# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3963d28b-4661-5fbb-8e62-c5a64f8884b5
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-08-13
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 13.08.2014 IV 2012/190
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2012-190_2014-08-13.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2012/190

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 08.06.2020

Entscheiddatum: 13.08.2014

Entscheid Versicherungsgericht, 13.08.2014
Art. 28 IVG. Rentenanspruch. Würdigung medizinischer Berichte. 
Rückweisung zu weiteren medizinischen Abklärungen (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 13. August 2014, IV 
2012/190).

Entscheid Versicherungsgericht, 13.08.2014

Präsident Joachim Huber, Versicherungsrichterin Lisbeth Mattle Frei, a.o. 

Versicherungsrichter Christian Zingg; Gerichtsschreiberin Jeannine Bodmer

Entscheid vom 13. August 2014

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Max Imfeld, Oberer Graben 26, 9000 St. Gallen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

Rente

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Sachverhalt:

A.     

A.a  A.___ meldete sich am 19. August 2008 bei der Invalidenversicherung zum 

Leistungsbezug an (IV-act. 1). Er hatte am 17. Juli 2007 bei der Arbeit ein 

Quetschtrauma der dominanten rechten Hand mit offenen Frakturen der Mittel­

phalangen III/IV und V erlitten und war gleichentags im Universitätsspital Zürich (USZ) 

operiert worden (IV-act. 14). Am 25. Juni 2008 hatte er sich in der Klinik für 

Wiederherstellungschirurgie des USZ einer Dermotenodese unterzogen (IV-act. 14-2) 

und am 20. Oktober 2008 wurde in der Tagesklinik B.___ eine Arthrodese des DIP-

Gelenks Dig. V rechts vorgenommen (IV-act. 29-5). Gemäss dem Bericht der 

Arbeitgeberin vom 13. November 2008 waren dem Versicherten nach dem Unfall zwei 

Schon(arbeits)plätze angeboten worden, welche er aber nach 3 - 4 Tagen habe 

abbrechen müssen, da die Hand zu sehr geschmerzt habe (IV-act. 16-8).

A.b  Nachdem C.___, Fachärztin Neurologie FMH und Fachärztin Psychiatrie und 

Psychotherapie FMH, am 22. Januar 2009 (IV-act. 32-2) ein sensibles Sulcus ulnaris 

Syndrom rechts diagnostiziert hatte, führte Dr. med. D.___, Chirurgie und 

Handchirurgie, Tagesklinik B.___, am 4. Mai 2009 ambulant eine endoskopische 

Ulnarisneurolyse (rechts) von Mitte Oberarm bis Mitte Unterarm durch (Fremdakten: 

Suva-act. 48).

A.c  Ab 9. Januar 2009 wurde der Versicherte psychiatrisch durch die pract. Ärztin 

E.___, Stiftung für Psychotherapie und Psychoanalysesowie psychotherapeutisch 

durch die in derselben Praxis tätige türkisch sprechende Psychoanalytikerin A. Duman 

behandelt. Im Bericht vom 10. Oktober 2009 diagnostizierte die Psychotherapeutin 

eine mittelschwere bis schwere depressive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 

F33.2, F33.11) auf dem Boden einer chronisch posttraumatischen Belastungsstörung 

(ICD-10 F43.1), differentialdiagnostisch eine Persönlichkeitsveränderung infolge Unfall 

(ICD-10 F62; IV-act. 39). Vom 5. August bis 6. Oktober 2009 war der Versicherte in der 

Psychiatrischen Klinik F.___ hospitalisiert, wo die behandelnden Ärzte eine schwere 

depressive Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10 F32.2) sowie einen 

Verdacht auf eine posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1) festhielten (IV-

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act. 42). Am 6. Oktober 2009 trat der Versicherte in die Privatklinik G.___ über. Gemäss 

dem Bericht vom 21. Dezember 2009 litt er unter einer posttraumatischen 

Belastungsstörung mit schwergradig depressiver Komorbidität (ICD-10 F43.1) 

bestehend seit Herbst/Winter 2007. Bei Austritt am 21. Januar 2010 wurde dem 

Versicherten eine Arbeitsunfähigkeit von 100% attestiert und als Diagnose eine 

posttraumatische Belastungsstörung mit (nunmehr) mittelgradig depressiver 

Komorbidität (ICD-10 F43.1) angegeben (IV-act. 52f.).

