# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 41fb9426-ecc5-5300-9f9f-9c1bf85e4c3f
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-06-16
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 16.06.2009 C-5558/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-5558-2008_2009-06-16.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-5558/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 6 .  J u n i  2 0 0 9

Richterin Ruth Beutler (Vorsitz), 
Richter Andreas Trommer, Richter Jean-Daniel Dubey, 
Gerichtsschreiberin Viviane Eggenberger.

X._______,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Verweigerung der Einreisebewilligung in Bezug auf 
Y._______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-5558/2008

Sachverhalt:

A.
Die 1981 geborene thailändische Staatsangehörige Y._______ (nach-
folgend: Gesuchstellerin) beantragte am 11. Juni 2008 bei der Schwei-
zer Botschaft in Bangkok die Erteilung eines Einreisevisums für einen 
dreimonatigen  Besuchsaufenthalt  bei  ihrem  Bekannten  X._______ 
(nachfolgend: Gastgeber bzw. Beschwerdeführer). Nach formloser Ver-
weigerung übermittelte die Vertretung das Gesuch der Vorinstanz zum 
Entscheid.

B.
Nachdem das Migrationsamt des Kantons Zürich beim Gastgeber wei-
tere  Abklärungen  hinsichtlich  des  beabsichtigten Besuchsaufenthalts 
vorgenommen hatte, wies die Vorinstanz das Gesuch um Bewilligung 
der Einreise mit Verfügung vom 18. August 2008 ab. Zur Begründung 
führte sie im Wesentlichen aus, dass eine Einreisebewilligung insbe-
sondere dann zu verweigern sei, wenn die anstandslose und fristge-
rechte  Wiederausreise  der  gesuchstellenden  Person  nicht  als  gesi-
chert  angesehen  werden  könne,  sei  es  als  Folge  der  in  ihrem  Ur-
sprungsland  herrschenden  politischen  oder  sozioökonomischen  Ver-
hältnisse  oder  aufgrund  ihrer  persönlichen  Situation.  Aufgrund  der 
wirtschaftlichen und soziokulturellen Verhältnisse in Thailand sei dies 
vorliegend der Fall. Der Gesuchstellerin würden in ihrem Herkunftsland 
zudem  weder  zwingende  berufliche  oder  gesellschaftliche  Verpflich-
tungen noch familiäre  Verantwortlichkeiten  obliegen,  welche für  eine 
fristgerechte Wiederausreise Gewähr bieten könnten.

C.
Gegen  diese  Verfügung  erhob  der  Gastgeber  am  28.  August  2008 
beim Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  mit  dem sinngemässen 
Antrag auf Aufhebung der Verfügung und auf Bewilligung der Einreise. 
Als Begründung bringt er im Wesentlichen vor, Thailand sei kein Land, 
in  welchem Menschen politisch verfolgt  und deshalb  veranlasst  wür-
den, zu fliehen und hierzulande Asyl zu beantragen oder „unterzutau-
chen“. Die Gesuchstellerin würde in der Schweiz auch keine Straftaten 
begehen. Zudem garantiere er für ihre Wiederausreise.

D.
In ihrer Vernehmlassung vom 23. Oktober 2008 spricht sich die Vorin-
stanz unter Erläuterung der bereits erwähnten Gründe für die Abwei-

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sung der Beschwerde aus. Bei der Gesuchstellerin handle es sich um 
eine junge, ledige und kinderlose Hausfrau mit Wohnsitz im Nordosten 
Thailands, welcher als eine der ärmsten Regionen des Landes gelte. 
Viele  insbesondere  jüngere  Personen  ohne  bindende  familiäre  Ver-
pflichtungen  versuchten,  sich  aus  rein  wirtschaftlichen Gründen vor-
zugsweise im westlichen Ausland eine aussichtsreichere Zukunft auf-
zubauen.

