# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** dc836c7f-1eae-551d-be54-e59670ad8f62
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-04-16
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 16.04.2010 D-2048/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-2048-2010_2010-04-16.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-2048/2010
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 6 .  A p r i l  2 0 1 0

Richter Thomas Wespi (Vorsitz), 
Richterin Christa Luterbacher, Richter Hans Schürch, 
Gerichtsschreiberin Regula Frey.

A._______, geboren B._______,
Eritrea,
C._______,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin); 
Verfügung des BFM vom 10. März 2010 / N _______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-2048/2010

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass der Beschwerdeführer eigenen Angaben zufolge sein Heimatland 
Eritrea  am  3.  Januar  2008  auf  dem  Landweg  Richtung  D._______ 
verliess und sich dort während ungefähr eines Jahres aufhielt, worauf 
er mit dem Schiff nach Italien weiterreiste und von dort mit dem Zug 
am 12. November 2009 in die Schweiz gelangte, wo er gleichentags im 
E._______ ein Asylgesuch stellte,

dass er am 24. November 2009 im EVZ summarisch zu seinen Asyl-
gründen  befragt  wurde,  wobei  er  darlegte,  in  Eritrea  gebe  es  keine 
Menschenrechte,

dass  er  aufgrund  einer  im  Jahr  1999  erlittenen  Kriegsverletzung  im 
Jahr 2008 um seine Entlassung aus dem Militär ersucht habe,

dass sein Gesuch nicht bewilligt worden sei, weshalb er desertiert sei,

dass  EURODAC-Treffer  die  Registrierung  und  somit  den  Aufenthalt 
des  Beschwerdeführers  in  F._______  (Italien)  am  21.  Juli  2008,  in 
G._______  (Italien)  am  5.  August  2008  sowie  in  Frankreich  am 
12. März 2009 belegen, 

dass  dem Beschwerdeführer  am 24.  November  2009  das  rechtliche 
Gehör zu den EURODAC-Treffern, einer allfälligen Wegweisung nach 
Italien  oder  Frankreich  und  zu  einem  möglichen  Nichteintretensent-
scheid gewährt wurde,

dass er anlässlich des ihm gewährten rechtlichen Gehörs vorbrachte, 
seine ursprünglich gemachten Angaben zur Einreise in Europa seien 
falsch,

dass er sich vom 14. Juli 2008 bis Februar 2009 in Italien aufgehalten 
habe, 

dass er in  Italien ein Asylgesuch gestellt  habe und von den italieni-
schen Behörden daktyloskopisch erfasst worden sei,

dass  er  im Februar  2009  nach  Frankreich  weitergereist  sei,  um an-
schliessend nach H._______ zu gelangen,

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dass man ihm in Frankreich angeboten habe, ein Asylgesuch zu stel -
len, was er jedoch nicht gewollt habe,

dass für  den Inhalt  der  weiteren Aussagen auf  die  Akten verwiesen 
wird, 

dass das BFM die italienischen Behörden am 28. Dezember 2009 um 
Übernahme des Beschwerdeführers ersuchte,

dass von den italienischen Behörden bis  am 12. Januar  2010 keine 
Antwort einging,

dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  10. März  2010  -  eröffnet  am 
23. März  2010  -  in  Anwendung  von  Art. 34  Abs. 2  Bst. d  des  Asyl-
gesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31)  auf  das Asylgesuch 
des Beschwerdeführers nicht eintrat, die Wegweisung aus der Schweiz 
nach Italien spätestens am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist sowie 
den Vollzug anordnete und festhielt, eine allfällige Beschwerde gegen 
diese Verfügung habe keine aufschiebende Wirkung,

dass das BFM zur Begründung anführte, der Beschwerdeführer sei am 
21. Juli 2008 in F._______, Italien, in den Dublin-Raum eingereist und 
habe am 5. August 2008 ein Asylgesuch in G._______ eingereicht,

dass  er  aufgrund  nicht  erhaltener  Dokumente  weitergereist  sei  und 
versucht  habe, von Frankreich aus nach H._______ zu gelangen, er 
jedoch in I._______ angehalten worden sei und deshalb in Frankreich 
am 12. März 2009 ein Asylgesuch eingereicht habe,

dass er im November 2009 Frankreich verlassen und in die Schweiz 
eingereist sei,

dass zudem EURODAC-Treffer vom 21. Juli 2008 in F._______, Italien, 
vom  12.  März  2009  in  Frankreich  und  vom  5.  August  2008  in 
G._______, Italien, bestehen würden, 

dass Italien gestützt  auf  das  Abkommen vom 26. Oktober 2004 zwi-
schen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Europäischen 
Gemeinschaft  über  die  Kriterien  und  Verfahren  zur  Bestimmung des 
zuständigen Staates für die Prüfung eines in einem Mitgliedstaat oder 
in  der  Schweiz  gestellten  Asylantrags  (Dublin-Assoziierungsab-
kommen [DAA, SR 0.142.392.68]) und auf das Übereinkommen vom 

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17. Dezember  2004  zwischen  der  Schweizerischen  Eidgenossen-
schaft,  der  Republik  Island  und dem Königreich  Norwegen über  die 
Umsetzung, Anwendung und Entwicklung des Schengen-Besitzstands 
und über die Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des zuständigen 
Staates für die Prüfung eines in der Schweiz, in Island oder in Norwe-
gen gestellten Asylantrags (Übereinkommen vom 17. Dezember 2004, 
SR 0.362.32) für die Durchführung des Asylverfahrens zuständig sei,

dass aufgrund der Tatsache, dass Italien bis am 12. Januar 2010 keine 
Antwort erteilt  habe, davon auszugehen sei, dass dem Ersuchen zu-
gestimmt worden sei,

dass  die  Rückführung -  vorbehältlich  einer  allfälligen Unterbrechung 
(Art.  19  Abs.  3  der  Verordnung  (EG)  Nr.  343/2003  des  Rates  vom 
18. Februar 2003 zur Festlegung von Kriterien und Verfahren zur Be-
stimmung des Mitgliedstaates, der für die Prüfung eines Asylantrages 
zuständig  ist,  den  ein  Staatsangehöriger  eines  Drittlandes  in  einem 
Mitgliedstaat  gestellt  hat  [Dublin-II-Verordnung]  oder  Verlängerung 
(Art.  19  Abs.  4  Dublin-II-Verordnung)  -  bis  spätestens  zum  12.  Juli  
2010 zu erfolgen habe,

dass  dem Beschwerdeführer  am 24.  November  2009  das  rechtliche 
Gehör gewährt worden sei, wobei er erklärt habe, er würde im Falle ei -
ner  Rückweisung  besser  nach  Afrika  zurückkehren,  es  sei  sehr 
schwierig, er habe in Italien niemanden und kein Zuhause,

dass er somit keine relevanten Gründe geltend gemacht habe, welche 
gegen eine Rückkehr nach Italien sprechen würden,

dass der Wegweisungsvollzug nach Italien durchführbar sei, 

dass  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe  vom 30.  März  2010  (Post-
stempel;  Faxeingang: 31. März  2010)  Beschwerde  gegen  diese  Ver-
fügung  einreichte  und  beantragte,  die  vorinstanzliche  Verfügung  sei 
aufzuheben  und  das  BFM  sei  anzuweisen,  sein  Selbsteintrittsrecht 
auszuüben und sich für das vorliegende Asylgesuch für zuständig zu 
erklären,

dass er in verfahrensrechtlicher Hinsicht um Gewährung der aufschie-
benden Wirkung, um Verzicht von Vollzugsmassnahmen bis zum Ab-
schluss  des  Beschwerdeverfahrens,  um  Gewährung  der  unentgeltli-

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chen Rechtspflege und um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvor-
schusses ersuchte, 

dass  der  Beschwerde  drei  Dokumente  beilagen  ("Vorladung  zur  Er-
öffnung des Asylentscheides und zur Besprechung der Ausreise aus 
der  Schweiz"  des  J._______  vom  12.  März  2010,  Protokoll  des 
Gesprächs vom 23. März 2010 zur  Beschaffung von Identitäts-  oder 
Reisepapieren, DHL-Sendeformular [jeweils in Kopie]),

dass auf die Begründung der Rechtsbegehren und die eingereichten 
Unterlagen, soweit für den Entscheid wesentlich, in den nachfolgenden 
Erwägungen eingegangen wird,

dass mit  Telefax vom 31. März 2010 der Vollzug der Wegweisung im 
Rahmen einer vorsorglichen Massnahme (Art. 56 des Bundesgesetzes 
vom 20. Dezember  1968 über  das Verwaltungsverfahren  [VwVG, SR 
172.021]) ausgesetzt wurde,

dass  die  vorinstanzlichen  Akten  am 8.  April  2010  beim  Bundesver-
waltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht  auf  dem Gebiet  des  Asyls  end-
gültig über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des BFM 
entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31-33 des Verwaltungsgerichts-
gesetzes vom 17. Juni 2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst.  d  Ziff.  1 
des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass  der  Beschwerdeführer  durch  die  angefochtene  Verfügung  be-
sonders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung 
beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde legitimiert ist (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 
Abs. 1 VwVG),

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ein-
zutreten ist  (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 
VGG und Art. 52 VwVG),

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dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art. 32-35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Be-
schwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass  sich  die  Beschwerdeinstanz  -  sofern  sie  den  Nichteintretens-
entscheid als unrechtmässig erachtet - einer selbständigen materiellen 
Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und die Sache zu 
neuer  Entscheidung  an  die  Vorinstanz  zurückweist  (vgl.  Ent-
scheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurs-
kommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1 S. 240 f.),

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrif-
tenwechsel verzichtet wurde,

dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asyl -
suchende in einen Drittstaat ausreisen können, welcher für die Durch-
führung  des  Asyl-  und  Wegweisungsverfahrens  staatsvertraglich  zu-
ständig ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG), 

dass aufgrund der Abklärungen des BFM feststeht und anlässlich des 
rechtlichen Gehörs vom Beschwerdeführer auch bestätigt wird, dass er 
sich  von Juli  2008 bis  Februar  2009 in  Italien  aufhielt  und von den 
italienischen Behörden daktyloskopisch erfasst wurde,

dass  angesichts  des  zuvor  festgestellten  Sachverhalts  und  der  ein-
schlägigen  Staatsverträge  (vgl.  DAA,  Dublin-II-Verordnung  und  Ver-
ordnung [EG] Nr. 1560/2003 der Kommission vom 2. September 2003 
mit  Durchführungsbestimmungen  zur  Verordnung  [EG]  Nr. 343/2003 
des Rates [Dublin-DVO]) Italien als für die Durchführung des Asylver-
fahrens zuständig zu erachten ist, 

dass der Beschwerdeführer in seiner Eingabe geltend macht, mit der 
Abgabe seines Militärausweises sei  seine Flüchtlingseigenschaft  be-
reits zum jetzigen Zeitpunkt klar hervorgetreten, womit sich ein hin rei-

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chender Grund ergebe, dass sich das BFM für sein Asylgesuch als zu-
ständig erkläre,

dass dies umso mehr gelte, als Italien sich auf ein Übernahmegesuch 
des  BFM nicht  habe  vernehmen lassen  und  zum jetzigen  Zeitpunkt 
nicht  absehbar  sei,  wie  lange  das  Übernahmeprozedere  sich  noch 
hinziehen werde und ob die Übernahme überhaupt zustande kommen 
werde,

dass darauf hinzuweisen sei, dass die Zuständigkeit des Mitgliedstaa-
tes weiterhin nicht feststehe,

dass diesbezüglich  festzuhalten ist,  dass  die  italienischen Behörden 
das Ersuchen des BFM vom 28. Dezember 2009 um Übernahme des 
Beschwerdeführers zwar innert  Frist  nicht  beantworteten, damit aber 
die Fiktion der Zustimmung zur Aufnahme entsteht (vgl. Art. 18 Abs. 7 
Dublin-II-Verordnung), 

dass das BFM aufgrund dieser  Sachlage -  entgegen der  in  der  Be-
schwerdeschrift geäusserten Ansicht - richtig folgerte, Italien habe den 
Beschwerdeführer zurückzuübernehmen, 

dass der Beschwerdeführer weiter rügt, ein Selbsteintritt der Schweiz 
dränge  sich  auch  aus  völkerrechtlichen  Gründen  auf,  denn  es  sei 
fraglich,  ob  Italien  dem  Beschwerdeführer  den  Zutritt  zum  Asylver-
fahren offenlasse, weil viele Staaten die Weiterreise in einen anderen 
EU-Staat als Rücknahme des Asylantrags werten würden,

dass  entgegen  der  diesbezüglichen  Vorbringen  in  der  Beschwerde 
keine Hinweise darauf bestehen, Italien halte sich hinsichtlich bereits 
eingereister  Asylsuchender  nicht  an  die  massgebenden  völkerrecht-
lichen Bestimmungen,  insbesondere an das Refoulementverbot  oder 
die einschlägigen Normen der Konvention vom 4. November 1950 zum 
Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101),

dass  zwar  das  italienische  Fürsorgesystem für  Asylsuchende  in  der 
Kritik steht, in den Aufenthalts- und Verfahrensbedingungen für Perso-
nen, welche sich im Rahmen eines Asylverfahrens in Italien aufhalten, 
indessen insgesamt kein Vollzugshindernis zu erkennen ist,

dass  Dublin-Rückkehrende und verletzliche Personen betreffend Un-
terbringung von den italienischen Behörden bevorzugt behandelt wer-

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den und sich - neben den staatlichen Strukturen - auch zahlreiche pri -
vate  Hilfsorganisationen  der  Betreuung  von  Asylsuchenden  und 
Flüchtlingen annehmen,

dass  beispielsweise  die  Organisation  "Arci  con  Fraternità"  seit  dem 
1. Januar 2009 die Betreuung der Flüchtlinge im Flughafen Fiumicino 
(Rom)  organisiert  und  dort  den  Asylsuchenden  kostenlose  Rechts-
beratung anbietet, womit dem Beschwerdeführer auch die Möglichkeit 
offen  stehen  dürfte,  allenfalls  rechtliche  Beratung  zur  Weiterführung 
seines Asylverfahrens in Italien zu erhalten,

dass der  Beschwerdeführer  weiter  anführt,  dass  in  Italien  Kettenab-
schiebungen üblich seien, was gegen die EMRK verstosse, 

dass Italien sowohl Signatarstaat des Abkommens vom 28. Juli  1951 
über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) als auch der 
EMRK ist,

dass keine Anhaltspunkte vorliegen, wonach sich Italien generell oder 
im konkreten Fall nicht an die daraus resultierenden völkerrechtlichen 
Verpflichtungen hält,

dass vielmehr in Italien der Asylantrag des Beschwerdeführers offen-
bar entgegengenommen und ein Asylverfahren eingeleitet wurde, 

dass  der  Beschwerdeführer  auch  zu  keinem  Zeitpunkt  das  rechts-
staatlich  korrekte  Verfahren  in  Italien  in  Frage  stellte,  sondern  als 
Grund  für  die  Weiterreise  nach  Frankreich  angab,  er  habe  in 
F._______  auf  Dokumente  oder  Arbeit  gewartet,  nachdem  er  aber 
keine  Dokumente  erhalten habe,  habe  er  das  Camp verlassen (vgl. 
A 9/2, S. 1),

dass  vor  diesem Hintergrund  die  allgemeine  Kritik  am  italienischen 
Asylverfahren sowie das Vorbringen, es fehle an der Zustimmung Ita-
liens zur Rückübernahme, nicht zu überzeugen vermögen,

dass  der  Beschwerdeführer  auch  keine  anderen  Gründe  vorbringen 
kann, die die Zuständigkeit  der Schweiz zur Durchführung des Asyl- 
und  Wegweisungsverfahrens  nach  sich  ziehen  würden  beziehungs-
weise die der Ausreise in den Drittstaat entgegen stünden,

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dass  die  geltend  gemachten  gesundheitlichen  Probleme  des  Be-
schwerdeführers  -  eine  im  Jahr  1999  erlittene  Kriegsverletzung  - 
weder im erstinstanzlichen Verfahren noch in der Rechtsmitteleingabe 
mit  ärztlichen  Berichten  substanziiert  werden und  unbesehen davon 
selbst bei Annahme deren tatsächlichen Bestehens die Ausübung des 
Selbsteintrittsrechts  nicht  angezeigt  wäre,  da  nach  Erkenntnis  des 
Bundesverwaltungsgerichts die medizinische Versorgung in Italien ge-
währleistet ist,

dass weder angesichts der Verhältnisse in Italien noch zufolge der in -
dividuellen Situation des Beschwerdeführers Anlass zur Ausübung des 
Selbsteintrittsrechts  im  Sinne  von  Art. 3  Abs. 2  Dublin-II-Verordnung 
besteht, 

dass auch die eingereichten Beweismittel nicht zu einer anderen Be-
trachtungsweise zu führen vermögen, weshalb nicht weiter  auf diese 
einzugehen ist,

dass das BFM demnach in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG 
zu Recht auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten 
ist,

dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge 
hat  (Art. 44  Abs. 1 AsylG),  vorliegend der  Kanton keine Aufenthalts-
bewilligung  erteilt  hat  und  zudem kein  Anspruch auf  Erteilung einer 
solchen besteht (vgl. EMARK 2001 Nr. 21), weshalb die verfügte Weg-
weisung  im  Einklang  mit  den  gesetzlichen  Bestimmungen steht  und 
demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde, 

dass im Rahmen des Dublin-Verfahrens im Sinne von Art. 34 Abs. 2 
Bst. d AsylG, bei dem es sich um ein Überstellungsverfahren in den für 
die  Prüfung  des  Asylgesuchs  zuständigen  Mitgliedstaat  handelt, 
systembedingt kein Raum bleibt für Ersatzmassnahmen im Sinne von 
Art 44 Abs. 2 AsylG i.V.m. Art. 83 Abs. 1 - 4 des Bundesgesetzes vom 
16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG, SR 
142.20),

dass  nämlich  die  Frage  nach  allfälligen  Wegweisungshindernissen 
vielmehr  bereits  im  Rahmen  des  Nichteintretensentscheides  selber 
stattfinden  muss,  namentlich  im  Rahmen eines  allfälligen  Selbstein-

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trittsrechts im Sinne von Art. 3 Abs. 2 Dublin-II-Verordnung, welches, 
wie vorstehend ausgeführt wurde, nicht zur Anwendung gelangt,

dass das BFM demnach den Vollzug der Wegweisung nach Italien zu 
Recht angeordnet hat,

dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt 
oder unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde ab-
zuweisen ist,

dass mit dem vorliegenden Entscheid in der Hauptsache die Anträge 
auf  Gewährung  der  aufschiebenden  Wirkung  der  Beschwerde sowie 
auf die Erhebung eines Kostenvorschusses gegenstandslos werden,

dass  sich  die  Beschwerde  aufgrund  vorstehender  Erwägungen  als 
aussichtslos erweist, weshalb das Gesuch um Gewährung der unent -
geltlichen Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG ungeachtet der 
Bedürftigkeit des Beschwerdeführers abzuweisen ist,

dass  bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr. 600.− 
(Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 
173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 
und 5 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege gemäss 
Art. 65 Abs. 1 VwVG wird abgewiesen.

3.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.--  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Einschreiben; Beilage: Einzahlungsschein)
- das BFM, Abteilung Aufenthalt,  mit  den Akten Ref.-Nr. N _______ 

(per Kurier; in Kopie)
- das K._______ (in Kopie)

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Thomas Wespi Regula Frey

Versand: 

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