A.d  Vom 25. Januar bis 20. März 2010 wurde der Versicherte ambulant im Psychiatrie-

Zentrum (PZ) H.___ behandelt, wo als Krankheitsursache eine Dysthymia (ICD-10 

F34.1) festgehalten wurde. Die behandelnden Ärzte gingen davon aus, dass beim 

Austritt des Versicherten eine 100%ige Arbeitsfähigkeit bestand (IV-act. 56). Gemäss 

dem FI-Ergebnis-Protokoll nach Assessmentgespräch vom 2. Juni 2010 entschied die 

IV-Stelle auf Grund der Diskrepanz zwischen den verschiedenen ärztlichen Stellen, bei 

der Psychiaterin E.___ einen Verlaufsbericht einzuholen (IV-act. 59). Diese berichtete 

am 31. Juli 2010, dass der Gesundheitszustand des Versicherten stationär geblieben 

und weiterhin von einer mittelschweren bis schweren depressiven Episode auszugehen 

sei. Aktuell bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (IV-act. 63). Im Schreiben vom 

10. September 2010 befanden die Ärzte der G.___ den Bericht der Psychiaterin E.___ 

als vereinbar mit ihrer eigenen Beurteilung (IV-act. 66). Demgegenüber hielten die Ärzte 

des PZ H.___ in ihrer Stellungnahme vom 7. September 2010 daran fest, dass während 

ihres Beobachtungs- und Behandlungszeitraums keine depressiven Symptome hatten 

festgestellt werden können (IV-act. 69).

A.e  Gestützt auf diese Berichte kam der RAD-Arzt Dr. med. I.___, Facharzt für 

Allgemeinmedizin FMH, Zertifizierter medizinischer Gutachter (SIM), gemäss Aktennotiz 

vom 24. Dezember 2010 nach Rücksprache und Diskussion mit dem 

fachpsychiatrischen RAD-Kollegen zum Schluss, dass auf die Beurteilung des PZ 

H.___ abgestellt werden könne. Es sei daher ab Austritt aus der Tagesklinik am 

20. März 2010 von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in freier Wirtschaft auszugehen (IV-

act. 77-5f.).

A.f   Am 14. November 2009 hatte die Suva die Ausrichtung einer Invalidenrente ab

1. Dezember 2009 gestützt auf einen Erwerbsunfähigkeitsgrad von 25% sowie eine

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Integritätsentschädigung auf Grund eines Integritätsschadens von 7% verfügt. Nach 

Abweisung der dagegen erhobenen Einsprache durch die Unfallversicherung hiess das 

Versicherungsgericht die gegen den Einspracheentscheid erhobene Beschwerde mit 

Urteil vom 9. Februar 2011 in dem Sinne teilweise gut, als es die Suva verpflichtete, 

eine Invalidenrente gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 26% zu leisten (Fremdakten).

A.g  Anlässlich des IV-Assessmentgesprächs vom 23. Februar 2011 gab der 

Versicherte an, er wolle wieder unabhängig werden und würde daher gerne versuchen, 

den Einstieg in die Arbeit zu finden. Es wurde vereinbart, ein Frühinterventionstraining 

mit der J.___ anhand zu nehmen (IV-act. 74-9f.). Am 8./26. April 2011 unterzeichneten 

der Versicherte und die IV-Stelle gemeinsam mit dem Sozialamt der Wohnsitzgemeinde 

des Versicherten einen Eingliederungsplan mit dem Ziel der Wiedereingliederung in den 

ersten Arbeitsmarkt u.a. durch Erarbeiten eines kompletten Bewerbungsdossiers sowie 

einer Strategie für die Stellenbewerbung (IV-act. 82). Mit Mitteilungen vom 20. April 

2011 gewährte die IV-Stelle dem Versicherten Arbeitsvermittlung sowie 

Frühinterventionsmassnahmen in Form des Frühinterventionstrainings bei der J.___ (IV-

act. 79f.).

A.h  Im Protokoll über das Triage-Gespräch vom 14. Juli 2011 wurde festgehalten, 

dass die vereinbarten Ziele nicht hätten erreicht werden können (IV-act. 85). Durch 

Mitteilung vom 29. September 2011 wurde die Arbeitsvermittlung abgeschlossen, weil 

sich der Versicherte nicht in der Lage fühle zu arbeiten (IV-act. 91).

A.i   Mit Stellungnahme vom 27. Januar 2012 hielt RAD-Arzt Dr. I.___ fest, beim Ver­

sicherten sei von einer Arbeitsfähigkeit adaptiert von 100% auszugehen. Weitere 

medizinische Abklärungen würden sich erübrigen, da davon mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit keine neuen Erkenntnisse generiert werden könnten. Der Hausarzt 

habe vom 21. Juni bis 5. Juli 2011 eine Arbeitsunfähigkeit von 100% dokumentiert. 

Klinisch objektivierbare somatische Befunde seien nirgends aktenkundig (IV-act. 97).

A.j   Mit Vorbescheid vom 15. Februar 2012 stellte die IV-Stelle dem Versicherten eine 

Rentenabweisung gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 23% in Aussicht (IV-act. 100). 

Dagegen liess der Versicherte am 19. März 2012 durch Rechtsanwalt lic. iur. M. Imfeld, 

St. Gallen, Einwand erheben (IV-act. 102).

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A.k  Am 11. April 2012 verfügte die IV-Stelle im Sinne des Vorbescheids und wies das 

Gesuch des Versicherten um Invalidenrente ab (IV-act. 104).

B.      

B.a  Gegen diesen Entscheid richtet sich die vom Rechtsvertreter für den Versicherten 

am 15. Mai 2012 erhobene Beschwerde mit den Anträgen, die angefochtene Verfügung 

aufzuheben und dem Beschwerdeführer eine ganze IV-Rente zuzusprechen. 

Eventualiter sei die Verfügung aufzuheben und die Sache zur genauen Abklärung des 

Gesundheitszustands an die Vorinstanz zurückzuweisen. Subeventualiter sei dem 

Beschwerdeführer eine Viertelsrente zuzusprechen; unter Kosten- und 

Entschädigungsfolgen (act. G 1).

B.b  Mit Beschwerdeantwort vom 14. August 2012 beantragte die Beschwerdegegnerin 

die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung stützte sie sich im Wesentlichen auf 

die Beurteilung des PZ H.___ dessen Ärzte von einer Arbeitsfähigkeit des 

Beschwerdeführers von 100% ausgingen. In der Beilage reichte die 

Beschwerdegegnerin einen Bericht des PZ H.___ vom 12. April 2010 über den 

Aufenthalt des Beschwerdeführers in der Tagesklinik vom 25. Januar bis 20. März 2010 

ein (act. G 7, 7.1).

B.c  Am 27. August 2012 wurde das Gesuch des Beschwerdeführers um unentgeltliche 

Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten und Bewilligung der unentgeltlichen 

Rechtsverbeiständung) bewilligt (act. G 8).

B.d  In der Replik vom 26. September 2012 hielt der Beschwerdeführer an seinen 

Anträgen fest (act. G 10). Die Beschwerdegegnerin hat auf die Einreichung einer Duplik 

verzichtet (act. G 12).

Erwägungen:

1.      

Vorliegend streitig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Rente 

der Invalidenversicherung hat.

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1.1   Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde 

ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes 

über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). 

Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, 

geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung 

und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten 

auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

1.2   Anspruch auf eine Invalidenrente besteht, wenn die versicherte Person u.a. 

während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40% 

arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen ist (Art. 28 Abs. 1 lit. b des Bundesgesetzes über 

die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Es besteht ein Anspruch auf eine ganze 

Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 70% und auf eine 

Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad 

von mindestens 50% besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem 

Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein Anspruch auf eine Viertelsrente (Art. 28 Abs. 2 

IVG).

1.3   Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 

Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung 

zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 

Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige 

Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten 

Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen).

1.4   Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. 

Danach haben Gericht und Verwaltung von Amtes wegen für die richtige und 

vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (Urteil des 

Bundesgerichts vom 1. April 2011, 8C_73/2011, E. 4.1). Wenn der entscheidrelevante 

Sachverhalt ungenügend abgeklärt wurde, kann das Gericht die Angelegenheit zu 

neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen.

2.       

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2.1   Zu klären ist vorweg die Frage, ob die medizinische Aktenlage eine rechtsgenüg­

liche Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers erlaubt.

2.2    

2.2.1         In somatischer Hinsicht ging der Suva-Kreisarzt Dr. med. K.___, Facharzt 

FMH für Chirurgie, bei seiner Abschlussuntersuchung der rechten Hand des 

Beschwerdeführers vom 25. Juni 2009 von einem Endzustand aus. Die Beweglichkeit 

sei ordentlich und die Befunde hätten sich nicht mehr wesentlich geändert. Zwar liege 

keine radiologische Kontrolle vor, klinisch könne jedoch keine wesentliche 

Schmerzhaftigkeit festgestellt werden, wie dies auch Dr. D.___ in ihren Berichten 

mehrfach festgehalten habe. Der Beschwerdeführer gebe an, auch unter Schulter-/

Nackenbeschwerden zu leiden. Insofern sei auf Grund des komplexen Schmerzbildes 

eine medizinisch/theoretische Zumutbarkeitsbeurteilung für die Unfallfolgen notwendig. 

Dazu hielt Dr. K.___ fest, dass dem Beschwerdeführer für die rechte Hand eine leichte 

bis maximal mittelschwere Arbeit zuzumuten sei. Krafterheischende Tätigkeiten 

rechtshändig seien zu meiden. Ebenfalls seien grobmanuelle beziehungsweise 

repetitive Arbeiten als ungeeignet zu beurteilen. Eine geeignete Arbeit könne der 

Beschwerdeführer auf Grund der Handverletzung vollschichtig wahrnehmen. 

Hämmernde und vibrierende Aufgaben seien zu meiden (Fremdakten: Suva-act. 52 

S. 5). Diese Beurteilung befand auch RAD-Arzt Dr. I.___ für nachvollziehbar, weshalb 

nach seiner Empfehlung darauf abzustellen war (vgl. Aktennotiz vom 23. Juli 2009, IV-

act. 77-1f.).

2.2.2         Der Hausarzt des Beschwerdeführers, Dr. med. L.___, FMH Innere Medizin, 

veranlasste wegen dessen Rückenschmerzen am 27. Juni 2011 ein MRI der LWS (IV-

act. 86, vgl. hinsichtlich der geltend gemachten Rückenbeschwerden auch IV-

act. 89-2f.). Ausserdem attestierte er dem Beschwerdeführer vom 21. Juni bis 5. Juli 

2011 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (IV-act. 87). RAD-Arzt Dr. I.___ hielt dazu in 

seiner Stellungnahme vom 27. Januar 2012 fest, das MRI zeige eine 

Übergangsanomalie SWK1, eine mediane Diskusprotrusion im Segment L4/5 mit 

Tangierung der Wurzel L5 beidseits, jedoch ohne Kompression derselben. Zudem 

werde eine leichtgradige beidseitige Rezessusstenose im Segment L5/S1 dargestellt. 

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Weitere medizinische Abklärungen würden sich jedoch erübrigen, denn klinisch 

objektivierbare somatische Befunde seien nirgends aktenkundig (IV-act. 97).

2.2.3         Anlässlich des Schlussgesprächs in der J.___ vom 22. Juli 2011 gab der 

Beschwerdeführer zwar an, dass er den Rücken laut seinem Hausarzt eigentlich 

operieren müsse, da er jedoch Angst davor habe, erhalte er alle sechs Monate eine 

Cortisoninjektion. Die Schmerzen im rechten Bein seien etwas besser geworden (IV-

act. 89). Nachdem in der Folge (jedoch) weder im Einwand noch in der Beschwerde 

weiterhin Rückenschmerzen geltend gemacht werden und auch hinsichtlich der 

rechten Unfallhand keine weiteren Hinweise für eine Veränderung vorliegen, ist in 

somatischer Hinsicht nicht von einer Veränderung des Gesundheitszustands 

auszugehen. Damit kann bezüglich der zumutbaren Tätigkeiten in somatischer Hinsicht 

mit RAD-Arzt Dr. I.___ weiterhin auf die Zumutbarkeitsbeurteilung von Dr. K.___ vom 

25. Juni 2009 abgestellt werden (vgl. E. 2.2.1, Aktennotiz RAD vom 23. Juli 2009: IV-

act. 77-1f. und IV-act. 36, 70, 97).

2.3   Schliesslich ist zu prüfen, ob die Aktenlage auch hinsichtlich der geltend 

gemachten psychischen Leiden eine Arbeitsfähigkeitsschätzung zulässt. Während der 

Rechtsvertreter des Beschwerdeführers eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in 

psychischer Hinsicht verficht, geht die Beschwerdegegnerin davon aus, dass der 

Beschwerdeführer zu 100% arbeitsfähig sei.

2.3.1         Der Beschwerdeführer war ab Januar 2009 in ambulanter psychiatrischer 

Behandlung bei der Psychiaterin E.___ sowie psychotherapeutisch bei ihrer türkisch 

sprechenden psychologischen Mitarbeiterin Duman (IV-act. 39). Nach einem 

stationären Aufenthalt in der Psychiatrischen Klinik F.___ vom 5. August bis 6. Oktober 

2009 (IV-act. 42) und anschliessender stationärer Behandlung in der G.___ vom 6. 

Oktober 2009 bis 21. Januar 2010 (IV-act. 53) wurde er vom 25. Januar bis 20. März 

2010 ambulant im PZ H.___ behandelt (IV-act. 56). Während die behandelnden Ärzte 

der Psychiatrischen Klinik F.___ im Bericht vom 14. Oktober 2009 eine schwere 

depressive Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10 F32.2) sowie einen 

Verdacht auf eine posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1) diagnostizierten 

(IV-act. 42-2) und diejenigen der G.___ im Zeitpunkt der Entlassung (noch) von einer 

Posttraumatischen Belastungsstörung mit mittelgradiger depressiver Komorbidität 

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(ICD-10 F43.1) ausgingen (IV-act. 53-5), dokumentierten die behandelnden Psychiater 

des PZ H.___ lediglich eine Dysthymia (ICD-10 F34.1). Auch gingen sie - anders als 

diejenigen der beiden vorangehenden Kliniken - davon aus, dass der 

Beschwerdeführer zum Austrittszeitpunkt aus psychiatrischer Sicht zu 100% 

arbeitsfähig sei (IV-act. 56-3). Im Bericht des PZ H.___ vom 12. April 2010 hielten die 

Ärzte zudem fest, im Verlauf der Behandlung in der Tagesklinik habe keine depressive 

Symptomatik dokumentiert werden können. Sie hätten hier einen Menschen gesehen, 

der passiv in der Opferrolle verharre und Schwierigkeiten im Umgang mit aggressiven 

Affekten habe (act. G 7.1). Entgegen dieser Beurteilung attestierte die behandelnde 

Psychiaterin E.___ dem Beschwerdeführer im Verlaufsbericht vom 31. Juli 2010 eine 

aktuelle Arbeitsunfähigkeit von 100%. Mit geeigneter Unterstützung (Hilfestellung für 

geschützten Arbeitsplatz und psychosoziale Unterstützung) könne prognostisch 

allenfalls mit einer Arbeitsfähigkeit in geschütztem Rahmen von 50% gerechnet 

werden. Es sei jedoch schwierig, eine Prognose zu stellen, da eine Chronifizierung mit 

bleibender Invalidisierung drohe. Aktuell ergebe die Diagnose eine mittelschwere bis 

schwere depressive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F33.2/F33.11) auf 

dem Boden einer komplexen posttraumatischen Belastungsstörung (ICD-10 F43.1) und 

damit einhergehend ausgeprägte dissoziative Zustände mit Aktivierung eines sehr 

negativen und aggressiven Ich-Zustands mit psychotischen Anteilen. 

Differentialdiagnostisch hielt die Behandlerin weiterhin an einer 

Persönlichkeitsveränderung infolge des Unfalls (ICD-10 F62) fest und erwähnte einen 

Paarkonflickt (ICD-10 Z63.8; IV-act. 63). Mit dieser gegenteiligen ärztlichen Beurteilung 

konfrontiert nahm das PZ H.___ am 7. September 2010 insofern Stellung, als es noch 

einmal festhielt, dass während des Beobachtungs- und Behandlungszeitraums keine 

depressiven Symptome hätten festgestellt werden können. Bezogen auf den 

Austrittszeitpunkt werde der Beschwerdeführer weiterhin für 100% arbeitsfähig in der 

freien Wirtschaft befunden. Diese Einschätzungen bezögen sich auf klinische 

Beobachtungen und die Alltagsbeobachtungen während seines Aufenthalts in der 

Tagesklinik. Die in den von der Psychiaterin E.___ beigelegten Testunterlagen deutlich 

werdende subjektive Einschätzung des Beschwerdeführers sei bekannt, jedoch zeige 

sich diese weder im klinischen Status noch auf der Verhaltensebene im Rahmen der 

Alltagsbewältigung des Patienten in der Institution (IV-act. 69).

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2.3.2         Damit stehen sich zwei voneinander stark divergierende Einschätzungen von 

behandelnden Ärzten gegenüber, diejenige der Therapeutin E.___, der G.___ und der 

Psychiatrischen Klinik F.___ einerseits und diejenige des PZ H.___ andererseits. Aus 

welchen konkreten Gründen der RAD jedoch die Beurteilung des PZ H.___ vorzog, wird 

nicht genügend nachvollziehbar. So hielt RAD-Arzt Dr. I.___ gemäss Aktennotiz vom 

24. Dezember 2010 lediglich fest, dass nach Rücksprache und Diskussion mit dem 

fachpsychiatrischen RAD-Kollegen Dr. med. M.___ auf Grund der fachpsychiatrischen 

Einschätzung während eines achtwöchigen tagesklinischen Beobachtungs- und 

Behandlungszeitraums auf die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit von 100% in freier 

Wirtschaft bei Austritt aus der Tagesklinik am 20. März 2010 abzustellen sei. Die 

subjektive Einschätzung des Beschwerdeführers gemäss den Testunterlagen der 

Psychiaterin E.___ sei den Ärzten des PZ H.___ bekannt gewesen. Sie habe sich aber 

weder im klinischen Status noch auf der Verhaltensebene im Rahmen der 

Alltagsbewältigung in der Tagesklinik manifestiert (IV-act. 77-5f.). Ob diese Beurteilung 

gegenüber derjenigen der G.___ und der Psychiatrischen Klinik F.___ lediglich wegen 

der zeitlich späteren Behandlung/Beurteilung und einem möglicherweise bereits 

eingetretenen Therapieerfolg Vorrang hatte oder ob weitere Kriterien hineinspielten, 

wird demgegenüber nicht klar. Zwar erscheint die Berichterstattung des PZ H.___ mit 

ihren Folgerungen bezüglich des Aufenthalts des Beschwerdeführers in der Tagesklinik 

grundsätzlich schlüssig und nachvollziehbar, insbesondere als nicht nur auf das 

subjektive Befinden bzw. die Selbsteinschätzung des Beschwerdeführers bezüglich 

seiner Befindlichkeit abgestellt wurde (vgl. demgegenüber den Fragekatalog von E.___ 

vom 5. und 21. Juli 2010, IV-act. 63-9ff.); es fehlt jedoch insgesamt in den Akten eine 

Auseinandersetzung mit den divergierenden Diagnosen und den höheren 

Arbeitsunfähigkeitsschätzungen der übrigen behandelnden Ärzte durch eine 

psychiatrische Fachperson. Zudem hielt auch das PZ H.___ im Schreiben vom 7. 

September 2010 fest, dass es (unter den gegebenen Umständen) wahrscheinlich Sinn 

mache, diese Frage (nach der Höhe der Arbeitsfähigkeit) gutachterlich zu klären (IV-act. 

69). Indem die RAD-Ärzte schliesslich lediglich eine Aktenbeurteilung vornahmen, ohne 

den Beschwerdeführer selber abgeklärt zu haben, ist nicht mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit erstellt, dass keine psychiatrischen Diagnosen mit Auswirkung auf 

die Arbeitsfähigkeit vorliegen.

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2.3.3         Soweit der Vertreter des Beschwerdeführers aber gestützt auf das Urteil des 

hiesigen Gerichts betreffend die Leistungen der Unfallversicherung (Urteil vom

9. Februar 2011, UV 2010/53) auf eine im Zeitpunkt der angefochtenen IV-Verfügung 

vom 11. April 2012 (vgl. zum massgebenden Zeitpunkt: BGE 121 V 366 E. 1b mit 

Hinweisen) relevante Arbeitsunfähigkeit aus psychischen Gründen schliesst, kann 

diesem ebenfalls nicht gefolgt werden. Im Beschwerdeverfahren betreffend Leistungen 

der Unfallversicherung war lediglich zu prüfen, ob zwischen den geltend gemachten 

psychischen Beschwerden und dem Unfallereignis vom 17. Juli 2007 überhaupt ein 

adäquater Kausalzusammenhang bestand, gestützt auf welchen die Unfallversicherung 

allenfalls leistungspflichtig gewesen wäre. Nachdem ein solcher Kausalzusammenhang 

jedoch verneint wurde, war die Höhe der Arbeitsunfähigkeit auf Grund der psychischen 

Beschwerden nicht weiter zu bestimmen und konnte offen gelassen werden.

3.     

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass sich auf Grund obiger Widersprüche und 

Unstimmigkeiten in den vorhandenen psychiatrischen Berichten keine klare Aussage 

über die Höhe der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers machen lässt. Die Sache ist 

daher an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie weitere Abklärungen im 

Rahmen einer psychiatrischen Begutachtung bei einer bisher nicht involvierten 

Gutachterstelle vornehmen und gestützt darauf erneut über einen Rentenanspruch 

verfügen kann.

4.       

4.1   Nach dem Gesagten ist die Beschwerde unter Aufhebung der angefochtenen 

Verfügung vom 11. April 2012 teilweise gutzuheissen. Die Sache ist zur weiteren 

Abklärung und zu neuer Verfügung im Sinne der Erwägungen an die 

Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

4.2   Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint 

als angemessen. Die Rückweisung zur Neubeurteilung gilt praxisgemäss als volles 

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Obsiegen (BGE 132 V 215 E. 6.2). Somit unterliegt die Beschwerdegegnerin 

vollumfänglich. Sie hat deshalb die gesamte Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu 

bezahlen.

4.3   Bei diesem Verfahrensausgang hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine 

Parteientschädigung. Diese ist vom Gericht ermessensweise festzusetzen, wobei 

insbesondere der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand Rechnung zu tragen 

ist (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). Der Bedeutung und 

dem Aufwand der Streitsache angemessen erscheint eine Parteientschädigung von 

pauschal Fr. 3'500.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer). Damit erübrigt sich 

die Festlegung einer Entschädigung aus unentgeltlicher Rechtsverbeiständung bei 

diesem Prozessausgang.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

entschieden:

1.    In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung vom 11. April 2012 

aufgehoben und die Sache zur weiteren Abklärung und zu neuer Verfügung im

Sinne der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2.      Die Beschwerdegegnerin hat die Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen.

3.      Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung 

von Fr. 3'500.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

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	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 13.08.2014
	Art. 28 IVG. Rentenanspruch. Würdigung medizinischer Berichte. Rückweisung zu weiteren medizinischen Abklärungen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 13. August 2014, IV 2012/190).

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