# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 43dc97e4-04f0-5cfa-8b9c-60d8690f50da
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-11-10
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 10.11.2025 200 2025 52
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2025-52_2025-11-10.pdf

## Full Text

IV 200 2025 52 
FRC/FRJ/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 10. November 2025

Verwaltungsrichterin Frey, Kammerpräsidentin
Verwaltungsrichter Furrer, Verwaltungsrichter Knapp
Gerichtsschreiberin Frésard

A.________
vertreten durch B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern  
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 11. Dezember 2024

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. November 2025, IV 200 2025 52

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Sachverhalt: 

A.

Die 2003 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
wurde im März 2018 von ihren Eltern unter Hinweis auf eine 
Lernbehinderung bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum 
Bezug beruflicher Massnahmen angemeldet (Akten der IV-Stelle Bern [IVB 
bzw. Beschwerdegegnerin; act. II] 2, 3 S. 2, vgl. auch act. II 33 [Anmeldung 
für Erwachsene vom Juli 2021 zur beruflichen Integration/Rente]). Nach 
Abklärungen medizinischer und beruflicher Art, insbesondere dem Einholen 
einer Beurteilung durch den Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD; act. II 10), 
erteilte die IVB der Versicherten am 25. Juni 2019 Kostengutsprache für 
eine erstmalige berufliche Ausbildung (act. II 19). Nach deren Abschluss 
zur "..." (act. II 35 S. 3) sprach sie der Versicherten zwei Arbeitsversuche 
zu (act. II 40, 48 [letzterer mit Coaching]) und veranlasste eine "Arbeits-
marktliche Medizinische Abklärung" (act. II 42), bevor sie die berufliche 
Eingliederung am 4. Februar 2022 abschloss (act. II 56). Anschliessend 
holte sie eine weitere Beurteilung des RAD ein (act. II 59). Nach durchge-
führtem Vorbescheidverfahren (act. II 61, 66) wies sie mit Verfügung vom 
26. September 2022 (act. II 68) das Rentenbegehren mangels eines invali-
disierenden Gesundheitsschadens ab. Die hiergegen erhobene Beschwer-
de (act. II 69 S. 3 ff.) hiess das Verwaltungsgericht des Kantons Bern mit 
Urteil IV 200 2022 631 vom 28. April 2023 (act. II 81) gut, hob die ange-
fochtene Verfügung vom 26. September 2022 auf und wies die Sache 
zwecks Vornahme weiterer Abklärungen, namentlich zur Durchführung 
eines versicherungsexternen polydisziplinären Gutachtens an die IVB 
zurück.

In der Folge tätigte die IVB weitere Abklärungen, gewährte der Versicher-
ten einen Einarbeitungszuschuss (act. II 85) sowie ein Coaching (act. II 
115) und liess die Versicherte neurologisch-psychiatrisch untersuchen (bi-
disziplinäres Gutachten vom 24. April 2024 [mit neuropsychologischer Zu-
satzuntersuchung; act. II 121.1-121.6]). Am 25. April 2024 teilte die IVB den 
Abschluss der Beratung und Begleitung mit (act. II 122) und stellte mit Vor-
bescheid vom 11. September 2024 (act. II 130) die Abweisung des Ren-

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tenbegehrens mangels eines Gesundheitsschadens mit invalidisierender 
Wirkung in Aussicht. Nach Einwand der Versicherten (act. II 133) verfügte 
sie am 11. Dezember 2024 (act. II 138) wie vorbescheidweise angekündigt.

B.

Hiergegen erhob die Versicherte, wie bereits im Vorbescheidverfahren ver-
treten durch die B.________, Fürsprecherin lic. iur C.________, mit Einga-
be vom 22. Januar 2025 Beschwerde. Sie stellt folgende Anträge:  

1. Die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 11. Dezember 2024 sei 
aufzuheben.

2. Es sei festzustellen, dass bei der Beschwerdeführerin ein Invaliditäts-
grad von über 40 % vorliegt, und es sei ihr dementsprechend eine 
Rente zuzusprechen. 

3. Eventualiter sei die Angelegenheit an die Vorinstanz zurückzuweisen 
und es seien weitere medizinische Abklärungen zu tätigen. 

unter Kosten- und Entschädigungsfolge

Die Beschwerdegegnerin schliesst mit Beschwerdeantwort vom 11. Febru-
ar 2025 auf Abweisung der Beschwerde. 

Mit Eingabe vom 3. Oktober 2025 liess sich die Beschwerdeführerin erneut 
vernehmen und reichte einen neuen Arbeitsvertrag zu den Akten.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 

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6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist – vorbehält-
lich der nachfolgenden Erwägung (E. 1.2) – auf die Beschwerde einzutre-
ten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 11. Dezember 2024 
(act. II 138). Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch. 

Entgegen der Formulierung in Ziff. 2 der Rechtsbegehren (Beschwerde 
S. 2) ist der strittige Rentenanspruch in einem rechtsgestaltenden Urteil zu 
entscheiden. Daher fehlt es dem Feststellungsbegehren aufgrund des Prin-
zips der Subsidiarität (vgl. dazu BGE 122 V 28 E. 2b S. 30; Entscheid des 
Bundesgerichts 8C_438/2016 vom 16. November 2016 E. 2.1, nicht publ. 
in: BGE 142 V 577, aber in: SVR 2017 FZ Nr. 1 S. 1 E. 2.1; MARKUS MÜL-
LER, in: HERZOG/DAUM [Hrsg.], Kommentar zum Gesetz über die Verwal-
tungsrechtspflege im Kanton Bern, 2. Aufl. 2020, Art. 49 N. 73) an einem 
schutzwürdigen Interesse. Auf die Beschwerde ist insoweit nicht einzutre-
ten.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

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2.

2.1 Am 1. Januar 2022 ist die Änderung vom 19. Juni 2020 des IVG 
(Weiterentwicklung der IV [WEIV]; AS 2021 705) in Kraft getreten. In zeitli-
cher Hinsicht sind – vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Rege-
lungen – grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgeblich, die bei der 
Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tat-
bestandes Geltung haben (BGE 150 V 323 E. 4.2 S. 328, 150 V 89 E. 3.2.1 
S. 95, 148 V 162 E. 3.2.1 S. 166, 144 V 210 E. 4.3.1 S. 213). Die am 
8. September 2003 geborene Beschwerdeführerin (act. II 3 S. 2) hätte 
frühestens im Monat, der auf die Vollendung des 18. Altersjahres folgt – 
und damit frühestens ab dem 1. Oktober 2021 – Anspruch auf eine Invali-
denrente (Art. 29 Abs. 1 IVG, vgl. hinten E. 2.4). Zudem ist zu berücksichti-
gen, dass der Rentenanspruch nicht entsteht, solange die versicherte Per-
son ein Taggeld nach Art. 22 IVG beanspruchen kann (Art. 29 Abs. 2 IVG; 
vgl. hinten E. 2.4). Da die Beschwerdeführerin nach Vollendung des 18. Al-
tersjahres – mit einem kurzen Unterbruch – bis zum 31. Januar 2022 Tag-
gelder der IV bezog (act. II 42, 48), liegt der frühestmögliche Zeitpunkt des 
potenziellen Rentenanspruchs nach dem 1. Januar 2022, weshalb die Be-
stimmungen des IVG und der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die 
Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) in der ab 1. Januar 2022 gelten-
den Fassung massgebend sind.

2.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

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2.3 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 IVG so-
wie Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizinische Be-
fundlage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer nur dann 
anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeeinträchti-
gung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 145 V 
215 E. 5.1 S. 221). 

Die Sachverständigen sollen die Diagnose so begründen, dass die Rechts-
anwender nachvollziehen können, ob die klassifikatorischen Vorgaben 
tatsächlich eingehalten sind (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 141 V 281 
E. 2.1.1 S. 285). Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung erfolgt die 
Prüfung, ob ein psychischer Gesundheitsschaden eine rentenbegründende 
Invalidität zu bewirken vermag, schliesslich anhand eines strukturierten 
normativen Prüfungsrasters (BGE 143 V 418 E. 7 S. 427, 141 V 281 E. 4.1 
S. 296). Dies gilt für sämtliche psychischen Störungen (BGE 143 V 418 
E. 7.2 S. 429).

Eine invalidenversicherungsrechtlich erhebliche Gesundheitsbeeinträchti-
gung liegt nur vor, wenn die Diagnose im Rahmen einer Prüfung auf der 
ersten Ebene auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe nach 
BGE 131 V 49 standhält. Danach liegt regelmässig keine versicherte Ge-
sundheitsschädigung vor, soweit die Leistungseinschränkung auf Aggrava-
tion oder einer ähnlichen Erscheinung beruht (BGE 141 V 281 E. 2.2 und 
2.2.1 S. 287; SVR 2021 IV Nr. 76 S. 256, 8C_165/2021 E. 4.2.1). Liegt 
auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe eine versicherte Ge-
sundheitsschädigung vor, erfolgt schliesslich auf der zweiten Ebene an-
hand eines normativen Prüfungsrasters mit einem Katalog von Indikatoren 
eine ergebnisoffene symmetrische Beurteilung des – unter Berücksichti-
gung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und 
Kompensationspotentialen (Ressourcen) anderseits – tatsächlich erreich-
baren Leistungsvermögens (BGE 141 V 281 E. 3.6 S. 294). Es gilt im Re-
gelfall nach gemeinsamen Eigenschaften systematisierte Standardindikato-
ren zu beachten (E. 4.1.3 S. 297), welche sich in die Kategorien "funktionel-
ler Schweregrad" (E. 4.3 S. 298) und "Konsistenz" einteilen lassen (E. 4.4 

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S. 303). Der Prüfungsraster ist rechtlicher Natur (E. 5 S. 304). Die Aner-
kennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, 
wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten ge-
sundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindi-
katoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender 
Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat die Folgen der 
Beweislosigkeit die materiell beweisbelastete versicherte Person zu tragen 
(E. 6 S. 308). 

2.4 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine Ren-
te, wenn sie ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines 
Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % 
arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses 
Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. c). Eine Rente 
nach Abs. 1 wird nicht zugesprochen, solange die Möglichkeiten zur Ein-
gliederung im Sinne von Art. 8 Abs. 1bis und 1ter nicht ausgeschöpft sind 
(Art. 28 Abs. 1bis IVG).

Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 IVG frühestens nach Ablauf 
von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach 
Art. 29 Abs. 1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollendung 
des 18. Altersjahres folgt (Art. 29 Abs. 1 IVG). Der Rentenanspruch ent-
steht nicht, solange die versicherte Person ein Taggeld nach Art. 22 IVG 
beanspruchen kann (Art. 29 Abs. 2 IVG). 

2.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2021 IV 
Nr. 54 S. 180, 9C_540/2020 E. 2.3).

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2.6 Die Verwaltung als verfügende Instanz und – im Beschwerdefall – 
das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn 
sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat 
das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nichts Abweichendes 
vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu 
fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhaltes genügt die-
sen Beweisanforderungen nicht. Das Gericht hat vielmehr jener Sachver-
haltsdarstellung zu folgen, die es von allen möglichen Geschehensabläufen 
als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 144 V 427 E. 3.2 S. 429; SVR 2022 
UV Nr. 41 S. 161, 8C_457/2021 E. 3.3).

3. 

3.1 In medizinischer Sicht ist den Akten im Wesentlichen das Folgende 
zu entnehmen:

3.1.1 Im Bericht vom 23. Februar 2016 (act. II 4) hielten Dr. med. 
D.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie sowie Facharzt 
für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie, und Dr. phil. 
E.________, Fachpsychologin für Neuropsychologie FSP, fest, es habe im 
Einzeltestverfahren zur Prüfung der kognitiven Leistungsfähigkeit mittels 
HAWIK-IV eine Gesamt-Intelligenzquotient (IQ) von 81 ermittelt werden 
können (S. 3). In allen bisherigen Abklärungen habe eine Begabung im 
Bereich einer Lernbehinderung objektiviert werden können. Testpsycholo-
gisch sei lediglich eine leichte Lernbehinderung nachzuweisen, im Schulall-
tag seien die Einschränkungen deutlicher und würden einer schweren 
Lernbehinderung entsprechen. Dies sei sicherlich darauf zurückzuführen, 
dass sie von der 1:1 Situation stark profitiere, die Leistungen in einer Grup-
pe jedoch dann nicht selbständig erbringen könne. Die gezeigten Lern- und 
Leistungsschwierigkeiten seien mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf 
eine diffuse Hirnschädigung im Zusammenhang mit einer möglichen Ver-
nachlässigung und Mangelernährung im Säuglingsalter zurückzuführen 
(S. 4). 

3.1.2 Die RAD-Ärztin Dr. med. F.________, Fachärztin für Kinder- und 
Jugendpsychiatrie und -psychotherapie, stellte in ihrem Bericht vom 

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16. Mai 2018 (act. II 10) die Diagnose neuropsychologische Defizite in ver-
schiedenen Bereichen (selektive Aufmerksamkeit reduziert, geteilte Auf-
merksamkeit auditiv reduziert, Mosaik-Test reduziert, Figurenerinnern re-
duziert, Geschichten merken: sehr auffällig, Wortschatz reduziert) auf dem 
Boden einer diffusen kleinkindlichen Hirnschädigung. Sie bejahte, dass ein 
Gesundheitsschaden vorliege, der die Beschwerdeführerin in ihrer Berufs-
wahl oder bei der erstmaligen beruflichen Ausbildung beeinträchtige. Die 
Beschwerdeführerin benötige eine enge Führung und Kontrolle (S. 3). 

3.1.3 Im Bericht vom 4. Oktober 2021 über die neuropsychologische Ab-
klärung durch lic. phil. G.________, Fachpsychologin für Neuropsychologie 
FSP (act. II 45 S. 25 ff.), wurden leichte kognitive Minderleistungen in den 
Bereichen Aufmerksamkeit, Exekutivfunktionen, Sprache, Zahlenverarbei-
tung und Visuokonstruktion mit/bei einer Lernbehinderung mit IQ 79 (ICD-
10: F81.9) und aktenanamnestisch eine diffuse kindlichen Hirnschädigung 
diagnostiziert (S. 32). Es bestünden einerseits intellektuelle Minderleistun-
gen im Bereich einer Lernbehinderung, andererseits bestünden kognitive 
Einschränkungen, welche die Lernbehinderung begleiten würden. Diese 
Einschränkungen bestünden mit überwiegender Wahrscheinlichkeit schon 
seit immer und würden möglicherweise mit einer diffusen kleinkindliche 
Hirnschädigung zusammenhängen. Die Befunde seien als leichte neuro-
psychologische Störung zu werten (S. 31). Aus neuropsychologischer Sicht 
liesse sich nicht vollumfänglich klären, weshalb die Beschwerdeführerin die 
Attestausbildung nicht geschafft habe. Zwar sei sie im Altersvergleich bei 
komplexeren Aufgaben klar langsamer, sie sei aber ausreichend lernfähig. 
Zudem sei ein höheres Arbeitstempo nach Erwerb einer Routine möglich. 
Andere Faktoren mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit seien daher wahr-
scheinlich, auch wenn im berufliche Alltag die Schwierigkeiten grösser aus-
fallen könnten als bei der Untersuchung. In einer angepassten Tätigkeit 
müsse die Beschwerdeführerin möglichst wenig in ihren Handlungen unter-
brochen werden. Sie könne Tätigkeiten seriell und nicht parallel abarbeiten. 
Abläufe müssten wiederholt in einfachen Worten und mit konkreten Bei-
spielen erklärt werden. Sie müsse etwas mehr Zeit als andere oder generell 
einen geringen Zeitdruck haben. Es dürften sodann keine hohen Anforde-
rungen an visuell-räumliche Fähigkeiten sowie an die Sprache (Lesen und 
Verständnis) bestehen und sie müsse einen Taschenrechner zur Verfü-

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gung haben. Hinweise auf eine verminderte zeitliche Belastbarkeit hätten 
sich in der neuropsychologischen Abklärung nicht gefunden (S. 32). 

3.1.4 Dr. med. H.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, 
diagnostizierte im Rahmen des Berichts der Abklärungsstelle I.________ 
vom 27. Oktober 2021 über die "Arbeitsmarktliche Medizinische Abklärung" 
(AMA) vom 20. September bis zum 15. Oktober 2021 (act. II 45 S. 1 ff.) mit 
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit leichte kognitive Minderleistungen in 
den Bereichen Aufmerksamkeit, Exekutivfunktionen, Sprache, Zahlenvera-
rbeitung und Visuokonstruktion mit/bei einer Lernbehinderung mit IQ 79 
(ICD-10: F81.9) und einer vorbeschriebenen diffusen kindlichen Hirnschä-
digung (S. 9 Ziff. 6.1). Bei der neuropsychologischen Abklärung habe sich 
eine intellektuelle Potenz nur im Bereich einer Lernbehinderung gezeigt, 
welche die im bisherigen Verlauf beobachteten Leistungseinschränkungen 
jedoch nicht vollumfänglich erklären könne. Es sei allenfalls auf Auswirkun-
gen einer diffusen kleinkindlichen Hirnschädigung hingewiesen worden. Im 
Abschlussgespräch hätten die Eltern der Beschwerdeführerin die beobach-
teten Einschränkungen auch im intellektuellen Bereich bestätigt. Insgesamt 
könne die Beschwerdeführerin bei vollem Arbeitsvolumen eine Leistung 
von 55 % erbringen, was exakt die Beobachtungen während der Ausbil-
dung widerspiegle. In Anbetracht der Stabilität der Defizite bei gleichzeitig 
hoher Arbeitsmotivation müsse davon ausgegangen werden, dass die zu-
sätzlich zur Lernbehinderung bestehende frühkindliche diffuse Hirnschädi-
gung die Einschränkungen begründe, was vor allem unter Stress sichtbar 
werde. Da sich die Beobachtungen innerhalb der letzten Jahre kaum mehr 
verändert hätten, sei von einer stabilen Einschränkung auszugehen (S. 9 
Ziff. 6.3). In einer angepassten Tätigkeit mit einer zugewandten Umgebung 
mit möglichst wenig Ablenkung, einfachen seriellen Arbeiten, enger Beglei-
tung, bei der die Übernahme von Verantwortung eher vermieden werde 
und ein Coach empfehlenswert sei, bestehe bei einer vollzeitlichen Präsenz 
eine Leistungsfähigkeit von 55 % (S. 9 Ziff. 6.4). 

3.1.5  Die RAD-Ärztin Dr. med. J.________, Fachärztin für Kinder- und 
Jugendmedizin sowie Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie, 
diagnostizierte in ihrem Bericht vom 25. April 2022 (act. II 59) leichte kogni-
tive Minderleistungen in den Bereichen Aufmerksamkeit, Exekutivfunktio-

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nen, Sprache, Zahlenverarbeitung und Visuokonstruktion mit/bei einer 
Lernbehinderung mit IQ 79 (ICD-10 F81.9) und einer diffusen kleinkindli-
chen Hirnschädigung (act. II 59 S. 5 f.). Gestützt auf die medizinischen Ak-
ten ergäben sich per 16. Oktober 2021 Diagnosen mit Auswirkung auf die 
Arbeitsfähigkeit, obwohl die IQ-Leistung über 70 liege. Der kleinkindliche 
Hirnschaden könne bildgebend nicht erfasst werden, er habe aber Auswir-
kungen auf die Leistungsfähigkeit. Die Einschränkungen seien in der AMA 
beschrieben worden und es könne darauf abgestellt werden. Da die Schä-
digung in der Regel nicht wieder rückgängig zu machen und damit irrever-
sibel sei, gebe es auch keine ursächliche oder heilende Behandlung. Es sei 
überwiegend wahrscheinlich, dass eine Hirnschädigung vorliege (S. 7). 

3.1.6 Der Hausarzt Dr. med. K.________, Facharzt für Allgemeine Innere 
Medizin, vermerkte im Bericht vom 28. Mai 2023 (act. II 87) die Diagnose 
neuropsychologische Defizite auf dem Boden einer diffusen kleinkindlichen 
Hirnschädigung mit/bei einer Lernbehinderung (S. 2 Ziff. 3). Bei enger 
Führung und Begleitung sei die Prognose gut (S. 3 Ziff. 9). 

3.1.7 Im neurologisch-psychiatrischen Gutachten vom 24. April 2024 
(act. II 121.1-121.6) stellten die Experten in ihrer bidisziplinären Gesamtbe-
urteilung (act. II 121.1 S. 5 ff.) folgende Diagnosen (S. 6 Ziff. 4.3): 

Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (letzte Tätigkeit):

1. Leichte bis mittelschwere Störung (ICD-10: F06.8) im Bereich der Aufmerksamkeit 
und Teilleistungen der Exekutivfunktionen bei kognitiver Dauerbeanspruchung und 
hohen Anforderungen

o Bei wahrscheinlicher frühkindlicher Hirnschädigung durch Mange-
lernährung und Deprivation (ICD-10: F84.8)
▪ Bei niedriger Intelligenz und niedrigem Allgemeinen Fähigkeit-

sindex im Bereich der Lernbehinderung (ICD-10: F81.9) mit De-
fiziten im Einsatz von Strategien, mangelnden Basisfertigkeiten 
(Lesen, Rechnen), Einbussen der Motivation und Volition

2. Anpassungsstörung (ICD-10: F43.2)

Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (letzte Tätigkeit):

1. Spezifische Phobie, Spinnen (ICD-10: F40.2)
2. Diskretes Ataxie-Syndrom der Extremitäten

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Im neurologischen Teilgutachten (act. II 121.3) führte Dr. med. L.________, 
Facharzt für Neurologie, aus, in der aktuellen neuropsychologischen Unter-
suchung (vgl. act. II 121.5) habe eine leichte bis mittelschwere neuropsy-
chologische Störung festgestellt werden können. Diese in der neuropsycho-
logischen Untersuchung erhobenen Befunde seien bereits in verschiede-
nen psychiatrischen und neuropsychologischen Voruntersuchungen in glei-
cher Weise festgehalten worden. Es gebe leichte Schwankungen bezüglich 
der Ausprägung, das Muster der Defizite bleibe jedoch über die Jahre hin-
weg gleich. Zudem bestehe ein diskretes rechtsbetontes Ataxie-Syndrom, 
welches ein weiterer Hinweis darauf sei, dass die gesundheitlichen Pro-
bleme der Beschwerdeführerin in einer frühkindlichen Mangelernährung 
begründet seien (S. 10 f. Ziff. 6.3). In der angestammten Tätigkeit könne 
die Beschwerdeführerin sechs Stunden pro Tag mit einer Leistungsein-
schränkung von 15 % anwesend sein; die Arbeitsfähigkeit betrage 60 % 
(S. 12 f. Ziff. 8). In einer angepassten Tätigkeit könne die Beschwerdefüh-
rerin sechs Stunden pro Tag ohne Leistungseinschränkung anwesend sein; 
die Arbeitsfähigkeit betrage 70 % (S. 13 f. Ziff. 8). 

Im psychiatrischen Teilgutachten (act. II 121.4) führte Dr. med. 
M.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, aus, mit den 
kognitiven Einbussen und einem dadurch verursachten Dystress in der 
kognitiv fordernden beruflichen Tätigkeit als klar zu identifizierenden psy-
chosozialen Belastungsfaktor, dem daraus resultierenden Grübeln und der 
Schlafstörung mit reaktiver Tagesmüdigkeit seien die Kriterien einer An-
passungsstörung erfüllt. Aus psychiatrischer Sicht bedinge lediglich die 
Tagesmüdigkeit eine relevante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (S. 10 
Ziff. 6.3). Sowohl in der angestammten Tätigkeit als auch in einer ange-
passten Tätigkeit könne die Beschwerdeführerin 7 Stunden pro Tag ohne 
Leistungseinschränkung anwesend sein. Die Arbeitsfähigkeit betrage 80 % 
(S. 11 f. Ziff. 8). 

In ihrer Konsensbeurteilung (act. II 121.1 S. 5 ff.) hielten die Sachverstän-
digen fest, im Vordergrund stehe die leicht- bis mittelschwere neuropsycho-
logische Funktionsstörung. Anhand der Anamnese, des bisherigen Verlaufs 
mit nur eingeschränktem Erfolg der intensiven therapeutischen und eduka-
tiven Massnahmen und der leichten neurologisch-ataktischen Störung sei 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. November 2025, IV 200 2025 52

- 13 -

von einem hirnorganischen Geschehen auszugehen. Aufgrund dessen be-
stehe bei der Beschwerdeführerin eine Verlangsamung in der angestamm-
ten Tätigkeit sowie eine rasche Erschöpfbarkeit. Zusätzlich bestehe aus 
psychiatrischer Sicht eine Anpassungsstörung, welche ebenfalls zu einer 
erhöhten Tagesmüdigkeit führe (S. 6 Ziff. 4.3). Die Teilarbeitsunfähigkeiten 
wirkten jedoch nicht additiv; die aus neuropsychologischer Sicht geforderte 
Reduktion der Präsenzzeit könne auch für die durch die Anpassungs-
störung bedingte verminderte Präsenzzeit genutzt werden. In der ange-
stammten Tätigkeit könne die Beschwerdeführerin sechs Stunden pro Tag 
mit einer Leistungseinschränkung von 15% anwesend sein. Die Arbeits-
fähigkeit betrage 60 % (S. 7 f. Ziff. 4.6). In einer angepassten Tätigkeit 
könne die Beschwerdeführerin sechs Stunden pro Tag ohne Leistungsein-
schränkung anwesend sein, die Arbeitsfähigkeit betrage 70 % (S. 8 
Ziff. 4.7). Das Belastungsprofil ergebe sich aus der neuropsychologischen 
Untersuchung. Demnach seien Tätigkeiten mit niedrigen Anforderungen an 
Multitasking, Problemlösung, Terminüberwachung und sprachlich kommu-
nikativer Kompetenz möglich. Tätigkeiten, die auf ein handwerkliches Ge-
schick, Wahrnehmung und Visuokonstruktion ausgerichtet seien, würden 
empfohlen (S. 8 Ziff. 4.7, S. 7 Ziff. 4.4). Aus psychiatrischer Sicht könne die 
Arbeitsfähigkeit durch den Beginn einer ambulanten regelmässigen Psy-
chotherapie verbessert werden. Die Prognose sei gut; Hinderungsgründe 
für das Erreichen einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in 12-24 Monaten bei 
optimaler Therapie seien nicht ersichtlich (S. 9 Ziff. 4.8). 

3.1.8 Das MRI des Schädels vom 27. August 2024 des Spitals 
N.________ zeigte einen unauffälligen Befund ohne Anhaltspunkte für eine 
Pathologie (act. II 128 S. 2).

3.1.9  Dr. med. O.________, Facharzt für Neurologie, führte in seiner 
Stellungnahme zuhanden der Beschwerdeführerin vom 15. Januar 2025 
(Akten der Beschwerdeführerin [act. I] 4) aus, die durchgeführten neurolo-
gischen und neuropsychologischen Untersuchungen würden auf eine früh-
kindliche Hirnschädigung hinweisen, die mit Wahrscheinlichkeit auf Mange-
lernährung und Deprivation zurückzuführen sei. Eine MRI Untersuchung sei 
indes nicht geeignet, um Folgen von Mangelernährung im Säuglingsalter 
nachzuweisen, weshalb ein unauffälliges MRI die Verdachtsdiagnosen des 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. November 2025, IV 200 2025 52

- 14 -

Dr. med. L.________ nicht ausschliesse. Die Annahme frühkindlicher 
Schädigungen mit der Folge einer Entwicklungsstörung könne mittels MRI 
Bildgebung weder bewiesen noch ausgeschlossen werden. 

3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen Spezia-
lärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchun-
gen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörte-
rung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Be-
weiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 
E. 1.3.4 S. 227, 135 V 465 E. 4.4 S. 470, 125 V 351 E. 3b bb S. 353; SVR 
2020 IV Nr. 71 S. 246, 8C_260/2020 E. 2.2).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. November 2025, IV 200 2025 52

- 15 -

3.3

3.3.1 Das neurologisch-psychiatrische Gutachten vom 24. April 2024 (mit 
neuropsychologischer Zusatzuntersuchung [act. II 121.1-121.6]) erfüllt – 
soweit die Befunderhebung und die darauf basierende diagnostische Ein-
schätzung betreffend – die Anforderungen an ein beweiskräftiges 
Gutachten (vgl. E. 3.2 hiervor), weshalb insoweit darauf abzustellen ist. Die 
Feststellungen der Gutachter beruhen auf eigenen spezialärztlichen 
Abklärungen und persönlichen Untersuchungen und sind in Kenntnis der 
Vorakten sowie unter Berücksichtigung der geklagten Beschwerden 
getroffen worden. Die Beurteilung des Gesundheitszustandes erfolgte zu-
dem unter Einbezug sämtlicher hier relevanten medizinischen Fachdiszipli-
nen und beruht auf kongruenten Einschätzungen anlässlich eines Kon-
sensgesprächs. Damit ist erstellt, dass mit Auswirkung auf die Arbeitsfähig-
keit eine leichte bis mittelschwere Störung (ICD-10: F06.8) im Bereich der 
Aufmerksamkeit und Teilleistungen der Exekutivfunktionen bei kognitiver 
Dauerbeanspruchung und hohen Anforderungen bei wahrscheinlicher früh-
kindlicher Hirnschädigung (ICD-10: F84.8) und bei niedriger Intelligenz und 
niedrigem Allgemeinen Fähigkeitsindex im Bereich der Lernbehinderung 
(ICD-10: F81.9) sowie eine Anpassungsstörung (ICD-10: F43.2) vorliegen 
(act. II 121.1 S. 6 Ziff. 4.3), was denn auch von der Beschwerdeführerin 
nicht bestritten wird (Beschwerde S. 4 ff. Ziff. C). 

3.3.2 Auf Basis der erhobenen Befunde respektive den gestellten Dia-
gnosen leiteten die Sachverständigen ab Februar 2016 eine 60%ige Ar-
beits- und Leistungsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit und eine 
70%ige Arbeits- und Leistungsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit ab, 
wobei hierfür die neuropsychologische Funktionsstörung als führend ange-
geben wurde und die aus neuropsychologischer Sicht geforderte Reduktion 
der Präsenzzeit auch für die durch die Anpassungsstörung bedingte ver-
minderte Präsenzzeit genutzt werden könne (act. II 121.1 S. 7 ff. Ziff. 4.5, 
4.6 und 4.7). Diese Einschätzung betreffend Einschränkung der Arbeits- 
und Leistungsfähigkeit ist indes – wie nachfolgend aufgezeigt -– weder 
schlüssig resp. hinreichend begründet noch nachvollziehbar: 

Die aus neurologischer Sicht attestierte Arbeitsunfähigkeit erfolgte bei (mit 
Ausnahme eines nicht einschränkenden Ataxie-Syndroms) unauffälligem 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. November 2025, IV 200 2025 52

- 16 -

neurologischen Befund (act. II 121.3 S. 6 Ziff. 4.3, S. 11 Ziff. 6.3) im We-
sentlichen gestützt auf die neuropsychologische Zusatzuntersuchung sowie 
auf die eigenanamnestischen Angaben der Beschwerdeführerin (act. II 
121.3 S. 10 f. Ziff. 6.3, S. 12 Ziff. 7.2, act. II 121.1 S. 7 Ziff. 4.4). In der neu-
ropsychologischen Zusatzuntersuchung attestierte die Neuropsychologin 
eine 50%ige Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit (act. II 121.5 
S. 21 Ziff. 8.1.3). Dies entgegen den tatsächlichen Verhältnissen, gab die 
Beschwerdeführerin doch selbst an, in diesem Tätigkeitsbereich in einem 
60 % Pensum arbeiten zu können und konnte die Beschwerdeführerin im 
Rahmen ihrer letzten Arbeitsstelle (P.________) doch eine Leistung von 
60 % erbringen (vgl. Coaching-Bericht zum Arbeitsplatzerhalt vom 24. April 
2024 [act. II 123 S. 3 Ziff. 2.1, S. 4 Ziff. 2.2]). In einer angepassten Tätigkeit 
attestierte die Neuropsychologin sodann eine 70%ige Arbeitsfähigkeit 
(act. II 121.5 S. 22 Ziff. 8.2.4), obschon sie mehrfach motivationale Fakto-
ren, welche invalidenversicherungsrechtlich unbeachtlich sind, sowie weite-
re invaliditätsfremde Faktoren hervorhob: So hätten sich die im Rahmen 
der neuropsychologischen Untersuchung erhobenen Befunde teils stark 
schwankend gezeigt; diese seien überwiegend wahrscheinlich durch Mü-
digkeitseffekte und motivationale Faktoren überlagert (act. II 121.5 S. 14 
Ziff. 4.3.3). Die Neuropsychologin vermerkte weiter, es hätten sich insbe-
sondere an den computergestützten Tests Hinweise auf motivational be-
dingte Leistungseinbussen gezeigt, was überwiegend wahrscheinlich Aus-
druck einer mangelnden Selbstregulation und Motivationsproblematik sei 
(act. II 121.5 S.15 f. Ziff. 4.3.3). Sie hielt ferner fest, es sei mit hoher Wahr-
scheinlichkeit davon auszugehen, dass multiple Faktoren die optimale Auf-
rechterhaltung und Leistungsbemühung das in der Untersuchung darge-
stellte Leistungsverhalten negativ beeinflusst hätten; hierzu gehörten 
Schwankungen in der Motivation und der Willensbildung, die erhöhte Mü-
digkeit durch eine vor der Untersuchung vorangehende kurze Schlafphase 
(die Beschwerdeführerin habe gemäss eigenen Angaben lediglich drei 
Stunden geschlafen), die Reise zum Untersuchungsort und die ausgedehn-
te Testuntersuchung (act. II 121.5 S. 16 Ziff. 4.3.3). Zusammenfassend 
hielt sie fest, in Zusammenschau aller vorliegenden Informationen seien die 
erhobenen Befunde zum Teil durch ungünstige, überlagernde motivationale 
Faktoren der Lernbehinderung verzerrt, wobei mit hoher Wahrscheinlichkeit 
davon auszugehen sei, dass diese ungünstigen Faktoren auch im Alltag 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. November 2025, IV 200 2025 52

- 17 -

und bei der Durchführung beruflicher Tätigkeiten mit hohen Anforderungen 
ebenfalls vorhanden seien (act. II 121.5 S. 16 Ziff. 4.3.3). Weshalb die Be-
schwerdeführerin aus neuropsychologischer Sicht in einer optimal ange-
passten Tätigkeit – einschliesslich der von der Beschwerdeführerin ge-
nannten Wunschtätigkeit als Makeup-Artistin (act. II 121.5 S. 16 Ziff. 4.3.3, 
S. 22 Ziff. 8.2.1) – lediglich 70% arbeitsfähig sein soll, ist damit weder 
schlüssig begründet noch nachvollziehbar. Dies, zumal die neuropsycholo-
gische Sachverständige der Beschwerdeführerin "bei optimal vorhandener 
Selbstregulation der Motivation" zahlreiche Ressourcen attestiert (gute 
Fähigkeit des Arbeitsgedächtnisses, der geteilten Aufmerksamkeit, der 
mentalen Flexibilität, der selektiven visuellen Aufmerksamkeit, der Wahlre-
aktion und der Inhibition [act. II 121.5 S. 20 Ziff. 7.2]) und zudem darauf 
hinwies, dass die Beschwerdeführerin selbst angegeben habe, bei The-
men, die sie interessierten, keine ausserordentlichen Verständnis- und Auf-
fassungsschwierigkeiten zu haben und ihr dies lediglich bei Tätigkeiten 
schwerfalle, an denen sie kein besonderes Interesse habe (act. II 121.5 
S. 16 Ziff. 4.3.3). Im Übrigen hatte auch bereits die Neuropsychologin 
lic. phil. G.________ im Zusammenhang mit der ersten neuropsychologi-
schen Untersuchung vom September 2021 festgehalten, dass sich im 
Rahmen der Untersuchung nicht abschliessend habe klären lassen, wes-
halb die Beschwerdeführerin die Attestausbildung nicht geschafft habe, da 
sie durchaus lernfähig sei und ein höheres Arbeitstempo nach Erwerb einer 
Routine möglich sei, weshalb andere Faktoren mit Einfluss auf die Arbeits-
fähigkeit wahrscheinlich seien (act. II 45 S. 32).

Die medizinischen Sachverständigen, die ihre Einschätzung zur neurolo-
gisch bedingten Einschränkung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit im We-
sentlichen mit Verweis auf die neuropsychologische Zusatzuntersuchung 
begründeten (act. II 121.3 S. 10 f. Ziff. 6.3, S. 12 Ziff. 7.2, act. II 121.1 S. 7 
Ziff. 4.4), wiesen zwar auf den Widerspruch zwischen der neuropsycholo-
gisch attestierten 50%igen Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit 
und das tatsächlich ausgeübte 60%ige Pensum hin und hielten fest, dass 
"im Hinblick auf die tatsächlichen Umstände von einer entsprechend höhe-
ren Arbeitsfähigkeit" ausgegangen werden müsse (act. II 121.1 S. 7 
Ziff. 4.5). Die von der Neuropsychologin in einer angepassten Tätigkeit at-
testierte 70%ige Arbeitsfähigkeit wurde hingegen von den Sachverständi-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. November 2025, IV 200 2025 52

- 18 -

gen unkritisch übernommen, ohne dass eine Auseinandersetzung mit dem 
hiervor Erwähnten stattgefunden hätte (act. II 121 S. 8 Ziff. 4.7). An dieser 
Stelle sei darauf hingewiesen, dass es grundsätzlich Aufgabe des psychia-
trischen oder neurologischen Sachverständigen bleibt, die Arbeits- und 
Leistungsfähigkeit einzuschätzen resp. zu begründen und es sich bei der 
neuropsychologischen Abklärung lediglich um eine (untergeordnete) Zusat-
zuntersuchung handelt (vgl. Entscheid des Bundesgerichts [BGer] 
9C_299/2019 vom 27. Juni 2019 E. 4).

Ergänzend zur Tatsache, dass nach dem hiervor Erwähnten erhebliche 
Zweifel an der gutachterlich attestierten Einschränkung der Arbeits- und 
Leistungsfähigkeit bestehen, sprechen schliesslich auch die tatsächlichen 
Verhältnisse gegen einen invalidisierenden Gesundheitsschaden: So ab-
solvierte die Beschwerdeführerin vom 7. April bis zum 31. August 2024 
einen Sprachaufenthalt in den ..., weshalb der Arbeitgeber das Arbeitsver-
hältnis per Ende März 2024 auflöste (act. II 113, 114 S. 2, 119, 121.5 S. 9 
Ziff. 3.2.8). Zudem bestand die Beschwerdeführerin die Autoprüfung bereits 
im Alter von 18 Jahren; die dazugehörige Theorieprüfung bestand sie im 
ersten Versuch (act. II 121.5 S. 6 Ziff. 3.2.1). Ab dem 1. Dezember 2024 
arbeitete die Beschwerdeführerin erneut in ihrem angestammten Tätig-
keitsbereich in der ..., und zwar vorerst in einem Pensum von 80 % (act. I 
3), seit 1. August 2025 arbeitet sie noch mit einem Pensum von 50 %. 
Schliesslich ist anzufügen, dass die Beschwerdeführerin ihr Arbeitspensum 
vor ihrem Sprachaufenthalt von 80 % auf 60 % reduzierte, ohne dass dem 
Arbeitgeber aufgefallen wäre, dass sie eine bessere Leistung erbracht hät-
te (act. II 119), was ebenso für das Bestehen von motivationalen Faktoren 
spricht. 

3.3.3 Das Verwaltungsgericht hatte mit Urteil IV 200 2022 631 vom 
28. April 2023 (act. II 81) festgestellt, dass die Beschwerdegegnerin in Ver-
letzung des Untersuchungsgrundsatzes einen anspruchserheblichen Ge-
sundheitsschaden vornehmlich mit Verweis auf die erhobene IQ-Leistung 
von 79 und ohne weitergehende medizinische Abklärungen verneint hatte, 
obschon eine von der verminderten Intelligenzleistung losgelöste, durch die 
frühkindliche Hirnschädigung bedingte kognitive Minderleistung fachärztlich 
bestätigt worden war (E. 3.3.1 des genannten Urteils). Es ordnete die 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. November 2025, IV 200 2025 52

- 19 -

Durchführung einer polydisziplinären Untersuchung nach Art. 44 ATSG an 
(E. 3.4 des genannten Urteils). 

Nach dem hiervor Ausgeführten (vgl. E. 3.3.2 vorne) liegen indes konkrete 
Indizien gegen die in dieser Expertise attestierte neurologische Einschrän-
kung der Arbeit- und Leistungsfähigkeit vor, weshalb diesbezüglich nicht 
vorbehaltlos auf das Gutachten abgestellt werden kann (vgl. E. 3.2 vorne). 
Gestützt auf die gutachterlich hervorgehobenen invaliditätsfremden Fakto-
ren und in Würdigung der tatsächlichen Gesamtverhältnisse (vgl. E. 3.3.2 
vorne) ist in neurologischer Hinsicht kein rentenbegründender invalidenver-
sicherungsrechtlicher Gesundheitsschaden mit dem Beweismass der 
überwiegenden Wahrscheinlichkeit (E. 2.6 vorne) erstellt. Dass sodann in 
psychiatrischer Hinsicht hinsichtlich der diagnostizierten Anpassungs-
störung (act. II 121.1 S. 6 Ziff. 4.3) kein invalidisierender Gesundheitsscha-
den vorliegt, zeigt das nachfolgende strukturierte Beweisverfahren (vgl. 
E. 2.3 hiervor und E. 4 hiernach).

4.

4.1 Als einzige psychiatrische Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeits-
fähigkeit wurde eine Anpassungsstörung (ICD-10: F43.2) gestellt (act. II 
121.1 S. 6 Ziff. 4.3). Diesbezüglich sind auf der ersten Ebene (vgl. E. 2.3 
hiervor) die klassifikatorischen Vorgaben erfüllt (vgl. E. 3.3.1 hiervor). Die 
Experten stellten sodann keine Hinweise auf aggravierende oder simulie-
rende Darstellungstendenzen fest (act. II 121.1 S. 5 Ziff. 4.2). Zwar hätten 
sich im Rahmen der neuropsychologischen Untersuchung gewisse Inkon-
sistenzen gezeigt. Hierbei sei indes nicht von einem "Malingering" auszu-
gehen; es bestünden keine Zweifel an der Authentizität der Beschwerde-
darstellung (act. II 121.5 S. 18 Ziff. 6.2). Die Prüfung der ersten Ebene 
schliesst damit einen invalidisierenden Gesundheitsschaden nicht aus, 
womit auf der zweiten Ebene anhand der Standardindikatoren die ergeb-
nisoffene symmetrische Beurteilung des tatsächlich erreichbaren Leis-
tungsvermögens zu erfolgen hat (vgl. E. 2.3 hiervor).

4.2 Zu prüfen sind zunächst die einzelnen Komplexe der Kategorie 
funktioneller Schweregrad (BGE 141 V 281 E. 4.3 S. 298 ff.). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. November 2025, IV 200 2025 52

- 20 -

4.2.1 Mit Bezug auf den Komplex Gesundheitsschädigung (BGE 141 V 
281 E. 4.3.1 S. 298 ff.) ergibt sich das Folgende: 

Beim Indikator der Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde und Sym-
ptome gilt es unter anderem, die Schwere des Krankheitsgeschehens an-
hand aller verfügbaren Elemente aus der diagnoserelevanten Ätiologie und 
Pathogenese zu plausibilisieren (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.1 S. 298 f.). 

Im Rahmen der Untersuchung stellte der psychiatrische Sachverständige 
u.a. fest, der Antrieb sei phasenweise vermindert, insbesondere nach psy-
chosozialen Belastungen. Es bestünden keine Ambivalenz oder Ambiten-
denz, keine Interessenlosigkeit, kein sozialer Rückzug. Die Stimmung sei in 
der Untersuchungssituation eher euthym und die affektive Schwingungs-
fähigkeit nicht beeinträchtigt gewesen. Es bestünden keine Affektstarre, 
keine Anhedonie, keine Schuldgefühle, hingegen Insuffizienzgefühle. In der 
Vergangenheit hätten suizidale Gedanken und ein Suizidimpuls bestanden, 
jedoch sei vorliegend ein glaubhaftes Antisuizidversprechen gegeben wor-
den. Der Appetit und die Libido seien unauffällig, der Schlaf hingegen ge-
stört (act. II 121.4 S. 6 Ziff. 4.3). Im Rahmen des "Gesundheitsfragebogens 
für Patienten (PHQ)" sei der Score für "andere depressive Syndrome" auf-
fällig gewesen (act. II 121.4 S. 6 f. Ziff. 4.3). Unter diesen Umständen – 
auch unter Berücksichtigung der in Bezug auf das Mini-ICF-APP festge-
stellten Einschränkungen (act. II 121.4 S. 7 ff. Ziff. 4.3) – sind keine An-
haltspunkte ersichtlich, die eine schwerere Ausprägung der diagnoserele-
vanten Befunde nahelegten, als der gestellten Diagnose bereits inhärent ist 
(vgl. Urteil des BGer 9C_755/2018 vom 9. Mai 2019 E. 4.2.1 mit Hinweis 
auf BGE 143 V 418 E. 5.2.2 S. 425). 

Sodann ist auf die Behandlungs- und Eingliederungserfolge oder 
-resistenzen als wichtige Indikatoren für den funktionellen Schweregrad 
einzugehen (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.2 S. 299 f.). Die Beschwerdeführerin 
war aufgrund ihrer Leseschwäche kurzzeitig in kinder- und jugendpsychia-
trischer Behandlung. Danach sei sie aber noch nie in psychiatrischer Be-
handlung gewesen und habe auch noch nie Psychopharmaka eingenom-
men (act. II 121.4 S. 3 Ziff. 3.2). Der psychiatrische Sachverständige emp-
fahl den Beginn einer ambulanten Psychotherapie und hielt fest, es lägen 
bei optimaler Therapie keine Hinderungsgründe für das Erreichen einer 

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100%igen Arbeitsfähigkeit in den nächsten 12 bis 24 Monaten vor (act. II 
121.4 S. 13 Ziff. 8). Hinsichtlich beruflicher Eingliederungsbemühungen ist 
ferner erstellt, dass die Beschwerdeführerin eine zweijährige praktische 
Ausbildung zur "..." erfolgreich abschliessen konnte (act. II 35 S. 3). Eine 
ausgewiesene Behandlungs- oder Eingliederungsresistenz trotz optimaler 
Anstrengungen ist damit nicht erstellt.

Was den Indikator Komorbiditäten (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.3 S. 300 ff.) 
anbelangt, stellte der psychiatrische Sachverständige keine psychiatrischen 
Komorbiditäten fest (act. II 121.4 S. 11 Ziff. 6.3). Neurologischerseits be-
steht mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine leichte bis mittelschwere 
neuropsychologische Störung (act. II 121.1 S. 6 Ziff. 4.3). Der 
psychiatrische Sachverständige hielt fest, dass durch die kognitiven 
Einbussen und einem dadurch verursachten Dystress in der kognitiv 
fordernden, beruflichen Tätigkeit ein Grübeln und Schlafstörungen 
resultieren würden, womit die Kriterien einer Anpassungsstörung erfüllt 
seien (act. II 121.4 S. 10 Ziff. 6.3). Mithin ist eine gewisse (leichte) ressour-
cenhemmende Wirkung gegeben.

4.2.2 Betreffend den Komplex Persönlichkeit (BGE 141 V 281 E. 4.3.2 
S. 302) gab der psychiatrische Sachverständige an, die Versicherte sei von 
der Persönlichkeit her verträglich, kontaktfreudig und offen. Zwar hätten 
sich Hinweise auf eine ängstlich-vermeidende Persönlichkeitsstruktur ge-
zeigt. Eine Persönlichkeitsstörung oder ein Verdacht auf eine solche dia-
gnostizierte er jedoch nicht (act. II 121.4 S. 10 f. Ziff.  6.3). Anhaltspunkte, 
dass der Komplex Persönlichkeit einer Erwerbstätigkeit entgegenstünde, 
sind denn auch nicht ersichtlich. Vielmehr geht aus den Schilderungen her-
vor, dass die Beschwerdeführerin keine Probleme in der Interaktion mit 
ihren Mitmenschen hat; so sei sie bei den Gästen beliebt und lege ein gu-
tes Sozialverhalten an den Tag (act. II 24 S. 1). Auch die von der Be-
schwerdeführerin genannte Wunschtätigkeit als Makeup-Artistin (act. II 
121.5 S. 16 Ziff. 4.3.3, S. 22 Ziff. 8.2.1) spricht für einen problemlosen Kon-
takt mit ihren Mitmenschen. 

4.2.3 Der Komplex sozialer Kontext (BGE 141 V 281 E. 4.3.3 S. 303) 
zeigt, dass die Beschwerdeführerin über mobilisierbare Ressourcen ver-
fügt: Sie lebt bei ihre Eltern und gibt an, ein sehr gutes Verhältnis zu ihnen 

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zu haben. Auch zu einer älteren Schwester bestehe ein gutes Verhältnis. 
Als weitere Bezugsperson gibt sie ihre beste Freundin an. Nach der Arbeit 
treffe sie sich zudem des Öfteren mit Kolleginnen (act. II 121.4 S. 3 f. 
Ziff. 3.2, act. II 121.5 S. 9 Ziff. 3.2.8, 3.2.10).

4.3 Beweisrechtlich entscheidend ist die Kategorie Konsistenz. Darunter 
fallen verhaltensbezogene Kategorien (BGE 141 V 281 E. 4.4 S. 303 f.).

4.3.1 Bezüglich des Indikators der gleichmässigen Einschränkung des 
Aktivitätenniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen (BGE 141 V 
281 E. 4.4.1 S. 303 f.) schilderte die Beschwerdeführerin ein aktives sozia-
les Leben mit vielen Freizeitaktivitäten: In ihrer Freizeit tanze sie gerne, sie 
habe längere Zeit geritten und möchte diesen Sport wieder aufnehmen, 
und sie treffe Kolleginnen (act. II 121.5 S. 9 Ziff. 3.2.10). Mit ihren Freunden 
gehe sie u.a. in den Ausgang, shoppen oder gemeinsam spazieren (act. II 
121.5 S. 7 Ziff. 3.2.1). Sie reise zudem gerne in der Schweiz und in Europa 
(act. II 121.3 S. 5 Ziff. 3.2). Ferner verfügt sie über eine geregelte Tages-
struktur (act. II 121.3 S. 4 Ziff. 3.2, 121.4 S. 4 Ziff. 3.2). Damit steht fest, 
dass die Beschwerdeführerin zahlreichen Alltags- und Freizeitaktivitäten 
nachgeht; eine gleichmässigen Einschränkung des Aktivitätenniveaus in 
allen Lebensbereichen ist damit nicht erstellt. 

4.3.2 Bezüglich des behandlungs- und eingliederungsanamnestisch aus-
gewiesenen Leidensdrucks (BGE 141 V 281 E. 4.4.2 S. 304) ist festzuhal-
ten, dass die Beschwerdeführerin keine Therapieoptionen – insbesondere 
keine ambulante psychiatrische Behandlung – in die Wege geleitet hat 
(act. II 121.4 S. 3 Ziff. 3.2), was gegen einen massgeblichen Leidensdruck 
spricht. Zudem kann sich die Beschwerdeführerin – gemäss eigenen An-
gaben – massiv einsetzen, wenn die entsprechende Tätigkeit resp. das 
Gebiet sie interessiert; dies beispielweise im Zusammenhang mit dem Ler-
nen für die Autoprüfung (act. II 121.5 S. 6 Ziff. 3.2.1, S. 16 Ziff. 4.3.3).

4.4 In einer gesamtheitlichen Betrachtung anhand der Standardindika-
toren sind die aufgrund der beschriebenen psychischen Beeinträchtigungen 
geltend gemachten funktionellen Auswirkungen nicht überwiegend wahr-
scheinlich erstellt. Folglich ist ein invalidenversicherungsrechtlich relevanter 
psychischer Gesundheitsschaden mit Auswirkung auf die Arbeits- und Leis-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. November 2025, IV 200 2025 52

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tungsfähigkeit nicht hinreichend plausibilisiert und eine dahingehende Ein-
schränkung nicht ausgewiesen. Aus rechtlicher Optik ist damit nicht auf die 
psychiatrisch attestierte Arbeitsunfähigkeit abzustellen (vgl. E. 2.3 hiervor). 

5. 

Nach dem hiervor Dargelegten erweist sich der medizinische Sachverhalt 
als hinreichend abgeklärt, weshalb auf weitere Beweisvorkehrungen (vgl. 
Beschwerde S. 2 Rechtsbegehren Ziff. 3) in antizipierter Beweiswürdigung 
verzichtet werden kann (vgl. BGE 151 III 28 nicht publ. E. 5.2 des Urteils 
des BGer 9C_298/2024 vom 14. August 2024; BGE 144 V 361 E. 6.5 
S. 368, 124 V 90 E. 4b S. 94, 122 V 157 E. 1d S. 162; nicht publ. E. 5.2; 
SVR 2019 IV Nr. 50 S. 162, 9C_296/2018 E. 4). Ein invalidisierender Ge-
sundheitsschaden ist nicht erstellt, weshalb die Beschwerdegegnerin den 
Leistungsanspruch der Beschwerdeführerin zu Recht verneint hat. Weite-
rungen bezüglich Frühinvalidität (vgl. Beschwerde S. 7) erübrigen sich ent-
sprechend. 

Die angefochtene Verfügung vom 11. Dezember 2024 (act. II 138) ist damit 
nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen. 

6.

6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, sind entspre-
chend dem Ausgang des Verfahrens der Beschwerdeführerin zur Bezah-
lung aufzuerlegen (Art. 108 Abs. 1 VRPG) und werden dem geleisteten 
Kostenvorschuss in gleicher Höhe entnommen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. November 2025, IV 200 2025 52

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6.2 Bei diesem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf eine 
Parteientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 
lit. g ATSG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe ent-
nommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- B.________, z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Die Kammerpräsidentin: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.