# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 809f42a2-aec4-5576-82a9-9180af1c18cd
**Source:** Fribourg (FR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** FR 605_2009_41_17_03_11.pdf
**Docket/Reference:** 605_2009_41_17_03_11.pdf
**URL:** https://www.fr.ch/sites/default/files/contens/tc/_www/files/pdf36/605_2009_41_17_03_11.pdf

## Full Text

605 2009-41 

Urteil vom 17. März 2011 

SOZIALVERSICHERUNGSGERICHTSHOF 

BESETZUNG 

Stellvertretender Präsident: 
Beisitzer: 

Gerichtsschreiber-Praktikant: 

Christoph Rohrer 
Jean-Marc Kuhn 
Bruno Boschung 
Savio Michellod 

PARTEIEN 

X.,  Beschwerdeführer,  vertreten  durch  Rechtsanwalt  Thomas  Zbinden, 
Cité-Bellevue 6, Postfach 41, 1707 Freiburg,    

gegen 

SCHWEIZERISCHE  MOBILIAR 
Bundesgasse 35, Postfach, 3001 Bern, Vorinstanz,     

VERSICHERUNGSGESELLSCHAFT,

GEGENSTAND 

Unfallversicherung 

Beschwerde  vom  6. Februar  2009  gegen  den Einspracheentscheid  vom 
8. Januar 2009 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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S a c h v e r h a l t  

A.  X.,  geboren  1947,  verheiratet  und  getrennt,  drei  Söhne,  mit  seiner  Partnerin 
zusammenlebend, eine Tochter (geboren 2006), wohnhaft in A., arbeitete nach Abschluss 
einer  Detailhandelslehre  bis  1990  als  Praxiseinrichter,  Aerztebesucher  und  Praxis-EDV-
Einrichter für die Apotheke Y. AG. Seit 1991 ist er Inhaber und Geschäftsführer der Z. AG 
mit  Sitz in  A. und in  dieser  Eigenschaft  bei  der  Schweizerischen  Mobiliar  Versicherungs-
gesellschaft (nachfolgend Mobiliar) gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen 
versichert. Mit Unfallmeldung vom 14. August 2006 teilte er der Mobiliar mit, dass er am 
Donnerstag,  den  10.  August  2006  um  22.10  Uhr  in  A.  "bei  einem  nächtlichen 
Spaziergang  in  [seinem]  Wohnquartier  (…)  einen  ungesicherten  und  unbeleuchteten 
Treppenabgang  4  Meter  gestürzt  und  ohnmächtig  liegen  geblieben"  sei.  Dabei  habe  er 
sich an Kopf, Ellbogen, Arme, Knie, Becken, Gesäss und Halswirbel verletzt.  

B.  Nachdem  die  Mobiliar  medizinische  Berichte  eingeholt  hatte,  stellte  sie  mit  Verfü-
gung vom 23. Januar 2008 die Taggeldleistungen per 30. November 2007 ein, da die Un-
fallfolgen  abgeheilt  seien  und  allfällige  weitere  Beschwerden  auf  die  nicht  in  adäquatem 
Zusammenhang  zum  Unfallereignis  stehende  psychische  Problematik  zurückzuführen 
seien.  

Auf  Einsprache  von  X.,  vertreten  durch  Rechtsanwalt  Thomas  Zbinden,  Freiburg,  hin 
bestätigte  die  Mobiliar  ihre  Verfügung  mit  Einspracheentscheid  vom  8.  Januar  2009. 
Gestützt auf das im Einspracheverfahren bei der ZVMB GmbH, eingeholte interdisziplinäre 
Gutachten  vom  20.  Juni  2008  begründete  sie,  es  sei  mit  überwiegender  Wahrschein-
lichkeit  davon  auszugehen,  dass  spätestens  zum  Zeitpunkt  der  Begutachtung 
(13. Mai 2008)  keine  Unfallfolgen  mehr  vorlagen  und  die  natürliche  Kausalität  wegge-
fallen sei. Auf diesen Zeitpunkt hin sei auch die Adäquanz zu verneinen.  

C.  Gegen diesen Einspracheentscheid führt X., weiterhin vertreten durch Rechtsanwalt 
Thomas Zbinden, Freiburg, am 6. Februar 2009 beim Kantonsgericht Freiburg, Sozialver-
sicherungsgerichtshof,  Beschwerde. Er beantragt, der angefochtene  Einspracheentscheid 
vom  8.  Januar  2009  sei  teilweise  aufzuheben  und  festzustellen,  dass  die  medizinisch 
festgestellten  Beschwerden  weiterhin  in  natürlichem  und  adäquatem  Kausalzusammen-
hang  zum  Unfall  vom  10.  August  2006  stehen.  Weiter  beantragt  er  die  Zusprache  von 
Taggeldleistungen  über  den  12.  Mai  2008  hinaus,  eine  Entschädigung  von 
2'729.10 Franken  für  den  durch  die  Abklärungsmassnahmen  erlittenen  Erwerbsausfall 
(S. 20), eine Parteientschädigung von 8'087.45 Franken für das vorinstanzliche Verfahren 
(S.  22)  sowie  eine  angemessene  Parteientschädigung  für  das  Beschwerdeverfahren.  Er 
macht  im  Wesentlichen  geltend,  dass  bei  erlittener  traumatischer  Hirnverletzung  und 
Schleudertrauma  sowie  angesichts  der  durch  die  MEDAS-Gutachter  für  glaubwürdig 
erachteten  Beschwerden  weiterhin  ein  natürlicher  Kausalzusammenhang  bestehe.  Auch 
die Adäquanz bei schwerem Unfallereignis sei gegeben. Im Weiteren führt er an, dass die 
gutachterlichen  Abklärungen  bis  zum  3.  Juni  2008  gedauert  hätten,  weshalb  mindesten 
solange, jedoch darüber hinaus, Taggelder geschuldet seien.        

In  ihren  Bemerkungen  vom  27.  März  2009  schliesst  die  Mobiliar  auf  vollumfängliche 
Abweisung  der  Beschwerde.  Sie  führt  insbesondere  aus,  dass  gemäss  den  Gutachtern 
zum  Zeitpunkt  der  Begutachtung  keine  überwiegend  wahrscheinlichen  auf  den  Unfall 
zurückführbaren  gesundheitlichen  Beeinträchtigungen  mehr  nachweisbar  waren.  Die 
Kritik des Beschwerdeführers am Gutachten beschränke sich grossmehrheitlich auf bloss 
formalistische Einwände.  

 
 
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In  den  Gegenbemerkungen  vom  30.  April  2009  hält  der  Beschwerdeführer  an  seinen 
gestellten  Rechtsbegehren  fest.  Er  weist  darauf  hin,  dass  das  ZVMB-Gutachten  unvoll-
ständig und zum Teil widersprüchlich sei und die Beschwerdegegnerin nicht das gesamte 
Beweismaterial  gewürdigt  habe.  Aufgrund  der  noch  immer  regelmässig  auftretenden 
Schwindelattacken habe der Beschwerdeführer allein im Jahre 2009 zwei Unfälle erlitten. 
Aufgrund  der  Berichte  von  Dr.  R.  und  Dr.  K.  sei  es  der  Beschwerdegegnerin  mit  dem 
unvollständigen  und  zum  Teil  widersprüchlichen  ZVMB-Gutachten  nicht  gelungen,  den 
Beweis der entfallenen Kausalität zu erbringen.    

In den Schlussbemerkungen vom 3. Juni 2009 weist die Mobiliar die am ZVMB-Gutachten 
erhobenen  Vorwürfe  erneut  zurück.  Dieses  sei  hinreichend  begründet  und  basiere  auf 
einer  umfassenden  Würdigung  des  medizinischen  Sachverhalts.  Im  Übrigen  habe  Frau 
Dr.  R.  in  früheren  Berichten  die  vom  Beschwerdeführer  geklagten  Beschwerden  dem 
psychosomatischen  Bereich  zugeordnet  respektive  zur  endgültigen  Klärung  noch  eine 
vertrauensärztliche neurologische Untersuchung angeregt und sich mithin offenbar selbst 
nicht  in  der  Lage  gesehen,  zur  Frage  der  Unfallkausalität  abschliessend  Stellung  zu 
nehmen.  

Die  weiteren  Elemente  des  Sachverhalts  ergeben  sich,  soweit  sie  für  die  Urteilsfindung 
massgebend sind, aus den nachfolgenden rechtlichen Erwägungen. 

E r w ä g u n g e n  

1.  Die Beschwerde vom 6. Februar  2009 gegen den Einspracheentscheid der Mobiliar 
vom  8.  Januar  2009  ist  fristgerecht  durch  einen  ordentlich  bevollmächtigten  Rechts-
vertreter bei der sachlich und örtlich zuständigen Beschwerdeinstanz eingereicht worden 
(vgl. Art. 58 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil 
des  Sozialversicherungsrechts  [ATSG;  SR  830.1],  welches  gemäss  Art. 1  Abs. 1  des 
Bundesgesetzes  vom  20. März  1981  über  die  Unfallversicherung  [UVG;  SR  832.20]  An-
wendung findet; Art. 1 und 13 Abs. 2 lit. b des kantonalen Gesetzes vom 14. November 
2007 über die Organisation des Kantonsgerichts [KGOG; SGF 131.1.1]). 

Gemäss  Art.  5  Abs.  1  des  Bundesgesetzes  vom  20.  Dezember  1968  über  das  Verwal-
tungsverfahren (VwVG; SR 172.021) gelten als Verfügungen Anordnungen der Behörden 
im Einzelfall, die sich auf öffentliches Recht des Bundes stützen. Die Versicherer sind im 
Bereich  der  UVG-Zusatzleistungen  nicht  befugt,  mittels  Verfügung  bzw.  Einsprache-
entscheid über Leistungsansprüche zu entscheiden (RKUV 1990 Nr. U 103 S. 265; Urteil 
U  379/04  vom  1.  April  2005  Erw.  1),  was  die  Mobiliar  zu  Recht  auch  nicht  getan  hat. 
Soweit  der  Beschwerdeführer  die  Ausrichtung  "vertraglicher"  Leistungen  aus  der  nicht 
obligatorischen  UVG-Zusatzversicherung  beantragt,  ist  auf  die  Beschwerde  nicht  einzu-
treten (BGE 131 V 164 f. Erw. 2.1; Urteil 8C_141/2009 vom 2. Juli 2009 Erw. 2).  

2. 
a)  Gemäss  Art. 6  des  Bundesgesetzes  vom  20. März  1981  über  die  Unfallversiche-
rung (UVG; SR 832.20) werden die Leistungen der Unfallversicherung bei Berufsunfällen, 
Nichtberufsunfällen  und  Berufskrankheiten  gewährt,  soweit  das  Gesetz  nichts  anderes 
bestimmt.  

aa)  Zwischen  dem  Unfall  und  der  Gesundheitsschädigung  muss  ein  natürlicher 
Kausalzusammenhang  bestehen.  Ursachen  im  Sinne  des  natürlichen  Kausalzusammen-
hangs  sind  alle  Umstände,  ohne  deren  Vorhandensein  der  eingetretene  Erfolg  nicht  als 

 
 
 
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eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten 
gedacht  werden  kann.  Entsprechend  dieser  Umschreibung  ist  für  die  Bejahung  des 
natürlichen  Kausalzusammenhangs  nicht  erforderlich,  dass  ein  Unfall  die  alleinige  oder 
unmittelbare  Ursache  gesundheitlicher  Störungen  ist;  es  genügt,  dass  das  schädigende 
Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der 
versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit anderen Worten nicht weggedacht 
werden  kann,  ohne  dass  auch  die  eingetretene  gesundheitliche  Störung  entfiele.  Ob 
zwischen  einem  schädigenden  Ereignis  und  einer  gesundheitlichen  Störung  ein  natürli-
cher  Kausalzusammenhang  besteht,  ist  eine  Tatfrage,  worüber  das  Gericht  im  Rahmen 
der  ihm  obliegenden  Beweiswürdigung  nach  dem  im  Sozialversicherungsrecht  üblichen 
Beweisgrad  der  überwiegenden  Wahrscheinlichkeit  zu  befinden  hat.  Die  blosse  Möglich-
keit  eines  Zusammenhangs  genügt  für  die  Begründung  eines  Leistungsanspruchs  nicht 
(BGE 129 V 177 Erw. 3).   

Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss das Dahin-
fallen  jeder  kausalen  Bedeutung  von  unfallbedingten  Ursachen  eines  Gesundheitsscha-
dens  mit  dem  im  Sozialversicherungsrecht  allgemein  üblichen  Beweisgrad  der  überwie-
genden  Wahrscheinlichkeit  nachgewiesen  sein.  Die  blosse  Möglichkeit  nunmehr  gänzlich 
fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht. Da es sich hierbei um eine 
anspruchsaufhebende  Tatfrage  handelt,  liegt  die  entsprechende  Beweislast  -  anders  als 
bei  der  Frage,  ob  ein  leistungsbegründender  natürlicher  Kausalzusammenhang  gegeben 
ist  -  nicht  beim  Versicherten,  sondern  beim  Unfallversicherer.  Diese  Beweisgrundsätze 
gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen (RKUV 1994 Nr. U 206 
S. 328  Erw. 3b  mit  Hinweisen)  und  sind  für  sämtliche  Leistungsarten  massgebend.  Der 
Unfallversicherer  hat  nicht  den  Beweis  für  unfallfremde  Ursachen  zu  erbringen.  Welche 
Ursachen ein nach wie vor geklagtes Leiden hat, ist an sich unerheblich. Entscheidend ist 
allein,  ob  die  unfallbedingten  Ursachen  eines  Gesundheitsschadens  ihre  kausale  Be-
deutung  verloren  haben,  also  dahingefallen  sind  (Urteil  U 286/06  vom  31. August  2007 
Erw. 2.3, Urteil U 414/05 vom 7. Juni 2006 Erw. 2.2 mit Hinweisen). 

bb)  Weiter  muss  zwischen  dem  Unfallereignis  und  dem  eingetretenen  Schaden  ein 
adäquater  Kausalzusammenhang  bestehen.  Nach  der  Rechtsprechung  hat  ein  Ereignis 
dann  als  adäquate  Ursache  eines  Erfolges  zu  gelten,  wenn  es  nach  dem  gewöhnlichen 
Lauf  der  Dinge  und  nach  der  allgemeinen  Lebenserfahrung  an  sich  geeignet  ist,  einen 
Erfolg  von  der  Art  des  eingetretenen  herbeizuführen,  der  Eintritt  dieses  Erfolges  also 
durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint. Lehre und Rechtsprechung lassen 
den  sozialen  Unfallversicherer  für  Schäden  nur  dann  einstehen,  wenn  diese  sowohl  in 
einem  natürlichen  wie  auch  in  einem  adäquaten  Kausalzusammenhang  mit  dem  schädi-
genden  Ereignis  stehen  (BGE  129  V  177  Erw. 3).  Im  Sozialversicherungsrecht  spielt  im 
Bereich  organisch  objektiv  ausgewiesener  Unfallfolgen  die  Adäquanz  als  rechtliche  Ein-
grenzung  der  sich  aus  dem  natürlichen  Kausalzusammenhang  ergebenden  Haftung  des 
Unfallversicherers  praktisch  keine  Rolle,  da  sich  hier  die  adäquate  weitgehend  mit  der 
natürlichen  Kausalität  deckt  (BGE  127  V  102  Erw.  5b/bb).  Anders  verhält  es  sich  bei 
natürlich  unfallkausalen,  aber  organisch  nicht  (hinreichend)  objektiv  ausgewiesenen 
Beschwerden.  Hier  ist  bei  der  Beurteilung  der  Adäquanz  vom  augenfälligen  Geschehnis-
ablauf  auszugehen  und  es  sind  je  nachdem  weitere  unfallbezogene  Kriterien  einzube-
ziehen  (vgl.  nachfolgend).  Es  ist  zunächst  abzuklären,  ob  die  versicherte  Person  beim 
Unfall  ein  Schleudertrauma  der  Halswirbelsäule,  eine  dem  Schleudertrauma  äquivalente 
Verletzung (SVR 1995 UV Nr. 23 S. 67 Erw. 2) oder ein Schädel-Hirntrauma erlitten hat. 
Liegt  keine  solche  Verletzung  vor  oder  treten  die  aus  einer  solchen  Verletzung 
resultierenden  Symptome  im  Vergleich  zur  psychischen  Problematik ganz in  den  Hinter-
grund, wird die Adäquanz gemäss den Kriterien von BGE 115 V 140 Erw. 6c/aa und somit 

 
 
 
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unter  Ausschluss  psychischer  Aspekte  beurteilt.  Hat  die  versicherte  Person  eine  solche 
Verletzung erlitten, erfolgt die Beurteilung der Adäquanz gemäss den in BGE 117 V 366 
Erw. 6a und 382 Erw.  4b festgelegten Kriterien (BGE 127 V 103  Erw. 5b/bb), welche in 
BGE 134 V 109 neu gefasst wurden, wobei auf eine Differenzierung zwischen physischen 
und  psychischen  Komponenten  verzichtet  wird.  Die  Beurteilung  der  Adäquanz  obliegt 
einzig  dem  Gericht  bzw.  der  Verwaltung,  jedoch  nicht  den  medizinischen  Experten 
(A. RUMO-JUNGO,  Bundesgesetz  über  die  Unfallversicherung,  Zürich  2003  S.  44  f.; 
vgl. zum Ganzen Urteil 8C_66/2008 vom 4. Juli 2008 Erw. 1 und Erw. 3).  

b)  Der  Sozialversicherungsrichter  prüft  objektiv  alle  Beweismittel,  unabhängig 
davon,  von  wem  sie  stammen  und  entscheidet  danach,  ob  die  verfügbaren  Unterlagen 
eine  zuverlässige  Beurteilung  des  streitigen  Rechtsanspruches  gestatten.  Insbesondere 
darf  er  bei  einander  widersprechenden  medizinischen  Berichten  den  Prozess  nicht  erle-
digen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum 
er  auf  die  eine  und  nicht  auf  die  andere  medizinische  These  abstellt.  Hinsichtlich  des 
Beweiswertes  eines  Arztberichtes  ist  also  entscheidend,  ob  der  Bericht  für  die  streitigen 
Belange  umfassend  ist,  auf  allseitigen  Untersuchungen  beruht,  auch  die  geklagten 
Beschwerden  berücksichtigt,  in  Kenntnis  der  Vorakten  (Anamnese)  abgegeben  worden 
ist,  in  der  Beurteilung  der  medizinischen  Zusammenhänge  und  in  der  Beurteilung  der 
medizinischen  Situation  einleuchtend  ist  und  ob  die  Schlussfolgerungen  des  Experten 
begründet  sind  (BGE  125  V  351  Erw. 3a,  112  V  160  Erw. 1c).  Die  Frage,  ob  ein 
medizinisches  Gutachten  auch  inhaltlich  schlüssig,  nachvollziehbar  und  widerspruchsfrei 
ist,  kann  nur  im  Kontext  mit  der  Gesamtheit  der  einschlägigen  Akten  beurteilt  werden 
(Urteil 9C_24/2008 vom 27. Mai 2008 Erw. 2.2).   

Von Versicherungsträgern im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten exter-
ner  Spezialärzte,  welche  aufgrund  eingehender  Beobachtungen  und  Untersuchungen 
sowie nach Einsicht in die Akten den Bericht verfassten und bei der Erörterung der Befun-
de zu schlüssigen Ergebnissen gelangt sind, darf das Gericht nach ständiger Praxis volle 
Beweiskraft zuerkennen, solange "nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit" der 
Expertise  sprechen  (vgl.  BGE  125  V  351  Erw.  3b/bb).  Auch  ein  Parteigutachten  (zum 
Grundsatz der Waffengleichheit, vgl. BGE 135 V 465 Erw. 4.5) enthält Äusserungen eines 
Sachverständigen,  welche  zur  Feststellung  eines  medizinischen  Sachverhalts  beweis-
mässig  beitragen  können.  Daraus  folgt  indessen  nicht,  dass  ein  solches  Gutachten  den 
gleichen  Rang  wie  ein  vom  Gericht  oder  ein  von  einem  Sozialversicherer  nach  dem 
vorgegebenen  Verfahrensrecht  eingeholtes  Gutachten  besitzt.  Es  verpflichtet  indessen  - 
wie  jede  substanziiert  vorgetragene  Einwendung  gegen  ein  solches  Gutachten  -  den 
Richter  bei  der  Abschätzung  des  Beweiswerts  im  Rahmen  einer  freien  und umfassenden 
Beweiswürdigung  zu  prüfen,  ob  es  in  rechtserheblichen  Fragen  die  Auffassungen  und 
Schlussfolgerungen  des  vom  Gericht  oder  vom  Sozialversicherer  förmlich  bestellten 
Gutachters  derart  zu  erschüttern  vermag,  dass  davon  abzuweichen  ist  (vgl.  BGE  125  V 
241  Erw.  3c).  Eine  abweichende  Beurteilung  kann  etwa  gerechtfertigt  sein,  wenn  die 
gegensätzlichen  Meinungsäusserungen  anderer  Fachexperten  dem  Gericht  als  triftig 
genug  erscheinen,  die  Schlüssigkeit  des  förmlich  angeordneten  Gutachtens  in  Frage  zu 
stellen  oder  wenn  dieses  widersprüchlich  ist,  sei  es,  dass  das  Gericht  die  Überprüfung 
einer  Gerichtsexpertise  durch  eine  weitere  Fachperson  im  Rahmen  einer  Oberexpertise 
für  angezeigt  erhält,  sei  es,  dass  es  aufgrund  der  sich  widersprechenden  medizinischen 
Aktenlage erhebliche Zweifel an der Beweiswertigkeit der für die Vorinstanz massgeben-
den  gutachterlichen  Entscheidungsgrundlage  hat,  ergänzende  Abklärungen  für  unum-
gänglich  hält  und  die  Sache  daher  zu  einer  Zweitexpertise  an  den  Versicherungsträger 
zurückweist,  sei  es,  dass  es  ohne  Ober-  oder  Zweitexpertise  vom  Ergebnis  des  förmlich 
angeordneten  Gutachtens  abweichende  Schlussfolgerungen  zieht  (vgl.  BGE  125  V  241 

 
 
 
 
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Erw.  3b/aa;  Urteil  8C_928/2009  vom  26.  April  2010  Erw.  4.3;  Urteil  9C_24/2008  vom 
27. Mai 2008 Erw. 2.3.2 und 2.4; SVR 2/2008 UV Nr. 3 Erw. 4.5).    

Weiter  lässt  es  die  unterschiedliche  Natur  von  Behandlungsauftrag  des  therapeutisch 
tätigen  (Fach-)Arztes  einerseits  und  Begutachtungsauftrag  des  amtlich  bestellten  fach-
medizinischen  Experten  anderseits  (BGE  124  I  170  E.  4  S.  175;  Urteil  I  506/00  vom 
13. Juni  2001,  E.  2b)  nicht  zu,  ein  Administrativ-  oder  Gerichtsgutachten  stets  in  Frage 
zu  stellen  und  zum  Anlass  weiterer  Abklärungen  zu  nehmen,  wenn  die  behandelnden 
Ärzte zu anderslautenden  Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen 
sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte wichtige - und 
nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretation entspringende - Aspekte benennen, die im 
Rahmen  der  Begutachtung  unerkannt  oder  ungewürdigt  geblieben  sind  (Urteil 
9C_24/2008 vom 27. Mai 2008 Erw. 2.3.2; Urteil I 514/06 vom 25. Mai 2007 Erw. 2.2.1, 
mit Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 465 Erw. 4.5 ff.). Im Übrigen kann es gemäss 
höchstrichterlicher  Rechtsprechung  in  unklaren  und  umstrittenen  Fällen  nicht  Sache  der 
behandelnden Ärzte sein, die Arbeitsfähigkeit ihrer Patienten zu beurteilen (vgl. Urteil des 
Bundesgerichts 9C_656/2009 vom 5. November 2009 Erw. 3 in fine mit Hinweisen; vgl. 
auch BGE 125 V 351 Erw. 3cc). 

a) Die Parteien sind sich einig, dass das Ereignis vom 10. August 2006 als Unfall im 

3. 
Sinne von Art. 4 ATSG anzusehen ist.  

b)  Unbestritten  ist,  dass  die  Beschwerdegegnerin  bis  zur  Leistungseinstellung  per 
12. Mai 2008 die Kausalität der geklagten Beschwerden als durch das Unfallereignis vom 
10. August  2006  verursacht  anerkannt  und  entsprechend  Versicherungsleistungen 
(Heilbehandlung,  Taggeld)  erbracht  hat.  Gemäss  dargestellter  Rechtslage  ist  sie  mithin 
dafür beweispflichtig, dass die unfallbedingten Ursachen des im Zusammenhang mit dem 
genannten  Unfallereignis  geklagten  Gesundheitsschadens  mit  dem  im  Sozialversiche-
rungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit per 12. Mai 2008 
ihre kausale Bedeutung verloren haben, also dahingefallen sind. Streitig und zu prüfen ist 
vorliegend  denn  hauptsächlich,  ob  die  vom  Beschwerdeführer  über  den  12.  Mai  2008 
hinaus  geklagten  Beschwerden  mit  überwiegender  Wahrscheinlichkeit Folgen  des  Unfall-
ereignisses vom 10. August 2006 darstellen, für welche die Mobiliar einzustehen hat. 

c) Dass der Fall durch die Beschwerdegegnerin unter Einstellung der vorübergehen-
den  Leistungen  mit  gleichzeitiger  Prüfung  des  Anspruchs  auf  Dauerleistungen  verfrüht 
abgeschlossen  worden  wäre  (vgl.  BGE  134  V  109  Erw. 4.1  mit  Hinweisen),  macht  der 
Beschwerdeführer,  auch  wenn  er  weiterhin  Taggeldleistungen  verlangt,  zu  Recht  nicht 
geltend.  Vielmehr  ist  aufgrund  der  gesamten  medizinischen  Akten  (siehe  nachfolgende 
Erwägungen;  vgl.  auch  ZVMB-Gutachten  vom  20.  Juni  2008  [nachfolgend  ZVMB-
Gutachten/ Gutachten] S. 29 Ziff. 5.2) zum Zeitpunkt der Leistungseinstellung von einem 
stabilisierten  Gesundheitszustand  auszugehen,  was  rechtsprechungsgemäss  nicht 
erfordert,  dass  eine  vollständige  Genesung  respektive  eine  volle  Arbeitsfähigkeit  einge-
treten  sind  (vgl. Urteile  U  244/04  vom  20.  Mai  2005,  Erw.  2,  nicht  publ. in  RKUV  2005 
Nr. U 557  S. 388,  und  U 412/00  vom  5.  Juli  2001,  Erw.  2a;  A. MAURER,  Schweizerisches 
Unfallversicherungsrecht,  2.  Aufl.,  Bern  1989,  S.  274).  Eine  spezifische  medizinische 
Behandlung  oder  Eingliederungsmassnahmen  der  Invalidenversicherung  im  Sinne  von 
Art.  19  Abs.  1  UVG  erfolgten  vorliegend  aktenkundig  nicht  mehr.  Selbst  wenn  der 
Beschwerdeführer  gemäss  der  behandelnden  Ärztin  Dr. med.  R.  (Schreiben  vom 
21. Januar 2008) auf eine Dauermedikation angewiesen sein sollte, könnte es sich dabei 
offensichtlich lediglich um eine reine Erhaltungstherapie handeln. Von einer solchen kann 
rechtsprechungsgemäss  jedoch  gerade  keine  namhafte  Besserung  des  Gesundheits-

 
 
 
 
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zustandes im Sinne einer zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeits-
fähigkeit  -  soweit  unfallbedingt  beeinträchtigt  -  mehr  erwartet  werden  (vgl. BGE  134 
V 109  Erw.  4.3  mit  Hinweisen),  wovon  auch  Dr.  med.  R.  nicht  auszugehen  scheint 
(vgl. Schreiben vom 21. Januar 2008 sowie Bericht vom 6. November 2007 S. 2).  

4. 
a)  Der  Beschwerdeführer  macht  im  Wesentlichen  geltend,  dass  gestützt  auf 
Dr. med. R. und Dr. med. K. weiterhin eine Arbeitsunfähigkeit von 20% vorliege. Er habe 
beim  Unfall  vom  10.  August  2006  eine  Schädel/HWS-Kontusion  mit  Commotio  cerebri 
sowie  ein  Polytrauma  erlitten.  Unbestritten  gingen  die  Ärzte  davon  aus,  dass  er  sich 
dabei eine leichte traumatische Hirnverletzung zugezogen habe. Gestützt auf Dr. med. K. 
(Bericht  vom  31.  August  2007)  sei  zusätzlich  auch  von  einer  HWS-Verletzung  im  Sinne 
eines  Schleudertraumas  auszugehen,  da  er  beim  Treppensturz  mit  jedem  Kopfaufprall 
einen  Anprall  sowie  eine  Gegenbewegung  i.  S.  einer  Hyperflexion  des  nach  vorn 
inklinierten  Kopfes  erlitten  habe.  Zudem  bestehe  gemäss  den  ZVMB-Gutachtern 
(Gutachten S. 29 Ziff. 5.3) keine Differenz zwischen den von diesen erhobenen Befunden 
und den geklagten subjektiven Beschwerden (Kopfschmerzen, Nackenbeschwerden, Kon-
zentrationsstörungen,  Schwindel  etc.).  Entsprechend  sei  bei  typischem  Beschwerdebild 
auf  die  bundesgerichtliche  Praxis  zum  Schleudertrauma  und  Schädel-Hirn-Trauma  abzu-
stellen  und  mithin  darauf,  dass  ein  Unfall  mit  Schleudertrauma  eine  Arbeits-  und 
Erwerbsunfähigkeit  auch  dann  verursachen  könne,  wenn  die  festgestellten  Funktions-
ausfälle organisch nicht nachweisbar seien (vgl. BGE 134 V 116 Erw. 6.2.1, 119 V 338); 
das  Vorhandensein  einer  Teilursache  genüge.  Da  das ZVMB-Gutachten insbesondere  die 
Meinung von Dr. med. K., es sei nicht ausgeschlossen, dass ein funktionelles Defizit be-
stehen bleiben werde (Bericht vom 31. August 2007), nicht einbezogen habe, käme dem 
Gutachten  hinsichtlich  der  Beurteilung  der  natürlichen  Kausalität  nur  ein  bedingter 
Beweiswert zu. Selbst wenn die degenerativen Veränderungen allenfalls eine Teilursache 
der Nackensteifigkeit darstellten, sei unbestritten, dass er bis zum Unfallzeitpunkt symp-
tomfrei war (vgl. Gutachten S. 29 Ziff. 5.2). Bei typischem Beschwerdebild sei mithin die 
natürliche  Kausalität  zu  bejahen.  Angesichts  des  Hinweises  der  Mobiliar  im  Einsprache-
entscheid  (S.  14  Ziff.  41)  auf  die  Neurologen  Dr. med.  I.  und  J.  könnten  solche 
Beschwerden  über  Monate  und  Jahre  anhalten.  Daraus  sei  zu  schliessen,  dass  der 
Mobiliar  der  ihr  obliegende  Beweis  dafür,  dass  die  seit  über  zwei  Jahren  gegebene 
unfallkausale  Ursache  plötzlich  weggefallen  sei,  nicht gelungen  sei.  Bei  schwerem  Unfall 
sei auch die Adäquanz gemäss BGE 304 V 116 zu bejahen. 

b)  Demgegenüber  verneint  die  Mobiliar  gestützt  auf  das  polydisziplinäre  ZVMB-
Gutachten  vom  20.  Juni  2008,  dem  sie  vollen  Beweiswert  zumisst,  dass  über  die 
Begutachtung hinaus unfallbedingte strukturelle Schäden vorliegen, welche in irgendeiner 
Form  die  Arbeitsfähigkeit  limitieren  würden.  Darüber  hinaus  verneint  sie  die  Adäquanz 
nach den Kriterien gemäss BGE 115 V 133.     

5.  Streitig in der Hauptsache ist mithin konkret, ob (noch) objektivierbare organische 
Unfallfolgen  vorliegen,  welche  eine  Arbeitsunfähigkeit  zur  Folge  haben,  und  ob  die 
Prüfung  der  adäquaten  Unfallkausalität  des  Gesundheitsschadens  nach  der  Praxis  für 
psychische Unfallfolgen (vgl. BGE 115 V 133) - mithin einzig unter Berücksichtigung der 
physischen  Komponenten  (vgl.  BGE  134  V  109  Erw. 6.1)  -  zu  erfolgen  hat,  oder,  nach 
Ansicht  des  Beschwerdeführers,  vielmehr  nach  der  Praxis  gemäss  BGE 134  V  109,  und 
dabei  insbesondere  die  Würdigung  der  einzelnen  Kriterien  (besonders  dramatische 
Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls; die Schwere oder besonde-
re  Art  der  erlittenen  Verletzungen;  fortgesetzt  spezifische,  belastende  ärztliche  Behand-
lung;  ohne  wesentlichen  Unterbruch  bestehende  erhebliche  Beschwerden;  ärztliche 

 
 
 
- 8 - 

Fehlbehandlung;  schwieriger  Heilungsverlauf  und  erhebliche  Komplikationen;  erhebliche 
Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengung, vgl. BGE 134 V 109 Erw. 10.3).  

Liegen  keine  organisch  objektivierbaren  Unfallfolgen  vor,  schliesst  dies  auch  gemäss 
neuester bundesgerichtlicher Rechtsprechung zwar die natürliche Unfallkausalität der Be-
schwerden  nicht  aus.  Anders  als  bei  einem  klar  unfallbedingten  Korrelat  kann  der 
adäquate  Kausalzusammenhang  aber  nicht  ohne  besondere  Prüfung  bejaht  werden. 
Ergibt sich dabei, dass es an der Adäquanz fehlt, erübrigen sich Weiterungen zur natürli-
chen Kausalität (vgl. Urteil 8C_585/2010 vom 5. November 2010 Erw. 6).    

a)  Aufgrund  der  vorliegenden  medizinischen  Akten  besteht  zwischen  der 
(erst)behandelnden  Ärztin  Dr.  med.  R.,  Fachärztin  FMH  für  Innere  Medizin,  B.,  und  den 
ZVMB-Gutachtern  (Dr.  med.  G.,  Facharzt  für  Chirurgie  [D],  Dr.  med.  C.,  Facharzt  für 
Neurologie  und  Psychiatrie  [D],  Dr.  phil.  S.,  Neuropsychologe  FSP)  Einigkeit  darin,  dass 
sich  der  Beschwerdeführer  beim  Treppensturz  am  10.  August  2006  -  neben  multiplen 
Schürfungen und Hämatomen - hauptsächlich einerseits eine Kontusion des Schädels mit 
einer  Commotio  cerebri  mit  kurzer  Bewusstlosigkeit  (rund  15  Minuten,  vgl.  Bericht 
Dr. med. R. vom 17. August 2006) und retrograder Amnesie - beziehungsweise eine mild 
traumatic  brain  injury  im  Rahmen  eines  Schädelhirntraumas  erlitten  hat,  andererseits, 
dass  er  sich  dabei  auch  eine  Kontusion  der  HWS  (mit  Abknickmechanismus)  zugezogen 
hat (vgl. ebd. sowie Gutachten S. 24, 27 f.).  

Die  Kritik  des  Beschwerdeführers  an  der  Vorinstanz,  sie  hätte  die  Diagnosen  von 
Dr. med. R. im Einspracheentscheid nicht aufgeführt, erweist sich damit als unbegründet 
(vgl. zudem Erw. 6 a/bb unten). Weiter macht der Beschwerdeführer unter Berufung auf 
Dr. med.  K.,  Facharzt  FMH  für  Chirurgie  und  Traumatologie  des  Bewegungsapparates, 
und  im  Gegensatz  zu  den  ZVMB-Gutachtern  geltend,  dass  die  Verletzung  an  der  HWS 
einem  eigentlichen  Schleudertrauma-Mechanismus  oder  einem  Schleudertrauma  äquiva-
lenten Mechanismus entspreche. Wie es sich damit verhält, kann indessen  offenbleiben: 
Selbst dann, wenn zu Gunsten des Versicherten davon ausgegangen wird, er habe neben 
dem  Schädelhirntrauma  ein  Schleudertrauma  erlitten  und  man  die  Adäquanz  des 
Kausalzusammenhangs  zwischen  dem  Ereignis  und  den  über  den  12.  Mai  2009  hinaus 
anhaltend 
sogenannten 
Schleudertrauma-Praxis (vgl. Erw. 2a/bb hievor) prüft, ist diese, wie nachfolgend gezeigt 
wird, zu verneinen (vgl. auch Urteil 8C_239/07 vom 7. August 2008 Erw. 6).  

gesundheitlichen  Beschwerden 

geklagten 

nach 

der 

b)  Hinsichtlich  der  Beschwerdeentwicklung  und  Arbeitsfähigkeit  ist  aufgrund  der 
medizinischen  Akten  festzuhalten,  dass  sich  nach  dem  Sturzereignis  unbestritten  ein 
postkommotionelles  Syndrom  mit  Kopfschmerzen,  Schwindel,  einer  allgemeinen  Gehirn-
leistungsschwäche,  Konzentrationsstörungen,  rascher  Ermüdbarkeit,  Reizbarkeit  und 
Nackenschmerzen, vorübergehend auch eine rechtsseitige Gangunsicherheit  (Gutachten 
S. 24 f., 27 f.; Dr. med. R., Berichte vom 17. August 2006 und 23. Oktober 2006). Die 
weiteren  Berichte  der  behandelnden  Hausärztin  Dr. med.  R.  vom  13.  März,  8. Mai  und 
6. November  2007  zeigen,  dass  der  Verlauf  komplikationslos  war  und  gemäss  klinischer 
und  neurologischer  Prüfung  eine  komplette  Remission  der  multiplen  Schürfungen, 
Hämatome, der ischialgieförmigen Beschwerden mit Sensibilitätsstörungen im Dermatom 
S1  sowie  der  Sehstörungen  am  linken  Auge  eingetreten  war.  Die  noch  bestehenden 
Restbeschwerden  im  Sinne  einer  residuellen  Schwindel-  und  Nackenkopfschmerzensym-
ptomatik wurden von Dr. med. R. aufgrund der im Normbereich liegenden klinischen und 
neurologischen  Untersuchung  als  nicht  objektivierbar  erklärt.  Sie  ging  davon  aus,  dass 
die  subjektiven  Empfindungen  wie  Schwindel  und  Steifigkeitsgefühl/Unwohlsein  im 
cervico-occipitalen  Bereich,  da  ohne  organisches  Substrat  (vgl.  auch  die  CT-

 
 
- 9 - 

Neurokranium/HWS-Befunde  im  Bericht  von  Dr.  med.  T.  vom  16.  August  2006),  als 
psychosomatische  Folgen  respektive  psychische  Verarbeitungsstörung  zu  interpretieren 
seien.  Ein  Gutachten  müsse  die  aktuell  noch  bestehende  20%ige  Arbeitsunfähigkeit 
dokumentieren  (Dr.  med.  R.,  Bericht  vom  6.  November  2007).  Im  Ergebnis  bestätigte 
auch  der  konsiliarisch  beigezogene  Orthopäde  Dr. med.  K.,  nachdem  er  anlässlich  der 
Untersuchung im August 2007 noch ein mässiges funktionelles Defizit v.a. bezüglich der 
Beweglichkeit  der  HWS  mit  Tendenz  zu  Steifigkeit  im  cervico-occipitalen  Übergang 
festgestellt  hatte  (vgl.  Bericht  vom  31.  August  2007),  eine  komplette  Rückbildung  der 
posttraumatischen  Befunde,  respektive,  dass  keine  definierten  organischen  Substrate 
mehr  vorliegen  und  die  Angaben  des  Versicherten  zu  seinem  Wohlbefinden  allein  auf 
subjektiver  Wahrnehmung  beruhten  (Bericht  vom  20. Dezember  2007).  Da  jedoch 
distorsionelle  Einwirkungen  auf  die  HWS  erfahrungsgemäss  über  längere  Zeit  mit  Rest-
beschwerden  wie  Schindel  und  Nackensteifigkeit  einhergehen  können,  empfahl  er,  falls 
nötig, eine unabhängige Begutachtung.  

aa)  Die  ZVMB-Gutachter  halten  zur  Arbeitsfähigkeit  zunächst  fest,  dass  die  in  den 
Vorakten  dokumentierte  eingeschränkte  Arbeitsunfähigkeit  des  Versicherten  bei  protra-
hiertem Verlauf im Sinne eines postkommotionellen Syndroms im komplexen Tätigkeits-
bereich  als  CEO  seiner  Firma  mit  der  genannten  Symptompalette  für  eine  längere  Zeit 
nachvollziehbar sei. Wenn sie aufgrund der erhobenen Befunde (vgl. Gutachten S. 15 bis 
25)  weiter  zum  Ergebnis  gelangen,  dass  die  vom  Versicherten  angegebenen Beschwer-
den (zerviko-cephales Schmerzsyndrom, temporär assoziiert mit unspezifischem Schwin-
del,  kognitiv  Konzentrationsschwierigkeiten  und  Merkfähigkeitsprobleme,  psychisch 
Adaptationsschwierigkeiten  im  Umgang  mit  den  persistierenden  Beschwerden)  sich 
unfallbedingt nicht mehr  erklären liessen (vgl.  Gutachten S. 25 bis 28), so steht dies in 
wesentlicher  Übereinstimmung  mit  den  dargestellten  Einschätzungen  der  behandelnden 
Ärztin  und  des  von  ihr  hinzugezogenen  Orthopäden  Dr.  med.  K.  wie  auch  mit  den  von 
diesen erhobenen Befunden. Insbesondere konnte anlässlich der Begutachtung weder in 
den  bisherigen  noch  aufgrund  der  im  Rahmen  der  Begutachtung  neu  veranlassten  MRI- 
und  Röntgenuntersuchungen  ein  unfallbedingtes  organisches  Substrat  für  die  HWS-
Beschwerden  noch  eine  zerebrale  Pathologie  insbesondere  auch  kein  Hinweis  auf  eine 
stattgehabte  intrazerebrale  Blutung  oder  eine  Parenchymverletzung  festgestellt  werden. 
Auch die im MRI-Bericht vom 27. Juli 2008 angesprochene "mögliche Kompromittierung" 
der  Nervenwurzel  C7  links  war  ohne  klinisches  Korrelat.  Anlässlich  der  Begutachtung 
waren  zwei  otoneurologische  Provokationsteste  mit  Unsicherheit  verbunden.  Die 
otoneurologische  Untersuchung  am  Inselspital  ergab  keine  Hinweise  für  eine  peripher 
vestibuläre Ursache der Symptome. Auch klinisch konnte im Nackenbereich keine unfall-
assoziierte Pathologie mehr festgestellt werden. Neuropsychologisch wie klinisch ergaben 
sich,  ausser  leichten,  nicht  krankheitswerten  Wortfindungsstörungen  bei  komplexeren 
medizinischen  Ausdrücken,  Normalbefunde,  psychiatrisch  wurden  keine  krankheitswerte 
psychische  Störungen  festgestellt  und  in  den  Vorakten  fachärztlich  auch  keine  erhoben 
(vgl.  zum  Ganzen:  Gutachten  S. 20,  26  ff.;  Dr.  med.  N.,  Fachärztin  FMH  für 
Otorhinolaryngologie,  Spital  B.,  Bericht  vom  12.  Juni  2008  zur  otoneurologischen 
Untersuchung  vom  3. Juni  2008;  Dr.  med.  H.,  Fachärztin  FMH  für  Radiologie,  HWS-
Röntgenbericht  vom  3.  Juni  2008;  Dr. med.  M.,  Facharzt  FMH  für  Radiologie,  Hirn-MRI-
Bericht vom 26. Mai 2008 sowie HWS-MRI-Bericht vom 27. Mai 2008).  

Bei  dieser  Sachlage  ist  nachvollziehbar,  wenn  die  Gutachter  festhalten,  die  heute  noch 
bestehenden Beschwerden des Versicherten hätten durch die im Rahmen der  Begutach-
tung durchgeführten Untersuchungen nicht mit einem unfallbedingten organisch-struktu-
rellen Substrat objektiviert werden können (Gutachten S. 26, 28). Wenn sie gestützt auf 
die  erhobenen  Befunde  auch  nicht  mehr  von  einer  Einschränkung  der  Arbeitsfähigkeit 

 
 
 
- 10 - 

ausgehen  (Gutachten  S. 30),  so  ist  dies  ebenfalls  nachvollziehbar  und  insbesondere 
vereinbar  mit  der  Einschätzung  der  behandelnden  Ärztin  und  jener  von  Dr. med.  K., 
welche  die  definitive  Beantwortung  dieser  Frage  explizit  den  Gutachtern  überlassen 
hatten.  Entgegen  den  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  ist  überdies  nicht  ersichtlich, 
inwiefern  die  Einschätzung  der  Gutachter  unvereinbar  sei  mit  der  Äusserung  der 
Neurologen  Dr. med.  I.  und  J.,  dass  Beschwerden  im  Sinne  eines  postkommotionellen 
Syndroms über Monate und Jahre bestehen bleiben können (vgl. Gutachten S. 27 unten 
f. mit Hinweis). Denn dies bedeutet für sich allein noch nicht, dass die Beschwerden über 
Jahre  hinweg  auch  tatsächlich  eine  erhebliche  Einschränkung  der  Arbeitsfähigkeit  zu 
begründen  vermögen.  Vielmehr  ist  die  Arbeitsfähigkeit in  jedem  Einzelfall  ärztlicherseits 
konkret zu bestimmen, was vorliegend im Rahmen der Begutachtung auch geschah.      

bb)  Wenn  der  Beschwerdeführer  gegen  den  Beweiswert  des  ZVMB-Gutachtens  

ausserdem  anführt,  es  sei  mit  hoher  Wahrscheinlichkeit  anzunehmen,  die  Nackenbe-
schwerden  seien  auf  die  "unfallbedingten  Nervenstörungen"  infolge  HWS-Überdehnung 
beim Unfall zurückzuführen, so ist der Vollständigkeit halber festzuhalten, dass die Gut-
achter  die  anhaltenden  Nackenbeschwerden  überzeugend  mit  den  vorbestehenden  und 
nun ausgeprägten degenerativen Veränderungen der  HWS  erklären (Gutachten S. 25 f., 
27).  Aufgrund  der  Aussage  der  Gutachter,  der  Beschwerdeführer  habe  vor  dem  Unfall 
nicht  an  den  aktuellen  Beschwerden  gelitten,  kann  nicht  auf  deren  Unfallkausalität 
geschlossen werden; denn dies liefe auf einen unzulässigen "post hoc, ergo propter hoc"-
Schluss  hinaus  (vgl.  BGE  119  V  334  Erw. 2b/bb).  Auch  mit  dem  Argument,  gemäss 
Dr. med.  K.  (Bericht  vom  31.  August  2007)  schliesse  das  Fehlen  von  ossären  HWS-
Läsionen  insbesondere  nicht  eine  unspezifische  Traumatisierung  der  vorbestehenden 
degenerativen  Veränderungen  im  Bereich  der  Facetten-  und  Unkovertebralgelenke  aus, 
lässt  sich  nichts  gewinnen.  Denn  nach  geltender  Rechtsprechung  wird  eine  signifikante 
und  damit  dauernde  Verschlimmerung  einer  hier  zweifellos  vorbestehenden 
degenerativen  Schädigung  der  Wirbelsäule  (vgl.  CT-HWS-Bericht  vom  16.  August  2006: 
Diskopathie  im  Segement  HWK  6/7  sowie  beginnende  knöcherne  Einengung  der  Neuro-
foramina, Spondylosen, Fazettengelenksarthrose und Unkarthrose in verschiedenen Seg-
menten,  act.  23)  nur  dann  als  durch  einen  Unfall  hervorgerufen  angesehen,  wenn  die 
Radioskopie  ein  plötzliches  Zusammensinken  der  Wirbel  sowie  das  Auftreten  und 
Verschlimmern von Verletzungen auf Grund eines Traumas aufzeigt (vgl. Urteile U 530/06 
vom  25.  Oktober  2007  E.  4.2  und  U  355/98  vom  9.  September  1999  E.  3a  mit 
Hinweisen,  in  RKUV  2000  Nr.  U  363  S.  45).  Demgegenüber  ist  medizinisch  recht-
sprechungsgemäss  lediglich  von  einer  vorübergehenden  Verschlimmerung  auszugehen, 
wenn  nach  einer  unfallbedingten  Kontusion  der  Wirbelsäule  eine  bisher  stumme, 
vorbestehende  Spondylarthrose,  Spondylose  oder  eine  andere  degenerative  Wirbel-
säulenerkrankung  symptomatisch  wird  (DEBRUNNER/RAMSEIER,  Die  Begutachtung  von 
Rückenschäden  in  der  schweizerischen  sozialen  Unfallversicherung,  Bern  1990,  S.  52). 
Die zeitliche Dauer, während welcher eine vorbestehende Wirbelsäulenerkrankung durch 
einen  Unfall  -  bei  Fehlen  unfallbedingter  Wirbelkörperfrakturen  oder  struktureller 
Läsionen  an  der  Wirbelsäule  -  im  Sinne  einer  vorübergehenden  Verschlimmerung 
beeinflusst  wird,  beträgt  nach  unfallmedizinischer  Erfahrung  sechs  bis  neun  Monate, 
längstens  jedoch  ein  Jahr  (MORSCHER/CHAPCHAL,  Schäden  des  Stütz-  und  Bewegungs-
apparates  nach  Unfällen,  in  Baur/Nigst,  Versicherungsmedizin,  2. Aufl.,  Bern  1985, 
S. 192; DEBRUNNER/RAMSEIER, a.a.O., S. 52; vgl. auch BÄR/KIENER, Prellung, Verstauchung 
oder Zerrung der Wirbelsäule, Medizinische Mitteilungen der SUVA Nr. 67 von Dezember 
1994,  S.  45  f.).  Rechtsprechungsgemäss  handelt  es  sich  dabei  um  einen  unfall-
medizinisch  allgemein  anerkannten  Verlauf  vorbestehender  Wirbelsäulenerkrankungen 
nach  einem  Unfallereignis  ohne  strukturelle  Verletzungen  der  Wirbelsäule  (Urteil 

 
 
 
- 11 - 

8C_726/2010 vom 19. November 2010 Erw. 3.4; Urteile U 530/06 vom 25. Oktober 2007 
E. 4.2 und U 290/06 vom 11. Juni 2007 E. 4.2.1, in: SVR 2008 UV Nr. 11 S. 34).   

