# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 673b1554-5a10-5280-9aff-797ae3579cac
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-04-01
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 01.04.2025 200 2024 46
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2024-46_2025-04-01.pdf

## Full Text

IV 200 2024 46 
FRC/BOC/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 1. April 2025

Verwaltungsrichterin Frey, Kammerpräsidentin
Verwaltungsrichter Jakob, Verwaltungsrichterin Wiedmer
Gerichtsschreiberin Bossert

A.________
vertreten durch Rechtsanwältin B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern  
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 30. November 2023

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. April 2025, IV 200 2024 46

-2-

Sachverhalt:

A.

Die 1981 geborene A.________ (nachfolgend: Versicherte bzw. Beschwer-
deführerin) meldete sich im Dezember 2002 unter Hinweis auf Depressio-
nen begleitet von Ängsten und immer wiederkehrenden Suizidgedanken 
bei der Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an (Akten der IV-
Stelle Bern [nachfolgend: IVB bzw. Beschwerdegegnerin; act. II] 1). Die 
Versicherte absolvierte in der Folge mit Unterstützung der IV eine Lehre als 
..., welche sie trotz eines Suizidversuches im Juli 2006 und nach Wechsel 
des Lehrstellenplatzes im Juni 2008 erfolgreich abschloss (act. II 31, 51, 
53 f., 56, 65). Nachdem die Versicherte per 1. August 2008 eine Stelle als 
... angetreten hatte (act. II 66), verneinte die IVB mit Verfügung vom 
12. November 2008 (act. II 69) bei einem Invaliditätsgrad von 29 % den 
Anspruch auf eine Invalidenrente. Diese Verfügung blieb unangefochten. 

B.

Im April 2020 meldete sich die Versicherte erneut bei der Invalidenversi-
cherung zum Leistungsbezug an und verwies auf eine rezidivierende de-
pressive Störung, gegenwärtig schwere Episode, auf Zwangsgedanken und 
-handlungen sowie auf eine Brustkrebserkrankung (act. II 73). Die IVB 
nahm in der Folge erwerbliche und medizinische Abklärungen vor und holte 
die Akten der zuständigen Krankentaggeldversicherung ein (act. II 82, 84.1 
- 84.5, 89, 101 f., 104.1 - 104.3, 108, 111). Die IVB erteilte am 6. Oktober 
2020 (act. II 93) Kostengutsprache für Brustprothesen und teilte am 1. De-
zember 2020 (act. II 98) mit, zur Zeit könnten keine Eingliederungsmass-
nahmen mit Aussicht auf Erfolg durchgeführt werden. Ein vom 4. Oktober 
2021 bis 9. Januar 2022 von der IVB gewährtes Belastbarkeitstraining in 
der Abklärungsstelle C.________ wurde aus gesundheitlichen Gründen 
vorzeitig per 19. bzw. 21. November 2021 abgebrochen (act. II 155, 164 f.). 
Im weiteren Verlauf liess die IVB die Versicherte durch die D.________ AG 
(MEDAS) polydisziplinär begutachten (Expertise vom 1. Juni 2022 [act. II 
183.1 - 183.5]). Nachdem die IVB einen Abklärungsbericht Haus-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. April 2025, IV 200 2024 46

-3-

halt/Erwerb erstellt hatte (Bericht vom 13. Dezember 2022 [act. II 188]), 
stellte sie der Versicherten mit Vorbescheid vom 12. Januar 2023 (act. II 
189) die Ausrichtung einer halben Rente vom 1. Oktober 2020 bis 31. Juli 
2022 in Aussicht, dies bei einem Status 40 % Erwerb und 60 % Haushalt 
und einem Invaliditätsgrad von 52 % ab dem 15. April 2020 bzw. von 31 % 
ab dem 25. April 2022. Nachdem die Versicherte, vertreten durch Rechts-
anwältin B.________, Einwände erhoben hatte (act. II 195 - 197), holte die 
IVB bei den MEDAS-Gutachtern eine ergänzende Stellungnahme ein (act. 
II 198), welche am 4. April 2023 (act. II 203) erstattet wurde. Dazu wurde 
der Versicherten am 28. April 2023 (act. II 204) das rechtliche Gehör ge-
währt, wovon die Versicherte mit Eingabe vom 17. Mai 2023 (act. II 206) 
Gebrauch machte. Nach Einholung von Stellungnahmen des Abklärungs-
dienstes (act. II 208) und des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD; act. II 
211 f.) verfügte die IVB am 30. November 2023 (act. II 217) wie vorbe-
scheidweise angekündigt.

C.

Dagegen erhob die Versicherte, weiterhin vertreten durch Rechtsanwältin 
B.________, am 15. Januar 2014 Beschwerde. Sie beantragt, unter Aufhe-
bung der angefochtenen Verfügung sei ihr eine volle (recte: ganze) Invali-
denrente ab dem 1. Oktober 2020 zuzusprechen. Eventualiter sei die 
Sache im Sinne der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin zurückzu-
weisen, alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. Zudem stellt sie 
den Beweisantrag, es seien ein neuer Abklärungsbericht Haushalt sowie 
ein Zweitgutachten in den medizinischen Disziplinen Psychiatrie und Onko-
logie (bezogen auf das Cancer Related Fatigue Syndrom) einzuholen. 

Mit Beschwerdeantwort vom 12. Februar 2024 beantragt die Beschwerde-
gegnerin die Abweisung der Beschwerde.

Die Beschwerdeführerin reichte mit Eingabe vom 23. April 2024 einen Be-
richt der Klinik E.________ vom 26. Januar 2024 (Akten der Beschwerde-
führerin [act. I] 8) ein. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. April 2025, IV 200 2024 46

-4-

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Angefochten ist die Verfügung vom 30. November 2023 (act. II 217). 
Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine 
Invalidenrente.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 Abs. 1 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. April 2025, IV 200 2024 46

-5-

2.

2.1 Am 1. Januar 2022 sind die Änderungen vom 19. Juni 2020 des 
IVG (Weiterentwicklung der IV) und weiterer Erlasse (insbesondere des 
ATSG) in Kraft getreten (AS 2021 705). Vorbehältlich besonderer überg-
angsrechtlicher Regelungen sind in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich dieje-
nigen Rechtssätze massgeblich, die bei der Erfüllung des rechtlich zu 
ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben 
(BGE 150 V 89 E. 3.2.1 S. 95, 323 E. 4.2 S. 328, 148 V 162 E. 3.2.1 
S. 166, 144 V 210 E. 4.3.1 S. 213). Entsprechend diesen allgemeinen inter-
temporalrechtlichen Grundsätzen ist nach der bis zum 31. Dezember 2021 
geltenden Rechtslage (fortan: aArt.) zu beurteilen, ob bis zu diesem Zeit-
punkt ein Rentenanspruch entstanden ist. Trifft dies zu, so erfolgt ein allfäl-
liger Wechsel zum neuen ab 1. Januar 2022 gültigen stufenlosen Renten-
system je nach Alter der Rentenbezügerin oder des Rentenbezügers 
gemäss lit. b und c der Übergangsbestimmungen des IVG zur Änderung 
vom 19. Juni 2020. Für Rentenbezügerinnen und -bezüger, deren Renten-
anspruch vor Inkrafttreten dieser Änderung entstanden ist und die bei In-
krafttreten dieser Änderung das 55. Altersjahr noch nicht vollendet haben, 
bleibt der bisherige Rentenanspruch solange bestehen, bis sich der Invali-
ditätsgrad nach Art. 17 Abs. 1 ATSG ändert (Abs. 1 der Übergangsbestim-
mungen zur Änderung vom 19. Juni 2020 [Weiterentwicklung der IV]). 

Im Falle der 1981 geborenen Beschwerdeführerin (act. II 1/1) bleibt somit 
ein allfällig vor dem 1. Januar 2022 entstandener Rentenanspruch bis zum 
Eintritt eines allfälligen Revisionsgrundes gemäss Art. 17 Abs. 1 ATSG 
unverändert, wobei die ab 1. Januar 2022 gültigen Bestimmungen anwend-
bar sind, sofern ein allfälliger Revisionsgrund nach dem genannten Zeit-
punkt eintritt. Denn in Revisionsfällen nach Art. 17 ATSG gilt gemäss 
Rz. 9102 des Kreisschreibens über Invalidität und Rente in der Invaliden-
versicherung (KSIR; zur Bedeutung von Verwaltungsweisungen vgl. 
BGE 150 V 1 E. 6.4.2 S. 6, 148 V 385 E. 5.2 S. 391, 147 V 79 E. 7.3.2 
S. 82, 146 V 224 E. 4.4.2 S. 228) Folgendes: Liegt die massgebende Ände-
rung vor dem 1. Januar 2022, finden die Bestimmungen des IVG und dieje-
nigen der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung 
(IVV; SR 831.201) in der Fassung gültig bis 31. Dezember 2021 Anwen-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. April 2025, IV 200 2024 46

-6-

dung. Liegt die massgebende Änderung nach diesem Zeitpunkt, finden die 
Bestimmungen des IVG und diejenigen der IVV in der Fassung gültig ab 
1. Januar 2022 Anwendung. Der Zeitpunkt der massgebenden Änderung 
bestimmt sich nach Art. 88a IVV (vgl. Urteil des Bundesgerichts [BGer] 
8C_658/2022 vom 30. Juni 2023 E. 3.2). 

2.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer 
Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen 
Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem 
nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 
ATSG).

2.3 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine 
Rente, wenn sie ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufga-
benbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnah-
men wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während 
eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 
40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf 
dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. c). 

2.4

2.4.1 Gemäss aArt. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.4.2 Gemäss Art. 28b Abs. 1 IVG (in der seit 1. Januar 2022 gültigen 
Fassung) wird die Höhe des Rentenanspruchs in prozentualen Anteilen an 
einer ganzen Rente festgelegt. Bei einem Invaliditätsgrad von 50 bis 69 % 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. April 2025, IV 200 2024 46

-7-

entspricht der prozentuale Anteil dem Invaliditätsgrad (Art. 28b Abs. 2 IVG), 
bei einem Invaliditätsgrad ab 70 % besteht Anspruch auf eine ganze Rente 
(Art. 28b Abs. 3 IVG). Bei einem Invaliditätsgrad zwischen 40 und 49 % 
gelten die prozentualen Anteile nach Massgabe von Art. 28b Abs. 4 IVG.

2.5

2.5.1 Gemäss aArt. 28a Abs. 1 IVG bzw. Art. 28a Abs. 1 IVG richtet sich 
die Bemessung des Invaliditätsgrades von erwerbstätigen Versicherten 
nach Art. 16 ATSG. Der Bundesrat umschreibt die zur Bemessung des 
Invaliditätsgrades massgebenden Erwerbseinkommen sowie die anwend-
baren Korrekturfaktoren. Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird 
bei einer erwerbstätigen versicherten Person das Erwerbseinkommen, das 
sie nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen 
Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zu-
mutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in 
Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn 
sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG). 

2.5.2 Gemäss aArt. 28a Abs. 2 IVG bzw. Art. 28a Abs. 2 IVG wird bei 
nicht erwerbstätigen Versicherten, die im Aufgabenbereich tätig sind und 
denen die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nicht zugemutet werden kann, 
für die Bemessung des Invaliditätsgrades in Abweichung von Art. 16 ATSG 
darauf abgestellt, in welchem Masse sie unfähig sind, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen.

2.5.3 Nach Art. 28a Abs. 3 IVG wird bei Versicherten, die nur zum Teil 
erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der 
Ehegattin mitarbeiten, der Invaliditätsgrad für diesen Teil nach Art. 16 
ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so 
wird der Invaliditätsgrad für diese Tätigkeit nach Art. 28a Abs. 2 IVG festge-
legt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unentgeltli-
chen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil 
der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad in 
beiden Bereichen zu bemessen (vgl. auch den redaktionell unterschiedli-
chen, inhaltlich jedoch identischen aArt. 28a Abs. 3 IVG). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. April 2025, IV 200 2024 46

-8-

2.5.4 Gemäss Art. 27bis Abs. 1 IVV werden für die Bestimmung des Invali-
ditätsgrades von Teilerwerbstätigen die Invaliditätsgrade in Bezug auf die 
Erwerbstätigkeit (lit. a) und in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbe-
reich (lit. b) zusammengezählt. Für die Berechnung des Invaliditätsgrades 
in Bezug auf die Erwerbstätigkeit wird gemäss Art. 27bis Abs. 2 IVV das 
Einkommen ohne Invalidität auf eine Erwerbstätigkeit, die einem Beschäfti-
gungsgrad von 100 % entspricht, hochgerechnet (lit. a), das Einkommen 
mit Invalidität auf der Basis einer Erwerbstätigkeit, die einem Beschäfti-
gungsgrad von 100 % entspricht, berechnet und entsprechend an die 
massgebliche funktionelle Leistungsfähigkeit angepasst (lit. b) und die pro-
zentuale Erwerbseinbusse anhand des Beschäftigungsgrades, den die 
Person hätte, wenn sie nicht invalid geworden wäre, gewichtet (lit. c). Für 
die Berechnung des Invaliditätsgrades in Bezug auf die Betätigung im Auf-
gabenbereich wird nach Art. 27bis Abs. 3 IVV der prozentuale Anteil der Ein-
schränkungen bei der Betätigung im Aufgabenbereich im Vergleich zur 
Situation, wenn die versicherte Person nicht invalid geworden wäre, ermit-
telt (lit. a) und der Anteil nach lit. a anhand der Differenz zwischen dem 
Beschäftigungsgrad nach Abs. 2 lit. c und einer Vollerwerbstätigkeit ge-
wichtet (Abs. 3 lit. b; vgl. zum Ganzen auch aArt. 27bis IVV sowie BGE 145 
V 370). 

2.6 Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 IVG frühestens nach 
Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs 
nach Art. 29 Abs. 1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollen-
dung des 18. Altersjahres folgt (Abs. 1). Der Rentenanspruch entsteht 
nicht, solange die versicherte Person ein Taggeld nach aArt. 22 IVG bean-
spruchen kann (Abs. 2).

2.7 Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades be-
reits einmal verweigert, so wird eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die 
versicherte Person darin glaubhaft macht, dass sich der Grad der Invalidität 
in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat (vgl. Art. 87 
Abs. 2 und 3 IVV). Erheblich ist eine Sachverhaltsänderung, wenn ange-
nommen werden kann, der Leistungsanspruch sei begründet, falls sich die 
geltend gemachten Umstände als richtig erweisen sollten (vgl. BGE 149 V 
177 E. 4.7 S. 184).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. April 2025, IV 200 2024 46

-9-

2.8 Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invali-
ditätsgrad erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuan-
meldungsverfahren – analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG 
– durch Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten mate-
riellen Beurteilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit 
demjenigen zur Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 
S. 112; 130 V 71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

2.9

2.9.1 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf 
Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufge-
hoben (aArt. 17 Abs. 1 ATSG).

Gemäss Art. 17 Abs. 1 ATSG (in der seit 1. Januar 2022 gültigen Fassung) 
wird die Invalidenrente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zu-
kunft erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben, wenn der Invaliditätsgrad ei-
ner Rentenbezügerin oder eines Rentenbezügers sich um mindestens fünf 
Prozentpunkte ändert (lit. a) oder auf 100 % erhöht (lit. b).

2.9.2 Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den 
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit 
den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist deshalb nicht 
nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, son-
dern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen 
(oder die Auswirkungen auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) 
des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert 
haben. Dazu gehört die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit aufgrund einer 
Angewöhnung oder Anpassung an die Behinderung. Ein Revisionsgrund ist 
ferner unter Umständen auch dann gegeben, wenn eine andere Art der 
Bemessung der Invalidität zur Anwendung gelangt oder eine Wandlung des 
Aufgabenbereichs eingetreten ist (BGE 144 I 103 E. 2.1 S. 105, 141 V 9 
E. 2.3 S. 10; SVR 2021 IV Nr. 36 S. 109, 8C_280/2020 E. 3.1). Eine weite-
re Diagnosestellung bedeutet nur dann eine revisionsrechtlich relevante 
Gesundheitsverschlechterung oder eine weggefallene Diagnose eine ver-
besserte gesundheitliche Situation, wenn diese veränderten Umstände den 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. April 2025, IV 200 2024 46

-10-

Rentenanspruch berühren (BGE 141 V 9 E. 5.2 S. 12; SVR 2020 IV Nr. 25 
S. 83, 9C_357/2019 E. 3).

2.9.3 Bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten 
IV-Rente sind die für die Rentenrevision geltenden Bestimmungen analog 
anzuwenden, weil noch vor Erlass der ersten Rentenverfügung eine an-
spruchsbeeinflussende Änderung eingetreten ist mit der Folge, dass dann 
gleichzeitig die Änderung mitberücksichtigt wird. Wird rückwirkend eine 
abgestufte oder befristete Rente zugesprochen, sind einerseits der Zeit-
punkt des Rentenbeginns und anderseits der in Anwendung der Dreimo-
natsfrist von Art. 88a IVV festzusetzende Zeitpunkt der Anspruchsänderung 
die massgebenden Vergleichszeitpunkte (BGE 150 V 67 E. 4.3.2 S. 70, 
133 V 263 E. 6.1 S. 263; SVR 2020 IV Nr. 70 S. 243, 8C_132/2020 
E. 4.2.2).

2.9.4 Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Ren-
tenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter 
Berücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlag-
gebenden Tatsachenspektrums, neu und ohne Bindung an frühere Invali-
ditätsschätzungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b 
S. 200; SVR 2021 IV Nr. 36 S. 109, 8C_280/2020 E. 3.1).

2.9.5 Bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, 
sich im Aufgabenbereich zu betätigen, ist die anspruchsbeeinflussende 
Änderung für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem 
Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass 
sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu 
berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Mona-
te angedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird (Art. 88a 
Abs. 1 IVV).

2.10 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. April 2025, IV 200 2024 46

-11-

sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2021 IV 
Nr. 54 S. 180, 9C_540/2020 E. 2.3). 

3.

3.1 Die Beschwerdegegnerin ist auf die Neuanmeldung vom April 2020 
(act. II 73) eingetreten und hat den Leistungsanspruch materiell geprüft. 
Praxisgemäss ist die Eintretensfrage durch das Gericht daher nicht zu be-
urteilen (BGE 109 V 108 E. 2b S. 114). Indes ist durch einen Vergleich des 
Sachverhalts im Zeitpunkt der rentenverneinenden Verfügung vom 12. No-
vember 2008 (act. II 69) mit demjenigen im Zeitpunkt der angefochtenen 
Verfügung vom 30. November 2023 (act. II 217) zu prüfen, ob eine wesent-
liche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen eingetreten ist, die ge-
eignet ist, den Invaliditätsgrad in anspruchsbegründender Weise zu 
beeinflussen (vgl. E. 2.8 und 2.9.2 hiervor). Gegebenenfalls ist anschlies-
send der Leistungsanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allsei-
tig zu prüfen (vgl. E. 2.9.4 hiervor). Im Januar 2020 wurde bei der 
Beschwerdeführerin eine Burstkrebserkrankung diagnostiziert, welche laut 
den MEDAS-Gutachtern zu einer langandauernden und nebenwirkungsbe-
hafteten Therapie geführt hat, wovon sich die Beschwerdeführerin nur teil-
weise erholt hat (act. II 183.1/12 Ziff. 4.9). Damit ist im relevanten 
Vergleichszeitraum ein Neuanmeldungsgrund eingetreten und der Leis-
tungsanspruch ist somit frei zu prüfen. 

3.2 Den Akten ist in medizinischer Hinsicht soweit entscheidwesentlich 
das Folgende zu entnehmen:

3.2.1 Im Verlaufsbericht der Klinik E.________ vom 15. September 2021 
(act. II 153) wurde auf einen stationären Gesundheitszustand verwiesen. 
Es wurden die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähig-
keit aufgeführt:

1. Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne 
psychotische Symptome (ICD-10: F33.2)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. April 2025, IV 200 2024 46

-12-

2. Zwangsgedanken und -handlungen, gemischt (ICD-10: F42.2)
3. Hinweise für andauernde Persönlichkeitsänderung nach psychischer Er-

krankung (ICD-10: F62.1)

Die Beschwerdeführerin leide weiterhin unter einer schweren depressiven 
Symptomatik mit ausgeprägtem Morgentief und Grübeln/Ängsten bezüglich 
ihrer Gesundheit und der Zukunft ihrer Familie, so dass sie morgens grosse 
Mühe habe aufzustehen und sich um sich und ihre Tochter zu kümmern.  
Sie beschreibe immer wieder teils paranoid wirkende Vorkommnisse, dass 
ihr Ehemann sie kontrollieren würde, Sorgen, dass er sich oder der Familie 
etwas antun würde, die sich in gemeinsamen Gesprächen mit dem Ehe-
mann jeweils als haltlos oder weniger gravierend erwiesen, jedoch in Ein-
zelgesprächen mit der Therapeutin, Spitex oder Mütterberaterin hartnäckig, 
rigide und emotionslos immer wieder wiederholt würden, unflexibel und 
nicht (bzw. nur jeweils für sehr kurze Dauer) korrigierbar schienen. Auch 
die Zwangsstörung (insbesondere Händewaschen) sei weiterhin unter 
Stress stark ausgeprägt. Wiederkehrend seien Suizidgedanken, wobei die 
Beschwerdeführerin bisher absprachefähig gewesen sei und sich immer 
wieder von diesen Gedanken habe distanzieren können. Gemäss Mini-ICF-
APP seien weiterhin in gewissen Bereichen mittelgradige bis schwere Be-
einträchtigungen zu sehen, welche zu einer deutlich reduzierten 
Belastbarkeit führten und am Arbeitsplatz interaktionelle Schwierigkeiten 
erwarten liessen. Die Klinik E.________ habe seit dem 12. Dezember 2019 
bis auf weiteres eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert. Aktuell sei auf-
grund der starken Funktionseinschränkung keinerlei Erwerbstätigkeit zu-
mutbar. 

3.2.2 Im Austrittsbericht der Klinik E.________ vom 30. März 2022 (act. II 
180) im Zusammenhang mit dem Aufenthalt vom 23. Februar bis 9. März 
2022 wurden die gleichen Diagnosen wie im Verlaufsbericht vom 15. Sep-
tember 2021 (act. II 153) ergänzt durch die folgenden Diagnosen aufge-
führt: 

1. Multifokales Mamma-Ca links cT2, cN0, MX (ICD-10: C50.8) 
2. Hypothyreose, substituiert (ICD-10: E03.9)

Diagnostisch habe sich bei Eintritt nach ICD-10 eine schwere depressive 
Symptomatik gezeigt, was gut mit der Selbsteinschätzung im BDI-II (48 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. April 2025, IV 200 2024 46

-13-

Pkt.) korreliert habe. Bis zum Austritt sei es in der Fremd- wie in der 
Selbstwahrnehmung (BDI-Il 41 Pkt.) zu einer leichten Regredienz der Sym-
ptomatik gekommen. Weiterhin sei aufgrund des klinischen Bildes und der 
Schilderungen der Beschwerdeführerin die Diagnose einer Zwangserkran-
kung beibehalten worden. Im Rahmen eines Paargesprächs sei von beiden 
Partnern festgestellt worden, dass in den letzten Monaten sehr viele Lö-
sungsmöglichkeiten angedacht und teilweise auch umgesetzt worden sei-
en, jedoch ohne Nachhaltigkeit. Insgesamt sei eher eine Verschlechterung 
der gesundheitlichen Situation, aber auch der Beziehungsqualität zu beob-
achten. Es käme immer wieder zu Konflikten zwischen den beiden Ehe-
partnern und beide äusserten unter diesen Umständen kaum noch 
Hoffnung für eine bessere Zukunft zu haben. So sei entschieden worden, 
dass es eine grundlegende Änderung geben müsse, auch hinsichtlich der 
Gewährleistung des Kindswohls. Gemäss Mini-ICF-APP lägen in verschie-
denen Bereichen mässige bis erhebliche Beeinträchtigungen vor, welche 
zu einer deutlich reduzierten Belastbarkeit führten und am Arbeitsplatz in-
teraktionelle Schwierigkeiten erwarten liessen. Somit sei die Beschwerde-
führerin weiterhin als nicht arbeitsfähig einzustufen. Sie sei in leicht 
verbessertem psychischem Zustand und in gegenseitigem Einvernehmen 
aus der Klinik in die vorbestehenden Wohnverhältnisse ausgetreten. Unter 
der Woche würde sie vorerst mit ihrer Tochter zur Entlastung bei einer be-
freundeten Familie in einem betreuten Wohnen sein. 

3.2.3 Im polydisziplinären MEDAS-Gutachten vom 1. Juni 2022 (act. II 
183.1 - 183.5) mit Untersuchungen in den Fachdisziplinen Psychiatrie, On-
kologie und Innere Medizin wurden in der interdisziplinären Gesamtbeurtei-
lung die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 
aufgeführt (act. II 183.1/6 f.): 

1. Abhängige (asthenische) Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F60.7) 
2. Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig remittiert (ICD-10: 

F33.4) 
3. Zwangsgedanken und -handlungen, gemischt (ICD-10: F42.2) 
4. Mammakarzinom links, Stadium pT2 (m:2), PN2a (4/28) M0, L0, V0, R0, 

G3 
 Diagnose 9. Februar 2020 mit Stanzbiopsie zweier Herde im oberen 

äusseren Quadranten 
(…)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. April 2025, IV 200 2024 46

-14-

 Aktuell: Keine Hinweise für ein Lokalrezidiv, für eine Metastasierung 
oder einen Zweittumor. Mögliches Cancer Related Fatigue Syndrom 
mässigen Grades

Die Sachverständigen hielten fest (act. II 183.1/5 Ziff. 4.2), die Angaben der 
Beschwerdeführerin hätten insgesamt authentisch und plausibel gewirkt, 
wenngleich anteilig beeinflusst von einem subjektiv determinierten Bewer-
tungshorizont. Es habe sich jedoch kein Anhalt für etwaig vorliegende ln-
konsistenzen oder ein bewusstes Aggravationsbestreben ergeben. Weiter 
wurde ausgeführt (act. II 183.1/7 f. Ziff. 4.3), die seitens der Beschwerde-
führerin anhaltend beklagten ängstlich-deprimierten Gemütszustände be-
gründeten sich momentan einzig vor dem Hintergrund ihrer allgemein 
schwierigen Lebenssituation (onkologische Erkrankung, Zwangssymptoma-
tik) und hätten daher rein reaktiven Bestand. Anfang 01/2020 sei ein nodal-
positives Mammakarzinom links diagnostiziert worden. Die Behandlung sei 
gemäss den geltenden Richtlinien in adäquater Form durchgeführt worden. 
Im Rahmen der primären Chemotherapieserie habe sich eine diesbezüglich 
schlechte Verträglichkeit ergeben, die nachfolgenden Reihen seien besser 
toleriert worden. Zurzeit erfolge eine ablative Hormonbehandlung mit einem 
LHRH-Analogon sowie Tamoxifen, welche von der Beschwerdeführerin, bis 
auf die üblichen Nebenwirkungen, toleriert werde. Ein Cancer Related 
Chronic Fatigue Syndrom sei möglich, lasse sich symptomatisch aber 
schlecht von der vorbestehenden psychischen Erkrankung abgrenzen. Bei 
den regelmässigen Nachkontrollen – zuletzt im 01/2022 – habe sich bisher 
kein Anhalt für ein Rezidiv, eine Metastasierung oder einen Zweittumor 
gefunden.

Die Sachverständigen führten zum Belastungsprofil Folgendes aus (act. II 
183.1/8 Ziff. 4.4): In Anlehnung an das Mini-ICF-APP lägen bei der Be-
schwerdeführerin aktuell keine Beeinträchtigungen der Fähigkeit zu fami-
liären bzw. intimen Beziehungen, der Verkehrsfähigkeit, der Fähigkeit zur 
Selbstpflege, der Entscheidungs- und Urteilsfähigkeit, der Gruppenfähig-
keit, der Kontaktfähigkeit zu Dritten, der Fähigkeit zur Anpassung an Re-
geln und Routinen, der Fähigkeit zur Planung und Strukturierung von 
Aufgaben, der Fähigkeit zur Anwendung fachlicher Kompetenzen, leichte 
Beeinträchtigungen der Durchhaltefähigkeit (aus isoliert psychiatrischer 
Beurteilungsperspektive), mittelgradige Beeinträchtigungen der Fähigkeit 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. April 2025, IV 200 2024 46

-15-

zu Spontan-Aktivitäten, der Flexibilität und der Umstellungsfähigkeit bzw. 
der Selbstbehauptungsfähigkeit vor. Die Beschwerdeführerin sei aus soma-
tischer Sicht nach wie vor in ihrer Belastbarkeit eingeschränkt. Dies einer-
seits durch die Nebenwirkungen der Hormonentzugstherapie sowie 
andererseits durch eine rasche Ermüdbarkeit und reduzierte körperliche 
Leistungsfähigkeit, mutmasslich vor dem Hintergrund eines Cancer Related 
Chronic Fatigue Syndroms. Hinzu kämen Beschwerden (Schmerzen, 
Schwellung) bei der Benutzung des linken Armes als Folge der Operation 
und der Strahlentherapie.

Die Beurteilung der Gesamt-Arbeitsunfähigkeit und Gesamt-Arbeitsfähig-
keit sei unter integrativer Beurteilung aller Fachgebiete im polydisziplinären 
Konsens erfolgt. Sachverhalte, die sich addierten oder gar multiplizierten, 
hätten sich hierbei nicht ergeben. Die Gesamt-Arbeitsunfähigkeit begründe 
sich auf dem psychiatrischen und onkologischen Fachgebiet (act. II 183.1/9 
Ziff. 4.5). 

Zur Arbeitsfähigkeit hielten die Sachverständigen fest (act. II 183.1/9 f. 4.6 
und 4.7), in der bisherigen Tätigkeit könne die Beschwerdeführerin sechs 
Stunden pro Tag anwesend sein, dabei bestehe eine Leistungseinschrän-
kung von 30 %, dies aufgrund eines deutlich vermehrten Pausenbedarfs 
vor dem Hintergrund der sowohl psychisch als auch somatisch begründe-
ten Defizite. Bezogen auf ein 100%-Pensum bestehe eine Arbeitsfähigkeit 
von 50 % (Arbeitsunfähigkeit von 50 %). Eine der Behinderung optimal an-
gepasste Tätigkeit müsste die folgenden Merkmale aufweisen: Insgesamt 
stressminimiertes Arbeitsumfeld in allseits wohlwollender Atmosphäre. Kei-
ne enge zeitliche Taktung der repetitiven sowie klar strukturierten Arbeits-
vorgaben mit allgemein strikter Anpassung an das individuelle Kompetenz-
niveau. Kein Multitasking. Möglichkeit zur Einlegung zwischenzeitlicher 
Erholungspausen. Schonung des linken Armes. In einer angepassten 
Tätigkeit wäre eine maximale Präsenz von 8.5 Stunden pro Tag möglich, 
dabei bestehe eine Leistungseinschränkung von 30 % aufgrund eines deut-
lich vermehrten Pausenbedarfs vor dem Hintergrund der sowohl psychisch 
als auch somatisch begründeten Defizite. Bezogen auf ein 100%-Pensum 
bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 70 % (Arbeitsunfähigkeit von 30 %).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. April 2025, IV 200 2024 46

-16-

In retrospektiver Bewertung der Arbeitsfähigkeit könne aus gutachterlicher 
Sicht festgestellt werden, dass diese während stattgehabter Hospitalisati-
ons- und sich anschliessender Rekonvaleszenzphasen sowie der Zeitab-
schnitte schwerer episodischer Verläufe der affektiven Störungsspezifität 
prinzipiell aufgehoben gewesen sei. Eine solche Entwicklung werde zuletzt 
im nachgereichten Bericht der Klinik E.________, Psychiatrie und Psycho-
therapie, vom 30. März 2022 beschrieben (stationärer Aufenthalt vom 23. 
Februar bis 9. März 2022) und sei offensichtlich im Rahmen der hiesigen 
onkologischen Begutachtung am 25. März 2022 in ihren wesentlichen Ele-
menten von noch weiter anhaltendem Bestand gewesen. Nach im folgen-
den Verlauf sodann allmählich fortschreitender Remissionstendenz, habe 
sich schliesslich zum Zeitpunkt der aktuellen psychiatrischen Erhebung, 
nämlich am 25. April 2022, das vorab beschriebene Niveau verifizieren 
lassen. Weiter habe sich der Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit 
verglichen mit der Situation zum Zeitpunkt der Verfügung vom 12. Novem-
ber 2008 wesentlich verändert, da im 01/2020 eine Krebserkrankung 
(Brustkrebs) diagnostiziert worden sei, welche zu einer langdauernden und 
nebenwirkungsbehafteten Therapie geführt habe. Davon habe sich die Be-
schwerdeführerin nur teilweise erholt (act. II 183.1/11 f. Ziff. 4.9).

3.2.4 Dr. med. F.________, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin und 
Medizinische Onkologie, Chefärztin Onkologie/Hämatologie am Spital 
G.________, gab im Bericht vom 1. Februar 2023 (act. II 197/36 f.) zuhan-
den der Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin die folgende onkologi-
sche Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit an:

 Mammakarzinom links vom nicht speziellen Typ/NST, pT2(m:2) pN2a 
(4/28) M0 L0 V0 R0 G3; ED 1/2020, ER> 90 %, PR 70-90 %, HER/neu 
2+, FISH neg., Ki-67 10-15 %

Bis zur letzten Kontrolluntersuchung vom 13. Dezember 2022 zeige sich 
kein Tumorrezidiv. Leider bestehe eine Fatigue-Symptomatik, die seit 
Chemotherapie-Abschluss unverändert persistiere und es bestünden alle 
drei Monate zirka über zwei Wochen nach Lucrin gewisse Einbussen 
(Kopfschmerzen und eine extreme Müdigkeit). Es bestünden eine Depres-
sion und Angstzustände, was das Hauptproblem darstelle. Mit der Tumor-
erkrankung seien die Ängste gestiegen und es sei eine Fatigue-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. April 2025, IV 200 2024 46

-17-

Symptomatik dazugekommen. Das Hauptproblem betreffend Arbeitsun-
fähigkeit und fehlender Belastbarkeit sei deshalb psychiatrisch und nicht 
onkologisch. Die Haushaltsführung sollte möglich sein. So wie die Be-
schwerdeführerin in der Sprechstunde erlebt werde, sei sie aber arbeitsun-
fähig. In der bisherigen Tätigkeit als ... bezogen auf ein 100%-Pensum sei 
die Beschwerdeführerin betreffend Fatigue 30 % arbeitsfähig bzw. 70 % 
arbeitsunfähig. Aufgrund der psychischen Situation sei sie 0 % arbeitsfähig 
bzw. 100 % arbeitsunfähig. Selbstverständlich sei sie – Dr. med. 
F.________ – diesbezüglich die falsche Person, dafür brauche es die 
psychiatrische/psychologische Beurteilung. Bezüglich der Arbeitsfähigkeit 
in einer angepassten Tätigkeit bezogen auf ein 100%-Pensum hielt Dr. 
med. F.________ fest, die Beschwerdeführerin bräuchte ein Wiedereinglie-
derungsprogramm durch Fachpersonen geführt mit einer Arbeitsfähigkeit 
bei Start 30 %. Auf die Frage, falls sie zu einer anderen Einschätzung 
komme als im onkologischen MEDAS-Teilgutachten, wonach die Be-
schwerdeführerin in einer angepassten Tätigkeit im freien Arbeitsmarkt zu 
30 % arbeitsunfähig und zu 70 % arbeitsfähig sei, wie sie sich die Diskre-
panz erkläre, gab Dr. med. F.________ an, die Diskrepanz begründe sich 
durch die psychiatrische Situation, die im Gutachten nicht erwähnt und 
nicht berücksichtigt worden sei. Aus ihrer Sicht brauche es eine psychiatri-
sche Beurteilung betreffend Arbeitsfähigkeit/Arbeitsunfähigkeit. 

3.2.5 Im Bericht vom 14. Februar 2023 (act. II 197/38 ff.) der Klinik 
E.________ zuhanden der Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin wur-
de festgehalten, lediglich durch eine umfassende Unterstützung (Helfernetz 
aus Tagesangebot für Mutter und Kind [einmal pro Woche]; Spitex;       
Mütter-/Väterberatung; Betreuung durch eine Tagesfamilie [einmal pro Wo-
che]; Betreuung der Tochter durch die Eltern der Beschwerdeführerin [zirka 
einmal pro Woche]) habe eine zunehmende Stabilisierung der Beschwer-
deführerin erreicht werden können. Diese Unterstützung sollte zwingend 
fortgeführt werden, um den aktuell etwas stabileren Zustand der Be-
schwerdeführerin nicht zu gefährden. Aufgrund dieses Helfernetzes hätten 
die Gespräche in der Klinik E.________ allmählich reduziert werden kön-
nen und fänden nun zirka einmal monatlich statt. Die Beurteilung der Ein-
schränkungen gemäss Mini-ICF-APP durch den Gutachter werde nicht 
geteilt. Die gutachterliche Beschreibung einer geeigneten angepassten 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. April 2025, IV 200 2024 46

-18-

Arbeitstätigkeit beschreibe eine geschützte Arbeitsstelle. Gemäss Mini-ICF-
APP bestünden weiterhin in diversen Bereichen mittelgradige bis schwere 
Beeinträchtigungen, welche zu einer deutlich reduzierten Belastbarkeit 
führten und am Arbeitsplatz interaktionelle Schwierigkeiten erwarten lies-
sen. Die Beschwerdeführerin sei weiterhin zu 100 % arbeitsunfähig im ers-
ten Arbeitsmarkt sowohl in der bisherigen als auch in einer angepassten 
Tätigkeit. Die Tätigkeit im medizinischen Umfeld sei für sie nicht möglich 
bzw. deutlich erschwert aufgrund ihrer Zwangserkrankung (sehr häufiges 
Händewaschen und -desinfizieren, verstärkt unter Stress) sowie ihre belas-
tenden Erfahrungen im Rahmen ihrer eigenen Krebserkrankung und die 
Krebserkrankung ihrer Schwester, die kürzlich leider verstorben sei. Zum 
aktuellen Zeitpunkt werde ein Pensum von 30 - 50 % in einem geschützten 
Arbeitsumfeld als wahrscheinlich realistisch erachtet. Dies müsste im weite-
ren Verlauf evaluiert werden.

3.2.6 Im Bericht vom 8. März 2023 (act. II 201) von Dr. med. F.________ 
wurden die folgenden (Haupt-)Diagnosen aufgeführt: 

1. Mammakarzinom links vom nicht speziellen Typ/NST, pT2 (m:2) pN2a 
(4/28) nM0 L0 V0 R0 G3

2. Rezidivierende depressive Störung
3. 8. März 2023 bilaterale Lungenembolien

Anlässlich der Konsultation vom 7. März 2023 habe die Beschwerdeführe-
rin über eine gewisse Anstrengungsdyspnoe beim Aufwärtsgehen berichtet, 
die seit vier Wochen bestehe und die in den letzten Tagen nicht zugenom-
men habe. Zusätzlich bestehe eine anhaltende Müdigkeit. Die psychische 
Situation scheine etwas besser, trotz anhaltender Trauerreaktion betreffend 
dem Tod ihrer Schwester. In der klinischen Untersuchung zeige sich kein 
Hinweis auf ein Tumorrezidiv oder Dissemination und auch das durchge-
führte Labor sei diesbezüglich unauffällig gewesen. Aufgrund der Anstren-
gungsdyspnoe seien die D-Dimer bestimmt worden und bei erhöhtem Wert 
sei heute ein LE-CT erfolgt. Dieses zeige bilaterale (zentrale und parazen-
trale) Lungenembolien.

3.2.7 In der Stellungnahme vom 4. April 2023 (act. II 203) beantworteten 
die MEDAS-Gutachter verschiedene Ergänzungsfragen. Zur Frage, ge-
stützt auf welche Grundlage von einer rezidivierenden depressiven 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. April 2025, IV 200 2024 46

-19-

Störung, gegenwärt remittiert, auszugehen sei, wurde insbesondere auf die 
folgende Passage aus dem psychiatrischen MEDAS-Gutachten vom 1. Juni 
2022 verwiesen (vgl. act. II 183.1/7 Ziff. 4.3): "… Auf Basis der aktuell er-
hobenen Befunde, eigenanamnestischer Angaben sowie der zum Untersu-
chungszeitpunkt verfügbaren Aktenlage liess sich als für das psychiatrische 
Fachgebiet grundlegende Erkrankung eine abhängige (asthenische) Per-
sönlichkeitsstörung (ICD-10: F60.7) in Komorbidität mit einer rezidivieren-
den depressiven Störung von gegenwärtig passager remittiertem Status 
(ICD-10: F33.4) ... verifizieren. Die diesbezüglichen Vorgaben im Katalog 
der lCD-10 waren in ausreichender Form erfüllt. ...". Bezüglich verschiede-
ner Fragen betreffend die Diskrepanz zwischen den gutachterlichen Ein-
schätzungen und derjenigen gemäss den behandelnden Fachpersonen 
wurde ausgeführt: Die gutachterlich verifizierten psychiatrischen Diagnosen 
unterlägen mit den sie kennzeichnenden Symptomkonstellationen im ana-
mnestischen Verlauf einer ausgeprägten Schwankungsbreite. Dies betreffe 
insbesondere die affektive Störungsspezifität (rezidivierende depressive 
Störung [F33]). Dementsprechend könne von einer zu den jeweiligen Un-
tersuchungszeitpunkten offensichtlich unterschiedlich starken Beschwerde-
expression ausgegangen werden, eine Begebenheit, welche sich 
konsekutiv auf die Einschätzung des Grades der Arbeitsfähigkeit auswirke. 
An dieser Stelle sei nochmals dezidiert darauf hingewiesen, dass im Rah-
men der hiesigen gutachterlichen Erhebung "die Angaben der Versicher-
ten" zwar als "insgesamt authentisch und plausibel" erachtet worden seien 
und sich seinerzeit aus klinischer Sicht auch kein konkreter "Anhalt für ... 
ein bewusstes Aggravationsbestreben" ergeben habe, eine etwaig stattge-
habte unbewusste Akzentuierungstendenz vor dem Hintergrund des deut-
lich "subjektiv determinierten Bewertungshorizonts" der Beschwerde-
führerin hingegen prinzipiell nicht auszuschliessen sei. Hinsichtlich des 
nachgereichten Berichtes der die Beschwerdeführerin "behandelnden 
Fachpersonen" vom 14. Februar 2023 lasse sich ergänzend feststellen, 
dass es nicht ungewöhnlich sei, wenn das Ergebnis seitens der Beschwer-
deführerin subjektiv vorgenommener Eigenbewertungen des individuellen 
Kompetenzniveaus vom Fazit der gutachterlichen Befundermittlung diver-
giere. Ebenso wenig erstaune, dass die betreuenden Therapeuten diese im 
Sinne ihrer Patientin abschliessend in abweichender Interpretation bewer-
teten. Jene divergente Einschätzung werde nicht geteilt. Es ergäben sich 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. April 2025, IV 200 2024 46

-20-

dadurch keine Änderungen am realen Bestand der medizinischen Sach-
verhalte zum damaligen Beurteilungszeitpunkt, wie im Gutachten beschrie-
ben. Weiter sei aufgrund der vorhandenen Unterlagen, des Gesprächs und 
der Untersuchung der Beschwerdeführerin vom 25. März 2022 die "Ein-
schränkung der Arbeitsunfähigkeit" (recte wohl: Arbeitsfähigkeit) in einer 
adaptierten Tätigkeit aus onkologischer Sicht mit 30 % veranschlagt wor-
den, aufgrund einer (wohlwollend) als mässig schwer eingestuften Cancer 
Related Chronic Fatigue. An dieser Einschätzung werde festgehalten. Die 
Einschätzung des Schweregrades einer Cancer Related Chronic Fatigue 
sei nicht aufgrund objektivierbarer Kriterien möglich und überprüfbar, was 
die unterschiedliche Einschätzung erkläre. Die Einschätzung einer behan-
delnden Ärztin (in diesem Falle von Dr. med. F.________) unterscheide 
sich naturgemäss von jener eines unabhängigen Gutachters. Erstere Ein-
schätzung erfolge immer aus Sicht der Patientin.

Auf die Frage, wie die Arbeitsfähigkeit von 70 % mit dem Resultat des Be-
lastbarkeitstraining zu vereinen sei, verwiesen die Gutachter auf die Ant-
wort zur Frage betreffend Diskrepanz zwischen der Einschätzung der 
Arbeitsfähigkeit im psychiatrischen MEDAS-Teilgutachten und derjenigen 
der behandelnden Fachpersonen. 

An den Schlussfolgerungen im Gutachten vom 1. Juni 2022 könne aus 
psychiatrischer Beurteilungsperspektive festgehalten werden. Die diagnos-
tische Bewertung seitens Dr. med. F.________ in ihrem Bericht vom 
8. März 2023 einer vorgeblich bereits seit dem 19. Oktober 2021 "persistie-
rend(en) schweren Depression" werde auf Grundlage des im Rahmen des 
psychiatrischen Fachgutachtens vom 13. Mai 2022 zum damaligen Unter-
suchungszeitpunkt am 25. April 2022 objektiv eruierten psychopathologi-
schen Status nicht geteilt. Ebenso könne aus onkologischer Sicht an den 
Schlussfolgerungen festgehalten werden. Die nun zusätzlich mitgeteilten 
Lungenembolien vom 8. März 2023 seien ein neu aufgetretenes Ereignis, 
für das es zum Zeitpunkt der Beurteilung zum vorliegenden Gutachten 
(25. März 2022) noch keine Anhaltspunkte gegeben habe.

3.2.8 Die RAD-Ärztin dipl. Ärztin H.________, Fachärztin für Arbeitsmedi-
zin, führte in der Stellungnahme vom 25. Oktober 2023 (act. II 211) aus, 
aufgrund der Lungenembolien ergebe sich keine relevante Änderung in 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. April 2025, IV 200 2024 46

-21-

Bezug auf das Zumutbarkeitsprofil. Im Rahmen der Lungenembolie könne 
maximal für vier Wochen von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit ausge-
gangen werden. Weitere Berichte seien nicht vorgelegt worden. Danach 
könne auf folgendes Zumutbarkeitsprofil für eine angepasste Tätigkeit ab-
gestellt werden: Leichte Wechseltätigkeit in einem vollen Pensum mit einer 
zusätzlichen Leistungseinschränkung von 30 % bei erhöhtem Pausenbe-
darf. Vermieden werden sollten repetitives Heben von Lasten über 
Brusthöhe, Arm-belastende Tätigkeiten mit Arbeiten über Bauchhöhe, 
Überkopfarbeiten sowie monoton repetitive Belastungen, vor allem für den 
linken Arm. Keine Arbeiten, bei denen Stoss- und Stauchungsbelastung für 
den betroffenen Arm aufträten sowie Tätigkeiten mit Vibrationsbelastungen 
für den Arm durch das Bedienen von Maschinen. Keine Tätigkeiten mit 
erhöhten Hitzebelastungen, stark schwankenden Temperaturen oder Ver-
letzungsgefahr (Lymphödemprophylaxe). Insgesamt stressminimiertes Ar-
beitsumfeld in allseits wohlwollender Atmosphäre. Keine enge zeitliche 
Taktung der repetitiven sowie klar strukturierten Arbeitsvorgaben mit allge-
mein strikter Anpassung an das individuelle Kompetenzniveau. Kein Multi-
tasking. Möglichkeit zur Einlegung zwischenzeitlicher Erholungspausen. 
Schonung des linken Armes. Folglich könne bis auf einen Unterbruch vom 
8. März 2023 von vier Wochen (100%ige Arbeitsunfähigkeit) in Ergänzung 
zum Zumutbarkeitsprofil vom 1. Juni 2022 ab dem 8. April 2023 auf obiges 
Zumutbarkeitsprofil abgestellt werden.

3.2.9 Im Bericht der Klinik E.________ vom 26. Januar 2024 (act. I 8) zu 
Handen der Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin wurden die gleichen 
Diagnosen angegeben wie im Bericht vom 14. Februar 2023 (act. II 197/38 
ff.). Es fänden weiterhin Gespräche bei Dipl. Psych. J.________, Psycho-
therapeutin im Ambulatorium der Klinik E.________, statt, aktuell zirka alle 
vier bis sechs Wochen; diese würden bei Bedarf ergänzt mit telefonischen 
Gesprächen oder mit therapeutischen Antworten per E-Mail. Psychiatrisch 
sei Dr. med. I.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, zu-
ständig, der bei medizinischen Fragen (v.a. Medikamentenverordnung) 
beigezogen werde. Während einer dreimonatigen Auszeit von Dipl. Psych. 
J.________ seien durch ihn auch therapeutische Gespräche angeboten 
worden. Bei einer Helferkonferenz im Mai 2023 seien sich alle involvierten 
Fachpersonen einig gewesen, dass die Situation erfreulicherweise stabiler 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. April 2025, IV 200 2024 46

-22-

sei als vor einem Jahr. Klar sei für alle, dass diese Stabilität stark in Ab-
hängigkeit stehe von den Hilfsangeboten. Der negative Bescheid der IV 
gefährde die Stabilität. Durch das regelmässige unterstützende Helfersys-
tem inklusive psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung habe eine 
Stabilität der Beschwerdeführerin auf reduziertem Niveau trotz schwieriger 
Ereignisse (z.B. Tod der Schwester) erreicht werden können. Die Be-
schwerdeführerin werde immer noch als 100 % arbeitsunfähig im ersten 
Arbeitsmarkt erachtet. Bei einem im Jahr 2021 durch die IV durchgeführten 
Belastungstraining in einem geschützten Arbeitsumfeld sei die geforderte 
Steigerung des Pensums von 20 auf 40 % nicht möglich gewesen. Die Be-
lastungsfähigkeit habe sich seither nicht wesentlich verbessert. Zusammen-
fassend werde eine Vollberentung als angezeigt erachtet, inklusive 
zusätzlicher Hilflosenentschädigung, da die Beschwerdeführerin Unterstüt-
zung bei der lebenspraktischen Begleitung benötige: Hilfeleistungen, ohne 
die das selbstständige Wohnen nicht möglich wäre: einmal pro Woche Mut-
ter-Kind-Platz; zweimal pro Woche Psychiatriespitex, sechsmal pro Woche 
auswärts essen, da sie es maximal einmal pro Woche schaffe, allein zu 
kochen. Begleitung durch Dritte bei ausserhäuslichen Verrichtungen: grös-
sere Mengen einzukaufen sei nur mit Hilfe des Ehemannes möglich.

4.

4.1

4.1.1 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. April 2025, IV 200 2024 46

-23-

4.1.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

4.1.3 Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen 
Spezialärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersu-
chungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der 
Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der 
Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 
E. 1.3.4 S. 227, 135 V 465 E. 4.4 S. 470, 125 V 351 E. 3b bb S. 353; SVR 
2020 IV Nr. 71 S. 246, 8C_260/2020 E. 2.2). 

4.2 Das polydisziplinäre MEDAS-Gutachten vom 1. Juni 2022 (act. II 
183.1 - 183.5) und die ergänzende Stellungnahme der MEDAS-Gutachter 
vom 4. April 2023 (act. II 203) erfüllen die an den Beweiswert einer medizi-
nischen Expertise gestellten Anforderungen (vgl. E. 4.1.1 hiervor), weshalb 
sie voll beweiskräftig sind. Die Beurteilungen der Gutachter sind für die 
streitigen Belange umfassend, beruhen auf einlässlichen Explorationen und 
wurden unter Einbezug der medizinischen Akten sowie in Berücksichtigung 
der geklagten Beschwerden vorgenommen. Sie überzeugen inhaltlich, in-
dem die darin enthaltenen Darlegungen der medizinischen Zusammenhän-
ge sowie die Beurteilungen der medizinischen Situation einleuchten und die 
Schlussfolgerungen nachvollziehbar begründet sind. Ebenso flossen die 
Teilgutachten in die interdisziplinäre Konsensbeurteilung ein.

4.3 Die beschwerdeweise am MEDAS-Gutachten vom 1. Juni 2022 
(act. II 183.1 - 183.5) vorgebrachte Kritik ändert nichts. So wurden sämtli-
che Akten in extenso berücksichtigt (vgl. act. II 183.2, 183.8) und von der 
blossen Dauer der psychiatrischen Untersuchung kann nicht auf den Be-
weiswert des Gutachtens geschlossen werden (vgl. Beschwerde S. 13 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. April 2025, IV 200 2024 46

-24-

IV./G./Ziff. 3/Rz. 56); massgebend ist in erster Linie, ob die Expertise inhalt-
lich vollständig und im Ergebnis schlüssig ist. Immerhin muss der für eine 
psychiatrische Untersuchung zu betreibende zeitliche Aufwand der Frage-
stellung und der zu beurteilenden Psychopathologie angemessen sein. Wie 
hoch dieser im Einzelfall zu veranschlagen ist, unterliegt letztlich aber der 
Fachkenntnis und dem Ermessensspielraum des damit befassten Experten 
(SVR 2023 IV Nr. 55 S. 191, 8C_130/2023 E. 4.4.4, 2017 IV Nr. 75 S. 230, 
9C_44/2017 E. 4.3). Vorliegend dauerte die psychiatrische Begutachtung 
eine Stunde und neunzehn Minuten (act. II 183.3/1). Es gibt keine Anhalts-
punkte, dass dieser zeitliche Aufwand der Fragestellung und der zu beurtei-
lenden Psychopathologie nicht angemessen gewesen wäre. Weiter sind 
sich die behandelnden Ärzte und die Gutachter bezüglich der zu stellenden 
Diagnosen (grundsätzlich) einig. Diesbezüglich bestehen keine Divergen-
zen, sondern einzig in Bezug auf deren Schweregrad und den daraus re-
sultierenden Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. Soweit die behandelnde 
Onkologin Dr. med. F.________ in ihrem Bericht vom 1. Februar 2023 (act. 
II 197/36 f.) auf die psychische Situation hinweist und diese notabene als 
Hauptproblem bezüglich der Arbeitsfähigkeit erkennt, hält sie zutreffend 
fest, dass ihr diesbezüglich die entsprechende Fachkompetenz fehle; den-
noch attestiert sie aufgrund der psychischen Situation eine 100%ige Ar-
beitsunfähigkeit, was jedoch unbeachtlich ist. 

Weiter ist es entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin (Beschwer-
de S. 11 IV./G./Ziff. 3/Rz. 49) nachvollziehbar, dass das Cancer Related 
Fatigue Syndrom nicht weiter abgeklärt wurde. Denn der Schweregrad die-
ser Fatigue kann laut Angaben der MEDAS-Gutachter in der ergänzenden 
Stellungnahme vom 4. April 2023 nicht mittels objektiver Kriterien festge-
stellt werden und zudem lässt sich – was auch nicht bestritten wird – ein 
Cancer Related Chronic Fatigue Syndrom symptomatisch schlecht von der 
bei der Beschwerdeführerin vorbestehenden psychischen Erkrankung ab-
grenzen (vgl. act. II 183.1/8). Im Übrigen ist für die Bestimmung des Ren-
tenanspruchs grundsätzlich unabhängig von der Diagnose und unbesehen 
der Ätiologie ausschlaggebend, ob und in welchem Ausmass eine Beein-
trächtigung der Arbeits- bzw. Erwerbsfähigkeit vorliegt (BGE 143 V 409 
E. 4.2.1 S. 413; Urteil des BGer 8C_465/2019 vom 12. November 2019, 
E. 6.2.3). Weiter hat der psychiatrische Gutachter – entgegen den Aus-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. April 2025, IV 200 2024 46

-25-

führungen in der Beschwerde (S. 13 IV./G./Ziff. 3/Rz. 56) – in Anlehnung an 
das Mini-ICF-APP die bestehenden Einschränkungen festgehalten (act. II 
183.3/12 Ziff. 7.2). Auch die Berichte der Klinik E.________ vom 14. Fe-
bruar 2023 (act. II 197/38 ff.) und 26. Januar 2024 (act. I 8) vermögen die 
Ausführungen der Gutachter nicht in Zweifel zu ziehen. Laut diesen Berich-
ten konnte bezüglich der psychischen Beschwerden mit Hilfe eines umfas-
senden Helfernetzwerkes eine zunehmende Stabilisierung der 
Beschwerdeführerin erreicht werden, so dass die psychotherapeutische 
Behandlung nur noch zirka alle vier bis sechs Wochen stattfindet. Es ist mit 
Blick auf diese – seit nunmehr längerer Zeit bestehende – Stabilisierung 
wenig überzeugend, wenn dennoch weiterhin eine 100%ige Arbeitsun-
fähigkeit attestiert und im jüngsten Bericht vom 26. Januar 2024 (act. I 8) 
gar eine ganze IV-Rente beantragt wird; dies kommt einem advokatori-
schen Auftreten gleich. Zudem fällt es nicht in den Aufgabenbereich des 
Arztes oder der Ärztin, sich zur Höhe einer allfälligen Rente zu äussern, da 
der Begriff der Invalidität nicht nur von medizinischen, sondern auch von 
erwerblichen Faktoren bestimmt wird (vgl. Art. 16 ATSG; SVR 2021 IV Nr. 
17 S. 51, 8C_487/2020 E. 6.2). Sodann ist darauf hinzuweisen, dass die 
unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des therapeutisch tätigen 
(Fach-)Arztes einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten 
fachmedizinischen Experten anderseits es nicht zulässt, ein medizinisches 
Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum 
Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu 
anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in 
denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die behandeln-
den Ärzte wichtige – und nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretation ent-
springende – Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung 
unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (SVR 2021 IV Nr. 10 S. 27, 
9C_672/2019 E. 5.7, 2019 UV Nr. 31 S. 116, 8C_835/2018 E. 3), was vor-
liegend nicht der Fall ist.

Entgegen den Ausführungen in der Beschwerde (S. 12 IV./G./Ziff. 3/Rz. 50) 
hat die bei der Beschwerdeführerin bestehende Zwangsstörung sehr wohl 
Eingang ins MEDAS-Gutachten gefunden, wurden doch als eine der Dia-
gnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit Zwangsgedanken und               
-handlungen, gemischt (ICD-10: F. 42.2), aufgeführt (act. II 183.1/6). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. April 2025, IV 200 2024 46

-26-

Weiter ist zu berücksichtigen, dass vorliegend psychosoziale Faktoren eine 
erhebliche Rolle spielen. Wiederholt wurde in den Berichten der behan-
delnden Ärzte auf strake (psychisch belastende) Konflikte in der Beziehung 
zum Ehemann hingewiesen (vgl. act. II 89/13, 101/2, 111/3, 148/3, 180/1) 
und zum Teil sogar Trennungsberatung angeboten (act. II 102/4, 180/4). 
Auch während der Krebserkrankung der Beschwerdeführerin bestanden 
erhebliche Paarprobleme und der Ehemann forderte sogar, dass die Be-
schwerdeführerin die Krebserkrankung nur mittels Naturmedizin angehe 
(act. II 89/15). Nach dem Aufenthalt in der Klinik E.________ vom 23. Fe-
bruar bis 9. März 2022 wurde im entsprechenden Austrittsbericht vom 30. 
März 2022 (act. II 180) empfohlen, dass die Beschwerdeführerin nicht zum 
Ehemann zurückkehren, sondern bei einer Kollegin wohnen solle, dies 
nicht aufgrund des Kindeswohls, sondern aufgrund der Paarproblematik. 
Dieser psychosoziale Faktor der Paarproblematik darf jedoch aus invali-
denversicherungsrechtlicher Sicht (grundsätzlich) nicht berücksichtigt wer-
den (vgl. dazu BGE 127 V 294 E. 5a S. 299; SVR 2012 IV Nr. 52 S. 188, 
9C_537/2011 E. 3.2; siehe auch BGE 139 V 547 E. 3.2.2 S. 552; SVR 
2010 IV Nr. 19 S. 587, 9C_272/2009 E. 5.2, 2008 IV Nr. 62 S. 203, 
9C_830/2007 E. 4.2).

Was das Belastbarkeitstraining in der Abklärungsstelle C.________ vom 4. 
Oktober bis 19. November 2021 betrifft (vgl. Beschwerde S. 16 f IV./G./Ziff. 
5/Rz. 60 ff.), so wurde dieses infolge Stagnation bei der Zielerreichung – 
die Beschwerdeführerin war nicht in der Lage wie geplant das Pensum von 
10 auf 20 Stunden pro Woche zu steigern – sowie zur Vermeidung einer 
Dekompensation vorzeitig abgebrochen und die Beschwerdeführerin wurde 
für den ersten Arbeitsmarkt als nicht vermittelbar eingestuft, in geeigneten 
Arbeitsbereichen und Tätigkeiten (zweiter Arbeitsmarkt) wurde ein zumut-
bares Pensum von zirka 20 % angegeben (vgl. act. II 164). Dennoch kann 
nicht auf die Ergebnisse des Belastbarkeitstrainings abgestellt werden, da 
die Frage nach den noch zumutbaren Tätigkeiten und Arbeitsleistungen 
nach Massgabe der objektiv feststellbaren Gesundheitsschädigung in ers-
ter Linie durch die Ärzte und nicht durch die Eingliederungsfachleute auf 
der Grundlage der von ihnen erhobenen, subjektiven Arbeitsleistung zu 
beantworten ist (Urteil des BGer 8C_334/2018 vom 8. Januar 2019, E. 
4.2.1). Zudem verwiesen die MEDAS-Gutachter in der Stellungnahme vom 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. April 2025, IV 200 2024 46

-27-

4. April 2023 (act. II 203) bezüglich der Diskrepanz zwischen der attestier-
ten Arbeitsfähigkeit von 70 % und den Resultaten des Belastbarkeitstrai-
nings überzeugend und schlüssig insbesondere auf die im anamnestischen 
Verlauf einer ausgeprägten Schwankungsbreite unterliegende rezidivieren-
de depressive Störung. 

Schliesslich ist die Aussagekraft der Berichte der Klinik E.________ vom 
15. September 2021, 30. März 2022, 14. Februar 2023 und 26. Januar 
2024 (act. II 153, 180, 197/38 ff.; act. I 8) zu relativieren, da sie zwar nebst 
dem Visum von Dipl. Psych. J.________, welche über keinen psychiatri-
schen Facharzttitel verfügt, auch ein ärztliches Visum des Psychiaters 
Dr. med. I.________ enthalten, die therapeutischen Gespräche jedoch 
(beinahe ausschliesslich) durch die Psychotherapeutin durchgeführt wer-
den und Dr. med. I.________ allein für die Medikation zuständig ist (vgl. 
act. I 8).

4.4 Vorliegend haben die MEDAS-Sachverständigen substanziiert dar-
gelegt, aus welchen medizinisch-psychiatrischen Gründen die erhobenen 
Befunde das funktionelle Leistungsvermögen und die psychischen Res-
sourcen in qualitativer, quantitativer und zeitlicher Hinsicht zu schmälern 
vermögen, so dass auf die interdisziplinär attestierte 70%ige Arbeitsfähig-
keit abgestellt werden kann. Eine Prüfung der Standardindikatoren gemäss 
BGE 141 V 281 kann unterbleiben, da durch eine solche keine höhere 
rechtlich relevante Arbeitsunfähigkeit als die ärztlich attestierte resultieren 
kann (Urteile des BGer 8C_230/2022 vom 23. September 2022 E. 5.2.3.2 
und 8C_153/2021 vom 10. August 2021 E. 5.4.2; SVR 2022 IV Nr. 56 
S. 181, 8C_804/2021 E. 4.1.4).

4.5 Mit Blick auf die vorstehenden Ausführungen ist der medizinische 
Sachverhalt rechtsgenüglich abgeklärt. Auf weitere Beweismassnahmen, 
namentlich das beantragte Gutachten in den Disziplinen Psychiatrie und 
Psychotherapie (Beschwerde S. 2 II./Ziff. 1), kann in antizipierter Beweis-
würdigung (BGE 144 V 361 E. 6.5 S. 368, 124 V 90 E. 4b S. 94, 122 V 157 
E. 1d S. 162; Urteil des BGer 9C_298/2024 vom 14. August 2024 E. 5.2, 
zur Publikation vorgesehen; SVR 2019 IV Nr. 50 S. 162, 9C_296/2018 
E. 4) verzichtet werden. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. April 2025, IV 200 2024 46

-28-

5.

5.1 Die Beschwerdeführerin beanstandet den von der Beschwerdegeg-
nerin angenommenen Status 40 % Erwerb und 60 % Haushalt. Sie macht 
geltend (Beschwerde S. 6 f. IV./E./Rz. 30 ff.), im Rahmen des Standortge-
spräches vom 9. Juli 2021 (act. II 138) sei sie davon ausgegangen, es wer-
de die aktuelle Situation und der aktuelle Gesundheitszustand eruiert. Nach 
dem Wunschpensum gefragt habe sie angegeben 20 - 40 % an zwei Ta-
gen. Dies bedeute aber nicht, dass sie bei guter Gesundheit auch dieses 
Pensum gewählt hätte. Im Rahmen des Abklärungsberichtes Haus-
halt/Erwerb habe sie unmissverständlich festgehalten, dass sie bei guter 
Gesundheit in einem 60%-Pensum tätig wäre. Folglich sei von einem Sta-
tus 60 % Erwerb und 40 % Haushalt auszugehen. 

5.2

5.2.1 Sowohl im Rahmen einer erstmaligen Prüfung des Rentenan-
spruchs als auch anlässlich einer Rentenrevision stellt sich unter dem Ge-
sichtspunkt von Art. 8 ATSG die Frage nach der anwendbaren Invali-
ditätsbemessungsmethode, welche sich aus dem Status ergibt. Dieser 
bestimmt sich nach Art. 24septies Abs. 1 IVV nach den erwerblichen Verhält-
nissen, in denen sich die versicherte Person befinden würde, wenn sie 
nicht gesundheitlich beeinträchtigt wäre. Gemäss Art. 24septies Abs. 2 IVV 
gilt eine versicherte Person als erwerbstätig nach Art. 28a Abs. 1 IVG, 
wenn sie im Gesundheitsfall eine Erwerbstätigkeit ausüben würde, die ei-
nem Beschäftigungsgrad von 100 % oder mehr entspricht (lit. a). Die versi-
cherte Person gilt als nicht erwerbstätig nach Art. 28a Abs. 2 IVG, wenn sie 
im Gesundheitsfall keine Erwerbstätigkeit ausüben würde (lit. b) respektive 
als teilerwerbstätig nach Art. 28a Abs. 3 IVG, wenn sie im Gesundheitsfall 
eine Erwerbstätigkeit ausüben würde, die einem Beschäftigungsgrad von 
weniger als 100 % entspricht (lit. c; vgl. auch Art. 16 ATSG sowie aArt. 28a 
Abs. 2 und 3 IVG).

Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versi-
cherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. April 2025, IV 200 2024 46

-29-

welchem Pensum sie hypothetisch erwerbstätig wäre (BGE 144 I 28 E. 2.3 
S. 30; SVR 2020 IV Nr. 72 S. 250, 9C_157/2020 E. 4.1.1).

5.2.2 Die Frage nach der anwendbaren Methode beurteilt sich praxis-
gemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verwal-
tungsverfügung entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme 
einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit der im Sozial-
versicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein-
lichkeit erforderlich ist (BGE 144 I 28 E. 2.3 S. 30; SVR 2019 IV Nr. 3 S. 6, 
8C_145/2018 E. 5.1).

5.3

5.3.1 Am 12. Juni 2020 (act. II 85) gab die Beschwerdeführerin gegenü-
ber der Beschwerdegegnerin telefonisch an, aufgrund des Brustkrebses 
laufe die zweite Serie Chemotherapie im Spital G.________ bis September 
2020. Im Anschluss sei eine Bestrahlung geplant. Die Operation habe Ende 
Februar 2020 im Spital K.________ stattgefunden. Eine Arbeitsaufnahme 
sei in einem 20 - 40%-Pensum geplant (aufgrund der Mutterschaft), sobald 
es die Gesundheit zulasse. Im Rahmen des telefonischen Standortge-
spräches vom 9. Juli 2021 (act. II 138) wurde zum Wunsch der Beschwer-
deführerin an die IV festgehalten: "Momentan Wiederaufnahme der 
bisherigen Tätigkeit als ... nicht vorstellbar. Prüfung Eingliederungsmass-
nahmen/Aufbautraining. Wunschpensum 20 - 40 % an 2 Tagen." Bei der 
Haushaltabklärung gab die Beschwerdeführerin gemäss Abklärungsbericht 
Haushalt/Erwerb vom 13. Dezember 2022 (act. II 188/4 Ziff. 4.2) zur Sta-
tusfrage an, dass sie 20 - 40 % mit der gesundheitlichen Beeinträchtigung 
arbeiten würde. Bei guter Gesundheit würde sie in einem 60%-Pensum 
tätig sein. 

5.3.2 Vorliegend ist auf die Aussagen der ersten Stunde, wonach die so-
genannten spontanen "Aussagen der ersten Stunde" in der Regel unbefan-
gener und zuverlässiger sind als spätere Darstellungen, die bewusst oder 
unbewusst von nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher oder 
anderer Art beeinflusst sein können (BGE 143 V 168 E. 5.2.2 S. 174, 121 V 
45 E. 2a S. 47) in den Jahren 2020 und 2021 abzustellen, wonach die Be-
schwerdeführerin im Gesundheitsfall in einem 20 - 40%-Pensum tätig wäre. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. April 2025, IV 200 2024 46

-30-

Folglich ist vorliegend mit der Beschwerdegegnerin von einem Status 40 % 
Erwerb und 60 % Haushalt auszugehen. 

6.

Es ist somit im Folgenden die Invaliditätsbemessung vorzunehmen.

6.1 Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt 
des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei 
Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erhe-
ben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen 
bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 150 V 67 E. 4.1 
S. 69, 143 V 295 E. 4.1.3 S. 300, 129 V 222).

6.1.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft. Die Ermittlung des Valideneinkommens hat 
so konkret wie möglich zu erfolgen (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110, 134 V 
322 E. 4.1 S. 325; SVR 2022 UV Nr. 4 S. 12, 8C_134/2021 E. 3.2). Lässt 
sich aufgrund der tatsächlichen Verhältnisse das ohne gesundheitliche Be-
einträchtigung realisierbare Einkommen nicht hinreichend genau beziffern, 
ist auf statistische Werte wie die vom Bundesamt für Statistik (BFS) her-
ausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) abzustellen. Auf sie darf 
jedoch im Rahmen der Invaliditätsbemessung nur unter Mitberücksichti-
gung der für die Entlöhnung im Einzelfall gegebenenfalls relevanten per-
sönlichen und beruflichen Faktoren abgestellt werden (BGE 144 I 103 E. 
5.3 S. 110; SVR 2022 IV Nr. 22 S. 70, 8C_276/2021 E. 4.2). Mit Inkrafttre-
ten der Weiterentwicklung der IV am 1. Januar 2022 hat sich bezüglich der 
Bemessung des Valideneinkommens soweit hier von Interesse keine Ände-
rung ergeben (vgl. insbesondere Art. 26 Abs. 1 und Abs. 4 IVV). 

6.1.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. April 2025, IV 200 2024 46

-31-

Person konkret steht (BGE 148 V 174 E. 6.2 S. 181, 143 V 295 E. 2.2 
S. 296). Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens 
keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit 
aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne 
gemäss den vom BFS herausgegebenen LSE herangezogen werden. Da-
bei wird in der Regel der Totalwert angewendet. Praxisgemäss ist beim 
anhand der LSE vorgenommenen Einkommensvergleich sodann von der 
Tabellengruppe A (standardisierte Bruttolöhne) auszugehen, wobei übli-
cherweise auf die Tabelle TA1_tirage_skill_level, privater Sektor, abgestellt 
wird. Bei der Verwendung der standardisierten Bruttolöhne ist gemäss 
Rechtsprechung jeweils vom sogenannten Zentralwert (Median) auszuge-
hen (BGE 148 V 174 E. 6.2 S. 181, 143 V 295 E. 2.2 S. 297). Mit Inkrafttre-
ten der Weiterentwicklung der IV am 1. Januar 2022 ergab sich 
diesbezüglich keine Änderung; vielmehr wurde die in der Rechtsprechung 
definierte Praxis nunmehr auf Verordnungsstufe geregelt (vgl. BBl 2017 
2668; Art. 26bis Abs. 1 und 2 IVV i.V.m. Art. 25 Abs. 3 IVV).

6.2 Der Beschwerdeführerin wurden dauerhaft ab dem 15. April 2019 
vorerst Teilarbeitsunfähigkeiten und ab dem 1. Juli 2019 eine 100%ige Ar-
beitsunfähigkeit attestiert (act. II 76, 84.3, 104.2), so dass das Wartejahr 
gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG (vgl. E. 2.3 hiervor) per 15. April 2020 ab-
gelaufen war. Die Neuanmeldung erfolgte im April 2020 (act. II 73), so dass 
in Anwendung der sechsmonatigen Wartezeit gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG 
(vgl. E. 2.6 hiervor) der frühestmögliche Rentenbeginn auf den 1. Oktober 
2020 fällt. Auf diesen Zeitpunkt hin ist eine Invaliditätsbemessung vorzu-
nehmen.

6.3 Die 100%ige Arbeitsunfähigkeit wurde gemäss Bericht von Dr. med. 
I.________ von der Klinik E.________ vom 15. September 2021 (act. II 
153) seit dem 12. Dezember 2019 auch noch bis auf Weiteres attestiert 
und im Austrittsbericht der Klinik E.________ vom 30. März 2022 (act. II 
180) wurde festgehalten, dass die Beschwerdeführerin weiterhin nicht ar-
beitsfähig sei. Gemäss Einschätzung der MEDAS-Gutachter zur retrospek-
tiven Bewertung der Arbeitsfähigkeit sei diese während stattgehabter 
Hospitalisations- und sich anschliessender Rekonvaleszenzphasen sowie 
der Zeitabschnitte schwerer episodischer Verlaufe der affektiven Störungs-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. April 2025, IV 200 2024 46

-32-

spezifität prinzipiell aufgehoben gewesen; ab dem 25. April 2022 sei dann 
von der gutachterlichen festgestellten Arbeitsfähigkeit auszugehen (act. II 
183.1/9 f. Ziff. 4.6 und 4.7).

Folglich ist für die Zeit ab dem frühestmöglichen Rentenbeginn, dem 1. Ok-
tober 2020 von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit in jeglicher Tätigkeit 
auszugehen, so dass im erwerblichen Bereich bei einem Status von 40 % 
Erwerb und 60 % Haushalt von einer gewichteten Einschränkung von 40 % 
auszugehen ist (100 % x 0.4). 

6.4 Bezüglich des häuslichen Bereiches beanstandet die Beschwerde-
führerin die im Abklärungsbericht Haushalt/Erwerb vom 13. Dezember 
2022 (act. II 188) ermittelte Einschränkung von 19.5 % als zu gering, es sei 
mindestens von einer Einschränkung von 50 % auszugehen (Beschwerde 
S. 8 f. IV./F./Rz. 37 ff.). 

6.4.1 Für den Beweiswert eines Abklärungsberichts sind verschiedene 
Faktoren zu berücksichtigen: Es ist wesentlich, dass der Bericht von einer 
qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis der örtlichen und räumli-
chen Verhältnisse sowie der aus den medizinischen Diagnosen sich erge-
benden Beeinträchtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die 
Angaben der versicherten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende 
Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext 
schliesslich muss plausibel begründet und bezüglich der einzelnen Ein-
schränkungen angemessen detailliert sein und in Übereinstimmung mit den 
an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft all dies zu, ist der Ab-
klärungsbericht voll beweiskräftig. Das Gericht greift in das Ermessen der 
die Abklärung tätigenden Person nur ein, wenn klar feststellbare Fehlein-
schätzungen vorliegen. Das gebietet insbesondere der Umstand, dass die 
fachlich kompetente Abklärungsperson näher am konkreten Sachverhalt ist 
als das im Beschwerdefall zuständige Gericht (BGE 140 V 543 E. 3.2.1 
S. 547, 130 V 61 E. 6.2 S. 63; SVR 2018 IV Nr. 69 S. 223, 9C_762/2017 
E. 3.2).

6.4.2 Rechtsprechungsgemäss können Familienangehörigen im Rahmen 
der familienrechtlichen Beistandspflicht im Einzelfall umfangreiche Hilfestel-
lungen zugemutet werden. Diese Mithilfe geht zwar weiter als die ohne 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. April 2025, IV 200 2024 46

-33-

Gesundheitsschaden üblicherweise zu erwartende Unterstützung, jedoch 
darf den Familienangehörigen keine unverhältnismässige Belastung ent-
stehen. Vielmehr ist bei der Mitarbeit von Familienangehörigen stets da-
nach zu fragen, wie sich eine vernünftige Familiengemeinschaft einrichten 
würde, sofern keine Versicherungsleistungen zu erwarten wären (BGE 133 
V 504 E. 4.2 S. 509; SVR 2011 IV Nr. 11 S. 29, 9C_410/2009 E. 5.5). Kei-
nesfalls darf aber unter dem Titel der Schadenminderungspflicht die Bewäl-
tigung der Haushaltstätigkeit in einzelnen Funktionen oder insgesamt auf 
die übrigen Familienmitglieder überwälzt werden mit der Folge, dass 
gleichsam bei jeder festgestellten Einschränkung danach gefragt werden 
müsste, ob sich ein Familienmitglied finden lässt, das allenfalls für eine 
ersatzweise Ausführung der entsprechenden Teilfunktion in Frage kommt 
(BGE 141 V 642 E. 4.3 S. 648; SVR 2024 IV Nr. 10 S. 28, 9C_525/2023 
E. 4.4). 

6.4.3 Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin (Beschwerde 
S. 8 IV./F./Rz. 39) wurde die Unterstützung, welche die Beschwerdeführe-
rin durch externe Personen in Anspruch nimmt, berücksichtigt. So wurde in 
der Stellungnahme des Abklärungsdienstes vom 16. Oktober 2023 (act. II 
208) zutreffend festgehalten, dass im Abklärungsbericht unter dem Punkt 
"Pflege/Betreuung von Kindern und/oder Angehörigen" (act. II 188/11 f. 
Ziff. 7.2) erwähnt und berücksichtigt worden sei, dass die Tochter der Be-
schwerdeführerin an zwei Vormittagen zur Tagesmutter gehe und die Be-
schwerdeführerin oft bei ihren Eltern sei, damit sie Unterstützung erhalte. 
Auch nicht zu beanstanden ist es, wenn in der Stellungnahme des Ab-
klärungsdienstes (act. II 208) ausgeführt wird, die regelmässigen Tagesbe-
suche bei einer Bekannten der Beschwerdeführerin, welche eine           
Mutter-/Kind-Tagesstätte betreibe, seien üblich unter Kolleginnen mit Klein-
kindern und könnten nicht als Entlastung angerechnet werden. Zudem 
wurde im Abklärungsbericht unter dem Punkt "Ernährung" (act. II 188/9 Ziff. 
7.2) erwähnt und berücksichtigt, dass die Beschwerdeführerin mit der 
Tochter am Mittag oft bei den Eltern esse. 

Soweit die Beschwerdeführerin den Umfang der Berücksichtigung der 
Schadenminderungspflicht des Ehemannes der Beschwerdeführerin kriti-
siert (Beschwerde S. 9 IV./F./Rz 40), ist mit dem Abklärungsdienst auf das 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. April 2025, IV 200 2024 46

-34-

Urteil des BGer 9C_446/2008 vom 18. September 2008 E. 4.3, hinzuwei-
sen (act. II 208/5), wonach für einen … (in einem 100%-Pensum) eine Mita-
rbeit im Haushalt an sieben Wochentagen während je 1 bis 1 ½ Stunden 
als zumutbar erachtet wurde. Zudem kann auf die folgenden überzeugen-
den und schlüssigen Ausführungen des Abklärungsdienstes in der Stel-
lungnahme vom 16. Oktober 2023 (act. II 208) verwiesen werden: Im 
psychiatrischen Gutachten habe die Beschwerdeführerin angegeben, dass 
sie die Haushaltsarbeiten überwiegend allein erledige, wobei sie oftmals 
"nur das Nötigste" abarbeite. Manchmal erhalte sie ein wenig Hilfe vom 
Mann. Die dem Ehemann zugemuteten Arbeiten, welche er im Sinne der 
Schadenminderungspflicht erledigen könne, seien somit absolut im zumut-
baren Rahmen. Wie dem Abklärungsbericht zu entnehmen sei, werde am 
Abend kalt gegessen. Somit beschränke sich das Kochen auf das Wo-
chenende. Dass beide zusammen kochten, sei in der heutigen Zeit in dem 
meisten Haushalten selbstverständlich. Die Tätigkeiten wie Mithilfe beim 
Badezimmer reinigen, Bettwäsche wechseln, Leergut entsorgen und Mithil-
fe bei der gründlichen Reinigung, welche dem Ehemann bei der Woh-
nungspflege zugemutet würden, seien nicht Arbeiten, welche täglich 
erledigt würden. Ebenso sei es dem Ehemann zumutbar, einmal die Woche 
den Grosseinkauf zu tätigen oder das Benötigte online zu bestellen. Die 
Mithilfe beim Wäscheaufhängen und -zusammenlegen sei für einen Drei-
personenhaushalt mit einem geringen Zeitaufwand machbar. Ebenso seien 
das Giessen der Pflanzen sowie die Treppenhausreinigung nicht täglich 
nötig.

6.4.4 Somit erfüllt der Abklärungsbericht Haushalt/Erwerb vom 13. De-
zember 2022 (act. II 208) die an eine Abklärung im Haushalt erforderlichen 
Kriterien und es sind keine Fehleinschätzungen ersichtlich. Die einzelnen 
Einschätzungen sind nachvollziehbar begründet. Zudem ist darauf hinzu-
weisen, dass selbst die behandelnde Onkologin – welche eher advokato-
risch auftritt – davon ausgeht, dass die Beschwerdeführerin den Haushalt 
gar allein bewältigen könnte (act. II 197/36 f.). Damit ist von einer Ein-
schränkung im Haushalt von 19.5 % auszugehen (act. II 188/12), was bei 
einem Status 40 % Erwerb und 60 % Haushalt eine gewichtete Einschrän-
kung von 11.70 % (19.5 % x 0.6) im häuslichen Bericht ergibt. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. April 2025, IV 200 2024 46

-35-

In antizipierter Beweiswürdigung (vgl. E. 4.5 hiervor) kann entgegen dem 
gestellten Beweisantrag (Beschwerde S. 2 II./Ziff. 1) somit auf die Erstel-
lung eines neuen Abklärungsberichtes Haushalt/Erwerb verzichtet werden.

6.5 Wie bereits ausgeführt liegt per 1. Oktober 2020 im erwerblichen 
Bereich eine gewichtete Einschränkung von 40 % vor (vgl. E. 6.4 hiervor). 
Damit ergibt sich ab dem 1. Oktober 2020 ein gerundeter Invaliditätsgrad 
von insgesamt 52 % (40 % [Erwerb] + 11.70 % [Haushalt] = 51.70 %; zu 
den Rundungsregeln vgl. BGE 130 V 121 E. 3.2 und 3.3 S. 123; SVR 2019 
IV Nr. 61 S. 196, 8C_575/2018 E. 7.1). Folglich hat die Beschwerdeführerin 
ab dem 1. Oktober 2020 Anspruch auf eine halbe Rente.

6.6 Ab dem 25. April 2022 ist von der gutachterlich attestierten Arbeits-
fähigkeit von 70 % in einer angepassten Tätigkeit auszugehen (act. II 
183.1/10 Ziff. Ziff. 4.7), womit eine gesundheitliche Verbesserung und somit 
ein Revisionsgrund (vgl. E. 2.9.2 hiervor) gegeben ist. Per April 2022 ist 
demnach eine weitere Invaliditätsbemessung vorzunehmen.

6.6.1 Für die Bestimmung des Valideneinkommens ist auf statistische 
Werte abzustellen, da die Beschwerdeführerin die letzte Anstellung als ... 
aus gesundheitsfremden Gründen (Schwangerschaft/Geburt) nicht mehr 
inne hat (act. II 108/2; vgl. Urteil des BGer 8C_84/2024 vom 12. Februar 
2025 E. 5.1). Auszugehen ist von den LSE 2020, Tabelle 
TA1_tirage_skill_level, Monatlicher Bruttolohn (Zentralwert) nach Wirt-
schaftszweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht, Privater Sektor, Ziff. 86 
- 88 Gesundheits- und Sozialwesen, Kompetenzniveau 3, Frauen, im Be-
trag von monatlich Fr. 5'923.-- bzw. jährlich Fr. 71'076.--. Indexiert auf das 
Jahr 2022 resultiert ein Betrag von Fr. 71'695.25 (Tabelle T1.2.15 Nominal-
lohnindex, Frauen 2016 - 2023, Ziff. 86 - 88 Gesundheitswesen, Heime und 
Sozialwesen, Index Jahr 2020: 103.3 Punkte; Index Jahr 2022: 104.2 Punk-
te). Angepasst an die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit für Ziff. 86 - 
88 Gesundheits- und Sozialwesen im Jahr 2022 von 41.6 Stunden resultiert 
ein Valideneinkommen von Fr. 74'563.05 (Fr. 71'695.25 / 40 h x 41.6 h).

6.6.2 Da die Beschwerdeführerin keine ihr trotz der gesundheitlichen Ein-
schränkung zumutbare Erwerbstätigkeit ausübt, ist das Invalideneinkom-
men anhand statistischer Werte zu bestimmen ist (vgl. E. 6.1.2 hiervor). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. April 2025, IV 200 2024 46

-36-

Auszugehen ist von den LSE 2020, Tabelle TA1_tirage_skill_level, Monatli-
cher Bruttolohn (Zentralwert) nach Wirtschaftszweigen, Kompetenzniveau 
und Geschlecht, Privater Sektor, Total, Kompetenzniveau 1, Frauen, von 
monatlich Fr. 4'276.-- bzw. jährlich Fr. 51'312.--. Indexiert auf das Jahr 
2022 resultiert ein Betrag von Fr. 52'054.95 (Tabelle T1.2.15 Nominal-
lohnindex, Frauen 2016 - 2023, Ziff. 05 - 96 Total, Index Jahr 2020: 103.6 
Punkte; Index Jahr 2022: 105.1 Punkte). Die Anpassung an die betriebsüb-
liche wöchentliche Arbeitszeit für Ziff. 1 - 96 Total im Jahr 2022 von 41.7 
Stunden ergibt einen Betrag von Fr. 54'267.30 (Fr. 52'054.95 / 40 h x 
41.7 h). Unter Berücksichtigung der 70%igen Arbeitsfähigkeit resultiert ein 
Invalideneinkommen von Fr. 37'987.10 (Fr. 54'267.30 x 0.7). 

Der Auffassung der Beschwerdeführerin, wonach ein leidensbedingter Ab-
zug von 25 % zu gewähren sei (Beschwerde S. 16 f. IV./H./Rz. 65 ff.), kann 
nicht gefolgt werden. 

Kann die versicherte Person aufgrund ihrer Invalidität nur noch mit einer 
funktionellen Leistungsfähigkeit nach Art. 49 Abs. 1bis IVV von 50 % oder 
weniger tätig sein, so werden vom statistisch bestimmten Wert 10 % für 
Teilzeitarbeit abgezogen (Art. 26bis Abs. 3 IVV in der bis 31. Dezember 
2023 gültig gewesenen Fassung). Soweit aufgrund der gegebenen Fal-
lumstände, bei Beachtung von Art. 26 Abs. 2 und Art. 26 bis Abs. 3 IVV 
sowie der nach Art. 49 Abs. 1bis IVV ärztlich festgelegten qualitativen und 
quantitativen Leistungsfähigkeit Bedarf an weitergehender Korrektur be-
steht, ist, was die zu berücksichtigenden Faktoren und deren Gewichtung 
beim leidensbedingten Abzug angeht, ergänzend auf die bisherigen Recht-
sprechungsgrundsätze zurückzugreifen (BGE 150 V 410 E. 10.6 S. 439; 
zur bisherigen Praxis vgl. BGE 148 V 174 E. 6.3 S. 182, 135 V 297 E. 5.2 
S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481; SVR 2024 UV 
Nr. 14 S. 58, 8C_706/2022 E. 6.1.2, 2018 IV Nr. 46 S. 147, 8C_211/2018 
E. 3.3).

Den Einschränkungen der Beschwerdeführerin wurde bei der Festsetzung 
der Arbeitsfähigkeit hinreichend Rechnung getragen, eine doppelte 
Berücksichtigung kann nicht erfolgen (vgl. BGE 148 V 174 E. 6.3 S. 182, 
146 V 16 E. 4.1 S. 20; SVR 2023 IV Nr. 18 S. 63, 8C_332/2022 E. 5.2.1.1). 
Selbst bei Gewährung des maximal zulässigen Abzuges von 25 %, welcher 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. April 2025, IV 200 2024 46

-37-

wie erwähnt jedoch vorliegend nicht gerechtfertigt ist, würde bei einem In-
valideneinkommen von Fr. 28'490.35 (Fr. 37'987.10 x 0.75) ein nicht ren-
tenbegründender Invaliditätsgrad resultieren (vgl. E. 6.7.3 hiernach).

6.6.3 Die Gegenüberstellung der beiden Vergleichseinkommen ergibt im 
erwerblichen Bereich ohne leidensbedingten Abzug eine Einschränkung 
von 49.05 % ([Fr. 74'563.05 - Fr. 37'987.10] / Fr. 74'563.05 x 100) und ge-
wichtet von 19.62 % (49.05 % x 0.4) bzw. mit leidensbedingtem Abzug von 
25 % eine Einschränkung von 61.79 % ([Fr. 74'563.05 - Fr. 28'490.35] / 
Fr. 74'563.05 x 100) und gewichtet von 24.71 % (61.79 % x 0.4).

Die Einschränkung im häuslichen Bereich betrug im Revisionszeitpunkt im 
April 2022 nach wie vor 19.5 % und gewichtet 11.70 % (19.5 % x 0.6; vgl. 
E. 6.4.4 hiervor). Der Gesamtinvaliditätsgrad belief sich somit per April 
2022 ohne leidensbedingten Abzug auf gerundet 31 % (19.62 % [Erwerb] + 
11.70 % [Haushalt] = 31.32 %) bzw. mit leidensbedingtem Abzug von 25 % 
auf gerundet 36 % (24.71 % [Erwerb] + 11.70 % [Haushalt] = 36.41 %), 
was keinen Anspruch mehr auf eine Rente begründet (vgl. E. 2.4.2 hiervor).

6.7 Folglich ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin 
den ab 1. Oktober 2020 bestehenden Anspruch auf eine halbe Rente in 
Anwendung von Art. 88a Abs. 1 IVV (vgl. E. 2.9.5 hiervor) bis zum 31. Juli 
2022 befristet hat. Die Beschwerde ist demnach abzuweisen.

7.

7.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, sind entspre-
chend dem Ausgang des Verfahrens der Beschwerdeführerin zur Bezah-
lung aufzuerlegen und dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe 
zu entnehmen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. April 2025, IV 200 2024 46

-38-

7.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf eine 
Parteientschädigung (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG [Umkehr-
schluss]).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwältin B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Die Kammerpräsidentin: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.