# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0f2697ba-a543-59b9-aef3-22e0bcb0fd7c
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-05-05
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 05.05.2020 S 2019 46
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2019-46_2020-05-05.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 19 46

3. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz Pedretti
RichterIn von Salis, Audétat 
Aktuarin ad hoc Strässle

URTEIL

vom 5. Mai 2020

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____,

vertreten durch Armon Margreth,

Beschwerdeführer

gegen 

Sozialversicherungsanstalt des Kantons Graubünden,

Beschwerdegegnerin

betreffend Versicherungsleistungen nach IVG

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1. Am 7. November 2018 stellten die Eltern von A._____, geboren im April 

2018, bei der IV-Stelle des Kantons Graubünden (IV-Stelle) unter Hinweis 

auf eine koronare Hypospadie ein Gesuch um medizinische Massnahmen. 

Sie beantragten eine Kostenübernahme für die operative Behandlung der 

koronaren Hypospadie bei Prof. Dr. B._____ von der C._____-Klinik in 

X._____ (Deutschland).

2. In der Folge unterbreitete die IV-Stelle dem Bundesamt für Sozialversiche-

rungen (BSV) am 16. Januar 2019 eine Anfrage, ob die Kosten für die be-

antragte Hypospadie-Behandlung in Deutschland übernommen werden 

müssten. Mit Schreiben vom 29. Januar 2019 lehnte das BSV die Kosten-

übernahme für die Auslandbehandlung ab mit der Begründung, dass die 

unter Art. 23bis IVV vorgesehenen Bedingungen nicht erfüllt seien. 

3. Mit Mitteilung vom 15. Februar 2019 anerkannte die IV-Stelle das Geburts-

gebrechen Ziffer 352 und teilte den Eltern von A._____ mit, dass die Kosten 

für dessen Behandlung und die ärztlich verordneten Behandlungsgeräte in 

einfacher und zweckmässiger Ausführung vom 27. April 2018 bis 30. April 

2018 übernommen würden. Gleichentags stellte die IV-Stelle mit Vorbe-

scheid die Abweisung der Kostengutsprache für medizinische Massnah-

men im Ausland in Aussicht, wogegen die Eltern von A._____ am 28. Fe-

bruar 2019 Einwand erhoben. Mit Verfügung vom 21. März 2019 bestätigte 

die IV-Stelle nach Abklärungen mit dem Regionalen Ärztlichen Dienst 

(RAD) Ostschweiz ihren Vorbescheid vom 15. Februar 2019 und wies das 

Leistungsbegehren betreffend medizinische Massnahmen im Ausland ab. 

4. Dagegen erhob A._____ (nachfolgend: Beschwerdeführer) am 30. April 

2019 Beschwerde an das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden 

und beantragte, die Kostengutsprache für die Behandlung der koronaren 

Hypospadie im Ausland sei zu erteilen. Eventualtier sei für die gewünschte 

Behandlung im Ausland eine Kostengutsprache bis zu dem Umfang, in wel-

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chem solche Leistungen in der Schweiz zu erbringen seien, zuzusprechen. 

Zur Begründung führte der Beschwerdeführer im Wesentlichen aus, die 

Spitäler und Operateure in der Schweiz verfügten über zu wenig Erfahrung 

im Bereich der koronaren Hypospadie und würden veraltete, menschenun-

würdige Zwangsfixierungsmethoden anwenden. Zudem seien Komplikatio-

nen an der Tagesordnung. Demgegenüber sei Prof. Dr. B._____ ein aus-

gewiesener Spezialist betreffend Hypospadie, welcher jeden Monat 30 bis 

50 Operationen durchführe, dabei eine tiefe Komplikationsrate habe und 

nach neusten Kenntnissen ohne Zwangsfixierung behandle. Die Kosten für 

eine Auslandbehandlung bei Prof. Dr. B._____ lägen unter Umständen an-

gesichts der hohen Komplikationsraten in der Schweiz, des fehlenden spe-

zialisierten Zentrums sowie der Notwendigkeit von Korrekturoperationen 

gar wesentlich tiefer als die von der IV-Stelle zu tragenden Gesamtkosten 

für eine Operation in der Schweiz und nachträglichen Korrekturoperationen 

im Ausland. Schweizweit seien schon zahlreiche Kostengutsprachen in 

vergleichbaren Fällen erteilt worden. Die rechtlichen Voraussetzungen für 

eine Kostengutsprache für medizinische Massnahmen im Ausland seien 

erfüllt. Insbesondere lägen beachtliche Gründe im Sinne von Art. 23bis IVV 

vor und sei der Grundsatz der Einfachheit und Zweckmässigkeit gemäss 

Rz. 1239 f. KSME gegeben. 

