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**Case Identifier:** 96e6d3f9-95a6-50dc-bee7-3f3ca271ab16
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-05-19
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 19.05.2017 200 2016 1063
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2016-1063_2017-05-19.pdf

## Full Text

200 16 1063 IV
SCJ/TOZ/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 19. Mai 2017

Verwaltungsrichter Scheidegger, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Ackermann, Verwaltungsrichter Matti
Gerichtsschreiberin Tomic

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 27. September 2016

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Mai 2017, IV/16/1063, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1972 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
meldete sich am 1. Dezember 2015 bei der Invalidenversicherung zum 
Leistungsbezug an (Akten der Invalidenversicherung [act. II] 1). Die IV-
Stelle Bern (IVB resp. Beschwerdegegnerin) klärte hierauf die gesundheitli-
chen sowie erwerblichen Verhältnisse ab und zog die Akten des Kranken-
taggeldversicherers, der C.________, bei. Am 11. Februar 2016 gewährte 
sie Frühinterventionsmassnahmen in Form von Berufsberatung (act. II 19). 
Gestützt auf einen Bericht des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) vom 
13. Juli 2016 (act. II 24) schloss sie am 12. August 2016 die beruflichen 
Eingliederungsmassnahmen ab (act. II 25) und stellte mit Vorbescheid vom 
17. August 2016 (act. II 26) die Abweisung des Leistungsbegehrens in 
Aussicht. Sie erwog hauptsächlich, es liege kein invalidisierender Gesund-
heitsschaden bzw. keine Invalidität im Sinne des Gesetzes vor. Die ent-
sprechende Verfügung erging am 27. September 2016 (act. II 30).

B.

Hiergegen liess die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt B.________, 
am 31. Oktober 2016 Beschwerde erheben und die Ausrichtung einer Inva-
lidenrente beantragen, unter Aufhebung des ergangenen Verwaltungsak-
tes. Eventuell sei die Sache zur Anordnung einer Begutachtung und zur 
Neubeurteilung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Im Weiteren 
liess sie ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege stellen, unter Beiord-
nung von Rechtsanwalt B.________ als amtlicher Anwalt.

Am 23. November 2016 reichte der Rechtsvertreter der Beschwerdeführe-
rin die in Aussicht gestellten Unterlagen zur Prozessbedürftigkeit ein. 

Mit Beschwerdeantwort vom 30. Dezember 2016 beantragte die Be-
schwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Mai 2017, IV/16/1063, Seite 3

Mit Replik vom 6. Februar 2017 bzw. Duplik vom 5. April 2017 hielten die 
Parteien an ihren Anträgen fest. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 27. September 2016 
(act. II 30). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin 
auf Leistungen der Invalidenversicherung, insbesondere auf eine Invaliden-
rente.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

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1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.2 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad (IV-Grad) von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe 
Rente und bei einem IV-Grad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.3 Für die Bestimmung des IV-Grades wird das Erwerbseinkommen, 
das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durch-
führung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmass-
nahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeits-
marktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, 
das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 
ATSG).

2.4 Um den IV-Grad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und 
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. 
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu be-
urteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich 
welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren sind 
ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, 

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welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden können 
(BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99). 

3.

3.1 Zum Gesundheitszustand bzw. zur Arbeits- und Leistungsfähigkeit 
der Beschwerdeführerin ist den Akten im Wesentlichen Folgendes zu ent-
nehmen:

3.1.1 Vom 24. August bis 12. September 2015 hielt sich die Beschwer-
deführerin zur stationären Rehabilitation in der Klinik D.________ auf. Im 
Bericht vom 11. September 2015 (act. II 12) wurden als Diagnosen ein in-
termittierendes lumboradikuläres Reizsyndrom L5 rechts bei Bandschei-
benprotrusion L4/5 und Hypertrophie der Facettengelenke mit rezessaler 
Einengung der Nervenwurzel L5 rechts, ein Dekonditionierungszustand mit 
schwerer muskulärer Dysbalance bei Fehlhaltung sowie ein Status nach 
zweimaliger Infiltration im Bereich der Lendenwirbelsäule (LWS) genannt 
(act. II 12 S. 2). Unter allen aktiven und passiven physikalischen Mass-
nahmen habe bis zum Austritt eine erhebliche Besserung der Beschwerde-
problematik erzielt werden können. Beim Austritt hätten sich keine 
Anhaltspunkte für eine radikuläre Symptomatik gezeigt. Die Beschwerde-
führerin habe subjektiv über eine deutliche Schmerzreduktion und Konditi-
onsverbesserung berichtet. Sie präsentiere sich motiviert zur Weiterführung 
der empfohlenen ambulanten Therapien (act. II 12 S. 3). 

