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**Case Identifier:** 553d3494-173c-56aa-b0b5-61660e588aed
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-06-09
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 09.06.2017 720 17 81/152
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-17-81-152_2017-06-09.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 9. Juni 2017 (720 17 81 / 152) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Invalidenversicherung 

 

 

Anordnung einer bidisziplinären Begutachtung (Zwischenverfügung); Notwendigkeit ei-

ner polydisziplinären Begutachtung bejaht. 

 

 
 
 
Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Gerichtsschreiber Pascal Acrémann 

 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch André M. Brunner, Advo-
kat, Hauptstrasse 55, Postfach 136, 4450 Sissach 

  
 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, 
Beschwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff Gutachten 
 
 
 
A. Der 1960 geborene A.____ meldete sich am 30. Oktober 2008 bei der Eidgenössischen 
Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an. Mit Verfügungen vom 14. Juli 2015 und 
26. August 2015 sprach ihm die IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) für den Zeitraum vom 
1. November 2008 bis 31. Januar 2011 gestützt auf einen IV-Grad von 49% eine befristete Vier-
telsrente zu. Hiergegen erhob A.____, vertreten durch Advokat André M. Brunner, Beschwerde 
beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht; Verfahren 

 

 
 
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Nr. 720 15 287/1091). Nachdem die IV-Stelle die angefochtenen Verfügungen lite pendente 
zwecks Durchführung weiterer medizinischer Abklärungen aufgehoben hatte, schrieb die instru-
ierende Präsidentin des Kantonsgerichts, Abteilung Sozialversicherungsrecht, das Verfahren 
mit Beschluss vom 21. Dezember 2015 infolge Gegenstandslosigkeit ab. 
 
B. Am 5. August 2016 kündigte die IV-Stelle A.____eine bidisziplinäre Begutachtung bei 
Dr. med. B.____, FMH Rheumatologie sowie Allgemeine Innere Medizin, und Dr. med. C.____, 
Psychiatrie und Psychotherapie, an. In der Folge liess der Versicherte der IV-Stelle am 28. Sep-
tember 2016 mitteilen, dass er die beiden Gutachter als befangen erachte. Zudem sei eine po-
lydisziplinäre Begutachtung vorzunehmen. Nach Rücksprache mit dem Regionalen Ärztlichen 
Dienst (RAD) erachtete die IV-Stelle eine bidisziplinäre Begutachtung für ausreichend. Als Gut-
achter ernannte sie neu Dr. med. D.____, FMH Rheumatologie sowie Allgemeine Innere Medi-
zin, und Dr. med. E.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie. Nach Intervention des Versi-
cherten hielt die IV-Stelle mit Zwischenverfügung vom 7. Februar 2017 an einer bidisziplinären 
(rheumatologisch und psychiatrisch) Begutachtung durch die Dres. D.____ und E.____ fest. 
 
C. Hiergegen erhob A.____, weiterhin vertreten durch Advokat André M. Brunner, am 
10. März 2017 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kan-
tonsgericht). Er beantragte, in Aufhebung der Zwischenverfügung vom 7. Februar 2017 sei die 
IV-Stelle unter o/e-Kostenfolge zu verpflichten, ein polydisziplinäres Gutachten (insbesondere 
mit den Fachrichtungen Rheumatologie, Psychiatrie, Handchirurgie, Neurologie, Psychologie, 
Neurophysiologie und Pneumologie) einzuholen. 
 
D. In ihrer Vernehmlassung vom 6. April 2017 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Be-
schwerde. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g  : 
 

1.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) 
vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versiche-
rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anfechtungsobjekt des vorliegenden 
Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig-
keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes 
über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beur-
teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons 
Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur Be-
handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die im Übrigen first- und formgerecht 
erhobene Beschwerde vom 10. März 2017 ist einzutreten. 
 
1.2 Gemäss § 1 Abs. 3 lit. g VPO entscheidet die präsidierende Person der Abteilung durch 
Präsidialentscheid über Beschwerden gegen selbständig anfechtbare prozess- und verfahrens-
leitende Verfügungen gemäss Art. 52 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil 
des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000. Bei der vorliegend angefochtenen 

 

 
 
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Zwischenverfügung der IV-Stelle vom 7. Februar 2017 handelt es sich um eine solche verfah-
rensleitende Verfügung im Sinne der genannten Bestimmung. Die Beurteilung der vorliegenden 
Beschwerde fällt somit in die Kompetenz der präsidierenden Person des Kantonsgerichts, Ab-
teilung Sozialversicherungsrecht. 
 
2. Streitig ist, ob die IV-Stelle zu Recht eine bidisziplinäre Begutachtung angeordnet hat. 
Dabei stellte sie im Wesentlichen fest, dass aufgrund der vorliegenden medizinischen Akten die 
Beschwerden am rechten Kleinfinger keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit hätten und jene 
im Bereich des Sitzbeins und der Hals- und Brustwirbelsäule (HWS, BWS) in den Fachbereich 
eines Rheumatologen fallen würden. Zudem hätten die seit Jahren bestehenden Kopfschmer-
zen den Versicherten bisher in der Arbeitsfähigkeit nicht eingeschränkt. Daher sei weder eine 
orthopädische noch eine neurologische Begutachtung indiziert. Da die geklagte Schlafstörung 
an sich keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit begründe, bestünde auch keine Veranlassung 
für eine psychologische, neurophysiologische oder pneumologische Abklärung. Demgegenüber 
stellt sich der Beschwerdeführer auf den Standpunkt, dass die Beschwerden am rechten Klein-
finger eine handchirurgische Abklärung erfordern würden. Aufgrund der Kopfschmerzen, der 
Schmerzen im Bereich des Sitzbeins sowie der HWS und BWS sei zudem eine neurologische 
Abklärung angezeigt. Ferner seien die Schlafprobleme abklärungsbedürftig. 
 
3.1 Laut Art. 43 Abs. 1 Satz 1 ATSG prüft der Versicherungsträger die Begehren, nimmt die 
notwendigen Abklärungen von Amtes wegen vor und holt die erforderlichen Auskünfte ein. So-
weit ärztliche oder fachliche Untersuchungen für die Beurteilung notwendig und zumutbar sind, 
hat sich die versicherte Person diesen zu unterziehen (Art. 43 Abs. 2 ATSG). 
 
3.2 Die medizinische Abklärung der objektiven Gesundheitsschäden ist eine unabdingbare 
gesetzlich verankerte Voraussetzung für die Zusprache einer Leistung der Invalidenversiche-
rung (Art. 7 Abs. 2, Art. 16, Art. 43 Abs. 1 ATSG). Der Versicherer befindet darüber, mit welchen 
Mitteln er den rechtserheblichen Sachverhalt abklärt. Im Rahmen der Verfahrensleitung hat er 
einen grossen Ermessensspielraum hinsichtlich Notwendigkeit, Umfang und Zweckmässigkeit 
von medizinischen Erhebungen. Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechtsla-
ge. Gestützt auf den Untersuchungsgrundsatz hat der Versicherer den Sachverhalt soweit zu 
ermitteln, dass er über den Leistungsanspruch zumindest mit dem Beweisgrad der überwiegen-
den Wahrscheinlichkeit (vgl. dazu BGE 126 V 360 E. 5b) entscheiden kann. Dabei kommt 
Sachverständigengutachten eine massgebende Rolle zu (Urteil des Bundesgerichts vom 
12. März 2010, 9C_28/2010, E. 4.1 mit Hinweisen). 
 
3.3 Um zu prüfen, ob eine polydisziplinäre oder bloss bidisziplinäre Expertise einzuholen ist, 
müsste die vorliegende medizinische Aktenlage auf ihre Vollständigkeit und Schlüssigkeit hin 
überprüft werden. Eine eingehende Überprüfung der medizinischen Aktenlage würde aber dazu 
führen, dass der Endentscheid im Hinblick auf die Beurteilung der medizinischen Sachlage 
weitgehend präjudiziert würde. Unter Berücksichtigung, dass die Verfahrenshoheit bis zum Ab-
schluss des Verwaltungsverfahrens bei der IV-Stelle liegt und ihr deshalb im Rahmen der Ver-
fahrensleitung ein grosser Ermessensspielraum bezüglich Notwendigkeit, Umfang und Zweck-
mässigkeit von medizinischen Erhebungen zukommt, muss im vorliegenden Verfahren die rich-

 

 
 
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terliche Prüfung bei einer knappen Beurteilung der Aktenlage im Sinne einer Plausibilitäts- resp. 
Missbrauchskontrolle ihr Bewenden haben. Entscheidend ist, ob die Gründe, die die IV-Stelle 
für die Notwendigkeit weiterer medizinischer Abklärungen anführt, plausibel erscheinen. Dem-
nach greift das Gericht bei der Frage der Notwendigkeit einer Begutachtung in das Ermessen 
der mit der Abklärung betrauten Verwaltung nur dann ein, wenn klar erkennbare Fehleinschät-
zungen vorliegen, eine Begutachtung von vornherein untauglich angelegt wäre oder Anhalts-
punkte bestehen, dass sich die IV-Stelle bei ihrem Entscheid von sachfremden Motiven leiten 
liess (vgl. Urteile des Kantonsgerichts, Abteilung Sozialversicherungsrecht [KGE SV] vom 
10. Mai 2012, 720 11 393 E. 3 und 720 11 441 E.3). 
 
3.4 Polydisziplinäre Gutachten, das heisst solche, an denen drei oder mehr Fachdisziplinen 
beteiligt sind, haben nach dem Wortlaut von Art. 72bis Abs. 1 der Verordnung über die Invaliden-
versicherung (IVV) vom 17. Januar 1961 bei einer Gutachterstelle zu erfolgen, mit welcher das 
Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) eine Vereinbarung getroffen hat. Gemeint sind die 
MEDAS im Sinne von Art. 59 Abs. 3 IVG. Die Vergabe der Aufträge erfolgt nach dem Zufalls-
prinzip (Art. 72bis Abs. 2 IVV). Zu dessen Umsetzung hat das BSV die webbasierte Vergabe-
plattform SuisseMed@P eingerichtet, über welche der gesamte Verlauf der Gutachtenseinho-
lung gesteuert und kontrolliert wird (vgl. SuisseMed@P: Handbuch für Gutachter- und IV-Stellen 
= Anhang V des Kreisschreibens über das Verfahren in der Invalidenversicherung [KSVI], Stand 
1. Januar 2017; http://www.suissemedap.ch). Bei mono- und bidisziplinären Gutachten dagegen 
werden die Aufträge nicht nach diesem System vergeben. Damit ist der Kreis der in Frage 
kommenden Sachverständigen hier weitaus grösser (z.B. Universitätskliniken, frei praktizieren-
de Ärzte und Gutachter; BGE 137 V 210 E. 3.1.1). 
 
3.5 Es existieren keine festen Kriterien zur allgemeingültigen Abgrenzung der Anwendungs-
felder der verschiedenen Kategorien von Expertisen. Die grosse Vielfalt von Begutachtungssi-
tuationen erfordert Flexibilität. Nach neuerer Rechtsprechung (vgl. BGE 139 V 352 E.3.2) las-
sen sich jedoch die jeweiligen Einsatzbereiche wie folgt umreissen: Die umfassende administra-
tive Erstbegutachtung wird regelmässig polydisziplinär und damit zufallsbasiert anzulegen sein; 
eine direkte Auftragserteilung soll die Ausnahme bleiben. Eine polydisziplinäre Expertise ist 
auch dann einzuholen, wenn der Gesundheitsschaden zwar bloss als auf eine oder zwei medi-
zinische Disziplinen fokussiert erscheint, die Beschaffenheit der Gesundheitsproblematik aber 
noch nicht vollends gesichert ist. In begründeten Fällen kann von einer polydisziplinären Begut-
achtung abgesehen und eine mono- oder bidisziplinäre durchgeführt werden, sofern die medizi-
nische Situation offenkundig ausschliesslich ein oder zwei Fachgebiete beschlägt und ausser-
dem weder weitere interdisziplinäre Bezüge (z.B. internistischer Art) notwendig sind noch ein 
besonderer arbeitsmedizinischer bzw. eingliederungsbezogener Klärungsbedarf besteht (zur 
Interdisziplinarität der Begutachtung vgl. BGE 137 V 210 E. 1.2.4). Diese Voraussetzungen 
werden nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung vor allem bei Verlaufsgutachten erfüllt sein 
(BGE 139 V 352 E. 3.2). 
 
4.1 Die IV-Stelle stützt sich in ihrer Zwischenverfügung vom 7. Februar 2017 auf die Beurtei-
lungen des Regionalen ärztlichen Dienstes (RAD) beider Basel vom 12. Januar 2017 und 
6. Februar 2017. Nach der Beurteilung des RAD-Arztes Dr. med. F.____, FMH Arbeitsmedizin 

 

 
 
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und Allgemeine Innere Medizin, vom 12. Januar 2017 sei gemäss der chirurgischen Untersu-
chung durch die Kreisärztin der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) vom 7. Ok-
tober 2016 ein unfallbedingter Gesundheitsschaden ausgeschlossen. Eine weitere orthopädi-
sche Beurteilung des rechten Kleinfingers sei daher nicht nötig. Die Beurteilung der Arthrose im 
DIP des Dig V rechts könne von einem Rheumatologen bestens durchgeführt werden. In der 
chirurgischen Beurteilung der Kreisärztin werde auch erwähnt, dass die vom behandelnden 
Handchirurgen Dr. med. G.____, Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie sowie 
Handchirurgie, attestierte Arbeitsunfähigkeit von 50% vermutlich unter Berücksichtigung der 
Rücken- und Beckenprobleme erfolgt sei. Dies gehöre auch in das Aufgabengebiet einer rheu-
matologischen Begutachtung. Zudem werde eine Schlafstörung nur bei extremer Tagesmüdig-
keit oder anderen Auffälligkeiten im Alltag relevant. Da ein psychiatrisches Gutachten eine Be-
urteilung des Schlafs resp. der Auswirkungen der Schlafqualität beinhalte, würden sich Abklä-
rungen in den Disziplinen Psychologie, Neurophysiologie und Pneumologie erübrigen. Eine bi-
disziplinäre rheumatologische und psychiatrische Begutachtung sei daher ausreichend. Am 
6. Februar 2017 hielt der RAD-Arzt Dr. med. H.____, FMH Orthopädische Chirurgie und Trau-
matologie des Bewegungsapparates, fest, dass der Fall traumatologisch hinlänglich und versi-
cherungsmedizinisch nachvollziehbar dokumentiert sei. Eine zusätzliche orthopädische Begut-
achtung sei daher nicht indiziert. Therapeutisch-funktional sei ein Endzustand dokumentiert, der 
in seiner funktionell-ergonomischen Relevanz durch einen versicherungsmedizinisch ausgewie-
senen Spezialisten des Bewegungsapparates, wie er rheumatologisch vorliege, hinlänglich be-
urteilbar sei. 
 
4.2 Wie unter Erwägung 3.5 hiervor ausgeführt, ist eine polydisziplinäre Expertise auch 
dann einzuholen, wenn der Gesundheitsschaden zwar bloss als auf eine oder zwei medizini-
sche Disziplinen fokussiert erscheint, die Beschaffenheit der Gesundheitsproblematik aber noch 
nicht vollends gesichert ist. Dies ist vorliegend der Fall. Namentlich ist die Genese und die 
Auswirkung der von der Beschwerdegegnerin an sich nicht in Frage gestellten Kopfschmerzen 
des Beschwerdeführers auf die Arbeitsfähigkeit nicht hinreichend geklärt. Dasselbe gilt für die 
geklagten Schlafprobleme. Auch wenn die Kopfschmerzen resp. die Schlafprobleme allein den 
Versicherten in der Arbeitsfähigkeit bisher nicht einschränkten, erfordern die Beschwerden des 
Versicherten gesamthaft gesehen dennoch einen interdisziplinären (allgemein-medizinischen 
resp. gegebenenfalls einen neurologischen) Ansatz, dem mit einer bidisziplinären Begutachtung 
in den Disziplinen Rheumatologie und Psychiatrie nicht Genüge getan wird. Obwohl die Ein-
schränkungen des Bewegungsapparats sowie der psychische Gesundheitszustand des Versi-
cherten mit dem angeordneten bidisziplinären Gutachten abgeklärt werden könnten, erscheint 
das gesamte Beschwerdebild vorliegend als derart komplex, dass nicht von einer vollends gesi-
cherten Beschaffenheit der Gesundheitsproblematik, die offenkundig ausschliesslich die Fach-
gebiete der Rheumatologie und Psychiatrie beschlägt, die Rede sein kann. In diesem Zusam-
menhang ist darauf hinzuweisen, dass der Anhang V des KSVI davon ausgeht, dass bereits bei 
zwei spezialisierten Fachdisziplinen eine allgemeinmedizinische Fallführung hinzuzuziehen und 
damit ein polydisziplinäres Gutachten angezeigt sei. Auch die Mustervereinbarung zwischen 
dem BSV und den Gutachterstellen definiert das polydisziplinäre Gutachten als aus (mindes-
tens) zwei fachärztlichen Spezialistenbeurteilungen und einer allgemeinmedizini-
schen/internistischen Fallführung bestehend. Einem mit der Fallführung betrauten Allgemein-

 

 
 
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mediziner würde es ausserdem obliegen, die ausgewählten Disziplinen gegebenenfalls mit wei-
teren zu ergänzen. Die Beschwerdegegnerin hat bei der vorliegenden medizinischen Sachlage 
nach dem Ausgeführten eine zufallsbasierte polydisziplinäre Expertise anzuordnen. Eine um-
fassende Abklärung der medizinischen Sachlage ist nicht zuletzt auch angesichts des mittler-
weile über viele Jahre dauernden Abklärungsverfahrens, der weiterhin strittigen medizinischen 
Sachlage und hinsichtlich einer beförderlichen Beurteilung des Leistungsanspruchs des Versi-
cherten angezeigt. Die Beschwerde ist nach dem Ausgeführten in dem Sinne gutzuheissen, als 
die angefochtene Zwischenverfügung vom 7. Februar 2017 aufzuheben und die Vorinstanz zu 
verpflichten ist, den Beschwerdeführer polydisziplinär begutachten zu lassen. 
 
5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG sind Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweige-
rung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Verfah-
renskosten werden gestützt auf § 20 Abs. 3 des kantonalen Gesetzes über die Verfassungs- 
und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 in der Regel in angemesse-
nem Ausmass der unterliegenden Partei auferlegt. Gegenüber den Vorinstanzen bzw. den kan-
tonalen Behörden werden gemäss § 20 Abs. 3 Satz 3 VPO keine Verfahrenskosten auferlegt. 
Da vorliegend die IV-Stelle unterlegen ist, ist auf die Erhebung von Verfahrenskosten zu ver-
zichten. Der geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 800.-- wird dem Beschwerdeführer 
zurückerstattet. 
 
5.2 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch 
auf Ersatz der Parteikosten. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend ist dem Beschwerde-
führer deshalb eine angemessene Parteientschädigung zuzusprechen. Der Rechtsvertreter des 
Beschwerdeführers hat in seiner Honorarnote vom 24. April 2017 einen Zeitaufwand von 10 
Stunden und Auslagen in der Höhe von Fr. 134.20 geltend gemacht, was umfangmässig in An-
betracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen angemessen ist. Die Bemühungen 
sind zu dem in Sozialversicherungsprozessen für durchschnittliche Fälle zur Anwendung gelan-
genden Stundenansatz von Fr. 250.-- zu entschädigen. Dem Beschwerdeführer ist demnach für 
das vorliegenden Beschwerdeverfahren eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 2‘844.95 
(10 Stunden à Fr. 250.-- und Auslagen von Fr. 134.20 zuzüglich 8% Mehrwertsteuer) zu Lasten 
der Beschwerdegegnerin zuzusprechen. 
 
6. Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG) vom 17. Juni 
2005 ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht zuläs-
sig gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Selbständig eröffnete Zwischenent-
scheide sind – mit Ausnahme der Zwischenentscheide über die Zuständigkeit und über Aus-
standsbegehren (vgl. Art. 92 BGG) – nur mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegen-
heiten anfechtbar, wenn sie einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken können 
(Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endent-
scheid herbeiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläu-
figes Beweisverfahren ersparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG). Beim vorliegenden Entscheid 
handelt es sich um einen selbständig eröffneten Zwischenentscheid im Sinne des BGG. Dem-
nach ist gegen ihn eine Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundes-
gericht nur unter den in Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Voraussetzungen zulässig. Ob diese 

 

 
 
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erfüllt sind, entscheidet das Bundesgericht. Die nachstehende Rechtsmittelbelehrung erfolgt 
unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. 
 
 
Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird die Zwischenverfügung vom 
7. Februar 2017 aufgehoben und die Vorinstanz verpflichtet, den Be-
schwerdeführer polydisziplinär begutachten zu lassen. 

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

Der geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 800.-- wird dem 
Beschwerdeführer zurückerstattet. 

 3. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat dem Beschwerdeführer eine Partei-
entschädigung in der Höhe von Fr. 2‘844.95 (inkl. Auslagen und 8% 
Mehrwertsteuer) zu bezahlen. 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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