# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f80bc582-097c-5dcd-91c5-0f4ade9e909e
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2011-12-07
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsgericht 07.12.2011 B 2011/101, B 2011/113
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VG_001_B-2011-101--B-2011-1_2011-12-07.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: B 2011/101, B 2011/113

Stelle: Verwaltungsgericht

Rubrik: Verwaltungsgericht

Publikationsdatum: 12.02.2020

Entscheiddatum: 07.12.2011

Urteil Verwaltungsgericht, 07.12.2011
Steuerrecht. Eine Schadenersatzzahlung, die ein selbständig erwerbender 
Anwalt erhält, stellt steuerbares Einkommen dar; der damit 
zusammenhängende Schaden muss (grundsätzlich) bei Schadenseintritt 
geltend gemacht werden (Verwaltungsgericht, B 2011/101 und 113).

Urteil vom 7. Dezember 2011

Anwesend: Verwaltungsrichter Dr. B. Heer (Vorsitz), lic. iur. A. Rufener, Dr. S. 

Bietenharder-Künzle; Ersatzrichter lic.iur. D. Gmünder Perrig, Dr. W. Engeler; 

Gerichtsschreiber Dr. H. Fenners

_______________

In Sachen

M. und H. Z.,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic.iur. M. G.,

gegen

Verwaltungsrekurskommission des Kantons St. Gallen, Abteilung I/1, 

Unterstrasse 28,

9001 St. Gallen,

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Vorinstanz,

und

Kantonales Steueramt, Davidstrasse 41, 9001 St. Gallen,

betreffend

Staats- und Gemeindesteuern (Einkommen und Vermögen 2007)

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:

A./ M. Z. ist als Rechtsanwalt selbständig erwerbstätig. Seine Ehefrau geht einer 

unselbständigen Erwerbstätigkeit nach. Sie verfügen über eine Liegenschaft an ihrem 

Wohnort in S. und über eine Liegenschaft in W.

Am 31. Dezember 2008 reichten M. und H. Z. die Steuererklärung für das Jahr 2007 

ein, worin sie ein steuerbares Einkommen in Höhe von Fr. 25'217.-- auswiesen. Sie 

deklarierten dabei (unter anderem) ein Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit 

in Höhe von Fr. 33'727.-- und machten Liegenschaftsunterhaltskosten in Höhe von 

total Fr. 144.-- geltend.

Die Veranlagungsbehörde nahm am 2. September 2009 die Veranlagung für das Jahr 

2007 vor. Dabei rechnete sie gegenüber der Deklaration beim Einkommen aus 

selbständiger Erwerbstätigkeit Fr. 162'488.-- auf. Für Liegenschaftsunterhaltskosten 

liess sie total Fr. 6'094.-- zum Abzug zu. Es wurde ein steuerbares Einkommen von Fr. 

212'100.-- zur Veranlagung gebracht.

B./ Gegen die Veranlagungsverfügung erhoben M. und H. Z. mit Eingabe vom 

10. September 2009 Einsprache. Darin verlangten sie eine Erhöhung der 

Liegenschaftsunterhaltskosten. Die Einsprache wurde mit Entscheid vom 29. Januar 

2010 teilweise gutgeheissen, indem das Kantonale Steueramt für die beiden 

Liegenschaften nun Unterhaltskosten in Höhe von Fr. 123'303.-- zum Abzug zuliess.

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C./ Dagegen liessen M. und H. Z. mit Eingabe vom 2. März 2010 Rekurs erheben mit 

dem Antrag, es sei der Einspracheentscheid vom 29. Januar 2010 aufzuheben und das 

steuerbare Einkommen für die Steuerperiode 2007 auf Fr. 0.-- festzusetzen. In der 

Beschwerdebegründung liessen sie ausführen, das Einkommen aus selbständiger 

Erwerbstätigkeit sei fehlerhaft berechnet und zu hoch ausgefallen.

Die Verwaltungsrekurskommission hiess die Beschwerde mit Entscheid vom 29. März 

2011 teilweise gut, hob den angefochtenen Einspracheentscheid auf und setzte das 

steuerbare Einkommen auf Fr. 54'500.-- fest.

D./ Gegen den Entscheid vom 29. März 2011 liessen M. und H. Z. mit Eingabe vom 

20. Mai 2011 Beschwerde beim Verwaltungsgericht erheben mit dem Antrag, der 

Entscheid der Vorinstanz vom 29. März 2011 sei aufzuheben und das steuerbare 

Einkommen der Beschwerdeführer für das Jahr 2007 sei auf Fr. 0.-- festzusetzen; 

eventualiter sei der Entscheid der Vorinstanz vom 29. März 2011 aufzuheben und die 

Angelegenheit zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Alles unter 

Kosten- und Entschädigungsfolge.

Die Verwaltungsrekurskommission liess sich am 16. Juni 2011 vernehmen. Sie stellte 

Antrag auf Abweisung der Beschwerde unter Hinweis auf die Erwägungen im 

angefochtenen Entscheid. Der Beschwerdegegner erklärte mit Eingabe vom 27. Juni 

2011 Verzicht auf eine Vernehmlassung.

Auf die Begründung der Beschwerdeführer und die Ausführungen im angefochtenen 

Entscheid wird, soweit erforderlich, in den folgenden Erwägungen eingegangen.

Darüber wird in Erwägung gezogen:

1. (…).

2. Beschwerdegegenstand bildet nur noch das Einkommen aus selbständiger 

Erwerbstätigkeit. Die Höhe der Liegenschaftsunterhaltskosten liegt nicht mehr im Streit. 

Der Beschwerdeführer erhielt im Jahr 2007 eine Entschädigung in Höhe von 

Fr. 130'000.-- von der Postfinance zugesprochen. Die Entschädigung war das Ergebnis 

langer Verhandlungen, die Rechtsanwalt B. L. für den Beschwerdeführer führte. Dafür 

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stellte der Rechtsvertreter Fr. 11'359.40 in Rechnung. Seine Forderung verrechnete er 

mit der zunächst an ihn überwiesenen Entschädigung von der Postfinance; den 

Restbetrag von Fr. 118'640.60 überwies er dann an den Beschwerdeführer.

Umstritten ist die steuerliche Behandlung der entsprechenden Zahlung. Der 

Beschwerdegegner erblickt(e) darin steuerbares Einkommen aus selbständiger 

Erwerbstätigkeit, weshalb er die Entschädigung vollumfänglich aufrechnete. Der 

Beschwerdeführer geht demgegenüber von einer einkommenssteuerfreien 

Schadenersatzzahlung aus. Die Vorinstanz entschied wiederum, die Zahlung sei im 

Umfang von Fr. 80'000.-- steuerbar, weil in dieser Höhe im Jahr 2002 schon eine 

Rückstellung für Schadenersatzzahlungen erfolgswirksam gebildet worden sei. Dem 

Streit liegt folgender Sachverhalt zu Grunde:

2.1. Der Beschwerdeführer wurde von seiner früheren Sekretärin, A. B.-S., betrogen. 

Diese begann im Jahr 1998, vom Beschwerdeführer unterzeichnete Postchecks 

abzuändern, indem sie nachträglich einen höheren Betrag (in Wort und Schrift) eintrug. 

Daraufhin begab sie sich zur Post und liess sich den Betrag bar ausbezahlen. Das Geld 

verwendete sie teils für sich persönlich, teils tätigte sie damit Zahlungen der Kanzlei. 

Insgesamt fälschte sie 71 Postchecks, woraus ihr Fr. 219'344.50 zuflossen. Mit der 

gleichen Vorgehensweise liess sie sich überdies zu viel Lohn auszahlen. Die 

überhöhten Lohnzahlungen beliefen sich auf insgesamt Fr. 38'131.--. Im Jahr 1999 

behändigte sie sich schliesslich auch noch einer Postcard mitsamt PIN-Code für das 

Postkonto des Beschwerdeführers. Damit bezog sie 333 Mal Bargeld im Gesamtbetrag 

von Fr. 231'676.90.--. Zudem setzte sie die Karte in vier Fällen zur Bezahlung in 

Verkaufsgeschäften ein. Dabei bezog sie Waren oder Dienstleistungen im Wert von 

total Fr. 1'077.95.

Zur Vertuschung ihrer Machenschaften fing A. B.-S. jeweils die Postauszüge sowie 

Gutschrifts- und Belastungsanzeigen ab und nahm sie an sich. Dem Beschwerdeführer 

legte sie dann gefälschte Auszüge vor. Um den gelegentlichen (Minus-)Saldo auf dem 

Postkonto auszugleichen, veranlasste sie Überweisungen von Bankkonten des 

Beschwerdeführers, indem sie gefälschte Zahlungsaufträge in Auftrag gab. Gleich 

verfuhr sie mit Konti einzelner Mandanten, für die der Beschwerdeführer eine Vollmacht 

besass. Auch von solchen Konti liess die Sekretärin zuweilen Geld auf das Postkonto 

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oder zu Gunsten anderer Mandanten überweisen, denen Geld vom Beschwerdeführer 

zustand.

Im Jahr 2002 flogen die Machenschaften der Sekretärin auf. Am 8. August 2002 

erstattete der Beschwerdeführer beim Untersuchungsamt St. Gallen Anzeige gegen A. 

B.-S. In der Anklageschrift vom 9. Juli 2003 (act. 2 Beschwerdeführer) wurde der 

Deliktsbetrag mit Fr. 490'230.35 angegeben. Die Angeschuldigte machte 

demgegenüber geltend, sie habe die mittels Postcheck und Postcard getätigten 

Bezüge auch für Zahlungen der Kanzlei verwendet. Das Kreisgericht Rheintal erachtete 

diesen Einwand in seinem Entscheid vom 28. Oktober 2003 (act. 4 Beschwerdeführer) 

als glaubhaft; dies mit der Begründung, die deliktische Tätigkeit wäre ansonsten schon 

viel früher aufgeflogen. Das Gericht ging deshalb von strafrechtlich relevanten Bezügen 

in der Grössenordnung von Fr. 300'000.-- aus.

2.2. Da praktisch sämtliche Belege sowie Post- und Bankauszüge von A. B.-S. 

vernichtet wurden, war es dem Beschwerdeführer nicht möglich, die jeweiligen 

Jahresrechnungen zu erstellen. Mit Schreiben vom 29. Oktober 2002 wandte er sich 

deshalb an den Beschwerdegegner, um ihn davon in Kenntnis zu setzen und die 

Situation zu besprechen (act. IV/30 zur Rekursvernehmlassung). Mit Eingabe vom 

18. März 2003 reichte er sodann Aufstellungen mit den Umsatzzahlen der Jahre 2001 

und 2002 ein (act. IV/24 zur Rekursvernehmlassung). Am 9. Dezember 2004 fand eine 

Besprechung zwischen dem (damaligen) Leiter der Abteilung Natürliche Personen und 

dem Beschwerdeführer statt. In einem Schreiben vom 23. Dezember 2004 hielt 

daraufhin der Beschwerdegegner fest, es könnten in den noch nicht abgeschlossenen 

Geschäftsjahren 2001-2003 Wertberichtigungen von je Fr. 80'000.-- erfolgswirksam 

verbucht werden, da – unter Berücksichtigung einer Rückzahlung von mindestens 

Fr. 60'000.-- seitens der Post – Kundengelder von rund Fr. 240'000.-- verlustig 

gegangen seien. Die Rückzahlungen an die geschädigten Kunden seien jeweils über 

die Wertberichtigungskonti auszubuchen (act. IV/17 zur Rekursvernehmlassung).

Am 8. Februar 2005 teilte der Beschwerdeführer mit, er habe anhand der Auszüge der 

Postfinance und der Banken seine Einnahmen ermittelt. Den Einnahmen stellte er die 

ungerechtfertigten Bezüge seiner Sekretärin gegenüber. Er gab an, er habe effektiv im 

Jahr 2001 Fr. 108'749.30 und im Jahr 2002 Fr. 216'238.82 vereinnahmt. Für das Jahr 

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2003 bezifferte er zudem den Umsatz auf Fr. 264'126.42, ohne dies mittels 

entsprechender Aufstellungen zu belegen (vgl. act. IV/16 zur Rekursvernehmlassung).

Am 6. März 2006 unterbreitete der Beschwerdegegner den Beschwerdeführern einen 

Vorschlag betreffend den Veranlagungen 2001-2003 (act. IV/9 zur 

Rekursvernehmlassung). Gestützt auf die im Schreiben vom 8. Februar 2005 gelieferten 

Zahlen ging er beim Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit von "Honoraren 

nach Berücksichtigung Diebstahl" in Höhe von Fr. 108'749.30 (2001), Fr. 216'238.82 

(2002) und Fr. 264'126.42 (2003) aus. Davon brachte er geschäftsmässig begründete 

Aufwendungen in Abzug und rechnete einen Privatanteil Auto auf. Für die 

Steuerperioden 2002 und 2003 wurden überdies "Rückstellungen für veruntreute 

Kundengelder" in Höhe von Fr. 80'000.-- bzw. Fr. 60'000.-- gewinnmindernd 

berücksichtigt, wobei der Hinweis angebracht wurde, die zu leistenden Zahlungen 

seien über die entsprechenden Rückstellungen auszubuchen; allfällige 

Schadenersatzzahlungen seitens der Post würden als steuerbare Einkünfte gelten, 

soweit sie nicht zusätzliche Kundengelder abdecken müssten.

Am 19. April 2006 ergingen dann die definitiven Veranlagungen betreffend den 

Steuerperioden 2001 und 2002 (act. V/1.1 und 1.3. zur Rekursvernehmlassung). Diese 

beiden Veranlagungen entsprechen dem Veranlagungsvorschlag vom 6. März 2006. 

Das steuerbare Einkommen beträgt danach je Fr. 0.--, und der (nach erfolgter 

innerperiodischer Verrechnung) vortragbare Verlust aus der selbständigen 

Erwerbstätigkeit wurde mit Fr. 26'331.-- (2001) und Fr. 2'841.-- (2002) beziffert.

Die definitive Veranlagung für das Jahr 2003 erging erst am 18. April 2007. Dies ist 

offensichtlich darauf zurückzuführen, dass erst dann die Steuererklärung 2003 mit den 

Umsatzzahlen aus der selbständigen Erwerbstätigkeit vorlag. In Abweichung vom 

Veranlagungsvorschlag vom 6. März 2006 setzte der Beschwerdegegner das 

Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit nicht auf Fr. 31'126.--, sondern auf Fr. 

56'488.-- fest. Ausserdem fanden offensichtlich die sonstigen Einkünfte und Abzüge 

aus der mittlerweile eingereichten Deklaration 2003 Eingang in die Veranlagung; so 

wurde namentlich auch noch ein Einkommen aus unselbständiger Erwerbstätigkeit der 

Beschwerdeführerin in Höhe von Fr. 18'807.-- zur Veranlagung gebracht (vgl. act. V/1.5 

zur Rekursvernehmlassung).

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3. Wie sich das in der Veranlagung vom 18. April 2007 festgesetzte Einkommen aus 

selbständiger Erwerbstätigkeit in Höhe von Fr. 56'488.-- zusammensetzt, ist unklar. 

Diesbezügliche Angaben in der Veranlagung fehlen. Von daher ist offen, ob es sich 

dabei um das Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit nach Verlustverrechnung 

handelt. Entgegen der Vorinstanz lässt auch nicht einfach annehmen, die (im 

Veranlagungsvorschlag noch berücksichtigte) Rückstellung in Höhe von Fr. 60'000.-- 

sei nicht in Abzug gebracht worden.

Fest steht, dass der Beschwerdeführer in der streitgegenständlichen Periode eine 

Schadenersatzzahlung von der Postfinance in Höhe von Fr. 130'000.-- zugesprochen 

erhielt. Nach Abzug der damit zusammenhängenden Aufwendungen wurden Fr. 

118'640.60 ausbezahlt. Gemäss dem Beschwerdeführer belief sich jedoch der 

Vermögensschaden aus der Veruntreuung von Kundengeldern durch seine ehemalige 

Sekretärin auf weit über Fr. 300'000.--; so habe er sich mit Schadenersatzzahlungen 

von ehemaligen Klienten in Höhe von Fr. 281'670.45 konfrontiert gesehen. Werde 

davon die Zahlung der Postfinance und die im Jahr 2002 berücksichtigte Rückstellung 

in Höhe von Fr. 80'000.-- abgezogen, so verbleibe immer noch ein Vermögensschaden 

von Fr. 83'029.85, der entweder in der Steuerperiode 2007 oder eventualiter in der 

Steuerperiode 2003 zum Abzug zuzulassen sei. Dem kann aus mehreren Gründen nicht 

gefolgt werden:

3.1. Der Beschwerdeführer übersieht vorab, dass für das Jahr 2001 nur von einem 

Bruttogewinn aus der selbständigen Erwerbstätigkeit in Höhe von Fr. 108'749.-- 

ausgegangen wurde (vgl. act. IV/9 zur Rekursvernehmlassung). Dabei sind die Bezüge 

der Sekretärin, die sich im Jahr 2001 offenbar auf Fr. 116'595.60 beliefen (vgl. act. IV/

16 zur Rekursvernehmlassung), bereits abgezogen. Es ist davon auszugehen, dass 

auch in der Veranlagung für das Jahr 2002 die Bezüge der Sekretärin vorab in Abzug 

gebracht wurden. So ist jedenfalls im Veranlagungsvorschlag vom 6. März 2006 von 

"Honoraren nach Berücksichtigung Diebstahl" die Rede (act. IV/9 zur 

Rekursvernehmlassung). Der Beschwerdeführer gab denn auch in seiner Eingabe vom 

8 Februar 2005 an, die effektiven Einnahmen im Jahr 2002 hätten Fr. 216'238.82 

betragen (vgl. act. IV/16 zur Rekursvernehmlassung).

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3.2. Im Rahmen der Veranlagung für das Jahr 2002 fand überdies eine Rückstellung 

von Fr. 80'000.-- Berücksichtigung. Die Rückstellung soll gemäss 

Veranlagungsvorschlag für "veruntreute Kundengelder" sein; sie sei im Fall einer 

Zahlung auszubuchen (vgl. act. IV/9 zur Rekursvernehmlassung). Die Rückstellung 

erweist sich aus mehreren Gründen als fragwürdig:

3.2.1. Zunächst einmal fällt auf, dass der Beschwerdeführer, der als freiberuflicher 

Anwalt tätig ist und deshalb der obligationenrechtlichen Buchführungspflicht nicht 

unterliegt, nach der sogenannten Ist-Methode abgerechnet hat. Dies zeigt sich daran, 

dass er keine Debitoren, Kreditoren und Rechnungsabgrenzungen ausgewiesen hat. Er 

schrieb die Einnahmen jeweils bei Zahlungseingang gut, während die Aufwendungen 

im Zeitpunkt der Zahlung belastet wurden. Wird eine entsprechende Abrechnungsart 

gewählt, so führt die Bildung einer Rückstellung zu einem unzulässigen 

Methodendualismus, weil (nur) in diesem (einen) Fall Aufwand und Geldabfluss 

auseinanderfallen.

3.2.2. Es bestehen zudem keine Anhaltspunkte dafür, dass dem Beschwerdeführer aus 

der unzulässigen Verwendung von Kundengeldern durch die ehemalige Sekretärin 

überhaupt ein Schaden erwachsen ist. Zwar wurde er gegenüber einzelnen Klienten 

schadenersatzpflichtig (vgl. act. 6-16 Beschwerdeführer). Aus den Akten ergibt sich 

jedoch nicht, dass Gelder von Kundenkonten, auf die der Beschwerdeführer Zugriff 

hatte, unmittelbar an die ehemalige Sekretärin geflossen sind. Soweit ersichtlich griff 

sie auf entsprechende Konten nur zu, um ausstehende Rechnungen der Kanzlei zu 

begleichen oder den (zu tiefen) Saldo auf dem Postkonto des Beschwerdeführers 

auszugleichen. Gegenteiliges lässt sich zumindest den in Recht liegenden (Straf-)Akten 

nicht entnehmen. Auch wenn der Beschwerdeführer deswegen gegenüber seinen 

Klienten einzustehen hatte, hatten die entsprechenden, von der ehemaligen Sekretärin 

veranlassten Überweisungen keinen Vermögensabfluss zur Folge, zumal sich zugleich 

die Verbindlichkeiten der Kanzlei verminderten oder die flüssigen Mittel erhöhten. Somit 

geht der Beschwerdeführer fehl, wenn er den Verlust anhand der 

Schadenersatzforderungen seiner Klienten bemessen will.

3.2.3. Die vom Beschwerdeführer (erstmals) im Verfahren vor Verwaltungsgericht 

eingereichten Akten (act. 6-16) legen schliesslich die Vermutung nahe, dass er den 

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Sachverhalt im Vorfeld der definitiven Veranlagungen nur unzureichend offengelegt hat. 

