# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a9a491a9-443d-5e51-ae27-7bbb3d443aa9
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-04-30
**Language:** de
**Title:** Renteneinstellung rechtens bei verbessertem Gesundheitszustand, Gutachten und Haushaltsabklärung beweiskräftig
**Docket/Reference:** IV.2018.00242
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2018.00242.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2018.00242
IV. Kammer
Sozialversicherungsrichter Hurst, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Philipp
Sozialversicherungsrichter Vogel
Gerichtsschreiberin Geiger
Urteil
vom
30. April 2019
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
vertreten durch Rechtsanwalt Daniel
Christe
Christe
& Isler Rechtsanwälte
Obergasse 32, Postfach 1663, 8401 Winterthur
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1976 geborene
X.___
reiste 1991 aus dem Kosovo in die Schweiz ein und
arbeitete seit
her
bis zur Geburt ihres ersten Kindes im Jahre 1999 in der
Y.___
als
angelernte
Verkäuferin
/Kassierin bei einem Vollzeit-Pen
sum
. Nach einer zweijährigen Babypause
war sie
zuletzt
bei
Z.___
bei einem 50%-Pensum als Kassierin tätig und arbeitete zusätzlich 2 Mal pro Monat bei der
A.___
als Sonntagsaushilfe in der Produktion (Urk. 6/17-18
und Urk. 6/20
). Am 17. Juli 2003 (Eingangsdatum) meldete sich die Versicherte bei der Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
und beanspruchte im Zusam
menhang mit einer akuten Leukämie als Hilfsmittel eine Perücke (Urk. 6/1). Mit Verfügung vom 23. Juli 2003 sprach die IV-Stelle
X.___
die Kostenüber
nahme für Perücken zu (Urk. 6/5). Auf entsprechende Aufforderung der
Kranken
taggeldversicherung SWICA Gesundheitsorganisation hin (Urk. 6/6), meldete sich die Versicherte am 28. September 2004 (Eingangsdatum) bei der IV-Stelle zum Leis
tungsbezug (Umschulung und/oder Rente) an (Urk. 6/7). Diese traf medizini
sche und erwerbliche Massnahmen und führte am 17. Januar 2005 eine Abklä
run
g der beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt
durch (Abklä
rungs
bericht vom 19. Januar 2005, Urk. 6/20). Die IV-Stelle sprach der Versicher
ten mit Verfügung vom 15. Februar 2005 mit Wirkung ab 1. Juni 2004 bei einem Invaliditätsgrad von 73 % eine ganze Invalidenrente zu (Urk. 6/23).
Die Invalidi
tätsbemessung beruhte auf der gemischten Methode, wobei sowohl der erwerb
liche Teil als auch der Haushaltsbereich mit 50 % gewichtet wurden.
1.2
Die im Januar 2007 von der IV-Stelle eingeleitete Rentenrevision ergab einen unveränderten Invaliditätsgrad, was
X.___
am 10. Dezember 2007 mitge
teilt wurde (Urk. 6/37).
1.3
Im Rahmen der im Februar 2012 von Amtes wegen eingeleiteten Rentenrevision klärte die IV-Stelle erneut die medizinischen un
d erwerblichen Verhältnisse ab.
In der Folge wurden berufliche Eingliederungsmassnahmen (Potentialabklärung
[Urk. 6/61]
, Belastbarkeitstraining
[Urk. 6/71]
, Aufbautraining
[Urk. 6/76, Urk. 6
/84, Urk. 6/90]
) durchgeführt
und
Support am Arbeitsplatz in der Wäscherei des
B.___
gewährt (Urk. 6/101, Urk. 6/114). Mit Mitteilung vom 13. Mai 2015 wurden die Integrationsmassnahmen per 16. Mai 2015 abge
schlossen, da keine weitere Steigerung/Stabilisierung mehr zu erwarten sei (Urk. 6/126).
Am 18. Dezember 2015 wurde
X.___
zum zweiten Mal Mutter (Urk. 6/137-138). In der Folge liess die IV-Stelle
die Versicherte durch das
C.___
bidisziplinär
begutachten (internistisch
es Gutachten von Dr. med.
D.___
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, vom 2. Februar 2017 und psychiatrisches Gutachten von
Dr.
med. E.___
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 14. Januar 2017,
Urk. 6/159) und führte am 15.
Mai 2017 eine erneute Abklärung der beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt durch (Abklärungsbericht vom 17. Mai 2017, Urk. 6/163).
Mit Vorbescheid vom 23. Mai 2017 (Urk. 6/165) kündigte die IV-Stelle
X.___
die Einstellung ihrer bisherigen ganzen Invalidenrente an, da nunmehr - unter Anwendung der gemischten Methode bei gleich gebliebener Qualifikation - ein Invaliditätsgrad von 3.6
% resultiere. Dagegen erhob die Versicherte am 15. Juni respektive 23.
August 2017 Einwand (Urk. 6/167 und Urk
. 6/172). Mit Verfügung vom 5.
Februar 2018 hob die IV-Stelle die bisherige ganze Invalidenrente
auf das Ende des auf die Zustellung folgenden Monats
auf
, ermittelte aber aufgrund der geänderten Gesetzesbestimmungen für die vorliegend teilerwerbstätige
X.___
neu einen Invaliditätsgrad von 29 % (Urk. 2).
2.
Hiergegen erhob
X.___
am 8. März 2018 Beschwerde und beantragte, es sei ihr - unter Aufhebung der angefochtenen Verfügung - ab April 2018 noch eine halbe Invalidenrente zuzusprechen; eventuell sei die Sache zu weiteren ergänzenden Abklärungen und zum Neuentscheid zurückzuweisen; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegnerin (Urk. 1). Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 13.
April 2018 auf Abwei
sung der Beschwerde (Urk. 5, unter Beilage ihrer Akten, Urk. 6/1-180), was der Beschwerdeführerin am 18. April 2018 mitgeteilt wurde (Urk. 7).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird - soweit erforderlich - im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Sie kann Folge von Geburts
gebrechen,
Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
ab
gesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebe
nem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Auf
gabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hin
sichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinwei
sen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesent
li
chen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeacht
lich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in recht
licher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.3
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommens
vergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Aus
wir
kungen des Gesundheitszustands) beruht; vorbehalten bleibt die Rechtspre
chung zur Wiedererwägung und zur prozessualen Revision (BGE 133 V 108 E. 5.4)
.
Dabei braucht es sich nicht um eine formelle Verfügung (Art. 49 ATSG) zu handeln. Ändert sich nach durchgeführter Rentenrevision als Ergebnis einer materiellen Prüfung des
Rentenanspruchs nichts und eröffnet die IV-Stelle deswegen das Revisionsergebnis gestützt auf Art. 74
ter
lit
. f IVV auf dem Weg der blossen Mitteilung (Art. 51 ATSG), ist im darauffolgenden Revisionsverfahren zeitlich zu vergleichender Ausgangssachverhalt derjenige, welcher der Mitteilung zugrunde lag (Urteil des Bundesgerichts 9C_599/2016 vom 29. März 2017 E. 3.1.2 unter Hinweis auf 8C_441/2012 vom 25. Juli 2013 E. 3.1.2).
1.4
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der ge
stellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersu
chungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psy
chischen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Dar
legung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebe
nen
falls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die Renteneinstellung unter Hinweis auf das
internistische Gutachten vom 2. Februar 2017 und auf das psychiatrische Gut
achten
vom 14. Januar
2017
(Urk. 6/159) damit, dass sich der Gesundheitszu
stand der Beschwerdeführerin spätestens seit dem 30. Januar 2016 verbessert habe.
Seither bestehe sowohl in ihrer angestammten als auch in einer behinderungs
angepassten
Tätigkeit eine 50%ige Arbeitsfähigkeit
. Da auch im Haushaltsbereich lediglich noch eine 7%ige Einschränkung zu berücksichtigen sei, resultiere - unter Anwendung
der
gemischten Methode nach den revidierten
Gesetzesbestimm
ungen
bei einer unveränderten Qualifikation von je 50 % im Erwerbs- und im Haushaltsbereich - ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von 29 %
(Urk. 2).
2.2
Die Beschwerdeführerin
ist demgegenüber der Ansicht, dass es zwar zu einer
revisionsrelevanten Verbesserung ihres Gesundheitszustandes gekommen sei, aber
nicht in dem Umfang, wie das
internistische
Gutachten festhalte. Es sei vielmehr von einer
maximal 35
%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen, was sich auch aus dem Verlauf der beruflichen Massnahmen ergebe. Zu bemängeln sei überdies die Haushaltsabklärung, da in Bezug auf die
Bemessung
der Einschränkung im Haus
halt jegliche Wechselwirkung mit der als zumutbar betrachteten Arbeitsfähigkeit im Beruf vernachlässigt worden sei.
Entsprechend habe sie weiterhin Anspruch auf eine halbe Invalidenrente (Urk. 1).
3.
Der Beschwerdeführerin wurde
mit Wirkung ab 1. Juni 2004
aufgrund
einer akuten lymphatischen Leukämie (B-Zell ALL, Erstdiagnose am 8. Juli 2003) mit Status nach mehreren Chemotherapie-Zyklen
und
Status nach
allogener
, ver
wandter, HLA-identischer Knochenmarktransplantation
sowie wegen einer r
eak
tiven Depression/Anpassungsstörung (mittelschwere bis schwere Episode) ab Apri
l 2003 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in ihrer bisherigen Tätigkeit attestiert (Bericht von
Dr.
med. F.___
, Allgemeine Medizin FMH, vom
5. Oktober 2004 [Urk. 6/11]; Bericht der
G.___
vom
18
.
Nov
ember 2004 [Urk. 6/16]; vgl. auch Feststel
lung
s
blatt vom
20. Januar 2005 [Urk. 6/21]). Gestützt darauf wurde ihr mit Ver
fügung vom 15. Februar 2005 mit Wirkung ab 1. Juni 2004 bei einem Invalidi
tätsgrad von 73% eine gan
z
e Invalidenrente zugesprochen (
Urk. 6/23).
4.
Die rentenaufhebende Verfügung vom 5. Februar 2018 (Urk. 2) beruht auf folgen
den medizinischen Beurteilungen:
4.1
Der die Beschwerdeführerin seit 1993 behandelnde Hausarzt Dr.
F.___
stellte in seinem Bericht vom
2.
März 2012 (Urk. 6/49) zuhanden der Beschwerde
ge
gnerin folgende
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
-
Status nach akuter lymphatischer Leukämie B-Zell-Typ
-
Posttraumatische Belastungsstörungen mit spezifischer Phobie
-
Erhöhtes
Ferritin
unklarer
Aetiologie
-
Chronische
Coccygo
dynie
-
Angstsituation
-
Depressive Stimmungslage
Die Beschwerdeführerin sei durch ihre posttraumatische Belastungsstörung in ihrer Konzentrationsfähigkeit und Belastungsfähigkeit deutlich eingeschränkt. Ebenso seien die phobischen Störungen so störend, dass die Beschwerdeführerin immer wieder an der bisher gutartigen Prognose zweifle und sämtliche Symptome in ihrem Körper zu stark gewichte. Sie sei zurzeit nicht arbeitsfähig und ver
mutlich werde sich
aufgrund ihrer psychischen Erkrankung auch zukünftig nichts ändern. Die medizinisch
begründete Arbeitsunfähigkeit sei vom
C.___
zu beur
teilen.
4.2
Mit Schreiben vom 21. April 2012
zuhanden der Beschwerdegegnerin führte Dr.
med. H.___
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, aus (Urk. 6/51), dass die Beschwerdeführerin seit Jahren eine ganze Rente beziehe. Aufgrund zunehmender emotioneller Stabilisierung und kognitiv-emotionaler Distanzierungsfähigkeit sei sie für eine Berufswiedereingliederung (Berufsbera
tung) aufzubieten. Ein (initial) Teilleistungspensum sei zumutbar.
4.3
Im Bericht der
G.___
des
C.___
vom 13.
Dezember
2014 (Urk. 6/111) zuhanden der Beschwerdegegnerin wurden folgenden Diagnosen auf
geführt:
-
Akute lymphatische Leukämie vom B-Zell-Typ (Erstdiagnose: 8. Juli 2003)
-
Status nach
allogener
Blutstammzelltransplantation
-
Posttraumatische Belastungsstörung mit spezifischer Phobie (Erstdiagnose:
Juli 2004)
-
Schwere
Dyslipidämie
-
Adipositas Grad II, BMI max. 37.7 kg/m
2
, aktuell circa 32 kg/m
2
-
Verdacht auf
Steatosis
hepatis
: Transaminasenerhöhung
-
Coccigodynie
(MRI des Beckens am 20. Oktober 2010: geringes Ödem im
Bereich der Os
Coccigeusspitze
)
Die Prognose der Grunderkrankung sei inzwischen sehr gut. Nach mehr als 11 Jahren seit der
allogenen
Stammzelltransplantation seien Spätrezidive der akuten Leukämie extrem selten. Bezüglich der chronischen
Fatigue
-Symptomatik und posttraumatischen Belastungsstörung dürfte die Prognose schlechter sein. Diese Beschwerden dauerten oft über viele Jahre an und blieben bei vielen Patienten
lebenslang bestehen.
Diese Beschwerden reduzierten die körperliche Leistungsfähigkeit und bewirkten eine eingeschränkte Konzentrationsfähigkeit.
Die Beschwerde
führerin arbeite derzeit zu 50 %
in einer Wäscherei, wobei es sich um eine körperlich schwere Arbeit handle
, welche wohl nicht behinde
rungs
angepasst sei
. Ein höheres Arbeitspensum erscheine derzeit nicht möglich.
4.4
Dr.
med.
I.___
,
Fachärztin FMH für Allgemeinmedizin, welche die Be
schwerdeführerin mit
Dr.
F.___
in der gleichen Praxisgemeinschaft hausärztlich behandelt, nannte in ihrem Verlaufsbericht
(undatiert, eingegangen am 29. Februar 2016, Urk.
6/140) als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit eine posttraumatische Belastungsstörung mit spezieller Phobie, besteh
end seit 200
4.
Insbesondere in der Zeit der Jahreskontrolle betreffend ihre Leukä
mieerkrankung l
eide sie stets vermehrt unter i
h
r
er Belastungsstörung und Phobie. Der Gesundheitszustand sei stationär; so habe sich an der psychischen und phy
sischen Belastbarkeit der Beschwerdeführerin seit November 2014 nichts wesent
lich geändert. Durch medizinische Massnahmen könne die Arbeitsfähigkeit nicht gebessert werden, da die psychotherapeutischen Möglic
hkeiten ausgeschöpft seien.
4.5
4.5.1
Im internistischen Teilgutachten
von
Dr.
D.___
des
C.___
vom 2.
Februar 2017 (Urk.
6/159 S. 1-8) wurden folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit gestellt:
-
Akute lymphatische Leukämie vom B-Zelltyp,
Erstdiagnose: 8.
Juli 2003
-
68%
Blastenausschwemmung
, Anämie,
Thrombozytopenie
,
Splenomegalie
und
dolente
cervikale
Lymphadenopathie
bei
Diagnosestellung
-
Status nach 4 Zyklen Hyper-CVAD
(
Cyclophosphamid
/
Doxorubicin
/
V
incristin
/
Dexamethason
) und 4x
intrathekale
ZNS-Prophylaxe (
Cytarabin
/
Methotrexat
/
H
ydrocortison)
-
allogene
Stammzell-Transplantation am
4.
November 2003
-
Konditionierung:
Etoposid
/
Cyclophosphamid
/TBI (6x2 Gy)
-
3x ZNS-Prophylaxe (
Cytarabin
/
Methotrexat
/Hydrocortison
01/2004, 02/2004, 03/2004)
-
Coccygodynie
-
MR
I des
Becken
s
vom 2
0.
Oktober 20
10: Geringes
Oedem
im
Bereich
des Os
cocc
ygusspitze
Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit verblieben folgende Diagnosen:
-
Metabolisches
Syndrom
-
Adipositas Grad II, BMI 34.1kg/m
2
-
Dyslipidämie
-
Diabetes mellitus (HbA1c 8.4,
am 14.
November 2016 Kontrolle auf
der
G.___
des
C.___
) -
-
Verdacht auf
Steatosis
hepatis
-
Sekundäre Ovarialinsuffizi
enz
nach Chemotherapie
-
Aktenanamnestisch
:
Posttraumatische Belastungsstörung mit
spezifischer
Phobi
e
, Erstdiagnose Juli 2004
Bei der Beschwerdeführerin sei im
Jahre 2003 eine akute lymphatische Leukämie vom B-Zelltyp diagnostiziert
worden
und
sie sei
einer Chemotherapie sowie einer
intrathekalen
ZNS-Prophylaxe unterzogen
worden
. Am
14.
November 2003
sei
eine
allogene
Stammzelltransplantation
erfolgt
. Zum Zeitpunkt der Diagnose
stellung
sei die Beschwerdeführerin
in der 11.
Schwangerschaftswoche
gewesen
und die Schwangerschaft
habe
folglich aus medizinischer Indikation a
bgebrochen werden
müssen
. Im Verlauf
seien
zunehmend psychiatrische Beschwerden im Sinne einer posttraumatischen Belastungsstörung mit spezifischer Phobie in den Vordergrund
getreten. Seit Juni 2004 werde
der
Beschwerdeführerin
eine ganze IV-Rente ausbezahlt. Im Rahmen
der aktuellen Exploration zeig
e sich eine ge
pflegte und pünktliche
Beschwerdeführerin
, welche auf viele
Fragen sehr emotio
nal reagiere
. So
sei
sie emotional auch sehr berührt
gewesen
, als sie von der Diag
nosestellung mit dem S
chwangerschaftsabbruch berichtet habe
.
Während
der
Anamnese
sei
auf
gefallen
, dass die
Beschwerdeführerin
sehr unruhig
gesessen sei
und immer wieder
habe
aufstehen
müssen
aufgr
und der Schmerzen am Steiss
bein.
Weiter
habe sie angegeben
, dass es ihr sehr schwerfalle ins
C.___
zu kommen, wo die Diagnose der Leukämie gestellt worden
sei
. So
habe
sie auch explizit
gewünscht
keine Blutentnahme durchzuführen, da dies für sie mit viel Angst ver
bunden sei. In der Systemanamnese
sei
grosser Durst bei trockenem Mund auf
ge
fallen sowie
ein schwankendes Gewicht. Die
Beschwerdeführerin habe
über regel
mässigen Nachtschweiss, tägliche Kopfschmerzen und vor allem nächtliche Skelett-
und Gelenkbeschwerden
berichtet. Weiter habe
sie häufige thorakale Beschwerden mit Dyspnoe
-A
ttacken an
gegeben
, welche vor
allem nachts auf
träten
.
Im Status zeig
e sich eine übergewichtige
Beschwerdeführerin
mit einem BMI von 34,1 kg/m
2.
In der
Abdominalpalpation
sei
eine diffuse
Druckdolenz
auf
gefallen
, die Wirbelsäule
sei
klopfdolent
mit
paravertebraler
Druckdolenz
gewesen
. Weiter
habe eine ausgeprägte sakrale
Druckdol
enz
bestanden
. Auf eine Laboruntersuchung
sei
auf dringende
Bitte der
Beschwerdeführerin
und fehlender zwingender Indikation verzichtet
worden
.
D
ie Beschwerdeführerin sei sowoh
l in der zuletzt ausgeüb
ten Tätigkeit in einer Wäschere
i als auch in einer leichten bis mittel
schweren Verweistätigkeit zu 50 % (maximal 4
Stunden täglich) arbeitsfähig, sofern sie die Arbeitszeit flexibel ge
stalten und regelmässig Pausen einlegen könne aufgrund der vermehrten Müdig
keit. Eine rein sitzende Tätigkeit sollte aufgrund der
Coccygodynie
vermieden werden. Aufgrund der Akten und der Begutachtung sei davon auszugehen, dass die Arbeitsunfähigkeit i
n dieser Form seit mindestens
einem
Jahr bestehe. Ent
sprechend habe sich der Gesundheitszustand der
Beschwerdeführerin seit dem 15.
Februar 2005 v
erbessert, sodass sie nun zu 50
% arbeitsfähig sei. Allerdings bestehe weiterhin Müdigkeit nach Chemotherapie mit ZNS-Prophylaxe und Stammzelltransplantation.
4.5.2
Im psychiatrischen Teilgutachten vom 1
4.
Januar 2017 (
Urk.
6/159 S. 9-20)
stellte
Dr.
E.___
keine psychiatrische Diagnose.
Die
Beschwerdeführerin habe
inten
sive
,
sehr oft auftretend
e
Angstgefühle paroxysmaler Natur in verschiedener Auspr
ägung beklagt
,
f
ormell einer schweren Panikstörung mit Agoraphobie ent
spre
chend. Eine signifikante Beeinträchtigung durch die angegebene Angstsymp
to
matik
habe jedoch we
der dem klinischen Bild noch anamnestischen Schilde
rungen der
Beschwerdeführerin entnommen wer
den
können
. Ein depressives Syn
drom
sei
von ihr ebenfalls nicht angeboten
worden
. Die Angaben hinsichtlich intermittierender
Temesta
-Einnahme
seien
in der aktuellen Untersuchung als indirekt bestätigt zu sehen, weil die
Beschwerdeführerin
bis auf
eine
allenfalls leichtgradige Sedierung
circa 45 Minuten nach Einna
hme von 1
Milligramm
Temesta-Expidet
keine weiteren Veränderungen im Verhalten
gezeigt habe
. Es
sei
davon auszugeben, dass
die
Temesta
-Einnahme in der Untersuchung ein Teil ihres zumindest
aggravatorischen
Verhaltens
gewesen sei
, am ehesten mit dem Ziel
,
d
as Vorliegen einer schwerwiegen
den psychischen
Störung zu illustrieren. Das Bil
d einer solchen
sei jedoch weder in ihren Schil
derungen noch in der klinischen Untersuchung zum Vorschein
gekommen
. Das von der
Beschwerdeführerin ange
botene Bild
habe
am ehesten den individuell geprägten Vorstellungen darüber
entsprochen
, welches Bild ein schwer
psychisch Kranker anzubieten habe
. Zusam
menfassend
sei
es seit der letzten psychiatrischen Eval
uation zu einer
erheblichen Verbesserung des psychischen Zustandsbildes gekommen, sodass aktuell weder depressive noch Angstsymptome vorliegend seien. Die
Beschwerdeführerin
–
Haus
frau und zweifache Mutter
- habe
von einem sedentären Lebensstil berichtet, ohne durch eine psychiatrische Symptomatik in der Alltagsgestaltung
relevant eingeschränkt zu sein
.
Sowohl in der angestammten Tätigkeit als Verkäuferin als auch in sämtlichen anderen für die Beschwerdeführerin in Frage kommenden und ihren Kenntnissen und Fähigkeiten entsprechenden Tätigkeiten bestehe aus rein psychiatrischer Sicht volle Arbeitsfähigkeit. Es sei anhand der Angaben in der aktuellen Unter
suchung sowie von Akteninhalten
nicht möglich, zuverlässig zu bestimmen, zu welchem Zeitpunkt die aktuell zu beobachtende erhebliche Verbesserung des psychischen Zustandsbildes der
Beschwerdeführerin
zustande
gekommen sei
. Die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit als unbeeinträchtigt
gelte
somit ab Datum der Untersuchung zum vorliegenden Gutachten
5.
5.1
Die Mitteilung
vom
10.
Dezember 2007
, mit welcher
ein unveränderter Inva
liditätsgrad von
73
% bestätigt wurde (Urk.
6/37), beruhte
nicht auf einer mate
riellen Prüfung des Rentenanspruches mit rechtskonformer Sachverhaltsab
klä
rung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleiches. Zeitli
cher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Veränderung bildet somit die ursprüngliche Rentenverfügung vom
15.
Februar 2005, mit wel
cher der
Beschwerdeführer
in
ab 1.
Juni 2004
eine ganze Invalidenrente zuge
sprochen worden war (Urk. 6/23
).
Demgemäss
ist zu prüfen, ob sich seit dieser Verfügung bis zur -
rechtsprechungsgemäss
die zeitliche Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugnis bildenden (BGE 130 V 446 E.
1.2 mit Hinweisen) - Verfügung vom
5.
Februar 2018
(Urk. 2) der
massgebliche
medizinische und/oder wirtschaftliche Sachverhalt in einer für den Rentenanspruch erheblichen Weise geändert hat (vgl. E. 1.2
-3
).
5.2
Sowohl das internistische Gu
tachten von
Dr.
D.___
vom 2.
Februar 2017 al
s
auch das p
sychiatrische Gutachten vom 14.
Januar 2017 von
Dr.
E.___
(Urk.
6/159) basieren
auf ein
er umfassenden internistischen
und psychiatrischen Untersuchung und wurde
n
in Kenntnis und in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
(Anamnese) abgegeben. Die begutachtenden Ärzte haben detaillierte und nachvollziehbare Befunde und Diagnosen erhoben und sich mit den vo
n der
Beschwerdeführer
in
geklagten Beschwerden auseinandergesetzt. Zudem haben sie die medizinischen Zusammenhänge und die medizinische Situation einleuch
tend dargelegt und ihre
Schlussfolgerungen nachvollziehbar begründet.
Den beiden Gutachten kommt daher
grundsätzlich v
olle Beweiskraft zu (vgl. E. 1.4
).
5.3
Der psychiatrische Gutachter
Dr.
E.___
schloss aufgrund der aktuellen Befundlage eine psychiatrische Diagnose mit und ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit aus. Insoweit ist eindeutig eine Verbesserung des psychischen Gesundheitszustandes ausgewiesen, da insbesondere die im Jahr 2003 diagnos
tizierte reaktive Depression/Anpassungsstörung (mittelschwere bis schwere Epi
sode) im Zusammenhang mit der damaligen akuten lymphatischen Leukämie, welche zu einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin geführt hatte, nicht mehr vorhanden ist.
Dr.
E.___
legte diesbezüglich nachvoll
zieh
bar dar, dass
weder depressive noch Angstsymptome vorliegend seien
und ent
sprechend auch keine signifikante Beeinträchtigung festgestellt werden konnte. Die Beschwerdeführer
in
weise vielmehr ein
aggravatorisch
es
respektive nicht-konsistentes
Verhalten auf. Die gutachterliche Einschätzung einer wesentlich gebesserten gesundheitlichen Situation deckt sich auch mit der Einschätzung des behandelnden Psychiaters
Dr.
H.___
vom 21. April 2012, der schon damals eine zugenommene emotionelle Stabilisierung und kognitiv
-
emotionale Distan
zie
rungsfähigkeit festgestellt und der Beschwerdeführerin eine (initial teilzeit
liche) Wiedereingliederung empfohlen hatte (vgl. E. 4.2). Entgegen der von den behandelnden Hausärzten - fachfremd - gestellten Diagnose einer posttrauma
tischen Belastungsstörung (vgl. E. 4.1 und E. 4.4), verneint der begutachtende Psychiater das Vorliegen einer solchen überzeugend.
Festzuhalten ist überdies, dass auch die Beschwerdeführerin davon ausgeht, dass sie in psychiatrischer Hinsicht keine die Arbeitsfähigkeit einschränkende Erkran
kung mehr hat (vgl. Ausführungen in der Beschwerde,
Urk.
1).
5.4
5.4
.1
Dr.
D.___
kam in ihrer internistischen Beurteilung überzeugend zum Schluss, dass sich die somatische Gesundheitssituation der Beschwerdeführerin seit
dem 15.
Februar 2005 verbessert hat. Fest steht, dass die
im Jahr 2003 aufgetretene
akute lymphatische Leukämie komplett zurückgegangen ist und es zu keinem Rezidiv gekommen ist. Allerdings bestehe weiterhin Müdigkeit nach Chemothe
rapie
mit
ZNS-Prophylaxe und
Stammzelltransplantation
.
Trotz
klar
gebessertem Gesundheitszustand atte
stierte die begutachtende
Dr.
D.___
der Beschwerdeführerin
a
ufgrund der fortbestehenden Müdigkeit
noch eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit und berücksichtigte
d
ie von der Beschwerdeführerin geklagten
Steissbeinschmerzen beim formulierten Belastungsprofil, wonach
sie sowohl die zuletzt ausgeübte Tätigkeit in einer Wäscherei als eine leichte bis mittel
schwere Verweistätigkeit mit Vermeidung rein sitzender Tätigkeiten zu 50 % (maximal 4 Stunden täglich) verrichten könne, sofern sie die Arbeitszeit flexibel gestalten und regelmässig Pausen einlegen könne.
5.4
.2
D
er Einwand der Beschwerdeführerin, wonach der Verlauf der beruflichen Mass
nahmen zu Unrecht unberücksichtigt geblieben sei, da sich daraus ergebe, dass sie gar keine stabile Arbeitsfähigkeit von 50 % habe erreichen können, sondern dass vielmehr nur circa 35 % realistisch seien (Urk. 1 S. 4 f.), verm
ag
an dieser Einschätzung nichts zu ändern.
D
ie Beurteilung der Arbeits- und Leistungs
fähig
keit aus medizinischer Sicht
obliegt
einem Arzt. Desh
alb sind die Einschätzungen des Arbeitsintegrations-Beraters (vgl. Schlussbericht
J.___
vom 20. Mai 2015, Urk. 6/128) vorliegend nicht massgebend, sondern es ist vielmehr auf die gutach
terliche Beurteilung abzustellen, welche
bidisziplinär
eine Gesamtschau vornahm.
Dabei wurde
den festgestellten Einschränkungen der Beschwerdeführerin Rech
nung getragen, indem ein ausführliches positives und negatives Belastungsprofil formuliert wurde.
Zudem berücksichtigte die begutachtende Internistin
Dr.
D.___
auch
die beendigten beruflichen Massnahmen (vgl. Urk. 6/159 S. 2-4).
5.4.3
Soweit die Beschwerdeführerin weitere medizinische Abklärungen verlangt (Urk.
1 S. 6), ist darauf zu verzichten, da der Gesundheitszustand und die medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit aufgr
und der Akten - insbesondere des
bidiszipli
nä
ren
Gutachten
s
- hinreichend abgeklärt sind.
5.5
Zusammenfassend entspricht das
bidisziplinäre
Gutachten den erforderlichen Kriterien und
ist
von einer Verbesserung
des Gesundheitszustandes auszugehen. Aus psychiatrischer Sicht besteht bei einer gänzlichen Remission der damals mit der Leukämie-Erkrankung
in Zusammenhang
stehenden reaktive
n
Depressi
on/
Anpassungsstörung seit Juni 2016 (Zeitpunkt der Untersuchung) wieder eine voll
ständige Arbeitsfähigkeit. Aus internistischer Sicht besteht bei einer gebesserten gesundheitlichen Situation eine 50
%igen Arbeitsfähigkeit
sowohl
in der
zuletzt ausgeübten
Tätigkeit
in einer Wäscherei als auch in einer leichten bis mittel
schweren Verweistätigkeit mit flexibel gestaltbarer Arbeitszeit, mit
regelmässiger
Pausenmöglichkeit und unter Vermeidung einer rein sitzenden Tätigkeit.
6.
6.1
Die Qualifikation (Haushalt und Erwerb je 50 %) hat sich unbestrittenermassen nicht verändert.
Zu prüfen bleibt
, ob die Einschränkung im Haushalt
beziehungs
weise
die daraus resultierende Invalidität von der Beschwerdegegnerin korrekt ermittelt wurde
(vgl. Einwendungen der Beschwerdeführerin, Urk. 1 S. 5 f.)
.
6.2
Die von einer qualifizierten Person durchgeführte Abklärung vor Ort (nach Mass
gabe des
Art.
69
Abs.
2 IVV; vgl. auch
Rz
. 3084 ff. des Kreisschreibens des BSV über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung [KSIH]) stellt für gewöhnlich die geeignete und genügende Vorkehr zur Bestimmung der gesund
heitlichen Einschränkung im Haushalt dar (Urteil des Bundesgerichts 9C_201/201
1 vom 5. September 2011 E. 2, in: SVR 2012 IV Nr. 19 S. 86). Einer ärztlichen Fach
person, die sich zu den einzelnen Positionen der Haushaltführung unter dem Gesichtswinkel der Zumutbarkeit zu äussern hat, bedarf es nur in Ausnahme
fällen, namentlich bei unglaubwürdigen Angaben der versicherten Person, die im Widerspruch zu den ärztlichen Befunden stehen (Urteil des Bundesgerichts
8C_817/2013 vom 2
8.
Mai 2014 E. 5.1 mit weiteren Hinweisen
).
Für den Beweiswert eines Berichtes über die Abklärung im Haushalt einer versicherten Person sind – analog zur Rechtsprechung betreffend die Beweiskraft von Arztberichten (BGE 125 V 351 E. 3a mit Hinweis) – verschiedene Faktoren zu berücksichtigen: Es ist wesentlich, dass der Bericht von einer qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis von den örtlichen und räumlichen Verhält
nissen sowie den aus den medizinischen Diagnosen sich ergebenden Beein
träch
tigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Angaben der versicherten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plausibel, begründet und angemessen detailliert bezüglich der einzelnen Einschränkungen sein und in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft all dies zu, ist der Abklärungsbericht voll beweiskräftig (AHI 2003 S. 218 E. 2.3.2 [in BGE 129 V 67 nicht veröffentlichte Erwägung]; Urteil des Bundesgerichts I 733/03 vom
6.
April 2004 E. 5.1.2; vgl. auch BGE 130 V 61 E. 6.2 und 128 V 93 E. 4 betreffend Abklärungsberichte im Zusammenhang mit der Hauspflege und Hilflosigkeit). Diese Beweiswürdigungskriterien sind nicht nur für die im Abklä
rungsbericht enthaltenen Angaben zu Art und Umfang der Behinderung im Haus
halt massgebend, sondern gelten analog für jenen Teil eines Abklärungsberichts, der den mutmasslichen Umfang der erwerblichen Tätigkeit von teilerwerbstätigen Versicherten mit häuslichem
Aufgabenbereich im Gesundheitsfall betrifft (Urteil des Bundesgerichts
8C_817/2013 vom 28. Mai 2014 E. 5.1 mit weiteren Hin
weisen
).
6.3
Der Abklärungsbericht
vom 17. Mai 2017 (Urk. 6/163)
entspricht den
praxisge
mässen
Anforderungen an den
Beweiswert
eines
Haushaltsabklärungsberichts. Er stützt sich auf umfassende Abklärungen bei der Beschwerdeführerin zu Hause und erfolgte in Kenntnis des
bidisziplinären
Gutachtens (S. 1 f.). Der Bericht ist hinreichend detailliert und sorgfältig abgefasst.
Die Abklärungsperson
K.___
hielt zur
privaten Ist-Situation
fest
, dass die Beschwerdeführerin mit ihrem Ehemann und der bald 18-jährigen Tochter sowie dem kleinen S
ohn in einer
4.5-Zimmer-Eigentum
swohnung in
L.___
wohne. Der Ehemann beziehe auf
grund einer Rückenproblematik eine halbe Invalidenrente und sei jeweils am Vor
mittag zuhause. Am Freitag habe er den ganzen Tag frei. Die Tochter sei in der Lehre.
Die Abklärungsperson ermittelte eine Einschränkung gewichtet
von 3.8
%
für den Bereich Ernährung und
von 3.4
% für die Wohnungspflege und errechnete infolge
dessen eine Einschränkung von 3.6 %
bei einer
50
%igen Haushalts
tätig
keit
(S. 5-8
).
Entgegen der
Behaupt
ung der Beschwerdeführerin (Urk. 1 S. 5) wurde das
Ausmass
der Mitwirkungspflicht der Familienmitglieder
für jeden Be
reich detailliert. S
eit der erstmaligen Haushaltsabklärung vom 18. Januar 2005
hat sich einerseits
die gesundheitliche Situation der Beschwerdeführerin wesent
lich verbessert (vgl.
E. 5.5)
,
andererseits können
der Ehemann sowie die zwi
schenzeitlich 18-jährige
(und nicht mehr 6-jährige) noch zuhause lebende Tochter im Haushalt
nunmehr
bedeutend mehr entlastend mitwirken, was
die Reduktion der
Einschr
änkung im Haushaltsbereich von 46.6 % auf 7.2 % ohne Weiteres plausibel erscheinen lässt
.
Selbst
wenn in Bezug auf die Bemessung der Einschränkung im Haushalt eine Wechselwirkung mit der als zumutbar betrachteten Arbeitsfähigkeit im Beruf - gemäss internistischem Gutachten von 50 % - zu berücksichtigen wäre (Urk. 1 S. 5), würde dies
die im beweiskräftigen Abklärungsbericht festgelegte Einschrän
kung von 7.2 % nicht relevant erhöhen, weshalb sich Weiterungen dazu erübri
gen.
6.4
Gestützt auf den überzeugenden Abklärungsbericht vom 17. Mai 2017 (Urk. 6
/163) resultiert somit b
ei einem Ant
eil der Haushaltstätigkeit von 5
0 % ein Teilin
va
liditätsgrad von
3.6
%.
7.
Die von der Beschwerdegegnerin für die Invaliditätsbemessung
angewandte
Methode
wurde nicht gerügt und ist nicht zu beanstanden
.
Nach dem Gesagten erweist sich die angefochtene Verfügung als rechtens. Die Beschwerde ist abzuweisen.
8.
Die Gerichtskosten
, die
nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streit
wert
im Rahmen von
Fr.
200.-- und
Fr.
1'000.-- zu bemessen sind (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG), sind auf
Fr.
600.-- anzusetzen und der unterliegenden Beschwer
deführerin aufzuerlegen.
Das Gericht erkennt:
1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
600
.-- werden
der Beschwerdeführerin
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Daniel
Christe
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
HurstGeiger