# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 70514507-42df-5f2e-953b-3d18447a1f19
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-03-23
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 23.03.2010 UV 2009/90
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2009-90_2010-03-23.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2009/90

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 02.04.2020

Entscheiddatum: 23.03.2010

Entscheid Versicherungsgericht, 23.03.2010
Art. 6 UVG: Bejahung schleudertraumatypischer Beschwerden nach HWS-
Distorsion. Aus dem Umstand, dass keine organischen Unfallfolgen 
vorliegen, kann bei einer HWS-Distorsion nicht auf eine Leistungseinstellung 
geschlossen werden. Die Beschwerdegegnerin hat den Sachverhalt im 
Zeitpunkt der Leistungseinstellung nicht genügend abgeklärt. Die blosse 
Möglichkeit, dass die jetzigen Beschwerden nicht mehr auf das 
Unfallereignis zurückzuführen sind, genügt für eine Leistungseinstellung 
nicht. Rückweisung der Streitsache zu ergänzender medizinischer 
Abklärung (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen 
vom 23. März 2010, UV 2009/90).

Präsident Martin Rutishauser, Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider und 

Versicherungsrichter Joachim Huber; Gerichtsschreiberin Jeannine Bodmer

Entscheid vom 23. März 2010

in Sachen

S.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Daniel Speck, St. Gallerstrasse 29, 

9032 Engelburg,

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358, 

6002 Luzern,

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Beschwerdegegnerin,

betreffend

Versicherungsleistungen

Sachverhalt:

A.       

A.a   Die 1973 geborene S.___ war bei der A.___ als Glasoperateurin tätig und dadurch 

bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) gegen die Folgen von 

Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert, als sie am 18. April 2008 in einen 

Verkehrsunfall verwickelt wurde (Suva-act. 1). Der Lenker eines vor ihr fahrenden 

Personenwagens bremste ab, um nach links abzubiegen. Die Versicherte musste 

deshalb ihren Personenwagen anhalten, worauf der Lenker des nachfolgenden 

Personenwagens auf das Heck ihres stehenden Personenwagens auffuhr (Suva-act. 

18). Die Versicherte wurde vom Unfallort direkt ins Spital Rorschach eingewiesen, wo 

sie sich bis 21. April 2008 stationär aufhielt. Sie klagte über starke bis stärkste 

Schmerzen im Bereich der Halswirbelsäule (HWS) mit Ausstrahlung in den Hinterkopf, 

Kopfschmerzen, eine Hyposensibilität im Bereich des Kinns rechtsseitig sowie über 

Übelkeit und Schwindel. Der Röntgenbefund ergab keine ossäre Verletzung der HWS. 

Im Bericht vom 21. April 2008 hielten die behandelnden Ärzte als Diagnosen ein HWS-

Beschleunigungstrauma sowie den Verdacht auf eine Commotio cerebri fest. Der 

stationäre Aufenthalt habe sich letztlich komplikationslos gestaltet. Die Beschwerden 

seien deutlich rückläufig gewesen und im Rahmen der neurologischen Untersuchung 

hätten sich keine motorischen oder sensiblen Defizite gezeigt (Suva-act. 4, 5). Eine 

wegen persistierender Schmerzen am 28. April 2008 in der Radiologie Stephanshorn, 

St. Gallen, durchgeführte cervicale Kernspintomographie ergab, abgesehen von einer 

mehrsegmentären leichten Chondrose C2-7 und einer minimen flachbogigen 

Diskusprotrusion C5/6 und C6/7 ohne neuralen Kontakt, intakte dorsale 

discoligamentäre Strukturen C0-Th5, eine normale Artikulation der Facettengelenke 

sowie eine normale Weite des ossären cervicalen Spinalkanals sowie der Foramina 

intervertebralia (Suva-act. 6). Am 15. Mai 2008 folgte ein ambulantes Assessment in 

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der Rehaklinik Bellikon. Im Bericht vom 27. Mai 2008 wurden die Diagnosen Unfall vom 

18. April 2008 mit HWS-Distorsion und fraglicher Commotio cerebri, cervicovertebrales 

Syndrom links mehr als rechts, Spannungskopfschmerz von nuchal nach frontal 

reichend sowie psychische Belastungssituation gestellt. Bei der Versicherten sei eine 

erhebliche Symptomausweitung beobachtet worden, bei deren Interpretation die noch 

zu erfolgende psychiatrisch-psychologische Abklärung der Versicherten zu 

berücksichtigen sei (Suva-act. 19). Vom 28. Mai bis 9. Juli 2008 fand ein stationärer 

Aufenthalt in der Rehaklinik Bellikon statt. Es wurden eine ophthalmologische, eine 

neurologische und eine neurootologische Untersuchung sowie radiologische 

Untersuchungen der HWS und des linken Schultergelenks durchgeführt. Die Diagnosen 

im Austrittsbericht vom 23. Juli 2008 entsprachen denjenigen des ambulanten 

Assessments, wobei an Stelle der psychischen Belastungssituation eine 

Anpassungsstörung, Angst und depressive Reaktion gemischt, angeführt wurde. Der 

Versicherten wurde ab 10. Juli 2008 eine Arbeitsfähigkeit von 50% als erleichterter 

Wiedereinstieg nach langer Arbeitsunfähigkeit attestiert und eine sukzessive Steigerung 

des Arbeitspensums auf 100% bei gutem Verlauf innert zwei bis drei Monaten 

empfohlen (Suva-act. 24 - 27). Laut Zwischenbericht des Hausarztes der Versicherten, 

Dr. med. B.___, Arzt für Allgemeine Medizin FMH, vom 24. September 2008 bestand 

subjektiv weiterhin ein unheimlicher Leidensdruck. Die Versicherte gebe an, dass die 

Arbeit fast nicht möglich sei. Sie versuche stets wieder zu arbeiten, falle aber immer 

wieder aus. Dr. B.___ listete die Arbeitsfähigkeitsgrade der Versicherten ab 10. Juli 

2008 auf, welche sich abwechselnd auf 0% oder 25% beliefen. Als Befunde erhob er 

weiterhin einen Hartspann sowie Bewegungs- und Druckschmerzen, jedoch keine 

neurologischen Ausfälle (Suva-act. 35). Am 22. September 2008 wurde im Auftrag der 

Suva eine biomechanische Kurzbeurteilung durch die AGU Zürich durchgeführt (Suva-

act. 36). Am 5. März 2009 erfolgte eine kreisärztliche Stellungnahme durch Dr. med. 

C.___, Facharzt FMH Orthopädische Chirurgie (Suva-act. 44) und am 18. März 2009 

eine cranio-cerebrale Kernspintomographie in der Radiologie Stephanshorn (Suva-act. 

46). Letztere ergab altersentsprechend normale Befunde ohne Nachweis einer 

intracraniellen tumorösen Raumforderung und ohne Hinweis auf eine durchgemachte 

intracranielle Blutung (Suva-act. 46). Mit Schreiben vom 31. März 2009 kündigte die 

A.___ das Arbeitsverhältnis mit der Versicherten (Suva-act. 47).

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A.b   Mit Verfügung vom 15. April 2009 eröffnete die Suva der Versicherten die 

Einstellung der Versicherungsleistungen per 31. Mai 2009. Aufgrund fehlender 

adäquater Unfallfolgen bestehe auch kein Anspruch auf weitere Geldleistungen in Form 

einer Invalidenrente und/oder einer Integritätsentschädigung (Suva-act. 49).

B.       

Die gegen diese Verfügung von Rechtsanwalt lic. iur. D. Speck, Engelburg, am 11. Mai 

2009 erhobene Einsprache (Suva-act. 56) wies die Suva mit Einspracheentscheid vom 

13. August 2009 ab (Suva-act. 60). Zuvor hatte der Krankenversicherer (Swica 

Gesundheitsorganisation) die vorsorglich erhobene Einsprache (Suva-act. 50) nach 

Einsicht in die Akten zurückgezogen (Suva-act. 52).

C.       

C.a   Gegen den Einspracheentscheid vom 13. August 2009 richtet sich die von 

Rechtsanwalt Speck für die Versicherte eingereichte Beschwerde vom 8. September 

2009 mit den Anträgen, der angefochtene Einspracheentscheid der 

Beschwerdegegnerin vom 13. August 2009 sowie die Verfügung der Suva Chur vom 

15. April 2009 seien aufzuheben und die Angelegenheit sei zur Neubeurteilung an die 

Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Eventualiter sei die Beschwerdegegnerin zu 

verpflichten, der Beschwerdeführerin ab dem 1. Juni 2009 weiterhin Taggelder 

auszurichten, für die Behandlungs- und Abklärungskosten der Beschwerdeführerin 

aufzukommen und der Beschwerdeführerin nach Abschluss der ärztlichen Behandlung 

eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung auszurichten, unter Kosten- und 

Entschädigungsfolge.

C.b   Mit Beschwerdeantwort vom 9. Oktober 2009 beantragte die 

Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde.

C.c   Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin verzichtete auf die Einreichung einer

Replik.

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C.d   Auf die Begründungen und Ausführungen in den einzelnen Rechtsschriften bzw. 

medizinischen Akten wird, soweit entscheidnotwendig, in den nachfolgenden 

Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:

1.

