# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 97d7a02e-31a2-5fc1-9481-c787f5cc9c4c
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-12-06
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 2. Kammer 06.12.2017 S 2017 5
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_002_S-2017-5_2017-12-06.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 17 5

2. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz Moser
Richter Meisser, Racioppi 

Aktuarin Parolini

URTEIL

vom 6. Dezember 2017

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____,

Beschwerdeführerin

gegen 

B._____ AG,

Beschwerdegegnerin

betreffend Versicherungsleistungen nach UVG

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1. A._____ war seit dem 12. November 1999 als Küchenchefin in einem 

Restaurantbetrieb in X._____ angestellt und in diesem Zusammenhang 

bei der damaligen C._____, heute: B._____ AG obligatorisch gegen die 

Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert. Am 5. Januar 

2000 rutschte sie auf der Kellertreppe aus, stürzte und zog sich dabei 

einen Bänderriss sowie eine Schädigung des Innenmeniskus zu. Im Spital 

X._____ wurde ein Rezidiv einer Patellaluxation rechts diagnostiziert. Als 

Vorzustand wurde ein Status nach wahrscheinlichem lateral release, eine 

Chondropathie II° des medialen Femurcondylus und I° der medialen 

Patellafecette und am Tibiaplateau erhoben. Die B._____ anerkannte, für 

die Folgen dieses Berufsunfalls als zuständige 

Unfallversicherungsgesellschaft leistungspflichtig zu sein und erbrachte 

zunächst die kurzfristigen Versicherungsleistungen in Form von 

Heilbehandlung und Taggeldern. Der Heilungsverlauf war infolge multipler 

Operationen am rechten Knie langwierig und kompliziert, sodass die 

B._____ den Versicherungsfall erst mit Verfügung vom 18. September 

2012 abschliessen konnte. Dabei stellte sie auf die medizinische 

Beurteilung von Prof. Dr. med. D._____ ab und sprach A._____ bei einem 

versicherten Verdienst von Fr. 48'135.-- und einem Invaliditätsgrad von 

100 % mit Wirkung ab dem 1. Juni 2012 eine monatliche Invalidenrente 

von Fr. 3'209.-- zu. Zugleich gewährte sie ihr ausgehend von einem 

Integritätsschaden von 35 % eine Integritätsentschädigung von 

Fr. 37'380.--. Die Verfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft.

2. Die B._____ liess A._____ in der Folge vom 31. Juli bis zum 15. August 

2013 sowie vom 12. Juni bis zum 14. Juni 2014 observieren. Die 

entsprechenden Aufnahmen legte sie ihrem Vertrauensarzt Dr. med. 

E._____ vor. Auf der Grundlage dieser Sachverhaltsabklärungen hob sie 

die Rentenzusprache vom 18. September 2012 (Ziff. 2 des Dispositivs) 

mit Verfügung vom 14. April 2015 in Anwendung von Art. 53 Abs. 1 ATSG 

(prozessuale Revision; medizinische Beurteilung von Prof. Dr. med. 

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D._____ aufgrund falscher Tatsachen) auf, verneinte den Anspruch von 

A._____ auf eine Invalidenrente und hielt fest, dass die 

Versicherungsleistungen per 31. Mai 2012 eingestellt blieben. Gleichzeitig 

behielt sie sich die Rückforderung unrechtmässig bezogener 

Rentenleistungen vor. Dagegen erhob A._____ am 4. Mai 2015 

Einsprache bei der B._____, die sie am 22. Juni 2015 begründete. Mit 

Schreiben vom 2. Oktober 2015 beantragte sie ausserdem, die 

aufschiebende Wirkung der Einsprache sei wiederherzustellen. Diesen 

prozessualen Antrag wiesen die B._____ mit Zwischenverfügung vom 

15. Oktober 2015 und in der Folge, auf Beschwerde von A._____ vom 

19. November 2015 hin, auch das Verwaltungsgericht des Kantons 

Graubünden mit Urteil vom 10. Mai 2016 ab (Urteil des 

Verwaltungsgerichts S 15 150), wobei dieses Urteil unangefochten in 

Rechtskraft erwachsen ist.

3. Mit Verfügung vom 26. Februar 2016 ordnete die B._____ die Einholung 

eines Interdisziplinären Gutachtens bei der IB-Bern (Interdisziplinäre 

Begutachtungen) an. Dieses wurde am 10. August 2016 erstattet. 

Gleichzeitig wurde eine dritte Observationsphase vom 28. April bis zum 

23. Juni 2016 veranlasst. Am 17. August 2016 wurde das 

Observationsmaterial der IB-Bern unterbreitet, die am 1. September 2016 

eine Ergänzung des Gutachtens erstattete. Die Gutachter der IB-Bern 

attestierten A._____ eine seit der letzten Beurteilung vom 3. Mai 2012 

durch Prof. Dr. med. D._____ eingetretene namhafte Besserung des 

gesundheitlichen Zustands mit deutlich höherem Funktionsniveau im 

Alltag, eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit 

und eine 100%ige Arbeitsfähigkeit für eine vorwiegend sitzende Tätigkeit 

nach Heilung der offenen Wunde am rechten Bein (infrapatellär) bzw. bis 

dahin, für wenige Wochen, eine vorerst 50%ige Arbeitsunfähigkeit. 

Ebenfalls am 1. September 2016 nahm A._____ zur erfolgten 

Observation Stellung.

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4. Mit Schreiben vom 13. September 2016 teilte die B._____ A._____ mit, 

dass sie vorsehe, einen weiteren Rentenanspruch zu verneinen und somit 

die am 14. April 2015 verfügte Renteneinstellung per 31. Mai 2015 zu 

bestätigen. Die B._____ gewährte A._____ Frist, um sich zum 

Interdisziplinären Gutachten der IB-Bern vom 10. August 2016 sowie 

dessen Ergänzung vom 1. September 2016 zu äussern. Am 20. Oktober 

2016 reichte A._____ ihre Stellungnahme zur medizinischen 

Begutachtung ein. Dieser legte sie eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung 

vom 22. September 2016 und eine medizinische Stellungnahme vom 4. 

Oktober 2016 von Dr. med. F._____ sowie eine 

Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vom 13. Oktober 2016 von Dr. med. 

G._____ bei.

5. Mit Einspracheentscheid vom 5. Dezember 2016 wies die B._____ die 

Einsprache von A._____ vom 4. Mai 2015 ab und hielt fest, dass die 

Versicherungsleistungen per 31. Mai 2015 eingestellt bleiben würden. Es 

wurden keine Kosten erhoben und keine Parteientschädigung 

zugesprochen. Die B._____ hielt fest, dass die Observierungen vom 31. 

Juli bis zum 15. August 2013, vom 12. bis zum 14. August (recte: Juni) 

2014 und vom 28. April bis zum 23. Juni 2016 und die gestützt auf die 

Observationsergebnisse mit Verfügung vom 14. April 2015 revisionsweise 

erfolgte Aufhebung des Rentenanspruchs (Art. 53 Abs. 1 

ATSG/prozessuale Revision) rechtmässig gewesen seien. Darüber 

hinaus seien auch die Voraussetzungen von Art. 53 Abs. 2 ATSG 

(Wiedererwägung) und Art. 17 Abs. 1 ATSG (materielle Revision) 

gegeben, weshalb der Rentenanspruch von A._____ neu zu prüfen sei. 

Bei dieser Prüfung resultiere ein IV-Grad von weniger als 10%, weshalb 

kein Anspruch auf eine Invalidenrente bestehe.

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6. Gegen diesen Einspracheentscheid erhob A._____ (nachfolgend: 

Beschwerdeführerin) am 7. Januar 2017 Beschwerde an das 

Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden. Sie beantragte die 

Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheids, die 

Wiederaufnahme der Versicherungsleistungen ab dem 31. Mai 2015 und 

die Feststellung, dass ein IV-Grad von 100% vorliege.

7. Mit Vernehmlassung vom 23. Januar 2017 beantragte die B._____ 

(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) die kosten- und 

entschädigungsfällige Abweisung der Beschwerde, soweit darauf 

eingetreten werden könne. Das Gericht stellte A._____ die 

Vernehmlassung zu und stellte es ihr frei, sich dazu zu äussern. Eine 

Stellungnahme ging innert der gesetzten Frist nicht ein.

8. Gestützt auf das von ihr eingeholte orthopädische Verlaufs-Gutachten der 

IB-Bern vom 29. Mai 2017 kam die Beschwerdegegnerin auf ihren 

Einspracheentscheid vom 5. Dezember 2016 zurück. In ihrer Eingabe 

vom 7. Juni 2017 an das Gericht stellte die Beschwerdegegnerin auf der 

Basis einer Arbeitsfähigkeit von 75 % einen neuen Einkommensvergleich 

(Valideneinkommen Fr. 86'099.20, Invalideneinkommen Fr. 58'481.20) an 

und ermittelte einen IV-Grad von 32 %. Folglich beantragte sie in 

Abänderung ihres ursprünglichen Rechtsbegehrens in der 

Vernehmlassung vom 23. Januar 2017 und des angefochtenen 

Einspracheentscheids vom 5. Dezember 2016, A._____ sei auf der Basis 

eines IV-Grades von 32 % und eines versicherten Jahresverdienstes von 

Fr. 48'135.-- eine Monatsrente von Fr. 1'026.90 zu gewähren.

9. Mit Stellungnahme vom 20. Juli 2017 liess sich die Beschwerdeführerin 

zur Eingabe der B._____ vom 7. Juni 2017 vernehmen. Sie beantragte 

eine signifikante Anhebung des vorgeschlagenen Rentenanspruchs. 

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10. Mit Schreiben vom 8. August 2017 verzichtete die Beschwerdegegnerin 

auf eine weitere Stellungnahme zur Eingabe der Beschwerdeführerin vom 

20. Juli 2017. 

Auf die Erwägungen im angefochtenen Einspracheentscheid, auf die 

weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften sowie auf 

das orthopädische Verlaufs-Gutachten der IB-Bern vom 29. Mai 2017 und 

die nachträglichen Eingaben der Parteien dazu wird, soweit 

entscheidrelevant, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1.1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen den Einspracheentscheid 

der Beschwerdegegnerin vom 5. Dezember 2016. Ein solcher Entscheid 

kann gemäss Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die 

Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) i.V.m. Art. 56 Abs. 1 und Art. 58 

Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) beim Versicherungsgericht 

desjenigen Kantons angefochten werden, in dem die versicherte Person 

oder die Beschwerde führende Dritte zur Zeit der Beschwerdeerhebung 

Wohnsitz hat. Befindet sich der Wohnsitz der versicherten Person oder 

der Beschwerde führenden Dritten im Ausland, so ist das 

Versicherungsgericht desjenigen Kantons zuständig, in dem sich ihr 

letzter schweizerischer Wohnsitz befand oder in dem ihr letzter 

schweizerischer Arbeitgeber Wohnsitz hat (Art. 58 Abs. 2 Satz 1 ATSG). 

Wie bereits im Urteil S 15 150 vom 10. Mai 2016 (betreffend 

aufschiebende Wirkung / Rechtsverzögerung) festgehalten, hat die 

Beschwerdeführerin Wohnsitz in Deutschland, sie war jedoch vor dem 

Unfall vom 5. Januar 2000 in einem Restaurationsbetrieb in X._____ 

arbeitstätig (Akten der Beschwerdegegnerin [Bg-act.] 1), das als 

Einzelunternehmung organisiert ist und dessen Inhaber, soweit 

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ersichtlich, in X._____ wohnte. Damit ist das Verwaltungsgericht des 

Kantons Graubünden für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde 

örtlich zuständig. Dessen sachliche und funktionelle Zuständigkeit ergibt 

sich aus Art. 57 ATSG i.V.m. Art. 49 Abs. 2 lit. a des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100), wonach das 

Verwaltungsgericht als kantonales Versicherungsgericht Beschwerden 

gegen Einspracheentscheide und Verfügungen in 

Sozialversicherungssachen beurteilt, die gemäss Bundesrecht der 

Beschwerde unterliegen. Mit Einspracheentscheid vom 5. Dezember 

2016 wies die Beschwerdegegnerin die Einsprache der heutigen 

Beschwerdeführerin ab, womit ein taugliches Anfechtungsobjekt für ein 

Verfahren vor dem streitberufenen Gericht vorliegt und die Zuständigkeit 

des angerufenen Gerichts für die Beurteilung der vorliegenden 

Streitsache zu bejahen ist. Als formelle und materielle Adressatin des 

angefochtenen Einspracheentscheids ist die Beschwerdeführerin von 

diesem berührt und sie weist ein schutzwürdiges Interesse an dessen 

gerichtlicher Überprüfung auf (Art. 59 ATSG). Ihre 

Beschwerdelegitimation ist daher zu bejahen, und auf die im Übrigen frist- 

und formgerecht eingereichte Beschwerde (Art. 60 und Art. 61 lit. a 

ATSG) ist einzutreten.

1.2. Strittig und zu prüfen ist vorliegend, ob die mit dem angefochtenen 

Einspracheentscheid vom 5. Dezember 2016 erfolgte Einstellung der 

bisherigen 100%igen Invalidenrente per 31. Mai 2015 bzw. die mit 

Eingabe vom 7. Juni 2017 erfolgte Reduktion der Invalidenrente auf der 

Basis eines IV-Grads von 32 % zu Recht erfolgte oder nicht und ob die 

Beschwerdegegnerin dabei zu Recht auf das Interdisziplinäre Gutachten 

der IB-Bern vom 10. August 2016 (Bg-act. 456) samt dessen Ergänzung 

vom 1. September 2016 (Bg-act. 458) bzw. auf das orthopädische 

Verlaufs-Gutachten der IB-Bern vom 29. Mai 2017 abgestellt hat oder 

nicht. 

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2.1. Die sich vorliegend stellenden Fragen beurteilen sich nach 

Schweizerischem Recht, weil die in der Hauptsache streitige 

Rentenleistung auf den Unfall vom 5. Januar 2000 zurückzuführen ist, für 

den die Beschwerdeführerin nach Schweizerischem Recht versichert war. 

2.2. Seit dem 1. Januar 2017 sind die revidierten Bestimmungen des UVG und 

der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) in Kraft 

(Änderung vom 25. September 2015). Gemäss Abs. 1 der 

Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 gilt 

bezüglich Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 

Inkrafttreten der Änderung vom 25. September 2015 ereignet haben, und 

für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, das 

bisherige Recht. Vorliegend ereignete sich der fragliche Unfall im Jahr 

2000, sodass grundsätzlich die bis zum 31. Dezember 2016 gültigen 

Bestimmungen Anwendung finden. Hinsichtlich der für das vorliegende 

Verfahren anwendbaren Bestimmungen haben sich indessen mit 

Inkrafttreten der neuen Rechtssätze keine Änderungen ergeben. 

3.1. Die Unfallversicherung erbringt gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG grundsätzlich 

Leistungen für Berufsunfälle, Nichtberufsunfälle und Berufskrankheiten. 

Gemäss Art. 18 Abs. 1 UVG hat eine versicherte Person Anspruch auf 

eine Invalidenrente, wenn sie infolge eines Unfalles mindestens zu 10 % 

invalid ist. Als Invalidität gilt bei erwerbstätigen Versicherten die 

voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde Erwerbsunfähigkeit 

(Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung 

der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und 

nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder 

teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht 

kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die 

Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich 

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die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. 

Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver 

Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG). 

3.2. Gemäss Art. 43 ATSG gilt der Untersuchungsgrundsatz. Demnach prüft 

der Versicherungsträger die Begehren, nimmt die notwendigen 

Abklärungen von Amtes wegen vor und holt die erforderlichen Auskünfte 

ein (Abs. 1). Soweit ärztliche oder fachliche Untersuchungen für die 

Beurteilung notwendig und zumutbar sind, hat sich die versicherte Person 

diesen zu unterziehen (Abs. 2). Das heisst, die Verwaltung und im 

Beschwerdefall das Gericht haben von sich aus für die richtige und 

vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen 

(RUMO-JUNGO/HOLZER, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. 

Aufl., Zürich 2012, Art. 1, S. 3 f.). Dabei sind Versicherungsträger und im 

Beschwerdefall das Gericht auf verlässliche medizinische 

Entscheidungsgrundlagen angewiesen. Arztberichte unterliegen wie 

sämtliche Beweismittel in sozialversicherungsrechtlichen Verfahren der 

freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Hinsichtlich des 

Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob der 

Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen 

Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, 

in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der 

Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung 

der medizinischen Situation einleuchtet, und ob die Schlussfolgerungen 

des Experten begründet sind (zum Ganzen: BGE 134 V 231 E.5.1, 

BGE 125 V 351 E.3a; RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., Art. 1, S. 7). 

Ausschlaggebend für den Beweiswert ärztlicher Stellungnahmen ist 

folglich grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels noch 

dessen Bezeichnung als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E.5.1). 

Dennoch hat es das Bundesgericht mit dem Grundsatz der freien 

Beweiswürdigung als vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen 

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medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die 

Beweiswürdigung aufzustellen. Danach kommt auch den Berichten und 

Gutachten versicherungsinterner Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als 

schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich 

widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit 

bestehen (BGE 125 V 351 E.3b/ee). Die Tatsache allein, dass der 

befragte Arzt in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger 

steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit 

schliessen (BGE 135 V 465 E.4.4; RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., Art. 1, 

S. 7). Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen 

in die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen 

lassen, wobei allerdings im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, die 

den Arztberichten im Sozialversicherungsrecht zukommt, an die 

Unparteilichkeit des Gutachters ein strenger Massstab anzulegen ist 

(BGE 125 V 351 E.3b/ee). Allerdings kommt den Berichten 

versicherungsinterner medizinischer Fachpersonen praxisgemäss nicht 

dieselbe Beweiskraft zu wie einem gerichtlichen Gutachten oder einem 

Gutachten eines versicherungsexternen Gutachters, das nach Art. 44 

ATSG in Auftrag gegeben wurde (BGE 135 V 465 E.4.4, BGE 125 V 351 

E.3a). Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen 

Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge 

Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der 

Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen 

Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 139 

V 225 E.5.2, BGE 135 V 465 E.4.4). Was Parteigutachten anbelangt, 

rechtfertigt der Umstand allein, dass eine ärztliche Stellungnahme von 

einer Partei eingeholt und in das Verfahren eingebracht wird, nicht Zweifel 

an ihrem Beweiswert (BGE 125 V 351 E.3b/dd).

3.3. Eine Observation der versicherten Person tangiert den Schutzbereich des 

Grundrechts auf Schutz der Privatsphäre nach Art. 13 Abs. 1 der 

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Bundesverfassung (BV; SR 101). Ein solcher Schutz gilt nicht absolut, 

sondern kann gemäss Art. 36 Abs. 1 BV eingeschränkt werden, wenn 

eine gesetzliche Grundlage vorliegt, ein öffentliches Interesse an der 

Einschränkung besteht, die Einschränkung verhältnismässig ist und der 

Kerngehalt des Grundrechts nicht angegriffen wird (BGE 135 I 169 E.4.4). 

Gemäss früherer bundesgerichtlicher Rechtsprechung war die 

privatdetektivliche Observation einer versicherten Person – angeordnet 

durch die Unfallversicherung selbst (nicht nur mittels Verwertung der 

Ergebnisse der von einer Haftpflichtversicherung veranlassten 

Observation) – zulässig, sofern sich die zu sammelnden Tatsachen im 

öffentlichen Raum verwirklichten, von jedermann wahrgenommen werden 

konnten (z.B. Gehen, Treppensteigen, Autofahren, Tragen von Lasten 

oder Ausüben sportlicher Aktivitäten) und sich die beauftragte Person an 

den durch Art. 179quater StGB (Verletzung des Geheim- oder 

Privatbereichs durch Aufnahmegeräte) vorgegebenen Rahmen hielt (BGE 

135 I 169 E.4.3 mit Hinweisen). In BGE 137 I 327 (für das 

invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren) bzw. im Urteil 8C_830/2011 

vom 9. März 2012 (für das unfallversicherungsrechtliche Verfahren) hielt 

das Bundesgericht noch fest, dass Art. 43 i.V.m. Art. 28 Abs. 2 ATSG – 

und zudem für das IV-Verfahren auch Art. 59 Abs. 5 IVG – eine 

genügende gesetzliche Grundlage für die privatdetektivliche Observation 

in einem von jedermann ohne weiteres frei einsehbaren Privatbereich 

bildeten (dort nämlich auf dem Balkon; BGE 137 I 327 E.5.2). In Bezug 

auf die Frage der Verhältnismässigkeit, sah es den Persönlichkeitsbereich 

auch bei einer Observation im öffentlich einsehbaren, privaten Raum als 

nur geringfügig tangiert, wenn konkrete Anhaltspunkte bestünden, die 

Zweifel an der behaupteten Arbeitsunfähigkeit weckten (objektive 

Gebotenheit der Observation), wenn die Observation nur während einer 

verhältnismässig kurzen, begrenzten Zeit stattfinde (im konkreten Fall: 

während drei Tagen), und wenn einzig Verrichtungen des Alltags ohne 

engen Bezug zur Privatsphäre (im konkreten Fall: vorwiegend Putzen des 

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Balkons, Einkaufstüten tragen) gefilmt würden, womit der Eingriff in die 

Persönlichkeitsrechte nicht schwer wiege (BGE 137 I 327 E.5.4-5.6). Da 

umgekehrt ein erhebliches schutzwürdiges Interesse an der 

Missbrauchsbekämpfung bestehe, stufte es die Interessen der die 

Observation anordnenden IV-Stelle im Vergleich zu den privaten 

Interessen der Versicherten als höherwertig ein (BGE 137 I 327 E.5.6). 

Das Bundesgericht kam damals zum Schluss, dass Videoaufnahmen der 

versicherten Person, die sie bei alltäglichen Verrichtungen 

(Haushaltsarbeiten) auf dem frei einsehbaren Balkon zeigten, den dabei 

durch Art. 179quater StGB vorgegebenen Rahmen nicht verletzten (BGE 

137 I 327 E.6.1 und E.6.2). 

Am 18. Oktober 2016 erging das Urteil des Europäischen Gerichtshofs für 

Menschenrechte (EMGR) 61838/10 i.S. Savjeta Vukota-Bojic gegen die 

Schweiz. Darin wurde erkannt, dass keine ausreichende gesetzliche 

Grundlage für eine Observation der versicherten Person im Auftrag des 

Unfallversicherers durch einen Privatdetektiv bestehe, weshalb eine 

Verletzung von Art. 8 der Europäischen Menschenrechtskonvention 

(EMRK; SR 0.101) (Recht auf Achtung des Privatlebens) angenommen, 

hingegen eine Verletzung von Art. 6 Ziff. 1 EMRK (Gebot eines fairen 

Verfahrens) durch die erfolgte Verwendung der Observationsergebnisse 

verneint wurde. Darauf verweist die Beschwerdeführerin, weshalb 

vorliegend vorab zu prüfen ist, ob die Anordnung der Überwachung 

seitens der Beschwerdegegnerin sowie die Verwertung der daraus 

gewonnenen Erkenntnisse für den angefochtenen Einspracheentscheid 

vom 5. Dezember 2016 rechtlich zulässig waren/sind oder nicht. 

4.1. Im Rahmen ihrer Sachverhaltsabklärungen liess die Beschwerdegegnerin 

die Beschwerdeführerin dreimal observieren, nämlich vom 31. Juli bis 

zum 15. August 2013, vom 12. bis zum 14. August 2014 sowie vom 28. 

April bis zum 23. Juni 2016. Im angefochtenen Einspracheentscheid vom 

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5. Dezember 2016 führte die Beschwerdegegnerin aus, dass die erfolgten 

Observierungen ihrer Ansicht nach zulässig waren und die 

entsprechenden Erkenntnisse im Verfahren verwertet werden dürften. Da 

sämtliche Observierungen vor dem am 18. Oktober 2016 ergangenen und 

in jenem Zeitpunkt noch nicht rechtskräftigen Urteil 61838/10 des 

Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EMGR) i.S. Savjeta 

Vukota-Bojic gegen die Schweiz durchgeführt worden seien, stelle Art. 43 

ATSG i.V.m. Art. 28 Abs. 2 ATSG nach der bisherigen Rechtsauffassung 

eine genügende gesetzliche Grundlage dar. Zudem seien die 

Observierungen aufgrund eines Vergleichs der Resultate der 

Internetrecherche mit den medizinischen Befunden von Prof. Dr. med. 

D._____ im Bericht vom 3. Mai 2012 objektiv geboten gewesen. Die 

Privatsphäre der Beschwerdeführerin sei respektiert und das rechtliche 

Gehör gewahrt worden. 

In ihrer Beschwerde vom 7. Januar 2017 macht die Beschwerdeführerin 

geltend, die Observationen seien rechtswidrig erfolgt, sie verletzten Art. 8 

EMRK. Es fehle eine rechtlich präzise Grundlage, unabhängig davon, 

dass das Urteil des EMGR erst am 18. Oktober 2016 ergangen sei. Der 

Verhältnismässigkeitsgrundsatz sei verletzt worden, zumal eine 

medizinische Begutachtung das mildere und ebenfalls geeignete Mittel für 

die Abklärung des Gesundheitszustands gewesen wäre. Zudem habe 

sich die Observation nicht auf den öffentlichen Raum beschränkt, 

vielmehr sei auch in ihren Garten hinein gefilmt und auch ihr Ehemann 

mitgefilmt worden.

Die Beschwerdegegnerin verweist in ihrer Vernehmlassung vom 23. 

Januar 2017 auf die Ausführungen im angefochtenen 

Einspracheentscheid vom 5. Dezember 2016 und führt ergänzend aus, 

selbst wenn die Ergebnisse der Observationen nicht verwendet werden 

dürften, würden sich revisionsrechtliche Anhaltspunkte für ein 

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verbessertes Leistungsvermögen auch aus dem Internet ergeben 

(Facebook und Google). 

4.2. Das Bundesgericht hat einerseits in BGE 130 V 445 E.1.2.1 (Urteil vom 5. 

Juli 2004; mit Hinweis auf weitere Urteile) festgehalten, dass in zeitlicher 

Hinsicht - auch bei einer Änderung der gesetzlichen Grundlage - 

grundsätzlich diejenigen Rechtssätze relevant seien, die bei der 

Verwirklichung des zu Rechtsfolgen führenden Sachverhalts in Geltung 

standen. Es führte aus, dies sei ein für alle Rechtsverhältnisse - und somit 

auch für Dauerleistungen - geltender intertemporalrechtlicher Grundsatz. 

Dies würde bedeuten, dass vorliegend das Urteil des Europäischen 

Gerichtshofs für Menschenrechte (EMGR) 61838/10 i.S. Savjeta Vukota-

Bojic gegen die Schweiz unbeachtlich wäre, da es zeitlich später 

ergangen ist, als die Observationen stattfanden. Es würde in 

allgemeiner Hinsicht auch bedeuten, dass nur Observationen, die nach 

dem 18. Oktober 2016 durchgeführt wurden, als rechtswidrig bezeichnet 

werden dürften (BGE 143 I 377 E.4). 

Andererseits ist aber festzustellen, dass das zitierte Urteil des EMRG i.S. 

Savjeta Vukota-Bojic mehrere Observationen des Jahres 2006 betraf und 

dass auch das Bundesgericht seine in Folge des erwähnten Urteils des 

EMGR geänderte Rechtsprechung zu den Observationen (BGE 143 I 377 

bzw. 9C_806/2016 vom 14. Juli 2017, vgl. E.4.3) ohne Weiteres auf 

Observationen anwendete, die vor Ergehen des Urteils des EMGR am 18. 

Oktober 2016 durchgeführt worden waren (vgl. z.B. BGE 143 I 377: 

Observationen im Jahr 2010;  Urteil 9C_468/2017 vom 11. September 

2017 E.4.1: Observationen zwischen 2012 und 2014). Da eine 

Abgrenzung ohnehin schwierig vorzunehmen wäre, erscheint es sinnvoll 

und gerechtfertigt, auch vorliegend die neue bundesgerichtliche 

Rechtsprechung zu den Observationen zur Anwendung zu bringen. 

- 15 -

4.3. Mit BGE 143 I 377 (publiziertes Urteil 9C_806/2016 vom 14. Juli 2017) 

entschied das Bundesgericht in Folge des erwähnten Urteils 61838/10 

des EMGR i.S. Savjeta Vukota-Bojic gegen die Schweiz vom 18. Januar 

2017, dass – nicht nur für die Unfall-, sondern auch für die 

Invalidenversicherung – eine genügende gesetzliche Grundlage, welche 

die verdeckte Überwachung umfassend klar und detailliert regelt, fehle. 

Es erachtete daher die erfolgte Observation des dortigen 

Beschwerdeführers als rechtswidrig, stellte eine Verletzung von Art. 8 

EMRK bzw. Art. 13 BV fest (vgl. auch 9C_468/2017 vom 11. September 

2017 E.4.1; 9C_328/2017 vom 9. November 2017 E.4.2 und E.5.1; 

8C_235/2017 23. November 2017 E.4.3) und erwog, dass an der 

bisherigen Rechtsprechung (BGE 137 I 327), gemäss der Art. 59 Abs. 5 

IVG die Observation durch eine Privatdetektei mitumfasse, nicht länger 

festgehalten werden könne (E.4). Gleichzeitig und unter Bezugnahme auf 

das Schweizerische Straf- und Zivilprozessrecht führte das Bundesgericht 

aber auch aus, dass für den Entscheid über die Verwendung des im 

Rahmen einer widerrechtlichen Observation gewonnenen Materials die 

Verwertbarkeit der Observationsergebnisse (und damit auch der gestützt 

darauf ergangenen weiteren Beweise) grundsätzlich zulässig sei, es sei 

denn, bei einer Abwägung der tangierten öffentlichen und privaten 

Interessen würden letztere überwiegen (BGE 143 I 377 E.5.1.1). 

4.4. Für den vorliegenden Fall bedeutet diese neue bundesgerichtliche 

Rechtsprechung, dass zwar die Observationen der Beschwerdeführerin 

mangels gesetzlicher Grundlage unzulässig waren, weshalb eine 

Verletzung von Art. 8 EMRK und Art. 13 BV festzustellen ist. Hingegen ist 

vorliegend zu prüfen, inwieweit die Observationsergebnisse dennoch 

verwertbar sind, was eine Interessenabwägung voraussetzt. Mithin bleibt 

zu prüfen, ob die Voraussetzungen für eine Verwertung des 

Observationsmaterials erfüllt sind oder nicht bzw. ob der Schutz der 

Grundrechte der Beschwerdeführerin höher als das öffentliche Interesse 

- 16 -

an der Verhinderung von Versicherungsmissbrauch zu gewichten ist oder 

nicht. 

4.4.1. Die Beschwerdeführerin wurde, wie bereits erwähnt (vgl. Erwägung 

E.4.1), dreimal observiert, nämlich im Jahr 2013 während vier Tagen 

(Ermittlungsphase vom 31. Juli bis zum 15. August 2013, Bg-act. 400, 

S. 10), im Jahr 2014 während drei Tagen (Ermittlungsphase vom 12. bis 

zum 14. Juni 2014, Bg-act. 401, S. 11) sowie im Jahr 2016 während 

sechs Tagen (Ermittlungsphase vom 28. April bis zum 23. Juni 2016, Bg-

act. 451, S. 11). Während die ersten beiden Ermittlungsphasen sich im 

öffentlich einsehbaren Umfeld des Wohnortes der Beschwerdeführerin 

abspielten, umfasste die dritte Ermittlungsphase auch die Fahrt von 

Deutschland zum Begutachtungsort in Bern und das Aufsuchen der IB-

Bern am 23. Juni 2016. Mit insgesamt 13 Tagen innerhalb von drei 

Jahren erfolgte die Überwachung der Beschwerdeführerin weder 

systematisch noch ständig. Der Eingriff in die Privatsphäre der 

Beschwerdeführerin erfolgte jeweils im öffentlichen Raum bzw. vereinzelt 

im öffentlich einsehbaren Bereich des Wohnhauses der 

Beschwerdeführerin und es wurden Handlungen der Beschwerdeführerin 

aufgezeichnet, die sie aus eigenem Antrieb und ohne äussere 

Beeinflussung machte. Insgesamt erweist sich der Eingriff damit in 

zeitlicher und örtlicher Hinsicht als relativ gering. In sachlicher Hinsicht ist 

zu beachten, dass sich der Heilungsverlauf seit dem Unfall im Januar 

2000 langwierig und kompliziert gestaltete, und dass das Verfahren erst 

im September 2012, mithin nach zwölf Jahren, abgeschlossen werden 

konnte (Bg-act. 386). Zudem hatte Prof. Dr. med. D._____, Facharzt für 

Orthopädische Chirurgie, in seinem Bericht vom 3. Mai 2012 zur 

Konsultation vom 12. April 2012 (Bg-act. 360) gewisse Diskrepanzen 

festgestellt (massives Schmerzsyndrom am rechten Kniegelenk, unklarer 

"hot point" ohne MRI-Zeichen einer Infektion und ohne korrelierende 

klinische Zeichen, die Patientin sei nicht in der Lage, auszugehen, 

- 17 -

Muskulatur am rechten Oberschenkel erstaunlich kräftig, Muskelathrophie 

am Unterschenkel, Musculus gastrocnemius erstaunlicherweise kräftig 

kontrahierbar, ohne unangenehme Gefühle auszulösen, enormer 

Schmerzmittelkonsum) und auch im Brief vom 20. Oktober 2011 (Bg-

act. 346) hatte er bereits festgehalten, dass die Situation nicht ganz klar 

bzw. schwierig sei. Damit bestand ein öffentliches Interesse der 

Beschwerdegegnerin, die bestehenden Diskrepanzen zu klären, um nur 

geschuldete Leistungen zu erbringen und damit einen allfälligen 

Versicherungsmissbrauch wirksam zu bekämpfen (vgl. dazu BGE 137 I 

327 E.5.3).

4.4.2. Auslöser für die Observation waren gemäss der Beschwerdegegnerin die 

öffentlich einsehbare Seite der Beschwerdeführerin auf Facebook und 

das Ergebnis der Internetrecherche auf Google (vgl. 1. Ermittlungsbericht 

vom 10. Oktober 2013, Bg-act. 400, Beilagen). Diese zeigten die 

Beschwerdeführerin auf einem Spaziergang mit ihren Welpen und bei der 

Teilnahme an einem Anschuss-Seminar im Zusammenhang mit der Jagd 

(vgl. dazu auch Einspracheentscheid vom 5. Dezember 2016 E.3 Rz. 33). 

Tatsächlich deckt sich, wie auch die Beschwerdegegnerin ausführte, das 

dort ersichtliche Aktivitätsvermögen der Beschwerdeführerin nicht mit den 

subjektiven Angaben, die sie gegenüber Prof. Dr. med. D._____ gemacht 

hatte. Dieser hielt in seinem Bericht vom 3. Mai 2012 (Bg-act. 360) fest, 

die Patientin sei gemäss ihren Schilderungen nicht in der Lage 

auszugehen, weil die Schmerzen zu stark seien, sie verlasse ihr Haus nur 

wenig, gehe kaum aus, die maximale Fahrdistanz betrage etwa 20 

Minuten, sie könne nicht kochen und bügeln, jedoch die Betten und die 

Wäsche machen, den Wocheneinkauf könne sie zusammen mit dem 

Ehemann durchführen, den Abfalleimer könne sie nicht entsorgen, jedoch 

das Essen verräumen und die Abwaschmaschine füllen, sei möglich. 

Sportliche Tätigkeiten seien mit Ausnahme des Schwimmens (nur Crawl, 

nicht Brustschwimmen) unmöglich. Angesichts dieser Widersprüche 

- 18 -

bestanden konkrete Anhaltspunkt, die Zweifel an der von der 

Beschwerdeführerin geäusserten gesundheitlichen Situation, 

insbesondere an den angeblich massiv beeinträchtigenden Schmerzen, 

aufkommen liessen. Um zu klären, ob die Beschwerdeführerin im Alltag 

tatsächlich derart eingeschränkt ist, dass sie weder einer Aktivität noch 

einer Arbeitstätigkeit nachgehen kann, war die Observation auch nach 

Ansicht des Gerichts objektiv geboten. 

4.4.3. Die Beschwerdegegnerin unterbreitete die Observationsergebnisse in der 

Folge Dr. med. E._____, Spezialarzt FMH für Allgemein- und 

Unfallchirurgie. Dieser beurteilte die medizinische Situation in Kenntnis 

der medizinischen Akten, einem Gespräch mit der Beschwerdeführerin 

vom 11. November 2014 und der Überwachungsdokumentation. In 

seinem Bericht vom 19. Januar 2015 (Bg-act. 408) zuhanden der 

Beschwerdegegnerin hielt er fest, dass wesentliche Diskrepanzen 

zwischen den in den medizinischen Akten wiedergegebenen subjektiven 

Beschwerden der Beschwerdeführerin, dem Beschwerdebild gemäss den 

Angaben der Beschwerdegegnerin und den objektivierbaren Befunden 

anlässlich der Observationen bestünden. Die Videodokumentation gebe 

keine Anhaltspunkte für ein chronisch-neuropathisches Schmerzsyndrom, 

die Beschwerdeführerin zeige ein normales Verhalten ohne 

Anhaltspunkte für depressive Veränderungen, Antriebslosigkeit und 

Schmerzmittelabusus. Auch eine belastungsabhängige Verschlechterung 

der von der Beschwerdeführerin angegebenen subjektiven Beschwerden 

trotz entsprechend langer Belastung sei nicht feststellbar. Es bestehe 

somit keine unfallbedingte Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit der 

Beschwerdeführerin in ihrer angestammten Tätigkeit.

4.4.4. Die Beschwerdeführerin hatte die Möglichkeit, sich zu den 

Observationsergebnissen zu äussern, womit ihr Anspruch auf das 

rechtliche Gehör gewahrt wurde. Was die ersten beiden 

- 19 -

Ermittlungsphasen betrifft, wurde sie erstmals mit der angefochtenen 

Verfügung vom 14. April 2015 betreffend Rentenaufhebung (Bg-act. 409) 

über die Observationen informiert und es wurde ihr in Aussicht gestellt, 

dass sie das Observationsmaterial sowie den Bericht von Dr. med. 

E._____ vom 19. Januar 2015 einsehen könne (Bg-act. 408). Die beiden 

Ermittlungsberichte inkl. DVD sowie die allgemeinen und medizinischen 

Akten wurden ihr mit Schreiben vom 21. Mai 2015 zugestellt (Bg-act. 415, 

vgl. auch Bg-act. 411). In ihrer Einsprachebegründung vom 22. Juni 2015 

(Bg-act. 417) sowie in ihrer Eingabe vom 29. Juli 2015 (Bg-act. 418) 

nahm die Beschwerdeführerin dazu Stellung. Was die dritte 

Ermittlungsphase betrifft, wurde die Beschwerdeführerin mit Schreiben 

vom 20. Juli 2016 über die Observation informiert und zur Stellungnahme 

aufgefordert (Bg-act. 453). Mit Eingabe vom 1. September 2016 (Bg-act. 

460) äusserte sich die Beschwerdeführerin dazu. Schliesslich brachte sie 

ihre Einwände gegen die Rechtmässigkeit der Observationen auch im 

Rahmen des doppelten Schriftenwechsels im vorliegenden 

Beschwerdeverfahren vor (vgl. Beschwerde vom 7. Januar 2017, Ziff. 3, 

und Replik vom 20. Juli 2017). Insgesamt wurde der Beschwerdeführerin 

in genügender Weise Akteneinsicht gewährt (Art. 47 Abs. 1 lit. a ATSG) 

und ihr rechtliches Gehör (Art. 42 ATSG) gewahrt. Es besteht kein Grund, 

ihr nochmals Gelegenheit zur Stellungnahme einzuräumen, wie die 

Beschwerdeführerin dies in ihrer Beschwerde vom 7. Januar 2017 für den 

Fall, dass die Observationen als rechtmässig beurteilt würden, beantragt.

4.4.5. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass das gesamte 

Observationsmaterial (Ermittlungsberichte und DVDs, Bg-act. 400, 401 

und 451) verwertbar ist und dass die Gutachter der IB-Bern die 

entsprechenden Ergebnisse, entgegen der Behauptung der 

Beschwerdeführerin, in ihre medizinische Einschätzung im Gutachten 

vom 10. August 2016 (Bg-act. 456) und in der Ergänzung vom 1. 

September 2016 (Bg-act. 458) miteinbeziehen durften und mussten. Im 

- 20 -

Rahmen der nachfolgenden Beweiswürdigung ist daher näher auf das 

Ergebnis der Observationen und die entsprechenden medizinischen 

Beurteilungen einzugehen.

5.1. Im angefochtenen Einspracheentscheid vom 5. Dezember 2016 stellte die 

Beschwerdegegnerin zur Begründung des Gesundheitszustands und der 

Arbeits-(un)fähigkeit der Beschwerdeführerin vollumfänglich auf das 

Interdisziplinäre Gutachten der IB-Bern vom 10. August 2016 

(psychiatrische, neurologische, chirurgisch-traumatologische / 

manualmedizinische Untersuchung) und deren Ergänzung vom 1. 

September 2016 ab. Es mass dem unter Einhaltung der 

Mitwirkungsrechte der Beschwerdeführerin ergangenen Gutachten volle 

Beweiskraft zu und erachtete gestützt darauf eine namhafte Besserung 

der gesundheitlichen Situation der Beschwerdeführerin als ausgewiesen. 

Daran liessen, so die Ansicht der Beschwerdegegnerin, auch die von der 

Beschwerdeführerin eingereichten Dokumente, nämlich der Bericht von 

Dr. med. F._____ vom 4. Oktober 2016, die 

Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung von Dr. med. F._____ vom 22. 

September 2016 und die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung von Dr. med. 

G._____ vom 13. Oktober 2016 keine Zweifel zu. 

Die Beschwerdeführerin bringt in ihrer Beschwerde vom 7. Januar 2017 

dagegen vor, das Gutachten der IB-Bern sowie das Ergänzungsgutachten 

seien von der Beschwerdegegnerin falsch gewürdigt worden. Auch die 

Gutachter gingen davon aus, dass sie auf ihrem Beruf arbeitsunfähig sei 

und dass ein Arbeits-/Leistungsvermögen nur in einer angepassten 

Tätigkeit bestehe, dies allerdings erst, wenn die Wunde geschlossen sei, 

was jedoch zum damaligen Zeitpunkt nicht der Fall gewesen sei. Trotz 

einer sechswöchigen Ruhigstellung im Jahr 2005 sei die Wunde bis heute 

nicht geheilt, eine dauerhafte Wundschliessung sei offenbar nicht 

möglich. Ihr gesundheitlicher Zustand habe sich seit der ersten 

- 21 -

Begutachtung im Jahr 2012 durch Prof. Dr. med. D._____ nicht 

verbessert, sondern eher verschlechtert. Sie sei deshalb bis heute nicht 

arbeitsfähig. 

Die Beschwerdegegnerin führt in ihrer Vernehmlassung vom 23. Januar 

2017 aus, die Gutachter hätten die offene Wunde als vorübergehender 

Natur gewertet und der Beschwerdeführerin deshalb, zur Förderung der 

Wundheilung, eine vorübergehende 50%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert. 

Dass die Wunde nicht von Dauer sein könne, unterstreiche auch der 

Bericht von Dr. med. F._____ vom 4. Oktober 2016, demnach habe sich 

die Wunde im Februar 2011 oberflächlich offen gezeigt, im April 2012 

habe Prof. Dr. med. D._____ eine blande Wundsituation vorgefunden und 

danach sei sie erst im Juni 2016 wieder offen gewesen. Damit hätten über 

vier Jahr keine Probleme bestanden. Weil sich aber der Heilverlauf 

offenbar nicht entsprechend der medizinischen Prognose entwickelt habe, 

sei die Einholung einer Verlaufsexpertise zur Reevaluation der 

Wundsituation vorgesehen. 

5.2.1. Mit Eingabe vom 7. Juni 2017 reichte die Beschwerdegegnerin während 

hängigem Beschwerdeverfahren das orthopädische Verlaufs-Gutachten 

der IB-Bern vom 29. Mai 2017 ins Recht, das auf einer weiteren 

Untersuchung der Beschwerdeführerin vom 11. Mai 2017 basiert. 

Gestützt darauf führt sie aus, dass die ursprüngliche prognostische 

Einschätzung des Heilungsverlaufs nicht eingetreten sei. Die 

medizinische Situation habe sich nochmals verändert, was auch während 

des laufenden Verfahrens berücksichtigt werden müsse. Die IB-Bern 

habe der Beschwerdeführerin neu eine Arbeitsfähigkeit von täglich zwei 

Blöcken à drei Stunden attestiert, was einer Arbeitsfähigkeit von 75 % 

entspreche. Dementsprechend änderte die Beschwerdegegnerin ihr 

Rechtsbegehren zu Gunsten der Beschwerdeführerin ab und beantragte 

- 22 -

die Zusprechung einer Rente auf der Basis eines Invaliditätsgrades von 

32 %.

Dazu hält die Beschwerdeführerin in ihrer Stellungnahme vom 20. Juli 

2017 fest, an ihrem Beschwerdebild habe sich nichts geändert, der 

Zustand des Kniegelenks habe sich weiter verschlechtert. Eine 

dauerhafte Rente von 32 % sei in ihrem Fall nicht sachgerecht, sie 

schlage eine solche von 60 % jeweils für den Zeitraum Juni bis August 

und eine solche von 90 % jeweils für die restliche Jahreszeit vor, da es ihr 

in der wärmeren Jahreszeit besser gehe. 

Da die Beschwerdegegnerin ihr Rechtsbegehren während hängigem 

Beschwerdeverfahren änderte, ist vorliegend zu prüfen, ob dieses 

Vorgehen zulässig ist. 

5.2.2. Der Beschwerde kommt nach Art. 56 ff. ATSG als ordentlichem 

Rechtsmittel Devolutiveffekt zu. Eingeschränkt wird dieser Effekt durch 

Art. 53 Abs. 3 ATSG, wonach ein Versicherungsträger eine Verfügung 

oder einen Einspracheentscheid, gegen den Beschwerde erhoben wurde, 

so lange wiedererwägen kann, bis er gegenüber der Beschwerdebehörde 

Stellung nimmt. Die formgültige Beschwerdeerhebung begründet, 

(zusammen mit der Beschwerdeantwort des Versicherungsträgers) 

demnach grundsätzlich die alleinige Zuständigkeit des kantonalen 

Gerichts, über das in der angefochtenen Verfügung bzw. im 

angefochtenen Einspracheentscheid geregelte Rechtsverhältnis zu 

entscheiden. Somit verliert der Versicherungsträger die Herrschaft über 

den Streitgegenstand, und zwar insbesondere auch in Bezug auf die 

tatsächlichen Verfügungs- und Entscheidungsgrundlagen. In der Folge 

hat die Beschwerdeinstanz den rechtserheblichen Sachverhalt von Amtes 

wegen zu ermitteln (Art. 61 lit. c ATSG), sie ist nicht an die Begehren der 

Parteien gebunden (Art. 61 lit. d ATSG). Folgerichtig ist es der Verwaltung 

- 23 -

grundsätzlich verwehrt, nach Einreichung des Rechtsmittels weitere oder 

zusätzliche Abklärungen vorzunehmen, soweit sie den Streitgegenstand 

betreffen und auf eine allfällige Änderung der angefochtenen Verfügung 

durch Erlass einer neuen abzielen (zum Ganzen: Urteil des 

Bundesgerichts 8C_410/2013 vom 15. Januar 2014 E.5.2 mit Hinweisen). 

Das Verfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht muss gemäss 

Art. 61 lit. a ATSG einfach und rasch sein. Die anzustrebende Raschheit 

des Verfahrens schliesst es aus, dass die Verwaltung während des 

kantonalen Verfahrens umfangreiche und zeitraubende 

Zusatzabklärungen tätigt. Aufgrund der gebotenen Einfachheit des 

Prozesses kann der Versicherungsträger im Weiteren 

rechtsprechungsgemäss keine Abklärungsmassnahmen treffen, die der 

Mitwirkung der versicherten Person bedürften. Erlaubt sind der 

Verwaltung demgegenüber in aller Regel punktuelle Abklärungen (wie 

das Einholen von Bestätigungen, Bescheinigungen oder auch Rückfragen 

bei medizinischen Fachpersonen oder anderen Auskunftspersonen). 

Wegleitende Gesichtspunkte für die Beantwortung der Frage, was im 

kantonalen Verfahren noch zulässiges Verwaltungshandeln darstellt, 

bilden die inhaltliche Bedeutung der Sachverhaltsvervollständigung und 

die zeitliche Intensität allfälliger weiterer Abklärungsmassnahmen (zum 

Ganzen: Urteil des Bundesgerichts 8C_410/2013 vom 15. Januar 2014 

E.5.3 mit Hinweisen). 

5.2.3. Vorliegend nahm die Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 20. Oktober 

2016 (Bg-act. 464) zum Gutachten der IB-Bern vom 10. August 2016 (Bg-

act. 456) sowie zur Ergänzung vom 1. September 2016 Stellung (Bg-

act. 458). Dieser legte sie eine medizinische Stellungnahme vom 4. 

Oktober 2016 und eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vom 22. 

September 2016 von Dr. med. F._____ sowie eine 

Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung von Dr. med. G._____ vom 13. Oktober 

2016 bei, die beide bestätigten, dass eine vollumfängliche 

- 24 -

Arbeitsunfähigkeit bestehe. Die Beschwerdeführerin informierte die 

Beschwerdegegnerin zudem telefonisch, dass sich die Wunde trotz 

steriler Abdeckung weiter geöffnet habe (Bg-act. 470). Aufgrund dieser 

Ausgangslage veranlasste die Beschwerdegegnerin bei der IB-Bern die 

Reevaluation der Wundsituation. Die Beschwerdeführerin, der dieses 

Vorgehen samt Fragenkatalog mit Schreiben vom 13. Januar 2017 zur 

Stellungnahme unterbreitet wurde, war mit diesem Vorgehen 

einverstanden, jedenfalls brachte sie dagegen nichts vor (vgl. Bg-

act. 470). Sie wurde in der Folge am 11. Mai 2017 bei der IB-Bern erneut 

begutachtet. Das orthopädische Verlaufs-Gutachten wurde am 29. Mai 

2017 erstattet. Die Gutachter hielten fest, zwar habe sich die im Jahr 

2016 geäusserte Annahme, dass es innerhalb von wenigen Wochen bis 

Monaten zu einem Wundverschluss kommen werde, nicht bestätigt. 

Insgesamt sei es aber doch zu einer Verbesserung gekommen, die 

Arbeitsfähigkeit sei etwas höher als 50 %, wobei eine Arbeit mit zwei 

Blöcken à drei Stunden in einer adaptierten Tätigkeit angemessen und 

medizinisch zumutbar sei. Sie würden davon ausgehen, dass die 

Wundverhältnisse stabil blieben.

Obwohl beim orthopädischen Verlaufs-Gutachten der IB-Bern vom 29. 

Mai 2017 nicht mehr von punktuellen Abklärungen pendente lite im Sinne 

des oben Gesagten (Erwägung 5.2.2) gesprochen werden kann, erachtet 

das Gericht die Nachreichung dieses Gutachtens und die Abänderung 

des Rechtsbegehrens seitens der Beschwerdegegnerin im vorliegenden 

Fall als zulässig. Das orthopädische Verlaufs-Gutachten wurde mit 

Zustimmung und unter Beachtung der Mitwirkungsrechte der 

Beschwerdeführerin eingeholt, zudem bedeutet dieses Vorgehen auch 

keine Verfahrensverzögerung (vgl. Art. 61 lit. a ATSG) und dessen 

Beachtung wirkt sich zu Gunsten der Beschwerdeführerin aus. Auf das 

orthopädische Verlaufs-Gutachten vom 29. Mai 2017 kann daher 

abgestellt werden.

- 25 -

6.1. Im Nachfolgenden ist vorerst zu beurteilen, ob die Beschwerdegegnerin 

überhaupt auf ihre ursprüngliche Verfügung vom 18. September 2012 

(Bg-act. 386), mit der sie der Beschwerdeführerin eine Invalidenrente auf 

der Basis eines Invaliditätsgrades von 100 % zugesprochen hatte, 

zurückkommen durfte oder nicht. 

6.1.1. Es sind vier Konstellationen denkbar, in denen ein Konflikt zwischen der 

aktuellen Rechtslage und einer früher erlassenen, in formelle Rechtskraft 

erwachsenen Verfügung über eine Dauerleistung entstehen kann (zum 

Ganzen: BGE 140 V 514 E.3.2; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 

9C_603/2013 vom 24. März 2014 E.4 und KIESER, ATSG-Kommentar, 3. 

Aufl., Zürich 2015, Art. 53 Rz. 6): Eine fehlerhafte 

Sachverhaltsfeststellung (anfängliche tatsächliche Unrichtigkeit) lässt sich 

unter bestimmten Voraussetzungen durch eine prozessuale Revision (Art. 

53 Abs. 1 ATSG) korrigieren. Tritt nach dem Erlass einer ursprünglich 

fehlerfreien Verfügung eine anspruchsrelevante Änderung des 

Sachverhalts ein (nachträgliche tatsächliche Unrichtigkeit), hat 

gegebenenfalls eine Anpassung im Rahmen einer Rentenrevision nach 

Art. 17 Abs. 1 ATSG stattzufinden (BGE 140 V 514 E.3.2). Falls die 

Verfügung auf einer fehlerhaften Rechtsanwendung beruht (ursprüngliche 

Unrichtigkeit der tatsächlichen Grundlagen oder der Rechtsanwendung) 

(KIESER, a.a.O., Art. 53 Rz. 6), ist ein Rückkommen unter dem Titel der 

Wiedererwägung (Art. 53 Abs. 2 ATSG) zu prüfen. Nicht allgemein 

gesetzlich geregelt ist der hier nicht interessierende Tatbestand der 

nachträglichen rechtlichen Unrichtigkeit infolge einer nach dem 

Verfügungserlass eintretenden Änderung der massgebenden 

Rechtsgrundlagen.

6.1.2. Vorliegend steht eine anfängliche oder nachträgliche Unrichtigkeit der 

tatsächlichen Verhältnisse in Frage, weshalb zu prüfen ist, ob die der 

- 26 -

Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 18. September 2012 

zugesprochene Rente (bei einem IV-Grad von 100 %) gestützt auf Art. 53 

Abs. 1 ATSG (prozessuale Revision; ursprüngliche Unrichtigkeit bezogen 

auf die tatsächlichen Grundlagen), Art. 17 Abs. 1 ATSG (Anpassung an 

veränderte Verhältnisse; nachträgliche Unrichtigkeit bezogen auf die 

tatsächlichen Grundlagen) oder Art. 53 Abs. 2 ATSG (Wiedererwägung; 

ursprüngliche Unrichtigkeit der tatsächlichen Grundlagen oder der 

Rechtsanwendung) – mit Wirkung ex nunc et pro futuro oder allenfalls ex 

tunc (vgl. BGE 142 V 259 E.3.2) – herabgesetzt oder aufgehoben werden 

durfte bzw. musste.

6.2. Gemäss Art. 53 Abs. 1 ATSG (prozessuale Revision) müssen formell 

rechtskräftige Verfügungen und Einspracheentscheide in Revision 

gezogen werden, wenn die versicherte Person oder der 

Versicherungsträger nach deren Erlass erhebliche neue Tatsachen 

entdeckt oder Beweismittel auffindet, deren Beibringung zuvor nicht 

möglich war (ursprüngliche Unrichtigkeit bezogen auf die tatsächlichen 

Grundlagen). Gemäss Art. 67 Abs. 1 des Bundesgesetzes über das 

Verwaltungsverfahren (VwVG; SR 172.021) i.V.m. Art. 55 Abs. 1 ATSG ist 

das Revisionsbegehren innert 90 Tagen (relative Frist) nach Entdeckung 

des Revisionsgrundes geltend zu machen, zudem gilt eine absolute 

zehnjährige Frist, die mit der Eröffnung der Verfügung zu laufen beginnt 

(BGE 143 V 105 E.2.1).

