# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 29c5def5-e5a6-5213-adaf-af612831166a
**Source:** Uri (UR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-07-16
**Language:** de
**Title:** Uri Obergericht Verwaltungsrechtliche Abteilung 16.07.2021 2021_OG V 21 4
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/UR_Gerichte/UR_OG_004_2021-OG-V-21-4_2021-07-16.pdf

## Full Text

Kindesschutz. Art. 307 Abs. 1, Art. 310 Abs. 1, Art. 314 Abs. 1 i.V.m. Art. 445 Abs. 1 
ZGB. Vorsorglicher Entzug des Aufenthaltsbestimmungsrechts. 
Gefährdungsmeldung des Kinderspitals, nachdem beim betroffenen circa fünf 
Monate alten Kleinkind bei hochgradigem Verdacht auf Kindsmisshandlung eine 
dislozierte Femurschaftfraktur ohne plausibles Trauma, multiple Hämatome mit 
auffälligem Verteilungsmuster und Konfiguration festgestellt sowie über familiäre 
Auffälligkeiten berichtet worden war. Die Kindsmutter litt unter einer Borderline 
Persönlichkeitsstörung und war zum Zeitpunkt der Körperverletzungen in 
Behandlung, an deren Angemessen- und Geeignetheit indessen berechtigte Zweifel 
bestanden. Die These der Kindseltern, die Verletzungen seien während des 
Aufenthalts bei einer Tagesmutter entstanden, war zwar nicht mit letzter Sicherheit 
auszuschliessen, aber eher unwahrscheinlich. Umgekehrt waren die Indizien, welche 
auf eine Urheberschaft der Eltern wiesen, als erheblich zu bezeichnen. Eine erhöhte 
Kindswohlgefährdung bei Belassung des Kindes in der Obhut der Eltern war nach 
dem Beweisgrad des Glaubhaftmachens erstellt. Eine alternative Unterstützungs-
massnahme im Sinne eines «familiären und therapeutischen Helfersystems» 
ausserhalb des Kindeschutzrechts war zum damaligen Zeitpunkt nicht eine valable 
Option, zumal dies bereits anlässlich eines früheren Kindesschutzverfahrens 
versucht wurde. Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde. 
 
Obergericht, 16. Juli 2021, OG V 21 4 
 
Aus den Erwägungen: 
 
3. 
3.1 Ist das Wohl des Kindes gefährdet und sorgen die Eltern nicht von sich aus für Abhilfe 
oder sind sie dazu ausserstande, so trifft die Kindesschutzbehörde gestützt auf Art. 307 Abs. 
1 ZGB die geeigneten Massnahmen zum Schutz des Kindes. Kann der Gefährdung des 
Kindes nicht anders begegnet werden, so hat die Kindesschutzbehörde es den Eltern 
wegzunehmen und in angemessener Weise unterzubringen (Art. 310 Abs. 1 ZGB). Diese 
Kindesschutzmassnahme hat zur Folge, dass das Recht, den Aufenthaltsort des Kindes zu 
bestimmen, den Eltern beziehungsweise einem Elternteil entzogen und der 
Kindesschutzbehörde übertragen wird, die nunmehr für die Betreuung des Kindes 
verantwortlich ist. Die Gefährdung des Kindes, die Anlass zum Entzug des 
Aufenthaltsbestimmungsrecht gibt, muss darin liegen, dass das Kind im Umfeld der Eltern 
beziehungsweise des Elternteils nicht so geschützt und gefördert wird, wie es für seine 
körperliche, geistige und sittliche Entfaltung nötig wäre. Unerheblich ist, auf welche Ursachen 
die Gefährdung zurückzuführen ist: Sie können in den Anlagen oder in einem Fehlverhalten 
des Kindes, der Eltern oder der weiteren Umgebung liegen. Desgleichen spielt keine Rolle, 
ob die Eltern ein Verschulden an der Gefährdung trifft. Massgebend sind die Verhältnisse im 
Zeitpunkt der Entziehung. An die Würdigung der Umstände ist ein strenger Massstab zu 
legen. Die Entziehung ist nur zulässig, wenn andere Massnahmen ohne Erfolg geblieben 
sind oder von vornherein als ungenügend erscheinen. Der Entzug des Rechts, den 
Aufenthaltsort des Kindes zu bestimmen, ist somit nur zulässig, wenn der Gefährdung des 
Kindes nach den Grundsätzen der Verhältnismässigkeit und der Subsidiarität nicht durch 
andere Massnahmen gemäss Art. 307 und Art. 308 ZGB begegnet werden kann (BGer 
5A_968/2020 vom 03.03.2021 E. 3.1, 5A_404/2016 vom 10.11.2016 E. 3, 5A_70/2016 vom 
25.04.2016 E. 3.1 je mit zahlreichen Hinweisen). Dabei fordert der Grundsatz der 
Verhältnismässigkeit aber nicht, dass die einschneidendere Massnahme generell erst zum 
Zuge kommt, nachdem sich die mildere als unzureichend herausgestellt hat; die Vorkehr 
muss zwar so zurückhaltend wie möglich, gleichzeitig aber auch so wirksam wie nötig sein 
(BGer 5A_795/2014 vom 14.04.2015 E. 4.3.1). 
 

3.2 Die Kindesschutzbehörde trifft auf Antrag einer am Verfahren beteiligten Person oder 
von Amtes wegen alle für die Dauer des Verfahrens notwendigen vorsorglichen 
Massnahmen (Art. 314 Abs. 1 i.V.m. Art. 445 Abs. 1 ZGB). Sie kann die unter E. 3.1 hievor 
beschriebene Kindesschutzmassnahme demnach auch vorsorglich anordnen (vergleiche 
BGE 140 III 529 E. 2.2.1). Die Anordnung einer vorsorglichen Massnahme setzt allerdings 
Dringlichkeit voraus. Es muss sich daher als notwendig erweisen, die fraglichen Vorkehren 
sofort zu treffen (BGer 5A_339/2017 vom 08.08.2017 E. 4.4.1 mit Hinweisen; Daniel Steck, 
in Handkommentar zum Schweizer Privatrecht, Personen- und Familienrecht – 
Partnerschaftsgesetz, 3. Aufl., Zürich 2016, N. 7 zu Art. 445 ZGB). Es liegt dabei in der Natur 
der Sache, dass die Anordnung von vorsorglichen Massnahmen nicht auf einer 
erschöpfenden Sachverhaltsabklärung beruhen kann. In sachverhaltlicher Hinsicht ist die 
Behörde daher nicht gehalten, für ihren Entscheid zeitraubende tatsächliche oder rechtliche 
Abklärungen zu treffen (vergleiche BGer 2C_720/2016 vom 18.01.2017 E. 2.1 mit 
Hinweisen), wobei die Behörde aber selbstredend auch bei vorsorglichen Massnahmen an 
den Grundsatz gebunden ist, den Sachverhalt von Amtes wegen zu erforschen (Art. 446 
Abs. 1 ZGB; vergleiche Entscheid Obergericht des Kantons Uri vom 28.08.2020, OG V 20 1, 
E. 3b). Der Sachverhalt muss sich nach Durchführung der gebotenen 
Sachverhaltsabklärungen schliesslich immerhin so präsentieren, dass die Wahrscheinlichkeit 
des Vorliegens der Voraussetzungen einer Kindesschutzmassnahme bejaht werden kann 
(vergleiche Patrick Fassbind, ZGB Kommentar, 3. Aufl., Zürich 2016, N. 1 zu Art. 450b, N. 1 
zu Art. 445). Es genügt damit das Beweismass der Glaubhaftmachung (Auer/Marti, in Basler 
Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 5. Aufl., 2014, N. 29 zu Art. 445). 
 
3.3 Die Vorinstanz ist als Fachbehörde konstituiert (Art. 440 Abs. 1 ZGB i.V.m. Art. 2 Abs. 1 
EG/KESR). Daraus ist abzuleiten, dass das Gericht, dem zwar volle Kognition zusteht, in 
Ermessensfragen dennoch einen Entscheidungsspielraum der Vorinstanz zu respektieren 
hat. Das Gericht hat demzufolge bei der Ermessenskontrolle eine gewisse Zurückhaltung zu 
üben und das eigene Ermessen nicht ohne Not an die Stelle desjenigen der Vorinstanz zu 
setzen (Daniel Steck, in Basler Kommentar, a.a.O., N. 19 zu Art. 450b mit Hinweisen). 
 
5. 
5.1 Das vorliegend betroffene Kind wurde am 10. Dezember 2020 mit einer 
Oberschenkelfraktur und verschiedenen Hämatomen, mithin relativ schweren 
Körperverletzungen, von den Beschwerdeführern ins Kinderspital gebracht. Gemäss 
Angaben der Beschwerdeführer sei ihnen im Spital anlässlich der ersten Untersuchung 
mitgeteilt worden, dass die Oberschenkelfraktur wohl circa zwei bis drei Tage alt sei. Aus 
den aktenkundigen Berichten des Kinderspitals, namentlich aus dem Bericht zur 
Gefährdungsmeldung vom 15. Dezember 2020 (E. 4.7 hievor) sowie dem Austrittsbericht 
vom 6. Januar 2021 (E. 4.9 hievor), geht solches indessen nicht hervor. Im Bericht zur 
Gefährdungsmeldung vom 15. Dezember 2020 wird einzig Folgendes ausgeführt: 
«Ausserdem erfolgte die ärztliche Vorstellung erst verspätet, da das Kind bis anhin wohl 
keine nennenswerten Probleme oder Schmerzen gehabt habe. Auch dies halten wir aus 
medizinischer Sicht für unwahrscheinlich». Diese Aussage erfolgte im Kontext der durch die 
Beschwerdeführer eingebrachten These, die Fraktur sei am 7. Dezember 2020 bei der 
Tagesmutter entstanden, als diese sich mit dem Kind im Tragetuch vornübergebeugt habe. 
Die Aussage im Bericht zur Gefährdungsmeldung ist so zu verstehen, dass die ärztliche 
Vorstellung – unter der Annahme die Verletzung sei bereits am 7. Dezember 2020 
entstanden – verspätet erfolgt wäre. Die dazu angeführte Begründung, dass bis anhin 
respektive zeitnah zur Fraktur keine nennenswerten Beschwerden hätten festgestellt werden 
können, wird für medizinisch unwahrscheinlich gehalten. Daraus kann abgeleitet werden, 
dass allfällige Beschwerden schon früher hätten festgestellt werden müssen, soweit die 
Fraktur tatsächlich bereits einige Tage alt gewesen wäre. Ob die Fraktur tatsächlich einige 
Tage alt ist, ergibt sich aus dem Bericht indessen nicht. Im Ergebnis kann aus dem Bericht 
jedenfalls nicht abgeleitet werden, die Fraktur sei zwei bis drei Tage alt. Entgegen der 
Auffassung der Beschwerdeführer ist somit gerade nicht erstellt, dass die Fraktur zwei bis 
drei Tage alt ist. Im Raum steht vielmehr auch, dass die Fraktur zeitlich viel näher zum 10. 

Dezember 2020, womöglich am 10. Dezember 2020 selber, entstanden ist. In diesem 
Zusammenhang ist auch zu erwähnen, dass die von den Beschwerdeführern angeführte 
Ursache der Fraktur (Vornüberbeugen der Tagesmutter, während das Kind im Tragetuch 
war) gemäss nachvollziehbarer ärztlicher Einschätzung unplausibel erscheint. Auch wenn 
nicht mit letzter Sicherheit ausgeschlossen werden kann, dass die Oberschenkelfraktur 
während der Zeit entstanden ist, als das Kind in der Obhut der Tagesmutter war, so sind 
umgekehrt die Indizien, welche auf eine Urheberschaft der Beschwerdeführer weisen, als 
erheblich zu bezeichnen. Dies ergibt sich auch aus den nachfolgenden Überlegungen. 
 
5.2  
5.2.1 Das betroffene Kind befand sich von Sonntag, 6. Dezember 2020, späterer 
Nachmittag/abends, bis Donnerstag, 10. Dezember 2020, circa 9:30 Uhr, bei einer 
Tagesmutter. An der Befragung vom 21. Januar 2021 durch die Vorinstanz gab die 
Tagesmutter an, es sei ihr am 6. Dezember 2020 abends beim Wickeln des Kindes nichts 
am Bein aufgefallen, aber das Kind sei «komisch» irgendwie «unwohlig» gewesen; beim 
Wickeln habe es «gjömmerlet», aber nicht etwa vor Schmerz geschrien. In der Nacht sei das 
Kind «unruhig» und «weinerlich» gewesen, aber nicht so, dass man Schlimmes hätte 
befürchten müssen. Am Tag darauf habe das Kind beim Einwickeln ins Tragetuch stark 
geweint, aber nicht wie am Spiess geschrien. Sie mache sich Vorwürfe, dass sie den Bruch 
nicht bemerkt habe. Sie selber habe diesen Bruch aber nicht verursacht. Einen Unfall hätte 
sie zugegeben. 
 
5.2.2 Die Beschwerdeführer haben anlässlich des Spitaleintritts die Vermutung geäussert, 
dass das Kind die Fraktur während des Aufenthalts bei der Tagesmutter erlitten habe. Die 
Personalien der Tagesmutter wollten die Beschwerdeführer mit unterschiedlichen 
Begründungen indessen nicht bekannt geben. Im Bericht zur Gefährdungsmeldung vom 15. 
Dezember 2020 wird ausgeführt, die Beschwerdeführer hätten als Begründung angegeben, 
dass sie Angst hätten, dass die Tagesmutter Probleme bekäme. Anlässlich der Anhörung 
vom 28. Dezember 2020 durch die Vorinstanz führten die Beschwerdeführer aus, sie hätten 
die Befürchtung gehabt, sie könnten ohne Tagesmutter nicht auf die Arbeitsstunden 
kommen, welche von der IV erwartet würden. In der vorliegenden Beschwerde führen die 
Beschwerdeführer aus (S. 21 Ziff. 28), die verspätete Bekanntgabe der Angaben der 
Tagesmutter habe einzig daran gelegen, dass sie befürchtet hätten, man könnte ihnen am 
Schluss plötzlich die Tochter wegnehmen. Sie seien vom Kinderspital unter enormen Druck 
geraten, nachdem sie aus nachvollziehbaren Gründen weder für die Fraktur noch für die 
Hämatome eine plausible Erklärung hätten liefern können. 
 
5.2.3 Von allen Begründungen, welche die Beschwerdeführer bisher im Zusammenhang mit 
der verspäteten Bekanntgabe der Angaben der Tagesmutter abgegeben haben, ist die in der 
Beschwerde zuletzt angegebene diejenige, welche am wenigsten plausibel ist. Eltern, 
welche vermuten, dass eine schwere Verletzung ihres Kindes in der Obhut einer anderen 
Person eingetreten und welche überzeugt sind, dass die Verletzung nicht in der elterlichen 
Obhut entstanden ist, haben ein vitales Interesse daran, dass die externe Betreuungsperson 
überprüft und der Sachverhalt während der Betreuungszeit abgeklärt wird. Dies gerade auch 
deshalb, weil sonst der Verdacht auf die Eltern zurückfallen könnte. Die Angst der Eltern, das 
Kind könnte ihnen wegen der erlittenen Verletzung entzogen werden, müsste somit bei 
gleichzeitiger Vermutung, dass die Verletzung bei einer externen Betreuungsperson 
entstanden ist, dazu führen, dass diese alles beitragen, was zu einer Sachverhaltsaufklärung 
beitragen könnte. Vorliegend hätte eine dergestalt eingetretene Angst 
nachvollziehbarerweise daher eher dazu führen müssen, dass die Angaben der Tagesmutter 
sofort bekannt gegeben worden wären. Dies ist nachgewiesenermassen nicht erfolgt. Erst an 
der Anhörung vom 28. Dezember 2020 haben die Beschwerdeführer Angaben zur 
Tagesmutter gemacht, wobei sie dannzumal – wie zuvor aufgezeigt – noch eine andere 
Begründung für die verspätete Bekanntgabe anführten. Die in der Beschwerde angeführte 
Begründung erscheint deshalb nicht glaubhaft respektive nicht nachvollziehbar.  
 

5.2.4 Auch die anderen Begründungen, weshalb die Angaben der Tagesmutter erst 
verspätet bekannt gegeben wurden, sind nicht wirklich nachvollziehbar. Die Angst, die 
Fremdbetreuung hätte ohne Tagesmutter nicht organisiert werden können, weshalb die 
damalige Tagesmutter vor Problemen «geschützt» und unbedingt behalten werden musste, 
ist angesichts der nun in der Beschwerde vorgebrachten zahlreichen 
Fremdbetreuungsmöglichkeiten im (erweiterten) familiären Umfeld nicht glaubhaft. Im 
Übrigen wäre die Neuorganisation der Fremdbetreuung über eine Tageselternvermittlung 
auch ausserhalb des familiären Umfelds mit zumutbarem Aufwand möglich gewesen. Es 
überzeugt deshalb nicht, wenn die Beschwerdeführer angeben, sie hätten die Angaben 
deswegen nicht bekannt gegeben, weil sie Angst um die Betreuungssituation hatten. Im 
Übrigen basierte eine solche Angst angesichts der erheblichen Verletzungen des betroffenen 
Kindes – wie die Vorinstanz zurecht zu bedenken gibt – auf einer fragwürdigen 
Prioritätensetzung. Nachdem die bisherigen Begründungen in der Beschwerde gleichsam 
zurückgezogen wurden (Grund soll einzig die Befürchtung gewesen sein, dass das Kind 
entzogen werden könnte, siehe E. 5.2.2 in fine hievor), kann letztlich dahinstehen, wie 
überzeugend die früheren Erklärungen im Einzelnen tatsächlich waren. Es kann aber 
festgehalten werden, dass die Beschwerdeführer für die verspätete Bekanntgabe der 
Angaben der Tagesmutter widersprechende und nicht plausible Erklärungen geliefert haben. 
Dies in einer Situation, in welcher sie im Grunde ein vitales Interesse daran hätten haben 
müssen, zur Sachaufklärung beizutragen. Das Verhalten der Beschwerdeführer im 
Zusammenhang mit der Bekanntgabe der Angaben der Tagesmutter lässt auf einen letztlich 
wenig erfolgreichen Versuch, die Sachverhaltsabklärung zu verhindern oder zumindest zu 
verzögern, schliessen, was im Kontext der Verletzungsgenese gegen die Beschwerdeführer 
spricht. 
 
5.3  
5.3.1 Die Beschwerdeführer bringen vor, die Betreuung ihres Kindes durch die Tagesmutter 
habe keine Verletzung ihrer Erziehungs- und Betreuungspflicht dargestellt. Sie seien auf eine 
Fremdbetreuung angewiesen gewesen, weil sie beide erwerbstätig seien. Die Tagesmutter 
sei durch die Grossmutter mütterlicherseits vermittelt worden. Die Tagesmutter habe bei der 
Grossmutter die Ausbildung zur Fachfrau Betreuung absolviert und sei über eine 
Tageselternvermittlung, welche Qualitätsstandards habe, tätig gewesen. 
 
5.3.2 Es ist den Beschwerdeführern zuzustimmen, soweit sie der Ansicht sind, in einer 
Fremdbetreuung sei per se noch keine Kindswohlgefährdung zu sehen. Solches wird ihnen 
indessen auch nicht vorgehalten. Wie sie selber ausführen, war die Tagesmutter als 
ausgebildete Fachfrau Betreuung und Mitarbeiterin einer Tageselternvermittlung eine 
geeignete Betreuungsperson. Die Tagesmutter hat anlässlich ihrer Anhörung bei der 
Vorinstanz am 21. Januar 2021 ausgeführt, dass in ihrer Obhut kein Unfall passiert sei und 
sie einen solchen gemeldet hätte, wenn er passiert wäre. Für das Gericht ergeben sich 
aufgrund der derzeitigen Aktenlage keine Indizien, weshalb an dieser Schilderung zu 
zweifeln wäre. Die Nicht-Meldung eines Unfalles würde nicht nur gegen die Berufsethik der 
Tagesmutter verstossen, sondern sie erschiene auch mit Blick auf die erworbenen 
Fachkompetenzen als eher unwahrscheinliches Szenario. Gemäss Bildungsplan zur 
Verordnung über die berufliche Grundbildung Fachfrau Betreuung/Fachmann Betreuung vom 
16. Juni 2005 mit Anpassungen vom 2. Dezember 2010, herausgegeben von der 
Schweizerischen Dachorganisation der Arbeitswelt Soziales (Savoir Social), gehört das Er-
kennen von Notfallsituationen und das Handeln gemäss betrieblichen Richtlinien, das 
Leisten von erster Hilfe in Notfällen sowie das Beschreiben von Merkmalen und Formen von 
Notfallsituationen und die Ableitung von richtigem Verhalten zur Grundausbildung einer 
Fachfrau/eines Fachmanns Betreuung (a.a.O. S. 8). Bei der Vertiefung in der Fachrichtung 
Kinderbetreuung können die Berufsfachleute kindertypische Notfälle und entsprechende 
Massnahmen beschreiben sowie bei auftauchenden Krankheitszeichen fachlich begründet 
reagieren (a.a.O. S. 46). Das Thema Notfallsituationen, wozu zwanglos auch Unfälle gezählt 
werden können, gehört mithin zur Grundausbildung einer Fachfrau/eines Fachmanns 
Betreuung. Wie mit solchen Situationen umzugehen ist, ist entsprechend ausgebildeten 

Berufsfachleuten bekannt und sie sind auf solche Situationen sensibilisiert. Dass eine 
ausgebildete Fachfrau Betreuung entgegen ihrer Ausbildung einen Unfall und die 
entsprechenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen kurzerhand und unreflektiert über 
mehrere Tage hinweg verheimlicht und dazu auch noch die notwendige Behandlung 
unterlässt respektive nicht veranlasst – gleichsam in der Hoffnung, es werde nicht 
auskommen – ist eher unwahrscheinlich, zumal ein zeitnahes Melden des Unfalls und ein 
adäquates Einleiten der nötigen medizinischen Massnahmen für ihre Berufslaufbahn weniger 
gravierende Konsequenzen gehabt hätte als eine Verheimlichung, nachdem die Meldung 
eines Unfalls und das Ergreifen von Massnahmen zum adäquaten Handeln einer 
Berufsfachfrau gehört.  
 
Neben der Verheimlichung eines tatsächlich festgestellten Unfallereignisses wäre 
grundsätzlich auch denkbar, dass die Tagesmutter ein allfälliges Unfallereignis nicht bemerkt 
hätte. Im Szenario der Beschwerdeführer (Verletzung 2 bis 3 Tage vor Spitaleintritt in der 
Obhut der Tagesmutter) müsste während der Betreuungszeit bei der Tagesmutter ein relativ 
schweres Verletzungstrauma stattgefunden haben, welches überdies relativ zeitnah 
erhebliche Beschwerden beim Kind hervorgerufen hätte (vergleiche E. 5.1 hievor). Die 
Tagesmutter hätte mithin nicht nur einen Unfall, sondern auch erhebliche körperliche 
Beschwerden nicht bemerkt. Dass eine ausgebildete Fachfrau Betreuung sowohl einen 
Unfall, welcher zudem von einiger Schwere sein müsste, als auch nachfolgende erhebliche 
Beschwerden nicht bemerkt, erscheint jedoch ebenfalls eher unwahrscheinlich. Dass die 
Verletzungen während der Betreuungszeit bei der Tagesmutter entstanden sind, kann somit 
(noch) nicht mit letzter Sicherheit ausgeschlossen werden, erscheint aufgrund der Aktenlage 
aber als unwahrscheinlich. 
 
5.3.3 Die Beschwerdeführer ergänzen in ihrer Stellungnahme an das Gericht vom 1. April 
2021, die Tagesmutter habe der Grossmutter mütterlicherseits per Whats app geschrieben, 
dass der Bruch bei ihr, der Tagesmutter, passiert sein müsse und sie sich verantwortlich 
fühle. Aus dem von den Beschwerdeführern ins Recht gelegten Whats app-Gruppenchat 
(Beschwerdebeilage 27) geht hervor, dass die Chateinträge zwischen dem 7. Dezember 
2020 und dem 10. Dezember 2020, 08:40 Uhr, unauffällig sind. Am 10. Dezember 2020, 
19:42 Uhr, hat die Tagesmutter geschrieben, dass sie von der Grossmutter mütterlicherseits 
erfahren habe, was los sei. Sie, die Tagesmutter, hoffe, dass alles gut komme. Sie könne 
sich das echt nicht erklären, sie wisse nicht, wie das passiert sein könne, wirklich nicht. In 
der Folge erkundigte sich die Tagesmutter mehrmals nach dem Wohlergehen des Kindes, 
worauf der Kindsvater am 13. Dezember 2020 einen Bericht zum Verlauf erstattete. In einer 
Nachricht vom 18. Dezember 2020 teilte die Tagesmutter mit, dass sie sich die ganze Zeit 
den Kopf zerbreche. Aus diesem Chatverlauf kann entgegen den Beschwerdeführern nicht 
abgeleitet werden, es habe in der Obhut der Tagesmutter einen Unfall gegeben respektive 
diese hätte einen solchen zugegeben. Vielmehr konnte sich die Tagesmutter nicht erklären, 
weshalb es in ihrer Obhut zu einem Oberschenkelbruch gekommen sein sollte, nachdem 
gemäss ihrer Wahrnehmung (wie auch an der Anhörung bei der Vorinstanz geäussert) ein 
Unfallereignis während ihrer Betreuungszeit gerade nicht stattgefunden haben soll. Der 
Chatverlauf steht somit durchaus im Einklang mit den später an der Anhörung bei der 
Vorinstanz getätigten Aussagen der Tagesmutter. 
 
Die weiter von den Beschwerdeführern ins Recht gelegten Whats app Nachrichten an die 
Grossmutter mütterlicherseits (Beschwerdebeilagen 23, 24 und 26) vermögen am bisherigen 
Ergebnis nichts zu ändern. Die Nachrichten enthalten keineswegs ein Eingeständnis der 
Tagesmutter, dass es in ihrer Obhut zu einem Unfall gekommen wäre. Vielmehr äussert die 
Tagesmutter ihr Unverständnis über die ganze Sachlage. So äussert sie zum Beispiel, sie 
gehe immer wieder alles durch und mache sich Vorwürfe, weil «Schuld oder nicht» das Kind 
in ihrer Obhut gewesen sei. Aufgrund eines Telefonates (mutmasslich mit den Kindseltern) 
und der Auskunft, dass die Fraktur 2 bis 3 Tage alt sein müsse, äusserte die Tagesmutter, 
dass der Bruch demnach bei ihr am Sonntag oder Montag passiert sein müsse. In einer 
weiteren Nachricht äussert die Tagesmutter, dass sie in diesem Moment die Verantwortung 

gehabt habe und sehr fahrlässig gewesen sein müsse, wenn sie so etwas Schlimmes 
verursacht und nichts gemerkt habe. Es sei kaum aushaltbar und sie könne es sich einfach 
nicht erklären. Aus diesen Nachrichten ergibt sich mitnichten, dass die Tagesmutter ein 
Unfallereignis eingestanden hätte. Vielmehr führt sie aus, dass sie sich die ganze 
Angelegenheit nicht erklären könne, nachdem sich in ihrer Wahrnehmung kein Unfall 
ereignet hatte, welcher die Fraktur hätte erklären können. Die Äusserung, dass der 
Oberschenkelbruch während ihrer Betreuungszeit passiert sein müsse, gründete ferner auf 
der Annahme, dass die Fraktur 2 bis 3 Tage alt gewesen sein müsse. Es erstaunt nicht, dass 
die Tagesmutter angesichts dieser Auskunft an sich zu zweifeln und ihre an sich klare 
Haltung, dass nichts Spezielles vorgefallen sei, zu hinterfragen begann. Wie oben bereits 
gezeigt wurde, ist die Altersangabe der Fraktur von 2 bis 3 Tagen jedoch zu relativieren 
(siehe oben E. 5.1). Das Bild, welches durch die Whats app Nachrichten letztlich gezeichnet 
wird, ist dasjenige einer Tagesmutter, welche es sich trotz mehrmaligen Nachdenkens nicht 
erklären kann, wie es zu einem Oberschenkelbruch in ihrer Betreuungszeit gekommen sein 
soll, welche sich aber gleichzeitig, weil sie immerhin zeitnah zu einer Verletzung des Kindes 
dessen Betreuungsperson war, dennoch verantwortlich fühlt und sich Vorwürfe macht. Das 
«Eingeständnis», dass der Bruch bei ihr passiert sein müsse, basierte wiederum auf einer 
als gesichert angenommenen Auskunft, dass die Fraktur 2 bis 3 Tage alt sein müsse, was 
aber alles andere als gesichert ist. Im Ergebnis stehen die Äusserungen der Tagesmutter in 
den Whats app Nachrichten nicht in einem Widerspruch zu ihren Äusserungen an der 
Anhörung bei der Vorinstanz. Weder in den ereignisnahen Whats app Nachrichten noch an 
der Anhörung bei der Vorinstanz hat die Tagesmutter ein Unfallereignis, welches die Fraktur 
erklären könnte, eingestanden. Was die Beschwerdeführer gegen die Glaubhaftigkeit der 
Aussagen der Tagesmutter vorbringen, überzeugt daher nicht. 
 
5.4  
5.4.1 Ein besonderes Augenmerk ist schliesslich auf die gesundheitliche Beeinträchtigung 
der Kindsmutter zu richten. Diese leidet an einer emotional-instabilen Persönlichkeitsstörung 
vom Borderline Typ. Bei einer emotional instabilen Persönlichkeitsstörung handelt es sich 
um eine Persönlichkeitsstörung mit deutlicher Tendenz, Impulse ohne Berücksichtigung von 
Konsequenzen auszuagieren, verbunden mit unvorhersehbarer und launenhafter Stimmung. 
Es besteht eine Neigung zu emotionalen Ausbrüchen und eine Unfähigkeit, impulshaftes 
Verhalten zu kontrollieren. Ferner besteht eine Tendenz zu streitsüchtigem Verhalten und zu 
Konflikten mit anderen, insbesondere wenn impulsive Handlungen durchkreuzt oder 
behindert werden. Zwei Erscheinungsformen können unterschieden werden: Ein impulsiver 
Typus, vorwiegend gekennzeichnet durch emotionale Instabilität und mangelnde 
Impulskontrolle; und ein Borderline-Typus, zusätzlich gekennzeichnet durch Störungen des 
Selbstbildes, der Ziele und der inneren Präferenzen, durch ein chronisches Gefühl von 
Leere, durch intensive, aber unbeständige Beziehungen und eine Neigung zu 
selbstdestruktivem Verhalten mit parasuizidalen Handlungen und Suizidversuchen (zum 
Ganzen: ICD-10: F60.3). Bei der Beschwerdeführerin sind immer wieder Wut- und 
Affektinkontinenz, mangelnde Kritikfähigkeit und Selbstreflektionsfähigkeit sowie ein recht 
eingeschränkter Perspektivwechsel prägnant (vergleiche E. 4.2 hievor). 
 
5.4.2 Es ist aktenkundig, dass die Kindsmutter unmittelbar nach der Geburt des Kindes 
dieses ablehnte und es für sie schwierig war, mit dem Kind eine Beziehung aufzubauen. 
Diese Schwierigkeiten standen in Zusammenhang mit der Persönlichkeitsstörung der 
Kindsmutter. Diese ist sich auch bewusst, dass mit der Diagnose Borderline-Störung damit 
zu rechnen ist, dass Probleme im Alltag mit einem Kind auftauchen könnten (vergleiche E. 
4.5 hievor). Die Vorinstanz führte bereits kurz nach der Geburt des Kindes ein 
Kindesschutzverfahren, kam aufgrund der getätigten Abklärungen jedoch zum Schluss, dass 
bei bekannter anspruchsvoller Situation (Persönlichkeitsstörung der Kindsmutter, 
gesundheitlich ebenfalls beeinträchtigter Kindsvater, welchem zudem gegenüber der 
Kindsmutter eine Betreuungsfunktion zukommt) das Kindswohl im Moment dank 
Helfersystem nicht gefährdet sei. Bei gesundheitlichen Krisen der Kindsmutter wolle der 
Kindsvater die Verantwortung übernehmen und sich Unterstützung holen. Da das 

Hilfssystem im familiären und therapeutischen Umfeld (die Kindsmutter war zu diesem 
Zeitpunkt bei Psychotherapeutin X in Behandlung) gewährleistet sei und zuverlässig 
wahrgenommen werde, sei momentan keine Kindesschutzmassnahme erforderlich. 
 
5.4.3 Nachdem vorliegend eine relativ schwere Körperverletzung des betroffenen 
Kleinkindes mit Verdacht auf Kindsmisshandlung vorliegt und gleichzeitig ernsthaft in 
Betracht fällt, dass das Kind die Verletzungen in der Obhut der Eltern erlitten hat, steht 
ebenso ernsthaft im Raum, dass die erlittenen Körperverletzungen mit den gesundheitlichen 
Beeinträchtigungen der Kindsmutter in Zusammenhang stehen könnten. Dies, nachdem der 
ehemals behandelnde Psychiater in seinem Bericht vom 4. September 2020 festgehalten 
hat, die Kindsmutter verfüge über eine Wut- und      Affektinkontinenz und es sei offen, ob sie 
die notwendige Stabilität für die Erziehung und Betreuung eines Kindes aufbringen könne, 
was in jedem Falle durch Fachpersonen überprüft werden solle. Bis anhin wurde diese 
Überprüfung, soweit ersichtlich, noch nicht durchgeführt. Die Überprüfung des 
Gesundheitszustands der Kindsmutter und insbesondere deren Stabilität mit Bezug auf 
kinderspezifische Betreuungs- und Erziehungsaufgaben sowie die Frage, inwieweit die 
Persönlichkeitsstörung mit den dokumentierten Körperverletzungen in Verbindung stehen 
könnte, erscheint dem Gericht nunmehr als eine unabdingbare Beweismassnahme, 
nachdem der Sachverhaltskomplex «gesundheitliche Beeinträchtigung der Kindsmutter» 
offensichtlich als relevanter Faktor in die vorliegende Angelegenheit hineinspielt, gleichzeitig 
aber noch zu wenig geklärt ist.  
 
5.4.4 Nachdem im Herbst 2020 noch davon ausgegangen werden konnte, die 
anspruchsvolle Situation könne dank privatem Helfersystem «aufgefangen» werden, steht 
dies nach den jüngsten Ereignissen zumindest ernsthaft in Frage. Es steht als konkrete 
Möglichkeit im Raum, dass die Kindseltern bedingt durch die sehr anspruchsvolle 
Persönlichkeitsstruktur der Kindsmutter zusammen mit der (auch ohne zusätzliche 
Belastungsfaktoren) sehr anspruchsvollen Kleinkinderbetreuung in eine akute 
Überforderungssituation gerieten, in deren Verlauf die Körperverletzungen – gleichsam am 
privaten Helfersystem vorbei – entstanden sein könnten. Die Persönlichkeitsstörung der 
Kindsmutter könnte insofern entscheidend dazu beigetragen haben, dass eine 
Kindswohlgefährdung in Form von Körperverletzungen auch von einem noch so engagierten 
privaten Helfersystem nicht (mehr) aufgefangen werden konnte.  
 
