# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d632d1e1-3c5b-5d17-8cd7-05023ef4696e
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2012-02-14
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Strafkammer 14.02.2012 SK1 2011 38
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_004_SK1-2011-38_2012-02-14.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 14. Februar 2012 Schriftlich mitgeteilt am:
SK1 11 38 [nicht mündlich eröffnet]          30. April 2012  

Urteil
I. Strafkammer

Vorsitz Schlenker
Richter Brunner und Michael-Dürst
Aktuar Pers

In der strafrechtlichen Berufung

des A., Berufungskläger, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Mario Thöny, 
Bahnhofstrasse 8, 7000 Chur, 

gegen

das Urteil des Bezirksgerichts Plessur vom 9. August 2011, mitgeteilt am 7. Okto-
ber 2011,

in Sachen

der S t a a t s a n w a l t s c h a f t  G r a u b ü n d e n , Sennhofstrasse 17, 7001 Chur, 
Berufungsbeklagte,

der H H .  A G , Adhäsionsklägerin und Berufungsbeklagte,

der K K .  G m b H , Adhäsionsklägerin und Berufungsbeklagte,

der M M .  A G , Adhäsionsklägerin und Berufungsbeklagte,

der O O .  V e r s i c h e r u n g e n , Adhäsionsklägerin und Berufungsbeklagte,

der U U . , Adhäsionsklägerin und Berufungsbeklagte,

des Dr. med. K K K . , Adhäsionskläger und Berufungsbeklagter,

des K a n t o n s  G r a u b ü n d e n , 7001 Chur, vertreten durch das Amt für Indus-
trie, Gewerbe und Arbeit, Adhäsionskläger und Berufungsbeklagter,

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der E E E .  A G , Adhäsionsklägerin und Berufungsbeklagte,

der N N N . , Adhäsionsklägerin und Berufungsbeklagte,

und des SS., Adhäsionskläger und Berufungsbeklagter,

gegen den Berufungskläger,

betreffend mehrfacher Diebstahl etc.,

hat sich ergeben:

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I. Sachverhalt

A. A. wurde am _ in Z. geboren und wuchs zusammen mit einer älteren 
Schwester bei seinen Eltern in Y. auf. Er besuchte die Primarschule in Y. und die 
Sekundarschule im Institut B. in X.. Anschliessend begann er eine Lehre als Auto-
lackierer bei der Garage C. in Y.. Diese Lehre sowie weitere Lehren als Maler und 
Maurer brach er ab und arbeitete in der Folge bei verschiedenen Baufirmen im 
Bündner Oberland als Hilfsarbeiter; dabei handelte es sich jeweils um Gelegen-
heitsjobs. Zwischen dem 17. September 2007 und dem 6. Mai 2008 respektive 
dem 13. November 2008 und dem 26. Dezember 2008 verbüsste er Freiheitsstra-
fen in der Justizvollzugsanstalt D. in W.. Zwischen Ende November 2009 und ca. 
anfangs September 2010 wurde er vom Sozialdienst der Gemeinde V. betreut. 
Dieser kam für die Wohnungsmiete, die Krankenkassenprämien sowie die De-
ckung seines Grundbedarfs auf. Vom 6. April 2010 bis 16. Juli 2010 verbüsste er 
eine weitere Freiheitsstrafe in der Justizvollzugsanstalt D.. Seit dem 1. Oktober 
2010 bis zu seiner Verhaftung am 14. Oktober 2010 wurde er von E. vom Sozial-
dienst für Suchtfragen in U. betreut. Ebenfalls bis zu seiner Verhaftung nahm er 
beim Ambulatorium F. in U. am Methadonprogramm teil. Seit seiner Entlassung 
aus der Untersuchungshaft am 12. Januar 2011 erhält er täglich Methadon von 
seinem Hausarzt in Y.. Beim Betreibungsamt des Kreises T. (neu Betreibungsamt 
S.) weist A. für den Zeitraum vom 1. Dezember 2009 bis zum 25. Oktober 2010 
per 8. November 2010 neun Betreibungen von Fr. 24'759.20 sowie drei offene 
Verlustscheine von Fr. 2'840.30 auf.

Im Schweizerischen Zentralstrafregister ist A. seit dem Jahre 2002 16 Mal ver-
zeichnet. Dies hauptsächlich wegen Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch, 
Diebstahl und Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz.

B. Am 24. August 2010 eröffnete die Staatsanwaltschaft Graubünden ein 
Strafverfahren gegen A. und beauftragte das Untersuchungsrichteramt U. mit der 
Durchführung der Untersuchung. Mit Verfügung vom 2. November 2010 setzte das 
Untersuchungsrichteramt U. Rechtsanwalt lic. iur. Mario Thöny als amtlichen Ver-
teidiger von A. ein.

C. Im Gutachten vom 19. November 2010 gelangte Dr. med. G., Psychiatri-
sche Dienste Graubünden, Klinik R., zusammenfassend zur Beurteilung, dass A. 
zum Zeitpunkt der ihm vorgeworfenen Taten an einer Opiatenabhängigkeit gelitten 
habe. Diese sei zwar grundsätzlich mittels Methadon substituiert, nichtsdestotrotz 
habe er einen regelmässigen, jedoch nicht intensiven Beikonsum sowohl von He-

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roin, Kokain und Cannabis als auch Benzodiazepinen betrieben. A. sei grundsätz-
lich zur Einsicht in das Unrecht der ihm vorgeworfenen Taten fähig gewesen; 
ebenso sei er grundsätzlich fähig gewesen, gemäss dieser Einsicht zu handeln. 
Bei ihm bestehe die Gefahr, dass er erneute Straftaten begehe, was auf seine 
nach wie vor bestehende Abhängigkeitserkrankung zurückzuführen sei. So sei mit 
relativ hoher Wahrscheinlichkeit mit erneuten Delikten im Rahmen der klassischen 
Beschaffungskriminalität, d.h. Diebstählen oder Einbrüchen, zu rechnen. Die für 
den Tatzeitpunkt festgestellte psychische Störung bestehe weiterhin. Eine Sucht 
lasse sich sowohl ambulant als auch stationär gut behandeln. A. sei jedoch nicht 
wirklich bereit, sich einer Behandlung, vor allem einer stationären Behandlung, zu 
unterziehen. Es empfehle sich deshalb am ehesten eine ambulante Behandlung 
im Sinne von Art. 63 StGB, welche bei gleichzeitigem Strafvollzug erfolgen könne.

D. In der Zeit zwischen dem 19. Januar 2011 und dem 2. Februar 2011 reich-
ten mehrere Geschädigte bei der Staatsanwaltschaft Graubünden Zivilklage und 
beziehungsweise oder Strafklage gegen A. ein.

E. In der Parteimitteilung vom 16. Februar 2011 kündigte die Staatsanwalt-
schaft Graubünden A. den Abschluss der Untersuchung an und stellte ihm in Aus-
sicht, dass sie beim Gericht Anklage erheben werde.

F. Am 8. April 2011 erliess die Staatsanwaltschaft Graubünden eine Teilein-
stellungsverfügung und erhob in den übrigen Punkten Anklage gegen A.. Der An-
klageschrift vom 8. April 2011 liegt folgender Sachverhalt zugrunde:

„1.1. Mehrfacher Diebstahl gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB, mehrfacher versuch-
ter Diebstahl gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 
1 StGB, mehrfache Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB so-
wie mehrfacher Hausfriedensbruch gemäss Art. 186 StGB

In der Zeitspanne zwischen dem 16. Mai 2009 und dem 13. Oktober 2010 
verübte der Beschuldigte an verschiedenen Orten in U. vorsätzlich 22 
Einbruchdiebstähle in Büros, Arztpraxen und Läden, um sich auf diese 
Weise einen ihm nicht gebührenden Vermögensvorteil zu verschaffen. In 
7 Fällen blieb es beim Versuch. Des Weiteren entwendete er am 27. Juli 
2010 vorsätzlich ein Portemonnaie samt Inhalt aus einem Fahrzeug, wel-
ches am Bahnhofplatz in U. parkiert war. Der Gesamtdeliktsbetrag beläuft 
sich auf CHF 36'596.00.

In 22 Fällen verursachte der Beschuldigte bei der Verübung der 
Diebstähle resp. bei den Diebstahlversuchen vorsätzlich Sachbeschädi-
gungen, meistens durch das gewaltsame Aufbrechen der Eingangstüren. 
Der verursachte Sachschaden beläuft sich auf CHF 33'626.50. Alle 22 
Geschädigten haben Strafantrag wegen Sachbeschädigung gestellt. In 21 
Fällen wurde wegen unrechtmässigen Eindringens in fremde Liegenschaf-
ten Strafantrag wegen Hausfriedensbruchs gestellt.

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Am 26. Januar 2011 hielt sich der Beschuldigte beim mittleren Ausgang 
der Annex-Halle am Bahnhof U. auf, obwohl gegen ihn ein Bahnhofverbot 
ausgestellt worden war. Dieses Bahnhofverbot umfasst das Betreten und 
den Aufenthalt auf dem gesamten Gebiet des Bahnhofs U., mit Ausnahme 
des Betretens des Bahnhofs für die Benützung von Zügen, den Kauf von 
Fahrausweisen sowie das Aufgeben von Reisegepäck. Wegen unrecht-
mässigen Verweilens auf dem Bahnhof U. hat die DD. Strafantrag gegen 
ihn wegen Hausfriedensbruchs gestellt.

Im Einzelnen handelt es sich um folgende Delikte:

1.1. Ort: U., P. 2, EE.
Zeit: 16.05.2009, 12.50 Uhr – 18.05.2009, 09.11 Uhr
Geschädigte: FF.
Deliktsgut: Bargeld
Deliktsbetrag: CHF 400.00
Sachschaden: Schliesszylinder der Eingangstüre abgebrochen
Schadensbetrag: CHF 360.00
Strafantrag: ja
Bemerkungen: Diebstahl, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch
Zivilklage: nein
Akten: A/4.4, A/8.1, B/II.3, B/II.5, B/IV.01, C/2.02

1.2. Ort: U., P. 2
Zeit: 16.05.2009, 17.30 Uhr – 18.05.2009, 08.45 Uhr
Geschädigte: GG. AG
Deliktsgut: Bargeld
Deliktsbetrag: CHF 1’565.00
Sachschaden: Schliesszylinder des Hintereingangs abgewürgt

Schublade des Bürotischs aufgebrochen
Schadensbetrag: CHF 400.00
Strafantrag: ja
Bemerkungen: Diebstahl, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch
Zivilklage: nein
Akten: B/II.3, B/II.5, B/IV.02, C/3.01

1.3. Ort: U., N. 16
Zeit: 15.02.2010, 19.20 Uhr – 20.14 Uhr
Geschädigte: HH. AG
Deliktsgut: Bargeld und Kasseneinsatz
Deliktsbetrag: CHF 2'171.30
Sachschaden: Schlosszylinder der linken Nebentür aufgebrochen

Kassenkorpus samt Kasse aufgebrochen
Schadensbetrag: CHF 3'050.00
Strafantrag: ja
Bemerkungen: Diebstahl, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch
Zivilklage: ja
Akten: A/4.4, A/8.1, B/II.3, B/IV.03, C/1.02

1.4 Ort: U., Bahnhofplatz
Zeit: 20.07.2010, 14.00 Uhr – 14.15 Uhr
Geschädigter: II.
Deliktsgut: ein Serviceportemonnaie, Bargeld
Deliktsbetrag: CHF 444.00

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Bemerkungen: Diebstahl aus Fahrzeug, Deliktsgut beigebracht
Zivilklage: nein
Akten: A/4.4, A.5.5, A/8.1, B/II.1, B/IV.09, C/2.08

1.5. Ort: U., M. 6
Zeit: 13.08.2010, 21.00 Uhr – 14.08.2010, 08.00 Uhr
Geschädigte: JJ. GmbH
Deliktsgut: Bargeld
Deliktsbetrag: CHF 250.00
Sachschaden: an drei Türen Abdeckblech verbogen und Schloss-

zylinder abgewürgt
Schadensbetrag: CHF 900.00
Strafantrag: ja
Bemerkungen: Diebstahl, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch
Zivilklage: nein
Akten: A/4.4, A/8.1, B/II.3, B/IV.10, C/3.04

1.6. Ort: U., N. 16, 2. Stock
Zeit: 26.08.2010, 18.00 Uhr – 27.08.2010, 07.00 Uhr
Geschädigte: KK. GmbH
Deliktsbetrag: -
Sachschaden: zwei Türen beschädigt
Schadensbetrag: CHF 1’000.00
Strafantrag: ja
Bemerkungen: Diebstahlversuch, Sachbeschädigung, Hausfrie-

densbruch
Zivilklage: ja
Akten: A/4.4, A/8.1, B/II.3, B/IV.11, C/1.06

1.7. Ort: U., N. 16, Erdgeschoss und 2. Stock
Zeit: 26.08.2010, 18.00 Uhr – 27.08.2010, 07.00 Uhr
Geschädigte: LL. AG
Deliktsgut: Bargeld, diverses Schreibmaterial, ein Schlüsse-

lanhänger, ein Portemonnaie
Deliktsbetrag: CHF 16'620.65
Sachschaden: zwei Glasvitrinen beschädigt
Schadensbetrag: CHF 616.50
Strafantrag: ja
Bemerkung: Diebstahl, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch
Zivilklage: nein
Akten: A/4.4, A/8.1, B/II.3, B/IV.12, C/2.10

1.8. Ort: U., N. 16, 1. Stock
Zeit: 26.08.2010, 18.00 Uhr – 27.08.2010, 07.00 Uhr
Geschädigte: HH. AG
Deliktsbetrag: -
Sachschaden: Schloss Eingangstür beschädigt
Schadensbetrag: CHF 1’500.00
Strafantrag: ja
Bemerkung: Diebstahlversuch, Sachbeschädigung, Hausfrie-

densbruch
Zivilklage: ja
Akten: A/4.4, A/8.1, B/II.3, B/IV.13, C/1.01

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1.9. Ort: U., YY. 30
Zeit: 26.08.2010, 18.30 Uhr – 27.08.2010, 08.32 Uhr
Geschädigte. MM. AG
Deliktsbetrag: -
Sachschaden: drei Türen beschädigt
Schadensbetrag: CHF 1’500.00
Strafantrag: ja
Bemerkung: Diebstahlversuch, Sachbeschädigung, Hausfrie-

densbruch
Zivilklage: ja
Akten: A/4.4, A/8.1, B/II.3, B/V.14, C/1.07

1.10. Ort: U., YY. 19
Zeit: 26.08.2010, 19.00 Uhr – 27.08.2010, 08.17 Uhr
Geschädigte: NN.
Deliktsgut: Bargeld
Deliktsbetrag: CHF 1'486.25
Sachschaden: Eingangstür und Personalschrank beschädigt
Schadensbetrag: CHF 1'000.00
Strafantrag: ja
Bemerkung: Diebstahl, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch
Zivilklage: ja, durch die Versicherung OO.
Akten: A/4.4, A/8.1, B/II.3, B/V.15, C/1.10

1.11. Ort: U., XX. 21
Zeit: 26.08.2010, 18.30 Uhr – 27.08.2010, 08.45 Uhr
Geschädigte: Schuhgeschäft PP.; QQ. AG
Deliktsgut: Bargeld
Deliktsbetrag: CHF 30.00
Sachschaden: Pultschublade aufgebrochen
Schadensbetrag: CHF 1'500.00
Strafantrag: ja
Bemerkung: Diebstahl, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch
Zivilklage: nein
Akten: A/4.4, A/8.1, B/II.3, B/V.16, C/2.12, C.2.23

1.12. Ort: U., P. 1
Zeit: 26.08.2010, 19.00 Uhr – 27.08.2010, 07.55 Uhr
Geschädigte: RR. SA
Deliktsbetrag: -
Sachschaden: Eingangstür und Rahmen beschädigt
Schadensbetrag: CHF 500.00
Strafantrag: ja
Bemerkung: Diebstahlversuch, Sachbeschädigung
Zivilklage: nein
Akten: A/4.4, A/8.1, B/II.3, B/V.17, C/3.05

1.13. Ort: U., P. 20
Zeit: 12.10.2010, 17.15 Uhr – 13.10.2010, 06.40 Uhr
Geschädigter: SS.
Deliktsgut: ein Computer, Bargeld
Deliktsbetrag: CHF 1'640.00
Sachschaden: Eingangstür und Einbauschränke beschädigt
Schadensbetrag: CHF 1'000.00

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Strafantrag: ja
Bemerkung: Diebstahl, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch
Zivilklage: ja
Akten: A/4.4, A/5.3, A/8.1, B/II.2, B/V.18, B/6.30, C/1.12

1.14. Ort: U., P. 20
Zeit: 12.10.2010, 17.15 Uhr – 13.10.2010, 06.40 Uhr
Geschädigter: TT.
Deliktsgut: Bargeld
Deliktsbetrag: CHF 200.00
Sachschaden: Eingangstüre beschädigt
Schadensbetrag: CHF 3'000.00
Strafantrag: ja
Bemerkung: Diebstahl, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch
Zivilklage: ja, durch die Versicherung UU.
Akten: A/4.4, A/5.3, A/8.1, B/II.2, B/VI.30, B/V.19, C/1.14

1.15. Ort: U., P. 20
Zeit: 12.10.2010, 19.00 Uhr – 13.10.2010, 06.40 Uhr
Geschädigter: VV. AG
Deliktsgut: Bargeld
Deliktsbetrag: CHF 2'258.80
Sachschaden: Hintereingangstür und Schublade beschädigt
Schadensbetrag: CHF 650.00
Strafantrag: ja
Bemerkung: Diebstahl, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch
Zivilklage: ja, durch die Versicherung UU.
Akten: A/4.4, A/5.3, A/8.1, B/II.2, B/VI.30, B/V.20, C/2.14

1.16. Ort: U., P. 20
Zeit: 12.10.2010, 18.00 Uhr – 13.10.2010, 06.40 Uhr
Geschädigter: WW.
Deliktsbetrag: -
Sachschaden: Eingangstür beschädigt
Schadensbetrag: CHF 800.00
Strafantrag: ja
Bemerkung: Diebstahlversuch, Sachbeschädigung, Hausfrie-

densbruch
Zivilklage: ja
Akten: A/4.4, A/5.3, A/8.1, B/II.2, B/IV.30, B/V.21, C/1.16

1.17. Ort: U., P. 9
Zeit: 12.10.2010, 21.00 Uhr – 13.10.2010, 06.20 Uhr
Geschädigter: AAA. AG
Deliktsgut: Bargeld, ein Computer mit Zubehör, Schreibmate-

rial, zwei Geldkassetten, ein Aktenkoffer, drei 
Handlampen, ein Sicherheitsboy

Deliktsbetrag: CHF 6'550.00
Sachschaden: zwei Türen beschädigt
Schadensbetrag: CHF 5'200.00
Strafantrag: ja
Bemerkung: Diebstahl, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch
Zivilklage: nein
Akten: A/4.4, A/5.3, A/8.1, B/II.2, B/IV.30, B/V.22, C/2.16

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1.18. Ort: U., P. 9
Zeit: 12.10.2010, 21.00 Uhr – 13.10.2010, 06.20 Uhr
Geschädigter: QQ. Immobilen AG, BBB.
Deliktsgut: Bargeld
Deliktsbetrag: CHF 750.00
Sachschaden: Eingangstür beschädigt
Schadensbetrag: CHF 900.00
Strafantrag: ja
Bemerkung: Diebstahl, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch
Zivilklage: nein
Akten: A/4.4, A/5.3, A/8.1, B/II.2, B/IV.30, B/V.23, C/2.20

1.19. Ort: U., P. 9
Zeit: 12.10.2010, 21.00 Uhr – 13.10.2010, 06.20 Uhr
Geschädigte: QQ. AG, CC.
Deliktsbetrag: -
Sachschaden: Haupteingangstüre beschädigt
Schadensbetrag: CHF 3'700.00
Strafantrag: ja
Bemerkung: Diebstahlversuch, Sachbeschädigung, Hausfrie-

densbruch
Zivilklage: nein
Akten: A/4.4, A/5.3, A/8.1, B/II.2, B/V.22, B/V.23, B/V.24, 

B/V.25, B/V.26, B/V.27, B/IV.30, C/2.23, C/2.25

1.20. Ort: U., P. 9
Zeit: 12.10.2010, 21.00 Uhr – 13.10.2010, 06.20 Uhr
Geschädigter: Kanton Graubünden KIGA; QQ. AG
Deliktsgut: Bargeld, ein Gutschein
Deliktsbetrag: CHF 870.00
Sachschaden: Eingangstür und ein Aktenkoffer beschädigt
Schadensbetrag: CHF 2'550.00
Strafantrag: ja
Bemerkung: Diebstahl, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch
Zivilklage: ja
Akten: A/4.4, A/5.3, A/8.1, B/II.2, B/V.25, B/VI.30, C/1.18, 

C/2.23

1.21. Ort: U., P. 9
Zeit: 12.10.2010, 21.00 Uhr – 13.10.2010, 06.20 Uhr
Geschädigte: CCC.; QQ. AG
Deliktsgut: Bargeld
Deliktsbetrag: CHF 460.00
Sachschaden: Eingangstür beschädigt
Schadensbetrag: CHF 1'500.00
Strafantrag: ja
Bemerkung: Diebstahl, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch
Zivilklage: nein
Akten: A/4.4, A/5.3, A/8.1, B/II.2, B/V.22, B.V.26, B/VI.30, 

C/2.23, C/2.27

1.22. Ort: U., P. 9, 4. Stock
Zeit: 12.10.2010, 21.00 Uhr – 13.10.2010, 06.20 Uhr

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Geschädigter: DDD.; QQ. AG
Deliktsgut: Bargeld
Deliktsbetrag: CHF 900.00
Sachschaden: Eingangstür beschädigt
Schadensbetrag: CHF 1'000.00
Strafantrag: ja
Bemerkung: Diebstahl, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch
Zivilklage: nein
Akten: A/4.4, A/5.3, A/8.1, B/II.2, B/5.27, B/VI.30, C/2.23, 

C/2.29

1.23. Ort: U., P. 9, 4. Stock
Zeit: 12.10.2010, 21.45 Uhr – 13.10.2010, 08.18 Uhr
Geschädigte: EEE. AG
Deliktsbetrag: -
Sachschaden: Schlosszylinder und Eingangstür beschädigt
Schadensbetrag: CHF 1'000.00
Strafantrag: ja
Bemerkung: Diebstahlversuch, Sachbeschädigung, Hausfrie-

densbruch
Zivilklage: ja
Akten: A/4.4, A/5.3, A/8.1, B/II.2, B/VI.28, C/1.20

1.24. Ort: Bahnhof U.
Zeit: 26.01.2011, 19.28
Geschädigte: DD.
Strafantrag: ja
Bemerkung: Hausfriedensbruch
Zivilklage: nein
Akten: A/11.1-11.4

1.2. Mehrfache Übertretung gegen das Betäubungsmittelgesetz gemäss Art. 
19a Ziff. 1 BetmG

In der Zeit vom 5. April 2010 bis 13. Oktober 2010 rauchte der Beschul-
digte an seinem Domizil in V. wöchentlich 1 bis 2 Joints Marihuana oder 
Haschisch. Ferner konsumierte er in dieser Zeitspanne insgesamt ca. 9.6 
Gramm Heroin durch Rauchen oder Schnupfen und gelegentlich eine un-
bestimmte Menge Kokain.

Akten: A/5.1 (S. 3-4), A/9.1-9.3“

G. Anlässlich der Hauptverhandlung vor Bezirksgericht Plessur vom 9. August 
2011 stellte die Staatsanwaltschaft Graubünden folgende Schlussanträge:

„1. A. sei des mehrfachen Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB, des 
mehrfachen versuchten Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB in 
Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB, der mehrfachen Sachbeschädi-
gung gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB, des mehrfachen Hausfriedens-
bruchs gemäss Art. 186 StGB sowie der mehrfachen Übertretung des 
Betäubungsmittelgesetzes gemäss Art. 19a Ziff. 1 BetmG schuldig zu 
sprechen.

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2. Dafür sei er – teilweise als Zusatzstrafe zu den mit Strafmandaten des 
Kreispräsidenten U. vom 11. September 2009 und 5. Mai 2010 und 
des Kreispräsidenten Z. vom 29. Januar 2010 ausgesprochenen Stra-
fen – mit einer Freiheitsstrafe von 18 Monaten sowie einer Busse von 
CHF 300.00, ersatzweise mit einer Ersatzfreiheitsstrafe von 3 Tagen, 
zu verurteilen.

Die erstandene Polizei- und Untersuchungshaft von 91 Tagen sei an 
die Freiheitsstrafe anzurechnen.

3. Die mit Entscheid des Zwangsmassnahmengerichts des Kantons 
Graubünden vom 12. Januar 2011 angeordneten Ersatzmassnahmen 
seien aufzuheben.

4. Gestützt auf Art. 63 StGB sei eine vollzugsbegleitende therapeutische 
Massnahme zur Suchtbehandlung von A. anzuordnen.

5. Kostenfolge sei die gesetzliche.“

A., vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Mario Thöny, seinerseits stellte folgende 
Schlussanträge:

„1. A. sei höchstens mit einer unbedingten Freiheitsstrafe von einem Mo-
nat zu bestrafen.

2. Bezüglich der Verübung der 22 Einbruchsdiebstähle sei A. vollumfäng-
lich freizusprechen.

3. Im Vollzugsfalle sei die zu Unrecht ausgestandene und unverhältnis-
mässig lange Dauer der Polizei- und Untersuchungshaft von insgesamt 
91 Tagen anzurechnen. Für die Dauer der Überhaft sei A. nach den 
üblichen Ansätzen zu entschädigen.

4. Die mit Entscheid vom 15. April (recte 12. Januar) 2011 angeordneten 
Ersatzmassnahmen seien aufzuheben.

5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Staates.“

H. Mit Urteil vom 9. August 2011, mündlich eröffnet und begründet am 9. Au-
gust 2011, ohne schriftliche Begründung mitgeteilt am 11. August 2011, erkannte 
das Bezirksgericht Plessur wie folgt:

„1. A. ist schuldig des mehrfachen Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 1 
StGB, des mehrfach versuchten Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 1 
StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB, der mehrfachen Sachbeschädigung 
gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB, des mehrfachen Hausfriedensbruchs 
gemäss Art. 186 StGB sowie der mehrfachen Übertretung gegen das 
Betäubungsmittelgesetz gemäss Art. 19a Ziff. 1 BetmG.

2. a) Dafür wird A. – teilweise als Zusatzstrafe zu den mit Strafmandaten 
des Kreispräsidenten U. vom 11. September 2009 und 5. Mai 2010 
und des Kreispräsidenten Z. vom 29. Januar 2010 ausgesprochenen 
Strafen – mit einer Freiheitsstrafe von 18 Monaten sowie einer Busse 
von CHF 300.00, ersatzweise mit einer Ersatzfreiheitsstrafe von 3 
Tagen, bestraft.

b) Daran ist die erstandene Polizei- und Untersuchungshaft von 91 Ta-
gen sowie die effektive Dauer der Ersatzmassnahmen – soweit den 

Seite  12 — 42

Anordnungen nachgelebt wurde – im Umfang von 10% (vorliegend 25 
Tage) anzurechnen.

3. Die mit Entscheid des Zwangsmassnahmengerichts des Kantons 
Graubünden vom 12. Januar 2011 angeordneten Ersatzmassnahmen 
werden aufgehoben.

4. Gestützt auf Art. 63 StGB wird eine vollzugsbegleitende therapeuti-
sche Massnahme zur Suchtbehandlung von A. angeordnet.

5. a) Die Zivilklage der HH. AG, Herr FFF., N. 16, U., gegen A., ZZZ., Y., 
wird auf den Zivilweg verwiesen.

b) Die Zivilklage der KK. GmbH, Frau GGG., N. 16, U., gegen A., ZZZ., 
Y., wird auf den Zivilweg verwiesen.

c) Die Zivilklage der MM. AG, Frau HHH., YY. 30, U., gegen A., ZZZ., 
Y., wird im Umfang von CHF 1’207.80 gutgeheissen und im Übrigen 
auf den Zivilweg verwiesen. A. wird verpflichtet, der MM. AG CHF 
1'207.80 zu bezahlen.

d) Die Zivilklage der OO. Versicherungen, Schadencenter Ost, Herr III., 
YYY., XXX., gegen A., ZZZ., Y., wird im Umfang von CHF 1'213.25 
gutgeheissen. A. wird verpflichtet, der OO. Versicherungen CHF 
1'213.25 zu bezahlen.

e) Die Zivilklage der UU. AG, Herr JJJ., VVV., Postfach, UUU., gegen 
A., ZZZ., Y., wird im Umfang von CHF 2'520.70 gutgeheissen und im 
Übrigen auf den Zivilweg verwiesen. A. wird verpflichtet, der UU. AG 
CHF 2'520.70 zu bezahlen.

f) Die Zivilklage von Herr Dr. med. KKK., P. 20, U., gegen A., ZZZ., Y., 
wird im Umfang von CHF 302.90 gutgeheissen und im Übrigen auf 
den Zivilweg verwiesen. A. wird verpflichtet, Herrn Dr. med. KKK. 
CHF 302.90 zu bezahlen.

g) Die Zivilklage des Kantons Graubünden, vertreten durch das Amt für 
Industrie, Gewerbe und Arbeit, Herr LLL., P. 9, U., gegen A., ZZZ., Y., 
wird auf den Zivilweg verwiesen.

h) Die Zivilklage der EEE. AG U., O. 18, U., gegen A., ZZZ., Y., wird auf 
den Zivilweg verwiesen.

i) Die Zivilklage der NNN., Frau MMM., TTT., U., gegen A., ZZZ., Y., 
wird auf den Zivilweg verwiesen.

j) Die Zivilklage von SS., P. 20, U., gegen A., ZZZ., Y., wird im Umfang 
von CHF 200.00 gutgeheissen und im Übrigen auf den Zivilweg ver-
wiesen. A. wird verpflichtet, Herrn SS. CHF 200.00 zu bezahlen.

6. a) Die Kosten des Verfahrens von CHF 15'839.70 (Untersuchungsge-
bühren und Auslagen der Staatsanwaltschaft Graubünden CHF 
12'239.70, Gerichtsgebühren CHF 3'600.00) gehen zu Lasten von A. 
und sind innert 30 Tagen dem Bezirksgericht Plessur zu bezahlen.

b) Die Entschädigung der amtlichen Verteidigung wird am Ende des 
Verfahrens in einem separaten Beschluss festgelegt. Sie geht – unter 
dem Vorbehalt der Rückerstattungspflicht der beschuldigten Person 
gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO – zu Lasten des Kantons Graubünden 
und wird aus der Gerichtskasse bezahlt.

Seite  13 — 42

c) Die Kosten der angerechneten Untersuchungshaft von CHF 
15’448.00 sowie des Strafvollzugs gehen zu Lasten des Kantons 
Graubünden. Die beschuldigte Person hat sich daran nach Massgabe 
von Art. 380 Abs. 2 StGB zu beteiligen.

d) In Rechtskraft erwachsene Verfahrenskosten gemäss Ziff. 6 lit. a und 
die Busse in der Höhe von CHF 300.00 (Ziff. 2.a.) sind innert 30 Ta-
gen nach der Zustellung des Entscheids mit beiliegendem Einzah-
lungsschein zu bezahlen.

7. (Rechtsmittelbelehrung).

8. (Mitteilung).“

I. Gegen das Urteil vom 9. August 2011 meldete A. am 12. August 2011 beim 
Bezirksgericht Plessur die Berufung an. Am 7. Oktober 2011 wurde den Parteien 
das begründete Urteil mitgeteilt, woraufhin A. mit Berufungserklärung vom 25. Ok-
tober 2011 folgende Anträge stellte:

„1. Das Urteil des Bezirksgerichts Plessur vom 09. August 2011, mitgeteilt 
am 07. Oktober 2011, sei aufzuheben.

2. A. sei des Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB, des Hausfriedens-
bruchs gemäss Art. 186 StGB sowie der mehrfachen Übertretung ge-
gen das Betäubungsmittelgesetz gemäss Art. 19a Ziff. 1 BetmG schul-
dig zu sprechen.

3. Dafür sei A. – teilweise als Zusatzstrafe zu den mit Strafmandaten des 
Kreispräsidenten U. vom 11. September 2009 und 05. Mai 2010 und 
des Kreispräsidenten Z. vom 29. Januar 2010 ausgesprochenen Stra-
fen – mit einer Freiheitsstrafe von einem Monat sowie einer Busse von 
Fr. 300.00, ersatzweise mit einer Freiheitsstrafe von drei Tagen, zu 
bestrafen.

Die erstandene Polizei- und Untersuchungshaft von 91 Tagen sowie 
die effektive Dauer der Ersatzmassnahmen seien im Umfang von 20% 
an die Strafe anzurechnen. Für die Dauer der Überhaft sei A. nach den 
üblichen Ansätzen angemessen zu entschädigen.

4. Sämtliche Zivilklagen seien abzuweisen, soweit darauf eingetreten 
werden kann.

5. Der unterzeichnete Rechtsanwalt sei als amtlicher Verteidiger von A. 
für das Berufungsverfahren einzusetzen.

6. Unter gesetzlicher Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des 
Staates.“

J. Dem Gesuch, Rechtsanwalt lic. iur. Mario Thöny als amtlichen Verteidiger 
von A. einzusetzen, ist vom Vorsitzenden der I. Strafkammer am 30. November 
2011 gestützt auf Art. 133 StPO in Verbindung mit Art. 130 lit. b und d StPO und 
Art. 132 Abs. 1 lit. b und Abs. 2 StPO stattgegeben worden.

K. Der Kanton Graubünden, vertreten durch das Amt für Industrie, Gewerbe 
und Arbeit (KIGA), sowie die Staatsanwaltschaft Graubünden verzichteten mit 

Seite  14 — 42

Schreiben vom 31. Oktober bzw. 2. November 2011 auf die Einreichung einer 
Stellungnahme gemäss Art. 400 Abs. 3 StPO. Auch von den übrigen Adhäsions-
klägern gingen innert Frist keine Stellungnahmen ein.

L. Am 14. Februar 2012 fand die mündliche Berufungsverhandlung vor der I. 
Strafkammer des Kantonsgerichts statt. Anwesend waren A. in Begleitung seines 
amtlichen Verteidigers, Rechtsanwalt lic. iur. Mario Thöny, sowie seiner Eltern, H. 
und I., der Erste Staatsanwalt, lic. iur. Renato Fontana, Rechtsanwalt lic. iur. Gian 
Reto Caduff als Vertreter des Amts für Industrie, Gewerbe und Arbeit (KIGA) so-
wie ein Beamter der Kantonspolizei Graubünden. Der Vorsitzende der I. Straf-
kammer hielt fest, dass Dr. med. C.A. KKK., die EEE. AG, die KK. GmbH sowie 
die HH. GmbH mit schriftlichen Eingaben an das Gericht ihren Verzicht für die 
Teilnahme an der Hauptverhandlung erklärt hatten. Einleitend verlas der Vorsit-
zende die Anträge der Berufung. Einwände gegen die Zuständigkeit und die Zu-
sammensetzung des Gerichts wurden nicht erhoben, woraufhin der Vorsitzende 
das Gericht für legitimiert erklärte. Im Anschluss an die persönliche Befragung des 
Berufungsklägers durch den Vorsitzenden hinsichtlich seiner persönlichen Ver-
hältnisse und in Bezug auf die Umstände des Geständnisses beziehungsweise 
dessen Widerruf verzichteten die Parteien auf das Verlesen von Aktenstücken so-
wie auf weitere Beweisanträge, worauf das Beweisverfahren geschlossen wurde. 
In der Folge nahmen der Verteidiger und der Staatsanwalt in ihren Plädoyers zu 
der Berufung Stellung. Dabei hielt Rechtsanwalt lic. iur. Mario Thöny an den An-
trägen gemäss Berufung vom 25. Oktober 2011 fest. Der Erste Staatsanwalt, lic. 
iur. Renato Fontana, beantragte die kostenfällige Abweisung der Berufung. Im 
Rahmen seiner Replik wiederholte der Verteidiger noch einmal die einzelnen Pun-
ke, welche seiner Ansicht nach für die Glaubhaftigkeit des Widerrufs des Ge-
ständnisses sprächen und äusserte seine Bedenken hinsichtlich des Vollzugs ei-
ner Freiheitsstrafe, namentlich deshalb, weil sich sein Mandant auf gutem Weg zur 
Resozialisierung befinde und nunmehr auch das Methadon habe abgesetzt wer-
den können. Angesichts dessen wäre ein allfälliger Strafvollzug seines Erachtens 
nicht von Vorteil. Der Staatsanwalt verzichtete alsdann auf eine Duplik. Nachdem 
dem Berufungskläger das letzte Wort erteilt worden war und Rechtsanwalt lic. iur. 
Mario Thöny eine Honorarnote zu den Akten eingereicht hatte, wurde die mündli-
che Berufungsverhandlung geschlossen. Die Parteien verzichteten auf eine münd-
liche Urteilsverkündung, weshalb das Urteilsdispositiv ihnen innert 5 Tagen zuge-
sendet wurde (Art. 69 Abs. 2 StPO, Art. 84 Abs. 2 StPO).

Auf das Ergebnis der persönlichen Befragung des Berufungsklägers durch den 
Vorsitzenden der I. Strafkammer, auf die weitere Begründung der Anträge anläss-

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lich der mündlichen Berufungsverhandlung sowie auf die Ausführungen im ange-
fochtenen Urteil wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen ein-
gegangen.

II. Erwägungen

1.a. Die Berufung ist zulässig gegen Urteile erstinstanzlicher Gerichte, mit de-
nen das Verfahren ganz oder teilweise abgeschlossen worden ist (Art. 398 Abs. 1 
StPO). Die Berufung bezieht sich somit auf Entscheide, in denen über Straf- und 
Zivilfragen materiell befunden wird (vgl. Art. 80 Abs. 1 Satz 1 StPO), in erster Linie 
Urteile, die auf Verurteilung oder Freispruch lauten und der Fall vor der ersten In-
stanz damit abgeschlossen wird (Luzius Eugster, in: Niggli/Heer/Wiprächtiger 
(Hrsg.), Basler Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, Basel 
2011, N 2 zu Art. 398 StPO). Gemäss Art. 399 Abs. 1 StPO ist die Berufung dem 
erstinstanzlichen Gericht innert 10 Tagen seit Eröffnung des Urteils schriftlich oder 
mündlich zu Protokoll anzumelden, worauf das erstinstanzliche Gericht die An-
meldung nach Ausfertigung des begründeten Urteils zusammen mit den Akten 
dem Kantonsgericht als Berufungsgericht übermittelt (Art. 399 Abs. 2 StPO; Art. 
22 des Einführungsgesetzes zur Schweizerischen Strafprozessordnung [EGzSt-
PO; BR 350.100]). Nach Art. 399 Abs. 3 StPO reicht die Partei, die Berufung an-
gemeldet hat, dem Kantonsgericht innert 20 Tagen seit der Zustellung des be-
gründeten Urteils eine schriftliche Berufungserklärung ein, worin sie anzugeben 
hat, ob sie das Urteil vollumfänglich oder nur in Teilen anficht (lit. a), welche 
Abänderungen des erstinstanzlichen Urteils sie verlangt (lit. b) und welche Be-
weisanträge sie stellt (lit. c).

b. Gegen das am 9. August 2011 mündlich eröffnete und am 11. August 2011 
ohne schriftliche Begründung mitgeteilte Urteil des Bezirksgerichts Plessur melde-
te A. am 12. August 2011 die Berufung an (act. A.01). Nach Zustellung des be-
gründeten Urteils am 7. Oktober 2011 reichte A. alsdann fristgemäss am 25. Ok-
tober 2011 seine Berufungserklärung ein, die er – über die gesetzlichen Anforde-
rungen hinaus – kurz begründete (act. A.02). Da auch alle anderen Zulässigkeits-
voraussetzungen gegeben sind, ist auf die Berufung einzutreten.

c. Als Berufungsgericht kann das Kantonsgericht das erstinstanzliche Urteil in 
allen angefochtenen Punkten umfassend überprüfen (Art. 398 Abs. 2 StPO). Die 
Berufung ist somit ein vollkommenes Rechtsmittel, mit welchem erstinstanzliche 
Urteile in sachverhaltsmässiger wie auch in rechtlicher Hinsicht mit freier Kognition 

Seite  16 — 42

überprüft werden können (vgl. Niklaus Schmid, Schweizerische Strafprozessord-
nung, Praxiskommentar, ZZ./St. Gallen 2009, N 1 zu Art. 398 StPO; Markus Hug, 
in: Donatsch/Hansjakob/ Lieber (Hrsg.), Kommentar zur Schweizerischen Straf-
prozessordnung [StPO], ZZ. 2010, N 14 zu Art. 398 StPO). Tritt das Berufungsge-
richt auf die Berufung ein, so fällt es ein neues Urteil, welches das erstinstanzliche 
ersetzt (Art. 408 StPO). Weist das erstinstanzliche Verfahren aber Mängel auf, die 
im Berufungsverfahren nicht geheilt werden können, so hebt das Berufungsgericht 
das angefochtene Urteil auf und weist die Sache zur Durchführung einer neuen 
Hauptverhandlung und zur Fällung eines neuen Urteils an das erstinstanzliche 
Gericht zurück (Art. 409 Abs. 1 StPO).

2.a. Einleitend bringt die Staatsanwaltschaft vor, dass der Berufungskläger zwar 
einen fast umfassenden Freispruch beantrage, die Verurteilung wegen des Dieb-
stahls vom 20. Juli 2010, des Betäubungsmittelkonsums und des Hausfriedens-
bruchs vom 26. Januar 2011 jedoch nicht anfechte. Damit werde das Urteil im 
Sinne von Art. 399 Abs. 3 StPO nicht vollumfänglich, sondern lediglich in Teilen 
angefochten. Das Urteil werde sodann nicht wegen falscher Anwendung des 
Rechts oder wegen Unangemessenheit angefochten, sondern wegen unrichtiger 
Feststellung des Sachverhalts. Indessen würden in der Berufungserklärung für 
den Fall, dass der Sachverhalt richtig gewürdigt worden sein sollte, keine Eventua-
lanträge gestellt, was bei teilweiser Anfechtung eines Urteils im Sinne von Art. 399 
Abs. 4 StPO erwartet werden dürfte (Plädoyer StA Fontana, act. C.01, S. 2 f.). 
Wenngleich die Staatsanwaltschaft ihre Ausführungen nicht mit einem entspre-
chenden Antrag abschliesst und auch sonst nicht ohne weiteres ersichtlich ist, 
welche Rechtsfolgen sie aus der fehlenden Eventualantragsstellung seitens des 
Berufungsklägers zu ihren Gunsten ableiten will, ist zunächst auf diesen Punkt 
einzugehen.

b. Gemäss Art. 399 Abs. 4 StPO hat, wer nur Teile des Urteils anficht, in der 
Berufungserklärung verbindlich anzugeben, auf welche Teile sich die Berufung 
beschränkt. In lit. a-g der genannten Bestimmung sind die einzeln anfechtbaren 
Urteilspunkte abschliessend aufgelistet, wobei selbstredend auch zwei oder meh-
rere Punkte miteinander angefochten werden können, also beispielsweise der 
Schuldpunkt, allenfalls bezogen auf einzelne Handlungen (lit. a), und die Strafzu-
messung (lit. b). Ohne klar ausgedrückte Beschränkung gilt das Urteil als Ganzes 
angefochten; mit anderen Worten erfasst die Berufung im Zweifel das ganze Urteil 
(Niklaus Schmid, Handbuch des schweizerischen Strafprozessrechts, ZZ./St. Gal-
len 2009, N 1547). Wird jemand wegen mehrerer, völlig selbständiger Delikte be-
straft, kann die Anfechtung auf einzelne Straftaten beschränkt werden. Als mit an-

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gefochten zu gelten hat in diesem Fall aber auch die Gesamtstrafe, es sei denn, 
dass diese Taten ersichtlich für diese Rechtsfolge ohne Bedeutung sind (Eugster, 
a.a.O., N 7 zu Art. 399 StPO). Wird die Berufung auf die Anfechtung von Schuld- 
oder Freisprüchen beschränkt, muss eine Gutheissung automatisch dazu führen, 
dass die mit dem Schuldpunkt verknüpften Teile des Urteils – namentlich die 
Sanktionierung sowie die Kosten- und Entschädigungsfolgen – neu überprüft wer-
den, selbst wenn diesbezüglich keine ausdrücklichen Anträge vorliegen. Dies liegt 
insbesondere bei einem vollständigen Freispruch auf der Hand, wäre in einem 
solchen Fall ein Festhalten am Entscheid der Vorinstanz in den vorgenannten 
Punkten auch ohne entsprechendes Berufungsbegehren nicht möglich. Folglich ist 
bei einer Gutheissung unter anderem auch das Strafmass oder das erstinstanzli-
che Kostendispositiv zu überprüfen. Wird der Berufungsantrag im Schuldpunkt 
indessen abgewiesen, kann das Strafmass ohne gesonderte Teilanfechtung nicht 
neu festgelegt werden (Hug, a.a.O., N 19 zu Art. 399 StPO; Schmid, Handbuch, 
a.a.O., N 1548; Schmid, Praxiskommentar, a.a.O., N 18 zu Art. 399 StPO). 

c. In der Berufungserklärung vom 25. Oktober 2011 wurde seitens des Vertei-
digers der Antrag gestellt, das angefochtene Urteil sei aufzuheben und der Beru-
fungskläger des Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB, des Hausfriedensbruchs 
gemäss Art. 186 StGB sowie der mehrfachen Übertretung gegen das Betäu-
bungsmittelgesetz gemäss Art. 19a Ziff. 1 BetmG schuldig zu sprechen. Die Verur-
teilung durch die Vorinstanz wegen dieser Delikte wird vom Berufungskläger somit 
ausdrücklich anerkannt und damit folglich nicht mehr angefochten. In Bezug dar-
auf wird der Schuldspruch der Vorinstanz somit akzeptiert. Entsprechend stellte 
die Verteidigung denn auch den Antrag, der Berufungskläger sei hierfür – teilweise 
als Zusatzstrafe zu den mit Strafmandaten des Kreispräsidenten U. vom 11. Sep-
tember 2009 und 5. Mai 2010 und des Kreispräsidenten Z. vom 29. Januar 2010 
ausgesprochenen Strafen – mit einer Freiheitsstrafe von einem Monat sowie einer 
Busse von Fr. 300.--, ersatzweise mit einer Freiheitsstrafe von drei Tagen, zu be-
strafen (vgl. Berufungserklärung vom 25. Oktober 2011, act. A.02, S. 2; Plädoyer 
RA Thöny, act. B.01, S. 15). Hingegen bestreitet der Berufungskläger, die der An-
klageschrift zugrunde liegenden 22 Einbruchdiebstähle – wovon es in sieben Fäl-
len beim Versuch geblieben war – verübt zu haben. Diesbezüglich sei er freizu-
sprechen. Inwiefern die Berufungsanträge nicht den gesetzlichen Anforderungen 
von Art. 399 Abs. 4 StPO entsprechen sollen, ist damit nicht ersichtlich. In ähnlich 
gelagerten Fällen hat das Bundesgericht – zwar noch vor Inkrafttreten der Eid-
genössischen Strafprozessordnung – ausgeführt, dass, auch wenn Anträge im 
Strafprozess von eminenter Bedeutung seien und es zum Standard einer Verteidi-

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gung gehören müsse, genügende und sachgerechte Anträge zu stellen, der (be-
wusste) Verzicht auf Eventualanträge inklusive entsprechende Ausführungen je-
denfalls nicht zum vornherein unvertretbar oder fehlerhaft sei, zumal ein solches 
Verhalten auf einer durchdachten Verteidigungsstrategie beruhen möge und der 
Verteidiger eine Schwächung der Verteidigerposition nicht vorweg in Kauf zu 
nehmen brauche (Urteil des Bundesgerichts 6B_100/2010 vom 22. April 2010, E. 
3.1). Grundsätzlich sei nicht zu beanstanden, wenn sich die Verteidigung, die ih-
ren Hauptantrag auf Freispruch nicht mit Ausführungen über das Strafmass für 
den Fall einer Verurteilung schwächen wolle (sog. Verteidigerdilemma), in ihrem 
Plädoyer auf Ausführungen zum Schuldpunkt beschränke und darauf verzichte, in 
einem Eventualstandpunkt zur Strafzumessung Stellung zu nehmen (Urteil des 
Bundesgerichts 6B_172/2011 vom 23. Dezember 2011, E. 1.3.2). Nach dem Ge-
sagten stand es somit im Ermessen des Berufungsklägers bzw. dessen Verteidi-
gers, für den Fall, dass das Gericht die vorinstanzliche Beweiswürdigung schützen 
und zum selben Ergebnis gelangen würde, einen Eventualantrag bezüglich des 
Strafmasses zu stellen. Dass er dies nicht getan hat, mag an der gewählten Ver-
teidigungsstrategie liegen. Jedenfalls war er dazu nicht verpflichtet und sein Vor-
gehen ist angesichts der nunmehr vorgesehenen gesetzlichen Möglichkeit der 
Teilanfechtung von Urteilen sowie der zitierten bundesgerichtlichen Rechtspre-
chung nicht zu beanstanden.

3. In seiner Berufungserklärung vom 25. Oktober 2011 (act. A.02) hat der Be-
rufungskläger den Antrag um Einsetzung von Rechtsanwalt lic. iur. Mario Thöny 
als amtlichen Verteidiger gestellt (Ziffer 5 der Rechtsbegehren). Eine amtliche Ver-
teidigung ist unter anderem anzuordnen, wenn die beschuldigte Person nicht über 
die erforderlichen Mittel verfügt und die Verteidigung zur Wahrung ihrer Interessen 
geboten ist (Art. 132 Abs. 1 lit. b StPO). Diese Bestimmung in Verbindung mit Art. 
132 Abs. 2 und 3 StPO entspricht weitgehend der bisherigen Rechtsprechung des 
Bundesgerichts zur Frage, wann ein Anspruch auf eine unentgeltliche Verteidi-
gung besteht, und konkretisiert damit den Anspruch gemäss Art. 29 Abs. 3 BV 
bzw. Art. 6 Ziff. 3 lit. c EMRK (Niklaus Ruckstuhl, in: Niggli/Heer/Wiprächtiger 
(Hrsg.), Basler Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, Basel 
2011, N 1 zu Art. 132 StPO; vgl. auch Botschaft zur Vereinheitlichung des Straf-
prozessrechts, S. 1179 f.). Mittellosigkeit oder Bedürftigkeit ist nach der bundesge-
richtlichen Rechtsprechung dann gegeben, wenn die beschuldigte Person die 
Leistung der erforderlichen Prozess- und Parteikosten nur erbringen kann, wenn 
sie die Mittel angreift, die sie zur Deckung des Grundbedarfs für sich und ihre Fa-
milie benötigt (Ruckstuhl, a.a.O., N 23 zu Art. 132 StPO mit Hinweisen). Aus den 

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Akten ergibt sich, dass der Berufungskläger vom Sozialamt unterstützt wird. An-
lässlich seiner Einvernahme an der Berufungsverhandlung gab er in Bezug auf 
seine finanziellen Verhältnisse zu Protokoll, dass er zurzeit nicht erwerbstätig sei 
und ihm von den ausbezahlten Sozialgeldern nach Abzug eines Betrags von Fr. 
500.--, welchen er seiner Mutter als Gegenleistung dafür, dass er bei ihr wohnen 
dürfe, zu entrichten habe, noch ein Betrag von monatlich Fr. 673.-- für die Bestrei-
tung des Lebensunterhalts verbleibe. Angesichts dessen hat die Bedürftigkeit als 
erstellt zu gelten (vgl. auch Ruckstuhl, a.a.O., N 31 zu Art. 132 StPO). Zur Wah-
rung der Interessen der beschuldigten Person ist die Verteidigung namentlich ge-
boten, wenn es sich nicht um einen Bagatellfall handelt und der Straffall in tatsäch-
licher oder rechtlicher Hinsicht Schwierigkeiten bietet, denen die beschuldigte Per-
son allein nicht gewachsen wäre (Art. 132 Abs. 2 StPO). Dies ist vorliegendenfalls 
augenscheinlich der Fall. Zum einen handelt es sich nicht um einen in Art. 132 
Abs. 3 StPO definierten Bagatellfall, da die Vorinstanz dem Antrag der Staatsan-
waltschaft, eine Freiheitsstrafe von 18 Monaten zu verhängen, gefolgt ist. Zum 
anderen kommt hinzu, dass überdies ein Anwendungsfall notwendiger Verteidi-
gung vorliegt. Dies deshalb, weil dem Berufungskläger eine Freiheitsstrafe von 
mehr als einem Jahr droht (Art. 130 lit. b StPO) und die Staatsanwaltschaft sowohl 
im vorinstanzlichen Verfahren als auch im Berufungsverfahren persönlich aufge-
treten ist bzw. auftritt (Art. 130 lit. d StPO; vgl. auch Ruckstuhl, a.a.O., N 20 und 
36 f. zu Art. 132 StPO). Nach dem Gesagten steht daher fest, dass der Anspruch 
des Berufungsklägers auf amtliche Verteidigung zu bejahen ist. Entsprechend 
wurde dem diesbezüglichen Antrag mit Schreiben des Vorsitzenden der I. Straf-
kammer vom 30. November 2011 (act. D.03) stattgegeben und Rechtsanwalt lic. 
iur. Mario Thöny als amtlicher Verteidiger für das Berufungsverfahren eingesetzt.

4.a. Das Gericht würdigt die Beweise gemäss Art. 10 Abs. 2 StPO frei nach sei-
ner aus dem gesamten Verfahren gewonnenen Überzeugung. Jede Person gilt bis 
zu ihrer rechtskräftigen Verurteilung als unschuldig (Art. 10 Abs. 1 StPO). Beste-
hen unüberwindliche Zweifel an der Erfüllung der tatsächlichen Voraussetzungen 
der angeklagten Tat, so geht das Gericht von der für die beschuldigte Person 
günstigeren Sachlage aus (Art. 10 Abs. 3 StPO). Als Beweislastregel folgt aus der 
derart statuierten Unschuldsvermutung, dass es nicht Sache der beschuldigten 
Person ist, ihre Unschuld zu beweisen, sondern dass die Strafbehörden verpflich-
tet sind, den Nachweis der Schuld zu führen (Wolfgang Wohlers, in: Donatsch/ 
Hansjakob/Lieber (Hrsg.), Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung 
[StPO], ZZ. 2010, N 6 zu Art. 10 StPO). An diesen Nachweis sind hohe Anforde-
rungen zu stellen. Verlangt wird mehr als eine blosse Wahrscheinlichkeit, nicht 

Seite  20 — 42

aber ein absoluter Beweis der Täterschaft. Nach der aus Art. 32 Abs. 1 BV, Art. 6 
Ziff. 2 EMRK und Art. 10 Abs. 3 StPO fliessenden Beweiswürdigungsregel „in du-
bio pro reo“ darf sich der Strafrichter jedoch nicht von der Existenz eines für den 
Angeklagten ungünstigen Sachverhalts überzeugt erklären, wenn bei objektiver 
Betrachtung erhebliche und nicht zu unterdrückende Zweifel bestehen, ob sich der 
Sachverhalt so verwirklicht hat. Bloss abstrakte und theoretische Zweifel sind in-
dessen nicht massgebend, weil solche immer möglich sind und absolute Gewiss-
heit nicht verlangt werden kann (Urteil des Bundesgerichts 6B_277/2010 vom 7. 
Juni 2010, E. 2.3.3). Es muss sich vielmehr um erhebliche und nicht zu unterdrü-
ckende Zweifel handeln, das heisst um solche, die sich nach der objektiven 
Rechtslage aufdrängen (BGE 120 Ia 31 E. 2.c S. 37). Aufgabe des Richters ist es, 
ohne Bindung an Beweisregeln die an sich möglichen Zweifel zu überwinden und 
sich mit Überzeugung für einen bestimmten Sachverhalt zu entscheiden, wobei 
die Bildung der Überzeugung objektivier- und nachvollziehbar sein muss. Die 
Schuld des Angeklagten muss sich dabei auf vorgelegte Beweise und Indizien 
stützen, die vernünftige Zweifel in ausschliesslicher Weise zu beseitigen vermö-
gen (vgl. PKG 1987 Nr. 12; Niklaus Schmid, Strafprozessrecht, Eine Einführung 
auf der Grundlage des Strafprozessrechts des Kantons ZZ. und des Bundes, 4. 
Aufl., ZZ. 2004, N 294 f.). Diese allgemeine Rechtsregel kommt nicht schon dann 
zur Anwendung, wenn Aussage gegen Aussage steht. Es ist vielmehr anhand 
sämtlicher sich aus den Akten ergebenden Umstände zu untersuchen, ob die Dar-
stellung der Anklage oder jene des Angeklagten den Richter zu überzeugen ver-
mag. Erst wenn eine solche Überzeugung weder in der einen noch in der anderen 
Richtung zu gewinnen ist, muss gemäss dem Grundsatz „in dubio pro reo“ der für 
den Angeklagten günstigere Sachverhalt angenommen werden (PKG 1978 Nr. 
31). In diesem Fall hat ein Freispruch zu erfolgen.

b. Ist die beschuldigte Person geständig, so prüfen Staatsanwaltschaft und 
Gericht die Glaubwürdigkeit ihres Geständnisses und fordern sie auf, die näheren 
Umstände der Tat genau zu bezeichnen (Art. 160 StPO). Im Falle eines Geständ-
nisses ist mithin danach zu fragen, ob Anhaltspunkte und Indizien vorliegen, die 
ein Geständnis als glaubhaft erscheinen lassen. Ist dies der Fall und vermag sich 
der Richter davon zu überzeugen, so ist das Geständnis eine wesentliche Voraus-
setzung für eine Verurteilung. Das Geständnis ist zwar ein Beweismittel unter 
mehreren, es bildet aber in aller Regel eine relativ sichere Basis für eine Verurtei-
lung (vgl. Schmid, Strafprozessrecht, a.a.O., N 613). Aus dem strafprozessualen 
Grundsatz der Ermittlung der materiellen Wahrheit folgt, dass auch bei Vorliegen 
eines Geständnisses das Gericht diese Erklärung nicht unbesehen hinzunehmen, 

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sondern sie auf ihre Richtigkeit zu überprüfen hat. Das Geständnis ist somit ein 
Beweismittel, das gegebenenfalls durch andere überprüft werden muss. Es muss 
auf seine Glaubwürdigkeit und Vollständigkeit sowie auf die näheren Umstände 
und Beweggründe der Tat überprüft werden. Bei unkritischer Übernahme ist das 
Geständnis eine der häufigsten Fehlerquellen im Strafprozess, weshalb zu über-
prüfen ist, ob es der Wahrheit entspricht (Gunhild Godenzi, in: Donatsch/Hansja-
kob/Lieber (Hrsg.), Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung [StPO], 
ZZ. 2010, N 3 zu Art. 160 StPO). Je nach Glaubwürdigkeit des Geständnisses und 
der weiteren Beweislage kann eine bloss summarische Einvernahme genügen 
(Godenzi, a.a.O., N 4 zu Art. 160 StPO mit Hinweis auf die Botschaft).

c. Der Widerruf eines Geständnisses ist untrügliches Zeichen dafür, dass sich 
der Beschuldigte im Laufe des Strafverfahrens allenfalls mit den ihm gegenüber 
erhobenen Beschuldigungen näher auseinandergesetzt hat und sich allenfalls 
deswegen zur Änderung seiner Haltung veranlasst fühlt. Geständnis und Widerruf 
haben somit grundsätzlich das gleiche Gewicht. Zum Zweck der Ermittlung der 
materiellen Wahrheit gilt es, anhand der Untersuchung der Beweggründe, die zu 
den widersprüchlichen Aussagen geführt haben, deren Glaubwürdigkeit und 
Ernsthaftigkeit gegeneinander abzuwägen. Das „echte“ Geständnis ist nach Motiv, 
Anlass, Zeitpunkt und Form „stimmig“ (Bender/Röder/Nack, Tatsachenfeststellung 
vor Gericht, Band II, Vernehmungslehre, München 1981, N 776). Es ist stets zu 
klären, ob ein Geständnis zuverlässig ist, denn Erfahrungen zeigen, dass aus ver-
schiedenen Gründen immer wieder falsche Geständnisse abgelegt werden. Ein 
bewährtes Mittel für diese Klärung ist, die beschuldigte Person Einzelheiten der 
Tatumstände schildern zu lassen, die nur den Strafbehörden und eben dem Täter 
bekannt sein können. Damit können einerseits falsche Geständnisse erkannt, 
sachgerechte Geständnisse hingegen für den Fall eines späteren Widerrufs abge-
sichert werden (Schmid, Praxiskommentar, a.a.O., N 2 zu Art. 160 StPO; Schmid, 
Handbuch, a.a.O., N 870; ebenso Godenzi, a.a.O., N 4 zu Art. 160 StPO). We-
sentlich ist, dass ein Geständnis mit dem Widerruf nicht dahin fällt, sondern als 
verwertbares Beweismittel bestehen bleibt. Wie das Geständnis ist dann auch der 
Widerruf frei zu würdigen (Art. 10 Abs. 2 StPO), wobei die Beweggründe abzu-
klären sind, die zu den widersprüchlichen Aussagen geführt haben, um anschlies-
send auf dieser Grundlage die Glaubhaftigkeit und Ernsthaftigkeit von Geständnis 
und Widerruf gegeneinander abzuwägen (Godenzi, a.a.O., N 5 zu Art. 160 StPO; 
Wohlers, a.a.O., N 27 zu Art. 10 StPO).

5. Gegenstand des vorliegenden Berufungsverfahrens bilden die vom Beru-
fungskläger bestrittenen 22 Einbruchdiebstähle. Unangefochten und somit von der 

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Berufung ausgenommen ist dagegen die Verurteilung durch die Vorinstanz wegen 
Diebstahls zum Nachteil eines Taxichauffeurs vom 20. Juli 2010, wegen Hausfrie-
densbruchs auf dem Bahnhofareal U. vom 26. Januar 2011 sowie wegen mehrfa-
cher Übertretungen gegen das Betäubungsmittelgesetz. Die Vorinstanz erachtete 
in Würdigung der vorhandenen Beweismittel den von der Staatsanwaltschaft 
Graubünden dargelegten Sachverhalt bezüglich der Einbruchdiebstähle, Sachbe-
schädigungen und Hausfriedensbrüche als erwiesen. Insbesondere das wieder-
holte Geständnis sowohl bei der polizeilichen Einvernahme als auch vor dem Un-
tersuchungsrichter sowie der offensichtlich vorhandene Finanzbedarf des Be-
schuldigten für seinen eingestandenen Drogenkonsum liessen nach Einschätzung 
des Gerichts keine Zweifel an der der Anklageschrift zugrundeliegenden und in 
den ersten Aussagen auch so eingestandenen Sachverhaltsdarstellung offen. Die 
vorgebrachten Gründe für den Widerruf seien alles in allem nicht glaubhaft (ange-
fochtenes Urteil, S. 20). Gegen diese Beweiswürdigung richtet sich die vorliegen-
de Berufung. Der Berufungskläger erachtet das angefochtene Urteil als falsch, 
weil sich die Vorinstanz im Wesentlichen auf eine untaugliche Zeugenaussage 
und ein problematisches Geständnis gestützt habe. Der Staatsanwaltschaft sei es 
ferner nicht gelungen, die notwendigen Beweise zusammenzutragen, und das vor-
liegende Beweisergebnis liefere keine genügende Entscheidgrundlage, um einen 
jungen Menschen zu einer 18-monatigen, unbedingten Freiheitsstrafe zu verurtei-
len (Plädoyer RA Thöny, act. B.01, S. 2). Auf die einzelnen Kritikpunkte am ange-
fochtenen Urteil wird im Folgenden eingegangen.

6.a. In Bezug auf das widerrufene Geständnis wird seitens der Verteidigung 
zunächst ausgeführt, ein solches möge zwar grundsätzlich den Anschein erwe-
cken, dass sich die beschuldigte Person im Verlaufe der Zeit der Schwere der De-
likte bewusst geworden sei und deshalb das ursprüngliche Geständnis widerrufen 
habe; dies treffe vorliegend jedoch nicht zu. Wie aus den Einvernahmeprotokollen 
und den beiden handschriftlichen Texten des Berufungsklägers an die Polizeibe-
amten vom 14. Oktober 2010 hervorgehe, sei es diesem enorm wichtig gewesen, 
nach seiner Verhaftung die Polizeizelle möglichst rasch verlassen zu können, um 
sich wie vereinbart beim Sozialdienst der Gemeinde V. und bei seiner Drogenbe-
raterin zu melden, damit er sein Geld für das Wochenende erhalte. Die Aus-
führung der Vorinstanz, wonach der Berufungskläger die Taten von Anfang an 
gestanden habe, treffe nicht zu. So habe der Berufungskläger zu Beginn – mit 
Ausnahme der Entwendung des Portemonnaies aus einem Taxi – vehement be-
stritten, weitere Delikte begangen zu haben. Die Polizeibeamten hätten ihn aber 
stündlich in seiner Haftzelle besucht und ihn zum Geständnis aufgefordert, wobei 

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sie ihm jeweils eine Liste mit etwa 50 ungeklärten Einbruchdiebstählen – soge-
nannte modus operandi – vorgelegt hätten. Nachdem der Berufungskläger be-
merkt habe, dass er ohne Geständnis nicht in die Freiheit entlassen werde, habe 
er begonnen, die ihm von den Polizeibeamten vorgehaltenen, ungeklärten Delikte 
– trotz Unschuld – willkürlich einzugestehen. Wie es bei Drogenabhängigen leider 
öfters vorkomme, seien diese suchtbedingt durch eine sehr kurzfristige Denkweise 
geleitet und könnten das gesamte Ausmass ihrer Aussagen oftmals nicht rational 
beurteilen. So habe der Berufungskläger das Geständnis ausschliesslich deshalb 
abgelegt, weil er die für ihn zu diesem Zeitpunkt elementaren Geldleistungen beim 
Sozialdienst pünktlich habe abholen wollen. An weitergehende Konsequenzen 
seiner Aussagen habe er in diesem Moment nicht gedacht. Der ganzen Tragweite 
seines Geständnisses sei er sich denn auch erst bewusst geworden, als ihn die 
Polizeibeamten trotz Ankündigung nicht in die Freiheit entlassen hätten, woraufhin 
er einige Tage später sein Geständnis unmissverständlich widerrufen habe (Plä-
doyer RA Thöny, act. B.01, S. 4 f.). Diesen Ausführungen kann – wie nachfolgend 
aufzuzeigen sein wird – nicht gefolgt werden.

b/aa. Anlässlich der ersten polizeilichen Einvernahme vom 14. Oktober 2010, um 
08.30 Uhr (act. B/II.1), welche vom Kantonspolizisten J. durchgeführt wurde, gab 
der Berufungskläger zu, am 20. Juli 2010 am Bahnhofplatz in U. einem Taxichauf-
feur ein Portemonnaie aus dem stehenden Taxi gestohlen zu haben. Er sei dann 
mit dem Portemonnaie in den K. gerannt, während der Chauffeur hinter ihm her 
gesprungen sei. Anschliessend habe er ca. Fr. 400.-- aus dem Portemonnaie ge-
nommen und dieses dem Chauffeur zurückgegeben. Auf die Frage, was er vom 
12.-13. Oktober 2010 gemacht habe, sagte er zunächst aus, er sei zu Hause in V. 
gewesen. Auf den weiteren Vorhalt, dass der Verdacht bestehe, wonach er vom 
12.-13. Oktober 2010 Vermögensdelikte begangen habe, gab er zur Antwort, es 
könne sein, dass er mehrere Tabletten (Dormicum) geschluckt und Alkohol kon-
sumiert habe. Er mache dann Sachen, die er nicht mehr wisse. Er könne sich an 
nichts mehr erinnern, es könne aber sein, dass er Diebstähle begangen habe und 
die ganze Nacht unterwegs gewesen sei. Anscheinend habe er die Brüche ge-
macht, er könne sich aber nicht mehr erinnern. Auf die Frage, welche Einbrüche er 
meine, sprach er von „diesen Büros und Arztpraxen in U.“. Anschliessend gab er 
dann aber doch zu Protokoll, er habe die betreffenden Einbrüche in der Nacht vom 
12.-13. Oktober 2010 nicht begangen, da er sich sonst daran erinnern würde. 
Schliesslich räumte er aber wiederum ein, dass er nicht nach Hause, sondern 
noch einmal in die Stadt gegangen sei und es aus Frust vielleicht doch gemacht 

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habe. Er könne aber nicht sagen, wie er in die Gebäude eingestiegen sei, und er 
wisse auch nicht, was er mitgenommen und wo er es verstaut habe.

b/bb. Anlässlich der zweiten polizeilichen Einvernahme vom 14. Oktober 2010, 
um 18.40 Uhr (act. B/II.2), sagte der Berufungskläger aus, er wolle alles sagen 
und nach Hause gehen. In der Folge gab er zu, an der P. 20 gewesen zu sein und 
dort Diebstähle begangen zu haben. Sodann schilderte er – offensichtlich von sich 
aus – detailliert die Vorgehensweise. Er sei im VV., in einer Klinik sowie in einer 
Arztpraxis gewesen. Die Türen habe er mit einem Schraubenzieher geöffnet. Er 
habe die Schrauben gelöst, den Zylinder abgeschlagen und mit dem Schrauben-
zieher gewürgt, bis die Türe offen gewesen sei. Dann habe er die Räumlichkeiten 
jeweils nach Geld oder Sachen, die er verkaufen könnte, durchsucht. Er habe mit 
dem Sackmesser Geldkassetten geöffnet und das Notengeld entwendet. Ferner 
habe er Medikamente gestohlen und einen Laptop mitgenommen. Das Deliktsgut 
habe er in einer Plastiktasche in einem Gebüsch hinter dem Haus gelagert, 
schliesslich habe er mit diesem ja nicht durch die Stadt laufen können; das Geld 
habe er in seine Umhängetasche gesteckt. Auf die Frage, wo der Schraubenzie-
her und das Sackmesser seien, welche er für die Einbrüche verwendet habe, gab 
er zur Antwort, er habe diese in einem Abfallkübel in der Stadt entsorgt; er könne 
allerdings nicht mehr sagen, wo. Dies habe er gemacht, weil es Tatwaffen gewe-
sen seien. Er habe sich mit diesen unsicher gefühlt, da er damit die Einbrüche be-
gangen habe. Den Laptop habe er am Bahnhof einer Person um die 40 Jahre mit 
Zürcherdialekt für Fr. 200.-- verkauft. Dieses Geld habe er für Drogen ausgegeben 
und damit Drogenschulden bezahlt. Im weiteren Verlauf der Einvernahme gab der 
Berufungskläger zu Protokoll, in der besagten Nacht, d.h. vom 12. auf den 13. Ok-
tober 2010, auch noch in das Gebäude an der P. 9 eingebrochen zu sein. Die Ein-
gangstüre habe er mit zwei bis drei Fusstritten geöffnet. Die übrigen Türen habe er 
mit dem Schraubenzieher oder dem Sackmesser geöffnet; an einem Ort habe er 
den ganzen Zylinder ausgeschlagen. Insgesamt, so der Berufungskläger, habe er 
in jener Nacht so viele Türen geöffnet, dass er sich nicht mehr an alle erinnern 
könne. Er habe aber immer Gewalt angewendet, um in die Räumlichkeiten zu 
kommen. In diesem Gebäude habe er der AAA. einen Dell-Laptop sowie eine Tas-
tatur und eine Maus entwendet. Den Laptop habe er in derselben Nacht noch ei-
nem Schwarzafrikaner für drei Kugeln Heroin verkauft. Aus einer Zahnarztpraxis 
sowie drei weiteren Arztpraxen habe er sodann Geld aus Geldkassetten gestohlen 
sowie diverse Medikamente mitgenommen, welche er anschliessend selber ge-
nommen, verkauft und einige davon auch weggeschmissen habe. Ebenso habe er 
noch Kugelschreiber und sonstiges, das er gut verkaufen könnte, entwendet. Das 

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Geld habe er ausgegeben; vermutlich habe er damit so viele Drogen wie möglich 
gekauft und diese konsumiert. Auf die Frage, ob er in besagter Nacht alleine un-
terwegs gewesen sei, antwortete er mit ja; er breche immer alleine ein. Die 
Schlosszylinder habe er mitgenommen und in einen Abfallkübel geschmissen. Um 
keine Spuren zu hinterlassen, habe er erstmals Handschuhe getragen. Auf die 
Frage, ob er noch andere Diebstähle begangen habe, gab der Berufungskläger zu 
Protokoll, noch in einem Reisebüro, welches sich – so glaube er – an der O. be-
finde, gewesen zu sein und alles durchsucht zu haben. Was er dort entwendet 
habe, könne er nicht sagen; vermutlich auch wieder Geld. Insgesamt habe er in 
dieser Nacht rund zehn Türen geöffnet. Abschliessend erwähnte er noch, dass er 
auch schon früher solche Einbrüche begangen habe. Er sei aber nur in Arztpraxen 
oder Büros eingebrochen, nie in Wohnungen.

b/cc. Im Rahmen der dritten polizeilichen Einvernahme vom 14. Oktober 2010, 
um 22.00 Uhr (act. B/II.3), antwortete der Berufungskläger auf die Frage, ob er zu 
den zwei gemachten Einvernahmen noch etwas ergänzen oder beifügen möchte, 
dass er alles gesagt habe und jetzt noch mehr sagen werde. In der Folge gab er 
zu, auch vom 26.-27. August 2010 mehrere Diebstähle in U. begangen zu haben. 
Er wisse, dass er in ein Coiffeurgeschäft, eine Papeterie und ins Schuhgeschäft 
PP. eingebrochen sei und Geld entwendet habe. Es könne sein, dass er auch 
sonst noch etwas entwendet habe. Er sei auch noch ins Kleidergeschäft MM., in 
ein Coiffeurgeschäft sowie in zwei Büros an der N. 16 eingebrochen, wo er aber 
nichts habe entwenden können. Er sei mit einem Schraubenzieher und einem 
Sackmesser eingebrochen, habe die Schlossverkleidung abgenommen, den Zy-
linder rausgenommen und mit dem Schraubenzieher gewirkt, bis die Türe offen 
gewesen sei. Die Zylinder nehme er meistens mit und werfe sie weg. Bei diesen 
Einbrüchen habe es aber fast keine bis keine Zylinder gehabt. Das Einbruchs-
werkzeug habe er ebenfalls weggeworfen. Im weiteren Verlauf der Einvernahme 
gestand der Berufungskläger sodann ein, Mitte Juli 2010 in der N. 8 in zwei 
Büroräumlichkeiten sowie in zwei Arztpraxen eingebrochen zu sein; ferner sei er in 
der Nacht vom 13. August 2010 in eine Buchhandlung an der M. 6, Mitte Mai 2010 
in ein Coiffeurgeschäft an der P. 2 sowie im Februar 2010 in der N. 16 eingebro-
chen. Auf die Frage, aus welchem Grund er die Diebstähle begangen habe, gab er 
zur Antwort, dass er kein Geld gehabt habe und zu Geld oder zu etwas, das er 
verkaufen könne, habe kommen wollen. Das Deliktsgut habe er stets verkauft oder 
selber gebraucht; das Geld habe er für Drogen gebraucht. Die Medikamente aus 
den Arztpraxen habe er ebenfalls verkauft oder selber genommen. Ferner gab er 
zu Protokoll, bei diesen Einbrüchen immer Handschuhe getragen und den 

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Schraubenzieher und das Sackmesser jeweils immer wieder neu gekauft zu ha-
ben.

b/dd. Am 15. Oktober 2010, um 10.31 Uhr, fand eine vierte polizeiliche Einver-
nahme statt (act. B/II.4), anlässlich welcher der Berufungskläger die ihm zur Last 
gelegten Übertretungen gegen das Betäubungsmittelgesetz eingestand.

b/ee. In einem ersten Brief vom 14. Oktober 2010 (act. A/8.2; B/VI.30) beteuerte 
der Berufungskläger noch seine Unschuld. Er habe die Einbrüche nicht begangen, 
ansonsten er doch das Diebesgut und das Werkzeug bei sich zuhause haben 
müsste. In einem zweiten, am gleichen Tag verfassten Brief (act. A/8.3; B/VI.30) 
gab er an, er wolle alles zugeben, was er noch wisse, und er sei bereit, zu koope-
rieren. Er sprach in diesem Brief von Arztpraxen, entwendeten Medikamenten so-
wie entwendetem Geld (ca. Fr. 400.-- bis 500.--), dass er verschiedene Türen und 
Schlösser mit einem Schraubenzieher eingeschlagen habe, dass er sich nicht 
mehr an alles erinnern könne, dass er das Diebesgut ausgegeben, verkauft oder 
weggeworfen habe und dass er auch das Werkzeug weggeschmissen habe. Was 
an besagtem Schreiben des Berufungsklägers auffällt, ist der Umstand, dass er 
sich offenbar selbst nicht an alles zu erinnern vermochte und diesbezüglich vom 
Polizeibeamten Aufschluss erwartete (vgl. S. 4: „Genauere Details weiss ich halt 
nicht mehr, weil ich genug intus schon hatte, aber mit eurer Hilfe bringen wir die-
ses schon auf Papier. Gebe mein Bestes mich zu Erinnern und vor allem auch um 
alles raus zu bekommen. Auf jeden Fall werden wir dieses schon zusammen 
schaffen?! Sodass alles sein sauberes Ende haben wird?!“).

b/ff. Am 15. Oktober 2010, um 14.00 Uhr, erfolgte die Hafteinvernahme durch 
den Untersuchungsrichter, Dr. iur. L. (act. A/4.4). Zu Beginn dieser Einvernahme 
erklärte der Berufungskläger, dass er zum jetzigen Zeitpunkt keinen Anwalt 
benötige, da er ja alles zugegeben habe und dazu stehe. Und wörtlich: „Jetzt zie-
hen wir das durch. Ich werde daraus die notwendigen Konsequenzen ziehen müs-
sen“. Er äusserte sich auch dahingehend, dass er auf sein Recht, die Aussage zu 
verweigern, aufmerksam gemacht worden sei und diese Belehrung verstanden 
habe. In der Folge bestätigte er seine Aussagen anlässlich der Einvernahmen vom 
Vortag, nachdem ihm diese vom Untersuchungsrichter vorgelesen worden waren, 
und gab erneut zu, die ihm vorgehaltenen Einbruchdiebstähle begangen zu ha-
ben, wobei er wiederum – und zwar deckungsgleich mit seinen zuvor gemachten 
Aussagen – dieselben Details in Bezug auf die Vorgehensweise schilderte (ge-
waltsames Einbrechen, Abmontieren des Schlosses mit Hilfe eines Schraubenzie-
hers und eines Sackmessers, Stehlen von Geld, Medikamenten und zwei Laptops, 

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Verwendung des Gelds zur Finanzierung seines Drogenkonsums oder zur Zah-
lung von Schulden, nie Einbrüche in Wohnungen, sondern nur in Geschäftsräu-
me). Ferner gestand er ein, während der ersten Einvernahme durcheinander ge-
wesen zu sein und sich an die Geschehnisse der Nacht vom 12. auf den 13. Ok-
tober 2010 nicht richtig erinnern zu können. Er habe gekifft, Dormicumtabletten, 
Methadon, Kokain sowie Heroin eingenommen und zudem noch ziemlich viel Al-
kohol konsumiert. Weiter führte der Berufungskläger aus, meistens aus Geldnot 
gehandelt zu haben, da er zurzeit keinen Job habe und vom Sozialamt zu wenig 
Geld erhalte. Jedenfalls genüge es nicht, um seinen Lebensunterhalt, namentlich 
den Kauf von Drogen, zu decken. Auf Vorhalt des Deliktsverzeichnisses der Kan-
tonspolizei Graubünden mit Stand per 15. Oktober 2010 (act. A/8.1) gab er an, 
dass er dieses zur Kenntnis genommen habe und dass die Angaben der Polizei 
betreffend diese Diebstähle richtig sein dürften.

b/gg. Am 20. Oktober 2010 erfolgte die Kehrtwende. In seinem Gesuch um Auf-
hebung der Untersuchungshaft (act. A/4.10) führte der Berufungskläger aus, die 
Einbrüche nur zugegeben zu haben, weil er habe nach Hause gehen wollen. In 
Wahrheit habe er aber keinen einzigen Einbruch begangen und bei der Einver-
nahme gar nicht gewusst, wo und wie es geschehen und was weggekommen sei. 
Der Polizeibeamte habe ihm jedes Detail gesagt und er habe jeweils nur mit „ja“ 
geantwortet oder etwas erfunden, weil er gedacht habe, er könne dann schneller 
nach Hause gehen. Erstens seien keine Spuren von ihm gefunden worden, wo-
hingegen er bei allen seinen vorherigen Einbrüchen immer sehr schlampig vorge-
gangen sei. Zweitens sei es auch deshalb nicht möglich, dass er es gewesen sei, 
weil er alleine so etwas nie hätte machen können. Insbesondere hätte er so viel 
Geld und so viele Medikamente nie ausgeben, verkaufen oder verschwinden las-
sen können. Zudem sei seine momentane Lebenssituation so weit in Ordnung und 
er helfe seit bald drei Wochen jeden Tag einer Abbruchfirma, so dass er gar nicht 
die Kraft und die Zeit habe, so einen „Scheiss“ zu leisten. Ferner wüsste er alle 
Details, wenn er die Einbruchdiebstähle begangen hätte. Anlässlich der darauffol-
genden zweiten untersuchungsrichterlichen Einvernahme vom 26. Oktober 2010 
(act. A/4.11) blieb er bei seiner Version, wonach er die ihm vorgeworfenen Taten 
bei der Polizei nur zugegeben und vor dem Untersuchungsrichter bestätigt habe, 
weil er wieder auf freien Fuss habe gesetzt werden wollen. Ebenso habe er das, 
was er der Polizei geschrieben habe, erfunden, um wieder aus der Haft entlassen 
zu werden. In der Folge blieb der Berufungskläger beim Widerruf seines Geständ-
nisses und machte immer wieder geltend, dass das Deliktsgut noch vorhanden 
sein müsste und er den grossen Geldbetrag nicht einfach hätte verschwinden las-

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sen können (vgl. Einvernahmeprotokoll des Zwangsmassnahmengerichts des 
Kantons Graubünden vom 12. Januar 2011, act. A/4.19).

c. Die Vorinstanz ist aufgrund des Beweisergebnisses zur Auffassung gelangt, 
dass die wesentlichen Aussagen des Beschuldigten sowohl beim Geständnis bei 
der Polizei als auch später vor dem Untersuchungsrichter grundsätzlich in sich 
geschlossen und widerspruchsfrei gewesen seien. Zutreffend hat das Bezirksge-
richt Plessur in der Folge ausgeführt, dass das anfänglich konstante Aussagever-
halten ein Indiz für die Glaubhaftigkeit der dortigen Aussagen gewesen sei und ein 
nachträglicher Widerruf dieser glaubhaften Aussagen den Richter grundsätzlich 
nicht daran hindere, die Verurteilung auf den ursprünglichen Aussagen abzustüt-
zen (Wohlers, a.a.O., N 27 zu Art. 10 StPO; Hauser/Schweri/Hartmann, Schweize-
risches Strafprozessrecht, 6. Aufl., Basel 2005, § 54 N 4). Hinzu komme, dass den 
in den ersten (polizeilichen) Einvernahmen gemachten Aussagen erhöhte Beweis-
kraft zukomme, weil bei diesen Einvernahmen die wirklichen Begebenheiten am 
unmittelbarsten und am wenigsten verfälscht wiedergegeben würden (Hau-
ser/Schweri/Hartmann, a.a.O., § 54 N 4). Die Tatsache, dass der Beschuldigte 
gemäss Aussagen des Zeugen J. bei der Polizei von sich aus detailliert Angaben 
über entwendete Gegenstände und seine Vorgehensweise habe machen können 
und damit die Ereignisse konkret und anschaulich wiedergegeben habe, sei ein 
weiteres Indiz für wahrheitsgetreue Aussagen. Der Umstand, dass der Beschuldig-
te detaillierte Vorgehensabläufe habe beschreiben können, sei klarerweise dahin-
gehend zu werten, dass er selber eben diese von ihm genau beschriebenen Taten 
begangen habe. Der nunmehr eingebrachte Einwand des Beschuldigten, dies al-
les nur erfunden zu haben, erachtete das Bezirksgericht Plessur in der Folge als 
nicht glaubhaft. Für ein falsches Geständnis sei die vor der Polizei wie auch vor 
dem Untersuchungsrichter angeblich nur „erfundene Geschichte“ viel zu sehr in 
sich geschlossen, stimmig und detailliert vorgetragen (angefochtenes Urteil, S. 
18).

Das Kantonsgericht schliesst sich der Auffassung der Vorinstanz an. Der Widerruf 
des Geständnisses ist angesichts der konkreten Umstände in der Tat nicht über-
zeugend. Zunächst ist kaum vorstellbar, dass der Berufungskläger anlässlich der 
polizeilichen Einvernahmen – wie von seinem Verteidiger vorgebracht – lediglich 
deshalb angefangen haben soll, willkürlich ungeklärte Delikte einzugestehen, um 
seinen Termin beim Sozialdienst der Gemeinde V. einhalten zu können, ohne sich 
über mögliche Konsequenzen eines Geständnisses Gedanken zu machen. Daran 
vermag auch die Argumentation des Verteidigers, wonach Drogenabhängige 
suchtbedingt durch eine sehr kurzfristige Denkweise geleitet seien und das ge-

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samte Ausmass ihrer Aussagen oftmals nicht rational beurteilen könnten, nichts zu 
ändern. Der Berufungskläger war sich bereits aufgrund früherer Einvernahmen 
durch die Polizei an vergleichbare Situationen gewöhnt, weshalb es auch aus die-
sem Grund nicht nachvollziehbar ist, dass er die ihm zur Last gelegten Taten trotz 
vermeintlicher Unschuld einzig deshalb gestanden haben soll, um so schnell wie 
möglich nach Hause gehen zu können. Erfahrungsgemäss musste ihm bewusst 
gewesen sein, welche Folgen ein abgelegtes Geständnis nach sich ziehen kann. 
Hinzu kommt der Umstand, dass der Berufungskläger anlässlich der ersten poli-
zeilichen Einvernahmen nicht nur detaillierte Angaben betreffend die Vorgehens-
weise (Lösen der Schrauben, Abschlagen der Schlosszylinder, Aufwuchten der 
Türen, Entsorgung der Schlosszylinder) und die dabei verwendeten Werkzeuge 
(Schraubenzieher, Sackmesser) machen konnte, sondern auch über einzelne 
entwendete Gegenstände (2 Laptops, Tastatur, Maus, Medikamente, Notengeld) 
bestens Bescheid wusste. Soweit die Vorinstanz diese Schilderungen dahinge-
hend gewürdigt hat, als die konkrete und anschauliche Wiedergabe der Ereignisse 
ein weiteres Indiz für eine wahrheitsgetreue Aussage darstelle, ist ihr auch in die-
sem Punkt beizupflichten. Dies gilt insbesondere für die doch recht detailreiche 
Schilderung des weiteren Schicksals der beiden entwendeten Laptops. So gab der 
Berufungskläger diesbezüglich zu Protokoll, einen Laptop am Bahnhof einer etwa 
40-jährigen Person mit Zürcherdialekt, welche im Begriff war, den Zug in Richtung 
ZZ. zu besteigen, für Fr. 200.-- (2 Hunderternoten) verkauft und den anderen Lap-
top der Marke Dell einem Schwarzafrikaner im Tausch gegen drei Kugeln Kokain 
übergeben zu haben. Letzteren habe er aus einer Telefonkabine angerufen, wor-
aufhin sie sich beim Bahnhof West getroffen hätten. Er beschrieb ihn im weiteren 
Verlauf der Einvernahme als gross und schlank; zudem habe er kurze Rastas, 
weshalb er ihn auch Rastamann nenne (act. B/II.2). Derartige Einzelheiten in den 
Aussagen stehen in augenscheinlichem Widerspruch zur nachfolgenden Argu-
mentation des Berufungsklägers, alles bloss erfunden zu haben. Vielmehr lässt 
sich daraus schliessen, dass es sich genau so zugetragen hat, wie er es anläss-
lich der ersten polizeilichen Einvernahmen dargestellt hat. Auch diesbezüglich ist 
der Vorinstanz somit zuzustimmen, welche die angeblich nur erfundene Geschich-
te für ein falsches Geständnis als viel zu sehr in sich geschlossen, stimmig und 
detailliert erachtet hat. In diesem Zusammenhang gilt auch zu berücksichtigen, 
dass der Berufungskläger die verschiedenen Einbruchdiebstähle nicht nur einmal, 
sondern gleich mehrere Male gestanden hat. So hat er die Begehung der Ein-
bruchdiebstähle nicht nur anlässlich der polizeilichen Einvernahmen vom 14. Ok-
tober 2010 (act. B/II.1-3) sowie im gleichen Tags verfassten Brief (act. A/8.3) ein-
gestanden, sondern die Richtigkeit der dannzumal getätigten Aussagen Tags dar-

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auf vor dem Untersuchungsrichter erneut bestätigt, nachdem dieser ihm die betref-
fenden polizeilichen Einvernahmeprotokolle vollständig vorgelesen hatte. Darüber 
hinaus hat er sich bei dieser Gelegenheit auch noch ein weiteres Mal – und zwar 
deckungsgleich zu den Tags zuvor zu Protokoll genommenen Aussagen – zur 
Vorgehensweise sowie zum Diebesgut geäussert (act. A/4.4, S. 2). Auch dieser 
Umstand spricht mitunter gegen die Glaubhaftigkeit des Widerrufs des Geständ-
nisses.

d. Die Verteidigung bezeichnet die Vorgehensweise der Kantonspolizei 
Graubünden bei der Protokollierung des Geständnisses als sehr fragwürdig und 
rügt, dass Druck auf den Berufungskläger ausgeübt worden sei, damit dieser eini-
ge der zahlreichen, ungeklärten Einbruchsfälle gestehe. Betrachte man die einzel-
nen Aussagen des Berufungsklägers in den polizeilichen Einvernahmeprotokollen 
genauer, so müsse davon ausgegangen werden, dass diesem der Wortlaut seiner 
Aussagen von den Polizeibeamten gewissermassen „in den Mund gelegt“ worden 
sei. Denn es sei kaum möglich, dass sich der nicht in U. wohnhafte Berufungsklä-
ger bei jedem dieser angeblich begangenen Delikte ausdrücklich an die Namen 
der Strassen, die einzelnen Hausnummern, die Namen der Geschäfte, die Marke 
der Gegenstände etc. erinnern könne. Vielmehr werde der Anschein erweckt, dass 
die zuständigen Polizeibeamten den Sachverhalt im Protokoll im Voraus verfasst 
hätten und der Berufungskläger lediglich noch mit „ja“ oder „nein“ geantwortet und 
das Protokoll schliesslich unterzeichnet habe.

Für derartige Verfehlungen seitens der für die polizeilichen Einvernahmen zustän-
digen Polizeibeamten bestehen aufgrund der Akten keinerlei Anhaltspunkte. Zwar 
gab J., welcher den Berufungskläger am 14. und 15. Oktober 2010 hauptsächlich 
einvernommen hatte, anlässlich der Konfronteinvernahme durch den Untersu-
chungsrichter vom 24. November 2010 (act. A/5.5) zu, dem Berufungskläger ge-
sagt zu haben, wo eingebrochen worden sei. Zu diesem Zweck habe er als Hilfs-
mittel über eine Liste mit verschiedenen modus operandi-Delikten verfügt, welche 
er mit dem Berufungskläger durchgegangen sei. Bestimmte Delikte habe dieser 
sofort ausgeschlossen, andere jedoch zugegeben. Er (J.) habe beispielsweise 
erwähnt, dass ein bestimmtes Delikt an der N. verübt worden sei, woraufhin sie 
zusammen auf der Karte nachgesehen hätten, wo sich diese Adresse befinde. 
Daraufhin habe der Berufungskläger gesagt, dass er genau in dieses Gebäude 
eingebrochen sei. J. erklärte, nicht mehr genau zu wissen, wie gross diese Liste 
gewesen sei; es seien vielleicht rund 50 Delikte auf dieser Liste gewesen, von de-
nen der Berufungskläger einen Grossteil verneint habe. Zudem habe es sich bei 
allen Delikten um solche gehandelt, welche durch Abwürgen des Schlosszylinders 

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verübt worden seien (S. 7). In Zusammenhang mit der erwähnten modus operan-
di-Liste, deren Einsatz seitens der Verteidigung gerügt wird, ist indessen darauf 
hinzuweisen, dass diese erst verwendet worden ist, nachdem der Berufungskläger 
von sich aus Einbrüche an der P. zur Sprache gebracht hatte. Gemäss Aussage 
von J. gab der Berufungskläger diesbezüglich Antworten, die mit der Situation vor 
Ort übereingestimmt hätten. Diese Erklärungen habe nur die Person abgeben 
können, die dort gewesen sei. So habe sich der Berufungskläger beispielweise 
daran erinnert, dass im Parterre das Reisebüro VV. gewesen sei und dass er bei 
einer Arztpraxis massive Gewalt habe anwenden müssen. Überdies habe er ge-
wusst, dass in einem Büro ein Laptop gestohlen worden sei, ohne dass er ihm 
dies vorgehalten habe (S. 6). Erst daraufhin beschloss J., besagte modus operan-
di-Liste zu Hilfe zu nehmen, was unter den gegebenen Umständen denn auch 
durchaus legitim war. Denn zum einen bestand aufgrund der Aussagen des Beru-
fungsklägers in Zusammenhang mit den Einbrüchen an der P. der begründete 
Verdacht, dass dieser besagte Delikte begangen haben könnte. Zum anderen bat 
der Berufungskläger selbst J., ihm bei der Rekonstruktion allfälliger, von ihm be-
gangener Straftaten zu helfen, da er sich nach eigenen Angaben nicht mehr an 
alle Einzelheiten zu erinnern vermochte. Dies lässt sich auch seinem Schreiben an 
die Polizeibeamten vom 14. Oktober 2010 (act. A/8.3) entnehmen, in welchem er 
erklärt hat, kooperieren zu wollen und sein Bestes zu geben, um sich an alles zu 
erinnern. Mit Hilfe der Polizeibeamten – so der Berufungskläger weiter – würden 
sie gemeinsam schon alles zu Papier bringen. Unter diesen Umständen war der 
Beizug einer Liste mit bisher noch ungeklärten und aufgrund der Vorgehensweise 
in Bezug auf den Berufungskläger in Frage kommenden Einbruchdiebstählen so-
wohl aus praktischen Gründen angebracht als auch sachdienlich. Aus dem Ge-
sagten erhellt somit auch, weshalb sich in den Einvernahmeprotokollen die ge-
nauen Hausnummern, die Namen der jeweiligen Strassen, der Geschäfte und die 
Marken der Deliktsgüter finden lassen. Entgegen der Auffassung der Verteidigung, 
welche in diesem Zusammenhang von einem falschen Anschein spricht, weil nicht 
davon ausgegangen werden könne, dass sich ein Drogendelinquent Monate nach 
den verübten Delikten noch an all diese Dinge erinnern könne, verhält es sich 
vielmehr derart, dass der Berufungskläger und der Polizeibeamte unter Zuhilfe-
nahme der Liste mit den ungeklärten Einbrüchen sowie einer Stadtkarte die vom 
Berufungskläger begangenen Delikte zu rekonstruieren versucht haben. Anders ist 
eine Rekonstruktion bei solchen Massendelikten denn auch kaum vorstellbar, ist 
doch in der Tat nicht davon auszugehen, dass der betreffende Täter sich nach 
mehreren Monaten noch an alle Einzelheiten der jeweiligen Taten erinnern kann. 
Die Vorgehensweise der Kantonspolizei bzw. des Polizeibeamten J. ist damit nicht 

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zu beanstanden und es kann mithin keine Rede davon sein, dass dem Berufungs-
kläger die Worte in den Mund gelegt bzw. das Einvernahmeprotokoll vorverfasst 
worden sind. Die Deliktsliste diente vielmehr dazu, den Erinnerungsprozess beim 
Berufungskläger in Gang zu setzen. Zudem hat der Berufungskläger Tags darauf 
vor dem Untersuchungsrichter die vorgängigen polizeilichen Einvernahmen aus-
drücklich bestätigt und – angesprochen auf die 27 ihm zur Last gelegten Ein-
bruchdiebstähle im Zeitraum vom 16. Mai bis 12. Oktober 2010 – gestanden, in 
diese Liegenschaften gewaltsam eingebrochen zu sein. Ferner hat er sich erneut 
– und zwar deckungsgleich mit den bei der Polizei gemachten Aussagen – zu sei-
ner Vorgehensweise geäussert (vgl. act. A/4.4). Auch hierbei unter Druck gesetzt 
worden zu sein, wird nicht einmal vom Berufungskläger behauptet. Im Übrigen ist 
noch darauf hinzuweisen, dass J. unter Hinweis auf die Straffolgen einer wissentli-
chen falschen Zeugenaussage (Art. 307 StGB) verneint hat, das Einvernahmepro-
tokoll vorverfasst zu haben. Inwiefern dessen Aussagen nicht der Wahrheit ent-
sprechen sollten, ist nicht ersichtlich und aufgrund der Akten ergeben sich auch 
keine Anhaltspunkte in diese Richtung. Wie die Vorinstanz zu Recht festgehalten 
hat, sind Polizeibeamte in der Ausübung ihrer Tätigkeit zu strikter Objektivität ver-
pflichtet und müssen sich der Tragweite einer leichtfertigen oder ungenauen Pro-
tokollierung bewusst sein. Dafür, dass J. im vorliegenden Fall pflichtwidrig gehan-
delt haben soll, liegen – wie bereits erwähnt – keinerlei Hinweise vor.

e. Ferner wird seitens des Verteidigers eingewendet, es sei kaum vorstellbar, 
dass der Berufungskläger am frühen Morgen des 13. Oktober 2010 innerhalb von 
wenigen Stunden ganz alleine sieben Einbrüche an der P. 9 begangen haben soll. 
So hätte bei diesen Einbrüchen massive Gewalt angewendet werden müssen, 
damit die teilweise schweren und massiven Türen hätten aufgebrochen werden 
können. Es sei daher kaum möglich, dass diese Taten von einer einzelnen, 
schmächtigen Person verübt worden seien. Ebenso wenig treffe die Charakteristik 
dieser Delikte auf den Berufungskläger zu. Dieser habe bei seinen, zu früheren 
Zeiten verübten Taten nie grossen Wert auf die Beseitigung seiner Spuren gelegt 
und sei unvorsichtig gewesen. Er habe die Taten immer spontan begangen, dabei 
nie Handschuhe getragen und habe diese Taten stets sofort eingestanden. Bei 
den vorliegend zu beurteilenden Delikten müssten offensichtlich mehrere Profis 
am Werk gewesen sein, welche keine Spuren hinterlassen und die jeweiligen 
Schlosszylinder mitgenommen hätten. Diese seien bei ihren Einbrüchen mit gros-
ser Systematik und sehr professionell vorgegangen. Diese Taten seien nun aber 
nicht zu vergleichen mit den früher begangenen Taten des Berufungsklägers.

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Den Ausführungen der Verteidigung kann nicht gefolgt werden. Entgegen deren 
Auffassung ist nämlich nicht ersichtlich, aus welchem Grund der Berufungskläger 
die vorerwähnten Einbrüche in der Nacht vom 12. auf den 13. Oktober 2010 nicht 
allein begangen haben können soll. Dass der Berufungskläger bei manchen Türen 
teilweise massive Gewalt anwenden musste, um sie zu öffnen, hat er anlässlich 
der polizeilichen Einvernahmen selbst zugegeben (vgl. act. B/II.2, S. 2; B/III.3, S. 
2; A/4.4, S. 2). Inwiefern dieser Umstand nunmehr geeignet sein soll, eine alleini-
ge Täterschaft des Berufungsklägers auszuschliessen, leuchtet nicht ein. Daran 
vermag auch der Hinweis auf dessen schmächtige Statur nichts zu ändern, lässt 
eine solche doch keine Rückschlüsse auf die notfalls einsetzbare Kraft zu. Dies 
gilt namentlich auch in Bezug auf Drogenabhängige, welche sich – wie dies beim 
Berufungskläger der Fall war – in einer finanziellen Notlage befinden und zwecks 
Beschaffung von Drogen für die Befriedigung ihrer Sucht dringend Geld benötigen. 
Daraus, dass der Berufungskläger nach Auffassung seines Verteidigers von 
schmächtiger Statur sei, lässt sich folglich nichts zu seinen Gunsten ableiten. Dar-
an vermag auch das Argument, wonach der Berufungskläger bei seinen früheren 
Taten nie grossen Wert auf die Beseitigung von Spuren gelegt und nie Handschu-
he getragen habe, nichts zu ändern. Gerade die Tatsache, dass er diesen Aspekt 
bei seinen früher begangenen Taten jeweils ausser Acht gelassen hat und mitun-
ter auch aus diesem Grund mehrfach überführt und verurteilt worden ist, kann ihn 
durchaus dazu veranlasst haben, der Beseitigung seiner Spuren bei der Bege-
hung künftiger Delikte in erhöhtem Masse Rechnung zu tragen. Es ist leicht vor-
stellbar, dass er aus seinen vergangenen Fehlern gelernt und die bisherige Vor-
gehensweise entsprechend modifiziert hat, um eine Wiederholung der früher be-
gangenen Fehler zu vermeiden. Des Weiteren muss vor Augen gehalten werden, 
dass es sich bei den betreffenden Einbruchsobjekten ausnahmslos um unbewohn-
te Geschäftsräume handelt, welche nachts leer stehen, womit dem Berufungsklä-
ger auch genügend Zeit zur Verfügung stand, um die einzelnen Eingangstüren 
aufzubrechen und die jeweiligen Büros nach Wertgegenständen sowie Bargeld zu 
durchsuchen. Soweit der Berufungskläger wiederholt vorbringt, er würde noch 
über Deliktsgut verfügen, wenn er die Einbrüche tatsächlich begangen hätte, sind 
ihm wiederum seine eigenen Aussagen entgegenzuhalten, welchen zufolge er 
dieses versteckt, veräussert, konsumiert oder entsorgt hat. Die vorgetragenen 
Einwände erweisen sich nach dem Gesagten als unbehelflich.

f. Ein weiterer Einwand der Verteidigung betrifft die Aussage von J., der zu-
folge sein Kollege AA. den Berufungskläger am frühen Morgen des 13. Oktober 
2010 auf Stadtgebiet gesehen habe (act. A/5.5, S. 8). Ein solches Zeugnis vom 

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Hörensagen sei nicht verwertbar und somit beweisrechtlich irrelevant. Wie es sich 
damit verhält, kann vorliegendenfalls offen gelassen werden, da die Vorinstanz die 
diesbezügliche Aussage von J. entgegen der Auffassung der Verteidigung gar 
nicht verwertet, sondern lediglich deren Wortlaut wiedergegeben hat. Letztlich 
fand die Aussage in diesem Punkt allerdings keinen Eingang in die vorinstanzliche 
Begründung. Ihr kam mithin keine entscheidrelevante Bedeutung zu, weshalb dar-
auf nicht näher eingegangen werden muss und sich die Berufung auch in diesem 
Punkt als unbegründet erweist.

g. Die Verteidigung ist sodann der Ansicht, es läge noch ein weiteres, starkes 
Indiz vor, welches für die glaubhafte Sachverhaltsdarstellung und somit für die 
Unschuld seines Mandanten spreche. So habe er ursprünglich zu den 22 Ein-
bruchdiebstählen fünf weitere gestanden, welche er jedoch gar nicht habe verüben 
können, weil er sich in dieser Zeit (vom 25.- 28. Juni 2010 sowie am 15. Juli 2010) 
nachweislich im Strafvollzug befunden habe. Folgerichtig sei das Verfahren betref-
fend diese fünf Einbruchdiebstähle eingestellt worden. Wenn er nun aber fünf Ta-
ten eingestanden habe, welche er nachweislich nicht habe begehen können, so 
könne er in diesem Zuge ohne weiteres auch noch weitere Taten „gestanden“ ha-
ben, welche er in Tat und Wahrheit nicht verübt habe.

Zutreffend ist zunächst, dass die Staatsanwaltschaft Graubünden das Strafverfah-
ren gegen den Berufungskläger in Bezug auf die von diesem anfänglich ebenfalls 
eingestandenen Einbruchdiebstähle in der Zeit zwischen dem 25. und dem 28. 
Juni 2010 sowie am 15. Juli 2010 mit Teil-Einstellungsverfügung vom 8. April 2011 
(act. A/1.14) mangels rechtsgenüglichen Nachweises der Täterschaft eingestellt 
hat. Zusätzliche Erkenntnisse hätten ergeben, dass sich der Berufungskläger zu 
den in Frage stehenden Tatzeiten in der Justizvollzugsanstalt D. befunden habe. 
In der Folge wurde die Ausgangslage für eine Anklage gegen ihn wegen dieser 
Delikte für ungenügend befunden. Wenngleich die Argumentation der Verteidigung 
auf den ersten Blick durchaus etwas für sich zu haben scheint, ändert dies nach 
den vorangegangenen Ausführungen sowie angesichts der vorliegenden Beweise 
und Indizien nichts an der Überzeugung, dass der Berufungskläger die übrigen 
von ihm eingestandenen Taten dennoch begangen hat. Es ist – wie bereits er-
wähnt – schlichtweg nicht nachvollziehbar, dass der Berufungskläger mehrere 
Einbrüche gestanden haben soll, ohne in Tat und Wahrheit auch nur einen einzi-
gen davon begangen zu haben. Dagegen spricht mitunter auch der Umstand, 
dass er anlässlich der Einvernahmen zahlreiche Einzelheiten der jeweiligen Taten 
geschildert hat, die nur der Täter kennen konnte. Hinzu kommt, dass der Beru-

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fungskläger von rund 50 Delikten eine grosse Zahl auch bestritten hat, die vorlie-
gend zur Anklage gebrachten Delikte dagegen ausdrücklich zugestanden hat.

h. Der Berufungskläger bezeichnet sodann die Aussagen des Zeugen BB. als 
widersprüchlich und nicht glaubhaft, weshalb auf diese nicht abgestellt werden 
könne.

BB. gab bei seiner Einvernahme vom 14. Oktober 2010 (act. B/III.1) zu Protokoll, 
gesehen zu haben, wie der Berufungskläger am Mittwochmorgen, dem 13. Okto-
ber 2010, gegen 04.00 Uhr das Haus an der P. 9 verlassen habe. Er habe Rü-
ckenprobleme gehabt und sei deshalb in der Nacht spazieren gegangen. Als er 
am gleichen Tag einen Termin bei Dr. med. CC. gehabt habe, sei dessen Türe zur 
Praxis beschädigt gewesen und habe offen gestanden. Als er Dr. med. CC. nach 
dem Grund gefragt habe, habe dieser ihm gesagt, dass in die Praxis eingebrochen 
worden sei. Auf das hin habe er seinem Arzt gesagt, dass er gesehen habe, wie 
A. am Mittwochmorgen um ca. 04.00 Uhr aus diesem Haus gekommen sei. Diese 
Aussage bestätigte BB. unter Hinweis auf die Straffolgen einer wissentlich fal-
schen Zeugenaussage gemäss Art. 307 StGB auch anlässlich der Konfronteinver-
nahme vom 24. November 2010 (act. A/5.3). Danach habe er A. einerseits an der 
Kleidung (grauer Kapuzenpullover) und andererseits auch an seinem Gesicht er-
kannt, da er die Kapuze nicht über dem Kopf gehab habe. Von wo aus er A. gese-
hen hat, hielt er auf einer Skizze (act. A/5.4) fest. Er gab im Weiteren an, dass A. 
seitlich an der Schulter einen Rucksack getragen habe, was entgegen der Auffas-
sung der Verteidigung sehr wohl mit der Umhängetasche übereinstimmen kann. 
Auf Nachfrage bestätigte BB. zwei weitere Male, dass er mit Sicherheit A. gese-
hen habe und eine Verwechslung ausgeschlossen sei (act. A/5.3, S. 4 f.). Soweit 
der Berufungskläger zum wiederholten Male die Möglichkeit einer Verwechslung 
geltend macht, kann eine solche aufgrund der erwähnten Aussagen eben gerade 
ausgeschlossen werden. Die Aussage von BB. ist in sich stimmig, nachvollziehbar 
und glaubhaft. Aus welchem Grund er im vorliegenden Fall die Unwahrheit sagen 
sollte, ist nicht ersichtlich, zumal er und der Berufungskläger gemäss überein-
stimmenden Aussagen in keinem besonderen Verhältnis zueinander stehen und 
sich lediglich vom Sehen kennen (vgl. act. A/5.3, S. 1 f.). Im Übrigen behauptet 
nicht einmal der Berufungskläger, dass BB. ihm mit seiner Aussage Schaden zu-
fügen wolle. Die Aussage von BB. wird seitens der Verteidigung aber auch noch 
aus anderen Gründen in Zweifel gezogen. So hätte der Berufungskläger, wenn er 
die Einbrüche an der P. 9 an diesem Tag effektiv verübt und – wie BB. behaupte – 
auf frischer Tat ertappt worden wäre, den Tatort schwer beladen mit dem Delikts-
gut sowie dem Tatwerkzeug verlassen müssen, was mit Sicherheit markant aufge-

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fallen wäre. BB. habe aber lediglich erwähnt, dass der Berufungskläger einen 
Rucksack getragen habe; von weiterem Deliktsgut habe er nichts gesagt. Indes-
sen hätten alle Deliktsgegenstände unmöglich in diesem Rucksack Platz gefun-
den. Auch dieser Einwand ändert nichts daran, dass BB. den Berufungskläger – 
wie bereits erwähnt – zweifelsohne gesehen hat. Zudem hätte die Umhängeta-
sche sehr wohl einen Schraubenzieher, ein Sackmesser, Schlosszylinder, Medi-
kamente und Bargeld aufnehmen können. Es ist nicht auszuschliessen, dass er 
die übrigen Deliktsgegenstände (Laptop mit Tastatur und Maus) – wie er dies be-
reits bei zuvor begangenen Einbrüchen getan hatte (vgl. act. B/II.2, S. 2) – ir-
gendwo in der Nähe des Gebäudes deponiert und zu einem späteren Zeitpunkt 
abgeholt hat. Unbehelflich ist ferner der Einwand des Verteidigers, wonach es 
seltsam erscheine, dass BB., welcher den Berufungskläger angeblich in flagranti 
erwischt habe, nicht sofort die Polizei alarmiert habe. BB. erklärte diesbezüglich 
plausibel, dass er erst anlässlich seines Arzttermins vom 13. Oktober 2010, um 
10.45 Uhr, von dem Einbruch erfahren habe (act. B/III.1, S. 1). Er hat den Beru-
fungskläger folglich erst zu diesem Zeitpunkt mit dem betreffenden Einbruch in 
Verbindung gebracht und anschliessend Kontakt mit der Polizei aufgenommen. 
Was an diesem Vorgehen seltsam sein soll, erschliesst sich dem Gericht nicht. 
Und schliesslich – so der Verteidiger – mute es sehr seltsam an, dass ein 34-
jähriger Mann an einem Mittwoch, morgens um 04.00 Uhr, alleine in der Stadt 
spazieren gehe. Aus welchem Grund BB. um diese Zeit unterwegs war, ist entge-
gen der Auffassung der Verteidigung gänzlich irrelevant. Gleiches gilt in Bezug auf 
das von diesem beigebrachte und seitens der Verteidigung in Zweifel gezogene 
Arztzeugnis. Es ist durchaus vorstellbar, dass BB. aufgrund von Rückenschmer-
zen keinen Schlaf finden konnte und aus diesem Grund einen Spaziergang unter-
nahm. In diesem Zusammenhang von Bedeutung ist einzig, dass er den Beru-
fungskläger zur fraglichen Zeit eindeutig und ohne jeden Zweifel hat identifizieren 
können. Damit erweisen sich die gegen die Aussage von BB. geltend gemachten 
Einwände allesamt als unbegründet.

i. Zusammenfassend kann somit festgehalten werden, dass die voranstehend 
aufgezeigten Beweise und Indizien in ihrer Gesamtheit derart erdrückend sind, 
dass von der Glaubhaftigkeit und Wahrheit des Geständnisses des Berufungsklä-
gers ausgegangen werden muss. Es kommt zwar in der Tat nicht selten vor, dass 
ein Geständnis abgelegt wird, um aus der Haft entlassen zu werden. Dass der 
Berufungskläger im vorliegenden Fall alles nur erfunden und lediglich mit „ja“ oder 
„nein“ geantwortet haben soll, ist aufgrund der erdrückenden Beweislage aber ge-
rade nicht der Fall. Seine Kehrtwende kann durchaus auch damit begründet wer-

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den, dass er – nachdem er eben nicht aus der Haft entlassen worden ist – seine 
Möglichkeit in der Widerrufsstrategie gesehen hat. Auch wenn der Widerruf – so 
gesehen – aus seiner Sicht plausibel zu erscheinen vermag, bleibt das verwertba-
re Geständnis aufgrund der erdrückenden Beweislage eben doch glaubhaft und 
wahr. Lücken in der Beweisführung sind keine erkennbar. Hinzu kommt, dass die 
Aussagen des Zeugen BB. deutlich aufzeigen, dass das Geständnis des Beru-
fungsklägers keinesfalls bloss aus der Luft gegriffen bzw. erfunden war. Hierfür 
war es denn auch zu detailreich und enthielt zahlreiche Einzelheiten, über welche 
nur der Täter Bescheid wissen konnte. Aus den dargelegten Gründen erhellt, dass 
die Vorinstanz die Täterschaft des Berufungsklägers aufgrund der vorliegenden 
Beweise und Indizien zu Recht als erwiesen erachtet und ihn daher des mehrfa-
chen Diebstahls (Art. 139 Ziff. 1 StGB), des mehrfach versuchten Diebstahls (Art. 
139 Ziff. 1 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB), der mehrfachen Sachbeschädigung (Art. 
144 Abs. 1 StGB), des mehrfachen Hausfriedensbruchs (Art. 186 StGB) sowie der 
mehrfachen Übertretung gegen das Betäubungsmittelgesetz (Art. 19a Ziff. 1 
BetmG) schuldig gesprochen hat. Die Berufung ist folglich abzuweisen und das 
vorinstanzliche Urteil zu bestätigen.

7. Erfolgt nach dem Gesagten entgegen dem Antrag der Verteidigung in Be-
zug auf die angefochtenen Einbruchdiebstähle kein Freispruch und wird das vor-
instanzliche Urteil nach Würdigung des Beweisergebnisses diesbezüglich 
bestätigt, so bleibt es auch bei der vorinstanzlichen Strafzumessung. Zunächst gilt 
es festzuhalten, dass das Berufungsgericht nicht ohne Not in das pflichtgemässe 
Ermessen der Vorinstanz eingreift, und sodann erweist sich die von der Vorinstanz 
festgesetzte Strafe als durchaus angemessen, weshalb gestützt auf Art. 82 Abs. 4 
StPO auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden kann.

a. Ungeachtet dessen könnte dem erst anlässlich der Berufungsverhandlung 
im Rahmen des Plädoyers gestellten Eventualantrag der Verteidigung, für den 
Fall, dass sich das Kantonsgericht in Bezug auf die 22 Einbruchdiebstähle der An-
sicht der Vorinstanz anschliessen sollte, sei das Strafmass stark zu reduzieren 
und die Strafe bedingt auszusprechen (vgl. Plädoyer RA Thöny, act. B.01, S. 16), 
aber ohnehin nicht gefolgt werden. Das Bezirksgericht Plessur hat das Verschul-
den des Berufungsklägers zu Recht als schwer eingestuft. So habe er sich in ei-
nem Zeitraum von eineinhalb Jahren ungeachtet seiner zahlreichen Vorstrafen 
und der Verbüssung mehrerer Freiheits- und Geldstrafen rund 22 Mal über fremde 
Eigentumsrechte hinweggesetzt, um sich Mittel für seine persönlichen Bedürfnisse 
zu beschaffen. Sein unbekümmertes Verhalten zeuge von einer bedenklichen 
Geisteshaltung und Charakterschwäche, zumal seine Schuldfähigkeit gemäss 

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psychiatrischem Gutachten vom 19. November 2010 (act. A/2.10) nicht einge-
schränkt sei. Strafschärfend seien das Zusammentreffen mehrerer Straftatbestän-
de und die mehrfache Tatbegehung zu berücksichtigen. Strafmildernd wiege der 
Umstand, dass es in sieben Fällen beim Versuch geblieben sei. Straferhöhend 
fielen die 16 Vorstrafen sowie das Delinquieren während hängiger Strafuntersu-
chung und der getrübte Leumund ins Gewicht. Unter Berücksichtigung sämtlicher 
Strafzumessungskriterien erachtete die Vorinstanz eine Freiheitsstrafe von 18 
Monaten – teilweise als Zusatzstrafe zu den mit Strafmandaten des Kreispräsiden-
ten U. vom 11. September 2009 und 5. Mai 2010 und des Kreispräsidenten Z. vom 
29. Januar 2010 ausgesprochenen Strafen – als angemessen (angefochtenes Ur-
teil, S. 25 f.). Dieser Auffassung ist zu folgen, womit die von der Vorinstanz festge-
setzte Freiheitsstrafe unter den gegebenen Umständen und unter Berücksichti-
gung des Verschuldens sowie der persönlichen Verhältnisse des Berufungsklä-
gers auch in dieser Höhe als angemessen erscheint und demzufolge nicht zu be-
anstanden ist. Insbesondere aufgrund der zahlreichen Vorstrafen des Berufungs-
klägers drängt sich vorliegendenfalls auch keine besondere Milde auf.

b. Auch der bedingte Vollzug der verhängten Freiheitsstrafe kann dem Beru-
fungskläger nicht gewährt werden. Gemäss Art. 42 Abs. 1 StGB schiebt das Ge-
richt den Vollzug einer Freiheitsstrafe von mindestens sechs Monaten und höchs-
tens zwei Jahren in der Regel auf, wenn eine unbedingte Strafe nicht notwendig 
erscheint, um den Täter von der Begehung weiterer Vergehen oder Verbrechen 
abzuhalten. Wurde der Täter innerhalb der letzten fünf Jahre vor der Tat zu einer 
bedingten oder unbedingten Freiheitsstrafe von mindestens sechs Monaten oder 
zu einer Geldstrafe von mindestens 180 Tagessätzen verurteilt, so ist der Auf-
schub nur zulässig, wenn besonders günstige Umstände vorliegen (Art. 42 Abs. 2 
StGB). Wie die Staatsanwaltschaft zutreffend ausgeführt hat (vgl. Plädoyer StA 
Fontana, act. C.01, S. 8), ist die Gewährung des bedingten Vollzugs der Freiheits-
strafe im vorliegenden Fall gestützt auf Art. 42 Abs. 2 StGB bereits in objektiver 
Hinsicht ausgeschlossen, da der Berufungskläger mit Urteil des Bezirksgerichts-
ausschusses Plessur vom 7. Oktober 2005 – mithin innerhalb der letzten fünf Jah-
re vor Begehung eines Grossteils der vorliegend zu beurteilenden Straftaten – zu 
einer Freiheitsstrafe von 10 Monaten verurteilt worden ist (vgl. act. A/2.1, S. 3 f.). 
Darüber hinaus liegen beim Berufungskläger aber auch keine besonders günsti-
gen Umstände vor. Das Kantonsgericht konnte sich anlässlich der Berufungsver-
handlung zwar davon überzeugen, dass sich der Berufungskläger zwischenzeitlich 
positiv entwickelt zu haben scheint, mittlerweile drogenfrei ist und sogar das Me-
thadon hat absetzen können. Dies ist ihm zugute zu halten. Indessen ist zu 

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berücksichtigen, dass der Zustand der Drogenabstinenz noch nicht lange andauert 
und auch das Methadon erst kurz vor der Berufungsverhandlung abgesetzt wer-
den konnte. Von einer stabilen und dauerhaften Situation kann diesbezüglich da-
her zurzeit noch nicht gesprochen werden und ein erneuter Rückfall in die Dro-
gensucht ist ebenso wenig auszuschliessen. In einem solchen Fall bestünde so-
dann durchaus die Gefahr, dass der Berufungskläger erneut Delikte im Rahmen 
der klassischen Beschaffungskriminalität begehen wird. Der Gutachter Dr. med. G. 
hat sich in seinem Gutachten vom 19. November 2010 (act. A/2.10) gleichermas-
sen dahingehend geäussert. Hinzu kommt, dass sowohl die verschiedenen straf-
rechtlichen Verurteilungen als auch der Strafvollzug selbst den Berufungskläger 
offensichtlich nicht zu beeindrucken und von der Begehung weiterer Straftaten 
abzuhalten vermocht haben. Aus den genannten Gründen ist die Vorinstanz somit 
zu Recht zur Auffassung gelangt, dass die ausgesprochene Strafe unbedingt aus-
zufällen ist, wenn der Berufungskläger von der Begehung weiterer Straftaten ab-
gehalten werden soll. Daran ist die Dauer der Untersuchungshaft von 91 Tagen 
anzurechnen.

c. Von Amtes wegen einer Anpassung bedarf die Anrechnung der effektiven 
Dauer der Ersatzmassnahmen, da diese nach wie vor Geltung haben. Die Vorin-
stanz hat diese im Umfang von 10 % (25 Tage) angerechnet, wohingegen der Be-
rufungskläger eine Anrechnung von 20 % als angemessen erachtet. Eine Begrün-
dung für diesen Antrag fehlt indessen gänzlich. Gemäss Art. 51 StGB hat das Ge-
richt die Untersuchungshaft, die der Täter während des Verfahrens ausgestanden 
hat, auf die Strafe anzurechnen. In Betracht fällt dabei grundsätzlich jede Form der 
Freiheitsentziehung, die aus Anlass eines Strafverfahrens bis zum Eintritt der Voll-
streckbarkeit des Urteils verfügt wurde und deren Dauer drei Stunden übersteigt 
(Christoph Mettler, in: Niggli/Wiprächtiger (Hrsg.), Basler Kommentar zum Straf-
recht I, 2. Aufl., Basel 2007, N 13 zu Art. 51 StGB). Darunter fallen mithin auch 
nichtstationäre Ersatzanordnungen, soweit dadurch die persönliche Freiheit 
tatsächlich beschränkt wurde. Von Bedeutung ist hierfür im Wesentlichen, mit wel-
chem Zeit- und Kostenaufwand die Massnahme für den Betroffenen verbunden 
war. In der Frage, ob und in welchem Umfang die betreffende Massnahme anzu-
rechnen ist, steht dem Richter ein erheblicher Ermessensspielraum zu (Mettler, 
a.a.O., N 26 und 37 zu Art. 51 StGB mit Hinweisen). Mit Entscheid des Zwangs-
massnahmengerichts des Kantons Graubünden vom 12. Januar 2011 (act. A/4.20) 
wurde der Berufungskläger ver