# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5e128230-8945-5013-b4f9-14bc8d86ee57
**Source:** Schwyz (SZ)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-11-09
**Language:** de
**Title:** Schwyz Verwaltungsgericht 1. Kammer 09.11.2023 I 2023 27
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SZ_Verwaltungsgericht/SZ_VG_003_I-2023-27_2023-11-09.pdf

## Full Text

Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz
Kammer I

I 2023 27

Entscheid vom 9. November 2023 

Besetzung lic.iur. Thomas Rentsch, Vizepräsident
Dr.med. Bernhard Zumsteg, Richter
Dr.med. Urs Gössi, Richter
MLaw Manuel Gamma, Gerichtsschreiber

Parteien A.________,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwältin B.________,

gegen

IV-Stelle Schwyz, Rechtsdienst, Postfach 53, 6431 Schwyz,
Vorinstanz,

Gegenstand Invalidenversicherung (Rente)

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Sachverhalt:

A. A.________ (geb. ________1992, verheiratet, Tochter geb. 2011 aus einer 
früheren Beziehung) meldete sich am 7. Juni 2019 aufgrund einer seit 20. De-
zember 2018 bestehenden gesundheitlichen Beeinträchtigung nach einem Trep-
pensturz auf das linke Knie bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons 
St.Gallen (SVA) für berufliche Massnahmen und Rente an (vgl. Vi-[=IV] act. 1 
und 3). Als aktuelle bzw. letzte Haupt-, Teil- oder Nebenbeschäftigung hatte sie 
Verkaufsmitarbeiterin von 5. Oktober 2018 bis 30. November (wohl 2018) in ei-
nem 60%-Pensum bzw. vom 1. Dezember 2018 bis 6. Februar 2019 in einem 
60% bis 80%-Pensum angegeben. Die SVA teilte A.________ am 29. Februar 
2020 mit, das Leistungsbegehren für berufliche Massnahmen werde abgelehnt 
(Vi-act. 22), am 16. August 2021 verfügte die SVA die Abweisung des Leistungs-
begehrens für eine IV-Rente (Vi-act. 40). 

B. Am 22. Oktober 2021 ging bei der IV-Stelle Schwyz die von A.________ 
am 20. Oktober 2021 unterzeichnete Anmeldung zur beruflichen Integration und 
zum Bezug einer Rente ein mit dem Hinweis auf eine Nervenschädigung nach 
Magenbypass- (April 2019) und in der Folge Bodyliftoperation, bestehend seit 
9. April 2021 (Vi-act. 41). Zur Erwerbstätigkeit führte sie aus, seit 1. April 2020 in 
einem 100%-Pensum als Serviceangestellte bei der C.________ zu arbeiten. Die 
IV-Stelle ersuchte am Tag des Anmeldungseingangs den Krankentaggeld(KTG-
)versicherer (D.________) um Zustellung der Akten (Vi-act. 45). 

C. Nachdem die IV-Stelle Abklärungen vorgenommen (vgl. Feststellungsblatt 
vom 2.2.2022, Vi-act. 56) und den Fall dem RAD(Regionaler Ärztlicher Dienst)-
Arzt Dr.med. E.________ vorgelegt hatte - wobei dieser zum Schluss kam, die 
Unterlagen seien nicht ausreichend (vgl. Vi-act. 57) -, teilte die D.________ der 
IV-Stelle am 18. März 2022 mit, dass eine polydisziplinäre Begutachtung geplant 
sei (Vi-act. 58). 

D. Am 26. Juni 2022 erstattete die F.________ der D.________ ein inter-  
bzw. bidisziplinäres Gutachten (Innere Medizin, Psychiatrie) (KV-act. 100-28/75). 

E. Die IV-Stelle Schwyz sah mit Vorbescheid vom 28. November 2022 vor, 
das Leistungsbegehren abzuweisen und einen Anspruch auf eine Invalidenrente 
zu verneinen (Vi-act. 69). Dagegen liess A.________ am 30. November 2022 
und 13. Januar 2023 Einwände erheben (Vi-act. 70 bzw. 75). Mit Verfügung vom 
14. Februar 2023 wies die IV-Stelle Schwyz das Leistungsbegehren ab und ver-
neinte den Anspruch auf eine Invalidenrente (Vi-act. 87).

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F. Mit Eingabe vom 21. März 2023 (= Postaufgabe am gleichen Tag) lässt 
A.________ gegen die Verfügung vom 14. Februar 2023 fristgerecht Beschwer-
de beim Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz erheben mit den folgenden An-
trägen:

1. Die Verfügung vom 14. Februar 2023 sei aufzuheben.

2. Der Beschwerdeführerin sei eine volle IV-Rente zuzusprechen. 

3. Es sei im Sinne der Begründung Vormerk zu nehmen, dass die 
Beschwerdeführerin Anspruch auf eine IV-Kinderrente hat. 

4. Eventualiter sei die Sache an die Vorinstanz zur weiteren 
Sachverhaltsabklärung und zur Einholung eines polydisziplinären Gutachtens 
zurückzuweisen. 

5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MWST.) zu Lasten der IV-Stelle 
bzw. des Staates.

Zudem wird die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege sowie die Bestel-
lung von Rechtsanwältin B.________ als unentgeltliche Rechtsbeiständin bean-
tragt.

G. Mit Vernehmlassung vom 24. April 2023 beantragt die IV-Stelle Schwyz die 
Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde unter Kostenfolge zu Lasten der 
Beschwerdeführerin. Mit Stellungnahme vom 1. Mai 2023 lässt die Beschwerde-
führerin zur Vernehmlassung der Vorinstanz Stellung nehmen. 

Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde gan-
ze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1] vom 
6.10.2000). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Un-
fall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG; 
SR 831.20] vom 19.6.1959). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung 
der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach 
zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise 
Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche-
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer 
Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein-
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, 
wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG). Arbeits-
unfähigkeit ist die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder 
psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen 

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Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird 
auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich 
berücksichtigt (Art. 6 ATSG). 

1.2.1  Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine Ren-
te, die ihre Erwerbsfähigkeit nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wiederherstellen, erhalten oder verbessern können (Bst. a), während eines Jah-
res ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens zu 40% arbeits-
unfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% 
invalid sind (lit. c).

1.2.2  Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG (in der bis 31.12.2021 geltenden Fassung) be-
steht der Anspruch auf eine ganze Rente, wenn die versicherte Person mindes-
tens 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60% invalid 
ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine 
halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein solcher auf 
eine Viertelsrente. 

Gemäss der ab 1. Januar 2022 geltenden Gesetzesrevision "Weiterentwicklung 
der IV" (WEIV), wird die Höhe des Rentenanspruchs in prozentualen Anteilen an 
einer ganzen Rente festgelegt (Art. 28b Abs. 1 IVG). Auf alle Rentenansprüche, 
die ab dem 1. Januar 2022 entstehen, finden die Bestimmungen des IVG und 
diejenigen der IVV in der Fassung gültig ab dem 1. Januar 2022 Anwendung 
(KSIR Rz. 9100).

1.2.3  Vorliegend geht es um eine IV-Anmeldung vom 20. Oktober 2021 (mit Ein-
gang bei der IV-Stelle am 22.10.2021). Der Rentenanspruch entsteht unter 
Berücksichtigung der Karenzfrist (vgl. Art. 29 Abs. 1 IVG; KSIR Rz. 2222) jeden-
falls erst nach dem 1. Januar 2022, weshalb hinsichtlich des Rentenanspruchs 
das neue, seit 1. Januar 2022 gültige Recht zur Anwendung gelangt. Mithin fällt 
ein allfälliger Rentenanspruch vorliegend frühestens ab April 2022 in Betracht. 
Bei dieser Sachlage ist ein allfälliger Rentenanspruch nach dem neuen, seit 1. 
Januar 2022 gültigen Recht zu beurteilen. 

1.3 Die Invalidität bemisst sich rechtsprechungsgemäss nicht nach medizini-
schen, sondern nach wirtschaftlichen, erwerblichen Kriterien, nach der Erwerbs-
unfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist das Unvermögen, auf dem gesamten für die 
versicherte Person in Frage kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt die ver-
bliebene Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise wirtschaftlich zu verwerten (BGE 
109 V 25 E. 3d). Wer nicht mindestens teilweise arbeitsunfähig ist, kann auch 
nicht erwerbsunfähig und mithin nicht invalid sein (vgl. BGE 105 V 139 E. 1b).

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1.4 Das sozialversicherungsrechtliche Verwaltungs- und Verwaltungsgerichts-
beschwerdeverfahren ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht (vgl. Art. 43 
Abs. 1, Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben Verwaltung und Sozialversicherungs-
gericht von sich aus für die richtige und vollständige Abklärung des Sachverhalts 
zu sorgen (BGE 122 V 157 E. 1a). Mit dem Untersuchungsgrundsatz korrelieren 
die Mitwirkungspflichten der versicherten Person, indem diese zur Abklärung des 
Sachverhaltes beitragen muss (vgl. Meyer/Reichmuth, Rechtsprechung des Bun-
desgerichts zum Bundesgesetz über die Invalidenversicherung IVG, 4. Aufl., 
Zürich 2022, Art. 53-57 IVG N 10 mit Verweis auf BGE 122 V 157 E. 1a).

1.5.1  Die Verwaltung und im Beschwerdefall der Richter sind bei der Bemes-
sung des IV-Grades auf Unterlagen angewiesen, die der Arzt und gegebenenfalls 
auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes ist 
es, den Gesundheitszustand des Versicherten zu beurteilen. Der Arzt hat auch 
dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeit 
der Versicherte arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine 
wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen dem 
Versicherten noch zugemutet werden können (vgl. BGE 140 V 193 E. 3.1 f.; BGE 
125 V 256 E. 4).

1.5.2  In der Würdigung der Beweise ist der Sozialversicherungsrichter frei (vgl. 
Art. 61 lit. c ATSG). Er hat die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Be-
weisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Er hat alle Be-
weismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und da-
nach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurtei-
lung des streitigen Rechtsanspruches gestatten (BGE 125 V 351 E. 3a; 122 V 
157 E. 1c). 

1.5.3  Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten 
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zu-
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet 
und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend 
für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismit-
tels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stel-
lungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen Inhalt (BGE 143 V 124, 
E. 2.2.2; 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).

1.5.4  Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt Beweis-
wert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in 

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sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit beste-
hen (BGE 125 V 351 E. 3b/ee). Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung eines 
externen Gutachtens entschieden werden, sind an die Beweiswürdigung strenge 
Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverläs-
sigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so 
sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 139 V 225 E. 5.2; 135 V 465 
E. 4, je mit Hinweisen).

1.5.5  Den vom Krankentaggeldversicherer nicht im gesetzlich vorgesehenen 
Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten kommt der Beweiswert ver-
sicherungsinterner ärztlicher Feststellungen zu (Urteile BGer 8C_445/2018 vom 
6.11.2018 E. 5.5, 8C_71/2016 vom 1.7.2016 E. 5.3).

1.6 Die psychiatrische Exploration kann von der Natur der Sache her nicht er-
messensfrei erfolgen. Sie eröffnet dem begutachtenden Psychiater daher prak-
tisch immer einen gewissen Spielraum, innerhalb dessen verschiedene medizi-
nisch-psychiatrische Interpretationen möglich, zulässig und zu respektieren sind, 
sofern der Experte lege artis vorgegangen ist (vgl. Urteile BGer 9C_77/2015 vom 
27.3.2015 E. 5.4; 9C_78/2014 vom 18.3.2014 E. 4; I 676/05 vom 13.3.2006 
E. 2.4 mit Hinweisen).

1.7 Führen die von Amtes wegen vorzunehmenden Abklärungen die Verwal-
tung oder das Gericht bei pflichtgemässer Beweiswürdigung zur Überzeugung, 
ein bestimmter Sachverhalt sei als überwiegend wahrscheinlich zu betrachten 
und es könnten weitere Beweismassnahmen an diesem feststehenden Ergebnis 
nichts mehr ändern, so ist auf die Abnahme weiterer Beweise zu verzichten (anti-
zipierte Beweiswürdigung; Kölz/Häner, Verwaltungsverfahren und Verwaltungs-
rechtspflege des Bundes, 3. Aufl., Rz. 153; Urteil BGer 8C_424/2010 vom 
19.7.2010 E. 3.2.3 mit Verweis auf BGE 134 I 140 E. 5.3). 

