# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 47cd2667-798a-5421-9691-2c1b7a5db025
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2005-05-10
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht Sonstige Kammern 10.05.2005 SF 2005 9
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_999_SF-2005-9_2005-05-10.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Tribunale cantonale dei Grigioni
Dretgira chantunala dal Grischun

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Ref.: Chur, 10. Mai 2005 Schriftlich mitgeteilt am: 
SF 05 9 (mündlich eröffnet)

Urteil
Strafkammer

Vorsitz Vizepräsident Bochsler
RichterInnen Heinz-Bommer, Sutter-Ambühl, Tomaschett und Giger 
Aktuar ad hoc Elvedi

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In der Strafsache

des X., Angeklagter, amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. Reto Allenspach, 
Advokaturbüro Clavadetscher Bonorand Casanova & Partner, Postfach 433, Arcas 
22, 7002 Chur,

mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 21. Februar 2005, 

wegen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz etc.,

in Anklagezustand versetzt,

hat sich ergeben:

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A. Der mazedonische Staatsangehörige X. wurde am 16. September 
1979 in L. geboren und ist dort zusammen mit einer jüngeren Schwester bei seiner 
Grossmutter aufgewachsen. Seine Eltern arbeiteten nach seiner Geburt in der 
Schweiz und er sah sie nur wenige Monate im Jahr. In M. besuchte X. ein Jahr die 
Primarschule. Im Jahre 1990 kam er ebenfalls in die Schweiz, wo er in N. die Primar- 
und Realschule besuchte. Nach der Schulentlassung absolvierte er eine 4-jährige 
Lehre als Autolackierer bei der Firma A. in O., welche er erfolgreich abschloss. Nach 
der Ausbildung war X. als Autolackierer, Metallbaumonteur und Hilfsarbeiter bei ver-
schiedenen Arbeitsstellen tätig. Seit dem 1. April 2005 arbeitet er als Autolackierer 
bei der B.-Garage AG in P. und verdient monatlich Fr. 4400.- brutto. Er wohnt an 
der C.-Strasse in P.. X. besitzt kein Vermögen und hat Schulden im Betrag von 
mehreren tausend Franken. Von seinem monatlichen Lohn erhält er Fr. 1800.- aus-
bezahlt, der Rest wird vom Betreibungsamt gepfändet. In den Jahren 2002 bis 2004 
liefen gegen X. 23 Betreibungen über einen Gesamtbetrag von Fr. 45188.75. So-
dann liegen 7 Verlustscheine über total Fr. 23709.10 vor. Gemäss den Leumunds-
berichten der Kantonspolizei Graubünden vom 25. Oktober 2002 und 21. Septem-
ber 2004 ist über den Leumund von X. nichts Nachteiliges bekannt.

Im schweizerischen Zentralstrafregister ist X. mit vier Eintragungen verzeich-
net. Am 14. Juli 1999 verurteilte ihn der Kreispräsident Thusis wegen Urkundenfäl-
schung zu einer Busse von Fr. 300.00, bedingt bei einer Probezeit von einem Jahr. 
Am 21. Februar 2000 sprach ihn der Kreispräsident Domleschg wegen grober Ver-
letzung von Verkehrsregeln schuldig und verurteilte ihn zu einer Busse von Fr. 
1000.00, bedingt bei einer Probezeit von zwei Jahren. Am 13. November 2001 ver-
urteilte ihn der Kreispräsident Thusis wegen Drohung, Tätlichkeiten, Vergehen ge-
gen das Waffengesetz und wegen Übertretung des Bundesgesetzes über die 
Betäubungsmittel zu 50 Tagen Gefängnis und einer Busse von Fr. 500.00, bedingt 
bei einer Probezeit von drei Jahren. Der Kreispräsident Thusis verurteilte X. am 27. 
Februar 2003 erneut wegen grober Verletzung von Verkehrsregeln, Widerhandlung 
gegen das Bundesgesetz über den Strassenverkehr und Vergehens gegen das 
Waffengesetz zu einer bedingten Gefängnisstrafe von zwei Monaten und einer 
Busse von Fr. 300.00, unter Ansetzung einer Probezeit von drei Jahren. Gleichzeitig 
wurde der bedingte Vollzug der Vorstrafe widerrufen. Aus dem in den Vorakten lie-
genden Strafregisterauszug ergibt sich sodann, dass X. am 30. September 2002 
vom Untersuchungsamt St. Gallen wegen Verletzung von Verkehrsregeln etc. zu 
einer Busse von Fr. 1200.00 verurteilt worden war.

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Vom 07. Januar 2004 bis 23. Februar 2004 verbüsste X. die vom Kreispräsi-
denten Thusis am 13. November 2001 verhängte 50-tägige Gefängnisstrafe in Halb-
gefangenschaft; einen Tag davon in Form gemeinnütziger Arbeit.

B. Am 14. September 2004 eröffnete die Staatsanwaltschaft Graubünden 
gegen X. eine Strafuntersuchung wegen Widerhandlung gegen das Betäubungs-
mittelgesetz. Mit der Durchführung der Untersuchung wurde das Untersuchungs-
richteramt Chur beauftragt.

C. X. befand sich vom 10. September 2004 bis zum 16. September 2004, 
insgesamt sieben Tage, in N. in Untersuchungshaft.

D. Mit Verfügung vom 21. Februar 2005 wurde X. wegen Widerhandlung 
gegen Art. 19 Ziff. 2 lit. a und Art. 19a Ziff. 1 BetmG sowie wegen Fahrens ohne 
gültigen Fahrausweis gemäss Art. 51 Abs. 1 des Transportgesetzes in Anklagezu-
stand versetzt. Dieser Anklage liegt gemäss Anklageschrift der Staatsanwaltschaft 
Graubünden vom 21. Februar 2005 folgender Sachverhalt zugrunde:

„X. wird angeklagt

1. der Widerhandlung gegen Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG und der mehrfachen 
Widerhandlung gegen Art. 19a Ziff. 1 BetmG.

