# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 71141c31-7ad4-5e5b-a9d3-76342a3429e4
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-01-18
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsgericht 18.01.2024 B 2023/206
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VG_001_B-2023-206_2024-01-18.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: B 2023/206

Stelle: Verwaltungsgericht

Rubrik: Verwaltungsgericht

Publikationsdatum: 29.02.2024

Entscheiddatum: 18.01.2024

Entscheid Verwaltungsgericht, 18.01.2024
Art. 47 Abs. 4 AIG (SR 142.20). Nachträglicher Familiennachzug. Streitig war, 
ob familiäre Gründe einen nachträglichen Familiennachzug zu rechtfertigen 
vermögen. Das Verwaltungsgericht kam zum Schluss, dass es dem 
Beschwerdeführer nicht gelungen sei, wichtige Gründe darzutun, die es – 
unter Beachtung des Anspruchs auf Achtung des Familienlebens (Art. 13 
Abs. 1 BV [SR 101], Art. 8 Ziff. 1 EMRK [SR 0.101]) − ausnahmsweise als 
geboten erscheinen liessen, das verspätet gestellte 
Familiennachzugsgesuch gutzuheissen. Vielmehr sei davon auszugehen, 
dass die Familie des Beschwerdeführers freiwillig jahrelang getrennt gelebt 
habe. Praxisgemäss sei deshalb von einem beschränkten Interesse an 
einem ortsgebundenen (gemeinsamen) Familienleben auszugehen. Dieses 
beschränkte Interesse vermöge das Art. 47 Abs. 4 AIG zu Grunde liegende 
Interesse an der Einwanderungsbeschränkung nicht zu überwiegen, selbst 
wenn in der gebotenen Interessenabwägung zu Gunsten des 
Beschwerdeführers zu berücksichtigen sei, dass er sich seit der vorläufigen 
Aufnahme im Jahr 2008 eine berufliche Existenz in der Schweiz aufgebaut 
habe und der 2016 geborene Sohn sich als siebenjähriges Kind in einem 
integrationsfähigen Alter befinde. Es sei deshalb nicht zu beanstanden, dass 
die Vorinstanz einen wichtigen Grund im Sinn von Art. 47 Abs. 4 AIG verneint 
und die Pflege der familiären Beziehungen im bisherigen Rahmen als 
zumutbar erachtet habe. Der Vollständigkeit halber sei darauf hinzuweisen, 
dass sich die rechtliche Beurteilung mit der (auf Beschwerdeebene in 
Aussicht gestellten) Geburt eines zweiten Kindes des Beschwerdeführers 
und seiner Ehefrau unter Umständen verändern könne. Soweit nämlich ein 
Familiennachzugsgesuch für ein neugeborenes Kind gestellt würde und 
dieses gutzuheissen wäre, könne dies unter dem Aspekt des Familienlebens 
(Art. 8 Ziff. 1 EMRK) auch für einen (verspäteten) Nachzug der Ehefrau und 
des ersten gemeinsamen Kindes ins Gewicht fallen. Die Frage sei allerdings 
gegebenenfalls nicht im vorliegenden Beschwerdeverfahren zu klären, 
sondern im Rahmen eines neuerlichen Gesuchverfahrens durch das 

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Migrationsamt als funktional erstzuständiger Behörde. (Verwaltungsgericht 
B 2023/206).

Entscheid vom 18. Januar 2024

Besetzung

Abteilungspräsident Brunner; Verwaltungsrichterin Reiter, Verwaltungsrichter Zogg; 

Gerichtsschreiber Schmid

Verfahrensbeteiligte

A.__,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Linda Keller, Grand & Nisple, Oberer Graben 26, 

9000 St. Gallen,

gegen

Sicherheits- und Justizdepartement des Kantons St. Gallen, Oberer Graben 32, 

9001 St. Gallen,

Vorinstanz,

Gegenstand

Familiennachzugsgesuch

 

Das Verwaltungsgericht stellt fest:

A.  

A.__, ist Staatsangehöriger von Pakistan (act. G 7/5 I/389). Er reiste am 25. November 

2003 − damals noch als Staatsangehöriger von Afghanistan (vgl. act. G 7/5 I/12, 229 ff. 

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und 328) − in die Schweiz ein und stellte ein Asylgesuch. Mit Verfügung des 

Bundesamts für Migration (BFM) vom 9. September 2008 wurde er in der Schweiz 

vorläufig aufgenommen. Im Jahr 2012 erhielt er eine Aufenthaltsbewilligung. Am 23. 

August 2017 wurde ihm die Niederlassungsbewilligung erteilt.

B.

Am 16. März 2020 wurde das Migrationsamt über die Eheschliessung zwischen A.__ 

und C.__ am 20. Februar 2016 in Pakistan sowie über die Geburt des gemeinsamen 

Sohnes D.__ informiert. Am 17. März 2022 ersuchte A.__ das Migrationsamt darum, 

den Familiennachzug von C.__ und D.__ zu bewilligen (act. G 7/5 II/2/2). Mit Verfügung 

vom 3. Mai 2023 wies das Migrationsamt dieses Gesuch ab. Es begründete dies damit, 

dass das Gesuch nach Ablauf der Fristen von Art. 47 des Bundesgesetzes über die 

Ausländerinnen und Ausländer und über die Integration (SR 142.20, AIG) gestellt 

worden sei und kein wichtiger familiärer Grund für einen nachträglichen 

Familiennachzug nach Art. 47 Abs. 4 AIG vorliege (act. G 7/5 I/236). Den gegen diese 

Verfügung von A.__ am 17. Mai 2023 erhobenen Rekurs (act. G 7/1) wies das 

Sicherheits- und Justizdepartement (SJD) mit Entscheid vom 13. September 2023 ab; 

es auferlegte A.__ dabei eine Entscheidgebühr von CHF 1'000 (act. G 2).   

C.  

Gegen den Rekursentscheid vom 13. September 2023 erhob A.__ (nachfolgend: der 

Beschwerdeführer) mit Eingabe vom 28. September 2023 Beschwerde an das 

Verwaltungsgericht mit dem Rechtsbegehren, der Entscheid sei aufzuheben und das 

Migrationsamt sei anzuweisen, das Familiennachzugsgesuch für C.__ und D.__ 

gutzuheissen; unter Kosten- und Entschädigungsfolge (act. G 1).

Mit Vernehmlassung vom 11. Oktober 2023 beantragte das SJD (Vorinstanz) 

Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung verwies es auf die Erwägungen des 

angefochtenen Entscheids; auf ergänzende Bemerkungen verzichtete es (act. G 6).

Auf die Vorbringen in der Beschwerde wird, soweit für den Entscheid erforderlich, in 

den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

 

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:

1.

Das Verwaltungsgericht ist zum Entscheid in der Sache zuständig (Art. 59  Abs. 1 des bis

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Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, VRP). Als Adressat des 

angefochtenen Entscheids ist der im Rekursverfahren unterlegene Beschwerdeführer 

zur Ergreifung der Beschwerde berechtigt (Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 

VRP). Die Beschwerde gegen den am 14. September 2023 versandten Entscheid der 

Vorinstanz wurde mit Eingabe vom 28. September 2023 rechtzeitig erhoben und erfüllt 

in formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 in 

Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 30 Abs. 1 VRP sowie Art. 145 Abs. 1 Ingress 

und lit. b der Schweizerischen Zivilprozessordnung, SR 272, ZPO, und Art. 48 Abs. 1 

VRP).

2.  

Ausländische Ehegatten und ledige Kinder unter 18 Jahren von Personen mit 

Niederlassungsbewilligung haben Anspruch auf Erteilung und Verlängerung der 

Aufenthaltsbewilligung, wenn sie a) mit diesen zusammenwohnen, b) eine 

bedarfsgerechte Wohnung vorhanden ist, c) sie nicht auf Sozialhilfe angewiesen sind, 

d) sie sich in der am Wohnort gesprochenen Landessprache verständigen können und 

e) die nachziehende Person keine jährlichen Ergänzungsleistungen nach dem 

Bundesgesetz über Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und 

Invalidenversicherung (ELG) bezieht oder wegen des Familiennachzugs beziehen 

könnte (Art. 43 Abs. 1 AIG). Der Anspruch auf Familiennachzug muss innerhalb von fünf 

Jahren geltend gemacht werden. Kinder über zwölf Jahre müssen innerhalb von zwölf 

Monaten nachgezogen werden (Art. 47 Abs. 1 AIG). Ein nachträglicher Familiennachzug 

wird gemäss Art. 47 Abs. 4 AIG nur bewilligt, wenn wichtige familiäre Gründe geltend 

gemacht werden.

2.1. 

Der historische Gesetzgeber beabsichtigte beim Erlass von Art. 47 Abs. 4 AIG, die 

Integration durch einen möglichst frühen Nachzug der Familienmitglieder zu fördern 

(BGE 146 I 185 E. 7.1.1; BGer 2C_323/2018 vom 21. September 2018 E. 8.2.2 mit 

Hinweisen auf die Voten im Parlament). Die gefundene Lösung ist, wie aus der 

parlamentarischen Debatte hervorgeht, eine Kompromisslösung zwischen den 

konträren Anliegen, einerseits das Familienleben zu erlauben (Art. 8 Ziff. 1 EMRK, Art. 

13 Abs. 1 BV) und andererseits die Einwanderung zu begrenzen (Art. 121a BV; BGer 

2C_493/2020 vom 22. Februar 2021 E. 2.5.3; 2C_948/2019 vom 27. April 2020 E. 3.3, 

unter Verweis auf AB 2004 N 739 ff., AB 2005 S 305 ff.). Das Interesse an einer 

Kontrolle und Steuerung der Zuwanderung bzw. an der Erhaltung eines ausgewogenen 

Verhältnisses zwischen schweizerischer und ausländischer Wohnbevölkerung ist dabei 

2.2. 

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ein legitimes Interesse, das im Rahmen der Verhältnismässigkeit Eingriffe in den 

Schutzbereich von Art. 8 EMRK rechtfertigen kann (BGE 144 I 266 E. 3.7; 138 I 246 E. 

3.2.2; 137 I 247 E. 4.1.2; Urteile des EGMR M.A. gegen Dänemark vom 9. Juli 2021 § 

142; Biao gegen Dänemark vom 24. Mai 2016 § 117 mit weiteren Hinweisen). Das 

Bundesgericht geht davon aus, dass eine Familie, die freiwillig jahrelang getrennt 

gelebt hat, dadurch ihr beschränktes Interesse an einem ortsgebundenen 

(gemeinsamen) Familienleben zum Ausdruck bringt; in einer solchen Konstellation, in 

der die familiären Beziehungen während Jahren über die Grenzen hinweg 

besuchsweise und mittels moderner Kommunikationsmittel gelebt werden, überwiegt 

regelmässig das der ratio legis von Art. 47 Abs. 4 AIG zugrunde liegende legitime 

Interesse an der Einwanderungssteuerung, solange nicht objektive, nachvollziehbare 

Gründe, welche von den Betroffenen zu bezeichnen und zu rechtfertigen sind, etwas 

anderes nahelegen (BGE 146 I 185 E. 7.1.1; BGer 2C_106/2021 vom 25. Juni 2021 E. 

3.4; 2C_323/2018 vom 21. September 2018 E. 8.2.2). Ob wichtige familiäre Gründe 

vorliegen, ist aufgrund einer Gesamtsicht unter Berücksichtigung aller relevanten 

Elemente im Einzelfall zu entscheiden (BGer 2C_654/2021 vom 6. Mai 2021 E. 3.4). 

Nach der Praxis können wichtige Gründe im Sinne von Art. 47 Abs. 4 AIG in Bezug auf 

den nachzuziehenden Ehegatten vorliegen, wenn dieser im Heimatland noch eine 

Ausbildung abschliessen, eine berufliche Karriere fortsetzen oder Betreuungsaufgaben 

gegenüber Verwandten wahrnehmen musste (BGer 2C_889/2018 vom 24. Mai 2019 E. 

3.2); zudem kann auch eine wesentliche Veränderung der Umstände einen 

nachträglichen Ehegattennachzug rechtfertigen, z.B. wenn sich der 

Gesundheitszustand eines Ehegatten derart verschlechtert hat, dass er neu auf die 

Betreuung des Ehepartners angewiesen ist (BGE 146 I 185 E. 4.2; siehe für eine 

Übersicht Thomas Geiser/Felix Blocher/Marc Busslinger, in: Uebersax/Hugi Yar/Geiser/

Vetterli [Hrsg.], HAP Ausländerrecht, 3. Aufl. 2022, § 23 N. 138).

In Bezug auf ein Kind ist von wichtigen Gründen auszugehen, wenn dessen Wohl nur 

durch einen Nachzug in die Schweiz gewahrt werden kann (vgl. Art. 75 der Verordnung 

über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit, SR 142.201, VZAE; BGer 

2C_182/2016 vom 11. November 2016 E. 2.2 mit Hinweisen). Ein wichtiger Grund liegt 

demnach insbesondere dann vor, wenn die weiterhin notwendige Betreuung des 

Kindes im Herkunftsland z.B. wegen Tod oder Krankheit der betreuenden Person nicht 

mehr gewährleistet ist (vgl. M. Spescha, in: Spescha/Zünd/Bolzli/ Hruschka/De Weck 

[Hrsg.], Migrationsrecht, 5. Aufl. 2019, N 13 zu Art. 47 AIG). Der alleinige Wunsch, die 

Familie zu vereinigen, stellt keinen wichtigen familiären Grund dar (BGE 146 I 185 E. 

2.3. 

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3.  

7.1.1; BGer 2C_451/2022 vom 27. Oktober 2022 E. 4.3), ebenso wenig der Wunsch, 

die Ausbildung in der Schweiz zu durchlaufen (BGer 2C_375/2022 vom 15. September 

2022 E. 5.3; 2C_1/2017 vom 22. Mai 2017 E. 4.2.3). Auch das Argument, es sei dem 

Kindsvater nicht rechtzeitig gelungen, die finanziellen Ressourcen für den 

Familiennachzug zu schaffen, ist kein wichtiger familiärer Grund im Sinne von Art. 47 

Abs. 4 AIG (BGer 2C_280/2023 vom 29. September 2023 E. 5.2; 2C_380/2022 vom 8. 

März 2023 E. 4.2 in fine; 2C_375/2022 vom 15. September 2022 E. 5.3; 2C_555/2019 

vom 12. November 2019 E. 5.3 in fine).

Es obliegt im Rahmen ihrer Mitwirkungspflichten der nachzugswilligen Person, die 

Gründe für den verspäteten Familiennachzug nicht nur zu behaupten, sondern auch zu 

belegen (BGer 2C_555/2019 vom 12. November 2019 E. 6.1).

Vorliegend lief die fünfjährige Nachzugsfrist (Art. 47 Abs. 1 AIG) am 19. Februar 2021 

(für die Ehegattin) bzw. am 7. November 2021 (für den Sohn) ab, zumal die Erteilung 

der Niederlassungsbewilligung an den Beschwerdeführer (am 23. August 2017) keinen 

neuen Fristenlauf gemäss Art. 47 Abs. 1 AIG ausgelöst hat (BGE 137 II 393 E. 3.4). Das 

am 17. März 2022 eingereichte Familiennachzugsgesuch (act. G 7/5 II/2/2) erfolgte 

somit verspätet, nämlich rund ein Jahr (für die Ehefrau) bzw. rund vier Monate (für den 

Sohn) nach der in Art. 47 Abs. 1 AIG vorgesehenen Fünfjahresfrist. Von Seiten des 

Beschwerdeführers wird die verspätete Einreichung denn auch anerkannt (act. G 1 S. 

4). Zu prüfen ist daher vorliegend ausschliesslich, ob familiäre Gründe einen 

nachträglichen Familiennachzug zu rechtfertigen vermögen (Art. 47 Abs. 4 AIG).

3.1. 

Die Vorinstanz legte im angefochtenen Entscheid diesbezüglich dar, der 

Beschwerdeführer und seine Familie hätten bis zur verspäteten Einreichung des 

Familiennachzugsgesuchs rund sechs Jahre lang freiwillig getrennt gelebt und dadurch 

ein reduziertes Interesse an einem gemeinsamen Zusammenleben an einem 

bestimmten Ort zum Ausdruck gebracht. Der Beschwerdeführer führe zwar aus, 

weshalb ihm eine fristgerechte Gesucheinreichung nicht möglich gewesen sein solle. 

Hingegen lege er keine objektiv wichtigen Gründe (im Sinn von Art. 47 Abs. 4 AIG) für 

einen nachträglichen Nachzug der Ehefrau und des gemeinsamen Sohnes dar. Mit dem 

Vorbringen objektiv entschuldbarer Verspätung argumentiere er ausserhalb des 

eigentlichen Streitgegenstandes, da vorliegend nicht die Frage der unverschuldeten 

Säumnis bzw. der Wiederherstellung einer Frist im Raum stehe. Selbst wenn die 

3.2. 

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Begründung für die verspätete Gesucheinreichung als wichtiger familiärer Grund im 

Sinn von Art. 47 Abs. 4 AIG in Betracht zu ziehen wäre, könne der Beschwerdeführer 

daraus nichts zu seinen Gunsten ableiten. Denn die Behauptung, dass der − 

spätestens per 8. Juli 2020 erfolgte − Wechsel der Nationalität auch zu Verzögerungen 

bei der Registrierung des Sohnes geführt habe, sei nicht weiter belegt. Daran ändere 

auch nichts, dass das "Familiy Registration Certificate" von den pakistanischen 

Behörden erst am 10. November 2021 ausgestellt worden sei, da der 

Beschwerdeführer nicht erkläre, weshalb er sich nicht bereits nach der Hochzeit am 20. 

Februar 2016 um den Erhalt der für den Familiennachzug erforderlichen Dokumente − 

inklusive Wechsel der Staatsangehörigkeit − bemüht habe. Soweit der 

Beschwerdeführer geltend mache, von den Bevölkerungsdiensten Z.__ bezüglich 

Registrierung der Hochzeit bzw. der Fristen für die Einreichung des 

Familiennachzugsgesuchs getäuscht worden zu sein, so sei darauf nicht weiter 

einzugehen, zumal keine Dokumente vorlägen, die eine Täuschung nahelegen würden. 

Damit ergebe sich, dass das öffentliche Interesse an einer restriktiven 

Einwanderungspolitik das private Interesse an einem Zusammenleben überwiege (act. 

G 2 S. 4 f.).

Der Beschwerdeführer macht im Beschwerdeverfahren geltend, seine Frau erwarte ein 

zweites Kind (Geburtstermin im Februar 2024). Das Familiennachzugsgesuch sei nur 

knapp verspätet eingereicht worden. Bei der Interessenabwägung bzw. bei 

Beantwortung der Frage, ob trotz verspätetem Nachzugsgesuch die privaten 

Interessen an einem Zusammenleben die öffentlichen Interessen an einer restriktiven 

Einwanderungspolitik überwiegen würden, sei (entgegen der Auffassung der 

Vorinstanz) durchaus massgebend, aus welchen Gründen es zu einer verspäteten 

Gesucheinreichung gekommen sei. Die Corona-Pandemie ab März 2020 habe dazu 

geführt, dass Behördengänge (sowohl in der Schweiz wie auch in Pakistan) nur in 

dringenden Ausnahmefällen möglich gewesen seien. Als Angehöriger der Volksgruppe 

der Pashtun habe der Beschwerdeführer, obwohl er auf pakistanischem Boden gelebt 

habe, zunächst auch über die afghanische Staatsangehörigkeit verfügt, bis diese nicht 

mehr verlängert und er gezwungen worden sei, die pakistanische Nationalität zu 

beantragen. Dieser Wechsel der Nationalität habe zu Verzögerungen bei der 

Registrierung seines Sohnes geführt. Erst nach Beantragung der pakistanischen 

Staatsangehörigkeit habe er die Geburt seines Sohnes eintragen lassen können. Das 

"Familiy Registration Certificate" sei aus diesem Grund tatsächlich erst am 

11. November 2021 ausgestellt worden. Aufgrund der Corona-Pandemie hätten diese 

Schritte noch länger als sonst gedauert. Unmittelbar nach der Registrierung habe der 

3.3. 

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4.  

Beschwerdeführer die für ein Familiennachzugsgesuch erforderlichen Unterlagen 

zusammengetragen und das Nachzugsgesuch Anfang 2022 eingereicht. Damit lägen 

offensichtlich wichtige bzw. gute Gründe für das verspätete Gesuch vor. D.__ sei im 

Zeitpunkt der Gesucheinreichung erst 6 Jahre gewesen und sei nach wie vor in einem 

Alter, in dem er sich in der Schweiz problemlos integrieren könne. Entgegen den 

Ausführungen der Vorinstanz könne auch nicht von einer langjährigen freiwilligen 

Trennung der Familie die Rede sein. Der Beschwerdeführer habe sich unmittelbar nach 

der Eheschliessung beim Amt für Bevölkerungsdienste erkundigt, ob die Ehe im 

Hinblick auf einen späteren Familiennachzug in der Schweiz registriert werden müsse. 

Der Familiennachzug sei aufgrund der knappen finanziellen Verhältnisse dannzumal 

noch nicht möglich gewesen. Es sei ihm damals die Auskunft erteilt worden, dass eine 

Registrierung der Ehe nicht nötig sei, solange kein Familiennachzugsgesuch gestellt 

werde. Der Beschwerdeführer könne diese mündlich gegebene Auskunft nicht 

beweisen. Angesichts seiner Zuverlässigkeit sei es aber nachvollziehbar, dass er die 

Auskunft eingeholt habe. Insgesamt sei festzuhalten, dass gute Gründe für den 

verspäteten Nachzug vorlägen und die privaten Interessen der Familie an einem 

Zusammenleben in der Schweiz das öffentliche Interesse an der Fernhaltung der 

Ehegattin und des Sohnes bei Weitem überwiegen würden. Eine Verweigerung des 

Familiennachzugs würde einen klaren Eingriff in Art. 8 EMRK darstellen (act. G 1).

Vorliegend musste für den Beschwerdeführer die Frage des Nachzugs seiner Ehefrau 

seit der Eheschliessung am 20. Februar 2016 bzw. der Geburt des gemeinsamen 

Sohnes am 8. November 2016 im Raum stehen. Spätestens mit der Erteilung der 

Niederlassungsbewilligung am 23. August 2017 hatte er einen gesetzlichen Anspruch 

auf Bewilligung eines solchen Familiennachzugs (Art. 43 Abs. 1 AIG). Vertretbare 

Gründe dafür, dass er sich nicht bereits nach der Eheschliessung im Februar 2016 

bzw. der Geburt des Sohnes im November 2016 − auch mit Blick auf ein allenfalls 

längerdauerndes Verfahren (vgl. act. G 7/5 I/229 ff.) − um den Erhalt der für den 

Familiennachzug erforderlichen Dokumente (einschliesslich Änderung der 

Staatsbürgerschaft) gekümmert hat, vermochte der Beschwerdeführer trotz seiner 

Mitwirkungspflichten (vgl. 2.3 hiervor [am Ende]) weder im Verfahren vor dem 

Migrationsamt, noch in den daran anschliessenden Rechtsmittelverfahren darzutun. 

Auch sonst legt er nicht dar, inwiefern wichtige familiäre Gründe vorliegen könnten, die 

es nahelegen würden, das verspätete Familiennachzugsgesuch ausnahmsweise 

gutzuheissen. Nicht durchzudringen vermag er praxisgemäss (vgl. E. 2.3 hiervor) 

4.1. 

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insbesondere mit dem Argument, er habe zunächst die finanziellen Ressourcen für den 

Familiennachzug beschaffen müssen.

Inwiefern sodann der − vor dem 8. Juli 2020 (Datum der Ausstellung der pakistanischen 

Identitätskarte; act. G 7/5 I/389) erfolgte − Wechsel von der afghanischen zur 

pakistanischen Nationalität eine Verzögerung bei der Registrierung des Sohnes zur 

Folge gehabt haben soll, geht aus den Ausführungen des Beschwerdeführers nicht 

schlüssig hervor. Aus dem Umstand allein, dass das "Familiy Registration Certificate" 

von den pakistanischen Behörden erst am 10. November 2021 ausgestellt worden ist 

(act. G 7/5 I/461), kann diesbezüglich jedenfalls nichts abgeleitet werden. Selbst wenn 

im Übrigen behördliche Verzögerungen belegt wären, hätte der Beschwerdeführer − 

zur Fristwahrung − das Familiennachzugsgesuch (im Sinn von Art. 73 Abs. 1 VZAE; act. 

G 7/5 I/480) innerhalb der Fristen gemäss Art. 47 Abs. 1 AIG einreichen und 

gegebenenfalls die Nachreichung der in jenem Zeitpunkt noch ausstehenden 

Dokumente in Aussicht stellen können. Selbst wenn man der Rechtsauffassung des 

Beschwerdeführers folgen und − entgegen dem Gesetzeswortlaut ("familiäre Gründe") 

− "unverschuldete Säumnis" als wichtigen Grund im Sinne von Art. 47 Abs. 4 AIG 

anerkennen wollte, wären deshalb keine Anhaltspunkte ersichtlich, die rechtfertigen 

könnten, dass der Beschwerdeführer nicht innerhalb der Fünfjahresfrist von Art. 47 

Abs. 1 AIG gehandelt hat.

Die vom Beschwerdeführer behauptete − jedoch nicht weiter belegte − Auskunft der 

Bevölkerungsdienste der Stadt Z.__, wonach "eine Registrierung der Ehe solange nicht 

nötig sei, [als] kein Familiennachzugsgesuch gestellt werde" (act. G 1, Ziff. 7), hat 

sodann für die Beurteilung der Frage, innert welcher Fristen der Beschwerdeführer das 

Familiennachzugsgesuch hätte stellen müssen, keinerlei Aussagekraft. Im Übrigen sind 

die Bevölkerungsdienste nicht zuständig für die Beurteilung von 

Familiennachzugsgesuchen und können die Fristenvorgaben für die Einreichung 

solcher Gesuche ohne Weiteres dem Gesetz entnommen werden. Der 

Beschwerdeführer kann deshalb aus dem (sinngemäss angerufenen) Anspruch auf 

Vertrauensschutz (Art. 5 Abs. 3 und Art. 9 BV; BGE 143 V 95 E. 3.6.2) nichts für sich 

ableiten.

4.2. 

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass es dem Beschwerdeführer nicht 

gelungen ist, wichtige Gründe darzutun, die es − im Lichte des Anspruchs auf Achtung 

des Familienlebens (Art. 13 Abs. 1 BV, Art. 8 Ziff. 1 EMRK) − ausnahmsweise als 

4.3. 

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5.  

 

geboten erscheinen liessen, das verspätet gestellte Familiennachzugsgesuch 

gutzuheissen. Vielmehr ist davon auszugehen, dass die Familie des Beschwerdeführers 

freiwillig jahrelang getrennt gelebt hat. Praxisgemäss ist deshalb von einem 

beschränkten Interesse an einem ortsgebundenen (gemeinsamen) Familienleben 

auszugehen. Dieses beschränkte Interesse vermag das Art. 47 Abs. 4 AIG zu Grunde 

liegende Interesse an der Einwanderungsbeschränkung nicht zu überwiegen, selbst 

wenn in der gebotenen Interessenabwägung zu Gunsten des Beschwerdeführers zu 

berücksichtigen ist, dass er sich seit der vorläufigen Aufnahme im Jahr 2008 eine 

berufliche Existenz in der Schweiz aufgebaut hat (vgl. act. G 7/5 I/209, 352, 355, 357, 

364 und 476) und der 2016 geborene Sohn sich als siebenjähriges Kind in einem 

integrationsfähigen Alter befindet. Es ist deshalb nicht zu beanstanden, dass die 

Vorinstanz einen wichtigen Grund im Sinn von Art. 47 Abs. 4 AIG verneint und die 

Pflege der familiären Beziehungen im bisherigen Rahmen als zumutbar erachtet hat. 

Der Vollständigkeit halber ist darauf hinzuweisen, dass sich die rechtliche Beurteilung 

mit der (auf Beschwerdeebene in Aussicht gestellten) Geburt eines zweiten Kindes des 

Beschwerdeführers und seiner Ehefrau unter Umständen verändern könnte. Soweit 

nämlich ein Familiennachzugsgesuch für ein neugeborenes Kind gestellt würde und 

dieses gutzuheissen wäre, könnte dies unter dem Aspekt des Familienlebens (Art. 8 

Ziff. 1 EMRK) auch für einen (verspäteten) Nachzug der Ehefrau und des ersten 

gemeinsamen Kindes ins Gewicht fallen. Die Frage ist allerdings gegebenenfalls nicht 

im vorliegenden Beschwerdeverfahren zu klären, sondern im Rahmen eines neuerlichen 

Gesuchsverfahrens durch das Migrationsamt als funktional erstzuständiger Behörde.

Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen. Dem 

Verfahrensausgang entsprechend gehen die amtlichen Kosten des 

Beschwerdeverfahrens zulasten des Beschwerdeführers (Art. 95 Abs. 1 VRP). 

Angemessen erscheint eine Entscheidgebühr von CHF 1'500. Sie ist durch den von ihm 

geleisteten Kostenvorschuss von CHF 1'500 gedeckt.

5.1. 

Zufolge Unterliegens besteht kein Anspruch des Beschwerdeführers auf 

ausseramtliche Entschädigung. Die Vorinstanz hat ebenfalls keinen diesbezüglichen 

Anspruch (Linder, in: Rizvi/Schindler/Cavelti [Hrsg.], Gesetz über die 

Verwaltungsrechtspflege, Praxiskommentar, N 20 zu Art. 98  VRP).

5.2. 

bis

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Demnach erkennt das Verwaltungsgericht zu Recht:

1.

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.

Der Beschwerdeführer trägt die amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens von 

CHF 1'500; sie sind durch den von ihm in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss 

gedeckt.

3.

Ausseramtliche Kosten werden nicht entschädigt.

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	Entscheid Verwaltungsgericht, 18.01.2024
	Art. 47 Abs. 4 AIG (SR 142.20). Nachträglicher Familiennachzug. Streitig war, ob familiäre Gründe einen nachträglichen Familiennachzug zu rechtfertigen vermögen. Das Verwaltungsgericht kam zum Schluss, dass es dem Beschwerdeführer nicht gelungen sei, wichtige Gründe darzutun, die es – unter Beachtung des Anspruchs auf Achtung des Familienlebens (Art. 13 Abs. 1 BV [SR 101], Art. 8 Ziff. 1 EMRK [SR 0.101]) − ausnahmsweise als geboten erscheinen liessen, das verspätet gestellte Familiennachzugsgesuch gutzuheissen. Vielmehr sei davon auszugehen, dass die Familie des Beschwerdeführers freiwillig jahrelang getrennt gelebt habe. Praxisgemäss sei deshalb von einem beschränkten Interesse an einem ortsgebundenen (gemeinsamen) Familienleben auszugehen. Dieses beschränkte Interesse vermöge das Art. 47 Abs. 4 AIG zu Grunde liegende Interesse an der Einwanderungsbeschränkung nicht zu überwiegen, selbst wenn in der gebotenen Interessenabwägung zu Gunsten des Beschwerdeführers zu berücksichtigen sei, dass er sich seit der vorläufigen Aufnahme im Jahr 2008 eine berufliche Existenz in der Schweiz aufgebaut habe und der 2016 geborene Sohn sich als siebenjähriges Kind in einem integrationsfähigen Alter befinde. Es sei deshalb nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz einen wichtigen Grund im Sinn von Art. 47 Abs. 4 AIG verneint und die Pflege der familiären Beziehungen im bisherigen Rahmen als zumutbar erachtet habe. Der Vollständigkeit halber sei darauf hinzuweisen, dass sich die rechtliche Beurteilung mit der (auf Beschwerdeebene in Aussicht gestellten) Geburt eines zweiten Kindes des Beschwerdeführers und seiner Ehefrau unter Umständen verändern könne. Soweit nämlich ein Familiennachzugsgesuch für ein neugeborenes Kind gestellt würde und dieses gutzuheissen wäre, könne dies unter dem Aspekt des Familienlebens (Art. 8 Ziff. 1 EMRK) auch für einen (verspäteten) Nachzug der Ehefrau und des ersten gemeinsamen Kindes ins Gewicht fallen. Die Frage sei allerdings gegebenenfalls nicht im vorliegenden Beschwerdeverfahren zu klären, sondern im Rahmen eines neuerlichen Gesuchverfahrens durch das

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	Migrationsamt als funktional erstzuständiger Behörde. (Verwaltungsgericht B 2023/206).

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