# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e566f4bf-4627-5b5d-bd58-1585f4df9427
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-08-24
**Language:** de
**Title:** Art. 23 BVG; zahlreiche Stellenwechsel mit dauerhafter Einschränkung der Leistungsfähigkeit nach Krebsbehandlung 1992 zu erklären; invalidisierende AUF trat schon vor Beginn Vorsorgeverhältnisse mit Beklagten 1-3 ein; keine Unterbrechung des zeitl. Zusammenhangs zwischen 1. und 2. Rentenzusprache durch IV; Abweisung.
**Docket/Reference:** BV.2013.00037
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/BV.2013.00037.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
BV.2013.00037
III. Kammer
Sozialversicherungsrichter Gräub, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Annaheim
Sozialversicherungsrichterin Daubenmeyer
Gerichtsschreiberin Fischer
Urteil
vom
24. August 2015
in Sachen
X.___
Klägerin
vertreten durch Rechtsanwalt Urs P. Keller
Suffert
Neuenschwander
& Partner
Rotfluhstrasse
91, Postfach 525, 8702 Zollikon
gegen
1.
BVG-Sammelstiftung Swiss Life
c/o Swiss Life AG
General-
Guisan
-Quai 40, Postfach, 8022 Zürich
2.
ASGA Pensionskasse Genossenschaft
Rosenbergstrasse 16, Postfach, 9001 St. Gallen
3.
AXA Stiftung Berufliche Vorsorge, Winterthur
c/o AXA Leben AG
General
Guisan
-Strasse 40, Postfach 300, 8401 Winterthur
Beklagte
Beklagte 2 vertreten durch Rechtsanwalt Andreas
Wiget
Rohner
Turnherr
Wiget
& Partner, Rechtsanwälte
Rosenbergstrasse 42b, 9000 St. Gallen
Beklagte 3 Zustelladresse: AXA Leben AG
c/o Legal & Compliance
Paulstrasse 9, Postfach 300, 8401 Winterthur
Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1970 geborene
X.___
war
vom 1. August 2001 bis 31. März 2002 bei der
Y.___
beschäftigt
(Urk. 18/1.31, Urk. 18/1.22 S. 4)
und bei der
Aspida
,
Fondation
collective
pour
la
réalisation
des
mesures
de
prévoyance
conformes
à la LPP (nachfolgend:
Aspida
), deren
Rechtsnachfolge
rin
die BVG-Sammelstiftung Swiss Life ist
, vorsorgeversichert
(vgl. Urk. 19 S. 6, Urk. 20/22). V
om 1. Mai 2002 bis 28. Februar 2003
war sie
bei der
Z.___
angestellt
und damit bei der Personalfürsorgestiftung der
Z.___
, später Pensionskasse
Z.___
, deren Vorsorgeverhältnisse mit Wirkung per 1. Januar 2009 von der BVG-Sammelstiftung Swiss Life über
nommen wurden, versichert (Urk. 2/2, Urk. 2/9, Urk. 6
, Urk. 7/1-5
, Urk. 19 S. 2 f.
,
Urk. 20/2
, Urk. 20/13-16,
Urk. 18/1.12
, Urk. 18/1.36 S. 4
).
Im Rahmen ihres Arbeitsverhältnisses mit der
A.___
vom
1. März 2007 bis 31. Juli 2008 war sie
daraufhin
bei der
ASG
A
Pensionskasse
Genossenschaft
(Urk.
2/4
, Urk. 18/36
)
und aufgrund ihrer Anstellung bei der
B.___
schliesslich
vom 23. Juli 2008 bis 31. Oktober 2009 bei der AXA Stiftung Berufliche Vorsorge, Winterthur, vorsorgeversichert (
Urk. 13 S. 2,
Urk.
18/11 S. 2 ff.
, Urk. 18/34
).
1.2
Am 26. Februar 2002 hatte sich
X.___
erstmals – unter Hinweis a
uf
die
als Folge einer Knochenmarkt
ransplantation bei
Non-Hodgkin
Lym
phom bestehende
n
Beschwerden – zum Bezug von Leistungen (Berufsberatung, Umschulung auf eine neue Tätigkeit, Wiedereinschulung in die bisherige Tätig
keit, Arbeitsvermittlung, Rente)
der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) angemeldet (Urk. 18/1.35).
Die Sozialversicherungsanstalt
(SVA)
des Kantons Zürich, IV-Stelle, sprach ihr
nach einschlägigen Abklärungen – mit Verfügung vom 23. Januar 2004 (Urk. 18/1.11, Urk. 18/1.18) mit Wirkung ab 1. September 2003
eine auf einem Invaliditätsgrad
von 50 % basierende halbe Rente zu. Nachdem ihr die Versicherte
am 2. Dezember 2004
mitgeteilt hatte, dass sie seit
17. November
2004 im Vollzeitpensum bei der
C.___
angestellt
sei
(
Urk. 18/1.6,
Urk. 18/1.5
S. 5
f.), verfügte die IV-Stelle am 3. Februar 2005
unter Hinweis auf einen Invaliditätsgrad von nunmehr 2 % - die Einstellung der Rente per
Ende März 2005 (Urk. 18/1.4).
Am 21. Januar 2010
beantragte
X.___
– wegen seit der Knochen
marktransplantation im Jahr 1992 bestehender Müdigkeit und k
örperlicher Schwäche – erneut
Leistungen (Berufsberatung, Umschulung auf eine neue Tätigkeit) der IV (Urk. 18/4).
Die – infolge eines Umzugs der Versicherten
(Urk. 18/1.2)
– neu zuständige SVA des Kantons Basel
-
Stadt, IV
Stelle,
traf darau
fhin berufliche, erwerbliche sowie
medizinische Abklärungen
und sprach ihr mit Verfügung vom 11. Mai 2011 (Urk. 18/28) mit Wirkung ab 1. November 2010 eine auf einem Invaliditätsgrad von 50 % beruhende halbe Rente zu.
1.3
In der Folge wandte sich die
Versicherte
an die AXA
Stiftung Berufliche Vor
sorge, Winterthur
, welche
ihr
Leistungsbegehren
– unter Hinweis darauf, dass die Versicherte im Zeitpunkt des Versicherungsbeginns am 23. Juli 2008 schon seit Jahren, jedenfalls aber seit 27. April 2008, erheblich in ihrer Arbeitsfähig
keit eingeschränkt gewesen sei –
am 4. Juni 2012 abwies
(Urk. 2/6)
. Mit E-Mail vom 13. Juni 2012 lehnte es die Pensionskasse
Z.___
– wie
aufgrund eines früheren entsprechenden Gesuchs
schon mit Schreiben vom 12. Februar 2004
–
ebenfalls
ab, Invaliditätsleistungen zu erbringen, da die Krankheit der Versi
cherten schon vor Beginn des Vorsorgeverhältnisses ausgebrochen sei (Urk. 2/9).
Schliesslich verneinte a
m 10. Dezember 2012 auch die ASGA Pen
sionskasse
Genossenschaft
den Leistungsanspruch der Versicherten, da die invalidisierende Arbeitsunfähigkeit bereits im Oktober 2002 und damit geraume Zeit vor Beginn des Vorsorgeverhältnisses am 1. März 2007 eingetreten sei und
die Klägerin nach dem Austritt aus der Vorsorgeeinrichtung am 31. Juli 2008 im Rahmen ihrer nachfolgenden Anstellungen weiterhin ein
rentenaus
schliessendes
Einkommen erzielt habe (Urk. 2/4).
2.
Am
17. Mai 2013 li
ess
X.___
mit folgendem Rechtsbegehren Klage gegen die
Pensionskasse
Z.___
beziehungsweise die
BVG-Sammel
stif
tung
Swiss Life, gegen die ASGA Pensionskasse Genossenschaft und gegen die AXA Stiftung Berufliche Vorsorge, Winterthur,
erheben (Urk. 1 S. 2):
"1.
Die Beklagte
1
sei zu verpflichten, de
r Klägerin vom 1. September 2003 bis 31. März 2005 eine Invalidenrente aufgrund eines Invaliditätsgrades von 50 % gemäss den gesetzlichen und reglementarischen Bestimmun
gen auszurichten, nebst Zahlung eines Verzugszinses von 5 % seit 1. Sep
tember 2003, dies unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beklagten 1.
2.
Die Beklagte 2 sei zu verpflichten, der Kläger
in
ab 1. November 2010 eine Invalidenrente aufgrund eines Invaliditätsgrades von 50 % gemäss den gesetzlichen und reglementarischen Bestimmungen auszurichten, nebst Zahlung eines Verzugszinses von 5 % seit 1. November 2010, dies unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beklagen 2.
3.
Eventualiter sei die Beklagte 3 zu verpflichten, der Klägerin ab 1. November 2010 eine Invalidenrente aufgrund eines Invaliditätsgrades von 50 % gemäss den gesetzlichen und reglementarischen Bestimmun
gen auszurichten, nebst Zahlung eines Verzugszinses von 5 % seit 1. November 2010, dies unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu
lasten der Beklagen 3.
4.
Der Klägerin sei die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren und in der Person des Unterzeichnenden ein unentgeltlicher Rechtsvertreter zu bestellen.“
Die ASGA Pensionskasse Genossenschaft schloss am 28. August 2013 auf Abwei
sung der Klage unter Kostenfolge (Klageantwort, Urk. 10).
Mit
Klage
antwort
vom 27. August 2013 (Urk. 13) ersuchte
auch
die AXA Stiftung Berufli
che Vorsorge, Winterthur
,
um – kosten- und entschädigungspflichtige – Abweisung der gegen sie gerichteten Klage. Nachdem mit Verfügung vom 3. September 2013 (Urk. 15) die Akten der IV beigezogen worden waren (Urk. 18), beantragte am 26. September 2013 auch die Sammelstiftung Swiss Life Abweisung der Klage, soweit damit Leistungen von ihr gefordert würde
n
, dies unter Kosten
– und Entschädigungsfolgen (Klageantwort, Urk. 19).
Repli
cando
(Urk. 22) und
duplicando
(Urk. 26 f. und Urk. 29) hielten die Parteien an ihren Rechtsbegehren fest. Mit Verfügung vom 24. Januar 2014 (Urk. 30) wurde der Klägerin die unentgeltliche
Rechtsverbeiständung
in der Person von
Rechts
anwalt Urs P.
Keller
bewilligt.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen ist, soweit für die
Entscheidfindung
erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen ein
zugehen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
1.1.1
Gemäss
Art. 41 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Berufliche Alters-, Hinter
lasse
nen- und Invalidenvorsorge (BVG)
in der bis 31.
Dezember 2004 geltenden Fassung verjähren Forderungen auf periodische Beiträge und Leis
tungen nach fünf, andere nach zehn Jahren. Die Artikel 129-142 des Obligatio
nenrechts
(OR)
sind anwendbar.
D
as Stammrecht auf Invalidenrente
unterliegt
r
echtsprechungsgemäss
der zehn
jährigen Verjährungsfrist (
vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts 9C_321/2007 vom 28. September 2007 E. 3.1)
.
1.1.2
Im Zuge der
1.
BVG-Revision gemäss Bundesgesetz vom
3.
Oktober 2003 (AS
2004 1677, 1700) wurde
Art.
41 BVG geändert. Nach der seit
1.
Januar 2005 geltenden Fassung verjähren die Leistungsansprüche nicht, sofern die Versicherten im Zeitpunkt des Versicherungsfalles die Vorsorgeeinrichtung nicht verlassen haben (
Abs.
1). Forderungen auf periodische Beiträge und Leis
tungen verjähren nach fünf, andere nach zehn Jahren. Die Artikel 129-142 des Obligationenrechts sind anwendbar (
Abs.
2). Mangels einer Übergangsbe
stimmung gilt die Änderung von
Art.
41
Abs.
1 und 2 BVG auch für die bei ihrem Inkrafttreten noch nicht verjährten Forderungen
(BGE 140 V 213 mit Hinweisen
)
.
Mit dem neu gefassten
Art. 41 Abs. 1 BVG
führte der Gesetzgeber auch für die berufliche Vorsorge den Grundsatz der Unverjährbarkeit des Stammrechts auf eine Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenrente ein, aller
dings nur für Versi
cherte, welche im Zeitpunkt des Versicherungsfalles die Vorsorgeeinrichtung noch nicht verlassen haben
(siehe dazu aber BGE 140 V 213)
. Hingegen hielt er an der Verjährbarkeit der einzel
nen Forderungen fest, indem er den bisherigen Abs.
1 von
Art.
41 BVG
unver
ändert in Abs.
2 des revidierten Art.
41 BVG übernahm. Nach dem klaren Wil
len des Gesetzgebers verjährt zwar gegebenenfalls das
Rentenstammrecht
nicht, die einzelnen Ren
tenzahlungen unterliegen aber nach wie vor der fünfjährigen Verjährungsfrist
(
Urteil des Bundesgerichts 9C_321/2007 vom 28. September 2007 E. 2.3 mit Hinweisen)
.
1.1.3
Eine Forderung ist fällig, wenn der Gläubiger sie verlangen und nötigenfalls einklagen kann (
vgl.
Art.
75 OR). Dies ist in der Regel im Zeitpunkt ihrer Ent
stehung der Fall, sofern nicht Gesetz, Vertrag oder die Natur der Forderung eine andere Lösung nahe legen
.
Nach der Rechtsprechung ist eine Leistung aus beruflicher Vorsorge dann fällig, wenn
gemäss
den anwendbaren gesetzlichen
und reglementarischen Bestimmungen die Forderung entsteht, was in Bezug auf die Invalidenrente grundsätzlich mit dem Ablauf der Wartefrist
gemäss
Art. 29 Abs.
1
lit
.
b
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
in der bis 31.
Dezember 2007 in Kraft gestandenen Version
(in Verbindung mit Art.
26
Abs.
1 BVG) der Fall ist
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_321/2007 vom 28. September 2007 E. 3.1 mit Hinweisen)
.
Gemäss
Art.
38 BVG werden die Renten in der Regel monatlich ausgerichtet.
1.2
1.2.1
Nach Art. 24 Abs. 1 BVG
in der bis 31. Dezember 2004 in Kraft gestandenen Fassung hat der Versicherte Anspruch auf eine volle Invaliden
rente, wenn er im Sinne der Invalidenversicherung mindestens zu zwei Dritteln, auf eine halbe Rente, wenn er mindestens zur Hälfte invalid ist. Laut der ab 1. Januar 2005 gültigen Version von Art. 24 Abs. 1 BVG
hat der Versicherte Anspruch auf eine volle Invaliden
rente, wenn er im Sinne der Invalidenversicherung mindestens zu 70 Prozent, auf eine
Dreiviertelsrente
, wenn er mindestens zu 60 Prozent, auf eine halbe Rente, wenn er mindestens zur Hälfte und auf eine
Viertelsrente
, wenn er min
destens zu 40 Prozent invalid ist. Gemäss Abs. 1 von
Art.
26 BVG gelten für den Beginn des Anspruchs auf Invalidenleistungen sinngemäss die entsprechen
den Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Invalidenversiche
rung (
Art.
29 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG]). Die
Invalidenleistun
gen
nach BVG werden von derjenigen Vorsorgeeinrichtung geschuldet, welcher die den Anspruch erhebende Person bei Eintritt des versi
cherten Ereignisses an
geschlossen war. Im Bereich der obligatorischen berufli
chen Vorsorge fällt die
ser Zeitpunkt nicht mit dem Eintritt der Invalidität nach IVG, sondern mit dem Eintritt der Arbeitsunfähigkeit zusammen, deren Ursache zur Invalidität geführt hat (vgl.
Art.
23 BVG). Auf diese Weise wird dem Umstand Rechnung getragen, dass die versicherte Person meistens erst nach einer längeren Zeit der Arbeits
unfähigkeit (nach einer Wartezeit von einem Jahr gemäss
Art.
28 Abs. 1
lit
. b IVG in Verbindung mit
Art.
26 BVG) invalid wird. Damit nämlich der durch die zweite Säule bezweckte Schutz zum Tragen kommt, muss das Invaliditätsrisiko auch dann gedeckt sein, wenn es rechtlich gesehen erst nach einer langen Krankheit eintritt, während welcher die Person unter Umständen aus dem Ar
beitsverhältnis ausgeschieden ist und daher nicht mehr dem
Obligatorium
un
terstanden hat (BGE 123 V 262 E. 1b, 121 V 97 E.
2a, 120 V 112 E. 2b, je mit Hinweisen).
1.
2.
2
Anspruch auf Invalidenleistungen haben gemäss Art. 23 des Bundesgesetzes über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVG) in der bis 31. Dezember 2004 in Kraft gestandenen Fassung Personen, die im Sinne
der IV zu mindestens 50 % invalid sind und bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität geführt hat, versichert waren. Nach dem seit 1. Januar 2005 gültigen Art. 23 Abs. 1
lit
. a BVG haben Anspruch auf
Invali
denleistungen
Personen, die im Sinne der IV zu mindestens 40 % invalid sind und bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität geführt hat, versichert waren.
Nach
Art.
23 BVG versichertes Ereignis ist einzig der Ein
tritt der rele
vanten Arbeitsunfähigkeit, unabhängig davon, in welchem Zeit
punkt und in welchem Masse daraus ein Anspruch auf Invalidenleistungen ent
steht. Die
Ver
sicherteneigenschaft
muss nur bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit gegeben sein, dagegen nicht notwendigerweise auch im Zeitpunkt des Eintritts oder der Ver
schlimmerung der Invalidität. Diese wörtliche Auslegung steht in Einklang mit Sinn und Zweck der Bestimmung, nämlich denjenigen Arbeit
nehmerinnen und Arbeitnehmern Versicherungsschutz angedeihen zu lassen, welche nach einer längeren Krankheit aus dem Arbeitsverhältnis ausscheiden und erst später inva
lid werden. Für eine einmal aus
während der
Versiche
rungsdauer
aufgetretene
Arbeitsunfähigkeit geschuldete Invalidenleistung bleibt die
Vorsorgeeinrich
tung
somit leistungspflichtig, selbst wenn sich nach Beendigung des
Vorsorge
verhältnisses
der Invaliditätsgrad ändert. Entsprechend bildet denn auch der Wegfall der Versicherteneigenschaft kein
Erlöschungs
grund
(
Art.
26 Abs. 3 BVG e
contrario
; BGE 123 V 262 E. 1a, 118 V 35 E. 5).
1.
2.
3
Art.
23 BVG kommt auch die Funktion zu, die Haftung mehrerer
Vorsorge
einrich
tungen
gegeneinander abzugrenzen, wenn eine in ihrer Arbeitsfähigkeit bereits beeinträchtigte versicherte Person ihre Arbeitsstelle (und damit auch die Vorsorgeeinrichtung) wechselt und ihr später eine Rente der In
validen
ver
sicherung zugesprochen wird. Der Anspruch auf Invalidenleistungen nach
Art.
23 BVG entsteht in diesem Fall nicht gegenüber der neuen
Vorsorge
ein
richtung
, sondern gegenüber derjenigen, welcher die Person im Zeitpunkt des Eintritts der invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit angehörte.
Damit eine Vorsorgeeinrichtung, der eine Arbeitnehmerin oder ein Arbeit
nehmer beim Eintritt der Arbeitsunfähigkeit angeschlossen war, für das erst nach Beendigung des Vorsorgeverhältnisses eingetretene Invaliditätsrisiko auf
zu
kommen hat, ist indes erforderlich, dass zwischen Arbeitsunfähigkeit und Inva
lidität ein enger sachlicher und zeitlicher Zus
ammenhang besteht (BGE 130
V 270 E. 4.1). In sachlicher Hinsicht liegt ein solcher Zusammenhang vor, wenn der der Invalidität zu Grunde liegende Gesundheitsschaden im Wesentlichen derselbe ist, der zur Arbeitsunfähigkeit geführt hat. Sodann setzt die Annahme eines engen zeitlichen Zusammenhangs voraus, dass die versicherte Person nach Eintritt der Arbeitsunfähigkeit nicht während längerer Zeit wieder arbeitsfähig wurde. Die frühere Vorsorgeeinrichtung hat nicht für Rückfälle
oder Spätfolgen einer Krankheit einzustehen, die erst Jahre nach Wiederer
langung der vollen Arbeitsfähigkeit eintreten. Demnach darf nicht bereits eine Unterbre
chung des zeitlichen Zusammenhangs angenommen werden, wenn die Person bloss für kurze Zeit wieder an die Arbeit zurückgekehrt ist. Ebenso wenig darf die Frage des zeitlichen Zusammenhangs zwischen Arbeitsun
fähigkeit und Invalidität in schematischer (analoger) Anwendung der Regeln von
Art.
88a Abs. 1 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) beur
teilt werden, wonach eine anspruchsbeeinflussende Verbesserung der Erwerbs
fähigkeit in jedem Fall zu berücksichtigen ist, wenn sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat und voraussichtlich andauern wird. Zu berücksichti
gen sind vielmehr die gesamten Umstände des konkreten Einzel
falles, nament
lich die Art des Gesundheitsschadens, dessen prognostische ärztliche Beurtei
lung und die Beweggründe, die die versicherte Person zur Wieder
aufnahme der Ar
beit veranlasst haben (BGE 123 V 262 E.
lc
, 120 V 112 E. 2c/
aa
und 2c/
bb
mit Hinweisen).
1.
2.
4
Die Arbeitsunfähigkeit ist relevant, wenn sie mindestens 20
% beträgt und sich auf das Arbeitsverhältnis sinnfällig auswirkt oder ausgewirkt hat. Es muss arbeitsrechtlich in Erscheinung treten, dass die versicherte Person im bisherigen Beruf an Leistungsvermögen eingebüsst hat, so etwa durch einen Abfall der Leistungen mit entsprechender Feststellung oder gar Ermahnung des Arbeitge
bers oder durch gehäufte, gesundheitlich bedingte Arbeitsausfälle. Der Zeitpunkt des Eintritts der berufsvorsorgerechtlich relevanten Arbeitsunfähigkeit muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit grundsätzlich echtzeitlich nachgewiesen sein. Dieser Nach
weis darf nicht durch nachträgliche Annahmen und spekulative Überlegungen ersetzt werden
(Urteil des Bundesgerichts 9C_91/2013 vom 17. Juni 2013 E. 4.1.2 mit Hinweisen)
.
1.
2.
5
Aus der engen Verbindung zwischen dem Recht auf eine Rente der Invaliden
versi
cherung und demjenigen auf eine Invalidenleistung nach BVG ergibt sich, dass der Invaliditätsbegriff im obligatorischen Bereich der berufli
chen Vorsorge und in der Invalidenversicherung grundsätzlich der gleiche ist (BGE 123 V 269 E. 2a, 120 V 106 E. 3c, je mit Hinweisen).
Praxisgemäss sind daher die Vorsorgeeinrichtungen im Bereich der gesetzlichen Mindestvorsorge (
Art.
6 BVG) an die Feststellungen der IV-Organe (Eintritt der invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit, Eröffnung der Wartezeit, Festsetzung des Invaliditätsgrades) gebunden, soweit die IV-rechtliche Betrachtung aufgrund ei
ner gesamthaften Prüfung der Akten nicht als offensichtlich unhaltbar erscheint (BGE 126 V 309 E. 1 in
fine
). Diese Konzeption fusst auf der Überlegung, die
Organe der (obligatorischen) beruflichen Vorsorge von eigenen aufwändigen Abklärungen freizustellen, und gilt nur bezüglich Feststellungen und Beurtei
lungen der IV-Organe, welche im invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren für die Festlegung des Anspruchs auf eine Invalidenrente entscheidend waren (BGE 132 V 1 E. 3.2). So hat beispielsweise eine verspätete Anmeldung zum Leistungsbezug bei der Invalidenversicherung rechtsprechungsgemäss die freie Über
prüfbarkeit des leistungserheblichen Sachverhaltes durch die
Vorsorgeein
richtung
beziehungsweise das Berufsvorsorgegericht zur Folge (Urteil des Bun
desgerichts 9C_49/2010 vom 23. Februar 2010 E. 2.1).
Diese Bindungswirkung setzt voraus, dass die Vorsorgeeinrichtung (spätestens) ins
Vorbescheidverfahren
(
a
Art
.
73bis IVV; seit 1. Juli 2006:
Art.
73ter IVV) einbezogen und ihr die Rentenverfügung formgültig eröffnet wurde (Urteil des Bundesgerichts 9C_81/2010 vom 16. Juni 2010 E. 3.1, mit Hinweisen). Dem BVG-Versicherer steht ein selbständiges Beschwerderecht im Verfahren nach IVG zu. Unterbleibt ein solches Einbeziehen der Vorsorgeeinrichtungen, ist die IV-rechtliche Festsetzung des Invaliditätsgrades (grundsätzlich,
masslich
und zeitlich) berufsvorsorgerechtlich nicht verbindlich (BGE 130 V 270 E. 3.1).
Stellt die Vorsorgeeinrichtung auf die invalidenversicherungsrechtliche Betrach
tungsweise ab, muss sich die versicherte Person diese entgegenhalten lassen, soweit diese für die Festlegung des Anspruchs auf eine Invalidenrente entschei
dend war, und zwar ungeachtet dessen, ob der Vorsorgeversicherer im Verfah
ren der Invalidenversicherung beteiligt war oder nicht. Vorbehalten sind jene Fälle, in denen eine gesamthafte Prüfung der Aktenlage ergibt, dass die
Invali
ditätsbemessung
der Invalidenversicherung offensichtlich unhaltbar war (BGE
130 V 270 E. 3.1).
2.
2.1
Die Klägerin führte zur Klagebegründung aus,
sie habe, nachdem sie aufgrund eines 1992 festgestellten Krebsleidens beziehungsweise wegen im Zusammen
hang mit der Chemotherapie und einer Knochenmarktransplantation aufgetrete
ner Komplikationen vorübergehend arbeitsunfähig gewesen sei, wieder eine volle Leistungsfähigkeit erreicht. Nach Abschluss eines Studiums in den
D.___
und längerer vollzeitlicher Erwerbstätigkeit im Rahmen verschiedener Arbeits
verhältnisse sei sie dann ab 1. September 2002 aufgrund eines posttraumati
schen
Fatigue
-Syndroms wieder wesentlich in ihrer Arbeitsfähigkeit einge
schränkt gewesen, weshalb ihr die IV
-Stelle mit
auch der Pensionskasse
Z.___
, bei der sie im massgebenden Zeitpunkt vorsorgeversichert gewesen sei, eröffne
ter und für die Beklagte 1 demnach bindender
Verfügung vom 23. Januar
2004 ab September
2003 eine halbe Rente zugesprochen habe. Sie
die Klägerin
habe daher für die Zeit vom 1. September 2003 bis 31. März 2005 Anspruch auf
eine auf
einem Invaliditätsgrad von 50 % beruhende Rente der Beklagen
1.
Da das Rentenstammrecht nicht der Verjährung unter
liege
, seie
n
ihre Ansprüche auch nicht verjährt
(Urk. 1 S. 4-6
, Urk. 22 S. 2 ff.
).
In der Folgezeit sei sie aufgrund
einer
-
mit dem
Wiedererlangen der 100%igen
Arbeitsfähigkeit einhergehenden
- Verbesserung ihres Gesundheitszustandes
und nach einem
im
November 2004 unternommenen und
positiv verlaufenen Arbeitsversuch bis November 2006
wieder
in der Lage gewesen, im
Vollzeit
pensum
und ohne Leistungseinbusse bei der
C.___
zu arbeiten (Urk. 1 S. 6).
Daraufhin sei sie
im Rahmen der Anstellung bei der
A.___
vom 1. Dezember 2006 bis 31. Juli 20
08 im Pensum von 100 % weiterhin
uneingeschränkt leistungsfähig gewesen, bis ihr
-
während der Dauer des Vorsorgeverhältnisses mit der Beklagten 2 - ab März 2008 wieder eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit bescheinigt worden sei
(Urk.
1 S.
6 f.
, Urk. 22 S
.
5 f.
)
.
Nach ihrer Entla
ssung bei der
A.___
sei
sie
mit
der
B.___
, deren Vorsorgeversicherer die Beklagte 3 sei,
per 23. Juli 2008
ein Arbeitsverhältnis lediglich im
50%-Pensum eingegangen
; als sie dieses per 1. Januar 2009 auf 80 % gesteigert habe, sei es zu einer Überforderung gekom
men, weshalb sie ab 2. Februar 2009 in regelmässiger ärztlicher Behandlung gestanden habe (Urk. 1 S. 7). Am 24. September 2009 habe
ihr
die
damalige
Arbeitgeberin dann
– in Missachtung der entsprechenden Frist - per 23. Oktober 2009 die Kündigung
ausgesprochen. R
ichtigerweise habe das Arbeitsverhältnis
, während dessen ihr wiederholt eine 100%ige Arbeits
un
fähigkeit attestiert wor
den sei,
erst am 31. Oktober 2009 geendet.
In der Folge habe sie ihre Leis
tungsfähigkeit nicht wieder erlangt; und die IV
Stelle habe ihr aufgrund der
tatsächlich
im März 2008 eingetretene
n
und in der Folge ununterbrochen anhaltenden, durch das Krebsleiden bedingten
Arbeitsunfähigkeit
- wegen ver
späteter Anmeldung erst
mit Wirkung ab 1. November 2010
-
wieder eine halbe Rente zugesprochen
(Urk. 1 S. 7 f.
)
.
Demnach
habe sie
ab
1. November 2010 Anspruch auf eine auf einem Invaliditätsgrad von 50 % basierende Invaliden
rente
der Beklagten 2
(Urk. 1 S. 8 f.).
Stelle man trotz der geschilderten Gegebenheiten au
f den von der IV-Stelle fest
gelegten Beginn der Arbeitsunfähigkeit
erst im November 2009
ab, so sei
unter Berücksichtigung der
ein
monatigen Nachdeckungsfrist
- die Beklagte 3
leistungspflichtig (Urk. 1 S. 9).
2.2
2.2.1
Die Beklagte 1 stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt,
aufgrund der medizinischen
Berichte und der
in den Akten dokumentierten
jeweils kurzen Arbeitseinsätze und langen Ausfälle sei davon auszugehen, dass die Klägerin nach der
im Jahr 1992 erfolgten
Krebsbehandlung, die
als Langzeitfolge
zu einer erhöhten Ermüdbarkeit geführt habe, nie mehr ihre volle Leistungsfähig
keit erreicht habe und dauernd zu mindestens 20 % arbeits
un
fähig sei (Urk. 19 S. 7 ff.).
Durch die kurzen Anstellungen bei der
Y.___
und bei der
Z.___
sei der zeitliche Zusammenhang zwischen den Folgen der
Krebs
erkrankung
im Mai 1992 und dem Rückfall im Juni 2002 nicht unterbrochen worden (Urk
.
27 S. 3)
.
Da das
berufsvorsorge
rechtlich
versicherte Ereignis bereits
vor Beginn de
r beiden
Vorsorgeverhältnisse
mit ihr
-
der Beklagten 1 -
ein
getreten sei,
sei sie nicht an die
Verfügung der IV-Stelle Zürich vom 24. Januar
2004
gebunden.
Im Übrigen seien sämtliche Leistungsansprüche
für die Zeit vor dem 17. Mai 2008 (fünf Jahre vor Klageerhebung) ohnehin verjährt (Urk. 19 S. 9). Werde die Klage dennoch gutgeheissen, so
habe die
Klägerin
die Freizügigkeitsleistungen
zurückzuerstatten beziehungsweise die
fällige
n
Ren
ten
betreffnisse
könnten
mit d
iesen verrechnet werden
(Urk. 19 S. 10).
2.2.2
Die Beklagte 2 machte geltend, da sie nicht in das Verfahren der IV einbezogen worden sei, komme deren Rentenverfügung ihr gegenüber
schon aus formellen Gründen
keine Bindungswirkung zu (Urk. 10 S. 2). A
ufgrund der
ärztlichen Beurteilungen und
der
e
chtzeitlichen eigenanamnestischen Angaben
sei
sodann
zu schliessen
, dass die
Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit
bereits
1995, je
denfalls aber
vor 2002
eingetreten sei und seither ununterbrochen andauere.
Die Klägerin habe d
en Stellenantritt bei der
C.___
im November 2004 denn auch selbst als Arbeitsversuch bezeichnet (Urk. 10 S. 3
und S. 5
). Im Rahmen ihre
s
nur gerade zwei Jahre dauernden
Arbeitsver
hältnisses mit
dieser Arbeitgeberin sei sie – wie in der Folge auch bei
den noch kürzeren Anstellungen bei
der
A.___
, der
B.___
und der
E.___
– aufgrund der Operation und Bestrahlung im Jahr 1992 beziehungsweise der Folgen dieser Behandlung
smassnahmen
(insbeson
dere Müdigkeitssyndrom und
depressive Verstimmung) überfordert gewesen und habe keine volle Leistung erbracht (Urk. 10 S. 4).
Da der zeitliche Zusammen
hang zwischen der schon vor 2002 eingetretenen Arbeitsunfähigkeit und der der Klägerin im Jahr 2008 während der Dauer des Vorsorgeverhältnisses attes
tierten (Teil-)Arbeitsunfähigkeit angesichts des stets instabilen Gesundheitszu
standes durch die
verschiedenen
vollzeitlichen Tätigkeiten im fraglichen Zeit
raum nicht unterbrochen worden sei, bestehe
ihr -
der Bekl
agten 2 -
gegenüber
auch kein Leistungsanspruch (Urk. 10 S. 5). Sofern dennoch von einer Unterbre
chung des zeitlichen Konnexes ausgegangen werde, sei
zu beachten
, dass d
ie Klägerin bei den Stellen, die sie zwischen Dezember
2006 und Oktober 2009 innegehabt habe, jeweils mit dem
Valideneinkommen
vergl
eichbare Löhne erzielt habe. Weil die Einkommenseinbusse während der Versicherungsdauer das gemäss Reglement erforderliche Mindestmass einer 25%igen Invalidität nicht erreiche, falle ein Leistungsanspruch – unabhängig von der damals ärzt
lich attestierten Arbeitsunfähigkeit – jedenfalls ausser Betracht. Schliesslich sei darauf hinzuweisen, dass
invaliditätsfremde Faktoren
bestünden, welche
die Leistungsfähigkeit der Klägerin erheblich
verminderten
. Diesbezüglich sei allenfalls eine polydisziplinäre Abklärung erforderlich
(Urk. 10 S. 5 f., Urk. 29 S. 2
f.
).
2.2.3
Die Beklagte 3 schliesslich brachte vor,
da sie einerseits nicht in das
invaliden
ver
sicherungsrechtliche
Verfahren einbezogen worden und die (Neu
-
)
A
nmel
dung bei der IV-Stelle andererseits
verspätet erfolgt sei, sei der
invali
den
versicherungsrechtlich
festgesetzte Beginn der Wartefrist für
die Beurteilung ihrer Leistungspflicht
jedenfalls nicht massgebend
(Urk. 13 S. 3)
.
Die Klägerin sei aus psychischen G
ründen schon
in
ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt gewesen, als sie am 23. Juli 2008 die Stelle bei der
B.___
angetreten habe, und habe in der Folge
-
wie sie auch selbst anerkannt habe -
während der Dauer dieses Arbeitsverhältnisses nie mehr eine volle Leistungsfä
higkeit erreicht. Insofern entbehre der (eventualiter) geltend gemachte
Leis
tungsanspruch
ihr
-
der Beklagten 3 - gegenüber
einer Rechtsgrundlage (S. 4).
3.
3.1
3.1.1
Als
bei der Klägerin
im Frühjahr 1992 ein Lymphom diagnostiziert
wurde, war sie
seit 6. November 1991 (und in der Folge noch bis
31. Mai 1993)
im
F.___
als Mitarbeiterin im Barservice
angestellt
(Urk. 18/1.22)
.
Im Zusammenhang mit ihrem Krebsleiden beziehungsweise der deswegen durch
geführten Behandlung wurde ihr d
amals nach eigenen Angaben
von
April 1992 bis März 1993
eine 100%ige und daraufhin bis zirka September 1993 noch eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit b
escheinigt (Urk. 18/1.35 S. 5).
3.1.2
Von
Januar
1993 bis
Juli 2001
lebte die Klägerin
in den
D.___
(Urk. 18/1.35 S. 3)
,
wo sie
1995
den Bachelor
of
Arts in Geschichte und Kommunikation erw
arb (Urk. 18/1.22 S. 1, Urk. 18/1.19 S. 2, Urk. 18/4 S. 4)
und daraufhin
an verschiedenen Stellen
arbeitete (Urk. 18/1.22 S. 2 und S. 5-9).
3.1.3
Nach ihrer Rückkehr in die
Schweiz
war
die Klägerin
ab
1. August
2001
im
Voll
zeitpensum
als Englisch-Sekretärin bei der
Y.___
ange
stellt
(Urk. 18/1.31, Urk. 18/1.22 S. 4)
.
Am 21. Dezember 2001
kündigte
sie das Arbeitsverhältnis
ohne Grundangabe
per 31. März 200
2.
Auf dem „
Beitrittsge
such
zur Vorsorgeeinrichtung“
verneinte
sie am 16. August 2001 gegenüber der La Suisse, Lebens-Versicherungs-Gesellschaft, dem R
ückversicherer der
Aspida
(
https://www.swisslife.ch/content/dam/ch/doku
mente/de/unternehmen/
sammel
stiftungen/geschaeftsberichte/bvg/geschaeftsbericht_aspida_2005_de.pdf.spooler
.download.pdf
),
sämtliche Fragen betreffend eine aktuelle oder in den letzten zwölf Monaten bestanden
e
Arbeitsunfähigkeit und auch das Vorliegen eines die Arbeitsfähigkeit
nicht
beeinträchtigenden Gesundheitsschadens
(Urk. 19 S. 6, Urk. 20/17-22).
3.1.
4
Auf der Anmeldung zur Kollektivversicherung bei der Beklagten 1 gab die Kläge
rin am 15. Mai 2002 an, voll arbeitsfähig zu sein, und verneinte sämtliche Fragen betreffend gesundheitliche Störungen sowie damit in Zusammenhang stehende Behandlungen und längere Phasen von Arbeits
un
fähigkeit (Urk. 20/2).
3.1.
5
Im Rahmen des Arbeitsverhältnisses mit der
Z.___
vom 6. Mai 2002 bis 28. Februar 2003 (Auflösung infolge Konkurses der Arbeitgeberin; faktisches Ende am 31. Dezember 2002
[vgl. Urk. 18/1.26]
) wies die Klägerin ab 3. Juni 2002 jede Woche mindestens eine krankheitsbedingte Abwesenheit auf (vgl. Arbeitgeberfragebogen vo
m 7. Mai 2003 und Beilagen dazu
[
Urk. 18/1.28
]; Urk. 20/4-6
, Urk. 20/8
).
Auf der Erwerbsunfähigkeitsmeldung an die Beklagte 1 vom
7.
Oktober 2002 (Urk.
18/1.27 S.
1
f.)
gab die Klägerin
eine seit 2
4.
Juni 2002 und bis auf Wei
teres bestehende 20%ige Arbeitsunfähigkeit an.
Auf der „Anmeldung und Erwerbsausfallbestätigung“ vom 14. Oktober 2002 zuhanden des Krankentaggeldversicherers (Urk. 18/1.27 S. 3) gab
si
e
ebenfalls an
, seit Juni 2002 – anfänglich zu 20
%
- arbeitsunfähig zu sein.
3.1.
6
Die Ärzte des
G.___
, Departement Innere Medizin, Endo
krino
logie und
Diabetologie
, stellten am 22. Oktober 2002 folgende Diagnosen (Urk. 18/1.33 S.
3
= Urk. 20/7
):
-
Verdacht auf Hypothyreose, Differentialdiagnose: sekundär, bei depressi
ver Verstimmung
-
Grosszelliges
anaplastisches Ki-1-positives Lymphom
-
Status nach Chemotherapie 1992
-
Status nach
syngener
Knochenmarktransplantation von eineiigem Zwil
ling 1992
Im Rahmen der Untersuchung habe sich eine schwer verstimmte Patientin, die durch die posttraumatische Belastung ihrer Grundkrankheit und sicherlich noch durch weitere Faktoren
schwerst
belastet sei
, gezeigt
. Seit Jahren sei sie nicht in der Lage, einer regelmässigen Tätigkeit nachzugehen. Der psychische
Leidens
druck
sei enorm und offensichtlich. Obwohl die Problematik langjährig sei, scheine sich das Ganze jetzt in besorgniserregendem Ausmass zuzuspitzen
. Die Klägerin sei offen und bereit für jede Hilfe, einschliesslich einer psychologi
schen Beratung. Bezüglich Hypothyreose habe sich ursprünglich ein leich
t
erhöhtes SH von 5,1
mU
/l
gezeigt
. Ob dies den psychischen Zustand verschlim
mere oder dessen Folge sei, sei derzeit nicht
eruierbar
. Die eingeleitete Substitu
tion mit
Eltroxin
sei aber weiterzuführen. Es sei – möglichst rasch – eine psy
chologische Therapie beziehungsweise Beratung indiziert.
3.1.
7
Auf der Anmeldung zum Bezug von Leistungen der IV vom 26. Februar 2003 gab die Klägerin an,
n
ach der aufgrund eines Non-Ho
d
gkin Lympho
m
s ab Mai 1992 durchgeführten Extrem-Behandlung sei sie immer müder und schwächer geworden; die Behinderung bestehe seit zirka „Juni dieses Jahr“
([gemeint wohl: 2002];
Urk. 18/1.35
S. 5).
3.1.8
In ihrem Bericht zuhanden der IV-Stelle vom 7. März 2003 gaben die Ärzte des
G.___
, Departement Innere Medizin, Endokrinologie und
Diabetologie
, an, die Arbeitsunfähigkeit sei nicht auf eine
endokrinologische
Ursache, sondern auf eine andere, zum Lymphom sekundäre Diagnose zurück
zuführen. Keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit habe die Hypothyreose. Vom 1. September bis 15. Oktober 2002 habe eine 80%ige und
vom
16. bis 20. Okto
ber 2002 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden.
Seit dem 21. Oktober 2002 und bis auf Weiteres sei die Klägerin noch zu
50
% arbeits
unfähig (Urk. 18/1.33 S. 1; vgl. auch Urk. 18/1.37 S. 1 f.).
3.1.
9
Die Ärzte des
H.___
, Bereich Innere Medizin I, Therapeutische und Diagnostische Hämatologie, stellten
– gestützt auf die Ergebnisse ihrer Untersuchung vom 24. Juni 2002 -
am 1. April 2003 nachstehende Diagnosen (Urk. 18/1.30 S. 3):
-
Grosszelliges
anaplastisches
Ki-1-positives Lymphom (IWF H, Stadium
IIb
)
-
6. Mai 1992: Lymphknotenbiopsie
supraclaviculär
rechts
CT-Thorax:
Mediastinaltumor
mit 15x12x7 cm
-
8. Mai 1992: Chemotherapie mit VACOP-B mit konsekutiver partieller Remission
zweimalige
intrathekale
Prophylaxe, Abbruch wegen Erbrechen und Kopfschmerzen
-
27. August 1992:
Syngene
Knochenmarktransplantation vom eineiigen Zwilling (HLA-identisch, DNA-Fingerprint-identisch)
Es seien folgende Komplikationen aufgetreten:
-
2. September 1992: schwere interstitielle Pneumonie
-
13. August 1992: Diagnose eines S
t
atus nach
Subclavia
thrombose
wegen fehlgeschlagene
m
Subclaviapunktionsversuch
s
links
-
18. November 1997: vorzeitiges Ovarialversagen
Die Klägerin habe zwischenzeitlich mehrere Jahre in den
D.___
gelebt und sei dort von diversen Ärzten untersucht worden. Sie sei nach eigenen Angaben aktuell weiterhin nicht voll belastbar und habe sämtliche Arbeitsstellen, die sie angetreten
habe
, nach kurzer Zeit wieder aufgeben müssen, worüber sie sehr unzufrieden sei. Ausserdem habe sie über fehlende Libido geklagt und einen dringenden Kinderwunsch geäussert (S. 3). D
ie anlässlich der zehnten
Jahres
kontrolle
am 24. Juni 2002 durchgeführte Knochenmarkpunktion habe – histo
logisch und zytologisch – eine komplette Remission gezeigt (S.
3). Die Klägerin habe angegeben, sich an der neu angetretenen Arbeitsstelle als Sekretärin (S. 3) überlastet zu fühlen. Sie habe Angst, diese zu verlieren, wenn sie den Anforde
rungen nicht gerecht werde. Die Symptome seien im Rahmen einer chronischen Müdigkeit bei Status nach Transplantation zu interpretieren. Der Klägerin sei zunächst eine 20%ige Arbeitsunfähigkeit bescheinigt worden. Es sei ihr auf längere Sicht nicht zumutbar zu 100 % zu arbeiten, weshalb ihr empfohlen worden sei, „einen IV-Antrag über 50 %
“
zu stellen.
Ausserdem berichte die Klägerin über grosse Stimmungsschwankungen, Frustrationen und Enttäu
schungen
. Sie habe das Gefühl, dem Druck um sie herum nicht standhalten zu können. Es sei ihr empfohlen worden, fachliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Im Hormonstatus sei eine latente Hypothyreose festgestellt worden, welche die psychische Symptomatik, wenn sie
sie
nicht gar ausgelöst habe,
zumindest ver
stärken könne. Diesbezüglich sei allenfalls eine Substitutionstherapie indiziert (S. 4). Sämtliche relevanten psychischen Funktionen (Konzentrations- und Auffassungsvermögen,
Anpassungsfähigkeit sowie Belastbarkeit) seien – in zeit
li
cher Hinsicht – eingeschränkt. Grund dafür sei ein
nach der Transplanta
tion auf
getretenes
Fatigue
-Syndrom, das durch die Begleit- und vorbereitende The
ra
pie ausgelöst worden sei. Aus medizinischer Sicht sei eine berufliche Umstellung zu prüfen. Die bisherige Tät
igkeit sei der Klägerin seit
1. Januar 2003 noch während maximal 25 Stunden pro Woche zumutbar (S. 6).
3.1.
10
Am 4. Juli 2003 hielten die Ärzte des
H.___
, Bereich Innere Medi
zin I, Therapeutische und Diagnostische Hämatologie, fest, die Klägerin schildere nach wie vor eine chronische Unzufriedenheit, welche insbesondere auf eine
r
fehlenden Belastbarkeit, einer generellen Lustlosigkeit und einer Inte
ressenlosigkeit gründe.
Wegen
fehlender Fortschritte in der im
November 2002 be
gonnenen Psychotherapie wolle s
i
e
diese
wieder
abbrechen. Es erfolge eine Dau
erbehandlung mit
Deroxat
20 mg. Die Klägerin selbst erachte sich an sich nicht
für depressiv; es
sei einfach alles im Leben komplizie
rter geworden
und
koste
sie viel Energie. Nach dem Stellenverlust wegen Konkurses der Arbeitge
berin Ende 2002 sei sie nun bei der Arbeitslosenversicherung angemeldet und suche eine neue Stelle (Urk. 18/1.24 S. 3).
Bei kompletter hä
matologischer Remission bestünden „
meh
rer
e
, tei
lwei
se psychische und auch Probleme“, wel
che auf einer verminderten körperlichen Belastbarkeit beruhten.
Die überdies geschilderten Stimmungsschwankungen, Frustrationen und Enttäuschungen seien durch den Stellenverlust noch verstärkt worden. Eine 100%ige
Arbeitstä
tigkeit
sei der Klägerin längerfristig nicht zuzutrauen. Falls noch nicht erfolgt, sei eine Anmeldung bei der IV im Rahmen einer Arbeitsunfähigkeit von 50 % zu empfehlen. Bezüglich der antidepressiven Behandlung erschienen eine Ver
doppelung der
Deroxat
-Dosis und eine Kombination dieses Medikaments mit
Sollevita
sowie die Weiterführung der psychologischen Betreuung sinnvoll (S. 4).
3.1.
11
Gemäss Memo der
Z.___
vom 18. Juli 2002 (Urk. 20/12)
wies die Klägerin nach dem Antritt der (Vollzeit-)Stelle am 6. Mai 2002 ein Arztzeugnis vor, das ihr ab dem 24. Juni 2002 eine 20%ige Arbeitsunfähigkeit bescheinigte. Als Grund dafür habe sie eine vor
ca.
zwölf Jahren durchgeführte Rücken
marktransplantation
angegeben
. Dass sie nun oft sehr müde sei und sich erschöpft fühle, führe ihr Arzt auf diese Krankheit
(
beziehungsweise diese Behandlung
)
zurück.
3.1.
12
Auf dem Formular „Ärztliches Zeugnis über Arbeits-/Erwerbsunfähigkeit“ der Beklagten 1 bejahten die Ärzte des
G.___
, Departement Innere Medizin, Abteilung Endokrinologie/
Diabetologie
, am 20. August 2003 die Frage nach einer vor Mai 2002 bestandenen Arbeitsunfähigkeit von mehr als drei Wochen
; dies
e
liege wohl schon mehr als fünf Jahre zurück
(Urk. 20/9).
3.1.13
Dr. med.
I.___
, Fachärztin FMH für Psychiatrie und Psychotherapie
,
von der sich d
ie Klägerin ab 11. Dezember 200
2 behandeln liess,
stellte in ihrem Bericht zuhanden der IV-Stelle
Zürich
vom
29. September 2003
folgende Diag
nosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 18/1.24 S. 1):
-
Grosszelliges
anaplastisches
Ki-1-positives Lymphom
-
Status nach
syngener
Knochenmarktransplantation 1992
-
Cataracta
com
p
licata
-
Depressive Grundstimmung mittleren Grades
Keinen Einfluss auf das Leistungsvermögen habe das überdies bestehende Ovarial
versagen. Als Antwort auf die Frage nach einer medizinisch begründeten Arbeitsunfähigkeit von mindestens 20 % für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit hielt Dr.
I.___
fest, die Klägerin habe von 1993 bis 1995
in den
D.___
unter
vielen Ausfällen und extremer Müdigkeit
ein Studium absolviert und abgeschlossen.
Per Juni 2001 sei ihr dann die
damalige Arbeitsstelle (im
Voll
zeitpensum
) nach sechs Monaten gekündigt worden
.
Im März und April 2002 habe sie zu 100 % gearbeitet
, im Mai 2002 dann
zu 80 % und von
Juni bis Dezember 2002 schliesslich noch zu 50 % (S. 1). Seit dem Konkurs der Arbeit
geberin Anfang 2003 sei die Klägerin, die nach wie vor zu höchstens 50 % arbeitsfähig sei, arbeitslos.
Sie habe angegeben, seit Jahren an Antriebsarmut, einer depressiven Grundstimmung und Freudlosigkeit zu leiden. Zudem klage sie über Schlafprobleme. Die Symptome seien verstärkt vorhanden
,
seit sie arbeitslos sei. Es bestünden Müdigkeit und Vergesslichkeit. Es erfolge eine
anti
depressive
Behandlung mit
Edronax
. Derzeit absolviere die Klägerin einen Deutsch-Auffrischungskurs beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV). Eine Abklärung der beruflichen Integrationsmöglichkeiten durch die IV sei angezeigt (S. 2). Das Konzentrationsvermögen und die – psychische und physi
sche – Belastbarkeit seien eingeschränkt. In psychischer Hinsicht lasse sich mittels regelmässiger Therapie noch eine Verbesserung erzielen. Aus medizini
scher Sicht sei eine berufliche Umstellung zu prüfen. Eine
behinderungsange
passte
Tätigkeit sei der Klägerin – seit mindestens drei Jahren – nur noch halb
tags zumutbar (S.
8).
3.1.
14
Im Rahmen der von der IV-Stelle Zürich durchgeführten beruflichen Abklärun
gen gab die Klägerin am 22. Oktober 2003 an, sich seit längerer Zeit antriebslos und rasch gestresst zu fühlen sowie an Konzentrationsschwierigkeiten zu leiden. Sie komme nicht mehr nach mit de
n
täglichen Haus
halts
arbeit
en
, da si
e
nach drei Stunden Deutschkurs
(beim RAV)
jeweils sehr müde sei. Beim Treppenstei
gen komme es aufgrund einer
Einschränkung der
Lungenfunktion zu Atemnot. Seit ihrer Entlassung
hätten sich die Symptome noch verstärkt
. Sie unterziehe sich einer regelmässigen Psychotherapie und einer Behandlung mit Antidepres
siva. Sie sei mit einem Amerikaner verheiratet und fühle sich hin- und herge
rissen zwischen ihren beiden Heimatländern Schweiz und
D.___
. Dass ihr Kin
derwunsch wegen Unterleibsproblemen nicht erfüllt werden könne, trage zusätzlich zu den Stimmungsschw
ankungen bei. Sie suche derzeit eine 30%
Stelle, da sie subjektiv nicht mehr als drei Stunden pro Tag zu arbeiten imstande sei (Urk. 18/1.19 S. 3). Sie sei antriebslos, ermüde schnell und bra
u
che Zeit, um mit der Psychiaterin die aus der
Lymphomerkrankung
resultierenden Probleme angehen zu können. Sie sorge sich um ihren Ehemann, der ebenfalls arbeitslos sei (S. 4).
3.1.
15
Auf entsprechende Anfrage der Beklagten 1 hin gab die Psychiaterin Dr.
I.___
am 20. November 2003 an, die Klägerin sei 1992 wegen eines anaplastischen Ki-1-positiven Lymphoms behandelt worden
und habe sich in diesem
Zusammenhang
einer Knochenmarktransplantation unterzogen. In der Folge habe sie an ständiger Müdigkeit gelitten. Im Mai 2002 sei sie zu 80 % arbeitsfähig gewesen, und von Juni bis Dezember 2002 habe sie zu 50 % gear
beitet. Im erfragten Zeitraum (Mai 2002 und Zeit davor) habe sie wegen des genannten Leidens im
H.___
in regelmässiger ärztlicher Kontrolle gestanden. Es erfolge zwar eine regelmässige medikamentöse Behandlung, dabei handle es sich allerdings um eine H
o
rmons
u
bstitutio
n
wege
n
Ovarialversagens als Bestrahlungsfolge
, welche für die Arbeitsfähigkeit nicht von Bedeutung sei. Im Rahmen der bei ihr – Dr.
I.___
– wegen einer depressiven
Grundstim
mung
mittleren
Grades am 11. Dezember 2002 begonnenen Therapie fänden Konsultationen im Abstand von jeweils zwei bis drei Wochen statt; es seien schon diverse Behandlungsversuche mit Antidepressiva erfolgt (Ur
k
. 20/10).
3.1.
16
In
seinem
undatierten
B
ericht zuhanden der Beklagten 1 (Urk. 20/11) gab
Dr. med.
J.___
vom
H.___
an, in der angestammten Tätigkeit sei die Klägerin seit Juli 2002 zu 80 %
arbeitsunfähig (
gemeint wohl:
arbeitsfähig
[
vgl. etwa Urk. 20/12]
)
. Von ihnen werde eine 50%ige Arbeitsunfä
higkeit empfohlen. Grund dafür sei, dass nach normaler Konditionierung eine Belastbarkeitseinbusse im S
inne eines
Chronic
Fatigue
-
Syndroms eingetreten sei. Mit einer Erhöhung der Einsatzfähigkeit
könne
nicht
ge
rechne
t werden
.
3.1.
1
7
Im – ihrer
V
erfügung vom 23. Januar 2004 (
Zusprache
einer halben Rente mit Wirkung ab 1. September 2003 [Urk. 18/1.11, Urk. 18/1.18 S. 1 f.]) zugrunde liegenden – Feststellungsblatt für den Beschluss vom 6. November 2003 setzte die IV-Stelle Zürich den Beginn der Wartezeit auf den 1. September 2002 fest (Urk. 18/1.17 S. 3).
3.
1
.
18
Am 2. Dezember 2004 teilte die Klägerin der IV-Stelle
Zürich mit, dass sie
seit 17. November 2004
vollzeitlich bei
der
C.___
arbeite (vgl. Arbeitsvertrag, Urk. 18/1.5 S. 5 f.). Sie hoffe, an der neuen Arbeitsstelle Erfolg zu haben
,
und bitte die IV-Stelle, keinen Kontakt mit ihrer Arbeitgeberin aufzunehmen (Urk. 18/1.6 S. 2).
D
ie IV-Stelle
ersuchte die
Klägerin in der Folge mit Schreiben vom 17. Januar 2005 (Urk. 18/1.6 S. 1), ihr mitzuteilen, ob der Arbeitsversuch gelungen sei
. Nachdem diese am 31. Januar 2005 ihren Arbeitsvertrag und die Lohnabrech
nungen für die Zeit von November 2004 bis Januar 2005 eingereicht hatte (Urk. 18/1.5),
verfügte
die IV-Stelle
am 3. Februar 2005 – ausgehend von einem Invaliditätsgrad von 2 % - die Einstellung der Rente per Ende März 2005 (Urk. 18/1.4)
.
3.2
3.2.1
Ab 17. November 2004 arbeitete die Klägerin als
Assistant
ICT Administration im Vollzeitpensum bei der
C.___
(Urk. 18/1.5 S. 5 f.)
.
Dieses
(unbefristete)
Arbeitsverhältnis
wurde per 30. November 2006
wieder
aufgelö
st (vgl. Urk. 1 S. 6
).
3.2.2
Im Rahmen ihrer Anstellung bei der
A.___
ab 1. Dezember 2006
war die Klägerin
in der Folge
vom
1. März 2007
bis
zu ihrer Entlassung per
31. Juli 2008
vollzeitlich
als
Finance
Analyst
bei der
K.___
tätig (vgl.
Urk. 1 S. 7,
Urk. 2/4,
Urk
.
18/4 S. 5
, Urk. 18/6 S. 2
).
3.2.3
Am 11. Juni 2008 wurde die Klägerin
im
L.___
,
Akut
ge
riatrie
/Memory
Clinic
,
neuropsychologisch untersucht.
Die zuständigen
Fach
personen
der Memory
Clinic
diagnostizierten
daraufhin
in ihrem Bericht vom 15. Juli 2008 (Urk. 18/10 S. 9-11)
Fatigue
und kognitive Auffälligkeiten nach
syngener
Stammzellentransplantation. Die Klägerin habe angegeben, seit der 1992 erfolgten Behandlung ihres Krebsleidens an enormer Müdigkeit und
Kon
zentrationsproblemen
zu leiden. Sie sei
manchmal auch etwas vergesslich, fühle sich schnell überfordert, wenn sie mehrere Dinge gleichzeiti
g
erledigen müsse, und habe Mühe, sich die Zeit einuteilen und zu planen. Nach
dem es in der Beziehung mit ihrem Mann immer wieder zu
Schwierigkeiten
gekommen sei, lasse sie sich nun von ihm
scheiden. Derzeit arbeit
e
sie al
s IT
Finance
Analyst, sei aber s
eit Mai 2008 zu 50 % krankgeschri
e
ben, weil sie immer müde sei und sich überfordert fühle. Sie habe schon öfters die Stelle wechseln müssen. Wes
halb ihr jetziger Vorgesetzter nicht zufrieden sei mit ihrer Arbeit, könne sie nicht genau sagen; wahrscheinlich sei sie zu langsam und erledige die Arbeit nicht so, wie er sich das wünsche
. Es seien ihr auch Fehler unterlaufen, die si
e
aber nicht als schlimm ansehe
(S. 9
f.
)
.
Sie würde gerne zu 80 % arbeiten, um sich einen Tag ausruhen zu können. Im Alltag sei sie sonst nicht beeinträchtigt; sie
sei einfach frustriert, dass s
i
e
wegen der geringen Belastbarkeit und ständi
gen Müdigkeit keine gute Stelle
erhalten könne (S. 10).
Die ausführliche neuropsychologische Untersuchung habe in fast allen kogniti
ven Bereichen altersentsprechende Befunde ergebe. Zu beobachten seien einzig minimale Auffälligkeiten in der geteilten Aufmerksamkeit und in der visuellen Merkspanne. Trotz der weitgehend normalen kognitiven Leistungen in der Testung könnten die beschriebenen neuropsychologischen Symptome (schnelle Ermüdbarkeit, geringe Belastbarkeit, Konzentrationsprobleme) im beruflichen Alltag relevant sein. Aufgrund des zeitlichen Ablaufs sei ein kausaler Zusam
menhang zwischen der hochdosierten Chemotherapie und den neuropsycholo
gischen Beschwerden anzunehmen. Eine Reduktion des Arbeitspensums, wie sie von der Klägerin bereits angestrebt werde, könne ebenso sinnvoll sein wie die
genauere Exploration der Umstände der mehrfachen Kündigungen
(S. 10). Auf Letztere beziehungsweise die häufigen Stellenwechsel angesprochen, habe die Klägerin zu weinen begonnen und gesagt, dass sie dies sehr belaste (S. 9).
3.2.4
Vom
23. Juli 2008 bis 2
3.
beziehungsweise
(unter Berücksichtigung der vertrag
lich vereinbarten Kündigungsfrist) bis
31.
Oktober
2009 war die Klägerin bei der
B.___
angestellt
(vgl. auch Urk. 2/6)
und im Rahmen zweier Ein
satzverträge (Urk. 2/11 f.) bis Ende 2008 zu 50 % und ab 1. Januar 2009 zu 80 %
als Administrativ
e
Expert
bei der
M.___
beschäf
tigt
. Die Auflösung des Arbeitsverhältnisses
seitens der Arbeitgeberin
erfolgte gemäss der
en Angaben
aufgrund von Umstrukturierungsmassnahmen
(
Urk.
18/11 S. 2; vgl. auch Kündigungsschreiben vom 24. September 2009, S. 7)
.
Krankheitsbedingt sei die Klägerin am 28. August 2008, am 13. Januar, vom 3.
bis
6.
sowie am 25. Februar und am 27. Mai 2009 ausgefallen (S. 4).
3.2.5
Die Ärzte des
L.___
, Hämatologie, hielten in ihrem Bericht vom 6. Oktober 2009 fest, die Klägerin präsentiere sich in gutem
Allgemeinzu
stand
, arbeite zu 80 % und berichte nur über diskrete Leistungseinschränkungen (Urk. 18/10 S. 7).
3.2.
6
Am 14. Oktober 2009
gaben die Ärzte des
L.___
, Hämatolo
gie an, gemäss der Klägerin bestehe – körperlich wie auch mental –eine
leicht
gradige
chronische Müdigkeit mit subjektiv leichter
Leistungsein
schränkung
, vor allem im Sinne eines
rascheren
Abfalls der Kon
zen
trations
fähigkeit. Diese Beeinträchtigung habe sich in ihrer Ausprägung im vergange
nen Jahr nicht verändert (Urk. 18/16 S. 8).
3.2.7
Im Rahmen eines befristeten Arbeitsverhältnisses war die Klägerin vom 11. November 2009 bis 31. Januar 2010
als kaufmännische Angestellte bei der
E.___
tätig
. Ihre Arbeitszeit betrug gemäss Angaben der Arbeitgeberin acht Stunden pro Tag beziehungsweise 28 Stunden pro Woche
(vgl.
Arbeitge
berfragebogen
, Urk.
1
8/7).
3.2.8
In der (Neu-)Anmeldung bei der IV vom 21. Januar 2010
(für eine Berufsbera
tung respektive eine Umschulung auf eine neue Tätigkeit)
gab die Klägerin an, sie kämpfe seit einer Extrem-Behandlung beziehungsweise einer Knochen
marktransplantation stets mit Müdigkeit und körperlicher Schwäche; die Behin
derung bestehe seit 1992 (Urk.
1
8/4 S. 6).
3.2.
9
A
m 23. Februar 2010
stellten die Ärzte des
L.___
, Hämatolo
gie,
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 18/10 S. 1):
-
Grosszelliges
anaplastisches
Lymphom
, Erstdiagnose im Mai 1992
-
Status nach
syngener
Knochenmarktransplantation im August 1992 mit anhaltender kompletter Remission
-
Status nach primärer Ovarialinsuffizienz und primärer Hypothyreose im November 1997 mit einer progredienten Einschränkung der Leistungsfä
higkeit
-
Mässiggradige
neuropsychologische Einschränkungen
-
Anpassungsstörung
Die Klägerin klage über eine seit mehreren Jahren persistierende Energielosig
keit mit einem zusätzlichen Abfall der Leistungsfähigkeit und
über
entspre
chende berufliche Versagensängste. Derzeit bestünden vor allem körperliche und psychische Einschränkungen in Form einer Energielosigkeit und eines zunehmend depressiven Zustandsbilds. Ausserdem habe im Rahmen einer Abklärung an der Memory
Clinic
ein kognitives Defizit dokumentiert werden können
(S. 2)
. Die bisherige Tätigkeit sei der Klägerin
aufgrund der – in den vergangenen Jahren zugenommenen – körperlichen, psychologischen und kognitiven Beeinträchtigungen
nicht mehr zumutbar (S.
3
).
3.2.
10
Dr.
med.
N.___
, Facharzt FMH für Allgemeine Medizin, von dem sich die Kläge
rin
ab
2. Februar 2009 behandeln liess (Urk. 18/13 S. 2), hielt am 9. Mai 2010 fest, die
se
leide an – körperlicher und mentaler – chronischer Müdigkeit. Sie arbeite derzeit aus gesundheitlichen Gründen lediglich zu 60 %. Die Freizeit benötige sie nach eigenen Angaben, um am nächsten Tag wieder fit zu sein für die Arbeit. Freizeitaktivitäten seien ihr aufgrund der chronischen Müdigkeit nicht möglich. In der angestammten Tätigkeit als Büroangestellte habe vom 1. August bis 31. Dezember 2008 eine 40%ige und vom 1. Januar bis 31. Oktober 2009 eine 20%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden. Seit 1. November 2009 sei die Klägerin erneut zu 40 % arbeitsunfähig (S. 3).
Die bisherige Tätig
keit sei ihr noch zu 50 % zumutbar. Sie sei bezüglich ihrer Krankheit sehr posi
tiv eingestellt und bekunde grosse Mühe, sich selber und Dritten gegenüber ein
zugestehen, dass ihre Leistungsfähigkeit relativ stark herabgesetzt sei. Si
e
habe über ihren eigenen Schatten springen müssen, um sich bei der IV
anzumelden (S. 4).
3.2.11
Dr. med.
O.___
, Facharzt FMH für Allgemeine Medizin, hielt am 6. Sep
tem
ber 2010 fest, die Klägerin, die seit 1998 bei ihm in Behandlung stehe, verspüre zeitweise eine Müdigkeit und eine
n Energiemangel. S
i
e
arbeite derzeit ohne Einschränkung zu 80 % als Sekretärin; diese Tätigkeit sei ihr weiterhin zu 80 % zumutbar (Urk. 18/17 S. 3 f.).
Sie sei körperlich (und geistig) gesund (S. 5).
3.2.
12
Die Ärzte des
L.___
, Frauenklinik, gaben am 22. September 2010 an, die Klägerin stehe seit 13. August 2002 wegen
präcoxer
Menopause und unerfüllten Kinderwunschs in ambulanter Behandlung bei ihnen. Es bestehe Verdacht auf eine depressive Verstimmung beziehungsweise eine Depression. Diesbezüglich
sei eine psychiatrische Abklärung indiziert. Bis anhin sei der Klä
gerin keine Arbeitsunfähigkeit attestiert worden (Urk. 18/18 S. 3).
3.2.13
PD
Dr. med.
P.___
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie,
hielt
am 22. Deze
mber 2010 fest, bei der Klägerin best
ehe nach der Erkrankung an Leukämie und
nach der
Knochenmarktransplantation eine
chronifizierte
orga
nische depressive Störung (ICD-10 F06.32). Aufgrund dieses - durch die Leukä
m
ie ausgelösten - Leidens träten
(
insbesondere in körperlichen und psychischen Belastungssituationen
)
erhebliche Konzentrationsstörungen,
Erschöpfungsge
fühle
, Energielosigkeit und depressive Verstimmungen auf.
Letztere bestünden seit mindestens 1995 und hätten in der Vergangenheit teilweise im Zusammen
hang mit Überforderungssituationen am Arbeitsplatz und auch mit Auseinan
dersetzungen in der Paarbeziehung gestanden. Wegen der Belastung durch die Scheidung und
aufgrund
eines Arbeitsplatzverlustes habe sich die Klägerin, die schon vorgängig psychologisch betreut worden sei, im März 2008 dann
zu
ihm in Behandlung begeben. Im Verlaufe des Jahres 2008
habe
s
ie Klägerin
die Scheidung psychisch bewältig
t
und
eine neue Arbeitsstelle bei
der
M.___
gefunden; dorthin sei sie dann auch umgezogen
. Es hätten indes Gefühle der Überforderung, der Depressivität und der Energielosigkeit sowie ein erheb
lich reduziertes Selbstgefühl bei einer Tendenz zu ausgeprägter
Leistungsorien
tierung
, welche die Klägerin immer wieder an die Grenze ihrer Belastbarkeit gebracht habe, persistiert (Urk. 18/21 S. 7 f.).
Anlässlich der Untersuchung vom 26. November 2010 habe die Klägerin im Rahmen der Arbeit an ihrer aktuellen Stelle im Pensum von 50 % auftretende Konzentrationsstörungen, Erschöpfung, Energielosigkeit und depressive Ver
stimmungen geschildert, welche sie zu längeren Ruhepausen im Tagesverlauf beziehungsweise nach der Arbeit zwängen. Die Einsicht in die Begrenztheit ihrer körperlichen und psychischen Leistungsfähigkeit habe sie nun zur Anmel
dung bei der IV veranlasst. Prognostisch sei davon auszugehen, dass das aktu
elle psychische Befinden fortbestehen oder sich
-
bei anhaltender Überforderung im Rahmen der organisch depressiven Störung
-
verschlechtern werde. Aus psy
chiatrischer Sicht bestehe
-
infolge von Konzentrations
störungen, Erschöpfung, Energielosigkeit, innerer Nervosität sowie depressiver Verstimmungen und auf
grund deswegen erhöhten Pausenbedarfs -
in jeglicher Tätigkeit eine
50%ige Arbeitsunfähigkeit (S. 8). Diese Einschränkung des Leistungs
vermögens bestehe seit Behandlungsbeginn im März 2008 (S. 6 und S. 8).
3.2.
14
In ihrer - auf den Akten beruhenden - Stellungnahme vom 3. Februar 2011 gelangte Dr. med.
Q.___
, Absolventin Gutachterkurse SIM, Ärztin des
Regional
ärztlichen
Dienstes (RAD) der IV, zum Schluss, dass die Klägerin aus psychi
scher Sicht infolge ihrer Erkrankung im J
ahr 1992 beziehungsweise der
deret
wegen
erfolgten Therapien seit spätestens November 2009 in jeglicher Tätigkeit zu 50 % arbeitsunfähig sei. Dies sei nicht auf eine eigentliche Verschlechterung des Gesundheitszustandes, sondern darauf zurückzuführen, dass die Kläg
erin in den letzten Jahren die G
renze ihrer Belastbarkeit übers
chritten habe, indem sie
vollzeitlich gearbeitet habe, ohne dass ihr ärztlicherseits
wieder
eine 100%ige Arbeitsfähigkeit
bescheinigt worden sei (Urk. 18/22 S. 3).
3.2.
15
In der Folge sprach die IV-Stelle Basel
-Stadt
der Klägerin mit Verfügung vom 11. Mai 2011 (Urk. 18/28) – unter Hinweis darauf, dass sie (die Klägerin) ihr Arbeitspensum per November 2009 auf 70 % reduziert habe, nach Ablauf des befristeten Arbeitsverhältnisses Ende Januar 2010 zu 100 % in ihrer Arbeitsfä
higkeit einge
schränkt gewesen und nun in jeglicher
Tätigkeit
wieder
zu 50 % arbeitsfähig sei – mit Wirkung ab 1. November 2010 eine auf einem
Invalidi
tätsgrad
von 50 % beruhende halbe Rente zu.
3.3
3.3.1
Die Ärzte des
L.___
, Interdisziplinäre Notfallstation, NFS Medi
zin, stellten gestützt auf die Ergebnisse der ambulanten Untersuchung vom 26. Oktober 2012 in ihrem gleichentags verfassten Bericht folgende Diagnosen (Urk. 18/45 S. 10):
-
Kleine
cerebellär
links
hemisphärische Ischämie
, Erstdiagnose
26.
Oktober 2012
-
EKG
vom
26.
Oktober 20
12:
nc
SR, keine ischämischen Veränderu
n
gen, keine Rhythmusstörungen
-
MRI
vom
26.
Oktober 2012
Imamed
: Verdacht auf
winzige frische Ischämie in der linken Kleinhirnhemisphäre, Kav
ernom Pons
ante
rola
teral
rechts
-
cvRF
: keine
-
Kavernom Pons
anterolateral
rechts
-
Status nach
Knochenmark
transplantation bei N
on-Hodg
k
in Lymphom vor 20 Jahren
-
anamnestisch Ganz
körperbestrahlung vor 20 Jahren
-
Status nach
Katarakt-
Operation
im Juni 2012
Die Klägerin sei
ihnen -
wegen Verdachts auf
eine
frische Ischämie im Klein
hirn
notfallmässig vom Hausarzt zugewiesen worden. Sie leide seit zirka
zwanzig
Jahren an
einer
Müdigkeit,
deren Ursache der
Hausarzt
in einer
Leuken
zephalopathie
bei Status nach
Ganzkörperbestrahlung
vermutet habe. Im MRI
(vgl. Urk. 18/45 S. 7)
sei nun
nebenbefundlich
ein Kavernom festgestellt worden. Es seien we
itere Untersuchungen vorgesehen.
3.3.
2
Dr.
N.___
berichtete
am 25. März 2013 über eine Verschlechterung des Ges
und
heitszustandes. Die Klägerin sei trotz einer Zunahme der körperlichen und mentalen Müdigkeit bis Sommer 2012 mit Müh und Not noch in der Lage gewesen, ihre Arbeit zu verrichten. Nach einer beidseitigen Katarakt-Operation habe sie dann wegen monatelangen massiven Schwindels und Nausea die Arbeit nicht wie geplant wieder aufnehmen können. Dies habe zu Enttäuschung und zu einer depressiven Episode geführt, welche sich nach Kenntnisnahme der am 26. Oktober 2012 zufällig festgestellten kleinen
cerebellären
linkshemisphä
rischen
Ischämie und des Kavernoms im Pons
anterolateral
rechts noch weiter verschlimmert habe (Urk. 18/45 S. 1). Zusätzlich negativ auf das
psychische
Befinden wirke sich nun noch aus, dass die Taggeldversicherung ihre
Leistungs
pflicht
verneine, da
die aktuelle
Arbeitsunfähigkeit auf die gleiche Krankheit zurückzuführen sei,
deretwegen
der Klägerin schon eine Rente ausgerichtet werde.
Die Klägeri
n, die seit zwanzig
J
ahren mit einer bewundernswert
positi
ven Einstellung gegen ihre doch massiven gesundheitlichen Probleme kämpfe, müsse nun wohl Sozialhilfe in Anspruch nehmen, um überleben zu können (S. 2).
3.3.
3
Auf de
m
Fragebogen „Revision der Invalidenrente“ gab die Klägerin am 21. August 2013 an,
ihr Gesundheitszustand
habe sich im September 2012 und erneut im Juli/August 2013 verschlechtert. Zuerst seien eine Ischämie im Klein
gehirn sowie eine Depression festgestellt und dann noch Brustkrebs diagnosti
ziert worden (Urk. 18/65 S. 1).
4.
4.1
4.1.1
Die IV-Stelle Zürich stellte die Renten
verfügung vom
23. Januar 2004 (Urk. 18/1.11, Urk. 18/1.18 S. 1 f.)
auch der Personalfürsorgestiftung der
Z.___
zu. Soweit die
Bekl
agte
1
als Rechtsnachfolgerin dieser
Vorsorge
ein
richtung
(beziehungsweise der Pensionskasse
Z.___
) fungiert
,
wäre sie daher grundsätzlich an die genannte Verfügung gebunden. Allerdings setzte die IV
Stelle darin den Beginn der Wartefrist auf den 1. September 2002 fest. Da
dokumentiert ist, dass
die Klägerin
schon seit einem früheren Zeitpunkt
(teil
)arbeits
un
fähig war
(Urk. 18/1.28, Urk. 18/1.35 S. 5, Urk. 20/4 f., Urk. 20/10 S. 1)
, ist der f
ragliche Rentenentscheid für die Beklagte 1
nicht
verbind
lich
(vgl. E. 1.2.5)
, soweit der Eintritt
der massgeblichen Arbeitsun
fähigkeit strittig ist. Namentlich fehlt eine echtzeitliche derart lau
t
ende ärztliche Ein
schätzung.
4.1.2
Betreffend die
Natur der
gesundheitliche
n
Beeinträchtigung und deren Aus
wirkun
gen auf das Leistungsvermögen steht aufgrund der medizinischen Akten fest und ist unbestritten, dass
sich
die
Klägerin, nachdem im Mai 1992 ein
grosszelliges
anaplastisches Ki-1-pos
i
tives Lymphom festgestellt worden war, einer – eine Knochenmarktransplantation
und eine Chemotherapie umfas
senden und mit Komplikationen verbundenen – intensiven Behandlung unter
zog und während längerer Zeit (gemäss eigenen Angaben vom April 1992 bis März 1993 zu 100 % und daraufhin bis zirka September 1993 noch zu 50 % [Urk. 18/1.35 S. 5]) erheblich in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt war
(vgl.
etwa
Urk. 18/1.30 S. 3 und
Urk. 18/
1.33 S. 3).
Aus den ärztlichen Berichten und den weitern Akten geht sodann im Wesentlichen übereinstimmend hervor, dass die Klägerin als Behandlungsfolge an einem – von den Ärzten diagnostisch teilweise unterschiedlich eingeordneten – Müdigkeitssyndrom
und
mässiggradi
gen
neuropsychologischen Defiziten
leidet.
Im Januar 1993
, mithin zu einem Zeitpunkt,
als sie noch
gänzlich
a
rbeitsunfä
hig
war (Urk. 18/1.35 S. 5), zog die Klägerin
in die
D.___
. Während des Bachelor-Studiums, das sie dort in der Folge bis 1995 absolvierte (Urk. 18/1.22 S. 1, Urk. 18/1.19 S. 2, Urk. 18/4 S. 4), stand sie nach Lage der Akten weiterhin (bei diversen Ärzten) in Behandlung (Urk. 18/1.30 S. 3),
litt an extremer Müdigkeit und f
iel häufig krankheitsbedingt aus (Urk. 18/1.24 S. 1).
Angesicht dieser Gegebenheiten ist, auch wenn sie das Studium schliesslich erfolgreich abschliessen konnte, nicht von einer vollen Leistungsfähigkeit während dessen Dauer auszugehen.
Auch d
ass sie während ihrer darauffolgenden Erwerbstätig
keit in den
D.___
zwischen 1996 und Juni 2001 wieder eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit erlangte, erscheint aufgrund der zitierten medizinischen Berichte und der weiteren Akten nicht als überwiegend wahrscheinlich. So ist dokumentiert, dass sie im fraglichen Zeitraum (nacheinander) in mindeste
ns fünf
verschiedenen Ar
beitsverhältnissen stand
(Urk. 18/1.22 S. 2 und S. 5-9). Die
se
häufigen Stellenwechsel beziehungsweise –
verluste
(schon damals)
, die sich nach ihrer Rückkehr in der Schweiz fort
setzten,
sind vor dem Hintergrund der als Folge des Krebsleidens persistierenden Symptomatik, insbesondere der chronischen Müdigkeit zu sehen. So erklärte
die Klägerin
gegenüber
den Ärzten des
H.___
anlässlich der
Untersu
chung vom 24. Juni 2002
, dass sie sämtliche Arbeitsstellen, die sie angetreten habe, aufgrund
ihrer einge
schränkten psychischen und physi
schen Belastbarkeit wieder habe aufgeben müssen (Urk. 18/1.30 S. 3
; vgl.
hiezu
auch Bericht Dr.
I.___
vom 29. Sep
tember 2003, Urk. 18/1.24 S. 1
).
In dieser
Aussage bezog
sie sich
offensichtlich auch auf
die
Arbeitsverhältnisse
in den
D.___
, hatte sie doch im Zeitpunkt der fraglichen Kontrolluntersuchung
im
H.___
seit ihrer
Wiederein
reise
in
die Schweiz im Juli
2001 erst einen Stellen
wechsel (von der
Y.___
zur
Z.___
) zu verzeichnen
.
PD Dr.
P.___
hielt denn auch explizit fest, dass es schon ab 1995 zu
Überfor
derungssituationen
am Arbeitsplatz gekommen sei (Urk. 18/21 S. 7).
Dass
sie
schon
geraume Zeit vor und dann auch
bei Antritt der Stelle bei der
Y.___
Anfang August 2001 wesentlich in ihrer Arbeits
fähigkeit eingeschränkt war
(und dieses Arbeitsverhältnis deswegen
in der Folge
auch
bereits
nach
knapp fünf Monaten per Ende März 2002 wieder kündigte (vgl. Kündigungsschreiben vom 21. Dezember 2001, Urk. 18/1.31 S. 4),
ist auch
aus den weiteren Akten
zu schliessen
. So ging Dr.
I.___
am 29. Sep
tember 2003
davon aus, dass die – seit Jahren an Antriebsarmut, einer depressiven Grundstimmung, Müdigkeit, Vergesslichkeit und Schlafproblemen leidende
–
Klägerin seit mindestens drei Jahren (mithin seit spätestens Herbst 2000, als sie noch in den
D.___
lebte) nur noch zu 50 % arbeitsfähig sei (Urk. 18/1.24 S. 8).
Am 20. November 2003 bestätigte die genannte Psychiaterin diese Angaben auf Anfrage der Beklagten 1 insofern, als sie festhielt, die Klägerin habe nach der Krebserkrankung im Jahr 1992 und der erfolgten Knochenmarktransplantation an ständiger Müdigkeit gelitten. Im Mai 2002
(und damit
im Zeitpunkt des Stellenantritts bei der
Z.___
am 6. Mai 2002
)
– sei sie zu 20 %
arbeitsun
fähig gewesen (Urk. 20/10).
Die Klägerin gab anlässlich der neuropsychologi
schen Untersuchung in
L.___
am 11. Juni 2008 an, sie habe schon öfters die Stelle wechseln müssen respektive verloren, weil sei immer müde sei und sich überfordert fühl
e. Die enorme Müdigkeit und die
Konzentra
tionsproble
me
bestünden seit der Behandlung ihres Krebsleidens im Jahr 1992 (Urk. 18/10 S. 9 f.).
An der – nach einer einmonatigen Arbeits
losigkeit im April 2002 (Urk. 18/1.34) – auf die Anstellung bei der
Y.___
folgen
den (Vollzeit-)Stelle
bei der
Z.___
fühlte sie sich denn aufgrund der chro
nischen Müdigkeit von Anfang an überlastet und befürchtete, den Anforderun
gen nicht gerecht zu werden (Urk. 18/1.30 S. 3 f.).
Schon kurz nach Beginn dieses Arbeitsverhältnisses am 6. Mai 2002 wies sie dann ab 3. Juni 2002 regelmässig Absenzen (
an
ein bis fünf Tage
n
pro Arbeitswoche) auf; ab 24. Juni 2002 wurde ihr eine 20%ige und später eine
50%ige
Arbeits
unfähigkeit bescheinigt (Urk. 18/1.24 S. 1, S. 4 und S. 8, Urk. 18/1.27 S. 1 f., Urk. 18/1.28, Urk. 18/1.30 S. 4 und S. 6, Urk. 20/4-6, Urk. 20/8, Urk. 20/10, Urk. 20/12)
, auf
grund deren ihr die IV-Stelle dann per 1. September 2003 erst
mals eine halbe Rente zusprach (Urk. 18/1.11, Urk. 18/1.18)
.
In Anbetracht
dieser Gegebenheiten ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die Klägerin schon vor den beiden (aufgrund der Anstellungen bei der
Y.___
beziehungsweise der
Z.___
bestandenen) Vorsorgeverhältnissen mit der Beklagten 1
wegen
der
Langzeitfol
gen
ihrer
Krebserkrankung erheblich (
und
ab Juni 2002 noch verstärkt) in ihrem Leistungsvermögen eingeschränkt war. Da die zur erstmaligen
Zusprache
einer halben Rente der IV führende Arbeitsunfähigkeit demnach schon vor
Versiche
rungsbeginn
eingetreten war, ist die Leistungsverweigerung der Beklagten 1 nicht zu beanstanden.
Anzumerken ist in diesem Zusammenhang, dass die
Z.___
Pensionskasse als Rechtsvorgängerin
der Beklagten 1
nach Lage der Akten schon im Februar 2004 ein damals von der Klägerin gestelltes Gesuch um Invaliden
l
eistungen abgewiesen hatte, was diese
zu jenem Zeitpunkt
offenbar ohne Weite
res akzeptiert
e
(vgl. Urk. 2/9).
Ob die Klägerin mit ihren Angaben auf dem
„
Beitrittsgesuch zur
Vorsorge
einrich
tung
“
vom 16. August 2001 (Urk. 20/17) und in der
„
Anmel
dung zur Kollektiv
versicherung
“
vom 15. Mai 2002 (Urk. 20/2) ihre Anzeige
pflicht gegen
über der Beklagten 1 (beziehungsweise deren
Rech
tsvorgängerin
nen
) ver
letzt hat, kann angesichts dieses Ergebnisses offen bleiben.
Anzufügen bleibt, dass die
Rentenbetreffnisse
für den von der Klägerin geltend gemachten Zeitraum
(anders als das Rentenstammrecht)
ohnehin verjährt wären (
Urk. 22 S. 5;
vgl. E. 1.1.1
-3
).
4.2
4.2.1
Zu prüfen
bleibt ein Leistungsanspruch
der Klägerin
geg
enüber der Beklagten 2 oder
3.
Massgebend ist dabei
, ob
der zeitliche Zusammenhang
zwischen der
je
nigen Arbeitsunfähigkeit, die zur erstmaligen
Zusprache
einer Rente der IV
führte
(Ve
rfügung vom 23. Januar 2004
, Urk. 18/1.11 und Urk. 18/1.18)
, und der
Arbeitsunfähigkeit,
die während der Vorsorgeverhältnisse mit der Beklag
ten 2 beziehungsweise 3 bestand
und
aufgrund deren die IV-Stelle der Klägerin seit
November 2010
aber
mals eine Rente ausrichtet
(Verfügung vom 11. Mai 2011, Urk. 18/28)
, unterbrochen wurde sowie
–
gegebenenfalls
– wann genau die in der erneuten Invalidität resultierende Arbeitsunfähigkeit eingetreten ist.
4.2.2
Die
Rentenverfügung
der IV-Stelle Basel
-Stadt
vom
11. Mai 2011 (Urk. 18/28
S. 4
) wurde weder der Beklagten 2 noch der Beklagten 3 zugestellt und ist daher für beide nicht bindend.
4.2.
3
Die Renteneinstellu
ng per Ende März 2005 (
Verfügung der IV-Stelle Zürich vom 3. Februar 2
005, Urk. 18/1.4) beruhte auf der Tatsache, dass die Klägerin
entsprechend ihrer (w
eniger als zehn Monate nach dem Leistungsentscheid
der IV
[
Verfügung vom 23. Januar 2004, Urk. 18/1.11
])
am 2. Dezember 2004
gemachten
Mitteilung
(Urk. 18/1.6 S. 2) -
per 17. November 2004 mit der
C.___
einen Arbeitsvertrag über ein
100%-Pensum
ab
schloss
und ab diesem Zeitpunkt wieder ein rentenausschliessendes Salär (Invaliditätsgrad von 2 %) erzielte
(Urk. 18/1.5 S. 5
f.
). Eine
seit der
Rentenzu
sprache
oder auch während d
es
daraufhin
immerhin rund zwei Jahre dauernden Arbeitsverhältnisses
mit der
C.___
ei
n
getretene erhebliche Verbesserung des Gesundheitszustandes
beziehungsweise der Arbeits
fähigkeit
wurde der Klägerin
-
echtzeitlich
und auch r
etrospektiv
-
von keinem Arzt
bescheinigt.
Dies gilt auch für die Folgezeit
bis zum Eintritt der erneuen Invalidität beziehungsweise der
(
zweit
en)
Rentenzusprache
der IV
per
1. November 201
0.
Die Hämatologen des
L.___
berichteten am 23. Februar 2010 zwar über eine progrediente Einsc
hränkung der Leis
tungsfähigkeit,
befanden allerdings, dass diese Entwicklung bereits 1997
-
mit
hin schon vor der ersten
Rentenzusprache
- eingesetzt habe (Urk. 18/10
S. 1
). Dr.
P.___
ging von einer bereits seit 1995 persistierenden Symptomatik aus (Urk. 18/21 S. 7 f.).
Die Klägerin selbst machte vor diesem Verfahren
aktenkundig
nie eine Ver
besse
rung ihres Leistungsvermögens geltend. Im Gegenteil hielt sie anläss
lich der neuropsychologischen Untersuchu
ng im
L.___
am
11. Juni 2008 fest,
die enorme Müdigkeit, die Konzentrationsprobleme, die geringe Belastbarkeit sowie die weiteren Symptome bestünden schon seit 199
2.
Zwar habe sie im Verlauf ihrer beruflichen Karriere phasenweise immer wieder gut zu 100 % arbeiten kö
nnen; nach einigen Monaten habe sie sich dann aber jeweils überfordert gefühlt und keine Energie mehr gehabt, weshalb ihr schon wieder
holt
– wie auch von der aktuellen Arbeitgeberin -
gekündigt worden sei
. Es sei frustrierend, dass s
i
e
wegen der geringen Belastbarkeit und der ständigen Müdigkeit keine gute Stelle erhalten könne
. Die Stellenverluste beziehungsweise häufigen Stellenwechsel belasteten sie sehr
(Urk. 18/10 S. 9 f.).
Auch in ihrer
(Neu-)Anmel
dung bei der IV gab sie am 21. Januar 2010 an, sie kämpfe seit den 1992 durchgeführten extremen Behandlungsmassnahmen, namentlich der Knochenmarktransplantation, konstant mit Müdigkeit und kör
perlicher Schwäche; die Behinderung bestehe seit 1992 (Urk. 18/4 S. 6).
Anhaltspunkte dafür, dass
eines der seit 1993 eingegangenen Arbeitsverhält
nisse
-
abgesehen von der Stelle bei der
Z.___
, über welche Ende 200
2
(als der Klägerin schon seit längerem eine Arbeitsunfähigkeit ärztlich bescheinigt w
o
rde
n war
) der Konkurs eröffnet wurde (Urk. 18/1.36 S. 4) - aus einem ande
ren Grund als wegen der krankheitsbedingten Defizite aufgelöst wurde,
gibt es in den Akten keine
.
Die Klägerin gab diesbezüglich am 22. November 2010 gegenüber der zuständigen Mitarbeiterin der IV-Stelle Basel-Stadt an, sie sei zwar bei jeder Stelle am Anfang noch in der Lage, zu 100 % zu arbeiten
,
und gebe dann
jeweils alles
. Nach
einer gewissen Zeit könne sie die Arbeitsqualität
aber
nicht
mehr
aufrecht erhalten, und es werde ihr gekündigt (vgl. Protokoll
IV-Stelle Basel-Stadt
S. 3
[IV-Akten, Urk. 18]
)
.
Dass die Klägerin in den diversen Arbeitsverhältnissen ab 1993
-
bis zur Anstel
lung bei der
B.___
ab 23. Juli 2008 (Urk. 2/11 f.)
-
jeweils im
Vollzeitpensum
beschäftigt war, ist n
icht mit
dem dauerhaften Wieder
erlangen
einer 100%igen Arbeitsfähigkeit
(vgl.
hiezu
auch Urteil B 65/00 des damaligen Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 29. November 2001 E. 3b mit Hinweisen)
, sondern vielmehr damit zu erklären, dass
sie
seit ihrer Erkrankung im Jahr 1992 – in durchaus anerkennenswerter Weise – über Jahre hinweg alles daran setzte, im Erwerbsbereich
eine
(auch in zeitlicher Hinsicht)
volle Le
istung zu erbringen
. Sie
scheiterte
dabei aber
immer, weil sie den Anforderungen der jeweiligen Stelle (jedenfalls bei vollzeitlicher Tätigkeit) wegen der persistierenden gesundheitliche
n
Defizite nicht zu genügen ver
mochte
beziehungsweise sich überfordert fühlte
(
zum Arbeitswillen der Klägerin und ihren
hohen Leistungsansprüchen an sich selbst vgl.
insbesondere Urk. 18/13 S. 4, Urk. 18/21 S. 7 f. und
Protokoll IV-Stelle Basel-Stadt S.
3 und
4
[IV-Akten
,
Urk. 18]
).
Hinzuweisen ist in diesem Zusammenhang darauf, dass die
erneute
Zusprache
einer Rente der IV
am 11. Mai 2011
(wie bereits die
am 3. Februar 2005
ver
fügte Aufhebung der erstmals zugesprochenen Rente; vgl. E. 4.2.3)
ihre
Grund
lage
nicht
etwa
in
einer wesentlichen Ver
änderung
des Gesundheitszustandes
hatte.
So
ging
die
RAD-Ärztin Dr.
Q.___
, auf deren Einschätzung vom 3. Februar 2011 die
IV-Stelle Basel-Stadt
den fraglichen
Rentenentscheid
(Urk. 18/28)
stützte
,
mit
durchaus überzeugend
er Begründung
davon aus, dass
di
e
Klägerin schon bald nach der Gutheissung ihres ersten Leistungsgesuchs
mit Verfügung vom 23. Januar 2004 (Urk. 18/1.11, Urk. 18/1.18)
wieder vollzeitlich zu arbeiten begann, obwohl sie anhaltend (teil-)arbeitsunfähig war
. Eine eigentliche gesundheitliche Verschlechterung verneinte die genannte Ärztin explizit
(Urk. 18/22 S. 3)
.
Angesichts der geschilderten Gegebenheiten wäre, s
elbst wenn die Klägerin
im Rahmen des Arbeitsverhältnisses mit der
C.___
ab Mitte November 2004 wieder für eine gewisse Dauer vo
ll arbeitsfähig gewesen wäre,
die damalige Tätigkeit lediglich als Arbeits
v
ersuch zu werten
, der
den zeitlichen Zusammenhang zwischen de
r
in der ersten und
der
in der
zweiten
Rente
n
zusp
rache
der IV resultierenden Arbeitsunfähigkeit nicht unterbrach
(vgl.
Anmerkung der IV-Stelle Zürich auf
Urk.
18/1.6 S. 2)
.
4.3
Nach dem Gesagten trat
die invalidisierende Arbeitsunfähigkeit mit über
wiegen
der Wahrscheinlichkeit zu einem Zeitpunkt ein, zu dem die Klägerin bei
k
einer der drei Beklagten vorsorgeversichert war
.
Angesichts dieses Ergeb
nisses erübrigt sich d
er seitens der Beklagten 1 beantragte (Urk. 19 S. 4, Urk. 27 S. 3)
Beizug
weiterer – den Zeitraum von 1995 bis 2005 betreffender –
echtzeit
licher
medizinischer Berichte
.
4.4
Die Klage ist demnach vollumfänglich
abzuweisen.
5.
5.1
Den obsiegenden Beklagten als Trägerinnen der beruflichen Vorsorge steht keine
Prozessentschädigung zu (Urk. 13 S. 2, Urk. 19 S. 2; § 34 Abs. 2 des Gesetzes über das Sozial
versicherungsgericht [
GSVGer
]; vgl. BGE 128 V 133 E. 5b, 126 V 150 E. 4a, 118 V 169 E. 7 und 117 V 349 E. 8, mit Hinweisen; vgl. auch BGE 122 V 125 E. 5b und 320 E. 1a und b sowie 112 V 356 E. 6).
5.2
Der unentgeltliche Rechtsvertreter der Klägerin machte mit Honorarrechnung vom 8. Juli 2015 (Urk. 33) einen Aufwand von 21,4 Stunden und Barauslagen von Fr. 108.-- geltend. Der verrechnete Zeitaufwand erscheint angemessen. Unter Berücksichtigung des
(bis 31. Dezember 2014)
gerichtsüblichen
Stunden
ansatzes
von
Fr.
200.-- sowie der Barauslagen von Fr. 108.-- (je zuzüglich Mehr
wertsteuer) ist der unent
geltliche Rechtsvertre
ter der Klägerin mit einem Betrag von Fr. 4'
739.05
aus der Gerichts
kasse zu entschädigen.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Klage
wird abgewiesen.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Den Beklagten werden
keine Prozessentschädigung
en
zugesprochen.
4
.
Der unentgeltliche Rechtsvertreter der Klägerin, Rechtsanwalt Urs P. Keller, Zollikon,
wird mit
Fr.
4'739.05
(inkl. Barauslagen und
MWSt
) aus der Gerichtskasse entschädigt.
Die Klägerin wird
auf die Nachzahlungspflicht gemäss § 16 Abs. 4
GSVGer
hinge
wiesen.
5
.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Urs P. Keller
-
BVG-Sammelstiftung Swiss Life
-
Rechtsanwalt Andreas
Wiget
-
AXA Leben AG
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse
6
.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu ent
hal
ten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
GräubFischer