# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7c533c57-f6c4-59a5-b336-3b637bed5ee6
**Source:** Glarus (GL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-11-09
**Language:** de
**Title:** Glarus Verwaltungsgericht 09.11.2023 VG.2022.00084 (VG.2023.1301)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GL_Omni/GL_VG_001_VG-2022-00084_2023-11-09.html

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GLARUS

    
	
     

    
	
     

    
	
     

    
	
    Urteil vom 9. November 2023

    
	
     

    
	
     

    
	
    I. Kammer

    
	
     

    
	
     

    
	
    Besetzung:
    Gerichtspräsident MLaw Colin Braun, Verwaltungsrichter Ernst Luchsinger,
    Verwaltungsrichter Patrik Noser und Gerichtsschreiberin MLaw Paula Brändli

    
	
     

    
	
     

    
	
    in Sachen

    
	
    VG.2022.00084

    
	
     

    
	
     

    
	
     

    
	
    	
      A.______AG

      	
      Beschwerdeführerin

      

    

    
	
     

    
	
    	
      vertreten durch lic. iur. Michael
      Fretz, Rechtsanwalt

      

    

    
	
     

    
	
     

    
	
     

    
	
    gegen

    
	
     

    
	
     

    
	
     

    
	
    	
      1.

      	
      Swisscom (Schweiz) AG

      	
      Beschwerdegegner

      

    

    
	
     

    
	
    	
      vertreten durch lic. iur. Werner
      Zgraggen, Rechtsanwalt

      

    

    
	
     

    
	
    	
      2.

      	
      Gemeinde Glarus Nord

      

    

    
	
     

    
	
    	
      3.

      	
      Departement Bau und Umwelt des Kantons
      Glarus

      

    

    
	
     

    
	
     

    
	
    betreffend

    
	
     

    
	
     

    
	
    Baubewilligung

    
	
     

    
	
    Die Kammer zieht in Erwägung:

    
	
    I.

    
	
    1.

    
	
    Die Swisscom (Schweiz)
    AG reichte am 11. Juli 2019 bei der Gemeinde Glarus Nord ein Gesuch für den
    Neubau einer Mobilfunkanlage auf der in der Industriezone gelegenen
    Parz.-Nr. 01 (Grundbuch […]) ein. Das Baugesuch lag vom 15. August
    2019 bis zum 16. September 2019 öffentlich auf. Hiergegen erhob unter
    anderem die A.______AG am 30. August 2019 bzw. 13. September
    2019 Einsprache, welche die Gemeinde Glarus Nord am 17. Februar 2021)
    abwies, soweit sie darauf eintrat. Gleichzeitig erteilte sie die
    Baubewilligung unter Auflagen.

    
	
     

    
	
    2.

    
	
    Die von der A.______AG
    am 17. März 2021 gegen den Entscheid der Gemeinde Glarus Nord vom 17.
    Februar 2021 erhobene Beschwerde wies das Departement Bau und Umwelt des
    Kantons Glarus (DBU) am 29. November 2022 ab.

    
	
     

    
	
    3.

    
	
    3.1 Die A.______AG gelangte mit Beschwerde vom 22.
    Dezember 2022 ans Verwaltungsgericht und beantragte die Aufhebung des
    Entscheids des DBU vom 29. November 2022. Die Baubewilligung für den
    Neubau der Mobilfunkanlage an der X-Strasse 1 in […] sei nicht zu
    erteilen; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen im Verwaltungs- sowie Verwaltungsgerichtsverfahren
    zu Lasten der Swisscom (Schweiz) AG, der Gemeinde Glarus Nord und des DBU.
    Das DBU beantragte am 18. Januar 2023 die Abweisung der Beschwerde,
    soweit darauf einzutreten sei; unter Kostenfolge. Die Swisscom (Schweiz) AG
    liess sich am 23. Januar 2023 vernehmen und beantragte ebenfalls die
    Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei; unter Kosten- und
    Entschädigungsfolge zu Lasten der A.______AG. Die Gemeinde Glarus Nord
    schloss am 8. Februar 2023 auf Abweisung der Beschwerde. Eventualiter sei
    die Beschwerde gutzuheissen und die Baubewilligung zu verweigern, soweit
    der von der A.______AG bemängelte Wechsel der Antennenanlage des Typs
    Ericsson AIR6488 auf den Typ Ericsson AIR3268 tatsächlich zutreffend und
    dementsprechend die Baubewilligung basierend auf einer falschen Datenlage
    erteilt worden sei; unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der
    A.______AG.

    
	
     

    
	
    3.2 Nachdem die A.______AG mit Replik vom 20. März
    2023 an ihren Rechtsbegehren festgehalten hatte, verzichtete die Gemeinde
    Glarus Nord mit Schreiben vom 4. April 2023 auf die Einreichung einer
    Duplik. Das DBU erneuerte seine Rechtsbegehren am 25. April 2023 ebenso wie
    die Swisscom (Schweiz) AG die ihrigen am 4. Mai 2023.

    
	
     

    
	
    3.3 Die A.______AG reichte am 15. Mai 2023 eine
    weitere Stellungnahme ein und beantragte Einsicht in den Kontrollbericht
    zur Profilkontrolle sowie in das Messprotokoll. In der Folge legte das DBU
    am 23. Mai 2023 das Messprotokoll vom 16. Juni 2022 ins Recht und die
    Swisscom (Schweiz) AG erneuerte ihre Rechtsbegehren mit Eingabe vom 15.
    Juni 2023. Die Gemeinde Glarus Nord liess sich nicht nochmalig vernehmen.

    
	
     

    
	
    3.4 Am 23. Juni 2023 nahm die A.______AG erneut
    Stellung und ersuchte um Einsicht in die ungeschwärzte Version des Berichts
    zur Immissionsmessung vom 16. Juni 2022. Nachdem ihr diese am 26. Juni 2023
    gewährt wurde, verzichtete sie mit Schreiben vom 24. Juli 2023 auf weitere
    Ausführungen.

    
	
     

    
	
    II.

    
	
    1.

    
	
    1.1
    Das Verwaltungsgericht ist gemäss
    Art. 79 Abs. 1 des Raumentwicklungs- und Baugesetzes vom
    2. Mai 2010 (RBG) i.V.m. Art. 105 Abs. 1 lit. b
    des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 4. Mai 1986
    (VRG) zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Da auch die
    übrigen Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten
    (vgl. aber nachstehende E. II/3.3, II/4.6 und II/8).

    
	
     

    
	
    1.2 Gemäss Art. 107 Abs. 1 VRG können mit
    der Verwaltungsgerichtsbeschwerde die unrichtige oder unvollständige
    Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts (lit. a) sowie die
    unrichtige Rechtsanwendung einschliesslich eines Missbrauchs des Ermessens
    (lit. b) gerügt werden. Die Unangemessenheit des Entscheids kann
    gemäss abschliessender Aufzählung in Art. 107 Abs. 2 VRG nur ausnahmsweise
    geltend gemacht werden, wobei ein solcher Ausnahmefall nicht vorliegt.

    
	
     

    
	
    2.

    
	
    Vorliegend soll auf der Parz.-Nr. 01
    (Grundbuch […]) eine adaptive Antenne errichtet werden, die gemäss neuem
    Mobilfunkstandard 5G betrieben werden soll, welcher weitgehend auf 4G LTE
    aufbaut. Die in der Verordnung vom 23. Dezember 1999 über den Schutz
    vor nichtionisierender Strahlung (NISV) festgelegten Immissions- und
    Anlagegrenzwerte variieren dabei je nach Frequenz der Strahlung, sind aber
    nicht von der Mobilfunktechnologie abhängig und gelten damit unabhängig
    davon, ob es sich um 4G oder 5G handelt. Bisherige in der Schweiz
    eingesetzte Mobilfunkantennen senden im Wesentlichen mit einer immer
    gleichen räumlichen Verteilung der Strahlung. Adaptive Antennen (wie die
    vorliegend streitbetroffene Anlage) sind demgegenüber in der Lage, das
    Signal tendenziell in die Richtung der Nutzerin oder des Nutzers
    bzw. des Mobilfunkgeräts zu fokussieren und es in andere Richtungen zu
    reduzieren ("beamforming"; vgl. auch Anhang 1 Ziff. 62
    Abs. 6 NISV). Solche Antennen können mit der neusten Mobilfunkgeneration
    (5G), aber auch mit bisherigen Technologien kombiniert werden. Die
    Anpassung der Senderichtung und des Antennendiagramms, die adaptive
    Antennen ausmacht, kann sowohl in horizontaler als auch in vertikaler
    Senderichtung geschehen. Wie viele Beams eine adaptive Antenne erzeugen
    kann, hängt von der Anzahl separat ansteuerbarer Antenneneinheiten
    ("Sub-Arrays") ab. Je nach angewendeter Technologie kann entweder
    nur ein Beam auf einmal, oder es können mehrere Beams gleichzeitig
    ausgesendet werden. Das Antennendiagramm muss nicht unbedingt eine klare
    Hauptstrahlrichtung haben, sondern es kann verschiedene Ausprägungen
    aufweisen. Alle möglichen Beams und Ausprägungsformen bleiben dabei jedoch
    innerhalb eines umhüllenden Antennendiagramms (BGer-Urteil 1C_101/2021 vom
    13. Juli 2023 E. 2, 1C_100/2021 vom 14. Februar 2023 E. 4,
    je mit Hinweisen).

    
	
     

    
	
    3.

    
	
    3.1

    
	
    3.1.1 Formell baurechtlich bringt die Beschwerdeführerin
    zunächst vor, die Beschwerdegegnerin 1 habe das Bauvorhaben falsch
    profiliert, indem der Standort der Aussteckung nicht mit den Bauplänen
    übereinstimme. Es sei zu befürchten, dass die Antennenanlage an einem
    anderen Standort erstellt werde, wodurch die von der
    Beschwerdegegnerin 1 eingereichten Immissionsberechnungen nicht mehr
    korrekt wären.

    
	
     

    
	
    3.1.2 Die Beschwerdegegnerin 1 stellt sich auf den
    Standpunkt, die Profilierung diene lediglich der Illustration. Massgebend
    seien die Baupläne, wobei ihr, der Beschwerdegegnerin 1, eine exakte
    Aussteckung nicht möglich gewesen sei, andernfalls eine bestehende Baute
    hätte beschädigt werden müssen. Es sei indessen ein Vermerk am Profil
    angebracht, welcher auf den korrekten Standpunkt hinweise. Darüber hinaus
    hätte die Beschwerdeführerin diesen Umstand sofort rügen müssen und sie
    vermöge daraus kein Recht für sich abzuleiten, zumal ihr daraus auch kein
    Nachteil entstanden sei.

    
	
     

    
	
    3.1.3 Der Beschwerdegegner 3 vertritt die Auffassung,
    auf die Rüge der Beschwerdeführerin sei nicht einzutreten, da sie diese
    bereits im vorinstanzlichen Verfahren hätte geltend machen müssen. Es
    verstosse gegen Treu und Glauben, wenn sie dies erst vor Verwaltungsgericht
    geltend mache. Würde darauf eingetreten, würde dies dazu führen, dass sich
    das Verwaltungsgericht als erste Instanz damit befassen müsste.

    
	
     

    
	
    3.2

    
	
    3.2.1 Gemäss Art. 70 Abs. 1 RBG ist für
    bewilligungspflichtige Bauten und Anlagen bei der zuständigen
    Gemeindebehörde vor Baubeginn ein Baugesuch einzureichen. Gleichzeitig mit
    der Einreichung des Baugesuchs sind Visiere aufzustellen, welche die
    Stellung und das Ausmass des Bauvorhabens kennzeichnen. Sie dürfen vor
    rechtskräftiger Erledigung des Baugesuchs nur mit Zustimmung der
    zuständigen Gemeindebehörde entfernt werden (Art. 70 Abs. 2 RBG).

    
	
     

    
	
    3.2.2 Die Profilierung von Bauten und Anlagen auf dem
    Baugrundstück soll als Ergänzung der Projektpläne das Bauvorhaben
    veranschaulichen. Das Baugespann gibt dem Nachbarn Hinweise auf mögliche
    Beeinträchtigungen durch die Baute. Dieser darf sich darauf verlassen, dass
    die wesentlichen Abmessungen ersichtlich sind. Eine ungenügende Profilierung
    kann die Wahrnehmung der nachbarlichen Interessen beeinträchtigen. Die
    Profilierung dient nicht nur dem Informationszweck, sondern sie soll eine
    räumliche Vorstellung des Projekts und seiner Beziehung zur Umgebung
    vermitteln. Mit der Profilierung sollen die äusseren Umrisse der geplanten
    Bauten und Anlagen im Gelände abgesteckt und kenntlich gemacht werden. Es
    brauchen nicht sämtliche baulichen Einzelheiten ersichtlich zu sein. Es
    geht nur darum, die für das Erscheinungsbild wesentlichen Abmessungen im
    Gelände aufzuzeigen. Um Details über das Vorhaben zu erfahren, müssen sich
    die Interessierten jedoch anhand der Pläne und des Modells orientieren,
    zumal für die Beurteilung eines Bauprojekts ohnehin primär die Pläne
    massgebend sind (vgl. zum Ganzen: BGer-Urteil 1C_68/2022 vom
    24. November 2022 E. 2.2, 1A.114/2001 vom 14. März 2002
    E. 4.1 f., je mit Hinweisen; Urteil des Verwaltungsgerichts des
    Kantons Bern Nr. 100.2020.441U vom 15. Dezember 2021 E. 3.2; Christoph Fritzsche et al., Zürcher Planungs- und
    Baurecht, Bd. 1, 6. A., Wädenswil 2019, S. 394 ff.).

    
	
     

    
	
    3.2.3 Eine mangelhafte Profilierung führt aus
    Rechtssicherheitsgründen nicht automatisch zur Nichtigkeit einer
    (erteilten) Baubewilligung. Eine erneute Aussteckung kann als
    formalistischer Leerlauf erscheinen. Weil die Profilierung neben der
    öffentlichen Publikation Teil der massgebenden Eröffnung eines Baugesuchs
    bzw. des entsprechenden Baubewilligungsverfahrens bildet, sind
    allfällige Mängel entsprechend den Grundsätzen über die fehlerhafte Eröffnung
    von Verfügungen zu behandeln. Unterbleibt eine Eröffnung oder ist sie
    mangelhaft, darf der übergangenen Partei daraus kein Nachteil entstehen
    (vgl. Art. 77 Abs. 1 VRG). Ihr gegenüber erwächst der
    Bauentscheid deshalb nicht in Rechtskraft. Sie kann den Entscheid auch nach
    Ablauf der Rechtsmittelfrist innert 30 Tagen anfechten (sog.
    nachträgliche Beschwerde). Fristauslösend ist für sie die Kenntnisnahme des
    massgebenden Sachverhalts. Diese liegt dann vor, wenn die
    beschwerdeberechtigte Person im Besitz aller für die erfolgreiche Wahrung
    ihrer Interessen wesentlichen Informationen ist bzw. bei gebührender
    Aufmerksamkeit sein könnte. Dabei ist nicht erforderlich, dass sie alle
    Einzelheiten der behördlichen Anordnung erfährt. Es genügt vielmehr, dass
    sie Kenntnis von den wesentlichen Elementen erhält. Sie ist alsdann nach
    Treu und Glauben verpflichtet, die ihr zumutbaren Schritte zur Fristwahrung
    zu unternehmen. Welches Mass an Aufmerksamkeit der übergangenen Partei
    zugemutet werden darf, hängt von den Umständen des Einzelfalls ab. Eine
    mangelhafte Profilierung ist nach Treu und Glauben sofort zu rügen. Wer
    seine Verfahrensrechte ausüben konnte, vermag aus einer mangelhaften
    Profilierung keine Rechte abzuleiten (vgl. zum Ganzen: BGer-Urteil
    1C_68/2022 vom 24. November 2022 E. 2.2, 1A.114/2001 vom 14. März 2002
    E. 4.1 f., je mit Hinweisen; Urteil des Verwaltungsgerichts des
    Kantons Bern Nr. 100.2020.441U vom 15. Dezember 2021 E. 3.2;
    Fritzsche et al., a.a.O.,
    S. 394 ff.).

    
	
     

    
	
    3.3 Die Beschwerdeführerin brachte die Rüge der
    mangelhaften Profilierung erstmals im vorliegenden Beschwerdeverfahren vor,
    obschon es ihr nach Treu und Glauben möglich und zumutbar gewesen wäre,
    diesen Umstand bereits früher geltend zu machen. So ergibt sich nämlich aus
    den Akten, dass die rechtsvertretene Beschwerdeführerin die öffentlich
    aufgelegten Pläne, woraus sich der genaue Standort der geplanten Antenne
    ohne Weiteres ergibt, offensichtlich einsehen konnte. Dementsprechend hätte
    sie Mängel bei der Aussteckung bereits in den früheren Verfahren geltend
    machen können und müssen, wobei ohnehin nicht ersichtlich ist, dass ihr
    dadurch ein Rechtsnachteil entstanden wäre. So war es ihr innert Frist
    nämlich möglich, eine umfassende Einsprache bei der Baubewilligungsbehörde
    einzureichen, wobei die Profilierung der streitbetroffenen Mobilfunkantenne
    selbst im Verfahren vor dem Beschwerdegegner 3 nicht
    Verfahrensgegenstand bildete. Aus dem Gesagten folgt, dass die
    Beschwerdeführerin ihre Verfahrensrechte rechtsgenüglich ausüben konnte,
    weshalb sie aus der Rüge der mangelhaften Profilierung keine Rechte
    abzuleiten vermag. Dementsprechend ist nicht darauf einzutreten, wobei sich
    bei diesem Ergebnis auch die von der Beschwerdeführerin beantragte Einsicht
    in den Bericht zur Profilkontrolle erübrigt.

    
	
     

    
	
    3.4 Hinzuweisen bleibt darauf, dass selbst wenn auf
    die Rüge der fehlerhaften Aussteckung eingetreten würde, es kaum
    wahrscheinlich wäre, dass die Beschwerdeführerin eine allfällige
    Wiederholung des Verfahrens erreichen würde. Einerseits würde dies zu einem
    rein formalistischen Leerlauf führen (vgl. BGer-Urteil 1C_518/2010 vom
    22. März 2011 E. 3.3, 1C_118/2010 vom 20. Oktober 2010
    E. 3.4, 1C_506/2008 vom 12. Mai 2009 E. 2.2.2). Andererseits
    erscheint es mit Blick auf den auf dem streitbetroffenen Profil angebrachten
    Hinweis zusammen mit den öffentlich aufgelegten Bauplänen ohnehin fraglich,
    ob von einer derartigen Fehlerhaftigkeit ausgegangen werden müsste, dass
    eine falsche oder irreführende Visualisierung resultierte, nicht zuletzt
    weil es zahlreichen Einsprechern offensichtlich möglich war, ihre Rechte
    zur Anfechtung des Bauprojekts rechtsgenüglich wahrzunehmen.

    
	
     

    
	
    4.

    
	
    4.1

    
	
    4.1.1 Weiter bringt die Beschwerdeführerin vor, das
    Qualitätssicherungssystem (QS-System) stelle die Einhaltung der Grenzwerte
    der NISV bei adaptiven Mobilfunkanlagen nicht genügend sicher. Es bestehe
    die Gefahr von Manipulationen und sei keine Möglichkeit für eine
    Echtzeitüberwachung vorhanden. Sodann werde das Antennendiagramm im
    QS-System ungenügend oder gar nicht abgebildet und die Montage bzw. die
    Anpassung durch Techniker vor Ort sei enorm anfällig. Im Ergebnis seien
    nicht alle Senderichtungen überprüfbar und um die Einhaltung der Grenzwerte
    rechtsgenüglich sicherzustellen, müssten sämtliche Diagramme bei der
    Prüfung miteinbezogen werden, was das aktuelle QS-System aber nicht
    gewährleiste. Ferner seien die Grenzwerte gemäss NISV überholt und
    anzupassen. Zahlreiche wissenschaftliche Berichte würden nämlich belegen,
    dass die Strahlungsbelastungen biologische Auswirkungen hätten. Diese würden
    durch die neue Technik noch verschärft. Des Weiteren sei der
    Korrekturfaktor für adaptive Antennen gemäss Anhang 1 Ziff. 63
    Abs. 2 f. NISV zu beanstanden. Die streitbetroffene Antenne mit
    16 Sub-Arrays könne damit zeitweise mit der fünffachen Leistung senden.
    Eine solche Privilegierung sei nicht gerechtfertigt. Vielmehr sei der
    Anlagegrenzwert von fünf Volt pro Meter
    (V/m) jederzeit einzuhalten und eine Mittelung über sechs Minuten sei nicht
    möglich. Darüber hinaus würden Anhang 1
    Ziff. 63 Abs. 2 f. NISV gegen
    das Legalitätsprinzip verstossen, da für den Korrekturfaktor keine
    übergeordnete Rechtsgrundlage bestehe. Im Ergebnis sei dieser gesetzes- und
    verfassungswidrig. Schliesslich entspreche das Standortdatenblatt nicht den
    technischen Anforderungen und es könne damit nicht die erwartete
    Strahlenbelastung prognostiziert werden bzw. die Messergebnisse seien
    nicht aussagekräftig. Die Diagramme seien nicht umhüllend und würden nicht
    den worst case abbilden. Nach wie vor bestünden eklatante Vollzugsdefizite,
    da keine Kontrollmessungen durchgeführt würden.

    
	
     

    
	
    4.1.2 Die Beschwerdegegnerin 1 wendet dagegen ein, das
    QS-System leiste genügend Gewähr für die Kontrolle der Grenzwerteinhaltung.
    Dies sei höchstrichterlich bestätigt worden, womit kein Anlass bestehe,
    dieses System in Frage zu stellen. Was die Beschwerdeführerin dagegen
    vorbringe, stelle dagegen weitgehend appellatorische Kritik dar. Sodann
    seien die Grenzwerte gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung vereinbar
    mit den Verfassungs- und Gesetzesbestimmungen, weshalb nicht davon
    abzuweichen sei. Ferner erfülle die streitbetroffene Antenne mit mehr als
    8 Sub-Arrays zwar die Voraussetzungen für die Anwendung eines
    Korrekturfaktors. Das Standortdatenblatt sei jedoch vor der
    Vollzugsempfehlung ergangen und es mangle diesem an zwei zusätzlichen
    Angaben. Hinzuweisen sei aber darauf, dass mittels des Korrekturfaktors
    keine Privilegierung der adaptiven Antennen eingeführt worden sei. Vielmehr
    trage er dem Umstand Rechnung, dass die maximale Sendeleistung bei vielen Sub-Arrays
    korrigiert werden müsse, wobei die Korrektur umso höher sei, je mehr
    Sub-Arrays die Antenne habe. Ohne Korrekturfaktor würden adaptive Antennen
    demgegenüber wie konventionelle Antennen behandelt, womit die
    diesbezüglichen Auswirkungen auf die Umwelt überschätzt würden. Der
    Anlagegrenzwert werde im massgebenden Betriebszustand entgegen der Ansicht
    der Beschwerdeführerin jederzeit eingehalten, wobei kurzfristige
    Überschreitungen möglich seien. Schliesslich decke das umhüllende
    Antennendiagramm sämtliche Sendearten und Sendekombinationen ab, weshalb
    damit auch der worst case ermittelt werden könne. Im Übrigen gründe die
    Rüge der mangelhaften Messungen ebenfalls in einer rein appellatorischen
    Kritik. So könne durch die Nichtvorlage verfahrensfremder Messprotokolle
    nicht abgeleitet werden, dass sie, die Beschwerdegegnerin 1, für eine
    Messung ausser Stande sei. Überdies habe das Bundesgericht die Messmethoden
    als tauglich taxiert.

    
	
     

    
	
    4.1.3 Der Beschwerdegegner 3 ist der Ansicht, er habe
    einlässlich begründet, weshalb das QS-System tauglich sei. Die
    Beschwerdeführerin habe sich mit diesen Erwägungen nicht
    auseinandergesetzt. Vielmehr habe sie neue Rügen vorgebracht, welche in den
    früheren Verfahren nicht hätten berücksichtigt werden können. Sodann habe
    das Bundesgericht entschieden, dass das QS-System eine wirksame sowie
    dauerhafte Kontrolle gewährleiste und allfällige Manipulationen erfassen
    könne. Ferner sei die Anwendung von Korrekturfaktoren nicht beantragt
    worden, womit dies nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens darstelle.
    Ein Korrekturfaktor sei aber grundsätzlich zulässig und werde vom
    Gesetzgeber abschliessend geregelt. Indessen bestehe kein Raum für eine
    diesbezügliche akzessorische Normenkontrolle, wobei eine solche vom
    Bundesgericht bereits vorgenommen worden sei. Schliesslich seien
    Abnahmemessungen angestellt worden. Diese seien tauglich für adaptive
    Antennen, wovon denn auch das Bundesgericht ausgegangen sei.

    
	
     

    
	
    4.2

    
	
    4.2.1 Nach Art. 74 Abs. 1 f. der
    Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999
    (BV) erlässt der Bund Vorschriften über den Schutz des Menschen und seiner
    natürlichen Umwelt vor schädlichen und lästigen Einwirkungen und sorgt
    dafür, dass solche Einwirkungen vermieden werden. Die nichtionisierende
    Strahlung zählt zu den schädlichen oder lästigen Einwirkungen, vor denen
    Menschen, Tiere und Pflanzen, ihre Lebensgemeinschaften und Lebensräume zu
    schützen sind (Art. 1 Abs. 1 und Art. 7 Abs. 1 des
    Bundesgesetzes über den Umweltschutz vom 7. Oktober 1983 [USG]). Zu
    diesem Zweck ist die Emission nichtionisierender Strahlen zu begrenzen
    (Art. 11 Abs. 1 USG). Die Emissionsbegrenzung erfolgt unter
    anderem durch die Festlegung von Emissionsgrenzwerten in einer Verordnung
    (Art. 12 Abs. 1 lit. a und Abs. 2 USG). Wenn feststeht
    oder zu erwarten ist, dass die Einwirkungen unter Berücksichtigung der
    bestehenden Umweltbelastung schädlich oder lästig werden, werden die
    Emissionsbegrenzungen verschärft (Art. 11 Abs. 3 USG).

     

    4.2.2 Der Bundesrat legt zur Beurteilung der schädlichen
    oder lästigen Einwirkungen durch Verordnung Immissionsgrenzwerte fest und
    berücksichtigt dabei auch die Wirkungen der Immissionen auf Personengruppen
    mit erhöhter Empfindlichkeit, wie Kinder, Kranke, Betagte und Schwangere
    (Art. 13 USG). Gemäss Art. 14 lit. a USG sind die
    Immissionsgrenzwerte so festzulegen, dass Immissionen unterhalb dieser
    Werte nach dem Stand der Wissenschaft oder der Erfahrung Menschen, Tiere
    und Pflanzen, ihre Lebensgemeinschaften und Lebensräume, nicht gefährden.
    Für den Schutz vor nichtionisierender Strahlung, die beim Betrieb
    ortsfester Anlagen erzeugt wird, hat der Bundesrat die NISV erlassen,
    welche auch die Immissionen von Mobilfunk-Sendeanlagen erfasst (Art. 1
    und Art. 2 Abs. 1 lit. a NISV). Diese Anlagen müssen so
    erstellt und betrieben werden, dass sie die in Anhang 1 der NISV
    festgelegten vorsorglichen Emissionsbegrenzungen einhalten (Art. 4
    Abs. 1 NISV). Mobilfunk-Sendeanlagen müssen an Orten mit empfindlicher
    Nutzung (OMEN) im massgebenden Betriebszustand den festgelegten
    Anlagegrenzwert einhalten (Anhang 1 Ziffer 61 ff. NISV
    i. V. m. Art. 3 Abs. 3 NISV). Zudem müssen die in
    Anhang 2 der NISV festgelegten Immissionsgrenzwerte überall
    eingehalten sein, wo sich Menschen aufhalten können (Art. 13
    Abs. 1 NISV).

     

    4.2.3 Gemäss Anhang 1 Ziff. 64 NISV beträgt
    der Anlagegrenzwert für den Effektivwert der elektrischen Feldstärke für
    Mobilfunkanlagen, die ausschliesslich in Frequenzbereichen von 900 MHz
    und darunter senden, 4 V/m, für solche, die ausschliesslich um 1'800 MHz
    und darüber senden, 6 V/m sowie für alle übrigen Anlagen – und damit
    auch für die vorliegend zu beurteilende Antennenanlage – 5 V/m. Anhang
    1 Ziff. 63 aNISV (=hier massgebende Fassung vom 1. Juni 2019)
    definiert den maximalen Gesprächs- und Datenverkehr bei maximaler
    Sendeleistung als massgebenden Betriebszustand. Bei adaptiven Sendeantennen
    wird die Variabilität der Senderichtungen und der Antennendiagramme
    berücksichtigt (Anhang 1 Ziff. 63 aNISV).

     

    4.3 Soweit die Beschwerdeführerin eine
    Verletzung des Vorsorgeprinzips beanstandet, ist zunächst darauf
    hinzuweisen, dass diesem mittels Anlagegrenzwerten Rechnung getragen wird.
    Diese Werte stellen indessen keine Gefährdungswerte, sondern vorsorgliche
    Emissionsbegrenzungen dar, welche die Strahlung auf das technisch und
    betrieblich mögliche und wirtschaftlich tragbare Mass reduzieren sollen
    (vgl. BGer-Urteil 1C_132/2007 vom 30. Januar 2008 E. 4.4.5).
    Gemäss ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichts sind die im Anhang 1 der
    NISV festgelegten Grenzwerte nach dem bisherigen Wissensstand verfassungs-
    und gesetzeskonform (vgl. hierzu BGE 126 II 399 E. 4; BGer-Urteil
    1C_681/2017 vom 1. Februar 2019 E. 4.3, 1C_348/2017 vom
    21. Februar 2018 E. 4.3 ff., 1C_06/2017 vom 15. Januar
    2018 E. 2.5 und 1C_576/2016 vom 27. Oktober 2017 E. 3.5.2).
    Weiter gilt anzumerken, dass es primär Sache der zuständigen Fachbehörden
    und nicht der vorliegenden Rechtsmittelinstanz ist, die diesbezügliche
    Forschung sowie die technische Entwicklung zu verfolgen und gegebenenfalls
    auf eine Anpassung der Grenzwerte der NISV hinzuwirken. So verfolgen denn
    auch die Bundesbehörden zusammen mit der Beratenden Expertengruppe
    nichtionisierende Strahlung (BERENIS) fortlaufend die Entwicklungen und sie
    lassen die neusten Erkenntnisse laufend in ihre Beurteilung einfliessen
    (vgl. auch Art. 19b NISV). Nicht zuletzt mit Blick auf diese
    Erkenntnisse ist dabei entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin und
    trotz deren Verweis auf zahlreiche weitere Studien nach wie vor davon
    auszugehen, dass das Verordnungsrecht dem gegenwärtigen wissenschaftlichen
    Kenntnisstand über die von Mobilfunkantennen ausgehende
    Gesundheitsgefährdung ausreichend Rechnung trägt (vgl. hierzu insbesondere
    BGer-Urteil 1C_101/2021 vom 13. Juli 2023 E. 6.2 f., 1C_100/2021 vom
    14. Februar 2023 E. 5). Demgemäss liegt im Ergebnis keine
    Verletzung des Vorsorgeprinzips vor.

     

    4.4

    4.4.1 Die Baubewilligung der streitbetroffenen
    Mobilfunk-Antennenanlage beruht sodann auf einer rechnerischen Prognose der
    Strahlung. Grundlage für die Berechnung der Strahlung bilden die beantragte
    Sendeleistung, die Abstrahlcharakteristik der Sendeantenne
    (Antennendiagramm), die Senderichtung, der Abstand von der Antenne und die
    relative Lage des Orts gegenüber der Antenne (Winkel zur
    Hauptstrahlrichtung). Ausserdem wird die Dämpfung der Strahlung durch die
    Gebäudehülle berücksichtigt (vgl. Vollzugsempfehlung des Bundesamts für
    Umwelt, Wald und Landschaft zur NISV "Mobilfunk- und
    WLL-Basisstationen", 2002, Ziff. 2.3.1). Am 23. Februar 2021
    hat das Bundesamt für Umwelt (BAFU) seine Vollzugsempfehlung um den
    Nachtrag "Adaptive Antennen" ergänzt. Vor diesem Zeitpunkt waren
    die Kantone vom BAFU angehalten worden, adaptive Antennen in der
    rechnerischen Prognose nach seiner Empfehlung vom 17. April 2019
    ''Mobilfunk und Strahlung: Aufbau der 5G-Netze in der Schweiz'' und jener
    vom 31. Januar 2020 "Informationen zu adaptiven Antennen und 5G
    (Bewilligung und Messung)" gleich wie konventionelle Antennen zu
    beurteilen. Die Strahlung war im Rahmen des sogenannten Worst-Case-Szenarios
    wie bei konventionellen Antennen nach dem maximalen Gesprächs- und
    Datenverkehr bei maximaler Sendeleistung und basierend auf
    Antennendiagrammen, die für jede Senderichtung den maximal möglichen
    Antennengewinn berücksichtigen, zu beurteilen. Die Beurteilung mittels dieses
    Worst-Case-Szenarios bleibe so für die betroffene Bevölkerung einer
    Mobilfunkanlage auf der sicheren Seite, da damit die tatsächliche Strahlung
    überschätzt werde. Es bleibe nämlich unberücksichtigt, dass adaptive
    Antennen, die nicht mit einer immer gleichen räumlichen Verteilung der
    Strahlung senden, sondern in der Lage seien, das Signal in die Richtung des
    Nutzers beziehungsweise des Mobilfunkgerätes zu fokussieren, eine geringere
    Strahlenbelastung zur Folge hätten als herkömmliche Antennen (UVEK-Empfehlung
    vom 17. April 2019, S. 4).

     

    4.4.2 Die von der Beschwerdeführerin geäusserte
    Kritik an der Worst-Case-Beurteilung im Rahmen der Berechnung der Strahlung
    bei einer adaptiven Antennenanlage erscheint mit Blick auf das soeben
    Gesagte unberechtigt. Vielmehr ist diese als eine mit Anhang 1
    Ziff. 63 aNISV vereinbare Berechnungsmethode zu qualifizieren, um die
    Strahlenbelastung beurteilen und die Einhaltung der Anlagegrenzwerte einer
    Mobilfunkanlage sicherzustellen zu können (vgl. hierzu auch das Urteil des
    Verwaltungsgerichts Zürich VB.2021.00826 vom 9. Juni 2022,
    E. 4.3). Der von Anhang 1 Ziff. 63 aNISV geforderten Variabilität der
    Sendeleistung wird Rechnung getragen, zumal in der rechnerischen Prognose
    alle möglichen Beams der adaptiven Antenne berücksichtigt werden.

     

    4.4.3 Sodann ist entgegen der Ansicht der
    Beschwerdeführerin die Strahlung bei adaptiven Antennen messbar. Dies
    ergibt sich aus dem technischen Bericht des Eidgenössischen Instituts für
    Metrologie (METAS) "Messmethode für 5G-NR-Basisstationen im
    Frequenzbereich bis zu 6 GHz" vom 18. Februar 2020 bei
    adaptiven 5G-Antennen, wonach Abnahmemessungen als durchführbar erachtet
    wurden (vgl. hierzu die Urteile des Verwaltungsgerichts Zürich
    VB.2021.00047 und VB.2021.00048 vom 3. Juni 2021 E. 6.2 ff.). Dies
    wurde im Übrigen auch vom Bundesgericht nicht anders beurteilt
    (vgl. BGer-Urteil 1C_100/2021 vom 14. Februar 2023 E. 8).

     

    4.5

    4.5.1 Ferner überwacht die Behörde
    gemäss Art. 12 Abs. 1 NISV die Einhaltung der
    Emissionsbegrenzungen. Zur Kontrolle der Einhaltung des Anlagegrenzwerts
    nach Anhang 1 der NISV führt sie Messungen oder Berechnungen durch,
    lässt solche durchführen oder stützt sich auf die Ermittlungen Dritter. Das
    BAFU empfiehlt geeignete Mess- und Berechnungsmethoden (Art. 12 Abs. 2
    NISV). Rechtsprechungsgemäss haben Anwohner von Mobilfunkanlagen ein
    schutzwürdiges Interesse, dass die Einhaltung der Grenzwerte der NISV durch
    objektive und überprüfbare bauliche Vorkehrungen gewährleistet wird. Das
    Bundesgericht schloss aber andere Möglichkeiten der Kontrolle nicht aus
    (BGer-Urteil 1C_172/2007 vom 17. März 2008 E. 2.2, 1A.160/2004
    vom 10. März 2005 E. 3.3). Als alternative Kontrollmöglichkeit
    empfahl das BAFU die Einrichtung eines Qualitätssicherungssystems
    (QS-System) auf den Steuerzentralen der Netzbetreiberinnen (vgl.
    Rundschreiben Qualitätssicherung zur Einhaltung der Grenzwerte der
    Verordnung vom 23. Dezember 1999 über den Schutz vor
    nichtionisierender Strahlung [NISV] bei Basisstationen für Mobilfunk und
    drahtlose Teilnehmeranschlüsse vom 16. Januar 2006 [nachfolgend
    BAFU-Rundschreiben]).

     

    4.5.2 Wird die Variabilität adaptiver Antennen
    wie vorliegend nicht im Sinne des Nachtrags zur Vollzugsempfehlung
    miteingerechnet, sind die zu berücksichtigenden Parameter von
    konventionellen und adaptiven Antennen identisch, weshalb am Funktionieren
    des QS-Systems nicht zu zweifeln ist (vgl. hierzu auch vorstehende
    E. II/4.3.2). Die bewilligte maximale Sendeleistung ist im QS-System
    hinterlegt und ihre Einhaltung wird vom QS-System geprüft bzw. sichergestellt
    (vgl. BAFU-Rundschreiben, S. 2 f.). Mit Blick darauf ist davon
    auszugehen, dass sich die Einhaltung der Grenzwerte mittels eines
    QS-Systems überprüfen lässt. Auch das Bundesgericht sieht nach ständiger
    Rechtsprechung keine Anhaltspunkte, die Tauglichkeit der QS-Systeme zu
    verneinen, womit die Rüge der Beschwerdeführerin ins Leere zielt. Im
    Übrigen ist darauf hinzuweisen, dass die erneute schweizweite Kontrolle
    zeigen wird, ob die QS-Systeme ordnungsgemäss funktionieren werden (vgl.
    zum Ganzen BGer-Urteil 1C_100/2021 vom 14. Februar 2023, E. 9).

     

    4.6 Soweit die Beschwerdeführerin den
    Korrekturfaktor beanstandet, ist sie schliesslich darauf hinzuweisen, dass
    auf die streitbetroffene Antenne die Anwendung eines Korrekturfaktors nicht
    vorgesehen ist, andernfalls gemäss Anhang 1 Ziff. 63 Abs. 4 ein
    aktualisiertes Standortdatenblatt einzureichen wäre (vgl. dazu BGer-Urteil
    1C_100/2021 vom 14. Februar 2023 E. 6.3.2; vgl. auch die Urteile des
    Verwaltungsgerichts Zürich VB.2022.00250 vom 1. Juni 2023 E. 9.2 und VB.2022.00308
    vom 23. März 2023 E. 3.6). Daraus folgt, dass auf die Rüge betreffend
    Rechtmässigkeit des Korrekturfaktors nicht weiter einzugehen ist.

     

    
	
    4.7 Als Zwischenfazit ist damit festzuhalten, dass
    die Rügen der Beschwerdeführerin betreffend die Verletzung des
    Vorsorgeprinzips, die Mangelhaftigkeit des Abnahme- sowie des
    Kontrollsystemmechanismus und die Rechtswidrigkeit des Korrekturfaktors
    unbegründet sind.

    
	
     

    
	
    5.

    
	
    5.1

    
	
    5.1.1 Die Beschwerdeführerin rügt sodann, die
    Beschwerdegegnerin 1 überschreite mit dem geplanten Bauprojekt den
    Anlagegrenzwert gemäss Anhang 1 Ziff. 64 NISV. Der Grenzwert von
    5.0 V/m werde nicht an allen OMEN eingehalten. Beim OMEN Nr. 4
    (X-Strasse 2) sei nämlich absichtlich der am weitesten entfernte Punkt
    gewählt worden und es hätte ein näher gelegener berücksichtigt werden
    müssen. Bei der X-Strasse 2 seien gar keine Prognosen gestellt worden
    und es sei davon auszugehen, dass auch hier der Grenzwert überschritten
    werde. Ferner seien die vorgenannten Unregelmässigkeiten nicht begründet
    worden, obschon sie, die Beschwerdeführerin, mittels eigener Berechnungen
    dargelegt habe, dass der Anlagegrenzwert überschritten werde und
    Nachberechnungen angezeigt seien. Diesbezüglich sei die zuständige Behörde
    nämlich gehalten, die der Immissionsprognose zugrundeliegenden Angaben und
    Berechnungen kritisch zu hinterfragen, womit mangels einer
    rechtsgenüglichen Begründung im Ergebnis zudem eine Verletzung des
    rechtlichen Gehörs vorliege.

    
	
     

    
	
    5.1.2 Die Beschwerdegegnerin 1 wendet ein, der
    nächstgelegene Punkt bei der X-Strasse 2 ergebe einen Wert von
    3,79 V/m. Folglich zähle dieser nicht zu den drei höchstbelasteten
    OMEN und er sei nicht im Standortdatenblatt auszuweisen gewesen. Sodann
    würden die übrigen OMEN die Grenzwerte allesamt einhalten, wobei im
    Standortdatenblatt die drei höchstbelasteten OMEN ausgewiesen worden seien,
    was von der zuständigen Fachstelle überprüft und für korrekt befunden
    worden sei. Im Übrigen sei irrelevant, ob das oberste Geschoss an der
    X-Strasse 2 zu Unrecht als Dachgeschoss bezeichnet worden sei, da dies
    nichts an der Richtigkeit des Standortdatenblatts ändere. Im Übrigen seien
    die Grenzwerte selbst dann eingehalten, wenn der massgebende Punkt der
    Beschwerdeführerin verwendet würde.

    
	
     

    
	
    5.1.3 Der Beschwerdegegner 3 führt aus, der von der
    Beschwerdeführerin genannte Punkt bei der X-Strasse 2 sei zwar näher
    an der Antenne. Indessen liege der OMEN Nr. 4 näher an der
    Hauptstrahlrichtung der Antenne und erfülle fünf Kriterien besser. Darüber
    hinaus entspreche der von der Beschwerdeführerin fixierte Ort nicht den
    Vollzugsempfehlungen des BAFU. Im Ergebnis bleibe die Rüge der
    Beschwerdeführerin unsubstantiiert, da nicht darlegt worden sei, inwiefern
    die OMEN falsch festgesetzt worden seien. Sodann habe die
    Beschwerdeführerin erst im verwaltungsgerichtlichen Verfahren eigene
    Feldstärkenberechnungen eingereicht, wobei er, der Beschwerdegegner 3,
    nicht sämtliche OMEN im Einzelnen habe begründen müssen. Es genüge die
    Prüfung, ob die Vorbringen die Einschätzung der NIS-Fachstelle erschüttern würden,
    was vorliegend nicht der Fall sei. Ferner sei der OMEN Nr. 4
    rechtsgenüglich begründet worden und es sei darauf hinzuweisen, dass die
    von der Beschwerdeführerin vorgenommene Feldstärkenberechnung falsch sei
    und selbst bei korrekter Berechnung den Grenzwert nicht übersteige.
    Schliesslich sei beim OMEN Nr. 4 eine Abnahmemessung als Auflage
    verfügt worden, womit allfälligen Bedenken genügend begegnet worden sei.

     

    5.2 Bevor eine Anlage, für die Anhang 1 der NISV
    Emissionsbegrenzungen festlegt, neu erstellt wird, muss ihr Inhaber der für
    die Bewilligung zuständigen Behörde ein Standortdatenblatt einreichen,
    welches Angaben über den geplanten Betrieb der Anlage enthält und über die
    Strahlung in ihrer Umgebung Auskunft gibt (Art. 11 Abs. 1 und 2
    NISV). Das Standortdatenblatt muss gemäss Art. 11 Abs. 2 NISV die
    aktuellen und geplanten technischen und betrieblichen Daten der Anlage
    enthalten, soweit sie für die Erzeugung von Strahlung massgebend sind
    (lit. a), den massgebenden Betriebszustand gemäss Anhang 1
    (lit. b), Angaben über die von der Anlage erzeugte Strahlung
    (lit. c) sowie einen Situationsplan, der die Angaben nach lit. c
    darstellt (lit. d). Dem Standortdatenblatt ist ein Antennendiagramm
    beizulegen, das quantitativ Auskunft über die Richtwirkung einer Antenne
    gibt.

     

    5.3 Wie dem von der Beschwerdegegnerin 1
    eingereichten Standortdatenblatt entnommen werden kann, nahm sie an der X-Strasse
    3 eine rechnerische Prognose der elektrischen Feldstärke vor und errechnete
    unter dem OMEN Nr. 60 eine Feldstärke von 2,83 V/m. In der Folge kam sie zu
    Recht zum Schluss, dass dieser Ort nicht zu den drei höchstbelasteten OMEN
    zählt und entsprechend nicht im Standortblatt auszuweisen ist, womit die
    Rüge der Beschwerdeführerin, dass bei der X-Strasse 3 keine Prognosen
    gestellt worden seien, von vornherein ins Leere zielt. Sodann ergeben sich
    auch ansonsten keine Anhaltspunkte dafür, dass die Beschwerdegegnerin 1 das
    erforderliche Standortdatenblatt unvollständig oder falsch ausgefüllt hat
    bzw. es ist nicht ersichtlich, inwiefern das Standortdatenblatt den
    Anforderungen der NISV nicht genügen soll. So kam denn auch die zuständige
    Fachstelle in ihrer Stellungnahme vom 26. August 2019 zum nachvollziehbaren
    und schlüssigen Ergebnis, dass die geprüften OMEN korrekt ermittelt wurden und
    der Anlagegrenzwert eingehalten ist. Was die Beschwerdeführerin dagegen
    vorbringt, vermag an dieser Einschätzung keine Zweifel zu erwecken. So ist
    zunächst darauf hinzuweisen, dass die Beschwerdegegnerin 1 nur berechtigt
    ist, in die von ihr im Standortdatenblatt angegebene Richtung zu senden.
    Dass eine andere Richtung technisch möglich wäre, ist irrelevant, ist diese
    Richtung doch von der Baubewilligung nicht gedeckt und daher rechtlich
    nicht zulässig (vgl. Urteil des Verwaltungsgerichts Zürich VB.2022.00250
    vom 1. Juni 2023 E. 8.2). Sodann handelt es sich bei dem von der
    Beschwerdeführerin genannten Punkt an der X-Strasse 2 nicht um einen der
    drei höchstbelasteten OMEN. Einerseits ergibt die Nachberechnung der
    Beschwerdegegnerin 1 richtigerweise eine elektrische Feldstärke, welche
    diejenige von dem OMEN Nr. 4 nicht übersteigt, womit der diesbezüglichen
    Berechnung der Beschwerdeführerin offensichtlich ein Rechnungsfehler
    anhaftet. Andererseits weist der Beschwerdegegner 3 richtigerweise darauf
    hin, dass der von der Beschwerdeführerin gewählte Punkt aufgrund der
    Nutzungsart und der Vermessung nicht den Anforderungen der NISV genügt und
    daher kein OMEN darstellt, weshalb es an dieser Stelle damit sein Bewenden
    hat. Hinzuweisen bleibt lediglich darauf, dass den Befürchtungen der
    Beschwerdeführerin mit den verfügten Auflagen angemessen Rechnung getragen
    wurde und überdies dem Beschwerdegegner 3 keine Verletzung des rechtlichen
    Gehörs vorzuwerfen ist. So musste sich dieser nicht mit sämtlichen
    Vorbringen der Beschwerdeführerin vertieft auseinandersetzen und durfte in
    antizipierter Beweiswürdigung auf die Richtigkeit des Standortdatenblatts
    verweisen, wenn dieses – wie vorliegend – die für die Prüfung
    erforderlichen Daten in rechtsgenüglicher Weise ausweist. Darüber hinaus
    war es der Beschwerdeführerin mit Blick auf ihre Beschwerdeschrift
    offensichtlich möglich, dem vorliegend angefochtenen Entscheid die
    massgeblichen Gedanken für die Entscheidfindung zu entnehmen und sich in
    der Folge mit den hierbei strittigen Fragen auseinanderzusetzen.

    
	
     

    6.

    
	
    6.1

    
	
    6.1.1 Die Beschwerdeführerin führt weiter aus, die
    Standortwahl von Mobilfunkantennen erfolge oftmals ohne Evaluation. Dies
    gehe nicht an, zumal das Bundesgericht auch in anderen Bereichen eine
    Planungspflicht als geboten erachte. Im vorliegenden Fall sei hinsichtlich
    der Standortwahl keine Interessenabwägung vorgenommen worden, obwohl eine
    solche angezeigt gewesen wäre. Dabei hätte die Beschwerdegegnerin 1
    das Versorgungsinteresse den übrigen Interessen gegenüberstellen müssen.

    
	
     

    
	
    6.1.2 Die Beschwerdegegnerin 1 wendet dagegen ein,
    hinsichtlich der Standortwahl könne weder ein Sach- noch ein Richtplan
    verlangt werden. Überdies sei die Netzplanung Sache der
    Mobilfunkbetreiberin.

    
	
     

    
	
    6.1.3 Der Beschwerdegegner 3 vertritt die Auffassung,
    auf die Rüge der Beschwerdeführerin bezüglich der fehlenden
    Planungsgrundlage sei nicht einzutreten, da diese erstmals im vorliegenden
    Verfahren vorgetragen worden sei und die Geltendmachung bereits früher
    zumutbar gewesen wäre. Damit habe die Beschwerdeführerin ihr Rügerecht
    verwirkt. Darüber hinaus könne aber ohnehin kein Sach- oder Richtplan
    verlangt werden.

    
	
     

    
	
    6.2 Wie
    bereits dargelegt (vgl. vorstehende E. II/4.3) wird dem umweltrechtlichen
    Vorsorgeprinzip im Zusammenhang mit der Strahlung von Mobilfunkantennen mit
    der Festlegung der Emissionsgrenzwerte entsprochen bzw. es werden
    damit die im Sinne der Vorsorge erforderlichen Massnahmen konkretisiert
    (vgl. BGE 126 II 399 E. 3b). Eine Pflicht zur
    Standortkoordination, zur Wahl von besonders geeigneten Standorten, zu
    einem Bedarfsnachweis oder zu einer umfassenden Interessenabwägung lässt
    sich daraus aber nicht ableiten. Etwas Anderes ergibt sich im Übrigen auch
    nicht aus dem Verhältnismässigkeitsgrundsatz (vgl. hierzu das Urteil
    das Verwaltungsgerichts Zürich VB.2022.00308 vom 23. März 2023
    E. 3.4).

    
	
     

    
	
    6.3
    Unabhängig davon, ob auf die Rüge der Beschwerdeführerin betreffend
    fehlende Planungsgrundlage einzutreten ist, ist mit Blick auf das soeben
    Dargelegte darauf hinzuweisen, dass sowohl von Bundesrechts wegen als auch
    gestützt auf kantonales Recht innerhalb der Bauzonen keine Verpflichtung
    zur Standortkoordination und zur Prüfung von Alternativstandorten besteht
    (vgl. BGer-Urteil 1C_642/2013 vom 7. April 2014 E. 4.1).
    Darüber hinaus ist es nicht erforderlich, die Mobilfunknetze der
    schweizerischen Mobilfunkanbieterinnen im kantonalen Richtplan oder in
    einem Sachplan des Bundes zu verankern (vgl. BGer-Urteil 1C_324/2022
    vom 16. Juni 2023 E. 5.2), worauf die Beschwerdegegnerin 1
    und der Beschwerdegegner 3 zu Recht hinweisen. Vor diesem Hintergrund
    erübrigen sich Weiterungen zur fehlenden Planungspflicht und die
    diesbezügliche Rüge der Beschwerdeführerin zielt ins Leere.

    
	
     

    
	
    7.

    
	
    7.1

    
	
    7.1.1 Die Beschwerdeführerin stellt sich weiter auf den
    Standpunkt, die Beschwerdegegnerin 1 vermöge nicht nachzuweisen, dass
    das Antennenmodell gemäss Standortdatenblatt (Ericsson AIR6488) verfügbar
    sei. Vielmehr habe Letztere in einem E-Mail selbst ausgeführt, dass dieser
    Antennentyp nicht mehr lieferbar sei und ein Nachfolgetyp eingesetzt werden
    müsse (Ericsson AIR3268). Dieser weise jedoch ein völlig anderes
    Antennendiagramm auf und die Strahlenbelastung sei in gewissen Bereichen
    höher. Mit Blick darauf sei die Beschwerdegegnerin 1 dazu gehalten,
    für die Einsetzung des neuen Typs um eine neue Bewilligung zu ersuchen,
    weshalb kein geschütztes Interesse mehr an der streitbetroffenen
    Bewilligung bestehe.

    
	
     

    
	
    7.1.2 Die Beschwerdegegnerin 1 führt aus, die
    Vorbringen der Beschwerdeführerin seien irrelevant, da sie den Antennentyp
    Ericsson AIR6488 auf Lager habe oder dieser anderswo abgebaut werden könne.
    Dementsprechend könne offenbleiben, ob es für die Einsetzung eines neuen
    Antennentyps einer neuen Baubewilligung bedürfe.

    
	
     

    
	
    7.1.3 Die Beschwerdegegnerin 2 ist der Ansicht, die Beschwerdegegnerin 1
    hätte umgehend informieren müssen, soweit der von ihr bewilligte
    Antennentyp nicht mehr vorhanden sei. Soweit dies nämlich der Fall sei,
    stelle dies eine bewilligungspflichtige Projektanpassung dar.

    
	
     

    
	
    7.1.4 Der Beschwerdegegner 3 führt aus, ein anderer
    Antennentyp sei nicht Gegenstand des vorliegenden Rechtsmittelverfahrens,
    da die Baubewilligung lediglich für das Modell Ericsson AIR6488 erteilt
    worden sei.

    
	
     

    
	
    7.2 Die Beschwerdegegnerin 1 legt nachvollziehbar dar,
    dass ihr die Umsetzung des strittigen Bauprojekts mit dem im Standortblatt
    enthaltenen Antennentyp Ericsson AIR6488 möglich ist. Daran ändern auch
    ihre Aussagen im E-Mail vom 17. August 2022 nichts, zumal sie darin
    lediglich anmerkt, dass der Antennentyp Ericsson AIR6488 nicht mehr
    lieferbar sei. Dass sie diese Anlage aber entweder an Lager hat, oder eine
    solche an anderer Stelle abgebaut und auf der streitbetroffenen Parzelle
    wieder aufgebaut werden kann, erscheint zumindest glaubhaft. Selbst wenn
    das vorgesehene Modell aber nicht mehr verfügbar wäre, würde dies nicht
    dazu führen, dass die Beschwerdegegnerin 1 ohne weitergehende Schritte
    das im soeben genannten E-Mail enthaltene Nachfolgemodell einsetzen dürfte.
    Vielmehr wäre darin eine Änderung der Anlage gemäss Anhang 1
    Ziff. 62 Abs. 5 lit. b NISV zu sehen, da der Nachfolgetyp
    Ericsson AIR3268 offensichtlich ein anderes Antennendiagramm aufweist. Eine
    solche Änderung untersteht ohne Weiteres der Meldepflicht gemäss
    Art. 11 Abs. 1 NISV, womit die Beschwerdegegnerin 1 ein
    neues Standortdatenblatt einzureichen hätte, wobei die
    Beschwerdegegnerin 1 selbst darauf hinweist, dass eine diesbezügliche
    Bewilligung im Bagatellverfahren wohl zumindest fraglich sei. Aus dem
    Gesagten folgt, dass die streitbetroffene Baubewilligung lediglich den im
    Standortdatenblatt enthaltenen Antennentyp erfasst und ein allfälliger
    Einbau eines Nachfolgemodells nicht Gegenstand davon ist, worauf der
    Beschwerdegegner 3 zu Recht hinweist. Immerhin gilt zu bemerken, dass
    die Vollzugsbehörde (vgl. BGer-Urteil 1C_97/2018 vom 3. September 2019
    E. 6.1) bei der geplanten Umsetzung darum besorgt sein wird, dass der
    Antennentyp demjenigen gemäss eingereichtem Standortdatenblatt entspricht.

    
	
     

    
	
    8.

    
	
    Die Beschwerdeführerin
    deutet schliesslich auf eine mögliche Wertminderung ihrer Liegenschaft hin,
    sofern die streitbetroffene Baubewilligung erteilt werde, wobei sie mit
    Blick auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung zu Recht darauf hinweist,
    dass eine solche grundsätzlich zu dulden ist (vgl. BGer-Urteil
    5A_47/2016 vom 26. September 2016 E. 5.5). Die Beschwerdeführerin
    unterlässt es indessen, ein diesbezügliches Rechtsbegehren zu formulieren.
    Vielmehr behält sich einzig vor, ein entsprechendes Gesuch zu stellen,
    falls die streitbetroffene Baubewilligung nicht aufgehoben würde. Dementsprechend
    ist auf dieses Vorbringen nicht weiter einzugehen. Selbst wenn aber ein
    solches Schadenersatzbegehren rechtsgenüglich formuliert worden wäre, wäre
    darauf an dieser Stelle nicht einzutreten, da neue Rechtsbegehren lediglich
    im Verwaltungsbeschwerde-, nicht aber im
    Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren zulässig sind
    (vgl. Art. 92 Abs. 2 VRG) und ein solches Begehren in den
    vorinstanzlichen Verfahren nie anhängig gemacht wurde.

    
	
     

    
	
    9.

    
	
    Zusammenfassend erweist
    sich die Baubewilligung vom 17. Februar 2021 als bundesrechtskonform
    und die Beschwerdeführerin vermag mit ihren Rügen nicht durchzudringen.
    Dies führt zur Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten ist.

    
	
     

    
	
    III.

    
	
    1.

    
	
    Nach Art. 134 Abs. 1
    lit. c VRG hat die Partei, welche im Beschwerde-, Klage- oder
    Revisionsverfahren unterliegt, die amtlichen Kosten zu tragen.
    Ausgangsgemäss sind die Gerichtskosten von pauschal Fr. 3'000.- der
    Beschwerdeführerin aufzuerlegen und mit dem von ihr bereits geleisteten
    Kostenvorschuss in gleicher Höhe zu verrechnen.

    
	
     

    
	
    2.

    
	
    Ausgangsgemäss
    steht der Beschwerdeführerin keine Parteientschädigung zu (Art. 138
    Abs. 3 VRG e contrario). Eine solche ist auch der
    Beschwerdegegnerin 1 nicht zuzusprechen, da obsiegende Parteien
    lediglich dann Anspruch auf eine Parteientschädigung haben, wenn sie durch
    eine externe Anwältin oder durch einen externen Anwalt vertreten sind
    (vgl. BGer-Urteil 2C_899/2008 vom 18. Juni 2009 E. 5.2,
    2A.191/2005 vom 2. September 2005 E. 6, 1A.86/2003 vom
    15. Dezember 2003 E. 6.2, je mit Hinweisen; Arnold Rusch/Adrian
    Fischbacher, Entschädigung des anwaltlichen Prozessierens in eigener Sache
    und verwandter Formen, in: AJP 2019 S. 686 ff., 688; Lukas
    Müller/Sandro E. Obrist/Patrik Odermatt, Streitpunkt
    Parteientschädigung, Das Kriterium der Notwendigkeit bei berufsmässiger
    Vertretung zur Bestimmung der Parteientschädigung, in: AJP 2018
    S. 979 ff., 982 f.). Die Beschwerdegegnerin 1 ist eine
    juristische Person, welche den vorliegenden Prozess durch einen im eigenen
    Rechtsdienst angestellten Rechtsanwalt führen liess. Nach dem soeben
    Dargelegten steht der Beschwerdegegnerin 1 somit keine
    Parteientschädigung zu. Da die Beantwortung von Rechtsmitteln zudem zum
    angestammten Aufgabenbereich von Behörden gehört und keine besonderen
    Umstände ersichtlich sind, welche ein Abweichen vom in Art. 138
    Abs. 4 VRG statuierten Grundsatz gebieten würden, hat die
    Beschwerdegegnerin 2 schliesslich ebenfalls keinen Anspruch auf eine
    Parteientschädigung (vgl. VGer-Urteil VG.2022.00040 vom 27. Oktober
    2022 E. III/2).

    
	
    Demgemäss erkennt die Kammer:

    
	
    	
      1.

      	
      Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf
      eingetreten wird.

      
	
      2.

      	
      Die Gerichtskosten von Fr. 3'000.-
      werden der Beschwerdeführerin auferlegt und mit dem von ihr bereits
      geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe verrechnet.

      
	
      3.

      	
      Es werden keine Parteientschädigungen
      zugesprochen.

      
	
      4.

      	
      Schriftliche Eröffnung und Mitteilung an:

      
	
       

      	
      […]