# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5d7b27a2-8701-5125-a05d-b1503e7d34d6
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2024-11-07
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 07.11.2024 BH.2024.12
**Docket/Reference:** BH.2024.12
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_BH-2024-12_2024-11-07

## Full Text

Ersatzmassnahmen (Art. 237 Abs. 4 i.V.m. Art. 222 StPO);;Ersatzmassnahmen (Art. 237 Abs. 4 i.V.m. Art. 222 StPO);;Ersatzmassnahmen (Art. 237 Abs. 4 i.V.m. Art. 222 StPO);;Ersatzmassnahmen (Art. 237 Abs. 4 i.V.m. Art. 222 StPO)

Beschluss vom 7. November 2024 
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter 

Roy Garré, Vorsitz, 

Daniel Kipfer Fasciati und Nathalie Zufferey, 

Gerichtsschreiberin Santina Pizzonia  

   
 

Parteien 

  

A., vertreten durch Rechtsanwalt Marco Uffer, 

Beschwerdeführer 

 

 gegen 

   

 

BUNDESANWALTSCHAFT, 

Beschwerdegegnerin 

 

 

Vorinstanz  ZWANGSMASSNAHMENGERICHT, Bezirksgericht 

Zürich, 

 

 

Gegenstand  Ersatzmassnahmen (Art. 237 Abs. 4 i.V.m. Art. 222 

StPO) 

  

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: BH.2024.12 

  

 

 

 

- 2 - 

 

 

Sachverhalt: 

 

A. Die Bundesanwaltschaft führte eine Strafuntersuchung gegen A. wegen qua-

lifizierter Geldwäscherei (Art. 305bis Ziff. 1 i.V.m. Ziff. 2 StGB).  

 

Am 15. Juni 2023 wurde A. verhaftet. Mit Verfügung vom 17. Juni 2023 

ordnete der Einzelrichter des Zwangsmassnahmengerichts beim Bezirksge-

richt Zürich Untersuchungshaft für A., verteidigt durch Rechtsanwalt Marco 

Uffer, an (zu den anschliessenden Rechtsmittelverfahren s. unten lit. B). Das 

Zwangsmassnahmengericht war in seinem Entscheid vom 17. Juni 2023 

zum Schluss gekommen, es bestehe eine offensichtliche Kollusionsgefahr. 

Die von der Bundesanwaltschaft geltend gemachte Fluchtgefahr wurde nicht 

geprüft (BH.2023.11, act. 1.1 S. 5). Vor dem Zwangsmassnahmengericht 

hatte A. beantragt, es sei eventualiter im Sinne von Ersatzmassnahmen nach 

Art. 237 Abs. 2 lit. b StPO eine Ausweis- und Schriftensperre anzuordnen 

sowie ihm nach Art. 237 Abs. 2 lit. d StPO die Auflage zu machen, sich wö-

chentlich bei der Kantonspolizei Zürich zu melden (BH.2023.11, act. 4.6.2; 

Verfahrensakten Bundesanwaltschaft SV.19.1054 pag. 6.2 0040). Er hatte 

dazu ausführen lassen, dass er mit Ersatzmassnahmen einverstanden wäre, 

obwohl ein dringender Tatverdacht nicht einmal im Ansatz auszumachen sei 

(a.a.O.; Verfahrensakten Bundesanwaltschaft SV.19.1054 pag. 6.2 0050). 

 

Mit Entscheiden vom 12. September 2023, 9. Dezember 2023, 18. Januar 

2024 und 22. Juli 2024 verlängerte das Zwangsmassnahmengericht beim 

Bezirksgericht Zürich (nachfolgend «Zwangsmassnahmengericht») im 

Verlaufe des weiteren Verfahrens jeweils die Untersuchungshaft (act. 1.8 

S. 4 f.).  

 

Zuletzt verlängerte das Zwangsmassnahmengericht die Untersuchungshaft 

mit Entscheid vom 22. Juli 2024 antragsgemäss bis 18. Oktober 2024, wobei 

es offenliess, ob neben der Kollusionsgefahr auch die Fluchtgefahr gegeben 

sei, so wie dies die Bundesanwaltschaft angeführt hatte (act. 1.8 S. 4 f.). Aus 

den Erwägungen des Zwangsmassnahmengerichts geht hervor, dass der 

Beschwerdeführer seine Entlassung aus Untersuchungshaft, eventualiter 

unter der Anordnung von Ersatzmassnahmen, namentlich eine Pass- und 

Schriftensperre, beantragt und dem Zwangsmassnahmengericht seinen 

schweizerischen und iranischen Pass eingereicht hatte (act. 1.8 S. 4 f.). 

 

 

B. Gegen die erstgenannte Verfügung vom 17. Juni 2023 des Zwangsmass-

nahmengerichts hatte A. bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafge-

richts Beschwerde erhoben. Er hatte unter Ziffer 2 seine unverzügliche 

- 3 - 

 

 

Entlassung beantragt und unter Ziffer 4, es sei ihm «im Sinne einer Ersatz-

massnahme nach Art. 237 Abs. 2 lit. b StPO eine Ausweis- und Schriften-

sperre des Beschwerdeführers anzuordnen, sowie nach Art. 237 Abs 2 lit. d 

StPO die Auflage zu machen, sich wöchentlich bei der Kantonspolizei Zürich 

zu melden». In Ziffer 5 hatte er den Antrag gestellt, die Ersatzmassnahmen 

seien bis zum 15. September 2023, längstens aber bis zum Abschluss des 

Vorverfahrens, zu befristen (BH.2023.11, act. 1 S. 2). Mit Beschluss des 

Bundesstrafgerichts BH.2023.11 vom 12. Juli 2023 war die Beschwerde von 

A. gegen die Anordnung der Untersuchungshaft abgewiesen worden 

(BH.2023.11, act. 7). Das Bundesgericht hatte die dagegen erhobene Be-

schwerde von A. im Hauptpunkt mit Urteil 7B_485/2023 vom 11. September 

2023 abgewiesen (BH.2023.11, act. 14).   

 

Auch gegen die Verfügung vom 18. Januar 2024 des Zwangsmassnahmen-

gerichts, mit welcher der Haftgrund der Kollusionsgefahr bejaht und das von 

der Bundesanwaltschaft ebenfalls geltend gemachte Vorliegen von Flucht-

gefahr offengelassen worden war, hatte A. bei der Beschwerdekammer des 

Bundesstrafgerichts Beschwerde erhoben. Er hatte in Aufhebung der ange-

fochtenen Verfügung seine Haftentlassung unter Anordnung von Ersatzmas-

snahmen beantragt. Namentlich hatte A. unter Ziffer 3 den Antrag gestellt, 

es sei eine Ausweis- und Schriftensperre anzuordnen und ihm die Auflage 

zu machen, sich wöchentlich bei der Kantonspolizei Zürich zu melden 

(BH.2024.1, act. 1 S. 2). Zur Begründung hatte er in der Beschwerdeschrift 

vom 29. Januar 2024 ausgeführt, einer rein theoretischen Fluchtgefahr 

könne mit einer Meldeauflage begegnet werden. Er sei auch mit einer Pass- 

und Schriftensperre einverstanden. Er habe deshalb den schweizerischen 

und iranischen Reisepass dem Zwangsmassnahmengericht mit der Stel-

lungnahme vom 15. Januar 2024 eingereicht. Diese Reisedokumente 

würden der Bundesanwaltschaft im Rahmen der als Ersatzmassnahme 

beantragten Pass- und Schriftensperre zur Verfügung gestellt (BH.2024.1, 

act. 1 S. 18). Mit Beschluss des Bundesstrafgerichts BH.2024.1 vom 

19. Februar 2024 war die Beschwerde von A. gegen die Verlängerung der 

Untersuchungshaft abgewiesen worden (BH.2024.1, act. 7).  

 

 

C. Via IncaMail vom 14. März 2024 stellte Rechtsanwalt Uffer für A. bei der 

Bundesanwaltschaft den Antrag auf Durchführung eines abgekürzten Ver-

fahrens im Sinne von Art. 358 ff. StPO (act. 5.1).  

 

 

D. Am 10. September 2024 wurde A. als beschuldigte Person im Hinblick auf 

ein abgekürztes Verfahren durch die Bundesanwaltschaft einvernommen 

- 4 - 

 

 

(act. 5.2). A. sagte aus, der ihm vorgeworfene Sachverhalt sei zutreffend und 

er halte an seinem Antrag auf ein abgekürztes Verfahren fest (act. 5.2 S. 3 

bis 6). Die Bundesanwaltschaft teilte ihm abschliessend mit, er habe sich 

den Strafverfolgungsbehörden weiterhin zur Verfügung zu halten und allfäl-

lige Adressänderungen umgehend der Verfahrensleitung mitzuteilen. Auf 

Nachfrage erklärte A., dies verstanden zu haben. Gemäss der Protokollnotiz 

wurde A. anschliessend das Protokoll zur Durchsicht vorgelegt und «den 

weiteren Fortgang des Verfahrens erklärt» (act. 5.2 S. 6). 

 

 

E. Mit Verfügung vom 12. September 2024 hiess die Bundesanwaltschaft den 

Antrag auf Durchführung des abgekürzten Verfahrens gut. Die Zustellung an 

Rechtsanwalt für sich und A. erfolgte per Einschreiben (act. 5.3; act. 1.3). 

 

 

F. Die Bundesanwaltschaft stellte den 12-seitigen Vorschlag für eine Anklage-

schrift im abgekürzten Verfahren vom 20. September 2024 Rechtsanwalt 

Uffer bzw. A. zu (act. 1.4). Unter Punkt 5 «Sicherheitsgesuch (Art. 326 Abs. 1 

Bst. e StPO)» auf Seite 8 der vorgeschlagenen Anklageschrift wurde 

Folgendes festgehalten: 

 

«Die Bundesanwaltschaft hat mit separatem Gesuch die Verlängerung der Haft 

bzw. Anordnung von Ersatzmassnahmen beim Zwangsmassnahmengericht 

beantragt» (act. 1.4 S. 8).  

 

A. wurde auf der letzten Seite eines als 3-seitig angezeigten Schreibens 

gebeten, von den zwei möglichen Erklärungen der beschuldigten Person im 

abgekürzten Verfahren (Zustimmung oder Nichtzustimmung) die zutreffende 

Erklärung anzukreuzen und mit Orts- und Datumsangabe unterschriftlich zu 

bestätigen (act. 5.4). 

 

 

G. Per IncaMail vom 26. September 2024 übermittelte Rechtsanwalt Uffer die 

Zustimmungserklärung von A. zum Urteilsvorschlag (act. 5.4). A. hat seine 

Zustimmungserklärung auf den 26. September 2024 datiert und unterschrie-

ben (act. 5.4; Verfahrensakten Zwangsmassnahmengericht, Urk. 2). Als 

seine Erklärung im abgekürzten Verfahren hat A. Folgendes als zutreffend 

angekreuzt (act. 5.4 S. 2):  

 

«Ich stimme der Anklageschrift mit Urteilsdispositiv (Erledigungsvorschlag) vom 

20. September im abgekürzten Verfahren unwiderruflich zu und verzichte aus-

drücklich auf die Ergreifung von Rechtsmitteln». 

- 5 - 

 

 

 

 Im elektronischen Begleitschreiben vom 26. September 2024 wies Rechts-

anwalt Uffer die Bundesanwaltschaft darauf hin, sie finde in der Beilage die 

Zustimmungserklärung von A. zum Urteilsvorschlag, und machte zusätzlich 

folgende Ausführungen:  

 

«Entsprechend der Abmachung ersuche ich darum, meinen Klienten nun aus 

der Haft zu entlassen – darf ich Sie höflich bitten, mich mit dem Entlassungs-

befehl ebenfalls zu bedienen» (act. 5.4 S. 1). 

 

 

H. Am 27. September 2024 hat Rechtsanwalt Uffer telefonischen Kontakt mit 

der Bundesanwaltschaft bzw. mit dem zuständigen Assistenz-Staatsanwalt 

des Bundes gemäss Aktennotiz des Letzteren vom selben Tag. Daraus 

ergibt sich der nachstehende Inhalt des Telefongesprächs von 27. Septem-

ber 2024 von ca. 11:50 Uhr zwischen dem Assistenz-Staatsanwalt des Bun-

des und Rechtsanwalt Uffer (act. 5.9): 

 

«RA Uffer hat angerufen und bittet um einen Rückruf. Ich rufe RA Uffer vor dem 

Mittag zurück. RA Uffer bezieht sich auf seine Eingabe vom 26. September 

2024, in welcher er die Zustimmung seines Mandanten zum Urteilsvorschlag 

(abgekürztes Verfahren) eingereicht und gleichzeitig nach dem Zeithorizont der 

Haftentlassung gefragt hat. 

Auf Nachfrage hin teile ich RA Uffer mit, dass sich die Unterlagen betreffend die 

Haftentlassung sowie den Antrag auf Anordnung Ersatzmassnahmen in Vorbe-

reitung befinden und noch heute zum Versand vorgesehen sind. RA Uffer bittet 

darum, kurz vor der Übermittlung der Haftentlassungsverfügung ans Gefängnis 

Zürich informiert zu werden, damit er seinen Mandanten abholen könne. Ich 

teile ihm mit, dass ich ihn entsprechend informieren werde. RA Uffer bedankt 

und verabschiedet sich». 

 

Der Inhalt des nachfolgenden Telefongesprächs von ca. 15:00 Uhr zwischen 

dem Assistenz-Staatsanwalt des Bundes und Rechtsanwalt Uffer lautet 

gemäss der Aktennotiz wie folgt: 

 

«Ich rufe RA Uffer an und teile ihm mit, dass die Übermittlung der Haftentlas-

sungsverfügung ans Gefängnis Zürich in der nächsten halben Stunde erfolgen 

wird. RA Uffer bedankt sich für die Information und verabschiedet sich». 

 

 

I. Die Haftentlassungsverfügung vom 27. September 2024 wurde um 15:14 

Uhr per E-Mail via PrivaSphere an das betreffende Untersuchungsgefängnis 

- 6 - 

 

 

übermittelt (act. 5.5 S. 3). A. wurde die Haftentlassungsverfügung am selben 

Tag um 16:15 Uhr übergeben und aus der Untersuchungshaft entlassen 

(act. 5.5 S. 5). Zu den weiteren Anordnungen und Hinweisen wird in der Haft-

entlassungsverfügung Folgendes festgehalten (act. 5.5): 

 

«Der Beschuldigte hat dafür besorgt zu sein, dass sein Verteidiger ihn erreichen 

kann und er jederzeit über seinen Aufenthaltsort informiert ist. 

Der Beschuldigte nimmt zur Kenntnis, dass er sich den Strafbehörden auch 

kurzfristig zur Verfügung zu halten hat. 

Im Übrigen wird auf den gleichentags versandten Antrag auf Anordnung von 

Ersatzmassnahmen an das Zwangsmassnahmengericht verwiesen». 

 

 

J. Mit Eingabe vom 27. September 2024 (Freitag), übermittelt per E-Mail via 

PrivaSphere am 27. September 2024 um 15:32 Uhr und eingegangen beim 

Zwangsmassnahmengericht beim Bezirksgericht Zürich um 15:41 Uhr, be-

antragte die Bundesanwaltschaft die Anordnung folgender Ersatzmassnah-

men (Verfahrensakten Zwangsmassnahmengericht, Urk. 1; act. 5.6, 

SV.19.1054 pag. 6.2 0889 ff., und pag. 6.2 0909): 

 

«1.  Dem Beschuldigten sei unter Androhung der Strafe nach Art. 292 StGB die Auf-

lage zu erteilen, innert 5 Tagen nach Rechtskraft des vorliegenden Urteils sei-

nen Schweizerischen Pass (Pass Nr. 1), seinen iranischen Pass (Passport 

No. 2) sowie seine Schweizerische Identitätskarte bis zum Ende der Ersatz-

massnahmen zu Handen der Akten bei der Bundeskriminalpolizei Zürich, 

Werdstrasse 138+140, 8036 Zürich, zu hinterlegen. 

 

2.  Dem Beschuldigten sei ab sofort unter Androhung der Strafe nach Art. 292 

StGB die Auflage zu erteilen, sich einmal wöchentlich bei der Stadtpolizei 

Zürich, Regionalwache City, Bahnhofquai 3, Amtshaus I, 8001 Zürich, zu mel-

den. 

 

3.  Der Beschuldigte sei darauf hinzuweisen, dass bei Widerhandlungen gegen 

vorgenannte Ersatzmassnahmen die Rückversetzung in die Haft droht». 

 

Die Bundesanwaltschaft legte ihrem Antrag die Anklageschrift im abgekürz-

ten Verfahren vom 20. September 2024, mit der am 26. September 2024 

unterzeichneten Zustimmungserklärung von A., und die Haftentlassungsver-

fügung vom 27. September 2024 bei (Verfahrensakten Zwangsmassnah-

mengericht, Urk. 1, 2 und 3).  

 

- 7 - 

 

 

Zur Begründung ihres Antrags führte sie unter anderem aus, dass A. im 

Anschluss an die kundgegebene Zustimmung zur beigelegten Anklageschrift 

im abgekürzten Verfahren am heutigen Tag mit der beigelegten Haftentlas-

sungsverfügung aus der Haft entlassen sei. Vorliegend werde einzig die 

Anordnung von Ersatzmassnahmen während laufender, bewilligter Haft-

dauer beantragt. Daher würden aus Gründen der Effizienz lediglich die 

Änderungen gegenüber der Eingabe vom 12. Juli 2024 bzw. dem Entscheid 

vom 22. Juli 2024 ausgeführt und im Übrigen auf die vorgenannten Doku-

mente sowie die entsprechenden Beilagen verwiesen (a.a.O., Urk. 1 S. 2). 

Zum Haftgrund der Fluchtgefahr werde auf die Eingabe vom 12. Juli 2024 

sowie den Entscheid vom 22. Juli 2024 samt Beilagen verwiesen. Zum Haft-

grund der Kollusionsgefahr werde ebenfalls auf die Eingabe vom 12. Juli 

2024 sowie den Entscheid vom 22. Juli 2024 samt Beilagen verwiesen. Zur 

Verhältnismässigkeit trug sie vor, diese sei ohne Weiterungen gewahrt, dass 

vorliegend einzig die Anordnung von Ersatzmassnahmen während laufen-

der, bewilligter Haftdauer beantragt und der Beschuldigte aus der Haft 

entlassen werde (a.a.O., Urk. 1 S. 3). Mit der beantragten Ausweis- und 

Schriftensperre solle eine Ausreise und eine damit verbundene Flucht von 

A. verhindert werden. Da mit dieser Massnahme ein Untertauchen und die 

Bewegungsfreiheit im Schengenraum nicht verhindert werden könne, seien 

die zusätzlich beantragten Ersatzmassnahmen notwendig, um der Fluchtge-

fahr von A. begegnen zu können (a.a.O., Urk. 1 S. 3). 

 

 

K. Das Zwangsmassnahmengericht beim Bezirksgericht Zürich ordnete mit 

Verfügung vom 27. September 2024, 17:45 Uhr, in Anwendung von Art. 237 

Abs. 1 und 2 lit. b und d StPO folgende Ersatzmassnahmen an (Verfahrens-

akten Zwangsmassnahmengericht, Urk. 4): 

 

«1.  Der Beschuldigte wird verpflichtet, 5 Tage nach Rechtskraft des vorliegenden 

Urteils seinen Schweizerischen Pass (Pass Nr. 1.), seinen iranischen Pass 

(Passport No. 2.) sowie seine Schweizerische Identitätskarte bis zum Ende der 

Ersatzmassnahmen zu Handen der Akten bei der Bundeskriminalpolizei Zürich, 

Werdstrasse 138+140, 8036 Zürich, zu hinterlegen. 

 

2.  Der Beschuldigten wird verpflichtet, sich einmal wöchentlich bei der Stadtpolizei 

Zürich, Regionalwache City, Bahnhofquai 3, Amtshaus I, 8001 Zürich, zu mel-

den. 

 

3.  Die Ersatzmassnahmen gelten einstweilen bis zum 27. Dezember 2024, längs-

tens aber bis zum erstinstanzlichen Urteil.  

  

- 8 - 

 

 

4.   Der Beschuldigte wird im Sinne von Art. 237 Abs. 5 StPO darauf hingewiesen, 

dass das Gericht die Ersatzmassnahmen jederzeit widerrufen und stattdessen 

Sicherheitshaft anordnen kann, wenn der Beschuldigte die ihm gemachten Auf-

lagen nicht erfüllt oder neue Umstände dies erfordern. 

 

5.  Für den Fall eines Verstosses gegen die ihm gemachten Auflagen gemäss Zif-

fer 1 und 2 hiervor wird der Beschuldigte zudem auf die Strafdrohung von 

Art. 292 StGB aufmerksam gemacht, wonach mit Busse bestraft werden kann, 

wer der von einer zuständigen Behörde oder einem zuständigen Beamten unter 

Hinweis auf die Strafdrohung dieses Artikels an ihn erlassenen Verfügung nicht 

Folge leistet. 

 

6.  Der Beschuldigte und die Bundesanwaltschaft können jederzeit bei der Verfah-

rensleitung ein Gesuch um Aufhebung der Ersatzmassnahmen stellen. Wird 

diesem nicht entsprochen, so entscheidet anschliessend das Zwangsmassnah-

mengericht.  

 

7.  [Schriftliche Mitteilung]  

8.  [Rechtsmittelbelehrung]». 

 

Das Zwangsmassnahmengericht hielt nach Einsicht in den Antrag auf 

Anordnung der Ersatzmassnahmen und die Anklageschrift im abgekürzten 

Verfahren fest, das Verfahren betreffend Anordnung von Ersatzmassnah-

men grundsätzlich schriftlich durchzuführen sei und eine mündliche Ver-

handlung vorliegend nicht notwendig erscheine. Es erwog, der dringende 

Tatverdacht sei nach Anklageerhebung grundsätzlich gegeben und die Haft-

gründe der Fluchtgefahr und der Kollusionsgefahr würden sich aus den 

früheren Entscheiden des Zwangsmassnahmengerichts ergeben, letztmals 

aus der Verfügung vom 22. Juli 2024. Es wies darauf hin, dass die Anord-

nung von Ersatzmassnahmen während laufender, bewilligter Haftdauer 

beantragt werde und A. bereits aus der Haft entlassen worden sei. Die be-

antragten Ersatzmassnahmen Ausweis- und Schriftensperre sowie die Mel-

depflicht würden eine sehr geringe Einschränkung der persönlichen Freiheit 

darstellen. Es erachtete deshalb die Verhältnismässigkeit ohne weiteres als 

gegeben (a.a.O., S. 2). 

 

 

L. Mit Begleitschreiben vom 27. September 2024 (act. 1.5 und act. 1.6) wurden 

die Haftentlassungsverfügung vom 27. September 2024 und der Antrag vom 

27. September 2024 auf Anordnung von Ersatzmassnahmen an demselben 

Tag per Einschreiben bei der Post aufgegeben und am 30. September 2024 

- 9 - 

 

 

(Montag) Rechtsanwalt Uffer zugestellt (act. 5.9 und act. 5.B Ausdruck der 

Sendungsverfolgung). 

 

Die Verfügung des Zwangsmassnahmengerichts vom 27. September 2024, 

17:45 Uhr, wurde der Bundesanwaltschaft und Rechtsanwalt Uffer für sich 

und zuhanden von A. am 28. September 2024 (Samstag) bei der Post 

aufgegeben und am 30. September 2024 (Montag) der Bundesanwaltschaft 

und Rechtsanwalt Uffer zugestellt (s. Verfahrensakten Zwangsmassnah-

mengericht, Empfangsscheine). 

 

 

M. Gegen die Verfügung des Zwangsmassnahmengerichts, Bezirksgerichts 

Zürich, vom 27. September 2024 lässt A. durch Rechtsanwalt Uffer mit Ein-

gabe vom 10. Oktober 2024 Beschwerde bei der Beschwerdekammer des 

Bundesstrafgerichts erheben (act. 1). Er stellt folgende Anträge (act. 1 S. 2): 

 

«Es sei die Verfügung des Bezirksgerichts Zürich, Zwangsmassnahmengericht, 

vom 27. September 2024 ersatzlos aufzuheben. 

 

Eventualiter sei diese aufzuheben und zur neuerlichen Entscheidung – unter 

Gewährung des rechtlichen Gehörs – an die Vorinstanz zurückzuweisen. 

 

Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge (zzgl. MwSt.) zulasten der Staats-

kasse». 

 

A. rügt zur Hauptsache eine mehrfache Verletzung des rechtlichen Gehörs. 

Namentlich habe er vor Erlass des angefochtenen Entscheides des Zwangs-

massnahmengerichts keine Kenntnis vom Antrag der Bundesanwaltschaft 

auf Anordnung von Ersatzmassnahmen gehabt. Er sei im Verfahren vor 

Zwangsmassnahmengericht gar nicht begrüsst worden. Die Fluchtgefahr sei 

sodann bei der Reststrafe von 8 Monaten und den gegebenen Lebensver-

hältnissen schlichtweg utopisch. Die Fluchtgefahr sei nicht gegeben. Sei es 

A. infolge Ersatzmassnahmen nicht erlaubt, die geschilderten Tätigkeiten im 

Ausland auszuüben, stehe sein wirtschaftliches Überleben als Händler in der 

Schweiz auf dem Spiel. Die angeordneten Ersatzmassnahmen würden 

deshalb übermässig in die persönliche und die Wirtschaftsfreiheit von A. ein-

greifen und seien unverhältnismässig (act. 1 S. 4 ff.). 

 

 

N. Am 16. Oktober 2024 ging der (Stempel-)Verzicht auf Vernehmlassung der 

Vizepräsidentin des Zwangsmassnahmengerichts beim Bezirksgericht 

Zürich vom 15. Oktober 2024 hierorts ein (act. 3). Die vom 

- 10 - 

 

 

Zwangsmassnahmengericht eingereichten Akten umfassen den Antrag der 

Bundesanwaltschaft, die Anklageschrift im abgekürzten Verfahren, die Haft-

entlassungsverfügung und die Endverfügung (Verfahrensakten Zwangs-

massnahmengericht, Urk. 1 bis 4). Die früheren Entscheide des Zwangs-

massnahmengerichts, namentlich die Verfügung vom 22. Juli 2024, wurden 

der Beschwerdeinstanz nicht eingereicht.  

 

Die Bundesanwaltschaft beantragt mit Beschwerdeantwort vom 16. Oktober 

2024, die Beschwerde sei abzuweisen, unter Kosten- und Entschädigungs-

folgen zu Lasten des Beschwerdeführers und reichte ihre Akten ein (act. 5). 

 

Die Verteidigung hält mit Replik vom 21. Oktober 2024 an den mit Be-

schwerde gestellten Anträgen fest (act. 6). Darüber wurden die Bundesan-

waltschaft und das Zwangsmassnahmengericht beim Bezirksgericht Zürich 

mit Schreiben vom 22. Oktober 2024 in Kenntnis gesetzt (act. 7).  

 

 

O. Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit 

erforderlich, in den nachfolgenden rechtlichen Erwägungen Bezug genom-

men. 

 

 

 

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 

 

1.  

1.1 In Fällen der Bundesgerichtsbarkeit beurteilt die Beschwerdekammer des 

Bundesstrafgerichts auch Beschwerden gegen Entscheide der kantonalen 

Zwangsmassnahmengerichte über die Anordnung, die Verlängerung und die 

Aufhebung von Ersatzmassnahmen (Art. 237 Abs. 4 i.V.m. Art. 222 und 393 

Abs. 1 lit. c StPO i.V.m. Art. 37 Abs. 1, Art. 65 Abs. 1 und Abs. 3 StBOG; vgl. 

Beschluss des Bundesstrafgerichts BH.2015.10 vom 27. Januar 2016 

E. 1.1). Zur Beschwerde ist berechtigt, wer ein rechtlich geschütztes Inte-

resse an der Aufhebung oder Änderung eines Entscheides hat (Art. 382 

Abs. 1 i.V.m. Art. 105 Abs. 2 StPO). Die Beschwerde ist innert zehn Tagen 

schriftlich und begründet einzureichen (Art. 396 Abs. 1 StPO). Mit ihr gerügt 

werden können gemäss Art. 393 Abs. 2 StPO Rechtsverletzungen, ein-

schliesslich Überschreitung und Missbrauch des Ermessens, Rechtsverwei-

gerung und Rechtsverzögerung (lit. a), die unvollständige oder unrichtige 

Feststellung des Sachverhalts (lit. b) sowie die Unangemessenheit (lit. c). 

 

- 11 - 

 

 

1.2 Die Beschwerdegegnerin macht geltend, das Vorgehen des Beschwerdefüh-

rers, gegen das mit ihr vereinbarte Vorgehen Beschwerde zu erheben, nach-

dem die geforderte Haftentlassung gewährt worden sei, verdiene keinen 

Rechtsschutz (act. 5 S. 2). Ob das Vorgehen des Beschwerdeführers 

Rechtsschutz verdient, wird in den nachfolgenden Erwägungen nach einer 

Übersicht über die Argumente des Beschwerdeführers und die Stellung-

nahme der Beschwerdegegnerin dazu zu prüfen sein. Die übrigen Eintre-

tensvoraussetzungen geben zu keinen Bemerkungen Anlass.  

 

 

2.  

2.1 Gegen den angefochtenen Entscheid erhebt der Beschwerdeführer in seiner 

Beschwerde an erster Stelle diverse Gehörsrügen und bestreitet sodann in 

der Sache im Wesentlichen das Vorliegen von Kollusions- und Fluchtgefahr 

sowie die Verhältnismässigkeit der angeordneten Ersatzmassnahmen 

(act. 1 S. 4 ff.).  

 

Im Einzelnen macht er folgende Ausführungen: 

 

2.1.1 Er rügt, er habe vor Erlass des angefochtenen Entscheides des Zwangs-

massnahmengerichts keine Kenntnis vom Antrag der Beschwerdegegnerin 

auf Anordnung von Ersatzmassnahmen gehabt (act. 1 S. 4 f.). Er sei im Ver-

fahren vor dem Zwangsmassnahmengericht nicht begrüsst worden. Mit 

dieser Vorgehensweise habe das Zwangsmassnahmengericht seinen 

Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt. Der angefochtene Entscheid sei 

damit aufzuheben und an die Vorinstanz zur neuerlichen Entscheidung unter 

Gewährung des rechtlichen Gehörs zurückzuweisen (act. 1 S. 5).  

 

2.1.2 Er moniert eine Verletzung der Begründungspflicht. Das Zwangsmassnah-

mengericht habe konkrete Ausführungen zu den besonderen Haftgründen 

unterlassen. Die Formulierung im angefochtenen Entscheid mache den 

Eindruck, als würden die Haftvoraussetzungen gar nicht geprüft, weil «die 

Anordnung von Ersatzmassnahmen während laufender, bewilligter Haft-

dauer beantragt» werde. Diese Vorgehensweise sei unzulässig.  

 

Im gleichen Zusammenhang argumentiert er, ein Verweis auf frühere Ent-

scheide und damit auf eine frühere Sachlage sei untauglich und gesetzes-

widrig. Für den Beschwerdeführer bleibe aufgrund der reinen Verweise völlig 

unklar, inwiefern das Zwangsmassnahmengericht konkret Kollusions- und 

Fluchtgefahr annehme. Dies gelte umso mehr, als bei dieser Vorgehens-

weise vergessen gegangen sei, dass sich die Verfahrenssituation mit der 

- 12 - 

 

 

Zustimmung zu einem Urteilsvorschlag im abgekürzten Verfahren gegen-

über dem früheren Haftentscheid entscheidend verändert habe (act. 1 S. 6). 

 

Er bringt weiter vor, das Zwangsmassnahmengericht habe sich bislang nie 

zur Fluchtgefahr geäussert. Wenn das Zwangsmassnahmengericht allein mit 

dem Verweis auf frühere Entscheide offenbar Fluchtgefahr annehme, ver-

letze es abermals das rechtliche Gehör (act. 1 S. 7).  

 

2.1.3 Er führt ergänzend aus, es erwecke vor dem Grundsatz des fair trial einen 

eigenartigen Eindruck, wenn die Beschwerdegegnerin den Antrag auf An-

ordnung von Ersatzmassnahmen dem Zwangsmassnahmengericht elektro-

nisch zustelle, der Verteidigung indessen nur per A-Post, obwohl im Verlaufe 

der Untersuchung viele Eingaben und Aktenstücke gegenseitig elektronisch 

ausgetauscht worden seien. Dies habe vorliegend zur Folge, dass der Ent-

scheid des Zwangsmassnahmengerichts und der zugrunde liegende Antrag 

der Bundesanwaltschaft samt Haftentlassungsverfügung am gleichen Tag, 

am 30. September 2024, bei der Verteidigung eingetroffen seien. Der Be-

schwerdeführer führt dazu aus, ein «Schelm wer glaubt, mit den – nicht zum 

ersten Mal erlebten – unterschiedlichen Zustellungsarten und -geschwindig-

keiten werde etwas bezweckt» (act. 1 S. 5). 

 

2.1.4 Er bestreitet das Vorliegen von Kollusionsgefahr. Nach Ausarbeitung und 

Zustimmung zum Urteilsvorschlag stehe die Vereitelung des Untersuchungs-

zwecks nicht mehr im Vordergrund. Es wäre vertieft zu begründen gewesen, 

weshalb trotz Abschluss der Untersuchung noch von Kollusionsgefahr aus-

gegangen werde (act. 1 S. 6 f.). Pass- und Schriftensperre sowie die Melde-

auflage seien nicht geeignet, Kollusionsgefahr zu bannen. Die Ersatzmass-

nahmen seien zwecklos und damit von vorneherein gesetzeswidrig (act. 1 

S. 7). 

 

Weiter bestreitet er das Vorliegen von Fluchtgefahr. Er wendet ein, Flucht-

gefahr lasse sich nicht begründen (act. S. 7). Der Urteilsvorschlag sehe für 

den Beschwerdeführer eine Freiheitsstrafe von drei Jahren vor. Er habe da-

von bereits über 16 Monate in Untersuchungshaft verbüsst. Rein rechnerisch 

seien damit noch 20 Monate ausstehend bei Verbüssung der Vollstrafe. Er 

sei mit 17 Jahren vom Iran in die Schweiz gekommen. Heute sei er 56 Jahre 

alt, Schweizer Bürger, seit 33 Jahren mit B. verheiratet und Vater von drei 

teilweise erwachsenen Kindern. Die Familie lebe zusammen in Z. im Eigen-

heim. Sodann betreibe er seit 24 Jahren das Schmuck- und Uhrengeschäft 

C. AG, einen Familienbetrieb mit Angestellten. Mit anderen Worten sei er 

sowohl familiär wie auch beruflich/finanziell in der Schweiz tief verwurzelt 

(act. 1 S. 8). Daran ändere nichts, dass er im Rahmen seiner Tätigkeit 

- 13 - 

 

 

oftmals im Ausland im Einsatz gewesen sei. Ebenso wenig ändere seine 

iranische Staatsangehörigkeit etwas daran (act. 1 S. 8 f.). Mit einem irani-

schen Reisepass sei das Reisen nur erschwert möglich. Ausserdem unter-

stelle er als «gerichtsnotorisch», dass heutzutage niemand in den Iran fliehe. 

Gleichzeitig scheide eine Flucht in den Schengen-Raum in Anbetracht der 

engen europäischen Zusammenarbeit der Strafverfolgungsbehörden realis-

tischerweise von vorneherein aus. Eine Fluchtgefahr sei bei gegebener 

Situation ausschliesslich theoretischer Natur gerade in Anbetracht der aus-

stehenden Reststrafe von 20 Monaten. Diese werde sich nach Auskunft des 

Amtes für Justizvollzug bei gegebener Situation und bei gleichbleibendem 

Vollzugs- bzw. Haftverhalten noch reduzieren. Der Beschwerdeführer könne 

mit einer bedingten Entlassung nach Verbüssung von 2/3 seiner Strafe rech-

nen. Die Reststrafe von 8 Monaten sei für die Beurteilung der Fluchtgefahr 

zugrunde zu legen. Eine Flucht bei dieser Reststrafe und bei den gegebenen 

Lebensverhältnissen erscheine utopisch. Eine Flucht stünde in keiner Rela-

tion zu dem, was für ihn auf dem Spiel stünde. Niemand werfe sein bisheri-

ges Leben samt Familie und Geschäft dafür weg und tauche in eine unge-

wisse, entbehrungsreiche Zukunft ab (act. 1 S. 9). 

 

2.2 Dem entgegnet die Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort Folgen-

des: 

 

2.2.1 Das beanstandete Vorgehen sei mündlich mit dem Beschwerdeführer ver-

einbart gewesen. Dass gegen ein – wenn in der Tiefe auch nur mündlich – 

vereinbartes Vorgehen Beschwerde erhoben werde, nachdem die geforderte 

Haftentlassung gewährt worden sei, mute sehr erstaunlich an und verdiene 

keinen Rechtschutz (act. 5 S. 2).  

 

Sie führt unter Hinweis auf ihre Aktennotiz aus, sie habe am 27. September 

2024 wiederholt mit dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers telefoni-

schen Kontakt gehabt (act. 5 S. 2). Er sei darüber informiert worden, dass 

ihm eine Kopie der Haftentlassungsverfügung sowie des Antrags auf Ersatz-

massnahmen auf dem Postweg zugestellt werde (act. 5 S. 2 f.). Sie ergänzt, 

dass keine Pflicht bestehe, den Beschwerdeführer vorab mit einer Kopie des 

Antrags an das Zwangsmassnahmengericht zu bedienen. Diese Zustellung 

habe ausschliesslich informativen Charakter gehabt. Zudem sei der Be-

schwerdeführer über die postalische Zustellung informiert worden und habe 

dagegen nicht opponiert (act. 5 S. 3). 

 

Das Vorbringen des Beschwerdeführers, wonach er erst mit Zustellung am 

30. September 2024 von den Ersatzmassnahmen Kenntnis erlangt habe, 

treffe deshalb nicht zu. Der Beschwerdeführer sei sehr wohl über den Antrag 

- 14 - 

 

 

auf Anordnung von Ersatzmassnahmen informiert gewesen, zumal die 

Ersatzmassnahmen inhaltlich ausführlich und mehrfach mit ihm vorab abge-

sprochen gewesen seien. Entsprechend seien sie auch in der Anklageschrift 

im abgekürzten Verfahren, welcher unwiderruflich zugestimmt worden sei, in 

Punkt 5 auf Seite 8 ersichtlich. Der Beschwerdeführer sei somit keineswegs 

vor vollendete Tatsachen gestellt worden. Diese Behauptung erfolge wider 

besseres Wissen und sei entsprechend unbeachtlich. Was der Beschwerde-

führer mit seinem Vorbringen aufzuzeigen versuche, erschliesse sich nicht, 

hätte doch die gleichzeitige elektronische Zustellung keine Änderung am 

weiteren Vorgehen bewirkt (act. 5 S. 3).  

2.2.2 Sie bringt weiter vor, dass die Untersuchungshaft vorliegend noch bis zum 

18. Oktober 2024 bestanden hätte. Entsprechend handle es sich hier nicht 

um eine eigentliche Haftprüfung, sondern um eine Änderung der Haft in eine 

mildere Massnahme. Wenn er heute geltend mache, sein Anspruch auf 

rechtliches Gehör sei verletzt, handle der Beschwerdeführer widersprüchlich 

(act. 5 S. 3). 

 

2.2.3 Sie weist darauf hin, dass die Beschwerdekammer über eine umfassende 

Prüfungsbefugnis in rechtlicher und sachlicher Hinsicht verfüge, soweit sie 

der Auffassung sein sollte, dass das Zwangsmassnahmengericht den Be-

schwerdeführer hätte anhören müssen. Insbesondere könne sie Noven 

berücksichtigen, wenn das rechtliche Gehör der Gegenpartei gewahrt bleibe 

(act. 5 S. 3). 

 

2.2.4 Sie widerspricht dem Beschwerdeführer darin, dass mit einer Ausweissperre 

der bis zum rechtskräftigen Urteil nach wie vor bestehenden Kollusionsge-

fahr nicht begegnet werden könne. So habe der Beschwerdeführer die 

jahrelangen Geldwäschereihandlungen anerkanntermassen grenzüber-

schreitend, insbesondere zusammen mit Personen in den Nachbarländern 

Deutschland und Italien, vorgenommen (act. 5 S. 3 f.). 

 

2.2.5 Sie bringt vor, dass Fluchtgefahr nun erst recht bestehe, weil der Beschwer-

deführer in Freiheit sei und ihm eine unbedingte Freiheitsstrafe drohe. Mit 

der Offenlegung der Anklage sei der Beschwerdeführer auch in voller Kennt-

nis dessen, was ihm vorgeworfen und welche Strafe ihm im Rahmen eines 

abgekürzten Verfahrens drohe. Aktenkundig sei, dass der Beschwerdeführer 

Bekannte und Verwandte im nahen wie fernen Ausland habe, und angesichts 

der drohenden Freiheitsstrafe bestehe nach wie vor Fluchtgefahr. Entspre-

chend seien eine Pass- und Schriftensperre sowie die wöchentliche Melde-

pflicht verhältnismässige Massnahmen, zumal ihm auf diese Weise eine 

Flucht und ein dauerhafter Verbleib im Ausland erschwert würde (act. 5 S. 4). 

- 15 - 

 

 

Das operative Geschäft der C. AG sei nicht gewinnbringend geführt worden, 

wie dies aus dem Bericht der aus der Abteilung Forensische Finanzanalyse 

der Bundesanwaltschaft deutlich hervor gehe. Die Darstellung eines florie-

renden Geschäfts sei aktenwidrig. Soweit der Beschwerdeführer vorbringe, 

ein wesentlicher Teil der Geschäftseinkäufe von Schmuck, Uhren, Edelstei-

nen und weiteren Produkten sowie die Reparatur von Uhren und Schmuck 

erfolge im Ausland, oftmals in der Türkei, mute erstaunlich an. So sei gerade 

diese Reisetätigkeit über mehrere Jahre anerkanntermassen ausschliesslich 

dazu genutzt worden, inkriminierte Vermögenswerte grenzüberschreitend, 

oft auch in die Türkei, zu verschieben (act. 5 S. 4). Ergänzend führte die Be-

schwerdegegnerin aus, es sei befremdlich, wenn der Beschwerdeführer vor-

bringe, seine Anwesenheit in den Bazars etc. sei unerlässlich für die Exper-

tise und den Einkauf von Uhren, Schmuck und Edelsteinen, da im Geschäft 

des Beschwerdeführers überwiegend Uhren und Schmuck bekannter 

Hersteller angeboten würden (act. 5 S. 5). Die Ausführungen des Beschwer-

deführers würden klar zeigen, dass er nach wie vor international sehr gut 

vernetzt und mit den Gegebenheiten im Ausland generell und im Speziellen 

in der Türkei bestens vertraut sei. Angesichts der ihm noch drohenden un-

bedingten Freiheitsstrafe und der nach wie vor grossen Reisebereitschaft sei 

eine Fluchtgefahr nach wie vor zu bejahen. Die von ihr beantragten und 

durch das Zwangsmassnahmengericht mit Verfügung vom 27. September 

2024 angeordneten Ersatzmassnahmen seien geeignet, der Fluchtgefahr 

entgegenzuwirken und seien – im Vergleich zur bisherigen Untersuchungs-

haft – als deutlich mildere Massnahmen auch verhältnismässig (act. 5 S. 1). 

Die verfügten Ersatzmassnahmen seien sehr milde und würden den Be-

schwerdeführer nur sehr wenig einschränken (act. 5 S. 3). 

2.3 Mit Replik vom 21. Oktober 2024 trägt der Beschwerdeführer Folgendes vor: 

 

2.3.1 Er nehme das «Erstaunen» der Beschwerdegegnerin und den Hinweis, dass 

die Beschwerde gegen ein «vereinbartes Vorgehen» keinen Rechtsschutz 

verdiene, zur Kenntnis. Er sei allerdings guter Hoffnung, dass auch die 

Beschwerdegegnerin die Meinung teile, dass ein Beschuldigter sich gegen 

Zwangsmassnahmen mit Beschwerde zur Wehr setzen dürfe, auch wenn 

ihm der Antrag betreffend Zwangsmassnahmen zuvor mündlich angekündigt 

und auch wenn die «geforderte Haftentlassung» gewährt worden sei (act. 6 

S. 1). Zu Ende gedacht würde die Meinung der Beschwerdegegnerin bedeu-

ten, dass es in diesen Fällen dem Betroffenen nicht erlaubt wäre, vor 

Zwangsmassnahmengericht ablehnend zu Ersatzmassnahmen Stellung zu 

nehmen (act. 6 S. 1 f.). Das widerspräche aber dem Wesen eines hiesigen, 

kontradiktorischen Gerichtsverfahrens. Die Zulässigkeit von Zwangsmass-

nahmen orientiere sich an den gesetzlichen Vorgaben und nicht an pro-

zessualen Gegebenheiten. Die Zwangsmassnahmen seien formell nicht 

- 16 - 

 

 

Verhandlungsgegenstand des abgekürzten Verfahrens bzw. Urteilsvorschla-

ges. Zwangsmassnahmen würden bekanntlich in die Freiheitsrechte des 

Einzelnen eingreifen und seien nur unter engen, gesetzlichen Voraussetzun-

gen zulässig. Dies gelte es hier zu prüfen und sie seien nach Meinung des 

Beschwerdeführers in casu nicht gegeben (act. 6 S. 2). 

 

Es treffe zu, dass die Beschwerdegegnerin im Rahmen der Verhandlungen 

betreffend Urteilsvorschlag mündlich informiert, dass mit der Haftentlassung 

Antrag auf Anordnung von Ersatzmassnahmen beim Zwangsmassnahmen-

gericht gestellt werde. Allerdings sei es nie darum gegangen, zuhanden der 

Beschwerdegegnerin dazu Stellung zu nehmen. Vielmehr sehe die Strafpro-

zessordnung dafür ein Verfahren vor dem Zwangsmassnahmengericht vor. 

Der Vorwurf einer Behauptung «wider besseres Wissen» entpuppe sich als 

Vernebelungstaktik der Beschwerdegegnerin. Aus der Beschwerdebegrün-

dung gehe klar hervor, was mit «vollendenten Tatsachen» gemeint sei. Wie 

die Beschwerdegegnerin wisse, rüge die Verteidigung eine Verletzung des 

rechtlichen Gehörs insofern, als der Beschwerdeführer keine Möglichkeit ge-

habt habe, vor dem Zwangsmassnahmengericht zum Antrag der Beschwer-

degegnerin auf Anordnung von Ersatzmassnahmen Stellung zu nehmen. 

Diese Rüge erfolge nicht «wider besseres Wissen» oder sonst wie «wider-

sprüchlich», sondern aufgrund der Fakten. Darüber hinaus erweise sich der 

Entscheid des Zwangsmassnahmengerichts auch inhaltlich als falsch (act. 6 

S. 2). 

 

2.3.2 So werde bestritten, dass das operative Geschäft der C. AG nicht gewinn-

bringend sei. Der Bericht der Abteilung forensische Finanzanalyse der Be-

schwerdegegnerin beleuchte die Zeitspanne 2019 bis 2021. Gemäss diesem 

Bericht sei der Geschäftsgang im Jahr 2019 noch gewinnbringend/rentabel 

und die Geschäftsjahre 2020 und 2021 jedoch verlustreich/unrentabel aus-

gefallen. Der Beschwerdeführer wendet ein, die Wirtschaftskrise 2020-2021 

habe die Schweiz, auch die C. AG, getroffen. Entsprechend habe die C. AG 

2020/21 Verluste gemacht. Der Bericht gebe die Lage der C. AG verzerrt 

wieder bzw. entreisse sie aus dem Gesamtkontext. So oder anders seien 

diese Umstände nicht geeignet, die Fluchtgefahr zu begründen (act. 6 S. 3). 

 

Der Beschwerdeführer habe im Verlauf der Untersuchung mehrfach klarge-

stellt, dass er defekten Schuck und Uhren in der Regel in der Türkei habe 

reparieren lassen. Transporte von Uhren und Schmuck würden sich auch 

aus den abgehörten und vorgelegten Gesprächen ergeben (act. 6 S. 3). 

 

 

 

- 17 - 

 

 

3.  

3.1 Nach Art. 5 Abs. 3 BV handeln staatliche Organe und Private nach Treu und 

Glauben. Jedermann hat in der Ausübung seiner Rechte und in der Erfüllung 

seiner Pflichten nach Treu und Glauben zu handeln (Art. 2 Abs. 1 ZGB). Ent-

sprechend gilt der Grundsatz von Treu und Glauben auch im Strafverfahren 

nicht nur für die Strafbehörden (s. dazu auch Art. 3 Abs. 2 lit. a StPO), son-

dern ebenfalls für die privaten Parteien und die übrigen Verfahrensbeteilig-

ten, namentlich für den Beschuldigten (Urteil des Bundesgerichts 

6B_238/2011 vom 13. September 2011 E. 6.1.4). Die Erklärung einer Partei 

im Strafverfahren ist nach Treu und Glauben auszulegen, soweit sich Emp-

fänger und Erklärender gegenseitig nicht richtig verstanden haben.  

 

Gemäss dem für die gesamte Rechtsordnung ebenfalls geltenden Art. 2 

Abs. 2 ZGB findet der offenbare Missbrauch eines Rechts keinen Rechts-

schutz (für die Strafbehörden s. auch Art. 3 Abs. 2 lit. b StPO). Das Rechts-

missbrauchsverbot bildet Bestandteil des schweizerischen Ordre public und 

ist von jeder Instanz von Amtes wegen anzuwenden (BGE 128 III 201 E. 1c 

S. 206; 122 II 193 E. 2c/ee S. 198). Rechtsmissbrauch liegt vor, wenn ein 

Rechtsinstitut zweckwidrig zur Verwirklichung von Interessen verwendet 

wird, die dieses Rechtsinstitut nicht schützen will (BGE 128 II 145 E. 2.2 

S. 151; 121 I 367 E. 3b S. 375). Als Fallgruppe des Rechtsmissbrauchs er-

fasst Art. 2 Abs. 2 ZGB auch das widersprüchliche Verhalten («venire contra 

factum proprium»). Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung gibt es aller-

dings keinen Grundsatz der Gebundenheit an das eigene Handeln. Setzt 

sich jemand zu seinem früheren Verhalten in Widerspruch, ist darin nur dann 

ein Verstoss gegen Treu und Glauben zu erblicken, wenn das frühere Ver-

halten ein schutzwürdiges Vertrauen begründet hat, welches durch die 

neuen Handlungen enttäuscht würde. Widersprüchliches Verhalten kann 

ohne Enttäuschung berechtigter Erwartungen auch in einer gegenwärtigen, 

in sich völlig unvereinbaren und darum widersprüchlichen Verhaltensweise 

gesehen werden (BGE 143 III 666 E. 4.2 S. 673 f.; 138 III 401 E. 2.2). Art. 2 

Abs. 2 ZGB dient als korrigierender «Notbehelf» für die Fälle, in denen for-

males Recht zu materiell krassem Unrecht führen würde (BGE 134 III 52 

E. 2.1). Rechtsmissbrauch ist restriktiv anzunehmen (BGE 143 III 279 E. 3.1; 

139 III 24 E. 3.3; E. 3.3.1 S. 169; s. zum Ganzen auch BGE 143 III 666 E. 4.2 

S. 67 3 f.) 

 

3.2  

3.2.1 Die beschuldigte Person kann der Staatsanwaltschaft bis zur Anklageerhe-

bung die Durchführung des abgekürzten Verfahrens beantragen, wenn sie 

den Sachverhalt, welcher für die rechtliche Würdigung wesentlich ist, einge-

steht und die Zivilansprüche zumindest im Grundsatz anerkennt (Art. 358 

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- 18 - 

 

 

Abs. 1 StPO). Das abgekürzte Verfahren ist ausgeschlossen, wenn die 

Staatsanwaltschaft eine Freiheitsstrafe von mehr als fünf Jahren verlangt 

(Art. 358 Abs. 2 StPO). Die Staatsanwaltschaft entscheidet über die Durch-

führung des abgekürzten Verfahrens endgültig (Art. 359 Abs. 1 StPO). Die 

von den Parteien getroffene Absprache findet ihren Niederschlag in der An-

klageschrift der Staatsanwaltschaft (GREINER/JAGGI, Basler Kommentar, 

3. Aufl. 2023, Art. 358 StPO N. 62). Die Staatsanwaltschaft hat den Parteien 

die Anklageschrift mit dem in Art. 360 Abs. 1 StPO festgelegten Inhalt zu 

eröffnen (Art. 360 Abs. 2 1. Satz StPO). Die Anklageschrift hat namentlich 

den Hinweis an die Parteien zu enthalten, dass diese mit der Zustimmung 

zur Anklageschrift auf ein ordentliches Verfahren sowie auf Rechtsmittel ver-

zichten (Art. 360 Abs. 1 lit. h StPO). Mit seiner Zustimmung verzichtet der 

Beschuldigte nicht nur auf Gerichts- und Rechtsmittelverfahren, sondern 

auch auf eine Entscheidbegründung, die Möglichkeit eines Freispruchs und 

damit faktisch auf den Schutz der Unschuldsvermutung (THOMMEN, Kurzer 

Prozess – fairer Prozess?, Strafbefehls- und abgekürztes Verfahren zwi-

schen Effizienz und Gerechtigkeit, 2013, S. 192). Gemäss Art. 360 Abs. 2 

3. Satz StPO ist die Zustimmung der beschuldigten Person zu dieser Ankla-

geschrift unwiderruflich. Mit der Unwiderruflichkeit der Zustimmung soll si-

chergestellt werden, dass die beschuldigte Person das abgekürzte Verfah-

ren nicht zur Verzögerung des ordentlichen Verfahrens missbrauchen kann, 

indem sie zunächst der Anklageschrift zustimmt, diese Zustimmung aber in 

letzter Minute widerruft (Botschaft vom 21. Dezember 2005 zur Vereinheitli-

chung des Strafprozessrechts, BBl 2006 1085, 1296). Stimmen die Parteien 

der Anklageschrift zu, übermittelt die Staatsanwaltschaft die Anklageschrift 

mit den Akten dem erstinstanzlichen Gericht (Art. 360 Abs. 4 StPO). Sind die 

Voraussetzungen für ein Urteil im abgekürzten Verfahren erfüllt, so erhebt 

das Gericht die Straftatbestände, Sanktionen und Zivilansprüche der Ankla-

geschrift zum Urteil (Art. 362 Abs. 2 StPO). De facto kann die beschuldigte 

Person durch ihr Verhalten im gerichtlichen Bestätigungsverfahren (Aussa-

geverweigerung, Widerruf des Geständnisses, Abwesenheit) ihre Zustim-

mung «widerrufen» und so das abgekürzte Verfahren unter Umständen auch 

noch im Stadium der Hauptverhandlung scheitern lassen (s. zum Ganzen 

GREINER/JAGGI, a.a.O., Art. 361 StPO N. 17a ff.). Mit der Berufung gegen ein 

Urteil im abgekürzten Verfahren kann eine Partei nur geltend machen, sie 

habe der Anklageschrift nicht zugestimmt oder das Urteil entspreche der An-

klageschrift nicht (Art. 362 Abs. 5 StPO). 

 

3.2.2 Die Anklageschrift im abgekürzten Verfahren hat unter anderem den «allfäl-

ligen Antrag auf Anordnung der Sicherheitshaft» zu enthalten (Art. 360 

Abs. 1 lit. a i.V.m. Art. 326 Abs. 1 lit. e StPO).  

 

- 19 - 

 

 

Die in der Anklageschrift im abgekürzten Verfahren gemachte Angabe, dass 

die Staatsanwaltschaft einen Antrag auf Anordnung der Sicherheitshaft beim 

Zwangsmassnahmengericht gestellt hat, kann im Dispositiv des erstinstanz-

lichen Gerichts keinen Eingang finden und stellt somit im Verhältnis zum erst-

instanzlichen Gericht keinen Antrag dar, sondern fällt unter «weitere Anga-

ben» («autres informations», «altre indicazioni»; s. dazu Überschrift zu 

Art. 326 StPO). Für den Fall, dass die Staatsanwaltschaft für den Zeitraum 

zwischen Anklagerhebung und Verurteilung Sicherheitshaft beantragt, hat 

sie dem für die Anordnung zuständigen Zwangsmassnahmengericht auch 

eine Anklageschrift zuzustellen (Art. 360 Abs. 1 lit. a i.V.m. Art. 327 Abs. 2 

StPO). 

 

Beantragt mit der Anklageerhebung die Staatsanwaltschaft beim Zwangs-

massnahmengericht die Anordnung der Sicherheitshaft gegenüber einem 

Beschuldigten, der sich bereits in Untersuchungshaft befindet, wird sie in der 

Regel dem urteilenden erstinstanzlichen Gericht mit der Anklage auch für 

den Zeitraum nach der Eröffnung des Strafurteils die Fortsetzung der Sicher-

heitshaft beantragen (s. HEIMGARTNER/NIGGLI, Basler Kommentar, 3. Aufl. 

2023, Art. 326 StPO N. 8). Die mit der Anklageschrift im abgekürzten Ver-

fahren beantragte Anordnung der Sicherheitshaft durch das erstinstanzliche 

Gericht stellt im Verhältnis zum erstinstanzlichen Gericht insofern einen An-

trag dar, als er gegebenenfalls durch das erstinstanzliche Gericht zum Be-

schluss oder zur Verfügung «erhoben» und entsprechend zum Bestandteil 

des betreffenden Dispositivs werden kann (Art. 362 i.V.m. Art. 231 Abs. 1 

und Art. 80 StPO). Die allfällige Nichtanordnung durch das erstinstanzliche 

Gericht der beantragten Sicherheitshaft berührt aber dessen Entscheid, die 

Straftatbestände, Sanktionen und Zivilansprüche der Anklageschrift zum Ur-

teil gemäss Art. 362 Abs. 2 StPO zu erheben (s. supra E. 3.2.1), nicht. 

 

Die unterschiedliche Zuständigkeit für die Anordnung der Haft im Laufe des 

Hauptverfahrens wird zur Hauptsache damit begründet, dass bei einer 

Haftanordnung durch das Sachgericht vor einer Verurteilung dieses mit dem 

Einwand der Vorbefassung konfrontiert werden könnte, was bei einer gleich-

zeitigen Anordnung anlässlich der Verurteilung nicht vorgebracht werden 

kann (HEIMGARTNER/NIGGLI, a.a.O., Art. 326 StPO N. 9 unter Hinweis auf 

BBl 2006 1085, 1234).  

 

Die vorstehenden Vorgaben zur Anordnung der Sicherheitshaft gelten 

grundsätzlich ebenfalls im Zusammenhang mit Ersatzmassnahmen, welche 

in Art. 237 ff. StPO geregelt sind. Art. 237 Abs. 2 lit. a bis g StPO enthält eine 

Auflistung der namentlich in Betracht kommenden Ersatzmassnahmen. Von 

den aufgelisteten Ersatzmassnahmen erscheinen zur Bannung von 

- 20 - 

 

 

Fluchtgefahr die Ausweis- und Schriftensperre (lit. b) und in die Auflage, sich 

regelmässig bei einer Amtsstelle zu melden (lit. d), in der Regel als die mil-

deren Ersatzmassnahmen. 

 

3.2.3 Zum Absprachespielraum der Parteien im abgekürzten Verfahren führen 

GREINER/JAGGI unter dem Titel «Weitere mögliche Zugeständnisse» aus, die 

Aufhebung, Nichtanordnung oder Milderung von Zwangsmassnahmen wie 

Haft, Beschlagnahme, Konten- oder Schriftensperre etc. würden nicht die 

eigentlichen Gegenleistungen der Staatsanwaltschaft bilden. Solche Zuge-

ständnisse würden nicht von der Genehmigung durch das urteilende Gericht 

abhängen, würden aber praktische, eher unmittelbare und durchaus gewollte 

Folgen eines Geständnisses oder einer Absprache darstellen können (GREI-

NER/JAGGI, a.a.O., Art. 358 StPO N. 47; s. auch GREINER, forumpoenale 

2009, Schuld ohne Sühne? Am Beispiel des «plea bargaining» nach neuer 

StPO, S. 239 f.). GIGER erfasst die geschilderten Situationen unter dem Titel 

«Strafprozessuale Vorteile». Verzichte eine beschuldigte Person «aus-

serhalb des Anklageinhalts nach Art. 360 StPO» auf Verfahrensrechte, 

könne die Staatsanwaltschaft zugunsten des Beschuldigten bei gegebenen 

Voraussetzungen «ein bestimmtes Prozessverhalten beantragen», wie bei-

spielsweise eine schnellere Terminierung, Entlassung aus bzw. Hafterleich-

terung während der Untersuchungs- und Sicherheitshaft oder Antritt des vor-

zeitigen Strafvollzugs. Seitens der Staatsanwaltschaft sei an Stelle von Un-

tersuchungshaft auch die Beantragung von weniger eingriffsstarken Mass-

nahmen wie beispielsweise einer Sicherheitsleistung oder Ausweis- und 

Schriftensperre möglich (GIGER, Das abgekürzte Verfahren (Art. 358-362 

StPO), 2021, S. 94 f. N. 119; vgl. auch a.a.O., S. 34 f. N. 45).  

 

3.2.4 Im abgekürzten Verfahren kann indes die Milderung einer Zwangsmass-

nahme für die Staatsanwaltschaft von gewichtiger Tragweite für die Sicher-

stellung des Urteilsvorschlags und auf der anderen Seite von entscheidender 

Bedeutung für den Beschuldigten sein. Unter diesem Blickwinkel betrachtet, 

erscheint die Milderung der Zwangsmassnahme nicht lediglich als Folge der 

Absprache im abgekürzten Verfahren, sondern als eine bedeutsame, mit der 

Absprache im abgekürzten Verfahren zusammenhängende Vereinbarung 

oder als bedeutsamer Teil der Absprache selbst, auch wenn dieser Teil nicht 

durch das urteilende Gericht zu genehmigen und zum Urteil zu erheben ist. 

Mit anderen Worten können – entgegen der Annahme des Beschwerdefüh-

rers (act. 6 S. 2) – auch Zwangsmassnahmen Verhandlungsgegenstand des 

abgekürzten Verfahrens sein, wenn dies dem Willen der Parteien entspricht. 

Daran ändert der Umstand nichts, dass die Staatsanwaltschaft – anders als 

bei Haftentlassungen – Ersatzmassnahmen zur Untersuchungs- und Sicher-

heitshaft nicht selber anordnen kann und das Zwangsmassnahmengericht 

- 21 - 

 

 

die betreffende Absprache «genehmigen» bzw. die Anordnungsvorausset-

zungen überprüfen muss.  

 

Ist die im abgekürzten Verfahren getroffene Absprache, welche die Anord-

nung von Ersatzmassnahmen (befristet bis zum erstinstanzlichen Urteil) 

beinhaltet, von der unwiderruflichen Zustimmungserklärung zur Anklage-

schrift (Art. 360 Abs. 1 StPO) umfasst, kann sich fragen, ob die beschuldigte 

Person mit ihrer Zustimmungserklärung nicht auch mit Bezug auf die Anord-

nung dieser Ersatzmassnahmen auf ein ordentliches Verfahren sowie auf 

Rechtsmittel verzichtet hat. Kann die beschuldigte Person im abgekürzten 

Verfahren auch mehrjährigen Freiheitsstrafen zustimmen (s. dazu auch 

THOMMEN, a.a.O., S. 193), würden es mit dem Konzept des abgekürzten Ver-

fahrens übereinstimmen, dass sie in diesem Verfahren gleichzeitig auch auf 

die Ausübung eines Beschwerderechts gegen die gerichtliche Anordnung ei-

ner zeitlich befristeten Zwangsmassnahme, so die Sicherheitshaft oder Er-

satzmassnahmen, verzichten kann. In einem Rechtsmittelverfahren könnte 

sie diesfalls im Grundsatz nur geltend machen, sie habe der Anklageschrift 

bzw. den Ersatzmassnahmen nicht zugestimmt oder die angeordneten Er-

satzmassnahmen würden nicht den mit der Anklageschrift vereinbarten Er-

satzmassnahmen entsprechen (vgl. Art. 362 Abs. 5 StPO). Soweit ersicht-

lich, hat sich die Fachliteratur mit diesen Fragen nicht auseinandergesetzt 

(vgl. zum Beispiel ZIMMERLIN, Der Verzicht des Beschuldigten auf Verfah-

rensrechte im Strafprozess, Zugleich ein Beitrag zum Grundrechtsverzicht, 

2008, insbesondere S. 238 ff.).  

 

3.3 Der Beschwerdeführer hat am 26. September 2024 der vorgeschlagenen 

Anklageschrift vom 20. September 2024 unwiderruflich zugestimmt (s. supra 

lit. G). In dieser Anklageschrift wurde unter dem Punkt Sicherheitshaftgesuch 

festgehalten, dass die Bundesanwaltschaft mit separatem Gesuch die Ver-

längerung der Haft bzw. Anordnung von Ersatzmassnahmen beim Zwangs-

massnahmengericht beantragt hat (s. supra lit. F). Um welche Ersatzmass-

nahmen es dabei genau ging, ist der vorgeschlagenen Anklageschrift zwar 

nicht zu entnehmen. Der Beschwerdeführer bringt hier nicht vor, dass es sich 

dabei um andere oder mildere Ersatzmassnahmen gegangen sei als die 

Ausweis- und Schriftensperre (lit. b) und die Auflage, sich regelmässig bei 

einer Amtsstelle zu melden (lit. d), welche von der Vorinstanz angeordnet 

worden sind und welche er selber seit Sommer 2023 anstelle von Untersu-

chungshaft beantragt hatte (s. supra lit. A f.). 

 

3.4 Die Beschwerdegegnerin verweist in ihrer Beschwerdeantwort auf die vom 

Beschwerdeführer unterzeichnete unwiderrufliche Zustimmungserklärung 

zum Urteilsvorschlag im abgekürzten Verfahren und hält fest, die 

- 22 - 

 

 

angeordneten Ersatzmassnahmen seien inhaltlich ausführlich und mehrfach 

mit dem Beschwerdeführer vorab abgesprochen gewesen. Sie erklärt, auch 

ihr Vorgehen (Haftentlassung und Antrag auf Anordnung der Ersatzmass-

nahmen beim Zwangsmassnahmengericht nach der unwiderruflichen Zu-

stimmungserklärung des Beschwerdeführers) sei mit dem Beschwerdefüh-

rer vereinbart bzw. abgesprochen gewesen (act. 5 S. 2 f.).  

 

Mit anderen Worten nahm die Beschwerdegegnerin an, der Beschwerdefüh-

rer habe mit seiner unwiderruflichen Zustimmung zur Anklageschrift auch 

den vom Zwangsmassnahmengericht anzuordnenden bzw. angeordneten 

Ersatzmassnahmen zugestimmt. Wie sich aus ihrer Beschwerdeantwort 

ergibt, ist sie aufgrund ihrer Absprache mit dem Beschwerdeführer davon 

ausgegangen, dass dieser nach seiner Entlassung aus der Untersuchungs-

haft keine Beschwerde gegen die Anordnung der vorab abgesprochenen 

Ersatzmassnahmen erheben werde. 

 

3.5 Diese Tatsachendarstellung der Beschwerdegegnerin wird vom Beschwer-

deführer in der Replik an sich nicht bestritten (s. supra E. 2.3). Die Darstel-

lung der Beschwerdegegnerin erscheint auch im Einzelnen als nachvollzieh-

bar. So finden sich für den von der Beschwerdegegnerin geschilderten Her-

gang der Ereignisse ausreichende Anhaltspunkte in den Akten (s. supra lit. D 

ff.) und unter Berücksichtigung der gesamten Umstände muss vorliegend 

das vereinbarte Vorgehen als Teil der ganzen Absprache im abgekürzten 

Verfahren betrachtet werden. Der Beschwerdeführer nimmt die von ihm ent-

täuschte Erwartungshaltung in der Beschwerdereplik «zur Kenntnis». Dass 

er mit seinem Verhalten im Rahmen der Durchführung des abgekürzten Ver-

fahrens der Beschwerdegegnerin keinen begründeten Anlass für deren Er-

wartungen gegeben hätte, macht er aber nicht geltend. Soweit er argumen-

tiert, «dass ein Beschuldigter sich gegen Zwangsmassnahmen (mit Be-

schwerde) zur Wehr setzen darf – auch wenn ihm der Antrag betr. Zwangs-

massnahmen zuvor mündlich angekündigt und auch wenn die „geforderte 

Haftentlassung gewährt wurde“», betreffen seine Ausführungen nicht den 

hier zugrundeliegenden und unbestrittenen Sachverhalt. Das Vorgehen der 

Beschwerdegegnerin (Haftentlassung und Antrag auf Anordnung der Ersatz-

massnahmen beim Zwangsmassnahmengericht nach der unwiderruflichen 

Zustimmungserklärung des Beschwerdeführers) war nicht lediglich angekün-

digt, sondern mit ihm vereinbart worden und war insbesondere Teil der gan-

zen Absprache im abgekürzten Verfahren. Der Vereinbarung lag das vom 

Beschwerdeführer grundsätzlich nicht bestrittene Verständnis zu Grunde, 

der Beschwerdeführer stimme der Anordnung der Ersatzmassnahmen ohne 

Weiterungen zu. Der Umstand, dass gegen die Anordnung von Ersatzmas-

snahmen von Gesetzes wegen die Beschwerde offen steht, ändert daran 

- 23 - 

 

 

nichts. Ebenso wenig ist im vorliegenden Zusammenhang der weitere Um-

stand massgeblich, dass die Zustimmung zum Urteilsvorschlag im abgekürz-

ten Verfahren de facto nicht unwiderruflich ist (s. dazu vorstehend E. 3.2.1). 

 

3.6 Einigt sich der Beschwerdeführer im Rahmen des abgekürzten Verfahrens 

mit der Beschwerdegegnerin darauf, dass nach seiner unwiderruflichen Zu-

stimmungserklärung Ersatzmassnahmen an Stelle der Untersuchungs- bzw. 

Sicherheitshaft treten sollen, und erfolgt nach seiner unwiderruflichen Zu-

stimmungserklärung auf dieser Grundlage, wie vom Beschwerdeführer an-

gestrebt, seine Haftentlassung, dann setzt er sich in Widerspruch dazu («ve-

nire contra factum proprium») und handelt auch treuwidrig, wenn er in der 

Folge die Anordnung von Ersatzmassnahmen anficht. Selbst wenn diese 

Zwangsmassnahmen nicht formell Verhandlungsgegenstand des abgekürz-

ten Verfahrens sein könnten (s. zum Ganzen E. 3.2), wie dies vom Be-

schwerdeführer vorgebracht wird (act. 6 S. 2), waren sie jedenfalls ein nicht 

nebensächlicher Teil der Vereinbarung. Der Beschwerdeführer hat sich da-

gegen nicht von ungefähr nie geäussert. 

 

3.7 Der Beschwerdeführer macht nicht geltend und es ist auch nicht ersichtlich, 

dass er, nachdem die Beschwerdegegnerin den ersten Teil der Vereinba-

rung erfüllt hat, triftige Gründe gehabt hätte, um auf die Vereinbarung mit der 

Beschwerdegegnerin sowie seine unwiderrufliche Zustimmungserklärung 

zurückzukommen, wie den nachfolgenden Erwägungen zu den einzelnen 

Rügen zu entnehmen ist (E. 4 ff.). Wie bereits erläutert, führt der Beschwer-

deführer gerade nicht aus und es ergibt sich auch nicht aus den Akten, dass 

er den beantragten bzw. angeordneten Ersatzmassnahmen nicht zuge-

stimmt habe oder dass die angeordneten Ersatzmassnahmen nicht den mit 

der Anklageschrift abgesprochenen Ersatzmassnahmen entsprechen wür-

den. Sein Verhalten erweist sich somit als treuwidrig und rechtsmissbräuch-

lich. Unter diesen Umständen bestehen ernsthafte Zweifel, ob nach Treu und 

Glauben noch ein schutzwürdiges Interesse an der materiellen Beurteilung 

der vorliegenden Beschwerde angenommen werden kann (zum schutzwür-

digen Interesse vgl. LEHMANN /HONSELL, Basler Kommentar, 7. Aufl. 2022, 

N. 64 zu Art. 2 ZGB; s. Urteil des Bundesgerichts 6B_1039/2019 vom 

16. Juni 2020 E. 2.3 f. bei Vorliegen triftiger Gründe für das widersprüchliche 

Verhalten eines Strafantragsstellers). Die Frage braucht vorliegend indes 

nicht abschliessend beantwortet zu werden.  

 

3.8 Festzuhalten bleibt, dass die Beschwerdegegnerin, wie der vorliegende Fall 

illustriert, unabhängig von dem mit einer beschuldigten Person vereinbarten 

Verhalten jeweils die notwendigen sichernden Massnahmen (s. dazu nach-

folgend E. 4.1.1) zu treffen hat. 

  

- 24 - 

 

 

4.  

4.1 Nach Art. 237 Abs. 4 StPO richten sich Anordnung und Anfechtung von Er-

satzmassnahmen sinngemäss nach den Vorschriften über die Untersu-

chungs- und die Sicherheitshaft. 

 

4.1.1 Zur Untersuchungshaft (Art. 224 ff. StPO) 

 

Die Staatsanwaltschaft beantragt dem Zwangsmassnahmengericht unver-

züglich, spätestens aber innert 48 Stunden seit der Festnahme, die Anord-

nung der Untersuchungshaft oder eine Ersatzmassnahme (Art. 224 Abs. 2 

StPO). Verzichtet sie auf einen Haftantrag, so verfügt sie die unverzügliche 

Freilassung. Beantragt sie eine Ersatzmassnahme, so trifft sie die erforderli-

chen sichernden Massnahmen (Art. 224 Abs. 3 StPO). Es versteht sich von 

selbst, dass eine Haftentlassung ohne sichernde Massnahmen vor Anord-

nung der Ersatzmassnahmen kaum zweckmässig ist (JOSITSCH/SCHMID, 

Handbuch des schweizerischen Strafprozessrechts, 4. Aufl. 2023, S. 467 

FN 274). Unter sichernden Massnahmen wird z.B. die Sicherstellung des 

Passes und weiterer Schriften des Beschuldigten durch die Staatsanwalt-

schaft verstanden (s. JOSITSCH/SCHMID, Praxiskommentar, 4. Aufl. 2023, 

Art. 224 Abs. 3 StPO N. 13). Als weitere sichernde Massnahme komme die 

Anordnung in Frage, dass der Beschuldigte bis zum Entscheid des Zwangs-

massnahmengerichts vorläufig festgenommen bleibt, wenn z.B. beim 

Zwangsmassnahmengericht eine Sicherheitsleistung als Ersatzmassnahme 

beantragt, diese jedoch noch nicht geleistet wurde (a.a.O.).  

Das Zwangsmassnahmengericht setzt nach Eingang des Antrags der 

Staatsanwaltschaft unverzüglich eine nicht öffentliche Verhandlung mit der 

Staatsanwaltschaft, der beschuldigten Person und deren Verteidigung an 

(Art. 225 Abs. 1 StPO). Verzichtet die beschuldigte Person ausdrücklich auf 

eine Verhandlung, so entscheidet das Zwangsmassnahmengericht in einem 

schriftlichen Verfahren aufgrund des Antrags der Staatsanwaltschaft und der 

Eingaben der beschuldigten Person (Art. 225 Abs. 5 StPO). Das Zwangs-

massnahmengericht entscheidet unverzüglich, spätestens aber innert 48 

Stunden nach Eingang des Antrags (Art. 226 Abs. 1 StPO). Es eröffnet sei-

nen Entscheid der Staatsanwaltschaft, der beschuldigten Person und ihrer 

Verteidigung unverzüglich mündlich oder, falls sie abwesend sind, schriftlich. 

Anschliessend stellt es ihnen eine kurze schriftliche Begründung zu (Art. 226 

Abs. 2 StPO).  

4.1.2 Zur Verlängerung der Untersuchungshaft (Art. 227 ff. StPO) 

 

Gemäss Art. 227 Abs. 2 StPO reicht die Staatsanwaltschaft dem Zwangs-

massnahmengericht das schriftlich begründete Haftverlängerungsgesuch 

- 25 - 

 

 

spätestens 4 Tage vor Ablauf der Haftdauer ein und legt ihm die wesentli-

chen Akten bei. Gemäss Art. 227 Abs. 3 StPO gibt das Zwangsmassnah-

mengericht der beschuldigten Person und ihrer Verteidigung Gelegenheit, 

die ihm vorliegenden Akten einzusehen und innert 3 Tagen schriftlich zum 

Gesuch Stellung zu nehmen. Das Zwangsmassnahmengericht entscheidet 

spätestens innert 5 Tagen nach Eingang der Stellungnahme bzw. Ablauf der 

in Abs. 3 genannten Frist (Art. 227 Abs. 5 StPO). Das Verfahren ist in der 

Regel schriftlich, doch kann das Zwangsmassnahmengericht eine Verhand-

lung anordnen; diese ist nicht öffentlich (Art. 227 Abs. 6 StPO). Das Zwangs-

massnahmengericht kann die provisorische Fortdauer der Untersuchungs-

haft bis zu seinem Entscheid anordnen (Art. 227 Abs. 4 StPO). Wird nicht 

die Verlängerung der Untersuchungshaft, sondern die Anordnung von 

Ersatzmassnahmen beantragt und ist die Entlassung aus der Untersu-

chungshaft vorab erfolgt, vermag allerdings eine provisorische Anordnung 

von Ersatzmassnahmen (so Auflagen und Verbote ohne Strafdrohung und 

ohne Anordnung von Sicherheitshaft bei Nichterfüllung der Auflagen) kaum 

zu greifen. Es ist diesfalls naheliegender und zweckmässiger, dass die 

Staatsanwaltschaft direkt die erforderlichen sichernden Massnahmen wie 

gegebenenfalls die Sicherstellung von Pass und weiteren Schriften des Be-

schuldigten gemäss Art. 224 Abs. 3 StPO trifft, wenn sie eine provisorische 

Fortdauer der Untersuchungshaft bis zum Entscheid über die Anordnung von 

Ersatzmassnahmen vorab ausschliesst. 

Will die Staatsanwaltschaft einem Haftentlassungsgesuch nicht entspre-

chen, so leitet sie es zusammen mit den Akten spätestens 3 Tage nach des-

sen Eingang mit einer begründeten Stellungnahme an das Zwangsmassnah-

mengericht weiter (Art. 228 Abs. 2 2. Satz StPO). Das Zwangsmassnahmen-

gericht stellt die Stellungnahme der beschuldigten Person und ihrer Verteidi-

gung zu und setzt ihnen eine Frist von 3 Tagen für die Replik (Art. 228 Abs. 3 

StPO). Auch in diesem Fall entscheidet das Zwangsmassnahmengericht 

spätestens innert 5 Tagen nach Eingang der Stellungnahme bzw. Ablauf der 

in Abs. 3 genannten Frist (Art. 228 Abs. 4 StPO). Verzichtet die beschuldigte 

Person ausdrücklich auf eine Verhandlung, so kann der Entscheid im schrift-

lichen Verfahren ergehen. Im Übrigen ist Art. 226 Abs. 2 bis 5 StPO sinnge-

mäss anwendbar (Art. 228 Abs. 4 StPO). 

4.1.3 Zur Sicherheitshaft bei vorbestehender Untersuchungshaft (Art. 229 

StPO) 

 

Gemäss Art. 229 Abs. 1 StPO reicht die Staatsanwaltschaft dem Zwangs-

massnahmengericht das Gesuch über die Anordnung der Sicherheitshaft bei 

vorbestehender Untersuchungshaft ein. Das Verfahren vor dem Zwangs-

massnahmengericht über die Anordnung der Sicherheitshaft bei 

- 26 - 

 

 

vorbestehender Untersuchungshaft richtete sich sinngemäss nach Art. 227 

StPO (Art. 229 Abs. 3 lit. b StPO).  

 

4.2 Die Verfahrensvorschriften für die Anordnung von Ersatzmassnahmen gel-

ten grundsätzlich auch dann, wenn diese während laufender bewilligter Haft 

erfolgt, d.h. wenn sie ganz oder partiell in den Zeitraum fällt, für welchen die 

Haft bereits bewilligt ist. 

 

4.3 Den in E. 4.1 aufgeführten Bestimmungen ist nicht zu entnehmen, dass bei 

der unwiderruflichen Zustimmung zu dem in der Anklage im abgekürzten 

Verfahren enthaltenen Antrag der Staatsanwaltschaft auf Anordnung der 

Sicherheitshaft oder Ersatzmassnahmen beim Zwangsmassnahmengericht 

andere Verfahrensvorschriften gelten würden. Die unwiderrufliche Zustim-

mung zu einem solchen in der Anklage enthaltenen Antrag der Staatsanwalt-

schaft schränkt die Anfechtbarkeit des Anordnungsentscheids des Zwangs-

massnahmengerichts (Art. 222 i.V.m. Art. 237 Abs. 4 StPO) grundsätzlich 

nicht ein. Allerdings kann sich die Frage stellen, ob die beschuldigte Person 

bereits mit ihrer Zustimmungserklärung nicht auch mit Bezug auf die Anord-

nung dieser Ersatzmassnahmen auf ein ordentliches Verfahren sowie auf 

Rechtsmittel verzichtet hat, weshalb das Verfahren vor dem Zwangsmass-

nahmengericht entsprechend angepasst werden kann (s. supra E. 3.2.4). 

 

4.4 Dass vorliegend das Zwangsmassnahmengericht mit seinem Vorgehen 

(s. supra lit. J und K) zumindest die allgemeinen Verfahrensvorschriften für 

die Anordnung von Ersatzmassnahmen (s. supra E. 4.1) nicht eingehalten 

hat, wird weder vom Zwangsmassnahmengericht selbst (s. supra lit. N) noch 

von der Beschwerdegegnerin bestritten (s. supra E. 2.2). Das Zwangsmass-

nahmengericht hat dem Beschwerdeführer und dessen Verteidigung keine 

Gelegenheit gegeben, im Verfahren vor dem Zwangsmassnahmengericht 

den Antrag der Beschwerdegegnerin zu Kenntnis zu nehmen und dazu 

Stellung zu nehmen. Der Umstand, dass im Zeitpunkt der Anordnung der 

Ersatzmassnahmen am 27. September 2024 die Untersuchungshaft bis am 

18. Oktober 2024 bewilligt war, vermag daran nichts zu ändern.                         

 

4.5 Das Zwangsmassnahmengericht liess sich im Beschwerdeverfahren nicht 

vernehmen (s. supra lit. N) und erläuterte nicht, weshalb es den Beschwer-

deführer nicht in das Verfahren einbezog.  

 

Aus den Akten ergibt sich Folgendes: Dem Zwangsmassnahmengericht lag 

die vom Beschwerdeführer unterzeichnete unwiderrufliche Zustimmungser-

klärung vom 26. September 2024 zur Anklageschrift im abgekürzten Verfah-

ren vor, im welchem das Vorgehen der Beschwerdegegnerin im Hinblick auf 

- 27 - 

 

 

die Anordnung von Ersatzmassnahmen aufgeführt ist. Das Zwangsmass-

nahmengericht wurde von der Beschwerdegegnerin ausdrücklich auf die – 

der Zustimmungserklärung folgende – Entlassung des Beschwerdeführers 

aus der Untersuchungshaft unter Hinweis auf den fast gleichzeitig gestellten 

Antrag auf Anordnung von Ersatzmassnahmen hingewiesen, ohne dass die 

Beschwerdegegnerin ausser der umgehenden Antragstellung auf Ersatz-

massnahmen irgendwelche sichernde Massnahmen im Sinne von Art. 224 

Abs. 3 StPO (s. dazu supra E. 5.1.1 f.) getroffen hätte.  

 

Es erscheint daher als naheliegend, dass das Zwangsmassnahmengericht 

aufgrund der aufgeführten Umstände davon ausging, der Beschwerdeführer 

habe sich mit der Beschwerdegegnerin auf seine Haftentlassung unter fast 

gleichzeitiger Anordnung der von der Beschwerdegegnerin beantragten Er-

satzmassnahmen, welche gegenüber der Untersuchungs- bzw. Sicherheits-

haft eine sehr geringe Einschränkung der persönlichen Freiheit darstellen, 

geeinigt. Bei dieser Ausgangslage nahm das Zwangsmassnahmengericht 

an, der Beschwerdeführer habe sich somit zu den anzuordnenden Ersatz-

massnahmen bereits abschliessend geäussert und auf Weiterungen im 

Anordnungsverfahren vor dem Zwangsmassnahmengericht verzichtet. 

 

4.6 Es ist unter diesen besonderen Umständen nachvollziehbar, dass die 

Vorinstanz ihren Entscheid gestützt auf die ihr vorgelegten Akten und unter 

Berücksichtigung ihrer bisherigen Verfahren gefällt hat, ohne den Beschwer-

deführer miteinzubeziehen. Mit einem widersprüchlichen und treuwidrigen 

Verhalten des Beschwerdeführers musste die Vorinstanz nicht rechnen. Auf 

der unwiderruflichen Zustimmungserklärung hat der Beschwerdeführer 

keinen Vorbehalt angebracht, dass und weshalb er sich gegenüber dem 

Zwangsmassnahmengericht zu den beantragten Ersatzmassnahmen 

äussern möchte, obwohl er sich mit der Beschwerdegegnerin darüber geei-

nigt hat. Ausserdem entsprachen die konkreten Ersatzmassnahmen genau 

dem, was der Beschwerdeführer selber seit Sommer 2023 vor dem Zwangs-

massnahmengericht mehrfach beantragt hatte (s. supra lit. A). Auch im 

letzten Haftverlängerungsverfahren hat der Beschwerdeführer gegenüber 

der Vorinstanz wiederum seine Haftentlassung gegen die Anordnung einer 

Pass- und Schriftensperre beantragt und in diesem Zusammenhang zudem 

auf seine gesundheitlichen Beschwerden hingewiesen (act. 1.8 S. 5 f.). Ent-

sprechend summarisch (vgl. dazu auch Art. 362 Abs. 2 StPO) begründete 

das Zwangsmassnahmengericht seinen Entscheid. 

 

4.7 Der Beschwerdeführer hat in der Beschwerde seine Einwendungen zu den 

vorinstanzlichen Erwägungen von der Beschwerdegegnerin beantragten 

Ersatzmassnahmen vorbringen können. Er hat sodann in der Replik zu den 

- 28 - 

 

 

von der Beschwerdegegnerin beantragten Ersatzmassnahmen und deren 

Begründung Stellung nehmen können (act. 6). Dass die Ausführungen der 

Beschwerdegegnerin es ihm nicht erlaubt hätten, sich auch inhaltlich mit die-

sen auseinanderzusetzen, bringt er nicht vor und ist auch nicht ersichtlich. 

Die Beschwerdekammer entscheidet bei Beschwerden gegen Haftanord-

nungen mit umfassender Kognition (Art. 393 Abs. 2 StPO; KELLER, Zürcher 

Kommentar, 3. Aufl. 2020, Art. 393 StPO N. 38 f.). Dasselbe gilt auch bei der 

Anordnung von Ersatzmassnahmen. Entsprechend wären allfällige Gehörs-

verletzungen durch die Vorinstanz im vorliegenden Beschwerdeverfahren 

behoben, wenn das Vorgehen des Beschwerdeführers nicht vorab als treu-

widrig und widersprüchlich zu bezeichnen wäre.  

 

 

5.  

5.1 Nach Art. 221 Abs. 1 StPO sind Untersuchungs- und Sicherheitshaft nur zu-

lässig, wenn die beschuldigte Person eines Verbrechens oder Vergehens 

dringend verdächtig ist und zusätzlich einer der Haftgründe Fluchtgefahr 

(lit. a), Kollusionsgefahr (lit. b) oder Wiederholungsgefahr (lit. c) vorliegt. Wie 

andere Zwangsmassnahmen, hat auch die Haft dem Verhältnismässigkeits-

prinzip zu genügen (Art. 197 Abs. 1 lit. c und lit. d StPO).  

Das zuständige Gericht ordnet gemäss Art. 237 Abs. 1 StPO an Stelle der 

Untersuchungs- oder der Sicherheitshaft eine oder mehrere mildere Mass-

nahmen an, wenn sie den gleichen Zweck wie die Haft erfüllen. Die Ersatz-

massnahmen unterliegen grundsätzlich denselben Voraussetzungen wie die 

Haft (vgl. BGE 141 IV 190 E. 3.3; 140 IV 19 E. 2.1.2; Urteil des Bundesge-

richts 1B_436/2015 vom 13. Januar 2016 E. 2.2). Eine mögliche Ersatzmass-

nahme ist die Ausweis- und Schriftensperre (Abs. 2 lit. b). Diese Massnahme 

soll im Rahmen der Verhältnismässigkeit einer gewissen Fluchtneigung des 

Angeschuldigten vorbeugen (BGE 130 I 234 E. 2.2 S. 236).   

 

5.2 Vorliegend wurde Anklage im abgekürzten Verfahren erhoben. Der Be-

schwerdeführer hat den darin aufgeführten Sachverhalt eingestanden. Der 

dringende Tatverdacht ist ohne weiteres zu bejahen.  

 

5.3  

5.3.1 Der besondere Haftgrund der Fluchtgefahr setzt ernsthafte Anhaltspunkte 

dafür voraus, dass die beschuldigte Person sich durch Flucht dem Strafver-

fahren oder der zu erwartenden Sanktion entziehen könnte (Art. 221 Abs. 1 

lit. a StPO). Fluchtgefahr darf nicht schon angenommen werden, wenn die 

Möglichkeit der Flucht in abstrakter Weise besteht (BGE 125 I 60 E. 3a; Urteil 

des Bundesgerichts 7B_200/2024 vom 8. März 2024 E. 3.2.1). Es braucht 

vielmehr eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass sich die beschuldigte 

https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=%22Fluchtneigung%22&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F130-I-234%3Ade&number_of_ranks=0#page234

- 29 - 

 

 

Person, wenn sie in Freiheit wäre, dem Vollzug der Strafe durch Flucht ent-

ziehen würde. Im Vordergrund steht dabei eine mögliche Flucht ins Ausland, 

denkbar ist jedoch auch ein Untertauchen im Inland (Urteil des Bundesge-

richts 7B_1001/2023 vom 8. Januar 2024 E. 3.2). Zu berücksichtigen sind 

die konkreten Umstände des betreffenden Falles, insbesondere der Charak-

ter der beschuldigten Person, ihre moralische Integrität, ihre finanziellen Mit-

tel, ihre Verbindungen zur Schweiz, ihre Beziehungen zum Ausland und die 

Höhe der ihr drohenden Strafe (BGE 145 IV 503 E. 2.2). Die Schwere der 

drohenden Strafe ist zwar ein Indiz für Fluchtgefahr, genügt jedoch für sich 

allein nicht, um den Haftgrund zu bejahen (BGE 143 IV 160 E. 4.3; Urteil des 

Bundesgerichts 7B_200/2024 vom 8. März 2024 E. 3.2.1; je mit Hinweisen). 

Selbst bei einer befürchteten Reise in ein Land, welches die beschuldigte 

Person grundsätzlich an die Schweiz ausliefern bzw. stellvertretend verfol-

gen könnte, ist die Annahme von Fluchtgefahr nicht ausgeschlossen. Die 

Wahrscheinlichkeit einer Flucht nimmt in der Regel mit dem Verfahrensfort-

schritt bzw. zunehmender Haftdauer ab, da sich auch die Dauer des 

allenfalls noch zu verbüssenden Freiheitsentzugs mit der bereits geleisteten 

prozessualen Haft, die auf die mutmassliche Freiheitsstrafe anzurechnen 

wäre (Art. 51 StGB), kontinuierlich verringert (vgl. zum Ganzen BGE 145 IV 

503 E. 2.2; 143 IV 160 E. 4.3; je mit Hinweisen). Anklageerhebungen oder 

gerichtliche Verurteilungen können allerdings, je nach den Umständen des 

Einzelfalls, im Verlaufe des Verfahrens auch neue Fluchtanreize auslösen 

(Urteile des Bundesgerichts 7B_997/2023 vom 4. Januar 2024 E. 3.1; 

7B_928/2023 vom 15. Dezember 2023 E. 5.1; 7B_842/2023 vom 9. Novem-

ber 2023 E. 3.2; zum Ganzen Urteil des Bundesgerichts 7B_365/2024 vom 

16. April 2024 E. 3.2). Bei blossen Ersatzmassnahmen ist grundsätzlich ein 

weniger strenger Massstab an die Wahrscheinlichkeit der Flucht anzulegen 

als bei Untersuchungshaft, denn erstere stellt eine deutlich mildere Zwangs-

massnahme dar als letztere (BGE 133 I 27 E. 3.3 S. 31; Urteil des Bundes-

gerichts 1B_217/2011 vom 7. Juni 2011 E. 5.3). 

 

5.3.2 Ein Urteil im abgekürzten Verfahren setzt voraus, dass die beschuldigte Per-

son ihr Geständnis anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung 

bestätigt. Ein abgekürztes Verfahren in Abwesenheit der beschuldigten 

Person ist nicht möglich (vgl. BGE 139 IV 233). Mit seinem Nichterscheinen 

zur Verhandlung könnte der Beschwerdeführer somit das abgekürzte Ver-

fahren zu Fall bringen und den Abschluss des Strafverfahrens zumindest 

verzögern. Nach der Ablehnung eines Urteils im abgekürzten Verfahren 

gemäss Art. 352 Abs. 4 StPO sind in einem folgenden ordentlichen Verfah-

ren die Erklärungen nicht verwertbar, die von den Parteien mit Bezug auf das 

abgekürzte Verfahren abgegeben worden sind. Die Zustimmung zum Urteils-

vorschlag im abgekürzten Verfahren ist somit de facto nicht unwiderruflich 

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- 30 - 

 

 

und dessen Sanktion nur ein Kriterium für die Beurteilung der Frage, ob beim 

Beschwerdeführer Fluchtgefahr vorliegt. Solange der Urteilsvorschlag durch 

das Sachgericht nicht zum Urteil erhoben worden ist, geht es um die 

Sicherung der Anwesenheit des Beschwerdeführers im Verfahren. Bei der 

Prüfung der Überhaft ist entgegen der Annahme des Beschwerdeführers auf 

die Möglichkeit der bedingten Entlassung aus dem Strafvollzug nicht einzu-

gehen, da dies eine blosse Hypothese darstellt (s. zum Ganzen auch ALBER-

TINI/ARMBRUSTER, Basler Kommentar, a.a.O., Art. 212 StPO N. 14). Die Haft-

dauer darf nicht in grosse zeitliche Nähe der im Falle einer rechtskräftigen 

Verurteilung konkret zu erwartenden freiheitsentziehenden Sanktion rücken 

(BGE 145 IV 179 E. 3.1). Bei erstandenen rund 15,5 Monaten Haft und einer 

im abgekürzten Verfahren beantragten Freiheitsstrafe von drei Jahren ist 

dies nicht der Fall. Mitzuberücksichtigen ist dabei auch, dass gemäss dem 

Urteilsvorschlag dem Beschwerdeführer eine Ersatzforderung von Fr. 0,5 

Mio. und die bisherigen Verfahrenskosten in der Höhe von  

Fr. 0,27 Mio. auferlegt werden sollen. Sobald es die wirtschaftlichen Verhält-

nisse es dem Beschwerdeführer erlauben, soll er gestützt auf den Urteilvor-

schlag zudem verpflichtet sein, dem Bund die Kosten für die amtliche 

Verteidigung zurückzuzahlen. Die Ersatzforderung sowie die Verfahrenskos-

ten seien, soweit ausreichend, vorab mit den beschlagnahmten Vermögens-

werten in der Höhe von gesamthaft Fr. 1 Mio. und der beschlagnahmten 

Barschaft sowie Wertgegenständen zu befriedigen. Zusammenfassend wird 

der Beschwerdeführer bei Abschluss des Strafverfahrens gewichtige Folgen 

zu gewärtigen haben, was die Fluchtgefahr erhöht. Gleichzeitig bestreitet der 

Beschwerdeführer nicht, dass entgegen seiner Darstellung, wonach er seit 

24 Jahren an derselben Adresse ein erfolgreiches Schmuckgeschäft 

betreibe, das fragliche Geschäft erst seit Sommer 2009 besteht und erst seit 

Sommer 2016 an der besagten Adresse geführt wird. Er anerkennt im 

Ergebnis auch, dass sein Schmuckgeschäft nicht durchgehend gewinnbrin-

gend/rentabel ist. Dass der Beschwerdeführer im nahen und fernen Ausland 

Bekannte und Verwandte hat, wird vom Beschwerdeführer nicht bestritten. 

Aus den Akten ergeben sich keine konkreten Anhaltspunkte für seine 

Darstellung, er würde bei einer Flucht in eine «ungewisse, entbehrungsrei-

che Zukunft» abtauchen. Bei dieser Ausgangslage rückt der geltend 

gemachte Umstand, er sei als Jugendlicher in die Schweiz eingereist, lebe 

gemeinsam mit seinen drei Kindern (zwei davon erwachsen) sowie seiner 

Ehefrau in der Schweiz und führe hier seit Jahren sein Geschäft, in den Hin-

tergrund. Wie das vorliegende Verfahren ausserdem zeigt, handelt der 

Beschwerdeführer insbesondere nicht im Sinne der mit der Beschwerdegeg-

nerin im Rahmen des abgekürzten Verfahrens getroffenen Vereinbarungen. 

Er erklärt insbesondere ausdrücklich, sich ins Ausland begeben zu wollen, 

obwohl er in der Haftentlassungsverfügung vom 27. September 2024 darauf 

- 31 - 

 

 

hingewiesen worden war, dass er sich den Strafbehörden auch kurzfristig 

zur Verfügung zu halten hat. Beantragte er selber von Sommer 2023 bis im 

Sommer 2024 die vorliegend streitigen Ersatzmassnahmen, zuletzt unter 

Hinweis auf seine gesundheitlichen Beschwerden, wirft ausserdem sein 

aktueller Widerstand gegen die vergleichsweise sehr milden Ersatzmass-

nahmen mit der Begründung, seine Präsenz im Ausland sei aus geschäftli-

chen Gründen unerlässlich, ernsthafte Fragen auf. Unter Berücksichtigung 

aller Umstände ist vorliegend von Fluchtgefahr auszugehen. 

 

5.3.3 Wie vorstehend ausgeführt, sind nach der Ablehnung eines Urteils im abge-

kürzten Verfahren gemäss Art. 352 Abs. 4 StPO die Erklärungen, die von 

den Parteien mit Bezug auf das abgekürzte Verfahren abgegeben worden 

sind, in einem folgenden ordentlichen Verfahren nicht verwertbar. An der mit 

Verfügung vom 22. Juli 2024 bejahten Kollusionsgefahr, auf welche die 

Vorinstanz im angefochtenen Entscheid verwies, ändert sich insofern mit der 

Einreichung der Anklage im abgekürzten Verfahren nichts.  

 

5.4 Ersatzmassnahmen haben verhältnismässig zu sein. Mit einer Pass- und 

Schriftensperre sowie der wöchentlichen Meldepflicht kann eine Flucht und 

ein dauerhafter Verbleib im Ausland erschwert werden. Es ist weiter unbe-

stritten, dass der Beschwerdeführer grenzüberschreitend Geldwäsche be-

gangen hat, insbesondere mit Personen in den Nachbarländern Deutschland 

und Italien. Wenn er bis zum Abschluss des Verfahrens die Schweiz nicht 

verlassen darf, so wird der Beschwerdeführer jedenfalls an einer physischen 

Kontaktaufnahme mit diesen Personen im Ausland gehindert. Insofern 

erscheinen die gegenständlichen Ersatzmassnahmen sowohl geeignet als 

auch erforderlich, um der bestehenden Flucht- und Kollusionsgefahr zu be-

gegnen. Was die Verhältnismässigkeit im engeren Sinn anbelangt, so müs-

sen der Zweck der Ersatzmassnahmen und deren Auswirkung in einem ver-

nünftigen Verhältnis stehen. Primärer Zweck der vorliegenden Massnahmen 

ist die Sicherstellung der Anwesenheit des Beschwerdeführers im Strafver-

fahren wegen schwerer Geldwäscherei. Die Auswirkungen der Ersatzmass-

nahmen bestehen darin, dass der Beschwerdeführer an einem Tag seiner 

Wahl bei der Stadtpolizei Zürich vorbeigeht und dass er nicht über seine 

Pässe und seine Identifikationskarte verfügen kann. Die angeordneten Er-

satzmassnahmen erscheinen verhältnismässig, schränken die persönliche 

Freiheit unter den gegebenen Umständen nicht besonders stark ein. Der Be-

schwerdeführer kann sich innerhalb der Landesgrenze frei bewegen und die 

Meldepflicht besteht einmal wöchentlich. Dem Beschwerdeführer steht es 

offen, seine Angestellten für allfällige Geschäftsreisen ins Ausland entspre-

chend zu instruieren.  

 

- 32 - 

 

 

5.5 Die Ersatzmassnahmen müssen auch in zeitlicher Hinsicht verhältnismässig 

sein. Gemäss Art. 212 Abs. 3 StPO dürfen Untersuchungs- und Sicherheits-

haft nicht länger dauern, als die zu erwartende Freiheitsstrafe (Verbot der 

Überhaft). Rückt die Dauer der Haft in grosse zeitliche Nähe der im Falle 

einer rechtkräftigen Verurteilung zu erwartenden Freiheitsstrafe, ist die 

beschuldigte Person zu entlassen; dabei sind auch Ersatzmassnahmen zu 

berücksichtigen, andernfalls würden die Belastungen, denen die beschul-

digte Person durch die Zwangsmassnahmen ausgesetzt wäre, in ihrer 

Summe das zumutbare Mass übersteigen. Bei der Bestimmung, ob Ersatz-

massnahmen als zeitlich verhältnismässig erscheinen, hat das Gericht in 

analoger Anwendung zu den obigen Ausführungen zur Überhaft den Grad 

der Beschränkung der persönlichen Freiheit im Vergleich zum Freiheitsent-

zug bei Untersuchungshaft zu berücksichtigen. Dabei kommt dem Gericht 

ein erheblicher Ermessensspielraum zu (vgl. BGE 140 IV 74 E. 2.2 ff.). Vor-

liegend befand der Beschwerdeführer sich während rund 15,5 Monaten in 

Untersuchungshaft. Die Ersatzmassnahmen beschränken die persönliche 

Freiheit des Beschwerdeführers im Vergleich zu Sicherheitshaft wesentlich 

weniger und sind damit auch nur eingeschränkt zu berücksichtigen. Die Er-

satzmassnahmen erscheinen deshalb auch in zeitlicher Sicht aufgrund der 

im Falle einer Verurteilung zur beantragten Freiheitsstrafe von drei Jahren 

als verhältnismässig. Dass der Beschwerdeführer bis zum absehbaren 

Abschluss des Strafverfahrens die Schweiz nicht verlassen darf und sich 

einmal wöchentlich bei der Stadtpolizei Zürich zu melden hat, schränkt ihn 

somit nicht übermässig ein. 

 

5.6 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass sowohl ein dringender Tatverdacht 

gegen den Beschwerdeführer als auch Kollusions- und Fluchtgefahr beste-

hen und die angeordneten Ersatzmassnahmen verhältnismässig sind.  

 

 

6. Die Beschwerdegegnerin hat den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers 

am 27. September 2024 wunschgemäss telefonisch auf dem Laufenden ge-

halten und ihn insbesondere darüber informiert, dass sie ihm eine Kopie der 

Haftentlassungsverfügung sowie des Antrags auf Ersatzmassnahmen auf 

dem Postweg zustellen werde. Dagegen hat der Beschwerdeführer nicht op-

poniert (s. supra lit. H). Die Vorinstanz hat die angefochtene Verfügung vom 

27. September 2024 sowohl dem Beschwerdeführer bzw. seinem Rechts-

vertreter als auch der Beschwerdegegnerin schriftlich per Post zugestellt 

(s. supra lit. L; Verfahrensakten Zwangsmassnahmengericht). Eine sachli-

che Grundlage für die vom Beschwerdeführer vorgebrachte Kritik zur Fair-

ness des Verfahrens ist nicht ersichtlich.  

 

- 33 - 

 

 

 

7. Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf einzu-

treten ist. 

 

 

8. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend sind die Gerichtskosten dem 

unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 428 Abs. 1 StPO). Die 

allfälligen Gehörsverletzungen wurden im vorliegenden Verfahren geheilt. 

Sie hätten aufgrund des Umstands, dass das Vorgehen des Beschwerde-

führers treuwidrig und rechtsmissbräuchlich war, ohnehin keinen Anlass für 

eine Reduktion der Gerichtsgebühr gegeben. Die Gerichtsgebühr ist auf 

Fr. 2‘000.-- festzusetzen (vgl. Art. 73 StBOG und Art. 5 und 8 Abs. 1 des 

Reglements des Bundesstrafgerichts vom 31. August 2010 über die Kosten, 

Gebühren und Entschädigungen in Bundesstrafverfahren [BStKR; 

SR 173.713.162]). 

 

- 34 - 

 

 

Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 

 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist. 

 

2. Die Gerichtsgebühr von Fr. 2'000.-- wird dem Beschwerdeführer auferlegt. 

 

 

Bellinzona, 7. November 2024 

 

Im Namen der Beschwerdekammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:  

 

 

 

 

 

 

Zustellung an 

 

- Rechtsanwalt Marco Uffer, 

- Bundesanwaltschaft, 

- Zwangsmassnahmengericht, Bezirksgericht Zürich, 

- Bundesstrafgericht, Strafkammer 

 

 

Rechtsmittelbelehrung 

Gegen Entscheide der Beschwerdekammer über Zwangsmassnahmen kann innert 30 Tagen nach 
der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim Bundesgericht Beschwerde geführt werden 
(Art. 79 und 100 Abs. 1 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht vom 17. Juni 2005; BGG). 
Eingaben müssen spätestens am letzten Tag der Frist beim Bundesgericht eingereicht oder zu 
dessen Handen der Schweizerischen Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder 
konsularischen Vertretung übergeben werden (Art. 48 Abs. 1 BGG). Im Falle der elektronischen 
Einreichung ist für die Wahrung einer Frist der Zeitpunkt massgebend, in dem die Quittung 
ausgestellt wird, die bestätigt, dass alle Schritte abgeschlossen sind, die auf der Seite der Partei für 
die Übermittlung notwendig sind (Art. 48 Abs. 2 BGG). 

Das Verfahren richtet sich nach den Artikeln 90 ff. BGG. 

Eine Beschwerde hemmt den Vollzug des angefochtenen Entscheides nur, wenn der 
Instruktionsrichter oder die Instruktionsrichterin es anordnet (Art. 103 BGG).