# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ff41e080-50e2-569b-acdc-7ff71cbe3e64
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-10-09
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 09.10.2023 LZ220010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_LZ220010_2023-10-09.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
I. Zivilkammer  

Geschäfts-Nr.: LZ220010-O/U

damit vereinigt Geschäfts-Nr. LZ220041-O

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. A. Huizinga, Vorsitzender, Oberrichter 

Dr. M. Kriech und Oberrichterin lic. iur. Ch. von Moos Würgler 

sowie Gerichtsschreiberin MLaw I. Aeberhard

Beschluss und Urteil vom 9. Oktober 2023

in Sachen

A._____, 
Klägerin 2, Erstberufungsklägerin und Zweitberufungsbeklagte

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. X._____

gegen

B._____, 
Beklagter, Erstberufungsbeklagter und Zweitberufungskläger

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Y._____

sowie

C._____, 
Klägerin 1 und Verfahrensbeteiligte

vertreten durch lic. iur. Z._____

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betreffend Abänderung Kinderbelange (vorsorgliche Massnahmen)

Berufungen gegen Verfügungen des Einzelgerichts im vereinfachten 
Verfahren am Bezirksgericht Zürich, 1. Abteilung, vom 15. Februar 2022 und 
7. Dezember 2022 (FK210024-L)

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Rechtsbegehren:

des Beklagten, Erstberufungsbeklagten und Zweitberufungsklägers betreffend Fe-

rienbesuchsrecht (Urk. 6/89 S. 2):

"1. Es sei das mit Beschluss der KESB Stadt Zürich vom 3. Septem-
ber 2020 (Beschluss Nr. …) rechtskräftig angeordnete Ferienbe-
suchsrecht des Beklagten von einmal alle drei Monate von Frei-
tag, 13 Uhr, resp. ab Kindergarten- oder Schulende, bis Donners-
tag, 18 Uhr, dem Beklagten bis zur nächsten Verhandlung (vor-
aussichtlich: 27. Januar 2022) umgehend wieder einzuräumen, 
wobei der Beklagte berechtigt sei, dieses Ferienbesuchsrecht auf 
eigene Kosten ab dem Jahr 2022 mit C._____ in Spanien zu ver-
bringen. Eventualiter sei dem Beklagten das bereits vereinbarte 
Ferienbesuchsrecht vom 17. bis 23 Dezember 2021 umgehend 
wieder einzuräumen.

2. [...].
3. Die Anträge Ziffer 1 und 2 seien superprovisorisch sofort anzu-

ordnen.
4. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich Mehr-

wertsteuer zulasten der Klägerin 2."

der Klägerin 1 und Verfahrensbeteiligten sowie der Klägerin 2, Erstberufungsklä-

gerin und Zweitberufungsbeklagten betreffend Ferienbesuchsrecht (Urk. 6/113 

S. 2):

"1. Es sei bis auf weiteres auch [recte: auf] die Ferienbesuche, insbe-
sondere auf Reisen nach Spanien zu verzichten.

Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Beklagten."

der Klägerin 1 und Verfahrensbeteiligten sowie der Klägerin 2, Erstberufungsklä-

gerin und Zweitberufungsbeklagten betreffend persönlichen Verkehr (Urk. 6/169 

S. 1):

"1. Es sei im Sinne vorsorglicher Massnahmen in Bestätigung der 
Verfügung Bezirksgericht Zürich, 1. Abt., Einzelgericht vom 
25. August 2022 den Vater B._____ zu berechtigen, seine Toch-
ter C._____, geb. tt.mm.2018 an jedem zweiten Wochenende von 
Freitag, 13 Uhr bis Sonntag 18 Uhr zu betreuen. Die Modalitäten 
der Übergaben werden von der Beiständin geregelt, wobei der 

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Vater diese Betreuungszeit jeweils mit der Tochter in der Schweiz 
verbringt;

2. Bis auf weiteres sei auf die Regelung der Feiertage zu verzichten.
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich MWSt zu 
Lasten des Beklagten."

des Beklagten, Erstberufungsbeklagten und Zweitberufungsklägers betreffend 

persönlichen Verkehr (Urk. 6/171 S. 7):

"1. Die Rechtsbegehren 1 und 2 der Kindsmutter vom 24. August 
2022 seien abzuweisen.

2. Das Umgangsrecht des Kindsvaters zu seiner Tochter C._____ 
sei im Sinne vorsorglicher Massnahmen wie folgt zu modifizieren:
- Wochenendbesuchsrecht: Der Kindsvater holt C._____ am 

Freitag Kindergartenschluss im Kindergarten ab und bringt 
sie am Montag Kindergartenbeginn in den Kindergarten.

- wöchentliches Besuchsrecht: Das Besuchsrecht sei von 
Dienstag Kindergartenschluss auf Mittwoch Kindergarten-
schluss bis Donnerstag Kindergartenbeginn zu verlegen;

- Feiertage: Im Falle von Feiertagen direkt vor oder nach ei-
nem Besuchswochenende des Kindsvaters beginnt sein Be-
suchswochenende mit Kindergartenschluss vor dem Feier-
tag und endet mit Beginn des Kindergartens nach den Feier-
tagen. Der Kindsvater holt C._____ entsprechend von dem 
Kindergarten ab und bringt sie wieder in den Kindergarten. 
Im Übrigen sind die Feiertage beizubehalten.

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zzgl. MWSt. zulasten der 
Kindsmutter."

Verfügung des Einzelgerichts im vereinfachten Verfahren am Bezirksgericht 
Zürich, 1. Abteilung, vom 15. Februar 2022 betreffend Ferienbesuchsrecht:

(Urk. 2 S. 10 = Urk. 6/114 S. 10 ff.)

1. Die Teilvereinbarung der Parteien vom 27. Januar 2022 wird genehmigt. Sie 

lautet wie folgt:

"1. Obhut und Betreuung
a) Obhut 
Die Parteien beantragen, es sei die Obhut für die Tochter für die Dauer des Verfahrens der 
Mutter zuzuteilen. 

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b) Betreuung
Die Parteien einigen sich für die Dauer des Verfahrens über die Aufteilung der Betreuung der 
Tochter wie folgt:

Betreuung durch den Vater:

 an jedem zweiten Wochenende von Freitag, 13.00 Uhr, bis Sonntag, 18.00 Uhr; 
der Vater erbringt diese Betreuungszeiten jeweils mit der Tochter in der Schweiz,

 jeden Dienstag ab Kinderkrippenende (zwischen 16.00-17.00 Uhr) resp. ab Kindergarten-
ende bis Mittwochmorgen vor Kinderkrippenanfang (zwischen 8.00-9.00 Uhr) resp. Kinder-
gartenanfang,

 in geraden Kalenderjahren an Weihnachten und Ostern und in ungeraden Kalenderjahren 
an Neujahr und Pfingsten.

In der übrigen Zeit betreut die Mutter die Tochter.

Weitergehende oder abweichende Betreuungsregelungen nach gegenseitiger Absprache und 
Zustimmung der Beistandsperson bleiben vorbehalten.

Die Parteien beantragen dem Gericht, über das strittig gebliebene Ferienbesuchsrecht (inkl. 
Ausweispapiere / Einwilligungen Auslandreisen) zu entschieden.

2. [Einholung kinderpsychologisches Gutachten]

3. [Kindergarteneintritt]

4. [Weitere Begehren um vorsorgliche Massnahmen]

5. [Kinderunterhalt]"

2. Zusätzlich zur Betreuungsregelung gemäss Dispositivziffer 1.1. b) hiervor ist 

der Vater für die weitere Dauer des Verfahrens berechtigt, C._____ alle drei 

Monate einmal anstatt während einem verlängerten Wochenende von Frei-

tag, 13.00 Uhr, bis Sonntag, 18.00 Uhr, während einer Ferienwoche von 

Freitag 13.00 Uhr bis Donnerstag, 18.00 Uhr, zu betreuen. 

Der Vater ist berechtigt, diese Ferien-Betreuungszeit auf eigene Kosten in 

Spanien zu erbringen.

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Die Eltern werden verpflichtet, sich gegenseitig die Zustimmung für Reisen 

von C._____ mit dem anderen Elternteil zu erteilen und sich gegenseitig auf 

erstes Verlangen, alle dafür notwendigen Informationen bekanntzugeben 

und alle erforderlichen Unterschriften zu leisten. 

Die Mutter ist zudem verpflichtet, dem Vater jeweils bei Antritt des Ferienbe-

suchsrecht gültige Ausweispapiere (Pass / Identitätskarte) von C._____ zu 

übergeben.

3. Die Kosten für diesen Zwischenentscheid werden im Endentscheid geregelt.

4. [Schriftliche Mitteilung] 

5. [Rechtsmittelbelehrung]

Verfügung des Einzelgerichts im vereinfachten Verfahren am Bezirksgericht 
Zürich, 1. Abteilung, vom 7. Dezember 2022 betreffend persönlichen

Verkehr:
(Urk. 48/2 S. 10 f. = Urk. 6/180 S. 10 f.)

1. Für die weitere Dauer des Verfahrens gilt folgende Betreuungsregelung:

Betreuung durch den Vater:

 an jedem zweiten Wochenende von Freitag, 13.00 Uhr, bis Sonntag, 18.00 Uhr; 
der Vater verbringt diese Betreuungszeiten jeweils mit der Tochter in der Schweiz.

In der übrigen Zeit betreut die Mutter die Tochter.

Die Übergaben finden weiterhin über die Bahnhofshilfe statt.

Weitergehende oder abweichende Betreuungsregelungen nach gegenseitiger Absprache und 
Zustimmung der Beistandsperson bleiben vorbehalten.

2. Die Kosten für diesen Zwischenentscheid werden im Endentscheid geregelt.

3. [Schriftliche Mitteilung] 

4. [Rechtsmittelbelehrung]

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Modifizierte Berufungsanträge:

der Klägerin 2, Erstberufungsklägerin und Zweitberufungsbeklagten (Urk. 99 S. 2 

i.V.m. Urk. 55 S. 2. f und Urk. 65 S. 2 ff.; sinngemäss):

1. Es seien die Anträge in der Rechtsschrift vom 27. Februar 2023 
(Urk. 65) an den zwischenzeitlichen Zeitablauf anzupassen, wo-
bei vordringlich eine Besuchsübergabebegleitung zu installieren 
sei, die C._____ bei den Übergängen entlasten kann.

2. Erst wenn der Beklagte C._____ während der Hälfte der Schulfe-
rienzeit jeweils für maximal eine Woche am Stück betreue, sei der 
Beklagte berechtigt zu erklären, mit C._____ auf eigene Kosten 
ins Ausland zu gehen. Er sei dabei zu verpflichten, mit C._____s 
schweizerischen Reisedokumenten zu reisen und seinen jeweili-
gen Aufenthaltsort der Beiständin unaufgefordert mitzuteilen. 

3. Die Zweitberufung sei abzuweisen.
4. Für die Dauer des Verfahrens sei Dispositiv-Ziffer 1 der Verfü-

gung des Bezirksgerichts Zürich vom 7. Dezember 2022 wie folgt 
zu bestätigen:
Der Beklagte ist berechtigt, C._____ an jedem zweiten Wochen-
ende von Freitag, 13.00 Uhr, resp. ab Kindergarten- oder Schul-
ende, bis Sonntag, 18.00 Uhr, zu betreuen. Die Übergänge wer-
den begleitet. Der Beklagte betreut C._____ in der Schweiz.

5. Der mit Beschluss der KESB Zürich, II. Kammer, vom 13. Januar 
2022 eingesetzten Beiständin seien gestützt auf Art. 308 Abs. 2 
ZGB folgende zusätzliche Aufgaben zu erteilen:
a) Die begleiteten Besuchsübergaben bei einer geeigneten 

Fachstelle, eventualiter bei einer vom Gericht bestimmten 
Fachperson, zu organisieren, für deren Finanzierung besorgt 
zu sein und sie zu überwachen;

b) die Daten der Ferienbesuche mit den Eltern und dem Be-
suchsbegleiter jeweils im Vorjahr, jedoch spätestens drei Mo-
nate im Voraus zu koordinieren und festzulegen sowie die 
einzelnen Ausdehnungsschritte des aufbauenden Besuchs-
rechts unter Rücksprache mit der Therapeutin von C._____ 
monatlich zu überprüfen;

c) im Bedarfsfall unverzüglich Anträge zur Einschränkung der 
Besuchskontakte zu stellen;

d) die Eltern bei der Ausübung ihrer parallelen Elternschaft zu 
unterstützen und die für das Wohl von C._____ notwendige 
Kommunikation und Information zwischen den Eltern zu über-
nehmen.

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6. Es sei die Klägerin 2 zu ermächtigen, für C._____ eine kinderpsy-
chologische Therapie zu installieren.

Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich Mehrwertsteuern zu 
Lasten des Beklagten.

des Beklagten, Erstberufungsbeklagten und Zweitberufungsklägers (Urk. 102 S. 1 

i.V.m. Urk. 48/1 S. 2 f. und S. 7 sowie Urk. 85 S. 2; sinngemäss):

1. Die Erstberufung und die Anträge der Klägerin 2 seien abzuwei-
sen.

2. Die Verfügung des Bezirksgerichts Zürich vom 7. Dezember 2022 
sei insoweit aufzuheben, als sie dem Beklagten eine Betreuung 
des Kindes über das in Ziff. 1 der Verfügung bestimmte Wochen-
endbesuchsrecht verweigert. Die Betreuungszeit am Dienstag sei 
neu am Mittwoch zu erbringen.

Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich Mehrwertsteuern zu 
Lasten der Klägerin 2.

der Kindsvertreterin (Urk. 96 S. 4 ff. und Urk. 121 S. 3; sinngemäss):

1. Es seien die Besuchstage von C._____ beim Beklagten gemäss 
beigelegter Planung für das Jahr 2023 und 2024 anzuordnen. In 
der Zeit, in der die Klägerin 2 mit C._____ Ferien verbringt, sei 
dem Beklagten kein Anrecht auf Ausübung seiner Besuchstage 
einzuräumen. Die Besuchstage seien nicht mit zusätzlichen Wo-
chenenden vor oder nach den Ferien zu kompensieren.

2. Das Ferienbesuchsrecht des Beklagten sei gemäss den beilie-
genden Ferienplänen bis zum Schuleintritt von C._____ im Au-
gust 2024 anzuordnen.

3. Es sei so bald wie möglich eine spezialisierte Fachperson als 
Übergabebegleitung durch die Beiständin zu organisieren, die 
C._____ von der Klägerin 2 oder vom Kindergarten zum Beklag-
ten und vom Beklagten zur Klägerin 2 begleitet. Bis zur Umset-
zung der Übergabebegleitung seien die Übergaben weiterhin bei 
der Bahnhofshilfe vorzunehmen.

4. Es sei so bald wie möglich eine psychotherapeutische Unterstüt-
zung für C._____ von der Beiständin zu organisieren.

5. Die Klägerin 2 sei zu verpflichten, einen Kontakt zwischen 
C._____ und der Beiständin zu ermöglichen, und die Beiständin 
sei zu einem solchen Treffen zu verpflichten.

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Prozessuale Anträge:

der Klägerin 2, Erstberufungsklägerin und Zweiberufungsbeklagten (Urk. 99 S. 2 

i.V.m. Urk. 55 S. 3, Urk. 65 S. 2, Urk. 138 S. 2 und Urk. 145 S. 1; sinngemäss):

1. Es sei der Erstberufungsklägerin die unentgeltliche Prozessfüh-
rung (wiedererwägungsweise ab dem 1. März 2022) zu bewilligen 
und ihr in der Person von Rechtsanwältin lic. iur. X._____ eine 
unentgeltliche Rechtsvertretung zu bestellen.

2. Es sei die Gutachterin, D._____, Kinderpsychologin des E._____ 
Instituts für das Kind zu offenen Fragen zum Gutachten zu befra-
gen.

3. Es seien die Verfügungen der I. Zivilkammer des Obergerichts 
des Kantons Zürich vom 12. September 2023 und 22. September 
2023 zu bestätigen.

des Beklagten, Erstberufungsbeklagten und Zweitberufungsklägers (Urk. 48/1 

S. 3, Urk. 132 S. 4 und Urk. 139 S. 2; sinngemäss):

1. Es sei dem Beklagten die unentgeltliche Rechtspflege zu gewäh-
ren und ihm in der Person von Rechtsanwalt lic. iur. Y._____ eine 
unentgeltliche Rechtsvertretung zu bestellen.

2. Im Sinne einer Erläuterung des Beschlusses vom 16. August 
2023 sei die Beiständin anzuweisen, weiterhin eine begleitete 
Übergabe und nicht ein begleitetes Besuchsrecht zu organisieren.

3. Es sei die Beiständin anzuweisen, vorübergehend ein Abholen 
C._____s nach dem Kindergarten (Tagesschule F._____, … 
[Adresse]) und ein Bringen nach dem Besuchsrecht in den Kin-
dergarten durch den Beklagten zu organisieren, bis eine spanisch 
sprechende Begleitperson oder eine andere Übergabestelle ge-
funden wird. 

der Kindsvertreterin (Urk. 136 S. 2 und Urk. 144 S. 1; sinngemäss):
Es seien die Verfügungen der I. Zivilkammer des Obergerichts des 
Kantons Zürich vom 12. September 2023 und 22. September 2023 zu 
bestätigen.

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Erwägungen:

I. Sachverhalt und Prozessgeschichte

1. Die Klägerin 2, Erstberufungsklägerin und Zweitberufungsbeklagte (fortan 

Klägerin) sowie der Beklagte, Erstberufungsbeklagte und Zweitberufungskläger 

(fortan Beklagter) sind die unverheirateten Eltern der am tt.mm.2018 geborenen 

C._____ (Urk. 6/3/4 S. 2). Das Amtsgericht Nr. 2 von Alcobendas stellte C._____ 

mit Urteil Nr. 547/2018 vom 10. Oktober 2018 vorsorglich unter die gemeinsame 

elterliche Sorge und unter die Obhut der Klägerin (Urk. 6/3/3 S. 4). Seit Ende 2018 

lebt C._____ mit der Klägerin in der Schweiz (Urk. 1 Rz. 2 und Urk. 6/3/4 S. 2). Mit 

Urteil vom 9. April 2019 regelte das Amtsgericht Nr. 2 von Alcobendas (Spanien) 

unter anderem den persönlichen Verkehr zwischen dem Beklagten und C._____ 

(Urk. 6/3/6 S. 8 f.). Die gegen dieses Urteil erhobene Berufung des Beklagten wies 

das Provinzgericht für Zivilsachen von Madrid mit Urteil vom 23. September 2020 

ab (Urk. 6/3/10 S. 13). In der Zwischenzeit leitete der Beklagte am 29. April 2019 

ein Verfahren bei der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde der Stadt Zürich 

(fortan KESB) ein (Urk 6/3/4 S. 1). Diese erachtete das Urteil des Amtsgerichts 

Nr. 2 von Alcobendas mangels Zuständigkeit betreffend persönlichen Verkehr vor-

frageweise als nicht anerkennungsfähig (Urk. 6/3/4 S. 20 ff.). Mit Beschluss vom 

3. September 2020 erklärte die KESB den Beklagten berechtigt, C._____ wie folgt 

auf eigene Kosten zu betreuen und mit ihr in Kontakt zu stehen (Urk. 6/3/4 S. 32):

" - An jedem zweiten Wochenende von Freitag, 13.00 Uhr, resp. ab Kin-

dergarten- oder Schulende, bis Sonntag, 18 Uhr. Der Vater erbringt 

diese Betreuungszeiten jeweils mit C._____ in der Schweiz.

Zusätzlich betreut der Vater C._____ alle drei Monate einmal anstatt 

von Freitag bis Sonntag, 18 Uhr, von Freitag, 13.00 Uhr, resp. ab Kin-

dergarten- oder Schulende, bis Donnerstag, 18.00 Uhr. Der Vater er-

bringt diese Betreuungszeit in den Jahren 2020 und 2021 jeweils mit 

C._____ in der Schweiz. Ab dem Jahr 2022 erbringt der Vater die Be-

treuungszeit von C._____ anlässlich der Betreuungswochenenden mit 

C._____ in der Schweiz. Für die Betreuungszeit von einer Woche alle 

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drei Monate ist der Vater ab dem Jahr 2022 berechtigt, C._____ auf ei-

gene Kosten zu sich nach Spanien zu nehmen, wobei er sie ebenfalls 

auf eigene Kosten nach dieser Woche wieder zurück nach Zürich brin-

gen muss.

- Ab dem Alter von 6 Jahren betreut der Vater C._____ an jedem zwei-

ten Wochenende von Freitag, 13.00 Uhr, resp. ab Kindergarten- oder 

Schulende, bis Sonntag, 18 Uhr, und während der Hälfte aller Schulfe-

rien. Dabei betreut er C._____ während der Betreuungswochenenden 

in der Schweiz. Während der Ferienbetreuung ist der Vater berechtigt, 

C._____ auf eigene Kosten zu sich nach Spanien zu nehmen, wobei er 

sie ebenfalls auf eigene Kosten nach den Ferien wieder zurück nach 

Zürich bringen muss.

Sodann betreut der Vater C._____ jeweils in geraden Kalenderjahren 

an Weihnachten und Ostern und in ungeraden Kalenderjahren an Neu-

jahr und Pfingsten."

Die gegen diese Betreuungsregelung am 29. September 2020 erhobene Be-

schwerde wies der Bezirksrat Zürich mit Urteil der Kammer II vom 25. März 2021 

ab (Urk. 6/32/180 S. 5 und 36). 

2. Mit Eingabe vom 19. Februar 2021 beantragten die Klägerin und C._____ bei 

der Vorinstanz die Abänderung der mit Urteil des Amtsgerichts Nr. 2 von Alcoben-

das vom 9. April 2019 festgesetzten Unterhaltsbeiträge und Besuchsrechtskosten 

(Urk. 6/1 S. 2 f.). Auf die Durchführung eines Schlichtungsverfahrens wurde im 

Sinne von Art. 199 Abs. 2 lit. a ZPO verzichtet, weil der Beklagte Wohnsitz im Aus-

land hatte (Urk. 6/1 Rz. 4). Das Verfahren wurde zur Klärung des Aufenthaltsstatus 

des Beklagten bis einstweilen 31. Mai 2021 sistiert (Urk. 6/16 S. 2). Nachdem alle 

Parteien übereinstimmend ausführten, dass der Beklagte seinen Wohnsitz erst 

nach Klageeinleitung in die Schweiz verlegt habe (Urk. 6/24 ff.), erachtete sich die 

Vorinstanz für zuständig (Urk. 6/33 S. 2). Hinsichtlich der weiteren Prozessge-

schichte vor Vorinstanz kann auf die angefochtenen Verfügungen vom 15. Februar 

2022 und 7. Dezember 2022 verwiesen werden (Urk. 2 S. 2 ff. = Urk. 6/114 S. 2 ff. 

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und Urk. 48/2 S. 3 f. = Urk. 6/180 S. 3 f.). Gegen die Verfügung vom 15. Februar 

2022 erhob die Klägerin mit Eingabe vom 1. März 2022 fristgerecht die Erstberu-

fung, wobei sie um aufschiebende Wirkung der Erstberufung ersuchte (Urk. 1 S. 2 

und S. 8). Nachdem der Beklagte zum Gesuch um Erteilung der aufschiebenden 

Wirkung Stellung genommen hatte (Urk. 7), wurde diese mit Verfügung 

vom 16. März 2022 angeordnet (Urk. 9). Mit Beschluss vom 19. April 2022 und Be-

schluss vom 17. Mai 2022 wurden die Gesuche des Beklagten um Gewährung der 

unentgeltlichen Rechtspflege abgewiesen (Urk. 17 und Urk. 22). Die Erstberu-

fungsantwort erfolgte innert Frist (Urk. 26). Die Klägerin replizierte und beantragte 

die Ergänzung des am 19. Mai 2022 durch die Vorinstanz in Auftrag gegebenen 

Gutachtens und die Sistierung des Erstberufungsverfahrens (Urk. 28/1 und 

Urk. 32). Nach Eingang der Stellungnahme des Beklagten (Urk. 36), Rücksprache 

bei der Gutachterin D._____ (Urk. 37) und Gewährung des rechtlichen Gehörs 

diesbezüglich (Urk. 39 ff.) wurde der Gutachtensauftrag um Fragen betreffend das 

Ferienbesuchsrecht ergänzt und das Erstberufungsverfahren bis 31. Dezember 

2022 sistiert (Urk. 42). Noch vor Eingang des Gutachtens vom 22. Dezember 2022 

(Urk. 44) erhob der Beklagte die Zweitberufung gegen die vorinstanzliche Verfü-

gung vom 7. Dezember 2022 (Urk. 48/1). Mit Beschluss vom 24. Januar 2023 

wurde das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung und unentgeltliche Rechts-

verbeiständung der Klägerin – mit dem Hinweis, dass aufgrund der Zweitberufung 

für das Zweitberufungsverfahren ein erneutes Gesuch gestellt werden könne – ab-

gewiesen, die Dispositiv-Ziffer 1 der vorinstanzlichen Verfügung vom 7. Dezember 

2022 erläutert, die Verfahren betreffend Erst- und Zweiberufung vereinigt und Frist 

zur Zweitberufungsantwort sowie zur Stellungnahme zum kinderpsychologischen 

Gutachten angesetzt (Urk. 49 f.). Nachdem sämtliche Eingaben innert Frist erfolgt 

waren (Urk. 55 ff.), wurden die Parteien und die Kindsvertreterin auf den 12. April 

2023 zu einer Vergleichsverhandlung vorgeladen (Urk. 72 ff.). Die gerichtlichen 

Vergleichsgespräche scheiterten (Prot. II S. 25) und es erfolgten weitere Schriften-

wechsel (Urk. 85 ff.). Mit seiner Stellungnahme vom 28. Juni 2023 ersuchte der 

Beklagte sinngemäss um Wiedererwägung der Verfügung vom 16. März 2022 und 

um Aufhebung der aufschiebenden Wirkung der Erstberufung (Urk. 102). Das Wie-

dererwägungsgesuch wurde mit Verfügung vom 20. Juli 2023 abgewiesen. Gleich-

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zeitig wurde den Parteien die Spruchreife des Verfahrens und der Übergang zur 

Urteilsberatung angezeigt (Urk. 104), worauf sich der Beklagte erneut vernehmen 

liess (Urk. 105). Die am 3. August 2023 durch den Beklagten und am 8. August 

2023 durch die Beiständin gestellten (super)provisorischen Massnahmenbegehren 

wurden nach schriftlichen Stellungnahmen der Parteien und der Kindsvertreterin 

mit Beschluss vom 16. August 2023 als gegenstandslos abgeschrieben bzw. abge-

wiesen (Urk. 109 ff.). Die Spruchreife wurde nicht in Wiedererwägung gezogen 

(Urk. 125 S. 5). Am 8. September 2023 und 21. September 2023 ersuchte der Be-

klagte um eingangs wiedergegebene (super)provisorische Anordnungen (Urk. 132 

S. 4 und Urk. 139 S. 2). Während ersteres Gesuch mit Verfügung vom 12. Septem-

ber 2023 teilweise gutgeheissen wurden (Urk. 133), wurde letzteres Gesuch mit 

Verfügung vom 22. September 2023 abgewiesen (Urk. 142). Nachdem die Klägerin 

und die Kindsvertreterin zu beiden Gesuchen des Beklagten Stellung nehmen 

konnten (Urk. 136, Urk. 138, Urk. 144 und Urk. 145), erweisen sich auch die Ver-

fahren um vorsorgliche Massnahmen als spruchreif.

3. Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen (Urk. 6/1-185). 

II. Prozessuales

1. Mit der Berufung können unrichtige Rechtsanwendung und unrichtige Fest-

stellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO). Die Berufungs-

instanz verfügt über eine umfassende Überprüfungsbefugnis der Streitsache, d.h. 

über unbeschränkte Kognition bezüglich Tat- und Rechtsfragen, einschliesslich der 

Frage richtiger Ermessensausübung (Angemessenheitsprüfung; BGer 

5A_184/2013 vom 26. April 2013, E. 3.1). In der schriftlichen Berufungsbegründung 

(Art. 311 ZPO) ist hinreichend genau aufzuzeigen, inwiefern der erstinstanzliche 

Entscheid in den angefochtenen Punkten als fehlerhaft zu betrachten ist bzw. an 

einem der genannten Mängel leidet (BGE 142 I 93 E. 8.2; BGE 138 III 374 E. 4.3.1). 

Was nicht oder nicht in einer den gesetzlichen Begründungsanforderungen genü-

genden Weise beanstandet wird, ist – abgesehen von offensichtlichen Mängeln – 

von der Rechtsmittelinstanz grundsätzlich nicht zu überprüfen (BGE 142 III 413 

E. 2.2.4).

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2. Für Kinderbelange in familienrechtlichen Angelegenheiten – wie sie vorlie-

gend zu beurteilen sind – statuieren Art. 296 Abs. 1 und Abs. 3 ZPO den Untersu-

chungs- und Offizialgrundsatz, weshalb das Gericht in diesem Bereich den Sach-

verhalt von Amtes wegen erforscht und ohne Bindung an die Parteianträge ent-

scheidet. In Verfahren, die der umfassenden Untersuchungsmaxime unterstehen, 

können die Parteien zudem im Berufungsverfahren Noven unbeschränkt vorbrin-

gen; Art. 317 Abs. 1 ZPO kommt nicht zum Tragen (BGE 144 III 349 E. 4.2.1; BGer 

5A_800/2019 vom 9. Februar 2021, E. 2.2).

3.  Den im Rahmen der vorsorglichen Massnahmenverfahren vorgetragenen 

Noven wird mit vorliegendem Endentscheid Rechnung getragen. Da vorsorgliche 

Massnahmen mit dem Endentscheid im Hauptsacheverfahren dahinfallen (OGer 

ZH PF140031 vom 17.06.2014, E. 3.3.5.), sind die Massnahmenbegehren des Be-

klagten vom 8. und 21. September 2023 als gegenstandslos geworden abzuschrei-

ben. Unter diesen Umständen rechtfertigt es sich, die Stellungnahmen der Klägerin 

und der Kindsvertreterin (Urk. 144 f.) dem Beklagten mit dem vorliegenden Ent-

scheid zuzustellen.

