# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ac3a466b-49f9-5102-81ec-27040dab2b31
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-01-23
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 5. Kammer 23.01.2024 R 2023 71
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_005_R-2023-71_2024-01-23.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

R 23 71

5. Kammer 

Vorsitz Brun

Richterinnen Pedretti und von Salis

Aktuarin Kuster

URTEIL

vom 23. Januar 2024

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

A._____, 

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Frank Schuler, 

Beschwerdeführerin

gegen

B._____ und C._____, 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Benno Burtscher, 

Beschwerdegegner

und

Stadt D._____, 
Beschwerdegegnerin

betreffend Baueinsprache (Prozessbeschwerde)

- 2 -

I. Sachverhalt:

1. Mit Beschluss vom [...], mitgeteilt am [...], erteilte der Stadtrat D._____ 

A._____ die Bewilligung für den Neubau eines Einfamilienhauses [...] auf 

dem Grundstück Nr. Z.3._____ unter Auflagen. Die Baueinsprache von 

C._____ und B._____ wurde abgewiesen.

2. Hiergegen erhoben C._____ und B._____ mit Datum vom 26. August 

2022 Beschwerde ans Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden 

(Verfahren R 22 66) mit dem Antrag, der Baubescheid vom [...] sei 

aufzuheben und der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu 

erteilen; unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der 

Beschwerdegegnerinnen.

3. In ihrer Vernehmlassung vom 6. Oktober 2022 beantragte A._____ 

(Bauherrin) in erster Linie die Abweisung der Beschwerde vom 26. August 

2022; unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der 

Beschwerdeführer. Auch die Stadt D._____ beantragte in ihrer 

Vernehmlassung vom 10. Oktober 2022 die Abweisung der Beschwerde; 

unter gesetzlicher Koten- und Entschädigungsfolge zulasten der 

Beschwerdeführer.

4. Am 10. November 2022 hielten C._____ und B._____ replicando an ihren 

bisherigen Rechtsbegehren fest. In beweismässiger Hinsicht beantragten 

sie, es sei das Amt für Wald und Naturgefahren Graubünden mit der 

Beantwortung der Frage zu beauftragen, ob es sich beim Wald auf den 

Grundstücken Nrn. Z.1._____, Z.2._____, Z.3._____ und Z.4._____ um 

Hochwald oder um Niederwald im Sinne von Art. 29 KwaG handle. 

5. In ihrer Duplik vom 12. Dezember 2022 hielt die Stadt D._____ an ihren 

bisherigen Anträgen fest. Auch A._____ (Bauherrin) hielt am 

- 3 -

19. Dezember 2022 duplicando an ihren bisherigen Rechtsbegehren fest, 

wobei sie einen (weiteren) Eventualantrag stellte. 

6. Nachdem ein weiterer Schriftenwechsel durchgeführt worden war bzw. die 

Stadt D._____ sowie A._____ (Bauherrin) auf das Einreichen einer 

Quadruplik verzichtet hatten, informierte der im Verfahren R 22 66 

zuständige Instruktionsrichter die Parteien über die beabsichtigte 

Einholung eines Amtsberichts beim Amt für Wald und Naturgefahren 

(AWN). Gegenstand dieses Amtsberichts sei folgende Frage: "Um was für 

eine Art von Wald handelt es sich auf dem Grundstück Nr. Z.3._____ 

(E._____), Grundbuch D._____?" Gleichzeitig räumte er den Parteien die 

Möglichkeit ein, bis am 3. Juli 2023 zusätzliche Fragen zu Handen des 

AWN zu unterbreiten. 

7. Hiervon machten sowohl C._____ und B._____ als auch A._____ 

(Bauherrin) mit Eingaben vom 3. Juli 2023 Gebrauch. Erstere liessen sich 

mit Schreiben vom 13. Juli 2023 zur Eingabe von A._____ vernehmen, 

welche in der Folge auf die Einreichung einer Stellungnahme verzichtete. 

8. Mit prozessleitender Verfügung vom 10. August 2023 entschied der im 

Verfahren R 22 66 zuständige Instruktionsrichter sodann was folgt:

"1. [...]

 2. Schreiben der Beschwerdegegnerin 2 [A._____, Bauherrin; 
Anmerkung des Gerichts] vom 3. Juli 2023

Ausgangslage:

Die Beschwerdegegnerin 2 hat in ihrem Schreiben vom 3. Juli 2023 die 
nachfolgenden Fragen formuliert:

2. [...]

3. Der damalige Regionalforstingenieur F._____ qualifizierte 
den massgeblichen Wald im Schreiben vom 22. August 2016 
(Beilage 1 zur Vernehmlassung vom 6. Oktober 2022) als 
Niederwald. Sollte das AWN diese Auffassung nicht teilen: 
Aus welchen Gründen ist die Auffassung von F._____ nicht 
zutreffend?

- 4 -

4. In seinem Gutachten vom 8. Dezember 2022 (Beilage 6 zur 
Duplik vom 19. Dezember 2022) kommt Dipl. Forstingenieur 
ETH/SIA G._____ (ebenfalls) zum Ergebnis, dass der 
massgebliche Wald als Niederwald zu qualifizieren ist. Sollte 
das AWN diese Auffassung nicht teilen: Aus welchen 
Gründen ist die Auffassung von G._____ nicht zutreffend?

5. [...]

6. [...]

2.1. [...]

2.2. Die Frage 3 wird dem ANW [recte: AWN] nicht unterbreitet.

Begründung: 

[...]

2.3. Die Frage 4 wird dem ANW [recte: AWN] nicht unterbreitet:

Begründung:

[...]

2.4. [...]

2.5. [...]

3. Rechtsmittelbelehrung

Die vorliegende prozessleitende Verfügung kann innert 10 Tagen seit 
Erhalt beim Verwaltungsgericht Graubünden mittels 
Prozessbeschwerde angefochten werden (Art. 42 Abs. 1 VRG)."

9. Gegen diese prozessleitende Verfügung erhob A._____ 

(nachfolgend: Beschwerdeführerin) am 21. August 2023 

Prozessbeschwerde mit folgenden Anträgen:

1. Die prozessleitende Verfügung vom 10. August 2023 sei abzuändern 
und dem Amt für Wald und Naturgefahren seien ergänzend zu den 
Fragen in der prozessleitenden Verfügung folgende Fragen zusammen 
mit dem Schreiben von F._____ vom 22. August 2016 und das 
Gutachten vom 8. Dezember 2022 sowie die Rechtsschriften zu 
unterbreiten:

Der damalige Regionalforstingenieur F._____ qualifizierte den 
massgeblichen Wald im Schreiben vom 22. August 2016 (Beilage 1 zur 
Vernehmlassung vom 6. Oktober 2022) als Niederwald. Sollte das 
AWN diese Auffassung nicht teilen: Aus welchen Gründen ist die 
Auffassung von F._____ nicht zutreffend?

In seinem Gutachten vom 8. Dezember 2022 (Beilage 6 zur Duplik vom 
19. Dezember 2022) kommt Dipl. Forstingenieur ETH/SIA G._____ 
(ebenfalls) zum Ergebnis, dass der massgebliche Wald als Niederwald 
zu qualifizieren ist. Sollte das AWN diese Auffassung nicht teilen: Aus 
welchen Gründen ist die Auffassung von G._____ nicht zutreffend?

- 5 -

2. Eventualiter seien dem Amt für Wald und Naturgefahren zwecks 
Erstellung des Amtsberichts das Schreiben von F._____ vom 
22. August 2016, das Gutachten vom 8. Dezember 2022 sowie die 
Rechtsschriften zu unterbreiten."

10. In ihrer Vernehmlassung vom 7. September 2023 unterstützte die Stadt 

D._____ (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) die in der Beschwerde 

gemachten Anträge und Ausführungen. C._____ und B._____ 

(nachfolgend: Beschwerdegegner) verzichteten mit Schreiben vom 

9. Oktober 2023 auf die Einreichung einer Vernehmlassung. 

Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften und die übrigen 

Akten wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen 

eingegangen.

II. Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen die prozessleitende 

Verfügung des im Verfahren R 22 66 zuständigen Instruktionsrichters vom 

10. August 2023, worin dieser über die Einholung eines Amtsberichts beim 

AWN bzw. die diesem zu unterbreitenden Fragen entschied. Gemäss 

Art. 42 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; 

BR 370.100) können solche prozessleitenden Verfügungen innert zehn 

Tagen beim Verwaltungsgericht angefochten werden. Sie sind indessen 

nur anfechtbar, wenn sie a) für die betroffene Partei einen Nachteil zur 

Folge haben, der sich später voraussichtlich nicht mehr beheben lässt, 

oder b) ausdrücklich als selbständig anfechtbar erlassen werden, wenn 

sich das Verfahren dadurch möglicherweise vereinfachen lässt (Art. 49 

Abs. 4 VRG). Die vorliegend umstrittene prozessleitende Verfügung wurde 

ausdrücklich als selbständig anfechtbar erlassen. Auf die fristgerecht 

eingereichte Prozessbeschwerde ist somit – unter Vorbehalt der 

nachstehenden Erwägung 3.3.3 – einzutreten. Die übrigen 

- 6 -

Prozessvoraussetzungen geben vorliegend zu keinen Bemerkungen 

Anlass.    

2. Streitig und nachfolgend zu prüfen ist, ob der im Verfahren R 22 66 

zuständige Instruktionsrichter mit prozessleitender Verfügung vom 

10. August 2023 darauf verzichten durfte, die von der Beschwerdeführerin 

in ihrem Schreiben vom 3. Juli 2023 (Eingabe als Beschwerdegegnerin 2 

im Verfahren R 22 66) formulierten Ergänzungsfragen Nrn. 3 und 4 dem 

AWN zu unterbreiten. Die Kognition des Verwaltungsgerichts erstreckt 

sich dabei auf Rechtsverletzungen einschliesslich Überschreitung oder 

Missbrauch des Ermessens, sowie auf unrichtige oder unvollständige 

Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts (Art. 51 Abs. 1 lit. a und 

b VRG). Die Rüge der Unangemessenheit ist ausgeschlossen. Das 

Verwaltungsgericht kann also sein Ermessen nicht an die Stelle 

desjenigen des im Verfahren R 22 66 zuständigen Instruktionsrichters 

setzen; es hat Lösungen, die mit sachlichen Gründen vertretbar sind, zu 

akzeptieren, selbst wenn eine andere Lösung zweckmässiger erschiene 

(vgl. Urteile des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden [VGU] U 

19 96 vom 29. Januar 2020 E.2, U 19 83 vom 12. November 2019 E.2.2 

m.w.H.).

3. Gemäss Art. 9 Abs. 1 des Gerichtsorganisationsgesetzes (GOG; 

BR 173.000) leiten die Vorsitzenden oder die von ihnen bezeichneten 

Richterinnen oder Richter als Instruktionsrichterinnen oder 

Instruktionsrichter die Verfahren bis zum Entscheid und treffen nötigenfalls 

vorsorgliche Verfügungen. Ziel der Verfahrensleitung ist es, die 

Beschwerde zur Entscheidreife zu führen. Dabei ist die mit der 

Verfahrensleitung betraute Person insbesondere für folgende 

Vorkehrungen verantwortlich: Abnahme von Beweisen wie bspw. die 

Einholung von Amtsberichten (vgl. KIENER/RÜTSCHE/KUHN, Öffentliches 

- 7 -

Verfahrensrecht, 3. Aufl., Zürich/St.Gallen 2021, Rz. 1222; vgl. auch 

Rz. 114 und 285).

3.1. Im Verfahren R 22 66 teilte der zuständige Instruktionsrichter den Parteien 

mit Schreiben vom 13. Juni 2023 mit, es werde beabsichtigt, gestützt auf 

Art. 11 und Art. 12 Abs. 1 lit. f VRG [recte: lit. c], gemäss dem Antrag der 

Beschwerdeführer, einen Amtsbericht beim AWN einzuholen. Gegenstand 

dieses Amtsberichts sei die Frage, um was für eine Art von Wald es sich 

auf dem Grundstück Nr. Z.3._____ (E._____), Grundbuch D._____, 

handle. Gleichzeitig räumte er den Parteien die Möglichkeit ein, bis am 

3. Juli 2023 zusätzliche Fragen zu Handen des AWN zu unterbreiten. Mit 

prozessleitender Verfügung vom 10. August 2023 lehnte er unter anderem 

folgende von der Beschwerdeführerin gestellten Ergänzungsfragen ab:

3.1.1. Die Frage 3 der Beschwerdeführerin lautete wie folgt:

"Der damalige Regionalforstingenieur F._____ qualifizierte den 
massgeblichen Wald im Schreiben vom 22. August 2016 (Beilage 1 zur 
Vernehmlassung vom 6. Oktober 2022) als Niederwald. Sollte das AWN diese 
Auffassung nicht teilen: Aus welchen Gründen ist die Auffassung von F._____ 
nicht zutreffend?"

Zur Begründung der Ablehnung dieser Frage führte der im Verfahren R 22 

66 zuständige Instruktionsrichter was folgt aus: 

"Bei der Beilage 1 zur Vernehmlassung vom 6. Oktober 2022 handelt es sich 
um ein auf Anfrage des Ehemanns der Beschwerdegegnerin 2 vom 
damaligen Regionalforstingenieur verfasstes Schreiben vom 22. August 
2016. Ob es sich beim betreffenden Wald um Niederwald handelt oder nicht, 
hat das ANW [recte: AWN] nunmehr zu beurteilen. Würde die Frage 3, wie 
von der Beschwerdegegnerin 2 formuliert, zugelassen und das Schreiben 
vom 22. August 2016 dem ANW [recte: AWN] unterbreitet, besteht keine 
Gewähr für eine unbeeinflusste Beurteilung durch das ANW [recte: AWN]. 
Zudem dient der durch das ANW [recte: AWN] zu erstellende Amtsbericht 
nicht als "Gegenbericht" bzw. "Oberexpertise" zum Schreiben vom 22. August 
2016. Schliesslich wird der Inhalt des Schreibens vom 22. August 2016 von 
den Beschwerdeführern bestritten (Replik vom 10. November 2022, S. 2, 
Ziff. 2.2.), weshalb dieses dem ANW [recte: AWN] auch aus diesem Grund 
nicht zu unterbreiten ist."

3.1.2. Die Frage 4 der Beschwerdeführerin lautete wie folgt:

- 8 -

"In seinem Gutachten vom 8. Dezember 2022 (Beilage 6 zur Duplik vom 
19. Dezember 2022) kommt Dipl. Forstingenieur ETH/SIA G._____ 
(ebenfalls) zum Ergebnis, dass der massgebliche Wald als Niederwald zu 
qualifizieren ist. Sollte das AWN diese Auffassung nicht teilen: Aus welchen 
Gründen ist die Auffassung von G._____ nicht zutreffend?"

Zur Begründung der Ablehnung dieser Frage führte der im Verfahren R 22 

66 zuständige Instruktionsrichter was folgt aus: 

"Diesbezüglich kann im Wesentlichen auf die Ausführungen zur Begründung 
der Ablehnung der Frage 3 verwiesen werden. Beim Gutachten vom 
19. Dezember 2022 handelt es sich um ein Parteigutachten (vgl. hierzu bspw. 
BGE 141 IV 369, E. 6; BGE 132 III 83, E. 3.4.), da dieses durch die 
Beschwerdegegnerin 2 in Auftrag gegeben wurde."

3.2. Die Beschwerdeführerin (Bauherrin und Beschwerdegegnerin 2 im 

Verfahren R 22 66) wendet gegen die Ablehnung der Ergänzungsfragen 

Nrn. 3 und 4 im Wesentlichen ein, die Fachbehörde müsse sich bei der 

Erstellung des Amtsberichts mit allen relevanten sachlichen Aspekten 

auseinandersetzen können, insbesondere müsse sie u.a. darlegen 

können, inwiefern eine andere (fachliche) Auffassung nicht vertretbar sei. 

Um einen dem Gericht dienlichen Bericht verfassen zu können, müsse das 

Amt insbesondere auch die zwischen den Parteien umstrittenen 

Tatsachen sowie die Prozessgeschichte kennen, damit es sich zu den 

gestellten Sachfragen zweckmässig äussern könne. Das AWN solle zwar 

von sich aus – aber in Kenntnis aller relevanten Umstände – beurteilen 

können, um welche Art Wald (Niederwald oder Hochwald) es sich bei der 

Waldfläche entlang des westlich vom E._____ verlaufenden Fusswegs 

handle. Eine Fachbehörde sei in der Lage, sich mit den unterschiedlichen 

Parteivorbringen vertieft auseinanderzusetzen und gestützt auf ihr 

Fachwissen die gestellte Frage zu beantworten, ohne dass sie sich dabei 

von den Parteien beeinflussen lasse. Wohl aus diesem Grund habe sich 

im Übrigen auch der Vertreter der Beschwerdeführer im Verfahren R 22 

66 (d.h. der Beschwerdegegner im vorliegenden Verfahren) in der Eingabe 

vom 13. Juli 2023 nicht gegen die Fragen 3 und 4 gemäss ihrer Eingabe 

vom 3. Juli 2023 gewehrt.

- 9 -

3.3. Amtsberichten, die auf besonderen Fachkenntnissen beruhen, kommt – 

im Unterschied zu Parteigutachten – ein den Sachverständigengutachten 

vergleichbarer Beweiswert zu. Sie können für eine Tatsache den vollen 

Beweis erbringen, sofern sie für die streitigen Belange umfassend sind, 

auf allseitigen Untersuchungen beruhen, als schlüssig erscheinen, 

nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine 

Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (KIENER/RÜTSCHE/KUHN, 

a.a.O., Rz. 777 m.H.a. BGE 125 V 351 E.3b/ee, welcher sich zum 

Beweiswert von Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte 

äussert; vgl. auch WIEDERKEHR/PLÜSS, Praxis des öffentlichen 

Verfahrensrechts, Bern 2020, Rz. 3017 m.w.H.). Zwar vermittelt der 

Anspruch auf rechtliches Gehör gemäss Art. 29 Abs. 2 der 

Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV; SR 101) 

den Parteien keinen unbedingten und gewissermassen formalen 

Anspruch darauf, dass ihnen vor der Einholung eines Amtsberichts 

Gelegenheit zur Stellungnahme gegeben wird. Der im Verfahren R 22 66 

zuständige Instruktionsrichter wäre somit befugt gewesen, von sich aus 

und ohne vorgängige Konsultation der Parteien zur Ermittlung des 

Sachverhalts einen Amtsbericht einzuholen (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 1C_185/2010 vom 27. Oktober 2010 E.2.5.2). Nachdem 

er den Parteien nun allerdings die Gelegenheit eingeräumt hatte, dem 

Gericht zusätzliche Fragen zu Handen des AWN zu unterbreiten, gilt es 

vorliegend die Rechtmässigkeit der prozessleitenden Verfügung vom 

10. August 2023, worin die von der Beschwerdeführerin gestellten 

Ergänzungsfragen Nrn. 3 und 4 abgelehnt wurden, zu prüfen. 

3.3.1. Nach Auffassung des streitberufenen Gerichts erweist sich das Vorgehen 

des im Verfahren R 22 66 zuständigen Instruktionsrichters, d.h. dessen 

Verzicht, die von der Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 3. Juli 2023 

- 10 -

gestellten Ergänzungsfragen Nrn. 3 und 4 dem AWN zu unterbreiten, aus 

den folgenden Gründen als sachlich nicht vertretbar:

Der Umstand allein, dass dem AWN zwei Beurteilungen betreffend die von 

ihm zu beantwortende Frage (um was für eine Art von Wald handelt es 

sich auf dem Grundstück Nr. Z.3._____, Grundbuch D._____) überlassen 

würden (siehe das Schreiben von F._____ vom 22. August 2016 sowie 

das Gutachten von G._____ vom 8. Dezember 2022 [Beilagen 1 und 6 der 

Beschwerdegegnerin 2 im Verfahren R 22 66]), lässt nicht schon auf 

mangelnde Objektivität des AWN bei der Beantwortung dieser Frage 

schliessen. Es bedürfte vielmehr besonderer Umstände, welche das 

Misstrauen in die mangelnde Objektivität objektiv als begründet 

erscheinen liessen. Sodann gab F._____ seine Beurteilung vom 

22. August 2016 als Regionalforstingenieur des Amts für Wald und 

Naturgefahren ab (siehe insbesondere den Briefkopf des Schreibens vom 

22. August 2016 [Beilage 1 der Beschwerdegegnerin 2 im Verfahren R 22 

66]). Es ist somit davon auszugehen, dass dem AWN die entsprechende 

Beurteilung (ohnehin) bereits vorliegt. Darüber hinaus haben sich weder 

die Beschwerdegegnerin noch die Beschwerdegegner gegen die 

Unterbreitung des Schreibens von F._____ vom 22. August 2016 und des 

Gutachtens von G._____ vom 8. Dezember 2022 an das AWN 

ausgesprochen (vgl. die Vernehmlassung der Beschwerdegegnerin vom 

7. September 2023 und den Vernehmlassungsverzicht der 

Beschwerdegegner vom 9. Oktober 2023). Angesichts dessen, dass 

Amtsberichte nur dann den vollen Beweis für eine Tatsache erbringen 

können, wenn sie für die streitigen Belange umfassend sind, auf allseitigen 

Untersuchungen beruhen, als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar 

begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen 

ihre Zuverlässigkeit bestehen (vgl. dazu vorstehende Erwägung 3.3), 

erscheint es darüber hinaus auch aus prozessökonomischen Gründen 

- 11 -

gerechtfertigt, dem AWN die von der Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 

3. Juli 2023 gestellten Ergänzungsfragen Nrn. 3 und 4 bzw. die 

Beurteilung von F._____ vom 22. August 2016 und jene von G._____ vom 

8. Dezember 2022 von Anfang an zu unterbreiten.

3.3.2. Nach dem Gesagten ist die prozessleitende Verfügung vom 10. August 

2023 in Bezug auf den Verzicht des im Verfahren R 22 66 zuständigen 

Instruktionsrichters, die von der Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 

3. Juli 2023 gestellten Ergänzungsfragen Nrn. 3 und 4 (und damit 

verbunden die Beurteilung von F._____ vom 22. August 2016 und jene 

von G._____ vom 8. Dezember 2022) dem AWN zu unterbreiten, somit 

unrechtmässig.

3.3.3. Soweit die Beschwerdeführerin in ihrer Prozessbeschwerde auch die 

Unterbreitung der Rechtsschriften an das AWN beantragt, kann auf diesen 

Antrag nicht eingetreten werden, zumal dieser nicht Gegenstand der 

vorliegend angefochtenen prozessleitenden Verfügung war. Der 

Vollständigkeit halber ist darauf hinzuweisen, dass es sich insbesondere 

aus prozessökonomischen Gründen rechtfertigte, dem AWN die 

Rechtsschriften der Parteien im Verfahren R 22 66 zu überlassen. Denn 

käme das AWN in Übereinstimmung mit den Beurteilungen von F._____ 

und G._____ zum Schluss, es handle sich beim Wald auf dem Grundstück 

Nr. Z.3._____, Grundbuch D._____, um Niederwald, so kann davon 

ausgegangen werden, dass es sich in der Folge mit den von den 

Beschwerdegegnern (bzw. den Beschwerdeführern im Verfahren R 22 66) 

in deren Rechtsschriften gegen die Qualifikation des massgeblichen 

Waldes als Niederwald angeführten Argumenten auseinanderzusetzen 

hätte (vgl. etwa Replik S. 2 f. [Verfahren R 22 66]), zumal den Parteien 

gestützt auf Art. 29 Abs. 2 BV das Recht zusteht, zu Amtsberichten, aus 

welchen sich oft die für die Entscheidfällung wesentlichen Sachverhalts- 

und Begründungselemente ergeben, Stellung zu nehmen (vgl. Urteil des 

- 12 -

Bundesgerichts 1C_597/2014 vom 1. Juli 2015 E.3.6.2). Im Übrigen haben 

sich weder die Beschwerdegegnerin noch die Beschwerdegegner gegen 

die Unterbreitung der Rechtsschriften an das AWN ausgesprochen (vgl. 

die Vernehmlassung der Beschwerdegegnerin vom 7. September 2023 

und den Vernehmlassungsverzicht der Beschwerdegegner vom 

9. Oktober 2023).

4. Im Ergebnis ist die Beschwerde somit gutzuheissen, soweit darauf 

einzutreten ist, und die angefochtene prozessleitende Verfügung vom 

10. August 2023 ist um die von der Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 

3. Juli 2023 gestellten Ergänzungsfragen Nrn. 3 und 4 (vgl. dazu 

vorstehende Erwägungen 3.1.1 und 3.1.2) zu ergänzen. 

5.1. Bei diesem Ausgang des Verfahrens werden keine Kosten erhoben (vgl. 

VGU U 20 71 vom 21. September 2020 E.3.1). 

5.2. Mit Datum vom 12. Oktober 2023 reichte der beschwerdeführerische 

Rechtsvertreter dem Gericht eine Honorarnote in der Höhe von 

CHF 1'422.50 ein (= Honorar nach Zeitaufwand von 4.75 Stunden à 

CHF 270.-- [CHF 1'282.50] zzgl. 3 % Spesenpauschale [CHF 38.50] und 

7.7 % MWST [CHF 101.50]). Der geltend gemachte Arbeitsaufwand von 

4.75 Stunden erscheint dem Gericht als angemessen und auch der 

geltend gemachte Stundenansatz ist zulässig; eine entsprechende 

Honorarvereinbarung liegt im Recht. Die Beschwerdeführerin ist somit im 

Umfang von CHF 1'422.50 (inkl. Spesen und MWST) aus der 

Gerichtskasse zu entschädigen (vgl. VGU U 20 71 vom 21. September 

2020 E.3.2).

- 13 -

III. Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen, soweit darauf eingetreten wird, und 

die angefochtene prozessleitende Verfügung vom 10. August 2023 wird 

wie folgt ergänzt: 

1.1. Frage 2.2: 
Der damalige Regionalforstingenieur F._____ qualifizierte den 

massgeblichen Wald im Schreiben vom 22. August 2016 (Beilage 1 

zur Vernehmlassung vom 6. Oktober 2022) als Niederwald. Sollte 

das AWN diese Auffassung nicht teilen: Aus welchen Gründen ist 

die Auffassung von F._____ nicht zutreffend?

1.2. Frage 2.3: 
In seinem Gutachten vom 8. Dezember 2022 (Beilage 6 zur Duplik 

vom 19. Dezember 2022) kommt Dipl. Forstingenieur ETH/SIA 

G._____ (ebenfalls) zum Ergebnis, dass der massgebliche Wald als 

Niederwald zu qualifizieren ist. Sollte das AWN diese Auffassung 

nicht teilen: Aus welchen Gründen ist die Auffassung von G._____ 

nicht zutreffend?

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. A._____ wird aus der Gerichtskasse mit CHF 1'422.50 (inkl. Spesen und 

MWST) entschädigt.

4. [Rechtsmittelbelehrung]

5. [Mitteilung]