# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b4979524-e0ba-5b9b-8905-71fd195ce086
**Source:** Aargau (entscheidsuche) (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-10-15
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Versicherungsgericht 15.10.2025 VBE.2025.141
**Docket/Reference:** VBE.2025.141
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_007_VBE-2025-141_2025-10-15.pdf

## Full Text

Versicherungsgericht 

1. Kammer 

 

VBE.2025.141 / sb / GM  
Art. 136 

 

 

Urteil vom 15. Oktober 2025 
 

 

Besetzung  Oberrichter Kathriner, Präsident 

Oberrichterin Gössi  

Ersatzrichter Zürcher 

Gerichtsschreiber Berner  

 

 
   

Beschwerde- 

führer  

 A._____,  

vertreten durch MLaw Julian Burkhalter, Rechtsanwalt, 

Rue Saint Pierre 8, Postfach, 1701 Fribourg  

 

 
   

Beschwerde- 

gegnerin  

 SVA Aargau, IV-Stelle, Bahnhofplatz 3C, Postfach, 5001 Aarau  

 

 
   

Beigeladene   Pensionskasse PV-Promea, Ifangstrasse 8, Postfach, 8952 Schlieren  

 

 
 

Gegenstand  Beschwerdeverfahren betreffend IVG Renten 

(Verfügung vom 19. Februar 2025) 
 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Versicherungsgericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

1.1. 

Der 1968 geborene, zuletzt als Chauffeur tätige Beschwerdeführer meldete 

sich am 7. Oktober 2013 bei der Beschwerdegegnerin zum Bezug von Leis-

tungen (Rente, berufliche Massnahmen) der Eidgenössischen Invaliden-

versicherung (IV) an. Die Beschwerdegegnerin klärte daraufhin die gesund-

heitliche sowie erwerbliche Situation des Beschwerdeführers ab. Hierzu 

holte sie unter anderem beim Zentrum für Medizinische Begutachtung 

(ZMB), Basel, ein polydisziplinäres Gutachten ein, welches am 6. April 

2015 erstattet wurde. In der Folge hielt die Beschwerdegegnerin mehrfach 

Rücksprache mit ihrem internen Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) und 

holte zudem eine ergänzende gutachterliche Stellungnahme vom 22. Juni 

2015 ein, ehe sie dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 13. Februar 

2018 eine vom 1. Juni 2014 bis am 30. April 2015 befristete ganze Rente 

sowie ab 1. Februar 2016 eine unbefristete ganze Rente zusprach. Mit Ur-

teil VBE.2018.200 vom 12. November 2018 hiess das Versicherungsge-

richt die dagegen vom Beschwerdeführer erhobene Beschwerde teilweise 

gut, hob die angefochtene Verfügung auf und wies die Sache zur weiteren 

Abklärung und zur Neuverfügung an die Beschwerdegegnerin zurück. 

 

1.2. 

In der Folge nahm die Beschwerdegegnerin weitere sachverhaltliche Ab-

klärungen vor. Insbesondere holte sie bei der ZVMB GmbH, Bern, ein 

neues polydisziplinäres Gutachten ein, welches am 18. Oktober 2019 er-

stattet wurde. Anschliessend hielt die Beschwerdegegnerin erneut mehr-

fach Rücksprache mit dem RAD und holte zudem eine ergänzende gut-

achterliche Stellungnahme vom 16. Juni 2020 ein, ehe sie dem Beschwer-

deführer mit Verfügung vom 4. Dezember 2020 für die Periode vom 1. Juni 

2014 bis 31. Oktober 2019 unter gleichzeitiger Verneinung eines An-

spruchs auf berufliche Massnahmen eine befristete ganze Rente zusprach. 

Mit Urteil VBE.2021.16 vom 17. Mai 2021 hiess das Versicherungsgericht 

die dagegen vom Beschwerdeführer erhobene Beschwerde teilweise gut, 

hob die angefochtene Verfügung auf und wies die Sache zur weiteren Ab-

klärung und zur Neuverfügung an die Beschwerdegegnerin zurück. 

 

1.3. 

Zur weiteren sachverhaltlichen Abklärung holte die Beschwerdegegnerin 

bei der MEDAS Interlaken Unterseen GmbH, Unterseen, ein neues poly-

disziplinäres Gutachten ein, welches am 24. Februar 2023 erstattet wurde. 

Gestützt darauf stellte die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer mit 

Vorbescheid vom 2. Mai 2023 die Abweisung des Leistungsbegehrens be-

treffend Invalidenrente und berufliche Massnahmen in Aussicht. Nachdem 

der Beschwerdeführer dagegen am 5. Juni beziehungsweise 10. Juli 2023 

Einwände erhoben hatte, hielt die Beschwerdegegnerin Rücksprache mit 

 - 3 - 

 

 

dem RAD und holte schliesslich am 29. Januar 2024 eine ergänzende gut-

achterliche Stellungnahme ein, die am 22. April 2024 erstattet wurde. In der 

Folge hielt die Beschwerdegegnerin abermals Rücksprache mit dem RAD 

und gewährte dem Beschwerdeführer ferner das rechtliche Gehör, ehe sie 

schliesslich nach neuerlicher Rücksprache mit dem RAD das Leistungsbe-

gehren betreffend Invalidenrente und berufliche Massnahmen mit Verfü-

gung vom 19. Februar 2025 abwies. 

 

2. 

2.1. 

Gegen diese Verfügung erhob der Beschwerdeführer am 24. März 2025 

fristgerecht Beschwerde und stellte folgende Anträge: 

 

"1. Vorfragen 
1.1. 
Es sei dem Beschwerdeführer für das vorliegende Verfahren die unentgelt-
liche Rechtspflege zu gewähren, unter Verbeiständung durch den Schrei-
benden. 
 
