# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9412027f-02f6-5e16-8596-ddf794f4da79
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2012-02-27
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 27.02.2012 E-886/2012
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-886-2012_2012-02-27.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung V
E­886/2012

U r t e i l   v om   2 7 .   F e b r u a r   2 0 1 2

Besetzung Einzelrichterin Regula Schenker Senn,
mit Zustimmung von Richter Daniele Cattaneo;  
Gerichtsschreiberin Anna Poschung.

Parteien A._______,
B._______,
C._______,
D._______,
E._______,
F._______,
G._______,
Syrien,  
alle vertreten durch (…), Freiplatzaktion Zürich, (…), 
Beschwerdeführende, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin­
Verfahren); Verfügung des BFM vom 9. Februar 2012 / 
N (…).

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Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass  das  BFM  auf  erste  Asylgesuche  der  Beschwerdeführenden  vom 
29. Dezember 2008 mit Verfügung vom 15. Mai 2009 nicht eintrat sowie 
deren Wegweisung  aus  der  Schweiz  in  die  Tschechische Republik  und 
den Vollzug anordnete,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  die  gegen  diese  Verfügung 
erhobene Beschwerde vom 11. Juni 2009 mit Urteil vom 11. August 2009 
abwies,

dass die Beschwerdeführenden am 27. August 2009 in die Tschechische 
Republik überstellt wurden,

dass sie am 15. März 2011 im Empfangs­ und Verfahrenszentrum (EVZ) 
H._______ erneut um Asyl nachsuchten,

dass  sie  gemäss  EURODAC­Meldung  vom  16.  März  2011  am  27. 
November  2008  sowie  am  31.  August  2009  in  der  Tschechischen 
Republik daktyloskopiert worden waren und um Asyl ersucht hatten,

dass  die  beiden  erstrubrizierten  Beschwerdeführenden  anlässlich  der 
Befragung zur Person am 24. März 2011 im EVZ H._______ zu Protokoll 
gaben,  von  den  Schweizer  Behörden  nach  Prag  geschickt  worden  zu 
sein,  wo  sie  sechs  Monate  lang  inhaftiert  und  anschliessend  in  einer 
Unterkunft gewesen seien,

dass  sie  von  den  tschechischen  Behörden  am  8.  März  2011  einen 
negativen Asylentscheid erhalten hätten, wogegen sie keine Beschwerde 
eingereicht hätten,

dass  sie  ein  Papier  hätten  unterschreiben  sollen,  um  nach  Syrien 
zurückzukehren,

dass das BFM den Beschwerdeführenden im Rahmen der Befragung im 
EVZ  unter  Hinweis  auf  ihre  Aussagen,  den  EURODAC­Treffer  vom 
27. November  2008  und  die  Rückschaffung  vom  August  2009  das 
rechtliche  Gehör  zur  mutmasslichen  Verfahrenszuständigkeit  der 
Tschechischen  Republik  und  zu  einer  allfälligen  Wegweisung  dorthin 
gewährte,

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dass  die  Beschwerdeführenden  hierzu  erklärten,  nicht  dorthin 
zurückkehren  zu  wollen,  weil  ihnen  dort  mit  dem  Essen 
gesundheitsschädigende Mittel verabreicht worden seien,

dass  die  zweitrubrizierte Beschwerdeführerin  seither  unter Rücken­  und 
Brustschmerzen leide,

dass  es  dort  auch  keine  medizinische  Versorgung  gebe  und  sie  keine 
Möglichkeit gehabt hätten, einen Arzt aufzusuchen,

dass  die  tschechischen  Behörden  sie  aufgefordert  hätten,  das  Land  zu 
verlassen und ihnen weder Bewilligungen noch Arbeit geben würden,

dass  sie  als  Beweismittel  verschiedene  fremdsprachige  Dokumente 
(gemäss  dem  Protokoll  zur  Befragung  zur  Person  tschechische 
Asylunterlagen, vgl. B6/11 S. 6) und eine Parteibestätigung, datiert vom 
23. Juli 2009, einreichten,

dass  die  Beschwerdeführenden  durch  ihren  vormaligen  Rechtsvertreter 
mit Eingabe vom 13. April 2011 unter anderem um Akteneinsicht vor dem 
Ergehen  eines  Entscheides  ersuchten  und  weitere  Beweismittel  (vgl. 
Beilagenverzeichnis in B11/17 S. 3) einreichten,

dass sie mit Eingabe vom 10. Juni 2011 einen Arztbericht von Dr. med. 
I._______, FMH Pädiatrie,  (…),  datiert  vom 7.  Juni  2011,  zu den Akten 
reichten,

dass sie am 17. August 2011 weitere Beweismittel bezüglich der geltend 
gemachten  Asylgründe  einreichten  (vgl.  Beilagenverzeichnis  in  B13/2 
S. 1),

dass das BFM gestützt auf die Aussagen der Beschwerdeführenden am 
16.  September  2011  ein  Ersuchen  an  die  Tschechische  Republik  um 
Übernahme der Beschwerdeführenden im Sinne von Art. 16 Abs. 1 Bst. e 
der Verordnung {EG} Nr. 343/2003 des Rates vom 18. Februar 2003 zur 
Festlegung  der  Kriterien  und  Verfahren  zur  Bestimmung  des 
Mitgliedstaates,  der  für  die  Prüfung  eines  von  einem 
Drittstaatsangehörigen  in  einem  Mitgliedstaat  gestellten  Asylantrags 
zuständig ist [Dublin­II­VO] stellte,

dass die tschechischen Behörden das Ersuchen am 27. September 2011 
guthiessen,

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dass  das  BFM  den  Beschwerdeführenden  am  6.  Februar  2012 
Akteneinsicht gewährte,

dass das BFM mit Verfügung vom 9. Februar 2012 (eröffnet tags darauf) 
in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d  des Asylgesetzes vom 26.  Juni 
2008 (AsylG, SR 142.31) auf die Asylgesuche der Beschwerdeführenden 
nicht  eintrat,  deren Wegweisung  aus  der  Schweiz  in  die  Tschechische 
Republik  sowie  den Wegweisungsvollzug  anordnete  und dabei  festhielt, 
einer  Beschwerde  gegen  diese Verfügung  komme  keine  aufschiebende 
Wirkung zu,

dass  es  zur  Begründung  seines  Nichteintretensentscheides  im 
Wesentlichen anführte, die EURODAC­Meldung weise nach, dass sie  in 
der Tschechischen Republik Asylgesuche eingereicht hätten,

dass  sie  anlässlich  der  Befragung  zur  Person  zudem  zu  Protokoll 
gegeben hätten, sich seit ihrer Überstellung bis zur Wiedereinreise in die 
Schweiz  ununterbrochen  in  der Tschechischen Republik  aufgehalten  zu 
haben,

dass  die  tschechischen  Behörden  das  Ersuchen  des  BFM  um 
Übernahme  der  Beschwerdeführenden  gutgeheissen  hätten,  womit 
gemäss  dem  Abkommen  vom  26.  Oktober  2004  zwischen  der 
Schweizerischen  Eidgenossenschaft  und  der  Europäischen 
Gemeinschaft  über  die  Kriterien  und  Verfahren  zur  Bestimmung  des 
zuständigen Staates für die Prüfung eines in einem Mitgliedstaat oder  in 
der  Schweiz  gestellten  Asylantrags  (Dublin­Assoziierungsabkommen 
[DAA],  SR 0.142.392.68)  die  Tschechische  Republik  für  das  Asyl­  und 
Wegweisungsverfahren zuständig sei,

dass der im Rahmen des rechtlichen Gehörs gelten gemachte Umstand, 
dass  die  Asylgesuche  in  der  Tschechischen  Republik  erneut  abgelehnt 
worden seien, gemäss Art. 16 Abs. 1 Bst. e Dublin­II­VO keine Änderung 
der Zuständigkeit zu bewirken vermöge,

dass  die  Tschechische Republik  sowohl  Signatarstaat  des  Abkommens 
vom  28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  (FK, 
SR 0.142.30)  als  auch  der  Konvention  vom  4. November  1950  zum 
Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) und 
des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere 
grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK,  SR  0.105)  sei  und  keine  konkreten  Anhaltspunkte  vorliegen 

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würden,  dass  sich  die  Tschechische  Republik  nicht  an  die  daraus 
resultierenden  völkerrechtlichen  Verpflichtungen  halten  und  den 
Beschwerdeführenden  insbesondere  keinen  effektiven  Schutz  vor 
Rückschiebung gewähren würde,

dass  die  Prüfung  von  möglichen  Asylgründen  und 
Wegweisungshindernissen  im  Heimatland  nicht  Gegenstand  des 
vorliegenden  Dublin­Verfahrens  sei,  weil  die  Beschwerdeführenden 
allfällige  neue  Asylgründe  und  Wegweisungshindernisse  bei  den 
zuständigen tschechischen Behörden vorzubringen hätten,

dass die Rückführung – vorbehältlich einer allfälligen Unterbrechung oder 
Verlängerung (Art. 19 f. Dublin­II­VO) – bis spätestens am 27. März 2012 
zu erfolgen habe, 

dass  weiter  die  Wegweisung  die  Regelfolge  eines 
Nichteintretensentscheides darstelle und keine Gründe ersichtlich seien, 
die  auf  Unzulässigkeit,  Unzumutbarkeit  oder  Unmöglichkeit  eines 
Wegweisungsvollzuges  in  die  Tschechische Republik  schliessen  lassen 
könnten,

dass  der  Grundsatz  der  Nichtrückschiebung  hinsichtlich  des 
Heimatstaates nicht zur Prüfung gelange und keine Hinweise bestünden, 
den  Beschwerdeführenden  drohe  in  der  Tschechischen  Republik  eine 
Verletzung von Art. 3 EMRK,

dass weiter die Tschechische Republik wie  jeder Dublin­Mitgliedstaat an 
die  Richtlinie  2003/9/EG  des Rates  vom  27.  Januar  2003  (nachfolgend 
Aufnahmerichtlinie) gebunden sei, welche zahlreiche Mindestnormen  für 
die  Aufnahme  und  Betreuung  von  Asylsuchenden  beinhalte  und  auch 
regle, dass die Mitgliedstaaten minderjährigen Kindern den Zugang zum 
Bildungssystem  gestatten  sowie  die  erforderliche  medizinische 
Versorgung gewährleisten müssten,

dass  die  Behörden  zudem  der  Situation  von  verletzlichen  Personen 
insbesondere  bezüglich  Unterbringung  und  Unterstützungsleistungen 
besonders  Rechnung  zu  tragen  hätten  und  keine  Hinweise  vorliegen 
würden, dass sich die Tschechische Republik nicht an die Bestimmungen 
der  Aufnahmerichtlinie  halten  oder  die  notwendigen 
Unterstützungsleistungen nicht gewähren würde, 

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dass  es  sich  bei  den  Beschwerdeführenden  um  besonders 
schutzbedürftige  Personen  handeln  würde,  den  Akten  jedoch  keine 
Anhaltspunkte  entnommen  werden  könnten,  dass  sie  nach  einer 
Überstellung  in  die  Tschechische Republik  in  eine  existenzielle Notlage 
geraten  würden,  weshalb  keine  Gründe  vorlägen,  welche  einen 
Selbsteintritt im Sinne von Art. 3 Abs. 2 Dublin­II­VO begründen würden,

dass  Beschwerden  gegen  Nichteintretensentscheide  gemäss  Art.  34 
Abs. 2  Bst.  d  AsylG  gestützt  auf  Art.  107a  AsylG  keine  aufschiebende 
Wirkung zukomme,

dass die Beschwerdeführenden mit Eingabe vom 17. Februar 2012 durch 
die  rubrizierte  Rechtsvertreterin  gegen  diese  Verfügung  Beschwerde 
erhoben  und  die  Aufhebung  der  angefochtenen  Verfügung  unter 
Ausübung des Selbsteintrittsrechts der Schweiz, die Gewährung von Asyl 
sowie eventualiter die Gewährung der vorläufigen Aufnahme beantragen,

dass der Beschwerde die aufschiebende Wirkung  zu gewähren und die 
zuständige Behörde anzuweisen sei, von Vollzugshandlungen einstweilen 
Abstand zu nehmen,

dass  ihnen  die  unentgeltliche  Rechtspflege  zu  gewähren  und  auf 
Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten sei,

dass  sie  zur  Begründung  im Wesentlichen  anführen,  die  Schweiz  wäre 
gehalten  gewesen,  von  ihrem  Selbsteintrittsrecht  gemäss  Art.  3  Abs.  2 
Dublin­II­VO Gebrauch zu machen,

dass nämlich der sechsmonatige Gefängnisaufenthalt der ganzen Familie 
in  der  Tschechischen  Republik  gegen  die  EMRK  und  das 
Übereinkommen  vom  20. November  1989  über  die  Rechte  des  Kindes 
(KRK, SR 0.107) verstosse, zumal sie  in einer Zelle  in einem Gefängnis 
gelebt  hätten,  wo  sich  andere  abgewiesene  Asylsuchende,  aber  auch 
gemeinrechtliche Gefangene befunden hätten,

dass sie nach dem Gefängnisaufenthalt noch  fast ein Jahr  lang  in einer 
Unterkunft  gewesen  seien, wo  lediglich einmal  pro Woche Kindergarten 
und keinerlei Unterricht für die älteren Kinder, sondern einzig eine Stunde 
pro Woche Tschechisch­Unterricht angeboten worden sei,

dass  sich  zwar  nicht  nachweisen  lasse,  dass  ihnen  mit  dem  Essen 
tatsächlich Mittel  verabreicht worden seien, hingegen dieses Vorbringen 

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deutlich  zeige,  wie  unsicher  sie  sich  dort  gefühlt  hätten,  was  weitere 
Stressmomente für die Kinder bedeutet habe,

dass  die  Aufnahmebedingungen  in  der  Tschechischen  Republik  prekär 
gewesen  seien  und  die  medizinische  Versorgung  weitgehend  gefehlt 
habe,  was  für  die  im  sechsten  Monat  schwangere  zweitrubrizierte 
Beschwerdeführerin unter Umständen lebensbedrohend würde,

dass als Beweismittel ein ärztliches Attest von med. pract. J._______, FA 
Allgemeine  Medizin  FMH  und  Pädiatrie,  (...),  datiert  vom  14. Februar 
2012 sowie ein Schreiben der Human Rights Organization in Syria MAF, 
datiert vom 13. Februar 2012, eingereicht wurden,

dass  die  Instruktionsrichterin  mit  Telefax  vom  17.  Februar  2012  den 
Wegweisungsvollzug per sofort aussetzte, bis nach Eingang und Prüfung 
der  vorinstanzlichen  Akten  über  eine  allfällige  Gewährung  der 
aufschiebenden Wirkung der Beschwerde nach Art. 107a AsylG befunden 
werde,

dass  die  vorinstanzlichen  Akten  am  20.  Februar  2012  beim 
Bundesverwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG), 

und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig 
über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 
20.  Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG, 
SR 172.021]) des BFM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31­33 des 
Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005  [VGG, SR 173.32]; Art. 
83 Bst.  d Ziff.  1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17.  Juni 2005  [BGG, 
SR 173.110]), 

dass  sich  das  Verfahren  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem  BGG 
richtet, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 
6 AsylG), 

dass  die  Beschwerdeführenden  durch  die  angefochtene  Verfügung 
besonders  berührt  sind,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren 
Aufhebung  beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung 

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der  Beschwerde  legitimiert  sind  (Art.  105  AsylG  i.V.m.  Art.  48  Abs.  1 
VwVG),

dass somit – unter Vorbehalt nachfolgender Einschränkung – auf die frist­ 
und formgerecht eingereichte Beschwerde einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 
AsylG und Art. 52 VwVG), 

dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

dass  bei  Beschwerden  gegen  Nichteintretensentscheide,  mit  denen  es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art.  32­35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der 
Beschwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist, 

dass  sich  demnach  die  Beschwerdeinstanz  –  sofern  sie  den 
Nichteintretensentscheid  als  unrechtmässig  erachtet  –  einer 
selbständigen  materiellen  Prüfung  enthält,  die  angefochtene  Verfügung 
aufhebt  und  die  Sache  zu  neuer  Entscheidung  an  die  Vorinstanz 
zurückweist  (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen 
Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.),

dass  demzufolge  auf  die  Beschwerdebegehren,  es  sei  den 
Beschwerdeführenden Asyl oder eventualiter die vorläufige Aufnahme zu 
gewähren, entsprechend nicht einzutreten ist, 

dass die Vorinstanz  indes die Frage der Wegweisung und des Vollzugs 
materiell  geprüft  hat,  weshalb  dem  Bundesverwaltungsgericht 
diesbezüglich volle Kognition zukommt,

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 
Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  entschieden  wird 
(Art.  111  Bst.  e  AsylG),  und  es  sich  vorliegend,  wie  nachfolgend 
aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid 
nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG), 

dass  gestützt  auf  Art.  111a  Abs.  1  AsylG  vorliegend  auf  einen 
Schriftenwechsel verzichtet wurde, 

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dass  auf  Asylgesuche  in  der  Regel  nicht  eingetreten  wird,  wenn 
Asylsuchende  in  einen  Drittstaat  ausreisen  können,  welcher  für  die 
Durchführung  des  Asyl­  und  Wegweisungsverfahrens  staatsvertraglich 
zuständig ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG),

dass das BFM seinen Nichteintretensentscheid rechtskonform begründet 
hat  und  vorab  zwecks  Vermeidung  von  Wiederholungen  auf  obige 
zusammenfassende  Darlegung  dieser  Erwägungen  sowie  im  Detail  auf 
den  diesbezüglichen  Inhalt  der  angefochtenen  Verfügung  verwiesen 
werden kann, 

dass  sich  die  Beschwerdeführenden  vor  ihrer  erneuten  Einreise  in  die 
Schweiz  unbestrittenermassen  in  der  Tschechischen  Republik 
aufgehalten haben,

dass  die  tschechischen Behörden  am 27. September  2011  gestützt  auf 
Art.  16  Abs.  1  Bst.  e  Dublin­II­VO  dem  Ersuchen  des  BFM  um 
Wiederaufnahme der Beschwerdeführenden zustimmten,

dass  somit  die  Zuständigkeit  zur  Durchführung  des  Asyl­  und 
Wegweisungsverfahrens bei der Tschechischen Republik  liegt, und dies 
von den Beschwerdeführenden  im Grundsatz denn auch nicht bestritten 
wird,

dass zudem keine Gründe ersichtlich sind, die einen Selbsteintritt gemäss 
Art. 3 Abs. 2 Dublin­II­VO nahe legen würden,

dass die Tschechische Republik unter anderem Signatarstaat der FK, der 
EMRK  und  der  FoK  ist  und  den  vorliegenden  Akten  keine  konkreten 
Hinweise  dafür  zu  entnehmen  sind,  die  Tschechische  Republik  würde 
sich nicht an die daraus resultierenden Verpflichtungen halten,

dass  an  dieser  Einschätzung  auch  der  Einwand  der 
Beschwerdeführenden,  sie  seien  nach  ihrer  Überstellung  in  die 
Tschechische  Republik  während  sechs Monaten  inhaftiert  worden,  was 
eine Verletzung der EMRK darstelle, nichts zu ändern vermag,

dass die angebliche Haft nämlich sowohl  im erstinstanzlichen Verfahren 
als  auch  mit  der  Rechtsmitteleingabe  weder  belegt  noch  näher 
substantiiert wird,

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dass  sich  die  diesbezüglichen  Ausführungen  der  Beschwerdeführenden 
anlässlich  der  Befragung  zur  Person  auf  einige  wenige  plakative 
Aussagen  beschränken  (vgl.  beispielhaft  B6/11  S.  8:  "Ich  bin  nicht 
freiwillig  aus Tschechien  ausgereist. Wir  haben  dort  gelitten. Wir waren 
dort am Anfang sechs Monate in Haft."), während detaillierte Angaben zu 
den Haftbedingungen gänzlich fehlen,

dass weiter  der  erstrubrizierte Beschwerdeführer  auf  die Frage,  an was 
für Adressen er in der Tschechischen Republik gelebt habe, zu Protokoll 
gab, bis zuletzt in K._______ gelebt zu haben (vgl. B6/11 S. 6),

dass  vor  diesem Hintergrund die  geltend gemachte  halbjährige Haft  als 
unglaubhaft zu bewerten und vielmehr davon auszugehen  ist, dass sich 
die  Beschwerdeführenden  seit  der  Überstellung  aus  der  Schweiz  im 
August  2009  bis  zur  erneuten Einreise  im März  2011  im  tschechischen 
Zentrum für Asylsuchende in K._______ aufgehalten haben,

dass auch die auf Beschwerdeebene behauptete Verletzung von Art. 28 
KRK  in  keiner  Weise  belegt  wird  und  demzufolge  zusammen  mit  der 
Vorinstanz  festzustellen  ist,  dass  keine  substanziierten  Hinweise 
vorliegen,  wonach  sich  die  tschechische  Republik  nicht  an  Art.  10  der 
Aufnahmerichtlinie  (Grundschulerziehung  und  weiterführende  Bildung 
Minderjähriger) halten würde,

dass  weiter  die  geltend  gemachten  psychischen  Probleme  der  beiden 
älteren  Kinder  ((…);  vgl.  Arztzeugnis  vom  7.  Juni  2011  [B12/3])  einer 
Rückführung  in  die  Tschechische  Republik  nicht  entgegenstehen  (vgl. 
hierzu  auch  bereits  das  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts 
E­3783/2009  vom  11.  August  2009  S.  8),  zumal  sie  bei  Bedarf  in  der 
Tschechischen  Republik  eine  adäquate  medizinische  Betreuung  in 
Anspruch nehmen können,

dass  schliesslich  auch  die  (…)  und  der  Gesundheitszustand  der 
zweitrubrizierten  Beschwerdeführerin  (vgl.  Arztzeugnis  vom  14.  Februar 
2012)  keine  Gründe  für  die  Ausübung  des  Selbsteintrittsrechts  der 
Schweiz  darstellen,  wobei  es  der  zuständigen  Vollzugsbehörde  obliegt, 
die Reisefähigkeit der Beschwerdeführerin zu beurteilen,

dass  die  zuständigen  Behörden  anzuweisen  sind,  dem 
Gesundheitszustand  der  zweitrubrizierten  Beschwerdeführerin  und  der 
beiden  älteren  Kinder  bei  der  Ausgestaltung  der  Vollzugsmodalitäten 
(allenfalls  medizinische  Reisevorbereitung  und  Information  der 

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tschechischen  Behörden  über  die  gesundheitlichen  Probleme  der 
Beschwerdeführenden) Rechnung zu tragen,

dass das BFM demnach zu Recht in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d 
AsylG  auf  die  Asylgesuche  der  Beschwerdeführenden  nicht  eingetreten 
ist,

dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegweisung 
aus der Schweiz zur Folge hat  (Art.  44 Abs. 1 AsylG),  vorliegend keine 
ausländerrechtliche  Aufenthaltsbewilligung  erteilt  wurde  und  auch  kein 
Anspruch  auf  Erteilung  einer  solchen  besteht,  weshalb  die  verfügte 
Wegweisung  im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und 
demnach zu bestätigen ist, 

dass  im  Rahmen  des  Dublin­Verfahrens  –  bei  dem  es  sich  um  ein 
Überstellungsverfahren  in  den  für  die  Prüfung  des  Asylgesuches 
zuständigen  Staat  handelt  –  systembedingt  kein  Raum  bleibt  für 
Ersatzmassnahmen im Sinne von Art. 44 Abs. 2 AsylG i.V.m. Art. 83 Abs. 
1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen 
und Ausländer (AuG, SR 142.20), 

dass eine entsprechende Beurteilung  soweit  notwendig  vielmehr bereits 
im Rahmen der Prüfung des Selbsteintritts stattfinden muss, 

dass  das  BFM  in  diesem  Sinn  den  Vollzug  der  Wegweisung  in  die 
Tschechische  Republik  zutreffend  für  zulässig,  zumutbar  und  möglich 
erklärt hat, 

dass  es  sich  erübrigt,  auf  die  Vorbringen  in  der  Beschwerde  und  die 
eingereichten  Beweismittel  noch  näher  einzugehen,  da  diese  an  der 
Würdigung des vorliegenden Sachverhalts nichts zu ändern vermögen,

dass es den Beschwerdeführenden nicht gelungen ist darzutun, inwiefern 
die angefochtene Verfügung Bundesrecht verletze, den rechtserheblichen 
Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststelle  oder  unangemessen 
sei (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen ist, soweit auf 
diese einzutreten ist,

dass  sich  ihre  Rechtsbegehren  aufgrund  vorstehender  Erwägungen  als 
aussichtslos  erwiesen  haben,  weshalb  das  Gesuch  um  unentgeltliche 
Rechtspflege nach Art. 65 Abs. 1 VwVG abzuweisen ist,

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dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600.­  (Art. 
1­3  des  Reglements  vom  21.  Februar  2008  über  die  Kosten  und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 
173.320.2]) den Beschwerdeführenden aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 
VwVG),

dass  mit  dem  instruktionslosen  Direktentscheid  in  der  Hauptsache  die 
Gesuche um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und um 
Gewährung  der  aufschiebenden  Wirkung  der  Beschwerde  hinfällig 
geworden sind.

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2. 
Die  zuständigen  Behörden  werden  angewiesen,  dem 
Gesundheitszustand  der  zweitrubrizierten  Beschwerdeführerin  und  der 
beiden  älteren  Kinder  bei  der  Ausgestaltung  der  Vollzugsmodalitäten 
Rechnung zu tragen.

3. 
Das Gesuch um Gewährung der  unentgeltlichen Rechtspflege  im Sinne 
von Art. 65 Abs. 1 VwVG wird abgewiesen.

4. 
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.­  werden  den  Beschwerdeführenden 
auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

5. 
Dieses  Urteil  geht  an  die  Beschwerdeführenden,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin:

Regula Schenker Senn Anna Poschung

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