# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d235f0d2-9e68-54d2-ba49-9b2f72385dd5
**Source:** Glarus (GL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-08-12
**Language:** de
**Title:** Glarus Obergericht 12.08.2020 OG.2018.00067 (OGS.2020.68)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GL_Omni/GL_OG_001_OG-2018-00067_2020-08-12.html

## Full Text

Kanton Glarus

  
	
   

  
	
  Obergericht

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  Beschluss
  vom 12. August 2020

  
	
   

  
	
  Verfahren
  OG.2018.00067

  
	
   

  
	
   

  
	
  A.______

  
	
                                                                                                          Beschwerdeführer

  
	
                                                                                                             und
  Privatkläger

  
	
   

  
	
  vertreten durch B.______

  
	
   

  
	
   

  
	
  gegen

  
	
   

  
	
   

  
	
  1. Staats- und
  Jugendanwaltschaft des Kantons Glarus

  
	
    

  
	
  Beschwerdegegnerin

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  2. C.______

  
	
                                                                                                     
  Beschwerdegegner

  
	
                                                                                                         und
  Beschuldigter

  
	
   

  
	
  verteidigt durch D.______

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  betreffend

  
	
  Einstellung
  einer Strafuntersuchung

  
	
   

  
	
  Anträge des Beschwerdeführers (gemäss
  Eingabe vom 14. November 2018 [act. 1, S. 2], sinngemäss):

  
	
  	
    1.

    	
    Es sei die
    Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft des Kantons Glarus vom 6.
    November 2018 im Verfahren SA.2016.00422 vollumfänglich aufzuheben.

    
	
    2.

    	
    Die Sache
    sei an die Staatsanwaltschaft des Kantons Glarus zurückzuweisen und diese
    sei aufzufordern, Anklage gegen den Beschwerdegegner 2 zu erheben.

    
	
    3.

    	
    Unter Kosten- und
    Entschädigungsfolgen zu Lasten des Staates.

    

  

  
	
   

  Anträge der Beschwerdegegnerin 1 (gemäss
  Eingabe vom 22. Januar 2019 [act. 14, S. 2], sinngemäss):

  
	
  	
    1.

    	
    Es sei die
    Beschwerde abzuweisen und die angefochtene Einstellungsverfügung sei
    vollumfänglich zu bestätigen.

    
	
    2.

    	
    Die Verfahrenskosten seien dem
    Beschwerdeführer aufzuerlegen.

    

  

  
	
   

  Anträge des Beschwerdegegners 2 (gemäss
  Eingabe vom 14. Januar 2019 [act. 11, S. 2]):

  
	
  	
    1.

    	
    Es sei die
    Beschwerde vollumfänglich abzuweisen und die angefochtene
    Einstellungsverfügung sei zu bestätigen.

    
	
    2.

    	
    Unter
    Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Beschwerdeführers.

    

  ____________________

  
	
  Das Gericht zieht in Betracht:

  
	
   

  
	
   

  
	
  I.

  
	
  1. Die Staats- und
  Jugendanwaltschaft des Kantons Glarus (nachfolgend «Staatsanwaltschaft»)
  führte ab Juni 2017 gegen C.______ (nachfolgend «Beschuldigter») wegen
  diverser Delikte eine Strafuntersuchung (Untersuchungsakten [nachfolgend:
  «U-act.»] Ordner 2, act. II/001 ff.) und erhob gegen ihn am
  15. März 2018 im abgekürzten Verfahren Anklage (SG.2018.00029, act. 1).
  In der Folge sprach die Strafgerichtskommission des Kantonsgerichts Glarus
  den Beschuldigten mit Urteil vom 25. April 2018 des mehrfachen (teilweise
  versuchten) Diebstahls, der mehrfachen Sachbeschädigung, des mehrfachen
  Hausfriedensbruchs (Einbruchdiebstähle in Sonceboz-Sombeval BE, Gurmels FR,
  Fräschels FR, Halten SO, Oekingen SO, Winistorf SO und Aeschi SO), der groben
  Verletzung der Verkehrsregeln (Autobahn A2 in Härkingen SO) und der
  Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz (Übertretung in [...] BE)
  schuldig. Das Kantonsgericht bestrafte ihn mit einer unbedingten
  Freiheitsstrafe von 15 Monaten sowie einer Busse von CHF 200.— und
  ordnete eine Landesverweisung von 5 Jahren an (SG.2018.00029,
  act. 13).

  
	
   

  
	
  2. Losgelöst davon
  behandelte die Staatsanwaltschaft einen weiteren gegen den Beschuldigten im
  Raum stehenden Deliktsvorwurf. Gemäss diesem sei er am 17. Juli 2016 um
  22:40 Uhr in das Einfamilienhaus der Familie des Beschwerdeführers
  (nachfolgend «Einbruch Netstal») eingebrochen. Mit Verfügung vom
  6. November 2018 stellte die Staatsanwaltschaft dieses gegen den
  Beschuldigten geführte Strafverfahren ein, da sich kein Tatverdacht erhärtet
  habe (act. 2).

  
	
   

  
	
  3. Gegen diese
  Einstellungsverfügung erhob A.______ (nachfolgend «Beschwerdeführer») mit
  Eingabe vom 14. November 2018 Beschwerde mit den eingangs wiedergegebenen
  Anträgen (act. 1). Der Beschuldigte und die Staatsanwaltschaft
  erstatteten am 14. bzw. 22. Januar 2019 rechtzeitig ihre
  Beschwerdeantworten (act. 11 und 14). Beide Beschwerdegegner beantragen
  die vollumfängliche Abweisung der Beschwerde (act. 11, S. 2;
  act. 14, S. 2).

  
	
   

  
	
  4. Mit Schreiben vom 25.
  Februar 2019 beantragte die Staatsanwaltschaft die Sistierung des Verfahrens,
  um weitere Abklärungen betreffend die Täterschaft des hier interessierenden
  Einbruchs in Netstal treffen zu können (act. 20). Diesem Antrag kam das
  Obergericht mit Verfügung vom 6. März 2019 nach und sistierte das Verfahren
  bis 20. Juni 2019 (act. 24). Die Staatsanwaltschaft beantragte daraufhin
  mit Eingabe vom 11. Juni 2019 die Verlängerung der Sistierung bis 23. August
  2019 (act. 26). Dem kam das Obergericht mit Verfügung vom 11. Juli 2019 nach (act. 29).
  Mit Schreiben vom 20. August 2019 ersuchte die Staatsanwaltschaft um
  Wiederaufnahme des Verfahrens und reichte zusätzliche Unterlagen ins Recht
  (act. 30/1 und act. 30/2/1-5). Sowohl der Beschwerdeführer als auch der
  Beschuldigte nahmen dazu mit Eingaben je vom 2. September 2019 Stellung (act.
  33 und 35).

  
	
   

  
	
  II.

  
	
  1.

  
	
  1.1

  
	
  1.1.1 Zur Beschwerde
  legitimiert ist jede Partei, die ein rechtlich geschütztes Interesse an der
  Aufhebung oder Änderung eines Entscheides hat (Art. 382 Abs. 1 StPO).
  Partei ist unter anderem die Privatklägerschaft (Art. 104 Abs. 1 lit. b
  StPO). Als Privatklägerschaft gilt die geschädigte Person, die ausdrücklich
  erklärt, sich am Strafverfahren als Straf- oder Zivilkläger zu beteiligen
  (Art. 118 Abs. 1 StPO), wobei der Strafantrag dieser Erklärung gleichgestellt
  ist (Art. 118 Abs. 2 StPO). Als geschädigte Person gilt die Person,
  die durch die Straftat in ihren Rechten unmittelbar verletzt worden ist (Art.
  115 Abs. 1 StPO). Nach der Rechtsprechung geht die Umschreibung der
  unmittelbaren Verletzung in eigenen Rechten vom Begriff des Rechtsguts aus.
  Unmittelbar verletzt und damit Geschädigter im Sinne von Art. 115 StPO ist,
  wer Träger des durch die verletzte Strafnorm geschützten oder zumindest
  mitgeschützten Rechtsguts ist (BGE 143 IV 77, E. 2.1 f.).

  
	
   

  
	
  1.1.2 Der Straftatbestand
  des Diebstahls (i.S.v. Art. 139 StGB) schützt die Verfügungsmacht des
  Eigentümers über die in seinem Eigentum stehenden Sachen (BGer 6B_60/2014
  Urteil vom 24. Juni 2014, E. 3.3.1; Stratenwerth/Wohlers,
  Schweizerisches Strafgesetzbuch, Handkommentar, 2. Aufl., Bern 2009,
  N 1 zu Art. 139 StGB). In ähnlicher Weise schützt der
  Tatbestand der Sachbeschädigung (i.S.v. Art. 144 StGB) die
  unbeeinträchtigte, tatsächliche Herrschaftsmacht über eine Sache. Geschützt
  sind neben dem Eigentum auch Gebrauchs- und Nutzungsrechte an einer Sache (Weissenberger, in: Niggli/Wiprächtiger
  [Hrsg.], Basler Kommentar, Strafrecht II, Art. 137-392 StGB, 4. Aufl., Basel
  2019, N 2 zu Art. 144 StGB). Beim Tatbestand des Hausfriedensbruchs
  (i.S.v. Art 186 StGB) ist das geschützte Rechtsgut das Hausrecht, d.h.
  die Befugnis, über die bestimmten Räume (Haus, Wohnung, usw.) ungestört zu
  herrschen und darin den eigenen Willen frei zu betätigen. Träger dieses
  Rechts ist derjenige, dem die Verfügungsgewalt über die Räume zusteht, gleichgültig,
  ob jene auf einem dinglichen oder obligatorischen Recht oder auf einem
  öffentlich-rechtlichen Verhältnis beruht (BGE 112 IV 31, E. 3; BGer
  6B_617/2016 Urteil vom 2. Dezember 2016, E. 1.2.1, je m.w.H.).

  
	
   

  
	
  1.2

  
	
  1.2.1 Der Beschwerdeführer
  war zum Tatzeitpunkt nach eigenen Angaben Hauseigentümer der Liegenschaft
  [...] (U-act. Ordner 1, I/168 unten). Er wirft dem Beschuldigten vor,
  zusammen mit X.______ in diese Liegenschaft eingebrochen zu sein sowie
  diverse ihm bzw. Mitgliedern seiner Familie gehörende Vermögenswerte
  (Bargeld, Uhren, Schmuck, Mobiltelefone, Sonnenbrille) im Gesamtwert von
  CHF 21'130.— entwendet sowie eine Fensterstore im Wert von
  ca. CHF 1'000.— beschädigt zu haben (vgl. v.a. U-act.
  Ordner 1, I/206-208). 

  
	
   

  
	
  1.2.2 Zweifellos ist der Beschwerdeführer
  in Bezug auf die geltend gemachten Delikte des Diebstahls (Art. 139
  Ziff. 1 StGB), der Sachbeschädigung (Art. 144 Abs. 1 StGB) und
  des Hausfriedensbruchs (Art. 186 StGB) unmittelbar in seinen Rechten
  betroffen, soweit der Einbruch Vermögenswerte betrifft, die gemäss seinen
  Angaben in seinem alleinigen oder gemeinschaftlichen Eigentum stehen.
  Insofern stand es ihm klarerweise offen, sich im gegen den Beschuldigten
  geführten Strafverfahren als Privatkläger im Sinne von Art. 118 Abs. 1
  StPO zu konstituieren, was er ausdrücklich tat (U-act. Ordner 1, I/207).
  Sodann ist der Beschwerdeführer durch die Einstellung des Verfahrens
  offensichtlich beschwert. Hinsichtlich der Tatbestände der Sachbeschädigung
  und des Hausfriedensbruchs liegt im Übrigen ein rechtzeitig gestellter
  Strafantrag des Beschwerdeführers vor (U-act. Ordner 1, I/206). Nach dem
  Gesagten ist der Beschwerdeführer zur Beschwerdeerhebung legitimiert.

  
	
   

  
	
  2. Mit Beschwerde an das
  Obergericht können in Bezug auf den angefochtenen Entscheid
  Rechtsverletzungen und/oder eine unvollständige oder unrichtige Feststellung
  des Sachverhalts sowie Unangemessenheit gerügt werden (Art. 393
  Abs. 2 StPO). Der Beschwerdeführer erhebt in seiner Beschwerde
  zulässige Rügen (vgl. act. 1, S. 2 ff., Rz. 5 ff.).

  
	
   

  
	
  3. Eine
  Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft kann innert zehn Tagen mit
  Beschwerde angefochten werden (Art. 322 Abs. 2 StPO). Die
  Beschwerdefrist ist vorliegend eingehalten (act. 1 und 2). Das
  Obergericht ist Rechtsmittelinstanz in Strafsachen für die Behandlung von
  Beschwerden (Art. 16 Abs. 1 lit. a GOG [GS III A/2]). Die
  übrigen Rechtsmittelvoraussetzungen geben zu keinen Bemerkungen Anlass. Somit
  ist auf die Beschwerde einzutreten.

  
	
   

  
	
  4. Die Akten der
  Strafuntersuchung SA.2016.00422 (Ordner 1-3) sowie des Strafverfahrens
  SG.2018.00029 (act. 1-23) wurden beigezogen.

  
	
   

  
	
   

  
	
  III.

  
	
  1. Die Staatsanwaltschaft
  begründet die Einstellung des Strafverfahrens gegen den Beschuldigten
  bezüglich des Vorwurfs des Einbruchdiebstahls in Netstal in der angefochtenen
  Einstellungsverfügung zusammengefasst wie folgt (act. 2): 

  
	
   

  
	
  1.1 Der Vorfall in Netstal
  passe nicht in das Täterverhalten, das der Beschuldigte bei den weiteren,
  allesamt von ihm eingestandenen Taten gezeigt habe. Er habe stets einzig in
  Gemeindeverwaltungen in der Westschweiz in nicht allzu weiter Entfernung zum
  Wohnort seiner Ehefrau eingebrochen. Auch die weiteren möglichen
  Einbruchsorte, die der Beschuldigte mittels Recherchen bei Google abgeklärt
  habe (wiederum alles Gemeindeverwaltungen), hätten sich alle im Raum Bern,
  Fribourg und Solothurn befunden. Sein Ziel sei es sodann gewesen, zu Bargeld
  zu kommen. Vor diesem Hintergrund sei nicht einsichtig, weshalb der
  Beschuldigte ausgerechnet im Kanton Glarus in ein Privathaus hätte einbrechen
  und insbesondere Schmuck hätte behändigen sollen. Ausserdem habe die
  Kantonspolizei Solothurn in ihrem Bericht über die Observation des
  Beschuldigten festgehalten, dass sich der Beschuldigte bei den von ihm
  eingestandenen Taten sehr professionell verhalten habe (u.a. ausgiebige
  Rekognoszierungen). Dies widerspreche dem Verhalten, das die Täter beim hier
  interessierenden Einbruch in Netstal gezeigt hätten (S. 4 f.,
  Rz. 3.2 f.).

  
	
   

  
	
  1.2 Nicht nachvollziehbar
  sei ferner, wie V.______ und dessen Ehefrau gemäss ihren nahezu identischen
  Aussagen bei vollständiger Dunkelheit und aus weiter Distanz das Gesicht des
  Täters als jenes des Beschuldigten hätten erkennen können. Alsdann habe der
  Beschwerdeführer den Beschuldigten gekannt, weil er Vermieter der von der
  Ehefrau des Beschuldigten bewohnten Wohnung in [...] gewesen sei. Zwar sei am
  18. Juli 2016 im Garten der Liegenschaft [...] in Netstal, d.h. in der
  Nähe des Tatorts, ein Schraubendreher gefunden worden, der mit der DNA des
  Beschuldigten kontaminiert sei. Ob aber dieses Werkzeug tatsächlich in der
  Nacht vom 17. auf den 18. Juli 2016 vom zweiten Täter dort verloren
  gegangen oder weggeworfen worden sei, lasse sich nicht erstellen. Nur
  aufgrund dessen, dass dieser Schraubendreher DNA-Spuren des Beschuldigten
  aufweise, und wegen der genannten Ungereimtheiten bzw. Zufälligkeiten könne
  somit der streitgegenständliche Einbruch nicht dem Beschuldigten zugerechnet
  werden. Ausserdem bestreite nicht nur der Beschuldigte selbst, sondern auch
  der als einer der beiden Täter feststehende X.______ eine Tatbeteiligung des
  Beschuldigten (S. 5 f., Rz. 3.4 f.). Insgesamt vermöchten die
  Umstände, dass V.______ den Beschuldigten als Täter erkannt haben wolle und
  dass einen Tag nach dem Einbruch in einem nahegelegenen Garten ein Werkzeug
  mit DNA-Spuren des Beschuldigten gefunden worden sei, zwar einen Tatverdacht
  zu begründen, nicht aber zu erhärten. Mehr als eine Möglichkeit der
  Täterschaft des Beschuldigten bestehe nicht. Ein Tatverdacht, der eine
  Weiterführung der Strafuntersuchung rechtfertige, bestehe nicht. Daher sei
  das Verfahren im Sinne von Art. 319 Abs. 1 lit. a StPO
  einzustellen (S. 6 f., Rz. 4).

  
	
   

  
	
  2. 

  
	
  2.1 Dagegen macht der
  Beschwerdeführer in seiner Beschwerdeschrift vom 14. November 2018
  (act. 1) sinngemäss im Wesentlichen geltend, die Staatsanwaltschaft habe
  eine Beweiswürdigung vorgenommen, obwohl diese Aufgabe nicht ihr, sondern dem
  Sachgericht zustehe. Es lägen sich widersprechende Beweise vor, so zum einen
  ein DNA-Hit auf den Beschuldigten und die Aussagen zweier Auskunftspersonen
  und zum anderen die Aussagen des Beschuldigten und jene von X.______.
  Aufgrund dieser Beweislage sei nicht mit grosser Wahrscheinlichkeit mit einem
  Freispruch zu rechnen, sondern im Gegenteil eine Tatbeteiligung des
  Beschuldigten durchaus wahrscheinlich. Der Beschuldigte habe angegeben, es
  könne sich beim in Netstal unweit des Tatorts gefundenen Schraubendreher um
  ein ihm gehörendes Werkzeug handeln. Seine weitere Aussage, dass jemand
  Drittes das Werkzeug aus dem Keller der Wohnung seiner Ehefrau in [...]
  entwendet haben soll, sei völlig unglaubwürdig. Der Beschuldigte habe den
  Beschwerdeführer gekannt und gewusst, wo und wie dieser wohne, d.h. dass es
  im Einfamilienhaus der Familie [...] in Netstal «etwas zu holen» gebe.
  Aufgrund dessen sei es nahezu ausgeschlossen, dass jemand Drittes das
  Werkzeug des Beschuldigten in [...] entwendet und ausgerechnet für einen
  Diebstahl im Einfamilienhaus des Vermieters seiner Ehefrau in Netstal
  verwendet habe. Vielmehr spreche die Tatsache des am Tag nach dem Einbruch im
  Garten einer Nachbarin gefundenen, mit der DNA des Beschuldigten
  kontaminierten Werkzeugs klar für die Täterschaft des Beschuldigten. Mithin
  sei es wahrscheinlich, dass der zweite geflüchtete Täter dieses Werkzeug auf
  der Flucht in den Garten geworfen habe (S. 3 f., Rz. 7 ff.). 

  
	
   

  
	
  2.2 Zudem seien die
  Aussagen des Beschuldigten nicht glaubwürdig bzw. obliege die
  Aussagenwürdigung dem Sachgericht, nachdem dieser in einer Einvernahme von
  sich aus ihn (Beschwerdeführer) als Geschädigten erwähnt habe. Ausserdem habe
  der – übrigens einschlägig vorbestrafte – Beschuldigte den auf seine Person
  bezogenen positiven DNA-Hit nicht erklären können. Auch mit den übrigen in
  der angefochtenen Einstellungsverfügung enthaltenen Erwägungen lasse sich
  eine Täterschaft des Beschuldigten nicht mit grosser Wahrscheinlichkeit
  ausschliessen. So sei es durchaus möglich, dass der Beschuldigte und X.______
  im Voraus vereinbarten, sich gegenseitig nicht zu belasten. Ferner seien die
  Aussagen des Letzteren zum von ihm ins Spiel gebrachten angeblichen Mittäter
  Y.______ nicht konkret, womit es sich bei Y.______ um eine erfundene Person
  handeln müsse. Schliesslich hätten beide Auskunftspersonen, V.______ und
  W.______, den Beschuldigten übereinstimmend als zweiten Täter erkannt.
  Insgesamt hätte die Staatsanwaltschaft gestützt auf die Aktenlage keine
  Einstellungsverfügung erlassen dürfen, sondern hätte gegen diesen Anklage
  erheben müssen (S. 5 f., Rz. 13 ff.).

  
	
   

  
	
  2.3 Hinzu komme, dass die
  Staatsanwaltschaft aufgrund der Art. 29 Abs. 1 lit. a StPO und
  Art. 358 Abs. 1 StPO den hier interessierenden Vorfall vom
  17. Juli 2016 nicht einfach von den anderen, im abgekürzten Verfahren
  behandelten Delikten habe abtrennen dürfen, nur weil der Beschuldigte
  diesbezüglich nicht geständig sei. Vielmehr hätte die Staatsanwaltschaft von
  Beginn weg (auch) wegen des Vorfalls in Netstal Anklage erheben müssen.
  Ausserdem habe die Staatsanwaltschaft diesen Vorfall erst nach
  rechtskräftigem Abschluss des abgekürzten Verfahrens behandelt anstatt
  zumindest parallel dazu weiterzuführen. Das Zuwarten der Staatsanwaltschaft
  sei nicht gerechtfertigt gewesen (S. 6 f., Rz. 18 ff.).

  
	
   

  
	
  2.4 Schliesslich bringt
  der Beschwerdeführer in seiner Eingabe vom 2. September 2019 vor
  (act. 33), die Einvernahme des Bruders des Beschuldigten, U.______, habe
  nichts ergeben, was für eine Einstellung des Strafverfahrens gegen den
  Beschuldigten spreche. So habe U.______ bestritten je im Glarnerland oder im
  Jahr 2016 gar in der Schweiz gewesen zu sein. Die von der Staatsanwaltschaft
  vorgebrachte Tatvariante, wonach U.______ Werkzeuge seines Bruder verwendet
  haben soll, finde keine Grundlage in den Akten, sondern stelle reine
  Vermutung dar. Zudem stelle sich die Frage, inwiefern neue Erkenntnisse aus
  dem Juli 2019 Auswirkungen auf die Frage der Widerrechtlichkeit einer
  Einstellungsverfügung vom Herbst 2018 haben könnten (S. 1 f.,
  Rz. 3-9; vgl. dazu auch E. III.3.3 nachstehend). 

  
	
   

  
	
  3. 

  
	
  3.1 Die Staatsanwaltschaft
  bringt dagegen vor (act. 14), die angefochtene Einstellungsverfügung sei
  zu Recht erst nach Rechtskraft des Urteils der Strafgerichtskommission des
  Kantonsgerichts Glarus vom 25. April 2018 ergangen. Auch die
  Strafgerichtskommission habe dieses Vorgehen für rechtmässig befunden
  (S. 2, Rz. 1). 

  
	
   

  
	
  3.2 Fehl gehe auch der
  Einwand des Beschwerdeführers, wonach sie (Staatsanwaltschaft) eine ihr nicht
  zustehende Beweiswürdigung vorgenommen habe. Denn es liege keine zweifelhafte
  Beweislage vor. Vielmehr habe sie bereits zu Beginn des Verfahrens, nach
  Kenntnis aller Vorhalte, eine Verurteilung des Beschuldigten bezüglich des
  Vorfalls vom 17. Juli 2016 als unwahrscheinlich erachtet, sodass sich
  eine Einstellung der Strafuntersuchung rechtfertige. Einzig der Umstand, dass
  in einem benachbarten Garten ein Schraubendreher mit DNA-Spuren des Beschuldigten
  gefunden worden sei, deute objektiv auf den Beschuldigten als Mittäter hin.
  Doch hätte auch der Beschwerdeführer selber die Möglichkeit gehabt, sich
  dieser Werkzeuge aus dem Keller des unter anderem von der Ehefrau des
  Beschuldigten bewohnten Wohnhauses in [...] zu bemächtigen. In einer
  Gesamtbetrachtung könne somit die DNA-Spur nicht einzig ausschlaggebend sein
  für eine Rückweisung zur Anklageerhebung (S. 2 f., Rz. 2 ff.). 

  
	
   

  
	
  3.3 Im Gesuch um
  Sistierung des vorliegenden Verfahrens bringt die Staatsanwaltschaft vor,
  dass X.______ (Mittäter beim Einbruch in Netstal) bei einem Einbruch vom 19.
  Februar 2019 in Bern beteiligt gewesen sei. Bei diesem Einbruch sei eine
  weitere Person verhaftet worden, welche dem Beschuldigten sehr ähnlich sehe
  und den gleichen Nachnamen – [...] – trage (der Beschuldigte hiess vor seiner
  Heirat [...]; act. 20). In einer weiteren Eingabe führt die
  Staatsanwaltschaft dann aus, bei dem in Bern Festgenommenen handle es sich um
  den Bruder des Beschuldigten, U.______, welcher Ersterem ähnlich sehe
  (act. 26 mit Fotos vom Beschuldigten und dessen Bruder). Mit Eingabe vom
  20. August 2019 (act. 30/1) bringt die Staatsanwaltschaft dann vor,
  aufgrund der neuen Erkenntnisse, insbesondere der Einvernahme von U.______,
  spräche insbesondere der Umstand, dass wiederum X.______, welcher am
  17. Juli 2016 in Netstal als Täter verhaftet wurde, ein Mittäter von
  U.______ beim Einbruch vom 19. Februar 2019 in Bern sei, dafür, dass der
  zweite Täter beim Einbruch in Netstal eben nicht der Beschuldigte, sondern
  U.______ gewesen sei. U.______ bestreite zwar, je im Glarnerland gewesen zu
  sein und gebe an, X.______ erst seit kurzem zu kennen; dies müsse jedoch als
  Schutzbehauptung gewertet werden. U.______ kenne die Familie des
  Beschuldigten, man treffe sich bei Familienanlässen und sei auch sonst in
  Kontakt. Es wäre bei dieser Konstellation der familiären Verbindung ohne
  Weiteres möglich, dass die DNA des Beschuldigten wie auch immer auf einen
  Schraubendreher von U.______ gelangt sei. Dieser DNA-Hit sei nach wie vor der
  einzige Hinweis auf eine Tatbeteiligung des Beschuldigten. Die Aussage der
  Familie [...], wie der zweite unbekannte Einbrecher am 17. Juli 2016
  ausgesehen habe, passe sodann auf beide Brüder (vgl. act. 30/2/5); beide
  seien gross und «Albaner». Diese Aussage passe aber auch auf andere Personen.
  Aus all dem folge, dass letztlich nicht geklärt werden könne, ob der
  Beschuldigte den Einbruch bei der Familie [...] am 17. Juli 2016 in Netstal
  begangen habe, oder ob – nach neuen Erkenntnissen zumindest unter Tatverdacht
  – dessen Bruder U.______ oder gar ein Dritter diese Tat verübt habe
  (act. 30/1, S. 2). 

  
	
   

  
	
  4. 

  
	
  4.1 In ähnlicher Weise
  liess sich auch der Beschuldigte vernehmen (act. 11): Die Aussagen von
  V.______ und W.______, welche seine angebliche Identifizierung am Tatort
  betreffen, seien in mehrfacher Hinsicht unglaubhaft und stellten falsche
  Anschuldigungen dar. So sei völlig abwegig, dass der zweite Täter nicht
  maskiert gewesen sein bzw. er sich bei Herannahen der Polizei unter einer
  Strassenlaterne seiner Sturmmaske entledigt haben soll. Zumal er
  (Beschuldigter) von der Polizei als Profi bezeichnet werde. Weiter hätten
  V.______ und W.______ auch betreffend seine Körpergrösse erheblich
  danebengelegen, obschon sie ihn (Beschuldigten) ansonsten so präzise
  beschreiben konnten. Auch in der Auflistung und Bewertung der gestohlenen
  Gegenstände zeige sich eine Diskrepanz der Angaben der Familie [...] zur
  Realität. Denn die Polizei habe die einzigen drei sichergestellten
  Gegenstände mit ca. CHF 450.— bewertet, wohingegen der Beschwerdeführer
  für die drei Gegenstände ein Vielfaches dieses Betrags geltend mache
  (S. 3, Rz. II.3 ff.). 

  
	
   

  
	
  4.2 Weiter gehe der
  Schluss des Beschwerdeführers, wonach aufgrund des DNA-Hits zulasten des
  Beschuldigten ein Schuldspruch wahrscheinlicher sei als ein Freispruch, fehl.
  Insbesondere widerspreche er der bundesgerichtlichen Rechtsprechung, wonach
  eine DNA-Spur am Tatort die Täterschaft des Spurengebers selbst dann nicht
  beweise, wenn dieser keine plausible Erklärung für die Spur habe. Alsdann
  liessen sich etliche Hypothesen zu Lasten der den Beschuldigten falsch
  anschuldigenden Auskunftspersonen V.______ und W.______ aufstellen, wie eine
  DNA-Spur des Beschuldigten einen Tag nach der Tat in der Umgebung des
  Einbruchsorts entdeckt werden konnte. Nach Berücksichtigung sämtlicher
  Umstände sei mit grosser Wahrscheinlichkeit nicht damit zu rechnen, dass der
  Sachrichter zu einer anderen Würdigung als die Staatsanwaltschaft gelangen
  würde. Somit sei die Einstellungsverfügung zu Recht ergangen (S. 5,
  Rz. II.9 ff.). 

  
	
   

  
	
  4.3 Schliesslich bringt
  der Beschuldigte in seiner Eingabe vom 2. September 2019 vor (act. 35),
  dass eine Verurteilung durch das Sachgericht unter Einbezug der gesamten
  Umstände und insbesondere aufgrund der Befragung seines Bruders,
  unwahrscheinlich sei. So sei es sehr wohl denkbar, dass die beiden Brüder,
  deren Ehefrauen (bereits im Tatzeitpunkt) nur wenige Kilometer voneinander entfernt
  wohnten, mit Gegenständen des anderen in Kontakt gekommen seien. Unter diesen
  Umständen sei der DNA-Hit nicht geeignet, seine (Beschuldigter) Täterschaft
  zu beweisen (S. 1, Ziff. 2). Weiter treffe die Täterbeschreibung von
  V.______ und W.______ auf U.______, nicht aber auf ihn (Beschuldigten) zu. So
  sei U.______ – wie von V.______ und W.______ beschrieben – zwischen 1.80 und
  1.85 Meter gross. Er (Beschuldigter) hingegen sei 1.91 Meter gross
  (S. 2, Rz. 3).

  
	
   

  
	
  5. 

  
	
  5.1 Wie erwähnt
  (E. III.2.3 vorstehend), beanstandet der Beschwerdeführer das Vorgehen
  der Staatsanwaltschaft betreffend die separate Behandlung des hier
  interessierenden Tatvorwurfs (Einbruch in Netstal).

  
	
   

  
	
  5.2 Die Staatsanwaltschaft
  kann das Verfahren vollständig oder teilweise einstellen (vgl. Art. 319 Abs.
  1 StPO). Von einer teilweisen Einstellung spricht man, wenn einzelne Komplexe
  eines Verfahrens zu einer Anklageerhebung führen oder durch einen Strafbefehl
  beurteilt, andere Komplexe des Verfahrens hingegen mit einer Einstellung
  abgeschlossen werden. Eine solche Teileinstellung kommt grundsätzlich nur in
  Betracht, wenn mehrere Lebensvorgänge oder Taten im prozessualen Sinn zu
  beurteilen sind, die einer separaten Erledigung zugänglich sind (zum Ganzen
  statt vieler BGer 6B_1346/2017 Urteil vom 20. September 2018,
  E. 1.3.1 m.w.H.).

  
	
  Der in Art. 29 StPO verankerte
  Grundsatz der Verfahrenseinheit besagt unter anderem, dass mehrere Straftaten
  einer einzelnen Person in der Regel in einem einzigen Verfahren verfolgt und
  beurteilt werden. Eine Verfahrenstrennung ist nach Art. 30 StPO nur bei
  Vorliegen sachlicher Gründe zulässig und muss die Ausnahme bleiben. Die
  sachlichen Gründe müssen objektiv sein. Getrennte Verfahren sollen vor allem
  der Verfahrensbeschleunigung dienen bzw. eine unnötige Verzögerung vermeiden
  helfen. Als sachlicher Trennungsgrund gilt etwa die bevorstehende Verjährung
  einzelner Straftaten oder die länger dauernde Unerreichbarkeit einzelner
  Mitbeschuldigter. Alle Beispiele beziehen sich auf Charakteristika des
  Verfahrens, des Täters oder der Tat, nicht aber auf organisatorische Aspekte
  auf Seiten der Strafverfolgungsbehörden (statt vieler BGer 1B_49/2017 Urteil
  vom 30. Mai 2017, E. 2.1; BGE 138 IV 214, E. 3.2, je m.w.H.).

  
	
   

  
	
  5.3

  
	
  5.3.1 Der Verteidiger des
  Beschuldigten beantragte am 11. Januar 2018, ein abgekürztes Verfahren
  gemäss Art. 358 ff. StPO durchzuführen (U-act. Ordner 3, 14/1). Die
  Staatsanwaltschaft hiess diesen Antrag am 8. Februar 2018 in Bezug auf
  alle dem Beschuldigten vorgeworfenen Taten – mit Ausnahme des Vorwurfs des
  Einbruchsdiebstahls in Netstal – gut (U-act. Ordner 3, 14/2). Nachdem
  die erforderlichen Zustimmungserklärungen vorlagen (Art. 360 Abs. 3
  StPO; U-act. Ordner 3, 14/14), erhob die Staatsanwaltschaft am
  15. März 2018 bei der Strafgerichtskommission des Kantonsgerichts Glarus
  Anklage im abgekürzten Verfahren (SG.2018.00029, act. 1). Einen Tag
  zuvor, am 14. März 2018, hielt sie in einer Aktennotiz fest, der gegen
  den Beschuldigten im Raum stehende Vorwurf des Einbruchdiebstahls am
  17. Juli 2016 in Netstal werde separat zur im abgekürzten Verfahren
  erhobenen Anklage beurteilt. Nach im abgekürzten Verfahren ergangenem
  rechtskräftigem Urteil werde sie den verbleibenden Deliktsvorwurf (Einbruch
  Netstal) prüfen und allenfalls eine Verfahrenseinstellung verfügen (U-act.
  Ordner 3, 15/1). Das Urteil der Strafgerichtskommission im abgekürzten
  Verfahren datiert vom 25. April 2018 und erwuchs per dieses Datum in
  Rechtskraft (vgl. SG.2018.00029, act. 13 und den in jenem Dossier
  liegenden, nicht akturierten Strafregisterauszug vom 5. Juni 2018;
  Art. 437 Abs. 1 lit. a und Abs. 2 StPO). In einer
  Parteimitteilung vom 21. Juni 2018 teilte die Staatsanwaltschaft dem
  Beschuldigten und dem Beschwerdeführer ihre Absicht mit, in Bezug auf den
  verbleibenden Deliktsvorwurf (Einbruch Netstal) eine Einstellungsverfügung zu
  erlassen (U-act. Ordner 3, 2/30). Dies geschah am 6. November 2018
  dann auch (vgl. act. 2).

  
	
   

  
	
  5.3.2 Dieses Vorgehen der
  Staatsanwaltschaft ist nicht zu beanstanden. Es war wie dargelegt
  (E. III.5.1 f. vorstehend) zweifelsohne zulässig, in Bezug auf den
  Hauptteil der untersuchten Vorfälle (alle ausser Einbruch Netstal) Anklage zu
  erheben und andernteils (Einbruch Netstal) eine Einstellungsverfügung zu
  erlassen. Denn diesen beiden Verfahrensteilen liegen vollkommen
  verschiedenartige Lebenssachverhalte zu Grunde. Auch ist der Grundsatz der
  Verfahrenseinheit nicht verletzt: Es rechtfertigt sich nicht zuletzt aus
  Gründen der Prozessökonomie diejenigen Vorhalte, betreffend welcher der
  Beschuldigte geständig ist, im abgekürzten Verfahren und die übrigen
  Vorhalte, zu denen er sich nicht geständig zeigte, separat zu behandeln. 

  
	
   

  
	
  5.3.3 Weiter ist die
  Eigenheit des abgekürzten Verfahrens zu beachten, wonach im Hinblick auf
  dieses Absprachen zwischen der Strafverfolgungsbehörde und der beschuldigten
  Person erlaubt und bis zu einem gewissen Grad beabsichtigt sind (Landtwing / Dössegger, Der
  Verfolgungsverzicht im abgekürzten Verfahren, in: ZStrR 133/2015,
  S. 61-75, S. 62 f.). Dabei kann die Staatsanwaltschaft im
  Rahmen einer Absprache bspw. eine Teileinstellung für den Fall der
  gerichtlichen Genehmigung der Anklageschrift im abgekürzten Verfahren in
  Aussicht stellen (Jaggi, Die
  strafprozessuale Absprache vor den Schranken des Gerichts, in: LBR
  Nr. 104, Zürich 2016, S. 101-113, S. 104). Um zu vermeiden,
  dass eine anvisierte Teileinstellung in Rechtskraft erwächst bevor im abgekürzten
  Verfahren ein rechtskräftiges Urteil ergangen ist, sollte die Teileinstellung
  nicht vor dem rechtskräftigen Abschluss des abgekürzten Verfahrens erfolgen.
  Daher empfehlen Praxis und Lehre, den einzustellenden Teil formell vom
  Verfahren, das dem Gericht zwecks Durchführung des abgekürzten Verfahrens
  übermittelt wird, abzutrennen und bei der Staatsanwaltschaft zu sistieren,
  bis das Gericht über die ihm im abgekürzten Verfahren übermittelte
  Anklageschrift entschieden hat (Jaggi,
  a.a.O., S. 104 f.; Landtwing
  / Dössegger, a.a.O., S. 72 f.; Laube, Zu Tendenzen der schnellen Verfahrenserledigung,
  in: ZStStr Nr. 85, Zürich 2016, S. 408-433, N 530 FN 1270.;
  Richtlinie Nr. 2.4 des Generalstaatsanwalts des Kantons Freiburg vom
  9. Mai 2011 betreffend das abgekürzte Verfahren, S. 2 f.
  Ziff. 7 abrufbar unter:

  https://www.fr.ch/sites/default/files/2018-09/Richtlinie%202.4_0.pdf
  [zuletzt besucht am 8. Juli 2020]). 

  
	
  Die von der Staatsanwaltschaft im
  vorliegenden Fall praktizierte Verfahrensführung entspricht somit einem in
  der Praxis und Lehre mit guten Gründen empfohlenen Vorgehen. Nach dem
  Gesagten liegt ein objektiver, auf die Charakteristika des Täters (teilweises
  Geständnis) bzw. des Verfahrens (teilweiser Verfolgungsverzicht bei
  abgekürztem Verfahren) bezogener Trennungsgrund im Sinne von Art. 30
  StPO vor.

  
	
   

  
	
  6. 

  
	
  6.1 Gemäss Art. 319 Abs. 1
  StPO stellt die Staatsanwaltschaft das Verfahren namentlich ein, wenn kein
  Tatverdacht erhärtet ist, der eine Anklage rechtfertigt (lit. a), wenn kein
  Straftatbestand erfüllt ist (lit. b), wenn Rechtfertigungsgründe einen
  Straftatbestand unanwendbar machen (lit. c) sowie wenn Prozessvoraussetzungen
  definitiv nicht erfüllt werden können oder Prozesshindernisse aufgetreten
  sind (lit. d).

  
	
   

  
	
  6.2 Der Entscheid über die
  Einstellung eines Verfahrens hat sich nach dem Grundsatz «in dubio pro
  duriore» (im Zweifel für das Härtere) zu richten. Danach darf eine
  Einstellung durch die Staatsanwaltschaft grundsätzlich nur bei klarer
  Straflosigkeit oder offensichtlich fehlenden Prozessvoraussetzungen
  angeordnet werden. Hingegen hat die Staatsanwaltschaft einen Strafbefehl zu
  erlassen (Art. 352 Abs. 1 StPO) bzw. Anklage zu erheben und
  somit die Sache zur gerichtlichen Beurteilung zu bringen (Art. 324
  Abs. 1 StPO), wenn eine Verurteilung wahrscheinlicher erscheint als
  ein Freispruch. Ist ein Freispruch genauso wahrscheinlich wie eine
  Verurteilung, drängt sich in der Regel, insbesondere bei schweren Delikten,
  eine Anklageerhebung auf. Bei zweifelhafter Beweis- oder Rechtslage hat nicht
  die Staatsanwaltschaft über die Stichhaltigkeit des strafrechtlichen Vorwurfs
  zu entscheiden, sondern das zur materiellen Beurteilung zuständige Gericht.
  Der Grundsatz, dass im Zweifel nicht eingestellt werden darf, ist auch bei
  der Überprüfung von Einstellungsverfügungen zu beachten (BGE 143 IV 241, E.
  2.2.1; BGer 6B_507/2017 Urteil vom 8. September 2017, E. 3.2.1;
  BGer 1B_534/2012 Urteil vom 7. Juni 2013, E. 2.1; Grädel/Heiniger, in:
  Niggli/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische
  Strafprozessordnung, Art. 196-457 StPO, 2. Aufl., Basel 2014,
  N 8 zu Art. 319 StPO, je m.w.H.).

  
	
   

  
	
  6.3 Die
  Sachverhaltsfeststellung obliegt somit grundsätzlich dem urteilenden Gericht.
  Die Staatsanwaltschaft und die Beschwerdeinstanz dürfen bei Entscheiden über
  die Einstellung eines Strafverfahrens den Sachverhalt daher nicht wie ein
  urteilendes Gericht feststellen. Sachverhaltsfeststellungen müssen in
  Berücksichtigung des Grundsatzes «in dubio pro duriore» jedoch auch bei
  Einstellungen zulässig sein. Dies jedoch nur, soweit gewisse Tatsachen «klar»
  bzw. «zweifelsfrei» feststehen, so dass im Falle einer Anklage mit grosser
  Wahrscheinlichkeit keine abweichende Würdigung zu erwarten ist. Davon kann
  indes nicht ausgegangen werden, wenn eine abweichende Beweiswürdigung durch
  das Gericht ebenso wahrscheinlich erscheint. Die Staatsanwaltschaft und die
  Beschwerdeinstanz dürfen der Beweiswürdigung durch das Sachgericht somit bei
  einer unklaren Beweislage nicht vorgreifen (BGE 143 IV 241, E. 2.3.2;
  BGer 6B_507/2017 Urteil vom 8. September 2017, E. 3.2.3, je
  m.w.H.). Stehen sich gegensätzliche Aussagen gegenüber und ist es nicht
  möglich, die einzelnen Aussagen als glaubhafter oder weniger glaubhaft zu
  bewerten, ist nach dem Grundsatz «in dubio pro duriore» in der Regel Anklage
  zu erheben. Auf eine Anklageerhebung kann verzichtet werden, wenn der
  Strafkläger ein widersprüchliches Aussageverhalten offenbarte und seine
  Aussagen daher wenig glaubhaft sind oder wenn eine Verurteilung unter
  Einbezug der gesamten Umstände (aus anderen Gründen) als von vornherein
  unwahrscheinlich erscheint (BGE 143 IV 241, E. 2.2.2).

  
	
   

  
	
  7. In Bezug auf den hier
  zu beurteilenden Sachverhalt liegen als Beweismittel Protokolle von
  polizeilichen Einvernahmen des Beschuldigten, von dessen Ehefrau Z.______,
  des geständigen einen Täters X.______ sowie vom Sohn des Beschwerdeführers,
  V.______, und von dessen Ehefrau W.______ vor. Weiter befinden sich u.a. ein
  Polizeibericht betreffend Spurenauswertung und ein polizeilicher Fundrapport bei
  den Akten. Im Einzelnen:

  
	
   

  
	
  7.1 Dem
  Spurenauswertungsbericht und dem Fundrapport vom 15. bzw. 16.
  August 2016 der Kantonspolizei Glarus (U-act. Ordner 1,
  I/220 f. bzw. I/222-225) ist zu entnehmen, dass die Eigentümerin der
  Liegenschaft [...] in Netstal am Abend des 18. Juli 2016, d.h. einen Tag
  nach dem Einbruch in das in der Nähe liegende Einfamilienhaus im [...] in
  Netstal, im Garten ihrer Liegenschaft bei einem Gebüsch ein Brecheisen sowie
  zwei Flachschraubendreher auffand. Ab einem dieser Schraubendreher nahm die
  Polizei eine DNA-Spurensicherung vor und erstellte ein DNA-Profil. Die
  Auswertung ergab, dass dieses DNA-Profil mit dem DNA-Profil des Beschuldigten
  übereinstimmt.

  
	
   

  
	
  7.2 

  
	
  7.2.1 Der unmittelbar nach
  dem Einbruch vom 17. Juli 2016 in Netstal in Tatortnähe verhaftete
  X.______ zeigte sich von Beginn weg geständig, die in Frage stehende Tat
  zusammen mit einer weiteren Person verübt zu haben (U-act. Ordner 1,
  I/176 Frage 1). Er gab an, beim zweiten Täter handle es sich um einen
  aus dem albanischen Dorf [...] stammenden Y.______, den er ca. sieben Monate
  zuvor in Lyon (F) kennengelernt habe (U-act. Ordner 1, I/176
  Fragen 2-7, I/186 f. Fragen 155 f., I/191
  Frage 230). Ein ihm nicht namentlich bekannter Kollege dieses Y.______
  habe sie beide am 17. Juli 2016 mit einem schwarzen 320er-BMW (alter
  Typ; mit schwarz getönten Fensterscheiben) mit mutmasslich St. Galler
  Kennzeichen von Divonne-Les-Bains (F) in vier bis fünf Stunden nach Glarus
  gefahren, wo sie um ca. 21.00 Uhr angekommen seien. Y.______ und er
  seien zu Fuss durch die Quartiere gestreift und nach Netstal gelaufen.
  Y.______ habe kurzfristig den Plan zum Einbruch geschmiedet und er habe dann
  mitgemacht, weil er kein Geld habe und Hunger leide. Dabei habe er eigentlich
  Arbeit suchen wollen. Als sie realisiert hätten, dass die Polizei um das Haus
  herum präsent sei, seien sie durch die Haupteingangstüre davongerannt. Er sei
  in Richtung Hauptstrasse gerannt. Wohin Y.______ gerannt sei, wisse er nicht
  (zum Ganzen: U-act. Ordner 1, I/178 ff. Fragen 11 ff.,
  I/193 Fragen 240 f.). Der Kollege, der sie beide chauffiert habe,
  sei nicht in das Einfamilienhaus miteingestiegen. Ob Y.______ Werkzeug
  dabeigehabt habe, wisse er nicht, er habe solches nie gesehen. Er selber habe
  kein Werkzeug mit sich getragen (U-act. Ordner 1, I/187 Fragen 156 f.,
  I/192 Frage 235). Auf Vorlage des sichergestellten Werkzeugs (Brecheisen
  und zwei Schraubendreher) hielt X.______ fest, dieses Werkzeug nie gesehen zu
  haben (U-act. Ordner 1, I/192 Frage 236). Sie beide (Y.______ und
  X.______) hätten keinen Rucksack und auch keine Tasche dabeigehabt (U-act.
  Ordner 1, I/192 Frage 232). Die drei Schmuckstücke (Uhr,
  Fingerring, Kette), die er bei seiner Verhaftung auf sich getragen habe, habe
  ihm Y.______ im Haus gegeben, nachdem dieser die Sachen durchsucht habe. Er (X.______)
  habe diese eingesteckt und mitgenommen. Weiteres Deliktsgut habe er bei
  Y.______ nicht gesehen. Er schwöre, dass sie nur die bei ihm gefundenen
  Sachen mitgenommen hätten. Der von den Geschädigten geltend gemachte
  Deliktsbetrag von ca. CHF 22'130.— treffe klar nicht zu (U-act.
  Ordner 1, I/192 Fragen 237 f., I/193 Fragen 242-244).

  
	
   

  
	
  7.2.2 Nachdem X.______ in
  seiner Einvernahme vom 22. August 2016 angab, er würde Y.______ oder den
  Chauffeur auf einem Foto wiedererkennen, legte ihm der einvernehmende
  Polizeibeamte den Abdruck eines Reisepasses eines [...] vor. Daraufhin
  erklärte X.______, er schwöre bei Gott, dass die auf dem Passfoto gezeigte
  Person am Einbruch nicht beteiligt und auch nicht als Chauffeur tätig gewesen
  sei. Er habe diese Person noch nie gesehen (U-act. Ordner 1, I/187
  Fragen 158-160, I/189, I/172 unten). Exakt dieselbe Aussage machte X.______,
  als ihm der Polizeibeamte in seiner nächsten Einvernahme vom 26.
  August 2016 Fotos des Beschuldigten zeigte. Als ihm der Polizeibeamte
  dann die Personalien des Beschuldigten nannte, sagte er: «keine Ahnung, weiss
  ich nicht» (U-act. Ordner 1, I/194 Fragen 249-252, I/196, I/173
  oben). Abschliessend gab er zu Protokoll, er würde den zweiten Tatbeteiligten
  und den Chauffeur bezeichnen, wenn er dies könnte. Die ihm gezeigten Fotos
  stimmten nicht mit diesen Personen überein. Genauere Angaben zu diesen
  Personen könne er nicht machen. Es könne auch sein, dass ihm Y.______ einen
  falschen Namen angegeben habe. Zum Geschädigten habe er keinen Bezug. Warum
  sie in den Kanton Glarus gefahren seien, müsse man bei Y.______ erfragen. Er
  sei einfach aus Geldmangel mitgegangen (U-act. Ordner 1, I/194
  Fragen 253 f.).

  
	
   

  
	
  7.3 Der Sohn des
  Beschwerdeführers, V.______, schilderte in seiner polizeilichen Einvernahme
  als Auskunftsperson zunächst, wie er und seine Ehefrau von den Einbrechern im
  Schlaf überrascht worden seien und wie sie sich verhalten hätten, bis die
  Polizei beim Haus eingetroffen sei. Plötzlich habe es geknallt und die
  Täterschaft habe die Haustüre von innen her geöffnet. Ein Täter sei nach
  rechts gerannt, den zweiten Mann habe er angeschrien, als dieser in nördliche
  Richtung geflüchtet sei. Unter einer Strassenlaterne habe dieser Mann kurz
  angehalten und zum Haus zurückgeschaut. Aus einer Distanz von
  15-20 Metern habe er den Mann sehr gut sehen können. Nach wenigen
  Sekunden sei der Mann weiter in nördliche Richtung gerannt, bis er
  verschwunden sei. Dieser Mann sei ca. 180-185 cm gross, nicht
  übergewichtig und ca. 35-45 Jahre alt gewesen. Um den Mund habe er einen Dreitagebart
  gehabt, er sei schwarz gekleidet gewesen und habe eine dunkle Brechstange in
  der rechten Hand gehalten. Links habe er kürzere Sachen in seiner Hand
  gehabt. Um was genau es sich dabei gehandelt habe, wisse er (V.______) nicht.
  Ebenfalls wisse er nicht, ob diese Person noch einen Rucksack o.ä. bei sich
  gehabt habe. Der verhaftete Mann sei viel kleiner als dieser zweite,
  flüchtige Mann gewesen. Letzterer sei auch eindeutig der «Chef» gewesen, da
  er immer nach seinem Kollegen geschaut habe und viel entschlossener gewesen
  sei (U-act. Ordner 1, I/198 ff. Fragen 1-13). Nachdem V.______
  ein Foto des Beschuldigten vorgelegt wurde, sagte er, es könne sehr gut sein,
  dass dieser Mann bei ihnen eingebrochen sei. Er sei sich zu 100 Prozent
  sicher (U-act. Ordner 1, I/200 Frage 14 i.V.m. I/225/4 Mitte). Als
  ihm die sichergestellten Werkzeuge gezeigt wurden, führte V.______ aus, das
  von ihm gesehene Brecheisen habe genau eine solche Form aufgewiesen und es
  sei sehr gut möglich, dass der Täter in der linken Hand die beiden grossen
  Schraubenzieher getragen habe (U-act. Ordner 1, I/200 Frage 15).

  
	
   

  
	
  7.4 Die Ehefrau von
  V.______, W.______, erklärte, sie habe vom Balkon aus das Gesicht des zweiten
  tatbeteiligten Mannes gesehen. Dieser sei Albaner, von normaler Statur, ca.
  180-185 cm gross – also viel grösser als der verhaftete Täter – und komplett
  schwarz gekleidet gewesen. In der linken Hand habe der Mann zwei Gegenstände
  aus Metall getragen, ihrer Meinung nach seien dies Brecheisen gewesen. Diese
  seien gebogen gewesen, ihre Farbe habe sie nicht erkennen können. Einen
  Rucksack o.ä. habe sie nicht gesehen (U-act. Ordner 1, I/203 f.
  Fragen 1-6). Hinsichtlich des Fluchtwegs des zweiten Täters führte sie
  aus, zu 100 Prozent gesehen zu haben, dass dieser vorne beim Wendeplatz
  nicht nach links, sondern nach rechts gerannt sei. Danach habe sie nichts
  mehr gesehen (U-act. Ordner 1, I/204 Frage 9). Auf Vorhalt des
  Fotos des Beschuldigten gab W.______ an, sie erkenne die Person an der
  Gesichtsform, der Mann habe einen Dreitagebart getragen. Sie sei sich zu
  85 Prozent sicher, dass dieser Mann mit dem Werkzeug geflohen sei
  (U-act. Ordner 1, I/204 Frage 7 i.V.m. I/225/4 Mitte). Als ihr die
  sichergestellten Werkzeuge präsentiert wurden, sagte sie aus, sie sei der
  Meinung, dass der Täter zwei Brecheisen in den Händen gehalten habe. Die
  gezeigten Schraubenzieher habe sie nicht sehen können (U-act. Ordner 1,
  I/204 Frage 8). 

  
	
   

  
	
  7.5 

  
	
  7.5.1 Der Beschuldigte
  wurde im Zeitraum vom 6. Juli 2017 bis 8. Februar 2018 zahlreiche
  Male durch die Polizei bzw. die Staatsanwaltschaft befragt. In mehreren
  dieser Einvernahmen kam der hier interessierende Deliktsvorwurf nicht zur
  Sprache (vgl. U-act. Ordner 1, I/026/3-10, I/060-148, I/251/4-7). Aus
  diesen Einvernahmen sind vorliegend im Wesentlichen lediglich zwei Aussagen
  des Beschuldigten relevant. Erstens erklärte er, ein in seinem Personenwagen
  gefundener BMW-Autoschlüssel gehöre seiner Frau (U-act. Ordner 1, I/067
  Frage 61 i.V.m. I/070). Zweitens gab er an, dass er in keine anderen
  Objekte als Gemeindeverwaltungen (z.B. Firmen, Wohnungen oder
  Einfamilienhäuser) eingestiegen sei (U-act. Ordner 1, I/112
  Frage 23, I/251/5 Frage 142). In ähnlicher Weise gab er in einer
  weiteren Befragung auf eine spezifisch den Einbruch Netstal thematisierende
  Ergänzungsfrage seines Verteidigers hin zu Protokoll, noch nie in eine
  bewohnte Liegenschaft eingebrochen zu sein (U-act. Ordner 1, I/273/11
  Frage 236). In den übrigen Einvernahmen gab er an, überhaupt nichts mit
  dem Einbruch vom 17. Juli 2016 in Netstal zu tun zu haben (U-act.
  Ordner 1, I/225/6 Frage 3, I/225/11 Fragen 25-28, I/225/14
  Frage 181, I/225/16 Fragen 195 f.; U-act. Ordner 3, 12/1
  S. 5 Frage 17). Er sei bislang nur einmal im Kanton Glarus gewesen, dies
  mit einem auf seine Frau eingelösten Personenwagen der Marke Opel Vectra, und
  mit einem Kollegen zwecks Arbeitssuche für dessen Freundin. Genauere Angaben
  zu diesen beiden Personen könne er nicht machen (U-act. Ordner 1,
  I/225/5-8). Er habe den Beschwerdeführer im August 2016 in [...]
  kennengelernt und im September 2016 erstmals sowie auch danach öfters
  getroffen, da es sich bei diesem um den Wohnungsvermieter seiner Ehefrau
  handle (U-act. Ordner 1, I/225/10 f. Fragen 22 f.
  und 29 f., I/225/16 Fragen 197 f.; U-act. Ordner 3,
  12/1 S. 5 Fragen 19 f.). Weitere Mitglieder der Familie [...]
  kenne er nicht, insbesondere auch nicht V.______ und W.______ (U-act.
  Ordner 1, I/225/14 Fragen 182-187). 

  
	
   

  
	
  7.5.2 Weiter gab der
  Beschuldigte an, es möge sein, dass das am Folgetag des Einbruchs in Netstal
  in der Nähe des Tatorts sichergestellte Werkzeug ihm gehöre. Er selber sei
  aber nicht in Netstal vor Ort gewesen. Er sei von [...] nach [...] umgezogen
  und der Keller am neuen Wohnort sei offen gestanden. Es könne sein, dass
  jemand dieses Werkzeug dort geholt habe (U-act. Ordner 1, I/225/15
  Fragen 188-191). Das Werkzeug hätte «jeder» in Netstal am Fundort
  hinlegen können (U-act. Ordner 3, 12/1 S. 5 Frage 17). Eine Person
  namens X.______ kenne er nicht (U-act. Ordner 1, I/225/15
  Fragen 192 f.; U-act. Ordner 3, 12/1 S. 5 Frage 18). Die
  Ergänzungsfrage seines Verteidigers, ob die anderen Wohnungen im Neubau des
  Beschwerdeführers in [...] ebenfalls ca. drei Wochen vor dem 1. August
  2016 bezogen worden seien, bejahte der Beschuldigte (U-act. Ordner 1,
  I/225/16 Frage 200). Schliesslich gibt er an, er sei nie im Besitz eines
  schwarzen BMWs gewesen und auch nie einen solchen gefahren, er fahre einen
  beigen Opel Vectra (U-act. Ordner 3, 12/1 S. 8 oben).

  
	
   

  
	
  7.6 Die Ehefrau des
  Beschuldigten, Z.______, führte in ihrer polizeilichen Einvernahme als Auskunftsperson
  vom 12. Oktober 2017 aus, sie wohne seit knapp über einem Jahr in [...]
  an der [...]; im August 2017 sei es ein Jahr gewesen (U-act. Ordner 1,
  I/056 Frage 11).

  
	
   

  
	
  7.7 Der Bruder des
  Beschuldigten, U.______, gab in seiner polizeilichen Einvernahme als
  beschuldigte Person vom 24. Juli 2019 zusammengefasst an (act. 30/2),
  nicht in den Einbruch vom 17. Juli 2016 in Netstal involviert gewesen zu
  sein. Er sei im Jahr 2016, soweit er sich erinnern könne, nicht in der
  Schweiz gewesen; im Juli 2016 sei er in Serbien wohnhaft gewesen. Er sei sich
  ganz sicher, noch nie im Kanton Glarus gewesen zu sein (S. 2, Fragen 3
  ff.). X.______ (Mittäter in Netstal), welcher betreffend einen Einbruch vom
  19. Februar 2019 in Bern ebenfalls verhaftet wurde (vgl. act. 30/2/4),
  habe er erst 14 Tage vor seiner (U.______) Verhaftung kennen gelernt
  (S. 3, Fragen 7 ff.). Seinen Bruder, den Beschuldigten, sehe er nur bei
  Familienanlässen. Seine Ehefrau wohne in [...], ebenso wie die Ehefrau des
  Beschuldigten. Er (U.______) habe sich aber noch nie am Wohnort der Ehefrau
  seines Bruders, Z.______, aufgehalten. Den Vermieter von Z.______, d.h. den
  Beschwerdeführer, kenne er nicht (S. 4, Fragen 15 ff.).

  
	
   

  
	
  8. Nachfolgend ist zu
  prüfen, ob die Staatsanwaltschaft in der hier angefochtenen
  Einstellungsverfügung zu Recht davon ausging, dass der dem Beschuldigten zur
  Last gelegte Sachverhalt nicht anklagegenügend (i.S.v. Art. 319
  Abs. 1 lit. a StPO) erstellt werden kann bzw. ob vorliegend eine klare
  Beweislage vorliegt.

  
	
   

  
	
  8.1 Auf der einen Seite
  streitet der Beschuldigte eine Tatbeteiligung ab und wurde dieser vom vor Ort
  verhafteten Täter, X.______, auch nicht ausdrücklich belastet. Diese beiden
  Personen gaben zudem – z.T. auch nach Vorhalt entsprechender Fotos – an, sie
  würden einander nicht kennen. Es muss aber auch beachtet werden, dass sowohl
  der Beschuldigte wie auch X.______ als Beschuldigte nicht zu
  wahrheitsgemässer Aussage verpflichtet waren. In den Aussagen der beiden
  Personen finden sich sodann auch Widersprüchlichkeiten: 

  
	
   

  8.1.1 Beim Beschuldigten
  betrifft dies seine Angaben dazu, zu welchem Zeitpunkt seine Ehefrau die vom
  Beschwerdeführer vermietete Wohnung in [...] bezogen hat und sich somit das
  in Netstal am Folgetag des Einbruchs in Tatortnähe sichergestellte Werkzeug
  dort im Keller befand, von wo es möglicherweise von jemandem behändigt wurde
  (so der Beschuldigte in U-act. Ordner 1, I/225/15 Frage 189). So
  sagte er am 28. August 2017 aus, dass seine Ehefrau vor fast zwei Jahren
  von Biel nach [...] gezogen sei (U-act. Ordner 1, I/112 f.
  Frage 32, I/115 Frage 53). Später gab er auf eine Ergänzungsfrage
  seines Verteidigers hin sinngemäss zu Protokoll, dieser Wohnungsbezug in [...]
  sei «ca. 3 Wochen vor dem 1. August 2016» erfolgt (U-act. Ordner 1,
  I/225/16 Frage 200). Seine Ehefrau Z.______ wiederum führte sinngemäss
  aus, sie bewohne diese Wohnung seit August 2016 (U-act. Ordner 1, I/056
  Frage 11). Inkonstant sind auch die Aussagen des Beschuldigten zur
  Frage, ob er V.______ kenne. Zunächst hielt er ohne irgendwelche Relativierung
  dafür, dass sie sich gegenseitig überhaupt nicht kennten (U-act.
  Ordner 1, I/225/14 f. Fragen 182-187). Später hingegen
  erklärte er, er habe mehrfach mit V.______ wegen des Hauses in [...]
  telefoniert und dieser habe auch sein WhatsApp-Profilbild gekannt (U-act.
  Ordner 3, 12/1 S. 6 Frage 23). Demgegenüber ist der in einem
  Polizeirapport (U-act. Ordner 1, I/225/3 Mitte) behauptete Umstand,
  wonach der Beschuldigte in einer Einvernahme ohne entsprechende vorgängige
  Frage von sich aus den Namen [...] erwähnt habe, nirgends protokolliert (vgl.
  U-act. Ordner 1, I/225/7 Frage 10-12) und demnach unbeachtlich.

  
	
   

  
	
  8.1.2 Bei X.______
  erscheint vor allem seine Aussage, er sei in den Kanton Glarus gekommen, um
  Arbeit zu suchen (U-act. Ordner 1, I/178 Frage 16, I/180 f.
  Fragen 32, 34), nicht als plausibel. Denn um dies zu tun, hätte er –
  selbst wenn er mangels Ausweispapieren und Aufenthaltsbewilligung illegal
  hätte arbeiten wollen (vgl. U-act. Ordner 1, I/181 Frage 34-37) –
  nicht an einem Sonntagabend in Glarus und Netstal zusammen mit einer weiteren
  Person durch die Quartiere streifen müssen (so aber seine Aussage, vgl.
  U-act. Ordner 1, I/178 Frage 16, I/181 Frage 33). Ausserdem
  erwähnte er in späteren Befragungen die Arbeitssuche nicht mehr explizit, sondern
  sagte aus: «Warum wir in den Kanton Glarus gefahren sind, da müssen sie
  Y.______ fragen. Ich ging einfach wegen dem fehlenden Geld mit.» (U-act.
  Ordner 1, I/194 Frage 254). Auch die Aussagen von X.______ zu
  ebendiesem Y.______ sind durchaus zweifelhaft, nachdem er in seiner ersten
  diesbezüglichen Einvernahme recht genaue Angaben zu dieser Person machte
  (U-act. Ordner 1, I/177 Fragen 2-7), später aber relativierend
  angab, es könne sein, dass ihm Y.______ einen falschen Namen gesagt habe
  (U-act. Ordner 1, I/194 Frage 253). Es ist folglich nicht
  undenkbar, dass sich X.______ und der Beschuldigte gegenseitig decken.

  
	
   

  
	
  8.2 Den eine
  Tatbeteiligung des Beschuldigten verneinenden Aussagen desselben und von
  X.______ stehen folgende den Beschuldigten belastende Indizien gegenüber:

  
	
   

  
	
  8.2.1 Zu nennen sind
  zunächst der auf den Beschuldigten lautende DNA-Hit auf einem am Folgetag des
  hier interessierenden Einbruchs in der Nähe des Tatorts gefundenen
  Schraubendrehers (vgl. vorne, E. III.7.1) sowie die Aussage des
  Beschuldigten, wonach es möglich sei, dass dieses sichergestellte Werkzeug
  ihm gehöre (vgl. vorne, E. III.7.5.2). Selbstverständlich ist es – wie
  der Beschuldigte geltend macht (U-act. Ordner 1, I/225/15
  Frage 189) – theoretisch möglich, dass jemand das Werkzeug im Keller des
  Mehrfamilienhauses in [...], wo dieses gemäss seinen Angaben lagerte, geholt
  und nach Netstal gebracht hat. Allerdings ist erstens unklar, ob Z.______ im
  Zeitraum um den 17. Juli 2016 überhaupt bereits in diesem
  Mehrfamilienhaus wohnte, nachdem diese aussagte, ihre dortige Wohnung erst
  seit August 2016 zu bewohnen (vgl. E. III.7.6 vorstehend). Zweitens
  würde es einen grossen Zufall bedeuten, wenn jemand dieses Werkzeug aus dem
  genannten Keller in [...] behändigt, ins weit entfernte Netstal verbracht und
  es dort verwendet hätte, um einen Einbruchdiebstahl im Haus des Vermieters
  des Mehrfamilienhauses in [...] zu begehen bzw. bloss um es in den Tagen, an
  denen der Einbruch stattfand, in unmittelbarer Tatortnähe zu deponieren. Für
  derartige Handlungen in Frage kämen im Wesentlichen andere Mieter von
  Wohnungen dieses Mehrfamilienhauses sowie diesen nahestehende Personen. Indes
  liegen in Bezug auf solche Personen keine weiteren belastenden Indizien vor,
  dies im Gegensatz zur gegenüber dem Beschuldigten bestehenden Beweis- bzw.
  Indizienlage (vgl. auch die nachfolgenden Ausführungen). 

  
	
   

  
	
  Es ist weiter zwar nicht
  auszuschliessen, dass der Bruder des Beschuldigten, U.______, den besagten
  Schraubendreher des Beschuldigten an sich genommen haben oder dass die DNA des
  Beschuldigten wie auch immer auf einen Schraubendreher von U.______ gelangt
  sein könnte. Jedoch gab U.______ an, sich noch nie in der Wohnung der Ehefrau
  des Beschuldigten aufgehalten zu haben, in deren Keller die Werkzeuge des
  Beschuldigten lagerten. Zudem sei er (U.______) noch nie im Kanton Glarus
  gewesen und habe sich im Jahr 2016 gar nicht in der Schweiz aufgehalten (vgl.
  E. III.7.7 vorstehend). Zudem erstaunt auch, dass auf dem besagten
  Schraubendreher einzig die DNA des Beschuldigten und eben nicht auch
  diejenige seines Bruders gefunden wurde.

  
	
   

  
	
  Der vom Beschuldigten betreffend
  den DNA-Hit angeführte Bundesgerichtsentscheid 6B_47/2018 vom
  20. September 2018, E. 1.2.1 (vgl. act. 11, S. 5,
  Rz. 9) ist sodann vorliegend nicht einschlägig. So lag dem Bundesgerichtsentscheid
  eine unzulässige Beweislastumkehr zu Grunde, was hier nicht zutrifft. Zudem
  liegt vorliegend – im Gegensatz zum genannten Bundesgerichtsentscheid – nicht
  nur ein DNA-Hit als einziges belastendes Indiz vor, sondern bestehen weitere
  belastende Momente (vgl. nachstehende Erwägungen). 

  
	
   

  
	
  8.2.2 V.______ und
  W.______ belasten den Beschuldigten, indem sie angaben, diesen auf ihnen
  vorgelegten Fotoaufnahmen als den zweiten Tatbeteiligten zu erkennen (vgl.
  vorne, E. III.7.3 f.). Selbstverständlich ist dabei zu
  berücksichtigen, dass sie als ebenfalls im Einbruchsobjekt [...], Netstal,
  wohnende Familienangehörige des Beschwerdeführers ein Eigeninteresse daran
  haben, dass die Täterschaft überführt wird. Zudem verging vom Zeitpunkt des
  Einbruchs am 17. Juli 2016 einige Zeit, bis V.______ und W.______ am
  23. August 2016 befragt wurden. Deshalb und weil ferner V.______ an
  jenem Tag von 09:00 Uhr bis 09:55 Uhr, W.______ hingegen erst ab
  11:00 Uhr befragt wurde (vgl. U-act. Ordner 1, I/197, I/202), bestand –
  auch zwischen den beiden Einvernahmen – einiger Raum für Absprachen
  untereinander. Konkrete, echte Anzeichen dafür, dass solche Absprachen
  tatsächlich stattfanden, lassen sich aber den Aussagen dieser beiden Personen
  keine entnehmen. Denn zwar beschrieben sie einerseits beide den zweiten Täter
  übereinstimmend als deutlich grösser als X.______ und schätzten seine Grösse
  übereinstimmend auf 180-185 cm, andererseits gaben sie im Detail
  unterschiedliche Angaben zu Protokoll. Dies etwa dazu, in welcher Hand der
  zweite Täter das Brecheisen gehalten und welche Farbe dieses gehabt habe
  (vgl. U-act. Ordner 1, I/199 Frage 11 vs. I/203
  Fragen 2 f.; überhaupt sprach W.______ von zwei Brecheisen [U-act.
  Ordner 1, I/204 Frage 8],V.______ hingegen nur von einem [U-act.
  Ordner 1, I/199 Frage 11]). Auch sonst sind die Aussagen von
  V.______ und W.______ nicht zum vornherein als unglaubhaft zu qualifizieren. 

  
	
  Ferner ist fraglich, ob V.______
  im Zeitpunkt seiner Einvernahme (23. August 2016) bereits Kenntnis vom
  WhatsApp-Profilbild des Beschuldigten hatte bzw. mit diesem bereits einmal
  telefonierte. So konnte der Beschuldigte diese angeblichen Kontakte in
  zeitlicher Hinsicht nicht näher spezifizieren (vgl. v.a. U-act.
  Ordner 3, 12/1 S. 6 Frage 23). Der Mietbeginn in Bezug auf die
  in [...] an Z.______ vermietete Wohnung war sodann je nach Aussagen erst im
  Juli 2016 (so einmal der Beschuldigte sinngemäss) bzw. im August 2016
  (Aussage Z.______). Auch gab der Beschuldigte an, den Beschwerdeführer (Vater
  von V.______) (erst gerade) «seit August 2016» zu kennen und dessen
  Telefonnummer seit ca. September 2016 in seinem Telefon gespeichert zu haben
  (U-act. Ordner 1, I/225/10 f. Fragen 22 f. und 29). Umso
  unwahrscheinlicher erscheint es, dass er (Beschuldigter) bereits vor dem
  23. August 2016 mit V.______ Kontakt hatte.

  
	
   

  
	
  8.3 Der Beschuldigte macht
  alsdann hinsichtlich der bei X.______ sichergestellten Gegenstände eine
  Abweichung zwischen deren polizeilicher Schätzung und den Wertangaben der
  Familie [...] aus und stellt auf diese Weise die Glaubhaftigkeit der Aussagen
  von V.______ und W.______ in Frage (act. 11 Rz. 8). Dazu ist
  erstens anzumerken, dass mangels übereinstimmender Bezeichnungen der
  Wertsachen in den Listen der Polizei (U-act. Ordner 1, I/171 oben, I/217)
  respektive der Familie [...] (U-act. Ordner 1, I/208) nicht zweifelsfrei
  eruierbar ist, welche drei von der Familie [...] als gestohlen gemeldeten
  Wertsachen an sie retourniert wurden. Zweitens ist zu bedenken, dass es sich
  bei den Wertangaben sowohl auf Seite der Polizei als auch auf Seite der
  Familie [...] um Schätzungen handelt. Ferner ist auch die Diskrepanz zwischen
  der von V.______ und W.______ mehr als einen Monat nach dem Vorfall
  abgegebenen Schätzung der Grösse des zweiten Täters (180-185 cm) und der
  effektiven Körpergrösse des Beschuldigen, die in den Akten mit 191 cm
  beziffert wird (U-act. Ordner 1, I/225/4; so auch die Verteidigung in
  act. 11, S. 4 f., Rz. 7), nicht derart erheblich, dass die
  Aussagen derselben deswegen von vornherein als implausibel zu taxieren wären.
  Dies zumal im Übrigen deren Angaben (vgl. u.a. U-act. Ordner 1, I/199
  Fragen 5 f., I/204 Frage 9) zu den Fluchtrichtungen der beiden
  Täter mit den Wahrnehmungen der Polizei (U-act. Ordner 1, I/172) und den
  Aussagen von X.______ (U-act. Ordner 1, I/193 Frage 240) konsistent
  sind und auch mit dem Fundort der Werkzeuge übereinstimmen (U-act.
  Ordner 1, I/222 f.). 

  
	
   

  
	
  8.4 Demgegenüber weisen
  die Staatsanwaltschaft und der Beschuldigte zu Recht darauf hin (act. 2,
  S. 5 f., Rz. 3.4; act. 11, S. 3 f., Rz. 4 f.),
  dass es seltsam anmutet, wenn laut den (sinngemässen) Aussagen von V.______
  und W.______ der zweite Täter keine Sturmhaube getragen haben (U-act.
  Ordner 1, I/199 f. Fragen 6-15, I/203 f. Fragen 1-7)
  und auf der Flucht für einige Sekunden ausgerechnet unter einer
  Strassenlaterne stehend zu ihnen in Richtung Einbruchsobjekt zurückgeblickt
  haben soll (so V.______; vgl. E. III.7.3). Dies zumal der vor Ort verhaftete
  X.______ angab, der zweite Täter sei gleich ausgerüstet gewesen wie er, habe
  also ebenfalls eine Sturmhaube getragen (U-act. Ordner 1, I/192
  Fragen 233 f.), und die Staatsanwaltschaft dafürhält, es habe
  damals vollständige Dunkelheit geherrscht (act. 2, S. 5,
  Rz. 3.4). Andererseits machten V.______ und W.______ ihre Aussagen
  immerhin unter der Androhung, bei Falschaussage wegen falscher Anschuldigung
  (Art. 303 StGB), Irreführung der Rechtspflege (Art. 304 StGB)
  und/oder Begünstigung (Art. 305 StGB) bestraft zu werden (U-act.
  Ordner 1, I/198 oben, I/203 oben). Möglicherweise könnten sich aus Befragungen
  der involvierten Polizeibeamten [...] zusätzliche Erkenntnisse zur besseren
  Beurteilung der Glaubhaftigkeit der Aussagen von V.______ und W.______
  ergeben (Verhalten des zweiten Täters nach Verlassen des Hauses bzw. auf der
  Flucht [Sturmhaube aufgesetzt?, zwischenzeitlich angehalten?],
  Beleuchtungssituation vor Ort, u.ä.).

  
	
  Schliesslich kann auch eine
  Verwechslung zwischen dem Beschuldigten und seinem Bruder, U.______, aufgrund
  derer Ähnlichkeit (act. 30/2/5) nicht zum vornherein ausgeschlossen werden.
  Diesbezüglich könnte die Ermittlung des Standorts der Mobilfunkt-Endgeräte
  des Beschuldigten bzw. U.______ allenfalls Aufschluss über deren
  Aufenthaltsort zur Tatzeit (17. Juli 2016) geben.

  
	
   

  
	
  8.5 Bemerkenswert ist
  sodann der Umstand, dass zum einen X.______ erklärte, er und die beiden am
  hier interessierenden Einbruch Mitbeteiligten seien in einem BMW nach Glarus
  gereist (vgl. E. III.7.2.1 vorstehend), und zum anderen die Polizei im
  Auto des Beschuldigten einen BMW-Schlüssel fand (U-act. Ordner 1, I/070),
  zu dem Letzterer ausführte, der entsprechende BMW-Personenwagen gehöre seiner
  Ehefrau (vgl. E. III.7.5.1 vorstehend). Der Beschuldigte gab zudem zu
  Protokoll, ein weiterer sichergestellter Schlüssel (Mercedes A-Klasse) stamme
  von einem anderen Personenwagen, der ebenfalls seiner Ehefrau gehöre (U-act.
  Ordner 1, I/067 Frage 61). Angesichts der angespannten finanziellen
  Verhältnisse des Beschuldigten und dessen Ehefrau (vgl. z.B. U-act.
  Ordner 1, I/056 ff. Fragen 9-37, I/072 Fragen 2 f., I/114 Fragen 43
  ff.) erstaunt es doch, dass diese beiden Personen zusammen insgesamt drei
  Personenwagen (Peugeot, BMW, Mercedes A-Klasse – plus einen defekten Opel,
  vgl. U-act. Ordner 1, I/067 Frage 61) besitzt haben sollen.
  Wenngleich X.______ davon sprach, der BMW, mit dem er und die beiden
  Mitbeteiligten nach Glarus gefahren seien, habe St. Galler-Kennzeichen
  aufgewiesen, könnte es doch aufschlussreich sein, nähere Informationen zum
  Z.______ gehörenden BMW-Personenwagen und zu dessen Übereinstimmung mit den
  Beschreibungen von X.______ zum Fahrzeug, mit dem er und die weiteren
  Tatbeteiligten nach Netstal bzw. Glarus fuhren, zu erlangen. Dies, zumal
  X.______ ausdrücklich anfügte, er sei sich nicht sicher, ob es sich wirklich
  um St. Galler-Kontrollschilder gehandelt habe (vgl. U-act. Ordner 1,
  I/178 Frage 14).

  
	
   

  
	
  8.6 Zu relativieren ist
  die Erwägung der Staatsanwaltschaft, wonach der hier interessierende
  Einbruchdiebstahl in Netstal bezüglich Tatobjekt, Tatort, Art der Beute
  (Bargeld sowie allenfalls Reka-Checks versus Schmuck) und Vorgehensweise
  (Abklärungen in Google, Rekognoszierungen etc.) nicht zu den vom
  Beschuldigten eingestandenen Delikten passe (act. 2, S.4 f.,
  Rz. 3.2. f.; act. 14, S. 3, Rz. 5). Denn der
  Beschuldigte zeigte sich in der Untersuchung jeweils erst bzw. nur insoweit
  geständig, als die Beweislage gegen ihn erdrückend war (vgl. z.B. U-act.
  Ordner 1, I/098 ff., I/116 f. Frage 75, I/131 Fragen 2-5;
  U-act. Ordner 3, 12/1 Fragen 1 ff.). Ausserdem wurde er am
  4. Juli 2003 in Deutschland wegen eines am 13. Juli 2000 begangenen
  Wohnungseinbruchdiebstahls verurteilt (U-act. Ordner 3, 8/6 S. 6
  Ziff. 12). Insofern entspricht seine Aussage, nie in bewohnte
  Liegenschaften eingebrochen zu sein (vgl. E. III.7.5.1 vorstehend),
  nicht der Wahrheit. Ferner lässt sich auch Schmuck ohne allzu grossen Aufwand
  in Bargeld verwerten. Im Lichte all dieser Umstände ist also nicht
  auszuschliessen, dass der Beschuldigte zusätzlich zu den von ihm
  eingestandenen, im abgekürzten Verfahren abgeurteilten Delikten noch weitere
  Delikte, insbesondere einen Einbruch wie den hier zur Diskussion stehenden,
  beging. 

  
	
   

  
	
  8.7 Andererseits trifft es
  zu, dass der Beschuldigte nicht viel zu verlieren gehabt hätte, wenn er
  zusätzlich zu den soeben genannten Delikten auch den Diebstahl in Netstal
  zugegeben hätte (so die Staatsanwaltschaft in act. 2, S. 6,
  Rz. 3.5.). Nicht zu folgen ist hingegen der Staatsanwaltschaft insoweit
  sie in der angefochtenen Einstellungsverfügung erwägt (act. 2
  Rz. 3.2.), es sei nicht einzusehen, weshalb der Beschuldigte am
  17. Juli 2016 ausgerechnet im Kanton Glarus in ein Privathaus hätte
  einbrechen sollen. Wie aus den vorstehenden Ausführungen deutlich wird,
  bestände hierfür sehr wohl eine «Erklärung», indem ihm ungefähr im fraglichen
  Zeitraum via seine Ehefrau (Besichtigungen, Mietvertrag) zumindest die
  Adresse des Beschwerdeführers bekannt geworden sein könnte, da dieser als
  Vermieter der neuen Wohnung seiner Ehefrau in [...] auftrat. Aufgrund der für
  den Beschuldigten damals wohl ersichtlichen Stellung des Beschwerdeführers
  als Vermieter von Neubau-Wohnungen hätte jener zumindest annehmen können,
  dass es sich bei diesem um eine wohlhabende Person handelt, bei der sich ein
  Einbruchdiebstahl lohnen könnte. 

  
	
   

  8.8 Nach dem Gesagten
  stehen sich Indizien und Gegenindizien sowie gegensätzliche Aussagen
  verschiedener Personen gegenüber, hinsichtlich derer sich nicht leichthin
  sagen lässt, welche davon zum vornherein glaubhafter oder weniger glaubhaft
  sind. Zudem erscheinen punktuelle zusätzliche Sachverhaltsabklärungen (z.B.
  betreffend Maskierung der Täter, Fluchtverhalten des zweiten Täters,
  Strassenbeleuchtung, Personenwagen von Z.______ und Ermittlung der Standorte
  der Mobilfunk-Endgeräte des Beschuldigten bzw. U.______ zum Tatzeitpunkt) als
  möglicherweise erkenntnisbringend. Angesichts dieser Beweislage ist eine
  Rückweisung an die Staatsanwaltschaft zur Weiterführung der Strafuntersuchung
  und – je nach Ergebnis allfälliger weiterer Abklärungen – gegebenenfalls eine
  Beweiswürdigung durch das Sachgericht angezeigt.

  
	
   

  
	
  9. Zusammenfassend liegt
  keine klare Straflosigkeit des Beschuldigten vor, sondern ist die Beweislage
  in Bezug auf die Strafbarkeit desselben zumindest zweifelhaft. Eine
  Verurteilung des Beschuldigten in Bezug auf den hier interessierenden
  Einbruch in Netstal ist nicht zum vornherein unwahrscheinlich. Es drängt sich
  damit unter Berücksichtigung des Grundsatzes «in dubio pro duriore» auf, dass
  die Staatsanwaltschaft erforderlichenfalls weitere Beweise unter anderem im
  dargelegten Sinne erhebt und hernach entweder Anklage erhebt, um die Sache
  dem zur materiellen Beurteilung zuständigen Gericht vorzulegen, oder eine
  (erneute) Einstellungsverfügung erlässt. In Gutheissung der Beschwerde ist
  demnach die angefochtene Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft vom
  6. November 2018 (act. 2) aufzuheben. 

  
	
   

  
	
   

  
	
  IV.

  
	
  1. Die Regelung der
  Kosten- und Entschädigungsfolgen hat im Endentscheid zu erfolgen
  (Art. 421 Abs. 1 StPO; Art. 135 Abs. 2 StPO). 

  
	
   

  
	
  2. Die Gerichtsgebühr für
  das Beschwerdeverfahren ist zuhanden der das Strafverfahren abschliessenden
  Strafbehörde in Beachtung der Bemessungskriterien der Art. 6 und Art. 8
  Abs. 2 lit. b der Zivil- und Strafprozesskostenverordnung (GS III
  A/5) auf CHF 800.— festzusetzen. 

  
	
   

  
	
  3. Dem
  Beschwerdeführer ist der von ihm für das Beschwerdeverfahren geleistete
  Kostenvorschuss von CHF 600.— (act. 4) zurückzuerstatten.

  
	
  ____________________

  
	
   

  Das
  Gericht beschliesst:

  
	
   

  
	
  	
    1.

    	
    In Gutheissung der Beschwerde
    wird die Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft des Kantons Glarus
    vom 6. November 2018 im Verfahren SA.2016.00422 vollumfänglich aufgehoben
    und die Sache wird zur weiteren Veranlassung im Sinne der Erwägungen an die
    Staatsanwaltschaft zurückgewiesen.

    
	
     

    	
     

    
	
    2.

    	
    Die Gerichtsgebühr wird auf
    CHF 800.— festgesetzt.

    
	
     

    	
     

    
	
    3.

    	
    Die Regelung der Kostenauflage
    und allfälliger Entschädigungen wird dem Endentscheid vorbehalten.

    
	
     

    	
     

    
	
    4.

    	
    Dem Beschwerdeführer wird der
    von ihm für das Beschwerdeverfahren geleistete Kostenvorschuss von
    CHF 600.— zurückerstattet.

    
	
     

    	
     

    
	
    5.

    	
    Schriftliche Mitteilung an:

    
	
     

    	
    [...]