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**Case Identifier:** 556200fc-d2d2-5cd9-ab1c-c4a40f731928
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-12-11
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 11.12.2018 IV 2016/401
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2016-401_2018-12-11.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2016/401

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 25.09.2019

Entscheiddatum: 11.12.2018

Entscheid Versicherungsgericht, 11.12.2018
Art. 28 IVG: Verneinung eines Rentenanspruchs nach Würdigung ärztlicher 
Berichte in der Annahme einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in der bisherigen 
sowie in einer adaptierten Tätigkeit (Entscheid des Versicherungsgerichts 
des Kantons St. Gallen vom 11. Dezember 2018, IV 2016/401).

Besetzung

Präsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Monika Gehrer-Hug und Karin Huber-

Studerus; Gerichtsschreiberin Sabrina Bleile

Geschäftsnr.  

IV 2016/401

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin, 

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand 

IV-Leistungen

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Sachverhalt

A. 

A.a  A.___ (nachfolgend: Versicherte) meldete sich am 1. Juli 2016 bei der IV-Stelle des 

Kantons St. Gallen (nachfolgend: IV-Stelle) zum Leistungsbezug an, da sie 

insbesondere aufgrund von Steissbeinschmerzen nur noch zu 50 % arbeitsfähig sei 

(IV-act. 1). Einem Bericht vom 9. Dezember 2010 der Klinik für orthopädische Chirurgie 

des Kantonsspitals St. Gallen (KSSG) ist zu entnehmen, dass sich die Versicherte in 

einer Sprechstunde vom 8. Dezember 2010 mit seit 2008 wahrgenommenen 

Schmerzen im Bereich des Steissbeins vorgestellt hatte. Aus dem Bericht geht weiter 

hervor, dass am 8. Dezember 2010 im KSSG auch eine Röntgenaufnahme des 

Sakrums der Versicherten angefertigt worden war, welche eine erweitere Symphyse 

sowie ein lang ausgeprägtes Os coccygeum mit leichtem Dorsalversatz um eine halbe 

Wirbelkörperbreite gezeigt hatte. Als Diagnosen waren von der behandelnden Ärztin 

eine Coccygitis sowie eine muskuläre Dysbalance der Brustwirbelsäule (BWS) und 

Lendenwirbelsäule (LWS) bei Status nach sekundärer Resectio vom 15. September 

2010 genannt worden (act. G 5.2). Durch Physiotherapie war eine Verbesserung des 

Wirbelsäulenbefundes (auch im Nacken/Schulterbereich) erzielt worden, während die 

Gesässschmerzen weiterhin anhielten, wie einem Verlaufsbericht des KSSG vom 20. 

Januar 2011 zu entnehmen ist (vgl. act. G 5.3). Als Befunde waren in einem Bericht des 

KSSG vom 3. März 2011 über eine Nachkontrolle vom 2. März 2011 ein sicheres, 

hinkfreies Gangbild sowie eine uneingeschränkte Mobilität und Kraftgrade der unteren 

Extremität erhoben worden. Die Versicherte habe eine Ausstrahlung der Schmerzen 

verneint. Druckdolenzen im Bereich der Oberschenkel seien nicht auslösbar, die 

Sensibilität vollumfänglich intakt gewesen. Im Übergang der LWS zum Sacrum habe 

eine deutliche Druckdolenz bestanden, das Os coccygeum selbst sei in dieser 

Untersuchung unauffällig gewesen. Die LWS sei im Alignement deutlich gebessert 

gewesen mit weniger muskulärem Hartspann. Der Finger-Bodenabstand habe 0 cm 

betragen, die Seitenneigung und Wendung sei für die Versicherte indolent möglich 

gewesen (act. G 5.4). Am 18. März 2011 war ein MRI der Wirbelsäule (Os coccygeum) 

erstellt worden. Gemäss dem Sprechstundenbericht des KSSG vom 24. März 2011 sei, 

soweit beurteilbar, kein Nachweis einer relevanten Diskushernie gefunden worden. Das 

MRI habe eine regelrechte Kontur und Signalintensität des Os sacrums ohne Hinweis 

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auf das Vorliegen einer Fraktur oder einer Raumforderung gezeigt. Aus der MRI-

Untersuchung ergebe sich kein Anhaltspunkt, welcher die Beschwerden der 

Versicherten erklären könnte. Auffällig sei im Vergleich zu den konventionellen 

Aufnahmen ein verbessertes Alignement des Os coccygeum. Es sei davon 

auszugehen, dass es im Rahmen der Schwangerschaft zu einer gewissen Dislokation 

bzw. Dyssynergie im Beckenbodenbereich gekommen sei. Die Versicherte werde eine 

Akupunktur sowie eine chiropraktische Behandlung in Anspruch nehmen. Eine 

Infiltration lehne die Versicherte ab, da sie bereits mit der Physiotherapie einen guten 

Weg gefunden habe. Zu einer erneuten Infiltration könne bei zweimaliger Erfolglosigkeit 

derselben auch nicht zwingend geraten werden. Aus orthopädischer Sicht bestehe 

keine weitere operative Handlungsmöglichkeit (act. G 5.5). Einem Bericht des KSSG 

vom 16. Februar 2012 ist zu entnehmen, dass die von der Versicherten gefühlten 

Beschwerden bei einem dreimonatigen Aufenthalt in B.___ durch Meridianmassagen 

leicht regredient gewesen seien. Eine weitere Infiltration habe sie zu diesem Zeitpunkt 

abgelehnt (act. G 5.6). Am 11. Mai 2012 hatte Chiropraktorin Dr. C.___ berichtet, die 

Versicherte sei von Ende März 2012 bis zum 1. Mai 2012 sechs Mal bei ihr in 

Behandlung gewesen. In der Untersuchung vom 22. März 2012 sei der 

Bewegungsumfang der LWS frei gewesen. Die Neurologie der unteren Extremitäten sei 

beidseits unauffällig gewesen. Alle Provokationstests inklusive Lasègue-Test seien 

beidseits problemlos durchführbar gewesen. Es habe jedoch eine Druckdolenz am 

sacrococcygealen Übergang bestanden. Mit diversen chiropraktischen 

Behandlungsansätzen sei versucht worden, eine Verbesserung der Situation zu 

erreichen, was jedoch leider nur jeweils kurzfristig gelungen sei. Eigentlich hätte nach 

der Behandlungszeit bereits eine deutliche Besserung eintreten sollen. Aus 

chiropraktischer Sicht könne zurzeit keine weitere Hilfestellung geleistet werden, 

weshalb zu einem orthopädischen Konsil geraten werde (act. G 5.7). Dr. med. D.___, 

Spezialarzt Orthopädische Chirurgie FMH, Sportmedizin (SGSM), hatte am 11. Mai 

2012 über eine Untersuchung der Versicherten am 10. Mai 2012 berichtet. Diese leide 

seit der ersten Schwangerschaft an mehr oder weniger unveränderten 

Steissbeinschmerzen, insbesondere beim Sitzen. Ein Trauma des Steissbeins sei nicht 

eruierbar. Die Geburten seien mittels Kaiserschnitt erfolgt. Anlässlich der Untersuchung 

habe sich ein unauffälliger Barfussgang gezeigt. Der Zehen- und Fersengang sei 

möglich gewesen. Die Schultern und das Becken seien horizontal, die Wirbelsäule im 

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Lot, die Seitwärtsneigung der LWS nach rechts und links endgradig ebenso wie die 

Inklination und Reklination leicht dolent gewesen. Der Finger-Bodenabstand habe 16 

cm betragen. Es hätten sich keine Druckdolenz der Dornfortsätze und kein 

paravertebraler Muskelhartspann gezeigt. Die Illeosakralgelenke seien rechts und links 

unauffällig gewesen. Über dem Steissbein habe eine Druckdolenz bestanden. Auf den 

mitgebrachten Röntgenbildern sei kein eindeutig pathologischer Befund des 

Steissbeins sichtbar gewesen. Als Diagnose hatte Dr. D.___ eine Coccygodynie 

genannt. Nachdem sämtliche konservativen Behandlungsmassnahmen nutzlos 

gewesen seien, könne er keine weitere Therapieoption anbieten (act. G 5.7 S. 2). Am 4. 

Juni 2013 hatte eine Untersuchung der Versicherten in der Rheumatologie E.___ bei Dr. 

med. F.___, Innere Medizin und Rheumatologie FMH, stattgefunden. Dieser hatte in 

einem Bericht vom 6. Juni 2013 als Diagnosen ein chronisches lumbal-betontes 

Panvertebralsyndrom mit lumbo-spondylogener Komponente beidseits und 

Coccygodynie anamnestisch bei Hyperlordose (Hohlkreuz) der LWS, muskulären 

Dysbalancen und Haltungsschwäche sowie Adipositas genannt. Dem Bericht ist weiter 

zu entnehmen, dass die Versicherte angebe, dass die Schmerzen zeitweise bis zum 

Kopf und in die Hinter- und Lateralseite der Oberschenkel ausstrahlten und Sitzen für 

maximal 5 Minuten, Gehen für maximal 10 Minuten möglich sei. Dr. F.___ hatte 

angemerkt, dass der Versicherten das Sitzen während der Anamneseerhebung für etwa 

20 Minuten, bei der Untersuchung nur für wenige Minuten möglich gewesen sei. Weiter 

hatte er festgehalten, dass der einzig ihm vorliegende bildgebende Befund, das MRI 

vom 18. März 2011, unauffällig sei. Bei fehlenden radikulären Reiz- oder 

Ausfallsymptomen hatte er keine Veranlassung für weitere bildgebende Abklärungen 

gesehen. Die Behandlung bestehe aus seiner Sicht in erster Linie in einem 

konsequenten Auftrainieren der Rücken- und Bauchmuskulatur, weshalb er der 

Versicherten eine Verordnung für eine aktive Physiotherapie mitgegeben habe. Dr. 

F.___ hatte weiter festgehalten, dass die Versicherte für eine mittelschwere und 

schwere Arbeit zurzeit nicht einsetzbar sei, was sich aber nach einem kontinuierlichen 

Muskelaufbau über längere Zeit ändern könne (act. G 5.8). Vom 1. Dezember 2014 bis 

zum 31. März 2016 war die Versicherte von der G.___ AG, für ca. zwei bis drei Stunden 

pro Woche als nebenamtliche Hauswartin angestellt gewesen (vgl. IV-act. 15). Vom 1. 

April 2015 bis zum 31. Mai 2016 war sie zudem als Tagesmutter in einem Pensum von 

ca. 10 bis 20 % tätig gewesen (vgl. IV-act. 1 S. 6). Seit dem 1. Februar 2016 war die in 

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Z.___ ausgebildete Krankenschwester (vgl. IV-act. 1 S. 5 und 10 S. 1) bei der Spitex 

H.___ im Stundenlohn angestellt gewesen, wobei sie durchschnittlich ein Pensum von 

ca. 30-40 % geleistet hatte (vgl. IV-act. 1 S. 6 und 8 S. 1 ff.).

A.b  Die Spitex H.___ gab am 11. Juli 2016 in einem von der IV-Stelle ausgegebenen 

Fragebogen für Arbeitgebende an, dass die Versicherte auf eigenen Wunsch im 

Stundenlohn angestellt sei. Im April und Mai 2016 habe sie den Wunsch geäussert, ihr 

Pensum zu erhöhen. Dies sei aber aufgrund der fehlenden Kinderbetreuung nicht 

möglich gewesen. Die Versicherte sei zu wenig flexibel und könne nur vormittags sowie 

an einem Wochenende arbeiten. Nachmittags- und Spätdienste seien zurzeit nicht 

möglich. Ein Gesundheitsschaden sei nicht beobachtet worden. Die Versicherte klage 

gelegentlich über Rückenschmerzen. Sie erledige aber alle Aufgaben ohne 

gesundheitliche Einschränkung und sei bisher lediglich an zwei Arbeitstagen 

krankheitsbedingt ausgefallen. Die Arbeit bei der Spitex bestehe aus ca. 1-5 % 

sitzenden Tätigkeiten, während der Hauptteil der Arbeit gehend oder stehend zu 

verrichten sei. Manchmal sei das Heben oder Tagen von leichten oder mittelschweren 

Lasten notwendig, während das Heben oder Tragen von schweren Lasten sehr selten 

gefragt sei (vgl. IV-act. 8).

A.c  Am 10. August 2016 informierte die Arbeitslosenkasse des Kantons St. Gallen die 

IV-Stelle darüber, dass die Versicherte vom 16. Februar bis zum 31. Mai 2016 sowie ab 

dem 15. Juni 2016 als arbeitslos gemeldet sei. Sie suche eine Arbeitsstelle für ein 

Pensum von 100 %. Die Arbeitslosenkasse habe die Vermittlungsfähigkeit auf 100 % 

festgelegt. Die Versicherte gebe ebenfalls eine 100%ige bzw. eine den 

Arbeitszeugnissen entsprechende Vermittlungsfähigkeit an (IV-act. 13 S. 2). Die 

Arbeitslosenkasse reichte der IV-Stelle die ihr vorliegenden Arztzeugnisse des 

Hausarztes, Dr. med. I.___, ein (vgl. IV-act. 14). In einem ärztlichen Attest vom 27. 

Januar 2016 hatte Dr. I.___ für den Zeitraum vom 1. bis zum 29. Februar 2016 eine 

voraussichtliche Arbeitsunfähigkeit der Versicherten von 30-60 % angegeben (IV-act. 

14 S. 1). Am 4. März 2016 hatte Dr. I.___ der Versicherten eine 50%ige 

Arbeitsunfähigkeit vom 1. Februar bis zum 31. März 2016 attestiert. Er hatte in dem 

Attest erklärt, dass die Versicherte nach Möglichkeit eine Art von Arbeit ausführen 

sollte, welche das skelettomuskuläre System nicht zu stark beanspruche und nicht zu 

sehr belaste (kein schweres Heben oder Tragen, nur halbtags dauernde Tätigkeiten), 

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idealerweise mit entspannter, wechselnder Körperhaltung (kein längeres 

ausschliessliches Sitzen oder Stehen) und Möglichkeiten, im Bedarfsfall Pausen 

einlegen zu können. Unter Berücksichtigung der Umstände könnten die 

Arbeitsfähigkeit unterstützt und verbessert sowie gesundheitliche Probleme in ihrem 

Entstehen oder ihrem Fortschreiten vermieden werden (IV-act. 14 S. 2). Am 20. Juli 

2016 hatte Dr. I.___ der Versicherten vom 1. April bis zum 20. Juli 2016 rückwirkend 

eine 60%ige Arbeitsunfähigkeit sowie eine weitere voraussichtlich 11 Tage dauernde 

60%ige Arbeitsunfähigkeit vom 21. Juli bis zum 31. Juli 2016 attestiert (IV-act. 14 S. 3).

A.d  In einem ärztlichen Bericht an die IV-Stelle vom 3. August 2016 erwähnte Dr. I.___ 

die Diagnosen chronisches lumbalbetontes Panvertebralsyndrom, Coccygodynie sowie 

muskuläre Dysbalancen. Er gab an, dass bei der Versicherten schon mindestens seit 

dem Jahr 2013 eine Arbeitsunfähigkeit bestehe, dokumentiert sei sie jedoch erst seit 

dem Jahr 2016. Als Funktionsausfälle mit Einschränkung der Arbeitsfähigkeit nannte er 

die fehlende Belastbarkeit der Wirbelsäule sowie das Auftreten von Schmerzen. 

Tätigkeiten, welche die Wirbelsäule kaum belasteten, könne die Versicherte noch 

ausüben. Bei der aktuellen Tätigkeit für die Spitex liege die Grenze der Belastbarkeit 

bei einer 40%igen Arbeitsfähigkeit (IV-act. 16 S. 1 f.).

A.e  Die G.___ AG erwähnte in dem am 16. August 2016 ausgefüllten Fragebogen für 

Arbeitgebende, dass die Versicherte das Arbeitsverhältnis per 31. März 2016 gekündigt 

habe, da sie eine neue berufliche Herausforderung habe annehmen wollen (IV-act. 15).

A.f  In einer Stellungnahme vom 23. August 2016 führte Dr. med. J.___ vom regionalen 

ärztlichen Dienst Ostschweiz (RAD) aus, dass die Versicherte aus Sicht des RAD voll 

arbeitsfähig sei. Sie klage über Schmerzen ohne objektivierbare Befunde. Das 

durchgeführte MRI sei unauffällig gewesen. Die Untersuchungen bei den Orthopäden 

und Rheumatologen hätten muskuläre Dysbalancen und eine Haltungsschwäche 

ergeben. Eine muskuläre Dysbalance vermöge keine Arbeitsunfähigkeit zu begründen, 

sondern könne mit einem intensiven Muskelaufbautraining kompensiert werden (IV-act. 

18).

A.g  Mit einem Vorbescheid vom 2. September 2016 kündigte die IV-Stelle der 

Versicherten an, dass sie deren Begehren um berufliche Massnahmen und 

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Rentenleistungen abweisen werde. Die Abklärungen hätten nämlich ergeben, dass der 

Versicherten jede wechselbelastende Tätigkeit ohne Heben und Tragen von schweren 

Lasten vollumfänglich zumutbar sei. Aus versicherungsmedizinischer Sicht bestehe 

somit sowohl in der bisherigen Tätigkeit in der Spitex als auch in jeder anderen 

Tätigkeit eine volle Arbeitsfähigkeit (IV-act. 22).

A.h  Mit einer Verfügung vom 20. Oktober 2016 lehnte die IV-Stelle den Anspruch der 

Versicherten auf berufliche Massnahmen und Rentenleistungen ab (IV-act. 23; act. G 

1.1).

B. 

B.a  Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin) 

am 18. November 2016 Beschwerde; sie ersuchte gleichzeitig um eine 

Fristverlängerung zur Einreichung von medizinischen Unterlagen (act. G 1). Innert einer 

vom Versicherungsgericht angesetzten Nachfrist zur Beschwerdeergänzung (vgl. act. G 

2) reichte sie am 9. Januar 2017 eine Begründung ihrer Beschwerde (act. G 5) mit 

zahlreichen medizinischen Berichten (vgl. act. G 5.1 ff.) ein. Am gleichen Tag stellte sie 

ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege (act. G 5.10). Zur Begründung der 

Beschwerde führte sie sinngemäss aus, dass sie aufgrund einer Fehlstellung im 

Bereich des Sacrums und "Coccyz" seit ihrer ersten Schwangerschaft im Jahr 2008 

Schmerzen im Bereich des Steissbeins habe. Auf der am 8. Dezember 2010 im KSSG 

angefertigten Röntgenaufnahme sei eine Fehlstellung ersichtlich. Sie habe zur 

Linderung der Schmerzen bereits zahlreiche Therapien ausprobiert, jedoch mit 

mässigem Erfolg. Durch die Schonhaltungen habe sie immer wieder 

Muskelverspannungen im gesamten Rücken- und Nackenbereich (vgl. act. G 5).

B.b  In ihrer Beschwerdeantwort vom 8. Februar 2017 beantragte die IV-Stelle 

(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung 

führte sie im Wesentlichen aus, dass für die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit nicht auf 

die Angaben der Beschwerdeführerin abzustellen sei. Vielmehr sei es Aufgabe der 

Ärzte, zur Frage Stellung zu nehmen, welche Tätigkeiten der Beschwerdeführerin noch 

zumutbar seien. Der RAD habe in seiner Stellungnahme vom 23. August 2016 

ausgeführt, dass eine volle Arbeitsfähigkeit auch für die angestammte Tätigkeit 

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bestehe, da Schmerzen ohne objektivierbare Befunde geklagt würden. Eine muskuläre 

Dysbalance vermöge keine Arbeitsunfähigkeit zu begründen, sondern könne mit einem 

intensiven Muskelaufbautraining kompensiert werden (act. G 7). Zusammen mit der 

Beschwerdeantwort reichte die IV-Stelle auch die Vorakten ein (vgl. act. G 7.1).

B.c  Am 20. Februar 2017 hiess die verfahrensleitende Richterin das Gesuch der 

Beschwerdeführerin um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege für das Verfahren 

vor dem Versicherungsgericht gut (act. G 8).

B.d  Zusammen mit einem Schreiben vom 29. März 2017 reichte die 

Beschwerdegegnerin ärztliche Berichte ein, welche Dr. I.___ ihr habe zukommen 

lassen. Die medizinischen Unterlagen änderten ihrer Ansicht nach jedoch nichts am 

relevanten medizinischen Sachverhalt (act. G 10). In einem ärztlichen Attest vom 12. 

März 2017 hatte Dr. I.___ die Diagnosen chronifiziertes panvertebrales 

Schmerzsyndrom der Wirbelsäule (lumbal betont), Coccygodynie sowie Hyperlordose 

der LWS, muskuläre Dysbalance sowie Haltungsschwäche genannt. Die 

Beschwerdeführerin leide laut eigenen Angaben seit über acht Jahren an rezidivierend 

auftretenden Schmerzen im skelettomuskulären System der gesamten Wirbelsäule, 

betont im lumbo-coccygealen Bereich. Sie sei mit dem aktuellen Pensum am Limit und 

spüre nach der Arbeit beim Stehen, Sitzen oder Liegen starke Schmerzen im 

Bewegungsapparat, verbunden mit Erschöpfung und Mattigkeit. Am 6. Juni 2013 sei 

bereits Dr. F.___ davon ausgegangen, dass der Beschwerdeführerin schwere bis 

mittelschwere Arbeiten nicht zumutbar seien. Seither habe sich der 

Gesundheitszustand noch verschlechtert. Die Beschwerdeführerin berichte, wie ihr 

Tagesablauf von den Schmerzen bestimmt werde. Aus den Schilderungen werde 

deutlich, dass die Beschwerdeführerin bereits eine adäquate Lebensweise führe und 

diverse Therapien in Anspruch genommen habe. Sie sei somit der 

Selbsteingliederungspflicht genügend nachgekommen. Die Einschränkungen im 

alltäglichen Leben seien durch die IV-Beurteilung entgegen der bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung vorliegend nicht berücksichtigt worden (act. G 10.1). In einem 

Sprechstundenbericht des Wirbelsäulenzentrums der Klinik K.___ vom 20. März 2017 

hatte PD Dr. med. L.___ die Diagnose einer langjährigen Coccygodynie nach 

Schwangerschaft genannt. Als Befunde hatte sie festgehalten, dass sich ihr eine etwas 

adipöse Patientin spontan stehend in vermehrter lumbaler Lordose mit einem hinkfreien 

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Gangbild vorgestellt habe. Die periphere Sensomotorik sei intakt. In Bauchlage 

bestünden eine mässige Palpationsdolenz über dem Dornfortstatz am lumbo-sakralen 

Übergang, eine deutliche Druckdolenz über dem leicht nach dorsal verschobenen Os 

coccygis und weniger Druckdolenzen von kaudal bei erhaltener Restmobilität. Für eine 

Beurteilung hole sie noch die MRT-Bilder sowie die Infiltrationsberichte ein (act. G 

10.3).

Erwägungen

1. 

Gegenstand der angefochtenen Verfügung bilden sowohl die Ablehnung des 

Rentenanspruchs als auch die Verneinung des Anspruchs auf beruflichen Massnahmen 

(vgl. act. G 1.1). Die Beschwerde ist hingegen derart zu interpretieren, dass die 

Beschwerdeführerin einzig die Ablehnung des Rentenanspruchs bemängelt, während 

sie die Verneinung eines Anspruchs auf berufliche Massnahmen akzeptiert hat (vgl. act. 

G 1 i.V.m. act. G 5). Denn indem die Beschwerdeführerin geltend macht, dass sie 

weder eine Erhöhung des Arbeitspensums in der aktuellen Tätigkeit noch in einem 

anderen Beruf für möglich hält, bringt sie zum Ausdruck, dass sie lediglich eine 

Rentenprüfung wünscht (vgl. act. G 5 S. 3). Die Ablehnung des Anspruchs auf 

berufliche Massnahmen ist somit unangefochten in Rechtskraft erwachsen. Zu prüfen 

ist im vorliegenden Verfahren demnach nur noch ein allfälliger Anspruch auf eine 

Invalidenrente.

2. 

2.1  Einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die 

ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht 

durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder 

verbessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch 

durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses 

Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die 

Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Invalidität ist gemäss Art. 8 Abs. 1 des 

Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 

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830.1) die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise 

Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit wird in Art. 7 Abs. 1 ATSG als der durch eine 

Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte 

und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise 

Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichen 

Arbeitsmarkt definiert. Die Invalidität ist grundsätzlich durch einen 

Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das Erwerbseinkommen, das die 

versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der 

medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 

zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen kann, in Beziehung 

gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 

(Art. 16 ATSG).

2.2  Um den Arbeitsfähigkeitsgrad bestimmen zu können, ist die Verwaltung - und im 

Beschwerdefall das Gericht - auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es dabei, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu 

Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die 

versicherte Person arbeitsfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Aussagen eine 

wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen einer 

Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 261 E. 4; BGE 115 V 134 E. 2).

3. 

3.1  Zunächst ist zu prüfen, ob der Arbeitsfähigkeitsgrad der Beschwerdeführerin mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit feststeht.

3.2  Die Beschwerdegegnerin stützt sich für die Ablehnung des Rentenanspruchs in 

erster Linie auf die Beurteilung des RAD vom 23. August 2016, wonach die 

Beschwerdeführerin voll arbeitsfähig sei. Denn es lägen keinerlei objektivierbare 

Befunde vor, welche die beklagten Schmerzen erklären könnten. Muskuläre 

Dysbalancen würden keine Arbeitsunfähigkeit begründen, da ein intensives 

Muskelaufbautraining dieselbe kompensieren könne (vgl. act. G 7 i.V.m. IV-act. 18). 

Demgegenüber weisen die Beschwerdeführerin und ihr Hausarzt Dr. I.___ insbesondere 

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auf die am 8. Dezember 2010 im KSSG durchgeführte Röntgenaufnahme hin, welche 

eine erweiterte Symphyse sowie ein lang ausgeprägtes Os coccygeum mit leichtem 

Dorsalversatz um eine halbe Wirbelkörperbreite gezeigt habe (G 5 i.V.m. G 5.2; G 10.1 

i.V.m. G 5.2). Vom 1. April bis zum 31. Juli 2016 hatte Dr. I.___ der Beschwerdeführerin 

in der Tätigkeit bei der Spitex ein Pensum von maximal 40 % zugemutet (vgl. IV-act. 14 

S. 3), im neuesten vorliegenden Arztzeugnis vom 12. März 2017 geht er von einer 

Arbeitsfähigkeit von maximal 50 % aus (vgl. act. G 10.1). Die Beschwerdeführerin 

selber sieht ihre Belastungsgrenze ebenfalls bei einem Pensum von 50 % (vgl. act. G 1 

und G 5 S. 3).

3.3  Eine Verschiebung des Os coccygis haben neben Dr. I.___ auch zwei behandelnde 

Ärzte des KSSG (vgl. act. G 5.2 und G 10.3 S. 2) sowie Chiropraktorin Dr. C.___ (vgl. 

act. G 5.7) auf dem Röntgenbild vom 8. Dezember 2010 erkannt. Allerdings ist in den 

Berichten des KSSG lediglich von einem leichten Dorsalversatz (vgl. act. G 5.2 S. 2) 

bzw. von einer diskreten Dislokation um einige Millimeter die Rede (vgl. act. G 10). Für 

Dr. D.___ ist auf den Röntgenbildern sogar kein eindeutig pathologischer Befund des 

Steissbeins sichtbar gewesen (vgl. act. G 5.7 S. 2). Ob die von der Beschwerdeführerin 

geklagten intensiven Beschwerden auf diese Verschiebung zurückzuführen sind, ist 

somit äusserst fraglich. Auch die behandelnden Ärzte des KSSG haben sich die 

heftigen und anhaltenden Schmerzen nur schwer durch den Röntgenbefund allein 

erklären können. Denn sie haben eine MRI-Untersuchung in die Wege geleitet (vgl. act. 

G 5.4 S. 2 und 5.5 S. 1) und in einem Bericht vom 24. März 2011 festgehalten, dass 

das MRI vom 18. März 2011 keine Anhaltspunkte für eine ossäre Auffälligkeit, eine 

Raumforderung oder eine Hernitation ergeben habe, welche die Beschwerden der 

Beschwerdeführerin erklären könnten (vgl. act. G 5.5). Sodann haben die MRI-

Ergebnisse im Vergleich zu den konventionellen Aufnahmen ein verbessertes 

Alignement des Os coccygeum gezeigt. Mit anderen Worten scheint sich die auf den 

Röntgenbildern von gewissen Fachpersonen erkannte Fehlstellung zurückgebildet zu 

haben. Die behandelnden Ärzte des KSSG sind in diesem Zusammenhang davon 

ausgegangen, dass es im Rahmen der Schwangerschaft der Beschwerdeführerin zu 

einer gewissen Dislokation bzw. Dyssynergie im Beckenbodenbereich gekommen sein 

könnte. Anlässlich der Sprechstunde vom 23. März 2011, in welcher der 

Beschwerdeführerin die MRI-Ergebnisse erläutert worden sind, hat sie denn auch von 

einer Schmerzlinderung berichtet (vgl. act. G 5.5).  Es ist somit durchaus 

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nachvollziehbar, dass gewisse Beschwerden wegen einer allfälligen Verschiebung des 

os coccygis – möglicherweise verursacht durch die Schwangerschaft – entstanden sein 

könnten, jedoch erscheint es vorliegend – auch unter Berücksichtigung der anderen 

nachfolgend zu erwähnenden Aspekte – nicht plausibel, dass die von der 

Beschwerdeführerin noch immer geschilderten invalidisierenden Schmerzen auf diese 

mögliche Verschiebung zurückzuführen sein sollten, zumal sich eine solche bereits auf 

dem Röntgenbild nur als minimale Veränderung gezeigt hat bzw. von Dr. D.___ als 

nicht pathologisch beschrieben worden ist und sich im späteren MRI-Bild sogar noch 

verbessert dargestellt hat. Chiropraktorin Dr. C.___ ist von einer Verschiebung im 

Bereich des Os coccygeum ausgegangen, hat jedoch durch ihre Behandlung nicht die 

erwartete Verbesserung erzielen können, was ebenfalls dagegenspricht, dass die 

Beschwerden einzig durch die Verschiebung ausgelöst werden (act. G 5.7). Dass die 

Beschwerden vollumfänglich durch die mögliche Fehlstellung zu erklären wären, ist 

insbesondere auch deswegen nicht überwiegend wahrscheinlich, weil in den 

medizinischen Fachberichten wiederholt eine Hohlkreuzhaltung, eine 

Haltungsschwäche, muskuläre Verspannungen und Dysbalancen genannt werden, die 

durch eine Physiotherapie teilweise verbessert worden sind (vgl. act. G 5.1 ff.). 

Demnach ist davon auszugehen, dass für einen Grossteil der Beschwerden auch 

andere Ursachen wie angewöhnte Fehlhaltungen, ungenügende Bewegung, eine 

mangelhaft ausgebaute Muskulatur oder psychische Komponenten verantwortlich sind. 

Dafür spricht auch, dass Dr. F.___ als adäquate Behandlung eine aktive 

Phsysiotherapie mit einem konsequenten Auftrainieren der Rücken- und 

Bauchmuskulatur gesehen hat in der Annahme, dass dies zu einer Besserung der 

Beschwerdesymptomatik führen werde. Nach dem Gesagten lassen sich die von der 

Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden im Bereich des os coccygis - je nach 

Interpretation der Darstellung des Röntgenbefundes - zu einem grossen Teil oder 

überhaupt nicht objektivieren. Auch die Diagnosestellungen in den vorliegenden 

ärztlichen Berichten beruhen im Wesentlichen auf den subjektiven Schilderungen der 

Beschwerdeführerin. Die immer wieder erwähnte Hauptdiagnose der Coccygodonie 

sowie die ebenfalls anzutreffende Diagnose des chronischen Panvertebral¬syndroms 

(vgl. z.B. act. G 5.8 und 10.1) beschreiben im Wesentlichen Schmerzareale bzw. 

Schmerzsyndrome. Diese Diagnosen erscheinen angesichts der von der 

Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden plausibel, lassen jedoch die 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/17

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Schmerzangaben nicht objektivieren und damit die Arbeitsfähigkeit der 

Beschwerdeführerin nicht beurteilen. Was die muskulären Dysbalancen betrifft, welche 

zu einem gewissen Grad möglicherweise objektivierbar sind, ist angesichts der 

Beurteilung von Dr. F.___ vom 6. Juni 2013 und derjenigen von RAD-Ärztin Dr. J.___ 

vom 23. August 2016 davon auszugehen, dass sich diese durch entsprechende 

Therapien und Trainings verbessern lassen (vgl. IV-act. 18 und act. G 5.8). Angesichts 

der grossenteils nicht objektivierbaren Beschwerden sind die Auswirkungen der 

gesundheitlichen Einschränkungen auf die Arbeitsfähigkeit vorliegend gemäss der 

neueren Schmerzrechtsprechung des Bundesgerichts unter Berücksichtigung von 

Standardindikatoren in einer Gesamtbeurteilung zu bestimmen (vgl. BGE 141 V 281).

3.4  Bezüglich des funktionellen Schweregrades der diagnostizierten Coccygodynie 

sowie des Panvertebralsyndroms ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin eine 

beträchtliche gesundheitliche Einschränkung in ihrem Alltag beschreibt (vgl. z.B. act. G 

5). Dr. I.___ stützt sich auf die Angaben der Beschwerdeführerin und geht von einer 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit um 50 % aus (vgl. act. G 10.1). Allerdings finden 

sich gewisse Schwankungen bei den Schmerzangaben der Beschwerdeführerin. So hat 

diese im Rahmen der Untersuchung bei Dr. F.___ am 4. Juni 2013 beispielsweise 

angegeben, maximal für 5 Minuten sitzen zu können, während ihr das Sitzen laut Dr. 

F.___ bei der Anamneseerhebung für 20 Minuten, bei der Untersuchung nur für wenige 

Minuten möglich gewesen sein soll (vgl. act. G 5.8 S. 3). In der Beschwerdebegründung 

beschreibt die Beschwerdeführerin, dass ihr ein Sitzen von maximal 5 bis 15 Minuten 

möglich sei (act. G 5). Im Sprechstundenbericht der Klinik K.___ vom 20. März 2017 

heisst es, dass sie maximal 20 Minuten am Stück sitzen könne (act. G 10.3). Auch hat 

die Beschwerdeführerin ausstrahlende Schmerzen ausgehend vom Os coccygeum in 

früheren ärztlichen Berichten verneint (vgl. act. G 5.2 und G 5.4). Anlässlich der 

Untersuchung in der Klinik K.___ vom 20. März 2017 hat sie erwähnt, dass teilweise 

auch eine Schmerzausdehnung in die untere LWS und selten Ausstrahlungen in das 

linke Bein vorlägen (act. G 10.3). Dem ärztlichen Attest von Dr. I.___ vom 12. März 2017 

ist demgegenüber zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin davon berichte, seit 

über acht Jahren an rezidivierend auftretenden Schmerzen im skelettomuskulären 

System der gesamten Wirbelsäule betont im lumbo-coccygealen Bereich zu leiden. Die 

Schmerzen griffen nun auch auf die Schultern, Handgelenke, Unterschenkel und 

Fusswurzeln über (act. G 10.1). Die Beschwerdeführerin ist laut Dr. F.___ gegenüber 

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Medikamenten eher zurückhaltend eingestellt (vgl. act. G 5.8). Sie hat auch 

Infiltrationen teilweise abgelehnt, einmal mit der Begründung, dass sie bereits mit der 

Physiotherapie einen guten Weg gefunden habe (vgl. act. G 5.5 und 5.6). Zwar ist ihr 

von Seiten der Ärzte auch nicht zwingend zu weiteren Infiltrationen geraten worden, da 

die bereits durchgeführten Infiltrationen die von ihr gefühlten Schmerzen angeblich 

nicht erfolgreich gebessert hatten (vgl. act. G 5.5 und 5.6). Dennoch lässt die 

Einstellung zu den Schmerzmitteln einen gewissen Rückschluss auf den Leidensdruck 

und die mögliche Arbeitsfähigkeit zu. Demgegenüber spricht die Zahl der ausprobierten 

Therapien eher für einen gewissen Leidensdruck. Allerdings sind zwischen den 

dokumentierten medizinischen Behandlungen auch deutliche Abstände vorhanden 

gewesen (vgl. act. G 5.1 ff.). Beispielsweise ist die Beschwerdeführerin für ca. drei 

Monate nach B.___ verreist, ohne wegen mangelnder Therapie eine Verschlechterung 

des Gesundheitszustandes zu befürchten (vgl. act. G 5.6). Weiter sind in den 

dokumentierten ärztlichen Untersuchungen mit Ausnahme von Druckdolenzen, 

muskulären Dysbalancen sowie vorübergehenden Bewegungseinschränkungen kaum 

Funktionseinschränkungen festgestellt worden (vgl. act. G 5.2 ff.). Die Mobilität und 

Kraftgrade der unteren Extremität sind in einem Bericht des KSSG vom 3. März 2011 

als uneingeschränkt und das Gangbild als sicher sowie hinkfrei beschrieben worden 

(vgl. act. G 5.4). Chiropraktorin Dr. C.___ hat am 22. März 2012 den Bewegungsumfang 

an der LWS ebenfalls als frei und die Neurologie der unteren Extremitäten als 

unauffällig wahrgenommen. Alle Provokationstests inklusive Lasègue-Test seien 

beidseits problemlos durchführbar gewesen (act. G 5.7). Laut Dr. D.___ ist der 

Beschwerdeführerin am 10. Mai 2012 ein unauffälliger Barfussgang möglich gewesen 

(vgl. act. G 5.7 S. 2). Dr. F.___ hat im Bericht vom 6. Juni 2013 erwähnt, dass keine 

Reiz- oder Ausfallsymptome bestünden (act. G 5.8). Was die muskulären Dysbalancen 

betrifft, ist, wie bereits erwähnt, davon auszugehen, dass diese, falls zwischenzeitlich 

nicht ohnehin geschehen, durch ein Aufbautraining noch verbessert werden können 

(vgl. act. G 5.8). Generell scheint das Aktivitätsniveau der Beschwerdeführerin in 

anderen Lebensbereichen relativ intakt zu sein. Zwar gibt sie an, dass sie sich nach 

einem halben Arbeitstag aufgrund der Schmerzen hinlegen müsse (vgl. act. G 1 i.V.m. 

G 5 S. 2), jedoch sind in den Akten keinerlei Angaben dazu zu finden, dass sie auch für 

die Kinderbetreuung oder den Haushalt auf Hilfe angewiesen wäre, was eigentlich eine 

logische Konsequenz wäre. Vielmehr geht aus dem von ihrer Arbeitgeberin am 11. Juli 

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2016 ausgefüllten Fragebogen hervor, dass sie die Kinderbetreuung selber sicherstellt. 

Denn laut den Angaben ihrer Arbeitgeberin hat die Beschwerdeführerin sogar ihr 

Pensum bei der aktuellen Stelle aufstocken wollen, was aber aufgrund fehlender 

Kinderbetreuung nicht möglich gewesen sei (vgl. IV-act. 8 S. 3). Der Umstand, dass die 

Beschwerdeführerin das Pensum noch im Jahr 2016 hat erhöhen wollen, steht einer 

schon lange dauernden Arbeitsunfähigkeit, wie sie Dr. I.___ geltend gemacht hat (vgl. 

IV-act. 16 S. 1), entgegen. Auch hat sie erst im Jahr 2016 die aktuelle Tätigkeit 

aufgenommen (vgl. IV-act. 1 S. 6) und den vorherigen Job als Hauswartin gemäss ihrer 

ehemaligen Arbeitgeberin nicht etwa unter Hinweis auf gesundheitliche Probleme, 

sondern mit der Begründung, eine neue berufliche Herausforderung annehmen zu 

wollen, aufgegeben (vgl. IV-act. 15 S. 1). Unter Berücksichtigung dieser Umstände 

erscheint die Stellungnahme des RAD vom 23. August 2016, wonach von einer vollen 

Arbeitsfähigkeit auch in der bisherigen Tätigkeit als Pflegefachfrau bei der Spitex 

auszugehen sei, nachvollziehbar (vgl. IV-act. 18 S. 1), zumal es sich bei der 

Spitextätigkeit um eine wechselbelastende Arbeit handelt, die nur wenig sitzende 

Tätigkeiten, welche die Beschwerdeführerin als besonders belastend angibt, enthält 

(vgl. IV-act. 8 S. 4). Besondere Belastungen für die Wirbelsäule sind der 

Arbeitgeberbeschreibung ebenfalls nicht zu entnehmen (vgl. IV-act. 8 S. 4). Tätigkeiten, 

die praktisch ohne Belastung der Wirbelsäule sind, erachtet sogar Dr. I.___ im 

ärztlichen Bericht an die IV-Stelle vom 3. August 2016 für die Beschwerdeführerin als 

zumutbar (IV-act. 16 S. 1). Dazu passend ist bereits Dr. F.___ in seinem Bericht vom 6. 

Juni 2013 von einer vollen Arbeitsfähigkeit in leichteren körperlichen Tätigkeiten 

ausgegangen, da er lediglich schwere bis mittelschwere Tätigkeiten als nicht zumutbar 

erachtet hat, wobei sich dies nach einem Krafttraining möglicherweise ändern könne 

(vgl. act. G 5.8 S. 4). Angesichts dessen, dass die aktuelle Tätigkeit nur selten schwere 

Arbeiten umfasst (vgl. IV-act. 8 S. 4), ist auch entsprechend der Einschätzung von Dr. 

F.___ von einer vollen Arbeitsfähigkeit auszugehen. Dazu anzumerken gilt, dass ein 

gelegentliches Heben einer mittelschweren Last (vgl. IV-act. 8 S. 4) die Tätigkeit nicht 

als Ganzes zu einer schweren oder mittelschweren macht, zumal punktuell auch ein 

Aushelfen durch andere Mitarbeitende in Frage kommt. Zudem schildert die 

Arbeitgeberin der Beschwerdeführerin, dass diese bisher alle Aufgaben ohne 

gesundheitliche Einschränkungen erledigt habe (vgl. IV-act. 8 S. 3 f.). Dr. I.___ bringt 

zwar vor, dass sich die Situation seit der Einschätzung von Dr. F.___ noch 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/17

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verschlechtert habe. Inwiefern sich diese Verschlechterung jedoch manifestiert haben 

sollte, bringt er nicht vor. Er verlässt sich dabei im Wesentlichen auf die Aussagen der 

Beschwerdeführerin (vgl. act. G 10.1). Überdies ist es auch nicht schlüssig, dass Dr. 

I.___ am 12. März 2017 von einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes 

ausgeht, gleichzeitig aber die Arbeitsfähigkeit neu auf 50 % schätzt (vgl. act. G 10.1 S. 

3), während er für den Zeitraum vom 1. April bis zum 31. Juli 2016 von einer 60%igen 

Arbeitsunfähigkeit ausgegangen ist (vgl. IV-act. 14 S. 3). Von den anderen Ärzten wird 

in den vorliegenden Berichten eine Arbeitsunfähigkeit gar nicht thematisiert (vgl. act. G 

1 ff. und IV-act. 1 ff.), eine solche scheint nicht zur Diskussion gestanden zu haben. 

Allein gestützt auf die hausärztliche Beurteilung erscheint eine 50%ige 

Arbeitsunfähigkeit im Rahmen einer Gesamtwürdigung sämtlicher vorliegender 

Arztberichte und aller anderen Umstände nicht als überwiegend wahrscheinlich. 

Vielmehr ist mit der ärztlichen Beurteilung des RAD vom 23. August 2016 von einer 

100%igen Arbeitsfähigkeit in der bisherigen sowie einer adaptierten Tätigkeit 

auszugehen (vgl. IV-act. 18 S. 1).

4. 

Angesichts der 100%igen Arbeitsfähigkeit ergibt sich für die Beschwerdeführerin bei 

der Vornahme eines Prozentvergleichs der Einkommen (vgl. BGE 126 V 75) höchstens 

dahingehend eine Erwerbseinbusse, dass ein ökonomisch denkender Arbeitgeber die 

gesundheitsbedingt möglicherweise vermehrten Absenzen bzw. schwankenden 

Leistungsfähigkeiten lohnmindernd berücksichtigen würde. Ob ein solcher Abzug 

gerechtfertigt ist, kann vorliegend offenbleiben, da selbst bei der Gewährung des 

rechtsprechungsgemäss maximal zulässigen Abzugs von 25 % kein 

rentenbegründender Invaliditätsgrad resultieren würde. Folglich besteht kein Anspruch 

auf eine Invalidenrente. Sollte sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin in 

der Zukunft verschlechtern, steht es ihr frei, sich erneut bei der IV-Stelle zu melden.

5. 

5.1  Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde gegen die Verfügung 

vom 20. Oktober 2016 abzuweisen. Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die 

Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/17

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Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine 

Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint in der vorliegend zu beurteilenden 

Angelegenheit als angemessen. Der unterliegenden Beschwerdeführerin sind die 

Gerichtskosten in der Höhe von Fr. 600.-- aufzuerlegen. Zufolge unentgeltlicher 

Rechtspflege ist sie von der Bezahlung zu befreien.

5.2  Ausgangsgemäss hat die nicht anwaltlich vertretene Beschwerdeführerin keinen 

Anspruch auf eine Parteientschädigung.

5.3  Eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt worden ist, ist zur 

Nachzahlung verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123 der Schweizerischen 

Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1. 

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 

Die Beschwerdeführerin wird von der Bezahlung der Gerichtsgebühr in der Höhe von 

Fr. 600.-- zufolge unentgeltlicher Rechtspflege befreit.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 11.12.2018
	Art. 28 IVG: Verneinung eines Rentenanspruchs nach Würdigung ärztlicher Berichte in der Annahme einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in der bisherigen sowie in einer adaptierten Tätigkeit (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 11. Dezember 2018, IV 2016/401).

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