# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5da64bf1-71b2-52df-b087-37132a962226
**Source:** Zürich Baurekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-09-08
**Language:** de
**Title:** Ausnahmebewilligung für Bauen ausserhalb der Bauzonen. Standortgebundenheit einer Wasserstoffproduktionsanlage in der Landwirtschaftszone.
**Docket/Reference:** BRGE IV Nr. 0142/2022
**URL:** https://www.baurekursgericht-zh.ch/media/brge_iv_nr._0142-2022_vom_8._september_2022.pdf

## Full Text

Baurekursgericht 
des Kantons Zürich 

4. Abteilung 

G.-Nr. 
BRGE IV Nr. 

R4.2022.00044 
0142/2022    

Entscheid vom 8. September 2022    

Mitwirkende 

Abteilungspräsident Reto Philipp, Baurichter Urs Hany, Ersatzrichter Daniel 
Dittli, Gerichtsschreiber Paul Wegmann     

in Sachen 

Rekurrierende 

1.  M. und N. K., […] 
2.  R. W., […] 

beide vertreten durch Rechtsanwalt […] 

gegen 

Rekursgegnerschaft 

1.  Gemeinderat X, […] 
2.  Baudirektion Kanton Zürich, Walchetor, Walcheplatz 2, Postfach, 

8090 Zürich  

3.  A. AG, […] 

Nr. 3 vertreten durch Rechtsanwalt […] 

betreffend 

Beschluss des Gemeinderates vom 7. Februar 2022 und Gesamtverfügung 
der  Baudirektion  Kanton  Zürich  BVV  21-2190  vom  6.  Dezember  2021; 
Baubewilligung  bzw.  raumplanungsrechtliche,  gewässerschutzrechtliche, 
lärmrechtliche  sowie  denkmalpflegerische  Bewilligung  für  Wasserstoffpro-
duktionsanlage, Grundstücke Kat.-Nrn. 1, 2 und 3, W.-Strasse 6, X 
______________________________________________________ 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
hat sich ergeben: 

A. 

Mit  Beschluss  vom  7. Februar  2022  erteilte der  Gemeinderat  X  der  A. AG 

die  Bewilligung  für  den  Bau  einer  Wasserstoffproduktionsanlage  auf  den 

Grundstücken  Kat.-Nrn.  1,  2  und  3  an  der  W.-Strasse  6  in  X.  Zusammen 

mit dem genannten Beschluss wurde die Gesamtverfügung der Baudirekti-

on  Kanton  Zürich  Nr.  BVV  21-2190  vom  6.  Dezember  2021  eröffnet,  mit 

welcher  für  das  Vorhaben  insbesondere  die  raumplanungsrechtliche,  die 

gewässerschutzrechtliche, die lärmrechtliche und die denkmalschutzrechtli-

che (Ausnahme-)Bewilligung erteilt wurden. 

B. 

Mit gemeinsamer Eingabe vom 14. März 2022 erhoben M. und N. K. sowie 

R. W. fristgerecht Rekurs an das Baurekursgericht des Kantons Zürich und 

beantragten, die angefochtenen Entscheide seien aufzuheben, eventualiter 

sei  die  Bauherrschaft  zu  verpflichten,  die  Erschliessung  der  Bauparzellen 

ausschliesslich über die bestehende Bahnanlage zu führen, unter gesetzli-

chen Kosten- und Entschädigungsfolgen (inkl. MwSt.). 

C. 

Mit  Präsidialverfügung  vom  16.  März  2022  wurde  vom  Rekurseingang 

Vormerk genommen und das Vernehmlassungsverfahren eröffnet. 

D. 

Mit Vernehmlassung vom 4. April 2022 beantragte der Gemeinderat X, der 

Rekurs sei vollumfänglich abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei, unter 

Kostenfolge  zulasten  der  Rekurrierenden.  Die  Baudirektion  beantragte  mit 

Eingabe  vom  12.  April  2022  -  unter  Verweis  auf  die  Mitberichte  des  Amts 

für  Wirtschaft  und  Arbeit  (AWA)  vom  21.  März  2022,  des  Amts  für  Abfall, 

Wasser,  Energie  und  Luft  (AWEL)  vom  6.  April  2022  sowie  des  Amts  für 

Raumentwicklung (ARE) vom 8. April 2022 - die Abweisung des Rekurses. 

Die Bauherrschaft stellte mit Vernehmlassung vom 14. April 2022 den An-

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trag, der Rekurs sei abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei, unter Kos-

ten- und Entschädigungsfolgen (inkl. MwSt.) zulasten der Rekurrierenden. 

E. 

Mit Replik vom 11. Mai 2022 und Dupliken vom 23. Mai 2022, vom 30. Mai 

2022 (unter Verweis auf den Mitbericht des AWA vom 25. Mai 2022) sowie 

vom 1. Juni 2022 hielten die Parteien an ihren Anträgen fest. Mit Eingabe 

vom 27. Juni 2022 haben die Rekurrierenden tripliziert. 

F. 

Auf  die  Vorbringen der  Parteien  wird,  soweit  zur  Entscheidbegründung  er-

forderlich, in den nachfolgenden Erwägungen Bezug genommen. 

Es kommt in Betracht: 

1. 

Die  Rekurrierenden  1  sind  Eigentümer  bzw.  Bewohner  einer  Stockwerkei-

gentumseinheit des unmittelbar südöstlich an das Baugrundstück Kat.-Nr. 1 

angrenzenden  Grundstücks  Kat.-Nr.  4,  der  Rekurrent  2  Eigentümer  des 

nordwestlich der genannten Bauparzelle befindlichen, von dieser nur durch 

die  Z.-Strasse  getrennten  Grundstücks  Kat.-Nr.  5.  Die  Rekurrierenden  rü-

gen unter anderem eine Verletzung der Vorschriften betreffend Lärmschutz, 

Einordnung  und  Erschliessung.  Sie  sind  daher  gemäss  §  338a  des  Pla-

nungs-  und  Baugesetzes  (PBG)  zur  Rekurserhebung  legitimiert.  Da  auch 

die übrigen Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf den Rekurs einzu-

treten. 

2. 

Es wird die Durchführung eines Augenscheins beantragt (vgl. § 7 des Ver-

waltungsrechtspflegegesetzes  [VRG]).  Das  Baurekursgericht  hat  unbese-

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hen von Parteianträgen nur dann einen Augenschein durchzuführen, wenn 

die Verhältnisse vor Ort zwar entscheidrelevant, auf Grund der Akten aber 

noch unklar sind. Diese Voraussetzung ist vorliegend nicht erfüllt, so dass 

kein Augenschein durchzuführen war. 

3. 

Das  durch  das  Bauvorhaben  primär  betroffene  Grundstück Kat.-Nr.  1  liegt 

fast  vollständig  in  der  kantonalen  Landwirtschaftszone  Lk,  in  einem  sehr 

kleinen,  vom  Vorhaben  nicht  betroffenen  Teil  in  der  südwestlichen  Ecke 

überdies in der Erholungszone EC gemäss BZO der Gemeinde X. Die wei-

teren vom Bauvorhaben betroffenen, nordöstlich und südöstlich an die Par-

zelle Kat.-Nr. 1 angrenzenden Grundstücke Kat.-Nrn. 2 und 3 sind teilweise 

ebenfalls  der  kantonalen  Landwirtschaftszone  Lk,  teilweise  der  Quartier-

erhaltungszone  Q  (mit  überlagernder  Festlegung  der  Zulässigkeit  mässig 

störenden  Gewerbes)  zugeschieden.  Geplant  ist,  das  derzeit  auf  der  Par-

zelle  Kat.-Nr.  1  bestehende  Magazingebäude  Vers.-Nr.  01  durch  einen 

Neubau  mit  sehr  ähnlichen  Abmessungen  zu  ersetzen,  in  welchem  eine 

Wasserstoffproduktionsanlage  realisiert  werden  soll.  Auf  der  Ostseite  des 

Gebäudes ist im Aussenbereich eine Abfüllanlage vorgesehen, wobei sich 

der  entsprechende  Platz  im  Osten  bis  auf  das  Grundstück  Kat.-Nr.  2  er-

streckt.  Die  Erschliessung  der  Abfüllanlage  erfolgt  ab  der  R.-Strasse  über 

die  bestehende  W.-Strasse,  an  welcher  -  primär  auf  Kat.-Nr.  3  -  gewisse 

