# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d6dff222-e285-52b0-940b-1298e61f8040
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-08-29
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 29.08.2008 C-2531/2007
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-2531-2007_2008-08-29.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-2531/2007
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 9 .  A u g u s t  2 0 0 8

Richter Alberto Meuli (Vorsitz), Richter Johannes 
Fröhlicher, Richter Francesco Parrino, 
Gerichtsschreiber Jean-Marc Wichser.

X._______,
Zustelladresse: Herr Y._______,
Beschwerdeführerin,

gegen

IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA, 
avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100, 
1211 Genf 2,
Vorinstanz.

IV-Leistungen.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-2531/2007

Sachverhalt:

A.

A.a Die am 5. Juni 1964 geborene, geschiedene, in ihrem Heimatstaat 
wohnhafte türkische Staatsangehörige X._______, die in den Jahren 
1982 bis 1991 in der Schweiz gearbeitet und bis 1996 obligatorische 
Beiträge an die schweizerische Alters-, Hinterlassenen- und Invaliden-
versicherung (AHV/IV) entrichtet hatte (vgl. act. 1 der IV-Stelle für Ver-
sicherte im Ausland [IV-Stelle]), meldete sich am 11. Januar 2005 (Ein-
gangsstempel) bei der IV-Stelle zum Bezug einer schweizerischen In-
validenrente an (act. 8 IV). Dabei machte sie im Wesentlichen geltend, 
seit 1997 an Sehbeschwerden (Erblindung bis 80%) zu leiden.

A.b In der Folge zog die IV-Stelle verschiedene Unterlagen wirtschaft-
lichen und medizinischen Inhalts zu den Akten, insbesondere:

- einen von der Antragstellerin am 7. Juli 2005 ausgefüllten Fragebo-
gen für den Versicherten, woraus hervorgeht, dass sie zuletzt während 
2 Wochen im Mai 2005 als Sekretärin tätig gewesen war und diese Tä-
tigkeit wegen Sehstörungen aufgegeben habe (act. 2 IV);

- einen Arztbericht von Dr. E. Messmer des Universitätsspitals Zürich 
vom  24.  März  1997,  wonach  die  Rentenantragstellerin  an  einer 
Stargardt'schen  juvenilen  Makulopathie  und  einer  progressiven  Zap-
fendystrophie  leide,  eine  Netzhauterkrankung,  welche  vererbt  und 
nicht therapierbar sei; zur Frage der Einschränkung der Arbeitsfähig-
keit nimmt der Arzt nicht Stellung (act. 7 IV);

- fachärztliche Berichte der Klinik für Augenkrankheiten der Universität 
Ulldag vom 10. Juni  2005 und vom 9. Dezember 2005,  wonach das 
Sehvermögen der  Versicherten nach Korrektur  1/10 rechts und 1/10 
links beträgt (act. 8 IV).

A.c Nach Einsichtnahme in diese Unterlagen hielt der IV-Stellen-Arzt 
Dr. med. E. Rosset in seinem Bericht vom 18. September 2005 dafür, 
dass die Versicherte an einer angeborenen Maculopathie, Typus Star-
gadt, mit Sehverlust bis auf 1/10 beidseits leide, was ihr seit dem 15. 
April  2005 verunmögliche, als Sekretärin zu arbeiten. Demgegenüber 
wäre ihr eine Verweisungstätigkeit etwa als Telefonistin zu 50% zumut-
bar (act. 4, 5, 13 IV).

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A.d Einem von der IV-Stelle am 3. November 2005 erstellten Einkom-
mensvergleich kann entnommen werden, dass die IV-Stelle von einem 
Valideneinkommen für eine Sekretärin in der Schweiz – mangels An-
gaben für die Türkei – von Fr. 3'984.-- ausging sowie ein Invalidenein-
kommen für  eine 50%-Stelle in einer repetitiven Dienstleistungstätig-
keit  mit  einer  zusätzlichen,  einzelfallbedingten  5%-Kürzung  von  Fr. 
1'892.-- berechnete, was einen Invaliditätsgrad von 53% ergab (act. 6 
IV).

B.
Mit Verfügung vom 26. April 2006 sprach die IV-Stelle X._______ mit 
Wirkung  ab  dem  1.  April  2006  monatlich  eine  halbe  Invalidenrente 
samt den entsprechenden Kinderrenten für A._______ und B._______ 
zu.  Die  IV-Stelle  begründete  ihren  Entscheid  damit,  dass  es  sich 
vorliegend  um  einen  Gesundheitsschaden  handle,  der  unter  die 
Bestimmungen über langandauernde Krankheit falle und seit dem 15. 
April 2005 eine Arbeitsunfähigkeit von 100% in der zuletzt ausgeübten 
Tätigkeit  verursacht  habe.  Andere,  dem  Gesundheitszustand  besser 
angepasste  Tätigkeiten  wie  z.B.  Telefonistin,  hätten  jedoch  zu  50% 
ausgeübt  werden  können.  Ab  dem  15.  April  2005  sei  eine 
Erwerbseinbusse  von  53  %  auszumachen,  womit  der  Anspruch  auf 
eine  halbe  Rente  ausgewiesen  sei.  Für  die  Bemessung  des 
Invaliditätsgrades  sei  es  jedoch  unerheblich,  ob  eine  zumutbare 
Tätigkeit tatsächlich ausgeübt werde (act. 16 IV).

C.

C.a Mit Eingabe vom 6. Juni 2006 erhob X._______ gegen die Verfü-
gung vom 26. April 2006 Einsprache bei der verfügenden IV-Stelle und 
beantragte sinngemäss die Aufhebung der angefochtenen Verfügung 
und die Zusprechung einer ganzen Invalidenrente. Dabei machte sie 
im Wesentlichen geltend, dass sie zu 90% erblindet sei. Sie sei im täg-
lichen Leben sehr beeinträchtigt, könne nicht mehr lesen und sei jeden 
Tag auch für einfache Verrichtungen im Haushalt auf fremde Hilfe an-
gewiesen. Sie erkenne die Personen nur an der Stimme und ihr psy-
chologischer Zustand habe sich wegen der zunehmenden Erblindung 
verschlechtert.  Sie  habe  im  Mai  2005  einen  Arbeitsversuch  gewagt, 
der aber wegen ihrer Behinderung gescheitert sei. Sie wisse nicht, wie 
sie Arbeit finden könne, da sie nicht einmal die Nummern am Telefon 
ablesen könne. Sie legte dabei einen Kurzbericht der türkischen Uni-
versität für Behinderte in Bursa vom 23. Mai 2006 ins Recht, woraus 

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entnommen werden kann, dass ihre Sehkraft stark eingeschränkt ist, 
nämlich rechts –1,0 und links -0,5, und dass deswegen ein Arbeitsfä-
higkeitsverlust zu 90% vorliege (act. 17 und 18 IV).

C.b Nach Eingang der  Einsprache wurde diese dem internen ärztli-
chen  Dienst  der  IV-Stelle  unterbreitet,  der  mit  Bericht  vom 4.  März 
2007 bestätigte,  dass die im Mai  1996 diagnostizierte Krankheit  der 
Netzhaut, mit einer damals um die Hälfte reduzierten Sehkraft, sich in 
den letzten 10 Jahren derart verschlechtert habe, dass nunmehr ledig-
lich eine Verweisungstätigkeit (etwa Telefonistin) zu 50% zumutbar sei 
(act. 22 IV).

C.c Mit Einspracheentscheid vom 12. März 2007 wies die IV-Stelle die 
Einsprache ab und führte im Wesentlichen aus, dass sich aus der ein-
gereichten ärztlichen Bescheinigung vom 23. Mai  2006 keine neuen 
Sachverhaltselemente ergeben hätten, welche neue medizinische Er-
kenntnisse  lieferten.  Eine  regelmässige  erwerbsbringende  Verwei-
sungstätigkeit  (Telefonistin)  könne  aus  medizinischer  Sicht  verlangt 
werden, nicht jedoch die angestammte Tätigkeit als Sekretärin (act. 23 
IV).

D.
Mit  Eingabe vom 31. März  2007  erhob X._______ (nachfolgend die 
Beschwerdeführerin)  Beschwerde  beim  Bundesverwaltungsgericht 
gegen den Einspracheentscheid der IV-Stelle vom 12. März 2007 und 
beantragte  sinngemäss  dessen  Aufhebung  sowie  die  Zusprechung 
einer ganzen Rente. Dabei machte sie im Wesentlichen geltend, dass 
sie  in  ihrem  Wohn-  und  Heimatstaat  versucht  habe,  als  Sekretärin, 
welche nur Telefongespräche führt, tätig zu sein, dieser Versuch aber 
wegen ihrer Sehbehinderung gescheitert sei und ihr gekündigt wurde. 
Das  türkische  Arbeitsamt  in  Bursa  habe  ihr  ein 
Arbeitsunfähigkeitszeugnis ausgestellt,  was zur Folge habe, dass sie 
in der Türkei nicht als Arbeitnehmerin eingetragen werden und somit 
keine Arbeit finden könne (act. 24 IV und act. 1).

E.
Mit  Vernehmlassung vom 17. Dezember 2007 beantragte die Vorins-
tanz die Abweisung der Beschwerde. Dabei führte sie im Wesentlichen 
aus, dass die Beschwerdeführerin gemäss der Beurteilung des inter-
nen medizinischen Dienstes der IV-Stelle zu 50% in leichteren Verwei-
sungstätigkeiten wie die einer Telefonistin einsetzbar sei. Es bleibe so-
mit an der errechneten Erwerbseinbusse von 53%. Die Verwertbarkeit 

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der Restarbeitsfähigkeit sei nach schweizerischem Recht lediglich un-
ter dem Gesichtswinkel des ausgeglichenen Arbeitsmarktes zu prüfen 
und nicht der konkreten Arbeitsmarktverhältnisse. Eine ungünstige Ar-
beitsmarktlage könne daher  nicht  relevant  sein. Im Übrigen bestehe 
keine Bindung der schweizerischen Invalidenversicherung an die Beur-
teilung ausländischer  Versicherungsträger,  Krankenkassen und Ärzte 
(act.13).

F.
Mit Replik vom 5. Februar 2008 hielt die Beschwerdeführerin an ihren 
Anträgen und an der Beschwerdebegründung fest. Zudem machte sie 
im Wesentlichen geltend, dass man von der Feststellung der Uludag 
Universität in Bursa ausgehen müsse, wonach bei ihr noch 10% Seh-
fähigkeit bestünde. Sie verstehe daher nicht, wieso die türkischen Gut-
achten von der schweizerischen Invalidenversicherung nicht beachtet 
würden. Wenn sie im Ausland leben müsse, sollte die Arbeitsmöglich-
keit nach diesem Wohnland beurteilt werden. Andernfalls wolle sie in 
der Schweiz leben und arbeiten (act. 17).

G.
Mit Duplik vom 17. April 2008 bestätigte auch die Vorinstanz ihren Ab-
weisungsantrag.  Sie  verwies  dabei  auf  den  Befund  ihres  ärztlichen 
Dienstes  sowie  auf  die  Tatsache,  dass  der  Invaliditätsgrad  nach 
schweizerischem Recht nach wirtschaftlichen Kriterien und nicht nach 
medizinischen Grundsätzen zu ermitteln sei. Im Übrigen seien keine 
neuen medizinischen Akten eingereicht worden (act. 21).

H.
Den mit Zwischenverfügung vom 9. Januar 2008 vom zuständigen Inst-
ruktionsrichter geforderten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 300.-- 
hat  die  Beschwerdeführerin  innert  erstreckter  Frist  überwiesen  (act. 
14, 16).

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni 
2005 (VGG, SR 173.32)  beurteilt  das Bundesverwaltungsgericht  Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 
20.  Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 
172.021). Zu den anfechtbaren Verfügungen gehören jene der IV-Stelle 

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für Versicherte im Ausland, die zu den Vorinstanzen des Bundesver-
waltungsgerichts gehört (Art. 33 lit. d VGG; vgl. auch Art. 69 Abs. 1 Bst. 
b  des  Bundesgesetzes  über  die  Invalidenversicherung  vom 19. Juni 
1959 [IVG, SR 831.20]). Eine Ausnahme, was das Sachgebiet angeht, 
ist in casu nicht gegeben (Art. 32 VGG).

1.2 Das VwVG findet keine Anwendung in Sozialversicherungssachen, 
soweit das Bundesgesetz vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen 
Teil  des  Sozialversicherungsrechts  (ATSG, SR 830.1)  anwendbar  ist 
(Art. 3 Bst. dbis VwVG).

1.3 Anfechtungsgegenstand des vorliegenden Verfahrens  ist der Ein-
spracheentscheid  der  IV-Stelle  für  Versicherte  im  Ausland  vom 
12. März 2007. Die Beschwerdeführerin hat frist- und formgerecht (Art. 
60 ATSG) Beschwerde erhoben. Durch die Verfügung ist sie besonders 
berührt und hat deshalb ein schutzwürdiges Interesse an deren Ände-
rung  oder  Aufhebung  (Art. 59  ATSG).  Nachdem  auch  der  verlangte 
Kostenvorschuss  fristgerecht  geleistet  wurde,  ist  auf  das  ergriffene 
Rechtsmittel einzutreten.

2.
Das Bundesverwaltungsgericht  prüft  die  Verletzung von Bundesrecht 
einschliesslich der Überschreitung oder des Missbrauchs des Ermes-
sens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheb-
lichen Sachverhalts und die Unangemessenheit, wenn nicht eine kan-
tonale Behörde als Beschwerdeinstanz verfügt hat (Art. 49 VwVG).

3.
Nach Art. 2 des im Zeitpunkt des Erlasses des streitigen Einsprache-
entscheids vom 12. März 2007 geltenden Abkommens zwischen der 
Schweiz und der Republik Türkei über soziale Sicherheit vom  1. Mai 
1969  (SR  0.831.109.763.1)  stehen  die  Staatsangehörigen  der  Ver-
tragsstaaten in ihren Rechten und Pflichten aus den in Art. 1 genann-
ten Rechtsvorschriften, zu welchen die schweizerische Bundesgesetz-
gebung über die Invalidenversicherung gehört, einander gleich, soweit 
nichts Anderes bestimmt ist. Bestimmungen, die hinsichtlich der Vor-
aussetzungen des Anspruchs auf eine schweizerische Invalidenrente 
vom Grundsatz der Gleichstellung der beidseitigen Staatsangehörigen 
abweichen, finden sich weder im Abkommen selbst noch im Zusatzab-
kommen vom 25. Mai 1979 (AS 1981 S. 524) und in den seitherigen 
schweizerisch-türkischen Vereinbarungen.

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Nach dem Gesagten bestimmt sich vorliegend der Anspruch der Be-
schwerdeführerin auf Leistungen der Invalidenversicherung nach dem 
schweizerischen Recht, insbesondere dem IVG, der Verordnung über 
die Invalidenversicherung vom 17. Januar 1961 (IVV, SR 831.201), des 
ATSG sowie der entsprechenden Verordnung vom 11. September 2002 
(ATSV, SR 830.11).

4.

4.1 Auf Grund der Beschwerdebegehren streitig (vgl. BGE 125 V 414 
E. 1b) und daher im Folgenden zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführe-
rin Anspruch auf eine ganze statt einer halben schweizerischen Invali-
denrente hat, wie sie ihr von der Vorinstanz zugesprochen worden ist. 
Weil in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen Rechtssätze mass-
gebend sind, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tat-
bestandes Geltung haben, und weil nach ständiger Praxis der Sozial-
versicherungsgerichte  bei  der  Beurteilung eines  Falles  grundsätzlich 
auf  den bis  zum Zeitpunkt  des Erlasses des  angefochtenen Verwal-
tungsaktes (hier: 12. März 2007) eingetretenen Sachverhalt abgestellt 
wird (BGE 132 V 2 E. 1, 129 V 4 E. 1.2 mit Hinweisen), sind im vorlie-
genden Fall  die  auf  den 1. Januar 2004 in  Kraft  getretenen Bestim-
mungen der 4. IV-Revision anwendbar, nicht aber diejenigen der 5. IV-
Revision. Ebenso finden die ab dem 1. Januar 2003 geltenden Bestim-
mungen des ATSG und jene der entsprechenden Verordnung vom 11. 
September 2002 (ATSV, SR 830.11) Anwendung.

4.2 Bezüglich der vorliegend auf Grund von Art. 2 ATSG in Verbindung 
mit  Art.  1  Abs. 1  IVG zu  berücksichtigenden  ATSG-Normen  zur  Ar-
beitsunfähigkeit (Art. 6), Erwerbsunfähigkeit (Art. 7), Invalidität (Art. 8) 
und zur Bestimmung des Invaliditätsgrades (Art. 16) hat das Schweize-
rische Bundesgericht (vormals Eidgenössisches Versicherungsgericht 
[EVG]) erkannt,  dass es sich bei den in Art. 3-13 ATSG enthaltenen 
Legaldefinitionen  in  aller  Regel  um eine  formellgesetzliche  Fassung 
der  höchstrichterlichen Rechtsprechung zu den entsprechenden Be-
griffen vor In-Kraft-Treten des ATSG handelt und sich inhaltlich damit 
keine Änderung ergibt, weshalb die hierzu entwickelte Rechtsprechung 
übernommen und weitergeführt werden kann (vgl. BGE 130 V 343 E. 
3.1, 3.2 und 3.3). Auch die Normierung des Art. 16 ATSG führt nicht zu 
einer Modifizierung der bisherigen Judikatur zur Invaliditätsbemessung 
bei erwerbstätigen Versicherten, welche weiterhin nach der allgemei-
nen Methode des Einkommensvergleichs vorzunehmen ist (zu Art. 28 

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Abs. 2 IVG in der bis zum 31. Dezember 2002 in Kraft  gestandenen 
Fassung vgl. BGE 128 V 29 E. 1, BGE 104 V 135 E. 2a und b).

5.

5.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). 
Nach  Art.  4  IVG  kann  die  Invalidität  Folge  von  Geburtsgebrechen, 
Krankheit oder Unfall sein (Abs. 1); sie gilt als eingetreten, sobald sie 
die für die Begründung des Anspruchs auf die jeweilige Leistung erfor-
derliche Art und Schwere erreicht hat (Abs. 2).

5.2 Anspruch auf  eine  ganze Invalidenrente  besteht  gemäss Art. 28 
Abs. 1 IVG bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70%, derjenige 
auf  eine  Dreiviertelsrente  bei  einem  solchen  von  mindestens  60%, 
derjenige auf eine halbe Rente ab einem Grad der Invalidität von 50% 
und derjenige auf eine Viertelsrente ab einem solchen von 40%. Ge-
mäss Abs. 1ter dieser Norm werden Renten, die einem Invaliditätsgrad 
von weniger als 50% entsprechen, jedoch nur an Versicherte ausge-
richtet, die ihren Wohnsitz und gewöhnlichen Aufenthalt (Art. 13 ATSG) 
in der Schweiz haben. Nach der Rechtsprechung des EVG stellt  Art. 
28 Abs. 1ter IVG nicht eine blosse Auszahlungsvorschrift, sondern eine 
besondere Anspruchsvoraussetzung dar (BGE 121 V 275 E. 6c).

5.3 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte  Person nach Eintritt  der Invalidität  und 
nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Ein-
gliederungsmassnahmen durch eine ihr  zumutbare Tätigkeit  bei  aus-
geglichener  Arbeitsmarktlage  erzielen  könnte  (sog.  Invalideneinkom-
men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen 
könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog. Valideneinkommen; 
Art. 16 ATSG). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise 
zu  erfolgen,  dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen zif-
fernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt 
werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad 
bestimmen lässt. Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen nicht ge-
nau ermittelt werden können, sind sie nach Massgabe der im Einzelfall 
bekannten Umstände zu schätzen und die  so  gewonnenen Annähe-
rungswerte miteinander zu vergleichen (allgemeine Methode des Ein-
kommensvergleichs; BGE 128 V 30 E. 1, 104 V 136 E. 2a und b; ZAK 
1990 S. 518 E. 2). Erwerbsunfähigkeit ist, vereinfacht ausgedrückt, die 
durch einen Gesundheitsschaden verursachte Unfähigkeit,  durch zu-

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mutbare Arbeit Geld zu verdienen (ALFRED MAURER, Bundessozialversi-
cherungsrecht, Basel 1993, S. 140).

5.4 Der Begriff  der Invalidität  ist  demnach nicht  nach dem Ausmass 
der gesundheitlichen Beeinträchtigung definiert, sondern nach der dar-
aus folgenden Unfähigkeit, Erwerbseinkommen zu erzielen (BGE 110 
V 275 E. 4a, 102 V 166) oder sich im bisherigen Aufgabenbereich zu 
betätigen. Dabei sind die Erwerbs- bzw. Arbeitsmöglichkeiten nicht nur 
im angestammten Beruf bzw. der bisherigen Tätigkeit, sondern – wenn 
erforderlich –  auch  in  zumutbaren  anderen  beruflichen  Tätigkeiten 
(Verweistätigkeiten) zu prüfen. Der Invaliditätsgrad ist also grundsätz-
lich nach wirtschaftlichen und nicht nach medizinischen Grundsätzen 
zu ermitteln. Das heisst,  dass  es  bei  der  Bemessung  der  Invalidität 
einzig und allein auf die objektiven wirtschaftlichen Folgen der funktio-
nellen  Behinderung  ankommt,  welche  nicht  unbedingt  mit  dem vom 
Arzt  festgelegten Grad  der  funktionellen  Einschränkung übereinstim-
men müssen (BGE 110 V 275; ZAK 1985 S. 459). Trotzdem ist die Ver-
waltung und im Beschwerdefall auch das Gericht auf Unterlagen ange-
wiesen,  die der  Arzt  und gegebenenfalls  auch andere Fachleute zur 
Verfügung gestellt haben.

Aufgabe des Arztes ist es dabei, den Gesundheitszustand zu beurtei-
len und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich 
welcher Tätigkeiten der Versicherte arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind 
die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für  die Beurteilung 
der Frage, welche Arbeitsleistungen dem Versicherten noch zugemutet 
werden können (BGE 115 V 134 E. 2, 114 V 314 E. 3c mit Hinweisen; 
ZAK 1991 S. 319 E. 1c). Dabei obliegt die Beurteilung der sich aus ei-
nem Gesundheitsschaden ergebenden funktionellen Leistungsfähigkeit 
(z.B.  nur  sitzende  oder  stehende  Arbeiten,  nur  beschränktes 
Heben/Tragen von Lasten, Arbeit im Freien oder in geheizten Räumen 
u.a.) den Ärzten, wogegen die von der IV-Stelle gegebenenfalls heran-
zuziehenden  Fachleute  der  Berufsberatung  sagen  können,  welche 
ganz konkreten beruflichen Tätigkeiten auf Grund der ärztlichen Anga-
ben und unter Berücksichtigung der übrigen Fähigkeiten der versicher-
ten Person in  Frage kommen (Urteil  des Bundesgerichts vom 4. Juli 
2008, 9C_833/2007 E. 3.3.2 mit Hinweisen, SVR 2001 IV Nr. 10, E. 1). 
Die rein wirtschaftlichen und rechtlichen Beurteilungen, insbesondere 
im Zusammenhang mit der Bestimmung der Erwerbsfähigkeit, obliegt 
im Übrigen der Verwaltung und im Beschwerdefall dem Gericht.

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5.5 Hinsichtlich der Entstehung des Anspruchs auf eine Invalidenrente 
schreibt Art. 29 Abs. 1 IVG (in der bis zum 31. Dezember 2007 gültig 
gewesenen Fassung) vor, dass der Rentenanspruch nach Art. 28 IVG 
frühestens in dem Zeitpunkt  entsteht,  in dem die versicherte Person 
mindestens zu 40% (bei einer im Ausland wohnenden person wie vor-
liegend  50%)  bleibend  erwerbsunfähig  bzw.  bleibend  invalid  (vgl. 
THOMAS LOCHER, Grundriss des Sozialversicherungsrechts,  Bern 2003, 
§52 N13) geworden ist  (Bst. a: Dauerinvalidität)  oder während eines 
Jahres ohne wesentlichen Unterbruch zu mindestens 40% (im Ausland 
50%) arbeitsunfähig gewesen war (Bst. b: langdauernde Krankheit).

Für  die  Annahme bleibender  Invalidität  im  Sinne  von  Art. 29  Abs. 1 
Bst. a  IVG und  Art. 29  IVV  ist  nach  ständiger  Rechtsprechung  des 
EVG die überwiegende Wahrscheinlichkeit erforderlich, dass ein weit-
gehend stabilisierter,  im Wesentlichen irreversibler  Gesundheitsscha-
den vorliegt, welcher die Erwerbsfähigkeit der versicherten Person vor-
aussichtlich  dauernd  in  rentenbegründendem  Ausmass  beeinträchti-
gen wird. Als relativ stabilisiert kann ein ausgesprochen labil gewese-
nes  Leiden  nur  dann  betrachtet  werden,  wenn  sich  sein  Charakter 
deutlich in der Weise geändert hat, dass vorausgesehen werden kann, 
in  absehbarer Zeit  werde keine praktisch erhebliche Wandlung mehr 
erfolgen (BGE 119 V 102 E. 4a mit Hinweisen). Diese Rechtsprechung 
führt  dazu, dass die Annahme bleibender Invalidität  im Rahmen von 
Art.  29  IVG  Seltenheitswert  hat;  in  Betracht  fällt  sie  etwa  bei 
Amputationen  (ULRICH MEYER-BLASER,  Rechtsprechung  des  Bundesge-
richts zum IVG, Zürich 1997, S. 232 f., mit weiteren Hinweisen). Fehlen 
die genannten restriktiven Kriterien, so ist die Frage, wann ein allfälli-
ger Rentenanspruch entsteht und mithin der Versicherungsfall eintritt, 
stets nach Massgabe von Art. 29 Abs. 1 Bst. b IVG zu prüfen. Mit der 
in  dieser  Bestimmung vorgesehenen Wartezeit  von einem Jahr  wird 
eine  Abgrenzung  zwischen  den  Aufgaben  der  Invalidenversicherung 
und  denjenigen  der  sozialen  Kranken-  und  Unfallversicherung  be-
zweckt; letztere haben während der Wartezeit  in  erster  Linie für den 
Erwerbsausfall bei Krankheit oder Unfall aufzukommen (BGE 111 V 23 
E. 3a). Nach Art. 29ter IVV liegt  ein wesentlicher  Unterbruch der  Ar-
beitsunfähigkeit im Sinne von Art. 29 Abs. 1 Bst. b IVG vor, wenn die 
versicherte Person an mindestens 30 aufeinanderfolgenden Tagen voll 
arbeitsfähig war.

5.6 Zu bemerken bleibt, dass aufgrund des im gesamten Sozialversi-
cherungsrecht  geltenden Grundsatzes der Schadenminderungspflicht 

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ein invalider Versicherter gehalten ist, innert nützlicher Frist Arbeit im 
angestammten oder einem anderen Berufs- oder Erwerbszweig zu su-
chen  und  anzunehmen,  soweit  sie  möglich  und  zumutbar  erscheint 
(BGE 113 V 28 E. 4a, 111 V 239 E. 2a). Deshalb ist es am behandeln-
den  Arzt  bzw.  am  Vertrauensarzt  einer  IV-Stelle  aus  medizinischer 
Sicht zu bestimmen, in welchem Ausmass ein Versicherter seine ver-
bliebene  Arbeitsfähigkeit  bei  zumutbarer  Tätigkeit  und  zumutbarem 
Einsatz auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt einsetzen kann. Diese 
Arbeitsmöglichkeit hat sich der Versicherte anrechnen zu lassen.

6.

6.1 Den Akten ist zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin an ei-
ner  erheblichen,  progressiven,  nicht  therapierbaren  Sehbehinderung 
infolge  einer  vererblichen  Netzhauterkrankung  (Maculopathie,  Typus 
Stargadt, mit Sehverlust bis auf 1/10) leidet. Seit April 2006 erhält sie 
denn auch deswegen eine halbe schweizerische Invalidenrente, da die 
Vorinstanz nach Prüfung der medizinischen Unterlagen und durchge-
führtem Einkommenvergleich von einem Invaliditätsgrad von 53% aus-
gegangen ist.

Demgegenüber verlangt die Beschwerdeführerin u.a. gestützt auf den 
Befund der türkischen Ärzte, welche eine Arbeitsunfähigkeit von 90% 
anführen, statt der halben eine ganze Invalidenrente.

6.2 Wenn die  Beschwerdeführerin  im  vorliegenden  Fall  sich  auf  die 
Tatsache abstützt, dass die ausländischen Ärzte eine höhere Arbeits-
unfähigkeit  annehmen, so ist  dies für sich alleine für die schweizeri-
schen Behörden nicht bindend, denn nach ständiger Rechtsprechung 
präjudiziert eine andere Beurteilung oder gar die Gewährung von Leis-
tungen durch ein ausländisches Versicherungsorgan die invalidenver-
sicherungsrechtliche  Beurteilung  nach  schweizerischem  Recht  nicht 
(Urteil des EVG I 435/02 vom 2. März 2003, ZAK 1989 S. 320 E. 2).

6.3 Die  Beschwerdeführerin  macht  des  Weiteren  geltend,  sie  habe 
vom zuständigen türkischen Arbeitsamt ein Arbeitsunfähigkeitszeugnis 
erhalten, was sie definitiv daran hindere, eine Arbeitsstelle annehmen 
zu können.

Auch dieser Umstand ist für die Zusprechung einer ganzen (statt einer 
halben) Invalidenrente für sich alleine nicht relevant, geht es doch bei 
der Festlegung des Invaliditätsgrades nach schweizerischen Recht um 

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eine  Beurteilung  der  Restarbeitsfähigkeit  in  einem  grundsätzlich 
hypothetischen, ausgeglichenen Arbeitsmarkt,  unbeachtet der reellen 
wirtschaftlichen Möglichkeiten (vgl. oben E. 5.3).

6.4 Allerdings wendet die Beschwerdeführerin ein, sie habe versucht, 
während  2  Wochen  als  Sekretärin,  welche  einzig  Telefongespräche 
führt, also praktisch als Telefonistin zu arbeiten; der Versuch sei jedoch 
infolge ihrer Sehbehinderung gescheitert. Dieser Einwand ist näher zu 
prüfen.

7.

7.1 Für die Beurteilung, ob in casu bei der Beschwerdeführerin eine 
Arbeitsunfähigkeit vorliegt, welche zu einem Invaliditätsgrad von min-
destens 70% führt, also zu einem höheren als den von der Vorinstanz 
angenommenen  (53%),  ist  der  Richter  auf  die  ärztlichen  Gutachten 
und Berichte angewiesen.  Bezüglich des Beweiswertes eines Arztbe-
richtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange um-
fassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten 
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) ab-
gegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammen-
hänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet, 
und  ob  die  Schlussfolgerungen  der  Experten  begründet  sind.  Aus-
schlaggebend  für  den  Beweiswert  ist  somit  grundsätzlich  weder  die 
Herkunft  des  Beweismittels  noch die  Bezeichnung der  eingereichten 
oder  in  Auftrag  gegebenen Stellungnahme als  Bericht  oder  als  Gut-
achten. Bei einander widersprechenden medizinischen Berichten darf 
das Gericht den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweis-
material  zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf  die 
eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt  (vgl. dazu 
Urteil  des EVG I 268/2005 E. 1.2 vom 26. Januar 2006, BGE 125 V 
352 E. 3a). Die Rechtsprechung erachtet  es mit  dem Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung als vereinbar, Richtlinien für die Beweiswürdi-
gung in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gut-
achten aufzustellen (BGE 125 V 352 E. 3b; AHI 2001 S. 114 E. 3b). 
Berichte der behandelnden Ärzte etwa sind aufgrund deren auftrags-
rechtlicher  Vertrauensstellung zum Patienten mit  Vorbehalt  zu würdi-
gen (BGE 125 V 353 E. 3b/cc). Dies gilt für den allgemein praktizieren-
den Hausarzt wie auch den behandelnden Spezialarzt (Urteil des EVG 
I 655/05 E. 5.4 vom 20. März 2006).

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7.2 Erforderlich ist im Sozialversicherungsrecht grundsätzlich der Be-
weisgrad  der  überwiegenden  Wahrscheinlichkeit.  Dieser  Grad  über-
steigt einerseits die Annahme einer blossen Möglichkeit bzw. einer Hy-
pothese und liegt anderseits unter demjenigen der strikten Annahme 
der  zu  beweisenden  Tatsache.  Die  Wahrscheinlichkeit  ist  insoweit 
überwiegend, als der begründeten Überzeugung keine konkreten Ein-
wände  entgegenstehen (UELI KIESER,  ATSG-Kommentar,  Zürich  2003, 
Art. 43  Rz. 23;  THOMAS LOCHER,  Grundriss  des  Sozialversicherungs-
rechts, Bern 2003, § 68, Rz. 43 ff).

7.3 Im vorliegenden Fall liegen ärztliche Berichte vor, welche sich im 
Wesentlichen einzig hinsichtlich des Einflusses der übereinstimmend 
diagnostizierten  Sehbehinderung  auf  die  Arbeitsfähigkeit  der  Be-
schwerdeführerin divergieren.

7.3.1 So haben sich die von der Vorinstanz herangezogenen Ärzte ih-
res  internen  Dienstes  zwar  durchwegs,  nämlich  am  18.  September 
2005 nach Durchsicht  der Gesuchsunterlagen (vgl. act. 5 IV),  am 4. 
März 2007 nach Prüfung der mit der Einsprache eingereichten medizi-
nischen Dokumentation (vgl. act. 22 IV) sowie am 1. Dezember 2007 
nach  Eingang  der  Beschwerde  (vgl.  act.  27  IV)  dahingehend  geäu-
ssert, dass die diagnostizierte vererbliche Netzhauterkrankung die Be-
schwerdeführerin nicht daran hindere, zu 50% eine leidensangepasste 
Verweisungstätigkeit  wie diejenige einer Telefonistin auszuüben, dies 
im Gegensatz zu den ausländischen Ärzten, welche pauschal von ei-
ner  Arbeitsunfähigkeit  von  90%  ausgehen  (vgl.  Attest  vom  23.  Mai 
2006, act. 18 IV).

Hingegen hat  sich  die  Vorinstanz nicht  zum relevanten Einwand der 
Beschwerdeführerin  geäussert,  sie  habe  konkret  erfolglos  versucht, 
praktisch nur Telefonarbeiten zu verrichten, was der von den IV-Stel-
lenärzten  angegebenen  Verweisungstätigkeit  einer  Telefonistin  ent-
sprechen  könnte. Zudem könne  sie  im  täglichen  Leben  die  Telefon-
nummern nicht mehr entziffern.

7.3.2 Im vorliegenden Fall  hätte die Vorinstanz angesichts der annä-
hernden Blindheit der Beschwerdeführerin und ihrer begründeten Ein-
wände gerade zur angegebenen Verweisungstätigkeit die Meinung ei-
nes  Berufsberaters  einholen  müssen.  Der  einfache  Hinweis  der  IV-
Stellenärzte  auf  die  Verweisungstätigkeit  einer  Telefonistin  ohne 
nähere Begründung genügt nicht, denn auch eine Telefonistin arbeitet 
heutzutage mit einem Bildschirm oder muss die Telefonnummern, ein 

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Telefonbuch  oder  andere  Angaben  (ab)lesen  können. Einzig  eine  in 
der Berufsberatung tätige Person hat das nötige Fachverständnis, um 
der Verwaltung und gegebenenfalls dem Gericht im vorliegenden Fall 
darüber Auskunft zu geben, ob die Beschwerdeführerin mit der diag-
nostizierten massiven Sehbehinderung wirklich eine Tätigkeit als Tele-
fonistin – allenfalls mit Hilfsmitteln? - ausüben könnte, oder für sie eine 
andere Verweisungstätigkeit zumutbar wäre.

Jedenfalls zieht das Bundesverwaltungsgericht aufgrund der vorliegen-
den ärztlichen Berichte und Gutachten den Schluss, dass der rechtser-
hebliche Sachverhalt nicht genügend abgeklärt worden ist und der für 
die  Entscheidfällung  erforderliche  Beweisgrad  der  überwiegenden 
Wahrscheinlichkeit nicht erreicht wurde.

7.4 Nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung hat das Gericht, das 
den Sachverhalt als ungenügend abgeklärt erachtet, die Wahl, die Sa-
che zur weiteren Beweiserhebung an die Verwaltung zurückzuweisen 
oder selber die nötigen Instruktionen vorzunehmen (ZAK 1987 S. 264 
E. 2a). Bei festgestellter Abklärungsbedürftigkeit verletzt die Rückwei-
sung  der  Sache  an  die  Verwaltung  als  solche  weder  den  Untersu-
chungsgrundsatz noch das Gebot eines einfachen und raschen Verfah-
rens. Anders verhielte es sich nur dann, wenn die Rückweisung an die 
Verwaltung  einer  Verweigerung  des  gerichtlichen  Rechtsschutzes 
gleichkäme (beispielsweise  dann,  wenn  aufgrund  besonderer  Gege-
benheiten nur ein Gerichtsgutachten bzw. andere gerichtliche Beweis-
massnahmen geeignet wären, zur Abklärung des Sachverhalts beizu-
tragen), oder wenn die Rückweisung nach den konkreten Umständen 
als unverhältnismässig bezeichnet werden müsste (BGE 122 V 163 E. 
1d). Vorliegend sind keine Gründe ersichtlich, die der Rückweisung der 
Sache zur weiteren Abklärung an die  IV-Stelle  entgegenstehen wür-
den.

8.
Die Beschwerde ist somit insofern teilweise gutzuheissen, als die an-
gefochtene Verfügung vom 12. März 2007 aufzuheben und die Sache 
zur weiteren Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts an die IV-
Stelle zurückzuweisen ist. Die IV-Stelle wird angewiesen, den Bericht 
eines Berufsberaters oder einer Berufsberaterin einzuholen, welche/r 
sich zu den konkreten beruflichen Möglichkeiten der Beschwerdeführe-
rin  (in  der  Telefonie  oder  in  anderen  Bereichen)  angesichts  ihrer 
erheblichen Sehbehinderung zu äussern haben wird. Ergibt sich eine 

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Arbeitsfähigkeit  von  weniger  als  50%  ist  ein  Einkommensvergleich 
durchzuführen,  und  anschliessend  ist  eine  neue  Verfügung  zu 
erlassen.

9.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben (Art. 63 VwVG). Der von 
der Beschwerdeführerin überwiesene Kostenvorschuss ist ihr demzu-
folge zurückzuerstatten.

Der  Beschwerdeführerin,  die sich  nicht  anwaltlich vertreten liess,  ist 
keine Parteientschädigung zuzusprechen.

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die  Beschwerde  wird  im  Sinne  der  Erwägungen  teilweise  gutgehei-
ssen und die Sache zur Feststellung des Sachverhalts im Sinne der 
Erwägung 8 und zum Erlass einer neuen Verfügung an die Vorinstanz 
zurückgewiesen.

2.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der von der Beschwerde-
führerin einbezahlte Kostenvorschuss wird ihr zurückerstattet.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde)
- die Vorinstanz
- das Bundesamt für Sozialversicherungen

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Alberto Meuli Jean-Marc Wichser

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Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  Schweizerhofquai  6,  6004  Luzern, Beschwerde  in 
öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. 
und 100 des Bundesgerichtsgesetzes  vom 17. Juni  2005 [BGG, SR 
173.110]). Die Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und 
hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und 
die  Unterschrift  zu  enthalten.  Der  angefochtene  Entscheid  und  die 
Beweismittel  sind,  soweit  sie  der  Beschwerdeführer  in  Händen  hat, 
beizulegen (vgl. Art. 42 BGG).

Versand: >

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