# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2007c46d-eef7-54c9-9c9e-de7b0bac8d3d
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2020-10-02
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 02.10.2020 D-3736/2018
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-3736-2018_2020-10-02.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-3736/2018 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 .  O k t o b e r  2 0 2 0  

Besetzung 
 Richterin Contessina Theis (Vorsitz), 

Richter Daniele Cattaneo, Richter Simon Thurnheer,    

Gerichtsschreiberin Aglaja Schinzel. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Sri Lanka,   

vertreten durch lic. iur. Angelika Stich, Rechtsschutz für  

Asylsuchende, Bundesasylzentrum Region Zürich,  

(…) 

Beschwerdeführerin,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 18. Juni 2018 / N (…). 

 

 

 

D-3736/2018 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Beschwerdeführerin, eine sri-lankische Staatsangehörige tamilischer 

Ethnie, gelangte eigenen Angaben zufolge am 5. Februar 2018 in die 

Schweiz, wo sie gleichentags im Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) 

B._______ um Asyl nachsuchte. In der Folge wurde sie darüber informiert, 

dass ihr Asylverfahren im Rahmen der Testphase des Verfahrenszentrums 

Zürich (VZ) durchgeführt werde. Am 8. Februar 2018 wurde sie zu ihrer 

Person und zum Reiseweg befragt (Personalienaufnahme [PA]) und am 

27. April sowie am 2. Juni 2018 eingehend angehört. 

Zur Begründung ihres Asylgesuchs machte sie im Wesentlichen geltend, 

sie stamme aus Jaffna, wo sie von Geburt bis zur Ausreise an verschiede-

nen Adressen gelebt habe. Ein Onkel sei seit etwa 1995 Mitglied der Libe-

ration Tigers of Tamil Eelam (LTTE) gewesen und im Jahr (…) in 

C._______ anlässlich einer Kontrolle des sri-lankischen Militärs von Solda-

ten erschossen worden. Über die Aktivitäten ihres Onkels für die Bewegung 

wisse sie nichts. Ihr Vater sei bis zum Tod des Onkels Sympathisant der 

LTTE gewesen. Vor seinem Tod sei ihr Onkel wiederholt bei ihr zu Hause 

gesucht worden. Einmal sei ihr Vater anlässlich einer solchen Suche von 

Soldaten in ein Camp mitgenommen und dort währen 15 bis 20 Tagen fest-

gehalten und gefoltert worden. Nach seiner Entlassung sei er mehrmals 

von Armeeangehörigen bedroht worden, Genaueres darüber wisse sie 

aber nicht. Sie habe im (…) den Bachelor in (…) an der (…) abgeschlos-

sen. Während der Studienzeit von (…) bis (…) habe sie rund zehn Mal an 

Streiks teilgenommen, welche von den Studenten organisiert worden 

seien. Auch habe sie an den jährlichen Feierlichkeiten zum Heldentag teil-

genommen. Im Jahr (…) habe sie in ihrer Funktion als Repräsentantin der 

Fakultät zusammen mit zwei anderen Repräsentanten und zwei bis drei 

weiteren Personen die Heldentagsfeier an der Universität organisiert. Bei 

diesem Anlass seien sie von Angehörigen des Criminal Investigation De-

partments (CID) beobachtet worden. Nach ihrer Teilnahme an dieser Feier 

im November (…) habe sie Probleme mit einem Mann bekommen, welcher 

sich als Mitarbeiter des CID ausgegeben habe. Er habe sie systematisch 

belästigt und wiederholt telefonisch kontaktiert. Bei der ersten Begegnung 

habe er ihr eine Fotografie auf seinem Handy gezeigt, welche sie bei der 

Heldentagsfeier zeige. Als er ihr das zweite Mal aufgelauert habe, habe er 

ihr Mobiltelefon entwendet. Er habe ausserdem alles von ihr gewusst, ihren 

Namen, ihre Telefonnummer, in welcher Fakultät sie gewesen sei, ihre Ad-

resse sowie Details über ihre Familie. Er habe ihr aufgelauert und Avancen 

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gemacht sowie gedroht, wenn sie sich seinen Wünschen nicht fügen 

würde, würde er Informationen über ihre Teilnahme an den Heldentagsfei-

erlichkeiten und über die Tätigkeiten ihres Onkels für die LTTE an seinen 

Vorgesetzten weiterleiten. Er habe Beweise dafür, dass sie die Heldentags-

feier organisiert habe. In der Folge habe sie den gleichen Mann vor ihrem 

Zuhause gesehen, er habe sie ständig beobachtet. Deshalb habe sie Angst 

bekommen und sich entschlossen, während der nächsten Zeit bei einer 

Tante zu wohnen. Als sie bei ihrer Tante gewohnt habe, habe sie das Haus 

während über zwei Monaten kaum verlassen. In dieser Zeit seien private 

Fotografien von ihr, welche sie an der Heldentagsfeier im Jahr (…) zeigten, 

auf ihrem Facebook-Account erschienen und sie habe darauf nicht mehr 

zugreifen können. Sie gehe davon aus, dass dieser Mann mit dem ihr ent-

wendeten Mobiltelefon diese Fotografien hochgeladen und ihr Passwort 

geändert habe. An ihrem Geburtstag habe sie das Haus ihrer Tante 

schliesslich verlassen, um einen Tempel und danach ihre Eltern zu besu-

chen. Am nächsten Tag habe dieser Mann sie im Haus ihrer Tante über-

rascht, nachdem diese das Haus verlassen habe. Er habe ihr erklärt, er 

liebe sie und wolle sie heiraten. Er habe ihr auch gedroht, ihre Familie zu 

töten, wenn sie nicht kooperiere. Bei diesem Zusammentreffen habe er sie 

drei Mal vergewaltigt. Auch habe er sie nackt fotografiert. Aus Furcht, er 

könnte diese Nacktfotos veröffentlichen, habe sie niemandem von der Ver-

gewaltigung erzählt. Nach dem Vorfall sei sie in ihr Elternhaus zurückge-

kehrt, weil sie in deren Nähe habe sein wollen. Sie habe immer wieder 

Anrufe von ihrem Peiniger erhalten. Dabei habe er sie jeweils aufgefordert, 

sich seinen Wünschen zu fügen und ihn sexuell zu befriedigen. Nachdem 

ihre Periode ausgeblieben sei, habe sie sich schliesslich ihrer Mutter an-

vertraut und ihr von den sexuellen Übergriffen erzählt. Diese habe mit ihr 

einen Schwangerschaftstest durchgeführt, welcher positiv ausgefallen sei. 

Daraufhin habe die Mutter den Vater informiert und dieser sei nach Co-

lombo gereist, um auf illegale Weise Abtreibungspillen zu besorgen, wel-

che sie in der Folge eingenommen habe. Ihr Peiniger habe sie weiterhin 

angerufen und sei regelmässig vor ihrem Haus erschienen. Sie habe auf-

grund des psychischen Drucks ständig Kopfschmerzen gehabt. Da er im-

mer mit dem Auto oder dem Motorrad vor ihrem Haus vorbeigefahren sei, 

habe sie mit der Zeit Angst vor Fahrzeuggeräuschen bekommen. Sie habe 

nicht mehr richtig schlafen können und einmal keine Luft mehr bekommen, 

weshalb sie ins Spital gebracht worden sei. Schliesslich habe sie den stän-

digen Druck nicht mehr ausgehalten und beschlossen, sich das Leben zu 

nehmen. Vor ihrem Selbstmordversuch habe sie ihren Peiniger angerufen 

um ihn über den Selbstmord zu informieren. Ihre Mutter habe den Selbst-

mordversuch in der Folge aber gerade noch rechtzeitig verhindern können, 

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indem sie ihr Seifenwasser zum Trinken gegeben habe, so dass sie habe 

erbrechen müssen. Daraufhin hätten ihre Eltern beschlossen, eine Anzeige 

auf dem zuständigen Polizeiposten einzureichen. Dort habe man ihnen 

versichert, man werde sich um die Sache kümmern, sie hätten jedoch kei-

nerlei Dokumente erhalten. In derselben Nacht seien fünf oder sechs Poli-

zisten zu ihr nach Hause gekommen und hätten unter dem Vorwand, nach 

Drogen zu fahnden, eine Hausdurchsuchung durchgeführt. Ihr Vater sei 

während dieser Zeit ausser Haus gewesen und auf der Strasse von Poli-

zeibeamten angehalten und kontrolliert worden. Danach habe ihr Peiniger 

sie kontaktiert und erklärt, er habe die Hausdurchsuchung organisiert. Aus 

Angst um ihre persönliche Sicherheit habe sie sich schliesslich zur Aus-

reise entschlossen. Mit Hilfe eines Schleppers habe sie Sri Lanka im (…) 

verlassen. Nach ihrer Ausreise habe sie erfahren, dass sie wiederholt zu 

Hause gesucht worden sei. Bei einem solchen Besuch sei ihr Vater verletzt 

worden, weshalb sie sich danach nicht mehr getraut habe, ihre Eltern zu 

kontaktieren. Von ihrem Onkel habe sie erfahren, dass diese aufgrund der 

Suche nach ihr ihren Wohnort zu Verwandten nach D._______ verlegt hät-

ten und sich dort versteckt hielten.  

Als Beweismittel reichte die Beschwerdeführerin ihre Identitätskarte im Ori-

ginal, eine Kopie ihrer Geburtsurkunde, eine Kopie eines Zeitungsartikels 

vom (…), eine Kopie der Geburtsurkunde sowie der Todesbescheinigung 

ihres Onkels, drei Fotografien ihrer Abschlussfeier im (…) sowie einen Aus-

weis des IKRK, welcher ihrem Vater gehöre, zu den Akten.  

B.  

Mit Verfügung vom 18. Juni 2018 – eröffnet gleichentags – stellte das SEM 

fest, die Beschwerdeführerin erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte 

ihr Asylgesuch ab und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz sowie 

den Vollzug an. 

C.  

Dagegen erhob die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 28. Juni 2018 

Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht und beantragte die Aufhe-

bung der vorinstanzlichen Verfügung, die Feststellung der Flüchtlingsei-

genschaft, eventualiter die Feststellung der Unzumutbarkeit des Wegwei-

sungsvollzugs, subeventualiter die Rückweisung des Verfahrens an die  

Vorinstanz sowie in prozessualer Hinsicht die Gewährung der unentgeltli-

chen Prozessführung, unter Verzicht auf Erhebung eines Kostenvorschus-

ses.  

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Seite 5 

D.  

Mit Zwischenverfügung vom 9. Juli 2018 stellte die vormals zuständige In-

struktionsrichterin den legalen Aufenthalt der Beschwerdeführerin während 

des Verfahrens fest. Gleichzeitig wurde die Beschwerdeführerin aufgefor-

dert, eine Beschwerdeverbesserung einzureichen und der Entscheid be-

treffend unentgeltliche Rechtspflege wurde unter Einforderung einer Für-

sorgebestätigung auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. 

E.  

Am 17. Juli 2018 reichte die Beschwerdeführerin eine Beschwerdeverbes-

serung ein und beantragte neben Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft 

auch die Gutheissung ihres Asylgesuchs.  

F.  

Mit Zwischenverfügung vom 9. August 2018 wurden die Gesuche um Ge-

währung der unentgeltlichen Prozessführung und Verzicht auf Erhebung 

eines Kostenvorschusses abgewiesen und ein Kostenvorschuss eingefor-

dert, da die Mittellosigkeit unbelegt geblieben war. 

G.  

Mit Vernehmlassung vom 7. September 2018 hielt die Vorinstanz vollum-

fänglich an ihrer Verfügung fest und beantragte die Abweisung der Be-

schwerde.  

H.  

Mit Eingabe vom 10. September 2018 ersuchte die Beschwerdeführerin 

unter Einreichung einer Fürsorgebestätigung vom 31. August 2018 erneut 

um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung.  

I.  

Am 27. September 2018 reichte die Beschwerdeführerin ihre Replik ein 

und ersuchte um Einsicht in ein vorinstanzliches Aktenstück betreffend die 

gesundheitliche Versorgung in Sri Lanka. Sie reichte ferner die Kopie einer 

Anmeldung zum Arztbesuch bei einer Frauenärztin vom 25. Septem-

ber 2018, ein Schreiben von Frau Dr. med. E._______, (…) vom 25. Sep-

tember 2018, eine Kopie von zwei Terminkärtchen für den 25. September 

und den 4. Oktober 2018 sowie eine Schnellrecherche der Länderanalyse 

der schweizerischen Flüchtlingshilfe (SFH) vom 16. Juli 2018 zu den Akten. 

Gleichzeitig ersuchte sie um Fristerstreckung zur Einreichung aktueller 

Arztberichte. 

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Seite 6 

J.  

Mit Zwischenverfügung vom 2. Oktober 2018 wurde der Beschwerdeführe-

rin eine Kopie des verlangten vorinstanzlichen Aktenstückes zugestellt und 

das Gesuch um Fristerstreckung gutgeheissen.  

K.  

Am 18. Oktober 2018 reichte die Beschwerdeführerin eine ergänzende 

Stellungnahme ein unter Beilage eines Abklärungsberichts von Frau Dr. 

med. E._______, (…) vom 26. September 2018 (in Kopie), eines Schrei-

bens von Dr. med. F._______, (…), vom 15. Oktober 2018 (in Kopie) sowie 

einer Emailnachricht der SFH vom 18. Oktober 2018. Ferner wurde auf-

grund der Ferienabwesenheit einer Ärztin um erneute Fristerstreckung zur 

Einreichung eines ärztlichen Berichts ersucht. Am 31. Oktober 2018 reichte 

sie eine Kopie des ärztlichen Berichts von Dr. med. G._______, (…), vom 

24. Oktober 2018 zu den Akten. 

L.  

Mit Eingabe vom 20. Mai 2020 wurde der definitive Kurzaustrittsbericht der 

(…) vom 8. April 2020 nachgereicht. 

M.  

Am 17. Juli 2020 wurde durch die Rechtsvertretung ein Abklärungsbericht 

der (…) vom 26. Juni 2020 beim Gericht eingereicht. Gleichzeitig wurde 

festgehalten, die Beschwerdeführerin melde sich in regelmässigen Abstän-

den verzweifelt bei der Rechtsvertretung und frage nach Neuigkeiten in ih-

rem Verfahren. Die Ungewissheit über ihre Zukunft und die allfällige dro-

hende Wegweisung nach Sri Lanka belaste sie überaus stark. Aus diesem 

Grund werde dringend darum ersucht, baldmöglichst ein Urteil zu fällen. 

N.  

Am 20. Juli 2020 teilte die neu zuständige Instruktionsrichterin der Be-

schwerdeführerin mit, ihr Verfahren sei in Bearbeitung und werde prioritär 

behandelt. Weitergehende Angaben zur voraussichtlichen Verfahrens-

dauer könnten leider nicht gemacht werden. 

  

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Seite 7 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-

ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-

son Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht 

vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Am 1. März 2019 ist eine Teilrevision des AsylG in Kraft getreten 

(AS 2016 3101); für das vorliegende Verfahren gilt das bisherige Recht 

(vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom 

25. September 2015). 

1.4 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Die 

Beschwerdeführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, 

ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung; sie ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 38 der 

Verordnung über die Durchführung von Testphasen zu den Beschleuni-

gungsmassnahmen im Asylbereich [TestV, SR 142.318.1] i.V.m. Art. 112b 

Abs. 3 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Be-

schwerde ist einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

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Seite 8 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken; den frauenspezifischen 

Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). Entsprechend 

der Lehre und Praxis ist für die Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft 

erforderlich, dass die asylsuchende Person ernsthafte Nachteile von be-

stimmter Intensität erlitten hat, beziehungsweise solche im Fall einer Rück-

kehr in den Heimatstaat befürchten muss. Die Nachteile müssen der asyl-

suchenden Person gezielt und aufgrund bestimmter Verfolgungsmotive 

drohen oder zugefügt worden sein. Die Anerkennung der Flüchtlingseigen-

schaft setzt zudem voraus, dass die betroffene Person einer landesweiten 

Verfolgung ausgesetzt ist und sich nicht in einem anderen Teil ihres Hei-

matstaates in Schutz bringen kann. Ausgangspunkt für die Beurteilung der 

Flüchtlingseigenschaft ist die Frage nach der im Zeitpunkt der Ausreise be-

stehenden Verfolgung oder begründeten Furcht vor einer solchen. Die Si-

tuation im Zeitpunkt des Asylentscheides ist jedoch im Rahmen der Prü-

fung nach der Aktualität der Verfolgungsfurcht ebenfalls wesentlich. Verän-

derungen der objektiven Situation im Heimatstaat zwischen Ausreise und 

Asylentscheid sind deshalb zugunsten und zulasten der ein Asylgesuch 

stellenden Person zu berücksichtigen (vgl. BVGE 2008/12 E. 5 und 

2010/57 E. 2, beide mit weiteren Hinweisen). Begründete Furcht vor Ver-

folgung im Sinne von Art. 3 Abs. 1 AsylG liegt vor, wenn ein konkreter An-

lass zur Annahme besteht, letztere hätte sich – aus der Sicht im Zeitpunkt 

der Ausreise – mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zeit 

verwirklicht oder werde sich – auch aus heutiger Sicht – mit ebensolcher 

Wahrscheinlichkeit in absehbarer Zukunft verwirklichen. Es müssen damit 

hinreichende Anhaltspunkte für eine konkrete Bedrohung vorhanden sein, 

die bei Menschen in vergleichbarer Lage Furcht vor Verfolgung und damit 

den Entschluss zur Flucht hervorrufen würden. Dabei hat die Beurteilung 

einerseits aufgrund einer objektivierten Betrachtungsweise zu erfolgen, 

und sie ist andererseits durch das von der betroffenen Person bereits Er-

lebte und das Wissen um Konsequenzen in vergleichbaren Fällen zu er-

gänzen (vgl. BVGE 2010/57 E. 2.5 m.w.H.). 

3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

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Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). Glaubhaftmachung im 

Sinne des Art. 7 Abs. 2 AsylG bedeutet ‒ im Gegensatz zum strikten Be-

weis ‒ ein reduziertes Beweismass und lässt durchaus Raum für gewisse 

Einwände und Zweifel an den Vorbringen des Gesuchstellers. Entschei-

dend ist, ob die Gründe, die für die Richtigkeit der gesuchstellerischen 

Sachverhaltsdarstellung sprechen, überwiegen oder nicht. Dabei ist auf 

eine objektivierte Sichtweise abzustellen. Eine wesentliche Voraussetzung 

für die Glaubhaftmachung eines Verfolgungsschicksals ist eine die eigenen 

Erlebnisse betreffende, substantiierte, im Wesentlichen widerspruchsfreie 

und konkrete Schilderung der dargelegten Vorkommnisse. Die wahrheits-

gemässe Schilderung einer tatsächlich erlittenen Verfolgung ist gekenn-

zeichnet durch Korrektheit, Originalität, hinreichende Präzision und innere 

Übereinstimmung. Unglaubhaft wird eine Schilderung von Erlebnissen ins-

besondere bei wechselnden, widersprüchlichen, gesteigerten oder nach-

geschobenen Vorbringen. Bei der Beurteilung der Glaubhaftmachung geht 

es um eine Gesamtbeurteilung aller Elemente (Übereinstimmung bezüg-

lich des wesentlichen Sachverhaltes, Substantiiertheit und Plausibilität der 

Angaben, persönliche Glaubwürdigkeit usw.), die für oder gegen den Ge-

suchsteller sprechen. Glaubhaft ist eine Sachverhaltsdarstellung, wenn die 

positiven Elemente überwiegen. Für die Glaubhaftmachung reicht es dem-

nach nicht aus, wenn der Inhalt der Vorbringen zwar möglich ist, aber in 

Würdigung der gesamten Aspekte wesentliche und überwiegende Um-

stände gegen die vorgebrachte Sachverhaltsdarstellung sprechen (vgl. 

BVGE 2015/3 E. 6.5.1; 2013/11 E. 5.1; 2012/5 E. 2.2). 

4.  

4.1 Die Vorinstanz begründete ihren Entscheid im Wesentlichen damit, die 

Vorbringen der Beschwerdeführerin würden den Anforderungen an die 

Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG nicht genügen. Zwar habe sie umfang-

reiche Ausführung betreffend die geltend gemachten Nachstellungen durch 

ihren Peiniger machen können, solche könnten allerdings auch sorgfältig 

einstudiert sein. Damit entsprechende Aussagen zu Vorbringen jedoch pro-

filiert und glaubhaft wirken würden, bedürfe es entsprechender überzeu-

gender und stimmiger Antworten und Ausführungen auf vertiefende Fragen 

hin, was vorliegend nicht der Fall sei. Bei näherer Betrachtung würden ihre 

Antworten auf Fragen zu konkreten Details fast durchwegs substanzarm 

ausfallen und der Logik entbehren. So sei nicht einzusehen, inwiefern ihr 

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Seite 10 

angeblicher Peiniger sie mit Informationen zu ihrer angeführten Teilnahme 

an der Heldenfeier im November 2016 und zum ehemaligen Engagement 

ihres verstorbenen Onkels für die LTTE überhaupt hätte erpressen können, 

da diese Informationen den Behörden bereits bekannt gewesen seien be-

ziehungsweise hätten sein können. Ferner sei nicht nachvollziehbar, dass 

sie trotz der schwerwiegenden Probleme, insbesondere in Anbetracht der 

geltend gemachten massiven sexuellen Übergriffe, die letzten Monate vor 

der Ausreise wieder in ihr normales Wohnhaus zurückgekehrt sein und da-

bei keine Sicherheitsvorkehrungen getroffen haben wolle. Weiter erstaune 

die Aussage, sie habe im Nachgang zur angeführten wiederholten Verge-

waltigung keine ärztliche Untersuchung in Anspruch genommen. Ebenso 

sei nicht nachvollziehbar, dass sie ihren Peiniger kontaktiert haben wolle, 

um ihm ihre Selbstmordpläne mitzuteilen, ein solches Verhalten sei bar 

jeglicher Logik. Auch sei nicht verständlich, weshalb sie oder ihre Eltern 

sich anlässlich der Anzeige bei der Polizei nicht bemüht hätten, eine Kopie 

der Anzeige zu erhalten, zumal dies in einer solchen Situation in Sri Lanka 

üblich sei. Ebenfalls sei nicht nachvollziehbar, dass sie oder ihre Eltern zum 

einen nicht versucht hätten, die vorgebrachte Anzeige in Jaffna auf dem 

dort vorhandenen Children and Women’s Bureau zu machen. Ihre Aus-

sage, sie habe von der Existenz dieser Anlaufstelle keine Kenntnis gehabt, 

überzeuge nicht, zumal sich jene in Jaffna befinde und Informationen zur 

Existenz solcher Anlaufstellen immer wieder in den sri-lankischen Medien 

präsent seien. Die Erklärung, sie hätte sich an keine Hilfsorganisation ge-

wendet, da sie befürchtet habe, ihr Peiniger könnte die von ihm gemachten 

Nacktfotos publizieren, sei als Schutzbehauptung zu qualifizieren, sei doch 

davon auszugehen, dass jene die ihnen gemeldeten Fälle mit grösster Dis-

kretion und Umsicht behandeln und allfällige weitere Schritte im Einzelfall 

mit den betroffenen Personen absprechen würden. Weiter würden ihre 

Schilderungen teilweise unsubstantiiert und zu wenig konkret ausfallen. So 

entstehe kein konkretes Bild vom Ablauf der geltend gemachten drei Ver-

gewaltigungen, sie sei zu diesem Punkt lediglich wenige und zudem pau-

schal und stereotyp wirkende Aussagen zu machen imstande gewesen. 

Auch auf Nachfrage hin habe sie keine näheren Angaben gemacht, son-

dern ausgesagt, sie schäme sich und wolle dazu nichts weiter sagen. Dies 

sei als Schutzbehauptung zu qualifizieren, da sie einerseits stets bereit ge-

wesen sei, die Vergewaltigung zu erwähnen und zu benennen, und da das 

SEM mit der Zusammenstellung eines reinen Frauenteams adäquate Rah-

menbedingungen geschaffen habe, damit sie über ihre Asylvorbringen 

Auskunft geben könne. Auch die Beschreibung der Situation nach den Ver-

gewaltigungen vermöge nicht zu überzeugen, seien jene doch pauschal 

und knapp ausgefallen indem sie gesagt habe, sie habe sich gewaschen, 

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stark geweint, sich Sorgen gemacht und aufs Bett gelegt und nichts ande-

res gemacht. Diese Beschreibung vermittle keinen lebensnahen Eindruck 

und enthalte sozusagen keine emotionalen Eindrücke und Empfindungen, 

was jedoch bei Personen in einer vergleichbaren Notsituation zwingend zu 

erwarten wäre. Die Vorbringen zu den geltend gemachten Übergriffen und 

Verfolgung durch den CID-Mitarbeiter könnten ihr nach dem Gesagten 

nicht geglaubt werden. Jedoch wären die entsprechenden Vorbringen 

selbst bei vorliegender Glaubhaftigkeit nicht asylrelevant, zumal es sich 

dabei um Probleme mit einer Einzelperson handle, deren persönlicher Hin-

tergrund unklar sei, wobei sie die Möglichkeit gehabt habe, bei der lokalen 

Polizeibehörde um Schutz zu ersuchen.  

Die Beschwerdeführerin mache weiter geltend, ihr Onkel sei LTTE-Mitglied 

gewesen und von Soldaten umgebracht worden und ihr Vater sei Sympa-

thisant gewesen, verschiedentlich aufgesucht und einmal mitgenommen 

und misshandelt worden. Dazu sei festzuhalten, dass sie gemäss ihren ei-

genen Aussagen in diesem Zusammenhang nie asylbeachtlichen Verfol-

gungsmassnahmen ausgesetzt gewesen sei. Es würden somit keine An-

haltspunkte dafür bestehen, dass sie bis zu ihrer Ausreise aus Sri Lanka 

wegen der erwähnten Probleme ihres Onkels oder ihres Vaters persönlich 

gezielten, gegen ihre Person gerichteten staatlichen Verfolgungsmassnah-

men ausgesetzt gewesen wäre. Daran würden auch die in diesem Zusam-

menhang eingereichten Beweismittel nichts ändern. Weiter mache sie gel-

tend, während des Studiums an Streiks sowie an den alljährlichen Feier-

lichkeiten zum Heldentag teilgenommen und diese im Jahr 2016 sogar mit-

organisiert zu haben. Auch diese Vorbringen seien nicht asylrelevant, zu-

mal den Akten keine Hinweise darauf zu entnehmen seien, dass diese Ak-

tivitäten staatliche Verfolgungsmassnahmen zur Folge gehabt hätten be-

ziehungsweise zu künftigen solchen Verfolgungsmassnahmen führen 

könnten. 

Schliesslich habe sie geltend gemacht, nach ihrer Ausreise wiederholt von 

unbekannten Personen zuhause gesucht worden zu sein. Auch dieses Vor-

bringen vermöge keine Asylrelevanz zu entfalten. Dabei handle es sich um 

Übergriffe durch Unbekannte, welche bei der zuständigen lokalen Polizei 

zur Anzeige gebracht werden könnten. Konkrete Belege dafür, dass die 

heimatlichen Behörden diesbezüglich nicht schutzwillig wären, habe sie 

keine geliefert.  

Da die Beschwerdeführerin nicht glaubhaft gemacht habe, vor ihrer Aus-

reise asylrelevanten Verfolgungsmassnahmen ausgesetzt gewesen zu 

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Seite 12 

sein, sei nicht ersichtlich, weshalb sie bei einer Rückkehr nach Sri Lanka 

nunmehr in den Fokus der Behörden geraten und in asylrelevanter Weise 

verfolgt werden sollte. Sie habe selber zu Protokoll gegeben, sie habe 

keine politischen Aktivitäten ausgeübt. Die Vorbringen betreffend den On-

kel und den Vater könnten keine Asylrelevanz entfalten. Es bestehe somit 

kein begründeter Anlass zur Annahme, dass sie bei einer Rückkehr nach 

Sri Lanka mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft 

asylrelevanten Verfolgungsmassnahmen ausgesetzt sein werde. Ihr Asyl-

gesuch sei deshalb abzulehnen.  

Weiter hielt die Vorinstanz betreffend Schutzfähigkeit und –willigkeit der sri-

lankischen Behörden fest, Sri Lanka habe das Übereinkommen vom 

18. Dezember 1979 zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der 

Frau (SR 0.108, nachfolgend: CEDAW) unterzeichnet. Die sri-lankische 

Polizei habe im Land verteilt – so auch in Jaffna – spezielle Büros für Kinder 

und Frauen eingerichtet, in welchen deren Anzeigen und Beschwerden 

durch speziell geschulte weibliche Polizeibeamte entgegengenommen 

würden. Sodann sei nicht geltend gemacht worden, es sei der Beschwer-

deführerin nicht möglich gewesen, Anzeige zu erstatten beziehungsweise 

eine solche sei nicht entgegengenommen worden oder die Polizei habe 

den Vorfall nicht aufklären wollen.  

Zu den eingereichten medizinischen Informationen sei festzuhalten, dass 

die aktuelle Diagnose einer Posttraumatischen Belastungsstörung er-

staune, da die Beschwerdeführerin anlässlich der letzten Anhörung noch 

erklärt habe, es ginge ihr gut und sie brauche aktuell keine Medikamente. 

Sodann sei nicht ersichtlich, dass die Diagnose von Fachärzten für Psy-

chologie beziehungsweise Psychiatrie gestellt worden sei, weshalb diese 

mit Vorbehalt zur Kenntnis zu nehmen sei.  

4.2 Dem wurde in der Beschwerde im Wesentlichen entgegnet, entgegen 

den Ausführungen der Vorinstanz sei es der Beschwerdeführerin gelungen, 

ihre Asylvorbringen glaubhaft zu schildern. So sei dem Anhörungsprotokoll 

zu entnehmen, dass sie sich sehr geschämt habe, mehrfach vergewaltigt 

worden zu sein und grosse Angst vor dem öffentlichen Bekanntwerden ge-

habt habe. Eine Konsultation bei einer Ärztin und das Eingeständnis, eine 

Abtreibung vornehmen lassen zu müssen, sei mit schwerwiegenden recht-

lichen Konsequenzen verbunden, da Abtreibungen in Sri Lana noch immer 

illegal seien. Die Schilderungen der Beschwerdeführerin betreffend ihre 

Reaktionen nach der Vergewaltigung seien somit nachvollziehbar und rea-

listisch. Ihre Unfähigkeit, über die Vergewaltigungen im Detail zu erzählen, 

D-3736/2018 

Seite 13 

sei im Kontext mit ihrer grossen Scham, dem Schock und der damit ver-

bundenen Traumatisierung zu sehen. So habe sie auch gesagt, sie emp-

finde Ekel, wenn sie an diesen Mann denke. Ferner sei darauf hinzuwei-

sen, dass sie während der Anhörung mehrere Angaben zum Ablauf der 

Vergewaltigungen gemacht habe. Auch sei es lebensnah und nachvollzieh-

bar, dass sie sich nach den Vergewaltigungen leer gefühlt habe, geweint 

habe und apathisch gewesen sei. Gerade die Tatsache, dass sie sich nicht 

sofort an eine Ärztin gewandt habe, erscheine als ein sehr realistischer 

Umstand, welcher für die Glaubwürdigkeit der Beschwerdeführerin spre-

che. Insbesondere Vergewaltigungsopfer würden vielfach aus Scham, 

Selbstvorwürfen und Ekel, aber auch aus Angst vor Repression oder Be-

kanntmachung der Tat in der Öffentlichkeit nicht sofort medizinische Hilfe 

suchen oder Anzeige bei der Polizei erstatten. Auch dass die Beschwerde-

führerin ihren Peiniger über ihren Selbstmord habe informieren wollen, sei 

nicht «bar jeder Logik» wie das SEM behaupte. So habe sie sich nach den 

sexuellen Übergriffen in einem psychischen Ausnahmezustand befunden. 

Sie habe einerseits dem seit Wochen andauernden Druck durch Suizid ein 

Ende bereiten und andererseits die Belästigungen, durch welche auch ihre 

Familie betroffen gewesen sei, beenden wollen. Diese Handlungen könn-

ten somit weder als realitätsfremd noch unlogisch bezeichnet werden. Aus-

serdem wäre es durchaus nachvollziehbar gewesen, wenn ihr Verhalten 

nach dem Geschehenen nicht durch Vernunft geprägt gewesen wäre. Des 

Weiteren sei die telefonische Mitteilung ihres geplanten Selbstmordes für 

die Beschwerdeführerin die einzige Möglichkeit gewesen, die Hoheit über 

ihr Handeln und ihr Recht auf Selbstbestimmung zurückzugewinnen. Zum 

Vorbehalt, sie hätte ihre Anzeige beim Children and Women’s Bureau in 

Jaffna erstatten können, machte sie geltend, dieses sei ihr nicht bekannt. 

Ferner sei den Informationen der SFH zu entnehmen, dass die Tatsache, 

dass die Polizei solche Büros führe, nichts am Zögern der Opfer ändere, 

Anzeige zu erstatten. Ferner fehle es oft an entsprechend ausgebildetem 

Personal. Obwohl Polizeistationen in der Theorie eigentlich eine Polizeibe-

amtin oder einen Polizeibeamten haben sollten, die oder der für Meldungen 

zu Gewalt gegen Frauen und Kinder verantwortlich sei, sei dies in der Pra-

xis nicht überall der Fall. Der Umstand, dass die Beschwerdeführerin das 

Children and Women’s Bureau nicht kenne und dieses der Bevölkerung 

nicht allseits bekannt sei, dürfe ihr nicht zu ihrem Nachteil ausgelegt wer-

den. Ferner sei es aufgrund der teilweise willkürlichen Behandlung durch 

Polizei- und Justizbeamte glaubwürdig und nachvollziehbar, dass sie nicht 

auf eine Kopie der Polizeianzeige beharrt habe. Aus ihrer Sicht sei es un-

denkbar, sich gegen den Entscheid der Polizeibehörden, ihr keine Kopie 

der Anzeige auszuhändigen, aufzulehnen. Schliesslich könne festgestellt 

D-3736/2018 

Seite 14 

werden, dass die Beschwerdeführerin sehr ausführlich und eindrücklich 

von den sexuellen Übergriffen durch einen Mitarbeiter des CID und den 

Problemen mit den sri-lankischen Behörden erzählt habe. Ihren Ausführun-

gen sei deutlich und unmissverständlich zu entnehmen, dass sie unter 

grosser und unerträglicher innerlicher Anspannung gelitten habe, da sie 

durch diesen besagten CID-Mitarbeiter mehrmals vergewaltigt, ständig te-

lefonisch und persönlich bedroht, genötigt und gestalkt worden sei. Zudem 

seien sie und ihre Familie willkürlicher polizeilicher Repression ausgesetzt 

gewesen. Ihre Asylvorbringen seien glaubhaft.  

Ihre Vorbringen seien sodann auch asylrelevant. Sie habe aufgrund der 

sexuellen Missbräuche und des Stalkings durch einen CID-Mitarbeiter und 

der Hausdurchsuchung bei ihrer Familie unter einem unerträglichen psy-

chischen Druck gelitten, welcher es ihr verunmöglicht habe, weiterhin in 

ihrer Heimat zu leben. Die Handlungen des CID-Mitarbeiters seien in Aus-

übung seines Amtes erfolgt. Insbesondere die Hausdurchsuchung bei der 

Familie der Beschwerdeführerin verdeutliche, dass Beamte ihre hoheitli-

chen Befugnisse missbrauchen würden.  

Schliesslich erfülle die Beschwerdeführerin auch mehrere Risikofaktoren 

gemäss der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts. So sei sie 

von einem CID-Mitarbeiter sexuell missbraucht, gestalkt und bedroht wor-

den. Des Weiteren habe dieser dafür gesorgt, dass Polizisten bei ihr eine 

Drogenrazzia durchgeführt hätten. Zusätzlich hätten unbekannte Personen 

die Beschwerdeführerin gesucht. Dieses Vorgehen der Behörden offen-

bare, dass sie diesen bekannt sei. Ferner habe sie während des Studiums 

an Streiks teilgenommen und in ihrer Funktion als Repräsentantin der Stu-

denten im Jahr (…) die Heldentagsfeier mitorganisiert. Ihr Onkel sei so-

dann Mitglied der LTTE gewesen, ihr Vater Sympathisant. Sie sei von dem 

CID-Mitarbeiter mehrmals auf die LTTE-Vergangenheit ihres Onkels ange-

sprochen worden. Grundsätzlich seien die Risikofaktoren «Teilnahme und 

Organisation von Streiks» und Mitgliedschaft des Onkels bei den LTTE», 

für sich betrachtet, als schwache Risikofaktoren zu bewerten. Im Zusam-

menhang mit den persönlichen Problemen der Beschwerdeführerin mit ei-

nem CID-Mitarbeiter würden diese jedoch an Bedeutung gewinnen, da die-

ser die Informationen eingesetzt habe, um sie damit zu bedrohen und zu 

nötigen. Aufgrund der Drogenrazzia bei ihrer Familie sei davon auszuge-

hen, dass sie den sri-lankischen Behörden namentlich bekannt sei. Des-

halb wäre bei einer Rückkehr nach Sri Lanka eine Inhaftierung sowie eine 

unmenschliche und erniedrigende Behandlung der Beschwerdeführerin 

D-3736/2018 

Seite 15 

durch die sri-lankischen Behörden wahrscheinlich. Somit habe sie begrün-

dete Furcht, bei einer Rückkehr durch die sri-lankischen Behörden Nach-

teile im Sinne von Art. 3 Abs. 2 AsylG zu erleiden.  

4.3 In ihrer Vernehmlassung legte das SEM im Wesentlichen dar, die Be-

schwerdeschrift enthalte keine neuen erheblichen Tatsachen oder Beweis-

mittel, welche eine Änderung seines Standpunktes rechtfertigen könnten. 

Zu den medizinischen Vorbringen wurde festgehalten, die Vorinstanz gehe 

davon aus, dass allfällige psychische Probleme auch im Heimatstaat um-

fassend abgeklärt und behandelt werden könnten. Dasselbe gelte für al-

lenfalls anstehende gynäkologische Behandlungen. Es sei daher nicht not-

wendig, weitere Berichte oder Untersuchungen abzuwarten.  

4.4 In ihrer Replik legte die Beschwerdeführerin dar, sie befinde sich aktuell 

in ambulanter psychiatrischer Behandlung und reichte entsprechende Be-

richte ein. Ferner stehe eine gynäkologische Untersuchung an. Entgegen 

der Ansicht der Vorinstanz sei das Vorliegen von aktuellen medizinischen 

Berichten notwendig um ein vollständiges Bild der gesundheitlichen Prob-

leme der Beschwerdeführerin zu haben. Für die Beurteilung der Glaubwür-

digkeit und der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs sei ein aktueller 

medizinischer Bericht notwendig. Weiter wurde ausgeführt, dass gemäss 

Auskunft der SFH weibliche Opfer von sexueller Gewalt in der tamilischen 

Gesellschaft in Sri Lanka stigmatisiert würden. Frauen würden erlittene se-

xuelle Gewalt unter anderem deshalb nicht anzeigen, weil sie soziale Stig-

matisierung, Ablehnung durch Gemeinde und Familie sowie negative Hal-

tung und Schikane durch Polizeikräfte befürchten würden. Einem Bericht 

des SEM vom 5. Juli 2016 sei sodann zu entnehmen, dass es in Jaffna nur 

zu wenigen Anzeigen komme, obwohl ein Children and Women’s Bureau 

existiere. Grund dafür sei, dass es der Bevölkerung im Norden am Ver-

trauen in die Behörden mangle.  

In der ergänzenden Stellungnahme zur Replik wurde festgehalten, bei der 

Beschwerdeführerin sei eine Posttraumatische Belastungsstörung diag-

nostiziert worden. Dem gleichzeitig eingereichten Abklärungsbericht vom 

26. September 2018 ist weiter zu entnehmen, dass bei ihr Spannungskopf-

schmerzen und eine Ovarialzyste vorliegen. Bei der Beschwerdeführerin 

handle es sich um eine stark belastete, verzweifelte Patientin, bei der eine 

psychiatrisch-psychotherapeutische wie auch medikamentöse Behand-

lung dringend indiziert sei. Sie leide an ausgeprägten Albträumen, Schlaf-

störungen, Angst vor dem Alleinsein, sozialem Rückzug, Grübeln, depres-

D-3736/2018 

Seite 16 

siver Stimmung und starken Konzentrationsstörungen. Nach erfolgter de-

taillierter Befragung im Rahmen des Asylverfahrens habe die PTSD-Symp-

tomatik wieder zugenommen. Sie habe wiederkehrende Suizidgedanken 

im Sinne von passiven Todeswünschen.  

4.5 Dem Kurzaustrittsbericht der (…) vom 8. April 2020 ist zu entnehmen, 

dass sich die Beschwerdeführerin vom (…) bis zum (…) in stationärer Be-

handlung befand. Ihr wurden Anpassungsstörungen sowie eine Posttrau-

matische Belastungsstörung diagnostiziert. Sie sei freiwillig nach einem 

Suizidversuch durch Medikamenteneinnahme vom (…) 2020 eingetreten. 

Sie berichte von aufdrängenden Erinnerungen in Form von Flashbacks und 

Intrusionen, einer übermässigen Schreckhaftigkeit und ständiger Angst. 

Ferner leide sie unter illusionären Verkennungen, ausgeprägten Schamge-

fühlen und Einschlafstörung. Unter einer neuen Medikation habe sich die 

Symptomatik verbessert, so dass sie am (…) 2020 wieder habe entlassen 

werden können. Im Abklärungsbericht der (…) vom 26. Juni 2020 wird er-

neut eine Posttraumatische Belastungsstörung sowie Spannungskopf-

schmerzen und eine reaktive mittelgradige depressive Episode diagnosti-

ziert. Die Beschwerdeführerin sei zusätzlich belastet durch die fehlende 

Stabilität bei unklarem Aufenthaltsstatus mit Erwartungsängsten und Ein-

samkeit. Die antidepressive Medikation werde aufrechterhalten, die schlaf-

anstossende erhöht, da ihr Schlaf aufgrund von Gedankenkreisen auf eine 

bis zwei Stunden pro Nacht reduziert sei. Ferner würden psychoedukative 

und psychotherapeutische Gespräche erfolgen. 

5.  

5.1 Die Vorinstanz erachtet die Vorbringen der Beschwerdeführerin betref-

fend mehrfacher Belästigung, Unterdrucksetzen und sexueller Übergriffe 

durch einen Mitarbeiter des CID als unglaubhaft. Dieser Einschätzung kann 

nicht gefolgt werden. Die Begründung der Vorinstanz vermag diesbezüg-

lich nicht zu überzeugen. Mit der Vorinstanz ist festzuhalten, dass die Aus-

führungen der Beschwerdeführerin äusserst umfangreich ausgefallen sind. 

So hat sie bei beiden Anhörungen jeweils über mehr als drei Seiten hinweg 

frei über ihre Probleme mit dem CID-Mitarbeiter berichtet. Auch können ih-

rem Bericht zahlreiche Realkennzeichen entnommen werden. So be-

schreibt sie beispielsweise die Fotografie, die er ihr beim ersten Zusam-

mentreffen gezeigt haben soll (vgl. vorinstanzliche Akten act. A21 F65 «Auf 

diesem Foto bin ich nur von einer Seite zu sehen» und act. A27 F 131 «In 

diesem Foto war nur diese Seite zu sehen [GS zeigt auf rechte Gesichts-

seite].»). Allgemein fallen ihre Ausführungen äusserst genau und substan-

ziiert aus. Dies gilt insbesondere für die Umstände um die Vergewaltigung. 

D-3736/2018 

Seite 17 

So beschreibt sie jeweils, dass ihr Peiniger viel geredet habe und was er 

gesagt habe (vgl. beispielsweise act. 21 F65: «Ich will nur mit dir reden. Ich 

liebe dich, ich will dich haben. Das ist alles, mehr will ich nicht […] Ich liebe 

dich, ich will dich haben. Ich werde deine Familie umbringen. Du musst 

kooperieren.» und nach der Vergewaltigung: «Sorry, ich habe es nicht ab-

sichtlich gemacht. Ich liebe dich. […] Sorry, sorry, rede mit mir»). Auch be-

schrieb sie unaufgefordert die Kleidung des CID-Beamten (vgl. act. A27 

F131 «An diesem Tag hatte er eine Armeehose und ein normales T-Shirt 

an»). Der Vorwurf der Vorinstanz, solch ausführliche Ausführungen, wie die 

Beschwerdeführerin sie gemacht habe, könnten auch sorgfältig einstudiert 

sein, vermag nicht zu überzeugen. Die Beschwerdeführerin wurde zweimal 

angehört und im Wesentlichen zum gleichen Sachverhalt befragt. Ihre Aus-

führungen sind übereinstimmend, aber nicht in einem Masse identisch, 

dass der Verdacht aufkommen könnte, die Vorbringen seien einstudiert. 

Die Vorinstanz führt denn auch in keiner Weise aus, wie sie zu dieser Ein-

schätzung gelangt. So fällt insbesondere im Vergleich der freien Erzählun-

gen der beiden Anhörungen auf, dass diese unterschiedlich aufgebaut sind 

und die Informationen nicht deckungsgleich sind, sondern in der zweiten 

Anhörung teilweise Dinge kürzer dargestellt wurden, dafür aber auch neue 

Informationen enthalten sind. Dass nur vereinzelte Sätze fast gleich wie-

derzufinden sind, liegt daran, dass es sich dabei um besonders einpräg-

same Momente handelt und spricht für die Glaubhaftigkeit der Vorbringen. 

Auch nicht ersichtlich ist, inwiefern die Antworten der Beschwerdeführerin 

fast durchwegs substanzarm ausgefallen sein sollen und der Logik entbeh-

ren würden. So beantwortet die Beschwerdeführerin alle Fragen bereitwil-

lig und teilweise sehr ausführlich. Dass sich die zweite Befragung, bei wel-

cher Fragen zu Details der Vorbringen gestellt wurden, über 30 Seiten er-

streckt, spricht auch gegen die Auffassung, die Antworten seien durchwegs 

substanzarm. Der Vorhalt, es sei unlogisch, dass sich die Beschwerdefüh-

rerin mit der Drohung, Informationen zu ihrer Teilnahme an der Heldentags-

feier und zum LTTE-Engagement des Onkels weiterzuleiten, habe erpres-

sen lassen, da diese Informationen den Behörden bereits bekannt gewe-

sen seien beziehungsweise hätten sein können, vermag ebenfalls nicht zu 

überzeugen. Ob die Behörden über diese Informationen hätten verfügen 

können, erscheint hier nicht relevant, sondern die Tatsache, dass mit der 

Weiterleitung solcher Informationen die Aufmerksamkeit der Behörden auf 

die Beschwerdeführerin gelenkt worden wäre. Im Länderkontext muss als 

absolut verständlich angenommen werden, dass sie sich durch eine solche 

Drohung einschüchtern liess. So ist bekannt, dass die sri-lankischen Be-

hörden nicht nur an hochrangigen Mitgliedern der LTTE interessiert sind, 

D-3736/2018 

Seite 18 

und dass sie Tamilinnen und Tamilen, die (beziehungsweise deren Fami-

lien) unter Verdacht stehen, LTTE-Verbindungen zu haben, schikanieren 

(vgl. Referenzurteil des BVGer. E-1866/2015 vom 15. Juli 2016, E. 8.5.1).  

Ferner ist das SEM der Ansicht, es sei nicht nachvollziehbar, dass die Be-

schwerdeführerin trotz ihrer Probleme und insbesondere in Anbetracht der 

geltend gemachten massiven sexuellen Übergriffe, die letzten Monate vor 

der Ausreise wieder in ihr normales Wohnhaus zurückgekehrt sei und da-

bei keine Sicherheitsvorkehrungen getroffen habe. Ebenfalls sei unver-

ständlich, dass sie nach den Vergewaltigungen keine ärztliche Untersu-

chung in Anspruch genommen habe. Die Vorinstanz berücksichtigt den 

psychischen Zustand der Beschwerdeführerin damit in keiner Weise und 

beurteilt ein Verhalten in einer äusserst emotionalen Situation unter dem 

Aspekt der Logik. Mit diesen Ausführungen lässt sie jegliche Sensibilität 

und Empathie missen. Die Beschwerdeführerin ist aus Angst vor ihrem Pei-

niger zu ihrer Tante gegangen. Nachdem sie an ihrem Geburtstag und nach 

über zwei Monaten in Isolation das Bedürfnis hatte, die Eltern zu besuchen, 

ist ihr Versteck offensichtlich aufgeflogen und es kam im Haus ihrer Tante 

zur wiederholten Vergewaltigung. Dass sie nach diesem Vorfall wieder zu 

Hause und vor allem bei ihren Eltern sein wollte, erscheint absolut nach-

vollziehbar. Schliesslich gab es nach dem Vorfall für sie auch keinen Grund 

mehr, sich weiter bei der Tante aufzuhalten. Worauf die Vorinstanz abzielt 

mit der Aussage, sie habe keine Sicherheitsvorkehrungen getroffen, ist 

schliesslich nicht klar, beziehungsweise ist nicht ersichtlich, was für Sicher-

heitsmassnahmen die Beschwerdeführerin aus Sicht des SEM hätte treffen 

können. Schliesslich ist bekannt, dass sich zahlreiche Vergewaltigungsop-

fer nicht unmittelbar einer ärztlichen Untersuchung unterziehen oder An-

zeige erstatten, beziehungsweise die Dunkelziffer für dieses Delikt sehr 

hoch ist. Dass die Beschwerdeführerin aus Scham und Angst, das ihr Wi-

derfahrene könnte öffentlich bekannt werden, keinen Arzt aufsuchte und 

auch keine Anzeige erstatten wollte, erstaunt in keiner Weise. Dasselbe gilt 

für den Anruf an ihren Peiniger vor dem Suizidversuch. So erklärte sie die-

sen denn auch damit, sie habe ihm mitteilen wollen, dass sie sich um-

bringe, damit er ihre Familie in Ruhe lasse. Dieses Vorgehen erscheint im 

Hinblick auf den psychischen Zustand, in welchem sie sich zu diesem Zeit-

punkt befand und welcher sie zum Suizidversuch getrieben hat, als nach-

vollziehbar. Im Weiteren erstaunt auch nicht und erscheint – entgegen der 

Auffassung der Vorinstanz – denn auch nicht als unglaubhaft, dass die Be-

schwerdeführerin und ihre Familie das Children and Women’s Bureau in 

Jaffna nicht kannten. Es ist naheliegend, dass aufgrund der Tabuisierung 

D-3736/2018 

Seite 19 

und Stigmatisierung des Themas Vergewaltigung die Information über sol-

che Anlaufstellen in der Bevölkerung nicht weit verbreitet sein mag. Dass 

das SEM die Tatsache, dass die Beschwerdeführerin die Vergewaltigungen 

an sich nicht näher beschreiben konnte oder wollte, als Schutzbehauptung 

wertet, erscheint schliesslich äusserst befremdlich. So ist, wie bereits oben 

beschrieben, auffallend, wie substanziiert und detailreich sowie mit zahlrei-

chen Realkennzeichen versehen die Schilderung des Vorfalls im Haus der 

Tante als Ganzes gesehen ausfällt. Einerseits ist nicht ganz klar, was für 

eine konkrete Schilderung des Ablaufs der Vergewaltigungen sich die Vor-

instanz vorstellt. Andererseits erscheint es als absolut nachvollziehbar, 

dass die Beschwerdeführerin über konkrete Details der Vergewaltigungen 

nicht sprechen möchte. Dies tut sie denn auch so kund (vgl. act. A27 F236: 

«Er hatte drei Mal Geschlechtsverkehr mit mir. Weiter möchte ich mich 

dazu nicht äussern»). Bereits zu Beginn der Fragen zu diesem Thema 

weint die Beschwerdeführerin gemäss Protokoll (vgl. act. A27 F233). Auf 

Nachfrage, warum sie den Vorfall nicht näher beschreiben wolle, erklärt 

sie, sie wisse es nicht, sie schäme sich sehr, sie könne dies einfach nicht 

beschreiben (vgl. act. A27 F237). Dasselbe gilt für die Beschreibung ihres 

Zustandes und ihrer Handlungen nach dem Vorfall, wobei sie aussagt, sie 

habe unter Schock gestanden, Fieber bekommen, sei ahnungslos gewe-

sen und habe Angst gehabt. Sie habe sich Sorgen gemacht und sich 

schwach gefühlt. Sie habe sich gewaschen, aufs Bett gelegt und stark ge-

weint. Auch hier ist nicht klar, was an diesen Antworten keinen lebensna-

hen Eindruck vermitteln und keine Emotionen und Empfindungen zeigen 

soll. Diesen Antworten ist – wie auch beiden Anhörungen allgemein – klar 

zu entnehmen, in was für einem angeschlagen emotionalen Zustand sich 

die Beschwerdeführerin befindet, wenn sie sich an den Vorfall erinnert und 

darüber spricht. So weinte sie jeweils auch bei der Beschreibung des Vor-

falls (vgl. act. A21 F65: «Er sagte mir, falls ich nicht kooperieren würde, 

würde ich Konsequenzen haben. [GS weint] Ich konnte ihn nicht stoppen. 

[GS schluchzt] Ich kann es nicht richtig beschreiben […]». Sowie act. 27 

F131: «Ich wurde sexuell belästigt [GS hält sich die Hände vors Gesicht 

und fängt an zu weinen]. Ich wurde gefoltert [GS weint und schweigt]). Den-

noch war sie im Stande, von Anfang an darüber Auskunft zu geben. Entge-

gen der Ansicht der Vorinstanz erscheinen dem Gericht auch diese Aussa-

gen der Beschwerdeführerin als glaubhaft und realistisch. Insgesamt ist 

nach dem Gesagten von der Glaubhaftigkeit der von der Beschwerdefüh-

rerin beschriebenen sexuellen Übergriffe sowie Belästigung, unter Druck 

setzen und Bedrohung durch einen CID-Beamten, auszugehen.  

D-3736/2018 

Seite 20 

5.2 Es bleibt zu prüfen, ob die glaubhaften Vorbringen der Beschwerdefüh-

rerin asylrelevant im Sinne von Art. 3 AsylG sind.  

5.2.1 In seinem Referenzurteil E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 hielt das 

Bundesverwaltungsgericht fest, dass angesichts der in den vergangenen 

Jahren aufgetretenen Verhaftungs- respektive Folterfälle von aus Europa 

zurückkehrenden sri-lankischen Staatangehörigen tamilischer Ethnie da-

von auszugehen ist, dass die sri-lankischen Behörden gegenüber Perso-

nen tamilischer Ethnie, welche nach einem Auslandaufenthalt nach Sri 

Lanka zurückkehren, eine erhöhte Wachsamkeit aufweisen. Da aber ins-

besondere aus statistischen Gründen nicht generell angenommen werden 

kann, dass jeder aus Europa respektive der Schweiz zurückkehrende ta-

milische Asylsuchende alleine aufgrund seines Auslandaufenthalts einer 

ernstzunehmenden Gefahr vor Verhaftung und Folter ausgesetzt ist, muss 

ermittelt werden, ob gewisse Personen aufgrund bestimmter Merkmale  

eher Gefahr laufen, von den sri-lankischen Behörden misshandelt zu wer-

den (E. 8.1 und 8.3 m.w.H.).  

In den vom Bundesverwaltungsgericht konsultierten Quellen sind die fol-

genden, nicht abschliessend zu verstehenden Risikofaktoren identifiziert 

worden: eine tatsächliche oder vermeintliche, aktuelle oder vergangene 

Verbindung zu den LTTE, Beziehung zu einer regimekritischen politischen 

Gruppe, Teilnahme an exilpolitischen regimekritischen Handlungen, das 

Vorliegen früherer Verhaftungen durch die sri-lankischen Behörden (übli-

cherweise im Zusammenhang mit einer tatsächlichen oder vermuteten Ver-

bindung zu den LTTE), Fehlen der erforderlichen Identitätspapiere bei der 

Einreise beziehungsweise Rückkehrende mit temporären Reisedokumen-

ten, zwangsweise Rückführung nach Sri Lanka oder durch die IOM (Inter-

nationale Organisation für Migration) begleitete Rückführung, (sichtbare) 

Narben, gewisse Aufenthaltsdauer in einem westlichen Land sowie wohl 

auch Strafverfahren beziehungsweise Strafregistereintrag (E. 8.4 m.w.H.). 

Vor dem Hintergrund dieser Risikofaktoren kam das Bundesverwaltungs-

gericht im genannten Referenzurteil zum Schluss, dass im Kern jene Rück-

kehrenden eine begründete Furcht vor ernsthaften Nachteilen im Sinne 

von Art. 3 AsylG haben, denen seitens der sri-lankischen Behörden zuge-

schrieben wird, dass sie bestrebt sind, den nach wie vor als Bedrohung 

wahrgenommenen tamilischen Separatismus wiederaufleben zu lassen, 

und so den sri-lankischen Einheitsstaat zu gefährden; auch nach dem 

Machtwechsel im Januar 2016 scheint es nämlich ein wichtiges Ziel des 

sri-lankischen Staates zu sein, jegliches Aufflammen des tamilischen Se-

D-3736/2018 

Seite 21 

paratismus im Keim zu ersticken. Dabei fallen allerdings nicht nur beson-

ders engagierte respektive exponierte Personen unter einen entsprechen-

den Verdacht (E. 8.5.1). Hingegen sind nicht alle Rückkehrenden, die eine 

irgendwie geartete tatsächliche oder vermeintliche, aktuelle oder vergan-

gene Verbindung zu den LTTE aufwiesen, einer flüchtlingsrechtlich rele-

vanten Gefahr vor Verfolgung ausgesetzt, sondern nur jene, die aus Sicht 

der sri-lankischen Regierung bestrebt sind respektive einen wesentlichen 

Beitrag dazu leisten könnten, den ethnischen Konflikt im Land wieder auf-

flammen zu lassen. Ob dies zu bejahen und einer Person mithin die Flücht-

lingseigenschaft zuzuerkennen ist, ist im Einzelfall zu erörtern, wobei eine 

asylsuchende Person die für diese Beurteilung relevanten Umstände 

glaubhaft machen muss (E. 8.5.3). Entsprechendes gilt für sri-lankische 

Staatsangehörige, die sich im Ausland regimekritisch betätigt haben 

(E. 8.5.4). Es sind jegliche glaubhaft gemachten (stark und/oder schwach) 

risikobegründenden Faktoren in einer Gesamtschau und in ihrer allfälligen 

Wechselwirkung sowie unter Berücksichtigung der konkreten Umstände in 

einer Einzelfallprüfung zu berücksichtigen, mit dem Ziel, zu erwägen, ob 

mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit eine flüchtlingsrechtlich relevante Ver-

folgung bejaht werden muss (E. 8.5.5). 

5.2.2 Gemäss Art. 3 Abs. 1 AsylG muss die Verfolgung einer asylsuchen-

den Person «wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu 

einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschau-

ungen» erfolgt sein beziehungsweise künftig drohen. Nach Art. 3 Abs. 2 

zweiter Satz AsylG ist den frauenspezifischen Fluchtgründen Rechnung zu 

tragen. Da sich die Beschwerdeführerin nicht unmittelbar auf eine ethnisch, 

religiös oder politisch motivierte Verfolgung beruft, ist zu klären, ob der ihr 

drohenden Verfolgung ein flüchtlingsrechtlich relevantes Motiv zugrunde 

liegt. Die Schweizerische Asylrekurskommission hat sich in Entscheidun-

gen und Mitteilungen der ARK [EMARK] 2006 Nr. 32 E. 8 eingehend mit 

dem Thema der frauenspezifischen Fluchtgründe auseinandergesetzt. Da-

bei wurde zwar davon abgesehen, die asylgesetzlichen Verfolgungsmotive 

näher zu definieren und insbesondere die Frage, ob das Geschlecht in die 

Kategorie der bestimmten sozialen Gruppe fallen kann, zu beantworten. 

Festgestellt wurde aber, dass in einer Verfolgung einer Frau wegen ihres 

Geschlechts grundsätzlich ein flüchtlingsrechtlich relevantes Verfolgungs-

motiv erblickt werden kann, unabhängig davon, ob und inwieweit diese 

Frau zusammen mit anderen eine bestimmte soziale Gruppe gemäss Art. 3 

Abs. 1 AsylG bildet (vgl. a.a.O. E.8.7.2). Zu prüfen sei der Einzelfall, wobei 

darauf hingewiesen wurde, dass ein flüchtlingsrechtlich relevantes Verfol-

D-3736/2018 

Seite 22 

gungsmotiv daran zu erkennen ist, dass eine Verfolgung in diskriminieren-

der Weise an persönliche Merkmale der verfolgten Person anknüpft, zu 

welchen auch das Geschlecht zählt.  

5.2.3 Die Beschwerdeführerin hat glaubhaft gemacht, dass sie vor ihrer 

Ausreise bereits Opfer von sexuellen Übergriffen seitens eines sri-lanki-

schen Behördenvertreters war. Zwar wurde sie nicht aus asylrelevanten 

Gründen Ziel ihres Peinigers, sondern allem Anschein nach einfach, weil 

sie ihm gefiel. So ist nicht davon auszugehen, dass dieser in staatlichem 

Auftrag und auf Anweisung staatlicher Behörden gehandelt hätte, weshalb 

es sich bei seinen Nachstellungen um eine nichtstaatliche Verfolgung han-

delt. Gleichzeitig gab er sich stets als CID-Beamter und damit Teil der Be-

hörden aus und fuhr gemäss ihren Beschreibungen auch jeweils in Armee-

fahrzeugen vor. Ferner veranlasste er offensichtlich nach ihrer Anzeige bei 

der Polizei eine Hausdurchsuchung unter dem Vorwand der Drogenfahn-

dung bei ihr zu Hause. Er bediente sich damit eindeutig seines Einflusses 

als Mitglied der Behörden, um die Beschwerdeführerin unter Druck zu set-

zen und gefügig zu machen. Es ist somit davon auszugehen, dass die sri-

lankischen Behörden in Bezug auf die Beschwerdeführerin nicht schutzwil-

lig waren beziehungsweise es konnte und kann nicht von ihr erwartet wer-

den, von der – ohnehin zum Teil schlecht funktionierenden und ineffizienten 

– Schutzinfrastruktur Gebrauch zu machen und die Strafbehörden in ihrer 

Heimatregion um Schutz anzurufen, zumal sie dies gemäss ihren glaub-

haften Vorbringen in der Vergangenheit bereits einmal erfolglos versucht 

hatte. Es ist somit davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin keinen 

staatlichen Schutz vor weiteren Übergriffen seitens ihres Vergewaltigers in 

Anspruch nehmen konnte. Vor dem Hintergrund der erlittenen Vergewalti-

gung wäre denn auch die Zumutbarkeit der Inanspruchnahme staatlichen 

Schutzes zu verneinen (vgl. dazu EMARK 1996/16 E.4c/bb-dd). 

5.2.4 Ihr Peiniger bedrohte und erpresste die Beschwerdeführerin damit, 

er habe Beweise dafür, dass sie die Heldentagsfeier an der Universität im 

Herbst (…) organisiert habe, kenne die LTTE-Vergangenheit ihres Onkels 

und auch jene (zumindest vermeintliche) des Vaters und wisse, dass dieser 

bereits einmal mitgenommen worden sei, und er werde diese Informatio-

nen an seinen Vorgesetzten weiterleiten, wenn sie nicht tue was er sage. 

Selbst wenn also sie selber keine direkte Verbindung zu den LTTE hatte, 

ist der Risikofaktor der tatsächlichen oder vermeintlichen, aktuellen oder 

vergangenen Verbindung zu den LTTE als erfüllt zu betrachten, insbeson-

dere in Verbindung mit den Aktivitäten der Beschwerdeführerin an der Uni-

versität. Es ist deshalb davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin 

D-3736/2018 

Seite 23 

zum Zeitpunkt der Ausreise eine begründete Furcht hatte und auch heute 

noch hat, bei einer Rückkehr nach Sri Lanka asylrelevante, das heisst ge-

nügend intensive und gezielt gegen sie gerichtete, frauenspezifische Nach-

teile erleiden zu müssen. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie bei einer Rück-

kehr nach Sri Lanka erneut sexueller Gewalt ausgesetzt wäre, ist als er-

heblich einzustufen. Ihrer subjektiven Furcht ist wegen der bereits erlitte-

nen Vergewaltigungen stärkeres Gewicht beizumessen. Aufgrund des ein-

gereichten, von fachlich kompetenter Seite verfassten ärztlichen Berichts 

ist erstellt, dass bei der Beschwerdeführerin vom Bestehen einer Posttrau-

matischen Belastungsstörung, begleitet von einer reaktiven mittelgradigen 

depressiven Episode und Anpassungsstörungen, auszugehen ist, welche 

eine Rückkehr in den Heimatstaat im heutigen Zeitpunkt psychisch verun-

möglicht. Die Beschwerdeführerin benötigt aus medizinischer Sicht weiter-

hin eine medikamentöse Behandlung und eine Psychotherapie. Dabei ist 

es gerichtsnotorisch, dass insbesondere alleinstehende tamilische Frauen 

sexuellen Übergriffen von Sicherheitskräften ausgesetzt sind. Darüber hin-

aus geht aus verschiedenen Berichten hervor, dass der Staat nicht willens 

erscheint, tamilische Frauen vor sexueller Gewalt zu schützen (vgl. dazu 

auch: UK Home Office, Country Policy and Information Note, Sri Lanka: 

Tamil separatism, Version 5.0, Juni 2017, Ziff. 11.3.5). Es ist deshalb davon 

auszugehen, dass die Beschwerdeführerin auch heute keinen adäquaten 

Schutz vor einer weiteren schweren Gefährdung ihrer physischen und psy-

chischen Integrität durch ihren Vergewaltiger erhielte. Für das Andauern 

der Verfolgung spricht auch die Tatsache, dass nach ihrer Ausreise noch 

bei ihren Eltern nach ihr gesucht worden sei, wobei diese sich offenbar in 

einem Ausmass belästigt und bedroht fühlten, dass sie den Wohnort ge-

wechselt haben und sich versteckt halten. Schliesslich haben sich die 

Spannungen zwischen Tamilen und Singhalesen seit der Ausreise der Be-

schwerdeführerin nicht erheblich verändert. Seit letztem Herbst amtet Go-

tabaya Rajapaksa, der ehemalige Militärchef, als Präsident in Sri Lanka 

und sein Bruder Mahinda Rajapaksa, welcher von 2005 bis 2015 das Amt 

des Präsidenten innehatte, als Ministerpräsident. Eine Rückkehr der Be-

schwerdeführerin hätte zur Folge, dass sie als Tamilin weiterhin in einer 

nicht verbesserten Lage leben müsste. Vom Vorliegen einer innerstaatli-

chen Fluchtalternative ist nicht auszugehen.  

5.3 Zusammenfassend ergibt sich, dass die Vorbringen im Sinne von 

Art. 7 AsylG glaubhaft sind und die Beschwerdeführerin die Voraussetzun-

gen der Flüchtlingseigenschaft nach Art. 3 AsylG erfüllt. Die Beschwerde 

ist gutzuheissen. Ausschlussgründe liegen keine vor. Die angefochtene 

D-3736/2018 

Seite 24 

Verfügung vom 18. Juni 2018 ist aufzuheben und die Vorinstanz anzuwei-

sen, die Beschwerdeführerin als Flüchtling anzuerkennen und ihr Asyl zu 

gewähren.  

6.   

6.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten zu erheben 

(Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG). Der geleistete Kostenvorschuss ist der Be-

schwerdeführerin zurückzuerstatten. 

6.2 Der vertretenen Beschwerdeführerin wäre in Anwendung von Art. 64 

VwVG und Art. 7 Abs. 1 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die 

Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE, 

SR 173.320.2) grundsätzlich eine Entschädigung für die ihr notwendiger-

weise erwachsenen Parteikosten zuzusprechen. Sie war jedoch auf Be-

schwerdeebene durch eine zugewiesene Rechtsvertretung im Sinne von 

Art. 25 TestV vertreten. Nach Art. 28 TestV richtet das SEM dem Leistungs-

erbringer – der nach Art. 26 TestV für die Sicherstellung, Organisation und 

Durchführung der Rechtsvertretung zuständig ist – eine Entschädigung 

aus für die Wahrnehmung der Rechtsvertretung im Beschwerdeverfahren, 

insbesondere das Verfassen einer Beschwerdeschrift. Es ist deshalb keine 

Parteientschädigung auszurichten. 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

D-3736/2018 

Seite 25 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen. 

2.  

Die Verfügung des SEM vom 18. Juni 2018 wird aufgehoben. Das SEM 

wird angewiesen, die Beschwerdeführerin als Flüchtling anzuerkennen und 

ihr Asyl zu gewähren. 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. Der am 22. August 2018 in 

der Höhe von Fr. 750.– geleistete Kostenvorschuss ist der Beschwerdefüh-

rerin zurückzuerstatten. 

4.  

Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet.  

5.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Contessina Theis Aglaja Schinzel 

 

 

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