# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 32d127c5-e53d-5776-83b7-865ee8acf244
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2022-12-23
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 23.12.2022 D-5908/2022
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-5908-2022_2022-12-23.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-5908/2022 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 3 .  D e z e m b e r  2 0 2 2  

Besetzung 
 Einzelrichter Thomas Segessenmann, 

mit Zustimmung von Richterin Chiara Piras;   

Gerichtsschreiberin Mareile Lettau. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Afghanistan,   

vertreten durch MLaw Eliane Schmid, Rechtsanwältin,  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung 

(Dublin-Verfahren - Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG); 

Verfügung des SEM vom 14. Dezember 2022 / N (…). 

 

 

 

D-5908/2022 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass der Beschwerdeführer am 11. November 2022 in der Schweiz um Asyl 

nachsuchte, 

dass ein Abgleich der Fingerabdrücke des Beschwerdeführers mit der «Eu-

rodac»-Datenbank vom 15. November 2022 ergab, dass er bereits in 

Schweden (am 8. Oktober 2015), in Frankreich (am 5. September 2021) 

und in Deutschland (am 31. August 2022) um Asyl ersucht hatte (SEM 

act. 8/1), 

dass am 28. November 2022 ein persönliches Gespräch gemäss Art. 5 der 

Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und des Ra-

tes vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Be-

stimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Dritt-

staatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten An-

trags auf internationalen Schutz zuständig ist (nachfolgend: Dublin-III-VO) 

durchgeführt wurde und dem Beschwerdeführer dabei das rechtliche Ge-

hör zur möglichen Zuständigkeit von Schweden, Deutschland oder Frank-

reich für sein Asylgesuch sowie zu seiner gesundheitlichen Situation ge-

währt wurde (SEM act. 14/3), 

dass er im Wesentlichen erklärte, die schwedischen Behörden hätten sein 

Asylgesuch im Jahr 2018 oder 2019 abgelehnt, ihm jedoch nach einer Ge-

setzesänderung eine Aufenthaltsbewilligung erteilt, wobei diese inzwi-

schen widerrufen und ihm ein Abschiebungsentscheid (…) ausgestellt wor-

den sei, 

dass er Schweden vor rund zwei bis drei Monaten verlassen habe, wobei 

er davor etwa ein halbes Jahr in Deutschland gewesen sei, bis man ihn 

wieder nach Schweden zurückgeschickt habe,  

dass er auch in Frankreich ein Asylgesuch gestellt habe, den Ausgang des 

dortigen Verfahrens aber nicht abgewartet habe,  

dass er in Bezug auf seinen Gesundheitszustand angab, dass es ihm gut 

gehe, 

dass das SEM die schwedischen Behörden am gleichen Tag gestützt auf 

Art. 18 Abs. 1 Bst. d Dublin-III-VO um Wiederaufnahme des Beschwerde-

führers ersuchte (SEM act. 15/5),  

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Seite 3 

dass die schwedischen Behörden dem Gesuch am 7. Dezember 2022 zu-

stimmten (SEM act. 18/1), 

dass der Beschwerdeführer gemäss ärztlichen Berichten vom 22. Novem-

ber und 19. Dezember 2022 an einem (…) und (...) beziehungsweise an 

(…) bei (…)störung und (...) leidet (SEM act. 12/2 und 25/2),  

dass das SEM mit Verfügung vom 14. Dezember 2022 – gleichentags er-

öffnet – in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31) auf 

das Asylgesuch nicht eintrat, die Wegweisung aus der Schweiz nach 

Schweden anordnete und den Beschwerdeführer aufforderte, die Schweiz 

spätestens am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen, 

dass es gleichzeitig feststellte, einer allfälligen Beschwerde gegen den Ent-

scheid komme keine aufschiebende Wirkung zu, und die Aushändigung 

der editionspflichtigen Akten an den Beschwerdeführer verfügte, 

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 21. Dezember 2022 gegen 

diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhob und 

dabei beantragte, es sei der Entscheid vom 14. Dezember 2022 aufzuhe-

ben und die Zuständigkeit der Schweiz für die materielle Prüfung des Asyl-

gesuchs festzustellen, eventualiter sei das Verfahren zur Neubeurteilung 

an die Vorinstanz zurückzuweisen, 

dass er in verfahrensrechtlicher Hinsicht darum ersuchte, der Beschwerde 

sei die aufschiebende Wirkung zu erteilen, der Vollzug sei vorsorglich aus-

zusetzen, es sei ihm die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren und auf 

die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten, 

dass die vorinstanzlichen Akten dem Bundesverwaltungsgericht am 

22. Dezember 2022 in elektronischer Form vorlagen (vgl. Art. 109 Abs. 3 

AsylG), 

 

und zieht in Erwägung, 

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls in der Regel 

– so auch vorliegend – endgültig über Beschwerden gegen Verfügungen 

(Art. 5 VwVG) des SEM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31‒33 VGG; 

Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG), 

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Seite 4 

dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105 

AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), 

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu-

treten ist (Art. 108 Abs. 3 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG), 

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich, 

wie nachfolgend aufgezeigt wird, um ein solches Rechtsmittel handelt, 

weshalb das Urteil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 

AsylG), 

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf einen Schriftenwechsel ver-

zichtet wurde, 

dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), 

dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asylsu-

chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des 

Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a 

Abs. 1 Bst. b AsylG), 

dass diesbezüglich die Dublin-III-VO zur Anwendung kommt und gemäss 

Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO jeder Asylantrag von einem einzigen Mitglied-

staat geprüft wird, der nach den Kriterien des Kapitels III als zuständiger 

Staat bestimmt wird, 

dass das Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Mitgliedstaates ein-

geleitet wird, sobald in einem Mitgliedstaat erstmals ein Asylantrag gestellt 

wird (Art. 20 Abs. 1 Dublin-III-VO), 

dass im Fall eines sogenannten Aufnahmeverfahrens (engl.: take charge) 

die in Kapitel III (Art. 8–15 Dublin-III-VO) genannten Kriterien in der dort 

aufgeführten Rangfolge (Prinzip der Hierarchie der Zuständigkeitskriterien; 

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Seite 5 

vgl. Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO) anzuwenden sind, und dabei von der Situ-

ation in demjenigen Zeitpunkt auszugehen ist, in dem der Asylsuchende 

erstmals einen Antrag in einem Mitgliedstaat gestellt hat (Art. 7 Abs. 2 Dub-

lin-III-VO), 

dass im Rahmen eines Wiederaufnahmeverfahrens (engl.: take back) 

demgegenüber grundsätzlich keine (erneute) Zuständigkeitsprüfung nach 

Kapitel III stattfindet (vgl. zum Ganzen BVGE 2017 VI/5 E. 6.2 und 8.2.1 

m.w.H.), 

dass gemäss Art. 3 Abs. 2 Sätze 2 und 3 Dublin-III-VO der die Zuständig-

keit prüfende Mitgliedstaat für die Durchführung des Asylverfahrens zu-

ständig wird, falls es sich als unmöglich erweist, einen Antragsteller in den 

eigentlich zuständigen Mitgliedstaat zu überstellen, weil es wesentliche 

Gründe für die Annahme gibt, dass das Asylverfahren und die Aufnahme-

bedingungen für Antragsteller in jenem Mitgliedstaat systemische 

Schwachstellen aufweisen, die eine Gefahr einer unmenschlichen oder 

entwürdigenden Behandlung im Sinne von Art. 4 der Charta der Grund-

rechte der Europäischen Union (ABl. C 364/1 vom 18.12.2000, nachfol-

gend: EU-Grundrechtecharta) mit sich bringen, und nach den Regeln der 

Dublin-III-VO kein anderer zuständiger Mitgliedstaat bestimmt werden 

kann, 

dass der nach dieser Verordnung zuständige Mitgliedstaat verpflichtet ist, 

einen Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen, dessen Antrag abgelehnt 

wurde und der in einem anderen Mitgliedstaat einen Antrag gestellt hat 

oder der sich im Hoheitsgebiet eines anderen Mitgliedstaats ohne Aufent-

haltstitel aufhält, nach Massgabe der Art. 23, 24, 25 und 29 wieder aufzu-

nehmen (Art. 18 Abs. 1 Bst. d Dublin-III-VO),  

dass jeder Mitgliedstaat abweichend von Art. 3 Abs. 1 beschliessen kann, 

einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen gestell-

ten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch wenn er nach den in 

dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die Prüfung zuständig ist 

(Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO; sog. Selbsteintrittsrecht), 

dass ein Abgleich der Fingerabdrücke des Beschwerdeführers mit der «Eu-

rodac»-Datenbank vom 15. November 2022 ergab, dass er bereits in 

Schweden (am 8. Oktober 2015), in Frankreich (am 5. September 2021) 

und in Deutschland (am 31. August 2022) um Asyl ersucht hatte (SEM 

act. 8/1), 

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Seite 6 

dass das SEM die schwedischen Behörden am 28. November 2022 ge-

stützt auf Art. 18 Abs. 1 Bst. d Dublin-III-VO um Wiederaufnahme des Be-

schwerdeführers ersuchte (SEM act. 15/5),  

dass die schwedischen Behörden dem Gesuch am 7. Dezember 2022 zu-

stimmten (SEM act. 18/1), 

dass die Zuständigkeit Schwedens somit grundsätzlich gegeben ist, 

dass es keine wesentlichen Gründe für die Annahme gibt, das Asylverfah-

ren und die Aufnahmebedingungen für Antragsteller in Schweden würden 

systemische Schwachstellen aufweisen, die eine Gefahr einer unmensch-

lichen oder entwürdigenden Behandlung im Sinne des Art. 4 der EU–

Grundrechtecharta mit sich bringen, 

dass Schweden Signatarstaat der EMRK, des Übereinkommens vom 

10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche 

oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und des Ab-

kommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, 

SR 0.142.30) sowie des Zusatzprotokolls der FK vom 31. Januar 1967  

(SR 0.142.301) ist und seinen diesbezüglichen völkerrechtlichen Verpflich-

tungen nachkommt, 

dass auch davon ausgegangen werden darf, Schweden anerkenne und 

schütze die Rechte, die sich für Schutzsuchende aus den Richtlinien des 

Europäischen Parlaments und des Rates 2013/32/EU vom 26. Juni 2013 

zu gemeinsamen Verfahren für die Zuerkennung und Aberkennung des in-

ternationalen Schutzes (sog. Verfahrensrichtlinie) sowie 2013/33/EU vom 

26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die Aufnahme von Personen, 

die internationalen Schutz beantragen (sog. Aufnahmerichtlinie) ergeben, 

dass unter diesen Umständen die Anwendung von Art. 3 Abs. 2 Satz 2 

Dublin-III-VO nicht gerechtfertigt ist, 

dass der Beschwerdeführer erklärte, nicht nach Schweden zurückkehren 

zu können, weil ihm dort gesagt worden sei, dass er das Land verlassen 

müsse, 

dass die schwedischen Behörden sein Asylgesuch im Jahr 2018 oder 2019 

abgelehnt hätten, ihm jedoch nach einer Gesetzesänderung eine Aufent-

haltsbewilligung erteilt hätten, wobei diese inzwischen widerrufen und ihm 

ein Abschiebungsentscheid (...) ausgestellt worden sei, 

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dass er in seiner Rechtsmitteleingabe im Wesentlichen geltend macht, 

Schweden betreibe eine Asylpolitik, welche immer wieder Überstellungen 

nach Afghanistan vollzogen habe,  

dass es ihm aufgrund seiner gesundheitlichen Situation ohne rechtliche 

Unterstützung nicht möglich sein werde, seine Asylgründe gestützt auf die 

neue Situation erneut darzustellen, 

dass ihm aus diesen Gründen durch die Überstellung nach Schweden eine 

Verletzung des Non-Refoulement-Grundsatzes und von Art. 3 EMRK drohe 

(Beschwerde, S. 6 f.), 

dass der Beschwerdeführer mit seinem Vorbringen implizit die Anwendung 

der Ermessensklausel von Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-VO respektive der – das 

Selbsteintrittsrecht im Landesrecht konkretisierenden – Bestimmung von 

Art. 29a Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1,  

SR 142.311) fordert, gemäss welcher das SEM das Asylgesuch «aus hu-

manitären Gründen» auch dann behandeln kann, wenn dafür gemäss Dub-

lin-III-VO ein anderer Staat zuständig wäre, 

dass die schwedischen Behörden in ihrem Schreiben vom 7. Dezember 

2022 festhielten, dem Beschwerdeführer sei in Schweden kein internatio-

naler Schutz gewährt worden (SEM act. 18/1),  

dass negative Asyl- und Wegweisungsentscheide einer Überstellung in 

den zuständigen Mitgliedstaat jedoch grundsätzlich nicht entgegenstehen, 

dass Schweden nach Ablehnung des Asylgesuchs für die Wegweisung des 

Beschwerdeführers aus dem Dublin-Raum zuständig bleibt, 

dass keine konkreten Hinweise dafür bestehen, die schwedischen Behör-

den hätten den Antrag des Beschwerdeführers auf internationalen Schutz 

nicht unter Einhaltung der Bestimmungen der Verfahrensrichtlinie geprüft, 

dass entgegen den Ausführungen in der Beschwerde auch nicht davon 

ausgegangen werden muss, die schwedischen Behörden könnten den Be-

schwerdeführer zur Ausreise nach Afghanistan oder in ein anderes Land 

zwingen, in dem sein Leib, sein Leben oder seine Freiheit aus einem Grund 

nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet wäre oder in dem er Gefahr laufen 

würde, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden, 

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Seite 8 

dass es dem Beschwerdeführer offensteht, nach seiner Überstellung nach 

Schweden einen Folgeantrag (Art. 40 Verfahrensrichtlinie) zu stellen und 

sich auf diese Weise um eine erneute Überprüfung des negativen Asyl- und 

Wegweisungsentscheids zu bemühen (vgl. Urteil des BVGer F-2521/2022 

vom 13. Juni 2022 E. 7.3 m.w.H.), 

dass keine genügenden Anhaltspunkte dafür vorliegen, die festgestellten 

gesundheitlichen Beeinträchtigungen des Beschwerdeführers – (…) – wür-

den eine erneute Überprüfung seines Schutzersuchens in Schweden ver-

unmöglichen, 

dass es vor diesem Hintergrund nicht zu beanstanden ist, wenn das SEM 

in Bezug auf die aktuelle Asylpraxis Schwedens betreffend Asylgesuche 

von afghanischen Staatsangehörigen keine weitergehenden Abklärungen 

vorgenommen hat,  

dass sich demnach auch die Rüge der unvollständigen Sachverhaltsabklä-

rung und ungenügenden Begründung der angefochtenen Verfügung als 

nicht stichhaltig erweist, 

dass eine zwangsweise Rückweisung von Personen mit gesundheitlichen 

Problemen nur ganz ausnahmsweise einen Verstoss gegen Art. 3 EMRK 

darstellen kann,  

dass die bereits erwähnten gesundheitlichen Beeinträchtigungen des Be-

schwerdeführers einer Überstellung nach Schweden nicht entgegenstehen 

(vgl. BVGE 2011/9 E. 7 mit Hinweisen auf die damalige Praxis des Euro-

päischen Gerichtshofs für Menschenrechte [EGMR]; Urteil des EGMR 

Paposhvili gegen Belgien 13. Dezember 2016, Grosse Kammer 41738/10, 

§§ 180–193 m.w.H.), 

dass Schweden zudem über eine ausreichende medizinische Infrastruktur 

verfügt, 

dass die Zuständigkeit Schwedens für die Durchführung des Asyl- und 

Wegweisungsverfahrens demnach zu bestätigen ist, 

dass der angefochtene Entscheid weder Art. 3 EMRK noch eine andere, 

die Schweiz bindende völkerrechtliche Bestimmung verletzt, 

dass dem SEM bei der Anwendung von Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 Ermessen 

zukommt (vgl. BVGE 2015/9 E. 7 f.) und den Akten keine Hinweise auf eine 

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Seite 9 

gesetzeswidrige Ermessensausübung (vgl. Art. 106 Abs. 1 Bst. a AsylG) 

durch die Vorinstanz zu entnehmen sind, 

dass das Bundesverwaltungsgericht sich unter diesen Umständen weiterer 

Ausführungen zur Frage eines Selbsteintritts enthält, 

dass es nach dem Gesagten keinen Grund für eine Anwendung der Ermes-

sensklauseln von Art. 17 Dublin-III-VO gibt und an dieser Stelle festzuhal-

ten bleibt, dass die Dublin-III-VO den Schutzsuchenden kein Recht ein-

räumt, den ihren Antrag prüfenden Staat selber auszuwählen (vgl. auch 

BVGE 2010/45 E. 8.3), 

dass das SEM demnach zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b 

AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten ist und 

– weil der Beschwerdeführer nicht im Besitz einer gültigen Aufenthalts- 

oder Niederlassungsbewilligung ist – in Anwendung von Art. 44 AsylG die 

Überstellung nach Schweden angeordnet hat (Art. 32 Bst. a AsylV 1),  

dass unter diesen Umständen allfällige Vollzugshindernisse gemäss 

Art. 83 Abs. 3 und 4 AIG (SR 142.20) nicht mehr zu prüfen sind, da das 

Fehlen von Überstellungshindernissen bereits Voraussetzung des Nicht-

eintretensentscheides gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG ist (vgl. BVGE 

2015/18 E. 5.2 m.w.H.),  

dass die Beschwerde aus diesen Gründen abzuweisen ist und die Verfü-

gung des SEM zu bestätigen ist,  

dass das Beschwerdeverfahren mit vorliegendem Urteil abgeschlossen ist, 

weshalb sich der Antrag auf vorsorgliche Aussetzung des Vollzugs und auf 

Gewährung der aufschiebenden Wirkung als gegenstandslos erweist, 

dass das mit der Beschwerde gestellte Gesuch um Gewährung der unent-

geltlichen Prozessführung abzuweisen ist, da die Begehren – wie sich aus 

den vorstehenden Erwägungen ergibt – als aussichtlos zu bezeichnen wa-

ren, weshalb die Voraussetzungen von Art. 65 Abs. 1 VwVG nicht erfüllt 

sind, 

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr.  750.– (Art. 1‒

3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädi-

gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) dem 

Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG). 

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Seite 10 

(Dispositiv nächste Seite)  

D-5908/2022 

Seite 11 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird ab-

gewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Thomas Segessenmann Mareile Lettau 

 

 

Versand: