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**Case Identifier:** 326a49c5-3ea7-5a11-bbf3-18de55a679a6
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-08-19
**Language:** de
**Title:** Staats- und Gemeindesteuern 1.1. - 31.12.2009
**Docket/Reference:** ST.2013.151
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/StRG_ST_2013_151_uu.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

1. Abteilung 

1 ST.2013.151 

Entscheid 

19. August 2013 

Mitwirkend: 
Einzelrichter Anton Tobler und Gerichtsschreiberin Christina Hefti 

A   A G ,    

In Sachen 

gegen 

S t a a t   Z ü r i c h ,    

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Bau,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Rekurrentin,  

Rekursgegner,  

betreffend 
Staats- und Gemeindesteuern 1.1. - 31.12.2009 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A. Die A AG (nachfolgend die Pflichtige) ist Eigentümerin verschiedener Miet-

liegenschaften im Kanton Zürich und hat ihren Sitz in B. Der Steuerkommissär schätzte 

sie am 25. September 2012 für die Steuerperiode 1.1. - 31.12.2009 mit einem steuer-

baren  Reingewinn  von  Fr.  119'200.-  und  einem  steuerbaren  Eigenkapital  von  

Fr. 4'425'000.- ein. Dabei verlegte er die Schuldzinsen von Fr. 345'124.- nach Lage der 

Aktiven in den zwei betroffenen Kantonen B und Zürich. 

B.  Hiergegen  erhob  die  Pflichtige  am  22.  Oktober  2012  Einsprache  mit  dem 

Antrag, die Schuldzinsen objektmässig auf die Kantone zu verlegen und damit im Kan-

ton Zürich die gesamten Hypothekarzinsen von Fr. 345'124.- in Abzug zu bringen. Das 

kantonale Steueramt wies die Einsprache am 22. Mai 2013 ab. 

C.  Mit  Rekurs  vom  21./23.  Juni  2013  wiederholte  die  Pflichtige  den  Einspra-

cheantrag. Das kantonale Steueramt schloss am 5. Juli 2013 auf Abweisung des Re-

kurses. Die Pflichtige replizierte am 29. Juli 2013. 

Der Einzelrichter zieht in Erwägung: 

1. a) Juristische Personen sind gemäss § 55 des Steuergesetzes vom 8. Ju-

ni 1997  (StG)  aufgrund  persönlicher  Zugehörigkeit  steuerpflichtig,  wenn  sich  ihr  Sitz 

oder  ihre  tatsächliche  Verwaltung  im  Kanton  befindet.  Befindet  sich  ihr  Sitz  oder  ihre 

tatsächliche Verwaltung ausserhalb des Kantons, sind sie im Kanton nur bei wirtschaft-

licher Zugehörigkeit steuerpflichtig. Dies ist u.a. dann der Fall, wenn sie an Grundstü-

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cken  im  Kanton  Eigentum,  dingliche  Rechte  oder  diesen  wirtschaftlich  gleich-

kommende persönliche Nutzungsrechte haben (§ 56 Abs. 1 lit. c StG). 

Bei  persönlicher  Zugehörigkeit  ist  die  Steuerpflicht  gemäss  §  57  Abs.  1  StG 

unbeschränkt; sie erstreckt sich aber nicht auf Geschäftsbetriebe, Betriebsstätten und 

Grundstücke  ausserhalb  des  Kantons.  Bei  wirtschaftlicher  Zugehörigkeit  beschränkt 

sich die Steuerpflicht laut § 57 Abs. 2 StG auf die Teile des Gewinns und Kapitals, für 

die gemäss § 56 StG eine Steuerpflicht im Kanton besteht. Die Steuerausscheidung für 

Geschäftsbetriebe,  Betriebsstätten  und  Grundstücke  erfolgt  im  Verhältnis  zu  andern 

Kantonen und zum Ausland nach den Grundsätzen des Bundesrechts über das Verbot 

der interkantonalen Doppelbesteuerung (§ 57 Abs. 3 StG). 

b) Die Pflichtige hat ihren Sitz in B und verfügt im Kanton Zürich über mehrere 

Liegenschaften.  Sie  hat  daher  ihr  Hauptsteuerdomizil  in  B,  während  sie  hier  gemäss  

§ 56 Abs. 1 StG bloss kraft wirtschaftlicher Zugehörigkeit steuerpflichtig ist. Die hiesige 

Steuerpflicht beschränkt sich beim Reingewinn auf den Liegenschaftenertrag und beim 

Kapital auf die Liegenschaften (§ 57 Abs. 2 StG). Dies ist nicht streitig. 

Die  Meinungen  der  Parteien  gehen  jedoch  darüber  auseinander,  wie  die  er-

forderliche Steuerausscheidung hinsichtlich der von der Pflichtigen bezahlten Hypothe-

karzinsen für die im Kanton Zürich gelegenen Liegenschaften vorzunehmen ist, d.h. in 

welchem  Umfang  diese  Schuldzinsen  den  betroffenen  zwei  Kantonen  B  und  Zürich 

zuzuweisen sind. Während das kantonale Steueramt der Meinung ist, die Schuldzinsen 

seien nach Lage der Aktiven zu verlegen, verficht die Pflichtige den vollständigen Ab-

zug der Schuldzinsen im Liegenschaftenkanton Zürich. Die Schuldzinsen selber bilden 

dabei  nicht  Gegenstand  der  Differenzen  und  werden  vom  kantonalen  Steueramt,  wie 

deklariert, mit Fr. 345'124.- anerkannt. 

2. a) Das für die Steuerausscheidung gemäss § 57 Abs. 3 StG massgebende 

Bundesrecht  über  das  Verbot  der  Doppelbesteuerung  wird  in  gesetzesvertretender 

Weise durch die vom Bundesgericht aufgestellten Kollisionsregeln gebildet. Grundstü-

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cke  werden  bei  den  unbeschränkt  und  beschränkt  steuerpflichtigen  Personen  grund-

sätzlich  am  Ort  der  gelegenen  Sache  besteuert,  d.h.  es  kommt  die  objektmässige  

Ausscheidung  zur  Anwendung  (BGr,  21.  August  2007,  2A.36/2007,  www.bger.ch). 

Gewinnungskosten  wie  Verwaltungs-,  Betriebs-  Unterhaltskosten  und  Kausalabgaben 

sowie  Objektsteuern  werden  objektmässig  auf  die  zur  Besteuerung  der  entsprechen-

den Einkünfte berechtigten Kantone verlegt (Höhn/Mäusli, Interkantonales Steuerrecht, 

4. A., 1999, § 21 Ziff. 7 und 11). 

b)  Schuldzinsen  werden  gemäss  Rechtsprechung  des  Bundesgerichts  im  in-

terkantonalen  (und  internationalen)  Verhältnis grundsätzlich  proportional zur  Lage  der 

Aktiven  auf  die  Kantone  (bzw.  Staaten)  verteilt  (Urteil  2P.308/1995,  in:  StR  52/1997  

S. 515, E. 2b). Für Liegenschaftenhändler galt allerdings bisher eine Sonderregel, ge-

mäss welcher die Schuldzinsen an die Grundstücke gebunden waren und deshalb ob-

jektmässig auf die betroffenen Staaten bzw. Kantone verteilt wurden (vgl. BGE 111 Ia 

318  E.  4a).  In  seiner  neueren  Rechtsprechung  zur  interkantonalen  Steuerausschei-

dung  hat  das  Bundesgericht  diese  Sonderregelung  für  Liegenschaftenhändler  jedoch 

aufgegeben.  Das  bisherige  System  der  objektmässigen  Ausscheidung  hatte  hinsicht-

lich der Besteuerung nach der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit (vgl. Art. 127 Abs. 2 

der  Bundesverfassung  vom  18.  April  1999  [BV])  insoweit  Probleme  bereitet,  als  nur 

schwer sichergestellt werden konnte, dass der Steuerpflichtige im interkantonalen Ver-

hältnis auch tatsächlich sämtliche Schuldzinsen zum Abzug zu bringen vermochte und 

damit  ein  Ausscheidungsverlust  vermieden  wurde.  Zur  Erreichung  der  Vermeidung 

eines  Ausscheidungsverlusts  erwies  sich  letztlich  das  allgemeine  System  eines  quo-

tenmässigen Abzugs der Schuldzinsen proportional zu den Aktiven auch für das unbe-

wegliche Geschäftsvermögen der Liegenschaftenhändler als sachgerechte und prakti-

kable Lösung (BGE 133 I 19 E. 6.3).  

3. a) Dieser gemäss neuerer Rechtsprechung des Bundesgerichts nun gene-

rell  anzuwendenden  Verlegung  der  Schuldzinsen  nach  Lage  der  Aktiven  ist  auch  im 

vorliegenden Fall zum Durchbruch zu verhelfen und von der Pflichtigen hinzunehmen.  

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b)  Die  Pflichtige  ist  sich  dieser  Rechtsprechung  bewusst,  reklamiert  mit  dem 

Rekurs aber das Vorliegen eines Sonderfalls. Den Sonderfall sieht sie darin, dass von 

der Steuerausscheidung nur zwei Kantone betroffen seien und sich die Liegenschaften 

nur  in  einem  Kanton  befänden.  Indessen  liegt  damit  keineswegs  ein  Sonderfall,  son-

dern im Gegenteil ein Sachverhalt vor, der sowohl im geschäftlichen wie auch privaten 

Bereich oft vorkommt und sehr geläufig ist. Zudem schränkt das Bundesgericht seine 

Rechtsprechung der Schuldzinsenverlegung nicht auf bestimmte Fälle ein, sondern will 

sie mit dem Entscheid in BGE 133 I 19 – von der Ausnahme der Kollektiv- und Kom-

manditgesellschaft  abgesehen  –  eben  gerade  neu  auf  alle  Fälle  der  Schuldzinsverle-

gung angewendet wissen (vgl. E. 6.). Von einer Rechtsprechung des Bundesgerichts, 

die sich "noch in den Kinderschuhen befindet" (vgl. die diesbezüglichen Ausführungen 

der Pflichtigen im Rekurs S. 1), kann dabei keine Rede sein, hat das oberste Gericht 

die Änderung der Rechtsprechung in BGE 133 I 19 doch allgemein und für alle Steuer-

pflichtigen  (Unternehmungen  wie  Privatpersonen)  gültig  begründet.  Leitgedanken  bil-

dete  dabei  das  Gebot  der  Besteuerung  nach  der  wirtschaftlichen  Leistungsfähigkeit 

gemäss Art.  127  Abs.  2  BV,  wonach  sicherzustellen  ist,  dass  im  interkantonalen  Ver-

hältnis insgesamt sämtliche Schuldzinsen abgezogen werden und Ausscheidungsver-

luste damit künftig vermieden werden können. 

Die  Pflichtige  verficht  sodann  weiter  die  Behandlung  der  Schuldzinsen  wie 

andere  Gewinnungskosten,  d.h.  deren  objektmässige  Verlegung,  weil  sie  die  Liegen-

schaften  als  Produktionsbetrieb  einsetze.  Es  gelte  damit  das  Betriebsstättenprinzip, 

welches gebiete, dass alle Einnahmen und Ausgaben (inkl. Hypothekarzinsen) am Ort 

der  gelegenen  Sache  zur  Verrechnung  kämen.  Sie  übersieht  dabei  jedoch,  dass  sie 

sich  als  Immobiliengesellschaft  in  engerem  Sinn  zur  Hauptsache  mit  dem  Vermieten 

von  in ihrem Eigentum stehenden Liegenschaften befasst und zu Recht  nicht geltend 

macht, die diesbezügliche Verwaltungs- und Administrativtätigkeit verfolge sie in einer 

im Kanton Zürich gelegenen Betriebsstätte oder Vertretung. (Miet-)Liegenschaften stel-

len  für  sich  allein  entgegen  der  Behauptung  der  Pflichtigen  in  der  Replik  keine  

Betriebsstätte  dar,  wenn  diese  –  wie  bei  der  Pflichtigen  –  nicht  zur  Abwicklung  der 

Verwaltungs-  und  Administrativtätigkeit  der  Immobiliengesellschaft,  sondern  aus-

schliesslich zur Erzielung des Umsatzes verwendet werden. Ihre Geschäftstätigkeit übt 

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die  Pflichtige  vielmehr  an  ihrem  Sitz  in  B,  nicht  aber  in  ihren  Zürcherischen  Liegen-

schaften  aus.  Verfügt  sie  hier  aber  nicht  über  eine  Betriebsstätte,  kommen  auch  die 

entsprechenden Ausscheidungsregeln (vgl. nachfolgende E.) nicht zur Anwendung.  

Im  Übrigen  betrifft  die  geänderte  Rechtsprechung  des  Bundesgerichts  –  an-

ders als die Pflichtige in der Replik dafür hält – ausdrücklich auch die Liegenschaften-

händler,  bei  denen  die  Liegenschaften  als  Handelsware  Umlaufvermögen  darstellen, 

und nicht nur Personen, welche die Liegenschaften im Privatvermögen oder als Kapi-

talanlageliegenschafen halten. Mithin sind die Schuldzinsen nun auch bei den Liegen-

schaftenhändlern nach Lage der Aktiven zu verlegen (BGE 133 I 19 E. 6.). 

Schliesslich  wendet  die  Pflichtige  wiederholt  noch  ein,  die  Verteilung  der 

Schuldzinsen nach Lage der Aktiven führe zu einer Verzerrung der korrekten Kosten-

kalkulation  gemäss  Buchhaltung.  Dieser  Einwand  verfängt  nicht,  da  die  Buchhaltung 

zwar  Grundlage  für  die  Einschätzung,  nicht  aber  für  die  Steuerausscheidung  bildet 

bzw.  für  Letztere  allein  die  vom  Bundesgericht  entwickelten  Regeln  zur  Vermeidung 

einer  Doppelbesteuerung  massgebend  sind.  In  diesem  Rahmen  ist  die  Buchhaltung 

einer  interkantonalen  Unternehmung  nur  dann  beachtlich,  wenn  die  Unternehmung  in 

einem andern Kanton eine Betriebsstätte unterhält und für  diese eine separate Buch-

haltung führt. Diesfalls ist die Ausscheidung von Gewinn und Kapital  für die Betriebs-

stätte  anhand  der  separaten  Buchhaltung  vorzunehmen (Teuscher/Lobsiger,  in:  Kom-

mentar  zum  Interkantonalen  Steuerrecht,  2011,  §  31  N  9).  Die  Pflichtige  verfügt  im 

Kanton  Zürich  nach  dem  Gesagten  nicht  über  eine  Betriebsstätte  und  weist  für  eine 

solche auch keine separate Buchhaltung vor, sodass von einer Verzerrung der Kosten-

kalkulation  sowohl  buchhalterisch  als  auch  ausscheidungsmässig  keine  Rede  sein 

kann. 

c) Die Verlegung der Schuldzinsen von Fr. 345'124.- gemäss Lage der Aktiven 

(35,81%  Kt.  B  und  64,19%  Kt.  ZH),  wie  sie  vom  kantonalen  Steueramt  im  Einschät-

zungsentscheid  vom  25.  September  2012  vorgenommen  worden  ist,  ist  nicht  streitig 

und erweist sich als korrekt. 

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4. Diese Erwägungen führen zur Abweisung des Rekurses. Ausgangsgemäss 

sind die Kosten des Verfahrens der Pflichtigen aufzuerlegen (§ 151 Abs. 1 StG). 

Demgemäss erkennt der Einzelrichter: 

1.  Der Rekurs wird abgewiesen. 

[…] 

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