3.1.2 Der behandelnde Arzt, Dr. med. E.________, Facharzt für Allge-
meine Innere Medizin sowie Psychiatrie und Psychotherapie, diagnostizier-
te im Bericht vom 25. Januar 2016 (act. II 16) mit Auswirkungen auf die 
Arbeitsfähigkeit eine Spinalkanalstenose mit rezessaler Einengung der 
Nervenwurzel L5 rechts betont bei Spondylarthrose und Hypertrophie der 
Facettengelenke, eine Diskushernie L3/L4 ohne Einengung der Foramina 
und eine Anpassungsstörung mit depressiver Reaktion (ICD-10 F43.2; 
act. II 16 S. 1 Ziff. 1.1). Er attestierte eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % in 
der zuletzt ausgeübten Tätigkeit vom 6. August 2015 bis auf weiteres 
(act. II 16 S. 4 Ziff. 1.6). Es bestünden schmerzabhängige Einschränkun-
gen der kognitiven Leistungsfähigkeit im Bereich von Konzentration, Ge-

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dächtnis und Planung. Die bisherige Tätigkeit sei aus medizinischer Sicht 
nicht mehr zumutbar (act. II 16 S. 4 Ziff. 1.7). Die Einschränkungen liessen 
sich durch eine ärztliche Begleitung, integrierte psychiatrische Behandlung 
sowie Physiotherapie vermindern (act. II 16 S. 5 Ziff. 1.8). 

3.1.3 Im Bericht vom 8. Februar 2016 (act. II 20 S. 1 bis 6) nannte der 
behandelnde Arzt, Dr. med. F.________, Facharzt für Allgemeine Innere 
Medizin, als Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit einen Dekondi-
tionierungszustand mit schwerer muskulärer Dysbalance bei Fehlhaltung, 
ein intermittierendes lumboradikuläres Reiz-/Schmerzsyndrom L5 rechts 
bei Bandscheibenprotrusion L4/L5 und Hypertrophie der Facettengelenke 
mit rezessaler Einengung der Nervenwurzel L5 rechts sowie eine psycho-
soziale Belastungsstörung (act. II 20 S. 1 Ziff. 1.1.). Er attestierte eine Ar-
beitsunfähigkeit von 100 % in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit von August 
2015 bis auf weiteres (act. II 20 S. 2 Ziff. 1.6). Der genannte Dekonditionie-
rungszustand erlaube weder längeres Stehen noch Sitzen. Darauf wirke 
sich die psychosoziale Belastungsstörung verstärkend aus. Ein Arbeitsein-
satz sei nicht zumutbar und auch nicht möglich (act. II 20 S. 2 Ziff. 1.7). Die 
Einschränkungen liessen sich durch eine Trainingstherapie, manuelle Me-
dizin bei Bedarf und psychiatrische Therapie vermindern. Mittels der ange-
führten Massnahmen könnte die Arbeitsfähigkeit längerfristig gesteigert 
werden (act. II 20 S. 3 Ziff. 1.8). 

3.1.4 Dr. med. E.________ führte im Bericht vom 17. Juni 2016 (act. II 
22) aus, dass die Wiedererlangung der Arbeitsfähigkeit ausschliesslich von 
den Therapiefortschritten abhänge; hierbei seien die Rückenbeschwerden 
und nicht die reaktive Anpassungsstörung mit depressiven Symptomen der 
limitierende Faktor. Die Frage der Arbeitsfähigkeit im Lehrerberuf könne 
nach wie vor nicht abschliessend beantwortet werden (act. II 22 S. 2). 

3.1.5 PD Dr. med. G.________, Facharzt für Chirurgie, diagnostizierte 
im - zu Handen der C.________ - erstellten Gutachten vom 23. Juni 2016 
(act. II 23) mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine linkskonvexe 
Skoliose auf Höhe L3/L4/L5 bei Osteochondrose, beginnender 
Spondylarthrose sowie Spinalstenose auf Höhe L4/L5 (act. II 23 S. 4 Ziff. 
3). Die subjektiv beklagten Beschwerden seien objektivierbar (act. II 23 S. 4 
Ziff. 1.4). Aufgrund des chronischen Schmerzsyndroms seien die 

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nachgewiesenen somatischen Veränderungen sicher auch psychisch 
überlagert mit depressiver Verstimmung (act. II 23 S. 4). Die 
Beschwerdeführerin sei in der bisherigen Tätigkeit als … zurzeit glaubhaft 
und vorläufig bis auf weiteres arbeitsunfähig. Unabhängig von der 
beruflichen Tätigkeit sei sie bei Heben und Tragen von Lasten, längerem 
Sitzen und Stehen sowie Arbeiten mit erhöhter Konzentration 
eingeschränkt. Es bestehe in einer vorwiegend in körperlicher Bewegung 
auszuführenden Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 50 %. Eine genauere 
Evaluation der möglichen Arbeitsleistungen sollte stationär durch die Invali-
denversicherung erfolgen (act. II 23 S. 5 Ziff. 7). Die bisher durchgeführten 
Behandlungsmassnahmen (Infiltrationen, 
Physiotherapie, nichtsteroidale Antirheumatika [NSAR]) hätten zu keiner 
signifikanten Besserung der Symptomatologie geführt (act. II 23 S. 5 
Ziff. 5). Es sei denkbar, dass mit einer operativen Dekompression und Auf-
richtung im Bereich der betroffenen LWS-Segmente eine gewisse Besse-
rung erzielt werden könnte. Angezeigt sei eine Vorstellung bei einem Wir-
belsäulenchirurgen (act. II 23 S. 4). 

3.1.6 Im Bericht vom 13. Juli 2016 (act. II 24) nannte die RAD-Ärztin, Dr. 
med. H.________, Fachärztin für Neurologie sowie Psychiatrie und Psy-
chotherapie, als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein Wur-
zelreizsyndrom L5 rechts bei Bandscheibenprotrusion L4/5 und Hypertro-
phie der Facettengelenke mit rezessaler Einengung der Nervenwurzel L5 
rechts ohne sensomotorische Defizite. Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähig-
keit seien Probleme mit Bezug auf Schwierigkeiten bei der Lebensbewälti-
gung. Es liege eine leichte psychophysische Belastbarkeitsminderung vor. 
Der Beschwerdeführerin sei sowohl die bisherige Tätigkeit als … als auch 
eine körperlich leichte, angepasste Tätigkeit (kein Heben, Tragen und 
Bewegen von Lasten, keine Zwangshaltungen, kein häufiges Bücken, keine 
Kälte oder Zugluft) ganztags bei voller Leistung in wechselnden 
Körperpositionen zumutbar (act. II 24 S. 5). 

In ihrem anlässlich des Beschwerdeverfahrens erstellten Bericht vom 
9. Dezember 2016 (act. II 37) hielt die RAD-Ärztin fest, dass den Aus-
führungen von PD. Dr. med. G.________ im Gutachten vom 23. Juni 2016 
(act. II 23) insbesondere hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit in vielen Punkten 

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nicht gefolgt werden könne. Dessen Untersuchungsbefunde wiesen mehre-
re Inkonsistenzen auf (act. II 37 S. 4). Die gutachterliche Aussage, wonach 
die subjektiv geklagten Beschwerden objektivierbar seien, lasse sich fach-
lich nicht nachvollziehen. Die Befundung zeige keine sensomotorischen 
Defizite (Lähmungen oder Empfindungsstörungen). Sodann sei keine 
schmerzspezifische Anamnese erhoben worden. Auch finde sich in der 
Expertise keine Recherche bezüglich der Medikamentenanamnese oder 
einer ehemals schmerzdistanzierenden Therapie. Somit liege keine Objek-
tivierung der geklagten Beschwerden vor. Weiter habe PD. Dr. med. 
G.________ die von ihm angenommene Arbeitsunfähigkeit in der bisheri-
gen Tätigkeit als Lehrerin nicht zu begründen vermocht. Diesbezüglich ge-
he aus der Anamneseerhebung hervor, dass längeres Stehen auch zu 
Schmerzen führe bzw. Bewegung gut sei. Gemäss Darstellung des Le-
benslaufes beinhalte die Lehrertätigkeit jedoch gerade eine wechselbelas-
tende Arbeit mit Stehen, Gehen und Sitzen. Die RAD-Ärztin kam zum 
Schluss, dass am Zumutbarkeitsprofil vom 13. Juli 2016 (act. II 24 S. 5) 
festgehalten werden könne (act. II 37 S. 5).

3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352; SVR 2015 IV Nr. 28 S. 86 E. 4.1).

3.2.1 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 

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Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

3.2.2 Sofern RAD-Untersuchungsberichte den Anforderungen an ein 
ärztliches Gutachten (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352) genügen, auch hin-
sichtlich der erforderlichen ärztlichen Qualifikationen, haben sie einen ver-
gleichbaren Beweiswert wie ein anderes Gutachten (SVR 2009 IV Nr. 53 
S. 165 E. 3.3.2). Soll allerdings ein Versicherungsfall ohne Einholung eines 
externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung 
strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an 
der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen 
Feststellungen, sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen. Das Gericht 
wird entweder ein Gerichtsgutachten anzuordnen oder die Sache an den 
Versicherungsträger zurückzuweisen haben, damit dieser im Verfahren 
nach Art. 44 ATSG eine Begutachtung veranlasst (BGE 142 V 58 E. 5.1 
S. 65, 135 V 465 E. 4.4 S. 470 und E. 4.6 S. 471, 122 V 157 E. 1d S. 162).

3.3 In psychiatrischer Hinsicht steht zu Recht ausser Frage, dass 
gemäss dem (zu Handen der Klinik C.________ erstellten) schlüssigen und 
überzeugenden, mithin beweiskräftigen Gutachten von Dr. med. 
I.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 2. Juni 
2016 keine psychiatrische Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit 
vorliegt (Akten der Beschwerdeführerin [act. I] 6 S. 12 Ziff. 6.1). Dies wird 
im Übrigen von der Beschwerdeführerin auch nicht bestritten (vgl. Replik, 
S. 3).

3.4 In somatischer Hinsicht hat sich die Beschwerdegegnerin mass-
geblich auf den Aktenbericht der RAD-Ärztin Dr. med. H.________ vom 
13. Juli 2016 (act. II 24) gestützt, wonach eine uneingeschränkte Arbeits- 
und Leistungsfähigkeit sowohl in der bisherigen Tätigkeit als Lehrerin als 
auch in einer leidensangepassten Tätigkeit bestehe (act. II 24 S. 5). Die 
RAD-Ärztin hat die Arbeitsfähigkeit aufgrund der vorhandenen Akten, ohne 
die Beschwerdeführerin persönlich untersucht zu haben, beurteilt. Bei den 
entsprechenden Ausführungen handelt es sich - mangels selber 
durchgeführter Untersuchungen - mithin nicht um eine Stellungnahme im 
Sinne von Art. 49 Abs. 2 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die 

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Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201). Die RAD-Ärztin hat keine 
eigenen medizinischen Befunde erhoben, sondern nur die vorhandenen 
Befunde gewürdigt. Es liegt somit eine Empfehlung zur weiteren 
Bearbeitung des Leistungsbegehrens aus medizinischer Sicht im Sinne von 
Art. 59 Abs. 2bis IVG und Art. 49 Abs. 1 IVV vor. Der RAD-Bericht vom 13. 
Juli 2016 (act. II 24) vermag daher lediglich dazu Stellung zu nehmen, ob 
der einen oder anderen Ansicht zu folgen oder aber eine zusätzliche 
Untersuchung vorzunehmen ist (zum Ganzen: BGE 142 V 58 E. 5.1 S. 64 
f.). 

Der RAD-ärztlichen Beurteilung steht insbesondere die Einschätzung des 
vom Krankentaggeldversicherer beauftragten externen Gutachters PD Dr. 
med. G.________ vom 23. Juni 2016 entgegen, wonach eine vollständige 
Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit und eine solche von 50 % 
in einer Verweistätigkeit bestünden (act. II 23 S. 5 Ziff. 7). Der Gutachter 
hat seine Beurteilung gestützt auf eine persönliche Untersuchung der 
Beschwerdeführerin und unter Würdigung der bildgebenden Befunde 
abgegeben (act. II 23 S. 2 f.). Allerdings hat er darauf hingewiesen, dass 
eine ergänzende medizinische Abklärung bei einem Wirbelsäulenchirurgen 
und eine genauere Evaluation der möglichen Arbeitsleistungen angezeigt 
seien (act. II 23 S. 4 und S. 5 Ziff. 7). Mit dessen abweichenden Arbeits-
fähigkeitseinschätzung hat sich die RAD-Ärztin im Bericht vom 13. Juli 
2016 (act. II 24), wie die Beschwerdeführerin in der Beschwerde (S. 6 f. 
Ziff. 4) zu Recht geltend macht, nicht auseinandergesetzt. Diesen Mangel 
hat sie in der ergänzenden Stellungnahme vom 9. Dezember 2016 (act. II 
37) nunmehr behoben und dargelegt, dass und weshalb der Einschätzung 
von PD Dr. med. G.________ vom 23. Juni 2016 (act. II 23) hinsichtlich des 
somatischen Krankheitsbildes und insbesondere bezüglich der Beurteilung 
der Arbeitsfähigkeit nicht gefolgt werden könne (act. II 37 S. 4 f.). Hieran 
vermag jedoch nichts zu ändern, dass die RAD-Ärztin mit Blick auf die vom 
Gutachter für notwendig befundene Vorstellung beim 
Wirbelsäulenspezialisten samt Evaluation der möglichen Arbeitsleistungen 
weitere Abklärungen hätte vornehmen bzw. veranlassen müssen. Stattdes-
sen hat sie die Beschwerdeführerin - entgegen allen anderen ärztlichen 
Einschätzungen (act. II 16 S. 4 Ziff. 1.7, act. II 20 S. 2 Ziff. 1.7 und act. II 22 
S. 2) - für vollständig arbeits- und leistungsfähig erachtet (act. II 24 S. 5 und 

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act. II 37 S. 5). Deren reine Aktenbeurteilungen vom 13. Juli und 9. De-
zember 2016 (act. II 24 und 37) allein genügen somit nicht, um die Feststel-
lungen des von einer anderen Versicherung beauftragten externen und 
hierfür fachlich kompetenten Gutachters vollends zu entkräften. Hinzu 
kommt, dass die Beschwerdegegnerin nicht bloss einen Rentenanspruch 
verneint, sondern einen Anspruch auf Leistungen der Invalidenversiche-
rung gänzlich abgewiesen hat (act. II 30), was - gerade wenn es auch um 
somatische Beeinträchtigungen geht - eine eingehende Abklärung voraus-
setzt, sind doch gewisse Leistungen der Invalidenversicherung schon bei 
relativ geringen gesundheitlichen Einschränkungen zuzusprechen. Da aber 
PD Dr. med. G.________ weitere Abklärungen für angezeigt gehalten hat, 
erweisen sich seine Ausführungen ebenfalls als nicht in allen Teilen 
schlüssig, weshalb darauf nicht unbesehen abgestellt werden kann. Bei 
dieser Sachlage kann offen bleiben, ob PD Dr. med. G.________ bei seiner 
Einschätzung der Arbeitsfähigkeit - unzulässigerweise - auch psychische 
Aspekte berücksichtigt hat (act. II 23 S. 4). 

Auch die übrigen Arztberichte (der D.________ vom 11. September 2015 
[act. II 12], der Dres. med. E.________ vom 25. Januar und 17. Juni 2016 
[act. II 16 und 22] und F.________ vom 8. Februar 2016 [act. II 20 S. 1 bis 
6]) lassen keine schlüssige und zuverlässige Einschätzung des somati-
schen Gesundheitszustandes und damit der Arbeitsfähigkeit der Be-
schwerdeführerin zu. Zum einen enthalten sie keine Angaben zur zumutba-
ren Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in einer leidensangepassten 
Tätigkeit, zum anderen wurden bei der Arbeitsfähigkeitseinschätzung auch 
die psychischen Komponenten berücksichtigt. 

Mit Blick auf die gezeigte Ausgangslage ist zusammenfassend festzuhal-
ten, dass das Gutachten von PD Dr. med. G.________ vom 23. Juni 2016 
(act. II 23) zumindest geringe Zweifel (vgl. E. 3.2.2 hiervor) an der Schlüs-
sigkeit und Beweiskraft der versicherungsinternen Aktenbeurteilungen der 
RAD-Ärztin Dr. med. H.________ vom 13. Juli und 9. Dezember 2016 (act. 
II 24 und 37) zu begründen vermag bzw. die vorhandenen medizinischen 
Akten keine hinreichend zuverlässige Grundlage für die Beurteilung der 
Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin bieten. Erforderlich ist somit eine 
externe medizinische Begutachtung (vgl. E. 3.2.2 hiervor). Angesichts des 

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in E. 3.3 hiervor Ausgeführten kann sich die zusätzliche Abklärung auf die 
Rückenproblematik beschränken. 

4.

Nach dem Dargelegten ist der rechtserhebliche medizinische Sachverhalt 
ungenügend abgeklärt. Die angefochtene Verfügung vom 27. September 
2016 (act. II 30) ist daher in Gutheissung der Beschwerde aufzuheben und 
die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit diese ein 
versicherungsexternes Gutachten einhole und anschliessend über den 
Leistungsanspruch der Beschwerdeführerin neu verfüge.

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor 
dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung 
oder Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach 
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4).

5.2 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom Versicherungsgericht festge-
setzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streit-
sache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g 
ATSG).

Mit Kostennote vom 19. April 2017 macht Rechtsanwalt B.________ einen 
Aufwand von 24.8 Stunden geltend. Dieser erscheint vorliegend als über-
höht, zumal auch ein in einem anderen Verfahren angefallener Aufwand 
geltend gemacht wird. Der Parteikostenersatz wird deshalb, unter Berück-
sichtigung des im Vergleich zu ähnlich gelagerten Fällen gebotenen Auf-
wandes, ermessensweise auf pauschal Fr. 4'000.-- (inkl. Auslagen und 
Mehrwertsteuer) festgesetzt.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Mai 2017, IV/16/1063, Seite 13

5.3 Bei diesem Prozessausgang ist das Rechtsschutzinteresse an der 
Beurteilung des Gesuchs um unentgeltliche Rechtspflege dahingefallen. 
Das entsprechende Verfahren ist als gegenstandslos geworden vom Ge-
schäftsverzeichnis abzuschreiben (MERKLI, AESCHLIMANN/HERZOG, Kom-
mentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 39 N. 1).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung der 
IV-Stelle Bern vom 27. September 2016 aufgehoben und die Sache an 
die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen, damit sie nach Vornahme 
der Abklärungen im Sinne der Erwägungen neu verfüge.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt.

3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 4‘000.-- (inkl. Auslagen und MWSt.), zu er-
setzen.

4. Das Verfahren betreffend das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege 
und Beiordnung von Rechtsanwalt B.________ als amtlicher Anwalt 
wird vom Geschäftsverzeichnis abgeschrieben.

5. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Mai 2017, IV/16/1063, Seite 14

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Mai 2017, IV/16/1063, Seite 15

desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.