Soweit die ZVMB-Gutachter aufgrund der Untersuchungsergebnisse (dauerhafte) struktu-
relle Folgen des Sturzes verneinen (Dr. med. K. hielt Weichteilläsionen im Nackenbereich 
bloss  für  möglich,  vgl. Bericht  vom  31.  August  2007)  und  klinisch  keine  afferenten 
Funktionsstörungen  mit  muskulärer  Dysbalance  und  Verkürzung  der  subokzipitalen 
Muskeln mehr feststellen, wobei sich auch der Charakter der Nackenschmerzen geändert 
habe, stimmt dieser Verlauf vorliegend mit den allgemein anerkannten Erkenntnissen der 
Unfallmedizin  überein  (vgl.  Urteil  8C_726/2010  vom  19.  November  2010  Erw. 3.4).  Die 
Gutachter  legen  überdies  überzeugend  dar,  dass  die  (offenbar  fortschreitenden: 
vgl. die CT/MRI-Befunde 2006/2008, Gutachten S. 22 f.) polysegmentalen degenerativen 
Veränderungen  der  Halswirbelsäule,  insbesondere  die  Unkovertebralarthrosen  eo  ipso 
Nackensteifigkeit  und  Bewegungseinschränkungen  -  das  Segement  C6/7  ist  nach 
radiologischer  Einschätzung  nahezu  fixiert  -  bedingen,  was  beim  Beschwerdeführer 
nachgewiesen werden könne und ihn auch subjektiv beeinträchtige (Gutachten S. 27).  

c)  Zusammenfassend  bestehen  aufgrund  der  medizinischen  Akten  somit  keine 
hinreichend erstellten Anhaltspunkte für organisch nachweisbare Unfallfolgen, welche die 
Restbeschwerden  des  Versicherten  zu  erklären  vermöchten.  Dabei  ist  darauf  hinzu-
weisen, dass aufgrund des dargestellten Kontextes der gesamten medizinischen Vorakten 
das  Gutachten  insgesamt  schlüssig,  nachvollziehbar  und  widerspruchsfrei  erscheint.  Es 
geht in Kenntnis der Vorakten auf die geklagten Beschwerden ein und legte anhand der 
erhobenen Befunde und unter Einschluss der Ergebnisse einer aufgrund der angegebenen 
Beschwerden  zusätzlich  veranlassten  otoneurologischen  Abklärung  am  Spital  B.  sowie  - 
soweit erforderlich unter Einbezug von Vorbefunden - die medizinische Situation und die 
Zusammenhänge  einleuchtend  dar  und  kommt  zu  überzeugenden  Schlussfolgerungen. 
Ob  das  versicherte  Unfallereignis  jedenfalls  eine  -  für  die  Bejahung  des  für  den 
Leistungsanspruch  erforderlichen  natürlichen  Kausalzusammenhangs  genügende  (BGE 
134 V 109 Erw. 9.5 mit Hinweisen) - wesentliche Teilursache der nach der Begutachtung 
fortbestehenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen bildet, wovon aufgrund des Darge-
legten nicht auszugehen ist, sind vielmehr die geklagten Beschwerden plausibel durch die 
objektivierten degenerative HWS-Befunde erklärt, braucht jedoch letztlich, wie die nach-
folgenden Ausführungen zeigen, nicht abschliessend beurteilt zu werden.   

6. 
a) Die Vorinstanz hat den Treppensturz höchstens als mittelschweres Unfallereig-
nis  qualifiziert,  ohne  dies  näher  zu  begründen.  Da  es  sich  beim  vorliegenden  Treppen-
sturz-Ereignis  um  ein  höchstens  mittelschweres  Unfallereignis  im  mittleren  Bereich 
handelt, ist dem beizupflichten, bestimmt sich doch die Schwere des Unfalls aufgrund des 
augenfälligen  Geschehensablaufs  mit  den  sich  dabei  entwickelnden  Kräften  (vgl.  SVR 
2008  UV  Nr.  8  S. 26  Erw.  5.3.1  [U  2/07].  In  der  Rechtsprechung  als  mittelschwer  bis 
schwer im mittleren Bereich qualifiziert werden Unfälle, bei denen Versicherte aus  meh-
reren  Metern  Höhe  von  Leitern,  Gerüsten  oder  einem  Dach  stürzen  und  erhebliche 
Verletzungen  und  Frakturen  erleiden  (vgl. Kasuistik  im  Urteil  U  300/03  vom  30. No-
vember 2004 Erw. 3.3 mit Hinweisen). Als mittelschwerer Unfall im Grenzbereich zu den 
leichten Ereignissen wurde etwa der Sturz einer Frau beurteilt, welche auf einer Aussen-
treppe  ausrutschte,  kopfüber  stürzte  und  dabei  eine  HWS/Schulter-Kontusion/Distorsion 
zuzog  und  über  Schwindelgefühl  sowie  Schmerzen  im  Bereich  der  Halswirbelsäule, 
Schulter und Kopf klagte (Urteil 8C_798/2007 vom 3. Juli 2008 Erw. 4.1), der Sturz eines 
Bauarbeiters in einen Lichtschacht (Urteil U 232/02 vom 5. August 2003) oder der Sturz 
an  einem  steinigen  Flussufer  hangabwärts  auf  den  Rücken  ohne  schwere  Verletzungen 
(Urteil  U 173/03  vom  15.  November  2004  Erw.  4.2.2).  Gleich  beurteilt  wurde  der  Sturz 

 
 
 
- 12 - 

über eine Treppe mit leicht dislozierter Nasenbeinfraktur und schwerer Commotio cerebri 
(nicht  veröffentlichtes  Urteil  K.  vom  19.  September  1994,  U  141/92,  zit.  in  Urteil 
U 300/03 vom 30. November 2004 Erw. 3.3).  

Die  Adäquanz  des  Kausalzusammenhangs  bei  erlittenem  Schädel-Hirntrauma  und  HWS-
Kontusion  -  ohne  Dominanz  von  psychischen  Beschwerden  -  wäre  somit  dann  zu  be-
jahen, wenn eines der in Erw. 5 hievor eingangs erwähnten Adäquanzkriterien in beson-
ders  ausgeprägter  Weise  erfüllt  wäre,  oder  wenn  mehrere  dieser  Kriterien  in  gehäufter 
oder auffallender Weise erfüllt wären (vgl. BGE 134 V 109 Erw. 10.1 mit Hinweisen). 

aa)  In  den  medizinischen  Akten  finden  sich  keine  Hinweise  darauf,  dass  der  Unfall 
besonders  eindrücklich  gewesen  wäre  oder  sich  unter  besonders  dramatischen  Begleit-
umständen  ereignet  hätte.  Selbst  unter  der  Annahme,  der  Beschwerdeführer  habe  sich, 
da  er  initial  nach  der  Wiedererlangung  des  Bewusstseins  die  rechte  Körperseite/Extre-
mitäten  nicht  habe  bewegen  können,  auch  eine  contusio  spinalis  mit  Symptomen  einer 
Hemiplegia  fugax  rechts  (Gutachten  S.  27;  Dr.  med.  R.,  Arztzeugnis  UVG  vom  17. Au-
gust 2006)  zugezogen,  und  sich  der  Unfall  so  zugetragen  hat,  wie  gegenüber  der  Z.-
Versicherungen  im  Schreiben  vom  13.  April  2007  geltend  gemacht  wurde,  ist  nicht  von 
einer  besonderen  Eindrücklichkeit  oder  von  besonders  dramatischen  Begleitumständen 
auszugehen.  Rechtsprechungsgemäss  ist  aufgrund  der  aktenkundigen  retrograden 
Amnesie (Erinnerungslücke) und mithin dem Umstand, dass der Beschwerdeführer keine 
eigentliche  Erinnerung  an  das  Unfallgeschehen  hat  (vgl.  insbesondere  Gutachten  S.  9 
unten  f.)  und  nach  dem  Sturz  kurzzeitig  bewusstlos  war,  zu  beachten,  dass  dem 
Kriterium  nicht  die  gleiche  Bedeutung  beigemessen  werden  kann,  wie  wenn  eine 
ungetrübte  Erinnerung  an  den  Unfall  bestehen  würde  (vgl.  Urteil  8C_624/2010  vom 
3. Dezember 2010 Erw. 4.2.1 mit Hinweis). 

bb)  Insoweit  der  Beschwerdeführer  geltend  macht,  er  hätte  ein  sogenanntes  Poly-
trauma erlitten, weshalb das Kriterium der Schwere oder der besonderen Art der erlitte-
nen Verletzungen erfüllt sei, kann ihm nicht gefolgt werden. Definitionsgemäss bezeich-
net  man  in  der  Medizin  als  Polytrauma  mehrere  gleichzeitig  geschehene  Verletzungen 
verschiedener  Körperregionen,  wobei  mindestens  eine  Verletzung  oder  die  Kombination 
mehrerer  Verletzungen  lebensbedrohlich  ist  (vgl.  etwa  Pschyrembel,  Klinisches  Wörter-
buch, 2007 S. 1536). Selbst wenn die erstbehandelnde Ärztin, welche den Beschwerde-
führer  vier  Tage  nach  dem  Unfall  untersucht  hat,  als  einzige  den  Begriff  Polytrauma 
verwendet,  bezeichnet  sie  keine  der  festgestellten  Verletzungen  als  lebensgefährlich. 
Aufgrund  der  aktenkundigen  Verletzungen  ohne  Frakturen  und  ohne  schwere  Organ-
verletzungen  kann  mithin  von  einem  Polytrauma  vorliegend  nicht  die  Rede  sein 
(vgl. auch  Gutachten).  Zudem  begab  sich  der  Beschwerdeführer  nach  dem  Sturz  nach 
Hause  und  liess  sich  entsprechend  auch  nicht  hospitalisieren  respektive  ärztlich  über-
wachen.  

Selbst wenn mit dem Beschwerdeführer von einer erlittenen HWS-Distorsion auszugehen 
wäre,  gilt  daran  zu  erinnern,  dass  das  Bundesgericht  im  Urteil  BGE  134  V  109 
Erw. 10.2.2  seine  Rechtsprechung  bestätigt  hat,  wonach  die  Diagnose  einer  HWS-
Distorsion  für  sich  allein  zur  Bejahung  des  Kriteriums  der  Schwere  und  besonderen  Art 
der erlittenen Verletzung nicht genügt. Es bedarf hiezu einer besonderen Schwere der für 
das  Schleudertrauma  typischen  Beschwerden  oder  besonderer  Umstände,  welche  das 
Beschwerdebild  beeinflussen  können  (SVR  2007  UV  Nr.  26  S.  86  [U  339/06]  Erw.  5.3; 
RKUV  2005  Nr.  U  549  S.  236  [U  380/04]  Erw.  5.2.3  mit  Hinweisen).  Solche  sind 
vorliegend nicht ersichtlich, womit das Kriterium nicht erfüllt ist. 