6.2.1. Im angefochtenen Einspracheentscheid vom 5. Dezember 2016 führte die 

Beschwerdegegnerin aus, dass sie im Jahr 2013 im Rahmen ihrer 

Internetrecherche auf Google auf den Namen der Beschwerdeführerin 

gestossen sei, die im Juli 2011 an einem "Anschuss-Seminar 

teilgenommen hatte. Daraus habe sie den Schluss gezogen, dass sich 

das Aktivitätsvermögen der Versicherten nicht mit deren subjektiven 

Angaben gegenüber Prof. Dr. med. D._____ deckten, dessen Bericht vom 

- 27 -

3. Mai 2012 die Basis der Rentenverfügung vom 18. September 2012 

bildete. Daran hätten die beiden Observationsphasen vom 31. Juli bis 15. 

August 2013 sowie vom 12. Juni bis 14. Juni 2014 angeschlossen, der 

Observationsbericht vom 25. Juli 2014 sei am 29. Juli 2014 bei der 

Beschwerdegegnerin eingegangen. Dieser sei Dr. med. E._____ zur 

Beurteilung unterbreitet worden, der aber anlässlich der 

Terminvereinbarung vom 28. Oktober 2014 als frühesten Zeitpunkt erst 

den 25. November 2014 habe vergeben können. Unter Beachtung des 

Fristenstillstands zwischen dem 15. Juli und dem 15. August 2014 hätte 

die Revisionsfrist am 16. August 2014 zu laufen begonnen und am 13. 

November 2014 geendet. Die Terminvereinbarung mit dem Arzt sei 

innerhalb dieser Frist erfolgt, weshalb die Revisionsfrist erst mit Vorliegen 

des ärztlichen Berichts von Dr. med. E._____, mithin erst am 19. Januar 

2015 angelaufen und mit Erlass der Verfügung am 14. April 2015 somit 

eingehalten sei. Da das Verwaltungsgericht aber in dem die gleichen 

Parteien betreffenden Urteil S 15 150 vom 10. Mai 2016 betreffend 

aufschiebende Wirkung / Rechtsverzögerung in einem obiter dictum 

(E.6b/aa) die Fristeinhaltung mit Blick auf die Ergebnisse der Observation 

vom 31. Juli bis 15. August 2013 und auf die diesbezüglichen 

handschriftlichen Notizen des Vertrauensarztes der Beschwerdegegnerin 

(erwähnt im Arztbericht von Dr. med. E._____ vom 19. Januar 2015) als 

zweifelhaft bezeichnet habe, habe die Beschwerdegegnerin eine 

substituierte Begründung gestützt auf Art. 17 Abs. 1 ATSG (materielle 

Revision) bzw. auf Art. 53 Abs. 2 ATSG (Wiedererwägung) geprüft. 

Die Beschwerdeführerin äussert sich in ihrer Beschwerde vom 7. Januar 

2017 und in der Replik vom 20. Juli 2017 nicht zur Frage, ob die 

Voraussetzungen von Wiedererwägung, prozessualer und materieller 

Revision gegeben seien oder nicht, somit auch nicht zur Frage, ob die 

Revisionsfrist eingehalten sei. Die Beschwerdeführerin bringt vielmehr 

vor, dass bei ihr ein 100%iger Invaliditätsgrad vorliege, weshalb die 

- 28 -

Versicherungsleistungen in vollem Umfang wieder aufgenommen werden 

müssten. Die Beschwerdegegnerin gehe in ihrem Einspracheentscheid 

von unkorrekten Grundannahmen aus und deute das medizinische 

Fachgutachten falsch. Dass sich die Wunde innert weniger Wochen 

verschliessen werde, sei eine fehlerhafte Annahme, dies könne auch ihr 

behandelnder Arzt, Dr. med. F._____, bestätigen. Auch eine 

Ruhigstellung werde nicht zu einem Wundverschluss führen. Es sei auch 

unzutreffend, dass sie ihr Verhalten nicht ihrer Krankheit anpasse und 

stattdessen Hobbies nachgehe, die der Wundheilung entgegenstünden. 

Ihr Gesundheitszustand habe sich seit der ersten Begutachtung durch 

Prof. Dr. med. D._____ im Jahr 2012 nicht verbessert, sondern 

verschlechtert. Sie sei bis heute nicht arbeitsfähig. 

6.2.2. Richtig ist, wie auch die Beschwerdegegnerin im angefochtenen 

Einspracheentscheid vom 5. Dezember 2016 ausführte, dass das 

Observationsmaterial allein nicht ausreicht, um den Gesundheitszustand 

und die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin festzustellen. Vielmehr 

bildet die ärztliche Beurteilung Grundlage für den massgebenden 

Sachverhalt und die 90-tägige Revisionsfrist kann erst zu laufen 

beginnen, wenn die ärztliche Beurteilung vorliegt (BGE 143 V 105 E.2.4; 

Urteil des Bundesgerichts 9C_343/2012 vom 11. Oktober 2012 E.4.1.1). 

Gemäss Bundesgericht hat die Verwaltung die erforderlichen 

medizinischen Abklärungen innert angemessener Frist durchzuführen; sie 

ist gehalten, die zusätzlichen medizinischen Abklärungen mit dem 

erforderlichen und zumutbaren Einsatz zügig voranzutreiben. Tut sie dies 

nicht, darf sich ihre Säumnis nicht zu ihren Gunsten und zuungunsten der 

versicherten Person auswirken (BGE 143 V 105 E.2.4; Urteil des 

Bundesgerichts 9C_343/2012 vom 11. Oktober 2012 E.4.1.1). In einem 

solchen Fall ist der Beginn der relativen 90-tägigen Frist vielmehr auf den 

Zeitpunkt festzusetzen, in welchem die Verwaltung ihre unvollständige 

Kenntnis mit dem erforderlichen und zumutbaren Einsatz hätte 

- 29 -

hinreichend ergänzen können (BGE 143 V 105 E.2.4; Urteil des 

Bundesgerichts 9C_343/2012 vom 11. Oktober 2012 E.4.1.1 mit 

Hinweisen). 

6.2.3.1.Aus dem ärztlichen Bericht von Dr. med. E._____ vom 19. Januar 2015 

(Bg-act. 408) ergibt sich, dass die Beschwerdegegnerin die Situation nach 

der ersten Observationsphase im 31. Juli bis 15. August 2013 (vgl. 1. 

Ermittlungsbericht vom 10. Oktober 2013, Bg-act. 400) im Dezember 

2013 mit ihm besprach. Gemäss den Angaben von Dr. med. E._____ in 

seinem Bericht vom 19. Januar 2015 fertigte er damals handschriftliche 

Notizen an. Diese resultieren zwar nicht aus den Akten, jedoch fasste 

Dr. med. E._____ seine im Dezember 2013 gemachten Feststellungen im 

erwähnten Bericht vom 19. Januar 2015 (Bg-act. 408) zusammen. 

Demnach hatten sich bereits nach der ersten Observationsphase 

Diskrepanzen zwischen den Angaben, welche die Beschwerdeführerin 

gegenüber Prof. Dr. med. D._____ (Bericht vom 3. Mai 2012, Bg-act. 360) 

gemacht hatte, und den Feststellungen anlässlich der Observation vom 

31. Juli bis 15. August 2013 (vgl. 1. Ermittlungsbericht vom 10. Oktober 

2013, Bg-act. 400, und Schreiben der Beschwerdegegnerin vom 21. 

Oktober 2014 an Dr. med. E._____, Bg-act. 408 Anhang) ergeben, die im 

Übrigen auch im Einklang mit den im Rahmen der Internetrecherche der 

Beschwerdegegnerin im Jahr 2013 aufgefundenen Aktivitäten der 

Beschwerdeführerin standen. Aus den Akten der Beschwerdegegnerin ist 

nicht ersichtlich, dass sie zwischen der ersten Observationsphase 

(Juli/August 2013) und dem Aufsuchen von Dr. med. E._____ im 

Dezember 2013 bzw. im Zeitraum zwischen Dezember 2013 und der 

zweiten Observationsphase im Juni 2014 weitere Abklärungen getätigt 

hätte. Damit vergingen zwischen den einzelnen Abklärungsschritten 

jeweils mehrere Monate bis zu einem halben Jahr. 

- 30 -

6.2.3.2.Da, wie unten aufgezeigt wird (vgl. Erwägungen 6.3. und 6.4), die 

Voraussetzungen für eine Wiedererwägung gemäss Art. 53 Abs. 2 ATSG 

und eine materielle Revision gemäss Art. 17 Abs. 1 ATSG gegeben sind, 

muss vorliegend nicht weiter auf die Frage eingegangen werden, ob der 

Beschwerdegegnerin ein ausreichender Revisionsgrund nicht bereits mit 

der Konsultation von Dr. med. E._____ im Dezember 2013 bekannt 

gewesen war, oder ob weitere Abklärungen (zweite Observation und 

medizinische Beurteilung) erforderlich waren, mithin ob die 

Beschwerdegegnerin die 90-tägige Revisionsfrist eingehalten hat oder 

nicht. In ersterem Fall (sichere Kenntnis über die neue erhebliche 

Tatsache mit der Konsultation von Dr. med. E._____ im Dezember 2013) 

hätte die Beschwerdegegnerin zur Wahrung der 90-tägigen Revisionsfrist 

die fragliche Verfügung bis März 2014 erlassen müssen, im zweiten Fall 

(weitere Abklärungen notwendig) hätte sie die erforderlichen Abklärungen 

zügig vorantreiben und innert einer angemessenen Frist durchführen 

müssen, wobei fraglich ist, ob mit der mehrmonatigen Untätigkeit bis zur 

zweiten Observationsphase im Juni 2014 bzw. die Zeitspanne zwischen 

dem Erhalt des Observationsberichts am 29. Juli 2014 und der 

Konsultation bei Dr. med. E._____ am 25. November 2014 die 

bundesgerichtlichen Vorgaben hinsichtlich der Einhaltung der 90-tägigen 

Revisionsfrist noch erfüllt sind. 

6.2.3.3.Insgesamt kann vorliegend offen bleiben, auf wann genau der Zeitpunkt 

festzusetzen wäre, in dem die Verwaltung ihre unvollständige Kenntnis 

mit dem erforderlichen und zumutbaren Einsatz hätte hinreichend 

ergänzen können und müssen (vgl. BGE 143 V 105 E.2.4; Urteil des 

Bundesgerichts 9C_343/2012 vom 11. Oktober 2012 E.4.1.1) und ab 

welchem Zeitpunkt die relative 90-tägige Frist tatsächlich zu laufen 

begonnen hätte. Es ist in jedem Fall fraglich (vgl. auch Urteil des 

Verwaltungsgerichts S 15 150 vom 10. Mai 2016 betreffend 

aufschiebende Wirkung / Rechtsverzögerung E.6b/aa), ob diese Frist 

- 31 -

eingehalten ist, weshalb auch nicht weiter auf die Ausführungen der 

Beschwerdegegnerin eingegangen werden muss, dass sie nach Eingang 

des Observationsberichts vom 25. Juli 2014 erst für den 25. November 

2014 einen Termin bei Dr. med. E._____ habe erhalten können.

6.3. Gemäss Art. 53 Abs. 2 ATSG (Wiedererwägung) kann der 

Versicherungsträger auf formell rechtskräftige Verfügungen oder 

Einspracheentscheide zurückkommen, wenn diese zweifellos unrichtig 

sind und wenn ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist. 

Voraussetzung einer Wiedererwägung ist - nebst der erheblichen 

Bedeutung der Berichtigung -, dass kein vernünftiger Zweifel an der 

Unrichtigkeit der Verfügung oder des Einspracheentscheids besteht, also 

nur dieser einzige Schluss denkbar ist (BGE 140 V 77 E.3.1). Ob dies 

zutrifft, beurteilt sich nach der bei Erlass der Verfügung bestandenen 

Sach- und Rechtslage, einschliesslich der damaligen Rechtspraxis (vgl. 

BGE 141 V 405 E.5.2; BGE 140 V 77 E.3.1). Eine Wiedererwägung einer 

prozentgenauen Invalidenrente bedingt sodann, dass die Differenz des 

Invaliditätsgrades zu der als zweifellos unrichtig erkannten Verfügung 

mindestens 5 Prozentpunkte beträgt (vgl. BGE 140 V 77 E.3.1; BGE 140 

V 85 E.4). 

6.3.1. Im angefochtenen Einspracheentscheid vom 5. Dezember 2016 erachtete 

die Beschwerdegegnerin die Voraussetzungen für eine Wiedererwägung 

im Sinne von Art. 53 Abs. 2 ATSG als gegeben. Sie wies in diesem 

Zusammenhang auf den von ihr im Jahr 2013 recherchierten 

Internetbericht über das Anschuss-Seminar von Juli 2011 hin, in dem die 

Beschwerdeführerin in kriechender Stellung das Gelände nach 

"Pirschzeichen" abgesucht habe. Diese Bilder divergierten erheblich von 

den Angaben, welche die Beschwerdeführerin am 12. April 2012 

gegenüber Prof. Dr. med. D._____ gemacht habe. Auch die Videos der 

Observationsphasen der Jahre 2013 und 2014 zeigten die 

- 32 -

Beschwerdeführerin in anhaltend stabilem Aktivitätsniveau, das weder mit 

den Befunden der Psychotherapeutin noch mit ihren Angaben anlässlich 

eines Telefonats vom 17. November 2014 korrelierten. Die 

Rentenzusprache gemäss angefochtener Rentenverfügung vom 12. 

(recte: 18.) September 2012 habe offensichtlich nicht auf dem tatsächlich 

wahren Leistungsvermögen der Beschwerdeführerin basiert, weshalb die 

ursprüngliche Rentenverfügung zweifellos als falsch zu qualifizieren sei. 

Im Übrigen stütze sich die Rentenverfügung nur auf den Bericht von 

Prof. Dr. med. D._____ vom 3. Mai 2012, der dort auch auf seinen Bericht 

vom 20. Oktober 2011 verweise. Beide Berichte enthielten jedoch keine 

Arbeitsfähigkeitsbeurteilung und keine Diskussion der zumutbaren 

Verweistätigkeit, weshalb die medizinische Grundlage nicht 

rechtsgenüglich gewesen und somit auch deshalb von einer anfänglich 

unrichtigen Rechtsanwendung auszugehen sei. Darüber hinaus sei die 

Berichtigung von erheblicher Bedeutung, weil angesichts der 

medizinischen Beurteilung von Dr. med. E._____ in seinem Bericht vom 

19. Januar 2015 die Korrektur einer auf einem Invaliditätsgrad von 100 % 

basierenden Rente auf einen solchen von 0 % in Frage stehe. 

Wie bereits erwähnt, äussert sich Beschwerdeführerin in ihrer 

Beschwerde vom 7. Januar 2017 und in der Replik vom 20. Juli 2017 

nicht ausdrücklich zur Frage, ob die Voraussetzungen von 

Wiedererwägung, prozessualer und materieller Revision gegeben seien 

oder nicht. Sie geht vielmehr von einem 100%igen Invaliditätsgrad aus 

und verlangt die Wiederausrichtung der vollen Invalidenrente, zumal sich 

ihr Gesundheitszustand seit der ersten Begutachtung verschlechtert habe 

und sie nicht arbeitsfähig sei. 

6.3.2. Die ursprüngliche Verfügung vom 18. September 2012 (Bg-act. 386) 

basierte auf dem medizinischen Bericht von Prof. Dr. med. D._____ vom 

3. Mai 2012 (Bg-act. 360). In diesem gab der Facharzt die Angaben der 

- 33 -

Patientin folgendermassen wieder: sie beklage starke Schmerzen, 

verlasse deswegen ihr Haus kaum, z.B. nur für den Besuch bei den 

Eltern, sie gehe kaum aus, sie fahre selbst max. 20 Minuten Auto, könne 

sich kaum länger auf ein Buch konzentrieren und auch keine 

anstrengenderen Tätigkeiten ausüben, insbesondere im Haushalt 

(Kochen und Abfalleimer entsorgen gehe nicht; Betten aufräumen, 

Wäsche machen, Wochenendeinkauf zusammen mit dem Ehemann, 

Verräumen des Essens gehe). Prof. Dr. med. D._____ verwies zudem auf 

die Angaben in seinem Brief vom 20. Oktober 2011 (Bg-act. 346) und 

erklärte, diese hätten weitgehend noch Gültigkeit. Gemäss den dortigen 

Angaben konnte die Patientin am Vormittag das Bein etwas belasten, am 

Nachmittag war dies kaum mehr möglich. Sie machte gewisse 

Haushaltsarbeiten, hatte einen grossen Garten und zog Blumen, 

gesamtheitlich war sie massiv reduziert in ihrer Einsatzfähigkeit und durch 

die Schmerzmittel geprägt. 

Die ausgedruckten Auszüge aus dem Internet, auf denen die 

Beschwerdeführerin zu sehen ist (Bg-act. 401 Anhang), sind nach wie vor 

unter www._____ abrufbar. Darauf ist Folgendes ersichtlich: Am 16. Juli 

2011, also noch vor Erlass der fraglichen Verfügung vom 18. September 

2012, fand das "Anschuss-Seminar statt, an dem auch die 

Beschwerdeführerin teilnahm. Wie dem erwähnten Bericht auf der 

Homepage zu entnehmen ist, wurde das Seminar am Nachmittag des 

fraglichen Tages im Revier der Beschwerdeführerin und ihres 

Ehemannes abgehalten. Auf den Fotos sind u.a. die Teilnehmer sichtbar, 

die nach Pirschzeichen suchen, wobei auch die Beschwerdeführerin auf 

den Knien das Gras absucht. Später nimmt sie stehend an der 

Besichtigung von "Kuriositäten" und schliesslich sitzend in einem 

Restaurant an der Betrachtung einer Power-Point-Präsentation teil. 

http://www._____

- 34 -

Die Bilder aus dem Internet zeigen tatsächlich eine deutliche Diskrepanz 

zwischen den Angaben der Beschwerdeführerin gegenüber 

Prof. Dr. med. D._____ und ihrem am besagten Nachmittag vom 16. Juli 

2011 gezeigten Verhalten. Während sie gegenüber dem Arzt behauptete, 

sie könne wegen der Schmerzen kaum ausgehen und sich kaum längere 

Zeit (auf ein Buch) konzentrieren, war sie offenbar in der Lage, einen 

ganzen Nachmittag an einem Seminar teilzunehmen. Bei diesem übte sie 

zudem verschiedene Aktivitäten aus – von Tätigkeiten draussen auf dem 

Feld inklusive Knien im Gras bis zum stehenden Diskutieren und dem 

Verfolgen einer Präsentation im Sitzen. Da dieses Verhalten nicht im 

Einklang mit den eigenen Angaben der Beschwerdeführerin gegenüber 

Prof. Dr. med. D._____ steht, drängt sich die Annahme, dass die 

ursprüngliche Beurteilung durch die Beschwerdegegnerin tatsächlich auf 

anfänglich unrichtigen tatsächlichen Grundlagen beruhte, auf. Darüber 

hinaus ist auch zutreffend, wie die Beschwerdegegnerin ausführte, dass 

in den beiden Berichten von Prof. Dr. med. D._____ vom 3. Mai 2012 

(Bg-act. 360) und vom 20. Oktober 2011 (Bg-act. 346) weder eine 

Arbeitsunfähigkeitsbeurteilung vorgenommen noch eine zumutbare 

Verweistätigkeit der Beschwerdeführerin diskutiert wurde, was eine 

Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes bedeutete (Urteil des 

Bundesgerichts 9C_290/2009 vom 25. September 2009 E.3.1.3 mit 

Hinweisen). Der ursprünglichen Verfügung vom 18. September 2012 (Bg-

act. 386) mangelte es somit auch an einer rechtsgenüglichen 

medizinischen Grundlage, was gemäss bundesgerichtlicher 

Rechtsprechung ebenfalls eine anfänglich unrichtige Rechtsanwendung 

darstellt (Urteil des Bundesgerichts 9C_201/2016 vom 18. Juli 2016 

E.4.3).

Damit erweist sich die ursprüngliche Verfügung vom 18. September 2012 

(Bg-act. 386) als zweifellos unrichtig. Deren Berichtigung ist von 

erheblicher Bedeutung, zumal gestützt auf den Bericht von Dr. med. 

- 35 -

E._____ vom 19. Januar 2015 (Bg-act. 408) aufgrund eines berechneten 

IV-Grads von unter 10 % die gänzliche Aufhebung der bisherigen auf der 

Basis einer Invalidität von 100 % ausgerichteten Rente  bzw. nun die 

Reduktion der Rente auf eine solche basierend auf einer Invalidität von 

32 % (vgl. nachstehende Erwägung 8.3) in Frage steht. Das Gericht 

erachtet daher – wie bereits die Beschwerdegegnerin im angefochtenen 

Einspracheentscheid vom 5. Dezember 2016 – die Voraussetzungen von 

Art. 53 Abs. 2 ATSG als erfüllt. 

6.4. Gemäss Art. 17 Abs. 1 ATSG (Anpassung an veränderte 

Verhältnisse/materielle Revision) wird die Rente von Amtes wegen oder 

auf Gesuch hin für die Zukunft erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben, 

wenn sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 

Rentenbezügers erheblich ändert. Anlass zur Rentenrevision nach Art. 17 

Abs. 1 ATSG gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen 

Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den 

Invaliditätsgrad und damit den Anspruch zu beeinflussen (BGE 141 V 9 

E.2.3; Urteil des Bundesgerichts 8C_348/2014 vom 17. November 2014 

E.1.2 mit Hinweisen). Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen 

Änderung des Gesundheitszustands revidierbar (BGE 141 V 9 E.2.3). 

Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen 

eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszustands 

auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisionsgrund 

im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG dar (vgl. KIESER, a.a.O., Art. 17 

Rz. 26). Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der 

Rentenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. in 

rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht umfassend, zu prüfen (BGE 141 V 9 

E.2.3; Urteil des Bundesgerichts 8C_348/2014 vom 17. November 2014 

E.1.2 mit Hinweisen). Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer 

anspruchserheblichen Änderung bildet dabei die letzte (der versicherten 

Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, die auf einer materiellen 

- 36 -

Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer 

Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines 

Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den 

erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustands) beruht (BGE 134 

V 131 E.3; Urteil des Bundesgerichts 8C_348/2014 vom 17. November 

2014 E.1.2 mit Hinweisen). 

6.4.1. Die Beschwerdegegnerin bejahte im angefochtenen Einspracheentscheid 

vom 5. Dezember 2016 in substituierter Begründung auch die 

Voraussetzungen einer Rentenanpassung im Sinne von Art. 17 Abs. 1 

ATSG. Sie machte geltend, Prof. Dr. med. D._____ habe sich in seinem 

Bericht vom 3. Mai 2012 weder zur dannzumal aktuellen Arbeitsfähigkeit 

noch zur Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit geäussert. 

Die Gutachter der IB-Bern seien in ihrem Gutachten vom 10. August 2016 

von einer deutlichen und objektiv belegbaren Verbesserung des 

Gesundheitszustands ausgegangen, dies insbesondere gestützt auf den 

Vergleich des Observationsmaterials mit den Angaben, welche die 

Beschwerdeführerin im Jahr 2012 gegenüber Prof. Dr. med. D._____ 

gemacht habe. Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit sei die Besserung 

des unfallbedingten Gesundheitszustands spätestens per Ende Juli 2013 

eingetreten. 

Auch auf diese rechtlichen Aspekte geht die Beschwerdeführerin in ihrer 

Beschwerde vom 7. Januar 2017 und in der Replik vom 20. Juli 2017 

nicht näher ein. Sie hält lediglich fest, dass die medizinische Situation von 

der Beschwerdegegnerin falsch beurteilt worden sei und sich ihr 

Invaliditätsgrad von 100 % nicht geändert habe.

Die Beschwerdegegnerin führt in ihrer Stellungnahme vom 23. Januar 

2017 aus, die Gutachter der IB-Bern hätten der Beschwerdeführerin in 

ihrem Gutachten vom 10. August 2016 sowie im Ergänzungsgutachten 

vom 1. September 2016 zur Förderung der Wundheilung eine 50%ige 

- 37 -

Arbeitsunfähigkeit zugestanden. Tatsache sei auch, dass über vier Jahre, 

nämlich vom 12. April 2012 bis Juni 2016 keine Anhaltspunkte für eine 

offene Wunde am rechten Knie vorgelegen hätten.

6.4.2.1.Noch ausgeprägter als auf den erwähnten ausgedruckten Auszügen aus 

dem Internet aus dem Jahr 2011 (www_____; Bg-act. 401 Anhang) 

zeigen sich die Diskrepanzen anhand des Observationsmaterials der 

Jahre 2013 und 2014. Dort sieht man die Beschwerdeführerin, wie sie 

sich aktiv bewegt, immer wieder mit den Hunden draussen unterwegs ist, 

im Schneidersitz am Boden sitzt, einkaufen geht, immer wieder Auto fährt, 

im Garten die Pflanzen wässert und sich um die Welpen kümmert und 

dies alles auch am Nachmittag, obwohl sie gegenüber Prof. Dr. med. 

D._____ (vgl. dessen Bericht vom 20. Oktober 2011, Bg-act. 346) angab, 

das Bein am Nachmittag kaum mehr belasten zu können. Das auf den 

erwähnten Internetbildern gezeigte Verhalten stimmt auch nicht mit den 

Angaben der Psychotherapeutin Dipl.-Psych. H._____ in ihrem Bericht 

vom 11. Juli 2013 (Bg-act. 399) überein. Sie diagnostizierte eine 

rezidivierende depressive Störung bei gegenwärtig mittelgradiger Episode 

mit Symptomen wie Niedergeschlagenheit, totalem Rückzug, 

Antriebslosigkeit bis zur Lethargie, Grübeln, Schlafstörungen sowie stark 

negativer Zukunftssicht, wobei im Verlaufe der Therapie, nach mehreren 

Rückschlägen, eine Verbesserung der Symptomatik und ein besserer 

Umgang mit den Ängsten und der Hoffnungslosigkeit im Zusammenhang 

mit den gesundheitlichen Beschwerden eingetreten sei. Ferner gab die 

Beschwerdeführerin anlässlich eines Telefonats vom 17. November 2014 

mit der Beschwerdegegnerin (Bg-act. 404) u.a. an, es gehe ihr nicht so 

gut, sie könne das Bein nicht gut bewegen, da sonst die Narbe aufgehe, 

sie habe immer mal wieder depressive Phasen und hadere immer noch 

sehr mit ihrem Schicksal und ihrer Arbeitsunfähigkeit. Zuhause könne sie 

nicht viel machen, ihr Mann müsse den Abfall hinunter bringen, da sie 

keine Gewichte tragen könne, sie habe keine Kraft, obwohl sie eine gute 

- 38 -

Muskulatur habe, es tue einfach weh, beim Laufen habe sie ein 

Entlastungshinken, sie schwanke und könne nicht schnell gehen, vor 

allem nicht rennen. Über einen Ast von 10 cm Höhe könne sie nicht 

gehen, da sie das Bein nicht so hoch heben könne, allgemein habe sie 

mit Unebenheiten Mühe. Mit diesen Angaben der Ärzte (Bericht 

Prof. Dr. med. D._____ vom 20. Oktober 2011, Bg-act. 346, Bericht 

Psychotherapeutin Dipl.-Psych. H._____ vom 11. Juli 2013, Bg-act. 399) 

und den eigenen Aussagen der Beschwerdeführerin vom 17. November 

2014 (Bg-act. 404) bestätigten sich die Widersprüche, die sich 

ursprünglich mit den ausgedruckten Bildern aus dem Jahr 2011, die im 

Internet zu sehen waren/sind, ergeben hatten: Während die 

medizinischen Fachpersonen aufgrund der Angaben der 

Beschwerdeführerin von einer allgemeinen Immobilität, sei es physisch 

wie psychisch, berichteten, zeigten die Observationen, dass die 

Beschwerdeführerin recht beweglich ist, sei es beim Gehen, sei es auch 

im Umgang mit den Hunden oder sonstigen Aktivitäten ausserhalb des 

Hauses. Sie zeigte keine sichtbaren Anzeichen von Schmerzen oder 

Schonverhalten und es schien auch nicht so, als wäre sie vollgepumpt mit 

Medikamenten oder in Grübeleien versunken. 

6.4.2.2.Im Gutachten der IB-Bern vom 10. August 2016 (Bg-act. 456) hielten die 

Gutachter fest, dass sich der Gesundheitszustand der 

Beschwerdeführerin im Vergleich zu dem am 3. Mai 2012 von 

Prof. Dr. med. D._____ beschriebenen deutlich und objektiv gebessert 

habe. Die Versicherte sei bereits im Jahr 2013 in der Lage gewesen, vier 

Welpen aufzunehmen und sich täglich um diese zu kümmern. Zudem 

habe sie dargelegt, dass sie gerne lese und im Haushalt koche und bügle, 

was gemäss Bericht von Prof. Dr. med. D._____ noch nicht möglich 

gewesen war. Es würden auch heute keine Hinweise auf eine 

Osteomyelitis bestehen, allerdings bestehe nach Angaben der 

Versicherten seit ca. vier bis fünf Wochen eine sezernierende 

- 39 -

breitflächige Wunde infrapatellär rechts. Diese habe sie jedoch nicht 

davon abgehalten, in der Woche der fraglichen Untersuchung zur Jagd zu 

gehen und sich weiterhin regelmässig um ihre vier Hunde zu kümmern, 

was gemäss dem Observationsmaterial recht anspruchsvoll und 

zeitintensiv sei. Die Angabe von Prof. Dr. med. D._____, die 

Beschwerdeführerin leide unter starken Schmerzen, müsse relativiert 

werden. Sie habe im Zeitpunkt der Untersuchungen, trotz gegenteiliger 

Angaben, nachweislich auf die Einnahme von Schmerzmitteln verzichtet, 

weshalb Zweifel an dem von ihr geltend gemachten Schmerzniveau und 

an den von ihr geltend gemachten Einschränkungen im Alltag bestünden. 

Seit der letzten Beurteilung durch Prof. Dr. med. D._____ sei eine 

namhafte Besserung des Gesundheitszustands mit deutlich höherem 

Funktionsniveau im Alltag eingetreten. Mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit lasse sich diese Besserung spätestens per Datum der 

ersten Observation Ende Juli 2013 dokumentieren, wo sich keine 

Hinweise für die von ihr angegebenen Behinderungen zeigten. Die 

Observation im Jahr 2014 sowie die eigenen Untersuchungsergebnisse 

im Rahmen der Begutachtung hätten diese Beurteilung bestätigt 

(Gutachten der IB-Bern vom 10. August 2016, Bg-act. 456). 

Nach der dritten Observationsphase im Jahr 2016 (Bg-act. 451) äusserte 

sich die IB-Bern im Ergänzungsgutachten vom 1. September 2016 (Bg-

act. 458) nochmals zum Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin. 

Die Gutachter hielten fest, dass das neue Observationsmaterial ihre 

Beurteilung bestätige. Die Beschwerdeführerin könne problemlos längere 

Strecken gehen und längere Zeit sitzen. Sie gehe einkaufen, bepacke 

den Einkaufswagen, stosse und entlade ihn, sie könne alternierend 

Treppen steigen, längere Zeit im Auto sitzen, auch als Fahrerin, womit 

sie das Gas-Bremsspiel des Autos mit dem beeinträchtigten rechten 

Fuss/Bein beherrsche. Es bestehe ein weitgehendes physiologisches 

Gangbild. Das diskrete Hinken sei als Verkürzungshinken aufgrund des 

- 40 -

Streckdefizits anzusehen und nicht als schmerzbedingtes 

Entlastungshinken (Bg-act. 458).

6.4.3. Angesichts dieser tatsächlichen Feststellungen und der klaren 

medizinischen Ausführungen kann vorliegend kein Zweifel bestehen, dass 

sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin seit der 

Begutachtung durch Prof. Dr. med. D._____ im Jahr 2012 wesentlich 

verbessert hat. Damit haben sich die Verhältnisse auch im Sinne von 

Art. 17 Abs. 1 ATSG wesentlich verändert und das Vorliegen eines 

Revisionsgrundes ist zu bejahen. Wäre also die ursprüngliche Verfügung 

vom 18. September 2012 korrekt – und nicht schon ursprünglich unrichtig 

(vgl. Erwägung 6.3.3) – gewesen, führten zumindest die nach deren 

Erlass festgestellten tatsächlichen Veränderungen zu einer 

Rentenanpassung im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG. 

6.5. Sowohl bei der Wiedererwägung nach Art. 53 Abs. 2 ATSG (KIESER, 

a.a.O., Art. 53 Rz. 71) als auch bei der materiellen Revision nach Art. 17 

Abs. 1 ATSG (BGE 141 V 9 E.2.3 und E.6.1) ist in zwei getrennten 

Verfahrensschritten vorzugehen. Werden in einem ersten Schritt die 

Voraussetzungen für die Wiedererwägung bzw. die Rentenanpassung 

bejaht, ist in einem zweiten Schritt unter Berücksichtigung der 

massgebenden Umstände ein erneuter Entscheid zu fällen (vgl. auch 

BGE 141 V 9 E.2.3 und E.6.1). Da vorliegend die Voraussetzungen für 

eine Wiedererwägung erfüllt sind und auch ein Revisionsgrund gegeben 

ist, muss im Nachfolgenden der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin 

ohne Bindung an frühere Beurteilungen in rechtlicher und tatsächlicher 

Hinsicht umfassend geprüft werden (BGE 141 V 9 E.2.3 und E.6.1).

7.1. Bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin kann im 

Wesentlichen vom orthopädischen Verlaufs-Gutachten der IB-Bern vom 

29. Mai 2017, das die Beschwerdegegnerin mit ihrer Eingabe vom 7. Juni 

- 41 -

2017 ins Recht reichte, ausgegangen werden, nachdem die 

Beschwerdegegnerin das Rechtsbegehren im Verlaufe des vorliegenden 

Beschwerdeverfahrens gestützt auf dieses Gutachten angepasst hat (vgl. 

vorne Erwägungen 5.2.1. und 5.2.3). 

Die Beschwerdegegnerin erläutert dazu in ihrer Eingabe vom 7. Juni 

2017, dass die mit Gutachten der IB-Bern vom 10. August 2016 erfolgte 

Prognose, die Wunde am rechten Knie werde sich innerhalb von wenigen 

Wochen bis Monaten schliessen, nicht eingetroffen sei. Dies ergebe sich 

aus dem Verlaufs-Gutachten der IB-Bern vom 29. Mai 2017. An der 

objektiv erstellten Verbesserung des Gesundheitszustands seit der 

ursprünglichen Berentung und damit an den erfüllten Voraussetzungen für 

die Rentenanpassung im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG halte sie aber 

nach wie vor fest. 

Die Beschwerdeführerin führt dazu in ihrer Stellungnahme vom 20. Juli 

2017 aus, dass sich der Zustand des Knies weiter verschlechtert und sich 

ihr Aktionsradius weiter verkleinert habe. Die seitens der Gutachter 

vorgeschlagenen Arbeitszeiten seien in Deutschland nicht realisierbar. 

Selbst im Ruhezustand habe sie Schmerzen, könne nachts deswegen 

nicht durchschlafen und sei daher auch psychisch stark belastet. Weiter 

geht sie auf das Verlaufs-Gutachten der IB-Bern vom 29. Mai 2017 nicht 

ein.

7.2.1. In dem am 29. Mai 2017 erstatteten orthopädischen Verlaufs-Gutachten 

der IB-Bern, das die Beschwerdegegnerin mit Eingabe vom 7. Juni 2017 

ins Recht reichte, führten die Gutachter aus, ihre 2016 geäusserte 

positive Annahme, dass es innerhalb von wenigen Wochen bis Monaten 

zu einem Wundverschluss kommen werde, habe sich nicht bestätigt. 

Gesamthaft sei es aber aufgrund der objektiven Befunde doch zu einer 

Verbesserung gekommen. Vor einem Jahr seien sie unter 

- 42 -

Berücksichtigung einer angemessenen angepassten Arbeit von einer 

Arbeitsfähigkeit von 50 % (bis zur abgeschlossenen Wundheilung, 

danach von einer solchen von 100 %) ausgegangen. Heute könne man 

von einer etwas höheren Arbeitsfähigkeit ausgehen, wobei am 

Zumutbarkeitsprofil, wie sie es vor einem Jahr definiert hätten, 

festgehalten werden könne (vgl. orthopädischen Verlaufs-Gutachten der 

IB-Bern vom 29. Mai 2017, S. 37). Sie    diagnostizierten einen Status 

nach Sturz von einer Treppe am 5. Januar 2000 mit Patellaluxation 

rechts, Verdacht auf Entwicklung einer Osteitis am Tibiakopf rechts, 

schwere femoropatelläre Arthrose rechts sowie inzwischen auch medial 

betonte Gonarthrose rechts mit Knorpelschäden, belastungsabhängige 

Beschwerden und Funktionseinschränkungen in der rechten unteren 

Extremität mit persistierendem Streckdefizit, aktuell stabile, breitflächige 

und gegen die Tiefe abgedeckte Wunde infrapatellär rechts bei 

dystrophen Gewebeverhältnissen, ohne aktuelle Hinweise auf eine 

Osteomyelitis sowie unfallfremde lumbale Rückenschmerzen, arterielle 

Hypertonie und unklares, abklärungsbedürftiges Systolikum mit 

Strömungsgeräusch über der linken Halsschlagader (orthopädisches 

Verlaufs-Gutachten der IB-Bern vom 29. Mai 2017, S. 39). In 

Beantwortung der Fragen der Beschwerdegegnerin hielten die Gutachter 

fest, dass abgesehen von der dauerhaften Wundabdeckung mit 

antiseptischer Behandlung und regelmässigem Wechsel der Auflage 

keine weiteren therapeutischen Massnahmen zur Verbesserung der 

Wundsituation vorgeschlagen werden könnten. Die Situation sei stabil, 

eine Verschlimmerung mit Vergrösserung der Wunde sei nicht 

wahrscheinlich (orthopädisches Verlaufs-Gutachten der IB-Bern vom 29. 

Mai 2017, S.41). In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit führten sie aus, dass 

die Beschwerdeführerin die Möglichkeit haben sollte, die Beine frei zu 

positionieren, sie mit Wechselpositionen und kurzen Stehphasen sollte 

arbeiten können, und dass Zwangspositionen für das Knie sowie das 

repetitive Heben und Tragen von Gewichten über 3 kg im Stehen, das 

- 43 -

unebenerdige Gehen, das Begehen von Treppen und Leitern sowie 

Vibrationsexpositionen vermieden werden sollten. Eine Arbeit mit zwei 

Blöcken à drei Stunden sei aufgrund der schweren Gonarthrose für 

adäquate Arbeiten angemessen und medizinisch zumutbar 

(orthopädisches Verlaufs-Gutachten der IB-Bern vom 29. Mai 2017, S. 40 

f.). 

Das orthopädische Verlaufs-Gutachten der IB-Bern vom 29. Mai 2017 

erweist sich nach Ansicht des Gerichts als umfassend, es beruht auf einer 

nochmaligen persönlichen Untersuchung der Beschwerdeführerin, 

erfolgte in Beachtung der Vorakten (inkl. der Observationsergebnisse) 

und erscheint inhaltlich als schlüssig und nachvollziehbar. Die Gutachter 

begründen ausführlich und überzeugend ihre vom ersten Gutachten 

abweichende Einschätzung (vgl. orthopädisches Verlaufs-Gutachten der 

IB-Bern vom 29. Mai 2017, S. 34 Ziff. 5 ff.). Zudem fällt die Beurteilung 

auch zu Gunsten der Beschwerdeführerin aus (vgl. Beurteilung der 

Arbeitsfähigkeit und Zumutbarkeitsprofil S. 40 f.). 

7.2.2. Die Ausführungen der Gutachter der IB-Bern in ihrem orthopädischen 

Verlaufsgutachten vom 29. Mai 2017 bestätigen im Wesentlichen die 

Ausführungen, die auch der behandelnde Arzt der Beschwerdeführerin, 

Dr. med. F._____, in seinem Bericht vom 4. Oktober 2016 (Bg-act. 464 

Anhang) gemacht hatte. Diesen Bericht reichte die Beschwerdeführerin 

mit der Stellungnahme vom 20. Oktober 2016 ein, nachdem das 

Ergänzungsgutachten der IB-Bern vom 1. September 2016 erstattet 

worden war. Dr. med. F._____ führte in seinem Bericht vom 4. Oktober 

2016 (Bg-act. 464) aus, dass die Wundsituation im Juni 2016 wieder offen 

war und dass die Beschwerdeführerin während der gesamten Zeit zwei 

Arbeitsversuche unternommen habe, die innert kürzester Zeit misslungen 

seien. Die Beschwerdeführerin sei in den letzten Jahren nicht in der Lage 

gewesen, körperlich dem Beruf einer Köchin auch nur ansatzweise 

- 44 -

nachzugehen. Tätigkeiten mit längerem Stehen, Sitzen oder Arbeiten in 

Zwangshaltungen seien auch in Zukunft nicht möglich. Aus diesem von 

ihr eingereichten medizinischen Bericht von Dr. med. F._____ wie auch 

aus den Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen von Dr. med. F._____ vom 

22. September 2016 und von Dr. med. G._____ vom 13. Oktober 2016 

(Bg-act. 464) kann die Beschwerdeführerin nichts zu ihren Gunsten 

ableiten, was über die Feststellungen im orthopädischen Verlaufs-

Gutachten der IB-Bern vom 29. Mai 2017 hinausgehen würde. 

8.1. Art. 18 UVG bestimmt, dass die Versicherte, die infolge des Unfalles zu 

mindestens 10 % invalid ist, Anspruch auf eine Invalidenrente hat. Zur 

Bestimmung des Invaliditätsgrads wird gemäss Art. 16 ATSG das 

Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der 

Invalidität und nach Durchführung allfälliger Eingliederungsmassnahmen 

durch eine zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage 

erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum 

Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 

geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in 

der Regel in der Weise zu erfolgen, dass Validen- und 

Invalideneinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und 

einander gegenüber gestellt werden, worauf sich aus der 

Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (BGE 

130 V 343 E.3.4.2).

8.2. Die Beschwerdegegnerin berechnete im angefochtenen 

Einspracheentscheid vom 5. Dezember 2016 das Valideneinkommen 

gestützt auf den am 31. August 1999 zwischen der Beschwerdeführerin 

und dem früheren Arbeitgeber abgeschlossenen Arbeitsvertrag und 

einem damaligen Bruttolohn von Fr. 70'200.-- inkl. 13. Monatslohn. 

Angepasst an die Entwicklung des Nominallohnindexes für Frauen 

(Tabelle T39) per Datum der Revisionsverfügung (14. April 2015) 

- 45 -

resultierte ein aufindexiertes Valideneinkommen der Beschwerdeführerin 

in der angestammten Tätigkeit als Köchin (Küchenchefin) von 

Fr. 86'099.20 (Fr. 70'200.-- / 2190 Pkt. x 2686 Pkt.). Das 

Invalideneinkommen bestimmte die Beschwerdegegnerin gestützt auf die 

LSE-Tabellenlöhne 2014 (Total aller Wirtschaftszweige, 

Kompetenzniveau 3 [komplexe praktische Tätigkeiten, die ein grosses 

Wissen in einem Spezialgebiet voraussetzen], privater Sektor, kein 

Leidensabzug), was ein aufindexiertes Invalideneinkommen von 

Fr. 77'974.95 ergab. Aus dem Einkommensvergleich resultierte ein IV-

Grad von 9 % (Fr. 86'099.20 - Fr. 77'974.95 = Fr. 8'124.25 : Fr. 86'099.20 

x 100 = 9.43 %), womit ein rentenbegründender IV-Grad gemäss Art. 18 

UVG nicht erreicht wurde. In der Eingabe vom 7. Juni 2017 kommt die 

Beschwerdegegnerin auf diese Berechnung zurück. Abweichend vom 

Einspracheentscheid vom 5. Dezember 2016 und ausgehend von einem 

gleichbleibenden Validenlohn von Fr. 86'099.20 und einer Arbeitsfähigkeit 

von 75 % errechnet sie ein Invalideneinkommen von Fr. 58'481.20 

(Statistiklohn im privaten Sektor gemäss LSE 2014, Kompetenzniveau 3: 

Fr. 74'424.--, umgerechnet auf 41.7 Stunden: Fr. 77'587.--, bei einem 

Arbeitspensum von 75 % und aufindexiert auf das Jahr 2015 nach T39: 

Fr. 77'587.-- x 75 % x 0.5 %). Der Einkommensvergleich ergibt damit 

einen IV-Grad von 32 % (Fr. 86'099.20 - Fr. 58'481.20 = Fr. 27'618.-- : 

Fr. 86'099.20 x 100 = 32.07 %) und eine Monatsrente von Fr. 1'026.90 

(versicherter Jahresverdienst: Fr. 48'135.--, Vollrente 80 % davon = 

Fr. 38'508.--, IV-Grad 32 % = Fr. 12'322.56 : 12 = Fr. 1026.90). 

Die Beschwerdeführerin äussert sich in ihrer Beschwerde vom 7. Januar 

2017 nicht näher zu dieser Berechnung, weder bemängelt sie das 

berechnete Valideneinkommen noch die Bemessung des 

Invalideneinkommens. In der Stellungnahme vom 20. Juli 2017 erklärt sie, 

dass sie weit mehr als zu 32 % eingeschränkt sei, da sich ihr 

Aktionsradius immer mehr verkleinere. Nach jeder Belastung benötige sie 

- 46 -

eine Regenerationsphase von einem bis zwei Tagen, während denen sie 

auf dem Sofa liege und ihr Bein hochlagern müsse. Da es ihr in der 

wärmeren Jahreszeit besser gehe, sei sie für den Zeitraum Juni bis 

August mit einem Rentenanspruch von 60 % einverstanden, für den 

restlichen Zeitraum schlage sie einen Rentenanspruch von 90 % vor. Eine 

dauerhafte und gleichbleibende Rente von 32 % sei in ihrem Fall nicht 

gerechtfertigt. Ihr sei es nicht möglich, einen Beruf auszuüben, da die von 

der IB Bern vorgeschlagenen Arbeitszeiten in Deutschland nicht 

realisierbar seien und sie angesichts der benötigten 

Regenerationsphasen auch keinen anderen Beruf ausüben könne. Sie 

habe immer Schmerzen am Knie und sei durch den Schlafmangel auch 

psychisch angeschlagen. Zudem müsse sie viele Medikamente 

einnehmen und habe, wo das Hauttransplantat zerstört sei, eine offene, 

eiternde und nässende Stelle. 

Die Beschwerdegegnerin führt im Schreiben vom 8. August 2017 aus, 

dass sie an ihren Ausführungen festhalte und auf eine weitergehende 

Stellungnahme verzichte. 

8.3. Das Gericht stellt vorliegend fest, dass die Beschwerdeführerin weder 

gegen die Festlegung des Validen- noch des Invalideneinkommens noch 

gegen die Berechnung des IV-Grads Einwände vorgebracht hat. Es 

kommt daher zum Schluss, dass die Beschwerdegegnerin den IV-Grad 

gestützt auf die im orthopädischen Verlaufs-Gutachten der IB-Bern vom 

29. Mai 2017 festgestellte Arbeitsunfähigkeit von 75 % (zwei Blöcke à drei 

Stunden bei einem Arbeitstag von acht Stunden) richtig berechnet hat. 

Damit kann vorliegend von einem Valideneinkommen von Fr. 86'099.20 

sowie von einem Invalideneinkommen von Fr. 58'481.20 ausgegangen 

werden. Aus der Gegenüberstellung dieser Einkommen resultiert ein 

Minderverdienst von Fr. 27'618.-- und daraus ein IV-Grad von 32.08 %, 

was auf 32 % abzurunden ist (BGE 130 V 121 E.3). Bei einem von der 

Beschwerdeführerin nicht beanstandeten versicherten Jahresverdienst 

- 47 -

von Fr. 48'135.-- ergibt sich eine Monatsrente von Fr. 1'026.90 (80 % von 

Fr. 48'135.-- bei einem IV-Grad von 32 %). Entgegen den Ausführungen 

der Beschwerdeführerin in ihrer Stellungnahme vom 20. Juli 2017 sind 

ihre finanziellen Verhältnisse für diese Berechnung nicht massgebend, sie 

haben mithin keine Auswirkung auf die Rentenhöhe, weil für deren 

Berechnung lediglich auf den versicherten Verdienst abzustellen ist. Für 

den Beginn der verfügten Rentenreduktion kann in Übereinstimmung mit 

der Beschwerdegegnerin, die diesbezüglich in ihrer Eingabe vom 7. Juni 

2017 auf das Jahr 2015 abgestellt hat, der 1. Mai 2015 angenommen 

werden, der Monat nach Erlass der angefochtenen Verfügung vom 14. 

April 2015 (Bg-act. 409), die mit Einspracheentscheid vom 5. Dezember 

2016 bestätigt wurde. 

8.4.1. Die Beschwerdeführerin gibt in ihrer Beschwerde vom 7. Januar 2017 an, 

sie könne in Deutschland keine staatlichen Unterstützungen 

beanspruchen. Da sie aber ihren Lebensstandard an die bezogene Rente 

angepasst habe, berufe sie sich, was die bisher erhaltenen 

Rentenzahlungen betreffe, auf den Vertrauensschutz. 

Die Beschwerdegegnerin führt in ihrer Vernehmlassung vom 23. Januar 

2017 aus, dass sie den Rentenanspruch mit Verfügung vom 14. April 

2015 rückwirkend per 31. Mai 2012 aberkannt habe, die effektive 

Renteneinstellung sei jedoch erst per Ende April 2015 erfolgt, weshalb die 

Anrufung des Vertrauensschutzes unbegründet sei. Im Übrigen würden 

Dauerleistungen stets unter dem Vorbehalt einer revisionsweisen 

Anpassung im Sinne von Art. 17 ATSG bei wesentlichen Änderungen der 

tatsächlichen Verhältnisse stehen. Zudem könne die Verwaltung gestützt 

auf Art. 53 Abs. 2 ATSG auch jederzeit auf formell rechtskräftige 

Verfügungen und Einspracheentscheide zurückkommen, wenn die 

entsprechenden Voraussetzungen erfüllt seien. Dies habe sie vorliegend 

gemacht, nachdem das Verwaltungsgericht in einem obiter dictum in dem 

- 48 -

die beiden Parteien betreffenden Urteil S 15 150 vom 10. Mai 2016 

betreffend aufschiebende Wirkung / Rechtsverzögerung die 

Fristeinhaltung für eine prozessuale Revision als fraglich bezeichnet 

habe. Infolgedessen habe die Beschwerdegegnerin ihren 

Einspracheentscheid vom 5. Dezember 2016 mit der Anwendung von 

Art. 17 Abs. 1 ATSG (materielle Revision) bzw. Art. 53 Abs. 2 ATSG 

(Wiedererwägung) begründet und die Renteneinstellung per 31. Mai 2015 

festgelegt.

8.4.2. Mit Verfügung vom 14. April 2015 (Bg-act. 409) aberkannte die 

Beschwerdegegnerin den Rentenanspruch der Beschwerdeführerin 

rückwirkend per 31. Mai 2012, jedoch ging sie im Einspracheentscheid 

vom 5. Dezember 2016 von der Renteneinstellung per 31. Mai 2015 aus. 

Effektiv wurde die Rente gemäss den Angaben der Beschwerdegegnerin 

ab Verfügungsdatum (14. April 2015) und somit für die Zukunft 

(Wiedererwägung ex nunc et pro futuro) nicht mehr geleistet, nämlich ab 

1. Mai 2015. Wie die Beschwerdegegnerin zu Recht ausführt, besteht 

kein Anspruch auf ununterbrochene Ausrichtung von Dauerleistungen, 

vielmehr können diese, wie oben ausgeführt (vgl. Erwägungen 6.3. und 

6.4.), bei Vorliegen eines Revisionsgrundes im Sinne von Art. 17 ATSG 

bzw. bei Vorliegen der Voraussetzungen von Art. 53 Abs. 2 ATSG 

jederzeit aufgehoben oder reduziert werden. In diesem Zusammenhang 

kann die Beschwerdeführerin daher nicht verlangen, dass die bisherige 

Invalidenrente unverändert weiter ausgerichtet wird. 

Wird im Rahmen einer Revision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG oder 

Wiedererwägung nach Art. 53 Abs. 2 ATSG eine ursprüngliche Verfügung 

korrigiert, entfällt die rechtliche Grundlage für die zugesprochenen 

Leistungen rückwirkend (KIESER, a.a.O., Art. 25 Rz. 5, 16). Der Grundsatz 

des Vertrauensschutzes gebietet es in bestimmten Konstellationen, dass 

in einem solchen Fall auf die Rückforderung von Leistungen verzichtet 

- 49 -

wird (KIESER, a.a.O., Art. 25 N 19; Urteil des Bundesgerichts 

8C_987/2010 vom 24. August 2011 E.3.3.2 mit Hinweisen). Mit dem 

vorliegenden Urteil des Verwaltungsgerichts steht der 

Beschwerdeführerin ab dem 1. Mai 2015 eine reduzierte Invalidenrente 

auf der Basis eines Invaliditätsgrads von 32 % zu. Eine Rückerstattung 

von zu Unrecht bezogenen Leistungen steht damit gar nicht zur 

Diskussion und der von der Beschwerdeführerin angerufene 

Vertrauensschutz bzw. Art. 25 ATSG (Rückerstattung unrechtmässig 

bezogener Leistungen) tut vorliegend nichts zur Sache. Vielmehr 

anerkennt die Beschwerdegegnerin mit ihrer Eingabe vom 7. Juni 2017 

den Anspruch auf eine reduzierte Rente, was mit dem vorliegenden Urteil 

für die Zeit ab dem 1. Mai 2015 auch bestätigt wird. Somit erhält die 

Beschwerdeführerin, entgegen der ursprünglichen Verfügung vom 14. 

April 2015 bzw. dem Einspracheentscheid vom 5. Dezember 2016 ab 

dem 1. Mai 2015 wieder Versicherungsleistungen, wenn auch nicht im 

ursprünglichen bzw. in dem von ihr im Rahmen des vorliegenden 

Verfahrens geforderten Ausmass. 

9. Zusammenfassend kommt das Gericht zum Schluss, dass das Observa-

tionsmaterial vorliegend Verwendung finden darf, dass gestützt darauf 

und auf die weiteren Abklärungsergebnisse die Voraussetzungen für eine 

Wiedererwägung nach Art. 53 Abs. 2 ATSG bzw. eine materielle Revision 

(Rentenanpassung) im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG gegeben sind, 

weshalb die der Beschwerdeführerin bisher ausgerichtete Rente (bei 

einem IV-Grad von 100 %) ab dem 1. Mai 2015 anzupassen ist. Dies führt 

dazu, dass die Beschwerde teilweise gutgeheissen und der angefochtene 

Einspracheentscheid vom 5. Dezember 2016 aufgehoben wird. Der 

Beschwerdeführerin steht gestützt auf das Verlaufs-Gutachten der IB-

Bern vom 29. Mai 2017 und einer Arbeitsfähigkeit von 75 % ab dem 1. 

Mai 2015 ein Anspruch auf eine Invalidenrente nach UVG auf der Basis 

- 50 -

eines Invaliditätsgrades von 32 % zu. Diese ist im Übrigen jeweils der 

Teuerung anzupassen (Art. 34 UVG).

10.1. Gerichtskosten werden nach Art. 61 lit. a ATSG nicht erhoben. 

10.2. Der nicht anwaltlich vertretenen Beschwerdeführerin steht keine 

aussergerichtliche Entschädigung zu (Art. 61 lit. g ATSG). 

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird in Aufhebung des angefochtenen 

Einspracheentscheids vom 5. Dezember 2016 teilweise gutgeheissen und 

es wird festgestellt, dass A._____ ab dem 1. Mai 2015 ein Anspruch auf 

eine Invalidenrente nach UVG auf der Basis eines Invaliditätsgrades von 

32 % zusteht. Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen. 

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilungen]