# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ebd9f634-98af-58d9-a3d0-29903df943af
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-01-10
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 10.01.2023 D-6089/2022
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-6089-2022_2023-01-10.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-6089/2022 

law/blp 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 0 .  J a n u a r  2 0 2 3  

Besetzung 
 Einzelrichter Walter Lang, 

mit Zustimmung von Richter Grégory Sauder; 

Gerichtsschreiber Patrick Blumer. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

B._______, geboren am (…), 

C._______, geboren am (…), 

Iran, 

(…), 

Beschwerdeführende, 

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung 

(Dublin-Verfahren); 

Verfügung des SEM vom 21. Dezember 2022 / N (…). 

 

 

 

D-6089/2022 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass die Beschwerdeführenden am 12. September 2022 in der Schweiz 

um Asyl nachsuchten, 

dass sie am 21. September 2022 die ihr zugewiesene Rechtsvertretung 

mandatierten, 

dass das SEM mit Verfügung vom 21. Dezember 2022 – eröffnet am 

22. Dezember 2022 – in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG 

(SR 142.31) auf das Asylgesuch nicht eintrat, die Wegweisung aus der 

Schweiz nach Italien anordnete und die Beschwerdeführenden aufforderte, 

die Schweiz spätestens am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu ver-

lassen, 

dass es gleichzeitig feststellte, einer allfälligen Beschwerde gegen den Ent-

scheid komme keine aufschiebende Wirkung zu, und die Aushändigung 

der editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis an die Beschwer-

deführenden verfügte, 

dass ihre Rechtsvertretung am 22. Dezember 2022 das Mandatsverhältnis 

als beendet erklärte, 

dass die Beschwerdeführenden mit Eingabe vom 29. Dezember 2022 ge-

gen diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde 

erhoben und dabei beantragten, die Verfügung des SEM sei aufzuheben 

und das SEM sei anzuweisen, seine Pflicht oder sein Recht zum Selbst-

eintritt auszuüben und sich für vorliegendes Asylverfahren für zuständig zu 

erklären, eventualiter sei die Verfügung aufzuheben und die Sache zu wei-

teren Sachverhaltsabklärungen an das SEM zurückzuweisen, 

dass sie ferner in verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragten, es sei im 

Sinne vorsorglicher Massnahmen die aufschiebende Wirkung zu erteilen 

und die Vollzugsbehörden seien anzuweisen, von einer Überstellung nach 

Italien abzusehen, bis das Bundesverwaltungsgericht über die vorliegende 

Beschwerde entschieden habe, es sei auf die Erhebung eines Kostenvor-

schusses zu verzichten und die unentgeltliche Prozessführung zu gewäh-

ren, 

dass der Instruktionsrichter den Vollzug der Wegweisung mit Zwischenver-

fügung vom 30. Dezember 2022 gestützt auf Art. 56 VwVG per sofort einst-

weilen aussetzen liess, 

D-6089/2022 

Seite 3 

und zieht in Erwägung, 

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls – in der Re-

gel und auch vorliegend – endgültig über Beschwerden gegen Verfügun-

gen (Art. 5 VwVG) des SEM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31‒33 

VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG), 

dass die Beschwerdeführenden am Verfahren vor der Vorinstanz teilge-

nommen haben, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt 

sind, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise 

Änderung haben und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert 

sind (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), 

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu-

treten ist (Art. 108 Abs. 3 AsylG; Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und 

Art. 52 Abs. 1 VwVG), 

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters entschieden wird 

(Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich, wie nachfolgend aufgezeigt wird, um 

eine solche handelt, weshalb das Urteil nur summarisch zu begründen ist 

(Art. 111a Abs. 2 AsylG), 

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf einen Schriftenwechsel ver-

zichtet wurde, 

dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), 

dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asylsu-

chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des 

Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a 

Abs. 1 Bst. b AsylG), 

dass diesbezüglich die Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen 

Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien 

und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung ei-

nes von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mit-

gliedstaat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist, 

(nachfolgend: Dublin-III-VO) zur Anwendung kommt, 

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Seite 4 

dass gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO jeder Asylantrag von einem einzi-

gen Mitgliedstaat geprüft wird, der nach den Kriterien des Kapitels III 

(Art. 8–15 Dublin-III-VO) als zuständiger Staat bestimmt wird (vgl. auch 

Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO), 

dass gestützt auf das Ergebnis des Abgleichs der Fingerabdrücke (Euro-

dac-Datenbank) feststeht, dass A._______ (nachfolgend: Beschwerdefüh-

rer) am (…) in Italien illegal in das Hoheitsgebiet der Dublin-Staaten ein-

reiste, 

dass bei seiner Ehefrau, B._______ (nachfolgend: Beschwerdeführerin) 

der Abgleich der Fingerabdrücke (Eurodac-Datenbank) aufgrund der 

schlechten Qualität ohne Ergebnis blieb, sie jedoch anlässlich des Dublin-

Gesprächs bestätigte, die gesamte Reise vom Iran in die Schweiz mit ih-

rem Ehemann und ihrem Kind unternommen zu haben (vgl. SEM act. […]-

23/3), 

dass das SEM am 6. Oktober 2022 die italienischen Behörden um Über-

nahme der Beschwerdeführenden im Sinne von Art. 13 Abs. 1 Dublin-III-

VO ersuchte, 

dass diese das Übernahmeersuchen innert der in Art. 25 Abs. 1 Dublin-III-

VO vorgesehenen Frist unbeantwortet liessen, womit sie die Zuständigkeit 

Italiens implizit anerkannten (Art. 25 Abs. 2 Dublin-III-VO), 

dass die italienischen Behörden überdies am 19. Dezember 2022 dem 

Übernahmeersuchen nachträglich explizit zustimmten, 

dass sie in dieser nachträglichen Zustimmung nebst Erwähnung der ein-

zelnen Familienmitglieder zudem bestätigten, dass die Beschwerdeführen-

den in einer dem Alter ihres Kindes gerechten Unterkunft des italienischen 

Zweitaufnahmesystems (SAI) unter Wahrung der Familieneinheit unterge-

bracht würden und mitteilten, dass die Überstellung der Beschwerdefüh-

renden über den Flughafen Mailand zu erfolgen habe, 

dass die Zuständigkeit Italiens somit gegeben ist und ihnen, soweit sie 

sinngemäss geltend machen, sie hätten nicht in Italien, sondern in der 

Schweiz ein Asylgesuch stellen wollen, entgegenzuhalten ist, dass die 

Dublin-III-VO den Schutzsuchenden kein Recht einräumt, den ihren Antrag 

prüfenden Staat selber auszuwählen (vgl. BVGE 2010/45 E. 8.3), 

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Seite 5 

dass das Bundesverwaltungsgericht in ständiger Rechtsprechung davon 

ausgeht, dass das italienische Asylverfahren und die Aufnahmebedingun-

gen für Asylsuchende – trotz punktueller Schwachstellen – keine systemi-

schen Mängel aufweisen, die die Gefahr einer unmenschlichen oder ent-

würdigenden Behandlung im Sinne des Artikels 4 der Charta der Grund-

rechte der Europäischen Union (2012/C 326/02, nachfolgend: EU-Grund-

rechtecharta) mit sich bringen würden (vgl. die Referenzurteile des BVGer 

D-4235/2021 vom 19. April 2022 E. 10, F-6330/2020 vom 18. Oktober 

2021 E. 9.1 und E-962/2019 vom 17. Dezember 2019 E. 6.3), 

dass daran auch der Hinweis in der Beschwerde auf zwei Urteil deutscher 

Gerichte und entgegen der Einschätzung der Beschwerdeführenden und 

der Schweizerischen Flüchtlingshilfe (SFH, vgl. die in der Beschwerde zi-

tierten Berichte vom 25. April 2022 und 6. Mai 2022 und die diesbezügli-

chen Beschwerdevorbringen), nichts ändert, zumal die italienischen Behör-

den im vorliegenden Fall volle Kenntnis der genannten Familienkonstella-

tion haben und explizit das ausgefüllte Formular «nucleo familiare» über-

mittelt haben (vgl. SEM act. […]-41/1), 

dass unter diesen Umständen die Anwendung von Art. 3 Abs. 2 Dub-

lin-III-VO nicht gerechtfertigt ist, 

dass die Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung zudem zu Recht da-

rauf hinweist, dass die Schwester der Beschwerdeführerin nicht als Fami-

lienangehörige im Sinne von Art. 2 Bst. g Dublin-III-VO gilt und sich aus 

ihrer möglichen Anwesenheit hierzulande keine Zuständigkeit der Schweiz 

ableiten lässt, 

dass jeder Mitgliedstaat abweichend von Art. 3 Abs. 1 beschliessen kann, 

einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen gestell-

ten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch wenn er nach den in 

dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die Prüfung zuständig ist 

(Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO), 

dass dieses sogenannte Selbsteintrittsrecht im Landesrecht durch Art. 29a 

Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311) 

konkretisiert wird und das SEM das Asylgesuch gemäss dieser Bestim-

mung «aus humanitären Gründen» auch dann behandeln kann, wenn da-

für gemäss Dublin-III-VO ein anderer Staat zuständig wäre, 

dass die Beschwerdeführenden mit ihren Vorbringen, sie in Italien nicht in 

Sicherheit gewesen seien, sie befürchten würden, niemand fühle sich in 

http://links.weblaw.ch/

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Seite 6 

Italien für sie zuständig, sie aufgrund ihrer gesundheitlichen Situation zu 

unterstützen, sie zudem die Kosten für die Medikamente und auch für die 

Behandlungen bereits nach wenigen Monaten selbst tragen müssten, und 

sie im Zuge des Ukraine-Kriegs als Dublin-Rückkehrende ohne Unterkunft 

bleiben würden, implizit die Anwendung von Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-VO 

respektive Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 fordern, 

dass Italien Signatarstaat der EMRK, des Übereinkommens vom 10. De-

zember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder er-

niedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und des Abkommens 

vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, 

SR 0.142.30) sowie des Zusatzprotokolls der FK vom 31. Januar 1967 

(SR 0.142.301) ist und seinen diesbezüglichen völkerrechtlichen Verpflich-

tungen nachkommt, 

dass auch davon ausgegangen werden darf, Italien anerkenne und 

schütze die Rechte, die sich für Schutzsuchende aus den Richtlinien des 

Europäischen Parlaments und des Rates 2013/32/EU vom 26. Juni 2013 

zu gemeinsamen Verfahren für die Zuerkennung und Aberkennung des in-

ternationalen Schutzes (Verfahrensrichtlinie) sowie 2013/33/EU vom 

26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die Aufnahme von Personen, 

die internationalen Schutz beantragen (Aufnahmerichtlinie) ergeben, 

dass an dieser Einschätzung entgegen der in der Beschwerde formulierten 

Befürchtungen weder der Umstand, dass Italien zahlreiche Flüchtlinge aus 

der Ukraine aufgenommen hat, noch der Wahlsieg der rechtsnationalisti-

schen Parteien etwas ändert (vgl. Urteil des BVGer D-5266/2022 vom 

22. November 2022 E. 5.5), 

dass die Vermutung, wonach Italien seinen völkerrechtlichen Verpflichtun-

gen nachkomme, durch konkrete und erhebliche Vorbringen im Einzelfall 

erschüttert werden kann (vgl. Referenzurteil E-962/2019 vom 17. Dezem-

ber 2019 E. 5; BVGE 2011/9 E. 6, 2010/45 E. 7.5 m.w.H.), 

dass das SEM in der angefochtenen Verfügung zu Recht festhält, eine 

zwangsweise Rückweisung von Personen mit gesundheitlichen Problemen 

könne nur ganz ausnahmsweise einen Verstoss gegen Art. 3 EMRK dar-

stellen, wenn die betroffene Person sich in einem fortgeschrittenen oder 

terminalen Krankheitsstadium und bereits in Todesnähe befindet, nach ei-

ner Überstellung mit dem sicheren Tod rechnen müsste und keinerlei sozi-

ale Unterstützung erwarten könnte (vgl. BVGE 2011/9 E. 7 mit Hinweisen 

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Seite 7 

auf die damalige Praxis des Europäischen Gerichtshofs für Menschen-

rechte [EGMR]), 

dass eine weitere vom EGMR definierte Konstellation Schwerkranke be-

trifft, die durch die Abschiebung – mangels angemessener medizinischer 

Behandlung im Zielstaat – mit einem realen Risiko konfrontiert würden, ei-

ner ernsten, raschen und unwiederbringlichen Verschlechterung ihres Ge-

sundheitszustands ausgesetzt zu werden, die zu intensivem Leiden oder 

einer erheblichen Verkürzung der Lebenserwartung führen würde (vgl. Ur-

teil des EGMR Paposhvili gegen Belgien 13. Dezember 2016, Grosse 

Kammer 41738/10, §§ 180–193 m.w.H.), 

dass die gesundheitlichen Probleme des Beschwerdeführers – diagnosti-

zierte sonstige und nicht näher bezeichnete Gastroenteritis (Magen-Darm-

Grippe, Anmerkung BVGer) und Kolitis (Darmentzündung, Anmerkung 

BVGer) infektiösen und nicht näher bezeichneten Ursprungs, Nieren- und 

Ureterstein sowie Vitamin-D-Mangel (vgl. SEM act. […]-37/3) – und der Be-

schwerdeführerin – diagnostizierter Verdacht auf Anpassungsstörungen, 

reaktive Depression und sonstige nicht näher bezeichnete unregelmässige 

Menstruation (vgl. SEM act. […]-35/3) – nicht von einer derartigen Schwere 

sind, dass aus völkerrechtlichen Gründen von einer Überstellung nach Ita-

lien abgesehen werden müsste, zumal Italien über eine für die Behandlung 

der gesundheitlichen Probleme der Beschwerdeführenden ausreichende 

medizinische Infrastruktur verfügt (vgl. das Referenzurteil des BVGer  

D-2846/2020 vom 16. Juli 2020 E. 6.2.1 m.w.H.), und keine Hinweise vor-

liegen, Italien würde ihnen eine adäquate medizinische Behandlung ver-

weigern, 

dass es sich beim Kind der Beschwerdeführenden gemäss Arztbericht der 

Pädiatrie im Stadtspital (..) vom 30. November 2022 um ein gesundes Kind 

handle, welchem lediglich die Abgabe von Vitamin-D sowie Impfungen ge-

mäss Nachholschema zur weiteren Therapie empfohlen worden ist (vgl. 

SEM act. […]-40/6), 

dass der Zugang für asylsuchende Personen zum italienischen Gesund-

heitssystem über die Notversorgung hinaus grundsätzlich gewährleistet ist 

(vgl. Urteil des BVGer F-3493/2021 vom 8. Dezember 2021 E. 8.5; Refe-

renzurteil des BVGer E-962/2019 vom 17. Dezember 2019 E. 6.2.7), 

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Seite 8 

dass der rechtserhebliche Sachverhalt hinsichtlich der gesundheitlichen 

Probleme der Beschwerdeführenden hinreichend erstellt ist und sich dies-

bezüglich – entgegen der in der Beschwerde vertretenen Auffassung – 

keine weiteren – in der Beschwerde ohnehin nicht weiter substantiierten –

Abklärungen aufdrängen, 

dass im Übrigen die mit der Überstellung nach Italien beauftragte Behörde 

gehalten ist, den medizinischen Umständen bei der Bestimmung der kon-

kreten Modalitäten der Überstellung der Beschwerdeführenden Rechnung 

tragen und die italienischen Behörden vorgängig in geeigneter Weise über 

die spezifischen medizinischen Umstände informieren werden (Art. 31 f. 

Dublin-III-VO), und dies vorliegend geschehen ist, sind doch die Hauptdia-

gnosen, dies unter Hinweis auf die sonstige und nicht näher bezeichnete 

Gastroenteritis und Kolitis infektiösen und nicht näher bezeichneten Ur-

sprungs, auf den Nieren- und Ureterstein beim Beschwerdeführer, sowie 

auf den Verdacht auf Anpassungsstörungen – reaktive Depression sowie 

sonstige nicht näher bezeichnete unregelmässige Menstruation bei der Be-

schwerdeführerin, bei den Überstellungsmodalitäten aufgeführt (vgl. SEM 

act. […]-47/1), 

dass ergänzend festzuhalten ist, dass nach Rechtsprechung des Bundes-

gerichts und des Bundesverwaltungsgerichts Suizidalität kein Vollzugshin-

dernis darstellt (vgl. Urteil des BGer 2C_856/2015 vom 10. Oktober 2015 

E. 3.2.1; Urteil des BVGer E-5571/2021 vom 6. Januar 2022 E. 8.5.4 mit 

Hinweis auf Urteile des BVGer E-1770/2021 vom 29. April 2021 E. 10.1 

und F-21/2021 vom 25. Februar 2021 E. 9.2), die Beschwerdeführenden 

dies in der Beschwerde erstmals andeuten, wohingegen dem ärztlichen 

Kurzbericht vom (…) kein Hinweis auf eine aktuelle Suizidalität zu entneh-

men ist (vgl. SEM act. […]-38/3), 

dass sich zusammenfassend ergibt, dass die Beschwerdeführenden kein 

konkretes und ernsthaftes Risiko dargetan haben, die italienischen Behör-

den würden sich weigern sie aufzunehmen und ihren Antrag auf internati-

onalen Schutz zu prüfen, und auch nichts darauf hindeutet, das Land 

werde in ihrem Fall den Grundsatz des Non-Refoulement missachten und 

sie zur Ausreise in ein Land zwingen, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre 

Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in 

dem sie Gefahr laufen würden, zur Ausreise in ein solches Land gezwun-

gen zu werden, 

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Seite 9 

dass die Schweiz somit völkerrechtlich nicht verpflichtet ist, von ihrem 

Selbsteintrittsrecht nach Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO Gebrauch zu 

machen und sich für die Behandlung des Asyl- und Wegweisungsverfah-

rens der Beschwerdeführenden für zuständig zu erklären, 

dass dem SEM bei der Anwendung von Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts Ermessen zukommt (vgl. BVGE 

2015/9 E. 7 f.) und den Akten keine Hinweise auf eine gesetzeswidrige Er-

messensausübung (vgl. Art. 106 Abs. 1 Bst. a AsylG) durch die Vorinstanz 

zu entnehmen sind, 

dass sich das Bundesverwaltungsgericht unter diesen Umständen weiterer 

Ausführungen zur Frage eines Selbsteintritts aus humanitären Gründen 

enthält, 

dass im Übrigen auf die zutreffenden Erwägungen des SEM in der ange-

fochtenen Verfügung zu verweisen ist, 

dass das SEM demnach zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b 

AsylG auf das Asylgesuch der Beschwerdeführenden nicht eingetreten ist 

und – weil sie nicht im Besitz einer gültigen Aufenthalts- oder Niederlas-

sungsbewilligung sind – in Anwendung von Art. 44 AsylG die Überstellung 

nach Italien angeordnet hat (Art. 32 Bst. a AsylV 1), 

dass unter diesen Umständen allfällige Vollzugshindernisse gemäss 

Art. 83 Abs. 3 und 4 AIG (SR 142.20) nicht mehr zu prüfen sind, da das 

Fehlen von Überstellungshindernissen bereits Voraussetzung des Nicht-

eintretensentscheides gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG ist (vgl. BVGE 

2015/18 E. 5.2 m.w.H.), 

dass die Beschwerde aus diesen Gründen abzuweisen ist, 

dass das Beschwerdeverfahren mit vorliegendem Urteil abgeschlossen ist, 

weshalb sich der Antrag auf Erteilung der aufschiebenden Wirkung sowie 

das Gesuch um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses als 

gegenstandslos erweisen, 

dass der am 30. Dezember 2022 angeordnete, vorsorgliche Vollzugsstopp 

mit dem vorliegenden Urteil dahinfällt, 

dass das mit der Beschwerde gestellte Gesuch um Gewährung der unent-

geltlichen Prozessführung abzuweisen ist, da die Begehren – wie sich aus 

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Seite 10 

den vorstehenden Erwägungen ergibt – als aussichtlos zu bezeichnen wa-

ren, weshalb die Voraussetzungen von Art. 65 Abs. 1 VwVG nicht erfüllt 

sind, 

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 750.– (Art. 1‒

3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädi-

gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) den 

Beschwerdeführenden aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG). 

(Dispositiv nächste Seite)  

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Seite 11 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird ab-

gewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden den Beschwerdeführenden 

auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zuguns-

ten der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das SEM und die kanto-

nale Migrationsbehörde. 

 

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Walter Lang Patrick Blumer