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**Case Identifier:** 504eb8c8-0682-509c-a166-b7bc2b17c50a
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-10-13
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 13.10.2016 200 2015 228
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2015-228_2016-10-13.pdf

## Full Text

200 15 228 IV
LOU/COC/ARJ

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 13. Oktober 2016

Verwaltungsrichter Loosli, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Grütter, Verwaltungsrichter Scheidegger
Gerichtsschreiberin Collatz

A.________
vertreten durch B.________, Rechtsanwalt C.________, 
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 2. Februar 2015

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Okt. 2016, IV/15/228, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1967 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
meldete sich am 18. September 2003 unter Hinweis auf Rückenschmerzen 
und Bandscheibenschäden bei der Invalidenversicherung (IV) zum Leis-
tungsbezug an (Akten der IV, Antwortbeilage [AB] 1). Daraufhin führte die 
IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin) medizinische und erwerbli-
che Erhebungen durch. Dabei veranlasste sie insbesondere eine bidiszi-
plinäre Begutachtung durch die Dres. med. D.________, Fachärztin für 
Neurochirurgie FMH, und E.________, Facharzt für Psychiatrie und Psy-
chotherapie FMH (Gutachten vom Dezember 2004; AB 25 und 27). Ge-
stützt auf die Ergebnisse der getätigten Erhebungen sprach die IVB mit 
Verfügung vom 2. März 2005 (AB 31) ab August 2004 bei einem Invali-
ditätsgrad (IV-Grad) von 46% eine Viertelsrente zu. Diese wurde im weite-
ren Verlauf revisionsweise bestätigt (Verfügung vom 7. Dezember 2005; 
AB 37). 

Anlässlich einer im Juni 2010 eingeleiteten Revision von Amtes wegen 
machte die Versicherte eine Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes 
geltend (AB 44). Daraufhin führte die IVB weitere medizinische Erhebungen 
durch. Dabei fand insbesondere eine Verlaufsbegutachtung durch Dr. med. 
E.________ statt (Gutachten vom 13. Januar 2011; AB 53.1). Mit unange-
fochten gebliebener Verfügung vom 15. März 2011 (AB 57) bestätigte die 
IVB die Weiterausrichtung der laufenden Viertelsrente (IV-Grad: 41%). 

B.

Im Rahmen einer im Dezember 2013 eingeleiteten Revision von Amtes 
wegen machte die Versicherte wiederum eine Verschlechterung ihres Ge-
sundheitszustandes geltend (AB 61). In der Folge veranlasste die IVB ins-
besondere eine interdisziplinäre Begutachtung durch die Fachärzte der 
Begutachtungsstelle F.________ (MEDAS; Gutachten vom 14. Juli 2014; 
AB 73.2; vgl. auch Stellungnahme zum MEDAS-Gutachten vom 1. Oktober 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Okt. 2016, IV/15/228, Seite 3

2014; AB 77). Mit Vorbescheid vom 5. Dezember 2014 (AB 78) stellte die 
IVB bei einem neu ermittelten IV-Grad von 21% die Aufhebung der Viertels-
rente nach Zustellung der Verfügung auf Ende des folgenden Monats in 
Aussicht. Damit zeigte sich die Versicherte nicht einverstanden (AB 81). 
Am 2. Februar 2015 (AB 83) verfügte die IVB wie im Vorbescheid an-
gekündigt und hob die bisher ausgerichtete Viertelsrente auf Ende des fol-
genden Monats (Ende März 2015) auf. 

C.

Hiergegen liess die Versicherte am 4. März 2015 Beschwerde erheben und 
die kostenfällige Aufhebung der angefochtenen Verfügung sowie die Zu-
sprache einer IV-Rente beantragen. Ferner liess sie ein Gesuch um unent-
geltliche Rechtspflege unter Beiordnung von Rechtsanwalt C.________ als 
amtlicher Anwalt stellen. 

Mit Beschwerdeantwort vom 13. April 2015 schloss die Beschwerdegegne-
rin auf Abweisung der Beschwerde. 

Mit Verfügung vom 17. Juli 2015 hiess der Instruktionsrichter das Gesuch 
um unentgeltliche Rechtspflege gut.

Im weiteren Verlauf erhielten die Parteien unter Hinweis auf die Praxisän-
derung des Bundesgerichts zu den psychosomatischen Leiden Gelegenheit 
zur fallbezogenen Stellungnahme. Mit Eingaben vom 21. und 30. Septem-
ber 2015 hielten die Parteien an ihren bisherigen Rechtsbegehren fest.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 

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Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-
cherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 2. Februar 2015 
(AB 83). Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch der Beschwerdefüh-
rerin. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

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Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können auch 
solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und 
damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschrän-
kungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung 
allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, ab-
wenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv 
bestimmt (BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.1 S. 353; SVR 
2014 IV Nr. 2 S. 5 E. 3.1). Entscheidend ist, ob und inwiefern es der versi-
cherten Person trotz ihres Leidens sozialpraktisch zumutbar ist, die Restar-
beitsfähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgegli-
chenen Arbeitsmarkt zu verwerten, und ob dies für die Gesellschaft tragbar 
ist. Dies ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu prüfen 
(BGE 136 V 279 E. 3.2.1 S. 281).

2.2 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem IV-Grad 
von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem 
IV-Grad von mindestens 40% ein solcher auf eine Viertelsrente.

2.3 Für die Bestimmung des IV-Grades wird bei einer erwerbstätigen 
versicherten Person das Erwerbseinkommen, das sie nach Eintritt der Inva-
lidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausge-
glichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Er-
werbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden 
wäre (Art. 16 ATSG). 

2.4 Um den IV-Grad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und 
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. 
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu be-
urteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich 
welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren sind 
ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Okt. 2016, IV/15/228, Seite 6

welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden können 
(BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

2.5 Ändert sich der IV-Grad einer Rentenbezügerin oder eines Renten-
bezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch 
hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben 
(Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche 
Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den IV-Grad 
und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist 
deshalb nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszu-
standes, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Aus-
wirkungen (oder die Auswirkungen auf die Betätigung im üblichen Aufga-
benbereich) des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheb-
lich verändert haben. Dazu gehört die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit 
aufgrund einer Angewöhnung oder Anpassung an die Behinderung. Ein 
Revisionsgrund ist ferner unter Umständen auch dann gegeben, wenn eine 
andere Art der Bemessung der Invalidität zur Anwendung gelangt oder eine 
Wandlung des Aufgabenbereichs eingetreten ist (BGE 141 V 9 E. 2.3 
S. 10, 130 V 343 E. 3.5 S. 349). 

Als zeitliche Vergleichsbasis ist einerseits der Sachverhalt im Zeitpunkt der 
ursprünglichen Rentenverfügung und anderseits derjenige zur Zeit der 
streitigen Revisionsverfügung zu berücksichtigen (BGE 130 V 343 E. 3.5.2 
S. 351, 125 V 368 E. 2 S. 369; SVR 2010 IV Nr. 53 S. 166 E. 3.1). Wurde 
die Rente zuvor bereits revidiert oder bestätigt, so ist als zeitliche Ver-
gleichsbasis die letzte rechtskräftige Verfügung heranzuziehen, sofern eine 
materielle Überprüfung des Leistungsanspruches tatsächlich stattgefunden 
hat, d.h. eine rechtskonforme (medizinische) Sachverhaltsabklärung, eine 
Beweiswürdigung und gegebenenfalls – sofern Hinweise für eine Änderung 
in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustands bestanden – 
ein Einkommensvergleich durchgeführt worden sind (BGE 133 V 108 E. 5.4 
S. 114; SVR 2013 IV Nr. 44 S. 135 E. 3.1.2).

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3.

3.1 Vorab ist zu prüfen, ob zwischen der Verfügung vom 15. März 2011 
(AB 57) – anlässlich welcher die letzte materielle Überprüfung des Renten-
anspruchs stattfand – und der hier angefochtenen Verfügung vom 2. Fe-
bruar 2015 (AB 83) eine wesentliche Änderung in den tatsächlichen Ver-
hältnissen eingetreten ist, die geeignet ist, den IV-Grad und folglich den 
Rentenanspruch zu beeinflussen (vgl. E. 2.5 hiervor). 

3.2 In der Verfügung vom 15. März 2011 setzte die Beschwerdegegne-
rin das Invalideneinkommen gestützt auf das tatsächlich erzielte Einkom-
men fest (AB 57 S. 2). Da die Beschwerdeführerin diese Anstellung seit 
2011 nicht mehr inne hat (vgl. AB 62 S. 3) und keine neue Arbeitsstelle 
angetreten ist, liegt offensichtlich ein erwerblicher Revisionsgrund vor. Das 
Invalideneinkommen ist daher – unbestrittenermassen – nicht mehr auf der 
Grundlage des effektiv bezogenen Lohnes, sondern auf derjenigen der 
Tabellenlöhne (vgl. E. 5.1.2 hiernach) zu ermitteln. Der Rentenanspruch ist 
folglich in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter Berück-
sichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlaggeben-
den Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Invaliditäts-
schätzungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b S. 200; 
SVR 2011 IV Nr. 37 S. 109 E. 1.1).

4.

4.1 In medizinischer Hinsicht lassen sich den Akten im Wesentlichen 
die folgenden Angaben entnehmen:

4.1.1 Dr. med. D.________ diagnostizierte im Gutachten vom 1. Dezem-
ber 2004 (AB 25) mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit ein lumbover-
tebrales Schmerzsyndrom mit radikulärer/pseudoradikulärer Ausstrahlung 
rechts (S. 9). Körperlich belastende Tätigkeiten mit Gewichte heben und 
repetitivem Bücken seien nicht mehr zumutbar (S. 10). Die bisherige Tätig-
keit als … sei unter Ausschluss von Gewichte heben über 5 kg noch zu 
50% zumutbar (S. 11). Eine angepasste Tätigkeit (mit Gewichte heben und 
tragen von bis zu 5 kg, mit der Möglichkeit die Stehdauer durch Bewegung 

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Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Okt. 2016, IV/15/228, Seite 8

zu verändern und die Sitzdauer sowie die Gehstrecke mindestens stündlich 
zu unterbrechen, ohne Arbeiten in anhaltend gebückter/kniender Stellung 
oder mit repetitiven Bück- und Drehbewegungen) sei ganztags zumutbar 
mit einer Leistungseinbusse von 20% infolge kurzer Pausen (S. 13). 
Dr. med. E.________ diagnostizierte im Gutachten vom Dezember 2004 
(AB 27) mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit eine Anpassungsstörung 
mit Angst und depressiver Reaktion gemischt (ICD-10 F43.22) und eine 
Somatisierungsstörung (ICD-10 F45.0; S. 5 Ziff. 4). Die Beschwerdeführe-
rin sei durch die traumatischen Erlebnisse des Krieges seelisch erheblich 
angeschlagen gewesen. Später habe sie sich einigermassen auffangen 
können. Hintergründig bestünden Ängste und Verstimmungen, die auch als 
Trauer aufzufassen seien. Dieses Krankheitsbild sei insgesamt schwer zu 
erfassen, zumal es wechselhaft ausgeprägt sei. Aktuell sei die Krankheit 
nur mässig ausgeprägt (S. 6). Aufgrund der bestehenden psychischen und 
psychosomatischen Beeinträchtigungen bestehe eine Arbeitsunfähigkeit 
von 25% (S. 7). Aus interdisziplinärer Sicht bestehe in einer angepassten 
leichten Tätigkeit eine Restarbeitsfähigkeit von 60% (S. 8).

4.1.2 Dr. med. G.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie 
FMH, diagnostizierte im Bericht vom 5. Juli 2010 (AB 46) eine andauernde 
Persönlichkeitsstörung nach Extrembelastung (ICD-10 F62.0) und eine 
Somatisierungsstörung (ICD-10 F45.0). Er attestierte ab April 2005 bis auf 
weiteres eine 60%-ige Arbeitsunfähigkeit (S. 1). Die Beschwerdeführerin 
leide unter stark wechselnden Gefühlsschwankungen mit eingeengten Ge-
dankeninhalten. Zudem bestünden weiterhin wechselnde Schmerzen im 
gesamten Bewegungsapparat. Die seit November 2005 eingesetzten Anti-
depressiva hätten sich als ineffizient erwiesen oder seien mit zu vielen Ne-
benwirkungen verbunden gewesen. Zunehmend würden die Kriegserleb-
nisse als nicht verarbeitetes Trauma zur Beurteilung relevant (S. 2). 

4.1.3 Dr. med. E.________ diagnostizierte im Verlaufsgutachten vom 
13. Januar 2011 (AB 53.1) eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung 
(ICD-10 F45.4) und eine Dysthymie (ICD-10 F34.1). Es scheine der Be-
schwerdeführerin definitiv gelungen zu sein, sich innerlich von den Kriegs-
erlebnissen zu lösen. Jedenfalls komme sie von sich aus nicht darauf zu 
sprechen, bleibe beim Nachfragen ruhig und gebe ohne auffällige Emotio-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Okt. 2016, IV/15/228, Seite 9

nen Auskunft. Die geklagten Beschwerden seien teilweise ängstlicher Natur 
(S. 6). Gegen eine massgebliche Depressivität sprächen Beobachtungen in 
der Lebensführung. So sei die Beschwerdeführerin fähig gewesen, den vor 
zwei Jahren erfolgten Auszug des Sohnes zu verarbeiten. Auch die opera-
tive Entfernung der Gebärmutter habe nicht zu einer massgeblichen psy-
chischen Problematik geführt. Sie sei zudem gepflegt gekleidet und zeige 
einen regelmässigen Lebensrhythmus. Während sich die psychische Lage 
stabil halte sei es zu einer Verstärkung der Schmerzsymptomatik gekom-
men. Es habe sich eine psychosomatische Überlagerung im Sinne einer 
anhaltenden somatoformen Schmerzstörung eingestellt (S. 7). Aus psych-
iatrischer Sicht bestehe eine 75%-ige Arbeitsfähigkeit (S. 9).

4.1.4 Dr. med. H.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin FMH, 
führte im Bericht vom 14. Januar 2014 (AB 63) aus, die Beschwerdeführe-
rin klage über Schulter-/Armschmerzen und über Gesäss- und Bein-
schmerzen, beides rechtsbetont. Die Schmerzen seien wechselnd stark 
ausgeprägt (S. 3). Zurzeit sei der Beschwerdeführerin keine Präsenzzeit 
möglich und zumutbar. Eine Steigerung der Präsenzzeit sei derzeit nicht 
möglich (S. 2). 

4.1.5 Auf Veranlassung der Beschwerdegegnerin wurde die Beschwerde-
führerin durch die Fachärzte des MEDAS interdisziplinär begutachtet. Im 
Gutachten vom 14. Juli 2014 (AB 73.1) wurden mit Auswirkungen auf die 
Arbeitsfähigkeit ein chronisches Lumbovertebralsyndrom mit radikulärer 
Irritation, nicht aber Läsion Wurzel L5 rechts, ein chronisches zervikobra-
chiales Schmerzsyndrom mit zum Teil zervikozephaler Schmerzkomponen-
te und eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelschwere 
Episode (ICD-10 F33.1), diagnostiziert. Ohne Auswirkungen auf die Ar-
beitsfähigkeit wurden insbesondere ein Verdacht auf eine anhaltende so-
matoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) angeführt (S. 44 Ziff. 7 f.; S. 40 
Ziff. 4.4.4). 

Aus internistischer Sicht bestehe keine Beeinträchtigung der Arbeitsfähig-
keit (S. 20 Ziff. 4.1.3). Aus rheumatologischer Sicht bestehe eine zervikale 
und lumbale Schmerzproblematik mit pseudoradikulären Schmerzausstrah-
lungen bei degenerativen Veränderungen des Achsenskelettes, die die 
Arbeitsfähigkeit einschränke. Körperlich schwere Arbeiten seien nicht mehr 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Okt. 2016, IV/15/228, Seite 10

zumutbar. Körperlich leichte bis maximal intermittierend mittelschwere, 
wechselbelastende und rückenadaptierte Tätigkeiten mit Ausschluss sämt-
licher Zwangshaltungen, insbesondere des Oberkörpers, seien dagegen 
(ganztägig) zumutbar. Infolge der chronischen Schmerzsymptomatik müsse 
die Beschwerdeführerin häufiger Pausen einlegen, was zu einer Leis-
tungsminderung von 30% führe (S. 28 f.). Aus neurologischer Sicht wurde 
ausgeführt, die Beschwerdeführerin klage über chronifizierte Schmerzen 
lumbal bei relativ diskreten Befunden. Neu hinzugekommen seien Nacken-
schmerzen mit in die Arme und Hände ausstrahlenden Beschwerden. Ins-
gesamt werde die Beschwerdeführerin als zu weniger als 50% arbeitsfähig 
erachtet. In einer angepassten Tätigkeit erreiche sie allenfalls eine 50%-ige 
Arbeitsfähigkeit (S. 34). Psychiatrisch bestehe eine eindeutige, in der 
schwierigen Lebensgeschichte begründete depressive Symptomatik, die 
mit verschiedenen Worten und in den medizinischen Akten unter verschie-
denen psychiatrischen Diagnoseetiketten seit Jahren immer wieder be-
schrieben werde. Diesbezüglich hätten sich insgesamt gegenüber den Vor-
beurteilungen psychiatrisch gesehen inhaltlich wenige Veränderungen er-
geben. Die Beschwerdeführerin sei auch aktuell eindeutig, in mittlerem 
Ausmass ausgeprägt apathisch-gehemmt depressiv. Es handle sich um 
eine chronifizierte Depression. Darüber hinaus fänden sich Hinweise, dass 
auch eine psychosomatische Überlagerung im Sinne einer anhaltenden 
somatoformen Schmerzstörung vorliege, die eine Akzentuierung der soma-
tisch begründbaren Symptome mit sich bringe (S. 40 Ziff. 4.4.5 und S. 45 
Ziff. 9). Die Annahme von Dr. med. E.________ im Gutachten vom 13. Ja-
nuar 2011 (AB 53.1), die Beschwerdeführerin habe ihre traumatischen Er-
lebnisse in der Kindheit und im Krieg verarbeiten können, könne nicht 
bestätigt werden, sodass eine seit Jahren bestehende psychiatrische Pro-
blematik zu postulieren sei (S. 42 und 45 Ziff. 9). Aufgrund der chronischen 
Depression bestehe eine 50%-ige Arbeitsunfähigkeit (S. 46 Ziff. 10). 

Aus interdisziplinärer Sicht kamen die Gutachter zum Schluss, dass die 
angestammte Tätigkeit (aus somatischer Sicht) nicht mehr zumutbar sei. In 
einer leichten, den somatischen Leiden angepassten Tätigkeit bestehe auf-
grund der chronischen Depression eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit 
von 50% (S. 45 f. Ziff. 10 und 11). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Okt. 2016, IV/15/228, Seite 11

4.1.6 In der Stellungnahme zum MEDAS-Gutachten vom 1. Oktober 2014 
(AB 77) wurde ergänzend ausgeführt, aus neurologischer Sicht fänden sich 
keine pathologischen Befunde, die neben den bestehenden Einschränkun-
gen aus rheumatologischer Sicht zu einer zusätzlichen Einschränkung der 
Arbeitsfähigkeit führten. Der neurologische Gutachter habe auch aufgrund 
der bestehenden Befunde im Bewegungsapparat und der psychischen Si-
tuation eine Gesamtbeurteilung vorgenommen, die mit der Schlussbeurtei-
lung aus interdisziplinärer Sicht konkordant sei. Weiter sei es unterlassen 
worden, in der Gesamtbeurteilung die aus somatischer Sicht in einer leich-
ten angepassten Tätigkeit bestehende Leistungsminderung von 30% aufzu-
führen. Da diese aber nicht additiv zu der 50%-igen Einschränkung aus 
psychiatrischer Sicht sei, ändere sich an der Gesamtbeurteilung der Ar-
beitsfähigkeit nichts (S. 2). Soweit die aktuelle psychiatrische Beurteilung 
einer mittelschweren Depression erheblich von derjenigen von Dr. med. 
E.________ abweiche, sei darauf hinzuweisen, dass depressive Symptome 
keine Konstante seien, sondern undulierend, auch wesentlich abhängig von 
der aktuellen sozialen und psychischen Situation eines Menschen. Aus 
diesem Grunde sei es sehr wohl möglich, dass die depressiven Symptome 
zu unterschiedlichen Zeiten auch unterschiedlich ausgeprägt seien und 
folglich im Rahmen von ICD-10 unter verschiedenen diagnostischen Kate-
gorien zusammengefasst würden (S. 3). Komplizierend komme hinzu, dass 
beim Vorliegen eines Verdachtes auf eine anhaltende somatoforme 
Schmerzstörung diese sowohl als Ausdruck einer depressiven Symptoma-
tik verstanden werden könne wie auch vice versa die depressive Sympto-
matik als ein Teilsymptom der somatoformen Schmerzstörung. Da aber in 
der Anamnese eindeutig schwer traumatisierende und depressivierende 
Ereignisse (Krieg, Verschleppung und Ermordung des Ehemannes, Miss-
handlung in der Kindheit) nachweisbar seien, unter denen die Beschwerde-
führerin immer noch leide, und eine depressive Symptomatik seit Jahren 
berichtet werde, sei die zum Zeitpunkt der Untersuchung feststellbare de-
pressive Symptomatik unter ICD-10 F33.1 diagnostiziert worden (S. 4). 

4.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 

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Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352; SVR 2015 IV Nr. 28 S. 86 E. 4.1).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

4.3 Die MEDAS-Gutachter haben sich in ihrer ärztlichen Beurteilung in 
Kenntnis der medizinischen Vorakten sorgfältig mit den gesundheitlichen 
Einschränkungen der Beschwerdeführerin auseinandergesetzt und ihre 
Schlussfolgerungen insbesondere gestützt auf ihre eigenen Untersuchun-
gen getroffen. Die Ausführungen in der Beurteilung der medizinischen Zu-
sammenhänge sind einleuchtend und die gezogenen Schlussfolgerungen 
zum Gesundheitszustand nachvollziehbar begründet. Somit erfüllt das Gut-
achten vom 14. Juli 2014 (AB 73.1) samt Stellungnahme vom 1. Oktober 
2014 (AB 77) die von der höchstrichterlichen Rechtsprechung an den Be-
weiswert eines medizinischen Gutachtens gestellten Anforderungen (vgl. 
E. 4.2 hiervor), weshalb ihm volle Beweiskraft zukommt (vgl. BGE 125 V 
351 E. 3b/bb S. 353). Die Gutachter haben unter Beizug der klassifikatori-
schen Vorgaben der ICD-10 (BGE 141 V 281 E. 2.1 S. 285 f.) einlässlich 
begründet, dass die Beschwerdeführerin (mit Einfluss auf die Arbeitsfähig-
keit) an einem chronischen Lumbovertebralsyndrom, einem chronischen 
zervikobrachialen Schmerzsyndrom und einer rezidivierenden depressiven 
Störung, gegenwärtig mittelschwere Episode, leidet (AB 73.1 S. 44 Ziff. 7; 
S. 40 Ziff. 4.4.4). Weiter haben die Gutachter nachvollziehbar dargelegt, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Okt. 2016, IV/15/228, Seite 13

dass der Beschwerdeführerin körperlich schwere Tätigkeiten und somit 
auch die angestammte Tätigkeiten als … nicht mehr zumutbar sind. Zudem 
haben sie schlüssig begründet, dass eine angepasste Tätigkeit (körperlich 
leicht bis maximal intermittierend mittelschwer, wechselbelastend und rü-
ckenadaptiert mit Ausschluss sämtlicher Zwangshaltungen) zu 50% zumut-
bar ist (S. 28 f., S. 45 f. Ziff. 9 ff.). Darauf ist abzustellen. 

Dass Dr. med. E.________ im Gutachten vom 13. Januar 2011 (AB 53.1) 
das Vorliegen einer massgeblichen Depressivität verneint hat (S. 7), ändert 
vorliegend nichts. Denn der psychiatrische MEDAS-Gutachter hat einläss-
lich dargelegt, dass eine, in der schwierigen Lebensgeschichte der Be-
schwerdeführerin begründete, chronische depressive Störung besteht. 
Diesbezüglich wurde insbesondere aufgezeigt, dass die Beschwerdeführe-
rin – entgegen der Beurteilung von Dr. med. E.________ (AB 27 S. 6, 53.1 
S. 6) – die traumatischen Erlebnisse der Kindheit und im Krieg bis heute 
nicht hat verarbeiten können (AB 73.1 S. 40 Ziff. 4.4.5, S. 45 Ziff. 9). Dies 
steht im Einklang mit der Beurteilung von Dr. med. G.________ im Bericht 
vom 5. Juli 2010, welcher die Kriegserlebnisse ebenfalls als „nicht verarbei-
tetes Trauma“ bezeichnet hat (AB 46 S. 2). Ferner haben die MEDAS-
Gutachter am 1. Oktober 2014 auf Nachfrage der Beschwerdegegnerin hin 
nochmals ausführlich zum Gesundheitszustand Stellung genommen. Dabei 
haben sie ihre – von derjenigen von Dr. med. E.________ abweichende – 
Beurteilung schlüssig mit dem undulierenden Verlauf der depressiven 
Störung begründet (AB 77 S. 3 f.). Dies findet ihren Rückhalt in den vorlie-
genden Akten. Bereits Dr. med. E.________ sprach im Gutachten vom 
Dezember 2004 von einer wechselhaften Ausprägung des psychischen 
Gesundheitsschadens (AB 27 S. 6) und Dr. med. G.________ führte im 
Bericht vom 5. Juli 2010 an, dass die Beschwerdeführerin unter stark 
wechselnden Gefühlsschwankungen leide (AB 46 S. 2). Entgegen der Auf-
fassung der Beschwerdegegnerin (AB 83 S. 2) geht aus dem MEDAS-
Gutachten zudem klar hervor, dass es sich bei der diagnostizierten De-
pressivität um ein selbstständiges Krankheitsbild handelt. Die Gutachter 
haben insbesondere in der Stellungnahme vom 1. Oktober 2014 die de-
pressive Störung diagnostisch klar von der Schmerzproblematik abge-
grenzt (AB 77 S. 3 f.). Zudem ist aus psychiatrischer Sicht einzig aufgrund 
der chronifizierten Depression eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Okt. 2016, IV/15/228, Seite 14

50% diagnostiziert worden (AB 73.1 S. 46 Ziff. 10). Damit findet vorliegend 
das bei psychosomatischen Gesundheitsschäden massgebende struktu-
rierte Beweisverfahren (BGE 141 V 281) keine Anwendung (vgl. Entscheid 
des Bundesgerichts [BGer] vom 29. September 2015, 9C_93/2015, 
E. 6.2.2). Sodann ist die depressive Symptomatik vorliegend unbestritten 
rezidivierend und tritt, wenn auch unter verschiedenen diagnostischen 
Titeln, seit Jahren auf, ohne dass eine Besserung eingetreten wäre. Dies-
bezüglich geht aus der Beurteilung der MEDAS-Gutachter hervor, dass 
sich die rezidivierende depressive Störung aus den früheren schweren 
traumatischen Ereignissen entwickelt hat und dass diese einer medika-
mentösen Therapie nicht mehr zugänglich ist. Die durchgeführten thera-
peutischen Massnahmen dürften ohne wesentlichen Erfolg bleiben 
(AB 73.1 S. 42 Ziff. 4.4.7, S. 47 Ziff. 13). Insofern ist hier die Praxis, wo-
nach leichte bis mittelschwere psychische Störungen grundsätzlich als the-
rapierbar und damit überwindbar gelten, nicht einschlägig (vgl. Entscheide 
des BGer vom 13. April 2016 9C_168/2015, E. 4.2, und vom 7. Februar 
2012, 9C_736/2011, E. 4.2.2.1). Bezüglich der diagnostizierten somatofor-
men Schmerzstörung bleibt festzuhalten, dass die MEDAS-Gutachter allei-
ne eine Verdachtsdiagnose gestellt haben (AB 73.1 S. 40 Ziff. 4.4.4; S. 44 
Ziff. 8). Damit fehlt es bereits am diagnoseinhärenten Schweregrad (BGE 
141 V 281 E. 2.1.1 S. 285 f.).

Aus somatischer Sicht ändert an der Einschätzung der MEDAS-Gutachter 
nichts, dass Dr. med. H.________ im Bericht vom 14. Januar 2014 (AB 63) 
in allen Tätigkeiten von einer 100%-igen Arbeitsunfähigkeit ausgegangen 
ist (S. 2). Denn eine nachvollziehbare Begründung der attestierten Arbeits-
fähigkeit fehlt in diesem Bericht vollständig. Soweit Dr. med. D.________ 
im Gutachten vom 1. Dezember 2004 in einer angepassten Tätigkeit eine 
100%-ige Arbeitsfähigkeit mit einer Leistungsminderung von 20% attestiert 
hat (AB 25 S. 13), vermag dies die Beurteilung der MEDAS-Gutachter, 
dass aus somatischer Sicht in einer angepassten leichten Tätigkeit eine 
100%-ige Arbeitsfähigkeit mit einer Leistungsminderung von 30% besteht 
(AB 73.1 S. 28 f.), nicht in Zweifel zu ziehen. Diesbezüglich haben die 
MEDAS-Gutachter schlüssig dargelegt, dass die höhere Leistungseinbusse 
aufgrund der zusätzlichen zervikalen Schmerzproblematik gerechtfertigt sei 
(AB 73.1 S. 29 Ziff. 4.2.6).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Okt. 2016, IV/15/228, Seite 15

4.4 Zusammenfassend ist demnach gestützt auf die schlüssige Beurtei-
lung im MEDAS-Gutachten vom 14. Juli 2014 (AB 73.1) samt Stellungnah-
me vom 1. Oktober 2014 (AB 77) in einer angepassten Tätigkeit von einer 
50%-igen Arbeitsfähigkeit auszugehen. 

Nachfolgend ist der IV-Grad mittels Einkommensvergleich zu ermitteln.

5.

5.1

5.1.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30, 134 V 322 E. 
4.1 S. 325).

5.1.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 139 V 592 E. 2.3 S. 593; SVR 2014 IV Nr. 37 
S. 133 E. 7.1). Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheits-
schadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbs-
tätigkeit aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöh-
ne gemäss den vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohnstruk-
turerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3 S. 593; 
SVR 2014 IV Nr. 37 S. 133 E. 7.1). Es gilt zu berücksichtigen, dass ge-
sundheitlich beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten Hilfsarbeiter-
tätigkeiten behindert sind, im Vergleich zu voll leistungsfähigen und ent-
sprechend einsetzbaren Arbeitnehmern lohnmässig benachteiligt sind und 
deshalb in der Regel mit unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen 
müssen. Diesem Umstand ist mit einem Abzug vom Tabellenlohn Rech-
nung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). 
Die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, 
hängt von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des konkre-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Okt. 2016, IV/15/228, Seite 16

ten Einzelfalles ab (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Na-
tionalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad). Der Einfluss sämt-
licher Merkmale auf das Invalideneinkommen ist nach pflichtgemässem 
Ermessen gesamthaft zu schätzen, wobei der Abzug auf insgesamt höchs-
tens 25 % zu begrenzen ist (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 
E. 5.2 S. 327; SVR 2015 IV Nr. 1 S. 1 E. 2.2).

5.2 Für den Einkommensvergleich ist auf den Zeitpunkt der Rentenrevi-
sion (Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; heute 
BGer] vom 3. Juli 2006, I 86/06, E. 4; vgl. auch Art. 88bis der Verordnung 
über die Invalidenversicherung vom 17. Januar 1961 [IVV; SR 831.201]), 
abzustellen. Massgebend sind vorliegend somit die Verhältnisse des Jah-
res 2013 (AB 61).

5.2.1 Es ist unbestritten und aufgrund der Akten davon auszugehen, dass 
die Beschwerdeführerin bei guter Gesundheit weiterhin als … tätig wäre. 
Soweit die Beschwerdegegnerin das Valideneinkommen jedoch gestützt 
auf die Ziff. 96 (sonstige persönliche Dienstleistungen) der Tabelle TA1 der 
LSE 2012 ermittelt hat (AB 83 S. 2), kann ihr nicht gefolgt werden. Aus dem 
undatierten Fragebogen Arbeitgeber, welcher der Beschwerdegegnerin am 
31. Oktober 2003 zugegangen ist, geht klar hervor, dass die Beschwerde-
führerin ihre letzte Arbeitsstelle im … gesundheitsbedingt verloren hatte 
(AB 5 S. 1 Ziff. 3). Damit ist das Valideneinkommen aufgrund des zuletzt 
– ohne Invalidität – erzielten Lohnes festzusetzen (vgl. E. 5.1.1 hiervor). 
Diesbezüglich bleibt darauf hinzuweisen, dass die Beschwerdegegnerin 
das Valideneinkommen bereits in der rentenzusprechenden Verfügung vom 
2. März 2005 (AB 31) und in der rentenbestätigenden Verfügung vom 
15. März 2011 (AB 57) gestützt auf das zuletzt erzielte Einkommen ermittelt 
hat. Warum sie in der hier angefochtenen Verfügung vom 2. Februar 2015 
(AB 83) das Valideneinkommen neu gestützt auf die Tabellenlöhne ermit-
telte, ist nicht ersichtlich und wird auch nicht begründet.

Ausgehend vom Valideneinkommen in der rentenzusprechenden Verfü-
gung vom 2. März 2005 (AB 31) von Fr. 43‘199.-- (S. 6), welches auf der 
Basis des zuletzt erzielten Einkommens ermittelt worden war (S. 5), und 
auf das massgebende Jahr 2013 aufgerechnet, ist das hypothetische Vali-
deneinkommen auf Fr. 48‘425.65 festzulegen (Fr. 43‘199.-- : 112.9 x 124.2 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Okt. 2016, IV/15/228, Seite 17

: 100 x 101.9; Bundesamt für Statistik [BFS], Nominallohnindex Frauen 
1993-2010, Tabelle T1.2.93, lit. M,N,O; Nominallohnindex Frauen 2010-
2015, Tabelle T1.2.10, lit. R,S).

Selbst wenn das Valideneinkommen gestützt auf die LSE 2012, Tabelle 
TA1, Kompetenzniveau 1, Ziff. 96, berechnet würde, änderte dies – wie 
nachfolgend dargelegt wird – am Ergebnis nichts. Unter Berücksichtigung 
der durchschnittlichen Wochenarbeitszeit von 41.9 Stunden (BFS, Be-
triebsübliche Wochenarbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, lit. S) und auf 
das massgebende Jahr 2013 aufgerechnet ergibt dies ein jährliches Ein-
kommen von Fr. 45‘377.70 (Fr. 3‘610.-- : 40 x 41.9 x 12 : 101.9 x 101.9 
[BFS, Nominallöhne Frauen 2011-2015, Tabelle T1.2.10, lit. R,S).

5.2.2 Da die Beschwerdeführerin keine Verweisungstätigkeit im zumutba-
ren Rahmen aufgenommen hat, ist das Invalideneinkommen gestützt auf 
die LSE 2012 zu ermitteln (vgl. E. 5.1.2 hiervor).

Ausgehend vom Zumutbarkeitsprofil im MEDAS-Gutachten und aufgrund 
des Umstandes, dass die Beschwerdeführerin keine Berufsausbildung ab-
geschlossen hat (AB 73.2 S. 14 Ziff. 3.2), ist vorliegend nicht zu beanstan-
den, dass die Beschwerdegegnerin das Invalideneinkommen gestützt auf 
das Total des Kompetenzniveaus 1 (einfache Tätigkeiten körperlicher oder 
handwerklicher Art) ermittelt hat (AB 83 S. 2). Der massgebliche monatli-
che Bruttolohn für Frauen beträgt dabei Fr. 4‘112.--. Auf die betriebsübliche 
Wochenarbeitszeit von 41.7 Stunden (BFS, Betriebsübliche Wochenar-
beitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, Total) und auf das massgebende 
Jahr 2013 aufgerechnet resultiert daraus ein jährliches Einkommen von 
Fr. 51‘743.70 (Fr. 4‘112.-- : 40 x 41.7 x 12 : 102.0 x 102.6; vgl. BFS, Nomi-
nallöhne Frauen 2011-2015, Tabelle T1.2.10, Total). Unter Berücksichti-
gung der 50%-igen Arbeitsfähigkeit ergibt dies ein Einkommen von 
Fr. 25‘871.85 (Fr. 51‘743.70 x 0.5) im Jahr. Ein zusätzlicher Abzug vom 
Tabellenlohn (vgl. E. 5.1.2 hiervor) ist hier nicht gerechtfertigt. Insbesonde-
re sind die behinderungsbedingten Einschränkungen bereits im Rahmen 
der eingeschränkten Arbeitsfähigkeit berücksichtigt.

5.3 Bei einem Valideneinkommen von Fr. 48‘425.65 resp. Fr. 45‘377.70 
(vgl. E. 5.2.1 hiervor) und einem Invalideneinkommen von Fr. 25‘871.85 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Okt. 2016, IV/15/228, Seite 18

resultiert ein IV-Grad von gerundet 47% resp. 43% (zur Rundung: BGE 130 
V 121 S. 123 E. 3.2 und 3.3). Damit hat die Beschwerdeführerin weiterhin 
Anspruch auf eine Viertelsrente (vgl. E. 2.2 hiervor).

Nach dem Dargelegten ist die Beschwerde gutzuheissen und die angefoch-
tene Verfügung vom 2. Februar 2015 (AB 83) aufzuheben. 

6.

6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 700.--, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4).

6.2 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom Versicherungsgericht festge-
setzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streit-
sache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g 
ATSG). Gemäss der Praxis des Verwaltungsgerichts wird der Parteikos-
tenersatz bei gemeinnützig tätigen Rechtsberatungsstellen sowie Rechts-
schutzversicherungen, Gewerkschaften und Berufsverbänden aufgrund 
eines allgemeingültigen pauschalisierten Stundenansatzes festgesetzt, 
welcher im konkreten Fall mit dem gebotenen Aufwand multipliziert wird. 
Der Stundenansatz wird je nach fachlicher Qualifikation der Vertretung 
festgelegt, wobei als fachlich qualifizierte Vertretung diejenige durch Juris-
tinnen und Juristen sowie durch eidgenössisch diplomierte Sozialversiche-
rungsexpertinnen und -experten gilt. Als fachlich nicht qualifizierte Vertre-
tung gelten alle übrigen Parteivertreterinnen und -vertreter (vgl. Rund-
schreiben der Sozialversicherungsrechtlichen Abteilung und der Abteilung 
für französischsprachige Geschäfte des Verwaltungsgerichts des Kantons 
Bern vom 16. Dezember 2009, abrufbar unter www.justice.be.ch).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Okt. 2016, IV/15/228, Seite 19

Die Beschwerdeführerin wird durch Rechtsanwalt C.________ von 
B.________ vertreten. Dessen Kostennote vom 16. Oktober 2015 ist 
nicht zu beanstanden. Entsprechend wird die Parteientschädigung auf 
Fr. 1‘495.-- (11.5 x Fr. 130.--) zuzüglich Auslagen von Fr. 115.20 und 
Mehrwertsteuer von Fr. 128.80, somit auf total Fr. 1‘739.--, festgesetzt. 
Diesen Betrag hat die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin zu 
ersetzen. 

6.3 Da die Verfahrens- und die Parteikosten durch die Beschwerde-
gegnerin zu übernehmen sind, kommt die mit prozessleitender Verfügung 
vom 17. Juli 2015 gewährte unentgeltliche Rechtspflege nicht zum Tragen.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung der 
IV-Stelle Bern vom 2. Februar 2015 aufgehoben. Die Beschwerdefüh-
rerin hat weiterhin Anspruch auf eine Viertelsrente.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt.

3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 1‘739.-- (inkl. Auslagen und MWSt.), zu er-
setzen.

4. Zu eröffnen (R):
-  B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

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Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.