# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0a92f27c-ab19-5d34-b1b7-d0fec4621844
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-05-07
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 07.05.2008 D-7311/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-7311-2006_2008-05-07.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-7311/2006
D-4021/2006
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  7 .  M a i  2 0 0 8

Richter Daniel Schmid (Vorsitz), Gérard Scherrer,
Robert Galliker, 
Gerichtsschreiber Alfred Weber.

A._______, geboren (...), Türkei, 

B._______, geboren (...), Türkei,
C._______, geboren (...), Türkei,
D._______, geboren (...), Türkei,

alle vertreten durch Fürsprecher Peter Huber, (...),
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), vormals Bundesamt 
für Flüchtlinge (BFF), Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung; Verfügungen des BFF vom 
5. September 2000 respektive 29. Dezember 2004 / N 
(...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-7311/2006
D-4021/2006

Sachverhalt:

I.

A.
Eigenen Angaben zufolge verliess der Beschwerdeführer seine Heimat 
auf dem Luftweg am 10. Dezember 1999 und gelangte über (Land 1) 
via (Land 2) und (Land 3) am 3. Januar 2000 illegal in die Schweiz, wo 
er  am 24. Januar  2000  ein  Asylgesuch  stellte. Am 27. Januar  2000 
wurde  er  im  Empfangs-  und  Verfahrenszentrum  E._______  (EVZ; 
vormals Empfangsstelle) summarisch zu den Gesuchsgründen befragt. 
In  der  Folge  wurde  er  für  die  Dauer  des  Verfahrens  dem  Kanton 
F._______ zugewiesen. Die zuständige Behörde hörte ihn am 9. März 
2000 zu den Asylgründen an.

Bei den Befragungen machte der Beschwerdeführer im Wesentlichen 
geltend, sein Bruder E. sei wegen Hilfeleistung und Beherbergung von 
Angehörigen  der  PKK  zwischen  1994  und  1997  im  Gefängnis  von 
G._______ gewesen. Im Jahre 1995 habe er seinen Bruder E. dort be-
sucht. Dort habe man ihn aufgefordert, eine handgeschriebene Pres-
semitteilung aus dem Gefängnis zu schmuggeln. Dabei sei er erwischt 
worden. Man habe ihn daraufhin einige Stunden im Gefängnis befragt 
und geschlagen, weil man habe herausfinden wollen, wer ihm den Zet-
tel übergeben habe. In der Folge sei er von der Gendarmerie abgeholt 
und auf  den Posten gebracht  worden,  wo er  bis  zum folgenden Tag 
weiter befragt und geschlagen worden sei. Er sei dann der Staatsan-
waltschaft überstellt und ins Gefängnis von G._______ zurückgebracht 
worden,  wo  er  mit  den  sich  dort  befindlichen  Personen  konfrontiert 
worden sei. Zwei Personen hätten zugegeben, ihm den Zettel gegeben 
zu haben. Er habe ein Verhörprotokoll unterschreiben müssen und sei 
freigelassen  worden.  Kaum  habe  er  den  Gendarmerieposten 
verlassen, sei er erneut festgenommen und zur Sicherheitsdirektion in 
G._______ gebracht  worden. Er  sei  mit  verbundenen Augen verhört 
und geschlagen worden; die ihm gestellten Fragen nach Namen von 
Personen seien ihm - ausser derjenige seines Bruders E. - unbekannt 
gewesen. Nach seiner Freilassung sei er nach Hause zurückgekehrt, 
wo  einige  Tage  später  eine  Razzia  durch  die  Polizei  stattgefunden 
habe. Man habe ihn verhaftet und auf den Polizeiposten gebracht, wo 
er  über seinen Bruder H. (D-7312/2006),  der in  Istanbul  arbeite, be-
fragt worden sei und am nächsten Morgen freigelassen. 

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Während zweier Monate habe er alsdann in Istanbul gearbeitet, ehe er 
wieder nach H._______ zurückgekehrt sei. Nach ungefähr drei bis vier 
Monaten habe er seinen Pass verlängern wollen, weil er - wie andere - 
als Gastarbeiter nach Israel habe gehen wollen. Ihm sei jedoch kein 
Pass  ausgestellt  worden.  Unter  anderem  sei  er  in  diesem 
Zusammenhang  vielmehr  auf  seinen  Bruder  E.  sowie  seine 
Verwandten S.T. und A.C. angesprochen und schliesslich weiter an die 
Terrorbekämpfungssektion verwiesen worden, wo man ihm wiederum 
Fragen nach gefallenen beziehungsweise flüchtigen Personen gestellt 
und ihn geschlagen habe; er sei als Lügner bezeichnet worden, weil er 
die  Personen  nicht  gekannt  habe.  Weder  eine  Bestätigung  der 
Staatsanwaltschaft H._______ noch ein Leumundszeugnis aus Ankara 
hätten zur Erlangung eines Passes etwas genützt. Bis zum Jahr 1999 
habe er sich nicht mehr um die Passbeschaffung gekümmert. Schwie-
rigkeiten  mit  der  Polizei  habe  er  ständig  zwischen  1995  und  1997 
gehabt;  letztmals  aber  1997.  So  sei  diese  regelmässig  zu  Hause 
vorbeigekommen und habe Fragen gestellt. Unter  anderem sei  er  in 
dieser  Zeit  auch  etwa  drei  bis  viermal  auf  dem  Heimweg  von  der 
Polizei  angehalten,  aus der Stadt  herausgefahren und über die PKK 
sowie andere Personen befragt worden.
Er sei  diesem ständigen Druck nicht  mehr gewachsen gewesen und 
psychisch  krank  geworden.  Im  Jahre  1997  sei  er  deswegen  eine 
Woche  in  einer  Klinik  in  I._______  gewesen.  Auch  habe  er  einmal 
einen  Selbstmordversuch  unternommen.  Nach  Vorweisung  der 
Bescheinigung des DGM (Devlet Güvenlil Mahkemesi) Ankara, welche 
für die Passbeschaffung erforderlich gewesen sei, und der Hilfe seines 
Bruders  H.  habe  er  schliesslich  einen  Pass  bekommen.  Ein 
besonderes Ereignis, welches Anlass zur Ausreise gewesen sei, habe 
es  nicht  gegeben.  Weil  er  krank  sei  und  alleine  nicht  hätte  reisen 
können,  habe  man  beschlossen,  dass  er  von  seinem  Bruder  H. 
begleitet werde.
Zur  Untermauerung  seiner  Vorbringen  reichte  der  Beschwerdeführer 
ein  seinen Bruder  E. betreffendes Urteil  des  DGM Malatya vom 16. 
Februar 1995, ein den Beschwerdeführer betreffendes Urteil des DGM 
Ankara  vom  22.  Juli  1997,  ein  Arztzeugnis  eines  türkischen 
Psychiaters  vom  14.  Januar  2000,  zwei  Universitätsdokumente 
betreffend Bruder  E.,  einen Gefängnisausweis des Bruders E. sowie 
eine  Haftentlassungsbescheinigung  vom  28.  Februar  1996  seinen 
Bruder  E.  betreffend  zu  den  Akten.  Vorgängig  zur  kantonalen 
Befragung fand ausserdem ein ärztliches Zeugnis von Dr. med. E.M.S., 

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Psychiatrie  und  Psychotherapie  vom  7.  März  2000  Eingang  in  die 
Akten.

B.
Mit Schreiben vom 4. Mai 2000 gelangte das BFF mit der Bitte um Ab-
klärung  verschiedener  Fragen  an  die  Schweizerische  Botschaft  in 
Ankara.

Mit Schreiben des BFF vom 6. Juli 2000 wurde dem Beschwerdeführer 
das  rechtliche  Gehör  zum  Abklärungsergebnis  der  Schweizerischen 
Botschaft in Ankara vom 23. Juni 2000 gewährt. Auf die Stellungnahme 
vom 7. August 2000 wird, soweit entscheidwesentlich, in den Erwägun-
gen eingegangen. Mit der Stellungnahme fanden ferner als Beweismit-
tel  eine Kopie eines weiteren den Bruder  E. des Beschwerdeführers 
betreffenden Gerichtsurteils des DGM Malatya vom 16. Februar 1995 
und ein Gutachten des deutschen Türkei-Experten H. O. vom 22. Sep-
tember 1998 Eingang in die Akten. Ferner wurde ein ärztlicher Bericht 
von  Dr.  med.  E.M.S.  in  Aussicht  gestellt  (Akte  A8  gemäss 
Aktenverzeichnis des BFF).

C.
Das BFF stellte mit Verfügung vom 5. September 2000 - eröffnet am 
6. September  2000  -  fest,  der  Beschwerdeführer  erfülle  die  Flücht-
lingseigenschaft nicht und lehnte das Asylgesuch ab. Gleichzeitig ver-
fügte es die Wegweisung des Beschwerdeführers aus der Schweiz und 
ordnete den Vollzug an. Vorab hielt die Vorinstanz fest, dass die Befra-
gerin in der Empfangsstelle den Beschwerdeführer als urteilsfähig ein-
gestuft  habe. Den Akten liessen sich keine Hinweise darauf  entneh-
men,  wonach  der  Beschwerdeführer  bei  der  kantonalen  Anhörung 
nicht urteilsfähig gewesen wäre. Der Rechtsvertreter des Beschwerde-
führers  habe  auch  keine  diesbezüglichen  Vorbehalte  angebracht. 
Schliesslich sei zur Abklärung des Sachverhalts eine Botschaftsanfra-
ge erfolgt. Der von der Hilfswerkvertretung in diesem Zusammenhang 
erwähnte Antrag erachte das BFF als unbegründet und die Ansetzung 
einer  ergänzenden Anhörung als  unnötig. Zur Begründung wurde im 
Wesentlichen sodann ausgeführt, dass in Würdigung der eingereichten 
und als echt erkannten Gerichtsdokumente (Urteile DGM Malatya und 
Ankara, Haftentlassungsbescheinigung) und dem Abklärungsergebnis 
der  Schweizerischen  Botschaft  in  Ankara  die  Vorbringen  des 
Beschwerdeführers den Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft 
gemäss  Art.  3  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998  (AsylG,  SR 

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142.31)  nicht  genügen würden. Die  Glaubhaftigkeit  der  Darlegungen 
müsse  daher  nicht  geprüft  werden.  Gemäss  schweizerischer 
Asylpraxis  sei  für  die  Asylgewährung  die  Gefährdung  des 
Beschwerdeführers  im  Zeitpunkt  des  Asylentscheides  massgebend. 
Vergangene staatliche Massnahmen (Inhaftierung 1995 mit erlittenen 
Misshandlungen,  Gerichtsverfahren,  mehrmalige  Mitnahmen, 
Befragungen  und  Schläge  bis  1997,  Probleme  bei  der 
Passausstellung)  seien  nur  beachtlich,  als  sie  noch  andauern  oder 
konkrete  Hinweise  auf  eine  zukünftige  Verfolgung  bestehen  würden. 
Eine  Furcht  lediglich  mit  Vorkommnissen  oder  Umständen  zu  be-
gründen, die sich früher oder später ereignen könnten, genüge nicht. 
In  casu würden keine hinreichenden Anhaltspunkte für  eine künftige 
Verfolgung  durch  den türkischen  Staat  vorliegen  (z.B. Freispruch im 
gegen ihn eingeleiteten Verfahren 1997, Nichtvorhandensein von den 
Beschwerdeführer  betreffenden  Datenblätter,  keine  Suche  durch  die 
Polizei oder die Gendarmerie nach ihm, Ausreiseumstände, wiederhol-
te  Vorsprachen bei  den Behörden im Zusammenhang mit  der Erlan-
gung eines  Passes,  unbekannter  Aufenthalt  des  Bruders  E. im Zeit-
punkt der Ausreise, keine Probleme mit den türkischen Behörden seit 
1997).  Das  Gutachten  von  H.O.  betreffe  verschiedenste  Fälle  aus 
Deutschland, die in keinem erkennbaren direkten Zusammenhang mit 
dem Beschwerdeführer stünden. Auch sei daraus nicht ersichtlich, ob 
es sich um Fälle handle, in denen Abklärungen in der Türkei getätigt 
worden seien. Selbst  wenn Personen aus Deutschland in  die  Türkei 
abgeschoben  worden  seien  und  dort  in  der  Folge  in  asylrelevanter 
Weise behelligt worden sein sollen, so liessen sich daraus keine Rück-
schlüsse  auf  das  vorliegende  Schweizer  Asylverfahren  ziehen. Dem 
BFF seien keine dokumentierten Fälle bekannt, in denen abgewiesene 
Asylbewerber aus der Schweiz nach erfolgten Botschaftsabklärungen 
bei  ihrer  Rückkehr in  die Türkei asylrelevanten Verfolgungsmassnah-
men ausgesetzt gewesen wären. Die psychischen Probleme vermöch-
ten  an dieser  Einschätzung  nichts  zu  ändern.  Eine  Anwendung  von 
Art.  1C  Ziff.  5  Abs.  2  des  Abkommens  vom  28. Juli  1951  über  die 
Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  (FK,  SR  0.142.30)  falle  nicht  in  Be-
tracht.  Den  Akten  seien  keine  Hinweise  zu  entnehmen,  dass  eine 
Rückkehr in den Heimatstaat aus zwingenden Gründen, die auf frühe-
re Verfolgung zurück zu führen seien, für den Beschwerdeführer unzu-
mutbar oder unmöglich sein sollte, zumal es ihm offen stehe, seinen 
Wohnsitz in der Türkei frei zu wählen. 
Der Vollzug der Wegweisung sei zulässig, zumutbar und durchführbar. 
Im  Zusammenhang  mit  den  psychischen  Schwierigkeiten  des 

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Beschwerdeführers  wurde  unter  anderem  ausgeführt,  dass  es  sich 
aufgrund  des  bereits  vorliegenden  Arztberichts  (A8)  erübrige,  den 
Eingang  des  in  Aussicht  gestellten  ärztlichen  Berichts  abzuwarten. 
Ferner verfüge die Türkei gemäss den Erkenntnissen des BFF über ein 
relativ  gut  ausgebautes  medizinisches  Versorgungsnetz,  wobei 
einzuräumen  sei,  dass  dies  vor  allem  in  Bezug  auf  die  somatische 
Medizin  gelte.  Therapeutische  Behandlungsmöglichkeiten  für 
psychische Probleme seien aber vorhanden. Für die Verarbeitung von 
Gewaltereignissen würden sich zudem die Rehabilitationszentren der 
türkischen  Menschenrechtssiftung  (TIHV)  anbieten,  welche  mit 
erfahrenen  Psychiatern  zusammenarbeite.  Derartige  Behandlungen 
würden  qualitativ  durchaus  dem  Niveau  einer  Behandlung  in  der 
Schweiz  entsprechen.  Rehabilitationszentren  der  TIHV  gäbe  es  in 
Ankara,  Istanbul  und  Adana.  Wegen  seiner  Leiden  sei  der  Be-
schwerdeführer bereits in der Türkei in psychiatrischer Behandlung ge-
wesen (vgl. ärztliches Zeugnis aus der Türkei  vom 14. Januar 2000) 
Ebenfalls gehe aus dem Arztbericht hervor, dass der Beschwerdefüh-
rer bereits in der Türkei medikamentös behandelt worden sei. Eine all-
fällige Behandlung des Beschwerdeführers -  sollte  eine solche nötig 
sein - könne daher in der Türkei erfolgen, womit sich der Vollzug der 
Wegweisung auch diesbezüglich als zumutbar erweise.

D.
Mit Beschwerde vom 6. Oktober 2000 liess der Beschwerdeführer bei 
der Schweizerischen Asylrekurskommission (ARK) die Aufhebung der 
angefochtenen  Verfügung  und  die  Gewährung  von  Asyl  beantragen. 
Eventualiter seien die Ziff. 3 bis 5 der angefochtenen Verfügung aufzu-
heben und es sei die Unzulässigkeit und Unzumutbarkeit des Wegwei-
sungsvollzugs des Beschwerdeführers festzustellen sowie die weitere 
Anwesenheit in der Schweiz durch die Anordnung der vorläufigen Auf-
nahme  zu  regeln.  Dem  Beschwerdeführer  sei  die  unentgeltliche 
Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 und 2 des Bundesgesetzes 
vom 20. Dezember  1968 über  das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 
172.021)  zu gewähren. In verfahrensrechtlicher Hinsicht wird der Bei-
zug der Akten N (...) beantragt. Auf die Begründung der Beschwerde 
wird,  soweit  entscheidwesentlich,  in  den  Erwägungen  eingegangen. 
Als Beweismittel wurde ein ärztlicher Bericht des Psychiatriezentrums 
Münsingen (PZM), Fachklinik für Psychiatrie vom 12. September 2000 
zu den Akten gereicht.

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E.
Mit  Eingabe vom 16. Oktober 2000 wurde der in  der Beschwerde in 
Aussicht  gestellte  ärztliche  Bericht  des  PZM,  Ärztlicher  Dienst,  vom 
9. Oktober 2000 sowie ein türkischer Arztbericht eingereicht.