Die Beschwerdegegnerin legte im angefochtenen Einspracheentscheid die rechtlichen 

Voraussetzungen zur Leistungspflicht des Unfallversicherers, insbesondere jene des 

natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen Unfallereignis und 

gesundheitlicher Schädigung zutreffend dar; darauf ist zu verweisen. Anzufügen bleibt, 

dass im Bereich klar ausgewiesener organischer Unfallfolgen im Sinn von 

nachweisbaren strukturellen Veränderungen (ein organisches Substrat konnte mit Bild 

gebenden Untersuchungsmethoden [Röntgen, Computertomogramm, EEG] 

nachgewiesen werden) die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus dem 

natürlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers 

praktisch keine Rolle spielt. Sie ist bei ausgewiesener natürlicher Kausalität ohne 

weiteres zu bejahen (BGE 127 V 103 E. 5b/bb, 123 V 102 E. 3b, 118 V 291 E. 3a, 117 V 

365 E. 5d/bb mit Hinweisen). Sind dagegen die Unfallfolgen organisch nicht 

(hinreichend) fassbar, bewirkt die Bejahung der natürlichen Kausalität nicht 

automatisch auch die Bejahung der adäquaten Kausalität, können doch gerade 

klinische Befunde erfahrungsgemäss auch psychisch ausgelöst werden. In diesen 

Fällen ist eine eigenständige Adäquanzbeurteilung durchzuführen, bei welcher wie folgt 

zu differenzieren ist: Es ist zunächst abzuklären, ob die versicherte Person eine 

Schleudertraumaverletzung erlitten hat. Ist dies nicht der Fall, gelangt die 

Rechtsprechung gemäss BGE 115 V 140 E. 6c/aa zur Anwendung. Ergeben die 

Abklärungen indessen, dass eine versicherte Person eine Schleudertraumaverletzung 

erlitten hat, muss geprüft werden, ob die zum typischen Beschwerdebild einer solchen 

Verletzung gehörenden Beeinträchtigungen zwar teilweise vorliegen, im Vergleich zur 

psychischen Problematik aber ganz in den Hintergrund treten. Trifft dies zu, sind für die 

Adäquanzbeurteilung ebenfalls die in BGE 115 V 140 E. 6c/aa für Unfälle mit 

psychischen Unfallfolgen aufgestellten Grundsätze massgebend (BGE 123 V 99 E. 2a), 

andernfalls erfolgt die Beurteilung der Adäquanz gemäss den in BGE 117 V 359 

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festgelegten bzw. den mit BGE 134 V 109 modifizierten Kriterien. Die Anwendung der 

Rechtsprechung zum adäquaten Kausalzusammenhang bei Schleudertraumen der 

HWS setzt voraus, dass die psychischen Beschwerden aus dem Unfall hervorgehen 

und zusammen mit den organischen Beschwerden, die ebenfalls auf das Unfallereignis 

zurückzuführen sind, ein komplexes Gesamtbild ergeben (RKUV 2000 Nr. U 397 S. 328 

E. 3b). Zu präzisieren bleibt, dass die zu den Verletzungen nach klassischem 

Schleudertrauma entwickelte Rechtsprechung zum natürlichen und adäquaten 

Kausalzusammenhang (BGE 119 V 335, 117 V 359) auch auf analoge Verletzungen wie 

Distorsionen der HWS sowie Schädel-Hirntraumen anwendbar ist, wenn und soweit 

sich deren Folgen mit jenen eines Schleudertraumas vergleichen lassen (vgl. Urteil des 

Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche 

Abteilungen des Bundesgerichts] vom 17. August 2004 [U 243/03] i/S O.G.; RKUV 2000 

Nr. U 395 S. 317, E. 3; BGE 117 V 369).

2.

Den medizinischen Akten ist zu entnehmen, dass die von der Beschwerdeführerin über 

den 31. Mai 2009 hinaus geklagten Beschwerden nicht mit klar ausgewiesenen 

organischen Befunden im Sinn nachweisbarer struktureller Veränderungen erklärbar 

sind. Eine während des stationären Aufenthalts im Spital Rorschach vom 18. bis 21. 

April 2008 durchgeführte radiologische Untersuchung der HWS ergab keine Hinweise 

auf ossäre Verletzungen (Suva-act. 4). Bei einer kernspintomographischen 

Untersuchung der HWS in der Radiologie Stephanshorn vom 28. April 2008 wurden 

eine offensichtlich unfallfremde leichte Chondrose und minime Discusprotrusion ohne 

weiteren neuralen Kontakt festgestellt. Ansonsten zeigte sich die HWS unauffällig 

(Suva-act. 6). Anlässlich der radiologischen Untersuchung der HWS in der Rehaklinik 

Bellikon vom 4. Juni 2008 wurden sodann weder degenerative noch posttraumatische 

Veränderungen festgestellt und die Röntgenbilder des linken Schultergelenks vom 1. 

Juli 2008 zeigten sich unauffällig (Suva-act. 27). Die von der Beschwerdeführerin 

geklagten Schwindelbeschwerden konnten mit der von der Abteilung Arbeitsmedizin 

der Suva am 23. Juni 2008 durchgeführten neurootologischen Untersuchung nicht 

objektiviert werden (Suva-act. 24). Die von Dr. D.___ am 20. Juni 2008 durchgeführte 

ophthalmologische Untersuchung ergab die unfallfremde Diagnose beidseitiger 

Mouches volantes bei physiologischer Glaskörperdestruktion im vorderen Drittel links 

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grösser als rechts (vgl. Wikipedia http://de.wikipedia.org/wki/Glaskörperdestruktion; 

Abfrage vom 19. Februar 2010), ansonsten jedoch eine Emmetropie (Suva-act. 25). 

Schliesslich fand sich auch bei der am 25. Juni 2008 von Dr. E.___ durchgeführten 

neurologischen Untersuchung keine organisch fassbare Ursache für die 

Begleitphänomene zum Spannungskopfweh (visuelle Störungen, Geräusche im Ohr). 

Es ergaben sich aber auch keine Hinweise auf eine cervicale Radikulopathie, eine 

Armplexusaffektion links oder eine peripher liegende Neuropathie 

(Carpaltunnelsyndrom usw.). Festzustellen waren jedoch erhebliche muskuläre 

Verspannungen im Nacken-/Schulterbereich links (Suva-act. 26). Anlässlich der 

klinischen Untersuchung in der Rehaklinik Bellikon zeigte sich sodann eine 

ausgeprägte Druckschmerzhaftigkeit bis zur Allodynie reichend im gesamten Bereich 

der paravertebralen Strukturen der HWS und im Bereich des oberen Schultergürtels 

beidseits (links mehr als rechts) (Suva-act. 27, vgl. auch Suva-act. 26). Auch Dr. B.___ 

erhob bei der Beschwerdeführerin laut Bericht vom 24. September 2008 einen 

Hartspann, Druckschmerzen und Bewegungsschmerzen (Suva-act. 35). Klinisch 

erhobene Druckdolenzen, ein Muskelhartspann sowie Bewegungseinschränkungen im 

Bereich der HWS (Suva-act. 35) stellen jedoch praxisgemäss kein klar fassbares 

organisches Substrat dar (vgl. Urteil des EVG vom 3. August 2005 [U 9/05] i/S M., E. 4 

und vom 23. November 2004 [U 109/04] i/S B., E. 2.2.).

3.

3.1 Nach den Ergebnissen der medizinischen Forschung ist bekannt, dass bei 

Schleuderverletzungen sowie bei äquivalenten Verletzungen auch ohne nachweisbare 

pathologische bzw. organische Befunde noch Jahre nach dem Unfall funktionelle 

Ausfälle verschiedenster Art auftreten können. Der Umstand, dass die für ein 

Schleudertrauma, eine Distorsion der HWS oder ein Schädel-Hirntrauma typischen 

Beschwerden nicht mit entsprechenden Untersuchungsmethoden (Röntgen, 

Computertomogramm, EEG) objektivierbar sind, rechtfertigt für sich allein nicht, die 

diesbezüglichen Beschwerden in Abrede zu stellen (BGE 117 V 359 E. 5d/aa).

3.2 Die erstbehandelnden Ärzte des Spitals Rorschach stellten insbesondere die 

Diagnose eines HWS-Beschleunigungstraumas (Suva-act. 4, 5). In den Berichten der 

Rehaklinik Bellikon vom 27. Mai und 23. Juli 2008 (Suva-act. 19, 27) wurde sodann die 

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Diagnose einer HWS-Distorsion aufgeführt. Grundsätzlich ist bezogen auf den 

fraglichen Unfallmechanismus - ein nachfolgender Personenwagen fuhr mit der Front 

gegen das Heck des Personenwagens der Beschwerdeführerin (Suva-act. 18) - ein 

eigentliches Schleudertrauma in Betracht zu ziehen (vgl. diesbezüglich Thomas Locher, 

HWS-Distorsionen [Schleudertrauma] - Einführung in die Rechtslage nach 

Schweizerischem Recht, in: Murer/Niederer/Radanov/Rumo-Jungo/Sturzenegger/Walz 

[Hrsg.], Das so genannte "Schleudertrauma" - medizinische, biomechanische und 

rechtliche Aspekte der Distorsionen der Halswirbelsäule, Bern 2002, S. 31 f.). Die 

behandelnden Ärzte des Spitals Rorschach stellten sodann die Verdachtsdiagnose 

einer Commotio cerebri bzw. eines leichten Schädel-Hirntraumas, welche von der 

Rehaklinik Bellikon übernommen wurde. Gemäss den medizinischen Akten konnte die 

Verdachtsdiagnose aber offenbar nie bestätigt werden. Die Beschwerdeführerin hatte 

im Spital Rorschach über Kopfschmerzen geklagt und angegeben, sie sei mit dem 

Kopf an die Kopfstütze geprallt und habe den Sicherheitsgurt nicht getragen. Eine 

Bewusstlosigkeit wurde verneint (Suva-act. 4, 5). Im Erhebungsblatt für die Abklärung 

von HWS-Fällen der Suva vom 8. Mai 2008 gab die Beschwerdeführerin 

demgegenüber an, den Sicherheitsgurt getragen und keinen Kopfanprall erlitten zu 

haben (Suva-act. 7). Dr. C.___ hielt in seiner ärztlichen Beurteilung vom 26. Mai 2008 

fest, dass die Kombination einer HWS-Verletzung und einer Commotio cerebri bei 

getragenen Sicherheitsgurten äusserst selten sei (Suva-act. 16). Der biomechanischen 

Kurzbeurteilung der AGU Zürich vom 22. September 2009 ist schliesslich zu 

entnehmen, dass ein echter, hirnorganisch bedingter Bewusstseinsverlust, der 

allenfalls auf eine "milde traumatische Hirnverletzung" hinweisen könnte, 

auszuschliessen sei, wenn durch die biomechanische Analyse und die Aktenlage 

erstellt sei, dass zum einen kein Kopfanprall stattgefunden habe, und zum andern bei 

der ermittelten kollisionsbedingten Geschwindigkeitsänderung (delta-v) ein 

Beschleunigungsmechanismus bezüglich des Gehirns in einem nur unerheblichen 

Ausmass habe stattfinden können. Spitäler und Ärzte seien zudem im Rahmen der 

Wahrung ihrer Sorgfaltspflicht viel eher dazu geneigt, die Diagnose einer Commotio 

cerebri zu stellen und den Patienten entsprechend aufzuklären und zu überwachen. 

Gegen diese Praktik "an der Front" sei unter dem Gesichtspunkt der Gesundheit des 

Patienten nichts einzuwenden; der Nachteil für die anschliessende Zeit der 

Verarbeitung eines Ereignisses sei jedoch das Engramm, das mit diesen Massnahmen 

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gesetzt worden sei, nämlich dasjenige einer Gehirnerschütterung, wenn nicht sogar 

eines Hirnschadens. Dieses Erleben des Patienten könne längerfristig dazu führen, 

dass das Ereignis vom Patienten überschätzt werde (Suva-act. 36). Die cranio-

cerebrale Kernspintomographie in der Radiologie Stephanshorn vom 18. März 2009 

ergab schliesslich keine Hinweise auf pathologische Veränderungen im Kopf (Suva-act. 

46). Diese Umstände sprechen gegen das Vorliegen einer Commotio cerebri. Ob die 

Beschwerdeführerin ein eigentliches Schleudertrauma und/oder eine 

schleudertraumaähnliche Verletzung, d.h. eine HWS-Distorsion oder ein Schädel-

Hirntrauma, erlitten hat, braucht nicht abschliessend geklärt zu werden. Es kann 

jedenfalls davon ausgegangen werden, dass sie eine Verletzung im HWS-Bereich 

erlitten hat, auch wenn sich diese unbestrittenermassen nicht strukturell nachweisen 

liess.

3.3 Ist ein Schleudertrauma oder eine dem Schleudertrauma äquivalente Verletzung 

diagnostiziert und liegt ein für die Verletzung typisches Beschwerdebild mit einer 

Häufung von Beschwerden wie diffusen Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- 

und Gedächtnisstörungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit und Visusstörungen, 

Reizbarkeit, Affektlabilität, Depressionen, Wesensveränderung usw. vor, so ist der 

natürliche Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und der danach eingetretenen 

Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit in der Regel anzunehmen (BGE 117 V 359 E. 4b; vgl. 

auch BGE 117 V 369 E. 3e). Nach der aktuellen Rechtsprechung der 

Sozialversicherungsrechtlichen Abteilungen des Bundesgerichts (Urteile vom 30. 

Januar 2007 [U 215/05] i/S T. und vom 15. März 2007 [U 258/06] i/S G.) muss bei einer 

HWS-Verletzung das typische Beschwerdebild (mit einer Häufung von Beschwerden) 

nicht in seiner umfassenden Ausprägung innerhalb von 24 bis höchstens 72 Stunden 

nach dem Unfall auftreten. Vielmehr genügt es, wenn sich in diesem Zeitraum 

Beschwerden in der Halsregion oder an der HWS manifestieren (RKUV 2000 Nr. 359 S. 

29 E. 5e). Die andern im Rahmen eines Schleudertraumas oder einer HWS-Distorsion 

typischerweise auftretenden Beschwerden müssen sich jedoch immerhin in einem 

Zeitraum manifestieren, der es erlaubt, vom Vorhandensein eines natürlichen 

Kausalzusammenhangs auszugehen.

3.4 Zwischen den Parteien ist unbestritten geblieben, dass die zum typischen 

Beschwerdebild nach einem Schleudertrauma gehörenden Beeinträchtigungen 

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innerhalb der erforderlichen Latenzzeit aufgetreten sind. Den medizinischen Akten ist 

ein typisches buntes Beschwerdebild - Kopf- und Nackenschmerzen, Schwindel und 

Übelkeit - zu entnehmen, das als natürlich-kausale Unfallfolge eines Schleudertraumas 

zu betrachten ist (vgl. Suva-act. 4, 5, 7). Entsprechend hat die Beschwerdegegnerin 

zunächst auch einen Leistungsanspruch der Beschwerdeführerin anerkannt. Per 31. 

Mai 2009 stellte sie dann ihre Leistungen ein.

4.

4.1 Zu prüfen gilt es somit, ob die von der Beschwerdeführerin nach dem 

Einstellungsdatum vom 31. Mai 2009 weiterhin geklagten Beschwerden in einem 

natürlichen Kausalzusammenhang zum Unfallereignis vom 18. April 2008 stehen oder 

ob die Beschwerdegegnerin ihre Leistungen zu Recht eingestellt hat. Diesbezüglich ist 

darauf hinzuweisen, dass die Leistungspflicht des Unfallversicherers erst entfällt, wenn 

das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines 

Gesundheitsschadens mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen ist.

4.2

4.2.1      Während des stationären Aufenthalts in der Rehaklinik Bellikon vom 28. Mai 

bis 9. Juli 2008 litt die Beschwerdeführerin immer noch unter Kopf- und 

Nackenschmerzen sowie Schwindel (Suva-act. 23, 27). Im Kurzbericht sowie im 

Austrittsbericht der Rehaklinik Bellikon vom 8. bzw. 23. Juli 2008 (Suva-act. 23, 27) 

werden daneben erstmals weitere Symptome wie Augenprobleme (Sehen von 

schwarzen Punkten) und psychische Auffälligkeiten (gesteigerte Reizbarkeit, Nervosität, 

ausgeprägte Angstgefühle, schnelle Ermüdbarkeit) aufgeführt. Diese Beschwerden 

gelten ebenfalls als typische Beschwerden nach Beschleunigungsverletzungen (vgl. 

dazu BGE 117 V 359 E. 4b; Liste in H. Schmidt/J. Senn Hrsg., Schleudertrauma - 

neuester Stand: Medizin, Biomechanik, Recht und Case Management, 1. Aufl. Zürich 

2004, S. 14 f.). Diesen Beschwerdeverlauf wertete die Rehaklinik Bellikon im Bericht 

über das ambulante Assessment vom 27. Mai 2008 als erhebliche 

Symptomausweitung. Den Schluss zog sie aus ihren Beobachtungen im Rahmen des 

Assessements mit einer undifferenzierten Beschreibung von Schmerz und 

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Einschränkungen, einem nicht adäquaten Schmerzverhalten sowie einem schlechten 

Leistungsverhalten. Unter der Rubrik "Symptomausweitung" wurde vermerkt, dass bei 

der Interpretation der Befunde die psychiatrische Diagnose bzw. das Ergebnis der 

vorgesehenen psychiatrischen Abklärung zu berücksichtigen sei (Suva-act. 19, 23). Im 

Austrittsbericht vom 23. Juli 2008 wurde sodann festgehalten, dass sich das Ausmass 

der demonstrierten physischen Einschränkungen mit den relativ geringfügigen 

objektivierbaren pathologischen Befunden der klinischen Untersuchung und der 

bildgebenden Abklärung sowie der Diagnose aus somatischer Sicht nur ungenügend 

erklären lasse (Suva-act. 27). Im angefochtenen Einspracheentscheid äusserte sich 

zwar die Beschwerdegegnerin nicht ausdrücklich zur Frage der natürlichen Kausalität 

und prüfte den adäquaten Kausalzusammenhang zwischen den geklagten 

Beschwerden und dem Unfall vom 18. April 2008 in Anwendung der Rechtsprechung 

zu den psychischen Unfallfolgen (BGE 115 V 133). Dennoch ist davon auszugehen, 

dass insbesondere die oben dargelegte Beurteilung der Rehaklinik Bellikon der 

Beschwerdegegnerin Anlass zur Leistungseinstellung per 31. Mai 2009 gab. Wie die 

nachfolgenden Erwägungen aufzeigen, ergeben jedoch die vorliegenden medizinischen 

Akten keine ausreichende Grundlage für den Schluss eines überwiegend 

wahrscheinlichen Dahinfallens jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen 

eines Gesundheitsschadens per 31. Mai 2009.

4.2.2      Wie bereits erwähnt ist es rechtsprechungsgemäss nicht erforderlich, dass die 

für eine Beschleunigungsverletzung der HWS charakteristischen Beschwerden bereits 

unmittelbar nach dem Unfall aufgetreten sind. Insbesondere psychische Auffälligkeiten 

(Angst, Aggressivität) treten nicht (nur) als Sofortbeschwerden auf, sondern zeigen sich 

(gegebenenfalls) erst nach einem beschwerdefreien Intervall (vgl. Liste in H. Schmidt/

J. Senn, a.a.O., S. 14). Die Beschwerdeführerin hielt sich bereits rund einen Monat 

nach dem Unfall stationär in der Rehaklinik Bellikon auf. Angesichts dieser Latenzzeit 

kann ein komplexes Gesamtbild von aus dem Unfall hervorgehenden organischen und 

psychischen Beschwerden nicht zweifellos ausgeschlossen werden. Die im 

Austrittsbericht der Rehaklinik Bellikon gestellte Diagnose einer Anpassungsstörung 

weist zwar nicht uneingeschränkt auf ein komplexes Gesamtbild hin. Immerhin wurde 

die Diagnose aber mit Angst und depressiver Reaktion beschrieben. Diese beiden 

Komponenten gehören zum typischen Beschwerdebild im Anschluss an ein HWS-

Trauma (vgl. dazu BGE 117 V 359 E. 4b; Liste in H. Schmidt/J. Senn, a.a.O., S. 14 f.). 

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Insofern erscheint die Ansicht der Rehaklinik Bellikon (vgl. Suva-act. 23) bzw. der 

Beschwerdegegnerin - im Zusammenhang mit der anhaltenden Schmerzproblematik 

und den weiteren Symptomen (wie Sehstörungen und Schwindel) stehe ein ängstliches 

Verhalten im Vordergrund und eine Weiterbehandlung bei der Psychologin sei indiziert, 

d.h. die Gesundheitsstörungen im Zusammenhang mit dem typischen Beschwerdebild 

nach HWS-Trauma träten gegenüber vorhandenen psychischen Beschwerden in den 

Hintergrund, weshalb die Adäquanzbeurteilung nach der "Psycho-Praxis" gemäss BGE 

115 V 133 vorzunehmen sei - nicht überzeugend. Massgebend ist dabei, dass die 

Rehaklinik Bellikon zwar festhält, die psychische Diagnose sei zu berücksichtigen, 

dieser jedoch offensichtlich kaum eine pathologische Bedeutung beimisst bzw. aus 

psychiatrischer Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit als gegeben betrachtet 

(Suva-act. 27). Fragwürdig erscheint auch der Umstand, dass in den Akten eine 

psychiatrisch-psychologische Abklärung fehlt. Dies obwohl die Rehaklinik Bellikon im 

Bericht vom 27. Mai 2008 über das ambulante Assessment (Suva-act. 19) im 

Zusammenhang mit der Beobachtung einer erheblichen Symptomausweitung darauf 

verweist, es sei hierbei die noch vorzunehmende psychiatrisch-/psychologische 

Abklärung zu berücksichtigen (Suva-act. 27).

4.2.3      Die Feststellungen der Rehaklinik Bellikon im Austrittsbericht zur 

Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin vermögen sodann ebenfalls keine Klarheit 

hinsichtlich der gesundheitlichen Situation herbeizuführen. So wurde - mit der in 

Erwägung 4.2.2 dargelegten Schlussfolgerung der Rehaklinik Bellikon bzw. der 

Beschwerdegegnerin wenig harmonierend - festgehalten, dass aus psychiatrischer 

Sicht keine Arbeitsunfähigkeit bestehe. Trotzdem wurde der Beschwerdeführerin ab 10. 

Juli 2008 - wenn auch nur im Sinn eines nach langer Arbeitsunfähigkeit erleichterten 

Wiedereinstiegs - eine Arbeitsfähigkeit von lediglich 50% mit sukzessiver Steigerung 

des Arbeitspensums auf 100% bei gutem Verlauf innert zwei bis drei Monaten 

attestiert. Diese Aussage ist als reine Prognose zu betrachten, die sich im Nachhinein 

offensichtlich nicht bewahrheitete. Die Beschwerdeführerin realisierte laut Dr. B.___ 

wegen Hartspann, Bewegungs- und Druckschmerzen ab 10. Juli 2008 ihre Arbeit 

lediglich in einem Umfang von 25%. In den folgenden Monaten wechselte die 25%-ige 

Arbeitsfähigkeit mit einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit ab (Suva-act. 35). Die 

Beschwerdegegnerin bestätigte im weiteren Verlauf die Arbeitsfähigkeitstaxation von 

Dr. B.___ bzw. hielt in ihrem Schreiben vom 23. September 2008 gegenüber der 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/30

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Arbeitgeberin fest, dass die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin aufgrund des 

aktuellen Heilungsverlaufs, der Präsenzzeit im Betrieb und dem messbaren 

Leistungsvermögen revidiert und neu festgelegt werde und auf dieser Basis Taggelder 

ausgerichtet würden (Suva-act. 34). In der Folge erbrachte die Beschwerdegegnerin 

noch rund ein Jahr nach dem stationären Aufenthalt in der Rehaklinik Bellikon und 

entgegen der Prognose Leistungen.

4.2.4      Wenn die Beschwerdegegnerin nun geltend machen will, die jetzigen 

Beschwerden seien nicht mehr auf das Unfallereignis zurückzuführen, so kann sie die 

Leistungseinstellung nicht auf denselben - im Übrigen prognostischen - Bericht 

abstützen, aufgrund dessen sie zuvor noch Leistungen ausgerichtet hat. Aus dem 

Austrittsbericht der Rehaklinik Bellikon resultiert nicht schlüssig, dass die noch 

bestehenden Beschwerden nicht mehr auf das Unfallereignis zurückzuführen sind. Die 

während des stationären Aufenthalts durchgeführten augenärztlichen, 

neurootologischen sowie neurologischen Untersuchungen (Suva-act. 24, 25, 26) 

dienten dazu, objektivierbare organische Unfallfolgen auszuschliessen. Bloss aus dem 

Umstand, dass keine organischen Unfallfolgen vorliegen, kann jedoch bei einer 

Beschleunigungsverletzung der HWS nicht auf eine Leistungseinstellung geschlossen 

werden, liegt doch die Schwierigkeit bei der Beurteilung von Schleudertrauma-Fällen 

für den Mediziner gerade darin, dass diese mit bildgebenden oder anderen 

objektivierenden Untersuchungsmethoden häufig nicht zu erfassen sind (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts vom 16. März 2007 [U 457/06] i/S R., E. 5). Grundsätzlich handelt es 

sich bei einem Neurologen um einen Arzt mit einer im konkreten Fall spezifischen 

Fachkompetenz. Eine klare Äusserung zur Unfallkausalität der noch geklagten 

Beschwerden enthält jedoch auch der Bericht von Dr. E.___ vom 26. Juni 2008 nicht 

(Suva-act. 26). Vielmehr wird festgehalten, dass die Beschwerdeführerin unter Kopfweh 

vom Spannungstyp leide und der Begriff "chronisch" gemäss internationaler 

Klassifikation der IHS erst verwendet werde, wenn das Leiden mehr als sechs Monate 

bestehe, was hier noch nicht der Fall sei. Gerade die Chronifizierung mit Symp­

tomausweitung würde jedoch gegen ein unfallkausales Substrat sprechen. Im Verlauf 

einer solchen wird das ursprünglich erlittene Verletzungsmuster für das Ausmass der 

erlebten Behinderung immer bedeutungsloser. Andere Faktoren, wie zum Beispiel das 

Individuum selber, die Arbeitsumstände, das soziale Umfeld, das medizinische und 

legale System sowie ökonomische Umstände spielen eine massgebende Rolle (vgl. 

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Bär/Bertrand/Kiener, Medizinische Mitteilungen der Suva Nr. 67 vom Dezember 1994, 

S. 45 ff.). Die Feststellung von Dr. E.___, unklare Begleitphänomene zum 

Spannungskopfweh wie u.a. visuelle Störungen (schwarze Punkte) oder Geräusche im 

Ohr hören gehörten zu den somatoformen - und damit zu den psychisch bedingten 

(vgl. dazu AHI 2000 S. 159 E. 4b mit Hinweisen; WHO und Dilling/Freyberger [Hrsg.], 

Taschenführer zur ICD-10-Klassifikation psychischer Störungen, 4. Aufl., Bern 2008, 

S. 195) - Erscheinungen und man fände solche Phänomene ohne organisch fassbare 

Ursache immer wieder in diesem Zusammenhang, ist im Grundsatz nicht in Frage zu 

stellen. Hingegen ist auch in diesem Zusammenhang auf die Parallelitäten zu solchen 

nach Schleudertraumen bzw. schleudertraumaäquivalenten Verletzungen geklagten 

Beschwerden hinzuweisen. Die Verneinung einer zervikalen Radikulopathie sowie das 

Fehlen von Hinweisen für eine Armplexusaffektion links oder eine weiter peripher 

liegende Neuropathie (Karpaltunnelsyndrom usw.) stellen letztlich ebenfalls nur die 

Verneinung organisch objektivierbarer Unfallfolgen dar.

4.3 Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Beschwerdegegnerin den Sachverhalt 

im Zeitpunkt der Leistungseinstellung nicht hinreichend abgeklärt hat. Lediglich die 

Möglichkeit, dass die noch bestehenden Beschwerden nicht mehr auf das 

Unfallereignis zurückzuführen sind, genügt für eine Leistungseinstellung nicht. Vielmehr 

liegt die Beweislast, da es sich um eine anspruchsaufhebende Tatsache handelt, 

anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender Kausalzusammenhang 

gegeben ist, nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 

2000 Nr. U 363 S. 46 E. 2 mit Hinweisen). Die vorliegenden medizinischen Akten lassen 

jedoch einen solchen Schluss nicht zu. Die Einholung eines polydisziplinären 

Gutachtens, das u.a. auch eine psychiatrische Beurteilung beinhaltet hätte, mit 

Einschätzung der Unfallkausalität wäre notwendig gewesen. Ohne ein solches 

Gutachten lässt sich auch die Adäquanzbeurteilung nicht abschliessend vornehmen. In 

diesem Zusammenhang liesse sich im Übrigen aufgrund der Akten durchaus auch die 

Frage stellen, ob diese Prüfung nicht zu früh erfolgt ist, weil der Zeitpunkt für den 

Fallabschluss (bzw. die Adäquanzprüfung) noch nicht erreicht war (vgl. BGE 134 V 109 

E. 3.2 und E. 4; vgl. Suva-act. 27, S. 1 Rubrik "Prozedere medizinisch").

5.

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5.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung des 

angefochtenen Einspracheentscheids vom 13. August 2009 dahingehend 

gutzuheissen, dass die Streitsache zu ergänzender medizinischer Abklärung im Sinn 

der Erwägungen und anschliessender neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin 

zurückgewiesen wird.

5.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]).

5.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Partei 

hingegen Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Als volles Obsiegen gilt auch die 

Rückweisung der Sache an die Verwaltung zwecks ergänzender Abklärungen (BGE 127 

V 234 E. 2b/bb). Unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache, der 

Schwierigkeit des Prozesses und der eingereichten Rechtsschriften rechtfertigt es sich, 

die Parteientschädigung auf pauschal Fr. 3'000.-- (inkl. Barauslagen und 

Mehrwertsteuer) festzulegen.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

entschieden:

1.       Die Beschwerde wird dahingehend gutgeheissen, dass der Einspracheentscheid 

vom 13. August 2009 aufgehoben und die Streitsache zu ergänzenden medizinischen 

Abklärungen im Sinn der Erwägungen und anschliessender neuer Verfügung an die 

Beschwerdegegnerin zurückgewiesen wird.

2.       Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.       Die Beschwerdegegnerin hat die Beschwerdeführerin mit Fr. 3'000.-- (inkl. 

Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.

Art. 6 UVG: Bejahung schleudertraumatypischer Beschwerden nach HWS-

Distorsion. Aus dem Umstand, dass keine organischen Unfallfolgen vorliegen, 

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kann bei einer HWS-Distorsion nicht auf eine Leistungseinstellung geschlossen 

werden. Die Beschwerdegegnerin hat den Sachverhalt im Zeitpunkt der 

Leistungseinstellung nicht genügend abgeklärt. Die blosse Möglichkeit, dass die 

jetzigen Beschwerden nicht mehr auf das Unfallereignis zurückzuführen sind, 

genügt für eine Leistungseinstellung nicht. Rückweisung der Streitsache zu 

ergänzender medizinischer Abklärung (Entscheid des Versicherungsgerichts des 

Kantons St. Gallen vom 23. März 2010, UV 2009/90).

Präsident Martin Rutishauser, Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider und 

Versicherungsrichter Joachim Huber; Gerichtsschreiberin Jeannine Bodmer

Entscheid vom 23. März 2010

in Sachen

S.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Daniel Speck, St. Gallerstrasse 29, 

9032 Engelburg,

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358, 

6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

Versicherungsleistungen

Sachverhalt:

A.       

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A.a   Die 1973 geborene S.___ war bei der A.___ als Glasoperateurin tätig und dadurch 

bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) gegen die Folgen von 

Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert, als sie am 18. April 2008 in einen 

Verkehrsunfall verwickelt wurde (Suva-act. 1). Der Lenker eines vor ihr fahrenden 

Personenwagens bremste ab, um nach links abzubiegen. Die Versicherte musste 

deshalb ihren Personenwagen anhalten, worauf der Lenker des nachfolgenden 

Personenwagens auf das Heck ihres stehenden Personenwagens auffuhr (Suva-act. 

18). Die Versicherte wurde vom Unfallort direkt ins Spital Rorschach eingewiesen, wo 

sie sich bis 21. April 2008 stationär aufhielt. Sie klagte über starke bis stärkste 

Schmerzen im Bereich der Halswirbelsäule (HWS) mit Ausstrahlung in den Hinterkopf, 

Kopfschmerzen, eine Hyposensibilität im Bereich des Kinns rechtsseitig sowie über 

Übelkeit und Schwindel. Der Röntgenbefund ergab keine ossäre Verletzung der HWS. 

Im Bericht vom 21. April 2008 hielten die behandelnden Ärzte als Diagnosen ein HWS-

Beschleunigungstrauma sowie den Verdacht auf eine Commotio cerebri fest. Der 

stationäre Aufenthalt habe sich letztlich komplikationslos gestaltet. Die Beschwerden 

seien deutlich rückläufig gewesen und im Rahmen der neurologischen Untersuchung 

hätten sich keine motorischen oder sensiblen Defizite gezeigt (Suva-act. 4, 5). Eine 

wegen persistierender Schmerzen am 28. April 2008 in der Radiologie Stephanshorn, 

St. Gallen, durchgeführte cervicale Kernspintomographie ergab, abgesehen von einer 

mehrsegmentären leichten Chondrose C2-7 und einer minimen flachbogigen 

Diskusprotrusion C5/6 und C6/7 ohne neuralen Kontakt, intakte dorsale 

discoligamentäre Strukturen C0-Th5, eine normale Artikulation der Facettengelenke 

sowie eine normale Weite des ossären cervicalen Spinalkanals sowie der Foramina 

intervertebralia (Suva-act. 6). Am 15. Mai 2008 folgte ein ambulantes Assessment in 

der Rehaklinik Bellikon. Im Bericht vom 27. Mai 2008 wurden die Diagnosen Unfall vom 

18. April 2008 mit HWS-Distorsion und fraglicher Commotio cerebri, cervicovertebrales 

Syndrom links mehr als rechts, Spannungskopfschmerz von nuchal nach frontal 

reichend sowie psychische Belastungssituation gestellt. Bei der Versicherten sei eine 

erhebliche Symptomausweitung beobachtet worden, bei deren Interpretation die noch 

zu erfolgende psychiatrisch-psychologische Abklärung der Versicherten zu 

berücksichtigen sei (Suva-act. 19). Vom 28. Mai bis 9. Juli 2008 fand ein stationärer 

Aufenthalt in der Rehaklinik Bellikon statt. Es wurden eine ophthalmologische, eine 

neurologische und eine neurootologische Untersuchung sowie radiologische 

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Untersuchungen der HWS und des linken Schultergelenks durchgeführt. Die Diagnosen 

im Austrittsbericht vom 23. Juli 2008 entsprachen denjenigen des ambulanten 

Assessments, wobei an Stelle der psychischen Belastungssituation eine 

Anpassungsstörung, Angst und depressive Reaktion gemischt, angeführt wurde. Der 

Versicherten wurde ab 10. Juli 2008 eine Arbeitsfähigkeit von 50% als erleichterter 

Wiedereinstieg nach langer Arbeitsunfähigkeit attestiert und eine sukzessive Steigerung 

des Arbeitspensums auf 100% bei gutem Verlauf innert zwei bis drei Monaten 

empfohlen (Suva-act. 24 - 27). Laut Zwischenbericht des Hausarztes der Versicherten, 

Dr. med. B.___, Arzt für Allgemeine Medizin FMH, vom 24. September 2008 bestand 

subjektiv weiterhin ein unheimlicher Leidensdruck. Die Versicherte gebe an, dass die 

Arbeit fast nicht möglich sei. Sie versuche stets wieder zu arbeiten, falle aber immer 

wieder aus. Dr. B.___ listete die Arbeitsfähigkeitsgrade der Versicherten ab 10. Juli 

2008 auf, welche sich abwechselnd auf 0% oder 25% beliefen. Als Befunde erhob er 

weiterhin einen Hartspann sowie Bewegungs- und Druckschmerzen, jedoch keine 

neurologischen Ausfälle (Suva-act. 35). Am 22. September 2008 wurde im Auftrag der 

Suva eine biomechanische Kurzbeurteilung durch die AGU Zürich durchgeführt (Suva-

act. 36). Am 5. März 2009 erfolgte eine kreisärztliche Stellungnahme durch Dr. med. 

C.___, Facharzt FMH Orthopädische Chirurgie (Suva-act. 44) und am 18. März 2009 

eine cranio-cerebrale Kernspintomographie in der Radiologie Stephanshorn (Suva-act. 

46). Letztere ergab altersentsprechend normale Befunde ohne Nachweis einer 

intracraniellen tumorösen Raumforderung und ohne Hinweis auf eine durchgemachte 

intracranielle Blutung (Suva-act. 46). Mit Schreiben vom 31. März 2009 kündigte die 

A.___ das Arbeitsverhältnis mit der Versicherten (Suva-act. 47).

A.b   Mit Verfügung vom 15. April 2009 eröffnete die Suva der Versicherten die 

Einstellung der Versicherungsleistungen per 31. Mai 2009. Aufgrund fehlender 

adäquater Unfallfolgen bestehe auch kein Anspruch auf weitere Geldleistungen in Form 

einer Invalidenrente und/oder einer Integritätsentschädigung (Suva-act. 49).

B.       

Die gegen diese Verfügung von Rechtsanwalt lic. iur. D. Speck, Engelburg, am 11. Mai 

2009 erhobene Einsprache (Suva-act. 56) wies die Suva mit Einspracheentscheid vom 

13. August 2009 ab (Suva-act. 60). Zuvor hatte der Krankenversicherer (Swica 

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Gesundheitsorganisation) die vorsorglich erhobene Einsprache (Suva-act. 50) nach 

Einsicht in die Akten zurückgezogen (Suva-act. 52).

C.       

C.a   Gegen den Einspracheentscheid vom 13. August 2009 richtet sich die von 

Rechtsanwalt Speck für die Versicherte eingereichte Beschwerde vom 8. September 

2009 mit den Anträgen, der angefochtene Einspracheentscheid der 

Beschwerdegegnerin vom 13. August 2009 sowie die Verfügung der Suva Chur vom 

15. April 2009 seien aufzuheben und die Angelegenheit sei zur Neubeurteilung an die 

Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Eventualiter sei die Beschwerdegegnerin zu 

verpflichten, der Beschwerdeführerin ab dem 1. Juni 2009 weiterhin Taggelder 

auszurichten, für die Behandlungs- und Abklärungskosten der Beschwerdeführerin 

aufzukommen und der Beschwerdeführerin nach Abschluss der ärztlichen Behandlung 

eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung auszurichten, unter Kosten- und 

Entschädigungsfolge.

C.b   Mit Beschwerdeantwort vom 9. Oktober 2009 beantragte die 

Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde.

C.c   Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin verzichtete auf die Einreichung einer

Replik.

C.d   Auf die Begründungen und Ausführungen in den einzelnen Rechtsschriften bzw. 

medizinischen Akten wird, soweit entscheidnotwendig, in den nachfolgenden 

Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:

1.