1.1 In der Zeit von Februar 2003 bis anfangs Oktober 2004 hat der vollum-
fänglich geständige Angeklagte in R., Q. und P. von mehreren verschie-
denen Personen total 560 gr. Heroin für sich oder für Drittpersonen be-
stellt und dann bei den Dealern abgeholt. Die Kontaktaufnahme mit den 
Dealern erfolgte über das Mobiltelefon des Angeklagten. Vom erworbe-
nen Heroin hat X. ca. 30 gr. selber konsumiert. Das restliche Heroin war 
nicht für ihn bestimmt, sondern er hat dieses Heroin für mehrere ver-
schiedene und nur teilweise namentlich bekannte Drittpersonen über-
nommen. Teilweise wurde er von seinen Abnehmern zu den Treffen mit 
den Dealern begleitet. In einigen Fällen hat der Angeklagte das Heroin 
aber auch für die Abnehmer selber übernommen und dann diesen vor-
nehmlich in N. ausgehändigt. Auf diese Weise hat der Angeklagte im 
Zeitraum von Februar 2003 bis zu seiner Festnahme vom 10. September 
2004 unter mehreren verschiedenen Malen total 530 gr. Heroin an Dritt-
personen abgegeben oder an diese vermittelt, darunter 30 gr. Heroin an 
D., 20 gr. Heroin an E., mindestens 20 gr. Heroin an F., 50 gr. Heroin an 
G. sowie 40 gr. Heroin an H.. Sodann gab der Angeklagte seiner Freun-
din I. eine unbestimmte Menge Heroin gratis ab. Die restlichen vom An-
geklagten belieferten Abnehmer konnten nicht ermittelt werden. X. gab 
das Heroin zum Einstandspreis weiter. Als Entgelt für seine Tätigkeit er-
hielt er ab und zu etwas Heroin für den Eigenkonsum oder die Fahrspe-
sen erstattet.

1.2 Das vom Angeklagten gehandelte Heroin war von schlechter Qualität. 
Da es zudem in Kleinstmengen abgegeben wurde, ist davon auszuge-

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hen, dass der Reinheitsgehalt der 530 gr. Heroin bei 10% lag. Der An-
geklagte hat demnach 53 gr. reines Heroin verkauft bzw. vermittelt.

1.3 In der Zeit von Frühjahr 2003 bis anfangs Januar 2005 hat X. regelmäs-
sig Marihuana und gelegentlich Haschisch durch Rauchen konsumiert. 
Marihuana hat er letztmals am 1. Januar 2005 geraucht. Sodann hat der 
ab und zu Kokain gesnifft und Heroin geraucht. Die konsumierten Men-
gen konnten nicht mehr genau ermittelt werden. Total hat der Angeklagte 
aber mindestens 5 gr. Kokain sowie 10 gr. Heroin konsumiert. Das Ko-
kain hatte er in P. bei Schwarzafrikanern gekauft. Das Heroin erhielt er 
teils als Entschädigung für seine Dealertätigkeit; einige Gramm Heroin 
hat er zwischen September 2004 und November 2004 in P. von Mariwan 
Karim gekauft.

1.4 Am 10. September 2004 hat die Polizei beim Angeklagten 0.8 gr. Heroin 
sowie mehrere leere Minigripsäcklein sichergestellt. Die Drogen und die 
Säcklein wurden beschlagnahmt.

2. des Fahrens ohne gültigen Fahrausweis gemäss Art. 51 Abs. 1 des 
Transportgesetzes.

Am 17. Juli 2004 fuhr X. ohne gültigen Fahrausweis mit den SBB von P. 
nach Q..“

E. An der Hauptverhandlung vom 10. Mai 2005 vor der Strafkammer des 
Kantonsgerichts von Graubünden waren der Angeklagte und sein amtlicher Vertei-
diger, Rechtsanwalt lic. iur. Reto Allenspach sowie Staatsanwalt Dr. iur. Alex Zindel 
anwesend. Es wurden keine Einwände gegen die Zuständigkeit und die Zusammen-
setzung des Gerichts erhoben. Im Rahmen der richterlichen Befragung führte X. 
aus, dass seine Schulden vor allem auf seine Ausgaben rund um sein Auto zurück-
zuführen seien. Im Weiteren gab er an, dass ein Teil seines Lohnes weiterhin vom 
Betreibungsamt gepfändet werde.

Staatsanwalt Dr. iur. Alex Zindel stellte und begründete folgende Anträge:

„1. Der Angeklagte sei im Sinne der Anklage schuldig zu sprechen.

2. Dafür sei er mit 18 Monaten Gefängnis unter Abzug der Untersuchungs-
haft zu bestrafen.

3. Der bedingte Strafvollzug der Strafe sei ihm bei einer Probezeit von 5 
Jahren zu gewähren.

4. Die Gewährung des bedingten Strafvollzuges betreffend der 2-monati-
gen Gefängnisstrafe gemäss Urteil des Kreispräsidenten Thusis vom 
27.02.2003 sei zu widerrufen und die Strafe sei zu vollziehen.

5. Die sichergestellten Betäubungsmittel und Betäubungsutensilien seien 
richterlich einzuziehen und der Vernichtung zuzuführen.

6. Gesetzliche Kostenfolge.“

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Der amtliche Verteidiger lic. iur. Reto Allenspach stellte und begründete fol-
gende Anträge: 

„1. X. sei mit höchstens 12 Monaten Gefängnis zu bestrafen, unter Anrech-
nung der 7-tägigen Untersuchungshaft.

2. Der Vollzug der Freiheitsstrafe sei aufzuschieben und die Probezeit auf 
3 Jahre anzusetzen.

3. Widerruf der vom Kreispräsidenten am 27. Februar 2003 ausgesproche-
nen Gefängnisstrafe von 2 Monaten.

4. Einziehung der von der Polizei sichergestellten 0.8 Gramm Heroin und 
der leeren Minigripsäcklein.“

Der Staatsanwalt sowie der Verteidiger hielten in der Replik bzw. Duplik an 
ihren Anträgen fest. Auf die Begründung der Anträge wird – soweit erforderlich - in 
den Erwägungen eingegangen.

In seinem Schlusswort führte der Angeklagte aus, dass er sich bei allen ent-
schuldige und dass er seine Taten bereue.

Die Strafkammer zieht in Erwägung:

1. Art. 19 Ziff. 1 BetmG stellt den unbefugten Handel mit Betäubungsmit-
teln unter Strafe, da deren Genuss für die Gesundheit der Menschen als schädlich 
betrachtet wird. Um dieser Gefahr zu begegnen, hat der Gesetzgeber diejenigen 
Handlungen mit Strafe bedroht, welche letztlich dazu führen können, dass Betäu-
bungsmittel in Verkehr gebracht und so für mögliche Konsumenten zugänglich ge-
macht werden (BGE 120 IV 337). Als Betäubungsmittel gelten nach Art. 1 Abs. 1 
BetmG abhängigkeitserzeugende Stoffe und Präparate der Wirkungstypen Mor-
phin, Kokain und Cannabis. Unter anderem macht sich strafbar, wer unbefugt 
Betäubungsmittel auszieht (Abs. 2), lagert (Abs. 3), anbietet, verteilt, verkauft, ver-
mittelt, verschafft, verordnet, in Verkehr bringt oder abgibt (Abs. 4), wer sie unbefugt 
besitzt, aufbewahrt, kauft oder sonst wie erlangt (Abs. 5) oder wer hierzu Anstalten 
trifft. Für die einfache Tatbegehung droht das Gesetz Gefängnis bis zu drei Jahren 
(Art. 36 StGB) oder Busse bis zu Fr. 40'000.-- (Art. 48 Ziff. 1 Abs. 1 StGB) an, wobei 
Gefängnis und Busse gemäss Art. 50 Abs. 2 StGB miteinander verbunden werden 
können. In schweren Fällen reicht die Strafandrohung von mindestens einem Jahr 

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Gefängnis bis zu zwanzig Jahren Zuchthaus (Art. 35 StGB), womit eine Busse bis 
zu 1 Million Franken verbunden werden kann.

a) Ein schwerer Fall liegt gemäss Art. 19 Ziff. 2 BetmG insbesondere vor, 
wenn der Täter weiss oder annehmen muss, dass sich die Widerhandlung auf eine 
Menge von Betäubungsmitteln bezieht, welche die Gesundheit vieler Menschen in 
Gefahr bringen kann. Viele Menschen im Sinne dieser Bestimmung sind nach der 
Rechtsprechung des Bundesgerichts zwanzig Personen oder mehr (BGE 121 IV 
334), während eine Gesundheitsgefährdung - angesichts der erheblichen Verschär-
fung der Strafdrohung für einen schweren Fall ist Ziff. 2 lit. a von Art. 19 BetmG 
restriktiv auszulegen - nicht schon zu bejahen ist, wenn der Gebrauch einer Droge 
psychisch abhängig machen kann. Vielmehr ist dies erst dann der Fall, wenn der 
Konsum der Droge seelische oder körperliche Schäden verursachen kann, wobei 
die Gefahr für die Gesundheit ausserdem eine nahe liegende und ernstliche sein 
muss (BGE 121 IV 333; BGE 125 IV 93). Massgebend ist dabei allein, wie viele 
Konsumenten gefährdet werden könnten und nicht, wie viele tatsächlich gefährdet 
worden sind, ist Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG doch als abstraktes Gefährdungsdelikt 
ausgestaltet. Unerheblich ist auch, ob durch die Tathandlung neue Abnehmerkreise 
erschlossen werden oder ob die Abnehmer bereits süchtig sind (BGE 118 IV 205 f.; 
BGE 120 IV 338).

 Das Bundesgericht hat unter Beachtung der in konstanter Rechtsprechung 
entwickelten Kriterien den massgeblichen Grenzwert bei Heroin auf 12 Gramm und 
bei Kokain auf 18 Gramm festgelegt, wobei es keine Rolle spielt, ob der Täter die 
Betäubungsmittel in einer einzigen grossen Portion oder in vielen kleinen Teilmen-
gen in Verkehr bringt (BGE 109 IV 145; BGE 114 IV 167; BGE 112 IV 363). Bei der 
Ermittlung der massgeblichen Menge ausser Betracht fallen lediglich die vom Täter 
für den Eigenkonsum verwendeten Mengen (BGE 110 IV 99). Entscheidend für die 
Subsumtion unter Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG ist stets die Menge reinen Stoffes (BGE 
122 IV 363).

b) In subjektiver Hinsicht verlangt Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG, dass der 
Täter weiss oder annehmen muss, dass er mit seinem Tun die Gesundheit vieler 
Menschen gefährden kann. Dieses Wissen um das Gefährdungspotential des um-
gesetzten Rauschgiftes dürfte im Rahmen zentraleuropäischer Verhältnisse im Hin-
blick auf die umfassende Aufklärung der Bevölkerung über den Drogen-missbrauch 
in der Regel bereits bei Ersttätern gegeben sein, die selbst noch keine Erfahrungen 
mit Drogen gemacht haben (BGE 104 IV 215). In Bezug auf die grosse Menge 

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genügt Eventualvorsatz; ein vorgefasster Entschluss, eine solche Menge umzuset-
zen, ist demnach nicht erforderlich (BGE 112 IV 113). Entscheidend ist folglich, ob 
der Täter durch sein Verhalten in Kauf nahm, mit der von ihm gehandelten Menge 
eine grosse Zahl von Menschen in Gefahr zu bringen.

2. Der Angeklagte hat den in der Anklageschrift relevierten Sachverhalt 
vollumfänglich anerkannt; dennoch drängen sich zur Anklageschrift einige Bemer-
kungen grundsätzlicher Natur auf. Dies einerseits deshalb, weil einige der in der 
Anklageschrift namentlich erwähnten Abnehmer eine geringere Menge angeben 
und andererseits in einem Teil der Fälle die Personen weder polizeilich noch unter-
suchungsrichterlich zum Sachverhalt einvernommen wurden. Im Einzelnen ergibt 
sich Folgendes:

a) In Bezug auf den in der Anklageschrift genannten Abnehmer J. kann 
festgehalten werden, dass seine Aussage mit derjenigen des Angeklagten überein-
stimmen. In der polizeilichen Einvernahme vom 17. September 2004 (act. 10.8) ge-
stand Gredig, von X. 20 Gramm Heroin bezogen zu haben.

b) D., K. und E. haben eine geringere Menge an Heroin angegeben, wel-
che sie vom Angeklagten bezogen haben wollen. H. und G. sollen ebenfalls von X. 
Drogen erworben haben. Hinsichtlich dieser beiden Abnehmer liegen weder polizei-
liche noch untersuchungsrichterliche Einvernahmen bei den Akten.

