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**Case Identifier:** 94d6a344-16b9-572c-9dc0-69549b576ee0
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-09-11
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 11.09.2025 IV 2025/77
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2025-77_2025-09-11.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 1/6

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2025/77

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 09.10.2025

Entscheiddatum: 11.09.2025

Entscheid Versicherungsgericht, 11.09.2025
Art. 22 IVG. Wartezeittaggeld. Massgebende Wartezeiten. Berufsberatung. 
Berufsberaterische Abklärung (Entscheid des Versicherungsgerichts des 
Kantons St. Gallen vom 11. September 2025, IV 2025/77).

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Kanton St.Gallen  
Gerichte 
 
 

 
 
 
 

 
 1/5 

 

 
 
Versicherungsgericht 
Abteilung II 

 

 

 
 
 
 

 Entscheid vom 11. September 2025 

Besetzung  Präsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Karin Huber-Studerus 
und Tanja Petrik-Haltiner; Gerichtsschreiber Tobias Bolt  

   

Geschäftsnr.   IV 2025/77 

   

Parteien 
 

 A.___,  
Beschwerdeführer,  

 
 

  Gegen 

  I V - S t e l l e  d e s  K a n t o n s  S t .  G a l l e n ,  Postfach 368, 
9016 St. Gallen,  

Beschwerdegegnerin,  
 
 

 
  

Gegenstand  Wartezeittaggeld (18.10.2023 – 09.01.2024) 
 
 
 

 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

IV 2025/77 
 

 

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Sachverhalt 
A.  

A.a A.___ meldete sich im März 2023 zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (IV-
act. 52). Die Klinik für Nephrologie des Kantonsspitals St. Gallen hatte am 22. Februar 2023 berichtet 

(IV-act. 63), am 15. Februar 2023 sei eine zweite Nierentransplantation durchgeführt worden. Die 

Grunderkrankung bestehe in einem diarrhoe-assoziierten hämolytisch-urämischen Syndrom. Nach 

einer Würdigung der medizinischen Akten notierte Dr. med. B.___ vom IV-internen regionalen ärztlichen 

Dienst (RAD) am 9. Mai 2023, vorerst bis August 2023 sei von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit 
auszugehen (IV-act. 81).  

A.b Am 30. Juni 2023 teilte der Versicherte der IV-Stelle mit, dass er sich jetzt schon fitter als vor der 
Transplantation fühle; er sei auch nicht mehr krankgeschrieben (IV-act. 83). Nachdem die IV-Stelle 

weitere medizinische Abklärungen getätigt hatte, notierte Dr. B.___ am 13. September 2023, für 

leidensadaptierte Tätigkeiten könne eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit attestiert werden (IV-act. 

111). Am 14. September 2023 notierte ein Berufsberater (IV-act. 112), die angestammte Tätigkeit als 

Arbeitsagoge sei nicht leidensadaptiert. Der Versicherte verfüge aber über sehr gute 

Basiskompetenzen und auch über gute kognitive Ressourcen, sodass sogar ein angepasstes Studium 

möglich sein dürfte. „Wenn es konkreter sein sollte“, sei aus berufsberaterischer Sicht eine 

berufsberaterische Abklärung notwendig. Mit einer Mitteilung vom 18. Oktober 2023 gewährte die IV-

Stelle dem Versicherten eine Berufsberatung (IV-act. 114). 

A.c Am 10. November 2023 führte der Berufsberater ein Gespräch mit dem Versicherten. Er 
berichtete (IV-act. 122), der Versicherte habe angegeben, dass er gerne praktisch und handwerklich 

arbeite. Er möchte eine Umschulung „auf Stufe Lehre“ absolvieren, da „sonst der Einsatz zu hoch“ sei 
(„Gehörentwicklung und kogn.“). Der Berufsberater hielt fest, das Gespräch sei etwas befremdlich 

gewesen, da der Versicherte auf den Termin gedrängt, dann aber doch sehr wenig mitgebracht habe. 

Die Ergebnisse der Berufsberatungstests seien nicht brauchbar; die eigenen Gedanken bewegten sich 

auf einem bescheidenen Niveau. „Die Aussteuerung scheint mehr zu drücken“. Der Entscheid, auf die 

Lehrstufe auszuweichen, sei nicht ganz nachvollziehbar. Kognitiv habe der Versicherte nicht besonders 

stark gewirkt, aber er habe einen sehr beharrlichen Eindruck vermittelt. Er habe angegeben, dass er 

schulisch mit der BMS schon am Anschlag gewesen sei. Zumindest vordergründig sei eine Motivation 

vorhanden, aber angesichts der Vorbildung hätte der Berufsberater mehr erwartet. Man habe sich auf 

eine stationäre Berufsabklärung in der Rehaklinik Bellikon geeinigt. Am 19. Dezember 2023 lud die 

Rehaklinik Bellikon den Versicherten zu einer beruflichen Grundabklärung ab dem 10. Januar 2024 

sowie (provisorisch) zu einer vertieften Abklärung ab dem 7. Februar 2024 ein (IV-act. 124). Mit einer 

Mitteilung vom 27. Dezember 2023 erteilte die IV-Stelle eine Kostengutsprache für eine „vertiefte 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

IV 2025/77 
 

 

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Klärung im Rahmen der Berufsberatung“ (IV-act. 129). Mit einer Verfügung vom 3. Januar 2024 sprach 

sie dem Versicherten mit Wirkung ab dem 10. Januar 2024 ein Taggeld zu (IV-act. 131). 

A.d Am 10. Januar 2025 beantragte der Versicherte die Auszahlung eines Wartezeittaggeldes für die 
Zeit vom 18. Oktober 2023 bis zum 9. Januar 2024 (IV-act. 188). Mit einem Vorbescheid vom 22. Januar 

2025 teilte die IV-Stelle ihm mit (IV-act. 192), dass sie ihm für jenen Zeitraum kein Wartezeittaggeld 
ausrichten werde. Zur Begründung führte sie an, während einer Berufsberatung bestehe kein Anspruch 

auf ein Wartezeittaggeld. Dagegen wandte der Versicherte am 13. Februar 2025 ein, gemäss dem Art. 

18 Abs. 2 IVV entstehe der Anspruch auf ein Taggeld in jenem Zeitpunkt, in dem die IV-Stelle feststelle, 

dass eine Umschulung angezeigt sei, was am 17. oder am 18. Oktober 2023 der Fall gewesen sei (IV-

act. 195). Mit einer Verfügung vom 10. März 2025 wies die IV-Stelle das Begehren um ein 

Wartezeittaggeld für die Zeit vom 18. Oktober 2023 bis zum 9. Januar 2024 ab (IV-act. 203). 

B.  

B.a Am 17. März 2025 erhob der Versicherte (nachfolgend: der Beschwerdeführer) eine Beschwerde 
gegen die Verfügung vom 10. März 2025 (act. G 1). Er beantragte die Ausrichtung eines 

Wartezeittaggeldes für die Zeit ab dem 18. Oktober 2023. Zur Begründung führte er aus, die IV-Stelle 

(nachfolgend: die Beschwerdegegnerin) habe am 17. oder am 18. Oktober 2023 festgestellt, dass ihm 

eine Umschulung gewährt werde. Er reichte einen Auszug aus seiner Akte ein, der die folgende Notiz 

enthielt: „Der Anspruch auf UMS kann gewährt werden gem. Fachberatung vom 18.10.2023 mit duta“ 
(act. G 1.2 = IV-act. 113–7). 

B.b Die Beschwerdegegnerin beantragte am 14 April 2025 die Abweisung der Beschwerde (act. G 
4). Zur Begründung verwies sie auf eine Stellungnahme des Fachbereichs vom 7. April 2025 (act. G 

4.1), in der festgehalten worden war, während der Berufsberatung habe kein Anspruch auf ein 

Wartezeittaggeld bestanden. 

B.c Der Beschwerdeführer hielt am 26. Mai 2025 an seinem Antrag fest (act. G 6). Die 
Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (vgl. act.  G 8). 

Erwägungen 
1.  

Der Zweck dieses Beschwerdeverfahrens erschöpft sich in der Überprüfung der angefochtenen 

Verfügung auf deren Rechtmässigkeit, weshalb sein Gegenstand jenem des vorangegangenen 

Verwaltungsverfahrens entsprechen muss. Dieses hat sich auf die Prüfung eines Begehrens um ein 

Wartezeittaggeld für die Zeit vom 18. Oktober 2023 bis zum 9. Januar 2024 beschränkt, weshalb auch 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

IV 2025/77 
 

 

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in diesem Beschwerdeverfahren ausschliesslich zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer in jenem 

Zeitraum einen Anspruch auf ein Wartezeittaggeld gehabt hat. 

2.  

2.1 Eine versicherte Person hat während der Durchführung von Eingliederungsmassnahmen einen 
Anspruch auf ein Taggeld, wenn sie wegen der Massnahme an wenigstens drei aufeinanderfolgenden 
Tagen verhindert ist, einer Arbeit nachzugehen, oder wenn sie in ihrer Erwerbstätigkeit zu mindestens 

50 Prozent arbeitsunfähig ist (Art. 22 Abs. 1 IVG). Gemäss dem Art. 22bis Abs. 7 lit. b IVG in Verbindung 

mit dem Art. 18 Abs. 1 IVV besteht auch während der Wartezeit ein Anspruch auf ein Taggeld, wenn 

die versicherte Person zu mindestens 50 Prozent arbeitsunfähig ist und auf den Beginn einer 

Umschulung warten muss. Der Anspruch entsteht gemäss dem Art. 18 Abs. 2 IVV im Zeitpunkt, in dem 

die IV-Stelle feststellt, dass eine Umschulung angezeigt ist. Massgebend ist, dass die versicherte 

Person auf den Beginn einer Eingliederungsmassnahme warten muss; während einer noch laufenden 

Abklärung im Hinblick auf eine bestimmte Eingliederungsmassnahme besteht noch kein 

Wartezeittaggeldanspruch (vgl. etwa ZAK 1991 179 f.).  

2.2 Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer am 18. Oktober 2023 eine Berufsberatung 
gewährt, nachdem sie gestützt auf eine Stellungnahme eines Berufsberaters vom 14. September 2023 

festgestellt hatte, dass der Beschwerdeführer einen Anspruch auf eine Umschulung haben dürfte. Eine 

vorgängige Berufsberatung ist notwendig gewesen, weil damals nicht festgestanden hat, welche 
Umschulung konkret in Frage komme. Der Berufsberater hat im November 2023 ein Gespräch mit dem 

Beschwerdeführer geführt und in der Folge eine vertiefte berufsberaterische Abklärung in einem 

stationären Rahmen empfohlen, das ab dem 10. Januar 2024 durchgeführt worden ist. In der Zeit vom 

18. Oktober 2023 bis zum 9. Januar 2024 hat der Beschwerdeführer also nicht etwa im Sinne des Art. 

18 IVV auf eine bestimmte Umschulung gewartet, denn in jener Zeit hat noch nicht festgestanden, auf 

welche konkrete Umschulung er einen Anspruch haben würde. Die Beschwerdegegnerin hat sein 

Begehren um ein Wartezeittaggeld für den Zeitraum vom 18. Oktober 2023 bis zum 9. Januar 2024 

folglich zu Recht abgewiesen. 

2.3 Weshalb die Beschwerdegegnerin allerdings einen allfälligen Anspruch auf ein reguläres Taggeld 
während der Berufsberatung nicht geprüft hat, ist nicht einzusehen, denn gestützt auf den Art. 22 Abs. 

1 lit. b IVG dürfte ein solcher Anspruch bestanden haben, falls der Beschwerdeführer in jener Zeit als 

Arbeitsagoge zu mindestens 50 Prozent arbeitsunfähig gewesen sein sollte. Der Anspruch auf ein 

reguläres Taggeld für die Zeit vom 18. Oktober 2023 bis zum 9. Januar 2024 gehört jedoch nicht zum 

Gegenstand dieses Beschwerdeverfahrens, weshalb die Frage nach einem allfälligen Anspruch auf ein 
reguläres Taggeld hier nicht zu beantworten ist.  

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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3.  

Die Beschwerde ist abzuweisen. Die angesichts des im Vergleich zu einem Rentenfall 

unterdurchschnittlichen Verfahrensaufwandes auf 300 Franken festzusetzenden Gerichtskosten sind 

dem Beschwerdeführer aufzuerlegen. 

Entscheid 
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP  

1.  
Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  
Der Beschwerdeführer hat die Gerichtskosten von 300 Franken zu bezahlen; diese Forderung wird mit 

dem im Verfahren IV 2025/49 geleisteten Kostenvorschuss von 600 Franken verrechnet. 

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	Entscheid Versicherungsgericht, 11.09.2025
	Art. 22 IVG. Wartezeittaggeld. Massgebende Wartezeiten. Berufsberatung. Berufsberaterische Abklärung (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 11. September 2025, IV 2025/77).

		2026-01-28T04:09:42+0100
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