# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6ecc6f81-2d85-5157-896b-a871453e71df
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-11-22
**Language:** de
**Title:** Zürich Baurekursgericht 22.11.2022 BRGE II Nr. 0210/2022
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Baurekurs/ZH_BRK_001_BRGE-II-Nr--0210-202_2022-11-22.pdf

## Full Text

BRGE II Nr. 0210/2022 vom 22. November 2022 in BEZ 2024 Nr. 2 
 
(Bestätigt mit VB.2023.00009 vom 6. Oktober 2023.) 

2. Das Baugrundstück liegt gemäss Bau- und Zonenordnung der Gemeinde 
Z. (BZO) mehrheitlich in der Wohnzone W2/25. Geplant ist der Bau dreier 
Mehrfamilienhäuser auf dem derzeit unbebauten Grundstück. Der in der 
Freihaltezone liegende südliche Grundstücksteil soll dabei nicht bebaut werden. 

3.1 Der Rekurrent stellt den prozessualen Antrag, dass ein Gutachten zur 
Schutzwürdigkeit der auf dem Grundstück Kat.-Nr. 1 befindlichen 
Naturschutzobjekte einzuholen sei. Zur Begründung führt er aus, es bestünden 
genügend Hinweise dafür, dass sich auf den Grundstücken Kat.-Nrn. 2 und 1 
Schutzobjekte befinden würden. Er verweist dabei auf die in seinem Auftrag 
erstattete «Situationsanalyse» von B. vom 2. Juni 2022. B. komme zum Schluss, 

dass der Garten als Lebensraum vermutlich schutzwürdig im Sinne von Art. 18 
Abs. 1bis des Bundesgesetzes über den Natur- und Heimatschutz (NHG) sei. Es 
sei eine umfassende Interessenabwägung bei der Schonung und Erhaltung von 
Schutzobjekten verlangt, und zwar auch bei Baubewilligungsverfahren auf 
Privatgrundstücken ohne entsprechende Inventareinträge. Der Gemeinderat sei 
in dieser Frage jedoch völlig untätig geblieben, obwohl sich derartige 
Abklärungen aufgrund der Lage, Grösse und Beschaffenheit des Grundstücks 
geradezu aufgedrängt hätten. (…) 

3.4.1 Art. 18 Abs. 1 NHG statuiert die Verpflichtung, dem Aussterben 
einheimischer Tier- und Pflanzenarten durch die Erhaltung genügend grosser 
Lebensräume (Biotope) und andere geeignete Massnahmen entgegenzuwirken. 
Besonders zu schützen sind dabei Uferbereiche, Riedgebiete und Moore, seltene 
Waldgesellschaften, Hecken, Feldgehölze, Trockenrasen und weitere Standorte, 
die eine ausgleichende Funktion im Naturhaushalt erfüllen oder besonders 
günstige Voraussetzungen für Lebensgemeinschaften aufweisen (Art. 18 
Abs. 1bis NHG). Während der Bundesrat Biotope von nationaler Bedeutung 
bezeichnet, deren Lage bestimmt und die Schutzziele festlegt (Art. 18a Abs. 1 
NHG), sorgen die Kantone für Schutz und Unterhalt der Biotope von regionaler 
und lokaler Bedeutung (Art. 18b Abs. 1 NHG). § 13 der Kantonalen Natur- und 
Heimatschutzverordnung (KNHV) bezeichnet Lebensräume für seltene oder 
bedrohte Tier- und Pflanzenarten oder -gesellschaften, namentlich 
Feuchtgebiete, Ufervegetationen, Trockenstandorte, Magerwiesen, wertvolle 
Bäume und Baumbestände, Hecken, Feldgehölze, Öd- und Waldflächen, ferner 
Gebäude oder Gebäudeteile, wenn sie als Lebensraum für geschützte Tiere 
bedeutsam sind, als Naturschutzobjekte. 

Aus dieser gesetzlichen Regelung ergibt sich, dass Gebiete oder Flächen, 
welchen Biotop-Qualität im Sinne des Natur- und Heimatschutzgesetzes 
zukommt, zwingend zu schützen sind (RB 1999 Nr. 131). Die gesetzliche 
Regelung räumt der zuständigen Behörde hinsichtlich der Frage, ob ein Biotop-
Qualität aufweisendes Gebiet unter Schutz zu stellen sei oder nicht, keinen 
Ermessensspielraum ein (VGr, 13. November 2003, VB.2003.00290, E. 3. b).  

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3.4.2 Nachbarn sind zur Rüge befugt, der Neu- oder Umbau sei deshalb 
unzulässig, weil er ein Schutzobjekt beeinträchtige. Dabei spielt es keine Rolle, 
ob das Schutzobjekt inventarisiert ist oder bei pflichtgemässem Handeln der 
zuständigen Behörden inventarisiert sein müsste. Ein Nachbar darf sich in 
diesem Zusammenhang allerdings nicht damit begnügen, die Schutzwürdigkeit 
bloss zu behaupten. Vielmehr muss er diese anhand konkreter Anhaltspunkte 
aufzeigen (VGr, 20. August 2020, VB.2019.00748, E. 12.1.2; VGr, 21. April 2016, 
VB.2015.00554, E. 3.1). Diese für Heimatschutzobjekte entwickelte 
Rechtsprechung hat aufgrund der identischen Rechtsgrundlagen auch für 
Naturschutzobjekte zu gelten. 

3.4.3 Zu prüfen ist somit, ob konkrete Anhaltspunkte für ein Biotop auf dem 
Baugrundstück vorhanden sind, bzw. ob diese vom Rekurrenten aufgezeigt 
werden. 

B. (Dr. sc. nat. ETH Umweltnaturwissenschafterin gemäss Website […]) 
führt in ihrer Situationsanalyse vom 2. Juni 2022 zusammengefasst aus, die 
Grundstücke Kat.-Nrn. 2 und 1 seien von einer geschnittenen Hecke 
(einheimische Gehölze) umgeben. Im Innern würden sich einheimische und 
Gartengehölze in Form von freiwachsenden Heckenstreifen oder Einzelgehölzen 
befinden. Der Rest sei eine Wiese, die in den letzten Jahren wohl nur 
unregelmässig gemäht worden sei. Die Wiese sei artenreich und enthalte Arten 
der Halbtrockenrasen und artenreichen Fromentalwiesen. Sie sei lückig mit 
offenen Bodenstellen. Zudem seien weitere Strukturen wie Trockenmauern oder 
Asthaufen vorhanden. Das Mosaik von Gehölzen und artenreichen Wiesen und 
die vorhandenen Strukturen würden den Garten zu einem geeigneten 
Lebensraum für eine Vielfalt von Pflanzen und Tieren machen. 

Anlässlich des Augenscheins vom 11. Oktober 2022 war zu sehen, wie das 
Gelände im Quartier unregelmässig nach Süden abfällt. Entlang der Grenze der 
umstrittenen Parzelle stockt eine hoch gewachsene Hecke. Auf der sehr grossen 
Parzelle selbst war ersichtlich, dass bereits zahlreiche Bäume gefällt wurden. Die 
Wiese wurde niedrig gemäht mit einzelnen Ausnahmen an den Steilhängen. Es 
waren viele Stauden und Strukturelemente wie Steine vorhanden. An jenem 
sonnigen Herbsttag waren sodann zahlreiche Vögel und Insekten (insbesondere 
Schmetterlinge) zu beobachten. Weiter konnte in Erfahrung gebracht werden, 
dass südlich des Grundstücks der V.-Bach fliesst, welcher durch Gehölze 
gesäumt wird. Südlich des V.-Bachwegs sind Landwirtschaftsflächen ökologisch 
aufgewertet und Steinhaufen angelegt worden (…). Im Osten stösst das 
Baugrundstück im Übrigen an ein Waldareal. 

Dem GIS-Browser ist zu entnehmen, dass das Baugrundstück im Osten, 

Süden und Westen von Biodiversitätsförderflächen (BFF) umgeben ist (Karte 
«Landwirtschaftliche Bewirtschaftung»). Als Nutzungsart ist dabei vermerkt, dass 
die Wiesen extensiv genutzt würden. Gemäss der Karte «Lebensraum Potenziale 
(Feuchtgebiete, Mager-, Trockenwiesen)» wird die Bauparzelle im Süden und 
Osten von potenziellen Magerwiesen und Feuchtgebietsergänzungen umgeben, 
wobei zahlreiche potenzielle Lebensräume auch deutlich in das Gebiet des 
Baugrundstücks hineinragen.  

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3.4.4 Vor diesem Hintergrund hat der Rekurrent nachvollziehbar zahlreiche 
Anhaltspunkte aufgezeigt, dass das Baugrundstück einen schutzwürdigen 
Lebensraum darstellen könnte. Es handelt sich beim Baugrundstück um einen 
unbebauten, strukturreichen Südhang mit einer Fläche von beachtlichen 
6'877 m2, welcher mehrheitlich von ökologisch wertvollen Flächen (Wald, Bach, 
BFF) umschlossen wird. Die vom Rekurrenten beigezogene Fachperson B. stuft 
dieses Gebiet als vermutlich schutzwürdigen Lebensraum ein. Es kann ferner 
nicht ausgeschlossen werden, dass die sich aufgrund von den erwähnten 
Förderungsmassnahmen auf Nachbargrundstücken gebildeten ökologisch 
wertvollen Verhältnisse auch auf das Baugrundstück ausgedehnt haben könnten 
(vgl. VGr, 13. November 2003, VB.2003.00290, E. 4.a). Im Gegensatz zur 
grossen Hecke um das Baugrundstück, welche gemäss Umgebungsplan 
erhalten bleiben soll, müssten die Wiesen und weiteren Strukturelemente 
innerhalb des Baugrundstücks dem Bauprojekt vollumfänglich weichen. Ob sich 
auf dem Baugrundstück tatsächlich Arten der Halbtrockenrasen und 
Formentalwiesen befinden, lässt sich aufgrund der Akten nicht verifizieren. Sollte 
dies zutreffen, wären die betroffenen Flächen als Biotope zu qualifizieren (vgl. 
Art. 14 Abs. 3 NHV sowie Anhang 1 NHV mit der Liste der schützenswerten 
Lebensraumtypen).  

3.4.5 Indem die kommunale Vorinstanz die Frage der Schutzwürdigkeit nicht 
geklärt hat, hat sie die sich aus der Untersuchungsmaxime ergebende 
Verpflichtung, den Sachverhalt umfassend zu klären, verletzt. Es kann nicht 
reichen, lediglich auf nicht vorhandene Inventareinträge zu verweisen, wie es die 
kommunale Vorinstanz tut. Denn sind derartige Anordnungen der dafür 
zuständigen Behörde nicht erfolgt, unterblieben oder ungenügend, bildet die 
unzulässige Beeinträchtigung eines schutzwürdigen Biotops auch Gegenstand 
des den Eingriff in den Lebensraum betreffenden Verfahrens oder allenfalls eines 
gesonderten Feststellungsverfahrens (Fahrländer in Kommentar NHG, 2. A., 
2019, Art. 18 Rz. 26; vgl. auch § 1 KNHV).  

3.4.6 In Bauzonen ist die nachträgliche Überprüfung der Schutzwürdigkeit 
zulässig, wenn diese Frage im Rahmen der Nutzungsplanung nicht oder 
unzureichend geprüft wurde oder wenn bezüglich der Schutzwürdigkeit 
veränderte Verhältnisse vorliegen, die im Rahmen einer Interessenabwägung ein 
Abweichen vom Grundsatz der Planbeständigkeit zu rechtfertigen vermögen 
(Fahrländer, Art. 18 Rz. 25 f. m.w.H.). Die kommunale Vorinstanz äusserte sich 
nicht zu dieser Thematik. Es ist deshalb nicht davon auszugehen, dass die Frage 
der Schutzwürdigkeit dieses Areals je geprüft wurde. Zudem war der fragliche 
Grundstücksteil bereits vor Inkrafttreten der verschärften Grundlagen des 
Biotopschutzes in den Jahren 1985 und 1988 dem Baugebiet zugeschieden (…). 
Allerdings muss den Anforderungen des Biotopschutzes und des ökologischen 

Ausgleichs in der Zonenplanung materiell Rechnung getragen werden. Dies setzt 
voraus, dass die auf dem Gemeindegebiet vorhandenen schutzwürdigen 
Biotope, ihre räumliche Ausdehnung und ihre Bedeutung bekannt sind. Die 
hierfür notwendigen Erhebungen stellen notwendige Grundlagen der 
Ortsplanung dar. Fehlen sie oder sind sie unvollständig oder ungenügend, so 
kann dies zur Folge haben, dass die raumplanerische Interessenabwägung und 
die darauf beruhende Nutzungsplanung fehlerhaft ist und (ganz oder teilweise) 

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aufgehoben bzw. überarbeitet werden muss (BGr, 15. Juli 2014, 1C_134/2014, 
E. 3.3). 

3.4.7 Zusammengefasst bestehen konkrete Anhaltspunkte, welche für das 
Vorliegen eines Biotops auf dem Baugrundstück sprechen. Vor Erteilung der 
Baubewilligung ist diese Vermutung erstinstanzlich durch die Gemeinde in einem 
ordentlichen Verfahren zur Prüfung der Schutzwürdigkeit insbesondere unter 
Einholung eines amtlichen Gutachtens zu verifizieren oder zu widerlegen. Im 
Nachgang ist gegebenenfalls die nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung 
sowohl bei der Ausscheidung eines Biotops als auch bei der Anordnung von 
Schutzmassnahmen erforderliche Interessenabwägung vorzunehmen 
(vgl. BGE 118 Ib 485, E. 3b). Wenn eine Beeinträchtigung schutzwürdiger 
Lebensräume wegen überwiegender entgegenstehender Interessen 
unvermeidlich ist, muss der Verursacher sodann für besondere Massnahmen zu 
deren bestmöglichem Schutz, für die Wiederherstellung oder ansonsten für 

angemessenen Ersatz sorgen (Art. 18 Abs. 1ter NHG). Die in prozessualer 
Hinsicht beantragte Einholung eines Gutachtens zur Schutzwürdigkeit durch die 
Rekursinstanz erübrigt sich damit.