# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ec36010c-7d42-5733-a890-d621b35823b3
**Source:** Zürich Baurekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-12-02
**Language:** de
**Title:** Bauen ausserhalb der Bauzonen. Neubau einer landwirtschaftlichen Remise in der Landwirtschaftszone.
**Docket/Reference:** BRGE IV Nr. 0204/2021
**URL:** https://www.baurekursgericht-zh.ch/media/auszug_brge_iv_nr._0204_2021_vom_2._dezember_2021_remise.pdf

## Full Text

Baurekursgericht 
des Kantons Zürich 

4. Abteilung 

G.-Nr. 
BRGE IV Nr. 

R4.2021.00103 
0204/2021   

Entscheid vom 2. Dezember 2021   

Mitwirkende 

Abteilungspräsident Reto Philipp, Baurichter Alexander Seiler, Baurichter 
Andreas Madianos, Gerichtsschreiber Andreas Mahler     

in Sachen 

Rekurrent 

H. W., […]  

vertreten durch […]  

gegen 

Rekursgegnerschaft 

1.  Gemeinderat X, […]  
2.  Baudirektion Kanton Zürich, Walchetor, Walcheplatz 2, Postfach, 

8090 Zürich  
3.  R. und V. F., […] 

betreffend 

[…]  Baubewilligung  bzw.  raumplanungsrechtliche  Bewilligung  und  land-
schaftsschutzrechtliche Beurteilung für Remise, […] 
______________________________________________________ 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
hat sich ergeben: 

A. 

Mit Beschluss vom 3. Mai 2021 erteilte der Gemeinderat X R. und V. F. die 

baurechtliche Bewilligung für den Neubau einer Remise auf dem Grundstück 

Kat.-Nr. 1 in Y. Gleichzeitig wurde die Bewilligung der Baudirektion Kanton 

Zürich  vom  27.  April  2021  betreffend  die  Lage  des  Bauvorhabens  in  der 

Landwirtschaftszone,  im  Geltungsbereich  von  überkommunalen  Land-

schaftsinventaren und betreffend Bodenrekultivierungen/Terrainveränderun-

gen ausserhalb der Bauzone eröffnet. 

B. 
Gegen diese Entscheide erhob H. W. mit Eingabe vom 9. Juni 2021 fristge-

recht Rekurs beim Baurekursgericht des Kantons Zürich und beantragte de-

ren  Aufhebung  unter  Kosten-  und  Entschädigungsfolgen  zulasten  der  Re-

kursgegner. 

C. 

Mit Verfügung vom 14. Juni 2021 wurde der Rekurseingang vorgemerkt und 

das Vernehmlassungsverfahren eröffnet.  

D. 

Mit Eingabe vom 12. Juli 2021 beantragte die kommunale Vorinstanz die Ab-

weisung  des  Rekurses  unter  Kosten-  und  Entschädigungsfolgen  zulasten 

des Rekurrenten. Die Baudirektion schloss in ihrer Eingabe vom 13. Juli 2021 

ebenfalls auf die Abweisung des Rekurses. Auch die private Rekursgegner-

schaft beantragte mit Eingabe vom 12. Juni 2021 die Abweisung des Rekur-

ses, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten des Rekurrenten. 

E. 

Mit Replik vom 16. August 2021 bzw. Duplik vom 4. September 2021 hielten 

die privaten Parteien an ihren Anträgen fest. Der Gemeinderat und die Bau-

direktion verzichteten stillschweigend auf eine Duplik. 

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Seite 2 

 
 
F. 

Am 4. Oktober 2021 führte die 4. Abteilung des Baurekursgerichtes im Bei-

sein der Parteien einen Augenschein auf dem Lokal durch. 

G. 

Auf  die  Vorbringen  der  Parteien  und  die  anlässlich  des  Lokaltermins  ge-

machten Feststellungen wird, soweit zur Entscheidbegründung erforderlich, 

in den nachfolgenden Erwägungen Bezug genommen. 

Es kommt in Betracht: 

1. 

Der Rekurrent ist Eigentümer der Parzelle Kat.-Nr. 2 an der W.-Strasse 3, 

welche einzig durch einen Flurweg (Kat.-Nr. 3) von der südwestlich davon 

gelegenen  Bauparzelle  getrennt  ist.  Die  Entfernung  zur  geplanten  Remise 

beträgt ca. 20 m. Der Rekurrent rügt u.a. übermässige Lärmimmissionen und 

eine ungenügende Einordnung in die landschaftliche Umgebung. Aufgrund 

der  engen  räumlichen  Beziehung  und  der  vorgebrachten  Rügen  ist  er  zur 

Rekurserhebung  im  Sinne  von  §  338a  des  Planungs-  und  Baugesetzes 

(PBG) legitimiert. Da die übrigen Prozessvoraussetzungen ebenfalls erfüllt 

sind, ist auf den Rekurs einzutreten. 

2. 
Das Baugrundstück Kat.-Nr. 1 "S." im Halte von 30'292 m2 liegt in der Land-
wirtschaftszone und ist derzeit nicht bebaut. Im Nordosten grenzt die Parzelle 

– getrennt durch einen Flurweg – an das Siedlungsgebiet von Y (Wohnzone 

Wa), im Nordwesten und Südwesten an weiteres Landwirtschaftsgebiet und 

im Süden, wo jenseits des dortigen Flurwegs der Dorfbach verläuft, an einen 

schmalen Waldstreifen, der den Bachlauf säumt. Im Osten grenzt das Bau-

grundstück  über  die  Ecke  an  die  Parzelle  Kat.-Nr.  4,  wo  sich  in  der  Kern-

zone II das Betriebszentrum des landwirtschaftlichen Betriebs der Familie F. 

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befindet.  Für  diesen  Betrieb  soll  im  Osten  des  Baugrundstücks  eine  neue 

Remise erstellt werden. 

3.1. 

Der Rekurrent führt aus, bis anhin würden die landwirtschaftlichen Maschi-

nen bzw. landwirtschaftlichen Fahrzeuge, für die die Remise erstellt werden 

solle,  in  den  Räumlichkeiten  der  Bauherrschaft  auf  der  Parzelle  Kat.-Nr.  4 

beherbergt. Mit dem geplanten Neubau der Remise erfolge ein Umbau- bzw. 

ein  Umnutzungsvorhaben,  wobei  die  bestehende,  u.a.  zur  Lagerung  der 

landwirtschaftlichen Maschinen genutzte Scheune in eine rein mechanische 

Werkstatt umgebaut werde, welche nur noch der F. Konstruktionen GmbH 

dienen solle. Die Umnutzung führe offenbar zu einem erheblichen Platzman-

gel in der Kernzone. Es dürfe nicht angehen, den Platzbedarf in die Land-

wirtschaftszone auszulagern. Führe eine Bauherrschaft durch eigenes Han-

deln  einen  Platzbedarf  in  der  Landwirtschaftszone  herbei  (hausgemachter 

Platzmangel), so dürfe dies nicht berücksichtigt und als Grund zur Erteilung 

einer bedarfsbegründeten Bewilligung führen. 

Unklar sei sodann, ob in der Remise ausschliesslich die für die Selbstbewirt-

schaftung notwendigen Maschinen gelagert werden sollen oder eben auch 

betriebsfremde bzw. überbetriebliche Maschinen. Letzteres würde eine un-

zulässige industriell-gewerbliche Nutzung darstellen: Denn gemäss der Pra-

xis  des  Bundesgerichts  dürfe  der  landwirtschaftliche  Zweck  nicht  als  Vor-

wand benutzt werden, um ein Bauvorhaben zu realisieren, das für die Be-

wirtschaftung des  Bodens  gar  nicht  erforderlich  sei.  Auch  die  Baudirektion 

habe offenbar dahingehende Zweifel, andernfalls hätte sie nicht die – aller-

dings ungenügende Auflage – statuiert, dass die Traktorenhalle ausschliess-

lich für das Einstellen und Reparieren der eigenen landwirtschaftlichen Fahr-
zeuge und Maschinen verwendet werden dürfe. 

Bei den gelagerten Maschinen werde es sich in der Tat um die Maschinen 

des Familienbetriebs handeln, jedoch würden diese mutmasslich auch zum 

Zwecke  der  Distribution  und  des Weiterverkaufs  gelagert,  zumal  sich  dem 

Betriebskonzept der Bauherrschaft entnehmen lasse, dass die Familienun-

ternehmung "F. Konstruktion GmbH" einen Handel mit landwirtschaftlichen 

Geräten und Maschinen betreibe. Es wäre aufgrund der Tatsache, dass auf 

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dem Baugrundstück Kat.-Nr. 4 gleichzeitig eine mechanische Werkstatt ge-

plant sei, wo diese landwirtschaftlichen Maschinen konzipiert oder repariert 

werden sollen, nahezu realitätsfremd anzunehmen, dass in der Remise nur 

die zur Bewirtschaftung notwendigen Maschinen gelagert würden. Es müsse 

stark vermutet werden, dass die Remise einzig zwecks des Vertriebs bzw. 

der Lagerung der neu konzipierten Maschinen erbaut werden soll. Mit ande-

ren Worten werde vermutet, dass durch die Umnutzung der Liegenschaft in 

der Kernzone überhaupt erst der Platzbedarf in der Landwirtschaftszone ge-

schaffen worden sei. Das Bauvorhaben entspreche nicht dem eigentlichen 

Zweck der Landwirtschaftszone.  

3.2. 

Die Baudirektion entgegnet, dass die Gebäude mit den Vers.-Nrn. 3 und 1 in 

der Kernzone nicht an den Remisenraum angerechnet werden könnten, da 

die Flächen im Obergeschoss mit Maschinen nicht befahrbar seien. Für die 

Flächen im Erdgeschoss sei eine Umnutzung zu einer zonenkonformen Nut-

zung bewilligt. Aufgrund dieser Umnutzung seien die Flächen nicht an den 

Bestand angerechnet worden. Die neue Nutzung sei in der Kernzone zonen-

konform, wohingegen Remisen für landwirtschaftliche Betriebe nicht in der 

Kernzone, aber sehr wohl in der Landwirtschaftszone zonenkonform seien. 

Dementsprechend bestehe ein Bedarf und ein Anspruch auf zusätzliche Re-

misenfläche in der Landwirtschaftszone. 

Da die projektierte Remise nicht im Zusammenhang mit den Nebenbetrieben 

in der Bauzone genutzt werde, sei in der Verfügung der Baudirektion […] in 

Dispositiv I Ziffer 1. lit. b ausdrücklich die Nebenbestimmung eingefügt wor-

den, dass der Neubau einzig zum Einstellen und zur Reparatur von landwirt-

schaftlichen  und  betriebseigenen  Fahrzeugen  und  Maschinen  verwendet 

werden dürfe. Eine Nutzung im Rahmen der Nebenbetriebe sei somit aus-
drücklich verboten. Für die gegenteiligen, nicht spezifizierten Befürchtungen 

würden weder Belege noch Beweise vorgelegt. Zusätzlich sei in Dispositiv I 

Ziffer 1 lit. e die Eintragung eines Rückbaurevers in das Grundbuch verfügt 

worden, wonach die projektierte Remise zurückgebaut werden müsse, wenn 

die zonenkonforme Nutzung wegfalle. 

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3.3. 

Die private Rekursgegnerschaft führt aus, die geplanten Umnutzungen be-

treffend  die  Holzwerkstatt  und  die  mechanische  Werkstatt  für  die  F.  Kon-

struktion und F. Holzhandwerk würden die landwirtschaftliche Nutzung der 

bestehenden Gebäude in keiner Weise beeinträchtigen und die Problematik 

des fehlenden Remisenraumes nicht verschärfen.  

Die Holzwerkstatt sei bereits seit 2006 mit Holzverarbeitungsmaschinen be-

legt und die mechanische Werkstatt sei seit 1984 mit den Gerätschaften ei-

ner mechanischen Werkstatt ausgestattet. Die für die Umnutzung beantrag-

ten Flächen seien nicht für das Einstellen von landwirtschaftlichen Maschi-

nen geeignet, weil die Raumhöhe der Holzwerkstatt viel zu niedrig sei, Zu-

fahrten fehlen würden und man in der mechanischen Werkstatt nicht mehr 

arbeiten könnte. Zudem blieben diese Flächen für die Landwirtschaft erhal-

ten, da sie bereits jetzt als mechanische Werkstatt sowie als Holzverarbei-

tungsraum eingerichtet seien und weiterhin für die Landwirtschaft zur Verfü-

gung stünden; beabsichtigt sei eine Mischnutzung. 

Die Fläche auf dem Landwirtschaftsbetrieb zum Unterstellen von Fahrzeu-

gen  sei  schon  seit  Jahren  viel  zu  knapp,  weshalb  die  Maschinen  auf  drei 

weitere Standorte verteilt würden. An dieser Problematik ändere sich mit den 

Umnutzungsgesuchen nichts, da der Landwirtschaft keine Flächen genom-

men  würden.  Die  einzige  Einstellhalle  auf  dem  Betrieb  sei die  Maschinen-

halle Nr. 10.3. (Anmerkung: Vers.-Nr. 2). Diese werde nicht umgenutzt, da 
sie für die landwirtschaftlichen Maschinen benötigt werde. Ihr Platz (192 m2) 
reiche aber bei weitem nicht mehr aus. 

In der geplanten Remise würden keine überbetrieblichen Maschinen einge-

stellt, da man dringend auf zusätzlichen Remisenraum für die eigenen Ma-
schinen angewiesen sei und in der neuen Remise kein Platz sei für zusätzli-

che fremde Maschinen. Mit der Firma F. Konstruktion, die noch gar nicht aktiv 

sei, sei kein Maschinenhandel geplant. Man wolle in kleinerem Rahmen Kun-

denaufträge  ausführen,  wie  beispielsweise  die  Reparatur  eines  Rasenmä-

hers eines Bekannten oder das Zeichnen und Fertigen eines Treppengelän-

ders für einen Kollegen. Dies solle separat und unabhängig von der landwirt-

schaftlichen Buchhaltung abgerechnet werden, insbesondere im Hinblick auf 

die Mehrwertsteuer. Zudem könnten mit dieser Firma Waren zum Händlerta-

rif eingekauft werden und müsste Lagerware nicht in der landwirtschaftlichen 

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Buchhaltung  deklariert  werden.  Somit  resultiere  durch  die  Trennung  von 

nichtlandwirtschaftlichen  und  landwirtschaftlichen  Arbeiten  eine  saubere 

Buchführung. 

3.4.1. 

Gemäss Art. 16a Abs. 1 Satz 1 des Raumplanungsgesetzes (RPG) sind Bau-

ten und Anlagen in der Landwirtschaftszone zonenkonform, die zur landwirt-

schaftlichen Bewirtschaftung oder für den produzierenden Gartenbau nötig 

sind. Überdies sind Bauten und Anlagen, die der inneren Aufstockung eines 

landwirtschaftlichen oder eines dem produzierenden Gartenbau zugehörigen 

Betriebs dienen, zonenkonform (Art. 16a Abs. 2 Satz 1 RPG). Die Bestim-

mungen des Raumplanungsgesetzes werden in der Raumplanungsverord-

nung (RPV) konkretisiert. Gemäss Art. 34 Abs. 1 RPV sind Bauten und An-

lagen in der Landwirtschaftszone insbesondere zonenkonform, wenn sie der 

bodenabhängigen Bewirtschaftung oder der inneren Aufstockung dienen und 

wenn sie für die Produktion verwertbarer Erzeugnisse aus Pflanzenbau und 

Nutztierhaltung  (lit.  a)  oder  die  Bewirtschaftung  naturnaher  Flächen  (lit.  b) 

verwendet werden. Die Bewilligung darf gemäss Art. 34 Abs. 4 RPV nur er-

teilt  werden,  wenn  die  Baute  oder  Anlage für  die  infrage  stehende  Bewirt-

schaftung nötig ist (lit. a); der Baute oder Anlage am vorgesehenen Standort 

keine überwiegenden Interessen entgegenstehen (lit. b) und der Betrieb vo-

raussichtlich längerfristig bestehen kann (lit. c). 

Ökonomiegebäude gelten nach ständiger Praxis als zonenkonform, wenn sie 

aufgrund einer Gesamtbetrachtung nach den Massstäben vernünftiger bäu-

erlicher Betriebsführung und örtlich herrschender Betriebsformen zur land-

wirtschaftlichen Produktion und zur Aufbereitung, Lagerung sowie zum Ver-

kauf in der gewählten Sparte unmittelbar benötigt werden. Dabei gilt es auch 

zu berücksichtigen, ob für die geplante Verwendung des Neubaus nicht be-
reits bestehende Bauten genutzt werden können, ansonsten fehlt es an der 

betrieblichen  Notwendigkeit  im  Sinn  von  Art.  34  Abs.  4  lit.  a  RPV.  Hierzu 

haben die Behörden im konkreten Fall keine zusätzlichen Untersuchungen 

darüber anzustellen, ob allenfalls irgendwo noch bereits bestehende Bauten 

zu finden sind, die als Remise in Frage käme. Anders könnte die Situation 

allenfalls dann zu beurteilen sein, wenn trotz offensichtlich verfügbarem vor-

handenem Raum zusätzlich gebaut werden sollte. Ist eine Neubaute erfor-

derlich, so muss diese den objektiven Bedürfnissen des Betriebs angepasst 

sein; namentlich mit Bezug auf ihre Grösse und ihren Standort. Ausserdem 

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dürfen  keine  überwiegenden  öffentlichen  Interessen  gegen  die  Errichtung 

des  Neubaus  am  vorgesehenen  Standort  sprechen  (vgl.  VB.2018.00809 

vom  22.  August  2019,  E.  2;  VB.2007.00482  vom  7.  Februar  2008,  E.  4.1; 

VB.2006.00382 vom 21. Dezember 2006, E. 2.1; VB.1999.00396 vom 5. Juni 

2000, E. 4a).  

3.4.2. 

Soweit der Rekurrent geltend macht, die in der Remise geplanten Einstellflä-

chen würden deshalb benötigt, weil entsprechende bestehende Flächen in 

der Bauzone durch Umnutzungen reduziert würden, ist Folgendes festzuhal-

ten.  Die  fraglichen  Flächen  betreffen  die  mechanische Werkstätte  und  die 

Schreinereiwerkstatt.  Die  betreffenden  Räume  werden  schon  heute  als 

Werkstätten  und  nicht  als  Remisen  genutzt.  Die  mit  Beschlüssen  des  Ge-

meinderates […] und Gesamtverfügungen der Baudirektion […] bewilligten 

Umnutzungen bestehen darin, dass die Werkstätten künftig nicht mehr aus-

schliesslich dem Landwirtschaftsbetrieb dienen sollen. Somit ergibt sich die 

Notwendigkeit der streitbetroffenen Remise nicht aus diesen Umnutzungen. 

Die Frage, ob sich die Werkstatträume in objektiver Hinsicht auch als Remi-

sen eignen würden, stellt sich nicht, zumal die Flächen dafür nicht verfügbar 

sind und der Bedarfsnachweis für eine landwirtschaftliche Baute in der Land-

wirtschaftszone  nicht  voraussetzt,  dass  der  Bedarf  prioritär  durch  die  Auf-

gabe  von  anderen,  in  der  Bauzone  zonenkonformen  Nutzungen  gedeckt 

wird. Gleiches gilt auch für die Garage des abgetretenen Betriebsleiterehe-

paars. 

3.4.3. 

Die Zonenkonformität in der Landwirtschaftszone bedingt zunächst, dass die 

hier in Frage stehende Remise ausschliesslich für landwirtschaftliche Zwe-

cke genutzt wird. Soweit aus dem Projektbeschrieb (act. 15.1.1.), den Plänen 
und  der  Maschinenliste  (act.  15.1.7)  ersichtlich,  trifft  dies  zu.  Demgemäss 

dient die Remise zum Einstellen der Maschinen des landwirtschaftlichen Be-

triebs. Die geplante Tankstelle mit Diesellager und Betankungsplatz und das 

Pflanzenschutzmittellager  dienen  ebenfalls  und  ausschliesslich  dem  land-

wirtschaftlichen Betrieb, ebenso der Wasch- und Umschlagplatz, der Silobal-

lenlagerplatz  und  die Mistplatte.  Dass die  u.a.  in  der  Einstellhalle unterzu-

bringende  Vibroplattwalze,  der  Dumper  und  der  Pneubagger  für  landwirt-

schaftliche Zwecke eingesetzt werden, erscheint plausibel, zumal keiner der 

Nebenbetriebe der Betriebsleiterfamilie im Strassenbau tätig ist. Die Frage 

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Seite 8 

 
 
der  betrieblichen  Notwendigkeit  bzw.  Dimensionierung  der  Remise  wird 

nachfolgend geprüft. 

4.1. 

Der  Rekurrent  macht  geltend,  die  geplante  Remise  sei  überdimensioniert; 

weil die für den streitbetroffenen Betrieb erforderliche Maximalfläche für Re-

misenraum  überschritten  werde.  Gemäss  FAT-Bericht  (vgl.  Tabelle  2)  be-

laufe  sich  der  Bedarf  für  Remisenflächen  für  den  streitbetroffenen  Betrieb 

(Betriebsgrösse  38,45  ha,  gemischter  Betrieb  Futterbau/Ackerbau)  auf 
875 m2.  Vorliegend  müsse  allerdings  der  tatsächliche  bzw.  maximale  Flä-
chenbedarf  mittels  Maschinenliste  eruiert  werden.  Die  Bauherrschaft  habe 

das entsprechende im FAT-Bericht enthaltene Formular betreffend Raumbe-

darf für Remisen und Einzelmaschinen zwar ausgefüllt. Die Angaben seien 

jedoch  nie  verifiziert  worden.  Der  Aufstellung  könne  entnommen  werden, 
dass die Maschinen aufsummiert eine Fläche von 801,3 m2 (100 %) benöti-
gen würden. Sofern gar ein grosszügiger Zuschlag von 20 % hinzugerechnet 

werde, um sämtlichen möglichen Faktoren gerecht zu werden, ergebe sich 
eine maximale Lagerfläche von 961,56 m2 (120 %), die nicht überschritten 
werden dürfe. Vergleiche man die Fläche von 961,56 m2 mit dem Richtwert 
des  FAT-Berichts  für  einen  Betrieb  dieser  Grössenordnung  (875  m2),  so 
müsse zwangsläufig der Schluss gezogen werden, dass die privaten Rekurs-

gegner mehr Maschinen besitzen würden, als effektiv für ihren Betrieb not-

wendig seien.  

Der  maximale  Remisenraum  (961,56  m2)  müsse  sodann  der  geplanten 
Grösse der Remise sowie der bereits bestehenden Remisenfläche auf der 

Parzelle Kat.- Nr. 4 gegenübergestellt werden. Diese Berechnung sei nicht 

vorgenommen worden. Auf der Parzelle Kat.-Nr. 4 würden sich unter ande-
rem eine Scheune (Gebäude Vers.-Nr. 1, 155,12 m2) sowie eine Einstellhalle 
(Gebäude Vers.-Nr. 2, 192 m2) befinden, welche bis anhin für die landwirt-
schaftlichen Maschinen genutzt worden seien und folglich mit total 347,12 m2 
an  den  Remisenraum  angerechnet  werden  müssten.  Die  Vorinstanz  gehe 
von  lediglich  341 m2  aus.  Es  sei  im  Rekursverfahren  mittels eines Augen-
scheins abzuklären, welche Flächen effektiv als Remise in Frage kommen 

würden. An anderer Stelle verlangt der Rekurrent, für die korrekte Berech-

nung der effektiv bereits bestehenden Flächen sei ein unabhängiger Bericht 

bzw. ein entsprechendes Gutachten einzuholen. 

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Mit der geplanten Remise kämen 936 m2 hinzu, welche allein zur Lagerung 
der Maschinen verwendet werden könnten, Vordächer mit einberechnet. Die 

Remise beherberge auf der Südseite eine Lagerungsstätte für Siloballen (so-

wie sonstigem Material). Diese Lagerungsfläche hätte theoretisch ebenfalls 

miteinkalkuliert werden müssen, zumal die Zuschläge, welche auf dem kon-

kreten Maschinenflächenbedarf getätigt worden seien, exakt solche Flächen 

miterfassen würden. 

Summa Summarum ergebe sich ein Remisenraum von 1'283 m2 (Neubau: 
936  m2  zuzüglich  Scheune/Einstellhalle  347,12  m2)  für  die  Einstellung  der 
Maschinen.  Damit  werde  der  Bedarf  von  961,56  m2  um  mindestens 
321,44 m2 überschritten, womit die Remise überdimensioniert und deshalb 
in der Landwirtschaftszone nicht zonenkonform sei. 

4.2. 

Die Baudirektion führt aus, die private Rekursgegnerschaft bewirtschafte ein 

zonenkonformes landwirtschaftliches Gewerbe im Sinne des Bundesgeset-

zes über das bäuerliche Bodenrecht (BGBB). Sie verfügten zurzeit über eine 
anrechenbare  Remisen-  und  Lagerfläche  von  341  m2.  Mit  dem  Neubau 
werde zusätzlicher Remisenraum von 748 m2 geschaffen. Entsprechend der 
eingereichten  Maschinenliste  und  dem  Bedarfsnachweis  der  privaten  Re-

kursgegner vom 25. November 2020 sowie den Richtlinien der Forschungs-

anstalt Agroscope Reckenholz-Tänikon ART (FAT Bericht Nr. 590) sei diese 

Fläche  nicht  überdimensioniert,  weshalb  das  Vorhaben  landwirtschaftlich 

ausgewiesen und dementsprechend zonenkonform sei. Dies beruhe auf der 

nachfolgenden Berechnung: 

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Die Gebäude mit den Vers.-Nrn. 3 und 1 in der Kernzone würden nicht an 

den Remisenraum angerechnet, da die Flächen im Obergeschoss mit Ma-

schinen nicht befahrbar seien und für die Flächen im Erdgeschoss eine Um-

nutzung bewilligt worden sei. Dementsprechend bestehe ein Bedarf und ein 

Anspruch  auf  zusätzliche  Remisenfläche.  Der  Flächenbedarf  gemäss  Ma-
schinenliste des Gesuchstellers im Umfang von 1'139 m2 setze sich wie folgt 
zusammen: 

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Seite 11 

 
 
Der Bedarf gemäss der Maschinenliste sei von der Abteilung Landwirtschaft 

im  Baubewilligungsverfahren  überprüft  und  als  ausgewiesen  beurteilt  wor-

den. Bei  der  Überprüfung  im  Rahmen  der  vorliegenden  Rekursantwort  sei 

festgestellt worden, dass die Restflächen nach FAT-Bericht 590 im Umfang 
von 160 m2 nicht ins Total aufgerechnet worden seien. Der effektive Bedarf 
nach Maschinenliste wäre demnach sogar noch höher (1'139 m2 plus 160 m2 
= total 1'299 m2). Die privaten Rekursgegner müssten die Dokumente und 
Formulare wahrheitsgemäss ausfüllen und die Bewilligungsbehörden dürften 

sich  auf  diese  Angaben  verlassen,  wenn  keine  offensichtlichen  Zweifel  an 

deren Rechtmässigkeit bestünden. Vorliegend gebe es keinen Grund, an der 

Vollständigkeit und dem Wahrheitsgehalt der Angaben der privaten Rekurs-

gegnerschaft zu zweifeln. 

4.3. 

Die private Rekursgegnerschaft führt aus, in einem Nutzungsplan sei genau 
aufgezeigt  worden,  wie  die  Fläche  der  neuen  Remise  genutzt  werde.  Die 
Grösse der Remise sei so gewählt worden, dass die Maschinen optimal Platz 

fänden und möglichst wenig nicht nutzbare Kleinflächen entstünden. Der Be-
trieb verfüge nicht über zu viele Maschinen. Die Berechnung von 875 m2 Re-
misenraum, abgeleitet aus dem FAT Bericht Nr. 590, Seite 2 Tab. 2, sei le-

diglich  eine  Orientierung  nach  dem  Betriebstyp  gemischter  Betrieb  Futter-

bau/Ackerbau. Sie belege keinesfalls eine Überzahl an Maschinen, denn der 

Betriebstyp Futterbau/Ackerbau sage noch nichts über die Vielfältigkeit der 

Produktion eines Landwirtschaftsbetriebes aus. Der streitbetroffene Betrieb 

habe eine sehr vielfältige Fruchtfolge mit sieben verschiedene Ackerkulturen. 

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Seite 12 

 
 
 
Weizen, Dinkel und Sonnenblumen würden pestizidfrei angebaut, wozu ein 

Striegel und ein Hackgerät benötigt würden, wohingegen für den intensiven 

Anbau  von  Raps  und  Zuckerrüben  eine  Feldspritze  benötigt  werde.  Somit 

habe  man  einen  Mehrbedarf  gegenüber  den  durchschnittlichen  Betrieben, 

welche  nur  in  einer  Produktionsform  intensiv  oder  extensiv  wirtschafteten. 

Zudem verfüge man bereits seit 2006 über einen betriebseigenen Mähdre-

scher, welcher ebenfalls gegenüber einem Durchschnittsbetrieb einen Mehr-

bedarf auslöse. 

In  der  Scheune  (Gebäude  Vers.-Nr.  1)  könnten  keine  landwirtschaftlichen 

Maschinen  eingelagert  werden,  da  die  Raumhöhen  mehrheitlich  zu  gering 
seien  und  der  einzige  höhere  Bereich  (53  m2)  für  die  Fütterung  der  Kühe 
benötigt werde. Zweimal wöchentlich werde Futter mit dem Futtermischwa-

gen abgeladen und bilde vor den Stützen eine Made für die nächsten drei bis 

vier Tage. Danach werde das Heu vom Stock geworfen (Seite Schreinerei) 

und somit sei dann der Platz ausgefüllt, bis die Kühe alles gefressen hätten 
und neues Futter bereitgestellt werde. Die Garage (28,62 m2) diene dem ab-
getretenen Betriebsleiterpaar als Autogarage (ausschliessliches Nutzungs-

recht gemäss Hofübernahmevertrag). Zudem sei die Höhe mit 2,2 m nicht 

ausreichend. Des Weiteren würden zwei Garagenplätze pro Betrieb nicht als 

Remisenfläche gelten. In der mechanischen Werkstatt könnten aufgrund der 

geringen Breite und der geringen Höhe keine landwirtschaftlichen Maschinen 

eingestellt werden. Lediglich in der Einstellhalle (Gebäude Vers.-Nr. 2) wür-

den  landwirtschaftliche  Maschinen  untergebracht,  doch  hätten  dort  längst 

nicht alle Platz. Nur diese könne als Remisenfläche angerechnet werden. In 
der Fläche von 341 m2 gemäss der angefochtenen Gesamtverfügung seien 
nebst Remisenflächen auch Lagerflächen enthalten. 

Gemäss FAT Bericht S. 7 Abb. 8 werde das Vordach für das kurzfristige Un-
terstellen  von  Maschinen  und  Geräten  verwendet.  Denn  wenn  Maschinen 

unter dem Vordach dauerhaft abgestellt würden, könnten die Maschinen im 

Innern nicht mehr geholt werden, ohne zuerst jene unter dem Vordach weg-

zustellen, was sehr umständlich sei, da vorliegend keine Durchfahrt in der 

Mitte oder eine einseitige Remise geplant sei. Das Vorhaben entspreche ge-

mäss FAT Bericht Seite 5 dem Typ c) zweiseitige Remise, Halle ohne Durch-

fahrt. Zudem sei im Grundrissplan der neuen Remise ersichtlich, dass in der 

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Seite 13 

 
 
Remise ein Spritzmittellager sowie einen Technikraum eingeplant seien, wel-

che nicht zur Remisenfläche gehören würden. Daher betrage die Fläche der 
neuen Remise lediglich 748 m2 und nicht 936 m2.  

4.4.1. 

Der Raumbedarf für die Maschinen lässt sich anhand der detaillierten Ma-

schinenliste  gemäss  FAT  Bericht  Nr.  590/2002  (Eidgenössische  For-

schungsanstalt für Agrarwirtschaft und Landtechnik FAT, heute Agroscope) 

und  den  entsprechenden  maschinenspezifischen  Richtmassen  ermitteln 

(act. 15.1.7.). Für die Berechnung des Raumbedarfs einer Maschine wird bei 

den Dimensionen Länge, Breite und Höhe ein Zuschlag berücksichtigt. Die-

ser  Zuschlag  dient  als  Funktionsraum  und  ist  notwendig,  damit  die  betref-

fende Maschine ohne grosse Schwierigkeiten an den Remisenplatz gebracht 

bzw.  wieder  herausgenommen  werden  kann.  Die  Funktionsflächen  sind 

Richtwerte. Zu beachten ist ausserdem, dass nicht alle Maschinen dieselben 

Längen-Breiten-Verhältnisse  haben.  Sie  lassen  sich  somit  nicht  unbedingt 

wie  in  einem  Puzzle-Spiel  zusammenfügen. Zwangsläufig  entstehen  Rest-

flächen, die je nach Gebäudeform und Art der zu remisierenden Maschinen 

10 bis 20 Prozent ausmachen (FAT-Bericht S. 2 f.). 

Vorliegend resultiert ein Flächenbedarf von 801,3 m2 zuzüglich Restflächen 
von  80  -  160 m2.  Der Rekurrent  vermag  nicht  substanziiert  zu  begründen, 
dass die Maschinenliste unnötige Maschinen enthält. Der Umstand, dass die 

drei Motoreinachser (Bucher, Rapid, Aebi) nicht im Fahrzeugregister enthal-

ten sein sollen (s. Fahrzeugauskunft des Strassenverkehrsamts im Anhang 

zur Replik), stellt die Maschinenliste nicht grundsätzlich in Frage. Die private 

Rekursgegnerschaft erklärt, diese Fahrzeuge würden kein Kontrollschild be-

nötigen, weil sie nur auf dem eigenen Grundstück verkehren würden. Wie es 

sich damit verhält, kann offen bleiben, weil der diesbezügliche Flächenbedarf 
lediglich  22,2  m2  beträgt  und  sich  am  Ergebnis  des  Bedarfsnachweises 
nichts ändern würde. Im Weiteren spricht die Lebenserfahrung ungeachtet 

der staatlichen Förderung der Landwirtschaft dagegen, dass sich ein Bauer 

einen  übermässigen  Maschinenpark  anschafft  und  seine  Erfolgsrechnung 

dadurch belastet. Die Rechtsmittelinstanzen müssen sich auf eine Grobkon-

trolle beschränken. Soweit – wie im vorliegenden Fall – keine klaren Anhalts-

punkte für eine Gesetzesumgehung vorliegen, darf einem Landwirt nicht un-

terstellt  werden,  dass  er  sinnlos  überdimensionierte  Ökonomiebauten  er-

richte (VB.2006.00382 vom 21. Dezember 2006, E. 2.3.1.).  

R4.2021.00103 

Seite 14 

 
 
Der FAT Bericht Nr. 590/2002 (act. 6.9) enthält in Tabelle 2 Beispiele für den 

Flächenbedarf für Maschinen von unterschiedlichen Betriebstypen und Be-

triebsgrössen. Für gemischte Betriebe Futterbau/Ackerbau beträgt der Flä-
chenbedarf  inklusive  Restflächen  772 m2  (Betriebsgrösse  30  ha)  bzw. 
951 m2  (Betriebsgrösse  45  ha).  Daraus errechnet  die  Baudirektion für den 
streitbetroffenen Betrieb (Betriebsgrösse 38,45 ha) einen Flächenbedarf von 
873 m2 (inklusive Restflächen). Die lineare Interpolation geht von einem pro-
portional zur Betriebsgrösse steigenden Flächenbedarf aus. Es verhält sich 

jedoch nicht so, dass der Bedarf an Maschinen und Geräten proportional mit 

dem Betrieb wächst (vgl. FAT Bericht Nr. 590/2002, S. 2; BGr 1C_567/2015 

vom 29. August 2016, E. 4.6). Dennoch lässt sich aus dem im FAT-Bericht 

beispielhaft und orientierungshalber aufgeführten Flächenbedarf keine Über-

mechanisierung des hier streitbetroffenen Betriebs ableiten, zumal sich der 
Flächenbedarf  gemäss  Maschinenliste  (961,5  m2  inkl. 20  %  Restfläche)  in 
derselben  Grössenordnung  bewegt  und  der  modellhafte  Betriebstyp  "ge-

mischter Betrieb Futterbau/Ackerbau" kaum mit den hier betroffenen konkre-

ten  Betriebsstrukturen  und  Anbaumethoden  übereinstimmt.  Aus  diesem 

Grund ist, wie der Rekurrent in seiner Rekursschrift (Ziff. 20) selbst ausführt, 

bei der Dimensionierung der Remise auf die betriebsspezifische Mechanisie-

rung abzustützen und der tatsächliche Flächenbedarf mittels Maschinenliste 

zu bestimmen. 

Zum  Flächenbedarf  für  die  Maschinen  (801,3  m2,  ohne  Restfläche)  hinzu 
kommt  der  unbestritten  gebliebene  Bedarf  für  Heu-  und  Strohballenlager 
(240 m2), Holzlager (28 m2), Düngerlager (15 m2) und Pflanzenschutzmittel-
lager  (15  m2).  Nicht  nachvollziehbar  ist  der  in  der  Duplik  der  Baudirektion 
aufgeführte Bedarf für eine Werkstatt als Teil der Remise (40 m2). Eine sol-
che  ist  weder  aus  den  Plänen  noch  aus  dem  Projektbeschrieb  ersichtlich. 

Somit ist von einem Bedarf für Remisen-, Lager- und Futterlagerflächen von 
insgesamt 1'099,3 m2 auszugehen, ein Zuschlag für eine Restfläche von 10-
20 % auf der für die Maschinen benötigten Fläche gemäss FAT Bericht (nicht 

ausnützbare Flächen) nicht eingerechnet. 

4.4.2. 

Die bestehenden Flächen hat die Baudirektion in ihrer Rekursantwort aufge-

listet  (s.  oben  E.  4.2.).  Soweit  der  Rekurrent  behauptet,  es  seien  in  der 

Scheune  (Assek.-Nr.  1)  zusätzliche  Flächen  anzurechnen,  kann  ihm  nicht 

R4.2021.00103 

Seite 15 

 
 
gefolgt  werden.  Die Garage  wird  durch  das abgetretene Betriebsleiterehe-

paar  genutzt, die mechanische Werkstatt  durch  die  F.  Konstruktion  GmbH 

und die Schreinereiwerkstatt durch die Einzelfirma F. Holzhandwerk. Diese 

Räume stehen als Remise für landwirtschaftliche Maschinen nicht zur Verfü-

gung, weshalb es nicht darauf ankommt, ob sie sich für diesen Zweck eignen 
oder nicht. Dies gilt auch für den 53,5 m2 grossen Scheunenraum, der für die 
Futterzubereitung  für  die  Kühe  im  angrenzenden  Stall  genutzt  wird.  Somit 
geht die Baudirektion zu Recht von 341 m2 bestehendem Remisen- und La-
gerraum aus. Zumal sich das Baurekursgericht anlässlich des Augenscheins 

selbst  einen  Eindruck  von  den  tatsächlichen  Verhältnissen  verschaffen 

konnte und keine speziellen Fragen offen sind, ist es entgegen dem Rekur-

renten nicht notwendig, für die Berechnung der effektiv bereits bestehenden 

Flächen ein Gutachten einzuholen. 

4.4.3. 

In  der  angefochtenen  Verfügung  der  Baudirektion  wird  erwogen,  mit  dem 

Neubau werde "zusätzlicher Remisenraum mit einer Grundfläche von rund 
748 m2 geschaffen". Auf der West- und Ostseite der Remise sei ein Vordach 
von je 4 m Tiefe geplant. Vordächer von mehr als 2 m Vordachtiefe würden 

an  die  Remisenfläche  angerechnet.  Diese  Angaben  sind  nicht  vollständig 

nachvollziehbar. Die Remise ist 36 m lang und 18 m breit und weist damit 
eine  Gebäudegrundfläche  von  648  m2  auf.  Die  für  den  Bedarfsnachweis 
massgeblichen Nutzflächen im Gebäudeinneren belaufen sich auf insgesamt 
ca. 602,8 m2 (Einstellhalle 164,9 m2, davon 15 m2 Betankungsplatz [nicht an 
440,2  m2, 
die  Remisen-/Lagerflächen 
WC/Technikraum  10,5  m2  [nicht  an  die  Remisen-/Lagerflächen  anrechen-
bar], Pflanzenschutzmittellager ca. 12,7 m2).  

anrechenbar], 

Lagerhalle 

Durchfahrten und Unterstände unter Vordächern sind in den Bedarfswerten 
gemäss  FAT  Bericht  Nr.  590  (S.  4)  nicht  eingerechnet.  Die  witterungsge-

schützten Flächen unter den Vordächern eignen sich vorliegend nicht für das 

dauerhafte Abstellen von Maschinen oder als Lagerflächen, weil es sich um 

Verkehrsflächen  handelt,  über  die  in  die  Halle  eingefahren  wird.  Dement-

sprechend ist dort gemäss den Plänen keine Remisen-/Lager-nutzung vor-

gesehen.  Da  der  Gebäudeumschwung  als  Verkehrsfläche  ohnehin  chaus-

siert werden muss, hat die Ausladung der Vordächer keinen Einfluss auf den 

mit  dem  Bau  der  Remise  einhergehenden  Verlust  von  Fruchtfolgeflächen. 

Abgesehen davon sprengen die Vordächer den Rahmen des betrieblichen 

R4.2021.00103 

Seite 16 

 
 
Bedarfs (z.B. temporäres, witterungsgeschütztes Abstellen von Maschinen) 

nicht  und  die  Remise  kann  diesbezüglich  nicht  als  überdimensioniert  be-

zeichnet  werden.  Somit  sind  die  Flächen  unter  dem  Vordach  nicht  an  die 

Remisenfläche anzurechnen. 

Die betonierte Fläche auf der Südwestseite der Remise soll unter anderem 

als Lagerplatz für Siloballen genutzt werden und ist insoweit dem Bedarf für 

Lagerfläche  anzurechnen.  Indes  wird  die  betreffende  Fläche  für  verschie-

dene Zwecke genutzt (Wasch- und Umschlagplatz, Zufahrt zur Lagerhalle, 

unterirdische  Jauchegrube).  Gemäss  Gesamtverfügung  der  Baudirektion 
sind ca. 126 m2 der Nutzung als Siloballenlagerplatz zuzurechnen, was plau-
sibel erscheint und seitens des Rekurrenten nicht moniert wird. 

Soweit  ist  festzuhalten,  dass  mit  dem  Neubau  der  Remise  insgesamt  ca. 
729 m2 (602,8 m2 + 126 m2) neue Remisen- und Lagerflächen geschaffen 
werden.  Zusammen  mit  den  341  m2 bestehenden  Remisen-  und Lagerflä-
chen ergibt sich eine Fläche von 1'070 m2, der ein nachgewiesener Bedarf 
von 1'099,3 m2 (ohne Zuschlag für Restflächen) gegenübersteht. Die Remi-
sen- und Lagerflächen sind daher nicht überdimensioniert. Der Bedarf für die 

weiteren Nutzungen im Zusammenhang mit dem geplanten Neubau (Mist-

platz, 

Jauchegrube, 

Wasch-/Umschlagplatz, 

Betankungsplatz, 

WC/Technikraum)  wird  vom  Rekurrenten  nicht  infrage  gestellt.  Nach  dem 

Gesagten ergibt sich, dass das streitbetroffene Vorhaben nicht überdimensi-

oniert ist. 

5.1. 

Der Rekurrent macht geltend, eine Lärmprognose nach Art. 25 UWG (recte 

wohl USG) sei unabdingbar. Mit dem Gebrauch der Remise bzw. insbeson-
dere  mit  dem  An-  und  Abtransport  der  Maschinen  würden  naturgemäss 

Lärm- sowie auch sonstige Emissionen (Staub, Geruch und dergleichen) ein-

hergehen. Solche Lärmemissionen seien in der Landwirtschaftszone grund-

sätzlich  unbedenklich,  da  diese  in  die  Empfindlichkeitsstufe  III  eingeteilt 

werde. Jedoch befinde sich vorliegend in unmittelbarer Nähe des Baugrund-

stücks die Wohnzone (Wb), welche in die Empfindlichkeitsstufe II eingeteilt 

worden sei. Massgebend für die Lärmimmissionen seien die Grenzwerte die-

ser Zone gemäss Anhang 6, Ziff. 2 Lärmschutz-Verordnung (LSV). 

R4.2021.00103 

Seite 17 

 
 
Die Zufahrt zur Remise führe über den Strassenabschnitt bzw. den Feldweg 

zwischen dem Grundstück des Rekurrenten und dem Baugrundstück (Weg-

parzelle Kat.-Nr. 3). Aufgrund der enormen Anzahl an Fahrzeugen, welche 

beherbergt werden sollen, sei anzunehmen, dass in der Sommerzeit dieser 

Strassenabschnitt stark frequentiert werde. Es sei daher fraglich, ob die vor-

gegebenen Immissionsgrenzwerte überhaupt eingehalten werden könnten. 

Zu prüfen sei auch, wie sich die Lärmemissionen begrenzen liessen, soweit 

dies  technisch  und  betrieblich  möglich  bzw.  wirtschaftlich  tragbar  sei  (vgl. 

Art. 7 Abs. 1 lit. a und b LSV).  

5.2. 

Die Baudirektion bringt vor, das Bauvorhaben befinde sich in der Landwirt-

schaftszone.  Es  gelte  die  Empfindlichkeitsstufe  III,  in  welcher  mässig  stö-

rende  Betriebe  zugelassen  seien.  Die  zu  erwartenden  Lärmimmissionen 

würden den üblichen Immissionen entsprechen, welche von einem Landwirt-

schaftsbetrieb zu erwarten seien und dementsprechend auch der Empfind-

lichkeitsstufe III entsprächen. Es gebe keine Hinweise oder Anhaltspunkte, 

dass durch das Bauvorhaben übermässige Immissionen zu erwarten seien 

oder mehr Immissionen zu erwarten seien, als in der Empfindlichkeitsstufe III 

üblich und zugelassen seien. 

5.3. 

Die  kommunale  Baubehörde  führt  aus,  wenn  die  Grenzwerte  eingehalten 

respektive deutlich unterschritten würden, könne davon ausgegangen wer-

den, dass das Vorsorgeprinzip erfüllt sei. Für die Remise seien keine Lärm-

gutachten erarbeitet worden, aber für zwei andere Projekte auf dem Hofareal 

der Familie F.. Gemäss den errechneten Beurteilungspegeln "gesamtes Ge-

werbeareal F." seien die Werte bei der Liegenschaft W.-Strasse 3 mit 48 dBA 

(Tag) und 29 dBA (Nacht) mehr als nur knapp eingehalten. Es sei somit nicht 
zu erwarten, dass wegen der Remise die Lärmbelastung für die Liegenschaf-

ten an der W.-Strasse deutlich ansteigen werde. 

5.4. 

Die private Rekursgegnerschaft entgegnet, durch den Neubau der Remise 

könnten unzählige Traktorfahrten gespart werden, da die Anbaugeräte nicht 

mehr  vor  jeder  Tätigkeit  von  den  externen  Abstellplätzen  in  bis  zu  1,5  km 

Entfernung geholt und wieder dorthin zurückgebracht werden müssten. So-

mit  würden  Leerfahrten  vermieden,  was  sich  lärmvermindernd  auswirke. 

R4.2021.00103 

Seite 18 

 
 
Weiter  werde  mehrheitlich  die  Zufahrt  dem  Bachlauf  entlang  genutzt  und 

nicht jene entlang der Häuserreihe an der W.-Strasse. Eine weitere Zufahrt 

bestehe über das Hofgelände. 

Der rekurrentischen Liegenschaft sei die Stirnseite der Remise zugewandt, 

wo sich keine Einfahrt für Maschinen, sondern lediglich eine Personentüre 

befinde, dies auch aus lärmtechnischen Überlegungen. Der Rekurrent wür-

den somit keinesfalls direkt von den Geräuschen der Maschinen und Gerä-

ten  etwas  hören  können.  Um  die  Remise  herum  sei  bewusst  eine  eigene 

Rundfahrt geplant, damit der Feldweg vor dem rekurrentischen Grundstück 

möglichst wenig benützt werden müsse.  

In einer landwirtschaftlichen Remise würden primär Traktoren eingestellt und 

keine  lärmverursachenden  Arbeiten  ausgeführt,  wie  dies  in  der  mechani-

schen Werkstatt oder in der Schreinerei üblich sei. Daher hätten die Bewilli-

gungsbehörden keine Lärmprognose verlangt. Man habe dennoch eine Er-

gänzung  des  Lärmgutachtens  vom  12.  Januar  2021  in  Auftrag  gegeben 

(act. 12.10). Demgemäss seien alle Werte problemlos eingehalten und be-

finde sich die Lärmbelastung des Rekurrenten im gesetzlich vorgeschriebe-

nen Bereich. 

5.5.1. 

Bei der geplanten Remise handelt es sich in lärmrechtlicher Hinsicht um eine 

neue  ortsfeste  Anlage  im  Sinne  von  Art.  7  (LSV).  Folglich  müssen  die 

Lärmemissionen soweit begrenzt werden, als dies technisch und betrieblich 

möglich  sowie  wirtschaftlich  tragbar  ist  (Abs.1  lit.  a)  und  dass  die  von  der 

Anlage  allein  erzeugten  Lärmimmissionen  die  Planungswerte  nicht  über-

schreiten (Abs. 1 lit. b). Die Vollzugsbehörde ermittelt die Aussenlärmimmis-

sionen ortsfester Anlagen oder ordnet deren Ermittlung an, wenn sie Grund 
zur  Annahme  hat,  dass  die  massgebenden  Belastungsgrenzwerte  über-

schritten sind oder ihre Überschreitung zu erwarten ist (Art. 36 Abs. 1 LSV). 

Dazu bestand vorliegend kein Anlass, wie sich aus dem inzwischen beige-

brachten Lärmgutachten der S. AG vom 12. Juli 2021 (act. 12.10, Ziff. 4.1.2) 

ergibt. Nur weil es sich dabei um ein Parteigutachten handelt, kann ihm der 

Beweiswert entgegen der Auffassung des Rekurrenten nicht abgesprochen 

werden  (VB.2020.00367  vom  28.  Januar  2021,  E.  6.3;  Kaspar  Plüss,  in: 

Kommentar VRG, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2014, § 7 Rz. 148). Der Rekur-

R4.2021.00103 

Seite 19 

 
 
rent bringt nichts vor, was an der Richtigkeit des Gutachtens Zweifel aufkom-

men  liesse,  weshalb  es  sich  erübrigt,  ein  weiteres  Gutachten  erstellen  zu 

lassen. 

Gemäss  dem  Lärmgutachten  ist  bei  den  nächstgelegenen  Liegenschaften 

W.-Strasse  1,  3  und  5,  ausgehend  vom  gesamten  Landwirtschaftsbetrieb 

einschliesslich  der  geplanten  Remise,  mit  einem  Beurteilungspegel  Lr  von 

53 dB(A), 48 dB(A) bzw. 46 dB(A) am Tag und von 42 dB(A), 35 dB(A) bzw. 

33 dB(A) in der Nacht zu rechnen. Damit sind die Planungswerte der Emp-

findlichkeitsstufe (ES) II für Industrie- und Gewerbelärm gemäss Anhang 6 

LSV von 55 dB(A) am Tag und 45 dB(A) in der Nacht eingehalten. 

Entgegen der Auffassung des Rekurrenten ist das Lärmgutachten nicht un-

vollständig,  weil  es  den  Strassenverkehrslärm  auf  dem  Feldweg  nicht  be-

rücksichtigt. Denn der Lärm, der von der Nutzung der geplanten Remise aus-

geht, ist zu unterscheiden vom Lärm im Zusammenhang mit der Mehrbean-

spruchung  des  Flurwegs,  über  den  die  Remise  erschlossen  ist.  Gemäss 

Art. 9 LSV darf der Betrieb neuer oder wesentlich geänderter ortsfester An-

lagen nicht dazu führen, dass durch die Mehrbeanspruchung einer Verkehrs-

anlage die Immissionsgrenzwerte überschritten werden (lit. a) oder durch die 

Mehrbeanspruchung  einer  sanierungsbedürftigen  Verkehrsanlage  wahr-

nehmbar  stärkere  Lärmimmissionen  erzeugt  werden  (lit.  b).  Die  entspre-

chende Beurteilung war vom Gutachtensauftrag nicht erfasst. 

Dass  es  sich  um  eine  sanierungsbedürftige  Verkehrsanlage  im  Sinne  von 

Art.  9  lit.  b  LSV  handelt,  kann  beim  vorliegend  wenig  befahrenen  Flurweg 

offensichtlich  ausgeschlossen  werden.  Sodann  ergibt  sich  aus  dem  Lärm-

gutachten, dass der Traktorverkehr als Linienquelle Nr. 12 erfasst wurde, die 

im  Bereich  der  Remise,  gegenüber  der  Liegenschaft  W.-Strasse 3,  bis  an 
den Flurweg heranreicht (Lärmgutachten, Abb. 4). Nachdem das Lärmgut-

achten zeigt, dass der Lärm insgesamt (d.h. unter Einbezug aller Lärmquel-

len) den Planungswert nicht übersteigt, kann ausgeschlossen werden, dass 

allein der Traktorverkehr auf dem Flurweg, obwohl noch etwas näher bei den 

lärmempfindlichen  Räumen  der  benachbarten  Liegenschaften,  zur  Über-

schreitung der weniger strengen Immissionsgrenzwerte führt (60 dB[A] am 

Tag, 50 dB[A] in der Nacht). Dies zumal sich mit den zeitbezogenen Schall-

leistungspegeln Lw (Emissionen) für den Traktorverkehr (Lärmquelle Nr. 12) 

R4.2021.00103 

Seite 20 

 
 
von 82,8 dB(A) am Tag und 76,7 dB(A) in der Nacht (s. Lärmgutachten An-

hang 1) bei einer Distanz der lärmempfindlichen Räume zur Mitte des Flur-

wegs  von  mindestens  ca.  9,5  m  aufgrund  der  Abstandsdämpfung  keine 

Schalldruckpegel Lp (Immissionen) über den Immissionsgrenzwerten erge-
ben1. Hinzu kommt, dass den genannten zeitbezogenen Schallleistungspe-
geln längere Lärmphasen zugrunde liegen, als sie auf die Vorbeifahrt an der 

rekurrentischen Liegenschaft auf dem Feldweg entfallen. Für den Traktoren-

verkehr auf dem Feldweg ist daher gegenüber den oben angegebenen Wer-

ten Lw von tieferen zeitbezogenen Schallleistungspegeln auszugehen. 

5.5.2. 

Auch  bei  Einhaltung  der  massgebenden  Belastungsgrenzwerte  sind  die 

Lärmemissionen  soweit  zu  begrenzen,  als  dies  technisch  und  betrieblich 

möglich sowie wirtschaftlich tragbar ist (Art. 7 Abs. 1 lit. a LSV). Als Lärm-

quelle  fällt  für  den  Rekurrenten  vorwiegend  der  Traktorenverkehr  ins  Ge-

wicht. Der Rekurrent legt indes nicht dar und es ist auch nicht ersichtlich, mit 

welchen verhältnismässigen Massnahmen eine spürbare Verbesserung er-

zielt  werden  könnte.  Insbesondere bietet  sich für  die  Remise  kein anderer 

Standort in einer weniger lärmempfindlichen Umgebung an, der u.a. den be-

trieblichen  Bedürfnissen  gleichermassen  gerecht  würde.  Dies  führt  zum 

Schluss, dass die Remise in lärmrechtlicher Hinsicht nicht zu beanstanden 

ist. 

6.1. 

Der Rekurrent moniert einen Verstoss gegen die Schutzziele des Bundesin-

ventars. Das Gebiet rund um die Gemeinde Y sei in ein "überkommunales 

Landwirtschaftsinventar"  (recte  Landschaftsschutzinventar)  aufgenommen 

worden,  dies  aufgrund  der  eindrucksvollen  Glaziallandschaft  zwischen  der 
Thur und dem Rhein. Gemäss dem Schutzziel 3.9 müssten die charakteris-

tischen Strukturelemente des Landschaftsbildes, wie Wiesen, Weiden, He-

cken etc., erhalten bleiben. Das streitbetroffene Bauprojekt kollidiere mit den 

Schutzzielen des zwingend zu beachtenden Bundesinventars, zumal unnö-

tigerweise  schützenswerte  Wiesenfläche  vernichtet  und  kein  gleichzeitiger 

Ersatz geschaffen werde.  

R4.2021.00103 

Seite 21 

 
 
                                            
 
6.2. 

Die Baudirektion führt aus, das Vorhaben liege gemäss dem Bundesinventar 

der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung (BLN) im 

Objekt Nr. […]. Zu den für das eingereichte Bauvorhaben relevanten Schutz-

zielen  zählten  insbesondere  die  Schutzziele  3.8  (Erhalt  der  standortange-

passten landwirtschaftlichen Nutzung und Zulassen derer Entwicklung) und 

3.9 (Erhalt der charakteristischen Strukturelemente der Landschaft). Zudem 

widerspreche die Vergrösserung des Dorfes Y keineswegs dem Schutzziel 

3.9.  Dieses  sei  in  den  vergangenen  Jahrzehnten  ständig  gewachsen,  was 

jedoch  nichts  daran  ändere,  dass  die  charakteristischen  Strukturelemente 

erhalten würden. Zudem könne nicht davon gesprochen werden, dass cha-

rakteristische Strukturelemente nur dadurch zerstört würden, dass auf einem 

kleinen  Teil  einer Wiese  am  Dorfrand  ein  landwirtschaftlich  genutztes  Ge-

bäude gebaut werde. Schliesslich sei an keiner Stelle von einer Ersatzpflicht 

die Rede, wenn Baugrund innerhalb eines BLN-Objektes genutzt werde. Das 

Bauvorhaben  befinde  sich  am  Dorfrand  entlang  der  bereits  bestehenden 

Strasse und beeinträchtige damit die Schutzziele nicht. 

Die  Landwirtschaftszone  sei  neben  der  langfristigen  Sicherung  der  Ernäh-

rungsbasis eben gerade für landwirtschaftliche Bauten und Anlagen gedacht. 

Wäre der Verlust von Boden ein Hindernisgrund für Bauten und Anlangen in 

der Landwirtschaftszone, könnte kein landwirtschaftlicher Betrieb mehr ge-

baut werden. 

6.3. 

Die private Rekursgegnerschaft entgegnet, die geplante Remise widerspre-

che nicht dem angeblichen Grundsatz, offene Landschaften zu erhalten, da 

sie genau in der Ecke der Parzelle gegen das Betriebszentrum hin gebaut 

werde,  mit  einer  Längsseite  zur  Hecke.  Dabei  bilde  sie  mit  den  restlichen 
Betriebsgebäuden eine Einheit. Der geplante Standort S. werde im Sommer 

bereits seit einiger Zeit als Zwischenlagerplatz für Maschinen, Siloballen und 

Strohballen  genutzt  und  im  Winter  als  Silo-  und  Strohballenlagerplatz.  Mit 

dem Neubau werde sich eine Verbesserung des Landschaftsbildes ergeben. 

Weitere Gründe für den vorgesehenen Standort seien die Nähe zur beste-

henden  Einstellhalle,  der  Hochwasserschutz,  die  Eignung  des  Gebiets  N.-

Weg als Weide in Hofnähe und die Qualität des Baugrunds. 

R4.2021.00103 

Seite 22 

 
 
Das Bauvorhaben widerspreche dem Schutzziel 3.10 (Erhalt von kompakten 

Dörfern) nicht, da die Baute direkt an das Betriebszentrum anschliesse. Viel-

mehr entspreche es dort den Schutzzielen 3.7 (Vernetzung Lebensräume), 

3.8 (standortangepasste landwirtschaftliche Nutzung Erhalten und ihre Ent-

wicklung zulassen) und 3.9 (charakteristische Strukturelemente erhalten). 

Zum Schutzziel 3.8: Der Landwirtschaftsbetrieb sei ca. 1880 erbaut worden, 

womit er Teil der älteren Gebäude von Y sei. Die Häuserreihe entlang der 

W.-Strasse sei erst in den 1990er Jahren erbaut worden. Die Parzelle S. sei 

grösstenteils  eine  Ackerfläche,  im  Bereich  des  Neubaus  befinde  sich  eine 

Kunstwiese, welche als Zwischenlagerplatz genutzt werde und nur dafür an-

gesät  worden  sei.  Somit  werde  dieses  Schutzziel  vollumfänglich erfüllt, da 

durch den Remisenneubau der Betrieb zukunftsfähig bleibe, da alle Maschi-

nen und Geräte endlich auf eigenem Grund untergestellt werden könnten. 

Zum Schutzziel 3.7: Seit Einführung des Vernetzungsprojekts X im laufenden 

Jahr 2021 habe man zwanzig Massnahmen angemeldet, wobei deren zwei 

die Parzelle Kat.-Nr. 4 betreffen würden: Einerseits der wertvolle Hochstam-

mobstgarten der BFF Qualität 2 auf der Parzelle N.-Weg und in Verbindung 

dazu die grosse Hecke entlang des Bachlaufs, ebenfalls in BFF Qualität 2 

(höchste Stufe). Somit bleibe die hohe Biodiversität auf der Parzelle N.-Weg 

erhalten und werde gar erweitert durch die Magerwiesen der Retentionsflä-

chen des Neubaus Remise auf der Parzelle S., da beabsichtigt sei, dort eine 

artenreiche Wiese der BFF Qualität 2 anzulegen. 

6.4. 

Durch die Aufnahme in ein Inventar des Bundes wird dargetan, dass ein Ob-

jekt  in  besonderem  Masse  die  ungeschmälerte  Erhaltung,  jedenfalls  unter 

Einbezug von Wiederherstellungs- oder angemessenen Ersatzmassnahmen 
die  grösstmögliche  Schonung  verdient  (Art. 6  Abs. 1  des  Bundesgesetzes 

über den Natur- und Heimatschutz [NHG]). Gemäss Art. 6 Abs. 2 NHG gilt 

dieser Schutz indes nur bei der Erfüllung von Bundesaufgaben im Sinn von 

Art. 2 und Art. 3 NHG in unmittelbarer Weise. Die Bewilligung von landwirt-

schaftlichen Bauten in der Landwirtschaftszone, wie sie vorliegend im Streite 

steht,  stellt  eine  Bundesaufgabe  im  Sinne  von  Art.  2  NHG  dar  (BGr 

1C_17/2015 vom 16. Dezember 2015, E. 1.1; BGr 1C_397/2015 vom 9. Au-

gust 2016, E. 1.1). 

R4.2021.00103 

Seite 23 

 
 
Das Baugrundstück liegt im Bereich […], die als Objekt Nr. […] in das Bun-

desinventar  der  Landschaften  und  Naturdenkmäler  von  nationaler  Bedeu-

tung (BLN) aufgenommen wurde. Das Schutzobjekt erstreckt sich auf einer 
Fläche von 120,8 km2 […]. Die nationale Bedeutung wird begründet mit der 
reich strukturierten Kulturlandschaft (langgezogene Hügelzüge, weite, offene 

Ebenen, sanft gewelltes Relief, Mosaik aus Wäldern und Kulturland), mit der 

glazial  geprägten  Landschaft  mit  vielfältigem  Formenschatz  aus  mehreren 

Eiszeiten, mit mehreren Kleinseen, mit der grossen Lebensraumvielfalt (zahl-

reiche charakteristische und gefährdete Pflanzen- und Tierarten), mit bedeu-

tenden prähistorischen Pfahlbauten […], mit gut erhaltenen Ortsbildern (ein-

zigartige Dichte an intakten Fachwerkbauten), […]. 

Die  Schutzziele  sind  der  Erhalt  der  Seen  und  ihre  Verlandungsgürtel  als 

wichtiger Lebensraum für Pflanzen und Tiere, der Erhalt der Gewässer und 

ihre Lebensräume in einem natürlichen und naturnahen Zustand, das Zulas-

sen der Dynamik der Gewässer und der Auen, der Erhalt der Moorbiotope 

und der Trockenlebensräume in ihrer Qualität sowie ökologischen Funktion 

und  mit  ihren  charakteristischen  Pflanzen-  und  Tierarten,  der  Erhalt  der 

Auen- und Bruchwälder sowie der lichten Wälder mit ihren charakteristischen 

Arten, der Erhalt des kleinräumigen Mosaiks von meist bewaldeten Drumlins 

und offenen Feuchtgebieten in den Senken, der Erhalt der Vernetzung der 

Lebensräume, der Erhalt der standortangepassten landwirtschaftlichen Nut-

zung und das Zulassen ihrer Entwicklung, der Erhalt der charakteristischen 

Strukturelemente der Landschaft wie Wiesen, Weiden, Hecken, Obstgärten 

und Rebberge, der Erhalt der kompakten Dörfer und Weiler mit ihren typi-

schen Fachwerkbauten, […] und der Erhalt der historischen Verkehrswege 

in ihrer Substanz und ihrer Einbettung in die Landschaft. 

Aufgrund der Rüge des Rekurrenten in Frage steht einzig der mit dem Neu-
bau der Remise verbundene optische bzw. ästhetische Eingriff in das Land-

schaftsbild. Betroffen sind insofern die Schutzziele, die Wiesen und Weiden 

als  charakteristisches  Strukturelement  der  Landschaft  und  die  kompakten 

Dörfer zur erhalten.  

Die Aufnahme eines Objektes in das Inventar bedeutet nicht, dass sich am 

bestehenden Zustand überhaupt nichts mehr ändern darf. Der Zustand eines 

Objektes soll aber gesamthaft betrachtet unter dem Gesichtspunkt des Na-

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Seite 24 

 
 
tur- und Heimatschutzes nicht verschlechtert werden. Allfällige Nachteile ei-

ner Veränderung müssen durch gleich- oder höherwertige Interessen bzw. 

Vorteile mindestens ausgeglichen werden (BGE 127 II 273, E. 4c). 

Der Schutz der Wiesen und Weiden bzw. allgemein des Kulturlandes geht 

deshalb in der hier betroffenen Glaziallandschaft nicht so weit, dass deren 

Fläche ungeschmälert erhalten bleiben muss, womit jegliche neuen landwirt-

schaftlichen und damit zonenkonformen Bauten unzulässig wären. Dies zu-

mal die Entwicklung der zu erhaltenden standortangepassten landwirtschaft-

lichen Nutzung ausdrücklich zulässig ist. Der Schutz zielt vielmehr auf den 

Erhalt der charakteristischen Landschaftsstruktur. An dieser Struktur ändert 

sich mit dem Neubau der Remise nichts, zumal das Bauvorhaben am Rand 

des  Siedlungsgebietes  und  am  Rand  des  Acker-  und Wieslandes  platziert 

wird und es im Verhältnis zum grossräumigen Schutzobjekt von sehr unter-

geordneter Bedeutung ist. Das Gebiet westlich des Neubaus bleibt als weite 

und ausgedehnte Ackerfläche bestehen.  

Durch  die  Lage  am  Siedlungsrand  wird  auch  die  Kompaktheit  des  Dorfes 

nicht  beeinträchtigt.  Die  weiteren  schützenswerten  Qualitäten  des  Gebiets 

werden durch das Bauvorhaben offensichtlich nicht tangiert. Insgesamt hat 

das Bauvorhaben keine Auswirkungen auf die Erreichung der Schutzziele. 

Mithin stellt es keine Beeinträchtigung der Glaziallandschaft dar und ist des-

halb zulässig (vgl. Art. 6 Abs. 1 der Verordnung über das Bundesinventar der 

Landschaften und Naturdenkmäler [VBLN]). Weil die Glaziallandschaft nicht 

beeinträchtigt wird, entfällt auch die Pflicht, für angemessenen Ersatz zu sor-

gen  (Art.  6  Abs.  4  VBLN).  Alternative,  allenfalls  noch  besser  geeignete 

Standorte sind nicht zu prüfen, nachdem sich der bewilligte Standort als zu-

lässig erweist.  

7.1. 

Schliesslich  beanstandet  der  Rekurrent  eine  ungenügende  Einordnung. 

Massgebend  für  das  im  schützenswerten  Landschaftsinventar  aufgenom-

mene Objekt sei die Bestimmung von § 238 Abs. 2 PBG. Auf das Schutzob-

jekt  werde  allerdings  keine  Rücksicht  genommen,  sondern  dieses  werde 

nachhaltig zerstört, indem die Wiesenfläche einem neuen Gebäude weichen 

müsse. Die vorliegend überdimensioniert geplante Remise nehme von ihren 

R4.2021.00103 

Seite 25 

 
 
Ausmassen her sodann auch keine Rücksicht auf die umliegenden kleinräu-

migen Bauten. Die direkt angrenzenden Wohnhäuser würden durch die rie-

sige  Scheune  geradezu  erdrückt.  Auch  auf  die  direkt  angrenzende  Kern-

zone,  in  welcher  ebenfalls  erhöhte  Gestaltungsvorschriften  gelten  würden, 

werde keine Rücksicht genommen. Die Gemeinde habe die Einordnung so-

dann auch nicht vor dem Hintergrund der erhöhten Einordnungsanforderun-

gen  geprüft.  Dementsprechend  habe  sie  ihr  Ermessen  nicht  wahrgenom-

men, was den Entscheid willkürlich erscheinen lasse. 

7.2. 

Die  kommunale  Baubehörde  entgegnet,  gemäss  Pt.  2.5  der  Gesamtverfü-

gung vom 27. April 2021 sei der Einordnung in das Orts- und Landschaftsbild 

besondere  Bedeutung  beizumessen  (vgl.  Art.  3  RPG).  Diese  Anforderung 

gelte auch für Materialien und Farben. Die Farb- und Materialangaben ge-

mäss den Gesuchsunterlagen würden die Anforderungen der Baudirektion 

erfüllen und das Volumen ordne sich bezüglich Stellung und Volumen ein. 

Dieser  Beurteilung  habe  sich  der  Gemeinderat  angeschlossen  und  sehe 

auch keinen Anlass, von dieser Beurteilung abzuweichen. 

7.3. 

Die private Rekursgegnerschaft entgegnet, die Baute sei von Z nach Y kom-

mend von der Hauptstrasse hinter der Hecke versteckt, wodurch das Land-

schaftsbild des Dorfes mit dem schönen alten Obstgarten links und rechts 

erhalten bleibe. Durch die Erhöhung in der Mitte der Parzelle S. und der He-

cke entlang des Baches sei die Remise auch von den anderen beiden Seiten 

weitgehend verdeckt und trete keinesfalls störend in Erscheinung. 

Die Baute werde bewusst mit der kürzeren Seite gegen den Feldweg entlang 

der Häuserreihe W.-Strasse platziert, damit die angrenzenden Nachbarn in 
ihrer Aussicht auf das Kulturland möglichst wenig beeinträchtigt werde. Zu-

dem  sei  gegen  die  Häuserreihe  hin  bewusst  eine  kleine  Wiese  als  Re-

tentionsfläche  geplant.  Die  Remise  befinde  sich  folglich  in  einem  Abstand 

von 17 m zur F.-Strasse und bis zum nächsten Häuserwinkel des Rekurren-

ten seien es knapp 30 m. Daher sei der Aussage zu widersprechen, die neue 

Remise würde die Häuser erdrücken. In ihrem Erscheinungsbild sei die neue 

Remise den umliegenden Gebäuden angepasst, sie habe wie die Wohnhäu-

ser  ein  Giebeldach  und  wie  die  grosse  Scheune  ein  Giebeldach  und  eine 

Holzfassade. Durch die geschlossene Bauweise wirke die neue Remise sehr 

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Seite 26 

 
 
ruhig.  Die  Holzverschalung  aus  eigenem  unbehandeltem  Käferholz  werde 

rasch nachdunkeln und sich an die bestehenden Gebäude angleichen. Die 

Dachfläche sei ebenfalls sehr ruhig und gleichmässig durch die sepia brau-

nen Dachpanele. 

7.4.1. 

Gemäss § 238 Abs. 1 PBG sind Bauten, Anlagen und Umschwung für sich 

und in ihrem Zusammenhang mit der baulichen und landschaftlichen Umge-

bung  im  Ganzen  und  in  ihren  einzelnen  Teilen  so  zu  gestalten,  dass  eine 

befriedigende Gesamtwirkung erreicht wird; diese Anforderung gilt auch für 

Materialien und Farben. 

Diese Vorschrift enthält eine Grundanforderung an Bauten, Anlagen und Um-

schwung. Verlangt wird sowohl eine gewisse Qualität der Gestaltung in sich 

als auch der Einordnung in die bauliche und landschaftliche Umgebung. Da-

bei erfasst die Norm über den Wortlaut ihres Randtitels ("Gestaltung") hinaus 

nicht  nur  die  Gestaltungselemente  wie  beispielsweise  die  Dach-  oder  die 

Fassadengestaltung, sondern auch ortsbauliche Aspekte wie etwa die Stel-

lung der Baukörper, soweit jene nicht durch speziellere Bauvorschriften ge-

regelt sind. Die Frage, ob eine befriedigende Gesamtwirkung erreicht wird, 

ist gestützt auf objektive, nachvollziehbare Kriterien zu beantworten. Blosses 

Empfinden rechtfertigt keinen Eingriff in das Eigentum. 

Nach § 238 Abs. 2 PBG ist auf Objekte des Natur- und Heimatschutzes be-

sondere  Rücksicht  zu  nehmen.  In  der  Nachbarschaft  von  Schutzobjekten 

bzw. bei Änderungen an solchen ist demnach mehr als eine bloss befriedi-

gende Gesamtwirkung zu verlangen. Was als Objekt des Natur- und Heimat-

schutzes zu betrachten ist, ergibt sich aus der Aufzählung in § 203 Abs. 1 

PBG. Eine förmliche Unterschutzstellung wird für die Anwendung von § 238 
Abs. 2 PBG nicht vorausgesetzt. Vielmehr genügt es, dass sich die Schutz-

würdigkeit aus der Aufnahme des Objektes in ein Inventar im Sinne von § 

203 Abs. 2 PBG ergibt. 

7.4.2. 

Nach ständiger Rechtsprechung kann in Ausnahmefällen gestützt auf § 238 

PBG ein Verzicht auf die Realisierung des auf einem Grundstück zulässigen 

Volumens verlangt werden, nämlich dann, wenn der Widerspruch zur bauli-

chen Umgebung klar und krass ist. Hierfür sind jedoch im Rahmen der bei 

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Seite 27 

 
 
Eigentumsbeschränkungen gebotenen Interessenabwägung besonders trif-

tige  Gründe  erforderlich,  wie  zum  Beispiel  eine  weitherum  zurückhaltende 

Ausnützung,  eine  besondere  Qualität  der  bestehenden  Überbauung oder 

eine  qualifizierte  landschaftliche  Empfindlichkeit.  Die  Rechtsprechung  des 

Bundesgerichts  gewichtet  das  Legalitätsprinzip  stark,  weshalb  die  Anwen-

dung einer Ästhetik- bzw. Schutzvorschrift nicht dazu führen darf, dass ge-

nerell - etwa für ein ganzes Quartier - die Zonenordnung ausser Kraft gesetzt 

würde. Nur ein krasses Missverhältnis der Proportionen oder die Rücksicht 

auf ein Schutzobjekt kann die Ausschöpfung des zulässigen Bauvolumens 

verbieten (VB.2018.00162 vom 17. September 2020, E. 5.3.4., mit weiteren 

Hinweisen). 

Eine bauästhetisch bzw. ortsbaulich motivierte Herabsetzung des nach der 

Bau- und Zonenordnung zulässigen Gebäudevolumens stellt grundsätzlich 

einen schweren und zudem die Rechtssicherheit in gravierender Weise tan-

gierenden Eingriff in das Grundeigentum dar. Seitens des Eigentümers be-

steht ein erhebliches Interesse an der Ausschöpfung der ihm gemäss Bau- 

und  Zonenordnung  zustehenden  Baubefugnisse.  Auf  Grund  des  Gebotes 

der haushälterischen Bodennutzung (Art. 1 RPG) ist auch ein gleichgerich-

tetes öffentliches Interesse anzunehmen.  

Steht ein Gebäude zur Beurteilung, das sich durch sein geplantes Volumen 

von der baulichen Umgebung deutlich abheben soll, ohne dass die Voraus-

setzungen für eine Volumenreduktion erfüllt sind, verlangt § 238 PBG immer-

hin,  diesem  Spannungsverhältnis  in  anderer  Weise  Rechnung  zu  tragen. 

Nebst einer besonders sorgfältigen Gestaltung fallen Massnahmen wie bei-

spielsweise eine auf die bauliche Umgebung abgestimmte Gliederung des 

zulässigen  Bauvolumens  in  Betracht  (VB.2017.00102  vom  30. November 

2017, E. 4.6; BRGE II Nr. 0197/2015, E. 4.2., in BEZ 2016 Nr. 32, mit weite-
ren Hinweisen; www.baurekursgericht-zh.ch). 

7.4.3. 

Soweit den Gemeinden bei der Anwendung von Bestimmungen des kanto-

nalen  Rechts  als  Ausfluss  der  Gemeindeautonomie  eine  besondere  Ent-

scheidungs-  und  Ermessensfreiheit  zukommt,  überprüft  das  Baurekursge-

richt entsprechende Entscheide mit Zurückhaltung. Beruht der kommunale 

Entscheid auf einer vertretbaren Würdigung der massgebenden Umstände, 

so  hat  ihn  die  Rekursinstanz  zu  respektieren.  Die  Rekursinstanz  darf  nur 

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Seite 28 

 
 
dann einschreiten, wenn die Baubehörde ihren Ermessensspielraum über-

schreitet, indem sie sich von unsachlichen, dem Zweck der in Frage stehen-

den Regelung fremden Erwägungen leiten lässt oder allgemeine Rechtsprin-

zipien, wie das Verbot von Willkür oder den Grundsatz der Verhältnismäs-

sigkeit,  verletzt.  Dabei  darf  sich  die  Rekursinstanz  jedoch  nicht  auf  eine 

blosse Willkürprüfung beschränken, vielmehr muss die Eingriffsschwelle tie-

fer gesetzt werden (vgl. BGE 145 I 52, E. 3.6., mit Hinweisen). 

Ob eine Bestimmung des kantonalen Rechts den Gemeinden einen autono-

men  Entscheidungsspielraum  einräumt,  ist  durch  Auslegung  zu  ermitteln 

(Marco  Donatsch,  in:  Kommentar  VRG,  3.  Aufl.,  Zürich/Basel/Genf  2014, 

§ 20  Rz.  62).  Nach  ständiger  Praxis  der  kantonalen  Instanzen  betrifft  dies 

insbesondere § 238 PBG, ferner aber auch etwa § 71 PBG betreffend die 

bauliche  Gestaltung  und  Einordnung  von  Arealüberbauungen,  §  237  PBG 

betreffend  die  Beurteilung  der  Verkehrssicherheit  einer  Zufahrt  und  §  357 

Abs. 1 PBG betreffend die Beurteilung zulässiger Änderungen an vorschrifts-

widrigen Bauten (Donatsch, § 20 Rz. 72). 

7.4.4. 

Was die gemäss § 238 Abs. 2 PBG geforderte besondere Rücksichtnahme 

auf das Landschaftsschutzobjekt anbelangt, kann auf die Ausführungen un-

ter  E.  6.4.  verwiesen  werden.  Die  Glaziallandschaft  wird  wie  gezeigt  nicht 

beeinträchtigt. Im Weiteren ist auf die östlich angrenzende, in der Kernzone 

gelegene Bebauung, mithin auf das schützenswerte Ortsbild (§ 50 PBG) be-

sondere Rücksicht zu nehmen. Beim benachbarten Ortsteil handelt es sich 

um  das  landwirtschaftliche  Betriebszentrum  der  privaten  Rekursgegner-

schaft. Die zur geplanten Remise nächstgelegenen Gebäude sind landwirt-

schaftliche  Zweckbauten,  namentlich  eine  Maschinenhalle  und  Scheunen 

(s. Protokoll,  Bild  6).  Geplant  ist  eine  ebenfalls  landwirtschaftliche  Zweck-
baute. Inwiefern deren Erscheinungsbild im Konflikt mit den benachbarten, 

ebenfalls  landwirtschaftlichen  Bauten  stehen  könnte,  ist  nicht  ansatzweise 

erkennbar und wird vom Rekurrenten auch nicht substantiiert dargelegt.  

Bei den benachbarten, der Wohnzone Wa zugehörigen Wohnliegenschaften, 

handelt es sich weder um Schutzobjekte noch um ein schützenswertes Orts-

bild. Diesbezüglich ist gestützt auf § 238 Abs. 1 PBG lediglich eine befriedi-

gende Gesamtwirkung zu verlangen. Die Voraussetzungen für eine aus äs-

thetischen Gründen bedingte Volumenreduktion sind hier offensichtlich nicht 

R4.2021.00103 

Seite 29 

 
 
gegeben. Mit einer in Erscheinung tretenden Gebäudehöhe von ca. 7 m ab 

gestaltetem Terrain und einer Höhe bis zum First von ca. 10,8 m weist die 

geplante Remise keine ungewöhnlichen Dimensionen auf. Eine erdrückende 

Wirkung gegenüber den benachbarten, in der zweigeschossigen Wohnzone 

Wa gelegenen Einfamilienhäusern entsteht nicht, zumal der Abstand zur Re-

mise ca. 30 m und mehr beträgt und die Remise mit ihrer Schmalseite (Gie-

belseite)  den  Nachbargebäuden  zugewandt  ist.  In  der  zweigeschossigen 

Wohnzone Wa ist im Übrigen eine Gebäudehöhe von 5,5 m und eine First-

höhe von 4 m erlaubt. Die Differenz zu den geplanten entsprechenden Mas-

sen der Remise (gemessen ab gestaltetem Terrain) beträgt somit lediglich 

ca. 1,5 m. Nach dem Gesagten ist das Volumen der geplanten Baute nicht 

zu beanstanden. Es sind auch keine anderen gestalterischen Mängel ersicht-

lich und werden auch nicht geltend gemacht. Somit ist der Rekurs auch in 

diesem Punkt abzuweisen. 

8. 

Zusammengefasst ist der Rekurs abzuweisen. 

9.1. 

Ausgangsgemäss sind die Verfahrenskosten dem Rekurrenten aufzuerlegen 

(§ 13 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes [VRG]).  

Nach § 338 Abs. 1 PBG bzw. § 2 der Gebührenverordnung des Verwaltungs-

gerichts (GebV VGr) legt das Baurekursgericht die Gerichtsgebühr nach sei-

nem Zeitaufwand, nach der Schwierigkeit des Falls und nach dem bestimm-

baren  Streitwert  oder dem  tatsächlichen  Streitinteresse fest.  Liegt  wie  hier 

ein Verfahren ohne bestimmbaren Streitwert vor, beträgt die Gerichtsgebühr 
in der Regel Fr. 500.-- bis Fr. 50'000.-- (§ 338 Abs. 2 PBG; § 3 Abs. 2 GebV 

VGr). In besonders aufwendigen Verfahren kann die Gerichtsgebühr bis auf 

das Doppelte erhöht werden (§ 4 Abs. 1 GebV VGr). Bei der Bemessung der 

Gebührenhöhe steht der Rekursinstanz ein grosser Ermessensspielraum zu 

(Kaspar Plüss, in: Kommentar VRG, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2014, § 13 

Rz. 25 ff.).  

Im Lichte des vorliegend gegebenen tatsächlichen Streitinteresses (finanzi-

elle Bedeutung des Bauvorhabens im streitgegenständlichen Umfang), des 

R4.2021.00103 

Seite 30 

 
 
getätigten  Verfahrensaufwandes  (zweiter  Schriftenwechsel,  Durchführung 

eines Abteilungsaugenscheins, wobei die Hälfte der diesbezüglichen Kosten 

dem parallel geführten Verfahren G.-Nr. R4.2021.00100 zugerechnet wird), 

der Komplexität der zu prüfenden Fragen und des Umfangs des vorliegen-

den  Urteils 

ist  die  Gerichtsgebühr  auf  Fr. 6'000.-- 

festzusetzen 

(BGr 1C_566/2015  vom  18.  Februar  2016,  E.  2;  BGr  1C_244/2013  vom 

4. Juli 2013, E. 4; BRGE II Nrn. 0162 und 0163/2012 vom 23. Oktober 2012, 

E. 16, in BEZ 2014 Nr. 36; Entscheid bestätigt mit VB.2012.00774 vom 22. 

August  2013,  dieser  bestätigt  mit  BGr  1C_810/2013  vom  14.  Juli  2014; 

www.baurekursgericht-zh.ch). 

9.2. 

Gemäss § 17 Abs. 2 lit. a VRG kann im Rekursverfahren und im Verfahren 

vor dem Verwaltungsgericht die unterliegende Partei oder Amtsstelle zu ei-

ner  angemessenen  Entschädigung  für  die  Umtriebe  der  Gegenpartei  ver-

pflichtet werden, wenn die rechtsgenügende Darlegung komplizierter Sach-

verhalte und schwieriger Rechtsfragen besonderen Aufwand erforderte oder 

den Beizug eines Rechtsbeistandes rechtfertigte. Die Bemessung der Um-

triebsentschädigung richtet sich nach § 8 GebV VGr. 

Einer nicht durch einen Rechtsbeistand vertretenen Partei entstehen im All-

gemeinen keine Rechtsverfolgungskosten, die zu entschädigen wären. Eine 

Umtriebsentschädigung ist ihr demnach nur dann zuzusprechen, wenn die 

Grenzen des im Verwaltungsrechtspflegeverfahren Üblichen und Zumutba-

ren durch anderweitigen Aufwand deutlich überschritten wurden. In der Re-

gel, so auch im vorliegenden Fall, ist das Vorliegen eines solchen Aufwandes 

zu verneinen. Der privaten Rekursgegnerschaft ist daher keine Umtriebsent-

schädigung zuzusprechen.  

Die  kommunale  Vorinstanz  beantragt  die  Zusprechung  einer  Umtriebsent-

schädigung. Vorliegend handelt es sich zwar nicht um einen einfachen Fall. 

Dessen ungeachtet hatte die Behörde im Rechtsmittelverfahren keinen be-

sonderen, über die Bearbeitung im Bewilligungsverfahren erheblich hinaus-

gehenden Zusatzaufwand zu treiben. Die Voraussetzungen von § 17 Abs. 2 

lit. a VRG sind daher nicht erfüllt, so dass von der Zusprechung einer Um-

triebsentschädigung an die Vorinstanz abzusehen ist. 

R4.2021.00103 

Seite 31