# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** dd90ae1a-67ca-5102-9b23-95d80e970ecf
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-08-30
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 30.08.2011 E-4639/2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-4639-2011_2011-08-30.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

Abteilung V
E­4639/2011
E­4719/2011

U r t e i l   v om   3 0 .   Augus t   2 0 1 1

Besetzung Einzelrichter Bruno Huber,
mit Zustimmung von Richter Robert Galliker;
Gerichtsschreiber Peter Jaggi.

Parteien A._______, geboren (…), Staatsangehörigkeit unbekannt,
(…)
B._______, geboren (…),
alias C._______, geboren (…),
und (…)
D._______, geboren (…),
Äthiopien,
(…),
Beschwerdeführende,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung
(Dublin­Verfahren);
Verfügungen des BFM vom 15. August 2011 / N (…).

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Seite 2

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass der Beschwerdeführer ([…], E­4639/2011) eigenen Angaben zufolge 
Äthiopien  im Jahre  (…) verliess und über  (…) und  Italien am (…)  in die 
Schweiz gelangte, wo er am 25. April 2011 um Asyl nachsuchte,

dass das BFM dem Beschwerdeführer anlässlich der Kurzbefragung vom 
19.  Mai  2011  im  E._______  gestützt  auf  dessen  Aussagen  und  einen 
EURODAC­Treffer das rechtliche Gehör zur mutmasslichen Zuständigkeit 
Italiens  für  das  vorliegende  Asylverfahren  und  zu  einer  allfälligen 
Wegweisung dorthin gewährte,

dass der Beschwerdeführer  anführte,  er wolle  nicht  nach  Italien  zurück, 
weil  Flüchtlinge  dort  viele  Probleme  hätten,  er  sei  von  der  italienischen 
Polizei  und  nicht  vom  Migrationsamt  erkennungsdienstlich  behandelt 
worden, sein Ziel sei immer die Schweiz gewesen, er "möchte lieber hier 
sterben, als nach Italien zurückzukehren",

dass das BFM Italien am 27. Mai 2011 gestützt auf die Verordnung (EG) 
Nr.  343/2003  des  Rates  vom  18. Februar  2003  zur  Festlegung  der 
Kriterien  und  Verfahren  zur  Bestimmung  des Mitgliedstaats,  der  für  die 
Prüfung  eines  von  einem  Drittstaatsangehörigen  in  einem  Mitgliedstaat 
gestellten Asylantrags  zuständig  ist  (Dublin­II­VO),  um Wiederaufnahme 
des Beschwerdeführers ersuchte,

dass die italienischen Behörden dieses Ersuchen unbeantwortet liessen,

dass das Bundesamt mit Verfügung vom 15. August 2011 – eröffnet am 
22.  August  2011  –  in  Anwendung  von  Art. 34  Abs. 2  Bst. d  des 
Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf das Asylgesuch 
des  Beschwerdeführers  nicht  eintrat  und  die  Wegweisung  aus  der 
Schweiz nach Italien anordnete,

dass  es  den  Beschwerdeführer  gleichzeitig  aufforderte,  die  Schweiz 
spätestens  am Tag  nach Ablauf  der  Beschwerdefrist  zu  verlassen,  den 
Kanton  F._______  mit  dem  Vollzug  der  Wegweisungsverfügung 
beauftragte,  die  Aushändigung  der  editionspflichtigen  Akten  gemäss 
Aktenverzeichnis  verfügte  und  festhielt,  eine  Beschwerde  gegen  diese 
Verfügung habe keine aufschiebende Wirkung,

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dass die Überstellung – vorbehältlich einer allfälligen Unterbrechung oder 
Verlängerung der Frist – bis spätestens am 28. Januar 2012 zu erfolgen 
habe,

dass  das  BFM  in  seinem  Entscheid  –  unter  Verweis  auf  die 
Bestimmungen  zum  Dublin­Verfahren,  den  vorgängigen  Aufenthalt  des 
Beschwerdeführers  in  Italien  und  die  implizit  erfolgte  Zustimmung  der 
italienischen Behörden  zum Transfer  – auf  die Zuständigkeit  Italiens  für 
die Behandlung des Asylgesuches verwies,

dass  das  Bundesamt  festhielt,  der  Beschwerdeführer  habe  keine 
relevanten  Argumente  gegen  die  beabsichtigte  Überstellung  vorbringen 
können,

dass  die  Wegweisung  aus  der  Schweiz  die  Regelfolge  des 
Nichteintretens auf ein Asylgesuch und deren Vollzug zulässig, zumutbar 
und möglich sei,

dass  die  Beschwerdeführerin  ([…],  E­4719/2011)  eigenen  Angaben 
zufolge  ihr  Heimatland  im  (…)  verliess  und  über  (…)  und  Italien  am  3. 
Juni  2011  in  die  Schweiz  gelangte,  wo  sie  am  gleichen  Tag  im 
G._______ um Asyl nachsuchte,

dass das BFM der Beschwerdeführerin anlässlich der Kurzbefragung vom 
14.  Juni  2011  im  EVZ  gestützt  auf  deren  Aussagen  und  einen 
EURODAC­Treffer das rechtliche Gehör zur mutmasslichen Zuständigkeit 
Italiens  für  das  vorliegende  Asylverfahren  und  zu  einer  allfälligen 
Wegweisung dorthin gewährte,

dass die Beschwerdeführerin anführte, sie sei in die Schweiz gekommen, 
weil  die  Bedingungen  für  afrikanische  Einwanderer  in  Italien  sehr 
schwierig seien,

dass die Beschwerdeführerin am (…) D._______ zur Welt brachte,

dass das BFM Italien am 25. Juli 2011 gestützt auf die Dublin­II­VO um 
Wiederaufnahme  der  Beschwerdeführerin  und  ihre(…)  in  der  Schweiz 
geborenen D._______ ersuchte,

dass die italienischen Behörden dieses Ersuchen unbeantwortet liessen,

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dass  das  BFM mit  Verfügung  vom  15.  August  2011  –  eröffnet  am  22. 
August  2011  –  in  Anwendung  von  Art. 34  Abs. 2  Bst. d  AsylG  auf  die 
Asylgesuche  (recte:  das  Asylgesuch  der  Beschwerdeführerin)  nicht 
eintrat und die Wegweisung aus der Schweiz nach Italien anordnete,

dass das Bundesamt die Beschwerdeführerin gleichzeitig aufforderte, die 
Schweiz zusammen mit D._______ spätestens am Tag nach Ablauf der 
Beschwerdefrist  zu  verlassen,  den  Kanton  F._______  mit  dem  Vollzug 
der  Wegweisungsverfügung  beauftragte,  die  Aushändigung  der 
editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis verfügte und festhielt, 
eine  Beschwerde  gegen  diese  Verfügung  habe  keine  aufschiebende 
Wirkung,

dass die Überstellung – vorbehältlich einer allfälligen Unterbrechung oder 
Verlängerung der Frist – bis spätestens am 9. Februar 2012 zu erfolgen 
habe,

dass  das  BFM  in  seinem  Entscheid  –  unter  Verweis  auf  die 
Bestimmungen  zum  Dublin­Verfahren,  den  vorgängigen  Aufenthalt  der 
Beschwerdeführerin  in  Italien  und  die  implizite  Zustimmung  der 
italienischen Behörden  zum Transfer  – auf  die Zuständigkeit  Italiens  für 
die Behandlung des Asylgesuches verwies,

dass  das  Bundesamt  festhielt,  die  Beschwerdeführerin  habe  keine 
relevanten  Argumente  gegen  die  beabsichtigte  Überstellung  vorbringen 
können,

dass  die  Wegweisung  aus  der  Schweiz  die  Regelfolge  des 
Nichteintretens auf ein Asylgesuch und deren Vollzug zulässig, zumutbar 
und möglich sei,

dass die Beschwerdeführenden mit Rechtsmitteleingabe vom 23. August 
2011  in  materieller  Hinsicht  die  Aufhebung  der  angefochtenen 
Verfügungen  und  die  Rückweisung  der  Asylgesuche  an  die  Vorinstanz 
zur materiellen Neubeurteilung beantragen,

dass  sie  in  prozessualer  Hinsicht  unter  Erlass  einer  vorsorglichen 
Massnahme die Erteilung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerden, 
die  Gewährung  einer  Nachfrist  zur  Einreichung  beziehungsweise 
Verbesserung  der  Beschwerden,  und  unter  Verzicht  auf  die  Erhebung 

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eines  Kostenvorschusses  die  Gewährung  der  unentgeltlichen 
Rechtspflege beantragen,

dass sie zur Stützung ihrer Vorbringen eine Bestätigung vom 23. August 
2011, wonach sie von (…) finanziell vollumfänglich unterstützt werden, zu 
den Akten reichten,

dass auf die Begründung der Rechtsbegehren, soweit  für den Entscheid 
wesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen wird,

dass die vollständigen vorinstanzlichen Akten am 26. August 2011 beim 
Bundesverwaltungsgericht eingingen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

und erwägt,

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig 
über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 
20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG, 
SR 172.021])  des  BFM  entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines 
Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die 
beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105  AsylG  i. V. m. 
Art. 31 – 33  des Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 17. Juni  2005  [VGG, 
SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass  die  Beschwerdeführenden  an  den  Verfahren  vor  der  Vorinstanz 
teilgenommen haben,  durch  die  angefochtenen Verfügungen  besonders 
berührt  sind,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung 
beziehungsweise  Änderung  haben  und  daher  zur  Einreichung  der 
Beschwerden legitimiert sind (Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichten  Beschwerden 
einzutreten  ist  (Art. 108  Abs. 2  AsylG  und  Art. 52  VwVG),  zumal  die 
Rechtsmitteleingabe  vom  23.  August  2011  den  gesetzlichen 
Anforderungen zu genügen vermag,

dass deshalb der Antrag auf Gewährung einer "Nachfrist zur Einreichung 
bzw. Verbesserung der Beschwerden" abzuweisen ist,

dass die beiden Beschwerdeverfahren zu vereinigen sind,

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dass  vorab  festzustellen  ist,  dass  das  BFM  in  den  angefochtenen 
Verfügungen  in  rechtsgenüglicher  Weise  begründet  hat,  weshalb  die 
Wegweisungen  der  Beschwerdeführenden  und  D._______  nach  Italien 
gesetzeskonform  sind,  womit  sich  die  Rüge  der  Verletzung  der 
Begründungspflicht als nicht stichhaltig erweist,

dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 
Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  entschieden  wird 
(Art. 111  Bst. e  AsylG),  und  es  sich  vorliegend,  wie  nachfolgend 
aufgezeigt,  um  solche  handelt,  weshalb  die  Beschwerdeentscheide  nur 
summarisch zu begründen sind (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass  gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  vorliegend  auf  einen 
Schriftenwechsel verzichtet wurde,

dass  bei  Beschwerden  gegen  Nichteintretensentscheide,  mit  denen  es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art. 32 – 35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der 
Beschwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass  auf  Asylgesuche  in  der  Regel  nicht  eingetreten  wird,  wenn 
Asylsuchende  in  einen  Drittstaat  ausreisen  können,  welcher  für  die 
Durchführung  des  Asyl­  und  Wegweisungsverfahrens  staatsvertraglich 
zuständig ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG), 

dass  der  Aufenthalt  der  Beschwerdeführenden  in  Italien  vor  deren 
Einreise in die Schweiz nicht bestritten ist,

dass  bei  dieser  Sachlage  –  entsprechend  den  vom  BFM  angerufenen 
Bestimmungen  zum  Dublin­Verfahren,  auf  welche  anstelle  einer 
Wiederholung zu verweisen  ist –  Italien  für die Prüfung der Asylanträge 
der Beschwerdeführenden zuständig ist,

dass die  italienischen Behörden die Ersuchen des BFM um Übernahme 
der  Beschwerdeführenden  und  D._______  innerhalb  der  festgelegten 
Fristen  unbeantwortet  liessen,  weshalb  gestützt  auf  Art.  18  Abs.  7 

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respektive Art. 20 Abs. 1 Bst. c Dublin­II­VO von einer stillschweigenden 
Zustimmung zur Wiederaufnahme auszugehen ist,

dass  somit  die  Grundlage  für  einen  Nichteintretensentscheid  in 
Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG ohne weiteres gegeben ist,

dass  Italien  Signatarstaat  sowohl  des  Abkommens  vom  28. Juli  1951 
über  die  Rechtstellung  der  Flüchtlinge  (FK,  SR  0.142.30)  als  auch  der 
Konvention vom 4. November 1950 zum Schutz der Menschenrechte und 
Grundfreiheiten  (EMRK,  SR 0.101)  ist  und  vorliegend  entgegen  den 
Ausführungen  in  der  Rechtsmitteleingabe  keine  Hinweise  darauf 
bestehen,  Italien  würde  sich  nicht  an  seine  völkerrechtlichen 
Verpflichtungen halten,

dass  sich  das  italienische  Asylsystem  aufgrund  der  jüngsten 
Entwicklungen  im  nordafrikanischen  Raum  (starke  Zunahme  von 
Asylsuchenden)  zwar  mit  erheblichen  Kapazitätsproblemen  konfrontiert 
sieht,

dass  aber  Italien  verpflichtet  ist,  über  die  Asylgesuche  der 
Beschwerdeführenden  zu  befinden,  und  vorliegend  keine  konkreten 
Hinweise  dafür  bestehen,  der  italienische  Staat  würde  den  Zugang  zu 
einem funktionierenden Asylverfahren nicht gewährleisten,

dass  Asylsuchende  in  Italien  bei  der  Unterkunft,  der  Arbeit  und  dem 
Zugang  zur medizinischen  Infrastruktur  Schwierigkeiten  ausgesetzt  sein 
können,  wobei  sich  bereits  vorbestandene  Kapazitätsprobleme  in  der 
jüngsten Zeit akzentuiert haben dürften,

dass  indessen  nach  Kenntnis  des  Bundesverwaltungsgerichts  Dublin­
Rückkehrende  und  (verletzliche)  Personen  mit  einem  kleinen  Kind 
bezüglich  Unterbringung  von  den  italienischen  Behörden  bevorzugt 
behandelt  werden  und  sich  neben  den  staatlichen  Strukturen  auch 
zahlreiche private Hilfsorganisationen der Betreuung von Asylsuchenden 
und Flüchtlingen annehmen,

dass  es  vorliegend  den  Beschwerdeführenden  nicht  gelungen  ist,  eine 
einzelfallspezifische  besondere  Verletzlichkeit  nachzuweisen,  aufgrund 
derer geschlossen werden könnte,  ihnen und D._______ drohe in Italien 
eine unmenschliche Behandlung im Sinne von Art. 3 EMRK,

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dass  sich  aus  den  Akten  keinerlei  Anhaltspunkte  dafür  ergeben,  Italien 
halte sich nicht an das Übereinkommen vom 20. November 1989 über die 
Rechte des Kindes ([KRK, SR 0.107]; vgl. CHRISTIAN FILZWIESER / ANDREA 
SPRUNG,  Dublin­II­Verordnung,  3.  Aufl.,  Wien/Graz  2010,  Kommentar 
Nr. 8 zu Art. 6 Seite 90),

dass es Sache des BFM sein wird, die italienischen Behörden anlässlich 
der Bekanntgabe des Datums der Überstellung schriftlich (und frühzeitig) 
über die Zugehörigkeit der Beschwerdeführerin und D._______ zu einer 
verletzlichen Personengruppe zu informieren,

dass sich vor diesem Hintergrund der Vollzug der Wegweisung entgegen 
den  Beschwerdevorbringen  als  zulässig  erweist  (Art.  83  Abs.  3  des 
Bundesgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]),

dass des Weiteren die Beschwerdeführenden nichts vorbringen, was das 
BFM  hätte  veranlassen  können,  aus  humanitären  Gründen  (Art.  29a 
Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 über Verfahrensfragen 
[AsylV 1, SR 142.311]) auf ihre Asylgesuche einzutreten,

dass  die  Beschwerdeführenden  und D._______  –  soweit  aktenkundig – 
gesund  sind  und  sich  keine  Hinweise  auf  ernsthafte  gesundheitliche 
Probleme psychischer oder physischer Natur ergeben,

dass  im Rahmen einer Gesamtabwägung aller  relevanten Umstände  im 
konkreten  Einzelfall  auch  sonst  keine  Gründe  ersichtlich  sind,  die  eine 
Wegweisung  aus  humanitärer  Sicht  als  unangemessen  erscheinen 
lassen  (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts E­7221/2009 vom 10. 
Mai 2011),

dass  das  vorliegende  Urteil  in  Übereinstimmung  mit  der  Praxis  des 
Bundesverwaltungsgerichts zum Wegweisungsvollzug nach Italien ergeht 
(vgl. BVGE 2010/45, Urteile des Bundesverwaltungsgerichts E­3223/2011 
vom 14. Juni 2011 und E­2908/2011 vom 25. Mai 2011),

dass sich angesichts dieser Sachlage eine Auseinandersetzung mit den 
weiteren  Ausführungen  in  der  Rechtsmitteleingabe  erübrigt,  weil  diese 
nicht geeignet sind, zu einer anderen Beurteilung zu gelangen,

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dass  zusammenfassend  festzustellen  ist,  dass  einer  Überstellung  der 
Beschwerdeführenden und  ihre(…)  in der Schweiz geborenen  (…) nach 
Italien  weder  völkerrechtliche  Verpflichtungen  der  Schweiz  noch 
humanitäre  Gründe  entgegenstehen,  weshalb  die  Souveränitätsklausel 
(Art. 3 Abs. 2 Dublin­II­VO) nicht zur Anwendung gelangt und folglich das 
BFM  zu  Recht  in  Anwendung  von  Art. 34  Abs.  2  Bst.  d  AsylG  auf  die 
Asylgesuche nicht eingetreten ist,

dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegweisung 
aus  der  Schweiz  zur  Folge  hat  (Art. 44  Abs. 1  AsylG),  vorliegend  der 
Kanton keine Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein Anspruch 
auf  Erteilung  einer  solchen  besteht  (BVGE  2009/50  E.  9.  S.  733), 
weshalb  die  verfügte  Wegweisung  nach  Italien  im  Einklang  mit  den 
gesetzlichen  Bestimmungen  steht  und  demnach  vom  Bundesamt  zu 
Recht angeordnet wurde,

dass  in  Verfahren  nach  Art.  34  Abs.  2  Bst.  d  AsylG  die  Frage  der 
Durchführbarkeit  des Wegweisungsvollzugs  bereits  Voraussetzung  (und 
nicht erst Regelfolge) des Nichteintretensentscheides ist (BVGE 2010/45 
E. 10.2),

dass  deshalb  allfällige  völkerrechtliche  und  humanitäre 
Vollzugshindernisse vor der Prüfung des Nichteintretens im Rahmen der 
Anwendung der sogenannten Souveränitätsklausel (Art. 3 Abs. 2 Dublin­
II­VO)  oder  gegebenenfalls  –  wenn  sich  Familienmitglieder  in 
verschiedenen  Dublin­Mitgliedstaaten  befinden  und  zusammengeführt 
werden  sollen  –  bei  der  Ausübung  der  Humanitären  Klausel  (Art. 15 
Dublin­II­VO) zu prüfen sind, weshalb kein Raum für Ersatzmassnahmen 
im Sinne von Art. 44 Abs. 2 AsylG i.V.m. Art. 83 Abs. 1 ­ 4 AuG besteht,

dass nach dem Gesagten der vom Bundesamt verfügte Vollzug der Weg­
weisungen zu bestätigen ist,

dass  es  den  Beschwerdeführenden  demnach  nicht  gelungen  ist, 
darzutun,  inwiefern  die  angefochtenen  Verfügungen  Bundesrecht 
verletzen, den rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig 
feststellen  oder  unangemessen  sind  (Art. 106  AsylG),  weshalb  die 
Beschwerden abzuweisen sind,

dass mit dem Entscheid  in der Hauptsache ohne vorgängige  Instruktion 
die  Anträge  auf  Erteilung  der  aufschiebenden  Wirkung  (der 

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Beschwerden)  und  auf  Verzicht  auf  die  Erhebung  eines 
Kostenvorschusses hinfällig wer­den,

dass sich die Beschwerden aufgrund der vorstehenden Erwägungen als 
aussichtslos  erweisen,  weshalb  die  Anträge  auf  Gewährung  der 
unentgeltlichen  Rechtspflege  (Art.  65  Abs.  1  VwVG)  unbesehen  der 
nachgewiesenen  prozessualen  Bedürftigkeit  abzuweisen  sind  und  bei 
diesem Ausgang der Verfahren die Kosten  von Fr.  600.­  (Art. 1 – 3 des 
Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen 
vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 173.320.2])  den 
Beschwerdeführenden aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerden werden abgewiesen.

2. 
Die  Anträge  auf  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  werden 
abgewiesen.

3.  
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.­  werden  den  Beschwerdeführenden 
auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4. 
Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das BFM und (…).

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Bruno Huber Peter Jaggi

Versand: