# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2770ba97-eaec-5120-811b-dbba1b99d151
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-04-28
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 28.04.2008 C-7382/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-7382-2006_2008-04-28.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-7382/2006
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 8 .  A p r i l  2 0 0 8

Richter Antonio Imoberdorf (Kammerpräsident), 
Richterin Elena Avenati-Carpani, 
Richter Bernard Vaudan, 
Gerichtsschreiber Daniel Brand.

L._______,
vertreten durch M._______,
Beschwerdeführerin,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 
3003 Bern,
Vorinstanz.

Verweigerung der Einreisebewilligung.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-7382/2006

Sachverhalt:

A.
Die aus dem Kosovo stammende L._______ (geboren am [...]  1981, 
nachfolgend: Gesuchstellerin bzw. Beschwerdeführerin) beantragte am 
29.  September  2006  beim  (damaligen)  Schweizerischen  Verbin-
dungsbüro in Pristina die Erteilung eines Einreisevisums für die Dauer 
von einem Monat. Als Zweck der beabsichtigten Reise gab sie an, ih-
ren  im  Kanton  Luzern  wohnhaften  Bruder  M._______  (nachfolgend: 
Gastgeber)  und dessen Familie besuchen zu wollen. Nach formloser 
Verweigerung übermittelte die Schweizerische Vertretung das Gesuch 
zur Prüfung und zum Entscheid an die Vorinstanz.

B.
Nachdem die Migrationsbehörde des Kantons Luzern beim Gastgeber 
ergänzende Auskünfte eingeholt und an das BFM weitergeleitet hatte, 
wies die Vorinstanz das Einreisegesuch mit Verfügung vom 2. Novem-
ber 2006 ab. Dies im Wesentlichen mit der Begründung, die Gesuch-
stellerin  stamme aus einer  Region,  aus welcher  der  Zuwanderungs-
druck als Folge der dort herrschenden wirtschaftlichen und soziokultu-
rellen Verhältnisse bekannterweise nach wie vor stark anhalte. Viele ih-
rer Landsleute versuchten, ihren Aufenthalt in der Schweiz durch Aus-
schöpfung sämtlicher  rechtlicher  Mittel  zu  verlängern,  um sich so  in 
Umgehung  der  bundesrätlichen  Begrenzungsmassnahmen  eine  ver-
meintlich bessere Zukunft aufzubauen. Der Gesuchstellerin oblägen im 
Heimatland keine zwingenden beruflichen oder gesellschaftlichen Ver-
pflichtungen, die gegebenenfalls Gewähr für eine fristgerechte Rück-
kehr bieten könnten. 

C.
Mit Verwaltungsbeschwerde vom 1. Dezember 2006 an das Eidgenös-
sische Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) beantragt die Beschwer-
deführerin – unter Kostenfolge zu Lasten der Vorinstanz – die Aufhe-
bung der vorinstanzlichen Verfügung und die Erteilung des gewünsch-
ten Besuchervisums. Zur Begründung bringt sie – neben formellrechtli-
cher Rügen zum Verfahren – im Wesentlichen vor, die Vorinstanz gehe 
zu Unrecht davon aus, ihre Wiederausreise nach einem Besuchsauf-
enthalt  wäre  nicht  gesichert.  Es  gehe  nicht  an,  lediglich  auf  die 
schlechten  Erfahrungen  mit  Personen  aus  dem Kosovo abzustellen, 
welche  Touristen-  oder  Besuchervisa  missbraucht  hätten,  ohne  die 
persönliche Situation der jeweiligen Gesuchsteller in Betracht zu zie-

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hen.  Insbesondere  treffe  nicht  zu,  dass  sie  keine  gesellschaftlichen 
Verpflichtungen hätte, lebe sie doch mit ihrem Ehemann in ehelicher 
Gemeinschaft. Weitere Geschwister von ihr hätten in der Vergangen-
heit Besuchervisa erhalten und seien anschliessend fristgerecht wie-
der ausgereist. Der geplante Aufenthalt diene in erster Linie dazu, ihre 
Schwägerin bei der Betreuung ihres 18-monatigen, mit schweren ge-
sundheitlichen Problemen kämpfenden Kindes etwas zu entlasten.

D.
In ihrer Vernehmlassung vom 10. Mai 2007 spricht sich die Vorinstanz 
für die Abweisung der Beschwerde aus und hält  ergänzend fest,  die 
Beschwerdeführerin sei jung, unverheiratet und arbeitslos.

E.
Mit  verfahrensleitender Anordnung vom 22. Mai  2007 wurde der Be-
schwerdeführerin  die  Möglichkeit  gewährt,  zur  Vernehmlassung  der 
Vorinstanz Stellung zu nehmen. Die hierfür gesetzte Frist blieb unge-
nutzt.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1  Verfügungen des BFM betreffend Verweigerung der Einreisebewil-
ligung unterliegen der Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht 
(Art. 31, Art. 32 sowie Art. 33 Bst. d des Verwaltungsgerichtsgesetzes 
vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]). 

1.2 Zum Zeitpunkt des Inkrafttretens des Verwaltungsgerichtsgesetzes 
bereits  beim EJPD hängige Rechtsmittelverfahren werden vom Bun-
desverwaltungsgericht übernommen. Die Beurteilung erfolgt nach neu-
em Verfahrensrecht (Art. 53 Abs. 2 VGG).

1.3 Gemäss Art. 37 VGG richtet sich das Verfahren vor dem Bundes-
verwaltungsgericht nach dem Bundesgesetz vom 20. Dezember 1968 
über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), soweit das Ver-
waltungsgerichtsgesetz nichts anderes bestimmt. Das Urteil des Bun-
desverwaltungsgerichts ist endgültig (Art. 1 Abs. 2 VGG i.V.m. Art. 83 
Bst. c Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 
173.110]).

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1.4 Die Beschwerdeführerin ist gemäss Art. 48 VwVG zur Beschwerde 
legitimiert; auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist 
einzutreten (Art. 49 ff. VwVG).

2.  
Am 1. Januar 2008 traten das neue Bundesgesetz vom 16. Dezember 
2005 über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20) sowie 
die dazugehörigen Ausführungsverordnungen in Kraft (u.a. die Verord-
nung vom 24. Oktober  2007 über  das Einreise-  und Visumverfahren 
[VEV, SR 142.204]). Gemäss Art. 126 Abs. 1 AuG bleibt auf Gesuche, 
die  vor  dem  Inkrafttreten  des  AuG  eingereicht  worden  sind,  das 
bisherige Recht  anwendbar. Die Beurteilung erfolgt  somit  noch nach 
dem alten  Recht.  Einschlägig  sind  das  Bundesgesetz  vom 26. März 
1931 über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer (aANAG, BS 1 
121, zum vollständigen Quellennachweis vgl. Ziff. I des Anhangs zum 
AuG) und die Verordnung vom 14. Januar 1998 über die Einreise und 
Anmeldung von Ausländerinnen und Ausländern (aVEA, AS 1998 194, 
zum vollständigen Quellennachweis vgl. Art. 39 VEV).

3.
3.1 Die Schweizerische Rechtsordnung gewährt grundsätzlich keinen 
Anspruch  auf  Bewilligung  der  Einreise. Der  Entscheid  darüber  ist  – 
vorbehältlich nachfolgend zu erörternder Hinderungsgründe – von der 
Bewilligungsbehörde in pflichtgemässer Ausübung ihres Ermessens zu 
fällen (Art. 4  und Art. 16 Abs. 1 aANAG, Art. 9  Abs. 1 aVEA,  PETER 
UEBERSAX, Einreise und Anwesenheit, in: PETER UEBERSAX / PETER MÜNCH / 
THOMAS GEISER / MARTIN ARNOLD (Hrsg.), Ausländerrecht, Ausländerinnen 
und Ausländer im öffentlichen Recht, Privatrecht, Steuerrecht und So-
zialrecht  der  Schweiz,  Basel/Genf/München  2002,  S. 143;  URS BOLZ, 
Rechtsschutz im Ausländer- und Asylrecht,  Basel und Frankfurt  a.M. 
1990, S. 29 mit weiteren Hinweisen;  PHILIP GRANT, La protection de la 
vie  familiale  et  de  la  vie  privée  en  droit  des  étrangers,  Basel  usw. 
2000, S. 24).

3.2 Ausländerinnen  und  Ausländer  benötigen  zur  Einreise  in  die 
Schweiz einen Pass und ein Visum, sofern sie nicht aufgrund beson-
derer Regelung von diesem Erfordernis ausgenommen sind (Art. 1 bis 
5 aVEA). Um ein Visum zu erhalten, müssen Ausländerinnen und Aus-
länder die in Artikel 1 Absatz 2 aVEA aufgeführten Voraussetzungen 
erfüllen. Sie haben unter anderem Gewähr für eine fristgerechte Wie-
derausreise zu bieten (Art. 1 Abs. 2 Bst. c aVEA). 

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4.
4.1 Die Gesuchstellerin bedarf aufgrund ihrer Nationalität zur Einreise 
in die Schweiz nebst dem Pass eines Visums. Die Vorinstanz verwei-
gerte die Erteilung eines solchen Visums mit der Begründung, die an-
standslose und fristgerechte Wiederausreise erscheine nicht als hinrei-
chend gesichert.

4.2 Zur Prüfung des Kriteriums der gesicherten Wiederausreise muss 
ein zukünftiges Verhalten beurteilt werden. Dazu lassen sich in der Re-
gel  keine gesicherten Feststellungen,  sondern  lediglich Voraussagen 
machen. Dabei sind sämtliche Umstände des konkreten Einzelfalles zu 
würdigen.

4.3 Anhaltspunkte  zur  Beurteilung der  fristgerechten Wiederausreise 
können sich aus der allgemeinen Lage im Herkunftsland der Besuche-
rin oder des Besuchers ergeben. 

Die  parlamentarische  Versammlung  des  Kosovo  hat  am 17. Februar 
2008 die Unabhängigkeit des Kosovo erklärt. Am 27. Februar 2008 an-
erkannte  die  Schweiz  den  Kosovo.  Wie  jedoch  die  Staatengemein-
schaft  mit  dieser neuen Lage umgehen wird, ist  noch ungewiss. Aus 
wirtschaftlicher Sicht ist es trotz grosser internationaler Unterstützung 
bisher nicht gelungen, eine Wachstumsdynamik im Kosovo einzuleiten; 
es  herrscht  wirtschaftliche  Stagnation  und  die  Arbeitslosigkeit  bleibt 
hartnäckig hoch. So sind mehr als die Hälfte der Erwerbsfähigen ohne 
oder zumindest ohne regelmässiges Einkommen. Gemäss World Bank 
Brief  lag der Armutsanteil  der Bevölkerung im Kosovo im Jahr 2005 
bereits bei 37% (Tendenz steigend). Der Zuwanderungsdruck aus die-
ser Region ist dementsprechend hoch, was sich auch in der schweize-
rischen Asylstatistik widerspiegelt. So stammten im Jahre 2007 9.2% 
der Asylsuchenden aus Serbien (inklusive Kosovo) und diese Region 
steht damit in der Statistik der Asylgesuche nach Nationen an zweiter 
Stelle. Die Problematik liegt dabei nicht so sehr in der Tatsache, dass 
überhaupt Asylgesuche gestellt werden, als vielmehr darin, dass diese 
Gesuche regelmässig nicht aus dem Ausland, sondern nach illegaler 
oder sonst wie erwirkter Einreise in der Schweiz eingereicht werden. 
Umgehungsmechanismen sind aber auch insofern gang und gäbe, als 
nach  erfolgter  Einreise  mit  einem  Visum,  trotz  gegenteiliger 
Zusicherungen,  Verlängerungsgesuche gestellt  werden oder versucht 
wird, den Aufenthalt auf eine ganz andere ausländerrechtliche Grund-
lage abzustützen. 

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4.4 Die Beschwerdeführerin bringt in diesem Zusammenhang vor, es 
gehe nicht an, lediglich auf die schlechten Erfahrungen mit Personen 
aus  dem  Kosovo  abzustellen,  welche  Touristen-  oder  Besuchervisa 
missbraucht hätten. Dazu ist klarzustellen, dass es in der Tat zu sche-
matisch und nicht haltbar wäre, generell und ohne spezifische Anhalts-
punkte, ausschliesslich aufgrund der politischen und/oder wirtschaftli-
chen  Situation  im  Heimatland  auf  eine  nicht  hinreichend  gesicherte 
Wiederausreise  zu  schliessen.  Im  Rahmen  einer  Gesamtwürdigung 
können jedoch aus der  allgemeinen Lage im Herkunftsland und der 
Zuwanderungssituation Anhaltspunkte zur Beurteilung der fristgerech-
ten  Wiederausreise  gewonnen  werden.  Die  Berücksichtigung  dieser 
Umstände ergibt sich somit implizit aus Art. 1 Abs. 2 Bst. c aVEA. So 
können insbesondere Einreisegesuche von Bürgerinnen und Bürgern 
aus Staaten bzw. Regionen mit politisch oder wirtschaftlich vergleichs-
weise ungünstigen Verhältnissen darauf hindeuten, dass die persönli-
che Interessenlage in solchen Fällen nicht mit dem Ziel und Zweck ei-
ner zeitlich befristeten Einreisebewilligung in Einklang steht. 

4.5 Bei  der  Risikoanalyse sind aber  nicht  nur solch allgemeine Um-
stände und Erfahrungen, sondern auch, wie oben erwähnt, sämtliche 
Gesichtspunkte des konkreten Einzelfalles zu berücksichtigen. Obliegt 
einem Gesuchsteller  oder  einer  Gesuchstellerin  im Heimatstaat  bei-
spielsweise eine besondere berufliche, gesellschaftliche oder familiäre 
Verantwortung, kann dieser Umstand durchaus die Prognose für eine 
anstandslose Wiederausreise begünstigen. Andererseits muss bei Ge-
suchstellern,  die in  der  Heimat  keine der  erwähnten Verpflichtungen 
haben, die sie von einer möglichen Emigration abhalten könnten, auf-
grund entsprechender Erfahrungen das Risiko eines fremdenpolizeilich 
nicht vorschriftsgemässen Verhaltens (nach bewilligter Einreise zu ei-
nem Besuchsaufenthalt) hoch eingeschätzt werden. 

4.6 Für  die  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts  gilt  im 
Verwaltungsverfahren  zwar  grundsätzlich  die  Untersuchungsmaxime. 
Diese wird jedoch relativiert durch die Mitwirkungspflicht der Parteien 
(vgl. Art. 13 VwVG), welche namentlich insoweit greift, als eine Partei 
das Verfahren durch eigenes Begehren eingeleitet hat oder darin eige-
ne Rechte geltend macht. Die Mitwirkungspflicht gilt vorab gerade für 
solche Tatsachen, welche eine Partei besser kennt als die Behörden 
und welche diese ohne ihre Mitwirkung gar nicht  oder nicht  mit  ver-
nünftigem Aufwand erheben können. Im vorliegenden Zusammenhang 
trifft das insbesondere auf die von der Beschwerdeführerin angerufe-

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nen Umstände – namentlich persönlicher Art – in ihrer Heimat zu; sol-
che  Tatsachen  lassen  sich  erfahrungsgemäss  von  den  schweizeri-
schen Behörden, wenn überhaupt, nur mit erhöhtem Aufwand abklären 
(BGE 124 II 361 E. 2b S. 365, vgl. auch BGE 128 II 139 E. 2b S. 142 
f.).

Vorliegend  wurde  das  erstinstanzliche  Verfahren  auf  Antrag  der  Be-
schwerdeführerin  eingeleitet. Dass der Gewähr  für  eine fristgerechte 
Wiederausreise grosse Bedeutung zukommt, liegt bei einem Einreise-
visum  zu  Besuchszwecken  in  der  Natur  der  Sache  und  muss  nicht 
speziell  hervorgehoben  werden.  Die  Beschwerdeführerin  hatte  allen 
Anlass, ihre Verhältnisse möglichst vollständig offenzulegen und nach 
Möglichkeit auszuweisen. Die Vorinstanz stützte ihren anschliessenden 
negativen Entscheid  denn auch auf  die von der  Beschwerdeführerin 
und ihrem Gastgeber eingereichten Unterlagen und Auskünfte ab. Da-
bei war jene insbesondere nicht gehalten, die Beschwerdeführerin vor-
gängig  zur  Einreichung besonderer  Nachweise  aufzufordern,  welche 
eine anstandslose und fristgerechte Wiederausreise als wahrscheinlich 
erscheinen  liessen  (vgl.  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts 
C-778/2006 vom 9. Mai 2007 E. 1.5).

5.
5.1 Entgegen der Annahme der Vorinstanz (vgl. Vernehmlassung vom 
10.  Mai  2007)  handelt  es  sich  bei  der  mittlerweile  27-jährigen  Be-
schwerdeführerin  um eine  verheiratete  Frau,  welche  mit  ihrem Ehe-
mann  und  weiteren  Angehörigen  in  Hausgemeinschaft  lebt  (vgl. 
UNMIK-Bestätigung vom 18. September  2006). Auf  den  ersten Blick 
könnte der Umstand, dass sie für die Dauer ihres Besuchsaufenthaltes 
in  der  Schweiz  den  Ehemann  in  der  Heimat  zurücklassen  würde, 
durchaus für eine gewisse Verwurzelung sprechen. Andererseits zeigt 
die Erfahrung, dass zurückbleibende Angehörige gerade in Situationen 
angespannter wirtschaftlicher Verhältnisse nicht verlässlich davon ab-
halten können,  den Entschluss für  eine Emigration zu fällen. Im Ge-
genteil, der Entscheid kann dort von der Hoffnung getragen sein, die 
Angehörigen aus dem Ausland effizienter  unterstützen und allenfalls 
später nachziehen zu können.

5.2 Entsprechend grosse Bedeutung kommt deshalb den wirtschaftli-
chen Verhältnissen zu, in denen sich die Beschwerdeführerin befindet. 
Sie selber bezeichnete sich anlässlich der Gesuchseinreichung als ar-
beitslos (vgl. Ziff. 9 des persönlichen Einreisegesuches vom 29. Sep-

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tember 2006). Der Gastgeber hielt gegenüber der kantonalen Migrati-
onsbehörde ebenfalls schriftlich fest, seine Schwester sei im Heimat-
land nicht beschäftigt. Für die Annahme, die Beschwerdeführerin ginge 
in der Zwischenzeit im Kosovo einer geregelten Erwerbstätigkeit nach 
und sei  nunmehr in der Arbeitswelt  integriert,  ergeben sich aus den 
Akten jedenfalls keine Anhaltspunkte. Die Beschwerdeführerin, die ihre 
Vermögensverhältnisse weder im vorinstanzlichen Verfahren noch auf 
Beschwerdeebene offen legte, macht denn auch nicht geltend, sie und 
ihr  Ehemann lebten in  wirtschaftlich günstigen Verhältnissen,  die sie 
verlässlich von einer  Emigration abzuhalten vermöchten. Vor diesem 
Hintergrund  müssen  die  Vorbringen  auf  Beschwerdeebene,  wonach 
genügend Garantien für eine fristgerechte Wiederausreise vorhanden 
seien, als nicht ausschlaggebend bezeichnet werden. Im Übrigen heg-
te  auch  die  Schweizerische  Vertretung  in  Pristina,  welche  mit  den 
sozialen, wirtschaftlichen und politischen Verhältnissen im Herkunfts-
staat der Beschwerdeführerin gut vertraut ist und sich somit durchaus 
ein Bild der Einreisewilligen machen kann, grosse Bedenken bezüglich 
der anstandslosen Wiederausreise und verweigerte formlos die Einrei-
sebewilligung.

5.3 Nach dem Gesagten durfte die Vorinstanz daher zu Recht davon 
ausgehen,  die  Wiederausreise  der  Beschwerdeführerin  sei  im Sinne 
der massgeblichen Bestimmungen nicht gesichert. Zwar lässt sich die-
se  Einschätzung  nicht  zu  einer  gesicherten  Feststellung  verdichten; 
sie reicht aber aus, um die Erteilung eines Einreisevisums – auf das, 
wie erwähnt, kein Rechtsanspruch besteht – abzulehnen. Die Gastge-
ber  können  zwar  für  gewisse  finanzielle  Risiken  im  Zusammenhang 
mit dem Besuchsaufenthalt, nicht aber für ein bestimmtes Verhalten ih-
res Gastes garantieren; eine Garantie für die rechtzeitige Rückreise ist 
hingegen trotz bester und ehrlicher Absichten nicht möglich bzw. recht-
lich  nicht  durchsetzbar  (vgl.  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts 
C-2341/2006 vom 7. August 2007 E. 6).

5.4 Soweit die Beschwerdeführerin vorbringt, weitere Geschwister von 
ihr seien nach einem Besuchsaufenthalt in der Schweiz fristgerecht in 
ihr  Heimatland  zurückgekehrt,  gilt  es  darauf  hinzuweisen,  dass  sich 
mangels  näherer Angaben einerseits  nicht  eruieren lässt,  unter  wel-
chen Umständen diesen Personen in der Vergangenheit ein Einreisevi-
sum erteilt  wurde. Anderseits  weist  jeder  Einzelfall  –  wie  vorliegend 
belegt – eine ihm eigene und spezifische Konstellation auf, so dass er 

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nicht  ohne weiteres  mit  anderen,  angeblich  gleich  gelagerten Fällen 
verglichen werden kann.

6.
Der Vollständigkeit halber gilt es schliesslich darauf hinzuweisen, dass 
gemäss  den  gesetzlichen  Bestimmungen  die  Ausländerin  oder  der 
Ausländer an den im Visum festgelegten Reise- und Aufenthaltszweck 
gebunden ist (vgl. Art. 11 Abs. 3 aVEA). 

Die Beschwerdeführerin betont ausdrücklich, der vorgesehene Aufent-
halt in der Schweiz solle in erster Linie dazu dienen, die Schwägerin 
bei der Betreuung ihres nunmehr bald dreijährigen, aber offenbar mit 
ernsthaften gesundheitlichen Problemen kämpfenden Sohnes zu ent-
lasten. Diesbezüglich ist  festzuhalten,  dass  eine solche Tätigkeit,  so 
nützlich sie für die Gastgeber wäre, mit einem Aufenthalt zu Besuchs-
zwecken ohnehin nicht vereinbar wäre. Arbeitsleistungen in Haushalt 
und/oder Familie – auch wenn sie nur stunden- oder tageweise oder 
vorübergehend  ausgeübt  werden  –  gelten  grundsätzlich  als  (bewilli-
gungspflichtige) Erwerbstätigkeit. Dies selbst dann, wenn derartige Tä-
tigkeiten bloss unentgeltlich, gegen ein Taschengeld oder gegen Kost 
und Logis erbracht würden (vgl. Art. 6 der Verordnung vom 6. Oktober 
1986 über die Begrenzung der Zahl der Ausländer [aBVO], AS 1986 
1791).

Eine  Ausnahme könnten  allenfalls  unentgeltliche  Hilfeleistungen  von 
nächsten  Verwandten  bilden.  So  hat  das  EJPD  in  einem  Entscheid 
vom 22. September 1997 festgehalten (vgl. Verwaltungspraxis der Bun-
desbehörden [VPB] 63.37),  dass eine ausländische Grossmutter, die 
in der Schweiz ihr Enkelkind hütet,  keiner Erwerbstätigkeit nachgeht, 
obwohl das Kinderhüten grundsätzlich als Dienstleistung auf dem Ar-
beitsmarkt angeboten wird. Es stellte dabei im Wesentlichen auf das 
arbeitsmarktfremde  Kriterium  ab,  dass  die  Betreuungsdienste  einer 
Grossmutter  wegen der  verwandtschaftlichen und emotionalen Nähe 
zu den Enkelkindern nicht durch eine Drittperson ersetzt werden könn-
te, ohne dass der besondere Charakter  der Tätigkeit  verloren ginge. 
Die Frage, ob Betreuungsdienste, welche – wie im vorliegenden Fall – 
durch eine Tante geleistet würden, ebenfalls keine (bewilligungspflichti-
ge) Erwerbstätigkeit darstellen würden, braucht hingegen nicht einge-
hend  geklärt  zu  werden,  da  die  Beschwerde  bereits  aus  den  obge-
nannten Gründen (nicht hinreichend gesicherte Wiederausreise) abzu-
weisen ist.

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7.
Aus diesen Gründen ist  somit nicht zu beanstanden, dass die Vorin-
stanz das öffentliche Interesse sowie die Beachtung der geltenden Be-
stimmungen entsprechend gewichtete und der Beschwerdeführerin die 
Einreise verweigerte. Die angefochtene Verfügung ist somit im Ergeb-
nis rechtmässig (Art. 49 VwVG). Die Beschwerde ist demzufolge abzu-
weisen.

8.
Dem  Ausgang  des  Verfahrens  entsprechend  wird  die  unterliegende 
Beschwerdeführerin kostenpflichtig (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die Verfah-
renskosten  sind  auf  Fr. 600.-  festzusetzen (Art.  1,  Art.  2  und Art.  3 
Bst. b des Reglements vom 11. Dezember 2006 über die Kosten und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 
173.320.2]).

Dispositiv Seite 11

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.-  werden  der  Beschwerdeführerin 
auferlegt. Sie werden mit dem am 23. März 2007 geleisteten Kosten-
vorschuss verrechnet. 

3.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführerin (Einschreiben)
- die Vorinstanz (Akten Ref-Nr. [...] retour)
- das Amt für Migration des Kantons Luzern

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Antonio Imoberdorf Daniel Brand

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