2. Hauptanträge 
2.1. 
In Gutheissung der Beschwerde sei die Verfügung vom 19.02.2025 [der 
Beschwerdegegnerin] aufzuheben und die Sache sei zur neuen Begrün-
dung und Entscheidung und zwecks Eintretens an die Vorinstanz zurück-
zuweisen. 
 
Hinsichtlich der Kosten des vorliegenden Verfahrens: 
 
2.2. 
Es seien die Verfahrenskosten der Beschwerdegegnerin zur Bezahlung 
aufzuerlegen. 
 
2.3. 
Es sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, dem Beschwerdeführer 
die Parteikosten von CHF 2'600.00 zu ersetzen. 
 
3. Eventualbegehren 
3.1. 
In Gutheissung der Beschwerde sei die Verfügung vom 19.02.2025 [der 
Beschwerdegegnerin] aufzuheben. Dem Beschwerdeführer sei eine unbe-
fristete ganze IV-Rente ab 01.06.2014 zuzusprechen. Eventualiter seien 
die geeigneten Eingliederungsmassnahmen oder Umschulungsmassnah-
men zu finanzieren. 
 
Hinsichtlich der Kosten des vorliegenden Verfahrens: 
 
3.2. 
Es seien die Verfahrenskosten der Beschwerdegegnerin zur Bezahlung 
aufzuerlegen. 
 
3.3. 
Es sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, dem Beschwerdeführer 
die Parteikosten von CHF 2'600.00 zu ersetzen. 
 

 - 4 - 

 

 

Beweisanträge: 
Es sei ein unabhängiges, richterliches Obergutachten in Auftrag zu geben. 
 
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen über alle Instanzen." 

 

2.2. 

Mit Vernehmlassung vom 15. April 2025 beantragte die Beschwerdegeg-

nerin die Abweisung der Beschwerde.  

 

2.3. 

Mit instruktionsrichterlicher Verfügung vom 24. April 2025 wurde die beruf-

liche Vorsorgeeinrichtung des Beschwerdeführers zum Verfahren beigela-

den und ihr Gelegenheit zur Stellungnahme eingeräumt, worauf diese mit 

Eingabe vom 14. Mai 2025 verzichtete. 

 

 
   

Das Versicherungsgericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

In ihrer Verfügung vom 19. Februar 2025 ging die Beschwerdegegnerin ge-

stützt auf das von ihr eingeholte polydisziplinäre MEDAS-Gutachten vom 

24. Februar 2023 (Vernehmlassungsbeilage [VB] 272) inklusive ergänzen-

der gutachterlicher Stellungnahme vom 22. April 2024 (VB 297, S. 11 ff.) 

im Wesentlichen davon aus, der Beschwerdeführer sei in seiner ange-

stammten Tätigkeit als Chauffeur sowie in jeder angepassten Tätigkeit voll 

arbeitsfähig. Es bestehe daher kein Anspruch auf eine Invalidenrente oder 

auf berufliche Massnahmen (VB 311). Der Beschwerdeführer macht dem-

gegenüber zusammengefasst geltend, es könne nicht auf das MEDAS-Gut-

achten abgestellt werden. Bei richtiger Betrachtung habe er Anspruch auf 

Leistungen der Invalidenversicherung.  

 

Damit ist streitig und nachfolgend zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin 

einen Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente und auf 

berufliche Massnahmen mit Verfügung vom 19. Februar 2025 zu Recht ver-

neint hat. Abgesehen von den Kosten des vorliegenden Verfahrens nicht 

einzutreten ist demgegenüber auf den Antrag um Beurteilung der "Kosten- 

und Entschädigungsfolgen über alle Instanzen", da die angefochtene Ver-

fügung vom 19. Februar 2025 keinen diesbezüglichen Entscheid umfasst 

und es damit in dieser Hinsicht am Anfechtungsgegenstand im Sinn von 

Art. 56 Abs. 1 ATSG fehlt.  

 

2. 

2.1. 

Vorab ist auf die formelle Rüge des Beschwerdeführers einzugehen, wo-

nach die Beschwerdegegnerin seine Einwände im Vorbescheidverfahren 

sowie von ihm zusätzlich verurkundete Akten ungenügend gewürdigt und 

damit seinen Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt habe.   

 - 5 - 

 

 

2.2. 

Die Begründung einer Verfügung muss wenigstens kurz die Überlegungen 

nennen, von denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf welche sie 

ihren Entscheid stützt (RENÉ WIEDERKEHR, in: Kieser/Kradolfer/Lendfers 

[Hrsg.], ATSG-Kommentar, 5. Aufl. 2024, N. 65 zu Art. 49 ATSG). Dabei 

sind im Rahmen des Vorbescheidverfahrens erhobene Einwände nicht 

bloss zur Kenntnis zu nehmen oder zu prüfen, sondern es bedarf einer aus-

drücklichen Auseinandersetzung mit den entscheidwesentlichen Einwän-

den respektive der Angabe von Gründen für die ausbleibende Berücksich-

tigung gewisser Gesichtspunkte. Dies bedeutet indes nicht, dass sich die 

Verwaltung ausdrücklich mit jeder tatbeständlichen Behauptung oder mit 

jedem rechtlichen Einwand auseinandersetzen muss. Vielmehr kann sie 

sich auf die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken 

(URS MÜLLER, Das Verwaltungsverfahren in der Invalidenversicherung, 

2010, Rz. 1396 mit Hinweisen unter anderem auf BGE 124 V 180 E. 1a 

S. 181; vgl. auch MEYER/REICHMUTH, Rechtsprechung des Bundesgerichts 

zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Invalidenversiche-

rung [IVG], 4. Aufl. 2022, N. 6 zu Art. 57a IVG).  

 

2.3. 

2.3.1. 

Vorliegend gewährte die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer zu 

den von ihr nach dessen Einwänden vom 5. Juni respektive 10. Juli 2023 

(VB 283, S. 19 ff., und VB 281) vorgenommenen weiteren sachverhaltli-

chen Abklärungen (Rücksprache mit dem RAD [vgl. VB 287] und Einholung 

einer ergänzenden gutachterlichen Stellungnahme vom 22. April 2024 

[vgl. VB 304 und VB 297]) am 4. November 2024 das rechtliche Gehör 

(VB 305), worauf sich der Beschwerdeführer am 13. Dezember 2024 zur 

Sache äusserte (VB 308). In ihrer Verfügung vom 19. Februar 2025 setzte 

sich die Beschwerdegegnerin mit den Einwänden des Beschwerdeführers 

(unter anderem gestützt auf ihre erwähnten weiteren Abklärungen) entge-

gen dessen Ansicht hinreichend auseinander. Sie gab dabei in einer kurzen 

Zusammenfassung die wesentlichen strittigen Punkte respektive die gegen 

den Vorbescheid vom 2. Mai 2023 (VB 280, S. 2 ff.) vorgetragenen haupt-

sächlichen Einwände wieder und nahm alsdann dazu Stellung, um – im 

Wesentlichen gestützt auf die ergänzende gutachterliche Stellungnahme 

vom 22. April 2024 – zu schliessen, die Einwände seien nicht geeignet, 

eine Änderung des vorgesehenen Entscheids zu bewirken (vgl. VB 311, 

S. 1 f.). Die Beschwerdegegnerin bediente sich dabei weder pauschaler 

Formulierungen noch formelhafter Ausführungen, sondern sie gab vielmehr 

an, auf welche Überlegungen sie sich im konkreten Einzelfall stützte und 

weshalb sie den erhobenen Einwänden nicht folgte. Dabei äusserte sie sich 

zu allen wesentlichen Punkten. Diese Begründung ist im Sinne vorerwähn-

ter Grundsätze und unter Beachtung der im Massenverwaltungsverfahren 

herabgesetzten Begründungsanforderung (vgl. hierzu MÜLLER, a.a.O., 

Rz. 1399) ausreichend. Der Beschwerdeführer hatte von den Beweggrün-

 - 6 - 

 

 

den und Überlegungen der Beschwerdegegnerin jedenfalls ausreichend 

Kenntnis und war damit auch in der Lage, deren Verfügung sachgerecht 

anzufechten. Entgegen seiner Ansicht sind das Vorbescheidverfahren res-

pektive die Verfügung vom 19. Februar 2025 in dieser Hinsicht als rechts-

konform zu beurteilen. Daran vermag der Umstand nichts zu ändern, dass 

die Beschwerdegegnerin eine weitere RAD-ärztliche Stellungnahme vom 

18. Februar 2025 (VB 310) dem Beschwerdeführer vor Verfügungserlass 

nicht mehr vorlegte. So kommt RAD-Arzt Dr. med. B._____, Facharzt für 

Psychiatrie und Psychotherapie, darin lediglich zum Schluss, der Stellung-

nahme des Beschwerdeführers vom 13. Dezember 2024 seien keine 

neuen medizinischen Tatsachen zu entnehmen. Die Stellungnahme vom 

18. Februar 2025 erweist sich demnach nicht als entscheidwesentlich, wes-

halb die Beschwerdegegnerin auf eine (neuerliche) Anhörung des Be-

schwerdeführers verzichten durfte.  

 

2.3.2. 

Selbst wenn bezüglich der Stellungnahme von RAD-Arzt Dr. med. B._____ 

vom 18. Februar 2025 von einer Verletzung des Anspruchs auf rechtliches 

Gehör des Beschwerdeführers ausgegangen würde, ist zu beachten, dass 

rechtsprechungsgemäss eine – nicht besonders schwerwiegende – Verlet-

zung des rechtlichen Gehörs als geheilt gelten kann, wenn die betroffene 

Person – wie vorliegend – die Möglichkeit erhält, sich vor einer Beschwer-

deinstanz zu äussern, die sowohl den Sachverhalt wie auch die Rechtslage 

frei überprüfen kann (BGE 127 V 431 E. 3d/aa S. 437). Von einer Rückwei-

sung der Sache an die Verwaltung wäre ferner selbst bei einer schwerwie-

genden Verletzung des rechtlichen Gehörs abzusehen, würde eine solche 

doch einzig zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Ver-

zögerungen führen, die mit dem (der Anhörung gleichgestellten) Interesse 

des Beschwerdeführers an einer beförderlichen Beurteilung der Sache 

nicht zu vereinbaren wären (BGE 142 II 218 E. 2.8.1 S. 226 und 133 I 201 

E. 2.2 S. 204 f.).  

 

2.4. 

Zusammenfassend wurde der Anspruch auf rechtliches Gehör des Be-

schwerdeführers entgegen dessen Ansicht nicht verletzt. Das Vorgehen 

der Beschwerdegegnerin im Zusammenhang mit dem Erlass der Verfü-

gung vom 19. Februar 2025 sowie deren Begründungsumfang erweisen 

sich vielmehr als rechtskonform. In formeller Hinsicht zu ergänzen ver-

bleibt, dass die Beschwerdegegnerin – entgegen der Ansicht des Be-

schwerdeführers – berechtigt und auch verpflichtet war, dessen allfällige 

Ansprüche über den ganzen hier relevanten Zeitraum zu überprüfen, zumal 

das Versicherungsgericht mit Urteilen VBE.2018.200 vom 12. November 

2018 (VB 153) und VBE.2021.16 vom 17. Mai 2021 (VB 230) nichts Ge-

genteiliges entschied, sondern vielmehr die jeweiligen Verfügungen umfas-

send aufgehoben und die Beschwerdegegnerin zu weiteren sachverhaltli-

chen Abklärungen verpflichtet hat.  

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 - 7 - 

 

 

3. 

3.1. 

Anspruch auf eine Rente haben Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit 

oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zu-

mutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder ver-

bessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch 

durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen 

sind und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 

ATSG) sind (Art. 28 Abs. 1 IVG). 

 

3.2. 

Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 

Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. 

Aufgabe des Arztes ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu 

Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkei-

ten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztli-

chen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, wel-

che Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden können 

(BGE 132 V 93 E. 4 S. 99 f. mit Hinweisen).  

 

3.3. 

Der Versicherungsträger und das Gericht (vgl. Art. 61 lit. c in fine ATSG) 

haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisre-

geln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwer-

deverfahren bedeutet dies, dass das Gericht alle Beweismittel, unabhängig 

davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entschei-

den hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des 

streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander 

widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 

ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-

ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 

abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352; vgl. auch BGE 132 V 393 E. 2.1 

S. 396). Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entschei-

dend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Un-

tersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in 

Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurtei-

lung der medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen Situation 

einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind 

(BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232 und 125 V 351 E. 3a S. 352). Ausschlagge-

bend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines 

Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag ge-

gebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 351 E. 3a 

S. 352 und 122 V 157 E. 1c S. 160 f.). Dennoch hat es die Rechtsprechung 

mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar erachtet, in 

 - 8 - 

 

 

Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richt-

linien für die Beweiswürdigung aufzustellen (BGE 125 V 351 E. 3b S. 352). 

 

3.4. 

Den von Versicherungsträgern im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingehol-

ten Gutachten externer Spezialärzte darf Beweiswert zuerkannt werden, 

solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise 

sprechen (Urteil des Bundesgerichts 8C_737/2019 vom 19. Juli 2020 

E. 5.1.4 mit Verweis auf BGE 135 V 465 E. 4.4 S. 470). Den Gutachten 

kommt somit bei Abklärungen im Leistungsbereich der Sozialversicherung 

überragende Bedeutung zu (RENÉ WIEDERKEHR, in: Kieser/Kradolfer/ 

Lendfers [Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz über den Allgemeinen 

Teil des Sozialversicherungsrechts, 5. Aufl. 2024, N. 17 zu Art. 44 ATSG; 

vgl. auch BGE 132 V 93 E. 5.2.8 S. 105). 

 

4. 

4.1. 

Die Beschwerdegegnerin stützte sich in ihrer Verfügung vom 19. Februar 

2025 in medizinischer Hinsicht auf das von ihr eingeholte polydisziplinäre 

MEDAS-Gutachten vom 24. Februar 2023 inklusive ergänzender gut-

achterlicher Stellungnahme vom 22. April 2024. Das Gutachten vereint eine 

internistische Beurteilung durch Dr. med. C._____, Praktischer Arzt sowie 

Facharzt für Anästhesiologie, eine neurologische Beurteilung durch 

Dr. med. D._____ und med. pract. E._____, Fachärzte für Neurologie, eine 

orthopädische Beurteilung durch die Dres. med. F._____ und G._____, 

Fachärzte für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewe-

gungsapparates, eine psychiatrische Beurteilung durch Dr. med. H._____, 

Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, sowie eine neuropsychologi-

sche Beurteilung durch lic. phil. I._____, Fachpsychologin für Neuropsy-

chologie. Es wurden keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähig-

keit gestellt. Folgende Diagnose hätten keine Auswirkung auf die Arbeits-

fähigkeit (vgl. VB 272.1, S. 7 f.): 

 

"1. 
Schädlicher Gebrauch von Alkohol, F10.1 nach ICD-10, DD: Alkoholab-
hängigkeit, F10.2 nach ICD-10 
 
2. 
Status nach depressiver Episode 2010 ff., als remittiert zu gelten spätes-
tens seit 2015, anhaltend remittierte Rezidivprophylaxe 
 
3. 
Dysfunktionale Störungsverarbeitung, F54 nach ICD-10e  

 - 9 - 

 

 

4. 
Asthma bronchiale 
 
5. 
Axiale Hiatushernie mit Barrett Ösophagus, rezidivierende Cameron-Le-
sions 
 
6. 
Schwere Eisenmangelanämie, am ehesten in Verbindung mit Diagnosen 1 
& 5 […] 
 
7. 
Schlafapnoesyndrom, ED 29.07.2019, derzeit unbehandelt 
 
8. 
Adipositas WHO III […] 
 
9. 
Arterielle Hypertonie 
 
10. 
St. n. lumbal radikulärem Reizsyndrom der Wurzel L5 links entsprechend 
mit nach kaudal sequestrierter Diskushernie auf Höhe LWK 4/5 links und 
Operation 06/2015 
- St. n. Fenestration und Implantation Barricaid L4/5 links […] 

am 16.06.2015 
 
11. 
St. n. Plattenosteosynthese distale Fibula links […] am 07.08.2018 bei 
- Instabile Weber-B-Fraktur links am 23.07.2018 
 
12. 
St. n. ORIF mittels Zuggurtenosteosynthese, Bizepstenodese Schulter 
rechts […] am 11.11 und 16.11.2020 
- vorgängig geschlossene Schulterreposition am 08.11.2020 
- Humeruskopfluxationsfraktur rechts (dominant) am 08.11.2020 
 
13. 
St. n. nichtdislozierter Fibulaköpfchenfraktur rechts am 17.05.2022 […] 
- konservativ behandelt 
 
14. 
St. n. Cellulitis Unterschenkel rechts vom 11.03.2022" 

 

Die Gutachter hielten aus gesamtmedizinischer Sicht zusammenfassend 

fest, es sei grundsätzlich seit März 2013 von einer vollen Arbeitsfähigkeit 

für die angestammte und jede andere angepasste Tätigkeit auszugehen. 

Einzig von Juli bis September 2015, vom 23. Juli bis Oktober 2018, vom 

8. November 2020 bis spätestens März 2021 und vom 17. Mai bis spätes-

tens August 2022 habe eine volle Arbeitsunfähigkeit bestanden (VB 272.1, 

S. 9 ff.). An dieser Beurteilung hielten die Gutachter in ihrer ergänzenden 

Stellungahme vom 22. April 2024 insbesondere aus orthopädischer 

(vgl. VB 297, S. 2 f.) und psychiatrischer (vgl. VB 297, S. 4 ff.) Sicht fest 

(VB 297, S. 11 ff.).   

 - 10 - 

 

 

4.2. 

Der Beschwerdeführer wurde zur Erstellung des MEDAS-Gutachtens vom 

24. Februar 2023 inklusive ergänzender gutachterlicher Stellungnahme 

vom 22. April 2024 von den medizinischen Experten fachärztlich umfas-

send und in Kenntnis sowie unter Würdigung der Vorakten (vgl. insb. 

VB 272.2) und unter Berücksichtigung der geklagten Beschwerden unter-

sucht. Es wurden ferner eigene Zusatzuntersuchungen durchgeführt (La-

bor- und Röntgenuntersuchung; vgl. VB 272.2, S. 89 f., VB 272.5, S. 6, 

VB 272.7, S. 9). Dabei beurteilten die Gutachter die medizinischen Zusam-

menhänge sowie die medizinische Situation einleuchtend und gelangten zu 

einer nachvollziehbar begründeten Schlussfolgerung. Dem Gutachten 

kommt damit grundsätzlich Beweiswert im Sinne vorstehender Kriterien 

(vgl. E. 3.3 f.) zu.  

 

4.3. 

4.3.1. 

Der Beschwerdeführer macht geltend, die gutachterliche Beurteilung sei-

nes Gesundheitszustands sei – insbesondere in psychiatrischer und neu-

rologischer Hinsicht – nicht nachvollziehbar und widerspreche der Ein-

schätzung seiner behandelnden Ärzte respektive den Ergebnissen früherer 

Gutachten. Diesbezüglich ist zu beachten, dass den MEDAS-Gutachtern 

sämtliche Berichte behandelnder Ärzte des Beschwerdeführers und insbe-

sondere psychiatrische Beurteilungen ebenso wie das ZMB-Gutachten 

vom 6. April 2015 und auch das ZVMB-Gutachten vom 18. Oktober 2019 

(welchen jedoch das Versicherungsgericht mit Urteilen VBE.2018.200 vom 

12. November 2018 [VB 153] bzw. VBE.2021.16 vom 17. Mai 2021 

[VB 230] keinen Beweiswert zumass) vollständig zur Verfügung standen, 

auf die sie sich bei ihrer Einschätzung des Gesundheitszustands und der 

Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers stützen konnten (vgl. insb. den Ak-

tenzusammenzug in VB 272.2). Die Beurteilung der behandelnden Ärzte 

und der Vorgutachter waren den MEDAS-Gutachtern damit hinreichend be-

kannt und wurde berücksichtigt (vgl. Urteile des Bundesge-

richts 8C_145/2022 vom 5. August 2022 E. 5.2, 8C_616/2017 vom 14. De-

zember 2017 E. 6.2.2 und 8C_209/2017 vom 14. Juli 2017 E. 4.2.2).  

 

4.3.2. 

Der psychiatrische Gutachter legte anhand umfangreicher anamnestischer 

Erhebungen und objektiver Befunde, welche sämtliche geklagten Be-

schwerden vollständig umfassen (vgl. VB 272.6, S. 4 ff.), nachvollziehbar 

begründet dar, weshalb – entgegen der Ansicht der behandelnden Ärzte 

respektive der Vorgutachter – nicht von der Diagnose einer Persönlichkeits-

störung oder einer Alkoholabhängigkeit auszugehen sei. Dabei berücksich-

tigte er bezüglich der Persönlichkeit des Beschwerdeführers – in Überein-

stimmung mit den diagnostischen Leitlinien der ICD – insbesondere dessen 

in den relevanten Punkten unauffällige biographische Entwicklung in über-

zeugender Weise (VB 272.6, S. 13 ff., und VB 297, S. 4 ff.). Ferner zeigte 

 - 11 - 

 

 

er anhand der mittels Laborbefunden objektiven Leberwerte und in Über-

einstimmung mit den Angaben des Beschwerdeführers einleuchtend auf, 

dass zwar ein schädlicher Gebrauch von Alkohol anzunehmen, eine Alko-

holabhängigkeit aber nicht nachgewiesen sei (vgl. VB 272.6, S. 16, und 

VB 297, S. 6 f.). Bei seiner Beurteilung berücksichtigte er zudem die sich 

aus den weiteren medizinischen und nichtmedizinischen Akten ergeben-

den Umstände und verortete im Speziellen die in den Vorgutachten erho-

benen objektiven Befunde diagnostisch in differenzierter und schlüssiger 

Weise. In seiner undatierten ergänzten Stellungnahme zeigte er schliess-

lich – vor dem Hintergrund der langen Dauer des retrospektiv zu beurtei-

lenden Zeitraums mit teilweise lückenhafter Aktenlage – sinnfällig auf, dass 

auch für die Zeit seit 2013 keine Hinweise für eine psychiatrische Erkran-

kung und insbesondere eine Alkoholabhängigkeit vorliegen würden 

(VB 297, S. 8). Dass der psychiatrische MEDAS-Gutachter vor diesem Hin-

tergrund von einer vollen Arbeitsfähigkeit für die angestammte sowie sämt-

liche angepassten Tätigkeiten ausging, ist damit nicht zu beanstanden. Ent-

gegen der Ansicht des Beschwerdeführers spricht auch die Diagnose eines 

schädlichen Gebrauchs von Alkohol nicht gegen diese Schlussfolgerung, 

hat der Gutachter doch plausibel aufgezeigt, weshalb aktuell und früher 

trotzdem eine Arbeitsfähigkeit auch als Chauffeur gegeben ist (vgl. 

VB 272.6, S. 27 f., und VB 297, S. 9 f.). In diesem Zusammenhang ist zu 

beachten, dass für die Beurteilung des Gesundheitszustandes respektive 

der Invalidität nicht die Diagnosen, sondern die gesundheitsbedingten Be-

einträchtigungen im Sinne der Auswirkungen einer Erkrankung auf die Ar-

beitsfähigkeit massgebend sind (vgl. statt vieler Urteile des Bundesgerichts 

8C_53/2022 vom 5. Juli 2022 E. 4.1.2, 9C_388/2016 vom 2. November 

2016 E. 4.2.2 und 9C_114/2016 vom 8. August 2016 E. 4). Entsprechend 

darf rechtsprechungsgemäss denn auch nicht direkt von der Diagnose auf 

die Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit geschlossen werden (vgl. 

BGE 145 V 215 E. 6.1 S. 227, 143 V 409 E. 4.2.1 S. 412 f. und 143 V 418 

E. 6 S. 426 f.). Da zwischen Diagnose und Arbeitsunfähigkeit keine Korre-

lation besteht, weist eine medizinische Folgenabschätzung eine hohe Va-

riabilität auf und trägt unausweichlich Ermessenszüge (BGE 145 V 361 

E. 4.1.2 S. 365 und 140 V 193 E. 3.1 S. 194 f.). Dass eine psychiatrische 

Begutachtung folglich von der Natur der Sache her nicht ermessensfrei sein 

kann, ist zu respektieren (vgl. SVR 2023 IV Nr. 55 S. 193, 8C_130/2023 

E. 4.5, SVR 2022 IV Nr. 53 S. 171, 8C_103/2022 E. 4.3.1, und SVR 2018 

IV Nr. 27 S. 86, 8C_260/2017 E. 5.2.2), zumal vorliegend der psychiatri-

sche MEDAS-Gutachter – wie dargelegt – eine einleuchtend und plausibel 

begründete Beurteilung vorgenommen hat. Schliesslich ist dem MEDAS-

Gutachten auch nicht zu entnehmen, dass diese Arbeitsfähigkeit lediglich 

unter dem Vorbehalt einer vorgängigen Durchführung befähigender Mass-

nahmen geltend würde (vgl. insb. VB 272.1, S. 11; siehe zum Ganzen Ur-

teile des Bundesgerichts 9C_432/2015 vom 23. September 2015 E. 5.2, 

9C_141/2009 vom 5. Oktober 2009 E. 2.3.1 und 9C_53/2008 vom 

 - 12 - 

 

 

18. Februar 2009 E. 3; je mit Hinweis auf Urteil des Eidgenössischen Ver-

sicherungsgerichts I 2/06 vom 23. Mai 2006 E. 2.2). 

 

4.3.3. 

Aus neurologischer Sicht konnten im MEDAS-Gutachten keine Diagnosen 

mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt werden. Entgegen der An-

sicht des Beschwerdeführers sind damit seine Rückenbeschwerden jedoch 

nicht unbeachtet geblieben. Vielmehr sind diese Gegenstand des orthopä-

dischen Teils des MEDAS-Gutachtens, in welchem als Folge der Rücken-

beschwerden denn auch gewisse Perioden der Arbeitsunfähigkeit ausge-

wiesen wurden. Der neurologische Hauptgutachter hat sich dieser Beurtei-

lung im Rahmen des gesamtmedizinischen Konsenses unterschriftlich an-

geschlossen. Dieses Vorgehen ist nicht zu beanstanden, zumal weder ein-

zusehen ist noch vom Beschwerdeführer aufgezeigt wird, weshalb die von 

ihm geltend gemachten Wirbelsäulenbeschwerden durch die orthopädi-

sche Beurteilung nicht hinreichend erfasst sein sollen (vgl. SVR 2019 

UV Nr. 10 S. 36, 8C_350/2018 E. 5.1). Die neurologische Beurteilung 

stimmt ferner im Wesentlichen mit derjenigen gemäss dem ZVMB-Gutach-

ten vom 18. Oktober 2019 (vgl. VB 187.1, S. 7 f., und VB 187.5, S. 12 ff.) 

überein, wo ebenfalls keine neurologischen Diagnosen mit Auswirkung auf 

die Arbeitsfähigkeit erhoben wurden. Zur Erstellung des ZMB-Gutachtens 

vom 6. April 2015 (VB 86) wurde keine separate neurologische Untersu-

chung vorgenommen.  

 

4.3.4. 

Vor diesem Hintergrund verbleibt bezüglich der neuropsychologischen Be-

funde Folgendes anzumerken: Im ZVMB-Gutachten vom 18. Oktober 2019 

wurde unter anderem der neuropsychologisch festgestellten Einschränkun-

gen wegen aus psychiatrischer beziehungsweise neurologischer Sicht eine 

volle Arbeitsunfähigkeit für die angestammten Tätigkeit attestiert (vgl. 

VB 187.1, S. 10, VB 187.4, S. 15, und VB 187.5, S. 16). Dabei hielt der 

neurologische Gutachter fest, dass die "leichte neuropsychologische Stö-

rung" – bei erwähntem Fehlen einer neurologischen Diagnose mit Auswir-

kung auf die Arbeitsfähigkeit (vgl. E. 4.3.3.) – im Rahmen der psychiatri-

schen Diagnosen "gut eingeordnet und erklärt werden" könne (VB 187.5, 

S. 11). Wie indes bereits aufgezeigt wurde, ist nicht vom Vorliegen einer 

psychiatrischen Erkrankung auszugehen (vgl. vorne E. 4.3.2.). Die Neu-

ropsychologie – ein Teilgebiet der Psychologie und nicht eine Disziplin der 

Medizin (vgl. hierzu Pschyrembel Klinisches Wörterbuch, 269. Aufl. 2023, 

S. 1213, zum Begriff "Neuropsychologie") – stellt eine blosse Zusatzunter-

suchung dar (vgl. statt vieler BGE 119 V 335 E. 2b/bb S. 341, SVR 2019 IV 

Nr. 78 S. 255, 9C_752/2018 E. 5.3, SVR 2019 IV Nr. 29 S. 90, 

8C_584/2018 E. 4.1.1.2, sowie SVR 2017 IV Nr. 49 S. 146, 9C_338/2016 

E. 5.4, und Urteil des Bundesgerichts 8C_127/2022 vom 8. Juli 2022 

E. 5.3). Die Einschätzung des Gesundheitszustands inklusive des Belas-

tungsprofils bleibt indes ärztliche Aufgabe (vgl. BGE 140 V 193 E. 3.2 

 - 13 - 

 

 

S. 195 und Urteile des Bundesgerichts 8C_127/2022 vom 8. Juli 2022 

E. 5.3, 8C_380/2022 vom 27. Dezember 2022 E. 10.2.1, 9C_715/2016 

vom 24. Januar 2017 E. 3.3 und 8C_880/2015 vom 30. März 2016 

E. 4.2.4). Vor diesem Hintergrund ist es beim Fehlen einer die neuropsy-

chologischen Einschränkungen gemäss ZVMB-Gutachten vom 18. Okto-

ber 2019 erklärenden medizinischen Diagnose nicht zu beanstanden, dass 

die MEDAS-Gutachter weder aktuell noch retrospektiv eine dadurch be-

gründete Einschränkung der Arbeitsfähigkeit annahmen. Im MEDAS-Gut-

achten, welches keine neuropsychologischen Auffälligkeiten objektiveren 

konnte (vgl. VB 272.4, S. 10), wurde zudem aus neuropsychologischer 

Sicht plausibel darauf hingewiesen, dass diese Befundveränderung im Ver-

gleich zum ZVMB-Gutachten im Zusammenhang mit einer subjektiv ver-

besserten psychischen oder physischen Befindlichkeit erklärt werden 

könne (VB 272.4, S. 11). Dies ändert indes nichts am Fehlen objektiver Be-

funde als mögliche Basis der im ZVMB-Gutachten beschriebenen neu-

ropsychologischen Einschränkungen.  

 

4.4. 

Nach dem Dargelegten bestehen keine im MEDAS-Gutachten vom 

24. Februar 2023 inklusive ergänzender gutachterlicher Stellungnahme 

vom 22. April 2024 unerkannten oder ungewürdigten Aspekte (vgl. statt vie-

ler SVR 2008 IV Nr. 15 S. 43, I 514/06 E. 2.1.1, und Urteil des Bundesge-

richts 9C_425/2019 vom 10. September 2019 E. 3.4 mit Hinweisen). Auch 

ist eine relevante Veränderung des Gesundheitszustands des Beschwer-

deführers nach dem Begutachtungszeitpunkt nicht ersichtlich, liegen doch 

keine entsprechenden (fach-)ärztlichen Berichte vor, wie dies auch RAD-

Arzt Dr. med. B._____ in seinen Stellungnahmen vom 8. Oktober 2024 

(VB 304, S. 4) und vom 18. Februar 2025 (VB 310, S. 2) entsprechend fest-

gestellt hat. Damit kommt dem MEDAS-Gutachten vom 24. Februar 2023 

inklusive ergänzender gutachterlicher Stellungnahme vom 22. April 2024 

Beweiswert im Sinne vorstehender Kriterien (vgl. E. 3.3. f.) zu. Es ist daher 

vom darin beschriebenen Gesundheitszustand sowie der dort attestierten 

Arbeitsfähigkeit auszugehen. Bei einer vollen Arbeitsfähigkeit für sämtliche 

Tätigkeiten besteht kein Anspruch auf eine Invalidenrente (vgl. E. 3.1.). Bei 

diesem Ergebnis ist auf die Vornahme eines Einkommensvergleichs 

zwecks Ermittlung des Invaliditätsgrads zu verzichten (vgl. Urteile des Bun-

desgerichts 8C_352/2017 vom 9. Oktober 2017 E. 7 und 8C_699/2016 

vom 27. Januar 2017 E. 2.2.4). Die Beschwerdegegnerin hat das entspre-

chende Leistungsbegehren des Beschwerdeführers demnach zu Recht ab-

gewiesen. 

 

4.5. 

Da weder eine Arbeits- (Art. 6 ATSG) noch eine Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 

ATSG) vorliegt, besteht ferner kein Anspruch auf die Durchführung berufli-

cher Massnahmen (vgl. Art. 15 ff. IVG) oder von Integrationsmassnahmen 

zur Vorbereitung auf die berufliche Integration (vgl. Art. 14a IVG). Die dies-

 - 14 - 

 

 

bezügliche Leistungsverweigerung der Beschwerdegegnerin erweist sich 

damit ebenfalls als rechtens. 

 

5. 

5.1. 

Mit Beschwerde vom 24. März 2025 ersuchte der bereits anwaltlich vertre-

tene Beschwerdeführer gleichzeitig um Gewährung der unentgeltlichen 

Rechtspflege und um Ernennung von MLaw Julian Burkhalter, Rechtsan-

walt, Fribourg, zu seinem unentgeltlichen Vertreter. 

 

5.2. 

Aufgrund von Art. 29 Abs. 3 BV besteht in jedem staatlichen Verfahren, in 

welches die Gesuch stellende Person einbezogen wird oder dessen sie zur 

Wahrung ihrer Rechte bedarf, ein verfassungsmässiger Anspruch auf un-

entgeltliche Rechtspflege. Dieser Anspruch gründet überdies in Art. 61 lit. f 

ATSG. Der Anspruch auf unentgeltliche anwaltliche Verbeiständung be-

steht jedoch nicht voraussetzungslos. In jedem Falle verlangt ist die Be-

dürftigkeit des Rechtsuchenden, die Nichtaussichtslosigkeit des verfolgten 

Verfahrensziels und die sachliche Gebotenheit der unentgeltlichen Rechts-

verbeiständung im konkreten Fall (BGE 132 V 200 E. 4.1 S. 200 f., 128 

I 225 E. 2.5 S. 232 ff. und 125 V 32 E. 4b S. 35 f.). 

 

5.3. 

Da sich der Gesuchsteller über seine Mittellosigkeit ausgewiesen hat und 

auch die übrigen Voraussetzungen erfüllt sind, ist ihm die unentgeltliche 

Rechtspflege zu gewähren und MLaw Julian Burkhalter, Rechtsanwalt,  

Fribourg, als sein unentgeltlicher Rechtsvertreter einzusetzen. 

 

6. 

6.1. 

Nach dem Dargelegten ist die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf ein-

zutreten ist. 

 

6.2. 

Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Kosten 

werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im 

Rahmen von Fr. 200.00 bis Fr. 1'000.00 festgesetzt. Für das vorliegende 

Verfahren betragen diese Fr. 800.00 und sind gemäss dem Verfahrensaus-

gang dem Beschwerdeführer aufzuerlegen. Da diesem die unentgeltliche 

Rechtspflege bewilligt wurde, sind die Kosten einstweilen lediglich vorzu-

merken.  

 

6.3. 

Dem Beschwerdeführer steht nach dem Ausgang des Verfahrens (Art. 61 

lit. g ATSG) und der Beschwerdegegnerin aufgrund ihrer Stellung als Sozi-

alversicherungsträgerin (BGE 126 V 143 E. 4 S. 149 ff.) kein Anspruch auf 

 - 15 - 

 

 

Parteientschädigung zu. Dem unentgeltlichen Rechtsvertreter wird – ledig-

lich, aber immerhin – das angemessene Honorar nach Eintritt der Rechts-

kraft des versicherungsgerichtlichen Urteils aus der Obergerichtskasse zu 

vergüten sein (Art. 122 Abs. 1 lit. a ZPO i.V.m. § 34 Abs. 3 VRPG), zumal 

dessen Angaben zur Bemessung der Parteikosten mit Fr. 2'600.00 ohne 

Begründung blieb und er auch keine Honorarnote einreichte.  

 

6.4. 

Es wird ausdrücklich auf Art. 123 ZPO verwiesen, wonach eine Partei, der 

die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, zur Nachzahlung der vor-

gemerkten Gerichtskosten sowie der dem Rechtsvertreter ausgerichteten 

Entschädigung verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist. 

 

 
   

Das Versicherungsgericht beschliesst: 

 

Dem Beschwerdeführer wird die unentgeltliche Rechtspflege bewilligt und 

es wird MLaw Julian Burkhalter, Rechtsanwalt, Fribourg, als unentgeltlicher 

Rechtsvertreter des Beschwerdeführers eingesetzt. 

 

 
   

Das Versicherungsgericht erkennt: 

 

1. 

Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 

 

2. 

Die Verfahrenskosten von Fr. 800.00 werden dem Beschwerdeführer auf-

erlegt. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege werden sie 

einstweilen vorgemerkt. 

 

3. 

Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 

 

4. 

Das Honorar des unentgeltlichen Rechtsvertreters wird richterlich auf 

Fr. 2'500.00 festgesetzt. 

 

Die Obergerichtskasse wird gestützt auf § 12 Anwaltstarif angewiesen, 

dem unentgeltlichen Rechtsvertreter des Beschwerdeführers, MLaw Julian 

Burkhalter, Rechtsanwalt, Fribourg, nach Eintritt der Rechtskraft das Hono-

rar von Fr. 2'500.00 auszurichten.  

 - 16 - 

 

 

   

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim 

Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung 

mit Art. 90 ff. BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom sieb-

ten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli 

bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar 

(Art. 46 BGG).  

 

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 

6004 Luzern, zuzustellen. 

 

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe 

der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines 

Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweis-

mittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Hän-

den hat (Art. 42 BGG). 

 

 
   

Aarau, 15. Oktober 2025 

 

Versicherungsgericht des Kantons Aargau 

1. Kammer 

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber: 

 

 

 

Kathriner Berner