# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4e99fcf5-4628-56f5-95b1-cd322bfbb4c2
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-08-27
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 27.08.2015 725 15 126 (725 2015 126)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_725-15-126_2015-08-27.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 

vom 27. August 2015 (725 15 126) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Unfallversicherung 

 

 

Die Vorinstanz hat Bundesrecht verletzt, indem sie unter den gegebenen Umständen 

nicht auf die Einsprache der Beschwerdeführerin eingetreten ist. Krankentaggelder sind 

solange als Lohnersatz einzustufen, als sie vereinbarungsgemäss geschuldet sind, 

längstens aber bis zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses. Da die Beschwerdeführerin 

im Zeitpunkt des Unfallereignisses in einem Arbeitsverhältnis stand, ist der Versiche-

rungsschutz zu bejahen. 
 
 
 
Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Kantonsrichter 

Yves Thommen, Gerichtsschreiber Pascal Acrémann 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Raffaella Biaggi, Advo-
katin, Lange Gasse 90, 4052 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 Schweizerische Mobiliar Versicherungsgesellschaft AG, Bundes-
gasse 35, Postfach, 3001 Bern, Beschwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff Leistungen 

 

 

 

A. Die 1960 geborene A.____ war vom 15. Oktober 2007 bis 31. März 2013 bei der 

B____AG als Hilfsköchin angestellt und durch die Arbeitgeberin bei der Schweizerischen Mobi-

 

 
 
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liar Versicherungsgesellschaft AG (nachfolgend: Mobiliar) obligatorisch gegen die Folgen von 

Unfällen und Berufskrankheiten versichert. Am 3. Oktober 2012 fiel A.____ bei einem Spazier-

gang eine Böschung hinunter und zog sich dabei multiple Verletzungen zu. 

 

B. Mit Verfügung vom 1. November 2012 verneinte die Mobiliar ihre Leistungspflicht für die 

Folgen dieses Unfalls. Zur Begründung führte sie aus, A.____ sei seit dem 20. Januar 2011 

krankheitsbedingt arbeitsunfähig. Nach dem massgebenden Landes-Gesamtarbeitsvertrag des 

Gastgewerbes (GAV) bestünde gemäss Berner Skala eine Lohnfortzahlungspflicht von zwei 

Monaten. Bis zu diesem Zeitpunkt gelte das Taggeld als Lohnfortzahlung. Hernach stelle es 

eine reine Versicherungsleistung dar und der Versicherungsschutz gemäss dem Bundesgesetz 

über die Unfallversicherung (UVG) vom 20. März 1981 falle nach Ablauf von 30 Tagen dahin. 

Hiergegen erhob A.____ mit Schreiben vom 20. November 2012 Einsprache und bat die Mobili-

ar, ihr zur Prüfung der Rechtslage die dem Entscheid zugrunde liegenden Bedingungen zuzu-

stellen. 

 

C. Am 23. November 2012 forderte die Mobiliar A.____ mit A-Post versandtem Schreiben 

und unter Androhung der Säumnisfolgen auf, innert der verbleibenden Rechtsmittelfrist ihre 

Eingabe vom 20. November 2012 mit einem Antrag und einer summarischen Begründung zu 

ergänzen. 

 

D. Am 25. Juni 2014 liess A.____, vertreten durch Advokatin Raffaella Biaggi, der Mobiliar 

eine ergänzende Einsprachebegründung zukommen und beantragte, in Aufhebung der Verfü-

gung vom 1. November 2012 seien ihr die gesetzlichen Leistungen auszurichten; unter o/e-

Kostenfolge. In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantrage sie die Bewilligung der unentgeltlichen 

Verbeiständung mit Advokatin Biaggi als unentgeltliche Rechtsvertreterin. Zur Begründung füh-

re sie im Wesentlichen aus, die Mobiliar habe ihr die beantragten Unterlagen nie zugestellt und 

damit das rechtliche Gehör verletzt. Ausserdem habe sie die Aufforderung zur Verbesserung 

der Einsprache vom 23. November 2012 nicht erhalten. In materieller Hinsicht sei der Entscheid 

vom 1. November 2012 unhaltbar, da sich die Versicherte im Zeitpunkt des Unfalls noch im Ar-

beitsverhältnis befunden und Lohn bezogen habe. 

