# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ce690caa-f5f0-5e1a-9d07-ed7e27721f47
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-09-13
**Language:** de
**Title:** Schmerzen Schulter links, keine objektivierbaren strukturellen Läsionen, Abstellen auf versicherungsinterne Aktenbeurteilung, Abweisung
**Docket/Reference:** UV.2023.00098
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/UV.2023.00098.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
UV.2023.00098
III. Kammer
Sozialversicherungsrichter Gräub, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Senn
Ersatzrichterin Gasser Küffer
Gerichtsschreiberin Langone
Urteil
vom
13. September 2023
in Sac
hen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwalt Michael Grimmer
Peyer Partner Rechtsanwälte
Löwenstrasse 17, Postfach, 8021 Zürich
gegen
Suva
Rechtsabteilung
Postfach 4358, 6002 Luzern
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
X.___
, geboren 1997, arbeitete für die
Y.___
AG als
Polymech
aniker
Aushilfe
im Einsatzbetrieb
Z.___
AG
, als er am 2
2.
November 2021 während
der Arbeit
über einen Werkzeugkasten fiel und sich dabei
gemäss Unfallmeldung
an der linken Schulter und dem linken Knie verletzte (
Urk.
8/2
, 8/28
). Am 23.
November 2021 stellte er sich bei seinem Hausarzt,
Dr.
A.___
, vor. Dieser diagnostizierte
nach durchgeführter MR
Arthro
g
r
aphie
(
Urk.
8/18)
eine Schulterzerrung und Kontusion mit lo
n
gitudinaler Riss
bildung der Supraspinatussehne links (
Urk.
8/101).
Bei persistierenden Beschwerden fand eine Überweisung an die Universitätsklinik
B.___
statt (
Urk.
8/42), wo
chiropraktische
und myofasziale Behandlungen stattfanden (Urk.
8/
57).
Am
1
6.
Mai 2022 erfolgte ein MRI BWS und HWS (
Urk.
8/60). Nach versicherungsmedizinischer Aktenbeurteilung vom 1
4.
Juni 2022 (
Urk.
8/68) verfügte die Suva
am 1
6.
Juni 2022
die Leistungseinstellung per 3
1.
Mai 2022 (
Urk.
8/72).
Nach
einspracheweise
vom Versicherten eingereichten medizinischer Unterlagen (Urk.
8/88,
8/
90-91)
holte die Suva eine
fachärztliche
radiologische Beurteilung
ein
(
Urk.
8/111)
und es erfolgte
eine weitere Vorlage an die Versicherungsmedizin (
Urk.
8/114). Mit
Einspracheentscheid
vom 1
0.
Mai 2023 (
Urk.
2) wies die Suva die am 1
6.
August 2022 erhobene Einsprache des Versicherten (
Urk.
8/88) ab.
2.
Der Versicherte erhob am 1
2.
Juni 2023 Beschwerde (
Urk.
1) gegen den
Einspracheentscheid
vom 1
0.
Mai 2023 (
Urk.
2) und beantragte,
dieser sei aufzu
heben und es seien ihm die gesetzlichen Leistungen zu erbringen
;
insbesondere für die Zeit vo
m
1.
Juni 2022 bis 1
2.
September 2022
seien ihm
Taggeldleis
tungen auszurichten und
es seien
die während dieser Zeit angefallenen Kosten für die Heilbehandlung zu übernehmen. Eventualiter sei die Sache
an die
Beschwerdegegnerin zur weiteren Sachverhaltsabklärung zurückzuweisen, wobei diese anzuhalten sei, ein externes Gutachten in Auftrag zu geben (Urk. 1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 2
8.
Juni 2023 beantragte die Suva die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7), was dem Beschwerdeführer mit Gerichtsverfügung vom 3
0.
Juni 2023 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
9).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) werden – soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (Abs. 1). Die Versicherung erbringt ihre Leistungen auch bei den im Einzelnen in Abs. 2 aufgeführten Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind. Ausserdem erbringt die Versicherung ihre Leistungen für Schädigungen, die der verunfallten Person bei der Heilbehandlung zugefügt werden (Abs. 3).
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweck
mässige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teil
weise arbeitsunfähig, so steht ihr gemäss
Art.
16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 Prozent invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente, sofern sich der Unfall vor Erreichen des ordentlichen Rentenalters ereignet hat (
Art.
18 Abs. 1 UVG).
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invali
dität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 142 V 435 E. 1, 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, je mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 8C_305/2022 vom 13. April 2023 E. 3.1).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 142 V 435 E. 1, 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3
Ist die Unfallkausalität einmal mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit nachge
wiesen, entfällt die deswegen anerkannte Leistungspflicht des Unfallversicherers erst, wenn der Unfall nicht die natürliche und adäquate Ursache des Gesundheits
schadens darstellt, wenn also Letzterer nur noch und ausschliesslich auf unfall
fremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante), oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist. Ebenso wie der leistungsbe
gründende natürliche Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchsaufhebende Tatsache handelt, liegt die entsprechende Beweislast
anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausal
zusammenhang gegeben ist
nicht beim Versicherten, sondern beim Unfallver
sicherer. Diese Beweisgrundsätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rück
fällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten massgebend (Urteile des Bundesgerichts 8C_600/2021 vom 3. März 2022 E. 3.2 und 8C_669/2019 vom 25. März 2020 E. 2.2, je mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des Status quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch dieser Zustand noch nicht wieder
erreicht
ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf Art. 36 Abs. 1 UVG
Leistungen zu erbringen (Urteil des Bundesgerichts 8C_589/2017 vom 21. Februar
2018 E. 3.2.3 mit Hinweisen).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis; Urteil des Bundesgerichts 9C_529/2021 vom 26. Juli 2022 E. 3.2.1).
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche
rungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig
erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das Anstellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versiche
rungsträger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befan
genheit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versiche
rungsfall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungs
internen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzu
nehmen (BGE 145 V 97 E. 8.5, 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete
die Leistungseinstellung per 3
1.
Mai 2022
damit (
Urk.
2), dass die versicherungsmedizinische Beurteilung
Dr.
med.
C.___
s, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traum
a
tologie des Bewegungs
apparates
, die rechtsprechungsgemässen Kriterien, welche an beweistaugliche medizinische Berichte gestellt werden, erfülle. Demnach könne davon ausge
gangen werden, dass die im
Arthro
-MR-Befundbericht der linken Schulter vom
2.
Dezember 2021 beurteilte, kleine interstitielle longitudinale Rissbildung der
Supraspinatussehne
auf Höhe der Fussplatte nicht beweisend vorliege und somit die versicherungsmedizinische Beurteilung von
Dr.
med.
D.___
,
Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin,
bestätigt werden könne. Die Gesundheit des Beschwerdeführers bei der vom aktuellen Unfallereignis betroffenen linken Schulter sei aufgrund einer verschleissbedingten, ansatznahen Sehnenver
änderung der Supraspinatussehne mit überwiegender Wahrscheinlichkeit schon vor dem Unfall in stummer oder manifester Weise beeinträchtigt gewesen und der Unfall habe mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu keinen zusätzlichen, strukturell objektivierbaren Läsionen an der linken Schulter geführt (S. 7). Das Unfallereignis sei nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit die kausale Ursache für die nach dem Datum der Leistungseinstellung (3
1.
Mai 2022)
weiter
bestehenden
Beschwerden (S. 8).
2.2
Demgegenüber machte der Beschwerdeführer geltend (
Urk.
1), dass
Dr.
D.___
festgehalten habe
, die Gesundheit des Beschwerdeführers an der linken Schulter
sei
vor dem Unfall mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht beeinträchtigt gewesen (S. 7).
Auf diese
Einschätzung sei die Beschwerdegegnerin zu behaften. Auch an der Universitätsklinik
B.___
hätten bildgebend keine degenerativen
Veränderungen des linken Schultergelenks objektiviert werden können.
Die später von
Dr.
D.___
und Prof.
Dr.
med.
E.___
, Facharzt für Radiologie
,
sowie
Dr.
C.___
geäusserten
Meinungen, wonach die Beschwerden auf eine
m
degene
rativen, krankhaften und/oder verschleissbedingten Zustand basieren würden, seien demnach aktenwidrig.
Dr.
D.___
habe als mögliche Ursache der Beschwerden eine Überlastung erwähnt, nachdem sie am
8.
April 2022 noch keinen Vorzustand an der linken Schulter bescheinigt habe.
Es sei daher nicht nachvollziehbar, inwiefern der Beschwerdeführer, der ab dem Unfall zu 100
%
arbeitsunfähig
gewesen
sei, seine linke Schulter überbeansprucht haben soll. Auch Prof.
Dr.
E.___
habe sich in Spekulationen
zu
mögliche
n
Gründe
n
für die vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden
verstiegen
(S. 8). Alters- oder verschleissbedingte Veränderungen von Gewebe bzw. Sehnen hätten bildgebend nicht dargestellt werden können (S. 8-9).
Dass ein Magic-Angle-Artefakt
vorliege
,
sei nicht erstellt. Dr.
C.___
spreche von einer verschleissbedingten Zusammen
hangstrennung der Supraspinatussehne, ohne aber nachvollziehbar darzulegen, weshalb bei diesem sei
t
dem Unfalltag nicht arbeitenden jungen Beschwerde
führer
entgegen der Bildgebung Verschleisserscheinungen vorliegen sollten. Zudem sei auf der Höhe der BWS ein linksseitiges Knochenmarködem i
m Bereich
der dorsalen fünften
bis siebten Rippe
festgestellt worden, worauf weder der beratende Arzt noch die beiden Kreisärzte der Beschwerdegegnerin
eingegangen seien.
D
ie sechste und siebte Rippe
hätten
sodann eine leichte, kortikale Irregu
larität gezeigt, passend zu einem Status nach dislozierten Rippenfrakturen. Dies beweise, dass der vom Beschwerdeführer erlittene Sturz auf die linke Seite heftiger
ausgefallen sei
als ursprünglich vermutet. Der Unfallhergang spreche somit ebenfalls für ein traumatisches Unfallgeschehen. Es beständen somit erhebliche Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungs
-
internen ärztlichen Feststellungen und es sei von einer unfallkausalen
Schä
-
digung
auszu
gehen (S. 9).
3
.
3.1
Dr.
med.
A.___
, Facharzt für
A
llgemeine
I
nnere Medizin,
hielt in seinem Bericht zur Erstbehandlung vom 2
3.
November 2021 fest (
Urk.
8/101
/2-3
), dass der Beschwerdeführer am 2
1.
November 2021 während der Arbeit eine Schulter
z
errung sowie Kontusion erlitten habe. Es hätten Schulterschmerzen mit einge
schränkter Beweglichkeit vorgelegen (S. 1). Befundet wurde eine eingeschränkte Beweglichkeit
(
Armheben
bis 45 Grad möglich
,
Urk.
8/102). Er habe auch das linke Knie angeschlagen (
Urk.
8/102)
.
3.2
PD
Dr.
med.
F.___
, Facharzt für Radiologie
,
vom
Institut G.___
beurteilte die MR
Arthrographie
Schulter links vom 2. Dezember 2021 dahingehend, dass
eine
kleine interstitielle longitudinale Rissbildung der Supra
spinatussehne auf Höhe der Fussplatte
vorliege
. Ansonsten liege eine unauffällige MR-
T
omographie der Schulter vor (
Urk.
8/18).
3.3
PD
Dr.
med.
H.___
, Leitender Arzt Schulterchirurgie
,
und med.
pract
.
I.___
, Assistenzarzt Orthopädie
,
von der Universitätsklinik
B.___
diagnostizierten im Bericht vom 2
1.
April 2022 (
Urk.
8/42)
ein
posttraumatisches
costovertebrales
Syndrom mit ausgeprägter Myogelose des M
usculus
trapezius mit begleitender Bursitis subacromialis Schulter links (
adominant
) mit/bei St
atus nach
Sturz am 22.
November 202
1.
Die Schmerzen seien seit dem Unfall konstant, mit Exazer
bation bei Belastung
(S. 1)
.
3.4
Im Bericht vom 2
9.
April 2022 von
Dr.
J.___
,
Fachchiropraktor
/Oberarzt
Chiro
p
r
aktische
Medizin
,
und Cand.
chiro
. med.
K.___
, Unterassistenzarzt
,
von der Universitätsklinik
B.___
(
Urk.
8/57
/2-4
) wurden folgende Diagnosen aufgeführt (S. 1):
-
u
nfallbedingte chronische
Thorakobrachialgie
, DD: C8 Radikulopathie links
-
Chronische
Zervikalgie
-
Posttraumatische Bursitis subacromialis Schulter links (
adominant
)
-
Migräne (ED als Kind)
Der Beschwerdeführer leide an einer unfallbedingten chronischen
Thorakobra
chialgie
links bei segmentaler Dysfunktion der Rippen 3
bis
6
l
inks, Th3-6 links
betont, zervikal
Punctum maximum
C3/4 sowie
plurilokulären
myofaszialen Veränderungen. Die Behandlung bestehe aus
chiropraktischer
Manipulation und myofaszialen Massnahmen (S. 3).
3.5
Dr.
med.
L.___
,
Facharzt für Radiologie
,
von der Universitätsklinik
B.___
führte am 1
6.
Mai 2022 ein MRI
der
BWS und
der
HWS durch (
Urk.
8/60
/2
). Demnach lägen in Bezug auf die HWS keine degenerativen oder posttraumatischen Verän
derungen vor. Bei der BWS bestehe ein Knochenmarködem in der dorsalen Costa
6 und geringer 5 und 7 links, die Costa 6 und 7 mit leichter kortikaler Irregu
larität, passend zu St
atus nach
undislozierten
Rippenfrakturen.
3.6
Dr.
D.___
führte in ihrer versicherungsmedizinischen Beurteilung vom 1
4.
Juni
2022 aus (
Urk.
8/68),
d
ass beim Beschwerdeführer zwei Diagnosen vorlägen, einerseits das genannte
Costovertebralsyndrom
mit Myogelose, andererseits eine primäre Bursitis subacromialis im Sinne einer
Impingement
problematik
. Die Begründung hierfür liefere die sehr zeitnah
durchgeführte Kern
spintomographie der Schulter, welche die Bursitis bereits ausgewiesen habe. Korrelierend hierzu habe sich die Intrasubstanzsignalalteration der Sehne des Musculus supraspinatus
gefunden
.
Diese Strukturen würden im Rahmen eines Engpasssyndroms
subakromial
eingeengt und dadurch gereizt. Sie
(gemeint: die Intrasubstanzsignalalteration)
stelle an sich eine krankheitsbedingte Diagnose dar und nicht eine traumatische (S. 1). Die vorliegende Signalalteration entspreche einer Texturstörung.
Die Diagnose des
Costovertebral
-Syndroms mit Myogelose entspringe keiner objektivierbaren Strukturschädigung, sie sei durch eine muskuläre Kontraktion bedingt
. Die weiterführende
n
Abklärungen via
Kernspin
tomografie
BWS/HWS wiesen keine Strukturschädigung aus. Das Knochenmark
ödem, passend zu einem Status nach
undislozierten
Rippenfrakturen, sei diffe
rentialdiagnostisch möglich, jedoch nicht überwiegend wahrscheinlich
, da diesbezüglich erst- und echtzeitlich keine dorsalen Rippenbeschwerden links vorgelegen hätten. Eine stattgehabte frische traumatische Rippenserienfraktur
hätte
unweigerlich heftigste Schmerzen über der betroffenen dorsalen
Thora
xregion
inklusiv Atembeschwerden bei Inspiration
aus
lösen müssen
.
Beides sei gemäss Erstzeugnis nicht vermerkt.
Überdies sei der Beschwerdeführer
den
Chiropraktikern
aus der
Universitätsklinik
B.___
hinlänglich
wegen
einer chronifizierten
Zervikalgie
bereits vor Ereigniszuzug bekannt. Die genannten Disko
pathien seien degenerativen Ursprungs und hätten keinen unfallkausalen Zusam
menhang, hierzu fehlten die kernspintomografischen indirekten Zeichen für eine Traumatisie
r
ung (
Bone
bruise
, Signalalteration an Bandstrukturen, Weichteil-/Muskelödem). Überwiegend wahrscheinlich
habe das
Ereignis
vom 2
2.
November 2021 nicht zu einer objektivierbaren Strukturverletzung weder an der linken Schulter noch am linkssei
ti
gen
Hemithorax
geführt. Die Ausbildung eine
s
costovertebralen
Syndroms nach Kontusionsereignis könne versicherungs
medizinisch als möglich erachtet werden, sei aber immer vorübergehender Natur. Ein Anhalt der Symptomatik über den Zeitraum von sechs Monaten sei medi
zinisch nicht mehr nachvollziehbar. Für die
costovertebrale
Symptomatik gebe es gemäss allgemeiner Lehrmeinung weitere mannigfaltige Ursachen wie beispiels
weise Überbelastung, Fehlhaltungen,
Dekonditionierung
der Muskulatur
oder
Erkrankungen aus dem rheumatologischen Formenkreis etc. (S. 2).
3.7
Dr.
H.___
führte im Bericht vom 1
9.
Juli 2022 aus, dass
er den Beschwerde
führer gut fünf Monate nach dem Trauma in seiner Sprechstunde gesehen habe. Aus dem MRI-Bericht vom
2.
Dezember 2021- also nur wenige Tage nach dem besagten Trauma - lasse sich herauslesen, dass im Bereich der Supraspinatussehn
e
eine Signalalteration zu sehen sei. Dies sei für einen 24-jährigen Beschwerde
führer nicht mit einer degenerativen Läsion zu vereinbaren, weshalb aufgrund der Nähe von Trauma und Erstabklärung inkl
usive
Bildgebung von einer trauma
tischen Genese auszugehen sei (
Urk.
8/90).
3.8
Dr.
J.___
und
Unterassistenzarzt
K.___
hielten im Bericht vom 2
9.
Juli 2022 fest, dass sie den Beschwerdeführer am 2
9.
April 2022 erstmals in ihrer Sprech
stunde gesehen hätten.
Die persönliche Anamnese des Beschwerdeführers bezüglich Schulter- oder Wirbelsäulenbeschwerden sei bland. Das Unfallereignis vom 2
2.
November 2021 stelle eine richtungsweisende Veränderung dar und sei der Auslöser der Beschwerden. Da diese durch besagtes Unfallereignis ausgelöst worden seien und seither ohne ein schmerzfreies Intervall
persistierten
, sei davon auszugehen
,
dass die
Beschwerden
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
durch das Unfallereignis bedingt seien (
Urk.
8/91).
3.9
Die Beschwerdegegnerin holte bei Prof.
Dr.
med.
E.___
vom
M.___
ein radiologisches
Konsil
ein (vgl.
Urk.
8/107). Dieser
beurteilte die MR-
Arth
r
ographie
vom
2.
Dezember 2021
im Bericht vom 1
1.
Januar 2023
(
Urk.
8/111)
dahingehend, dass
in der koronaren
PDw
Sequenz ödem-ähnliche Signalerhebungen von 12mm der ansatznahen Supraspinatussehne
ohne Korrelat in der sagittalen
PDw
Sequenz
vorlägen
. Es sei nachvollziehbar, dass dies vom
Erstbefunder
als interstitielle Partialruptur gewertet worden sei (S. 1); aufgrund des fehlenden Korrelats in der sagittalen Sequenz sei die Bildgebung jedoch nicht beweisend für eine interstitielle Partialruptur (S. 1-2). Differentialdiagnostisch komme trotz des jungen Alters des Beschwerdeführers eine
mukoide
Transfor
mation im
Sinne einer
Tendinose
oder ein
M
agic
-A
ngle Artefakt
in Betracht. Ebenso denkbar sei eine Normvariante wie er sie auch schon bei asymptoma
tischen Probanden (
unpublizierte
Daten) beobachtet habe (S. 2).
3.10
Der
Suva-
Arzt
Dr.
med.
C.___
, Facharzt für Orthopädi
sche Chirurgie und Trau
matologie des Bewegungsapparates
,
hielt in seiner versicherungsmedizinischen Beurteilung vom
1.
März 2023 fest (
Urk.
8/114), dass
man medizinisch unter der von Prof.
Dr.
E.___
differentialdiagnostisch notierten
Tendinose
der ansatz
nahen Supraspinatussehne eine chronische Erkrankung der Sehne
verstehe
, bei der es durch entsprechende Überlastung auch zu einer Reizung der Sehne des Muskels mit entsprechenden Schmerzen bei der Armbewegung und im schlimmsten Fall zu einer Ruptur der Supraspinatussehne
kommen
könne. In der MR-Bildgebung
charakterisiere sie sich durch eine Signalintensitätserhöhung auf Sequenzen mit kurzen Echozeiten (T1-Pro
t
onendichte gewichtet) wie im vorliegenden Fall. Das sogenannte «Magic-Angle-Artefakt» sei der wichtigste «
Pitfall
» in der Diagnostik einer
Tendinopathie
. Er entstehe dadurch, dass geordnete anatomische Strukturen wie Sehnen und Bänder (Kollagenfasern) ein erhöhtes Signal aufgrund minimaler
Tipol
-Interaktionen aufwiesen, wenn ihre Ausrichtung einen Winkel von 55 Grad gegenüber dem statischen Magnetfeld einnehme. Den «Magic-Angle-Artefakt» finde man am häufigsten im Bereich der Supraspinatussehne kurz vor dem Ansatz zum Tuberculum majus, wie im vorliegenden Fall (S. 8). Dieses
M
agic-
A
ngle-Phänomen täusche unter Einfluss der
Echozeit
auf die Signalanhebung der Supras
p
inatussehne auf
anguliert
-koronaren Aufnahmen
,
wie hier in Serie 8 koronar dargestellt, eine Signalan
hebung der Sehne vor (S. 8-9).
Zusammenfassend könne somit aufgrund der fachradiologischen Stellungnahme von Prof.
Dr.
E.___
davon ausgegangen werden
, dass die im
Arthro
-MR-Befundbericht der linken Schulter vom
2.
Dezember 2021 beurteilte, kleine interstitielle longitudinale Rissbildung der Supraspinatussehne auf Höhe der Fussplatte nicht beweisend vorliege und somit die versicherungsmedizinische Beurteilung von
Dr.
D.___
vom 1
4.
Juni 2022
bestätigt werden könne, wonach die Gesundheit des Beschwerdeführers bei der vom aktuellen Unfallereignis betroffenen linken Schulter aufgrund einer verschleissbedingten, ansatznahen Sehnenveränderung der Supraspinatussehne mit überwiegender Wahrschein
lichkeit schon vor dem Unfall in stummer oder manifester Weise beeinträchtigt gewesen sei und der Unfall mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu keinen zusätzlichen, strukturellen Läsionen an der linken Schulter, welche objektivierbar seien, geführt habe (S. 9).
Weiter führte er hinsichtlich der Bursitis subacromialis aus, dass bildmorpho
logisch im vorliegenden
Arthro
-MRI der linken Schulter vom 2.
Dez
e
mber 2021
die
explizit intakt beurteilte Struktur des Ligamentum
coracoacromiale
, des Musculus deltoideus und des Acromion im Bereich des AC-Gelenks keine erkenn
baren Zeichen einer Schädigung der Gelenkkapsel oder
Hinweise auf eine über
mässige äussere Gewalteinwirkung auf das Acromion (Weichteilschwellung)
zeigten
. Somit sei zusammenfassend die Aussage des Rechtsanwaltes des Beschwerdeführers
nicht zutreffend
, dass hier eine akute Schlag- und/oder Stoss
verletzung vorliege (S. 9-10).
Zur
Frage, ob sich
der Beschwerdeführer anlässlich des streitgegenständlichen Unfallereignisses auch Verletzungen der erwähnten Rippen zugezogen habe,
habe sich
Dr.
D.___
bereits eingehend geäussert. Demnach
hätten auch die weiter
führenden Abklärungen via Kernspintomographie BWS/HWS keine Strukturschä
digungen ausgewiesen
.
D
as erwähnte Knochenmarködem in der dorsalen Costa 6 und geringer
in
5 und 7 links mit Konturirregularität
Costae
6 und 7, passend zu einem Status nach
undislozierten
Rippenfakturen, sei differentialdiagnostisch zwar möglich, jedoch nicht überwiegend wahrscheinlich. Diesbezüglich
hätten
gemäss Hausarztbericht
erst- und echtzeitlich keine dorsalen Rippenbeschwerden
links vo
r
ge
l
e
gen. Eine stattgehabte frische, traumatische Rippenserienfraktur
bildung müsste unweigerlich heftigste Schmerzen über der betroffenen
dorsalen
Thoraxregion
inklusive Atembeschwerden bei Inspiration
ausgelöst haben
. Beides sei gemäss Erstzeugnis nicht vermerkt. Auch bei den Fachspezialisten habe die umfassende klinische Untersuchung Schmerzen auf Höhe der
Costovertebral
gelenke
thorakal 2/3 - also deutlich höher gelegen als die radiologisch vermuteten
undisloziert
e
n
dorsalen Rippenfakturen
- gezeigt
. Zusammenfassend er
gäben sich aufgrund der mit der Einsprache neu eingereichten medizinischen Berichte keine Änderungen an der bisherigen medizinischen Beurteilung der Suva (S. 10).
4.
4.1
Es ist unbestritten, dass das Ereignis vom
2
2.
November 2021
einen Unfall im Sinne von
Art.
4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversi
cherungsrechts (ATSG) darstellt. Strittig und zu prüfen ist dagegen, ob die Beschwerdegegnerin ihre Leistungen zu Recht unter Hinweis auf das Erreichen des Status quo sine
vel
ante per
3
1.
Mai 2022
eingestellt hat, beziehungsweise, ob die danach weiterhin bestehenden Beschwerden
in der lin
ken
Schulter
noch
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das Unfallereignis vom
2
2.
November
2021 zurückzuführen sind.
4.2
Die Beschwerdegegnerin stützte sich für ihre Leistungseinstellung
hauptsächlich
auf die Aktenbeurteilungen von
Dr.
D.___
und
Dr.
C.___
, wonach beim Beschwerdeführer
die Supraspinatussehne
bereits vor dem Unfallereignis vom
22. November 2021
degenerativ geschädigt gewesen sei
und der Unfall zu keiner
zusätzlichen strukturellen Läsion
an der linken Schulter geführt ha
be
(vgl. E.
3.6;
3.
10
).
Demgegenüber
macht
e
der
Beschwerdeführer mit Verweis auf die radio
logischen Berichte vom 2
0.
und 2
9.
April 2022 (
Urk.
8/58
/2 und 8/
59
/2
) geltend, dass an der Universitätsklinik
B.___
keine degenerativen Veränderungen des linken Schultergelenks hätten objektiviert werden können und
er
somit vor dem Unfall an keinen degenerativen Veränderungen
gelitten habe
(
Urk.
1 S. 8).
4.3
Ein medizinischer Aktenbericht als
Entscheidgrundlage
ist zulässig,
sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die fachärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht, mithin die direkte ärztliche Befassung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt (Urteil
des Bundesgerichts 8
C
_281/2021 vom 1
9.
Januar 2022 E. 3.2)
,
was vorliegend der Fall ist. Die medizinischen Akten im Dossier der Beschwerde
gegnerin, welche dem Suva-Arzt Dr.
C.___
für seine Beurteilung zur Verfügung standen (vgl. Urk. 8/114/1-5), geben den medizinischen Sachverhalt zu den vom
Beschwerdeführer geltend gemachten Schulterbeschwerden umfassend wieder. Zusätzlich
lag ihr
eine
überzeugende
radiologische Beurteilung
der
Arthro
-MRI-Befunde der linken Schulter vom
2.
Dezember 2021
durch Prof.
Dr.
E.___
zugrunde
(
Urk.
8/111)
, eines ausgewiesenen Facharztes für Radiologie, welcher
gemäss
der Ärzteliste Versicherungsmedizin der Suva in keinem Anstellungs
verhältnis zu derselben steht
.
4.4
Das Argument des Beschwerdeführers, wonach vor dem Unfallereignis
keine krankheitswertigen
Veränderungen
vorgelegen hätten
(
Urk.
1 S. 8)
,
trifft nicht zu.
Dr.
D.___
führte
in
der
Beurteilung
vom 1
8.
Mai 2022 (
Urk.
8/48)
zur
Frage, ob die Gesundheit des Beschwerdeführers vor dem Ereignis mit überwiegender Wahrscheinlichkeit in stummer oder manifeste
r
Weise beeinträchtigt gewesen sei
,
die Bursitis subacromialis und
subdeltoidea
an
(
Urk.
8/48)
und begründete dies damit, dass
bereits im
MRI der linken Schulter vom
2.
Dezem
be
r 2021
(
Urk.
8/18)
als Befund
«
wenig Flüssigkeit in der Bursa
subdeltoidea
/subacromialis
»
festge
halten
worden sei
.
Wie
Dr.
D.___
denn auch
nachvollziehbar
folgerte
(
Urk.
8/68),
war die Bursitis subacromialis im Sinne einer
Impingementprob
lematik
in der zeitnah durchgeführten Kernspintomographie bereits ausgewiesen.
Überzeugend folgerte sie weiter, dass sich
k
orrelierend hierzu
die Intrasubstanz
signalalteration der Sehne des Musculus su
p
raspinatus
finde und dass
diese Strukturen im Rahmen eines Engpasssyndroms
subakromial
eingeengt und dadurch gereizt
würden
, was an sich eine krankheitsbedingte Diagnose darstell
e
(S. 1).
Dieselbe Meinung vertrat
Dr.
C.___
, wobei er
präzisiert
e
, dass es sich bei der Bursitis subacromialis um eine entzündliche Veränderung der Bursa subacro
mialis handelt. Medizinisch
werde
durch den Schleimbeutel (Bursa) die unmit
telbare D
ru
ckeinwirkung von Muskeln und Muskelsehnen auf die Gelenkkapsel ver
mindert. Die Bursa subacromialis lieg
e
unter dem Acromion
scapulae
(knöchern), dem Ligamentum
coracoacromiale
, der Gelenkkapsel und dem Musculus deltoideus. Somit
sei
die Bursa subacromialis durch diese Strukturen geschützt
. Im MRI der linken Schulter w
ü
rden die entsprechenden Strukturen jedoch explizit intakt beschrieben (S. 9), womit keine erkennbaren Zeichen einer Schädigung der Gelenkkapsel oder Hinweise auf eine übermässige äussere Gewalteinwirkung vorgelegen
hätten
und daher überwiegend wahrscheinlich keine Schlag- oder Stossverletzung zu der festgestellten Schleimbeutelent
zündung geführt ha
be
(S. 10).
Zudem ist auch darauf hinzuweisen, dass der Beschwerdeführer bereits vor dem Unfallereignis bei der
Universitätsk
linik
B.___
aufgrund von
Ze
r
vikalgie
n
in
chiropraktischer
Behandlung war (vgl.
Urk.
8/57).
Dass in den vom Beschwerdeführer aufgeführten radiologischen Berichte
n
(
U
rk.
8/58
/2, 8/
59
/2
) «keine wesentlichen degenerativen Veränderungen» festge
halten wurde
n
, ändert daran nichts
.
Bei besagten Berichte
n
handelt sich lediglich um
Befunde zu Röntgenaufnahmen
,
wobei letztere
nicht die gleichen Strukturen wie ein MRI
abbilden
können. Darüber hinaus
lagen
die radiologischen Aufnahmen sowohl
Dr.
D.___
(
Urk.
8/68) als auch
Dr.
C.___
(
Urk.
8/114)
vor
und stellen diese die schlüssigen versicherungsärztlichen Beurteilungen nicht in Zweifel
.
4.5
In Bezug auf
die im MRI vom
2.
Dezember 2021
festgestellte
n
leichte
n
intersti
tielle
n
Signalal
t
er
ationen der Supraspinatussehne, welche PD
Dr.
F.___
als
kleine interstitielle longitudinale Rissbildung der Supraspinatussehne auf Höhe der Fussplatte
interpretierte
(
Urk. 8/18
/2
)
,
holte die
Beschwerdegegnerin ein
e
radiologische Beurteilung bei Prof.
Dr.
E.___
ein zur Frage
,
ob
Hinweise auf
eine
frische Traumatisierung der ansatznahen Supraspinatussehne im erwähnten MRI
bestehen
. Wie
dieser
schlüssig darlegte, ist die
ödemähnliche
Signalan
hebung von 12mm der ansatznahen Supraspinatussehne (Serie 8 - Bild 11) ohne Korr
el
at in der sagittalen
PDw
Sequenz (Serie 12)
. Aufgrund dieses fehlende
n
Korrelats
sei
die ursprünglich befundete interstitielle Partialruptur nicht bew
ie
sen (
Urk.
8/111). Dr.
C.___
legte
unter Bezugnahme auf
die
medizinische Literatur zum «Magic-Angle-Artefakt» nachvollziehbar dar, dass vorliegend keine Rissbil
dung der Supraspinatussehne
vorliege
,
wie
das ursprünglich
vom
Erstbefunder
angenommen
worden sei
(S. 9), sondern aufgrund der Bildgebung eine
Tendinose
, bei der es durch entsprechende Überbelastung zu einer Reizung der Sehne des Muskels mit Schmerzen bei der Armbewegung komm
e
, wie im vorliegenden Fall (S. 8
). Dies deckt sich
auch mit der Einschätzung
von
Dr.
D.___
, welche die
im
Arthro
-MRT festgestellte
n
Intrasubstanzsignalalteration
en
der Sehne des Musculus su
p
raspinatus als krankheitswertige Texturstörung interpretierte
(
Urk.
8/68/1).
Angesichts der im Ergebnis
übereinstimmenden
und schlüssigen
Beurteilungen
von
Dr.
D.___
,
Dr.
C.___
und
Dr.
E.___
lässt
die nicht begründete und entsprechend nicht nachvollziehbare Beurteilung des
Arthro
-MRT-Befundes von PD
Dr.
F.___
vom
2.
Dezember 20
21
(
Urk.
8/18/2) alleine keine auch nur geringen Zweifel an den versicherungsinternen ärztlichen Feststel
lungen aufkommen (E. 1.4).
Eine durch das versicherte Ereignis verursachte struk
turelle Verletzung der Supraspinatussehne ist dementsprechend nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt.
4.6
Was schliesslich die möglichen
Rippenfrakturen
betrifft,
gilt es vorweg zu berücksichtigen, dass
bei der Erstkonsultation vom 2
3.
November 2021 bei Dr.
A.___
keine
Befunde in Bezug auf die Rippen dokumentiert wurden (Urk. 8/101
/2-3
).
Befundet
wurden nur die Schulterschmerzen mit einge
schränkter Beweglichkeit (S. 1
)
.
Von Beschwerden in der Rippenregion
war
jedoch
keine Rede.
D
ie fehlenden Erstbefunde
wurde
n
auch von
Dr.
D.___
in ihrer Beurteilung
berücksichtigt
:
Wie sie ausführte
, konnte
d
as
in der weiter
führenden Abklärung via Kernspintomographie BWS/HWS
vom 1
6.
Mai 2022
erwähnte Knochenmarködem in der dorsalen Costa 6 und geringer
in
den
Costae
5 und 7 links mit Konturirregularität
Costae
6 und 7
,
welche als passend
zu einem Status nach
undislozierter
Rippenfraktur beurteilt wurde
n
(vgl.
Urk.
8/60
/2
), nicht
mit
überwiegend
er
W
ahrscheinlich
keit bestätigt werden
, da diesbezüglich
keine
erst- und echtzeitlich
dorsalen Rippenbeschwerden
vorgelegen hätten
. Wie sie weiter
nachvollziehbar
ausführte, müsste eine stattgehabte frische traumatische Rippen
serienfrakturbildung unweigerlich
heftigste Schmerzen
über der betroffene
n
dorsalen
Thorax
r
egion
inklusive Atembeschwerden bei Inspiration
ausgelöst haben.
Beides
wurde
im Erstzeugnis nicht vermerkt
(vgl.
Urk.
8/101
/2-3
)
. Auch
zeigten die klinischen Untersuchungen bei den Fachspezialisten
am 2
0.
April
2022
Schmerzen auf der Höhe der
Costovertebralgelenke
thorakal 2/3
(
Urk.
8/42/2)
, also deutlich höher gelegen als die radiologisch vermutete
n
undislozierten
dorsalen Rippenfrakturen
(
Urk.
8/68/2).
Nach dem Gesagten ist somit nicht überwiegend wahrscheinlich, dass es beim Unfallereignis zu Rippen
f
r
akturen gekommen ist
.
Insgesamt kommt
Dr.
C.___
somit nachvollziehbar zum Schluss, dass die Beur
teilung von
Dr.
D.___
(
Urk.
8/68) bestätigt werden
kann
, wonach die Gesundheit des Beschwerdeführers bei der vom Unfallereignis betroffenen linken Schulter aufgrund einer verschleissbedingten, ansatznahen Sehnenveränderung der Supraspinatussehne mit überwiegender Wahrscheinlichkeit schon vor dem Unfall in stummer oder manifester Weise beeinträchtigt war
,
und der Unfall mit über
wiegender Wahrscheinlichkeit
zu keinen zusätzlichen, strukturellen Läsionen an
der linken Schulter geführt hat (
Urk.
8/114). Die
Unfallfolgen
spielten
entsprechend der Suva-ärztlichen Beurteilung
überwiegend wahrscheinlich
drei
Monate nach dem Unfall,
spätestens
aber
im Zeitpunkt
de
r
Sprechstunde vom 20.
April 2022
(
Urk.
8/
42/2-3)
keine Rolle mehr (
Urk.
8/68
/3
).
4.7
Daran vermögen die Berichte der Behandler
Dr.
H.___
(Urk.
8/90) sowie
Dr.
J.___
(
Urk.
8/91) nichts zu ändern.
So geht
Dr.
H.___
aufgrund der Signala
l
teration
der Supraspinatussehne
und der Nähe von Trauma und Erstab
klärung von einer traumatischen Genese aus. Bezüglich Erstere
r
wurde bereits von
Dr.
E.___
eingehend erläutert, weshalb es sich nicht um eine Partialruptur der Supraspinatussehne gehandelt hat (vgl. E.
3.9, E. 4.5).
Zudem ist in Bezug auf den zeitlichen Zusammenhang zu erwähnen, dass
d
ie Argumentation nach der Formel «
post
hoc ergo
propter
hoc», nach deren Bedeutung eine gesundheitliche Schädigung schon dann als durch den Unfall verursacht gilt, weil sie nach diesem
aufgetreten ist, beweisrechtlich
in diesem Kontext
nicht zulässig
ist
und zum Nachweis der Unfallkausalität nicht zu genügen
vermag
(BGE 119 V 335 E. 2b/
bb
, Urteil des Bundesgerichts 8C_332/2013 vom 25. Juli 2013 E. 5.1).
Ärztliche Auskünfte, die allein auf dieser Argumentation beruhen, sind beweis
rechtlich nicht zu verwerten (Urteil des Bundesgerichts 8C_241/2020 vom 29. Mai
2020 E. 3).
D
asselbe gilt für den Bericht von
Dr.
J.___
, wonach die persönliche Anamnese des Besch
w
erdeführers bezüglich Schulter- und Wirbelsäulen
beschwerden bland gewesen sei und die Beschwerden erst durch das Unfall
ereignis ausgelöst worden seien und seither persistierten (
Urk.
8/91).
Darüber hinaus ist fraglich, ob die Anamnese in Bezug auf Schulterbeschwerden tatsächlich bland
war
,
stand
der Beschwerdeführer doch aktenkundig bereits vor dem Unfallereignis aufgrund einer chronischen
Zervikalgie
in Behandlung (vgl.
Urk.
8/57/2).
4.8
Nach dem Gesagten ist somit erstellt, dass
der Status quo sine
vel
ante
nach einer vorübergehenden Verschlimmerung des degenerativen Vorzustandes
in der linken Schulter
spätestens
am 2
0.
April 2022
erreicht war
(vgl. E. 4.6)
. Entspre
chend hat die Beschwerdegegnerin den natürlichen Zusammenhang zwischen dem Unfall vom
2
2.
November 2021
und den über den
3
1.
Mai
202
2
hinaus geklagten Beschwerden zu Recht verneint.
Der angefochtene
Einspracheentscheid
vom
1
0.
Mai 2023
(
Urk.
2) ist somit nicht zu beanstanden. Das führt zur Abweisung der Beschwerde.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Michael Grimmer
-
Suva
-
Bundesamt für Gesundheit
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebenten Tag vor Ostern bis und mit dem siebenten Tag nach Ostern, vom 15. Juli
bis und mit dem 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (
Art.
46
BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzustellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift
der
beschwerdeführenden
Partei oder ihrer Rechtsvertretung
zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
GräubLangone