärte  im klangbildlichen Vergleich, die zusätzliche 
Silbe  "ta"  und  der  Schlussbuchstaben  "a"  in  der  angefochtenen  Marke 
führten zu Unterschieden im Silbenmass und im Wortrhythmus. Trotzdem 
wiesen die Zeichen auf Grund der Verwendung des Buchstabens "A" als 
einzigem  Vokal  und  des  Umstandes,  dass  dieser  Vokal  beiderseits 
mehrfach  (zwei­  respektive  viermal)  aufgeführt  werde,  eine  klangliche 
Ähnlichkeit auf. Diese werde dadurch verstärkt, dass die Zeichen über die 
identische  Anfangssilbe  "SAN"  und  eine  ähnlich  klingendes  Wortende 
("SAN" gegenüber "SANA") verfügten und die Buchstabenfolge "SAN" in 
beiden Zeichen zweimal aufgeführt werde.

5.2.1.  Die  Beschwerdeführerin  argumentiert,  die  Aussprache  von 
"sansan"  (zwei  kurze,  gleiche  Silben)  habe  etwas  "Asiatisches",  aber 
keinerlei  Ähnlichkeit  zu  einer  Landessprache,  namentlich  nicht  dem 
Deutschen:  Dort  gebe  es  jedenfalls  im  Alltagssprachwortschatz  keine 
solchen "Kurzdoppelsilbler", und auch im Französischen müsse man auf 
Sonderwörter wie "cancan" verfallen. Die Silbenfolge sei klar verschieden: 
zwei  kurze,  identische  Silben  stünden  vier  langen  und  unter  sich 
verschiedenen  Silben  gegenüber.  Die  Vokalabfolge  von  vier  a  in  vier 
Silben  sei  eine  andere  als  von  zwei  a  in  zwei  gleichlautenden  Silben. 
Somit  unterschieden  sich  die  Vergleichszeichen  auch  in  klanglicher 
Hinsicht.

5.2.2.  Die  Beschwerdegegnerin  hält  dagegen,  Wörter  mit  zwei  kurzen 
gleichen Silben  seien  sowohl  im Deutschen  als  auch  im Französischen 
sehr üblich,  insbesondere auch  in der Kleinkindersprache (Mama, Papa, 
Wauwau, bumbum etc.). Auch wenn bei  "Santasana"  insgesamt vier  "a" 
vorkämen (im Vergleich zu zwei "a" bei SANSAN"), führe dies dazu, dass 
bei der Aussprache zunächst auch zwei kurze "a" und auch am Ende ein 
weiteres  kurzes  "a"  wahrgenommen  würden.  Insgesamt  überwögen 
deshalb auch bei der Marke "Santasana" drei kurze "a" gegenüber einem 
allenfalls  längeren  "a"  in  der  Mitte.  Im  Übrigen  unterstützt  die 
Beschwerdegegnerin die Meinung der Vorinstanz und weist darauf hin, es 
sei  mehrfach  entschieden  worden,  dass  gerade  auch  eine  zusätzlich 
eingeschobene  Silbe  in  der  Mitte  einer  Wortmarke  (wie  vorliegend  die 

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Silbe  "ta"  in  "Santasana")  einen  gleichen  bzw.  ähnlichen  Wortanfang 
bzw.­ende bei weitem nicht aufzuwiegen vermöge.

5.2.3. Nebst dem gleichen Wortanfang  "san" und der ähnlichen Endung 
"san"  respektive  "sana"  sind  auch  Unterschiede  festzustellen:  Die 
angefochtene Marke unterscheidet  sich durch die  zusätzliche Mittelsilbe 
"­ta"  von  der  Widerspruchsmarke.  Je  nach  konkreter  Vokalfolge, 
Silbenzahl  und  Kadenz  kann  sich  die  Beifügung,  Auswechslung  oder 
Weglassung  einer Mittelsilbe  auf  den Gesamteindruck  von Wortmarken 
auswirken (vgl. GALLUS JOLLER, in: Michael Noth / Gregor Bühler / Florent 
Thouvenin,  Markenschutzgesetz,  Bern  2009,  Art.  3,  N.  152,  mit 
Verweisen auf die Rechtsprechung; Urteil  des BVGer B­2635/2008 vom 
1. Dezember 2008 E. 6.2.2 – monari / Anna Molinari). Anders als im Fall 
"Zara  /  zahara"  (vgl.  RKGE  in  sic!  2005,  S.  749)  kann  in  casu  die 
Mittelsilbe  "­ta" nicht als phonetisch schwache Silbe bezeichnet werden, 
welche  bei  einer  normalen Aussprache  überhört werden  könnte.  Sie  ist 
demzufolge  für  den  Gesamteindruck  zu  berücksichtigen.  Durch  die 
Einschiebung der Silbe "­ta" und durch das Anfügen des Endbuchstabens 
"­a"  bei  der  angefochtenen Marke  kommt  es  zu  einer  unterschiedlichen 
Silbenzahl:  den beiden Silben  "SAN – SAN"  stehen sich die  vier Silben 
"San – ta – sa – na" gegenüber, womit sich der Wortrhythmus verändert 
(vgl. MARBACH, SIWR III/1, N. 879). Durch die alleinige Verwendung des 
Buchstabens  "A"  bleibt  die  Vokalfolge  dagegen  gleich,  abgesehen  von 
der Länge der zu vergleichenden Folgen (A – A gegenüber A – A – A – 
A).  Angesichts  dieser  Umstände  kann  entgegen  der  Ansicht  der 
Beschwerdeführerin eine Ähnlichkeit in klanglicher Hinsicht nicht verneint 
werden.

5.3.  In  der  Literatur  und  Rechtsprechung  ist  anerkannt,  dass  eine 
klangliche  oder  visuelle  Ähnlichkeit  zwischen  zwei  Marken  durch  einen 
ausgeprägt  verschiedenen  Sinngehalt  derart  kompensiert  werden  kann, 
dass  eine  Verwechslungsgefahr  abgeschwächt  wird  oder  ganz  entfällt. 
Allerdings  ist  Zurückhaltung  geboten.  Es  ginge  nicht  an,  den 
Schutzumfang von Marken, die einen Sinngehalt aufweisen, auf Marken 
mit ähnlichem Sinngehalt zu beschränken. Sowohl  in der Literatur wie in 
der Rechtsprechung sind denn auch die Bedingungen, unter denen eine 
Verwechslungsgefahr bei verschiedenem Sinngehalt der Marken entfällt, 
streng  formuliert. Es wird verlangt, dass die Wahrnehmung einer Marke 
sofort  und  unwillkürlich  eine  Assoziation  zu  einem  bestimmten  Begriff 
bewirkt respektive dass sich die Sinngehalte beim Hören und beim Lesen 
dem  Bewusstsein  sogleich  aufdrängen.  Ausserdem  müssen  die 

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unterschiedlichen  Sinngehalte  in  allen  Landesteilen  unmittelbar 
verständlich sein. Ferner ist zu berücksichtigen, dass die klangliche oder 
visuelle Ähnlichkeit zwischen zwei Marken so gross sein kann, dass beim 
flüchtigen  Hören  oder  Lesen  die  Gefahr  des  Verhörens  bzw.  des 
Verlesens  besteht  und  der  verschiedene  Sinngehalt  gar  nicht  zum 
Bewusstsein  des  Betrachters  gelangt  (Urteile  des  BVGer  B­3622/2010 
vom  1.  Dezember  2010  E.  4.2  –  Wurzelbrot  /  Wurzel­Rusti,  und  B­
142/2009 vom 6. Mai 2009 E. 5.4 – Pulcino / Dolcino, je mit Verweis auf 
RKGE  in  sic!  1998 S.  50 E.  6  – Clinique  / Unique  frisch Kosmetik  [fig.] 
und BGE 121 III 377 E. 3c – Boss / Boks).

5.3.1.  Die  Vorinstanz  argumentierte,  weil  die  Verbindung  der  Begriffe 
"heilig"  (deutsche  Übersetzung  für  "santa")  und  "gesund"  (deutsche 
Übersetzung  von  "sana")  in  der  angefochtenen  Marke  keinen  Sinn 
ergebe,  werde  der  überwiegende  Teil  der  Abnehmer  nicht  nur  die 
Widerspruchsmarke,  sondern  auch  die  angefochtene  Marke  im 
Gesamteindruck  als  Fantasiezeichen  ohne  konkreten  Sinngehalt 
wahrnehmen. 

Nach  Ansicht  der  Beschwerdeführerin  weist  weder  "SAN"  alleine  noch 
"SANSAN"  einen  Sinngehalt  auf.  Dagegen  sei  bei  "Santa"  jede 
Assoziation zu "heilig" zwingend – es gebe gar keine andere, auch wenn 
das  Wort  nicht  der  deutschen  Sprache  zugehörig  sei.  Auch  für  "sana" 
("gesund") sei die Assoziation zwingend, die ganz sicher bei "san" fehle.

Die  Beschwerdegegnerin  hält  dagegen,  "Santasana"  habe  als  Ganzes 
keine Bedeutung, zumal die Kombination von "santa" ("heilig") und "sana" 
(italienisch für "gesund") in "Santasana" keinen gesamthaften Sinn habe. 
Der in der Marke "SANSAN" vorkommende Bestandteil "SAN" weise sehr 
wohl  Bedeutungen  auf.  So  sei  "San"  auf  Italienisch  und  Spanisch  die 
Kurzform  von  "Santo"  bzw.  "Sana".  Somit  bestehe  auch  auf  der  Ebene 
des Sinngehalts eine Übereinstimmung bzw. zumindest hohe Ähnlichkeit 
zwischen  den  vorliegend  einander  gegenüber  stehenden  Marken 
"SANSAN"  und  "Santasana".  Sie  stimme  indessen  der  Vorinstanz  zu, 
wonach  beide  einander  vorliegend  gegenüber  stehenden  Marken  im 
Gesamteindruck  als  Fantasiezeichen  ohne  konkreten  Sinngehalt 
wahrgenommen würden.

5.3.2. Beide Vergleichszeichen stellen Wortneuschöpfungen dar. Solche 
weisen  in  der  Regel  keinen  ausgeprägten  Sinngehalt  auf.  Blosse 

http://links.weblaw.ch/BGE-121-III-377
http://links.weblaw.ch/BGE-121-III-377
http://links.weblaw.ch/BGE-121-III-377
http://links.weblaw.ch/BGE-121-III-377
http://links.weblaw.ch/BGE-121-III-377

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Anklänge  sind  nicht  geeignet,  sofort  und  unwillkürlich  bestimmte 
Assoziationen zu wecken (JOLLER, a.a.O., Art. 3, N. 171). 

Die Widerspruchsmarke  enthält  zwei Mal  den Begriff  "san".  "San"  kann 
entweder  die  Kurzform  des  italienischen  Wortes  für  "heilig"  ("santo"  / 
"santa";  vgl.  LANGENSCHEIDT  e­Handwörterbuch  Italienisch­Deutsch  4.0), 
aber auch die Kurzform vom lateinischen respektive italienischen Wort für 
"gesund" ("sanus" respektive "sano" / "sana") sein (vgl. BGE 122 III 382 
E.  2b  –  Kamillosan;  LANGENSCHEIDT  e­Handwörterbuch  Italienisch­
Deutsch  4.0).  Als Wortanfang  (in  seiner  Bedeutung  von  "heilig";  z.B.  in 
San  Bernardino  oder  San  Francisco)  und  als  Endung  (in  seiner 
Bedeutung als  "gesund"; z.B.  in Kamillosan) mag "san" den Abnehmern 
wohl  ein  Begriff  sein.  Im  Widerspruchszeichen  ist  indessen  kein  Wort 
oder Wortbestandteil (wie Bernardino oder Kamillo­) enthalten, das "san" 
die eine oder andere Bedeutung verleihen würde. Vielmehr reiht sich das 
eine "san" am Wortanfang an das andere "san" am Wortende, womit das 
Widerspruchszeichen  "heilig­gesund",  aber  auch  "heilig­heilig"  oder 
"gesund­gesund"  bedeuten  könnte. Diese Sinngehalte  erschliessen  sich 
den  Abnehmern,  wenn  überhaupt,  erst  nach  mehreren 
Gedankenschritten  und  insofern  nicht  "sofort  und unwillkürlich", wie  von 
der Rechtsprechung gefordert. 

Im  angefochtenen  Zeichen  sind  die  Begriffe  "santa"  (italienisch  für 
"heilig"; vgl. vorheriger Absatz) sowie "sana" (italienisch für "gesund"; vgl. 
vorheriger  Absatz)  enthalten.  Somit  kann  die  angefochtene  Marke 
theoretisch die gleiche Bedeutung wie das Widerspruchszeichen haben, 
nämlich  "heilig­gesund".  Indessen  gibt  die  unmittelbare  Verbindung  der 
Begriffe "heilig" und "gesund" keinen klar erkennbaren Sinn.

Als  Zwischenergebnis  ist  daher  festzuhalten,  dass  im  vorliegenden  Fall 
kein unterschiedlicher Sinngehalt vorliegt, welcher die Zeichenähnlichkeit 
zu kompensieren vermöchte.

6. 
Es  ist  nun  in  einem  wertenden  Gesamtblick  zu  entscheiden,  ob  eine 
Verwechslungsgefahr besteht (Art. 3 Abs. 1 Bst. c MSchG). 

6.1. Der Schutzumfang der Widerspruchsmarke bestimmt sich nach ihrer 
Kennzeichnungskraft.  Für  schwache  Marken  ist  der  geschützte 
Ähnlichkeitsbereich  kleiner  als  für  starke.  Bei  schwachen  Marken 
genügen  daher  schon  bescheidenere  Abweichungen,  um  eine 

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hinreichende  Unter­scheidbarkeit  zu  schaffen.  Als  schwach  gelten 
insbesondere  Marken,  deren  wesentliche  Bestandteile  sich  eng  an 
Sachbegriffe  des  allgemeinen  Sprachgebrauchs  anlehnen.  Stark  sind 
demgegenüber  Marken,  die  entweder  aufgrund  ihres  fantasiehaften 
Gehalts  auffallen  oder  aber  sich  im  Verkehr  durchgesetzt  haben  (BGE 
122  III  382  E.  2a  –  Kamillosan,  mit  Hinweisen;  Urteil  des  BGer 
4C.258/2004 vom 6. Oktober 2004 E. 2.2 – Yello).

Die Widerspruchsmarke enthält zwei Mal das Wort  "san". Wie bereits  in 
mehreren Urteilen festgestellt worden ist, können die Zeichenbestandteile 
"san",  "sana"  oder  "sano"  beschreibende  Angaben  darstellen  (vgl. 
BGE 122 III 382 E. 2b und 5b – Kamillosan; BGE 104 Ib 138 E. 2 – Sano­
vital;  Urteile  des  BVGer  B­6291/2007  vom  28.  Mai  2008  E.  7 – 
Corposana, und B­2235/2008 vom 2. März 2010 E. 6.3.3 – Dermoxane / 
Dermasan, mit Verweis auf HGer Zürich  in: Schweizerische Mitteilungen 
zum  Immaterialgüterrecht  [SMI]  1988,  92­94  Melisana  /  Mensana).  Im 
vorliegenden  Fall  ist  der  Zeichenbestandteil  "San"  in  Bezug  auf 
"Versicherungswesen;  Erarbeiten  von  Informationen,  Dokumentationen 
und Gutachten  auf  dem Gebiet  des  Versicherungswesens"  (Klasse  36) 
als beschreibend zu bezeichnen, da er auf das Betätigungsfeld, nämlich 
Versicherungen im Bereich des Kranken­ respektive Gesundheitswesens, 
hinweist.  Dementsprechend  wird  dieser  Begriff  denn  auch  von 
zahlreichen  Krankenversicherern  in  Marken  verwendet  (z.B.  Arcosana, 
Easy  Sana,  Helsana,  Publisana,  sana24,  Sanagate,  sanavals,  Sanitas, 
Visana;  vgl.  www.swissreg.ch).  Somit  ist  die  Widerspruchsmarke  aus 
zwei  für  sich  genommen  schwachen  Zeichenbestandteilen 
zusammengesetzt.

Andererseits  ist  zu  bedenken,  dass  die  Verdoppelung  des  Bestandteils 
"san" in der Widerspruchsmarke dieser etwas Asiatisches und Originelles 
verleiht.

Weiter  machte  die  Beschwerdegegnerin  in  ihrem Widerspruch  geltend, 
die  Widerspruchsmarke  habe  einen  überdurchschnittlich  grossen 
Schutzumfang  (was  von  der  Beschwerdeführerin  bestritten  wird).  Nicht 
nur  ihre  150'000  Versicherten  in  der  Grundversicherung  kennten  die 
Marke  "SANSAN",  sondern  auch  grössere  Teile  der  schweizerischen 
Bevölkerung,  weil  sie  im  Rahmen  der  alljährlichen  Möglichkeit  des 
Wechsels  der  obligatorischen  Krankenpflegeversicherung  sich  mit  den 
Angeboten verschiedener Versicherer eingehend befassten. 

http://links.weblaw.ch/BGE-122-III-382
http://links.weblaw.ch/BGE-122-III-382
http://links.weblaw.ch/BGE-122-III-382
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http://links.weblaw.ch/4C.258/2004
http://links.weblaw.ch/BGE-104-IB-138
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http://links.weblaw.ch/BGE-104-IB-138
http://links.weblaw.ch/BVGer-B-6291/2007

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Am  1.  Februar  2011  wies  die  Beschwerdegegnerin  im  Bereich  der 
obligatorischen Krankenversicherung knapp 150'000 Versicherte auf; sie 
ist  schweizweit  tätig  (vgl.  www.bag.admin.ch  [Verzeichnis  der 
zugelassenen  Krankenversicherer;  Stand:  1.2.2011]).  Die 
Krankenversicherung wurde nach eigenen Angaben 2001 gegründet und 
erwirtschaftete  im  Jahr  2007  ein  Prämienvolumen  von  270,1  Millionen 
Franken  (vgl.  www.sansan.ch  [Porträt]).  Damit  gehört  die 
Beschwerdegegnerin  zu  den  grösseren 
Krankenversicherungsunternehmen  mit  entsprechend  grösserer 
Bekanntheit.  In  Bezug  auf  die  Dienstleistung  "Versicherungswesen" 
(Klasse  36)  ist  der  Widerspruchsmarke  daher  ein  erweiterter 
Schutzumfang zuzugestehen. 

6.2.  Zu  beachten  ist  weiter,  dass  die  Vergleichsmarken  im  ersten 
Markenbestandteil  "San"  übereinstimmen.  Dieser  Umstand  ist  insofern 
von  Bedeutung,  als  dass  der  Wortanfang  den  Gesamteindruck  einer 
Wortmarke typischerweise stärker prägt als die Endung (BGE 122 III 382 
E.  5  –  Kamillosan).  Einem  übereinstimmenden  Markenanfang  kommt 
daher bei der Beurteilung der Zeichenähnlichkeit regelmässig Gewicht zu 
(MARBACH, SIWR III/1, N. 881; WILLI, a.a.O., Art. 3, N. 75; JOLLER, Art. 3, 
N. 150).  Die  Vergleichszeichen  verfügen  zudem  über  eine  ähnliche 
Endung, nämlich "san" respektive "sana". Trotz der Zwischensilbe "ta" der 
angefochtenen Marke sind sich die Zeichen daher ähnlich, zumal sie den 
immerzu  gleichen  Vokal  "a"  verwenden.  Angesichts  des  erweiterten 
Schutzumfangs  der  Widerspruchsmarke  im  Bereich 
"Versicherungswesen"  (Klasse  36)  und  der  festgestellten 
Dienstleistungsidentität  in  diesem  Bereich  reicht  diese  Ähnlichkeit  aus, 
um eine Verwechslungsgefahr im Bereich "Versicherungswesen" (Klasse 
36) zu begründen.

Diesbezüglich  ist  die  Beschwerde  abzuweisen,  der  angefochtene 
Entscheid zu bestätigen und der Widerspruch gutzuheissen.

6.3.  Hinsichtlich  der  übrigen  beanspruchten  Dienstleistungen  ist  von 
einem  normalen  Schutzumfang  der  Widerspruchsmarke  auszugehen. 
Gegen  eine  Verwechslungsgefahr  spricht,  dass  das  angefochtene 
Zeichen "Santasana" mit seinen vier Silben einen anderen Wortrhythmus 
aufweist als das zweisilbige "SANSAN". Zudem erinnert die angefochtene 
Marke  die  angesprochenen  Verkehrskreise  an  ein  lateinisches  oder 
italienisches  Wort,  während  das  Widerspruchszeichen  mit  einem 
asiatischen Wort assoziiert wird. Insofern lösen die Vergleichszeichen bei 

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den Abnehmern unterschiedliche, wenn auch unbestimmte Assoziationen 
aus  (vgl.  E. 5.3.2).  Im  Weiteren  handelt  es  sich  bei  den  hier  noch 
interessierenden übrigen Dienstleistungen nicht um solche des täglichen 
Bedarfs. Es darf daher davon ausgegangen werden, dass die Adressaten 
das Angebot und den Anbieter etwas genauer prüfen  (Urteil des BVGer 
B­7698/2008 vom 4. Dezember 2009 E. 5.2 – Etavis / Estavis).

Im  Ergebnis  erachtet  das  Bundesverwaltungsgericht  die  Gefahr  von 
Fehlzurechnungen  in  Bezug  auf  "Finanzwesen;  Geldgeschäfte; 
Immobilienwesen"(Klasse  36)  der  angefochtenen  Marke  nicht  als 
gegeben.  Diesbezüglich  ist  die  Beschwerde  gutzuheissen,  der 
angefochtene Entscheid aufzuheben und der Widerspruch abzuweisen.

7. 
Bei  diesem Ausgang  des Verfahrens  sind  die Verfahrenskosten  zu  drei 
Vierteln  der  Beschwerdegegnerin  und  zu  einem  Viertel  der 
Beschwerdeführerin  aufzuerlegen.  Der  Überschuss  des  von  der 
Beschwerdeführerin  einbezahlten  Kostenvorschusses  ist  ihr 
zurückzuerstatten.

Die Gerichtsgebühr  ist  nach Umfang  und Schwierigkeit  der  Streitsache, 
Art  der  Prozessführung  und  der  finanziellen  Lage  der  Parteien 
festzulegen (Art. 63 Abs. 4bis VwVG, Art. 2 Abs. 1 des Reglements vom 
21.  Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR  173.320.2]).  Im 
Beschwerdeverfahren  vor  dem Bundesverwaltungsgericht  ist  von  einem 
Streitwert  auszugehen  (Art.  4  VGKE),  wobei  im 
Widerspruchsbeschwerdeverfahren das Interesse der Widersprechenden 
an  der  Löschung,  beziehungsweise  der  Widerspruchsgegnerin  am 
Bestand  der  angefochtenen  Marke  zu  veranschlagen  ist.  Es  würde 
allerdings  zu  weit  führen  und  könnte  im  Verhältnis  zu  den  geringen 
Kosten  des  erstinstanzlichen  Verfahrens  abschreckend  wirken,  wenn 
dafür  im  Einzelfall  stets  konkrete  Aufwandsnachweise  verlangt  würden. 
Mangels  anderer  streitwertrelevanter  Angaben  ist  der  Streitwert  darum 
nach Erfahrungswerten  auf  einen Betrag  zwischen Fr.  50'000.­­  und Fr. 
100'000.­­  festzulegen  (BGE  133  III  492  E.  3.3  –  Turbinenfuss,  mit 
Hinweisen).  Nach  dem  Gesagten  rechtfertigt  es  sich,  die 
Verfahrenskosten  auf  Fr.  4'000.­  festzulegen,  wobei  die 
Beschwerdeführerin  einen  Anteil  von  Fr.  1'000.­  und  die 
Beschwerdegegnerin einen Anteil von Fr. 3'000.­ zu tragen hat.

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8. 
Angesichts  des  Umstands,  dass  die  Beschwerdeführerin  etwa  zu  drei 
Vierteln  und  die  Beschwerdegegnerin  zu  einem  Viertel  obsiegt,  hat  die 
Beschwerdegegnerin  der  Beschwerdeführerin  eine  entsprechend 
ermässigte  Parteientschädigung  zu  zahlen.  Die  Parteientschädigung  ist 
nach  Art.  14  Abs.  2  VGKE  auf  Grund  der  eingereichten  Kostennote 
festzusetzen.  Ist  wie  im  vorliegenden  Fall  keine  Kostennote  eingereicht 
worden,  setzt  das  Gericht  die  Entschädigung  für  die  notwendig 
erwachsenen  Kosten  auf  Grund  der  Akten  fest  (Art.  14  Abs.  2  Satz  2 
VGKE).  Im vorliegenden Fall erscheint eine Parteientschädigung von Fr. 
3'000.­­ (inkl. MWSt) für das Beschwerdeverfahren angemessen.

9. 
Da  der  vorinstanzliche  Entscheid  teilweise  aufzuheben  ist,  sind  die 
diesbezüglichen  Kosten  neu  zu  verteilen.  Die  Beschwerdeführerin  hat 
einen  Viertel  der  von  der  Beschwerdegegnerin  geleisteten  und  von  der 
Vorinstanz  zurückbehaltenen  Widerspruchsgebühr  (Fr.  800.­)  zu 
bezahlen  (Fr. 200.­).  Dagegen  ist  der  Beschwerdeführerin  für  das 
erstinstanzliche  Verfahren  zu  Lasten  der  Beschwerdegegnerin  eine 
reduzierte Parteientschädigung von Fr. 750.­ (inkl. MWSt), basierend auf 
der ursprünglich von der Vorinstanz für einen einfachen Schriftenwechsel 
auferlegten Parteientschädigung von Fr. 1'000.­, zuzusprechen. Somit hat 
die Beschwerdegegnerin die Beschwerdeführerin  für das vorinstanzliche 
Verfahren mit Fr. 550.­ zu entschädigen.

10. 
Gegen dieses Urteil steht keine Beschwerde an das Bundesgericht offen 
(Art.  73  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni  2005  [BGG, 
SR 173.110]). Es ist daher rechtskräftig.

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die  Beschwerde  wird  teilweise  gutgeheissen.  Ziffer  1  und  3  der 
Verfügung der Vorinstanz vom 18. November 2010 betreffend CH­Marke 
Nr.  493'368  "SANSAN"  /  CH­Marke  Nr.  591'530  "Santasana"  werden 
aufgehoben  und  der  Widerspruch  wird  teilweise  abgewiesen.  Die 
Vorinstanz wird angewiesen, der CH­Marke Nr. 591'530 "Santasana" den 

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Markenschutz  für  die  Dienstleistung  "Versicherungswesen"  (Klasse  36) 
zu verweigern.

2. 
Die Verfahrenskosten von Fr. 4'000.­ werden der Beschwerdeführerin im 
Umfang  von  Fr.  1'000.­  auferlegt  und  mit  dem  geleisteten 
Kostenvorschuss  von  Fr.  4'000.­  verrechnet.  Der  Beschwerdeführerin 
sind  daher  Fr. 3'000.­  aus  der  Gerichtskasse  zurückzuerstatten.  Der 
verbleibende  Verfahrenskostenanteil  von  Fr.  3'000.­  wird  der 
Beschwerdegegnerin  auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab 
Eröffnung dieses Urteils zu Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

3. 
Die  Beschwerdegegnerin  hat  die  Beschwerdeführerin  für  das 
Beschwerdeverfahren  mit  insgesamt  Fr.  3'000.­  (inkl.  MWSt)  zu 
entschädigen.

4. 
Die  Beschwerdegegnerin  hat  die  Beschwerdeführerin  für  das 
vorinstanzliche Verfahren mit Fr. 550.­ (inkl. MWSt) zu entschädigen.

5. 
Dieses Urteil geht an:

– die  Beschwerdeführerin  (Einschreiben;  Beilagen:  Rückerstattungs­
formular; Beschwerdebeilagen zurück)

– die Beschwerdegegnerin (Einschreiben; Beilagen; Einzahlungsschein; 
Beilagen zurück)

– die  Vorinstanz  (Ref­Nr.  W10833­RH/bs;  Einschreiben;  Vorakten 
zurück)

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

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Maria Amgwerd Kathrin Bigler Schoch

Versand: 7. Oktober 2011