# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6283a49b-19f3-5dc4-b6ca-05a144a8682a
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2004-03-08
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht Sonstige Kammern 08.03.2004 SF 2004 5
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_999_SF-2004-5_2004-03-08.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Tribunale cantonale dei Grigioni
Dretgira chantunala dal Grischun

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 08. März 2004 Schriftlich mitgeteilt am: 
SF 04 5 (mündlich eröffnet)

Urteil
Strafkammer

Vorsitz Vizepräsident Schlenker
RichterInnen Heinz-Bommer, Jegen, Riesen-Bienz und Burtscher 
Aktuar ad hoc Schnider

——————

In der Strafsache

der S t a a t s a n w a l t s c h a f t  G r a u b ü n d e n , Sennhofstrasse 17, 7001 Chur, 
Anklägerin,

gegen

A., Angeklagter, amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. et oec. Pius Fryberg, 
Postfach 731, Vazerolgasse 2, 7002 Chur,

mit Verfügung  der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 10. Februar 2004, 

wegen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz,

in Anklagezustand versetzt,

hat sich ergeben:

A. A. wuchs zusammen mit vier Geschwistern bei seinen Eltern in V. auf. 
Im Alter von sieben oder acht Jahren wurde er ins Kinderdorf W. in X. eingewiesen. 

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Dort besuchte er eigenen Angaben zufolge während sieben Jahren die Primar-
schule. Anschliessend absolvierte er ein Berufswahlschuljahr im Y. in Z.. Während 
dieser Zeit entschied er sich für eine dreijährige Lehre als Metzger, welche er bei 
der Metzgerei E. in Z. absolvierte und 1978 erfolgreich abschloss. Anschliessend 
arbeitete  A. an verschiedenen Orten in der Ostschweiz grösstenteils auf seinem 
Beruf. Dazwischen war er aufgrund von Unfällen während mehrerer Monate er-
werbsunfähig.

A. war dreimal verheiratet. Aus der ersten Ehe ging im Jahre 1982 eine Toch-
ter hervor. Die ersten beiden Ehen wurden geschieden. Die dritte Ehefrau verstarb 
im Jahre 1999 an einer schweren Krankheit.

A. befand sich zudem wie folgt im Strafvollzug: Am 04. November 1988 
wurde er durch das Kriminalgericht Thurgau wegen versuchten Mordes und weiterer 
Delikte zu zehn Jahren Zuchthaus verurteilt. Diese Strafe verbüsste er ab dem 02. 
Oktober 1989 in der Strafanstalt Saxerriet in Salez/SG. Am 30. Juni 1996 erfolgte 
die bedingte Entlassung aus dem Strafvollzug. Aufgrund von Betäubungsmittelde-
likten, welche A. im Sommer/Herbst 1997 beging, wurde er am 06. Mai 1999 vom 
Bezirksgericht Werdenberg zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Diese Strafe wurde 
in einem späteren Revisionsprozess am 01. März 2001 vom Bezirksgericht Wer-
denberg zufolge verminderter Zurechnungsfähigkeit auf 18 Monate Gefängnis her-
abgesetzt. Schliesslich wurde A. mit Urteil des Bezirksgerichtes St. Gallen vom 29. 
März 2001 wegen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz etc., began-
gen von Mai 1999 bis 18. Dezember 1999, mit zwei Jahren Gefängnis bestraft. Auf-
grund der zuletzt beurteilten Delikte befand sich der Angeklagte vom 18. Dezember 
1999 bis 15. Februar 2000 in Untersuchungshaft. Anschliessend wurde er in den 
Strafvollzug versetzt, und zwar in der Strafanstalt Realta in Cazis. Nachdem A. am 
03. Januar 2003 aus dem Hafturlaub nicht dorthin zurückgekehrt war, konnte er am 
17. Januar 2003 um ca. 14.00 Uhr im Hotel S. in T. festgenommen werden. In der 
Folge wurde er ins Kantonalgefängnis nach R. verlegt. Seit dem 10. Februar 2003 
befindet er sich in der Strafanstalt Saxerriet in Salez. Zur Zeit sitzt A. nicht mehr in 
der Strafanstalt ein, sondern befindet sich in Halbfreiheit im Wohnheim U. in R.. Von 
dort aus geht er einer geregelten Arbeit in Winterthur nach.

Im Schweizerischen Zentralstrafregister ist A. mit folgenden Vorstrafen ver-
zeichnet:

„04. November 1988 Kriminalgericht Thurgau

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Notzucht, Mordversuch, Führen eines Motorfahr-
zeuges (PW) ohne Führerausweis, Führen eines 
Mofas ohne Führerausweis, Nichttragen der Si-
cherheitsgurte, Verletzung von Verkehrsregeln, be-
gangen im Rückfall sowie im Zustand mittelgradig 
verminderter Zurechnungsfähigkeit,

10 Jahre Zuchthaus, abzüglich 16 Tage U-Haft, Fr. 
300.-- Busse.

01. März 2001 Bezirksgericht Werdenberg

Qualifizierte Widerhandlung gegen das Betäu-
bungsmittelgesetz,

18 Monate Gefängnis.

29. März 2001 Bezirksgericht St. Gallen

Qualifizierte sowie mehrfach priviligierte Wider-
handlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, Hin-
derung einer Amtshandlung,

2 Jahre Gefängnis, abzüglich 60 Tage U-Haft; An-
ordnung einer ambulanten Massnahme während 
des Strafvollzuges.“

B. Mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 10. Februar 
2004 wurde A. wegen Widerhandlung gegen Art. 19 Ziff. 2 lit. a und 19a Ziff. 1 
BetmG in Anklagezustand versetzt. Die Staatsanwaltschaft Graubünden legte die-
ser Anklage gemäss Anklageschrift vom 10. Februar 2004 folgenden Sachverhalt 
zugrunde:

„A. verbüsste ab 15. Februar 2000 eine mehrjährige Freiheitsstrafe in der 
Strafanstalt Realta in Cazis. Vom 31. Dezember 2002 bis 03. Januar 2003 
wurde ihm ein Hafturlaub gewährt. Nach dem Urlaub kehrte der Angeklagte 
jedoch nicht in die Strafanstalt Realta zurück. Stattdessen begab er sich nach 
T. und hielt sich dort bis zum 17. Januar 2003 im Hotel S. auf. Während dieses 
Aufenthaltes beschaffte er sich von unbekannten Personen 32,7 g Kokain mit 
einem Reinheitsgrad von 82,9% und 3,3 g Haschisch.

Am 17. Januar 2003 hielt sich ebenfalls B. im erwähnten Hotel auf und kam 
mit A. ins Gespräch. In dessen Verlauf offerierte der Angeklagte seinem Ge-
sprächspartner Kokain und übergab ihm zunächst 1 g zur Probe. Nachdem B. 
festgestellt hatte, dass das Kokain von sehr guter Qualität war, kaufte er vom 
Angeklagten weitere 7 g Kokain. Pro Gramm musste er Fr. 100.-- bezahlen, 
insgesamt somit Fr. 800.--.

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A. wurde am 17. Januar 2003 ca. um 14.00 Uhr im Hotel S. kontrolliert und 
festgenommen. Bei der anschliessenden körperlichen Durchsuchung fand die 
Kantonspolizei im Hosensack des Angeklagten 24,7 g Kokain und in der In-
nentasche der Jacke 250 ungebrauchte Minigripsäckchen in zwei verschiede-
nen Grössen sowie eine elektronische Pesolawaage. In dessen Zimmer wur-
den ausserdem Fr. 800.-- sichergestellt. A. hatte offensichtlich die Absicht, 
auch das bei ihm sichergestellte Kokain zu verkaufen, was von ihm mit dem 
Hinweis, das Kokain nur für den Eigenkonsum erworben zu haben, bestritten 
wird. Ausserdem will er B. keine Drogen verkauft haben. Dieser bestätigte je-
doch auch in der Konfronteinvernahme den Ankauf des Kokains vom Ange-
klagten.

Im Zimmer des Angeklagten wurden auch 3,3 g Haschisch sichergestellt, die 
dieser zugegebenermassen für den Eigenkonsum gekauft hatte.

Gegen B. wurde ein separates Strafverfahren geführt.“

C. Anlässlich der Hauptverhandlung vor dem Kantonsgericht von 
Graubünden vom 08. März 2004 waren der Angeklagte und sein amtlicher Verteidi-
ger, Rechtsanwalt lic. iur. et oec. Pius Fryberg, anwesend. Die Anklage wurde von 
Staatsanwalt Dr.iur. Alex Zindel vertreten. Gegen die Zuständigkeit sowie die Zu-
sammensetzung des Gerichts wurden keine Einwände erhoben, so dass sich dieses 
als in der Sache legitimiert erklärte.

Im Rahmen der richterlichen Befragung zur Person hielt A. fest, dass er sich 
im Wohnheim U. in R. in Halbfreiheit befinde und in Winterthur arbeite. Zu seinen 
familiären Verhältnissen befragt, führte er zusätzlich aus, dass sein Bruder im De-
zember 2003 Selbstmord begangen habe.

Was die ihm zur Last gelegten Widerhandlungen gegen das Betäubungsmit-
telgesetz anbelangt, so bestritt A., jemals Drogen an B. verkauft zu haben. Tatsache 
sei, dass er die 24,7 Gramm Kokain, welche die Polizei bei ihm sicherstellte, von B. 
bekommen habe. Dieses Kokain habe er nur für den Eigenkonsum erworben.

Der Staatsanwalt Dr. iur. Alex Zindel stellte und begründete folgende An-
träge:

„1. A. sei im Sinne der Anklage schuldig zu sprechen.

2. Dafür sei er mit zwei Jahren Gefängnis zu bestrafen.

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3. a) Die mit Beschlagnahmeverfügung vom 05. Dezember 2003 beschlag-
nahmten 24,7 Gramm Kokain und 3,3 Gramm Haschisch seien gericht-
lich einzuziehen und zu vernichten.

b) Die mit Beschlagnahmeverfügung vom 05. Dezember 2003 beschlag-
nahmte elektronische Waage, Marke Tanita, und die ca. 250 Minigrip - 
Säckchen seien zu Handen des Kantons Graubünden gerichtlich ein-
zuziehen.

c) Die mit Beschlagnahmeverfügung vom 05. Dezember 2003 beschlag-
nahmten Fr. 800.-- seien zu Handen des Kantons Graubünden gericht-
lich einzuziehen.

d) Von der zusätzlichen Erhebung einer Ersatzabgabe sei abzusehen.

4. Gesetzliche Kostenfolge.“

Der amtliche Verteidiger beantragte und begründete was folgt:

„1. Es sei der Angeklagte vom Vorwurf des Drogenhandels im Sinne von 
Art. 19 Ziff. 1 und Art. 19 Ziff. 2 BetmG freizusprechen und er sei daher 
nur für den Konsum im Sinne von Art. 19a Ziff.1 BetmG zu bestrafen.

2. Von einer gerichtlichen Einziehung der mit Beschlagnahmeverfügung 
vom 05. Dezember 2003 beschlagnahmten elektronischen Waage, 
Marke Tanita, und der ca. 250 Minigrip - Säckchen sei abzusehen.

3. Von einer gerichtlichen Einziehung der mit Beschlagnahmeverfügung 
vom 05. Dezember 2003 beschlagnahmten Fr. 800.-- sei abzusehen. 

4. Von einer Ersatzforderung sei abzusehen.“

In seinem Schlusswort wies A. den Vorwurf von sich, er habe B. Drogen ver-
kauft; diesbezüglich habe er sich nichts zu Schulden kommen lassen.

Auf die mündlichen Ausführungen des Staatsanwaltes und des amtlichen 
Verteidigers und auf die richterliche Befragung des Angeklagten anlässlich der 
Hauptverhandlung wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen 
eingegangen.

Die Strafkammer zieht in Erwägung:

1. a) Art. 19 Ziff. 1 BetmG stellt den unbefugten Anbau, Handel und Besitz 
von Betäubungsmittel in allen seinen Formen mit Gefängnis oder mit Busse unter 
Strafe. Gemäss Ziff. 1 Abs. 4 ist strafbar, wer unbefugt Betäubungsmittel anbietet, 
verteilt, verkauft, vermittelt, verschafft, verordnet, in Verkehr bringt oder abgibt. Als 
Betäubungsmittel gelten nach Art. 1 Abs. 1 BetmG unter anderem abhängigkeitser-
zeugende Stoffe und Präparate der Wirkungstypen Morphin, Kokain und Cannabis. 
In schweren Fällen ist die Strafe Zuchthaus oder Gefängnis nicht unter einem Jahr, 

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womit eine Busse bis zu einer Million Franken verbunden werden kann (Art. 19 Ziff. 
1 Abs. 9 BetmG). Ein schwerer Fall liegt insbesondere vor, wenn der Täter weiss 
oder annehmen muss, dass sich die Widerhandlung auf eine Menge von Betäu-
bungsmitteln bezieht, welche die Gesundheit vieler Menschen in Gefahr bringen 
kann (Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG). Viele Menschen im Sinne dieser Bestimmung sind 
nach der Rechtsprechung zwanzig Personen oder mehr (BGE 121 IV 334), während 
eine Gesundheitsgefährdung bei physischer oder psychischer Abhängigkeit zu be-
jahen ist (BGE 106 IV 277). Nach der Praxis des Bundesgerichtes ist die Annahme 
eines schweren Falles gemäss Ziff. 2 lit. a BetmG an eine objektive und an eine 
subjektive Voraussetzung geknüpft. Die objektive Voraussetzung besteht darin, 
dass sich die Widerhandlung auf eine Menge von Betäubungsmittel bezieht, welche 
die Gesundheit vieler Menschen in Gefahr bringen kann (BGE 122 IV 362 f.). Mass-
gebend ist dabei allein, wieviele Konsumenten gefährdet werden können und nicht, 
wie viele tatsächlich gefährdet worden sind, ist doch Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG ein 
abstraktes Gefährdungsdelikt. Es spielt keine Rolle, ob neue Abnehmerkreise durch 
die Tathandlung erschlossen werden oder ob die Abnehmer bereits süchtig sind 
(BGE 120 IV 338; BGE 118 IV 205 f.; BGE 111 IV 31 f.). Das Bundesgericht hat 
unter Beachtung der in konstanter Rechtsprechung entwickelten Kriterien den 
massgeblichen Grenzwert bei Heroin auf 12 Gramm und bei Kokain auf 18 Gramm 
festgelegt, wobei es keine Rolle spielt, ob der Täter die Betäubungsmittel in einer 
einzigen grossen Portion oder in vielen kleinen Teilmengen in Verkehr bringt (BGE 
109 IV 145; BGE 114 IV 167; BGE 112 IV 363). Bei der Ermittlung der massgebli-
chen Menge ausser Betracht fallen lediglich die vom Täter für den Eigenkonsum 
verwendeten Mengen (BGE 110 IV 99). Entscheidend für die Subsumtion unter Art. 
19 Ziff. 2 lit a BetmG ist stets die Menge reinen Stoffes (BGE 122 IV 363).

b) Gemäss Art. 19a Ziff. 1 BetmG wird mit Haft oder Busse bestraft, wer 
unbefugt Betäubungsmittel vorsätzlich konsumiert oder wer zum eigenen Konsum 
eine Widerhandlung im Sinne von Art. 19 begeht. In leichten Fällen kann das 
Verfahren eingestellt oder von einer Strafe abgesehen werden; es kann auch eine 
Verwarnung ausgesprochen werden. Für die Anwendung von Art. 19a Ziff. 1 BetmG 
kommt es auf die Quantität des konsumierten Stoffes nicht an; selbst der einmalige 
Gebrauch einer geringfügigen Menge ist strafbar (Albrecht, Kommentar zum 
schweizerischen Strafrecht, Sonderband Betäubungsmittelstrafrecht, Art. 19-28 
BetmG, N 14 zu Art. 19a BetmG). Ob ein leichter Fall im Sinne von Ziff. 2 der 
Bestimmung vorliegt, ist anhand aller objektiver und subjektiver Umstände des 

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Einzelfalles zu prüfen, wobei dem Richter ein weiter Ermessensspielraum zusteht 
(vgl. Albrecht, a. a. O., N 41 zu Art. 19a BetmG).

c) Gemäss Anklageschrift und den mündlichen Ausführungen des 
Staatsanwaltes verstiess  A. zwischen dem 03. und dem 17. Januar 2003 gegen 
das Betäubungsmittelgesetz, indem er 8 Gramm Kokain an B. für Fr. 800.-- verkauft 
habe. Zudem habe er zumindest Anstalten getroffen, weitere 24,7 Gramm Kokain 
zu verkaufen und 3,3 Gramm Haschisch selbst zu konsumieren. Die Qualität des 
Kokains sei sehr gut gewesen, es habe einen Reinheitsgrad von 82,9% aufgewie-
sen. A. habe somit 5,6 Gramm reines Kokain an B. verkauft, und Anstalten getroffen, 
um ca. weitere 20 Gramm reines Kokain zu verkaufen. An den Beweis sowohl für 
den Verkauf als auch für das Anstalten treffen seien hohe Anforderungen zu stellen, 
es könne aber nicht ein absoluter Beweis der Täterschaft verlangt werden. Der Be-
weis könne nicht auf sieben Kommastellen genau ausgerechnet und präsentiert 
werden. Durch die glaubwürdige Aussage von B. sei der Verkauf von 8 Gramm Ko-
kain für Fr. 800.-- nachgewiesen. Dieser Betrag stimme zudem mit den Fr. 800.--, 
welche im Zimmer von A. sichergestellt werden konnten, überein. B. habe bei der 
untersuchungsrichterlichen Konfronteinvernahme mit A. an den Belastungen, die er 
bei der Kantonspolizei Zürich gegenüber dem Angeklagten vorgebracht habe, fest-
gehalten. Bei seiner Festnahme im Hotel S. habe A. 24,7 Gramm Kokain in seiner 
Hosentasche und ca. 250 Minigrip-Säckchen sowie eine elektronische Präzisions-
waage in der Innentasche seiner Jacke auf sich getragen. Das gesamte Vorgehen 
von A. weise auf Verkauf des Kokains hin. Damit habe A. den qualifizierten Tatbe-
stand von Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG im Sinne der bundesgerichtlichen Rechtspre-
chung erfüllt. Demgegenüber bestritt A. sowohl in den verschiedenen polizeilichen 
und untersuchungsrichterlichen Einvernahmen als auch in der richterlichen Befra-
gung anlässlich der mündlichen Hauptverhandlung, Kokain an B. verkauft zu haben. 
Er bestätigte seine während des untersuchungsrichterlichen Konfrontverhörs ge-
machten Aussagen, dass er das Kokain von B. erhalten habe. Ebenso bestritt A., 
dass er die bei ihm sichergestellten 24,7 Gramm Kokain verkaufen wollte. Dieses 
Kokain sei für den Eigenkonsum bestimmt gewesen. In seinem Plädoyer wies der 
Verteidiger darauf hin, dass B. und A. sich gegenseitig beschuldigen würden. In 
solchen Fällen dürfe man nicht von vornherein auf eine Aussage abstellen. Die Ak-
ten würden nicht ausreichen, um den Angeklagten, ohne den Grundsatz in dubio 
pro reo zu verletzen, schuldig zu sprechen. 

Somit ist vorerst zu prüfen, ob der objektive Tatbestand aufgrund der von der 
Anklage vorgelegten Akten und Unterlagen rechtsgenüglich bewiesen werden kann.

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2. a) Bei der Würdigung der Beweismittel entscheidet das Gericht gemäss 
Art. 125 Abs. 2 StPO nach freier, in der Hauptverhandlung gewonnener Überzeu-
gung (vgl. Schmid, Strafprozessrecht, 3. Aufl., Zürich 1997, N 286). Die Beweislast 
für die dem Angeklagten zur Last gelegten Taten liegt dabei grundsätzlich beim 
Staat (Padrutt, Kommentar zur Strafprozessordnung des Kantons Graubünden, 2. 
Aufl., Chur 1996, S. 306). An diesen Beweis sind hohe Anforderungen zu stellen. 
Verlangt wird mehr als eine blosse Wahrscheinlichkeit, nicht aber ein absoluter Be-
weis der Täterschaft. Nach der aus Art. 32 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 2 EMRK flies-
senden Beweiswürdigungsregel „in dubio pro reo“ darf sich der Strafrichter jedoch 
nicht von der Existenz eines für den Angeklagten ungünstigen Sachverhaltes über-
zeugt erklären, wenn bei objektiver Betrachtung Zweifel an den tatsächlichen Vor-
aussetzungen für ein verurteilendes Erkenntnis bestehen (BGE 124 IV 87 f.). Bloss 
theoretische und abstrakte Zweifel sind indessen nicht massgebend, weil solche 
immer möglich sind und absolute Gewissheit nicht verlangt werden kann. Es muss 
sich vielmehr um erhebliche und nicht zu unterdrückende Zweifel handeln, das 
heisst um solche, die sich nach der objektiven Rechtslage aufdrängen (BGE 120 Ia 
37). Aufgabe des Richters ist es, ohne Bindung an Beweisregeln die an sich mögli-
chen Zweifel zu überwinden und sich mit Überzeugung für einen bestimmten Sach-
verhalt zu entscheiden, wobei die Bildung der Überzeugung objektivier- und nach-
vollziehbar sein muss. Die Schuld des Angeklagten muss sich dabei auf vorgelegte 
Beweise und Indizien stützen, die vernünftige Zweifel in ausschliesslicher Weise zu 
beseitigen vermögen (vgl. PKG 1987 Nr. 12; Padrutt, a. a. O., S. 307; Schmid, a. a. 
O., N 289). Diese allgemeine Rechtsregel kommt nicht schon dann zur Anwendung, 
wenn Aussage gegen Aussage steht. Es ist vielmehr anhand sämtlicher sich aus 
den Akten ergebenden Umstände zu untersuchen, ob die Darstellung der Anklage 
oder jene des Angeklagten den Richter zu überzeugen vermag. Erst wenn eine sol-
che Überzeugung weder in der einen noch in der anderen Richtung zu gewinnen 
ist, muss gemäss dem Grundsatz „in dubio pro reo“ der für den Angeklagten güns-
tigere Sachverhalt angenommen werden (PKG 1978 Nr. 31; Padrutt, a. a. O., S. 
307). Alsdann hat ein Freispruch zu erfolgen. Zu den verschiedenen Beweismitteln 
ist auszuführen, dass der Grundsatz der freien Beweiswürdigung eine Rangordnung 
verbietet. Insbesondere sind die Aussagen von Zeugen, Auskunftspersonen und 
Angeschuldigten voll gültige Beweismittel mit derselben Beweiseignung. Bei der 
Würdigung der Beweise ist weniger die Form, sondern vielmehr der Gesamtein-
druck, das heisst die Art und Weise der Bekundung sowie die Überzeugungskraft 
entscheidend. Dabei steht im Rahmen des Gerichtsverfahrens nicht in erster Linie 
die Glaubwürdigkeit der befragten Person, sondern vielmehr die Glaubhaftigkeit ih-
rer konkreten Aussage im Vordergrund. Kennzeichen einer wahrheitsgetreuen Aus-

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sage bilden diesbezüglich die innere Geschlossenheit und Folgerichtigkeit in der 
Darstellung des Geschehensablaufes sowie die konkrete und anschauliche Wieder-
gabe des Erlebnisses. Als weiteres Indiz für die Richtigkeit der Deposition ist die 
Schilderung des Vorfalles in so charakteristischer Weise, wie sie nur von demjeni-
gen zu erwarten ist, der den Vorfall selbst erlebt hat. Für die Korrektheit der Aussage 
spricht im weiteren die Kenntlichmachung der psychischen Situation von Täter und 
Zeuge, die Selbstbelastung oder unvorteilhafte Darstellung der eigenen Rolle, Ent-
lastungsbemerkungen zugunsten des Beschuldigten und die Konstanz in der Aus-
sage bei verschiedenen Befragungen. Bei wahrheitswidrigen Aussagen fehlen 
diese Kennzeichen regelmässig. Indizien für bewusst oder unbewusst falsche Aus-
sagen sind Unstimmigkeiten oder grobe Widersprüche in den eigenen Aussagen, 
Zurücknahme, unklare, verschwommene oder ausweichende Antworten und gleich-
förmige, eingeübt wirkende Aussagen. Kriterien des glaubhaften Aussageinhalts 
sind der Grad der Detaillierung und der inhaltlichen Besonderheit sowie die Homo-
genität der Aussage. Besonders nacherlebende Gefühlsbeteiligung und ungesteu-
erte Aussageweise sprechen im Bereich der Aussageweise für einen hohen Wahr-
heitsgehalt. Die Richtigkeit einer Deposition muss alsdann besonders auf ihre Über-
einstimmung mit den Lebenserfahrungen und dem Ergebnis der übrigen Beweiser-
hebungen geprüft werden (vgl. zum Ganzen R. Hauser, Der Zeugenbeweis im Straf-
prozess mit Berücksichtigung des Zivilprozesses, Zürich 1974, S. 311 mit Hinweisen 
sowie F. Arntzen, Psychologie der Zeugenaussage, System der Glaubwürdigkeits-
merkmale, 3. Aufl., München 1993). 

b) A. kehrte am 03. Januar 2003 nach einem Hafturlaub nicht in die Straf-
anstalt Realta in Cazis zurück. Am 17. Januar 2003 wurde er im Hotel S. von der 
Kantonspolizei kontrolliert und festgenommen. Die Festnahme erfolgte im Korridor 
vor dem von B. und C.  gemeinsam bewohnten Hotelzimmer, welche sich zu diesem 
Zeitpunkt mit A. unterhielten. In der Hosentasche von A. konnten 24,7 Gramm Ko-
kain in einem Minigrip-Säckchen sichergestellt werden. In der Innentasche seiner 
Jacke trug A. eine elektronische Präzisionswaage und ca. 250 ungebrauchte Mini-
grip-Säckchen in zwei verschiedenen Grössen auf sich.  Bei C. wurden 6,6 Gramm 
Kokain und 8,8 Gramm Haschisch sichergestellt. Wie sich herausstellte, gehörte 
dieses bei C. gefundene Kokain B.. Im Weiteren konnte in der Jacke von B., welche 
an der Garderobe im Hotelzimmer hing, eine Haschischplatte mit einem Gewicht 
von 154,8 Gramm sichergestellt werden. Bei der Durchsuchung des von A. bewohn-
ten Zimmers Nummer 22 im Personalhaus des Hotel S. wurden unter anderem 3,3 
Gramm Haschisch, Fr. 800.-- in Hunderternoten sowie ein Natel sichergestellt (vgl. 
Dossier 3, act. 3.1 und 3.4). Am Institut für Rechtsmedizin in St. Gallen konnte fest-

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gestellt werden, dass das bei A. und B. sichergestellte Kokain den gleichen Mittel-
wert (Base) von 82,9% aufwies (vgl. Dossier 3, act. 3.6 und 3.7).

Nach der Festnahme von A. wurde B. am 17. Januar 2003 und am 28. März 
2003 polizeilich (vgl. Dossier 3, act. 3.3 und 3.13) einvernommen. Anlässlich der 
ersten Einvernahme gab er an, er habe am 16. Januar 2003 in Zürich eine Platte 
Haschisch (ca. 150 Gramm) erworben. Vom selben Typen habe er zudem auf 
Wunsch noch 8 Gramm Kokain bekommen. Für diese 150 Gramm Haschisch und 
8 Gramm Kokain habe er insgesamt Fr. 2'000.-- bezahlt. Der Kauf habe in der Stadt 
Zürich im Kreis 5, unmittelbar vor dem Hotel Trümpy beim Hauptbahnhof stattge-
funden. Den Verkäufer habe er zum ersten mal gesehen. Das Aussehen des Typs 
könne er nicht beschreiben. Zusammen mit C. sei er am 16. Januar 2003  mit dem 
Auto eines Kollegen in der Nacht auf den 17. Januar 2003 nach T. gefahren, um 
einen Kollegen zu treffen. Dort hätten sie zusammen das Zimmer Nummer 3 im 
Hotel S. bezogen. Im Zimmer hätten C. und er etwas Kokain konsumiert. Anlässlich 
der zweiten Einvernahme vom 28. März 2003 änderte B. seine Aussage, und sagte 
nun detaillierter aus, er habe die 8 Gramm Kokain für Fr. 800.-- im Hotel S. in T. 
gekauft. Er wisse nicht wie der Verkäufer heisse. Er habe eine Glatze, sei von gros-
ser und breiter Statur, Schweizer, eher der Skinheadtyp. Auf Vorhalt einer Fotogra-
fie von A. erklärte B., dass dies der Verkäufer gewesen sei. Er sei neben ihm an der 
Bar gestanden. Plötzlich habe er ihm sein Natel gegeben und gesagt, dass jemand 
mit ihm reden wolle. Am Telefon sei sein Kollege D. gewesen. Dieser habe zu ihm 
gesagt, er solle sich mit diesem Unbekannten unterhalten. A. habe ihn dann gefragt, 
ob er etwas für die Nase wolle. Zuerst habe er nur 1 Gramm Kokain für Fr. 100.-- 
gekauft. Als er das Kokain gesehen habe, habe er gemerkt, dass es gute Qualität 
gewesen sei. Er sei auf das WC gegangen und habe eine Linie gezogen. Da das 
Kokain von sehr guter Qualität gewesen sei, sei er nochmals zurückgegangen und 
habe ihn gefragt, ob er noch mehr habe. Schliesslich habe er noch 7 Gramm ge-
kauft, da A. auch nicht mehr gehabt habe. Der ganze Kauf habe sich an der Bar 
abgewickelt. Diese Aussagen bestätigte B. anlässlich der Konfronteinvernahme 
vom 12. Dezember 2003 (Dossier 4, act. 4.6). So sagte er aus, er sei im Januar 
2003 mit seiner Freundin in T. im Hotel S. gewesen. In diesem Hotel habe er A. 
kennengelernt, vorher habe er ihn nicht gekannt. An der Bar habe A. ihm sein Natel 
gegeben. Am Telefon sei D. gewesen, ein Kollege von ihm. Wie sich dann später 
das Gespräch zwischen A. und ihm entwickelt habe, wisse er nicht mehr. Im Ver-
laufe des Gespräches habe A. ihm Kokain offeriert. Zunächst habe er ihm ein 
Gramm zur Probe übergeben. Er habe sich in sein Zimmer begeben, wo er diesen 
Stoff getestet habe. Er sei von sehr guter Qualität gewesen. In der Folge habe er 

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ihn gefragt, ob er ihm noch weiteren Stoff verkaufe. A. habe eingewilligt und ihm 
noch sieben zusätzliche Gramm Kokain verkauft. Pro Gramm habe er Fr. 100.-- 
bezahlen müssen, insgesamt somit Fr. 800.--.

Diese Aussagen von B. weisen eine innere Geschlossenheit und Folgerich-
tigkeit in der Darstellung des Geschehensablaufes sowie eine konkrete und an-
schauliche Wiedergabe des Erlebnisses auf. Obwohl zwischen der polizeilichen Ein-
vernahme vom 28. März 2003 (Dossier 3, act. 3.13) und der Konfronteinvernahme 
vom 12. Dezember 2003 (Dossier 4, act. 4.6) mehr als acht Monate vergingen, schil-
dert er den Ablauf des Ankaufs von 8 Gramm Kokain zweimal praktisch wider-
spruchsfrei gleich. So erwähnt er unter anderem in beiden Fällen von sich aus, dass 
A. ihm sein Natel gegeben habe, an welchem sein Kollege D. gewesen sei. Die 
Ausführungen von B. weisen zudem einen hohen Grad der Detaillierung auf. So 
erwähnt er in beiden Einvernahmen, dass die Kontaktaufnahme und der Kauf an 
der Bar stattgefunden habe. Ebenfalls übereinstimmend sagte er aus, dass er zuerst 
1 Gramm Kokain zur Probe gekauft habe, und nachdem er festgestellt hatte, dass 
es sich um sehr guten Stoff gehandelt habe, habe er weitere 7 Gramm Kokain ge-
kauft. In beiden Aussagen gibt er den Kaufpreis mit Fr. 100.-- pro Gramm Kokain 
an. B. schilderte zudem nacherlebend seine Gefühle. So schilderte er die Situation 
an der Bar, als A. ihm sein Natel gab. Zudem erkennt man an mehreren Stellen, 
dass er ungesteuert aussagte. So machte er mehrfach weiterführende Aussagen, 
unter anderem zu D., dass dieser eine Woche vorher schon im Hotel S. gewesen 
sei (als A. auch dort war, vgl. act. 3.1, dass dessen Zimmer in T. gebrannt hätte, 
dass ihre Väter am gleichen Ort arbeiten würden). Widersprüchlich in seinen Aus-
sagen erscheinen bloss zwei Details. Erstens will er einmal vom ersten Gramm Ko-
kain im Zimmer, bei seiner Aussage vom 28. März 2003 jedoch auf dem WC eine 
Probe genommen haben. Zweitens sagte er am 12. Dezember 2003 aus, er habe 
am 17. Januar 2003 von A. 8 Gramm Kokain gekauft. Aufgrund seiner früheren Aus-
sagen und insbesondere gemäss den Aussagen von C. (Dossier 3, act. 3.12), wo-
nach sie in dieser Nacht (vom 16. auf den 17. Januar 2003) offenbar zuviel bezie-
hungsweise genug Kokain konsumiert hatte, ergibt sich, dass der Kauf der 8 Gramm 
Kokain bereits am Abend des 16. Januar 2003 nach der Ankunft von B. und C. im 
Hotel S. in T. stattgefunden haben musste. Dass bei der Auswertung des Natels 
von A. festgestellt werden konnte, dass A. am 16. Januar 2003 um 22.13 Uhr Kon-
takt mit D. hatte (Dossier 4, act 4.4), bestätigt dies zusätzlich. Prüft man die Rich-
tigkeit der Aussagen von B. schliesslich auf ihre Übereinstimmung mit den Lebens-
erfahrungen und dem Ergebnis der übrigen Beweismittelwürdigung, so ergeben 
sich ebenfalls keine Widersprüche. Insbesondere ist darauf hinzuweisen, dass ge-

12

nau die Fr. 800.--, welche B. für die 8 Gramm Kokain bezahlt haben will, im Zimmer 
von A. sichergestellt werden konnten. Die bei C. sichergestellten 6,6 Gramm Ko-
kain, welche den gleichen Mittelwert von 82.9 % aufwiesen wie das bei A. sicherge-
stellte Kokain, können der Rest der gekauften 8 Gramm Kokain sein, da C. und B. 
übereinstimmend aussagten, dass sie etwas Kokain konsumiert hätten. Insgesamt 
betrachtet stimmen die Aussagen von B. mit den Lebenserfahrungen und dem Er-
gebnis der übrigen Beweismittel überein.

Nach seiner Verhaftung am 17. Januar 2003 wurde A. am 18. Januar 2003 
polizeilich (Dossier 3, act. 3.2), am 27. Juni 2003 durch den Untersuchungsrichter 
(Dossier 4, act. 4.2) und schliesslich anlässlich der Konfronteinvernahme vom 12. 
Dezember 2003 (Dossier 4, act. 4.6) einvernommen. Bei der polizeilichen Einver-
nahme vom 18. Januar 2003 machte A. keine Aussagen zu den bei ihm bei der 
Verhaftung sichergestellten 24,7 Gramm Kokain, der elektronischen Präzisions-
waage und den Minigrip-Säckchen. Bezüglich der im Zimmer sichergestellten Fr. 
800.-- gab er an, dass es sich dabei um seinen Lohn handle, welchen er als Ange-
stellter des Hotels S. bezogen habe. Insgesamt habe er Fr. 1300.-- bezogen, alles 
in Hunderternoten. Anlässlich der untersuchungsrichterlichen Einvernahme vom 27. 
Juni 2003 sagte er aus, dass die 24,7 Gramm Kokain vollumfänglich für den Eigen-
konsum bestimmt gewesen seien. Er habe nicht die Absicht gehabt, dieses Kokain 
zu verkaufen oder gratis abzugeben, sondern er hätte es nach und nach selber kon-
sumiert. Er wisse nicht mehr, wo er dieses Kokain gekauft habe und gebe dazu auf 
jeden Fall keinen Kommentar ab. Auf die untersuchungsrichterliche Frage, ob er 
eine Erklärung dafür habe, woher B. die 6,6 Gramm Kokain (welche bei C. sicher-
gestellt worden waren) habe, antwortete A., er habe keine Ahnung, woher B. dieses 
Kokain habe. Von ihm habe er auf jeden Fall nichts bekommen. Auf den Vorhalt hin, 
dass das Kokain von B. denselben Reinheitsgrad habe wie das Kokain, das bei ihm 
sichergestellt worden sei, sagte A. aus, dies sei ihm schon vorher bekannt gewesen. 
Er bleibe aber dabei, dass er B. kein Kokain abgegeben habe. Auf die Frage, woher 
er die in seinem Zimmer im Hotel S. sichergestellten 3,3 Gramm Haschisch habe, 
antwortete A., dass er auch dazu nichts sage. Er möchte nur betonen, dass dieses 
Haschisch ebenfalls für den Eigenkonsum bestimmt gewesen sei. Auf die Frage, 
wofür er die 250 unbenutzten Minigrip-Säckchen und die elektronische Präzisions-
waage gebraucht habe, gab er zur Antwort, es sei ja nicht verboten diese Dinge zu 
besitzen. Die Präzisionswaage habe er gebraucht, um Briefe abzuwägen, welche 
er jeweils nach Peru geschickt habe. Er habe nämlich seinen Wohnsitz in Peru und 
habe dort Bekannte, mit denen er in brieflichem Kontakt stehe. Auf den Vorhalt hin, 
ob er die Absicht gehabt habe, das bei ihm sichergestellte Kokain abzuwägen und 

