# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4650dfc9-f081-5491-934a-80491e3e6696
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-04-20
**Language:** de
**Title:** Gutheissung. Verschlechterung bei Rentenrevision. Die verbleibende Restarbeitsfähigkeit von max. 40 % unterliegt vielen Einschränkungen und ist bei der 60jährigen Versicherten auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nicht verwertbar.
**Docket/Reference:** IV.2014.00551
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2014.00551.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2014.00551
I. Kammer
Sozialversicherungsrichterin Grünig, Vorsitzende
Sozialversicherungsrichterin Maurer Reiter
Ersatzrichter Wilhelm
Gerichtsschreiberin Naef
Urteil
vom
20. April 2015
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
vertreten durch
Y.___
Beratungsstelle für Ausländer
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
weitere Verfahrensbeteiligte:
Pensionskasse
Z
.___
Beigeladene
Sachverhalt:
1.
1.1
X.___
, geboren
am
1.
August 1953,
war von 1989 bis 2003 als Restaurantmitarbeiterin in einem
Z.___
-Restaurant tätig.
Ab 1
9.
Mai 2003 wurde sie arbeitsunfähig geschrieben.
Am 1
5.
Juni 2004 meldete sie sich bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung wegen
verschiedene
r
Leiden
zur Berufs
beratung,
zur
Wiedereinschulung in die bisherige Tätigkeit und zum Rentenbe
zug an (
Urk.
8/3).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, nahm
daraufhin
erwerbliche und medizinische Abklärungen vor (
Urk.
8/11,
Urk.
8/12,
Urk.
8/13,
Urk.
8/14,
Urk.
8/17,
Urk.
8/19). Mit Verfügung vom 2
7.
Oktober 2004 verneinte
sie
einen Leistungsanspruch (
Urk.
8/21),
was sie im Einspracheentscheid
vom
2
1.
Januar 2005
bestätigte
(
Urk.
8/35).
Das
Sozialver
sicherungsgericht
des Kantons Zürich
wies
mit Urteil vom 2
8.
Dezember 2005
die
Sache zur Vornahme weiterer Abklärungen und neue
r
Entscheidung
über das Leistungsbegehren
an die IV-Stelle
zurück
(
Verfahren Nr. IV.2005.00248,
Urk.
8/48).
Die IV-Stelle nahm weitere
medizinische Abklärungen
vor
(
Urk.
8/53
,
Urk.
8/84,
Urk.
8/93)
, insbesondere gab sie bei der
A.___
ein polydisziplinäres Gutachten in Auftrag, welches am 2
1.
September 2007 erstattet wurde (
Urk.
8/67). Sie sprach der
Versicherten mit Verfügung vom 1
7.
Juni 2009 ab dem
1.
Februar 2006 basierend auf einem Invaliditätsgrad von 46
%
eine Viertelsrente zu (
Urk.
8/105).
Die am 1
5.
Juli 2009 hiergegen erhobene Beschwerde
der Versicherten
(
Urk.
8/109) wurde mit Urteil des Sozialversicherungsgerichts
des Kantons Zürich
vom 3
1.
August 2010
und der Festsetzung eines Invaliditätsgrads von 40
%
abgewiesen (
Verfahren Nr. IV.2009.00694,
Urk.
8/116).
Mit Urteil vom
5.
Januar 2011 wies das Bun
desgericht die von der Versicherten am
8.
November 2010
hiergegen
erhobene Beschwerde (
Urk.
8/119)
ebenfalls
ab, soweit es auf diese eintrat (
Urk.
8/124).
1.2
Im Dezember 2010 leitete die IV-Stelle von Amtes wegen eine Rentenrevision ein (
Urk.
8/122). Nach der Vornahme von erwerblichen und medizinischen Abklärungen (
Urk.
8/123,
Urk.
8/125,
Urk.
8/126,
Urk.
8/127) teilte die IV-Stelle der
Versicherten am 2
8.
März 2011 mit, dass weiterhin Anspruch auf die bishe
rige Viertelsrente bestehe (
Urk.
8/129). Die Versicherte liess am 2
9.
April 2011 mitteilen, dass sie damit nicht einverstanden sei
(
Urk.
8/130)
. Daraufhin hielt die IV-Stelle mit Verfügung vom 1
8.
Mai 2011 einen Anspruch auf eine Vier
tels
rente fest (
Urk.
8/132), wogegen die Versicherte am 1
7.
Juni 2011 Be
schwer
de erheben liess (
Urk.
8/135/3-5).
Mit Urteil
des Sozialversicherungs
gerichts
vom 2
8.
März 2013 wurde die Beschwerde aufgrund des von der IV-Stelle nicht durchgeführten Vorbescheidverfahrens in dem Sinne gutgeheissen, dass die
Sache zur Durchführung des Vorbescheidverfahrens und
zu
anschlies
send neue
m
Entsch
eid zurückgewiesen wurde (
Verfahren Nr. IV.2011.00686,
Urk.
8/148/1-8). Die IV-Stelle tätigte nach der Rückweisung der Sache weitere medizinische Abklärungen, insbesondere liess sie die Versicherte durch den Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD)
orthopädisch-psychiatrisch
abklären (
Urk.
8/163,
Urk.
8/164). Mit Vorbescheid vom 2
2.
Januar 2014 ging die IV-Stelle von
einer Verschlechterung des Gesundheitszustands seit Februar 2011
aus. Sie
hielt fest, es liege ein
Invaliditätsgrad von 59
%
vor, wesha
lb
ab dem
1.
Mai 2011 ein Anspruch auf eine halbe Invalidenrente
bestehe
(
Urk.
8/173). Am 2
4.
Februar 2014 erhob die Versicherte hiergegen Einwand (
Urk.
8/179)
. Am 2
4.
April 2014 verfügte die IV-Stelle im Sinne ihres Vorbescheids, wobei sie nun von einem Invaliditätsgrad von 54
%
ausging (
Urk.
2).
2.
Gegen diese Verfügung
liess die Versicherte, vertreten durch
Milosav
Milanovic, am 2
3.
Mai 2014 Beschwerde erheben und beantragen, es sei ihr ab dem
1.
Mai 2011 eine ganze Invalidenrente auszurichten. Zudem
liess
sie den Antrag
stel
len
, ihr sei die unentgeltliche Prozessführung zu bewilligen (
Urk.
1). Mit Beschwerdeantwort vom 2
6.
Juni 2014 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7). Am 2
1.
Januar 2015 (
Urk.
11) liess die Versicherte einen Bericht des Medizinischen Zentrums
P.___
vom 1
4.
Januar 2015 einrei
chen (
Urk.
1
2
). Mit Verfügung vom
3.
März 2015 wurde die
Pensions
kasse
Z.___
zum Prozess beigeladen (
Urk.
14), welche in ihrer Stellungn
ahme vom
6.
März 2015 mitteilte
,
auf eine Verfahrensbeteiligung zu verzichten (
Urk.
15).
Auf die Vorbringen der Parteien und die einge
reichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [
ATSG
]
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesund
heit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die
Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertels
rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [
IVG
]
.
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbe
zügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidier
bar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bundesgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heits
zustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisi
onsgrund im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bild
et
die letzte rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswür
digung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hinweisen).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage,
welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
2.
Die hier zu beurteilende Verfügung erging am 2
4.
April 2014 und sprach der Versicherten ausgehend von einer Verschlechterung ihres Gesundheitszustands per
1.
Mai 2011 eine halbe Invalidenrente zu (
Urk.
2).
Zuvor war
der Versicher
ten
mit Verfügung vom 1
7.
Juni 2009 per
1.
Februar 2006
eine Viertelsrente zugesprochen
worden
(
Urk.
8/105
), was das Sozialversicherungsgericht und das Bundesgericht bestätigt hatten
(
Verfahren Nr. IV.2009.00694,
Urk.
8/116
;
Urk.
8/119
).
Die Viertelsrente wa
r
der Versicherten
mit Verfügung vom 1
7.
Juni 2009 (
Urk.
8/105)
basierend auf dem polydisziplinären
(internistischen, rheumatologi
schen und psychiatrischen)
A.___
-
Gutachten vom 2
1.
September 2007 zugespro
chen worden, welches
als Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F32.11), einen Verdacht auf episodisch paroxysmale Angst bei Schmerzexazerbation (Panikstörung, ICD-10 F41.0), ein Panvertebralsyndrom (ICD-10 M54.9), eine schmerzhaft eingeschränkte Schulterbeweglichkeit rechts (ICD-10 M75.1), eine linksbetonte Gonarthrose (ICD-10 M17.0) und den Verdacht auf eine Schmerz
verarbeitungsstörung nannte (
Urk.
8/67/15).
I
n der
interdisziplinären Gesamtbe
urteilung
des
A.___
-Gutachtens war die Arbeitsfähigkeit
in der bisherigen sowie in einer angepassten Tätigkeit
auf
60
%
eingeschätzt worden (
Urk.
8/67/17)
.
Im Urteil des Sozialversicherungsgerichts vom 3
1.
August 2010 wurde in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit auf dieses
A.___
-Gutachten abgestellt (Nr. IV.2009.00694,
Urk.
8/116/12) und d
er Invalidit
ätsgrad wurde, da die Versicherte in der bisheri
gen Tätigkeit zu 60
%
arbeitsfähig war, mittels eines Prozentvergleichs auf 40
%
festgesetzt (
Nr. IV.2009.00694,
Urk.
8/116/15).
Für die zu beurteilende Rentenrevision nach
Art.
17 ATSG bildet die
se beschrie
bene
Situation am 1
7.
Juni 2009 (
Urk.
8/105) somit die zeitliche Vergleichsbasis zu den mit Verfügung vom 2
4.
April 2014 (
Urk.
2) beurteilten Verhältnissen.
3.
3
.1
Die Versicherte wurde am 1
6.
Oktober 2013 von
Dr.
med.
B.___
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie,
vom RAD orthopädisch untersucht.
Dr.
B.___
klärte
zunächst die geklagten Beschwerden, die derzeitige Medikation, die derzeitige Therapie und die derzeit behandelnden Ärzte
ab
. Anschliessend
erhob
er die vegetative Anamnese, die Eigenanamnese, die Familienanamnese, die soziale Anamnese und die Arbeitsanamnese.
K
linisch
untersuchte er
die Wirbelsäule,
die oberen Extremitäten
und
die unteren Extremitäten
, zudem nahm er
neurologische Abklärungen vor
(
Urk.
8/163/
1-8)
.
Als Diagnosen auf orthopädischem Fachgebiet mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit hielt er fest
(
Urk.
8/163/9)
:
-
Chronische Lumbalgie mit pseudoradikulärer Ausstrahlung und schmerzhafter Bewegungseinschränkung der Lendenwirbelsäule und Brust
wir
bel
säule bei klinisch bestehender teilfixierter rechtskonvexer Torsions
sko
liose der Lendenwirbelsäule und bekannter linkskonvexer Gegenschwingung der Brustwirbelsäule sowie einem Hohl-Rund-Rücken sowie bekannten degenerativen Veränderungen
-
Chronische Zervikalgie mit pseudoradikulärer Ausstrahlung und schmerz
hafter Bewegungseinschränkung der Halswirbelsäule bei bekannten degenerativen Veränderungen
-
Chronischer bewegungsunabhängiger verstärkter Schulterschmerz rechts mit erheblicher Bewegungseinschränkung bei bekannter Teilruptur der Rotatorenmanschette und vor allem beginnender Omarthrose
-
Chronischer Belastungsschmerz und Instabilität des Kniegelenks links bei bekannter Gonarthrose bei degenerativer Läsion des medialen Meniskus und
ein Zustand nach
veralteter Ruptur des hinteren Kreuz
bandes
-
Schmerzhafte Bewegungseinschränkung und Belastungsschmerz des rech
ten Hüftgelenks bei dringendem Verdacht auf Coxarthrose
.
Als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit nannte
Dr.
B.___
zudem eine geringe funktionell unbedeutende Rotationseinschränkung des linken Schultergelenks und eine reizfreie Narbe nach operativ behandelter Oberarm
fraktur im Kindesalter sowie einen beidseitigen Knicksenkspreizfuss mit gestör
ter Abrollbewegung
(
Urk.
8/163/9)
.
Dr.
B.___
führte aus, verglichen mit dem rheumatologischen Teilgutachten des interdisziplinären Gutachtens der
A.___
aus dem Jahr 2007 sei eine Veränderung insofern erkennbar, als zu den klinisch weitgehend unveränderten Befunden der Halswirbelsäule, der Brustwirbelsäule, der Lendenwirbelsäule, der rechten Schulter und des linken Kniegelenks jetzt eindeutig auf der rechten Seite auch eine Hüftproblematik vorliege, wahrscheinlich auf dem Boden einer Coxarthrose
(
Urk.
8/163/9)
.
3
.2
Dr.
B.___
hielt fest, es seien verschiedene somatische Gesundheitsschäden ausge
wiesen, welche die Arbeitsfähigkeit doch in einem erheblichen Ausmass beein
trächtigten. In der zuletzt ausgeübten Arbeitstätigkeit als Kassiererin in einem Selbstbedienungsrestaurant bestehe seit Februar 2011 nur noch eine
geringe Arbeitsfähigkeit von 20
%
beziehungsweise
von
ein bis zwei Stunden täglich
(
Urk.
8/163/10)
.
In einer optimal angepassten Tätigkeit mit körperlich sehr leichter, wechselbe
lastender Tätigkeit ohne regelmässiges Heben und Tragen von Lasten mit einem Gewicht von mehr als fünf Kilogramm, ohne Arbeiten auf Leitern und Gerüsten, ohne häufiges Treppensteigen, Knien oder Kauern, ohne erforderliches Heben des rechten Armes in Schulterhöhe oder darüber, sei
seit Februar 2011 eine
maximal 40%
ige Restarbeitsfähigkeit
gegeben
, wobei sich diese aus einer halbtägigen Stundenpräsenz mit einer Leistungsminderung von 10
%
ergebe, so dass letzt
lich zwei Arbeitsblöcke von jeweils knapp zwei Stunden zu bewältigen seien mit einer dazwischenliegenden halbstündigen Pause
(
Urk.
8/163/10)
.
3
.3
Med. pract.
C.___
, Facharzt für Psychiatrie und Psychiatrie, vom
RAD unter
suchte die Versicherte am 1
5.
Oktober 2013 psychiatrisch. Zum psychopa
thologischen Befund hielt er fest, die Auffassung, Konzentration und Merkfä
higkeit sei
en
unauffällig gewesen. Von der Stimmungslage her sei die Versi
cherte ausgeglichen, gut auslenkbar und während der gesamten Exploration auch immer wieder fähig gewesen, situationsangepasst zu reagieren. Sie habe auch scherzen und lachen können. Der Antrieb sei normal und es seien soziale Kontakte vorhanden. Die von der Versicherten geschilderten Konzentrations
störungen passten nicht zur Konzentrationsleistung während der ungefähr zweistündigen Untersuchung. Med. pract.
C.___
stellte keine psychiatri
schen Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Als psychiatrische Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er eine vordiagnos
tizierte rezidivierende depressive mittelgradige Störung, gegenwärtig remittiert (
Urk.
8/164)
.
3
.4
Die IV-Stelle hat in der angefochtenen Verfügung vom 2
4.
April 2014
(
Urk.
2)
auf die Beurteilungen ihrer beiden RA
D-Ärzte abgestellt und ging gestützt auf den Bericht von
Dr.
B.___
vom 1
6.
Oktober 2013
von einer Verschlechterung des Gesundheitszustands aus.
Dr.
B.___
begründete diese
im Februar 2011 aufgetre
tene
Verschlechterung des Gesundheitszustands
mit dem Hinweis auf das Beste
hen einer zusätzlichen
Hüftproblematik, wahrscheinlich basie
rend auf einer Coxarthrose, überzeugend
(
Urk.
8/163/9)
. Somit ist
eine nach Zusprechung der ursprünglichen Viertelsrente mit Verfügung vom 1
7.
Juni 2009 (
Urk.
8/105) aufgetretene
Verschlechterung des Gesundheitszustands
ausgewiesen
.
Weiter berechnete die IV-Stelle den Invaliditätsgrad
in der angefochtenen Verfügung
ausgehend von einer
40%igen Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit gemäss dem von
Dr.
B.___
erstellten Anforderungsprofil (
Urk.
2).
Das von
Dr.
B.___
für eine leidensangepasste Tätigkeit erstellte Anforderungsprofil
sowie die von ihm festgehaltene Arbeitsfähigkeit von 40
%
in einer solchen Tätigkeit (
Urk.
8/167/10) vermögen
angesichts der diagnostizierten somatischen Leiden zu über
zeugen
. Insbesondere erscheint nachvollziehbar, dass die neu hinzugetretenen Hüftbeschwerden die Arbeitsfähigkeit der Versicherten sowohl in qualitativer als auch in quantitativer Hinsicht in erheblicher Weis
e ein
schrän
ken, weshalb diese seit Februar 2011
geringer ist als am 1
7.
Juni 2009
.
Im Folgenden
bleibt
zu prüfen, ob die von
Dr.
B.___
festgestellte Arbeitsfähigkeit trotz des fortgeschrittenen Alters der Versicherten auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt als verwertbar zu qualifizieren ist.
4
.
4
.1
Zunächst ist festzuhalten, dass die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit
als Mitarbeiterin eines Selbstbedienungsrestaurants
gemäss den nachvollzieh
baren Darlegungen von
Dr.
B.___
seit Februar 2011 nur
noch
20
%
beträgt
(vgl.
Urk.
8/163/10)
, weshalb zur Bestimmung des Invaliditätsgrad
s
anders als noch im Urteil des Sozialversicherungsgerichts vom 3
1.
August 2010
auf die höhere Arbeitsfähigkeit von 40
%
in einer angepassten Tätigkeit abzustellen ist.
Es stellt sich
daher
die
Frage, ob die gemäss
Dr.
B.___
verbleibende Restar
beitsfähigkeit von maximal 40
%
in einer leidensangepassten Tätigkeit
(
Urk.
8/163/10)
verwertbar ist
.
Beim ausgeglichenen Arbeitsmarkt handelt es sich um eine theoretische Grösse, so dass nicht leichthin angenommen werden kann, die verbliebene Leistungsfähigkeit sei unverwertbar (Urteil des Bundesge
richts 8C_724/2012 vom
8.
Januar 2013 E. 4.3
mit Hinweisen
). Die Rechtspre
chung hat das fortgeschrittene Alter, obgleich an sich ein invaliditätsfremder Faktor (AHI 1999 S. 240, Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 2
9.
August 2002 in Sachen S.,
I
97/00, E. 1.4 mit Hinweisen)
,
als Kriterium aner
kannt, welches zusammen mit den weiteren persönlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu führen kann, dass die der versicherten Person verbliebene Restarbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt realistischerweise nicht mehr gefragt
ist und dass ihr deren Verwertung auch gestützt auf die Selbsteingliederungspflicht nicht mehr zumutbar ist. Für die Beurteilung der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit bei vorgerücktem Alter ist auf den Zeit
punkt des Feststehens der medizinischen Zumutbarkeit der (Teil-)
Erwerbsfähig
keit abzustellen (vgl. BGE 138 V 457 E. 3.3-4).
Massgeblich für die medizinische Beurteilung ist vorliegend der Bericht des RAD-Arztes
Dr.
B.___
vom
1
6.
Oktober 2013 (
Urk.
8/163). Zu diesem Zeitpunkt war die Versicherte 60 Jahre alt und daher nicht leicht vermittelbar.
4
.
2
Die Versicherte ist in einer angepassten körperlich sehr leichte
n wechselbelas
tenden Tätigkeit
gemäss
Dr.
B.___
zu maximal 40
%
arbeitsfähig. Die verblei
bende Zeit bis ins AHV-Alter betrug zum massgeblichen Zeitpunkt
, dem
1
6.
Oktober 2013 (
Urk.
8/163),
bereits
weniger als vier Jahre und sie war zuvor jahrelang als
Serviererin beziehungsweise
Kassiererin in einem Selbstbedie
nungsrestaurant tätig gewesen. Über eine in der Schweiz anerkannte Berufsaus
bildung oder anderweitige Berufserfahrung verfügt die Versicherte nicht
(
Urk.
8/3)
. Die angepasste Tätigkeit ist insofern relativ eingeschränkt, als sie gemäss dem überzeugenden von
Dr.
B.___
erstellten Tätigkeitsprofil kein regel
mässiges Heben und Tragen von Lasten mit einem Gewicht von mehr als fünf Kilogramm, kein Arbeiten auf Leitern und Gerüsten, kein häufiges Treppenstei
gen, Knien oder Kauern und kein Heben des rechten Armes in Schulterhöhe oder darüber
hinaus
beinhalten darf
(vgl.
Urk.
8/163/10)
. Besonders ins Gewicht fällt eine
Leistungsminderung von 10
%
und dass die Versicherte nur
zwei Arbeitsblöcke von jeweils knapp zwei Stunden mit einer dazwischenliegenden halbstündigen Pause bewältigen
kann
(vgl.
Urk.
8/163/10)
.
Ebenfalls
zu beach
ten ist
die seit dem 1
9.
Mai 2003 und somit am
1
6.
Oktober 2013 bereits mehr als zehn Jahre
andauernde Abstinenz vom Arbeitsmarkt sowie der damit ver
bundene Umstellungs- und Einarbeitungsaufwand
(vgl. Urteil des Bundesge
richts 9C_456/2014 vom 1
9.
Dezember 2014 E. 3.3.2).
Zudem gab
Dr.
B.___
an, dass die Restarbeitsfähigkeit in einer
solchermassen
angepassten Arbeitstätigkeit maximal 40
%
betrage
(
Urk.
8/163/10)
, was bedeutet, dass
die Arbeitsfähigkeit
seiner Meinung nach
auch noch geringer sein könnte.
Es ist daher festzuhalten, dass die Restarbeitsfähigkeit nicht umsetzbar ist, da es nicht realistisch er
scheint, dass ein Arbeitgeber
auf dem
ausgeglichenen Arbeitsmarkt die Einar
beitung einer über 60 Jahre alten Versicherten mit verschiedenen gesundheitli
chen Beschwerden, welche sowohl hinsichtlich verschiedener Tätigkeiten als auch in zeitlicher Hinsicht
nur
stark
eingeschränkt
einsetzbar ist, in ein neues Tätigkeitsgebiet auf sich nehmen würde.
4
.
3
Die Versicherte hat daher Anspruch auf eine ganze Invalidenrente.
Dr.
B.___
hat eine Verschlechterung der Gesundheit
sowie Arbeitsfähigkeit
der Versicherten per Februar 2011 festgestellt
(
Urk.
8/163/10)
, weshalb die IV-Stelle in der an
gefochtenen Verfügung vom 2
4.
April 2014 die bisherige Viertelsrente
gemäss
Art.
88
a
Abs. 2
der Verordnung über die Invalidenversicherung per
1.
Mai 2011
auf eine halbe Invalidenrente erhöhte
(
Urk.
2)
.
Im Übrigen liess auch
die Versi
cherte
d
ie
Ausrichtung einer ganzen Invalidenrente
per
1.
Mai 2011 beantragen (
Urk.
1).
Die Beschwerde ist somit gutzuheissen und der Versicherten ist
per
1.
Mai 2011
eine ganze Invalidenrente
auszurichten.
Unter diesen Umständen
erübrigen sich
weitere Ausführungen, insbesondere zu den psychischen Beschwerden und der von der Versicherten geäusserten Kritik am Bericht von med. pract.
C.___
(
Urk.
1 S. 4).
5
.
5
.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf Fr. 8
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen
.
Das von der Versicherten gestellte Gesuch um unentgeltliche Prozessführung
(
Urk.
1)
wird daher gegen
standslos.
5
.2
Ausgangsgemäss steht der vertretenen Beschwerdeführerin eine Prozessentschä
digung zu, die gemäss
Art.
61 lit. g ATSG in Verbindung mit
§
34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, nach der Schwierigkeit des Prozesses, dem Zeitauf
wand und den Barauslagen zu bemessen und unter Berücksichtigung dieser Grundsätze auf
Fr. 5
00.-- (inklusive Barauslagen
und MWSt
) festzusetzen ist.
Das Gericht erkennt:
1.
In Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, vom 2
4.
April 2014 mit der Feststellung, dass die Beschwer
deführerin ab dem
1.
Mai 2011 Anspruch auf eine ganze Invalidenrente hat, aufgeho
ben.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr. 8
00
.-- werden
der Beschwerdegegnerin
auferlegt.
Rech
nung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechts
kraft zugestellt.
3.
Die Beschwerdegegnerin wird
verpflichtet,
der Beschwerdeführerin
eine Prozessent
schädigung von
Fr. 5
00
.-- (inkl. Barauslagen und MWSt) zu bezahlen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Y.___
, unter Beilage einer Kopie von
Urk.
15
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
, unter Beilage einer Kopie von
Urk.
15
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
-
Pensionskasse
Z
.___
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
5.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthal
ten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Die VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
GrünigNaef