# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1d724dac-9a51-5f1b-ae7a-9308247c3409
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2000-02-17
**Language:** de
**Title:** Zürich Verwaltungsgericht 17.02.2000  VB.1999.00217
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Verwaltungsgericht/ZH_VG_001_-VB-1999-00217_2000-02-17.html

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				Geschäftsnummer: 	VB.1999.00217	 
	Entscheidart und -datum: 	Endentscheid vom 17.02.2000
	Spruchkörper: 	1. Abteilung/1. Kammer
	Weiterzug: 	Dieser Entscheid ist rechtskräftig.
	Rechtsgebiet: 	Submissionsrecht
	Betreff: 

	Submission

	
Unvollständigkeit eines Angebots bei der öffentlichen Vergabe von Baumeisterarbeiten; Referenzen der Anbieter als Zuschlagskriterium. 

Zulässigkeit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde (E. 1). Anwendbares Recht (E. 2). Ein unvollständiges Angebot berechtigt zum Ausschluss des Anbietenden (§ 26 Abs. 1 lit. d SubmV). Wird entgegen den Bestimmungen der Ausschreibungsunterlagen kein Terminprogramm und kein Bauplatzinstallationsplan eingereicht und enthält das  Angebot ausserdem Kalkulationsfehler, welche trotz verlangter zusätzlicher Erläuterungen (§ 28 Abs. 1 SubmV) eine Ungewissheit über allfällige Nachforderungen bewirken, so ist das Angebot unvollständig und der Anbieter ist vom Vergabeverfahren auszuschliessen (E. 4a). Die Erfahrung eines Anbieters und dessen Referenzen bzgl. ähnlicher Aufträge bilden ein zulässiges Zuschlagskriterium. Gab es im Zusammenhang mit früheren Aufträgen Beanstandungen, so darf dies im Vergabeverfahren negativ berücksichtigt werden (E. 4b). Liegt ein Ausschlussgrund vor, so kommt dem Umstand, dass der betreffende Anbieter das preislich günstigste Angebot einreichte, keine Bedeutung mehr zu (E. 4d).

			 	
				Stichworte:
	
						AUSSCHLUSS
AUSSCHLUSSGRUND
KALKULATIONSFEHLER/-IRRTUM
REFERENZ
SUBMISSIONSRECHT
UNVOLLSTÄNDIGKEIT
ZUSCHLAGSKRITERIEN

					
	
	Rechtsnormen:
	
						§ 26 lit. I d SubmV
§ 28 lit. I SubmV
§ 31 lit. I SubmV

					
	
	Publikationen:
	
						- keine -
					
	Gewichtung:

					(1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)
	
						Gewichtung: 3
					

			 

	 	
			

			

 

 

I. Mit Ausschreibung vom 15. April 1999
eröffnete die Schulgemeinde C. im offe­nen Verfahren die Submission für
verschiedene Arbeitsgattungen, unter ande­rem die Bau­meisterarbeiten (BKP 211)
für den Neubau der Schulanlage K.. Am Wett­bewerb beteilig­ten sich elf
Anbieter. Die niedrigste Offerte reichte die A. AG, in B., ein mit
einer Offert­summe ‑ nach Korrektur von Rechnungsfehlern von insge­samt
rund Fr. 319'900.‑ ‑ von netto Fr. 2'612'149.‑
(mit Option Holzschnitzelfeuerung). Das zweitniedrigste Angebot offerierte die
Arbeitsgemeinschaft (ARGE) H. AG/I. AG, in C./J. mit netto
Fr. 2'712'805.55 (mit Option Holzschnitzel­feuerung).

 

Mit Beschluss vom 30. Juni 1999 vergab
die Schulgemeinde C. die Baumeister­ar­bei­ten für Fr. 2'640'938.40
(netto ohne Holzschnitzelfeuerung) der ARGE H. AG/I. AG mit der
Begründung "beste Erfüllung der Zuschlagskrite­rien". Der
Vergabeentscheid wurde der A. AG zusammen mit den Gründen, weshalb ihrem
Angebot nicht der Vorzug gegeben wur­de, mit Schreiben vom 1./6. Juli 1999
eröffnet.

 

II. Hiergegen erhob die A. AG mit
Eingabe vom 14. Juli 1999 Be­schwer­de beim Verwaltungsgericht. Sie
beantragte die Aufhebung des Vergabeentscheids und den Zu­schlag an die
Beschwerdeführerin, eventuell die Rückweisung der Vergabe an die Vorin­stanz
zur Neubeurteilung; in formeller Hinsicht verlangte die A. AG, es sei dem
Rechts­mittel die aufschiebende Wirkung zu erteilen. 

 

Die Schulgemeinde C. beantragte in ihrer
Beschwerdeantwort vom 26. Juli 1999 die Abweisung der Beschwerde, unter
Kosten‑ und Entschädigungsfolgen. Die Beschwer­de­führerin verzichtete
auf die Einreichung einer Replik. 

 

Mit Verfügung vom 29. Juli 1999 wies der
Abteilungspräsident das Gesuch um Er­teilung der aufschiebenden Wirkung ab. 

 

Die Ausführungen der Parteien werden, soweit
rechtserheblich, in den nachfolgen­den Erwägungen wiedergegeben. 

 

 

Das
Verwaltungsgericht zieht in Erwägung:

 

 

1. Gegen den Entscheid einer Gemeindebehörde
über die Vergabe eines öffentli­chen Auftrags steht die Beschwerde an das
Verwaltungsgericht zur Verfügung. Für Verga­ben im Anwendungsbereich der
Interkantonalen Vereinbarung über das öffentliche Be­schaf­fungswesen vom
25. November 1994 (IVöB) ergibt sich dies aus § 3 des Gesetzes über
den Beitritt des Kantons Zürich zur Interkantonalen Vereinbarung vom
22. September 1996 (IVöB-BeitrittsG) in Verbindung mit Art. 15 IVöB.
Für andere Vergaben hat der Re­gierungsrat mit § 1 Abs. 3 der
Submissionsverordnung vom 18. Juni 1997 (SubmV) ge­stützt auf § 2
Abs. 2 und § 7 Abs. 1 IVöB-BeitrittsG die Bestimmungen des
Beitrittsge­set­zes und der Verordnung auf öffentliche Beschaffungen der
Gemeinden anwendbar er­klärt, soweit es durch das Bundesgesetz vom
6. Oktober 1995 über den Bin­nenmarkt (BGBM) verlangt wird. Gestützt
darauf gelangt der in § 3 IVöB-BeitrittsG gere­gelte Rechtsschutz
gegenüber allen nach dem vollständigen Inkraft­treten des Binnen­marktge­setzes
ergangenen Vergabeentscheiden zur An­wendung (VGr, 24. März 1999, BEZ 1999
Nr. 13, E. 1; vgl. Al­fred Kölz/Jürg Bosshart/Martin Röhl, Kommentar
zum Verwaltungs­rechts­pflegege­setz des Kantons Zürich, 2. A., Zürich
1999, § 41 N. 22). 

 

Die Beschwerde an das Verwaltungsgericht ist
daher zulässig. Auf das Beschwer­de­verfahren kommen die Bestimmungen der
§§ 3 ff. IVöB-BeitrittsG, ergänzt durch die sinn­gemäss
heranzuziehenden Vorschriften der Interkantonalen Vereinbarung über das öffent­li­che
Beschaffungswesen, zur Anwendung. 

 

2. Die in Frage stehende Vergabe von
Baumeisterarbeiten wird vom Geltungsbe­reich der Interkantonalen Vereinbarung
über das öffentliche Beschaffungswesen nicht er­fasst (vgl. Art. 7 IVöB).
Die Gemeinden wurden jedoch vom Regierungsrat gestützt auf § 2 Abs. 2
IVöB-BeitrittsG mit Wirkung ab 1. Januar 1999 in die kantonale Regelung
des Be­schaffungswesens gemäss Beitrittsgesetz und Submissionsverordnung
einbezogen (RRB Nr. 1501 vom 1. Juli 1998; LS 720.111) und
unterstehen damit auch in Bezug auf den Ab­lauf des Vergabeverfahrens und die
materielle Behandlung der Angebote den Bestim­mun­gen des kantonalen Rechts.
Die angefochtene Vergabe ist daher nach diesen Regeln zu be­urteilen. 

 

3. a) Nach § 31 Abs. 1 SubmV
erfolgt der Zuschlag ‑ sofern nicht ausnahmsweise das alleinige
Kriterium des niedrigsten Preises (§ 31 Abs. 2 SubmV) zur Anwendung
kommt ‑ auf das wirtschaftlich günstigste Angebot. Bei der Bewertung
der Angebote ist das Preis-Leistungs-Verhältnis zu beachten, wobei neben dem
Preis insbesondere die fol­genden Kriterien berücksichtigt werden können:
Qualität, Termine, Wirtschaftlichkeit, Betriebskosten, Kundendienst, Ökologie,
Zweckmässigkeit, technischer Wert, Ästhetik, Kreativität, Lehrlingsausbildung,
Infrastruktur. 

 

Die für eine Beschaffung massgeblichen
Zuschlagskriterien legt die vergebende Be­hörde im Hinblick auf die
Besonderheiten des jeweiligen Auftrags fest. Um die notwen­dige Transparenz des
Vergabeverfahrens (Art. 1 Abs. 2 lit. c IVöB) zu gewährleisten,
muss die Festlegung der Zuschlagskriterien zu Beginn des Verfahrens erfolgen,
und sie sind den In­teressenten in den Ausschreibungsunterlagen bekannt zu
geben (§ 17 Abs. 1 lit. i SubmV). Die Kriterien sind in der
Reihenfolge ihrer Bedeutung aufzuführen oder es ist zumindest die relative
Bedeutung, die den einzelnen Kriterien zukommt, ersichtlich zu machen (BGE 125
II 86 E. 7c; vgl. VGr, 24. März 1999, BEZ 1999 Nr. 13 E. 3b).

 

Die Beschwerdegegnerin ist diesen
Anforderungen nachgekommen und hat in den Submissionsunterlagen unter der
Rubrik "Angaben zur öffentlichen Ausschreibung" die Zu­schlagskriterien
wie folgt aufgelistet: 

 

1.  Vollständigkeit des Angebots 

2.  Erfahrung in der Ausführung vergleichbarer
Aufträge, Referenzen 

3.  Organisatorische, technische Leistungsfähigkeit 

4.  Ausbildungsplätze im eigenen Betrieb 

5.  Preislich günstigstes Angebot

 

 

b) Der Vergabebehörde steht beim Urteil
darüber, welches Angebot anhand der Zu­schlagskriterien das wirtschaftlich
günstigste sei, ein erheblicher Ermessensspielraum zu (VGr, 7. Juli 1999,
BEZ 1999 Nr. 26 E. 6a, mit Hinweisen). In dieses Ermessen greift das
Verwaltungsgericht, dem keine Überprüfung der Angemessenheit des Entscheids
zusteht (Art. 16 Abs. 2 IVöB; vgl. auch § 50 Abs. 3 des
Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959/8. Juni 1997 [VRG])
nicht ein. Zu prüfen ist dagegen eine allfällige Über­schreitung oder ein
Missbrauch des Ermessens (Art. 16 Abs. 1 lit. a IVöB; vgl.
§ 50 Abs. 2 lit. c VRG). 

 

4. Die Beschwerdegegnerin hat in ihrem
Vergabeentscheid gegenüber der Be­schwer­deführerin festgehalten, deren Angebot
sei nach Bewertung der Eignungs‑ und Zu­schlagskriterien gemäss
Ausschreibung nicht auf den ersten Rang zu setzen, weshalb die Arbeiten an
andere Unternehmer vergeben worden seien. Dabei seien folgende Gründe in die
Bewertung der Zuschlagskriterien eingeflossen: 

 

1.  Vollständigkeit des Angebots: 

- Fehlende Unterlagen wie Terminprogramm und Bauplatzinstallation 

- Offensichtliche Kalkulationsfehler gemäss Ihrem Schreiben vom 23.6.99 

2.  Erfahrung in der Ausführung vergleichbarer Aufträge, Referenzen:

- Schreiben von Dr. L. vom 29.6.99 betreffend M. 

   Wohnbaugenossenschaft, J. 

- Übrige, telefonisch eingeholte Referenzen: 

   fachlich und terminlich i.O.; Teamfähigkeit wurde oft bemängelt; häufige

   Preisnachforderungen 

- Die Sichtbetonqualität beim Werkhof C. entspricht nicht den Vorgaben der

    Architekten und wird, entgegen Ihren Angaben, auch nicht mit Blech
ver-

   kleidet. 

3.  Organisatorische und technische Leistungsfähigkeit: 

- Es wird bezweifelt, dass der Felsabbau mit einem 1.2 To-Abbauhammer 

   fristgerecht erfolgen kann. 

   Sprengen kommt aufgrund der Situation mitten im bebauten Gebiet nicht in 

   Frage. 

4.  Ausbildungsplätze: 

i.O. 

5.  Preis:

bei Berücksichtigung aller Preiskorrekturen hätte Ihr Angebot für die Bau­meisterarbeiten
auf Platz 3 rangiert. 

 

a) Das von der Beschwerdegegnerin als
Zuschlagskriterium genannte Erfordernis der Vollständigkeit des Angebots stellt
nach § 26 Abs. 1 lit. d SubmV als solches auch einen
Ausschlussgrund dar. Ein unvollständiges Angebot berechtigt ‑ ausser
bei unterge­ordneten Mängeln (vgl. VGr, 16. Juni 1999, BEZ 1999 Nr. 25
E. 6) ‑ zum Ausschluss eines Anbieters von der Teilnahme. 

 

aa) Die Submissionsunterlagen wurden der
Beschwerdeführerin mit einem Schrei­ben des Architekturbüros
N. Architekten AG, Zürich, vom 14. Mai 1999 zugestellt. In diesem
Begleitschreiben hielten die Architekten fest, dass zusammen mit dem Angebot
ein Terminprogramm für die Ausführung der offerierten Arbeiten und ein
Vorschlag für die Bauplatzinstallation einzureichen seien. Terminprogramm und
Bau­platzinstallationsplan waren somit Bestandteil der einzureichenden
Offertunterlagen. Dabei ist unmassgeblich, dass diese Dokumente nicht ‑ wie
von der Beschwerdeführerin bemän­gelt ‑ "in den Vorbe­dingungen
des Vertrags‑ und Devistextes", sondern im Begleitschrei­ben erwähnt
und ver­langt wurden. 

 

Den Angebotsunterlagen der Beschwerdeführerin
lagen weder ein Terminpro­gramm noch ein Bauplatzinstallationsplan bei. Die
Ausführungen der Beschwerdeführerin zur Bauplatzinstallation und zum
Bauprogramm im "Technischen Bericht über Bau­meis­ter­arbeiten und
Baugrubenaushub", welcher dem Angebot beigelegt wurde, sind all­gemein ge­halten
und beziehen sich nicht auf das konkrete Bauvorhaben. Trotz telefoni­scher Auf­for­derung
des zuständigen Architekturbüros vom 27. Juni 1999 reichte die Be­schwerde­füh­rerin
diese Unterlagen nicht nach. 

 

bb) Nach Offertöffnung ersuchte das planende
Architekturbüro N. Architekten AG die Beschwerdeführerin mit Schreiben vom
22. Juni 1999 um Über­prüfung und Begrün­dung verschiedener Positionen, so
unter anderem hinsichtlich der Pos. 451.401 (Scha­lun­gen für Wände, Schalungstyp
4‑14, Sichtbetonoberfläche mit Ta­felstruktur, Fugen ab­ge­dichtet und
Strukturbild nach Plan) sowie Pos. 673.305 (Einlagen [sichtbar bleibende
Eternit-Druckrohre für Oberlichter]). In ihrer Antwort vom 23. Juni 1999
führte die Be­schwerdeführerin unter anderem aus, sie habe den Schalungspreis
Typ 4‑14 (Preis gemäss Offerte Fr. 22.‑/m2) unter Verwendung von grossflächigen Schalele­men­ten gerechnet.
Als "Nachtrag" offeriere sie das Belegen von Grossflächenelementen
resp. Rahmenschalungen mit Schaltafeln mit einem Zuschlag zu den
Pos. 451.401 von Fr. 14.‑/m2. Die Pos. 673.305 für sichtbare Rohreinlagen für Oberlichter
offerierte die Be­schwerdeführerin nunmehr mit Fr. 950.‑/Stück
gegenüber Fr. 30.‑/Stück in der Offerte. Das Architekturbüro teilte
hierauf der Beschwerdeführerin mit Zuschrift vom 24. Juni 1999 mit, ihr
seien offenkundig bei der Kalkulation gewisse Fehler unterlaufen.
Preisänderungen nach der Offertöffnung seien je­doch nicht mehr statthaft. Die
Schulgemeinde bestehe auf den Ausführungsspezifikationen und werde keine
Nachforderungen akzeptieren. Die Be­schwerdeführerin werde ersucht, mit­zuteilen,
ob sie ihr Angebot unter den genannten Um­ständen aufrecht erhalte. Glei­chen­tags
sandte die Beschwerdeführerin einen Fax, wonach sie bestätige, dass sämtliche
offe­rier­ten Einheitspreise gemäss Offerte und Offertbeschrieb vollumfänglich
Gültigkeit hät­ten. Mit dem erwähnten telefonischen Anruf vom 27. Juni
1999 wurde die Beschwerde­füh­rerin aufgefordert, eine Bestätigung
einzureichen, dass die offerierten Einheitspreise sich auf die von der
Schulgemeinde gestellten Forderungen ge­mäss Brief vom 22. Juni 1999 be­ziehen
würden. Eine Bestätigung in diesem Sinn folgte daraufhin jedoch nicht. 

 

cc) Das Angebot der Beschwerdeführerin war
aus den genannten Gründen unvoll­ständig. Einerseits fehlten das in den
Ausschreibungsunterlagen verlangte Terminpro­gramm und der
Bauplatzinstallationsplan. Diese wurden trotz Aufforderung nicht nachge­reicht.
Das Angebot war aber auch bezüglich der Pos. 451.401 (Schalungen für Wände) und
673.305 (Einlagen) unvollständig. Das Schreiben der Beschwerdeführerin vom
23. Ju­ni 1999 zeigt, dass sie hinsichtlich dieser Positionen falsch
kalkuliert und statt Fr. 36.‑/m2 Sichtbetonschalung Fr. 22.‑/m2 sowie statt Fr. 950.‑/Stück Eternitrohre Fr. 30.‑/Stück
of­fe­riert hat. Laut § 28 Abs. 1 SubmV war die auftraggebende
Schulge­meinde berechtigt, von der anbietenden Beschwerdeführerin bezüglich
dieser Positionen eine schriftliche Erläu­te­rung zu verlangen sowie eine
Erklärung, dass sich die offerierten Einheitspreise auch auf die verlangten
Ausführungsspezifikationen beziehen. Eine derar­tige Erklärung hat die Be­schwerdeführerin
nicht abgegeben. Ihr Fax vom 24. Juni 1999, wonach die offerierten Ein­heitspreise
"vollumfänglich Gültigkeit haben", besagt nicht in
unmissverständlicher Weise, dass sich diese auch auf die
Ausführungsspezifikationen be­ziehen. 

 

Diese Mängel des Angebots sind nicht nur
untergeordneter Natur. Das Terminpro­gramm und der Installationsplan
ermöglichen dem Auftraggeber zu kontrollieren, ob die Leistungsausführung
termingerecht und mit zweckmässigem Arbeitsablauf durchgeführt wird. Auch die
Mängel bezüglich der beiden erwähnten Positionen 451.401 und 673.305 bzw. die
fehlende Klarstellung durch die Beschwerdeführerin sind bedeutend. Vom Scha­lungstyp
4‑14 (Pos. 451.400) sind insgesamt 5'595 m2 ausgeschrieben, von den Eternit-Druckrohren für Oberlichter (Pos.
673.305) 83 Stück. Der von der Beschwerdeführerin in ihrem Schreiben vom
23. Juni 1999 hierfür verlangte "Nachtrag" würde sich mithin auf
über Fr. 150'000.‑ belaufen. Dieser "Nachtrag" zeigt auch,
dass sich nach dem Verständnis der Beschwerdeführerin bezüglich dieser
Positionen die Spezifikation des Leistungsver­zeichnisses und jene im Schreiben
der Architekten vom 22. Juni 1999 unterscheiden. Eine Ungewissheit darüber, ob
die von der Beschwerdeführerin offerierten Preise sich auch auf die verlangten
Ausführungsspezifikationen beziehen oder aber mit Nachforderungen zu rech­nen
ist, war daher für die ausschreibende Schulgemeinde unzumutbar. In diesem Zu­sam­menhang
durfte die Schulgemeinde berücksichtigen, dass die Beschwerdeführerin in ihrem
Schreiben vom 23. Juni 1999 auch bezüglich der ‑ vorliegend
nicht streitigen ‑ Aus­hubar­beiten Nachträge verlangte bzw. Fehler
im Angebot zugestand. Weiter waren der Be­schwer­deführerin in der
Zusammenstellung der Beton‑ und Stahlbetonarbeiten mehrere
Additionsfehler unterlaufen und hatte deren Angebot um rund Fr. 282'000.‑
nach oben kor­rigiert werden müssen. Angesichts dieser Nachlässigkeiten bei der
Offertstellung war die verlangte Klarstellung durchaus gerechtfertigt. Die
Schulgemeinde war mithin sogar be­rech­tigt, wegen dieser ‑ keineswegs
untergeordneten ‑ Mängel des Angebots die Be­schwer­deführerin
gemäss § 26 Abs. 1 lit. d SubmV vom Vergabeverfahren
auszuschlies­sen. Auf jeden Fall hat die Schulgemeinde zurecht festgehalten,
die Beschwerdeführerin habe das Kriterium der "Vollständigkeit des
Angebots" nicht erfüllt. 

 

b) aa) Als zweites Zuschlagskriterium nannte
die Ausschreibung die "Erfahrung in der Ausführung vergleichbarer
Aufträge, Referenzen". Die Beschwerdegegnerin führt in ihrer
Beschwerdeantwort hierzu aus, aus einem Schreiben von Rechtsanwalt Dr. M.
sowie eingeholten Auskünften bei der Architektin O., dem
Architekturbüro P., bei der Bauabtei­lung SBB und bei der Q. AG habe
gefolgert wer­den müssen, dass die Beschwerdeführerin versucht sein könnte, ihr
tiefes Angebot durch zu­mindest teilweise unberechtigte Diskus­sionen über
Einheitspreise und Preisnach­for­de­run­gen "nachzubessern". Die
unmissver­ständ­liche Auskunft der M.-Wohnbauge­nos­sen­schaft J., wonach sich
die Auseinander­set­zung mit der Beschwerdeführerin "auf teils un­begründete
und an den Haaren herbeigezo­ge­ne Nachforderungen, ferner übersetzte Prei­se
bei eingeholten Nachtragsofferten" konzent­rier­te, habe die Schulgemeinde
notge­drungen als gewichtigen Negativpunkt berücksich­ti­gen müssen.
Hinsichtlich des Werkho­fs C. habe die Politische Gemeinde auch qualitative
Beanstandungen anbringen müssen. Na­mentlich habe es bei jenem Bau noch heute
Diskus­sionen über die Ausführung gegeben. Auch die Speditivität in der
Erledigung von Mängel­behebungsarbeiten sei ein Kriterium, das die
Beschwerdegegnerin bei der Beurteilung der verschiedenen Angebote mit berück­sichtigen
durfte. 

 

bb) In ihrer Rechtsmittelschrift vom
14. Juli 1999 führt die Beschwerdeführerin hierzu aus, sie habe
ausgezeichnete Referenzen. Einzig mit der M.-Wohnbaugenossen­schaft J. seien
tatsächlich gewisse Differenzen entstanden. Es werde aber verschwiegen, dass
das Devis unvollständig und teilweise mangelhaft gewesen sei, die Abmahnungen
absolut berechtigt waren, die Termine trotz hartem Winter eingehalten wurden,
der Bau­leiter das Objekt bei Halbzeit praktisch ohne Vorkenntnisse übernehmen
musste, die Ar­beiten innerhalb des Vertrags abgerechnet werden konnten und der
Architekt mitten in der Bauzeit gesundheitlich ausgefallen war. Was den
Sichtbeton beim Werkhof C. be­tref­fe, so seien Teile der Betonflächen mit
Blechen und Stahlbauten überdeckt worden. Von den übrigen Sichtbetonflächen
seien 95% - 98% sehr gut. Beim Rest seien gewisse Kor­rek­turen notwendig. Die
beanstandeten Punkte würden jedoch anstandslos erledigt. 

 

cc) Die Erfahrung in der Ausführung
vergleichbarer Aufträge ist ein zulässiges Zu­schlagskriterium. Referenzen bzw.
Auskünfte über früher erstellte Bauwerke sind naturge­mäss subjektiv verfasst.
Aus mehreren gleichlautenden Auskünften darf aber abgeleitet werden, dass ihnen
eine gewisse Objektivität zukommt. 

 

In einem Schreiben vom 29. Juni 1999
hält Dr. L. als ehemaliges Mitglied des Ver­waltungsrats der
M.-Wohnbaugenossenschaft J. zu den Bau­meis­terarbeiten der Beschwer­deführerin
in den Jahren 1994 - 1996 fest, dass bezüglich Preise und Termine mit der Be­schwerdeführerin
Schwierigkeiten entstanden. Diese Aus­sage deckt sich mit verschiedenen
telefonisch eingeholten Referenzen. Die erhaltenen Aus­künf­te sind an sich für
die Be­schwer­deführerin grundsätzlich positiv; bemängelt wird aber ver­schiedentlich
die Preis­nachforderungen durch die Beschwerdeführerin. ‑ Die Beschwer­de­gegnerin
rügt weiter in ihrem Vergabeentscheid bzw. in ihrem Begleitschreiben an die Be­schwerdeführerin,
die Sichtbetonqualität beim Werkhof C. entspreche nicht den Vorgaben der
Architekten. Tat­sächlich enthält das Abnahmeprotokoll vom 2. Juli 1999
betreffend Werkhof R. in C., ver­schiedene Beanstandungen zum Sicht­beton.
Da auch das Bauprojekt der Schulgemeinde C. grosse Flächen Sichtbeton bei
Wänden, Treppenschalungen, Decken, Unterzüge usw. vom Typ 3 und 4
vorsieht, durf­te die Beschwerdegegnerin die Beanstandungen beim Werkhof
hinsichtlich Sichtbeton als für die Beschwerdeführerin negativ werten. Das
zweite Zu­schlags­kriterium erfüllt die Be­schwerdeführerin somit nicht zur
vollen Zufriedenheit.

 

c) Bezüglich der Zuschlagskriterien 3
(organisatorische und technische Leistungs­fähigkeit) und 4
(Ausbildungsplätze) ergeben sich keine für die Beschwerdeführerin nega­tiven
und entscheidrelevanten Umstände. 

 

Was das Zuschlagskriterium des preislich
günstigsten Angebots betrifft, so hat die Beschwerdeführerin das tiefste
Angebot eingereicht. Dieses musste allerdings wegen Ad­di­tions‑/Zusammenzugsfehler
um rund Fr. 282'000.‑ nach oben korrigiert werden. Die
Netto-Offertsumme der Beschwerdeführerin beträgt ohne die ‑ von der
Gemeindever­sammlung ab­gelehnte ‑ Holzschnitzelfeuerung und ohne
Korrektur der vorn erwähnten "unklaren" Positionen 451.401 und
673.305 Fr. 2'543'348.‑. Das Netto-Angebot der be­rücksichtigten
H. AG/I. AG liegt mit Fr. 2'640'938.‑ 3,84 % über
jenem der Beschwer­de­führerin. 

 

d) Zusammengefasst ist festzuhalten, dass das
Angebot der Beschwerdeführerin in wichtigen Punkten unvollständig war, was
gemäss § 26 Abs. 1 lit. d SubmV zum Aus­schluss der
Beschwerdeführerin von der Teilnahme führt. Mit der Nennung der Vollstän­digkeit
des Angebots als erstrangiges Zuschlagskriterium hat die Beschwerdegegnerin zum
Ausdruck gebracht, dass dieses Erfordernis streng gehandhabt wird. Zudem
ergeben sich bei der Beschwerdeführerin gewisse Bedenken hinsichtlich des
zweiten Zuschlagskrite­riums ("Erfahrung in der Ausführung vergleichbarer
Aufträge, Referenzen"). Der Umstand, dass dieses Kriterium an zweiter
Stelle aufgeführt wird, spricht dafür, dass dieser Gesichts­punkt wichtiger ‑ oder
zumindest gleichrangig ‑ ist als das als letztes genannte Kriterium
des preislich günstigsten Angebots. Im Gegensatz zu demjenigen der
Beschwerdeführerin war das Angebot der ARGE H. AG/I. AG vollständig
und erfüllt diese An­bietergemein­schaft das zweite Zuschlagskriterium bestens.
Unter diesen Umständen spielt es keine Rol­le, dass das Angebot der ARGE
H. AG/I. AG preislich um 3,84% über jenem der Be­schwer­deführerin
liegt. Für den in der Beschwerdeschrift pau­schal erhobenen Vorwurf, die
Baukommission habe sich bei ihrem Vergabeentscheid "vor allem von
regionalen, protek­tionistischen Argumenten" und damit von vergabefremden
Kriterien leiten lassen, finden sich in den Akten keinerlei Anhaltspunkte. Der
Zuschlag an die von der Beschwerdegeg­nerin ausgewählte Anbieterin war mithin
gerechtfertigt. 

 

5. Die Beschwerde ist demnach abzuweisen.
Ausgangsgemäss hat die Beschwerde­führerin die Verfahrenskosten zu tragen. Sie
ist überdies zu verpflichten, der Beschwerde­gegnerin eine angemessene
Entschädigung von Fr. ......‑ für ihre Umtriebe im Beschwer­deverfahren
auszurichten (§ 17 Abs. 2 VRG). 

 

 

Demgemäss
entscheidet das Verwaltungsgericht:

 

 

1.    Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 

2.    ...