# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fa694493-ea05-52a3-a749-82be9f015f70
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-01-12
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 12.01.2018 SB170377
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB170377_2018-01-12.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer    
 
 

    Geschäfts-Nr.: SB170377-O/U/cs 
 

Mitwirkend: die Oberrichter Dr. Bussmann, Präsident, lic. iur. Ruggli, der Ersatz-

oberrichter lic. iur. Wenker sowie der Gerichtsschreiber lic. iur. Sa-

mokec 

 

Urteil vom 12. Januar 2018 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Antragsgegner und Berufungskläger 

 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwältin lic. iur. X._____ 

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl,  
Antragstellerin und Berufungsbeklagte 

 

betreffend mehrfache Drohung im schuldunfähigen Zustand  
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Winterthur vom 21. Juni 
2017 (DG170026) 

 

-   2   - 

Anklage: 

Der Antrag der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl auf Anordnung einer stationären 

Massnahme ist diesem Urteil beigeheftet (Urk. 13). 

Urteil der Vorinstanz: 

1. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte A._____ objektiv und subjektiv 

den Tatbestand der mehrfachen Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB 

erfüllt hat. 

2. Aufgrund der nicht selbst verschuldeten Schuldunfähigkeit wird von einer 

Strafe abgesehen. 

3. Es wird eine stationäre Massnahme im Sinne von Art. 59 Abs. 1 StGB (Be-

handlung von psychischen Störungen) angeordnet. An die stationäre Mass-

nahme werden die vom Beschuldigten erstandene Haft von 178 Tagen (ge-

rechnet vom 26. Dezember 2016 bis und mit 21. Juni 2017) angerechnet. 

4. Die mit Urteil des Bezirksgerichts Horgen vom 28. November 2013 angeord-

nete ambulante Massnahme wird aufgehoben. 

Der Vollzug der mit dem genannten Urteil ausgefällten Freiheitsstrafe von 21 

Monaten, wovon 1 Tag durch Untersuchungshaft erstanden ist, wird zuguns-

ten der in Dispositivziffer 3 angeordneten stationären Massnahme aufge-

schoben. 

5. Die Entscheidgebühr fällt ausser Ansatz. Die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 1'800.00   Gebühr Vorverfahren 

Fr. 6'626.35   Auslagen (Gutachten) 

Fr. 17'248.15   amtliche Verteidigung, (inkl. Barauslagen und MwSt.) 

Fr. 25'674.50   Total 
  

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

-   3   - 

6. Die Kosten des Vorverfahrens (Gebühr Vorverfahren, Auslagen Gutachten) 

und des gerichtlichen Verfahrens, einschliesslich derjenigen der amtlichen 

Verteidigung, werden definitiv auf die Gerichtskasse genommen. 

Berufungsanträge: 

a) Der Verteidigung: 

 (Urk. 153 S. 1 f.) 

"1. Das angefochtene Urteil sei in den Dispositiv-Ziffern 3 und 4 aufzuhe-

ben und wie folgt abzuändern: 

 2. Der Antrag auf Anordnung einer stationären Massnahme sei abzuwei-

sen. 

 3. Es sei von der Aufhebung der ambulanten psychiatrisch-psychothera-

peutischen Behandlung abzusehen und diese weiterzuführen. 

  Eventualiter: 

  Es sei eine ambulante psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung 

anzuordnen. 

 4. Mein Klient sei unverzüglich aus dem vorzeitigen Massnahmenvollzug 

zu entlassen. 

 5. Es sei meinem Klienten eine Genugtuung in der Höhe von 

Fr. 41'000.00 zuzusprechen. 

 6. Die Verfahrenskosten seien auf die Staatskasse zu nehmen. 

 7. Auf eine Rückforderung der Verfahrenskosten sei zu verzichten." 

b) Der Staatsanwaltschaft: 

 (Urk. 119; sinngemäss) 

 Die Berufung sei abzuweisen und das vorinstanzliche Urteil zu bestätigen. 

-   4   - 

Erwägungen: 

I. Prozessgeschichte 

 1. Mit Urteil des Bezirksgerichts Winterthur vom 21. Juni 2017 wurde festge-

stellt, dass der Antragsgegner objektiv und subjektiv den Tatbestand der mehrfa-

chen Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB erfüllt hat. Aufgrund seiner nicht 

selbstverschuldeten Schuldunfähigkeit wurde von der Ausfällung einer Strafe ab-

gesehen. Die mit Urteil des Bezirksgerichts Horgen vom 28. November 2013 an-

geordnete ambulante Massnahme wurde aufgehoben und stattdessen in Anwen-

dung von Art. 375 Abs. 1 StPO eine stationäre Massnahme im Sinne von Art. 59 

Abs. 1 StGB (Behandlung von psychischen Störungen) angeordnet (Urk. 103 

S. 21). 

 2. Das vorinstanzliche Urteil wurde dem Antragsgegner anlässlich der 

Hauptverhandlung vom 21. Juni 2017 mündlich eröffnet, erläutert und im Disposi-

tiv übergeben und im Übrigen gemäss Mitteilungssatz versandt (Prot. I S. 36). Mit 

Eingabe vom 22. Juni 2017 meldete die Verteidigung fristgerecht die Berufung an 

und stellte zudem ein Gesuch um Gewährung des vorzeitigen Massnahmevoll-

zugs (Urk. 42). Letzterer wurde mit Verfügung des Bezirksgerichts Winterthur vom 

28. Juni 2017 bewilligt (Urk. 60). Das begründete Urteil wurde am 22. August 

2017 zuhanden der Parteien versandt (Urk. 103). Die Haftentlassungsgesuche 

des Antragsgegners vom 28. August 2017, 7. September 2017 sowie vom 

11. September 2017 (Urk. 75; Urk. 86 - 88) wurden allesamt mit Beschluss des 

Bezirksgerichts Winterthur vom 18. September 2017 abgewiesen (Urk. 99). 