1.8 Im Übrigen beschränkt sich der gerichtliche Überprüfungszeitraum 
grundsätzlich auf den Sachverhalt, wie er sich bis zum Erlass der angefochtenen 
Verfügung (hier: Verfügung vom 14.2.2023) verwirklicht hat. Die rechtsanwen-
denden Behörden haben aber spätere Berichte und Dokumente in die Beurtei-
lung mit-einzubeziehen, sowie sie Rückschlüsse auf die im Zeitpunkt des Ab-
schlusses des Verwaltungsverfahrens gegebene Situation erlauben (vgl. Urteil 
BGer 8C_503/2021 vom 18.11.2021 E. 4.1 mit Hinweisen, u.a. auf BGE 121 V 
362 E. 1b; Urteile BGer 9C_534/2018 vom 15.2.2019 E. 2.1 und 8C_71/2017 
vom 20.4.2017 E. 8.3).

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2.1 Die Vorinstanz hält in ihrer Verfügung u.a. fest, dass beim Krankentaggeld-
versicherer zwei Gutachten im Fachgebiet Innere Medizin (am 27.4.2022) und 
Psychiatrie (am 31.5.2022) erfolgt seien; diese hätten ergeben, dass ab sofort 
eine volle Arbeitsfähigkeit gegeben sei. Der RAD sei zum Schluss gekommen, 
dass diese Gutachten nachvollziehbar seien. Da in der bisherigen Tätigkeit wie-
der eine volle Arbeitsfähigkeit gegeben sei, sei kein Anspruch auf IV-Leistungen 
entstanden. Die im Rahmen der Einwände eingereichten medizinischen Berichte 
hätten der F.________ (Gutachterstelle) zumindest bei der ergänzenden Stel-
lungnahme bereits vorgelegen. Hinsichtlich der neu beigebrachten Berichten sei 
der RAD zum Schluss gekommen, dass sich aus diesen alten Berichten keine 
neuen Informationen ergäben - die Begleitdiagnosen (Venen, Knie, Hernien, 
Mamma, Gallenblase usw). seien bekannt. Die bidisziplinäre Untersuchung sei 
vom KTG-Versicherer rechtsgenüglich angekündigt worden. Der psychiatrische 
Gutachter beschreibe ausführlich, wieso er keine psychiatrische Diagnose stelle; 
eine anderslautende fachärztlich psychiatrische Meinung finde sich im Dossier 
nicht. Ohne psychiatrische Diagnose erübrigten sich Abklärungen im Sinne eines 
strukturierten Beweisverfahrens. Auch der Neurologe Dr. G.________ habe 
primär keine neurologische, d.h. neuropathische Schmerzursache gefunden. Seit 
dem Gutachten hätten sich im Verlauf keine neuen Erkenntnisse ergeben. 

2.2 Die Beschwerdeführerin macht in ihrer Beschwerdeschrift vom 21. März 
2023 zunächst (S. 3 ff.) Ausführungen zum "Sachverhalt", "zur Beschwerdeführe-
rin" bzw. zum Krankheitsbild der Beschwerdeführerin, wobei sie einen Behand-
lungsablauf wiedergibt und in Ziff. 24 (S. 9) zusammenfassend die beschwerde-
führerischen "Leiden und deren Therapien" bezeichnet. Die Beschwerdeführerin 
leide an sehr starken stromschlagartigen Schmerzen; die Diagnosen seien ein-
deutig und die Arbeitsunfähigkeit sei damit erstellt; diese bestehe seit 9. April 
2021 zu 100% und sei auch nach der Einstellung der Krankentaggelder der 
D.________ gegeben gewesen; kurzzeitig sei eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit 
gegeben gewesen. Sie sei nicht in der Lage, ihrer zuletzt ausgeführten Tätigkeit 
nachzugehen. Die Wiederaufnahme einer Tätigkeit im Verkauf sei ebenso wenig 
möglich wie eine Tätigkeit in einem angepassten Bereich; sämtliche Tätigkeiten, 
die mit Gehen und Sitzen verbunden seien, stellten eine unerträgliche Belastung 
für die Beschwerdeführerin dar (S. 9 Ziff. 25 ff., vgl. S. 7 Ziff. 17). Seit dem 1. Ja-
nuar 2022 seien in den IV-Verfahren bi- und polydisziplinäre Gutachten nach 
dem Zufallsprinzip zu vergeben. Das von der D.________ in Auftrag gegebene 
Gutachten genüge diesen Anforderungen nicht - sie habe die Gutachterstelle frei 
gewählt. Die IV-Stelle habe das von der KTG-Versicherung in Auftrag gegebene 
Gutachten bereits aus formellen Gründen nicht beiziehen dürfen. Andere Ableh-
nungsgründe als die Haltung der beiden Gutachter bringe die IV-Stelle nicht her-

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vor; entsprechend sei die Sache nicht rechtsgenüglich abgeklärt und es sei ein 
neues rechtskonformes Gutachten zu erstellen (S. 10 f. Ziff. 30 ff.). Die Be-
schwerdeführerin sei zudem davon überzeugt, dass entgegen den Ausführungen 
im Gutachten eine Untersuchung des Abdomens nicht stattgefunden habe, wes-
halb das Gutachten nicht als Grundlage für den IV-Entscheid dienen könne 
(S. 11 Ziff. 34). Die Krankheit sei Grund dafür, dass die Beschwerdeführerin nicht 
arbeiten gehen könne. Der Arbeitsmarkt halte für sie keine Tätigkeit bereit; sie 
sei invalid im Sinne des Gesetzes, ihr sei eine volle Invalidenrente zuzusprechen; 
sie sei zu 100% arbeitsunfähig, eine baldige Besserung stehe nicht in Aussicht 
(S. 11 f. Ziff. 38 f.). 

Sollte das Gericht zum Schluss kommen, dass der Sachverhalt ohne das Gut-
achten noch ungenügend abgeklärt sei, sei ein polydisziplinäres Gutachten in 
Auftrag zu geben. Die von der D.________ beauftragte Gutachterstelle habe 
entgegen dem Wortlaut des Auftrags die Beschwerdeführerin nur in zwei Diszi-
plinen begutachtet; es sei nicht ersichtlich, weshalb bloss ein Gutachten in den 
Bereichen innere Medizin und Psychiatrie gemacht worden sei; die Hernien im 
Bauchraum seien von einem Viszeralchirurgen gutachterlich festzustellen, die 
Schmerzen müssten neurologisch untersucht werden; ferner sei nicht auszusch-
liessen, dass diese rheumatologischer oder orthopädischer Natur seien (S. 12 f. 
Ziff. 40 ff.). 

2.3 Mit Vernehmlassung vom 24. April 2023 verweist die Vorinstanz u.a. (er-
neut) auf das bidisziplinäre Gutachten samt Stellungnahme der F.________ zu-
handen der Krankentaggeldversicherung, das Feststellungsblatt vom 14. Februar 
2023 sowie die Beurteilung des RAD-Arztes. Gemäss Gutachten und nachfol-
gender Stellungnahme der F.________ sei entgegen der Auffassung der Be-
schwerdeführerin ein Untersuch des Abdomens durchgeführt worden. Weitere 
Fachdisziplinen seien für nicht abklärungswürdig befunden worden. Das Zufalls-
prinzip bei der Auswahl der Gutachterstelle gelte für die D.________ nicht.

2.4 Mit Stellungnahme vom 1. Mai 2023 zu der vorinstanzlichen Vernehmlas-
sung lässt die Beschwerdeführerin namentlich vortragen, es seien bei der Begut-
achtung nicht sämtliche Beschwerden der Beschwerdeführerin berücksichtigt 
worden, namentlich nicht die von ihr geschilderten Nervenschmerzen; sie habe 
auch das Gefühl haben müssen, als Simulantin abgetan zu werden; dass sie we-
gen den Schmerzen leide, im Alltag beeinträchtigt sei und Schlafstörungen habe, 
habe nie jemanden interessiert. Die Schmerzen hätten Auswirkungen auf das 
Befinden und den Bewegungsapparat (Ziff. 5). In der F.________-Stellungnahme 
werde mit keinem Wort eine Abdomenuntersuchung erwähnt (Ziff. 6). Aus den IV-
Akten gehe nicht hervor, warum weitere Fachdisziplinen nicht abgeklärt worden 

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seien. Es hätte an der IV-Stelle gelegen, alle relevanten Abklärungen durchzu-
führen (S. 4 Ziff. 8). Festzustellen sei, dass die Beschwerdeführerin erneut an ei-
ner Umbilikalhernie leide und voraussichtlich als nächstes eine Bauchspiegelung 
durchgeführt werde. Die Beschwerdeführerin sei ferner nicht tatenlos; voraus-
sichtlich ab Mitte Mai werde sie in psychologische Behandlung kommen, wo ihr 
beigebracht werde, mit den Schmerzen zu leben. Die behandelnden Ärzte seien 
der Ansicht, dass sie nie mehr schmerzfrei sein werde (S. 5 Rz. 12 f.). 

3. Den vorliegenden Akten lassen sich zur Entwicklung des Gesundheitszu-
standes der Beschwerdeführerin sowie zur Arbeitsfähigkeit u.a. die nachfolgend 
aufgeführten Angaben entnehmen: 

3.1 Am 2. April 2019 unterzog sich die Beschwerdeführerin einer Magen-By-
pass-Operation und am 18. Februar 2020 einer Revision (jejunale Blindsack-Re-
sektion, Mesolückenverschluss und Adhäsiolyse [vgl. KV-act. 100-47/75]). 

3.2.1  Im Sprechstundenbericht vom 6. April 2020 (Vi-act. 77-18 f./19) diagnosti-
zierte Dr.med. H.________ (Chefarzt Klinik Chirurgie, Facharzt Chirurgie FMH 
FEBS FICS, Facharzt Gefässchirurgie FEBVS, Phlebologie SBP) 1. Status nach 
laparaskopischem und proximalen Roux-Y-Gastric-Bypass am 02.04.2019 bei 
Adipositas Grad III, BMI 54kg/m2, 2. Adipositas-assoziierte Erkrankungen (Ge-
ringgradige ulzeröse Refluxoesophagitis, Mässiggradige Hepatomegalie und Le-
bersteatose Grad I, Orthopädische Beschwerden, Rücken- und Schulterschmer-
zen, Überlastungsdyspnoe und Einschränkung der körperlichen Leistungsfähig-
keit, Vitamin D-Mangel mit temporärem Hyperparathyreoidismus) und hielt ana-
mnestisch fest, die Beschwerdeführerin melde sich, weil sie seit 2-3 Wochen su-
praumbilikale, teils linksseitige, stechende Schmerzen verspüre, welche bewe-
gungs- und positionsunabhängig seien. Die Dumping-Symptomatik sei erfreuli-
cherweise seit der Revisionsoperation vor 6 Wochen deutlich gebessert. Er be-
fundete reizlose Operationsnarben. Die supraumbilikale Narbe sei nach Wund-
heilungsstörung leicht eingezogen. Hier finde sich eine ca. 1 cm grosse, druck-
dolente Resistenz. Klinisch finde sich kein Hustenanprall, die Resistenz sei nicht 
wegdrückbar. Die übrigen Trokareinstichstellen seien palpatorisch unauffällig und 
indolent. Ob es sich bei der palpablen Resistenz um eine Vernarbung oder eine 
Trokarhernie handle, könne klinisch nicht beurteilt werden. Der Arzt meldete die 
Beschwerdeführerin für ein Abdomen-CT an. 

3.2.2  Am 9. April 2020 hielt Dr.med. H.________ im Sprechstundenbericht fest 
(Vi-act. 77-16 f./19), im Abdomen-CT zeige sich supraumbilikal eine Trokarhernie 
mit Fettgewebe als Bruchinhalt. 

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3.2.3  Am 14. April 2020 führten die Operateurin I.________, Oberärztin, und 
Dr.med. H.________ einen "Direktverschluss supraumbilikale Narbenhernie 
(Ethibond 0er) bei einer 5mm messenden Bruchlücke durch (Vi-act. 77-14 f./19). 

3.3 Am 9. April 2021 unterzog sich die Beschwerdeführerin einer Belt Lipekto-
mie im Sinne eines unteren Bodylifts mit Umbilicustransfer (vgl. z.B. Vi-act. 77-12 
f./19; KV-act. 100-41/75; Beschwerde S. 5 Ziff. 10). 

