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**Case Identifier:** 82bc3342-f358-5a79-813c-e519224f299a
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2018-09-21
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 21.09.2018 C-488/2016
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-488-2016_2018-09-21.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
 
 

 

 

  

 

 Abteilung III 

C-488/2016 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 1 .  S e p t e m b e r  2 0 1 8  

Besetzung 
 Richter Michael Peterli (Vorsitz), 

Richter David Weiss,  

Richter Christoph Rohrer,    

Gerichtsschreiberin Sandra Tibis. 
 

 
 

Parteien 
 A._______, (Frankreich),   

vertreten durch B._______, C.P.T.F.E.,  

Beschwerdeführerin,  

 
 

 
gegen 

 
 

IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,  

1211 Genf 2,    

Vorinstanz.  

 
 

 
 

Gegenstand 
 Invalidenversicherung, Berufliche Eingliederung/ 

Invalidenrente, Verfügung vom 14. Januar 2016. 

 

 

 

C-488/2016 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die am (…) 1973 geborene, verheiratete, Doppelbürgerin der Schweiz und 

von Frankreich A._______ lebt in Frankreich. Sie war von Juli 1991 bis 

März 2015 in der Schweiz mit dem Status als Grenzgängerin als Sachbe-

arbeiterin Finanz- und Rechnungswesen angestellt und leistete dabei Bei-

träge an die Schweizerische Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversi-

cherung (vgl. IV-act. 70 und 73). Am 2. Juni 2015 meldete sich A._______ 

zur Früherfassung bei der Invalidenversicherung an (IV-act. 59) und mit 

Anmeldung vom 24. April 2015 (Posteingang IV-Stelle C._______ am 

24. Juni 2015, IV-act. 66) meldete sie sich zum Leistungsbezug an. 

B.  

Mit Verfügung vom 14. Januar 2016 (IV-act. 87) verneinte die IV-Stelle für 

Versicherte im Ausland (nachfolgend: IVSTA oder Vorinstanz) den An-

spruch von A._______ auf Eingliederungsmassnahmen und eine Rente. 

Die IVSTA stellte zur Beurteilung des Gesuchs namentlich auf den Bericht 

von Dr. med. D._______, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, 

vom 8. Juli 2015 (IV-act. 76), den dieser zu Handen der E._______ Versi-

cherung erstattet hatte, und auf den Kurzbericht von Dr. med. F._______, 

Facharzt für Psychiatrie, vom 18. November 2015 (IV-act. 84) ab. Die Ärzte 

diagnostizierten im Wesentlichen eine schwere depressive Episode ohne 

psychotische Symptome (ICD-10 F32.2), aktuell teilweise remittiert, zurzeit 

mittelschwere depressive Episode (F32.11) und Schwierigkeiten im Zu-

sammenhang mit der Stellensuche und mit Arbeitslosigkeit (Z56). 

Die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen oder einer vergleichbaren Tätigkeit 

bezifferte Dr. med. D._______ auf 50% ab 1. September 2015 und auf 

100% ab 1. Oktober 2015. Dr. med. F._______ attestierte A._______ im 

November 2015, dass sie aktuell in der Lage sei, in reduziertem Umfang 

eine ihrem Gesundheitszustand angepasste Tätigkeit aufzunehmen. 

C.  

Gegen die Verfügung vom 14. Januar 2016 erhob A._______ (nachfol-

gend: Beschwerdeführerin) mit Eingaben vom 18. Januar 2016 (BVGer-

act. 1 und 2) Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht. Sie beantragte 

sinngemäss die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Zuspra-

che von Leistungen, da sie zufolge ihrer Hörbehinderung und wegen der 

anlässlich der Kündigung der Arbeitsstelle erlittenen psychischen Belas-

tung in der Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sei. 

C-488/2016 

Seite 3 

D.  

Mit Vernehmlassung vom 30. März 2016 (BVGer-act. 4) verwies die IVSTA 

auf die Stellungnahme der IV-Stelle C._______ vom 23. März 2016 und 

beantragte die Abweisung der Beschwerde. In Bezug auf den Anspruch auf 

Eingliederungsmassnahmen führte die IV-Stelle C._______ aus, es be-

stehe kein Anspruch, wenn die Stelle aus wirtschaftlichen Gründen aufge-

geben worden sei. In diesem Fall sei der Wohnsitzstaat für Eingliederungs-

massnahmen zuständig. Betreffend Rente wies die IV-Stelle C._______ 

darauf hin, dass für die Invaliditätsbemessung der ausgeglichene Arbeits-

markt massgebend sei und nicht leichtfertig davon auszugehen sei, die 

verbliebene Restarbeitsfähigkeit sei nicht mehr verwertbar. 

E.  

Am 18. April 2016 (vgl. BVGer-act. 8) ist der mit Zwischenverfügung vom 

6. April 2016 (BVGer-act. 6) einverlangte Kostenvorschuss in der Höhe 

von Fr. 400.- beim Bundesverwaltungsgericht eingegangen. 

F.  

Mit Replik vom 1. Mai 2016 (BVGer-act. 9) hielt die Beschwerdeführerin an 

ihrem beschwerdeweise gestellten Antrag fest. 

G.  

Mit Eingabe vom 6. Mai 2015 (recte: 2016, BVGer-act. 10) teilte B._______ 

des Comité de Protection des Travailleurs Frontaliers Européens dem In-

struktionsrichter mit, dass er die Beschwerdeführerin im Beschwerdever-

fahren vertrete. Ferner reichte er einen Bericht von Dr. med. F._______ 

vom 29. April 2016 ein. 

H.  

Mit Schreiben vom 10. August 2016 leitete die IVSTA die Stellungnahme 

der IV-Stelle C._______ vom 2. August 2016 weiter, gemäss welcher diese 

auf eine Duplik verzichtet (vgl. BVGer-act. 16). 

I.  

Auf die weiteren Vorbringen der Parteien sowie die eingereichten Beweis-

mittel ist – soweit für die Entscheidfindung erforderlich – in den nachfolgen-

den Erwägungen einzugehen. 

  

C-488/2016 

Seite 4 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.   

1.1 Gemäss Art. 31 VGG (SR 173.32) in Verbindung mit Art. 33 lit. d VGG 

und Art. 69 Abs. 1 lit. b des IVG (SR 831.20) beurteilt das Bundesverwal-

tungsgericht Beschwerden von Personen im Ausland gegen Verfügungen 

der IV-Stelle für Versicherte im Ausland. Eine Ausnahme im Sinne von 

Art. 32 VGG liegt nicht vor. 

1.2 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach 

dem VwVG (SR 172.021), soweit das VGG nichts anderes bestimmt 

(Art. 37 VGG). Gemäss Art. 3 lit. dbis VwVG bleiben in sozialversicherungs-

rechtlichen Verfahren die besonderen Bestimmungen des ATSG 

(SR 830.1) vorbehalten. Gemäss Art. 2 ATSG sind die Bestimmungen die-

ses Gesetzes auf die bundesgesetzlich geregelten Sozialversicherungen 

anwendbar, wenn und soweit die einzelnen Sozialversicherungsgesetze es 

vorsehen. Nach Art. 1 IVG sind die Bestimmungen des ATSG auf die Inva-

lidenversicherung anwendbar (Art. 1a bis 26bis und Art. 28 bis 70), soweit 

das IVG nicht ausdrücklich eine Abweichung vom ATSG vorsieht. Dabei 

finden nach den allgemeinen intertemporalrechtlichen Regeln in formell-

rechtlicher Hinsicht mangels anderslautender Übergangsbestimmungen 

grundsätzlich diejenigen Rechtssätze Anwendung, welche im Zeitpunkt der 

Beschwerdebeurteilung Geltung haben (BGE 130 V 1 E. 3.2). 

1.3 Die Beschwerdeführerin ist durch die angefochtene Verfügung berührt 

und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung, 

so dass sie im Sinne von Art. 59 ATSG beschwerdelegitimiert ist. 

1.4 Da die Beschwerde im Übrigen frist- und formgerecht (Art. 60 Abs. 1 

ATSG und Art. 52 Abs. 1 VwVG) eingereicht und der Kostenvorschuss in-

nert Frist geleistet wurde, ist auf die Beschwerde einzutreten. 

2.   

2.1 Die Beschwerdeführerin besitzt neben der französischen auch die 

schweizerische Staatsbürgerschaft. Die Frage, ob und gegebenenfalls ab 

wann ein Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung besteht, be-

stimmt sich unter den gegebenen Umständen allein aufgrund der schwei-

zerischen Rechtsvorschriften. Nichts anderes ergibt sich für die aktuell in 

Frankreich wohnhafte Beschwerdeführerin aus der Anwendung des Ab-

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Seite 5 

kommens vom 21. Juni 1999 zwischen der Schweizerischen Eidgenossen-

schaft einerseits und der Europäischen Gemeinschaft und ihren Mitglied-

staaten andererseits über die Freizügigkeit (FZA, SR 0.142.112.681) im 

Verhältnis Frankreich-Schweiz (vgl. Urteile des Bundesverwaltungsge-

richts [BVGer] C-7022/2013 vom 10. August 2017 E. 2.2, C-4784/2015 

vom 30. März 2017 E. 5.1, C-2061/2009 vom 16. März 2012 E. 2.1). Ent-

sprechend bestimmt sich vorliegend der Anspruch der Beschwerdeführerin 

auf eine Rente der Invalidenversicherung ausschliesslich nach dem inner-

staatlichen schweizerischen Recht, insbesondere nach dem IVG, der IVV 

(SR 831.201), dem ATSG sowie der ATSV (SR 830.11).  

2.2 Nach der Rechtsprechung stellt das Sozialversicherungsgericht bei der 

Beurteilung einer Streitsache in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des 

Erlasses der streitigen Verwaltungsverfügung (hier: 14. Januar 2016) ein-

getretenen Sachverhalt ab (BGE 129 V 1 E. 1.2 mit Hinweis).  

In materiell-rechtlicher Hinsicht ist auf jene gesetzlichen Bestimmungen 

abzustellen, die für die Beurteilung eines Rentenanspruchs jeweils relevant 

waren und in Kraft standen. Ein allfälliger Leistungsanspruch ist für die Zeit 

vor einem Rechtswechsel aufgrund der bisherigen und ab diesem Zeit-

punkt nach den neuen Normen zu prüfen (pro rata temporis; 

BGE 130 V 445).  

Vorliegend ist das Leistungsbegehren der Beschwerdeführerin im Juni 

2015 bei der IV-Stelle eingegangen. Mit der Anmeldung im Juni 2015 ist für 

die Beurteilung eines allfälligen Leistungsanspruchs auf die Fassungen ge-

mäss dem per 1. Januar 2012 in Kraft getretenen ersten Massnahmenpa-

ket der 6. IV-Revision (IVG in der Fassung vom 18. März 2011 

[AS 2011 5659] und IVV in der Fassung vom 16. November 2011 

[AS 2011 5679]) abzustellen.  

2.3 Die Beschwerdeführenden können im Rahmen des Beschwerdever-

fahrens die Verletzung von Bundesrecht unter Einschluss des Missbrauchs 

oder der Überschreitung des Ermessens, die unrichtige oder unvollstän-

dige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts sowie Unangemes-

senheit des Entscheids rügen (Art. 49 VwVG). 

3.   

3.1 Versicherte haben Anspruch auf eine Viertelsrente, wenn sie zu min-

destens 40 Prozent invalid sind, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 

50 Prozent besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente, bei mindestens 60 

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Seite 6 

Prozent auf eine Dreiviertelsrente und bei mindestens 70 Prozent auf eine 

ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG). Gemäss Art. 28 Abs. 1ter IVG werden 

Renten, die einem Invaliditätsgrad von weniger als 50 Prozent entspre-

chen, jedoch nur an Versicherte ausgerichtet, die ihren Wohnsitz und ge-

wöhnlichen Aufenthalt (Art. 13 ATSG) in der Schweiz haben, soweit nicht 

völkerrechtliche Vereinbarungen eine abweichende Regelung vorsehen, 

was für Staaten der EU der Fall ist. 

3.2 Anspruch auf eine Rente haben Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit 

oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zu-

mutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder ver-

bessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch 

durchschnittlich mindestens 40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen 

sind und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid (Art. 8 

ATSG) sind (Art. 28 Abs. 1 lit. a bis c IVG). 

3.3 Gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG ist In-

validität die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze 

oder teilweise Erwerbsunfähigkeit als Folge von Geburtsgebrechen, Krank-

heit oder Unfall. Erwerbsunfähigkeit ist gemäss Art. 7 ATSG der durch Be-

einträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit verursachte und 

nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder 

teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen-

den ausgeglichenen Arbeitsmarkt. Arbeitsunfähigkeit ist die durch eine Be-

einträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit 

bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufga-

benbereich zumutbare Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die 

zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berück-

sichtigt (Art. 6 ATSG). 

3.4 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 

auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 in Verbin-

dung mit Art. 7 ATSG). Nicht als Folge eines psychischen Gesundheits-

schadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gel-

ten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person 

bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu 

verwerten, abwenden könnte. Das Mass des Forderbaren wird dabei weit-

gehend objektiv bestimmt (BGE 131 V 49 E. 1.2, 130 V 352 E. 2.2.1). Ent-

scheidend ist, ob und inwiefern es der versicherten Person trotz ihres Lei-

dens sozialpraktisch zumutbar ist, die Restarbeitsfähigkeit auf dem ihr 

nach ihren Fähigkeiten offenstehenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu 

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Seite 7 

verwerten, und ob dies für die Gesellschaft tragbar ist. Dies ist nach einem 

weitgehend objektivierten Massstab zu prüfen (BGE 136 V 279 E. 3.2.1). 

Das Bundesgericht hat mit BGE 141 V 281 seine Rechtsprechung zu den 

Voraussetzungen, unter denen anhaltende somatoforme Schmerzstörun-

gen und vergleichbare psychosomatische Leiden eine rentenbegründende 

Invalidität zu bewirken vermögen, grundlegend überdacht und teilweise ge-

ändert.  

3.4.1 Weiterhin kann eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit nur an-

spruchserheblich sein, wenn sie Folge einer fachärztlich einwandfrei diag-

nostizierten Gesundheitsbeeinträchtigung ist (BGE 130 V 396). Auch künf-

tig wird der Rentenanspruch – in Nachachtung der verfassungs- und ge-

setzmässigen Vorgaben von Art. 8 und 29 BV (Rechtsgleichheit) und Art. 7 

Abs. 2 ATSG (objektivierte Zumutbarkeitsbeurteilung) – anhand eines nor-

mativen Prüfrasters beurteilt (vgl. BGE 130 V 352 E. 2.2.2; 139 V 547 

E. 5.9), und es braucht medizinische Evidenz, dass die Erwerbsunfähigkeit 

aus objektiver Sicht eingeschränkt ist. Indes hält das Bundesgericht an der 

Überwindbarkeitsvermutung nicht länger fest (BGE 141 V 281 E. 3.5). An-

stelle des bisherigen Regel/Ausnahme-Modells tritt ein strukturiertes, nor-

matives Prüfraster. In dessen Rahmen wird im Regelfall anhand von auf 

den funktionellen Schweregrad bezogenen Standardindikatoren das tat-

sächlich erreichbare Leistungsvermögen ergebnisoffen und symmetrisch 

beurteilt, indem gleichermassen den äusseren Belastungsfaktoren wie den 

vorhandenen Ressourcen Rechnung getragen wird (Urteil des BGer 

9C_899/2014 vom 29. Juni 2015 [SVR 2015 IV Nr. 38] E. 3.1; zum Ganzen: 

Urteil des BGer 9C_534/2015 vom 1. März 2016 E. 2.2). 

3.4.2 Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit erwähnten Indikatoren hat 

das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.1.3): Ka-

tegorie "funktioneller Schweregrad" (E. 4.3) mit den Komplexen "Gesund-

heitsschädigung" (E. 4.3.1; Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde 

und Symptome [E. 4.3.1.1]; Behandlungs- und Eingliederungserfolg  

oder -resistenz [E. 4.3.1.2]; Komorbiditäten [E. 4.3.1.3]), "Persönlichkeit" 

(Persönlichkeitsentwicklung und -struktur, grundlegende psychische Funk-

tionen [E. 4.3.2]) und "sozialer Kontext" (E. 4.3.3) sowie Kategorie "Kon-

sistenz" (Gesichtspunkte des Verhaltens [E. 4.4]) mit den Faktoren gleich-

mässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen vergleichbaren Le-

bensbereichen (E. 4.4.1) und behandlungs- und eingliederungsanamnes-

tisch ausgewiesener Leidensdruck (E. 4.4.2). Sie erlauben – unter Berück-

sichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und 

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Seite 8 

Kompensationspotenzialen (Ressourcen) anderseits – das tatsächlich er-

reichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 3.4 bis 

3.6 und E. 4.1). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditäts-

grades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizi-

nisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall an-

hand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumin-

dest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind (BGE 141 V 

281 E. 6 in fine; zum Ganzen: Urteil des BGer 9C_534/2015 vom 1. März 

2015 E. 2.2.1).  

3.4.3 Intertemporalrechtlich gilt es zu beachten, dass gemäss altem Ver-

fahrensstandard eingeholte Gutachten ihren Beweiswert nicht per se ver-

lieren. Mit Blick auf die nunmehr materiell-beweisrechtlich geänderten An-

forderungen bei der Einschätzung des funktionellen Leistungsvermögens 

ist jedoch in jedem einzelnen Fall zu prüfen, ob die beigezogenen admi-

nistrativen und/oder gerichtlichen Sachverständigengutachten, gegebe-

nenfalls im Kontext mit weiteren fachärztlichen Berichten, eine schlüssige 

Beurteilung im Lichte der massgeblichen Indikatoren erlauben oder nicht 

(BGE 141 V 281 E. 8; Urteil des BGer 9C_534/2015 vom E. 2.2.3). 

3.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und 

im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche 

und gegebenenfalls andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Auf-

gabe des Arztes im schweizerischen Invalidenverfahren ist es, den Ge-

sundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem 

Umfang und gegebenenfalls bezüglich welcher Tätigkeiten der Versicherte 

arbeitsunfähig ist. Die ärztlichen Auskünfte sind sodann eine wichtige 

Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen dem 

Versicherten konkret noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 

E. 4, 115 V 134 E. 2; AHI-Praxis 2002, S. 62, E. 4b/cc). 

3.5.1 Das Bundesrecht schreibt nicht vor, wie die einzelnen Beweismittel 

zu würdigen sind. Für das gesamte Verwaltungs- und Beschwerdeverfah-

ren gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben Versi-

cherungsträger und Sozialversicherungsgerichte die Beweise frei, das 

heisst ohne förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss 

zu würdigen. Dies bedeutet für das Gericht, dass es alle Beweismittel, un-

abhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu ent-

scheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung 

des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei ei-

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Seite 9 

nander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht er-

ledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe 

anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische 

These abstellt. 

3.5.2 Bezüglich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob 

der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Unter-

suchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in 

Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurtei-

lung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medi-

zinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Exper-

ten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich 

somit weder die Herkunft des Beweismittels noch die Bezeichnung der ein-

gereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder als 

Gutachten (vgl. dazu das Urteil des BGer I 268/2005 vom 26. Januar 2006 

E. 1.2 mit Hinweis auf BGE 125 V 352 E. 3a).  

Gleichwohl erachtet es die Rechtsprechung mit dem Grundsatz der freien 

Beweiswürdigung als vereinbar, Richtlinien für die Beweiswürdigung in Be-

zug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten aufzu-

stellen (vgl. hierzu BGE 125 V 352 E. 3b; AHI 2001 S. 114 E. 3b; Urteil des 

BGer I 128/98 vom 24. Januar 2000 E. 3b). So ist den im Rahmen des Ver-

waltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärzte, welche 

aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach 

Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde 

zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Be-

weiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuver-

lässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb, mit weiteren 

Hinweisen). Berichte der behandelnden Ärzte schliesslich sind aufgrund 

deren auftragsrechtlicher Vertrauensstellung zum Patienten mit Vorbehalt 

zu würdigen (BGE 125 V 353 E. 3b/cc). Dies gilt für den allgemein prakti-

zierenden Hausarzt wie auch für den behandelnden Spezialarzt (Urteil des 

BGer I 655/05 vom 20. März 2006 E. 5.4 mit Hinweisen; vgl. aber Urteil des 

BGer 9C_24/2008 vom 27. Mai 2008 E. 2.3.2). 

Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt Beweiswert 

zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie 

in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit 

bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt in einem Anstellungs-

verhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde 

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Seite 10 

Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonde-

rer Umstände, welche das Misstrauen in die Unparteilichkeit der Beurtei-

lung objektiv als begründet erscheinen lassen (BGE 125 V 351 E. 3b/ee 

mit Hinweisen). 

3.6 Der Rentenanspruch entsteht frühestens nach Ablauf von sechs Mona-

ten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach Art. 29 Abs. 1 

ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollendung des 18. Alters-

jahres folgt (Art. 29 Abs. 1 IVG; vgl. auch Urteil des BGer 9C_562/2012 

E. 3). Somit ist aufgrund der im Juni 2015 eingereichten Anmeldung (Post-

eingang IV-Stelle am 24. Juni 2015) ein allfälliger Leistungsanspruch ab 

1. Dezember 2015 zu prüfen. 

4.  

Nachfolgend ist zu prüfen, ob die IVSTA das Leistungsbegehren der Be-

schwerdeführerin zu Recht abgewiesen hat. 

4.1 Die Beschwerdeführerin machte geltend, ihre Arbeitsfähigkeit sei auf-

grund ihrer Hörbehinderung und der psychischen Belastungssituation, die 

zufolge der Stellenlosigkeit entstanden sei, wesentlich eingeschränkt. Die 

Kündigung der bisherigen, langjährigen Arbeitsstelle sei – entgegen der 

Annahme der Vorinstanz – nicht aus wirtschaftlichen Gründen erfolgt, son-

dern wegen einer Neuausrichtung der Abteilung. Die Beschwerdeführerin 

führte weiter aus, es sei ihr ohne Unterstützung der Invalidenversicherung 

und ohne Entgegenkommen eines Arbeitgebers nicht möglich, wieder eine 

Stelle zu finden. 

4.2 Die IV-Stelle C._______ führte in ihrer Stellungnahme vom 23. März 

2016 aus, für die Invaliditätsbemessung sei nicht relevant, ob eine Person 

unter den konkreten Umständen vermittelt werden könne, sondern ledig-

lich, ob sie die ihr verbliebene Restarbeitsfähigkeit noch nutzen könnte, 

wenn ein Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage nach Arbeitskräften 

bestünde. Beim ausgeglichenen Arbeitsmarkt handle es sich um eine  

theoretische Grösse, so dass nicht leichthin angenommen werden könne, 

die verbliebene Leistungsfähigkeit sei unverwertbar. Vorliegend sei jedoch 

nicht von einer Unverwertbarkeit auszugehen, da die langjährige Beschäf-

tigung der Beschwerdeführerin im ersten Arbeitsmarkt zeige, dass in der 

Praxis zumutbare Tätigkeiten vorhanden seien. 

  

C-488/2016 

Seite 11 

4.3   

4.3.1 Dr. med. D._______, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, 

attestierte der Beschwerdeführerin in seinem Bericht vom 8. Juli 2015 (IV-

act. 76) zu Handen der E._______ Versicherung eine schwere depressive 

Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10 F32.2), aktuell teilweise 

remittiert, zurzeit mittelschwere depressive Episode (ICD-10 F32.11) sowie 

Schwierigkeiten im Zusammenhang mit Stellensuche und Arbeitslosigkeit 

(ICD-10 Z56). Er führte aus, er könne eine objektivierbare Erschöpfung und 

eine leichte aber bedeutsame psychomotorische Verlangsamung feststel-

len. Die Patientin sei in der Lage, den grössten Teil der Haushaltsaufgaben 

zu bewältigen; dies allerdings mit Schwierigkeiten. Das soziale Umfeld un-

terstütze die Patientin. Die Patientin sei zeitlich und räumlich orientiert, und 

es seien keine Aufmerksamkeits- oder Konzentrationsstörungen oder 

mnestische Störungen auszumachen. Die (voraussichtliche) Arbeitsfähig-

keit in der bisherigen oder einer vergleichbaren Tätigkeit bezifferte er mit 

50% ab 1. September 2015 und ab 1. Oktober 2015 attestierte er eine volle 

Arbeitsfähigkeit. 

4.3.2 Dr. med. G._______, Fachärztin für Allgemeinmedizin, attestierte am 

30. September 2015 (IV-act. 82), dass die Beschwerdeführerin aufgrund 

ihres Cochlea-Implantats fehlendes Selbstvertrauen, Probleme im Vorfeld 

von Vorstellungsgesprächen im Sinne von Schlaflosigkeit und innerer Un-

ruhe sowie Angst vor einem erneuten Scheitern habe. Anstellungen mit te-

lefonischen oder persönlichen Kundenkontakten seien nicht möglich. 

Diese Symptome seien aufgrund der vom vormaligen Arbeitgeber ausge-

sprochenen Kündigung aufgetreten und hätten ein ängstlich-depressives 

Syndrom ausgelöst. Die Beschwerdeführerin sei zurzeit in Behandlung bei 

einem Psychiater. 

4.3.3 Mit Bericht vom 18. November 2015 (IV-act. 84) attestierte 

Dr. med. F._______, Facharzt für Psychiatrie, dass die Beschwerdeführe-

rin aufgrund der ausgesprochenen Entlassung in einen Zustand von inten-

siver psychologischer Verzweiflung geraten sei und sich eine Erschöpfung 

eingestellt habe. Es hätten sich aufgrund der traumatischen Entlassung 

zunehmend Schlafstörungen und Albträume manifestiert. Ferner sei die 

Beschwerdeführerin niedergeschlagen und es seien folgende Auffälligkei-

ten aufgetreten: Reizbarkeit und Impulsivität, welche familiäre Probleme 

hervorgerufen hätten, eine grosse Ermüdbarkeit, Anhedonie, „apragma-

tisme et clinophilie“, Gedächtnis-, Aufmerksamkeits- und Konzentrations-

störungen sowie ein Gefühl der Ungerechtigkeit und Benachteiligung. Er 

C-488/2016 

Seite 12 

attestierte der Beschwerdeführerin, dass sie aktuell in der Lage sei, eine 

Arbeit in reduziertem zeitlichem Umfang aufzunehmen. 

4.4 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass bei der Beschwerdeführerin 

im Wesentlichen eine mittelschwere bis schwere depressive Episode vor-

liegt respektive vorgelegen hat und dass sie aufgrund ihrer aus der Hörbe-

hinderung resultierenden Einschränkungen Angst und Schwierigkeiten mit 

der Stellensuche hat. Die festgestellten psychischen Beeinträchtigungen 

sind von einer gewissen Erheblichkeit und damit durchaus geeignet, einen 

relevanten Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit auszuüben. Dies bestätigten 

Dr. med. D._______, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, welche 

der Beschwerdeführerin für den Zeitpunkt der Begutachtung (implizit) eine 

volle Arbeitsunfähigkeit und ab 1. September 2015 (prognostisch) noch 

eine solche von 50% und ab 1. Oktober 2015 wieder eine volle Arbeitsfä-

higkeit (Dr. med. D._______) respektive eine Arbeitsfähigkeit „in reduzier-

tem Umfang“ (Dr. med. F._______) attestierten. Die Einschätzung von 

Dr. med. D._______ für September/Oktober 2015 ist lediglich prognosti-

scher Natur, was problematisch ist, da einer Prognose nicht der gleiche 

Stellenwert beigemessen werden kann wie einer tatsächlichen Feststel-

lung anlässlich einer eingehenden Untersuchung. Überdies legt Dr. med. 

D._______ nicht dar, worin die Einschränkungen bestehen, die zu einer 

(teilweisen) Arbeitsunfähigkeit führen und wieso er zwischen September 

2015 und Oktober 2015 von einer Verbesserung des Gesundheitszustands 

ausgeht. Deshalb ist auf die unvollständige und überdies prognostische 

Einschätzung von Dr. med. D._______ nicht abzustellen. Auf die Einschät-

zung von Dr. med. F._______ ist ebenso wenig abzustellen, da seine 

Quantifizierung der Arbeitsfähigkeit („in reduziertem Umfang“) zu ungenau 

ist, um den Invaliditätsgrad der Beschwerdeführerin zu bestimmen. Entge-

gen der Ansicht der Vorinstanz kann nicht ohne weiteres davon ausgegan-

gen werden, die Beschwerdeführerin habe mit ihrer langjährigen Anstel-

lung bewiesen, dass sie trotz ihrer Hörbehinderung arbeitsfähig sei, da vor-

liegend – wie die Arztberichte zeigen – nicht nur die Hörbehinderung, son-

dern mittlerweile vielmehr auch die psychische Situation für eine allfällige 

Arbeitsunfähigkeit ursächlich sein dürfte. Eine detaillierte Diskussion der 

gemäss Rechtsprechung relevanten Indikatoren wurde in den Berichten 

nicht vorgenommen. Eine Stellungnahme des medizinischen Dienstes der 

Vorinstanz, welche die strittigen Punkte diskutiert und Aufschluss über die 

angestellten Schlussfolgerungen gibt, fehlt gänzlich. Gestützt auf die kurz 

gehaltenen Berichte ist es überdies nicht möglich, einer Einschätzung den 

Vorrang zu geben, zumal beide Berichte sehr kurz gehalten sind und zu 

C-488/2016 

Seite 13 

wenig Angaben enthalten, um sich ein Bild über den Verlauf des gesund-

heitlichen Zustands zu machen. Abschliessend ist somit festzuhalten, dass 

sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin und die daraus re-

sultierende Arbeitsfähigkeit gestützt auf die vorhandenen medizinischen 

Unterlagen nicht evaluieren lässt und somit weitere Abklärungen notwen-

dig sind.  

4.5   

4.5.1 Gemäss neuer bundesgerichtlicher Rechtsprechung können die So-

zialversicherungsgerichte nicht mehr frei entscheiden, ob sie eine Streitsa-

che zu weiteren medizinischen Abklärungen an die Verwaltung zurückwei-

sen. So hat es erkannt, dass es zwar nicht angebracht ist, in jedem Be-

schwerdefall auf der Grundlage eines Gerichtsgutachtens zu urteilen, doch 

drängt es sich auf, dass die Beschwerdeinstanz im Regelfall ein Gerichts-

gutachten einholt, wenn sie einen medizinischen Sachverhalt überhaupt für 

gutachterlich abklärungsbedürftig hält oder wenn eine Administrativexper-

tise in einem rechtserheblichen Punkt nicht beweiskräftig ist. Eine Rück-

weisung an die IV-Stelle bleibt hingegen möglich, wenn sie allein in der 

notwendigen Erhebung einer bisher vollständig ungeklärten Frage begrün-

det ist oder wenn lediglich eine Klarstellung, Präzisierung oder Ergänzung 

von gutachtlichen Ausführungen erforderlich ist (BGE 137 V 210 

E. 4.4.1 ff.). 

4.5.2 Vorliegend erscheint eine Rückweisung der Streitsache an die IVSTA 

im Lichte der dargelegten Rechtsprechung aus nachfolgenden Gründen 

ausnahmsweise möglich. Zu beachten sind insbesondere die Ausführun-

gen des Bundesgerichts im hiervor zitierten BGE 137 V 210, wonach eine 

weitgehende Verlagerung der Expertentätigkeit von der administrativen auf 

die gerichtliche Ebene sachlich nicht wünschbar ist. Die Rechtsstaatlichkeit 

der Versicherungsdurchführung litte empfindlich und wäre von einem Sub-

stanzverlust bedroht, so das Bundesgericht, wenn die Verwaltung von 

vornherein darauf bauen könnte, dass ihre Arbeit in jedem verfügungs-

weise abgeschlossenen Sozialversicherungsfall auf Beschwerde hin 

gleichsam gerichtlicher Nachbesserung unterliege. Im Rahmen der de lege 

lata gegebenen Organisation dränge es sich vielmehr auf, das drohende 

Defizit dort durch gerichtliche Expertisen auszugleichen, wo die Gerichte 

bei der Würdigung des Administrativgutachtens im Kontext der gesamten 

Aktenlage zum Schluss kommen, weitere Abklärungen seien notwendig 

(BGE 137 V 210 E. 4.2). 

C-488/2016 

Seite 14 

4.5.3 Hier liegen zwar vom Bundesverwaltungsgericht zu würdigende Arzt-

berichte im Recht, die allerdings – wie erwähnt – zu ungenau sind, weshalb 

ein Abstellen auf diese unzulässig ist, was zwangsläufig zur Einholung ei-

nes Administrativgutachtens oder einer Präzisierung der vorhandenen Un-

terlagen hätte führen müssen. Würde eine derart mangelhafte Sachver-

haltsabklärung durch Einholung eines Gerichtsgutachtens im Beschwerde-

verfahren korrigiert, bestünde die Gefahr der unerwünschten Verlagerung 

der den Durchführungsorganen vom Gesetz übertragenen Pflicht, den 

rechtserheblichen Sachverhalt nach dem Untersuchungsgrundsatz (Art. 43 

Abs. 1 ATSG) abzuklären (so dass gestützt darauf die Verfügung über die 

in Frage stehende Leistung ergehen kann), auf das Gericht. In Fällen mit 

Auslandsbezug ist die Gefahr der Verlagerung der Expertentätigkeit von 

der administrativen auf die gerichtliche Ebene umso grösser, als dass die 

Aktenbeurteilung durch den RAD oder den medizinischen Dienst der Vor-

instanz gestützt auf ausländische Arztberichte, die oftmals weder eine er-

forderliche interdisziplinäre Gesamtbeurteilung enthalten noch in Kenntnis 

der Vorakten und der spezifischen versicherungsmedizinischen Anforde-

rungen der Invalidenversicherung verfasst werden, häufig vorkommen. Da-

her und aufgrund dessen, dass vorliegend aufgrund der Aktenlage nur eine 

sehr rudimentäre Beurteilung des Gesundheitszustands und der Arbeitsfä-

higkeit der Beschwerdeführerin erfolgen konnte, ist die Angelegenheit zur 

Vornahme weiterer medizinischer Abklärungen (Einholung eines Gutach-

tens in der Schweiz im Fachgebiet Psychiatrie und allenfalls weiterer Dis-

ziplinen) und Einschätzung der Arbeitsfähigkeit unter Berücksichtigung der 

gemäss Rechtsprechung relevanten Indikatoren, an die Vorinstanz zurück-

zuweisen. 

4.6 Zu prüfen bleibt der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen. 

4.6.1 Gemäss Art. 8 Abs. 1 IVG haben Invalide oder von einer Invalidität 

(Art. 8 ATSG) bedrohte Versicherte Anspruch auf Eingliederungsmassnah-

men, soweit diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder 

die Fähigkeit sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustellen, 

zu erhalten oder zu verbessern; und (lit. a) die Voraussetzungen für den 

Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind (lit. b). 

Gemäss Art. 17 Abs. 1 IVG hat der Versicherte Anspruch auf Umschulung 

auf eine neue Erwerbstätigkeit, wenn die Umschulung infolge Invalidität 

notwendig ist und dadurch die Erwerbsfähigkeit voraussichtlich erhalten  

oder wesentlich verbessert werden kann. Nach der Rechtsprechung ist un-

ter Umschulung grundsätzlich die Summe der Eingliederungsmassnahmen 

C-488/2016 

Seite 15 

berufsbildender Art zu verstehen, die notwendig und geeignet sind, dem 

vor Eintritt der Invalidität bereits erwerbstätig gewesenen Versicherten eine 

seiner früheren annähernd gleichwertige Erwerbsmöglichkeit zu vermitteln. 

Der Umschulungsanspruch setzt eine Invalidität oder die unmittelbare Be-

drohung durch eine solche voraus (Art. 8 Abs. 1 IVG). Als invalid im Sinne 

von Art. 17 IVG gilt, wer nicht hinreichend eingegliedert ist, weil der Ge-

sundheitsschaden eine Art und Schwere erreicht hat, welche die Ausübung 

der bisherigen Erwerbstätigkeit ganz oder teilweise unzumutbar macht. 

Dabei muss der Invaliditätsgrad ein bestimmtes erhebliches Mass erreicht 

haben; nach der Rechtsprechung ist dies der Fall, wenn der Versicherte in 

den ohne zusätzliche berufliche Ausbildung noch zumutbaren Erwerbstä-

tigkeiten eine bleibende oder längere Zeit dauernde Erwerbseinbusse von 

etwa 20 Prozent erleidet (BGE 124 V 108 E. 2a/b mit Hinweisen). 

Arbeitsunfähige (Art. 6 ATSG) Versicherte, welche eingliederungsfähig 

sind, haben Anspruch auf aktive Unterstützung bei der Suche eines geeig-

neten Arbeitsplatzes (Art. 18 Abs. 1 lit. a IVG); begleitende Beratung im 

Hinblick auf die Aufrechterhaltung ihres Arbeitsplatzes (Art. 18 Abs. 1 lit. b 

IVG). 

4.6.2 Vorliegend ist der medizinische Sachverhalt noch abklärungsbedürf-

tig, und es ergibt sich aus den Akten keineswegs eindeutig, dass bei der 

Beschwerdeführerin eine Erwerbseinbusse von mindestens 20% vorläge, 

so dass über den Anspruch auf berufliche Eingliederung im jetzigen Zeit-

punkt noch nicht entschieden werden kann. Ferner geht aus den Vorakten 

nicht hervor, ob die versicherungsmässigen Voraussetzungen für die Ge-

währung von Eingliederungsmassnahmen (vgl. dazu ausführlich: Urteil des 

BVGer C‒3952/2015 vom 16. November 2017 [publiziert als BVGE 2017 

V/7]) erfüllt sind, weshalb auch diese Frage vorliegend nicht beantwortet 

werden kann. Die Vorinstanz hat sich nach Durchführung von weiteren Ab-

klärungen erneut zur Frage des Anspruchs auf Eingliederungsmassnah-

men zu äussern. 

4.7 Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass sowohl der medizini-

sche Sachverhalt als auch die Voraussetzungen für die Gewährung von 

Eingliederungsmassnahmen ungenügend abgeklärt worden sind, so dass 

die Beschwerde demnach gutzuheissen und die Angelegenheit zur Vervoll-

ständigung des Sachverhalts, das heisst Einholung eines Gutachtens in 

der Schweiz im Fachgebiet Psychiatrie (und allenfalls weiterer Disziplinen) 

und Einschätzung der Arbeitsfähigkeit unter Berücksichtigung der gemäss 

C-488/2016 

Seite 16 

Rechtsprechung relevanten Indikatoren, an die Vorinstanz zurückzuweisen 

ist. 

5.  

Zu befinden bleibt noch über die Verfahrenskosten und eine allfällige Par-

teientschädigung. 

5.1 Die Verfahrenskosten sind bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder 

die Verweigerung von IV-Leistungen nach dem Verfahrensaufwand und un-

abhängig vom Streitwert im Rahmen von 200-1'000 Franken festzulegen 

(Art. 69 Abs. 1bis IVG). Die Verfahrenskosten werden in der Regel der un-

terliegenden Partei auferlegt (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die Rückweisung der 

Sache an die Verwaltung zu erneuter Abklärung und neuer Verfügung gilt 

im Sozialversicherungsrecht praxisgemäss als volles Obsiegen der Be-

schwerde führenden Partei (BGE 137 V 210 E. 7.1 und 132 V 215 E. 6). 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind der Beschwerdeführerin keine 

Kosten aufzuerlegen. Der von der Beschwerdeführerin geleistete Kosten-

vorschuss in der Höhe von Fr. 400.- ist ihr nach Eintritt der Rechtskraft des 

vorliegenden Entscheids auf ein von ihr bekannt zu gebendes Konto zu-

rückzuerstatten. Einer unterliegenden Vorinstanz sind gemäss Art. 63 

Abs. 2 VwVG ebenso wenig Verfahrenskosten aufzuerlegen. 

5.2 Die Beschwerdeinstanz kann der ganz oder teilweise obsiegenden 

Partei von Amtes wegen oder auf Begehren eine Entschädigung für ihr er-

wachsene notwendige und verhältnismässig hohe Kosten zusprechen 

(Art. 64 Abs. 1 VwVG in Verbindung mit Art. 7 Abs. 1 des Reglements vom 

21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-

verwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Die Parteientschädigung um-

fasst die Kosten der Vertretung sowie allfällige weitere notwendige Ausla-

gen der Partei (Art. 8 VGKE).  

Die Beschwerdeführerin war im vorliegenden Verfahren nichtanwaltlich be-

rufsmässig vertreten, weshalb ihr zu Lasten der unterliegenden Vorinstanz 

eine Parteientschädigung zuzusprechen ist. Da keine Kostennote einge-

reicht wurde, ist die Parteientschädigung unter Berücksichtigung des ak-

tenkundigen und gebotenen Aufwands auf Fr. 600.- festzusetzen. 

  

C-488/2016 

Seite 17 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird in dem Sinn gutgeheissen, dass die angefochtene 

Verfügung vom 14. Januar 2016 aufgehoben und die Sache an die Vor-

instanz zurückgewiesen wird, damit diese im Sinne der Erwägungen den 

Sachverhalt ergänzt und über den Anspruch der Beschwerdeführerin er-

neut verfügt. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der von der Beschwerdefüh-

rerin geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 400.- wird ihr nach 

Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Entscheids zurückerstattet. 

3.  

Der Beschwerdeführerin wird zu Lasten der Vorinstanz eine Parteientschä-

digung in der Höhe von Fr. 600.- zugesprochen. 

4.  

Dieses Urteil geht an: 

– die Beschwerdeführerin (Einschreiben mit Rückschein; Beilage: For-

mular Zahladresse) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr. […]; Einschreiben) 

– das Bundesamt für Sozialversicherungen (Einschreiben) 

 

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Michael Peterli Sandra Tibis 

 

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Seite 18 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-

rechtlichen Angelegenheiten geführt werden, sofern die Voraussetzungen 

gemäss Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG gegeben sind. Die Rechtsschrift hat 

die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Un-

terschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel 

sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 

BGG). 

 

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