 

E. Am 25. Februar 2015 erliess die Mobiliar einen Nichteintretensentscheid. Da sich die 

Versicherte nach ihrer Einsprache vom 20. November 2012 während 17 Monaten weder über 

den Sachstand erkundigte noch die verlangten Bedingungen eingefordert habe, liege der 

Schluss nahe, dass ihr die Mitteilung vom 23. November 2012 sehr wohl zugegangen sei. Man-

gels verbesserter Einsprache sei androhungsgemäss nicht darauf einzutreten. Selbst für den 

Fall, dass auf die Einsprache eingetreten werden müsse, sei sie in materieller Hinsicht als un-

begründet abzuweisen, da die im Zeitpunkt des Unfallereignisses ausgerichteten Krankentag-

gelder nicht als Lohn im Sinne von Art. 3 Abs. 2 UVG zu qualifizieren seien. 

 

F. Hiergegen erhob A.____, weiterhin vertreten durch Advokatin Biaggi, am 30. Januar 

(recte: März) 2015 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kan-

tonsgericht). Darin beantragte sie, in Aufhebung des Einspracheentscheids vom 25. Februar 

2015 sei die Beschwerdegegnerin zu verurteilen, auf ihre Einsprache einzutreten und ihr die 

 

 
 
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gesetzlichen Leistungen zu erbringen; unter o/e-Kostenfolge. In verfahrensrechtlicher Hinsicht 

beantragte sie die Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständung mit Advokatin Biaggi als un-

entgeltliche Rechtsvertreterin. Zur Begründung brachte sie im Wesentlichen vor, die Beschwer-

degegnerin habe den Nachweis für die Zustellung des Schreibens vom 23. November 2012 

nicht erbracht. Da folglich keine Säumnisfolgen angedroht worden seien und zudem das Ein-

spracheverfahren vor Einreichung der Begründung vom 25. Juni 2014 nicht abgeschlossen ge-

wesen sei, hätte die Beschwerdegegnerin auf die Einsprache eintreten und einen materiellen 

Entscheid treffen müssen. Entgegen den materiellen Ausführungen im angefochtenen Ein-

spracheentscheid sei das Taggeld eines privaten Krankenversicherers Lohn im Sinne von Art. 3 

Abs. 2 UVG. 

 

G. In ihrer Vernehmlassung vom 15. Juni 2015 schloss die Mobiliar auf Abweisung der Be-

schwerde. Das Schweigen der Beschwerdeführerin während rund 17 Monaten sei dahingehend 

zu werten, dass ihr das Schreiben vom 23. November 2012 sehr wohl zugegangen sei, sie sich 

aber dazu entschlossen habe, die Sache nicht weiter zu verfolgen. Bei der Aussage der Be-

schwerdeführerin, das Schreiben vom 23. November 2012 nie erhalten zu haben, handle es 

sich um eine blosse Schutzbehauptung. Die materiellen Ausführungen im Einspracheentscheid 

vom 25. Februar 2015 seien für den Fall erfolgt, dass das urteilende Gericht zum Schluss 

komme, dass sie auf die Einsprache hätte eintreten müssen. 

 

 

Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g : 

 

1. Gemäss Art. 56 Abs. 1, Art. 57 und 60 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemei-

nen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 kann gegen Einsprache-

entscheide der Unfallversicherer über Versicherungsleistungen beim zuständigen kantonalen 

Versicherungsgericht innert 30 Tagen Beschwerde erhoben werden. Befindet sich der Wohnsitz 

der versicherten Person im Ausland, so ist gemäss Art. 58 Abs. 2 ATSG das Versicherungsge-

richt desjenigen Kantons zuständig, in dem ihr letzter schweizerischer Arbeitgeber Wohnsitz 

hatte. Die Arbeitgeberin des Versicherten hat ihren Sitz in Schweizerhalle, weshalb die örtliche 

Zuständigkeit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Gemäss § 54 Abs. 1 lit. b 

des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezem-

ber 1993 beurteilt das Kantonsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwer-

den gegen Einspracheentscheide der Versicherer. Es ist somit sachlich und örtlich für die Be-

handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. 

 

2. Streitig und zu prüfen ist zunächst, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht nicht auf die 

Einsprache der Versicherten vom 20. November 2012 eingetreten ist. 

 

3.1 Gemäss Art. 52 Abs. 1 Satz 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des So-

zialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 kann gegen Verfügungen innerhalb von 

30 Tagen bei der verfügenden Stelle Einsprache erhoben werden. Gemäss Art. 10 Abs. 1 der 

Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV) vom 11. Sep-

tember 2002 müssen Einsprachen ein Rechtsbegehren und eine Begründung sowie – bei 

 

 
 
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schriftlicher Erhebung – die Unterschrift der Einsprache führenden Person enthalten (Abs. 4). 

Genügt die Einsprache den Anforderungen nach Abs. 1 nicht, setzt der Versicherer eine ange-

messene Frist zur Behebung der Mängel an und verbindet damit die Androhung, dass sonst auf 

die Einsprache nicht eingetreten werde (Art. 10 Abs. 5 ATSV). 

 

3.2 Vorliegend erhob A.____ am 20. November 2012 Einsprache gegen die Verfügung vom 

1. November 2012. In der Folge forderte die Mobiliar A.____ mit A-Post versandtem Schreiben 

vom 23. November 2012, unter Androhung der Säumnisfolgen, auf, innert der verbleibenden 

Rechtsmittelfrist ihre Eingabe vom 20. November 2012 mit einem Antrag und einer summari-

schen Begründung zu ergänzen. Die Versicherte erklärte demgegenüber, die uneingeschrieben 

versandte Aufforderung nie erhalten zu haben. 

 

3.3.1 Rechtsprechungsgemäss obliegt der Beweis der Tatsache sowie des Zeitpunkts der 

Zustellung von Verfügungen der Verwaltung, welche die entsprechende (objektive) Beweislast 

trägt. Dieser Beweis kann praktisch vor allem mit einem förmlichen Zustellnachweis erbracht 

werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 27. Oktober 2009, 9C_348/2009, E. 2.1). Wird die 

Tatsache oder das Datum der Zustellung uneingeschriebener Sendungen bestritten, ist im 

Zweifel auf die Darstellung des Empfängers abzustellen, wenn seine Darlegung der Umstände 

nachvollziehbar ist und einer gewissen Wahrscheinlichkeit entspricht, wobei sein guter Glaube 

zu vermuten ist. Der Nachweis der Zustellung kann aber auch aufgrund von Indizien oder ge-

stützt auf die gesamten Umstände erbracht werden (vgl. BGE 129 I 8 E. 2.2). 

 

3.3.2 Vorliegend hat die Verwaltung den ihr obliegenden Beweis, dass die uneingeschrieben 

versandte Aufforderung zur Einspracheverbesserung vom 23. November 2012 der Versicherten 

zugestellt worden ist, nicht erbracht, was zu ihren Lasten geht. Entgegen ihrer Hypothese kann 

die Zustellung auch nicht allein aufgrund der Tatsache, dass sich die Beschwerdeführerin wäh-

rend 17 Monaten weder nach dem Sachstand erkundigte noch die verlangten Bedingungen 

einforderte, als nachgewiesen gelten. Weiter liegen keine gesicherten Hinweise vor, die den 

Schluss zulassen würden, dass die Beschwerdeführerin rechtswirksam auf eine Einsprache 

verzichtet hätte. Demnach ist aber gemäss der Darstellung der Beschwerdeführerin davon aus-

zugehen, dass es die Beschwerdegegnerin unterliess, die Versicherte im Rahmen ihrer Aufklä-

rungs- und Beratungspflicht (Art. 27 ATSG) von Amtes wegen auf den ihr drohenden Rechts-

nachteil aufmerksam zu machen und festzustellen, dass eine entsprechende Verbesserung der 

Einsprache vom 20. November 2012 innert der laufenden Rechtsmittelfrist zu erfolgen habe. 

Die Beschwerdeführerin ist daher gestützt auf den Grundsatz von Treu und Glauben in ihren 

Rechten zu schützen, weshalb die Einsprachebegründung vom 25. Juni 2014 als rechtzeitig 

erfolgt zu betrachten ist. Folglich hätte die Beschwerdegegnerin auf die Einsprache der Versi-

cherten eintreten müssen. Dies muss umso mehr gelten, als das Verwaltungsverfahren in die-

sem Zeitpunkt noch nicht mit dem Einspracheentscheid ordentlich abgeschlossen war. Dem-

nach hat die Vorinstanz Bundesrecht verletzt, indem sie unter den gegebenen Umständen mit 

Entscheid vom 25. Februar 2015 nicht auf die Einsprache der Beschwerdeführerin eingetreten 

ist. 

 

 

 
 
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3.3 Nach dem Gesagten ist der vorinstanzliche Nichteintretensentscheid vom 25. Februar 

2015 aufzuheben. Die Sache wäre deshalb zwecks Erlass eines materiellen Entscheids an die 

Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Vorliegend würde aber eine Rückweisung der Sache zu 

unnötigen Verzögerungen führen, insbesondere da die Parteien eine beförderliche Fortführung 

des Verfahrens wünschen und sie sich in diesem Verfahren zur Frage der Versicherungsde-

ckung ausführlich haben vernehmen lassen. Es ist deshalb diesbezüglich von einer Rückwei-

sung abzusehen und die umstrittene Versicherungsdeckung einer materiellen gerichtlichen Prü-

fung zuzuführen. 

 

4. Zu prüfen ist demnach, ob die Mobiliar für das Ereignis vom 3. Oktober 2012 die gesetz-

lichen UVG-Leistungen zu erbringen hat und dabei namentlich, ob die Beschwerdeführerin im 

Zeitpunkt der Unfallereignisse noch als bei der Mobiliar obligatorisch versichert gelten kann. 

 

5.1 Gemäss Art. 3 Abs. 1 UVG beginnt die Versicherung an dem Tag, an dem der Arbeit-

nehmer aufgrund der Anstellung die Arbeit antritt oder hätte antreten sollen, in jedem Fall aber 

im Zeitpunkt, da er sich auf den Weg zur Arbeit begibt. Sie endet mit dem 30. Tag nach dem 

Tage, an dem der Anspruch auf mindestens den halben Lohn aufhört (Art. 3 Abs. 2 UVG). Als 

Lohn im Sinne von Art. 3 Abs. 2 UVG gelten gemäss Art. 7 Abs. 1 lit. b der Verordnung über die 

Unfallversicherung (UVV) vom 20. Dezember 1982 unter anderem auch diejenigen Taggelder 

der Krankenkassen und privaten Kranken- und Unfallversicherer, die die Lohnfortzahlung durch 

den Arbeitgeber ersetzen. Nach der Rechtsprechung besteht der Versicherungsschutz als Fol-

ge der Ausrichtung von Taggeldern einer Krankenversicherung nur dann weiter, wenn diese 

Taggelder die Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber ersetzen. Das den Versicherungsfall aus-

lösende Ereignis muss daher geeignet sein, einen Anspruch auf Lohnfortzahlung zu begründen. 

Dies ist regelmässig nicht der Fall, wenn das Arbeitsverhältnis bereits zu einem früheren Zeit-

punkt beendet wurde (RKUV 2003 Nr. U 477 S. 111 E. 2.4.2 [U 160/02] mit Hinweis auf 

BGE 128 V 176 E. 2c S. 178 und RKUV 1999 Nr. U 347 S. 469 E. 2; vgl. auch Urteil vom 24. 

März 2011, 8C_758/2010, E. 3). 

 

5.2.1 Die Beschwerdegegnerin geht davon aus, dass Krankentaggelder nur während der 

Dauer der Lohnfortzahlungspflicht Taggeldleistungen im Sinne von Art. 3 Abs. 2 UVG und Art. 7 

Abs. 1 lit. b UVV darstellen. Da die Versicherte seit 20. Januar 2011 krankheitsbedingt arbeits-

unfähig sei, habe die Lohnfortzahlungspflicht gemäss der anwendbaren Berner Skala am 

20. März 2011 und der Versicherungsschutz nach Ablauf von weiteren 30 Tagen am 19. April 

2011 geendet. Unter Berücksichtigung, dass die Versicherte ihre Arbeit vom 13. November 

2011 bis 5. Dezember 2011 teilweise wieder aufgenommen habe, dauere die Lohnfortzah-

lungspflicht bis 7. Februar 2012 und der Versicherungsschutz würde bis 9. März 2012 beste-

hen. Durch Abrede hätte der Versicherungsschutz maximal noch bis zum 5. September 2012 

verlängert werden können. Zum Zeitpunkt des Unfallereignisses am 3. Oktober 2012 habe je-

denfalls keine Versicherungsdeckung mehr bestanden. 

 

5.2.2 Demgegenüber stellt sich die Beschwerdeführerin auf den Standpunkt, dass Taggelder 

der privaten Krankenversicherer nach dem klaren Wortlaut von Art. 7 Abs. 1 lit. b UVV Lohn im 

Sinne von Art. 3 Abs. 2 UVG darstellen. Der Charakter des Lohnfortzahlungsersatzes i.S.v. 

 

 
 
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Art. 324a Abs. 1 des Obligationenrechts (OR) vom 30. März 1911 als gleichwertige Ersatzabre-

de für die Lohnfortzahlungspflicht des Arbeitgebers werde von Art. 7 Abs. 1 lit. b UVV ausdrück-

lich erfasst. 

 

5.3 Wird der Arbeitnehmer aus Gründen, die in seiner Person liegen, wie Krankheit, Unfall, 

Erfüllung gesetzlicher Pflichten oder Ausübung eines öffentlichen Amtes, ohne sein Verschul-

den an der Arbeitsleistung verhindert, so hat ihm der Arbeitgeber für eine beschränkte Zeit den 

darauf entfallenden Lohn zu entrichten, samt einer angemessenen Vergütung für ausfallenden 

Naturallohn, sofern das Arbeitsverhältnis mehr als drei Monate gedauert hat oder für mehr als 

drei Monate eingegangen ist (Art. 324a Abs. 1 OR). Von den entsprechenden Regeln darf nur 

zu Gunsten des Arbeitnehmers abgewichen werden (Art. 362 Abs. 1 OR; vgl. auch Art. 324a 

Abs. 2 OR). Von einer solchen Absprache ist namentlich auszugehen, wenn sich der Arbeitge-

ber verpflichtet hat, eine Kollektivkrankentaggeldversicherung mit einem Versicherer abzu-

schliessen, der während einer längeren Dauer den Lohnbetrag bzw. einen Teil davon weiter 

bezahlt (BGE 127 III 318 E. 4b; Urteil vom 24. März 2011, 8C_758/2010, E. 4.2.1). 

 

5.4 Entscheidend für die Frage, ob die Leistungen der Kollektivkrankentaggeldversicherung 

die Lohnfortzahlung im Sinne von Art. 7 Abs. 1 lit. b UVV ersetzen und damit als Lohn im Sinne 

von Art. 3 Abs. 2 UVG gelten, ist entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin nicht, wie 

lange die Lohnfortzahlung ohne Krankentaggeldversicherung bestehen würde, wurde doch eine 

solche Versicherung eben dazu abgeschlossen, um die gesetzliche Mindestregelung bezüglich 

Lohnfortzahlung für den Arbeitnehmer zu verbessern. Vielmehr sind Krankentaggelder solange 

als Lohnersatz einzustufen, als sie vereinbarungsgemäss geschuldet sind, längstens aber bis 

zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses (Urteil des Bundesgerichts vom 8. Juli 2015, 

8C_147/2015, E.5.2). 

 

5.5 Nach dem Gesagten ist entscheidend, ob das Arbeitsverhältnis der Beschwerdeführerin 

mit B____AG im Zeitpunkt des Unfallereignisses vom 3. Oktober 2012 noch angedauert hat. 

Den Akten ist zu entnehmen, dass die Arbeitgeberin das Arbeitsverhältnis mit der Beschwerde-

führerin am 23. Januar 2013 auf den 31. März 2013 auflöste. Demnach besteht im Zeitpunkt 

des Unfallereignisses vom 3. Oktober 2012 Versicherungsschutz bei der Beschwerdegegnerin, 

weshalb die Beschwerde in diesem Punkt gutzuheissen ist. Da aber die weiteren Leistungsvo-

raussetzungen nicht Gegenstand des Verwaltungsverfahrens waren, kann auf das Rechtsbe-

gehren der Beschwerdeführerin, die Beschwerdegegnerin sei zu verurteilen, ihr die gesetzli-

chen Leistungen zu erbringen, nicht eingetreten werden.  

 

5.6 Nach dem Gesagten ist – soweit darauf eingetreten werden kann – in Gutheissung der 

Beschwerde der Einspracheentscheid vom 25. Februar 2015 aufzuheben und festzustellen, 

dass für den Unfall vom 3. Oktober 2012 Versicherungsdeckung besteht. Die Angelegenheit 

wird an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen, damit diese nach Prüfung der weiteren Leis-

tungsvoraussetzungen über den Anspruch auf Leistungen aus der obligatorischen Unfallversi-

cherung neu verfüge. 

 

 

 
 
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6.1 Es bleibt über die Kosten zu entscheiden. Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass der Prozess 

vor dem kantonalen Gericht für die Parteien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vor-

liegende Verfahren keine Kosten zu erheben. 

 

6.2 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch 

auf Ersatz der Parteikosten. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend ist der Beschwerde-

führerin deshalb eine angemessene Parteientschädigung zuzusprechen. Die Rechtsvertreterin 

der Beschwerdeführerin hat in ihrer Honorarnote vom 22. Juli 2015 einen Zeitaufwand von 

11,8 Stunden und Auslagen in der Höhe von Fr. 72.-- geltend gemacht, was umfangmässig in 

Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen angemessen ist. Die Bemühun-

gen sind zu dem in Sozialversicherungsprozessen für durchschnittliche Fälle zur Anwendung 

gelangenden Stundenansatz von Fr. 250.-- zu entschädigen. Der Beschwerdeführerin ist dem-

nach für das vorliegenden Beschwerdeverfahren eine Parteientschädigung in der Höhe von 

Fr. 3‘263.75 (11,8 Stunden à Fr. 250.-- und Auslagen von Fr. 72.-- zuzüglich 8% Mehrwertsteu-

er) zu Lasten der Beschwerdegegnerin zuzusprechen. 

 

 

Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Soweit darauf eingetreten werden kann wird in Gutheissung der Be-

schwerde der Einspracheentscheid vom 25. Februar 2015 aufgehoben 

und festgestellt, dass für den Unfall vom 3. Oktober 2012 Versiche-

rungsdeckung besteht. Die Angelegenheit wird zur Prüfung der gesetz-

lichen Leistungen an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen. 

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteient-

schädigung in der Höhe von Fr. 3‘263.75 (inkl. Auslagen und 8% 

Mehrwertsteuer) zu bezahlen. 

 

 

 

 

 

 

 

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