# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2a181774-caca-5da6-b7b0-6c847085f499
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2016-04-08
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 08.04.2016 D-4407/2015
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-4407-2015_2016-04-08.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung IV 

D-4407/2015 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  8 .  A p r i l  2 0 1 6  

Besetzung 
 Einzelrichter Martin Zoller, 

mit Zustimmung von Richter Thomas Wespi;    

Gerichtsschreiberin Susanne Burgherr. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Sri Lanka,  

Beschwerdeführerin,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung;  

Verfügung des SEM vom 19. Mai 2015 / N (…). 

 

 

 

D-4407/2015 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Mit Schreiben vom 12. Mai 2010 reichte die Beschwerdeführerin bei der 

schweizerischen Botschaft in B._______ ein Asylgesuch ein und bean-

tragte die Bewilligung der Einreise in die Schweiz. 

B.  

Am 17. Juni 2014 wurde die Beschwerdeführerin durch die Schweizer Ver-

tretung in B._______ befragt. In Verbindung mit der Eingabe vom 12. Mai 

2010 und mehreren schriftlichen Ergänzungen ihres Asylgesuchs machte 

die Beschwerdeführerin im Wesentlichen geltend, sie sei im Schulalter von 

den Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) zwangsrekrutiert worden. Im 

Jahr (…) respektive (…) sei sie bei der Explosion einer Granate im (…)-

Gebiet schwer verletzt worden. Sie habe bleibende (…) Schäden davon-

getragen (…), weshalb sie auf Unterstützung angewiesen sei. Im Jahr (…) 

habe sie zu ihrer Familie nach C._______ zurückkehren können. Nachdem 

ihre (Verwandte) im Frühjahr (…) verstorben sei, würden sich ihre verwit-

wete (Verwandte) und verschiedene Nachbarn um sie kümmern, bei denen 

sie sich abwechslungsweise aufhalte. In einem Rehabilitationscamp sei sie 

nicht gewesen, aber jemand habe den Behörden erzählt, dass sie bei den 

LTTE gewesen sei, weshalb sie sich vor einer Verhaftung fürchte. Männer 

in Zivilkleidung, bei denen es sich wahrscheinlich um Angehörige der Si-

cherheitskräfte oder um Mitglieder paramilitärischer Gruppierungen 

handle, seien bei ihr gewesen und hätten sie befragt. Ihre (Verwandte) 

habe jeweils mit diesen Personen gesprochen. Sie (die Beschwerdeführe-

rin) könne sich nicht an die Namen von LTTE-Angehörigen erinnern. Am 

18. November 2011 sei eine unbekannte Person in ihr Haus gekommen 

und habe sie am Arm gefasst. Als sie geschrien habe, sei die Person ge-

flohen. In den Strassen gebe es viele Armeeangehörige, weshalb ihr Be-

wegungsradius eingeschränkt sei. Sie sei öfters am Arm berührt und an-

züglich angesprochen worden. Ihre (Verwandte) habe ihr geraten, diesen 

Männern nicht zu trauen und im Haus zu bleiben. So verbringe sie die Tage 

hauptsächlich mit fernsehen. In der Schweiz lebten zwei (Verwandte). 

C.  

C.a Mit Verfügung vom 19. Mai 2015 – am 8. Juni 2015 von der Schweizer 

Botschaft in B._______ an die Beschwerdeführerin weitergeleitet – verwei-

gerte das SEM der Beschwerdeführerin die Einreise in die Schweiz und 

lehnte das Asylgesuch ab. 

D-4407/2015 

Seite 3 

C.b Zur Begründung führte das SEM im Wesentlichen aus, Asylsuchenden 

könne gemäss aArt. 20 Abs. 2 AsylG (SR 142.31) die Einreise in die 

Schweiz zur Abklärung des Sachverhalts bewilligt werden, wenn ihnen 

nicht zugemutet werden könne, im Wohnsitz- oder Aufenthaltsstaat zu blei-

ben oder in ein anderes Land auszureisen. Ein weiterer Verbleib im Wohn-

sitzstaat sei namentlich dann nicht zumutbar, wenn die asylsuchende Per-

son aufgrund ernsthafter Nachteile schutzbedürftig im Sinne von Art. 3 

AsylG sei. Die Anforderungen an eine Einreisebewilligung seien hoch. Eine 

solche könne nur erteilt werden, wenn mit überwiegender Wahrscheinlich-

keit von einer akuten Gefährdung ausgegangen werden müsse.  

Vorliegend könne die Gefährdungssituation aufgrund der Aktenlage ab-

schliessend beurteilt werden. Massgebend sei die Gefährdungslage im 

Zeitpunkt des Entscheides. Vergangene Verfolgung sei nur beachtlich, 

wenn sie noch andauere oder konkrete Hinweise für eine zukünftige Ver-

folgung bestehen würden. Die Bewilligung der Einreise in die Schweiz 

diene nicht dem Ausgleich vergangenen Unrechts, sondern dem Schutz 

vor aktueller Verfolgung. Nachteile, welche die Beschwerdeführerin durch 

die LTTE erlitten habe, seien deshalb im heutigen Zeitpunkt nicht mehr ein-

reiserelevant. Die vorgebrachte Zwangsrekrutierung durch die LTTE und 

die im Kampf erlittenen Verletzungen vermöchten daher nicht zur Bejahung 

von Art. 3 AsylG respektive zur Bewilligung der Einreise zu führen. Befürch-

tungen, künftig staatlichen Verfolgungsmassnahmen ausgesetzt zu sein, 

seien nur dann einreisebeachtlich, wenn die Massnahmen aufgrund ihrer 

Art und Intensität ein menschenwürdiges Leben im Verfolgerstaat verun-

möglichen oder in unzumutbarer Weise erschweren würden, so dass sich 

die verfolgte Person dieser Zwangssituation nur durch Flucht ins Ausland 

entziehen könne. In casu lägen keine Anhaltspunkte vor, dass die Be-

schwerdeführerin aufgrund der fast zwei Jahrzehnte zurückliegenden Tä-

tigkeit für die LTTE in absehbarer Zukunft staatlichen Verfolgungsmass-

nahmen ausgesetzt sein könnte. Allein aufgrund gelegentlicher Befragun-

gen durch die Armee könne nicht auf eine asylrechtlich relevante Verfol-

gung geschlossen werden. Zwar sei nicht auszuschliessen, dass die Be-

schwerdeführerin unter Beobachtung der sri-lankischen Behörden gestan-

den habe. Derartigen, mit der allgemeinen Bekämpfung des Terrorismus in 

Zusammenhang stehenden behördlichen Massnahmen komme aber auf-

grund mangelnder Intensität kein Verfolgungscharakter zu. Hätten die sri-

lankischen Behörden die Beschwerdeführerin als Gefahr für die Sicherheit 

des Staates eingestuft, wäre sie zweifellos inhaftiert worden, was indes 

nicht der Fall gewesen sei. Auch die in den Raum gestellten Behelligungen 

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durch Angehörige paramilitärischer Gruppierungen lägen einige Jahre zu-

rück. In letzter Zeit sei die Beschwerdeführerin nicht mehr belästigt worden. 

Das Risiko, noch heute Übergriffen seitens solcher Gruppierungen oder 

Armeeangehöriger ausgesetzt zu sein, sei daher gering. In Bezug auf die 

geltend gemachte Berührung durch eine unbekannte Person, die geflohen 

sei, als die Beschwerdeführerin geschrien habe, sei es zwar verständlich, 

dass sich die Beschwerdeführerin angesichts ihrer gesundheitlichen Be-

einträchtigungen Sorgen vor sexuellen Übergriffen mache. Sie könne sich 

diesbezüglich aber schutzsuchend an die Behörden wenden. Übergriffe 

könnten bei den sri-lankischen Strafverfolgungsbehörden angezeigt wer-

den und würden geahndet. Zudem könne der Beschwerdeführerin auch 

zugemutet werden, sich erforderlichenfalls, mit Unterstützung ihrer Ver-

wandten, an andere Institutionen wie das Ministerium für kinder- und frau-

enspezifische Angelegenheiten oder das dem Polizeidepartement ange-

gliederte Büro für Prävention des Missbrauchs von Kindern, Jugendlichen 

und Frauen zu wenden. Es lägen keine Hinweise vor, die auf eine grund-

sätzliche Schutzunwilligkeit des Staates hindeuten würden, zumal die Be-

schwerdeführerin persönlich keine grösseren Probleme mit den Behörden 

geltend gemacht habe. Es seien auch keine Anhaltspunkte vorhanden, 

dass es der Beschwerdeführerin gegenwärtig nicht möglich wäre, bei den 

sri-lankischen Behörden um Schutz vor allfälligen Übergriffen zu ersuchen. 

Das SEM schliesse angesichts der geltend gemachten gesundheitlichen 

Schäden, welche die Beschwerdeführerin aus dem Bürgerkrieg davonge-

tragen habe, und der diesbezüglichen Unterstützungsbedürftigkeit durch 

Angehörige und Nachbarn nicht aus, dass sich die Beschwerdeführerin in 

einer schwierigen wirtschaftlichen und gesundheitlichen Situation befinde. 

Folgen eines Bürgerkriegs würden aber wie schwierige Lebensumstände 

und humanitäre Überlegungen keinen Grund für die Bewilligung der Ein-

reise in die Schweiz darstellen. Die Vorbringen der Beschwerdeführerin 

seien daher nicht einreiserelevant im Sinne von Art. 3 AsylG. Da es an der 

Schutzbedürftigkeit im Sinne von Art. 3 AsylG fehle, sei das Asylgesuch 

abzulehnen und die Einreise in die Schweiz zu verweigern.  

D.  

D.a Mit am 7. Juli 2015 bei der Schweizer Botschaft in B._______ einge-

gangenem Schreiben vom 1. Juli 2015 (englischsprachig mit deutscher 

Übersetzung) reichte die Beschwerdeführerin Beschwerde ein, worin sie 

sinngemäss um Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung vom 19. Mai 

2015 und um Bewilligung der Einreise in die Schweiz sowie um Gewährung 

des Asyls ersuchte.  

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D.b Zur Begründung wiederholte sie die im vorinstanzlichen Verfahren gel-

tend gemachten Vorbringen und führte ergänzend aus, am 17. Mai 2015 

hätten drei unbekannte Männer bei ihrer (Verwandten) in C._______ nach 

ihr gesucht. Sie habe sich zu diesem Zeitpunkt an einem anderen Ort – in 

einem Haus in D._______ – aufgehalten. Ihre (Verwandte) habe den be-

sagten Männern aus Angst ihren Aufenthaltsort genannt, worauf diese sie 

(die Beschwerdeführerin) in D._______ aufgesucht hätten. Da sich aber 

andere Hausbewohner schützend vor sie gestellt hätten, hätten die Männer 

ihr nichts antun können. Die Männer seien verschwunden, hätten ihr aber 

gedroht, wiederzukommen und sie wegen Zugehörigkeit zur "Bewegung" 

mitzunehmen. Daraufhin sei sie wieder umgezogen. Von Bewohnern des 

Hauses in D._______ habe sie erfahren, dass erneut nach ihr gefragt wor-

den sei. Auch ihre (Verwandte) sei wieder nach ihrem Aufenthaltsort ge-

fragt worden, habe die aktuelle Adresse aber nicht preisgegeben. Da sie 

sich aufgrund ihrer Vergangenheit vor Repressionen fürchte, könne sie 

sich nicht an die sri-lankischen Strafverfolgungsbehörden oder das Minis-

terium für Kinder und Frauen wenden.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-

ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-

son Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Eine solche 

Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb 

das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 

1.2 Mit den dringlichen Änderungen des Asylgesetzes vom 28. September 

2012 (AS 2012 5359), die am 29. September 2012 in Kraft getreten sind, 

wurden die Bestimmungen betreffend die Stellung von Asylgesuchen aus 

dem Ausland aufgehoben. Die Übergangsbestimmung (Ziffer III) hält je-

doch fest, dass für die vor dem Inkrafttreten der Änderung vom 28. Sep-

tember 2012 gestellten Auslandsgesuche die massgeblichen Artikel 

(Art. 12, 19, 20, 41 Abs. 2, 52 und 68 AsylG) in der bisherigen Fassung 

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anwendbar sind. Vorliegend kommen somit die bisherigen Bestimmungen 

betreffend das Auslandsverfahren zur Anwendung. 

1.3 Die Beschwerdeführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilge-

nommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat 

ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung. Sie ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert. Auf die frist- 

und formgerecht eingereichte Beschwerde ist somit einzutreten (Art. 108 

Abs. 1 AsylG; Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 und 

Art. 52 Abs. 1 VwVG). 

2.  

Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 

3.  

3.1 Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterli-

cher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungs-

weise einer zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie 

nachstehend aufgezeigt, handelt es sich vorliegend um eine solche, wes-

halb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a 

Abs. 2 AsylG).  

3.2 Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf einen Schrif-

tenwechsel verzichtet. 

4.  

4.1 Ein Asylgesuch konnte gemäss aArt. 19 AsylG im Ausland bei einer 

schweizerischen Vertretung gestellt werden, die es an das Bundesamt res-

pektive Staatssekretariat überwies (aArt. 20 Abs. 1 AsylG). Hinsichtlich des 

Verfahrens sah aArt. 10 Abs. 1 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 

über Verfahrensfragen (AsylV 1, SR 142.311) vor, dass die schweizerische 

Vertretung mit der asylsuchenden Person in der Regel eine Befragung 

durchführt. War dies nicht möglich, waren die Asylgründe schriftlich festzu-

halten (aArt. 10 Abs. 2 AsylV 1). Der Verzicht auf eine Befragung im Aus-

land ist in der Verfügung zu begründen (vgl. BVGE 2007/30 E. 5.7 f.). 

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4.2 Vorliegend wurde die Beschwerdeführerin durch die schweizerische 

Vertretung in B._______ befragt. Zudem legte sie ihre Asylgründe in meh-

reren Eingaben schriftlich dar. Den verfahrensrechtlichen Anforderungen 

von aArt. 10 AsylV 1 wurde damit Genüge getan. 

5.  

5.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person anerkannt, 

wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie vor der Ausreise 

zuletzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu 

einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschau-

ungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, 

solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten 

namentlich die Gefährdung von Leib, Leben oder Freiheit sowie Massnah-

men, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken; den frauen-

spezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG).  

Das SEM kann ein im Ausland gestelltes Asylgesuch ablehnen, wenn die 

asylsuchende Person keine Verfolgung glaubhaft machen oder ihr die Auf-

nahme in einem Drittstaat zugemutet werden kann (Art. 3, Art. 7 und 

aArt. 52 Abs. 2 AsylG). Gemäss aArt. 20 Abs. 2 AsylG bewilligt das SEM 

einer asylsuchenden Person die Einreise in die Schweiz zur Asylerteilung, 

wenn diese die entsprechenden Voraussetzungen erfüllt, oder zur Abklä-

rung des Sachverhalts, wenn ihr nicht zugemutet werden kann, im Wohn-

sitz- oder Aufenthaltsstaat zu bleiben oder in ein anderes Land auszurei-

sen. Gestützt auf aArt. 20 Abs. 3 AsylG kann das Eidgenössische Justiz- 

und Polizeidepartement (EJPD) schweizerische Vertretungen ermächti-

gen, Asylsuchenden die Einreise zu bewilligen, die glaubhaft machen, dass 

eine unmittelbare Gefahr für Leib und Leben oder für die Freiheit aus einem 

Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG bestehe. 

5.2 Für die Erteilung einer Einreisebewilligung gelten restriktive Vorausset-

zungen, wobei den Behörden ein weiter Ermessensspielraum zukommt. 

Neben der erforderlichen Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG sind mit 

Blick auf den Asylausschlussgrund von aArt. 52 Abs. 2 AsylG namentlich 

die Beziehungsnähe zur Schweiz und zu anderen Staaten, die praktische 

Möglichkeit und objektive Zumutbarkeit einer anderweitigen Schutzsuche 

sowie die voraussichtlichen Eingliederungs- und Assimilationsmöglichkei-

ten in Betracht zu ziehen. Ausschlaggebend für die Erteilung einer Einrei-

sebewilligung ist dabei die Schutzbedürftigkeit der betroffenen Person, mit-

hin die Prüfung der Fragen, ob eine aktuelle Gefährdung im Sinne von 

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Seite 8 

Art. 3 AsylG glaubhaft gemacht wird und ob der Verbleib am Aufenthaltsort 

für die Dauer der Sachverhaltsabklärung zugemutet werden kann (vgl. 

BVGE 2011/10 E. 3.3. und E. 5.1). 

6.  

6.1 Das Bundesverwaltungsgericht gelangt nach Prüfung der Akten zum 

Schluss, dass vorliegend die Voraussetzungen für die Erteilung einer Ein-

reisebewilligung nicht erfüllt sind. Die entsprechenden Ausführungen in der 

angefochtenen Verfügung, wonach es an der Schutzbedürftigkeit aufgrund 

einer akuten Gefährdung der Beschwerdeführerin im Sinne von Art. 3 

AsylG fehle, erweisen sich als zutreffend. Die Beschwerdevorbringen sind 

nicht geeignet, eine Änderung der vorinstanzlichen Einschätzung zu bewir-

ken. Während des langjährigen Bürgerkriegs war die allgemeine Situation 

für Tamilen insbesondere im Norden und Osten Sri Lankas sehr schwierig 

und es gab eine Vielzahl von Gewaltereignissen. Die Bewilligung der Ein-

reise dient jedoch nicht dem Ausgleich vergangenen Unrechts, sondern 

bezweckt vielmehr den Schutz vor aktueller asylrechtlich relevanter Verfol-

gung. Die Zwangsrekrutierung der Beschwerdeführerin durch die LTTE im 

Schulalter und die vor zwanzig Jahren erlittene Verletzung sind daher im 

heutigen Zeitpunkt nicht mehr einreiserelevant. Die im Zusammenhang mit 

der Bürgerkriegssituation erlassenen "Emergency Regulations" wurden 

Ende August 2011 aufgehoben. Seither hat sich die allgemeine Lage in Sri 

Lanka wesentlich verändert. Konkrete Anhaltspunkte, dass die Beschwer-

deführerin aufgrund der zwei Jahrzehnte zurückliegenden (Zwangs-)Zuge-

hörigkeit und Tätigkeit für die LTTE im heutigen Zeitpunkt in Sri Lanka 

ernstzunehmende beziehungsweise in flüchtlingsrechtlicher Hinsicht rele-

vante Schwierigkeiten mit den heimatlichen Behörden zu befürchten hat, 

sind den Akten nicht zu entnehmen. Die Beschwerdeführerin ist gemäss 

eigenen Angaben im Jahr (…) zu ihrer Familie nach C._______ zurückge-

kehrt und ist seither weder in ein Rehabilitationscamp verbracht noch fest-

genommen worden. Konkrete Anhaltspunkte, dass ihr, die (…) versehrt sei 

und in erfolgten Befragungen gesagt habe, dass sie sich nicht an die Na-

men von LTTE-Angehörigen zu erinnern vermöge, im heutigen Zeitpunkt – 

(…) Jahre nach der Rückkehr nach C._______ – staatliche Verfolgungs-

massnahmen asylrechtlich relevanten Ausmasses drohen sollten, sind 

nicht ersichtlich. Zwar soll nicht in Abrede gestellt werden, dass die vorge-

brachten Befragungen und verbalen Einschüchterungen und Drohungen 

für die Beschwerdeführerin und ihre Familienangehörigen belastend sind, 

aber sie vermögen keine asylrechtlich relevante Verfolgung im Sinne von 

Art. 3 AsylG respektive eine unmittelbare und konkrete Gefährdung der Be-

schwerdeführerin zu begründen.  

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Seite 9 

Das Gericht stellt die schwierigen Lebensumstände der gesundheitlich be-

einträchtigten Beschwerdeführerin nicht in Abrede, jedoch vermögen ent-

sprechende humanitäre Überlegungen praxisgemäss keinen ausreichen-

den Grund für eine Bewilligung der Einreise darzustellen. Hinsichtlich der 

vorgebrachten Angst vor sexuellen Übergriffen und Belästigungen ist fest-

zustellen, dass sich nach dem Bürgerkriegsende im Zusammenhang mit 

der Militärpräsenz im Norden Sri Lankas insbesondere Frauen, die allein 

einen Haushalt führen, vermehrt sexuellen Belästigungen und weiteren 

Diskriminierungen, auch durch Sicherheitskräfte, ausgesetzt sehen. Wie 

das SEM aber zutreffend ausgeführt hat, existieren in Sri Lanka nebst den 

staatlichen Strafverfolgungsbehörden, die angezeigte Übergriffe und Dro-

hungen ahnden, weitere Institutionen wie das Ministerium für kinder- und 

frauenspezifische Angelegenheiten und das dem Polizeidepartement an-

gegliederte Büro für die Prävention des Missbrauchs von Kindern, Jugend-

lichen und Frauen, an die sich betroffene Frauen wenden können. Zudem 

setzen sich in Sri Lanka zahlreiche nichtstaatliche Institutionen für Frauen-

belange ein. Insgesamt engagieren sich über achtzig Organisationen für 

die Gleichberechtigung und den Schutz der Frauen, wovon knapp neunzig 

Prozent lokale Nichtregierungsorganisationen sind (vgl. hierzu das The-

menpapier "Sri Lanka: Situation der Frauen" der Schweizerischen Flücht-

lingshilfe vom 28. März 2013 sowie […]). Der Beschwerdeführerin kann es 

zugemutet werden, sich erforderlichenfalls zwecks Schutzsuche an eine 

dieser staatlichen oder nichtstaatlichen Institutionen zu wenden.  

6.2 Aufgrund des Gesagten vermochte die Beschwerdeführerin nicht dar-

zulegen, dass sie im gegenwärtigen Zeitpunkt konkret und unmittelbar an 

Leib und Leben gefährdet wäre. Das SEM hat die Einreise der Beschwer-

deführerin in die Schweiz daher zutreffend verweigert und das Asylgesuch 

zu Recht abgelehnt. 

7.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig 

sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist ab-

zuweisen. 

8.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären dessen Kosten grundsätzlich 

der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Aus verwal-

tungsökonomischen Gründen sowie in Anwendung von Art. 63 Abs. 1 in 

fine VwVG und Art. 2 und 3 Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 

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Seite 10 

über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 

(VGKE, SR 173.320.2) ist indes auf die Erhebung von Verfahrenskosten 

zu verzichten. 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 11 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das SEM und die schweize-

rische Botschaft in B._______. 

 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin : 

  

Martin Zoller Susanne Burgherr 

 

 

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