# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 08f482ce-4818-5ce4-9516-c720b6c3540d
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-02-07
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 2. Kammer 07.02.2023 S 2021 88
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_002_S-2021-88_2023-02-07.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 21 88

2. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz von Salis

RichterIn Meisser und Pedretti

Aktuarin Maurer

URTEIL

vom 7. Februar 2023

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Eric Schuler,

Beschwerdeführer

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva),

Beschwerdegegnerin

betreffend Versicherungsleistungen nach UVG

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I. Sachverhalt:

1. A._____, Jahrgang 1967, war als Chauffeur über die Arbeitgeberin 

B._____, in L._____, obligatorisch bei der Schweizerischen 

Unfallversicherungsanstalt (Suva) gegen die Folgen von Unfällen 

versichert, als er am 16. Januar 2021 auf Eis ausrutschte und auf die linke 

Schulter stürzte. In der Folge war A._____ zu 100 % arbeitsunfähig, er litt 

an Schmerzen und Bewegungseinschränkungen der Schulter. Die Suva 

richtete die gesetzlichen Leistungen aus (Taggelder und Heilbehand-

lungskosten).

2. Gemäss Bericht des Hausarztes Dr. med. C._____, Facharzt für 

Allgemeine Innere Medizin FMH, vom 6. März 2021, suchte A._____ den 

Hausarzt bereits am Unfalltag auf, u.a. aufgrund von 

Schulterbeschwerden. Dr. med. C._____ stellte am Unfalltag an der linken 

Schulter den Befund einer Druckdolenz ventral, die Beweglichkeit war frei 

aktiv, es bestanden Schmerzen bei Jobe-Test ohne Kraftverlust und kein 

Impingement; im Röntgen war keine Fraktur ersichtlich. Im weiteren 

Verlauf bestand aber weiterhin eine schmerzhafte eingeschränkte 

Schulterbeweglichkeit.

3. Gestützt auf das am 11. Februar 2021 durchgeführte MRI mit klinischer 

Angabe u.a. eines Schulterimpingement links im Dezember 2019 und 

unter Vornahme einer MR-Arthrographie beurteilten die Dres. med. 

D._____ und E._____, Radiologen am Spital H._____ "1. Ruptur der SSP-

Sehne mit Retraktion Grad I nach Patte. Anteriore Footprint-Läsion der 

ISP-Sehne. Dabei initiale fettige Degeneration des Musculus supra- und 

infraspinatus, jeweils Grad I nach Goutallier. 2. Superiore Ruptur der SSC-

Sehne, Grad III nach Fox und Romeo. 3. Tendinose der Bizepssehne mit 

Aufweitung der Pulley-Schlinge. 4. ACG-Arthrose mit diskreter Aktivität."

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4. In ihrem Konsultationsbericht vom 1. März 2021 diagnostizierten die Dres. 

med. F._____ und G._____ eine traumatische Rotatoren-

manschettenläsion Schulter links (SSp, vordere ISP, SSc) und 

Bicepstendinopathie sowie eine aktivierte ACG-Arthrose bei St.n. Sturz 

auf Eis am 16. Januar 2021. Sie stellten folgenden Befund: "Schulter links: 

Symmetrische Schultersilhouette, keine Rötung oder Überwärmung. 

Deutliche Druckdolenz über dem ACG. […] Beweglichkeit schmerzbedingt 

ganz stark eingeschränkt. […] Die Prüfung der Rotatorenmanschette ist 

nicht konklusiv beurteilbar, da ubiquitär Schmerzen angegeben werden. 

[…]" Das Röntgen vom 1. März 2021 ergab folgenden Schulterstatus links: 

"Glenohumeral zentriert, keine fortgeschrittenen degenerativen 

Veränderungen, ACG-Arthrose. Acromion Typ 1-2 nach Bigliani". Das MRI 

der linken Schulter vom 11. Februar 2021 (extern) zeigte eine 

Komplettruptur SSp-Sehne, Retraktion Grad I nach Patte; Anteriore 

Footprint-Läsion ISp; SSp- und ISp-Degeneration Goutallier Grad I; 

Craniale Ruptur SSc, Tendinopathie der intraartikulären LBS mit V.a. 

Partialruptur; Deutliche ACG-Arthrose, leichte Aktivierungszeichen. Die 

Dres. med. F._____ und G._____ empfahlen als Procedere bei trauma-

tischer transmuraler Rotatorenmanschettenläsion einen arthroskopisch 

assistierten Rekonstruktionsversuch mit Bizepstenodese und AC 

Gelenksresektion sowie subacromialer Dekompression. Der Eingriff sollte 

eher zeitnahe durchgeführt werden, insbesondere da ein ausgeprägtes 

Schmerzniveau und eine beginnende Retraktion bestanden.

5. Am 12. März 2021 erfolgte am Spital H._____ durch Dr. med. F._____, 

Leitender Arzt Departement Chirurgie H._____, Klinik für Orthopädie und 

Traumatologie des Bewegungsapparates, ein operativer Eingriff an der 

linken Schulter mit Arthroskopie, Rotatorenmanschettennaht, 

subacromialer Dekompression und ACG Resektion.

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6. Nach der kreisärztlichen Kurzbeurteilung durch Kreisarzt Dr. med. I._____, 

Facharzt für Orthopädie, vom 19. März 2021, ergaben sich aus dem MRI 

und der medizinischen Aktenlage Hinweise auf einen Vorzustand bei 

behandlungsbedürftigem Impingement an der linken Schulter 2019, sowie 

die Notiz im medizinischen Erstbehandlungsbericht einer aktiv freien 

Schulterbeweglichkeit. Zur abschliessenden Beantwortung der Fragen 

empfahl Kreisarzt Dr. med. I._____ das Einholen der medizinischen 

Vorzustandsakten und die Abklärung des Unfallhergangs sowie des 

Symptomverlaufs.

7. Laut E-Mail von Hausarzt Dr. med. C._____ vom 23. März 2021 sei 

A._____ im Dezember 2019 wegen Verdachts auf Schulterimpingement 

von ihm behandelt worden (Sprechstunde, NSAR). A._____ habe sich 

aber diesbezüglich nie mehr gemeldet und keine Beschwerden mehr 

angegeben.

8. Mit kreisärztlicher Kurzbeurteilung ebenfalls vom 23. März 2021 hielt 

Dr. med. I._____ fest, dass das Unfallereignis mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit zu keinen (zusätzlichen) strukturellen Läsionen geführt 

habe, da das vom Versicherten geschilderte Unfallereignis nicht geeignet 

sei, den MR-morphologischen Befund vier Wochen nach Unfallereignis zu 

verursachen. Zudem spreche der klinische Echtzeitbefund an der linken 

Schulter eher gegen eine traumatische Ursache. Der operierte Schaden 

sei überwiegend wahrscheinlich nicht auf den Unfall zurückzuführen. Die 

Unfallfolgen spielten im Beschwerdebild spätestens drei Monate nach 

Unfallereignis keine Rolle mehr.

9. Mit Schreiben vom 12. April 2021 teilte die Suva A._____ die Einstellung 

der Versicherungsleistungen per 30. April 2021 mit, da die heutigen 

Beschwerden nicht mehr unfallbedingt seien.

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10. Dagegen intervenierten die behandelnden Ärzte, Hausarzt Dr. med. 

C._____ und Dr. med. F._____, mit Schreiben vom 16. April 2021 bzw. 

22. April 2021.

11. Am 29. April 2021 liess Hausarzt Dr. med. C._____ der Suva den KG-

Auszug vom Dezember 2019 betreffend die Diagnose eines 

Schulterimpingement links, ED 12/2019, zugehen, wonach A._____ 

Schmerzen an der linken Schulter seit ein bis zwei Monaten beschrieb, die 

fast den gesamten Tag andauerten. Dr. med. C._____ befundete darin 

eine frei bewegliche linke Schulter mit Schmerzen bei Abduktion ab 150° 

mit Impingement, Jobe und Liftoff blande sowie AC-Gelenk blande. Als 

Prozedere wurde vorerst die Einnahme von Tabletten, bei fehlender 

Besserung ad Infiltration und eventuell Physiotherapie vorgesehen.

12. Kreisarzt Dr. med. I._____ hielt in der kreisärztlichen Beurteilung vom 

4. Mai 2021 fest, eine Kontusion der linken Schulter, wie sie vom 

Versicherten bestätigt worden sei, sei nicht geeignet, ein Zerreissen der 

Supraspinatussehne und des vorderen Anteils der Infraspinatussehne zu 

verursachen, wobei im vorliegenden MRI der linken Schulter keine 

Hinweise erkennbar seien für eine übermässige äussere 

Gewalteinwirkung (Weichteilschwellung, Muskelödem, Kapsel-/ 

Bandläsion). Zudem verursache eine traumatische Rotatoren-

manschettenruptur unmittelbare Schmerzen und einen Funktionsverlust, 

während im vorliegenden Fall echtzeitlich am Unfalltag eine freie aktive 

Beweglichkeit im Schultergelenk bestätigt sei. Viele degenerative 

Rotatorenmanschettenläsionen verliefen klinisch stumm und könnten über 

lange Zeit v.a. mit dem Musculus deltoideus weitgehend kompensiert 

werden. Der Unfall habe zu keinen zusätzlichen strukturellen Läsionen 

geführt. Der Schaden, der am 12. März 2021 operiert worden sei, sei nicht 

mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf den Unfall zurückzuführen. 

Spätestens drei Monate nach dem Unfallereignis hätten Unfallfolgen mit 

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überwiegender Wahrscheinlichkeit im Beschwerdebild keine Rolle mehr 

gespielt.

13. Mit Verfügung vom 11. Mai 2021 stellte die Suva die Versicherungs-

leistungen (Heilbehandlung und Taggeld) per 30. April 2021 mit der 

Begründung ein, dass die Beschwerden an der linken Schulter gemäss 

kreisärztlicher Beurteilung spätestens zwölf Wochen nach dem 

Unfallereignis nicht mehr unfallbedingt seien.

14. Mit dagegen erhobener Einsprache vom 19. Mai 2021 beantragte 

A._____, es seien ihm die gesetzlichen Unfallleistungen über den 30. April 

2021 hinaus zu gewähren.

15. Am 21. Mai 2021 bekräftigte Kreisarzt Dr. med. I._____, dass an der 

Beurteilung vom 4. Mai 2021 festzuhalten sei. Ein weiterer Parameter, der 

gegen eine traumatische Genese spreche, sei die initiale fettige 

Degeneration der im MRI beschriebenen SSP- und ISP-Sehne, welche 

nicht bereits knapp drei Wochen nach dem Unfallereignis auftreten könne.

16. Anlässlich der Verlaufskontrolle vom 3. Juni 2021 befundete Dr. med. 

F._____ eine Druckdolenz im Bereich der langen Bizepssehne sowie eine 

intakte Sensibilität insbesondere im Versorgungsgebiet des Nervus 

axillaris. Er beurteilte den klinischen Verlauf als zufriedenstellend und 

empfahl die Weiterführung der Physiotherapie und einen 

Belastungsaufbau.

17. Mit Einspracheentscheid vom 9. August 2021 wies die Suva die 

Einsprache vom 19. Mai 2021 ab und entzog einer allfälligen Beschwerde 

gegen den Entscheid die aufschiebende Wirkung.

18. Dagegen erhob A._____ (nachfolgend: Beschwerdeführer) am 

8. September 2021 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons 

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Graubünden. Er beantragte die Aufhebung des Einspracheentscheids 

vom 9. August 2021 und die Zusprache der gesetzlichen Versicherungs-

leistungen ab 1. Mai 2021; eventualiter die Aufhebung des 

Einspracheentscheids und die Rückweisung der Sache an die 

Beschwerdegegnerin zur Einholung eines versicherungsexternen 

medizinischen Gutachtens und zum Neuentscheid über die 

Versicherungsansprüche des Beschwerdeführers ab 1. Mai 2021. Zur 

Begründung brachte der Beschwerdeführer zusammenfassend vor, es 

werde bestritten, dass der Unfall vom 16. Januar 2021 zu keinen 

strukturellen Läsionen an der linken Schulter geführt habe und dass der 

Status quo sine am 30. April 2021 erreicht gewesen sei. Der 

Beschwerdeführer verwies auf die Expertengruppe Schulter und 

Ellenbogen von Swiss Orthopaedics, wonach ein direktes Trauma 

durchaus ein überwiegend wahrscheinlicher, ja sogar einer der häufigsten 

Mechanismen einer Rotatorenmanschettenruptur sei; dass auch das Alter 

von weniger als 60 Jahren eine schützende Wirkung für die Entstehung 

einer degenerativen Rotatorenmanschettenruptur aufweise. Es bestünden 

erhebliche Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der 

kreisärztlichen Beurteilungen. Der Beschwerdeführer habe ab 1. Mai 2021 

weiterhin Anspruch auf die gesetzlichen Versicherungsleistungen gemäss 

UVG, da mit den bei der Beschwerdegegnerin liegenden Arztberichten 

und Zeugnissen belegt sei, dass der Beschwerdeführer nach der 

Leistungseinstellung noch in ärztlicher Behandlung gestanden und noch 

längere Zeit vollständig arbeitsunfähig gewesen sei. Aktuell betrage sein 

Arbeitspensum 50 %.

19. Mit Beschwerdeantwort vom 28. September 2021 beantragte die Suva 

(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde und 

Bestätigung des angefochtenen Einspracheentscheids vom 9. August 

2021. Begründet wurde die Beschwerdeabweisung im Wesentlichen mit 

dem vollen Beweiswert der Beurteilungen des Kreisarztes Dr. med. 

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I._____, wonach aufgrund des Unfallmechanismus sowie der klinisch und 

bildgebend erhobenen Befunde das Unfallereignis vom 16. Januar 2021 

zu keiner strukturell objektivierbaren Verletzung, sondern lediglich zu einer 

vorübergehenden Beschwerdesymptomatik an der linken Schulter geführt 

habe und spätestens nach drei Monaten der Zustand erreicht gewesen 

sei, der sich – in Anbetracht des degenerativen Vorzustandes mit 

Behandlungsnotwendigkeit bereits im Dezember 2019 – auch ohne 

vorliegend in Frage stehendes Ereignis eingestellt hätte. Die 

Argumentation des Hausarztes und der behandelnden Orthopäden des 

KSGR, wonach der Beschwerdeführer vor dem Unfall asymptomatisch 

gewesen sei, laufe auf den beweisrechtlich unzulässigen Schluss "post 

hoc ergo propter hoc" hinaus. Es sei auf die Erfahrungstatsache 

hinzuweisen, dass Hausärzte und behandelnde Ärzte mitunter im Hinblick 

auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung im Zweifelsfall eher zu 

Gunsten ihrer Patienten aussagten, weshalb diese mit Vorbehalt zu 

würdigen und auch deshalb nicht geeignet seien, Zweifel an der 

Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der kreisärztlichen Beurteilung zu 

wecken. Kreisärzte verfügten überdies über besonders ausgeprägte 

traumatologische Kenntnisse und Erfahrungen. Die Vorbringen in der 

Beschwerde würden den Beweiswert der kreisärztlichen Beurteilung in 

Form der medizinischen Aktenbeurteilung nicht zu schmälern vermögen. 

Auch nicht mit dem Hinweis auf die Stellungnahme von Swiss 

Orthopaedics vom 1. Oktober 2020, da der Kreisarzt den 

Unfallmechanismus lediglich als weiteres Begründungselement – neben 

verschiedenen anderen Argumenten, die gegen eine traumatische 

Genese der Verletzung sprächen (z.B. die am Unfalltag klinisch befundete 

freie aktive Beweglichkeit im Schultergelenk und die bildgebend 

erhobenen Befunde mit fettigen Degenerationen) – erwähne; zudem sei 

die Haltung von Swiss Orthopaedics nicht wissenschaftlich belegt, daher 

nicht beweiskräftig und werde in der medizinischen Literatur kontrovers 

diskutiert. Ausserdem sehe es auch das Bundesgericht nicht als seine 

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Aufgabe an, den Expertenstreit hinsichtlich der Unfallkausalität von 

Rotatorenmanschettenrupturen zu entscheiden.

20. Mit Replik vom 21. Oktober 2021 hielt der Beschwerdeführer unverändert 

an seinen Rechtsbegehren fest, unter Einreichung eines Arztberichts von 

Dr. med. F._____ vom 15. Oktober 2021, worin dieser ausführte, dass die 

Verletzungen des Supraspinatus und des anterioren Infraspinatus mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das Unfallereignis zurückgingen. 

Insbesondere der intraoperative Befund habe ergeben, dass es sich um 

eine traumatische Ablösung der Sehnenstrukturen handelte, da keine 

degenerativen Ausfaserungen oder Veränderungen an der Sehne zu 

erkennen gewesen seien. Allein die aktivierte AC-Gelenksarthrose sei 

eher als Aktivierung eines unfallfremden Vorzustands zu interpretieren. 

Hinsichtlich der Rotatorenmanschette hätten keine unfallfremden 

Ursachen vorgelegen; die kräftigen Strukturen der abgerissenen Sehnen 

deuteten nicht auf eine Vorschädigung hin. Nach der gelungenen 

Rotatorenmanschetten-Naht müsse mit einer Rehabilitationszeit von 

einem Jahr hinsichtlich der Kraft und einem halben Jahr hinsichtlich des 

stabilen Einwachsens der Sehnenstrukturen gerechnet werden, somit 

könne noch eine Verbesserung des Gesundheitszustands erwartet 

werden. Die kreisärztliche Beurteilung sei nicht ganz nachvollziehbar. Aus 

der Aktenlage und den Berichten des Patienten gehe hervor, dass keine 

Vorzustände über der linken Schulter vor dem Unfallereignis bestanden 

hätten. Im Übrigen vertiefte der Beschwerdeführer seine bisherigen 

Standpunkte.

21. In ihrer Duplik vom 16. November 2021 hielt die Beschwerdegegnerin 

unverändert an ihren Rechtsbegehren fest, unter Einreichung einer 

orthopädisch-chirurgischen Beurteilung von Versicherungsmediziner 

Dr. med. J._____, Facharzt für Chirurgie und Orthopädie und 

Traumatologie des Bewegungsapparates, vom 10. November 2021, worin 

insbesondere auch unter Hinweis auf die aktuelle medizinische Literatur 

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und in detaillierter Analyse der im Zeitverlauf erhobenen klinischen 

Befunde (u.a. mit gut dokumentierten Erstbefunden am Unfalltag mit einer 

freien Beweglichkeit der linken Schulter sowie mit vorliegend fehlendem, 

bei einer traumatischen Läsion der Rotatorenmanschette in aller Regel zu 

erwartendem typischen Decrescendo-Verlauf) sowie unter Bezugnahme 

auf die bildgebend und intraoperativ erhobenen Befunde dargelegt wurde, 

dass die Operation vom 12. März 2021 nicht zur Behebung von 

Unfallfolgen gedient habe. Es sei nicht zu strukturellen Verletzungen, 

sondern lediglich zu einer vorübergehenden Beschwerdesymptomatik an 

der linken Schulter gekommen und spätestens nach drei Monaten sei der 

Zustand erreicht gewesen, der sich – in Anbetracht des degenerativen 

Vorzustands – auch ohne das vorliegend in Frage stehende Ereignis 

eingestellt hätte. In antizipierter Beweiswürdigung könne auf zusätzliche 

medizinische Abklärungsmassnahmen und damit auf die eventualiter 

beantragte Rückweisung zur Einholung eines versicherungsexternen 

medizinischen Gutachtens verzichtet werden.

Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften, den angefochtenen 

Einspracheentscheid vom 9. August 2021 sowie die übrigen Akten wird, 

soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

II. Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen den Einspracheentscheid 

der Beschwerdegegnerin vom 9. August 2021 (vgl. Akten des 

Beschwerdeführers [Bf-act.] 2; Akten der Beschwerdegegnerin [Bg-act.] 

83). Gemäss Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfall-

versicherung (UVG; SR 832.20) i.V.m. Art. 56 Abs. 1 und Art. 58 Abs. 1 

des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs-

rechts (ATSG; SR 830.1) kann gegen einen Einspracheentscheid innert 

30 Tagen seit seiner Eröffnung Beschwerde an das Versicherungsgericht 

desjenigen Kantons erhoben werden, in welchem die versicherte Person 

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im Zeitpunkt der Beschwerdeerhebung ihren Wohnsitz hat. Der 

Beschwerdeführer wohnt im Kanton Graubünden, womit die örtliche 

Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden 

gegeben ist. Dessen sachliche Zuständigkeit ergibt sich aus Art. 57 ATSG 

i.V.m. Art. 49 Abs. 2 lit. a des kantonalen Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100). Als im Einspracheverfahren 

unterlegener, formeller und materieller Adressat des angefochtenen 

Einspracheentscheids ist der Beschwerdeführer davon überdies berührt 

und weist ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder 

Änderung auf (vgl. Art. 59 ATSG). Auf die im Übrigen frist- und 

formgerecht eingereichte Beschwerde ist somit einzutreten (Art. 60 und 

Art. 61 ATSG).

2. Unbestritten geblieben sind das Vorliegen eines Unfalls i.S.v. Art. 4 ATSG 

und die Leistungspflicht gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG (Heilbehandlung und 

Taggeld). Streitig und zu prüfen ist vorliegend eine allfällige 

Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin über den 30. April 2021 hinaus.

3.1. Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in der obligatorischen 

Unfallversicherung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die 

Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und 

Berufskrankheiten zu gewähren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der 

versicherten Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der 

Unfallfolgen (Heilbehandlung). Ist die versicherte Person infolge des 

Unfalls voll oder teilweise arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG), so hat sie gemäss 

Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld.

3.2.1. Die Leistungspflicht des obligatorischen Unfallversicherers gemäss UVG 

setzt voraus, dass zwischen dem versicherten Ereignis und dem 

eingetretenen Schaden (Krankheit, Arbeitsunfähigkeit, Invalidität, Tod, 

Integritätseinbusse, Hilflosigkeit) ein natürlicher und ein adäquater 

Kausalzusammenhang besteht (BGE 147 V 161 E.3.1, 129 V 177 E.3; vgl. 

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HÜRZELER/USINGER-EGGER, Einführung in das schweizerische 

Unfallversicherungsrecht, Bern 2021, Rz. 221 f. und Rz. 249 ff.; RUMO-

JUNGO/HOLZER, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Aufl., 

Zürich/Basel/Genf 2012, Art. 6 S. 53 ff.). Ursachen im Sinne des 

natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren 

Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als 

in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht 

werden kann (siehe statt vieler: BGE 147 V 161 E.3.2). Entsprechend 

dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal-

zusammenhangs nicht erforderlich, dass das Unfallereignis die alleinige 

oder unmittelbare Ursache der gesundheitlichen Störungen und 

Beschwerden ist; vielmehr genügt es, dass das Unfallereignis eine 

Teilursache des Gesundheitsschadens ist (vgl. HÜRZELER/USINGER-

EGGER, a.a.O., Rz. 252; NABOLD, in: HÜRZELER/KIESER, Kommentar zum 

UVG, Bern 2018, Art. 6 Rz. 52), d.h. dass der Unfall nicht weggedacht 

werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung 

entfiele (BGE 147 V 161 E.3.2, 129 V 177 E.3.1).

3.2.2. Ob ein natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist, stellt eine Tatfrage 

dar, die mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit von der leistungsansprechenden 

Person nachzuweisen ist, wobei die blosse Möglichkeit, dass ein solcher 

besteht, den Beweisanforderungen nicht genügt (BGE 146 V 51 E.5.1, 

129 V 177 E.3.1; vgl. HÜRZELER/USINGER-EGGER, a.a.O., Rz. 253; NABOLD, 

a.a.O., Art. 6 Rz. 53). Nicht tauglich für den Beweis des natürlichen 

Kausalzusammenhangs ist das Argument, die gesundheitlichen 

Beeinträchtigungen seien erst nach dem Unfall aufgetreten und deshalb 

auf das Unfallereignis zurückzuführen, d.h. die Beweismaxime "post hoc 

ergo propter hoc" ist unzulässig (BGE 119 V 335 E.2b/bb; Urteil des 

Bundesgerichts 8C_241/2020 vom 29. Mai 2020 E.3; vgl. HÜRZELER/

USINGER-EGGER, a.a.O., Rz. 253; NABOLD, a.a.O., Art. 6 Rz. 53).

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3.2.3. Die Frage, ob ein bestimmter natürlicher Kausalzusammenhang adäquat 

ist, stellt eine Rechtsfrage dar. Bei organisch objektiv ausgewiesenen 

Unfallfolgen erfolgt eine einfache Adäquanzprüfung. Dabei spielt die 

Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus dem natürlichen 

Kausalzusammenhang ergebenden Leistungspflicht des Unfall-

versicherers praktisch keine (selbständige) Rolle, da sich hier die 

adäquate weitgehend mit der natürlichen Kausalität deckt (BGE 140 V 356 

E.3.2; 138 V 248 E.4; vgl. HÜRZELER/USINGER-EGGER, a.a.O., Rz. 271; 

NABOLD, a.a.O., Art. 6 Rz. 62 f.). Daher erfolgt in solchen Fällen 

grundsätzlich keine Eingrenzung mittels der Adäquanzformel (vgl. 

HÜRZELER/USINGER-EGGER, a.a.O., Rz. 271).

3.2.4. Wird durch einen Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder 

überhaupt erst manifest bzw. ist die Unfallkausalität einmal mit der 

erforderlichen Wahrscheinlichkeit nachgewiesen, entfällt die 

Leistungspflicht des Unfallversicherers erst, wenn der Unfall nicht mehr 

die natürliche und adäquate Ursache des Gesundheitsschadens darstellt, 

wenn also Letzterer nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden 

Ursachen beruht (BGE 147 V 161 E.3.3 mit Hinweisen; vgl. 

HÜRZELER/USINGER-EGGER, a.a.O., Rz. 261). Dies trifft dann zu, wenn 

entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor 

dem Unfall bestanden hat (Status quo ante), oder aber derjenige Zustand, 

wie er sich nach schicksalsmässigem Verlauf eines krankhaften 

Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status 

quo sine), erreicht ist (BGE 147 V 161 E.3.3 mit Hinweisen; vgl. 

HÜRZELER/USINGER-EGGER, a.a.O., Rz. 262 f.; NABOLD, a.a.O., Art. 6 

Rz. 54). Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche 

Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung 

von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit dem im 

Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Die blosse 

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Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des 

Unfalls genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchsaufhebende 

Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast – anders als bei 

der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher 

Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, 

sondern beim Unfallversicherer (Urteile des Bundesgerichts 8C_241/2020 

vom 29. Mai 2020 E.3, 8C_669/2019 vom 25. März 2020 E.2.2 mit 

Hinweisen; vgl. HÜRZELER/USINGER-EGGER, a.a.O., Rz. 264). Mit dem 

Erreichen des Status quo sine vel ante entfällt eine Teilursächlichkeit für 

die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der Status quo sine 

vel ante noch nicht wieder erreicht ist, hat der Unfallversicherer gestützt 

auf Art. 36 Abs. 1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch 

Pflegeleistungen und Kostenvergütungen zu übernehmen, worunter auch 

die Heilbehandlungskosten nach Art. 10 UVG fallen (Urteile des Bundes-

gerichts 8C_781/2017 vom 21. September 2018 E.5.1, 8C_421/2018 vom 

28. August 2018 E.3.2, 8C_637/2013 vom 11. März 2014 E.2.3.2).

3.2.5. Der vom Unfallversicherer zu beweisende Wegfall des Kausal-

zusammenhanges muss ebenfalls mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 

erstellt sein (Status quo sine vel ante; BGE 146 V 51 E.5.1; Urteile des 

Bundesgerichts 8C_689/2019 vom 9. März 2020 E.5.3, 8C_93/2019 vom 

23. August 2019 E.3). Dabei hat der Unfallversicherer indes nicht den 

Beweis für unfallfremde Ursachen zu erbringen. Welche Ursachen 

(Krankheit, Geburtsgebrechen oder degenerative Veränderungen) ein 

nach wie vor geklagtes Leiden hat, ist an sich unerheblich. Entscheidend 

ist allein, ob die unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens 

ihre kausale Bedeutung verloren haben, also dahingefallen sind (Urteile 

des Bundesgerichts 8C_600/2021 vom 3. März 2022 E.3.2, 8C_80/2021 

vom 7. Juli 2021 E.2.2, 8C_840/2019 vom 14. Februar 2020 E.3.2, 

8C_58/2017 vom 9. Juni 2017 E.6.3 mit weiteren Hinweisen). Ebenso 

wenig muss der Unfallversicherer den negativen Beweis erbringen, dass 

- 15 -

kein Gesundheitsschaden mehr vorliege oder dass die versicherte Person 

nun bei voller Gesundheit sei (Urteile des Bundesgerichts 8C_68/2020 

vom 11. März 2020 E.3.2, 8C_840/2019 vom 14. Februar 2020 E.3.2 mit 

Hinweisen).

3.3. Das sozialversicherungsrechtliche Verwaltungsverfahren und der Sozial-

versicherungsprozess sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht (vgl. 

Art. 43 Abs. 1 und Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben Versicherungsträger 

und Gericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige Feststellung 

des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Die Verwaltung als 

verfügende Instanz und im Beschwerdefall das Gericht dürfen eine 

Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen 

überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen 

Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach 

dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die 

blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den 

Beweisanforderungen nicht. Das Gericht hat vielmehr jener Sachverhalts-

darstellung zu folgen, die es von allen möglichen Geschehensabläufen als 

die wahrscheinlichste würdigt (BGE 144 V 427 E.3.2, 138 V 218 E.6). Der 

Untersuchungsgrundsatz schliesst die Beweislast im Sinne der Beweis-

führungslast begriffsnotwendig aus, da es Sache des Sozial-

versicherungsgerichts (oder der verfügenden Verwaltungsstelle) ist, für die 

Zusammentragung des Beweismaterials besorgt zu sein. Im 

Sozialversicherungsprozess tragen mithin die Parteien in der Regel eine 

Beweislast nur insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu 

Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen 

Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift allerdings 

erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des 

Untersuchungsgrundsatzes auf Grund einer Beweiswürdigung einen 

Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich 

hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 144 V 427 E.3.2, 138 V 218 E.6; 

- 16 -

Urteile des Bundesgerichts 8C_722/2021 vom 20. Januar 2022 E.4, 

8C_382/2020 vom 3. Dezember 2020 E.3.3, 8C_17/2017 vom 4. April 

2017 E.2.2).

3.4. Zur Beurteilung von sozialversicherungsrechtlichen Leistungsansprüchen 

sind die rechtsanwendenden Behörden auf verlässliche medizinische 

Entscheidungsgrundlagen angewiesen. Das Gericht hat diese nach dem 

für den Sozialversicherungsprozess gültigen Grundsatz der freien 

Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle anderen Beweismittel 

– frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 

pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Gericht alle 

Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu 

prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen 

eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. 

Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen 

Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial 

zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht 

auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes 

eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen 

Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die 

geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten 

(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen 

Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation 

einleuchtet, und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind 

(siehe zum Ganzen: BGE 134 V 231 E.5.1, 125 V 351 E.3a, 122 V 157 

E.1c; Urteil des Bundesgerichts 9C_528/2021 vom 11. Februar 2022 

E.4.1).

3.5. Gemäss Rechtsprechung ist auch ein reines Aktengutachten 

beweiskräftig, wenn die Akten ein vollständiges Bild über Anamnese, 

Verlauf und gegenwärtigen Status ergeben und diese Daten unbestritten 

sind; der Untersuchungsbefund muss lückenlos vorliegen, damit der 

- 17 -

Berichterstatter imstande ist, sich aufgrund der vorhandenen Unterlagen 

ein vollständiges Bild zu verschaffen (Urteil des Bundesgerichts 

8C_397/2019 vom 6. August 2019 E.4.3 mit Hinweisen). Dabei geht es im 
Wesentlichen nur um die fachärztliche Beurteilung eines an sich 

feststehenden medizinischen Sachverhalts, mithin rückt die direkte 

ärztliche Befassung mit der versicherten Person in den Hintergrund 

(Urteile des Bundesgerichts 8C_390/2022 vom 7. September 2022 E.3, 

8C_322/2020 vom 9. Juli 2020 E.3, 8C_780/2016 vom 24. März 2017 

E.6.1, je mit Hinweisen). Den Berichten und Gutachten versicherungs-

interner Ärztinnen und Ärzte kommt Beweiswert zu, sofern sie als 

schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich 

widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit 

bestehen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und 

Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind 

ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 145 V 97 E.8.5, 142 V 58 

E.5.1 mit weiteren Hinweisen, 139 V 225 E.5.2, 135 V 465 E.4.4 und 

E.4.6 f., 125 V 351 E.3b/ee; Urteile des Bundesgerichts 8C_549/2021 vom 

7. Januar 2022 E.7.1, 8C_143/2021 vom 7. Juni 2021 E.2.4, 8C_740/2020 

vom 7. April 2021 E.2.2). In Bezug auf behandelnde Ärztinnen und Ärzte, 

insbesondere Hausärzte, ist zu beachten, dass sie in einem auftrags-

rechtlichen Verhältnis zur versicherten Person stehen. Da sie sich zudem 

in erster Linie auf die Behandlung zu konzentrieren haben, verfolgen deren 

Berichte nicht den Zweck einer den abschliessenden Entscheid über die 

Versicherungsansprüche erlaubenden objektiven Beurteilung des 

Gesundheitszustandes und erfüllen deshalb kaum je die materiellen 

Anforderungen an ein Gutachten gemäss BGE 125 V 351 E.3a. Aus 

diesen Gründen und aufgrund der Erfahrungstatsache, dass behandelnde 

Ärztinnen und Ärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche 

Vertrauensstellung im Zweifelsfall eher zu Gunsten ihrer Patienten 

aussagen, wird im Streitfall eine direkte Leistungszusprache einzig 

gestützt auf die Angaben der behandelnden Ärztinnen und Ärzte kaum je 

- 18 -

in Frage kommen. Diese Erfahrungstatsache befreit das Gericht indessen 

nicht von seiner Pflicht zu einer korrekten Beweiswürdigung, bei der auch 

die von der versicherten Person aufgelegten Berichte mitzu-

berücksichtigen sind. Diese sind daraufhin zu prüfen, ob sie auch nur 

geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der 

Feststellungen versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte wecken 

(BGE 135 V 465 E.4.5 f.; Urteile des Bundesgerichts 8C_301/2021 vom 

23. Juni 2021 E.5.2.2, 8C_160/2012 vom 13. Juni 2012 E.3.1.2, 

8C_245/2011 vom 25. August 2011 E.5.3).

4. Es ist zu prüfen, ob die ärztlichen Einschätzungen von Hausarzt Dr. med. 

C._____ vom 6. März 2021 (vgl. Bg-act. 12) und 16. April 2021 (vgl. Bg-

act. 45), von Dr. med. F._____ vom 15. März 2021 (vgl. Bg-act. 19), vom 

22. April 2021 (vgl. Bg-act. 47) und vom 15. Oktober 2021 (vgl. Bf-act. 5) 

unter Berücksichtigung des MRI vom 11. Februar 2021 (vgl. Bg-act. 14) 

und des Röntgenstatus vom 1. März 2021 (vgl. Bg-act. 11) zumindest 

geringe Zweifel an den kreisärztlichen Beurteilungen von Kreisarzt 

Dr. med. I._____ vom 23. März 2021 (vgl. Bg-act. 29), vom 4. Mai 2021 

(vgl. Bg-act. 53) und vom 21. Mai 2021 (vgl. Bg-act. 64) sowie an der 

versicherungsmedizinischen Beurteilung von Dr. med. J._____ (vgl. Bg-

act.-Beilage 1) vom 10. November 2021 zu wecken vermögen.

4.1. Sowohl die kreisärztlichen Beurteilungen von Dr. med. I._____ wie auch 

die versicherungsmedizinische von Dr. med. J._____ sind für die streitigen 

Belange der Schulterproblematik umfassend, berücksichtigen die 

geklagten Beschwerden und sind alle jeweils in Kenntnis aller Vorakten 

(Anamnese) abgegeben worden. Aus der Kurzbeurteilung von Kreisarzt 

Dr. med. I._____ vom 23. März 2021 (vgl. Bg-act. 29) geht hervor, dass – 

entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers, wonach er bis zum 

Unfall keinen Vorzustand (weder Unfall noch Krankheit) gehabt habe (vgl. 

Bg-act. 24) – die linke Schulter laut Hausarzt Dr. med. C._____ bereits im 

Dezember 2019 wegen Verdachts auf Schulterimpingement behandelt 

- 19 -

wurde. Das Unfallereignis habe mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu 

keinen (zusätzlichen) strukturellen Läsionen geführt, da das vom 

Beschwerdeführer geschilderte Unfallereignis nicht geeignet gewesen sei, 

den MR-morphologischen Befund vier Wochen nach dem Unfallereignis 

zu verursachen (vgl. MRI vom 11. Februar 2021 [Bg-act. 14]). Zudem 

spreche der klinische Echtzeitbefund eher gegen eine traumatische 

Ursache. Die Operation sei nicht unfallbedingt erfolgt und Unfallfolgen am 

Beschwerdebild hätten spätestens nach drei Monaten keine Rolle mehr 

gespielt (vgl. Bg-act. 29). In seiner vertieften Beurteilung vom 4. Mai 2021 

hielt Kreisarzt Dr. med. I._____ sodann fest, dass die vom Beschwerde-

führer bestätigte Kontusion der linken Schulter nicht geeignet gewesen 

sei, ein Zerreissen der Supraspinatussehne und des vorderen Anteils der 

Infraspinatussehne zu verursachen. Im vorliegenden MRI der linken 

Schulter seien keine Hinweise für eine übermässige äussere 

Gewalteinwirkung (Weichteilschwellung, Muskelödem, Kapsel- bzw. 

Bandläsion) erkennbar. Zudem verursache eine traumatische 

Rotatorenmanschettenruptur unmittelbare Schmerzen und einen 

Funktionsverlust; im vorliegenden Fall sei hingegen echtzeitlich am 

Unfalltag eine freie aktive Beweglichkeit im Schultergelenk bestätigt 

worden. Viele degenerative Rotatorenmanschettenläsionen verliefen 

klinisch stumm und könnten über lange Zeit v.a. mit dem Musculus 

deltoideus kompensiert werden. Der Unfall vom 16. Januar 2021 habe mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit zu keinen zusätzlichen strukturellen 

Läsionen geführt. Der Schaden, der am 12. März 2021 operiert worden 

sei, sei nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf den Unfall 

zurückzuführen. Spätestens drei Monate nach dem Unfallereignis hätten 

Unfallfolgen für das Beschwerdebild keine Rolle mehr gespielt, wobei der 

Einfluss der Operation ausser Acht zu lassen sei (vgl. Bg-act. 53). Am 

21. Mai 2021 bekräftigte Kreisarzt Dr. med. I._____, dass an der 

Beurteilung vom 4. Mai 2021 festzuhalten sei. Gegen eine traumatische 

Genese spreche zudem auch, dass die im MRI beschriebene fettige 

- 20 -

Degeneration der SSP- und ISP-Sehne nicht bereits knapp drei Wochen 

nach dem Unfallereignis auftreten könne (vgl. Bg-act. 64).

4.2. Soweit der Beschwerdeführer auf das Schreiben der Schweizerischen 

Gesellschaft für Orthopädie und Traumatologie (Swiss Orthopaedics) vom 

1. Oktober 2020 betreffend Unfallkausalität von Rotatorenmanschetten-

Rupturen durch direktes Schultertrauma verweist (vgl. Bf-act. 3), wonach 

ein direktes Schultertrauma durchaus zu einer Rotatorenmanschetten-

Ruptur führen könne und das relative Risiko, vor dem 60. Altersjahr an 

einer Rotatorenmanschettenruptur zu erkranken, im Mittelwert 0.13 

betrage, ist auf die dazu ergangene höchstrichterliche Rechtsprechung 

hinzuweisen. Das Bundesgericht ging dazu über, dem Kriterium des 

Unfallmechanismus zur Beurteilung der Unfallkausalität keine 

übergeordnete Bedeutung mehr beizumessen. Es gehe vielmehr darum, 

die einzelnen Kriterien, die für oder gegen eine traumatische Genese der 

Verletzung sprächen, aus medizinischer Sicht gegeneinander abzuwägen 

und den Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit 

für sich hat, der Wahrheit zu entsprechen. Dabei ist auch der 

Unfallmechanismus als einzelnes Indiz unter mehreren in die 

Gesamtwürdigung einzubeziehen. Ob und inwieweit Anpralltraumen 

geeignet sind, Rotatorenmanschettenläsionen auszulösen oder zu 

verursachen, wird in der neueren medizinischen Literatur kontrovers 

diskutiert. Das Bundesgericht sieht es nicht als seine Aufgabe an, den 

Expertenstreit hinsichtlich der Unfallkausalität von Rotatoren-

manschettenrupturen zu entscheiden (Urteil des Bundesgerichts 

8C_59/2020 vom 14. April 2020 E.5.4; siehe auch Urteile des 

Bundesgerichts 8C_593/2021 vom 6. Januar 2022 E.5.2.3, 8C_167/2021 

vom 16. Dezember 2021 E.4.1, 8C_672/2020 vom 15. April 2021 E.4.5 

und 8C_740/2020 vom 7. April 2021 E.4.2). Somit kann der Beschwerde-

führer allein aus der Stellungnahme der Swiss Orthopaedics nichts zu 

seinen Gunsten ableiten.

- 21 -

4.3. Tatsächlich bestätigte Hausarzt Dr. med. C._____ mit E-Mail vom 

23. März 2021 (vgl. Bg-act. 27) die Diagnose Schulterimpingement, wie er 

sie im Dezember 2019 gestellt hatte (vgl. Bg-act. 28). Mit Schreiben vom 

16. April 2021 hielt Hausarzt Dr. med. C._____ sodann fest, die Schulter-

impingementsymptomatik sei folgenlos abgeheilt. Schulterschmerzen 

hätten sich erst nach dem Unfall im Januar 2021 manifestiert. Bis dahin 

hätte der Beschwerdeführer keine Schmerzen gehabt. Wäre die 

Impingementsymptomatik auf eine Rotatorenmanschettenläsion oder 

Degeneration zurückzuführen gewesen, wären die Beschwerden 

sicherlich nicht mit der Einnahme von NSAR (Anm. des Gerichts: 

Nichtsteroidale Antirheumatika) und ohne Physiotherapie sistiert, zumal 

der Beschwerdeführer immer wieder Gewichte bis 1200 kg mit einem 

"Roller" schiebe und hohe Belastungen auf die Schulter ausübe (vgl. Bg-

act. 45). Diese Einschätzung des Internisten Dr. med. C._____ folgt in der 

Argumentation der unzulässigen Beweisregel von "post hoc ergo propter 

hoc", da er die Betonung auf die Asymptomatik des im Dezember 2019 

diagnostizierten Impingement unter NSAR bis zum Unfallereignis am 

16. Januar 2021 legt und die aktuellen Beschwerden nach dem Unfall auf 

den Unfallmechanismus bzw. das Unfallereignis zurückführt (vgl. Bg-act. 

27). Zudem ist der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass der 

Hausarzt Dr. med. C._____ als behandelnder Arzt mitunter im Hinblick auf 

seine auftragsrechtliche Vertrauensstellung im Zweifelsfall eher zu 

Gunsten seines Patienten aussagt, so dass seine Einschätzungen mit 

Vorbehalt zu würdigen sind.

4.4. Die Diagnose der behandelnden Orthopäden am KSGR lautete im Bericht 

vom 22. April 2021 auf "St.n. Arthroskopie Schulter links mit 

Rotatorenmanschettennaht (SSp, ant. ISp), subacromialer 

Dekompression und AC-Gelenksresektion am 12. März 2021 bei 

traumatischer Rotatorenmanschettenläsion sowie aktivierter AC-Arthrose 

nach Sturz auf Eis am 16. Januar 2021" (vgl. Bg-act. 47). Auf Anfrage des 

- 22 -

Beschwerdeführers hin erstattete Dr. med. F._____ am 15. Oktober 2021 

(vgl. Bf-act. 5), eingereicht zusammen mit der Replik, seine Stellung-

nahme, wonach die Verletzungen des Supraspinatus und des anterioren 

Infraspinatus mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das Unfallereignis 

zurückgingen. Insbesondere der intraoperative Befund habe ergeben, 

dass sich noch eine Kongruenz des anterioren Anteils des Supraspinatus 

und zwei Drittel des Infraspinatus zeigte. Das Pulley sowie auch der lange 

Bizeps und die Subscapularissehne seien regelrecht. Somit hätten 

ausreichende Strukturen bestanden, um weiterhin eine gute Schulter-

funktion zu gewährleisten. Damit wäre auch erklärt, dass nur durch die 

vermehrte Beanspruchung und durch eine scapulothorakale Dyskinesie 

die Schädigung im Verlauf nach dem Sturz zum Tragen gekommen und 

die weitere Diagnostik durchgeführt worden sei. Der intraoperative Befund 

bestätige diese Annahme, dass es sich um eine traumatische Ablösung 

der Sehnenstrukturen gehandelt habe, da keine degenerativen 

Ausfaserungen oder Veränderungen an der Sehne zu erkennen gewesen 

seien. Es habe keine grössere Retraktion von max. Grad I nach Pate 

bestanden. Während der Naht hätten sich sehr stabile Sehnenstrukturen 

gezeigt, die hätten genäht werden können. Bei degenerativen 

Schädigungen des Sehnenmaterials sei schnell eine Erweichung und 

Abschwächung der Sehnen und Muskelstrukturen wahrzunehmen und zu 

erkennen. Die aktivierte AC-Gelenksarthrose sei eher als Aktivierung 

eines Vorzustands zu interpretieren. Unfallfremd hätte nur ein Vorzustand 

einer Degeneration des AC-Gelenkes bestanden, welche bis dahin nicht 

symptomatisch gewesen und durch das Trauma aktiviert worden sei. 

Hinsichtlich der Rotatorenmanschette hätten keine unfallfremden 

Ursachen vorgelegen. Nur bei vorbestandener Degeneration der 

Rotatorenmanschetten-Sehnen durch entsprechende Vorbelastungen 

(Trauma, schwere Überkopfarbeit, Alter) wären als allfällige unfallfremde 

Ursachen zu interpretieren. Diese hätten jedoch nicht bestanden. Die 

kräftigen Strukturen der abgerissenen Sehnen deuteten nicht auf eine 

- 23 -

Vorschädigung hin. Die kreisärztliche Beurteilung sei nicht ganz 

nachvollziehbar. Aus seiner Aktenlage und den Berichten des Patienten 

gehe hervor, dass keine Vorzustände über der linken Schulter vor dem 

Unfallereignis bestanden hätten. Für ihn bestehe eindeutig mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit ein Zusammenhang zwischen der 

Schulterschädigung an der Rotatorenmanschette und dem Unfallereignis 

und mit Sicherheit nach unbehandelten drei Monaten keine 

vernachlässigbare Situation (vgl. Bf-act. 5).

4.5. Gerade was die Aktenlage anbelangt, überzeugt die Stellungnahme von 

Dr. med. F._____ nicht vollends – mutmasslich aufgrund unvollständiger 

Aktenlage und fehlender umfassender Information durch den 

Beschwerdeführer –, da anerkanntermassen bereits im Dezember 2019 

eine Impingementsymptomatik an der linken Schulter vorlag, die mit NSAR 

behandelt wurde. Aus den Dr. med. F._____ zur Verfügung gestellten 

kreisärztlichen Beurteilungen von Dr. med. I._____ vom 4. Mai 2021 und 

21. Mai 2021 (siehe Bf-act. 4 i.V.m. Bg-act. 53 und 64) hätte ihm die 

Impingementsymptomatik, die bereits im Dezember 2019 diagnostiziert 

und mit NSAR behandelt wurde, bekannt sein müssen und damit – nebst 

der AC-Gelenksarthrose – ein weiterer Vorzustand. Auch zur Feststellung 

von Kreisarzt Dr. med. I._____ zu der im MRI ersichtlichen initialen fettigen 

Degeneration, welche nicht bereits knapp drei Wochen nach dem 

Unfallereignis auftreten könne, äusserte sich Dr. med. F._____ nicht. 

Demgegenüber überzeugt der Versicherungsmediziner Dr. med. J._____, 

Facharzt für Chirurgie und Orthopädie und Traumatologie des 

Bewegungsapparates, am 10. November 2021 mit einer schlüssigen, 

nachvollziehbaren und widerspruchsfreien orthopädisch-chirurgischen 

Beurteilung – auch unter Bezugnahme auf die vervollständigte Aktenlage 

bzw. Bilddokumentation und mit zahlreichen Hinweisen auf die Literatur – 

zu den Einschätzungen von Hausarzt Dr. med. C._____ in der 

Krankengeschichte und von Facharzt Dr. med. F._____ in seinem 

- 24 -

Operationsbericht sowie der Stellungnahme vom 15. Oktober 2021 (vgl. 

Bg-Beilage 1 S. 3 ff.). So führt Dr. med. J._____ zunächst zur 

Stellungnahme von Dr. med. F._____ vom 15. Oktober 2021 aus, am 

Unfalltag habe eine "gute Schulterfunktion" bestanden, was Hausarzt Dr. 

med. C._____ dokumentiere mit einer aktiven freien Beweglichkeit und 

einem Jobe-Test ohne Kraftverlust; der Beschwerdeführer habe auch vier 

Tage nach dem Ereignis die linke Schulter aktiv bewegen können. Nach 

Hempfling et al. führe eine traumatisch nach akuter Gewalteinwirkung 

verursachte Zerreissung der Rotatorenmanschette jedoch unmittelbar zu 

Schmerzen, Kraft- und Funktionsverlust mit einem charakteristischen 

zeitlichen Verlauf; so bestünden in der akuten Phase, d.h. etwa bis drei 

Tage nach dem Unfallereignis, heftige Schmerzen und sei die aktive 

Beweglichkeit der Schulter in typischer Weise so massiv eingeschränkt, 

dass von einer Pseudoparalyse, d.h. einer scheinbaren Lähmung des 

Armes gesprochen werde. So wiesen Porschke et al. auf die enorme 

Bedeutung der Erstuntersuchung hin, wonach eine nach dem Unfall 

bestehende freie aktive Beweglichkeit des Schultergelenkes gegen eine 

frische Rotatorenmanschettenläsion spreche. Demgemäss habe eine 

"gute Schulterfunktion" nicht aufgrund "ausreichender Strukturen" 

bestanden, sondern weil die vorliegenden Strukturen keine strukturelle 

Schädigung am 16. Januar 2021 erfahren hätten. Dr. med. J._____ wies 

weiter darauf hin, dass der Spontanverlauf einer traumatischen Läsion der 

Rotatorenmanschette in aller Regel einen typischen Decrescendo-Verlauf 

zeige. Zeige sich hingegen ein Crescendo-Verlauf mit zunächst unfallnah 

leichten Beschwerden und Einschränkungen, die sich dann in den 

nächsten Tagen und Wochen verstärkten und ausdehnten, deute dies 

gemäss Hempfling et al. in der Regel auf eine unfallunabhängige Ursache 

hin. Vorliegend sei aus den ärztlichen Unterlagen kein typischer 

Decrescendo-Verlauf zu erkennen, im Gegenteil, die Beschwerden hätten 

persistiert, wenn nicht sogar zugenommen. Eine "vermehrte 

Beanspruchung", wie sie Dr. med. F._____ anführe, sei aus den 

- 25 -

Dokumenten hingegen nicht ersichtlich, sei dem Versicherten doch seit 

dem Unfallereignis bis zur Operation ununterbrochen eine Arbeits-

unfähigkeit attestiert worden. Weiter wies er auf den Widerspruch 

zwischen dem Operationsbericht von Dr. med. F._____ über den Eingriff 

vom 12. März 2021 und dessen Stellungnahme vom 15. Oktober 2021 

bezüglich Sehnen-Ausfaserungen hin. So halte Dr. med. F._____ im 

Operationsbericht vom 15. März 2021 fest, dass er ein "Débridement 

randständig der Ausfaserung des Sehnenschadens" durchgeführt habe 

und somit im Bereich der Sehne Ausfaserungen vorgelegen hätten. 

Äusserst fraglich sei, inwiefern intraoperativ beurteilt werden könne, ob die 

Ausfaserungen degenerativer oder traumatischer Genese seien. So 

hielten Porschke et al. fest, dass lediglich "Blutauflagerung am 

Sehnenstumpf […] als starker Hinweis auf ein stattgehabtes Trauma 

gewertet werden [sollen]." Ein Hinweis auf derartige Blutauflagerungen 

fehle jedoch im Operationsbericht vom 15. März 2021. Betreffend 

intraoperativ beobachteter Sehnenretraktion von Dr. med. F._____ ("keine 

grössere Retraktion von max. Grad I nach Pate") wies Dr. med. J._____ 

auf Porschke et al. hin, wonach bisher bezüglich Sehnenretraktion kein 

signifikanter Unterschied zwischen degenerativer und traumatischer 

Rotatorenmanschettenläsion habe gefunden werden können. Weiter 

erläuterte Dr. med. J._____ betreffend intraoperativ beobachteter 

Sehnenstruktur ("Während der Naht […] sich sehr stabile Sehnen-

strukturen [zeigten], die genäht werden konnten. Bei degenerativen 

Schädigungen des Sehnenmaterials ist schnell eine Erweichung und 

Abschwächung der Sehnen und Muskelstrukturen wahrzunehmen und zu 

erkennen"), sei keine Objektivierung und Unterscheidung zwischen 

degenerativer oder traumatischer Genese einer Sehnenläsion ohne 

histologische Untersuchungen (Gewebeproben) möglich. Derartige 

Aussagen beruhten auf dem durch keine Evidenz gestützten subjektiven 

Empfinden des Operateurs. Der Aussage von Dr. med. F._____, dass 

unfallfremd lediglich ein Vorzustand einer Degeneration des AC-Gelenkes 

- 26 -

bestanden habe, die nur durch das Trauma aktiviert worden sei, stimmte 

Dr. med. J._____ insoweit zu, als dass die AC-Gelenksarthrose mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit als Vorzustand zu werten sei. 

Hingegen ergäben sich weder aus dem MRI vom 11. Februar 2021 noch 

aus den KG-Einträgen des Hausarztes Dr. med. C._____ Hinweise darauf, 

dass das AC-Gelenk am 16. Januar 2021 eine strukturelle Schädigung 

erfahren habe. Unter Hinweis auf Beickert et al., auf das MRI vom 

11. Februar 2021 ("initiale fettige Degeneration des Musculus supra- und 

infraspinatus", "Tendinose der Bizepssehne", "ACG-Arthrose mit diskreter 

Aktivität"), auf die Feststellungen von Hausarzt Dr. med. C._____ in 

seinem Schreiben vom 16. April 2021, sowie auf den Operationsbericht 

vom 15. März 2021 ("subacromiale Dekompression", "anterolaterale 

Acromioplastik", "Entfernung der Exophyten des Acromions am AC-

Gelenk") begründete Dr. med. J._____ schliesslich das Vorliegen eines 

subacromialen Impingement, was aus der Diagnose im Dezember 2019, 

aufgrund des Alters des Beschwerdeführers und seinen körperlichen 

Tätigkeiten ("der Patient auch immer wieder Gewichte bis 1200 kg mit 

einem «Roller» schiebt und da hohe Belastungen auf die Schulter ausübt") 

sehr gut nachvollziehbar sei.

4.6. Dr. med. J._____ kommt in überzeugender Weise zum Schluss, dass die 

Stellungnahme von Dr. med. F._____ als behandelndem Orthopäden vom 

15. Oktober 2021 weder neue medizinische Sachverhalte noch 

Fachliteratur liefere und teilweise seinem eigenen präoperativen Sprech-

stunden- bzw. Operationsbericht widerspreche. Unter Berücksichtigung 

sämtlicher im Dossier vorliegenden medizinischen Dokumente, 

insbesondere den gut dokumentierten Erstbefunden am Unfalltag mit einer 

freien Beweglichkeit der linken Schulter, sei es am 16. Januar 2021 mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit zu keinen strukturellen Verletzungen 

gekommen. Die mit dem MRI vom 11. Februar 2021 zur Darstellung 

kommende Veränderung der Rotatorenmanschette und dem AC-Gelenk 

- 27 -

entsprächen typischen degenerativen Befunden, welche mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit als Vorzustand zu werten seien. Eine 

(vorübergehende) Verschlimmerung durch den Unfall als Teilkausalität sei 

möglich. Unfallfolgen hätten mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nach 

drei Monaten nicht mehr vorgelegen.

4.7. Den fachärztlichen Beurteilungen von Kreisarzt Dr. med. I._____ und 

Versicherungsmediziner Dr. med. J._____ stehen keine (weiteren) 

fachärztlichen Beurteilungen entgegen, welche Zweifel daran zu wecken 

vermögen. Auch Dr. med. F._____ als behandelnder Orthopäde 

(zusammen mit Dr. med. K._____) scheint der Beweisregel "post hoc ergo 

propter hoc" zu folgen, wenn er auf die Ankündigung der Leistungs-

einstellung am 22. April 2021 mit einem Schreiben anregte, diese bei 

klarem traumatischem Ereignis und zuvor asymptomatischer Schulter 

seines 53-jährigen Patienten nochmals zu überdenken (vgl. Bg-act. 47). 

Die kreisärztlichen (Kreisarzt Dr. med. I._____) und 

versicherungsmedizinischen (Dr. med. J._____) Feststellungen sind 

Aktenbeurteilungen und als solche beweiskräftig, denn die Akten – welche 

jeweils in Aktenzusammenstellungen umfassend genannt sind – ergeben 

ein vollständiges Bild über Anamnese, Verlauf und gegenwärtigen Status 

und diese Daten sind unbestritten. Die Untersuchungsbefunde lagen dem 

Kreisarzt wie auch dem Versicherungsmediziner jeweils lückenlos vor, so 

dass sie imstande waren, sich aufgrund der vorhandenen Unterlagen ein 

vollständiges Bild zu verschaffen (Urteile des Bundesgerichts 

8C_390/2022 vom 7. September 2022 E.3, 8C_809/2021 vom 24. Mai 

2022 E.3.1, 8C_414/2019 vom 25. September 2019 E.2.2.1, 8C_397/2019 

vom 6. August 2019 E.4.3 mit Hinweisen). Dabei ging es im Wesentlichen 

nur um die fachärztliche Beurteilung des an sich feststehenden 

medizinischen Sachverhalts und es rückte die direkte ärztliche Befassung 

mit dem Beschwerdeführer in den Hintergrund. Die Beurteilungen von 

Kreisarzt Dr. med. I._____ und Versicherungsmediziner Dr. med. J._____ 

- 28 -

erscheinen schlüssig, nachvollziehbar begründet sowie in sich 

widerspruchsfrei sind und es sind keine Indizien gegen ihre 

Zuverlässigkeit erkennbar. Dies zumal sie in Kenntnis und unter 

Bezugnahme auf sämtliche Arztberichte von Hausarzt Dr. med. C._____ 

und von den H._____-Ärzten ergingen. Die fachliche Qualifikation ist 

sowohl bei Kreisarzt Dr. med. I._____ als Facharzt für Orthopädie wie 

auch beim Versicherungsmediziner Dr. med. J._____ als Facharzt für 

Orthopädie und Traumatologie des Bewegungsapparates sowie Chirurgie 

unbestrittenermassen gegeben. Schliesslich sind die Kreisärzte der Suva 

nach ihrer Funktion und beruflichen Stellung Fachärzte im Bereich der 

Unfallmedizin. Da sie ausschliesslich Unfallpatienten, unfallähnliche 

Körperschädigungen und Berufskrankheiten diagnostisch beurteilen und 

therapeutisch begleiten, verfügen sie – unabhängig von ihrem 

ursprünglich erworbenen Facharzttitel – über besonders ausgeprägte 

traumatologische Kenntnisse und Erfahrungen. Im Verhältnis zu den 

Allgemeinpraktikern kommt ihnen eine spezialärztliche Stellung zu (Urteile 

des Bundesgerichts 8C_59/2020 vom 14. April 2020 E.5.2, 8C_316/2019 

vom 24. Oktober 2019 E.5.4, 8C_510/2007 vom 3. Oktober 2008 E.7.5.4). 

Der Unfallmechanismus ist lediglich eines der Begründungselemente – 

neben verschiedenen anderen schlüssig und nachvollziehbar 

vorgebrachten Argumenten –, die in casu gegen eine traumatische 

Genese der Verletzung sprechen (z.B. die am Unfalltag klinisch befundete 

freie aktive Beweglichkeit im Schultergelenk mit Jobe-Test ohne 

Kraftverlust, die fehlenden Hinweise auf eine übermässige äussere 

Gewalteinwirkung [Weichteilschwellung, Muskelödem, Kapsel-

/Bandläsion], die bildgebend erhobenen Befunde mit fettigen 

Degenerationen, fehlender typischer Decrescendo-Verlauf, degenerative 

Vorzustände). Der Unfallmechanismus sowie die klinisch und bildgebend 

erhobenen Befunde führten zu keiner strukturell objektivierbaren 

Verletzung, sondern lediglich zu einer vorübergehenden Beschwerde-

symptomatik an der linken Schulter und es ist überzeugend dargelegt, 

- 29 -

dass mit überwiegender Wahrscheinlichkeit spätestens nach drei Monaten 

der Zustand erreicht war, der sich – in Anbetracht des degenerativen 

Vorzustands (AC-Gelenksarthrose und Impingement, mit Behandlungs-

notwendigkeit bereits im Dezember 2019) – auch ohne vorliegend in Frage 

stehendes Ereignis eingestellt hätte (Status quo sine). Die Operation vom 

12. März 2021 diente somit nicht der Behebung von Unfallfolgen. Da die 

Unfallversicherung weder den Beweis zu erbringen hat für unfallfremde 

Ursachen (Krankheit, Geburtsgebrechen oder degenerative 

Veränderungen) noch den negativen Beweis, dass kein Gesundheits-

schaden mehr vorliege oder die versicherte Person nun bei voller 

Gesundheit sei, hat die Unfallversicherung nur Leistungen für das 

unmittelbar im Zusammenhang mit dem Unfall stehende Schmerzsyndrom 

zu erbringen (Urteile des Bundesgerichts 8C_68/2019 vom 22. Juli 2019 

E.3.2, 8C_167/2018 vom 28. Februar 2019 E.4.2). Die Leistungs-

einstellung per 30. April 2021 ist daher nicht zu beanstanden.

4.8. Da der medizinische Sachverhalt rechtsgenüglich erstellt ist und von der 

Einholung eines Gerichtsgutachtens vorliegendenfalls keine 

entscheidrelevanten Ergebnisse zu erwarten sind, kann auf zusätzliche 

medizinische Abklärungsmassnahmen bzw. auf die eventualiter 

beantragte Rückweisung zur Einholung eines versicherungsexternen 

medizinischen Gutachtens in antizipierter Beweiswürdigung verzichtet 

werden (BGE 144 V 361 E.6.5, 136 I 229 E.5.3, 134 I 140 E.5.3; siehe 

auch Urteile des Bundesgerichts 8C_156/2022 vom 29. Juni 2022 E.5.2.4, 

8C_55/2022 vom 19. Mai 2022 E.7, 8C_658/2020 vom 14. Januar 2021 

E.7).

5. Zusammenfassend erweist sich der angefochtene Einspracheentscheid 

vom 9. August 2021 als rechtens, womit die Beschwerde abzuweisen ist.

6. Gemäss Art. 61 lit. fbis ATSG sind Verfahren vor dem kantonalen 

Versicherungsgericht bei Streitigkeiten über Leistungen kostenpflichtig, 

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wenn dies im jeweiligen Einzelgesetz vorgesehen ist. Die 

Sonderbestimmungen zur Rechtspflege gemäss Art. 105 ff. UVG sehen 

keine generelle Kostenpflicht vor. Damit sind unfallversicherungs-

rechtliche Beschwerdeverfahren über Leistungen in der Regel kostenlos. 

Vorbehalten bleibt die Kostenauflage infolge – in casu nicht vorliegenden 

– mutwilligen oder leichtsinnigen Verhaltens (Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. 

Art. 61 lit. fbis in fine ATSG). Für das vorliegende Beschwerdeverfahren 

sind daher keine Kosten zu erheben.

7. Ein Parteikostenersatz steht der obsiegenden Beschwerdegegnerin 

gemäss Art. 61 lit. g ATSG nicht zu.

III. Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilung]