# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d7ea2db6-f076-53ab-b216-541324965ef3
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 1994-03-03
**Language:** de
**Title:** Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Rekurskommission Eidgenössisches Volkswirtschaftsdepartement 03.03.1994 JAAC 59.92
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_VB/CH_VB_028_JAAC-59-92--_1994-03-03.pdf

## Full Text

JAAC 59.92

Auszug aus dem Beschwerdeentscheid der
Rekurskommission EVD vom 3. März 1994 in Sachen L.

gegen Regionale Rekurskommission Nr. 5; 93/8B-008

Adaptation des contingents suite à une modification de la surface
déterminante; principe dit de la compensation.

Art. 18 al. 3 OCLP 89: principe dit de la compensation; une terre sans
contingent devient porteuse de lait.

Dès lors qu’une majoration de contingent s’effectue en prenant en
considération la totalité de la surface déterminante d’une exploitation,
la terre à laquelle un contingent n’avait jusqu’alors jamais été attaché
devient par cette opération une surface porteuse de lait; lors de la
cession de cette surface, le contingent doit en principe être réduit
et le cédant ne peut se prévaloir du principe dit de la compensation
(consid. 3.2).

Anpassung der Einzelkontingente infolge Änderung der massgeblichen
Nutzfläche; Kompensationsregel.

Art. 18 Abs. 3 MKTV 89: Kompensationsregel; kontingentfreies Land
wird kontingentstragend.

Erfolgt eine Kontingentserhöhung unter Einberechnung der gesamten
massgeblichen Nutzfläche eines Betriebes, so wird bis anhin
kontingentfreies Land kontingentstragende Betriebsfläche; bei der
Abtretung dieser Fläche ist das Kontingent grundsätzlich zu kürzen und
der Landabgeber kann sich nicht auf die Kompensationsregel berufen
(E. 3.2).

1

Adeguamento dei contingenti in seguito a una modificazione della
superficie utile determinante; principio della compensazione.

Art. 18 cpv. 3 OCLP: principio della compensazione; un terreno senza
contingente diventa provvisto di contingente.

Considerato che un aumento di contingente si effettua prendendo
in considerazione la totalità della superficie utile determinante di
un’azienda, il terreno che fino ad allora non era stato provvisto di
contingente, lo diventa in seguito a questa operazione; al momento
della cessione di questa superficie, il contingente deve di massima
essere ridotto e il cedente non può appellarsi al principio della
compensazione (consid. 3.2).

Aus dem Sachverhalt:

Aufgrund der Abgabe zweier Maiensässe an einen
Nichtverkehrsmilchproduzenten kürzte der Milchverband Winterthur
das Kontingent von L. mit Verfügung vom 30. Oktober 1992 um ... kg.

Die Beschwerde des L. vom 24. November 1992 wies die Regionale
Rekurskommission Nr. 5 mit Entscheid vom 21. Dezember 1992 ab.

Gegen diesen Entscheid richtet sich die von L. am 22. März 1993 bei der
Oberrekurskommission i. S. Milchkontingentierung eingereichte Beschwerde,
worin beantragt wird, es seien die Entscheide der Vorinstanzen aufzuheben
und sein Kontingent sei aufgrund der Landabgabe nicht zu kürzen. Als
Begründung bringt L. im wesentlichen vor, er habe die beiden Maiensässe
seinerzeit ohne Kontingent übernommen.

Die Rekurskommission EVD übernahm das Verfahren am 10. Februar 1994 als
zuständige Behörde.

Aus den Erwägungen:

1. (Zuständigkeit)

2. (Gesetzliche Grundlagen, anwendbares Recht)

3. Ein Einzelkontingent (Kontingent) ist die Verkehrsmilchmenge, die
ein Produzent ab einem Betrieb im Laufe eines Milchjahres (1. Mai -
30. April) zum garantierten Preis abliefern kann (Art. 2 Abs. 1 der
Verordnung vom 20. Dezember 1989 über die Milchkontingentierung in der
Talzone, in der voralpinen Hügelzone und in der Zone I des Berggebietes;
Milchkontingentierung-Talverordnung 89 [MKTV 89], AS 1990 286 1059, 1991
1125, 1992 946 2049).

3.1. Gibt ein Produzent Land ab, das der Landübernehmer weiterhin
landwirtschaftlich, aber nicht mehr zur Verkehrsmilchproduktion nutzt, so
kürzt der Milchverband das Kontingent des Landabgebers je abgegebene
Hektare ummindestens 50% des Kontingentes je Hektare massgebliche

2

Nutzfläche, das ihm am 1. Mai vor der Landabgabe zustand (Art. 18 Abs. 2
Bst. c MKTV 89). Weist ein Landabgeber nach, dass sein Kontingent bei einer
Landübernahme und einem ihr folgenden Gesuchsverfahren nicht erhöht
werden konnte, so wird sein Kontingent nicht gekürzt, sofern die abgegebene
Fläche nicht grösser ist als jene, welche er ohne Kontingent übernommen hat
(Art. 18 Abs. 3 MKTV 89).

3.2. Der Beschwerdeführer macht geltend, er habe nachgewiesen, dass
sein Kontingent bei der Landübernahme und einem ihr nachfolgenden
Gesuchsverfahren nicht erhöht worden sei.

Dem ist entgegenzuhalten, dass zwar der Milchverband dem Rekurrenten
bezüglich der Übernahme der beiden Maiensässe keine Kontingentserhöhung
gewährt hatte, jedoch mit Verfügung vom 20. Juli 1988 im Rahmen
eines Gesuchsverfahrens betreffend Sanierung nach Art. 8 der
Milchkontingentierung-Talverordnung 87 (AS 1987 664) eine Erhöhung des
Kontingentes im Umfang von ... kg vornahm, bei der auch die massgebliche
Nutzfläche der beiden Maiensässe berücksichtigt wurde. Dass mit dem
Wortlaut der Verordnung «bei einer Landübernahme und einem ihr folgenden
Gesuchsverfahren» (Art. 18 Abs. 3 MKTV 89) auch das Gesuchsverfahren
anlässlich einer der Landübernahme zeitlich nachfolgenden Sanierung
gemeint ist, ergibt sich aus dem vom Gesetzgeber gewählten direkten
Zusammenhang zwischen Milchkontingent und bewirtschafteter
Betriebsfläche. Die Zuteilung des Kontingents basiert auf der Fiktion,
dass die zugeteilte Kontingentsmenge auf die gesamte bewirtschaftete
Betriebsfläche des Milchproduzenten verteilt wird (vgl. dazu Spörri Philipp,
Milchkontingentierung, Freiburg 1992, S. 143). Für die Erhöhung vom 20. Juli
1988 berechnete der Milchverband das neue Kontingent in Anwendung von
Art. 8 in Verbindung mit Anhang 1a der Milchkontingentierung-Talverordnung
87. In die Formel gemäss Anhang 1a der Verordnung wurde die massgebliche
Nutzfläche des Betriebes eingesetzt, zu der auch die Fläche der beiden
Maiensässe gehörte. Mit diesem Einbezug der massgeblichen Nutzfläche
der beiden Maiensässe in die Berechnung der Erhöhung wurden diese im
Zeitpunkt der Zuteilung zu kontingentstragender Betriebsfläche. Deshalb ist
das Kontingent bei Abtretung dieser Fläche auch entsprechend zu kürzen.
Aus diesem Grund ist vorliegend eine Kürzung des Milchkontingentes in
Anwendung der 50%-Regel grundsätzlich gerechtfertigt.

(...)

(Die Rekurskommission EVD heisst die Beschwerde teilweise gut)

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Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften

Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées

Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

JAAC 59.92 - Auszug aus dem Beschwerdeentscheid der Rekurskommission EVD vom 3.

März 1994 in Sachen L. gegen Regionale Rekurskommission Nr. 5; 93/8B-008

In Verwaltungspraxis der Bundesbehörden
Dans Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération
In Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione

Jahr 1995
Année

Anno

Band 59
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Ref. No 150 002 825

Das Dokument wurde durch das Schweizerische Bundesarchiv und die Bundeskanzlei konvertiert.

Le document a été digitalisé par les Archives Fédérales Suisses et la Chancellerie fédérale.

Il documento è stato convertito dall'Archivio federale svizzero e della Cancelleria federale.

	Auszug aus dem Beschwerdeentscheid der Rekurskommission EVD vom 3. März 1994 in Sachen L. gegen Regionale Rekurskommission Nr. 5; 93/8B-008
	Aus dem Sachverhalt:
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