# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** cb81b6cc-a604-5e19-bee4-2d81790594b0
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-04-01
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 01.04.2014 200 2013 1006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2013-1006_2014-04-01.pdf

## Full Text

200 13 1006 IV und
200 13 1008 IV bis
200 13 1009 IV (3)
ACT/ABE/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 1. April 2014

Verwaltungsrichter Ackermann, Kammerpräsident
Verwaltungsrichterin Fuhrer, Verwaltungsrichter Scheidegger
Gerichtsschreiberin Abenhaim

A.________
vertreten durch B.________, Fürsprecher C.________ 
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend drei Verfügungen vom 10. Oktober 2013

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. April 2014, IV/13/1006, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1967 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
meldete sich am 26. Mai 2009 mit Hinweis auf eine Kniearthrose und eine 
nervliche Angeschlagenheit bei der IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerde-
gegnerin) zum Leistungsbezug an (Akten der IVB, Antwortbeilage [AB] 2). 
Die IVB tätigte medizinische (AB 7 ff.) und erwerbliche (AB 23) Abklärun-
gen, insbesondere eine berufliche Abklärung im Spital D.________ ab dem 
7. Februar 2011 (AB 44). Anschliessend veranlasste sie zunächst ein Be-
lastbarkeits- und anschliessend ein Aufbautraining in der E.________ (12. 
September 2011 bis 26. Februar 2012 [AB 53, 63]) sowie ein Arbeitstrai-
ning in der freien Wirtschaft ab dem 29. Februar 2012 (AB 68). Letzteres 
wurde aus gesundheitlichen Gründen abgebrochen (AB 77), worauf die 
beruflichen Eingliederungmassnahmen am 11. Mai 2012 abgeschlossen 
wurden (AB 79). In der Folge liess die IVB die Versicherte rheumatologisch 
und psychiatrisch untersuchen (Gutachten vom 7. bzw. 13. September 
2012 [AB 92.1, 92.2, 93.1]). Nach Einholung eines Abklärungsberichts für 
Selbständigerwerbende (AB 97) und Durchführung des Vorbescheidverfah-
rens (AB 98 ff.) sprach die IVB mit Verfügungen vom 10. Oktober 2013 eine 
ganze Invalidenrente vom 1. November 2009 bis 30. September 2011 
(AB 116) und vom 1. Februar bis 30. September 2012 (AB 117) zu; vom 1. 
November 2009 bis 31. August 2011 erhielt sie ferner eine Kinderrente 
zugesprochen (AB 118). In den Verfügungen wurde vermerkt, wegen des 
Taggeldbezugs würden Rentenbetreffnisse gekürzt und in der Zeit von Ok-
tober 2011 bis Januar 2012 werde die Rente nicht ausgerichtet (AB 116/2, 
117/2).

B.

Gegen diese Verfügungen liess die Versicherte, vertreten durch Fürspre-
cher C.________ von B.________, am 13. November 2013 Beschwerde 
mit folgenden Rechtsbegehren erheben:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. April 2014, IV/13/1006, Seite 3

1. Die Verfügungen der Beschwerdegegnerin vom 10.10.2013 seien soweit aufzu-
heben als die ganze Rente nur befristet zugesprochen wird. 

2. Der Beschwerdeführerin sei auch mit Wirkung ab 01.10.2012 eine unbefristete 
ganze Invalidenrente zuzusprechen. 

3. Der Beschwerdeführerin sei die unentgeltliche Prozessführung zu bewilligen 
und sie sei von allfälligen Vorschuss- und Sicherheitsleistungen zu befreien. 
Zudem sei ihr die unentgeltliche Rechtsverbeiständung durch den Unterzeich-
nenden zu gewähren.

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerin.

Bestritten wird im Wesentlichen die medizinische Beurteilung. 

Mit Beschwerdeantwort vom 13. Dezember 2013 beantragt die Beschwer-
degegnerin die Beschwerdeabweisung. 

Erwägungen:

1.

1.1 Die angefochtenen Entscheide sind in Anwendung von Sozialversi-
cherungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch die angefochtenen Entscheide berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung, weshalb sie zur 
Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gege-
ben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversiche-
rung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

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1.2 Angefochten sind die Verfügungen vom 10. Oktober 2013 (AB 116-
118). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine Invalidenrente. In 
anfechtungs- und streitgegenständlicher Hinsicht liegt ein Rechtsverhältnis 
vor, wenn rückwirkend eine abgestufte und/oder befristete Invalidenrente 
zugesprochen wird. Wird nur die Abstufung oder die Befristung der Leis-
tungen angefochten, wird damit die richterliche Überprüfungsbefugnis nicht 
in dem Sinne eingeschränkt, dass die unbestritten gebliebenen Rentenbe-
zugszeiten von der richterlichen Prüfung ausgenommen blieben (BGE 125 
V 413). Folglich ist hier nicht nur der Zeitraum ab Oktober 2012 zu beurtei-
len, sondern auch die zugesprochenen Leistungen ab November 2009.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.2 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und 
bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein solcher auf eine Vier-
telsrente.

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2.3 Bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten 
Invalidenrente sind die für die Rentenrevision geltenden Bestimmungen 
analog anzuwenden (BGE 109 V 125 E. 4a S. 127; AHI 1998 S. 121 E. 1b).

2.3.1 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf 
Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufge-
hoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentli-
che Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den In-
validitätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen (BGE 130 V 
343 E. 3.5 S. 349).

2.3.2 Bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, 
sich im Aufgabenbereich zu betätigen, ist die anspruchsbeeinflussende 
Änderung für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem 
Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass 
sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu 
berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Mona-
te angedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird (Art. 88a 
Abs. 1 der Verordnung über die Invalidenversicherung vom 17. Januar 
1961 [IVV; SR 831.201]). Bei einer Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit 
oder der Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, ist die an-
spruchsbeeinflussende Änderung zu berücksichtigen, sobald sie ohne we-
sentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat (Art. 88a Abs. 2 IVV).

2.3.3 Die Frage, ob eine erhebliche Änderung der tatsächlichen Verhält-
nisse eingetreten ist, beurteilt sich bei rückwirkender Zusprechung einer 
abgestuften oder befristeten Rente durch Vergleich des Sachverhalts, wie 
er im Zeitpunkt des Rentenbeginns bestanden hat, mit demjenigen im Zeit-
punkt der Rentenherabsetzung oder -aufhebung nach Art. 88a IVV (Ent-
scheid des Bundesgerichts [BGer] vom 16. Juni 2009, 8C_87/2009, E. 2.2).

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-

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lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 132 V 93 E. 4 S. 99).

3.

3.1 In medizinischer Hinsicht lässt sich den Akten im Wesentlichen Fol-
gendes entnehmen:

3.1.1 Dr. med. F.________, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin 
FMH, führte im Bericht vom 31. Juli 2009 (AB 13/1) Folgendes auf:

Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit

1. Knieschmerzen beidseits rechts betont mit beginnender femoro-tibialer
Degeneration medial beidseits und ausgeprägter Chondropathie patellae 
Grad IV rechts (MRI 19.11.2008)

2. Rezidivierendes mittel- bis schwergradiges depressives Zustandsbild mit 
St.n. Tablettenmischintoxikation am 05.04.2005 in suizidaler Absicht

Aktuell depressives Zustandsbild mit schwergradigen Stimmungsschwan-
kungen, Schlafstörungen und Erschöpfungssymptomatik bei belastender 
psychosozialer Situation 

Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit

1. Adipositas (BMI 36.5)

2. Arterielle Hypertonie

3. St. n. subacromialer Infiltration links am 15.05.2008 bei Periarthropathia 
humero-scapularis links

4. St. n. peripherer Facialisparese rechts, wahrscheinlich idiopathisch am 
28.01.2004 mit kompletter Remission 

5. Rezidivierendes akutes Lumbovertebralsyndrom 

6. Steatohepatitis

7. St. n. Hysterektomie bei Hypermenorrhoe 1991

8. St. n. Schwannonentfernung am 27.02.2004 linke Hand Dig. IV über dem 
DIP-Gelenk

Die aktuelle Arbeitsunfähigkeit seit dem 13. November 2008 (100%) sei 
initial durch Knieschmerzen bedingt. Die Patientin arbeite als Selbständi-
gerwerbende in einer …; aufgrund der Knieschmerzen sei die stehende 
Arbeit nicht mehr möglich gewesen. Zudem habe sie die … als Existenz-

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grundlage verloren, da ihr „Ex-Ex-Ehemann“, dem jene gehört habe, die … 
zurück wolle. Zudem beständen weitere, zum Teil massive psychosoziale 
Problemkreise, einerseits im Zusammenhang mit ihren Kindern und ander-
seits durch Ehekonflikte. Dies habe zu einer akuten psychischen Dekom-
pensation u.a. mit suizidalen Gedanken geführt. Die Knieschmerzen hätten 
mit physiotherapeutischer Intervention und analgetischer Therapie teilweise 
gelindert werden können und ständen aktuell nicht mehr im Vordergrund. 
Die psychiatrische Grundproblematik bestehe weiterhin bei schwer gestör-
tem psychosozialem Umfeld.

3.1.2 Im zuhanden der Krankentaggeldversicherung erstellten Gutachten 
vom 1. November 2009 (AB 17/2) nannte Dr. med. G.________, Facharzt 
für Prävention und Gesundheitswesen sowie für Psychiatrie und Psycho-
therapie FMH, folgende sein Fachgebiet betreffende Diagnose mit Auswir-
kung auf die Arbeitsfähigkeit: Rezidivierende depressive Störung, aktuell 
mittelgradige Episode (DD bipolare Störung). Hinweise auf eine bipolare 
Störung seien nicht konkret gefunden worden; solche müssten bei rezidi-
vierenden depressiven Störungen aber immer aktiv gesucht werden. Die 
aktuelle Situation werde geprägt von den Kniebeschwerden, dem depressi-
ven Zustandsbild, der Arbeitslosigkeit sowie der unruhigen familiären Situa-
tion. Aufgrund der depressiven Störung seien Konzentration und Antrieb 
vermindert bei erhöhter Überforderung/Ermüdung. Aus rein psychiatrischer 
Sicht wäre die Reintegration in den Gastronomiebereich günstig.

3.1.3 Dr. med. F.________ berichtete am 12. August 2010 (AB 29), we-
gen der progredienten morbiden Adipositas sei am 9. April 2010 eine baria-
trische Operation (Schlauchmagenbildung) durchgeführt worden. Als Kom-
plikation dieses Eingriffes sei es zu einer Perforation des Rektums gekom-
men, weshalb vorübergehend ein künstlicher Darmausgang nötig gewesen 
sei. Die Wunde der Rückverlegungsoperation sei wegen lokaler Entzün-
dungszeichen noch nicht vollständig abgeheilt. Durch die Behandlung in 
einer psychiatrischen Tagesklinik habe eine recht gute psychische Stabili-
sierung erreicht werden können. Die Knieschmerzen seien nach der signifi-
kanten Gewichtsabnahme von 116 auf 88 kg deutlich zurückgegangen und 
manifestierten sich nur noch bei körperlicher Belastung.

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3.1.4 Dr. med. H.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psychothera-
pie FMH, legte im Bericht vom 8. Oktober 2010 (AB 35) dar, die Patientin 
habe sich psychisch gut stabilisiert, sodass lediglich noch eine leichte de-
pressive Störung vorliege. Seit dem 22. September 2010 bestehe eine 
50%-ige Arbeitsunfähigkeit.

3.1.5 Am 24. April 2012 (AB 76) gab Dr. med. H.________ an, der Ge-
sundheitszustand habe sich verschlechtert. Die Patientin leide seit der 
Sleeve Gastrektomie nach wie vor unter GIT (Gastrointestinaltrakt)-
Beschwerden. Mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit beständen eine bipolare 
affektive Störung, gegenwärtig mittelgradige depressive Episode mit soma-
tischem Syndrom (ICD-10 F31.31) sowie akzentuierte Persönlichkeitszüge 
mit emotionaler Instabilität (ICD-10 Z73.1). 

3.1.6 Dr. med. I.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie 
und für Neurologie, nannte im psychiatrischen Teilgutachten vom 7. Sep-
tember 2012 (AB 92.1) folgende Diagnose: Rezidivierende depressive Epi-
soden unterschiedlicher Ausprägungsgrade (ICD-10 F33.0 bis F33.2) mit 
zurzeit noch – abklingender – mittelgradig bis leichter Episode, die jetzt 
wesentlich durch extrinsische Faktoren (somatischer und insbesondere 
psychosozialer Natur) ausgelöst und aufrecht erhalten werden (S. 14). Die 
psychiatrische Vorgeschichte zeige, dass die Ereignisse in der Lebensge-
schichte schon früh dazu angetan gewesen seien, als behandlungsrelevan-
te psychische Probleme manifest zu werden: Die sehr frühe und ungewollte 
Mutterschaft sei zu einer bis in die Gegenwart reichenden Dauerbelastung 
geworden, da jene Tochter schon sehr früh verhaltensauffällig geworden, in 
der Drogen-Szene „versackt“ und zu einer 14-jährigen Haftstrafe verurteilt 
worden sei. 2004 sei es zu ersten klinisch manifesten Dekompensationen 
mit appellativem Suizidversuch (2005) gekommen. Die immer stärker in 
den Vordergrund tretenden psychosozialen Probleme hätten im Mai 2005 
(recte: 2009 [AB 8/2]) zu einer (weiteren) akuten depressiven Dekompen-
sation geführt (S. 15). Nach einer Stabilisierung (2010) und einer erneuten 
depressiven Episode (2011) befinde sich die Explorandin aktuell nach einer 
Fettamputation mit Hautstraffung noch in der Anpassungsphase an ihre 
neue körperliche Identität mit im Vordergrund stehender Selbstunsicherheit 
und einer depressiven Anpassungsstörung an die vor ihr liegende Zukunft. 

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Im Ergebnis präsentiere sich eine nach alter Nomenklatur reaktive Depres-
sion auf die vielfältigen psychosozialen und somatischen Problemfelder. 
Jetzt sei die Explorandin auf dem eindeutigen Weg der psychischen Besse-
rung, nachdem auch die somatischen Probleme der letzten Jahre zu einem 
annehmbaren Abschluss geführt hätten. Sie sei explizit motiviert, wieder ins 
Erwerbsleben einzutreten. Aus psychiatrischer Sicht könne von einem vol-
len Präsenzrahmen (Pensum 100%) mit nur geringgradiger Leistungsmin-
derung innerhalb dieses zeitlichen Pensums ausgegangen werden (S. 16).

Dr. med. J.________, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin FMH und 
für Rheumatologie FMH, nannte im rheumatologischen Teilgutachten vom 
7. September 2012 (AB 93.1) folgende Diagnosen:

- Chronifizierte Abdominalbeschwerden nach mehreren bariatrischen 
Operationen, letztendlich Gastric Bypass Juli 2010, aktueller BMI 23 
(ICD-10 K91.25)

- Malabsorptiver Eingriff mit möglichem Dumping

- Risikokonstellation für Osteoporose nach beidseitiger Adnexektomie 
1991/2011

- Rezidivierendes vorderes Knieschmerzsyndrom beidseits bei schwerer 
Retropatellararthrose rechts, links bisher nicht abgeklärt (ICD-10 
M22.2)

- Mögliche Hyperthyreose (ICD-10 E05.9)

Die Explorandin habe beinahe ausschliesslich über krampfartige Bauch-
schmerzen berichtet, die zu Übelkeit führten und einzig durch Liegen ge-
bessert werden könnten. Trotz ausgedehnter Abklärung von Seiten der 
Viszeralchirurgen habe bisher keine sichere Diagnose gestellt werden kön-
nen, sodass differentialdiagnostisch ein somatoformes Geschehen zu er-
wägen sei (AB 92.2/1). Sicher liege eine Insuffizienz der Bein-, Hüft- und 
Rumpfmuskulatur vor, mit grosser Wahrscheinlichkeit auch der abdomina-
len Muskelgruppen (jene Tests seien postoperativ bewusst nicht durchge-
führt worden). Im Schultergürtelbereich fänden sich myofasziale Befunde 
und muskuläre Verkürzungen, welche durch aktive Massnahmen potentiell 
therapierbar und voll reversibel seien. Aus somatischer Sicht sei eine Re-
konditionierung einzuleiten (AB 92.2/2).

Der psychiatrische Gutachter führte sodann aus (AB 92.2/3), durch die viel-
fältigen operativen Eingriffe habe sich eine begleitende reaktive depressive 

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Verstimmung entwickelt, die aber auch in intrinsischen psychischen
Reaktionsbildungen ihre Wurzeln habe. Im Rahmen depressiver Störungen 
würden auch Schmerzen intensiver wahrgenommen, weshalb die diagnos-
tische Einordnung in ICD-10 F54 (Psychologische Faktoren oder Verhal-
tensfaktoren bei andernorts klassifizierten Krankheiten) am Überzeugends-
ten sei. Die dem Konzept der anhaltenden somatoformen Schmerzstörung 
(ICD-10 F45.4) zugrunde liegenden Pathomechanismen erschienen hier 
weniger zutreffend.

In der interdisziplinären Beurteilung vom 13. September 2012 legten die 
Dres. med. I.________ und J.________ dar, die zuletzt ausgeübte Tätigkeit 
im … sei wegen der somatischen Gesundheitsschäden medizinisch nicht 
mehr zumutbar (AB 92.2/3). Für die Zeit vom 13. November 2008 bis zu 
den Untersuchungen im Rahmen der Exploration sei von einer vollen Ar-
beitsunfähigkeit für die angestammte und eine angepasste Tätigkeit auszu-
gehen. Körperlich leichte Arbeiten ohne regelmässiges Heben von Lasten 
und ohne regelmässiges Kauern oder Bücken in ruhiger Umgebung ohne 
intensiven Verkehr mit anonymen Drittpersonen seien mit vollem zeitlichem 
Pensum zumutbar (AB 92.2/4).

3.1.7 Im Bericht des Psychiatrischen Dienstes des Spitals K.________ 
vom 1. Mai 2013 (AB 107/4) wurde festgehalten, der Verlauf zeige eine 
erneute depressive Dekompensation kurz nach dem Gutachten. Danach 
habe sich die Symptomatik stetig und deutlich gebessert. In den letzten vier 
Wochen sei es zu einer erneuten Verschlechterung gekommen mit Angst-
zuständen, dem Unvermögen unter Leute zu gehen, einer Antriebslosigkeit 
und Zukunftsängsten. Die von der Hausärztin festgestellte Anämie ziehe 
erneut Abklärungen nach sich. Die Patientin sei erneut zu 100% krank ge-
schrieben.

3.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-

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kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass das 
Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, unab-
hängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, ob 
die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).

3.3 Sowohl die Teilgutachten (AB 92.1, 93.1) als auch die interdiszi-
plinäre Beurteilung (AB 92.2) der Dres. med. I.________ und J.________ 
erfüllen die Anforderungen der Rechtsprechung an Expertisen (E. 3.2 hier-
vor). Sie beruhen auf eigenen Untersuchungen, wurden in Kenntnis der 
Vorakten, nach Auseinandersetzung mit diesen und unter Berücksichtigung 
der geklagten Beschwerden erstattet. Ferner sind sie in der Darlegung der 
medizinischen Situation widerspruchsfrei und die Schlussfolgerungen sind 
nachvollziehbar begründet. Damit erbringen sie vollen Beweis (vgl. BGE 
125 V 351 E. 3b/bb S. 253). Sowohl die Hausärztin (AB 107/3) als auch die 
behandelnden Ärzte des Psychiatrischen Dienstes des Spitals K.________ 
(AB 107/4) bestätigen denn auch die Einschätzung der Gutachter. Da aus 
viszeralchirurgischer Sicht bereits seit Herbst 2011 eine vollständige Ar-
beitsfähigkeit besteht (vgl. AB 57/2), ist ferner nicht zu beanstanden, dass 
im Rahmen der Begutachtung keine viszeralchirurgische Untersuchung 
erfolgt ist. Damit ist vom 13. November 2008 bis zum Begutachtungszeit-
punkt im Juni 2012 (vgl. AB 92.1/1, 93.1/1) eine vollständige Arbeitsun-
fähigkeit in allen Tätigkeiten und anschliessend für eine angepasste Tätig-
keit eine vollständige Arbeitsfähigkeit erstellt (AB 92.2/4).

3.3.1 Soweit in der Beschwerde (S. 4, Ziff. 3) mit Hinweis auf die im An-
hörungsverfahren eingereichten Arztberichte (AB 107) geltend gemacht 
wird, die gesundheitliche Situation habe sich seit der Begutachtung ver-
schlechtert, ist Folgendes festzuhalten:

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Auf die Einschätzung der Hausärztin Dr. med. F.________ im Bericht vom 
22. April 2013 (AB 107/3) betreffend die „Depression“ ist schon deshalb 
nicht abzustellen, weil sie als Allgemeinmedizinerin ihr Fachgebiet über-
schreitet. Hinsichtlich der in jenem Bericht weiter erwähnten Anämie, wel-
che mitverantwortlich sei für die erneute Krankschreibung ab April 2013, ist 
ferner keine Veränderung seit der Begutachtung erstellt, wurde dieser Ge-
sundheitsschaden von den Gutachtern doch bereits berücksichtigt 
(AB 92.2/2). Den in der Beschwerde (S. 4 und S. 5) in Aussicht gestellten 
Verlaufsbericht u.a. betreffend den Behandlungserfolg der Anämie hat die 
Beschwerdeführerin denn auch nicht eingereicht.

Die im Bericht des Psychiatrischen Dienstes des Spitals K.________ vom 
1. Mai 2013 (AB 107/4) erwähnte Akzentuierung der Persönlichkeit mit 
emotional instabilen Zügen (ICD-10 Z73.1) stellt keine Erkrankung im Sinne 
der anerkannten internationalen Klassifikationssysteme dar. Denn bei den 
sog. Z-Kodierungen handelt es sich um Faktoren, die den Gesundheitszu-
stand beeinflussen und zur Inanspruchnahme des Gesundheitswesens 
führen; die Kategorien Z00-Z999 sind jedoch für Fälle vorgesehen, in de-
nen Sachverhalte als „Diagnosen“ oder „Probleme“ angegeben sind, die 
nicht als Krankheit, Verletzung oder äussere Ursache unter den Kategorien 
A00-Y89 klassifizierbar sind (Entscheid des BGer vom 28. Juni 2012, 
9C_537/2011, E. 3.1). Eine Akzentuierung der Persönlichkeit fällt somit 
nicht unter den Begriff der invaliditätsrechtlich erheblichen Gesundheitsbe-
einträchtigung. Auch aus den Überlegungen betreffend einer allfälligen
emotional-instabilen Persönlichkeitsstörung (AB 107/5) vermag die Be-
schwerdeführerin nichts zu ihren Gunsten abzuleiten. Abgesehen davon, 
dass ihr die behandelnden Ärzte keine seit der Begutachtung veränderte 
Arbeits- oder Leistungsfähigkeit attestiert haben, legte der Regionale Ärztli-
che Dienst (RAD) am 16. Mai 2013 (AB 109/2) nachvollziehbar dar, dass 
eine entsprechende Symptomatik nicht „kommt und geht“, sondern mehr 
oder weniger ausgeprägt lebenslang vorhanden sei; hier seien früher aber 
keine solchen Symptome dokumentiert worden. Der Stellungnahme des 
RAD ist ausserdem zu entnehmen, dass sich vorliegend die Lebensereig-
nisse als behandlungsrelevante psychische Probleme manifestiert hätten, 
wogegen es sich bei entsprechenden psychiatrischen Krankheiten umge-
kehrt verhalten würde, indem die Krankheitssymptome die Lebensqualität 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. April 2014, IV/13/1006, Seite 13

beeinträchtigten würden. Ferner zeigte der RAD-Arzt auf, dass die vom 
Psychiatrischen Dienst diskutierte Depersonalisation und Derealisation 
entgegen der im Bericht vom 1. Mai 2013 geäusserten Bedenken 
(AB 107/4 f.) sehr wohl Eingang in das Gutachten gefunden hat, nämlich in 
dem Sinne, als der psychiatrische Gutachter im Psychostatus sämtliche 
Ich-Störungen als „nicht vorhanden“ angegeben hat (vgl. AB 92.1/12).
Hinzu kommt, dass die vom Psychiatrischen Dienst im Rahmen der geltend 
gemachten Verschlechterung erwähnte Symptomatik (Angstzustände, Un-
vermögen unter Leute zu gehen, Antriebslosigkeit und Zukunftsängste [AB 
107/5]) bereits anlässlich der psychiatrischen Exploration festgestellt wurde 
(vgl. AB 92.1 [S. 6: Panik „vor den vielen Leuten“; S. 12: Antriebsarmut; 
S. 16: „Anpassungsstörung an die … Zukunft“]) und somit keine Verände-
rung darstellt. Die behandelnden Ärzte führen sodann in keiner Art und 
Weise aus, inwiefern sich die damals festgestellten Symptome verschlech-
tert haben sollten. 

3.3.2 Der psychiatrische Gutachter hatte Kenntnis (AB 92.1/17) davon, 
dass in den Vorakten eine bipolare (affektive) Störung erwähnt (AB 17/8) 
bzw. diagnostiziert (AB 76) wurde. Dass er zu diesem Gesundheitsschaden 
nach der einlässlichen Untersuchung und sorgfältigen Befunderhebung 
keine Ausführung gemacht hat, ist nicht zu beanstanden: Dr. med. 
H.________ hat ihre Diagnosestellung weder mit objektiven Befunden un-
termauert noch anderweitig begründet. Auch die Ärzte des Psychiatrischen 
Dienstes des Spitals K.________ haben jene Störung im Bericht vom 1. 
Mai 2013 differentialdiagnostisch in Betracht gezogen, jedoch sogleich 
wieder relativiert, indem lediglich Hinweise auf hypomanische Episoden 
bejaht, eine manifest manische Phase hingegen verneint wurde (AB 107/4).

3.3.3 Nach dem Gesagten hat die Beschwerdegegnerin zu Recht auf die 
Einschätzung der Dres. med. J.________ und I.________ abgestellt. Zu 
bestimmen bleibt der Invaliditätsgrad.

4.

4.1 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. April 2014, IV/13/1006, Seite 14

Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

4.1.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30).

4.1.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht. Hat sie nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine 
oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge-
nommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den 
vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen 
(LSE) herangezogen werden (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301).

4.2 Gestützt auf die vollständige Arbeitsunfähigkeit zwischen November 
2008 und Juni 2012 (E. 3.3 hiervor) besteht unter Berücksichtigung des 
Wartejahres gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG sowie der im Mai 2009 erfolg-
ten Anmeldung zum Leistungsbezug (AB 2) und des Art. 29 Abs. 1 IVG von 
vornherein Anspruch auf eine ganze Rente ab November 2009.

4.3 Die im Juni 2012 festgestellte Verbesserung des Gesundheitszu-
stands (E. 3.3 hiervor) stellt einen Revisionsgrund dar. Auf diesen Zeitpunkt 
hin ist eine neue Invaliditätsbemessung vorzunehmen (E. 2.3.1 hiervor).

4.3.1 Das Valideneinkommen hat die Beschwerdegegnerin zu Recht auf-
grund des (unterdurchschnittlichen) Einkommens als … bemessen (BGE 
135 V 58 E. 3.4.6 E. 64): Ohne Gesundheitsschaden wäre die Beschwer-
deführerin überwiegend wahrscheinlich weiterhin als … tätig, verfügt sie 
doch über keine andere Berufsbildung als diejenige als … (AB 4), weil sie 
schon mit fünfzehn Jahren Mutter geworden ist (Beschwerde, S. 3 Ziff. 1), 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. April 2014, IV/13/1006, Seite 15

was einen invaliditätsfremden Grund darstellt. Das Valideneinkommen pro 
2012 ist somit auf Fr. 34‘613.-- (AB 97/4) festzulegen.

4.3.2 Das Invalideneinkommen ist nicht gestützt auf das Einkommen der 
aktuellen Tätigkeit als … des im September 2012 gegründeten Geschäfts 
(… [AB 97/3; vgl. www...ch]) zu bestimmen, da die Beschwerdeführerin 
damit ihre Arbeitsfähigkeit offensichtlich nicht optimal ausnützt (AB 97/3). 
Da in einer angepassten Tätigkeit ab Juni 2012 eine volle Arbeitsfähigkeit 
besteht, jene durch die Aufnahme einer unselbstständigen Erwerbstätigkeit 
besser verwertet werden kann und noch eine Aktivitätsdauer von ca. 17 
Jahren verbleibt, ist der Beschwerdeführerin unter dem Gesichtspunkt der 
Schadenminderungspflicht ein Wechsel in eine unselbstständige leidensa-
daptierte Tätigkeit ohne weiteres zumutbar (vgl. Entscheide des Eidgenös-
sischen Versicherungsgerichts [EVG; heute BGer] vom 7. Juni 2006, 
I 38/06, E. 3.2, und vom 18. Mai 2006, I 640/05, E. 3.1). Das Invalidenein-
kommen ist damit aufgrund der LSE zu bestimmen (E. 4.1.2 hiervor). 
Gemäss LSE 2010, TA1, Frauen, Niveau 4, beträgt der Totalwert monatlich 
Fr. 4‘225.--. Aufgerechnet auf die allgemeine wöchentliche Arbeitszeit im 
Jahr 2012 von 41.7 Stunden (Die Volkswirtschaft 6-2013, S. 90, Tabelle 
B9.2, Total), angepasst an die Lohnentwicklung (Nominallohnindex, Tabelle 
T1.1.10, Frauen, Total, Index Jahr 2010: 100 Punkte, Index Jahr 2012: 102 
Punkte) resultiert ein Jahreseinkommen von Fr. 53‘911.85. Unter Berück-
sichtigung des nicht zu beanstandenden Abzugs von 10% (AB 97/4 Ziff. 8; 
vgl. BGE 134 V 322 E. 5.2 S. 327) ergibt dies ein Invalideneinkommen von 
Fr. 48‘520.65.

4.3.3 Aus der Gegenüberstellung von Validen- (Fr. 34‘613.--) und
Invalideneinkommen (Fr. 48‘520.65) resultiert ab Juni 2012 keine Erwerbs-
einbusse mehr. Damit hat die Beschwerdegegnerin die Rente zu Recht 
befristet.

4.4 Anlass zur Beanstandung gibt schliesslich weder der Zeitpunkt der 
Rentenbefristung (30. September 2012; vgl. E. 2.3.2 hiervor) noch die Aus-
klammerung der Monate Oktober 2011 bis Januar 2012 vom Rentenan-
spruch zufolge des Taggeldbezugs (AB 116/2, 117/2). Was schliesslich die 
Kinderrente angeht, wird in der Beschwerde nicht geltend gemacht, dass 
jene Verfügung (AB 118) fehlerhaft sei; auch bestehen keine entsprechen-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. April 2014, IV/13/1006, Seite 16

den Anhaltspunkte dafür (vgl. Art. 35 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 25 Abs. 5 des 
Bundesgesetzes über die Alters- und Hinterlassenenversicherung vom 
20. Dezember 1946 [AHVG; SR 831.10]). Nach dem Dargelegten sind die 
Verfügungen vom 10. Oktober 2013 (AB 116-118) nicht zu beanstanden 
und die dagegen erhobene Beschwerde ist abzuweisen.

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten, ge-
richtlich bestimmt auf Fr. 700.--, sind entsprechend dem Ausgang des Ver-
fahrens – unter Vorbehalt der unentgeltlichen Rechtspflege – der Be-
schwerdeführerin aufzuerlegen.

5.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf eine 
Parteientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG [Umkehrschluss]).

5.3 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei von 
den Kosten- und allfälligen Vorschuss- sowie Sicherstellungspflichten, 
wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechts-
begehren nicht aussichtslos erscheint. Unter den gleichen Voraussetzun-
gen kann einer Partei überdies ein Anwalt beigeordnet werden, wenn die 
tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse es rechtfertigen (Art. 61 lit. f 
ATSG sowie Art. 111 Abs. 1 und 2 VRPG; SVR 2011 IV Nr. 22 S. 61 E. 2).

5.3.1 Die Bedürftigkeit im Sinne der Prozessarmut ist aufgrund der Akten 
(Beschwerdebeilage [BB] 3 f.) ausgewiesen. Zudem kann das Verfahren 
nicht als von vornherein aussichtslos bezeichnet werden und die Notwen-
digkeit einer Verbeiständung ist zu bejahen. Das Gesuch um unentgeltliche 
Rechtspflege und Beiordnung von Fürsprecher C.________ ist demnach 
gutzuheissen. Somit ist die Beschwerdeführerin – unter Vorbehalt der 
Nachzahlungspflicht gemäss Art. 123 der Schweizerischen Zivilprozess-
ordnung vom 19. Dezember 2008 (Zivilprozessordnung, ZPO; SR 272) – 
von der Zahlungspflicht betreffend die Verfahrenskosten zu befreien. Fest-
zusetzen bleibt das amtliche Honorar von Fürsprecher C.________.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. April 2014, IV/13/1006, Seite 17

5.3.2 Gemäss der Praxis des Verwaltungsgerichts wird der Stundenan-
satz amtlicher Anwältinnen und Anwälte gemeinnützig tätiger Rechtsbera-
tungsstellen unter Beachtung der bundesgerichtlichen Rechtsprechung 
(BGE 135 I 1 E. 7.3 S. 3; SVR 2010 IV Nr. 3 S. 6 E. 5.4) auf Fr. 130.-- fest-
gesetzt. Dieser allgemeingültige pauschalisierte Stundenansatz wird im 
konkreten Fall mit dem gebotenen Aufwand multipliziert (vgl. Rundschrei-
ben der Sozialversicherungsrechtlichen Abteilung und der Abteilung für 
französischsprachige Geschäfte des Verwaltungsgerichts des Kantons 
Bern vom 16. Dezember 2009, abrufbar unter www.justice.be.ch).

Entsprechend der angemessenen Kostennote vom 8. Januar 2014 wird das 
amtliche Honorar von Fürsprecher C.________ auf Fr. 1‘144.-- (8.8 Stun-
den à Fr. 130.--) zuzüglich Auslagen von Fr. 68.-- und Mehrwertsteuer von 
Fr. 96.95 (8% auf Fr. 1‘212.--), somit auf total Fr. 1‘308.95, festgesetzt. 
Auch diese Kosten hat die Beschwerdeführerin dem Kanton Bern entspre-
chend den Voraussetzungen von Art. 123 ZPO nachzuzahlen.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Beiordnung von Für-
sprecher C.________ als amtlicher Anwalt wird gutgeheissen.

3. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.-- werden der Beschwerdeführerin 
auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen Rechtspflege wird 
die Beschwerdeführerin – unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht 
gemäss Art. 123 ZPO – jedoch von der Zahlungspflicht befreit.

4. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

5. Dem amtlichen Anwalt, Fürsprecher C.________, wird nach Eintritt der 
Rechtskraft dieses Urteils ein auf Fr. 1‘308.95 festgesetztes amtliches 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. April 2014, IV/13/1006, Seite 18

Honorar (inkl. Auslagen und MWSt.) aus der Gerichtskasse vergütet. 
Vorbehalten bleibt die Nachzahlungspflicht nach Art. 123 ZPO.

6. Zu eröffnen (R):
- B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.