4. Ergänzungsgutachten bzw. gerichtliche Befragung der Gutachterin

4.1. Die Klägerin beantragt die Befragung der Gutachterin für den Fall, dass das 

Gericht das Gutachten als nicht nachvollziehbar oder lückenhaft erachte und noch 

Fragen habe (Urk. 65 Rz. 28 und Urk. 99 Rz. 4). Auch zu einer Vielzahl der beklag-

tischen Beanstandungen offeriert die Klägerin eine Ergänzung des Gutachtens 

bzw. die Befragung der Gutachterin (Urk. 88 Rz. 26 ff., Rz. 32, Rz. 34 f., Rz. 39, 

Rz. 44 und Rz. 48). Im Sinne von Ergänzungsfragen solle die Gutachterin zudem 

Auskunft zu möglichen Fachinstitutionen oder Personen gegeben, die als Begleit-

person in Frage kommen würden (Urk. 65 Rz. 29). Ihr Gesuch um ein Ergänzungs-

gutachten zur Frage der Dauer und Häufigkeit des Ferienbesuchsrechts sowie Rei-

sen nach Spanien begründet sie dahingehend, dass die Gutachterin diesbezüglich 

vage geblieben sei. Die von der Gutachterin vorgeschlagene Regelung, wonach 

die Psychotherapeutin und die Besuchsbegleitung die jeweilige Verträglichkeit für 

C._____ überwachen sollten, sei zwar klar kind- und bedürfnisorientiert, rechtlich 

aber leider nicht umsetzbar. Deshalb sei ein Ergänzungsgutachten zur Frage einer 

- 15 -

für C._____ kindgerechten Steigerung (Welche Faktoren müssen dabei berück-

sichtigt werden? Wie ist eine Steigerung mit der Entwicklungspsychologie verein-

bar? Ab welchem Alter und unter welchen Bedingungen sind Reisen mit dem Be-

klagten ins Ausland für C._____ machbar?) einzuholen (Urk. 88 Rz. 60).

4.2. Der Beklagte erachtet das Einholen weiterer Gutachten durch das Oberge-

richt wegen des summarischen Massnahmenverfahrens als unnötig. Vielmehr sei 

die Taktik der Klägerin nur allzu offensichtlich, weiter Zeit verstreichen zu lassen, 

um dann zu behaupten, das Besuchsrecht müsse wieder sachte aufgegleist wer-

den (Urk. 102 S. 5). Auf der einen Seite werde eine Vulnerabilität des Kindes für 

Veränderungen geltend gemacht; auf der anderen Seite sei die Klägerin ohne 

Rücksicht auf das Besuchsrecht des Beklagten (und ohne seine Einwilligung und 

Kompensation des Besuchsrechts) nach Japan gereist (Urk. 102 S. 6).

4.3. Das Gericht kann ein mangelhaftes Gutachten auf Antrag einer Partei oder 

von Amtes wegen ergänzen und erläutern lassen oder eine andere sachverstän-

dige Person beiziehen (Art. 188 Abs. 2 ZPO). Die Organisation einer geeigneten 

Begleitperson für die Übergaben wird in den Aufgabenkatalog der Beiständin auf-

genommen (vgl. E.III.7.9). Diese hat bereits diesbezügliche Anfragen getätigt und 

gemäss provisorischer Anordnung der hiesigen Kammer mit der Organisation einer 

Besuchsübergabebegleitung begonnen (Urk. 111/1 S. 1 = Urk. 114/1 S. 1, Urk. 

131, Urk. 133 und Urk. 141). Es wäre zwar wünschenswert gewesen, wenn das 

Gutachten die Modalitäten des schrittweisen Aufbaus und den Zeitpunkt von Aus-

landreisen präziser ausgeführt hätte. Für einen Entscheid im vorliegenden Beru-

fungsverfahren betreffend vorsorgliche Massnahmen erweist sich das Gutachten 

aber als genügend fundiert und – wie auch unter E.III.2.6. zu zeigen sein wird – 

nicht als mangelhaft. In summarischen Verfahren wird angestrebt, möglichst rasch 

eine optimale Situation zu schaffen. Es steht nicht eine definitive und dauerhafte Lö-

sung der Kinderbelange im Vordergrund, weshalb langwierige Abklärungen durch 

Gutachten nur mit gebührender Zurückhaltung angeordnet werden sollten, wenn 

besondere Umstände vorliegen, aufgrund derer das Gericht an die Grenzen seiner 

Beurteilungsfähigkeit stösst, wobei dem Gericht diesbezüglich ein gewisses Ermes-

sen zukommt (vgl. betreffend Eheschutz BGer 5A_262/2019 vom 30. September 

- 16 -

2019, E. 5.2.; BGer 5A_529/2014 vom 18. Februar 2015, E. 2.3; OGer 

ZH LE150049 vom 15.08.2016, E. II.3.). Überdies konnte C._____ mittlerweile 

während der Frühlingsferien 2023 mit der Klägerin nach Japan reisen, ohne dass 

dies Überforderungen bei C._____ bewirkt hätte (Urk. 96 S. 2). Vor diesem Hinter-

grund ist auch einschätzbar, ab wann Auslandreisen mit dem Beklagten kindswohl-

gerecht sind. Eine weitere Verfahrensverzögerung durch eine Gutachtensergän-

zung rechtfertigt sich nicht.

III. Materielle Beurteilung

1. Verletzung des rechtlichen Gehörs

1.1. Die Klägerin rügt, die Vorinstanz habe in Verletzung des rechtlichen Gehörs 

die Schilderungen des beängstigenden Verhaltens von C._____ vor und nach den 

Besuchstagen beim Beklagten in den Erwägungen nicht berücksichtigt (Urk. 1 Rz. 

8).

1.2. Der Anspruch auf rechtliches Gehör verlangt, dass das Gericht die Vorbrin-

gen des vom Entscheid in seiner Rechtsstellung Betroffenen auch tatsächlich hört, 

prüft und in der Entscheidfindung berücksichtigt. Daraus folgt die Verpflichtung des 

Gerichts, seinen Entscheid zu begründen. Dabei ist es nicht erforderlich, dass sich 

das Gericht mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt und jedes 

einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt. Vielmehr kann es sich auf die für den 

Entscheid wesentlichen Punkte beschränken. Die Begründung muss so abgefasst 

sein, dass sich der Betroffene über die Tragweite des Entscheids Rechenschaft 

geben und ihn in voller Kenntnis der Sache an die höhere Instanz weiterziehen 

kann. In diesem Sinne müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, 

von denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf die sich ihr Entscheid stützt 

(BGE 143 III 65 E. 5.2).

1.3. Diesen Voraussetzungen genügt die angefochtene Verfügung ohne Zweifel. 

In der Zusammenfassung der Standpunkte der Klägerin hielt die Vorinstanz fest, 

dass diese geltend gemacht habe, eine Ausdehnung des Kontakts bzw. eine zu 

lange Aufenthaltsdauer beim Beklagten führe bei C._____ zu einer Überforderung. 

- 17 -

Das Kindeswohl werde durch die vielen Wechsel zwischen den Eltern und insbe-

sondere durch lange Abwesenheiten von der Klägerin gefährdet, was das verunsi-

cherte Verhalten von C._____ offenbare (Urk. 2 S. 6 f.). In der Würdigung erwog 

die Vorinstanz, der Beistand G._____ habe sich für eine ausgedehntere Betreuung 

durch den Beklagten ausgesprochen. Auch die Einräumung eines Ferienbesuchs-

rechts des Beklagten mit C._____ erachte er als unproblematisch. Die Rechtsver-

treterin der Klägerin habe in zahlreichen Rechtsschriften nicht darzutun vermocht, 

dass das Wohl von C._____ durch einen einwöchigen Ferienaufenthalt beim Be-

klagten unmittelbar gefährdet werde (Urk. 2 S. 8). Den Schilderungen der Klägerin, 

wonach C._____ nach der Rückkehr von Aufenthalten beim Beklagten den Ein-

druck mache, dass ihr der Wechsel zwischen den Eltern schwer falle, und sie ängst-

lich, verunsichert und mit enormen Bedürfnissen nach Nähe, Trost und Sicherheit 

reagiere, sei entgegenzuhalten, dass es eine Erfahrungstatsache bilde, dass Klein-

kinder eine gewisse Angewöhnungszeit bräuchten (Urk. 2 S. 8 f.). Die Vorinstanz 

hat sich mit den konkreten Verhältnissen des vorliegenden Falls auseinanderge-

setzt und die Vorbringen der Klägerin in ihren Erwägungen berücksichtigt. Es ist 

entgegen der Ansicht der Klägerin nicht zu beanstanden, dass sie in ihrer Ermes-

sensausübung auch auf Erfahrungstatsachen zurückgreift, was sie offenlegte.

2. Gutachten

2.1. Die Parteien sind sich über den Stellenwert des Gutachtens vom 22. De-

zember 2022 (Urk. 44) uneinig. Die durch den Beklagten erhobenen Beanstandun-

gen sind zahlreich (Urk. 69 und Urk. 85 S. 8 ff.) und werden von der Klägerin mehr-

heitlich in Abrede gestellt (Urk. 88 S. 3 ff. und Urk. 99 S. 3 ff.). Bezeichnend ist, 

dass der Beklagte sich trotz seiner über mehrere Seiten hinweg geäusserten Kritik 

auf einzelne in seinem Sinne ausgefallene Tatsachen im Gutachten – z.B. das gute 

Verhältnis von C._____ zu beiden Elternteilen (Urk. 69 Rz. 13.a und Urk. 102 

Rz. 6), die Befähigung der Eltern zur Obhut und Erziehung (Urk. 69 Rz. 15), die 

Empfehlung für C._____, bis zur Oberstufe keine weiteren Sprachkurse zu besu-

chen (Urk. 69 Rz. 3.c) – beruft, ohne zu begründen, weshalb auf das Gutachten 

diesbezüglich im Gegensatz zu den zu seinen Lasten festgestellten Tatsachen nun 

abgestellt werden könne. Die Kindsvertreterin äussert sich nicht explizit zum Stel-

- 18 -

lenwert des Gutachtens. Ihre Anträge widerspiegeln aber die gutachterlichen Emp-

fehlungen (Urk. 96 und Urk. 121). Es ist im Folgenden nur auf die entscheidrele-

vanten Kritikpunkte des Beklagten und die diesbezüglichen Gegenargumente der 

Klägerin einzugehen. Verfahrensgegenstand im hiesigen Verfahren bildet lediglich 

das Betreuungsrecht des Beklagten und insbesondere nicht die gemeinsame elter-

liche Sorge.

2.2. Ein ordnungsgemässes Gutachten muss in einem korrekten Verfahren – na-

mentlich unter Beachtung der Ausstandsregeln, des Gleichbehandlungsgebots und 

der persönlichen Leistungspflicht – erstellt worden sein (BSK ZPO-Dolge, Art. 183 

N 9). Durch einseitige Kontakte mit einer Partei oder ihrem Rechtsvertreter setzt 

sich die sachverständige Person dem Verdacht der Parteilichkeit aus. Dasselbe gilt 

für die Einholung von Informationen bei nur einer Partei oder die einseitige Beschaf-

fung von Untersuchungsmaterial von einer Partei ohne Beteiligung der Gegenpar-

tei. Dass die sachverständige Person in einem früheren Verfahren einer Partei be-

reits einmal ein Gutachten erstattete, stellt dagegen in der Regel keinen Befangen-

heitsgrund dar, auch wenn das damalige Gutachten zuungunsten dieser Partei aus-

fiel (BSK ZPO-Dolge, Art. 183 N 22, m.w.H.). Das Gutachten zeichnet sich in for-

meller Hinsicht durch einen klaren und systematischen Aufbau aus. In materieller 

Hinsicht muss es vollständig, klar und schlüssig sein (BSK ZPO-Dolge, Art. 183 N 9 

und N 11). Vollständigkeit bedeutet, dass nicht nur die gestellten Fragen vollständig 

zu beantworten sind. Die verwendeten Akten und übrigen Quellen müssen ange-

geben und die durchgeführten Beweiserhebungen sowie beigezogenen Hilfsperso-

nen vollständig offengelegt werden. Die Darlegung der Grundlagen und Befunde 

sowie die daraus gezogenen Schlussfolgerungen müssen vollständig sein. Als klar 

ist das Gutachten zu bewerten, wenn es präzise, verständlich und widerspruchsfrei 

ist. Aus dem Gutachten muss hervorgehen, aus welchen Quellen und gestützt auf 

welche Methoden bzw. Fachkenntnisse die sachverständige Person ihre Befunde 

ermittelt und die Schlussfolgerungen gezogen hat. Das Gutachten sollte aus sich 

selbst heraus als Einheit verständlich sein und keine Widersprüche aufwei-

sen. Die Schlüssigkeit ist für den Beweiswert eines Gutachtens ausschlaggebend. 

Die Schlussfolgerungen der sachverständigen Person müssen nach den Gesetzen 

- 19 -

der Logik anhand der Begründung überzeugen (BSK ZPO-Dolge, Art. 183 N 9 und 

N 11 ff., m.w.H.). 

2.3. Ungleichbehandlung der Parteien und Befangenheit

2.3.1. Der Beklagte moniert, bereits aus dem Inhaltsverzeichnis gehe eine Un-

gleichbehandlung der Parteien hervor. Die Gutachterin habe unter anderem mit der 

Klägerin, ihrer Psychologin und ihrer Rechtsvertreterin gesprochen. Auf der ande-

ren Seite habe sie nur mit dem Beklagten, nicht aber auch mit der damaligen 

Rechtsvertreterin des Beklagten gesprochen (Urk. 69 Rz. 1). Zudem habe die 

Rechtsvertreterin der Klägerin auch während des Erstellens des Gutachtens mit 

der Gutachterin in Kontakt gestanden, wobei weder aus dem Gutachten noch aus 

dem klägerischen Gesuch um Erlass von superprovisorischen Massnahmen oder 

der vorinstanzlichen Aktennotiz klar hervorgehe, was besprochen worden sei. Die 

Offenlegung dieses Kontakts sei nicht im Verlaufe des Gutachtens, sondern erst 

mit dem Gutachten selbst vorgenommen worden, womit der Eindruck einer Befan-

genheit entstehe. Auch wenn aus der Begründung des Gesuchs um Erlass super-

provisorischer Massnahmen Kontakte zwischen der Gutachterin und Rechtsvertre-

terin der Klägerin ersichtlich würden, würden diese weder explizit erwähnt noch 

Aktennotizen eingereicht. Nachdem die Gutachterin sich einzig von der Klägerin 

habe informieren lassen, sei nur zu gut nachvollziehbar, dass der Beklagte Zweifel 

an ihrer Professionalität habe und eine Befangenheit vermute (Urk. 69 Rz. 9.a). Er-

staunlich sei das Vorgehen der Gutachterin auch darum, weil die Leiterin der Kita 

H._____ während der Telefonauskunft gegenüber der Gutachterin mitgeteilt habe, 

dass sich die Übergaben am Dienstagnachmittag seit drei Monaten verbessert hät-

ten (Urk. 69 Rz. 9.b). Die Gutachterin habe ausdrücklich festgehalten, der Beklagte 

habe C._____ in einer schwierigen Situation adäquat beruhigen können. Wie die 

Gutachterin damals zur Einschätzung habe gelangen können, C._____ gehe es 

nicht gut, was an den Besuchsrechten des Beklagten liege, sei nicht nachvollzieh-

bar (Urk. 69 Rz. 9.c). Die Auskunft der Gutachterin an die Vorinstanz, welche die 

superprovisorische Anordnung ausgelöst habe, sei einzig aufgrund einer einzigen 

beobachteten Übergabe, nämlich von der Klägerin zum Beklagten, erfolgt. Die spä-

teren positiven Berichte und dass der Beklagte C._____ anlässlich dieser Überg-

- 20 -

abe habe beruhigen können, habe die Gutachterin nicht übermitteln wollen (Urk. 69 

Rz. 20). Der Beklagte habe sodann mit der Gutachterin über die von ihr beobach-

teten Übergaben sprechen wollen, was sie verweigert habe. Er habe auf die beson-

dere Situation bei der Übergabe in Anwesenheit der Gutachterin und darauf, dass 

sich C._____ sonst anders verhalte, hinweisen wollen. Hier ein Gespräch zu ver-

weigern, dokumentiere die Ungleichbehandlung der Parteien (Urk. 69 Rz. 4.b). Das 

E._____ Institut (fortan E._____) und D._____ seien von der Rechtsvertreterin der 

Klägerin vorgeschlagen worden. Ob diese bereits vorher Kontakt gehabt und über 

den Fall gesprochen hätten, sei nicht bekannt. Bekannt sei aber, dass D._____ 

bereits vor dem Gutachten mit den Parteien Kontakt gehabt habe, da sie am 18. Ja-

nuar 2022 der Vorinstanz mitgeteilt habe, die Parteien im Rahmen der KET-Bera-

tung je zu einem Einzelgespräch empfangen zu haben, eine solche Beratung aber 

nicht zielführend sei und sie darum ein kinderpsychologisches Gutachten empfehle, 

das sie nun selbst erstellt habe (Urk. 69 Rz. 2.k). 