c) Bekannterweise liegt die Beweislast für die dem Beschuldigten zur 
Last gelegten Tat grundsätzlich beim Staat (Padrutt, Kommentar zur Strafprozess-
ordnung des Kantons Graubünden, 2. Aufl., Chur 1996, S. 306). Bei der Würdigung 
der Beweismittel entscheidet das Gericht nach freier, in der Hauptverhandlung ge-
wonnener Überzeugung, wobei es sich verbietet, einzelnen dieser Beweismittel 
eine vorrangige Bedeutung zuzumessen (Art. 125 Abs. 2 StPO). An den Tatbeweis 
sind hohe Anforderungen zu stellen; verlangt wird mehr als eine blosse Wahrschein-
lichkeit, nicht aber ein absoluter Beweis der Täterschaft, denn mit solcher Gewiss-
heit lassen sich infolge der Unzulänglichkeit des menschlichen Erkenntnisvermö-
gens Tatsachen kaum je beweisen (Padrutt, a.a.O., S. 306 f.). Der Angeklagte hat 
anlässlich der untersuchungsrichterlichen Schlusseinvernahme vom 01. Februar 
2005 (act. 1.2) gestanden, in der Zeit von Februar 2003 bis zu seiner Festnahme 
vom 10. September 2004 unter mehreren verschiedenen Malen total 530 Gramm 
Heroin an Drittpersonen abgegeben und für diese vermittelt zu haben. Ein Geständ-
nis bildet in der Regel eine sichere Basis für eine Verurteilung, wenn Anhaltspunkte 

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und Indizien vorliegen, die das Geständnis als glaubhaft erscheinen lassen. Geht 
man nun die Anklageschrift und die Akten unter diesem Aspekt durch, ergibt sich, 
dass an den Aussagen des Angeklagten nicht zu zweifeln ist. Abgesehen von sei-
nem Geständnis anlässlich der untersuchungsrichterlichen Schlusseinvernahme 
vom 01. Februar 2005 gab er auch in seinen anderen Einvernahmen übereinstim-
mend an, insgesamt etwa 530 Gramm Heroin in N., Q. und P. an verschiedene 
Abnehmer vermittelt zu haben. Diese Menge wurde letztmals von X. und seinem 
amtlichen Verteidiger an der Hauptverhandlung bestätigt. Auf die einzelne Zuord-
nung des Heroins kommt es nicht an. Entscheidend ist die Gesamtmenge an ver-
kauften oder vermittelten Drogen. Aufgrund des umfassenden Geständnisses des 
Angeklagten und der übereinstimmenden Angaben anlässlich verschiedener Ein-
vernahmen besteht für das Kantonsgericht kein Zweifel, dass X. etwa 530 Gramm 
Heroin an Drittpersonen verkaufte oder vermittelte. 

d) Für die Annahme eines schweren Falles im Sinne von Art. 19 Ziff. 2 
lit. a BetmG ist – wie bereits erläutert – auf die Menge reinen Stoffes abzustellen. 
Das Kantonsgericht hat sich daher notwendigerweise über die Reinheit der vom 
Täter verkauften bzw. vermittelten Drogen auszusprechen. Da der Reinheitsgrad 
des Heroins nicht mit wissenschaftlicher Genauigkeit festgestellt werden konnte, ist 
diesbezüglich auf die Angaben von X. abzustellen. Der Angeklagte äusserte sich in 
der Schlusseinvernahme vom 01. Februar 2005 (act. 1.2) dahingehend, dass das 
Heroin bei seinen Abnehmern, welche regelmässig Heroin konsumierten, wenig 
Wirkung gezeigt habe. Die Qualität müsse deshalb wohl eher als schlecht bezeich-
net werden. In der untersuchungsrichterlichen Einvernahme vom 16. September 
2004 (act. 11.5) gab er an, dass seine Abnehmer jeweils von nicht so starkem He-
roin gesprochen und dass ein Teil von ihnen bis zu 5 Gramm Heroin pro Tag 
benötigt hätten. Es ist also davon auszugehen, dass das Heroin von schlechter 
Qualität war. Nach den letzten wissenschaftlichen Erkenntnissen hat Heroin bei 
Kleinstmengen und bei schlechter Qualität einen Reinheitsgrad von 10% (vgl. SJZ 
95 [1999] Nr. 21, S. 511). Insgesamt hat der Angeklagte somit 53 Gramm reines 
Heroin an verschiedene Abnehmer vermittelt oder verkauft. 

3. a) Mit der Vermittlung von insgesamt 53 Gramm reinem Heroin hat der 
Angeklagte die für die Annahme eines schweren Falles festgesetzte Menge von 12 
Gramm um ein Mehrfaches überschritten. Der amtliche Verteidiger bringt in diesem 
Zusammenhang vor, dass trotz der klaren Überschreitung der geforderten Menge 
es dennoch gute Gründe gäbe, das Verhalten des Angeklagten nicht als schweren 
Fall im Sinne von Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG zu beurteilen. Der Gesetzgeber habe 

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nämlich mit der Bestimmung von Art. 19 Ziff. 2 BetmG den „gefährlichen Drogen-
händler, der – sei es aus ausschliesslich finanziellen Motiven oder auch, um mit 
dem Erlös seine eigene Sucht zu befriedigen, - gegen Entgelt an mehrere oder gar 
unbestimmt viele Konsumenten verkauft“, erfassen wollen (BGE 120 IV 334). Diese 
Täterumschreibung passe aber nicht auf den Angeklagten, habe dieser doch das 
Heroin grösstenteils unentgeltlich vermittelt. Im Übrigen habe der Angeklagte Dro-
gen für insgesamt 10 bis 15 Personen vermittelt. Bei diesen habe es sich aussch-
liesslich um heroinsüchtige Kollegen gehandelt, die das Heroin in kleinen Mengen 
für ihren Eigenkonsum bestellten. Es könne somit mit hoher Wahrscheinlichkeit aus-
geschlossen werden, dass die Betäubungsmittel in die Hände von vielen, d.h. min-
destens 20 Menschen gelangten, weshalb die Anwendung von Art. 19 Ziff. 2 lit. a 
BetmG auch aus diesem Grund ausser Betracht falle (Fingerhuth/Tschurr, Kom-
mentar zum Betäubungsmittelgesetz, Zürich 2002, S. 145).

b) Auch wenn in der Person des Angeklagten nicht der typische, gefähr-
liche Drogendealer erblickt werden kann, muss sein Verhalten dennoch als qualifi-
zierte Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz bezeichnet werden. Es ist 
richtig, dass insbesondere wenn sich die umgesetzte Drogenmenge im Bereich der 
bundesgerichtlichen Limiten bewegt, eine differenzierende, nicht bloss auf die 
Menge abstellende Betrachtungsweise unerlässlich ist. So hat das Bundesgericht 
in BGE 120 IV 334 entschieden, dass derjenige, der mehr als 12 Gramm Heroin an 
eine bereits süchtige nahe Bezugsperson zum eigenen oder gemeinsamen Konsum 
abgibt, um dieser aus ihrer verfahrenen Situation herauszuhelfen, und dabei die 
Gewissheit hat, dass das Heroin nicht an Dritte weitergegeben wird, den qualifizier-
ten Tatbestand nicht erfüllt. Dieser Fall trifft aber vorliegend nicht zu. Mit der Ver-
mittlung von insgesamt etwa 53 Gramm reinem Heroin hat der Angeklagte die bun-
desgerichtliche Limite von 12 Gramm bei weitem überschritten. Im Übrigen hat er 
das Betäubungsmittel nicht an eine nahe Bezugsperson abgegeben, sondern an 
seine süchtigen Kollegen und an Personen aus P., S. und T., deren Namen er nicht 
kannte (act. 1.2). Bei einer solchen Konstellation kann auch die abstrakte Gefahr, 
dass die Betäubungsmittel in die Hände von 20 oder mehr Menschen gelangt sind, 
nicht ausgeschlossen werden. Schliesslich sei noch erwähnt, dass der Angeklagte 
das Heroin in den meisten Fällen zwar unentgeltlich vermittelte, dennoch erhielt er 
ab und zu etwas Kokain, welches er für den Eigenkonsum aufwenden konnte. Es 
kann demnach nicht nur von unentgeltlichem Vermitteln die Rede sein. Aus diesen 
Gründen hat X. den objektiven Tatbestand von Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG zweifellos 
erfüllt. In subjektiver Hinsicht ist für die Widerhandlung gegen Art. 19 Ziff. 2 lit. a 
BetmG Vorsatz erforderlich. Vorsätzlich handelt gemäss Art. 18 Abs. 2 StGB, wer 

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ein Verbrechen oder Vergehen mit Wissen und Willen ausführt. Zum Vorsatz gehört 
nur das auf die objektiven Merkmale des Tatbestandes bezogene Wissen und Wol-
len, nicht hingegen das Bewusstsein der Rechtswidrigkeit oder gar dasjenige der 
Strafbarkeit (BGE 107 IV 207). Der Täter muss wissen, dass der verkaufte Stoff 
Heroin, Kokain oder ein anderes Betäubungsmittel ist (Peter Albrecht, Kommentar 
zum Schweizerischen Strafrecht, Sonderband Betäubungsmittelstrafrecht, Art. 19-
28 BetmG, Bern 1995, N 85 f. zu Art. 19). Vorliegend besteht kein Zweifel, dass X. 
vorsätzlich Heroin vermittelte oder verkaufte. Somit liegt auch subjektiv ein schwerer 
Fall eines Verstosses gegen das Betäubungsmittelgesetz vor.

4. Gemäss Art. 19a Ziff. 1 BetmG wird mit Haft oder Busse bestraft, wer 
unbefugt Betäubungsmittel vorsätzlich konsumiert oder wer zum eigenen Konsum 
eine Widerhandlung im Sinne von Art. 19 BetmG begeht. In leichten Fällen kann 
das Verfahren eingestellt oder von einer Strafe abgesehen werden; es kann auch 
eine Verwarnung ausgesprochen werden.

a) Für die Anwendung von Art. 19a Ziff. 1 BetmG kommt es auf die 
Quantität des konsumierten Stoffes nicht an; selbst der einmalige Gebrauch einer 
geringfügigen Menge ist strafbar. Im Übrigen erfasst der Tatbestand nur jene 
Beschaffungshandlungen, die ausschliesslich dem eigenen Drogenkonsum dienen 
und somit eine Gefährdung Dritter ausgeschlossen ist. Demzufolge schliessen 
Beschaffungshandlungen, die zum Drogenkonsum Dritter führen oder konkret 
führen können - so etwa Verkauf oder Vermittlung - die Anwendung von Art. 19a 
Ziff. 1 BetmG aus (Fingerhuth/Tschurr, a.a.O., S. 156). Ob ein leichter Fall im Sinne 
von Ziff. 2 der Bestimmung vorliegt, ist anhand aller objektiver und subjektiver 
Umstände des Einzelfalles zu prüfen, wobei dem Richter ein weiter 
Ermessensspielraum zusteht. Auch bei Konsum von Haschisch ist nicht stets ein 
leichter Fall gegeben. Die Annahme eines leichten Falles ist beispielsweise 
ausgeschlossen, wenn jemand regelmässig Haschisch konsumiert und nicht die 
Absicht hat, sein Verhalten zu ändern (BGE 124 IV 44).

b) X. ist geständig, in der Zeit von Frühjahr 2003 bis anfangs Januar 2005 
regelmässig Marihuana und gelegentlich Haschisch durch Rauchen konsumiert zu 
haben. Sodann habe er mindestens 5 Gramm Kokain gesnifft und über 10 Gramm 
Heroin geraucht. Damit steht fest, dass er mehrfach gegen Art. 19a Ziff. 1 BetmG 
verstossen hat. Der regelmässige Konsum während einer Zeitspanne von fast zwei 
Jahren macht deutlich, dass vorliegend nicht mehr von einem leichten Fall im Sinne 
von Ziff. 2 der genannten Bestimmung gesprochen werden kann. Demgemäss ist 

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der Angeklagte der mehrfachen Widerhandlung gegen Art. 19a Ziff. 1 BetmG 
schuldig zu sprechen.

5. Gemäss Art. 51 Abs. 1 lit. b des Bundesgesetzes über den Transport 
im öffentlichen Verkehr (Transportgesetz, TG) wird auf Antrag mit Busse bestraft, 
wer vorsätzlich oder fahrlässig ohne gültigen Fahrausweis ein Fahrzeug auf einer 
Strecke benützt, auf der er den Fahrausweis selbst hätte entwerten müssen. X. ist 
überführt und geständig, am 17. Juli 2004 ohne gültigen Fahrausweis mit den SBB 
von P. nach Q. gefahren zu sein. Der zur Bestrafung erforderliche Strafantrag der 
SBB liegt vor. Damit verstiess der Angeklagte gegen Art. 51 Abs. 1 lit. a des Trans-
portgesetzes in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 der Verordnung über den Transport im 
öffentlichen Verkehr (Transportverordnung, TV).

6. Bei der Strafzumessung hat der Richter gemäss Art. 63 StGB vom 
Verschulden des Täters auszugehen und insbesondere die Beweggründe, das Vor-
leben und die persönlichen Verhältnisse zu berücksichtigen. Das Verschulden um-
fasst den gesamten Unrechts- und Schuldgehalt der konkreten Straftat. Der Bemes-
sung der Schuld ist die Schwere der Tat zugrunde zu legen. Weiter wird beim Ver-
schulden zwischen Tat- und Täterkomponente unterschieden. Bei der Tatkompo-
nente werden das Ausmass des verschuldeten Erfolges, die Willensrichtung, mit 
welcher der Täter handelte und seine Beweggründe betrachtet. Die Täterkompo-
nente hingegen umfasst das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse des Täters 
sowie das Verhalten nach der Tat oder im Strafverfahren, wie zum Beispiel Reue, 
Einsicht oder Strafempfindlichkeit (BGE 129 IV 20; 117 IV 112 ff. mit Hinweisen). 
Diese in die Waagschale gelegten Elemente wirken strafmindernd oder strafer-
höhend, wobei in der Begründung der Strafzumessung die Überlegungen des Rich-
ters nachvollziehbar sein müssen (BGE 121 IV 56). Liegen keine Strafmilderungs- 
oder Strafschärfungsgründe vor, hat sich der Richter an den vom Gesetzgeber vor-
gesehenen Strafrahmen zu halten.

a) Hat jemand durch eine oder mehrere Handlungen mehrere Freiheits-
strafen verwirkt, so verurteilt ihn der Richter nach dem Asperationsprinzip zu der 
Strafe der schwersten Tat und erhöht deren Dauer angemessen. Er kann jedoch 
das höchste Mass der angedrohten Strafe nicht um mehr als die Hälfte erhöhen. 
Dabei ist er zusätzlich an das gesetzliche Höchstmass der Strafart gebunden (Art. 
68 Ziff. 1 Abs. 1 StGB). Die schwerste Tat ist diejenige, welche unter den mit der 
höchsten Strafe bedrohten Tatbestand fällt. Grundlage für die Strafzumessung im 
vorliegenden Fall bildet der in Art. 19 Ziff. 1 in Verbindung mit Art. 19 Ziff. 2 lit. a 

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BetmG vorgesehene Strafrahmen von Zuchthaus oder Gefängnis nicht unter einem 
Jahr, womit eine Busse bis zu einer Million Franken verbunden werden kann.

b) Der Gesetzgeber hat damit zu erkennen gegeben, dass die 
Widerhandlung gegen Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG als ernstzunehmendes Delikt zu 
qualifizieren ist. Die objektive Schwere des Delikts im konkreten Einzelfall zeigt sich  
aber insbesondere aufgrund des Ausmasses des deliktischen Erfolgs sowie der Art 
und Weise der Ausführung der Tat. Diese erlauben dem Gericht eine Verfeinerung 
der Wertung, die der Gesetzgeber vorgezeichnet hat. Die Menge der umgesetzten 
Drogen ist zwar für die Strafzumessung nicht von ausschlaggebender Bedeutung, 
sie bildet indessen einen ersten massgeblichen Anhaltspunkt für den kriminellen 
Willen des Täters (BGE 121 IV 193 = Pra 1996 Nr. 28; BGE 118 IV 348). Auch der 
Gesetzgeber hat bei der Umschreibung des schweren Falles dem quantitativen 
Aspekt erhebliches Gewicht beigemessen; wer eine grosse Menge Rauschgift in 
Umlauf setzt und damit Leben und Gesundheit vieler Menschen gefährdet, nimmt 
eine besonders skrupellose und menschenverachtende Haltung ein, die 
grundsätzlich ein erhebliches Verschulden offenbart.

c) X. hat insgesamt 53 Gramm reines Heroin Drittpersonen abgegeben 
oder für diese vermittelt. Wie bereits erwähnt, ist das Ausmass des vom Täter 
verursachten Erfolges ein Kriterium, welches im Rahmen der Tatkomponente zu 
beachten und für die Bemessung des Verschuldens von Bedeutung ist. Nach dem 
Dargelegten hat der Angeklagte den für die Annahme eines schweren Falles 
massgeblichen Grenzwert von 12 Gramm reinem Heroin um mehr als das Vierfache 
überschritten. Zu berücksichtigen ist jedoch, dass X. die Betäubungsmittel nicht aus 
Gewinnsucht vermittelte, sondern vorwiegend um seinen drogenabhängigen 
Kollegen einen Freundschaftsdienst zu erweisen. Bei der Strafzumessung ist 
sodann zu berücksichtigen, in welcher Funktion der Täter am 
Betäubungsmittelhandel mitwirkte (vgl. BGE 121 IV 202). Wohl ist das Vermitteln 
von Betäubungsmitteln nach Art. 19 BetmG wie der Verkauf und der Erwerb von 
Betäubungsmitteln ein selbständiger Straftatbestand. Dennoch ist der Umstand, 
dass der Angeklagte vorliegend den grössten Teil der Betäubungsmittelmenge 
lediglich vermittelte, als etwas weniger gravierend einzustufen als der Verkauf. 
Strafmindernd fällt zudem das umfassende Geständnis ins Gewicht. Dennoch ist 
das Verschulden insgesamt als erheblich einzustufen. Klar straferhöhend sind die 
Vorstrafen aus den Jahren 1999, 2000, 2001 und 2003 sowie der Umstand, dass 
der Angeklagte in der Probezeit des Entscheides des Kreispräsidenten Thusis vom 
27. Februar 2003 weiter delinquiert hat, zu werten. Strafschärfend wirken sich 

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sodann die mehrfache Begehung und das Zusammentreffen verschiedener 
Straftatbestände aus.

Unter Berücksichtigung sämtlicher Strafzumessungsgründe erscheint es an-
gemessen, X. eine Gefängnisstrafe von 18 Monaten aufzuerlegen.

7. Nach Art. 69 StGB rechnet der Richter dem Verurteilten die Untersu-
chungshaft auf die Freiheitsstrafe an, soweit der Täter diese nicht durch sein Ver-
halten nach der Tat herbeigeführt oder verlängert hat. Nach der Praxis des Bundes-
gerichts darf von der Anrechnung nur abgesehen werden, soweit der Beschuldigte 
durch sein – nach rechtsstaatlich vertretbaren Verfahrensgrundsätzen vorwerfbares 
– Verhalten nach der Tat die Untersuchungshaft in der Absicht herbeigeführt oder 
verlängert hat, um dadurch den Strafvollzug zu verkürzen oder zu umgehen (BGE 
117 IV 405; Rehberg, Strafrecht II, 6. Aufl., Zürich 1994 S. 88). Ablehnungsgründe 
im Sinne der aufgeführten Rechtssprechung bestehen nicht, weshalb X. die erstan-
dene Untersuchungshaft von 7 Tagen gestützt auf Art. 69 StGB an die Strafe anzu-
rechnen ist.

8. Gemäss Art. 41 Ziff. 1 Abs. 1 StGB kann der Richter den Vollzug einer 
Freiheitsstrafe von nicht mehr als 18 Monaten durch die Gewährung der Rechts-
wohltat des bedingten Strafvollzuges aufschieben, wenn Vorleben und Charakter 
des Verurteilten erwarten lassen, er werde dadurch von weiteren Verbrechen oder 
Vergehen abgehalten. Gemäss Abs. 2 der genannten Bestimmung ist der Aufschub 
einer Freiheitsstrafe bzw. die Gewährung des bedingten Strafvollzuges von Geset-
zes wegen nicht zulässig, wenn der Verurteilte innerhalb der letzten fünf Jahren vor 
der Tat wegen eines vorsätzlich begangenen Verbrechens oder Vergehens eine 
Zuchthaus- oder Gefängnisstrafe von mehr als drei Monaten verbüsst hat. Da der 
Angeklagte innerhalb der letzten fünf Jahren keine Freiheitsstrafe von einer solchen 
Dauer verbüssen musste und beim hier zu behandelnden Fall eine Strafe von nicht 
mehr als 18 Monaten verhängt wurde, sind die objektiven Voraussetzungen für die 
Gewährung des bedingten Strafvollzuges gegeben. In subjektiver Hinsicht setzt Art. 
41 Ziff. 1 StGB voraus, dass Vorleben und Charakter des Verurteilten erwarten las-
sen, er werde durch den Aufschub der Strafe bzw. die Gewährung des bedingten 
Strafvollzuges von weiteren Verbrechen oder Vergehen abgehalten. Das Gericht 
hat zu prüfen, ob eine günstige Prognose für künftiges Wohlverhalten gestellt wer-
den kann, wobei ihm dafür ein erhebliches Ermessen zusteht. Bei der Prüfung, ob 
die Verurteilte für ein dauerndes Wohlverhalten Gewähr bietet, ist eine Gesamtwür-
digung aller wesentlichen Umstände vorzunehmen. In die Beurteilung mit einzube-

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ziehen sind neben den Tatumständen auch das Vorleben und der Leumund sowie 
alle weiteren Tatsachen, die gültige Schlüsse auf den Charakter des Täters und die 
Aussichten seiner Bewährung zulassen. Für die Einschätzung des Rückfallrisikos 
ist ein Gesamtbild der Täterpersönlichkeit unerlässlich. Relevante Faktoren sind un-
ter anderem strafrechtliche Vorbelastung, Arbeitsverhalten, das Bestehen sozialer 
Bindungen und Hinweise auf Suchtgefährdungen. Dabei sind die persönlichen Ver-
hältnisse bis zum Zeitpunkt des Entscheides mit einzubeziehen (BGE 128 IV 198 
f.). Angesichts der Vorstrafen und des Delinquierens des Angeklagten während der 
Probezeit eines Urteils ergeben sich bezüglich einer günstigen Prognose für künfti-
ges Wohlverhalten erhebliche Bedenken. Allerdings gilt es hier zu berücksichtigen, 
dass der bedingte Vollzug der Strafe von 2 Monaten Gefängnis gemäss Urteil des 
Kreispräsidenten Thusis vom 27. Februar 2003 gestützt auf Art. 41 Ziff. 3 StGB von 
Gesetzes wegen zu widerrufen und die Strafe zu vollziehen ist, da vorliegend kein 
leichter Fall im Sinne von Abs. 2 dieser Bestimmung gegeben ist. Es ist daher zu 
erwarten, dass mit der Verbüssung einer 2-monatigen Strafe und der Ansetzung 
einer langen Probezeit dem Angeklagten drastisch genug vor Augen geführt wird, 
dass er sich in Zukunft in jeglicher Hinsicht wohlverhalten muss, will er nicht gewär-
tigen, dass die 18 Monate Gefängnis vollzogen werden müssen. Sodann ist zu 
berücksichtigen, dass der Angeklagte in einer festen Anstellung steht und im Übri-
gen über seinen Leumund nichts Nachteiliges bekannt ist. Unter Würdigung der ge-
samten Umstände darf daher davon ausgegangen werden, dass er sich künftig 
wohlverhalten werde, so dass ihm der bedingte Strafvollzug zu gewähren ist. Die 
Dauer der Probezeit ist dabei nach den Umständen des Einzelfalls, insbesondere 
nach der Persönlichkeit und dem Charakter des Verurteilten sowie der Gefahr sei-
ner Rückfälligkeit zu bemessen (BGE 95 IV 122). Sie kann zwischen zwei und fünf 
Jahren festgesetzt werden (Art. 41 Ziff. 1 Abs. 3 StGB). In Anbetracht der genannten 
Umstände erscheint vorliegend die Ansetzung einer Probezeit von fünf Jahren ge-
rechtfertigt.

9. Nach Art. 58 Abs. 1 StGB verfügt der Richter ohne Rücksicht auf die 
Strafbarkeit einer bestimmten Person die Einziehung von Gegenständen, die zur 
Begehung einer strafbaren Handlung gedient haben oder bestimmt waren, oder die 
durch eine strafbare Handlung hervorgebracht worden sind, wenn diese Ge-
genstände die Sicherheit von Menschen, die Sittlichkeit oder die öffentliche Ord-
nung gefährden. Am 10. September 2004 konnten beim Angeklagten 0.8 Gramm 
Heroin sowie mehrere leere Minigripsäcklein sichergestellt werden. Diese mit Ver-
fügung vom 01. Februar 2005 (act. 5.5) beschlagnahmte Menge an Heroin und die 

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Minigripsäcklein werden gestützt auf Art. 58 StGB gerichtlich eingezogen und sind 
zu vernichten.

10. Nach Art. 59 Ziff. 1 StGB verfügt der Richter die Einziehung von Ver-
mögenswerten, die durch eine strafbare Handlung erlangt worden sind oder die 
dazu bestimmt waren, eine strafbare Handlung zu  veranlassen oder zu belohnen, 
sofern sie nicht dem Verletzten zur Wiederherstellung des rechtmässigen Zustan-
des ausgehändigt werden. Sind die der Einziehung unterliegenden Vermögens-
werte nicht mehr vorhanden, erkennt der Richter auf eine Ersatzforderung des Staa-
tes in gleicher Höhe (Art. 59 Ziff. 2 StGB). Indessen kann der Richter von einer 
Ersatzforderung absehen, wenn diese voraussichtlich uneinbringlich wäre oder die 
Wiedereingliederung des Betroffenen ernstlich behindern würde (Art. 59 Ziff. 2 Abs. 
2 StGB). Die bundesgerichtliche Rechtsprechung postuliert in diesem Zusammen-
hang eine dem Entscheid vorausgehende umfassende Beurteilung der finanziellen 
Lage des Betroffenen (BGE 122 IV 299 E. 2b S. 302).

X. hat das Heroin grösstenteils unentgeltlich vermittelt. Einen eigentlichen 
Erlös erzielte der Angeklagte mit seinem Abgeben und Vermitteln der Drogen nicht. 
Demnach liegen keine wesentlichen Vermögenswerte vor, die der Einziehung un-
terliegen würden, weshalb von der Erhebung einer Ersatzforderung abzusehen ist.

11. X. ist mazedonischer Staatsangehöriger. Es gilt deshalb zu prüfen, ob 
der Angeklagte des Landes zu verweisen ist. Gemäss Art. 55 Abs. 1 StGB kann der 
Richter eine ausländische Person, welche zu Zuchthaus oder Gefängnis verurteilt 
wird, für 3 bis 15 Jahre aus dem Gebiet der Schweiz verweisen. Die Landesverwei-
sung ist Nebenstrafe und Sicherungsmassnahme zugleich (BGE 114 Ib 1 E. 3a S. 
3). Obwohl der zweite Gesichtspunkt im Vordergrund steht, verlangt ihre Eigen-
schaft als Nebenstrafe, dass sie in Anwendung von Art. 63 StGB festgesetzt wird, 
das heisst nach dem Verschulden des Täters unter Berücksichtigung der Beweg-
gründe, des Vorlebens und der persönlichen Verhältnisse. Der Richter hat sich be-
sondere Zurückhaltung aufzuerlegen, wenn der Ausländer lange in der Schweiz ge-
lebt hat und hier verwurzelt ist, zu der eigenen Heimat aber keine Beziehungen 
mehr hat (vgl. BGE 104 IV 223 E. 1a S. 223 f.). Damit ist der Sicherungszweck 
jedoch nicht ausgeschaltet. Es ist Sache des Richters, im Einzelfall dem Straf- und 
dem Sicherungszeck der Landesverweisung Rechnung zu tragen (BGE 123 IV 107 
E. 1 S. 108 f.).

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Angesichts der Beziehung des Angeklagten zur Schweiz wird im vorliegen-
den Fall von einem Landesverweis abgesehen.

12. Die Kosten der Strafuntersuchung, des Gerichtsverfahrens sowie der 
amtlichen Verteidigung gehen bei diesem Ausgang des Verfahrens zu Lasten des 
Verurteilten (Art. 158 Abs. 1 StPO). Die Kosten der angerechneten Polizei- und Un-
tersuchungshaft sowie jene eines allfälligen Strafvollzuges trägt der Kanton 
Graubünden (Art. 158 Abs. 3 StPO in Verbindung mit Art. 188 StPO).

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Demnach erkennt die Strafkammer :

1. X. ist schuldig der Widerhandlung gegen Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG, der mehr-
fachen Widerhandlung gegen Art. 19a Ziff. 1 BetmG sowie des Fahrens ohne 
gültigen Fahrausweis gemäss Art. 51 Abs. 1 des Transportgesetzes.

2. Dafür wird er mit 18 Monaten Gefängnis bestraft, abzüglich der erstandenen 
Polizei- und Untersuchungshaft von 7 Tagen.

Der Vollzug der Strafe wird aufgeschoben unter Ansetzung einer Probezeit 
von 5 Jahren.

3. Der mit Strafmandat des Kreispräsidenten Thusis vom 27. Februar 2003 ge-
währte bedingte Strafvollzug wird widerrufen; die Strafe von zwei Monaten 
Gefängnis ist zu vollziehen.

4. Die beschlagnahmten Betäubungsmittel und Betäubungsmittelutensilien 
werden gestützt auf Art. 58 StGB gerichtlich eingezogen und sind zu vernich-
ten.

5. Auf die Erhebung einer Ersatzabgabe wird gestützt auf Art. 59 Ziff. 2 Abs. 2 
StGB verichtet.

6. Von einer Landesverweisung wird abgesehen.

7. Die Kosten des Verfahrens, bestehend aus:

 den Untersuchungskosten der Staatsanwaltschaft
Graubünden von Fr. 3252.00

 der Gerichtsgebühr von Fr. 2000.00

 und dem Honorar der amtlichen Verteidigung von Fr. 2643.00

total somit Fr. 7895.00

gehen zu Lasten des Verurteilten. Die Kosten der angerechneten Polizei- 
und Untersuchungshaft sowie des Strafvollzugs trägt der Kanton Graubün-
den.

8. Gegen dieses Urteil kann, sofern Verletzung eidgenössischen Rechts gel-
tend gemacht werden will, Nichtigkeitsbeschwerde an den Kassationshof des 
schweizerischen Bundesgerichts geführt werden. Diese ist dem Bundesge-

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richt innert 30 Tagen seit Zustellung der vollständigen Ausfertigung des Ent-
scheides in der in Art. 273 des Bundesgesetzes über die Bundesstrafrechts-
pflege (BStP) vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Beschwerdele-
gitimation und die weiteren Voraussetzungen der Nichtigkeitsbeschwerde 
gelten die Art. 268 ff. BStP.

9. Mitteilung an:

__________

Für die Strafkammer des Kantonsgerichts von Graubünden 
Der Vizepräsident: Der Aktuar ad hoc: