# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 738c099c-8723-5675-8954-86f6e321da02
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2006-09-04
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 04.09.2006 ZF 2006 34
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZF-2006-34_2006-09-04.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Tribunale cantonale dei Grigioni
Dretgira chantunala dal Grischun

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 4. September 2006 Schriftlich mitgeteilt am: 
ZF 06 34

Urteil
Zivilkammer

Vorsitz Präsident Brunner
RichterInnen Rehli, Sutter-Ambühl, Tomaschett-Murer und Hubert
Aktuarin ad hoc Bäder Federspiel

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In der zivilrechtlichen Berufung

der X.,  Beklagte und Berufungsklägerin, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. et 
oec. Pius Fryberg, Vazerolgasse 2, Postfach 731, 7002 Chur,

gegen

das Urteil des Bezirksgerichts Imboden vom 22. November 2005, mitgeteilt am 30. 
März 2006, in Sachen des Z.,  Kläger und Berufungsbeklagter, gegen die Beklagte 
und Berufungsklägerin,

betreffend Forderung,

hat sich ergeben:

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A. X. und Z. gründeten am 14. März 2000 mit Wirkung ab 1. April 2000 
die Kollektivgesellschaft „A.“ mit dem Zweck der Führung eines gastronomischen 
Betriebes. Die Kapitaleinlage je Gesellschafter betrug Fr. 5'000.--.

Mit Schreiben vom 17. Juli 2003 kündigte X. den Gesellschaftsvertrag auf 
Ende des Geschäftsjahres 2004. Gleichzeitig erklärte sie die Bereitschaft, den Aus-
tritt aus der Gesellschaft im gegenseitigen Einvernehmen auch früher zu vollziehen. 
Am 17. September 2003 schlossen X. und Z. folgende Vereinbarung:

„1. Die Auflösung der Kollektivgesellschaft A. erfolgt auf gegenseitiges In-
teresse per 31.12.03.

2. Z. bezahlt das Darlehen von Fr. 230'000.00 an B., G., per 31.12.03.

3. Z. übernimmt alle Aktiven und Passiven der Kollektivgesellschaft per 
31.12.03.

4. Die Arbeitszeiten im A. für Z. sind festgelegt von Montag-Samstag von 
6.00-8.00h.

5. Die Arbeitszeiten im A. für X. sind festgelegt von Montag-Donnerstag 
von 8.00-11.30h, Samstag von 6.30-11.30h.

6. Beide Parteien bemühen sich um ein angenehmes Arbeitsklima.“

Am 20. November 2003 unterzeichneten die Parteien die Handelsregisteran-
meldung mit der Auflösung der Kollektivgesellschaft infolge Ausscheidens der Ge-
sellschafterin X. und der Weiterführung des Geschäfts im Sinne von Art. 579 OR 
durch Z. als Einzelkaufmann.

Mit öffentlich beurkundetem Kaufvertrag vom 7. Januar 2004 überführten X. 
und Z. das in je hälftigem Miteigentum stehende selbständige und dauernde Bau-
recht Nr. I. an der Parzelle Nr. J., Plan Nr. 3, in H. ins Alleineigentum von Z.. Der 
Kaufpreis von Fr. 217'000.-- wurde vom Käufer Z. durch Übernahme von anteils-
mässigem Schuldkapital von Fr. 10'000.-- sowie durch die Rückzahlung eines der 
Verkäuferin X. von ihrer Mutter B. gewährten Darlehens im Betrag von Fr. 207'000.-- 
getilgt.

Mit Schreiben vom 16. März 2004 liess Z. X. durch seinen Treuhänder C. den 
Jahresabschluss 2003 der Kollektivgesellschaft A. zukommen. Darin wurde ein Jah-
resverlust von Fr. 13'511.40 ausgewiesen, was unter Berücksichtigung des Kapital- 
und Privatkontos sowie eines hälftigen Verlustanteils eine Schuld von X. von Fr. 
14'752.05 ergab. In der Folge liess X. den Jahresabschluss 2003 durch das Revisi-
ons- und Treuhandbüro D. überprüfen. Dieses nahm verschiedene Abänderungen 
vor und erstellte zwei Bilanzen per 31. Dezember 2003 bzw. zwei Erfolgsrechnun-

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gen für das Jahr 2003, die von unterschiedlichen Abschreibungen auf dem Mobiliar 
ausgingen. Hierbei schloss die eine Jahresrechnung 2003 mit einem Verlust in der 
Höhe von Fr. 451.60 und die andere mit einem Gewinn in der Höhe von Fr. 
12'548.40.

B. Nachdem sich Z. und X. über den Jahresabschluss 2003 sowie allfäl-
lige daraus resultierende Forderungen nicht einigen konnten, machte Z. mit Vermitt-
lungsbegehren vom 30. Juli 2004 beim Kreispräsidenten Trins gegen X. eine For-
derungsklage anhängig. Am 1. September 2004 fand die Sühneverhandlung statt. 
X. blieb dieser Verhandlung fern, da sie die Zuständigkeit des Kreispräsidenten 
Trins bestritt. Am 2. September 2004 erstellte der Vermittler den folgenden Leit-
schein:

„Klägerisches Rechtsbegehren

1. Die Beklagte sei zu verpflichten dem Kläger einen Betrag von Fr. 
14'752.05 zuzüglich 5 % Zins seit 1.1.2004 zu bezahlen.

2. Unter voller Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beklagt-
schaft.

Beklagtische Vernehmlassung

In ihrer Stellungnahme vom 30. August 2004 bestreitet X. die Zuständigkeit 
des Kreisamtes Trins für die Zivilklage. Sie ist deshalb nicht zur Sühnever-
handlung erschienen.“

Mit Prozesseingabe vom 21. September 2004 prosequierte Z. den Leitschein 
an das Bezirksgericht Imboden. Er stellte folgende Rechtsbegehren:

„1. Das Bezirksgericht Imboden habe festzustellen, dass die örtliche Zu-
ständigkeit im Kreis Trins bzw. Bezirk Imboden gegeben ist.

2. Die Beklagte sei zu verpflichten dem Kläger einen Betrag von Fr. 
14'752.05 zuzüglich 5 % Zins seit 1.1.2004 zu bezahlen.

3. Unter voller Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beklagt-
schaft.“

X. stellte in ihrer Prozessantwort vom 8. November 2004 die folgenden 
Rechtsbegehren:

„1. Die Klage sei abzuweisen.

2. Unter voller Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich Mehrwert-
steuer zu Lasten des Klägers.“

In seiner Stellungnahme im Sinne von Art. 87 Abs. 2 ZPO vom 2. Dezember 
2004 reduzierte der Kläger seinen Forderungsbetrag auf Fr. 13'660.55. Der Bezirks-
gerichtspräsident Imboden wies diese Stellungnahme in der Beweisverfügung vom 

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13. Januar 2004 aus dem Recht, soweit sie nicht den Anforderungen von Art. 87 
Abs. 2 ZPO entsprach. Ebenso ordnete er eine Expertise betreffend den Jahresab-
schluss 2003 an. Mit Verfügung vom 17. Juni 2005 wurde E. von der Treuhand- und 
Revisionsgesellschaft F. AG mit der Durchführung einer Expertise über den Jahres-
abschluss 2003 der Kollektivgesellschaft A. betraut. In der Expertise vom 29. Juli 
2005 führte E. im Wesentlichen aus, per 31. Dezember 2003 resultiere ein auf X. 
entfallendes negatives Eigenkapital in der Höhe von Fr. 14'660.55, welches als 
Schuld gegenüber Z. zu betrachten sei. Mit Stellungnahme vom 9. August 2005 
erklärte sich Z. mit dem Ergebnis der Expertise einverstanden und erhöhte seine 
Forderung auf Fr. 14'660.55. X. beantragte mit Eingabe vom 27. September 2005 
die Anordnung einer Oberexpertise bzw. eines Ergänzungsgutachtens. Dieses Ge-
such wurde mit Verfügung des Bezirksgerichtspräsidenten Imboden vom 3. Oktober 
2005 abgelehnt.

C. Die Hauptverhandlung vor dem Bezirksgericht Imboden fand am 22. 
November 2005 statt. Mit Urteil vom 22. November 2005, mitgeteilt am 30. März 
2006, erkannte das Bezirksgericht Imboden wie folgt:

„1. Die Klage wird teilweise gutgeheissen und die Beklagte wird verpflichtet, 
dem Kläger Fr. 13'660.55 zuzüglich Zins zu 5 % seit dem 1. Januar 2004 
zu bezahlen.

2. Die Kosten des Bezirksgerichts Imboden, bestehend aus

- einer Gerichtsgebühr von Fr. 2’460.00

- einer Schreibgebühr von Fr. 715.00

- Barauslagen von Fr. 2'075.00

total somit Fr. 5’250.00

gehen zu Lasten der Beklagten. Sie werden dem Kanton Graubünden 
in Rechnung gestellt, zu dessen Lasten die unentgeltliche Rechtspflege 
gewährt wurde.

Die ausseramtlichen Kosten werden wettgeschlagen.

Der Rechtsvertreter der Beklagten wird aufgefordert, innert 20 Tagen 
seit Mitteilung dieses Urteils eine detaillierte und tarifgemässe Honorar-
note einzureichen. Bei Nichteinhaltung dieser Frist wird die Entschädi-
gung nach pflichtgemässem Ermessen festgesetzt.

3. (Mitteilung).“

D. Gegen dieses Urteil liess X. am 11. April 2006 die Berufung an das 
Kantonsgericht von Graubünden erklären. Sie stellte die folgenden Rechtsbegeh-
ren:

„1. Das angefochtene Urteil sei vollumfänglich aufzuheben.

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2. Die Klage sei abzuweisen.

3. Die Kosten des Kreisamtes Trins sowie des Bezirksgerichtes Imboden 
seien dem Kläger und Berufungsbeklagten aufzuerlegen, welcher zu-
dem zu verpflichten sei, die Beklagte für das Verfahren vor erster In-
stanz aussergerichtlich mit CHF 4'000.--, nebst Mehrwertsteuer, zu ent-
schädigen.

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge für das Verfahren vor Kantons-
gericht zu Handen des Berufungsbeklagten.“

Am 20. April 2006 reichte Z. dem Bezirksgerichtspräsidenten Imboden zu 
Handen des Kantonsgerichts ein Schreiben ein, in dem er festhielt, er erhebe gegen 
die zivilrechtliche Berufung von X. Anschlussberufung. Hierbei beantragte er, was 
folgt:

„1. Die Berufungsklage sei vollumfänglich abzuweisen.

2. Das Urteil des Bezirksgerichtes Imboden vom 22. November 2005, mit-
geteilt am 30. März 2006, sei zu bestätigen.

3. Unter voller Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Berufungs-
klägerin.“

Mit Verfügung vom 27. April 2006 ordnete der Kantonsgerichtspräsident ge-
stützt auf Art. 224 Abs. 2 ZPO die Durchführung des schriftlichen Berufungsverfah-
rens an. Am 7. Juni 2006 reichte die Berufungsklägerin X. ihre schriftliche Beru-
fungsbegründung ein. In seiner wiederum mit Anschlussberufung bezeichneten Ein-
gabe vom 29. Juni 2006 wiederholte und begründete der Berufungsbeklagte Z. die 
im Schreiben vom 20. April 2006 aufgeführten Rechtsbegehren.

Auf die Erwägungen im angefochtenen Urteil sowie die Ausführungen in den 
Rechtsschriften wird, soweit erforderlich, nachfolgend eingegangen.

Die Zivilkammer zieht in Erwägung :

1.a. Gegen Urteile der Bezirksgerichte über vermögensrechtliche Streitig-
keiten im Betrag von über Fr. 8'000.-- kann innert zwanzig Tagen seit Mitteilung 
Berufung an das Kantonsgericht ergriffen werden (Art. 218 Abs. 1 ZPO in Verbin-
dung mit Art. 19 ZPO, Art. 219 ZPO). Die Zuständigkeit des Kantonsgerichts von 
Graubünden zur Beurteilung der vorliegenden Streitsache als Berufungsinstanz ist 
damit gegeben. Die Berufung gegen das Urteil des Bezirksgerichts Imboden vom 
22. November 2005, mitgeteilt am 30. März 2006, wurde im Übrigen frist- und form-
gerecht eingereicht, so dass darauf eingetreten werden kann.

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b. Der Berufungsbeklagte Z. reichte am 20. April 2006 ein mit Anschluss-
berufung betiteltes Schreiben ein, worin er die vollumfängliche Abweisung der Be-
rufung bzw. die Bestätigung des angefochtenen Urteils beantragt. Die Eingabe von 
Z. vom 29. Juni 2006 mit denselben Rechtsbegehren trägt ebenfalls den Titel An-
schlussberufung; im Text ist dagegen von einer Berufungsantwort die Rede. Da es 
sich bei den Vorbringen von Z. sowohl mit Blick auf die Anträge als auch inhaltlich 
um eine Berufungsantwort handelt, wird seine Eingabe als solche und nicht als An-
schlussberufung entgegengenommen.

c. Gegenstand der vom Kantonsgericht zu beurteilenden Berufung bil-
den Ansprüche von Z. aus der Auflösung der zwischen ihm und X. im Jahr 2000 
gegründeten Kollektivgesellschaft.

2.a. Die Berufungsklägerin X. bestreitet in der Berufung die Aktivlegitima-
tion des Berufungsbeklagten Z. für das Geltendmachen des Anspruchs auf einen 
Verlustanteil. Dieser Anspruch stehe nicht Z., sondern der Gesellschaft zu, da die 
Fortsetzung der Gesellschaft nach Art. 579 OR nicht als Auflösung der Gesellschaft 
gelte. Auch wenn die Gesellschaft nur noch aus einer Einzelperson bestehe, hätte 
die Gesellschaft und nicht Z. die Klage einreichen müssen.

b. Die Umwandlung einer Kollektivgesellschaft in eine Einzelfirma nach 
Art. 579 OR stellt einen Sonderfall der Auflösung der Gesellschaft dar, bei der das 
Geschäft der Gesellschaft nicht liquidiert wird, sondern weiter besteht. Allerdings 
existiert nur das Geschäft weiter, nicht auch die Gesellschaft. Im Bereich der Per-
sonengesellschaften gibt es keine Einmanngesellschaften (Werner von Steiger, 
Schweizerisches Privatrecht VIII/1, Basel/Stuttgart 1976, S. 564). Eine Kollektivge-
sellschaft muss nach Art. 552 OR aus mindestens zwei Personen bestehen, so dass 
die Gesellschaft bei der Fortführung einer aus zwei Personen bestehenden Kollek-
tivgesellschaft durch den verbleibenden Gesellschafter aufgelöst wird (BGE 101 Ib 
460; Daniel Staehelin, Basler Kommentar zum Schweizerischen Privatrecht, Obli-
gationenrecht II, Art. 530-1186 OR, 2. A., Basel 2002, N 1 zu Art. 579 OR). Art. 579 
OR erlaubt es dem Verbleibenden, die Aktiven und Passiven der Gesellschaft ohne 
Liquidation derart zu übernehmen, wie wenn die Gesellschaft nach dem Ausschei-
den der Übrigen fortbestehen würde. Es erfolgt eine Umwandlung des früheren Ge-
sellschaftsvermögens in Alleinvermögen des nunmehrigen Gesellschafters durch 
Anwachsung (vgl. zu Art. 579 OR sogleich Erwägung 3). In diesem Sinne wächst 
dem fortführenden Gesellschafter auch der Anspruch auf Beteiligung des ausschei-
denden Gesellschafters an einem allfälligen Verlust an. Dass der fortführende Ge-

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sellschafter zur Geltendmachung dieses Anspruchs berechtigt ist, kann – in Über-
einstimmung mit den Ausführungen in Erwägung 7.c. des vorinstanzlichen Urteils – 
bereits aus dem Wortlaut von Art. 579 OR abgeleitet werden. Die genannte Bestim-
mung hält ausdrücklich fest, dass bei Auflösung einer aus nur zwei Personen be-
stehenden Kollektivgesellschaft der fortsetzende Gesellschafter – und nicht die auf-
zulösende Gesellschaft – dem anderen Gesellschafter seinen Anteil am Gesell-
schaftsvermögen auszurichten hat. Dem ausscheidenden Gesellschafter kommt 
folglich ein Anspruch gegenüber dem fortführenden Gesellschafter zu. Umgekehrt 
kommt dem fortführenden Gesellschafter – und nicht der aufzulösenden Gesell-
schaft – ein Anspruch gegenüber dem ausscheidenden Gesellschafter auf Beteili-
gung am Verlust zu. Die Legitimation zur entsprechenden Klage kommt daher zwei-
felsfrei dem das Geschäft fortsetzenden Gesellschafter, also Z., zu.

Wenn die Berufungsklägerin festhält, dass die Fortsetzung der Gesellschaft 
im Sinne von Art. 579 OR nicht als Auflösung der Gesellschaft gilt, so trifft dies zu, 
allerdings nur, was die Frage der Haftung bzw. Belangbarkeit eines ausscheidenden 
Gesellschafters nach Art. 568 Abs. 3 OR betrifft. Die Gesellschaft als solche wird 
aufgelöst, wenn nur zwei Gesellschafter vorhanden waren und einer von ihnen aus-
scheidet; dieses Ausscheiden gilt aber nicht als Auflösung im Sinne von Art. 568 
Abs. 3 OR, weil, wie oben erwähnt, das Geschäft fortgesetzt wird (BGE 101 Ib 460 
f.; Staehelin, a.a.O., N 2 zu Art. 579 OR). Im Weiteren trifft es zwar ebenfalls zu, 
dass in der von der Berufungsklägerin zitierten Literaturstelle (Staehelin, a.a.O., N 
7 zu Art. 180 OR) festgehalten wird, bei einem Verlust stehe der Gesellschaft und 
nicht den einzelnen Gesellschaftern gegenüber dem Ausscheidenden eine Forde-
rung zu. Allerdings betrifft dies – was bereits dem Wortlaut zu entnehmen ist – den 
Fall, in dem die Gesellschaft fortbesteht, weil sich daran noch mindestens zwei Ge-
sellschafter beteiligen.

In diesem Sinne sind die Einwände der Berufungsklägerin unbegründet und 
der Berufungsbeklagte ist aktivlegitimiert, den Anspruch auf Verlusttragung gegenü-
ber der Berufungsklägerin geltend zu machen.

Ob und in welchem Umfang dem Berufungsbeklagten gegenüber der Beru-
fungsklägerin Ansprüche aus der Auflösung der Kollektivgesellschaft zustehen, ist 
im Folgenden zu prüfen.

3.a. Für die Auflösung einer Kollektivgesellschaft gelten nach Art. 574 Abs. 
1 OR grundsätzlich die Bestimmungen über die einfache Gesellschaft (Art. 545-546 

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OR), sofern sich aus den Vorschriften über die Kollektivgesellschaft nichts anderes 
ergibt. Eine einfache Gesellschaft wird unter anderem durch gegenseitige Überein-
kunft (Art. 545 Ziff. 4 OR) oder durch Kündigung eines Gesellschafters (Art. 545 Ziff. 
6 OR, Art. 546 OR) aufgelöst. Sind die Gesellschafter vor der Auflösung einer Kol-
lektivgesellschaft übereingekommen, dass die Gesellschaft trotz des Ausscheidens 
eines oder mehrerer Gesellschafter unter den übrigen fortgesetzt werden soll, so 
endet sie nur für die Ausscheidenden; im Übrigen besteht sie mit allen bisherigen 
Rechten und Verbindlichkeiten fort (Art. 576 OR). Sind nur zwei Gesellschafter vor-
handen, kann der verbleibende Gesellschafter nach Art. 579 OR das Geschäft forts-
etzen und dem ausscheidenden Gesellschafter seinen Anteil am Geschäftsvermö-
gen ausrichten. Eine solche Fortsetzung ist nicht nur statthaft in den Fällen der Aus-
schliessung des einen Gesellschafters durch das Gericht aus wichtigem Grund 
gemäss Art. 577 OR und des Ausscheidens eines Gesellschafters infolge Konkur-
ses gemäss Art. 578 OR, auf die sich Art. 579 OR in erster Linie bezieht, sondern 
auch auf Grund einer von den Gesellschaftern schon im Gesellschaftsvertrag vor-
gesehenen oder erst nachträglich, während der Dauer der Gesellschaft getroffenen 
Vereinbarung. Dieser Fall ist im Hinblick auf den gesetzgeberischen Grund der 
Fortsetzungsmöglichkeit den beiden andern durchaus gleichzusetzen (BGE 75 I 
274 f.).

Bei einer solchen Fortsetzung des Geschäfts durch den einen Teilhaber fin-
det keine Liquidation statt. Diese soll vielmehr gerade wegen der ihr anhaftenden 
nachteiligen Folge der Unterbrechung der wirtschaftlichen und rechtlichen Kontinu-
ität vermieden werden. Obwohl die Gesellschaft aufgelöst wird – da eine Kollektiv-
gesellschaft nach Art. 552 OR aus mindestens zwei Personen bestehen muss – 
erlaubt es Art. 579 OR dem Verbleibenden, die Aktiven und Passiven der Gesell-
schaft ohne Liquidation derart zu übernehmen, wie wenn die Gesellschaft nach dem 
Ausscheiden der Übrigen fortbestehen würde. Es erfolgt eine Umwandlung des 
früheren Gesellschaftsvermögens in Alleinvermögen des nunmehrigen Gesellschaf-
ters durch Anwachsung. Der das Geschäft gemäss Art. 579 OR Fortsetzende er-
wirbt das Gesellschaftsvermögen nicht neu, sondern es verbleibt ihm, d.h. es geht 
ohne weiteres in sein Alleinvermögen über. Gesamteigentum wird durch Anwach-
sen Alleineigentum des Verbleibenden (BGE 101 Ib 459 f.; BGE 75 I 274 f.; Stae-
helin, a.a.O., N 1 f. zu Art. 579 OR; Arthur Meier-Hayoz/Peter Forstmoser, Schwei-
zerisches Gesellschaftsrecht, 9. A., Bern 2004, § 13 Nr. 84). Grundsätzlich steht es 
den Parteien frei, ob sie den eben dargelegten Weg der Anwachsung nach Art. 579 
OR, denjenigen der Singularzession durch Übernahme von Aktiven und Passiven 
nach Art. 181 OR oder denjenigen der Universalsukzession nach Art. 69 ff. FusG 

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wählen wollen. Äussern sich die Parteien nicht klar darüber, ob eine Anwachsung 
nach Art. 579 OR oder eine Singularsukzession nach Art. 181 OR erfolgen soll, 
besteht eine Vermutung für Anwachsung, selbst wenn im Vertrag von Übernahme 
der Aktiven und Passiven gesprochen wird, sofern das Ausscheiden eines Gesell-
schafters und die Fortsetzung des Geschäfts durch den anderen beabsichtigt ist 
(BGE 75 I 275; Staehelin, a.a.O., N 4 zu Art. 579 OR; Meier-Hayoz/Forstmoser, 
a.a.O., § 13 Nr. 83 f.). Eine Vermögensübertragung nach Art. 69 ff. FusG auf den 
das Geschäft nach der Auflösung der Gesellschaft fortführenden Gesellschafter er-
fordert einen schriftlichen Übertragungsvertrag nach Art. 71 FusG (Flavio Romerio, 
Basler Kommentar zum Fusionsgesetz, Basel 2005, N 8 zu Art. 55 FusG).

Die gesellschaftsvertraglichen Beziehungen entfallen auch bei der liquidati-
onslosen Beendigung nicht mit dem Eintritt des Auflösungsgrundes, sondern beste-
hen weiter, bis der ausscheidende Gesellschafter vollständig befriedigt ist (BGE 97 
II 230 ff.; Meier-Hayoz/Forstmoser, a.a.O., § 13 Nr. 85).

b. Im vorliegenden Fall hält Art. 9 des Gesellschaftsvertrags vom 14. 
März 2000 fest, dass ein Gesellschafter unter Einhaltung einer Kündigungsfrist von 
sechs Monaten auf das Ende eines Geschäftsjahres aus der Gesellschaft ausschei-
den kann, und dass der verbleibende Gesellschafter die Gesellschaft als Einzelfirma 
fortsetzen oder durch Aufnahme eines oder mehrerer neuer Gesellschafter die be-
stehende Gesellschaft weiterführen kann.

In diesem Sinne kündigte X. mit Schreiben vom 17. Juli 2003 den Gesell-
schaftsvertrag auf Ende des Geschäftsjahres 2004. Gleichzeitig erklärte sie die Be-
reitschaft, den Austritt aus der Gesellschaft im gegenseitigen Einvernehmen auch 
früher zu vollziehen. In der Vereinbarung vom 17. September 2003 kamen X. und 
Z. überein, die Kollektivgesellschaft bereits per 31. Dezember 2003 aufzulösen. 
Nach Ziffer 3 der genannten Vereinbarung übernahm Z. alle Aktiven und Passiven 
der Kollektivgesellschaft per 31. Dezember 2003. Aus dieser zwischen den Parteien 
getroffenen Übereinkunft sowie dem Handelsregisterauszug vom 2. Dezember 
2003 geht klar hervor, dass Z. das Geschäft im Sinne von Art. 579 OR als Einzel-
kaufmann weiterführen sollte (vgl. bekl. act. 1, kläg. act. 4). Die Parteien beabsich-
tigten, dass die Gesellschafterin X. aus der Kollektivgesellschaft A. ausscheidet und 
der Gesellschafter Z. das Geschäft fortsetzt. Daran ändert nichts, dass in der Ver-
einbarung vom 17. September 2003 von der Übernahme der Aktiven und Passiven 
gesprochen wird. Aufgrund des einleitend Ausgeführten liegt weder eine Singular-
zession nach Art. 181 OR vor – da ohne explizite Regelung die Vermutung der An-

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wachsung gilt – noch eine Vermögensübertragung nach Art. 69 ff. FusG – fehlt es 
doch an einem entsprechenden Übertragungsvertrag.

4.a. Bei einer Fortsetzung des Geschäfts nach Art. 579 OR wird der aus-
scheidende Gesellschafter nach denselben Grundsätzen abgefunden, die für das 
Ausscheiden aus einer fortbestehenden Gesellschaft gelten (Art. 580 OR; BGE 101 
Ib 460). Der dem ausscheidenden Gesellschafter zukommende Betrag wird durch 
Übereinkunft festgesetzt (Art. 580 Abs. 1 OR). Enthält der Gesellschaftsvertrag 
darüber keine Bestimmung und können sich die Beteiligten nicht einigen, so setzt 
das Gericht den Betrag in Berücksichtigung der Vermögenslage der Gesellschaft im 
Zeitpunkt des Ausscheidens und eines allfälligen Verschuldens des ausscheiden-
den Gesellschafters fest (Art. 580 Abs. 2 OR).

Der ausscheidende Gesellschafter hat Anspruch auf eine Abfindung, die 
grundsätzlich nicht nach dem Liquidationswert des Gesellschaftsvermögens zu be-
messen ist, sondern nach dem in der Regel höheren Fortsetzungswert. Das Gesell-
schaftsvermögen ist daher aufgrund einer Fortführungsbilanz auf das Ausschei-
dungsdatum hin zu bewerten. Der ausscheidende Gesellschafter soll davon profi-
tieren, dass das Geschäft als Ganzes weitergeführt wird, und dass unter diesen 
Umständen die einzelnen Aktiven für das Unternehmen einen höheren Wert haben, 
als wenn sie einzeln an Dritte verkauft würden. Die stillen Reserven und der Good-
will sind zu aktivieren (BGE 93 II 254 f.; Staehelin, a.a.O., N 4 zu Art. 180 OR; Meier-
Hayoz/Forstmoser, a.a.O., § 13 Nr. 88).

Schliesst die Bilanz mit einem Verlust ab, was auch der Fall ist, wenn die 
Einlagen nicht mehr gedeckt sind, hat sich der Ausscheidende daran im Verhältnis 
seiner bisherigen Verlusttragung zu beteiligen. Dementsprechend reduziert sich 
seine Forderung auf Rückerstattung der Einlagen. Übersteigt der Verlustanteil die 
geleistete Einlage, steht der Gesellschaft gegenüber dem Ausscheidenden eine 
Forderung im entsprechenden Umfang zu (Staehelin, a.a.O., N 7 zu Art. 580 OR).

b. Die Berufungsklägerin macht in der Berufung geltend, die Parteien 
hätten sich in der Vereinbarung vom 17. September 2003 darauf geeinigt, dass der 
Berufungsbeklagte alle Aktiven und Passiven der Kollektivgesellschaft per 31. De-
zember 2003 übernehme. Nach dem Grundsatz von Treu und Glauben habe sie 
davon ausgehen dürfen, dass sich die Parteien damit als vollständig auseinander-
gesetzt betrachteten, dass sie zumindest aber nicht noch für einen allfälligen Verlust 
der Gesellschaft bis 31. Dezember 2003 einzustehen habe. Auch im Gesellschafts-

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vertrag sei nirgends von einer Beteiligung des ausscheidenden Gesellschafters an 
einem allfälligen Verlust die Rede. 

Im Folgenden ist nun zu prüfen, ob die Vereinbarung vom 17. September 
2003 tatsächlich eine Regelung per Saldo aller Ansprüche in dem von der Beru-
fungsklägerin geltend gemachten Sinn enthält. Ist dies zu bejahen, wäre die Klage 
von Z. abzuweisen. Ist dies zu verneinen, ist in einem zweiten Schritt zu prüfen, in 
welcher Art und Weise die Gewinn- und Verlustbeteiligung nach vertraglicher bzw. 
subsidiärer gesetzlicher Regelung zu handhaben ist und wie die Abfindungsbilanz 
per 31. Dezember 2003 tatsächlich ausfällt.

5.a. Die Vereinbarung vom 17. September 2003 regelt in Ziffer 1 die Auf-
lösung der Kollektivgesellschaft A. per 31. Dezember 2003 und hält in Ziffer 3 fest, 
dass Z. alle Aktiven und Passiven der Kollektivgesellschaft per 31. Dezember 2003 
übernimmt. Wie in Erwägung 3.b. dargelegt, beabsichtigten die Parteien mit dieser 
Regelung, dass Z. das Geschäft im Sinne von Art. 579 OR als Einzelkaufmann forts-
etzt und hierbei durch Anwachsung Vermögenswerte in sein Alleineigentum über-
führt und Schulden gegenüber Dritten von ihm übernommen werden. Betrachtet 
man den Wortlaut der Vereinbarung, findet sich darin keine Bestimmung, die die 
Regelung in Ziffer 6 des Gesellschaftsvertrages über die gleichmässige Beteiligung 
der Gesellschafter an Gewinn und Verlust des laufenden Geschäftsjahres aufhebt. 
Ebenso wenig liegt aufgrund des Wortlauts eine definitive Regelung der gegensei-
tigen Ansprüche aus der Auflösung der Kollektivgesellschaft als Folge des Aus-
scheidens von X. vor. Vielmehr bezieht sich die Formulierung, dass Z. alle Aktiven 
und Passiven der Kollektivgesellschaft übernimmt, wie bereits erwähnt, einzig auf 
die in Art. 579 OR beschriebene Fortsetzung des Geschäfts durch denselben. Ge-
nauso wenig wie diesem Text somit ein Verzicht von X. auf eine Abfindung zu ent-
nehmen ist, liegt darin ein Verzicht von Z. auf eine Beteiligung am Verlust. Wäre 
solches beabsichtigt gewesen, hätte dies – da es sich um eine vom Gesellschafts-
vertrag abweichende Regelung handelt – explizit festgehalten werden müssen.

Auch eine über den Wortlaut hinausgehende Auslegung der Vereinbarung 
vom 17. September 2003 führt zu keinem anderen Ergebnis. Zu beachten ist in die-
sem Zusammenhang insbesondere, dass die Parteien Mitte September 2003 nicht 
die sofortige Auflösung der Kollektivgesellschaft, sondern die gemeinsame Fort-
führung des Geschäfts bis Ende des Jahres beschlossen. Wie sich das Geschäfts-
jahr 2003 noch entwickeln würde, war für die Parteien zu diesem Zeitpunkt noch 
nicht voraussehbar, konnte aber von beiden zu einem gewissen Teil noch mitbe-

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stimmt werden. Wie im vorinstanzlichen Urteil zurecht festgehalten wird, konnten 
sich die Parteien im September 2003 entsprechend noch nicht im Klaren sein, wel-
che Vor- oder Nachteile sie mit einer allfälligen Saldoklausel in Kauf nehmen wür-
den, so dass eine definitive Regelung in diesem Zeitpunkt gar keinen Sinn gemacht 
hätte.

Zusammenfassend ergeben sich aus der Vereinbarung vom 17. September 
2003 keine rechtsgenüglichen Anhaltspunkte für den Abschluss einer Saldoverein-
barung in dem von der Berufungsklägerin geltend gemachten Sinn. Im Zeitpunkt der 
Vereinbarung konnten und wollten sich die Parteien weder über den Jahresab-
schluss 2003 noch über den Abfindungsanspruch von X. bzw. deren Beteiligung an 
einem Verlust einigen, sondern nur über die Zukunft des Geschäftes ab Januar 
2004 im Sinne einer Fortführung desselben durch Z. nach Art. 579 OR. Bis Ende 
des Jahres 2003 sollte das Geschäft in der Folge noch fortgesetzt und erst bei Vor-
liegen des Jahresabschlusses über einen allfälligen Abfindungsanspruch von X. 
oder über deren Anteil am Verlust abgerechnet werden.

b. X. bringt in ihrer Berufung im Weiteren vor, die Vereinbarung vom 17. 
September 2003 dürfe nicht für sich allein betrachtet werden. Im Jahr 2003 habe 
sie sich von Z. nicht nur geschäftlich, sondern auch privat getrennt. In diesem Sinne 
sei sowohl die Kollektivgesellschaft A. aufgelöst worden als auch das Miteigentums-
verhältnis an der Baurechtsparzelle Nr. D I. in H.. Diese beiden Vorgänge seien als 
Gesamtheit zu betrachten. Z. habe den hälftigen Miteigentumsanteil am Baurechts-
blatt für Fr. 217'000.-- von X. übernommen. Bei dieser Summe handle es sich zwar 
nicht um einen zu tiefen, aber dennoch um einen tiefen Kaufpreis. X. sei klar der 
Ansicht gewesen, dass sie mit Abschluss dieses Kaufvertrages vom 7. Januar 2004 
mit ihrem ehemaligen Lebens- und Geschäftspartner Z. in sämtlichen Belangen 
vollständig auseinandergesetzt sei. Wäre damals auch nur ansatzweise davon die 
Rede gewesen, Z. habe gegen sie noch eine Forderung aus der Auflösung der Kol-
lektivgesellschaft, hätte sie den Kaufvertrag niemals zu diesem tiefen Kaufpreis un-
terzeichnet. Es gehe nicht an, dass der Kaufpreis praktisch nochmals reduziert 
werde, indem Z. eine Forderung aus der Auflösung der Kollektivgesellschaft geltend 
mache. Sehe man diese Verträge im Zusammenhang, so sei klar, dass Z. gegenü-
ber X. keine Forderungen mehr habe.

Dieser Argumentation kann sich das Kantonsgericht nicht anschliessen. Mit 
öffentlich beurkundetem Kaufvertrag vom 7. Januar 2004 verkaufte X. ihren Mitei-
gentumsanteil am selbständigen und dauernden Baurecht Nr. I. an der Parzelle Nr. 

13

J. in H. für den Preis von Fr. 217'000.-- an Z.. Anhaltspunkte für eine Verbindung 
der Vereinbarung vom 17. September 2003 über die Auflösung der Kollektivgesell-
schaft mit diesem Kaufvertrag im Sinne einer Aufrechnung des Verlustes durch ei-
nen geringen Kaufpreis für den Miteigentumsanteil sind nicht ersichtlich. Zunächst 
ist festzuhalten, dass die vorhandenen Akten keine Beurteilung der Frage zulassen, 
ob der vereinbarte Kaufpreis tatsächlich tief ist. Dies lässt sich entgegen der Ansicht 
der Berufungsklägerin auch nicht daraus ableiten, dass der Grundbuchbeamte eine 
Vertragsklausel, in der die Parteien ausdrücklich bestätigen mussten, dass der 
Kaufpreis dem Parteiwillen und den effektiven Verhältnissen entspricht, in den Kauf-
vertrag aufnahm. Dabei handelt es sich um eine Klausel allgemeiner Natur, die sich 
in vielen Grundstückkaufverträgen findet und der Vereinbarung von verdeckten 
Kaufpreiszahlungen entgegenwirken soll. Im Weiteren ist dem Kaufvertrag keine 
Regelung zu entnehmen, die sich auf die Fortsetzung der Kollektivgesellschaft 
durch Z. als Einzelfirma beziehen würde. Ein Zusammenhang ergibt sich auch dar-
aus nicht, dass Z. einen Teil des Kaufpreises nicht an X., sondern zwecks Rückzah-
lung eines Darlehens an deren Mutter überwies. Zwar verpflichtete sich Z. in Ziffer 
2 der Vereinbarung vom 17. September 2003 zur Rückzahlung dieses Darlehens 
an die Mutter der Berufungsklägerin und erfüllte einen Teil dieser Verpflichtung 
durch die erwähnte Überweisung. Ein Zusammenhang mit einer Regelung über Ab-
findungsansprüche oder über eine Verlusttragung aufgrund der Auflösung der Kol-
lektivgesellschaft kann daraus aber nicht hergestellt werden.

c. Auch der Umstand, dass die Vereinbarung vom 17. September 2003 
keine Regeln enthält, wie Mobiliar und Inventar per Ende 2003 zu bewerten sind, 
stellt entgegen der Ansicht der Berufungsklägerin kein Indiz dafür dar, dass sich die 
Parteien mit dieser Vereinbarung als vollständig auseinandergesetzt betrachteten. 
Eine solche Regelung erweist sich nicht als notwendig, da in Lehre und Rechtspre-
chung unbestritten ist, dass das Gesellschaftsvermögen – in Anwendung der allge-
meinen buchhalterischen Grundsätze – aufgrund einer Fortführungsbilanz auf das 
Ausscheidungsdatum hin zu bewerten ist (vgl. Erwägung 4.a.). Folglich können aus 
dem Fehlen einer derartigen Regelung auch keine Schlüsse gezogen werden.

