# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 855e73ae-74ea-54d0-a4fc-e502fc10ad93
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2005-05-10
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 2. Kammer 10.05.2005 S 2005 28
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_002_S-2005-28_2005-05-10.pdf

## Full Text

S 05 28

2. Kammer als Versicherungsgericht

URTEIL
vom 10. Mai 2005

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Versicherungsleistungen

1. Der Versicherte erlitt am 4. März 1989 als Skilehrer des … einen Skiunfall, bei 

welchem das vordere Kreuzband des linken Knies riss. Nach einem am 17. 

April 1989 in … erfolgten operativen Eingriff nahm er am 10. Januar 1990 

seine Tätigkeit als Skilehrer wieder voll auf.

2. Am 17. Juni 1991 wurde eine Arthroskopie am linken Knie durchgeführt. Der 

operierende Arzt stellte eine beginnende Arthrose mit Knorpelverletzungen in 

allen 3 Kompartimenten fest. In der Folge wurde eine Expertise durchgeführt, 

um den Zustand des linken Knies und den Invaliditätsgrad zu bestimmen. 

Gestützt darauf sprach die …, zuständig für die langfristigen 

Unfallversicherungsleistungen, mit Verfügung vom 17. November 1994 dem 

Beschwerdeführer eine Integritätsentschädigung und, auf dessen Verlangen, 

eine Kapitalsumme anstelle einer UVG-Rente für einen Invaliditätsgrad von 

40% zu.

3. Mit Schreiben vom 22. September 2002 meldete der Versicherte einen 

Rückfall. Er gab an, seit Jahren an Knieschmerzen zu leiden und grosse 

Schwierigkeiten zu haben, in seinem Beruf als Bademeister (life guard), 

welchen er seit dem 6. Februar 2001 ausübe, weiterhin tätig zu sein. Die 

Unfallversicherung forderte daraufhin entsprechende ärztliche Zeugnisse an. 

In seinem Bericht vom 23. Januar 2003 gab Dr. med. … an, den Versicherten 

gleichentags erstmals untersucht zu haben. Dabei konnte er feststellen, dass 

das linke Knie geschwollen gewesen sei. Er schlug Injektionen, eine 

Physiotherapie sowie das Tragen einer Kniestütze vor. Nachdem die 

Unfallversicherung das Dossier einem Vertrauensarzt zur Überprüfung 

abgegeben hatte, erkannte sie ihre Leistungspflicht für die ärztliche 

Behandlung im Zusammenhang mit den Beschwerden am linken Knie an.

4. Mit E-Mail vom 29. September 2003 teilte der Versicherte der 

Unfallversicherung mit, dass er bereits seit dem 8. September 2003 in seiner 

Tätigkeit als Bademeister arbeitsunfähig sei. Ab dem 13. Oktober 2003 

unterzog sich der Versicherte - wie vom Arzt bestätigt - einer Behandlung mit 

fünf Knieinjektionen.

5. Nachdem die Unfallversicherung detailliertere Arztberichte verlangt hatte, 

teilte ihr der behandelnde Arzt, Dr. med. …, mit, dass die Injektionen nicht die 

nötige Wirkung zeigten und ein erneuter Eingriff vorgesehen sei, um eine 

totale Knieprothese möglichst lange herauszuzögern.

6. Mit Schreiben vom 11. Dezember 2003 bestätigte die Unfallversicherung die 

Übernahme der Kosten für die ärztliche Behandlung. Betreffend die 

Arbeitsunfähigkeit lehnte sie jedoch die Ausrichtung von Taggeldern mit der 

Begründung ab, der Versicherte sei in einer angepassten Tätigkeit sehr wohl 

zu 100% arbeitsfähig. 

7. Am 21. Januar 2004 wurde der operative Eingriff (Menisketomie, 

Chondroplastie, Synovektomie) beim Versicherten vorgenommen. Gemäss 

Arztbericht von Dr. med. … war der Versicherte ab dem 24. Februar 2004 in 

einer sitzenden oder halbsitzenden Tätigkeit wieder zu 100% arbeitsfähig. 

Nachdem das Dossier einem Vertrauensarzt unterbreitet wurde, teilte die 

Unfallversicherung dem Versicherten die exakten Beträge der 

Kostenübernahme mit.

8. Mit Verfügung vom 31. August 2004 teilte die Unfallversicherung mit, dass sie 

ausschliesslich für die Zeit vom 21. Januar 2004 bis zum 24. Februar 2004 

Unfalltaggelder ausrichte. Für die Zeit davor und danach sei der Versicherte 

in einer angepassten Tätigkeit zu 100% arbeitsfähig gewesen, weshalb er für 

diese Zeit keinen Anspruch auf Taggelder habe.

9. Indem der Versicherte mit Schreiben vom 3. September 2004 der 

Unfallversicherung miteilte, dass er seine Tätigkeit als Bademeister am 30. 

August 2004 wieder zu 100% aufgenommen hatte, verlangte er die 

Auszahlung der Taggelder vom 8. September 2003 bis zum 30. August 2004.

10. Am 15. September 2004 erhob der Versicherte Einsprache gegen die 

Verfügung vom 31. August 2004. Diese wies die Unfallversicherung mit 

Entscheid vom 21. Dezember 2004 ab.

11. Dagegen erhob der Versicherte mit Schreiben vom 10. Februar 2005 

(Poststempel 14. Februar 2005) Beschwerde beim Verwaltungsgericht 

Graubünden mit dem sinngemässen Rechtsbegehren um Aufhebung des 

angefochtenen Entscheides und Zusprechung von Unfalltaggeldern ab dem 

8. September 2003 bis zum 30. August 2004. Zur Begründung macht er 

geltend, dass die Unfallversicherung mit Schreiben vom 11. Dezember 2003 

ihm erlaubt habe, als Bademeister tätig zu sein. Ausserdem könne er während 

rund 70% der Arbeitszeit sitzend tätig sein. Im Jahre 2001 seien die 

Vereinigten Staaten von Amerika in eine gewichtige Rezession gefallen, 

weshalb er einer neuen Arbeit habe nachgehen müssen. Seine berufliche 

Neuorientierung habe 1997 stattgefunden, als er seine Lizenz als Stockbroker 

erlangt habe. Dieser Beruf verlange eine zu 100% sitzende Tätigkeit. Bereits 

in den Jahren 1995 und 1996 habe ihm sein Knie Schmerzen bereitet, 

weshalb er die Dres. med. … und … auf eigene Kosten konsultiert habe. Im 

Zeitpunkt des operativen Eingriffs seien bereits zehn Jahre seit dem Bericht 

von Dr. med. … vergangen, welcher festgehalten habe, dass in den 

kommenden fünf Jahren das naturgegebene Fortschreiten der degenerativen 

Alterationen einschneidende therapeutische Massnahmen nach sich ziehen 

würde. Es sei kein Zufall, sondern es sei nur seiner beruflichen 

Anpassungsfähigkeit und seinen konstanten Anstrengungen zu verdanken, 

dass er trotz dieser Voraussage von Dr. med. … bisher auf eine totale 

Knieprothese habe verzichten können.

12. In ihrer Vernehmlassung vom 14. März 2005 beantragt die Unfallversicherung 

die Abweisung der Beschwerde. Der Versicherte sei seiner 

Schadenminderungspflicht nicht nachgekommen, indem er weiterhin eine 

sportliche bzw. körperliche Tätigkeit ausübe, obwohl er für solche Tätigkeiten 

seit spätestens 1994 zu 40% invalid sei und dafür bereits eine Kapitalsumme 

(anstelle einer Rente) erhalten habe. In der ausgeübten Tätigkeit würden 

Kniebeschwerden wesentlich früher zu einer Arbeitsunfähigkeit führen. Wäre 

der Versicherte hingegen, wie eigentlich zu erwarten und zumutbar gewesen, 

einer adaptierten Beruftätigkeit (z.B. als Stockbroker) nachgegangen, hätte 

die durch den operativen Eingriff verursachte Arbeitsunfähigkeit wesentlich 

kürzer gedauert. Dies werde denn auch durch den Bericht von Dr. med. … 

bestätigt, in welchem dem Versicherten die volle Wiederaufnahme der Arbeit 

in einer halbsitzenden bzw. sitzenden Tätigkeit per 24. Februar 2004 attestiert 

werde. Die vom Versicherten geltend gemachte Arbeitsunfähigkeit bis zum 

30. August 2004 sei denn auch lediglich eine reine Behauptung und werde 

durch kein ärztliches Zeugnis belegt. Entgegen den Ausführungen des 

Versicherten sei es der Unfallversicherung bewusst gewesen, dass früher 

oder später eine erneute Operation bzw. eine Kniegelenksplastik durchgeführt 

werden müsste. Sie habe denn auch die Kosten für den operativen Eingriff 

übernommen. Vorliegend sei ausschliesslich die Übernahme der Taggelder 

für die ärztlich nicht attestierte Arbeitsunfähigkeit nach dem 24. Februar 2004 

sowie die vor der Operation geltend gemachte Arbeitsunfähigkeit ab dem 8. 

September 2003 strittig. Einzig die Arbeitsunfähigkeit vom 21. Januar 2004 

bis zum 24. Februar 2004 sei letztlich auf das versicherte Unfallereignis 

zurückzuführen.

13. Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften wird – 

soweit erforderlich – in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Gegen Einspracheentscheide des Unfallversicherers über 

Versicherungsleistungen kann gemäss Art. 106 des Bundesgesetzes über die 

Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) innert drei Monate Beschwerde 

eingereicht werden. Gestützt auf Art. 1 Abs. 1 lit. b Ziff. 7 der grossrätlichen 

Verordnung über das Verfahren in Sozialversicherungsstreitsachen (VVS; BR 

542.300) ist die Beschwerde beim Verwaltungsgericht einzureichen. Die 

Beschwerde muss eine gedrängte Darstellung des Sachverhaltes, ein 

Rechtsbegehren und eine kurze Begründung enthalten. Im Übrigen bestimmt 

sich das Verfahren nach kantonalem Recht (Art. 61 Abs. 1 lit. b des 

Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts: 

ATSG; SR 830.1). Dieses besagt, dass die Gerichtssprachen die von der 

Kantonsverfassung anerkannten Landessprachen – also Deutsch, Italienisch 

und Rätoromanisch – sind (Art. 20 des Gesetzes über die 

Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton Graubünden, 

Verwaltungsgerichtsgesetz, VVG, BR 370.100; in Verbindung mit Art. 3 Abs. 

1 der Verfassung des Kantons Graubünden, BR 110.100).

Der Beschwerdeführer hat seine Beschwerde fristgerecht in französischer 

Sprache sowohl beim Verwaltungsgericht als auch bei der 

Beschwerdegegnerin eingereicht. Letztere macht in ihrer Beschwerdeantwort 

geltend, dass die Beschwerde formell nicht den gesetzlichen Anforderungen 

entspreche, da sie nicht ans Gericht adressiert und nicht in einer von der 

Kantonsverfassung anerkannten Landessprache verfasst sei.

Das Gericht gelangt diesbezüglich zu einem anderen Ergebnis. Die Tatsache, 

dass der Beschwerdeführer auf der dem Verwaltungsgericht eingereichten 

Rechtsschrift die Adresse der Beschwerdegegnerin aufgeführt hat, kann die 

Gültigkeit der bei der richtigen Instanz zugestellten Beschwerde nicht 

hemmen. Tatsache ist, dass auf dem Beschwerdeumschlag die korrekte 

Adresse wiedergegeben ist und die Beschwerde fristgerecht eingereicht 

wurde. Was die für die Beschwerdeschrift gewählte Sprache anbelangt, ist der 

Beschwerdegegnerin zuzustimmen, dass diese den formellen Anforderungen 

des eidgenössischen und kantonalen Rechts nicht genügt. Es bleibt jedoch 

zu berücksichtigen, dass allfällig vorhandene Staatsverträge dem 

Bundesrecht und kantonalem Recht vorgehen. Der Beschwerdeführer ist 

französischer Staatsangehöriger. Am 3. Juli 1975 wurde das Abkommen 

zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Französischen 

Republik über Soziale Sicherheit (SR 0.831.109.349.1) abgeschlossen. Art. 

33 Abs. 2 dieses Abkommens bestimmt, dass die Verwaltungs- und 

Gerichtsbehörden eines Vertragsstaates Gesuche und andere Schriftstücke 

nicht deshalb zurückweisen dürfen, weil sie in einer Amtssprache des anderen 

Vertragsstaates abgefasst sind. Gestützt auf diese Bestimmung hat das 

Gericht die in französischer Sprache verfasste Beschwerdeschrift 

entgegenzunehmen.

Nach dem Gesagten genügt die Beschwerdeschrift den formellen 

Anforderungen, weshalb auf sie einzutreten ist.

2. Anfechtungsobjekt im vorliegenden Beschwerdeverfahren bildet der 

Einspracheentscheid der Beschwerdegegnerin vom 21. Dezember 2004. 

Streitig und zu prüfen sind ausschliesslich die Taggeldleistungen ab dem 8. 

September 2003 bis zum operativen Eingriff und ab dem 24. Februar 2004 bis 

zur Wiederaufnahme der Berufstätigkeit durch den Beschwerdeführer am 30. 

August 2004.

3. a) Gemäss Art. 11 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV; SR 

832.202) werden die Versicherungsleistungen auch für Rückfälle und 

Spätfolgen gewährt. Voraussetzung ist das Bestehen eines anfänglichen 

Unfallereignisses. Der Unfallversicherer ist jedoch nur leistungspflichtig, wenn 

zwischen dem ursprünglichen Schadenereignis mit Unfallcharakter und dem 

Rückfall bzw. den Spätfolgen sowohl ein natürlicher als auch ein adäquater 

Kausalzusammenhang besteht. Nach Art. 21 Abs. 1 lit. b UVG i.V.m. Art. 21 

Abs. 3 UVG werden dem Versicherten auch nach der Festsetzung der Rente 

Pflegeleistungen und Kostenvergütungen gewährt, wenn er unter einem 

Rückfall oder Spätfolgen leidet und die Erwerbstätigkeit durch medizinische 

Vorkehren wesentlich verbessert oder vor wesentlicher Beeinträchtigung 

bewahrt werden kann. Erleidet der Versicherte während dieser Zeit eine 

Verdiensteinbusse, so erhält er ein Taggeld, das nach dem letzten vor der 

neuen Heilbehandlung erzielten Verdienst bemessen wird.

b) Im vorliegenden Fall ist die natürliche und adäquate Kausalität zwischen dem 

Unfallereignis und dem gemeldeten Rückfall bzw. der Spätfolge offensichtlich 

gegeben. Die Beschwerdegegnerin hat demnach grundsätzlich sowohl für die 

Behandlungskosten als auch für den Verdienstausfall aufzukommen. Sie hat 

denn auch die Kosten für die Behandlung vom Januar 2004 übernommen 

sowie für die Zeit des Spitalaufenthaltes und der ärztlich attestierten 

Arbeitsunfähigkeit Taggelder für den Verdienstausfall geleistet. Für die 

strittigen Taggeldforderungen macht sie aber geltend, dass der 

Beschwerdeführer seiner Schadenminderungspflicht nicht nachgekommen 

sei, weshalb die Übernahme dieses Verdienstausfalls verweigert werden 

könne. Es bleibt somit zu prüfen, ob eine allfällige Verletzung der 

Schadenminderungslast vorliegt.

c) In allen Sozialversicherungen, in welchen der Eintritt des Risikos oder das 

Andauern des Folgezustandes durch ein vermeidbares Verhalten der 

versicherten Person beeinflussbar ist, hat die Schadenminderungslast eine 

ganz grundlegende Bedeutung, so etwa in den Sozialversicherungen, bei 

welchen ein Gesundheitsschaden der Leistungspflicht zugrunde liegt. Einer 

der tragenden Pfeiler des sozialen Leistungsstaates ist die Sicherung der 

Freiheit und der Existenz der Person, indem bestimmte wesentliche Risiken, 

welche die ökonomische Existenz der Menschen in Frage stellen, auf eine 

möglichst grosse Gemeinschaft der Versicherten verteilt werden; aus dieser 

Risikoverteilung entsteht eine weitgehend materielle Gesichertheit, die 

soziale Sicherheit der Betroffenen. Anderseits hat aber im schweizerischen 

sozialen Rechtsstaat auch die Eigenverantwortung eine grosse Bedeutung, 

denn ohne leistungsfähige und -willige Mitglieder der 

Versichertengemeinschaft lassen sich die Sozialversicherungen nicht 

finanzieren. Diese Eigenverantwortung muss gerade auch im bereits recht 

dichten schweizerischen Sozialversicherungsnetz betont werden, d.h. es 

muss vermieden werden, dass die versicherte Person ihr Verhalten zum 

Nachteil der gesamten anonymen Rechtsgemeinschaft verändert, indem die 

Auffassung aufkommt, der Staat garantiere in jedem Fall über die eine oder 

andere Sozialversicherung die Sicherung der materiellen Existenz. In diesem 

Spannungsfeld zwischen sozialer Sicherheit und Eigenverantwortung 

bedeutet die Schadenminderungslast ein wichtiges Element der 

Grenzziehung zwischen Leistungspflicht der Versicherung und der 

Anspruchsberechtigung der einzelnen Person. Die Schadenminderungslast 

stellt somit eine negative Haftungsbegrenzung der Sozialversicherung dar: 

Soweit die Schadenminderungslast reicht, besteht keine oder doch nur eine 

verminderte Leistungspflicht (Thomas Locher, Grundriss des 

Sozialversicherungsrechts, 3. Auflage, Bern 2003, § 40 N 24 ff.).

Trotz dieser Bedeutung der Schadenminderungslast für das 

Sozialversicherungsrecht wurde im ATSG nicht eine selbständige 

Bestimmung geschaffen, sondern die Schadenminderungslast fand einzig in 

Art. 21 Abs. 4 ATSG Aufnahme (BBl 1999 4567). Es ergibt sich demnach, 

dass der Gesetzgeber nur einige Aspekte der Schadenminderungslast 

normiert hat. Soweit die Last über diesen normierten Bereich hinausgeht und 

somit nicht ausdrücklich geregelt wird, hat die Last - wie im bisherigen Recht 

- die Bedeutung eines allgemeinen Rechtsgrundsatzes (Locher, a.a.O., § 40 

N 29).

d) Damit dieser allgemein gültige Grundsatz zur Anwendung gelangt, müssen 

kumulativ drei Voraussetzungen erfüllt sein. Einerseits muss die unterlassene 

schadenmindernde Vorkehr zumutbar gewesen sein. Weiter muss 

nachgewiesen sein, dass die zumutbare Massnahme tatsächlich weiteren 

Schaden verhindert hätte (sog. hypothetischer Kausalzusammenhang). Und 

letztlich wird die Urteilsfähigkeit des Geschädigten vorausgesetzt (Reinhard 

Tognella, Erwerbsunfähigkeitsprobleme bei somatisch nicht nachweisbaren 

Beschwerdebildern im Haftpflicht- und Sozialversicherungsrecht, Zürich 2004, 

S. 182).

e) Im vorliegenden Fall wurden dem Beschwerdeführer mit Verfügung der 

Lloyd’s vom 17. November 1994 für die Folgen des Schadenereignisses vom 

4. März 1989 eine Integritätsentschädigung sowie eine Invalidenrente für 

einen Invaliditätsgrad von 40% in Form einer Kapitalsumme ausbezahlt. Diese 

Zahlungen stützten sich auf ärztliche Gutachten, welche bestätigen, dass der 

Beschwerdeführer seit 1992 lediglich für halbsitzende bzw. sitzende 

Tätigkeiten zu 100% arbeitsfähig ist. Eben weil er für seine bisherige 

Erwerbstätigkeit im körperlichen und sportlichen Bereich nicht mehr zu 100% 

einsatzfähig war, wurde ihm diese kapitalisierte Rente ausbezahlt. Trotzdem 

hat der Beschwerdeführer weiterhin in einem körperlichen bzw. sportlichen 

Bereich gearbeitet. An dieser Feststellung vermag auch die Bestätigung des 

Arbeitgebers nicht ändern, wonach der Beschwerdeführer rund 70% seiner 

Arbeitszeit sitzend tätig sein könne. Tatsache ist, dass er als Bademeister (life 

guard) nur arbeiten kann, wenn er körperlich zu 100% einsatzfähig ist, also im 

Notfall nicht durch körperliche Beschwerden an einer allfälligen 

Rettungsaktion behindert würde. Dadurch erklärt sich denn auch die bereits 

am 8. September 2003 eingetretene Arbeitsunfähigkeit und die damit geltend 

gemachte Taggeldforderung des Beschwerdeführers, welche nicht erfolgt 

wäre, wenn er nicht einer körperlichen bzw. sportlichen sondern einer 

angepassten Erwerbstätigkeit nachgegangen wäre. In einem solchen Fall 

hätte die Erwerbsfähigkeit bis zum Tag vor dem operativen Eingriff bestanden, 

da die körperlichen Beschwerden ihn diesfalls nicht an der Ausübung der 

Erwerbstätigkeit behindert hätten. Dasselbe gilt für die Taggelder, welche für 

die Zeitspanne vom 25. Februar 2004 bis zum 30. August 2004 geltend 

gemacht werden. Insbesondere wenn man berücksichtigt, dass der 

behandelnde Arzt dem Beschwerdeführer ab dem 24. Februar 2004 eine 

Arbeitsfähigkeit von 100% für eine halbsitzende bzw. sitzende Tätigkeit 

bestätigte.

Nachdem dem Beschwerdeführer im Jahre 1994 eine kapitalisierte 

Invalidenrente von 40% ausbezahlt worden ist, eben weil er nicht mehr in 

körperlich betonten bzw. sportlichen Berufen zu 100% erwerbstätig sein 

konnte, war es ihm durchaus zumutbar, eine Umschulung zu einer adaptierten 

Tätigkeit zu absolvieren bzw. einen adaptierten Beruf auszuüben. Daran 

vermag auch die vom Beschwerdeführer vorgebrachte Tatsache nichts zu 

ändern, wonach ihm in den Vereinigten Staaten aufgrund der Rezession das 

Ausüben einer angepassten Tätigkeit (z.B. als Stockbroker) nicht möglich 

gewesen sei. Bei der Arbeitslosigkeit handelt es sich nicht um ein Risiko, 

welches durch die Unfallversicherung abgedeckt wird. Des Weiteren hätte 

diese zumutbare Massnahme - wie bereits ausgeführt - tatsächlich zu einer 

Schadensminderung geführt. Mit anderen Worten ist auch die sog. 

hypothetische Kausalität zu bejahen, da in der ausgeübten Tätigkeit die 

aufgetretenen Kniebeschwerden wesentlich früher zu einer Arbeitsunfähigkeit 

und wesentlich später zu der Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit 

geführt haben. Weiter handelt es sich beim Beschwerdeführer um eine 

urteilsfähige Person. Somit sind im vorliegenden Fall alle Voraussetzungen 

für die Anwendung des allgemeinen Rechtsgrundsatzes der 

Schadenminderungslast erfüllt, weshalb nun die Rechtsfolgen zu betrachten 

sind.

f) Bei der Schadenminderungsobliegenheit handelt es sich nicht um eine 

durchsetzbare Rechtspflicht. Ein allfälliger Verstoss wird indirekt sanktioniert, 

indem anbegehrte Ansprüche bzw. Leistungen verweigert werden. Bei 

korrekter Betrachtung setzt somit der Verstoss gegen die 

Schadenminderungsobliegenheit keinen Reduktionsgrund. Der Geschädigte, 

der gegen sie verstösst, hat sich den vermeidbaren Schaden im Sinne einer 

Gesamtursache selbst zuzuschreiben, d.h. der weitere Schaden fällt, obwohl 

er eventuell letztlich natürlich kausal auf schädigendes Verhalten eines Dritten 

zurückzuführen oder Folge eines versicherten Ereignisses ist, in den 

ausschliesslichen Verantwortungsbereich des Geschädigten (Tognella, 

a.a.O., S. 182).

Im vorliegenden Fall hat die Entscheidung des Beschwerdeführers einen 

körperlich betonten Beruf zu 100% auszuüben, für den er spätestens seit 

1994 zu 40% invalid war, zu einem vermeidbaren Schaden geführt. Dieser 

Schaden setzt sich aus zwei Elementen zusammen. Einerseits ist die 

Arbeitsunfähigkeit bereits am 8. September 2003 eingetreten, obwohl der 

operative Eingriff erst im Januar 2004 vorgenommen wurde. Andererseits war 

die volle Arbeitsfähigkeit – gemäss Aussagen des Beschwerdeführers – erst 

am 30. August 2004 wieder gegeben, obwohl ihm der behandelnde Arzt für 

eine halbsitzende bzw. sitzende Tätigkeit bereits ab dem 24. Februar 2004 

eine Arbeitsfähigkeit von 100% attestiert. Nach dem Gesagten stellt dieser 

Erwerbsausfall einen Schaden dar, welcher einzig in den 

Verantwortungsbereich des Geschädigten fällt. Die Beschwerdegegnerin hat 

demnach die Taggeldleistungen für diesen Schaden zu Recht verweigert.

4. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin 

grundsätzlich sowohl für die Behandlungskosten als auch für den 

Verdienstausfall aufzukommen hat. Derjenige Verdienstausfall jedoch, 

welcher als Folge der vom Beschwerdeführer ausgeübten nicht adaptierten 

Erwerbstätigkeit zu betrachten ist, fällt – aufgrund der Verletzung der ihm 

obliegenden Schadenminderungslast – einzig in den Verantwortungsbereich 

des Geschädigten. Für diesen vermeidbaren Schaden entfällt demnach die 

Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin.

Der angefochtene Einspracheentscheid der Vorinstanz erweist sich somit als 

rechtmässig und sachlich vertretbar, was zur Abweisung der Beschwerde 

führt.

5. Gemäss Art. 61 lit. a ATSG und Art. 11 VVS ist das kantonale 

Beschwerdeverfahren bei Sozialversicherungsstreitigkeiten – ausser bei 

leichtsinniger oder mutwilliger Prozessführung – kostenlos.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Kosten erhoben.