E.
Mit  verfahrensleitender  Anordnung  vom  21. November  2008  wurde 
dem Beschwerdeführer die Möglichkeit gewährt,  zur Vernehmlassung 
der Vorinstanz Stellung zu nehmen. Die hierfür gesetzte Frist blieb un-
genutzt.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht unter 
Vorbehalt der in Art. 32 VGG genannten Ausnahmen Beschwerden ge-
gen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 
1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), welche von 
einer in Art. 33 VGG aufgeführten Behörde erlassen wurden. Darunter 
fallen u.a. Verfügungen des BFM betreffend Verweigerung der Einrei-
sebewilligung, welche vom Bundesverwaltungsgericht endgültig beur-
teilt  werden  (Art.  83  Bst. c  Ziff.  1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Sofern  das  Verwaltungsgerichtsgesetz  nichts  anderes  bestimmt, 
richtet  sich  das  Verfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  nach 
dem VwVG (Art. 37 VGG).

1.3 Der Beschwerdeführer  ist  gemäss Art. 48 Abs. 1 VwVG zur  Be-
schwerde berechtigt. Auf  die  frist-  und formgerechte Beschwerde ist 
einzutreten (Art. 50–52 VwVG).

2.
Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung 
von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des 
Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechts-

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erheblichen Sachverhaltes und – sofern nicht eine kantonale Behörde 
als  Beschwerdeinstanz  verfügt  hat  –  die  Unangemessenheit  gerügt 
werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Be-
schwerdeverfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist ge-
mäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begründung der Begehren nicht ge-
bunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den geltend 
gemachten  Gründen  gutheissen  oder  abweisen.  Massgebend  ist 
grundsätzlich  die  Rechts-  und  Sachlage  zum  Zeitpunkt  seines  Ent-
scheides (vgl. E. 1.2 des in BGE 129 II 215 teilweise publizierten Ur-
teils 2A.451/2002 vom 28. März 2003).

3.
Das  schweizerische  Ausländerrecht  kennt  weder  ein  allgemeines 
Recht auf Einreise noch gewährt es einen besonderen Anspruch auf 
Erteilung eines Visums. Die Schweiz ist daher – wie alle anderen Staa-
ten auch – grundsätzlich nicht gehalten, Ausländerinnen und Auslän-
dern  die  Einreise  zu  gestatten.  Vorbehältlich  völkerrechtlicher  Ver-
pflichtungen  handelt  es  sich  dabei  um  einen  autonomen  Entscheid 
(vgl. Botschaft zum Bundesgesetz über Ausländerinnen und Ausländer 
vom 8. März 2002, BBl 2002 3774; BGE 133 I 185 E. 2.3 S. 189).

4.
Der Bundesbeschluss vom 17. Dezember 2004 über die Genehmigung 
und die Umsetzung der bilateralen Abkommen zwischen der Schweiz 
und der  EU über  die Assoziierung an Schengen und an Dublin (SR 
362) wurde in der Volksabstimmung vom 5. Juni 2005 angenommen. 
Die  entsprechenden  Assoziierungsabkommen  (darunter  das  Abkom-
men vom 26. Oktober 2004 zwischen der Schweizerischen Eidgenos-
senschaft,  der  Europäischen  Union  und  der  Europäischen  Gemein-
schaft über die Assoziierung dieses Staates bei der Umsetzung, An-
wendung  und  Entwicklung  des  Schengen-Besitzstands  [SAA,  SR 
0.360.268.1]) sind sodann für die Schweiz am 12. Dezember 2008 de-
finitiv  in  Kraft  getreten. Durch die Übernahme des Schengen-Besitz-
standes wurden im Bundesgesetz vom 16. Dezember 2005 über die 
Ausländerinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20) entsprechende An-
passungen notwendig (vgl. u.a. Art. 2 Abs. 4 AuG, wonach die Bestim-
mungen über das Visumverfahren und über die Ein- und Ausreise nur 
gelten, sofern das Schengen-Recht keine abweichenden Bestimmun-
gen enthält).  Im Weiteren  ist  die  Verordnung vom 24. Oktober  2007 
über das Einreise- und Visumverfahren (VEV, AS 2007 5537) total revi-
diert worden (vgl. Verordnung vom 22. Oktober 2008 über die Einreise 

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und  die  Visumerteilung  [VEV,  SR  142.204]).  Art. 57  VEV  sieht  vor, 
dass  hängige  Verfahren  nach  dem  neuen,  übergeordneten  (Schen-
gen-)Recht fortgeführt werden. 

5.
5.1 Bezüglich  der  Einreisevoraussetzungen  für  einen  Aufenthalt  von 
höchstens drei Monaten verweist Art. 2 Abs. 1 VEV auf die Verordnung 
(EG) Nr. 562/2006 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 
15. März 2006 über einen Gemeinschaftskodex für das Überschreiten 
der  Grenzen  durch  Personen  (Schengener  Grenzkodex  [SGK,  ABl. 
L 105 vom 13.04.2006, S. 1–32]). Art. 5 Abs. 1 SGK präzisiert die Ein-
reisevoraussetzungen  für  Drittstaatsangehörige. Diese  benötigen  zur 
Einreise ein oder mehrere gültige Reisedokumente und – sofern sie 
der Visumspflicht unterliegen – ein gültiges Visum (Bst. a und b). Sie 
müssen den Zweck und die Umstände ihres beabsichtigten Aufenthalts 
belegen  und  hierfür  über  ausreichende  finanzielle  Mittel  verfügen 
(Bst. c). Im Weiteren dürfen sie nicht im Schengener Informationssys-
tem  (SIS)  zur  Einreiseverweigerung  ausgeschrieben  sein  und  keine 
Gefahr für die öffentliche Ordnung, die innere Sicherheit, die öffentli-
che Gesundheit oder die internationalen Beziehungen eines Mitglied-
staats darstellen (Bst. d und e).

5.2 Die  Einreisevoraussetzungen  gemäss  Schengener  Grenzkodex 
entsprechen im Wesentlichen Art. 5 Abs. 1 Bst. a–d AuG. Das in Art. 5 
Abs. 1 Bst. c SGK genannte Erfordernis, Zweck und Umstände des ge-
planten Aufenthalts zu belegen, wird in Art. 5 Abs. 1 AuG nicht explizit 
erwähnt.  Demgegenüber  verlangt  Art. 5  Abs. 2  AuG,  dass  im  Falle 
eines nur vorübergehenden Aufenthalts für die gesicherte Wiederaus-
reise  Gewähr  zu  bieten  ist.  Dies  stellt  jedoch  kein  zusätzliches  im 
nationalen Recht verankertes Erfordernis dar und steht daher nicht im 
Widerspruch zum Schengener Grenzkodex. Die Angabe des vorüber-
gehenden Aufenthaltszwecks stellt  nämlich zugleich eine Absichtser-
klärung dar, nach Erfüllung dieses Zwecks wieder ausreisen zu wollen. 
Erfolgen widersprüchliche oder unglaubwürdige Angaben zum Aufent-
haltszweck, so kann daraus der Schluss gezogen werden, dass der je-
weilige Gesuchsteller nicht willens ist, nach Ablauf des geplanten Auf-
enthalts den Schengenraum fristgerecht zu verlassen. In diesem Sinne 
äussert  sich auch die Gemeinsame Konsularische Instruktion an die 
diplomatischen  Missionen  und  die  konsularischen  Vertretungen,  die 
von  Berufskonsularbeamten  geleitet  werden  (GKI,  ABl.  C 326  vom 
22.12.2005, S. 1–149), die eine analoge Auslegung vornimmt. Die GKI 

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verlangt  hinsichtlich  des Entscheids über  den Visumsantrag die Ein-
schätzung des Migrationsrisikos; es muss geprüft werden, "ob der An-
tragsteller die Absicht hat, in das Hoheitsgebiet der Mitgliedstaaten mit 
Hilfe  eines  zu  Touristik-,  Studien-,  Geschäfts-  bzw.  zu  Familienbe-
suchszwecken ausgestellten Visums einzuwandern und sich dort nie-
derzulassen“ (vgl. ABl. C 326, S. 10).  Die laut Art. 5 Abs. 2 SGK zur 
Glaubhaftmachung des Aufenthaltszwecks in Frage kommenden Bele-
ge werden beispielhaft in Anhang I des Schengener Grenzkodex auf-
gelistet.

5.3 Aufgrund  der  vorstehenden  Erwägungen  ist  somit  festzuhalten, 
dass die nach Art. 5 Abs. 1 Bst. c SGK erforderliche Überprüfung des 
Aufenthaltszwecks dieselbe Fragestellung aufwirft wie die Überprüfung 
des in Art. 5 Abs. 2 AuG genannten Merkmals der gesicherten Wieder-
ausreise. Es kann daher an die bisherige Praxis und Rechtsprechung 
bezüglich des letztgenannten Merkmals angeknüpft werden. 

6.
Das Schengen-Recht nimmt eine Differenzierung in Bezug auf die Vi-
sumspflicht  von  Drittstaatsangehörigen  vor.  Die  Verordnung  (EG) 
Nr. 539/2001  des  Rates  vom  15. März  2001  (ABl.  L 81  vom 
21.03.2001, S. 1–7) verweist in Art. 1 Abs. 1 und 2 auf die Anhänge I 
und  II,  welche  jeweils  eine  Liste  von  Drittländern  enthalten.  In  An-
hang I sind diejenigen Drittstaaten aufgelistet, deren Staatsangehörige 
beim Überschreiten der Aussengrenzen der Schengen-Mitgliedstaaten 
im Besitz eines Visums sein müssen; Anhang II dagegen führt diejeni-
gen Drittländer auf, deren Staatsangehörige von der Visumspflicht be-
freit  sind. Als  thailändische Staatsangehörige  unterliegt  die  Gesuch-
stellerin damit der Visumspflicht.

7.
Das Bundesamt verweigerte der Gesuchstellerin die Visumserteilung 
insbesondere mit  der Begründung, dass angesichts der im Vergleich 
zur Schweiz schlechteren Lebensbedingungen in Thailand und insbe-
sondere in ihrer Herkunftsregion keine genügende Gewähr für ihre ge-
sicherte Wiederausreise bestehen würde.

7.1 Geht es um die Prüfung des Kriteriums der gesicherten Wieder-
ausreise, so können bezüglich eines solchen künftigen Verhaltens kei-
ne gesicherten Feststellungen, sondern lediglich Prognosen getroffen 
werden. Anhaltspunkte für die Beurteilung der gesicherten Wiederaus-
reise können sich aus der allgemeinen Lage im Herkunftsland der Be-

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sucherin oder des Besuchers ergeben. In diesem Rahmen ist bei Ein-
reisegesuchen von Personen aus Staaten beziehungsweise Regionen 
mit  politisch  oder  wirtschaftlich  vergleichsweise ungünstigen Verhält-
nissen zu berücksichtigen,  dass deren persönliche Interessenlage in 
solchen Fällen häufig nicht mit dem Ziel und Zweck einer zeitlich be-
fristeten Einreisebewilligung in Einklang steht.

7.2 Die internationale Finanzkrise hat  seit  dem letzten Quartal  2008 
auch  auf  die  Wirtschaft  Thailands  deutlich  spürbare  Auswirkungen. 
Hauptursache  ist  deren  Exportabhängigkeit  und  das  Wegbrechen 
wichtiger  Absatzmärkte  (USA,  Japan,  EU,  China).  Überlagert  wurde 
der Ende vergangenen Jahres einsetzende Abwärtstrend durch die po-
litische Konfrontation zwischen damaliger Regierung und regierungs-
kritischen Demonstranten, die Ende November 2008 in der Besetzung 
der internationalen Flughäfen Bangkoks gipfelte und zu einem massi-
ven Einbruch im Tourismus führte. Die Regierung Abhisit hat auf den 
wirtschaftlichen Rückgang relativ rasch reagiert und bereits am 13. Ja-
nuar 2009 die erste Staffel eines umfangreichen Konjunkturprogramms 
mit einem Volumen von rund 1,5 Mrd. Euro verabschiedet. Dennoch ist 
unübersehbar, dass der Abwärtstrend bis auf Weiteres anhalten wird. 
Angesichts der schwer einschätzbaren internationalen Risiken, insbe-
sondere der Entwicklung der thailändischen Exportmärkte, bleiben die 
Prognosen für das Jahr 2009 vorsichtig und gehen von einem Wachs-
tum des Bruttoinlandprodukts zwischen 0 und 2% aus. Eine Rezession 
wird nicht ausgeschlossen. Der Einbruch im Exportsektor dürfte 2009 
zu einem Anstieg der Arbeitslosenquote – sie lag Ende 2008 nach offi-
ziellen  Angaben  bei  1,4%  –  auf  3,4  bis  4%  führen  (Quelle: 
http://www.auswaertiges-amt.de,  Länder-  und  Reiseinformationen  > 
Thailand > Wirtschaft, Stand: Mai 2009, besucht am 9. Juni 2009). Vor 
diesem Hintergrund besteht ein vielfacher Wunsch zur Auswanderung, 
der sich vor allem bei denjenigen manifestiert, die bereits über ein mi-
nimales  soziales  Beziehungsnetz  im Ausland verfügen. Im  Falle  der 
Schweiz führt dies angesichts der restriktiven fremdenpolizeilichen Zu-
lassungsregelung nicht selten zur Umgehung ausländerrechtlicher Be-
stimmungen.  Dabei geht es nicht etwa allein um die Einreichung von 
Asylgesuchen  nach  erfolgter  Einreise,  sondern  es  wird  oftmals  ver-
sucht, den Aufenthalt zu verlängern oder – beispielsweise durch Aus-
bildung oder Heirat – auf eine andere migrationsrechtliche Grundlage 
zu  stellen.  Diese  Ausgangslage  dürfte  sich  vorliegend  aufgrund  der 
Herkunft der Gesuchstellerin aus dem Nordosten des Landes, welcher 
bereits vor der Wirtschaftskrise im landesweiten Vergleich zu den wirt-

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schaftlich  am  wenigsten  entwickelten  gehörte  (Quelle:  U.S.  Depart-
ment of State, <http://www.state.gov  >, Countries > Background Notes 
> Thailand, Stand: Januar 2009, besucht am 9. Juni 2009), noch ver-
schärft darstellen, wie die Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung zutref-
fend festgehalten hat.

8.
Die  geschilderten  Umstände  im  Herkunftsland  der  Gesuchstellerin 
deuten zwar auf ein latentes Risiko einer nicht fristgerechten Wieder-
ausreise hin; sie entbinden die Vorinstanz bei der Analyse des Migrati-
onsrisikos jedoch nicht von einer einzelfallbezogenen Beurteilung. Na-
mentlich können berufliche, gesellschaftliche oder familiäre Verpflich-
tungen die Prognose für eine anstandslose Wiederausreise begünsti-
gen. Umgekehrt  muss bei  einer  gesuchstellenden Person,  die  keine 
der  erwähnten  Verpflichtungen  hat,  welche  sie  von  einer  möglichen 
Emigration  abhalten  könnten,  aufgrund  entsprechender  Erfahrungen 
das Risiko eines ausländerrechtlich nicht vorschriftsgemässen Verhal-
tens  nach  bewilligter  Einreise  zu  einem Besuchsaufenthalt  als  hoch 
eingeschätzt werden.

Die  Gesuchstellerin  ist  28-jährig,  ledig  und kinderlos. Über  ihre per-
sönliche Situation ist – abgesehen von Alter und Zivilstand – kaum et-
was  bekannt.  Gemäss  den  Angaben  des  Beschwerdeführers  leben 
zwar ihre Eltern und Geschwister im gleichen Ort. Genauere Hinweise 
zu den Verhältnissen oder der beruflichen Tätigkeit dieser Familienmit-
glieder,  welche  allenfalls  einen  Rückschluss  auf  die  wirtschaftlichen 
Verhältnisse  der  Familie  zulassen  würden,  wurden jedoch  keine ge-
macht. Es kann somit nicht davon ausgegangen werden, dass die Ge-
suchstellerin  im Herkunftsland in  günstigen und stabilen  wirtschaftli-
chen Verhältnissen lebt. In diesem Zusammenhang ist  zu erwähnen, 
dass sie zwar im Visumsantrag vom 11. Juni 2008 angegeben hat, ei-
nen Teil der Kosten ihres Aufenthalts in der Schweiz selber – aus Er-
sparnissen –  berappen  zu  wollen,  der  Beschwerdeführer  seinerseits 
jedoch  gegenüber  dem  kantonalen  Migrationsamt  ausführte,  für  die 
Kosten ihrer Reise und ihres Aufenthalts in der Schweiz voll aufzukom-
men.  In  beruflicher  Hinsicht  ist  die  Gesuchstellerin  selber  offenbar 
nicht erwerbstätig, sondern betätigt sich als Hausfrau. Weder aus ihren 
Angaben  noch  aus  denjenigen  des  Beschwerdeführers  geht  jedoch 
hervor, um welchen Haushalt es sich dabei handelt bzw. ob sie sich al-
lenfalls um denjenigen ihrer Eltern kümmert. Daher weist auch nichts 
darauf hin, dass der Gesuchstellerin besondere Pflichten hinsichtlich 

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http://www.state.gov/

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Betreuung von Familienmitgliedern zukämen, welche eine gesicherte 
Wiederausreise als wahrscheinlich erscheinen lassen könnten. Zusam-
menfassend lässt die Aktenlage somit weder auf familiäre oder gesell-
schaftliche noch auf berufliche Verpflichtungen in ihrem Herkunftsland 
schliessen, welche eine günstige Prognose hinsichtlich der gesicher-
ten Wiederausreise nach einem allfälligen Besuchsaufenthalt zulassen 
würden.

9.
Unter  den  dargelegten  Umständen  durfte  die  Vorinstanz  somit  zu 
Recht davon ausgehen, es bestehe nicht genügend Gewähr für eine 
gesicherte Wiederausreise nach einem Besuchsaufenthalt. Daran än-
dert auch nichts, dass der Beschwerdeführer diese zugesichert hat, ist 
doch eine solche Garantie nicht möglich bzw. rechtlich nicht durchsetz-
bar. Gastgeber können für gewisse finanzielle Risiken im Zusammen-
hang  mit  einem Besuchsaufenthalt  garantieren,  nicht  jedoch  für  ein 
bestimmtes Verhalten des Gastes (vgl. anstelle vieler: Urteil des Bun-
desverwaltungsgerichts C-6950/2007 vom 7. November 2008, E. 8).

10.
Aus diesen  Darlegungen  folgt,  dass  die  angefochtene  Verfügung  im 
Lichte von Art. 49 VwVG rechtmässig ist. Die Beschwerde ist daher ab-
zuweisen.

11.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die auf Fr. 600.– festzuset-
zenden Verfahrenskosten dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art.63 
Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 1, Art. 2 und Art. 3 Bst. b des Reglements vom 
21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-
desverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).

Dispositiv S. 10

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.–  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Sie werden mit dem in gleicher Höhe geleisteten Kostenvor-
schuss verrechnet.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Einschreiben)
- die Vorinstanz (Akten Ref-Nr. [...] retour)
- das Migrationsamt des Kantons Zürich (Ref-Nr. [...])

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Ruth Beutler Viviane Eggenberger

Versand:

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