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**Case Identifier:** 32498262-94c0-5557-a03f-b384e58e2f34
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-05-21
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 21.05.2024 200 2023 736
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2023-736_2024-05-21.pdf

## Full Text

200 23 736 IV
ISD/FRN/STA

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 21. Mai 2024

Verwaltungsrichter Isliker, Kammerpräsident
Verwaltungsrichterin Wiedmer, Verwaltungsrichterin Mauerhofer
Gerichtsschreiberin Franzen

A.________
vertreten durch B.________ AG
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 20. September 2023

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Mai 2024, IV/23/736, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1961 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) 
meldete sich am 20. Juli 2020 unter Hinweis auf einen Hirninfarkt im 
Stromgebiet der Arteria cerebri media links sowie eine Makuladegeneration 
bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug 
an (Akten der IV-Stelle Bern [IVB] bzw. Beschwerdegegnerin; [act. II] 1). 
Nach medizinischen und erwerblichen Abklärungen gewährte die IVB ein 
Aufbautraining ab dem 27. Juni 2022 (act. II 69, 78), welches per 30. No-
vember 2022 abgebrochen wurde (act. II 96). Weiter veranlasste die IVB 
eine polydisziplinäre Begutachtung bei der C.________ (MEDAS; MEDAS-
Gutachten vom 16. Mai 2023 [act. II 120.1-8]). Mit Vorbescheid vom 
22. Mai 2023 (act. II 123) stellte die IVB die Abweisung des Rentenbegeh-
rens bei einem IV-Grad von 35 % in Aussicht. Hiergegen erhob der Versi-
cherte Einwand (act. II 136). Nachdem die IVB beim neurologischen Gut-
achter der MEDAS eine Stellungnahme eingeholt hatte (act. II 142) verfüg-
te sie am 20. September 2023 dem Vorbescheid entsprechend die Abwei-
sung des Rentenbegehrens (act. II 143). 

B.

Dagegen erhob der Versicherte, vertreten durch die B.________ AG, mit 
Eingabe vom 23. Oktober 2023 Beschwerde mit den folgenden Anträgen:

1. Die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 20. September 2023 sei 
aufzuheben.

2. Die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, dem Beschwerdeführer 
die ihm gesetzlich zustehenden Versicherungsleistungen aus IVG, ins-
besondere eine Invalidenrente, zuzusprechen.

3. Eventualiter: Es sei die Streitsache zur weiteren Abklärung des rechts-
erheblichen Sachverhalts zur Neuverfügung im Sinne der Erwägungen 
an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

4. Subeventualiter: Es sei ein umfassendes medizinisches Gerichtsgut-
achten in Auftrag zu geben.

- unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdegeg-
nerin - 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Mai 2024, IV/23/736, Seite 3

Mit Beschwerdeantwort vom 22. November 2023 schloss die Beschwerde-
gegnerin auf Abweisung der Beschwerde. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 20. September 2023 
(act. II 143). Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch des Beschwer-
deführers. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

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1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG). 

2.

2.1 Am 1. Januar 2022 sind die Änderungen vom 19. Juni 2020 des IVG 
(Weiterentwicklung der IV) und weiterer Erlasse (insbesondere des ATSG) 
in Kraft getreten (AS 2021 705). In zeitlicher Hinsicht sind – vorbehältlich 
besonderer übergangsrechtlicher Regelungen – grundsätzlich diejenigen 
Rechtssätze massgeblich, die bei der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden 
oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 147 V 
156 E. 7.2.1 S. 159, 146 V 364 E. 7.1 S. 371). Zwar datiert die angefochte-
ne Verfügung vom 20. September 2023 (act. II 143), womit sie nach dem 
Inkrafttreten der IVG-Änderung vom 19. Juni 2020 erging. Indessen liegt 
der frühest mögliche Zeitpunkt der potentiellen Entstehung des Rentenan-
spruchs vor dem 1. Januar 2022 (vgl. E. 4.2 hiernach) und besteht seit der 
Rechtsänderung kein Revisionsgrund, weshalb die Bestimmungen des IVG 
und diejenigen der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenver-
sicherung (IVV; SR 831.201) in der bis 31. Dezember 2021 gültigen Fas-
sung (fortan: aArt.) massgebend sind (vgl. auch Ziff. 9100 f. des Kreis-
schreibens über Invalidität und Rente in der Invalidenversicherung [KSIR]; 
zur Bedeutung von Verwaltungsweisungen vgl. BGE 147 V 79 E. 7.3.2 S. 
82, 146 V 224 E. 4.4.2 S. 228). 

2.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG).  Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-

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glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.3 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Gemäss aArt. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG frühestens nach 
Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs 
nach Art. 29 Abs. 1 ATSG. 

2.4 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG). 

3.

3.1 Zum Gesundheitszustand und zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerde-
führers finden sich in den Akten insbesondere folgende Angaben:

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3.1.1 Das polydisziplinäre MEDAS-Gutachten vom 16. Mai 2023 (act. II 
120.1-8) basiert auf Untersuchungen in den Fachbereichen Allgemeine 
Innere Medizin, Orthopädie, Neurologie, Psychiatrie sowie Ophthalmologie. 
Im interdisziplinären Konsens stellten die Gutachter folgende Diagnosen 
(act. II 120.2 S. 5 f.):

Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:

Zustand nach Arteria cerebri media-Ischämie auf der linken Seite am 
21.06.2020 (ICD-10: I63.5)

- initial NIHSS von 6 mit sensomotorischer Hemisymptomatik rechts bra-
chiofazial betont und Dysarthrie. Aktuell leichtgradige Feinmoto-
rikstörung der rechten Hand und minime Dysarthrie

- ätiologisch unklar, differentialdiagnostisch kardioembolisch bei PFO 
Grad III

- neuropsychologische Untersuchung vom 08/2020: mittelgradige globa-
le neuropsychologische Störung; neuropsychologische Untersuchung 
vom 10/2020: leichte bis mittelgradige neuropsychologische Ein-
schränkung mit 30 bis 50%ige ʺArbeitseinbusseʺ, eine Einschränkung 
beim Führen eines Kraftfahrzeugs besteht nicht; neuropsychologische 
Untersuchung vom 07/2021: leichte neuropsychologische Einschrän-
kung

Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:

1. Diabetische Polyneuropathie (ICD-10: G63.2)
- Mit Manifestation im Jahre 2015 mit Schmerzen im Bereich der 

Fusssohlen 
- Klinisch stehen Symptome einer Small-Fiber-Polyneuropathie im 

Vordergrund
- In der elektrophysiologischen Untersuchung im 08/2021 Nachweis 

eines axonaldemyeliniserenden Schädigungsmusters
- Unter Einnahme von Cymbalta 30 mg mit deutlicher Symptomre-

duktion 
2. Nicht sicher einordenbare Kopfschmerzsymptomatik (ICD-10: R51)
3. Verdacht auf beginnende Arthrose rechtes und linkes Kniegelenk
4. Verdacht auf Meniskusläsion linkes Gelenk
5. OU (Ophthalmologische Untersuchung):

- Diabetische Retinopathie mit/bei:
o Proliferative diabetische Retinopathie rechts und schwere 

nicht proliferative diabetische Retinopathie links
o Status nach Argonlaserkoagulation
o Diabetisches Makulaödem
o Status nach 15-maligen Eylea-Injektionen rechts und 12-

maligen Eylea-Injektionen links
- Hyperopie

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- Presbyopie
6. Verdacht auf Zwangsstörung (ICD-10: F42.1)
7. Verdacht auf Status nach depressiver Episode vor 30 Jahren (ICD-10: 

F32.8)
8. Metabolisches Syndrom (ICD-10: E88.9)

- Arterielle Hypertonie (ICD-10: I10.0)
- Dyslipidämie (ICD-10: E78.2)
- Diabetes mellitus Typ 2 (ICD-10: E11.6)
- Adipositas WHO Grad I mit einem BMI von 30.2 kg/m2 (ICD-10: 

E66.0)
- Aktenanamnestisch leichtgradiges rückenlageassoziiertes 

Schlafapnoesyndrom (ICD-10: G47.31)
9. Diabetes mellitus 2 mit Sekundärkomplikationen (ICD-10: E11.6)

- Aktenanamnestisch bilaterale Polyneuropathie sowie Retinopathie
- HbA1c aktuell 6.4 %

10. Status nach Nikotinabusus von kumulativ ca. 20 Packyears, Stopp vor 
zehn Jahren (ICD-10: F17.1)

Dr. med. D.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, Dr. med. 
E.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 
Bewegungsapparates, Dr. med. F.________, Facharzt für Psychiatrie und 
Psychotherapie sowie Dr. med. G.________, Facharzt für Ophthalmologie, 
stellten keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (act. II 
120.4 S. 11, 120.5 S. 14, 120.7 S. 15, 120.8 S. 5). 

Dr. med. H.________, Facharzt für Neurologie, führte im neurologischen 
Teilgutachten vom 16. Mai 2023 (act. II 120.6) aus, aufgrund der durch den 
Stroke im Juni 2020 bedingten sensomotorischen Halbseitensymptomatik 
auf der rechten Seite bestünden auch nach guter und deutlicher Regredi-
enz der Symptome grobmotorische und feinmotorische Einschränkungen. 
Es sei davon auszugehen, dass bezüglich der Feinmotorikstörung nach ca. 
fünf Monaten nach dem Stroke eine stabile Ausprägung bestanden habe 
und dass ab der neuropsychologischen Untersuchung vom Juli 2021 nur 
noch eine leichtgradige neuropsychologische Störung vorgelegen habe. 
Insgesamt sei davon auszugehen, dass ein Jahr nach dem Stroke-Ereignis 
und bis dato eine weitgehend stabile Situation bestanden habe (act. II 
120.6 S. 23). Eine ausgeprägtere Tagesmüdigkeit bestehe in Anbetracht 
eines Epworth Sleepiness Scale-Scores von 3/28 nicht. Auf der rein moto-
risch-koordinativen Ebene bestünden nur leichtgradige Einschränkungen 
der rechten Hand. Die geltend gemachten kognitiven Einschränkungen 
seien schwer fassbar und letztlich würden Einschränkungen auf unter-

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schiedlichen kognitiven Ebenen wie z.B. PC-Arbeiten ausgeführt (act. II 
120.6 S. 24). 

Zur Arbeitsfähigkeit führte der Gutachter aus, als bisherige Tätigkeit werde 
die eines … festgelegt. Der Beschwerdeführer habe jeweils einen Zwölf-
stundentag absolviert. Bei der autofahrenden Tätigkeit (sechs Stunden pro 
Tag) wie auch bei der PC-Tätigkeit (2 Stunden pro Tag) bestehe jeweils 
eine 30%ige Leistungsminderung. Im Kundengespräch (drei Stunden pro 
Tag) und bei allgemeinen Büroarbeiten (eine Stunde pro Tag) ergebe sich 
keine Leistungsminderung. Gesamthaft ergebe sich seit der neuropsycho-
logischen Untersuchung vom Juli 2021 eine Restarbeitsfähigkeit von 80 %. 
Retrospektiv sei davon auszugehen, dass nach dem Stroke im Juni 2020 
für die nachfolgenden Monate aus Gründen der Rekonvaleszenz keine 
Arbeitsfähigkeit in jeglicher Tätigkeit bestanden habe. Der Zeitraum von 
Januar 2021 bis Juni 2021 sei nicht sicher beurteilbar (act. II 120.6 S. 24 
f.). In einer angepassten leichten grobmotorischen Tätigkeiten, die mit der 
rechten Hand ausgeführt werden müsste, bei der keine mittleren oder ho-
hen Ansprüche an die Feinmotorik gestellt würden, bestehe seit der neuro-
psychologischen Untersuchung von Juli 2021 eine volle Arbeitsfähigkeit 
(act. II 120.6 S. 25). 

In der interdisziplinären Gesamtbeurteilung hielten die Gutachter gestützt 
auf die neurologische Beurteilung fest, in der angestammten Tätigkeit be-
stehe seit Juni 2021 eine 80%ige Arbeitsfähigkeit. In einer angepassten 
Tätigkeit bestehe seit der letzten neuropsychologischen Untersuchung vom 
Juni 2021 eine volle Arbeitsfähigkeit. Es sollte sich dabei um eine leichte, 
wechselbelastende Tätigkeit handeln, bei der keine mittleren oder hohen 
Ansprüche an die Feinmotorik gestellt würden und bei der mit der rechten 
Hand nur leichte grobmotorischen Tätigkeiten ausgeführt werden müssten 
(act. II 120.2 S. S. 9 f.).  

3.1.2 Die behandelnde Ärztin, Dr. med. I.________, Fachärztin für Allge-
meine Innere Medizin sowie Praktische Ärztin, führte im Bericht vom 
18. Juli 2023 (act. II 136 S. 9) aus, die fachspezifischen Befunde im ME-
DAS-Gutachten seien zutreffend. Jedoch wage sie die Interpretation der 
neurologischen Untersuchung zu bezweifeln. Da die kognitiven Einschrän-
kungen wie Müdigkeit, deutliche Reduktion der Aufmerksamkeitsspanne 

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sowie Verminderung der Konzentrationsfähigkeit zum jetzigen Zeitpunkt 
schwierig einzuordnen seien, seien sie als nicht existent beurteilt worden. 
Im Gespräch seien teils die Aussagen nicht vollständig kongruent gewesen 
(was auch auf eine verminderte Konzentrationsfähigkeit zurückzuführen 
sein könnte, wobei dies zu Lasten des Beschwerdeführers ausgelegt wor-
den sei). Büroarbeit im Versicherungsbereich sei dem Beschwerdeführer 
zu 50 % zumutbar. Er brauche eine gute und langsame Einführung in 
Büroarbeiten, ohne Druck und ohne feinmotorische Arbeiten. 

3.1.3 In der ergänzenden Stellungnahme vom 4. September 2023 (act. II 
142) wies der neurologische Gutachter, Dr. med. H.________, unter Be-
zugnahme auf den Bericht von Dr. med. I.________ vom 18. Juli 2023 (act. 
II 136 S. 9) die von der Hausärztin geäusserten Zweifel am neurologischen 
Teilgutachten zurück. Weiter hielt er fest, die Inkonsistenzen seien im neu-
rologischen Teilgutachten ausführlich diskutiert worden und dass diese nun 
auf die ʺverminderte Konzentrationsfähigkeitʺ zurückgeführt werden könn-
ten, sei eine sehr gewagte Vermutung der Hausärztin und der vermutete 
Zusammenhang sei sicherlich nicht überwiegend wahrscheinlich. Die Beur-
teilung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers sei schwierig und gera-
de deshalb sei ein differenziertes, alle relevanten Ebenen betrachtendes 
neurologisches Gutachten durchgeführt worden (act. II 142 S. 10). 

3.1.4 Der behandelnde Augenarzt, Dr. med. J.________, Facharzt für 
Ophthalmologie, führte in der E-Mail vom 9. Oktober 2023 (Akten des Be-
schwerdeführers [act. I] 3) aus, es sei durchaus möglich, dass nach der 
intravitrealen Injektion vorübergehend ein verschwommenes Sehen auftre-
te, in der Regel am Tag der Injektion und gegebenenfalls noch am Folge-
tag. Eine längere Einschränkung sei die Ausnahme. Die Augenverände-
rungen seien eine Folge des Diabetes mellitus. Je nach Einstellung und 
Stabilität der Diabeteseinstellung könne auch die Sehschärfe schwanken. 
Es handle sich bei der Therapie um eine Dauertherapie, abhängig von der 
Aktivität/Progredienz der Augenveränderungen. 

3.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 

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medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).  

Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen Spezia-
lärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchun-
gen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörte-
rung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Be-
weiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 
E. 1.3.4 S. 227, 135 V 465 E. 4.4 S. 470, 125 V 351 E. 3b bb S. 353; SVR 
2020 IV Nr. 71 S. 246 E. 2.2).

3.3

3.3.1 Die Beschwerdegegnerin hat sich in der angefochtenen Verfügung 
vom 20. September 2023 (act. II 143) massgeblich auf das polydisziplinäre 
MEDAS-Gutachten vom 16. Mai 2023 (act. II 120.1-8) samt Stellungnahme 
vom 4. September 2023 (act. II 142) gestützt. Dieses erfüllt die von der 
höchstrichterlichen Rechtsprechung an den Beweiswert einer Expertise 
gestellten Anforderungen (vgl. E. 3.2 hiervor) und überzeugt. Insbesondere 
basieren die Beurteilungen auf umfassenden Untersuchungen, berücksich-
tigen die geklagten Beschwerden und wurden in Kenntnis und nach Aus-
einandersetzung mit den Vorakten erstattet. Sie leuchten in der Darlegung 
der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizini-
schen Situation ein. Sodann fanden die Ergebnisse der einzelnen fachärzt-
lichen Untersuchungen Eingang in die umfassende interdisziplinäre Kon-
sensbeurteilung (vgl. BGE 143 V 124 E. 2.2.4 S. 128; 137 V 210 E. 1.2.4 
S. 224). Das Gutachten ist im Übrigen in sich widerspruchsfrei, schlüssig 
und überzeugend. Was der Beschwerdeführer dagegen vorbringt, vermag 
dessen Beweiswert nicht zu schmälern.  

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Mai 2024, IV/23/736, Seite 11

3.3.2 In neurologischer Hinsicht ging Dr. med. H.________ nachvollzieh-
bar und überzeugend begründet davon aus, dass aufgrund der durch den 
Stroke vom Juni 2020 bedingten sensomotorischen Halbseitensymptomatik 
nach wie vor grobmotorische und feinmotorische Einschränkungen rechts 
bestehen (act. II 120.6 S. 18). Dr. med. H.________ hat den Verlauf des 
Gesundheitszustandes unter Verweis auf die vorangegangenen neuropsy-
chologischen Untersuchungen (vgl. act. II 23 S. 3 ff., 28 S. 5 ff.) umfassend 
und mit den medizinischen Akten übereinstimmend dargestellt sowie die 
daraus abgeleitete Arbeits- und Leistungsfähigkeit im zeitlichen Verlauf 
differenziert begründet (act. II 120.6 S. 24 f.; 120.2 S. 9 f.). 

Der Bericht der Hausärztin Dr. med. I.________ vom 18. Juli 2023 (act. II 
136 S. 9) ist nicht geeignet, Zweifel an der Vollständigkeit und Schlüssigkeit 
des MEDAS-Gutachtens zu wecken. Die von ihr ausserhalb der eigenen 
Fachdisziplin (vgl. dazu Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 16. Ok-
tober 2018, 8C_450/2018, E. 5.1) geäusserten, allgemein gehaltenen Zwei-
fel hinsichtlich der angeblich unzureichenden Berücksichtigung der kogniti-
ven Einschränkungen (act. II 136 S. 9) entbehren einer medizinischen 
Grundlage und sind nicht nachvollziehbar. Wie vom neurologischen Gut-
achter in der ergänzenden Stellungnahme vom 4. September 2023 (act. II 
142) ausführlich dargelegt, wurden die Einschränkungen in der Konzentra-
tion und Kognition eingehend erfragt und dokumentiert (vgl. act. II 120.6 
S. 9 ff.). Im Bericht der Hausärztin vom 18. Juli 2023 (act. II 136 S. 9) wur-
den somit keine wichtigen neuen Aspekte benannt, die im Rahmen der 
Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben wären. Soweit sie 
(vgl. zur beweisrechtlichen Bedeutung der auftragsrechtlichen Vertrauens-
stellung von Hausärzten und behandelnden Spezialärzten BGE 125 V 351 
E. 3b cc S. 353; SVR 2015 IV Nr. 26 S. 80 E. 5.3.3.3) gestützt auf densel-
ben medizinischen Sachverhalt zu einer abweichenden Beurteilung der 
Arbeitsfähigkeit gelangte, vermag dies rechtsprechungsgemäss das ME-
DAS-Gutachten nicht in Frage zu stellen (vgl. SVR 2021 IV Nr. 10 S. 29 
E. 5.7, 2019 UV Nr. 31 S. 117 E. 3). 

3.3.3  Die Gutachter legten überdies überzeugend und nachvollziehbar 
begründet dar, dass in allgemeinmedizinischer, orthopädischer, ophthalmo-
logischer sowie psychiatrischer Hinsicht keine Diagnosen mit Auswirkung 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Mai 2024, IV/23/736, Seite 12

auf die Arbeitsfähigkeit vorliegen (act. II 120.4 S. 11, 120.5 S. 14, 120.7 
S. 15, 120.8 S. 5). Dies wird denn auch vom rechtskundig vertretenen Be-
schwerdeführer mit Ausnahme der ophthalmologischen Beurteilung zu 
Recht nicht beanstandet. 

Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, betreffend die Augenerkran-
kung bestehe eine erhebliche Einschränkung der Fahr- und somit auch der 
Arbeitsfähigkeit (Beschwerde S. 4 f.), kann ihm nicht gefolgt werden. Der 
ophthalmologische Behandlungsverlauf der vorbestehenden beidseitigen 
diabetischen Retinopathie war dem ophthalmologischen Gutachter bekannt 
(vgl. act. II 120.2) und er empfahl die Weiterführung der bisherigen Anti-
VEGF-Therapie (vgl. act. II 120.8 S. 5, 120.2 S. 8). Dies überzeugt und 
steht in keinem erkennbaren Widerspruch zu den Ausführungen von 
Dr. med. J.________. Die von letzterem beschriebene mögliche vorüber-
gehende Beeinträchtigung der Sehschärfe in Abhängigkeit der Diabetes-
einstellung und ein mögliches ʺverschwommenes Sehenʺ im Nachgang zu 
den Injektionen (act. I 3) stellen denkbare Behandlungsnebenwirkungen 
dar und sprechen nicht gegen die Vollständigkeit und Schlüssigkeit des 
MEDAS-Gutachtens. Eine massgebliche Beeinträchtigung der Arbeits- und 
Leistungsfähigkeit aufgrund der Therapie ist nicht ersichtlich. Eine Ein-
schränkung der Fahrfähigkeit ist nicht erstellt; vielmehr gab der Beschwer-
deführer an, längere Autofahrten seien möglich (act. II 120.6 S. 13 Ziff. 
3.2.5).  

3.4 Dem Voranstehenden zufolge bildet das MEDAS-Gutachten vom 
16. Mai 2023 (act. II 120.1-8) samt Stellungnahme vom 4. September 2023 
(act. II 142) eine zuverlässige Grundlage für die Beurteilung des an-
spruchsrelevanten medizinischen Sachverhaltes. Dieser ist hinreichend 
abgeklärt. Weiterer Abklärungen bedarf es nicht.

Zusammenfassend besteht in der angestammten Tätigkeit als  …. seit Juni 
2021 eine 80%ige Arbeitsfähigkeit. In einer angepassten Tätigkeit (leichte, 
wechselbelastende Tätigkeit, bei der keine mittleren oder hohen Ansprüche 
an die Feinmotorik gestellt und bei der mit der rechten Hand nur leichte 
grobmotorische Tätigkeiten ausgeführt werden) besteht spätestens seit Juli 
2021 eine volle Arbeitsfähigkeit, während die Arbeitsfähigkeit für den davor-
liegenden Zeitraum, namentlich zwischen Januar und Juli 2021, nicht si-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Mai 2024, IV/23/736, Seite 13

cher beurteilt werden konnte (act. II 120.2 
S. 9 f.). Hinsichtlich des per Juni 2021 vorzunehmenden Einkommensver-
gleichs kann mit Blick auf die letztlich vom Beschwerdeführer zu tragende 
materielle Beweislosigkeit in Bezug auf die exakte Höhe der Arbeitsfähig-
keit im Juni 2021 (BGE 144 V 427 E. 3.2 S. 429, 138 V 218 E. 6 S. 222; 
SVR 2022 ALV Nr. 27 S. 98 E. 5.1) und angesichts dem gemäss Gutachten 
ein Jahr nach dem am 21. Juni 2020 erlittenen Hirninfarkt weitgehend sta-
bilen Zustand (act. II 120.6 S. 23) sowie das Ergebnis, bereits per Juni 
2021 von der gutachterlich beschriebenen Arbeitsfähigkeit ausgegangen 
werden. Gestützt darauf ist nachfolgend die Invaliditätsbemessung vorzu-
nehmen. 

4.

4.1

4.1.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft. Die Ermittlung des Valideneinkommens hat 
so konkret wie möglich zu erfolgen (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110, 134 V 
322 E. 4.1 S. 325; SVR 2022 UV Nr. 4 S. 12 E. 3.2).

4.1.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 148 V 174 E. 6.2 S. 181, 143 V 295 E. 2.2 
S. 296). Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens 
keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit 
aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne 
gemäss den vom Bundesamt für Statistik (BFS) herausgegebenen Lohn-
strukturerhebungen (LSE) herangezogen werden. Dabei wird in der Regel 
der Totalwert angewendet. Praxisgemäss ist beim anhand der LSE vorge-
nommenen Einkommensvergleich sodann von der Tabellengruppe A (stan-
dardisierte Bruttolöhne) auszugehen, wobei üblicherweise auf die Tabelle 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Mai 2024, IV/23/736, Seite 14

TA1_tirage_skill_level, privater Sektor, abgestellt wird. Bei der Verwen-
dung der standardisierten Bruttolöhne ist gemäss Rechtsprechung jeweils 
vom sogenannten Zentralwert (Median) auszugehen (BGE 148 V 174 
E. 6.2 S. 181, 143 V 295 E. 2.2 S. 297). 

Die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, 
hängt von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des konkre-
ten Einzelfalles ab (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Na-
tionalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad). Der Einfluss sämt-
licher Merkmale auf das Invalideneinkommen ist nach pflichtgemässem Er-
messen gesamthaft zu schätzen, wobei der Abzug auf insgesamt höchs-
tens 25 % zu begrenzen ist (BGE 148 V 174 E. 6.3 S. 182, 135 V 297 
E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2018 IV Nr. 46 S. 148 E. 3.3).

Zu beachten ist, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen 
Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen nicht zusätz-
lich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu 
einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (BGE 
148 V 174 E. 6.3 S. 182, 146 V 16 E. 4.1 S. 20; SVR 2023 IV Nr. 18 S. 64 
E. 5.2.1.1).

4.2 Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt 
des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei 
Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erhe-
ben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen 
bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 143 V 295 E. 4.1.3 
S. 300, 129 V 222; vgl. auch Art. 25 Abs. 2 IVV). Unter Berücksichtigung 
des Wartejahres – Hirninfarkt vom 21. Juni 2020 – und der Anmeldung vom 
20. Juli 2020 (act. II 1) ist der frühest mögliche Rentenbeginn hier in An-
wendung von Art. 28 Abs. 1 i.V.m. Art. 29 Abs. 1 IVG auf den 1. Juni 2021 
festzusetzen. Auf diesen Zeitpunkt hin ist ein Einkommensvergleich durch-
zuführen.

4.3 Die Beschwerdegegnerin hat das Valideneinkommen in der ange-
fochtenen Verfügung auf Fr. 118'506.-- festgesetzt (act. II 143 S. 2). Dieses 
resultiert approximativ aus der negativen Nominallohnindexierung des im 
2019 bei der K.________ AG Basel erzielten steuerbaren Bruttoeinkom-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Mai 2024, IV/23/736, Seite 15

mens von Fr. 122'419.05 (act. II 14.2, 52 S. 1 f.). Dieses Vorgehen über-
zeugt nicht, da nicht davon auszugehen ist, dass während des laufenden 
Anstellungsverhältnisses der Lohnanspruch entsprechend der Nominalloh-
nentwicklung gesenkt worden wäre. Überwiegend wahrscheinlich ist viel-
mehr, dass der Beschwerdeführer den zuletzt erzielten Lohnanspruch bei-
behalten hätte, weshalb das Valideneinkommen gestützt auf die Lohn-
buchhaltung der vormaligen Arbeitgeberin auf Fr. 122'419.05 festzulegen 
ist. Massgebend ist dabei – anders als vom Beschwerdeführer vertreten 
(vgl. Beschwerde S. 5 f. Ziff. 10) – nicht das höhere buchhalterische Brut-
toeinkommen, sondern der im IK-Auszug ausgewiesene ʺBruttolohn (Steu-
er)ʺ (vgl. act. II 14.1-4, 52 S. 1 f.; vgl. auch ULRICH MEYER/MARCO REICH-
MUTH, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Bundesgesetz über die 
Invalidenversicherung IVG, 4. Aufl. 2022, Art. 28a IVG N. 17 ff.). Nicht her-
angezogen werden können sodann die Lohnangaben der L.________ (act. 
II 62 S. 3), zumal diese unvollständig sind und der Beschwerdeführer seit 
der Übernahme seiner vormaligen Arbeitgeberin durch die L.________ nie 
bei ebenjener gearbeitet hat. Schliesslich würde sich das Abstellen auf den 
Durchschnitt der Einkommen 2017-2019 (Beschwerde S. 6 Ziff. 10) – wie 
von der Beschwerdegegnerin korrekt dargelegt (der Durchschnittswert er-
gibt ein tieferes Valideneinkommen von Fr. 115'354.95; Beschwerdeantwort 
S. 4 Ziff. 10) – zu Ungunsten des Beschwerdeführers auswirken, weshalb 
sich Weiterungen hierzu erübrigen. 

4.4 Hinsichtlich des Invalideneinkommens ist vorab festzuhalten, dass 
zwischen den Parteien zu Recht unbestritten geblieben ist, dass der Be-
schwerdeführer die ihm attestierte hohe Restarbeitsfähigkeit trotz des fort-
geschrittenen Alters (geb. TT. November 1961) und der dadurch verblei-
benden Aktivitätsdauer von rund dreieinhalb Jahren bis zur ordentlichen 
Pensionierung verwerten könnte. Da der Beschwerdeführer die zumutbare 
Restarbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit nicht verwertet, sind für 
die Ermittlung des Invalideneinkommens die Tabellenlöhne der LSE heran-
zuziehen. Mit Blick auf das gutachterlich definierte Zumutbarkeitsprofil (vgl. 
act. II 120.2 S. 9 f.) und aufgrund des Umstandes, dass sich die versicherte 
Person praxisgemäss in Nachachtung der ihr obliegenden Schadenminde-
rungspflicht diejenige Tätigkeit anrechnen lassen muss, bei der der ge-
ringste Invaliditätsgrad resultiert (Entscheid des BGer vom 2. August 2021, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Mai 2024, IV/23/736, Seite 16

8C_124/2021, E. 4.4.3.2), ist nicht auf das Einkommen in einer angepass-
ten Tätigkeit abzustellen, sondern auf jenes in der bisherigen Tätigkeit bei 
einer Leistungsminderung von 20 %. Die Beschwerdegegnerin hat daher in 
der angefochtenen Verfügung unbestrittenermassen zu Recht auf die Ta-
belle TA1_tirage_skill_level, Wirtschaftszweig 64-66 (Finanz- und Versiche-
rungsdienstleistungen), Kompetenzniveau 2, Männer (Fr. 7'917.--), der LSE 
2020 abgestellt. Hochgerechnet auf ein Jahr, angepasst an die wöchentli-
che Normalarbeitszeit von 41.5 Stunden (BFS, Betriebsübliche Wochenar-
beitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, Ziff. 64-66 Erbringung von Finanz- 
und Versicherungsdienstleistungen), indexiert auf das Jahr 2021 (BFS, 
Nominallohnindex Männer, 2011-2023, T1.1.10, Ziff. 64-66) und unter 
Berücksichtigung der Leistungsfähigkeit von 80 %, resultiert ein massgebli-
ches Invalidenkommen von Fr. 76'753.50 (Fr. 7'917.-- x 12 / 40 x 41.5 
/ 108.9 x 106.0 x 0.8).

4.5 Aus der Gegenüberstellung der beiden Vergleichseinkommen von 
Fr. 122'419.05 und Fr. 76'753.50 resultiert ein rentenausschliessender In-
validitätsgrad von gerundet 37 % (vgl. BGE 130 V 121 E. 3.2 und 3.3 
S. 123). 

5.

Nach dem Dargelegten ist die angefochtene Verfügung vom 20. September 
2023 (act. II 143) im Ergebnis nicht zu beanstanden und die dagegen erho-
bene Beschwerde abzuweisen. 

6.

6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen. Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, sind ent-
sprechend dem Ausgang des Verfahrens dem Beschwerdeführer zur Be-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Mai 2024, IV/23/736, Seite 17

zahlung aufzuerlegen und dem in gleicher Höhe geleisteten Kostenvor-
schuss zu entnehmen.

6.2 Bei diesem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf eine Par-
teientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g 
ATSG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt und dem in gleicher Höhe geleisteten Kosten-
vorschuss entnommen. 

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- B.________ AG z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.