3.4 Im Arztzeugnis vom 17. Mai 2021 hielt Dr.med. J.________ (Belegarzt, Spi-
tal K.________) als Diagnose Dermatolipomatosis (ICD-10: L98.7) fest und be-
scheinigte eine seit 9. April 2021 bestehende Arbeitsunfähigkeit von 100% bis 
18. Mai 2021 (Bf-act. 11). 

3.5 Dr.med. H.________ hielt im Sprechstundenbericht vom 18. Juni 2021 (Vi-
act. 77-12 f./19) zum Zwischenverlauf u.a. fest, im Vordergrund stünden immer 
noch die präsakralen Schmerzen, welche die Beschwerdeführerin im Alltag stark 
einschränkten und zu einer Arbeitsunfähigkeit führten. Trotz regelmässiger Ein-
nahme von Arcroxia und Zaldiar seien die Schmerzen knapp erträglich. In der 
Zwischenzeit habe die Patientin eine Zweitmeinung durch Dr. L.________ einge-
holt, welcher ein Becken-MRI veranlasst habe, welche aber keine neuen Informa-
tionen liefere. Dr.med. H.________ befundete, bei der heutigen klinischen Unter-
suchung der Narbe Belt-Lipektomie zeige sich inspektorisch ein 7 x 10 cm gros-
ses Areal, welches zwar farblich nicht auffalle, von der Textur her aber etwas un-
terschiedlich sei von der Umgebung. Dieses Areal liege dorsal präsakral unmit-
telbar kranial der noch geröteten Narbe. Hier bestehe eine deutliche Überemp-
findlichkeit, welche sich scharf begrenzen lasse. Im CT und im MRI zeigten sich 
hier in dieser Region keine Auffälligkeiten. Kein Tinel-Zeichen. Er habe die Pati-
entin weitere 10 Tage arbeitsunfähig geschrieben. Im Vergleich zum Sprech-
stundenbericht vom 9. April 2020 hielt der Arzt zusätzlich u.a. diagnostisch fest: 
St.n. Belt Lipektomie im Sinne eines unteren Bodylifts mit Umbilicustransfer, Re-
sektionsgewicht 3415 g am 9.4.2021, Varikosis bds. sowie asymptomatische In-
guinal- (links) und Umbilikalhernie fest. 

3.6 Am 6. Juli 2021 wurde bei der Beschwerdeführerin eine "Mamma-OP" bzw. 
-Augmentation durchgeführt (vgl. Vi-act. 77-10 f./19 [E. 3.7 hiernach], 61-49 ff./51 
[E. 3.11 hiernach]). 

3.7 Im Sprechstundenbericht vom 16. August 2021 hielt Dr.med. H.________ 
nach ergänzender Diagnosestellung (u.a. Hiatushernie [Hochgerutschter Magen-
pouch, persistierende Beschwerde trotz ausgebauter medikamentöser Therapie], 
St.n. Mamma-OP am 6.7.2021) fest (Vi-act. 77-10 f./19):

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Zwischenverlauf 
Die Patientin kommt zur Besprechung der pH-Metrie und des weiteren Vorgehens 
betreffend ihrer Refluxbeschwerden. Zur Abklärung und Objektivierung der 
Beschwerden haben wir ja eine Magendoppelkontrastuntersuchung, eine 
Gastroskopie und nun auch noch eine 24-Stunden pH-Metrie durchgeführt. 
Gastroskopisch wurde ja im Juni schon eine erosive Refluxoesophagitis 
festgestellt. Trotz erhöhter PPI-Einnahme sowie Gaviscon zusätzlich, persistieren 
die Beschwerden unverändert. Der Leidensdruck ist für die Patientin relativ hoch. 
Die Magen-Darm-Doppelkontrastuntersuchung zeigt eine kleine Hiatushernie von 2 
cm ohne weitere Auffälligkeiten. In der 24 Stunden pH-Metrie zeigen sich nicht die 
üblicherweise in dieser Situation deutlich pathologischen Werte, was aber bei St. n. 
Magenbypass nicht weiter verwunderlich ist. Bei der qualitativen Auswertung 
waren einzelne Sodbrennen-Attacken mit Luftrefluxen korreliert, aber nicht 
regelhaft. Möglicherweise spielt das Dumping der Patientin auch noch eine 
Ursache bei den Beschwerden. 

Beurteilung und Procedere 
[…]. Die Refluxoesophagitis wurde ja gastroskopisch nachgewiesen, so dass wir 
trotz nicht ganz konklusiver 24-Stunden pH-Metrie von einer symptomatischen 
Refluxkrankheit ausgehen müssen, Bildmorphologisch findet sich ein um 2 cm 
nach kranial hochgerutschter und intrathorakal liegender Magenpouch. […]. Da sie 
trotz ausgebauter medikamentöser Behandlung unverändert Symptome hat und 
der Leidensdruck hoch ist, bleibt nur eine chirurgische Revision mit Reposition des 
hochgerutschten Magenpouchs und Hiatusplastik. Bei günstigen Verhältnissen 
intraoperativ kombiniert mit einer Fundoplicatio gebildet aus dem abgehängten 
Magenfundus. Die Patientin hat sich für den Eingriff ausgesprochen, wir werden 
sie Anfang September dafür aufbieten. 

Für die Behandlung ihrer noch nicht gebesserten neuropathischen Schmerzen 
präsakral erhält die Patientin noch einen Termin in unserer Schmerzsprechstunde.

3.8 Am 8. September 2021 und am 29. September 2021 wurde bei der Be-
schwerdeführerin eine laparoskopische Pouch-Reposition, Cruroraphie und Fun-
doplicatio nach Toupet, Adhäsiolyse bzw. eine diagnostische Laparoskopie, lapa-
roskopische Resektion des Restmagenfundus, laparoskopische Adhäsiolyse 
durchgeführt (vgl. Vi-act. 61-49 ff./51, E. 3.11 hiernach). 

3.9 Dem "Protokoll Berufliche Integration (aus dem Gespräch erfragt)" vom 
24. November 2021 lässt sich zur medizinischen Situation entnehmen, dass die 
Beschwerdeführerin seit 9. April 2021 bis weiterhin 100% arbeitsunfähig sei und 
sie am 18. Dezember 2018 einen "Unfall Knie links" erlitten hatte und im April 
2019 eine Magenbypassoperation, St. n. Bodylift (Nervenschädigung) am 9. April 
2021. Betreffend Unfall im Jahr 2018 habe sie grundsätzlich keine Schmerzen 
mehr. Es habe geheissen, dass sie 6 Wochen nach dem Bodylift am 9. April 
2021 wieder "af" (recte wohl: arbeitsfähig) sei; leider habe sie eine Nervenschä-
digung und sehr starke Schmerzen am ganzen Rumpf und sei deswegen weiter-
hin 100% arbeitsunfähig. Sodann hätten diverse Nachoperationen "auch wegen 

12

dem Magenbypass, aktuell vor 4 Wochen an der Speiseröhre" stattgefunden; 
dieses Jahr [d.h. 2021] habe sie 8 operative Eingriffe gehabt. 

3.10 Am 26. November 2021 wurde bei der Beschwerdeführerin eine "EVLT 
VSM und Miniphlebektomie" durchgeführt (vgl. E. 3.11 hiernach). 

3.11 Im Sprechstundenbericht vom 29. November 2021 diagnostizierte Dr.med. 
H.________ ergänzend zum bisherigen Verlauf namentlich (Vi-act. 61-49 ff./51): 

1. Adipositas WHO Grad III 
BMI initial 54 kg/m2 (02/2019) aktuell 28,2 kg/m2 (09/2020) 
• […] 
• St. n. laparoskopische Pouch-Reposition, Kruroraphie und 

Fundoplicatio nach Toupet, Adhäsiolyse vom 08.09.21 bei 
• St. n. diagnostischer Laparoskopie, laparoskopischer Resektion des 

Restmagenfundus, laparoskopischer Adhäsiolyse vom 29.09.21 bei 
• subtotaler Obstruktion des Oesophagus am Zwerchfelldurchtritt i.R. 

Diagnose 2 
• Aktuell: Dysphagie für feste Speisen 

[…] 

Die Beschwerdeführerin komme zur Besprechung der Magen-Darm-Doppel-
kontrastuntersuchung. Zwischenzeitlich habe er letzten Freitag die endovenöse 
Laserbehandlung der V. sephena magna links mit Miniphlebektomie durchgeführt 
mit bis jetzt komplikationslosem Verlauf. Er befundete, das Abdomen sei weich, 
am rechten Rippenbogen und im rechten Oberbauch finde sich eine deutliche 
Druckdolenz. Positives Murphy-Zeichen. Die Magen-Darm-Passage mit Doppel-
kontrast zeige eine erneute kleine Zwerchfellhernie mit einem Durchmesser von 
2 cm, ansonsten aber keine Passagestörung und keine Erklärung für die Dys-
phagie. Beurteilend und zum Procedere hielt der Chirurg fest, die Dysphagie 
dürfte noch im Rahmen des postoperativen Verlaufs und somit normal sein. Hier 
sei eine spontane Besserung in den nächsten Wochen zu erwarten. Zur Ab-
klärung der rechtsseitigen Oberbauchschmerzen habe er die Patientin für einen 
Abdomen-Ultraschall angemeldet. Es fänden dazu Konsultationen in der 
Schmerz-ambulanz statt. Die Varizenbehandlung auf der rechten Seite sei in der 
2. Januarhälfte vorgesehen.

3.12 Dem über weite Strecken schlecht leserlichen Arztbericht berufliche Ein-
gliederung / Rente vom 20. Dezember 2021 (Eingang bei der IV-Stelle am 
22.12.2021) des Hausarztes PD Dr.med. L.________ (Facharzt Allgemeine Inne-
re Medizin FMH; Vi-act. 53) lässt sich namentlich entnehmen, dass der Be-
schwerdeführerin weder die bisherige noch eine dem Leiden angepasste Tätig-
keit zumutbar sei; sie könne als Serviceangestellte kein Tablar mit Essen halten 

13

("->AUF"); länger als 20 min stehen bzw. 15 min sitzen gehe nicht; am besten 
gehe liegen (Ziff. 3.3 f., 4.1 f.). 

3.13 Am 28. Dezember 2021 unterzog sich die Beschwerdeführerin im Spital 
K.________ bei den Diagnosen Symptomatische Cholezystholithiasis, sonogra-
phisch Sludge, postprandiale rechtsseitige Oberbauchschmerzen einer vom Ope-
rateur Dr.med. H.________ durchgeführten Lap. Cholezystektomie. 

3.14 Dem Bericht des Spitals K.________ vom 29. Dezember 2021, vis. Dr.med. 
M.________ (Leitender Arzt), zuhanden der IV-Stelle lässt sich u.a. entnehmen 
(Vi-act. 54; Ziff. 1), dass 

- die ambulante Behandlung seit dem 15. September 2021 bis dato als konsilia-
rische Beratung erfolge,

- die Patientin in unregelmässiger Behandlung sei, zuletzt am 3. Dezember 
2021,

- im bisherigen Verlauf keine Arbeitsunfähigkeit ("AUF") durch die Schmerz-
ambulanz bzw. 

- für keine Tätigkeiten eine Arbeitsunfähigkeit attestiert worden sei.

Bei der Beschwerdeführerin bestehe seit der Belt-Lipektomie im April 2021 lum-
bosakral zwischen den Narben eine taktile Allodynie sowie Druckallodynie mit 
Fühlsstörung (sic) lokal auf taktile und thermale Reize i.S. einer Hypästhesie, 
was schmerzsemiologisch auch anamnestisch gut vereinbar sei mit einem post-
operativen neuropathischen Schmerz. Des Weiteren bestünden chronische 
Lumbalgien, welche aber myofaszial-haltungsbedingt bei muskulärer Insuffizienz 
und Dekonditionierung zu erklären seien. Eine orale antineuropathische Thera-
pie, wie schmerztherapeutisch indiziert, sei infolge der multiplen abdominellen 
Eingriffe eingeschränkt (gewesen). Dieses insbesondere vor dem Hintergrund 
der fraglichen Resorption. Des Weiteren aber auch durch die Patientin nicht ge-
wünscht. Einzig Duloxetin sei probiert worden. Letztlich sei eine Beantragung 
und Kostengutsprache für eine transdermale, antineuropathische Therapie mit 
Capsaicin 8% (Qutenza) erfolgt, welche aber keine Verbesserung habe erreichen 
können. Unabhängig zu diesen Schmerzentitäten bestünden verschiedene ande-
re Beschwerden, welche u.a. viszeralchirurgisch und psychiatrisch behandelt 
würden (Ziff. 2.1). Seit April 2021 unveränderte bis tendenziell leicht verschlech-
terte Schmerzsituation (Ziff. 2.2). Grundsätzlich sei eine angepasste Arbeitstätig-
keit körperlich gegeben; eher scheine die psychosoziale Situation limitierend 
(Ziff. 2.7). Faktoren, die einer Eingliederung im Wege stünden, seien multiple 
akutorganische Beschwerden, die auch aktuell zu Hospitalisierung geführt hätten 
und die psychosoziale Situation (Ziff. 4.4). 

14

Als Diagnosen genannt werden (Hervorhebung gemäss Original) neu namentlich:

1. ICD-11 MG30.51 Chronic peripheral neuropathic pain 
• Chronische, postoperative neuropathische Schmerzen lumbosakraler 

Übergang median ca 5x5cm beidseits nach u.g. Operation 
• DD intradermale Läsion von segmentalen Hautnerven, nicht Intercostalnerv. 
• Operationen: 

• Belt Lipektomie im Sinne eines unteren Bodylifts mit Umbilicustransfer, 
Resektionsgewicht 3415 g am 09.04.2021 

• Interventionen: 
• Positive diagn. Infiltration sakral am 17.06.2021, Dr. H.________ 
• Erfolglose transdermale Applikation von Capsaicin 8% am 03.12.2021, 

Schmerzambulanz 
2. ICD-11 MG30.02 Chronic primary musculoskeletal pain 

• Nicht-spezif. Kreuzschmerz 
• Ätiologie: myofaszial-haltungsbedingt, muskuläre Insuff. und Haltungsdefizit 

3.15 Im Austrittsbericht vom 30. Dezember 2021 hielten N.________, (Arztassis-
tentin) und Dr.med. H.________ fest (Vi-act. 61-43 ff./51), anamnestisch berichte 
die Beschwerdeführerin u.a. neben Mühe mit der Aufnahme von fester Nahrung 
sowie Früh- als auch Spätdumpingproblemen von psychisch schwerer Ange-
schlagenheit aufgrund der chronischen Schmerzen im Sakralbereich bei St. n. 
Belt-Lipektomie. Die Patientin sei nach der elektiven Operation nach Umstellung 
der basisanalgetischen Therapie am 30. Dezember 2021 in verbessertem Allge-
meinzustand entlassen worden. 

3.16 Die Beschwerdeführerin hatte auch die O.________ aufgesucht. 
P.________ (Psychotherapeutin SBAP) und Pract.med. Q.________ (Oberarzt; 
beide O.________), berichteten der IV-Stelle am 26. Januar 2022 (Vi-act. 55) 
über die Behandlung vom 9. November 2021 bis 14. Dezember 2021 (mit zwei 
von der Beschwerdeführerin am 9.11.2021 und 2.12.2021 wahrgenommenen 
Einzelgesprächen; für den Termin vom 14.12.2021 habe sie sich beschwerdebe-
dingt ab-, sich seither aber nicht wieder gemeldet). Die Beschwerdeführerin habe 
angegeben (Ziff. 2.1), seit der Bauchstraffungs-OP im April 2021 leide sie ständig 
unter Schmerzen; es seien Nerven verletzt worden; sie könne weder lange sit-
zen, lange liegen noch laufen; sie habe sich im Restaurant - im selben Haus 
würden sie auch wohnen - ein eigenes Nähatelier eingerichtet; diese kreative Ar-
beit sei für sie eine grosse Ressource; leider könne sie aktuell schlecht nähen, 
weil ihr das Sitzen Probleme verursache. Als Erstberuf habe sie einen Pflegehel-
ferinnenkurs absolviert. 

Die Patientin befürchte eine depressive Entgleisung, falls sich ihre körperliche Si-
tuation nicht bessere (Ziff. 2.2). Die Fachpersonen befundeten (Ziff. 2.4):

15

Gepflegte junge Frau, eher jünger wirkend, sie wickelt sich auffällig in ihren Schal 
und ihre Kleider ein, während des Gesprächs. Im dynamischen Gesamteindruck 
wirkt sie reduziert, im Ausdrucksverhalten adäquat, im Rapport mitteilungsbereit. 
Sie ist bewusstseinsklar und in allen Qualitäten orientiert, im Denkablauf in sich 
stringent. Keine Anhaltspunkte für Wahn oder Phobien. Zwänge nicht erfragt. In 
der Stimmung wirkt sie gedrückt, formuliert ihre Hilflosigkeit bezüglich der 
Schmerzen. Konzentration und Gedächtnisleistungen intakt, keine Hinweise für 
Sinnestäuschungen. Keine Ich-Störungen. Die Patientin gibt an, seit der 
Magenoperation im April 2019 80 kg an Gewicht verloren zu haben, aktuell bereite 
ihr das Essen grosse Schwierigkeiten, weil es scheinbar beim Eingang zum Magen 
eine zu grosse Verengung gebe, welche ihr eine Nahrungsaufnahme schwierig 
mache. Keine Suizidalität, keine Fremdgefährdung.

Als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten die Fachperso-
nen Essstörung mit Übergewicht (ICD-10 F50.9), St. n. Magen-Bypass-Operation 
(April 2019), St. n. sexuellem Missbrauch als fünfjähriges Kind, nach eigenana-
mnestischen Angaben der Patientin symptomfrei (Ziff. 2.5); eine Beurteilung der 
Arbeitsfähigkeit sei nicht vorgenommen worden (Ziff. 1.3). 

3.17.1  Am 27. Januar 2022 meldete sich die Beschwerdeführerin in der Sprech-
stunde, weil sie seit einer Woche lageabhängige Schmerzen im rechten Mittel-
bauch verspürt habe; zudem sei der Bauch seit der Ende Dezember 2021 durch-
geführten Cholezystektomie häufig aufgetrieben. Dr.med. H.________ befundete 
reizlose Operationsnarben abdominal. Im Trokarzugang im Mittelbauch links be-
stehe eine exquisite Druckdolenz, eine eigentliche Hernie könne hier nicht pal-
piert werden, wobei die Untersuchung aufgrund der Schmerzen eingeschränkt 
sei. Das übrige Abdomen sei weich und indolent. Am Bein finde sich die Inzision 
reizlos, nach Fadenentfernung mit einer Steri-Strip verklebt. In Rückbildung be-
griffene Hämatome am Ober- und Unterschenkel. In der Beurteilung konnte der 
Chirurg eine Trokarhernie nicht ausschliessen, weshalb er die Beschwerdeführe-
rin für ein Abdomen-CT anmeldete (Vi-act. 61-34 f./51). 

3.17.2  Am 9. Februar 2022 notierte Dr.med. M.________ folgende Schmerzdia-
gnosen (Vi-act. 61-30 ff./51):

1. ICD-11 MG30.51 Chronic peripheral neuropathic pain […]

2. ICD-11 MG30.4Y other specified chronic secondary visceral pain […]

3. ICD-11 MGJ0.02 Chronic primary musculoskeletal pain […]

4. V.a. chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren 
F45.41

Die Kontrolle erfolge bei chron. abd. Schmerzen nach bariatrischer Chirurgie, 
neuropath. Schmerzsyndrom lumbosakral und nicht-spezif. Kreuzschmerzen so-
wie Schmerzchronifizierung. In der kommenden Woche sei eine plastisch-
chirurgische Revision geplant. Parallel habe er mit der Beschwerdeführerin ver-

16

einbart, eine antineuropathische Therapie mit Amitriptylin zu starten, um die 
Symptome zumindest zu lindern. Grundlegend stelle sich hier auch wieder die 
Frage der Resorption und des Ansprechens, infolge der gastrointestinalen Sym-
ptomatik bleibe aber nichts anderes als ein Versuch. Die lnteraktionsprüfung sei 
unauffällig gewesen. 

3.17.3  Im Sprechstundenbericht vom 10. Februar 2022 (Vi-act. 61-27 ff./51) no-
tierte Dr.med. H.________ zum Zwischenverlauf u.a., die Schmerzen im linken 
Mittelbauch sowie das aufgetriebene Abdomen seien unverändert vorhanden. 
Das Abdomen-CT zeige bis aus (recte wohl: auf) eine kleine Umbilikalhernie so-
wie eine 4.5 cm messende Zyste am rechten Ovar keine Auffälligkeiten. Insbe-
sondere finde sich keine Bauchwandhernie an den Trokareinstichstellen. Klinisch 
sei es unwahrscheinlich, dass die Umbilikalhernie für die Schmerzen im linken 
Mittelbauch verantwortlich sei, auch die Ovarialzyste dürfte nicht in Zusammen-
hang mit den Beschwerden stehen. 

3.17.4 Im Austrittsbericht vom 12. Februar 2022 (Vi-act. 61-23 ff./51) berichten 
R.________ (Assistenzärztin) und Dr.med. J.________ über die Therapie "Exzi-
sion schmerzhaftes Narbenareal gluteal inkl. Aspirationslipektomie des angren-
zenden schmerzhaften lumbalen Gewebes (470 ml) am 11.02.2022 (fecit 
Dr. J.________)" sowie "Analgesie". Nach elektivem Eintritt habe die Operation 
komplikationslos durchgeführt werden können. Postoperativ habe sich die Pati-
entin unter basisanalgetischer Therapie stets schmerzkompensiert gezeigt. 

3.18 Der von der IV-Stelle konsultierte RAD-Arzt Dr.med. E.________ (Allge-
meinmedizin FMH) hielt am 14. Februar 2022 das Folgende fest (Vi-act. 57):

Diagnose
Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren, 
exazerbiert nach operativem Eingriff 4/21 (Belt-Lipektomie). 
Aktuell zusätzlich hospitalisiert wegen Cholezystolithiasis 
Psychiatrische Problematik mit nicht wirklich geklärter Hauptdiagnose 
(psychiatrische Behandlung wieder unterbrochen). 
Bekannte Essstörung, St.n. Magen-Bypass-Operation 2019 
Eine Teil-AUF wird seit 12/18 attestiert, eine 100%ige AUF seit 4/21 
Procedere: Bitte in 3 Monaten einen Verlaufsbericht beim Hausarzt bestellen. Bitte 
Kopien aller vorhandener Berichtskopien beilegen.

Weiter hielt der RAD-Arzt fest, die Unterlagen seien nicht ausreichend. Als Vor-
schlag zum weiteren Vorgehen hielt er "Bitte primär mal den Verlauf nach der ak-
tuellen Hosp. erfragen. Hausarzt solle alle Berichte mitschicken" fest. 

17

3.19 Am 23. Februar 2022 hielt der die D.________ beratende Arzt S.________ 
fest (KV-act. 99-1/92; vgl. die früheren Stellungnahmen vom 25.5.2021 und 
14.12.2021 in KV-act.  97-29/60 bzw. 99-68/92), es handle sich um eine zuneh-
mend hoch komplexe Situation. Die Patientin werde alle paar Wochen operiert 
und es würden immer neue Probleme auftreten. Aktuell die Operation im Nar-
bengebiet. Einariffe (recte wohl: Eingriffe) an den Beinen und kürzlich die Chole-
cystektomie. Erschwerend, und whs. in Zukunft bestimmend sei die psychosoma-
tische Seite mit Schmerzverarbeitungsstörung. Rein somatisch denke er, dass 
eine 50% AF ab 1. April 2022 möglich sein sollte. Falls dies nicht der Fall sei, 
empfehle er nun zeitnah ein polydisziplinäres Gutachten, "da eine AF sonst nicht 
zu erwarten ist." 

3.20 Dr.med. M.________ berichtete dem Hausarzt wie folgt über die Folgekon-
sultation vom 15. März 2022 (Vi-act. 61-16 ff./51): 

Kontrolle nach plastisch-chirurgische Revision Mitte Februar. Frau […] berichtete, 
dass es leider weder unter neu Amitriptylin 20 mg zur Nacht noch seit dem 
chirurgischen Eingriff zu einer Regredienz der neuropathischen Schmerzen 
gekommen ist. Im Lokalstatus zeigte sich reizlose Wundverhältnisse mit noch 
kutanem Resthämatom rechts mehr als links. Thermal und taktil besteht weiterhin 
eine Hypästhesie sowie neuropathische Positivsymptomatik mit Allodynie und 
Hyperalgesie, wobei sich aber eine Verkleinerung des Areals links auf nur noch 
knapp 1 cm lateral der Mittellinie und rechts weiterhin 3-4 cm lateral der Mittellinie 
feststellen liess. Dieses ist meines Erachtens nach insgesamt als positiv zu werten. 
Rein symptomatisch habe ich mit der Patientin eine Fortsetzung der 
antineuropathischen Therapie mit Amitriptylin und neu probeweise/ergänzende 
Buprenorphin sublingual vereinbart. Dieses könnte bei Ansprechen auch 
transdermal angewendet werden. Insgesamt ist die medikamentöse Therapie 
weiterhin durch die Schluckstörung eingeschränkt. Desweiteren wären 
Medikamentenaustestungen eine Option, um die Modulierbarkeit des Schmerzes 
auf Ebene von mü[μ]-Rezeptoren, via NMDA Rezeptoren und für 
Natriumkanalblockade zu quantifizieren, um die weitere medikamentöse Therapie 
besser steuern zu können.

3.21 Mit "Sprechstundenbericht" vom 18. März 2022 ersucht Dr.med. 
J.________ Dr.med. G.________ um Untersuchung der Beschwerdeführerin und 
Vorschlag zum weiteren Procedere (KV-act. 100-70/75). In der Folge des unteren 
Bodylifts am 9. April 2021 habe die Beschwerdeführerin in den sakralen Anteilen 
der Narbe resp. darüberliegend massivste Schmerzen gehabt, welche nicht mit 
einer konservativen Modalität in den Griff zu bekommen gewesen seien. Da es 
sich hier nicht um eine Läsion einer anatomisch fassbaren neuronalen Struktur 
handle, hätten sie ex juvandibus ohne Nachweis einer fassbaren Morphologie an 
ein Nervenentrapment kleinster cutaner Nervenäste gedacht. Und so habe er das 
schmerzhafte Areal über der sakralen Narbe, das die Patientin als stets ge-
schwollen empfunden habe, mittels Aspirationslipektomie behandelt und gleich-

18

zeitig die schmerzhaften Narbenareale ausgeschnitten und neu vernäht. Post-
operativ habe sich die Schmerzempfindung in keiner Art und Weise gebessert. 
Dieses Problem sei sehr untypisch für die Operation und sei ihm noch nie be-
gegnet. 

3.22 Dr.med. M.________ hielt zur Folgekonsultation vom 14. April 2022 fest 
(Vi-act. 61-12 ff./51), die Beschwerdeführerin sei heute wie bisher mehrmals nicht 
zur Kontrolle erschienen. Bei der letzten Konsultation sei probeweise neu mit 
Buprenorphin (Temgesic) in Reserve begonnen worden, worunter es zu einer 
leichten Linderung der Dysästhesien und Allodynie gekommen sei, sodass er 
Buprenorphin TTS (transtec) als Basisopioid verordnet habe.

3.23 Dr.med. G.________ (Facharzt für Neurologie) kam nach der Zuweisung 
von Dr.med. J.________ und Untersuchung der Beschwerdeführerin am 14. April 
2022 zu folgender Beurteilung (Vi-act. 61-11/51 = KV-act. 99-36/92):

Bei dieser 30-jährigen Patientin bestehen postoperativ symmetrische, 
mittelliniennahe iliosakrale Schmerzen. Zusätzlich besteht eine hyperpathische und 
allodyne Zone im maximalen Schmerzbereich mit dem übrigen insbesondere 
abdominal, abgesehen von der zu erwartenden Hypästhesie der Narbe nach dem 
Bodylift keine neurologischen Ausfälle. Die Auswirkungen im Alltag sind erheblich, 
die Patientin ist bis aktuell aufgrund dieser ileosakralen Schmerzen nicht 
arbeitsfähig. Durch eine ISG-Infiltration konnte eine deutliche Schmerzreduktion für 
eine Dauer von 2 Wochen im Sommer 2021 erreicht werden.
Ich gehe als Ursache für diese Beschwerden nicht primär von einer 
neurologischen, sondern von einer entzündlich-reaktiven Ursache aus. Aufgrund 
der klar symmetrischen Schmerzverteilung und der Misssensationen gehe ich nicht 
davon aus, dass die Beschwerden durch eine intraoperative Nervenläsion 
verursacht wurden. In erster Linie vermute ich eine entzündliche Ursache, wobei 
ich in erster Linie an eine Sakroiliitis, DD müsste diesbezüglich auch eine 
medikamentöse Nebenwirkung durch das Victoza (Liraglutid) gedacht werden.
Ich habe in einem ersten Schritt die Patientin für eine MRI des der LWS, Sacrum 
insbesondere auch der ISG angemeldet. Meine Idee wäre, eine Infiltration bei 
entsprechendem Befund wiederholen zu lassen.

3.24 Zur der Folgekonsultation vom 24. Mai 2022 hielt Dr.med. M.________ 
namentlich fest (Vi-act. 61-8 ff./61), die spezialneurologische Abklärung bei 
Dr.med. G.________ habe leider keine neuen Ansatzpunkte liefern können, so-
dass therapeutisch einzig eine Symptomkontrolle mittels medikamentöser Thera-
pie als Option bleibe. Buprenorphin TTS (Transtec) lindere die Dysästhesien zu-
mindest teilweise, sodass er dieses fortsetzen würde. Parallel werde die Be-
schwerdeführerin neu Lidocain transdermal 2%ig probieren. 

3.25 Im Auftrag der D.________ wurde die Beschwerdeführerin am 27. April 
2022 von Dr.med. T.________ (Facharzt für Allgemeine Innere Medizin; Internis-

19

tisches Gutachten) und am 31. Mai 2022 von Dr.med. U.________ (Facharzt für 
Psychiatrie und Psychotherapie; Psychiatrisches Gutachten) untersucht (Versand 
Gutachten am 23.6.2022). Die gutachterliche Gesamtbeurteilung ergab, dass 
keine Diagnose mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit gegeben sei. Bidiszi-
plinär lasse sich aktuell keine dauerhafte bzw. bleibende Einschränkung der Ar-
beitsfähigkeit ableiten. In psychiatrischer Hinsicht lägen keine Diagnosen vor; 
somatisch gesehen sei es mit einer bariatrischen OP zu Folgeproblemen und 
auch notwendigen Revisionen gekommen, was im internistischen Gutachten be-
schrieben werde; wie dort ausgeführt könne aktuell eine Beeinträchtigung der 
Arbeitsfähigkeit nicht gesehen werden (KV-act. 100-28, 31/75). 

3.25.1  Die internistische Diagnose und deren Herleitung von Dr.med. 
T.________ lauteten wie folgt (KV-act. 100-48 f./75):

Herleitung der Diagnosen 
Es ergibt sich zunächst folgender Verlauf anhand der Akten: Am 14.04.2020 wurde 
eine supraumbilikale Trokarhernie verschlossen. Zuvor hatte sich die Versicherte 
am 02.04.2019 eine Magen-Bypass-OP unterzogen und am 18.02.2020 einer 
Revision (jejunale Blindsack-Resektion, Mesolückenverschluss und Adhäsiolyse). 
Nach der Herniotomie am 14.04.2020 bestanden weiterhin Beschwerden im 
Bereich des Nabels, weswegen mit Lokalanästhetika behandelt wurde. 
Am 09.04.2021 wurde die Versicherte aufgrund einer Dermatolipomatosis operiert, 
dies im Sinne eines unteren Bodyliftes. Seither wird eine 100% AUF attestiert, da 
postoperativ Beschwerden bestanden trotz unkompliziertem Verlauf und 
diesbezüglich unauffälliger postoperativer Diagnostik. 
Eine zusätzlich durchgeführte Gastroskopie ergab eine Refluxösophagitis und eine 
Hiatushernie. Im September 2021 wurde der Restmagenfundus operativ entfernt 
und eine Pouch-Reposition, Kruroraphie und Fundoplicatio nach Toupet nebst 
Adhäsiolyse durchgeführt (Eingriffe am 08.09.2021 und 29.09.2021). Es bestand 
weiterhin eine Dysphagie für feste Speisen, eine Gastroskopie im November 2021 
blieb unauffällig. 
Im Oktober 2021 wurde eine Venöse Insuffizienz festgestellt, am 26.11.2021 eine 
endovenöse Laserablation links durchgeführt, am 14.01.2022 rechts. Wegen eines 
symptomatischen Gallensteinleidens erfolgte am 28.12.2021 eine laparoskopische 
Cholezystektomie. 
Bei fortgesetzten Schmerzen ergab ein Abdomen-CT vom Februar 2022 eine 
kleine Umbilikalhernie sowie eine rechtsseitige Ovarialzyste. Beides wurde nicht 
als kausal gesehen für die beklagten Beschwerden. Am 11.02.2022 wurde 
schmerzhaftes Narbenareal lumbal-gluteal entfernt. Trotz unauffälligem peri- und 
postinterventionellem Verlauf habe sich nach Angaben der Versicherten die 
Schmerzempfindung in keiner Weise gebessert, was gemäss Spital K.________ 
als untypisch betrachtet wurde. 
Beurteilung: Die Magenbypass-OP ist objektiv langfristig trotz der stattgehabten 
Revisionen als erfolgreich zu betrachten, Bauchbeschwerden werden nicht geltend 
gemacht, die Nachbetreuung scheint problemlos zu verlaufen. Die Venen-
Operationen und die Cholezystektomie sind abgeschlossen und hinterlassen keine 
bleibenden Probleme. 

20

Aktuell zeigen sich zwei Problemfelder. Zum einen gibt die Versicherte ein 
Dumpingproblem an in Form von Früh- und Spätdumping. Dieses wird zwar nicht 
anhand von Blutzuckermessungen objektiviert, so dass offenbleiben muss, ob 
tatsächlich Spät-Dumping vorliegt. Der verordnete Einsatz von Victoza legt dies 
jedoch nahe. Da dies offenbar gut zu wirken scheint und keine relevanten 
funktionellen Einbussen geltend gemacht werden, besteht hier keine unmittelbare 
versicherungsmedizinische Relevanz. Andererseits liegen seit der Operation im 
April 2021 (unteres Body-Lifting) die beklagten Schmerzen im Steiss- und LWS-
Bereich vor, die auch zur AUF geführt haben. Bislang konnte diesbezüglich keine 
erklärende Ursache gefunden werden. Dies kommt sehr eindrücklich zum 
Ausdruck im Sprechstundenbericht vom 18.03.2022 des Spitals K.________. Von 
dort ist offenbar eine Überweisung an die Neurologie erfolgt (Dr. G.________), der 
nach Angaben der Versicherten ebenfalls keine Erklärung gefunden habe. 
Insofern kann auch bei dieser Begutachtung keine somatisch überzeugende 
nachvollziehbare Erklärung für die Beschwerden eruiert werden, so dass aus 
somatischer Sicht die Arbeitsfähigkeit formal nicht als eingeschränkt angenommen 
werden kann. Ob eine psychiatrische Komorbidität vorliegt, die allenfalls eine 
gestörte Schmerzverarbeitung erklären könnte, wird das psychiatrische Gutachten 
klären. 
Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
Keine
Diagnose ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
- Z. n. Magenbypass-OP 04/2019 bei morbider Adipositas

- Z. n. Revisionen 02/2020 und 09/2021 (letztere bei Hiatushemie mit 
Refluxösophagitis) 

- Z. n. Umbilikal-/Trokarherniotomie 04/2020
- Z. n. unterem Bodylifting bei Cutis laxa 04/2021

- Z. n. Mammaaugmentation 07/2021
- Z. n. Varizen-OP links 11/2021 und rechts 01/2022
- Z. n. Cholezystektomie 12/2021
- Kleine persistierende Umbilikalhernie (CT Abdomen 02/2022)
- Ovarialzyste rechts (CT Abdomen 02/2022)

Zur Frage (5.), wie der Gutachter die "Arbeitsunfähigkeit der versicherten Person 
im bisherigen Tätigkeitsbereich" beurteile, antwortete dieser: "100%." An Res-
sourcen sei die familiäre und soziale Unterstützung zu nennen. An Belastungs-
faktoren bestehe zunächst die ätiologisch ungeklärte Schmerzsituation mit resul-
tierender Arbeitsunfähigkeit und völlig unsicherer Prognose. Die berufliche Situa-
tion, bei welcher auffalle, dass die Versicherte bei Freund und Ehemann in deren 
Restaurant beschäftigt sei und eine Arbeitsunfähigkeit-Attestierung somit eher 
unproblematisch akzeptiert werden dürfte, könne problematisch hinsichtlich einer 
Wiederaufnahme der seit einem Jahr unterbrochenen Tätigkeit sein. Zur Folge-
frage 6 ("Welche Arbeiten unter Berücksichtigung des gesamten Arbeitsmarktes 
sind der versicherten Person noch zumutbar?") hielt der Gutachter fest, aus in-
ternistisch-somatischer Sicht seien keine Einschränkungen zu beschreiben; es 

21

sei per sofort mit der vollständigen Wiederaufnahme der Arbeit in einer ange-
passten Tätigkeit zu rechnen. Eine Tätigkeitsanpassung sei aus internistischer 
Sicht nicht erforderlich (Frage 7). 

3.25.2  Im psychiatrischen (Teil-)Gutachten hielt Dr.med. U.________ zu den 
Diagnosen und deren Herleitung was folgt fest (KV-act. 100-53 ff./75): 

Herleitung der Diagnosen
Die Versicherte klagt über eine Schmerzsymptomatik im Bereich einer Narbe 
infolge einer Bauchstraffungs-Operation im April 2021. Die Schmerzen sind 
gemäss Unterlagen und aktueller internistischer Begutachtung nicht 
organmedizinisch erklärbar. Von psychiatrischer Seite ist zu prüfen, ob 
gegebenenfalls eine somatoforme Symptomatik vorliegt. Diese kommt nur in 
Frage, wenn für Entstehung und Verlauf, oder gegebenenfalls nur für den Verlauf, 
schwerwiegende psychosoziale Belastungen oder emotionale Konflikte 
identifizierbar sind, die so ausgeprägt sind, dass sie als entscheidende ursächliche 
Einflüsse für Entstehung und/oder Verlauf der Schmerzsymptomatik gelten 
können. Zum Zeitpunkt der Entstehung der Schmerzen nach der Bauchstraffungs-
Operation lag eine stabile Lebenssituation vor, die sich gegenüber der Situation 
einige Jahre zuvor mit finanziellen Schwierigkeiten sogar noch deutlich gebessert 
hatte. Es gibt keine Hinweise für emotionale Konflikte. Auch im weiteren Verlauf 
sind keine emotionalen Konflikte oder schwerwiegenden psychosozialen 
Belastungsfaktoren erkennbar. Es gibt keinerlei psychiatrische Komorbiditäten wie 
etwa eine Depression. Die diagnostischen Voraussetzungen für eine somatoforme 
Störung liegen nicht vor.
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
Keine
Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
Keine

Der Gutachter hielt ferner fest, die Beschwerden seien psychiatrisch nicht erklär-
bar (Frage 4); zur Frage 7 "Wann ist mit der vollständigen Wiederaufnahme der 
Arbeit in einer angepassten Tätigkeit zu rechnen?" wird erwähnt, aus psychiatri-
scher Sicht sei die Arbeitsunfähigkeit nicht erklärbar. 

3.26 Zwischenzeitlich, d.h. zwischen den beiden gutachterlichen Untersuchun-
gen vom 27. April 2022 bzw. 31. Mai 2022 wurde am 4. Mai 2022 ein MRI 
LWS/ISG/Sacrum und untere BWS nativ/i.v. KM durchgeführt. Dr.med. 
V.________ hielt beurteilend fest: 1. Auf Niveau L4/5 leichte, diskrete aktivierte 
Spondylarthrosen beidseits, 2. Keine Hinweise auf eine entzündliche Gelenkser-
krankungen (sic), insbesondere nicht ISG beidseits.b (sic), 3. Keine Nervenwur-
zelkompressionen (Vi-act. 67-1/3). 

3.27 Im "Verlaufsbericht zur Aktualisierung des Dossiers [...] ab 20.12.2021" 
vom 30. Juni 2022 nennt der Hausarzt Dr.med. L.________ einen stationären 
Gesundheitszustand und beschreibt unveränderte Schmerzen mit elektrischen 

22

Schlägen alle 30 Minuten. Weiterhin sei die seit Dezember 100%ige Arbeitsun-
fähigkeit bestehend (Vi-act. 61-1/51). 

3.28 Im Bericht zur Folgekonsultation vom 28. Juni 2022 (Vi-act. 61-2 ff./51) 
bzw. zur "Kontrolle bei chronischen, postoperativen peripheren neuropathischen 
Schmerzen parasakral" hält Dr.med. M.________ in der Beurteilung u.a. fest:

Nachdem Frau […] bereits vor 2 Wochen telefonisch geäussert hatte, dass sie 
zwar eine Schmerzlinderung/-dämpfung der neuropathischen Schmerzen sakral 
verspüre, aber hierunter Nebenwirkungen habe, hatten wir eine schrittweise 
Reduktion von Buprenorphin TTS (Transtec) vereinbart. Hierunter sei es aber zu 
einer erheblichen Schmerzzunahme gekommen, so dass sie wieder auf 35ug/h 
erhöht habe. Medikamentös steht A.) eine erneute schrittweise Reduktion von 
Buprenorphin TTS, B.) eine Opioidrotation und dann schrittweise Reduktion und 
C.) B mit Medikamentenaustestungen (Lidocain und Ketamin) als Option zur 
Verfügung. Letzteres wäre zur Beurteilung der pharmakologischen 
Schmerzmodulation via NMDA Rezeptor und Natriumskanalblockade zu 
empfehlen. Bei allen oralen Medikamenten steht weiterhin die Limitation der 
enteralen Resorption und Schwierigkeiten von Frau […] grössere 
Tabletten/Kapseln zu schlucken. […].

3.29 Dr.med. M.________ bestätigte am 2. Juli 2022 (KV-act. 100-13 f./75), 
dass die Beschwerdeführerin sich bei ihm bei chronischen postoperativen neur-
opathischen Schmerzen lumbosakral bei a.e. Läsion cutaner Nerven in 
"schmerz-therap. Behandlung" befinde; als (Haupt-)Diagnosen nannte er 1. ICD-
11 MG30.51 Chronic peripheral neuropathic pain, 2. ICD-11 MG30.4Y Other 
specified chronic secondary visceral pain sowie 3. ICD-11 MG30.02 Chronic pri-
mary musculoskeletal pain. 

3.30 Dr.med. J.________ hielt am 1. August 2022 in einem Bestätigungsschrei-
ben fest, dass es im Anschluss an die Operation vom 9. April 2021 im Bereich 
der lumbalen Haut zu einem mittlerweile chronifizierten Schmerzzustand ge-
kommen sei (KV-act. 100-7/75). Diese Schmerzen hätten sie bislang weder ur-
sächlich fassen können mit diversen Untersuchungen und Konsilien, noch erfolg-
reich behandeln, weder interventionell, noch chirurgisch, noch medikamentös.

3.31 Mit E-Mail an die D.________ vom 4. August 2022 äusserte sich Dr.med. 
L.________ im Sinne einer "ausführliche[n] medizinische[n] Begründung" wes-
halb die Beschwerdeführerin seit 9. April 2021 als Serviceangestellte nicht 100% 
arbeiten könne (KV-act. 100-6/75). Als Serviceangestellte müsse sich die Patien-
tin häufig bücken, was ihr aus Schmerzgründen unmöglich sei, was im Gutachten 
nicht berücksichtigt werde. Ferner müsse sie Tablare über mehrere Meter zu den 
Tischen tragen, was in mehreren Arbeitsversuchen "probiert" worden, aber nicht 
möglich gewesen sei. Trotz Saroten und Transtecpflaster habe sie alle 30 min 

23

einen "Stromschlag", der in der "Abdominoplastik Narbe im Rücken" beginne, mit 
Ausstrahlung in das gesamte rechte Bein; als Folge davon lasse sie alles fallen, 
was vom Arbeitgeber nicht als Arbeitsfähigkeit akzeptiert werde. Aus diesen 
Gründen sei die Beurteilung durch einen Allg. internistischen Arzt und einen 
Psychiater ungenügend. Es wäre eine Beurteilung durch eine unabhängige 
Schmerzklinik zu fordern. 

3.32 Zu dieser Kritik des Hausarztes nahmen die Gutachter am 16. August 2022 
gegenüber der D.________ Stellung (KV-act. 100-3 f./75). Im psychiatrischen 
F.________-Gutachten fänden sich ausführliche anamnestische Angaben, es 
werde ein detaillierter psychischer Befund mitgeteilt, des Weiteren werde insbe-
sondere ausführlich begründet, warum keine psychiatrische Diagnose vorliege. 
Der neu vorgelegte Einwand von Dr.med. L.________ enthalte weder Diagnosen 
noch Befunde, im Wesentlichen würden die subjektiven Beschwerdeangaben der 
Versicherten wiedergegeben. Auf psychiatrische Aspekte werde überhaupt nicht 
eingegangen. Aus psychiatrischer Sicht werde eingeschätzt, dass die bidiszi-
plinäre (internistische und psychiatrische) Begutachtung adäquat gewesen sei. 
Es ergäben sich aus den hausärztlichen Ausführungen keinerlei neue Aspekte, 
die psychiatrisch zu einer Neubeurteilung Anlass geben könnten. Auch die Innere 
Medizin betreffend wird festgehalten, das Schreiben von Dr.med. L.________ 
gebe ausschliesslich die subjektiv empfundenen Beschwerden der Beschwerde-
führerin wieder. Objektive Begründungen, aus denen sich eine nachvollziehbare 
Funktionseinbusse ableiten lassen würde, würden nicht kommuniziert. Es werde 
unter Verweis auf die dokumentierten klinischen Untersuchungen im Gutachten 
zurückgewiesen, dass die Versicherte unvollständig untersucht worden sei. So-
weit die Beurteilung durch eine unabhängige Schmerzklinik gefordert werde, sei 
darauf hingewiesen, dass weder seitens der Plastischen Chirurgie (zusätzlicher 
Bericht vom 1.8.2022) noch seitens der Schmerzambulanz K.________ (zusätz-
licher Bericht vom 2.7.2022) objektive Einschätzungen zur Arbeitsfähigkeit ge-
macht würden. Inwieweit eine Schmerzklinik generell zu anderen objektiven Ein-
schätzungen kommen solle, erschliesse sich nicht. Insgesamt könne den Aus-
führungen des Hausarztes durchaus entnommen werden, dass dieser in die 
emotionalen Grundbedürfnisse der Versicherten und ihrem Krankheitsverständ-
nis subjektiv eingebunden sei. Dies sei ohne Frage notwendig, um eine intakte 
und empathische Arzt-Patienten-Bindung zu erlangen, aber nicht von versiche-
rungsmedizinischer Relevanz. Fachübergreifend würden sich somit keine Ände-
rungen der gutachterlichen Einschätzung ergeben. 

3.33 Der RAD-Arzt Dr.med. E.________ erachtete das Gutachten der 
F.________ am 4. Oktober 2022 als nachvollziehbar (Vi-act. 64). 

24

3.34 Derselbe RAD-Arzt nahm am 14. Februar 2023 Stellung zu den Einwänden 
gegen die bidisziplinären Berichte der F.________ und den neu beigebrachten 
Arztberichten (Vi-act. 85). Aus diesen Berichten aus dem Jahr 2020 ergäben sich 
keine neuen Informationen; die Begleitdiagnosen (Venen, Knie, Hernien, Mam-
ma, Gallenblase, etc.) seien bekannt. Der psychiatrische Gutachter Dr. 
U.________ beschreibe ausführlich, wieso er bei der Versicherten keine psychia-
trische Diagnose stelle. Eine anderslautende fachärztlich psychiatrische Meinung 
finde sich im Dossier nicht. Ohne psychiatrische Diagnose erübrige sich eine wei-
tere Abklärung im Sinne eines strukturierten Beweisverfahrens. "Die Diagnose-
ausgewiesene psychiatrische Krankheit" sei das notwendige Eingangskriterium, 
um überhaupt eine lndikatorenprüfung durchführen zu müssen. Der Neurologe 
Dr. G.________ finde keine primär neurologische, d.h. neuropathische Schmerz-
ursache. Insgesamt bestehe hier also eine Konstellation von Schmerzangaben 
der Versicherten, welche keiner klaren Erkrankung zugeordnet werden könnten. 
Als Fazit hält er fest, im weiteren Verlauf seit dem Gutachten würden sich keine 
neuen Erkenntnisse ergeben.

4.1.1  Die Vorinstanz stützt sich beim Erlass der angefochtenen Verfügung 
massgeblich auf das bidisziplinäre Gutachten vom 23. Juni 2022. Die Beschwer-
deführerin wendet dagegen ein, dieses Gutachten sei von der Krankentaggeld-
versicherung eingeholt worden und entspreche nicht den Anforderungen an ein 
Gutachten im IV-Verfahren, weshalb das Gutachten nicht hätte beigezogen wer-
den dürfen. Es sei zwingend ein rechtskonformes Gutachten in Auftrag zu geben.

4.1.2  Es ist unbestritten, dass das F.________-Gutachten von der Krankentag-
geldversicherung nicht im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholt wurde. Dies 
hat allerdings entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin nicht zur Folge, 
dass das Gutachten nicht zu den Akten genommen werden dürfte. Die Be-
schwerdeführerin ermächtigte mittels Anmeldung bei der Invalidenversicherung 
mit Geltendmachung des Leistungsanspruchs die erwähnten Personen und Stel-
len dazu, den Organen der Invalidenversicherung alle Auskünfte zu erteilen und 
alle Unterlagen zur Verfügung zu stellen, die für die Abklärung der Leistungs- 
und Regressansprüche erforderlich sind (IV-act. 41-9/10 Ziffer 8; vgl. Art. 6a 
IVG). Dieses Vorgehen bietet demnach keinerlei Anlass zu Beanstandungen.

4.1.3  Der Beweiswert solcher im Auftrag eines Krankentaggeldversicherers er-
stellten Gutachten wird im Verfahren betreffend die Prüfung eines Rentenan-
spruchs nach dem IVG nicht grundsätzlich in Frage gestellt. Indessen sind an die 
Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Solchen nicht im gesetzlich 
vorgesehenen Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten kommt ledig-

25

lich der Beweiswert versicherungsinterner ärztlicher Feststellungen zu (vgl. oben 
E. 1.5.5). 

4.2 Das bidisziplinäre Gutachten erfüllt die von der höchstrichterlichen Recht-
sprechung an den Beweiswert einer Expertise gestellten Anforderungen und 
überzeugt. Namentlich beruhen die Feststellungen der Gutachter auf umfassen-
den Untersuchungen, berücksichtigen die geklagten Beschwerden und wurden in 
Kenntnis und nach Auseinandersetzung mit den Vorakten getroffen. Das Gutach-
ten leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Be-
urteilung der medizinischen Situation ein. Folglich kommt dem Gutachten 
grundsätzlich voller Beweiswert zu.

4.3 Der internistische Teilgutachter hat sich ausführlich mit dem Krankheits-
verlauf und den erfolgten Operationen auseinandergesetzt und nachvollziehbar 
festgehalten, die Magenbypass-Operation sei objektiv langfristig trotz der statt-
gehabten Revisionen als erfolgreich zu betrachten. Bauchbeschwerden würden 
nicht geltend gemacht. Die Nachbetreuung scheine problemlos zu verlaufen. Die 
Venen-Operationen und die Cholezystektomie seien abgeschlossen und hinter-
liessen keine bleibenden Probleme (KV-act. 100-48/75). In der Folge hat der 
Gutachter auf zwei Problemfelder hingewiesen. Zum einen thematisierte er ein 
Dumpingproblem in Form von Früh- und Spätdumping. Da diesbezüglich jedoch 
keine relevanten funktionellen Einbussen geltend gemacht würden, bestehe hier 
keine unmittelbare versicherungsmedizinische Relevanz. Zum anderen verwies 
er auf die beklagten Schmerzen im Steiss- und Lendenwirbelsäulen-Bereich, wo-
bei er unter Bezugnahme auf die aktenkundigen Abklärungen keine somatisch 
überzeugende nachvollziehbare Erklärung für die Beschwerden eruieren konnte 
(vgl. KV-act. 100-48/75). Dieses Ergebnis steht im Einklang mit den Ausführun-
gen im Arztbericht des Neurologen Dr.med. G.________ vom 14. April 2022 (vgl. 
IV-act. 61-11/51=67-2/3). Dieser konnte anlässlich der gleichentags durchgeführ-
ten neurologischen Untersuchung keine neurologische Ursache für die geklagten 
iliosakralen Schmerzen, namentlich keine intraoperative Nervenläsion, feststel-
len. Das in der Folge veranlasste MRI der Lendenwirbelsäule vom 4. Mai 2022 
ergab lediglich leichte diskrete aktivierte Spondylarthrosen beidseits auf dem Ni-
veau L4/5. Hinweise auf entzündliche Gelenkserkrankungen, insbesondere des 
Iliosakralgelenks, oder Anzeichen für Nervenwurzelkompressionen fanden sich 
nicht (IV-act. 67-1/3). Der Neurologe vermutete dennoch eine entzündlich-
reaktive Ursache der Beschwerden, am ehesten eine Sakroiliitis (vgl. KV-act. 99-
36/92). Allerdings konnte diese Hypothese durch die aktenkundigen Untersu-
chungen nicht objektiviert werden. Namentlich zeigte der gutachtlich eingeholte 
Laborbefund vom 31. Mai 2022 keine erhöhten Entzündungs-Parameter (KV-act. 

26

100-47/75). Nachdem der internistische Gutachter für die geklagten Beschwer-
den keine somatisch nachvollziehbare Erklärung fand, schloss er zu Recht auf 
eine nicht eingeschränkte Arbeitsfähigkeit. Als nachvollziehbar erachtete der 
Gutachter lediglich temporäre, durchaus auch vollständige, Einschränkungen der 
Arbeitsfähigkeit als Folge der operativen Eingriffe, die bis Ende 2021 durchge-
führt wurden, nicht jedoch eine dauerhafte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit 
(KV-act. 100-49/75). Diese Ausführungen erweisen sich ebenfalls als schlüssig 
und widerspruchsfrei.

4.4.1  Der psychiatrische Teilgutachter nahm eine umfassende Anamnese- und 
Befunderhebung vor. Im Rahmen der Diagnoseherleitung hob der Gutachter her-
vor, dass zum Zeitpunkt der Entstehung der Schmerzen nach der Bauchstraf-
fungs-Operation eine stabile Lebenssituation vorgelegen habe, welche sich ge-
genüber der Situation einige Jahre zuvor mit finanziellen Schwierigkeiten sogar 
noch deutlich gebessert habe. Es gebe keine Hinweise für emotionale Konflikte. 
Auch im weiteren Verlauf seien keine emotionalen Konflikte oder schwerwiegen-
de psychosoziale Belastungsfaktoren erkennbar. Es gebe keinerlei psychiatri-
sche Komorbiditäten wie etwa eine Depression. Gestützt auf diese Ausführungen 
kam der Gutachter nachvollziehbar zum Ergebnis, dass die diagnostischen Vor-
aussetzungen für eine somatoforme Störung nicht vorlägen (KV-act. 100-60/75). 
Anzufügen ist, dass die Beschwerdeführerin keine psychopharmakologische Me-
dikation einnahm, bis auf zwei Termine bei der O.________ im November 2021 
nie in psychiatrischer oder psychotherapeutischer Behandlung stand und auch 
seither keine entsprechende Therapie wahrnahm. Die Beschwerdeführerin führte 
erklärend aus, bei Aufnahme der psychotherapeutischen Gespräche habe sie be-
fürchtet, sie könnte vielleicht irgendwann einmal in eine Depression geraten, 
wenn sie nichts unternehme. Sie sei in jenem Zeitpunkt aber nicht depressiv ge-
wesen. Die Gespräche bei der O.________ hätten ihr gar nichts gebracht. Die 
Ärztin habe gesagt, sie wisse auch nicht, wie sie der Patientin helfen könne. Die 
Beschwerdeführerin merkte anlässlich der Exploration an, sie habe sich dann 
selbst geholfen, indem sie ihr Hobby, das Nähen, intensiviert habe (KV-act. 100-
61/75). Zu ihrer aktuellen Lebenssituation hielt die Beschwerdeführerin fest, sie 
würde diese beruflich, familiär und finanziell als optimal bezeichnen. Sie wäre 
sehr zufrieden, wenn die Schmerzen nicht wären (KV-act. 100-57/75, 100-61/75). 
Der psychiatrische Gutachter kam in Berücksichtigung der Ausführungen der Be-
schwerdeführerin zur Behandlung bei O.________ sowie nach einer Erörterung 
der Standardindikatoren nachvollziehbar zum Schluss, dass keine psychiatrische 
Einschränkung gegeben sei (KV-act. 100-60 ff./75). Anzufügen ist, dass nach der 
zutreffenden Einschätzung des versicherungsinternen RAD-Arztes (vgl. IV-act. 
85) vorliegend kein psychischer Gesundheitsschaden lege artis diagnostiziert 

27

werden konnte, weshalb sich die Durchführung eines strukturierten Beweisver-
fahrens an sich erübrigte (vgl. statt vieler Urteil BGer 8C_285/2021 E. 5.2.3.2).

4.4.2  Das gutachtliche Ergebnis steht insbesondere nicht im Widerspruch zum 
Arztbericht der O.________ (Oberarzt pract.med. Q.________ und Psychothera-
peutin P.________) vom 26. Januar 2022. Demnach hätten lediglich zwei Ge-
sprächstermine mit der Patientin stattgefunden. Ein dritter Termin sei vorgängig 
abgesagt worden. Abgesehen von einer Essstörung mit Übergewicht (ICD-10: 
F50.9) wurden keine psychiatrischen Diagnosen gestellt, wobei die Diagnosestel-
lung nicht begründet und namentlich nicht aufgezeigt wurde, weshalb diese 
Störung nach der Magen-Bypass-Operation weiterbestehen sollte. Entsprechend 
attestierte die O.________ weder eine Arbeitsunfähigkeit noch legte sie einen 
Behandlungsplan vor (vgl. IV-act. 55). Weitere psychiatrische Arztberichte sind 
nicht aktenkundig.

4.5 Die Beschwerdeführerin erachtet das bidisziplinäre Gutachten aus ver-
schiedenen Gründen als nicht beweiskräftig.

4.5.1  Zunächst wird vorgebracht, entgegen den Ausführungen im Gutachten 
(vgl. KV-act. 100-47/75) habe keine Untersuchung des Abdomens stattgefunden, 
weshalb das Gutachten nicht als Entscheidgrundlage für den IV-Entscheid die-
nen könne. Dieser Argumentation ist nicht zu folgen. Zum einen hat der internis-
tische Gutachter in der Stellungnahme vom 16. August 2022 auf die dokumen-
tierte klinische Untersuchung des Abdomens hingewiesen (vgl. KV-act. 100-4/75, 
100-46 f./75). Die Beschwerdeführerin zeigt nicht auf, dass die dokumentierte 
Untersuchung unvollständig oder das Ergebnis der Untersuchung tatsachenwid-
rig sein sollte. Zum anderen wurde im internistischen Gutachten unter den Dia-
gnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine kleine persistierende Um-
bilikalhernie gestützt auf das aktenkundig erfolgte CT des Abdomens im Februar 
2022 aufgeführt. Dass diese Umbilikalhernie kausal für die geklagten Beschwer-
den sein könnte, wurde bereits durch den behandelnden Facharzt Dr. 
H.________ im Arztbericht vom 10. Februar 2022 als unwahrscheinlich erachtet, 
weshalb er auf weitere Nachkontrollen verzichtete (vgl. IV-act. 61-28/51). Die Be-
schwerdeführerin kann vorliegend aus der Rüge der nicht erfolgten Abdomen-
Unter-suchung nichts zu ihren Gunsten ableiten.

4.5.2  Aus formaler Sicht wird sinngemäss beanstandet, die psychiatrische sowie 
die internistische Exploration seien mit einer Stunde bzw. mit 50 Minuten zu kurz 
ausgefallen. Dazu ist festzuhalten, dass es für den zeitlichen Aufwand für eine 
Exploration keine festen Vorgaben gibt. Aus einer verhältnismässig kurzen Dauer 
der Exploration kann nicht von vornherein auf eine ungenügende Sorgfalt ge-

28

schlossen werden. Welcher zeitliche Aufwand im Einzelfall notwendig ist, richtet 
sich nach dem Ermessen der fachkundigen Experten (vgl. Urteil BGer 
9C_234/2023 E. 3.2.3 m.w.H.). Dies anerkannte vor Gericht auch die Beschwer-
deführerin (vgl. Stellungnahme vom 1.5.2023 Ziff. 7). Vorliegend sind keine be-
sonderen Umstände ersichtlich, welche die Explorationsdauer von einer Stunde 
(psychiatrisch) bzw. 50 Minuten (internistisch) als unangemessen kurz erschei-
nen liessen. Insbesondere ist nicht ersichtlich, inwiefern die Gutachter nach Dar-
stellung in der Beschwerde (vgl. Ziff. 34) nur ungenügend auf die Schmerzen der 
Beschwerdeführerin eingegangen sein sollten. Die Schmerzthematik war zentra-
ler Gegenstand sowohl der internistischen als auch der psychiatrischen Explora-
tion. Es wurden nicht nur die Spontanangaben der Beschwerdeführerin und die 
Krankheitsentwicklung erfragt, sondern insbesondere die Genese und die Aus-
wirkungen auf den Alltag diskutiert. Die Argumentation in der Beschwerde er-
weist sich als nicht stichhaltig.

4.5.3  Ferner wird gerügt, die festgestellten Hernien im Bauchraum seien durch 
einen Viszeralchirurgen gutachterlich festzustellen. Daneben seien die Schmer-
zen neurologisch und rheumatologisch bzw. orthopädisch zu untersuchen. Die-
sen Rügen ist entgegenzuhalten, dass die Untersuchung durch den Neurologen 
Dr.med. G.________ keine neurologische Ursache der geklagten Schmerzen zu-
tage förderte. Es leuchtet nicht ein, weshalb diese Abklärung ohne Hinweise auf 
veränderte Umstände gutachterlich zu wiederholen wären. Ebensowenig beste-
hen Anzeichen für eine entzündliche Gelenkserkrankung. Schliesslich trifft zwar 
zu, dass bei der Beschwerdeführerin unter anderem eine kleine Umbilikalhernie 
festgestellt wurde. Allerdings erachtete es der zuständige Chefarzt Dr.med. 
H.________ (Facharzt Chirurgie FMH sowie Facharzt Gefässchirurgie FEBVS) 
als unwahrscheinlich, dass diese für Schmerzen im linken Mittelbauch verant-
wortlich ist, weshalb er keine Nachkontrollen vorsah (IV-act. 61-28/51). Es er-
schliesst sich nicht, welche zusätzlichen relevanten Erkenntnisse eine gutachtli-
che Untersuchung durch einen Viszeralchirurgen zutage fördern könnte. Zu-
sammenfassend erweist sich die bidisziplinäre Begutachtung (Innere Medizin / 
Psychiatrie) vorliegend als umfassend, weshalb die Vorinstanz zu Recht von wei-
teren Abklärungen in anderen Disziplinen abgesehen hat.

4.5.4  Die Beschwerdeführerin verweist ferner namentlich auf den Arztbericht des 
Hausarztes Dr.med. L.________ vom 4. August 2022 (KV-act. 100-6/75) sowie 
den Arztbericht von Dr.med. M.________ von der Schmerzambulanz des Spitals 
K.________ vom 2. Juli 2022 (Bf-Beilage 24). Sie macht eine vollumfängliche 
Arbeitsunfähigkeit geltend. Sie könne wegen der Schmerzen namentlich keine 
angepasste Tätigkeit ausüben. Unter anderem könne sie nicht gehen, sich nicht 

29

bücken, maximal 5 kg schwere Lasten heben und kaum länger als 20 Minuten 
ohne Rückenlehne sitzen. Sie sei dauernd auf starke Schmerzmittel angewiesen 
(vgl. Beschwerde Ziff. 17).

Aus dem erwähnten Bericht des Hausarztes vom 4. August 2022 ergeben sich 
keine objektiven Befunde und keine Diagnosestellung. Der Bericht stützt sich in-
haltlich ausschliesslich auf die Selbsteinschätzung der Patientin ab. Die subjekti-
ven Schmerzangaben der Patientin vermögen für die Begründung einer (teilwei-
sen) Arbeitsunfähigkeitsschätzung allerdings nicht zu genügen. Vielmehr müssen 
die Schmerzangaben durch damit korrelierende fachärztlich schlüssig feststellba-
re Befunde hinreichend erklärbar sein (vgl. BGE 143 V 124 vom E. 2.2.2). Die 
unterschiedliche Einschätzung der Arbeitsfähigkeit ist für sich allein noch nicht 
geeignet, das grundsätzlich beweiskräftige bidisziplinäre Gutachten der 
F.________ in Zweifel zu ziehen (vgl. dazu Urteil BGer 9C_89/2020 vom 
18.6.2020 E. 4.6). Davon abgesehen erwähnt der Hausarzt einen alle 30 Minuten 
stattfindenden "Stromschlag" [wohl: einschiessende Schmerzen, vgl. KV-act. 99-
35/92], beginnend im Rücken mit Ausstrahlung in das gesamte rechte Bein. An-
lässlich der eine Stunde bzw. 50 Minuten dauernden gutachterlichen Exploratio-
nen war die Beschwerdeführerin demgegenüber weder auf Pausen angewiesen 
noch musste sie zwischenzeitlich aufstehen, was gegen die Darstellung des 
Hausarztes spricht. 

Weder der erwähnte Arztbericht von Dr.med. M.________ vom 2. Juli 2022 noch 
der Arztbericht desselben Arztes vom 28. Juni 2022 (vgl. IV-act. 77-1 ff./19) ent-
halten den Schmerzangaben zugrundeliegende schlüssige objektive Befunde. 
Soweit die diagnostizierten chronischen postoperativen neuropathischen 
Schmerzen mit "am ehesten" einer Läsion cutaner Nerven begründet werden, ist 
der Sprechstundenbericht von Dr.med. J.________ vom 18. März 2022 entge-
genzuhalten, wonach keine Läsion einer anatomisch fassbaren neuronalen 
Struktur vorliege, weshalb man ohne Nachweis einer fassbaren Morphologie an 
ein Nervenentrapment kleinster cutaner Nervenäste gedacht habe. Trotz in der 
Folge durchgeführter Behandlung (Aspirationslipektomie, Ausschneiden und 
Neuvernähen der schmerzhaften Narbenareale) habe sich die Schmerzempfin-
dung in keiner Art und Weise gebessert. Dieses Problem sei dem Behandler 
noch nie so begegnet (KV-act. 100-70/75). Unter diesen Umständen erweist sich 
die Vermutung einer Läsion cutaner Nerven jedenfalls nicht als schlüssig. Im er-
wähnten Bericht gibt Dr.med. M.________ keine Einschätzung zur zumutbaren 
Arbeitsfähigkeit ab. Allerdings erachtete Dr.med. M.________ im Arztbericht vom 
29. Dezember 2021 eine angepasste Arbeitstätigkeit körperlich als gegeben. Er 
hielt eher die psychosoziale Situation als limitierend (IV-act. 54-2/4). 

30

Nach dem Gesagten vermögen die aktenkundigen Arztberichte keine Zweifel am 
bidisziplinären Gutachten der F.________ zu begründen. Auf dieses Gutachten 
kann somit abgestellt werden.

4.6 Die am 21. November 2022 erfolgte Operation mit diagnostischer Laparo-
skopie und Direktverschluss der Umbilikalhernie (vgl. Bf-Beilage 26) liefert keine 
neuen Erkenntnisse. Namentlich wurde die kleine Umbilikalhernie bereits im 
F.________-Gutachten besprochen (vgl. KV-act. 100-48/75). 

4.7 Auch der Hinweis auf die kurz nach Erlass der angefochtenen Verfügung 
im CT vom 17. Februar 2023 festgestellte linkskonvexe Skoliose (vgl. Bf-Beilage 
28) ist nicht geeignet, die geklagten Schmerzen zu erklären. Ebenso wenig wird 
die Schmerzursache fachärztlich der mittels CT festgestellten zystischen Verän-
derung (von einer Grösse von 2 cm) zugeschrieben.

4.8 Soweit die Beschwerdeführerin schliesslich auf künftige Untersuchungen 
und Behandlungen verweist, namentlich auf eine Bauchspiegelung, einen Be-
such beim Rheumatologen sowie die Aufnahme einer psychologischen Behand-
lung (vgl. Beschwerde Ziff. 23, Stellungnahme Ziff. 10, 13), kann sie daraus 
nichts zu ihren Gunsten ableiten, da sich der gerichtliche Überprüfungszeitraum 
grundsätzlich auf den Sachverhalt beschränkt, wie er sich bis zum Erlass der an-
gefochtenen Verfügung verwirklicht hat (vgl. oben E. 1.8).

4.9 Zusammenfassend finden sich keine Gründe, welche gegen die Beweis-
tauglichkeit des F.________-Gutachtens sprechen. Auf dieses Gutachten kann 
somit abgestellt werden. Auf weitere Abklärungen wie namentlich das beantragte 
polydisziplinäre Gutachten kann in antizipierter Beweiswürdigung verzichtet wer-
den (vgl. BGE 122 V 157 E. 1d). 

5. Gestützt auf das beweiskräftige F.________-Gutachten ist kein invalidisie-
render Gesundheitsschaden ausgewiesen, womit kein Anspruch auf Leistungen 
der Invalidenversicherung besteht. Die angefochtene Verfügung vom 14. Februar 
2023 ist folglich nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde 
abzuweisen.

6.1 Dem Verfahrensausgang entsprechend gehen die Verfahrenskosten (vgl. 
Art. 69 Abs. 1bis IVG) zu Lasten der Beschwerdeführerin. Vom Inkasso ist derzeit 
abzusehen, nachdem die Voraussetzungen zur Gewährung der unentgeltlichen 
Rechtspflege als erfüllt zu betrachten sind. 

6.2 Analog ist der Beschwerdeführerin die unentgeltliche Rechtsverbeistän-
dung zu gewähren und Rechtsanwältin B.________ als unentgeltliche Rechts-

31

beiständin zu bestellen. In Beachtung des kantonalen Gebührentarifs für Rechts-
anwälte (GebTRA, SRSZ 280.411), welcher für das Honorar in Verfahren vor 
dem Verwaltungsgericht in § 15 GebTRA einen Rahmen von Fr. 300.-- bis 
Fr. 8'400.-- vorsieht sowie unter Beachtung der in § 2 GebTRA enthaltenen Krite-
rien (Wichtigkeit der Streitsache, Schwierigkeit, Umfang und der Art der Arbeits-
leistung, notwendiger Zeitaufwand) und in Ausübung des pflichtgemässen Er-
messens ist das Honorar (inkl. Auslagen und MwSt) auf Fr. 1'500.-- festzulegen.

32

Demnach erkennt das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird im Sinne der Erwägungen abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten werden auf Fr. 500.-- festgelegt und der Beschwer-
deführerin auferlegt. Auf das Inkasso wird derzeit unter Gewährung der un-
entgeltlichen Rechtspflege verzichtet.

3. Der Beschwerdeführerin wird die unentgeltliche Rechtsverbeiständung ge-
währt. Rechtsanwältin B.________ wird als unentgeltliche Rechtsbeistän-
din bestellt. Ihr wird aus der Gerichtskasse ein Honorar von insgesamt Fr. 
1'500.-- (inkl. Auslagen und MwSt) zugesprochen.

4. Die Beschwerdeführerin hat die Verfahrenskosten von Fr. 500.-- sowie das 
Honorar von Fr. 1'500.-- dem Gericht zurückzuerstatten, wenn sie dazu in-
nert 10 Jahren nach Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheides in der Lage 
ist (§ 75 Abs. 3 VRP).

5. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung Beschwer-
de* in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten beim Bundesgericht, Schwei-
zerhofquai 6, 6004 Luzern, erhoben werden (Art. 42 und 82ff. des Bundes-
gesetzes über das Bundesgericht [BGG; SR 173.110] vom 17.6.2005).

Soweit die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nicht 
zulässig ist, kann in derselben Rechtsschrift subsidiäre Verfassungsbe-
schwerde* erhoben und die Verletzung von verfassungsmässigen Rechten 
gerügt werden (Art. 113ff. BGG).

6. Zustellung an:
- die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin (2/R)
- die Vorinstanz (R)
- und das Bundesamt für Sozialversicherungen BSV, 3003 Bern (A). 

Schwyz, 9. November 2023

Im Namen des Verwaltungsgerichts

Der Vizepräsident:

Der Gerichtsschreiber:

33

*Anforderungen an die Beschwerdeschrift 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache (Deutsch, Französisch, Italienisch, Ru-
mantsch Grischun) abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der 
Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form 
darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt. Die Urkunden, auf die 
sich die Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 
hat; der angefochtene Entscheid ist beizulegen.

Versand: 11. Januar 2024