Anpassungen  vorgesehen  sind.  Die  geplante  Wasserstoffproduktionsanla-

ge  befindet  sich  in  unmittelbarer  Nähe  westlich  des  Laufwasserkraftwerks 

X,  welches  zum  einen  im  Inventar  der  Denkmalschutzobjekte  von  über-

kommunaler  Bedeutung  als  Objekt  kantonaler  Bedeutung,  zum  andern  im 

Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz von nationaler Bedeu-

tung  (ISOS)  erfasst  ist.  Dabei  nennt  das  entsprechende  Objektblatt 
Nr. 6206  einerseits  als  Einzelobjekte  Nr.  1.0.1,  1.0.2.  und  1.0.3  mit  Erhal-

tungsziel  A  das Stauwehr,  das  Maschinenhaus  und das  - auf  dem  Grund-

stück Kat.-Nr. 2 befindliche - Schalthaus (Vers.-Nr. 02); andererseits liegen 

sowohl diese Einzelobjekte als auch das Baugrundstück Kat.-Nr. 1 und die 

beiden  rekurrentischen  Grundstücke  (von  denen  sich  auf  dem  Grundstück 

der  Rekurrierenden  1  eine  bezüglich  der  Gebäude  und  der  Umgebung  im 

Inventar  der  Denkmalschutzobjekte  von  überkommunaler  Bedeutung  ver-

zeichnete Wohnkolonie befindet) innerhalb des ebenfalls mit Erhaltungsziel 

A  erfassten  Gebiets  Nr.  1.  Nordöstlich,  östlich  und  südöstlich  der  Kraft-

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werksanlage und der Baugrundstücke befindet sich der westliche Ausläufer 

des im Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationa-

ler  Bedeutung  (BLN)  verzeichneten  Gebiets  Nr.  1411  Y.  Unter  den  Bau-

grundstücken verläuft eingedolt die von Südosten kommende G., welche im 

Nordwesten in den Rhein mündet. 

4.1 

Die  Rekurrierenden  rügen  unter  anderem,  die  Baudirektion  habe  zu  Un-

recht  eine  raumplanungsrechtliche  Ausnahmebewilligung  gemäss  Art.  24 

des Raumplanungsgesetzes (RPG) erteilt. 

In der angefochtenen Gesamtverfügung führt die Baudirektion hierzu unter 

Verweis auf einen Bericht der Bauherrschaft vom 7. Oktober 2021 (vgl. zu 

diesem näher E. 4.3) aus, bei einem Standort direkt neben dem Kraftwerk 

würden die zusätzlich notwendigen elektrischen Installationen (neue Hoch-

spannungs-  bzw.  Mittelspannungszuleitung,  neue  Trafostation)  sowie  die 

Nutzungsentgelte für den Energietransport entfallen. Zudem sei eine Was-

serentnahme  von  rund  600  l  pro  Stunde  notwendig.  Die  Nähe  der  Anlage 

zur  Kommandozentrale  des  Kraftwerks  ermögliche  eine  kurze  Interventi-

onszeit  bei  Störungen.  Durch  die  direkte  Anbindung  der  Anlage  an  das 

Laufwasserkraftwerk  werde  sichergestellt,  dass  die  Wasserstoffproduktion 

CO2-frei ablaufe. Unter dem Titel des Landschaftsschutzes äussert sich die 

Baudirektion sodann zur Einpassung des Vorhabens in die Landschaft. Zu-

sammenfassend  wird  festgehalten,  die  Wasserstoffproduktionsanlage  sei 

aus  technischen  und  betriebswirtschaftlichen  Gründen  direkt  neben  dem 

Kraftwerk als standortgebunden im Sinne von Art. 24 RPG zu betrachten. 

4.2 
Dem  halten  die  Rekurrierenden  entgegen,  die  Ausnahmebewilligung  hätte 

nicht  erteilt  werden  dürfen,  da  weder  die  Voraussetzung  von  Art.  24  lit.  a 

(Standortgebundenheit)  noch  jene  von  Art.  24  lit.  b  (Interessenabwägung) 

erfüllt  seien.  Die  Baudirektion  gehe  fälschlicherweise  von  einer  aus  be-

triebswirtschaftlichen  und  technischen  Gründen  gegebenen  Standortge-

bundenheit aus. Die angeführten Gründe seien finanzieller Natur, was kei-

ne Standortgebundenheit begründen könne. Eine CO2-freie Produktion wä-

re  auch  bei  einem  Standort  innerhalb  der  Bauzone  mit  Anschluss  an  ein 

Wasserkraftwerk  möglich.  Weiter  könne  den  angefochtenen  Entscheiden 

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keine  angemessene  Standortevaluation  entnommen  werden,  worin  eine 

nicht durch die Rechtsmittelinstanz heilbare Rechtsverletzung liege. Im Zu-

sammenhang mit dem Verweis auf den Bericht vom 7. Oktober 2021, wel-

cher nicht Teil der Baugesuchsunterlagen sei und in welchen den Rekurrie-

renden  keine  Einsicht  gewährt  worden  sei,  wird  überdies  eine  Verletzung 

des rechtlichen Gehörs moniert. Schliesslich sei keine Interessenabwägung 

vorgenommen  worden,  womit  formell  das  rechtliche  Gehör  (im  Sinne  der 

Begründungspflicht)  verletzt  worden  sei.  Materiell  stünden  dem  Bauvorha-

ben überwiegende Interessen entgegen: vorab ein akzentuiertes Interesse 

an  der  Trennung  von  Bauzone  und  Nichtbauzone,  weiter  Interessen  des 

Heimatschutzes,  des  Landschaftsschutzes,  die  dem  Vorhaben  entgegen-

stehenden  Interessen  im  Zusammenhang  mit  dem  verursachten  Lastwa-

genverkehr, das Interesse der Anwohner am Schutz vor Immissionen sowie 

das Interesse an der Revitalisierung der G.. 

4.3 

Als Beilage zur Vernehmlassung reicht die Baudirektion den erwähnten Be-

richt  der  Bauherrschaft  vom  7.  Oktober  2021  betreffend  Standortprüfung 

und  Nachweis  der  Standortgebundenheit  ein.  Diesem  lässt  sich  entneh-

men,  bei  Wasserstoffproduktionsanlagen  würden  im  sogenannten  Elektro-

lyseur  mit  Hilfe  von  elektrischem  Strom Wassermoleküle  in die  Grundbau-

steine  Wasserstoff  und  Sauerstoff  aufgespalten  (Elektrolyse)  und  danach 

der  Wasserstoff  unter  hohem  Druck  in  einen  Speicherbehälter  gepumpt, 

von wo aus er anschliessend zu den Tankstellen transportiert werde und für 

die  Betankung  von  Brennstoffzellenfahrzeugen  zur  Verfügung  stehe.  Die 

geplante Anlage habe eine Leistung von ca. 5 MW, wobei in der Anfangs-

phase eine Leistung von ca. 2,5 MW installiert werde. Um die notwendige 

Energie  beziehen  zu  können,  werde  die  Anlage  direkt  auf  der  11  kV  Mit-

telspannungsebene  des  Kraftwerks  zwischen  den  Generatoren  und  dem 
Hochspannungsabgang  angeschlossen.  Im  Sinne  der  Begründung  der 

Standortgebundenheit wird sodann unter dem Titel der technischen Gründe 

ausgeführt, würde die Anlage in einem Industriequartier erstellt, müsste die 

dort bestehende Elektrizitätsinfrastruktur ausgebaut werden; zudem belaste 

die Betriebsweise des Elektrolyseurs das öffentliche Stromnetz. Dies lasse 

sich bei einer Installation direkt beim Kraftwerk vermeiden, wobei die Zulei-

tungen kurz und die elektrischen Verluste gering seien. Das für die Anlage 

benötigte  Frischwasser  könne  zum  Teil  über  das  bestehende  Grundwas-

serpumpwerk des Kraftwerks bezogen werden, was den Bezug aus dem X 

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Trinkwassernetz  reduziere.  Unter  dem  Titel  der  betrieblichen  Gründe  wird 

weiter  festgehalten,  der  Elektrolyseur  und  die  Abfüllanlage  würden  durch 

das  bestehende  Personal  des  Kraftwerks  betrieben  und  überwacht,  wes-

halb  die  Installation  in  unmittelbarer  Nähe  des  Kraftwerks  unumgänglich 

sei. Verwiesen wird auch auf "ökologische Gründe", da unter Schonung des 

Landschaftsbildes  sämtliche  Anlagenteile  mit  Ausnahme  der  Abfüllanlage 

innerhalb des Gebäudes platziert werden könnten und da durch die direkte 

Anbindung  an  das  Laufwasserkraftwerk  sichergestellt  sei,  dass  die  Was-

serstoffproduktion CO2-frei ablaufe. Schliesslich wird dargelegt, im Rahmen 

der  Projektentwicklung  seien  verschiedene  alternative  Standorte  geprüft 

worden.  Planerisch  dargestellt  und  beschrieben  werden  im  Folgenden  ne-

ben  dem  letztlich  gewählten  Standort  die  beiden  unmittelbar  östlich  des 

Kraftwerks  liegenden  Standorte  "G.-Platz"  (auf  Kat.-Nr.  6)  und  "O.-Wiese" 

(auf Kat.-Nr. 7) sowie der Standort "altes Schaltanlagengebäude" (auf Kat.-

Nr.  2).  Während  Letzterer  mit  der  Begründung  ausgeschlossen  wird,  die 

Baustatik  reiche für die  Installation  einer  Elektrolyseanlage  nicht aus,  wer-

den die beiden Erstgenannten - welche beide innerhalb des BLN-Gebietes 

liegen  und  der  kantonalen  Landwirtschaftszone  Lk  (G.-Platz)  bzw.  der 

überkommunalen  Freihaltezone  Fk  (O.-Wiese)  zugeschieden  sind  -  auf-

grund der jeweiligen Zufahrt als ungeeignet eingestuft. 

In  ihrer  Vernehmlassung  hält  die  Baudirektion  (bzw.  das  ARE)  zunächst 

fest, den Rekurrierenden sei insofern zuzustimmen, als sie ausführten, die 

Produktion  von  Wasserstoff  könne  grundsätzlich  -  bei  Erfüllung  der  erfor-

derlichen  Rahmenbedingungen  -  auch  innerhalb  der  Bauzone  realisiert 

werden. Im vorliegenden Fall erweise sich allerdings aufgrund der notwen-

digen  Zufuhr  der Wassermenge, der benötigten  Energie  und der  Rückfüh-

rung  des Wassers  in  den Wasserkreislauf  ein  Standort  beim Wasserkraft-

werk  aus  betriebswirtschaftlichen  Gründen  als  erheblich  vorteilhafter.  Die 
nachhaltige Produktion des Energieträgers Wasserstoff könne nur gewähr-

leistet werden, wenn ausreichend Energie aus einer nachhaltigen Energie-

quelle  vorhanden  sei.  Zudem  werde  die  projektierte  Anlage  nahezu  voll-

ständig  auf  bereits  befestigten  Flächen  erstellt.  Auch  befinde  sich  der  ge-

wählte  Standort  ausserhalb  des  Geltungsbereichs  des  BLN-Objekts 

Nr. 1411  sowie  der  Quartiererhaltungszone;  auch  werde  das  ISOS  durch 

das  Bauvorhaben nicht  beeinträchtigt.  Anlässlich  einer  Begehung des  Ge-

biets durch  die  zuständige  Fachstelle  seien sodann u.a.  die möglichen  Al-

ternativstandorte  in  der  näheren  Umgebung  des Wasserkraftwerks  umfas-

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send geprüft worden. Die nächstgelegene Gewerbezone befinde sich rund 

600 m und die nächstgelegene Industriezone 1,6 km vom Wasserkraftwerk 

entfernt, was zusätzliche Infrastrukturen für die Zuführung der Energie und 

des Wassers  erforderlich  machen  würde,  was  aus  Sicht  des  Landschafts-

schutzes und mit Blick auf eine haushälterische Nutzung des Bodens aus-

serhalb der Bauzone nicht erwünscht sei. 

Die  Bauherrschaft  führt  vernehmlassungsweise  aus,  mit  der  projektierten 

Anlage  könnten  im  Endausbau  jährlich  575  bis  700  Tonnen  Wasserstoff 

hergestellt werden, was ausreichend sei, um eine Flotte von ca. 80 bis 100 

Brennstoffzellen-LKWs  zu  betreiben,  wodurch  wiederum der  Ausstoss  von 

rund 6300 bis 7800 Tonnen CO2 durch herkömmliche Benzin- oder Diesel-

fahrzeuge  vermieden  werden  könne.  Generell  komme  Wasserstoff  im 

Rahmen  der  Energiestrategie  des  Bundes  insbesondere  dadurch  Bedeu-

tung  zu,  als  damit  im  Bereich  Lastwagenverkehr  der  Einsatz  von  Brenn-

stoffzellenfahrzeugen  ermöglicht  werde,  wofür  neben  dem  Aufbau  eines 

landesweiten  Wasserstoff-Tankstellennetzes  eine  ausreichende  (inländi-

sche) Produktion von grünem - mithin unter ausschliesslicher Verwendung 

von Strom aus regenerativen Quellen erzeugtem - Wasserstoff erforderlich 

sei. In der aktuellen Phase des Marktaufbaus könne grüner Wasserstoff in 

der Regel nur dann wirtschaftlich bzw. wettbewerbsfähig produziert werden, 

wenn  die  benötigte  elektrische  Energie  nicht  mit  Netznutzungsentgelten 

(welche rund 30-50 % der Produktionskosten ausmachen würden) belastet 

sei, weshalb vor allem Kraftwerksstandorte - und dabei aufgrund des Last-

profils  (Bandenergie)  praktisch  nur  solche  bei  Laufwasserkraftwerken  -  in 

Frage kommen würden. Die meisten Laufwasserkraftwerke würden sich im 

ländlichen Gebiet ausserhalb der Bauzone befinden. Weil im aktuellen Um-

feld eine Produktionsanlage für grünen Wasserstoff den elektrischen Strom 

sinnvollerweise direkt ab einem Laufwasserkraftwerk beziehe, sei die stritti-
ge  Wasserstoffproduktionsanlage  standortgebunden  ausserhalb  der 

Bauzone  (zumal  eine  relative  Standortgebundenheit  genüge).  Würde  dies 

verneint,  wäre  die  Produktion  von  CO2-freiem,  grünem  Wasserstoff  in  der 

Schweiz nur noch sehr eingeschränkt möglich, weil sich bei einer Belastung 

mit  Netznutzungsentgelten  die  Produktion  von  Wasserstoff  in  der  Regel 

"nicht  rechnen"  würde  und  "schlicht  kein  Business-Case  wäre";  derartiger 

Wasserstoff  wäre  zu  teuer  und  gegenüber  anderen  Energieträgern  nicht 

konkurrenzfähig. Im Übrigen werde bei unmittelbarer Nähe zur Stromquelle 

das  Leitungsnetz  nicht  mit  dem  für  die  Wasserstoffproduktion  benötigten 

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Strom belastet und könnten Übertragungsverluste vermieden werden. Wei-

ter hält die Bauherrschaft fest, sie habe eine umfassende Standortevaluati-

on vorgenommen, wobei sie unter anderem die Standorte der Laufkraftwer-

ke  Schaffhausen,  Neuhausen,  Rheinau  und  X  geprüft  habe.  Im  Vergleich 

zum  Kraftwerk  X  hätten  sich  die  anderen  Standorte  als  weniger  geeignet 

erwiesen,  da  sie  in  BLN-Gebieten  liegen  würden.  Ausserdem  erlaubten 

beim Laufkraftwerk Schaffhausen, das in einer Zone für öffentliche Bauten 

liege,  die  Platzverhältnisse  keine  Realisierung  einer  Wasserstoffprodukti-

onsanlage;  beim  in  einer  Freihaltezone  gelegenen  Laufkraftwerk  Neuhau-

sen sei das Areal verkehrsmässig schlecht erschlossen. Auch das ebenfalls 

in einer Freihaltezone gelegene Laufkraftwerk Rheinau sei erschliessungs-

technisch  schlecht  gelegen.  Nachdem  bei  der  übergeordneten  Evaluation 

der Standort beim Laufwasserkraftwerk X als der geeignetste ermittelt wor-

den sei (wobei neben der Lage ausserhalb eines BLN-Gebiets und der Zo-

nierung die verkehrsmässige Erschliessung, an anderer Stelle auch die La-

ge in Bezug auf die Wasserstofftankstelle Z genannt werden), habe sich im 

Rahmen einer für diesen Standort vorgenommenen kleinräumigen Evalua-

tion  die  Parzelle  Kat.-Nr.  1  als  der  geeignetste  Standort  erwiesen.  Dabei 

