# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** faec528c-91b7-52c8-b646-1dd09f4c7f35
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-09-07
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 07.09.2010 S 2010 49
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2010-49_2010-09-07.pdf

## Full Text

S 10 49

3. Kammer als Versicherungsgericht

URTEIL
vom 7. September 2010

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend IV-Rente

1. Der am 20.04.1958 geborene … (nachfolgend Versicherter oder 

Beschwerdeführer) hat eine Berufslehre als Gärtner absolviert und diese im 

Jahre 1977 abgeschlossen. Nach seiner Ausbildung arbeitete er in 

verschiedenen Gärtnereibetrieben. Im Jahre 1981 gründete er mit einem 

Partner einen eigenen Gartenbaubetrieb, welchen er im Jahre 1987 in eine 

Einzelfirma umwandelte. Seit dem Jahre 1996 war er zudem nebenamtlich als 

Hauswart angestellt. Aus gesundheitlichen Gründen gab der 

Beschwerdeführer seine Firma im Jahre 2006 auf. Der Gartenbaubetrieb wird 

seither von seiner Ehefrau geführt. Seit der Übergabe des Betriebes an seine 

Ehefrau arbeitet der Beschwerdeführer noch zu 20% in der Firma und führt 

dort Büroarbeiten und Chauffeurdienste aus. 

2. a) Bereits im Jahre 2000 meldete sich der Versicherte aufgrund seiner 

Rückenbeschwerden bei der IV zum Leistungsbezug an. Da der von der IV-

Stelle Graubünden berechnete Invaliditätsgrad unter 40% lag, wurde sein 

Leistungsbegehren jedoch mit Verfügung vom 20.01.2003 abgewiesen. 

b) Am 23.10.2006 meldete sich der Versicherte erneut zum Bezug von IV-

Leistungen an. Er führte aus, dass er an einem chronischen lumbovertebralen 

Schmerzsyndrom, an einer depressiven Störung sowie an den Folgen einer 

Epilepsie leide. Deshalb bestehe seit Juli 2005 eine 80%-ige und seit dem 

28.03.2006 eine volle Arbeitsunfähigkeit. 

3. Nach betrieblichen und medizinischen Abklärungen liess die 

Beschwerdegegnerin den Versicherten vom ABI …, Begutachtungsinstitut 

GmbH, untersuchen und begutachten. Im Gutachten des ABI … vom 

20.08.2008 wurden folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit 

gestellt: chronisches lumbovertebrales Schmerzsyndrom, zervikovertebrales 

Schmerzsyndrom sowie eine rezidivierende depressive Störung. Hieraus 

resultiere eine Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit von 50%. Für 

körperlich leichte bis mittelschwere angepasste Tätigkeiten bestehe eine 

zumutbare Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 80%. Keinen Einfluss auf die 

Arbeitsfähigkeit des Versicherten hätten das Schlafapnoesyndrom sowie der 

diagnostizierte Verdacht auf genuine Epilepsie. 

4. Am 14.01.2009 teilte die Beschwerdegegnerin dem Versicherten mit, dass sie 

die Kosten eines Arbeitstrainings bei der EVAL … ab 12.01.2009 bis 

24.04.2009 übernehme. Gemäss dem Bericht der EVAL … vom 10.03.2009 

verschlechterte sich der körperliche und psychische Zustand des Versicherten 

jedoch im Verlaufe der Massnahme, weshalb das Arbeitstraining frühzeitig 

habe abgebrochen werden müssen. 

5. Am 13.08.2009 erliess die IV-Stelle ihren Vorbescheid, gemäss welchem sie 

dem Versicherten eine halbe Invalidenrente in Aussicht stellte. Gegen diesen 

Vorbescheid erhob der Versicherte Einwand, wobei er den Antrag auf eine 

Dreiviertelsrente stellte. Mit Verfügung vom 05.03.2010 wies die IV-Stelle den 

Einwand des Versicherten ab und es wurde die Ausrichtung einer halben 

Invalidenrente ab dem 01.10.2005 bestätigt, wobei die IV-Rente mit den im 

Januar und Februar 2009 ausbezahlten IV-Taggeldern zu verrechnen sei. Für 

die Beurteilung der verbleibenden Arbeitsfähigkeit des Versicherten könne auf 

das interdisziplinäre Gutachten des ABI … vom 20.08.2008 abgestellt werden. 

