# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ca76829b-2120-59f1-86b6-aa4acd03fcfb
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-09-05
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 05.09.2011 D-4325/2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-4325-2011_2011-09-05.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

Abteilung IV
D­4325/2011

U r t e i l   v om   5 .   S ep t embe r   2 0 1 1

Besetzung Richter Martin Zoller (Vorsitz),
Richter François Badoud, 
Richter Bendicht Tellenbach;   
Gerichtsschreiberin Susanne Burgherr.

Parteien A._______, geboren am (…),
Äthiopien,  
vertreten durch (…)
Gesuchsteller, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), 
Quellenweg 6, 3003 Bern.    

Gegenstand Revision; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 
31. August 2010 (D­5008/2010); 
Vollzug der Wegweisung / N (…).

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Sachverhalt:

A. 
Der Gesuchsteller suchte am 5. März 2008 in der Schweiz um Asyl nach. 

Zur  Begründung  brachte  er  im  Wesentlichen  vor,  er  sei  in  B._______ 
geboren.  Seine  Eltern  seien  eritreischer  Herkunft.  Seine  Mutter  sei 
gestorben als er noch klein gewesen sei und sein Vater und sein Bruder 
seien  im  Jahr  1998  nach  Eritrea  ausgeschafft  worden.  Da  er  nicht  in 
dieses für ihn fremde Land habe mitgehen wollen, habe er sich versteckt. 
Er sei nach C._______ gezogen und habe dort von 2003 bis 2007 illegal 
in  einem  Hotel  und  –  nachdem  der  Vertrag  mit  dem  Hotel  nicht  mehr 
verlängert  worden  sei  –  auf  dem  Bau  gearbeitet.  Als  er  von  der 
Verhaftung von sich  illegal  im Land aufhaltenden Eritreern gehört habe, 
habe er sich zur Ausreise aus Äthiopien entschlossen, zumal er dort auch 
nicht mehr  ohne  Aufenthaltsbewilligung  habe  leben wollen.  Am  3. März 
2008 sei er in ein ihm unbekanntes europäisches Land geflogen, von wo 
aus er am 5. März 2008 in die Schweiz gelangt sei. 

B. 
Mit Verfügung vom 4. Juni 2010 – eröffnet am 9. Juni 2010 – stellte das 
BFM fest, dass der Gesuchsteller die Flüchtlingseigenschaft nicht erfülle. 
Es  lehnte  das  Asylgesuch  ab  und  ordnete  die  Wegweisung  des 
Gesuchstellers aus der Schweiz sowie den Wegweisungsvollzug an. 

Zur Begründung führte das BFM im Wesentlichen an, die Vorbringen des 
Gesuchstellers hielten den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit gemäss 
Art. 7  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998  (AsylG,  SR 142.31)  nicht 
stand.  Der  Gesuchsteller  habe  sich  insbesondere  zur  Situation  der 
Eritreer  in  Äthiopien  tatsachenwidrig  und  zu  seiner  diesbezüglichen 
persönlichen  Betroffenheit  unsubstanziiert  geäussert.  Eritreische 
Staatsbürger  hätten ab dem Jahr  1998  zwar mit  der Deportierung nach 
Eritrea zu rechnen gehabt, aber gemäss dem Staatsangehörigkeitsgesetz 
vom Dezember 2003 und einer im Januar 2004 verabschiedeten Direktive 
würden  Personen  eritreischer  Herkunft,  die  nie  die  eritreische 
Staatsbürgerschaft angenommen und ständig  in Äthiopien gelebt hätten, 
weiterhin  als  äthiopische  Staatsbürger  angesehen.  Entgegen  den 
Vorbringen  des  Gesuchstellers  hätten  somit  nur  jene  Personen 
eritreischer  Herkunft  ihre  äthiopische  Staatsangehörigkeit  verloren,  die 
sich als Eritreer  hätten  registrieren  lassen, was beim Gesuchsteller  und 
seinen  Familienangehörigen  gerade  nicht  der  Fall  gewesen  sei.  Zudem 
habe  sich  die  Situation  auch  für  diejenigen,  die  die  eritreische 

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Staatsbürgerschaft  angenommen  hätten,  in  den  letzten  Jahren 
verbessert. Seit 2002 sei es zu keinen Ausschaffungen mehr gekommen. 
Eritreische Staatsangehörige, die  in Äthiopien wohnhaft seien, bekämen 
zudem  die  blaue  Identitätskarte,  die  ihre  Rechtsstellung  derjenigen 
äthiopischer Staatsbürger weitgehend annähere. Der vom Gesuchsteller 
geltend  gemachte  illegale  Aufenthalt  könne  deshalb  nicht  geglaubt 
werden, hätte er doch Zugang zu rechtsgültigen Ausweispapieren gehabt. 
Die  Angaben  zu  seiner  Identität  und  zur  eritreischen  Herkunft  seien 
deshalb zu bezweifeln, zumal er ausschliesslich Amharisch spreche und 
weder die Adresse seines Vaters und Bruders in Eritrea noch irgendeinen 
anderen  Verwandten  in  Eritrea  nennen  könne.  Dem  Gesuchsteller 
könnten  damit  weder  seine  eritreische  Herkunft  noch  die  übrigen 
Vorbringen,  die  jeglicher Substanz entbehren würden,  geglaubt werden. 
Vielmehr  sei  davon  auszugehen,  dass  es  sich  bei  ihm  um  einen 
äthiopischen  Staatsbürger  handle.  Er  erfülle  damit  die 
Flüchtlingseigenschaft nicht, so dass das Asylgesuch abzulehnen und die 
Wegweisung  anzuordnen  sei.  Der  Wegweisungsvollzug  nach  Äthiopien 
sei als zulässig, zumutbar und möglich zu betrachten. Es sei nicht Sache 
der  Asylbehörden,  bei  fehlenden  Hinweisen  seitens  des Gesuchstellers 
nach etwaigen Wegweisungshindernissen zu forschen. Es spreche nichts 
gegen die Annahme, der Gesuchsteller könne sich bei der Rückkehr nach 
Äthiopien  wieder  in  sein  herkömmliches  familiäres  und  soziales  Netz 
einfügen und einer beruflichen Aktivität nachgehen. 

Mangels  Anfechtung  erwuchsen  die  Dispositivziffern 1  (Verneinen  der 
Flüchtlingseigenschaft),  2  (Ablehnung  des  Asylgesuchs)  und  3 
(Anordnung der Wegweisung des Gesuchstellers) in Rechtskraft. 

C. 
Mit  Eingabe  vom  9. Juli  2010  erhob  der  Gesuchsteller  beim 
Bundesverwaltungsgericht Beschwerde gegen die Dispositivziffern 4 und 
5  der Verfügung  des BFM vom 4. Juni  2010  (Vollzug  der Wegweisung) 
und ersuchte um Feststellung der Unzulässigkeit und Unzumutbarkeit des 
Wegweisungsvollzugs sowie um Anordnung der vorläufigen Aufnahme. 

D. 
Mit  Urteil  vom  31. August  2010  (Verfahren  D­5008/2010)  wies  das 
Bundesverwaltungsgericht die Beschwerde des Gesuchstellers ab. 

Zur  Begründung  wurde  im  Wesentlichen  angeführt,  der  Vollzug  der 
Wegweisung  des  Gesuchstellers  nach  Äthiopien  sei  durchführbar.  Der 

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Vollzug  erscheine  in  Beachtung  der  massgeblichen  völker­  und 
landesrechtlichen  Bestimmungen  als  zulässig.  Die  Vorinstanz  habe  in 
rechtsverbindlicher Weise  festgestellt,  dass  es  dem Gesuchsteller  nicht 
gelungen  sei,  eine  asylrechtlich  erhebliche  Gefährdung  nachzuweisen 
oder glaubhaft zu machen, weshalb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip 
des flüchtlingsrechtlichen Non­Refoulements keine Anwendung finde, und 
auch  keine  Anhaltspunkte  für  eine  menschenrechtswidrige  Behandlung 
ersichtlich  seien,  die  ihm  in  Äthiopien  drohen  könnte.  Der 
Wegweisungsvollzug  sei  auch  zumutbar.  In  Äthiopien  herrsche  weder 
Krieg  noch  eine  Situation  allgemeiner  Gewalt  und  es  seien  auch  keine 
individuellen  Gründe  ersichtlich,  die  dem  Wegweisungsvollzug 
entgegenstehen  könnten.  Der  Gesuchsteller  sei  jung  und  gesund  und 
seinen  Aussagen  zufolge  lebten  sein  Vater  und  sein  Bruder  im 
Herkunftsstaat,  so  dass  angesichts  der  unglaubhaften  und 
tatsachenwidrigen  Vorbringen  –  namentlich  zur  Identität  –  davon 
auszugehen  sei,  er  verfüge  in  Äthiopien  in  Wirklichkeit  über  ein 
verwandtschaftliches  Beziehungsnetz.  Zudem  dürfte  die  mehrjährige 
Arbeitserfahrung  zu  seiner  Reintegration  beitragen.  Schliesslich  sei  der 
Wegweisungsvollzug auch als möglich zu bezeichnen. Die Ausführungen 
in der Beschwerde, die sich in einer Wiederholung der von der Vorinstanz 
in  rechtsverbindlicher  Weise  als  nicht  glaubhaft  erachteten 
gesuchsbegründenden  Vorbringen  erschöpfen  würden,  seien  nicht 
geeignet,  an  der  Feststellung  der  Durchführbarkeit  des 
Wegweisungsvollzugs etwas zu ändern. 

E. 
Mit  Fax­Eingabe  vom  4. Juli  2011  (Schreiben  datiert  vom  1. Juli  2011) 
reichte  der  Gesuchsteller  beim  BFM  eine  als  Wiedererwägungsgesuch 
bezeichnete  Eingabe  ein  und  ersuchte  um  Absehen  vom  Vollzug  der 
Wegweisung  beziehungsweise  um  Feststellung  der  Unmöglichkeit  des 
Wegweisungsvollzugs  und um Anordnung der  vorläufigen Aufnahme.  In 
verfahrensrechtlicher Hinsicht ersuchte er zudem um Erlass vorsorglicher 
Massnahmen  im  Sinne  von  Art. 56  des  Bundesgesetzes  vom 
20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG, 
SR 172.021), d. h. um Sistierung des Wegweisungsvollzugs. 

Zur Begründung wiederholte er erneut die – in rechtsverbindlicher Weise 
als  nicht  glaubhaft  erachteten  –  asylgesuchsbegründenden  Vorbringen 
und  machte  ergänzend  im  Wesentlichen  geltend,  die  Schweizerische 
Flüchtlingshilfe  (SFH)  halte  in  der  auszugsweise  beiliegenden 
Länderanalyse  "Äthiopien:  Eritreische  Herkunft"  vom  11. Mai  2009  fest, 

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dass  ein  Antrag  auf  Staatsbürgerschaft  in  Äthiopien  gestellt  werden 
müsse.  Die  im  Januar  2004  erlassene  Direktive,  wonach  Personen 
eritreischer  Herkunft  weiterhin  als  äthiopische  Staatsbürger  angesehen 
würden,  wenn  sie  nie  die  eritreische  Staatsbürgerschaft  angenommen 
und  ständig  in  Äthiopien  gelebt  hätten,  gelte  nur  für  in  Äthiopien 
residierende eritreisch­stämmige Personen, die seit 1991 ununterbrochen 
dort  gelebt  hätten.  Eine  Registrierung  der  (Wieder­)Gewährung  der 
äthiopischen  Staatsbürgerschaft  sei  zudem  nur  während  einer 
dreimonatigen Periode möglich gewesen. Er habe sich zwar von 1991 bis 
2008  ständig  in  Äthiopien  aufgehalten  und  seine  Eltern  seien  vor  dem 
Krieg wohl auch dort angemeldet gewesen; er sei mit einem äthiopischen 
Geburtsschein in der Schule angemeldet gewesen. Aber seine Mutter sei 
früh verstorben und sein Vater und sein Bruder seien 1998 nach Eritrea 
ausgeschafft  worden.  Seither  habe  er  sich  in  Äthiopien  versteckt.  Als 
Sohn  eritreischer  Eltern  sei  es  ohne  die  notwendigen  Identitätspapiere 
nicht  möglich  gewesen,  eine  äthiopische  Aufenthaltsbewilligung  zu 
erhalten.  Nach  Eritrea  könne  er  indes  auch  nicht  gehen,  da  er  nie 
eritreische  Identitätspapiere  besessen  habe,  so  dass  er  de  facto  als 
staatenlos zu bezeichnen sei.  In der Schweiz bemühe er sich um seine 
Integration und er gehe seit (…) einer Arbeit nach. 

F. 
Das  BFM  erklärte  sich  in  der  Sache  als  unzuständig  und  überwies  die 
Eingabe des Gesuchstellers vom 4. Juli 2011 am 4. August 2011 an das 
Bundesverwaltungsgericht zur Prüfung als Revisionsgesuch. 

G. 
Mit  Zwischenverfügung  vom  10. August  2011  stellte  der 
Instruktionsrichter  fest,  dass  das  Revisionsgesuch  aussichtslos 
erscheine,  weshalb  er  das  Gesuch  um  Aussetzung  des  Vollzugs  der 
Wegweisung abwies und einen Kostenvorschuss von Fr. 1'200.–, zahlbar 
bis  zum  25. August  2011,  erhob,  ansonsten  auf  das  Revisionsgesuch 
nicht  eingetreten  werde.  Gleichzeitig  forderte  er  den  Gesuchsteller  auf, 
innert  gleicher  Frist  das  Original  der  Fax­Eingabe  vom  4. Juli  2011 
nachzureichen, oder den erfolgten Versand nachzuweisen. 

H. 
Mit Eingabe vom 13. August 2011 (Datum Poststempel; Schreiben datiert 
vom  12. August  2011)  reichte  der  Gesuchsteller  das  Original  der  Fax­
Eingabe vom 4. Juli 2011, inklusive Beilage, nach. 

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I. 
Der Kostenvorschuss wurde am 19. August 2011 geleistet. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 
1.1. Das Bundesverwaltungsgericht ist für die Beurteilung von Gesuchen 
um  Revision  seiner  Urteile  zuständig  (Art. 45  des 
Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005  [VGG, SR 173.32];  vgl. 
BVGE 2007/21 E.2.1 S. 242  f.). Dabei  entscheidet  es  in  der Besetzung 
mit  drei  Richtern  oder  Richterinnen  (Art. 21  Abs. 2  VGG),  sofern  das 
Revisionsgesuch  nicht  in  die  Zuständigkeit  des  Einzelrichters 
beziehungsweise der Einzelrichterin fällt (Art. 23 VGG, Art. 111 AsylG). 

1.2.  Gemäss  Art. 45  VGG  gelten  für  die  Revision  von  Urteilen  des 
Bundesverwaltungsgerichts die Art. 121­128 des Bundesgerichtsgesetzes 
vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) sinngemäss. Bezüglich Inhalt und 
Form des Revisionsgesuchs kommt Art. 67 Abs. 3 VwVG zur Anwendung 
(Art. 47 VGG). 

1.3. Der Gesuchsteller  sucht mit  der Nachreichung  eines  Beweismittels 
die  bereits  im  vorangegangenen  Beschwerdeverfahren  vorgebrachten 
Gründe  für  ein  Absehen  vom  Vollzug  der  rechtskräftig  angeordneten 
Wegweisung zu belegen. Er bezieht sich damit auf einen Sachverhalt, der 
bereits  vor  dem  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  vom  31. August 
2010 (Verfahren D­5008/2010) bestanden habe. Die Eingabe vom 4. Juli 
2011 ist daher als Revisionsgesuch zu behandeln. 

