# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7ab87913-18fb-5948-a89b-83264ec0f9c1
**Source:** Appenzell Ausserrhoden (AR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-08-19
**Language:** de
**Title:** Appenzell Ausserrhoden Obergericht 3. Abteilung 19.08.2015 OG O3V-14-22
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AR_Gerichte/AR_OG_003_OG-O3V-14-22_2015-08-19.pdf

## Full Text

Beschwerdeführerin A___ 

 
vertreten durch: RA B___  
 
 

 
Vorinstanz SUVA Schweizerische Unfallversicherungsanstalt,  

Postfach 4358, 6002 Luzern 
 
vertreten durch: RA C___ 
 

 
 

 

Obergericht Appenzell Ausserrhoden   
3. Abteilung 
 

Urteil vom 19. August 2015  
 

Mitwirkende Obergerichtsvizepräsident W. Kobler 
Oberrichter Dr. med. S. Graf, H.P. Fischer, Ch. Wild, 
Dr. F. Windisch 
Obergerichtsschreiberin M. Epprecht 
 
 
 

Verfahren Nr. O3V 14 22 
 
 
 

Sitzungsort Trogen 
 
 

Gegenstand Invalidenrente und Integritätsentschädigung 

Seite 2 

Rechtsbegehren 

 

a) der Beschwerdeführerin: 

 1. Der Entscheid vom 13. August 2014 sei aufzuheben, und der Beschwerdeführerin mit 

Wirkung ab 1. Oktober 2013 eine UVG-Invalidenrente von mindestens 50% zuzu-

sprechen.  

 

 2. Ebenso sei die Integritätsentschädigung auf mindestens 10% zu erhöhen. 

 

 3. Eventualiter sei der Entscheid vom 13. August 2014 aufzuheben, und die Beschwerde-

führerin umfassend zu begutachten, insbesondere durch einen Handchirurgen. 

 

 4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwerdegegnerin.  

 

 

b) der Vorinstanz: 

 Die Beschwerde vom 10. September 2014 sei abzuweisen. 

 

 

 

Sachverhalt 

 

A. Die am XX.XX.1960 geborene A___ war als Arbeitslose gegen die Folgen von Unfällen 

obligatorisch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) versichert, als sie 

am 10. Juli 2011 zu Hause ausrutschte und sich an der rechten Hand verletzte.1 In der 

Folge kam die SUVA im Zusammenhang mit diesem Nichtberufsunfall für diverse 

Behandlungskosten auf – unter anderem auch eine Operation des rechten Handgelenks – 

und richtete Taggelder aus. Am 15. Januar 2013 verletzte sich A___ erneut, als sie zu 

Hause im Badezimmer ausrutschte und das rechte Knie anschlug.2  

 

B. Im März bzw. April 2013 wurden von der SUVA vorübergehend die Taggeldleistungen an 

A___ gekürzt.3 Vom 14. Mai bis 29. Mai 2013 hielt sich A___ stationär in der Rehaklinik 

Bellikon auf. Im Austrittsbericht der Rehaklinik Bellikon wurde festgehalten, dass aus 

unfallkausaler Sicht die frühere berufliche Tätigkeit als Textil-Fabrikmitarbeiterin nicht mehr 

zumutbar sei, da die Anforderungen zu hoch seien. Eine andere berufliche Tätigkeit im 

                                                
1  Act. 8.I.1 
2  Act. 8.II.1 
3  Act. 8.I.112 und act. 8.I.134 

Seite 3 

Sinne einer leichten bis mittelschweren Arbeit, ohne repetitiven Krafteinsatz der rechten 

Hand, wechselbelastend, ohne Einnahme von Zwangshaltungen wie Knien, Kauern und 

Hocken, sei ganztags zumutbar.4 Am 16. Juli 2013 fand eine kreisärztliche Abschluss-

untersuchung durch med. pract. D___, Fachärztin FMH für Chirurgie, statt, in welcher die 

Zumutbarkeitsbeurteilung der Rehaklinik Bellikon bestätigt wurde.5  

 

C. Mit Schreiben vom 24. September 2013 teilte die SUVA A___ mit, dass keine Behandlung 

mehr notwendig sei, weshalb mit dem heutigen Tag die Heilkostenleistungen eingestellt 

würden. Weitere Taggeldleistungen seien ab 30. September 2013 nicht mehr geschuldet.6 

Am 1. November 2013 liess A___ dagegen Einwände erheben.7  

 

D. Am 26. November 2013 fand eine zweite kreisärztliche Untersuchung bei med. pract. D___ 

statt. Sie empfahl im Wesentlichen eine Vorlage bei der Versicherungsmedizin in Luzern 

und gegebenenfalls ein interdisziplinäres chirurgisch-neurologisch-psychiatrisches 

Konsilium.8 Die chirurgische und neurologische Beurteilung mit Untersuchung vom 5. März 

2014 bei der Versicherungsmedizin in Luzern ergab, dass kein CRPS im Bereich der rech-

ten oberen Extremität vorliegt. In der psychiatrischen Beurteilung wurden eine Somatisie-

rungsstörung sowie eine vorwiegend histrionische Persönlichkeitsstörung diagnostiziert.9  

 

E. Die SUVA sprach A___ mit Verfügung vom 17. April 2014 eine Integritätsentschädigung 

von 5 % zu. Die Ausrichtung einer Invalidenrente wurde mit der Begründung abgelehnt, es 

liege keine unfallbedingte Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit vor.10 Dagegen liess A___ 

am 21. Mai 2014 Einsprache erheben.11 Mit Einspracheentscheid vom 13. August 2014 

hielt die SUVA an ihrer Verfügung fest und wies die Einsprache ab.12 

 

F. Mit Eingabe vom 10. September 2014 liess A___ beim Obergericht Appenzell 

Ausserrhoden Beschwerde erheben.13 In der Beschwerdeantwort vom 17. Dezember 2014 

beantragte die SUVA die Abweisung der Beschwerde.14 Am 26. Februar 2015 reichte A___ 

die Replik ein. Sie verzichtete stillschweigend auf die Durchführung einer mündlichen 

Verhandlung.15 Die Duplik der SUVA ging am 18. März 2015 ein.16 

                                                
4  Act. 8.I.148-2/11 
5  Act. 8.I.155-7/8 
6  Act. 8.I.170 
7  Act. 8.I.177 
8  Act. 8.I.186-4/10 
9  Act. 8.I.198-20/21 und act. 8.I.199-10/13 
10  Act. 8.I.204 
11  Act. 8.I.212 
12  Act.8.I.218 
13  Act. 1 
14  Act. 7 
15  Act. 11 

Seite 4 

 

G. Auf die Vorbringen der Parteien in den Rechtsschriften sowie die Ausführungen in den 

medizinischen Akten wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen. 

 

 

 

Erwägungen 

 

1. Gemäss Art. 57 ATSG17 i.V.m. Art. 28 Abs. 1 lit. b JG18 beurteilt das Obergericht als kanto-

nales Versicherungsgericht Beschwerden aus dem Bereich der Sozialversicherungen. Die 

örtliche Zuständigkeit ist gegeben (Art. 58 Abs. 1 ATSG). 

 

Die von Amtes wegen vorzunehmende Prüfung der weiteren Prozessvoraussetzungen 

ergibt, dass diese sowohl hinsichtlich der Beschwerdeberechtigung als auch hinsichtlich der 

Form- und Fristerfordernisse erfüllt sind.19  

 

Auf die Beschwerde ist einzutreten. 

 

2. 2.1 

Nach Art. 6 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 9 Abs. 2 UVV20 setzt die Zusprechung von Leistungen 

der obligatorischen Unfallversicherung grundsätzlich das Vorliegen eines Berufsunfalls, 

eines Nichtberufsunfalls, einer Berufskrankheit oder einer unfallähnlichen Körperschädi-

gung voraus. Der Unfallversicherer haftet jedoch für einen Gesundheitsschaden nur inso-

weit, als dieser in einem natürlichen sowie adäquaten Kausalzusammenhang zum versi-

cherten Ereignis steht.21  

 

Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne 

deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei-

chen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend 

dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht 

erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Stö-

rungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingun-

                                                                                                                                                       
16  Act. 14 
17  Bundesgesetz vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG, 

SR 830.1) 
18  Justizgesetz vom 13. September 2010 (JG, bGS 145.31) 
19  Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. März 1981 über die Unfallversicherung (UVG, SR 832.20) 

i.V.m. Art. 59, Art. 60 Abs. 1 und Art. 61 lit. b ATSG sowie Art. 54, Art. 56 und Art. 59 des Gesetzes 
vom 9. September 2002 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG, bGS 143.1) 

20  Verordnung vom 20. Dezember 1982 über die Unfallversicherung (UVV, SR 832.202) 
21  BGE 129 V 177 E. 3 

Seite 5 

gen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der 

Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene 

gesundheitliche Störung entfiele. Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer 

gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, 

worüber die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegen-

den Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusam-

menhangs genügt für die Begründung eines Leistungsanspruchs nicht.22  

 

2.2 

Zwischen den Parteien ist grundsätzlich unbestritten, dass die Handverletzung vom 10. Juli 

2011 sowie die Knieverletzung vom 15. Januar 2013 Unfälle im Sinne von Art. 4 ATSG dar-

stellen. Die SUVA erbrachte für beide Ereignisse Versicherungsleistungen, stellte diese 

indes mit Verfügung vom 17. April 2014 ein mit der Begründung, es liege keine unfallbe-

dingte Beeinträchtigung vor. 

 

Die medizinischen Akten ergeben zur Frage, inwiefern die Beschwerdeführerin durch die 

Hand- und Knieverletzung gesundheitlich beeinträchtigt ist, im Wesentlichen das folgende 

Bild: 

 

2.2.1 

Der erstbehandelnde Dr. med. E___, Facharzt FMH Medizinische Onkologie und 

Allgemeine Innere Medizin, Appenzell, führte im Arztzeugnis UVG vom 25. November 2011 

als Befund eine intakte ossäre Struktur ohne Nachweis einer Fraktur auf und diagnostizierte 

eine Handgelenksdistorsion rechts.23 

 

2.2.2 

In der handchirurgischen Sprechstunde vom 1. Dezember 2011 des Spitals Herisau stellte 

Dr. med. F___, Fachärztin FMH Chirurgie und Handchirurgie, folgende Diagnose: unklare 

ulnocarpale Handgelenksschmerzen rechts, Status nach Hyperextensionstrauma am 

15. Juli 2011, DD: Bone bruise Lunatum mit TFCC-Läsion, traumatisierte Lunatummalazie. 

In der Beurteilung führte sie aus, die Beschwerdeführerin gebe explizit an, vor dem Unfall 

keine ulnaren Handgelenksbeschwerden gehabt zu haben, weshalb eine echte TFCC-

Problematik vor dem Unfall ausgeschlossen werden könne.24 Im Bericht vom 15. Dezember 

2011 führte Dr. med. F___ aus, dass es der Beschwerdeführerin etwas besser gehe, sie 

                                                
22  BGE 129 V 177 E. 3.1 mit Hinweisen 
23  Act. 8.I.15-1/3 
24  Act. 8.I.29-1/2 

Seite 6 

aber nicht beschwerdefrei sei. Sie glaube, man könne davon ausgehen, dass das Problem 

eine Läsion im Bereich des TFCC sei.25 

 

2.2.3  

Dr. med. G___, Klinik für Chirurgie und Orthopädie, Spital Walenstadt, diagnostizierte im 

Bericht über die Untersuchung vom 11. Januar 2012 ein posttraumatisches TFCC-Syndrom 

rechts, DD: Lunatum-Malazie, residuelle Bone bruise, Ulna-Impingement.26 

 

2.2.4 

Im Bericht über die Operation vom 18. April 2012 stellte Dr. med. H___, Klinik für Hand-, 

Plastische- und Wiederherstellungschirurgie, Kantonsspital St. Gallen, die Diagnosen 

traumatische TFCC Läsion palmar 1b rechts sowie ulnokarpales Impingementsyndrom 

rechts.27 

 

2.2.5 

In der Nachkontrolle vom 3. September 2012 im Kantonsspital St. Gallen wurde insgesamt 

eine etwas verbesserte Situation festgestellt, die Hand könne aber für Arbeiten nach wie 

vor nicht eingesetzt werden.28 Im Bericht über die Nachkontrolle vom 8. Oktober 2012 

wurde bei ansonsten gleichbleibender Diagnose neu ein CRPS diagnostiziert. Weiter wurde 

festgehalten, dass die Beschwerdeführerin über eine zwar langsame, aber für sie sehr wohl 

wahrnehmbare Besserung der Schmerz- und Bewegungssituation berichte.29 Den Berich-

ten der Nachkontrollen vom 19. November 2012 sowie vom 17. Dezember 2012 lässt sich 

bei gleichbleibenden Diagnosen im Wesentlichen entnehmen, dass insgesamt im Vergleich 

zur Erstkonsultation eine Verbesserung der Beschwerden und Schmerzen eingetreten 

sei.30 

 

2.2.6 

Im Kurzaustrittsbericht des Spitals Herisau, Chirurgie, über die ambulante Behandlung vom 

15. Januar 2013 wurde eine Kniekontusion rechts diagnostiziert.31 Die Nachkontrolle im 

Spital Herisau vom 24. Januar 2013 ergab in objektiver Hinsicht, dass das Knie noch minim 

druckschmerzhaft sei, die Beweglichkeit schmerzbedingt eingeschränkt, jedoch keine 

Instabilität vorliege.32 In der chirurgischen Sprechstunde des Spitals Herisau vom 27. März 

                                                
25  Act. 8.I.31 
26  Act. 8.I.38 
27  Act. 8.I.56 
28  Act. 8.I.74 
29  Act. 8.I.79 
30  Act. 8.I.91 und act. 8.I.98 
31  Act. 8.II.7 
32  Act. 8.II.17-3/4 

Seite 7 

2013 wurde ein Status nach Kniekontusion rechts am 15. Januar 2013, aktuell residuelle 

Schmerzen peripatellär bei zusätzlich vorhandender Chondropathie sowie eine Schmerz-

verarbeitungsstörung diagnostiziert. Weiter wurde die Fortführung der Physiotherapie 

empfohlen und festgehalten, dass keine Operationsindikation bestehe.33 

 

2.2.7 

In der Nachkontrolle vom 16. Januar 2013 in der Klinik für Hand-, Plastische- und Wieder-

herstellungschirurgie, Kantonsspital St. Gallen, wurden bei ansonsten gleichbleibender 

Diagnose neu aktuell Knieschmerzen rechts, stockmobil, diagnostiziert. In Bezug auf letz-

tere Diagnose wurde im Bericht erwähnt, dass diesbezüglich bereits eine Konsultation ver-

einbart sei, weshalb ihrerseits auf weitere Abklärungen verzichtet werde. Weiter wurde im 

Verlaufsbericht darauf hingewiesen, dass heute kaum mehr ein CRPS bestehe. Als Proce-

dere wurde festgehalten, dass, sollte die Wirkung der Testinfiltration typisch sein, nun nach 

abgeklungenem CRPS eine partielle Handgelenksdenervation zu besprechen sei.34 Im 

Bericht über die Nachkontrolle vom 13. Februar 2013 wurde bei gleichbleibender Diagnose 

festgehalten, dass sich nun im Langzeitverlauf doch deutliche Fortschritte feststellen lies-

sen. Das CRPS sei zumindest deutlich rückläufig. Als Procedere wurde vorgesehen, die 

CRPS Therapie mit DMSO Salbe, Redoxon und intensiver Erghotherapie weiterzuführen.35 

In der Nachkontrolle vom 25. März 2013 wurde bei ansonsten gleichbleibender Diagnose 

ein neu aufgetretenes, dorsales Handgelenksganglion rechts diagnostiziert.36 In der folgen-

den Nachkontrolle vom 22. April 2013 wurde als neue Diagnose ein bekanntes chronisches 

multilokuläres nozizeptives Schmerzsyndrom in der ansonsten gleichbleibenden Diagnose-

liste aufgenommen. Weiter wurde ausgeführt, dass die Schmerzen weitgehend unverändert 

geblieben seien. Die Beweglichkeit sei aber etwas besser als zuletzt.37 

 

2.2.8 

Im Austrittsbericht der Rehaklinik Bellikon wird in der zusammenfassenden Beurteilung 

darauf hingewiesen, es sei zu berücksichtigen, dass die Beschwerdeführerin schon seit 

vielen Jahren unter anderem an einem chronischen Schmerzsyndrom leide. Es bestehe 

eine deutliche Diskrepanz zwischen den objektivierbaren Befunden und dem subjektiven 

Beschwerdebild. Die Beobachtungen bei den Leistungstests und im Behandlungsprogramm 

hätten auf eine erhebliche Symptomausweitung hingewiesen. Diese sei teilweise auf eine 

psychische Störung zurückzuführen. Für die Beurteilung der zumutbaren körperlichen 

Belastbarkeit seien daher die Resultate der physischen Leistungstests nicht verwertbar. Die 

                                                
33  Act. 8.II.29 
34  Act. 8.I.102 
35  Act. 8.I.106-4f/5 
36  Act. 8.I.125 
37  Act. 8.I.135 

Seite 8 

Beurteilung der Zumutbarkeit stütze sich wesentlich auf medizinisch-theoretische Überle-

gungen, unter Berücksichtigung der Beobachtungen bei den Leistungstests und im 

Behandlungsprogramm. Die berufliche Tätigkeit als Textil-Fabrikmitarbeiterin sei nicht 

zumutbar. Zumutbar sei eine leichte bis mittelschwere Arbeit, ganztags, ohne repetitiven 

Krafteinsatz der rechten Hand, wechselbelastend, ohne Einnahme von Zwangshaltungen 

wie Knien, Kauern und Hocken.38 

 

2.2.9 

Im Bericht über die Nachkontrolle vom 12. Juni 2013 in der Klinik für Hand-, Plastische- und 

Wiederherstellungschirurgie, Kantonsspital St. Gallen, wurde bei gleichbleibender Diagnose 

ausgeführt, dass die Beschwerdeführerin subjektiv über einen ungefähr stationären Verlauf 

mit immer noch starken Beschwerden im Handgelenk bei jeglichen Arbeiten berichte. Aus 

ärztlicher Sicht ergebe sich zumindest aus den klinischen Parametern ein deutlicher Fort-

schritt. So seien die Zeichen des CRPS zwar nicht vollständig regredient, aber deutlich 

rückläufig.39  

 

2.2.10 

In der ärztlichen Abschlussuntersuchung der SUVA vom 16. Juli 2013 durch med. pract. 

D___ wurde in der Beurteilung festgehalten, es bestünden objektiv Dauerschmerzen und 

Kraftlosigkeit im Handgelenksbereich rechts sowie belastungsabhängige Knieschmerzen 

rechts. Eine konklusive Untersuchung vor allem des rechten Kniegelenks sei aufgrund 

ausgeprägter Schmerzen nicht möglich gewesen, eine gewisse Aggravation sei nicht aus-

zuschliessen. Auffällig auch das übertriebene Schonverhalten mit Tragen der Hand-

gelenksmanschette und übertriebenem Schonhinken. Hierzu korreliere die seitengleiche 

palmare und plantare Beschwielung sowie die fehlenden muskulären Atrophiezeichen nicht. 

Zeichen eines CRPS fänden sich aktuell nicht. Aufgrund der durchgeführten Untersuchung 

sei die Zumutbarkeitsbeurteilung der Rehaklinik Bellikon zu übernehmen. Bezüglich des 

Kniegelenks sei keine Integritätsentschädigung geschuldet.40 

 

2.2.11 

Gemäss dem Bericht über die Nachkontrolle vom 12. September 2013 in der Klinik für 

Hand-, Plastische- und Wiederherstellungschirurgie, Kantonsspital St. Gallen, gab die 

Beschwerdeführerin bei gleichbleibender Diagnose an, es bestehe keine wesentliche Ver-

besserung ihrer Schmerzen im Handgelenk.41 In der Nachkontrolle vom 7. Oktober 2013 

berichtete die Beschwerdeführerin über eine deutliche Zunahme der Schmerzen. Im Befund 

                                                
38  Act. 8.I.147-1ff/11 
39  Act. 8.I.150 
40  Act. 8.I.155 
41  Act. 8.I.168 

Seite 9 

wurde ein ungefährer Status idem mit Zeichen des Vollbildes eines CRPS auf der rechten 

Seite mit allerdings nur moderat geschwollenem Handgelenk und Handrücken bei deut-

licher Bewegungseinschränkung aller Langfinger und Schmerzhaftigkeit bei Bewegung, 

Hyperhidrosis und Hyperämie der Haut erwähnt.42 

 

2.2.12 

Im Bericht über die zweite kreisärztliche Untersuchung vom 26. November 2013 durch 

med. pract. D___ wird ausgeführt, dass subjektiv Dauerschmerzen und belastungs-

abhängig zunehmende Beschwerden im Bereich des rechten Handgelenks beständen, 

ausserdem Schwellneigung, intermittierende Verfärbung und Bewegungseinschränkung. 

Gemäss diagnostischen Kriterien für CRPS finde sich ein Spontanschmerz sowie intermit-

tierend auftretende Verfärbung verbunden mit einem Anschwellen und fraglich auch verän-

dertem Schwitzverhalten. Ausser der diskreten Schwellung über dem Handrücken seien 

keine weiteren Befunde am Untersuchungstag verifizierbar. Radiologisch beständen keine 

Hinweise auf fleckförmige Veränderungen, welche auf ein CRPS hinweisen könnten.43 

 

2.2.13 

Im Gutachten der SUVA, Kompetenzzentrum Versicherungsmedizin, vom 4. April 2014 

über die chirurgische und neurologische Beurteilung mit Untersuchung vom 5. März 2014 

führten Dr. med. K___, Facharzt für Neurologie, sowie Dr. med. I___, Fachärztin FMH für 

Chirurgie, in Bezug auf die TFCC-Läsion aus, dass diese mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit nicht in Zusammenhang mit dem Hyperextensionstrauma des rechten 

Handgelenks vom 10. Juli 2011 stehe. Ursächlich liege ein ulnocarpales Impaktionssyn-

drom zugrunde bei Ulna-plus-Variante. Ferner kamen die Gutachter zum Schluss, dass 

kein CRPS vorliege im Bereich der rechten oberen Extremität. Anlässlich der 

interdisziplinären Untersuchung hätten sich keine pathologischen neurovegetativen Zeichen 

betreffend der Trophik, Sudomotorik oder der Vasomotorik finden lassen. Eine 

Hyperalgesie und Allodynie habe die Beschwerdeführerin nicht angegeben. Eine Tempe-

raturdifferenz als Zeichen einer neurovegetativen Funktionsstörung könne ausgeschlossen 

werden. Eine von der Beschwerdeführerin angegebene zirkuläre inkomplette Hypästhesie 

am Unterarm rechts mit Begrenzung nach kranial in der Ellenbeuge und distal am Hand-

gelenk könne neuroanatomisch weder einer Nervenwurzel noch einem sensiblen periphe-

ren Nerv zugeordnet werden. Des Weiteren seien die in der Labordiagnostik nachgewiese-

nen Medikamentenspiegel diskrepant zur der Medikamentenanamnese. Die Budapest Kri-

terien zur Diagnose eines CRPS seien aktuell nicht erfüllt. Eine unfallbedingte Läsion des 

peripheren Nervensystems als Ursache chronischer neuropahtischer Schmerzen könne 

                                                
42  Act. 8.I.172 
43  Act. 8.I.186-4/10 

Seite 10 

aktuell nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit angenommen 

werden. Das anlässlich der Untersuchung festgestellte Erythem stehe nicht in Zusammen-

hang mit einer neurovegetativen Funktionsstörung, sondern habe seine Ursache sehr 

wahrscheinlich in der lokalen Applikation der DMSO-Salbe und sei differenzialdiagnostisch 

als allergische Reaktion zu interpretieren.44 In der psychiatrischen Beurteilung durch Dr. 

med. L___, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, wurde eine Somatisie-

rungsstörung (ICD-10: F45.0) sowie eine vorwiegend histrionische Persönlichkeitsstörung 

(ICD-10: F60.4) diagnostiziert.45 

 

2.2.14 

Im Bericht über die Nachkontrolle vom 2. Juni 2014 in der Klinik für Hand-, Plastische- und 

Wiederherstellungschirurgie, Kantonsspital St. Gallen, wurden keine neue Diagnosen 

gestellt.46 

 

2.3. 

Die SUVA stützte sich bei der Einstellung ihrer Versicherungsleistungen in massgeblicher 

Weise auf das bei der Versicherungsmedizin Luzern eingeholte Gutachten ab, welches 

zum Schluss kommt, dass im Zeitpunkt des Fallabschlusses bzw. der Rentenprüfung mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit kein CRPS vorgelegen habe. In Bezug auf die noch 

zumutbare Arbeitsfähigkeit verwiesen die Gutachter vollumfänglich auf das im Abschluss-

bericht der Rehaklinik Bellikon genannte immer noch gültige Profil. In der Beschwerdeant-

wort sowie der Replik machte die SUVA im Wesentlichen geltend, die Ausführungen der 

Versicherungsmediziner Dr. med. K___ und Dr. med. I___ in Bezug auf die Läsionen im 

Bereich des TFCC seien nachvollziehbar und schlüssig. Im nachträglich eingereichten 

Bericht von Dr. med. H___ und Prof. med. J___, Klinik für Hand-, Plastische- und 

Wiederherstellungschirurgie, Kantonsspital St. Gallen, vom 9. Februar 2015 werde zu 

Recht nicht bestritten, dass die TFCC-Läsionen vorbestehend gewesen seien. Doch finde 

sich keine konkrete Äusserung dazu, ob die bereits bei der Erstkonsultation bestandene 

ausgeprägte chronische Schmerzsymptomatik der Beschwerdeführerin mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit auf den Sturz zurückzuführen bzw. ob es tatsächlich zu einem 

Akutwerden des Vorzustandes gekommen sei. Der Bericht der behandelnden Ärzte 

vermöge damit die umfassende und nachvollziehbar begründete Kausalitätsbeurteilung der 

Versicherungsmediziner nicht in Zweifel zu ziehen, zumal der Bericht nicht auf einem 

nochmaligen Untersuch der Beschwerdeführerin beruhe. Gestützt auf die chirurgische – 

neurologische Beurteilung seien die Gutachter zum überzeugenden Schluss gekommen, 

                                                
44  Act. 8.I.198-19f/21 
45  Act. 8.I.199-10/13 
46  Act. 8.II.54 

Seite 11 

wonach kein CRPS vorliege. Die von den behandelnden Ärzten dagegen vorgebrachten 

pauschalen Behauptungen seien nicht überzeugend. Demnach bestehe kein Anlass für die 

beantragte externe spezialärztliche Begutachtung. Zumal bereits eine 

Situationsbeobachtung in Bellikon erfolgt sei, welche eine Zumutbarkeitsbeurteilung 

gestützt auf medizinisch-theoretische Überlegungen zur Folge gehabt habe. Ferner sei 

nicht zu beanstanden, dass auch die Hinweise auf Diskrepanzen in der Beurteilung berück-

sichtigt worden seien. Unfallfolgen am rechten Knie, welche zu einer erheblichen Ein-

schränkung führen würden, lägen keine vor. Das Valideneinkommen, der leidensbedingte 

Abzug sowie die Schätzung des Integritätsschadens seien ebenfalls nicht zu beanstanden. 

 

Die Beschwerdeführerin kritisierte im Wesentlichen, die Ansicht der SUVA-Ärzte, die TFCC-

Läsion rechts stehe nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit im Zusammenhang mit 

dem Sturz vom 10. Juli 2011, sei nicht nachvollziehbar, nicht zuletzt da die Behandlung und 

Operationen von der SUVA bezahlt worden sei. Auch die radiologisch sichtbare leichte 

Arthrose stehe in einem ursächlichen Zusammenhang zum Unfall. Es sei objektiv nachge-

wiesen, dass die rechte Hand der Beschwerdeführerin bei regelmässiger Beanspruchung 

verfärbe und anschwelle. Glaubhaft seien auch die damit verbundenen Schmerzen. In wel-

chem Ausmass diese Art von Behinderung zu einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit 

führe, müsse durch eine spezialärztliche Begutachtung festgestellt werden. Von einer vol-

len Arbeitsfähigkeit dürfe nicht ausgegangen werden, in einer bestens geeigneten Tätigkeit 

sei maximal eine Arbeitsfähigkeit von 50 % gegeben. Das Valideneinkommen sei nicht kor-

rekt ermittelt worden, da sich die Beschwerdeführerin zweifellos nach einer besser bezahl-

ten Stelle umgesehen hätte. Zudem sei ein Leidensabzug von mindestens 20 % zu gewäh-

ren und die Integrationsentschädigung aufgrund der Einschränkungen der Beweglichkeit 

auf mindestens 10 % zu erhöhen. Gemäss dem Bericht vom 9. Februar 2015 von Dr. med. 

H___ und Prof. med. J___ sei durch den Sturz der Vorschaden akut geworden und es sei 

zweifellos ein durch den Unfall ausgelöstes CRPS eingetreten. Anlässlich der 

kreisärztlichen Untersuchung vom 26. November 2013 seien die Symptome eines Morbus 

Sudecks deutlich festgestellt worden. Es gehe daher nicht an, wenn bei späteren 

Untersuchungen ohne effektive Beanspruchung der rechten Hand behauptet werde, es 

läge kein CRPS mehr vor. Die Einschränkung in der Benützung der Hand sei offensichtlich. 

 

 2.4 

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht für die streitigen 

Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, 

Seite 12 

in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizini-

schen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind.47  

 

Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt Beweiswert zu, sofern sie 

als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind 

und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der 

befragte Arzt in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht 

schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen.48 Soll ein Versiche-

rungsfall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind 

an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe 

Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Fest-

stellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen.49  

 

2.5 

Die Kritik der Beschwerdeführerin am Gutachten des Kompetenzzentrums Versicherungs-

medizin überzeugt nicht. Die Versicherungsmediziner der SUVA legen in ihrer chirurgi-

schen und neurologischen Beurteilung schlüssig und nachvollziehbar dar, dass bei der 

Beschwerdeführerin als unfallfremder Vorzustand ein ulnocarpales Impaktionssyndrom 

bestanden habe. Im Zusammenhang mit diesem Impaktionssyndrom seien mit überwie-

gender Wahrscheinlichkeit die intraoperativ dokumentierten TFCC-Läsionen aufgetreten.50 

Auch Dr. med. H___ und Prof. med. J___, Klinik für Hand-, Plastische- und 

Wiederherstellungschirurgie, Kantonsspital St. Gallen, gingen im von der 

Beschwerdeführerin nachträglich eingereichten Bericht vom 9. Februar 2015 davon aus, 

dass der TFCC-Schaden mit grosser Wahrscheinlichkeit vorbestehend war.51 Weiter wie-

sen die Gutachter darauf hin, aus der medizinischen Dokumentation zum Heilverlauf 

ergebe sich die durch die Handchirurgen am Kantonsspital St. Gallen gestellte Diagnose 

eine komplexen regionalen Schmerzsyndroms (CRPS).52 Ein CRPS liege aktuell aus chirur-

gischer Sicht nicht vor, da keine Störung der Trophik, keine vermehrte Schweisssekretion 

sowie keine Allodynie bestehe. Es sei aber ein deutliches Erythem ersichtlich, welches ein-

deutig auf die seit zwei Jahren angewandte Applikation der DMSO-Salbe zurückzuführen 

sei.53 Anlässlich der erstmaligen fachärztlichen neurologischen Untersuchung seien bis auf 

eine vom visuellen Aspekt her mässige Schwellung und Erythem am distalen Unterarm 

rechts mit scharfer Begrenzung im Bereich des Handgelenks und der Ellenbeuge keine 

                                                
47  BGE 125 V 351 E. 3a 
48  BGE 125 V 351 E. 3b ee  
49  BGE 135 V 465 E. 4.4 mit Hinweisen 
50  Act. 8.I.198-15/21 
51  Act. 12 
52  Act. 8.I.198-14/21 
53  Act. 8.I.198-15/21 

Seite 13 

objektivierbaren Befunde festzustellen gewesen. Die Budapest Kriterien zur Diagnose eines 

CRPS seien aktuell aus neurologischer Sicht nicht erfüllt.54 Diese überzeugenden Ausfüh-

rungen, welche unter anderem auf einer fachärztlichen neurologischen Untersuchung beru-

hen, vermag der nachträglich eingereichte Bericht der behandelnden Handchirurgen des 

Kantonsspitals St. Gallen vom 9. Februar 2015 nicht zu entkräften. Zumal letzterer nicht auf 

einer aktuellen Untersuchung beruht, sondern anhand der vorhandenen Akten und in 

Rückschau erstellt wurde. Demnach ist aufgrund des Gutachtens die Diagnose eines 

CRPS aktuell bzw. im Zeitpunkt der Leistungseinstellung bzw. Rentenprüfung nicht mit dem 

notwendigen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen. Gemäss 

den Gutachtern liegt vielmehr ein nozizeptives Schmerzsyndrom bei einer postoperativ ver-

änderten anatomischen Situation am rechten Handgelenk ohne kausalen Zusammenhang 

zum Unfall vor. Nicht zu beanstanden ist ferner, dass die Versicherungsmediziner im Gut-

achten auch auf festgestellte Diskrepanzen im Rahmen der Verhaltensbeobachtung oder in 

Bezug auf den Medikamentenspiegel hingewiesen haben. Insgesamt erfüllt das interdiszip-

linäre Gutachten des Kompetenzzentrums Versicherungsmedizin, bestehend aus der chi-

rurgisch - neurologischen sowie der psychiatrischen Beurteilung, die von der Rechtspre-

chung aufgestellten Anforderungen an beweistaugliche medizinische Berichte. Das Gut-

achten wurde in Kenntnis der umfangreichen Vorakten erstellt, berücksichtigt die geklagten 

Beschwerden, setzt sich mit diesen auseinander, beruht auf interdisziplinären Untersu-

chungen und ist für die streitigen Belange umfassend. Es leuchtet in der Darlegung der 

medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein, 

erscheint schlüssig und die Schlussfolgerungen sind nachvollziehbar begründet. Somit 

kommt dem Gutachten voller Beweiswert zu.  

 

Soweit die Beschwerdeführerin vorbringt, die von ihr geltend gemachte Flexionseinschrän-

kung des Fingers, der unvollständige Faustschluss sowie die Kraftlosigkeit der rechten 

Hand seien bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit durch die Rehaklinik Bellikon nicht 

berücksichtigt worden, geht sie fehl. Die von ihr geltend gemachten Beschwerden wurden 

im Eintrittsbefund erhoben und – soweit massgebend – bei der Beurteilung der Arbeits-

fähigkeit berücksichtigt, indem ausgeführt wurde, dass ein repetitiver Krafteinsatz der 

rechten Hand bei einer leichten bis mittelschweren Arbeit ganztags nicht möglich sei.55 Die 

Zumutbarkeitsbeurteilung der Rehaklinik Bellikon wurde im Verlauf der medizinischen 

Abklärungen von med. pract. D___ mehrfach bestätigt.56 Es liegen auch keine medi-

zinischen Berichte vor, welche diese Beurteilung in Zweifel ziehen würden. 

 

                                                
54  Act. 8.I.198-17f/21 
55  Act. 8.I.147-2/11 und act. 8.I.147-8/11 
56  Act. 8.I.200 

Seite 14 

In Bezug auf das rechte Knie ist erstellt, dass die Beschwerdeführerin am 15.  Januar 2013 

stürzte und sich dabei eine Kniekontusion rechts zuzog.57 Im Austrittsbericht der Rehaklinik 

Bellikon vom 5. Juni 2013 wurde festgestellt, dass sich die Beschwerdeführerin bei diesem 

Sturz keine strukturellen Läsionen zugezogen habe. Die im MRI vom 22. Januar 2013 

beschriebenen Befunde seien im Rahmen von degenerativen Veränderungen zu sehen.58 

Med. pract. D___ bestätigte im ärztlichen Abschlussbericht vom 16. Juli 2013 diese 

diagnostische Beurteilung.59 Die Beschwerdeführerin brachte gegen diese Beurteilung 

keine anderslautenden medizinischen Befunde vor, machte aber geltend, die Knieproble-

matik erlaube ihr nur noch vorwiegend sitzende Tätigkeiten. Dieser Ansicht kann nicht 

gefolgt werden, da die Beschwerdeführerin für ihre Behauptung weder neue medizinische 

Tatsachen anführte noch neue Arztzeugnisse vorlegte. Vielmehr ist auf die Beurteilung der 

Rehaklinik Bellikon abzustellen, welche auf einem rund zweiwöchigen stationären Aufent-

halt beruht und welche von der Kreisärztin der SUVA, med. pract. D___, bestätigt wurde. 

Gemäss Austrittsbericht ist die Beschwerdeführerin durch ihr rechtes Knie (lediglich) 

insofern eingeschränkt, als auf eine wechselbelastende Tätigkeit, ohne Einnahme von 

Zwangshaltungen wie Knien, Kauern und Hocken, zu achten ist.60  

 

2.6 

Zusammenfassend ist festzustellen, dass weder in Bezug auf die rechte Hand noch in 

Bezug auf das rechte Knie Unfallfolgen vorliegen, welche die Beschwerdeführerin erheblich 

einschränken. Vielmehr ist im Zusammenhang mit der noch zumutbaren Arbeitsfähigkeit 

auf den Abschlussbericht der Rehaklinik Bellikon abzustellen, gemäss welchem der 

Beschwerdeführerin in einer adaptierten beruflichen Tätigkeit unter Berücksichtigung ihrer 

speziellen Einschränkungen ganztags eine leichte bis mittelschwere Arbeit zumutbar ist. 

Sodann sind der rechtserhebliche medizinische Sachverhalt und die Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit hinreichend abgeklärt, weshalb es keiner weiteren Begutachtung mehr 

bedarf. 

 

3. Zu prüfen bleibt, inwiefern sich die festgestellte gesundheitliche Beeinträchtigung der 

Beschwerdeführerin in erwerblicher Hinsicht auswirkt. 

 

 3.1 

 Nach Art. 16 ATSG wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkom-

men, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der 

medizinischen Behandlung allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare 

                                                
57  Act. 8.II.7-2/3 
58  Act. 8.I.147-3/11 
59  Act. 8.I.155-7/8 
60  Act. 8.I.148-3/11 

Seite 15 

Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum 

Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre. 

 

Ist die versicherte Person infolge des Unfalles zu mindestens 10% invalid, so hat sie 

Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). 

 

3.2 

Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die versicherte Person im 

Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am 

zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-

passten Verdienst angeknüpft, da erfahrungsgemäss die bisherige Tätigkeit ohne Gesund-

heitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahr-

scheinlichkeit erstellt sein.61 

 

Zwar macht die Beschwerdeführerin geltend, sie hätte sich als Gesunde nach einer besser 

bezahlten Stelle umgesehen. Konkrete Hinweise auf das behauptete berufliche Fortkom-

men bringt sie jedoch keine vor. Da blosse Absichtserklärungen für die Annahme eines 

beruflichen Aufstiegs nicht genügen, bleibt es bei den von der SUVA verwendeten Tabel-

lenlöhnen für das Valideneinkommen gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch 

herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE).62 Dabei ist entgegen der Ansicht der 

SUVA im angefochtenen Entscheid auf gesamtschweizerische Verhältnisse – und nicht auf 

den Bereich Deutschschweiz – abzustellen, weil, solange kein repräsentatives tatsächlich 

erwirtschaftetes Einkommen vorhanden ist, der Invalidenlohn im nachfolgenden Einkom-

mensvergleich ebenfalls auf Grund gesamtschweizerischer Tabellenlöhne zu bestimmen 

ist.63 Im Hinblick auf die frühere Tätigkeit der Beschwerdeführerin als Textilarbeiterin ist 

demnach vom für den gesamten privaten Sektor eruierten Totalwert für Frauen bei Arbeiten 

mit Anforderungsniveau 4 gemäss Tabelle TA1 der LSE 2010, Position 13: Herstellung von 

Textilien, auszugehen, welcher unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung bis 

2013 bei Fr. 49‘351.90 liegt.64 

 

3.3 

Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der Rechtsprechung primär von der 

beruflichen-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret 
                                                
61  BGE 135 V 297 E. 5.1 mit Hinweisen 
62  Urteil des Bundesgerichts 8C_635/2012 vom 11. Februar 2013 E. 5.1 mit Hinweisen 
63  Act. 8.I 218-10/15; Urteil des Bundesgerichts 8C_683/2009 vom 26. Februar 2010 E. 4.1 mit 

Hinweisen 
64  Fr. 3‘848.--x 12 x 41.7 : 40 + 1% (Teuerung 2011) + 0.8% (Teuerung 2012) + 0.7% (Teuerung 2013) = 

Fr. 49‘351.90 

Seite 16 

steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil 

die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine 

ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der Recht-

sprechung entweder LSE-Tabellenwerte oder die Zahlen der Dokumentation von Arbeits-

plätzen (DAP) der SUVA herangezogen werden.65  

 

Vorliegend ist nicht zu beanstanden, dass die SUVA auf die LSE 2010 abgestellt hat. Aus-

gehend vom Durchschnittswert aller in der Lohnstrukturerhebung erfassten Tätigkeiten des 

privaten Sektors für Frauen bei Arbeiten mit Anforderungsniveau 4 gemäss Tabelle TA1 

wurde unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung bis 2013 ein Invalideneinkom-

men von Fr. 54‘566.-- (recte: Fr. 54‘187.05) errechnet.66 Soweit die Beschwerdeführerin die 

Verwertbarkeit der Arbeitsfähigkeit bzw. das Vorhandensein einer zumutbaren Arbeit in 

Frage stellt, ist darauf hinzuweisen, dass bei der Invaliditätsbemessung der hypothetische 

ausgeglichene Arbeitsmarkt Referenzpunkt bildet. Körperlich leichte und wechselbelas-

tende Tätigkeiten sind gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung auf dem allein 

massgebenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt durchaus vorhanden. Sodann sind an die 

Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten praxisgemäss nicht übermässige Anforderungen 

zu stellen.67 Gemäss dem Zumutbarkeitsprofil der Rehaklinik Bellikon ist die Beschwerde-

führerin in Bezug auf einen repetitiven Krafteinsatz in der rechten Hand sowie in Bezug auf 

das rechte Knie gesundheitlich eingeschränkt.68 Die SUVA gewährte ihr aufgrund dieser 

Einschränkungen einen leidensbedingten Abzug von 10%. Damit wurde sämtlichen mass-

gebenden Umständen im Fall der Beschwerdeführerin bereits Rechnung getragen.69 Ein 

weiterer Abzug rechtfertigt sich daher weder aufgrund ihres Lebensalters70 noch aufgrund 

der weiteren von der Beschwerdeführerin geltend gemachten Umstände.   

 

Unter Berücksichtigung des leidensbedingten Abzugs ergibt sich demnach ein Invaliden-

einkommen von Fr. 48‘768.35.71  

 

3.4  

In Übereinstimmung mit der SUVA resultiert aus dem Einkommensvergleich von Validen- 

und Invalideneinkommen keine erhebliche unfallbedingte Beeinträchtigung der Erwerbs-

                                                
65  BGE 139 V 592 E. 2.3 
66  Act. 8.I 218-10/15: Fr. 4‘225.-- x 12 x 41.7 : 40 + 1% (Teuerung 2011) + 0.8% (Teuerung 2012) + 0.7% 

(Teuerung 2013) = Fr. 54‘566.-- (recte: Fr. 54‘187.05) 
67  Urteil des Bundesgerichts 8C_806/2012 vom 12. Februar 2013 E. 5.2 mit Hinweisen 
68  Act. 8.I.148-2/11 
69  BGE 135 V 297 E. 5.2 mit Hinweisen 
70  Vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_808/2013 vom 14. Februar 2014 E. 7.3 mit Hinweisen 
71  Fr. 54‘187.05 – Fr. 5‘418.70 = Fr. 48‘768.35 

Seite 17 

fähigkeit.72 Die Ausrichtung einer Invalidenrente wurde von der SUVA daher zu Recht 

abgelehnt (Art. 18 Abs. 1 UVG).  

 

4. 4.1 

Nach Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine angemessene 

Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung 

der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität erleidet. Die Bemessung der Integ-

ritätsentschädigung richtet sich gemäss Art. 25 Abs. 1 UVG nach der Schwere des Integri-

tätsschadens. Art. 36 Abs. 1 UVV bestimmt, dass ein Integritätsschaden als dauernd gilt, 

wenn er voraussichtlich während des ganzen Lebens mindestens in gleichem Umfang 

besteht. Er ist erheblich, wenn die körperliche, geistige oder psychische Integrität, unab-

hängig von der Erwerbsfähigkeit, augenfällig oder stark beeinträchtigt wird. Nach Art. 36 

Abs. 2 UVV gelten für die Bemessung der Integritätsentschädigung die Richtlinien des 

Anhangs 3. Die SUVA hat in Weiterentwicklung dieser Skala weitere Bemessungsgrund-

lagen in tabellarischer Form erarbeitet. Diese sind, soweit sie lediglich Richtwerte enthalten, 

mit denen die Gleichbehandlung aller Versicherten gewährleistet werden soll, mit dem 

Anhang 3 zur UVV vereinbar.73  

 

4.2 

In Bezug auf die zugesprochene Integritätsentschädigung von 5 % ist der angefochtene 

Einspracheentscheid vom 13. August 2014 ebenfalls nicht zu beanstanden. Die SUVA 

stützte sich hierbei auf die Beurteilung von med. pract. D___ vom 13. September 2013 ab. 

Diese begründete ihre Einschätzung im Wesentlichen mit der mässigen Einschränkung der 

Pronation und Supination.74 Im Gutachten der Versicherungsmediziner der SUVA wird 

diesbezüglich ausgeführt, dass die Funktion der rechten Hand im spontanen Gebrauch 

ungestört eingesetzt werde.75 Diese ärztlichen Einschätzungen stehen im Widerspruch zu 

den Angaben der Beschwerdeführerin, wonach sie durch ihre rechte Hand im Alltag stark 

eingeschränkt sei. Aufgrund der gesamten Akten besteht aber kein Anlass, an den 

ärztlichen Einschätzungen und an der Bemessung der Integritätsentschädigung gemäss 

den Richtlinien zu zweifeln. Insofern hat es mit der durch die SUVA zugesprochenen 

Integritätsentschädigung sein Bewenden. 

 

5. 5.1 

 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG i.V.m. Art. 1 UVG). 

 

                                                
72  Valideneinkommen Fr. 49‘351.90 – Invalideneinkommen Fr. 48‘768.35 = Fr. 583.55 = IV-Grad 1% 
73  BGE 124 V 29 E. 1b und c 
74  Act. 8.I.167 
75  Act. 8.I.198-19/21 

Seite 18 

5.2 

Der obsiegenden SUVA ist keine Parteientschädigung auszurichten.76  

 

 

  

                                                
76  BGE 126 V 143 E. 4 

Seite 19 

Demnach erkennt das Obergericht: 

 

1. Die Beschwerde von A___ wird abgewiesen. 
 
 
2. Es werden keine Kosten erhoben.  
 
 
3. Rechtsmittel:  Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit dessen Zustellung beim 

Schweiz. Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-
rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 
17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG, SR 173.110) geführt werden.  

 
 
4. Zustellung an die Beschwerdeführerin über ihren Anwalt, die Vorinstanz und das Bundes-

amt für Gesundheit. 
 
 
 
Im Namen der 3. Abteilung des Obergerichts 
 
 
Der Obergerichtsvizepräsident: 

 

 

lic. iur. Walter Kobler 

Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

lic. iur. Monika Epprecht 

 
 
 
 
 
 
 
versandt am: 08.12.15