Die Beschwerdegegnerin legte im angefochtenen Einspracheentscheid die rechtlichen 

Voraussetzungen zur Leistungspflicht des Unfallversicherers, insbesondere jene des 

natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen Unfallereignis und 

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gesundheitlicher Schädigung zutreffend dar; darauf ist zu verweisen. Anzufügen bleibt, 

dass im Bereich klar ausgewiesener organischer Unfallfolgen im Sinn von 

nachweisbaren strukturellen Veränderungen (ein organisches Substrat konnte mit Bild 

gebenden Untersuchungsmethoden [Röntgen, Computertomogramm, EEG] 

nachgewiesen werden) die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus dem 

natürlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers 

praktisch keine Rolle spielt. Sie ist bei ausgewiesener natürlicher Kausalität ohne 

weiteres zu bejahen (BGE 127 V 103 E. 5b/bb, 123 V 102 E. 3b, 118 V 291 E. 3a, 117 V 

365 E. 5d/bb mit Hinweisen). Sind dagegen die Unfallfolgen organisch nicht 

(hinreichend) fassbar, bewirkt die Bejahung der natürlichen Kausalität nicht 

automatisch auch die Bejahung der adäquaten Kausalität, können doch gerade 

klinische Befunde erfahrungsgemäss auch psychisch ausgelöst werden. In diesen 

Fällen ist eine eigenständige Adäquanzbeurteilung durchzuführen, bei welcher wie folgt 

zu differenzieren ist: Es ist zunächst abzuklären, ob die versicherte Person eine 

Schleudertraumaverletzung erlitten hat. Ist dies nicht der Fall, gelangt die 

Rechtsprechung gemäss BGE 115 V 140 E. 6c/aa zur Anwendung. Ergeben die 

Abklärungen indessen, dass eine versicherte Person eine Schleudertraumaverletzung 

erlitten hat, muss geprüft werden, ob die zum typischen Beschwerdebild einer solchen 

Verletzung gehörenden Beeinträchtigungen zwar teilweise vorliegen, im Vergleich zur 

psychischen Problematik aber ganz in den Hintergrund treten. Trifft dies zu, sind für die 

Adäquanzbeurteilung ebenfalls die in BGE 115 V 140 E. 6c/aa für Unfälle mit 

psychischen Unfallfolgen aufgestellten Grundsätze massgebend (BGE 123 V 99 E. 2a), 

andernfalls erfolgt die Beurteilung der Adäquanz gemäss den in BGE 117 V 359 

festgelegten bzw. den mit BGE 134 V 109 modifizierten Kriterien. Die Anwendung der 

Rechtsprechung zum adäquaten Kausalzusammenhang bei Schleudertraumen der 

HWS setzt voraus, dass die psychischen Beschwerden aus dem Unfall hervorgehen 

und zusammen mit den organischen Beschwerden, die ebenfalls auf das Unfallereignis 

zurückzuführen sind, ein komplexes Gesamtbild ergeben (RKUV 2000 Nr. U 397 S. 328 

E. 3b). Zu präzisieren bleibt, dass die zu den Verletzungen nach klassischem 

Schleudertrauma entwickelte Rechtsprechung zum natürlichen und adäquaten 

Kausalzusammenhang (BGE 119 V 335, 117 V 359) auch auf analoge Verletzungen wie 

Distorsionen der HWS sowie Schädel-Hirntraumen anwendbar ist, wenn und soweit 

sich deren Folgen mit jenen eines Schleudertraumas vergleichen lassen (vgl. Urteil des 

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Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche 

Abteilungen des Bundesgerichts] vom 17. August 2004 [U 243/03] i/S O.G.; RKUV 2000 

Nr. U 395 S. 317, E. 3; BGE 117 V 369).

2.

Den medizinischen Akten ist zu entnehmen, dass die von der Beschwerdeführerin über 

den 31. Mai 2009 hinaus geklagten Beschwerden nicht mit klar ausgewiesenen 

organischen Befunden im Sinn nachweisbarer struktureller Veränderungen erklärbar 

sind. Eine während des stationären Aufenthalts im Spital Rorschach vom 18. bis 21. 

April 2008 durchgeführte radiologische Untersuchung der HWS ergab keine Hinweise 

auf ossäre Verletzungen (Suva-act. 4). Bei einer kernspintomographischen 

Untersuchung der HWS in der Radiologie Stephanshorn vom 28. April 2008 wurden 

eine offensichtlich unfallfremde leichte Chondrose und minime Discusprotrusion ohne 

weiteren neuralen Kontakt festgestellt. Ansonsten zeigte sich die HWS unauffällig 

(Suva-act. 6). Anlässlich der radiologischen Untersuchung der HWS in der Rehaklinik 

Bellikon vom 4. Juni 2008 wurden sodann weder degenerative noch posttraumatische 

Veränderungen festgestellt und die Röntgenbilder des linken Schultergelenks vom 1. 

Juli 2008 zeigten sich unauffällig (Suva-act. 27). Die von der Beschwerdeführerin 

geklagten Schwindelbeschwerden konnten mit der von der Abteilung Arbeitsmedizin 

der Suva am 23. Juni 2008 durchgeführten neurootologischen Untersuchung nicht 

objektiviert werden (Suva-act. 24). Die von Dr. D.___ am 20. Juni 2008 durchgeführte 

ophthalmologische Untersuchung ergab die unfallfremde Diagnose beidseitiger 

Mouches volantes bei physiologischer Glaskörperdestruktion im vorderen Drittel links 

grösser als rechts (vgl. Wikipedia http://de.wikipedia.org/wki/Glaskörperdestruktion; 

Abfrage vom 19. Februar 2010), ansonsten jedoch eine Emmetropie (Suva-act. 25). 

Schliesslich fand sich auch bei der am 25. Juni 2008 von Dr. E.___ durchgeführten 

neurologischen Untersuchung keine organisch fassbare Ursache für die 

Begleitphänomene zum Spannungskopfweh (visuelle Störungen, Geräusche im Ohr). 

Es ergaben sich aber auch keine Hinweise auf eine cervicale Radikulopathie, eine 

Armplexusaffektion links oder eine peripher liegende Neuropathie 

(Carpaltunnelsyndrom usw.). Festzustellen waren jedoch erhebliche muskuläre 

Verspannungen im Nacken-/Schulterbereich links (Suva-act. 26). Anlässlich der 

klinischen Untersuchung in der Rehaklinik Bellikon zeigte sich sodann eine 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 22/30

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ausgeprägte Druckschmerzhaftigkeit bis zur Allodynie reichend im gesamten Bereich 

der paravertebralen Strukturen der HWS und im Bereich des oberen Schultergürtels 

beidseits (links mehr als rechts) (Suva-act. 27, vgl. auch Suva-act. 26). Auch Dr. B.___ 

erhob bei der Beschwerdeführerin laut Bericht vom 24. September 2008 einen 

Hartspann, Druckschmerzen und Bewegungsschmerzen (Suva-act. 35). Klinisch 

erhobene Druckdolenzen, ein Muskelhartspann sowie Bewegungseinschränkungen im 

Bereich der HWS (Suva-act. 35) stellen jedoch praxisgemäss kein klar fassbares 

organisches Substrat dar (vgl. Urteil des EVG vom 3. August 2005 [U 9/05] i/S M., E. 4 

und vom 23. November 2004 [U 109/04] i/S B., E. 2.2.).

3.

3.1 Nach den Ergebnissen der medizinischen Forschung ist bekannt, dass bei 

Schleuderverletzungen sowie bei äquivalenten Verletzungen auch ohne nachweisbare 

pathologische bzw. organische Befunde noch Jahre nach dem Unfall funktionelle 

Ausfälle verschiedenster Art auftreten können. Der Umstand, dass die für ein 

Schleudertrauma, eine Distorsion der HWS oder ein Schädel-Hirntrauma typischen 

Beschwerden nicht mit entsprechenden Untersuchungsmethoden (Röntgen, 

Computertomogramm, EEG) objektivierbar sind, rechtfertigt für sich allein nicht, die 

diesbezüglichen Beschwerden in Abrede zu stellen (BGE 117 V 359 E. 5d/aa).

3.2 Die erstbehandelnden Ärzte des Spitals Rorschach stellten insbesondere die 

Diagnose eines HWS-Beschleunigungstraumas (Suva-act. 4, 5). In den Berichten der 

Rehaklinik Bellikon vom 27. Mai und 23. Juli 2008 (Suva-act. 19, 27) wurde sodann die 

Diagnose einer HWS-Distorsion aufgeführt. Grundsätzlich ist bezogen auf den 

fraglichen Unfallmechanismus - ein nachfolgender Personenwagen fuhr mit der Front 

gegen das Heck des Personenwagens der Beschwerdeführerin (Suva-act. 18) - ein 

eigentliches Schleudertrauma in Betracht zu ziehen (vgl. diesbezüglich Thomas Locher, 

HWS-Distorsionen [Schleudertrauma] - Einführung in die Rechtslage nach 

Schweizerischem Recht, in: Murer/Niederer/Radanov/Rumo-Jungo/Sturzenegger/Walz 

[Hrsg.], Das so genannte "Schleudertrauma" - medizinische, biomechanische und 

rechtliche Aspekte der Distorsionen der Halswirbelsäule, Bern 2002, S. 31 f.). Die 

behandelnden Ärzte des Spitals Rorschach stellten sodann die Verdachtsdiagnose 

einer Commotio cerebri bzw. eines leichten Schädel-Hirntraumas, welche von der 

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Rehaklinik Bellikon übernommen wurde. Gemäss den medizinischen Akten konnte die 

Verdachtsdiagnose aber offenbar nie bestätigt werden. Die Beschwerdeführerin hatte 

im Spital Rorschach über Kopfschmerzen geklagt und angegeben, sie sei mit dem 

Kopf an die Kopfstütze geprallt und habe den Sicherheitsgurt nicht getragen. Eine 

Bewusstlosigkeit wurde verneint (Suva-act. 4, 5). Im Erhebungsblatt für die Abklärung 

von HWS-Fällen der Suva vom 8. Mai 2008 gab die Beschwerdeführerin 

demgegenüber an, den Sicherheitsgurt getragen und keinen Kopfanprall erlitten zu 

haben (Suva-act. 7). Dr. C.___ hielt in seiner ärztlichen Beurteilung vom 26. Mai 2008 

fest, dass die Kombination einer HWS-Verletzung und einer Commotio cerebri bei 

getragenen Sicherheitsgurten äusserst selten sei (Suva-act. 16). Der biomechanischen 

Kurzbeurteilung der AGU Zürich vom 22. September 2009 ist schliesslich zu 

entnehmen, dass ein echter, hirnorganisch bedingter Bewusstseinsverlust, der 

allenfalls auf eine "milde traumatische Hirnverletzung" hinweisen könnte, 

auszuschliessen sei, wenn durch die biomechanische Analyse und die Aktenlage 

erstellt sei, dass zum einen kein Kopfanprall stattgefunden habe, und zum andern bei 

der ermittelten kollisionsbedingten Geschwindigkeitsänderung (delta-v) ein 

Beschleunigungsmechanismus bezüglich des Gehirns in einem nur unerheblichen 

Ausmass habe stattfinden können. Spitäler und Ärzte seien zudem im Rahmen der 

Wahrung ihrer Sorgfaltspflicht viel eher dazu geneigt, die Diagnose einer Commotio 

cerebri zu stellen und den Patienten entsprechend aufzuklären und zu überwachen. 

Gegen diese Praktik "an der Front" sei unter dem Gesichtspunkt der Gesundheit des 

Patienten nichts einzuwenden; der Nachteil für die anschliessende Zeit der 

Verarbeitung eines Ereignisses sei jedoch das Engramm, das mit diesen Massnahmen 

gesetzt worden sei, nämlich dasjenige einer Gehirnerschütterung, wenn nicht sogar 

eines Hirnschadens. Dieses Erleben des Patienten könne längerfristig dazu führen, 

dass das Ereignis vom Patienten überschätzt werde (Suva-act. 36). Die cranio-

cerebrale Kernspintomographie in der Radiologie Stephanshorn vom 18. März 2009 

ergab schliesslich keine Hinweise auf pathologische Veränderungen im Kopf (Suva-act. 

46). Diese Umstände sprechen gegen das Vorliegen einer Commotio cerebri. Ob die 

Beschwerdeführerin ein eigentliches Schleudertrauma und/oder eine 

schleudertraumaähnliche Verletzung, d.h. eine HWS-Distorsion oder ein Schädel-

Hirntrauma, erlitten hat, braucht nicht abschliessend geklärt zu werden. Es kann 

jedenfalls davon ausgegangen werden, dass sie eine Verletzung im HWS-Bereich 

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erlitten hat, auch wenn sich diese unbestrittenermassen nicht strukturell nachweisen 

liess.

3.3 Ist ein Schleudertrauma oder eine dem Schleudertrauma äquivalente Verletzung 

diagnostiziert und liegt ein für die Verletzung typisches Beschwerdebild mit einer 

Häufung von Beschwerden wie diffusen Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- 

und Gedächtnisstörungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit und Visusstörungen, 

Reizbarkeit, Affektlabilität, Depressionen, Wesensveränderung usw. vor, so ist der 

natürliche Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und der danach eingetretenen 

Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit in der Regel anzunehmen (BGE 117 V 359 E. 4b; vgl. 

auch BGE 117 V 369 E. 3e). Nach der aktuellen Rechtsprechung der 

Sozialversicherungsrechtlichen Abteilungen des Bundesgerichts (Urteile vom 30. 

Januar 2007 [U 215/05] i/S T. und vom 15. März 2007 [U 258/06] i/S G.) muss bei einer 

HWS-Verletzung das typische Beschwerdebild (mit einer Häufung von Beschwerden) 

nicht in seiner umfassenden Ausprägung innerhalb von 24 bis höchstens 72 Stunden 

nach dem Unfall auftreten. Vielmehr genügt es, wenn sich in diesem Zeitraum 

Beschwerden in der Halsregion oder an der HWS manifestieren (RKUV 2000 Nr. 359 S. 

29 E. 5e). Die andern im Rahmen eines Schleudertraumas oder einer HWS-Distorsion 

typischerweise auftretenden Beschwerden müssen sich jedoch immerhin in einem 

Zeitraum manifestieren, der es erlaubt, vom Vorhandensein eines natürlichen 

Kausalzusammenhangs auszugehen.

3.4 Zwischen den Parteien ist unbestritten geblieben, dass die zum typischen 

Beschwerdebild nach einem Schleudertrauma gehörenden Beeinträchtigungen 

innerhalb der erforderlichen Latenzzeit aufgetreten sind. Den medizinischen Akten ist 

ein typisches buntes Beschwerdebild - Kopf- und Nackenschmerzen, Schwindel und 

Übelkeit - zu entnehmen, das als natürlich-kausale Unfallfolge eines Schleudertraumas 

zu betrachten ist (vgl. Suva-act. 4, 5, 7). Entsprechend hat die Beschwerdegegnerin 

zunächst auch einen Leistungsanspruch der Beschwerdeführerin anerkannt. Per 31. 

Mai 2009 stellte sie dann ihre Leistungen ein.

4.

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4.1 Zu prüfen gilt es somit, ob die von der Beschwerdeführerin nach dem 

Einstellungsdatum vom 31. Mai 2009 weiterhin geklagten Beschwerden in einem 

natürlichen Kausalzusammenhang zum Unfallereignis vom 18. April 2008 stehen oder 

ob die Beschwerdegegnerin ihre Leistungen zu Recht eingestellt hat. Diesbezüglich ist 

darauf hinzuweisen, dass die Leistungspflicht des Unfallversicherers erst entfällt, wenn 

das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines 

Gesundheitsschadens mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen ist.

4.2

4.2.1      Während des stationären Aufenthalts in der Rehaklinik Bellikon vom 28. Mai 

bis 9. Juli 2008 litt die Beschwerdeführerin immer noch unter Kopf- und 

Nackenschmerzen sowie Schwindel (Suva-act. 23, 27). Im Kurzbericht sowie im 

Austrittsbericht der Rehaklinik Bellikon vom 8. bzw. 23. Juli 2008 (Suva-act. 23, 27) 

werden daneben erstmals weitere Symptome wie Augenprobleme (Sehen von 

schwarzen Punkten) und psychische Auffälligkeiten (gesteigerte Reizbarkeit, Nervosität, 

ausgeprägte Angstgefühle, schnelle Ermüdbarkeit) aufgeführt. Diese Beschwerden 

gelten ebenfalls als typische Beschwerden nach Beschleunigungsverletzungen (vgl. 

dazu BGE 117 V 359 E. 4b; Liste in H. Schmidt/J. Senn Hrsg., Schleudertrauma - 

neuester Stand: Medizin, Biomechanik, Recht und Case Management, 1. Aufl. Zürich 

2004, S. 14 f.). Diesen Beschwerdeverlauf wertete die Rehaklinik Bellikon im Bericht 

über das ambulante Assessment vom 27. Mai 2008 als erhebliche 

Symptomausweitung. Den Schluss zog sie aus ihren Beobachtungen im Rahmen des 

Assessements mit einer undifferenzierten Beschreibung von Schmerz und 

Einschränkungen, einem nicht adäquaten Schmerzverhalten sowie einem schlechten 

Leistungsverhalten. Unter der Rubrik "Symptomausweitung" wurde vermerkt, dass bei 

der Interpretation der Befunde die psychiatrische Diagnose bzw. das Ergebnis der 

vorgesehenen psychiatrischen Abklärung zu berücksichtigen sei (Suva-act. 19, 23). Im 

Austrittsbericht vom 23. Juli 2008 wurde sodann festgehalten, dass sich das Ausmass 

der demonstrierten physischen Einschränkungen mit den relativ geringfügigen 

objektivierbaren pathologischen Befunden der klinischen Untersuchung und der 

bildgebenden Abklärung sowie der Diagnose aus somatischer Sicht nur ungenügend 

erklären lasse (Suva-act. 27). Im angefochtenen Einspracheentscheid äusserte sich 

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zwar die Beschwerdegegnerin nicht ausdrücklich zur Frage der natürlichen Kausalität 

und prüfte den adäquaten Kausalzusammenhang zwischen den geklagten 

Beschwerden und dem Unfall vom 18. April 2008 in Anwendung der Rechtsprechung 

zu den psychischen Unfallfolgen (BGE 115 V 133). Dennoch ist davon auszugehen, 

dass insbesondere die oben dargelegte Beurteilung der Rehaklinik Bellikon der 

Beschwerdegegnerin Anlass zur Leistungseinstellung per 31. Mai 2009 gab. Wie die 

nachfolgenden Erwägungen aufzeigen, ergeben jedoch die vorliegenden medizinischen 

Akten keine ausreichende Grundlage für den Schluss eines überwiegend 

wahrscheinlichen Dahinfallens jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen 

eines Gesundheitsschadens per 31. Mai 2009.

4.2.2      Wie bereits erwähnt ist es rechtsprechungsgemäss nicht erforderlich, dass die 

für eine Beschleunigungsverletzung der HWS charakteristischen Beschwerden bereits 

unmittelbar nach dem Unfall aufgetreten sind. Insbesondere psychische Auffälligkeiten 

(Angst, Aggressivität) treten nicht (nur) als Sofortbeschwerden auf, sondern zeigen sich 

(gegebenenfalls) erst nach einem beschwerdefreien Intervall (vgl. Liste in H. Schmidt/

J. Senn, a.a.O., S. 14). Die Beschwerdeführerin hielt sich bereits rund einen Monat 

nach dem Unfall stationär in der Rehaklinik Bellikon auf. Angesichts dieser Latenzzeit 

kann ein komplexes Gesamtbild von aus dem Unfall hervorgehenden organischen und 

psychischen Beschwerden nicht zweifellos ausgeschlossen werden. Die im 

Austrittsbericht der Rehaklinik Bellikon gestellte Diagnose einer Anpassungsstörung 

weist zwar nicht uneingeschränkt auf ein komplexes Gesamtbild hin. Immerhin wurde 

die Diagnose aber mit Angst und depressiver Reaktion beschrieben. Diese beiden 

Komponenten gehören zum typischen Beschwerdebild im Anschluss an ein HWS-

Trauma (vgl. dazu BGE 117 V 359 E. 4b; Liste in H. Schmidt/J. Senn, a.a.O., S. 14 f.). 

Insofern erscheint die Ansicht der Rehaklinik Bellikon (vgl. Suva-act. 23) bzw. der 

Beschwerdegegnerin - im Zusammenhang mit der anhaltenden Schmerzproblematik 

und den weiteren Symptomen (wie Sehstörungen und Schwindel) stehe ein ängstliches 

Verhalten im Vordergrund und eine Weiterbehandlung bei der Psychologin sei indiziert, 

d.h. die Gesundheitsstörungen im Zusammenhang mit dem typischen Beschwerdebild 

nach HWS-Trauma träten gegenüber vorhandenen psychischen Beschwerden in den 

Hintergrund, weshalb die Adäquanzbeurteilung nach der "Psycho-Praxis" gemäss BGE 

115 V 133 vorzunehmen sei - nicht überzeugend. Massgebend ist dabei, dass die 

Rehaklinik Bellikon zwar festhält, die psychische Diagnose sei zu berücksichtigen, 

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dieser jedoch offensichtlich kaum eine pathologische Bedeutung beimisst bzw. aus 

psychiatrischer Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit als gegeben betrachtet 

(Suva-act. 27). Fragwürdig erscheint auch der Umstand, dass in den Akten eine 

psychiatrisch-psychologische Abklärung fehlt. Dies obwohl die Rehaklinik Bellikon im 

Bericht vom 27. Mai 2008 über das ambulante Assessment (Suva-act. 19) im 

Zusammenhang mit der Beobachtung einer erheblichen Symptomausweitung darauf 

verweist, es sei hierbei die noch vorzunehmende psychiatrisch-/psychologische 

Abklärung zu berücksichtigen (Suva-act. 27).

4.2.3      Die Feststellungen der Rehaklinik Bellikon im Austrittsbericht zur 

Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin vermögen sodann ebenfalls keine Klarheit 

hinsichtlich der gesundheitlichen Situation herbeizuführen. So wurde - mit der in 

Erwägung 4.2.2 dargelegten Schlussfolgerung der Rehaklinik Bellikon bzw. der 

Beschwerdegegnerin wenig harmonierend - festgehalten, dass aus psychiatrischer 

Sicht keine Arbeitsunfähigkeit bestehe. Trotzdem wurde der Beschwerdeführerin ab 10. 

Juli 2008 - wenn auch nur im Sinn eines nach langer Arbeitsunfähigkeit erleichterten 

Wiedereinstiegs - eine Arbeitsfähigkeit von lediglich 50% mit sukzessiver Steigerung 

des Arbeitspensums auf 100% bei gutem Verlauf innert zwei bis drei Monaten 

attestiert. Diese Aussage ist als reine Prognose zu betrachten, die sich im Nachhinein 

offensichtlich nicht bewahrheitete. Die Beschwerdeführerin realisierte laut Dr. B.___ 

wegen Hartspann, Bewegungs- und Druckschmerzen ab 10. Juli 2008 ihre Arbeit 

lediglich in einem Umfang von 25%. In den folgenden Monaten wechselte die 25%-ige 

Arbeitsfähigkeit mit einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit ab (Suva-act. 35). Die 

Beschwerdegegnerin bestätigte im weiteren Verlauf die Arbeitsfähigkeitstaxation von 

Dr. B.___ bzw. hielt in ihrem Schreiben vom 23. September 2008 gegenüber der 

Arbeitgeberin fest, dass die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin aufgrund des 

aktuellen Heilungsverlaufs, der Präsenzzeit im Betrieb und dem messbaren 

Leistungsvermögen revidiert und neu festgelegt werde und auf dieser Basis Taggelder 

ausgerichtet würden (Suva-act. 34). In der Folge erbrachte die Beschwerdegegnerin 

noch rund ein Jahr nach dem stationären Aufenthalt in der Rehaklinik Bellikon und 

entgegen der Prognose Leistungen.

4.2.4      Wenn die Beschwerdegegnerin nun geltend machen will, die jetzigen 

Beschwerden seien nicht mehr auf das Unfallereignis zurückzuführen, so kann sie die 

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Leistungseinstellung nicht auf denselben - im Übrigen prognostischen - Bericht 

abstützen, aufgrund dessen sie zuvor noch Leistungen ausgerichtet hat. Aus dem 

Austrittsbericht der Rehaklinik Bellikon resultiert nicht schlüssig, dass die noch 

bestehenden Beschwerden nicht mehr auf das Unfallereignis zurückzuführen sind. Die 

während des stationären Aufenthalts durchgeführten augenärztlichen, 

neurootologischen sowie neurologischen Untersuchungen (Suva-act. 24, 25, 26) 

dienten dazu, objektivierbare organische Unfallfolgen auszuschliessen. Bloss aus dem 

Umstand, dass keine organischen Unfallfolgen vorliegen, kann jedoch bei einer 

Beschleunigungsverletzung der HWS nicht auf eine Leistungseinstellung geschlossen 

werden, liegt doch die Schwierigkeit bei der Beurteilung von Schleudertrauma-Fällen 

für den Mediziner gerade darin, dass diese mit bildgebenden oder anderen 

objektivierenden Untersuchungsmethoden häufig nicht zu erfassen sind (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts vom 16. März 2007 [U 457/06] i/S R., E. 5). Grundsätzlich handelt es 

sich bei einem Neurologen um einen Arzt mit einer im konkreten Fall spezifischen 

Fachkompetenz. Eine klare Äusserung zur Unfallkausalität der noch geklagten 

Beschwerden enthält jedoch auch der Bericht von Dr. E.___ vom 26. Juni 2008 nicht 

(Suva-act. 26). Vielmehr wird festgehalten, dass die Beschwerdeführerin unter Kopfweh 

vom Spannungstyp leide und der Begriff "chronisch" gemäss internationaler 

Klassifikation der IHS erst verwendet werde, wenn das Leiden mehr als sechs Monate 

bestehe, was hier noch nicht der Fall sei. Gerade die Chronifizierung mit Symp­

tomausweitung würde jedoch gegen ein unfallkausales Substrat sprechen. Im Verlauf 

einer solchen wird das ursprünglich erlittene Verletzungsmuster für das Ausmass der 

erlebten Behinderung immer bedeutungsloser. Andere Faktoren, wie zum Beispiel das 

Individuum selber, die Arbeitsumstände, das soziale Umfeld, das medizinische und 

legale System sowie ökonomische Umstände spielen eine massgebende Rolle (vgl. 

Bär/Bertrand/Kiener, Medizinische Mitteilungen der Suva Nr. 67 vom Dezember 1994, 

S. 45 ff.). Die Feststellung von Dr. E.___, unklare Begleitphänomene zum 

Spannungskopfweh wie u.a. visuelle Störungen (schwarze Punkte) oder Geräusche im 

Ohr hören gehörten zu den somatoformen - und damit zu den psychisch bedingten 

(vgl. dazu AHI 2000 S. 159 E. 4b mit Hinweisen; WHO und Dilling/Freyberger [Hrsg.], 

Taschenführer zur ICD-10-Klassifikation psychischer Störungen, 4. Aufl., Bern 2008, 

S. 195) - Erscheinungen und man fände solche Phänomene ohne organisch fassbare 

Ursache immer wieder in diesem Zusammenhang, ist im Grundsatz nicht in Frage zu 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 29/30

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stellen. Hingegen ist auch in diesem Zusammenhang auf die Parallelitäten zu solchen 

nach Schleudertraumen bzw. schleudertraumaäquivalenten Verletzungen geklagten 

Beschwerden hinzuweisen. Die Verneinung einer zervikalen Radikulopathie sowie das 

Fehlen von Hinweisen für eine Armplexusaffektion links oder eine weiter peripher 

liegende Neuropathie (Karpaltunnelsyndrom usw.) stellen letztlich ebenfalls nur die 

Verneinung organisch objektivierbarer Unfallfolgen dar.

4.3 Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Beschwerdegegnerin den Sachverhalt 

im Zeitpunkt der Leistungseinstellung nicht hinreichend abgeklärt hat. Lediglich die 

Möglichkeit, dass die noch bestehenden Beschwerden nicht mehr auf das 

Unfallereignis zurückzuführen sind, genügt für eine Leistungseinstellung nicht. Vielmehr 

liegt die Beweislast, da es sich um eine anspruchsaufhebende Tatsache handelt, 

anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender Kausalzusammenhang 

gegeben ist, nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 

2000 Nr. U 363 S. 46 E. 2 mit Hinweisen). Die vorliegenden medizinischen Akten lassen 

jedoch einen solchen Schluss nicht zu. Die Einholung eines polydisziplinären 

Gutachtens, das u.a. auch eine psychiatrische Beurteilung beinhaltet hätte, mit 

Einschätzung der Unfallkausalität wäre notwendig gewesen. Ohne ein solches 

Gutachten lässt sich auch die Adäquanzbeurteilung nicht abschliessend vornehmen. In 

diesem Zusammenhang liesse sich im Übrigen aufgrund der Akten durchaus auch die 

Frage stellen, ob diese Prüfung nicht zu früh erfolgt ist, weil der Zeitpunkt für den 

Fallabschluss (bzw. die Adäquanzprüfung) noch nicht erreicht war (vgl. BGE 134 V 109 

E. 3.2 und E. 4; vgl. Suva-act. 27, S. 1 Rubrik "Prozedere medizinisch").

5.

5.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung des 

angefochtenen Einspracheentscheids vom 13. August 2009 dahingehend 

gutzuheissen, dass die Streitsache zu ergänzender medizinischer Abklärung im Sinn 

der Erwägungen und anschliessender neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin 

zurückgewiesen wird.

5.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]).

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 30/30

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5.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Partei 

hingegen Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Als volles Obsiegen gilt auch die 

Rückweisung der Sache an die Verwaltung zwecks ergänzender Abklärungen (BGE 127 

V 234 E. 2b/bb). Unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache, der 

Schwierigkeit des Prozesses und der eingereichten Rechtsschriften rechtfertigt es sich, 

die Parteientschädigung auf pauschal Fr. 3'000.-- (inkl. Barauslagen und 

Mehrwertsteuer) festzulegen.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

entschieden:

1.       Die Beschwerde wird dahingehend gutgeheissen, dass der Einspracheentscheid 

vom 13. August 2009 aufgehoben und die Streitsache zu ergänzenden medizinischen 

Abklärungen im Sinn der Erwägungen und anschliessender neuer Verfügung an die 

Beschwerdegegnerin zurückgewiesen wird.

2.       Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.       Die Beschwerdegegnerin hat die Beschwerdeführerin mit Fr. 3'000.-- (inkl. 

Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 23.03.2010
	Art. 6 UVG: Bejahung schleudertraumatypischer Beschwerden nach HWS-Distorsion. Aus dem Umstand, dass keine organischen Unfallfolgen vorliegen, kann bei einer HWS-Distorsion nicht auf eine Leistungseinstellung geschlossen werden. Die Beschwerdegegnerin hat den Sachverhalt im Zeitpunkt der Leistungseinstellung nicht genügend abgeklärt. Die blosse Möglichkeit, dass die jetzigen Beschwerden nicht mehr auf das Unfallereignis zurückzuführen sind, genügt für eine Leistungseinstellung nicht. Rückweisung der Streitsache zu ergänzender medizinischer Abklärung (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 23. März 2010, UV 2009/90).

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