# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e30b6ebb-33fa-5d44-89c0-b7754ba4241c
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-11-05
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 05.11.2025 F-8255/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-8255-2025_2025-11-05.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-8255/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  5 .  N o v e m b e r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Einzelrichter Gregor Chatton, 

mit Zustimmung von Richter Sebastian Kempe;   

Gerichtsschreiberin Annina Mondgenast. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Afghanistan,   

vertreten durch MLaw Laura Heimgartner-Castelnovi, 

(…),  

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration SEM, 

(…), 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung  

(Dublin-Verfahren - Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG);  

Verfügung des SEM vom 20. Oktober 2025 / (…). 

 

 

 

F-8255/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer ersuchte am 27. Juli 2025 in der Schweiz um Asyl 

und gab auf dem Personalienblatt an, am (…) geboren zu sein. Ein Ab-

gleich seiner Fingerabdrücke mit der europäischen Fingerabdruck-Daten-

bank (Eurodac) ergab, dass er am 14. April 2025 in Bulgarien nach illegaler 

Einreise aufgegriffen worden war und am 30. April 2025 in Bulgarien sowie 

am 17. Mai 2025 in Österreich um Asyl nachgesucht hatte.  

B.  

Am 5. August 2025 ersuchte die Vorinstanz die bulgarischen und österrei-

chischen Behörden gestützt auf Art. 34 der Verordnung (EU) Nr. 604/2013 

des Europäischen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Fest-

legung der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der 

für die Prüfung eines von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen 

in einem Mitgliedstaat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zu-

ständig ist (nachfolgend: Dublin-III-VO) um Auskunft über die Identität des 

Beschwerdeführers. Mit Antwort vom 6. August 2025 teilten die österreichi-

schen Behörden mit, der Beschwerdeführer sei bei ihnen mit dem Geburts-

datum (…) registriert worden. Die bulgarischen Behörden antworteten dem 

SEM am 11. August 2025, bei ihnen sei er mit dem Geburtsdatum (…) er-

fasst worden.  

C.  

Die Vorinstanz gewährte dem Beschwerdeführer anlässlich der Erstbefra-

gung unbegleiteter minderjähriger Asylsuchender (EB UMA) am 14. August 

2025 das rechtliche Gehör zu einem allfälligen Nichteintretensentscheid 

und der Möglichkeit der Überstellung nach Bulgarien. Er wurde informiert, 

dass bei ihm eine medizinische Altersabklärung vorgenommen werde, weil 

Zweifel an seinen Altersangaben bestünden. 

D.  

Zur Erstellung des Altersgutachtens (datierend vom 1. September 2025) 

durch das Institut für Rechtsmedizin der Universität B._______ wurden 

eine körperliche Untersuchung, radiologische Untersuchungen der Hand 

und Schlüsselbeine sowie eine zahnärztliche Altersschätzung durchge-

führt.  

E.  

Die Vorinstanz teilte dem Beschwerdeführer am 16. September 2025 – 

nach Gewährung des rechtlichen Gehörs – mit, sie werde sein 

F-8255/2025 

Seite 3 

Geburtsdatum im ZEMIS auf den (…) anpassen und mit einem Bestrei-

tungsvermerk versehen.  

F.  

Am 29. September 2025 ersuchte die Vorinstanz die bulgarischen Behör-

den gestützt auf Art. 18 Abs. 1 Bst. b Dublin-III-VO um Wiederaufnahme 

des Beschwerdeführers. Die bulgarischen Behörden stimmten dem Ersu-

chen am 1. Oktober 2025 zu. 

G.  

Mit Verfügung vom 20. Oktober 2025 (eröffnet tags darauf) trat die Vor-

instanz auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht ein, verfügte die 

Wegweisung nach Bulgarien und forderte ihn auf, die Schweiz spätestens 

am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen. Ferner ordnete sie 

an, das Geburtsdatum im ZEMIS werde auf den (…) festgelegt und mit 

einem Bestreitungsvermerk versehen.  

H.  

Mit Eingabe vom 28. Oktober 2025 (Poststempel gleichentags) erhob der 

Beschwerdeführer Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht und be-

antragte die Aufhebung der angefochtenen Verfügung. Die Vorinstanz sei 

anzuweisen, auf sein Asylgesuch einzutreten, eventualiter sei die Sache 

zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Sein Geburtsdatum 

im ZEMIS sei auf den (…) anzupassen. In prozessualer Hinsicht ersuchte 

er um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und der aufschie-

benden Wirkung der Beschwerde. Im Sinne einer vorsorglichen Mass-

nahme seien die Vorinstanz und die Vollzugsbehörden anzuweisen, bis 

zum Entscheid über das vorliegende Rechtsmittel von jeglichen Vollzugs-

handlungen abzusehen.  

I.  

Mit superprovisorischer Massnahme vom 29. Oktober 2025 setzte der In-

struktionsrichter den Vollzug der Wegweisung einstweilen aus. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1. Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG 

[SR 142.31]). 

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Seite 4 

1.2. Der Beschwerdeführer beantragt die Aufhebung der vorinstanzlichen 

Verfügung und die Berichtigung des ZEMIS-Eintrags. Damit richtet sich die 

Beschwerde sowohl gegen den Nichteintretensentscheid gemäss Art. 31a 

Abs. 1 Bst. b AsylG als auch gegen den ZEMIS-Eintrag betreffend sein Ge-

burtsdatum. Das Beschwerdeverfahren hinsichtlich ZEMIS-Datenbereini-

gung wird separat vom vorliegenden Asylverfahren unter der Nummer F-

8363/2025 geführt und es werden zwei separate Urteile gefällt. Die Festle-

gung des Geburtsdatums des Beschwerdeführers – Ziffer 2 der angefoch-

tenen Verfügung – bildet damit nicht Gegenstand des vorliegenden Verfah-

rens. 

1.3. Die Beschwerde ist zulässig (Art. 105 AsylG; Art. 31 ff. VGG). Die üb-

rigen Sachurteilsvoraussetzungen (Legitimation [Art. 48 Abs. 1 VwVG], 

Frist [Art. 108 Abs. 3 AsylG bzw. Art. 50 Abs. 1 VwVG] und Form [Art. 52 

Abs. 1 VwVG]) sind erfüllt. Auf die Beschwerde ist einzutreten. Das Gericht 

entscheidet über diese endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

2.  

2.1. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige oder 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 

2.2. Die Beschwerde erweist sich als offensichtlich unbegründet, weshalb 

sie im Verfahren einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines 

zweiten Richters beziehungsweise einer zweiten Richterin (Art. 111 Bst. e 

AsylG), ohne Durchführung eines Schriftenwechsels und mit summari-

scher Begründung, zu behandeln ist (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG). 

3.   

3.1. Auf Asylgesuche wird in der Regel nicht eingetreten, wenn Asylsu-

chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des 

Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a 

Abs. 1 Bst. b AsylG). Diesbezüglich kommt die Dublin-III-VO zur Anwen-

dung. 

3.2. Gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO wird jeder Asylantrag von einem 

einzigen Mitgliedstaat geprüft, der nach den Kriterien des Kapitels III 

(Art. 8–15 Dublin-III-VO) als zuständiger Staat bestimmt wird (vgl. auch 

Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO). Das Verfahren zur Bestimmung des zuständi-

gen Staats wird eingeleitet, sobald in einem Mitgliedstaat erstmals ein Asyl-

antrag gestellt wird (Art. 20 Abs. 1 Dublin-III-VO). Im Rahmen des 

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Wiederaufnahmeverfahrens (Art. 23–25 Dublin-III-VO) findet grundsätzlich 

keine (erneute) Zuständigkeitsprüfung nach Kapitel III Dublin-III-VO mehr 

statt (vgl. zum Ganzen BVGE 2019 VI/7 E. 4-7; 2017 VI/5 E. 6.2 und 8.2.1). 

3.3. Im Falle einer unbegleiteten minderjährigen Person ohne familiäre An-

knüpfungspunkte (zu einem anderen Mitgliedstaat) ist gemäss Art. 8 Abs. 4 

Dublin-III-VO der Staat zuständig, in welchem jene einen Antrag auf inter-

nationalen Schutz gestellt hat, sofern es dem Wohl der minderjährigen Per-

son dient. Als Minderjähriger gilt ein Drittstaatsangehöriger unter achtzehn 

Jahren (Art. 2 Bst. i Dublin-III-VO; Art. 1a Bst. d der Asylverordnung 1 vom 

11. August 1999 [AsylV 1, SR 142.311]). Unbegleitete Minderjährige sind 

vom Wiederaufnahmeverfahren ausgenommen (vgl. FILZWIESER/SPRUNG, 

Dublin-III-VO, Wien 2014, Kap. 15 f. zu Art. 8). Vorliegend bestünde des-

halb bei Minderjährigkeit des Beschwerdeführers im Zeitpunkt der Stellung 

seines Asylantrags in der Schweiz eine der grundsätzlichen Wiederaufnah-

mezuständigkeit Bulgariens vorrangige Zuständigkeit der Schweiz (vgl. un-

ter anderen: Urteil des BVGer F-6213/2020 vom 5. Januar 2021 E. 3.4). 

4.   

4.1. Die Beweislast für die Minderjährigkeit liegt im Asylverfahren bei der 

gesuchstellenden Person und ist zumindest glaubhaft zu machen (vgl. 

BVGE 2018 VI/3 E. 4.2.3). Im Rahmen einer Gesamtwürdigung ist eine 

Abwägung sämtlicher Anhaltspunkte, die für oder gegen die Richtigkeit der 

betreffenden Altersangaben sprechen, vorzunehmen. Wesentlich sind da-

bei als für echt befundene Identitätspapiere oder eigene Angaben der be-

troffenen Person. Das Resultat eines Altersgutachtens stellt ein Element 

dar bei der Beurteilung der Frage der Glaubhaftigkeit einer angeblichen 

Minderjährigkeit (vgl. BVGE 2019 I/6 E. 6.1 ff.). 

4.2. Die Vorinstanz führt in der angefochtenen Verfügung zusammenfas-

send aus, der Beschwerdeführer habe keine rechtsgenüglichen Identitäts-

papiere eingereicht, welche seine Minderjährigkeit zweifelsfrei belegen 

würden. Die eingereichten Dokumente (Tazkira und eTazkira) würden un-

terschiedliche Geburtsdaten beinhalten. Seine Erklärung, die eTazkira 

habe er sich mit einem falschen Geburtsdatum ausstellen lassen, über-

zeuge nicht, da er keine genaueren Angaben zur Ausstellung machen 

konnte. Unklar sei auch, weshalb seine angeblich echte Tazkira einige Zeit 

verschwunden gewesen und erst später wieder aufgetaucht sei. Die in Ko-

pie vorliegende Tazkira weise sodann keine überprüfbaren Sicherheits-

merkmale auf und entfalte keine gesonderte Beweiskraft. Auch seine An-

gaben hinsichtlich seiner Biografie seien unsubstantiiert und widersprüch-

lich ausgefallen. Er habe geltend gemacht, die Schule im Alter von 12 oder 

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Seite 6 

13 Jahren abgebrochen zu haben und Afghanistan etwa sechs bis sieben 

Monate nach der Einnahme Kabuls durch die Taliban verlassen zu haben, 

was einem Zeitpunkt von Februar oder März 2022 entsprechen würde. 

Diese Angabe lasse sich mit dem anlässlich der Anhörung geltend ge-

machten Alter von (…) Jahren und (…) Monaten nicht vereinbaren. Weiter 

habe er nicht nachvollziehbar erklären können, weshalb er trotz eines 

Schulbesuchs von vier Jahren nicht lesen könne. Er habe ausgeführt, nicht 

zu wissen, welches Alter in der Tazkira vermerkt sei, und er sei darüber 

auch nicht informiert worden. Dennoch gab er an, er habe auf dem Perso-

nalienblatt als Geburtsdatum den (…) angegeben, da dies zur Tazkira ge-

passt habe. Zudem sei er sowohl in Bulgarien als auch in Österreich ge-

stützt auf seine eigenen Angaben als volljährig registriert worden. Das Al-

tersgutachten gehe von einem Mindestalter von (…) Jahren aus. Dabei 

handle es sich um ein absolutes Mindestalter, welches eine Volljährigkeit 

nicht ausschliesse. Gesamthaft würden die Hinweise für eine Volljährigkeit 

diejenigen zugunsten der geltend gemachten Minderjährigkeit überwiegen.  

4.3. Der Beschwerdeführer hält dem entgegen, er sei minderjährig. Entge-

gen der Ansicht der Vorinstanz halte das Gutachten fest, dass eine Minder-

jährigkeit möglich sei und die Volljährigkeit nicht mit der notwendigen Si-

cherheit belegt sei. Indem die Vorinstanz von der Volljährigkeit ausgehe, 

missachte sie die Schlussfolgerung der medizinischen Fachpersonen. Das 

Gutachten sei, wenn überhaupt, als Indiz für die Minderjährigkeit zu werten. 

Als weiteres, wenn auch schwaches Indiz, sei seine Tazkira zu qualifizie-

ren, die von einem Geburtsjahr von (…) ausgehe. Es werde nicht bestritten, 

dass er teilweise nur oberflächliche Angaben gemacht habe. Aufgrund sei-

ner eher rudimentären Schulbildung sowie seines Analphabetismus sei er 

nicht in der Lage, sein Alter in einem bestimmten Jahr basierend auf sei-

nem Geburtsdatum zu berechnen. Zudem sei es in Afghanistan für ländlich 

aufwachsende Jugendliche üblich, dass sie ihr Alter nicht mit Sicherheit 

angeben könnten. Im Länderkontext seien seine unsubstantiierten Anga-

ben nicht als Widerspruch oder Indiz für mangelnde Glaubhaftigkeit auszu-

legen, sondern als nachvollziehbar anzusehen. In einer Gesamtwürdigung 

sei das geltend gemachte Geburtsdatum vom (…) wahrscheinlicher als das 

aktuell im ZEMIS eingetragene Datum.   

4.4. Der Beschwerdeführer vermag sein angebliches Geburtsdatum nicht 

anhand rechtsgenüglicher Identitätsdokumente zu belegen. Er hat lediglich 

eine Kopie einer Tazkira eingereicht und die österreichischen Behörden 

legten ihrer Antwort vom 6. August 2025 eine Kopie einer eTazkira bei. Die 

Vorinstanz hält zu Recht fest, dass diesen Kopien nahezu keine Beweis-

kraft zukomme. Tazkira gelten nicht als fälschungssichere Dokumente. 

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Seite 7 

Deshalb ist hinsichtlich der Frage der Identität von Inhabern eines solchen 

Dokuments praxisgemäss von einem geringen Beweiswert auszugehen. 

4.5. Aus dem Altersgutachten des Instituts für Rechtsmedizin der Universi-

tät B._______ vom 1. September 2025 kann der Beschwerdeführer nichts 

zu seinen Gunsten ableiten. Im Gutachten wird aufgrund der zahnärztli-

chen Untersuchung und der radiologischen Altersschätzungen des linken 

Handskeletts sowie der Brustbein-Schlüsselbein-Gelenke von einem Min-

destalter von (…) Jahren ausgegangen. Das vom Beschwerdeführer ange-

gebene Lebensalter von (…) Jahren und (…) Monaten sei mit den erhobe-

nen Befunden zu vereinbaren. Die Vollendung des 18. Lebensjahres und 

damit das Erreichen der Volljährigkeit lasse sich nicht mit der notwendigen 

Sicherheit belegen. Eine Minderjährigkeit sei möglich. Gemäss dem 

Grundsatzurteil des Bundesverwaltungsgerichts BVGE 2018 VI/3 E. 4.2.2 

sind in einem solchen Fall sowohl eine Voll- als auch eine Minderjährigkeit 

möglich, ohne dass sich eine verlässliche Aussage darüber machen lässt, 

was wahrscheinlicher ist. Folglich vermag das vorliegende Altersgutachten 

weder ein Indiz für die geltend gemachte Minderjährigkeit darzustellen 

noch die Volljährigkeit mit Sicherheit festzustellen.  

4.6. Die Aussagen des Beschwerdeführers zu seinem Alter fallen wider-

sprüchlich aus. Bei Einreichung seines Asylgesuchs am 27. Juli 2025 gab 

er auf dem Personalienblatt an, am (…) geboren zu sein (SEM-Akten act. 

1; entsprechend […] Jahre und […] Monate). Anlässlich der Erstbefragung 

vom 14. August 2025 führte er hingegen aus, (…) Jahre und (…) Monate 

alt zu sein (SEM-Akten act. 26 F 1.06 S. 3). Auf diese Divergenz angespro-

chen, erklärte er, er habe das Geburtsdatum mit dem (…) angegeben, da 

er dachte, dies stimme mit den Angaben auf der Tazkira überein. Dies sei 

jedoch falsch gewesen. Es gebe einen Unterschied von 10, 15 oder 2, 3 

Tagen. Er könne nicht lesen und wisse es nicht (SEM-Akten act. 26 F 1.06 

S. 3). Abklärungen der Vorinstanz ergaben sodann, dass der Beschwerde-

führer in Österreich mit Geburtsdatum vom (…) registriert wurde (SEM-Ak-

ten act. 20) und in Bulgarien mit dem (…) (SEM-Akten act. 23). Die Angabe 

eines konkreten Tages in Bulgarien deutet darauf hin, dass er selbst dieses 

Datum genannt hatte. Der Beschwerdeführer führte aus, er sei mit sieben 

oder acht Jahren eingeschult worden und habe die Schule bis zur vierten 

Klasse besucht (SEM-Akten act. 26 F 1.06 S. 4). Vor diesem Hintergrund 

erscheint es unglaubhaft, dass der Beschwerdeführer gemäss seinen ei-

genen Aussagen weder lesen noch schreiben könne (SEM-Akten act. 26 

F 1.06 S. 3). Auf dem Personalienblatt ist zudem vermerkt, dass dieses 

selbständig ausgefüllt worden sei (SEM-Akten act. 1). Entgegen den Aus-

führungen in der Beschwerdeschrift ist daher nicht nur von einer 

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rudimentären Schulbildung auszugehen und vom Beschwerdeführer kann 

erwartet werden, widerspruchsfreie Angaben zu seinem Alter zu machen. 

Im Übrigen ist auf die Ausführungen der Vorinstanz zu verweisen, die nicht 

zu beanstanden sind.  

4.7. In einer Gesamtwürdigung ist es dem Beschwerdeführer nicht gelun-

gen, seine Minderjährigkeit glaubhaft zu machen. Das einzige objektive 

Beweismittel – die Kopie der Tazkira – ist von geringem Beweiswert und 

lässt keinen eindeutigen Schluss in Bezug auf die Frage seiner Voll- oder 

Minderjährigkeit zu. Es liegt sodann auch noch eine Kopie einer eTazkira 

vor, die im Widerspruch zur Tazkira von der Volljährigkeit des Beschwerde-

führers ausgeht. Umso mehr hätte es dem Beschwerdeführer oblegen, 

konsistente Angaben zu seinen Personalien zu machen, was er indessen 

nicht getan hat. 

5.   

5.1. Nachdem die Minderjährigkeit des Beschwerdeführers als nicht glaub-

haft gemacht zu erachten ist, hat die Vorinstanz zu Recht die bulgarischen 

Behörden um seine Wiederaufnahme ersucht. Die Zuständigkeit Bulgari-

ens für das Asylverfahren ist angesichts des Eurodac-Treffers und der Gut-

heissung des Wiederaufnahmeersuchens grundsätzlich gegeben. 

5.2. Nach konstanter Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts 

weist das Asylverfahren in Bulgarien keine systemischen Schwachstellen 

auf, aufgrund derer die Zuständigkeit gemäss Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO 

auf die Schweiz überginge (vgl. Referenzurteil des BVGer F-7195/2018 

vom 11. Februar 2020 E. 6.6.7; jüngst Urteil F-6791/2025 vom 9. Septem-

ber 2025 E. 3). Der Vollständigkeit halber ist festzuhalten, dass ein defini-

tiver Entscheid über ein Asylgesuch und die Wegweisung in das Heimat-

land nicht per se eine Verletzung des Non-Refoulement-Prinzips darstel-

len. Das Prinzip der Überprüfung eines Asylgesuchs durch einen einzigen 

Mitgliedstaat ("one chance only") dient im Gegenteil der Vermeidung von 

multiplen Asylgesuchen in verschiedenen Staaten (sogenanntes "asylum 

shopping"; vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 8.5.3.3). Mangels systemischer Mängel 

im bulgarischen Asylsystem erübrigen sich Weiterungen zur Gefahr einer 

allfälligen Kettenabschiebung (siehe einlässlich dazu Urteil des EuGH vom 

30. November 2023, verbundene Rechtssachen C-228/21, C-254/21, C-

297/21, C-315/21 und C-328/21, §§ 129–142 und Ziff. 2 des Dispositivs).  

5.3. Der Beschwerdeführer hat in seiner Beschwerdeschrift kein konkretes 

und ernsthaftes Risiko dargetan, die bulgarischen Behörden würden sich 

weigern, ihn wieder aufzunehmen und seinen Antrag auf internationalen 

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Seite 9 

Schutz unter Einhaltung der Regeln der Verfahrensrichtlinie zu prüfen. Aus-

serdem hat er nicht dargetan, die ihn bei einer Rückführung erwartenden 

dortigen Bedingungen seien derart schlecht, dass sie zu einer Verletzung 

von Art. 4 der EU-Grundrechtecharta, Art. 3 EMRK oder Art. 3 FoK führen 

könnten. Der Beschwerdeführer macht in der Beschwerde keine gesund-

heitlichen Probleme geltend und solche lassen sich auch den Akten nicht 

entnehmen.  

5.4. Somit stehen weder Art. 3 EMRK noch andere völkerrechtliche Best-

immungen einer Überstellung des Beschwerdeführers nach Bulgarien ent-

gegen. Die Vorinstanz hat von einer Ausübung des Selbsteintrittsrechts ge-

mäss Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-VO und Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 zulässiger-

weise abgesehen. Das ihr zustehende Ermessen hat sie in Vornahme einer 

hinreichenden Einzelfallprüfung rechtskonform ausgeübt (vgl. BVGE 

2015/9 E. 8). 

6.  

Nach dem Ausgeführten erweist sich die angefochtene Verfügung als 

rechtmässig (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist abzuweisen. 

Mit dem Entscheid in der Hauptsache sind die Gesuche um Erteilung der 

aufschiebenden Wirkung und um Verzicht auf die Erhebung eines Kosten-

vorschusses gegenstandslos geworden. Der am 29. Oktober 2025 verfügte 

einstweilige Vollzugsstopp fällt mit dem vorliegenden Urteil dahin. 

7.  

7.1. Die Begehren erweisen sich als aussichtslos, weshalb das Gesuch um 

unentgeltliche Prozessführung (Art. 65 Abs. 1 VwVG) abzuweisen ist.  

7.2. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwer-

deführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.– 

festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die 

Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 

SR 173.320.2]). 

 

(Dispositiv nächste Seite)  

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Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Das Beschwerdeverfahren betreffend Datenbereinigung im ZEMIS wird 

vom vorliegenden Dublin-Verfahren (F-8255/2025) getrennt und unter der 

Verfahrensnummer F-8363/2025 geführt. 

2.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

3.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird ab-

gewiesen. 

4.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

5.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Gregor Chatton Annina Mondgenast