# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3a6da6f8-83a9-534a-a90d-3e0c7a7c0326
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-06-26
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 26.06.2020 S 2019 54
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2019-54_2020-06-26.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 19 54

3. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz Pedretti
RichterIn von Salis, Audétat 
Aktuar Ott

URTEIL

vom 26. Juni 2020

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Hans Jürg Zinsli,

Beschwerdeführer

gegen 

Sozialversicherungsanstalt des Kantons Graubünden,

Beschwerdegegnerin

betreffend IV-Rente

- 2 -

1. A._____, gelernter Koch und Kellner, absolvierte eine Ausbildung an einer 

Hotelfachschule und war nach verschiedenen gastgewerblichen Anstellun-

gen im Ausland ab 1991 bis 2011 als Hoteldirektor in der Schweiz tätig. 

Nach Aufgabe dieser Tätigkeit arbeitete er im Weinhandel. Ab Juli 2016 

erfolgten mehrere stationäre Klinikaufenthalte infolge einer Alkoholabhän-

gigkeit und eines amnestischen Syndroms. A._____ trat im Mai 2017 

schliesslich in eine begleitende Wohninstitution ein und ging ab Juli 2017 

in einem Pensum von 40 bis 50 % einer Beschäftigung im geschützten 

Rahmen nach, welche ab Juni 2018 um eine zusätzliche (einfache) Be-

schäftigung im Treuhandbereich im zeitlichen Umfang von zwei Vormit-

tagen (09:00 bis 12:00 Uhr) aufgestockt wurde.

2. Bereits am 18. Januar 2017 hatte sich A._____ bei der IV-Stelle des Kan-

tons Graubünden (nachfolgend IV-Stelle) unter Hinweis auf eine bereits 

seit ca. vier Jahren bestehende Beeinträchtigung des Kurzzeitgedächtnis-

ses zum Leistungsbezug angemeldet. Die IV-Stelle tätigte verschiedene 

Abklärungen in medizinischer Hinsicht. Namentlich holte sie einen Bericht 

des behandelnden Psychiaters Dr. med. B._____ ein, welcher am 15. Fe-

bruar 2017 erstattet wurde. Darin berichtete er über die bisherigen statio-

nären Aufenthalte und legte insbesondere den Austrittsbericht der Klinik 

C._____ vom 3. Oktober 2016 von Oberärztin D._____ und Dr. med. 

E._____ zum Aufenthalt vom 29. Juli 2016 bis zum 3. Oktober 2016, den 

Bericht von Dr. phil. F._____ und lic. phil. G._____ vom 1. September 2016 

zu den neuropsychologischen Abklärungen vom 10. und 31. August 2016 

sowie den Bericht vom 21. Oktober 2016 des gerontopsychiatrischen Pfle-

geheimes H._____ von Dr. med. I._____ über den Aufenthalt von A._____ 

vom 3. Oktober 2016 bis zum 7. November 2016 bei. Zudem wurde auf 

eine seit dem 7. November 2016 stattfindende stationäre Suchttherapie 

und Rehabilitation im Zentrum K._____ hingewiesen. Dr. med. B._____ 

stellte folgende psychiatrische Diagnosen mit Auswirkungen auf die Ar-

beitsfähigkeit: Störungen durch Alkohol, Amnestisches Syndrom (ICD-10 

- 3 -

F10.6), DD: Alkoholinduzierte Demenz (ICD-10 F10.73). Keine IV-rechtli-

chen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit mass Dr. med. B._____ der 

Störung durch Alkohol, Abhängigkeitssyndrom (ICD-10 F10.2), zu. Ferner 

wies er auf eine am 16. Februar 2017 anstehende neuropsychologische 

Kontrolluntersuchung sowie ein am 9. Februar 2017 begonnenes Hirnleis-

tungstraining im ambulanten interdisziplinären Rehabilitationszentrum 

L._____ hin. Ausser der Verordnung/Kontrolle der Psychopharmaka er-

folge seinerseits keine weitergehende psychiatrische Therapie. Dr. med. 

B._____ erachtete A._____ in der freien Wirtschaft bis auf weiteres zu 

100 % arbeitsunfähig. In diesem Zusammenhang hielt er fest, dass bei 

A._____ gemäss den neuropsychologischen Untersuchungen im August 

2016 durch Dr. phil. F._____ und lic. phil. G._____ mittelschwere neuro-

psychologische Störungen mit im Vordergrund stehenden prominenten Ge-

dächtnisstörungen bestünden, vermutlich hauptsächlich im Rahmen eines 

alkoholbedingten amnestischen Syndroms (Korsakow-Syndrom; ICD-10 

F10.6), bei möglicherweise zusätzlich beginnender alkoholinduzierter De-

menz (DD; ICD-10 F10.73). Nach Einschätzung von Dr. med. B._____ sei 

unter strikter Alkoholabstinenz und intensivem Hirnleistungstraining even-

tuell noch eine leichte Verbesserungen der Kognition des Patienten zu er-

zielen. Wegen vermutlich bleibenden schweren kognitiven Defiziten, insbe-

sondere im Kurzzeitgedächtnis, werde zukünftig wahrscheinlich eine Ar-

beitstätigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt weder in der angestammten 

Tätigkeit (Hotellerie) noch in einer optimal adaptierten Tätigkeit möglich 

sein.

3. Am 22. Februar 2018 erfolgte eine psychiatrische Abklärung bei Dr. med. 

M._____ vom Regionalen Ärztlichen Dienst Ostschweiz (RAD). Am 

22. März 2018 fand zudem eine neuropsychologische Untersuchung durch 

Dr. phil. N._____ statt, welcher darüber im neuropsychologischen Gutach-

ten vom 28. März 2018 berichtete, welches von Dr. med. O._____ mitun-

terzeichnet wurde. Gestützt auf dieses neuropsychologische Gutachten, 

- 4 -

die eigene Exploration und die Laborergebnisse der Blutentnahme vom 

22. Februar 2018 sowie die relevante Aktenlage gemäss Aktenauszug ge-

langte Dr. med. M._____ in seinem Bericht vom 6. April 2018 zur monodis-

ziplinären RAD-Abklärung zum Schluss, dass ein schweres Alkoholabhän-

gigkeitssyndrom (ICD-10 F10.2) vorliege. Gegenwärtig bestehe in beschüt-

zender Umgebung Abstinenz. Zudem diagnostizierte Dr. med. M._____ 

eine Störung durch Alkohol, amnestisches Syndrom (ICD-10 F10.6). Die 

angestammte Tätigkeit als Führungsperson bzw. Berater in der Hotellerie 

und Gastronomie sei dem Versicherten aufgrund seiner neurokognitiven 

Einschränkungen nicht mehr zumutbar. Bei erheblichen Gedächtnisdefizi-

ten seien diese Tätigkeiten nicht mehr möglich. In einer adaptierten Tätig-

keit (überschaubar, eher repetitiv ohne erheblichen Produktionsdruck) be-

stehe hingegen seit dem Zeitpunkt der neuropsychologischen Untersu-

chung (22. März 2018) eine ganztägige, unverminderte Arbeitsfähigkeit im 

ersten Arbeitsmarkt. 

Der fallführende RAD-Arzt P._____ empfahl in seiner Abschlussbeurteilung 

vom 17. Mai 2018, auf die Ergebnisse der psychiatrischen RAD-Abklärung 

vom 22. Februar 2018 und der neuropsychologischen Untersuchung vom 

22. März 2018 abzustellen. Entsprechend bestehe eine vollständige Ar-

beitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit seit dem 6. Juli 2016 auf-

grund der neuropsychologischen Defizite infolge eines amnestischen Syn-

droms sowie einer Alkoholabhängigkeit. In einer überschaubaren, eher re-

petitiven Erwerbstätigkeit ohne erheblichen Produktionsdruck sei dem Ver-

sicherten eine unverminderte Leistung während 8 Stunden pro Tag mög-

lich. Diese Einschätzung der Arbeitsfähigkeit in einer optimal adaptierten 

Tätigkeit gelte seit dem Zeitpunkt der neuropsychologischen Untersuchung 

am 22. März 2018.

4. Mit Vorbescheid vom 6. Juni 2018 stellte die IV-Stelle A._____ die Zuspra-

che einer befristeten, ganzen Invalidenrente für den Zeitraum vom 1. Juli 

- 5 -

2017 bis zum 30. Juni 2018 in Aussicht. Am 14. August 2018 erhob 

A._____ dagegen Einwand bzw. ersuchte um eine weitere Fristerstre-

ckung, um weitere (medizinische) Unterlagen beibringen zu können. Nach 

weiteren Fristerstreckungen seitens der IV-Stelle und der zwischenzeitli-

chen Einreichung von Unterlagen zur aktuellen Erwerbstätigkeit im ge-

schützten Umfeld, wurde schliesslich am 22. Januar 2019 das Gutachten 

der Klinik Q._____ von Dr. med. R._____ vom 14. Januar 2019 bei der IV-

Stelle eingereicht. Darin gelangte der Privatgutachter aufgrund der ihm vor-

liegenden Akten, der Exploration von A._____ am 14. November 2018 so-

wie den fremdanamnestischen Ergebnissen zum privaten und erwerblichen 

Bereich zum Schluss, dass A._____ in der angestammten Tätigkeit als Ho-

teldirektor wie auch als Weinhändler nicht mehr arbeitsfähig sei. Eine ad-

aptierte Tätigkeit sei grundsätzlich zumutbar. Allerdings zeigten Schwierig-

keiten in den laufenden Arbeitsbemühungen, dass A._____ mit seinen er-

heblichen Gedächtnisdefiziten einem Arbeitgeber auf dem ersten Arbeits-

markt nicht wirklich zugemutet werden könne. Zusammenfassend attes-

tierte Dr. med. R._____ A._____ eine Restarbeitsfähigkeit von 20 bis 40 %.

5. Am 14. März 2019 nahm Dr. med. M._____ zum Gutachten von Dr. med. 

R._____ Stellung und gelangte dabei zum Schluss, dass die sorgfältigen 

und detaillierten Abklärungen und Feststellungen von Dr. phil. N._____ da-

durch nicht erschüttert würden und an der Beurteilung vom 6. April 2018 

festgehalten werde. RAD-Arzt P._____ empfahl in seiner Beurteilung vom 

14. März 2019, weiterhin auf die psychiatrische RAD-Abklärung von 

Dr. med. M._____ gemäss dessen Bericht vom 6. April 2018 sowie das 

neuropsychologische Gutachten von Dr. phil. N._____ vom 28. März 2018 

abzustellen. Denn das Parteigutachten von Dr. med. R._____ stelle bloss 

eine Andersbeurteilung eines im Wesentlich unveränderten Gesundheits-

zustandes dar, wobei vom Privatgutachter keinerlei Anstrengungen unter-

nommen worden seien, den klinischen Eindruck mittels ergänzenden Ab-

klärungsmassnahmen zu objektivieren.

- 6 -

6. Mit Verfügung vom 15. April 2019 sprach die IV-Stelle A._____ für den Zeit-

raum vom 1. Juli 2017 bis zum 30. Juni 2018 eine befristete, ganze Invali-

denrente zu. Zur Begründung führte sie im Wesentlichen aus, dass der Ver-

sicherte seit dem 6. Juli 2016 (Beginn Wartejahr) in seiner Arbeitsfähigkeit 

ohne wesentlichen Unterbruch eingeschränkt sei. Nach Ablauf der einjäh-

rigen Wartefrist am 6. Juli 2017 habe weiterhin eine volle Arbeitsunfähigkeit 

für jegliche Tätigkeiten bestanden. Mangels verlässlicher Angaben über 

das zuletzt im Gesundheitsfall erwirtschaftete Einkommen sei für die Be-

stimmung des Valideneinkommens auf die Zahlen der Schweizerischen 

Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik (LSE) zurückzugrei-

fen. Auch das Invalideneinkommen sei anhand der LSE zu bestimmen. So-

mit resultiere per 2018 bei einem Valideneinkommen vom Fr. 68'846.05 

(LSE 2014, Zeilen 45-96 "Sektor 3 Dienstleistungen", Kompetenzniveau 2, 

Männer, Arbeitspensum 100 %, angepasst an die Nominallohnentwicklung 

bis 2018) und einem Invalideneinkommen von Fr. 68'497.85 (LSE 2014, 

Zeile "Total", Kompetenzniveau 1, Männer, Arbeitsfähigkeit 100 %, ange-

passt an die Nominallohnentwicklung bis 2018) ein Invaliditätsgrad von 

0.51 %. Unter Berücksichtigung der dreimonatigen Wartefrist gemäss 

Art. 88a Abs. 1 IVV liege somit der Invaliditätsgrad ab dem 1. Juli 2018 un-

ter 40 %, womit kein Rentenanspruch mehr bestehe. Die vorgebrachten 

Einwendungen und das Parteigutachten von Dr. med. R._____ vermöchten 

daran nichts zu ändern.

7. Mit Eingabe vom 14. Mai 2019 erhob A._____ (nachfolgend Beschwerde-

führer) Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden 

und beantrage die Aufhebung der angefochtenen Verfügung vom 15. April 

2019 und die Zusprache einer vollen (recte: ganzen) Invalidenrente. Even-

tualiter sei eine Dreiviertelsrente zuzusprechen oder (subeventualiter) die 

Sache an die Vorinstanz zur Neubeurteilung im Sinne der Erwägungen 

zurückzuweisen. Der Beschwerdeführer bemängelte die seitens der IV-

- 7 -

Stelle vorgenommene Invaliditätsbemessung ab dem 1. Juli 2018. Er kriti-

sierte das angenommene Invalideneinkommen von Fr. 68'497.85 und dem-

entsprechend auch den berechneten Invaliditätsgrad von 0.51 %. Die von 

der IV-Stelle eingeholten Gutachten von Dr. med. M._____ und Dr. phil. 

N._____ seien mangelhaft, womit ein Privatgutachten bei Dr. med. 

R._____ habe in Auftrag gegeben werden müssen. Zu diesem Gutachten 

äussere sich die IV-Stelle im angefochten Entscheid nicht. Dr. med. 

R._____ zeige darin verschiedene Mängel bei den vorstehend erwähnten 

Gutachten auf. Auch unter Berücksichtigung der Leistung in der teilzeitlich 

ausgeübten Erwerbstätigkeit im zweiten Arbeitsmarkt sei im ersten Arbeits-

markt von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit auszugehen. Werde das 

Valideneinkommen dem tatsächlich im Jahr 2018 erwirtschafteten Einkom-

men aus der Tätigkeit im geschützten Rahmen gegenübergestellt, resul-

tiere ein Invaliditätsgrad von 85.5 %. Im Gutachten beschreibe Dr. med. 

R._____ die Einschränkungen infolge der Gedächtnisstörungen, die selbst 

in einem geschützten Rahmen zu einer relevanten Leistungsminderung 

führten, ausführlich und komme gesamthaft beurteilt auf eine Restarbeits-

fähigkeit im Bereich von 20 bis 40 %. Weil eine Tätigkeit im ersten Arbeits-

markt für ihn illusorisch sei und er selbst im zweiten Arbeitsmarkt nur mit 

grössten Schwierigkeiten eine Beschäftigung finden würde, sei ein Invali-

ditätsgrad von 80 % angemessen, wobei dies zu einem Anspruch auf eine 

ganze Invalidenrente führe. Selbst bei einem Invaliditätsgrad von 70 % 

bestünde noch Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, bei einem solchen 

von 60 % immerhin noch ein solcher auf eine Dreiviertelsrente.

8. Die IV-Stelle (nachfolgend Beschwerdegegnerin) liess sich am 28. Mai 

2019 dazu vernehmen und beantragte die kostenpflichtige Abweisung der 

Beschwerde. Zur Begründung wurde im Wesentlichen auf die angefoch-

tene Verfügung vom 15. April 2019 verwiesen. Zudem stellte sie namentlich 

in Abrede, dass sie sich nicht mit dem Gutachten von Dr. med. R._____ 

auseinandergesetzt hätte. Auch vermöge die andere Beurteilung des 

- 8 -

massgeblichen Sachverhalts durch Dr. med. R._____ die Beurteilung von 

Dr. med. M._____ nicht derart zu erschüttern, dass von der Einschätzung 

abzuweichen wäre, wonach der Beschwerdeführer in einer adaptierten 

Tätigkeit ab dem 22. März 2018 zu 100 % (im ersten Arbeitsmarkt) arbeits-

fähig sei. Schliesslich wandte sich die Beschwerdegegnerin auch gegen 

die vom Beschwerdeführer behauptete Unverwertbarkeit der Restarbeits-

fähigkeit im ersten Arbeitsmarkt und hielt fest, dass das tatsächlich erzielte 

Einkommen von Fr. 6'193.80 (im zweiten Arbeitsmarkt) nicht massgebend 

sei, weil die verbliebene Arbeitsfähigkeit nicht in zumutbarer Weise voll 

ausgeschöpft werde.

9. Am 5. Juli 2019 replizierte der Beschwerdeführer und hielt an den gestell-

ten Rechtsbegehren fest. Ausserdem vertiefte er seine Argumentation und 

reichte eine Honorarnote ein.

10. Die Beschwerdegegnerin duplizierte am 17. Juli 2019 und hielt ebenfalls 

an ihren gestellten Rechtsbegehren fest. Punktuell entgegnete sie den 

Ausführungen in der Replik des Beschwerdeführers. Ausserdem erachtete 

sie den in der Honorarnote vom 5. Juli 2019 geltend gemachten Vertre-

tungsaufwand (35.25 Stunden und Spesen/Barauslagen im Betrag von 

Fr. 631.80) als erheblich zu hoch und kritisierte den verrechneten Stunden-

ansatz von Fr. 280.-- pro Stunde.

Auf die weiteren Vorbringen der Parteien in den Rechtsschriften, die ange-

fochtene Verfügung vom 15. April 2019 sowie die weiteren Akten wird, so-

fern erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

- 9 -

1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen die Verfügung der IV-Stelle 

des Kantons Graubünden vom 15. April 2019. Eine solche Anordnung, die 

laut Bundesrecht der Beschwerde an das Versicherungsgericht am Ort der 

verfügenden IV-Stelle unterliegt, kann beim Verwaltungsgericht des Kan-

tons Graubünden als das örtlich und sachlich zuständige Versicherungsge-

richt angefochten werden (vgl. Art. 49 Abs. 2 lit. a des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege [VRG; BR 370.100] i.V.m. Art. 69 Abs. 1 lit. a des 

Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20] sowie 

Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversiche-

rungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Als formeller und materieller Verfügungs-

adressat ist der Beschwerdeführer von der angefochtenen Verfügung un-

mittelbar betroffen und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhe-

bung oder Änderung. Er ist somit zur Beschwerdeerhebung legitimiert 

(Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 59 ATSG). Die Beschwerde wurde zudem 

frist- und formgerecht eingereicht (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 60 Abs. 1 

und 2 ATSG, Art. 39 Abs. 1 ATSG sowie Art. 61 lit. b ATSG). Darauf ist 

somit einzutreten.

2. Vorliegend ist streitig, ob dem Beschwerdeführer auch über den 30. Juni 

2018 hinaus eine Invalidenrente zusteht. Unbestritten ist hingegen der An-

spruch des Beschwerdeführers auf eine ganze Invalidenrente für den Zeit-

raum vom 1. Juli 2017 bis zum 30. Juni 2018, das Valideneinkommen von 

Fr. 68'846.05 per 2018 sowie die vollständige Arbeitsunfähigkeit in der an-

gestammten Tätigkeit. Nachfolgend ist zu prüfen, ob die Beschwerdegeg-

nerin zu Recht auf die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit von RAD-Arzt 

P._____ vom 17. Mai 2018 – insbesondere gestützt auf die psychiatrische 

Beurteilung von Dr. med. M._____ vom 6. April 2018 sowie das neuropsy-

chologische Gutachten von Dr. phil. N._____ vom 28. März 2018 – abge-

stellt hat bzw. im Gutachten von Dr. med. R._____ vom 14. Januar 2019 – 

wiederum gestützt auf die Stellungnahmen der RAD-Ärzte Dr. med. 

M._____ und P._____ vom 14. März 2019 – zu Recht keinen Grund gese-

- 10 -

hen hat, um von der Arbeitsfähigkeitseinschätzung in einer adaptierten 

Tätigkeit (überschaubar, eher repetitiv ohne erheblichen Produktionsdruck) 

von 100 % ab dem 22. März 2018 abzuweichen.

3.1. Um beurteilen zu können, ob sich der Gesundheitszustand eines Versicher-

ten in anspruchserheblicher Weise geändert hat oder wie sich dieser im 

massgebenden Zeitpunkt darstellt, sind die Verwaltung und das im Be-

schwerdefall angerufene Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche 

und gegebenenfalls andere Fachleute zur Verfügung stellen. Dabei besteht 

die Aufgabe des Arztes darin, den Gesundheitszustand zu beurteilen und 

− wenn nötig − seine Entwicklung im Laufe der Zeit zu beschreiben, d.h. 

mit den Mitteln fachgerechter ärztlicher Untersuchung unter Berücksichti-

gung der subjektiven Beschwerden, Befunde zu erheben und gestützt dar-

auf eine Diagnose zu stellen. Hiermit erfüllt der Arzt seine originäre Auf-

gabe, wofür die Verwaltung und im Streitfall das Gericht nicht kompetent 

sind. Bei der Folgenabschätzung der erhobenen gesundheitlichen Beein-

trächtigungen für die Arbeitsfähigkeit kommt dem Arzt hingegen keine ab-

schliessende Beurteilungskompetenz zu. Vielmehr nimmt er zur Arbeitsun-

fähigkeit Stellung, d.h. er gibt eine Schätzung ab, welche er aus seiner 

Sicht so substanziell wie möglich begründet. Die ärztlichen Auskünfte sind 

sodann eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Ar-

beitsleistungen dem Versicherten konkret noch zugemutet werden können 

(vgl. BGE 140 V 193 E.3.2, 134 V 231 E.5.1, 132 V 93 E.4 und 125 V 256 

E.4). 

Das Bundesrecht schreibt nicht vor, wie die einzelnen Beweismittel zu wür-

digen sind. Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbe-

schwerdeverfahren gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach 

haben Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte die Beweise 

frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 

pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, 

- 11 -

dass das Gericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stam-

men, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren 

Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs 

gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizini-

schen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweis-

material zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine 

und nicht auf die andere medizinische These abstellt (siehe BGE 143 V 124 

E.2.2.2 und 125 V 351 E.3a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztbe-

richtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfas-

send ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Be-

schwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgege-

ben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und 

Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begrün-

det sind (siehe BGE 134 V 231 E.5.1, 125 V 351 E.3a; Urteile des Bundes-

gerichts 9C_548/2019 vom 16. Januar 2020 E.3.2 und 8C_610/2018 vom 

22. März 2019 E.2.2.1). Ausschlaggebend für den Beweiswert ist 

grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Be-

zeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als 

Bericht oder Gutachten (siehe BGE 125 V 351 E.3a, 122 V 157 E.1c m.H.). 

Dennoch hat es die Rechtsprechung mit dem Grundsatz der freien Beweis-

würdigung als vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen medizi-

nischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzu-

stellen (siehe BGE 125 V 351 E.3b, 118 V 286 E.1b, 112 V 30 E.1a m.H.). 

So kommt den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte ein 

ungeschmälerter Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nach-

vollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indi-

zien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (siehe BGE 137 V 210 E.1.2.1, 

Urteil des Bundesgerichts 8C_839/2016 vom 12. April 2017 E.3.1 f.). Die 

Tatsache allein, dass der befragte Arzt in einem Anstellungsverhältnis zum 

Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität 

und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Um-

- 12 -

stände, welche das Misstrauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung ob-

jektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Be-

deutung, welche den Arztberichten im Sozialversicherungsrecht zukommt, 

ist an die Unparteilichkeit des Gutachters allerdings ein strenger Massstab 

anzulegen (vgl. zum Ganzen BGE 125 V 351 E.3b/ee, 122 V 157 E.1c). 

Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssig-

keit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, sind ergänzende 

Abklärungen vorzunehmen (siehe BGE 139 V 225 E.5.2, 135 V 465 E.4.3.2 

und 4.4; Urteile des Bundesgerichtes 8C_699/2018 vom 28. August 2019 

E.3, 9C_415/2017 vom 21. September 2017 E.3.2, 8C_452/2016 vom 

27. September 2016 E.4.2.2 f., 8C_245/2011 vom 25. August 2011 E.5.3). 

In Bezug auf Berichte von Hausärzten bzw. behandelnden Ärzten darf und 

soll der Richter auch der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass 

Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstel-

lung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (siehe 

BGE 135 V 465 E.4.5; BGE 125 V 351 E.3b/cc). Insbesondere lässt es die 

unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag der therapeutisch tätigen 

(Fach-)Person einerseits und der Begutachtungsauftrag des amtlich be-

stellten fachmedizinischen Experten (vgl. dazu BGE 124 I 170 E.4) ande-

rerseits nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage 

zu stellen und zum Anlass für weitere Abklärungen zu nehmen, wenn die 

behandelnden Arztpersonen zu anderslautenden Einschätzungen gelan-

gen. Vorbehalten bleiben immerhin die Fälle, in denen sich eine vom (amt-

lichen) Gutachten abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die Berichte 

der behandelnden Ärzte wichtige – nicht rein der subjektiven Interpretation 

entspringende – Aspekte benennen, die bei der Begutachtung unerkannt 

oder ungewürdigt geblieben sind (siehe Urteile des Bundesgerichts 

8C_317/2019 vom 30. September 2019 E.2.3, 8C_379/2019 vom 21. Au-

gust 2019 E.2.2 und 8C_835/2018 vom 23. April 2019 E.3).

- 13 -

3.2. Der Beschwerdeführer kritisiert die psychiatrische RAD-Abklärung vom 

22. Februar 2018 durch Dr. med. M._____, Facharzt für Psychiatrie und 

Psychotherapie sowie zertifizierter medizinischer Gutachter SIM, bzw. des-

sen Bericht vom 6. April 2018 als mangelhaft. Dasselbe gilt nach Ansicht 

des Beschwerdeführers auch für das neuropsychologische Gutachten von 

Dr. phil. N._____, Fachpsychologe FSP und Neuropsychologe SVNP, und 

Dr. med. O._____, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie sowie 

zertifizierte medizinische Gutachterin SIM, vom 28. März 2018. Darin 

wurde dem Beschwerdeführer (im ersten Arbeitsmarkt) für eine adaptierte 

Tätigkeit (überschaubar, eher repetitiv ohne erheblichen Produktionsdruck) 

jeweils eine Arbeitsfähigkeit von 100 % (ab dem 22. März 2018) attestiert 

(siehe IV-act. 31 S. 25 f. und IV-act. 32 S. 10 f.). Der Beschwerdeführer 

führt dazu aus, dass im Hinblick auf die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit 

in einer adaptierten Tätigkeit bzw. der Beurteilung der Funktionsfähigkeit 

bei einer erwerblichen Tätigkeit (unaufgelöste) Diskrepanzen bestünden 

zwischen den Gutachten von Dr. med. M._____ und Dr. phil. N._____ ei-

nerseits und dem (privat seitens des Beschwerdeführers eingeholten) Gut-

achten von Dr. med. R._____, Facharzt für Psychiatrie und Psychothera-

pie, vom 14. Januar 2019, dem Arztbericht von Dr. med. B._____, ebenfalls 

Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 15. Februar 2017 sowie 

dem Bericht von Dr. phil. F._____, Fachpsychologe für Neuropsychologie 

FSP, MAS in Psychotraumatologie UNIZH, zertifizierter Gutachter SIM, und 

lic. phil. G._____, Neuropsychologin, Psychologin FSP, vom 1. September 

2016 andererseits. Ausserdem habe sich Dr. med. R._____ in seinem Gut-

achten vom 14. Januar 2019 mit den Gutachten von Dr. med. M._____ und 

Dr. phil. N._____ auseinandergesetzt und verschiedene Mängel festge-

stellt. Namentlich kritisiere Dr. med. R._____ zu Recht eine zu kurze Un-

tersuchungszeit, eine Nichtberücksichtigung von verschiedenen bedeutsa-

men Kriterien sowie das Fehlen einer ganzheitlichen Sichtweise auf die 

Problematik. Schliesslich sei das Gutachten von Dr. med. R._____ nicht 

nur das aktuellste, sondern auch das gründlichste.

- 14 -

Der Beschwerdeführer stellt sich betreffend das der Invaliditätsbemessung 

zugrundeliegende Invalideneinkommen auf den Standpunkt, dass unter 

Berücksichtigung seiner Leistungen in der teilzeitlich ausgeübten Erwerbs-

tätigkeit im zweiten Arbeitsmarkt, im ersten Arbeitsmarkt von einer vollstän-

digen Arbeitsunfähigkeit auszugehen sei. Werde das Valideneinkommen 

dem tatsächlich im Jahr 2018 erwirtschafteten Einkommen aus der Tätig-

keit im geschützten Rahmen gegenübergestellt, resultiere ein Invaliditäts-

grad von 85.5 %. Im Gutachten beschreibe Dr. med. R._____ seine Ein-

schränkungen infolge der Gedächtnisstörungen, die selbst in einem ge-

schützten Rahmen zu einer relevanten Leistungsminderung führten, aus-

führlich und komme gesamthaft beurteilt auf eine Restarbeitsfähigkeit im 

Bereich von 20 bis 40 %. Weil eine Tätigkeit im ersten Arbeitsmarkt für den 

Beschwerdeführer illusorisch sei und er selbst im zweiten Arbeitsmarkt nur 

mit grössten Schwierigkeiten eine Beschäftigung finden würde, sei ein In-

validitätsgrad von 80 % angemessen.

3.3. Die Beschwerdegegnerin stellt sich hingegen auf den Standpunkt, dass 

Dr. med. R._____ mit Blick auf eine adaptierte Tätigkeit nicht zu einer 

grundsätzlich anderen Entscheidung als Dr. med. M._____ komme, gin-

gen doch beide von einer grundsätzlichen Arbeitsfähigkeit aus. Zudem er-

achteten sie überstimmend die erheblichen Gedächtnisstörungen bzw. 

neurokognitiven Einschränkungen als massgebend für die Beeinträchti-

gung der Arbeitsfähigkeit, stellten dieselben Diagnosen und befanden den 

Beschwerdeführer in der angestammten Tätigkeit als vollständig arbeits-

unfähig. Allerdings stelle Dr. med. R._____ die Arbeitsfähigkeit in einer ad-

aptierten Tätigkeit im ersten Arbeitsmarkt in Frage. Demgegenüber 

komme der ausgewiesene Fachexperte Dr. phil. N._____ nach einer um-

fangreichen Abklärung zum Schluss, dass unter bestimmten Bedingungen 

eine adaptierte Arbeitsfähigkeit gegeben sei. Dr. med. R._____ nehme nur 

eine Andersbeurteilung eines im Wesentlichen gleichen Gesundheitszu-

- 15 -

standes vor. Der monodisziplinäre RAD-Abklärungsbericht von Dr. med. 

M._____ vom 6. April 2018 stelle einen Gesamtwert der Arbeitsfähigkeit 

dar, basiere auf der Vorgeschichte, den bisherigen Akten – insbesondere 

dem neuropsychologischen Gutachten von Dr. phil. N._____ vom 28. März 

2018 – sowie einer persönlichen psychiatrischen Untersuchung des Be-

schwerdeführers und erscheine im Ergebnis schlüssig, nachvollziehbar 

und widerspruchsfrei. Das Gutachten von Dr. med. R._____ vermöge den 

Abklärungsbericht von Dr. med. M._____ vom 6. April 2018 nicht derart zu 

erschüttern, dass davon abzuweichen wäre. Hinsichtlich der diskrepanten 

Einschätzung der Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit sei darauf 

hinzuweisen, dass sich widersprechende Arbeitsfähigkeitseinschätzung 

von verschiedene Ärzten nicht ungewöhnlich seien. So sage Dr. med. 

R._____ als privat bestellter Gutachter eher zu Gunsten des Beschwerde-

führers aus und liefere eine Einschätzung, welche sich auch an IV-fremden 

Faktoren orientiere. Demgegenüber sei Dr. med. M._____ vom RAD dar-

auf spezialisiert, den Gesundheitszustand des Beschwerdeführers und die 

IV-rechtliche Arbeitsfähigkeit objektiv und rechtsgleich zu beurteilen. Aus 

den von Dr. med. M._____ und Dr. phil. N._____ erhobenen Befunden und 

gestellten Diagnosen ergebe sich nachvollziehbar, dass der Beschwerde-

führer in einer adaptierten Tätigkeit trotz gesundheitlicher Beschwerden 

seit dem 22. März 2018 zu 100 % auf dem ersten Arbeitsmarkt arbeitsfähig 

sei. Zudem habe sich Dr. med. M._____ mit dem Gutachten von Dr. med. 

R._____ in seiner Stellungnahme vom 14. Januar 2019 auseinanderge-

setzt und nachvollziehbar aufgezeigt, weshalb der Einschätzung von 

Dr. med. R._____ betreffend die attestierte Unverwertbarkeit auf dem ers-

ten Arbeitsmarkt nicht gefolgt werden könne. Auch ändere der Umstand, 

dass die monodisziplinäre RAD-Abklärung "lediglich" 75 Minuten gedauert 

habe, nichts an deren Beweiswert. Der notwendige Zeitrahmen für eine 

Untersuchung lasse sich nicht allgemein gültig festlegen und über die Ak-

ten erschlössen sich dem Arzt häufig so viele Gesichtspunkte, dass der in 

der Untersuchung gewonnene Eindruck vor allem bestätigend wirke. Auch 

- 16 -

vorliegend habe Dr. med. M._____ seine Einschätzung nicht nur auf die 

eigene Exploration, sondern auch auf anamnestische Daten und andere 

Elemente, namentlich auf das neuropsychologische Gutachten von 

Dr. phil. N._____, gestützt, welche nicht in mehreren ausgedehnten Explo-

rationsgesprächen von Grund auf neu hätten erarbeitet werden müssen.

Zur Kritik an der Bestimmung des Invalideneinkommens hält die Be-

schwerdegegnerin fest, dass der Beschwerdeführer trotz seiner (unbestrit-

tenen) gesundheitlichen Beschwerden in einer adaptierten, also einer ko-

gnitiv einfachen, überschaubaren repetitiven Tätigkeit ohne Produktions-

druck, ab dem 22. März 2018 zu 100 % arbeitsfähig sei. Um solche Tätig-

keiten handle es sich typischerweise im Kompetenzniveau 1 und der nach 

Art. 7 ATSG massgebende ausgeglichene Arbeitsmarkt umfasse auch Ni-

schenarbeitsplätze, also Stellen- und Arbeitsangebote, bei welchem ge-

sundheitlich beeinträchtigte Personen mit einem sozialen Entgegenkom-

men vonseiten des Arbeitgebers rechnen könnten. Dementsprechend sei 

es dem Beschwerdeführer zumutbar, die 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer 

adaptierten Tätigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt wirtschaftlich zu verwer-

ten. Gestützt auf die LSE 2014, Tabelle TA1, Kompetenzniveau 1, Zeile 

"Total" Männer, lasse sich per 2018 ein Invalideneinkommen von 

Fr. 68'497.89 ermitteln. Selbst bei der Anerkennung eines maximal zuläs-

sigen, leidensbedingten Abzuges von 25 % resultiere beim unbestritten 

gebliebenen Valideneinkommen von Fr. 68'846.05 ein rentenausschlies-

sender Invaliditätsgrad von 25.38 %, womit zu Recht festgestellt worden 

sei, dass der Beschwerdeführer ab dem 1. Juli 2018 keinen Rentenan-

spruch mehr habe. Das tatsächlich erzielte Einkommen von Fr. 6'193.80 

(im zweiten Arbeitsmarkt) sei hingegen für die Bestimmung des Invaliden-

einkommens nicht massgebend, weil gemäss Rechtsprechung das Invali-

deneinkommen nur dann mit dem tatsächlich erzielten Lohn gleichgesetzt 

werden dürfe, wenn – kumulativ – besonders stabile Verhältnisse eine Be-

zugnahme auf den allgemeinen Arbeitsmarkt praktisch erübrige und die 

- 17 -

versicherte Person eine Tätigkeit ausübe, von der anzunehmen sei, dass 

sie darin die ihr verbliebene Restarbeitsfähigkeit voll ausschöpfe und das 

Einkommen der Arbeitsleistung angemessen und nicht als Soziallohn er-

scheine. Vorliegend schöpfe der Beschwerdeführer die verbliebene Rest-

arbeitsfähigkeit offensichtlich nicht in zumutbarer Weise voll aus.

3.4. Vorliegend erfolgte die psychiatrische Abklärung durch Dr. med. M._____ 

vom RAD, womit grundsätzlich von einem medizinischen Bericht eines ver-

sicherungsinternen Spezialarztes für Psychiatrie auszugehen ist. Das neu-

ropsychologische Gutachten von Dr. phil. N._____ (mitunterzeichnet von 

Dr. med. O._____) wurde im Rahmen der monodisziplinären RAD-Ab-

klärung eingeholt (siehe IV-act. 24 ff. und 31 f.). Dr. med. R._____ übte in 

seinem Gutachten vom 14. Januar 2019 – namentlich gestützt auf die ihm 

vorliegenden Akten, eine dreistündige Exploration des Beschwerdeführers 

am 14. November 2018, die fremdanamnestischen Angaben der Lebens-

partnerin des Beschwerdeführers vom 4. Dezember 2018 und des aktuel-

len "Arbeitgebers" vom 6. Dezember 2018, den Verlaufsbericht des Wohn-

heimes S._____ vom 6. November 2018 und die Arbeitsbestätigung vom 

10. August 2018 des geschützten Arbeitsplatzes in Y._____– Kritik am 

monodisziplinären RAD-Abklärungsbericht von Dr. med. M._____ vom 

6. April 2018 und am neuropsychologischen Gutachten von Dr. phil. 

N._____ vom 28. März 2018. Letzteres stellte eine wesentliche Grundlage 

für die Beurteilung von Dr. med. M._____ dar (siehe dazu IV-act. 32 S. 1 

und 8 ff.). Zwar ist der Beschwerdegegnerin darin beizupflichten, wenn sie 

eine ausgewiesene Verschlechterung des Gesundheitszustandes des Be-

schwerdeführers im Verlaufe des Jahres 2018 verneint. Denn sowohl auf-

grund der im Wesentlichen übereinstimmenden diagnostischen Einord-

nung des Gesundheitsschadens des Beschwerdeführers durch Dr. med. 

M._____ und Dr. med. R._____ (Alkoholabhängigkeitssyndrom bzw. Sta-

tus nach schwerer Alkoholabhängigkeit [ICD-10 F10.2] sowie Störung 

durch Alkohol, amnestisches Syndrom, bzw. alkoholbedingtes amnesti-

- 18 -

sches Syndrom mit zusätzlichen Symptomen im Sinne einer Affektverfla-

chung, einer Antriebsarmut und raschen Ermüdbarkeit seit mindestens Juli 

2016 [ICD-10 F10.6]) als auch der übereinstimmend attestierten vollständi-

gen Arbeitsunfähigkeit in der angestammten leitenden Tätigkeit in der Ho-

tellerie/Gastronomie seit (mindestens) Juli 2016, ergibt sich keine ausge-

wiesene, zwischenzeitliche Verschlechterung des Gesundheitszustandes 

bzw. dessen erwerblichen Auswirkungen. Dr. med. M._____ und Dr. med. 

R._____ sind sich auch darin einig, dass die (adaptierte) Arbeitsfähigkeit 

vornehmlich durch die neurokognitiven Einschränkungen beeinträchtigt 

wird. Ausserdem besteht ihrer Ansicht nach beim Beschwerdeführer ein in-

differenter Umgang bzw. eine wesentliche Affektarmut bei seinem doch be-

lastenden Schicksal und ausgeprägten Funktionsverlusten bzw. dem be-

ruflichen Abstieg von einer Führungsfunktion in der Hotellerie zu einer ein-

fachen Tätigkeit im geschützten Rahmen (siehe zum Ganzen siehe IV-

act. 32 S. 9 ff. und IV-act. 49 S. 18 ff.). Der Beschwerdegegnerin ist zudem 

darin beizupflichten, dass die monodisziplinäre RAD-Abklärung ihren Be-

weiswert nicht einzig deswegen verliert, weil die Exploration nur 75 Minuten 

gedauert hat. So wurde darin die neuropsychologische Abklärung durch 

Dr. phil. N._____, welche ihrerseits vier Stunden gedauert hat, mitberück-

sichtigt und Dr. med. M._____ konnte sich auf weitere aktenkundige medi-

zinische Berichte stützen (siehe IV-act. 31 S.1 und IV-act. 32 S. 1 ff.). 

Dr. med. R._____ kritisierte im Übrigen auch nicht direkt die absolute Dauer 

der psychiatrischen Exploration an sich, sondern erwähnte im Zusammen-

hang mit der Dauer der Untersuchungen durch Dr. med. M._____ und 

Dr. phil. N._____ vor allem, dass die gemäss neuropsychologischem Gut-

achter beim Beschwerdeführer nicht feststellbare Ermüdung nach drei 

Stunden wohl auf eine einmalige Leistung im Sinne einer besonderen Leis-

tungsbereitschaft für diese Untersuchungssituation zurückzuführen sei, 

wobei dies ansonsten bei andauernder Belastungen (in einer Erwerbstätig-

keit) nicht mehr gelingen würde (siehe IV-act. 49 S. 21). In diesem Zusam-

menhang ist darauf hinzuweisen, dass Dr. phil. N._____ zumindest eine 

- 19 -

leichtgradig verminderte Daueraufmerksamkeit attestiert und daraus das 

Erfordernis eines verminderten Produktionsdruckes für eine leidensange-

passte Tätigkeit ausgewiesen hat (siehe IV-act. 31 S. 21, 23 und 25).

3.5. Das Gutachten von Dr. med. R._____ vom 14. Januar 2018 erfüllt, wie 

nachstehend noch dargelegt wird, die von der höchstrichterlichen Recht-

sprechung an den Beweiswert eines medizinischen Berichts gestellten An-

forderungen, weshalb ihm grundsätzlich Beweiskraft zukommt. Die Her-

kunft eines Beweismittels ist für den Beweiswert, wie bereits in der vorste-

henden Erwägung 3.1 erwähnt, nicht alleine massgebend (vgl. 

BGE 125 V 351 E.3a, 3b/dd und 3c, 122 V 157 E.1c m.H.). Die von der Be-

schwerdegegnerin erwähnte Rechtsprechung zu den Beweiswürdigungs-

grundsätzen betreffend Berichte von behandelnden (Haus-)Ärzten (siehe 

BGE 125 V 351 E.3b/cc; Urteile des Bundesgerichts 8C_60/2020 vom 

8. April 2020 E.3.2 und 8C_29/2018 vom 6. Juli 2018 E.3.2.2) bezieht sich 

nicht spezifisch auf von privater Seite her eingeholte Gutachten von nicht 

behandelnden Fachpersonen, womit die Ausführungen von Dr. med. 

R._____ gestützt darauf nicht ohne weiteres als unbeachtlich beurteilt wer-

den können. Vielmehr ist in Berücksichtigung der anerkannten Beweiswür-

digungsgrundsätze danach zu fragen, ob das Gutachten von Dr. med. 

R._____ die Schlussfolgerungen von Dr. med. M._____ und Dr. phil. 

N._____ bzw. die darauf gestützte Beurteilung von RAD-Arzt P._____ der-

art zu erschüttern vermag, dass davon abzuweichen wäre (vgl. dazu 

BGE 125 V 351 E.3b/dd und 3c; Urteile des Bundesgerichts 8C_909/2017 

vom 26. Juni 2018 E.4 und 8 f. und 8C_892/2014 vom 23. April 2015 E.2; 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden [VGU] S 15 114 

vom 11. Oktober 2016 E.3d).

3.5.1. Dr. med. R._____ hat sich in seiner Beurteilung in Kenntnis der wesentli-

chen medizinischen Vorakten (siehe IV-act. 49 S. 4 ff. und auch IV-act. 32 

S. 2 ff.) ausführlich mit den gesundheitlichen Einschränkungen des Be-

- 20 -

schwerdeführers und mit seiner Vor- bzw. Krankheitsgeschichte (inkl. frem-

danamnestischer Auskünfte) sowie mit seiner aktuellen Wohn- und Arbeits-

situation auseinandergesetzt und seine Schlussfolgerungen gestützt auf 

die eigene Exploration am 14. November 2018, einschliesslich einer Be-

funderhebung, getroffen (siehe IV-act. 49 S. 11 ff.). Die Ausführungen in 

der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge, insbesondere die 

Herleitung der Diagnosen mit Ausführungen zu den mit der Alkoholabhän-

gigkeit in Verbindung stehenden Hirnatrophie und den deutlichen neuro-

psychologischen Defiziten, sind einleuchtend (siehe IV-act. 49 S. 18 ff.). 

Zudem sind die daraus gezogenen Schlussfolgerungen zum Gesundheits-

zustand sowie zur versicherungsrechtlich relevanten Einschätzung der Ar-

beitsfähigkeit, welche sich an den Standardindikatoren orientiert und sich 

plausibel von derjenigen in der psychiatrischen und neuropsychologischen 

Begutachtung durch Dr. med. M._____ und Dr. phil. N._____ abgrenzt, 

nachvollziehbar begründet (siehe IV-act. 49 S. 18 ff.). Mit Blick auf die 

grundsätzlich bei allen psychischen Gesundheitsschäden, inkl. bei 

primären Abhängigkeitssyndromen bzw. Substanzkonsumstörungen 

(siehe dazu BGE 145 V 215 E.6, 143 V 418 E.6 ff.) vorzunehmenden Prü-

fung der Standardindikatoren gemäss BGE 141 V 281 ist anzuführen, dass 

Dr. med. R._____ namentlich eine medizinische, eine Arbeits-, Sozial-, 

Suchtstoff- und Fremdanamnese sowie einen detaillierten Tagesablauf er-

hoben hat. Daneben führte er verschiedene Testungen (Beck-Depressi-

onsinventar, ein Montreal Cognitive Assessment [MoCa-Test], Zahlenver-

bindungstest und eine Laboranalyse der am 14. November 2018 entnom-

menen Blutproben) durch. Zudem hielt er Beobachtungen des Verhaltens 

und der äusseren Erscheinung sowie den psychopathologischen Status im 

Gutachten fest (siehe IV-act. 49 S. 11 ff.). Hinsichtlich des diagnostizierten 

Alkoholabhängigkeitssyndroms (ICD-10 F10.2) ist zu bemerken, dass sich 

aus den Akten eine seit längerem bestehende Abstinenz ergibt, anlässlich 

der medizinischen Abklärungen keine Hinweise auf einen fortgesetzten Al-

koholmissbrauch gefunden wurden (siehe IV-act. 32 S. 9 und IV-act. 49 

- 21 -

S. 14 und 25) und Dr. med. R._____ explizit einen "Staus nach schwerer 

Alkoholabhängigkeit (ICD-10 F10.2)" diagnostiziert hat. Insofern durfte 

Dr. med. R._____ – in Übereinstimmung mit Dr. med. M._____ – im Rah-

men des strukturierten Beweisverfahrens zu Recht von keinen akuten Aus-

wirkungen des Alkoholabhängigkeitssyndroms ausgehen und seinen Fo-

kus auf die funktionellen Auswirkungen eines alkoholbedingten amnesti-

schen Syndroms mit zusätzlichen Symptomen im Sinne einer Affektverfla-

chung, einer Antriebsarmut und einer raschen Ermüdbarkeit beim Be-

schwerdeführer legen. Bei der Beurteilung und Einordnung dieser Be-

schwerden und der Befunde sowie der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit 

nahm Dr. med. R._____ in der Sache immer wieder Bezug auf Indikatoren 

aus der Hauptkategorie des funktionellen Schweregrads gemäss BGE 141 

V 281, wie namentlich die Indikatoren "Ausprägung der diagnoserelevanten 

Befunden" und "Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz" 

aus dem Komplex Gesundheitsschädigung (siehe dazu IV-act. 49 S. 11 f., 

14 ff., 18 ff.). Zu letzterem Indikator hielt Dr. med. R._____ fest, dass der 

Beschwerdeführer bereits sehr ausgiebig therapiert worden sei und lange 

polyvalente therapeutische Unterstützung erhalten habe, um die Folgen 

des amnestischen Syndroms zu minimieren, welche teils zu Verbesserun-

gen bei leider teilweise auch unveränderten, deutlichen Problemen hin-

sichtlich des Gedächtnisses geführt habe. Übereinstimmend mit Dr. med. 

M._____ und Dr. phil. N._____ wurde das Bestehen von unausgeschöpften 

Therapieoptionen verneint (siehe IV-act. 31 S. 26, IV-act. 32 S. 11 und IV-

act. 49 S. 20). Zudem beleuchtete Dr. med. R._____ die Komplexe "Per-

sönlichkeit" und "Sozialer Kontext" insofern, als dass er eine biografische, 

erwerbliche und soziale Anamnese sowie eine Fremdanamnese bei der Le-

benspartnerin des Beschwerdeführers erhoben und gewürdigt hat (siehe 

IV-act. 49 S. 12 f., 15, 17). Hinsichtlich Komorbidität wies er namentlich auf 

die Notwendigkeit einer gesamthaften Betrachtung der neuropsychologi-

schen und psychiatrischen Einschränkungen hin (siehe IV-act. 49 S. 22). 

Zur Kategorie Konsistenz führte Dr. med. R._____ wie bereits erwähnt aus, 

- 22 -

dass keine unausgeschöpften Therapieoptionen bestünden und der Be-

schwerdeführer sich in seinen beiden Arbeitsorten sehr motiviert zeige. 

Trotzdem bestünden sehr deutliche Leistungseinschränkungen, wofür 

keine invaliditätsfremden Begründungen ersichtlich seien, sondern auf dem 

Zusammenwirken von verschiedenen neuropsychologischen und psychi-

schen Einschränkungen des Beschwerdeführers basierten (siehe IV-

act. 49 S. 22). Einschränkungen im Bereich des Antriebes werden denn 

auch durch den Bericht des Wohnheims S._____ vom 6. November 2018 

bestätigt. Danach benötigt der Beschwerdeführer immer wieder Anregun-

gen durch das Betreuungsteam, insbesondere auch für soziale Aktivitäten 

(siehe IV-act. 49 S. 15 und 25). Dazu ist anzumerken, dass auch Dr. med. 

M._____ keine Hinweise auf Inkonsistenzen oder Unplausibilitäten beim 

Beschwerdeführer erkennen konnte. Vielmehr neige dieser eher dazu, 

seine Einschränkungen zu bagatellisieren als sie zu dramatisieren (siehe 

IV-act. 32 S. 10).

3.5.2. Überdies ist das Gutachten von Dr. med. R._____ für die streitigen Belange 

umfassend. Er legt in schlüssiger und nachvollziehbarer Weise dar, dass 

die – im neuropsychologischen Gutachten, im Psychostatus und anhand 

fremdanamnestischer Auskünfte – beschriebenen Angaben zu den Arbeits-

leistungen eindrücklich zeigten, dass die erheblichen Gedächtnisstörungen 

des Beschwerdeführers für seine Leistung am Arbeitsplatz sehr entschei-

dend seien. Auch bei repetitiven Arbeiten müsse er jedes Mal wieder von 

Neuem in die Arbeit eingeführt werden, was für den Arbeitgeber einen un-

zumutbaren Aufwand darstelle. Daneben bestehe durch die komplexe 

Störung mit Verminderung des Antriebs und der Affektverflachung auch 

eine eingeschränkte Reagibilität, welche es ihm verunmögliche, Schwierig-

keiten im Arbeitslablauf spontan anzugehen und selbstständig zu lösen. 

Hier sei er auf viel Unterstützung angewiesen ohne die er in Blockaden 

hängen bleibe. Zudem seien die Leistungsfähigkeit und -geschwindigkeit 

durch die reduzierte Arbeitsgeschwindigkeit eingeschränkt. Letzteres 

- 23 -

müsse wohl auf die Summe der diversen leichten bis mittelschweren ko-

gnitiven Einschränkungen zurückgeführt werden. Schliesslich bestehe, wie 

verschiedentlich fremdanamnestisch ebenfalls deutlich geschildert, eine 

deutliche erhöhte und rasche Ermüdbarkeit, welche eine sinnvolle Arbeits-

leistung über drei Stunden hinaus praktisch verunmögliche (siehe IV-

act. 49 S. 18 f.). Gestützt darauf führte Dr. med. R._____ – übereinstim-

mend mit Dr. med. M._____ und RAD-Arzt P._____ – überzeugend aus, 

dass der Beschwerdeführer in seiner bisherigen Tätigkeit als Hoteldirektor 

und Weinhändler zu 100 % arbeitsunfähig sei. Eine leidensadaptierte 

Tätigkeit erachtete Dr. med. R._____ zwar als grundsätzlich zumutbar. Al-

lerdings zeigten die Schwierigkeiten in den laufenden Arbeitsbemühungen 

(ohne objektivierbare Hinweise auf eine mangelhafte Mitwirkung) deutlich, 

dass der Beschwerdeführer mit seinen erheblichen Gedächtnisdefiziten ei-

nem Arbeitgeber auf dem ersten Arbeitsmarkt nicht mehr wirklich zugemu-

tet werden könne. Er sei nicht in der Lage, neue Arbeitsprozesse dauerhaft 

zu erlernen. Vielmehr müsse er immer wieder praktisch neu in diese einge-

führt werden. Bei kleinsten unvorhergesehenen Problemen träten Blocka-

den auf. Wie im Bericht von Y._____ beschrieben, bestünden die Leis-

tungseinschränkungen in den verschiedensten Arbeitsbereichen. Ebenso 

führe die erhöhte Ermüdbarkeit im (Tages-)Verlauf auch bei einfachen Ar-

beiten zu einer nicht mehr tolerierbaren Fehlerhaftigkeit. Entsprechend 

könne kein Arbeitsplatzprofil beschrieben werden, das eine Tätigkeit auf 

dem ersten Arbeitsmarkt längerfristig möglich und realistisch erscheinen 

lasse (siehe IV-act. 49 S. 19 und 22). Damit übereinstimmend führte Herr 

T._____ von der U._____ GmbH, welcher sich auch im Vorstand des Trä-

gervereins des Wohnheims S._____ und Y._____ engagiert, anlässlich des 

Telefonats vom 6. Dezember 2018 mit Dr. med. R._____ aus, dass der Be-

schwerdeführer über einen hohen, täglichen und in den letzten sechs Mo-

naten gleichbleibenden Anleitungsaufwand bei der Erledigung von einfa-

chen treuhänderischen Arbeiten benötige und eine im Vergleich zu einem 

gesunden Arbeitnehmer um ca. 30 bis 50 % verlangsamte Arbeitsleistung 

- 24 -

aufweise. Zudem geschehe es recht häufig (ca. ein- bis zweimal pro Mor-

gen), dass es zu Blockaden komme. Dabei hole sich der Beschwerdeführer 

auch nicht selbständig Hilfe, sondern man müsse ihn wieder aus dieser 

Blockade herausholen, womit keine längere selbständige Arbeit des Be-

schwerdeführers gelinge. Bei Versuchen, dem Beschwerdeführer leicht 

veränderte neue Aufgaben aufzutragen, müssten ihm diese mindestens 

drei- bis viermal erklärt werden, wobei sich der Aufwand auch bei einer 

erneuten, ähnlichen Arbeitsvergabe nicht verringere. Die Versuche, zusätz-

lich zu den drei Stunden am Vormittag die Arbeitszeit auf den Nachmittag 

zu erweitern, seien gescheitert, weil die Konzentration des Beschwerdefüh-

rers nicht mehr in hinreichendem Masse gegeben gewesen und die Feh-

lerhäufigkeit gestiegen sei bzw. die Arbeitsgeschwindigkeit weiter abge-

nommen habe. Gemäss Aussage von Herr T._____ hätte er dem Be-

schwerdeführer bei tatsächlichem Bedarf im Betrieb für die Leistung eines 

gesunden Arbeitnehmers schon längst wieder kündigen müssen. 

3.5.3. Insofern erscheint es nachvollziehbar und schlüssig, wenn Dr. med. 

R._____ mit Blick auf die funktionelle Leistungsfähigkeit des Beschwerde-

führers ausführt, in den laufenden Tätigkeiten in Y._____ (40 bis 50 % Pen-

sum mit Einsätzen à vier bis acht Stunden an drei Tagen) bzw. in der 

U._____ GmbH (zwei Vormittage [09:00 bis 12 Uhr] pro Woche) würde eine 

verlangsamte Arbeitsleistung und vermehrte Notwendigkeit von Anleitung 

beschrieben, welche eine grundsätzliche Reduktion der Leistungsfähigkeit 

auf noch 50 bis 70 % bedinge. Ebenfalls zeigten sich bei längeren Arbeits-

dauern, auch bei einfachen Tätigkeiten, rasche Leistungsverluste, die bei 

etwas anspruchsvolleren Arbeiten so massiv seien, dass sie langdauernde 

Pausen erforderten (mind. 1.5 Std.), so dass noch einmal von einer deutli-

chen Einschränkung der möglichen Arbeitszeit pro Tag ausgegangen wer-

den müsse. Auch diesbezüglich müsse mit einer ca. 50%igen Einschrän-

kung gerechnet werden, so dass in der Summe eine Restarbeitsfähigkeit 

- 25 -

von (maximal) 20 bis 40 % bestehe (siehe zum Ganzen IV-act. 49 S. 17, 

22 und 24; Akten des Beschwerdeführers [Bf-act.] 6).

3.5.4. Zur abweichenden Einschätzung durch Dr. med. M._____ und Dr. phil. 

N._____ äusserte sich Dr. med. R._____ dahingehend, dass mangels ei-

ner erhobenen Fremdanamnese die auf Ermüdungserscheinungen zurück-

zuführende Leistungseinbussen nach längerer Arbeitstätigkeit unberück-

sichtigt geblieben und diese anlässlich der (einmaligen) neuropsychologi-

schen Untersuchung vom 22. März 2018 nicht reproduzierbar gewesen 

seien. Zudem würden die neuropsychologischen Defizite nicht genügend 

in integrierter Art und Weise berücksichtigt. Auch die psychiatrische Beur-

teilung durch Dr. med. M._____ lasse eine integrative Beurteilung der neu-

ropsychologischen Defizite mit weiteren psychischen Defiziten vermissen 

und es fehle eine ganzheitliche, auch auf fremdanamnestischen Angaben 

beruhende Sicht auf die Problematik. Dr. med. R._____ weist zu Recht auf 

entscheidende Mängel bei den gutachterlichen Einschätzungen von 

Dr. med. M._____ und Dr. phil. N._____ hin. Dazu gehört insbesondere der 

Umstand, dass sich weder Dr. med. M._____ noch RAD-Arzt P._____ im 

Bericht vom 6. April 2018, in der Abschlussbeurteilung vom 17. Mai 2018 

und in den jeweiligen Stellungnahmen vom 14. März 2019 zum Gutachten 

von Dr. med. R._____ mit fremdanamnestischen Angaben über die Wohn- 

und Beschäftigungssituation des Beschwerdeführers auseinandergesetzt 

haben. Dabei handelt es sich bei den Tätigkeiten in Y._____ im geschütz-

ten Rahmen und in der U._____ GmbH (Allrounder mit einfachen adminis-

trativen, Reinigungs-, Sortier- und Transporttätigkeiten bzw. einfachere, re-

petitive treuhänderische Arbeiten wie einfache Einträge und Buchungen 

von Rechnungen) mit einem zumindest sehr wohlwollenden Arbeitgeber 

nicht um offensichtlich ungenügend adaptierte Tätigkeiten gemäss dem 

von Dr. med. M._____ und Dr. phil. N._____ aufgestellten Belastungsprofil 

für eine adaptierte Tätigkeit (überschaubare, eher repetitive Arbeiten ohne 

erheblichen Produktionsdruck). Dr. med. R._____ erwähnte dazu, dass ge-

- 26 -

rade bei einem amnestischen Syndrom davon ausgegangen werden 

müsse, dass die Angaben des Exploranden unvollständig seien und infolge 

einer Kurzzeitgedächtnisstörung die aktuelle Situation nicht vollständig wie-

dergegeben werden könne. Auch könne der Beschwerdeführer das Aus-

mass seiner Einschränkungen nicht vollständig erfassen, weshalb eine Er-

gänzung der Befunde mit fremdanamnestischen Angaben von grosser Be-

deutung sei. Ausserdem beschreibe Dr. med. M._____ zwar eine affektive 

Verflachung und Verarmung, beurteile diese aber im Hinblick auf die Ar-

beitsfähigkeit (in einer adaptierten Tätigkeit) als wenig relevant. Dies treffe 

so aber nicht zu, wenn die weiteren ergänzenden Aspekte der Antriebsar-

mut und raschen Ermüdbarkeit in Betracht gezogen würden. Diese ver-

schiedenen Teilaspekte, welche je für sich genommen tatsächlich nicht so 

massgebend wäre, führten in der Summe und ihrer gegenseitigen Beein-

flussung sehr wohl zu einer deutlichen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit 

(auch in einer adaptierten Tätigkeit).

3.5.5. Somit ist festzustellen, dass es an einer nach der bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung nicht ohne weiteres auszublendenden Würdigung der Er-

gebnisse von Eingliederungsversuchen und beruflichen Abklärungen (vgl. 

dazu Urteile des Bundesgerichts 8C_30/2020 vom 6. Mai 2020 E.5.2.1, 

9C_534/ 2018 vom 15. Februar 2019 E.2.2, 8C_563/2018 vom 14. Novem-

ber 2018 E.6.1.1 und 8C_48/2018 vom 27. Juni 2018 E.4.3.1) seitens der 

Beschwerdegegnerin fehlt, auch wenn der Eingliederungsversuch bzw. die 

Tätigkeit in Y._____ und bei der U._____ GmbH in einem (eher) geschütz-

ten Umfeld nicht im Rahmen einer von der Beschwerdegegnerin gewährten 

beruflichen Eingliederungsmassnahme erfolgte. Ausserdem erachtete es 

Dr. med. R._____ im zwar ausführlichen, detaillierten und über weite Stre-

cken auch nachvollziehbaren neuropsychologischen Gutachten von 

Dr. phil. N._____ vom 28. März 2018 als störend, dass "T-Werte" im Be-

reich von 56.7 bis 62.8 Punkte bereits als überdurchschnittlich bezeichnet 

worden seien, obwohl sie (gemäss der im Gutachten selbst enthaltenen 

- 27 -

Tabelle) lediglich der oberen Norm entsprächen. Beispielhaft nannte 

Dr. med. R._____ die Resultate der handlungsbezogenen und verbal be-

zogenen Intelligenz sowie die "Wachheit mit vorgegebenem Warnton". Zu-

dem bemängelte Dr. med. R._____ eine fehlende Integration der verschie-

denen Befunde: Sie blieben ungewichtet und im Hinblick auf die Arbeits-

fähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit werde den schwächsten Leistungen, 

gerade im Bereich des Gedächtnisses sowie des Arbeitsgedächtnisses, 

welche für die Leistungsfähigkeit (in erwerblicher Hinsicht) eine entschei-

dende Rolle spielten, viel zu wenig Beachtung geschenkt. Zudem ist darauf 

hinzuweisen, dass Dr. phil. N._____ die von ihm erhobenen Testresultate 

lediglich im Vergleich zu den Resultaten der neuropsychologischen Ab-

klärung vom 31. August 2016 gemäss Bericht vom Dr. phil. F._____ und 

lic. phil. G._____ vom 1. September 2016 beurteilte (siehe IV-act. 31 

S. 21), sich aber nicht zur testpsychologischen Untersuchung vom 16. Fe-

bruar 2017 zur Ermittlung eines neurokognitven Leistungsprofil gemäss 

Bericht von lic. phil. V._____ und PD Dr. Dr. Dipl. Psych. W._____ vom 

20. März 2017 (siehe IV-act. 17) äusserte, obwohl die Untersuchung vom 

16. Februar 2017 im Aktenauszug erwähnt wird. Im erwähnten Aktenaus-

zug gab Dr. phil. N._____ denn auch, übereinstimmend mit Dr. med. 

R._____, wieder, dass beim verbalen Lernen und der mittelfristigen verba-

len Mnestik deutliche Einbussen bestünden (siehe IV-act. 17 S. 4 und IV-

act. 49 S. 6). Immerhin gelangte Dr. phil. N._____ zum Ergebnis, dass vor 

allem beim verbalen und visuellen Arbeitsgedächtnis Einschränkungen 

bestünden, welche eine überschaubare und unverändert auszuübende Er-

werbstätigkeit erforderten (siehe IV-act. 31 S. 14, 21, 23 und 25). Zum ein-

geschränkten verbalen Arbeitsgedächtnis passen die von Dr. med. 

R._____ gestützt auf die fremdanamnestischen Angaben aus der erwerbli-

chen Tätigkeit des Beschwerdeführers in einem (eher) geschützten Rah-

men gemachten Aussagen über den Bedarf an wiederholter Instruktion und 

Überwachung in der Ausführung von (einfachen repetitiven) Tätigkeiten. In-

wiefern diese Einschränkungen dennoch mit der Feststellung einer unein-

- 28 -

geschränkten Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit durch Dr. phil. 

N._____ vereinbar sein sollen, vermag die Beschwerdegegnerin nicht dar-

zulegen und ist auch nicht aus dem neuropsychologischen Gutachten von 

Dr. phil. N._____ vom 28. März 2018 oder den Beurteilungen der RAD-

Ärzte Dr. med. M._____ und P._____ ersichtlich.

3.6. Bei diesem Ergebnis kann somit der Beurteilung der Beschwerdegegnerin, 

wonach der Beschwerdeführer in einer adaptierten, also einer überschau-

baren, eher repetitiven Erwerbstätigkeit ohne erheblichen Produktions-

druck ganztägig während (mindestens) 8 Stunden zu 100 % arbeitsfähig 

sein soll, nicht gefolgt werden. Andererseits erfüllt das Gutachten von 

Dr. med. R._____ vom 14. Januar 2019 – wie in den vorstehenden Erwä-

gungen 3.5 ff. dargelegt – die rechtsprechungsgemässen Anforderungen 

(siehe dazu vorstehende Erwägung 3.1) an eine beweiswertige medizini-

sche Entscheidungsgrundlage vollumfänglich. Daher rechtfertigt es sich 

vorliegend ohne weitere Abklärungen, darauf abzustellen. Die von Dr. med. 

R._____ attestierte Arbeitsunfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit steht 

im Übrigen – neben der unbestrittenen vollständigen Arbeitsunfähigkeit in 

der angestammten (Führungs-)Tätigkeit – auch mit der weiteren medizini-

schen Aktenlage, ausgenommen die Berichte und Einschätzungen durch 

die RAD-Ärzte Dr. med. M._____ und P._____ sowie Dr. phil. N._____, im 

Einklang. Dabei handelt es sich namentlich um die Berichte von Dr. med. 

B._____ vom 15. Februar 2017 und Dr. phil. F._____ vom 1. September 

2016 (siehe IV-act. 8 S.1 ff und 7 ff.). Ob die von Dr. med. R._____ attes-

tierte Arbeitsfähigkeit im Sinne einer Unverwertbarkeit der Arbeitsfähigkeit 

im ersten Markt zu verstehen ist oder immerhin eine Restarbeitsfähigkeit 

von durchschnittlich noch 30 % in einer adaptierten Tätigkeit darstellt, ist, 

wie nachstehend aufgezeigt wird, nicht entscheidend.

3.7. Zur Berechnung des Invaliditätsgrades ist darauf hinzuweisen, dass jeweils 

die im Zeitpunkt des Erlasses der Verfügung aktuellsten Tabellen der 

- 29 -

Schweizerischen Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik 

(LSE) zu verwenden gewesen wären (siehe Urteil des Bundesgerichts 

9C_15/2018 vom 2. Juli 2018 E.4.2, 9C_414/2017 vom 21. September 

2017 E.4.2 und 9C_699/2015 vom 6. Juli 2016 E.5.2). Die angefochtene 

Verfügung datiert auf den 15. April 2019 und zog für die Berechnung der 

Vergleichseinkommen die Tabelle TA1 der LSE 2014 heran. Die Tabelle 

TA1 der LSE 2016 wurde hingegen bereits am 26. Oktober 2018 veröffent-

lich (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_829/2019 vom 6. März 2020 E.3.2), 

womit die Tabelle TA1 der LSE 2016 hätte angewendet werden müssen. 

Dementsprechend ist die Bestimmung des Invaliditätsgrades gestützt auf 

die Werte der Tabelle TA1 der LSE 2016 vorzunehmen. Dabei wendet sich 

der Beschwerdeführer nicht gegen die Bemessung des Valideneinkom-

mens gestützt auf die Tabelle TA1, Zeile 45-96 "Sektor 3 Dienstleistungen", 

Kompetenzniveau 2. In Anwendung der LSE 2016 beträgt somit das Vali-

deneinkommen per 2018 Fr. 67'040.45 (Fr. 5'312.-- x 12 : 40 x 41.7 x 

1.003995 x 1.004824). Die Restarbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätig-

keit wird von Dr. med. R._____ für den Fall, dass überhaupt noch von einer 

Verwertbarkeit im ersten Arbeitsmarkt ausgegangen werden kann, mit 

20 bis 40 % geschätzt – auf Basis der in einem geschützten Rahmen in-

folge verlangsamter Arbeitsleistung und vermehrter Notwendigkeit von An-

leitung mit 50 bis 70 % bezifferten Leistungsfähigkeit, welche wiederum we-

gen der raschen Ermüdbarkeit mit signifikant zunehmender Fehlerhäufig-

keit um ca. weitere 50 % zu reduzieren ist. Dies ist, wie vorstehend aus-

führlich dargelegt, nachvollziehbar und schlüssig, womit es sich vorliegend 

rechtfertigt auf eine maximale Restarbeitsfähigkeit von 30 % in adaptierter 

Tätigkeit zu erkennen. Dementsprechend beträgt das Invalideneinkommen 

per 2018 Fr. 20'218.15 (Fr. 5'340.-- x 12 : 40 x 41.7 x 1.003995 x 1.004824 

x 0.3). Bei einer Einkommenseinbusse von Fr. 46'822.30 resultiert ohne 

Berücksichtigung eines Leidensabzuges ein Invaliditätsgrad von gerundet 

70 % (Fr. 46'822.30 : Fr. 67'040.45 x 100 = 69.84 %; vgl. zum Runden: 

BGE 130 V 121 E.3). Damit besteht gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG auch über 

- 30 -

den 30. Juni 2018 hinaus ein Anspruch auf eine ganze Invalidenrente. In-

sofern kann offengelassen werden, ob die Einschätzung von Dr. med. 

R._____ nicht gar im Sinne einer Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit 

in einer adaptierten Tätigkeit im ersten Arbeitsmarkt zu verstehen ist, womit 

von einer entsprechenden Arbeitsunfähigkeit von 100 % für solche Tätig-

keiten hätte ausgegangen werden müssen.

4. Bei diesem Ergebnis ist die Beschwerde gutzuheissen und die angefoch-

tene Verfügung vom 15. April 2019 insoweit aufzuheben, als dass der An-

spruch des Beschwerdeführers auf eine ganze Invalidenrente per 30. Juni 

2018 befristet wurde. Der Beschwerdeführer hat auch für den Zeitraum ab 

dem 1. Juli 2018 Anspruch auf eine ganze Invalidenrente.

5. Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren – in Abwei-

chung von Art. 61 lit. a ATSG – bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder 

Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung vor dem kantona-

len Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 

Fr. 200.-- bis Fr. 1ꞌ000.-- festgelegt. Infolge des Ausgangs des Beschwer-

deverfahrens, sind die Gerichtskosten von Fr. 700.-- demnach der Be-

schwerdegegnerin zu überbinden (vgl. Art. 73 Abs. 1 VRG).

6. Der Beschwerdeführer hat gestützt auf Art. 61 lit. g ATSG Anspruch auf 

Ersatz der Parteikosten zu Lasten der unterliegenden Beschwerdegegne-

rin. Die Bemessung der Entschädigung erfolgt ohne Rücksicht auf den 

Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit 

des Prozesses, wobei der zeitliche Aufwand der Rechtsvertretung regel-

mässig durch die Schwierigkeit des Prozesses mitbestimmt wird. Im Übri-

gen wird die Bemessung der Parteientschädigung gemäss Art. 61 Satz 1 

ATSG nach dem kantonalen Recht bestimmt (siehe Urteile des Bundesge-

richts 9C_321/2018 vom 16. Oktober 2018 E.6.1 und 9C_688/2009 vom 

- 31 -

19. November 2009 E.3.1.1 f.). Gemäss Art. 78 VRG i.V.m. Art. 2 der Ver-

ordnung über die Bemessung des Honorars der Rechtsanwältinnen und 

Rechtsanwälte (Honorarverordnung, HV; BR 310.250) wird die Parteien-

tschädigung nach Ermessen des Gerichts festgesetzt, wobei es grundsätz-

lich von dem in der Honorarnote geltend gemachten (und als angemessen 

zu betrachtenden) Aufwand sowie dem (üblichen) Stundenansatz ausgeht. 

Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers reichte am 5. Juli 2019 eine 

Honorarnote im Betrag von Fr. 11'310.45 (35.25 Stunden à Fr. 280.--, 

Fr. 631.80 Spesen und Barauslagen sowie 7.7 % MWST) ein. Die Be-

schwerdegegnerin kritisiert diese Honorarnote als erheblich zu hoch, zumal 

die einzelnen Aufwandspositionen für das Honorar sowie die Spesen und 

Barauslagen in der Honorarnote überhaupt nicht spezifiziert würden und 

der Beschwerdeführer bereits im vorinstanzlichen Verfahren durch densel-

ben Rechtsvertreter vertreten worden sei (siehe IV-act. 38). Der Beschwer-

deführer bzw. sein Rechtsvertreter reichte keine Honorarvereinbarung über 

den geltend gemachten Stundenansatz von Fr. 280.-- ein, womit praxis-

gemäss ohnehin nur ein Stundenansatz von Fr. 240.-- zu vergüten wäre 

(siehe VGU S 19 43 vom 28. Mai 2020 E.7.2 m.H.). Der für das vorliegende 

Verfahren geltend gemachte Vertretungsaufwand von 35.25 Stunden so-

wie der Betrag von Fr. 631.80 für Spesen und Barauslagen erweisen sich 

für eine Beschwerde im Umfang von sechs Seiten und eine Replik von fünf 

Seiten als ausserordentlich hoch. Zudem wurden weder der zeitliche Auf-

wand noch die Spesen und Barauslagen näher aufgeschlüsselt. Damit 

kann die gemäss Art. 2 Abs. 2 Ziffer 2 HV erforderliche Prüfung der Hono-

rarnote auf deren Angemessenheit und Erforderlichkeit für die Prozess-

führung nicht vorgenommen werden, womit die Parteientschädigung er-

messenweise und pauschal auf Fr. 3'500.-- (Spesen/Barauslagen und 

7.7 % MWST enthalten) festzulegen ist.

Demnach erkennt das Gericht:

- 32 -

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen und die angefochtene Verfügung vom 

15. April 2019 insofern aufgehoben, als dass sie einen Anspruch auf eine 

Invalidenrente ab dem 1. Juli 2018 verneint. A._____ steht über den 

30. Juni 2018 hinaus eine ganze Invalidenrente zu.

2. Die Kosten von Fr. 700.-- gehen zulasten der IV-Stelle des Kantons 

Graubünden und sind innert 30 Tagen seit Zustellung dieses Entscheides 

an die Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, Chur, zu bezahlen.

3. Die IV-Stelle des Kantons Graubünden entschädigt A._____ aussergericht-

lich mit insgesamt Fr. 3'500.-- (inkl. Spesen und MWST).

4. [Rechtsmittelbelehrung]

 

5. [Mitteilungen]