6.a. Beinhaltet die Vereinbarung vom 17. September 2003 keine absch-
liessende Regelung der sich infolge Auflösung der Kollektivgesellschaft ergebenden 
Ansprüche, weder was die Gewinn- bzw. Verlusttragung hinsichtlich der Jahres-
rechnung 2003 noch was eine Abfindung an X. bzw. deren Beteiligung am Verlust 
betrifft, so sind diese Fragen aufgrund der Bestimmungen des Gesellschaftsvertra-
ges bzw. der subsidiären gesetzlichen Regelung zu entscheiden.

14

Im Gesellschaftsvertrag vom 14. März 2000 wurde für den Fall der Fort-
führung des Geschäfts durch einen Gesellschafter als Einzelfirma geregelt, dass 
der Kapitalanspruch des ausscheidenden Gesellschafters dem Kapitalguthaben 
laut aktualisierter Bilanz, dem Saldo von allfälligen Darlehenskonti sowie einem An-
teil an den stillen Reserven nach Massgabe des auf das betreffende Datum hin er-
stellten Jahresabschlusses entspricht (Art. 9). Für den Fall, dass die Abfindungsbi-
lanz mit einem Verlust abschliesst, sieht der Gesellschaftsvertrag keine explizite 
Regelung vor. Für die Gewinn- und Verlusttragung während der jeweiligen Ge-
schäftsjahre wurde in Art. 6 des Gesellschaftsvertrages geregelt, dass die Gesell-
schafter an einem allfälligen Gewinn bzw. Verlust gleichmässig beteiligt sind. Ein 
Anspruch auf Auszahlung von Gewinnanteilen bestand indes erst nach Feststellung 
des Gewinns und wenn allfällig durch Verluste verminderte Kapitaleinlagen wieder 
auf ihren ursprünglichen Stand gebracht wurden. Bereits aus dieser Regelung zum 
Jahresgewinn bzw. Jahresverlust kann geschlossen werden, dass im Falle eines 
negativen Eigenkapitalkontos bei Auflösung der Kollektivgesellschaft kein Abfin-
dungsanspruch besteht, sondern vom betreffenden Gesellschafter zuerst einmal 
das Kapitalkonto auszugleichen ist. Somit hat der fortführende Gesellschafter eine 
Schuld bzw. ein negatives Eigenkapitalkonto des anderen bei Auflösung der Kollek-
tivgesellschaft nicht einfach zu übernehmen. Der Gesellschaftsvertrag verweist zu-
dem in Ziffer 11 ergänzend auf die einschlägigen Bestimmungen des Schweizeri-
schen Obligationenrechts. Wie in Erwägung 4.a. zu Art. 580 OR ausgeführt wurde, 
hat sich der ausscheidende Gesellschafter, wenn die Bilanz mit einem Verlust ab-
schliesst, daran im Verhältnis seiner bisherigen Verlusttragung zu beteiligen. Seine 
Forderung auf Rückerstattung der Einlagen reduziert sich entsprechend. Übersteigt 
der Verlustanteil die geleistete Einlage, steht der Gesellschaft bzw. vorliegend dem 
fortführenden Gesellschafter gegenüber dem Ausscheidenden eine Forderung im 
entsprechenden Umfang zu. In diesem Sinn sehen sowohl die vertragliche wie auch 
die gesetzliche Regelung eine hälftige Verlusttragung vor.

Dass der Gesellschaftsvertrag keine explizite Regelung über die Verlusttra-
gung beim Ausscheiden eines Gesellschafters enthält, bedeutet somit entgegen der 
Ansicht der Berufungsklägerin nicht, dass eine solche ausgeschlossen ist, insbe-
sondere im Hinblick auf die im Vertrag enthaltene Regelung der Gewinn- bzw. Ver-
lusttragung für die laufenden Geschäftsjahre sowie den ergänzenden Hinweis auf 
das OR. Vielmehr hätte ein Ausschluss der Verlustbeteiligung – wäre solches be-
absichtigt gewesen – explizit vereinbart werden müssen. In diesem Sinne hat sich 
X. hälftig am Verlust der Kollektivgesellschaft A. + Co. zu beteiligen.

15

b.aa. Die vom Treuhandbüro Danuser im Auftrag von Z. erstellte Jahres-
rechnung 2003 schloss mit einem Jahresverlust von Fr. 13'511.40. Die Ermittlung 
des Eigenkapitals von X. ergab in der Folge unter Berücksichtigung des Kapitalkon-
tos von Fr. 5'783.65, des Privatkontos von Fr. -13'780.-- sowie des hälftigen Anteils 
am Jahresverlust von Fr. -6'755.70 eine Schuld von X. von Fr. 14'752.05 (kläg. act. 
6). Die eine der vom Treuhand- und Revisionsbüro D. im Auftrag von X. erstellte 
Bilanz per 31. Dezember 2003 ergab einen Jahresverlust von Fr. 451.60. Dieses 
Treuhandbüro ermittelte unter Berücksichtigung eines Darlehens von Fr. 23'000.--, 
des Kapitalkontos von Fr. 5'783.65, des Privatkontos von Fr. -714.40 sowie des hälf-
tigen Anteils am Jahresverlust von Fr. -225.80 ein Eigenkapital von X. von Fr. 
27'843.45 (bekl. act. 5). Der von der Vorinstanz beauftragte Experte nahm diese 
von X. eingereichte Bilanz als Ausgangspunkt und vollzog daran verschiedene Kor-
rekturen. Die Expertise vom 29. Juli 2005 führte schliesslich zum Ergebnis, dass ein 
auf X. entfallendes negatives Eigenkapital von Fr. 14'660.55 vorliegt.

bb. X. rügt in ihrer Berufung in erster Linie die Bewertung des Mobiliars, 
für das der Experte einen Wert von Fr. 68'000.-- einsetzte. Der Experte habe vom 
Buchwert die steuerlich zulässigen Abschreibungen vorgenommen. Bei der Festle-
gung des Anspruchs des ausscheidenden Gesellschafters sei indes nicht dieser 
Wert, sondern der Fortführungswert massgebend. Dass der Experte das Inventar 
selbst eingesehen und den Fortführungswert summarisch geschätzt habe, sei ent-
gegen den Ausführungen im angefochtenen Urteil nicht zutreffend. Er habe lediglich 
die Inventarliste Mobiliar 2003 eingesehen, das Inventar und Mobiliar selbst aber 
nicht besichtigt, sondern den Wert nur anhand der Buchhaltungsunterlagen ermit-
telt, was schon im Ansatz falsch sei, zumal Anschaffungsdaten und Detailrechnun-
gen fehlten. Überdies hätten die stillen Reserven und der Goodwill aktiviert werden 
müssen.

Der im erstinstanzlichen Verfahren gestellte Antrag auf das Einholen einer 
Oberexpertise bzw. eines Ergänzungsgutachtens wurde in der Berufung nicht wie-
derholt, so dass das Kantonsgericht darüber nicht zu entscheiden hat.

cc. Nach Ansicht des Kantonsgerichts bietet die Bewertung des Inventars 
zu keinen Beanstandungen Anlass. E. hielt in der Expertise vom 29. Juli 2005 aus-
drücklich fest, dass die Bewertung des Mobiliars zu Fortführungswerten vorgenom-
men worden sei und die stillen Reserven darin enthalten seien. Der auf der Basis 
der Anlagekosten ermittelte Restwert von Fr. 68'000.-- per 31. Dezember 2003 sei 
in dieser Höhe im Sinne eines Fortführungswerts als Obergrenze zu betrachten. Ein 

16

Liquidationswert würde tiefer ausfallen, sei vorliegend aber nicht berücksichtigt. Das 
Vorhandensein von Goodwill wurde vorliegend weder substanziert behauptet noch 
nachgewiesen. In diesem Sinn erweisen sich die Rügen der Berufungsklägerin zum 
Fortführungswert, den stillen Reserven und dem Goodwill als unbegründet. Zutref-
fend ist, dass auf eine eigentliche Inventarbewertung per 31. Dezember 2003 ver-
zichtet und dessen Wert anhand der Buchhaltungsunterlagen ermittelt wurde. Die 
vom Experten vorgenommene summarische Ermittlung des kalkulatorischen Rest-
werts des Anlagevermögens per 31. Dezember 2003 auf der Basis der Anlagewerte 
erscheint indes nachvollziehbar. Immerhin stützte sich der Experte auf die früher 
angefallenen, historischen Anschaffungskosten, was eine zuverlässigere Schät-
zung ermöglicht als das Abstützen auf die von X. eingereichte Inventarliste 2003; 
diese enthält weder Anschaffungsdaten noch Detailrechnungen für die Überprüfung 
der berücksichtigten Preise. Die Abschreibungen von jährlich 12.5 % erscheinen 
moderat. Insgesamt ist der vom Experten geschätzte Wert von Fr. 68'000.-- nicht 
zu beanstanden. Zudem bestehen auch keine Anhaltspunkte, dass die Expertise in 
anderen Punkten nicht korrekt ist. Auszugehen ist somit von einem Verlustanteil von 
X. in der Höhe von insgesamt auf Fr. 14'660.55.

c. Der Abfindungsanspruch entsteht im Moment des Ausscheidens und 
wird sofort fällig, selbst wenn die Höhe noch nicht feststeht. Ab diesem Datum ist er 
zu verzinsen, mangels abweichender Vereinbarung mit 5 % (Staehelin, a.a.O., N 3 
zu Art. 580 OR). Wie die Abfindungsforderung wird auch die Forderung auf Verlust-
beteiligung im Zeitpunkt des Ausscheidens fällig (Von Steiger, a.a.O., S. 419). In 
diesem Sinn wurde die Ausgleichsforderung gegenüber der Berufungsklägerin mit 
deren Ausscheiden aus der Kollektivgesellschaft per 31. Dezember 2003 fällig, so 
dass der entsprechende Betrag ab 1. Januar 2004 mit 5 % zu verzinsen ist. 

d. Aus den vorangehenden Ausführungen ergibt sich, dass das Bezirks-
gericht zu Recht zum Schluss kam, dass X. Z. ihren Verlustanteil von Fr. 14'660.55 
im geltend gemachten Forderungsumfang von Fr. 13'660.55 zuzüglich Zins zu 5 % 
seit dem 1. Januar 2004 abzugelten hat. Die Berufung ist somit vollumfänglich ab-
zuweisen.

7.a. Im Berufungsverfahren gelangen gemäss Art. 223 ZPO grundsätzlich 
die Vorschriften über das Verfahren vor Bezirksgericht zu Anwendung. Dies gilt 
auch für die Kostenverteilung, so dass die Regelung von Art. 122 ZPO zum Tragen 
kommt. Gemäss Art. 122 Abs. 1 ZPO wird der in einem Zivilverfahren unterliegende 
Teil in der Regel zur Übernahme sämtlicher Kosten des Verfahrens verpflichtet. Die 

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unterliegende Partei wird zudem in der Regel verpflichtet, der obsiegenden Partei 
alle ihr durch den Rechtsstreit verursachten, notwendigen Kosten zu ersetzen (Art. 
122 Abs. 2 ZPO).

b. Da die Berufung vollumfänglich abzuweisen ist, gehen die Kosten des 
Berufungsverfahrens zu Lasten der Berufungsklägerin X.. Diese hatte dem Kan-
tonsgerichtspräsidenten für das Verfahren vor Kantonsgericht ein Gesuch um un-
entgeltliche Rechtspflege eingereicht, welches mit Verfügung vom 8. Juni 2006 gut-
geheissen wurde. Die der Berufungsklägerin auferlegten amtlichen Kosten des Be-
rufungsverfahrens sowie die Kosten ihrer Rechtsvertretung sind somit dem Kanton 
Graubünden in Rechnung zu stellen. Vorbehalten bleibt die Rückforderung der ge-
leisteten Kostenhilfen im Sinne von Art. 45 Abs. 2 ZPO.

Da der Berufungsbeklagte Z. seine Sache vor Schranken selbst vertreten und 
keinen Rechtsbeistand beigezogen hat, besteht kein Anspruch auf Entschädigung 
der ausseramtlichen Aufwendungen.

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Demnach erkennt die Zivilkammer :

1. Die Berufung wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 3'285.-- (Gerichtsgebühr Fr. 
3'000.--, Schreibgebühren Fr. 285.--) gehen zu Lasten der Berufungsklägerin 
und werden dem Kanton Graubünden unter dem Vorbehalt des Rückforde-
rungsrechts nach 45 Abs. 2 ZPO in Rechnung gestellt.

3. Mitteilung an:

__________

Für die Zivilkammer des Kantonsgerichts von Graubünden 
Der Präsident: Die Aktuarin ad hoc: