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**Case Identifier:** ea91d0d9-9247-5736-b71b-3de706b04ada
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-09-14
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 14.09.2023 UV 2023/1
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_UV-2023-1_2023-09-14.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2023/1

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 29.09.2023

Entscheiddatum: 14.09.2023

Entscheid Versicherungsgericht, 14.09.2023
Art. 6 Abs. 1 UVG. Ungenügende Aktenlage in Bezug auf die Beurteilung der 
Frage der Unfallkausalität der Schulterverletzungen des Beschwerdeführers. 
Rückweisung an die Beschwerdegegnerin zur weiteren Abklärung und neuer 
Verfügung (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen 
vom 14. September 2023, UV 2023/1).

Entscheid vom 14. September 2023

Besetzung

Präsidentin Christiane Gallati Schneider, Versicherungsrichterin Tanja Petrik-Haltiner 

und Versicherungsrichter Michael Rutz; Gerichtsschreiberin Anita Hüsler

Geschäftsnr.

UV 2023/1

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

gegen

Schweizerische Mobiliar Versicherungsgesellschaft AG, Direktion Bern, 

Bundesgasse 35, Postfach, 3001 Bern,

Beschwerdegegnerin,

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Gegenstand

Versicherungsleistungen

Sachverhalt

A.  

A.___ (nachfolgend: Versicherter) war aufgrund seiner Tätigkeit als Sozialpädagoge 

für den Verein B.___ seit dem 14. Januar 2019 bei der Schweizerischen Mobiliar 

Versicherungsgesellschaft AG (nachfolgend: Mobiliar) insbesondere gegen die Folgen 

von Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert. Am 6. Januar 2022 erstattete die 

Arbeitgeberin des Versicherten der Mobiliar eine Bagatellunfall-Meldung. Der 

Versicherte sei am 12. Dezember 2021 auf der Skipiste mit dem Snowboard gestürzt 

und habe sich eine Zerrung der linken Schulter zugezogen. Die Erstbehandlung sei in 

der Praxis C.___ erfolgt und die Nachbehandlung bei der D.___ (UV-act. 1).

A.a. 

Am 10. Januar 2022 wurde im D.___ ein MRT des linken Schultergelenks des 

Versicherten durchgeführt. Die dabei erhobenen Befunde beurteilte Dr. med. E.___, 

Facharzt für Radiologie, als eine subtotale Ruptur der Supraspinatussehne, 

differentialdiagnostisch bei vorbestehendem Impingement, einen Reizzustand der 

Bursa subacromialis und eine ventrale Labrumläsion, vom Aspekt her eher älteren 

Datums (UV-act. 17).

A.b. 

Dr. med. F.___, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, hielt in seinem Arztzeugnis 

UVG vom 13. Januar 2022 fest, die Erstbehandlung des Versicherten habe am 

29. Dezember 2021 stattgefunden. Der Versicherte habe angegeben, am 12. Dezember 

2021 beim Snowboarden gestürzt und auf die linke Schulter gefallen zu sein. Er habe 

trotz Analgetika Schmerzen, auch nachts. Dr. F.___ hielt folgende Befunde fest: 

Integument blande, keine ossäre Dolenz. AC-Gelenk frei. Cross body negativ. ROM: 

passiv frei, aktiv Schmerzen bei Abduktion. Jobe schmerzhaft aber mit Kraft, positives 

Impingementzeichen. Aussenrotation gegen Widerstand schmerzhaft; Bear-hug und O-

Brian-Test schmerzhaft. Das im Verlauf angefertigte MRT habe den Befund einer 

subtotalen Ruptur der Supraspinatussehne ergeben. Die aktuellen Beschwerden seien 

auf das Unfallereignis zurückzuführen. Vorher habe der Versicherte nicht unter 

A.c. 

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ähnlichen Beschwerden gelitten. Initial habe er Analgesie und Schonen veranlasst. Er 

habe den Versicherten an Dr. med. G.___, Orthopädie H.___, überwiesen. Eine 

Arbeitsunfähigkeit bestehe nicht. Die Behandlung sei noch nicht abgeschlossen (UV-

act. 9 f.).

In seinem Bericht vom 2. Februar 2022 zur Untersuchung vom 19. Januar 2022 

führte Dr. G.___ als Diagnose eine ausgeprägte Supraspinatussehnenruptur der 

Schulter links nach einem Sturz am 11. (richtig: 12.) Dezember 2021 auf. Als Befunde 

hielt Dr. G.___ fest, der Subskapularis- und Bizepstest sowie die Kraftentwicklung für 

die Aussenrotation am hängenden Arm seien unauffällig. Im innenrotierten Jobe-Test 

beständen Beschwerden, beim aussenrotierten Jobe-Test seien die Beschwerden 

geringer. Dr. G.___ beurteilte die medizinische Situation dahingehend, dass sich durch 

den Sturz eine ausgeprägte Partialruptur im Übergang vom Supraspinatus auf den 

Infraspinatus eingestellt habe. Dr. G.___ hatte dem Versicherten am 19. Januar 2022 

eine Verordnung zur Physiotherapie ausgestellt (UV-act. 33), hielt jedoch im 

Untersuchungsbericht weiter fest, dass nicht sicher vorauszusagen sei, ob im weiteren 

Verlauf eine konservative Therapie funktionieren werde. Dementsprechend sei nach 

Trauma beim jungen, aktiven Patienten auch schon die operative Variante erklärt 

worden. Natürlich bleibe eine gewisse Restchance auf einen Erfolg der konservativen 

Therapie bezüglich der Schmerz-/Entzündungsreduktion, wobei der Sehnenschaden 

primär so vorhanden bleibe. Der Versicherte wolle primär den konservativen Weg 

gehen. Hier werde er das vorhandene NSAR weiter einnehmen. Unterstützend erfolge 

eine Ultraschalliontophorese am Sehnenansatz sowie eine Muskeldetonisierung. Das 

eigene Verhalten sowie die Eigentherapie seien ausführlich erklärt und ein 

Informationsblatt abgegeben worden (UV-act. 13 f.).

A.d. 

Am 1. März 2022 stellte sich der Versicherte für eine Zweitmeinung im Spital I.___ 

bei Dr. med. K.___, Leitender Arzt Orthopädie, vor. Dieser hielt im 

Sprechstundenbericht als Diagnose eine traumatische Partialruptur des tiefen Blatts 

der Supraspinatussehne Schulter links mit/bei Status nach Snowboardsturz am 

11. (korrekt: 12.) Dezember 2021 fest. Den Status beschrieb Dr. K.___ wie folgt: 

"Unauffällige Sulcusrelief, keine Druckdolenz im Bereich des AC-Gelenkes. Aktive 

globale Beweglichkeit mit Abduktion und Flexion 165°, endgradig schmerzhaft. 

Aussenrotation 60°, Innenrotation bis Th12, endgradig schmerzhaft, Lift-off-Test 

A.e. 

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negativ. Passive glenohumerale Beweglichkeit mit Abduktion und Flexion 90°. 

Impingement-Test nach Hawkins und Neer positiv, Jobe- und Whipple-Test 

schmerzhaft, Kraft abgeschwächt. Kraft für Innenrotation und Aussenrotation 

symmetrisch zur Gegenseite. Palm-Up-Test und O'Brien-Test nicht konklusiv 

beurteilbar." Dr. K.___ beurteilte die medizinische Situation dahingehend, dass die 

klinischen Befunde zu der im MRT gesehenen Ruptur des tiefen Blatts der 

Supraspinatussehne passen würden. Aufgrund des noch jungen Alters und der hohen 

sportlichen Aktivitäten empfehle er dem Versicherten ein aktives Vorgehen mit 

Schulterarthroskopie und Rotatorenmanschetten-Rekonstruktion. Selbstverständlich 

könne auch der konservative Weg noch weiter ausgeschöpft werden. Hierzu würde er 

dem Versicherten eine Physiotherapie empfehlen. Der Versicherte werde sich das 

weitere Vorgehen nochmals überlegen (UV-act. 18 f.).

Am 21. März 2022 stellte die Klinik L.___ ein Gesuch um Kostengutsprache für eine 

Arthroskopie, ein Ligamentrelease und eine Supraspinatussehnen-Naht links beim 

Versicherten (UV-act. 21).

A.f. 

Am 23. März 2022 nahm der beratende Arzt Dr. med. M.___, Arzt für Orthopädie 

und Unfallchirurgie, im Auftrag der Mobiliar zum Fall Stellung. In seiner Beurteilung hielt 

er fest, bei der Auffaserung der Supraspinatussehne und dem Einriss im Bizepsanker, 

der sogenannten SLAP-Läsion, an der linken Schulter handle es sich um Vorzustände. 

Bei den im MRT vom 10. Januar 2022 beschriebenen Befunden handle es sich mit der 

versicherungsmedizinisch weitaus überwiegenden Wahrscheinlichkeit um 

ausschliesslich degenerative Veränderungen. Der Status quo sine sei längstens zwölf 

Wochen nach dem Unfall erreicht gewesen, wobei unfallkausale Therapiemassnahmen 

nicht erforderlich gewesen seien oder würden, insbesondere sei keine Operation 

erforderlich. Der Ereignishergang am 12. Dezember 2021, der weitere Verlauf, die 

klinischen Erstbefunde am 29. Dezember 2021 und die MRT-Befunde am 10. Januar 

2022 würden mit der versicherungsmedizinisch weitaus überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit gegen einen ursächlichen Zusammenhang der 

Schulterveränderungen mit dem angeschuldigten Ereignis am 12. Dezember 2021 

sprechen (UV-act. 27 f.).

A.g. 

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Mit Schreiben vom 25. März 2022 informierte die Mobiliar den Versicherten, dass 

gemäss der Beurteilung ihres beratenden Arztes ab dem 7. März 2022 keine 

Unfallfolgen mehr vorliegen würden. Deshalb könne sie ab diesem Datum keine 

Leistungen mehr erbringen (UV-act. 31 f.). Gleichentags teilte die Mobiliar der Klinik 

L.___ per E-Mail mit, dass sie das Kostengutsprachegesuch aufgrund der ärztlichen 

Unterlagen ablehne (UV-act. 30).

A.h. 

Am 4. April 2022 führte Dr. G.___ beim Versicherten eine diagnostische 

Arthroskopie, ein Débridement des Bizepsankers, ein AC-Ligamentrelease und eine 

Doppelreihennaht an der Supraspinatussehne durch (vgl. dazu den Operationsbericht 

vom 12. April 2022 [UV-act. 37 f.]).

A.i. 

Am 12. April 2022 äusserte sich Dr. G.___ gegenüber der Mobiliar zum Fall des 

Versicherten. Er hielt fest, die Mobiliar habe den Fall ohne Nennung von medizinischen 

Gründen als Unfall abgelehnt. Vorliegend handle es sich um einen jungen, sportlichen 

Patienten mit bis dato unauffälliger Schulter. Auch die Klinik und Kernspintomographie 

sowie die Anamnese würden mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit für einen Unfall 

sprechen. Schliesslich hätten sich intraoperativ neben den ersichtlichen, frischen 

Schäden (wie kernspintomographisch bereits beschrieben) an der Supraspinatussehne 

zusätzlich frisch anmutende Schäden im Bizepsankerbereich gezeigt. Da die Schäden 

mit hoher Wahrscheinlichkeit auf einen Unfall zurückzuführen seien, bitte er um eine 

Reevaluation. Operationsbericht und intraoperative Bilder ständen zur Verfügung (UV-

act. 39).

A.j. 

Am 26. April 2022 teilte die CSS als zuständiger Krankenversicherer der Mobiliar 

mit, sie sei mit der Leistungseinstellung nicht einverstanden. Der beratende Arzt Dr. 

M.___ teile in seiner Beurteilung vom 23. März 2022 mit, dass es sich ausschliesslich 

um degenerative Veränderungen handle (gemäss MRT vom 10. Januar 2022). Dies sei 

für sie nicht nachvollziehbar. Dem erlittenen Sturz könne eine Teilursächlichkeit an den 

weiterhin bestehenden Beschwerden nicht abgesprochen werden (UV-act. 48).

A.k. 

Am 18. Mai 2022 nahm der beratende Arzt Dr. med. N.___, Facharzt für 

Orthopädische Chirurgie, im Auftrag der Mobiliar eine Zweitbeurteilung vor. Darin hielt 

dieser fest, der Hergang des Ereignisses vom 12. Dezember 2021 im Sinne einer 

A.l. 

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B.  

Schulterkontusion sei nicht geeignet, eine traumatische Supraspinatussehnenläsion zu 

verursachen. Im Rahmen der Erstuntersuchung vom 29. Dezember 2021 hätten sich 

keine funktionellen Einschränkungen des linken Schultergelenks in Abduktion und 

keine positiven Provokations-Tests gezeigt. Im MRT seien keine Begleitverletzungen 

und kein Knochenmarködem festgestellt worden. In der Summe der medizinischen 

Fakten stehe die Supraspinatussehnenläsion nur möglicherweise in natürlichem 

Kausalzusammenhang zum Unfallereignis vom 12. Dezember 2021. Dr. G.___ 

argumentiere in seinem Schreiben vom 12. April 2022 nach dem Prinzip des "post hoc, 

ergo propter hoc" (UV-act. 51).

Mit Verfügung vom 24. Mai 2022 stellte die Mobiliar ihre Versicherungsleistungen 

per 7. März 2022 ein, da die Beschwerden ab diesem Zeitpunkt nicht mehr mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit im Zusammenhang mit dem Ereignis vom 

12. Dezember 2021 ständen (UV-act. 55 f.).

A.m. 

Gegen die vorerwähnte Verfügung erhob der Versicherte am 21. Juni 2022 

Einsprache. Zur Begründung führte er im Wesentlichen aus, vor dem Unfallereignis 

habe er keine Beschwerden gehabt. Dr. G.___ habe ihm mitgeteilt, dass der Riss der 

Supraspinatussehne eindeutig auf den Unfall zurückzuführen sei. Dies sei für Dr. G.___ 

auf dem MRT, wie auch während der Operation deutlich sichtbar gewesen. Ein 

natürlicher Kausalzusammenhang zwischen dem Sturz und der Operation sei gegeben 

und die Mobiliar habe für die entsprechenden Kosten aufzukommen (UV-act. 65 f.).

B.a. 

Am 17. November 2022 erfolgte nochmals eine ausführliche Beurteilung durch den 

beratenden Arzt Dr. N.___. Darin hielt dieser fest, nach Kenntnis der zeitnahen 

medizinischen Befundberichte sei der Versicherte beim Snowboardfahren direkt auf die 

linke Schulter gestürzt. Die Erstuntersuchung sei 17 Tage später erfolgt, im Bericht 

dazu seien weder einer traumatischen subtotalen Supraspinatussehnenläsion 

entsprechende funktionelle Defizite noch eine Bewegungseinschränkung dokumentiert 

worden. Die vorstehenden Befunde seien mit einer traumatischen 

Supraspinatussehnenläsion nicht vereinbar. Ebenso sei eine tatsächlich traumatisch 

bedingte Supraspinatussehnenläsion zumindest mit einer Teilinstabilität verbunden. 

Daraus folge, dass die Verletzung ligamentärer bzw. kapsuloligamentären Strukturen im 

B.b. 

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Sinne von Begleitverletzungen zu erwarten gewesen wäre. Dementsprechend seien die 

Hinweise im MRT auf ein subacromiales Impingement und eine ältere 

Labrumveränderung eher einer degenerativen Entwicklung zuzurechnen. Bei einer 

traumatisch bedingten Rotatorenmanschettenverletzung stehe eine 

Funktionseinschränkung im Vordergrund, auch in Kombination mit Schmerzen, 

während beim verschleissbedingten Schaden der Schmerz im Vordergrund stehe. Die 

Argumentation in der Verfügung (korrekt: Einsprache) vom 21. Juni 2022, bis zum Sturz 

vom 12. Dezember 2021 habe der Versicherte weder im Schulterbereich noch sonst wo 

irgendwelche körperlichen Schmerzen gehabt, könne versicherungsmedizinisch nicht 

überzeugen. Ebenso nicht nachvollziehbar seien die Hinweise auf relevante funktionelle 

Defizite des linken Schultergelenks in der Folge des erwähnten Ereignisses aufgrund 

der blanden Erstbefunde und der fehlenden Hinweise auf eine Einschränkung der 

Abduktion. Das Ereignis vom 12. Dezember 2021 habe zu keinen strukturell 

traumatischen Schäden des linken Schultergelenks geführt. Die im MRT beschriebenen 

Veränderungen seien als Vorzustände zu qualifizieren. Der Status quo sine sei per 

10. Januar 2022 erreicht gewesen. Der operative Eingriff vom 4. April 2022 sei nicht 

unfallkausal (UV-act. 84 ff.).

Mit Einspracheentscheid vom 5. Dezember 2022 wies die Mobiliar die Einsprache 

des Versicherten ab. Zur Begründung hielt sie im Wesentlichen fest, die Stellungnahme 

von Dr. N.___ vom 17. November 2022 sei überzeugend und erfülle die von der 

Rechtsprechung an einen Arztbericht gestellten Anforderungen, weshalb für die 

Beurteilung des medizinischen Sachverhalts darauf abgestützt werden könne. Sowohl 

der Unfallhergang sowie der Verlauf der Beschwerden mit erst verzögerter 

Arztkonsultation und wenig imponierendem Erstbefund als auch die fehlenden 

Begleitverletzungen würden vorliegend dafür sprechen, dass die festgestellten 

Schulterschäden nicht überwiegend wahrscheinlich unfallkausal und die rein 

kontusionsbedingten Beschwerden zum Zeitpunkt der verfügten Leistungseinstellung 

abgeklungen gewesen seien. Die Ausführungen von Dr. G.___ vom 12. April 2022 

vermöchten an dieser Beurteilung keine Zweifel zu erwecken. Dr. G.___ habe zwar auf 

die Klinik, die Anamnese, den MRT- und den Operationsbefund verwiesen, ohne aber 

auch nur ansatzweise aufzuzeigen, weshalb diese den Schluss unfallbedingter 

B.c. 

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C.  

Erwägungen

1.

Vorliegend strittig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer über den 7. März 2022 

hinaus Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung, insbesondere 

auch für die operative Behandlung der linken Schulter vom 4. April 2022, hat.

2.  

Verletzungen nahelegen würden oder an der Beurteilung von Dr. N.___ zu zweifeln wäre 

(UV-act. 91 ff.).

Am 10. Dezember 2022 erhob der Versicherte gegenüber der Mobiliar eine "zweite 

Einsprache zur Verfügung vom 24. Mai 2022" (UV-act. 103 f.). Mit Schreiben vom 

19. Dezember 2022 informierte die Mobiliar den Versicherten, dass keine zweite 

Einsprachemöglichkeit gegen Verfügungen bestehe. Der Einspracheentscheid vom 

5. Dezember 2022 habe die Verfügung ersetzt. Falls der Versicherte mit diesem 

Entscheid nicht einverstanden sei, müsse er beim zuständigen Gericht seines 

Wohnsitzkantons eine Beschwerde einreichen (UV-act. 105).

C.a. 

Mit Eingabe datierend vom 10. Dezember 2022 (Postaufgabe: 3. Januar 2023) 

erhob der Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer) Beschwerde gegen den 

Einspracheentscheid vom 5. Dezember 2022 der Mobiliar (nachfolgend: 

Beschwerdegegnerin). Darin beantragte er sinngemäss die Aufhebung des 

Einspracheentscheids und die Weiterausrichtung der Versicherungsleistungen, 

namentlich die Übernahme der Operationskosten vom 4. April 2022 (act. G 1).

C.b. 

Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Beschwerdeantwort vom 3. März 2023, 

die Beschwerde sei in Bestätigung des angefochtenen Einspracheentscheids 

abzuweisen (act. G 5).

C.c. 

Der Beschwerdeführer verzichtete auf die Einreichung einer Replik (act. G 6 und 

7).

C.d. 

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Nach Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; 

SR 832.20) werden bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten 

Versicherungsleistungen gewährt (vgl. zum Unfallbegriff Art. 4 des Bundesgesetzes 

über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Der 

Unfallversicherer hat für einen Gesundheitsschaden nur insoweit Leistungen zu 

erbringen, als dieser in einem natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang zum 

versicherten Ereignis steht (André Nabold, N 48 ff. zu Art. 6, in: Marc Hürzeler/Ueli 

Kieser [Hrsg.], Bundesgesetz über die Unfallversicherung, Kommentar zum 

schweizerischen Sozialversicherungsrecht, 2018 [nachfolgend zitiert: KOSS UVG]; 

Irene Hofer, N 63 ff. zu Art. 6, in: Ghislaine Frésard-Fellay/Susanne Leuzinger/Kurt Pärli 

[Hrsg.], Unfallversicherungsgesetz, Basler Kommentar, 2019 [nachfolgend zitiert: BSK 

UVG]; Alexandra Rumo-Jungo/André Pierre Holzer, Bundesgesetz über die 

Unfallversicherung, in: Erwin Murer/Hans-Ulrich Stauffer [Hrsg.], Rechtsprechung des 

Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, 4. Aufl. 2012, S. 53 ff.). Ursachen im 

Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren 

Vorhandensein die gesundheitliche Beeinträchtigung nicht oder nicht in gleicher Weise 

oder nicht zur gleichen Zeit eingetreten wäre. Für die Bejahung des natürlichen 

Kausalzusammenhangs ist nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder 

unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende 

Ereignis zusammen mit anderen Faktoren für die Schädigung verantwortlich, d. h. 

zumindest teilkausal ist, der Unfall mit anderen Worten nicht weggedacht werden kann, 

ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele. Ein adäquater 

Kausalzusammenhang liegt vor, wenn ein Ereignis nach dem gewöhnlichen Lauf der 

Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der 

Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das 

Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 181 E. 3.1 f. und 117 V 376 ff. 

E. 3a und 4a; SVR 2007 UV Nr. 28 S. 96 f., U 413/05, E. 4.1 mit Hinweisen; Rumo-

Jungo/Holzer, a. a. O., S. 53, 57). Für die Beantwortung der Tatfrage nach dem 

Bestehen natürlicher Kausalzusammenhänge im Bereich der Medizin ist das Gericht in 

der Regel auf Angaben ärztlicher Experten und Expertinnen angewiesen. Die Frage 

nach dem adäquaten Kausalzusammenhang ist demgegenüber eine Rechtsfrage, die 

vom Gericht nach den von Doktrin und Praxis entwickelten Regeln zu beurteilen ist 

(KOSS UVG-Nabold, N 53 zu Art. 6; BSK UVG-Hofer, N 65 f. und N 74 zu Art. 6; Rumo-

Jungo/Holzer, a. a. O., S. 54 f., 58.). Bei physischen Unfallfolgen spielt indessen die 

Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus dem natürlichen 

Kausalzusammenhang ergebenden Haftung praktisch keine selbständige Rolle (BGE 

127 V 103 E. 5b/bb, 123 V 102 E. 3b, 118 V 291 f. E. 3a und 117 V 365 E. 5d/bb mit 

Hinweisen). Ob ein natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist, beurteilt sich nach 

2.1. 

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dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit; die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die 

Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen; 

Thomas Locher/Thomas Gächter, Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 4. Aufl. 

2014, § 70 N 58 f.).

Ist die Unfallkausalität eines Gesundheitsschadens einmal mit der erforderlichen 

Wahrscheinlichkeit nachgewiesen, entfällt die Leistungspflicht des Unfallversicherers 

erst dann, wenn der Unfall nicht (mehr) die natürliche oder adäquate Ursache des 

Gesundheitsschadens bzw. der Beschwerden darstellt, wenn also letzterer nur noch 

und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft zu, wenn entweder 

der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat 

(Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem 

schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustands auch ohne Unfall früher 

oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (vgl. zum Ganzen Urteile des 

Bundesgerichts vom 6. August 2008, 8C_101/2008, E. 2, und 7. Juli 2021, 8C_80/2021, 

E. 2.2; RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 f. E. 3b mit Hinweisen; KOSS UVG-Nabold, N 54 

zu Art. 6; BSK UVG-Hofer, N 71 zu Art. 6; Rumo-Jungo/Holzer, a. a. O., S. 54).

2.2. 

Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht (BGE 

125 V 195 E. 2, 122 V 158 E. 1a, je mit Hinweisen; vgl. auch BGE 130 I 183 f. E. 3.2). 

Der Versicherungsträger – bzw. im Beschwerdefall das Gericht – hat demnach die 

Untersuchungen so lange weiterzuführen, bis die Akten vollständig sind, d. h. bis die 

inhaltlichen und beweismässigen Anforderungen, welche an die einzelnen Beweismittel 

gestellt werden, erfüllt sind und eine Würdigung dieser Beweismittel mit dem 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit einen bestimmten Sachverhalt 

ergibt (vgl. Ueli Kieser, ATSG Kommentar, 2020, N 29 zu Art. 43 m. w. H.). Der 

Untersuchungsgrundsatz schliesst eine Beweislast im Sinn der Beweisführungslast 

begriffsnotwendig aus. Die Parteien tragen aber eine Beweislast insofern, als im Fall 

der Beweislosigkeit (vgl. zu dieser Kieser, a. a. O., N 68 ff. zu Art. 43) der Entscheid zu 

Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesenen Sachverhalt Rechte 

ableiten wollte. Diese Beweisregel greift jedoch erst Platz, wenn im Rahmen des 

Untersuchungsgrundsatzes kein überwiegend wahrscheinlicher Sachverhalt ermittelt 

werden konnte (BGE 117 V 264 E. 3b m. w. H.; Locher/Gächter, a. a. O., § 70 N 56 f.; 

Rumo-Jungo/Holzer, a. a. O., S. 4, 54 f.).

2.3. 

Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die 

urteilenden Instanzen die Beweise frei, d. h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln 

2.4. 

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3.  

sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig 

davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die 

verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs 

gestatten. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der 

Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, 

auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben 

worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der 

Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der 

medizinischen Fachperson begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist 

grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der 

eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten 

(BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen).

Insofern kann rechtsprechungsgemäss auch Berichten und Gutachten, welche die 

Versicherungen während des Administrativverfahrens von ihren beratenden Ärzten und 

Ärztinnen einholen, Beweiswert beigemessen werden. Auf deren Ergebnis kann jedoch 

nicht abgestellt werden, wenn auch nur geringe Zweifel an ihrer Zuverlässigkeit und 

Schlüssigkeit bestehen. In diesem Fall sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen 

(BGE 135 V 465 E. 4.4, 4.6 f.). Reine Aktengutachten können beweiskräftig sein, sofern 

ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die fachärztliche 

Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht, mithin die 

direkte ärztliche Befassung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt (Urteil 

des Bundesgerichts vom 24. März 2017, 8C_780/2016, E. 6.1).

2.5. 

Die Beschwerdegegnerin anerkannte zu Recht, dass der Beschwerdeführer am 

12. Dezember 2021 einen Unfall im Sinne von Art. 4 ATSG mit einer schädigenden 

Einwirkung auf den Körper erlitten hat und erbrachte entsprechend – zumindest 

vorläufig – die gesetzlichen Versicherungsleistungen. Mit Einspracheentscheid vom 

5. Dezember 2022 (UV-act. 91 ff.) bzw. mit der diesem zugrundliegenden Verfügung 

vom 24. Mai 2022 (UV-act. 55 f.) hat die Beschwerdegegnerin ihre 

Versicherungsleistungen per 7. März 2022 eingestellt, da – insbesondere gestützt auf 

die Beurteilungen ihres beratenden Arztes Dr. N.___ – davon ausgegangen werden 

müsse, dass die festgestellten strukturellen Schulterschäden nicht überwiegend 

wahrscheinlich unfallkausal und die rein kontusionsbedingten Beschwerden spätestens 

am 6. März 2022 abgeklungen gewesen seien (UV-act. 55 ff.). Der Beschwerdeführer 

macht jedoch einen Anspruch auf Versicherungsleistungen über den 6. März 2022 

3.1. 

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4.  

hinaus geltend, insbesondere auf Erstattung der Kosten für den operativen Eingriff vom 

4. April 2022 (act. G 1).

Für die Annahme unfallkausaler somatischer Restfolgen werden grundsätzlich eine 

unfallkausale strukturelle Läsion bzw. eine schlecht verheilte strukturelle Läsion als 

objektivierbares Korrelat verlangt. Objektivierbar sind Ergebnisse, die reproduzierbar 

und von der untersuchenden Person und den Angaben des Patienten bzw. der 

Patientin unabhängig sind. Folglich kann von objektiv ausgewiesenen organisch-

strukturellen Unfallfolgen dann gesprochen werden, wenn die erhobenen Befunde mit – 

wissenschaftlich anerkannten – apparativen/bildgebenden Abklärungen (wie Röntgen, 

MRT, CT, Arthroskopie) bestätigt werden (vgl. BGE 134 V 232 E. 5.1 mit Hinweisen; 

Urteil des Bundesgerichts vom 3. Juli 2015, 8C_139/2015, E. 4.1.1 mit Hinweisen). 

Vorderhand ist somit zu prüfen, ob das Unfallereignis vom 12. Dezember 2021 beim 

Beschwerdeführer überwiegend wahrscheinlich zu strukturellen Gesundheitsschäden 

geführt hat.

3.2. 

Als unfallkausale strukturelle Gesundheitsschäden kommen vorliegend die 

aufgrund des MRT-Untersuchs vom 10. Januar 2022 (UV-act. 17) nachgewiesene 

Partialruptur der Supraspinatussehne sowie der Einriss im Bizepsanker (sog. SLAP-

Läsion, vgl. UV-act. 28) an der linken Schulter des Beschwerdeführers in Frage. 

Nachfolgend gilt es zu prüfen, ob zwischen diesen Gesundheitsschäden und dem 

Unfallereignis vom 12. Dezember 2021 ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. 

Die Beschwerdegegnerin verneinte dies, wie bereits erwähnt, im Wesentlichen gestützt 

auf die Beurteilungen ihres beratenden Arztes Dr. N.___ (UV-act. 51 und 84 ff.).

4.1. 

Die Frage, ob und inwiefern Anpralltraumen geeignet sind, 

Rotatorenmanschettenläsionen zu verursachen, wird in der medizinischen Literatur 

kontrovers diskutiert. Dem Unfallmechanismus kann deshalb gemäss 

bundesgerichtlicher Rechtsprechung keine übergeordnete Bedeutung zukommen, 

sondern er ist nur als ein einzelnes Indiz unter mehreren zu werten, zumal er oftmals 

nicht mehr rekonstruiert werden kann (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 16. 

Dezember 2021, 8C_167/2021, E. 4.1, 15. April 2021, 8C_672/2020, E. 4.1.3, und 

7. April 2021, 8C_740/2020, E. 4.2). Im vorliegenden Fall wurde der genaue 

Unfallhergang im vorinstanzlichen Verfahren nicht näher abgeklärt. Der 

Beschwerdeführer führte jedoch in seiner Beschwerdeschrift aus, er hätte den Arm 

beim Sturz nach oben hinten gebogen gehabt (vgl. act. G 1), weshalb nicht ohne 

Weiteres nur von einem direkten Aufprall auf der Schulter ausgegangen werden kann. 

4.2. 

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Soweit Dr. N.___ in seiner Beurteilung vom 18. Mai 2022 mithin ausführte, der 

Unfallhergang im Sinne einer Schulterkontusion sei nicht geeignet gewesen, eine 

traumatische Supraspinatussehnenläsion hervorzurufen (UV-act. 51), bestehen daran 

zumindest geringe Zweifel und kann darauf nicht abgestellt werden.

Dr. N.___ hielt in seiner Beurteilung vom 17. November 2022 sodann fest, 

anlässlich der Erstuntersuchung vom 29. Dezember 2021 seien weder funktionelle 

Defizite noch eine Bewegungseinschränkung dokumentiert worden. Eine solche 

Befundsituation sei mit einer traumatischen Supraspinatussehnenläsion nicht 

vereinbar. Bei traumatisch bedingten Rotatorenmanschettenverletzungen würde eine 

Funktionseinschränkung im Vordergrund stehen, auch in Kombination mit Schmerzen, 

während beim verschleissbedingten Schaden der Schmerz im Vordergrund stehe (UV-

act. 85). Auch in seiner Beurteilung vom 18. Mai 2021 hatte Dr. N.___ bereits 

festgehalten, dass anlässlich der Erstuntersuchung vom 29. Dezember 2021 keine 

funktionellen Einschränkungen in Abduktion festgestellt worden seien. Zudem sprach 

er von fehlenden positiven Provokations-Tests (UV-act. 51). Zwar hielt Dr. F.___ in 

seinem Arztzeugnis UVG vom 13. Januar 2022 (UV-act. 9 f.) keine Messwerte zur 

Schulterbeweglichkeit oder konkreten Einschränkungen anlässlich der Erstbehandlung 

vom 29. Dezember 2021 fest. Jedenfalls führte er aber aus, dass die aktive Abduktion, 

der Jobe-Test, die Aussenrotation gegen Widerstand und auch der Bear-hug sowie der 

O'-Brien-Test schmerzhaft gewesen seien (UV-act. 9). Dass Schmerzen während bzw. 

im Zusammenhang mit den spezifischen Tests zur Prüfung einer 

Rotatorenmanschettenläsion aufgetreten sind, stellt zumindest ein Indiz dafür dar, dass 

auch Bewegungs- bzw. Funktionseinschränkungen in diesem Zusammenhang 

bestanden, was wiederum nach dem Gesagten auf eine traumatisch bedingte 

Verletzung hindeutet. Wie Dr. N.___ sodann ausführt, treten Schmerzen sowohl bei 

traumatischen als auch bei degenerativen Rotatorenmanschettenläsionen auf, weshalb 

angesichts der dokumentierten Schmerzen anlässlich der Erstbehandlung eine 

Unfallkausalität der Supraspinatussehnenläsion zumindest möglich erscheint. Im 

Sprechstundenbericht vom 1. März 2022 gab Dr. K.___ zudem an, die aktive globale 

Beweglichkeit mit Abduktion und Flexion habe 165° betragen, mit endgradigen 

Schmerzen. Auch der Jobe- und Whipple-Test seien schmerzhaft und die Kraft 

abgeschwächt gewesen (UV-act. 19). Das von Dr. K.___ dokumentierte 

Bewegungsausmass von 165° bei Abduktion und Flexion entspricht einer (zumindest 

geringen) Einschränkung gegenüber den Normwerten (vgl. zu diesen Roland Kreutzer, 

Handbuch Gelenkmessung, 2. Aufl. 2021, S. 20). Zu dieser – wenn auch erst später 

nachgewiesenen – Funktionseinschränkung äussert sich Dr. N.___ überhaupt nicht, 

weshalb seine Beurteilungen in dieser Hinsicht als unvollständig anzusehen sind. 

4.3. 

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Zusammengefasst bestehen aufgrund der vorstehenden Ausführungen zumindest 

geringe Zweifel am Argument von Dr. N.___ hinsichtlich der fehlenden Funktions /

Bewegungseinschränkungen.

Sodann argumentiert Dr. N.___ in seinen Beurteilungen vom 18. Mai und 

17. November 2022, es seien keine (kapsulo )ligamentären Begleitverletzungen und/

oder ein Knochenmarködem festgestellt worden (UV-act. 51 und 85). Aus Sicht des 

Versicherungsgerichts ist jedoch fraglich, ob bzw. inwieweit beispielsweise ein 

Knochenmarködem in der MRT-Untersuchung vom 10. Januar 2022, mithin rund einen 

Monat nach dem Unfallereignis vom 12. Dezember 2022, überhaupt noch bildgebend 

hätte nachgewiesen werden können. Zudem äussert sich Dr. N.___ auch nicht zur – 

gemäss Operationsbericht vom 4. April 2022 von Dr. G.___ (UV-act. 38) frischen (vgl. 

dazu auch nachfolgende E. 4.5) – SLAP-Läsion im Sinne einer möglicherweise 

traumatischen Begleitverletzung. Dies, obwohl er in seiner Beurteilung vom 

17. November 2022 ausgeführt hatte, eine traumatische Supraspinatussehnenläsion 

führe zumindest zu einer Teilinstabilität und entsprechenden ligamentären bzw. 

kapsuloligamentären Begleitverletzungen (UV-act. 85). Im Übrigen scheinen 

Partialrupturen der benachbarten Schultersehnen umgekehrt auch gängige 

Begleitverletzungen von SLAP-Läsionen zu sein (vgl. Dr. med. Roland Sistermann, 

SLAP Läsionen, abrufbar unter: <https://schulterinfo.de/slap_laesionen.html> [zuletzt 

besucht am: 17. August 2023]). Nach Gesagtem erscheint es durchaus denkbar, dass 

es sich bei der SLAP-Läsion und der Supraspinatussehnenläsion um gegenseitige 

Begleitverletzungen handelt. Auch am Argument der fehlenden Begleitverletzungen 

seitens Dr. N.___ bestehen nach Gesagtem zumindest geringe Zweifel.

4.4. 

Schliesslich hielt Dr. N.___ in seiner Beurteilung vom 17. November 2022 fest, die 

Hinweise im MRT vom 10. Januar 2022 auf ein subacromiales Impingement und eine 

ältere Labrumveränderung seien eher einer degenerativen Entwicklung zuzurechnen 

(UV-act. 85).

4.5. 

Hinsichtlich der Schäden im Bizepsankerbereich hielt Dr. G.___ in seinem 

Operationsbericht vom 4. April 2022 (UV-act. 38) jedoch fest, diese seien "frisch 

anmutend". Eine Arthroskopie lässt – gegenüber einem MRT – durch den direkten 

Einblick in die intraartikulären Strukturen in vielen Fällen eine feinere diagnostische 

Differenzierung zu (Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, 267. Aufl. 2017, S. 153 f., 

1101; Alfred M. Debrunner, Orthopädie, Orthopädische Chirurgie, 4. Aufl. 2002, S. 225 

4.5.1. 

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f., 247 f., 725 f.). Nach Gesagtem ist nicht nachvollziehbar und wird von Dr. N.___ nicht 

begründet, weshalb er trotz des von Dr. G.___ festgehaltenen intraoperativen Befunds 

von einer älteren Labrumveränderung bzw. einer degenerativen Entwicklung ausgeht. 

Dies umso mehr, als Dr. G.___ in seiner Stellungnahme vom 12. April 2022 an die 

Beschwerdegegnerin ausdrücklich nochmals darauf hingewiesen hatte, dass sich 

intraoperativ frisch anmutende Schäden im Bereich des Bizepsankers gezeigt hätten 

(UV-act. 39). Aus der vorliegenden Aktenlage geht auch nicht hervor, ob Dr. N.___ bei 

seiner Beurteilung die (von Dr. G.___ im Schreiben vom 12. April 2022 [UV-act. 39] 

erwähnten) intraoperativen Bilder zur Verfügung standen, was eine abweichende 

Einschätzung der intraoperativen Befunde seinerseits möglicherweise erklären könnte. 

Mithin bestehen auch hinsichtlich dem Vorliegen degenerativer Vorzustände bzw. einer 

degenerativen SLAP-Läsion Zweifel an der Beurteilung von Dr. N.___.

Der Umstand, dass beim Beschwerdeführer eine (möglicherweise degenerativ 

bedingte) Impingementkonstellation an der linken Schulter festgestellt worden ist, 

spricht sodann für sich genommen nicht gegen eine zumindest teilweise 

Unfallkausalität der partiellen Supraspinatussehnenruptur sowie der SLAP-Läsion bzw. 

für einen umfassenden degenerativen Zustand.

4.5.2. 

Die Einschätzungen von Dr. N.___ vom 18. Mai und 17. November 2022 lassen 

nach Gesagtem keine überwiegend wahrscheinliche Beurteilung der Unfallkausalität 

der Partialruptur der Supraspinatussehne sowie der SLAP-Läsion an der linken 

Schulter des Beschwerdeführers zu.

4.6. 

Der Vollständigkeit halber ist festzuhalten, dass auch auf die übrigen 

medizinischen Beurteilungen nicht abgestellt werden kann bzw. diese ebenfalls keine 

abschliessende Beurteilung der Unfallkausalität der festgestellten Gesundheitsschäden 

zulassen.

4.7. 

Die pauschale, unbegründete Beurteilung seitens Dr. M.___ vom 23. März 2022, 

wonach es sich bei den anlässlich des MRT-Untersuchs vom 10. Januar 2022 

erhobenen Befunden überwiegend wahrscheinlich um degenerative Veränderungen 

handle (UV-act. 28), erfüllt die beweisrechtlichen Anforderungen an eine ärztliche 

Beurteilung (vgl. dazu vorstehende E. 2.5) nicht, zumal Dr. M.___ selbstredend die 

späteren medizinischen Unterlagen, namentlich den Operationsbericht vom 4. April 

2022, bei seiner Beurteilung nicht berücksichtigen konnte.

4.7.1. 

Dr. G.___ geht in seiner Stellungnahme vom 12. April 2022 von einer "hohen 

Wahrscheinlichkeit" einer Unfallkausalität der Gesundheitsschäden aus (UV-act. 39). Im 

4.7.2. 

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5.

Zusammengefasst lässt die vorliegende Aktenlage keine überwiegend wahrscheinliche 

Beurteilung der Unfallkausalität der partiellen Supraspinatussehnenruptur sowie der 

SLAP-Läsion an der linken Schulter des Beschwerdeführers zu. Die 

Beschwerdegegnerin stellte den Sachverhalt – in Verletzung des 

Untersuchungsgrundsatzes (vgl. dazu vorstehende E. 2.3) – unvollständig fest, indem 

sie trotz bestehender Unklarheiten auf weitere Beweiserhebungen hinsichtlich der 

Unfallkausalität dieser Gesundheitsschäden verzichtete. Demnach ist auch nicht 

überwiegend wahrscheinlich nachgewiesen, dass per Datum der Leistungseinstellung 

(6. März 2022) keine unfallkausalen Gesundheitsschäden bzw. Beschwerden mehr 

vorlagen. Die Angelegenheit ist nach Gesagtem zur Veranlassung weiterer Abklärungen 

Sozialversicherungsrecht gilt bekanntlich der Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit (vgl. vorstehende E. 2.1). Es ist somit unklar, ob die Einschätzung 

von Dr. G.___ dem geforderten Beweisgrad entsprechen würde. Jedoch begründete 

Dr. G.___ seine Einschätzung ohnehin nicht nachvollziehbar; insbesondere führt er 

nicht aus, inwiefern im vorliegenden Fall die Klinik, Kernspintomographie und 

Anamnese für einen Unfall sprechen sollen. Auf seine pauschale Beurteilung kann nach 

Gesagtem ebenfalls nicht abgestellt werden.

Dr. K.___ äusserte sich in seinem Sprechstundenbericht vom 1. März 2022 (UV-

act. 18 f.) nicht explizit zur Unfallkausalität der Schulterverletzung des 

Beschwerdeführers. Der von ihm im Zusammenhang mit der Diagnose verwendete 

Begriff "traumatisch" (UV-act. 19) vermag sodann juristisch gesehen nichts über eine 

allfällige Unfallkausalität auszusagen, zumal Ursache und Wirkung, wie gesagt, nicht 

diskutiert werden, sondern nur zum Ausdruck gebracht wird, dass gewisse 

Beschwerden nach einem Unfall aufgetreten sind bzw. eine bestimmte 

Gesundheitsschädigung nach einem solchen erhoben worden ist (vgl. dazu die 

beweisrechtlich untaugliche Formel "post hoc ergo propter hoc"; BGE 119 V 340 ff. E. 

2b/bb; vgl. ferner nebst vielen das Urteil des Bundesgerichts vom 17. April 2020, 

8C_158/2020, E. 3.2).

4.7.3. 

Auch die nicht weiter begründete Angabe eines Unfalls als Ursache der 

Beschwerden seitens Dr. F.___ im Arztzeugnis UVG vom 13. Januar 2022 (UV-act. 9) 

erfüllt die beweisrechtlichen Anforderungen an einen Arztbericht nicht, zumal auch 

diese Einschätzung auf einem (noch) unvollständigen medizinischen Sachverhalt beruht 

hatte.

4.7.4. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 17/17

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zur Unfallkausalität der festgestellten Schulterverletzungen bzw. zur Einholung einer 

externen fachmedizinischen Beurteilung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

6.  

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird der Einspracheentscheid vom 

5. Dezember 2022 aufgehoben und die Streitsache zu ergänzenden Abklärungen im 

Sinne der Erwägungen und anschliessend neuer Verfügung an die 

Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2.

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.

Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.

Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde vom 3. Januar 2023 

(Datum der Postaufgabe; act. G 1) unter Aufhebung des Einspracheentscheids vom 

5. Dezember 2022 dahingehend gutzuheissen, dass die Streitsache zu ergänzenden 

Abklärungen bzw. zur Veranlassung einer externen fachmedizinischen Beurteilung und 

anschliessend neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen wird.

6.1. 

Gerichtskosten sind mangels gesetzlicher Grundlage im UVG keine zu erheben 

(vgl. dazu Art. 61 lit. f  ATSG).

6.2. 
bis

Die Rückweisung zu weiteren Abklärungen bzw. neuem Entscheid gilt hinsichtlich 

der Prozesskosten praxisgemäss als volles Obsiegen (Urteil des Bundesgerichts vom 

19. April 2021, 9C_525/2020, E. 6 mit Hinweisen). Aus den Akten gehen jedoch keine 

Hinweise darauf hervor, dass dem nicht anwaltlich vertretenen Beschwerdeführer 

durch das vorliegende Verfahren Parteikosten entstanden sind, welche in Anwendung 

von Art. 61 lit. g ATSG zu ersetzen wären. Mithin ist dem Beschwerdeführer keine 

Parteientschädigung zuzusprechen. Die Beschwerdegegnerin hat unabhängig vom 

Verfahrensausgang keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG 

e contrario).

6.3. 

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	Entscheid Versicherungsgericht, 14.09.2023
	Art. 6 Abs. 1 UVG. Ungenügende Aktenlage in Bezug auf die Beurteilung der Frage der Unfallkausalität der Schulterverletzungen des Beschwerdeführers. Rückweisung an die Beschwerdegegnerin zur weiteren Abklärung und neuer Verfügung (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 14. September 2023, UV 2023/1).

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