# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e9c3ec8a-a98b-51cf-8ec3-8b429296ad62
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-10-01
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 01.10.2015 720 2015 113 (720 15 113)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-2015-113_2015-10-01.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 1. Oktober 2015 (720 15 113) 

___________________________________________________________________ 

 

 

Invalidenversicherung 

 

 

Betätigungsvergleich. Rückweisung der Angelegenheit zur Neubeurteilung der medizini-

schen und erwerblichen Situation, da sich der Sachverhalt vor Erlass der Rentenverfü-

gung richtungsweisend geändert hat.  

 

 
 
 
 
 
Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsrichter Yves Thommen, Kan-

tonsrichter Dieter Freiburghaus, Gerichtsschreiberin Christina Mar-
kiewicz 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Dr. Markus Reich, Advo-
kat, Faissgärtli 17, Postfach 641, 4144 Arlesheim 

  
 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, 
Beschwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff IV-Rente (756.0206.9321.90) 
 
 
 

 

 
 
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A. Der 1951 geborene A.____ arbeitete als selbständiger Landwirt. Er leidet an einer chro-
nisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD GOLD Stadium III) sowie an einem Raynaud-
Syndrom (Gefässerkrankung mit Krämpfen an Fingern und Zehen) und an Dupuytren (Erkran-
kung des Bindegewebes der Handinnenflächen). Mit Gesuch vom 11. Juni 2013 meldete er sich 
bei der IV-Stelle Basel-Landschaft zum Bezug von Leistungen an. Nach Abklärung der medizi-
nischen und erwerblichen Verhältnisse ermittelte die IV-Stelle aufgrund eines Betätigungsver-
gleichs einen IV-Grad von 55%. Mit Verfügung vom 16. Februar 2015 sprach sie A.____ eine 
halbe IV-Rente zu. 
 
B. Dagegen erhob A.____, vertreten durch Advokat Dr. Markus Reich, mit Eingabe vom 18. 
März 2015 Beschwerde ans Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht. Er beantragte 
die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Zusprechung einer ganzen IV-Rente ab 1. 
Dezember 2013. Im Wesentlichen beanstandete er die medizinische Einschätzung sowie die 
Ergebnisse des Abklärungsberichts Landwirtschaft vom 7. Januar 2014. 
 
C. Mit Eingabe vom 27. Mai 2015 beantragte die IV-Stelle, das Beschwerdeverfahren sei 
zufolge Wiedererwägung lite pendente von der Kontrolle abzuschreiben. An der medizinischen 
Einschätzung sei festzuhalten. Es dränge sich aber eine Neubeurteilung auf, weil der Versicher-
te die Melkarbeiten zwischenzeitlich eingestellt habe und der Sohn den Landwirtschaftsbetrieb 
im Januar 2015 übernommen habe. Die Situation sei somit anders als anlässlich der Abklärung 
vom November 2013. Des Weiteren habe eine erneute Analyse und Berechnung des Betäti-
gungsvergleichs gezeigt, dass bei der Erstberechnung im Bereich der Innenwirtschaft ein Feh-
ler unterlaufen sei. Statt nur 34% seien dort 50% Leistungsfähigkeit berücksichtigt worden. Im 
Ergebnis resultiere nach der Korrektur richtigerweise eine Restarbeitsfähigkeit von 33% und 
nicht von 45%. 
 
D. Das Kantonsgericht erwog mit Verfügung vom 4. Juni 2015, dass der Wiedererwä-
gungsverfügung der IV-Stelle lediglich der Charakter eines Antrages an das Kantonsgericht 
zukomme, da darin eine rentenzusprechende Verfügung aufgehoben werde. Das Beschwerde-
verfahren könne entgegen der Auffassung der IV-Stelle nicht zufolge Wiedererwägung lite pen-
dente abgeschrieben werden. Aufgrund der von der IV-Stelle in ihrer Eingabe vom 27. Mai 2015 
angeführten Gründe kämen eine Aufhebung der angefochtenen Verfügung und eine Rückwei-
sung der Angelegenheit zu weiteren Abklärungen und neuer Entscheidung durchaus in Be-
tracht, welche allenfalls eine reformatio in peius bedeuten könnte. Dies bedeute aber zwingend, 
dass dem Versicherten vor einem allfälligen Entscheid Gelegenheit zum Rückzug der Be-
schwerde zu geben sei. 
 
E. Mit Schreiben vom 6. Juli 2015 erklärte der Beschwerdeführer, dass er an seiner Be-
schwerde festhalte. 
 
 

 

 
 
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Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g : 
 
1. Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch des Beschwerdeführers. Dabei ist zu 
beachten, dass das Sozialversicherungsgericht nach ständiger Rechtsprechung die Gesetz-
mässigkeit von Verwaltungsverfügungen in der Regel nach dem Sachverhalt zu beurteilen hat, 
der zur Zeit des Verfügungserlasses gegeben war. Daraus folgt, dass für die Beurteilung der 
vorliegenden Beschwerde der Sachverhalt massgebend ist, der am 16. Februar 2015, dem 
Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung der IV-Stelle, vorgelegen hat. 
 
2.1 Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. 
Juni 1959 hat die versicherte Person Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 
70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60%, auf eine halbe Rente, wenn sie 
zu mindestens 50% und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40% invalid ist. Invalidi-
tät im Sinne dieser Bestimmung ist die durch einen körperlichen, geistigen oder psychischen 
Gesundheitsschaden als Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall verursachte, vo-
raussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit 
(Art. 4 IVG in Verbindung mit Art. 8 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozial-
versicherungsrechts [ATSG] vom 6. Oktober 2000). 
 
2.2 Art. 28a Abs. 1 IVG erklärt für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versi-
cherten Art. 16 ATSG für anwendbar. Gemäss Art. 16 ATSG wird für die Bestimmung des IV-
Grades einer erwerbstätigen versicherten Person das Erwerbseinkommen, das diese nach Ein-
tritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Einglie-
derungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage 
erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie 
erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Bei der Ermittlung 
des für die Bestimmung des IV-Grades massgebenden hypothetischen Einkommens ohne Ge-
sundheitsschaden (Valideneinkommen) ist entscheidend, was die versicherte Person im mass-
gebenden Zeitpunkt des Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr-
scheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Der Einkommensvergleich hat in der Re-
gel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig 
möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Ein-
kommensdifferenz der IV-Grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommens-
vergleichs; vgl. BGE 104 V 136). Die Einkommensermittlung hat so konkret wie möglich zu er-
folgen, weshalb in der Regel vom letzten Lohn, den die versicherte Person erzielt hat, auszuge-
hen ist (vgl. ZAK 1990 S. 519 E. 3c). Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen ziffernmässig 
nicht genau ermittelt werden können, sind sie nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Um-
stände zu schätzen und die so gewonnenen Annäherungswerte sind miteinander zu verglei-
chen. 
 

 

 
 
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2.3 Namentlich bei Selbständigerwerbenden kann sich eine zuverlässige Ermittlung der 
beiden hypothetischen Vergleichseinkommen als schwierig oder unmöglich erweisen. Lassen 
sich die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen nicht zuverlässig ermitteln oder schätzen, 
so ist in Anlehnung an die Methode für Nichterwerbstätige ein Betätigungsvergleich anzustellen 
(vgl. dazu Art. 5 Abs. 2 IVG i.V.m. Art. 8 Abs. 3 ATSG; UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 2. Aufl., 
Zürich/Basel/Genf 2009, Art. 8 N 13 ff. und N 20), und der IV-Grad ist nach Massgabe der er-
werblichen Auswirkungen der verminderten Leistungsfähigkeit in der konkreten erwerblichen 
Situation zu bestimmen. Zunächst ist anhand des Betätigungsvergleichs die leidensbedingte 
Behinderung festzustellen; sodann ist diese im Hinblick auf ihre erwerbliche Auswirkung beson-
ders zu gewichten. Eine bestimmte Einschränkung im funktionellen Leistungsvermögen eines 
Erwerbstätigen kann zwar, braucht aber nicht notwendigerweise eine Erwerbseinbusse gleichen 
Umfangs zur Folge zu haben (ausserordentliches Bemessungsverfahren; BGE 128 V 29 E. 1, 
104 V 137 E. 2c; AHI-Praxis 1998 S. 120 E. 1a). Eine gesetzliche Regelung, welche Bemes-
sungsmethode bei Selbständigerwerbenden anzuwenden ist, gibt es nicht. Welche Methode 
Anwendung findet, hängt somit in erster Linie davon ab, ob sich die hypothetischen Erwerbs-
einkommen zuverlässig schätzen lassen (allgemeine Methode) oder nicht (ausserordentliche 
Methode). Anzufügen ist in diesem Zusammenhang, dass den Verwaltungsbehörden bezüglich 
der Auswahl der Methode ein gewisser Ermessensspielraum zusteht, in den das Gericht nicht 
ohne Not eingreift. 
 
2.4 Gemäss Art. 25 Abs. 2 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) vom 
17. Januar 1961 sind bei einem invaliden Selbständigerwerbenden, der zusammen mit Famili-
enmitgliedern einen Betrieb bewirtschaftet, die beiden massgebenden Erwerbseinkommen auf-
grund seiner Mitarbeit im Betrieb zu bestimmen. Das bedeutet, dass Einkommensbestandteile, 
die nicht auf die Tätigkeit des Selbständigerwerbenden zurückgehen, in Abzug zu bringen sind 
(ZAK 1970 S. 566, I 309/69, E. III.1; Urteil des EVG vom 4. November 1994, I 139/93, E. 4d). 
 
3.1 Ausgangspunkt der Ermittlung des IV-Grades bildet die Frage, in welchem Ausmass 
die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen arbeitsunfähig ist. 
Gemäss Art. 6 ATSG ist Arbeitsunfähigkeit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen 
oder geistigen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder 
Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1); bei langer Dauer wird auch die zumutba-
re Tätigkeit in einem andern Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt. 
 
3.2 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insbesondere auch bei der Beur-
teilung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person ist die rechtsanwendende Behörde – die 
Verwaltung und im Streitfall das Gericht – auf Unterlagen angewiesen, die vorab von Ärztinnen 
und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkei-
ten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 115 V 134 E. 2, 114 V 314 E. 3c, 105 V  158 
E. 1 in fine). Darüber hinaus bilden die ärztlichen Stellungnahmen eine wichtige Grundlage für 

 

 
 
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die Beurteilung der Zumutbarkeit, also der Frage, welche anderen Erwerbstätigkeiten als die 
zuletzt ausgeübte Berufsarbeit von der versicherten Person auf dem allgemeinen, ausgegliche-
nen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frage kommenden Arbeitsmarkt zumutbarer 
Weise noch verrichtet werden können (ULRICH MEYER-BLASER, Zur Prozentgenauigkeit in der 
Invaliditätsschätzung, in: Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozi-
alversicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f.).  

 
3.3 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs-
prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an-
deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 
pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit-
tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob 
die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs ge-
statten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den 
Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu-
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich 
des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen 
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwer-
den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle-
gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation 
einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind. 
Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Be-
weismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme 
als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 
 
3.4 Für den Beweiswert des Berichts über die in Art. 69 Abs. 2 IVV vorgesehene betriebs-
wirtschaftliche Abklärung an Ort und Stelle gelten die Grundsätze zur Beweiskraft von Arztbe-
richten gemäss BGE 125 V 352 E. 3a analog. Es sind verschiedene Faktoren zu berücksichti-
gen: Die Abklärungsperson muss fachlich qualifiziert sein und die örtlichen Verhältnisse ken-
nen; weiter muss der Bericht in Kenntnis der medizinisch indizierten Einschränkungen und Be-
hinderungen verfasst worden sein. Der Experte hat die Angaben des Betroffenen zu berück-
sichtigen, wobei abweichende Meinungen im Bericht aufzuzeigen sind. Der Abklärungsbericht 
muss schliesslich umfassend und einleuchtend sein sowie begründete, mit den Abklärungen 
übereinstimmende Schlussfolgerungen aufweisen. Sind diese Anforderungen erfüllt, greift das 
Gericht nur dann in das Ermessen der Abklärungsperson ein, wenn klare und offensichtliche 
Fehleinschätzungen oder Widersprüche vorliegen. Das gebietet insbesondere der Umstand, 
dass die fachlich kompetente Abklärungsperson näher am konkreten Sachverhalt ist als das 
Gericht (BGE 128 V 93 E. 4; Urteile des EVG vom 22. August 2003, I 316/02, E. 1 und vom 26. 
April 2002, I 352/01, E. 2c/bb). 
 

 

 
 
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4.1 Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit und der Erwerbsfähigkeit stehen die folgenden 
wesentlichen medizinischen Berichte und betriebswirtschaftlichen Abklärungsberichte zur Ver-
fügung: 
 
4.2.1 Dr. med. B.____, FMH Pneumologie, führte mit Bericht vom 1. Juli 2013 an, dass der 
Versicherte seit Januar 2013 aufgrund einer Pneumonie bei schwerer COPD Gold Stadium III 
und schwerem Emphysem nicht voll arbeitsfähig sei. Es liege eine erhebliche respiratorische 
Einschränkung vor. Ausserdem stehe weiterhin eine nicht vollständig geklärte Lungenerkran-
kung beziehungsweise ein möglicher pulmonaler Malignom im Raum. Nebenbefundlich sei die 
Feinmotorik der Hände bei Morbus Dupuytren und hochgradigem Verdacht auf ein Raynaud-
Syndrom eingeschränkt. Die bisherige Tätigkeit sei noch teilweise zumutbar. Der Versicherte 
könne leichte körperliche Arbeit verrichten. Eine Tätigkeit mit hoher Staub- und Keimbelastung 
sollte möglichst vermieden werden. Da seine Arbeit als Landwirt körperlich sehr anstrengend 
und er stark organischen Stäuben ausgesetzt sei, scheine das Ausmass der Einschränkung 
recht gross. Im Verlauf sei mit einer Zunahme der Einschränkung und weiterer Abnahme der 
Leistungsfähigkeit zu rechnen. Mit Bericht vom 13. Februar 2014 hielt Dr. B.____ sodann fest, 
dass der Versicherte nun nicht mehr als Landwirt arbeitsfähig sei und berentet werden sollte. 
 
4.2.2 Mit Bericht vom 20. September 2013 attestierte die Hausärztin Dr. med. C.____, FMH 
Allgemeine Medizin, eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit seit dem 27. Dezember 2012. Der Versi-
cherte sei körperlich sehr stark eingeschränkt. Neunzig Prozent der Landwirttätigkeiten könne 
er nicht mehr ausüben. 
 
4.1.3 Pract. med. D.____ vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) erachtete am 1. Oktober 
2013 den Versicherten aufgrund der schweren Lungenerkrankung mit deutlicher Leistungsmin-
derung als Landwirt zu 100% arbeitsunfähig. 
 
4.1.4 Gemäss Abklärungsbericht Landwirtschaft vom 7. Januar 2014 sei der Versicherte mas-
siv in der Arbeitsfähigkeit eingeschränkt, da er nur mit Mühe selbst kleinere und leichtere Arbei-
ten ausführen könne. Sobald er Kraft anwenden und sich anstrengen müsse, „sei rasch fertig.“ 
Heute beschränke sich der Einsatz auf das Melken am Morgen und Abend, dies an 360 Wo-
chentagen. Der Versicherte sei dazu am Morgen und Abend inkl. der Reinigung je zwei Stun-
den im Einsatz. Gemäss Arbeitsvoranschlag ART (Berechnungsinstrument für Arbeitszeiten in 
der Landwirtschaft) könne der Versicherte noch Arbeiten im Rahmen von 1‘440 Stunden pro 
Jahr ausführen. Davon ausgehend, dass er im „Validenzeitraum“ 3‘200 Stunden pro Jahr gear-
beitet habe, entspreche dies einer Reduktion von 1‘760 Stunden pro Jahr, was 55% entspre-
che. Der Versicherte sei somit noch 45% arbeitsfähig. 
 
4.1.5 Der RAD fragte bei Dr. B.____ nach, ob die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit gemäss 
Abklärungsbericht nachvollziehbar sei. Dr. B.____ antwortete mit einem knappen „Ja“ (vgl. No-
tiz vom 3. Dezember 2014). Der RAD kam deshalb zum Schluss, dass auf die ermittelte Rest-

 

 
 
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arbeitsfähigkeit durch den Aussendienst abgestellt werden könne (vgl. Schreiben vom 10. De-
zember 2014). 
 
5. Die IV-Stelle begründete ihren Antrag, das Beschwerdeverfahren sei zufolge Wiederer-
wägung lite pendente abzuschreiben damit, dass eine erneute Analyse der Berechnungen im 
Abklärungsbericht Landwirtschaft vom 7. Januar 2014 gezeigt habe, dass im Bereich Innenwirt-
schaft aufgrund einer „technischen Konfiguration“ eine Berechnungskorrektur habe vorgenom-
men werden müssen. Richtigerweise sei von einer Leistungsfähigkeit des Versicherten von le-
diglich 34 % auszugehen und nicht von 50 %. Im Ergebnis resultiere eine Restarbeitsfähigkeit 
von 33% und folglich eine Arbeitsunfähigkeit von 67%. Der Bericht vom 7. Januar 2014 sei so-
mit dahingehend zu korrigieren. Weiter habe sich der Sachverhalt insoweit geändert, dass der 
Versicherte die Melkarbeiten zwischenzeitlich eingestellt habe und der Landwirtschaftsbetrieb 
an den Sohn übergeben worden sei. Es dränge sich deshalb eine Neubeurteilung der Angele-
genheit auf. 
 
6.1 Dem ist grundsätzlich zuzustimmen. In Bezug auf den Abklärungsbericht Landwirtschaft 
vom 7. Januar 2014 ist vorab festzuhalten, dass der Bericht über weite Strecken nicht nachvoll-
ziehbar ist. Insbesondere sind die erwerblichen Gewichtungen der Leistungseinschränkungen 
unklar und erwähnte Reduktionen von 25% im Bericht nicht erkennbar. In der dargestellten 
Form kann der Bericht nicht auf seine Richtigkeit hin überprüft werden, weshalb seine Be-
weistauglichkeit in Frage zu stellen ist. Eine Neuauflage erweist sich als angezeigt, nicht zuletzt 
auch deshalb, weil die IV-Stelle selbst erkannt hat, dass die Berechnungsgrundlagen falsch 
sind. Eine erste Analyse der IV-Stelle hat bereits ergeben, dass der Beschwerdeführer aufgrund 
eines Rechnungsfehlers zu einem weit höheren Grad beeinträchtigt ist als ursprünglich ange-
nommen (67% statt 55%). Weiter gibt es auch medizinische Hinweise dafür, dass der Be-
schwerdeführer bereits zum Zeitpunkt der landwirtschaftlichen Abklärung vollständig in seiner 
Arbeitsfähigkeit eingeschränkt war. So gingen bereits die Hausärztin und die RAD-Ärztin mit 
Berichten vom 20. September 2013 und 1. Oktober 2013 von einer vollen Arbeitsunfähigkeit 
des Versicherten aus. Auch der behandelnde Pneumologe Dr. B.____ erachtete den Versicher-
ten als Landwirt mit Arztbericht vom 13. Februar 2014 als ganz arbeitsunfähig. Auf seine Ant-
wort vom 3. Dezember 2014 auf die Rückfrage des RAD, ob die Einschätzung einer Restar-
beitsfähigkeit von 45% gemäss Abklärungsbericht vom 7. Januar 2014 nachvollziehbar sei, 
kann dagegen nicht unbesehen abgestellt werden. Dr. B.____ antwortete mit einem kurzen 
„Ja“, womit er sich aber in Widerspruch zu seinem Bericht vom 13. Februar 2014 setzte. Dies-
bezüglich wäre eine gezielte Nachfrage der IV-Stelle beim behandelnden Pneumologen ange-
zeigt gewesen. 
 
6.2 Eine Neubeurteilung der Situation drängt sich – wie die IV-Stelle richtig festgehalten hat 
- nicht zuletzt deshalb auf, weil der Sachverhalt sich vor Erlass der Rentenverfügung vom 16. 
Februar 2015 richtungsweisend geändert hat. Der Beschwerdeführer hatte die Melkarbeiten 
gesundheitsbedingt aufgeben müssen, womit eine allfällige Restarbeitsfähigkeit definitiv in Fra-

 

 
 
Seite 8 

ge gestellt ist. Zudem übergab der Versicherte den Betrieb per 1. Januar 2015 an seinen Sohn, 
weil er nicht mehr in der Lage war, ihn selbst zu führen. Im Lichte dieser neuen Situation wird 
die IV-Stelle den erwerblichen und medizinischen Sachverhalt neu zu prüfen haben. Die Be-
schwerde ist folglich in dem Sinne gutzuheissen, als die Verfügung vom 16. Februar 2015 auf-
zuheben und die Angelegenheit zur weiteren Abklärung und Erlass einer neuen Verfügung an 
die IV-Stelle zurückzuweisen ist. 
 
7.1 Laut Art. 69 Abs. 1bis Satz 1 IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die 
Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Nach § 20 Abs. 3 des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungspro-
zessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 werden Verfahrenskosten in der Regel der unter-
liegenden Partei auferlegt, gegenüber der Vorinstanz bzw. den kantonalen Behörden werden 
indes keine Verfahrenskosten erhoben. Da vorliegend die Vorinstanz unterlegen ist, ist dem-
nach auf die Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten. Der geleistete Kostenvorschuss in 
der Höhe von Fr. 600.-- wird der Beschwerdeführerin zurückerstattet. 
 
7.2 Gemäss Ausgang des Verfahrens hat der Beschwerdeführer Anspruch auf Ersatz der 
Parteikosten (Art. 61 lit. g ATSG). Der Rechtsvertreter macht nach Honorarnote vom 14. Sep-
tember 2015 13 Stunden und 45 Minuten sowie Auslagen in der Höhe von Fr. 215.-- ab dem 31. 
Juli 2014 geltend. Rechtsprechungsgemäss werden die Kosten erst ab Verfügungszeitpunkt 
(hier: 16. Februar 2015) erstattet. Folglich hat die IV-Stelle dem Beschwerdeführer somit eine 
reduzierte Parteientschädigung von Fr. 2‘589.85 (9 Stunden à Fr. 250.-- und Auslagen von Fr. 
148.-- sowie 8% Mehrwertsteuer) auszurichten. 
 
8.1 Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG) vom 17. Juni 2005 
ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht zulässig 
gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Selbständig eröffnete Zwischenentscheide 
sind - mit Ausnahme der Zwischenentscheide über die Zuständigkeit und über Ausstandsbe-
gehren (vgl. Art. 92 BGG) - nur mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an-
fechtbar, wenn sie einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken können (Art. 93 Abs. 
1 lit. a BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeifüh-
ren und damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisver-
fahren ersparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG). Nach der bundesgerichtlichen Rechtspre-
chung handelt es sich bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur Ak-
tenergänzung und anschliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um 
einen Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BGG. 
 
8.2 Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es sich somit um einen Zwischen-
entscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerde in öffentlich-rechtlichen 
Angelegenheiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Vo-

 

 
 
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raussetzungen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet das Bundesgericht. Die nachstehen-
de Rechtsmittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. 
 
 

  

 

 
 
Seite 10 

Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, als die angefochtene 
Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft vom 16. Februar 2015 auf-
gehoben und die Angelegenheit zur weiteren Abklärung im Sinne der 
Erwägungen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die IV-Stelle 
Basel-Landschaft zurückgewiesen wird. 

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.  

Dem Beschwerdeführer wird der geleistete Kostenvorschuss in der 
Höhe von Fr. 600.-- zurückerstattet. 

 3. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat dem Beschwerdeführer eine redu-
zierte Parteientschädigung von Fr. 2‘589.85 (inkl. Auslagen und 8% 
Mehrwertsteuer) zu bezahlen. 

 

 

 

 

 
 

 

 

 

 
 

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 http://www.bl.ch/kantonsgericht