# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ba8bfd16-5089-5274-a0bd-884d835b70fc
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2012-01-16
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 16.01.2012 E-6356/2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-6356-2011_2012-01-16.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung V
E­6356/2011

U r t e i l   v om   1 6 .   J a nua r   2 0 1 2

Besetzung Einzelrichterin Gabriela Freihofer,
mit Zustimmung von Richter Walter Lang; 
Gerichtsschreiber Simon Thurnheer.

Parteien A._______, geboren am (…),
B._______, geboren am (…),
C._______, 
geboren am (…),
D._______, geboren am (…),
E._______, geboren am (…),
F._______, geboren am (…),
Eritrea, 
Beschwerdeführende, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), 
Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung; 
Verfügung des BFM vom 19. September 2011 / N (…).

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Sachverhalt:

A. 
Die  Beschwerdeführenden  beantragten  mit  englischsprachiger  Eingabe 
vom 26. August 2010 (bei der Botschaft eingegangen) sinngemäss, ihnen 
sei  zwecks  Durchführung  eines  Asylverfahrens  die  Einreise  in  die 
Schweiz zu bewilligen. Mit Schreiben vom 19. November 2010 klärte das 
BFM die Beschwerdeführenden über die anwendbaren Rechtsgrundlagen 
und  seine  strenge  Bewilligungspraxis  auf  und  teilte  ihnen mit,  dass  die 
Aussichten auf eine Einreisebewilligung gering seien. Weiter forderte das 
BFM  die  Beschwerdeführenden  dazu  auf,  gegenüber  der  Schweizer 
Vertretung im Sudan bis spätestens dem 19. Dezember 2010 zu erklären, 
ob sie an ihren Gesuchen festhalten wollten. Im Unterlassungsfall würden 
ihre  Gesuche  als  zurückgezogen  abgeschrieben.  Mit  Eingabe  vom 
16. Dezember  2010  (bei  der  Botschaft  eingegangen)  bekräftigten  die 
Beschwerdeführenden  ihre Absicht, an den Gesuchen  festzuhalten. Das 
BFM  teilte  ihnen  mit  Schreiben  vom  13. Mai  2011  mit,  dass  im 
Asylverfahren  eine  asylsuchende  Person  in  der  Regel  zwar  durch  die 
Schweizerische Vertretung vor Ort zu befragen sei,  im vorliegenden Fall 
jedoch aus kapazitätsbedingten und sicherheitstechnischen Gründen die 
Schweizer  Vertretung  im  Sudan  nicht  in  der  Lage  sei,  eine  Befragung 
durchzuführen. Da jedoch bezüglich der Asylgesuche noch einige Fragen 
offen  seien,  ersuche  das  BFM  die  Beschwerdeführenden  zur 
Vervollständigung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts  um  eine 
ergänzende Stellungnahme zu verschiedenen Punkten. Am 14. Juni 2011 
reichten  die  Beschwerdeführenden  auf  der  Schweizer  Botschaft  in 
Khartoum ein Antwortschreiben ein.

Zur  Begründung  ihrer  Gesuche  machten  die  Beschwerdeführenden  im 
Wesentlichen  folgende  Gründe  geltend:  Der  Beschwerdeführer, 
A._______, sei zunächst orthodoxer Christ und die Beschwerdeführerin, 
B._______,  seine Ehefrau, Katholikin gewesen.  In der Folge seien aber 
beide  als  "(…)"  Christen  der  (…)  beigetreten.  Deshalb  seien  sie 
gesellschaftlich  diskriminiert  worden  und  die  Beschwerdeführerin  habe 
sogar  ihre  Arbeitsstelle  verloren.  Anhänger  der  (…)  würden  überdies 
auch  von  staatlicher  Seite  verfolgt.  Der  Beschwerdeführer,  A._______, 
habe  von  1998  bis  zu  seiner  Ausreise  im  Jahre  2009  Militärdienst 
geleistet,  wobei  er  unter  anderem  in  verschiedenen  (…)  als  (…) 
gearbeitet  habe,  während  der  Grenzkonflikte  mit  Äthiopien  aber  an  die 
Front  geschickt  worden  sei.  Als  Armeeangehöriger  habe  er  kein 
genügendes  Einkommen  generieren  können.  Wegen  seiner  grossen 

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Gefolgschaft,  die  er  als  (…)  habe,  habe  man  versucht,  ihn  als 
Kadermitglied  der  People's  Front  for  Democracy  and  Justice  (PFDJ) 
anzuwerben. Nachdem er dies auf Grund seiner religiösen Überzeugung 
verweigert habe, sei er verfolgt worden. So sei er auf eine schwarze Liste 
gesetzt,  zweimal  verhaftet  und  dabei  geschlagen  und  unmenschlich 
behandelt  worden.  Aus  diesen  Gründen  hätten  sie  im  Frühjahr  2009 
Eritrea  illegal  verlassen  und  seien  in  den Sudan  gereist,  wo  sie  sich  in 
das Flüchtlingslager G._______ begeben hätten.  Im Flüchtlingslager  sei 
die Unterkunft vor Feuer und Regen nicht sicher gewesen, die Nahrung 
quantitativ  und  qualitativ  ungenügend,  so  dass  die  Kinder  krank 
geworden  seien  (u.a.  Malaria);  die  medizinische  Versorgung  sei 
unerschwinglich  gewesen.  Für  die  Kinder  hätten  nur  ungenügende 
Ausbildungsmöglichkeiten  bestanden,  die  zudem  den  religiösen 
Überzeugungen  der  Eltern  widersprochen  hätten  (Koranschule).  Die 
Sicherheit  sei  nicht  gewährleistet  gewesen;  insbesondere  seien  sie  vor 
marodierenden  eritreischen  Stämmen,  die  unweit  vom  Lager  im 
Grenzgebiet gelebt hätten, belästigt worden. Die Bedingungen  im Lager 
hätten  der  Beschwerdeführerin  B._______,  die  zu  jener  Zeit  mit  ihrem 
vierten  Kind  schwanger  gewesen  sei,  gesundheitlich  schwer  zugesetzt. 
Aus  diesen  Gründen  hätten  sie  das  Lager  verlassen  und  seien  nach 
Khartoum  gezogen,  wo  sie  zunächst  von  einer  kirchlichen  Einrichtung 
beherbergt  und  versorgt  worden  seien.  Später  hätten  sie  aber  auf 
eigenen Füssen stehen müssen und versucht,  ihren Lebensunterhalt mit 
körperlicher  Arbeit  zu  bestreiten,  was  aber  der  Gesundheit  von 
B._______,  (…),  abträglich  gewesen  sei.  Ausserdem  verfügten  sie  im 
Sudan  weder  über  einen  Aufenthaltsstatus  noch  eine  Arbeitserlaubnis, 
weshalb  sie  jederzeit  der  Gefahr  ausgesetzt  seien,  verhaftet  und  nach 
Eritrea  deportiert  zu  werden.  Die  Beschwerdeführenden  machten 
ausserdem geltend, ein Verwandter von B._______ lebe als Flüchtling in 
der Schweiz.

B. 
Mit  Verfügung  vom  19. September  2011  (Eröffnung  unbekannt) 
verweigerte  das  BFM  den  Beschwerdeführenden  die  Einreise  in  die 
Schweiz und lehnte ihre Asylgesuche ab.

C. 
Mit  Eingabe  vom  3.  November  2011  (bei  der  Botschaft  eingegangen) 
erhoben die Beschwerdeführenden gegen diesen Entscheid Beschwerde 
und  beantragten  sinngemäss  die  Aufhebung  der  angefochtenen 
Verfügung, die Einreisebewilligung und die Asylgewährung.

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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 

1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 
gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 
1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021).  Das  BFM 
gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz 
des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das  Sachgebiet  betreffende 
Ausnahme  im  Sinne  von  Art. 32  VGG  liegt  nicht  vor.  Das 
Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die  Beurteilung  der 
vorliegenden  Beschwerde  und  entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls 
endgültig  (Art. 105  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998  [AsylG, 
SR 142.31];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2. Das  Verfahren  richtet  sich  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem 
BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 
AsylG).

1.3.  Da  kein  Zustellungsdatum  ersichtlich  ist,  steht  vorliegend  der 
Zeitpunkt der Eröffnung der angefochtenen Verfügung nicht fest. Weil die 
Beweislast  für  die  Zustellung  an  den  Beschwerdeführer  bei  der 
eröffnenden  Behörde  liegt  (vgl.  ANDRÉ MOSER/MICHAEL  BEUSCH/LORENZ 
KNEUBÜHLER,  Prozessieren  vor  dem  Bundesgericht,  Basel  2008,  Rz. 
3.150. S. 166f.), ist davon auszugehen, dass die am 3. November 2011 in 
der  Schweizer  Vertretung  in  Khartoum  eingegangene  Beschwerde 
rechtzeitig erfolgt ist.  

1.4.  Die  Beschwerde  ist  somit  frist­  und  formgerecht  eingereicht.  Die 
Beschwerdeführenden  haben  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz 
teilgenommen, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt 
und  haben  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung 
beziehungsweise  Änderung.  Sie  sind  daher  zur  Einreichung  der 
Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 
sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2. 
Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

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3. 
Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 
Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise 
einer  zweiten  Richterin  entschieden  (Art. 111  Bst. e  AsylG).  Wie 
nachstehend  aufgezeigt,  handelt  es  sich  vorliegend  um  eine  solche, 
weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  begründen  ist 
(Art. 111a Abs. 2 AsylG).

Gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  wurde  vorliegend  auf  die 
Durchführung eines Schriftenwechsels verzichtet.

4.

4.1. Nach Art. 20 Abs. 2 und 3 AsylG  ist die Einreise  in die Schweiz zu 
bewilligen, wenn eine unmittelbare Gefahr  für  Leib,  Leben oder Freiheit 
aus einem Grund nach Art. 3 AsylG glaubhaft gemacht wird, das heisst 
im Hinblick auf die Anerkennung als Flüchtling und Asylgewährung, oder 
aber  wenn  für  die  Dauer  der  näheren  Abklärung  des  Sachverhalts  ein 
weiterer Aufenthalt im Wohnsitz­ oder Aufenthaltsstaat oder die Ausreise 
in einen Drittstaat nicht zumutbar erscheint.

4.2.  Gemäss  Art.  3  AsylG  wird  ein  Ausländer  als  Flüchtling  anerkannt, 
wenn  er  in  seinem  Heimatstaat  oder  im  Land,  wo  er  zuletzt  wohnte, 
wegen  seiner  Rasse,  Religion,  Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer 
bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  seiner  politischen 
Anschauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete 
Furcht  hat,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu  werden.  Als  ernsthafte 
Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung  von  Leib,  Leben  oder 
Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck 
bewirken (Art. 3 AsylG).

4.3. Nach Art. 52 Abs. 2 AsylG kann einer Person, die sich  im Ausland 
befindet,  das  Asyl  verweigert  werden,  wenn  es  ihr  zugemutet  werden 
kann, sich in einem anderen Staat um Aufnahme zu bemühen.

Bei der Anwendung von Art. 52 Abs. 2 AsylG ist in einer Gesamtschau zu 
prüfen, ob es aufgrund der ganzen Umstände geboten erscheint, dass es 
gerade die Schweiz ist, die den angesichts der bestehenden Gefährdung 
erforderlichen  Schutz  gewähren  soll  (vgl.  EMARK  2004  Nr. 21  E. 4a 
S. 139).  Dabei  sind  namentlich  die  Beziehungsnähe  zur  Schweiz,  die 
Möglichkeit  der  Schutzgewährung  durch  einen  anderen  Staat,  die 

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Beziehungsnähe  zu  anderen  Staaten,  die  praktische  Möglichkeit  und 
objektive  Zumutbarkeit  der  anderweitigen  Schutzsuche  sowie  die 
voraussichtlichen  Eingliederungs­  und  Assimilationsmöglichkeiten  in  der 
Schweiz in Betracht zu ziehen (vgl. EMARK 1997 Nr. 15 E. 2f S. 131 ff.).

4.4. Ehegatten, eingetragene Partnerinnen und Partner von Flüchtlingen 
und  ihre  minderjährigen  Kinder  werden  als  Flüchtlinge  anerkannt  und 
erhalten Asyl, wenn keine besonderen Umstände dagegen sprechen (Art. 
51 Abs. 1 AsylG). Andere nahe Angehörige von in der Schweiz lebenden 
Flüchtlingen  können  in  das  Familienasyl  eingeschlossen  werden,  wenn 
besondere Gründe  für die Familienvereinigung sprechen  (Art. 51 Abs. 2 
AsylG). Andere nahe Angehörige im Sinne von Art. 51 Abs. 2 AsylG sind 
insbesondere dann zu berücksichtigen, wenn sie behindert sind oder aus 
einem anderen Grund auf die Hilfe einer Person, die in der Schweiz lebt, 
angewiesen  sind  (Art.  38  der  Asylverordnung  1  vom  11.  August  1999 
über  Verfahrensfragen  [AsylV  1,  SR  142.311]).  Wurden  die 
anspruchsberechtigten Personen nach Art. 51 Abs. 1 und 2 AsylG durch 
die Flucht getrennt und befinden sie sich im Ausland, so ist ihre Einreise 
auf Gesuch hin zu bewilligen (Art. 51 Abs. 4 AsylG). 

Besondere Gründe, die für eine Familienvereinigung im Sinne von Art. 51 
Abs.  2  AsylG  sprechen,  liegen  nach  der  Praxis  vor,  wenn  die 
einzubeziehenden  nahen  Angehörigen  einer  besonderen  Unterstützung 
im Sinne  einer  persönlichen  Fürsorge  ­  nicht  lediglich  einer  finanziellen 
Unterstützung  ­  bedürfen,  die  nur  die  in  der  Schweiz  lebenden, 
asylberechtigten Familienangehörigen zu erbringen in der Lage sind (vgl. 
Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  [vormaligen]  Schweizerischen 
Asylrekurskommission  [EMARK] 2001 Nr. 24 E. 3, EMARK 2000 Nr. 27 
E. 5 f., EMARK 2000 Nr. 21 E. 6.c). Bei der Gewährung von Familienasyl 
im Sinne von Art. 51 Abs. 2 AsylG wird zudem vorausgesetzt,  dass die 
betreffende  Person  mit  dem  in  der  Schweiz  anerkannten  Flüchtling  im 
Moment  der  Flucht  in  einem  gemeinsamen  Haushalt  gelebt  hat,  eine 
Wiederherstellung  dieser  Gemeinschaft  unentbehrlich  ist  und  in  der 
Schweiz  auch  tatsächlich  angestrebt  wird  (vgl.  EMARK  2000  Nr.  11, 
EMARK 2001 Nr. 24 E. 3, EMARK 2006 Nr. 8). 

5. 

5.1.  Zur  Begründung  seiner  Verfügung  hielt  das  BFM  im Wesentlichen 
fest,  wenn  der  Sachverhalt  bereits  aufgrund  der  schriftlichen  Eingaben 
entscheidreif  erstellt  sei,  könne  auf  eine  Anhörung  des 

http://links.weblaw.ch/EMARK-2001/24
http://links.weblaw.ch/EMARK-2001/24
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Beschwerdeführenden  verzichtet  werden,  sofern  ihnen  das  rechtliche 
Gehör gewährt werde. Unter Einbezug des Schreibens vom 14. Juni 2011 
erachte es die Aktenlage als rechtsgenüglich erstellt. 

5.2.  Aufgrund  der  Schilderungen  der  Beschwerdeführenden  im 
Asylgesuch vom 26. August 2010 und den ergänzenden Stellungnahmen 
vom 16. Dezember 2010 und dem 14. Juni 2011 sei davon auszugehen, 
dass  ihre  Schwierigkeiten mit  den  eritreischen  Behörden  asylbeachtlich 
seien.  Das  BFM  prüfte  sodann,  ob  aufgrund  des  Aufenthalts  im  Sudan 
einer  Asylgewährung  durch  die  Schweiz  Art.  52  Abs.  2  AsylG 
entgegenstehe. Es räumte ein, es sei nicht zu verkennen, dass die Lage 
für die eritreischen Flüchtlinge  im Sudan nicht einfach sei; zugleich hielt 
es  aber  fest,  dass  keine  konkreten  Anhaltspunkte  zur  Annahme 
bestünden,  dass  ein  weiterer  Verbleib  im  Sudan  den 
Beschwerdeführenden  nicht  zumutbar  oder  nicht  möglich  sei.  Die  von 
ihnen  geäusserte  Befürchtung,  nach  Eritrea  verschleppt  zu  werden, 
erachtete es als  klar  unbegründet. Das BFM verfüge mit  der Schweizer 
Botschaft  im Sudan über sehr gute Informationen über die Lage vor Ort. 
Gemäss gesicherten Erkenntnissen sei das Risiko einer Deportation oder 
Verschleppung für Eritreer, die  im Sudan lebten, sehr gering. In  jüngster 
Vergangenheit  seien  auch  keine  Rückführungen  nach  Eritrea  bekannt 
geworden. Mit Verweis auf die Praxis des Bundesverwaltungsgerichts zu 
ähnlich gelagerten Fällen stellte das BFM fest, dass der weitere Verbleib 
im  Sudan  für  die  Beschwerdeführenden  zumutbar  sei,  wobei  ihnen 
insbesondere  zugemutet  werden  könne,  ins  Flüchtlingslager 
zurückzukehren, wo sie die nötige Versorgung erhielten. Demnach seien 
gemäss  Art.  20  i.V.m.  Art.  3  und  52  Abs.  2  AsylG  die  Einreise  zu 
verweigern und die Asylgesuche abzulehnen.

5.3. Das BFM prüfte alsdann, ob die Einreise gemäss Art. 51 Abs. 2 und 
4  AsylG  auf  Grund  der  Beziehungsnähe  der  Beschwerdeführenden  zu 
ihrem  in  der Schweiz  als  Flüchtling  lebenden Verwandten  zu  bewilligen 
sei. Es verneinte dies mit der Begründung, es lägen keine Hinweise vor, 
wonach  es  sich  bei  jenem  Verwandten  um  einen  nahen  Verwandten 
handle, so dass eine enge Beziehung nicht vermutet werden könne. Aus 
den  Schreiben  der  Beschwerdeführenden  seien  keine  besonderen 
Umstände ersichtlich, die dazu führen würden, dass ausnahmsweise von 
einer  engen Beziehung  zwischen B._______  und  ihrem  in  der  Schweiz 
lebenden Verwandten auszugehen sei.

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Seite 8

6.

6.1. Vorweg  ist  festzustellen, dass das BFM  in casu den Sachverhalt  in 
Beachtung  der  Rechtsprechung  des  Bundesverwaltungsgerichts  (vgl. 
BVGE 2007/30) festgestellt hat.

6.2.  Ob  die  Beschwerdeführenden  in  ihrem  Heimatstaat  in 
asylbeachtlicher  Weise  verfolgt  werden,  kann  offen  gelassen  werden, 
weil,  wie  nachfolgend  aufzuzeigen  ist,  ihnen  der  weitere  Verbleib  im 
Sudan im Sinne von Art. 52 Abs. 2 AsylG zugemutet werden kann und sie 
dort nicht an Leib und Leben oder der Freiheit nach einem Grund gemäss 
Art. 3 AsylG unmittelbar gefährdet sind.

Die  Vorinstanz  hat  mit  Verweis  auf  das  Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts  vom  29. April  2010  (D­2047/2010)  zu Recht 
festgehalten, dass Deportationen nach Eritrea zwar vorgekommen seien, 
aber  nicht  flächendeckend  erfolgten,  dass  das  Risiko  einer 
Verschleppung  oder  Deportation  der  Beschwerdeführenden  sehr  gering 
sei,  zumal  keine  konkreten  Hinweise  auf  eine  drohende  Deportation 
vorlägen  und  die  Befürchtung  der  Beschwerdeführenden,  verschleppt 
oder  deportiert  zu  werden,  somit  unbegründet  sei.  Mit  Blick  auf  das 
zitierte  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  ist  der  Vorinstanz  darin 
zuzustimmen,  dass  der  Verbleib  im  Sudan  bzw.  die  Rückkehr  ins 
Flüchtlingslager  aufgrund  der  dortigen  Situation  entgegen  ihren 
Ausführungen zumutbar ist.

Die Auffassung des BFM, wonach die Asylgesuche abzulehnen und die 
Einreise  zu  verweigern  sei,  ist  auch  deshalb  zu  bestätigen,  weil  die 
Voraussetzungen  für  eine  Bewilligung  der  Einreise  in  die  Schweiz 
gestützt  auf  Art.  20  Abs.  2  und  3  AsylG  nicht  erfüllt  sind,  zumal  den 
Beschwerdeführenden  im  Sudan  keine  unmittelbare  asylrelevante 
Gefährdung  droht  und  sie  somit  nicht  auf  den  Schutz  der  Schweiz 
angewiesen sind.

Auf  Beschwerdeebene  korrigieren  sie  die  Ausreisedaten,  wiederholen 
ihre  Vorbringen  aus  dem  erstinstanzlichen  Verfahren,  machen 
Ergänzungen  zur  allgemeinen  Lage  der  Eritreer  im  Sudan  und  bringen 
weitere  Asylgründe  bezüglich  der  politischen  Verfolgung  in  Eritrea  vor. 
Sie  machen  aber  nichts  geltend,  was  geeignet  wäre,  die  Einschätzung 
des Bundesverwaltungsgerichts zu ändern, zumal, wie oben festgehalten, 

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offen  gelassen werden  kann,  ob  sie  in Eritrea  politisch  verfolgt werden. 
Daher erübrigt es sich, darauf näher einzugehen. 

Es  liegen  keine  konkreten  Hinweise  vor,  welche  die  Lagebeurteilung  in 
Frage  stellen  würden.  Insbesondere  substanziieren  die 
Beschwerdeführenden  das  Vorbringen,  die  Kinder  und  Ehefrau  bzw. 
Mutter seien auf Grund der dortigen Lebensbedingungen im Lager krank 
geworden,  nicht.  So  wird  das  in  der  Eingabe  vom  16. Dezember  2010 
gemachte  Vorbringen,  die  Kinder  hätten  sich  mit  Malaria  angesteckt, 
weder  in  der  Eingabe  vom  14. Juni  2011  noch  auf  Beschwerdeebene 
erwähnt.

6.3.  Das  BFM  verneinte  den  Anspruch  auf  Familiennachzug  gemäss 
Art. 51 Abs. 2 und 4 AsylG zu Recht und mit zutreffender Begründung, so 
dass an dieser Stelle auf die Ausführungen der Vorinstanz zu verweisen 
ist.  Auf  Beschwerdeebene  halten  die  Beschwerdeführenden  dem  nichts 
entgegen,  was  geeignet  wäre,  die  von  der  Vorinstanz  vertretene 
Auffassung  umzustossen.  Insbesondere  können  sie  weder  die 
Verwandtschaftsgrade bezeichnen noch  substanziieren, worin  ihre enge 
Beziehung zum  in der Schweiz  lebenden Verwandten bestehen soll. Es 
ist  lediglich  davon  die  Rede,  eine  Person  in  der  Schweiz  zu  ihrem 
Sponsor zu nominieren.

7.
Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Einreise in die Schweiz zur 
Abklärung  des  Sachverhalts  nicht  erforderlich  ist  und  ein 
Asylausschlussgrund gemäss Art. 52 Abs. 2 AsylG vorliegt. Das BFM hat 
demnach  den  Beschwerdeführenden  zu  Recht  die  Einreise  in  die 
Schweiz verweigert beziehungsweise deren Asylgesuch abgelehnt.

8.
Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung 
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und 
vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art.  106  AsylG).  Die 
Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

9.
Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  wären  den  Beschwerdeführenden 
die  Kosten  des  Verfahrens  aufzuerlegen  (Art.  63  Abs.  1  VwVG).  Aus 
verwaltungsökonomischen Gründen und  in Anwendung von Art. 63 Abs. 

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1 in fine VwVG und Art. 6 Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 
über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht  (VGKE,  SR  173.320.2)  ist  allerdings  auf  die 
Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten.

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.

3. 
Dieses  Urteil  geht  an  die  Beschwerdeführenden,  das  BFM  und  die 
Schweizerische Vertretung in Khartoum.

Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber:

Gabriela Freihofer Simon Thurnheer