# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 682a92a1-a9fc-54e3-8e37-185fb2c92282
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-04-23
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 23.04.2010 E-5398/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-5398-2008_2010-04-23.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-5398/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 3 .  A p r i l  2 0 1 0

Einzelrichterin Regula Schenker Senn, 
mit Zustimmung von 
Richterin Jenny de Coulon Scuntaro;
Gerichtsschreiber Rudolf Raemy.

A._______,
B._______,
C._______,
Türkei,
alle vertreten durch D._______, 
Beschwerdeführende,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung;
Verfügung des BFM vom 18. Juli 2008 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-5398/2008

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass die Beschwerdeführenden eigenen Angaben zufolge ihr Heimat-
land  am 14. Januar  2008  über  den Flughafen von Istanbul  auf  dem 
Luftweg verliessen und gleichentags in die Schweiz einreisten, wo sie 
am 18. Januar 2008 um Asyl nachsuchten,

dass  sie  anlässlich  der  Kurzbefragungen  im  Empfangs-  und  Verfah-
renszentrum E._______ vom 25. Januar 2008 sowie der direkten An-
hörung  vom  6. Juni  2008 zur  Begründung  ihrer  Asylgesuche  im 
Wesentlichen geltend machten,  A._______ (Beschwerdeführer 1) sei 
aufgrund  seiner  politischen  Aktivitäten  für  die  HADEP  unter 
polizeilichen Druck geraten,

dass  er  von  1999  bis  2001  als  Mitglied  der  HADEP  in  F._______ 
Parteisekretär und Gemeinderat gewesen sei und deswegen von der 
Polizei überwacht und wiederholt bedroht, beschimpft und geschlagen 
worden sei,

dass er in der Folge zusammen mit seiner Familie im Jahre 2001 den 
Wohnsitz nach G._______ verlegt habe,

dass er dort im Jahre 2003 in Kontakt mit dem Christentum gekommen 
sei, zu welchem er sich im Jahre 2004 bekehrt habe, wie später auch 
die Beschwerdeführerin und C._______ (Beschwerdeführer 2),

dass der Beschwerdeführer 2 wegen seiner Beziehung zum Christen-
tum  in  der  Schule  in G._______  Benachteiligungen  und  Schikanen 
ausgesetzt  gewesen  sei,  schlechte  Noten  erhalten  habe  und  von 
Jugendlichen geschlagen worden sei,

dass der Beschwerdeführer 1 am 4. Juli 2004 getauft worden sei, und 
die Beschwerdeführenden regelmässig zusammen mit weiteren Perso-
nen den Gottesdienst in ihren Wohnungen gefeiert hätten,

dass die Beschwerdeführenden deswegen von Nachbarn belästigt und 
bedroht worden seien, so dass sie im Juni 2005 nach H._______ und 
aus den gleichen Gründen später nach I._______ gezogen seien, wo 
sie die letzten drei Jahre beziehungsweise bis zu ihrer Ausreise gelebt 
hätten,

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dass der Beschwerdeführer 1 im April 2007 nach einer Teilnahme an 
einem Gottesdienst von Zivilpolizisten entführt, geschlagen, vergewal-
tigt und mit dem Tode bedroht worden sei,

dass ihm auch mit  dem Tod seiner Frau und seines Sohnes gedroht 
worden sei,

dass der Beschwerdeführer 1 nach dem Umzug nach I._______ seine 
Religionszugehörigkeit  in  der  Schule  verheimlicht  habe,  jedoch  wei-
terhin regelmässig zur Kirche gegangen sei,

dass der Beschwerdeführer 2 am 31. Dezember 2007 an einer Veran-
staltung in H._______ von der Polizei kontrolliert,  mitgenommen und 
zwei Tage lang festgehalten worden sei, nachdem sein Kreuz, welches 
er am Hals getragen habe, entdeckt worden sei,

dass der Beschwerdeführer 1 nach H._______ gekommen sei und die 
Freilassung seines Sohnes erwirkt habe,

dass sich nach all diesen Vorkommnissen die Beschwerdeführenden in 
der Türkei als Christen und Kurden nicht mehr sicher gefühlt und des-
wegen das Heimatland im Januar 2008 verlassen hätten,

dass  die  Beschwerdeführenden  zum  Beweis  ihrer  Vorbringen  drei 
Schul-  und  Berufsdiplome,  ein  Universitätsdiplom,  ein  Foto,  welches 
den Beschwerdeführer 1 bei seiner Taufe zeige, ein Schreiben eines 
Geistlichen sowie eine kirchliche Bestätigung zu den Akten reichten,

dass das BFM die Asylgesuche der Beschwerdeführenden mit Verfü-
gung vom 18. Juli 2008 – eröffnet am 22. Juli 2008 – ablehnte und die 
Wegweisung aus der Schweiz sowie deren Vollzug anordnete,

dass das BFM zur Begründung im Wesentlichen anführte, die Vorbrin-
gen  der  Beschwerdeführenden  genügten  den  Anforderungen  an  die 
Flüchtlingseigenschaft nicht,

dass den Beschwerdeführenden auf Gesuch hin vom BFM am 4. Au-
gust 2008 Einsicht in die Verfahrensakten gewährt wurde,

dass die Beschwerdeführenden mit Eingabe vom 21. August 2008 ge-
gen die  Verfügung  des BFM vom 18. Juli  2008 beim Bundesverwal-
tungsgericht  Beschwerde erhoben und dabei  beantragten,  die  ange-

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fochtene Verfügung sei aufzuheben, ihre Flüchtlingseigenschaft festzu-
stellen und ihnen Asyl zu gewähren,

dass ihnen für die Dauer des Verfahrens der Aufenthalt in der Schweiz 
zu gestatten sei,

dass eventualiter festzustellen sei, dass der Vollzug der Wegweisung 
unzulässig und unzumutbar sei, und sie in der Schweiz vorläufig auf-
zunehmen seien,

dass  ferner  der  Verzicht  auf  die  Erhebung eines  Kostenvorschusses 
und sinngemäss die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege be-
antragt wurden,

dass die Beschwerdeführenden zum Beweis ihrer Vorbringen zwei In-
ternetausdrucke (einen Artikel  der NZZ online vom 26. Februar 2006 
und einen Artikel aus Spiegel online vom 19. April 2007), eine Bestäti-
gung des Bezirksvorstehers der DTP von F._______, wonach der Be-
schwerdeführer 1 früher als Bezirkssekretär der HADEP und als HA-
DEP-Mitglied  im  Gemeindeparlament  tätig  gewesen  sei,  sowie  eine 
Einladung zur Versammlung des Gemeindeparlaments F._______ (je 
mit  deutscher  Übersetzung)  und  eine  Bestätigung  ihrer 
Fürsorgeabhängigkeit zu den Akten reichten,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  mit  Verfügung  vom  29. August 
2008 den Eingang der Beschwerde bestätigte und unter anderem fest-
hielt,  dass die Beschwerdeführenden den Ausgang des Verfahrens in 
der Schweiz abwarten könnten,

dass das BFM am 29. August 2008 eine deutsche Übersetzung eines 
von  den  Beschwerdeführenden  eingereichten  Beweismittels  ("Über-
trittsdokument" vom 18. Mai  2005) an das Bundesverwaltungsgericht 
überwies,

dass diese – offenbar nicht von den Beschwerdeführenden erstellte – 
Übersetzung  den  Beschwerdeführenden  vom  Bundesverwaltungsge-
richt mit Zwischenverfügung vom 8. September 2008 zur Kenntnis ge-
bracht wurde,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  mit  gleicher  Zwischenverfügung 
vom 8. September 2008 die Gesuche um Gewährung der unentgeltli-
chen  Rechtspflege  und  Verzicht  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvor-

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schusses  abwies,  und  die  Beschwerdeführenden  aufforderte,  einen 
Kostenvorschuss von Fr. 600.-- einzuzahlen,

dass der Kostenvorschuss am 15. September 2008 fristgerecht geleis-
tet wurde,

dass die Beschwerdeführenden mit Eingabe vom 30. September 2008 
eine vom IHD (Menschenrechtsverein)  ausgestellte  Bestätigung vom 
25. September 2008 mit  deutscher Übersetzung zu den Akten reich-
ten,

und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden ge-
gen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 
über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG,  SR 172.021])  des  BFM  ent-
scheidet  (Art. 105  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni 1998  [AsylG, 
SR 142.31]  i.V.m.  Art. 31-33  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32];  Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesge-
richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass sich das Verfahren nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG 
richtet,  soweit  das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und 
Art. 6 AsylG),

dass die Beschwerde frist- und formgerecht eingereicht wurde, die Be-
schwerdeführenden  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz  teilgenommen 
haben, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt sind, ein 
schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-
rung haben und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert sind 
(Art. 108 Abs. 2 AsylG sowie 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 
Abs. 1, Art. 50 und Art. 52 VwVG), weshalb auf die Beschwerde einzu-
treten ist,

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

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dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterli-
cher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  bezie-
hungsweise einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e 
AsylG), und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt, um eine 
solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu 
begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass sich dieses Vorgehen vorliegend trotz der relativ langen Verfah-
rensdauer  rechtfertigt,  zumal  die  Beschwerde  bereits  mit  Verfügung 
vom 8. September 2008 als  aussichtslos bezeichnet  worden ist,  und 
sich seither keine wesentliche Veränderung des Sachverhalts ergeben 
hat,

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG zudem auf einen Schriften-
wechsel verzichtet wurde,

dass  die  Schweiz  Flüchtlingen  grundsätzlich  Asyl  gewährt  (Art. 2 
Abs. 1  AsylG),  wobei  als  Flüchtling  eine  ausländische  Person  aner-
kannt wird, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie 
zuletzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität,  Zugehörig-
keit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen 
Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete 
Furcht  hat,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu  werden  (Art. 3  Abs. 1 
AsylG),

dass die Flüchtlingseigenschaft nachgewiesen oder zumindest glaub-
haft gemacht werden muss (Art. 7 AsylG),

dass die Flüchtlingseigenschaft  glaubhaft  gemacht ist,  wenn die Be-
hörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-
geben hält, 

dass Vorbringen insbesondere dann unglaubhaft sind, wenn sie in we-
sentlichen Punkten zu wenig begründet  oder in sich widersprüchlich 
sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälsch-
te oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden,

dass das BFM in der angefochtenen Verfügung festhielt, bei offensicht-
lich fehlender Asylrelevanz könne darauf verzichtet werden, auf allfälli-
ge Unglaubhaftigkeitselemente in den Vorbringen der Beschwerdefüh-
renden einzugehen,

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dass die  vom Beschwerdeführer  geltend gemachten Schwierigkeiten 
mit den türkischen Behörden wegen seiner Tätigkeiten für die HADEP 
bis im Jahr 2001 zu weit zurückliegen würden, um noch als Anlass für 
die Ausreise gewertet werden zu können,

dass das Gleiche für die Benachteiligungen und Schikanen gelte, de-
nen die Familie in ihrer Eigenschaft als Christen und Kurden während 
ihres Aufenthalts in G._______ bis im Jahr 2003 angeblich ausgesetzt 
gewesen seien,

dass  auch  der  angeblichen  Entführung  und  Vergewaltigung  des  Be-
schwerdeführers 1 vom April 2007 der zeitliche und sachliche Zusam-
menhang zur Ausreise im Januar 2008 fehle,

dass der Beschwerdeführer 1 zudem darauf verzichtet habe, den türki-
schen Staat und dessen Sicherheitsorgane um Schutz zu ersuchen,

dass die türkischen Behörden erfahrungsgemäss gewillt  seien, Über-
griffe der geltend gemachten Art zu ahnden,

dass es den Beschwerdeführenden frei stehe, sich allfälligen lokalen 
Schikanen durch eine Verlegung des Wohnsitzes zu entziehen,

dass den Akten ferner keine substanziierten Hinweise zu entnehmen 
seien,  wonach  die  Beschwerdeführenden  bei  einer  Rückkehr  in  die 
Türkei mit  Verfolgungsmassnahmen seitens der türkischen Behörden 
zu rechnen hätten,

dass eine begründete Furcht vor Verfolgung allein aufgrund der ethni-
schen beziehungsweise religiösen Zugehörigkeit nicht gegeben sei,

dass die Vorbringen der Beschwerdeführenden somit den Anforderun-
gen an die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG nicht standhiel-
ten,

dass daran auch die ins Recht gelegten Beweismittel nichts zu ändern 
vermöchten,

dass  die  Schul-  und Arbeitszeugnisse  und Diplome sowie  die  doku-
mentierte  Konvertierung  des  Beschwerdeführers  1  zum  christlichen 
Glauben eine asylrechtlich relevante Verfolgung nicht zu belegen ver-
möchten,

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dass der Vollzug der Wegweisung zulässig, zumutbar und möglich sei,

dass die Beschwerdeführenden zur Begründung ihrer Beschwerde im 
Wesentlichen geltend machten, ihre Vorbringen genügten sowohl den 
Anforderungen  an  die  Glaubhaftigkeit  als  auch jenen an die  Flücht-
lingseigenschaft,

dass der Beschwerdeführer 1 aufgrund seiner  politischen Aktivitäten 
den Behörden bekannt gewesen sei, durch den mehrmaligen Wechsel 
seines Wohnorts versucht habe, sich einer Festnahme durch die Poli-
zei  zu entziehen,  indessen immer in  der  Angst  habe leben müssen, 
verhaftet zu werden,

dass seine zweijährige Tätigkeit als Parteisekretär der HADEP genügt 
habe, um als PKK freundliche Person registriert zu werden,

dass jede registrierte Personen jederzeit  Gefahr laufe, überall  in der 
Türkei durch die Polizei festgenommen zu werden,

dass einer  der  Gründe für  die Ausreise die politische Vergangenheit 
des Beschwerdeführers 1 gewesen sei,  so dass die Behauptung der 
Vorinstanz,  wonach es  zwischen  den politischen Aktivitäten und der 
Ausreise weder einen zeitlichen noch einen sachlichen Kausalzusam-
menhang gebe, nicht zutreffend sei,

dass es im Weiteren eine bekannte Tatsache sei, dass die christliche 
Minderheit im Allgemeinen und die konvertierten Muslime im Besonde-
ren unterdrückt oder gar ermordet würden,

dass Übergriffe durch Dritte auf Christen seitens der türkischen Behör-
den stillschweigend gebilligt würden,

dass konvertierte Muslime sowohl von ihren Verwandten als auch von 
der  Gesellschaft  verstossen  und  jederzeit  Gefahr  laufen  würden,  ir-
gendwann auf offener Strasse erstochen zu werden,

dass  die  Beschwerdeführenden  von  H._______  nach  I._______ 
gezogen seien, sich indessen auch dort  den Übergriffen nicht hätten 
entziehen können,

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dass der vom Beschwerdeführer geschilderte Übergriff vom April 2007 
aufzeige, welchen Wert ein Mensch, der zum Christentum konvertiert 
sei, bei den Behörden und in der Gesellschaft habe, 

dass sich der Beschwerdeführer 1 aufgrund seiner politischen Aktivität 
sehr  wohl  exponiert  habe  und  somit  klar  staatlichen  Repressionen 
ausgesetzt gewesen sei,

dass  davon  ausgegangen  werden  müsse,  dass  der  Beschwerdefüh-
rer 1 sowohl staatlicher als auch nichtstaatlicher Verfolgung ausgesetzt 
gewesen sei,

dass zudem die ganze Familie aufgrund ihres Übertritts zum Christen-
tum nichtstaatlicher Verfolgung ausgesetzt gewesen sei,

dass die Schweizerische Asylrekurskommission (ARK) ihre Rechtspre-
chung  zur  flüchtlingsrechtlichen  Relevanz  nichtstaatlicher  Verfolgung 
mit  dem  Wechsel  von  der  Verfolgungs-  zur  Schutztheorie  geändert 
habe, und diese Theorie auch im Verfahren der Beschwerdeführenden 
anzuwenden sei,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  nach  eingehender  Prüfung  der 
Akten zum Schluss kommt, dass das BFM zu Recht argumentiert hat, 
es fehle den Vorbringen der Beschwerdeführenden zu den Benachteili-
gungen,  Verhaftungen  und  Misshandlungen  am  erforderlichen  zeitli-
chen  und  sachlichen  Kausalzusammenhang  zur  Ausreise  im  Januar 
2008,

dass die Beschwerdeführenden selbst auf explizites Nachfragen keine 
plausiblen  Gründe  zum gewählten  Zeitpunkt  ihrer  Ausreise  angeben 
konnten  beziehungsweise  wollten  (vgl.  vorinstanzliche  Akten  A 12 
S. 17),

dass  die  Vorbringen auf  Beschwerdeebene nicht  geeignet  sind,  den 
von der Vorinstanz verneinten zeitlichen und sachlichen Kausalzusam-
menhang  zwischen  ihren  Vorbringen  und  der  Ausreise  glaubhaft  zu 
machen,  zumal  auch  der  Beschwerde  keine substanziierte  Stellung-
nahme zu entnehmen ist, weshalb die Beschwerdeführenden  mit ihrer 
Ausreise bis im Januar 2008 zugewartet haben,

dass  den  geltend  gemachten  durch  private  Dritte  verursachten  Be-
nachteiligungen aufgrund der religiöse Zugehörigkeit der Beschwerde-

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führenden sodann die zur Erfüllung der Flüchtlingseigenschaft im Sin-
ne von Art. 3 AsylG notwendige Relevanz abzusprechen ist,

dass daran auch der von den Beschwerdeführenden geltend gemachte 
Wechsel von der Verfolgungs- zur Schutztheorie (vgl. Entscheide und 
Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK] 
2006  Nr. 18)  nichts  zu  ändern  vermag,  ist  doch  dazu  festzustellen, 
dass die türkischen Behörden gewillt und in der Lage sind, Straftaten, 
wie sie von den Beschwerdeführenden geltend gemacht werden, auf-
zuklären und zu ahnden,

dass  sich  die  Beschwerdeführenden  diesbezüglich  vorhalten  lassen 
müssen, die türkischen Behörden nicht um Schutz ersucht zu haben,

dass  zur  Vermeidung  weiterer  Wiederholungen  auf  die  Erwägungen 
der Vorinstanz sowie auf die Ausführungen in der Zwischenverfügung 
des  Bundesverwaltungsgerichts  vom 8. September  2008,  in  welcher 
die Beschwerde als aussichtslos bezeichnet wurde, verwiesen werden 
kann, zumal weder die Einwendungen in der Beschwerdeschrift  noch 
die  Beweismittel  geeignet  sind,  zu  einer  anderen  Beurteilung  der 
Sachlage zu führen,

dass  insbesondere  die  auf  Beschwerdeebene eingereichten Beweis-
mittel nichts am Ausgang des Verfahrens zu ändern vermögen, zumal 
sie einerseits die bereits bekannte Situation der Christen in der Türkei 
wiedergeben und andererseits die für die Ausreise nicht mehr kausale 
politische Tätigkeit des Beschwerdeführers 1 betreffen,

dass demzufolge das BFM zu Recht die Flüchtlingseigenschaft der Be-
schwerdeführenden verneint und die Asylgesuche abgelehnt hat,

dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge 
hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend der Kanton keine Aufenthaltsbe-
willigung erteilt hat, und zudem kein Anspruch auf Erteilung einer sol-
chen besteht (vgl. EMARK 2001 Nr. 21), weshalb die verfügte Wegwei-
sung im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und dem-
nach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzli-
chen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern re-
gelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar 

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oder nicht möglich ist  (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bun-
desgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]), 

dass  bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen 
gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  und  seiner 
Vorgängerorganisation  ARK der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der 
Flüchtlingseigenschaft gilt, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der 
strikte  Beweis  möglich  ist,  und  andernfalls  wenigstens  glaubhaft  zu 
machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser, 
Ausländerrecht, 2. Auflage, Basel 2009, Rz. 11.148), 

dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrechtli-
che  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin 
oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK,  SR 
0.142.30]),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig 
ist, da es den Beschwerdeführenden nicht gelungen ist, eine asylrecht-
lich erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, 
weshalb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtli-
chen Non-Refoulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung 
findet  und  keine  Anhaltspunkte  für  eine  menschenrechtswidrige  Be-
handlung ersichtlich sind, die im Heimat- oder Herkunftsstaat droht,

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumut-
bar erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizini-
scher Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass weder die allgemeine Lage in der Türkei noch individuelle Grün-
de auf eine konkrete Gefährdung der Beschwerdeführenden im Falle 

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einer  Rückkehr  schliessen  lassen,  weshalb  der  Vollzug  der 
Wegweisung vorliegend zumutbar ist,

dass  insbesondere  die  Zugehörigkeit  der  Beschwerdeführenden  zur 
christlichen Minderheit in ihrem Heimatland dem Vollzug der Wegwei-
sung nicht entgegen zu stehen vermag,

dass sie sodann in ihrem Heimatland offenbar über ein familiäres Be-
ziehungsnetz (A 1, S. 3, A 2, S. 3) sowie über Berufserfahrung verfü-
gen,

dass sich zudem aus den Akten keine Hinweise für die Annahme erge-
ben, sie gerieten nach einer Rückkehr in das Heimatland in eine exis-
tenzbedrohende Situation,  weshalb  der  Vollzug der  Wegweisung zu-
mutbar ist,

dass überdies weder aufgrund der Akten noch der Beschwerde sub-
stanziierte  Hinweise  auf  konkrete  gesundheitliche Probleme der  Be-
schwerdeführenden bestehen,

dass somit keine persönlichen Gründe ersichtlich sind, die gegen die 
Rückkehr  der  Beschwerdeführenden  sprechen  und  sich  der  Vollzug 
der Wegweisung nach dem Gesagten als zumutbar erweist,

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  der  Beschwerdeführenden  in  die 
Türkei schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse bestehen 
(Art. 83  Abs. 2 AuG),  und es  den Beschwerdeführenden  obliegt,  bei 
der  Beschaffung  gültiger  Reisepapiere  mitzuwirken  (Art. 8  Abs. 4 
AsylG),

dass somit der vom Bundesamt verfügte Vollzug der Wegweisung zu 
bestätigen ist,

dass es den Beschwerdeführenden demnach nicht gelungen ist darzu-
tun,  inwiefern die angefochtene Verfügung Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt 
oder unangemessen ist, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist, 

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens und unter Berücksichtigung 
der  Zwischenverfügung  des  Bundesverwaltungsgerichts  vom 8. Sep-
tember 2008 die Kosten von Fr. 600.– (Art. 1-3 des Reglements vom 
21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-

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desverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) den Beschwerdeführen-
den aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und mit dem am 15. Septem-
ber 2008 in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss zu verrechnen 
sind.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden den Beschwerdeführenden 
auferlegt  und mit  dem in gleicher  Höhe geleisteten Kostenvorschuss 
verrechnet.

3.
Dieses Urteil geht an den Rechtsvertreter der Beschwerdeführenden, 
das BFM sowie die kantonale Migrationsbehörde.

Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber:

Regula Schenker Senn Rudolf Raemy

Versand:

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