# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 62b6350f-a87c-58ae-a26a-6dfbd4bf7a27
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-06-06
**Language:** de
**Title:** Keine invalidisierende psychische Gesundheitsstörung.
**Docket/Reference:** IV.2017.00080
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2017.00080.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2017.00080
IV. Kammer
Sozialversicherungsrichter Hurst, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Philipp
Ersatzrichterin Bänninger Schäppi
Gerichtsschreiber Hübscher
Urteil vom 6. Juni 2017
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
vertreten durch Stadt Zürich Soziale Dienste
MLaw Y.___, Sozialversicherungsrecht, Team Recht
Hönggerstrasse 24, 8037 Zürich
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
X.___, geboren 1969, absolvierte nach der Sekundarschule eine Handelsschule und eine kaufmännischen Ausbildung (Urk. 7/1, Urk. 7/2/1, Urk. 7/2/5, Urk. 7/6/12). Seit 1993 war sie für verschiedene Arbeitgeber vor
wiegend als Sachbearbeiterin in den Bereichen Lohnbuchhaltung und Sozial
versicherungen tätig, wobei sie für keinen Arbeitgeber länger als drei Jahre arbeitete. Dazwischen bezog sie Arbeitslosenentschädigung (Urk. 7/1, Urk. 7/6/12, Urk. 7/7). Sie bildete sich im Jahr 2006 zur Sach
bear
bei
terin “Sozialversicherung SVS N/O“ weiter (Urk. 7/22/2, Urk. 7/22/20). Im Jahr 2011 verlor sie ihre letzte Festanstellung und hatte in der Folge nur noch Temporäranstellungen inne. Im Jahr 2014 wurde sie von der Arbeits
losenver
sicherung ausgesteuert (Urk. 7/6/12). Seither bezog sie wirtschaftli
che Hilfe der Sozialen Dienste der Stadt Zürich und betei
ligte sich an meh
reren Arbeitsintegrationsmassnahmen der Sozialen Dienste (vgl. Urk. 1 S. 3-4). Am 6. Juli 2015 meldete sie sich unter Hinweis auf gesundheitliche Beeinträchti
gungen (“psychische Beein
trächtigung, Diabetes, Taubheit und Kraftlosigkeit in den Händen beidseits, Schmerzen im Bein bei Belastung nach Unfall“) bei der So
zialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungs
bezug an (Urk. 7/2). Die IV-Stelle tätigte Ab
klärungen in medizinischer (vgl. Urk. 7/6, Urk. 7/8, Urk. 7/12, Urk. 7/14) und beruflicherwerblicher (vgl. Urk. 7/4, Urk. 7/22, Urk. 7/26) Hinsicht. Am 11. Januar 2016 teilte sie der Versicherten mit, dass eine Arbeitsvermittlung zurzeit nicht mög
lich sei (Urk. 7/25).
Nach Beizug weiterer Arztberichte (
Urk.
7/27-28) sowie einer Stellungnahme des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD,
Urk.
7/30/4) stellte die IV-Stelle dem Versicherten mit Vorbescheid vom 1
5.
April 2016
die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht (Urk. 7/31). Da
gegen liess sie am 17. Mai 2016 Einwand erheben (Urk. 7/33). Am 6. Juli 2016 liess sie sodann durch die Sozialen Dienste der Stadt Zürich eine Einwandbegründung einreichen (Urk. 7/40, unter Beilage der Stellungnahme von med. pract. Z.___, Psychiatrie/Psycho
therapie FMH, vom 28. Juni 2016 [Urk. 7/39]). Auf Aufforderung der IV-Stelle hin reichte med. pract. Z.___ den Bericht von Dr. med. A.___, FMH Psychia
trie und Psychotherapie, und MSc B.___, Psychologe FSP, vom 23. Juni 2016 (Urk. 7/43) ein. Die Versicherte liess am 14. Oktober 2016 dazu Stellung nehmen (Urk. 7/46). Hernach wies die IV-Stelle das Leistungs
be
gehren mit einer mit Datum vom 14. November 2016 versehenen und am 8. Dezember 2016 zur Post gegebenen Verfügung ab (Urk. 2; Urk. 7/48-49).
2.
Dagegen erhob X.___ am 23. Januar 2017 Beschwerde und bean
tragte, in Aufhebung der angefochtenen Verfügung vom 14. November 2016 sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, sie bei der beruflichen Wieder
eingliederung zu unterstützen. Eventualiter sei ihr sonstiger Leistungsan
spruch zu überprüfen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht ersuchte sie um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung (Urk. 1 S. 2). Mit Beschwer
deantwort vom 27. Februar 2017 beantragte die Beschwerde
gegnerin Abweisung der Beschwerde (Urk. 6, unter Beilage der IV-Akten [Urk. 7/1-52]), was der Beschwerdeführerin am 1. März 2017 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 8).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin den Anspruch der Be
schwerdeführerin auf Leistungen der Invalidenversicherung zu Recht verneint hat.
2.
2.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgeset
zes über die Invalidenversicherung [IVG]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verblei
bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbs
möglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsun
fähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträch
tigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2.2
2.2.1
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsge
mäss ist bei psychischen Beeinträch
tigungen zu prüfen, ob ein seelische
s Lei
den
mit Krankheitswert besteht, welche
s
die versicherte Person auch bei Auf
bietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG;
BGE 139 V 547
E. 5;
131 V 49
E. 1.2;
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 2015 E. 5
und 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E.
5.4.
).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege artis auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatrische Diagnose voraus (vgl. BGE 130 V 396; Urteile des Bundes
ge
richts 8C_616/2014 vom 25. Februar 201
5
E. 5.3.3.3 und 9C_739/2014 vom 30. November 2015 E. 3.2). Eine fachärztlich festgestellte psychische Krank
heit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grund
sätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Es ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilen, ob und inwiefern der versicherten Person trotz ihres Leidens die Verwertung ihrer Restarbeits
fähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt noch sozial-praktisch zumut
bar und für die Gesellschaft tragbar sei (BGE 141 V 281 E. 3.7.3; 136 V 279 E. 3.2.1; BGE 127 V 294 E. 4c; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 20
15 E. 5 und 8C_731/2015 vom 18.
April 2016 E. 4.1).
2.2.2
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtes fallen leichte bis mittelgradige depressive Störungen, seien sie im Auftreten rezidivierend oder episodisch, ein
zig dann als invalidisierende Krankheiten in Betracht, wenn sie erwiesener
massen therapieresistent sind (statt vieler:
BGE 140 V 193
E. 3.3 mit Hinweis). Nur in einer solchen - seltenen, da nach gesicherter psychiat
rischer Erfahrung Depressionen im Allgemeinen therapeutisch gut angehbar sind - gesetzlich ver
langten Konstellation ist den normativen Anforderungen des Art. 7 Abs. 2 zweiter Satz ATSG für eine objektivierende Betrachtungs- und Prüfungsweise Genüge getan (
BGE 141 V 281
E. 3.7.1 bis 3.7.3). Ein sol
cher Sachverhalt muss überwiegend wahrscheinlich und darf nicht lediglich nicht auszuschliessen sein. Es kommt dazu, dass die Therapie in dem Sinne konsequent gewesen sein muss, dass die aus fachärztlicher Sicht indizierten zumutbaren (ambulanten und stationären) Behandlungsmöglichkeiten in kooperativer Weise optimal und nachhaltig ausgeschöpft wurden (
BGE 140
V
193
E. 3.3; BGE
137 V 64
E. 5.2 mit Hinweis; vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_13/2016 vom 14. April 2016 E. 4.2 und 9C_89/2016 vom 12. Mai 2016 E. 4.1).
2.2.3
Zur Annahme einer Invalidität braucht es in jedem Fall ein medizinisches Substrat, das (fach-)ärztlicherseits schlüssig festgestellt wird und nachge
wiesener
massen die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Je stärker psychosoziale und soziokulturelle Faktoren wie beispielsweise Sorge um die Familie oder Zukunftsängste (etwa ein drohender finanzieller Notstand) im Ein
zelfall in den Vordergrund treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss eine fachärztlich festgestellte psy
chische Störung von Krankheitswert vorhanden sein. Das bedeutet, dass das klinische Beschwerdebild nicht einzig in Beeinträchtigungen, welche von den belastenden soziokultu
rellen Faktoren herrühren, bestehen darf, sondern davon psychiatrisch zu unterscheidende Befunde zu umfassen hat, zum Bei
spiel eine von depressiven Verstimmungszuständen klar unterscheidbare andauernde Depression im fachmedizinischen Sinne oder einen damit ver
gleichbaren psychischen Leidenszustand. Solche von der soziokulturellen Belastungssituation zu unterscheidende und in diesem Sinne verselbständigte psychische Störungen mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsfähig
keit sind unabdingbar, damit überhaupt von Invalidität gesprochen werden kann (BGE 127 V 294 E. 5a; vgl. statt vieler Urteil des Bundesgerichts 8C_746/2015 vom
3.
Februar 2016 E. 5.3 mit weite
rem Hinweis).
2.3
Invalide o
der von einer Invalidität (Art.
8 ATSG) bedroht
e Versicherte haben gemäss Art.
8 IVG Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit
(Abs. 1)
:
a.
diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähig
keit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustellen, zu erhal
ten oder zu verbessern; und
b.
die Voraussetzungen für den Anspruch auf die einzelne
n Massnahmen erfüllt sind
.
Der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen besteht unabhängig von der Ausübung einer Erwerbstätigkeit vor Eintritt der Invalidität. Bei der Festle
gung der Massnahmen ist die gesamte noch zu erwartende Dauer des Erwerbs
lebens zu berücksichtigen (Abs.
1
bis
). Nach Massgabe der Art.
13 und 21
IVG
besteht der Anspruch auf Leistungen unabhängig von der Mög
lich
keit einer Eingliederung ins Erwerbsleben oder in den Aufg
abenbereich (Abs.
2). Nach Massgabe von Art
.
16 Abs
.
2
lit.
c
IVG
besteht der Anspruch auf Leistungen unabhängig davon, ob die Eingliede
rungsmassnahmen not
wendig sind oder nicht, um die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, zu er
halten oder zu verbessern (Abs.
2
bis
).
Die Eingliederungsmassnahmen bestehen
gemäss Abs. 3 in
me
dizinischen Massnahmen (lit. a),
Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die
berufliche Eingliederung (lit.
a
bis
),
Massnahmen beruflicher Art (Berufs
bera
tung, erstmalige berufliche Ausbildung, Umschulung, Arbeitsver
m
ittlung, Kapitalhilfe; lit. b) und in
der Abgabe von Hilfsmitteln (lit.
d).
2.4
Im kantonalen Beschwerdeverfahren wie im Verwaltungsverfahren gilt
der Untersuchungsgrundsatz
, nach welchem der Sachverhalt von Amtes wegen vollständig abgeklärt werden muss (
Art. 61 lit. c und Art.
43
Abs.
1 ATSG
).
2.5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Auf
gabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc). Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entschei
dend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerde berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der der medizinischen Zusammenhänge sowie der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1; BGE 125 V 351 E. 3.a mit Hinweis).
In Bezug auf Berichte von Hausärztinnen und Hausärzten wie überhaupt von behandelnden Arztpersonen beziehungsweise Therapiekräften ist auf die Erfahrungstatsache hinzuweisen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E.
3b/cc).
3.
3.1
Med. pract. Z.___ führte in seinem undatierten, bei der Beschwerdegeg
nerin am 29. Juli 2015 eingegangenen Bericht (Urk. 7/6/1-6; vgl. Aktenverzeichnis zu Urk. 7/1-52) als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine mittelgradig bis schwergradig depressive Episode
(ICD-10 F32.2) sowie einen Verdacht auf eine schizoide Persönlichkeitsstruktur an. Die Beschwerdeführerin sei aufgrund ihrer motorischen Defizite und ihrem Äusseren von Kindheit an von anderen Kindern abgelehnt, herabgesetzt und ausgeschlossen worden. Auch die Eltern hätten die kindlichen Bedürfnisse unzureichend wahrgenommen und sie in Bedrohungssituationen nicht unterstützt. Erst durch gute schulische und später auch berufliche Leistungen habe sie sich einen gewissen Selbstwert aufbauen können, sei jedoch im Bereich der zwischenmenschlichen Interaktion weiterhin unsicher und ver
mutlich auch auffällig gewesen. Es sei über die Jahre hinweg zu wiederholten Jobwechseln gekommen. Seit 2011 sei sie nun trotz beachtlicher Qualifikati
onen im kaufmännischen Bereich ohne feste Anstellung, worunter sie sehr leide. Sie verfüge mit Ausnahme der Eltern und ihrer Katzen über keine nen
nenswerten Ressourcen (Freizeit, Kollegen). Die Arbeitsintegrationsversuche durch das Sozialdepartement Zürich seien bis anhin gescheitert. Aufgrund der jahrelang erfahrenen Ablehnung und Zurückweisung habe die Beschwer
deführerin selbst eine distanzierte, ablehnende Persönlichkeitsstruktur mit der Tendenz zur Diskrimination und Kritik an ihrer Umwelt entwickelt, was den Kontakt nicht immer einfach mache. Das psychische Wohlbefinden der Beschwerdeführerin sei sehr eng mit der beruflichen Anerkennung verbun
den. Ihre psychische Gesundheit könne sicherlich durch eine erfolgreiche berufliche Integration stabilisiert werden. Mittel- bis langfristig wäre es für sie jedoch auch dringend notwendig, sich ein positives soziales Umfeld und Freizeitressourcen aufzubauen. Die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätig
keit sei schwer zu beurteilen, da die Beschwerdeführerin eigentlich gerne beruflich Vollzeit beschäftigt wäre. Deutliche Defizite bestünden sicherlich im zwischen-menschlichen Bereich (Persönlichkeit), vermutlich auch bezüg
lich Ausdauer und Konzentration (Depression). Aktuell betrage die Arbeitsfä
higkeit 50 %, eine rasche Steigerung sollte jedoch möglich sein.
3.2
In seinem Verlaufsbericht vom 9. Februar 2016 (Urk. 7/28) nannte med. pract. Z.___ als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit eine leichte bis mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1) sowie einen Verdacht auf eine schizoide Persönlichkeitsstruktur. Es sei infolge der psychopharmakologischen Behandlung eine Verbesserung der affektiven Stimmungslage zu beobachten, so dass von einer Teilremission der depressi
ven Störung ausgegangen werden können. Nicht hiervon beeinflusst seien die Persönlichkeitsmerkmale, welche den zwischenmenschlichen Kontakt massiv erschwerten. Die bisherige Tätigkeit (kaufmännische oder Verwal
tungsarbeit) könne während sechs bis acht Stunden ausgeübt werden. Es bestehe eine Verminderung der Leistungsfähigkeit. Der Umfang der Vermin
derung sei kaum beurteilbar, da er abhängig von den jeweiligen (zwischen
menschlichen) Arbeitsbedingungen sei.
3.3
Dr. A.___ und Psychologe B.___ führten im Bericht vom 23. Juni 2016 betreffend die diagnostische Abklärung vom Mai 2016 aus, die Beschwerdeführerin sei ihnen von Dr. Z.___ zugewiesen worden. Im Verlaufe der – bei Dr. Z.___ durchgeführten – Therapie hätte sich die Frage nach einer Persönlichkeitsstörung oder differentialdiagnostisch einer Autismus-Spektrumstörung gestellt. Zum psychopathologischen Befund hielten sie folgendes fest (Urk. 7/43/1-2): „Wache, bewusstseinsklare, allseits orientierte Patientin. Keine Hinweise für kognitive oder mnestische Defizite. Ansonsten keine formalen oder inhaltlichen Denk
störungen. Kein Wahn, Sinnestäuschungen oder Ich-Störungen. Aktuell keine Zwänge, Ängste oder Phobien. Affektiver Rapport herstellbar, schwingungs
fähig. Gefühl starker innerer Unruhe, psychovegetativ unauffällig. Glaubhaft keine akute Selbst- oder Fremdgefährdung.“
In ihrer Beurteilung führten sie aus, dass das Ergebnis des SKID-II Interviews  die Diagnose einer paranoiden Persönlichkeitsstörung nahelege. Der deutlich erhöhte Wert auf der PSSI Skala “eigenwillig-paranoid“ würde dies unter
streichen. Bei der Entstehung dieser Persönlichkeitsstörung werde davon aus
gegangen, dass die früheren Bezugspersonen der Betroffenen diese kontrol
liert bestraft und abgewertet haben. Die Personen seien in ihrer Entschei
dungsfreiheit stark eingeschränkt gewesen. Laut Angaben der Beschwerde
führerin habe sie vor allem die übergestülpten weiblichen Rollenerwartungen als massive Einschränkung erlebt. Die geschlechtstypischen Rollenerwartun
gen könnten somit sowohl für die Entstehung als auch für die Aufrechter
haltung der Problematik von Bedeutung sein. Auch wenn der Ausschluss der Diag
nose einer Autismus-Spektrumsstörung nur unter Vor
be
halt möglich gewesen sei, erkläre die Diagnose einer Persönlichkeitsstörung die Problema
tik der Beschwerdeführerin besser. Insbesondere der von der Beschwerde
führerin wiederholt genannte tiefe Wunsch nach nahen Bezugspersonen spreche eher für eine auf nega
tiven Erfahrungen basierte Vorsicht als für ein angeborenes Desinteresse an zwischenmenschlichen Kontakten aufgrund einer Autismus-Spektrumsstörung (Urk. 7/43/3).
3.4
Med. pract. Z.___ schrieb in seiner “Stellungnahme zum psychiatri
schen Befund“ vom 28. Juni 2016, dass die ursprüngliche Diagnose einer depressiven Erkrankung über den Beurteilungszeitraum nicht habe “aufrecht erhalten“ werden können, da das Beschwerdebild hierdurch allein nicht erklärbar sei und sich die depressive Symptomatik unter einer anti
depressi
ven Medikation spürbar reduziert habe. Dennoch sei der Leidensdruck wei
terhin hoch geblieben. Aus diesem Grund sei eine weitere Abklärung in die Wege geleitet worden, welche als Resultat die Diag
nose einer paranoiden Persönlichkeitsstörung erbracht habe. Dies erkläre den problematischen Interaktionsstil der Beschwerdeführerin und deren gestörte Beziehungsge
staltung. Auch die Teilnahme an einer Gruppe zur Förderung der sozialen Kompetenzen habe diesbezüglich keine wesentlichen Verbes
serun
gen gebracht. Sie lebe sozial isoliert und habe in der Vergangenheit wiederholt Mobbing und Stellenverluste erfahren. Ferner scheine es eine Diskrepanz zwischen Selbst- und Fremdwahrnehmung der Leistungsfähigkeit zu geben. Aufgrund der Persönlichkeitsstörung sei die Beschwerdeführerin nur schwer vermittelbar, selbst wenn sie (zumindest subjektiv) gute Leistun
gen erbringen könnte. Ohne Unterstützung sei die Prognose bezüglich Arbeitsintegration sehr negativ, was wiederum eine dauerhafte Arbeits
losigkeit und vermutlich auch eine Zunahme der depressiven Sympto
matik zur Folge haben werde. Der langfristige Schaden (sozioökonomisch aber auch gesundheitlich) wäre für die Beschwerdeführerin beachtlich (Urk. 7/39).
4.
4.1
Mit angefochtener Verfügung vom 14. November 2016 führte die Beschwer
degegnerin im Wesentlichen aus, dass bei der Beschwerdeführerin gesund
heitliche Einschränkungen bestünden. Diese seien jedoch nicht derart aus
ge
prägt, dass ihr eine Erwerbstätigkeit nicht mehr zumutbar wäre. Sie würde vielmehr über genügend Ressourcen verfügen, um einer Erwerbs
tätig
keit im ersten Arbeitsmarkt nachgehen zu können. Eine Invalidität oder drohende Invalidität im Sinne der gesetzlichen Bestimmungen sei somit nicht ausge
wiesen (Urk. 1 S. 1-2). Die Beschwerde
führerin bringt demgegenüber im Wesentlichen vor, dass bei ihr gemäss der Stellung
nahme von med. pract. Z.___ vom 28.
Juni 2016 eine para
noide Persönlichkeitsstörung bestehe, weshalb sie auf dem Arbeits
markt schwer vermittelbar sei. Sie habe Anspruch auf berufliche Massnahmen, da der Eintritt einer zukünftigen Invalidität ohne solche Mass
nahmen über
wiegend wahrscheinlich sei (Urk. 1 S. 8).
4.2
Eine Invalidität (Art. 4 Abs. 2 IVG i.V.m. Art. 8 ATSG) gilt als eingetreten, sobald sie die für die Begründung des Anspruchs auf die jeweilige Leistung erforderliche Art und Schwere erreicht hat (Art. 4 Abs. 2 IVG). Dieser Grund
satz des leistungsspezifischen Invaliditätseintritts ist auch bei der Beurteilung des Anspruchs auf Eingliederungsmassnahmen nach Art. 12 ff. IVG zu berücksichtigen (Meyer/Reichmuth, Bundesgesetz über die Invaliden
ver
si
cherung, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2014, S. 109). Dies braucht hinsicht
lich der von der Beschwerdeführerin beantragten - von ihr nicht spezifizierten - beruf
lichen Massnahmen und weiteren Invalidenversicherungsleistungen jedoch nicht im Einzelnen geprüft werden. Das Vorliegen eines (drohenden) invalidisiere
nden Gesundheitsschadens ist nämlich zu verneinen.
4.3
4.3.1
Der Nachweis der Invalidität setzt nach der Rechtsprechung eine gesundheit
lich bedingte erhebliche und evidente, dauerhafte sowie objektivierbare Beeinträchtigung voraus. Dieser Massstab gilt für sämtliche Leiden gleicher
massen (BGE 139 V 547 E. 9.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_813/2016 vom 10. März 2017 E. 4).
4.3.2
Die Beschwerdeführerin machte - zu Recht (Urk. 7/14/1-2) - nicht geltend, dass ein invalidisierender somatischer Gesundheitsschaden bestehe. Was einen allfälligen psychischen Gesundheitsschaden betrifft, so ist aufgrund der Berichte von med. pract. Z.___ vom 9. Februar und 28. Juni 2016 (vgl. E. 3.2 und E. 3.4) davon auszugehen, dass die von ihm bei der Beschwerde
führerin festgestellte depressive Symptomatik keine inva
lidisierende Gesund
heitsstö
rung ist, weil sie sich unter einer antidepressiven Medikation spürbar reduziert hat (vgl. E. 2.2.2). Aus den aktenkundigen Angaben der Beschwer
deführerin ist zudem zu schliessen, dass die Arbeitslosigkeit und die Aussteu
erung, mithin psychosoziale Belastungsfaktoren, zumindest Mitauslöser des depressiven Zustandsbildes waren (Urk. 7/6/12), was ebenfalls gegen das Vorliegen einer invalidenversicherungsrechtlich relevanten depressiven Symptomatik spricht (vgl. E. 2.2.3). Was die von ihm weiter angeführte Diagnose einer paranoiden Persönlichkeitsstörung (vgl. H. Dilling, W. Mombour, M.H. Schmidt (Hrsg.), Internationale Klassifikation psychischer Störun
gen, 9. Aufl., Bern 2014, S. 274 ff.) betrifft, so wurde die damals achtjährige Beschwerdeführerin am 3.
Februar 1978 wegen Verhaltens
störun
gen und Konzentrationsstörungen in der Abteilung für Klinische Psychologie der C.___ von der Psychologin Dr.  D.___ unter
sucht (Urk. 7/8/8). Gemäss Dr. D.___ be
standen bei der Beschwerde
führerin Hinweise auf eine Hirnfunktionsstörung. Im Vordergrund hätten aber auf
fäl
lige Charakterzüge wie Impulsi
vität, Aggressivität, Angst, Un
sicherheit sowie ein starkes Anerkennungsbedürfnis gestanden (Urk. 7/8/8). Auf
fällige Cha
rakterzüge be
ziehungsweise akzentuierte Persönlichkeitszüge (ICD-10: Z73.1) beeinflussen zwar den Gesundheitszustand einer Person, stellen nach der bundesgericht
lichen Rechtsprechung aber keine invaliden
versicherungsrechtlich relevante Krankheit oder Schädigung dar (Urteil des Bundesgerichts 8C_237/2016 vom 17. Juni 2016 E. 3.2). Es ist nicht aktenkundig und wurde von der Beschwerdeführerin auch nicht geltend gemacht, dass in der Folge bis zum Beginn der psychiatrisch-psycho
thera
peutischen Behandlung bei med. pract. Z.___ im April 2015 (vgl. Urk. 7/6/1; zuvor war die Beschwerdeführerin offenbar ca. im Jahr 2000 kurz psychiatrisch und Ende 2014 während mehrerer Monate psychologisch behandelt worden [Urk. 7/6/2 und Urk. 743/1]) je eine Persönlichkeitsstörung - fachärztlich - diagnostiziert worden ist. Med. pract. Z.___ erhob sodann in den genannten Berich
ten vom Juni 2015 und vom Februar 2016 (vgl. E. 3.1 und E. 3.2) zunächst einen blossen Verdacht auf eine schizoide Persönlichkeitsstruktur. Am 28. Juni 2016 berichtete er jedoch, dass aus den weiteren - von Dr. A.___ und Psychologe B.___ am 16. Juni 2016 durchgeführten - Abklärungen die Diagnose einer paranoiden Persönlich
keitsstörung resultiert sei (vgl. E. 3.4). Dr. A.___ und Psychologe B.___ haben im betreffenden Bericht vom 23. Juni 2016 allerdings lediglich bemerkt, dass die Ergebnisse der von ihnen durchgeführten Tests die Diagnose einer paranoiden Persönlichkeits
störung „nahelegten“ respek
tive dass die Diagnose einer Persönlichkeitsstörung die Problematik der Beschwerdeführerin „besser erkläre“ als eine Autismus-Spektrumsstörung (Urk. 7/43). Eine nachvollziehbare, sich an den massgebli
chen diagnostischen Kriterien einer paranoiden Persönlichkeitsstörung ori
entierende Begründung findet sich in diesem Bericht nicht, und auch med. pract. Z.___ hat in seiner Stellungnahme vom 28. Juni 2016 die Diag
nose einer paranoiden Persönlich
keitsstörung nicht lege artis auf die Vorga
ben eines anerkannten Klassifika
tionssystems abgestützt.
Wie eingangs dargelegt, ist eine lege artis gestellte Diagnose nur, aber immer
hin Voraussetzung für eine Anspruchsberechtigung, während der Leistungsanspruch gegenüber der Invalidenversicherung abhängt von den funktionellen Auswirkungen der Beeinträchtigung auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit (vgl. E. 2.2.1 und Urteil des Bundesgerichts 9C_785/2015 vom 19. Januar 2016 E. 4.1).
Auch die Diagnose einer Per
sönlichkeitsstör
ung weist, wie die meisten Diag
nosen, keine direkte Korrelation zu einer Arbeits
unfähigkeit auf (vgl. BGE 140 V 193 E. 3.1).
Vorliegend vermag die von med. pract. Z.___ gestellte Diagnose einer paranoiden Persönlichkeitsstörung - wäre sie lege artis diagnostiziert - umso weniger eo ipso eine Arbeitsunfähigkeit zu begründen, als sie jedenfalls nicht besonders ausgeprägt erscheint (vgl. E. 4.3.1). So konnte die (gut aus- und weitergebildete) Beschwerdeführerin trotz der laut med. pract. Z.___ den zwischenmenschlichen Kontakt erheblich erschwerenden Persönlich
keitsmerkmale jahrelang einer Erwerbstätigkeit im ersten Arbeitsmarkt nach
gehen (vgl. Sachverhalt Ziffer 1; vgl. Auszug aus dem Individuellen Konto der Beschwerdeführerin, Urk. 7/7). Zwar geht aus den Akten hervor, dass es zu häufigen Stellenwechseln und Phasen der Arbeitslosigkeit kam. Mehrere der von ihr versehenen Stellen hat sie aber offenbar aus wirtschaftlichen Gründen verloren (Urk. 7/6/12, Urk. 7/7 und Urk. 7/22/1-3). Warum es der Beschwerdeführerin (Urk. 2) wegen der Persönlichkeitsstörung nunmehr nicht mehr möglich und zuzumuten sein soll, vollzeitlich eine – den bisherigen Tätigkeiten entsprechende – Tätigkeit im ersten Arbeitsmarkt auszuüben und ein entsprechendes Einkommen zu erzielen, ist nicht ersichtlich.
Zur (an sich nicht in den Aufgabenbereich eines Arztes fallenden [vgl. E. 2.5]) Beurteilung von med. pract. Z.___, wonach die Beschwer
deführe
rin nur sehr schwer vermittelbar sei (Urk. 7/39), ist zu bemerken, dass aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht nicht massgebend ist, ob eine inva
lide Person unter den konkreten Arbeitsmarktverhältnissen vermittelt werden kann, sondern einzig, ob sie die ihr verbleibende Arbeitskraft noch wirt
schaftlich nutzen könnte, wenn die verfügbaren Arbeitsplätze dem Angebot an Arbeitskräften entsprechen würden. Zu berücksichtigen ist dabei der aus
geglichene Arbeitsmarkt (Art. 16 ATSG). Er umfasst auch sogenannte Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und Arbeitsangebote, bei welchen mit einem sozialen Entgegenkommen von Seiten des Arbeitgebers gerechnet werden kann
(Urteile des Bundesgerichts
9C_95/2007 vom 29. August 2007
E. 4.3 und
9C_98/2014
vom 22. April 2014
E. 3.1
, je mit Hinweisen).
4.3.3
Die vorliegenden Akten lassen demnach nicht darauf schliessen, dass bei der Beschwerdeführerin ein invalidisierender psychischer Gesundheitsschaden besteht (vgl. E. 4.3.1).
4.4
Es bleibt zu prüfen, ob von einer drohenden Invalidität im Sinne von Art. 8 Abs. 1 IVG auszugehen ist.
Eine drohende Invalidität im Sinne von Art. 8 Abs. 1 IVG liegt dann vor, wenn der Eintritt einer Erwerbsunfähigkeit überwiegend wahrscheinlich ist (Art. 1
novies
Satz 1 der Verordnung über die Invalidenver
sicherung [IVV]). Die blosse Möglichkeit beziehungsweise die Gefahr eines Invaliditätseintritts genügt nicht (Silvia Bucher, Eingliederungsrecht der In
validenversicherung, Bern 2011, S. 73 Rz. 118).
Im Rahmen eines Arbeits
integrationsversuches der Sozialen Dienste der Stadt Zürich war die Beschwerdeführerin von Mitte August 2015 bis Ende März 2016 bei der E.___ GmbH tätig (Urk. 1 S. 4, 6). Danach war sie - soweit ersichtlich - ohne Arbeitsstelle. Trotzdem hielt med. pract. Z.___ auch noch in seiner Stellungnahme vom 28. Juni 2016 fest, dass sich die de
pres
sive Symptomatik unter einer antidepressiven Medikation spürbar redu
ziert habe. Er selbst spricht sodann lediglich davon, dass eine dauerhafte Arbeits
losig
keit der Beschwerde
führerin “vermutlich“ eine Zunahme der depressiven Sympto
matik nach sich ziehen
werde (Urk. 7/39). Wäre es nach Einreichen der Stellungnahme vom 28. Juni 2016 tatsächlich wieder zu einer Ver
schlechterung der depressiven Symptomatik gekommen, wäre dies der Beschwerdegegnerin von med. pract. Z.___ resp. der Beschwerdeführe
rin sicherlich mitgeteilt worden. Gemäss Aktenlage erfolgte bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung (Dezember 2016; vgl. Sachverhalt Ziffer 1) jedoch keine derartige Mitteilung, und auch in der Beschwerde vom 23. Januar 2017 (Urk. 1) wurde nicht geltend gemacht, die depressive Symp
tomatik habe seit der Stellungnahme von med. pract. Z.___ vom 28. Juni 2016 zugenommen. Seine darin geäusserte (blosse) Vermutung einer bevorstehenden Zustandsverschlechterung der Beschwerdeführerin blieb somit unbestätigt. Unter diesen Umständen war im Verfügungszeitpunkt der Eintritt einer Erwerbsunfähigkeit nicht als überwiegend wahrscheinlich zu erachten und demnach nicht von einer drohenden Invalidität auszugehen.
4.5
Die Beschwerdeführerin brachte unter Hinweis auf das Schreiben der Beschwer
degegnerin vom 11. Januar 2016 (Urk. 7/25) und das “Verlaufspro
tokoll Eingliederungsberatung“ vom selben Tag (Urk. 7/26) vor, dass diese damals die Voraussetzungen für berufliche Massnahmen als erfüllt betrachtet habe, sie jedoch wegen der damaligen Anstellung der Beschwerde
führerin bei der E.___ GmbH auf deren Durchführung verzichtet habe (Urk. 1 S. 10). Den erwähnten Dokumenten kann allerdings nicht entnommen werden, dass die Beschwerde
gegnerin die Voraussetzungen für berufliche Mass
nahmen als gegeben ansah (Urk. 7/25-26, insbes. Urk. 7/26/5). Mit Schreiben vom 11. Januar 2016 teilte sie der Beschwerdeführerin mit, dass die Arbeitsver
mittlung abgeschlossen werde. Sie wies sie weiter darauf hin, dass sie ein neues Gesuch stellen könne, wenn sich die Verhältnisse ändern (Urk. 7/25/1). Dies kann nicht anders verstanden werden, als dass die An
spruchsvorausset
zungen beim nächsten Gesuch der Beschwerdeführerin erneut geprüft werden
würden.
Dass die Beschwerdegegnerin in der Folge zum Schluss gelangte, dass keine (drohende) Invalidität im Sinne der gesetzliche Bestimmungen vorliege, ist nach dem Gesagten nicht zu beanstanden. Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin (Urk. 1 S. 9 und 10) vermag daran auch die Tatsache, dass die Beschwerdegegnerin die medizinischen Akten nicht einem psychiat
rischen Facharzt des RAD zur Stellungnahme vorgelegt hat, nichts zu ändern.
4.6
Damit erweist sich die angefochtene Verfügung vom 14. November 2016 (Urk. 2) als rech
tens und die Beschwerde ist abzuweisen.
5.
5.1
Weil die Voraussetzungen
(§ 16 Abs. 1 und 2 des Gesetzes über das Sozial
versicherungsgericht [GSVGer]) erfüllt sind
(vgl. insbes. Urk. 3/4), ist dem Gesuch der Beschwerdeführerin vom 23. Januar 2017 um Gewährung der un
entgeltlichen Pro
zessführung (Urk. 1 S. 2) zu entsprechen.
5.2
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das vorliegende Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
b
is
IVG) und ermessensweise auf Fr. 700.-- anzusetzen. Ent
sprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der Beschwerdeführerin auf
zuerlegen, jedoch zufolge Ge
währung der unentgeltlichen
Pro
zessführung
einst
weilen auf die Gerichtskasse zu nehme
n.
5.3
Die Beschwerdeführerin ist auf § 16 Abs. 4 GSVGer hinzuweisen, wonach sie zur Nachzahlung der Aus
lagen für die unent
geltliche Rechtspflege ver
pflich
tet ist, sobald sie dazu in der Lage ist.
Das Gericht beschliesst:
In Bewilligung des Gesuchs vom 23. Januar 2017 wird der Beschwerdeführerin die unentgeltliche Prozessführung gewährt.
und erkennt:
1.
Die
Beschwerde wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr. 700
.-- werden
der Beschwerdeführerin auferlegt
, zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse genommen.
Die Beschwerdeführerin wird
auf die Nachzahlungs
pflicht gemäss § 16 Abs. 4 GSVGer hingewiesen.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Stadt Zürich Soziale Dienste
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesge
richt Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzustellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDer Gerichtsschreiber
HurstHübscher