wird - nebst erneutem Verweis auf die Lage ausserhalb des BLN-Gebietes 

und  die  verkehrsmässige  Erschliessung  -  insbesondere  der  Umstand  her-

vorgehoben,  dass  die  Parzelle  bereits  mit  dem  ausgedienten  Magazinge-

bäude  überbaut  sei,  so  dass  die  Ausnahmebewilligung  nicht  zu  einer  wei-

tergehenden  Überbauung  von  Landwirtschaftsgebiet  führe.  Die  Bauherr-

schaft  habe  somit  eine  sorgfältige  Standortevaluation  vorgenommen,  die 

von  der  Baudirektion auch  geprüft und  als angemessen  gewürdigt  worden 

sei, was aus der angefochtenen Gesamtverfügung, in welcher auf den Be-

richt  vom  7.  Oktober  2021  verwiesen  werde,  klar  hervorgehe.  Schliesslich 

hält  die  Bauherrschaft  dafür,  dem  Vorhaben  stünden  auch  keine  überwie-

genden  Interessen  entgegen.  Das  öffentliche  Interesse  an  einer  strikten 
Trennung  von  Siedlungs-  und  Nichtsiedlungsgebiet  sei  stark  relativiert,  da 

die Parzelle Kat.-Nr. 1 bereits überbaut sei. Das öffentliche Interesse an der 

Einhaltung  der  CO2-Ziele  und  der  Förderung  von  erneuerbaren  Energien 

und umweltfreundlichen Energieträgern überwiege. 

4.4 

In der Replik bringen die Rekurrierenden ergänzend vor, die von der Bau-

herrschaft  im  Rekursverfahren  vorgebrachten  alternativen  Standorte  seien 

weder in der kantonalen Gesamtverfügung noch in der Baubewilligung der 

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Seite 9 

 
 
Gemeinde  einlässlich  behandelt  worden;  die  Standortevaluation  sei  nicht 

ausgewiesen  und  nicht  behördlich  geprüft,  namentlich  fehle  eine  umfas-

sende  Abwägung  der  verschiedenen  Standorte.  Zudem  sei  die  Evaluation 

zu  eng  gefasst,  da  sich  die  Bauherrschaft  offensichtlich  auf  die  Standorte 

beschränke,  bei  denen  sie  Grundeigentümerin  sei.  Auch  erschienen  die 

erwähnten  Standorte  bei  den  Laufkraftwerken  Schaffhausen  und  Neuhau-

sen,  wo  sogar  Zonen  für  öffentliche  Bauten  vorhanden  seien,  wesentlich 

geeigneter als der gewählte Standort. Das Fehlen einer rechtsgenügenden 

Standortevaluation könne nicht im Rechtsmittelverfahren behoben werden. 

Weiter wird in der Replik ausgeführt, die Bauherrschaft berufe sich auf eine 

abgeleitete  Standortgebundenheit.  Aus  dem  Betrieb  der  Kraftwerksanlage 

lasse sich jedoch kein Bedürfnis für die Erstellung der Wasserstoffprodukti-

onsanlage auf dem Areal des Kraftwerks herleiten. Sodann sei die Möglich-

keit,  ausserhalb  der  Bauzone  zu  günstigeren  Konditionen  produzieren  zu 

können, kein betriebswirtschaftlicher Grund, der eine Standortgebundenheit 

begründe.  Bestritten  werde  sodann,  dass überhaupt  Netznutzungsentgelte 

anfallen  würden.  Schliesslich  sei  das  öffentliche  Interesse  an  der  strikten 

Trennung  von  Bau-  und  Nichtbaugebiet  vorliegend  entgegen  der  Bauherr-

schaft nicht stark relativiert. Indem die Baute auf Kat.-Nr. 1 beseitigt werden 

solle,  entstünde  der  rechtmässige  Zustand  im  Nichtbaugebiet;  die  Erstel-

lung einer Neubaute und deren Ergänzung durch eine Abfüllanlage stünden 

jedoch  in  Widerspruch  zum  Trennungsgebot.  Das  Interesse  an  der  Was-

serstoffproduktion  erlaube  keine  privilegierte  raumplanungsrechtliche  Be-

handlung. 

Die Bauherrschaft entgegnet im Rahmen der Duplik ergänzend, es sei nicht 

erforderlich,  dass  die  gesamte  Standortevaluation  aus  den  angefochtenen 

Verfügungen ersichtlich sei. Auch sei es bezüglich der Standorte der Lauf-

kraftwerke  Schaffhausen  und  Neuhausen offensichtlich,  dass  die Realisie-
rung einer Wasserstoffproduktionsanlage nicht möglich sei. Falsch sei wei-

ter die rekurrentische Behauptung, wonach gar keine Netznutzungsentgelte 

anfallen  würden;  auch  werde  sich  dies  voraussichtlich  unter  zukünftigem 

Recht nicht ändern. 

In  der  Triplik  weisen  die  Rekurrierenden  zum  einen  darauf  hin,  es  möge 

sein,  dass  die  regulatorischen  Voraussetzungen  für  die  Produktion  von 

Wasserstoff  zurzeit  nicht  dem  reellen  Bedarf  entsprechen  würden.  Es  be-

stehe jedoch die Möglichkeit bzw. offensichtlich auch die Notwendigkeit, mit 

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Seite 10 

 
 
Erlass  oder  Änderung  der  betreffenden  Rechtsgrundlagen  die  entspre-

chenden  regulatorischen  Voraussetzungen  zu  schaffen.  Zum  andern  wird 

hinsichtlich der bestehenden Überbauung des Grundstücks Kat.-Nr. 1 fest-

gehalten,  es  sei  davon  auszugehen,  dass  mit  der  Zuteilung  zur  Landwirt-

schaftszone  die  planerische  Absicht  verknüpft  gewesen  sei,  das  Grund-

stück bei Abbruch der bestehenden Baute nicht neu zu überbauen, sondern 

der  landwirtschaftlichen  Nutzung  zuzuführen.  Mit  dem  Bau  einer  Wasser-

stoffproduktionsanlage  werde  jedoch  die  zonenfremde  Nutzung  langfristig 

zementiert. 

5. 

Gemäss  Art.  24  RPG  kann  die  Errichtung  von  Bauten  und  Anlagen  aus-

serhalb  der  Bauzonen  sowie  deren  Zweckänderung  abweichend  von 

Art. 22 Abs. 2 lit. a RPG bewilligt werden, wenn der Zweck der Bauten und 

Anlagen einen Standort ausserhalb der Bauzonen erfordert (lit. a) und der 

Bewilligung keine überwiegenden Interessen entgegenstehen (lit. b). 

Eine  Baute  oder  Anlage  ist  dann  standortgebunden,  wenn  sie  aus  techni-

schen  oder  betrieblichen  Gründen  oder  aber  aus  Gründen  der  Bodenbe-

schaffenheit  auf  einen  bestimmten  Standort  ausserhalb  der  Bauzonen  an-

gewiesen  ist.  Ausreichend  ist  eine  relative  Standortgebundenheit.  Es  ist 

demnach  nicht  (im  Sinne  einer  absoluten  Standortgebundenheit)  erforder-

lich, dass überhaupt kein anderer Standort in Betracht fällt. Es müssen je-

doch besonders wichtige und objektive Gründe vorliegen, die den vorgese-

henen Standort gegenüber andern Standorten innerhalb einer Bauzone als 

wesentlich vorteilhafter erscheinen lassen. Dies setzt eine Interessenabwä-

gung voraus, die sich mit derjenigen nach Art. 24 lit. b RPG überschneidet 

(BGE  141  II  245,  E.  7.6.1;  136  II  214,  E.  2.1;  vgl.  auch  Rudolf  Muggli,  in: 
Praxiskommentar RPG: Bauen ausserhalb der Bauzone, Zürich/Basel/Genf 

2017,  Art.  24  Rz.  5,  mit  weiteren  Hinweisen).  Bei  Prüfung  der  relativen 

Standortgebundenheit wird eine bezüglich Betrachtungsraum und Aufwand 

der konkreten Bedeutung des Falles angemessene Standortevaluation ver-

langt,  mit  welcher  die vorstehend erwähnten  besonders  wichtigen  und ob-

jektiven  Gründe  aufgezeigt  werden,  wobei  eine  entsprechende  Standorte-

valuation  nicht  von  der  umfassenden  Interessenabwägung  nach  Art.  24 

lit. b RPG getrennt werden kann (Muggli, a.a.O., Art. 24 Rz. 8 f.). Subjekti-

ve, in der Person des Gesuchstellers liegende Motive wie namentlich finan-

R4.2022.00044 

Seite 11 

 
 
zielle  Verhältnisse  oder  persönliche  Zweckmässigkeit  stellen  regelmässig 

keine  solchen  Gründe  dar.  An  das  Erfordernis  der  Standortgebundenheit 

sind stets sehr strenge Anforderungen zu stellen, weil andernfalls die vom 

Raumplanungsgesetz  bezweckte  Trennung  zwischen  Bau-  und  Nichtbau-

gebiet nicht mehr gewährleistet ist. 

Die Standortgebundenheit kann eine positive oder eine negative sein. Posi-

tiv standortgebunden ist eine Baute oder Anlage dann, wenn sie aus tech-

nischen oder betrieblichen Gründen oder aber aus Gründen der Bodenbe-

schaffenheit  auf  einen  bestimmten  Standort  ausserhalb  der  Bauzonen  an-

gewiesen ist. Dies trifft etwa auf Energie- oder Rohstoffgewinnungsanlagen 

oder  auf  Bergrestaurants  zu.  Negative  Standortgebundenheit  liegt  vor, 

wenn eine Baute oder Anlage auf Grund der von ihr ausgehenden Auswir-

kungen oder  Gefahren  nicht  in einer  Bauzone  realisiert  werden  kann  (z.B. 

ein  Schiessstand,  eine  Abfalldeponie  oder  ein  Tierheim).  Als  besondere 

Ausprägung  von  Art.  24  lit.  a  RPG  wird  sodann  teilweise  die  "abgeleitete 

Standortgebundenheit"  aufgefasst.  Damit  sind  Sachverhalte  gemeint,  in 

denen  zu  einer  ausserhalb  der  Bauzonen  bestehenden,  standortgebunde-

nen  Anlage  eine  mit  ihr  betrieblich  eng  verknüpfte  Zusatzanlage  erstellt 

werden  soll.  Vorausgesetzt  ist  dabei  neben  dem  rechtmässigen  Bestand 

der  ursprünglichen  Anlage  ein  besonderes,  aus  dieser  hergeleitetes  be-

triebswirtschaftliches  oder  technisches  Bedürfnis,  die  zusätzlichen  Bauten 

am  vorgesehen  Ort  und  in  der  geplanten  Dimension  zu  erstellen  (Muggli, 

a.a.O., Art. 24 Rz. 16). 

6.1.1 

Vorab  ist  festzuhalten,  dass  sich  sowohl  die  Vorinstanzen  als  auch  die 

Bauherrschaft  zu  Recht  nicht  auf  Art.  24c  RPG  betreffend  die  Besitz-
standsgarantie  für  bestehende  zonenwidrige  Bauten  und  Anlagen  aus-

serhalb  der  Bauzonen  berufen.  Auch  wenn der  auf der  Parzelle  Kat.-Nr. 1 

geplante Neubau ähnliche Abmessungen wie das bestehende Magazinge-

bäude aufweisen wird (vgl. bereits E. 3), liegt mit Blick darauf, dass ein Er-

satz durch einen Neubau bei gleichzeitiger vollständiger Änderung der Nut-

zungsart - u.a. mit Auswirkungen auf die Erschliessung - und überdies zu-

sätzlich  die  Erstellung  einer  Abfüllanlage  geplant  sind,  keiner  der  Anwen-

dungsfälle gemäss der genannten Bestimmung (Erneuerung, teilweise Än-

R4.2022.00044 

Seite 12 

 
 
derung,  massvolle  Erweiterung,  Wiederaufbau)  mehr  vor,  in  denen  eine 

Ausnahmebewilligung unter diesem Titel erteilt werden könnte. 

6.1.2 

Was  sodann  die  Rüge  der  Verletzung  des  rechtlichen  Gehörs  im  Zusam-

menhang mit dem Bericht vom 7. Oktober 2021 betreffend Standortprüfung 

und  Nachweis  der  Standortgebundenheit  anbelangt,  so  ist  hierzu  Folgen-

des festzuhalten: Zwar ist nicht nachvollziehbar, weshalb der fragliche Be-

richt,  auf  den  in  den  Erwägungen  der  angefochtenen  Gesamtverfügung 

ausdrücklich  Bezug  genommen  wird,  nicht  auch  als  Teil  der  ausgewiese-

nen massgebenden Unterlagen aufgeführt worden ist. Soweit jedoch in die-

ser  Hinsicht  auf  eine  Gehörsverletzung  geschlossen  werden  sollte,  wäre 

eine  solche  jedenfalls  dadurch  im  Rekursverfahren  geheilt  worden,  dass 

der Bericht als Beilage zur Vernehmlassung der Baudirektion bzw. des Mit-

berichts  des  ARE  (vgl.  act.  17)  eingereicht  und  den  Rekurrierenden  damit 

die Möglichkeit eröffnet worden ist, hierzu im Rahmen des weiteren Schrif-

tenwechsels Stellung zu nehmen. Dass schliesslich bereits die Verweisung 

auf  den  Bericht  einen  Mangel  darstellen  würde,  lässt  sich  nicht  sagen, 

nachdem  in  der  entsprechenden  Passage  der  Gesamtverfügung  (act.  4 

S. 3)  zugleich  bestimmte  aus  Sicht  der  Baudirektion  die  Standortgebun-

denheit begründende Aspekte ausdrücklich benannt worden sind. 

6.2 

Entscheidend  ist  mithin  die  materielle  Frage,  ob für  das  strittige  Vorhaben 

zu Recht eine Ausnahmebewilligung im Sinne von Art. 24 RPG erteilt wor-

den ist und ob namentlich die seitens der Rekurrierenden in Abrede gestell-

te  Standortgebundenheit  bejaht  werden  kann.  In  diesem  Zusammenhang 

erweist  sich  zunächst  das  von  der  Rekursgegnerschaft  vorgebrachte  Ar-

gument,  wonach  in  der  Schweiz  derzeit  für  die  Versorgung  einer  Wasser-
stoffproduktionsanlage  mit  "grünem"  -  d.h.  aus  regenerativen  Quellen  er-

zeugtem - Strom lediglich Strom aus Laufwasserkraftwerken in Betracht fal-

le, zumindest insoweit als zutreffend, als zum einen aufgrund des Erforder-

nisses von über die Zeit gleichmässig produzierter Energie bestimmte Pro-

duktionsformen  (wie  namentlich  Speicher-  und  Pumpspeicherkraftwerke 

sowie im Mittelland befindliche Photovoltaik-Anlagen) weniger geeignet er-

scheinen,  während  sich  bei  anderen  Produktionsformen  (insbesondere 

Windräder  und  ausserhalb  des  Siedlungsgebiets  situierte  Solarkraftwerke) 

jedenfalls die gleichen, nachstehend abgehandelten Fragen - primär betref-

R4.2022.00044 

Seite 13 

 
 
fend  die  Notwendigkeit  einer  Situierung  der  Wasserstoffproduktionsanlage 

in  unmittelbarer  Nähe  des  seinerseits  im  Nichtbaugebiet  liegenden  Kraft-

werks - stellen würden, welche vorliegend strittig sind (was im Übrigen auch 

für diverse Speicher- und Pumpspeicherkraftwerke gilt). 

Hinsichtlich  der  Beurteilung  der  Standortgebundenheit  der  strittigen  Was-

serstoffproduktionsanlage ergibt sich nun zunächst, dass sich die Bauherr-

schaft nicht auf die Rechtsfigur der abgeleiteten Standortgebundenheit be-

rufen kann. Eine solche könnte lediglich dann zur Diskussion stehen, wenn 

das  geplante  Bauvorhaben  als  Zusatzanlage  zum  bestehenden  Laufwas-

serkraftwerk  zu  qualifizieren  wäre,  deren  Erstellung  in  unmittelbarer  Nähe 

des  Kraftwerks  und  ausserhalb  des  Baugebiets  sich  aufgrund  eines  be-

triebswirtschaftlichen  oder  technischen  Bedürfnisses  der  Kraftwerksanlage 

ergeben  würde.  Eine  solche  Hilfsfunktion  zugunsten  der  Kraftwerksanlage 

kommt  der  Wasserstoffproduktionsanlage  aber  gerade  nicht  zu  (und  wird 

seitens der Rekursgegnerschaft auch gar nicht geltend gemacht), ist Erste-

re  doch ohne Weiteres  unabhängig  von  der  Realisierung  der Wasserstoff-

produktionsanlage  betreibbar.  Vielmehr  zielt  die  rekursgegnerische  Argu-

mentation  unmittelbar  auf  technische  und  betriebliche  Bedürfnisse  der 

Wasserstoffproduktionsanlage  selbst  ab,  worauf  im  Folgenden  näher  ein-

zugehen ist. 

Wie dargelegt argumentiert namentlich die Bauherrschaft in erster Linie da-

hingehend,  eine  unmittelbare  räumliche  Nähe  der  geplanten  Anlage  zum 

Laufwasserkraftwerk, von welchem der Strom bezogen werde, sei erforder-

lich, um die Leistung von Netznutzungsentgelten vermeiden zu können, da 

derzeit  nur  unter  dieser  Voraussetzung  eine  konkurrenzfähige  inländische 

Produktion  von  grünem  Wasserstoff  möglich  sei.  Mit  dieser  Begründung 

wird  gerade  keine  technische  Anforderung  an  die  Standortwahl  umschrie-
ben - wie dies in den der Rechtsprechung entnommenen Beispielen eines 

Seeuferwegs,  eines  Parkplatzes  für  ein  Naherholungsgebiet  oder  einer 

Funkantenne für die Versorgung eines bestimmten Gebiets der Fall ist (vgl. 

hierzu Muggli, a.a.O., Art. 24 N 10, mit weiteren Hinweisen) -, ist doch un-

bestritten, dass es technisch an sich - bei entsprechend höheren Kosten - 

ohne Weiteres möglich wäre, die geplante Wasserstoffproduktion an einem 

vom  Produktionsort  des  für  die  Elektrolyse  benötigten  Stroms  weiter  ent-

fernten Standort durchzuführen. Ebenso wenig handelt es sich aber um ei-

nen  typischen  betrieblichen  Grund,  wie  er  namentlich  im  Zusammenhang 

R4.2022.00044 

Seite 14 

 
 
mit  der  Erstellung  von  Bergrestaurants  -  bei  denen  sich  der  gewählte 

Standort  aus  dem  Zweck  des  Betriebs  ergibt  -  bejaht  worden  ist  (vgl.  nur 

BGr  1C_877/2013  vom  31.  Juli  2014,  E.  3.1.1,  mit  weiteren  Hinweisen). 

Vielmehr  stellt  die  Vermeidung  von  Netznutzungsentgelten  zunächst  ein 

rein  finanzielles  Interesse  dar,  wobei  entsprechende  Kosteneinsparungen 

gerade  nicht  als  Begründung  der  Standortgebundenheit  anerkannt  sind 

(vgl.  Muggli,  a.a.O.,  Art.  24  Rz.  11).  Wie  aufgezeigt  unternimmt  nun  zwar 

die Bauherrschaft den Versuch, das fragliche finanzielle Interesse insofern 

in  eine  betriebswirtschaftliche  Notwendigkeit  umzudeuten,  als  die  Vermei-

dung  von  Netznutzungsentgelten  als  unverzichtbare  Voraussetzung  einer 

wettbewerbsfähigen  inländischen  Wasserstoffproduktion  dargestellt  wird. 

Diese  Argumentation  ist  jedoch  nicht  stichhaltig:  Selbst  wenn  die  entspre-

chenden  Behauptungen  zur  (fehlenden)  Konkurrenzfähigkeit  im  Verhältnis 

insbesondere zu anderen Energieträgern zutreffen sollten, hätte dies ledig-

lich zur Folge, dass bei (seitens der Bauherrschaft zugrunde gelegter) ho-

her Gewichtung des öffentlichen Interessens am Aufbau einer inländischen 

Wasserstoffproduktion  das  regulatorische  Umfeld  entsprechend  anzupas-

sen  wäre.  Alternativ  zum  Erlass  von  Netznutzungsentgelten  wäre  dabei  in 

einer Konstellation wie der vorliegenden auch die direkte Subventionierung 

der zu fördernden Technologie oder aber eine Verteuerung konkurrierender 

Energieträger  (namentlich  durch  Erhebung  entsprechender  Abgaben) 

denkbar.  Nicht  angängig  ist  es  demgegenüber,  die  wirtschaftliche  Privile-

gierung  einer  bestimmten  -  gegebenenfalls  durchaus  zukunftsträchtigen 

und  wichtigen  -  neuen  Technologie  dadurch  herbeizuführen,  dass  in 

Durchbrechung  des  fundamentalen  und  auch  vorliegend  nicht  zu  relativie-

renden  (vgl.  E.  6.3)  Grundsatzes  der  Trennung  von  Baugebiet  und  Nicht-

baugebiet  für  einen  bestimmten  Wirtschaftszweig  -  unter  Verweis  auf  das 

rein wirtschaftliche Bedürfnis nach Bezug von Strom am Ort der Strompro-

duktion unter Vermeidung von Netznutzungsentgelten - die Errichtung von 
(vorliegend:  Wasserstoff-)Produktionsanlagen  im  Nichtbaugebiet  zugelas-

sen wird. Dies umso weniger, als die angeblich existentielle Bedeutung die-

ser  Frage  für  die  Ermöglichung  einer  inländischen  Wasserstoffproduktion 

nach dem Gesagten mit Blick auf alternative Instrumente direkter und indi-

rekter  Förderung  zukunftsbezogen  und  bei  entsprechendem  (der  seitens 

der  Bauherrschaft  hervorgehobenen  Bedeutung  der  Wasserstoffmobilität 

korrespondierendem)  politischem  Willen  erheblich  zu  relativieren  ist.  Die  - 

aufgrund  des  Ausnahmecharakters  des  Bauens  im  Nichtbaugebiet  -  be-

wusst  eng  begrenzten  sachlichen  Umstände,  die  eine  Standortgebunden-

R4.2022.00044 

Seite 15 

 
 
heit  begründen  können,  erlauben  keine  entsprechende  ausdehnende  An-

wendung, so dass die Vermeidung von Netznutzungsentgelten gerade nicht 

als besonders wichtiger und objektiver Grund gelten kann, welcher im Sin-

ne  der  Voraussetzung  der  Standortgebundenheit  einen  Standort  in  unmit-

telbarer Nähe eines Laufwasserkraftwerks - und damit gegebenenfalls aus-

serhalb  des  Baugebiets  -  als  gegenüber  anderen  Standorten  wesentlich 

vorteilhafter erscheinen lassen würde. Da nach dem Gesagten zugleich da-

von  auszugehen  ist,  dass  -  zumindest  bei  entsprechender  Ausgestaltung 

des  regulatorischen  Umfelds  -  eine  (technisch  ohnehin  mögliche)  Wasser-

stoffproduktion  auch  an  weiter  vom  Ort  der  Stromproduktion  entfernten 

Standorten  und  dabei  auch  an  diesen  Standorten  mit  dem  gleichen  "grü-

nen"  Strom  möglich  ist,  entfällt  zugleich  das  in  der  angefochtenen  Ge-

samtverfügung  zur  Begründung  der  Standortgebundenheit  angeführte  Ar-

gument,  wonach  -  sinngemäss: nur  -  durch Anbindung  der  Anlage  an  das 

Laufwasserkraftwerk  sichergestellt  sei,  dass  die  Wasserstoffproduktion 

CO2-frei  ablaufe.  An  dieser  rechtlichen  Einschätzung  vermag  im  Übrigen 

auch der Umstand nichts zu ändern, dass im Bericht "Energieperspektiven 

2050+" des Bundesamts für Energie (BFE) vom November 2020 (act. 20.5) 

festgehalten wird, die Ermittlung der inländischen Wasserstoffpreise erfolge 

auf  Basis  der  Herstellungspotenziale  an  Standorten  grosser  Laufwasser-

kraftwerke (S. 31) bzw. die Erzeugung von Wasserstoff erfolge an Standor-

ten bestehender Niederdruck-Laufwasserkraftwerke und sei zu diesen Kos-

ten  bis  zum  Jahr  2050  konkurrenzfähig  gegenüber  Wasserstoffimporten 

(S. 43),  handelt  es  sich  doch  insbesondere  bei  den  entsprechenden  Aus-

sagen zu den fraglichen Standorten um keine rechtlich verbindlichen - und 

die raumplanungsrechtliche Problematik prima vista auch nicht reflektieren-

de - Verlautbarungen. Bei diesem Ergebnis kann im Übrigen die in der Rep-

lik aufgeworfene Frage offenbleiben, ob es überhaupt zutrifft, dass bei einer 

Wasserstoffproduktion  an  einem  anderen  Standort  Netznutzungsentgelte 
anfallen würden. 

Zu keiner anderen Beurteilung führen schliesslich die weiteren seitens der 

Rekursgegnerschaft  ins  Feld  geführten  Gründe:  Dies  gilt  zunächst  für  die 

nicht  näher  konkretisierten  und  belegten  und  insbesondere  nicht  quantifi-

zierten  Ausführungen  einerseits  zur  Belastung  der  Netzinfrastruktur  und 

andererseits zu den elektrischen Verlusten, so dass nicht davon ausgegan-

gen werden kann, entsprechenden Effekten käme eine signifikante Bedeu-

tung - im Sinne einer eigentlichen Störung der Netzinfrastruktur bzw. eines 

R4.2022.00044 

Seite 16 

 
 
die  technische  Möglichkeit  der  Wasserstoffproduktion  in  Frage  stellenden 

Ausmasses  der  Übertragungsverluste  -  zu.  Was  sodann  den  Hinweis  auf 

das  Erfordernis  neuer  elektrischer  Installationen  anbelangt,  so  ist  zum  ei-

nen zu konstatieren, dass diese bei einer Realisierung der Wasserstoffpro-

duktionsanlage  in  einer  Bauzone  zumindest  teilweise  ihrerseits  in  der 

Bauzone  zu  liegen  kämen;  zum  andern  wird  nicht  näher  dargelegt  (was 

letztlich  eine  Frage  der  Standortevaluation  wäre;  vgl.  dazu  näher  E.  6.3), 

weshalb insbesondere für die erwähnten Zuleitungen nicht auf bestehende 

Infrastrukturen  zurückgegriffen  werden  könnte  bzw.  in  welchem  Umfang 

überhaupt allfällige zusätzliche Installationen ausserhalb der Bauzonen er-

forderlich wären und wie gross entsprechend die damit verbundenen Beein-

trächtigungen  namentlich  des  Landschaftsbildes  wären  (wobei  im  Übrigen 

selbst  der  Nachweis,  dass  unter  diesem  Aspekt  bestimmte  alternative 

Standorte  nachteilig  erscheinen,  noch  nicht  geeignet  wäre,  eine  nicht  mit 

entsprechenden  Nachteilen  verbundene  Realisierbarkeit  im  Baugebiet  per 

se in Frage zu stellen und insofern eine Standortgebundenheit zu begrün-

den). Schliesslich stellen auch die Hinweise auf den Einsatz von Personal 

des  Laufwasserkraftwerks  sowie  die  Möglichkeiten  betreffend  Frischwas-

serbezug  und  Wasserrückführung  keine  valablen  Begründungen  der 

Standortgebundenheit dar, handelt  es  sich  doch um  Fragen  der  Arbeitsor-

ganisation bzw. der Erschliessung und technischen Ausgestaltung, die oh-

ne  Weiteres  auch  bei  einer  Realisierung  der  Wasserstoffproduktion  im 

Baugebiet und damit gegebenenfalls in grösserer Distanz  zur Laufwasser-

kraftwerksanlage sinnvoll lösbar wären (vgl. u.a. die Hinweise der Rekurs-

gegnerschaft  auf  Überwachungen  per  Video  und  auf  die  Nutzung  des 

Trinkwassernetzes). 

Zusammenfassend  ergibt  sich  somit,  dass  entgegen  der  Rekursgegner-

schaft  keine  besonders  wichtigen  und  objektiven  Gründe  ersichtlich  sind, 
die für eine Wasserstoffproduktionsanlage generell die Notwendigkeit eines 

Standortes  in  unmittelbarer  Nähe  eines  Laufwasserkraftwerks  zu  begrün-

den  vermöchten  bzw.  spezifisch  den  vorgesehenen  Standort  gegenüber 

anderen  Standorten  innerhalb  der  Bauzone  als  wesentlich  vorteilhafter  er-

scheinen  lassen  würden,  wobei  in  einer  entsprechenden  Interessenabwä-

gung  (vgl.  E.  5)  das  Interesse  an  der  Durchsetzung  des  fundamentalen 

Trennungsgrundsatzes  (vgl.  dazu  auch  E.  6.3)  die  von  der  Rekursgegner-

schaft angeführten - und nach dem Gesagten erheblich zu relativierenden - 

Interessen  deutlich  überwiegt.  Die  Standortgebundenheit  -  und  dabei  ins-

R4.2022.00044 

Seite 17 

 
 
besondere  auch  eine bloss  relative  Standortgebundenheit  -  des  geplanten 

Vorhabens ist demnach vorliegend zu verneinen. 

6.3 

Von der Standortgebundenheit der strittigen Wasserstoffproduktionsanlage 

am konkret vorgesehenen Standort kann im Übrigen noch aus einem weite-

ren  Grund  nicht  ausgegangen  werden,  der  auch  dann  zum  Tragen  käme, 

wenn entgegen dem Vorstehenden davon ausgegangen würde, eine Was-

serstoffproduktionsanlage  sei  auf  einen  Standort  in  unmittelbarer  Nähe  ei-

nes  Laufwasserkraftwerks  angewiesen.  Selbst  in  diesem  Fall  stellt  sich 

nämlich  die  Frage,  ob  damit  zwangsläufig  ein  Standort  im  Nichtbaugebiet 

einhergeht. Aufgrund der Bedeutung des Vorhabens wäre dies im Rahmen 

einer  übergeordneten  Standortevaluation,  mit  welcher  die  konkreten  Ver-

hältnisse bei verschiedenen Laufwasserkraftwerken miteinander verglichen 

werden,  zu  überprüfen.  Bezeichnenderweise  stellt  sich  die  Bauherrschaft 

denn auch auf den Standpunkt, eine solche übergeordnete Standortevalua-

tion  durchgeführt  zu  haben.  Im  Unterschied  zur  Evaluation  verschiedener 

möglicher  Standorte  im  Umfeld  des  Laufwasserkraftwerks  X,  welche  zu-

mindest im - mittlerweile bei den Akten liegenden - Bericht vom 7. Oktober 

2021  dokumentiert  ist  und  auch  in  der  Vernehmlassung  der  Baudirektion 

thematisiert  wird,  bestehen  aber  keine  aktenkundigen  Hinweise,  dass  sich 

die Vorinstanzen mit einer übergeordneten Standortevaluation befasst bzw. 

entsprechende Ausführungen der Bauherrschaft beurteilt hätten. Schon aus 

diesem  Grund  fehlt  es  vorliegend  an  einer  bezüglich  des  Betrachtungs-

raums  angemessenen  Standortevaluation,  womit  der  Nachweis  einer 

Standortgebundenheit  am  letztlich  gewählten  Standort  von  vornherein 

misslingen muss. 

Im  Übrigen  zeigt  sich  bereits  aufgrund  der  seitens  der  Bauherrschaft  ins 
Recht  gelegten  Auszüge  aus  den  Geoinformationssystemen  der  Kantone 

Schaffhausen und Zürich (act. 20.10, 20.11 und 20.13) bzw. den im Internet 

abrufbaren  Einträgen  in  den  entsprechenden  Geoinformationssystemen 

(https://map.geo.sh.ch/geoportal/  [Geoportal  SH]  bzw.  https://maps.zh.ch/ 

[GIS-ZH]),  dass  in  unmittelbarer  Nähe  bestehender  Laufwasserkraftwerke 

teilweise durchaus Bauzonen bestehen, wobei die konkrete Realisierbarkeit 

einer Wasserproduktionsanlage an entsprechenden Standorten vertieft ab-

zuklären und nicht lediglich aufgrund relativ pauschaler Hinweise im Sinne 

der  Vernehmlassung  der  Bauherrschaft  zu  verwerfen  wäre.  So  befindet 

R4.2022.00044 

Seite 18 

 
 
sich das Kraftwerk Schaffhausen in einer Zone für öffentliche Bauten, Anla-

gen und Grünflächen, wobei sich in unmittelbarer Nähe eine Gewerbe- und 

Wohnzone  befindet,  beim  Kraftwerk  Neuhausen  bestehen  in  unmittelbarer 

Nähe sowohl eine kleine Zone für öffentliche Bauten und Anlagen als auch 

eine  grössere  Industriezone  und  beim  Kraftwerk  Rheinau  zumindest  eine 

relativ nahe gelegene Zone für öffentliche Bauten. Damit bestätigt ein über-

geordneter Vergleich möglicher Standorte prima vista die seitens der Bau-

herrschaft vertretene These, wonach bei vorausgesetzter Notwendigkeit ei-

ner  Realisierung  in  unmittelbarer  Nähe  eines  Laufwasserkraftwerks  nach-

gerade  zwingend  ein  Standort  im  Nichtbaugebiet  resultiere,  gerade  nicht. 

Vielmehr  wird  dadurch  gerade  die  Sinnhaftigkeit  und  Erforderlichkeit  einer 

seitens der Bewilligungsinstanz zu überprüfenden übergeordneten Standor-

tevaluation aufgezeigt, woran es vorliegend aber wie dargelegt fehlt. 

Nicht  zu  überzeugen  vermag  im  Übrigen  das  seitens  der  Rekursgegner-

schaft  u.a.  zur  Begründung  der  Eignung  des  vorgesehenen  Standorts  an-

geführte Argument, wonach dieser trotz Zuweisung zum Nichtbaugebiet be-

reits überbaut sei. In Übereinstimmung mit den Rekurrierenden ist insoweit 

festzuhalten,  dass  mit  der  aktuellen  nutzungsplanerischen  Festlegung  ge-

rade  zum  Ausdruck  gebracht  wird,  dass  mittelfristig  -  namentlich  im  Falle 

eines  Abbruchs  des  offenbar  nicht  mehr  benötigten  Magazingebäudes  - 

das Grundstück Kat.-Nr. 1 wieder einer landwirtschaftlichen Nutzung zuge-

führt  würde,  während  die  vorgesehene  Realisierung  einer Wasserstoffpro-

duktionsanlage den bestehenden Zustand einer Überbauung von Nichtbau-

land auf unbestimmte Zeit perpetuieren würde. In diesem Sinne wird denn 

auch  entgegen  dem  Dafürhalten  der  Rekursgegnerschaft  die  Bedeutung 

einer  Durchsetzung  des  Trennungsgrundsatzes  durch  die  derzeit  beste-

hende  Überbauung  nicht  massgeblich  relativiert.  Entsprechend  ist  ab-

schliessend darauf hinzuweisen, dass zwar eine - angesichts der in E. 6.2 
konstatierten fehlenden Standortgebundenheit ohnehin nicht mehr erforder-

liche - umfassende Interessenabwägung aufgrund der ausstehenden über-

geordneten  Standortevaluation  (noch)  gar  nicht  vorgenommen  werden 

könnte (womit sich auch Weiterungen zur gerügten Gehörsverletzung erüb-

rigen),  dass  aber  bereits  das  sehr  hohe  Interesse  an  einer  Durchsetzung 

des Trennungsgrundsatzes die vorstehend weitestgehend relativierten Inte-

ressen  der  Rekursgegnerschaft  (vgl.  E.  6.2)  zu  überwiegen  vermag,  ohne 

dass  insoweit  auf  die  weiteren  seitens  der  Rekurrierenden  angeführten, 

dem Vorhaben entgegenstehenden Interessen näher einzugehen wäre. 

R4.2022.00044 

Seite 19 

 
 
7. 

Zusammengefasst ist der Rekurs gutzuheissen. Demgemäss ist die Verfü-

gung  Nr. BVV 21-2190  der  Baudirektion  Kanton  Zürich  vom  6.  Dezember 

2021,  mit  welcher  unter  anderem  die  raumplanungsrechtliche  Ausnahme-

bewilligung erteilt wurde, aufzuheben. Nachdem die fragliche Gesamtverfü-

gung Grundlage der vom Gemeinderat X erteilten Baubewilligung bildet und 

entsprechend in Letzterer als integrierender Bestandteil der Baubewilligung 

bezeichnet  wird,  ist  auch  der  Beschluss  des  Gemeinderats  X  vom 

7. Februar 2022 aufzuheben. 

8.1 

Ausgangsgemäss sind die Verfahrenskosten je zur Hälfte der Baudirektion 

Kanton Zürich und der A. AG aufzuerlegen (§ 13 VRG). 

Nach  §  338  Abs.  1  PBG  bzw.  §  2  der  Gebührenverordnung  des  Verwal-

tungsgerichts  (GebV  VGr)  legt  das  Baurekursgericht  die  Gerichtsgebühr 

nach seinem Zeitaufwand, nach der Schwierigkeit des Falls und nach dem 

bestimmbaren  Streitwert  oder  dem  tatsächlichen  Streitinteresse  fest.  Liegt 

wie  hier  ein  Verfahren  ohne  bestimmbaren  Streitwert  vor,  beträgt  die  Ge-

richtsgebühr in der Regel Fr. 500.-- bis Fr. 50'000.-- (§ 338 Abs. 2 PBG; § 3 

Abs.  2  GebV  VGr).  Bei  der  Bemessung  der  Gebührenhöhe  steht  der  Re-

kursinstanz  ein  grosser  Ermessensspielraum  zu  (Kaspar  Plüss,  in:  Kom-

mentar VRG, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2014, § 13 Rz. 25 ff.). 

Demnach ist die Gerichtsgebühr vorliegend auf Fr. 5'500.-- festzusetzen. 

8.2 

Gemäss § 17 Abs. 2 lit. a VRG kann im Rekursverfahren und im Verfahren 
vor dem Verwaltungsgericht die unterliegende Partei oder Amtsstelle zu ei-

ner  angemessenen  Entschädigung  für  die  Umtriebe  der  Gegenpartei  ver-

pflichtet werden, wenn die rechtsgenügende Darlegung komplizierter Sach-

verhalte  und  schwieriger  Rechtsfragen  besonderen  Aufwand  erforderte  

oder den Beizug eines Rechtsbeistandes rechtfertigte. Die Bemessung der 

Umtriebsentschädigung richtet sich nach § 8 GebV VGr. 

Der Beizug eines Rechtsbeistandes ist in aller Regel als Grund für die Zu-

sprechung  einer  Umtriebsentschädigung  einzustufen  (VB.2003.00093  vom 

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16. Oktober  2003,  E. 3.1.).  Demnach  ist  vorliegend  M.  und  N. K.  sowie 

R. W.  zulasten  der  A. AG  eine  Umtriebsentschädigung  zuzusprechen.  An-

gemessen  erscheint  ein  Betrag  von  insgesamt  Fr. 850.--  für  M.  und  N. K. 

und von Fr. 850.-- für R. W.. Da die Umtriebsentschädigung pauschal fest-

gelegt  wird,  entfällt  die  Zusprechung  eines  Mehrwertsteuerzusatzes  von 

vornherein  (BRKE  II  Nrn.  0247  und  0248/2007  in  BEZ  2007  Nr.  56; 

www.baurekursgericht-zh.ch). 

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