 3. Mit Eingabe vom 4. September 2017 (Poststempel) erstattete die Vertei-

digung die Berufungserklärung (Urk. 105). Mit Präsidialverfügung vom 3. Oktober 

2017 wurde der Staatsanwaltschaft sowie der Privatklägerschaft eine Kopie der 

Berufungserklärung zugestellt und Frist angesetzt, um Anschlussberufung zu er-

klären oder einen begründeten Nichteintretensantrag zu stellen (Urk. 113). Mit 

Schreiben vom 9. Oktober 2017 teilte die Staatsanwaltschaft den Verzicht auf die 

-   5   - 

Erhebung einer Anschlussberufung mit (Urk. 119). Die Privatklägerschaft liess 

sich nicht vernehmen (vgl. Urk. 144/4 und 114/5). Die vom Antragsgegner gestell-

ten Haftentlassungsgesuche vom 20. September 2017 und 12. Oktober 2017 

(Urk. 108; Urk. 125) wurden mit Präsidialverfügung vom 17. Oktober 2017 abge-

wiesen (Urk. 126). Gegen die vorgenannte Verfügung erhob der Antragsgegner 

am 30. Oktober 2017 Beschwerde in Strafsachen an das Bundesgericht 

(Urk. 128). Mit Urteil des Bundesgerichts 1B_470/2017 vom 3. November 2017 

wurde auf die Beschwerde des Antragsgegners nicht eingetreten (Urk. 130). Auf 

ein weiteres Haftentlassungsgesuch von Letzterem wurde mit Präsidialverfügung 

vom 14. November 2017 nicht eingetreten (Urk. 136). 

 4. Mit Verfügung des Amtes für Justizvollzug vom 16. November 2017 wurde 

der Antragsgegner im Rahmen des vorzeitigen Massnahmenvollzugs in die Psy-

chiatrische Universitätsklinik Zürich, Zentrum für Stationäre Forensische Therapie 

Rheinau (fortan: PUK Rheinau) eingewiesen (Urk. 140). Mit Präsidialverfügung 

vom 14. Dezember 2017 wurden sodann das Gefängnis Zürich und die PUK 

Rheinau ersucht, einen Vollzugsbericht bzw. einen Behandlungsverlaufsbericht 

einzureichen, welche am hiesigen Gericht am 27. Dezember 2017 (Urk. 143) bzw. 

am 8. Januar 2018 (Urk. 146) eingingen. Das vom Leitenden Staatsanwalt der 

Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl gestellte Gesuch um Erlass des persönlichen Er-

scheinens zur Berufungsverhandlung wurde bewilligt (Urk. 151).  

 5. Anlässlich der Berufungsverhandlung vom 12. Januar 2018 stellte die 

Verteidigung die eingangs erwähnten Anträge. Nachdem der Antragsgegner be-

fragt (Prot. II S. 10 ff.), der Parteivortrag der Verteidigung erstattet wurde 

(Urk. 153) und das Schlusswort des Antragsgegners erging (Prot. II S. 20 f.) er-

weist sich das Verfahren als spruchreif. 

II. Prozessuales 

 Gemäss Art. 402 i.V.m. Art. 437 StPO wird die Rechtskraft des angefochte-

nen Urteils im Umfang der Anfechtung gehemmt. Nachdem die Verteidigung ihre 

Berufung auf die Anordnung der stationären Massnahme bzw. die Aufhebung der 

-   6   - 

zuvor bestehenden ambulanten Massnahme (Dispositivziffern 3 und 4) be-

schränkte (Urk. 105 S. 1 f.), ist mittels Beschluss festzustellen, dass das Urteil 

des Bezirksgerichts Winterthur vom 21. Juni 2017 bezüglich der Dispositivziffern 1 

(Feststellung Tatbegehung), 2 (Feststellung Schuldunfähigkeit), 5 (Kostenfest-

setzung) und 6 (Kostenverteilung) in Rechtskraft erwachsen ist. 

III. Massnahme 

 1. Die Vorinstanz ordnete eine stationäre Massnahme (Behandlung von 

psychischen Störungen) im Sinne von Art. 59 StGB an. Gleichzeitig hob sie die 

mit Urteil des Bezirksgerichts Horgen vom 28. November 2013 angeordnete am-

bulante Massnahme auf und schob den Strafvollzug für die damals ausgespro-

chene Strafe zugunsten der neu angeordneten stationären Massnahme auf 

(Urk. 103 S. 21). Die Verteidigung beantragt indessen die Anordnung einer ambu-

lanten Massnahme bzw. die Weiterführung der vom Bezirksgericht Horgen bereits 

angeordneten ambulanten Massnahme (Urk. 105 S. 1 f.).  

 2. Gemäss Art. 56 Abs. 1 StGB ist eine Massnahme anzuordnen, wenn eine 

Strafe allein nicht geeignet ist, der Gefahr weiterer Straftaten des Täters zu be-

gegnen (lit. a), ein Behandlungsbedürfnis des Täters besteht oder die öffentliche 

Sicherheit dies erfordert (lit. b) und die Voraussetzungen der Art. 59 - 61, 63 oder 

64 StGB erfüllt sind. 

 2.1. Eine stationäre Massnahme zur Behandlung von psychischen Störun-

gen nach Art. 59 Abs. 1 StGB kann vom Gericht dann angeordnet werden, wenn 

der Täter ein Verbrechen oder Vergehen begangen hat, das mit seiner psychi-

schen Störung in Zusammenhang steht (lit. a) und zu erwarten ist, dadurch lasse 

sich die Gefahr weiterer mit seiner psychischen Störung in Zusammenhang ste-

hender Taten begegnen (lit. b). Dabei ist auch entscheidend, dass die von einer 

Massnahme betroffene Person einer Behandlung überhaupt zugänglich ist. Ist ei-

ne Massnahme von vornherein aussichtslos, fällt sie ausser Betracht. Die Rele-

vanz der Frage, inwieweit die Motivation eines Betroffenen eine entscheidende 

Rolle spielen soll, gibt in der Praxis immer wieder Anlass zu Diskussionen. Nach 

-   7   - 

der Praxis des Bundesgerichts muss ein Mindestmass an Kooperation erwartet 

werden können (Urteil des Bundesgerichts 6S.69/2002 vom 7. Mai 2002, E.1.2.). 

Im Einklang mit der forensisch-psychiatrischen Lehre sind an die Therapiewillig-

keit aber nicht allzu strenge Anforderungen zu stellen. Statt der Motivation sollte 

von der betroffenen Person in der Anfangsphase lediglich eine gewisse Motivier-

barkeit verlangt werden (Urteil des Bundesgerichts 6P.73/2006 vom 29. Juni 

2006, E.7.3). Erstes Ziel einer Therapie kann durchaus die Schaffung von Einsicht 

und Therapiewilligkeit darstellen, was gerade auch im Rahmen stationärer Be-

handlungen auch Aussicht auf Erfolg hat. Zu bedenken gilt es, dass eine man-

gelnde Einsicht gerade zum Krankheitsbild vieler Störungen dazu gehört (HEER, 

in: Basler Kommentar, Strafrecht I, 3. Auflage, Basel 2013, N 78 ff. zu Art. 59 

StGB; TRECHSEL/ BORER, in: Trechsel/ Pieth (Hrsg.), Schweizerisches Strafge-

setzbuch, Praxiskommentar, 2. Auflage, Zürich/ St. Gallen 2013, N 9 zu Art. 59 

StGB). 

 2.2. Die Anordnung einer Massnahme setzt voraus, dass der mit ihr verbun-

dene Eingriff in die Persönlichkeitsrechte des Täters im Hinblick auf die Wahr-

scheinlichkeit und Schwere weiterer Straftaten nicht unverhältnismässig ist 

(Art. 56 Abs. 2 StGB). Das Verhältnismässigkeitsprinzip umfasst drei Teilaspekte. 

Demnach bedürfen Massnahmen deren unabdingbaren Notwendigkeit. Eine 

Massnahme muss überdies geeignet sein, bei der betroffenen Person die Legal-

prognose zu verbessern. Schliesslich muss eine vernünftige Relation zwischen 

dem Eingriff in die Freiheitsrechte der betroffenen Person und dem mit dem Ein-

griff angestrebten Ziel bestehen (sog. Verhältnismässigkeit im engeren Sinne). 

Entsprechend muss den Gefahren, die von einem Täter zu befürchten sind, bei 

einer Interessenabwägung grössere Bedeutung zukommen, als der Schwere des 

mit einer Massnahme verbundenen Eingriffs (Urteil des Bundesgerichts 

6B_596/2011 vom 19. Januar 2012, E.3.2.2.). Je schwerer die zu befürchtenden 

Delikte wiegen, desto geringer kann die Wahrscheinlichkeit sein, dass sie began-

gen werden; umgekehrt kann nur eine hohe Wahrscheinlichkeit weniger schwerer 

Taten die freiheitsentziehende Massnahme rechtfertigen (BGE 127 IV 1, E.2a.). 

Aus dem Vorgesagten folgt entsprechend auch, dass für die Beurteilung der Ver-

hältnismässigkeit weniger die Schwere der Anlasstat, als das Ausmass künftiger, 

-   8   - 

allenfalls auch schwererer Taten, massgebend ist (vgl. TRECHSEL/ BORER, a.a.O., 

N 7 zu Art. 56 StGB, mit weiteren Hinweisen). 

 2.3. Beim Entscheid über die Anordnung einer Massnahme stützt sich das 

Gericht auf ein fachärztliches Gutachten (Art. 56 Abs. 3 StGB). Das Gericht ist bei 

der Würdigung eines Gutachtens grundsätzlich frei (Art. 10 Abs. 2 StPO). In Fach-

fragen darf das Gericht jedoch nur dann von den gutachterlichen Feststellungen 

abweichen, wenn gewichtige und zuverlässig begründete Tatsachen oder Indizien 

die Überzeugungskraft des Gutachtens ernstlich erschüttern. Abweichungen von 

gutachterlichen Feststellungen sind eingehend zu begründen (HEER, a.a.O., N 74 

zu Art. 56 StGB, mit weiteren Hinweisen). 

 3. Mit Urteil des Bezirksgerichts Winterthur vom 21. Juni 2017 wurde festge-

stellt, dass der Antragsgegner in objektiver und subjektiver Hinsicht den Tatbe-

stand der mehrfachen Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB erfüllt hat 

(Urk. 103 S. 21), womit Anlasstaten gemäss Art. 59 Abs. 1 lit. a StGB vorliegen. 

Diese Feststellung blieb unangefochten.  

Ebenso liegt eine schwere psychische Störung des Antragsgegners vor, welche 

im Zusammenhang mit der Tatbegehung steht (Art. 59 Abs. 1 lit. a StGB). Das 

psychiatrische Anschlussgutachten vom 1. März 2017 attestiert dem Antragsgeg-

ner eine weiterhin bestehende schizoaffektive Störung gemäss ICD-10, F25 

(Urk. 5/12 S. 20 und 28). Letztere habe zum Zeitpunkt der tatbestandsmässigen 

Drohungshandlungen zu einer schwergradig verminderten - wenn nicht gänzlich 

aufgehobenen - Unrechtseinsichtsfähigkeit sowie einer aufgehobenen Fähigkeit 

zum einsichtsgemässen Handeln geführt (ebenda, S. 22 und 27), womit ein Be-

handlungsbedürfnis im Sinne von Art. 56 Abs. 1 lit. b StGB zu bejahen ist. 

 Die im psychiatrischen Gutachten vom 31. Mai 2013 diagnostizierten 

Suchtmittelabhängigkeitserkrankungen (vgl. Urk. 5/13 S. 40 f.) würden dagegen 

keine akute Gesundheitsproblematik mehr darstellen und könnten als desaktuali-

siert angesehen werden (Urk. 5/12 S. 27). 

-   9   - 

 3.1. Zur Legalprognose äussert sich das psychiatrische Anschlussgutachten 

dahingehend, dass die Gefahr neuerlicher Drohungen bzw. bedrohlich wirkender 

Äusserungen bei weiterhin bestehender psychotischer Gefangenheit als deutlich 

einzustufen sei. Weiter bestünde in deutlichem Mass die Gefahr vom Antrags-

gegner neuerlich begangener personenbezogener aggressiver Handlungen sowie 

in moderatem bis knapp deutlichem Mass die Gefahr einer erneuten Brandstiftung 

(Urk. 5/12 S. 27 f.). 

 Die Basistherapie in der Behandlung einer schizoaffektiven Störung bestehe 

in einem medikamentösen Behandlungsansatz, wie er bereits über die vergange-

nen Jahre wohl während der diversen Klinikaufenthalte, als auch im Rahmen der 

ambulanten Behandlung des Antragsgegners verfolgt worden sei. Gegen ein 

neuerlich ambulant ausgerichtetes Behandlungssetting spreche, dass beim An-

tragsgegner zwischenanamnestisch mehrere Klinikeintritte in einer durch medi-

kamentöse Unzuverlässigkeit provozierten schizoaffektiven Dekompensation be-

gründet gewesen seien. Dies würde für ein stationäres Setting sprechen, wobei 

sich hier jedoch die Frage stelle, inwiefern dieses Setting, im Vergleich zur ambu-

lanten Massnahme, einen Gewinn für die psychische Gesundheitsverfassung des 

Antragsgegners bedeuten würde. Die zwischenzeitlich erfolgten und vielmals über 

mehrere Monate gehenden stationären Behandlungen des Antragsgegners in der 

Psychiatrischen Klinik … in … [Ort] würden ausweisen, dass sich der produktiv-

psychotische Anteil der schizoaffektiven Störung kaum wesentlich habe beein-

flussen lassen. Aus gutachterlicher Warte lasse sich in einem stationären Be-

handlungssetting auch lediglich ein höheres Mass an Rückfallgefahrenprävention 

durch eine bessere Überwachung und Kontrolle des Antragsgegners sehen, hin-

gegen kaum hinsichtlich der Rückfallgefahrenminimierung durch eine nachhaltige 

Beeinflussung der psychischen Gesundheitsbeeinträchtigung. Letztlich müsse es 

der gerichtlichen Würdigung anheimgestellt werden, den Antragsgegner zur Ge-

fahrenabwehr nochmals in ein ambulantes Behandlungssetting einzubinden oder 

aus gefahrenpräventiven Erwägungen heraus den Entscheid zu einer stationären 

Massnahme zu fällen (Urk. 5/12 S. 28 f.).  

-   10   - 

 3.1.1. Dem Verlaufsbericht der PUK Rheinau vom 4. Januar 2018 (Urk. 146) 

kann entnommen werden, dass sich der Antragsgegner trotz der wechselhaft 

ausgeprägten psychopathologischen Symptomatik rasch auf der Sicherheitsstati-

on 59 A2 habe einleben können. Zu Beginn habe er sich in der Patientengruppe 

noch etwas zurückhaltend, aber durchweg angepasst-adäquat verhalten. Mittler-

weile sei er gut integriert und ein akzeptiertes Mitglied in der Patientengemein-

schaft. Im Stationsalltag verhalte er sich weitgehend kooperativ und absprachefä-

hig und nutze das Therapieangebot bis dato meist vollumfänglich. Obwohl der An-

tragsgegner immer wieder unter Druck kommen und dann auch dysphorisch-

gereizt mit sichtlicher psychomotorischer Anspannung reagieren könne, sei es 

bislang zu keinerlei aggressiven Konflikten oder Auseinandersetzungen bzw. Im-

pulsdurchbrüchen gekommen (Urk. 146 S. 1). 

 Im bisherigen Behandlungsverlauf sei die psychische Verfassung des An-

tragsgegners im Längsschnitt durch ein qualitativ und quantitativ wechselhaft 

ausgeprägtes wahnhaft-halluzinatorisches Syndrom geprägt. Dabei umfasse, ne-

ben einzelnen paranoid-bizarr anmutenden Gedankeninhalten, die Kernthematik 

des Wahns die Vorstellung des Antragsgegners, in grosse technische und finan-

zielle Aktionen eingebunden zu sein und hier selbständig zu arbeiten. Er beziehe 

umfassende eigene betriebswirtschaftliche Kenntnisse mit ein und berichte über 

Kontakte zu grossen Schweizer Banken und Unternehmen sowie von umfangrei-

chen Vermögensverhältnissen. Begleitend zu dieser Gedankenwelt komme es bei 

ihm in variierendem Ausmass zu verschiedenen akustischen Halluzinationen, die 

allerdings auch Unschönes, Ungünstiges und Negatives beinhalten und dement-

sprechend zu affektiven Verstimmungen führen könnten. Darüber hinaus gerate 

er im Rahmen dieser intensiven Vorstellungen und gedanklichen Arbeit intermit-

tierend in Situationen, in denen er sich ausgesprochen erschöpft und ausgebrannt 

fühle (Urk. 146 S. 1 f.). 

 Im Zeitverlauf würden sich beim Antragsgegner Intensivierungen und Ab-

schwächungen der beschriebenen Symptomatik zeigen, wobei er zeitweise, in 

Phasen mit mehr Realitätsbezug, durchaus zu einer gewissen Kontrolle bzw. Ab-

grenzung in der Lage zu sein scheine, was im Sinne einer sog. "doppelten Buch-

-   11   - 

führung" zu werten sei. Obwohl von einer Krankheitseinsicht bzw. einem Prob-

lembewusstsein im engeren Sinne gegenwärtig nicht ausgegangen werden kön-

ne, habe der insbesondere zu Behandlungsbeginn bestehende Leidensdruck da-

zu geführt, dass im Einvernehmen mit dem Antragsgegner wiederholt Anpassun-

gen in der medikamentösen Behandlung hätten vorgenommen werden können. 

Dabei habe er entsprechende Wünsche adäquat vorbringen können und habe 

sich in Absprache mit dem Behandlungsteam stets kompromissbereit gezeigt. 

Gleichwohl hätten Kombinationen und auch Hochdosierungen verschiedener an-

tipsychotisch wirksamer Medikamente das wahnhaft-halluzinatorische Syndrom 

bislang nur wenig beeinflusst. Es sei scheinbar lediglich zu einer diskreten Ver-

minderung der Fluktuationen der psychopathologischen Symptomatik gekommen. 

Entsprechend sei eine Optimierung/Intensivierung der Psychopharmakotherapie 

angedacht. Der Antragsgegner erhalte aktuell, jeweils als Tagesdosis, eine Kom-

bination der Antipsychotika Quetiapin (1000 mg), Haloperidol (10 mg) und Ari-

piprazol (30 mg) sowie Diazepam (5 mg) als Fixemdikation. Ergänzend beziehe er 

in Phasen vermehrter Anspannung diverse Reservemedikamente (Urk. 146 S. 2). 

 3.1.2. Aus dem Führungsbericht des Gefängnisses Zürich vom 21. Dezem-

ber 2017 geht hervor, dass sich der Antragsgegner, soweit kontrollierbar, an die 

Hausordnung des Gefängnisses gehalten habe und sein Verhalten gegenüber 

dem Personal anständig und korrekt gewesen sei. Er sei sehr zurückgezogen 

gewesen, habe mit den anderen Mitgefangenen sehr wenig Kontakt gepflegt und 

habe lieber für sich allein sein wollen. Er habe sich seine eigene Welt geschaffen, 

wobei das Aufsichtspersonal ihn habe durch den Tag führen müssen. Da es sein 

Zustand nicht zugelassen habe und er nicht mit den anderen Mitgefangenen habe 

arbeiten wollen, sei er in seiner Zelle beschäftigt worden. Gegen den Antragsgeg-

ner seien weder Disziplinarmassnahmen ausgesprochen noch Rapporte über 

Fehlverhalten verfasst worden. Es habe jedoch eine Aktennotiz gegeben, da, trotz 

Feuerzeugverbot, Feuerzeuge bei ihm gefunden worden seien (Urk. 143 S. 2). 

 3.1.3. Aus den differenzierten und einleuchtenden Folgerungen im psychiat-

rischen Anschlussgutachten vom 1. März 2017 geht hervor, dass aus dem Blick-

winkel des Behandlungsbedürfnisses des Antragsgegners und der Rückfallgefah-

-   12   - 

renminimierung die ambulante und die stationäre Massnahme als gleichwertig 

einzustufen sind. Im Hinblick auf die Rückfallgefahrenprävention hat die stationäre 

Massnahme aufgrund der unmittelbaren Kontrollmöglichkeiten einem ambulanten 

Behandlungssetting dagegen als überlegen zu gelten (vgl. Urk. 5/12 S. 29). In 

Anbetracht dessen, dass der Antragsgegner während laufender ambulanter 

Massnahme delinquierte, kaum Krankheitseinsicht erkennen lässt (Urk. 5/12 

S. 21; Urk. 146 S. 2) und sich seit der letzten Begutachtung im Jahre 2013 

(Urk. 5/13) zudem eine Verschlechterung seiner Unrechtseinsichtsfähigkeit - von 

mittelgradig beeinträchtigt zu kaum mehr vorhanden - eingestellt hat (Urk. 5/12 

S. 22), erscheint die Anordnung einer stationären Massnahme vorab am ehesten 

dazu geeignet, einerseits dem Behandlungsbedürfnis des Antragsgegners, ande-

rerseits aber auch dem bei der Anordnung einer Massnahme zu berücksichtigen-

den Aspekt der Deliktsprävention gleichermassen Rechnung zu tragen (vgl. BGE 

141 IV 236, E.3.7 f.; mit Hinweisen auf HEER, a.a.O., N 1 und N 3 Vor Art. 56 

StGB sowie BGE 124 IV 246), was nachfolgend zu prüfen ist. Für die Durchfüh-

rung der stationären Massnahme kommen bspw. die Forensische Abteilung der 

Psychiatrischen Klinik in Beverin in Graubünden oder diejenige der Psychiatri-

schen Klinik Königsfelden im Kanton Aargau in Frage (Urk. 5/12 S. 30). 

 3.2. Zur möglichen Anordnung einer stationären Massnahme äusserte sich 

der Antragsgegner im Wesentlichen ablehnend. 

 3.2.1. Im Untersuchungsverfahren sowie während des vorinstanzlichen Ver-

fahrens machte er zusammengefasst geltend, dass er Hilfe bzw. Betreuung brau-

che und es auch gewöhnt sei, solche Leistungen in Anspruch zu nehmen 

(Urk. 2/3 S. 10; Urk. 2/4 S. 7; Urk. 5/12 S. 13). Die bisherige ambulante Mass-

nahme habe er als gut empfunden (Urk. 5/12 S. 13). Über die erneute Anordnung 

einer solchen Massnahme könne diskutiert werden (Prot. I S. 26). Die gerichtliche 

Anordnung eines Klinikaufenthalts würde er als kontraproduktiv empfinden, da er 

dadurch auch sein gesamtes Umfeld verlieren würde (Urk. 5/12 S. 13). Er würde 

nur auf freiwilliger Basis in eine Klinik eintreten und dies nur so lange, bis er wis-

se, wo er neu wohnen könne (Urk. 2/4 S.7). 

-   13   - 

 3.2.2. Anlässlich seiner Befragung an der Berufungsverhandlung äusserte 

sich der Antragsgegner zur möglichen Anordnung einer stationären Massnahme 

nach wie vor grundsätzlich ablehnend. Er sei der Ansicht, dass die Anordnung ei-

ner ambulanten Behandlung in Kombination mit betreutem Wohnen genügen 

würde (Prot. II S. 14). In einer forensischen Klinik, in welcher alles so einge-

schränkt sei, wolle er nicht sein (Prot. II S. 15). Er wolle keine stationäre Mass-

nahme, sondern dass man einen für ihn geeigneteren Platz finde, dies in einem 

Wohnheim oder allenfalls in einer Klinik, jedoch auf freiwilliger Basis (Prot. II 

S. 18). Die Auflagen einer ambulanten Massnahme würde er immer einhalten 

(Prot. II S. 20).  

 3.2.3. Das psychiatrische Anschlussgutachten hält zur Therapiewilligkeit des 

Antragsgegners fest, dass auch eine gegen dessen Willen angeordnete stationäre 

Massnahme erfolgsversprechend sei, da er sich trotz fehlender Krankheitseinsicht 

mehrfach stationären Behandlungen in der Psychiatrischen Klinik … unterzogen 

habe, ohne dass aus den einzelnen Behandlungsberichten massive und die Be-

handlung letztlich verunmöglichende Widerstände ersichtlich geworden seien 

(Urk. 5/12 S. 29 f.). Seit Mai 2013 habe er sich, während laufender ambulanter 

Massnahme, für mehr als die Hälfte der Zeit, namentlich für knapp 25 Monate, 

freiwillig in stationärer Behandlung in der Psychiatrischen Klinik … befunden 

(Urk. 5/12 S. 19). 

 3.2.4. Der Verlaufsbericht der PUK Rheinau vom 5. Januar 2018 stützt die 

Einschätzung des psychiatrischen Anschlussgutachtens. Trotz seiner geäusser-

ten Ablehnung gegenüber einer stationären Behandlung, habe sich der Antrags-

gegner rasch im stationären Massnahmenvollzug eingelebt, sei mittlerweile gut in 

der Patientengemeinschaft integriert und nutze das Therapieangebot bis dato 

meist vollumfänglich (Urk. 146 S. 1).  

 3.2.5. Unter Berücksichtigung der Feststellungen im psychiatrischen An-

schlussgutachten (Urk. 5/12), des Verlaufsberichts der PUK Rheinau (Urk. 146) 

sowie der zitierten Lehre und Rechtsprechung (vorstehend, Erw. III.2.1.) ist beim 

Antragsgegner ohne Weiteres von einem Mindestmass an Therapiewilligkeit bzw. 

von einer Motivierbarkeit zur Therapie auszugehen, zumal dieser selbst ausführte, 

-   14   - 

dass er Hilfe bzw. Betreuung benötige, er diese während seines ambulanten 

Massnahmevollzugs freiwillig für geraume Zeit in stationärer Form in Anspruch 

nahm und nun auch im vorzeitigen stationären Massnahmevollzug das Therapie-

angebot meist vollumfänglich nutzt.  

 3.3. Die Massnahmefähigkeit des Antragsgegners wird durch das psychiatri-

sche Anschlussgutachten bejaht. Die Basistherapie für schizoaffektive Störungen 

besteht dabei in einer medikamentösen Behandlung, wie sie beim Antragsgegner 

bereits über die vergangenen Jahre verfolgt wurde und zurzeit angepasst und op-

timiert wird (Urk. 5/12 S. 28; Urk. 146 S. 2). 

 3.4. Nachdem die Erforderlichkeit und die Eignung der Anordnung einer sta-

tionären Massnahme bejaht wurden, ist deren Verhältnismässigkeit im engeren 

Sinn zu überprüfen (Art. 56 Abs. 2 StGB). 

 3.4.1. Bei den vom Antragsgegner begangenen Anlasstaten handelt es sich 

um mehrfache Drohungen im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB. Zur Tatschwere 

und zur Wahrscheinlichkeit zukünftiger zu erwartender Delikte wird im psychiatri-

schen Anschlussgutachten - wie bereits erwähnt - ausgeführt, dass bei weiterhin 

bestehender psychotischer Gefangenheit des Antragsgegners die Wahrschein-

lichkeit von neuerlich allfällig begangenen Drohungen respektive bedrohlich wir-

kenden Äusserungen als deutlich einzustufen sei. Weiter unterliege der Antrags-

gegner auch in deutlichem Mass der Gefahr, personenbezogene aggressive 

Handlungen zu begehen (Urk. 5/12 S. 27 f.), wobei sich das Anschlussgutachten 

nicht über deren konkrete Art oder deren zu erwartende Intensität vernehmen 

lässt. Schliesslich müsse auch die Gefahr für eine neuerlich durch den Antrags-

gegner begangene Brandstiftung als moderat bis knapp deutlich eingestuft wer-

den (ebenda, S. 28). In diesem Zusammenhang ist noch darauf hinzuweisen, 

dass beim Antragsgegner während seiner Zeit im Gefängnis Zürich, trotz eines 

entsprechenden Verbots, Feuerzeuge gefunden worden seien (Urk. 143 S. 2).  

 3.4.2. Die Tatschwere der allfällig vom Antragsgegner zu erwartenden Delik-

te weist ein sehr breites Spektrum auf, wobei mit der Brandstiftung ein Delikt ver-

treten ist, dessen Begehung regelmässig mit sehr grossen Sachschäden und ins-

-   15   - 

besondere mit einer unmittelbaren Lebensgefahr für die davon betroffenen Per-

sonen verbunden ist. Auffällig ist, dass die Gefahr einer erneuten Brandstiftung 

noch als moderat bis knapp deutlich eingestuft wird, obwohl sie keine aktuelle An-

lasstat darstellt. Das psychiatrische Anschlussgutachten führt hierzu aus, dass 

der Antragsgegner einerseits im Jahre 2012 bereits einmal eine Brandstiftung 

verübt habe, und dies trotz damals noch vorhandenen kognitiven Restfunktionen. 

Dass er den Geschädigten B._____ anlässlich der aktuell vorgehaltenen Dro-

hungshandlungen gefragt habe, ob dieser wolle, dass es wieder brenne, weise 

andererseits darauf hin, dass eine enge Verbindung zwischen einer allfälligen 

Brandstiftung als potentieller Problembewältigungsstrategie und psychotischer 

Gefangenheit bestehe. Man könne jedoch nicht von einer Gefahr hinsichtlich einer 

längerfristig geplanten und zielgerichtet umgesetzten Brandstiftung sprechen. Ei-

ne solche ergebe sich vielmehr aus situativen Gegebenheiten bestehend aus 

psychotischem Erleben und momentaner Brandstiftungsmöglichkeit (Urk. 5/12 

S. 28).  

 Diese Einschätzung des Gutachters erweist sich als schlüssig, kohärent und 

überzeugend, weshalb ihr zu folgen ist. Daneben, dass die Gefahr für eine erneu-

te, teilweise sehr schwere, Delinquenz in moderatem bis deutlichem Mass vor-

handen ist, wird die Gefahrenlage zusätzlich dadurch verschärft, dass der An-

tragsgegner zum heutigen Zeitpunkt kaum Krankheitseinsicht und eine schwere 

Beeinträchtigung der Unrechtseinsichtsfähigkeit - wenn nicht eine komplett aufge-

hobene - aufweist (Urk. 5/12 S. 22; Urk. 146 S. 2). Dem Argument der Verteidi-

gung, dass der Antragsgegner keine Krankheitseinsicht haben könne, da ihm be-

treffend seine Störung verschiedene Diagnosen - schizoaffektive bzw. paranoide 

Störung - gestellt worden seien (Urk. 153 S. 2 mit Verweis auf Urk. 51 S. 7), kann 

nicht gefolgt werden. Für den Antragsgegner ist es nicht entscheidend zu wissen, 

an welcher konkreten Ausprägung einer psychischen Störung im Sinne des ICD-

10 er leidet, zumal kaum ein Laie in der Lage sein dürfte, eine von einem Fach-

arzt gestellte Diagnose im Detail nachvollziehen zu können. Krankheitseinsicht 

besteht vielmehr dann, wenn sich eine Person dessen bewusst ist, dass sie über-

haupt von einem Leiden betroffen ist und sich deswegen einer Behandlung unter-

ziehen will. 

-   16   - 

 Hinzu kommt, dass der Antragsgegner aus gutachterlicher Sicht auch in sei-

nen sozialen Kompetenzen als deutlich eingeschränkt einzustufen ist und er als in 

Bereichen wie Wahrnehmung seiner sozialen Realität, seiner beruflichen Leis-

tungsfähigkeit sowie der sozialen Integration und Kommunikation kaum über sta-

bilisierende oder dem psychotischen Erleben entgegenwirkende Ressourcen ver-

fügt. Ebenso verfüge er über ein nur wenig ausgeprägtes adäquates Konfliktma-

nagement. Bei entsprechenden psychotischen Erlebnisinhalten sei er so in diesen 

gefangen, dass sich für ihn in subjektiver Hinsicht die wenig beeinflussbare Kon-

sequenz zur Gegen-/ Notwehr ergebe (Urk. 5/12 S. 25). 

 Schliesslich muss darauf hingewiesen werden, dass der Grund für die zahl-

reichen stationären Klinikeintritte des Antragsgegners gemäss gutachterlicher 

Einschätzung seine medikamentöse Unzuverlässigkeit war, welche wiederum 

dessen schizoaffektive Dekompensation provoziert hat (Urk. 5/12 S. 29). Eine zu-

künftige compliance des Antragsgegners in Bezug auf die Medikamenteneinnah-

me bzw. die Befolgung entsprechender ärztlicher Anweisungen erscheint zudem 

äusserst fraglich, meinte der Antragsgegner doch anlässlich der vorinstanzlichen 

Hauptverhandlung, dass er sich lieber selbst therapieren wolle, da er genügend 

Erfahrungen in dieser Angelegenheit besitze (Prot. I S. 33; vgl. auch Prot. II 

S. 13). Innerhalb des stationären Settings scheint die Medikation und die Optimie-

rung derselben in Absprache mit dem Antragsgegner dagegen zu funktionieren 

(vgl. Urk. 146 S. 2; Prot. II S. 19). 

 Die in diesem Zusammenhang von der Verteidigung vorgebrachte Behaup-

tung, dass der Antragsgegner ab einem gewissen Zeitpunkt die falsche Medikati-

on für seine spezifische psychische Störung erhalten habe, weshalb es möglich-

erweise zu den erneuten Dekompensationen gekommen sei (Urk. 153 S. 4; 

Urk. 51 S. 4 ff.), verfängt dabei nicht. Wenn der Antragsgegner zum damaligen 

Zeitpunkt die ihm verschriebenen Medikamente gar nicht oder nicht richtig einge-

nommen hat, konnten diese gar nicht erst eine Wirkung erzielen. Eine falsche 

Medikation des Antragsgegners ist zudem weder belegt, noch geht eine solche 

aus den Verfahrensakten hervor. Im Rahmen des psychiatrischen Anschlussgut-

achtens wurde die (damals) aktuelle Medikation des Antragsgegners festgehalten 

-   17   - 

(Urk. 5/12 S. 10), wobei Dr. C._____ es thematisiert hätte, wenn die Medikation 

zum damaligen - oder auch zu einem früheren Zeitpunkt - in irgendeiner Weise 

nicht dem Behandlungsbedürfnis des Antragsgegners entsprochen hätte. 

 Auch dafür, dass die ambulante Massnahme bis anhin nicht zweckmässig 

durchgeführt wurde, lassen sich - entgegen der Verteidigung (Urk. 153 S. 4; 

Urk. 51 S. 9) - den Verfahrensakten keine Anhaltspunkte entnehmen. Es ist zu-

dem fraglich, ob vorliegend überhaupt von einer erfolgten ambulanten Behand-

lung des Antragsgegners gesprochen werden kann, befand sich dieser doch wäh-

rend gut zwei Dritteln der Dauer von Mai 2013 bis zu seiner Verhaftung im Okto-

ber 2016 freiwillig in stationärer Behandlung (vgl. Urk. 5/12 S. 15 ff.). 

 3.4.3. Im Übrigen zeigt der bisherige Verlauf des seit dem 20. November 
2017 andauernden vorzeitigen stationären Massnahmenvollzugs, dass das stati-

onäre Setting den Bedürfnissen des Antragsgegners grundsätzlich zu entspre-

chen scheint. Letzterer zeigte sich im Stationsalltag kooperativ und absprachefä-

hig, wirkte bei der Anpassung seiner Medikation mit und nutzte das verfügbare 

Therapieangebot meist vollumfänglich (vgl. zum Ganzen Urk. 146).  

 3.4.4. In Anbetracht der geschilderten Umstände ist im heutigen Zeitpunkt 

dem Interesse, der vom Antragsgegner ausgehenden Gefahr mit einer geeigneten 

Massnahme zu begegnen, grösseres Gewicht beizumessen, als der Schwere des 

mit der Massnahme verbundenen Eingriffs in die Persönlichkeitsrechte des An-

tragsgegners. Die Verhältnismässigkeit im engeren Sinne für die Anordnung einer 

stationären Massnahme ist damit gewahrt.  

 4. Aufgrund der vorstehenden Erwägungen sind die Voraussetzungen für die 

Anordnung einer stationären Massnahme im Sinne von Art. 59 StGB gegeben. 

Diese ist entsprechend anzuordnen, wobei die vom Antragsgegner erstandene 

Haft von 382 Tagen (gerechnet vom 26. Dezember 2016 bis und mit 12. Januar 

2018; der Antragsgegner befindet sich seit dem 20. November 2017 im vorzeiti-

gen stationären Massnahmenvollzug) an die stationäre Massnahme anzurechnen 

sind (vgl. BGE 141 IV 236, Erw. 3.1. ff.). 

-   18   - 

 5. Was die Aufhebung der mit Urteil des Bezirksgerichts Horgen vom 

28. November 2013 angeordneten ambulanten Massnahme betrifft, ist vollum-

fänglich auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz zu verweisen (Urk. 103 

S. 18 f.). Entsprechend ist die vom Bezirksgericht Horgen angeordnete ambulante 

Massnahme aufzuheben und der Vollzug der damals ausgesprochenen Strafe 

zugunsten der neu anzuordnenden stationären Massnahme aufzuschieben. 

IV. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

 Die Kosten des Berufungsverfahrens sind ausgangsgemäss dem Antrags-

gegner aufzuerlegen (Art. 428 Abs. 1 StPO), jedoch in Anbetracht seiner persönli-

chen Verhältnisse und seines gesundheitlichen Zustandes zu erlassen (Art. 425 

StPO). Die im Berufungsverfahren angefallenen Kosten der amtlichen Verteidi-

gung im Betrag von Fr. 6'500.– (inkl. MWST von 8% bis 31. Dezember 2017 so-

wie von 7,7% ab 1. Januar 2018; Urk. 154) sind demgemäss definitiv auf die Ge-

richtskasse zu nehmen (Art. 425 StPO). 

Es wird beschlossen: 

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Winterthur vom 

21. Juni 2017 bezüglich Dispositivziffern 1 (Feststellung Tatbegehung), 

2 (Feststellung Schuldunfähigkeit), 5 (Kostenfestsetzung), 6 (Kostenvertei-

lung) in Rechtskraft erwachsen ist.  

2. Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.  

Es wird erkannt: 

1. Für den Antragsgegner wird eine stationäre Massnahme im Sinne von 

Art. 59 StGB (Behandlung von psychischen Störungen) angeordnet. An die 

stationäre Massnahme werden 382 Tage (26. Dezember 2016 bis und mit 

-   19   - 

12. Januar 2018) als durch Haft und vorzeitigen Massnahmevollzug 

erstanden angerechnet. 

Es wird vorgemerkt, dass sich der Antragsgegner seit dem 20. November 

2017 im vorzeitigen stationären Massnahmevollzug befindet. 

2. Die mit Urteil vom Bezirksgericht Horgen vom 28. November 2013 angeord-

nete ambulante Massnahme wird aufgehoben. 

Der Vollzug der mit dem genannten Urteil ausgefällten Freiheitsstrafe von 

21 Monaten, wovon 1 Tag (16. November 2012) durch Untersuchungshaft 

erstanden ist, wird zugunsten der in Dispositivziffer 1 angeordneten stationä-

ren Massnahme aufgeschoben. 

3. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 2'000.00 ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 6'500.00   amtliche Verteidigung. 

4. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme derjenigen der amtli-

chen Verteidigung, werden dem Antragsgegner auferlegt, jedoch erlassen. 

5. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden definitiv auf die Gerichtskas-

se genommen. 

6. Schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des An-
tragsgegners (vorab per Fax; hernach gegen Empfangsschein); 

− die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl (vorab per Fax; hernach gegen 
Empfangsschein); 

− den Privatklägern B._____ und D._____, beide wohnhaft an der … [Ad-
resse] (je gegen Empfangsschein); 
(Eine begründete Urteilsausfertigung - und nur hinsichtlich ihrer 
eigenen Anträge (Art. 84 Abs. 4 StPO) - wird den Privatklägern nur 
zugestellt, sofern sie dies innert 10 Tagen nach Erhalt des Dispositivs 
verlangen.) 

− den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährung- und Voll-
zugsdienste im Doppel (vorab per Fax; hernach gegen Empfangs-
schein); 

-   20   - 

sowie in vollständiger Ausfertigung an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des An-
tragsgegners; 

− die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl; 
− die Privatkläger B._____ und D._____ (falls verlangt); 

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälli-

ger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz; 
− den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 

Vollzugsdienste; 
− die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A und B; 
− die KOST Zürich mit dem Formular "Löschung des DNA-Profils und 

Vernichtung des ED-Materials" zwecks Bestimmung der Vernichtungs- 
und Löschungsdaten; 

− das Bezirksgericht Horgen (z.H. der Verfahrensakten DG130010). 

7. Rechtsmittel:  

Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesge-

richtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 

-   21   - 

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer 

 
 

Zürich, 12. Januar 2018 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

Oberrichter Dr. Bussmann 
 

Der Gerichtsschreiber: 
 
 
 

lic. iur. Samokec 
 

 

 

	Urteil vom 12. Januar 2018
	 Anklage:
	Urteil der Vorinstanz:
	1. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte A._____ objektiv und subjektiv den Tatbestand der mehrfachen Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB erfüllt hat.
	2. Aufgrund der nicht selbst verschuldeten Schuldunfähigkeit wird von einer Strafe abgesehen.
	3. Es wird eine stationäre Massnahme im Sinne von Art. 59 Abs. 1 StGB (Behandlung von psychischen Störungen) angeordnet. An die stationäre Massnahme werden die vom Beschuldigten erstandene Haft von 178 Tagen (gerechnet vom 26. Dezember 2016 bis und mi...
	4. Die mit Urteil des Bezirksgerichts Horgen vom 28. November 2013 angeordnete ambulante Massnahme wird aufgehoben.
	Der Vollzug der mit dem genannten Urteil ausgefällten Freiheitsstrafe von 21 Monaten, wovon 1 Tag durch Untersuchungshaft erstanden ist, wird zugunsten der in Dispositivziffer 3 angeordneten stationären Massnahme aufgeschoben.
	5. Die Entscheidgebühr fällt ausser Ansatz. Die weiteren Kosten betragen:
	6. Die Kosten des Vorverfahrens (Gebühr Vorverfahren, Auslagen Gutachten) und des gerichtlichen Verfahrens, einschliesslich derjenigen der amtlichen Verteidigung, werden definitiv auf die Gerichtskasse genommen.
	Berufungsanträge:
	Erwägungen:
	I. Prozessgeschichte
	II. Prozessuales
	III. Massnahme
	IV. Kosten- und Entschädigungsfolgen
	Es wird beschlossen:
	1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Winterthur vom 21. Juni 2017 bezüglich Dispositivziffern 1 (Feststellung Tatbegehung), 2 (Feststellung Schuldunfähigkeit), 5 (Kostenfestsetzung), 6 (Kostenverteilung) in Rechtskraft erwachse...
	2. Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.
	Es wird erkannt:
	1. Für den Antragsgegner wird eine stationäre Massnahme im Sinne von Art. 59 StGB (Behandlung von psychischen Störungen) angeordnet. An die stationäre Massnahme werden 382 Tage (26. Dezember 2016 bis und mit 12. Januar 2018) als durch Haft und vorzeit...
	Es wird vorgemerkt, dass sich der Antragsgegner seit dem 20. November 2017 im vorzeitigen stationären Massnahmevollzug befindet.
	2. Die mit Urteil vom Bezirksgericht Horgen vom 28. November 2013 angeordnete ambulante Massnahme wird aufgehoben.
	Der Vollzug der mit dem genannten Urteil ausgefällten Freiheitsstrafe von 21 Monaten, wovon 1 Tag (16. November 2012) durch Untersuchungshaft erstanden ist, wird zugunsten der in Dispositivziffer 1 angeordneten stationären Massnahme aufgeschoben.
	3. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	4. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme derjenigen der amtlichen Verteidigung, werden dem Antragsgegner auferlegt, jedoch erlassen.
	5. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden definitiv auf die Gerichtskasse genommen.
	6. Schriftliche Mitteilung im Dispositiv an
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Antragsgegners (vorab per Fax; hernach gegen Empfangsschein);
	 die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl (vorab per Fax; hernach gegen Empfangsschein);
	 den Privatklägern B._____ und D._____, beide wohnhaft an der … [Adresse] (je gegen Empfangsschein);
	(Eine begründete Urteilsausfertigung - und nur hinsichtlich ihrer eigenen Anträge (Art. 84 Abs. 4 StPO) - wird den Privatklägern nur zugestellt, sofern sie dies innert 10 Tagen nach Erhalt des Dispositivs verlangen.)
	 den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährung- und Vollzugsdienste im Doppel (vorab per Fax; hernach gegen Empfangsschein);
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Antragsgegners;
	 die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl;
	 die Privatkläger B._____ und D._____ (falls verlangt);
	 die Vorinstanz;
	 den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und Vollzugsdienste;
	 die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A und B;
	 die KOST Zürich mit dem Formular "Löschung des DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials" zwecks Bestimmung der Vernichtungs- und Löschungsdaten;
	 das Bezirksgericht Horgen (z.H. der Verfahrensakten DG130010).

	7. Rechtsmittel:
	Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.