Daraus geht nämlich hervor, dass die Schadenersatzforderungen der Klienten allesamt 

bereits in den Jahren 2002 und 2003 beglichen wurden. Davon hatte jedoch der 

Beschwerdegegner bei der Ausarbeitung des Veranlagungsvorschlags im Jahr 2006 

offensichtlich keine Kenntnis. Wäre ihm dies bewusst gewesen, hätte er doch nicht im 

Rahmen der Veranlagungen 2002 und 2003 Rückstellungen in Höhe von Fr. 80'000.-- 

und Fr. 60'000.-- berücksichtigt, sondern den konkret bezifferten Aufwand mittels einer 

Abschreibung auf den ungerechtfertigten Bezügen von den Post- und Bankkonten 

zugelassen. Das Ergebnis ist zwar dasselbe, wenn ein Aufwand in Form einer 

Rückstellung oder einer Abschreibung berücksichtigt wird. Im Unterschied zu einer 

definitiven Abschreibung ist aber eine Rückstellung lediglich provisorisch. Angemerkt 

sei immerhin, dass die Beschwerdegegnerin offensichtlich nicht beabsichtigt, die nie 

beanspruchte(n) Rückstellung(en) in der Steuerbilanz erfolgswirksam aufzulösen und 

dementsprechend aufzurechnen. Sie geht in diesem Zusammenhang vielmehr auch 

von einem Aufwand aus, auf den nicht mehr zurückgekommen werden kann.

3.3. Das vorstehend Gesagte zeigt im Übrigen, dass der Schaden aus der 

selbständigen Erwerbstätigkeit nicht erst im Jahr 2007, sondern schon viel früher 

eingetreten ist. Seine Berücksichtigung in der streitigen Periode scheidet aber aus, weil 

dies dem im Einkommenssteuerrecht geltenden Grundsatz der Periodizität 

zuwiderlaufen würde (vgl. dazu Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Kommentar zum 

harmonisierten Zürcher Steuergesetz, 2. Auflage, N 5 ff. zu § 50). Das 

Periodizitätsprinzip gilt auch für die nach der Ist-Methode abrechnenden 

Steuerpflichtigen. Dies erfolgt in der Weise, dass ein Aufwand im Zeitpunkt der 

Schulderfüllung oder des Geldabflusses einkommensmindernd berücksichtigt werden 

muss. Fehlt einem Aufwand der Periodenbezug, erweist er sich nicht als 

geschäftsmässig begründet und kann nicht in Abzug gebracht werden (Richner/Frei/

Kaufmann/Meuter, a.a.O., N 127 zu § 18). Daran vermag auch das Totalgewinnprinzip 

nichts zu ändern. Die Steuerpflichtigen können nicht beliebig lange zuwarten, bis sie 

einen Schaden geltend machen. Führt ein Schaden zu einem Geldabfluss, so muss er 

in diesem Zeitpunkt auch zur Anrechnung gebracht werden. Anders verhält es sich 

höchstens dann, wenn mit dem Geldabfluss gleichzeitig eine Forderung gegenüber 

dem Schadensverursacher bilanziert werden kann, deren Uneinbringlichkeit sich erst 

später herausstellt. Diesfalls ist die Forderung im Zeitpunkt abzuschreiben, im dem mit 

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einer Erfüllung nicht mehr gerechnet werden kann. Diese Möglichkeit scheidet jedoch 

bei einem nach der Ist-Methode abrechnenden Pflichtigen von vornherein aus, da er 

auf der Aktivseite eben gar keine Forderungen ausweist.

3.4. Von daher greift letztlich auch die sowohl vom Beschwerdeführer als auch von der 

Vorinstanz vertretene Auffassung zu kurz, eine Schadenersatzzahlung bilde nur in dem 

Umfang steuerbares Einkommen, als sie den effektiven Schaden übersteige. Dies trifft 

im Ergebnis zwar zu, doch haben buch- oder zumindest aufzeichnungspflichtige 

Personen den Erhalt einer Schadenersatzzahlung immer als (ausserordentlichen) Ertrag 

auszuweisen, derweil der Schaden bei dessen Eintritt oder beim jeweiligen Geldabfluss 

als Aufwand erfasst werden muss. Dies kann dazu führen, dass Aufwand und Ertrag in 

verschiedene Perioden fallen.

In diesem Sinn sind denn auch die Ausführungen des damaligen Leiters der Abteilung 

Natürliche Personen im Schreiben vom 6. März 2006 zu verstehen. Wenn er darauf 

hinwies, allfällige Schadenersatzzahlungen der Post stellten steuerbare Einkünfte dar, 

soweit sie nicht zusätzliche Kundengelder abdecken müssten, so ist dies so zu deuten, 

dass es sich bei der Schadenersatzzahlung um steuerbaren Ertrag handelt und für 

Schadenersatzforderungen von Klienten, die über die gebildeten Rückstellungen 

hinausgehen, zusätzlicher Aufwand zu erfassen sei. Auf den Grundsatz von Treu und 

Glauben bzw. den daraus abgeleiteten Vertrauensschutz kann sich der 

Beschwerdeführer aber ohnehin nicht berufen, nachdem er den Sachverhalt dem 

Beschwerdegegner nicht vollständig offengelegt hat. Zudem ist nicht ersichtlich, dass 

gestützt auf den Hinweis im Veranlagungsvorschlag vom 6. März 2006 irgendwelche 

Vermögensdispositionen getroffen wurden.

4. Zusammenfassend ergibt sich, dass in der streitgegenständlichen Periode kein 

Aufwand mehr berücksichtigt werden kann für den Schaden, der dem 

Beschwerdeführer aus den ungerechtfertigten Bezügen seiner ehemaligen Sekretärin 

entstanden ist. Ein entsprechender Aufwand erweist sich als periodenfremd. Die 

Veranlagungen der jeweiligen Steuerperioden sind zudem schon längst in Rechtskraft 

erwachsen. Dagegen hätten sie sich zur Wehr setzen müssen, wenn sie einen höheren 

Schaden als den bisher berücksichtigen Aufwand geltend machen wollten. Nicht 

möglich ist im Übrigen, gestützt auf Art. 42 StG einen (allfällig) noch nicht zur 

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Anrechnung gebrachten Schaden oder Verlust mit dem im Jahr 2007 erzielten 

Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit zu verrechnen. Dies scheitert am Gebot 

der sofortigen Verrechnung. Ein Verlust muss umgehend geltend gemacht werden. Es 

steht nicht im Belieben eines Steuerpflichtigen, einen erlittenen Verlust im Folgejahr 

nicht geltend zu machen und den Abzug erst in einer der folgenden Steuerperioden zu 

verlangen (vgl. Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., N 8 zu § 70).

Die Beschwerde erweist sich deshalb insgesamt als unbegründet. Obschon die im Jahr 

2007 geflossene Schadenersatzzahlung eigentlich vollumfänglich aufzurechnen wäre, 

sah der Beschwerdegegner davon ab, den vorinstanzlichen Entscheid anzufechten. 

Eine reformatio in peius wurde zudem weder verlangt noch angedroht.

5. (…).

Demnach hat das Verwaltungsgericht

zu Recht erkannt:

1./ Die Beschwerde wird abgewiesen.

2./ Die amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 1'500.--bezahlen die 

Beschwerdeführer unter Verrechnung des geleisteten Kostenvorschusses.

3./ Ausseramtliche Kosten werden nicht entschädigt.

V.          R.           W.

Der Vorsitzende:                        Der Gerichtsschreiber:

Versand dieses Entscheides an:

-   die Beschwerdeführer (durch Rechtsanwalt lic. iur. M. G.)

-   die Vorinstanz

-   den Beschwerdegegner

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am:

Rechtsmittelbelehrung:

Sofern eine Rechtsverletzung nach Art. 95 ff. BGG geltend gemacht wird, kann gegen 

diesen Entscheid gestützt auf Art. 82 lit. a BGG innert 30 Tagen nach Eröffnung beim 

Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde erhoben werden.

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	Steuerrecht. Eine Schadenersatzzahlung, die ein selbständig erwerbender Anwalt erhält, stellt steuerbares Einkommen dar; der damit zusammenhängende Schaden muss (grundsätzlich) bei Schadenseintritt geltend gemacht werden (Verwaltungsgericht, B 2011/101 und 113).

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		2025-07-19T12:06:31+0200
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