5. In ihrer Vernehmlassung vom 15. Mai 2019 beantragte die IV-Stelle (nach-

folgend: Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde. Zur Be-

gründung verwies die Beschwerdegegnerin primär auf die angefochtene 

Verfügung vom 21. März 2019 und führte zusätzlich aus, es bestünden 

keine objektiven Hinweise, dass die Schweiz über die für vorliegende Hy-

pospadie-Operation erforderlichen Institutionen oder Fachpersonen ge-

genwärtig nicht verfügte. Es sei nicht erstellt, dass die Komplikationsrate in 

der Schweiz im Vergleich zu Prof. Dr. B._____ höher wäre. Daher sei der 

Eingriff in der Schweiz durchführbar, so dass Art. 23bis Abs. 1 IVV keine 

Anwendung finde. Im Weiteren bestünden keine objektiven Hinweise, dass 

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Prof. Dr. B._____ über dermassen mehr Erfahrung auf dem Gebiet der Hy-

pospadie-Operation und in der Nachbehandlung verfüge, dass dadurch 

das Operationsrisiko erheblich vermindert werde. Es lägen keine beachtli-

chen Gründe für die Durchführung medizinischer Massnahmen im Ausland 

im Sinne von Art. 23bis Abs. 3 IVV vor. Dies gelte umso mehr, als der Be-

schwerdeführer in der Schweiz mit keiner Institution oder Fachperson Kon-

takt aufgenommen habe. Insofern entbehre der Vorwurf der Anwendung 

veralteter, kinderunwürdigen Methoden jeglicher Grundlage. Ausserdem 

könne der Beschwerdeführer nichts aus den ins Recht gelegten Kostengut-

sprachen zu seinen Gunsten ableiten, zumal die diesen Entscheiden zu-

grunde liegenden Akten unbekannt seien und es sich um Korrekturoperati-

onen gehandelt habe, die sich nicht mit Art. 23bis Abs. 3 IVV auseinander-

gesetzt hätten und zudem veraltet seien. Soweit der Beschwerdeführer mit 

seinem Eventualstandpunkt auch die Rechtsfigur der Austauschbefugnis 

als Anspruchsgrundlage anrufe, dringe er nicht durch. Der in Art. 9 Abs. 1 

IVG verankerte Grundsatz der Gewährung von Eingliederungsmassnah-

men (nur) in der Schweiz sowie die Konkretisierung der Ausnahmen in Art. 

23bis IVV schliesse eine Austauschbefugnis generell aus. 

6. Mit Replik vom 4. Juni 2019 hielt der Beschwerdeführer fest, die Beschwer-

degegnerin bestreite das Vorliegen beachtlicher Gründe gemäss Art. 23bis 

Abs. 3 IVV und zweifle an den von ihm beigebrachten Beweismittel, bringe 

aber ihrerseits keine Beweise für ihre Behauptung vor. Sämtliche von ihm 

angegebenen Quellen seien bekannt und Zeugen könnten bei Bedarf be-

fragt werden. Die Operation habe sodann am 18. Dezember 2018 in 

X._____ stattgefunden, da diese im ersten Lebensjahr erfolgen sollte. So-

weit die Beschwerdegegnerin bemängle, dass die Abklärungen der Hypo-

spadie nicht korrekt vorgenommen worden seien, sei festzuhalten, dass Dr. 

D._____ als Hausarzt und Prof. Dr. B._____ als Spezialist im IV-Antrag 

aufgeführt worden seien. Die Hypospadie sei bereits vorgängig vom Kin-

derarzt Dr. E._____ und dem Geburtsspital Y._____ festgestellt worden. 

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Aus dem Internetauftritt und den ins Recht gelegten Belegen ergebe sich 

klar, dass Prof. Dr. B._____ ein Spezialist für Hypospadie sei und im Ver-

gleich eine deutlich bessere Erfolgsquote habe. Die Beschwerdegegnerin 

habe sich nicht die Mühe gemacht, weitergehende Abklärungen vorzuneh-

men. Völlig erstaunlich sei die Aussage der Beschwerdegegnerin, wonach 

die Kostengutsprachen anderer IV-Stellen eventuell unrechtsmässig erfolgt 

seien. Dies spreche für eine mangelnde Seriosität der Abklärungen der Be-

schwerdegegnerin. Im Übrigen entspreche der Fall im Kanton Bern genau 

dem vorliegenden. Jüngere Entscheide seien ihm nicht zugänglich gewe-

sen. Falls die vorgelegten Entscheide für einen fundierten Entscheid nicht 

ausreichten, sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, eine Auswertung 

über die Kostengutsprachen nach Art. 23bis Abs. 3 IVV bezüglich der Be-

handlung von Hypospadie im Ausland gesamtschweizerisch vorzulegen. 

Die Beschwerdegegnerin habe die vorgebrachten Argumente unzurei-

chend geprüft und keine Informationen bei anderen IV-Stellen eingeholt. 

Eine sachliche Abklärung habe nicht stattgefunden. 

7. In ihre Duplik vom 7. Juni 2019 führte die Beschwerdegegnerin aus, es 

gebe keine wissenschaftliche Studie, die nachweisen würde, dass das 

Operationsrisiko bei Prof. Dr. B._____ im Vergleich zu den in der Schweiz 

durchgeführten Operationen deutlich vermindert wäre. Es gebe keine 

Rechtsgrundlage, auf deren Basis die Beschwerdegegnerin verpflichtet 

werden könnte, die Kostengutsprachen nach Art. 23bis Abs. 3 IVV bezüglich 

der Behandlung von Hypospadie im Ausland gesamtschweizerisch auszu-

werten. 

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften sowie 

auf die angefochtene Verfügung wird, soweit erforderlich, in den nachste-

henden Erwägungen eingegangen.

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Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Nach Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversiche-

rung (IVG; SR 831.20) sind Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt 

vor dem Versicherungsgericht am Ort der IV-Stelle anfechtbar. Die Verfü-

gung der IV-Stelle des Kantons Graubünden vom 21. März 2019 stellt somit 

ein taugliches Anfechtungsobjekt für ein Verfahren vor dem Verwaltungs-

gericht des Kantons Graubünden dar. Die sachliche Zuständigkeit ergib 

sich aus Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozi-

alversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Verbindung mit Art. 49 Abs. 2 

lit. a des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100). 

Als Adressat der strittigen Verfügung ist der Beschwerdeführer berührt und 

weist ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung auf 

(Art. 59 ATSG). Auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte Be-

schwerde ist somit einzutreten.

2. Streitgegenstand bildet vorliegend einzig die Frage, ob die Beschwerde-

gegnerin die Übernahme der Kosten für die operative Korrektur der beim 

Beschwerdeführer diagnostizierten koronaren Hypospadie in der C._____-

Klinik in X._____ (Deutschland) zu Recht im Rahmen medizinischer Mass-

nahmen abgelehnt hat.

3.1. Gemäss Art. 13 Abs. 1 IVG haben Versicherte bis zum vollendeten 20. Al-

tersjahr Anspruch auf die zur Behandlung von Geburtsgebrechen (Art. 3 

Abs. 2 ATSG) notwendigen medizinischen Massnahmen. Als Geburtsge-

brechen gelten Gebrechen, die bei vollendeter Geburt bestehen (Art. 3 Abs. 

2 ATSG und Art. 1 Abs. 1 Satz 1 der Verordnung über Geburtsgebrechen 

[GgV; SR 831.232.21]). Der Bundesrat bezeichnet die Gebrechen, für wel-

che diese Massnahmen gewährt werden (Art. 13 Abs. 2 Satz 1 IVG). Die 

Liste der Geburtsgebrechen im Sinne von Art. 13 IVG bildet Gegenstand 

einer besonderen Verordnung (Art. 3 der Verordnung über die Invaliden-

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versicherung [IVV; SR 831.201]). Sie ist im Anhang zur GgV aufgeführt 

(Art. 1 Abs. 2 Satz 1 GgV).

3.2. Als medizinische Massnahmen, welche für die Behandlung eines Geburts-

gebrechens notwendig sind, gelten sämtliche Vorkehren, die nach bewähr-

ter Erkenntnis der medizinischen Wissenschaft angezeigt sind und den the-

rapeutischen Erfolg in einfacher und zweckmässiger Weise anstreben (Art. 

2 Abs. 3 GgV).

3.3. Die medizinischen Massnahmen für in der Schweiz wohnhafte Versicherte 

sind sodann in der Schweiz und nur in Ausnahmefällen im Ausland durch-

zuführen. Die Gewährung von Versicherungsleistungen für medizinische 

Massnahmen im Ausland fällt ausnahmsweise in Betracht (vgl. Art. 23bis 

IVV), wenn u.a. wegen der Besonderheit oder Seltenheit der Massnahme 

in der Schweiz keine entsprechende Behandlungsstelle oder keine Fach-

person vorhanden sind (vgl. Art. 23bis Abs. 1 IVV) oder wenn beachtliche 

Gründe für die Durchführung medizinischer Massnahmen im Ausland spre-

chen (vgl. Art. 23bis Abs. 3 IVV). Solche liegen insbesondere vor, wenn spe-

zialisierte Kliniken im Ausland über mehr Erfahrung auf dem Gebiet für sel-

tene und komplizierte Operationen und in der Nachbehandlung verfügen 

und dadurch das Operationsrisiko nachweislich deutlich vermindert werden 

kann (vgl. Kreisschreiben über die medizinischen Eingliederungsmassnah-

men der Invalidenversicherung des Bundesamtes für Sozialversicherungen 

[KSME], gültig ab 1. Januar 2019, Rz. 1235 ff.).

4. Im hier zu beurteilenden Fall ist unbestritten, dass der Beschwerdeführer 

am Geburtsgebrechen Ziffer 352 leidet. Dieses wurde von der Beschwer-

degegnerin anerkannt (vgl. IV-act. 14). Demgegenüber ist streitig und 

nachfolgend zu prüfen, ob und gegebenenfalls in welchem Umfang die Be-

schwerdegegnerin die Kosten für die operative Korrektur der diagnostizier-

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ten koronaren Hypospadie in der C._____-Klinik in X._____ (Deutschland) 

übernehmen muss.

5.1. Die Beschwerdegegnerin stellte nach Rücksprache mit dem BSV mit Vor-

bescheid vom 15. Februar 2019 die Abweisung des Leistungsbegehrens in 

Aussicht (IV-act. 15). Zur Begründung führte die Beschwerdegegnerin aus, 

die unter Art. 23bis IVV vorgegebenen Bedingungen seien nicht gegeben. 

Es läge keine Besonderheit oder Seltenheit der Massnahme in dem Sinn 

vor, dass in der Schweiz keine entsprechende Behandlungsstelle oder 

keine Fachperson vorhanden wäre (IV-act. 15 S. 2). Nach erhobenem Ein-

wand der Eltern des Beschwerdeführers am 28. Februar 2019 (IV-act. 16) 

hielt die Beschwerdegegnerin nach Abklärungen mit dem RAD Ostschweiz 

in ihrer Verfügung vom 21. März 2020 an ihrem Vorbescheid mit derselben 

Begründung fest und lehnte die Kostenübernahme für die medizinische 

Massnahme im Ausland ab (IV-act. 19).   

5.2. Die Beschwerdegegnerin stützte sich beim Vorbescheid vom 15. Februar 

2019 (IV-act. 15) auf die Stellungnahme des BSV vom 29. Januar 2019 (IV-

act. 13) und bei der leistungsablehnenden Verfügung vom 21. März 2019 

(IV-act. 19) zusätzlich auf die Beurteilung der RAD-Ärztin Dr. med. F._____ 

vom 15. März 2019 (IV-act. 18 S. 5) ab.

5.2.1. Das BSV hielt in seiner Stellungnahme betreffend Kostenübernahme Aus-

landbehandlung vom 29. Januar 2019 (IV-act. 13) fest, das versicherte Kind 

zeige eine koronare Hypospadie, welche operativ korrigiert werden müsse. 

Diese Operation soll in Deutschland in der C._____-Klinik in X._____ statt-

finden, wobei die Begründung hierfür einzig auf den Aussagen der Mutter 

basiere, wonach der behandelnde Arzt Prof. Dr. B._____ in der C._____-

Klinik ein Hypospadiespezialist sei. Zudem herrsche Unzufriedenheit in ei-

ner anderen Familie, die ihr Kind in der Schweiz habe operieren lassen. 

Der Anmeldung zum Leistungsbezug sei zu entnehmen, dass das Anmel-

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dungsformular durch Dr. med. D._____, Allgemeinmediziner, ausgefüllt 

worden sei, weshalb sich die Frage stelle, wieso kein Kinderspezialist ein-

bezogen worden sei. Eine Kostenübernahme für diese Auslandbehandlung 

sei klar abzulehnen, da die unter Art. 23bis IVV vorgesehenen Bedingungen 

nicht gegeben seien. Es läge in diesem Fall keine Besonderheit oder Sel-

tenheit der Massnahme in dem Sinn vor, dass in der Schweiz keine ent-

sprechende Behandlungsstelle oder Fachpersonen vorhanden wären. Des 

Weiteren sei zu unterstreichen, dass die Anmeldung, ausser den elterlichen 

Wünschen, kaum substantiiert sei. Das unterbreitete Dossier beinhalte we-

der ein begründetes ärztliches Urteil noch den RAD-Standpunkt. Es sei dar-

auf aufmerksam zu machen, dass solche Gesuche vom RAD geprüft wer-

den müssten, d.h. dessen nachvollziehbar abgestützte Empfehlung bzw. 

Prüfarbeit müsse in der Anfrage an das BSV abgebildet sein. 

5.2.2. Dr. med. F._____, Fachärztin Neurologie, RAD Ostschweiz, führte in ihrer 

Beurteilung vom 15. März 2019 (IV-act. 18 S. 5) aus, die im Einwand vor-

gerbachten Argumente würden das Vorgehen und auch die Antwort des 

BSV auch aus versicherungsmedizinischer Sicht nicht zu erschüttern ver-

mögen. 

5.3. Soweit das BSV in seiner Stellungnahme vom 29. Januar 2019 (IV-act. 13) 

ausführt, es läge in diesem Fall keine Besonderheit oder Seltenheit der 

Massnahme in dem Sinn vor, dass in der Schweiz keine entsprechende 

Behandlungsstelle oder keine Fachperson vorhanden wären (IV-act. 13), 

verneint es die Voraussetzungen gemäss Art. 1 von Art. 23bis IVV. Ebenso 

ergibt sich aus den vom Beschwerdeführer beigebrachten Kostengutspra-

chen aus anderen Kantonen betreffend Hypospadiekorrektur im Ausland, 

dass entsprechende Operationen in der Schweiz durchgeführt wurden bzw. 

werden. So hielt die IV-Stelle des Kantons Bern in ihrem Schreiben vom 

29. Februar 2008 fest, eine adäquate, gebrechensspezifische Behandlung 

sei durchaus auch in der Schweiz möglich (Beilagen Beschwerdeführer [Bf-

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act. 14]). Auch die IV-Stelle des Kantons St. Gallen führte in ihrer Verfü-

gung vom 20. September 2017 aus, die Abklärungen hätten ergeben, dass 

der Eingriff in der Schweiz z.B. in St. Gallen, Zürich und Bern durchführbar 

wäre (vgl. Bf-act. 15). Demzufolge steht fest, dass die Voraussetzungen für 

die ausnahmsweise Gewährung von Versicherungsleistungen für medizini-

sche Massnahmen im Ausland gemäss Art. 23bis Abs. 1 IVV vorliegend 

nicht erfüllt sind, da eine Behandlung der Hypospadie in der Schweiz durch-

aus möglich wäre. Eine Kostengutsprache nach Art. 23bis Abs. 1 IVV im 

Umfang der Kosten einer einfachen und zweckmässigen Durchführung im 

Ausland scheidet damit aus. 

5.4. Fraglich und zu prüfen bleibt indes, ob beachtliche Gründe im Sinne von 

Art. 23bis Abs. 3 IVV für die Durchführung der operativen Korrektur der Hy-

pospadie im Ausland sprechen und dem Beschwerdeführer ein Anspruch 

auf Kostenbeitrag gemäss Art. 23bis Abs. 3 IVV zusteht. 

5.5.1. Diesbezüglich ist zunächst festzuhalten, dass sich die Beschwerdegegne-

rin in der angefochtenen Verfügung vom 21. März 2019 lediglich mit den 

Voraussetzungen gemäss Abs. 1 von Art. 23bis IVV (fehlende Behandlungs-

stelle oder Fachperson in der Schweiz) befasst und zu dessen Abs. 3 keine 

Stellung nimmt (vgl. E.5.1 vorstehend). Dasselbe gilt für die Stellungnahme 

des BSV vom 29. Januar 2019. Die Einschätzung der RAD-Ärztin Dr. med. 

F._____ vom 15. März 2019, wonach die im Einwand vorgebrachten Argu-

mente das vorgesehene Vorgehen und auch die Antwort des BSV aus ver-

sicherungsmedizinischer Sicht nicht zu erschüttern vermögen (IV-act. 18 

S. 5), ist sodann wenig aufschlussreich. Sie nimmt denn auch Bezug auf 

eine Beurteilung eines Sachbearbeiters der Beschwerdegegnerin, in wel-

cher pauschal und ohne jegliche Begründung festgehalten wird, dass sei-

ner Meinung nach im Einwand kein beachtlicher Grund angegeben werde 

(vgl. IV-act. 18 S. 4 unten). Insofern hat die Beschwerdegegnerin keine ei-

gentlichen Abklärungen zu Art. 23bis Abs. 3 IVV getroffen. 

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5.5.2. Der Beschwerdeführer macht im Wesentlichen geltend, dass Prof. Dr. 

B._____ ein Spezialist auf dem Gebiet der Hypospadie sei, welcher jeden 

Monat ca. 30 bis 50 Operationen durchführe. Er verfüge über mehr Erfah-

rung in diesem Bereich als die Schweizer Spitäler bzw. Operateure und 

habe im Gegensatz zu den hiesigen Ärzten eine tiefe Komplikationsrate. 

Zudem hätten andere IV-Stellen bereits Kostengutsprachen für diese Aus-

landbehandlung gewährt.

5.5.3. Dem hält die Beschwerdegegnerin im vorliegenden Beschwerdeverfahren 

entgegen, dass keine objektiven Beweise bestünden, wonach Prof. Dr. 

B._____ über dermassen mehr Erfahrung auf dem Gebiet der Hypospadie-

Operationen und in der Nachbehandlung verfüge, so dass das Operations-

risiko deutlich vermindert wäre. Demnach lägen keine beachtlichen Gründe 

für die Durchführung medizinischer Massnahmen im Ausland im Sinne von 

Art. 23bis Abs. 3 IVV vor. Dies umso mehr, als der Beschwerdeführer in der 

Schweiz mit keiner Institution oder Fachperson Kontakt aufgenommen 

habe. Im Übrigen können der Beschwerdeführer auch nichts aus den ins 

Recht gelegten Kostengutsprachen zu seinen Gunsten ableiten, zumal die 

diesen Entscheiden zugrunde liegenden Akten unbekannt seien und es 

sich um Korrekturoperationen gehandelt habe. 

5.6.1. Vorliegend tätigte der Beschwerdeführer sowohl bei der C._____-Klinik in 

X._____ (Deutschland) als auch beim Ostschweizer Kinderspital in St. Gal-

len Abklärungen betreffend Hypospadie-Operationen. So erkundigte er 

sich mit E-Mail vom 16. April 2019 bei Dr. med. G._____, Fachärztin für 

Kinderchirurgie und stellvertretende Chefärztin des Ostschweizer Kinder-

spitals, nach Operationsablauf, Nachbehandlung, Dauer des Spitalaufent-

halts, andauernde Einschränkungen nach der Operation, Häufigkeit von 

auftretenden Komplikationen, Häufigkeit durchgeführter Hypospadie-Ope-

rationen und den Kosten (vgl. Bf-act. C). Hierzu nahm Dr. G._____ glei-

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chentags per E-Mail Stellung und führte u.a. aus, sie operiere pro Jahr ca. 

20 bis 30 Hypospadien und sei seit knapp 30 Jahren als Kinderchirurgin 

tätig. Komplikationen träten in bis zu 10% der Fälle auf, die anderen Klini-

ken würden diesbezüglich lügen (Bf-act. C). Mit E-Mail vom 21. Mai 2019 

(vgl. Bf-act. B) bat der Beschwerdeführer das Team von Prof. Dr. B._____ 

um eine Stellungnahme zu ähnlichen Fragen. Der Stellungnahme vom 24. 

Mai 2019 ist zu entnehmen, dass Prof. Dr. B._____ in Deutschland 2018 

ca. 70 Hypospadie-Patienten pro Monat operiert habe. Die Erfolgsrate liege 

bei glandulärer Hypospadie bei über 98%, bei peniler Hypospadie bei über 

95%, bei penoskrotalter Hypospadie bei über 95% und bei perinealer Hy-

pospadie bei über 85%. Es sei inzwischen ein internationaler Standard, die 

Hypospadie in zwei Operationen zu korrigieren. Sie hätten regelmässig Pa-

tienten aus der Schweiz, ca. zwei bis fünf Familien pro Jahr. Der Mehrzahl 

der Patienten seien dann schon in der Schweiz voroperiert (Bf-act. B). Auf 

der Website der C._____-Klinik wird Prof. Dr. B._____ unter der Rubrik 

„Fachärzte“ als Experte für Hypospadie beschrieben und Folgendes fest-

gehalten: „Prof. (Univ. Cairo) Dr. med. B._____ ist seit über 30 Jahren als 

Chirurg tätig. Sein Spezialgebiet ist die Behandlung von Hypospadie, einer 

angeborenen Entwicklungsstörung der Harnröhre. Der weltweit anerkannte 

Experte hat bereits über 8‘000 Hypospadie-Operationen durchgeführt.“ 

(abrufbar unter: https://www.

C._____-klinik.de, besucht am 5. Mai 2020). Im Weiteren ist auf der Web-

site unter der Rubrik „Fachbereiche, Kinderchirurgie“ festgehalten, dass 

durch die von Prof. Dr. B._____ modifizierten Techniken der Krankenauf-

enthalt reduziert werde und die postoperative Belastung deutlich geringer 

sei. Der auf dem Gebiet der Hypospadien weltweit anerkannte Spezialist 

(durchschnittlich 30 Hypospadie-Operationen pro Monat) lege grossen 

Wert darauf, dass seine Patienten niemals am Bett fixiert werden (abrufbar 

unter: www.C._____-klinik.de/fachbereiche/kinderchirurgie, besucht am 

5. Mai 2020).

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Daraus geht eindeutig hervor, dass Prof. Dr. B._____ ein Spezialist auf 

dem Gebiet der Hypospadie ist und mit 30 durchschnittlichen Hypospadie-

Operationen im Monat – im Jahr 2018 sogar 70 pro Monat – so viele Ope-

rationen durchführt wie Dr. med. G._____ des Ostschweizer Kinderspitals 

gerade mal in einem Jahr. Sodann fällt die Komplikationsrate von Prof. Dr. 

B._____ bei Hypospadie-Operationen bei glandulärer, peniler und peno-

skrotalter Hypospadie mit zwei bis fünf Prozent wesentlich tiefer aus als die 

von Dr. med. G._____ genannten 10%, wobei gemäss ihrer Aussage an-

dere Kliniken in der Schweiz auch keine tiefere Komplikationsrate hätten. 

5.6.2. Im Weiteren reichte der Beschwerdeführer vier Kostengutsprachen der IV-

Stellen Solothurn vom 8. September 2008 (Bf-act. 10), Bern vom 29. Fe-

bruar 2008 (Bf-act. 14) und St. Gallen vom 20. September 2017 (Bf-act. 15 

[Gesuch vom 16. Januar 2017] und 16 [Gesuch vom 9. Juni 2017]) für Hy-

pospadie-Operationen bei Prof. Dr. B._____ in Deutschland ein. Aus die-

sen geht hervor, dass die Kosten für die anbegehrten Hypospadie-Opera-

tionen in Deutschland unter ausdrücklicher oder zumindest sinngemässer 

Anwendung von Art. 23bis Abs. 3 IVV von der Invalidenversicherung über-

nommen wurden. Wie die Beschwerdegegnerin zwar zutreffend geltend 

macht, ist der diesen Entscheiden zugrundliegende Sachverhalt teilweise 

nicht bekannt. Indes beurteilt sich der hier in Frage stehende Ausnahme-

tatbestand gemäss Art. 23bis Abs. 3 IVV insoweit nach objektiven Kriterien, 

als beachtliche Gründe vorliegen, wenn eine spezialisierte Klinik im Aus-

land über mehr Erfahrung – und dadurch über ein vermindertes Operati-

onsrisiko – auf dem Gebiet seltener und komplizierter Operationen bzw. in 

deren Nachbehandlung verfügt. Insofern lässt sich aus den gewährten Kos-

tengutsprachen im Allgemeinen ableiten, dass die jeweiligen IV-Stellen die 

vorgenannten Kriterien hinsichtlich der beantragten Hypospadie-Operatio-

nen bei Prof. Dr. B._____ in der C._____-Klinik in Deutschland als erfüllt 

erachteten. Dass es sich dabei teilweise um Korrekturoperationen nach 

nicht zufriedenstellender Operationen in der Schweiz gehandelt hat, ist ei-

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nem Vergleich mit dem vorliegenden Fall – entgegen der Auffassung der 

Beschwerdegegnerin – daher nicht abträglich. Im Übrigen ist dem Schrei-

ben der Eltern des Versicherten an die IV-Stelle Solothurn zu entnehmen, 

dass sich diese zunächst bei Dr. H._____ über den Eingriff informiert hät-

ten. Laut dessen Aussagen liege die Komplikationsrate bei ca. 30% und er 

führe im Jahr 20 bis 30 Hypospadie-Operationen durch (Bf-act. 9). Die Zahl 

der durchgeführten Operationen von PD Dr. med. H._____, Kinderchirur-

gie, Inselspital Bern, befindet sich somit im selben Rahmen wie die Anzahl 

Operationen von Dr. med. G._____ des Ostschweizer Kinderspitals (Bf-act. 

C) und deutlich unter derjenigen von Prof. Dr. B._____.

5.6.3. Gestützt auf das Ausgeführte geht die Folgerung – notabene des Rechts-

dienstes (und nicht des RAD) – der Beschwerdegegnerin fehl, wonach sich 

abgehsehen von den subjektiven Einschätzungen des Beschwerdeführers 

keine objektiven Hinweise darauf ergäben, dass Prof. Dr. B._____ über 

dermassen mehr Erfahrung auf dem Gebiet der Hypospadie-Operation und 

in der Nachbehandlung verfüge, dass dadurch das Operationsrisiko ver-

mindert sei. Vielmehr ergibt sich gemäss den vorgenannten Erwägungen, 

dass Prof. Dr. B._____ von der C._____-Klinik in Deutschland aufgrund 

seiner zahlreichen Operationen über einen grösseren Erfahrungsschatz im 

Bereich von Hypospadie-Operationen, die relativ selten sind und potentiell 

komplikationsreich ausfallen können, aufweist und die damit verbundenen 

Risiken aufgrund seiner Operationstechniken und der hohen Erfolgsquote 

deutlich vermindert werden können. 

5.7. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass aufgrund der Spezialisierung und 

der grossen Erfahrung von Prof. Dr. B._____ beachtliche Gründe im Sinne 

von Art. 23bis Abs. 3 IVV für die Durchführung der operativen Korrektur der 

Hypospadie im Ausland sprechen. Bei dieser Ausgangslage steht dem Be-

schwerdeführer ein Anspruch auf Kostenbeitrag im Sinne von Art. 23bis 

Abs. 3 IVV zu. Demnach wäre die Beschwerdegegnerin verpflichtet gewe-

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sen, den Antrag des Beschwerdeführers betreffend Kostenübernahme für 

die operative Korrektur der beim Beschwerdeführer diagnostizierten koro-

naren Hypospadie in der C._____-Klinik in X._____ (Deutschland) insoweit 

gutzuheissen, als die Kosten bis zum Umfang, in welchem solche Leistun-

gen in der Schweiz zu erbringen gewesen wären, übernommen werden.

6. Die leistungsablehnende Verfügung vom 21. März 2019 (IV-act. 19) erweist 

sich somit als nicht rechtmässig und ist aufzuheben, was zur Gutheissung 

der Beschwerde führt. Die Beschwerdegegnerin hat die Kosten für die ope-

rative Korrektur der beim Beschwerdeführer diagnostizierten koronaren Hy-

pospadie in der C._____-Klinik in X._____ (Deutschland) maximal bis zum 

Umfang zu vergüten, in welchem solche Leistungen in der Schweiz zu er-

bringen gewesen wären. Zur Prüfung der Frage, in welchem Umfang die 

Kosten von der Beschwerdegegnerin zu übernehmen sind, und zum Neu-

entscheid über das Kostengutsprachegesuch des Beschwerdeführers ist 

die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

7.1. Nach Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren – in Abweichung 

von Art. 61 lit. a ATSG – bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder Verwei-

gerung von Leistungen der Invalidenversicherung vor dem kantonalen Ver-

sicherungsgericht kostenpflichtig. Diese Kosten werden nach dem jeweili-

gen Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Umfang von Fr. 

200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Vorliegend setzt das Gericht die Kosten 

auf Fr. 700.-- fest. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind die 

Kosten der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.

7.2. Der Beschwerdeführer war im vorliegenden Beschwerdeverfahren nicht 

anwaltlich vertreten. Er beantragt indes die Zusprechung einer Umtriebs-

entschädigung. Eine solche wird rechtsprechungsgemäss nur unter beson-

deren Umständen zugesprochen, nämlich wenn es sich um eine kompli-

zierte Sache mit hohem Streitwert handelt und die Interessenwahrung ei-

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nen hohen Arbeitsaufwand erfordert, der den Rahmen dessen überschrei-

tet, was der Einzelne üblicher- und zumutbarerweise nebenbei zur Besor-

gung der persönlichen Angelegenheit auf sich zu nehmen hat (vgl. BGE 

133 II 439 E.4, 115 Ia 12 E.5, 110 V 72 E.7). Zwar hat der Beschwerdefüh-

rer vorliegend verschiedene Abklärungen selbst getroffen und Dokumente 

eingeholt. Es kann aber nicht gesagt werden, dass dieser Aufwand den 

Rahmen dessen sprengt, was ihm normalerweise zur Besorgung seiner 

persönlichen Angelegenheiten zugemutet werden kann. Insofern sind die 

Voraussetzungen für die Zusprechung einer Umtriebsentschädigung nicht 

gegeben. 

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen, die angefochtene Verfügung vom 

21. März 2019 wird aufgehoben und die Sache wird zur Prüfung der Frage 

im Sinne der Erwägungen und neuem Entscheid an die IV-Stelle des Kan-

tons Graubünden zurückgewiesen. 

2. Die Kosten von Fr. 700.-- gehen zulasten der IV-Stelle des Kantons 

Graubünden und sind innert 30 Tagen seit Zustellung dieses Entscheides 

an die Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, Chur, zu bezahlen.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilungen]