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**Case Identifier:** 4ab0429b-2a41-560f-9fa1-d28aee352d33
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-09-02
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 02.09.2016 200 2015 720
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2015-720_2016-09-02.pdf

## Full Text

200 15 720 IV
SCP/LUB/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 2. September 2016

Verwaltungsrichter Schütz, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Matti, Verwaltungsrichterin Fuhrer
Gerichtsschreiber Lüthi

A.________
vertreten durch B.________, Rechtsanwalt C.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 12. Juni 2015

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Sept. 2016, IV/15/720, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1967 geborene A.________ (nachfolgend Versicherte bzw. Beschwer-
deführerin) meldete sich im April 2011 unter Hinweis auf ein Sjögren-
Syndrom mit Gelenkbeteiligung bei der Eidgenössischen Invalidenversiche-
rung (IV) zum Leistungsbezug an (Akten der Invalidenversicherung, Ant-
wortbeilage [act. II] 2). Nachdem die IV-Stelle Bern (nachfolgend IVB bzw. 
Beschwerdegegnerin) Abklärungen in erwerblicher und medizinischer Hin-
sicht vorgenommen hatte, unter anderem holte sie eine Stellungnahme 
beim Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD; Bericht vom 13. September 2011 
[act. II 22 S. 3 ff.]) und die Akten des Krankentaggeldversicherers 
(act. II 23 – 25.2) ein, stellte sie der Versicherten mit Vorbescheid vom 
15. Dezember 2011 (act. II 26) die Ablehnung des Leistungsbegehrens in 
Aussicht. Mit diesem Vorbescheid zeigte sich die Versicherte nicht einver-
standen und erhob Einwand (act. II 27, 30), woraufhin die IVB weitere me-
dizinische Abklärungen tätigte (act. II 32. S. 2, 35 S. 2, 38 S. 3 ff., 39 
S. 3 ff.). Nach wiederholter Rücksprache mit dem RAD liess sie die Versi-
cherte interdisziplinär durch die Dres. med. D.________, Facharzt für 
Psychiatrie und Psychotherapie, und E.________, Facharzt für Rheumato-
logie und Allgemeine Innere Medizin, begutachten (Gutachten vom 18. Juni 
2013 [act. 55.1] und 10. Juli 2014 [act. II 62.1]; inkl. interdisziplinäre Beur-
teilung vom 15. Juli 2014 [act. II 63]). Zudem veranlasste sie eine Haushal-
tabklärung (Abklärungsbericht Haushalt vom 3. Dezember 2014 [act. II 70 
S. 2 ff.]). Nach erneut durchgeführtem Vorbescheidverfahren (act. II 71 –
 80) verneinte die IVB mit Verfügung vom 12. Juni 2015 (act. II 81) den 
Anspruch auf eine IV-Rente in Anwendung der gemischten Methode (Sta-
tus: 80 % Erwerb, 20% Haushalt) bei einem IV-Grad von 26 %.

B.

Mit Eingabe vom 17. August 2015 erhob die Versicherte, vertreten durch 
B.________, Rechtsanwalt C.________, Beschwerde. Sie beantragt die 
Aufhebung der angefochtenen Verfügung vom 12. Juni 2015 und die Zu-

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sprechung einer Invalidenrente. Im Weiteren ersucht sie um Gewährung 
der unentgeltlichen Rechtspflege unter Beiordnung von Rechtsanwalt 
C.________ als amtlicher Anwalt.

Bezugnehmend auf die prozessleitenden Verfügungen vom 18. August und 
7. September 2015 zog die Beschwerdeführerin am 21. September 2015 
das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege zurück und reichte zugleich 
einen bereits beschwerdeweise angekündigten Arztbericht ein.

Mit prozessleitender Verfügung vom 22. September 2015 schrieb der In-
struktionsrichter das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechts-
pflege als erledigt vom Protokoll des Verwaltungsgerichts ab.

Die Beschwerdegegnerin verzichtet am 21. Oktober 2015 auf eine ausführ-
liche Stellungnahme in Form einer Beschwerdeantwort und beantragt unter 
Hinweis auf die angefochtene Verfügung vom 12. Juni 2015 und eine Stel-
lungnahme von Dr. med. E.________ vom 14. September 2015 (in den 
Gerichtsakten) die Abweisung der Beschwerde. 

Mit Replik vom 17. Dezember 2015 nimmt die Beschwerdeführerin Stellung 
zum Bericht des Gutachters vom 14. September 2015.

Mit Duplik vom 4. Juli 2016 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf die 
Einreichung einer Schlussbemerkung und hält an den gestellten Rechtsbe-
gehren fest.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 

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die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-
cherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 12. Juni 2015 
(act. II 81). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin 
auf eine Invalidenrente.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-

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glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und 
damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschrän-
kungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung 
allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, ab-
wenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv 
bestimmt (BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.1 S. 353; SVR 
2014 IV Nr. 2 S. 5 E. 3.1). Entscheidend ist, ob und inwiefern es der versi-
cherten Person trotz ihres Leidens sozialpraktisch zumutbar ist, die Restar-
beitsfähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgegli-
chenen Arbeitsmarkt zu verwerten, und ob dies für die Gesellschaft tragbar 
ist. Dies ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu prüfen 
(BGE 136 V 279 E. 3.2.1 S. 281). Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung 
nach Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 
ATSG ist die medizinische Befundlage. Eine Einschränkung der Leistungs-
fähigkeit kann immer nur dann anspruchserheblich sein, wenn sie Folge 
einer Gesundheitsbeeinträchtigung ist, die fachärztlich einwandfrei dia-
gnostiziert worden ist (BGE 141 V 281 E. 2.1 S. 285).

2.3 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 

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und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.4 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird bei einer erwerbs-
tätigen versicherten Person das Erwerbseinkommen, das sie nach Eintritt 
der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und 
allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit 
bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt 
zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 
geworden wäre (Art. 16 ATSG). Bei nicht erwerbstätigen Versicherten, die 
im Aufgabenbereich tätig sind und denen die Aufnahme einer Erwerbstätig-
keit nicht zugemutet werden kann (Art. 5 Abs. 1 IVG und Art. 8 Abs. 3 
ATSG), wird für die Bemessung der Invalidität in Abweichung von Art. 16 
ATSG darauf abgestellt, in welchem Mass sie unfähig sind, sich im Aufga-
benbereich zu betätigen (Art. 28a Abs. 2 IVG; spezifische Methode [Betäti-
gungsvergleich]; BGE 141 V 15 E. 3.2 S. 20, 125 V 146 E. 2a S. 149).

Nach Art. 28a Abs. 3 IVG wird bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbs-
tätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegat-
tin mitarbeiten, für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. 
Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so wird die Invalidität 
für diese Tätigkeit gestützt auf einen Betätigungsvergleich ermittelt 
(Art. 28a Abs. 2 IVG). In diesem Falle sind der Anteil der Erwerbstätigkeit 
oder der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehe-
gattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der 
Invaliditätsgrad in beiden Bereichen zu bemessen (sog. gemischte Metho-
de; BGE 141 V 15 E. 3.2 S. 20, 125 V 146 E. 2a S. 150).

2.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

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3.

3.1 In medizinischer Hinsicht lässt sich den Akten – soweit entscheid-
wesentlich –  das Folgende entnehmen:

3.1.1 Im Bericht der Klinik F.________ des Spitals G.________ vom 
3. Juni 2009 (act. II 9 S. 2 ff.) diagnostizierte Dr. med. H.________, Fach-
arzt für Rheumatologie und Allgemeine Innere Medizin, ein primäres Sjö-
gren-Syndrom (ICD-10 M35; ED 2009), eine Autoimmun-Thyreoiditis vom 
Hashimoto-Typ und eine EBV-Seronarbe mit hochtitrigem Anti-EBV-VCA 
IgG. Als Nebendiagnosen erwähnte er Spontangeburten 1994 und 1999, 
eine Appendektomie, eine Tonsillektomie und eine Curettage. In den dar-
aufhin verfassten Berichten der Klinik F.________ vom 11. Juni 2010 
(act. II 12 S. 12 f.) und 31. März 2011 (act. II 19 S. 6 f.) wurden diese Dia-
gnosen erneut aufgeführt.

3.1.2 Der Hausarzt Dr. med. I.________, Facharzt für Allgemeine Innere 
Medizin, hielt im Arztzeugnis vom 8. Juli 2010 (act. II 12 S. 2 – 5) zuhanden 
des Krankentaggeldversicherers als Diagnose ein primäres Sjögren-
Syndrom mit entzündlichen Arthralgien (ED März 2009) fest. Er attestierte 
ab dem 27. April 2010 eine vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit; eine Ar-
beitsaufnahme werde ab 25. Juni 2010 versucht. Am 24. Januar 2011 er-
suchte er Dr. med. J.________, Facharzt für Rheumatologie und Allgemei-
ne Innere Medizin, um eine spezialärztliche Untersuchung und Beurteilung 
(act. II 12 S. 8). Dieser antwortete, klinisch dürfte ein primäres Sjögren-
Syndrom vorliegen, das er als abklärungs- und behandlungsbedürftig an-
sehe (act. 12 S. 7). Im Arztbericht vom 20. April 2011 (act. II 12 S. 2 – 5) 
führte Dr. med. J.________ alsdann das Sjögren-Syndrom (histologisch 
gesichert), eine Autoimmun-Thyreoiditis und einen Kindstod als Diagnosen 
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit auf.

3.1.3 Die RAD-Ärztin, med. pract K.________, Fachärztin für Physikali-
sche Medizin und Rehabilitation, vermerkte in ihrem Bericht vom 13. Sep-
tember 2011 (act. 22 S. 3 ff.) keine Diagnose mit Auswirkung auf die Ar-
beitsfähigkeit. Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit hielt 
sie ein Sjögren-Syndrom (ED September 2009), einen bekannten Hallux 
valgus und Senk-Spreizfüsse sowie ein Genu Valga, eine bekannte konsti-

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tutionelle Bandlaxität, einen spannungsbedingten Kieferkopfschmerz, einen 
St. nach Pleuritis (September 2008), eine Hypothyreose mit/bei St. nach 
Autoimmun-Thyreoiditis vom Hashimoto-Typ und Euthyrox therapiert, einen 
St. nach EBV und vorhandene Seronarbe mit zu erwartendem hohen Anti-
EBV-VAC IgG, einen St. n. Appendektomie und Tonsillektomie, einen St. n. 
Curettage und einen bekannten Vitamin-D Mangel fest. Funktionelle Ein-
schränkungen bestünden keine. Die angestammte Tätigkeit sei zu 100 % 
zumutbar (S. 4 f.).

3.1.4 Im zuhanden des Krankentaggeldversicherers erstellten rheumato-
logischen Gutachten vom 20. Oktober 2011 (act. II 25.2) diagnostizierte 
Dr. med. L.________, Fachärztin für Rheumatologie und Allgemeine Innere 
Medizin, mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein polyglanduläres Auto-
immunsyndrom und Overlap (mit Sjögren-Syndrom und Polyarthritis, positi-
ve ANA, anti SS-A/ SS-B, Rheumafaktor, anti-TPO, anti-Thyreoglobulin-
Antikörper, anti-C1q-Antikörper pos., positive Lippenbiopsie) und ein chro-
nisches Lumbovertebralsyndrom. Diagnosen ohne Auswirkung auf die Ar-
beitsfähigkeit bestünden keine (S. 5 Ziff. 6). Derzeit sei aus rheumatologi-
scher Sicht nur eine leichte bis mittelschwere Tätigkeit zu 50 % durchführ-
bar. Dabei zu vermeiden seien Heben schwerer Lasten von mehr als 5 kg 
sowie schweres Stossen und Ziehen von mehr als 5 kg sowie langes Ste-
hen und Gehen. Ebenfalls zu vermeiden seien schwere manuelle Tätigkei-
ten. Da möglicherweise mit medizinischen Massnahmen eine Verbesse-
rung, auch im Rahmen der Arbeitsfähigkeit, erzielt werden könnte, diese 
Massnahmen aber von der Versicherten abgelehnt würden, könne die Ar-
beitsfähigkeit nicht ganz abschliessend beurteilt werden. Aufgrund der Ab-
lehnung einer medikamentösen Therapie könnten derzeit auch keine Aus-
sagen über eine medizinische Verbesserung gemacht werden (S. 7). Im 
Rahmen der aktuellen Untersuchung sowie der angegebenen Beschwer-
den und der Grunderkrankung sei die Tätigkeit als … in dem zuletzt durch-
geführten Arbeitspensum von 80 % nicht zumutbar (S. 10). Die Versicherte 
könnte vor allem sitzende Tätigkeiten durchführen, ideal wäre eine Wech-
selbelastung mit wenig langen Gehstrecken und ohne stereotypes Stehen 
und Gehen am Stück. Des Weiteren wären leichte manuelle Tätigkeiten in 
sitzender Position zumutbar. Dies sei im Rahmen eines Pensums von 50 % 

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zumutbar, das heisse maximal 4 Stunden pro Tag mit einer Leistungsein-
schränkung bei häufigen Pausen von ca. 10 % (S.11).

3.1.5 In einem undatierten Arztbericht (Posteingang bei der IVB am 
24. Februar 2012; act. II 31 S. 2 ff.) nannte Dr. med. L.________ als Dia-
gnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein Overlap-Syndrom mit 
sekundärem Sjögren-Syndrom, rheumatoider Arthritis, systemischer Lupus 
erythematodes (ED Februar 2011), Sicca-Syndrom, histologisch gesicherte 
Sialadenitis, erfüllter ACR Kriterien und Autoimmunthyreoiditis vom Hashi-
moto-Typ. In der zuletzt durchgeführten Tätigkeit als … sei die Versicherte 
vor allem auf der körperlichen Ebene deutlich eingeschränkt. Dabei vor 
allem beim Heben schwerer Lasten von mehr als 5 kg sowie häufigen 
Überkopfarbeiten, langem Stehen und Gehen, repetitiver Haltung gebückt 
sowie bei schweren manuellen und körperlichen Tätigkeiten. Die bisherige 
Tätigkeit sei nicht mehr zumutbar (S. 4).

3.1.6 Am 6. April 2012 berichtete Dr. med. I.________ gegenüber dem 
Taggeldversicherer von einer massiven chronischen Erschöpfung, 
Schmerzen und Entzündungen an verschiedenen Gelenken, einer rezidi-
vierten Parotitis (bakteriell), rezidivierten Pleuritiden und chronischen Kopf-
schmerzen. Er diagnostizierte ein Overlap-Syndrom und attestierte weiter-
hin eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % (act. II 35 S. 2).

3.1.7 Dr. med. L.________ bestätigte in ihren Berichten vom 21. Juni 
(act. II 38 S. 5 ff.) und 24. August 2012 (act. II 38 S. 3 f.) ihre bisherigen 
Einschätzungen. Ergänzend zu den im undatierten Bericht (act. II 31 
S. 2 ff.) gestellten Diagnosen erwähnte sie, die Plaquenil-Therapie habe 
eine leichte Verbesserung der Beschwerden ergeben. Bis auf weiteres be-
stehe eine gesundheitlich begründete Arbeitsunfähigkeit von 100 %.

3.1.8 Die RAD-Ärztin med. pract. K.________ hielt am 20. September 
2012 fest, beim fraglichen instabilen Gesundheitszustand und noch nicht 
vollständiger Ausnutzung sämtlicher schulmedizinischer Therapiemöglich-
keiten könnten Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nicht 
beurteilt werden. Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 
nannte sie die in ihrer Stellungnahme vom 13. September 2011 (act. II 22 
S. 3 ff.) aufgeführten Diagnosen. Es gäbe weder Hinweise auf psychische 

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Einschränkungen noch auf objektivierbare akute Gelenksveränderungen, 
Bewegungseinschränkungen etc. Es könne davon ausgegangen werden, 
dass eine leichte wechselbelastende Tätigkeit ganztags z.B. in der Polikli-
nik (Augen/HNO/etc.)/Ambulatorium als … zumutbar wäre (act. II 39 
S. 3 ff.).

3.1.9 Im Gutachten vom 18. Juni 2013 (act. II 55.1) berichtete Dr. med. 
D.________ von einem unauffälligen psychischen und psychosomatischen 
Gesundheitszustand (S. 6). Eindeutige Hinweise für eine anhaltende soma-
toforme Schmerzstörung fänden sich nicht. Die Versicherte sei kaum auf 
die Schmerzen fixiert, zeige keine hypochondrischen Befürchtungen, die 
Schmerzen bildeten nicht den Hauptfokus ihres Interesses. Es scheine, 
dass sie die Schmerzen akzeptiert und psychisch integriert habe. Ungüns-
tige krankheitsfremde Faktoren seien teilweise vorhanden, es könne auf die 
längere Phase der Arbeitsuntätigkeit hingewiesen werden. Die Versicherte 
sei zudem dekonditioniert. Zusammenfassend zeigten sich bei der Versi-
cherten keine psychogenen Störungen, es sei auch keine psychosomati-
sche Affektion vorhanden. Dies führe dazu, dass sie in ihrer Arbeitsfähig-
keit aus psychiatrischer Sicht nicht eingeschränkt sei (S. 8).

3.1.10 Dr. med. L.________ vermerkte im zwischenzeitlich von der IVB 
eingeholten Verlaufsbericht vom 28. Mai 2013 (act. II 56), der Gesund-
heitszustand habe sich verbessert. Für die bekannte Symptomatik mit 
Myalgien und Arthralgien jedoch verschlechtert, indem neue Gelenksbe-
schwerden im Bereich der Kniegelenke bds. hinzugekommen seien. Seit 
der letzten Diagnosestellung habe sich keine Änderung ergeben (S. 1). Für 
die Tätigkeit als … bestehe seit dem 22. September 2011 eine 100 %-ige 
Arbeitsunfähigkeit (S. 2). Die Versicherte sei vor allem beim Heben schwe-
rer Lasten von mehr als 5 kg eingeschränkt sowie bei längerem Stehen und 
Gehen, zudem auch beim langen Sitzen, bei repetitiven Arbeiten in kauen-
der, kniender und gebückter Haltung. Des Weiteren bestünden Einschrän-
kungen bei Arbeiten in Kälte und Zugluft sowie schweren manuellen und 
repetitiven Tätigkeiten. Bei der angestammten Tätigkeit als … wirkten sich 
die gesundheitlichen Einschränkungen gänzlich negativ aus, da die Versi-
cherte jeweils schwere manuelle Tätigkeiten durchführen, längere Gehstre-
cken zurücklegen, am Stück Stehen und Arbeiten in ungünstiger kniender 

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und gebückter Haltung ausführen müsse. Die Versicherte könne in einer 
leichten Tätigkeit derzeit bei einem Arbeitsversuch 2 Stunden pro Tag ar-
beiten. Diese Tätigkeit könne leicht bis mittelschwer ausfallen, dabei zu 
vermeiden seien Heben schwerer Lasten von mehr als 5 kg sowie repetiti-
ve schwere manuelle Tätigkeiten (S. 3) sowie kniende, kauernde und ge-
bückte Haltungen. Zudem seien lange Gehstrecken und stereotypes Ste-
hen am Stück zu vermeiden. Prognostisch gesehen wäre eine leichte 
Tätigkeit zu 50 % in adaptierter Form möglich, unter Einhaltung des Belas-
tungsprofils (S. 4).

3.1.11 Im Gutachten vom 10. Juli 2014 (act II 62.1) führte Dr. med. 
E.________ nachstehende Diagnosen auf (S. 13 f. Ziff. 4):

Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
Primäres Sjögren-Syndrom (ED 2009) mit/bei 
▪ Sicca-Syndrom, chronischer Sialadenitis histologisch gesi-

chert
▪ Nicht erosiv-destruktiven Oligo-Polyarthralgien/Arthritiden
▪ Rezidivierender Parotitis bds.
▪ Anamnestisch rezidivierenden Pleuritiden
▪ Positiven ANF-Titer: ANA, SS-A (Ro), SS-B (La), grenzwer-

tigen Antikardiolipin IgM-Antikörpern, passager positiven an-
timitochondrialen Autoantikörpern

▪ Polyklonaler Gammadysproteinämie
▪ Klinisch derzeit mit geringer inflammatorischer Aktivität
▪ Myofaszialen Schmerzen am Beckengürtel

Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
▪ Substituierte Autoimmun-Thyreoiditis (Hashimoto-Typ), mit 

positiver Familienanamnese
▪ EBV-Seronarbe mit hochtitrigem Anti-EBV-VCA IgG Titer
▪ Chronifiziertes lumbospondylogenes Schmerzsyndrom ohne 

radikuläre Kompression
▪ Allgemeine Bandlaxität
▪ Beginnende Rhizarthrose rechts
▪ St. n. Tonsillektomie
▪ St. n. Appendektomie
▪ St. n. Curettage
▪ St. n. zwei normalen Geburten 1994, 1999
▪ Anamnestisch mögliche Diclophenac-(VoltarenR-)Unver-

träglichkeit
Infolge der von der Versicherten glaubhaft gemachten attackenweise auf-
tretenden Polyarthralgien, der systemisch zu begründenden allgemeinen 
Leistungsintoleranz und den wechselnd intensiven lumbalen Rücken-
schmerzen sei die bisherige Arbeitstätigkeit als … noch zu 4 Stunden pro 

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Tag zumutbar, davon ausgehend, dass 50 % der anfallenden beruflichen 
Verpflichtungen als mittelschwer bis schwer und rückenbelastend einzustu-
fen seien und dass die Versicherte, anlässlich eines entzündlichen Schu-
bes der Grunderkrankung, eine zusätzliche aber vorübergehende Redukti-
on der Leistungsfähigkeit aufweise. Eine zusätzliche rheumatologisch be-
gründbare Verminderung der Leistungsfähigkeit liege nicht vor (S. 16). Eine 
medizinisch begründete Arbeitsunfähigkeit von 20 % oder mehr liege 
gemäss der zur Verfügung gestellten Dokumentation seit dem 27. Septem-
ber 2010 vor. Es seien seither keine Veränderungen der Arbeitsfähigkeit 
eingetreten. Die verbleibenden Fähigkeiten könnten in einer Tätigkeit, wel-
che rückenschonend sei und die peripheren Gelenke schone, besser ver-
wertet werden (S. 17). Ideal wären Arbeitstätigkeiten in einer administrati-
ven Funktion mit der Möglichkeit zu Wechselpositionen. Der Versicherten 
könne zugemutet werden, repetitiv Gewichte bis maximal 7 kg anzuheben 
und über kürzere Strecken zu tragen, während 1 bis 1 ½ Stunden zu sitzen 
und zu stehen sowie Gehstrecken von 1 bis 2 km zurückzulegen. Nicht 
zumutbar seien Arbeitstätigkeiten mit der Notwendigkeit zu repetitivem Bü-
cken und Aufrichten, Arbeitstätigkeiten in der chronischen Vorneigehaltung 
des Rumpfes mit und ohne Rumpfrotation, Arbeiten in kniender resp. kau-
ernder Stellung und Arbeitstätigkeiten, welche den Einsatz der Hand- und 
Fingergelenke unter Kraftentwicklung erfordern. Ebenso seien Arbeitstätig-
keiten im Akkord bzw. an einem Fliessband nicht zumutbar, weil bei diesen 
die Arbeitsgeschwindigkeit von der Versicherten nicht gesteuert werden 
könne. Neben der Einhaltung dieser Belastungslimitationen sollte ein 
zukünftiger Arbeitsplatz der Versicherten ermöglichen, ihre Arbeitsposition 
und 
–haltung immer wieder zu verändern. Eine dem Leiden bestens angepass-
te Tätigkeit könne der Versicherten in einem zeitlichen Rahmen von 
8 Stunden pro Tag zugemutet werden, ohne zusätzliche rheumatologisch 
begründbare Leistungsminderung (S. 18).

Nach der interdisziplinären Beurteilung der Dres. med. E.________ und 
D.________ vom 15. Juli 2014 (act. II 63) ist vollumfänglich auf den rheu-
matologischen Gesichtspunkt abzustellen. Aus somatisch-
rheumatologischer Beurteilung sei der Versicherten als … eine Arbeits-
tätigkeit von 4 Stunden pro Tag zumutbar. Einem dem Leiden bestens an-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Sept. 2016, IV/15/720, Seite 13

gepasste Tätigkeit sei in einem zeitlichen Rahmen von 8 Stunden pro Tag 
zumutbar.

3.1.12 In der Stellungnahme vom 29. Januar 2015 (act. II 73 S. 4 ff.) äus-
serte sich Dr. med. L.________ zum rheumatologischen Gutachten dahin-
gehend, als bei der Patientin bei der Erkrankung eine begleitende Müdig-
keit vorhanden sei, ein Umstand, welcher in der beruflichen Tätigkeit und 
bei allgemeinen Leistungen zur Leistungseinbusse führe und auch zur Auf-
gabe der angestammten Tätigkeit als … nebst der begleitenden Polyar-
thralgien geführt habe (S. 4). Es werde immer wieder von der Leistungsin-
toleranz oder von einer Reduktion der Leistungstoleranz berichtet, jedoch 
werde diese nie näher beziffert. Je nach Aktivitätszustand der Krankheit 
könne diese sogar noch weiter reduziert sein, auch dies werde nicht näher 
angegeben (S. 6). Da diese Leistungsintoleranz für die Versicherte aber 
sehr einschränkend und störend sei und das Arbeitsprofil vor allem in der 
angestammten Tätigkeit deutlich belastend sei und einer mittelschweren 
bis schweren Tätigkeit entspreche, sehe sie aus rheumatologischer Sicht 
keine zumutbare Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit von 50 %, 
zumindest nicht ohne eine Leistungseinbusse. Da aber generell das Heben 
und Tragen schwerer Lasten von mehr als 7 kg vermieden werden solle, 
sei diese Tätigkeit so nicht mehr zumutbar, da bei der Tätigkeit als … das 
Heben schwerer Lasten von mehr als 7 kg notwendig sei, dies vor allem 
repetitiv. In einer angepassten Tätigkeit sehe sie entweder eine Arbeits-
tätigkeit von 50 % mit 100 % Leistung oder eine 100 %-ige Anwesenheit 
mit 50 % Leistung aufgrund häufiger Pausen im Rahmen der bekannten 
Leistungsintoleranz (act. II 73 S. 4 ff.).

3.2 Im Beschwerdeverfahren brachten sowohl die Beschwerdeführerin 
einen Bericht von Dr. med. L.________ als auch die Beschwerdegegnerin 
einen Bericht von Dr. med. E.________ bei.

3.2.1 Dr. med. L.________ berichtete am 11. September 2015, bei der 
Patientin bestehe ein Overlap-Syndrom, mit auch zusätzlichem systemi-
schem Lupus erythematodes. Der limitierende Faktor bzw. die einschrän-
kende gesundheitliche Störung für die Arbeitsfähigkeit sei bei der Patientin 
vor allem die ausgeprägte Müdigkeit (Fatigue). Diesbezüglich sei derzeit 
eine Arbeitsfähigkeit auch in einer leichten Tätigkeit kaum gegeben, da die 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Sept. 2016, IV/15/720, Seite 14

Patientin immer wieder längere Pausen einhalten müsste. Des Weiteren 
könnte sie auch keine volle Arbeitsleistung aufgrund dieser einschränken-
den Müdigkeit durchführen. Mit Hilfe der Fatigue severity scale (FSS) lasse 
sich ein Schweregrad der Fatigue bei verschiedenen Krankheitsbildern 
einschätzen. Bei der Versicherten bestehe ein Mittelwert von 7, welcher 
einer ausgeprägten Fatigue entspreche. Dies sei zwar nur eine subjektive 
Beurteilung der Patientin, spiegle aber die Schwere der Fatigue doch wie-
der. Es müsse erwähnt werden, dass die Fatigue bei dieser Patientin nicht 
Ausdruck eines subjektiven Symptoms sei, sondern eine Begleiterschei-
nung im Rahmen der Grunderkrankung des systemischen Lupus erythema-
todes und eine relevante Einschränkung im täglichen Leben darstelle (Be-
schwerdebeilage [BB] 3).

3.2.2 In der Stellungnahme vom 14. September 2015 (in den Gerichtsak-
ten) führte Dr. med. E.________ aus, die Symptome Müdigkeit und Leis-
tungsreduktion seien subjektiv empfundene Beschwerden, die sich häufig 
nicht objektivieren liessen, ausser es lägen eine Anämie, eine metabolische 
Begleitstörung, eine Kardiopathie im weiteren Sinne oder eine Mus-
kelstörung vor. Diese Funktionsstörungen seien bei der Versicherten nicht 
vorliegend und könnten somit nicht als Erklärung für die Leistungsintole-
ranz herangezogen werden. Sinngemäss blieben die Müdigkeitsgefühle 
und die Leistungsintoleranz betreffend ihrer Aetiopathogenese nicht ge-
klärt. In der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit 
seien die subjektiv geäusserten Symptome berücksichtigt worden. Ebenso 
seien die aufgeführten Belastungsgrenzen zur Einschätzung der zumutba-
ren Arbeitsfähigkeit als … gebührend berücksichtigt worden. Betreffend die 
Leistungseinschränkung in einer Verweistätigkeit könne, nach nochmaliger 
Einschätzung der klinischen Situation, aus rheumatologischer Sicht eine 
Einschränkung von maximal 20 % anerkannt werden. Er anerkenne die von 
der Versicherten geäusserte, nicht objektivierbare aber subjektiv empfun-
dene Mündigkeit im Rahmen der entzündlichen Systemerkrankung. 

3.3 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Sept. 2016, IV/15/720, Seite 15

Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352; SVR 2015 IV Nr. 28 S. 86 E. 4.1).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352). Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von 
externen Spezialärzten, welche auf Grund eingehender Beobachtungen 
und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und 
bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist 
bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht 
konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 
125 V 351 E. 3b bb S. 353; SVR 2009 IV Nr. 50 S. 154 E. 4.3). Eine von 
anderen mit der versicherten Person befassten Ärzten abweichende Beur-
teilung vermag die Objektivität des Experten nicht in Frage zu stellen. Es 
gehört vielmehr zu den Pflichten eines Gutachters, sich kritisch mit dem 
Aktenmaterial auseinanderzusetzen und eine eigenständige Beurteilung 
abzugeben. Auf welche Einschätzung letztlich abgestellt werden kann, ist 
eine im Verwaltungs- und allenfalls Gerichtsverfahren zu klärende Frage 
der Beweiswürdigung (BGE 132 V 93 E. 7.2.2 S. 110).

3.4 Das interdisziplinäre Gutachten der Dres. med. D.________ und 
E.________ vom 18. Juni 2013  bzw. 10. Juli 2014 (act. II 55.1, act II 62.1) 
inkl. interdisziplinärer Beurteilung vom 15. Juli 2014 (act. II 63) erfüllt die 
höchstrichterlichen Anforderungen an ein voll beweiskräftiges Gutachten. 
Die darin enthaltenen Feststellungen beruhen auf eigenen Abklärungen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Sept. 2016, IV/15/720, Seite 16

und sind in Kenntnis der wesentlichen Vorakten sowie unter Berücksichti-
gung der geklagten Beschwerden getroffen worden. Es ist für die streitigen 
Belange umfassend und überzeugt auch inhaltlich, indem die fachärztlichen 
Beurteilungen in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge ein-
leuchten und die Schlussfolgerungen nachvollziehbar begründet sind.

3.4.1 Dr. med. D.________ begründet nachvollziehbar, dass keine psych-
iatrischen Diagnosen zu stellen sind, was von der Beschwerdeführerin 
denn auch nicht bestritten wird. Demgemäss sind für die Beurteilung der 
Arbeitsfähigkeit einzig die somatischen Diagnosen massgebend (act. II 63).

In diagnostischer Hinsicht bestätigt Dr. med. E.________ die von den be-
handelnden Ärzten gestellten Diagnosen eines primären Sjögren-
Syndroms, einer substituierten Autoimmun-Thyreoiditis, eines lumbospon-
dylogenen Schmerzsyndroms ohne radikuläre Kompression und einer all-
gemeinen Bandlaxität (act. II 62.1 S. 13 Ziff. 4). Vorliegend ist somit in me-
dizinischer Hinsicht einzig streitig, zu welcher Beeinträchtigung des funktio-
nellen Leistungsvermögens diese Diagnosen führen. Vorab ist festzustel-
len, dass das vom Gutachter erstellte medizinisch-theoretische Zumutbar-
keitsprofil weitgehend mit demjenigen übereinstimmt, welches die behan-
delnde Ärztin in ihrer Eigenschaft als Gutachterin zuhanden des Kranken-
taggeldversicherers im Oktober 2011 und als behandelnde Ärztin im Juni 
2012 und Juli 2013 erstellte (act. II 25.2 S. 10, act. II 38 S. 6 und act. II 56 
S. 3). Danach kann der Beschwerdeführerin zugemutet werden, repetitiv 
Gewichte bis zu einem Maximalgewicht von 7 kg anzuheben und über kür-
zere Strecken zu tragen, während 1 bis 1 ½ Stunden zu sitzen und zu ste-
hen und Gehstrecken von 1 bis 2 km zurückzulegen. Dieses Profil ent-
spricht einer leichten, wechselbelastenden Tätigkeit (act. II 62.1 S. 18).

3.4.2 Uneinigkeit besteht dagegen hinsichtlich der zeitlichen Belastung 
und des Rendements bzw. der anzunehmenden Leistungsminderung. 
Dr. med. E.________ legt seiner Beurteilung die Feststellung zugrunde, 
dass bei der Beschwerdeführerin seit Beginn der Immunerkrankung keine, 
die allgemeine Leistung und die funktionelle Kapazität beeinträchtigende 
Organschädigung eingetreten sei und ebenso konventionell-radiologisch 
keine sichtbaren erosiv-destruktiven Strukturschäden an den peripheren 
Gelenken nachweisbar geworden seien, mithin eine weitgehend intakte 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Sept. 2016, IV/15/720, Seite 17

Funktion und Beweglichkeit der peripheren Gelenke vorliege (act. II 62.1 
S. 14 und S. 15 Ziff. 6.1). Diese Feststellung wird im Bericht der behan-
delnden Ärztin vom 24. August 2012 (act. II 38 S. 3 f.) insoweit bestätigt, 
als die weiteren Abklärungen bei der Nephrologie, Kardiologie und Pneu-
mologie keine neuen Diagnosen im Rahmen der Grunderkrankung ergeben 
hätten und das MRI des Schädels ebenfalls keine Beteiligung des systemi-
schen Lupus erythematodes im Sinne einer Vaskulits zeige (act. II 38 S. 3 
Ziff. 2). Weiter schliesst er mit nachvollziehbarer Begründung aus, dass die 
von der Beschwerdeführerin im Bereich des Beckengürtels und an den 
beiden Ellbogengelenken geklagten Schmerzen Ausdruck eines entzündli-
chen Geschehens im Rahmen der Grunderkrankung sind, es sich mithin 
um myofasziale Schmerzen als Folge einer an diesen Stellen lokalisierten 
muskulären Dysbalance handelt (act. II 62 S. 14). 

3.4.3 Der Kritik der behandelnden Ärztin, welche bereits im Rahmen des 
Gutachtens des Krankentaggeldversicherers bei hypothetischer und offen-
kundig schematischer Sichtweise davon ausging, eine systemische in-
flammatorische Autoimmunerkrankung führe in jedem Fall zu einer allge-
meinen fatigue-bedingten Leistungsintoleranz mit einer Arbeits- und Leis-
tungsfähigkeit von bloss noch 50 %, hält der Gutachter mit überzeugender 
Begründung entgegen, dass es sich bei den Gefühlen von Müdigkeit und 
Leistungsintoleranz um bloss subjektiv empfundene Symptome handle, 
welche nur durch das Hinzutreten einer Anämie, einer metabolischen Be-
gleitstörung (u.a. Schilddrüsenunterfunktion, Dyselektrolytämie, erniedrigte 
Eisenspeicher), einer Kardiopathie im weiteren Sinne oder einer Mus-
kelstörung (Myositis, Myopathie) als leistungseinschränkend objektiviert 
werden könnten (Stellungnahme Dr. med. E.________ vom 25. August 
2015 S. 2; in den Gerichtsakten). Entgegen der Annahme der Beschwerde-
führerin eignen sich dazu auch Selbstbeurteilungsbögen nicht, geben doch 
solche bloss subjektive Einschätzungen wieder. Soweit der Gutachter im 
Rahmen der Gutachtensergänzung der Beschwerdeführerin trotzdem eine 
fatigue-bedingte Leistungseinbusse von maximal 20 % zugesteht (S. 2 der 
zuvor erwähnten Stellungnahme), ist für die nachfolgende Invaliditätsbe-
messung (vgl. E. 5.4 hiernach) festzustellen, dass bei Beachtung dieser 
Leistungseinschränkung für einen behinderungsbedingen Abzug vom Ta-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Sept. 2016, IV/15/720, Seite 18

bellenlohn, namentlich unter dem Aspekt der häufigeren Pausen für Positi-
onswechsel und dergleichen, kein Raum mehr besteht.

4. Zu prüfen ist der Status der Beschwerdeführerin resp. der Umfang, 
in welchem sie als Gesunde erwerbstätig wäre.

4.1 Für den Beweiswert eines Abklärungsberichts sind verschiedene 
Faktoren zu berücksichtigen: Es ist wesentlich, dass der Bericht von einer 
qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis der örtlichen und räumli-
chen Verhältnisse sowie der aus den medizinischen Diagnosen sich erge-
benden Beeinträchtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Anga-
ben der versicherten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Mei-
nungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext 
schliesslich muss plausibel begründet und bezüglich der einzelnen Ein-
schränkungen angemessen detailliert sein und in Übereinstimmung mit den 
an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft all dies zu, ist der Ab-
klärungsbericht voll beweiskräftig. Das Gericht greift in das Ermessen der 
die Abklärung tätigenden Person nur ein, wenn klar feststellbare Fehlein-
schätzungen vorliegen. Das gebietet insbesondere der Umstand, dass die 
fachlich kompetente Abklärungsperson näher am konkreten Sachverhalt ist 
als das im Beschwerdefall zuständige Gericht (BGE 140 V 543 E. 3.2.1 
S. 547, 130 V 61 E. 6.2 S. 63). 

4.2 Der Abklärungsbericht Haushalt vom 3. Dezember 2014 (act. II 70 
S. 2 ff.) erfüllt die Anforderungen der Rechtsprechung gemäss E. 4.1 hier-
vor und ist überzeugend. Die Feststellungen der fachkundigen Abklärungs-
person basieren auf eigenen, vor Ort und in Anwesenheit der Beschwerde-
führerin durchgeführten Erhebungen. Der Abklärungsbericht ist zudem hin-
sichtlich der Gewichtung der Tätigkeitsbereiche ausreichend detailliert und 
den Einschränkungen sowie den Angaben der Beschwerdeführerin wurde 
angemessen Rechnung getragen. Es besteht kein Anlass, in das Ermessen 
der Verwaltung einzugreifen. 

4.3 Die Beschwerdegegnerin geht im Abklärungsbericht Haushalt von 
einem Status 80 % Erwerb und 20 % Haushalt aus (act. II 70 S. 5 und 10). 
Damit zeigt sich die Beschwerdeführerin nicht einverstanden und macht 
namentlich geltend, sie habe anlässlich der Abklärung angegeben, dass sie 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Sept. 2016, IV/15/720, Seite 19

vollzeitlich arbeiten würde. Bereits vor der Geburt der Kinder und auch als 
die beiden Töchter zwei und sieben Jahre alt gewesen seien, habe sie in 
einem Vollzeitpensum im …dienst gearbeitet. Die …-Stelle im Rahmen von 
80 % habe sie im 2002 angenommen, um sich besser um die damals noch 
kleinen Kinder kümmern zu können. Dennoch sei der Wechsel in den 
Nachtdienst immer nur vorübergehend gedacht gewesen. Sie habe deshalb 
den Kontakt mit dem Arbeitgeber gesucht und einen Wechsel in den 
…dienst thematisiert. Wegen der Erkrankung habe sie diesen Weg nicht 
weiter verfolgen können (vgl. Beschwerde S. 5 f. Ziff. 5).

Nach der Aktenlage ist davon auszugehen, dass sich die Beschwerdefüh-
rerin deshalb für ein 80 %-…pensum entschieden hat, weil sie damit be-
tragsmässig einen ähnlichen Lohn erzielte wie bisher und dieses mit dem 
Aufgabenbereich, namentlich der Kinderbetreuung besser zu vereinbaren 
war (act. II 70 S. 3 Ziff. 3.4, act. II 69 S. 1). Auch wenn die Kinder nicht 
mehr betreuungsbedürftig sind, ändert dies nichts daran, dass im Haushalt 
der Beschwerdeführerin täglich von allen bzw. in der Zeit bis Mai 2014 von 
drei Familienangehörigen 2 bis 3 Malzeiten eingenommen wurden (act II 70 
S. 3 Ziff. 2.1). Im Abklärungsbericht wird denn auch aufgrund einer Rück-
frage beim Arbeitgeber ausgeführt, dass der Systemwechsel, wonach es 
keine … mehr gegeben hätte, nicht umgesetzt worden ist (act. II 70 S. 4 
Ziff. 3.4). Damit ist überwiegend wahrscheinlich, dass die Beschwerdefüh-
rerin zwecks besserer Vereinbarkeit von Erwerbstätigkeit und Aufgabenbe-
reich weiterhin zu 80 % als … im Gesundheitsfall gearbeitet hätte. 
Schliesslich liegen auch keine Anhaltspunkte vor, dass die Finanzierung 
des Lebensunterhalts ein Vollzeitpensum bedingen würde, zumal der Ab-
klärungsdienst nachvollziehbar aufzeigt, dass dies durch ein 80 %-Pensum 
sichergestellt wäre. Der Status wurde damit korrekt auf 80 % Erwerb und 
20 % Haushalt festgesetzt.

5.

5.1  

5.1.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Sept. 2016, IV/15/720, Seite 20

nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30, 134 V 322 
E. 4.1 S. 325). 

5.1.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 139 V 592 E. 2.3 S. 593; SVR 2014 IV Nr. 37 S. 
133 E. 7.1). Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsscha-
dens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätig-
keit aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne 
gemäss den vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohnstruktur-
erhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3 S. 593; 
SVR 2014 IV Nr. 37 S. 133 E. 7.1). Es gilt zu berücksichtigen, dass ge-
sundheitlich beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten Hilfsarbeiter-
tätigkeiten behindert sind, im Vergleich zu voll leistungsfähigen und ent-
sprechend einsetzbaren Arbeitnehmern lohnmässig benachteiligt sind und 
deshalb in der Regel mit unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen 
müssen. Diesem Umstand ist mit einem Abzug vom Tabellenlohn Rech-
nung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). 
Die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, 
hängt von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des konkre-
ten Einzelfalles ab (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Na-
tionalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad). Der Einfluss sämt-
licher Merkmale auf das Invalideneinkommen ist nach pflichtgemässem 
Ermessen gesamthaft zu schätzen, wobei der Abzug auf insgesamt höchs-
tens 25% zu begrenzen ist (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 
S. 327; SVR 2015 IV Nr. 1 S. 1 E. 2.2).

5.2 Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt 
des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei 
Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erhe-
ben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen 
bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 129 V 222). Unter 
Berücksichtigung des Wartejahres und der Anmeldung im April 2011 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Sept. 2016, IV/15/720, Seite 21

(act. II 2) ist der frühest mögliche Rentenbeginn hier in Anwendung von 
Art. 28 Abs. 1 i.V.m. Art. 29 Abs. 1 IVG auf Oktober 2011 festzusetzen. Auf 
diesen Zeitpunkt hin ist der Einkommensvergleich durchzuführen. 

5.3 Die Beschwerdeführerin arbeitete zuletzt seit Juni 2001 als … für 
die M.________ AG (act. II 13). Diese Anstellung wurde ihr aus gesund-
heitlichen Gründen per September 2011 gekündigt (act. II 17). Es ist somit 
davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall immer 
noch in unverändertem Umfang von 80 % (vgl. E. 4.3 hiervor) für die 
M.________ AG tätig wäre, weshalb das Valideneinkommen grundsätzlich 
aufgrund des zuletzt – ohne Invalidität – erzielten Lohnes festzustellen ist. 
Gemäss Fragebogen Arbeitgeber vom 26. April 2011 (act. II 13) und IK-
Auszug (act. II 11 S. 2 f.) betrug das Einkommen der Beschwerdeführerin 
im Jahr 2010 Fr. 73‘313.30. Nach dem hier massgebenden Gesamtarbeits-
vertrag für das … (GAV) orientierte sich die Gehaltsentwicklung per 2011 
nach den Beschlüssen des Kantons Bern (Art. 13 GAV). Damit ist beim 
Valideneinkommen der im Jahr 2010 erzielte Jahreslohn von Fr. 73‘131.30 
um 0.7 % zu erhöhen (Regierungsratsbeschluss [RRB] vom 8. Dezember 
2010, 1778/2010: Lohnmassnahmen 2011). Das Valideneinkommen be-
trägt damit Fr. 73‘643.20 (Fr. 73‘131.30 / 100 + 0.7 %).

5.4 Da die Beschwerdeführerin keiner ihr zumutbaren angepassten 
Tätigkeit nachgeht, sind für die Berechnung des Invalideneinkommens die 
Tabellenlöhne heranzuziehen (vgl. E. 5.1.2 hiervor). Das medizinische Zu-
mutbarkeitsprofil schliesst weder (leichte) handwerkliche Verrichtungen aus 
noch werden die möglichen Tätigkeiten auf den Dienstleistungssektor be-
schränkt. Richtigerweise ist deshalb vom Totalwert sämtlicher Wirtschafts-
zweige auszugehen (vgl. SVR 2002 UV Nr. 15 S. 50 E. 3c cc). Gemäss 
LSE 2010, TA1, Frauen, Niveau 4, beträgt der Totalwert monatlich 
Fr. 4‘225.--. Aufgerechnet auf die allgemeine wöchentliche Arbeitszeit im 
Jahr 2011 von 41.7 Stunden und angepasst an die Lohnentwicklung (No-
minallohnindex, Tabelle T1.2.10, Frauen, Total, Index Jahr 2010: 100 
Punkte, Index Jahr 2011: 101.0 Punkte [abrufbar unter www.bfs.admin.ch]) 
resultiert, unter Berücksichtigung der verminderten Arbeits- und Leistungs-
fähigkeit von maximal 20 %, für 2011 ein Invalideneinkommen von 
Fr. 42‘706.65 (Fr. 4‘225.-- / 100 x 101 x 12 / 40h x 41.7h x 0.8). Da den 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Sept. 2016, IV/15/720, Seite 22

medizinischen Einschränkungen bereits mit der reduzierten Arbeits- und 
Leistungsfähigkeit umfassend Rechnung getragen wird, besteht weder für 
einen behinderungsbedingten Abzug Raum (vgl. u.a. Entscheid des Bun-
desgerichts [BGer] vom 7. März 2014, 9C_841/2013, E. 4.6) noch liegen 
andere Gründe (vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301) vor, welche Anlass zu 
einem Abzug vom Tabellenlohn geben.

5.5 Folglich resultiert bei einer invaliditätsbedingten Einbusse von 
Fr. 30‘936.55 (Fr. 73‘643.20 - Fr. 42‘706.65) ein Invaliditätsgrad im Erwerb 
von gewichtet 33.6 % (Fr. 30‘936.55 / Fr. 73‘643.20 x 0.8 [Status]).

5.6 Entsprechend der von der Beschwerdeführerin unbestritten geblie-
benen, überzeugenden Beurteilung der Abklärungsfachperson ist von einer 
Einschränkung im Haushalt von 1.2 % auszugehen (act. II 70 S. 6 ff. 
Ziff. 6). Folglich resultiert ein IV-Grad im Aufgabenbereich von gewichtet 
0.24 % (1.2 % x 0.2 [Status]). 

5.7 Zusammenfassend resultiert bei einem Status 80 % Erwerb und 
20 % Haushalt ein Gesamtinvaliditätsgrad von gerundet 34 % (33.6 % + 
0.24 %; zur Rundung: BGE 130 V 121 E. 3.2 f. S. 123). Damit besteht kein 
Anspruch auf eine IV-Rente.

6. Nach dem Dargelegten ist die angefochtene Verfügung im Ergebnis 
nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen. 

7.

7.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens werden die Verfahrenskosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, der unterliegenden Beschwerdeführerin 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Sept. 2016, IV/15/720, Seite 23

auferlegt (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Sie werden dem in gleicher Höhe geleis-
teten Kostenvorschuss entnommen. 

7.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf eine 
Parteientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG [Umkehrschluss]). 

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- B.________ z.H. der Beschwerdeführerin (samt Eingabe vom 4. Juli 

2016 im Doppel)
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.