 
 
 
 
- 13 - 

cc) Bei von Anfang an erfolgter konservativer Therapie mit Medikamenten und rund 
zweimal  wöchentlicher  Physiotherapie,  für  deren  Fortsetzung  gemäss  Einschätzung  der 
behandelnden Ärztin im November 2007 keine Indikation mehr bestand (vgl. Bericht vom 
6.  November  2007),  kann  vorliegend  nicht  von  einer  fortgesetzt  spezifischen,  die 
versicherte Person belastenden ärztlichen Behandlung bis zum Fallabschluss gesprochen 
werden (vgl. BGE 134 V 108 Erw. 10.2.3). Im Weiteren vermag auch die darüber hinaus 
durchgeführte und nicht belastende Therapie mit zwei Schmerzmedikamenten (Olfen und 
Panadol, vgl. Dr. med. R., Bericht vom 21. Januar 2008) sowie die Physiotherapie zwecks 
Schindeltraining  (vgl.  Dr.  med.  N.,  Bericht  vom  12.  Juni  2006)  dieses  Kriterium 
offensichtlich nicht zu erfüllen.    

dd) Dass der Beschwerdeführer an Nacken- und Kopfschmerzen, Schwindelsensatio-
nen  und  Wortfindungsstörungen  für  medizinisches  Spezialvokabular  leidet,  ist  aufgrund 
der Aktenlage glaubhaft. Auch wenn unter Mitberücksichtigung allfällig psychisch begrün-
deter Aspekte das Kriterium der erheblichen, ohne wesentlichen Unterbruch bestehender 
glaubhafter  Beschwerden  auch  noch  zum  Zeitpunkt  des  Fallabschlusses  bejaht  werden 
könnte,  liegen  keine  Anhaltspunkte  vor,  die  auf  eine  Erfüllung  in  ausgeprägter  Weise 
hindeuten.  Einerseits  werden  die  Wortfindungsstörungen  objektiv  als  leicht  beurteilt, 
andererseits  ist  zu  berücksichtigen,  dass  die  Nacken-  und  Kopfschmerzen,  wie  darge-
stellt, zum Zeitpunkt des Fallabschlusses mit überwiegender Wahrscheinlichkeit als Aus-
druck der degenerativen HWS-Veränderungen zu verstehen sind und es sich dabei mithin 
im  Wesentlichen  nicht  mehr  um  Beschwerden  handelt,  die  weiterhin  dem  Unfall  zuge-
rechnet  werden  können.  Auch  bezüglich  der  Schwindelbeschwerden,  welche  durch 
zusätzliche  spezialärztliche  Abklärung  nicht  objektiviert  werden  konnten  (vgl. Dr. 
med. N.,  Bericht  vom  12.  Juni  2006)  ist  nicht  ersichtlich,  inwiefern  sie  den  Beschwer-
deführer im Alltagsleben erheblich beeinträchtigen, ist doch insbesondere das Autofahren 
nach wie vor möglich (vgl. Beschwerde S. 20, Gutachten S. 28).  

ee)  In  den  Akten  finden  sich  sodann  keine  Hinweise  auf  eine  ärztliche  Fehlbe-

handlung, welche die Unfallfolgen erhebliche verschlimmert hätten. 

ff)    Zu  Recht  macht  der  Beschwerdeführer  auch  nicht  geltend,  der  Heilungsverlauf 
sei als besonders  schwierig zu bezeichnen, traten doch  vorliegend keine Komplikationen 
auf.  Aus  der  blossen  Dauer  der  ärztlichen  Behandlung  und  aufgrund  der  geklagten 
Beschwerden  kann  nicht  schon  auf  einen  schwierigen  Heilungsverlauf  geschlossen 
werden (vgl. Urteil U 79/05 vom 10. Februar 2006, E. 4.2). Zur Bejahung dieses Kriteri-
ums braucht es besonderer Gründe, welche die Heilung beeinträchtigt haben (vgl. Urteil 
U 608/06 vom 25. Oktober 2007, E. 5.4.6). Solche Gründe liegen hier nicht vor. 

gg) Was schliesslich das durch BGE 134 V 109 Erw. 10.2.7 präzisierte Kriterium der 
erheblichen  Arbeitsunfähigkeit  trotz  ausgewiesener  Anstrengungen  betrifft,  gilt  festzu-
stellen, dass selbst wenn dies zu bejahen wäre, es jedenfalls nicht in ausgeprägter Weise 
gegeben ist. Vielmehr konnte die Arbeitsfähigkeit dank der Anstrengungen des Beschwer-
deführers  im  November  2006  aktenkundig  auf  50%  und  im  März  2007,  d.h.  innerhalb 
weniger  als  einem  Jahr  nach  dem  Unfall,  auf  80%  gesteigert  werden  (vgl. Unfallschein 
UVG,  Beschwerdebeilage  4).  Gemäss  den  ZVMB-Gutachtern  besteht  in  der  Tätigkeit  als 
Geschäftsführer  keine  Arbeitsunfähigkeit  mehr.  Der  Beschwerdeführer  bestreitet  denn 
auch  nicht  eigentlich,  dass  er  wieder  "geschäftlich  hochaktiv"  ist,  mit  seinem  Wagen  zu 
Geschäftsbesprechungen  in  der  ganzen  Schweiz  fährt,  Besprechungen  durchführt, 
Verträge  abschliesst,  dabei  alleinverantwortlich  für  seinen  Betrieb  ist  und  daneben  auch 
noch Ressourcen für seine junge Familie hat (vgl. Gutachten S. 28). Er ist, wie er selber 
ausführt,  nach  wie  vor  in  verschiedenen  Unternehmen  in  leitender  Position  und  als 

 
 
 
 
 
 
 
- 14 - 

Inhaber tätig (vgl. Gegenbemerkungen S. 10). Auch wenn er vorbringt, er müsse oftmals 
zwei Stunden frei nehmen, sich relaxen, so kann daraus aufgrund des Ausgeführten nicht 
auf eine erheblich eingeschränkte Arbeitsfähigkeit geschlossen werden.  

b) Da mithin zusammenfassend keines der massgeblichen Kriterien besonders aus-
geprägt  vorliegt  und  selbst  dann,  wenn  man  zugunsten  der  Versicherten  das  Kriterium 
der  erheblichen  Beschwerden  und  jenes  der  erheblichen  Arbeitsunfähigkeit  trotz  ausge-
wiesener Anstrengungen als in einfacher Weise erfüllt erachten würde, die Kriterien nicht 
in gehäufter oder auffallender Weise gegeben sind, hat die Vorinstanz die Adäquanz eines 
allfälligen  Kausalzusammenhanges  zwischen  dem  Unfallereignis  vom  10. August  2006 
und den über die polydisziplinäre Begutachtung hinaus anhaltend geklagten Beschwerden 
im  Ergebnis  zu  Recht  verneint.  Die  Beschwerde  ist  damit  in  der  Hauptsache  insofern 
abzuweisen,  als  über  die  Begutachtung  hinaus  kein  Leistungsanspruch  gegenüber  der 
Beschwerdegegnerin mehr besteht.   

Die ZVMB-Gutachter erklärten eine Arbeitsunfähigkeit von 20% bis zur Begutach-
7. 
tung ("bis heute", vgl. Gutachten S. 30) mit einem protrahierten Verlauf eines postkom-
motionellen  Syndroms  für  vereinbar.  Demgegenüber  hielten  sie  fest,  dass  "ab  dem 
Datum unserer Untersuchungen" wieder eine volle Leistungsfähigkeit bestehe (Gutachten 
S.  30).  Da  die  medizinische  Begutachtung  eine  chirurgisch-traumatologische,  neuro-
logisch-psychiatrische  und  neuropsychologische  Abklärung  erforderte  und  die  Gutachter 
festhalten,  dass  eine  gemeinsame  Falldiskussion  geführt  und  das  Ergebnis  in  fachüber-
greifender  Beurteilung  erarbeitet  wurde,  ist  davon  auszugehen,  dass  diese  gemeinsame 
Beurteilung erst stattfand, als alle Untersuchungsbefunde vorlagen. Da die letzte der als 
notwendig veranlassten Untersuchungen am 3. Juni 2008 durchgeführt wurde (vgl. Gut-
achten  S. 14),  konnte  die  gemeinsame  Fallbesprechung  folglich  kaum  vor  dem 
3. Juni 2008 definitiv abgeschlossen worden sein. Folglich ist, wie der Beschwerdeführer 
zu  Recht  geltend  macht,  die  Angabe  der  Gutachter,  "ab  dem  Datum  unserer 
Untersuchungen" bestehe wieder eine volle Leistungsfähigkeit so zu verstehen, dass mit 
dem  Zeitpunkt  des  Wegfalls  der  unfallbedingten  Arbeitsunfähigkeit  nicht  der 
13. Mai 2008  (Datum  der  ersten  Untersuchung)  gemeint  sein  kann,  sondern  der 
4. Juni 2008. Ab diesem Zeitpunkt ist die Kausalität somit vorliegend weggefallen.       

Infolgedessen  hat  der  Beschwerdeführer  über  die  Leistungszusprache  im  Einspracheent-
scheid  hinaus  noch  Anspruch  auf  Taggeldleistungen  für  eine  20%ige  Arbeitsunfähigkeit 
für  die  Zeit  vom  13. Mai  bis  und  mit  3.  Juni  2008.  In  diesem  Punkt  ist  der  Antrag  auf 
Ausrichtung weiterer Taggeldleistungen daher teilweise gutzuheissen.                  

8.  Weiter  stellt sich die Frage nach der Entschädigung für den Arbeitsausfall während 
der Zeit der Begutachtung und die damit verbundenen Spesen. 

a)  Gemäss  Art.  45  Abs.  1  Satz  1  ATSG  übernimmt  der  Versicherungsträger  die 
Kosten der Abklärung, soweit er sie angeordnet hat. Der Versicherungsträger entschädigt 
die Partei und die Auskunftspersonen für Erwerbsausfall und Spesen (Abs. 2).  

aa)  Voraussetzung  für  die  Entschädigung  ist  ein  Einkommensausfall.  Es  ist  davon 
auszugehen,  dass  der  Einkommensausfall  tatsächlich  eingetreten  sein  muss.  Weiter  ist 
ein Kausalzusammenhang zwischen den Abklärungsmassnahmen und dem Einkommens-
ausfall  vorausgesetzt,  weshalb  dieser  entfällt,  soweit  während  dieser  Zeit  eine  Arbeits-
unfähigkeit besteht. Kurzfristige Abwesenheiten von weniger als einem halben Tag fallen 
ausser  Betracht,  da  bei  dieser  Ausgangslage  in  aller  Regel  keine  Einkommensausfälle 
resultieren  und  davon  ausgegangen  werden  kann,  dass  es  zu  den  Schadenminderungs-

 
 
 
 
 
- 15 - 

pflichten gehört, bei einer solchen Ausgangslage Arbeitsausfälle zu kompensieren. Zudem 
besteht  jedenfalls  für  Unselbständigerwerbende  häufig  eine  Abdeckung  über  eine  Tag-
geldversicherung  bzw.  kein  Erwerbsausfall,  sodass  ein  Erwerbsausfall  nicht  eintritt.  Für 
die Festsetzung des Einkommensausfalls werden in der Regel die im jeweiligen Zweig der 
Sozialversicherung  geltenden  Taggeldregelungen  (mit  ihren  betraglichen  Begrenzungen) 
heranzuziehen sein (vgl. U. KIESER, ATSG-Kommentar, 2009 Rz. 16 ff. zu Art. 45).   

bb)  Weiter  können  durch  Abklärungsmassnahmen  der  betreffenden  Person  Ausla-
gen  entstehen,  etwa  Fahrspesen,  Verpflegungskosten oder  Unterkunftskosten.  Eine  Ent-
schädigung  setzt  jedenfalls  eine  entsprechende  Auslage  bzw.  Kosten  voraus,  was  durch 
die  betreffende  Person  zu  belegen  ist  (vgl.  U.  KIESER,  ATSG-Kommentar,  2009  Rz. 20  f. 
zu Art. 45).   

b) Die Beschwerdegegnerin erachtet den Beschwerdeführer zunächst, unter Berück-
sichtigung des zusätzlichen Anfahrtswegs nach B., für den Einkommensausfall infolge der 
verschiedenen  medizinischen  Untersuchungen  mit  zwei  vollen  Taggeldern,  mithin  mit 
insgesamt  552.30  Franken  als  entschädigt.  Angesichts  der  rechtlichen  Erwägungen  und 
dem  Wortlaut  des  Dispositivs  im  Einspracheentscheid  ist  davon  auszugehen,  dass  diese 
Entschädigung  einzig  den  Einkommensausfall,  nicht  aber  die  Spesen  umfasst.  Demge-
genüber  verlangt  der  Beschwerdeführer  für  den  im  Zusammenhang  mit  der  Begutach-
tung stehenden Zeitaufwand von mindestens 35 Stunden eine Taggeldentschädigung von 
4.5 Tagen, überdies erstmals in der Beschwerde zusätzlich für Fahrtkosten, Parking- und 
Telefonkosten  usw.,  eine  pauschale  Spesenvergütung  von  500  Franken  -  ohne  dies  zu 
belegen.  In  den  Bemerkungen  erklärt  sich  die  Vorinstanz  bereit,  dem  Beschwerdeführer 
für  den  Erwerbsausfall  infolge  der  Abklärungsmassnahmen,  mithin  für  dessen  zeitlichen 
Aufwand mit einer Entschädigung von maximal 3.5 Taggeldern entgegenzukommen. Zur 
beschwerdeweise geltend gemachten Spesenforderung nimmt sie nicht Stellung.     

aa) Eine Entschädigung von 3.5 Taggeldern für den Einkommensausfall erweist sich 
aus  nachfolgenden  Gründen  als  angemessen.  In  der  Tat  sind  sich  die  Parteien  darüber 
einig, dass die Untersuchungen am 3. Juni 2008 einen ganzen Tag, die MRI Abklärungen 
am  26.  Mai  bzw.  27  Mai  2008  weniger  als  einen  halben  bzw.  einen  halben  Tag  und  die 
Abklärungen  am  22. Mai  2008  einen  ganzen  Tag  beansprucht  haben,  was  insgesamt 
höchstens  3  Tage  ergibt.  Die  Untersuchungen  am  13. Mai  2008  dauerten  gemäss  den 
Angaben  im  Gutachten  drei  Mal  90  Minuten,  mithin  viereinhalb  Stunden,  gemäss 
Beschwerdeführer bloss dreieinhalb Stunden (Beschwerde S. 20). Selbst wenn die Unter-
suchungen  am  13. Mai  2008,  wie  der  Beschwerdeführer  vorbringt,  durch  eine  Mittags-
pause  unterbrochen  waren  (er  fordert  für  diesen  Tag  inklusive  Mittagspause  von 
90 Minuten  und  einer  Fahrtzeit  von  60  Minuten  eine  Entschädigung  für  6  Stunden),  ist 
somit  nicht  ersichtlich,  inwiefern  ein  dafür  entschädigter  Zeitaufwand  von  einem  halben 
Tag  und  mithin  für  sämtliche  Untersuchungen  im  Rahmen  der  durchgeführten 
polydisziplinären  Begutachtung  eine  Entschädigung  von  3.5  Tagen  nicht  angemessen 
wäre,  dies  umso  mehr,  als  die  halbtägige  Entschädigungen  für  die  MRI  Untersuchungen 
am  26.  Mai  2008  (10  Uhr)  grosszügig  bemessen  ist  und,  wie  dargestellt,  davon 
ausgegangen  werden  darf,  dass  kurzfristige  Abwesenheiten  von  weniger  als  einem 
halben  Tag  durch  die  Schadenminderungspflicht  aufzufangen  sind.  Zudem  ist  aufgrund 
der  vorliegenden  Akten  fraglich,  ob  der  Beschwerdeführer,  welcher  als  Mitglied  der 
Geschäftsleitung von der Z. AG einen Lohn bezieht (er geht für das Jahr 2008 von einem 
entsprechenden  Gehalt von  mehr  als  226'000  Franken aus,  vgl.  Beschwerde  S.  22;  vgl. 
auch IK-Auszug, act. 118 f.) und mithin als unselbständig Erwerbender zu betrachten ist, 
überhaupt  Anspruch  auf  Entschädigung  des  durch  die  Begutachtungen  erfolgten 
Einkommensausfalls  hätte.  Dies  kann  jedoch  vorliegend  dahingestellt  bleiben,  insofern 

 
 
 
 
 
- 16 - 

die Beschwerdegegnerin bereit ist, aus der obligatorischen Unfallversicherung ein Taggeld 
für  3.5  Tage  zu  entrichten.  Der  Taggeldansatz  von  276.15  Franken  pro  Tag  aus 
obligatorischer Unfallversicherung ist unbestritten. Auf Taggeldforderungen gemäss UVG-
Zusatzversicherung  nach  VVG  ist,  wie  eingangs  erwähnt,  nicht  einzutreten.  Da  die 
Abklärungen,  wie  dargestellt,  an  5  verschiedenen  Tagen  stattgefunden  haben  und  der 
Beschwerdeführer  für  diese  Tage  bereits  für  eine  20%ige  Arbeitsunfähigkeit  je  eine 
Taggeldentschädigung  von  20%  erhält  (vgl.  Erw.  7  hievor),  reduziert  sich  die  effektive 
Erwerbsausfallsentschädigung um ein volles Taggeld auf 690.40 Franken (3.5 x 276.15 - 
276.15 Franken).         

bb)  Zur  im  Beschwerdeverfahren  erstmals  gemachten  Spesenforderung  hat  die 
Vorinstanz nicht Stellung genommen. Zudem belegt der Beschwerdeführer seine Spesen-
forderung  auch  nicht  näher.  Überhaupt  hat  die  Vorinstanz  betreffend  Spesenentschädi-
gung  keinen  Entscheid  gefällt,  weshalb  diesbezüglich  eigentlich  kein  Anfechtungsobjekt 
besteht. Allerdings darf das verwaltungsgerichtliche Verfahren aus prozessökonomischen 
Gründen  auf  eine  ausserhalb  des  Anfechtungsgegenstandes  liegende  spruchreife  Frage 
ausgedehnt  werden,  wenn  diese  mit  dem  bisherigen  Streitgegenstand  derart  eng 
zusammenhängt,  dass  von  einer  Tatbestandsgemeinschaft  gesprochen  werden  kann 
(Urteil  I.37/05  vom  23.  September  2005,  Erw.  1.2;  BGE  125  V  413  Erw.  1.a  mit  Hin-
weisen). Es bleibt Sache des Richters, im jeweiligen Einzelfall unter Berücksichtigung des 
materiellrechtlichen Kontextes, des massgeblichen Verfügungsinhaltes und der, in Anbe-
tracht der Beschwerde, konkreten Verfahrenslage zu entscheiden, was den zu beurteilen-
den Streitgegenstand bildet, ferner (unter Umständen), ob die Voraussetzungen für eine 
Ausdehnung des Prozesses über den Streit-, allenfalls den Anfechtungsgegenstand hinaus 
erfüllt  sind  (BGE  125  V  413  Erw.  2a,  122  V  34  Erw.  2a  mit  Hinweisen;  Urteil  U  419/05 
vom 24. März 2006 Erw. 1; Urteil 8C_900/2008 vom 29. Januar 2009).  

Aufgrund  des  engen  Sachzusammenhangs  im  Sinne  von  Art.  45  Abs.  2  ATSG  zwischen 
Erwerbsausfall und Spesen bei angeordneten medizinischen Abklärungen, angesichts der 
vorliegenden Akten und den diesbezüglich nicht bestrittenen Vorbringen des Beschwerde-
führers  ist  vorliegend  davon  auszugehen,  dass  er  für  die  medizinischen  Abklärungen  im 
Rahmen  der  Begutachtung insgesamt  fünf  Mal  von  A.  nach  dem  rund  30  km  entfernten 
B.,  mithin  rund  300  km  fahren  und  seinen  Wagen  insgesamt  rund  20 Stunden  in  der 
Stadt  B.  parkieren  musste.  Entsprechend  sieht  der  tagende  Gerichtshof  es  vorliegend 
auch  aus  prozessökonomischen  Gründen  für  gerechtfertigt,  den  Prozess  auf  die 
Nebenfrage der Spesenentschädigung auszudehnen und erachtet, ohne dass weitere Ab-
klärungen erforderlich wären, im Zusammenhang mit den vorliegend in Frage stehenden 
medizinischen Abklärungen eine Spesenentschädigung für Fahrspesen und Parkingkosten 
ex  aequo  et  bono  von  insgesamt  250 Franken  (Fahrten  210  Franken  +  Parkgebühren 
40 Franken) als ausgewiesen und angemessen.    

c) Aus dem Dargestellten folgt, dass in teilweiser Gutheissung des entsprechenden 
Begehrens der Beschwerdeführer im Zusammenhang mit der Begutachtung Anspruch auf 
eine  Entschädigung  für  Erwerbsausfall  und  Spesen  von  insgesamt  940.40  Franken 
(690.40 Franken + 250 Franken) hat. 

9. 
a)  Weiter  verlangt  der  Beschwerdeführer  für  das  vorinstanzliche  Einsprachever-
fahren,  in  welchem  er  zumindest  teilweise  obsiegt  hat  (die  Vorinstanz  sprach  ihm  in 
Abänderung  der  angefochtenen  Verfügung  bis  zum  12.  Mai  2008  eine  Taggeldleistung 
und  neu  auch  eine  Entschädigung  für  Erwerbsausfall  für  die  Zeit  der  Begutachtung  von 
552.30  Franken  zu),  eine  Parteientschädigung  von  insgesamt  8'087.45  Franken.  Dies 
lässt  er  damit  begründen,  dass  vorliegend  nicht  von  einem  einfachen  Fall  gesprochen 

 
 
 
 
- 17 - 

werden  könne.  Zudem  sei  er  bereits  aufgrund  des  Schreibens  der  Mobiliar  vom  19.  No-
vember  2007,  um  sich  "schriftlich  zur  Sache  zu  äussern  und  begründete  Einwände  zu 
erheben",  d.h.  noch  vor  Erlass  der  leistungseinstellenden  Verfügung  vom  23.  Janu-
ar 2008 auf einen Rechtsanwalt angewiesen gewesen.    

Demgegenüber beruft sich die Vorinstanz darauf, dass besondere Umstände, welche die 
Zusprechung  einer  Parteientschädigung  für  das  Einspracheverfahren  rechtfertigen 
würden,  vorliegend  nicht  ersichtlich  seien.  Sie  macht  insbesondere  geltend,  dass  die 
Einräumung  der  Gelegenheit,  eine  Stellungnahme  abgeben  zu  können,  keinen  besonde-
ren  Umstand  darstelle,  ansonsten  mit  der  zwingend  vorgeschriebenen  Gewährung  des 
rechtlichen Gehörs eine Parteientschädigung im Einspracheverfahren nicht, wie im Gesetz 
vorgesehen, Ausnahmefall bliebe, sondern zum Regelfall würde. Zudem wäre eine Partei-
entschädigung von 8'087.45 Franken in einem Einspracheverfahren sicher nicht gerecht-
fertigt.      

b)  Gemäss  Art.  52  Abs.  3  ATSG  ist  das  Einspracheverfahren  kostenlos.  Parteient-

schädigungen werden in der Regel nicht ausgerichtet.  

aa)  Das  Bundesgericht  erachtete  die  analoge  Regelung  in  der  obligatorischen 
Unfallversicherung  (Art.  130  Abs.  2  Satz  2  UVV  gültig  bis  Ende  2002)  wiederholt  als 
gesetzmässig (vgl. BGE 117 V 402; RKUV 2003 Nr. U 490 S. 364). Aufgrund der Entste-
hungsgeschichte  von  Art.  52  Abs.  3  ATSG  hat  es  in  BGE  130  V  570  erwogen,  der 
Gesetzgeber erachte die ausnahmsweise Zusprechung einer Parteientschädigung im Ein-
spracheverfahren  unter  einer  Bedingung  als  zulässig  und  geboten:  Der  Einsprecher,  der 
nicht  über  die  erforderlichen  Mittel  verfügt,  um  die  Anwaltskosten  selbst  zu  tragen,  und 
der  im  Falle  des  Unterliegens  die  unentgeltliche  Verbeiständung  (Art.  37  Abs.  4  ATSG) 
hätte  beanspruchen  können,  soll  bei  Obsiegen  vom  unterliegenden  Versicherungsträger 
entschädigt  werden.  Dieser  Tatbestand  der  Entschädigung  der  prozessarmen  Partei  im 
Obsiegensfall  wird  vorliegend  nicht  geltend  gemacht  und  ist  hier  unstreitig  auch  nicht 
gegeben. Offengelassen hat das Bundesgericht die Frage, ob eine Ausnahmefall im Sinne 
von  Art.  52  Abs.  3  ATSG  auch  bei  Vorliegen  besonderer  Umstände  (etwa  besonderer 
Aufwendungen  oder  Schwierigkeiten)  angenommen  werden  könnte  (BGE  130  V  570 
Erw. 2.2 f.).  

bb)  Aufgrund  der  gesetzgeberischen  Konzeption  ist  der  tagende  Gerichtshof  der 
Ansicht,  dass  für  einen  solchen  Ausnahmefall  im  Sinne  von  besonderen  Umständen  die 
gleichen Bedingungen erfüllt sein müssten, wie sie für die Gewährung der unentgeltlichen 
Verbeiständung  im  Einspracheverfahren  vorausgesetzt  sind.  Eine  solche  drängt  sich 
rechtsprechungsgemäss  nur  in  Ausnahmefällen  auf,  in  denen  ein  Rechtsanwalt  beigezo-
gen wird, weil schwierige rechtliche oder tatsächliche Fragen dies als notwendig erschei-
nen  lassen  und  eine  Verbeiständung  durch  Verbandsvertreter,  Fürsorger  oder  andere 
Fach-  und  Vertrauensleute  sozialer  Institutionen  nicht  in  Betracht  fällt  (BGE  117  V  408 
Erw. 5a, 114 V 235 Erw. 5b; AHI 2000 S. 163 Erw. 2a). Könnte der Einsprecher im Falle 
des  Unterliegens  die  unentgeltliche  Verbeiständung  beanspruchen,  hat  er  bei  Obsiegen 
Anspruch  auf  eine  Parteientschädigung  (BGE  130  V  572  f.  Erw.  2.2  mit  Hinweisen; 
bestätigt  in  BGE  132  V  200  Erw.  4.1).  Dabei  ist  nach  ständiger  Praxis  und  nach  dem 
Willen  des  Gesetzgebers  zu  beachten,  dass  die  für  die  Gewährung  der  unentgeltlichen 
Rechtspflege  im  Einsprache-  und  nichtstreitigen  Verwaltungsverfahren  unter  anderem 
verlangte  sachliche  Gebotenheit  nach  einem  besonders  strengen  Massstab  zu  prüfen  ist 
(vgl.  BGE  132  V  200  Erw.  5.1.3  mit  Hinweis;  vgl.  auch  Urteil  I  113/07  vom 
21. März 2007).  Dies  rechtfertigt  sich  dadurch,  dass  das  Verwaltungsverfahren  von  der 
Offizialmaxime  respektive  vom  Untersuchungsgrundsatz  beherrscht  wird  (BGE  125  V  32 

 
 
 
 
 
 
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Erw. 4b;  Anwaltsrevue  2005/3  S.  123;  Urteil  I  911/06  vom  2.  Februar  2007  Erw.  4, 
bestätigt in Urteil 8C_463/2007 vom 28. April 2008 Erw. 8.1.3).  

Hinsichtlich  der  sachlichen  Gebotenheit  der  unentgeltlichen  anwaltlichen  Verbeiständung 
im  Einspracheverfahren  sind  die  Umstände  des  Einzelfalls,  die  Eigenheiten  der  anwend-
baren Verfahrensvorschriften sowie die Besonderheiten des jeweiligen Verfahrens zu be-
rücksichtigen. Dabei fallen neben der Komplexität der Rechtsfragen und der Unübersicht-
lichkeit des Sachverhalts auch in der Person des Betroffenen liegende Gründe in Betracht, 
wie etwa seine Fähigkeit, sich im Verfahren zurechtzufinden (SCHWANDER, Anmerkung zu 
BGE  122  I  8,  in  AJP  1996  S.  495).  Falls  ein  besonders  starker  Eingriff  in  die  Rechts-
stellung des Bedürftigen droht, ist die Verbeiständung grundsätzlich geboten, andernfalls 
bloss,  wenn  zur  relativen  Schwere  des  Falls  besondere  tatsächliche  oder  rechtliche 
Schwierigkeiten  hinzukommen,  denen  der  Gesuchsteller  auf  sich  alleine  gestellt  nicht 
gewachsen ist (BGE 130 I 180 E. 2.2 S. 182 mit Hinweisen), und wenn auch eine Verbei-
ständung  durch  Verbandsvertreter,  Fürsorger  oder  andere  Fach-  und  Vertrauensleute 
sozialer  Institutionen  nicht  in  Betracht  fällt  (Urteil  8C_463/2007  vom  28.  April  2008 
Erw. 8.1;  BGE  125  V  32  Erw.  2  S.  34,  114  V  228  Erw.  5b  S.  236;  AHI  2000  S.  162 
Erw. 2a und b).  

cc) Vorliegend hatte der Beschwerdeführer zunächst Gelegenheit, sich zur Frage zu 
äussern,  ob  er  mit  einer  Leistungseinstellung  per  30.  November  2007  einverstanden  sei 
oder  nicht.  Für  den  letzteren  Fall  hat  die  Mobiliar  festgehalten,  dass  eine  Begutachtung 
durchgeführt  werden  müsste.  Im  Weiteren  hatte  er  gegen  die  leistungseinstellende 
Verfügung  eine  Einsprache  zu  erheben.  Schliesslich  konnte  er  sich  hinsichtlich  der  Wahl 
der Gutachterstelle und zum Gutachten selber äussern. 

Die Beantwortung der ersten Frage stellt objektiv betrachtet keine besonderen Schwierig-
keiten  dar.  Der  Versicherte  wusste,  dass  auf  seine  negative  Antwort  hin  eine  medizini-
sche  Begutachtung  durchgeführt  würde.  Auch  wenn  die  Verwaltung  die  für  die  Fest-
stellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts  notwendigen  Abklärungen  nicht  in  das  Ein-
spracheverfahren  schieben  darf  (vgl.  BGE  132  V  368  Erw.  5),  hat  der  Versicherer  im 
Schreiben  vom  19. November  2007  und  in  der  Verfügung  vom  23.  Januar  2008  jeweils 
verständlich und einlässlich begründet, warum sie der Ansicht war, dass keine Leistungs-
pflicht  mehr  besteht.  Entsprechend  war  eine  Stellungnahme  respektive  später  eine  Ein-
sprache  für  den  Versicherten  ohne  besondere  Schwierigkeiten  möglich.  Überdies  es  für 
die Annahme einer Einsprache ausreichend ist, wenn der Wille des Versicherten feststeht, 
die  erlassene  Verfügung  nicht  akzeptieren  zu  wollen  und  er  sich  mithin  zumindest  in 
"rudimentärer Form" mit der angefochtenen Verfügung auseinandersetzt (vgl. U. KIESER, 
ATSG-Kommentar,  2009,  Rz. 23  zu  Art.  52).  Als  langjähriger  Direktor  der  Z.  AG  und 
Verwaltungsratspräsident  weiterer  Unternehmen  (im  Bereich  Betrieb  von  Apotheken, 
Herstellung  und  Vertrieb  von  Pharmaprodukten  sowie  labor-  und  medizintechnischen 
Produkten  für  Ärzte,  Zahnärzte,  Kliniken  und  Spitäler,  vgl.  HR),  war  der  Versicherte  im 
November 2007, aufgrund der gemachten Ausführungen, sowohl gesundheitlich als auch 
intellektuell  dazu  jedenfalls  in  der  Lage.  Dass  das  Begutachtungsverfahren  besondere 
Schwierigkeiten  geboten  hätte,  macht  er  zu  Recht  nicht  geltend.  Was  die  Möglichkeit 
einer  Stellungnahme  zum  31-seitigen  ZVMB-Gutachten  betrifft,  ist  schliesslich  zu  be-
achten,  dass  der  Versicherte  aufgrund  seines  Berufs  betreffend  medizinischer  Fachaus-
drücke bewandert ist (wie er selber ausführt), aufgrund der Aktenlage jedenfalls über ein 
gewisses  medizinisches  Wissen  verfügt  (er  führte  aktenkundig  nach  dem  Sturzereignis 
insbesondere zu Hause alleine eine Kommotio-Überwachung durch) und aufgrund seiner 
gehobenen  beruflichen  Stellung  auch  über  ein  entsprechendes  soziales  Netz  (er  konsul-
tierte nach dem Sturzereignis einen befreundeten Arzt). Zudem  war  er über die medizi-

 
 
 
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nische  Abklärungslage  im  Bild  (er  hat  etwa  vom  durch  die  Hausärztin  konsiliarisch  hin-
zugezogenen Dr. med. K. dessen Stellungnahmen direkt in Kopie erhalten). Aufgrund all 
dieser  konkreten  Umstände  kann  im  vorliegenden  Fall  in  objektiver  Betrachtungsweise 
somit  jedenfalls  nicht  von  besonderen  tatsächlichen  oder  rechtlichen  Schwierigkeiten 
ausgegangen werden, welchen der Versicherte, wäre er auf sich alleine gestellt gewesen, 
im vorinstanzlichen Verfahren nicht gewachsen gewesen wäre.      

Der  Antrag  um  Ausrichtung  einer  Parteientschädigung  für  die  anwaltliche  Vertretung  im 
vorinstanzlichen Verfahren ist somit als unbegründet abzuweisen.  

10.  Ein  Anspruch  auf  Parteientschädigung  besteht  gemäss  Art.  61  lit.  g  ATSG  bei  Ob-
siegen der beschwerdeführenden Partei. Die Parteikosten werden ohne Rücksicht auf den 
Streitwert  nach  dem  zu  beurteilenden  Sachverhalt  und  der  Schwierigkeit  des  Prozesses 
bemessen.  Ein  Anspruch  auf  Entschädigung  besteht  auch  bei  bloss  teilweisem  Obsiegen 
(vgl.  BGE  117  V  407).  Massgebend  ist,  ob  die  Rechtsstellung  der  Partei  durch  den 
Entscheid  "verbessert"  wird,  wobei  auf  die  im  Beschwerdeverfahren  festgestellten 
Anträge Bezug genommen wird (vgl. BGE 132 V 215 Erw. 6.2).             

a) In der Hauptsache verlangt der Beschwerdeführer, es sei festzustellen, dass die 
medizinisch festgestellten Beschwerden weiterhin in natürlichem und adäquatem Kausal-
zusammenhang  zum  Unfallereignis  vom  10.  August  2006  stehen  und  mithin  die 
Ausrichtung der Taggeldleistungen über den 12. Mai 2008 hinaus "bis auf Weiteres".  

b) Das erste Hauptbegehren wurde abgewiesen und die Ausrichtung der Taggeld-
leistungen  aus  dem  einzigen  Grund  und  ausschliesslich  bis  und  mit  dem  3.  Juni  2008 
gutgeheissen, weil erst zu diesem Zeitpunkt alle medizinischen Untersuchungsergebnisse 
vorlagen. In der Hauptsache hat sich mit der zusätzlichen Ausrichtung von 22 Taggeldern 
für eine 20%-Arbeitsunfähigkeit die Rechtsstellung des Beschwerdeführers infolgedessen 
offensichtlich nur unwesentlich verbessert. Dasselbe trifft für die übrigen Anträge zu.       

Aufgrund  der  bloss  teilweisen  Gutheissung  der  Beschwerde,  soweit  darauf  einzutreten 
war, ist dem Beschwerdeführer entsprechend nach Massgabe des Obsiegens eine Partei-
entschädigung  zuzusprechen.  Diese  ist  gemäss  Art.  138  Abs.  2  sowie  Art. 146 ff.  des 
kantonalen  Gesetzes  vom  23. Mai  1991  über  die  Verwaltungsrechtspflege  (VRG; 
SGF 150.1), des Tarifs vom 17. Dezember 1991 über die Verfahrenskosten und Entschä-
digungen  in  der  Verwaltungsjustiz  (SGF  150.12)  gemessen  am  notwendigen  Aufwand 
(doppelter  Schriftenwechsel)  des  Rechtsvertreters,  der  ihn  bereits  im  vorinstanzlichen 
Verfahren  vertreten  hat,  aufgrund  der  Komplexität  der  Angelegenheit,  der  am 
9. März 2011  eingereichten  Kostenliste  des  Rechtsvertreters  -  diesbezüglich  ist  darauf 
hinzuweisen,  dass  der  für  das  Honorar  im  vorliegenden  Verfahren  verlangte  Betrag  von 
rund 6'480 Franken erheblich überschreitet, was andere Anwälte für einen vergleichbaren 
Aufwand 
in  gleichen  Prozessangelegenheiten  verlangen  und  vom  Bundesgericht 
gewöhnlich  zugesprochen  wird  -  und  des  teilweisen  Obsiegens  auf  2'000  Franken 
festzusetzen,  wobei  dieser  Betrag  Honorar  und  Auslagen  des  Rechtsvertreters  umfasst. 
Zu  dieser  Entschädigung  kommt  der  Betrag  der  Mehrwertsteuer  von  152  Franken 
(7.6% von 2'000 Franken) hinzu. Der Gesamtbetrag von 2'152 Franken geht zulasten der 
Beschwerdegegnerin.  

In Anwendung von Art. 61 lit. a ATSG sind keine Gerichtskosten zu erheben. 

 
 
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D e r   H o f   e r k e n n t :  

I. 

Die Beschwerde  wird,  soweit  darauf  eingetreten  wird,  insofern  teilweise  gutge-
heissen,  als  der  Taggeldanspruch  für  eine  20%ige  Arbeitsunfähigkeit  über  den 
12. Mai 2008 hinaus bis und mit dem 3. Juni 2008 besteht und sich der Entschädi-
gungsanspruch  für  Erwerbsausfall  und  Spesen  im  Zusammenhang  mit  der  ZVMB-
Begutachtung  im  Jahre  2008,  unter  Abzug  des  diesbezüglich  bereits  berück-
sichtigten Taggeldanspruchs infolge der 20%igen Arbeitsunfähigkeit, auf insgesamt 
940.40 Franken beläuft. 

Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.    

II. 

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.  

III.   X.  wird  zulasten  der  Mobiliar  für  das  vorliegende  Verfahren  eine  Partei-
entschädigung  für  Honorar  und  Auslagen  des  Rechtsvertreters  von  2'000  Franken, 
zuzüglich der Mehrwertsteuer von 152 Franken (7.6 % von 2'000 Franken), insge-
samt 2'152 Franken, zugesprochen.  

Gegen diesen Entscheid kann innerhalb einer Frist von 30 Tagen ab Erhalt beim Bundes-
gericht,  Schweizerhofquai  6,  6004  Luzern,  Beschwerde  in  öffentlich-rechtlichen  Ange-
legenheiten  eingereicht  werden.  Diese  Frist  kann  weder  verlängert  noch  unterbrochen 
werden.  Die  Beschwerdeschrift  muss  in  drei  Exemplaren  abgefasst  und  unterschrieben 
werden.  Sie  müssen  die  Gründe  angeben,  weshalb  Sie  die  Änderung  dieses  Urteils  ver-
langen. Damit das Bundesgericht Ihre Beschwerde behandeln kann, sind die verfügbaren 
Beweismittel  und  der  angefochtene  Entscheid  mit  dem  dazugehörigen  Briefumschlag 
beizulegen. Das Verfahren vor dem Bundesgericht ist grundsätzlich kostenpflichtig. 

6.505.2.4; 6.505.2.4.2.2; 6.505.2.4.2.4; 6.505.6; 011.2