# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3e1248fe-e016-5162-8ec3-6fa97a90cc6b
**Source:** Appenzell Ausserrhoden (AR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-04-09
**Language:** de
**Title:** Appenzell Ausserrhoden Kantonsgericht Sammlung ARGVP 09.04.2015 OG ARGVP 2015 3653
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AR_Gerichte/AR_KG_005_OG-ARGVP-2015-3653_2015-04-09.pdf

## Full Text

B. Gerichtsentscheide 3653 
 

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4. Zivilprozess 

3653 

Replikrecht (Art. 53 ZPO, Art. 29 Abs. 2 BV). Durch das Replikrecht beding-
te Verfahrensverzögerungen sind hinzunehmen.  

Aus den Erwägungen: 
1.6 Die vom Rechtsvertreter des Berufungsbeklagten monierte lange Ver-

fahrensdauer ergab sich in erster Linie aus den von den Parteien unaufgefor-
dert eingereichten weiteren Stellungnahmen. Im vorliegenden Fall haben sich 
beide Parteien insgesamt 13 Mal ausserhalb der angeordneten Schriften-
wechsel schriftlich geäussert. Es dürfte auch dem Rechtsvertreter des Beru-
fungsbeklagten bekannt sein, dass das Bundesgericht unter dem Einfluss 
bzw. dem Druck (Heinrich Andreas Müller, ZPO – Praktische Fragen aus 
Richtersicht, in: SJZ 2014, S. 374) des Europäischen Gerichtshofes für Men-
schenrechte ein unbedingtes Replikrecht – verstanden nicht als Anspruch der 
klagenden Partei auf Einreichung einer zweiten Rechtsschrift in einem Verfah-
ren mit doppeltem Schriftenwechsel, sondern generell als Recht zur Stellung-
nahme auf Eingaben von anderen Verfahrensbeteiligten (vgl. Hunsper-
ger/Wicki, Fallstricke des Replikrechts im Zivilprozess und Lösungsvorschläge 
de lege ferenda, in: AJP 2013, S. 975 N 1) – bejaht hat (Urteil BGer 
4A_215/2014, E. 2.1, mit Hinweis u.a. auf BGE 139 I 189 E. 3.2 und BGE 
138 I 484 E. 2.2). Danach steht es jeder Partei zu, von jeder von der Gegen-
seite eingebrachten Stellungnahme Kenntnis zu erhalten und sich dazu zu 
äussern. Folge dieses Replikrechts kann eine Aufblähung der Verfahren sein 
(Ernst F. Schmid, Entwicklungen in Zivilprozessrecht und Schiedsgerichtsbar-
keit, in: SJZ 2015, S. 37; Müller, a.a.O., S. 375), was aber hinzunehmen ist. 

OGP, 09.04.2015