# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e786e494-2e9a-52e6-8611-42ce3780f3ae
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-09-23
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 23.09.2025 E-6933/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-6933-2025_2025-09-23.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-6933/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 3 .  S e p t e m b e r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Einzelrichterin Esther Marti, 

mit Zustimmung von Richterin Regina Derrer;   

Gerichtsschreiber Janic Lombriser. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Nigeria,   

vertreten durch MLaw Yasmin Wagner,  

Rechtsschutz für Asylsuchende Bundesasylzentrum  

(…), 

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung (beschleunigtes Verfahren);  

Verfügung des SEM vom 2. September 2025. 

 

 

 

E-6933/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer suchte am 28. Juli 2024 in der Schweiz um Asyl 

nach. Am 22. August 2024 fand in Anwesenheit der zugewiesenen Rechts-

vertretung eine Erstbefragung UMA (Unbegleiteter Minderjähriger Asylsu-

chender) statt (SEM-Akten […][A17]. 

B.  

Aufgrund von Zweifeln an den Altersangaben des Beschwerdeführers er-

teilte das SEM dem Institut für Rechtsmedizin der Universität B._______ 

den Auftrag zur Durchführung einer Altersabklärung. Im Altersgutachten 

vom 3. September 2024 (A22) wird aus den erhobenen Befunden der 

Schluss gezogen, dass der Beschwerdeführer zum Zeitpunkt der Untersu-

chung mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit das 18. Lebensjahr 

vollendet und die Volljährigkeit erreicht habe sowie das ermittelte Mindest-

alter (…) Jahre betrage.  

C.  

Nach der mit Schreiben des SEM vom 12. September 2024 erfolgten Ge-

währung des rechtlichen Gehörs (A25) und der Stellungnahme des Be-

schwerdeführers vom 18. September 2024 (A28) änderte das SEM am 

25. September 2024 das Geburtsdatum im Zentralen Migrationsinformati-

onssystem (ZEMIS) auf den (…) (mit Bestreitungsvermerk; A31). 

D.  

Mit Verfügung vom 2. Dezember 2024 trat das SEM im Rahmen eines Dub-

linverfahrens nicht auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers ein und 

verfügte seine Wegweisung in den zuständigen Dublin-Staat Italien. Am 

2. Juni 2025 hob es diese Verfügung auf und nahm das nationale Asylver-

fahren auf. 

E.  

Am 11. Juli 2025 (Fragen 1–99) und am 22. August 2025 (Fragen 100–

148) hörte das SEM den Beschwerdeführer zu seinen Asylgründen an 

(A55). Dabei wurde am 11. Juli 2025 die Rückübersetzung nach der Frage 

56 unterbrochen und am 22. August 2025 fortgeführt. 

F.  

Zur Begründung seines Asylgesuchs machte der Beschwerdeführer im 

Wesentlichen geltend, er sei Haussa islamischen Glaubens und habe bis 

zu seiner Ausreise mit seinen Eltern und drei Geschwistern in C._______ 

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im Stadtteil D._______ in E._______ gelebt. Dort habe er während neun 

Jahren die Schule besucht. Seine Mutter sei Händlerin und verkaufe Le-

bensmittel in der Nachbarschaft. Zudem sei sein – bei einem Bombenan-

schlag verstorbener – Vater ein erfolgreicher Geschäftsmann gewesen, 

weshalb seine Familie keine finanziellen Probleme gehabt habe. 

Der Beschwerdeführer habe regelmässig einen religiösen Lehrer – Herrn 

F._______ – besucht, um religiöse Grundsätze und Vorschriften zu lernen. 

Dieser habe ihm während der Fastenzeit zu essen gegeben, da ihm das 

Fasten schwergefallen sei. Am (…) April 2021 habe er etwas bei Herrn 

F._______ gegessen und sei danach entkleidet bei diesem aufgewacht. Da 

er nicht gewusst habe, was dieser mit ihm gemacht habe, habe er ge-

schrien. Seine Schreie hätten Menschen in der Umgebung dazu veran-

lasst, ihm zur Hilfe zu kommen und Herrn F._______ spitalreif zu prügeln. 

Daraufhin sei er selbst in einem Spital auf einen möglichen sexuellen Miss-

brauch untersucht worden. Ein solcher sei zwar verneint worden, jedoch 

habe er erfahren, dass Herr F._______ seinen Verletzungen erlegen sei. 

Im Spital hätten ihn viele, teils unbekannte, Menschen besucht und seine 

Mutter habe sich aus Furcht vor Vergeltungsmassnahmen an die Polizei 

gewandt, die zu seinem Schutz einen Polizisten zur Verfügung gestellt 

habe. Der Polizist habe ihm jedoch mitgeteilt, dass die Polizei aufgrund des 

Kontaktes von Herrn F._______ zu einflussreichen Personen keinen 

Schutz garantieren könne, weshalb dieser ihm geraten habe, seinen Woh-

nort vorübergehend zu verlassen. Hierauf habe der Polizist ihn und seinen 

Bruder G._______ zu sich nach Hause genommen. In der Folge hätten 

sich unbekannte Personen bei seiner Mutter und seinen Geschwistern 

nach ihm erkundigt, woraufhin er und sein Bruder nach H._______ geflo-

hen seien. In H._______ seien ihm zwei Personen aufgefallen, welche er 

bereits im Spital in E._______ gesehen habe, weshalb er und sein Bruder 

sich nicht in ihrer ursprünglichen Wohnung, sondern bei einem Freund sei-

nes Bruders in H._______ aufgehalten hätten. Daraufhin habe er erfahren, 

dass die beiden unbekannten Personen in die ursprüngliche Wohnung ein-

gebrochen seien und ihn gesucht hätten, weshalb er und sein Bruder nach 

I._______ gereist seien. Auf dem Weg dorthin seien sie in der Nähe von 

J._______ von Banditen entführt worden. In der Folge seien sie mit Hilfe 

einer unbekannten Frau geflohen und über I._______ durch den Niger 

nach Algerien gereist, wo sie sich etwa zwei Jahre lang aufgehalten hätten. 

Dort habe er seinen Bruder – welcher als Maler gearbeitet habe – unter-

stützt. Aufgrund des illegalen Aufenthalts in Algerien und der damit verbun-

denen Umstände seien sie nach Tunesien gereist, wo sein Bruder einen 

Freund gehabt habe. Nach mehreren gescheiterten Ausreiseversuchen sei 

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sein Bruder ohne ihn nach Italien gereist und sei seither verschollen. Etwa 

sieben bis acht Monate später sei er ebenfalls nach Italien gereist, wo er 

registriert worden und von wo aus er anschliessend in die Schweiz weiter-

gereist sei. 

Als Beweismittel reichte der Beschwerdeführer eine Geburtsurkunde, ei-

nen Arztbericht aus E._______ und ein Zertifikat eines Grundschulab-

schlusses ein. 

G.  

Am 29. August 2025 wurde der zugewiesenen Rechtsvertretung der Ent-

wurf des Entscheids betreffend Verneinung der Flüchtlingseigenschaft des 

Beschwerdeführers, Ablehnung seines Asylgesuches, seine Wegweisung 

und deren Vollzug zur Stellungnahme unterbreitet. Eine solche ging am 

1. September 2025 beim SEM ein. 

H.  

Mit Verfügung vom 2. September 2025 stellte die Vorinstanz fest, der Be-

schwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte sein Asylge-

such ab, verfügte die Wegweisung aus der Schweiz und ordnete den Weg-

weisungsvollzug an. 

I.  

Mit Eingabe vom 10. September 2025 erhob der Beschwerdeführer beim 

Bundesverwaltungsgericht Beschwerde gegen diese Verfügung. Er bean-

tragt, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die Sache sei zur 

rechtsgenüglichen Sachverhaltsabklärung und Neubeurteilung an die Vo-

rinstanz zurückzuweisen. Zudem sei das Anhörungsprotokoll vom 11. Juli 

2025 beziehungsweise vom 22. August 2025 aus dem Recht zu weisen. In 

verfahrensrechtlicher Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unentgeltli-

chen Prozessführung inklusive Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvor-

schusses. 

J.  

Am 11. September 2025 bestätigte das Bundesverwaltungsgericht den 

Eingang der Beschwerde und stellte fest, der Beschwerdeführer könne den 

Ausgang des Verfahrens in der Schweiz abwarten. 

 

 

E-6933/2025 

Seite 5 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung 

von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und 

entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend – 

endgültig (Art. 105 Asylgesetz [AsylG, SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 

BGG). 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Der Beschwerdeführer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerdefüh-

rung legitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und formgerecht einge-

reichte Beschwerde ist einzutreten (Art. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 

Abs. 1 VwVG). 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

Über offensichtlich begründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher Zu-

ständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise einer 

zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachstehend 

aufgezeigt wird, handelt es sich um ein solches Rechtsmittel, weshalb das 

Urteil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). 

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines 

Schriftenwechsels verzichtet. 

4.  

4.1 In der Rechtsmitteleingabe wird einzig die Kassation und Rückweisung 

der Sache aus formellen Gründen, wegen Verletzung des rechtlichen Ge-

hörs sowie einer unvollständigen und unrichtigen Abklärung des rechtser-

heblichen Sachverhalts, beantragt. 

4.2 Das Verwaltungs- respektive Asylverfahren wird vom Untersuchungs-

grundsatz beherrscht (Art. 12 VwVG i.V.m. Art. 6 AsylG). Demnach hat die 

Behörde von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des 

rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen, die für das Verfahren 

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Seite 6 

notwendigen Unterlagen zu beschaffen, die rechtlich relevanten Umstände 

abzuklären und ordnungsgemäss darüber Beweis zu führen (vgl. BVGE 

2012/21 E. 5.1 m.w.H.). 

4.3 Gemäss Art. 29 Abs. 2 BV haben die Parteien eines Verfahrens An-

spruch auf rechtliches Gehör. Dieser Grundsatz wird in den Art. 29 ff. 

VwVG für das Verwaltungsverfahren konkretisiert. Er dient einerseits der 

Aufklärung des Sachverhalts, andererseits stellt er ein persönlichkeitsbe-

zogenes Mitwirkungsrecht der Partei dar. Der Anspruch auf rechtliches Ge-

hör verlangt, dass die verfügende Behörde die Vorbringen des Betroffenen 

tatsächlich hört, sorgfältig und ernsthaft prüft und in der Entscheidfindung 

berücksichtigt, was sich entsprechend in der Entscheidbegründung nieder-

schlagen muss (vgl. BVGE 2011/37 E. 5.4.1 m.w.H.). Der Anspruch auf 

rechtliches Gehör umfasst diverse Teilgehalte, unter anderem auch das 

Recht auf Anhörung (Art. 30 Abs. 1 VwVG). Die Anhörung stellt nicht nur 

ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht der asylsuchenden Person 

und einen Teilgehalt des rechtlichen Gehörs dar, sondern dient auch der 

materiellen Sachverhaltsabklärung, die im Asylverfahren grundsätzlich von 

Amtes wegen durchzuführen ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 12 VwVG). 

4.3.1 Die Anhörung im Asylverfahren und deren Protokoll ist eine wichtige 

Grundlage für den Entscheid im Asylverfahren, weshalb, gerade auch an-

gesichts der auf dem Spiel stehenden hochrangigen Rechtsgüter (u.a. Leib 

und Leben), strenge Anforderungen an deren Qualität zu stellen sind. Der 

Rückübersetzung der Protokolle im Zusammenhang mit dem Recht auf An-

hörung kommen verschiedene Funktionen zu (insbesondere: Gedächtnis- 

und Perpetuierungsfunktion, Garantiefunktion sowie Beweis- und Bin-

dungsfunktion; vgl. Urteile des BVGer D-3818/2024 vom 5. November 

2024, E. 3.4; D-5173/2014 vom 28. Dezember 2016, E. 4.3.4 m.w.H.). Zwar 

ist weder im Asylgesetz (Art. 29 AsylG) noch im Verwaltungsverfahrensge-

setz (Art. 30 VwVG) genau geregelt, wann die Rückübersetzung zu erfol-

gen hat, und auch die asylrechtliche Lehre stellt lediglich fest, dass die 

Rückübersetzung am Ende der Anhörung zu erfolgen habe (vgl. Urteile des 

BVGer D-3818/2024 vom 5. November 2024, E. 3.4.2; D-5173/2014, vom 

28. Dezember 2016, E. 4.3.5 m.w.H.). Gemäss aussagepsychologischen 

Erkenntnissen ist aber davon auszugehen, dass eine Person die richtige 

Protokollierung der ihr persönlich unwichtig erscheinenden Details bereits 

nach wenigen Stunden nicht mehr kontrollieren kann, während bei autobi-

ographischen Erlebnissen davon auszugehen ist, dass diese auch nach 

längerer Zeit nur wenig vergessen werden (vgl. Urteile des BVGer  

D-3818/2024 vom 5. November 2024, E. 3.4.1; D-5173/2014 vom 28. 

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Dezember 2016, E. 4.3.5.3 m.w.H.). Daraus ist der Schluss zu ziehen, dass 

die Rückübersetzung und somit die Kontrolle des Anhörungsprotokolls im 

Asylverfahren unmittelbar nach Abschluss der Anhörung oder jedenfalls so 

zeitnah zu erfolgen hat, dass falsche Formulierungen, protokollierte Emo-

tionen und Gesten sowie Details der Anhörung noch nachvollziehbar korri-

giert werden könnten (vgl. Urteile des BVGer D-3818/2024 vom 5. Novem-

ber 2024, E. 3.4.2; D-5173/2014 vom 28. Dezember 2016, E. 4.3.5.) 

4.3.2 Bei einer verspäteten Rückübersetzung ist (mit Ausnahme der Kon-

trollfunktion bezüglich der Genauigkeit der Äusserungen) der Sinn und 

Zweck der Protokollierung der Anhörung dann noch nach wie vor gewahrt, 

wenn die Rückübersetzung innerhalb von wenigen Tagen stattfindet, diese 

also nicht völlig aus dem zeitlichen und inhaltlichen Kontextder Anhörung 

gerissen wird. Wenn die Rückübersetzung, sollte diese aus objektiven 

Gründen unmittelbar nach der Anhörung nicht möglich oder nicht sinnvoll 

gewesen sein, nicht im vertretbaren zeitlichen Abstand nachgeholt wird, 

liegt eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör vor und eine 

Wiederholung dieses Verfahrensschritts auf Beschwerdeebene ist grund-

sätzlich nicht mehr möglich (vgl. Urteile des BVGer D-3818/2024 vom 

5. November 2024, E. 3.4.2; D-5173/2014 vom 28. Dezember 2016, 

E. 4.3.7 f. m.w.H.). 

5.  

5.1 Im vorliegend zu beurteilenden Fall wurde der Beschwerdeführer am 

11. Juli 2025 und am 22. August 2025 gestützt auf Art. 29 Abs. 1 AsylG zu 

seinen Asylgründen angehört. Die Rückübersetzung des Protokolls des 

ersten Teils der Anhörung – am 11. Juli 2025 – wurde nach der Frage 56 

(von 99 Fragen) aus Zeitgründen unterbrochen (A55, F56) und erst am 

22. August 2025, mithin 42 Tage später, fortgeführt (A55, S. 8 oben). Eine 

derart verspätete Rückübersetzung der restlichen Fragen des ersten Teils 

der Anhörung erscheint in einem so starken Masse verzögert, dass sie aus 

dem zeitlichen und inhaltlichen Kontext der Anhörung gerissen ist (vgl. Ur-

teile des BVGer D-3818/2024 vom 5. November 2024, E. 3.4.2; D-

5173/2014 vom 28. Dezember 2016, E. 4.3.7). Zudem geht – in Überein-

stimmung mit dem Beschwerdeführer – die Begründung der Vorinstanz, 

die Verzögerung bei der Rückübersetzung sei sachlich gerechtfertigt, da 

zu einem früheren Zeitpunkt kein qualifizierter Dolmetscher für Haussa zur 

Verfügung gestanden habe, fehl, zumal es die Sache der Vorinstanz ist, 

genügend Ressourcen bereitzustellen, um die Rückübersetzung gemäss 

den Vorgaben des Handbuchs des SEM (vgl. SEM-Handbuch Asyl und 

Rückkehr, Artikel C6.2 Die Anhörung zu den Asylgründen, Ziff. 2.5.7) sowie 

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Seite 8 

der bundesverwaltungsgerichtlichen Rechtsprechung (vgl. oben E. 4.3.1 

und 4.3.2) anzuberaumen. 

5.2 Schliesslich ist der Rüge des Beschwerdeführers beizupflichten, dass 

die Vorinstanz die zeitliche Verzögerung zwischen der Anhörung und deren 

Rückübersetzung bei der Glaubhaftigkeitsprüfung in keiner Weise erwähnt 

hat, weshalb davon auszugehen ist, dass sie diese im Rahmen der Würdi-

gung nicht berücksichtigt hat, was eine Verletzung der Begründungspflicht 

darstellt (vgl. Urteil des BVGer D-5173/2014 vom 28. Dezember 2016, 

E. 4.3.6.1). 

5.3 Zusammenfassend ist festzustellen, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht verletzt (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Vorinstanz hat insbeson-

dere durch die verspätete Rückübersetzung den rechtserheblichen Sach-

verhalt unvollständig festgestellt, den Anspruch des Beschwerdeführers 

auf rechtliches Gehör und ihre Begründungspflicht verletzt. Damit ist das 

Anhörungsprotokoll vom 11. Juli 2025 und 22. August 2025 (A55) aus dem 

Recht zu weisen. Ein reformatorischer Entscheid fällt nicht in Betracht und 

in Anwendung von Art. 61 VwVG ist die angefochtene Verfügung zu kas-

sieren. Die Sache ist zur neuen Entscheidung an die Vorinstanz zurückzu-

weisen. Diese ist anzuweisen, erneut eine Anhörung im Sinne von Art. 29 

AsylG durchzuführen und damit den rechtserheblichen Sachverhalt voll-

ständig festzustellen. Sodann hat sie zwecks Erfüllung ihrer Begründungs-

flicht die neue Verfügung rechtsgenüglich zu begründen. 

6.  

Nach dem Gesagten ist die Beschwerde gutzuheissen. Die Verfügung vom 

2. September 2025 ist aufzuheben und die Sache zur vollständigen Fest-

stellung des Sachverhalts mittels einer neuen Anhörung und anschliessen-

den Neubeurteilung – unter Würdigung aller entscheidwesentlichen Sach-

verhaltselemente und eingereichten Beweismittel – an die Vorinstanz zu-

rückzuweisen. 

7.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten zu erheben (Art. 63 

Abs. 1 und 2 VwVG). 

8.  

Dem vertretenen Beschwerdeführer ist keine Parteientschädigung auszu-

richten, da es sich vorliegend um eine zugewiesene unentgeltliche Rechts-

vertretung im Sinne von Art. 102h AsylG handelt, deren Leistungen vom 

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Seite 9 

Bund nach Massgabe von Art. 102k AsylG entschädigt werden (vgl. auch 

Art. 111ater AsylG). 

 

(Dispositiv nächste Seite)  

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Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen. 

2.  

Die Verfügung vom 2. September 2025 wird aufgehoben und die Sache 

wird im Sinne der Erwägungen ans SEM zurückgewiesen. 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

4.  

Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet.  

5.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber: 

  

Esther Marti Janic Lombriser 

 

 

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