1.4.  Der  Gesuchsteller  hat  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  der 
Aufhebung oder Änderung des Beschwerdeurteils  vom 31. August  2010 
und  ist  daher  zur  Einreichung  des  Revisionsgesuchs  legitimiert  (Art. 48 
Abs. 1 Bst. c VwVG in analogiam).

2. 
2.1.  Mit  dem  ausserordentlichen  Rechtsmittel  der  Revision  wird  die 
Unabänderlichkeit  und  Massgeblichkeit  eines  rechtskräftigen 
Beschwerdeentscheids angefochten, damit in der Sache neu entschieden 
werden kann. Das Bundesverwaltungsgericht zieht auf Gesuch hin seine 
Urteile  aus  den  in  Art. 121­123  BGG  aufgeführten Gründen  in Revision 
(Art. 45 VGG). 

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2.2. An die Begründung ausserordentlicher Rechtsmittel werden erhöhte 
Anforderungen  gestellt.  Aus  dem  Revisionsbegehren  muss  der 
angerufene Revisionsgrund ersichtlich  sein. Es muss dargelegt werden, 
welcher gesetzliche Revisionsgrund angerufen und welche Änderung des 
früheren  Entscheids  beantragt  wird.  Für  die  Zulässigkeit  eines 
Revisionsbegehrens  ist  nicht  erforderlich,  dass  die  Revisionsgründe 
wirklich  bestehen,  sondern  es  genügt,  wenn  der  Gesuchsteller  deren 
Bestehen  behauptet  und  hinreichend  begründet  (vgl.  ALFRED 
KÖLZ/ISABELLE  HÄNER,  Verwaltungsverfahren  und 
Verwaltungsrechtspflege  des  Bundes,  2. Aufl.,  Zürich  1998,  S. 259, 
Rz. 737).  Die  in  Art. 121­123  BGG  enthaltene  Aufzählung  der 
Revisionsgründe ist abschliessend.

2.3.  Der  Gesuchsteller  ruft  mit  der  Nachreichung  eines  Beweismittels 
sinngemäss den Revisionsgrund von Art. 123 Abs. 2 Bst. a BGG an. Die 
Eingabe  vom 4. Juli  2011 erweist  sich damit  als  hinreichend begründet. 
Auf  das  Revisionsgesuch  ist  deshalb  einzutreten  (Art. 47  VGG  i.V.m. 
Art. 67 Abs. 3 VwVG und Art. 52 VwVG).

3. 
3.1. Der Gesuchsteller beruft sich – wie ausgeführt – sinngemäss auf den 
Revisionsgrund  von  Art. 123  Abs. 2  Bst. a  BGG.  Gemäss  dieser 
Bestimmung  zieht  das  Bundesverwaltungsgericht  seinen  Entscheid  auf 
Begehren  einer  Partei  in  Revision,  wenn  die  ersuchende  Partei 
nachträglich  erhebliche  Tatsachen  erfährt  oder  entscheidende 
Beweismittel  auffindet,  die  sie  im  früheren  Verfahren  nicht  beibringen 
konnte, unter Ausschluss der Tatsachen oder Beweismittel, die erst nach 
dem Entscheid  entstanden  sind.  Hingegen  kann  die  Revision  nicht  aus 
einem  Grund  verlangt  werden,  der  bereits  im  ordentlichen 
Beschwerdeverfahren  hätte  geltend  gemacht  werden  können  (Art. 46 
VGG). Tatsachen, auf die sich die gesuchstellende Partei beruft, müssen 
sich somit bereits  vor Abschluss des Beschwerdeverfahrens verwirklicht 
haben.  Zudem muss  die  gesuchstellende  Partei  dartun,  dass  sie  diese 
während  des  vorangegangenen  Verfahrens  nicht  gekannt  hat  und 
deshalb  nicht  beibringen  konnte,  da  der  Revisionsgrund  von  Art. 123 
Abs. 2  Bst. a  BGG  nicht  dazu  dient,  bisherige  Unterlassungen  in  der 
Beweisführung  wieder  gutzumachen.  Ausgeschlossen  sind  damit  auch 
Umstände,  die  die  gesuchstellende  Partei  bei  pflichtgemässer  Sorgfalt 
hätte  kennen  können  (vgl.  ELISABETH  ESCHER,  in:  Basler  Kommentar, 
Bundesgerichtsgesetz,  Basel  2008,  N. 8  zu  Art. 123  BGG).  Auch 
bezüglich  nachträglich  aufgefundener  Beweismittel  darf  die 

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gesuchstellende Partei nicht  in der Lage gewesen sein, diese bereits  im 
früheren  Verfahren  beizubringen.  Revisionsweise  eingereichte 
Beweismittel sind dann beachtlich, wenn sie entweder die neu erfahrenen 
erheblichen  Tatsachen  belegen  oder  geeignet  sind,  Tatsachen  zu 
belegen,  die  zwar  im  früheren  Verfahren  bekannt  gewesen,  aber  zum 
Nachteil  der  gesuchstellenden  Partei  unbewiesen  geblieben  sind.  Das 
Beweismittel muss zudem für die Tatbestandsermittlung von Belang sein. 
Es  genügt  nicht,  wenn  es  zu  einer  neuen  Würdigung  der  bereits 
bekannten  Tatsachen  führen  soll  (vgl.  ANDRÉ  MOSER/MICHAEL 
BEUSCH/LORENZ  KNEUBÜHLER,  Prozessieren  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht,  Handbücher  für  die  Anwaltspraxis,  Band X, 
Basel 2008, Rz. 5.48, S. 250).

3.1.1. Der Bericht "Äthiopien: Eritreische Herkunft" der SFH, auf den sich 
der Gesuchsteller vorliegend beruft, datiert vom 11. Mai 2009, mithin vor 
Erlass  des  Beschwerdeurteils  vom  31. August  2010,  und  es  ist  nicht 
ersichtlich,  weshalb  der  Gesuchsteller  nicht  in  der  Lage  gewesen  sein 
sollte,  diesen  bereits  im  vorangegangenen  ordentlichen 
Beschwerdeverfahren  einzureichen  beziehungsweise  früher  geltend  zu 
machen. Es ist deshalb grundsätzlich von einem verspäteten Vorbringen 
im Sinne von Art. 46 VGG auszugehen.

3.1.2. Im Übrigen erweist sich das neue Beweismittel als nicht erheblich. 
In  der  Verfügung  des  BFM  vom  4. Juni  2010  wurde  rechtsverbindlich 
festgestellt,  dass  die  Vorbringen  des  Gesuchstellers  zu  seiner 
eritreischen Herkunft nicht geglaubt werden können und vielmehr davon 
auszugehen  ist,  es  handle  sich  bei  ihm  um  einen  äthiopischen 
Staatsangehörigen. Im Beschwerdeurteil vom 31. August 2010 wurde der 
Vollzug  der  Wegweisung  des  Gesuchstellers  nach  Äthiopien  als 
durchführbar  erachtet.  Die  nun  neu  angerufene  SFH­Länderanalyse 
"Äthiopien:  Eritreische  Herkunft"  vom  11. Mai  2009  vermag  an  dieser 
Einschätzung nichts zu ändern, hat sich die geltend gemachte eritreische 
Herkunft  des Gesuchstellers  doch  –  wie  ausgeführt  –  im  Asylverfahren 
als  unglaubhaft  erwiesen.  Der  SFH­Bericht  vom  11. Mai  2009  vermag 
weder die erneut behauptete,  indes nicht glaubhafte eritreische Herkunft 
des  Gesuchstellers,  noch  die  angebliche  Undurchführbarkeit  des 
Wegweisungsvollzugs  nach  Äthiopien  zu  belegen.  Das  Beweismittel  ist 
daher als nicht beweistauglich und somit als nicht erheblich im Sinne von 
Art. 123 Abs. 2 Bst. a BGG zu erachten. 

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3.2.  Hinsichtlich  der  geltend  gemachten  Integrationsbemühungen  des 
Gesuchstellers  in  der  Schweiz  ist  festzustellen,  dass  der  Frage  der 
Integration  bei  der Prüfung  der  Zumutbarkeit  des Wegweisungsvollzugs 
nur  untergeordnete  Bedeutung  zukommen  kann.  Nachdem  die 
Bestimmungen  betreffend  die  vorläufige  Aufnahme  infolge  einer 
schwerwiegenden  persönlichen  Notlage  (insbesondere  Art. 44  Abs. 3­5 
AsylG  in  der  Fassung  vom  26. Juni  1998;  AS 1999  2273)  auf  den 
1. Januar  2007 aufgehoben worden  sind,  kann bei Beschwerden gegen 
Verfügungen des BFM  im Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht 
das  Vorliegen  einer  schwerwiegenden  persönlichen  Notlage  nicht mehr 
geprüft  werden. Nach  geltendem Recht  ist  es  dem  zuständigen Kanton 
vorbehalten,  einer  ihm  zugewiesenen  Person  mit  Zustimmung  des 
Bundesamtes  eine  Aufenthaltsbewilligung  zu  erteilen,  wenn  wegen 
fortgeschrittener  Integration  ein  schwerwiegender  persönlicher  Härtefall 
vorliegt (Art. 14 Abs. 2 Bst. c AsylG). 

3.3.  Was  die  übrigen  Einwände  in  der  Revisionseingabe  betrifft,  so 
erschöpfen  sich  diese  in  einer  erneuten  Wiederholung  der  bereits  in 
rechtsverbindlicher  Weise  als  nicht  glaubhaft  erachteten 
asylgesuchsbegründenden  Vorbringen.  Sie  laufen  auf  eine  allgemeine, 
appellatorische Kritik am begründeten Beschwerdeurteil  vom 31. August 
2010  respektive  auf  eine  Beanstandung  der  rechtlichen Würdigung  des 
Sachverhalts  in  diesem  Urteil  hinaus.  Der  Gesuchsteller  ruft  zwar  mit 
Art. 123 Abs. 2 Bst. a BGG einen Revisionsgrund an, beabsichtigt jedoch 
mit  seiner  Eingabe  vielmehr  eine  andere Würdigung  des  Sachverhalts. 
Dafür besteht  jedoch  im Rahmen eines Revisionsverfahrens kein Raum. 
Eine  erneute  rechtliche  Würdigung  aktenkundiger  Tatsachen  beschlägt 
eine  Rechtsfrage  und  nicht  den  Sachverhalt  und  stellt  damit  keinen 
Revisionsgrund  dar  (vgl.  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der 
[vormaligen]  Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK]  2000 
Nr. 29 E. 5). 

4. 
Zusammenfassend  ist  festzuhalten,  dass  kein  revisionsrechtlich 
relevanter Sachverhalt dargetan ist. Das Gesuch um Revision des Urteils 
des Bundesverwaltungsgerichts  vom 31. August  2010  (D­5008/2010)  ist 
demzufolge abzuweisen. 

5. 
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind dessen Kosten von Fr. 1'200.– 
dem Gesuchsteller aufzuerlegen (Art. 37 VGG i.V.m. Art. 63 Abs. 1 und 5 

D­4325/2011

Seite 10

VwVG und Art. 68 Abs. 2 VwVG; Art. 16 Abs. 1 Bst. a VGG i.V.m. Art. 1­3 
des  Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 
173.320.2]).  Sie  sind  durch  den  in  gleicher  Höhe  geleisteten 
Kostenvorschuss gedeckt und sind mit diesem zu verrechnen. 

(Dispositiv nächste Seite)

D­4325/2011

Seite 11

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Das Revisionsgesuch wird abgewiesen.

2. 
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 1'200.–  werden  dem  Gesuchsteller 
auferlegt.  Sie  sind  durch  den  in  gleicher  Höhe  geleisteten 
Kostenvorschuss gedeckt und werden mit diesem verrechnet. 

3. 
Dieses  Urteil  geht  an  den  Gesuchsteller,  das  BFM  und  die  zuständige 
kantonale Behörde.

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Martin Zoller Susanne Burgherr

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