# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a40996cb-ae33-5630-83cb-95e8cc9436d0
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-09-04
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 04.09.2020 UV 2019/75
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2019-75_2020-09-04.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2019/75

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 17.12.2020

Entscheiddatum: 04.09.2020

Entscheid Versicherungsgericht, 04.09.2020
Art. 4 ATSG: Ungewöhnlichkeit des äusseren Faktors bei Infektionen. 
Beschreibung der versicherten Person von Kratzwunden, welche ihr ein 
Patient zugefügt habe. Unfallereignis durch den Unfallversicherer bejaht. Art. 
6 UVG: Diagnose eines Ekzems und einer Infektion. Medizinischer Nachweis 
eines Ekzems und damit Verneinung eines Kausalzusammenhangs zwischen 
dem fraglichen Ereignis und der nachfolgend bestandenen Hauterkrankung. 
Verneinung eines Kausalzusammenhangs auch im Falle einer Infektion mit 
Staphylokokken (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. 
Gallen vom 4. September 2020, UV 2019/75).

Entscheid vom 4. September 2020

Besetzung

Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider (Vorsitz), Versicherungsrichter 

Joachim Huber und Versicherungsrichterin Miriam Lendfers; Gerichtsschreiber Markus 

Lorenzi

Geschäftsnr.

UV 2019/75

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

gegen

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ÖKK Kranken- und Unfallversicherungen AG, Bahnhofstrasse 13, Postfach 15, 

7302 Landquart,

Beschwerdegegnerin,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Martin Schmid, Hartbertstrasse 11, Postfach 611, 

7001 Chur,

Gegenstand

Versicherungsleistungen

Sachverhalt

A.  

A.___ (nachfolgend: Versicherter) war als medizinisch-technischer 

Radiologieassistent im B.___ angestellt und dadurch bei der ÖKK Kranken- und 

Unfallversicherungen AG (nachfolgend: ÖKK) gegen die Folgen von Unfällen versichert, 

als die Arbeitgeberin der ÖKK einen Unfall des Versicherten vom 25. März 2019 

meldete. Dieser habe einen Patienten auf den Röntgentisch verlagert. Bei der 

Umlagerung habe sich der Patient so festgeklammert, dass Kratzwunden entstanden 

seien, die zu einer Infektion geführt hätten. Als Verletzung wurden Schürfungen am 

rechten und linken Unterarm, als erstbehandelnder Arzt wurde Dr. med. C.___, 

Facharzt Dermatologie FMH, und als nachbehandelndes Spital das Kantonsspital St. 

Gallen (nachfolgend: KSSG) angegeben (UV-act. 4.3.3). Die ÖKK ersuchte daraufhin 

das KSSG um Einreichung sämtlicher medizinischer Berichte (UV-act. 4.3.1) und Dr. 

C.___ um Weiterleitung des Arztzeugnisses UVG (UV-act. 4.3.3-4). Gemäss dem von 

Dr. C.___ am 22. Mai 2019 erstatteten Arztzeugnis UVG hatte am 13. April 2019 eine 

Erstbehandlung stattgefunden. Als Diagnose nannte er ein akutes Ekzem und bezüglich 

Befund verwies er auf beigelegte Fotos (UV-act. 4.3.7-4 ff.). Er verneinte zudem das 

Vorliegen von Unfallfolgen und verwies auf den ebenfalls von ihm eingereichten Bericht 

der Klinik D.___ des KSSG vom 23. April 2019, wo der Versicherte am 17. und 18. April 

2019 durch Prof. Dr. E.___, Leitender Arzt, und Dr. med. F.___, Assistenzärztin, 

A.a. 

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untersucht worden war. Die beiden Ärzte hatten eine akute ekzematöse Reaktion 

unklarer Ätiologie (ICD-10: L30.2) diagnostiziert. Bei der Diagnostik hatten sie sich auf 

das Ergebnis einer extern am 15. April 2019 durch Dr. med. G.___, Fachärztin 

Dermatologie FMH, entnommenen und histologisch bei H.___ untersuchten 

Hautbiopsie des linken Handrückens sowie auf die Resultate einer externen 

Laboruntersuchung und mykologischen Untersuchung, beide vom 17. April 2019, 

gestützt. Laut Bericht von Dr. E.___ und Dr. F.___ hatte der histologische Befund eine 

akute ekzematöse Reaktion ohne Nachweis von Pilzhyphen oder Bakterien gezeigt, so 

dass nicht von einer Impetigo contagiosa oder einer Mykose auszugehen sei (UV-act. 

4.3.7-1 ff.). Gemäss Schadenmeldung UVG vom 8. Mai 2019 (UV-act. 4.3.3) und 

Arztzeugnis UVG von Dr. C.___ vom 22. Mai 2019 (UV-act. 4.3.6) war der Versicherte 

vom 12. bis 28. April 2019 zu 100% arbeitsunfähig gewesen. Seit dem 29. April 2019 

hatte wieder eine volle Arbeitsfähigkeit bestanden.

Die ÖKK legte den Schadenfall ihrem beratenden Arzt Dr. med. I.___ zur 

medizinischen Prüfung vor, der am 31. Mai 2019 einen Kausalzusammenhang 

zwischen den Hautbeschwerden und dem Ereignis vom 25. März 2019 als möglich 

betrachtete (UV-act. 4.3.11). Gestützt auf diese Beurteilung teilte die ÖKK dem 

Versicherten mit Schreiben vom 14. Juni 2019 mit, dass der natürliche 

Kausalzusammenhang zwischen einem Unfall und Beschwerden mit dem im 

Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad nachzuweisen sei und die blosse 

Möglichkeit eines Zusammenhangs nicht genüge. Die ÖKK sei demzufolge nicht 

leistungspflichtig (UV-act. 4.3.10).

A.b. 

Nachdem sich der Versicherte in einer E-Mail vom 23. Juni 2019 zur 

Leistungsablehnung der ÖKK geäussert und insbesondere nochmals den Sachverhalt 

beschrieben und eine Einschätzung abgegeben hatte, wie es zu den Hautbeschwerden 

hatte kommen können (UV-act. 4.3.12), holte die ÖKK eine Beurteilung von Dr. med. 

J.___, Vertrauensarzt/Beratender Arzt UVG, ein. Dieser bezeichnete die Kausalität der 

Hauterkrankung als unklar. Dass die infektiöse Dermatose auf einer vom Patienten 

übertragenen Problematik beruhe, sei allerhöchstens "möglich" (UV-act. 4.3.13). Die 

ÖKK bestätigte hierauf die Ablehnung ihrer Leistungspflicht mit Verfügung vom 5. Juli 

2019 (UV-act. 4.3.15).

A.c. 

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B.  

C.  

Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte mit Eingabe vom 28. Juli 2019 

Einsprache (UV-act. 4.3.18) und legte dieser einen Untersuchungsbericht von Dr. med. 

K.___, Facharzt FMH Dermatologie & Venerologie, und Dr. med. L.___, 

Weiterbildungsassistent Dermatologie, vom 18. Juli 2019 (UV-act. 4.3.18-2 f.), inklusive 

Ergebnissen von in der M.___ am 4./6. und 16./17. Juli 2019 durchgeführten 

Laboruntersuchungen, bei (UV-act. 4.3.18-4 f.).

B.a. 

Nachdem Dr. I.___ am 20. September 2019 verneint hatte, dass sich angesichts 

der Einsprache inklusive der Labordaten etwas an seiner Beurteilung ändere (UV-act. 

4.3.20), wies die ÖKK die Einsprache mit Entscheid vom 26. September 2019 ab (UV-

act. 4.3.19).

B.b. 

Gegen diesen Einspracheentscheid erhob der Versicherte (nachfolgend: 

Beschwerdeführer) mit Eingabe vom 18. Oktober 2019 (act. G 1) Einsprache (richtig: 

Beschwerde) und reichte bereits aktenkundige Unterlagen ein (act. G 1.1 ff.).

C.a. 

Mit Schreiben vom 30. Oktober 2019 setzte die verfahrensleitende Richterin dem 

Beschwerdeführer eine Nachfrist zur Verbesserung der Beschwerdeeingabe. Diese 

genüge den gesetzlichen Minimalanforderungen nicht, da sie keinen Antrag und keine 

Begründung enthalte und eine solche aus seinen Ausführungen auch sinngemäss nicht 

abgeleitet werden könne (act.G 2).

C.b. 

Am 8. November 2019 reichte der Beschwerdeführer eine rechtsgenügliche 

Beschwerdeeingabe mit folgendem Antrag ein: "Ich ersuche meine Unfallversicherung 

ÖKK in Landquart, die Heilungskosten bzw. die Versicherungsleistungen (Arzthonorare, 

Medikamente, Laborrechnungen und Verbandsmaterialien), die ich bis anhin selbst 

bezahlt habe, zu übernehmen. Gesamtkosten bis jetzt ca. SFR. 2'000.00 (+/-) 

(Rechnungen der letzten wirksamen Behandlung von Herrn Dr. med. N.___ sind noch 

nicht bekannt)" (act. G 3).

C.c. 

In der Beschwerdeantwort vom 11. Dezember 2019 beantragte die ÖKK 

(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde (act. G 4).

C.d. 

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Erwägungen

1.

Streitig und zu prüfen ist, ob zwischen der unbestrittenen, in den medizinischen Akten 

belegten und ausführlich bilddokumentierten Hauterkrankung des Beschwerdeführers 

an den Extremitäten, insbesondere an den Händen, sowie an beiden Mammae (vgl. 

UV-act. 4.3.6 f., 4.3.13, 4.3.18) und dem am 8. Mai 2019 der Beschwerdegegnerin als 

Unfall gemeldeten Ereignis vom 25. März 2019 (UV-act. 4.3.3) ein natürlicher 

Kausalzusammenhang besteht. Laut Schadenmeldung UVG vom 8. Mai 2019 hatte der 

Beschwerdeführer am 25. März 2019 einen Patienten auf einen Röntgentisch verlagert, 

wobei sich dieser so an ihm festgeklammert habe, dass Kratzwunden entstanden 

seien. Nach Auffassung des Beschwerdeführers ist die Hauterkrankung auf vom 

Patienten übertragenen Krankheitserreger zurückzuführen. So ergänzte der 

Beschwerdeführer in der E-Mail vom 23. Juni 2019 (UV-act. 4.3.12-1 f.), dass der 

hygienische Zustand von Patienten, die mit der Ambulanz gebracht würden, oft sehr 

schlecht sei. Sie würden aufgrund ihres Alters und ihrer körperlichen Schwäche 

vergessen, nach dem Toilettengang die Hände zu waschen. Der konkrete Patient habe 

aus Angst, aus dem Bett zu fallen, mit seinen grossen Händen seine Hände 

festgehalten. Die Handinnenflächen des Patienten seien wie "Reibeisen" gewesen. 

Entsprechend der vorgenannten Schilderung konkretisierte der Beschwerdeführer in 

der Beschwerde vom 8. November 2019 (act. G 3), dass die Kratzer bzw. Wunden 

anlässlich des Ereignisses vom 25. März 2019 auf seinem Handrücken entstanden 

seien.

2.  

Mit Replik vom 28. Januar 2020 (act. G 6) und Duplik vom 12. Februar 2020 (act. 

G 8) hielten die Parteien an ihren Anträgen fest.

C.e. 

Gemäss Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 

832.20) werden Leistungen der Unfallversicherung bei Berufsunfällen, 

Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz nichts anderes 

bestimmt. Ein Unfall ist gemäss Art. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil 

des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die plötzliche, nicht beabsichtigte 

schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den 

menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder 

psychischen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat. Gestützt auf Art. 6 Abs. 1 UVG 

2.1. 

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hat der Unfallversicherer bei Vorliegen eines Unfalls für einen Gesundheitsschaden nur 

insofern Leistungen zu erbringen, als dieser in einem natürlichen und adäquaten 

Kausalzusammenhang zum versicherten Ereignis steht (BGE 129 V 181 E. 3.2 ff. mit 

Hinweisen; André Nabold, N 48 ff. zu Art. 6, in: Marc Hürzeler/Ueli Kieser [Hrsg.], 

Bundesgesetz über die Unfallversicherung, Kommentar zum Schweizerischen 

Sozialversicherungsrecht, 2018 (nachfolgend zitiert: KOSS UVG); Irene Hofer, N 66 zu 

Art. 6, in: Ghislane Frésard-Fellay/Susanne Leuzinger/Kurt Pärli [Hrsg.], 

Unfallversicherungsgesetz, Basler Kommentar, 2019 (nachfolgend zitiert: BSK UVG); 

Alexandra Rumo-Jungo/André Pierre Holzer, Bundesgesetz über die 

Unfallversicherung, in: Erwin Murer/Hans-Ulrich Stauffer [Hrsg.], Rechtsprechung des 

Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, 2012, S. 53 ff.). Für die Beantwortung 

der Tatfrage nach dem Bestehen natürlicher Kausalzusammenhänge im Bereich der 

Medizin ist das Gericht in der Regel auf Angaben ärztlicher Experten und Expertinnen 

angewiesen. Die Frage nach dem adäquaten Kausalzusammenhang ist demgegenüber 

eine Rechtsfrage, die vom Gericht von den von Doktrin und Praxis entwickelten Regeln 

zu beurteilen ist (KOSS UVG-Nabold, a.a.O., N 53, 59 zu Art. 6; BSK UVG-Hofer, 

a.a.O., N 66 zu Art. 6; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 55, 58; BGE 129 V 181 E. 3.1 und 

3.2 sowie in BGE 135 V 465 nicht publizierte E. 2 des Urteils 8C_216/2009 vom 28. 

Oktober 2009, je mit Hinweisen). Bei physischen Unfallfolgen hat indessen die 

Adäquanz gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch keine 

selbständige Bedeutung. Sie ist bei ausgewiesener natürlicher Kausalität ohne weiteres 

gegeben (BGE 127 V 103 E. 5b/bb, 123 V 102 E. 3b, 118 V 291 f. E. 3a, 117 V 365 E. 

5c/bb mit Hinweisen; SVR 2000 UV Nr. 14 S. 45).

Infektionen, die durch Krankheitserreger (Bakterien, Viren, Prionen etc.) ausgelöst 

werden, die in den Körper eindringen, sich dort ansiedeln und vermehren (Alfred 

Maurer, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, 2. Aufl. Bern 1989, S. 189; KOSS 

UVG-Nabold, a.a.O., N 23 zu Art. 6), berühren in der Regel die Unfallversicherung nicht, 

weil es sich, wenn Symptome auftreten, zur Hauptsache um Krankheiten handelt (BGE 

122 V 235 E. 3 = Pra 1997 Nr. 82 E. 3). Ein Unfall wird jedoch ausnahmsweise bejaht, 

wenn die Infektion durch ein Ereignis erfolgt, das die Merkmale eines Unfalls erfüllt, und 

bei der sogenannten Wundinfektion, d.h. beim Eindringen von Erregern durch eine 

Wunde oder Verletzung, also durch eine anomalerweise, gewaltsam verursachte 

Kontinuitätstrennung der Haut oder Schleimhaut (BGE 122 V 235 E. 3a = Pra 1997 Nr. 

82 E. 3a; BSK UVG-Hofer, a.a.O., N 15 zu Art. 6; Maurer, a.a.O., S. 189, 191). Eine 

Wundinfektion liegt aber nur dann vor, wenn entweder das Bestehen einer Wunde oder 

Verletzung gerichtlich anerkannt oder im Zeitpunkt der behaupteten Infektion nach den 

gegebenen Umständen zumindest notwendigerweise vorhanden und eine andere Art 

2.2. 

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der Infektion unwahrscheinlich ist. Dies gilt umso mehr, als die Subsumtion der 

Wundinfektion unter den Unfallbegriff schon an sich eine eher weitgehende 

Ausdehnung dieses Begriffs darstellt. Es genügt nicht, wenn Keime lediglich durch 

kleine Hautschürfungen oder Kratzer, wie sie täglich vorkommen, in den Körper 

eindringen, sondern es sind eigentliche Verletzungen erforderlich. Selbst der Nachweis 

eines durch Kratzen entstandenen Hautdefekts genügt für die Annahme einer 

Wundinfektion nicht, da derartigen alltäglichen Vorkommnissen das Merkmal des 

Unfallmässigen nicht zukommt (Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 35 f.). Es gilt also 

grundsätzlich, dass der Erreger der Infektion in untypischer Weise in den Körper 

gelangen muss, damit der Faktor der Ungewöhnlichkeit als erfüllt betrachtet werden 

kann (Ueli Kieser/Harry Landolt, Unfall-Haftung-Versicherung, Zürich 2012, Rz. 79).

Im Sozialversicherungsrecht gilt grundsätzlich der Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit; die blosse Möglichkeit eines Sachverhalts genügt für die 

Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1 mit Hinweisen; 

Thomas Locher/Thomas Gächter, Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 4. Aufl. 

2014, § 70 Rz 58 f; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 4; Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 4. 

Aufl. 2020, N 53 und 59 zu Art. 43). Der Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit gilt also sowohl beim Nachweis eines Unfallereignisses als auch 

beim Nachweis des leistungsbegründenden Kausalzusammenhangs.

2.3. 

Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. 

Danach hat die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht von Amtes wegen für 

die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. 

Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet sein Korrelat in den 

Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 122 V 158 E. 1a, 121 V 210 E. 6c). Der 

Untersuchungsgrundsatz schliesst die Beweislast im Sinn einer Beweisführungslast 

begriffsnotwendig aus. Im Sozialversicherungsrecht tragen mithin die Parteien in der 

Regel eine Beweislast nur insofern, als im Fall der Beweislosigkeit der Entscheid zu 

Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt 

Rechte ableiten wollte (Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 4 f., 55). Wird auf dem Weg der 

Beweiserhebung das Vorliegen eines Unfalls nicht wenigstens mit Wahrscheinlichkeit 

erstellt (vgl. Erwägungen 2.1 und 2.3), so hat dieses als unbewiesen zu gelten, was sich 

zu Lasten der den Anspruch erhebenden Person auswirkt (BGE 116 V 136 E. 4b; RKUV 

1990 Nr. U 86 S. 50). Ebenso liegt bei der Frage, ob ein leistungsbegründender 

Kausalzusammenhang gegeben ist, die Beweislast bei der versicherten Person (RKUV 

2000 Nr. U 363 S. 46 E. 2 mit Hinweisen; BGE 117 V 263 f. E. 3b; Rumo-Jungo/Holzer, 

a.a.O, S. 54 f.).

2.4. 

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3.  

Im vorliegenden Fall ist das Vorhandensein von Kratzwunden und deren Ausmass 

im Zeitpunkt der behaupteten Infizierung in den medizinischen Unterlagen nicht mit 

Befunden und Diagnosen dokumentiert bzw. konkretisiert (vgl. UV-act. 4.3.6 f.; vgl. 

auch Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 35, und Erwägung 2.2 sowie UV-act. 4.3.7-1 f., in 

dem der Befund am Handrücken in erster Linie mit einer Arthropodenstich-Reaktion als 

vereinbar bezeichnet und über Pusteln am ganzen Körper berichtet worden war). 

Dennoch hat die Beschwerdegegnerin offensichtlich gestützt auf die 

Sachverhaltsschilderung in der Schadenmeldung UVG vom 8. Mai 2019 (UV-act. 4.3.3) 

und die weiteren Angaben des Beschwerdeführers in der E-Mail vom 23. Juni 2019 

(UV-act. 4.3.12) das Vorliegen eines Unfallereignisses in Sinne von Art. 4 ATSG 

anerkannt. Ob das Ereignis vom 25. März 2019 den gesetzlichen Unfallbegriff 

tatsächlich erfüllt, kann letztlich offengelassen werden. Wie die nachfolgenden 

Erwägungen zeigen, wäre selbst bei Bejahung eines Unfallereignisses eine 

Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin nicht gegeben. So ist nicht mit dem 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die zur 

Diskussion stehende Gesundheitsschädigung durch das Ereignis vom 25. März 2019 

verursacht wurde. Es ist also - entgegen den Vorbringen des Beschwerdeführers - 

nicht rechtsgenüglich nachgewiesen, dass gesundheitsschädigende Bakterien 

anlässlich des Vorfalls mit dem Patienten in seinen Körper gelangt sind.

3.1. 

Die Beschwerdegegnerin hat offensichtlich im Zusammenhang mit der zur 

Diskussion stehenden Hautkrankheit des Beschwerdeführers Versicherungsleistungen 

erbracht. Allein aufgrund dieses Umstandes kann jedoch im vorliegenden Fall nicht von 

der Anerkennung einer Leistungspflicht wegen Bejahung einer Unfallkausalität der 

Hautkrankheit und einer Änderung der Beweislastverteilung ausgegangen werden (vgl. 

dazu RKUV 2000 Nr. U 363 S. 46 E. 2 mit Hinweisen; BGE 117 V 263 f. E. 3b; Rumo-

Jungo/Holzer, a.a.O., S. 54 f.). Die Beschwerdegegnerin leitete unmittelbar nach 

Eingang der Schadenmeldung UVG vom 8. Mai 2019 (UV-act. 4.3.3) die erforderlichen 

Massnahmen zur Überprüfung ihrer Leistungspflicht ein (UV-act. 4.3.3-2 ff., 4.3.4). Eine 

schriftliche Leistungsanerkennung ist zudem nicht aktenkundig. Auch war sich der 

Beschwerdeführer offenbar selbst bewusst, dass die Beschwerdegegnerin einen 

Leistungsanspruch noch nicht wirklich anerkannt hatte, sprach er doch in einer E-Mail 

vom 26. Juni 2019 davon, dass die Kosten bisher aus Kulanz übernommen worden 

seien (UV-act. 4.3.14-1). Im Übrigen ist festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin die 

bisher ausgerichteten Leistungen unangetastet liess und Verfügungsgegenstand nur 

die zukünftigen Leistungen waren (UV-act. 4.3.15-2). Der Unfallversicherer hat 

3.2. 

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4.

Nachfolgend wird dargelegt, weshalb mit dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit nicht davon auszugehen ist, dass zwischen dem Ereignis vom 25. 

März 2019 und der Hautkrankheit des Beschwerdeführers ein natürlicher 

Kausalzusammenhang besteht (vgl. Erwägung 3.1).

praxisgemäss die Möglichkeit, sogar die durch Ausrichtung von Heilkostenleistungen 

und Taggeldern anerkannte Leistungspflicht ohne Geltendmachung von 

Rückforderungsansprüchen mit Wirkung ex nunc et pro futuro ohne Berufung auf den 

Rückkommenstitel der Wiedererwägung oder der prozessualen Revision (vgl. dazu Art. 

53 ATSG) einzustellen, d.h. den Fall abzuschliessen, dies mit der Begründung, es habe 

- bei richtiger Betrachtungsweise - gar keine Unfallkausalität vorgelegen. Dies 

bedeutet, die Beschwerdegegnerin wäre ohnehin frei, für die Zukunft eine nochmalige 

materiell-rechtliche Kausalitätsprüfung vorzunehmen und gestützt darauf zu einem 

anderen Schluss zu gelangen. Nur im Rahmen einer allfälligen Leistungsrückerstattung 

sind die Rückkommensvoraussetzungen zu beachten (Urteil des Eidgenössischen 

Versicherungsgerichts [EVG] vom 6. Mai 2003, U 6/03, E. 4.2.1).

Die Beschwerdegegnerin liess die Kausalität medizinisch durch ihre beratenden 

Ärzte Dr. I.___ (UV-act. 4.3.11, 4.3.20) und Dr. J.___ abklären (UV-act. 4.3.13), welche 

einen natürlichen Kausalzusammenhang (aller-)höchstens als möglich betrachten. Der 

Beschwerdeführer reichte demgegenüber einen Bericht seiner behandelnden 

Dermatologen Dr. K.___ und Dr. L.___ vom 18. Juli 2019 (act. G 1.3) ein, welche einen 

kausalen Zusammenhang in hohem Masse denkbar erachten.

4.1. 

Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die 

urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln 

sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig 

davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die 

verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs 

gestatten. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der 

Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, 

auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der 

Anamnese abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen 

Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und 

ob die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit 

Hinweis). Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich weder die Herkunft 

4.2. 

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eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 

gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a mit 

Hinweisen). Insofern sind auch Berichte und Gutachten, welche die Versicherung 

während des Administrativverfahrens von ihren eigenen oder von beratenden Ärzten 

und Ärztinnen einholt, beweistauglich (BGE 125 V 352 ff. E. 3; RKUV 1991 Nr. U 133 S. 

311 ff.). Soll ein Versicherungsfall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens 

entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu 

stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der 

versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen 

vorzunehmen (BGE 135 V 470 f. E. 4.4 und 4.6; bestätigt etwa in Urteil des 

Bundesgerichts vom 23. November 2012, 8C_592/2012, E. 5.3). Der Umstand, dass Dr. 

I.___ und Dr. J.___ ihre Beurteilungen aufgrund der Akten abgegeben und den 

Beschwerdeführer nicht selbst untersucht haben, steht ihrem Beweiswert nicht per se 

entgegen (Urteil des Bundesgerichts vom 11. Januar 2007, U 224/06, E. 3.5 mit 

Hinweisen). Die Rechtsprechung erachtet Aktengutachten als zulässig, wenn die Akten 

ein vollständiges Bild über Anamnese, Verlauf und gegenwärtigen Status ergeben und 

diese Daten unbestritten sind. Voraussetzung ist ein lückenloser Untersuchungsbefund, 

damit der Experte oder die Expertin imstande ist, sich aufgrund der vorhandenen 

Unterlagen ein lückenloses Bild zu verschaffen (Urteil des Bundesgerichts vom 24. 

März 2017, 8C_780/2016, E. 6.1). Angesichts der obigen Darlegungen sprechen keine 

formell-rechtlichen Gründe gegen den Einbezug der ärztlichen Aktenbeurteilungen von 

Dr. I.___ und Dr. J.___. Letzterer gibt insbesondere auch die Akten an, auf denen seine 

Beurteilung basiert. Ob letztlich auf die Beurteilungen der beratenden Ärzte abgestellt 

werden kann, ist im Rahmen der nachfolgenden materiell-rechtlichen Beurteilung bzw. 

Beweiswürdigung zu prüfen. Was den Bericht der behandelnden Dermatologen Dr. 

K.___ und Dr. L.___ vom 18. Juli 2019 (act. G 1.3) angeht, ist schliesslich zu sagen, 

dass die Erfahrungstatsache, dass behandelnde Ärzte und Ärztinnen aufgrund ihrer 

auftragsrechtlichen Stellung im Zweifelsfall eher zu Gunsten ihrer Patienten und 

Patientinnen aussagen, in denjenigen Fällen nicht im Vordergrund steht, in denen ein 

Arzt oder eine Ärztin einen Patienten oder eine Patientin nicht als Hausarzt oder 

Hausärztin, sondern als Facharzt bzw. Fachärztin behandelte. Im Übrigen sind 

Anhaltspunkte, welche die medizinischen Feststellungen der versicherungsinternen 

Fachpersonen als nicht schlüssig erscheinen lassen, zu beachten, auch wenn sie von 

behandelnden Ärzten oder Ärztinnen stammen (vgl. BGE 135 V 470 E. 4.5 f.; Urteil des 

Bundesgerichts vom 12. Februar 2010, 8C_907/2009, E. 1.1).

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5.  

Dr. K.___ und Dr. L.___ diagnostizieren im Untersuchungsbericht vom 18. Juli 2019 

(act. G 1.3) eine Impetigo contagiosa und halten zur Diagnose in Übereinstimmung mit 

der medizinischen Literatur fest, dass es sich dabei um eine hochinfektiöse, bakterielle 

Infektion der Haut durch Staphylokokken, insbesondere durch das Bakterium 

Staphylococcus aureus, handle (vgl. Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, 267. Aufl. 

2017, S. 860; Roche Lexikon, Medizin, 5. Aufl. 2003, S. 913). Der Staphylococcus 

aureus ist laut medizinischer Literatur der häufigste Erreger von Nosokomialinfektionen, 

d.h. Krankenhausinfektionen (Pschyrembel, a.a.O., S. 1709; Roche Lexikon, a.a.O., S. 

1746). Von einer solchen geht der Beschwerdeführer in seinem Fall aus (UV-act. 

4.3.12-1 f.). Laut Dr. K.___ und Dr. L.___ erfolgt die Übertragung der Staphylokokken 

durch Schmierinfektion. Hautläsionen würden dabei die Hautinfektion begünstigen. Die 

weitere Ausbreitung erfolge durch Autoinokulation (UV-act. 4.3.18-3).

5.1. 

Dr. J.___ hält in seiner versicherungsmedizinischen Beurteilung vom 27. Juni 2019 

(UV-act. 4.3.13) fest, dass die medizinischen Fakten die vom Beschwerdeführer 

geäusserte Theorie der Ansteckung durch den Patienten nicht stützen würden. Die 

Kausalität der Hauterkrankung bleibe unklar. Die Wahrscheinlichkeit, dass die 

infektiöse Dermatose auf einer vom Patienten übertragenen Problematik beruhe, könne 

allerhöchstens als möglich betrachtet werden. Dr. J.___ stützte sich dabei 

insbesondere auf den Bericht von Dr. E.___ und Dr. F.___ vom 23. April 2019 (UV-act. 

4.3.7). Diese diagnostizierten eine akute ekzematöse Reaktion unklarer Ätiologie. Ein 

Ekzem ist - im Gegensatz zu einer Infektionskrankheit - eine nichtkontagiöse, d.h. nicht 

ansteckende Epidermodermitis (Roche Lexikon, a.a.O., S. 497). Bei einem Ekzem wäre 

also davon auszugehen, dass beim Beschwerdeführer keine Ansteckung durch 

Bakterien oder andere Krankheitserreger über den Patienten stattgefunden hat.

5.2. 

Nachfolgend ist mithin zu prüfen, von welcher Art Hauterkrankung beim 

Beschwerdeführer auszugehen ist - von einer Impetigo contagiosa (Erwägung 5.1) oder 

von einem Ekzem (Erwägung 5.2).

5.3. 

Dr. F.___ erhob am 17. April 2019 klinisch den Hautstatus des 

Beschwerdeführers, wobei sich ihr ein ausgeprägter Befund mit disseminierten, 

stammbetonten, teilweise konfluierenden rötlich-bräunlichen Plaques mit randbetonter 

Schuppung und Vesikelbildung sowie palmoplantarer Dyshidrosis zeigte. Angesichts 

der Ereignisschilderung des Beschwerdeführers - die Hautläsionen hätten nach einem 

Patientenkontakt begonnen - kam für die untersuchende Ärztin differentialdiagnostisch 

eine infektiöse (bakteriell oder mykotisch), ekzematöse oder autoimmune Ursache für 

5.3.1. 

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die Hauterkrankung des Beschwerdeführers in Frage. Die Diagnostik von Dr. E.___ und 

Dr. F.___ stützt sich auf die Ergebnisse verschiedener Untersuchungstests - einer 

Biopsie an der Handoberfläche links, eines Labors sowie eines Direktpräparats 

Mykologie - ab (UV-act. 4.3.7-1 ff.). Mit letzterem wurde das Vorliegen einer Mykose, 

d.h. eine durch Pilze verursachte Infektion (vgl. Pschyrembel, a.a.O., S. 1211; Roche 

Lexikon, a.a.O., S. 1274 f.), untersucht. Damit wurden grundsätzlich die allgemein bei 

einer Hauterkrankung und insbesondere bei den obgenannten Differentialdiagnosen 

angezeigten Untersuchungen durchgeführt (vgl. dazu https://www.msdmanuals.com/

de/heim/hauterkrankungen/biologie-der-haut/diagnose-von-hauterkrankungen, 

abgerufen am 19. August 2020). Dr. E.___ und Dr. F.___ stellten fest, dass die 

Histologie eine akute ekzematöse Reaktion ohne Nachweis von Pilzhyphen oder 

Bakterien zeige, sodass nicht von einer Impetigo contagiosa oder einer Mykose 

auszugehen sei. Die externe Laboruntersuchung vom 17. April 2019 - das Blutbild und 

das CRP - sei normwertig gewesen, d.h. sie habe keine Hinweise auf eine systemische 

Entzündungsreaktion ergeben. Das Direktpräparat der Hautschuppen vom 17. April 

2019 habe schliesslich ebenfalls keine Hinweise auf eine zugrundeliegende Mykose 

gezeigt. Die beiden Ärzte stellten damit die schlüssige und überzeugende Diagnose 

einer akuten ekzematösen, also nicht infektiösen Reaktion, deren Ätiologie sie jedoch, 

wie bereits erwähnt, als unklar bezeichneten (UV-act. 4.3.7-1 ff.). Vor diesem 

Hintergrund ist festzuhalten, dass ein Kausalzusammenhang zwischen den angeblich 

vom Patienten zugefügten Kratzwunden und der Dermatitis des Beschwerdeführers 

nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit besteht.

Die vom Beschwerdeführer in der Replik vom 28. Januar 2020 (act. G 6) 

erhobenen Einwände gegen den Beweiswert und die Art und Weise der Durchführung 

der in Erwägung 5.3.1 genannten Untersuchungen vermögen an dieser Beurteilung 

nichts zu ändern. Er bringt vor, die visuelle Begutachtung der Wunden sei durch das 

Auftragen von Fucidinsalbe während der letzten Tage vor der Begutachtung kaum 

möglich gewesen. Ausserdem sei das Abkratzen des Gewebes an einer Hautwunde 

ganz sachte und vorsichtig erfolgt. Die Ärztin habe leider nur etwas Fucidinsalben-

Pulver auf das Objektträgerglas heruntergekratzt. Er habe die weisse Wolke der 

ausgetrockneten Fucidinsalbe förmlich sehen können. Für die Begründetheit der 

Einwände des Beschwerdeführers gibt es keine entsprechenden Hinweise. Dr. F.___ 

zeigte sich offenbar am 17. April 2019 durchaus ein Hautstatus mit deutlichen, 

auffälligen Befunden - verschiedene Plaques, hyperkeratotisch, mit randständiger 

Schuppung oder vereinzelt mit Vesikeln, disseminierte Papulovesikel, Papeln sowie 

eine Dyshidrosis palmoplantaris. Angesichts dieser Befunde erscheint der Einwand des 

5.3.2. 

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Beschwerdeführers unberechtigt. Im Übrigen ist anzufügen, dass insbesondere die 

Untersuchungsergebnisse der Histologie bzw. Hautbiopsie, des Labors sowie des 

Direktpräparats Mykologie wegweisend für die Diagnostik waren. Was die 

Gewebeentnahme für die Histologie angeht, ist festzuhalten, dass im Regelfall davon 

auszugehen ist, dass ein Arzt oder eine Ärztin eine Untersuchung fachkundig und so 

durchführt, dass mit der Untersuchung ein aussagekräftiges Ergebnis erzielt wird. 

Angesichts der im Untersuchungsbericht von Dr. E.___ und Dr. F.___ in der Diagnostik 

zur Hautbiopsie des linken Handrückens aufgeführten Befunde - Spongiose der 

Epidermis mit spongiotischen Vesikeln sowie eine Exozytose neutrophiler und 

eosinophiler Granulozyten, perivaskulär betontes, eosinophilenreiches Infiltrat im 

oberflächlichen und reifen Korium - ist davon auszugehen, dass die am 15. April 2019 

durch Dr. G.___ erfolgte Gewebeentnahme (vgl. UV-act. 4.3.7-2) eine zuverlässige 

Untersuchung ermöglichte. Die blosse subjektive Wahrnehmung des 

Beschwerdeführers vermag vor diesem Hintergrund keine Zweifel an der Untersuchung 

zu begründen.

Wie bereits erwähnt, diagnostizierten Dr. K.___ und Dr. L.___ im 

Untersuchungsbericht vom 18. Juli 2019 gegenüber Dr. E.___ und Dr. F.___ eine 

Impetigo contagiosa (UV-act. 4.3.18-2 f.). Ihre Diagnose basiert auf dem Ergebnis der 

am 4./6. und 16./17. Juli 2019 in der M.___ durchgeführten Laboruntersuchungen (UV-

act. 4.3.18-4 f.). Die Blutuntersuchungen zur Diagnostik von Infektionskrankheiten 

waren negativ (UV-act. 4.3.18-5). Hingegen zeigte der Wundabstrich des linken Fusses 

vom 4. Juli 2019 ein reichliches Wachstum von Staphylococcus aureus. Das Wachstum 

von Mischflora war wiederum gering. Ebenso liess sich im Wundabstrich der rechten 

Hand vom 4. Juli 2019 wenig Wachstum vom Erreger Staphylococcus aureus 

nachweisen (UV-act. 4.3.18-4). Entsprechend hielten Dr. K.___ und Dr. L.___ im 

obgenannten Untersuchungsbericht (UV-act. 4.3.18-3) fest, dass in zwei 

Wundabstrichen das Wachstum von Staphylokokken habe nachgewiesen werden 

können. Insbesondere im Fussbereich habe reichlich Staphylococcus aureus als 

Erreger identifiziert werden können. Beurteilend hielten Dr. K.___ und Dr. L.___ 

schliesslich fest, dass ein kausaler Zusammenhang zum Patientenereignis im Rahmen 

der beruflichen Tätigkeit des Beschwerdeführers im hohen Masse denkbar erscheine, 

jedoch nicht mit letzter Sicherheit bewiesen werden könne. Der Nachweis von 

Staphylokokken spricht grundsätzlich für einen bakteriellen Infekt, der vom Patienten 

übertragen sein könnte. Dennoch ist ein solcher Kausalzusammenhang in 

Übereinstimmung mit der Beschwerdegegnerin nicht überwiegend wahrscheinlich 

nachgewiesen. Was Dr. K.___ und Dr. L.___ mit ihrer Formulierung "im hohen Masse 

5.3.3. 

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denkbar" meinen, ob sie einen Kausalzusammenhang als überwiegend wahrscheinlich 

betrachten, ist unklar. Die Beschwerdegegnerin hält in der Duplik vom 12. Februar 

2020 (act. G 8) zutreffend fest, dass die Formulierung nicht gängig ist. 

Definitionsgemäss ist jedenfalls ein denkbarer Sachverhalt nur ein möglicher 

Sachverhalt, welcher den Beweisanforderungen nicht genügt (vgl. Erwägung 2.3). 

Genauso wie vieles möglich ist, kann vieles denkbar sein oder als gleich wahrscheinlich 

gelten. Der Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit ist damit jedoch nicht 

erfüllt. Der Zusatz "im hohen Masse" vermag daran nichts zu ändern. Der Sachverhalt 

bleibt damit immer noch nur möglich, was indes den Beweisanforderungen auch nicht 

genügt. So schliessen denn auch Dr. K.___ und Dr. L.___ eine andere Ursache nicht 

explizit aus bzw. halten eine andere Ätiologie nicht ausdrücklich für 

unwahrscheinlicher. Darauf verwies auch Dr. I.___ in seiner Beurteilung vom 20. 

September 2019. Er verneinte die Frage, ob sich aufgrund des Untersuchungsberichts 

von Dr. K.___ und Dr. L.___ vom 18. Juli 2019 inklusive Labordaten (UV-act. 4.3.18) 

etwas an seiner Beurteilung ändere, und bestätigte die Diagnose von Dr. E.___ und Dr. 

F.___ im Untersuchungsbericht vom 23. April 2019 eines Ekzems unklarer Ätiologie 

(UV-act. 4.3.20). Zum anderen fehlt eine nähere plausible Begründung von Dr. K.___ 

und Dr. L.___, wieso eine unfallkausale Infektion bestehen sollte. Die Ärzte stellen nur 

allgemein und ohne auf den konkreten Fall Bezug zu nehmen fest, dass medizinisches 

Personal aufgrund der beruflichen Tätigkeit einem höheren Infektionsrisiko unterliege 

als die Normalbevölkerung (UV-act. 4.3.18-3). Wie in Erwägung 3.1 angesprochen, sind 

bezüglich des Ereignisses vom 25. März 2019 keine Details bekannt. Abgesehen 

davon, dass Dr. E.___ und Dr. F.___ gestützt auf die ereignisnah durchgeführten Tests 

(noch) keine Infektion diagnostizierten (vgl. Erwägung 5.3.1), ist allgemein anzufügen, 

dass die Anforderungen an den Beweis des natürlichen Kausalzusammenhangs 

strenger sind, je grösser der zeitliche Abstand zwischen dem Ereignis und dem Eintritt 

der Schädigung, hier der massgebenden Schädigung einer Infektion, ist (vgl. dazu 

RKUV 1997 Nr. U 275 S. 191 E. 1c; Urteil des Bundesgerichts vom 26. September 

2008, 8C_102/2008, E. 2.2). Die von Dr. K.___ und Dr. L.___ erst im 

Untersuchungsbericht vom 18. Juli 2019 gestellte Diagnose einer Impetigo contagiosa 

vermag damit jedenfalls einen Kausalzusammenhang zwischen den Staphylokokken 

und dem am 8. Mai 2019 der Beschwerdegegnerin als Unfall gemeldeten Ereignis vom 

25. März 2019 (UV-act. 4.3.3) nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit nachzuweisen. Es besteht diesbezüglich Beweislosigkeit, deren 

Folgen nach der massgebenden Beweislastverteilung der Beschwerdeführer zu tragen 

hat (vgl. Erwägung 2.4). Von weiteren medizinischen Abklärungen sind keine neuen 

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6.  

Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde gegen den Einsprache­

entscheid vom 26. September 2019 abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu erheben 

(Art. 61 lit. a ATSG).

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

 

Erkenntnisse zu erwarten, weshalb darauf zu verzichten ist (antizipierte 

Beweiswürdigung [Urteil des Bundesgerichts vom 18. April 2016, 8C_75/2016, E. 5.2]).

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass ein Kausalzusammenhang zwischen dem 

als Unfall gemeldeten Ereignis vom 25. März 2019 und seiner unbestrittenermassen 

nachfolgend bestehenden Hauterkrankung nicht mit dem Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen ist. Ein Kausalzusammenhang ist 

auch dann nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit dargetan, 

wenn von einer Infektion mit Staphylokokken ausgegangen wird.

5.4. 

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	Entscheid Versicherungsgericht, 04.09.2020
	Art. 4 ATSG: Ungewöhnlichkeit des äusseren Faktors bei Infektionen. Beschreibung der versicherten Person von Kratzwunden, welche ihr ein Patient zugefügt habe. Unfallereignis durch den Unfallversicherer bejaht. Art. 6 UVG: Diagnose eines Ekzems und einer Infektion. Medizinischer Nachweis eines Ekzems und damit Verneinung eines Kausalzusammenhangs zwischen dem fraglichen Ereignis und der nachfolgend bestandenen Hauterkrankung. Verneinung eines Kausalzusammenhangs auch im Falle einer Infektion mit Staphylokokken (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 4. September 2020, UV 2019/75).

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