# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 47b7d844-30db-53d2-bd00-0e134546ac7b
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-08-15
**Language:** de
**Title:** Schubkrankheit. Zum Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung keine Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen, nach Abschluss der Ausbildung Selbsteingliederung möglich. Abweisung.
**Docket/Reference:** IV.2016.00613
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2016.00613.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2016.00613
II. Kammer
Sozialversicherungsrichter Mosimann, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichter Bachofner
Sozialversicherungsrichterin Käch
Gerichtsschreiberin Lienhard
Urteil
vom
15. August 2016
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
vertreten durch Departement Soziales der Stadt Winterthur
Y.___
, Soziale Dienste, Sozialversicherungsfachstelle
Pionierstrasse 5, 8403 Winterthur
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
X.___
, geboren 1996, meldete sich am 2
4.
Juni 2013 wegen Rheuma bei der Invalidenversicherung an (
Urk.
8/4). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, tätigte medizinische und berufliche Abklärungen, schrieb jedoch das Gesuch um berufliche Massnahmen im September 2013 mangels Bedarf ab (
Urk.
8/13). Am 1
7.
April 2014 meldete sich die Versicherte zusätzlich zur Früherfassung (
Urk.
8/17) und am
5.
Juni 2014 erneut zum Leistungsbezug an (
Urk.
8/25). Die IV-Stelle gewährte mit Mitteilung vom 1
3.
August 2014 Kostengutsprache für eine erstmalige berufliche Ausbildung zur kaufmännischen Angestellten an der
Z.___
(
Urk.
8/
42), welche die Versicherte erfolgreich abschloss (
Urk.
8/62-63).
Am 2
8.
September 2015 meldete sich die Versicherte für die
Zusprache
medizi
nischer Massnahmen (Psychotherapie) gemäss
Art.
12 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
an (
Urk.
8/67). Am
2.
Februar 2016 beantragte sie Hilfe bei der Stellensuche (
Urk.
8/94).
Die IV-Stelle gewährte am 1
2.
April 2016 Kostengutsprache für ambulante Psy
chotherapie nach
Art.
12 IVG vom 1
7.
Februar 2015 bis zur Vollendung des 2
0.
Altersjahrs am 2
9.
Februar 2016 (
Urk.
8/101).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
8/92;
Urk.
8/97; 8/102) ver
neinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 2
2.
April 2016 einen Leistungsanspruch der Versicherten (
Urk.
8/105 =
Urk.
2).
2.
Gegen die Verfügung vom 2
2.
April 2016 (
Urk.
2) erhob die Versicherte am 2
5.
Mai 2016 Beschwerde mit dem Antrag auf Aufhebung des angefochtenen Entscheides,
Zusprache
von Massnahmen der beruflichen Integration
, eventuell einer Rente und
subeventuell
eine
polydisziplinäre Abklärung
(
Urk.
1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 2
8.
Juni 2016 beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7), was der Beschwerdeführerin am
5.
Juli 2016 mitgeteilt wurde (
Urk.
12).
Am 1
4.
Juli 2016 (
Urk.
13) reichte die Beschwerdeführerin weitere Unterlagen ein (
Urk.
14).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Erwerbs
un
fähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psy
chischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Ein
gliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind aus
schliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichti
gen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Nicht erwerbstätige Personen vor dem vollendeten 20. Altersjahr gelten als inva
lid, wenn die Beeinträchtigung ihrer körperlichen, geistigen oder psychi
schen Gesundheit voraussichtlich eine ganze oder teilweise Erwerbs
unfähigkeit zur Folge haben wird (Art. 8 Abs. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 5 Abs. 2 IVG).
1.3
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete den angefochtenen Entscheid (
Urk.
2) wie folgt: Die Beschwerdeführerin habe die ergänzende berufliche Ausbildung bereits abgeschlossen, womit die Eingliederungsmassnahmen erfolgreich durch
geführt worden seien. Für die Arbeitsvermittlung sei das Regionale
Arbeitsver
mittlungszentrum
(RAV) zuständig. Aufgrund der medizinischen Abklärungen sei von einer vollen Zumutbarkeit der gelernten Tätigkeit als kaufmännische Angestellte auszugehen. Ein erheblicher und dauerhaft ein
schränkender
Gesund
heitsschaden
liege aus medizinischer Sicht nicht vor. Anspruch auf berufliche Massnahmen bestehe nicht (S. 1-2). Es seien keine weiteren Abklä
rungen angezeigt. Die Beschwerdeführerin habe bereits nach Abschluss der erst
maligen Ausbildung die Ansicht vertreten, nur 50
%
arbeiten zu können, obwohl sie im Rahmen der Ausbildung ein volles Pensum habe leisten können. Die von den behandelnden Ärzten attestierte Arbeitsfähigkeit von 50
%
sei aus rechtlicher Sicht nicht nachvollziehbar. Weiter sei die erlernte Tätigkeit
behin
derungsangepasst
. Die in den Unterlagen erwähnten psychischen Beeinträchti
gungen basierten auf erheblichen psychosozialen und soziokul
turellen Faktoren, welche nicht zu berücksichtigen seien (
Urk.
7 S. 1 f.).
2.2
Dem hielt die Beschwerdeführerin entgegen, sie sei aufgrund ihrer Arbeits
un
fähig
keit invalid.
Sie leide an juveniler idiopathischer Arthritis und habe des
halb bereits ihre erste Lehre abbrechen müssen. Auch in der von der
Beschwer
degegnerin
unterstützten Ausbildung zur Kauffrau habe sie im ersten Jahr fast 20
%
und im zweiten Jahr 50
%
der Schulzeit gefehlt. Sie habe diese Ausbil
dung nur in geschütztem Rahmen, und auch dann nur knapp, bestanden. Sie habe sich somit unabhängig von der Schwere der psychischen Folgeerkrankung aufgrund ihrer somatischen Grunderkrankung nie im ersten Arbeitsmarkt etab
lieren können, weshalb ihr mindestens Massnahmen der beruflichen Integration in Form von
JobCoaching
und eventuell eine halbe Rente zuzusprechen seien (
Urk.
1 S. 2 ff.).
2.3
Streitig und zu prüfen sind somit die Invalidität der Beschwerdeführerin und ihr Anspruch auf berufliche Massnahmen und Rente.
3.
3.1
Nach Abschluss der Ausbildung zur Kauffrau im Frühsommer 2015
stellte
Dr.
med.
A.___
, Oberarzt am
B.___
, folgende (ver
kürzt wiedergegebene
n
) Diagnosen
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(
Urk.
8/64
Ziff.
1.1):
-
juvenile idiopathische Arthritis vom
oligoartikulären
Typ mit Beginn wahrscheinlich 2004 (Erstdiagnose 2006) mit aktuell keinen Hinweisen auf Aktivität
-
unklare allgemeine Schwäche und Kraftlosigkeit, betont im Bereich bei
der Arme
-
Differentialdiagnose (DD) bei Vitamin D Insuffizienz und
Folsäure
man
gel
-
DD Trainingsmangel
Dr.
A.___
hielt fest, dass anlässlich der aktuellen Untersuchung vom 3
0.
Juni 2015 die Beschwerden im Bereich der Wirbelsäule wieder komplett ver
schwun
den seien. Störend sei
en
weiterhin die generelle Müdigkeit und Abge
schlagen
heit sowie die Kraftlosigkeit der Arme und die Schmerzen im linken Handge
lenk. Anamnestisch-klinisch fänden sich keine weiteren Hinweise auf
Synoviti
den
im Bereich der grossen, mittleren und kleinen Gelenke an
den
oberen und unteren Extremitäten. Im aktuellen Labor fänden sich keine erhöhten
Entzün
dungszeichen
. Korrespondierend zur berichteten Müdigkeit, Mattigkeit und Kraft
losigkeit habe sich ein deutlich
erniedrigter
Vitamin D-Wert und
ein
Fol
säuremangel
gefunden. Zusammenfassend bestünden sowohl anamnestisch, kli
nisch und insbesondere labormässig keine eindeutigen Hinweise auf eine allfäl
lige Aktivität der entzündlichen Grunderkrankung; vorderhand habe sich keine
seronegative
/axiale
Spondyloarthritis
entwickelt. Es bestehe keine Indikation zur Etablierung einer allfälligen antientzündlichen Basistherapie (
Urk.
8/64/3).
Dr.
A.___
hielt fest, dass er keine Arbeitsunfähigkeitszeugnisse ausgestellt habe. Aktuell bestünden gewisse Restbeschwerden im Bereich des linken dorsalen Handgelenks, im Alltag sei die Beschwerdeführerin dadurch jedoch nicht wesentlich gestört. Bei Wetterwechseln bestünden etwas mehr Beschwerden in den Ellenbogen-, Hand- und einzelnen Fingergelenken, häufig Müdigkeit und Abgeschlagenheit. Wie sich dies bei der Arbeit auswirke, könne er nicht beur
teilen. Wahrscheinlich sei die bisherige Tätigkeit noch zumutbar (
Ziff.
1.7).
3.2
Med.
pract
.
C.___
, Leitende Ärztin,
D.___
, stellte mit Bericht vom
8.
Oktober 2015 (
Urk.
8/70) folgende Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.1):
-
primär chronische Polyarthritis mit massiven Gelenkschmerzen,
Bewe
gungseinschränkung
, chronischer Erschöpfung, schweren Schlaf
störungen, Konzentrationsstörungen, bestehend seit vielen Jahren
Als Diagnosen ohne Auswirkung
auf die Arbeitsfähigkeit
nannte sie die folgen
den (
Ziff.
1.2):
-
familiäre Belastungssituation, interkultureller Konflikt, Rollen
erwar
tungen traditioneller Islam und moderne Schweiz
Die Beschwerdeführerin stehe seit 1
7.
Februar 2014 in ambulanter Behandlung (
Ziff.
1.2). Es seien diverse Antidepressiva und schlafanstossende Medikamente
sowie
Homöopathica
versucht worden, ohne dauerhaften Erfolg (
Ziff.
1.4). Der Befund ergab eine depressive Stimmungslage, Erschöpfung, keine inhaltlichen oder formalen Denkstörungen. Insgesamt handle es sich um eine wache, aufge
stellte, arbeitsbereite, aber stark belastete junge Frau. Die Prognose sei insge
samt gut bei Hilfe zu angemessener Teilzeit-Arbeitssituation, die nicht zu wei
terer Überlastung führe (
Ziff.
1.4).
Es erfolgten regelmässige einzeltherapeutische Gespräche in wechselnder Inten
sität (
Ziff.
1.5). Empfohlen sei ein Berufseinstieg mit 50%iger Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.6). Insbesondere bestünden körperliche Einschränkungen,
schmerzbe
dingt
der
Gelenke durch das Rheuma, insgesamt sei die Beschwerdeführerin
dadurch fragil und schnell erschöpft. Die schwere Schlafstörung beeinträchtige ebenfalls die Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit, insbesondere am Morgen. Die bisherige Tätigkeit sei noch zu 50
%
zumutbar
, halbtags mit leichter kör
perlicher Arbeit, 5 Stunden täglich, idealerweise ab spätem Vormittag
(
Ziff.
1.7).
Es sei gegebenenfalls in einem Jahr eine Erhöhung der Arbeitsfähigkeit auf 80
%
möglich (
Ziff.
1.9).
3.3
Am 1
7.
November 2015 nahm med.
pract
.
C.___
erneut Stellung (
Urk.
8/86) und
wiederholte die bereits genann
te Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.1). Die Beschwerdeführerin benötige rheumatologische Therapie (
Ziff.
1.6). Die Behandlung am
D.___
dauere bis heute an (
Ziff.
2.1). Zur aktuellen psychiatrischen Anamnese hielt med.
pract
.
C.___
fest, die Beschwerdeführerin habe nach Abschluss der Ausbildung im Sommer geheira
tet. Auf der Hochzeitsreise sei sie vom Ehemann misshandelt worden, es habe sich um eine traumatische Erfahrung gehandelt. Derzeit sei sie wieder bei den Eltern, habe die Scheidung und eine Anzeige eingereicht. Es bestehe eine akute Belastungsreaktion (Ziff.2.3). Med.
pract
.
C.___
wiederholte die bereits genannten
unveränderten
Befunde (
Ziff.
2.4).
4.
4.1
Med.
pract
.
C.___
erachtete d
ie Beschwerdeführerin
infolge ihrer somati
schen Beeinträchtigung als in der Arbeitsfähigkeit eingeschränkt. Dadurch nahm sie eine fachfremde Beurteilung vor
(
vgl. auch
Urk.
8/70/5
), was nicht zu überzeugen vermag. Wenngleich die Polyarthritis der Beschwerdeführerin Aus
wirkungen auf ihre Psyche zeitigen kann, so ist eine Fachärztin für Psychiatrie doch gehalten, solche getrennt von der somatischen Seite zu beurteilen oder dann genau zu begründen, wie das eine Krankheitsbild das andere unterhält oder mitverursacht. Diese Unterscheidung nahm med.
pract
.
C.___
nicht vor
; sie stellte
vielmehr
gar keine psychiatrische Diagnose.
Hinzu kommt, dass sie ihre Einschätzung, wonach die Beschwerdeführerin vorerst zu 50
%
arbeits
fähig sei, soweit ersichtlich wesentlich auf die anamnestischen Angaben der Beschwerdeführerin stützte, ohne eine eigene Beurteilung vorzunehmen. Nicht begründet wurde auch, warum die gemäss med.
pract
.
C.___
ver
schiedentlich verschrieben
en Medikamente keine Wirkung gezeigt hätten. Auch wird nicht erklärt, warum bei einer Medikation von
Zolpidem
zur
Schlafförde
rung
(vgl.
Urk.
8/70
Ziff.
1.7) die schweren Schlafstörungen nicht besserten. Ebenfalls wäre zu erwarten, dass bei einer gemäss med.
pract
.
C.___
doch hohen
Arbeitsunfähigkeit von 50
%
und dem von ihr geschilderten
Leidens
druck
der Beschwerdeführerin eine
hochfrequentige
Gesprächstherapie stattfin
den würde.
Diesbezüglich wurde jedoch nur von „wechselnder Intensität“ berichtet. Aktuell befindet sich die Beschwerdeführerin nach Lage der Akten
trotz der traumatischen Erfahrung im
Sommer 2015
gar
nicht mehr in ambu
lanter
psychiatrischer
Behandlung am
D.___
(8/103/1).
Fehlt es jedoch an einer psychiatrischen Diagnose, so lässt sich auch keine Arbeitsunfähigkeit
aus psych
ischen Gründen
begründen
.
4.2
Was die somatische Seite angeht, so leidet die Beschwerdeführerin an einer Krank
heit, die schubweise verlaufen kann.
Dr.
A.___
beschrieb denn auch im Frühsommer 2015, dass (damals) aktuell
sowohl anamnestisch, klinisch und insbesondere labormässig keine eindeutigen Hinweise auf eine allfällige Akti
vität der entzündli
chen Grunderkrankung vorlägen und frühere Rückenschmer
zen wieder ganz verschwunden
seien
, die Beschwerdeführerin aber häufig müde und abgeschlagen sei.
Die
se
wechselnden
Symptome
erschweren naturgemäss die Beurteilung einer
dadurch verursachten
Arbeitsunfähigkeit, jedoch stellte
Dr.
A.___
auch Therapieoptimierungsmöglichkeiten in Form der Vitamin D
und
Folsäuresubstituion
fest und wurde im Oktober 2015 Kostengutsprache für die Behandlung mit Enbrel erteilt (
Urk.
8/87/2), womit eine
weitere
Verbesse
rung
oder wenigstens Kontrolle
der Symptomatik
als
möglich erscheint.
4.3
Wie es sich damit verhält, kann jedoch offen bleiben, denn
es
war
der Beschwer
deführerin trotz der seit 2006 diagnostizierten Erkrankung möglich, ihre Ausbildung als Kauffrau erfolgreich zu beenden. Dass dies mit Fehlzeiten und mit Hilfe der Invalidenversicherung verbunden war, bedeutet nicht, dass die Beschwerdeführerin
nach Abschluss dieser Ausbildung
nicht
eingliederungsfä
hig
ist, insbesondere da der vorliegenden medizinischen Aktenlage keine fach
ärztlich schlüssig attestierte Arbeitsunfähigkeit zu entnehmen ist.
Zudem sind keinerlei Arbeitsbemühungen der Beschwerdeführerin dokumentiert, auch nicht für
die
von ihr gewünschte (vgl.
Urk.
8/61/3)
Teilzeitstelle.
Im Gebiet der Invali
denversicherung gilt ganz allgemein der Grundsatz, dass die invalide Person, bevor sie Leistungen verlangt, alles ihr Zumutbare selber vorzukehren hat, um die Folgen ihrer Invalidität bestmöglich zu mildern (BGE 113 V 22 E. 4a mit Hinweisen). Dieses Gebot der Selbsteingliederung ist Ausdruck des in der gan
zen Sozialversicherung geltenden Grundsatzes der Schadenminderungspflicht (vgl. BGE 120 V 368 E. 6b, 117 V 275 E. 2b), wobei jedoch von der versicherten Person nur Vorkehren verlangt werden können, die unter Berücksichtigung der gesamten objektiven und subjektiven Gegebenheiten des Einzelfalles zumutbar sind (BGE 113 V 22 E. 4a mit Hinweisen auf Lehre und Rechtsprechung; ZAK 1989 S. 214 E. 1c). Als Ausdruck der allgemeinen Schadenminderungspflicht geht die Pflicht, die notwendigen Schritte zur Selbsteingliederung zu unter
nehmen, nicht nur dem Renten-, sondern auch dem gesetzlichen
Eingliede
rungsanspruch
vor (Urteil des Bundesgerichts 9C_356/2014 vom 14. November 2014 E. 3.1 mit Hinweisen auf Urteile I 116/03 vom 10. November 2003 E. 3.1 und I 145/01 vom 12. September 2001 E. 2b).
4.4
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass i
m Zeitpunkt der hier angefochtenen Verfügung von voller Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin auszugehen
war
; sie gilt
demnach nicht
als invalid im Rechtssinn.
Daran vermag der nachträglich eingereichte Schlussbericht Arbeitsintegration (
Urk.
14) nichts zu ändern, han
delt es sich dabei doch nicht um eine ärztliche Beurteilung der Arbeitsfähigkeit.
Es ist aber nicht auszuschliessen, dass die juvenile idiopathische Arthritis bei einem längeren Krankheitsschub (vgl.
Art.
88a Abs. 2
der
Verordnung über die Invalidenversicherun
g, IVV
) oder einer Zunahme der Symptome
relevante Aus
wirkung auf
ihre
Arbeitsfähigkeit
haben kö
nn
te
. Es steht der Beschwerdeführe
rin frei, dann bei der Beschwerdegegnerin eine Verschlechterung geltend zu machen.
Der angefochtene Entscheid erweist sich als rechtens. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
5.
5.1
Die Voraussetzungen für die beantragte unentgeltliche Prozessführung (
Urk.
1 S. 2) sind erfüllt (vgl.
Urk.
11/5).
5.2
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr.
5
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie der u
nterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerle
gen, zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
Das Gericht beschliesst:
Der Beschwerdeführerin wird die unentgeltliche Prozessführung
gewährt
,
und
erkennt:
1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
500
.-- werden
der Beschwerdeführerin
auferlegt
, zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichts
kasse genommen.
Die Beschwerdeführerin wird
auf die Nachzahlungspflicht gemäss
§ 16 Abs. 4
GSVGer
hingewiesen.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Departement Soziales der Stadt Winterthur
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
, unter Beilage einer Kopie von
Urk.
13 und 14
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Bewe
is
mit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu ent
halten
; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
MosimannLienhard