# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d52dd6b3-4e16-5142-8538-56b5b76b7441
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-12-12
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 2. Kammer 12.12.2023 S 2022 44
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_002_S-2022-44_2023-12-12.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 22 44

2. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz von Salis

RichterIn Righetti und Zanolari Hasse 

Aktuarin Maurer

URTEIL

vom 12. Dezember 2023

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____, 

vertreten durch Rechtsanwalt MLaw Jonas Steiner, 

Beschwerdeführer

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), 

Beschwerdegegnerin

betreffend Versicherungsleistungen nach UVG

- 2 -

I. Sachverhalt:

1. A._____, geboren 1983, war als Baumaschinist über die Arbeitgeberin 

B._____ AG, C._____, obligatorisch bei der Schweizerischen Unfall-

versicherungsanstalt (Suva) gegen die Folgen von Berufs- und 

Nichtberufsunfällen versichert, als er am 26. Oktober 2020 auf dem 

frischen Schnee ausrutschte und auf die linke Schulter stürzte. Die Erst-

behandlung erfolgte gleichentags im D._____, wo eine Scapula-Kontusion 

links mit muskulärem Hartspann diagnostiziert wurde. Radiologisch 

ergaben sich keine Hinweise auf eine Fraktur. A._____ wurde ab dem 

26. Oktober 2020 eine volle Arbeitsunfähigkeit attestiert. Die Suva 

erbrachte für den Unfall vom 26. Oktober 2020 die gesetzlichen 

Leistungen (Heilbehandlungskosten und Taggeld).

2. Aufgrund zunehmend starker Schmerzen am linken Schulterblatt und dem 

Auftreten von sensiblen Störungen am Arm suchte A._____ bereits am 

Folgetag, am 27. Oktober 2020, und eine Woche später, am 4. November 

2020, Dr. med. E._____, F._____, auf. Dr. med. E._____ befundete eine 

initial schmerzbedingt eingeschränkte Beweglichkeit; Infraspinatus, 

Supraspinatus und Trapezius sehr verspannt, alle Tests der Rotatoren-

manschette schmerzhaft, überdies Gefühlsstörung im ganzen Arm.

3. Gestützt auf die MR-Untersuchung der HWS und der linken Schulter vom 

5. November 2020 beurteilte Dr. med. G._____, Facharzt für Radiologie, 

eine kleine paramediane linksseitige Diskushernie C5/C6 links; leichte 

Einengung der Neuroforamina bds., diskogen und ossär auf diesem 

Niveau; kein Hinweis auf eine Läsion im Plexus brachiales links oder 

rechts und unauffällige morphologische Darstellung der Gefässe. Er 

erachtete den Befund als passend zu einem Direkttrauma der Scapula mit 

Hämatom um den M. Infraspinatus und Hämatom nahe der Incisura-

- 3 -

Scapulae und sah die Möglichkeit einer gewissen Hämatomkompression 

des N. suprascapularis. Die Muskeln und Sehnen waren intakt.

4. Bei persistierender Verschlechterung mit unklarer Prognose und 

zunehmender Versteifung der Schulter wurde A._____ der H._____ des 

I._____ zugewiesen. In ihrem Bericht vom 30. November 2020 über die 

Konsultation vom 23. November 2020 stellten die Internisten Dres. med. 

J._____ und K._____ folgenden Befund: "[…]. Bewegungsapparat: 

Druckdolenz über dem Proc. coracoideus und M. supraspinatus links. 

Bewegung im linken Schultergelenk schmerzbedingt eingeschränkt, 

Nacken- und Schürzengriff nicht möglich. pDMS intakt. Myogelose cervical 

bds. Neuro: […]. Diffuse Hypästhesie am linken Arm und Bein. PSR, TSR, 

BSR und RPR bds. symmetrisch kräftig auslösbar. […]". In Zusammen-

schau der Befunde und Rücksprache mit einem Rheumatologen 

beurteilten die Dres. med. J._____ und K._____ die Symptomatik gut zu 

einer Kompression des N. suprascapularis passend. Sie empfahlen eine 

zeitnahe neurologische Vorstellung für eine neurographische 

Untersuchung. Als Procedere sahen sie die Fortführung der Physio-

therapie und den Ausbau der analgetischen Therapie vor.

5. Dr. med. E._____ merkte im Arztzeugnis UVG vom 2. Dezember 2020 an, 

dass bis anhin keine gesicherte Diagnose vorliege ("nur" 

Nervenkompression, ev. Morbus Sudeck, ev. neurologische Problematik 

wie Plexitis). Die Prognose sei zum aktuellen Zeitpunkt nicht abschätzbar.

6. In der klinisch-neurologischen Untersuchung vom 16. Dezember 2020 bei 

Dr. med. L._____, Leitender Arzt Neurologie am I._____, zeigte sich eine 

diffus, nicht Dermatom spezifische Hypästhesie des linken Armes, bei 

ansonsten symmetrischen Muskeleigenreflexen und soweit prüfbar 

(schmerzbedingt eingeschränkt) unauffälliger Motorik. In der ergänzenden 

Elektroneurographie liessen sich soweit beurteilbar (sehr eingeschränkt 

- 4 -

aufgrund der Schmerzen) keine Hinweise auf eine periphere Neuropathie 

oder Plexopathie finden. Auch die Myographie des Musculus biceps 

(Nervus musculocutaneus, C5/C6) sowie des Musculus infraspinatus 

(Nervus subscapularis, C5/C6), jeweils links, fiel unauffällig aus, 

insbesondere keine Hinweise auf eine neurogene Denervation. Dr. med. 

L._____ vermochte die geschilderten Schmerzen nicht durch eine 

objektivierbare Neuropathie zu erklären.

7. Das im I._____ erstellte MRI der HWS und BWS vom 1. Januar 2021 

durch Dr. med. M._____, Radiologe, zeigte gegenüber der auswärtigen 

MRI der HWS vom 5. November 2020 keine Befundänderung. Es ergaben 

sich keine Hinweise auf eine Spinalkanalstenose und eine höhergradige 

Foramenstenose.

8. Gestützt auf das MRI der linken Schulter nach Arthrographie vom 

4. Januar 2021 beurteilte PD Dr. med. N._____, Radiologie I._____, 

intakte Sehnen der Rotatorenmanschette; unauffällige Muskulatur, keine 

Atrophie oder Degeneration; kein Anhalt auf eine Kompression des 

N. suprascapularis und N. axillaris im abgebildeten Untersuchungs-

volumen; diskret Flüssigkeit in der Bursa subacromialis-/subdeltoidea, 

differentialdiagnostisch im Rahmen einer milden Bursitis.

9. Im Austrittsbericht des I._____ vom 11. Januar 2021 über die 

Hospitalisation vom 31. Dezember 2020 bis 8. Januar 2021 beurteilten die 

behandelnden Ärzte in der Gesamtschau der Befunde die Schmerzen bei 

möglicher Schmerzchronifizierung, initial bedingt durch die 

Hämatomkompression des N. suprascapularis im Rahmen des Sturzes im 

Oktober 2020, mit einhergehender Schonhaltung oder bei zentral 

hypersensitiver Schmerzverarbeitung.

- 5 -

10. Am 15. Januar 2021 beurteilte Kreisarzt Dr. med. O._____, Facharzt für 

Orthopädie, mit überwiegender Wahrscheinlichkeit resultierte durch den 

Unfall die Kontusion Scapula links mit Hämatom zwischen Scapula dorsal 

und M. infraspinatus sowie M. infraspinatus und M. deltoideus unmittelbar 

dorsal von der Incisura Scapulae (Durchgang N. suprascapularis).

11. Mit Bericht über die Sprechstunde vom 27. Januar 2021 diagnostizierte 

Prof. Dr. med. P._____, Chefarzt Physikalische Medizin und Rheuma-

tologie Q._____, ein nozizeptiv-neuropathisches Schmerzsyndrom obere 

Extremität links und frozen shoulder links (ED 10/2020). Es zeigten sich 

keine Anhaltspunkte auf ein florides CRPS.

12. Am 15. Februar 2021 fand eine psychosomatisch konsiliarische 

Untersuchung durch Dr. med. R._____, Medizinische Poliklinik I._____, 

statt.

13. Mit Bericht vom 11. März 2021 über die Erstkonsultation vom 10. März 

2021 berichtete Dr. med. S._____, Leitende Ärztin Institut für 

Anästhesiologie I._____, bei der Diagnose eines nozizeptiven 

neuropathischen Schmerzsyndroms obere Extremitäten links und St.n. 

passagerer linksbetonter Arm- und Beinparese ohne Reflexanomalie 

unklarer Ursache (03/2010) sowie anamnestisch St.n. Hirnblutung bei 

Verkehrsunfall 2013, zeige sich in der körperlichen Untersuchung eine 

deutliche Druckdolenz und Myogelose im Bereich des M. trapezius links 

sowie paravertebral bds. am thoracovertebralen Übergang. Dr. med. 

S._____ verwies auf die drei Stürze in den Jahren 2009 und 2010, wobei 

passagere linksbetonte Arm- und Beinparesen auftraten, jedoch ohne 

dass Läsionen des Myelons oder anderer Strukturen hätten dargestellt 

werden können; beim dritten Sturz sei es zu keinen neurologischen 

Ausfällen, aber zu einer stabilen Vorderkantenfraktur BWK 8 gekommen. 

Im Januar 2020 sei der Patient erneut gestürzt mit darauffolgenden 

- 6 -

Kribbelparästhesien der oberen und unteren linken Extremität mit 

Verdacht auf eine Myelonkontusion. Wiederum hätten im MRI keinerlei 

Pathologien festgestellt werden können. Im Oktober 2020 sei es zum 

letzten Sturzereignis gekommen, wobei wiederum diffuse Hypästhesien 

des linken Armes und Beines sowie eine schmerzbedingt stark 

eingeschränkte Beweglichkeit der linken Schulter aufgetreten seien. In 

Rücksprache mit Dr. med. R._____ erachtete sie primär eine 

Psychosomatik-Reha als zielführend.

14. Mit Bericht über die Verlaufskonsultation vom 24. März 2021 hielt Dr. med. 

S._____ fest, dass der Patient seinen linken Arm deutlich mehr benutzt 

habe als bei der letzten Konsultation. Er stehe der stationären psycho-

somatischen Therapie skeptisch gegenüber, man habe ihm überdies 

empfohlen, sich bei der Psychologin vorzustellen. Eine Infiltration des 

Nervus suprascapularis lehnte A._____ ab.

15. Kreisarzt Dr. med. O._____ beurteilte am 29. März 2021, die Gesundheit 

der versicherten Person sei betreffend die HWS (Diskushernie C5/C6) mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit bereits vor dem Unfall beeinträchtigt 

gewesen, hingegen nicht betreffend die linke Schulter. Unfallursächlich sei 

die Scapulakontusion links mit im Verlauf nozizeptiv-neuropathischem 

Schmerzsyndrom bei klinisch frozen shoulder links.

16. Am 15. April 2021 meldete sich A._____ bei der IV-Stelle des Kantons 

Graubünden zum Leistungsbezug an.

17. Mit Bericht vom 5. Mai 2021 über die Konsultation vom 4. Mai 2021 hielt 

Dr. med. T._____, Leitender Arzt Klinik für Orthopädie und Traumatologie 

des Bewegungsapparates I._____, fest, nach Kontusionstrauma zeige 

sich beim Patienten eine ausgeprägte Schmerzsymptomatik. Anam-

nestisch schienen die Schmerzen neuropathischer Genese zu sein, die 

- 7 -

umfangreiche bildgebende und einmalige neurologische Abklärung habe 

bislang keine eindeutige Ursache der Beschwerden ergeben. In der 

Bildgebung und neurologischen Abklärung zeige sich kein Hinweis auf 

eine Plexusneuritis, eine Kompression des Plexus brachialis, eine 

Kompression des N. suprascapularis oder eine andere Läsion im Bereich 

der Schulter oder der HWS, welche die Beschwerden erklären könnten. Er 

erachtete einen Teil der Beschwerden möglicherweise funktioneller 

Genese durch schmerzbedingte Fehlhaltung, was auch das retro-

scapuläre Reiben erkläre. Aus orthopädischer Sicht lagen keine sinnvollen 

Interventionsmöglichkeiten vor.

18. Am 21. Mai 2021 erachtete Kreisarzt Dr. med. U._____, Facharzt für 

Chirurgie, speziell Allgemeinchirurgie und Traumatologie, den 

Gesundheitsschaden an der linken Schulter als noch nicht abgeheilt. Er 

bejahte die Notwendigkeit einer stationären multimodalen Schmerz-

therapie und ging von einer frozen shoulder als Komplikation des Traumas 

vom 26. Oktober 2020 aus.

19. Vom 15. bis 29. Juni 2021 war A._____ zur multimodalen Schmerz-

komplextherapie in der Q._____ hospitalisiert. Die behandelnden Ärzte 

diagnostizierten ein nozizeptiv-neuropathisches Schmerzsyndrom obere 

Extremität links mit vasomotorischer Dysregulation und frozen shoulder 

links. Unter etablierter Therapie konnten keine wesentliche Besserung der 

Beschwerden und keine erhöhte Belastbarkeit beobachtet werden, die 

Schmerzen waren beim Austritt unverändert. Es wurde eine unter-

stützende Psychotherapie empfohlen und weiterhin Physiotherapie 

verordnet.

20. Dr. med. V._____, Facharzt für Chirurgie, spez. Allgemeinchirurgie und 

Unfallchirurgie, befundete am 19. August 2021 einen leicht deutlichen 

Hartspann für M. levator scapulae, M. trapezius und M. rhomboidei; 

- 8 -

klinisch kaum untersuchbarer Patient mit extrem starken Druckdolenzen 

ubiquitär im Bereich der Scapula links. Gestützt auf das am 26. August 

2021 erstellte MRI dorsale Thoraxwand und Scapula beidseitig nativ 

schloss Dr. med. V._____ am 2. September 2021 radiologisch eine 

Pathologie im Schultergelenk links aus. Die gleichentags am 26. August 

2021 zu seinen Handen von Dr. med. W._____ erstellte MR Arthrographie 

der Schulter links vom 26. August 2021 ergab einen nicht mehr abgrenz-

baren Reizzustand im AC-Gelenk, keine eigentliche Läsion der Rotatore-

nmanschette und keine Anhaltspunkte für eine Capsulitis adhaesiva. 

Aufgrund der CT-Abklärungen am 29. September 2021 schloss Dr. med. 

V._____ ossäre Läsionen der Scapula aus.

21. In der Beurteilung vom 5. Oktober 2021 hielt Kreisarzt Dr. med. U._____ 

fest, dass im ganzen Verlauf in allen Untersuchungen keine unfallkausalen 

strukturellen Läsionen nachgewiesen würden, die das Beschwerdebild auf 

somatischer Ebene erklären könnten. Insbesondere fänden sich im letzten 

MRI der Schulter links vom 26. August 2021 keine Hinweise auf eine 

Capsulitis resp. frozen shoulder und keine Hypotrophie der Rotatoren-

manschetten- und Deltamuskulatur, was aber ersichtlich sein müsste, 

wenn der Versicherte den linken Arm seit über einem Jahr nicht mehr 

bewegt habe. Der Gesundheitsschaden an der linken Schulter/am linken 

Arm sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit abgeheilt. Am 6. Oktober 

2021 hielt Kreisarzt Dr. med. U._____ an den Bemerkungen vom 

15. Januar 2021 und 26. (recte: 29.) März 2021 fest und erachtete den 

Gesundheitsschaden zum Zeitpunkt der Konsultation bei Dr. med. 

T._____ vom 4. Mai 2021 als abgeheilt. Am 20. Oktober 2021 beurteilte 

Kreisarzt Dr. med. U._____, dass keine unfallkausalen strukturellen 

Läsionen der linken Schulter mehr vorlägen.

22. Mit Schreiben vom 22. Oktober 2021 stellte die Suva die Einstellung der 

Versicherungsleistungen (Taggeld und Heilkosten) per 31. Oktober 2021 

- 9 -

in Aussicht, da der Zustand, wie er sich auch ohne Unfall vom 26. Oktober 

2020 eingestellt hätte, spätestens mit der Konsultation bei Dr. med. 

T._____ am 4. Mai 2021 erreicht gewesen sei.

23. Mit Stellungnahme vom 17. November 2021 hielt Dr. med. V._____ fest, 

dass das sehr schmerzhafte scapuläre Crepitus (Schulterkrachen) links 

mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf den Unfall vom 26. Oktober 

2020 zurückzuführen sei. Vor dem Unfall habe der Patient als 

Baumaschinist gearbeitet und sei sportlich sehr aktiv gewesen; es seien 

keinerlei körperliche Einschränkungen vorgelegen. Nicht ausgeschlossen 

und noch nicht abgeklärt seien mögliche posttraumatische Nerven-

schäden (N. accessorius, N. thoracicus longus, N. thoracodorsalis, 

N. supra-/subscapularis, N. axillaris, N. dorsalis scapulae, etc.), die zu 

einem Muskelungleichgewicht führen und für den scapulären Crepitus 

verantwortlich sein könnten. Folglich sei die Diagnostik allfälliger 

neurologischer Schäden der nervalen Versorgung des Schulterblatts noch 

nicht abgeschlossen und ein Entscheid über weitere Therapie-

massnahmen und die Beurteilung über deren Erfolg oder Misserfolg noch 

nicht möglich. Die Ursache der sek. Frozen shoulder links und das 

nozizeptiv-neuropathische Schmerzsyndrom obere Extremität links habe 

eigentlich nicht gut erklärt werden können. Ebenso seien anamnestisch 

ein massiver Gewichtsverlust sowie rezidivierende Episoden mit Bewusst-

losigkeit unklarer Aetiologie aufgetreten. Die bestehenden Diskus 

Protrusionen C4/C5 und C5/C6 dürften degenerativer Natur sein. Die 

Frage, welchen Einfluss die unfallfremden Faktoren auf die unfallbedingte 

Behandlung und eine allfällige unfallbedingte Arbeitsunfähigkeit habe, 

könne aktuell noch nicht abschliessend beurteilt werden.

24. Am 18. November 2021 wandte sich der Rechtsvertreter von A._____ 

unter Verweis auf den Bericht von Dr. med. V._____ vom 17. November 

- 10 -

2021 an die Suva und verlangte die weitere Ausrichtung der Taggelder 

oder den Erlass einer einsprachefähigen Verfügung.

25. Mit ärztlicher Beurteilung vom 30. November 2021 nahm Kreisarzt 

Dr. med. U._____ Stellung zu den Ausführungen von Dr. med. V._____ 

und hielt fest, dass am 16. Dezember 2020 eine neurologische Abklärung 

am I._____ erfolgt sei. Es hätten sich keine Hinweise für eine Plexusläsion 

ergeben, ebenso wenig seien objektivierbare fokale neurologische 

Defizite, insbesondere keine Neuropathie von peripheren Nerven 

gefunden worden. Die Diagnostik sei demzufolge auch aus neurologischer 

Sicht erfolgt, der medizinische Sachverhalt erweise sich als abschliessend 

geklärt.

26. Mit Verfügung vom 3. Dezember 2021 stellte die Suva die gesetzlichen 

Versicherungsleistungen aus der Unfallversicherung per 31. Oktober 2021 

ein. Begründend führte sie im Wesentlichen aus, gemäss Beurteilung des 

Kreisarztes seien die heute bestehenden Beschwerden an der linken 

Schulter nicht mehr unfallbedingt, sondern krankhafter Natur. Der 

Zustand, wie er sich auch ohne den Unfall vom 26. Oktober 2020 

eingestellt hätte, sei spätestens mit der Konsultation bei Dr. med. T._____ 

am 4. Mai 2021 erreicht gewesen. Beschwerden an der Halswirbelsäule 

seien krankhafter Natur, weshalb die Suva hierfür keine Leistungen 

übernehme.

27. Gegen die Verfügung vom 3. Dezember 2021 erhob A._____ am 

12. Januar 2022 Einsprache. In der Begründung stützt er sich u.a. auf 

einen Arztbericht von Dr. med. V._____ vom 11. Januar 2021 (recte: 

2022), wonach die Schulter(blatt)problematik klar aus dem Unfallereignis 

vom 26. Oktober 2020 hervorgehe. Weder sei diese als Krankheit 

klassifiziert worden, noch habe vor dem Unfallereignis eine krankheits-

bedingte Problematik dieser Schulterregion bestanden. Wenn der 

- 11 -

Vertrauensarzt, der den Patient nicht untersucht habe und dessen 

Beurteilung lediglich auf medizinischen Unterlagen basiere, am 

20. Oktober 2021 attestiere, dass es keine unfallkausalen strukturellen 

Läsionen gäbe, so sei diese Aussage sehr gewagt, da dies bisher noch 

nicht definitiv geklärt worden sei. Zudem sei auch die Aussage des 

Vertrauensarztes vom 30. November 2021 gewagt, dass die Diagnostik 

auch aus neurologischer Sicht am 16. Dezember 2020 erfolgt und der 

medizinische Sachverhalt abschliessend geklärt sei. Neben der klinischen 

Untersuchung, bei der eine Druckschmerzhaftigkeit des M. supraspinatus 

und weniger des M. infraspinatus auch Schmerzen paravertebral auf Höhe 

der Brustwirbelkörper bestätigt worden seien, sei die elektroneuro-

graphische Untersuchung vom 16. Dezember 2020 nicht vollständig 

erfolgt. Elektroneurographisch seien motorisch lediglich der N. medianus 

und N. ulnaris links nur distal geprüft worden, die proximale Stimulation 

habe wegen Schmerzhaftigkeit abgebrochen werden müssen. Es habe 

eine unauffällige sensible Neurographie N. medianus mit Ableitung am 

Dig II bestanden. Eine Wiederholung der neurologischen Befunde habe 

nicht stattgefunden. Das Hauptproblem liege beim klinisch feststellbaren 

scapulären Crepitus, wie auch Dr. med. T._____ am 5. Mai 2021 

festgehalten habe ("Im Bereich der parascapulären Muskulatur zeigt sich 

ein deutlicher Hypertonus des M. levator scapulae, des M. trapezius und 

der M. rhomboidei, bei Elevation der Scapula deutlich palpables und 

hörbares retroscapuläres Reiben und Springen. Diffuse Druckdolenz. 

Punktum maximum periscapulär dorsal und medial, die Untersuchung wird 

kaum toleriert."). Der Vertrauensarzt gehe in keiner Weise auf diese 

Gegebenheiten ein und fokussiere sich auf Normalbefunde. Auch der im 

Bericht der H._____ vom 30. November 2020 geäusserte Verdacht auf 

einen lokalen posttraumatischen Nervenschaden ("[…] würde die 

Symptomatik gut zu einer Kompression des N. suprascapularis passen. 

[…]".) sei nicht in die vertrauensärztliche Beurteilung aufgenommen 

- 12 -

worden. Denselben Verdacht differentialdiagnostisch in der Diagnose 

betreffend posttraumatische Nervenkompression und der dokumentierten 

Hämatome (MRI 05.11.2020) hätten die Ärzte des I._____ am 4. Mai 2021 

geäussert. Es seien genau diese möglichen posttraumatischen lokalen 

Nervenschädigungen nicht ausgeschlossen, die der Vertrauensarzt in 

seiner Beurteilung komplett auslasse.

28. Auf Zuweisung durch Dr. med. V._____, befundete Dr. med. X._____, 

Facharzt für Neurologie, Y._____, im konsiliarischen Bericht über die 

elektrodiagnostische Untersuchung vom 25. Januar 2022 im Nerven-

ultraschall eine normale Darstellung des Plexus brachialis links C5, C6, 

C7 und C8 sowie des supraclaviculären Plexus und des proximalen Teils 

des infraclaviculären Plexus. Er beurteilte in der klinischen Untersuchung 

eine eindrückliche Minderaktivierung des linken Armes mit einerseits 

Hyperalgesie im Bereich der Scapula und schwerer Hypästhesie des 

gesamten linken Arms. In der elektrodiagnostischen Untersuchung zeigten 

sich normale Neurographien und in den myographisch untersuchten 

Muskeln keine Hinweise für eine neurogene Schädigung des N. thoracicus 

longus, Accessorius, Suprascapularis, Axillaris, M. cutaneus, alle links 

untersucht. Dr. med. X._____ ging bei diesen Befunden nicht davon aus, 

dass die primäre Ursache dieses neuropathischen Schmerzsyndroms mit 

autonomen Zeichen durch eine traumatische Nervenläsion eines Nervs im 

Bereich des Schultergürtels links verursacht worden sei. Betreffend das 

Krepitationsgeräusch sah er in den aktuellen Befunden klinisch und 

elektrodiagnostisch keine Indikation für nervenchirurgische Interventionen 

am Plexus brachialis oder im Schultergürtelbereich.

29. Mit Einspracheentscheid vom 14. April 2022 wies die Suva die Einsprache 

ab. Begründend hielt sie zusammenfassend fest, mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit sei die Kontusion der Scapula links mit Hämatom am 

4. Mai 2021 folgenlos abgeheilt gewesen; die anschliessend noch 

- 13 -

geklagten Beschwerden könnten aus somatischer Sicht nicht erklärt 

werden. Zwischen den psychischen bzw. organisch nicht hinreichend 

nachweisbaren Beschwerden des Versicherten und dem Unfall vom 

26. Oktober 2020 bestehe kein adäquater Kausalzusammenhang, so dass 

die Versicherungsleistungen zu Recht per 31. Oktober 2021 eingestellt 

worden seien.

30. Gegen diesen ablehnenden Entscheid erhob A._____ (nachfolgend: 

Beschwerdeführer) am 17. Mai 2022 Beschwerde beim Verwaltungs-

gericht des Kantons Graubünden. Er beantragte, der Einspracheentscheid 

vom 14. April 2022 und die Verfügung vom 3. Dezember 2021 seien 

aufzuheben und dem Beschwerdeführer seien die gesetzlichen 

Leistungen nach UVG auszurichten; eventualiter seien durch die 

Beschwerdegegnerin weitere Abklärungen zur Ermittlung des 

Sachverhalts vorzunehmen; unter Kosten- und Entschädigungsfolge 

zulasten der Beschwerdegegnerin. In prozessualer Hinsicht ersuchte der 

Beschwerdeführer um unentgeltliche Prozessführung und Verbei-

ständung. Zur Begründung brachte er im Wesentlichen vor, dass die 

Beschwerdegegnerin den Sachverhalt ungenügend abgeklärt und 

dadurch den Untersuchungsgrundsatz verletzt habe, indem sie es trotz 

Feststellung von Dr. med. V._____ in seinem Bericht vom 17. November 

2021, dass mögliche posttraumatische Nervenschäden (N. accessorius, 

N. thoracicus longus, N. thoracodorsalis, N. supra-/subscapularis, 

N. axiliaris, N. dorsalis scapulae, etc.) noch nicht ausgeschlossen resp. 

abgeklärt worden seien, unterlassen habe, die genannten Nerven zu 

prüfen, die zu einem Muskelungleichgewicht führen und für den 

scapulären Crepitus und die damit einhergehende Arbeitsunfähigkeit 

verantwortlich sein könnten. Im Weiteren bestünden zumindest geringe 

Zweifel an der versicherungsinternen Einschätzung, wonach von einer 

blossen Progredienz eines krankhaften Vorzustandes mit lediglich 

- 14 -

vorübergehender Beschwerdeverschlimmerung auszugehen sei, die 

durch die Berichte des Facharztes Dr. med. V._____ vom 17. November 

2021 und 11. Januar 2021 (recte: 2022) geweckt würden. Entgegen dem 

Kreisarzt sei der Befund des sehr schmerzhaften scapulären Crepitus 

(Schulterkrachen) mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf den Unfall 

vom 26. Oktober 2020 zurückzuführen. Ebenso als falsch erweise sich die 

kreisärztliche Einschätzung vom 6. Oktober 2021, wonach der 

Gesundheitsschaden an der linken Schulter spätestens am 4. Mai 2021 

abgeheilt gewesen sei, hätten doch bisher viele frustrane Behandlungs-

bemühungen inkl. Rehospitalisationen unternommen werden müssen. 

Auch die kreisärztliche Stellungnahme vom 20. Oktober 2021, die lediglich 

auf einem Aktenstudium beruhe, gehe fehl, da zwar das Schultergelenk, 

aber nicht das Schulterblatt abgeklärt worden sei. Da zumindest geringe 

Zweifel an den kreisärztlichen Berichten bestünden, bedürfe es eines 

orthopädisch/neurologischen Gutachtens.

31. Am 7. Juni 2022 schloss die Suva (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) 

unter Verweis auf den Einspracheentscheid vom 14. April 2022 auf 

Abweisung der Beschwerde. Ergänzend führte sie an, eine Verletzung des 

Untersuchungsgrundsatzes könne ihr nicht vorgeworfen werden. Der 

Beschwerdeführer sei am 25. Januar 2022 durch Facharzt Dr. med. 

X._____ umfassend neurologisch untersucht und abgeklärt worden. Auf 

die kreisärztlichen Aktenberichte könne gemäss Rechtsprechung 

abgestellt werden. Der Beschwerdeführer vermöge auch beschwerde-

weise nichts vorzubringen, was Zweifel an der Zuverlässigkeit und 

Schlüssigkeit der kreisärztlichen Beurteilungen zu wecken vermöchte, so 

dass sich im Sinne der antizipierten Beweiswürdigung weitere Beweis-

massnahmen erübrigten.

32. Der Beschwerdeführer verzichtete am 10. Juni 2022 auf die Einreichung 

einer Replik und beantragte die Festsetzung des Honorars nach gericht-

- 15 -

lichem Ermessen. Am 15. August 2022 reichte er die ärztliche Verordnung 

zur Physiotherapie vom 3. August 2022 sowie den Arztbericht vom 5. Juli 

2022 ein, wonach immer noch eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestehe.

Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften, den angefochtenen 

Einspracheentscheid vom 14. April 2022 sowie die übrigen Akten wird, 

sofern erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

II. Das Gericht zieht in Erwägung:

1.1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen den Einspracheentscheid 

der Beschwerdegegnerin vom 14. April 2022. Gemäss Art. 1 Abs. 1 des 

Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) i.V.m. 

Art. 56 Abs. 1 und Art. 58 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) kann 

gegen einen Einspracheentscheid innert 30 Tagen seit seiner Eröffnung 

Beschwerde an das Versicherungsgericht desjenigen Kantons erhoben 

werden, in welchem die versicherte Person im Zeitpunkt der Beschwerde-

erhebung ihren Wohnsitz hat. Der Beschwerdeführer wohnt im Kanton 

Graubünden, womit die örtliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts 

des Kantons Graubünden gegeben ist. Dessen sachliche Zuständigkeit 

ergibt sich aus Art. 57 ATSG i.V.m. Art. 49 Abs. 2 lit. a des kantonalen 

Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100). Als 

formeller und materieller Adressat des angefochtenen Einsprache-

entscheids ist der Beschwerdeführer davon überdies berührt und weist ein 

schutzwürdiges Interesse an dessen gerichtlicher Überprüfung auf (Art. 59 

ATSG). Auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte 

Beschwerde ist somit – vorbehältlich nachfolgender Erwägung 1.2 – unter 

Berücksichtigung der Gerichtsferien einzutreten (Art. 60 und 61 ATSG 

i.V.m. Art. 38 Abs. 4 lit. a ATSG).

- 16 -

1.2. Der Beschwerdeführer beantragt die Aufhebung des angefochtenen 

Einspracheentscheids vom 14. April 2022 (vgl. Akten des Beschwerde-

führers [Bf-act.] 2; Akten der Beschwerdegegnerin [Bg-act.] 218) sowie die 

Aufhebung der diesem Entscheid zugrundeliegenden Verfügung vom 

3. Dezember 2021 (Bg-act. 196). Diesbezüglich gilt es zu beachten, dass 

gemäss ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichts der Einsprache-

entscheid an die Stelle der zugrundeliegenden Verfügung tritt und damit 

alleiniger Anfechtungsgegenstand des Beschwerdeverfahrens bildet. Mit 

dem Erlass des Einspracheentscheids verliert die Verfügung – soweit 

angefochten – jede rechtliche Bedeutung (vgl. BGE 142 V 337 E.3.2.1, 

132 V 368 E.6.1, 131 V 407 E.2.1.2.1; Urteile des Bundesgerichts 

8C_281/2022 vom 24. Oktober 2022 E.4.1, 9C_848/2019 vom 

24. September 2020 E.1, 9C_66/2016 vom 10. August 2016 E.1.2). 

Soweit der Beschwerdeführer vorliegend also auch die Verfügung vom 

3. Dezember 2021 anficht, ist darauf nach dem Gesagten nicht einzutreten 

(vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_648/2020 vom 21. Januar 2021 E.1.2).

2. Unbestritten geblieben sind das Vorliegen eines Unfalls i.S.v. Art. 4 ATSG 

und die Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin gemäss Art. 6 Abs. 1 

UVG (Heilbehandlung und Taggeld) an sich, sowie das Vorbestehen der 

Diskushernie C5/C6 resp. vorliegen von Diskusprotrusionen C4/C5 und 

C5/C6 links degenerativer Natur (vgl. MRI HWS/BWS vom 27. Januar 

2020 [Bg-act. 63], MRI HWS/Schulter links vom 5. November 2020 [Bg-

act. 23], Bericht Kreisarzt Dr. med. O._____ vom 29. März 2021 [Bg-act. 

98]; Bericht Dr. med. V._____ vom 17. November 2021 [Bg-act. 193]). 

Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin die Unfallkausalität 

der vom Beschwerdeführer noch geklagten Beschwerden an der Schulter 

links resp. am Schulterblatt links zu Recht ab 4. Mai 2021 verneint und die 

aufgrund des Unfalls vom 26. Oktober 2020 erbrachten Leistungen damit 

zu Recht per 31. Oktober 2021 eingestellt hat.

- 17 -

3.1. Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in der obligatorischen 

Unfallversicherung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die 

Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und 

Berufskrankheiten zu gewähren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der 

versicherten Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der 

Unfallfolgen (Heilbehandlung). Ist die versicherte Person infolge des 

Unfalls voll oder teilweise arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG), so hat sie gemäss 

Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld.

3.2.1. Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt zunächst 

voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen 

Schaden (Krankheit, Arbeitsunfähigkeit, Invalidität, Tod, 

Integritätseinbusse, Hilflosigkeit) ein natürlicher und ein adäquater Kausal-

zusammenhang besteht (BGE 148 V 356 E.3, 147 V 161 E.3.1, 142 V 435 

E.1; vgl. HÜRZELER/USINGER-EGGER, Einführung in das schweizerische 

Unfallversicherungsrecht, Bern 2021, Rz. 221 f. und Rz. 249 ff.; RUMO-

JUNGO/HOLZER, in: MURER/STAUFFER [Hrsg.], Rechtsprechung des 

Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die 

Unfallversicherung, 4. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2012, Art. 6 S. 53 ff.). Ob 

zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen 

Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, 

worüber die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen 

der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungs-

recht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu 

befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für 

die Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 147 V 161 E.3.2, 

146 V 51 E.5.1, 142 V 435 E.1; Urteile des Bundesgerichts 8C_41/2022 

vom 13. April 2022 E.3, 8C_102/2021 vom 26. März 2021 E.2, 

8C_269/2017 vom 13. September 2017 E.4.1). Nicht tauglich für den 

Beweis des natürlichen Kausalzusammenhangs ist das Argument, die 

- 18 -

gesundheitlichen Beeinträchtigungen seien erst nach dem Unfall 

aufgetreten und deshalb auf das Unfallereignis zurückzuführen, d.h. die 

Beweismaxime "post hoc ergo propter hoc" ist unzulässig (BGE 142 V 325 

E.2.3.2.2, 119 V 335 E.2b/bb; Urteile des Bundesgerichts 8C_809/2021 

vom 24. Mai 2022 E.5.5.2, 8C_355/2021 vom 25. November 2021 E.6.4 

mit Hinweisen, 8C_241/2020 vom 29. Mai 2020 E.3; vgl. HÜRZELER/-

USINGER-EGGER, a.a.O., Rz. 253; NABOLD, in: HÜRZELER/KIESER [Hrsg.], 

Kommentar zum Schweizerischen Sozialversicherungsrecht, UVG – 

Bundesgesetz über die Unfallversicherung, Bern 2018, Art. 6 Rz. 53).

3.2.2. Dabei spielt die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus dem 

natürlichen Kausalzusammenhang ergebenden Leistungspflicht des 

Unfallversicherers im Bereich organisch objektiv ausgewiesener 

Unfallfolgen praktisch keine Rolle, da sich hier die adäquate weitgehend 

mit der natürlichen Kausalität deckt (vgl. BGE 140 V 356 E.3.2, 138 V 248 

E.4, 134 V 109 E.2; Urteile des Bundesgerichts 8C_270/2022 vom 

12. Oktober 2022 E.4.2.2, 8C_698/2021 vom 3. August 2022 E.3.4, 

8C_499/2020 vom 19. November 2020 E.2.2.1; vgl. HÜRZELER/USINGER-

EGGER, a.a.O., Rz. 271). Objektivierbar sind Untersuchungsergebnisse, 

die reproduzierbar sind und von der Person des Untersuchenden und den 

Angaben des Patienten unabhängig sind. Von organisch objektiv 

ausgewiesenen Unfallfolgen kann somit gesprochen werden, wenn die 

erhobenen Befunde mit apparativen/bildgebenden Abklärungen bestätigt 

wurden und die hierbei angewendeten Untersuchungsmethoden 

wissenschaftlich anerkannt sind (vgl. BGE 138 V 248 E.5.1; Urteile des 

Bundesgerichts 8C_473/2022 vom 20. Januar 2023 E.5.1, 8C_391/2022 

vom 10. Januar 2023 E.3.2.2, 8C_698/2021 vom 3. August 2022 E.4.2; 

NABOLD, a.a.O., Art. 6 Rz. 62 f.). Sind die geklagten Beschwerden 

natürlich unfallkausal, nicht aber in diesem Sinne objektiv ausgewiesen 

bzw. bei psychischen Unfallfolgen, so ist bei der Beurteilung der Adäquanz 

- 19 -

vom augenfälligen Geschehensablauf auszugehen, und es sind 

gegebenenfalls weitere unfallbezogene Kriterien einzubeziehen (vgl. 

BGE 140 V 356 E.3.2 und 134 V 109 E.2.1; Urteile des Bundesgerichts 

8C_270/2022 vom 12. Oktober 2022 E.4.2.2, 8C_698/2021 vom 3. August 

2022 E.3.4 und 8C_620/2019 vom 5. Februar 2020 E.3.3). Bei 

psychischen Fehlentwicklungen nach Unfall werden die Adäquanzkriterien 

unter Ausschluss psychischer Aspekte bzw. einzig unter Berücksichtigung 

der physischen Komponenten des Gesundheitsschadens geprüft (vgl. 

BGE 140 V 356 E.3.2, 138 V 248 E.4, 134 V 109 E.2.1, 115 V 133 E.6c/aa, 

sog. Psycho-Praxis; Urteile des Bundesgerichts 8C_640/2022 vom 

9. August 2023 E.3.4, 8C_473/2022 vom 20. Januar 2023 E.6, 

8C_270/2022 vom 12. Oktober 2022 E.4.2.2, 8C_698/2021 vom 3. August 

2022 E.3.4).

3.3. Hat ein Unfallversicherer die Unfallkausalität bejaht und Leistungen 

erbracht, entfällt seine Leistungspflicht erst, wenn der gesundheitliche 

Schaden nur noch ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. 

Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er 

unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante), oder aber 

derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf 

eines krankhaften Vorzustands auch ohne Unfall früher oder später 

eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (BGE 147 V 161 E.3.3; Urteil 

des Bundesgerichts 8C_7/2022 vom 22. April 2022 E.5.1; vgl. 

HÜRZELER/USINGER-EGGER, a.a.O., Rz. 262 f.; NABOLD, a.a.O., Art. 6 

Rz. 54). Mit dem Erreichen des Status quo sine vel ante entfällt eine 

Teilursächlichkeit für noch bestehende Beschwerden. Solange jedoch der 

Status quo sine vel ante noch nicht wieder erreicht ist, hat der 

Unfallversicherer gestützt auf Art. 36 Abs. 1 UVG in aller Regel neben den 

Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kostenvergütungen zu 

übernehmen, worunter auch die Heilbehandlungskosten nach Art. 10 UVG 

- 20 -

fallen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_781/2017 vom 21. September 

2018 E.5.1, 8C_421/2018 vom 28. August 2018 E.3.2 und 

8C_637/2013 vom 11. März 2014 E.2.3.2). Ebenso wie der leistungs-

begründende natürliche Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen 

jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines 

Gesundheitsschadens mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein 

üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

nachgewiesen sein (Status quo sine vel ante; vgl. BGE 146 V 51 E.5.1; 

Urteile des Bundesgerichts 8C_322/2020 vom 9. Juli 2020 E.3, 

8C_689/2019 vom 9. März 2020 E.5.3, 8C_421/2018 vom 28. August 

2018 E.3.2 [dazu SVR 2019 IV Nr. 9 S. 26]). Die blosse Möglichkeit 

nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls 

genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage 

handelt, liegt die Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein 

leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist – 

nicht beim Versicherten, sondern beim Unfallversicherer (Urteile des 

Bundesgerichts 8C_727/2022 vom 16. März 2023 E.3.2.4, 8C_410/2022 

vom 23. Dezember 2022 E.4.2, 8C_80/2021 vom 7. Juli 2021 E.2.2; vgl. 

HÜRZELER/USINGER-EGGER, a.a.O., Rz. 264). Dabei muss nicht etwa der 

Beweis für unfallfremde Ursachen erbracht werden. Welche Ursachen ein 

nach wie vor geklagtes Leiden hat, ob es Krankheitsursachen, ein 

Geburtsgebrechen oder degenerative Veränderungen sind, ist 

unerheblich. Entscheidend ist allein, ob unfallbedingte Ursachen eines 

Gesundheitsschadens ihre kausale Bedeutung verloren haben, ob diese 

also dahingefallen sind (Urteile des Bundesgerichts 8C_727/2022 vom 

16. März 2023 E.3.2.4, 8C_410/2022 vom 23. Dezember 2022 E.4.2 und 

8C_600/2021 vom 3. März 2022 E.3.2). Ebenso wenig muss der 

Unfallversicherer den negativen Beweis erbringen, dass kein 

Gesundheitsschaden mehr vorliege oder dass die versicherte Person nun 

bei voller Gesundheit sei (Urteile des Bundesgerichts 8C_68/2020 vom 

- 21 -

11. März 2020 E.3.2, 8C_840/2019 vom 14. Februar 2020 E.3.2 mit 

Hinweisen, 8C_68/2019 vom 22. Juli 2019 E.3.2).

3.4. Das sozialversicherungsrechtliche Verwaltungsverfahren und der Sozial-

versicherungsprozess sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht (vgl. 

Art. 43 Abs. 1 und Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben Versicherungsträger 

und Gericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige Feststellung 

des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Die Verwaltung als 

verfügende Instanz und im Beschwerdefall das Gericht dürfen eine 

Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen 

überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen 

Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach 

dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die 

blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den 

Beweisanforderungen nicht. Das Gericht hat vielmehr jener 

Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen möglichen 

Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 144 V 427 

E.3.2, 138 V 218 E.6, 126 V 353 E.5b). Der Untersuchungsgrundsatz 

schliesst die Beweislast im Sinne der Beweisführungslast 

begriffsnotwendig aus, da es Sache des Sozialversicherungsgerichts 

(oder der verfügenden Verwaltungsstelle) ist, für die Zusammentragung 

des Beweismaterials besorgt zu sein. Im Sozialversicherungsprozess 

tragen mithin die Parteien in der Regel eine Beweislast nur insofern, als 

im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei 

ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte 

ableiten wollte. Diese Beweisregel greift allerdings erst Platz, wenn es sich 

als unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes auf 

Grund einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der 

zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu 

entsprechen (BGE 144 V 427 E.3.2 mit Hinweis; Urteile des Bundes-

- 22 -

gerichts 8C_527/2022 vom 13. September 2023 E.5.4, 8C_722/2021 vom 

20. Januar 2022 E.4 und 8C_382/2020 vom 3. Dezember 2020 E.3.3). Bei 

der Beurteilung der streitigen Fragen ist vorliegend der Sachverhalt zu 

berücksichtigen, der sich bis zum Erlass des angefochtenen 

Einspracheentscheids am 14. April 2022 verwirklicht hat (BGE 142 V 337 

E.3.2.2). Diese Untersuchungspflicht dauert so lange, bis über die für die 

Beurteilung des streitigen Anspruchs erforderlichen Tatsachen 

hinreichende Klarheit besteht. Bleiben erhebliche Zweifel an 

Vollständigkeit und/oder Richtigkeit der bisher getroffenen Tatsachen-

feststellung bestehen, ist weiter zu ermitteln, soweit von zusätzlichen 

Abklärungsmassnahmen noch neue wesentliche Erkenntnisse zu 

erwarten sind (zum Ganzen: Urteile des Bundesgerichts 8C_316/2022 

vom 31. Januar 2023 E.4 mit Hinweis, 8C_701/2018 vom 28. Februar 

2019 E.4.1 und 8C_281/2018 vom 25. Juni 2018 E.3.2.1; vgl. KIESER, 

Kommentar ATSG, 4. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2020, Art. 43 Rz. 20; 

RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., Art. 1, S. 3 f.).

3.5. Das Bundesgericht hat sich in BGE 134 V 109 mit der Frage des 

Zeitpunktes des Fallabschlusses und des in diesem Zusammenhang 

verschiedentlich erhobenen Einwandes der verfrühten Adäquanzprüfung 

auseinandergesetzt. Gestützt auf Art. 19 Abs. 1 UVG und die dazu 

ergangene Rechtsprechung hat es erwogen, dass der Unfallversicherer 

den Fall (unter Einstellung von Heilbehandlung und Taggeld sowie 

Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und eine Integritäts-

entschädigung) abzuschliessen hat, wenn von der Fortsetzung der 

ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheits-

zustandes des Versicherten mehr erwartet werden kann und allfällige 

Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen 

sind (BGE 134 V 109 E.4.1 mit Hinweisen). Ob im Hinblick auf die Prüfung 

des Fallabschlusses eine namhafte Besserung des Gesundheits-

- 23 -

zustandes anzunehmen ist, bestimmt sich namentlich – aber nicht 

ausschliesslich – nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder 

Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, soweit diese unfallbedingt 

beeinträchtigt ist. Der Begriff "namhaft" verdeutlicht demnach, dass die 

durch weitere (zweckmässige) Heilbehandlung im Sinne von Art. 10 

Abs. 1 UVG erhoffte Besserung ins Gewicht fallen muss. Unbedeutende 

Verbesserungen genügen ebenso wenig wie die blosse Möglichkeit einer 

Besserung. Nicht vorausgesetzt wird, dass eine ärztliche Behandlung 

nicht länger erforderlich ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_362/2014 vom 

25. Juni 2014 E.3.6 und 8C_729/2012 vom 4. April 2013 E.5.2 mit 

Hinweis). In diesem Zusammenhang muss der Gesundheitszustand der 

versicherten Person prognostisch und nicht aufgrund retrospektiver 

Feststellungen beurteilt werden. Grundlage für die Beurteilung dieser 

Rechtsfrage bilden in erster Linie die ärztlichen Auskünfte zu den 

therapeutischen Möglichkeiten und Krankheitsentwicklung, die in der 

Regel unter dem Begriff Prognose erfasst werden (BGE 143 V 148 E.3.1, 

134 V 109 E.4.1 ff. und 128 V 169 E.1b; Urteile des Bundesgerichts 

8C_359/2023 vom 12. Juli 2023 E.4.1 mit weiteren Hinweisen, 

8C_511/2022 vom 8. Februar 2023 E.6.1.1 und 8C_528/2022 vom 

17. November 2022 E.7.1).

3.6. Zur Beurteilung von sozialversicherungsrechtlichen Leistungsansprüchen 

sind die rechtsanwendenden Behörden auf verlässliche medizinische 

Entscheidungsgrundlagen angewiesen. Das Gericht hat diese nach dem 

für den Sozialversicherungsprozess gültigen Grundsatz der freien 

Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle anderen Beweismittel 

– frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 

pflichtgemäss zu würdigen. Der Beweis des natürlichen Kausal-

zusammenhangs bzw. von dessen Wegfall ist in erster Linie mit den 

Angaben medizinischer Fachpersonen zu führen (Urteile des 

- 24 -

Bundesgerichts 8C_410/2022 vom 23. Dezember 2022 E.4.2, 

8C_80/2021 vom 7. Juli 2021 E.2.2, 8C_68/2019 vom 22. Juli 2019 E.3.2). 

Das Gericht hat dabei das gesamte Beweismaterial objektiv zu würdigen 

und bei sich widersprechenden medizinischen Berichten die Gründe 

anzugeben, warum es auf die eine oder andere medizinische These 

abstellt (BGE 143 V 124 E.2.2.2 mit Hinweis). Hinsichtlich des 

Beweiswerts eines Arztberichts ist demnach entscheidend, ob dieser für 

die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 

beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 

Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der 

medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 

Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten 

begründet sind (siehe zum Ganzen: BGE 134 V 231 E.5.1, 125 V 351 

E.3a, 122 V 157 E.1c; Urteile des Bundesgerichts 9C_528/2021 vom 

11. Februar 2022 E.4.1, 8C_380/2021 vom 21. Dezember 2021 E.3.2 und 

8C_173/2021 vom 25. Oktober 2021 E.4.1).

3.7. Gemäss Rechtsprechung ist auch ein reines Aktengutachten beweis-

kräftig, wenn die Akten ein vollständiges Bild über Anamnese, Verlauf und 

gegenwärtigen Status ergeben und diese Daten unbestritten sind; der 

Untersuchungsbefund muss lückenlos vorliegen, damit der Bericht-

erstatter imstande ist, sich aufgrund der vorhandenen Unterlagen ein 

vollständiges Bild zu verschaffen (Urteil des Bundesgerichts 8C_397/2019 

vom 6. August 2019 E.4.3 mit Hinweisen). Dabei geht es im Wesentlichen 
nur um die fachärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden 

medizinischen Sachverhalts, mithin rückt die direkte ärztliche Befassung 

mit der versicherten Person in den Hintergrund (Urteile des 

Bundesgerichts 8C_500/2022 vom 4. Mai 2023 E.3, 8C_390/2022 vom 

7. September 2022 E.3 und 8C_629/2021 vom 24. März 2022 E.4.2). Den 

Berichten und Gutachten versicherungsinterner Fachpersonen kommt 

- 25 -

Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar 

begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen 

ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt 

in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht 

schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es 

bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die 

Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen 

(BGE 135 V 465 E.4.4, 125 V 351 E.3b/ee). Soll ein Versicherungsfall 

ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind 

an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen 

auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der 

versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende 

Abklärungen vorzunehmen (BGE 145 V 97 E.8.5, 142 V 58 E.5.1 mit 

weiteren Hinweisen, 139 V 225 E.5.2; statt vieler: Urteil des Bundes-

gerichts 8C_62/2023 vom 16. August 2023 E.4). In Bezug auf 

behandelnde Ärztinnen und Ärzte, insbesondere Hausärzte, ist zu 

beachten, dass sie in einem auftragsrechtlichen Verhältnis zur versicher-

ten Person stehen. Da sie sich zudem in erster Linie auf die Behandlung 

zu konzentrieren haben, verfolgen deren Berichte nicht den Zweck einer 

den abschliessenden Entscheid über die Versicherungsansprüche 

erlaubenden objektiven Beurteilung des Gesundheitszustandes und 

erfüllen deshalb kaum je die materiellen Anforderungen an ein Gutachten 

gemäss BGE 125 V 351 E.3a. Aus diesen Gründen und aufgrund der 

Erfahrungstatsache, dass behandelnde Ärztinnen und Ärzte mitunter im 

Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung im Zweifelsfall eher 

zu Gunsten ihrer Patienten aussagen, wird im Streitfall eine direkte 

Leistungszusprache einzig gestützt auf die Angaben der behandelnden 

Ärztinnen und Ärzte kaum je in Frage kommen. Diese Erfahrungstatsache 

befreit das Gericht indessen nicht von seiner Pflicht zu einer korrekten 

Beweiswürdigung, bei der auch die von der versicherten Person 

- 26 -

aufgelegten Berichte mitzuberücksichtigen sind. Diese sind daraufhin zu 

prüfen, ob sie auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und 

Schlüssigkeit der Feststellungen versicherungsinterner Ärztinnen und 

Ärzte wecken (BGE 135 V 465 E.4.5 f.; Urteile des Bundesgerichts 

8C_301/2021 vom 23. Juni 2021 E.5.2.2, 8C_658/2020 vom 14. Januar 

2021 E.7, 8C_499/2020 vom 19. November 2020 E.4.2).

4. Unbestritten blieb, dass die Beschwerdegegnerin im Zusammenhang mit 

dem Ereignis vom 26. Oktober 2020 gesetzliche Versicherungsleistungen 

erbrachte, diese aber mit Verfügung vom 3. Dezember 2021 und 

Einspracheentscheid vom 14. April 2022 per 31. Oktober 2021 eingestellt 

hat. Gestützt auf die Beurteilungen der Kreisärzte Dr. med. O._____ vom 

29. März 2021 (Bg-act. 98) und Dr. med. U._____ vom 21. Mai 2021 (Bg-

act. 123), 5. Oktober 2021 (Bg-act. 169), 6. Oktober 2021 (Bg-act. 170), 

20. Oktober 2021 (Bg-act. 172) und 30. November 2021 (Bg-act. 195) 

gelangte die Beschwerdegegnerin zum Schluss, dass der medizinische 

Endzustand per 4. Mai 2021 eingetreten war bzw. die geklagten 

Beschwerden spätestens ab diesem Zeitpunkt nicht mehr auf das 

Unfallereignis, sondern auf krankheitsbedingte Ursachen zurückzuführen 

waren. Es ist somit zu prüfen, ob die ärztlichen Einschätzungen von 

Dr. med. V._____ vom 17. November 2021 (Bg-act. 193) und 11. Januar 

2021 (recte: 2022; Bf-act. 5; Bg-act. 209) unter Berücksichtigung der 

getätigten MRI-Untersuchungen vom 5. November 2020 (Bg-act. 23), 

1. und 4. Januar 2021 (Bg-act. 46 und 64), 25. und 26. August 2021 (Bg-

act. 158 f.) und der CT-Untersuchung vom 29. September 2021 (Bg-act. 

166 f.) sowie den weiteren medizinischen Unterlagen zumindest geringe 

Zweifel an den kreisärztlichen Beurteilungen von Kreisarzt Dr. med. 

U._____ zu wecken vermögen resp. ob Indizien gegen die Zuverlässigkeit 

und Schlüssigkeit dieser Beurteilungen sprechen.

- 27 -

5.1. Unter Verweis auf die Stellungnahme von Dr. med. V._____ vom 

17. November 2021 rügte der Beschwerdeführer zum einen die Verletzung 

des Untersuchungsgrundsatzes. Gemäss Einspracheentscheid vom 

14. April 2022 seien lediglich die Nerven N. thoracicus longus, 

accessorius, suprascapularis, axiliaris (recte: axillaris) und M. cutaneus 

(recte wohl: N. musculocutaneus) untersucht worden. Die Beschwerde-

gegnerin habe den Sachverhalt ungenügend abgeklärt, indem sie es 

unterlassen habe, die Nerven zu prüfen, die gemäss Dr. med. V._____ 

Ursache für den scapulären Crepitus und die damit einhergehende 

Arbeitsunfähigkeit sein könnten. Der behandelnde Arzt Dr. med. V._____ 

hielt in seinem Bericht vom 17. November 2021 (Bg-act. 193) fest, nicht 

ausgeschlossen resp. nicht abklärt worden seien mögliche 

posttraumatische Nervenschäden (N. accessorius, N. thoracicus longus, 

N. thoracodorsalis, N. supra-/subscapularis, N. axillaris, N. dorsalis 

scapulae, etc.), die zu einem Muskelungleichgewicht führen und für den 

scapulären Crepitus verantwortlich sein könnten. Deshalb sei die 

Diagnostik noch nicht abgeschlossen und Entscheide über weitere 

Therapiemassnahmen nicht möglich. Dr. med. V._____ merkte an, als 

nächster Schritt sei ein neurologisches Konsilium zur Beurteilung allfälliger 

neurologischer Schäden der nervalen Versorgung des Schulterblattes 

geplant.

5.2. Mit ärztlicher Beurteilung vom 30. November 2021 hielt Kreisarzt Dr. med. 

U._____ an seiner Aussage, am 16. Dezember 2020 habe eine neuro-

logische Untersuchung am I._____ stattgefunden, fest. Dort hätten sich 

keine Hinweise auf eine Plexusläsion ergeben, ebenso wenig seien 

objektivierbare fokale neurologische Defizite, insbesondere eine Neuro-

pathie von peripheren Nerven gefunden worden. Die Diagnostik sei damit 

aus neurologischer Sicht erfolgt, der medizinische Sachverhalt 

abschliessend geklärt (Bg-act. 195).

- 28 -

5.3. Dr. med. V._____ monierte im Bericht vom 11. Januar 2021 (recte: 2022; 

Bf-act. 5; Bg-act. 226), dass der Vertrauensarzt der Suva sich u.a. auf den 

inkompletten neurologischen Befund vom 16. Dezember 2020 fokussiere. 

Weitere Muskelgruppen seien nicht untersucht worden; ebenso wenig 

habe eine neurologische Untersuchung zur Vervollständigung der 

Befunde stattgefunden. So habe der Kreisarzt den mehrfach in 

medizinischen Berichten geäusserten Verdacht auf einen lokalen 

posttraumatischen Nervenschaden (vgl. medizinischen Bericht der 

Poliklinik vom 30. November 2020: "In Zusammenschau der Befunde und 

in Rücksprache mit Dr. J. Z._____, Rheumatologie, würde die 

Symptomatik gut zu einer Kompression des N. suprascapularis passen" 

[Bg-act. 31]; Bericht über die Schmerztherapie am I._____ vom 4. Mai 

2021: "Diagnose […] DD Kompressionssyndrom N. Suprascapularis nach 

Trauma" [Bg-act. 121]) in seiner Beurteilung komplett ausgelassen, 

obwohl es seitens unterschiedlicher medizinischer Disziplinen 

Vermutungen dafür gebe.

5.4. Kreisarzt Dr. med. U._____ stützte sich für die Beurteilung vom 

30. November 2021 auf die am 16. Dezember 2020 erfolgte neurologische 

Abklärung am I._____ ab. Aus den Akten ergibt sich dazu, dass der 

Beschwerdeführer am 16. Dezember 2020 durch Dr. med. L._____, 

Leitender Arzt Neurologie I._____, ein erstes Mal in neurologischer 

Hinsicht untersucht worden war (Bg-act. 44). In seinem Bericht vom 

21. Dezember 2021 vermochte Dr. med. L._____ die vom Patienten 

geschilderten Schmerzen nicht durch eine objektivierbare Neuropathie zu 

erklären. Soweit er aufgrund der – schmerzbedingt nur sehr 

eingeschränkten ("Normwertige motorische Neurographie des Nervus 

medianus und ulnaris mit jedoch nur distaler Stimulation [proximale 

Stimulation musste aufgrund der Schmerzhaftigkeit abgebrochen 

werden]") – ergänzenden Elektroneurographie beurteilen konnte, lagen 

- 29 -

keine Hinweise auf eine periphere Neuropathie oder Plexopathie vor. Er 

stellte den Befund einer unauffälligen sensiblen Neuropathie des Nervus 

medianus mit Ableitung über Dig II. Ebenso unauffällig fielen die 

Myographie des M. biceps (Nervus musculocutaneus, C5/C6) sowie des 

M. infraspinatus (Nervus subscapularis, C5/C6) aus. Insbesondere 

ergaben sich keine Hinweise auf eine neurogene Denervation. Der 

Beschwerdeführer wurde auf Zuweisung durch Dr. med. V._____ am 

25. Januar 2022 ein weiteres Mal elektrodiagnostisch untersucht (Bg-act. 

212). Dr. med. X._____, Facharzt für Neurologie, Y._____, befand im 

Nervenultraschall eine normale Darstellung des Plexus brachialis links, 

C5, C6, C7 und C8 sowie des supraclaviculären Plexus und des 

proximalen Teils des infraclaviculären Plexus. In der elektro-

diagnostischen Untersuchung zeigten sich normale Neurographien und in 

den myographisch untersuchten Muskeln keine Hinweise für eine 

neurogene Schädigung des N. thoracicus longus, accessorius, 

suprascapularis, axillaris, M. cutaneus (recte wohl: N. musculocutaneus), 

alle links untersucht. In sämtlichen untersuchten Muskeln imponierte eine 

deutliche Minderaktivierung mit normal potenzialen, motorischen 

Einheiten. Dr. med. X._____ ging am 25. Januar 2022 nicht davon aus, 

dass die primäre Ursache dieses neuropathischen Schmerzsyndroms 

durch eine traumatische Nervenläsion eines Nervs im Bereich des 

Schultergürtels links verursacht worden sei.

5.5. Damit ist dargetan, dass die durch Dr. med. V._____ in den Raum gestellte 

Frage nach dem Vorhandensein von posttraumatischen Nervenschäden 

durch Dr. med. X._____ abgeklärt wurde. Die Diagnostik ist damit in 

neurologischer Hinsicht mehrfach und umfassend erfolgt. Daran vermag 

weder die Tatsache, dass der medizinische Bericht von Dr. med. X._____ 

durch den behandelnden Arzt Dr. med. V._____ und nicht von Amtes 

wegen veranlasst wurde, etwas zu ändern, steht es den Parteien doch frei, 

- 30 -

selber Beweise einzureichen; noch die Tatsache, dass Dr. med. X._____ 

nicht alle von Dr. med. V._____ in den Raum gestellten Nerven geprüft 

hat, kann doch davon ausgegangen werden, dass Dr. med. X._____ als 

Facharzt für Neurologie dafür qualifiziert ist, die aus neurologischer Sicht 

erforderlichen Abklärungen hinsichtlich der Fragestellung, ob 

posttraumatische Nervenschäden vorlägen, die zu einem Muskelungleich-

gewicht führen könnten und für den scapulären Crepitus verantwortlich 

seien, zu bestimmen (vgl. Bericht Dr. med. X._____ vom 28. Januar 2022 

[Bg-act. 212]). An diesem Schluss vermag auch der Hinweis von Dr. med. 

X._____, dass keine klare Ursache der Beschwerden habe gefunden 

werden können, nichts zu ändern. Auch für ein mögliches Muskel-

ungleichgewicht, wie Dr. med. V._____ es vermutet, bestehen keine 

Anzeichen (vgl. MRI vom 5. November 2020 [Bg-act. 23], Bericht 

Medizinische Poliklinik vom 30. November 2020 [Bg-act. 31], MRI vom 

4. Januar 2021 [Bg-act. 46], MRI und MR Arthrographie vom 26. August 

2021 [Bg-act. 158 und 159], CT vom 29. September 2021 [Bg-act. 167]). 

Damit erweist sich der Sachverhalt als genügend abgeklärt, so dass der 

Beschwerdeführer mit seiner Rüge der Verletzung des Untersuchungs-

grundsatzes nicht durchdringt.

6.1. Der Beschwerdeführer rügte weiter, dass zumindest geringe Zweifel an 

den Kreisarztberichten bestünden, weshalb eine Begutachtung in 

orthopädischer/neurologischer Hinsicht angezeigt sei. So halte Dr. med. 

V._____ in seinem Bericht vom 17. November 2021 fest, dass der 

Beschwerdeführer seit dem Unfallereignis vom 26. Oktober 2020 an 

einem sehr schmerzhaften scapulären Crepitus (Schulterkrachen) leide 

und gehe – entgegen dem Kreisarzt – davon aus, dass dieser Befund mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit auf den Unfall zurückzuführen sei. Der 

Beschwerdeführer bringt weiter vor, Dr. med. V._____ komme zum 

Schluss, dass die kreisärztliche Einschätzung vom 6. Oktober 2021, 

- 31 -

wonach der unfallbedingte Gesundheitsschaden an der linken Schulter 

überwiegend wahrscheinlich mit der Konsultation bei Dr. med. T._____ am 

4. Mai 2021 abgeheilt gewesen sei, eine Fehlbeurteilung sei. Weiter hält 

der Beschwerdeführer fest, Dr. med. V._____ kritisiere die Stellungnahme 

des Kreisarztes vom 20. Oktober 2021 und halte dieser entgegen, dass 

zwar das Schultergelenk abgeklärt worden sei, nicht jedoch das Schulter-

blatt. Diese Aussage des Kreisarztes irritiere auch deshalb, da dieser den 

Beschwerdeführer weder gesehen noch untersucht habe.

6.2. Wenn geltend gemacht wird, Kreisarzt Dr. med. U._____ habe den 

Beschwerdeführer nicht persönlich untersucht, weshalb auf seine 

Beurteilung nicht abgestellt werden könne, ist dem entgegen zu halten, 

dass nicht auf eigenen Untersuchungen der versicherten Person 

beruhende versicherungsärztliche Stellungnahmen beweiskräftig sein 

können, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen 

nur um die Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen 

Sachverhalts geht, mithin die direkte fachärztliche Befassung mit der 

versicherten Person in den Hintergrund rückt (Urteile des Bundesgerichts 

8C_253/2023 vom 7. August 2023 E.3, 8C_500/2022 vom 4. Mai 2023 

E.3, 8C_390/2022 vom 7. September 2022 E.3; SVR 2010 UV Nr. 17 

S. 63). Den Berichten von Versicherungsmedizinern (in casu Dres. med. 

O._____ vom 15. Januar 2021 und 29. März 2021 sowie U._____ vom 

21. Mai 2021, 5. Oktober 2021, 6. Oktober 2021, 20. Oktober 2021 und 

30. November 2021) kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig 

erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind 

und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 

E.3b/ee mit Hinweis), was es nachfolgend zu prüfen gilt.

6.3.1 Die Schlussfolgerung von Kreisarzt Dr. med. U._____ in der ärztlichen 

Beurteilung vom 6. Oktober 2021 (Bg-act. 170), dass mit der Konsultation 

bei Dr. med. T._____ am 4. Mai 2021 die Unfallfolgen als abgeheilt zu 

- 32 -

betrachten seien, vermag Dr. med. V._____ nicht in Zweifel zu ziehen, 

wenn er in seiner Stellungnahme vom 11. Januar 2021 (recte: 2022) 

vorbringt, es gebe keinen medizinischen Bericht, der die Schulter(blatt)-

problematik links als Krankheit klassifiziere, noch habe vor dem Unfall-

ereignis eine krankheitsbedingte Problematik dieser Schulterregion 

bestanden. Und sich fragte, weshalb bisher so viele weitere frustrane 

Behandlungsbemühungen inkl. Rehospitalisation hätten unternommen 

werden müssen, wenn der Patient anscheinend gesund sei (Bg-act. 226). 

So hat die Beschwerdegegnerin nach dem zuvor Gesagten 

rechtsprechungsgemäss nicht den Beweis für unfallfremde Ursachen zu 

erbringen. Unerheblich ist, welche Ursachen ein nach wie vor geklagtes 

Leiden hat. Die Beschwerdegegnerin hat nicht zu beweisen, dass beim 

Beschwerdeführer kein Gesundheitsschaden mehr vorliegt oder dass er 

nun gesund sei (Urteile des Bundesgerichts 8C_68/2020 vom 11. März 

2020 E.3.2, 8C_840/2019 vom 14. Februar 2020 E.3.2 mit Hinweisen, 

8C_68/2019 vom 22. Juli 2019 E.3.2). Darzulegen hat sie einzig, dass die 

unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens dahingefallen sind 

(Urteile des Bundesgerichts 8C_727/2022 vom 16. März 2023 E.3.2.4, 

8C_410/2022 vom 23. Dezember 2022 E.4.2, 8C_600/2021 vom 3. März 

2022 E.3.2). Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass (unbestrittener-

massen) der Sturz vom 26. Oktober 2020 zu den Versicherungsleistungen 

(Taggeld und Heilbehandlung) geführt hat.

6.3.2. Dr. med. V._____ moniert die Aussagen des Kreisarztes Dr. med. 

U._____, wonach keine unfallkausalen strukturellen Läsionen der linken 

Schulter mehr vorhanden seien, obwohl diese bis anhin nicht definitiv 

geklärt worden seien und es ja offensichtlich nicht um das Schultergelenk, 

sondern um eine Schulterblattproblematik gehe (vgl. Bf-act. 3 und 5).

Bei der Erstbehandlung im D._____ am 26. Oktober 2020 wurde 

radiologisch eine Scapula-Kontusion (Anm. des Gerichts: Schulterblatt-

- 33 -

Kontusion) links mit muskulärem Hartspann diagnostiziert, eine Fraktur 

konnte ausgeschlossen werden (Bg-act. 8). Der dabei erhobene 

Lokalstatus von Scapula, Clavicula und Schultergelenk links ergab ein 

intaktes Integument, kein Hämatom, keine Prellmarke, Druckschmerz im 

Bereich des Angulus inferiore scapulae sowie paravertrebral links mit 

ausgeprägter Muskelverhärtung im Bereich des Musculus rhomoideus 

links, einen leichten Schulterhochstand links ohne Druckdolenz über 

Acromion, Processus coracoideus, Clavicula oder AC-Gelenk, keine 

Bewegungseinschränkung sowie eine intakte periphere Durchblutung, 

Motorik und Sensibilität. Der Befund des MRI HWS/Schulter links vom 

5. November 2020 passte gut zu einem Direkttrauma der Scapula mit 

Hämatom um den M. Infraspinatus und einem Hämatom nahe der 

Incisura-Scapulae (vgl. Bericht Dr. med. G._____ vom 5. November 2020 

[Bg-act. 23]). Im MRI nach Arthrographie vom 4. Januar 2021 ergab sich 

kein Anhalt für eine Kompression des N. suprascapularis und N. axillaris 

im abgebildeten Untersuchungsvolumen; ein Hämatom wurde nicht mehr 

erwähnt (Bg-act. 46). Dr. med. T._____, Facharzt für Orthopädische 

Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, hielt am 5. Mai 

2021 über die Konsultation vom 4. Mai 2021 fest, die umfangreiche 

bildgebende und einmalige neurologische Abklärung habe keine 

eindeutige Ursache der Beschwerden ergeben, die anamnestisch 

neuropathischer Genese zu sein schienen. Es läge kein Hinweis für eine 

Plexusneuritis, eine Kompression des Plexus brachialis, eine 

Kompression des N. suprascapularis oder eine andere Läsion im Bereich 

der Schulter oder der HWS vor, die die Beschwerden erklären könnten. 

Das retroscapuläre Reiben erklärte er sich durch die infolge schmerz-

bedingter Fehlhaltung eingeübten abnormalen Haltungs- und Bewegungs-

muster. Aus orthopädischer Sicht lagen keine sinnvollen Interventions-

möglichkeiten vor (Bg-act. 121). Dass von der Fortsetzung der ärztlichen 

Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes des 

- 34 -

Versicherten mehr erwartet werden konnte, ergibt sich weiter aus dem 

Austrittsbericht der Q._____ vom 28. Juni 2021, wonach auch unter 

etablierter Therapie insgesamt keine wesentliche Besserung der 

Beschwerden und keine erhöhte Belastbarkeit hatte beobachtet werden 

können, und die Schmerzen zum Zeitpunkt des Austritts unverändert 

waren. Daran ändert auch nichts, dass weiterhin physiotherapeutische 

Massnahmen als auch eine ambulante unterstützende Psychotherapie 

empfohlen wurden. Gestützt auf das am 26. August 2021 erstellte MRI 

dorsale Thoraxwand und Scapula beidseitig nativ schloss Dr. med. 

V._____ am 2. September 2021 eine Pathologie im Schultergelenk links 

aus. Die ergänzende Arthrographie der Schulter links vom 26. August 

2021 zeigte keine eigentliche Läsion der Rotatorenmanschette und keine 

Anhaltspunkte für eine Capsulitis adhaesiva (Bg-act. 157 ff.). Aufgrund der 

CT-Abklärungen am 29. September 2021 schloss Dr. med. V._____ 

zudem am 29. September 2021 ossäre Läsionen der Scapula aus (Bg-act. 

165 f.). Kreisarzt Dr. med. U._____ hielt in seiner Beurteilung vom 

5. Oktober 2021 fest, dass im ganzen Verlauf in allen Untersuchungen 

keine unfallkausalen strukturellen Läsionen nachgewiesen würden, die 

das Beschwerdebild auf somatischer Ebene erklären könnten. 

Insbesondere fänden sich im letzten MRI der linken Schulter vom 

26. August 2021 keine Hinweise auf eine Capsulitis resp. frozen shoulder 

und keine Hypotrophie der Rotatorenmanschetten- und Deltamuskulatur, 

was eigentlich aber zu sehen sein müsste, wenn der Versicherte den 

linken Arm seit über einem Jahr nicht bewegt habe (Bg-act. 169). Mit 

kreisärztlicher Beurteilung vom 20. Oktober 2021 (Bg-act. 172) hielt 

Dr. med. U._____ weiter fest, nach dem Trauma vom 26. Oktober 2020 

mit Sturz auf die linke Körperseite sei bildgebend ein kleines Hämatom 

zwischen der Scapula und dem Muskulus infraspinatus links 

nachgewiesen worden, dessen Resorption in den weiteren Verlauf-MRIs 

habe verfolgt werden können. Eine weitere strukturelle Läsion im Bereich 

- 35 -

der linken Schulter habe mit den MRIs und dem CT nicht nachgewiesen 

werden können. Dr. med. X._____ befundete am 25. Januar 2022 ein 

Schmerzsyndrom der linken oberen Extremität, ausgehend von einem 

Trauma der linken Schulter mit bewegungsabhängigen Krepitationen im 

superomedialen Scapulabereich mit Minderaktivierung der linken oberen 

Extremität, Hyperalgesie im Schulterbereich, Hypästhesie im Bereich des 

linken Armes wie auch im Bereich des linken Beins (Bg-act. 212 S. 2 f.). 

Schliesslich sah auch Dr. med. X._____, der (ebenfalls) keine klare 

Ursache der Beschwerden gefunden hatte, im Bericht vom 28. Januar 

2022 keine Indikation für nervenchirurgische Interventionen am Plexus 

brachialis oder im Schultergürtelbereich links und schloss aus, dass die 

primäre Ursache des neuropathischen Schmerzsyndroms durch eine 

traumatische Nervenläsion eines Nervs verursacht worden sei (Bg-act. 

212 S. 3). Aus diesen medizinischen Unterlagen erschliesst sich, dass das 

nach dem Sturz vom 26. Oktober 2020 bildgebend nachgewiesene 

Hämatom zwischen der Scapula und dem Musculus infraspinatus 

spätestens im MRI vom 4. Januar 2021 nicht mehr erwähnt wurde; weitere 

Läsionen ergaben sich anhand der weiteren Untersuchungen nicht. Weiter 

ist auch erstellt, dass die getätigten medizinischen Untersuchungen nicht 

nur das Schultergelenk – wie durch den Beschwerdeführer – vorgebracht, 

sondern vielmehr auch das Schulterblatt (Scapula) betrafen. So stellte PD 

Dr. med. K._____, Radiologe, im CT beider Schultern nativ vom 

29. September 2021 den Befund, das Scapulablatt sei beidseits intakt, 

ohne Zeichen einer frischen oder früheren Fraktur. AC-Gelenke normal, 

keine Verkalkungen der RM Sehnen beidseits. Dies führte ihn zur 

Beurteilung, dass eine normale ossäre Situation der Schultern beidseits 

vorliege, insbesondere keine Exostosen der Skapula links, keine 

Raumforderung zwischen Skapula und Thoraxwand, symmetrische 

Trophik der Muskulatur um die Skapula beidseits (Bg-act. 167). Gestützt 

auf die gesamten medizinischen Unterlagen beurteilte Kreisarzt Dr. med. 

- 36 -

U._____ einen lückenlosen Befund und einen feststehenden 

medizinischen Sachverhalt, der keiner kreisärztlichen Untersuchung des 

Beschwerdeführers bedurfte. Es bestehen keine auch nur geringen 

Zweifel an den kreisärztlichen Feststellungen vom 5., 6. und 20. Oktober 

2021 sowie vom 30. November 2021, die widerspruchsfrei schlüssige und 

nachvollziehbare Beurteilungen beinhalten. Es kann somit vom Dahin-

fallen der unfallbedingten Ursachen für die Beschwerden respektive vom 

Erreichen des medizinischen Endzustandes am 4. Mai 2021 ausgegangen 

werden. Seitens der Invalidenversicherung (IV) hatte der Beschwerde-

führer keinen Anspruch auf berufliche Eingliederungsmassnahmen (Bg-

act. 192). Somit ist der Zeitpunkt des Dahinfallens von Unfallursachen 

respektive des Fallabschlusses (Art. 19 UVG) nicht zu beanstanden und 

diese Rüge geht ins Leere.

6.4.1. Der Beschwerdeführer begründet seine Rüge, dass der scapuläre 

Crepitus links – entgegen der Auffassung des Kreisarztes – unfallbedingt 

sei, unter Verweis auf den Bericht von Dr. med. V._____ vom 

17. November 2021. Dr. med. V._____ hält dort fest, dass der Patient seit 

dem Unfallereignis vom 26. Oktober 2020 nach erlittener Kontusion des 

Schulterblattes mit diagnostizierten Hämatomen an einem sehr schmerz-

haften scapulären Crepitus (Schulterkrachen) links leide. Er ging davon 

aus, dass dieser Befund mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf den 

Unfall zurückzuführen sei, da der Patient davor als Baumaschinist tätig, 

sportlich sehr aktiv gewesen sei und keinerlei körperliche Einschrän-

kungen gehabt habe (vgl. Ziff. 1.1 [Bg-act. 193 S. 1]).

6.4.2. Vorab ist dazu festzuhalten, dass die Argumentation des behandelnden 

Arztes Dr. med. V._____, wonach der Patient vor dem Unfall als 

Baumaschinist gearbeitet und sportlich sehr aktiv gewesen sei, keinerlei 

körperliche Einschränkungen vorgelegen hätten, auf den beweisrechtlich 

unzulässigen Schluss "post hoc ergo propter hoc" hinausläuft. Es ist 

- 37 -

zudem auf die Erfahrungstatsache hinzuweisen, dass Hausärzte und 

behandelnde Ärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche 

Vertrauensstellung im Zweifelsfall eher zu Gunsten ihrer Patienten 

aussagen (Urteile des Bundesgerichts 8C_549/2021 vom 1. Juli 2022 

E.7.2, 8C_819/2019 vom 26. Februar 2020 E.6.3.3 und 8C_900/2017 vom 

30. Mai 2018 E.4.2.2). Überdies ergibt sich aus den Akten, dass der 

Beschwerdeführer nebst anamnestisch St.n. Hirnblutung nach Verkehrs-

unfall im Jahr 2013 bereits in den Jahren 2009 und 2010 drei Mal gestürzt 

war, worauf passagere linksbetonte Arm- und Beinparesen auftraten, 

sowie erneut am 26. Januar 2020 stürzte und danach an zunehmender 

Versteifung und Schmerzen sowie Kribbelparästhesien an der linken 

oberen Extremität und linken unteren Extremität bis Knie lateral litt; 

radiologisch wurde eine Diskushernie C5/C6 links mit geringer foraminaler 

Enge festgehalten (Bg-act. 63, 220). Im Oktober 2020 kam es zum letzten 

(bekannten) Sturzereignis, wobei wiederum diffuse Hypästhesien des 

linken Armes und Beines sowie eine schmerzbedingt stark eingeschränkte 

Beweglichkeit der linken Schulter auftraten (vgl. dazu die Berichte von 

Dr. med. S._____ vom 11. März 2021 und 24. März 2021 [Bg-act. 220 f.]). 

Damit ist erstellt, dass vor dem hier massgebenden Unfallereignis vom 

26. Oktober 2020 – entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers 

bzw. seines behandelnden Arztes Dr. med. V._____ – bereits körperliche 

Einschränkungen vorgelegen hatten.

6.5.1. Aus den vorliegenden medizinischen Akten ergibt sich weiter, dass 

Beschwerden bestehen, die aus somatischer Sicht nicht erklärt werden 

konnten. Im Austrittsbericht der I._____ vom 11. Januar 2021 über die 

Hospitalisation vom 31. Dezember 2020 bis 8. Januar 2021 interpretierten 

die behandelnden Ärzte die Schmerzen bei möglicher Schmerz-

chronifizierung mit einhergehender Schonhaltung oder bei zentral 

hypersensitiver Schmerzverarbeitung. Es wurde eine ambulante 

- 38 -

Anbindung in die psychosomatische Sprechstunde bei Dr. med. R._____ 

veranlasst (Bg-act. 62). Am 22. Februar 2021 diagnostizierte Dr. med. 

R._____ v.a. ein somatoformes Schmerzsyndrom nach Sturz am 

26. Oktober 2020 (Bg-act. 97). Dr. med. S._____, Leitende Ärztin 

Schmerztherapie I._____, äusserte am 24. März 2021 den hochgradigen 

Verdacht auf eine somatoforme Schmerzstörung (Bg-act. 221). Nachdem 

unter etablierter Therapie an der Q._____ insgesamt keine wesentliche 

Besserung der Beschwerden und keine erhöhte Belastbarkeit erfolgte und 

die Schmerzen unverändert waren, wurde bei bestehenden psycho-

sozialen Kontextfaktoren eine ambulante unterstützende Psychotherapie 

empfohlen (vgl. Austrittsbericht der Q._____ vom 28. Juni 2021 [Bg-act. 

140]).

6.5.2. Aufgrund zusätzlicher, organisch nicht objektiv ausgewiesener 

Beschwerden bei Fallabschluss ist eine Prüfung der adäquaten Unfall-

kausalität der vom Beschwerdeführer noch geklagten gesundheitlichen 

Störungen erforderlich (BGE 138 V 248 E.4). Diese ist nach der Praxis zu 

den psychischen Fehlentwicklungen nach einem Unfall vorzunehmen, 

mithin unter Ausschluss psychischer Aspekte des Gesundheitsschadens 

(vgl. dazu Erwägung 3.2.2; vgl. BGE 140 V 356 E.3.2). Ausgangspunkt der 

Adäquanzbeurteilung bildet das objektiv erfassbare Unfallereignis. Im 

Rahmen einer objektivierten Betrachtungsweise ist zu untersuchen, ob der 

Unfall eher als leicht, als mittelschwer oder als schwer erscheint, wobei im 

mittleren Bereich gegebenenfalls eine weitere Differenzierung nach der 

Nähe zu den leichten oder schweren Unfällen erfolgt. Massgebend für die 

Beurteilung der Unfallschwere ist der augenfällige Geschehensablauf mit 

den sich dabei entwickelnden Kräften. Irrelevant sind die Unfallfolgen oder 

Begleitumstände, die nicht direkt dem Unfallgeschehen zugeordnet 

werden können; solchen Faktoren ist gegebenenfalls bei den Adäquanz-

kriterien Rechnung zu tragen (vgl. BGE 148 V 301 E.4.3.1, 140 V 356 

- 39 -

E.5.1 und 115 V 133 E.6; vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_640/2022 

vom 9. August 2023 E.3.4, 8C_698/2022 vom 3. Mai 2023 E.5.1, 

8C_427/2022 vom 28. Februar 2023 E.6.2.1). Nicht zu berücksichtigen 

sind somit das subjektive Erleben des Unfalls durch die verunfallte Person 

und die Folgen, welche sich im Laufe der Zeit als Reaktion auf den Unfall 

entwickeln (vgl. BGE 140 V 356 E.5.3 und 5.6.1). Bei banalen Unfällen wie 

beispielsweise bei geringfügigem Anschlagen des Kopfes oder Übertreten 

des Fusses und bei leichten Unfällen wie z.B. einem gewöhnlichen Sturz 

oder Ausrutschen kann der adäquate Kausalzusammenhang zwischen 

Unfall und psychischen Gesundheitsstörungen in der Regel ohne weiteres 

verneint werden, weil aufgrund der allgemeinen Lebenserfahrung, aber 

auch unter Einbezug unfallmedizinischer Erkenntnisse davon 

ausgegangen werden darf, dass ein solcher Unfall nicht geeignet ist, einen 

erheblichen Gesundheitsschaden zu verursachen (BGE 129 V 177 E.4.1, 

115 V 133 E.6a).

6.5.3. Gemäss Schadenmeldung UVG der Arbeitgeberin vom 2. November 2020 

rutschte der Beschwerdeführer am 26. Oktober 2020 beim 

Wandern/Spazieren in der Mittagspause auf Neuschnee aus und stürzte 

(Bg-act. 1 und 5). Betreffend Unfallhergang liegen unterschiedliche 

Versionen des Beschwerdeführers vor (vgl. z.B. Bg-act. 1, 5, 39, 122, 134, 

180). Unbestritten blieb, dass der Beschwerdeführer ohne Fremd-

einwirken ausgerutscht und auf die linke Schulter gestürzt war. Die 

Beschwerdegegnerin qualifizierte diesen Unfall mit Blick auf die 

bundesgerichtliche Rechtsprechung zu Recht als leicht, was im Übrigen 

auch unbestritten blieb, womit die Adäquanz zu verneinen ist. Somit kann 

die Frage nach dem natürlichen Kausalzusammenhang zwischen dem 

Unfall und den noch geklagten, organisch nicht hinreichend 

nachweisbaren Beschwerden des Beschwerdeführers offen bleiben (vgl. 

BGE 148 V 301 E.4.5.1, 148 V 138 E.5.1.2, 147 V 207 E.6.1; Urteile des 

- 40 -

Bundesgerichts 8C_574/2022 vom 6. März 2023 E.4.2.3, 8C_427/2022 

vom 28. Februar 2023 E.6.1, 8C_582/2021 vom 11. Januar 2022 E.9.4).

6.6. Im Übrigen beantragte der Beschwerdeführer das Einholen eines 

orthopädisch/neurologischen Gutachtens. Führen die von Amtes wegen 

vorzunehmenden Abklärungen die Verwaltung oder das Gericht bei 

pflichtgemässer Beweiswürdigung zur Überzeugung, ein bestimmter 

Sachverhalt sei als überwiegend wahrscheinlich zu betrachten und es 

könnten weitere Beweismassnahmen an diesem feststehenden Ergebnis 

nichts mehr ändern, so ist auf die Abnahme weiterer Beweise zu 

verzichten. In einem solchen Vorgehen liegt weder ein Verstoss gegen die 

Ansprüche auf freie Beweiswürdigung und Beweisabnahme noch gegen 

das rechtliche Gehör gemäss Art. 29 Abs. 2 der Schweizerischen 

Bundesverfassung (BV, SR 101; antizipierte Beweiswürdigung; vgl. 

BGE 144 V 361 E.6.5, 144 II 427 E.3.1.3, 136 I 229 E.5.3). Mit Vorliegen 

der umfassenden ärztlichen Beurteilungen, wie vorstehend ausgeführt, ist 

von Beweisergänzungen im Sinne eines Gutachtens in orthopädischer/-

neurologischer Hinsicht abzusehen, da davon keine entscheidrelevanten 

neuen Erkenntnisse zu erwarten sind (zum Ganzen: Urteil 8C_473/2022 

vom 20. Januar 2023 E.5.8 mit Hinweis).

6.7. Zusammenfassend vermag der Beschwerdeführer nicht aufzuzeigen, 

inwiefern wenigstens geringe Zweifel an den Beurteilungen des Kreis-

arztes Dr. med. U._____ bestehen sollen (vgl. BGE 145 V 97 E.8.5). Aus 

dem Gesagten ergibt sich, dass die kreisärztlichen Beurteilungen von 

Dr. med. U._____ für die streitigen Belange der Schulterproblematik 

umfassend sind, die geklagten Beschwerden berücksichtigen und jeweils 

in Kenntnis aller Vorakten (Anamnese) abgegeben worden sind, wie auch 

in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der 

Beurteilung der medizinischen Situation einleuchten. Seine Schluss-

folgerungen sind schlüssig begründet, wenn er auf Dr. med. T._____ am 

- 41 -

4. Mai 2021 abstellt und in seiner Beurteilung vom 20. Oktober 2021 – 

aufgrund aller Vorakten und kreisärztlichen Beurteilungen – festhält: 

"Nach einem Trauma vom 26.10.2020 mit Sturz auf die linke Körperseite 

wurde bildgebend ein kleines Hämatom zwischen der Skapula und dem 

Muskulus infraspinatus links nachgewiesen, dessen Resorption in den 

weiteren Verlauf-MRIs verfolgt werden konnte. Eine weitere strukturelle 

Läsion im Bereich der linken Schulter konnte mit den MRIs und dem CT 

nicht nachgewiesen werden. Eine neurologische Untersuchung konnte die 

einst als Verdachtsdiagnose geäusserte Nervenkompression 

ausschliessen. Es liegen keine unfallkausalen strukturellen Läsionen der 

linken Schulter mehr vor.". Dasselbe erhellt auch, wenn er am 

30. November 2021 die Diagnostik aus neurologischer Sicht als erfolgt 

und den medizinischen Sachverhalt als abschliessend erklärt. Gerade 

auch PD Dr. med. K._____ radiologische Beurteilung vom 29. September 

2021 ("Normale ossäre Situation der Schultern beidseits. Insbesondere 

keine Exostosen der Skapula links. Keine Raumforderung zwischen 

Skapula und Thoraxwand. Symmetrische Trophik der Muskulatur um die 

Skapula beidseits." [Bg-act. 167]), und Dr. med. X._____ neurologische 

Beurteilung vom 28. Januar 2022 ("[…] In der elektrodiagnostischen 

Untersuchung zeigen sich normale Neurographien und in den 

myographisch untersuchten Muskeln keine Hinweise für eine neurogene 

Schädigung des N. thoracicus longus, accessorius, suprascapularis, 

axillaris, M. cutaneus, alle links untersucht. In sämtlichen untersuchten 

Muskeln imponiert eine deutliche Minderaktivierung mit normal 

potenzialen motorischen Einheiten. Bei den aktuellen Befunden ist nicht 

davon auszugehen, dass die primäre Ursache dieses neuropathischen 

Schmerzsyndroms mit autonomen Zeichen durch eine traumatische 

Nervenläsion eines Nervens im Bereich des Schultergürtels links 

verursacht wurde." […]. [Bg-act. 212]) unterstreichen die kreisärztliche 

Beurteilung nicht (mehr) vorhandener unfallkausaler struktureller Läsionen 

- 42 -

an der Schulter. Somit kann auf dessen Aktenbeurteilungen, die 

überzeugen, schlüssig und nachvollziehbar begründet und 

widerspruchsfrei sind und an denen keine geringen Zweifel bestehen, 

abgestellt werden. Auch die Folgerung von Kreisarzt Dr. med. U._____, 

dass die Unfallfolgen spätestens am 4. Mai 2021 als abgeheilt zu 

betrachten waren, erweist sich nach dem Gesagten als rechtens. Aus den 

Akten ergibt sich denn auch, dass die danach weiterbestehenden 

Beschwerden unfallfremd waren und psychosoziale Kontextfaktoren in 

Betracht gezogen wurden. Zusammenfassend ist die Einstellung der 

Versicherungsleistungen per 31. Oktober 2021 somit nicht zu 

beanstanden, der angefochtene Einspracheentscheid vom 14. April 2022 

erweist sich damit als rechtens und die Beschwerde als unbegründet, 

weshalb sie abzuweisen ist.

7.1. Gemäss Art. 61 lit. fbis ATSG sind Verfahren vor dem kantonalen 

Versicherungsgericht bei Streitigkeiten über Leistungen kostenpflichtig, 

wenn dies im jeweiligen Einzelgesetz vorgesehen ist. Die 

Sonderbestimmungen zur Rechtspflege gemäss Art. 105 ff. UVG sehen 

keine generelle Kostenpflicht vor. Damit sind unfallversicherungs-

rechtliche Beschwerdeverfahren über Leistungen in der Regel kostenlos. 

Vorbehalten bleibt die Kostenauflage infolge – in casu nicht vorliegenden 

– mutwilligen oder leichtsinnigen Verhaltens (Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. 

Art. 61 lit. fbis in fine ATSG). Für das vorliegende Beschwerdeverfahren 

sind daher keine Kosten zu erheben.

7.2. Ein Parteikostenersatz steht der obsiegenden Beschwerdegegnerin nicht 

zu (vgl. Art. 61 lit. g ATSG).

7.3. Zu prüfen bleibt, ob dem Beschwerdeführer die beantragte unentgeltliche 

Rechtsverbeiständung zu gewähren ist.

- 43 -

7.4.1. Nach Art. 29 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen 

Eidgenossenschaft (BV; SR 101) hat jede Person, die nicht über die 

erforderlichen Mittel verfügt, Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege, 

wenn ihr Rechtsbegehren nicht aussichtslos erscheint. Als bedürftig gilt 

eine Person, wenn sie unter Berücksichtigung ihrer gesamten wirtschaft-

lichen Situation die Kosten eines Prozesses nicht aufzubringen vermag, 

ohne jene Mittel anzugreifen, die für die Deckung des eigenen 

notwendigen Lebensunterhalts und desjenigen ihrer Familie erforderlich 

sind (vgl. BGE 144 III 531 E.4.1 und 141 III 369 E.4.1). Als aussichtslos 

sind nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung Prozessbegehren 

anzusehen, bei denen die Gewinnaussichten beträchtlich geringer sind als 

die Verlustgefahren und die deshalb kaum als ernsthaft bezeichnet 

werden können. Dagegen gilt ein Begehren nicht als aussichtslos, wenn 

sich Gewinnaussichten und Verlustgefahren ungefähr die Waage halten 

oder jene nur wenig geringer sind als diese. Massgebend ist, ob eine 

Partei, die über die nötigen Mittel verfügt, sich bei vernünftiger Überlegung 

zu einem Prozess entschliessen würde; eine Partei soll einen Prozess, 

den sie auf eigene Rechnung und Gefahr nicht führen würde, nicht deshalb 

anstrengen können, weil er sie nichts kostet (BGE 140 V 521 E.9.1, 139 

III 475 E.2.2, 138 III 217 E.2.2.4, 122 I 267 E.2b und 119 Ia 251 E.3b). Die 

beschwerdeführende Person hat ausserdem, wo die Verhältnisse es 

rechtfertigen, Anspruch auf unentgeltlichen Rechtsbeistand (vgl. Art. 61 

lit. f ATSG), sofern die Verbeiständung durch einen Anwalt oder eine 

Anwältin notwendig oder doch sachlich geboten ist (vgl. BGE 135 I 1 E.7.1 

und 132 V 200 E.4.1; vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_374/2022, 

8C_421/2022 vom 5. Dezember 2022 E.6.1, 8C_413/2021 vom 

29. September 2021 E.5.3 und 8C_353/2019 vom 2. September 2019 

E.3.1). Angesichts der Komplexität der Fragestellungen im 

Sozialversicherungsrecht wird eine Aussichtslosigkeit nur zurückhaltend 

angenommen (vgl. KIESER, a.a.O., Art. 61 Rz. 192).

- 44 -

7.4.2. Vorliegend erscheint der Rechtsstreit weder offensichtlich mutwillig noch 

von vornherein aussichtslos. Auch ist die Vertretung durch einen Anwalt 

notwendig oder doch zumindest sachlich geboten, zumal es sich beim 

Beschwerdeführer um einen Laien handelt. Ausserdem ergibt sich die 

Bedürftigkeit des Beschwerdeführers ohne Weiteres aus den 

eingereichten Unterlagen. Der Beschwerdeführer ist ledig und Vater eines 

minderjährigen Sohnes (im Zeitpunkt des Einspracheentscheides 13-

jährig [URP-act. 1]). Über Vermögen verfügt der Beschwerdeführer nicht 

(vgl. Kontoauszüge PostFinance AG [URP-act. 11]). Ab dem 26. Oktober 

2020 war der Beschwerdeführer zu 100 % arbeitsunfähig und per Ende 

Oktober 2021 stellte die Beschwerdegegnerin die Versicherungs-

leistungen ein (vgl. Einspracheentscheid vom 14. April 2022 [Bg-act 218]). 

Die Steuerbehörde der Gemeinde AA._____ bestätigte am 14. März 2022 

ein Reineinkommen im Jahr 2021 von CHF 49'141.-- und ein Rein-

vermögen im Jahr 2021 von CHF 0.-- [URP-act. 2]. Aus den Übersichten 

vom 14. März 2022 resp. 19. Mai 2022 [URP-act. 4] ergibt sich weiter, 

dass der Beschwerdeführer aus seiner Tätigkeit für die AB._____ AG im 

November 2021 einen Nettolohn von CHF 7'355.50, im Oktober 2021 und 

im Dezember 2021 hingegen keinen Lohn erzielte. Aus den eingereichten 

Kontoauszügen der PostFinance AG ergeben sich ab Januar 2022 

monatliche Zahlungseingänge, u.a. von AC._____, in der Höhe zwischen 

CHF 100.-- und CHF 510.-- (URP-act. 11). Gemäss Vereinbarung vom 

28. Oktober 2021 erhielt der Beschwerdeführer ab 1. November 2021 bis 

zum 1. Mai 2022 von AC._____ einen monatlichen Unterhalt von 

CHF 1'000.-- ausbezahlt (URP-act. 13). Weiter ergibt sich, dass auf den 

Beschwerdeführer diverse Verlustscheine in der Gesamthöhe von 

CHF 7'110.25 aus unbezahlten Rechnungen der Kranken- und 

Unfallversicherung ÖKK lauten (URP-act. 12). Demzufolge ist dem 

Beschwerdeführer entsprechend seinem Gesuch um unentgeltliche 

Rechtspflege für das vorliegende Beschwerdeverfahren ein unent-

- 45 -

geltlicher Rechtsbeistand in der Person von Rechtsanwalt MLaw Jonas 

Steiner zu bewilligen. Die notwendigen Kosten der Rechtsvertretung sind 

demzufolge (vorläufig) von der Gerichtskasse zu übernehmen. Der 

Rechtsvertreter des Beschwerdeführers verzichtete am 10. Juni 2022 auf 

die Einreichung einer Kostennote und beantragte die Festsetzung des 

Honorars nach gerichtlichem Ermessen. Die Entschädigung ist mithin vom 

Gericht nach kantonalem Recht zu bemessen (KIESER, a.a.O., Art. 61 

Rz. 181). Nach Art. 5 Abs. 1 und 2 der kantonalen Verordnung über die 

Bemessung des Honorars der Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte 

(Honorarverordnung [HV]; BR 310.250) ist von einem Stundenansatz von 

CHF 200.-- zuzüglich notwendige Barauslagen und Mehrwertsteuer 

auszugehen. In Anbetracht der Umstände, insbesondere der Komplexität 

des Sachverhalts und der sich stellenden Rechtsfragen sowie des 

einfachen Schriftenwechsels, rechtfertigt es sich nach Auffassung des 

Gerichts, dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers eine pauschale 

Entschädigung von CHF 1'500.-- (inkl. Spesen und MWST) zuzusprechen, 

welche in Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege zunächst zu 

Lasten der Gerichtskasse geht. Diese Kosten der Rechtsvertretung hat der 

Beschwerdeführer zu erstatten, wenn sich seine Einkommens- oder 

Vermögensverhältnisse gebessert haben und er hierzu in der Lage ist 

(Art. 61 ATSG i.V.m. Art. 77 VRG).

III. Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3.1. A._____ wird für das Verfahren vor dem Verwaltungsgericht des Kantons 

Graubünden ein unentgeltlicher Rechtsbeistand bewilligt und in der Person 

von Rechtsanwalt MLaw Jonas Steiner ein Rechtsvertreter auf Kosten des 

- 46 -

Staates bestellt. Dieser wird durch die Gerichtskasse mit pauschal 

CHF 1'500.-- (inkl. Spesen und MWST) entschädigt.

3.2. Wenn sich die Einkommens- oder Vermögensverhältnisse von A._____ 

gebessert haben und er hierzu in der Lage ist, hat er das Erlassene und 

die Kosten der Rechtsvertretung zu erstatten (Art. 77 VRG).

4. [Rechtsmittelbelehrung]

5. [Mitteilung]