# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4bcd2945-18c2-54d0-88e5-9c32c3aeffef
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-12-19
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 19.12.2008 C-3014/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-3014-2006_2008-12-19.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-3014/2006/frj/fas
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 9 .  D e z e m b e r  2 0 0 8

Richter Johannes Frölicher (Vorsitz), 
Richterin Franziska Schneider, 
Richter Michael Peterli, 
Gerichtsschreiberin Susanne Fankhauser.

B._______, 
vertreten durch Rechtsanwalt Franklin Sedaj, 
Rr. UÇK Nr. 6 (Fah. Post. 7), XZ-10010 Prishtinë,
Beschwerdeführer,

gegen

IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,
avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100, 
1211 Genf 2,
Vorinstanz.

Invalidenrente.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-3014/2006

Sachverhalt:

A.
Der 1966 in Kosovo geborene B._______ war von 1987 bis 1994 mit 
Unterbrüchen in der Schweiz erwerbstätig (als Sommelier, Garçon de 
cuisine)  und  zweitweise  bei  der  schweizerischen  Alters-,  Hinter-
lassenen-  und  Invalidenversicherung  (AHV/IV)  versichert  gewesen. 
Nach  einer  Diskushernien-Operation  im  Dezember  1994  meldete  er 
sich am 6. Dezember 1995 unter Hinweis auf seine Rückenbeschwer-
den bei  der  Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (IV-Akt. 1 
ff.). Mit  Verfügung vom 11. April  1997 sprach ihm die IV-Stelle Wallis 
für die Zeit vom 1. Oktober 1995 bis 28. Februar 1996 eine befristete 
Invalidenrente  zu  und  verneinte  einen  weiterdauernden  Rentenan-
spruch sowie einen Anspruch auf berufliche Massnahmen (IV-Akt. 82). 
Mit  Urteil  vom  6. März  1998  wies  das  Versicherungsgericht  des 
Kantons Wallis eine dagegen erhobene Beschwerde ab (IV-Akt. 111). 
Am 11. Juni 2006 überwies die IV-Stelle Wallis die Akten der IV-Stelle 
für Versicherte im Ausland (nachfolgend: IV-Stelle IVSTA), weil der Ver-
sicherte wieder in sein Heimatland zurück gekehrt war (IV-Akt. 174).

B.
Mit  Datum vom 11. Mai  bzw. 24. August  2001 (Eingang bei  IV-Stelle 
IVSTA am 29. August 2001) meldete sich  B._______, vertreten durch 
Rechtsanwalt Franklin Sedaj, Pristina,  erneut zum Leistungsbezug an 
(IV-Akt. 173  und  178)  und  reichte  verschiedene  medizinische  Kurz-
atteste ein.

Zur  Abklärung des  medizinischen  Sachverhalts  holte  die  Verwaltung 
zunächst  im  Heimatland  bei  Dr. A._______,  Neurochirurg,  und  bei 
Dr. C._______,  Neuropsychiater,  einen  Arztbericht  ein  (beide  datiert 
vom  15. August  2001,  IV-Akt. 201,  203).  Weiter  erhielt  sie  den 
Austrittsbericht  des  Spitals  D._______  betreffend  die  Hospitalisation 
vom 15. Juni  bis  12. Juli 2000  (IV-Akt. 206).  Daraufhin  legte  sie  das 
Dossier ihrem medizinischen Dienst vor, welcher eine Begutachtung in 
der  Schweiz  empfahl  (IV-Akt. 209).  Die  für  den  8. Juli  2002 
angeordnete  Begutachtung  konnte  nicht  durchgeführt  werden,  weil 
dem  Versicherten  die  Einreisebewilligung  verweigert  wurde  (IV-
Akt. 218  ff.  und  240).  Erst  nach  einigen  Bemühungen  der  IV-Stelle 
konnte der Versicherte im Rahmen eines stationären Aufenthalts vom 
9. bis 11. Mai 2005 in der Klinik E._______ begutachtet werden. Das 
polydisziplinäre  Gutachten  wurde  von  Dr. F._______,  Facharzt 

Seite 2

C-3014/2006

Rheumatologie,  am  16. Mai  2005  erstattet  und  enthält  ein 
psychiatrisches  Teilgutachten  von  Dr. G._______,  Fachärztin 
Psychiatrie,  ein  neurologisches  Teilgutachten  von  Dr. H._______, 
Facharzt  Neurologie,  sowie  einen  Bericht  über  die  Evaluation  der 
funktionellen  Leistungsfähigkeit  von  I._______,  Physiotherapeut  (IV-
Akt. 306-310). 

Nachdem die Verwaltung eine weitere Stellungnahme ihres medizini-
schen  Dienstes  eingeholt  hatte  (Bericht  von  Dr. J._______  vom 
5. August  2005,  IV-Akt. 313),  wies  sie  das  Leistungsbegehren  mit 
Verfügung vom 18. August 2005 ab (IV-Akt. 314). Mit Einsprache vom 
23. September  2005  liess  der  Versicherte  die  Ausrichtung  einer 
Invalidenrente  von mindestens  50 % beantragen und reichte  weitere 
medizinische  Berichte  ein  (IV-Akt. 319).  Die  Verwaltung  legte  das 
Dossier  erneut  ihrem  medizinischen  Dienst  vor  (Bericht  von 
Dr. K._______  vom  19. September  2006)  und  wies  daraufhin  die 
Einsprache  mit  Einspracheentscheid  vom  3. Oktober  2006  ab  (IV-
Akt. 322).

C.
Gegen  diesen  Entscheid  liess  B._______,  vertreten  durch  Rechts-
anwalt Franklin Sedaj, mit Datum vom 1. November 2006 Beschwerde 
bei der Eidgenössischen AHV/IV-Rekurskommission für die im Ausland 
wohnenden Personen (nachfolgend: Rekurskommission AHV/IV) erhe-
ben  und  die  Ausrichtung  einer  ganzen  Invalidenrente  sowie  Zusatz-
renten  für  die  Ehefrau  und  die  Kinder  beantragen  (Akt. 1).  Zur 
Begründung wird unter  anderem ausgeführt,  der Versicherte sei  von 
der  IV-Stelle  gar  nie  begutachtet  worden.  Gemäss  Gutachten  von 
Dr. L._______ sei eine Invalidität von über 70 % ausgewiesen.

D.
In ihrer Vernehmlassung vom 12. Dezember 2006 beantragte die Vor-
instanz, die Beschwerde sei abzuweisen (Akt. 4).

E.
Mit Replik vom 19. Dezember 2006 wiederholte der Beschwerdeführer 
seine  Anträge  und  Begründungen  und  reichte  weitere  medizinische 
Berichte ein (Akt. 6).

F.
Mit  Schreiben  vom 12. Februar  2007  teilte  das  Bundesverwaltungs-
gericht  dem  Beschwerdeführer  mit,  dass  es  das  Verfahren  am 

Seite 3

C-3014/2006

1. Januar  2007  übernommen  habe  und  er  ein  Zustelldomizil  in  der 
Schweiz bekannt zu geben habe (Akt. 7). Mit  Verfügung vom 4. April 
2007 und mit Schreiben vom 28. November 2007 wurde Rechtsanwalt 
Franklin Sedaj nochmals aufgefordert, ein Zustelldomizil zu verzeigen, 
ansonsten künftige Verfügungen durch Veröffentlichung im Bundesblatt 
eröffnet würden (Akt. 8-11). 

G.
Auf die weiteren Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten 
wird,  soweit  für  die  Entscheidfindung  erforderlich,  im  Rahmen  der 
nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
Das Bundesverwaltungsgericht übernimmt, sofern es zuständig ist, die 
Beurteilung der am 1. Januar 2007 bei den Eidgenössischen Rekurs- 
oder  Schiedskommissionen  oder  bei  den  Beschwerdediensten  der 
Departemente  hängigen  Rechtsmittel.  Das  neue  Verfahrensrecht  ist 
anwendbar (vgl. Art. 53 Abs. 2 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 
17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]). 

1.1 Gemäss  Art.  31  VGG  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht 
Beschwerden  gegen  Verfügungen  nach  Art.  5  des  Bundesgesetzes 
vom 20. Dezember  1968 über  das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 
172.021),  sofern  keine  Ausnahme  nach  Art.  32  VGG  vorliegt.  Als 
Vorinstanzen gelten die in Art. 33 und 34 VGG genannten Behörden. 
Die IV-Stelle des Bundes für Versicherte im Ausland ist eine Vorinstanz 
im Sinne von Art. 33  Bst. d  VGG. Die  Zuständigkeit  des  Bundesver-
waltungsgerichts  zur  Beurteilung von Beschwerden gegen Verfügun-
gen dieser  IV-Stelle  ist  zudem in  Art.  69  Abs. 1 Bst. b  des  Bundes-
gesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversicherung (IVG, SR 
831.20) ausdrücklich vorgesehen. 

1.2 Im Streit liegt der Einspracheentscheid der IV-Stelle für Versicher-
te im Ausland vom 3. Oktober 2006. Das Bundesverwaltungsgericht ist 
somit zur Beurteilung der Beschwerde zuständig. 

2.
Das  Verfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  richtet  sich  nach 

Seite 4

C-3014/2006

dem  Verwaltungsverfahrensgesetz,  soweit  das  Verwaltungsgerichts-
gesetz  nichts  anderes  bestimmt  (Art. 37  VGG;  zur  Anwendung  des 
VwVG im Verfahren vor der Rekurskommission AHV/IV siehe  Art. 69 
Abs. 2  IVG  in  Verbindung  mit  Art. 85bis des  Bundesgesetzes  vom 
20. Dezember 1946 über die Alters-  und Hinterlassenenversicherung 
[AHVG, SR 831.10] in der bis Ende Dezember 2006 gültigen Fassung). 
Vorbehalten  bleiben  gemäss  Art. 3  Bst. dbis VwVG  die  besonderen 
Bestimmungen  des  Bundesgesetzes  über  den  Allgemeinen  Teil  des 
Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR 830.1).

2.1 Die Beschwerde wurde frist- und formgerecht durch den ordentlich 
vertretenen Beschwerdeführer eingereicht (vgl. Art. 38 ff. und Art. 60 
ATSG, Art. 52 VwVG). Als Adressat des die Einsprache abweisenden 
Entscheides ist der Beschwerdeführer berührt  und er hat ein schutz-
würdiges  Interesse  an  dessen  Aufhebung  oder  Änderung  (Art. 59 
ATSG,  Art. 48  Abs. 1  VwVG).  Auf  die  Beschwerde  ist  daher  einzu-
treten.

2.2 Die Beschwerdeführenden können im Rahmen des Beschwerde-
verfahrens die Verletzung von Bundesrecht unter Einschluss des Miss-
brauchs oder der Überschreitung des Ermessens, die unrichtige oder 
unvollständige Feststellung des  Sachverhalts  sowie die  Unangemes-
senheit des Entscheids rügen (Art. 49 VwVG). 

2.3 Gemäss  Art. 11b  Abs. 1  VwVG  haben  Parteien,  die  in  einem 
Verfahren  Begehren  stellen,  der  Behörde  ihren  Wohnsitz  oder  Sitz 
anzugeben. Wenn sie im Ausland wohnen, haben sie in der Schweiz 
ein  Zustellungsdomizil  zu  bezeichnen,  es  sei  denn,  das  Völkerrecht 
gestatte  der  Behörde,  Mitteilungen  im  betreffenden  Staat  durch  die 
Post zuzustellen.

Der Rechtsanwalt  des Beschwerdeführers wurde in diesem wie auch 
in anderen Verfahren vor Bundesverwaltungsgericht mehrmals auf die 
in  Art. 11b  Abs. 1  VwVG statuierte  Pflicht,  ein  Zustellungsdomizil in 
der Schweiz zu bezeichnen, hingewiesen. Die dritte Aufforderung, die 
dem  Rechtsanwalt  in  dieser  Angelegenheit  am  6. Dezember  2007 
zugestellt wurde (Akt. 11), enthielt auch die Androhung, dass künftige 
Verfügungen  des  Gerichts  gemäss  Art. 36  Bst. b  VwVG  durch  Ver-
öffentlichung  im  Bundesblatt  eröffnet  würden  (Akt. 10). Da  der 
Beschwerdeführer  bisher  kein  Zustellungsdomizil  in  der  Schweiz 

Seite 5

C-3014/2006

angegeben hat, wird dieses Urteil – im Dispositiv – durch Publikation 
im Bundesblatt eröffnet. 

3.
Zunächst sind die für die Beurteilung dieser Streitsache wesentlichen 
Rechtssätze und die von der Rechtsprechung entwickelten Grundsätze 
darzustellen.

3.1 Nach  der  Rechtsprechung  stellt  das  Sozialversicherungsgericht 
bei  der  Beurteilung einer  Streitsache  in  der  Regel  auf  den  bis  zum 
Zeitpunkt  des  Erlasses  des  streitigen  Einspracheentscheides  (hier: 
3. Oktober 2006) eingetretenen Sachverhalt  ab (BGE 129 V 1 E. 1.2 
mit Hinweis). Weiter sind in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen 
Rechtssätze massgebend, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen 
führenden Tatbestandes Geltung hatten (BGE 130 V 329). 

3.1.1 Bei den materiellen Bestimmungen des IVG und der IVV ist für 
die Beurteilung eines Rentenanspruchs vor dem 1. Januar  2004 auf 
die bis Ende 2003 gültige Fassung, danach auf die Fassung gemäss 
den  am  1. Januar  2004  in  Kraft  getretenen  Änderungen  (4.  IV-
Revision)  abzustellen.  Nicht  zu  berücksichtigen  sind  die  durch  die 
5. IV-Revision eingeführten Änderungen, welche am 1. Januar 2008 in 
Kraft getreten sind (AS 2007 5129). Im Folgenden werden deshalb die 
bis Ende 2007 gültig gewesenen Bestimmungen des IVG und der IVV 
zitiert.

3.1.2 Die Schweiz hat  mit  Serbien und Kosovo – im Unterschied zu 
anderen Nachfolgestaaten des ehemaligen Jugoslawiens – kein neues 
Sozialversicherungsabkommen abgeschlossen,  weshalb  das  Abkom-
men vom 8. Juni  1962  zwischen  der  Schweizerischen  Eidgenossen-
schaft  und  der  Föderativen  Volksrepublik  Jugoslawien  über  Sozial-
versicherung (SR 0.831.109.818.1) weiterhin anwendbar ist (vgl. BGE 
126 V 198 E. 2b, BGE 122 V 381 E. 1 mit Hinweis). Nach Art. 2 dieses 
Abkommens  stehen  die  Staatsangehörigen  der  Vertragsstaaten  in 
ihren  Rechten  und  Pflichten  aus  den  in  Art. 1  genannten  Rechts-
vorschriften,  zu  welchen  die  schweizerische  Bundesgesetzgebung 
über die Invalidenversicherung gehört,  einander gleich, soweit  nichts 
anderes  bestimmt  ist.  Bestimmungen,  die  hinsichtlich  der  Voraus-
setzungen  des  Anspruchs  auf  eine  schweizerische  Invalidenrente 
sowie der anwendbaren Verfahrensvorschriften von dem in Art. 2 des 
Abkommens  aufgestellten  Grundsatz  der  Gleichstellung  abweichen, 

Seite 6

C-3014/2006

finden  sich  weder  im  Abkommen  selbst  noch  in  den  seitherigen 
schweizerisch-jugoslawischen Vereinbarungen.

3.1.3 Die  Frage,  ob  und  gegebenenfalls  ab  wann  Anspruch  auf 
Leistungen  der  schweizerischen  Invalidenversicherung  besteht, 
bestimmt sich allein aufgrund der schweizerischen Rechtsvorschriften 
(vgl. BGE 130 V 253 E. 2.4; AHI-Praxis 1996 S. 177 E. 1).

3.1.4 Bei den im ATSG (in der Fassung vom 20. Oktober 2000, in Kraft 
seit 1. Januar 2003) enthaltenen Legaldefinitionen der Arbeitsunfähig-
keit,  der Erwerbsunfähigkeit,  der  Invalidität  und der  Einkommensver-
gleichsmethode  handelt  es  sich  um  Kodifizierungen  der  bisherigen 
Rechtsprechung.  Die  von  der  Rechtsprechung  zu  den  einzelnen 
Begriffen  entwickelten  Grundsätze  haben  unter  der  Herrschaft  des 
ATSG weiterhin Geltung (BGE 130 V 343). Daher kann im vorliegen-
den Fall – ungeachtet der Tatsache, dass sich der Beschwerdeführer 
bereits vor dessen Inkrafttreten wieder zum Leistungsbezug angemel-
det hat – auf die Legaldefinitionen des ATSG verwiesen werden. 

3.2 Invalidität  ist  die  voraussichtlich  bleibende  oder  längere  Zeit 
dauernde  ganze  oder  teilweise  Erwerbsunfähigkeit  (Art. 8  Abs. 1 
ATSG).  Die  Invalidität  kann  Folge  von  Geburtsgebrechen,  Krankheit 
oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch 
Beeinträchtigung  der  körperlichen,  geistigen  oder  psychischen 
Gesundheit  verursachte  und  nach  zumutbarer  Behandlung  und  Ein-
gliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmög-
lichkeiten  auf  dem in  Betracht  kommenden  ausgeglichenen  Arbeits-
markt (Art. 7 ATSG, in der bis Ende 2007 gültigen Fassung). Arbeits-
unfähigkeit  ist  die  durch  eine  Beeinträchtigung  der  körperlichen, 
geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise 
Unfähigkeit,  im  bisherigen  Beruf  oder  Aufgabenbereich  zumutbare 
Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit 
in  einem anderen  Beruf  oder  Aufgabenbereich  berücksichtigt  (Art. 6 
ATSG).

3.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die 
ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu 
stellen  haben.  Aufgabe  des  Arztes  oder  der  Ärztin  ist  es,  den 
Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen,  in 
welchem  Umfang  und  bezüglich  welcher  Tätigkeiten  die  versicherte 
Person arbeitsunfähig  ist. Im Weiteren  sind  die  ärztlichen  Auskünfte 

Seite 7

C-3014/2006

eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeits-
leistungen  der  versicherten  Person  noch  zugemutet  werden  können 
(BGE 125 V 256 E. 4,  BGE 115 V 133 E. 2; AHI-Praxis  2002 S. 62 
E. 4b/cc). 

3.4 Hinsichtlich  des  Beweiswertes  eines  Arztberichtes  ist  entschei-
dend,  ob  der  Bericht  für  die  streitigen  Belange  umfassend  ist,  auf 
allseitigen Untersuchungen beruht,  auch die geklagten Beschwerden 
berücksichtigt,  in  Kenntnis  der  Vorakten  (Anamnese)  abgegeben 
worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und 
in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die 
Schlussfolgerungen der  Expertin  oder  des Experten begründet  sind. 
Ausschlaggebend  für  den  Beweiswert  ist  grundsätzlich  somit  weder 
die  Herkunft  eines  Beweismittels  noch  die  Bezeichnung  der  einge-
reichten  oder  in  Auftrag  gegebenen  Stellungnahme als  Bericht  oder 
Gutachten (BGE 125 V 351 E. 3a, BGE 122 V 157 E. 1c).

3.5 Wurde  eine  Rente  wegen  eines  zu  geringen  Invaliditätsgrades 
verweigert, so wird nach Art. 87 Abs. 4 IVV eine neue Anmeldung nur 
geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss Abs. 3 dieser Bestimmung 
erfüllt sind. Danach ist im Leistungsbegehren gleich wie im Revisions-
gesuch glaubhaft  zu machen,  dass sich der  Grad der  Invalidität  der 
versicherten  Person  in  einer  für  den  Anspruch  erheblichen  Weise 
geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie 
die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von 
der versicherten Person glaubhaft  gemachte Veränderung des Invali-
ditätsgrades  auch  tatsächlich  eingetreten  ist;  sie  hat  demnach  in 
analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach Art. 17 Abs. 1 ATSG 
vorzugehen  (vgl.  dazu  BGE  130  V  71;  AHI  1999  S.  83  E. 1b  mit 
Hinweisen).  Stellt  sie  fest,  dass  der  Invaliditätsgrad  seit  Erlass  der 
früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so 
weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu 
prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine an-
spruchsbegründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschlies-
sen. Im Beschwerdefall  obliegt  die  gleiche  materielle  Prüfungspflicht 
auch dem Gericht (BGE 130 V 71 E. 3.2.2 f.).

3.6 Eine  Änderung  des  Invaliditätsgrades  setzt  stets  auch  eine 
Änderung  der  tatsächlichen  Verhältnisse  voraus.  Zu  vergleichen  ist 
dabei der Sachverhalt im Zeitpunkt der letzten der versicherten Person 
eröffneten  rechtskräftigen  Verfügung,  welche  auf  einer  materiellen 

Seite 8

C-3014/2006

Prüfung  des  Rentenanspruchs  mit  rechtskonformer  Sachverhalts-
abklärung,  Beweiswürdigung  und  Durchführung  eines  Einkommens-
vergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen 
Auswirkungen des  Gesundheitszustandes)  beruht;  vorbehalten  bleibt 
die Rechtsprechung zur Wiedererwägung und prozessualen Revision 
(BGE 130 V 71 E. 3.2.3). Ferner muss die Veränderung der Verhältnis-
se  erheblich,  d.h. hinsichtlich  der  Auswirkungen auf  den Invaliditäts-
grad rentenwirksam sein (siehe Art. 17 ATSG, BGE 130 V 343 E. 3.5 
mit  Hinweisen). Unter  revisionsrechtlichen Gesichtspunkten – welche 
gleichermassen  für  das  Neuanmeldungsverfahren  gelten  (vgl.  BGE 
133 V 108 E. 5.2; Urteil  des  Eidgenössischen Versicherungsgerichts 
I 658/05  vom 27. März  2006  E. 4.4)  –  ist  die  unterschiedliche  Beur-
teilung eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Sachverhaltes 
unerheblich (BGE 112 V 371 E. 2b mit Hinweisen; SVR 1996 IV Nr. 70 
S. 204 E. 3a).

4.
Aufgrund  der  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  und  unter  Berück-
sichtigung  der  soeben  dargelegten  Grundsätze  ist  im  vorliegenden 
Verfahren  zu  prüfen,  ob  sich  der  Gesundheitszustand  in  der  mass-
gebenden Zeitperiode vom 11. April 1997 bis zum 3. Oktober 2006 in 
rentenanspruchserheblicher Weise verschlechtert hat.

4.1 Das kantonale Gericht erwog in seinem Urteil vom 6. März 1998, 
mit welchem es die Verfügung der IV-Stelle Wallis vom 11. April 1997 
bestätigte,  beim Beschwerdeführer liege keine objektivierbare,  invali-
disierende Gesundheitsbeeinträchtigung vor, sondern ein chronisches 
Schmerzsyndrom ohne psychische Störung mit Krankheitswert. Er sei 
jedenfalls  in  einer  leichteren,  leidensangepassten  Tätigkeit  unein-
geschränkt  arbeitsfähig,  weshalb  auch  kein  Anspruch  auf  berufliche 
Massnahmen bestehe (IV-Akt. 111). 

4.2 Im poydisziplinären Gutachten der Klinik E._______ vom 16. Mai 
2005 wird als Diagnose – ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit – 
aufgeführt: „Lombosciatalgie gauche chronique (M54.4), Status après 
laminectomie L5-S1 gauche pour hernie discale en 1994, Discopathie 
L5-S1“  (IV-Akt. 310,  S. 7).  Die  Gutachter  stellten  eine  erhebliche 
Diskrepanz  zwischen  den  objektiven  Befunden  und  den  geklagten 
Beschwerden  sowie  Inkonsistenzen  und  Selbstlimitierung  fest.  Die 
psychiatrische  Gutachterin  konnte  keine  psychiatrische  Störung 
erkennen,  weshalb  aus  psychiatrischer  Sicht  keine  Beeinträchtigung 

Seite 9

C-3014/2006

der Arbeitsfähigkeit bestehe (IV-Akt. 309). Aufgrund der Gesamtbeur-
teilung  –  aus  rheumatologischer,  neurologischer  und  psychiatrischer 
Sicht – attestierten die Sachverständigen dem Versicherten eine volle 
Arbeitsfähigkeit  in  seinen früher  ausgeübten Tätigkeiten als  Küchen-
hilfe und als Kellner.

4.2.1 Das Gutachten ist nachvollziehbar und schlüssig und erfüllt die 
Anforderungen  der  Rechtsprechung  an  eine  beweiskräftige  medizi-
nische  Expertise. Der  Rechtsvertreter  des  Beschwerdeführers  bringt 
denn  auch  keine  substantiierten  Einwände  dagegen  vor,  sondern 
behauptet – entsprechend seinen Standardvorbringen in seinen beim 
Bundesverwaltungsgericht bzw. der Rekurskommission AHV/IV einge-
reichten Beschwerden – die Vorinstanz habe den Versicherten gar nie 
begutachtet. Angesichts der Schwierigkeiten, die Begutachtung in der 
Schweiz überhaupt  durchführen zu können,  von welchen der bereits 
damals  mandatierte  Rechtsvertreter  Kenntnis  hatte,  ist  eine  solche 
Behauptung mehr als nur erstaunlich.

4.2.2 Ergänzend sei noch darauf hingewiesen, dass die zahlreichen, 
vom Beschwerdeführer im Laufe des Verfahrens eingereichten Atteste 
verschiedener  Ärzte,  die  Zuverlässigkeit  des  Gutachtens  nicht  in 
Zweifel zu ziehen vermögen. Allein der Umstand, dass die behandeln-
den bzw. die heimatlichen Ärzte die Arbeitsfähigkeit – meist nur unter 
Hinweis  auf  die  Diagnose  Status  nach  Diskushernie  und  Lumbo-
ischialgie sowie die geklagten Schmerzen oder eine ängstlich depres-
sive Verstimmung – geringer einschätzen, begründet keine Zweifel an 
einem lege  artis  erstellten  Gutachten  (vgl.  Urteil  EVG I 676/05  vom 
13. März 2006 E. 2.4). 

4.2.3 Gegen eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes spricht 
zudem, dass  der  Versicherte  anlässlich der  Begutachtung seine Be-
schwerden  als  seit  etwa  zehn  Jahren  unverändert  beschrieb  (IV-
Akt. 310, S. 5).

4.3 Demnach hat die IV-Stelle IVSTA zu Recht eine Verschlechterung 
des Gesundheitszustandes mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit seit 
der  letzten  rechtskräftigen  Verfügung  verneint  und  folgerichtig  das 
Rentenbegehren  abgewiesen.  Die  Beschwerde  ist  deshalb  abzuwei-
sen.

Seite 10

C-3014/2006

5.
Zu befinden bleibt noch über die Verfahrenskosten und eine allfällige 
Parteientschädigung.

5.1 Verfahrenskosten  werden  keine erhoben,  da es  im vorliegenden 
Verfahren um eine Streitigkeit über die Bewilligung bzw. Verweigerung 
von Versicherungsleistungen geht, und gemäss den bis zum 30. Juni 
2006  geltenden  (vgl.  Änderung  des  IVG  vom  16. Dezember  2005 
[Massnahmen zur Verfahrensstraffung]  AS 2006 2003) und nach der 
Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  für  die  bei  der  Rekurskom-
mission AHV/IV anhängig gemachten Beschwerden gegen IV-Einspra-
cheentscheide weiterhin anwendbaren Bestimmungen (Art. 4b der Ver-
ordnung vom 10. September 1969 über Kosten und Entschädigungen 
im  Verwaltungsverfahren  [SR 172.041.0]  in  der  bis  Ende  April  2007 
geltenden  Fassung)  in  solchen Verfahren  keine  Verfahrenskosten zu 
erheben waren.

5.2 Entsprechend  dem  Ausgang  des  Verfahrens  ist  keine  Partei-
entschädigung zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG e contrario).

Seite 11

C-3014/2006

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben und es wird keine Partei-
entschädigung zugesprochen.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Eröffnung durch Veröffentlichung des 
Dispositivs im Bundesblatt)

- die Vorinstanz (Ref-Nr. ...)
- das Bundesamt für Sozialversicherungen

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Johannes Frölicher Susanne Fankhauser

Seite 12

C-3014/2006

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  Schweizerhofquai  6,  6004  Luzern,  Beschwerde  in 
öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. 
und 100 des Bundesgerichtsgesetzes  vom 17. Juni  2005 [BGG, SR 
173.110]). Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit 
Angabe  der  Beweismittel  und  die  Unterschrift  zu  enthalten.  Der 
angefochtene  Entscheid  und  die  Beweismittel  sind,  soweit  sie  die 
beschwerdeführende  Partei  in  Händen  hat,  beizulegen  (vgl.  Art.  42 
BGG).

Versand: 

Seite 13