5.4.5 Zum Helfersystem ist weiter auszuführen, dass die Kindsmutter zum Zeitpunkt der 
erlittenen Verletzungen und der angefochtenen Verfügung in Behandlung bei der 
Psychotherapeutin X war. Die Psychotherapeutin ist im vorliegenden Verfahren durch 
teilweise inadäquate Äusserungen aufgefallen. In einer mit «ärztlicher Verfügung» betitelten 
E-Mail vom 29. Dezember 2020 an die Vorinstanz hat die Psychotherapeutin die Rückkehr 
des betroffenen Kindes zu ihren Eltern «angeordnet», wobei die Psychotherapeutin 
ausführte, dass sich die Vorinstanz ihren «Anweisungen» widersetzt habe. Die «ärztliche 
Verfügung» ist von der Psychotherapeutin als «Fachpsychologin FSP» und «Facharzt 
Psychiatrie, Psychotherapie für Kinder» unterzeichnet. Mit Schreiben vom 25. Januar 2021 
der Gesundheits-, Sozial- und Umweltdirektion Uri wurde die Psychotherapeutin im 
Zusammenhang mit dem von ihr verwendeten Berufstitel «Fachärztin» darauf aufmerksam 
gemacht, dass sie weder im Medizinalberuferegister registriert sei noch je bei der 
Aufsichtsbehörde um eine Berufsausübungsbewilligung ersucht habe. Das Schreiben der 
Gesundheits-, Sozial- und Umweltdirektion war darüber hinaus mit verschiedenen 
Aufforderungen verbunden. In ihrer Stellungnahme an das Gericht vom 1. April 2021 führen 
die Beschwerdeführer aus, die Psychotherapeutin sei Mitglied der FSP und als behandelnde 
Psychologin der Kindsmutter dafür qualifiziert. Der Stellungnahme ist eine E-Mail-
Bestätigung vom 19. Februar 2021 beigelegt (Beschwerdebeilage 33), in welcher mitgeteilt 
wird, dass die Psychotherapeutin «ab sofort» alle Vorteile einer Mitgliedschaft bei der FSP 
geniesse. Damit ist erstellt, dass die Psychotherapeutin ihre Zugehörigkeit zur FSP erst am 
19. Februar 2021 erlangt hat und zuvor entgegen ihren Unterzeichnungen nicht 
«Fachpsychologin FSP» war. Gänzlich irritierend ist, dass sich die Psychotherapeutin 

daneben auch als «Fachärztin» betitelte und sogar «ärztliche» Verfügungen unterschrieb, 
obwohl sie den Nachweis eines Facharzttitels bis heute nicht erbracht hat. Diese Umstände 
sowie insbesondere der Inhalt ihrer als «ärztliche Verfügung» betitelten E-Mail vom 29. 
Dezember 2020 lassen berechtigte Zweifel aufkommen, ob sich die Kindsmutter in 
adäquater Behandlung befindet, so wie dies an sich nötig wäre (vergleiche E. 4.2 hievor).  
 
5.5 Aus all diesen Gründen teilt das Gericht die Auffassung der Vorinstanz in ihrer 
Vernehmlassung vom 21. Januar 2021, wonach das betroffene Kind in der Zeit zwischen 
dem 26. November 2020 (Zeitpunkt des letzten [unauffälligen] Kinderarzttermins) und dem 
10. Dezember 2020 (Eintritt ins Kinderspital) eine Oberschenkelfraktur sowie Hämatome, die 
am 10. Dezember 2020 unterschiedlichen Alters waren, erlitten hat und die Verletzungen bei 
diesem erst fünf Monate alten Kleinkind entweder in der Obhut der Eltern oder in der Obhut 
von Personen, welchen die Eltern das Kind anvertraut haben, entstanden sein müssen, 
nachdem ein solches Kleinkind keine sozialen Kontakte an seinen Obhutspersonen vorbei 
pflegen kann. Die Tagesmutter hat konstant ausgesagt respektive zum Ausdruck gebracht, 
dass es bei ihr kein Unfallereignis gegeben habe, welches die Oberschenkelfraktur erklären 
könnte. Die gegen die Glaubhaftigkeit der Aussagen der Tagesmutter vorgebrachten 
Argumente der Beschwerdeführer überzeugen nicht. Dass die Oberschenkelfraktur bei der 
Tagesmutter eingetreten ist, kann zwar nicht mit letzter Sicherheit ausgeschlossen werden, 
erscheint aber aufgrund der gegenwärtigen Aktenlage eher unwahrscheinlich. Gleichzeitig ist 
nicht auszuschliessen, dass die Fraktur des Oberschenkels am 10. Dezember 2020 in der 
Obhut der Beschwerdeführer passiert ist. Auch die Möglichkeit, dass die Fraktur allenfalls vor 
dem 6. Dezember 2020 in der Obhut der Beschwerdeführer entstanden ist, kann nicht 
gänzlich ausgeschlossen werden, auch wenn ein solches Szenario nach heutiger Aktenlage 
nicht das Wahrscheinlichste ist. Die Beschwerdeführer streiten jedoch ab, dass das Kind die 
Fraktur und die Hämatome in ihrer Obhut erlitten hat. Mit der Vorinstanz ist deshalb 
festzuhalten, dass nach wie vor (noch) nicht mit der gewünschten Klarheit feststeht, wann 
genau, wo und durch wen dem Kind die Verletzungen zugefügt wurden, wobei die 
Beschwerdeführer als Verantwortliche für die Verletzungen aufgrund der Gesamtheit der 
Indizien (mögliche Frakturentstehung kurz vor Spitaleintritt, widersprüchliche Angaben im 
Zusammenhang mit den Angaben zur Tagesmutter, auffälliges Verhalten bei Spitaleintritt, 
gesundheitliche Probleme der Kindsmutter mit fraglicher Behandlung) aber zumindest 
ernsthaft in Betracht fallen. Damit ist nach dem erforderlichen Beweisgrad des 
Glaubhaftmachens erstellt, dass das betroffene Kind die dokumentierten relativ schweren 
Körperverletzungen in der Obhut der Beschwerdeführer erlitten haben könnte. Dass die 
Vorinstanz unter diesen Voraussetzungen im Falle der Belassung des Kindes in der Obhut 
der Beschwerdeführer eine erhöhte Kindswohlgefährdung feststellte, ist nicht zu 
beanstanden. 
 
6. 
6.1 Die Beschwerdeführer machen geltend, die Vorinstanz habe nicht alle notwendigen 
Vorkehrungen getroffen, um das Wohl des Kindes zu schützen. Vorliegend seien andere, 
weniger einschneidende Massnahmen durchaus geeignet und ausreichend, um das Wohl 
des Kindes sicherzustellen. Die Vorinstanz habe etwa die Möglichkeit, die Beschwerdeführer 
zu regelmässigen ärztlichen Kontrolluntersuchungen sowie zur Zusammenarbeit mit der 
Wochenbettbegleiterin oder einer sozialpädagogischen Familienbegleitung zu verpflichten. 
Die Beschwerdeführer hätten sich stets kooperativ gezeigt. Ausserdem sei die 
Fremdbetreuung des Kindes durch das bestehende soziale Umfeld der Familie jederzeit 
sichergestellt. Die angeordnete Massnahme sei nicht verhältnismässig. 
 
6.2 Zur Verhältnismässigkeit der angeordneten Massnahme ist vorab zu erwähnen, dass die 
Vorinstanz bereits im Herbst 2020 ein Kindesschutzverfahren mit Bezug auf das hier 
betroffene Kind geführt hat. Die Vorinstanz kam damals in ihrer Verfügung vom 27. Oktober 
2020 zum Schluss, dass das Kindeswohl zum damaligen Zeitpunkt aufgrund des 
bestehenden familiären und therapeutischen Helfersystems nicht gefährdet sei. Die 
Kindseltern seien bereit Unterstützung von Drittpersonen anzunehmen. Bei gesundheitlichen 

Krisen der Kindsmutter wolle der Kindsvater Verantwortung übernehmen. Es erscheine 
wichtig, dass sich die Kindsmutter weiterhin regelmässig in ambulanter psychiatrischer 
Behandlung befinde. Zurzeit sei die Errichtung einer Kindesschutzmassnahme nicht 
angezeigt. Bei der Beurteilung der vorliegenden Kindesschutzmassnahme ist dieses erste 
Kindeschutzverfahren mitzuberücksichtigen. Namentlich bei der Prüfung der Subsidiarität der 
Massnahme ist zu berücksichtigen, dass das Szenario der elterlichen Obhut mit familiärem 
und therapeutischem Helfersystem in der vorliegend grundsätzlich sehr anspruchsvollen 
kernfamiliären Situation versucht wurde. Der Vorinstanz kann namentlich nicht vorgeworfen 
werden, sie habe die familiären Verhältnisse zum Zeitpunkt der nun angefochtenen 
Verfügung überhaupt nicht gekannt und diesen (im Sinne eines vorschnellen Handelns) 
keinerlei Rechnung getragen. Wie oben bereits erwähnt wurde, steht nach den jüngsten 
Ereignissen jedoch ernsthaft in Frage, ob die anspruchsvolle Situation noch mit einem 
privaten Helfersystem aufgefangen werden kann, zumal insbesondere die therapeutische 
Situation mit einigen Fragezeichen zu versehen ist (vergleiche E. 5.4.4 f. hievor). 
 
6.3 Die Vorinstanz begründet die Verhältnismässigkeit des vorsorglichen Obhutsentzugs 
damit, dass für die Dauer des Abklärungsverfahrens der erforderliche Schutz des Kindes nur 
durch eine permanente Anwesenheit Dritter gewährleistet werden könne. Ein Verbleib des 
Kindes im Haushalt der Beschwerdeführer beziehungsweise eine Rückkehr dorthin nach der 
Hospitalisierung könne diese Schutzwirkung – selbst unter sofortiger Einrichtung 
begleitender Massnahmen – nicht entfalten. 
 
6.4 Die von den Beschwerdeführern vorgebrachten Alternativen zielen letztlich auf ein 
Szenario «familiäres und therapeutisches Helfersystem» ab. Es wurde schon aufgezeigt, 
dass dies aufgrund der eingetretenen Ereignisse zumindest momentan keine valable Option 
ist. Insbesondere ist die gesundheitliche Situation der Kindsmutter und deren therapeutische 
Begleitung zurzeit nicht ausreichend geklärt und sichergestellt. Gleichzeitig bestehen 
hinsichtlich der Verletzungsgenese noch zu viele Unklarheiten, wobei die Indizien, welche 
gegen die Kindseltern sprechen, eine Verantwortlichkeit der Kindseltern ernsthaft in Betracht 
fallen lassen. Andererseits ist anzuerkennen, dass die Beschwerdeführer über ein durchaus 
engagiertes familiäres Umfeld verfügen und sich die Kindsmutter ihrer gesundheitlichen 
Probleme und der damit verbundenen Herausforderungen im Zusammenhang mit der 
Kinderbetreuung bewusst ist. Auch das Engagement des Kindsvaters wird in den Akten 
durchaus auch positiv beschrieben. Dass nach ausreichender Abklärung der 
gesundheitlichen Situation der Kindsmutter sowie der Installation einer verlässlichen 
Behandlungslösung dereinst (allenfalls unter Begleitmassnahmen wie einer Beistandschaft) 
zu einem Szenario «familiäres und therapeutisches Helfersystem» zurückgekehrt werden 
könnte, ist deshalb nicht schlechterdings ausgeschlossen. Die Vorinstanz wird diese Option 
im weiteren Abklärungsverfahren miteinbeziehen. Wie die Vorinstanz unter Berücksichtigung 
der relativen Schwere der erlittenen Verletzungen, der bestehenden Unklarheiten sowie der 
altersbedingten Hilflosigkeit und Kommunikationsunfähigkeit des betroffenen Kindes aber 
zutreffend annimmt, erscheint gegenwärtig und für die Dauer der (zügig vorzunehmenden) 
Abklärung eine Fremdplatzierung jedoch tatsächlich als einzige noch wirksame Massnahme, 
um der Kindswohlgefährdung zu begegnen.  
 
6.5 Damit ergibt sich als Fazit, dass die angeordnete vorsorgliche Massnahme den 
Grundsatz der Verhältnismässigkeit wahrt. Zur Dringlichkeit der Massnahme erheben die 
Beschwerdeführer keine Rügen. Das Gericht braucht insoweit auf diese Frage nicht näher 
einzugehen (Rügeprinzip; vergleiche Entscheid Obergericht des Kantons Uri vom 
20.10.2017, OG V 16 35, publ. in Rechenschaftsbericht über die Rechtspflege des Kantons 
Uri in den Jahren 2016 und 2017, Nr. 16 S. 118 E. 4a). Aufgrund der bevorstehenden 
Entlassung des Kindes aus der Hospitalisation sowie des Umstands, dass bei Rückkehr des 
Kindes in die Obhut der Beschwerdeführer glaubhaft eine Kindswohlgefährdung bestanden 
hätte, erscheint die vorinstanzliche Bejahung der Dringlichkeit jedenfalls nicht als 
offensichtlich unzutreffend.