2.3.2. Die Klägerin stellt sich auf den Standpunkt, es gehe fehl, wenn der Beklagte 

bereits aus dem Umstand, dass je ein Telefonat mit der Psychiaterin und der 

Rechtsvertreterin der Klägerin, die im Inhaltsverzeichnis aufgeführt worden seien, 

eine Ungleichbehandlung ableiten wolle (Urk. 88 Rz. 1). Es treffe zu, dass die 

Rechtsvertreterin der Klägerin am 24. August 2022 die Gutachterin angerufen und 

gefragt habe, ob sie dem Gericht Auskunft über den Zustand von C._____ erteilen 

könne. Der einmalige Telefonkontakt zur Gutachterin sei im Gutachten korrekt wie-

dergegeben. Kontakte zwischen der Rechtsvertreterin der Klägerin und dem 

E._____ habe es keine gegeben (Urk. 88 Rz. 17 und Rz. 32). Auch wenn sich die 

Übergaben zum Beklagten verbessert hätten, habe C._____ unter den Betreuungs-

wechseln unter der Woche gelitten (Urk. 88 Rz. 32). Die Gutachterin habe die Not 

von C._____ im Zeitpunkt der Auskunft an die Vorinstanz am 25. August 2022 als 

Kinderpsychologin beurteilen und entsprechende Empfehlungen abgeben können 

(Urk. 88 Rz. 34). Es sei unzutreffend, dass die Rechtsvertreterin der Klägerin 

D._____ als Gutachterin vorgeschlagen habe. Der Vorschlag habe sich auf das 

E._____ bezogen, das auf Lebensumstände für Vorschulkinder spezialisiert sei. 

Der Vorschlag einer KET-Beratung beim E._____ sei von der Vorinstanz ausge-

gangen und in diesem Zusammenhang habe D._____ die Parteien kennengelernt. 

- 21 -

Der Beklagte habe sich in der Teilvereinbarung vom 27. Januar 2022 mit der Gut-

achtenerstellung durch das E._____ einverstanden erklärt (Urk. 88 Rz. 17). Es 

werde mit Nichtwissen bestritten, dass die Gutachterin dem Beklagten ein Ge-

spräch verweigert habe (Urk. 88 Rz. 24).

2.3.3. Eine Partei, die eine sachverständige Person ablehnen will, hat dem Gericht 

unverzüglich ein entsprechendes Gesuch zu stellen, sobald sie vom Ausstands-

grund Kenntnis erhalten hat (Art. 183 Abs. 2 ZPO i.V.m. Art. 49 Abs. 1 ZPO; OGer 

ZH RB210036 vom 29.03.2022, E. II.2.1.). Beide Parteien führten anfangs Januar 

2022 im Rahmen der KET-Beratung vor dem Gutachtensauftrag je ein Einzelge-

spräch mit D._____ (Urk. 6/104 S. 3, Urk. 6/105, Urk. 6/107/8 und Urk. 44 S. 7). Bei 

ihrer Bestellung als Gutachterin im Mai 2022 (Urk. 6/132 f.) war der Vorkontakt zu 

den Parteien somit beiden längst bekannt. Der Beklagte äusserte bereits in seiner 

persönlichen Stellungnahme vom 26. August 2022 Bedenken über die Unpartei-

lichkeit der Gutachterin wegen ihrer Empfehlung, die Dienstagsbesuchsrechte zu 

sistieren (Urk. 6/146/7 S. 6), ohne gleichzeitig oder unmittelbar folgend ein 

Ausstandsgesuch zu stellen (vgl. Urk. 6/145). Seit der Verhandlung vom 9. Novem-

ber 2022 war dem Beklagten auch bekannt, dass die Gutachterin nicht mehr gewillt 

war, der Vorinstanz einen Zwischenbericht bezüglich Besuchsrecht im Hinblick auf 

die vorsorglichen Massnahmen zu erstatten (Urk. 6/149 und Prot. I S. 65). Die dies-

bezüglich mit Eingabe vom 6. März 2023 (Urk. 69) vorgetragenen Beanstandungen 

des Beklagten erfolgten somit verspätet und sind nicht mehr zu hören. Sie erweisen 

sich aber auch inhaltlich als unbegründet. Die Auskunft der Gutachterin an die Vor-

instanz am 25. August 2022 stützte sich nämlich nicht einzig auf klägerische Schil-

derungen, da – wie der Beklagte sodann auch selbst präzisiert (Urk. 69 Rz. 9.c) – 

bis zur Auskunft gegenüber der Vorinstanz vom 25. August 2022 (Urk. 6/142 und 

Urk. 44 S. 9) bereits mit beiden Parteien Einzelgespräche am 22. Juni 2022 bzw. 

6. Juli 2022 geführt worden waren (Urk. 44 S. 10 und S. 13), die Gutachterin 

C._____ am 8. August 2022 bei der Klägerin und am 9. August 2022 in der Kita in 

Anwesenheit des Beklagten erlebt hatte (Urk. 44 S. 16) und sie mit den zwei Be-

treuerinnen der Kita telefoniert (Urk. 44 S. 21 ff.). Die Gutachterin konnte während 

dieser Kontakte einen unmittelbaren Eindruck über C._____s Befinden und die 

Übergabesituation gewinnen. Dass sich gemäss Auskunft der Kita die Übergaben 

- 22 -

damals am Dienstagabend seit drei Monaten verbessert hätten, ist ausserdem nicht 

gleichbedeutend damit, dass diese gut verliefen. Auch der adäquate Umgang des 

Beklagten mit einer schwierigen Situation bedeutet nicht, dass die Situation selbst 

nicht belastend und zu verhindern ist. Zur ersten von ihr in der Kita beobachteten 

Übergabe hielt die Gutachterin fest, dass der Beklagte ihr erklärt habe, C._____ 

habe Angst vor der Gutachterin und nicht vor ihm oder der Klägerin (Urk. 44 S. 17). 

Er konnte somit auf die besondere Situation hinweisen und seine Erklärung bei der 

Gutachterin deponieren. Die Gutachterin wurde nicht als Therapeutin der Parteien 

beauftragt und ein weiterer Besprechungsbedarf ist nicht ersichtlich. Die gutachter-

liche Empfehlung am 25. August 2022 an die Vorinstanz ist damit nachvollziehbar 

und stellt kein Indiz für eine Ungleichbehandlung der Parteien dar. Das Telefonat 

mit der Psychiaterin der Klägerin gehörte zu einer sorgfältigen Sachverhaltsabklä-

rung für die der Gutachterin unterbreiteten Fragen. Aus diesem Telefonat kann 

keine Ungleichbehandlung der Parteien abgeleitet werden. Vielmehr hätte sich die 

Gutachterin ohne Telefonat dem Vorwurf der Unvollständigkeit ausgesetzt. Einsei-

tige telefonische Kontakte mit einer Partei oder ihrer Rechtsvertretung unter Aus-

schluss der Gegenpartei sind indessen an sich heikel. Das Telefonat mit der 

Rechtsvertreterin der Klägerin am 24. August 2022 sowie dessen Inhalt hielt die 

Gutachterin im Gutachten fest: Die Rechtsvertreterin der Klägerin habe angerufen 

und sich erkundigt, ob die Gutachterin zu der Betreuung von C._____ durch den 

Beklagten schon Aussagen machen könne, welche helfen könnten, die hängigen 

Verfahren zu klären. Die Gutachterin habe sich damit einverstanden erklärt, dem 

Gericht Auskunft zu geben (Urk. 44 S. 23). Die Richtigkeit des wiedergegebenen 

Gesprächsinhalts wird durch die Rechtsvertreterin der Klägerin bestätigt (Urk. 88 

Rz. 17). Diese beantragte sodann auch in ihrem gleichentags gestellten Gesuch 

um superprovisorische Massnahmen eine Zwischeneinschätzung bzw. einen tele-

fonischen Bericht der Gutachterin (Urk. 139 S. 2 und Rz. 13). Vor diesem Hinter-

grund bestehen keine Anhaltspunkte, dass sich die Rechtsvertretung der Klägerin 

und die Gutachterin weitergehend ausgetauscht und abgesprochen haben. 

2.3.4. Die beklagtischen Vorwürfe der Befangenheit bzw. Ungleichbehandlung der 

Parteien erweisen sich als unbegründet.

- 23 -

2.4. Unvollständigkeit

2.4.1. Der Beklagte erachtet das Gutachten als unvollständig. Die Gutachterin habe 

während der Gutachtenserstellung mit der Rechtsvertreterin der Klägerin in Kontakt 

gestanden. Was dabei besprochen worden sei, gehe nicht klar hervor. Die Gutach-

terin habe sich nicht die Mühe gemacht, mit weiteren Beteiligten zu sprechen. Sie 

habe weder die eigenmächtig durch die Klägerin ausgewechselte, vormals behan-

delnde Kinderärztin, Dr. I._____, noch den ursprünglichen Beistand, G._____, kon-

taktiert (Urk. 69 Rz. 1). Den Bericht vom 13. März 2019 des forensischen Psychia-

ters des Obergerichts Madrid, Dr. J._____, sei ausser Acht gelassen worden. Darin 

führe jener aus, dass bei keinem der Eltern Elemente gefunden worden seien, die 

technisch unvereinbar mit der Erziehung von C._____ einhergingen. Es werde den 

Eltern beschieden, dass die Frequenz der Kontakte beider Elternteile mit C._____ 

sehr wichtig für die Stärkung des Kindes zu Bezugspersonen sei und dass beide 

ihre Zusammenarbeit zugunsten der Tochter verbessern müssten. Ab dem sechs-

ten Geburtstag hätte der Beklagte C._____ auch länger als zwei Wochen zu sich 

nehmen können, da die Bezugspersonen für C._____ in diesem Lebensstadium 

bereits gefestigt sein sollten (Urk. 69 Rz. 2.g). Auch der Bericht des Beistands, 

G._____, und das Schreiben von Dr. I._____ an Dr. K._____ seien nicht vollständig 

wiedergegeben. In beiden sei festgehalten worden, dass sich die Anspannung der 

Klägerin auf C._____ übertrage (Urk. 69 Rz. 2.h-i). Es erstaune, dass sich die Gut-

achterin bei der Übergabe vom 18. September 2022 bei der SOS Bahnhofhilfe Zü-

rich (fortan Bahnhofhilfe) mit L._____ unterhalten habe, aber weder das Gespräch 

noch dessen Inhalt aufgeführt habe (Urk. 69 Rz. 5.e). Der Beklagte stört sich bei 

den gutachterlichen Schilderungen der Abklärungsergebnisse mehrfach daran, 

dass die Gutachterin beobachtete Situationen oder Gespräche zusammenfasste, 

ohne dass sie sich für das Verhalten weiter interessiere oder ihre Alarmglocken 

läuten würden (Urk. 69 Rz. 5.c und Rz. 6.a). Bei der Diskussion der Abklärungser-

gebnisse lasse die Gutachterin ausser Betracht bzw. verkenne, warum die Überg-

aben vom Beklagten zur Klägerin überwiegend problemfrei funktionieren (Urk. 69 

Rz. 13.d und Rz. 17).

- 24 -

2.4.2. Die Klägerin macht geltend, Dr. I._____ habe C._____ nicht behandelt, son-

dern sei eine einmalige Stellvertretung gewesen, weshalb die Gutachterin mit 

Dr. I._____ auch nicht habe sprechen müssen. Die Gutachterin habe mit Dr. 

M._____, der Stammärztin von C._____, gesprochen (Urk. 88 Rz. 2). Zu welchen 

Themen der Beistand, G._____, hätte Auskunft erteilen sollen, die über die Akten-

lage hinaus gehe, sei unklar und werde nicht dargelegt. Die Gutachterin habe die 

Berichte des Beistands in ihre Abklärungen miteinbezogen (Urk. 88 Rz. 3). Auf wel-

ches Aktenstück sich der Beklagte mit dem Bericht vom 13. März 2019 von Dr. 

J._____ beziehe, bleibe unklar. Die Vorbringen seien nicht geeignet, die Expertise 

der Gutachterin, die notabene drei Jahre später erfolgt sei, zu desavouieren. Die 

zu begutachtende Situation habe sich für C._____ in den letzten drei Jahren ver-

ändert (Urk. 88 Rz. 13). Die Gutachterin habe den Bericht des Beistands, G._____, 

knapp, aber nicht verfälscht oder unter Auslassung einer wesentlichen Information 

wiedergegeben. G._____ fehle es an der Fachlichkeit, die psychologische Not von 

C._____ zu erkennen, zumal er es auch unterlassen habe, C._____ kennenzuler-

nen (Urk. 88 Rz. 14). Das Schreiben von Dr. I._____ sei auf Wunsch des Beklagten 

zustande gekommen und eine reine Parteibehauptung, welche die Gutachterin mit 

ihrem Telefonat mit der Stammärztin von C._____ habe einordnen können (Urk. 88 

Rz. 8). Falls das Gericht die problemlosen Übergaben von C._____ vom Beklagten 

zur Klägerin als mit dem Ergebnis des Gutachtens nicht übereinstimmend sehe, sei 

die Gutachterin ergänzend zu befragen. Naheliegend sei vermutlich, dass sich 

C._____ freue, zurück in ihre gewohnte Umgebung zu kommen, hingegen Mühe 

bekunde, diese zu verlassen (Urk. 88 Rz. 44).

2.4.3. Wie der Beklagte betreffend eine allfällige Gehörsverletzung der Vorinstanz 

selbst und zutreffend ausführte, liegt es in der Natur der Sache, dass gerade beim 

vorliegenden Aktenumfang starke Zusammenfassungen notwendig sind (Urk. 26 

Rz. 20). Wie bereits ausgeführt hielt die Gutachterin das Telefonat mit der Rechts-

vertreterin der Klägerin am 24. August 2022 sowie dessen Inhalt unter den Gesprä-

chen mit Drittpersonen fest (Urk. 44 S. 23) und bestätigte die Rechtsvertreterin der 

Klägerin die Richtigkeit des wiedergegebenen Gesprächsinhalts (Urk. 88 Rz. 17). 

Es bestehen keine Hinweise, dass die Gutachterin hier etwas unterschlagen hat. 

Der Beklagte substantiiert nicht, worüber die Gutachterin Dr. med. I._____ und 

- 25 -

G._____ hätte befragen sollen. Höchstwahrscheinlich hätte sich der Beklagte Fra-

gen betreffend die Notwendigkeit der Arztbesuche bzw. der fehlenden Kooperati-

onsbereitschaft der Klägerin erhofft. Diese Fragen wären bei der Thematik der el-

terlichen Sorge interessant, die es im vorliegenden Verfahren ohnehin nicht zu be-

urteilen gilt. Es liegt gerade in der Systematik eines fundierten Gutachtens, dass 

die Abklärungsergebnisse zunächst zusammengefasst und erst in der Diskussion 

der Abklärungsergebnisse und bei der Beantwortung der Fragen sowie Empfehlun-

gen bewertet werden. Die Gutachterin hinterfragt in der Diskussion der Abklärungs-

ergebnisse – wie der Beklagte zutreffend bemerkte – nicht, weshalb für C._____ 

nur der Wechsel von der klägerischen Welt in die beklagtische Welt eine gewaltige 

Herausforderung darstellt (Urk. 44 S. 27 ff.). Im Rahmen von Kindesschutzmass-

nahmen spielt die Schuldfrage indes keine Rolle (vgl. BGer 5A_993/2016 vom 

19. Juni 2017, E. 4.2.2), auch wenn dies für den anderen Elternteil unbefriedigend 

sein mag. Ausschlaggebend ist, dass beim Wechsel von der Klägerin zum Beklag-

ten unbestrittenermassen Probleme vorhanden sind, die es mit geeigneten Mass-

nahmen bestmöglich zu lösen gilt. Ausserdem geht aus dem Gutachten hervor, 

dass sich die Vorbereitung auf den Wechsel auch beim Beklagten schwierig gestal-

tete (Urk. 44 S. 20).

2.4.4. Das Gutachten hält dem Kriterium der Vollständigkeit für die in casu zu be-

urteilenden Ergänzungsfragen stand.

2.5. Fehlende Schlüssigkeit

2.5.1. Der Beklagte bemängelt, der Schluss des Gutachtens zu Frage 6 sei nicht 

nachvollziehbar, weil der Wechsel der Kita und der Eintritt in den Kindergarten nicht 

zu einer Überforderung von C._____ geführt hätten (Urk. 69 Rz. 19). C._____ habe 

sich gut in den Kindergarten eingelebt (Urk. 85 S. 11). Auf S. 22 des Gutachtens 

werde ein Telefonat mit der Kita H._____ vom 12. August 2022 aufgeführt, wonach 

sich die Übergaben am Dienstagnachmittag seit drei Monaten verbessert hätten. 

Ebenso habe die Leiterin der Bahnhofhilfe bestätigt, dass es Schwierigkeiten bei 

der Übergabe gebe, wenn die Klägerin C._____ bringe. Beim Zurückkommen wirke 

C._____ zufrieden und glücklich (Urk. 85 S. 3). Die Schlussfolgerung, wonach der 

Stress von C._____ bei den Übergaben zu einer erhöhten Vulnerabilität gegenüber 

- 26 -

Veränderungen geführt habe, sei damit nicht nachvollziehbar und falsch (Urk. 85 

S. 4). Betreffend Frage 7 erachtet es der Beklagte als widersprüchlich, dass eine 

funktionierende Besuchsregelung superprovisorisch aufgehoben worden sei, wo-

mit ein Wechsel im gewohnten Rhythmus des Kinds erfolgt sei, nun aber damit 

argumentiert werde, es sei C._____ kein Wechsel mehr zuzumuten (Urk. 69 

Rz. 20). Es fehle auch an einer logischen Erklärung aus dem Blickwinkel des Kin-

des für die Empfehlung der Gutachterin betreffend das Ferienbesuchsrecht. Die 

Gutachterin halte zwar fest, dass prinzipiell die Einräumung eines Besuchsrechts 

für den Beklagten alle drei Monate während rund sechs Tagen mit dem Wohl von 

C._____ vereinbar sei. Trotzdem gebe sie diese Empfehlung nicht, was sie allein 

mit dem Wohl der Klägerin begründe, die Mühe mit einer solchen Regelung habe 

(Urk. 69 Rz. 21). Es sei nicht nachvollziehbar, warum C._____ nicht länger beim 

Beklagten sein könne, wenn sie bei der Übergabe vom Beklagten an die Klägerin 

glücklich und zufrieden sei (Urk. 85 S. 5). Die Gutachterin habe gar nicht feststellen 

können, dass die für C._____ angeblich nicht überschaubaren, zu langen Trennun-

gen von der Klägerin bei C._____ Stress verursachen würden. Die Gutachterin 

habe C._____ nämlich lediglich im Rahmen des Wochenendbesuchsrechts erlebt 

(Urk. 85 S. 10). Die Empfehlungen der Gutachterin seien auch deshalb falsch, weil 

beim Beklagten keine maligne Dynamik zwischen den Parteien auszumachen sei. 

Aus dem Gutachten gehe mit keinem Wort hervor, dass der Beklagte schlecht über 

die Klägerin rede. Im Gegenteil habe die Gutachterin ja selbst feststellen können, 

dass der Beklagte gut über die Klägerin gesprochen habe, als sich C._____ gewei-

gert habe, sich für die Übergabe vorzubereiten (Urk. 85 S. 6). Eine Traumatisierung 

C._____s in ihrer frühen Kindheit sei nicht nachvollziehbar. Vielmehr zeige 

C._____, dass sie es mit beiden Parteien gut habe und das Verhältnis zu beiden 

gut sei (Urk. 85 S. 6 f.). Es gebe keine traumatische Trennungserfahrung, an die 

sich C._____ noch erinnern könne. Als die Klägerin mit ihrem erweiterten Suizid 

gedroht habe, sei C._____ ein Baby gewesen und die Trennung sei lediglich für 

eine sehr kurze Zeit (höchstens einen Tag) erfolgt (Urk. 85 S. 11).

2.5.2. Die Klägerin führt aus, der Beklagte versuche unter Missachtung der spezi-

ellen und kindeswohlschädigenden Elternkonstellation wiederholt, "Normalität" gel-

tend zu machen. Es sei dem Gutachten zu folgen, wonach sich die Konflikte auf 

- 27 -

C._____ und ihre Lebenswelt auswirken würden (Urk. 88 Rz. 55). Betreffend das 

Ferienbesuchsrecht scheine der Beklagte den Schutzbedarf von C._____ nicht ver-

stehen zu können. Die Empfehlungen der Gutachterin seien vor dem Hintergrund 

der festgestellten traumatischen Erlebnisse des Kindes in der frühen Kindheit sowie 

der krankmachenden Paardynamik nachvollziehbar und adäquat (Urk. 88 Rz. 59). 

C._____ habe im ersten Lebensjahr jeden Samstag von 11.00 Uhr bis Sonntag um 

16.00 Uhr sowie ab Oktober 2018 jeweils alle zwei Wochen vom Freitagnachmittag 

bis Sonntagabend und alle drei Monate eine Ferienwoche beim Beklagten ver-

bracht. Diese Trennungen hätten sich für C._____ als unüberschaubare Verluste 

der Klägerin erwiesen, was gemäss kinderpsychologischer Gutachterin C._____ 

traumatisiert habe und ihr heutiges Verhalten erkläre (Urk. 99 Rz. 6). Die Belas-

tungssituation von C._____ werde von Fachpersonen seit längerer Zeit beobachtet 

und zu Papier gebracht. Die Feststellungen der Gutachterin würden die Einschät-

zungen der Fachpersonen bestätigen (Urk. 99 S. 7).

2.5.3. Gemäss Zusammenfassung der telefonischen Auskünfte berichteten sowohl 

die Leiterin der Kita H._____ als auch die Lehrperson und die Klassenassistentin, 

dass C._____ bei der Eingewöhnung in die Kita H._____ bzw. in den Kindergarten 

Mühe gezeigt habe (Urk. 44 S. 22 und S. 24 ff.). In der Kita H._____ habe C._____ 

heftig auf Veränderungen reagiert. Sie habe aufgehört zu reden und habe stattdes-

sen gefaucht (Urk. 44 S. 22). Die Klassenassistentin äusserte, dass es viele Wech-

sel bei den Lehrpersonen gegeben habe. C._____ habe allmählich gelernt, sich 

anzupassen. Sie habe sich dabei stark an der Klassenassistentin orientiert, die kon-

stant da gewesen sei. Wenn Änderungen den normalen Ablauf stören würden, sei 

dies für C._____ sehr kompliziert (Urk. 44 S. 26). Die Klassenlehrerin und die Klas-

senassistentin erachteten die Wechsel vom Kindergarten in den Hort als schwierig. 

Mit der Begleitung der Klassenassistentin habe es dann schliesslich gut funktio-

niert. Da morgens ein Wechsel vom Kindergarten in den DAZ-Unterricht (Deutsch-

unterricht als Zweitsprache) direkt nach dem Ankommen im Kindergarten für 

C._____ nicht möglich gewesen sei, habe sie in die zweite DAZ-Gruppe gewech-

selt, damit sie Zeit gehabt habe, vor dem nächsten Übergang anzukommen 

(Urk. 44 S. 25 f.). Beide Parteien und die Bahnhofhilfe erklärten der Gutachterin, 

dass C._____ mit den Trennungen und den Übergaben Mühe habe (Urk. 44 S. 11, 

- 28 -

S. 13 und S. 24). Die Gutachterin konnte sodann am 30. Oktober 2022 selbst mit-

erleben, wie der Beklagte die protestierende C._____ auf die Übergabe vorbereiten 

musste, wobei diese Vorbereitung vergleichsweise schnell gegangen sei (Urk. 44 

S. 20). Unter Zugrundelegung dieser Aussagen und Beobachtungen kam die Gut-

achterin nachvollziehbar zum Schluss, dass C._____ auf Veränderungen empfind-

lich reagiere und Trennungsschwierigkeiten aufweise. Bei der Beantwortung der 

Frage 7 sprach die Gutachterin nicht den Wechsel eines Betreuungsrhythmus an, 

sondern den Wechsel vom einen Elternteil zum anderen (Urk. 44 S. 32), was im 

Einklang mit dem soeben Erörterten steht. Dass sich gemäss Auskunft der Kita die 

Übergaben damals am Dienstagabend seit drei Monaten verbessert hätten, muss 

nicht heissen, dass diese gut verliefen. Der adäquate Umgang des Beklagten mit 

einer schwierigen Situation bedeutet zudem nicht, dass die Situation selbst nicht 

belastend und zu verhindern ist. Auch die beklagtischen Einwände zur Empfehlung 

des aufbauenden Ferienbesuchsrechts verfangen nicht. Die Empfehlung eines auf-

bauenden Ferienbesuchsrechts wurde nicht nur zum Wohle der Klägerin oder we-

gen der malignen Elterndynamik, sondern auch wegen der für C._____ traumati-

schen, langen Trennungen von der Klägerin in der frühen Kindheit als empfehlens-

werter erachtet (Urk. 44 S. 33 f.). Die Trennungsproblematik bezog sich nicht auf 

die Trennung während der Untersuchungshaft, sondern auf die ungewöhnlich lan-

gen Ferienbesuchsrechte im Kleinkindalter (Urk. 44 S. 32). Zudem sind Traumata 

nicht ausgeschlossen, nur weil man sich bewusst nicht an traumatische Erlebnisse 

erinnern kann, da sie im Unterbewusstsein verankert sein können. Auch ein gutes 

Verhältnis zum Beklagten schliesst ein früheres Trauma keineswegs aus, weshalb 

kein Widerspruch besteht. Es trifft zwar zu, dass die Gutachterin C._____ nie wäh-

rend eines Ferienbesuchsrechts beim Beklagten erleben konnte. Das Gutachten 

stützt sich indes nicht nur auf die unmittelbaren Wahrnehmungen der Gutachterin, 

sondern zusätzlich auf die ihr zur Verfügung gestellten Akten und ihre eigenen 

Sachverhaltsabklärungen (vgl. Urk. 44 S. 2 ff.). Die durch den Beklagten in Abrede 

gestellte maligne Dynamik zwischen den Parteien geht sodann ohne Weiteres aus 

den höchst strittig geführten Verfahren hervor. Ausserdem führte der Beklagte 

selbst aus, dass die Probleme im Verhältnis der Eltern liegen würden (Urk. 85 S. 9). 

Es sei unbestritten, dass zwischen den Parteien ein Streit "auf leider zu vielen Ebe-

- 29 -

nen" ausgetragen werde, was nicht alleine am Beklagten liege, sondern vielmehr 

auch die Klägerin einen erheblicheren Anteil an dieser Situation habe (Urk. 85 

S. 10). 

2.5.4. Die gutachterlichen Schlussfolgerungen sind demnach schlüssig und nach-

vollziehbar.

2.6. Das Gutachten erweist sich nach dem Erwogenen für die im vorliegenden 

Verfahren zu beurteilenden Fragen nicht als mangelhaft, weshalb im Folgenden 

auf dieses abgestellt werden kann und Abweichungen zu begründen sind.

3. Betreuungsumfang des Beklagten 

3.1. Zum Ferienbesuchsrecht erwog die Vorinstanz, dass der Aufbau einer ge-

festigten Beziehung zwischen dem Beklagten und C._____ bis anhin vor allem 

durch den Konflikt zwischen den Eltern um das formale Besuchsrecht behindert 

worden sei. Der Bericht des Beistands, G._____, vom 26. April 2021, habe gestützt 

auf die durchgeführte Familienbegleitung durch das Sozialzentrum O._____ fest-

gehalten, dass aufgrund der durch die Familienbegleiterin attestierten Erziehungs-

kompetenzen nichts gegen häufigere reale Kontakte von C._____ zum Beklagten 

spreche. Auch die Einräumung eines Ferienrechts des Beklagten mit C._____ habe 

er als unproblematisch erachtet. Ein restriktives Besuchsrecht bzw. die weitere Sis-

tierung des Ferienbesuchsrechts liege – zumindest aus heutiger Sicht – nicht im 

Kindesinteresse, zumal keine direkte Kindeswohlgefährdung durch die Ausübung 

des Ferienrechts ersichtlich sei. Der klägerischen Befürchtung einer anfänglichen 

Überforderung von C._____ sei entgegenzuhalten, dass eine vertiefte Beziehung 

und Vertrauensbasis erst entstehen könne, wenn regelmässige Kontakte mit einer 

gewissen Intensität stattfinden würden. Eine einwöchige Ferienbetreuungszeit am 

Stück entspreche C._____s Interessen, weil sie ihr ermögliche, den Alltag mit dem 

Beklagten zu erleben und ihre Beziehung zu vertiefen. Der Anspruch von C._____ 

auf angemessenen persönlichen Verkehr mit dem Beklagten sei zu schützen und 

der Beklagte zu berechtigen, für die weitere Dauer des Verfahrens alle drei Monate 

eine einwöchige Ferienbetreuungszeit zu erbringen. Ab Kindergarteneintritt müsse 

das Ferienbesuchsrecht den Schulferien angepasst werden (Urk. 2 S. 8 ff.).

- 30 -

Zur Sistierung des Besuchsrechts unter der Woche führte die Vorinstanz aus, 

es seien sich beide Eltern einig, dass die Übergaben vom einen zum anderen El-

ternteil eine Belastung für C._____ darstellen würden und sie Mühe zeige, sich vom 

jeweiligen Elternteil zu lösen. Weiter seien sich die Eltern einig, dass sich die Si-

tuation von C._____ nach dem für sie anfänglich anspruchsvollen Kindergartenein-

tritt beruhigt und sie sich im Kindergarten gut integriert habe und sich wohl fühle. 

Es erscheine zumindest als glaubhaft gemacht, dass es seit dem Sommer 2022 zu 

einer Stabilisierung des Wohlbefindens von C._____ gekommen sei. Ob die Stabi-

lisierung einzig darauf zurückzuführen sei, dass sich C._____ mittlerweile im Kin-

dergarten gut eingelebt habe, oder ob auch die Streichung des Besuchsrechts des 

Beklagten unter der Woche und damit die Reduktion der für C._____ belastenden 

Übergaben zu einer Verbesserung geführt habe, könne nicht abschliessend beur-

teilt werden. Die Folgen einer Wiedereinführung des Besuchsrechts des Beklagten 

unter der Woche für das Wohlbefinden von C._____ seien zum aktuellen Zeitpunkt 

für das Gericht schwer abschätzbar. Durch das in Auftrag gegebene Gutachten 

solle unter anderem genau diese Frage beleuchtet werden. Unter diesen Umstän-

den sei es zum aktuellen Zeitpunkt – kurz bevor das vollständige kinderpsycholo-

gische Gutachten vorliege und kurz nachdem sich C._____s Zustand stabilisiert zu 

haben scheine – nicht im Wohl von C._____, sie erneut einer Veränderung ihres 

Wochenablaufs auszusetzen (Urk. 48/2 S. 8). 

3.2. Die Klägerin rügt, die Vorinstanz habe die Ferientage basierend auf einer 

Aussage des ehemaligen Beistands angeordnet. Dieser habe C._____ nie besucht, 

er kenne weder sie noch ihren Entwicklungsstand, ihre Ängste und Nöte. Hingegen 

habe der Beistand wiederholt den Wünschen des Beklagten nachgegeben, ohne 

die Klägerin in seine Entscheidung miteinzubeziehen, wie auch bei der Frage der 

Ferienbesuchszeit (Urk. 1 Rz. 19). C._____ reagiere nach jedem Besuch beim Be-

klagten stark. Sie regrediere ins Babyalter, leide unter Schlafstörungen, nächtli-

chem Erwachen und Weinen. Sie suche die Klägerin und gehe ihr auf Schritt und 

Tritt nach (Urk. 1 Rz. 7). C._____ nässe nicht nur bei der Klägerin, sondern auch 

im Kindergarten und Hort ein (Urk. 99 Rz. 4). Die Ferienwoche alle drei Monate sei 

installiert worden, um dem damals in Spanien wohnenden Beklagten Kontaktmög-

lichkeiten zu C._____ zu geben. Zwischenzeitlich sei die Situation anders. Der Be-

- 31 -

klagte lebe nun in der Stadt Zürich (Urk. 1 Rz. 20). Zudem sei C._____ am 22. 

August 2022 in den Kindergarten eingetreten. Das Ferienmodell bedürfe somit ei-

ner Neubeurteilung. Ferien seien auf die Schulferien zu legen (Urk. 32 Rz. 7 und 

Urk. 41 Rz. 2). Die Feststellung der Gutachterin, dass es C._____ jeweils gut beim 

jeweiligen Elternteil gehe, bedeute nicht, dass es C._____ in der vorliegenden El-

ternkonstellation gut gehe. Die massiven elterlichen Konflikte hätten gemäss Gut-

achterin bei C._____ zu einer erhöhten Vulnerabilität gegenüber Veränderungen 

geführt (Urk. 65 Rz. 14). C._____ werde von allen Betreuerinnen als ein Kind be-

schrieben, das Mühe mit Veränderungen habe (Urk. 99 Rz. 14). Erschwerend 

komme hinzu, dass C._____ bereits in ihrer frühen Kindheit traumatische Tren-

nungserfahrungen von der Klägerin erlebt habe (Urk. 65 Rz. 16). Eine Trennungs-

zeit von der Hauptbezugsperson von einer Woche sei für ein Vorschulkind (gemeint 

bis zum Alter von sechs Jahren) aus kinderpsychologischer Sicht zu lange (Urk. 32 

Rz. 4). Aufgrund der Trennungsprobleme von C._____ empfehle die Gutachterin, 

die Dauer der Trennung von der Klägerin an C._____s Möglichkeiten anzupassen 

(Urk. 65 Rz. 18), indem die Übernachtungen schrittweise und sorgfältig durch eine 

Psychotherapeutin und eine spanisch sprechende Besuchsbegleitung überwacht 

bis zum Schuleintritt (1. Primarklasse) auf die Dauer einer Woche ausgeweitet wür-

den (Urk. 55 Rz. 11). Wenn der schrittweise Aufbau der Ferienkontakte mit dem 

Wohl von C._____ abgestimmt und gut verlaufen sei, solle der Beklagte ab Eintritt 

in die Primarschule C._____ auf eigene Kosten die Hälfte der Schulferien mit sich 

oder zu sich nehmen können, wobei die jeweiligen Ferien ohne Kompensation von 

ausgefallenen Besuchswochenenden nicht mehr als eine Woche am Stück umfas-

sen sollen. Für das Sicherheitsgefühl von C._____ sei zudem festzulegen, dass sie 

zwischen den Aufenthalten beim oder mit dem Beklagten zehn Tage mit der Kläge-

rin verbringe (Urk. 65 Rz. 24). Mit dem kindesgerecht auszuweitenden Ferienbe-

suchsrecht sei erst nach Einsetzung einer 1:1-Übergabebegleitung zu beginnen 

(Urk. 88 S. 25 f.). Von einer Kompensation der ausgefallenen Besuchszeit sei ab-

zusehen, um keine mathematisch motivierte Diskussionen aufkommen zu lassen. 

In der Vergangenheit habe der Beklagte jede Stunde, die aus organisatorischen 

Gründen von seinem Besuchsrecht abgegangen sei, eingefordert und habe sie 

kompensiert haben wollen (Urk. 65 Rz. 33). 

- 32 -

Aufgrund der wiederholt nervenaufreibenden und zeitintensiven Übergaben 

und um den Schuleintritt von C._____ nicht zu gefährden, habe die Klägerin die 

Sistierung der Betreuung durch den Beklagten unter der Woche beantragt, was zu 

weniger zu bewältigenden Wechsel geführt habe (Urk. 55 Rz. 3 und Rz. 12). Die 

Gutachterin unterstütze dieses Anliegen (Urk. 55 Rz. 3). Sie führe die Entlastung 

von C._____ auf die aktuelle Betreuungsregelung ohne Betreuung durch den Be-

klagten unter der Woche zurück (Urk. 55 Rz. 12). Die Klägerin bestreitet die be-

klagtische Behauptung, dass sie eine Entfremdung von C._____ vom Beklagten 

bezwecke (Urk. 55 Rz. 13). Wenn C._____ jeweils voller Freude zur Klägerin zu-

rückrenne und Schwierigkeiten und Widerwille sowie klare Abwehr beim Wechsel 

zum Beklagten zeige, könne ein Laie nicht auf eine (bestrittene) klägerische Tren-

nungsangst schliessen. Das Kind gebe altersgerecht seinen Willen kund, dass es 

nicht zum Beklagten auf Besuch gehen wolle. Der Hintergrund werde von der Gut-

achterin in den zu langen Trennungen von der Klägerin in der frühen Kindheit ge-

sehen (Urk. 99 Rz. 4). Die Gutachterin empfehle die aktuell gelebte Betreuungsre-

gelung vorerst beizubehalten. Die Klägerin weist darauf hin, dass ab dem zweiten 

Kindergartenjahr die Übergaben um 13.00 Uhr nicht mehr möglich seien, da 

C._____ dann am Freitagnachmittag den Unterricht besuchen werde (Urk. 55 

Rz. 21). Aus diesem Grund sei die Dispositiv-Ziffer 1 der vorinstanzlichen Verfü-

gung vom 7. Dezember 2022 wie beantragt zu präzisieren, dass die Übergaben 

jeweils um 13.00 Uhr resp. nach Kindergarten-oder Schulschluss zu erfolgen hätten 

(Urk. 55 Rz. 22). 

3.3. Der Beklagte stellt sich auf den Standpunkt, dass die angeblichen Beobach-

tungen der Klägerin, wonach C._____ nach Besuchen beim Beklagten wieder ins 

Babyalter zurückfalle, keineswegs neue Behauptungen seien (Urk. 26 Rz. 5). Er-

staunlich sei, dass die Thematik des Zurückfallens ins Kleinkindalter für die Klägerin 

(auch) im damaligen Verfahren vor der KESB eine untergeordnete Rolle gespielt 

habe. Gleich verhalte es sich im vorliegenden Verfahren, das zwecks Abänderung 

des Kindesunterhalts von der Klägerin eingeleitet worden sei und nicht etwa des-

wegen, weil die Klägerin Angst um das psychische Wohl von C._____ gehabt habe. 

In der Klageschrift vom 19. Februar 2021 würden die angeblichen Auffälligkeiten 

mit keinem Wort erwähnt. Vor diesem Hintergrund seien die heutigen Darstellungen 

- 33 -

der Klägerin nicht glaubhaft (Urk. 26 Rz. 6). Der Beklagte anerkenne, dass 

C._____ nach längeren Ferienaufenthalten bei ihm als nicht hauptbetreuendem El-

ternteil etwas Zeit benötige, sich bei der Klägerin wieder einzufinden. Er habe denn 

auch nicht dafür votiert, dass C._____ nach den Ferien direkt von ihm in die Kita 

gebracht werde (Urk. 26 Rz. 11). Die Parteien hätten sich darauf geeinigt, dass 

C._____ auch weiterhin jedes zweite Wochenende von Freitagmittag bis Sonntag-

abend mit dem Beklagten verbringe. Es sei nicht nachvollziehbar, weshalb diese 

erweiterte Wochenendbetreuung alle zwei Wochen keine Gefährdung des Kindes-

wohls darstellen würde, ein sechstägiges Ferienbesuchsrecht alle drei Monate hin-

gegen schon (Urk. 26 Rz. 7). C._____ habe keinerlei Probleme damit, einige Tage 

von der Klägerin getrennt zu sein. Sie wolle während der Besuchszeiten beim Be-

klagten denn auch nicht mit der Klägerin telefonieren (Urk. 26 Rz. 12). Es sei von 

der KESB in einem aufwändigen Verfahren geprüft worden, welche Regelung der 

Kinderbelange dem Wohl von C._____ am besten gerecht werde. All diese Mass-

nahmen seien in Berichten und Entscheiden aktenkundig gemacht und hätten zu 

Tage gefördert, dass die Belastungen, denen C._____ wohl ausgesetzt sei, ihren 

Ursprung nicht in der Art oder dem Umfang der Betreuung durch den Beklagten 

hätten (Urk. 26 Rz. 19). C._____ gehe es beim Beklagten gut (Urk. 69 S. 30). Beim 

Zurückkommen vom Beklagten wirke C._____ zufrieden und glücklich (Urk. 85 

S. 3). Die Trennungsproblematik liege bei der Klägerin. Es könne nicht von der 

Hand gewiesen werden, dass sie diese, sei es bewusst oder unbewusst, auf 

C._____ übertrage. Probleme bei der Rückgabe von C._____ an die Klägerin gebe 

es nicht, vielmehr scheine es so, dass die Klägerin sich nicht mit der Trennung von 

C._____ für die Ferien abfinden könne und das Kind – sei es bewusst oder unbe-

wusst – wohl beeinflusse (Urk. 85 S. 12). Die vorinstanzliche Verfügung vom 

15. Februar 2022 habe sich mit den Beweismitteln auseinandergesetzt und sei wie 

alle anderen mit der Sache bisher betrauten Amtsstellen zum Schluss gekommen, 

dass ein Umgangsrecht zum Beklagten und so auch ein Ferienrecht im wohlver-

standenen Interesse des Kindes liege (Urk. 26 Rz. 20 und Urk. 85 S. 12). Das Fe-

rienbesuchsrecht sei dementsprechend ab den Sommerferien vollständig und zur 

Hälfte der entsprechenden Ferien wieder einzuräumen (Urk. 85 S. 12 f.).

- 34 -

Anhand einer einzigen Übergabe, in der kein Fehlverhalten des Beklagten 

habe festgestellt werden können, sei dem Beklagten das Besuchsrecht gekürzt 

worden, ohne weitere Beteiligte, wie die Mitarbeitenden der Kita, zu befragen. Dies 

wäre darum nötig gewesen, da diese nicht nur eine Übergabe, sondern beinahe 

jede Übergabe mitbekommen hätten (Urk. 48/1 Rz. 9). Auch die Kindergartenlehr-

person sei vom Gericht weder vor Erlass der superprovisorischen Verfügung noch 

vor der angefochtenen Verfügung befragt worden. Es hätten keinerlei Hinweise da-

für bestanden, dass C._____ den Kindergarteneintritt nicht mit der laufenden Be-

treuungsregelung hätte schaffen können (Urk. 48/1 Rz. 10). Es sei allgemein be-

kannt, dass Kinder im Alter von C._____ die Zeit langsamer als Erwachsene erle-

ben würden. So seien für sie zwei Wochen, in denen sie den Beklagten nicht sehen 

dürfe, deutlich länger als für Erwachsene. Davor habe sie den Beklagten jede Wo-

che mindestens einmal gesehen. Der Beklagte befürchte daher nicht zu Unrecht, 

dass sich C._____ weiter von ihm entfremden lasse, was wohl die Absicht der Klä-

gerin in sämtlichen Verfahren sei (Urk. 48/1 Rz. 11). Aus dem Telefongespräch mit 

Frau N._____ von der Bahnhofhilfe sei ersichtlich, dass die Übergabe C._____ 

dann Schwierigkeiten bereite, wenn die Klägerin C._____ bringe. Wenn der Be-

klagte C._____ bringe, wirke das Kind glücklich. Dieses Verhalten lasse klare Rück-

schlüsse auf das Verhalten der Parteien zu. Die Klägerin könne offenbar nicht dar-

auf hinwirken, dass C._____ unbelastet zum Beklagten gehen könne. Der Beklagte 

hingegen schaffe es, dass die Übergaben C._____ keine Probleme verursachen 

würden (Urk. 69 S. 17, S. 22, S. 24 und S. 27, Urk. 85 S. 3). Es sei falsch und nicht 

im Kindeswohl, wenn die Übergaben unter der Woche darum gestrichen würden, 

weil es der Klägerin nicht gelinge, die Übergaben problemlos zu gestalten. C._____ 

habe gezeigt, dass sie zu beiden Parteien ein gutes Verhältnis habe und mit der 

schwierigen Situation umzugehen wisse. Das Gutachten zeige – auch wenn es dies 

nicht ausdrücklich festhalte –, dass die Probleme bei der Klägerin liegen würden. 

C._____ habe keine Trennungsängste, sie nässe beim Beklagten nicht ins Bett ein 

und habe kaum Schlafstörungen (Urk. 85 S. 5 und S. 9). Sie habe sich im Kinder-

garten altersentsprechend entwickelt (Urk. 85 S. 9). Der Beklagte wisse nichts von 

wiederholtem Einnässen C._____s im Hort oder Kindergarten. Er sei darüber auch 

von den Betreuern oder Kindergärtnerinnen am Elterngespräch vom 13. Juni 2023 

- 35 -

nicht informiert worden. Sollte dies denn tatsächlich passiert sein, so hätten die 

Betreuer diesem Umstand offensichtlich keine grosse Bedeutung beigemessen 

(Urk. 102 Rz. 12).

Sei das Verhältnis zwischen dem besuchsberechtigten Elternteil und dem 

Kind gut, dürften Konflikte zwischen den Eltern nicht zu einer einschneidenden Be-

schränkung des Besuchsrechts auf unbestimmte Zeit führen (Urk.102 Rz. 18). In 

Bezug auf die Kompensation der ausgefallenen Besuchszeiten beantragt der Be-

klagte das Gegenteil von Klägerin und Kindsvertreterin (Urk. 105 S. 2).

3.4. Die Kindsvertreterin schrieb in ihrer Stellungnahme vom 16. Juni 2023, 

C._____ geniesse gemäss ihren persönlichen Beobachtungen, Berichten von 

Fachpersonen und den Feststellungen im Gutachten die Zeit bei der Klägerin, aber 

genauso die Zeit zusammen mit dem Beklagten. C._____ spüre, dass die Klägerin 

vor den bevorstehenden Besuchswochenenden sehr angespannt sei und Angst 

habe, dass es C._____ beim Beklagten nicht gut gehen oder sie die Klägerin ver-

missen könnte. Es sei für C._____ vermutlich deshalb so schwierig, sich auf die 

Kontakte zum Beklagten zu freuen, weil es für C._____ einen Übergang zwischen 

zwei verfeindeten Lagern bedeute. Sie sei hin- und hergerissen zwischen ihren ei-

genen Gefühlen gegenüber dem jeweiligen Elternteil und den negativen Gefühlen 

sowie dem Misstrauen der Parteien, die diese gegeneinander verspüren würden. 

Dass die Übergaben für C._____ so schwierig seien, sei aus Sicht der Verfahrens-

vertreterin nicht verwunderlich. Sobald C._____ jedoch beim Beklagten angekom-

men sei, könne sie die Zeit mit diesem geniessen (Urk. 96 S. 3). Da die Übergaben 

einen grossen Stress für C._____ bedeuten würden, seien die Wechsel zwischen 

den Parteien auf ein Minimum zu reduzieren, wie dies die aktuelle Regelung bereits 

tue. Da C._____ bereits am Freitag zum Beklagten gehe, habe sie genügend Zeit, 

bei ihm anzukommen und die gemeinsame Zeit während 2.5 Tagen zu geniessen. 

Die Sistierung der Kontakte unter der Woche solle weiterhin bestehen bleiben oder 

durch die neue Kontaktregelung hinfällig werden. Die Kindsvertreterin kann die 

Angst des Beklagten vor einer Entfremdung nicht nachvollziehen, beim Besuch von 

C._____ bei ihm habe sie einen sehr herzlichen und liebevollen Umgang zwischen 

C._____ und dem Beklagten feststellen können (Urk. 96 S. 4). In der Zeit, in der 

- 36 -

die Klägerin Ferien mit C._____ verbringe, habe der Beklagte kein Anrecht auf Aus-

übung der Besuchstage. Diese würden nicht mit zusätzlichen Wochenenden vor 

oder nach den Ferien kompensiert (Urk. 96 S. 4 f.). Stufenweise aufbauende Feri-

enbesuche bis August 2024 seien im Sinne des Wohles von C._____ angemessen. 

Es sei der in Urk. 98/1-2 festgehaltene Ferienplan anzuordnen (Urk. 96 S. 5). Dem 

Ferienplan der Kindsvertreterin ist – unter Weglassung der zusätzlich gewährten 

Besuchswochenenden und Feiertage (Ostern und Auffahrt) in Form von Ferienbe-

suchsrechten – folgende Aufbaugeschwindigkeit zu entnehmen: zweimal drei Über-

nachtungen, je einmal vier und fünf Übernachtungen, dreimal sechs Übernachtun-

gen und schliesslich sieben Übernachtungen (Urk. 98/1-2).

3.5. Gemäss Gutachten gehe es C._____ im Allgemeinen recht gut. Auffälligkei-

ten würden sich bei C._____ in ihrer emotionalen Entwicklung zeigen. So werde 

von der Klägerin, der Kita und der Schule berichtet, dass jede Veränderung des 

Gewohnten für C._____ besonders herausfordernd sei. C._____ leide an ausge-

prägten Trennungsschwierigkeiten. Dies sei vor allem dann zu beobachten, wenn 

sie von der Klägerin zum Beklagten wechsle, teils auch, wenn sie sich vom Beklag-

ten verabschiede (Urk. 44 S. 28). C._____ falle der Wechsel von der Klägerin zum 

Beklagten schwer. Manchmal gestalte sich der Übergang sehr schwierig (mit Wei-

nen und Protestieren) und manchmal verlaufe er ohne sichtbaren Widerstand (sie 

lasse sich ohne Widerstand zu ihm tragen). Freude zeige C._____ bei Wechseln 

zum Beklagten nie. Wenn C._____ dann aber beim Beklagten sei, könne sie sich 

auf die Beziehung mit ihm einlassen. Die Hausbesuche hätten eine innige und ver-

traute Beziehung gezeigt. C._____ scheine die Klägerin während der Wochenen-

den beim Beklagten nicht zu vermissen und leide nicht unter Schlafschwierigkeiten. 

Wenn es Zeit werde, sich vom Beklagten zu verabschieden, sage und zeige 

C._____, dass sie gerne bei ihm bleiben wolle. Kaum sehe sie die Klägerin, renne 

sie zu dieser und verabschiede sich kaum. C._____ scheine es seit dem Kinder-

garteneintritt besser zu gehen. Sie meistere die Anpassungen recht gut und besser, 

als von der Kita befürchtet. C._____ werde älter und könne sich entwicklungsbe-

dingt besser anpassen und zurechtfinden. Die Sistierung der Betreuung unter der 

Woche durch den Beklagten führe zu weniger Wechsel, was eine Beruhigung be-

wirke. C._____ könne sich besser orientieren und müsse sich weniger versichern, 

- 37 -

wer sie abholen werde (Urk. 44 S. 29). Der Beklagte sei gut in der Lage, während 

seiner Betreuungszeit auf C._____s Bedürfnisse einzugehen und ihr einen kinder-

gerechten und liebevollen Rahmen zu bieten. Er habe sichtlich grosse Freude an 

C._____ und folge und teile ihre Interessen (Urk. 44 S. 30). C._____ solle weiterhin 

die Beziehung zu beiden Eltern pflegen dürfen. Wichtig zu beachten sei, dass ihr 

Lebensmittelpunkt bei der Klägerin sei und dort bleiben solle. Die Anforderungen, 

die durch die Wechsel an sie gestellt würden, müssten verringert werden. Dazu 

scheine die jetzige Regelung, dass C._____ jedes zweite Wochenende sowie Fe-

rienzeiten mit ihrem Vater verbringe, geeignet (Urk. 44 S. 32). Prinzipiell sei die 

Einräumung eines Besuchsrechts für den Vater alle drei Monate während rund 

sechs Tagen mit dem Wohl von C._____ vereinbar. Wegen der malignen Dynamik 

zwischen den Eltern und wohl traumatischen Trennung von der Klägerin in der frü-

hen Kindheit sei es empfehlenswerter, die Dauer der Wochenenden (zwei Nächte) 

bis zum Eintritt in die erste Klasse schrittweise auf die Dauer von einer Woche aus-

zuweiten. Dabei sei es hilfreich, wenn die empfohlene Besuchsbegleitung diese 

Ausweitung begleiten und beobachten sowie die Verträglichkeit für C._____ über-

wachen könne (Urk. 44 S. 33 f.). Falls die Ausweitung für C._____ verträglich sei, 

könne bis zum Eintritt in die erste Klasse angestrebt werden, dass C._____ die 

Hälfte der Schulferien mit dem Beklagten verbringe. Dabei müsse beachtet werden, 

dass die Dauer der Trennung von der Klägerin an C._____s Möglichkeiten ange-

passt werde. Dies einzuschätzen benötige die Einschätzung von Drittpersonen, die 

C._____ gut kennen und sie regelmässig sehen würden (z.B. die Besuchsbeglei-

tung und/oder Psychotherapeutin; Urk. 44 S. 34).

3.6. Eltern und Kinder haben das Recht auf angemessenen persönlichen Kontakt 

(Art. 273 ZGB). Dieses Recht steht den Betroffenen um ihrer Persönlichkeit willen 

zu. Als sogenanntes "Pflichtrecht" dient es in erster Linie dem Interesse des Kindes. 

Bei der Festsetzung des Besuchsrechts geht es nicht darum, einen Interessenaus-

gleich zwischen den Eltern zu finden, sondern den elterlichen Kontakt mit dem Kind 

in dessen Interesse zu regeln. Als oberste Richtschnur für die Ausgestaltung des 

Besuchsrechts gilt somit immer das Kindeswohl. Allfällige Interessen der Eltern ha-

ben zurückzustehen. Es ist allgemein anerkannt, dass aufgrund des schicksalhaf-

ten Eltern-Kind-Verhältnisses die Beziehung des Kindes zu beiden Elternteilen sehr 

- 38 -

wichtig ist und bei dessen Identitätsfindung eine entscheidende Rolle spielen kann. 

Was als "angemessener" persönlicher Verkehr im Sinne von Art. 273 Abs. 1 ZGB 

zu verstehen ist, lässt sich grundsätzlich nur anhand der Umstände des Einzelfalls 

unter Berücksichtigung des Zwecks des Besuchsrechts bestimmen (OGer ZH 

PQ20007 vom 08.05.2020, S. 13). Bei der Ausgestaltung des Besuchsrechts 

kommt dem Alter des Kindes eine entscheidende Bedeutung zu. Ein Kleinkind hat 

diesbezüglich andere Bedürfnisse als ein Jugendlicher. Insbesondere ist das Zeit-

gefühl bei Kleinkindern anders. Längere Zeitabstände zwischen den Besuchen 

können bei Kleinkindern zur Ungewissheit führen, ob sie den entsprechenden El-

ternteil je wiedersehen. Zudem ist die Bindung an einen Elternteil und die Intensität 

der Beziehung zum Besuchsberechtigten zentral. Die Ausgestaltung hängt auch 

von der Lebensgestaltung der Eltern und des Kindes, den räumlichen Gegebenhei-

ten und zeitlichen Verfügbarkeiten der Eltern ab. Für die Umsetzung und nament-

lich auch den Detaillierungsgrad der Regelung ist das Verhältnis zwischen den El-

tern wichtig (BGer 5A_290/2020 vom 8. Dezember 2020, E. 2.3).

3.7.1. Es liegt in der Natur von vorsorglichen Massnahmenverfahren, dass keine 

umfangreichen Sachverhaltsabklärungen vorgenommen werden können, sondern 

möglichst zeitnah eine Entscheidung getroffen werden muss. Entgegen der kläge-

rischen Ansicht entschied die Vorinstanz nicht bloss gestützt auf den Bericht des 

Beistands über das Ferienbesuchsrecht des Beklagten, sondern insbesondere 

auch gestützt auf den Abklärungsbericht des Sozialzentrums O._____ vom 29. Ok-

tober 2019 und den Beschluss der KESB vom 3. September 2020 (Urk. 2 S. 7 f., 

Urk. 6/3/4 = Urk. 6/32/151 und Urk. 6/32/186 und Urk. 6/61/1 = Urk. 6/67/2). Es 

kann der Vorinstanz auch nicht vorgeworfen werden, dass sie sich bei der Sistie-

rung des Besuchsrechts unter der Woche auf die Einschätzung der Gutachterin 

verliess, die einerseits über Fachwissen verfügt und andererseits nahe am Gesche-

hen war. Aus dem Gutachten geht sodann hervor, dass die Gutachterin bereits vor 

ihrer Auskunft an die Vorinstanz und ihrer beobachteten Übergabe mit den Mitar-

beitenden der Kita H._____ telefonierte und Sachverhaltsabklärungen traf (Urk. 44 

S. 9). 

- 39 -

3.7.2. C._____ pflegt eine innige und vertraute Beziehung zum Beklagten und die-

ser stellt eine wichtige Bezugsperson für sie dar (Urk. 44 S. 29), was für ein mög-

lichst grosszügiges Besuchsrecht des Beklagten spricht. Da die Parteien beide in 

Zürich wohnen, stehen auch die geografischen Gegebenheiten einem ausgedehn-

ten Besuchsrecht des Beklagten nicht entgegen. Problematisch ist hingegen das 

hochstrittige und von Misstrauen geprägte Verhältnis der Parteien. Dieses bedingt 

einerseits, dass die Besuchsrechte detailliert geregelt werden, um keine neuen 

Konfliktherde entstehen zu lassen (vgl. auch die diesbezügliche Empfehlung der 

Gutachterin [Urk. 44. S. 34]). Andererseits verunmöglicht es C._____, unbelastet 

vom einen Elternteil zum anderen zu wechseln, und führt zu einer emotionalen 

Überforderung bei C._____. Diese ist den gutachterlichen Sachverhaltsabklärun-

gen und Schlussfolgerungen deutlich zu entnehmen, weshalb offenbleiben kann, 

ob C._____ bei der Klägerin, im Hort und Kindergarten einnässt. C._____ reagiert 

auf Veränderungen und Wechsel bereits im Allgemeinen sehr sensibel. Dies zeigte 

sich exemplarisch während der Eingewöhnungsphase in den Kindergarten. Die 

Wechsel vom Kindergarten in den Hort oder die DAZ-Stunde gestalteten sich an-

fangs schwierig und mussten von der Klassenassistentin begleitet werden (Urk. 44 

S. 24 ff.). Unter dieser Prädisposition spitzte sich die Herausforderung, von der klä-

gerischen Welt in die beklagtische zu wechseln, im Verlaufe dieses Verfahren der-

art zu, dass die Bahnhofhilfe die Übergaben als nicht mehr kindeswohlgerecht und 

zumutbar erachtete und den Parteien kündete (Urk. 137/1 und Urk. 145 Rz. 2). 

Selbst wenn die schwierigen Übergaben von der Klägerin zum Beklagten in deren 

Trennungsproblemen oder einer Übertragung ihrer Anspannungen gründen, sind 

die Wechsel für C._____ kaum aushaltbar. Ausserdem gestalten sich auch die Vor-

bereitungen der Übergaben vom Beklagten zur Klägerin aufwändig. Der Beklagte 

gibt sich nach seiner Darstellung alle erdenkliche Mühe, die Übergaben für C._____ 

so leicht wie möglich zu machen. Er rede ihr lange gut zu, was C._____ nach einer 

Weile beruhige. Ihre Wut verfliege und ihre Weigerungshaltung lasse nach 

(Urk. 6/171 Rz. 8, vgl. auch Urk. 44 S. 20). Bis die Übergabesituationen für C._____ 

erträglich werden, sind sie in Übereinstimmung mit den gutachterlichen Empfehlun-

gen auf dem aktuellen Minimum zu belassen. Abweichend von den gutachterlichen 

Empfehlungen sind die Besuchsrechte unter der Woche indes nach einer Ange-

- 40 -

wöhnungsphase an die neuen Übergabemodalitäten (vgl. sogleich E. III.5.) wieder 

zu installieren. Durch die vielen Wechsel bei den Lehrpersonen lernte C._____ all-

mählich, mit solchen umzugehen (Urk. 44 S. 26). Zudem kann C._____ auch alters- 

und entwicklungsbedingt Veränderungen immer besser bewältigen (Urk. 44 S. 29). 

Bei der Bemessung der Angewöhnungsphase ist zu berücksichtigten, dass sich 

C._____ gegenüber neuen Menschen sehr scheu verhält und lange braucht, um 

diesen ihr Vertrauen zu schenken (Urk. 44 S. 28, Urk. 6/61/1 S. 2 und Urk. 6/145 

Rz. 9). Nach ungefähr einem halben Jahr sollte C._____ zur Besuchsübergabebe-

gleitperson ein stabiles Vertrauensverhältnis aufgebaut haben und sollten die be-

gleiteten Übergaben für C._____ keinen Risikofaktor mehr darstellen. Es scheint 

angemessen, dem Beklagten ab der Kalenderwoche 15 im Jahr 2024 wieder ein 

Besuchsrecht unter der Woche einzuräumen. C._____ wird so auch genügend Zeit 

vor der nächsten grossen Veränderung in ihrem Leben, dem Übertritt in die erste 

Klasse und den Schulalltag, haben, um sich wieder an das Besuchsrecht unter der 

Woche zu gewöhnen. Der Beklagte wünscht sich für seine Besuchszeit unter der 

Woche neu den Mittwoch anstelle des Dienstags, damit C._____ jede Woche einen 

ganzen freien Nachmittag mit dem Beklagten geniessen könne. Dies werde ab dem 

zweiten Kindergarten aktuell, da C._____ dann am Dienstagnachmittag Kindergar-

ten haben werde (Urk. 6/171 Rz. 6). Die Klägerin opponierte diesbezüglich nicht 

(Prot. I S. 66 ff. e contrario). Während des zweiten Kindergartenjahres besuchen 

die Kinder in der Stadt Zürich neben den Vormittagen den Kindergarten an zwei 

Nachmittagen (vgl. https://www.stadt-zuerich.ch/ssd/de/index/volksschule/kinder-

garten/stundenplan.html, zuletzt besucht am 4. September 2023). Auch in den ers-

ten Primarschuljahren ist es üblich, dass die Kinder neben dem Mittwochnachmit-

tag an einem weiteren Nachmittag unterrichtsfreie Zeit haben. C._____ wird somit 

auch mit der Klägerin freie Nachmittage geniessen können, wenn dem Beklagten 

ein Besuchsrecht am Mittwochnachmittag eingeräumt wird. Einer Verlegung des 

Besuchsrechts unter der Woche vom Dienstag auf den Mittwoch steht somit nichts 

entgegen.

3.7.3. Die Ferienbesuchsrechte sind C._____s Möglichkeiten entsprechend auszu-

gestalten. Gemäss Gutachten leidet C._____ an Trennungsschwierigkeiten. Der 

Beklagte versucht zwar, die Trennungsschwierigkeiten in Abrede zu stellen. Wie 

- 41 -

bereits dargelegt, ist das Gutachten diesbezüglich aber nachvollziehbar und 

schlüssig. Bei den Trennungsschwierigkeiten handelt es sich auch nicht um ein 

Novum. Bereits im sozialpädagogischen Abklärungsbericht vom 29. Oktober 2019 

werden Trennungsängste erwähnt (Urk. 61/1S. 4). Ausserdem thematisierte der 

Beklagte in seiner Stellungnahme vom 9. November 2022 und in seiner persönli-

chen Befragung anlässlich der Verhandlung vom 9. November 2022 die Tren-

nungsschwierigkeiten selbst, indem er schilderte, dass es C._____ seit dem Weg-

fall des Dienstagsbesuchsrechts am Ende der Besuchswochenenden sichtlich 

schwerer gefallen sei, sich von ihm zu lösen, da sie gewusst habe, dass sie ihn 

lange nicht mehr sehen werde (Urk. 6/171 Rz. 2 und Prot. I S. 62). Somit erlebte er 

unmittelbar, dass lange Trennungen für C._____ noch schwer verständlich sind. 

Ein stufenweiser Aufbau des Ferienbesuchsrechts scheint angemessen. Unter An-

passung des Zeitablaufs seit der Gutachtenserstellung sind hälftige Ferien ab den 

Weihnachtsferien 2024 anzustreben. Die von der Klägerin beantragte Aufbauge-

schwindigkeit erweist sich als viel zu langsam. Wegen der guten Beziehung zum 

Beklagten und den voraussichtlich durch die Übergabebegleitung bald kindswohl-

verträglichen Übergaben erweisen sich Aufenthalte von mindestens zehn Tagen 

bei der Klägerin im Anschluss an die Ferien beim Beklagten und eine Beschrän-

kung auf ein einwöchiges Ferienbesuchsrecht ab einem hälftigen Ferienbesuchs-

recht des Beklagten als nicht erforderlich; mit zunehmendem Alter wird das Zeitge-

fühl immer besser und werden sich C._____s Verlustängste wohl nicht mehr aktu-

alisieren. In leichter Abweichung vom Antrag der Kindsvertreterin erscheint ein re-

gelmässiger Aufbau als sinnvoll erachtet. Nach jeweils zwei Ferienbesuchsrechten 

wird das Ferienbesuchsrecht um eine Übernachtung ergänzt. Bei dieser Aufbauge-

schwindigkeit verbleibt den Parteien, der Besuchsbegleitung und der Beiständin 

genügend Zeit, um zu reagieren, falls die Feriendauer C._____ überfordern sollte. 

Zwei Ferienbesuche sind auch repräsentativer als lediglich einer. Um im Februar 

2024 zu verhindern, dass C._____ den Beklagten wegen der alternierenden Wo-

chenenden und Schulferien während über drei Wochen nicht sieht, sind dem Be-

klagten in den der Sportferien zwei Ferienbesuchsrechte zu gewähren.

3.7.4. Da dem Beklagten nun ein immer umfangreicher werdendes Besuchsrecht 

eingeräumt wird, rechtfertigt es sich nicht, mittels Kompensationsregelung ein er-

- 42 -

neutes Konfliktpotential zu schaffen. Ausgefallene Besuchsrechte sind nicht zu 

kompensieren. 

3.8. Nach dem Erwogenen ist dem Beklagten folgende Ferienbetreuung einzu-

räumen:

 vom 29. Dezember 2023, 18.00 Uhr, bis 1. Januar 2024, 18.00 Uhr (3 Über-

nachtungen und Feiertagsbesuchsrecht über Neujahr),

 vom 9. Februar 2024, 18.00 Uhr, bis 12. Februar 2024, 18.00 Uhr (3 Über-

nachtungen),

 vom 21. Februar 2024, 18.00 Uhr, bis 25. Februar 2024, 18.00 Uhr (4 Über-

nachtungen),

 vom 28. März 2024, 18.00 Uhr, bis 1. April 2024, 18.00 Uhr (4 Übernach-

tungen und Feiertagsbesuchsrecht über Ostern),

 vom 23. April 2024, 18.00 Uhr, bis 28. April, 18.00 Uhr (5 Übernachtungen)

 vom 16. Juli 2024, 18.00 Uhr, bis 21. Juli 2024, 18.00 Uhr (5 Übernachtun-

gen),

 vom 5. August 2024, 18.00 Uhr, bis 11. August 2024, 18.00 Uhr (6 Über-

nachtungen),

 vom 7. Oktober 2024, 18.00 Uhr, bis 13. Oktober 2024, 18.00 Uhr (6 Über-

nachtungen) und

 ab den Weihnachtsferien 2024 während der Hälfte der Schulferien, wobei 

dem Beklagten in geraden Kalenderjahren die erste Ferienhälfte und in un-

geraden Kalenderjahren die zweite Ferienhälfte zusteht.

3.9. Die Ferienbetreuungsregel geht als speziellere Regelung der wöchentlichen 

Betreuungsregelung vor. Ausserhalb der Schulferien ist der Beklagte für berechtigt 

und verpflichtet zu erklären, C._____ an den Wochenenden – um längere Unter-

brüche zwischen den Kontakten zum Beklagten wegen des Ferienbesuchsrechts 

und aus organisatorischen Gründen abweichende Übergabezeiten zu verhindern – 

wie folgt zu betreuen:

- 43 -

 im Jahr 2023 in ungeraden Kalenderwochen von Freitag, 18.00 Uhr, bis 

Sonntag, 18.00 Uhr,

 ab Januar 2024 bis März 2024 in geraden Kalenderwochen von Freitag, 

18.00 Uhr, bis Sonntag, 18.00 Uhr,

 ab April 2024 bis zu den Sommerferien 2024 in ungeraden Kalenderwo-

chen von Freitag, 18.00 Uhr, bis Sonntag, 18.00 Uhr und

 nach den Sommerferien 2024 in geraden Kalenderwochen von Freitag, 

nach Kindergarten-/Schulschluss bzw. ab 12.00 Uhr, bis Sonntag, 18.00 

Uhr.

Ab dem 10. April 2024 ist dem Beklagten ausserhalb der Schulferien auch ein Be-

suchsrecht unter der Woche einzuräumen, und zwar an jedem Mittwochnachmittag, 

Kindergarten-/Schulschluss bzw. 12.00 Uhr, bis Donnerstagmorgen, Kindergarten-

/Schulbeginn bzw. 8.00 Uhr.

3.10. Für die Feiertage beantragten die Parteien keine Regelung. Angesichts des 

hochstrittigen Verhältnisses gilt es diese dennoch festzulegen. In der Teilvereinba-

rung vom 27. Januar 2022 einigten sich die Parteien darauf, dass der Beklagte 

C._____ in geraden Kalenderjahren an Weihnachten und Ostern und in ungeraden 

Kalenderjahren an Neujahr und Pfingsten betreut (Urk. 6/112). Diese Regelung 

kann beibehalten werden, wobei darauf hinzuweisen ist, dass die Feiertagsrege-

lung der Ferienbetreuungsregelung vorgeht.

4. Betreuungsort

4.1. Zur Frage des Betreuungsorts erachtete es die Vorinstanz im Sinne des Kin-

deswohls, dass C._____ die Ferien zusammen mit dem Beklagten in Spanien ver-

bringe. Der Beklagte stamme aus Spanien. Er sei demnach mit den Verhältnissen 

und Lebensumständen bestens vertraut und würde mit C._____ enge Familienan-

gehörige besuchen. C._____ würde daher gleichermassen die Kultur des Her-

kunftslandes des Beklagten sowie enge Verwandte kennenlernen. Darin lasse sich 

keine Gefährdung ihrer Entwicklung erkennen, zumal sie sich in Spanien unter dem 

Schutz des Beklagten und in der Geborgenheit seiner Familie befinden werde. Der 

- 44 -

Beklagte sei demnach zu berechtigten, für die weitere Dauer des Verfahrens die 

einwöchige Ferienbetreuungszeit in der Schweiz oder in Spanien zu erbringen (Urk. 

2 S. 9 f.).

4.2. Die Klägerin macht geltend, dass C._____ seit ihrer Wohnsitznahme in Zü-

rich im November 2018 nie nach Spanien gereist sei. Der Beklagte habe sie über 

das Wochenende in wechselnden Appartements und Wohnungen betreut. C._____ 

kenne die Verwandten, die Wohnungen, die Örtlichkeiten und die Gepflogenheiten 

in Spanien nicht (Urk. 1 Rz. 16). Sie benötige viel Zeit, um sich in neue Situationen 

einzugewöhnen. Eine Ferienreise mit dem Beklagten in ein für sie unbekanntes 

Land sei geeignet, C._____ in ihrem Vertrauen und seelischen Gleichgewicht zu 

erschüttern. Ängste, von der Klägerin getrennt zu werden, könnten aktiviert werden. 

C._____ sage der Klägerin immer wieder, sie habe sie beim Beklagten gesucht und 

nicht gefunden. Nach den Übernachtungen beim Beklagten suche C._____ die kör-

perliche Nähe zur Klägerin, wolle von deren Brust trinken oder sogar in ihren Bauch 

zurückkehren. Es sei zu befürchten, dass die Ferienwoche eine erneute Überfor-

derung des Kindes darstelle. Der Gewinn des Zusammenseins mit dem Beklagten 

werde durch zwei Reisetage und dem Ankommen in einer neuen und fremden Um-

gebung mit für C._____ nicht vertrauten Menschen, die grosse Erwartungen an 

C._____ hätten, geschmälert sein. Zudem plane der Beklagte Besuche aller Ver-

wandten in Spanien, was erneute Reisen, beispielsweise von Madrid nach Valen-

cia, bedeute. Ausser einer Flut von fremden Eindrücken, die C._____ noch nicht 

einordnen könne, bleibe ein grosser Stress zurück (Urk. 1 Rz. 17). Wenn der 

schrittweise Aufbau der Ferienkontakte mit dem Wohl von C._____ abgestimmt und 

gut verlaufen sei, solle der Beklagte ab den Herbstferien 2024 C._____ auch aus-

serhalb der Schweiz betreuen dürfen, wobei er jeweils verpflichtet werden solle, mit 

den schweizerischen Reisedokumenten von C._____ zu reisen (Urk. 65 Rz. 24 f.).

4.3. Der Beklagte entgegnet, solange ein Kind eine vertrauensvolle Beziehung 

zu einem Elternteil unterhalte, spiele es keine Rolle, ob die Betreuungszeit ferien-

halber auch ausserhalb der gewohnten Umgebung verbracht werde. Wie die Klä-

gerin selbst habe ausführen lassen, habe der Beklagte vor seiner Wohnsitznahme 

in Zürich C._____ über die Wochenenden in verschiedenen Appartements betreut, 

- 45 -

was C._____ erwartungsgemäss überhaupt nicht interessiert habe (Urk. 26 

Rz. 12). Keiner der von der Klägerin vorgetragenen Gründen sei geeignet, um 

C._____ in ihrem seelischen Wohl zu gefährden. So sei es für das vierjährige Kind 

völlig irrelevant, ob es die Ferienzeit mit dem Beklagten in Zürich, irgendwo im Tes-

sin oder aber in Madrid verbringe. Entsprechend ihrem Alter habe sie keine Vor-

stellung von geografischer Distanz. Die Klägerin wisse sodann, dass C._____ seit 

Jahren regelmässigen Kontakt mit ihren Grosseltern pflege. Der Beklagte rufe 

seine Eltern jeweils über Videotelefonie an und C._____ nehme mit Freude an die-

sen Calls teil. Die Grosseltern seien für C._____ keineswegs Unbekannte, sondern 

zumindest in dieser Form seit langer Zeit ein Teil ihres Alltags. Der Beklagte plane 

im Rahmen der wenigen Tage, die er mit C._____ in Madrid hätte, ohnehin nicht, 

weite Strecken in andere Städte zurückzulegen (Urk. 26 Rz. 13). Für eine Be-

schränkung der Reisen nach Spanien oder ins Ausland für die Ferienzeit bestehe 

kein Grund. C._____ solle es auch ermöglicht werden, an einem Besuchswochen-

ende allenfalls in einen im Ausland gelegenen Vergnügungspark (Europapark, Ra-

vensburgerland) mit dem Beklagten gehen zu dürfen (Urk. 85 Rz. 6).

4.4. Die Kindsvertreterin äussert sich nicht zum Betreuungsort des Beklagten 

(Urk. 96), was den Anschein erweckt, dass sie diesem keine grössere Bedeutung 

beimisst.

4.5. Die Gutac