F.
Mit  Zwischenverfügung vom 20. Oktober  2000 wurde der  Antrag um 
Beizug  der  Akten  N  (...)  mangels  Vorhandenseins  einer  entspre-
chenden Begründung  abgelehnt. Auf  die  Erhebung eines  Kostenvor-
schusses wurde antragsgemäss verzichtet  und das Gesuch um Ge-
währung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 
VwVG auf  einen  späteren  Zeitpunkt  verschoben.  Das  Gesuch  nach 
Absatz 2 der nämlichen Bestimmung wurde abgewiesen. 

G.
In  seiner  Vernehmlassung  vom 19.  Dezember  2000  beantragte  das 
BFF die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung wurde ausge-
führt, die Behauptung des Rechtsvertreters, wonach der Beschwerde-
führer zwar legal ausgereist, dies jedoch durch einen Schlepper mittels 
Bestechung  organisiert  worden  sei,  vermöge  nicht  zu  überzeugen. 
Den Akten sei zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer von seinem 
Bruder H. längere Zeit darin unterstützt worden sei, auf legalem Weg 
einen Pass zu erlangen und die Ausreise erst dann erfolgt sei, als der 
Pass vorgelegen habe. Dieses Vorgehen würde keinen Sinn machen, 
wenn für die Ausreise für viel Geld ein Schlepper beigezogen worden 
wäre.  In  der  Empfangsstelle  habe  der  Beschwerdeführer  zudem er-
wähnt,  er  sei  mit  seinem  Bruder  von  Istanbul  aus  nach  J._______ 
geflogen, wobei sie die Flugtickets schon vorher besorgt hätten. Dort 
habe man eine Woche gewartet, ehe man nach Kroatien weitergereist 
sei. Der Reisebeschreibung sei zu entnehmen, dass die Reise erst von 
Sarajewo aus illegal erfolgt sei, werde doch auch ein in Sarajewo be-
findlicher  Schlepper erwähnt. Es sei  daher davon auszugehen, dass 
die Ausreise aus der Türkei  ohne Hilfe eines Schleppers erfolgt  sei. 
Hinsichtlich  der  vorgebrachten  Reflexverfolgung  möge  es  zutreffen, 
dass auf lokaler Ebene ein Interesse der Sicherheitsbehörden an der 
Kenntnis  des  Aufenthaltsorts  des  Bruders  E.  bestehe.  Der 
Beschwerdeführer  habe  jedoch  eine  innerstaatliche 
Aufenthaltsalternative  (recte:  Fluchtalternative).  Es  sei  nicht 
nachvollziehbar,  dass  er  wegen  seines  Bruders  E. oder  seinen  ver-
schiedenen Cousins  auf  nationaler  Ebene behelligt  worden sein  soll 
(regelmässige Kontakte  mit  den türkischen Behörden u.a. Antiterror-

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einheiten im Zusammenhang mit der Besorgung eines Passes), zumal 
die Aktivitäten von E. und den genannten Cousins den Behörden zu 
diesem Zeitpunkt bereits bekannt gewesen seien und diese somit ge-
nügend Gelegenheit  gehabt  hätten,  im Sinne einer  Reflexverfolgung 
gegen den Beschwerdeführer vorzugehen. Abklärungen betreffend der 
erwähnten Cousins in der Türkei durchzuführen, würden sich somit er-
übrigen.  Hinsichtlich  des  Cousins  B.T.,  der  im  Jahre  1998  in  der 
Schweiz  Asyl  erhalten  habe  und  ebenfalls  aus  H._______  stamme, 
seien  den  Akten  keine  Hinweise  zu  entnehmen,  wonach  der 
Beschwerdeführer  in  engem  Kontakt  mit  B.T.  gestanden  oder 
seinetwegen  Probleme  gehabt  habe.  Die  eingereichten  ärztlichen 
Berichte würden zunächst die Auffassung des BFF bestätigen, wonach 
sich  der  Beschwerdeführer  bereits  in  der  Türkei  in  psychiatrischer 
Behandlung  befunden  habe,  weshalb  diese  auch  dort  weitergeführt 
werden  könne.  Den  knappen  ärztlichen  Berichten  sei  weiter  zu 
entnehmen,  dass  der  Beschwerdeführer  einerseits  an  einer 
posttraumatischen  Belastungsstörung  (PTBS)  andererseits  an  einer 
psychotischen Störung aus dem schizophrenen Formenkreis leide. Es 
lägen  aber  keine  ärztlichen  Berichte  vor,  welche  eine  ausführliche 
Anamnese  enthalten  würden  und  gemäss  den  Begleitschreiben  des 
Rechtsvertreters  sei  auch  nicht  die  Rede  von  1997  erlittenen 
Misshandlungen, was nicht mit den Aussagen des Beschwerdeführers 
übereinstimme,  welcher  1995  schwer  misshandelt  worden  sein  will. 
Mithin  würden  dadurch  eher  Zweifel  an  der  direkten  Kausalität 
zwischen  den  erlittenen  Misshandlungen  und  den  psychischen 
Problemen des Beschwerdeführers entstehen. Was die Aussage des 
behandelnden  Psychiaters  betreffe,  wonach  die  Behandlung  einer 
PTBS im Land der Traumatisierung weniger aussichtsreich sei, so sei 
diese Ansicht innerhalb der psychiatrischen Fachkreise durchaus nicht 
unbestritten.  Unter  Umständen  könne  ein  Verbleib  im  Herkunftsland 
bessere  Erfolgsaussichten  bieten,  da  bei  einer  Emigration  aufgrund 
der  Anpassung  an  gänzlich  veränderte  Umweltsbedingungen  (u.a. 
Gefühl  der  Entwurzelung,  Trennung  von  Familieangehörigen)  psy-
chische Probleme entstehen können, welche bei einem Verbleib im an-
gestammten Kulturkreis  weniger  auftreten  würden. Die  in  den ärztli-
chen Berichten geschilderte Verhaltensweise des Beschwerdeführers 
(Aggressionen,  Morddrohungen  gegenüber  der  Schwester,  Bedrän-
gungsgefühle  hervorgerufen  durch  Verwandte  und  türkischsprachige 
Mitbewohner in der Unterkunft) würden eher auf solche Anpassungs-
störungen hindeuten. Schliesslich sei in den ärztlichen Berichten nicht 
die  Rede  davon,  dass  das  Leben  des  Beschwerdeführers  bei  einer 

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Rückkehr in die Türkei in akuter Gefahr wäre, wie dies der Rechtsver-
treter behaupte. 

H.
Mit  Zwischenverfügung  vom  29.  Dezember  2000  wurde  dem  Be-
schwerdeführer die Vernehmlassung des BFF in Kopie zur Replik zu-
gestellt. Auf die Stellungnahme vom 15. Januar 2001, in der am Antrag 
auf Vornahme einer Botschaftsabklärung festgehalten wurde, wird, so-
weit entscheidwesentlich, in den Erwägungen eingegangen.

I.
Mit  Eingabe vom 18. Juli  2001 wurde die Mandatsübernahme durch 
die  im  Rubrum  genannte  Person  angezeigt.  Gleichzeitig  fand  ein 
ärztlicher  Verlaufsbericht  von  Dr.  med.  E.M.S.  vom  30.  Juni  2001 
Eingang in die Akten.

J.
Mit Eingabe vom 7. Februar 2002 lässt der Beschwerdeführer eine um-
fassende  psychiatrische  Begutachtung  hinsichtlich  seines  Gesund-
heitszustands respektive die Erstellung eines gerichtlichen Gutachtens 
in diesem Zusammenhang beantragen.

K.
Mit  Eingabe der  Gemeinde K vom 21. Juni  2002 fand ein  ärztlicher 
Bericht  von  Dr.  med.  K.B.,  Facharzt  FMH  für  Allgemeinmedizin 
Eingang in die Akten.

L.
Am 15. August  2007 fand ein Arztbericht  von Dr. med. B.Y.,  FMH f. 
Psychiatrie und Psychotherapie vom 4. Juli 2007 Eingang in die Akten.

II.

M.
Eigenen Angaben zufolge verliess die Beschwerdeführerin zusammen 
mit  ihren  Kindern  die  Türkei  am 26.  August  2004  und  gelangte  am 
2. September illegal  in die Schweiz,  wo sie gleichentags ein Asylge-
such  stellte.  Am  6.  September  2004  wurde  sie  im  EVZ  E._______ 
summarisch zu den Gesuchsgründen befragt. In der Folge wurden sie 
und die Kinder für die Dauer des Verfahrens dem Kanton F._______ 
zugewiesen. Die zuständige Behörde hörte sie am 3. November 2004 

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zu den Asylgründen an. Am 17. Dezember 2004 führte das BFF eine 
ergänzende Anhörung der Beschwerdeführerin durch.

Bei den Befragungen machte die Beschwerdeführerin im Wesentlichen 
geltend, nach der Ausreise ihres Ehemannes (D-7311/2006) habe sie 
zusammen mit den Kindern bei der Schwiegermutter in H._______ ge-
wohnt. Gelebt habe man von deren Rente und dem Verdienst, den sie 
mit Reinigungsarbeiten erwirtschaftet habe. In die Schweiz sei sie ei-
nerseits wegen ihres kranken Mannes gekommen. Andererseits habe 
die Schwiegerfamilie sie dazu bringen wollen, dass sie - unter Zurück-
lassung ihrer Kinder bei der Schwiegermutter - zu ihren eigenen Eltern 
zurückkehre,  welche  damit  einverstanden  gewesen  seien.  Sie  habe 
dies  nicht  gewollt.  Mit  finanzieller  Hilfe  der  Schwiegerfamilie  sei  sie 
schliesslich zusammen mit den Kindern ausgereist.

Mit  Eingabe  vom  15.  September  2004  fanden  ausserdem  zwei 
ärztliche  Berichte  des  PZM,  Fachklinik  für  Psychiatrie  vom 
9. September 2003 und 14. September 2004 den Ehemann betreffend 
Eingang in die Akten.

N.
Das BFF stellte mit  Verfügung vom 29. Dezember 2004 fest, die Be-
schwerdeführer  erfüllten  die  Flüchtlingseigenschaft  nicht,  und  lehnte 
die Asylgesuche ab. Gleichzeitig verfügte es die Wegweisung der Be-
schwerdeführer aus der Schweiz und ordnete den Vollzug an. Zur Be-
gründung wurde im Wesentlichen ausgeführt,  die Vorbringen der Be-
schwerdeführerin hielten den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit ge-
mäss Art. 7 AsylG nicht stand, so dass die Asylrelevanz ihrer Darle-
gungen nicht geprüft werden müsse. Ihren Schilderungen im Zusam-
menhang mit den Absichten der Schwiegerfamilie, dass sie unter Zu-
rücklassung ihrer Kinder bei der Schwiegermutter zu ihren eigenen El-
tern zurückkehre, seien unsubstanziiert, nicht nachvollziehbar und da-
her als erfahrungswidrig zu bezeichnen. Auch seien Vorbringen tatsa-
chenwidrig,  wenn  sie  in  wesentlichen  Punkten  den  gesicherten  Er-
kenntnissen des BFF widersprechen (Angaben im Zusammenhang mit 
dem Verfolgungsinteresse der türkischen Polizei nach ihrem Mann im 
Zeitpunkt von dessen Ausreise beziehungsweise die angeblich daraus 
für sie resultierenden Behelligungen). Der Vollzug sei zulässig, zumut-
bar und möglich. Entgegen den Schilderungen der Beschwerdeführerin 
(vgl. I/1 der angefochtenen Verfügung) könne sie auf ein soziales Be-
ziehungsnetz im Falle einer Rückkehr in die Türkei zurückgreifen. Was 

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den Ehemann beziehungsweise Vater der Beschwerdeführer anbelan-
ge, so sei die Behandlung von dessen Krankheit in der Türkei möglich 
und  die  hierzu  nötigen  Institutionen  vorhanden,  was  von  der  Be-
schwerdeführerin  bestätigt  worden sei. Das hängige Beschwerdever-
fahren  und  die  Krankheit  des  Ehemannes  der  Beschwerdeführerin 
würden sodann kein Wegweisungshindernis darstellen, zumal sie be-
reits die letzten vier Jahre ohne ihren Ehemann in der Türkei gelebt 
habe. Vielmehr sei festzustellen, dass der Ehemann nach wie vor mit 
der Beschwerdeführerin und den Kindern - nötigenfalls unter zu Hilfe-
nahme medizinischer Rückkehrhilfe -  in die Türkei zurückkehren und 
sich dort weiter behandeln lassen könne.

O.
Mit  Beschwerde vom 31. Januar  2005 liessen die Beschwerdeführer 
bei  der  ARK unter  Kosten-  und  Entschädigungsfolge  die  Aufhebung 
der  angefochtenen  Verfügung  und  die  Gewährung  von  Familienasyl 
(Art. 51 AsylG) in der Schweiz beantragen. Eventualiter sei festzustel-
len, dass der Vollzug der Wegweisung der Beschwerdeführer gemäss 
Art. 8  der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Men-
schenrechte  und Grundfreiheiten  (EMRK,  SR 0.101)  unzulässig  und 
unzumutbar sei,  und es sei die vorläufige Aufnahme anzuordnen. Im 
Sinne  einer  prozessleitenden  Anordnung  sei  die  vorliegende  Be-
schwerde  mit  dem bereits  hängigen  Beschwerdeverfahren  des  Ehe-
mannes der Beschwerdeführerin (D-7311/2006) zu vereinigen. Auf die 
Begründung der Beschwerde wird, soweit entscheidwesentlich, in den 
Erwägungen eingegangen.

P.
Mit Zwischenverfügung vom 15. Februar 2005 wurde dem Antrag um 
Verfahrensvereinigung stattgegeben. Auf die Erhebung eines Kosten-
vorschusses  wurde  verzichtet.  Ferner  wurden  die  Beschwerdeführer 
aufgefordert,  den  in  Aussicht  gestellten  und  den  Ehemann/Vater 
betreffenden Arztbericht sowie eine Erklärung über die Entbindung von 
der ärztlichen Schweigepflicht  gegenüber den Asylbehörden bis zum 
17. März 2005 nachzureichen. 

Q.
Innert  Frist  wurde  ein  ärztlicher  Bericht  des  PZM,  Fachklinik  für 
Psychiatrie vom 22. Februar 2005 eingereicht.

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R.
In  seiner  Vernehmlassung  vom  23.  März  2005  (Beschwerdeführerin 
und  Kinder  betreffend)  beantragte  das  BFM die  Abweisung  der  Be-
schwerde.

S.
In seiner Vernehmlassung vom 20. September 2006, welche unter dem 
Gesichtspunkt einer schwerwiegenden persönlichen Notlage durchge-
führt wurde, hielt das BFM am angeordneten Vollzug der Wegweisung 
fest.

T.
Mit  Instruktionsverfügung  vom  26.  September  2006  wurde  den  Be-
schwerdeführern unter Fristansetzung die eben erwähnte Vernehmlas-
sung der Vorinstanz (vgl. Bst. R) zur Replik zugestellt. 

Das in diesem Zusammenhang mit Eingabe vom 27. September 2006 
unter anderem beantragte Fristerstreckungsgesuch blieb unbeantwor-
tet. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt  das Bundesverwaltungsge-
richt  Beschwerden gegen Verfügungen nach  Art. 5  VwVG. Das Bun-
desamt für Migration (BFM) gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG 
und  ist  daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine 
das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt 
nicht  vor. Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die 
Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet in diesem 
Bereich endgültig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesge-
richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

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1.2 Das Bundesverwaltungsgericht hat am 1. Januar 2007 die Beurtei-
lung der bei der ARK hängigen Rechtsmittel übernommen. Das neue 
Verfahrensrecht ist anwendbar (vgl. Art. 53 Abs. 2 VGG).

1.3 Aufgrund  des  engen  persönlichen  und  sachlichen  Zusammen-
hangs  ist  das  Beschwerdeverfahren  des  Ehemannes  (D-7311/2006) 
mit demjenigen der Ehefrau und Kinder (D-4021/2006) zu vereinigen. 
Über beide Beschwerden ist in einem Urteil zu befinden (vgl. Bst. P).

1.4 Die Beschwerden sind form- und fristgerecht eingereicht. Die Be-
schwerdeführer  sind durch  die  angefochtenen  Verfügungen  berührt 
und haben ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung bezie-
hungsweise Änderung. Die  Beschwerdeführer  sind  daher  zur  Einrei-
chung der Beschwerden legitimiert (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 
und 50 ff. VwVG). Auf die Beschwerden ist einzutreten.

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.  

3.1 Gemäss  Art.  2  Abs.  1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person aner-
kannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt 
wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu ei-
ner  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  ihrer  politischen  An-
schauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete 
Furcht hat,  solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte 
Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung  von  Leib,  Leben  oder 
Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen  unerträglichen  psychischen 
Druck bewirken; den frauenspezifischen Fluchtgründen ist  Rechnung 
zu tragen (Art. 3 AsylG).

3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachwei-
sen oder zumindest  glaubhaft  machen. Diese ist  glaubhaft  gemacht, 
wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrschein-
lichkeit  für  gegeben hält. Unglaubhaft  sind insbesondere Vorbringen, 
die in  wesentlichen Punkten zu wenig begründet  oder in sich wider-
sprüchlich  sind,  den  Tatsachen  nicht  entsprechen  oder  massgeblich 

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auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 
AsylG).

4.

4.1 Die Vorinstanz lehnte das Asylgesuch des Beschwerdeführers als 
den Anforderungen an Art. 3 AsylG nicht genügend ab. Auf das Einge-
hen von allfälligen Unglaubwürdigkeitselementen verzichtete sie expli-
zit. In der Beschwerde wird der vom BFF festgestellte Sachverhalt als 
"an und für sich zutreffend wiedergegeben" bezeichnet. Bestritten wird 
indes die vorinstanzliche Einschätzung, welche in Bezug auf den vor-
liegenden Fall fehl gehe. Nebst dem in der angefochtenen Verfügung 
bereits  erwähnten,  zurzeit  flüchtigen  Bruder  E.,  seien  noch  weitere 
nahe Angehörige des Beschwerdeführers  für  die  PKK politisch  aktiv 
gewesen und deswegen von den türkischen Sicherheitskräften belangt 
worden. Der Beschwerdeführer sei zudem in ein Verfahren verwickelt 
gewesen,  weil  er  für  inhaftierte  PKK-Aktivisten  Mitteilungen  an  die 
Presse  aus  dem  Gefängnis  habe  heraus  schmuggeln  wollen  und 
bereits  aus diesem Grund von den türkischen Sicherheitskräften  mit 
dieser  Organisation  in  Verbindung  gebracht  werde.  Vor  diesem 
Hintergrund  bestehe  für  den  Beschwerdeführer  somit  die  objektiv 
begründete Furcht im Falle seiner Rückkehr asylrelevanter Verfolgung 
ausgesetzt  zu  sein.  Auch  bestehe  für  den  Beschwerdeführer  keine 
innerstaatliche Fluchtalternative, da davon auszugehen sei, dass seine 
Identität und seine verwandtschaftliche Beziehung zu den erwähnten 
Personen  bei  der  strengen  Einreisekontrolle  festgestellt  würden.  Im 
Zusammenhang  mit  dem  psychischen  Gesundheitszustand  des 
Beschwerdeführers (Erkrankung aus dem schizophrenen Formenkreis 
sowie  posttraumatischen  Belastungsstörung)  wird  unter  anderem im 
Hinblick  auf  allfällig  von  der  Vorinstanz  auf  Beschwerdeebene 
vorgebrachte Unglaubwürdigkeitselemente festgehalten,  dass dessen 
Aussagen  nicht  losgelöst  davon betrachtet  werden  können,  sondern 
ein Indiz für die Glaubhaftigkeit seiner Asylvorbringen bilden würden, 
denen bei der Würdigung angemessen Rechnung zu tragen sei.

4.2 Begründete  Furcht  vor  Verfolgung  im  Sinne  von  Art.  3  Abs.  1 
AsylG liegt vor, wenn konkreter Anlass zur Annahme besteht, Letztere 
hätte sich - aus der Sicht im Zeitpunkt der Ausreise - mit beachtlicher 
Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zeit verwirklicht beziehungswei-
se werde sich - auch aus heutiger Sicht - mit ebensolcher Wahrschein-
lichkeit  in  absehbarer  Zukunft  verwirklichen.  Dabei  genügt  es  nicht, 

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dass diese Furcht lediglich mit  Vorkommnissen oder Umständen, die 
sich früher oder später  möglicherweise ereignen könnten,  begründet 
wird. Ob in einem bestimmten Fall eine solche Wahrscheinlichkeit be-
steht,  ist  aufgrund einer objektivierten Betrachtungsweise zu beurtei-
len. Es  müssen damit  hinreichende Anhaltspunkte  für  eine  konkrete 
Bedrohung vorhanden sein, die bei jedem Menschen in vergleichbarer 
Lage Furcht vor Verfolgung und damit den Entschluss zur Flucht her-
vorrufen  würden.  Dennoch  ist  für  die  Bestimmung  der  begründeten 
Furcht nicht allein massgebend, was ein hypothetischer Durchschnitts-
mensch in derselben Situation empfinden würde. Diese rein objektive 
Betrachtungsweise ist zusätzlich durch das von der betroffenen Person 
bereits Erlebte und das Wissen um Konsequenzen in vergleichbaren 
Fällen zu ergänzen. Wer bereits staatlichen Verfolgungsmassnahmen 
ausgesetzt war, hat objektive Gründe für eine ausgeprägtere (subjekti-
ve) Furcht. Die subjektive Furcht ist diesfalls bereits dann begründet, 
wenn sie zwar diejenige eines in  der  gleichen Situation befindlichen 
Durchschnittsmenschen  übersteigt,  aber  trotzdem  nachvollziehbar 
bleibt. Die erlittene Verfolgung beziehungsweise die begründete Furcht 
vor künftiger Verfolgung muss zudem sachlich und zeitlich kausal für 
die Ausreise aus dem Heimat- oder Herkunftsstaat und grundsätzlich 
auch im Zeitpunkt  des Asylentscheids noch aktuell  sein. Im Übrigen 
muss  feststehen,  dass  die  von  einer  Verfolgung  bedrohte 
asylsuchende  Person  über  keine  innerstaatliche  Fluchtalternative 
verfügt (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der ARK [EMARK] 2005 
Nr. 21 E. 7.1. - 7.3. S. 193 f. mit Hinweisen).

4.3 Das Bundesverwaltungsgericht  geht  analog der  von der  Vorgän-
gerorganisation entwickelten Praxis nach wie vor davon aus, dass in 
der Türkei staatliche Repressalien gegen Familienangehörige von poli-
tischen Aktivisten angewandt werden, die als so genannte Reflexver-
folgung flüchtlingsrechtlich erheblich im Sinne von Art. 3  AsylG sein 
können. Die Wahrscheinlichkeit, Opfer einer Reflexverfolgung zu wer-
den,  ist  nach  der  erwähnten  Praxis  vor  allem dann  gegeben,  wenn 
nach einem flüchtigen Familienmitglied gefahndet wird und die Behör-
de Anlass zur Vermutung hat, dass jemand mit der gesuchten Person 
in  engem Kontakt  steht. Diese Wahrscheinlichkeit  erhöht  sich,  wenn 
ein nicht unbedeutendes politisches Engagement der reflexverfolgten 
Person für illegale politische Organisationen hinzukommt beziehungs-
weise ihr seitens der Behörden unterstellt wird (vgl. EMARK 2005 Nr. 
21, EMARK 1994 Nr. 5 E. 3h S. 47 f. und Nr. 17 E. 3c S. 136 f.; vgl. 
auch EMARK 1993 Nr. 6 S. 37 f.). 

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5.

5.1 Eine Überprüfung der angefochtenen Verfügung lässt das Bundes-
verwaltungsgericht zum selben Schluss wie die Vorinstanz gelangen. 
Zunächst ist festzuhalten, dass im ärztlichen Bericht vom 22. Februar 
2005 (vgl. Bst. Q) dem Beschwerdeführer aufgrund einer testpsycholo-
gischen  Untersuchung  vom  26.  Januar  2005  eine  posttraumatische 
Komponente seiner schweren psychischen Erkrankung attestiert wird, 
die  auf  traumatisierende  Erfahrungen  zurückzuführen  seien.  Dabei 
würden Ausmass und Qualität der Symptomatik über die posttraumati-
sche Komponente hinaus auf eine psychotische Verarbeitung hinwei-
sen. Unklar bleibe, ob die psychotische Symptomatik bereits vor 1997 
aufgetreten sei oder durch die Traumatisierungen verstärkt worden sei-
en. Die  Vorinstanz  ist  bereits  im  Zeitpunkt  ihres  Entscheides  bezie-
hungsweise im Zeitpunkt der Abgabe ihrer Vernehmlassung von einer 
posttraumatischen  Belastungsstörung  (PTBS)  im  Falle  des 
Beschwerdeführers  ausgegangen.  Aufgrund  der  eingereichten 
ärztlichen  Berichte  einerseits  und  den  Beschwerdevorbringen 
andererseits  hegte  sie  jedoch  Zweifel  an  der  direkten  Kausalität 
zwischen  den  vom  ihm  erlittenen  Misshandlungen  und  seinen 
psychischen  Problemen.  Da  - wie  nachstehend  aufgezeigt  -  die 
Würdigung  dieses  Sachverhaltsumstandes  (PTBS)  durch  die 
Vorinstanz  letztlich  offen  bleiben  kann  und  für  das 
Bundesverwaltungsgericht vorliegend keine Veranlassung besteht, die 
Richtigkeit der von Fachleuten gestellten Diagnose in Frage zu stellen, 
ist  der  mit  Eingabe vom 7. Februar  2002 in  diesem Zusammenhang 
gestellte  Antrag  um  eine  umfassende  psychiatrische  Begutachtung 
des  Beschwerdeführers,  welche  gerichtlich  anzuordnen  sei, 
abzuweisen.

Sodann  ist  festzustellen,  dass  die  gesundheitliche  Situation  des 
Beschwerdeführers,  insbesondere  im  Zusammenhang  mit  dessen 
Ausreise,  gemäss  Praxis  keine  Änderung  hinsichtlich  der 
Asylbeachtlichkeit  im  Sinne  von  "zwingenden  Gründen" 
herbeizuführen vermag (vgl.  EMARK 2000 Nr. 2  mit  Hinweisen). So 
führte  der  Beschwerdeführer  anlässlich  der  kantonalen  Befragung 
nämlich  aus,  zwischen  1995  und  1997  ständig  Probleme  mit  der 
Polizei gehabt zu haben und die letzte Hausdurchsuchung  habe 1997 
oder  1998  stattgefunden.  Ferner  gab  er  zu  Protokoll,  dass  er  nach 
seinem Klinikaufenthalt 1997 wegen seiner "psychischen Krise" zu den 
Eltern  nach  Hause  gegangen  sei  und  es  kein  spezielles  Ereignis 

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gegeben habe, was seine Ausreise Ende 1999 veranlasst habe (vgl. 
kant. Protokoll S. 7, 8, 9 und 11). Den Akten lassen sich im Übrigen 
keine  weiteren  Hinweise  für  konkret  und  gezielt  gegen  den 
Beschwerdeführer  gerichtete  staatliche  Massnahmen  asylrelevanten 
Ausmasses für den Zeitraum zwischen den zuletzt geltend gemachten 
Behelligungen und dem Verlassen des Heimatlandes entnehmen und 
dies  obschon  er  verschiedentlich  im  Zusammenhang  mit  der 
Passbeschaffung in Kontakt mit den türkischen Behörden gekommen 
ist. Die Begründung in der Rechtsmitteleingabe erscheint denn auch 
wenig  überzeugend,  der  Beschwerdeführer  würde  bereits  wegen 
seiner  Verwicklung  in  ein  Verfahren  aufgrund  des  Ereignisses  von 
1995 von den Sicherheitskräften in Verbindung mit der PKK gebracht 
und  wäre  daher  im  Falle  einer  Rückkehr  einer  asylrelevanten 
Gefährdungssituation  ausgesetzt.  Zum  einen  weiss  man  um  die 
unzimperliche  Vorgehensweise  der  türkischen  Behörden  gegenüber 
Personen, welche dem geringsten Verdacht einer politischen Tätigkeit 
zugunsten der PKK ausgesetzt  sind. Zum anderen bot  sich im Falle 
des  Beschwerdeführers  den  Behörden  sogar  verschiedentlich  die 
Gelegenheit, diesen ohne grossen Aufwand festzunehmen respektive 
gegenüber  diesem  nachteilige  Massnahmen  einzuleiten.  Nicht 
unerwähnt  bleiben  darf  schliesslich,  dass  der  Beschwerdeführer  nie 
politisch  aktiv  gewesen  sein  und  mit  Ausnahme  des  geltend 
gemachten Ereignisses von 1995 niemals etwas mit  der PKK zu tun 
gehabt haben will (Protokoll Empfangsstelle S. 6; kant. Protokoll s. 6). 
Unter diesem Blickwinkel betrachtet ist mithin der Schluss zu ziehen, 
dass  dem  Beschwerdeführer  ein  menschenwürdiges  Leben  im 
Heimatland  nicht  unzumutbar  erschwert  oder  gar  verunmöglicht 
worden  ist.  Jedenfalls   muss  eine  objektiv  begründete  Furcht  des 
Beschwerdeführers  vor Verfolgung sowohl  im Zeitpunkt  der  Ausreise 
als  auch  künftig  nicht  zuletzt  auch  aufgrund  des  klaren 
Abklärungsergebnisses  der  Schweizer  Botschaft  in  Ankara  verneint 
werden  (Nichtvorhandensein  von  Datenblätter  gegen  den 
Beschwerdeführer,  Beschwerdeführer  wird  durch  die  Polizei  oder 
Gendarmerie  weder  auf  nationaler  noch  regionaler  Ebene  gesucht, 
Beschwerdeführer  unterliegt  keinem  Passverbot,  das  gegen  den 
Beschwerdeführer  eingeleiteten  Verfahren  [1995]  endete  mit  einem 
Freispruch und das Urteil wurde am 15. August 1997 rechtskräftig). 

5.2 Im Rahmen des vorinstanzlichen Verfahrens ergeben sich gemäss 
Akten keine eindeutigen Hinweise darauf, dass der Beschwerdeführer 
im  Zusammenhang  mit  den  auf  Beschwerdeebene  genannten  drei 

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Cousins mütterlicherseits ernsthaften Nachteilen im Sinne von Art. 3 
AsylG durch die heimatlichen Behörden ausgesetzt gewesen wäre. Er 
sei lediglich im Rahmen von ein paar kurzfristigen Mitnahmen (drei bis 
viermal für eine halbe oder eine Stunde im Zeitraum zwischen 1995 
und 1997; kant. Protokoll  S. 7  und 8)  nach verschiedenen Personen 
(unter anderem Bruder H; D-7312/2006; gleicher Rechtsvertreter; Ur-
teil  zum gleichen Zeitpunkt) gefragt worden, von denen er einige ge-
kannt habe und andere nicht. Man habe gegenüber ihm Todesdrohun-
gen ausgestossen, ihn der Zusammenarbeit mit diesen Leuten bezich-
tigt und die Preisgabe von ihren Adressen und ihrer Verstecke verlangt 
(Protokoll Empfangszentrum S. 5; kant. Protokoll S. 8). Nebst der fragli-
chen  Intensität  und  Dauer  der  erwähnten  Eingriffe  werden  die  drei 
Cousins aber nicht explizit erwähnt. Ferner ist aufgrund der Akten da-
von auszugehen,  dass  der  familiäre  und  verwandtschaftliche Hinter-
grund des Beschwerdeführers den türkischen Behörden im Zeitpunkt 
von dessen Ausreise durchaus bekannt war. Aus dem mehr oder weni-
ger zweijährigen unbehelligten Aufenthalt  des Beschwerdeführers an 
seinem  Herkunftsort  vor  der  legalen  Ausreise  ist  des  weiteren  erst 
recht darauf zu schliessen, dass ihm im Westen der Türkei ausserdem 
eine  innerstaatliche  Fluchtalternative  offengestanden  hätte,  um 
allfälligen  Nachstellungen  der  türkischen  Behörden  zu  entgehen. 
Angesichts dieser Sachlage und dem unter Ziffer 5.1 Ausgeführten ist 
die  Berufung  des  Beschwerdeführers  auf  eine  Reflexverfolgung  im 
Sinne  der  Rechtsprechung  unbegründet.  Vielmehr  entsteht  der 
Eindruck,  der  Beschwerdeführer  versuche,  nachträglich  mit  den 
diesbezüglichen, in der Rechtsmitteleingabe eingebrachten Vorbringen 
eine  asylrelevante  Gefährdungssituation  für  sich  herzuleiten.  Nach 
dem Gesagten ist der in diesem Zusammenhang in der Stellungnahme 
vom 15. Januar  2001 (nicht  aber  in  der Rechtsmitteleingabe vom 6. 
Oktober  2000)  gestellte  Antrag  auf  Vornahme  einer 
Botschaftsabklärung abzuweisen.

5.3 Gegen die vom Beschwerdeführer behauptete Gefährdungssituati-
on spricht nicht zuletzt auch dessen legale Ausreise auf dem Luftweg. 
Es  erscheint  in  diesem Zusammenhang  nämlich  kaum  verständlich, 
dass sich der Beschwerdeführer bei der Ausreise in Anbetracht seines 
psychischen Gesundheitszustands, des geltend gemachten familiären 
Hintergrundes  und  in  Kenntnis  der  jeweils  rigoros  durchgeführten 
Kontrollen  am  Flughafen  dem  Risiko  des  Entdecktwerdens  bezie-
hungsweise einer  Verhaftung ausgesetzt  haben sollte. Daran ändern 
auch die Vorbringen auf Beschwerdestufe nichts, wonach die Ausreise 

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dank der  Hilfe eines Schleppers und Bestechung organisiert  worden 
sein soll. Die diesbezüglichen Ausführungen, insbesondere diejenigen 
in der Stellungnahme zur vorinstanzliche Vernehmlassung vom 19. De-
zember 2000, entbehren jeder Grundlage. So geht aus den Akten un-
ter anderem hervor, dass sich der Beschwerdeführer und sein Bruder 
H. in  einem Autobus von H._______  nach  Istanbul  begeben  haben, 
dabei bereits im Besitz der Flugtickets gewesen und noch gleichentags 
ausgereist seien. 

5.4 Abschliessend  beziehungsweise  der  Vollständigkeit  halber  bleibt 
zu  erwähnen,  dass  in  der  Rechtsmitteleingabe  den  vorinstanzlichen 
Argumenten, welche die Asylrelevanz der Vorbringen des Beschwerde-
führers verneinen, insgesamt keine stichhaltigen Gründe entgegen ge-
setzt werden. Zur Vermeidung von Wiederholungen kann daher auch 
auf die ausführlichen und nicht zu beanstandenden Ausführungen des 
BFF in seiner Verfügung und Vernehmlassung verwiesen werden (vgl. 
Bst. C und G hiervor). 

5.5 Das  Asylgesuch  der  Beschwerdeführerin  wurde  vom  BFF  unter 
explizitem Verzicht auf eine Prüfung der Asylrelevanz ihrer Vorbringen 
als  den  Anforderungen  an  die  Glaubhaftigkeit  gemäss  Art.  7  AsylG 
nicht genügend abgewiesen. In Anbetracht der als asylunbeachtlich er-
kannten  Darlegungen  des  Ehemannes  der  Beschwerdeführerin  und 
des Umstandes, dass in der Rechtsmitteleingabe ausgeführt wird, die 
Beschwerdeführerin  sei  politisch  nie  tätig  gewesen  und  leite  ihre 
Flüchtlingseigenschaft vollumfänglich aus derjenigen des Ehemannes 
ab, braucht auf die Argumentation in der Beschwerde, welche sich ge-
gen die der Beschwerdeführerin vom BFF vorgeworfenen Unglaubhaf-
tigkeitselemente richtet, nicht weiter eingegangen zu werden. 

5.6 Zusammenfassend  ist  festzustellen,  dass  die  Beschwerdeführer 
nicht darzutun vermochten, dass sie einer Verfolgung im Sinne von Art. 
3 AsylG ausgesetzt  waren oder begründete Furcht  haben,  einer sol-
chen ausgesetzt werden zu können. Sie können daher nicht als Flücht-
linge anerkannt werden. Die Vorinstanz hat die Asylgesuche der Be-
schwerdeführers demnach zu Recht abgelehnt. 

6.

6.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 
ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und 

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ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Ein-
heit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

6.2 Die Beschwerdeführer verfügen weder über eine ausländerrechtli-
che Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung ei-
ner  solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht  angeordnet 
(Art. 44 Abs. 1 AsylG; EMARK 2001 Nr. 21).

7.

7.1 Ist  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar 
oder  nicht  möglich,  so  regelt  das  Bundesamt  das  Anwesenheitsver-
hältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Auf-
nahme von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bun-
desgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]).

Mit Inkrafttreten des revidierten Asylgesetzes am 1. Januar 2007 wur-
de Art. 43 Abs. 3 - 5 aAsylG aufgehoben. Mithin bildet die Frage einer 
allfälligen vorläufigen Aufnahme aufgrund einer schwerwiegenden per-
sönlichen Notlage nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens.

7.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtun-
gen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Auslän-
ders in den Heimat-, Herkunfts- oder in einen Drittstaat entgegenste-
hen (Art. 83 Abs. 3 AuG). 

So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus ei-
nem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Ge-
fahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 
5  Abs.  1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK,  SR 
0.142.30]).

Gemäss  Art.  25  Abs.  3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Über-
einkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grau-
same,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. No-
vember 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten 

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(EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder 
erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden.

7.3 Die Vorinstanz wies in  ihrer  angefochtenen Verfügung zutreffend 
darauf hin, dass der Grundsatz der Nichtrückschiebung nur Personen 
schützt,  die  die  Flüchtlingseigenschaft  erfüllen  (vgl.  MARIO GATTIKER, 
Das Asyl- und Wegweisungsverfahren, 3. Aufl., Bern 1999, S. 89). Da 
es  den  Beschwerdeführern  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich  er-
hebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft  zu machen, kann 
das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-
Refoulements  im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  finden. 
Eine Rückkehr der Beschwerdeführer in den Heimatstaat ist demnach 
unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig.

Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen der Beschwerdeführer 
noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie für den Fall einer 
Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlich-
keit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder 
Behandlung  ausgesetzt  wären.  Gemäss  Praxis  des  Europäischen 
Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-
Folterausschusses  müssten  die  Beschwerdeführer  eine  konkrete 
Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihnen im 
Fall  einer  Rückschiebung  Folter  oder  unmenschliche  Behandlung 
drohen  würde  (vgl.  EMARK  2001  Nr.  16  S.  122,  mit  weiteren 
Hinweisen;  EGMR,  Bensaid  gegen  Grossbritannien,  Urteil  vom  6. 
Februar 2001, Recueil des arrêts et décisions 2001-I, S. 327 ff.). Auch 
die  allgemeine  Menschenrechtssituation  im  Heimatstaat  lässt  den 
Wegweisungsvollzug  zum  heutigen  Zeitpunkt  klarerweise  nicht  als 
unzulässig  erscheinen.  Nach  dem  Gesagten  ist  der  Vollzug  der 
Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen 
Bestimmungen zulässig.

7.4 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen 
und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunfts-
staat  auf  Grund von Situationen wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner 
Gewalt  und medizinischer Notlage konkret  gefährdet  sind. Wird eine 
konkrete Gefährdung festgestellt, ist - unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 
7  AuG -  die  vorläufige  Aufnahme  zu  gewähren  (vgl.  Botschaft  zum 
Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom 8. März 
2002, BBl 2002 3818).

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7.5 Eine Situation, welche die Beschwerdeführer als "Gewalt- oder de-
facto-Flüchtlinge" qualifizieren würde, lässt sich aufgrund der heutigen 
Situation in der Türkei nicht in genereller Form bejahen. 
Was dabei  die schwere psychische Erkrankung des Beschwerdefüh-
rers  anbelangt  (invalidisierende,  chronisch  paranoide  Schizophrenie 
mit  posttraumatischer Komponente; vgl. auch Ziff. 5.1 hiervor),  so ist 
eine Behandlung dieses komplexen Krankheitsbildes in der Türkei in 
allen Krankenhäusern mit einer Abteilung für Psychiatrie möglich, wo-
bei  eine  grosse  Auswahl  an  neuroleptischer  Depotmedikamentation 
vorhanden ist. Die Bedingungen in diesen Einrichtungen, das heisst in 
den psychiatrischen Kliniken der Universitätsspitäler oder in den psy-
chiatrischen  Abteilungen  der  allgemeinen  staatlichen  Spitäler,  sind 
besser  als  in  "Depot-Krankenhäusern".  Die  Universitätsspitäler  oder 
die  psychiatrischen Abteilungen der  allgemeinen staatlichen Spitäler 
nehmen psychisch Kranke für maximal ein bis zwei Monate auf. Leiter 
solcher  Einrichtungen  können  veranlassen,  dass  Patienten  für  eine 
längere  Zeit  behandelt  werden,  wofür  es  aber  keine Garantien  gibt. 
Garantierte längerfristige Behandlung liefern nur die "Depot-Kranken-
häuser", die es in Manisa, Elazig, Samsun, Adana und Bakirköy/Istan-
bul  gibt,  wo mit  Ausnahme des letztgenannten  Krankenhauses  aus-
schliesslich auf medikamentöse Behandlung zurückgegriffen wird (vgl. 
Türkei: Unterbringung und Behandlung eines Schizophrenie-Kranken, 
Gutachten der SFH-Länderanalyse, Bern 3. Mai 2005). Der Beschwer-
deführer  war  bereits  im  Heimatland  wegen  seiner  schweren  psychi-
schen Erkrankung in Behandlung (kant. Protokoll S. 7). Gemäss jüngs-
tem ärztlichem Zeugnis von Dr. med. B.Y., FMH f. Psychiatrie und Psy-
chotherapie  vom 4. Juli  2007 müsse der  Beschwerdeführer,  der  an-
haltende  produktive  und  negative  Symptome  der  schizophrenen  Er-
krankung  aufweise,  zurzeit  ambulant  und  medikamentös  behandelt 
werden. Im aktuellen Zustand sei der Beschwerdeführer weiterhin psy-
chiatrisch behandlungsbedürftig. Da er im Übrigen grundsätzlich nicht 
in der Lage sei, seine privaten Angelegenheiten selbständig zu regeln, 
müsse  auch  eine  mögliche  Bevormundung  oder  mindestens  Verbei-
ständung in Betracht gezogen werden. Obschon die Qualität  der Be-
handlung psychischer Erkrankungen landesweit  grosse Unterschiede 
aufweist und nicht immer west-europäisches Niveau erreicht, sind die 
für den Beschwerdeführer relevanten medizinischen Strukturen jedoch 
vorhanden und hinsichtlich des Qualitätsstandards im Heimatland des 
Beschwerdeführers kann ferner auf die Rechtsprechung der ARK ver-
wiesen werden,  welche vom Bundesverwaltungsgericht  übernommen 
wird (EMARK 2003 Nr. 18 E. 8c S. 119 und EMARK 2003 Nr. 24 E. 5b 

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S. 157). Schliesslich  ist  noch  auf  die  aufschlussreiche  Aussage  der 
Beschwerdeführerin  (Ehefrau)  bei  der  Befragung  beim  Bundesamt 
hinzuweisen,  bei  der  sie  die  Frage  der  Hilfswerkvertretung  bejahte, 
wonach  in  der  Türkei  alles  vorhanden  sei  (gute  psychiatrische 
Fachkräfte, Medikamente, Spitäler). Nicht unerwähnt bleiben darf aus-
serdem, dass der Beschwerdeführer aufgrund seiner psychischen Er-
krankung  (u.a.  psychomotorische  Verlangsamung,  sozialer  Rückzug 
Gefühlsarmut,  Sprachverarmung)  über  mangelnde  beziehungsweise 
fehlende  Deutschkenntnisse  verfügt,  was  eine  Weiterbehandlung  in 
der Schweiz nachhaltig erschweren dürfte und die vom BFF in seiner 
Vernehmlassung vom 19. Dezember 2000 angeführte Begründung hin-
sichtlich  der  Behandelbarkeit  des  Krankheitsbildes  im  Heimatland 
durchaus  zutreffend  erscheinen  lässt.  Vor  diesem  Hintergrund  er-
scheint - auf den konkreten Fall bezogen - die Fortsetzung der in der 
Schweiz eingeleiteten Behandlung in der Türkei nicht als unzumutbar. 
Ferner  könnten  allfällige  vorübergehende  Engpässe  in  der  medika-
mentösen Versorgung zudem mit einem entsprechenden und aus der 
Schweiz mitgegebenen Vorrat aufgefangen werden. In diesem Zusam-
menhang ist insbesondere auch auf die Möglichkeit der medizinischen 
Rückkehrhilfe im Sinne von Art. 93 Abs. 1 Bst. d AsylG hinzuweisen.
Aus  den  Akten  ergeben  sich  auch  keine  konkreten  Anhaltspunkte, 
aufgrund  derer  allenfalls  geschlossen  werden  könnte,  die 
Beschwerdeführer  würden  im  Falle  einer  Rückkehr  in  ihren 
Heimatstaat  aus  Gründen  wirtschaftlicher,  sozialer  oder 
gesundheitlicher Natur in eine existenzbedrohende Situation geraten. 
Zunächst gilt zu berücksichtigen, dass die Beschwerdeführer im Falle 
eines  Vollzugs  der  Wegweisung  mit  der  Hilfe  des  Bruders  H.  des 
Beschwerdeführers  rechnen  dürften,  dessen  Asylverfahren  einen 
negativen  Ausgang  genommen  hat  (Urteil  zum  gleichen  Zeitpunkt, 
gleiche  Rechtsvertretung).  Ergänzend  zur  Person  H.  sei  lediglich 
festgehalten,  dass  dieser  die  damalige  Ausreise  mit  dem 
gesundheitlich schwer angeschlagenen Beschwerdeführer vorbereitete 
und mit ihm erfolgreich durchführte. Ebenfalls ergibt sich aufgrund der 
Akten,  dass  H.  seinem  Bruder  während  des  Aufenthaltes  in  der 
Schweiz  unterstützend  zur  Seite  stand.  Mithin  ist  nicht  davon 
auszugehen,  die  Beschwerdeführer  sähen  sich  im  Falle  ihrer 
Rückreise  in  die  Türkei  mit  unüberbrückbaren  Erschwernissen 
konfrontiert. Hinsichtlich der Beschwerdeführerin ist anzumerken, dass 
sie sich nach der Ausreise ihres Ehemannes mit ihren beiden Kindern 
durchzubringen  wusste.  Einerseits  ging  sie  einer  eigenen 
Erwerbstätigkeit  nach  und  andererseits  konnte  sie  auf  die 

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Unterstützung  ihrer  Schwiegermutter  zählen,  mit  der  sie  und  die 
Kinder  in  einem  gemeinsamen  Haushalt  lebten.  Im  Zusammenhang 
mit  dem  Kindswohl  gilt  zu  berücksichtigen,  dass  die 
Beschwerdeführerin  mit  ihren  Kindern  im  Alter  von  11 
beziehungsweise  6  Jahren  in  die  Schweiz  kam.  Wie  die  Mutter 
verbrachten die Kinder den Haupteil  ihres Lebens in der Türkei. Der 
etwas mehr als dreieinhalbjährige Aufenthalt in der Schweiz bedeutet 
indes aber noch keine derartige Assimilation respektive Integration der 
Kinder an die hiesigen Verhältnisse als dass von einer Entwurzelung 
von  ihrem  angestammten  Kulturkreis  im  Sinne  der  Rechtsprechung 
gesprochen werden könnte (vgl. EMARK 2005 Nr. 6 und EMARK 2006 
Nr. 24 mit  Hinweisen). Darüber hinaus können die Beschwerdeführer 
im Falle einer Rückkehr in die Türkei auf ein umfangreiches familiäres 
Beziehungsnetz zurück greifen,  was eine Reintegration  zweifelsohne 
erleichtern dürfte. Ebenfalls ist eine mögliche finanzielle Unterstützung 
durch  die  im  Ausland  lebenden  Verwandten  nicht  von  vornherein 
auszuschliessen.  In  Berücksichtigung  dieser  Aspekte  ist  der  Vollzug 
der Wegweisung als zumutbar zu erachten. 

7.6 Schliesslich  obliegt  es  den Beschwerdeführern,  sich  bei  der  zu-
ständigen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwen-
digen Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG), weshalb 
der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 
83 Abs. 2 AuG).

8.
Insgesamt ist die durch die Vorinstanz verfügte Wegweisung zu bestä-
tigen. Die Vorinstanz hat deren Vollzug zu Recht als zulässig, zumut-
bar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten fällt  eine Anordnung 
der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1-4 AuG).

9.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Be-
schwerden sind nach dem Gesagten abzuweisen.

10.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten des vereinigten 
Beschwerdeverfahrens den Beschwerdeführern  aufzuerlegen (Art. 63 
Abs. 1  VwVG)  und  auf  insgesamt  Fr. 800.--  festzusetzen  (Art. 16 

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Abs. 1 Bst. a VGG i.V.m. Art. 2 und 3 des Reglements über die Kosten 
und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht vom 11. De-
zember 2006  [VGKE;  SR  173.320.2]).  Mit  Rücksicht  auf  die 
Bedürftigkeit  des  Beschwerdeführers  und  in  Berücksichtigung  des 
Umstandes,  dass  die  Beschwerdeeingabe  nicht  als  aussichtslos  zu 
qualifizieren ist, ist das Begehren um Gewährung der unentgeltlichen 
Rechtspflege gutzuheissen (vgl. Art. 65 Abs. 1 VwVG). Aus den glei-
chen Überlegungen sind im Verfahren der  Beschwerdeführerin  keine 
Kosten aufzuerlegen. Trotz Unterliegens der Beschwerdeführer werden 
demzufolge keine Verfahrenskosten auferlegt. 

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerden werden abgewiesen.

2.
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  wird 
gutgeheissen.

3.
Es werden keine Verfahrenskosten für das vereinigte Beschwerdever-
fahren auferlegt.

4.
Dieses Urteil geht an:

- den Rechtsvertreter der Beschwerdeführer (Einschreiben; Beilage: 
Angefochtene Verfügungen im Original und dem Hinweis, dass über 
die Herausgabe der bei  der  Vorinstanz eingereichten Akten diese 
auf Anfrage entscheidet)

- das  BFM,  Abteilung  Aufenthalt  und  Rückkehrförderung,  mit  den 
Akten (Ref.-Nr. N [...])

- (zuständige kantonale Behörde) (Beilagen: [...])

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Daniel Schmid Alfred Weber

Versand: 

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