13

in die Minigrip-Säckchen abzupacken, sagte A. aus, er habe überhaupt nicht diese 
Absicht gehabt. Er hätte das Kokain selber konsumiert, wenn es nicht sichergestellt 
worden wäre. Er habe überhaupt nicht die Absicht gehabt, das Kokain zu verkaufen. 
A. wurde darauf hin darüber informiert, B. habe am 28. März 2003 ausgesagt, dass 
er das bei ihm sichergestellte Kokain von A. gekauft habe. Dazu gab A. zur Antwort, 
dass diese Behauptung von B. nicht zutreffe. Diese Behauptung sei völlig aus der 
Luft gegriffen. Er habe B. überhaupt kein Kokain verkauft, nicht einmal eine Linie. 
Er habe übrigens bereits von der Aussage von B. Kenntnis gehabt, da er im Urlaub 
gehört habe, dass B. diese Aussage gemacht habe. Nachdem A. die Aussagen von 
B. vorgelesen wurden, wiederholte er, dass er B. überhaupt keine Drogen verkauft 
habe. B. sei einfach gleichzeitig mit ihm im Hotel S. in T. gewesen, B. als Gast und 
er selbst als Angestellter. Es stimme, dass er B. sein Natel gegeben habe. D. habe 
ihn angerufen und nach B. verlangt. D. sei einfach jemand, weder ein Bekannter 
noch ein Freund von ihm. Auf die Frage, wie D. dann dazukomme, ihn anzurufen, 
antwortete A., dass er das nicht wisse. Es sei ja nicht verboten, jemanden anzuru-
fen. Auf jeden Fall wolle er auf die Frage nicht weiter eingehen. Er wolle nochmals 
betonen, dass er B. nie Drogen verkauft habe. Das Geld, welches die Polizei in 
seinem Zimmer sichergestellt habe, habe er vom Arbeitgeber als Lohn für seine 
Tätigkeit im Hotel S. erhalten. Das Geld stamme nicht von B.. Er wolle noch sagen, 
dass die elektronische Präzisionswaage nicht ihm gehört habe, sondern B.. Er habe 
sie von B. ausgelehnt, um sein Kokain und Briefe, welche er nach Peru geschickt 
habe, abzuwägen. Hingegen hätten die Minigrip-Säckchen ihm gehört, wobei er be-
tonen möchte, dass es nicht verboten sei, so etwas zu besitzen. Auf den Vorhalt 
hin, dass das Kokain wegen des gleichen Reinheitsgrades vermutlich aus derselben 
Quelle stamme, gab A. zur Antwort, dass dies möglich sei. Vielleicht hätten B. und 
er denselben Kokainlieferanten. Er wisse es aber nicht sicher. Er sei aber nicht be-
reit, den Namen seines Lieferanten preiszugeben. Übrigens habe er dessen Namen 
vergessen. Anlässlich der Konfronteinvernahme vom 12. Dezember 2003 antwor-
tete A. auf die Aussage von B., dass er von A. 8 Gramm Kokain für Fr. 800.-- gekauft 
hätte, dass diese Behauptung von B. völlig aus der Luft gegriffen sei. Er habe ihm 
nie Kokain verkauft. Was B. soeben ausgesagt habe, sei völlig erlogen. Tatsache 
sei, dass B. ihm den Stoff gegeben habe. Die 24,7 Gramm Kokain, welche die Po-
lizei bei ihm sichergestellt habe, stammten von B.. Auch die elektronische Präzisi-
onswaage und die Minigrip-Säckchen hätten B. gehört. Diese Aussage mache er 
heute, da heute sein Anwalt anwesend sei. Zwar sei es richtig, dass er diese Ge-
genstände in der Innentasche seiner Jacke hatte, trotzdem hätten diese Ge-
genstände nicht ihm, sondern B. gehört. Auf eine Ergänzungsfrage seines amtlichen 
Verteidigers sagte A. zudem aus, dass er zum Zeitpunkt der Verhaftung aus einem 

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Hafturlaub nicht in die Strafanstalt Realta zurückgekehrt war. Das Geld, welches die 
Polizei in seinem Zimmer sichergestellt habe, habe er von seinem Arbeitgeber im 
Hotel S. als Lohn erhalten. Im Gesamten habe er Fr. 1'300.-- erhalten, zum Zeit-
punkt der Verhaftung habe er noch Fr. 800.-- besessen.

Den Aussagen von A. in den verschiedenen Befragungen fehlt weitgehend 
die Konstanz und allgemein kann festgestellt werden, dass er erst dann jeweils et-
was zu einem Thema aussagte, wenn er damit konfrontiert wurde. Allein daraus 
kann und darf allerdings noch nicht geschlossen werden, seine Aussagen seien 
falsch. Seine Aussagen weisen aber auch grobe Widersprüche auf. So sagte er am 
27. Juni 2003, nachdem ihm die Aussagen von B. vorgehalten worden waren, aus, 
dass die elektronische Präzisionswaage nicht ihm gehört habe, sondern B.. Er habe 
sie nur ausgelehnt, um sein Kokain und Briefe, welche er nach Peru geschickt habe, 
abzuwägen. Hingegen würden die Minigrip-Säckchen ihm gehören. Zum Vorhalt, 
dass das Kokain von B. und sein Kokain aus derselben Quelle stammen müsse, 
antwortete A. bloss, dass B. und er vielleicht denselben Kokainlieferanten gehabt 
hätten. Mit keinem Wort erwähnte er, dass er das Kokain von B. gekauft habe. Erst 
anlässlich der Konfronteinvernahme am 12. Dezember 2003 sagte A. aus, dass die 
24,7 Gramm Kokain von B. stammten, und dass die elektronische Präzisionswaage 
und die Minigrip-Säckchen nicht ihm, sondern B. gehörten. Auch zum Telefon mit 
D. sagte A. erst etwas aus, als er mit den Aussagen dazu von B. konfrontiert wurde. 
Wenn er, wie zu diesem Thema, etwas aussagte, so blieb er insgesamt bei allen 
Einvernahmen unklar und verschwommen. So sagte er auf die Frage, wie dieser D. 
dazukomme, ihn anzurufen, aus, das wisse er nicht. Es sei ja nicht verboten jeman-
den anzurufen. Sehr unklar und verschwommen sind vor allem seine Aussagen be-
züglich der Entlastungsbehauptung, dass er das Kokain von B. erhalten habe. Er 
machte weder in seinen Aussagen während der Untersuchung noch vor Gericht An-
gaben zum Ort, Zeitpunkt oder Preis des Kaufs von doch immerhin 24,7 Gramm 
Kokain. Viele seiner Antworten sind ausweichend oder gleichförmig. So behauptete 
er einfach stets, dass das Kokain zum Eigenkonsum bestimmt gewesen sei, nannte 
aber nie Details zum Ankauf des Kokains. Obwohl A. sich zum fraglichen Zeitpunkt 
auf der Flucht befand, erkennt man in seinen Aussagen keine nacherlebende Ge-
fühlsbeteiligung. Prüft man die Richtigkeit der Aussagen von A. schliesslich auf ihre 
Übereinstimmung mit den Lebenserfahrungen und dem Ergebnis der übrigen Be-
weismittel, so ergeben sich ebenfalls Widersprüche. Insbesondere ist darauf hinzu-
weisen, dass A. zum Zeitpunkt seiner Verhaftung neben 24,7 Gramm Kokain auch 
eine elektronische Präzisionswaage und ca. 250 Minigrip-Säckchen auf sich trug, 
beides Utensilien wie sie der typische Drogenverkäufer benutzt, und dass, wie be-

15

reits oben festgestellt wurde, genau die Fr. 800.--, welche B. für die 8 Gramm Kokain 
bezahlt haben will, im Zimmer von A. sichergestellt werden konnten. Zwar sagte A. 
dazu aus, dass dieses Geld der verbliebene Rest seines Lohnes von Fr. 1300.-- sei. 
Und sein amtlicher Verteidiger führte in seinem Plädoyer aus, dass es unterlassen 
worden sei, dieses Geld nach Fingerabdrücken zu untersuchen. Trotzdem stimmt 
der sichergestellte Betrag von Fr. 800.-- genau mit der Aussage von B. überein. 
Dieses Indiz darf auch ohne den Beweis von Fingerabdrücken benutzt werden, um 
die Aussagen von B. und A. zu überprüfen. Im weiteren wendete der amtliche Ver-
teidiger von A. ein, dass sein Mandant, wenn man den Aussagen von B. glauben 
schenken will, auf der Flucht ca. 30 Gramm Kokain gekauft haben müsste, was nach 
den allgemeinen Lebenserfahrungen sehr unwahrscheinlich sei. Auch dieses Argu-
ment entlastet indessen A. nicht. Denn wenn er nicht in der Lage gewesen sein soll, 
ca. 30 Gramm Kokain zu kaufen, wie soll er dann die 24,7 Gramm von B. gekauft 
haben? Wenn er in der Lage war, 24,7 Gramm Kokain zu kaufen (auf welche Art 
auch immer, beispielsweise mit Ratenzahlungen), so war er auch in der Lage, ca. 
30 Gramm zu kaufen. Insgesamt betrachtet stimmen die Aussagen von A. mit den 
Lebenserfahrungen und dem Ergebnis der übrigen Beweismittelwürdigung nicht 
überein.

c) Es besteht somit kein Zweifel, dass A. den objektiven Tatbestand der 
Widerhandlung gegen Art. 19 Ziff. 1 Abs. 4 BetmG erfüllt hat. Zwar bestreitet A., 
dass er B. 8 Gramm Kokain verkauft habe. Die Würdigung der Aussagen von B. und 
A. zeichnen jedoch ein anderes Bild und lassen den Verkauf von 8 Gramm Kokain 
an B. klar und unzweideutig erkennen. Wie bereits aufgezeigt wurde, sind die Aus-
sagen von B. insbesondere hinsichtlich des Ortes des Verkaufs, der Menge der ge-
kauften Betäubungsmittel, des Preises und der Verkaufsmodalitäten detailliert und 
praktisch widerspruchsfrei. Die Rolle von A. bei diesem Drogendeal wird konstant 
als dieselbe bezeichnet und auch der Ablauf der Drogenübergabe wird im Wesent-
lichen gleich geschildert. Eine Verwechslung ist ebenfalls ausgeschlossen, nach-
dem B. A. sowohl anhand von Fotokonfronten wie auch im persönlichen Konfront 
eindeutig als Verkäufer identifiziert hat. Erwiesen, und von A. auch nicht bestritten, 
ist zudem, dass A. im Besitz von 3,3 Gramm Haschisch war, welches zu seinem 
Eigenkonsum bestimmt war. Unter Würdigung sämtlicher Beweismittel ist A. über-
führt, am 16. Januar 2003 8 Gramm Kokain an B. verkauft und 3,3 Gramm Ha-
schisch zum Eigenkonsum besessen zu haben. A. hat somit den objektiven Tatbe-
stand von Art. 19 Ziff.1 Abs. 4 und Art. 19a Ziffer 1 BetmG erfüllt.

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3. a) Hat A. den objektiven Tatbestand von Art. 19 Ziff. 1 Abs. 4 BetmG 
erfüllt, indem er 8 Gramm Kokain an B. verkauft hat, ist entsprechend der Anklage-
schrift zu prüfen, ob ein schwerer Fall im Sinne von Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG vor-
liegt. Vorab ist daher abzuklären, ob A. den objektiven Tatbestand von Art. 19 Ziff. 
1 Abs. 6 BetmG erfüllt hat, indem er Anstalten getroffen hat, die bei ihm sicherge-
stellten 24,7 Gramm Kokain zu verkaufen; oder ob A. den objektiven Tatbestand 
von Art. 19a Ziff. 1 BetmG erfüllt hat, indem er 24,7 Gramm Kokain zum Eigenkon-
sum besass.

b) Gemäss Art. 19 Ziff. 1 Abs. 6 BetmG ist strafbar, wer zu den in Absatz 
1 bis 5 genannten Taten Anstalten trifft (BGE 115 IV 261). Das Gesetz stellt damit 
Vorbereitungshandlungen qualifizierter Art unter Strafe, die gegeben sind, bevor die 
Tat die Stufe des Versuchs erreicht hat (BGE 106 IV 74 E. 3; 112 IV 109 E. 3b). 
Anstalten im Sinne von Art. 19 Ziff. 1 Abs. 6 BetmG können folglich nur angenom-
men werden, solange der Täter mit der Ausführung der strafbaren Handlung nach 
Art. 19 Ziff. 1 Abs. 1 bis 5 BetmG noch nicht begonnen (vgl. Art. 21 Abs. 1 StGB) 
und damit jene Tätigkeit noch nicht ausgeführt hat, die nach seinem Plan auf dem 
Weg zum Erfolg den letzten entscheidenden Schritt darstellt, von dem es in der 
Regel kein Zurück mehr gibt (BGE 71 IV 211). Das Anstaltentreffen gemäss Art. 19 
Ziff. 1 Abs. 6 BetmG ist auch vom noch straflosen Verhalten abzugrenzen. Dement-
sprechend erfüllen blosse Absichten und Pläne den Tatbestand des Anstaltentref-
fens noch nicht (Albrecht, a. a. O., N 120 zu Art. 19 BetmG). Nicht nach Art. 19 Ziff. 
1 Abs. 6 BetmG strafbar ist daher beispielsweise, wer zunächst für den Eigenkon-
sum Betäubungsmittel erwirbt und sich später überlegt, ob und wie er einen Teil 
davon verkaufen kann; ebensowenig reicht aus, dass jemand, der in den Rausch-
gifthandel einsteigen will, nur in Gedanken die Möglichkeit prüft, Drogen zu erwer-
ben und Abnehmer zu finden (BGE 104 IV 41; 106 IV 74 E. 3). Der Anwendungs-
bereich von Art. 19 Ziff. 1 Abs. 6 BetmG ist auf Fälle zu beschränken, in denen das 
Verhalten des Täters nicht ebensogut einem gesetzmässigen Zweck dienen könnte, 
sondern seinem äusseren Erscheinungsbild nach seine deliktische Bestimmung 
klar erkennen lässt (vgl. BGE 112 IV 47 E. 4). Das ist beispielsweise der Fall, wenn 
sich der Täter mit der Absicht des Erwerbs von Betäubungsmitteln nach Bezugs-
quellen erkundigt, nicht aber, wenn er im Hinblick auf den späteren Kauf von Betäu-
bungsmitteln ein Sparkonto äufnet. Dabei darf allein aus dem Sicherkundigen nicht 
auf die Absicht geschlossen werden; diese muss auf Grund weiterer beweismässig 
gesicherter Umstände festgestellt werden (vgl. zum Ganzen BGE 117 IV 309). In 
der Lehre stösst die Anwendung von Art. 19 Ziff. 1 Abs. 6 BetmG verschiedentlich 
auf Kritik (vgl. Albrecht, a. a. O., N 127 zu Art. 19 BetmG). Die Abgrenzung des 

17

Tatbestandes von Art. 19a Ziff. 1 zu Art. 19 Ziff. 1 Abs. 6 BetmG wirft in der Praxis 
zuweilen ausserordentlich schwierige Beweisprobleme auf. Angeschuldigte be-
haupten regelmässig, der bei ihnen vorgefundene Stoff sei nicht zur Veräusserung, 
sondern ausschliesslich zum Eigenkonsum bestimmt gewesen. Die Gerichte müs-
sen in solchen Fällen aufgrund der gesamten Umstände jeweils genau und unter 
Beachtung des Prinzips in dubio pro reo prüfen, ob der geltend gemachte Eigen-
konsum plausibel erscheint oder bloss eine Schutzbehauptung darstellt (Albrecht, 
a. a. O., N 27 zu Art. 19a BetmG).  

c) Im vorliegenden Fall war A. bei seiner Verhaftung am 17. Januar 2003 
noch im Besitz von 24,7 Gramm Kokain, einer elektronischen Präzisionswaage und 
ca. 250 Minigrip-Säckchen. Offensichtlich hatte er mit der elektronischen Präzisi-
onswaage 8 Gramm Kokain für B. abgewogen und in Minigrip-Säckchen verpackt 
(vgl. die Aussagen von B. bei der Konfronteinvernahme, Dossier 4, act 4.6). Die 
Staatsanwaltschaft folgert nun, dass A. mit der elektronischen Präzisionswaage und 
den ca. 250 Minigrip-Säckchen Anstalten im Sinne der bundesgerichtlichen Recht-
sprechung getroffen habe, um die bei ihm sichergestellten 24,7 Gramm Kokain auch 
noch zu verkaufen. Das gesamte Vorgehen von A. weise auf weiteren Verkauf hin. 
Der schwere Fall von Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG sei erfüllt, wenn man davon aus-
gehe, dass A. den grössten Teil des Kokains verkaufen wollte. Demgegenüber 
sagte A. stets aus, dass er dieses Kokain zum Eigenkonsum besessen habe. Es ist 
daher zu überprüfen, ob A. qualifizierte Vorbereitungshandlungen getroffen hatte, 
um die 24,7 Gramm Kokain zu verkaufen, oder ob der geltend gemachte Eigenkon-
sum aufgrund der gesamten Umstände und unter Berücksichtigung des Grundsat-
zes in dubio pro reo plausibel erscheint. Art. 19 Ziff. 1 Abs. 6 BetmG kriminalisiert 
Vorbereitungshandlungen qualifizierter Art. Allein der Entschluss, eine Tat gemäss 
Art. 19 Ziff. 1 Abs. 1-5 zu begehen, ist nicht strafbar. Blosse Absichten und Pläne 
erfüllen den Tatbestand des Anstalten-Treffens noch nicht (Albrecht, a. a. O., N 120 
zu Art. 19 BetmG). A. trug bei seiner Verhaftung neben 24,7 Gramm Kokain auch 
eine elektronische Präzisionswaage und ca. 250 Minigrip-Säckchen in zwei ver-
schiedenen Grössen auf sich. Es ist zudem erstellt, dass er am Vortag 8 Gramm 
Kokain an B. verkauft hatte. Zudem weist A. zwei Vorstrafen wegen qualifizierten 
Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz auf. So generell betrachtet, 
erscheint das Vorgehen von A. tatsächlich darauf ausgerichtet, auch weiteres Ko-
kain verkaufen zu wollen. A. hatte dementsprechend wohl Absichten und Pläne, 
allenfalls weiteres Kokain zu verkaufen. Allerdings muss festgehalten werden, dass 
ihm im konkreten Fall keine weiteren Kontakte zu möglichen Kokainkäufern nach-
gewiesen werden konnten. Zudem erscheint absolut unklar, wieviel weitere Gramm 

18

Kokain A. allenfalls verkaufen wollte, denn A. sagte stets aus, dass das Kokain zum 
Eigenkonsum bestimmt gewesen sei. In den diesbezüglichen Aussagen blieb er 
stets widerspruchsfrei. Diese Aussagen stimmen zudem auch mit den weiteren Be-
weiserhebungen und den Lebenserfahrungen insoweit überein, dass mindestens 
ein Teil des Kokains zum Eigenkonsum bestimmt gewesen sein könnte. Aufgrund 
der Vorakten (insbesondere aufgrund des psychiatrischen Gutachtens von Dr. med. 
M. Keller der Kantonalen Psychiatrischen Dienste des Kantons St. Gallen vom 14. 
Juni 2000 und aufgrund des psychiatrischen Ergänzungsgutachtens von Dr. med. 
M. Keller vom 18. Dezember 2000) ist erwiesen, dass A. seit mehreren Jahren Ko-
kain konsumiert. Sein früherer Kokainkonsum betrug diesen Vorakten zufolge bis 
zu 15 Gramm pro Woche. Es erscheint daher nicht eruierbar, ob die gesamten 24,7 
Gramm Kokain zum Eigenkonsum oder teilweise zum Konsum und teilweise zum 
Verkauf oder gar gänzlich zum Verkauf bestimmt waren. Dass A. einen Teil des 
Kokains allenfalls selbst konsumieren wollte, erscheint auch aufgrund der Aussagen 
von B. plausibel. So sagte B. am 28. März 2003 aus, dass er nicht viel Geld hätte, 
als A. ihn fragte, ob er etwas für die Nase wolle. Als er nach einer Probe gemerkt 
hatte, dass es gute Qualität sei, habe er noch ca. 7 Gramm Kokain gekauft. A. habe 
auch gar nicht mehr gehabt. Es ist möglich, und erscheint wahrscheinlich, dass A. 
B. nicht mehr verkaufen wollte, weil er das restliche Kokain (oder zumindest einen 
Teil davon) selbst konsumieren wollte (andernfalls müsste A. sich zwischen dem 
Abend des 16. Januar 2003 und seiner Verhaftung am Mittag des 17. Januar 2003 
24,7 Gramm Kokain besorgt haben, was unwahrscheinlicher erscheint). Zusam-
mengefasst wird festgestellt, dass es unklar erscheint, wieviele weitere Gramm Ko-
kain A. allenfalls verkaufen wollte, da aufgrund der gesamten Umstände der geltend 
gemachte Eigenkonsum plausibel erscheint und keine blosse Schutzbehauptung 
darstellt. Unter Beachtung des Prinzips in dubio pro reo ist daher davon auszuge-
hen, dass A. diese 24,7 Gramm Kokain zum Eigenkonsum besass. Ob bereits der 
Besitz von Betäubungsmitteln und einer elektronischen Präzisionswaage sowie von 
Minigrip-Säckchen ohne weitere nachweisbare Vorbereitungshandlungen (wie bei-
spielsweise das konkrete Suchen von Käufern) den Tatbestand des Anstalten-Tref-
fens im Sinne der bundesgerichtlichen Rechtsprechung überhaupt erfüllt hätte, 
kann daher im vorliegenden Fall offen gelassen werden. Zusammenfassend ist A. 
unter Würdigung sämtlicher Beweismittel überführt, am 16. Januar 2003 8 Gramm 
Kokain an B. verkauft und 24,7 Gramm Kokain sowie 3,3 Gramm Haschisch zum 
Eigenkonsum besessen zu haben. Bei dieser Menge an Betäubungsmittel und dem 
Vorleben von A. liegt unzweifelhaft kein leichter Fall von Eigenkonsum im Sinne von 
Art. 19a Ziff. 2 BetmG vor. A. hat somit den objektiven Tatbestand von Art. 19 Ziff.1 
Abs. 4 und Art. 19a Ziff. 1 BetmG erfüllt.

19

4. a) Für den subjektiven Tatbestand der Widerhandlung gegen Art. 19 
Ziff.1 Abs. 4 und Art. 19a Ziffer 1 BetmG ist gemäss Art. 19 Ziff. 1 Abs. 9 BetmG 
und Art. 19a Ziff. 1 BetmG Vorsatz erforderlich. Nach Art. 18 Abs. 2 StGB handelt 
vorsätzlich, wer ein Verbrechen mit Wissen und Willen ausführt. Zum Vorsatz gehört 
nur das auf die objektiven Merkmale des Delikttatbestandes bezogene Wissen und 
Wollen, nicht aber auch das Bewusstsein der Rechtswidrigkeit oder gar dasjenige 
der Strafbarkeit (BGE 107 IV 207). Aus dem Wissen des Täters um das Vorliegen 
eines objektiven Tatbestandes kann ohne weiteres auf das Wollen geschlossen 
werden, wenn sein Handeln vernünftigerweise nicht anders denn als Billigung des 
vom Gesetz verpönten Verhaltens ausgelegt werden kann (BGE 92 IV 67). Der 
Täter muss wissen, dass der verkaufte Stoff Heroin, Kokain oder ein anderes Betäu-
bungsmittel ist (Albrecht, a. a. O., N 85 f. zu Art. 19 BetmG). 

b) Auch wenn A. den Verkauf von 8 Gramm Kokain an B. abstreitet, kann 
nach dem oben festgestellten Sachverhalt nicht zweifelhaft sein, dass er den sub-
jektiven Tatbestand erfüllt hat. Er verkaufte am 16. Januar 2003 8 Gramm Kokain 
wissentlich und willentlich an B.; dabei wusste er, dass es sich beim verkauften Stoff 
um Kokain handelt. Auch bezüglich des Eigenkonsums ist Vorsatz von A. offensicht-
lich gegeben.

5. a) Die Strafzumessung ist vom Schuldprinzip beherrscht, hat doch der 
Richter nach Art. 63 StGB die Strafe innerhalb des für den betreffenden Tatbestand 
geltenden Strafrahmens nach dem Verschulden des Täters zu bemessen. Nach der 
bundesgerichtlichen Rechtsprechung bezieht sich der Begriff des Verschuldens auf 
den gesamten Unrechts- und Schuldgehalt der konkreten Straftat. Grundlage für die 
Bemessung der Schuld bildet die Schwere der Tat. Ausgehend von ihrem objektiven 
Erscheinungsbild erfolgt sodann eine Bemessung des Tatverschuldens nach der 
Beziehung des Täters zur Tat. Anschliessend wird dieses Verschulden durch 
Berücksichtigung der Motive, des Vorlebens und der persönlichen Verhältnisse im 
Hinblick auf die Persönlichkeit des Schuldigen präzisiert und individualisiert. Bei den 
Strafzumessungsgründen kann also zwischen der Tat- und der Täterkomponente 
unterschieden werden. Bei der Tatkomponente sind insbesondere das Ausmass 
des verschuldeten Erfolges, die Art und Weise der Herbeiführung dieses Erfolges, 
die Willensrichtung, mit welcher der Täter gehandelt hat, und die Beweggründe zu 
beachten (BGE 117 IV 113 f.). Die Täterkomponente umfasst demgegenüber das 
Vorleben, die persönlichen Verhältnisse sowie das Verhalten nach der Tat und im 
Strafverfahren, wie zum Beispiel Reue, Einsicht und Strafempfindlichkeit. Mit ande-
ren Worten variiert das Tatverschulden unter anderem mit der Schwere des delikti-

20

schen Erfolges, den unterschiedlich gravierenden Modalitäten der Tatbegehung 
und dem Mass an Entscheidungsfreiheit, das dem Täter zugeschrieben werden 
muss. Je leichter es für ihn gewesen wäre, die Norm zu respektieren, desto schwe-
rer wiegt die Entscheidung gegen sie (BGE 117 IV 113 ff.; Stratenwerth, Schweize-
risches Strafrecht, Allgemeiner Teil II: Strafen und Massnahmen, S. 220 ff.). Die den 
Täter belastenden oder entlastenden Umstände sind jeweils als Straferhöhungs- 
beziehungsweise Strafminderungsgründe innerhalb des ordentlichen Strafrahmens 
zu berücksichtigen. 

Im weiteren sieht das Gesetz eine Strafrahmenerweiterung vor, wenn einer 
oder mehrere der besonders aufgeführten Strafschärfungs- oder Strafmilderungs-
gründe erfüllt sind (vgl. Art. 64 - 68 StGB). Bei ihrem Vorliegen ist der Richter nicht 
mehr an den für das betreffende Delikt geltende Strafrahmen gebunden. Strafschär-
fungs- beziehungsweise Strafmilderungsgründe sind aber immer zugleich auch 
Straferhöhungs- und Strafminderungsgründe, die der Richter von Amtes wegen 
mindestens straferhöhend beziehungsweise strafmindernd berücksichtigen muss 
(BGE 116 IV 302; BGE 116 IV 13 f.). Hat der Täter durch eine oder mehrere Hand-
lungen mehrere Freiheitsstrafen verwirkt, so verurteilt ihn der Richter nach dem As-
perationsprinzip zu der Strafe der schwersten Tat und erhöht deren Dauer ange-
messen. Er kann jedoch das höchste Mass der angedrohten Strafe nicht um mehr 
als die Hälfte erhöhen. Dabei ist er zusätzlich an das gesetzliche Höchstmass der 
Strafart gebunden (Art. 68 Ziff. 1 Abs. 1 StGB).

Vorliegend ist die Widerhandlung gegen Art. 19 Ziff. 1 BetmG schwerstes 
Delikt, welches einen Strafrahmen von Gefängnis oder Busse vorsieht. 

b) Das Verschulden von A. wiegt schwer. Zwar hat er unter dem Ge-
sichtspunkt der Tatkomponente im vorliegenden Fall „nur“ 8 Gramm Kokain umge-
setzt. Die umgesetze Drogenmenge und die Gesundheitsgefährdung sind aber für 
die Strafzumessung nicht allein von ausschlaggebender Bedeutung. Sie bilden 
bloss einen ersten massgeblichen Anhaltspunkt für den kriminellen Willen des 
Täters (vgl. BGE 121 IV 193 ). Zwar hat der Gesetzgeber bei der Umschreibung des 
schweren Falles dem Aspekt des umgesetzten Stoffes erhebliches Gewicht beige-
messen. Dies sicher zu Recht, dokumentiert doch der Täter, welcher eine grosse 
Menge Rauschgift in Umlauf bringt oder dazu Anstalten trifft und damit die Gefähr-
dung einer Vielzahl von Menschen in Kauf nimmt, mangelnde Achtung vor Leib und 
Leben seiner Mitmenschen, was grundsätzlich sein schweres Verschulden offen-
bart. Obwohl A. im vorliegenden Fall nur eine geringe Menge Betäubungsmittel um-

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setzte, entspricht sein gesamtes Vorgehen dem eines geschäftsmässigen Dealers. 
Er hat damit einen starken kriminellen Willen zum Ausdruck gebracht. Strafschär-
fend wirken sich der Rückfall (Art. 67 Ziff. 1 StGB) und das Zusammentreffen meh-
rerer strafbarer Handlungen (Art. 68 Ziff. 1 StGB) aus. Strafmildernd ist zu berück-
sichtigen, dass bei A. gemäss des psychiatrischen Gutachtens von Dr. med. M. Kel-
ler der Kantonalen Psychiatrischen Dienste des Kantons St. Gallen vom 14. Juni 
2000 und gemäss des psychiatrischen Ergänzungsgutachtens von Dr. med. M. Kel-
ler vom 18. Dezember 2000 eine Persönlichkeitsstörung festgestellt wurde, welche 
zwar seine Fähigkeit, das Unrecht seiner Handlungen einzusehen, nicht beeinflus-
sen dürfte. Aufgrund dieser Persönlichkeitsstörung dürfte A. aber in seiner Steue-
rungsfähigkeit, das heisst in seiner Fähigkeit, sich gemäss seiner Einsicht zu ver-
halten, eingeschränkt sein. Das festgestellte Abhängigkeitssyndrom und der gel-
tend gemachte Konsum von Kokain dürften ebenfalls die Steuerungs-, nicht aber 
die Einsichtsfähigkeit beeinflusst haben. Aus forensisch-psychiatrischer Sicht sei 
davon auszugehen, dass die Zurechnungsfähigkeit für die entsprechenden Delikte 
nicht völlig aufgehoben, aber reduziert gewesen sein dürfte. Geschätzt dürfte die 
Reduktion der Zurechnungsfähigkeit leichtgradig gewesen sein. Die Gutachten er-
scheinen nach wie vor schlüssig, so dass weiterhin darauf abzustellen ist. Diese im 
leichten Grade verminderte Zurechnungsfähigkeit führt zu einer Reduktion der 
Strafe im Umfang von rund 25% (vgl. Trechsel, Schweizerisches Strafgesetzbuch, 
Kurzkommentar, N 6 zu Art. 11 StGB). Strafmindernd zu berücksichtigen sind die 
schwere Jugendzeit und der Eigenkonsum von Kokain. Erheblich straferhöhend 
wertet das Kantonsgericht die Vorstrafen vom 01. März 2001 und vom 29. März 
2001 (beide Vorstrafen beschlagen das Gebiet des Betäubungsmittelgesetzes) und 
dass A. noch während des Strafvollzuges dieser Vorstrafen wieder delinquiert hat. 
Offensichtlich zog er keine Lehren aus diesen Verurteilungen. Dieses Verhalten von 
A. offenbart bedenkliche Charakterzüge. A. zeigte sich nach seiner Verhaftung un-
einsichtig. Entweder sagte er gar nichts aus oder bestritt, die ihm vorgeworfenen 
Straftaten begangen zu haben. Er versuchte sogar die Schuld auf jemand anderen 
abzuwälzen. Dies zeugt von einer hohen Rücksichtslosigkeit und Gleichgültigkeit. 
Durch dieses Verhalten kann A. nicht mit Milde rechnen. 

Unter Berücksichtigung sämtlicher Strafzumessungsgründe und in Anbe-
tracht der gesamten Umstände erscheint dem Kantonsgericht eine Strafe von 10 
Monaten Gefängnis und eine Busse von Fr. 100.-- als dem Verschulden von A. an-
gemessen. 

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6. Die Gewährung des bedingten Strafvollzuges gemäss Art. 41 Ziff. 1 
StGB fällt bereits aus objektiven Gründen ausser Betracht und ist demnach nicht 
näher zu prüfen.

7. a) Nach Art. 58 Abs. 1 StGB verfügt der Richter ohne Rücksicht auf die 
Strafbarkeit einer bestimmten Person die Einziehung von Gegenständen, die zur 
Begehung einer strafbaren Handlung gedient haben oder bestimmt waren oder die 
durch eine strafbare Handlung hervorgebracht worden sind, wenn diese Ge-
genstände die Sicherheit von Menschen, die Sittlichkeit oder die öffentliche Ord-
nung gefährden. Dabei sind an das Erfordernis der Gefährdung von Sicherheit, Sitt-
lichkeit und öffentlicher Ordnung nicht zu strenge Anforderungen zu stellen (BGE 
125 IV 185; 124 IV 121). Von einer Einziehung kann nur abgesehen werden, wenn 
die Gefahr vor Abschluss des Verfahrens völlig behoben worden ist oder der Zweck 
der Massnahme durch weniger einschneidende Anordnungen hätte erreicht werden 
können (BGE 114 IV 98 E 4; 104 IV 149 E 2). Gemäss Abs. 2 der genannten Be-
stimmung kann der Richter anordnen, dass die eingezogenen Gegenstände un-
brauchbar gemacht oder vernichtet werden.

b) Anlässlich der Festnahme von A. am 17. Januar 2003 konnten 24,7 
Gramm Kokain und 3,3 Gramm Haschisch sichergestellt werden. Mit Verfügung des 
Untersuchungsrichters vom 5. Dezember 2003 (vgl. Dossier 1, act. 1.5) wurden 
diese Betäubungsmittel beschlagnahmt. Bereits der unbefugte Besitz sowie das un-
befugte Lagern von Betäubungsmitteln ist strafbar. Es ist daher offensichtlich und 
von A. auch weitgehend anerkannt, dass die beschlagnahmten Betäubungsmittel 
zur Begehung einer strafbaren Handlung, nämlich dem Handel mit Drogen bezie-
hungsweise dem Eigenkonsum, bestimmt waren. Auch das weitere Erfordernis der 
Gefährdung ist erfüllt. Da bereits der Besitz und die Lagerung von Betäubungsmit-
teln strafbar ist, liegt darin zweifelsfrei bereits eine Gefährdung der öffentlichen Ord-
nung, deren Verwirklichung gemäss Art. 58 Abs. 1 StGB mit der Einziehung der 
Betäubungsmittel verhindert werden soll. Die Betäubungsmittel werden daher ge-
richtlich eingezogen. Sie sind zu vernichten. 

8. a) Nach Art. 59 Ziff. 1 StGB verfügt der Richter die Einziehung von Ver-
mögenswerten, die durch eine strafbare Handlung erlangt worden sind oder dazu 
bestimmt waren, eine strafbare Handlung zu veranlassen oder zu belohnen, sofern 
sie nicht dem Verletzten zur Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes aus-
gehändigt werden. Gemäss Ziff. 2 Abs. 1 der Bestimmung erkennt der Richter, wenn 
die der Einziehung unterliegenden Vermögenswerte nicht mehr vorhanden sind, auf 

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eine Ersatzforderung des Staates in gleicher Höhe. Indessen kann der Richter von 
einer Ersatzforderung ganz oder teilweise absehen, wenn diese voraussichtlich un-
einbringlich wäre oder die Wiedereingliederung des Betroffenen ernstlich behindern 
würde (Art. 59 Ziff. 2 Abs. 2 StGB).

b) Mit Verfügung des Untersuchungsrichters vom 05. Dezember 2003 
wurden eine elektronische Präzisionswaage, ca. 250 Minigrip-Säckchen und Fr. 
800.-- beschlagnahmt. Es ist gemäss den obenstehenden Erwägungen erwiesen, 
dass die Fr. 800.-- aus dem Verkauf von 8 Gramm Kokain an B. stammen. Die elek-
tronische Präzisionswaage und die ca. 250 Minigrip-Säckchen haben offensichtlich 
zur Begehung einer strafbaren Handlung gedient, nämlich dem Abwägen und Ver-
kaufen von Kokain. Diese Vermögenswerte werden daher gestützt auf Art. 59 Ziff. 
1 Abs. 1 StGB zu Handen des Kantons Graubünden eingezogen. 

c) Es steht fest, dass A. 8 Gramm Kokain für Fr. 800.-- an B. verkaufte. 
Der von A. nachweislich erwirtschaftete Gewinn konnte somit sichergestellt und ge-
stützt auf Art. 59 Ziff. 1 Abs. 1 StGB zu Handen des Kantons Graubünden eingezo-
gen werden. Von der zusätzlichen Erhebung einer Ersatzabgabe wird gestützt auf 
Art. 59 Ziff. 2 Abs. 2 StGB abgesehen.

9. Die Kosten der Strafuntersuchung von Fr. 1'419.--, des Gerichtsver-
fahrens von Fr. 2'000.-- sowie die Kosten der amtlichen Verteidigung von Fr. 
2'275.20, total somit Fr. 5'694.20, gehen bei diesem Ausgang des Verfahrens 
gemäss Art. 158 Abs. 1 StPO zu Lasten von A.. Demgegenüber sind die Kosten des 
Strafvollzuges vom Kanton Graubünden zu tragen (Art. 188 StPO).

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Demnach erkennt die Strafkammer :

1. A. ist schuldig der Widerhandlung gegen Art. 19 Ziffer 1 BetmG und Art. 19a 
Ziffer 1 BetmG.

2. Dafür wird er mit 10 Monaten Gefängnis und Fr. 100.-- Busse bestraft.

3. a) Die mit Beschlagnahmeverfügung vom 05. Dezember 2003 beschlagnahm-
ten 24,7 Gramm Kokain und 3,3 Gramm Haschisch werden gestützt auf Art. 
58 Abs. 1 StGB gerichtlich eingezogen; die Betäubungsmittel sind gestützt 
auf Art. 58 Abs. 2 StGB zu vernichten.

b) Die mit Beschlagnahmeverfügung vom 05. Dezember 2003 beschlagnahmte 
elektronische Waage, Marke Tanita, und die ca. 250 Minigrip - Säckchen wer-
den gestützt auf Art. 59 Ziffer 1 Abs. 1 StGB zu Handen des Kantons 
Graubünden gerichtlich eingezogen.

c) Die mit Beschlagnahmeverfügung vom 05. Dezember 2003 beschlagnahm-
ten Fr. 800.-- werden gestützt auf Art. 59 Ziffer 1 Abs. 1 StGB zu Handen des 
Kantons Graubünden gerichtlich eingezogen.

d) Von der zusätzlichen Erhebung einer Ersatzabgabe wird gestützt auf Art. 59 
Ziffer 2 Abs. 2 StGB abgesehen.

4. Die Kosten des Verfahrens, bestehend aus:

- den Untersuchungskosten der Staatsanwaltschaft
Graubünden von Fr. 1'419.00

- der Gerichtsgebühr von Fr. 2'000.00
- und dem Honorar der amtlichen Verteidigung von Fr. 2'275.20

total somit Fr. 5'694.20

gehen zu Lasten von A.. Die Kosten des Strafvollzuges trägt der Kanton 

Graubünden.

5. Gegen dieses Urteil kann, sofern Verletzung eidgenössischen Rechts gel-
tend gemacht werden will, Nichtigkeitsbeschwerde an den Kassationshof des 

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schweizerischen Bundesgerichts geführt werden. Diese ist dem Bundesge-
richt innert 30 Tagen seit Zustellung der vollständigen Ausfertigung des Ent-
scheides in der in Art. 273 des Bundesgesetzes über die Bundesstrafrechts-
pflege (BStP) vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Beschwerdele-
gitimation und die weiteren Voraussetzungen der Nichtigkeitsbeschwerde 
gelten die Art. 268 ff. BStP.

6. Mitteilung an:

__________

Für die Strafkammer des Kantonsgerichts von Graubünden 
Der Vizepräsident: Der Aktuar ad hoc: