# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b259cbea-16f6-5cc9-b96f-3f5841a13516
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2024-01-15
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 15.01.2024 F-138/2024
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-138-2024_2024-01-15.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-138/2024 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 5 .  J a n u a r  2 0 2 4  

Besetzung 
 Einzelrichter Gregor Chatton, 

mit Zustimmung von Richterin Deborah D'Aveni;   

Gerichtsschreiber Matiu Dermont. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

B._______, geboren am (…), 

beide türkische Staatsangehörige,  

c/o BAZ Basel, Freiburgerstrasse 50, 4057 Basel,   

Beschwerdeführende,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration SEM, 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin-Ver-

fahren - Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG);  

Verfügung vom 21. Dezember 2023 / (…). 

 

 

 

F-138/2024 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass die Beschwerdeführenden A._______ (geboren 1988) und seine Ehe-

frau B._______ (geboren 1996), beide türkische Staatsangehörige, am 15. 

November 2023 in der Schweiz um Asyl nachsuchten, 

dass ein Abgleich mit der europäischen Fingerabdruck-Datenbank (Euro-

dac) vom 17. November 2023 ergab, dass sie am 10. November 2023 in 

Kroatien ein Asylgesuch gestellt hatten, 

dass die Vorinstanz mit den Beschwerdeführenden am 1. Dezember 2023 

jeweils ein Dublin-Gespräch gemäss Art. 5 der Verordnung (EU) 

Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 

2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mit-

gliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Drittstaatsangehörigen 

oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten Antrags auf internatio-

nalen Schutz zuständig ist (nachfolgend: Dublin-III-VO), durchführte, 

dass die Beschwerdeführenden in diesem Gespräch vorbrachten, sie wür-

den nicht nach Kroatien zurückkehren wollen, weil sie dort von der Polizei 

schlecht behandelt worden seien, dort Verwandte ihrer Feinde leben wür-

den sowie sie in Kroatien auch kein Asylgesuch hätten stellen wollen, 

dass der Beschwerdeführer mit Blick auf den medizinischen Sachverhalt 

angab, er habe Schmerzen wegen eines Rippenbruches und die Be-

schwerdeführerin ihrerseits ausführte, sie leide unter Schlafstörungen,  

dass die Vorinstanz die kroatischen Behörden am 4. Dezember 2023 um 

Wiederaufnahme der Beschwerdeführenden gestützt auf Art. 18 Abs. 1 

Bst. b Dublin-III-VO ersuchte und die kroatischen Behörden dem Wieder-

aufnahmeersuchen am 18. Dezember 2023 gestützt auf Art. 20 Abs. 5 

Dublin-III-VO zustimmten, 

dass die Vorinstanz mit Verfügung vom 21. Dezember 2023 – eröffnet am 

28. Dezember 2023 – in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG 

(SR 142.31) auf die Asylgesuche nicht eintrat, die Wegweisung nach Kro-

atien anordnete und die Beschwerdeführenden aufforderte, die Schweiz 

spätestens am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen, 

dass sie gleichzeitig feststellte, einer allfälligen Beschwerde gegen den 

Entscheid komme keine aufschiebende Wirkung zu, den zuständigen Kan-

ton mit dem Vollzug der Wegweisung beauftragte sowie die Aushändigung 

der editionspflichtigen Akten an die Beschwerdeführenden verfügte, 

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dass die zugewiesene Rechtsvertretung ihr Mandat mit Mitteilung vom 

28. Dezember 2023 niederlegte, 

dass die Beschwerdeführenden mit Eingabe vom 5. Januar 2024 gegen 

die Verfügung der Vorinstanz vom 21. Dezember 2023 beim Bundesver-

waltungsgericht Beschwerde erhoben und dabei beantragten, die ange-

fochtene Verfügung sei aufzuheben, auf das Asylgesuch sei einzutreten 

und es sei ein Asyl- und Wegweisungsverfahren in der Schweiz durchzu-

führen; eventualiter sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und die 

Sache zur vollständigen Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts 

zurückzuweisen; sub-eventualiter sei die Vorinstanz anzuweisen, von den 

zuständigen kroatischen Behörden Zusicherungen betreffend Unterkunft, 

Nahrung, adäquate medizinische Versorgung sowie psychologische Be-

handlung einzuholen, 

dass sie ferner in prozessualer Hinsicht um Erlass eines einstweiligen Voll-

zugsstopps, um Gewährung der aufschiebenden Wirkung und um unent-

geltliche Prozessführung ersuchten, 

dass die vorinstanzlichen Akten dem Bundesverwaltungsgericht am 8. Ja-

nuar 2024 vorlagen (vgl. Art. 109 Abs. 3 AsylG) und der Instruktionsrichter 

gleichentags einen superprovisorischen Vollzugsstopp anordnete, 

und zieht in Erwägung, 

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls – in der Re-

gel und auch vorliegend – endgültig über Beschwerden gegen Verfügun-

gen (Art. 5 VwVG) des SEM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31‒33 

VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG), 

dass die Beschwerdeführenden am vorinstanzlichen Verfahren teilgenom-

men haben, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt sind, ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung haben und daher zur Be-

schwerdeführung legitimiert sind (Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), 

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu-

treten ist (Art. 108 Abs. 3 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG), 

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich 

um ein solches Rechtsmittel handelt, weshalb das Urteil nur summarisch 

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zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG) und gestützt auf Art. 111a Abs. 1 

AsylG auf einen Schriftenwechsel verzichtet werden kann, 

dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), 

dass der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde zunächst eine Verlet-

zung des rechtlichen Gehörs sowie eine unvollständige Feststellung des 

rechtserheblichen Sachverhalts rügte, 

dass er hierzu anführte, das Dublin-Gespräch sei in Abwesenheit seiner 

ihm zugewiesenen Rechtsvertretung durchgeführt worden, obwohl er über 

sein Recht auf Teilnahme seiner Rechtsvertretung nicht beraten worden sei 

und er auch nicht darauf verzichtet habe, 

dass die Erstbefragung seit der Ablösung des Testbetriebs nun aus der 

Personalienaufnahme (PA) und dem persönlichen Gespräch gemäss Art. 5 

Dublin-III-VO bestehe, 

dass die PA – wie vorliegend – jedoch gar nicht mehr stattfinde und die 

Vorinstanz lediglich die ausgefüllten Personendaten des Personalblatt-For-

mulars in das Protokoll der PA übertrage (ZEMIS-Direkterfassung),  

dass es sich deshalb beim Dublin-Gespräch offensichtlich um das Erstge-

spräch nach Art. 102k Abs. 1 Bst. b AsylG handle, wonach eine Teilnahme 

der Rechtsvertretung zwingend geboten sei, 

dass das Bundesverwaltungsgericht hierzu feststellt, dass der in Art. 29 

Abs. 2 BV garantierte und in den Art. 26 – 33 VwVG konkretisierte Grund-

satz des rechtlichen Gehörs alle Befugnisse umfasst, die einer Partei ein-

zuräumen sind, damit sie ihren Standpunkt wirksam zur Geltung bringen 

kann (vgl. BGE 135 II 286 E. 5.1; BVGE 2009/35 E. 6.4.1), 

dass sich die Aufgaben der zugewiesenen Rechtsvertretung aus Art. 102h 

Abs. 5 i.V.m. Art. 102k AsylG ergeben, 

dass gemäss Art. 102k Abs. 1 Bst. b AsylG zu den Aufgaben der Rechts-

vertretung die Teilnahme an der Erstbefragung in der Vorbereitungsphase 

und an der Anhörung zu den Asylgründen gehört, 

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dass es sich bei einem Dublin-Gespräch gemäss Art. 5 Abs. 1 Dublin-III-

VO hingegen nicht um eine Erstbefragung im Rahmen der Vorbereitungs-

phase handelt, sondern vielmehr um ein persönliches Gespräch, das nach 

Art. 26b AsylG i.V. m. Art. 20b Abs. 1 der Asylverordnung 1 vom 11. August 

1999 (AsylV 1, SR 142.311) als rechtliches Gehörs zu einer allfälligen 

Überstellung ausgestaltet ist (vgl. das zur Publikation vorgesehene Urteil 

des BVGer E-5608/2022 vom 31. Mai 2023 E. 5.4; Urteile des BVGer 

D-4606/2023 vom 30. August 2023 E. 5.2 und D-5482/2022 vom 6. De-

zember 2022; vgl. auch SCHWEIZERISCHE FLÜCHTLINGSHILFE [SFH], Hand-

buch zum Asyl- und Wegweisungsverfahren, 3. Auflage, 2021, S. 160), 

dass vor diesem Hintergrund auch nicht erheblich ist, ob eine PA stattfand, 

dass die Teilnahme der zugewiesenen Rechtsvertretung am Dublin-Ge-

spräch zur wirksamen Interessenvertretung im Asylverfahren im Einzelfall 

aber notwendig sein kann, auch wenn nicht in Art. 102k AsylG erwähnt, 

dass der Entscheid über die Notwendigkeit der Teilnahme am Dublin-Ge-

spräch jedoch der zugewiesenen Rechtsvertretung obliegt (vgl. auch 

Pflichtenheft SEM zum Projekt [18108] 420 Beratung und Rechtsvertretung 

in den Bundesasylzentren vom 18. Juni 2018, Ziff. 4.1 Bst. c: «Bei Bedarf 

Begleitung der asylsuchenden Person zum Dublin-Gespräch im Sinn von 

Art. 5 der Verordnung [EU] Nr. 604/2013»; online einsehbar auf 

www.simap.ch) und die Nicht-Teilnahme der Rechtsvertretung bei rechtzei-

tiger Mitteilung des Termins die Rechtswirkung der Verfahrensschritte nicht 

hemmt (vgl. Art. 102j Abs. 2 AsylG), 

dass die Anforderungen an das persönliche Gespräch gemäss Art. 5 Dub-

lin-III-VO keine (verpflichtende) Teilnahme der Rechtsvertretung vorsieht 

(zur effektiven Rechtsberatung vgl. Art. 27 Abs. 5 Dublin-III-Verordnung), 

dass demnach – entgegen der Auffassung der Beschwerdeführenden – die 

Anwesenheit der Rechtsvertretung beim Dublin-Gespräch nicht zwingend 

vorgeschrieben ist, 

dass seitens der Vorinstanz jeweils eine rechtzeitige und korrekte Vorla-

dung zum Dublin-Gespräch zu Handen der Rechtsvertretung der Be-

schwerdeführenden erging (vgl. SEM-act. 22/2, 23/2), 

dass aus den Akten hervorgeht, dass die Beschwerdeführenden anlässlich 

ihrer Dublin-Gespräche jeweils ausdrücklich darauf hingewiesen wurden, 

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dass ihre Rechtsvertretung aus Kapazitätsgründen nicht am Gespräch teil-

nehmen könne (vgl. SEM-act. 24/3, 25/3), 

dass ihnen anlässlich des Dublin-Gesprächs das rechtliche Gehör zu einer 

möglichen Zuständigkeit Kroatiens sowie einer allfälligen Überstellung 

dorthin gewährt wurde, und auch nicht ersichtlich ist, inwiefern es ihnen 

nicht möglich gewesen wäre, sich diesbezüglich vollständig zu äussern, 

dass den Beschwerdeführenden betreffend die Abwesenheit ihrer Rechts-

vertretung einleitend mitgeteilt wurde, dass letzerer die Gesprächs-Proto-

kolle direkt im Anschluss an das Gespräch zugestellt werden würden (vgl. 

SEM-act. 24/3, 25/3), was die Vorinstanz auch tat (vgl. SEM-act. 28/1), 

dass nach dem Gesagten davon auszugehen ist, dass die Beschwerdefüh-

renden ausreichend über ihre Rechte und Möglichkeiten aufgeklärt wur-

den, womit der in Frage stehende Verfahrensschritt gesetzeskonform 

durchgeführt wurde, 

dass daran auch der Verweis in der Beschwerde auf das Urteil des BVGer 

D-5650/2022 vom 15. Dezember 2022 nichts an dieser Einschätzung zu 

ändern vermag, zumal im erwähnten Verfahren – anders als vorliegend – 

das Gesprächsprotokoll des Dublin-Gesprächs nicht zugestellt worden 

war, 

dass in der Folge auch nicht ersichtlich ist, inwiefern der rechtserhebliche 

Sachverhalt vorliegend nicht vollständig erstellt worden wäre, weshalb sich 

die formellen Rügen als unbegründet erweisen und der Antrag auf Rück-

weisung der Sache abzuweisen ist, 

dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asylsu-

chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des 

Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a 

Abs. 1 Bst. b AsylG), 

dass gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO jeder Asylantrag von einem einzi-

gen Mitgliedstaat geprüft wird, der nach den Kriterien des Kapitels III als 

zuständiger Staat bestimmt wird, 

dass im Rahmen eines Wiederaufnahmeverfahrens (engl.: take back) ge-

stützt auf Art. 23-25 Dublin-III-VO grundsätzlich keine (erneute) Zuständig-

keitsprüfung nach Kapitel III stattfindet (vgl. zum Ganzen BVGE 2019 VI/7 

E. 4-6; 2017 VI/5 E. 6.2 und 8.2.1 m.w.H.), 

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dass der nach dieser Verordnung zuständige Mitgliedstaat verpflichtet ist, 

Antragstellende, die während der Prüfung ihres Antrags in einem anderen 

Mitgliedstaat einen Antrag gestellt haben oder sich im Hoheitsgebiet eines 

solchen ohne Aufenthaltstitel aufhalten, nach Massgabe der Artikel 23, 24, 

25 und 29 wiederaufzunehmen (Art. 18 Abs. 1 Bst. b Dublin-III-VO),  

dass die grundsätzliche Zuständigkeit Kroatiens gegeben ist, nachdem die 

kroatischen Behörden am 18. Dezember 2023 dem Wiederaufnahmeersu-

chen der Vorinstanz vom 4. Dezember 2023 zugestimmt hatten,  

dass daran auch das Vorbringen, sie hätten in Kroatien kein Asylgesuch 

stellen wollen, nichts zu ändern vermag, zumal sich die daktyloskopische 

Erfassung von illegal einreisenden ausländischen Personen und Asylsu-

chenden auf Art. 14 Abs. 1 der Verordnung (EU) Nr. 603/2013 des Europä-

ischen Parlaments und des Rats vom 26. Juni 2013 (Eurodac-Verordnung) 

stützt und sich – ungeachtet eines fehlenden Willens, ein Asylgesuch zu 

stellen – als zuständigkeitsbegründend erweist (vgl. Urteil des BVGer 

E-305/2023 vom 25. Januar 2023 E. 7), 

dass gemäss Art. 3 Abs. 2 Sätze 2 und 3 Dublin-III-VO der die Zuständig-

keit prüfende Mitgliedstaat für die Durchführung des Asylverfahrens zu-

ständig wird, falls es sich als unmöglich erweist, eine antragstellende Per-

son in den eigentlich zuständigen Mitgliedstaat zu überstellen, weil es we-

sentliche Gründe für die Annahme gibt, dass das Asylverfahren und die 

Aufnahmebedingungen für antragstellende Personen in jenem Mitglied-

staat systemische Schwachstellen aufweisen, die eine Gefahr einer un-

menschlichen oder entwürdigenden Behandlung im Sinne von Artikel 4 der 

Charta der Grundrechte der Europäischen Union (ABl. C 364/1 vom 

18.12.2000, nachfolgend: EU-Grundrechtecharta) mit sich bringen, und 

nach den Regeln der Dublin-III-VO kein anderer zuständiger Mitgliedstaat 

bestimmt werden kann, 

dass jeder Mitgliedstaat abweichend von Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO be-

schliessen kann, einer bei ihm von einer drittstaatsangehörigen oder staa-

tenlosen Person gestellten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen 

(Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO; sog. Selbsteintrittsrecht), 

dass dieses sogenannte Selbsteintrittsrecht im Landesrecht durch Art. 29a 

Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311) 

konkretisiert wird und das SEM das Asylgesuch gemäss dieser Bestim-

mung «aus humanitären Gründen» auch dann behandeln kann, wenn da-

für gemäss Dublin-III-VO ein anderer Staat zuständig wäre, 

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dass das Bundesverwaltungsgericht in seinem jüngsten Referenzurteil 

zum Dublin-Mitgliedstaat Kroatien gestützt auf eine Analyse diverser staat-

licher und nichtstaatlicher Quellen und unter Berücksichtigung der Recht-

sprechung anderer Dublin-Mitgliedstaaten seine bisherige Rechtspre-

chung bestätigt hat, wonach das kroatische Asyl- und Aufnahmesystem – 

sowohl betreffend Aufnahme- wie auch Wiederaufnahmeverfahren – keine 

systemischen Schwachstellen im Sinne von Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO auf-

weist (vgl. dazu Referenzurteil E-1488/2020 vom 22. März 2023 E. 9.3 

m.V.a. die früheren Referenzurteile E-3078/2019 vom 12. Juli 2019 und 

D-1611/2016 vom 22. März 2016), 

dass auch das Vorbringen der Beschwerdeführenden, sie seien Opfer von 

Polizeigewalt geworden, an der Zuständigkeit Kroatiens zur Durchführung 

ihres Asyl- Wegweisungsverfahrens nichts zu ändern vermag, 

dass die weiteren Vorbringen der Beschwerdeführenden die Zuständigkeit 

der Schweiz nicht zu begründen vermögen, zumal es ihnen nicht gelingt, 

ein konkretes und ernsthaftes Risiko darzutun, wonach die kroatischen Be-

hörden sich weigern würden, sie wiederaufzunehmen und ihre Anträge auf 

internationalen Schutz unter Einhaltung der Regeln der EU-Verfahrens-

richtlinie zu prüfen,  

dass das Bundesverwaltungsgericht in seinem jüngsten Referenzurteil 

festgestellt hat, dass sich – sowohl in Bezug auf Aufnahme- wie auch auf 

Wiederaufnahmeverfahren – aufgrund der verfügbaren Informationen und 

Erkenntnisse der Verdacht nicht erhärten lasse, wonach Dublin-Rückkeh-

rende ohne Eröffnung und Durchführung eines Asylverfahrens aus Kroa-

tien rechtswidrig ausgeschafft würden (vgl. Urteil E-1488/2020 E. 9.4.4), 

dass – entgegen den Beschwerdevorbringen – den Akten auch keine stich-

haltigen Hinweise für die Annahme zu entnehmen sind, Kroatien werde sie 

in Missachtung des Non-Refoulement-Gebots zur Ausreise in ein Land 

zwingen, in dem ihre Leiber, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund 

nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet sind oder in dem sie Gefahr laufen 

würden, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden, 

dass die Beschwerdeführenden auch keine konkreten Hinweise für die An-

nahme dargetan haben, Kroatien würde ihnen dauerhaft die ihm gemäss 

Aufnahmerichtlinie zustehenden minimalen Lebensbedingungen vorent-

halten, und dass sie sich bei einer allfälligen vorübergehenden Einschrän-

kung im Übrigen nötigenfalls an die kroatischen Behörden wenden und die 

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ihnen zustehenden Aufnahmebedingungen auf dem Rechtsweg einfordern 

könnten (vgl. Art. 26 Aufnahmerichtlinie), 

dass ferner auch die geltend gemachten gesundheitlichen Beschwerden 

nicht als derart gravierend zu bezeichnen sind, dass bei einer Rückführung 

nach Kroatien von einer ernsten, raschen und unwiederbringlichen Ver-

schlechterung der Gesundheit der Beschwerdeführenden ausgegangen 

werden müsste, 

dass den Akten schliesslich auch keine Anhaltspunkte zu entnehmen sind, 

die es vorliegend als notwendig erscheinen lassen, von den kroatischen 

Behörden vorab individuelle Zusicherungen bezüglich der Überstellung, 

dem Zugang zum Asylverfahren oder zur Unterbringung einzuholen, 

dass das SEM demnach zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b 

AsylG auf die Asylgesuche der Beschwerdeführenden nicht eingetreten ist 

und – weil sie nicht im Besitz einer gültigen Aufenthalts- oder Niederlas-

sungsbewilligung sind – in Anwendung von Art. 44 AsylG die Rücküberstel-

lung nach Kroatien angeordnet hat (Art. 32 Bst. a AsylV 1),  

dass unter diesen Umständen allfällige Vollzugshindernisse gemäss 

Art. 83 Abs. 3 und 4 AIG (SR 142.20) nicht mehr zu prüfen sind, da das 

Fehlen von Überstellungshindernissen bereits Voraussetzung des Nicht-

eintretensentscheides gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG ist (vgl. BVGE 

2015/18 E. 5.2 m.w.H.),  

dass die Beschwerde aus diesen Gründen abzuweisen und die Verfügung 

der Vorinstanz zu bestätigen ist,  

dass das Beschwerdeverfahren mit vorliegendem Urteil abgeschlossen ist, 

weshalb der am 21. September 2023 angeordnete einstweilige Vollzugs-

stopp dahinfällt und sich der Antrag auf Gewährung der aufschiebenden 

Wirkung als gegenstandslos erweist, 

dass das mit der Beschwerde gestellte Gesuch um Gewährung der unent-

geltlichen Prozessführung aufgrund der Aussichtslosigkeit der Rechtsbe-

gehren abzuweisen ist (Art. 65 Abs. 1 VwVG), 

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr.  750.– (Art. 1‒

3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädi-

gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) den 

Beschwerdeführenden aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG).  

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird ab-

gewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden den Beschwerdeführenden 

auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zuguns-

ten der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das SEM und die kanto-

nale Migrationsbehörde. 

 

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Gregor Chatton Matiu Dermont 

 

 

Versand: