# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d520aa83-bacb-55ac-9b86-9e4046fc726e
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-03-13
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Verwaltungsgericht 13.03.2025 WPR.2025.26
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_006_WPR-2025-26_2025-03-13.pdf

## Full Text

Verwaltungsgericht 

2. Kammer 

 

WPR.2025.26 / lm  
ZEMIS [***]; N [***]   

 

 

Urteil vom 13. März 2025 
 
 

Besetzung  Verwaltungsrichterin Haller, Vorsitz  

Gerichtsschreiber i.V. Manz    

 

 
   

Gesuchsteller   Amt für Migration und Integration Kanton Aargau,  

Sektion Asyl und Rückkehr, Bahnhofstrasse 88, 5001 Aarau   

vertreten durch lic. iur. Thomas Hefti, Bahnhofstrasse 88, 5001 Aarau    

 

 
   

Gesuchsgegner   A._____, von Algerien,  

alias B._____, von Algerien 

z.Zt. im Zentrum für ausländerrechtliche Administrativhaft, 8058 Zürich   

amtlich vertreten durch lic. iur. Martin Leiser, Rechtsanwalt, 

Bahnhofstrasse 24, 5000 Aarau    

 

 
   

Gegenstand  Ausschaffungshaft gestützt auf Art. 76 AIG / Haftüberprüfung 

 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Die Einzelrichterin entnimmt den Akten: 

 

A. 

Der Gesuchsgegner verliess eigenen Angaben zufolge im Jahr 2018 

Algerien in Richtung Türkei (Akten des Amtes für Migration und Integration 

[MI-act.] 16). Am 11. Mai 2021 wurden die Fingerabdrücke des 

Gesuchsgegners von den deutschen Behörden in Düsseldorf 

abgenommen, wo er offenbar ein Asylgesuch gestellt hatte (MI-act. 45 f.).  

 

Am 27. Juni 2022 wurde der Gesuchsgegner in der Schweiz wegen 

rechtswidriger Einreise festgenommen (MI-act. 2, 28) und mit Strafbefehl 

der Staatsanwaltschaft des Kantons Genf vom 28. Juni 2022 wegen 

illegalen Aufenthalts und einfachen Diebstahls zu einer Geldstrafe von 

60 Tagessätzen à Fr. 10.00 verurteilt (MI-act. 28). 

 

Am 9. Oktober 2022 reichte der Gesuchsgegner in der Schweiz ein 

Asylgesuch ein (MI-act. 2). Nachdem das Staatssekretariat für Migration 

(SEM) mehrfach erfolglos bei den deutschen Behörden ein Übernahme-

ersuchen im Rahmen des Dublin-Verfahrens stellte (MI-act. 43 ff., 47 f., 

49 f., 51 f.), wurde der Gesuchsgegner am 7. Februar 2023 durch das SEM 

angehört (MI-act. 14 ff.). Mit Entscheid vom 17. Februar 2023 trat das SEM 

auf das Asylgesuch des Gesuchsgegners nicht ein und wies ihn 

gleichentags aus der Schweiz und dem Schengen-Raum weg (MI-

act. 1 ff.). Dieser Entscheid trat am 28. Februar 2023 in Rechtskraft (MI-

act. 25).  

 

Nachdem der Gesuchsgegner am 11. November 2022 das Bundesasyl-

zentrum Basel verliess und als unbekannten Aufenthalt galt (MI-act. 2, 30), 

wurde er am 13. November 2022 wegen Verdachts auf Hausfriedensbruch 

und einfachen Diebstahls festgenommen und in Untersuchungshaft 

versetzt (MI-act. 28, 30, 68).  

 

In der Folge verurteilte ihn das Bezirksgericht Lenzburg mit Urteil vom 

23. November 2023 wegen gewerbs- und bandenmässigen Diebstahls, 

mehrfachen Hausfriedensbruchs und Widerhandlung gegen das 

Waffengesetz zu einer Freiheitsstrafe von 24 Monaten. Zudem wurde er 

gestützt auf Art. 66a des Schweizerischen Strafgesetzbuchs vom 

21. Dezember 1937 (StGB; SR 311.0) für die Dauer von zehn Jahren des 

Landes verwiesen (MI-act. 108 ff.). Das Urteil ist offenbar unangefochten 

in Rechtskraft erwachsen (MI-act. 124). 

 

Während des Strafvollzugs führte das Amt für Migration und Integration 

Kanton Aargau (MIKA) mit dem Gesuchsgegner zwei Ausreisegespräche 

und war mit ihm regelmässig betreffend Papierbeschaffung in Kontakt (MI-

act. 82 ff., 134 ff.). Der Gesuchsgegner wechselte dabei wiederholt seine 

 - 3 - 

 

 

Bereitschaft, bei der Papierbeschaffung mitzuwirken (MI-act. 155, 157, 

160, 164, 169).  

 

Nachdem das SEM am 23. Juni 2023 die Identifizierung des Gesuchs-

gegners bei den algerischen Behörden beantragt hatte (MI-act. 88 f.), 

wurde dieser letztendlich am 14. Mai 2024 als algerischer Staatsange-

höriger identifiziert (MI-act. 165 f.).  

 

B. 

Im Rahmen der Befragung durch das MIKA wurde dem Gesuchsgegner am 

5. März 2025 das rechtliche Gehör betreffend die Anordnung einer 

Ausschaffungshaft auf den Zeitpunkt der Entlassung aus dem Strafvollzug 

gewährt (MI-act. 190 ff.). Der Gesuchsgegner gab dabei an, nicht freiwillig 

nach Algerien zurückzukehren, er habe keinen Pass und es gäbe keine 

Möglichkeit, ihn auszuschaffen (MI-act. 191). Im Anschluss an die 

Befragung wurde dem Gesuchsgegner die Anordnung der Ausschaffungs-

haft wie folgt eröffnet (act. 1): 

 

1. 
Es wird eine Ausschaffungshaft angeordnet. 
 
2. 
Die Haft beginnt per Strafende, voraussichtlich am 13. März 2025, 
08.00 Uhr. Sie wird in Anwendung von Art. 76 AIG für drei Monate bis zum 
12. Juni 2025, 12.00 Uhr, angeordnet. 
 
3. 
Die Haft wird im Gefängnis Bässlergut Basel oder im Zentrum für 
ausländerrechtliche Administrativhaft Zürich (ZAA) vollzogen. Soweit für 
die Befragung oder die Durchführung einer Haftverhandlung zwingend, 
erfolgt die Inhaftierung für die notwendige Dauer im Bezirksgefängnis 
Aarau.  

 

C. 

Anlässlich der heutigen Verhandlung vor der Einzelrichterin des 

Verwaltungsgerichts wurden der Gesuchsteller und der Gesuchsgegner 

befragt. 

 

D. 

Der Gesuchsteller beantragte die Bestätigung der Haftanordnung 

(Protokoll S. 3, act. 29). 

 

Der Gesuchsgegner liess folgenden Antrag stellen (Protokoll S. 3, act. 29): 

 

1. 
Die mit Verfügung vom 05.03.2025 des Amts für Migration und Integration 
(MIKA) angeordnete Ausschaffungshaft nach Art. 76 AIG für drei Monate 
sei nicht zu bestätigen.  

 

 - 4 - 

 

 

 
   

Die Einzelrichterin zieht in Erwägung: 

 

I. 

1. 

Das angerufene Gericht überprüft die Rechtmässigkeit und Angemessen-

heit einer durch das MIKA angeordneten Ausschaffungshaft aufgrund einer 

mündlichen Verhandlung spätestens nach 96 Stunden (Art. 80 Abs. 2 des 

Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer und über die 

Integration vom 16. Dezember 2005 [Ausländer- und Integrationsgesetz, 

AIG; SR 142.20], § 6 des Einführungsgesetzes zum Ausländerrecht vom 

25. November 2008 [EGAR; SAR 122.600]). Die Haftüberprüfungsfrist 

beginnt mit der ausländerrechtlich motivierten Anhaltung der betroffenen 

Person zu laufen (vgl. BGE 127 II 174, Erw. 2. b/aa). 

 

2. 

Im vorliegenden Fall wurde der Gesuchsgegner am 13. März 2025, 

8.00 Uhr, aus dem Strafvollzug entlassen (MI-act. 200). Die mündliche 

Verhandlung begann am 13. März 2025, 14.30 Uhr; das Urteil wurde um 

15.10 Uhr eröffnet. Die richterliche Haftüberprüfung erfolgte somit 

innerhalb der Frist von 96 Stunden. 

 

II. 

1. 

Wurde ein erstinstanzlicher Weg- oder Ausweisungsentscheid eröffnet 

oder wurde die betroffene Person mit einer erstinstanzlichen Landesver-

weisung belegt, kann die zuständige kantonale Behörde die betroffene 

Person zur Sicherstellung des Vollzugs in Haft nehmen (Art. 76 AIG). 

 

Zuständige kantonale Behörde im Sinne von Art. 76 Abs. 1 AIG ist gemäss 

§ 13 Abs. 1 EGAR sowie § 89 der Verordnung über den Vollzug von 

Strafen und Massnahmen vom 23. September 2020 (Strafvollzugs-

verordnung, SMV; SAR 253.112) das MIKA. Im vorliegenden Fall wurde die 

Haftanordnung durch das MIKA und damit durch die zuständige Behörde 

erlassen (act. 1 ff.). 

 

2. 

2.1. 

Das MIKA begründet seine Haftanordnung damit, dass es den 

Gesuchsgegner aus der Schweiz ausschaffen und mit der Haft den Vollzug 

sicherstellen wolle. Der Haftzweck ist damit erstellt. 

 

2.2. 

Der Haftrichter hat sich im Rahmen der Prüfung, ob die Ausschaffungshaft 

rechtmässig ist, Gewissheit darüber zu verschaffen, ob ein erstinstanzlicher 

 - 5 - 

 

 

Weg- oder Ausweisungsentscheid eröffnet oder eine erstinstanzliche 

Landesverweisung ausgesprochen wurde (Art. 76 Abs. 1 AIG).  

 

Das SEM wies den Gesuchsgegner mit mittlerweile rechtskräftigem 

Entscheid vom 17. Februar 2023 aus der Schweiz weg (MI-act. 1 ff.). 

Zudem wurde der Gesuchsgegner mit rechtskräftigem Urteil des 

Bezirksgerichts Lenzburg vom 23. November 2023 für zehn Jahre des 

Landes verwiesen (MI-act. 108 ff.). Damit liegt nicht nur eine 

erstinstanzliche, sondern sogar eine rechtskräftige Landesverweisung 

sowie ein rechtskräftiger Wegweisungsentscheid vor. Die Voraussetzung 

von Art. 76 Abs. 1 AIG ist damit erfüllt. 

 

2.3. 

Gemäss Art. 80 Abs. 6 lit. a AIG ist die Haft zu beenden, wenn sich erweist, 

dass der Vollzug der Wegweisung aus rechtlichen oder tatsächlichen 

Gründen undurchführbar ist. 

 

Der Vertreter des Gesuchsgegners bringt vor, der Gesuchsgegner weigere 

sich kategorisch nach Algerien zurückzukehren. Des Weiteren seien 

Sonderflüge nach Algerien derzeit nicht möglich. Der zwangsweise Vollzug 

der Wegweisung gegen den Willen des Gesuchsgegners liesse sich 

deshalb aus tatsächlichen Gründen in absehbarer Zeit nicht realisieren, 

weshalb die Ausschaffungshaft mit Verweis auf die bundesgerichtliche 

Rechtsprechung unzulässig sei (act. 32). Diesbezüglich gilt festzuhalten, 

dass das MIKA bislang noch keinen Ausschaffungsversuch unternommen 

hat. Vor einem allfälligen Sonderflug wäre zunächst eine Ausschaffung im 

Rahmen eines unbegleiteten Fluges (DEPU) und im Anschluss ein 

begleiteter Flug (DEPA) zu organisieren. Entgegen der Auffassung des 

Vertreters des Gesuchsgegners sind ausserdem gemäss Informationen 

des SEM Sonderflüge nach Algerien möglich (Protokoll S. 3, act. 29). 

Dementsprechend stehen noch sämtliche Vollzugsstufen offen, weshalb 

zum aktuellen Zeitpunkt nicht von einer tatsächlichen Unmöglichkeit des 

Wegweisungsvollzugs auszugehen ist.  

 

Weitere Anzeichen, die an der Ausschaffungsmöglichkeit in rechtlicher 

oder tatsächlicher Hinsicht Zweifel aufkommen lassen würden, sind 

ebenfalls keine ersichtlich.  

 

3. 

3.1. 

Das MIKA stützt seine Haftanordnung auf Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 AIG, 

wonach ein Haftgrund dann vorliegt, wenn konkrete Anzeichen befürchten 

lassen, dass sich die betroffene Person der Ausschaffung entziehen will, 

insbesondere, weil sie der Mitwirkungspflicht nach Art. 90 AIG und Art. 8 

Abs. 1 lit. a oder Abs. 4 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, 

SR 142.31) nicht nachkommt. Ob im Sinne dieser Gesetzesbestimmung 

 - 6 - 

 

 

konkrete Anzeichen befürchten lassen, dass sich eine Person der 

Ausschaffung entziehen will, ist aufgrund des ganzen bisherigen 

Verhaltens, insbesondere auch gegenüber den Behörden, sowie ihrer 

eigenen Aussagen zu beurteilen. Auch wenn einzelne Fakten für sich eine 

Ausschaffungshaft nicht rechtfertigen, kann dies aufgrund der Gesamtheit 

der Vorkommnisse der Fall sein. Erforderlich sind gewichtige 

Anhaltspunkte dafür, dass die betroffene Person sich der Ausschaffung 

entziehen und untertauchen will. Die blosse Vermutung, dass sie sich der 

Wegweisung entziehen könnte, genügt nicht; deren Vollzug muss erheblich 

gefährdet erscheinen (vgl. BGE 129 I 139, Erw. 4.2.1).  

 

Von einer Untertauchensgefahr und damit von einem Haftgrund ist zudem 

auch dann auszugehen, wenn das bisherige Verhalten der betroffenen 

Person darauf schliessen lässt, dass sie sich behördlichen Anordnungen 

widersetzt (Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 4 AIG).  

 

Eine klare Trennung der beiden genannten Haftgründe ist in der Praxis 

kaum möglich. Vielmehr ist Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 4 AIG wohl als 

Präzisierung von Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 AIG zu verstehen, womit die 

beiden Bestimmungen als einheitlicher Haftgrund zu betrachten sind (vgl. 

ANDREAS ZÜND, in: MARC SPESCHA/ANDREAS ZÜND/PETER 

BOLZLI/CONSTANTIN HRUSCHKA/FANNY DE WECK [Hrsg.], Kommentar 

Migrationsrecht, 5. Aufl., Zürich 2019, N. 7 zu Art. 76 AIG; JANINE SERT, in: 

MARTINA CARONI/DANIELA THURNHERR [Hrsg.], Stämpflis Handkommentar 

zum Ausländer- und Integrationsgesetz [AIG], 2. Aufl., Bern 2024, N. 17 zu 

Art. 76). 

 

Der Gesuchsgegner ist aufgrund des rechtskräftigen Wegweisungs-

entscheids des SEM (MI-act. 1 ff.) sowie aufgrund der rechtskräftigen 

Landesverweisung gemäss Art. 66a StGB (MI-act. 108 ff.) verpflichtet, die 

Schweiz auf legalem Weg zu verlassen. Dennoch gab der Gesuchsgegner 

wiederholt an, er wolle nicht in sein Heimatland zurückkehren, sondern 

nach Frankreich ausreisen (MI-act. 82, 190, Protokoll S. 3, act. 29). Auch 

anlässlich der heutigen Verhandlung vor der Einzelrichterin des 

Verwaltungsgerichts konnte der Gesuchsgegner keine gültigen Papiere 

bzw. eine Aufenthaltsbewilligung vorlegen, die ihm eine legale Ausreise 

nach Frankreich ermöglichen würden (vgl. MI-act. 190, Protokoll S. 3, 

act. 29). Obwohl der Gesuchsgegner gesetzlich verpflichtet ist, bei der 

Beschaffung von Reisepapieren mitzuwirken (Art. 90 AIG und Art. 8 Abs. 4 

AsylG), machte er seine Mitwirkung bei der Papierbeschaffung sowie seine 

Reisewilligkeit durchgehend von der Zusicherung eines erheblichen 

Reisegelds abhängig (MI-act. 135, 152, 157). Auch nachdem ihm die 

hiesigen Behörden ein solches Reisegeld in Aussicht gestellt hatten, 

änderte der Gesuchsgegner indes wiederholt seine Meinung und weigerte 

sich bei der Papierbeschaffung mitzuwirken (MI-act. 155, 157). Auch 

anlässlich der heutigen Verhandlung vor der Einzelrichterin des Verwal-

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tungsgerichts weigerte sich der Gesuchsgegner auszusagen, wo seine 

Eltern wohnen und wo er geboren wurde (Protokoll S. 3, act. 29). Er gab 

zudem eine andere Identität zu Protokoll als diejenige, die von den 

algerischen Behörden bestätigt wurde (Protokoll S. 2, act. 28, MI-act. 166). 

Während er sich anlässlich des rechtlichen Gehörs mit dem MIKA vom 

5. März 2025 anscheinend noch als Algerier identifizierte und angab, keiner 

wolle "uns" Algerier (MI-act. 191), gab er anlässlich der heutigen 

Verhandlung zu Protokoll, er würde die algerische Staatsangehörigkeit 

nicht anerkennen (Protokoll S. 2, act. 28). Damit bekräftigte der 

Gesuchsgegner sein renitentes Verhalten gegenüber den hiesigen 

Behörden. In dieser stetigen Weigerung zu kooperieren und seiner 

Ausreisepflicht nachzukommen, ist ein klares Anzeichen dafür zu 

erkennen, dass sich der Gesuchsgegner der Ausschaffung entziehen will 

(vgl. BGE 130 II 377, Erw. 3.2.2).  

 

Damit ist der Haftgrund von Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 und 4 AIG erfüllt. 

 

3.2. 

Weiter stützt das MIKA seine Haftanordnung auf Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 1 

i.V.m. Art. 75 Abs. 1 lit. h AIG, wonach eine Person in Haft genommen 

werden kann, wenn sie wegen eines Verbrechens verurteilt worden ist. Ver-

brechen sind gemäss Art. 10 Abs. 2 StGB Taten, die mit einer Freiheits-

strafe von mehr als drei Jahren bedroht sind. Für den Haftgrund nach 

Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 1 i.V.m. Art. 75 Abs. 1 lit. h AIG ist erforderlich, dass 

eine rechtskräftige Verurteilung vorliegt (Zünd, a.a.O., N. 12 zu Art. 75 

AIG). 

 

Gemäss konstanter bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist keine Prog-

nose darüber erforderlich, ob sich der Ausländer dem Vollzug der Weg-

weisung tatsächlich entziehen wird. Vielmehr besteht aufgrund der 

schweren Straffälligkeit eine gesetzliche Vermutung, dass sich eine wegen 

eines Verbrechens verurteilte Person behördlichen Anordnungen wider-

setzen und versuchen wird, sich der Ausschaffung zu entziehen (Urteile 

des Bundesgerichts 2C_455/2009 vom 5. August 2009, Erw. 2.1 und 

2C_312/2018 vom 11. Mai 2018, Erw. 3.2). 

 

Das Bezirksgericht Lenzburg hat den Gesuchsgegner mit Urteil vom 

23. November 2023 unter anderem wegen gewerbs- und bandenmässigen 

Diebstahls nach Art. 139 Ziff. 1, 2 und 3 StGB (in der damals geltenden 

Fassung) rechtskräftig verurteilt (MI-act. 108 ff.). Nach der damals 

geltenden Fassung von Art. 139 Ziff.  2 und 3 StGB war die Höchststrafe 

für gewerbsmässigen Diebstahl Freiheitsstrafe bis zu zehn Jahren oder 

Geldstrafe nicht unter 90 Tagessätzen bzw. für bandenmässigen Diebstahl 

Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren, weshalb diese 

beiden Straftatbestände ein Verbrechen nach Art. 10 Abs. 2 StGB 

darstellen. 

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Liegt ein Haftgrund vor, weil die betroffene Person wegen eines Verbre-

chens verurteilt wurde, kann sich die Anordnung einer Haft allenfalls dann 

als nicht notwendig und damit unverhältnismässig erweisen, wenn sich die 

betroffene Person proaktiv um eine Rückkehr in ihr Heimatland bemüht und 

so ihre Ausreisebereitschaft untermauert. Ein derartiges Verhalten ist beim 

Gesuchsgegner jedoch nicht erkennbar. 

 

Somit ist der Haftgrund von Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 1 i.V.m. Art. 75 Abs. 1 

lit. h AIG ebenfalls erfüllt. 

 

3.3. 

Zusammenfassend steht fest, dass die Haftgründe gemäss Art. 76 Abs. 1 

lit. b Ziff. 3 und Ziff. 4 AIG (Untertauchensgefahr) sowie gemäss Art. 76 

Abs. 1 lit. b Ziff. 1 i.V.m. Art. 75 Abs. 1 lit. h AIG (Verurteilung wegen eines 

Verbrechens) erfüllt sind.  

 

4. 

Da sich der Gesuchsgegner bis zur heutigen Verhandlung noch im 

Strafvollzug befand, erübrigen sich Ausführungen zu den Haftbeding-

ungen. 

 

5. 

Es liegen auch keine Anzeichen dafür vor, dass das MIKA dem 

Beschleunigungsgebot (Art. 76 Abs. 4 AIG) nicht ausreichend Beachtung 

geschenkt hätte. 

 

6. 

Das MIKA ordnete die Ausschaffungshaft für drei Monate an. Nachdem der 

Vollzug der Rückführung massgeblich vom Verhalten des Gesuchsgegners 

abhängig ist und es diesbezüglich zu Verzögerungen kommen kann, ist die 

beantragte Haftdauer nicht zu beanstanden. Im Übrigen ist festzuhalten, 

dass das MIKA bisher stets bemüht war, Ausschaffungen so rasch wie 

möglich zu vollziehen. Sollte das MIKA entgegen seiner bisherigen 

Gewohnheit das Beschleunigungsgebot verletzen, besteht die Möglichkeit, 

ein Haftentlassungsgesuch zu stellen.  

 

7. 

Abschliessend stellt sich die Frage, ob die Haftanordnung deshalb nicht zu 

bestätigen sei, weil sie im konkreten Fall gegen das Prinzip der 

Verhältnismässigkeit verstossen würde. Eine mildere Massnahme zur 

Sicherstellung des Vollzugs der Wegweisung ist nicht ersichtlich. Bezüglich 

der familiären Verhältnisse ergeben sich keine Anhaltspunkte, welche 

gegen eine Haftanordnung sprechen würden. Der Gesuchsgegner hat 

Probleme mit seinem linken Kniegelenk und will sich deshalb in Frankreich 

einer Operation unterziehen (Protokoll S. 3, act. 29). Es bestehen jedoch 

 - 9 - 

 

 

keine Anzeichen, wonach die gesundheitlichen Probleme eine 

Hafterstehungsfähigkeit in Frage stellen würden. Des Weiteren ist gemäss 

Aussagen des Vertreters des MIKA vorgesehen, dass sich der 

Gesuchsgegner schnellstmöglich von einem Orthopäden untersuchen 

lassen kann (Protokoll S. 4, act. 30). Insgesamt sind damit keinerlei Gründe 

ersichtlich, welche die angeordnete Haft als unverhältnismässig erscheinen 

liessen. 

 

III. 

1. 

Gemäss § 28 Abs. 1 EGAR ist das Verfahren betreffend Haftüberprüfung 

unentgeltlich. Demgemäss werden keine Kosten erhoben. 

 

2. 

Dem Gesuchsgegner ist gemäss § 27 Abs. 2 EGAR zwingend ein amtlicher 

Rechtsvertreter zu bestellen, da der Gesuchsteller eine Haft für eine Dauer 

von mehr als 30 Tagen anordnete. Der Vertreter des Gesuchsgegners wird 

aufgefordert, nach Haftentlassung des Gesuchsgegners seine Kostennote 

einzureichen. 

 

IV. 

1. 

Der Gesuchsgegner wird darauf hingewiesen, dass ein Haftentlassungs-

gesuch frühestens einen Monat nach Haftüberprüfung gestellt werden 

kann (Art. 80 Abs. 5 AIG) und beim MIKA einzureichen ist (§ 15 Abs. 1 

EGAR). 

 

2. 

Soll die Haft gegebenenfalls verlängert werden, ist nicht zwingend eine 

Verhandlung mit Parteibefragung durchzuführen (Aargauische Gerichts- 

und Verwaltungsentscheide [AGVE] 2009, S. 359 Erw. I/4.3 ff.). Im 

Rahmen der Befragung zwecks Gewährung des rechtlichen Gehörs hat 

das MIKA dem Gesuchsgegner daher die Frage zu unterbreiten, ob er die 

Durchführung einer mündlichen Verhandlung wünscht und ob er in diesem 

Fall eine Präsenzverhandlung verlangt oder mit einer Videotelefonie-

Verhandlung einverstanden ist (Urteil des Bundesgerichts 2C_846/2021 

vom 19. November 2021). Die Anordnung einer allfälligen Haftver-

längerung ist dem Verwaltungsgericht spätestens acht Arbeitstage vor 

Ablauf der bewilligten Haft einzureichen. 

 

3. 

Der vorliegende Entscheid wurde den Parteien zusammen mit einer kurzen 

Begründung anlässlich der heutigen Verhandlung mündlich eröffnet. Das 

Dispositiv wurde den Parteien ausgehändigt. 

 

  

 - 10 - 

 

 

 
   

Die Einzelrichterin erkennt: 

 

1. 

Die am 5. März 2025 per 13. März 2025 angeordnete Ausschaffungshaft 

wird bis zum 12. Juni 2025, 12.00 Uhr, bestätigt. 

 

2. 

Die Haft ist im Zentrum für ausländerrechtliche Administrativhaft Zürich 

oder im Gefängnis Bässlergut Basel zu vollziehen. Für die Dauer der 

Befragung oder die Durchführung einer Haftverhandlung kann die 

Inhaftierung, soweit zwingend notwendig, im Bezirksgefängnis Aarau 

erfolgen. 

 

3. 

Es werden keine Kosten auferlegt. 

 

4. 

Als amtlicher Rechtsvertreter wird lic. iur. Martin Leiser, Rechtsanwalt, 

Aarau, bestätigt. Der Rechtsvertreter wird aufgefordert, nach 

Haftentlassung des Gesuchsgegners seine detaillierte Kostennote 

einzureichen. 

 

 
   

Zustellung an: 

den Gesuchsgegner (Vertreter, im Doppel) 

das MIKA (mit Rückschein) 

das Staatssekretariat für Migration, 3003 Bern 

 

 
   

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Dieser Entscheid kann wegen Verletzung von Bundesrecht, Völkerrecht, 

kantonalen verfassungsmässigen Rechten sowie interkantonalem Recht 

innert 30 Tagen seit der Zustellung mit Beschwerde in öffentlich-

rechtlichen Angelegenheiten beim Schweizerischen Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14, angefochten werden. Die unterzeichnete Beschwerde 

muss das Begehren, wie der Entscheid zu ändern sei, sowie in gedrängter 

Form die Begründung, inwiefern der angefochtene Akt Recht verletzt, mit 

Angabe der Beweismittel enthalten. Der angefochtene Entscheid und als 

Beweismittel angerufene Urkunden sind beizulegen (Art. 82 ff. des 

Bundesgesetzes über das Bundesgericht [Bundesgerichtsgesetz; BGG; 

SR 173.110] vom 17. Juni 2005). 

 

 

 - 11 - 

 

 

   

Aarau, 13. März 2025 

 

Verwaltungsgericht des Kantons Aargau 

2. Kammer 

Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber i.V.: 

 

i.V. 

 

Haller Manz