Dieses setze sich detailliert mit den Einschätzungen der behandelnden Ärzte 

auseinander. Im konkreten Fall könne davon ausgegangen werden, dass der 

Versicherte in seiner angestammten Tätigkeit als Gärtner noch zu 50%, in 

einer angepassten Tätigkeit gar zu 80% arbeitsfähig sei. Das 

Valideneinkommen betrage Fr. 133'451.- und das Invalideneinkommen Fr. 

57'115.70.-. Entgegen der Ansicht des Versicherten stehe der Anwendung 

des Anforderungsniveaus 3 der Lohnstrukturerhebungen zur Bemessung des 

Invalideneinkommens nichts entgegen. 

6. Gegen diese Verfügung liess der Versicherte am 19.03.2010 Beschwerde ans 

Verwaltungsgericht erheben. Er beantragte die Aufhebung der Verfügung 

sowie die Ausrichtung einer ganzen, mindestens aber einer Dreiviertelsrente 

ab dem 01.10.2005. Zur Begründung brachte er vor, dass sich die 

Arztberichte der Dres. … und … vom 25.05.2009 beziehungsweise vom 

12.04.2007 betreffend die Frage der Arbeitsfähigkeit weitgehend decken und 

auch mit dem Ergebnis der EVAL-Abklärung in … übereinstimmen würden. 

Trotzdem habe die Beschwerdegegnerin einzig auf das Gutachten des ABI 

abgestellt, welches als einziges die Arbeitsfähigkeit wesentlich höher 

eingeschätzt habe. Die psychiatrische Begutachtung des ABI begründe die 

abweichende Beurteilung von Dr. … nicht nachvollziehbar. Auffallend sei 

zudem, dass sich der Orthopäde des ABI … auch zur Schlafapnoe sowie zur 

Epilepsie äussere und deren Auswirkungen beurteile, obwohl er dazu fachlich 

nicht ausreichend qualifiziert sei. Schliesslich zog der Beschwerdeführer das 

Gutachten des ABI …unter Berufung auf das Rechtsgutachten von Prof. Dr. 

iur. … und Dr. iur. … in Zweifel. Dieses Rechtsgutachten zeige auf, dass die 

MEDAS wirtschaftlich von der behördlichen Prozesspartei (IV-Stelle) 

abhängig sei. Entsprechend würden Verfahren, in denen hinsichtlich der 

medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs der 

Invalidenversicherung allein auf gutachterliche Erkenntnisse einer bei einer 

MEDAS tätigen Person abgestellt würde, dem Recht auf ein faires Verfahren 

gemäss Art. 6 EMRK nicht genügen. Werde betreffend verbleibende 

Arbeitsfähigkeit nicht auf das Gutachten des ABI, sondern auf die Beurteilung 

der Dres. … und … beziehungsweise auf die EVAL-Abklärung abgestellt, so 

ergebe sich ein Invaliditätsgrad von über 70%, was zu einer ganzen Rente 

führe. Selbst wenn aber auf das Gutachten des ABI abgestellt werde, ergebe 

sich bei richtiger Berechnung des Invalideneinkommens ein Invaliditätsgrad 

von mehr als 60%, was einen Anspruch auf eine Dreiviertelsrente begründe. 

Entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin sei vorliegend für die 

Berechnung des Invalideneinkommens auf Niveau 4 und nicht Niveau 3 der 

LSE-Tabellenlöhne abzustellen. 

7. Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Vernehmlassung vom 09.04.2010 

die Abweisung der Beschwerde und verwies vorweg auf ihre Begründung in 

der angefochtenen Verfügung. Ergänzend führte sie in Bezug auf die 

Arbeitsfähigkeit aus, dass die Fachärzte des Kantonsspitals Chur eindeutig 

festgestellt hätten, dass aufgrund der Epilepsie keine Arbeitsunfähigkeit 

bestehe. Bezüglich der Rückenschmerzen hätten die Fachärzte der … Klinik 

festgehalten, dass dem Beschwerdeführer die bisherige Tätigkeit zu 50% 

zumutbar sei und dass eine adaptierte Tätigkeit zu 100% zu probieren sei. In 

Bezug auf das Schlafapnoesyndrom sei auf den zuletzt eingeholten 

Verlaufsbericht von Dr. med. … vom 09.07.2009 zu verweisen, wonach dieses 

mit der CPAP-Beatmung recht gut kontrolliert scheine. Vorliegend seien die 

Rückenschmerzen das Hauptproblem und diesbezüglich würden auf der 

einen Seite die übereinstimmenden Einschätzungen der Spezialisten der … 

Klinik und des ABI … stehen und auf der anderen Seite jene des Hausarztes 

Dr. ... Im Gegensatz zum Hausarzt würden erstere insbesondere auch den 

Umstand berücksichtigen, dass sich die vom Beschwerdeführer 

angegebenen Beschwerden im Bereich der lumbalen Wirbelsäule durch die 

objektivierbaren Befunde und die Bilddokumente nicht vollständig begründen 

liessen. Das ABI-Gutachten erweise sich als schlüssig und nachvollziehbar 

und es könne daher von der im Gutachten gemachten Einschätzung 

betreffend Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden. In Bezug auf das 

Anforderungsniveau gemäss LSE legte die Beschwerdegegnerin dar, dass es 

dem Beschwerdeführer aufgrund seiner Fachausbildung als Gärtner sowie 

seiner langjährigen Berufserfahrung inklusiv langjähriger Erfahrung als 

Selbständigerwerbender - und seine damit einhergehenden Kenntnisse und 

Fähigkeiten - möglich sei, eine intellektuell anspruchsvollere Verweistätigkeit 

auszuüben, respektive seine Kenntnisse und Fähigkeiten aus der 

langjährigen Selbständigkeit auch in einer Verweistätigkeit zu benutzen. 

Damit stehe der Anwendung von Anforderungsniveau 3 nichts entgegen. 

Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften wird, soweit 

erforderlich, in den Erwägungen eingegangen. 

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Anfechtungsobjekt bildet im vorliegenden Fall die Verfügung der IV-Stelle 

Graubünden vom 05.03.2010. Streitig und zu prüfen ist die Höhe der IV-Rente 

beziehungsweise die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers 

sowie die Berechnung des Invalideneinkommens. 

2. Eine IV-Rente kann nur gewährt werden, wenn eine Invalidität vorliegt. Als 

Invalidität gilt gemäss Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in 

Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die 

Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) die durch einen körperlichen oder 

geistigen Gesundheitsschaden verursachte voraussichtlich bleibende oder 

längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit als Folge von 

Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall. Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG hat ein 

Versicherter Anspruch auf eine ganze Rente, wenn er mindestens 70%, auf 

eine Dreiviertelsrente, wenn er mindestens 60%, auf eine halbe Rente, wenn 

er mindestens 50% oder auf eine Viertelsrente, wenn er mindestens 40% 

invalid ist. Zur Bestimmung des IV-Grades wird gemäss Art. 16 ATSG das 

Erwerbseinkommen, das der Versicherte nach Eintritt der Invalidität und nach 

Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen durch eine ihm zumutbare Tätigkeit bei 

ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), zum 

Erwerbseinkommen in Beziehung gesetzt, das er erzielen könnte, wenn er 

nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen).

3. a) Die Beschwerdegegnerin hat das Valideneinkommen des Beschwerdeführers 

für das Jahr 2008 auf Fr. 133'451.- festgelegt. Dies ist korrekt und wird vom 

Beschwerdeführer auch nicht bestritten.

b) Für die Bemessung des Invalideneinkommens ist entscheidend, in welchem 

Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten einem Versicherten noch eine 

Erwerbstätigkeit zugemutet werden kann. Zur Beantwortung dieser Fragen 

sind die Sozialversicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte auf 

Unterlagen angewiesen, die von Ärzten und gegebenenfalls auch von 

anderen Fachleuten zur Verfügung zu stellen sind. Aufgabe des Arztes oder 

der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu 

nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten der 

Versicherte arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind ärztliche Auskünfte eine 

wichtige Grundlage zur Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen dem 

Versicherten noch zugemutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4; 125 V 256 

E. 4). Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 

für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 

beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 

Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 

medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 

Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. 

Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich weder die Herkunft 

eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 

gegebenen Stellungnahmen der Berichte oder Gutachten, sondern deren 

Inhalt (BGE 125 V 351 E. 3a; AHI 2001 S. 113 f. E. 3a; RKUV 2003 U 478 S. 

345 E. 5.1).

c) Zur Beurteilung der verbliebenen Arbeitsfähigkeit des Versicherten liegen 

dem Gericht folgende massgeblichen Arztberichte und Gutachten vor, die sich 

wie folgt zu der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers äussern:

• Arztbericht von Dr. med. …, Assistenzarzt Wirbelsäulenzentrum, … Klinik 
…, vom 03.11.2006: 
Der behandelnde Arzt erachtet, dass dem Versicherten die bisherige 
Tätigkeit noch zu 50% zumutbar sei. Eine adaptierte Tätigkeit (z.B. 
Büroarbeit) sei zu 100% zu probieren. Weiter hält Dr. med. … fest, dass die 
von ihm (in adaptierter Tätigkeit) attestierte Arbeitsfähigkeit in Teilzeit mit 
voller Leistung realisierbar sei.

• Arztbericht Kantonsspital Chur, Dr. med. …, LA Innere Medizin, vom 
20.12.2006:
Wegen generalisiertem idiopathischem Krampfanfall sei der Versicherte 
zweimal stationär behandelt worden. Diesbezüglich bestehe eine 
antiepileptische Therapie. Eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit 
aufgrund dieses Befundes bestehe nicht. 

• Arztbericht von Dr. med. …, Spezialarzt Psychiatrie und Psychotherapie, 
vom 12.04.2007:
In seinem Arztbericht hält Dr. med. … fest, dass dem Versicherten die 
bisherige Tätigkeit im Rahmen von 20% bis 30%, d.h.  zwei bis vier Stunden 
pro Tag mit einer Leistung von ca. 50%, zumutbar sei. Die Ausübung einer 
anderen Tätigkeit sei nicht sinnvoll, da die Restarbeitsfähigkeit des 
Versicherten im eigenen Betrieb als Helfer der Ehefrau, welche die Leitung 
übernommen habe, am besten einteilbar und steuerbar sei, soweit dort 
ebenfalls wechselnde Tätigkeiten in Frage kommen.

• Gutachten des ABI, ärztliches Begutachtungsinstitut GmbH, …, vom 
20.08.2008:
Dr. med. … attestiert, aus psychiatrischer Sicht bestehe eine 
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 20%. Dr. med. … attestiert aus 
orthopädischer Sicht in der angestammten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit 
von 50% bei ganztägigem Pensum. Für körperlich leichte bis mittelschwere 
Tätigkeiten unter Wechselbelastung bestehe hingegen eine zeitlich und 
leistungsmässig nicht eingeschränkte Arbeitsfähigkeit. Insgesamt kommen 
sie aus polydisziplinärer Sicht zum Schluss, dass dem Versicherten die 
angestammte Tätigkeit als Gärtner noch zu 50% zumutbar sei 
(Ganztagespensum mit erhöhtem Pausenbedarf). Für körperlich leichte bis 
mittelschwere, angepasste Tätigkeiten bestehe eine zumutbare Arbeits- 
und Leistungsfähigkeit von 80%, vollschichtig realisierbar. 

• Bericht der EVAL … vom 10.03.2009:
Der Versicherte habe während zwei bis drei Stunden in der EVAL 
gearbeitet, wobei eine Steigerung nicht möglich gewesen sei. Von 
insgesamt 30 Arbeitstagen habe er an 17 Tagen behinderungsbedingt 
gefehlt. Da sich der Gesundheitszustand des Versicherten von Woche zu 
Woche verschlechtert habe, hätten die beruflichen Massnahmen 
abgebrochen werden müssen. Der Versicherte habe im Arbeitsalltag einen 
guten Einsatz und Motivation bewiesen. In der körperlichen 
Belastungsfähigkeit neige er hingegen dazu, sich zu überfordern, weshalb 
sich seine körperlichen Symptome auch wieder verstärkt hätten. Zurzeit 
befinde sich der Versicherte in schlechter körperlicher und psychischer 
Verfassung. Mit den Anforderungen in der freien Wirtschaft sei er 
momentan deutlich überfordert. Seine Leistungsfähigkeit sei sehr begrenzt.

• Verlaufsbericht von Dr. med. … vom 09.07.2009 für die Zeit ab Juli 2008 
zuhanden IV-Stelle:
Der behandelnde Hausarzt hält in seinem Verlaufsbericht fest, dass es seit 
Juli 2008 wiederholt zu starken Schmerzexazerbationen des 
Rückenleidens gekommen sei. Des Weiteren erachtete er die Behandlung 
der Epilepsie als ein Problem, da sich zunehmend Nebenwirkungen 
einstellen würden. Der Versuch der medikamentösen Umstellung habe 
nicht den gewünschten Erfolg gebracht. Hier würden vom Neurologen 
andere Wege gesucht. Bezüglich des Schlafapnoesyndroms notiert er, 
dass dieses mit der CPAP-Beatmung recht gut kontrolliert erscheine. Auf 
jeden Fall sei die Schlafqualität besser und auch das psychische 
Wohlbefinden stabiler. Bezüglich der Leistungsfähigkeit in der bisherigen 
Tätigkeit hält Dr. … fest, dass diese massiv beeinträchtigt sei. Er kommt 

zum Schluss, dass noch eine 30%-ige Arbeitsfähigkeit vorhanden sei. 
Weiter hält der Hausarzt fest, dass die Leistungsfähigkeit für andere 
Arbeiten nicht besser sei. Im eigenen Betrieb könne der Versicherte 
wenigstens die Arbeiten so einteilen, dass es mit den Beschwerden 
einigermassen aufgehe.

d) Vorweg zu untersuchen ist der Beweiswert des ABI-Gutachtens. Der 

Beschwerdeführer kritisiert, dass die ABI GmbH eine gewinnstrebige private 

Begutachtungsinstitution sei, die wirtschaftlich entscheidend von der IV und 

deren Aufträgen abhängig sei. Dabei stützt sich der Beschwerdeführer bei 

seiner Argumentation auf das Rechtsgutachten von Prof. Dr. iur. … und Dr. 

iur. … vom 11.02.2010. In diesem Rechtsgutachten unterstellen die Autoren 

den MEDAS generell fehlende Unabhängigkeit gegenüber der Verwaltung. 

Verfahren, in denen hinsichtlich der medizinischen Voraussetzungen des 

Leistungsanspruches der Invalidenversicherung allein auf gutachterliche 

Erkenntnisse einer bei einer MEDAS tätigen Person abgestellt würde, würden 

dem Recht auf ein faires Verfahren gemäss Art. 6 EMRK nicht genügen. Das 

Bundesgericht hat zu dieser Frage unter Bezugnahme auf das Gutachten 

Müller/Reich an seiner schon früher immer wieder kritisierten Rechtsprechung 

festgehalten und ausgeführt, dass die IV-Stelle als Durchführungsorgan – 

solange kein Beschwerdeverfahren angehoben sei – nicht als Partei, sondern 

als zur Neutralität und Objektivität verpflichtetes Organ des Gesetzesvollzugs 

handle. Doch auch im Prozess sei sie trotz Parteistellung weiterhin der 

Objektivität verpflichtet und sei materiell daher nicht Partei. Darauf beruhe 

auch die Judikatur über die Beweiskraft versicherungsmedizinischer 

Gutachten. Eine Änderung der bisherigen Rechtsprechung aufgrund der 

Erkenntnisse aus dem Gutachten Müller/Reich lehnte das Bundesgericht trotz 

durchaus stichhaltiger Gegenargumente ab (BGE 136 V 376; Urteile 

9C_719/2010 vom 2.12.2010 und 8C_370/2010 vom 7.2.2011; ferner BGE 

132 V 376; Urteil 8C_661/2010 vom 18. Oktober 2010; BGE 125 V 351; 122 

V 157). An diese jüngst bestätigte Rechtsprechung ist das Verwaltungsgericht 

vorliegend gebunden und dem ABI-Gutachten ist daher grundsätzlich 

Beweistauglichkeit beizumessen. Es ist jedoch jeweils im konkreten Einzelfall 

zu prüfen, ob auf die Erkenntnisse eines MEDAS-Gutachtens abgestellt 

werden kann. 

e) Die oben aufgeführten Berichte äussern sich widersprüchlich zur Frage der 

Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers. Auf der einen Seite ist das 

interdisziplinäre ABI-Gutachten zu nennen, gemäss welchem dem 

Beschwerdeführer eine Arbeitsfähigkeit von 50% in der angestammten, 

beziehungsweise von 80% in einer adaptierten Tätigkeit attestiert wird. Auf 

der anderen Seite liegen die Beurteilungen von Dr. …, beziehungsweise von 

Dr. ... Diese attestieren dem Beschwerdeführer eine Arbeitsfähigkeit von 20-

30% beziehungsweise von ca. 30%. Nach der Praxis des Bundesgerichtes 

kann in einem solchen Fall der einen Sichtweise nur dann der Vorrang 

gegeben werden, wenn der Beweiswert der entsprechenden Arztberichte 

klarerweise grösser ist als der Beweiswert des Arztberichtes mit der 

abweichenden Ansicht (BGE 122 V 159).

f) Der Beschwerdeführer rügt, dass die IV-Stelle ausschliesslich auf das ABI-

Gutachten abgestellt habe, obwohl sich die Arztberichte der Dres. … und … 

weitgehend decken und mit dem Ergebnis der       EVAL … übereinstimmen 

würden. Im ABI-Gutachten werde die abweichende Beurteilung von Dr. med. 

… gegenüber dem Bericht von Dr. med. … nicht nachvollziehbar begründet. 

Was das orthopädische Teilgutachten anbelange, falle auf, dass der 

Orthopäde auch die Schlafapnoe und die Epilepsie sowie deren 

Auswirkungen beurteilt habe, obwohl er dazu fachlich nicht ausreichend 

qualifiziert sei. 

Bezüglich der Epilepsie sowie des Schlafapnoesyndroms ist festzuhalten, 

dass diese Beschwerden abgeklärt und nachvollziehbar beurteilt wurden. So 

ergibt sich aus dem Arztbericht vom 20.12.2006 des Kantonsspitals Chur, 

dass aufgrund der epileptischen Anfälle keine Arbeitsunfähigkeit resultiert. 

Zum Schlafapnoesyndrom hält der behandelnde Hausarzt Dr. med. … fest, 

dass dieses mit der CPAP-Beatmung recht gut kontrolliert erscheine. Auf 

jeden Fall sei die Schlafqualität besser und auch das psychische 

Wohlbefinden stabiler. Andere ärztliche Einschätzungen sind nicht 

aktenkundig. Angesichts dieser Beurteilung ist es nicht zu beanstanden, dass 

im ABI-Gutachten das Schlafapnoesyndrom und die Epilepsie unter den 

Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit aufgeführt sind und es kann 

betreffend diese Beschwerden auf die Beurteilung des Kantonsspitals Chur 

beziehungsweise auf jene des Hausarztes abgestellt werden. 

Zu Recht hingegen rügt der Beschwerdeführer den Umstand, dass Dr. med. 

… in seinem psychiatrischen Teilgutachten die abweichende Beurteilung zum 

Bericht von Dr. med. … nicht nachvollziehbar begründet. Tatsächlich kann 

keine Rede davon sein, dass seitens des ABI-Gutachters eine 

Auseinandersetzung mit dem Bericht von Dr. med. … stattgefunden hat. Zwar 

hält er fest, welche Diagnosen Dr. med. … gestellt hat und verweist 

insbesondere darauf, dass die Diagnose Persönlichkeitsänderung bei 

chronischem Schmerzsyndrom im Bericht vom 12.04.2007 nicht mehr 

aufgeführt werde (dies trifft im Übrigen gar nicht zu). Eine 

Auseinandersetzung mit der Beurteilung von Dr. med. … sowie die 

eingehende Begründung seiner abweichenden Beurteilung hätten sich 

angesichts der vorliegenden Diskrepanz zweifelsohne aufgedrängt. In diesem 

Zusammenhang ist anzumerken, dass gerade auch die Auseinandersetzung 

mit abweichenden Beurteilungen mit ein Kriterium zur Beurteilung des 

Beweiswertes eines Gutachtens respektive eines Arztberichtes ist. 

Die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers im ABI-

Gutachten überzeugt jedoch auch deshalb nicht, weil im Gutachten ohne 

weiteres der Einschätzung der …-Klinik zugestimmt wird. Dabei stützen sich 

die Gutachter auf einen Bericht des Assistenzarztes der …-Klinik, der nicht 

nur äusserst knapp, sondern teilweise gar widersprüchlich ist. So wird im 

Arztbericht zum einen festgehalten, dass eine adaptierte Tätigkeit zu 100% 

(also volles Pensum) zu probieren sei. Zum anderen aber wird davon 

gesprochen, dass die in angepasster Tätigkeit attestierte Arbeitsfähigkeit in 

Teilzeit mit voller Leistung realisierbar sei. Mit anderen Worten wird eine 

Teilarbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit attestiert. Einer solch vagen und 

widersprüchlichen Beurteilung der Arbeitsfähigkeit hätten die Gutachter des 

ABI nicht ohne Weiteres beipflichten dürfen.

Unstimmigkeiten bezüglich der noch vorhandeneen Arbeitsfähigkeit des 

Beschwerdeführers ergeben sich auch aus dem EVAL-Bericht. Es wird darin 

ausgeführt, dass der Beschwerdeführer einen grossen Einsatz und Motivation 

zeige. Er fühle sich jedoch – in Übereinstimmung mit den behandelnden 

Ärzten – nicht in der Lage, mehr als 20% zu arbeiten. Schliesslich darf nicht 

unbeachtet bleiben, dass seit Sommer 2008 – also nach Erstellung des ABI-

Gutachtens - eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes des 

Beschwerdeführers behauptet wurde. Diesem Vorbringen ist die 

Beschwerdegegnerin jedoch nicht weiter nachgegangen und eine zusätzliche 

Untersuchung und Beurteilung des Beschwerdeführers wurde 

dementsprechend nicht vorgenommen.

g) Aus dem Gesagten ergibt sich zusammenfassend, dass sich die Frage nach 

der Arbeitsfähigkeit und somit auch die Frage nach dem Invaliditätsgrad des 

Beschwerdeführers aufgrund der Aktenlage nicht zuverlässig beurteilen lässt. 

Zu widersprüchlich sind die diesbezüglichen Einschätzungen. Da auch das 

Gutachten des ABI … nicht vollends zu überzeugen vermag, kann dieses – 

entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin – für die Beurteilung der 

Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers nicht herangezogen werden. 

Entsprechend ist die Sache zur weiteren Abklärung an die Vorinstanz 

zurückzuweisen. 

4. a) Abschliessend ist auf die Kritik des Beschwerdeführers einzugehen, wonach 

das Invalideneinkommen nicht anhand der LSE-Tabellenlöhne gemäss 

Anforderungsniveau 3, sondern anhand von Niveau 4 zu ermitteln sei. Die 

Beschwerdegegnerin berufe sich betreffend anwendbares Niveau auf ein 

Urteil des Bundesgerichtes vom 07.11.2007 (I 1019/06). Der Sachverhalt sei 

in jenem Urteil jedoch nicht ausreichend dargelegt, damit jener Entscheid als 

Präjudiz für den vorliegenden gelten könne. 

b) Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers lässt sich das zitierte 

Bundesgerichtsurteil – trotz lückenhaftem Sachverhalt - durchaus mit dem 

vorliegenden Fall vergleichen. Im erwähnten Urteil führte das Bundesgericht 

unter anderem aus, dass es der Versicherten aufgrund ihrer Fachausbildung 

als Drogistin und Laborantin sowie ihrer langjährigen Berufserfahrung und 

gestützt auf ihre damit einhergehenden Kenntnisse und Fähigkeiten möglich 

sei, eine intellektuell anspruchsvollere Verweisungstätigkeit auszuüben. 

Damit stehe der Anwendung von Anforderungsniveau 3 nichts entgegen. 

Insbesondere erkannte das Bundesgericht, dass das Anforderungsniveau 4 

(einfache und repetitive Tätigkeiten) nicht herangezogen werden könne. Auch 

im vorliegend zu beurteilenden Fall kann der Beschwerdeführer, der eine 

Fachausbildung als Gärtner hat, auf eine langjährige Berufserfahrung und 

insbesondere auf eine langjährige Erfahrung als Selbständigerwerbender 

zurückblicken. Gestützt auf diese Erfahrungen und den damit 

einhergehenden Kenntnissen und Fähigkeiten kann auch bei ihm davon 

ausgegangen werden, dass es ihm möglich ist, diese Erfahrungen in einer 

Verweistätigkeit anzuwenden. Damit zeigt sich, dass vorliegend die 

Anwendung von Anforderungsniveau 3 gerechtfertigt ist.

c) Weiter bringt der Beschwerdeführer vor, das Bundesgericht habe im 

genannten Urteil bei der Frage des Anforderungsniveaus nicht volle Kognition 

gehabt. Diesbezüglich irrt er. Tatsächlich stellt nämlich die Frage, ob 

Tabellenlöhne anzuwenden sind und die Festlegung der massgeblichen LSE-

Tabelle sowie die Wahl des Anforderungsniveaus eine frei zu beurteilende 

Rechtsfrage dar, was auch explizit aus dem fraglichen Urteil hervorgeht 

(Urteile I_1019/06 E. 5 vom 7.11.2007 und I 119/2007 E.5.2.4 vom 

31.1.2008). Entsprechend kann der Beschwerdeführer auch hieraus nichts für 

sich ableiten. 

5. a) Laut Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren – in Abweichung von 

Art. 61 lit. a ATSG – bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder Verweigerung 

von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. 

Diese Kosten werden jeweils nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig 

vom Streitwert der Sache im Umfang von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. 

Vorliegend rechtfertigt es sich, der unterliegenden Beschwerdegegnerin 

Kosten von Fr. 700.-- zu überbinden. 

b) Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens hat die Vorinstanz den 

obsiegenden und anwaltlich vertretenen Beschwerdeführer gemäss Art. 61 lit. 

g ATSG und Art. 78 Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 

(VRG; BR 370.100) aussergerichtlich vollständig zu entschädigen. Der 

geltend gemachte Aufwand beträgt Fr. 2'481.65 (inkl. MWSt).

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen, die angefochtene Verfügung aufgehoben 

und die Angelegenheit zu weiteren Abklärungen und neuem Entscheid im 

Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zurückgewiesen. 

2. Die Kosten von Fr. 700.-- gehen zulasten der IV-Stelle Graubünden und sind 

innert 30 Tagen seit Zustellung dieses Entscheides an die Finanzverwaltung 

des Kantons Graubünden, Chur, zu bezahlen.

3. Die IV-Stelle Graubünden hat … zudem aussergerichtlich mit total Fr. 

2'481.65 (inkl. MWSt) zu entschädigen.