# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f99fa663-b9ac-5377-856d-04851c984b51
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2016-11-16
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 16.11.2016 D-5000/2013
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-5000-2013_2016-11-16.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
 
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-5000/2013 

law/auj 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 6 .  N o v e m b e r  2 0 1 6  

Besetzung 
 Richter Walter Lang (Vorsitz), 

Richter Thomas Wespi, Richter Gérald Bovier,  

Gerichtsschreiberin Jacqueline Augsburger. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

dessen Ehefrau B._______, geboren am (…), 

und die gemeinsamen Kinder  

C._______, geboren am (…), 

D._______, geboren am (…), 

E._______, geboren am (…), 

Kosovo,  

alle vertreten durch lic. iur. Luca Barmettler, Rechtsanwalt, 

Beschwerdeführende,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM),  

zuvor Bundesamt für Migration (BFM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Vollzug der Wegweisung;  

Verfügung des BFM vom 16. August 2013 / N (…). 

D-5000/2013 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Die aus dem Dorf F._______ (Gemeinde G._______, Kosovo) stam-

menden Beschwerdeführenden, Angehörige der Minderheit der Ashkali, 

suchten am 11. Juni 1999 zusammen mit ihren Söhnen beziehungsweise 

Brüdern H._______, I._______ und J._______, der Tochter respektive 

Schwester K._______ sowie mit L._______, einem Sohn aus einer frühe-

ren Ehe von A._______ (nachfolgend: Beschwerdeführer), in der Schweiz 

um Asyl nach. Mit Verfügung vom 22. Juli 1999 lehnte das damalige Bun-

desamt für Flüchtlinge (BFF) die Asylgesuche ab und ordnete gleichzeitig 

die Wegweisung aus der Schweiz an. Gestützt auf den Bundesratsbe-

schluss (BRB) vom 7. April 1999 über die gruppenweise vorläufige Auf-

nahme von Personen aus der Bundesrepublik Jugoslawien mit letztem 

Wohnsitz in Kosovo wurde die Familie in der Schweiz vorläufig aufgenom-

men. Nach der Aufhebung des Bundesratsbeschlusses am 16. August 

1999 wurde ihr eine Ausreisefrist auf den 31. Mai 2000 angesetzt.  

A.b Mit Urteil vom 19. Januar 2000 wies die Schweizerische Asylrekurs-

kommission (ARK) die gegen die Verfügung des BFF vom 22. Juli 1999 

erhobene Beschwerde ab, soweit sie auf diese eintrat, und überwies die 

Akten dem Bundesamt zur Prüfung allfälliger individueller Vollzugshinder-

nisse.  

B.  

B.a Mit Eingabe vom 8. Februar 2000 an das BFF suchte die Familie er-

neut um Asyl nach. Das BFF lehnte mit Verfügung vom 30. Oktober 2001 

die Asylgesuche ab und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz an. 

Gleichzeitig verfügte es die vorläufige Aufnahme der Familie wegen Unzu-

mutbarkeit des Wegweisungsvollzugs, weil die Wahrscheinlichkeit einer 

konkreten Gefährdung für Angehörige der Minderheit der Ashkali in Kosovo 

nicht ausgeschlossen werden konnte.  

B.b Die ARK wies die gegen diese Verfügung gerichtete Beschwerde mit 

Urteil vom 17. September 2002 ab.  

C.  

Im Rahmen der Überprüfung der vorläufigen Aufnahme ersuchte das BFM 

mit Schreiben vom 28. März 2006 das schweizerische Verbindungsbüro in 

Pristina um Abklärungen. Dieses übermittelte am 28. April 2006 die Abklä-

rungsergebnisse an die Vorinstanz.  

D-5000/2013 

Seite 3 

D.  

Mit Schreiben vom 10. August 2006 teilte das BFM der Familie mit, dass 

der Beschwerdeführer sowie mehrere Söhne (L._______, H._______ und 

J._______) in den letzten Jahren wiederholt gegen das Gesetz verstossen 

hätten, und sie offenbar Mühe bekundeten, sich an die hiesige Rechtsord-

nung zu halten. Ferner wies das Bundesamt die Beschwerdeführenden auf 

die fehlende berufliche Integration hin und brachte ihnen zur Kenntnis, 

dass die vorläufige Aufnahme aufgehoben werden würde, sollten sie res-

pektive ihre Söhne beziehungsweise Brüder erneut zu Klagen Anlass ge-

ben. Mit Schreiben vom 14. September 2006 nahm die Familie zu diesen 

Vorhalten Stellung.  

E.  

In der Folge beantragte das Amt für Migration des Kantons M._______ in 

einem an das BFM gerichteten Schreiben vom 14. März 2007 die Aufhe-

bung der vorläufigen Aufnahme der Familie, da diese erneut zu Klagen An-

lass gegeben habe.  

F.  

F.a Mit Verfügung vom 23. August 2007 hob das BFM die am 30. Oktober 

2001 angeordnete vorläufige Aufnahme auf und forderte die Eltern sowie 

die Kinder J._______, I._______, K._______, C._______, D._______ und 

E._______ auf, die Schweiz bis 12. Oktober 2007 zu verlassen.  

F.b Mit separaten Verfügungen vom 23. August 2007 hob das BFM die vor-

läufige Aufnahme der volljährigen Söhne L._______ und H._______ auf 

und forderte sie auf, die Schweiz bis 12. Oktober 2007 ebenfalls zu verlas-

sen.  

F.c Das Bundesverwaltungsgericht wies die gegen diese Entscheide erho-

benen Beschwerden mit den Urteilen D-6355/2007, D-6276/2007 und  

D-6356/2007 vom 20. Oktober 2008 vollumfänglich ab.  

G.   

G.a Mit Eingabe vom 5. November 2008 reichten die Eltern für sich und 

ihre fünf minderjährigen und drei volljährigen Kinder ein Wiedererwägungs-

gesuch beim BFM ein. Zur Begründung führten sie an, der Vater und die 

beiden Söhne L._______ und H._______ seien erwerbstätig, und 

I._______ sei am (…) Vater geworden und werde im kommenden Jahr die 

Schweizer Mutter des Kindes heiraten; ferner sei die Wohnsituation der 

Familie in Kosovo menschenunwürdig.  

D-5000/2013 

Seite 4 

G.b Das BFM erachtete die Eingabe als Rechtsbehelf ohne Behandlungs-

anspruch und beantwortete sie mit formlosem Schreiben vom 21. Novem-

ber 2008.  

H.   

H.a Am 1. Dezember 2008 stellte die Familie ein Gesuch um Verlängerung 

der auf den 10. Dezember 2008 angesetzten Ausreisefrist bis im kommen-

den Frühjahr.  

H.b Das BFM wies das Gesuch am 10. Dezember 2008 ab.  

H.c Gegen diesen Entscheid erhob der mittlerweile volljährige I._______ 

mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 22. Dezember 2008 Beschwerde 

beim Bundesverwaltungsgericht mit der Begründung, er habe am 4. De-

zember 2008 das am (…) geborene Kind N._______ anerkannt und werde 

dessen Schweizer Mutter heiraten, so dass er gestützt auf Art. 8 EMRK ein 

Anwesenheitsrecht in der Schweiz habe.  

H.d Mit Urteil D-8242/2008 vom 26. Februar 2009 stellte das Bundesver-

waltungsgericht die Nichtigkeit des Schreibens des BFM vom 10. Dezem-

ber 2008 (infolge sachlicher Unzuständigkeit des Bundesamtes) fest und 

trat demzufolge mangels eines Anfechtungsobjektes auf die Beschwerde 

nicht ein.  

I.  

Die Beschwerdeführenden sowie H._______, I._______, J._______ und 

K._______ verliessen in der Zwischenzeit die Schweiz und reichten am 

14. Januar 2009 in O._______ Asylgesuche ein.  

J.  

J.a Am 26. September 2012 suchte B._______ (nachfolgend: Beschwer-

deführerin) mit der mittlerweile volljährigen Tochter K._______ und den 

minderjährigen Kindern C._______, D._______ und E._______ zum drit-

ten Mal in der Schweiz um Asyl nach. Am 7. November 2012 stellte der 

Beschwerdeführer sein drittes Asylgesuch in der Schweiz.  

J.b Anlässlich der Befragung zur Person (BzP) vom 8. Oktober 2012 (Be-

schwerdeführerin, C._______ und D._______) beziehungsweise vom 

21. November 2012 (Beschwerdeführer) erhob das BFM im Empfangs- 

und Verfahrenszentrum (EVZ) P._______ die Personalien der Beschwer-

deführenden und befragte sie summarisch zum Reiseweg und zu den 

Gründen für das Verlassen des Heimatlandes.  

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Seite 5 

J.c Die Beschwerdeführenden wurden für die Dauer des Asylverfahrens 

dem Kanton M._______ zugewiesen.  

K.   

Am 5. November 2012 beendete das BFM das mit O._______ eingeleitete 

Dublin-Verfahren und führte ein nationales Asylverfahren durch.  

L.  

Am 17. Dezember 2012 stellte die zuständige Behörde I._______ infolge 

Eheschliessung mit einer EU-Bürgerin eine Aufenthaltsbewilligung B aus.  

M.   

M.a Das BFM hörte am 25. Januar 2013 die Eltern sowie die Kinder 

C._______ und D._______ in Anwesenheit des neu mandatierten Rechts-

vertreters getrennt zu ihren Asylgründen an.  

M.b Der Beschwerdeführer brachte zur Begründung des dritten Asylge-

suchs zunächst vor, er und seine Familie (einschliesslich I._______, 

H._______ und J._______) seien nach der Abweisung ihrer Beschwerden 

durch das Bundesverwaltungsgericht im Oktober 2008 aus der Schweiz 

ausgereist und hätten in O._______ um Asyl nachgesucht. Nach negati-

vem Ausgang der dortigen Asylverfahren hätten sie im Herbst 2012 

O._______ verlassen und seien mit einem Kollegen von A._______ in ei-

nem Kleinbus in Richtung Kosovo aufgebrochen. An der montenegrinisch-

kosovarischen Grenze seien die Mutter und die Kinder zurückgewiesen 

und der Vater während 24 Stunden festgehalten worden. Der Kollege des 

Vaters habe die Mutter und die Kinder in die Schweiz gefahren. Die Zollbe-

amten hätten den Vater als „Majup“ beschimpft und die Polizei habe ihn 

befragt, wo er sich in den letzten Jahren aufgehalten habe. Daraufhin habe 

man ihm vorgeworfen, „die Zigeuner“ hätten mit den Serben kollaboriert, 

ihn als Verräter und Deserteur abgestempelt und ihm gedroht, ihn vor ein 

Militärgericht zu stellen, weil er im Mai 1999 nach einem zweiwöchigen Ein-

satz für die Ushtria Çlirimtare e Kosovës (UCK; Befreiungsarmee des Ko-

sovo) desertiert sei. Man habe seinen alten jugoslawischen Reisepass 

nicht mehr akzeptiert und ihm gesagt, er hätte sich im Jahr 2000 registrie-

ren lassen sollen. Nach der Freilassung sei er illegal in Kosovo eingereist 

und habe sich während zweier Wochen beim Fahrer des Kleinbusses auf-

gehalten. Der Bruder des Gastgebers sei am 10. Oktober 2012 wahr-

scheinlich wegen ihm (dem Beschwerdeführer) erschossen worden. Sei-

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Seite 6 

nen Herkunftsort F._______ habe er nicht besuchen können, weil er wäh-

rend des Krieges aus der UCK desertiert sei. Schliesslich sei er illegal aus 

Kosovo ausgereist und über Ungarn in die Schweiz gelangt.  

Als hauptsächlichen Asylgrund machte der Beschwerdeführer geltend, er 

und seine Familie seien seit Ende des Jahres 2009 mit der Familie 

Q._______ aus dem sieben bis zehn Kilometer von seinem Heimatdorf ent-

fernt gelegenen Dorf R._______ in einen Fall von Blutrache verwickelt. 

Während des Aufenthalts der Familie S._______ in O._______ habe sein 

Sohn I._______ übers Internet eine in der Schweiz wohnhafte Kosovo-Al-

banerin namens T._______ (geborene Q._______) kennengelernt. Diese 

sei zu ihnen nach O._______ gereist, und die beiden seien ein Paar ge-

worden. Der Vater von T._______, U._______, habe der Familie 

S._______ mit dem Tod gedroht und verlangt, dass seine Tochter in die 

Schweiz zurückkehre. Nach ihrer Rückkehr sei sie von ihrem Vater und drei 

Brüdern verprügelt worden und habe Anfang 2010 einen Suizidversuch un-

ternommen. Im Februar 2010 sei sie nach O._______ zu I._______ gezo-

gen und im (…) sei das gemeinsame Kind V._______ geboren. Die Eltern 

von T._______ seien mit der Beziehung ihrer Tochter zu einem Ashkali 

nicht einverstanden gewesen. Die Familie Q._______, ethnische Albaner, 

sei in ihrem Heimatdorf ins Gerede gekommen, weil ihre Tochter ihr Blut 

mit einem „Majup“ vermischt habe. Der Dorfvorsteher von R._______ habe 

U._______ aufgefordert, ihn (den Beschwerdeführer) zu töten; falls erste-

rer sich weigern sollte, würde man ihn aus dem Dorf vertreiben. Das Prob-

lem bestehe auch nach der Heirat von I._______ mit einer in der Schweiz 

wohnhaften (…) Staatsangehörigen weiter, und insbesondere Männer aus 

der Familie S._______ seien gefährdet, erschossen zu werden. I._______, 

der in der Schweiz über eine Aufenthaltsbewilligung verfüge, habe Angst 

und wolle den Kanton wechseln. Während ihres Aufenthaltes in O._______ 

seien die Beschwerdeführenden vom Vater und den Geschwistern von 

T._______ bedroht worden und hätten drei Mal die Polizei einschalten müs-

sen. T._______ sei von ihrer Familie verstossen worden und nach einem 

längeren Aufenthalt in O._______ im Jahr 2011 in die Schweiz zurückge-

kehrt.  

Die Beschwerdeführenden fühlten sich nun auch in der Schweiz bedroht, 

obwohl die Familie Q._______ (mit Ausnahme von T._______) nicht wisse, 

dass sie wieder in der Schweiz lebten. Sie hätten aber Anrufe auf ihr Mo-

biltelefon erhalten. Obwohl ein Grossteil der Familie Q._______ in der 

Schweiz wohne, fühlten sich die Beschwerdeführenden hier sicherer als in 

Kosovo. Die Familie Q._______ habe in Kosovo grossen Einfluss und gute 

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Beziehungen; der Bruder des Vaters von T._______ sei Polizeikomman-

dant in G._______, der Heimatgemeinde der Familie der Beschwerdefüh-

renden. Deshalb könnten die Q._______ in Kosovo – nicht aber in der 

Schweiz – ungestraft ein Mitglied der Familie der Beschwerdeführenden 

umbringen. Die Eltern von T._______ seien pensioniert und lebten mehr-

heitlich in Kosovo, drei der sieben Brüder und mehrere Schwestern wohn-

ten in der Schweiz.  

Des Weiteren machte der Beschwerdeführer geltend, Ashkali und Roma 

würden in Kosovo immer noch diskriminiert. Überdies habe es für Leute 

wie ihn, der in einer früheren Ehe mit einer Serbin verheiratet gewesen sei, 

im heutigen Kosovo keinen Platz mehr. Sein Sohn L._______, der aus die-

ser Ehe stamme, sei nach Rückschaffungen aus W._______ und 

X._______ in Kosovo von Albanern verprügelt worden und habe sich dabei 

beide Arme gebrochen.  

M.c Die Beschwerdeführerin brachte vor, ihre Kinder seien in der Schweiz 

aufgewachsen und ihre jüngste Tochter sei hier geboren, so dass Kosovo 

ihnen fremd sei. Sie selbst sei gesundheitlich angeschlagen; sie leide an 

einer Lungenkrankheit. Hinsichtlich der Vorbringen ihres Ehemannes gab 

sie an der BzP zu Protokoll, dieser sei von Behörden Montenegros an der 

Grenze zu Kosovo festgenommen worden, weil sein Name auf einer Fahn-

dungsliste gestanden habe, wahrscheinlich weil er früher bei der UCK ge-

wesen sei. Später sagte sie, die Festnahme sei durch die kosovarischen 

Behörden erfolgt, weil ihr Ehemann keine gültigen Papiere gehabt habe. 

Überdies sei ihre Familie in eine "Blutfehde" mit der Familie Q._______ 

verwickelt. U._______ habe Mittelsmänner nach O._______ geschickt und 

ihre Familie davor gewarnt, nach Kosovo zurückzukehren. Ihr Ehemann 

habe telefonisch mit U._______ Kontakt aufgenommen und ihn um ein Ge-

spräch und um Versöhnung gebeten. Dieser habe abgelehnt und geant-

wortet, diese Schande könne man nur mit Waffen wiedergutmachen. In 

O._______ hätten sie mehrmals die Polizei rufen müssen, weil man sie 

bedroht habe. In der Schweiz hätten zwei Schwestern von T._______ ihren 

Ehemann telefonisch bedroht. Sie hätten es insbesondere auf I._______ 

abgesehen. T._______ stehe in Kontakt zu der Familie von I._______ und 

bringe manchmal ihre Tochter zu ihnen. T._______ sage ihnen immer wie-

der, dass sie in Gefahr seien. Ihre Familie habe T._______ verstossen; die 

Brüder hätten ihr gesagt, eine Wiedergutmachung zwischen ihr und ihrer 

Familie sei erst möglich, wenn sie ihre Tochter an den Vater I._______ ab-

geben würde. T._______ wolle ihr Kind jedoch selber grossziehen. Die Be-

schwerdeführerin gab ferner zu Protokoll, sie persönlich sei nie bedroht 

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Seite 8 

beziehungsweise nur einmal von der Ehefrau von U._______ telefonisch 

bedroht und beschimpft worden. Sie dürften auf keinen Fall nach Kosovo 

zurückkehren. Jemand in einem Jeep mit (…) Kennzeichen habe in Kosovo 

um drei Uhr nachts nach ihnen gefragt und mit ihrem Nachbarn Y._______ 

gesprochen. Ihr Stiefsohn L._______ sei nach seiner Rückkehr aus 

W._______ und X._______ in Kosovo verprügelt worden, weil seine Mutter 

Serbin sei. Als diese davon erfahren habe, habe sie sich das Leben ge-

nommen.  

M.d Im Laufe des erstinstanzlichen Verfahrens reichten die Beschwerde-

führenden diverse Beweismittel zu den Akten (unter anderem fremdspra-

chige medizinische Unterlagen aus O._______ aus den Jahren 2009 und 

2010 die Beschwerdeführerin betreffend, zwei belgische Polizeirapporte 

aus den Jahren 2009 und 2012, einen Zeitungsartikel zur Diskriminierung 

von Kindern ethnischer Minderheiten im Schulbereich in Z._______ sowie 

Fotos (vgl. BFM-act. C8 und C17).  

N.  

N.a Am 19. April 2013 ersuchte das BFM die schweizerische Botschaft in 

Pristina um Abklärungen. Diese übermittelte dem BFM in der Folge einen 

vom 1. Mai 2013 datierenden Bericht.  

N.b Das BFM gewährte den Beschwerdeführenden am 24. Mai 2013 das 

rechtliche Gehör zu den Abklärungsergebnissen der Botschaft in Pristina.  

N.c Mit Eingabe vom 13. Juni 2013 nahmen diese zu den Abklärungser-

gebnissen Stellung.  

O.  

Mit Begleitscheiben vom 27. Juni 2013 reichten die Beschwerdeführenden 

ein Meldeformular der Opferhilfe des Kantons M._______ ein und teilten 

mit, der Beschwerdeführer habe Strafanzeige gegen U._______ einge-

reicht.  

P.  

Am 10. Juli 2013 reichten die Beschwerdeführenden eine Kopie eines Ar-

beitsvertrages zwischen dem Beschwerdeführer und der (…) GmbH zu den 

Akten.  

Q.   

Q.a Mit Verfügung vom 16. August 2013 stellte das BFM fest, die Be-

schwerdeführenden erfüllten die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte die 

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Seite 9 

dritten Asylgesuche vom 26. September 2012 beziehungsweise vom 

7. November 2012 gestützt auf Art. 3 und 7 des Asylgesetzes (AsylG, SR 

142.31) ab. Gleichzeitig verfügte es die Wegweisung aus der Schweiz, for-

derte die Beschwerdeführenden auf, die Schweiz bis 11. Oktober 2013 zu 

verlassen, und beauftragte die zuständige kantonale Behörde mit dem Voll-

zug der Wegweisung. Das Asylgesuch der volljährigen Tochter K._______ 

wies das BFM mit Verfügung vom 16. August 2013 ebenfalls ab.  

Q.b Zur Begründung seines ablehnenden Entscheides führte das BFM ge-

stützt auf die Abklärungen der Schweizer Botschaft in Pristina aus, das 

Vorbringen einer drohenden Blutrache als Ergebnis einer Fehde mit der 

Familie Q._______ sei unglaubhaft. Die Botschaftsabklärung habe erge-

ben, dass die Eltern von T._______ mit der Beziehung ihrer Tochter zu 

I._______ zwar nicht einverstanden gewesen seien; Probleme zwischen 

den Beschwerdeführenden und dem Vater von T._______ seien jedoch 

nicht bekannt. Entgegen der Behauptungen des Beschwerdeführers an 

seiner Anhörung sei die Auskunftsperson der Schweizer Botschaft nie nach 

ihm gefragt worden. Dem diesbezüglichen Vorbringen werde folglich jegli-

che Grundlage entzogen. Auch wenn möglichweise gewisse Probleme zwi-

schen den beiden Familien bestünden oder bestanden hätten, könne nicht 

geglaubt werden, dass die Fehde das behauptete Ausmass angenommen 

habe; konkrete Indizien und Anhaltspunkte, welche die Furcht vor einer real 

drohenden Verfolgung nachvollziehbar erscheinen lassen würden, fehlten. 

Überdies bestehe die Liebesbeziehung zwischen I._______ und 

T._______, welche die Probleme zwischen den beiden Familien ausgelöst 

haben solle, nicht mehr, da I._______ seit Dezember 2012 mit einer in der 

Schweiz wohnhaften (…)-Bürgerin verheiratet sei und eine Aufenthaltsbe-

willigung besitze. Aus den Akten gehe zudem nicht hervor, dass I._______ 

von der angeblichen Fehde in besonderen Masse betroffen gewesen sei, 

was erstaune, zumal er die Probleme verursacht haben solle. Würde die 

Familie Q._______, so das BFM weiter, den Beschwerdeführenden und 

ihren Angehörigen nach dem Leben trachten, würde I._______ mit seiner 

neuen Frau kaum in derselben Gemeinde wohnen wie T._______. Hätten 

Angehörige der Familie Q._______ in der Tat ein Interesse daran gehabt, 

die Beschwerdeführenden wegen der Beziehung von I._______ mit 

T._______ zu belangen, sei davon auszugehen, dass es ihnen gelungen 

wäre, die Familie ausfindig zu machen. Dass die Beschwerdeführenden 

seit 2009 mit dem Tod bedroht worden seien, ohne dass konkrete Verfol-

gungshandlungen zu erkennen seien, sei nicht nachvollziehbar. Bezeich-

nenderweise seien ihre Aussagen zu den angeblichen Problemen in 

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Seite 10 

O._______ vage und widersprüchlich ausgefallen. So habe der Beschwer-

deführer an der Anhörung zunächst gesagt, Angehörige der gegnerischen 

Familie hätten sein Haus umzingelt und eine Gelegenheit gesucht, ihn und 

seine Familie umzubringen. Kurze Zeit später habe er angegeben, „je-

mand“ habe ums Haus gelauert; die Familie Q._______ habe nicht ge-

wusst, wo genau in O._______ er gewohnt habe. Die Aussage der Be-

schwerdeführerin, ihre Verwandten könnten aus Angst nicht nach Kosovo 

zurückkehren, stehe in Widerspruch zu den Abklärungen des BFM, wo-

nach sich verschiedene Brüder ihres Ehemannes kürzlich in Kosovo auf-

gehalten hätten. Die Furcht der Beschwerdeführenden vor künftig drohen-

den ernsthaften Nachteilen sei weder glaubhaft noch objektiv begründet, 

weshalb die Schutzwilligkeit und -fähigkeit der kosovarischen Behörden of-

fenbleiben könne. Kosovo gelte als verfolgungssicher im Sinne von Art. 6a 

Abs. 2 Bst. a AsylG. Die Unbegründetheit der Furcht zeige sich letztlich 

auch darin, dass sich die Beschwerdeführenden ausgerechnet in der 

Schweiz niederlassen wollten, wo sich ein Grossteil der gegnerischen Fa-

milie aufhalte. Schliesslich hätten auch die Behörden in O._______ die 

Asylgesuche abgelehnt und Wegweisungsvollzughindernisse verneint. Vor 

diesem Hintergrund sei auch aus den eingereichten belgischen Polizei-

rapporten und dem Meldeformular der Opferhilfe keine asylrelevante Ge-

fährdungssituation abzuleiten. Sodann hielt das BFM fest, die in der Stel-

lungnahme vom 13. Juni 2013 vorgebrachte Bedrohung der Schwester der 

Beschwerdeführerin in Aa._______ in Kosovo durch den Vater von 

T._______ und der angebliche Angriff auf den Bruder des Beschwerdefüh-

rers in der Schweiz (Bb._______) seien in keiner Weise belegt.  

Q.c Die vorübergehende Inhaftierung des Beschwerdeführers und die Zu-

rückweisung der Beschwerdeführerin und der Kinder an der Grenze zwi-

schen Montenegro und Kosovo im Herbst 2012 bezeichnete die Vorinstanz 

ebenfalls als unglaubhaft. Aufgrund von diversen Widersprüchen und Un-

gereimtheiten in ihren Aussagen liege die Vermutung nahe, dass die Be-

schwerdeführenden nicht nach Kosovo zurückgekehrt, sondern aus 

O._______ direkt in die Schweiz gereist seien. So habe die Beschwerde-

führerin ausgesagt, sie hätten auf der Reise von O._______ nach Kosovo 

die Grenzen jeweils zu Fuss überquert, während ihre Tochter angegeben 

habe, sie hätten die Grenzen ganz normal mit von den (…) Behörden aus-

gestellten Papieren passiert, und der Sohn sei gemäss eigenen Angaben 

auf der Reise nie aus dem Fahrzeug ausgestiegen. Die Aussagen des Be-

schwerdeführers, er habe sich während zweier Wochen in Kosovo aufge-

halten beziehungsweise er habe O._______ Mitte September 2012 und 

Kosovo Anfang November verlassen, seien nicht miteinander vereinbar. 

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Seite 11 

Überdies sei nicht nachvollziehbar, dass die Beschwerdeführenden ohne 

genaues Ziel nach Kosovo zurückgekehrt seien.  

Q.d Zum Vorbringen, der Beschwerdeführer habe im Fall einer Rückkehr 

nach Kosovo als desertierter ehemaliger UCK-Kämpfer mit Verfolgungs-

massnahmen zu rechnen, hielt das BFM fest, sofern eine UCK-Vergangen-

heit glaubhaft sei, könne er keine Verfolgungssituation asylrelevanten Aus-

masses daraus ableiten, zumal er seinen Aussagen zufolge im Jahr 1999 

nur während zweier Wochen für die UCK im Einsatz gewesen sei. Der Bot-

schaftsantwort sei zudem zu entnehmen, dass sein Bruder Cc._______, 

der ebenfalls für die UCK gekämpft habe und den diese gemeinsam mit 

dem Beschwerdeführer festgenommen habe, vor kurzem ferienhalber in 

Kosovo geweilt habe. Überdies habe sich mit Dd._______ eine Person für 

den Beschwerdeführer eingesetzt, welche gemäss der Stellungnahme vom 

13. Juni 2013 auch heute noch über Einfluss in Kosovo verfüge. Dass der 

Beschwerdeführer wegen einer UCK-Vergangenheit asylbeachtliche Nach-

teile zu befürchten habe, sei folglich nicht nachvollziehbar.  

Q.e Die geltend gemachten Nachteile, welchen die Beschwerdeführenden 

als Angehörige der Minderheit der Ashkali in Kosovo ausgesetzt seien, hiel-

ten, so das BFM, den Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft gemäss 

Art. 3 AsylG nicht stand. Diesen befürchteten Nachteilen aufgrund der eth-

nischen Herkunft fehle zum einen die Zielgerichtetheit; zum anderen seien 

sie nicht derart intensiv, dass sie einen unerträglichen psychischen Druck 

bewirken und dadurch ein menschenunwürdiges Leben in Kosovo verun-

möglichen oder in unzumutbarer Weise erschweren würden. Gemäss der 

Botschaftsantwort habe der Beschwerdeführer keinerlei Probleme mit den 

Albanern und lebten die albanischen Minderheitenangehörigen und die Al-

baner in seiner Heimatgemeinde F._______ friedlich nebeneinander. Die 

Botschaftsabklärung, die anlässlich des ersten Aufenthaltes der Beschwer-

deführenden in der Schweiz erfolgt sei, habe ebenfalls keine Probleme auf-

grund ihrer ethnischen Zugehörigkeit festgestellt. Folglich sei auch nicht 

nachvollziehbar, dass der Beschwerdeführer aufgrund einer früheren Ehe 

mit einer Serbin Probleme habe.  

R.  

Mit Eingabe vom 6. September 2013 erhoben die Beschwerdeführenden 

durch ihren Rechtsvertreter gegen die am 19. August 2013 eröffnete vor-

instanzliche Verfügung Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht und 

beantragten, die Dispositivziffern 3 bis 5 der Verfügung des BFM vom 

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Seite 12 

16. August 2013 seien aufzuheben, es sei die Unzumutbarkeit des Weg-

weisungsvollzugs festzustellen und die vorläufige Aufnahme anzuordnen; 

eventualiter sei die Sache zur ergänzenden Abklärung des rechtserhebli-

chen Sachverhaltes an die Vorinstanz zurückzuweisen.  

Als Beilagen wurden unter anderem zwei den Beschwerdeführer betref-

fende fachärztliche Berichte eines Psychiaters vom 8. Februar 2013 und 

einer Psychiaterin vom 4. September 2013, ein Auszug aus dem individu-

ellem AHV-Konto des Beschwerdeführers und eine Lohnabrechnung vom 

August 2013, ein Schreiben von T._______ und eine Kopie ihres Schweizer 

Passes sowie desjenigen ihres Kindes V._______ sowie ein Lebenslauf 

von C._______ und ein Kurzbericht des Klassenlehrers von D._______ 

eingereicht.  

S.  

Mit Zwischenverfügung vom 2. Oktober 2013 stellte der Instruktionsrichter 

fest, dass sich die Beschwerde lediglich gegen die in den Dispositivziffern 

3 bis 5 des angefochtenen Entscheids angeordnete Wegweisung und den 

Vollzug der Wegweisung richte und die angefochtene Verfügung vom 

16. August 2013 – soweit die Verneinung der Flüchtlingseigenschaft und 

die Ablehnung der Asylgesuche betreffend – in Rechtskraft erwachsen sei. 

Gleichzeitig hielt er fest, dass die Beschwerdeführenden den Ausgang des 

Verfahrens in der Schweiz abwarten könnten, und forderte sie auf, bis 

17. Oktober 2013 einen Kostenvorschuss zu leisten. Das in der Be-

schwerde gestellte Gesuch um Edition der Strafakten durch die Staatsan-

waltschaft Ee._______ wies der Instruktionsrichter mit der Begründung ab, 

dass es dem Beschwerdeführer obliege, allfällige Beweismittel beim Ge-

richt einzureichen. Ferner hielt der Instruktionsrichter fest, dass über wei-

tere in der Beschwerde gestellte Anträge zu einem späteren Zeitpunkt zu 

befinden sein werde. Sodann wies er die Beschwerdeführenden auf ihre 

gesetzliche Mitwirkungspflicht bei der Ermittlung des Sachverhaltes hin 

und forderte sie auf, innert 30 Tagen ihre schulische, soziale und wirtschaft-

liche Integration beziehungsweise ihre Bemühungen zum Einstieg ins Be-

rufsleben und/oder zur Lehrstellensuche in der Schweiz mit geeigneten Be-

weismitteln, welche eine umfassende Beurteilung der Integration erlaub-

ten, zu belegen. Ferner gab er ihnen die Gelegenheit, allfällige Beweismit-

tel aus O._______ zur in der Beschwerde angesprochenen Weiterbildung 

von C._______ als Pflegeassistentin und zum Schulbesuch der Geschwis-

ter im Original sowie vollständig in eine Amtssprache des Bundes übersetzt 

nachzureichen. Des Weiteren hielt der Instruktionsrichter fest, dass die Be-

D-5000/2013 

Seite 13 

schwerdeführenden gehalten seien, allfällige medizinische Vollzugshinder-

nisse laufend und unaufgefordert mit geeigneten ärztlichen Berichten zu 

belegen. Schliesslich verfügte er die koordinierte Behandlung des vorlie-

genden Beschwerdeverfahrens mit dem Verfahren der volljährigen Tochter 

beziehungsweise Schwester, K._______ (D-4995/2013).  

T.  

Am 10. Oktober 2013 bezahlten die Beschwerdeführenden den Kostenvor-

schuss.  

U.  

Am 4. Oktober 2013 ersuchte der Rechtsvertreter um eine Fristerstre-

ckung, insbesondere zur Übersetzung der belgischen Unterlagen.  

V.  

Mit Begleitschreiben vom 4. Dezember 2013 reichten die Beschwerdefüh-

renden innert erstreckter Frist unter anderem Schulzeugnisse, Sprachzer-

tifikate, Bestätigungs- und Bewerbungsschreiben sowie Strafakten und 

einzelne Lohnabrechnungen ein (Beilagen 14 – 80).  

W.  

Mit Eingabe vom 11. März 2014 reichten die Beschwerdeführenden einen 

Austrittsbericht des Kantonsspitals M._______ vom 22. Januar 2014 ein 

und teilten mit, der Beschwerdeführer habe am (…) einen schweren (…)un-

fall) erlitten, als er (…) (Schilderung des Unfallherganges).  

X.  

Mit Begleitschreiben vom 6. Mai 2014 wurde ein vom 14. Februar 2014 da-

tierender Austrittsbericht des (…) Reha Zentrums (…) eingereicht. Gemäss 

diesem Bericht wurden beim Beschwerdeführer multiple Frakturen vor al-

lem im Thoraxbereich nach einem (…)unfall diagnostiziert. Im Begleit-

schreiben wird vorgebracht, das Rehabilitationszentrum habe beim Be-

schwerdeführer nebst körperlichen Beschwerden auch eine vorbeste-

hende posttraumatische Belastungsstörung (als Folge von Kriegserfahrun-

gen und Lebensbedrohungen) diagnostiziert.  

Y.  

Am 12. Mai 2014 ging beim Gericht ein Verlaufsbericht des Leitenden Arz-

tes Unfallchirurgie des Kantonsspitals M._______ vom 29. April 2014 ein.  

D-5000/2013 

Seite 14 

Z.  

Mit Begleitschreiben vom 8. August 2014 reichten die Beschwerdeführen-

den einen Austrittsbericht der Rehaklinik Ff._______ vom 7. Juli 2014, ein 

Psychosomatisches Konsilium der Rehaklinik vom 30. Juni 2014 sowie ein 

Schreiben eines Fachpsychologen der Klinik zu den Akten.  

AA.  

Am 22. August 2014 liess das Amt für Migration des Kantons M._______ 

eine Kopie der vom 9. Juli 2014 datierenden Strafanzeige gegen 

A._______ unter anderem betreffend Widerhandlung gegen das Auslän-

dergesetz zukommen.  

BB.  

Mit Begleitschreiben vom 16. Dezember 2014 gingen dem Gericht fol-

gende, den Beschwerdeführer betreffende Unterlagen ein: Ein ärztlicher 

Bericht der Sprechstunde für Schulter- und Ellbogenchirurgie des Kan-

tonsspitals M._______ vom 11. November 2014, ein Arztbericht der Psy-

chiaterin Dr. med. Gg._______ vom 25. November 2014 zuhanden der IV-

Stelle M._______, ein Bericht derselben Ärztin vom 3. Dezember 2014 zu-

handen einer Haftpflichtversicherung sowie ein Einladungsschreiben zu ei-

ner kreisärztlichen Untersuchung bei der SUVA (…) am 16. Dezember 

2014. Die im Begleitschreiben erwähnte Bestätigung SRK M._______ vom 

30. Oktober 2014 (C._______, Lehrgang Pflegehelferin) lag der Eingabe 

nicht bei.  

CC.  

Mit Eingabe vom 16. Juni 2015 teilten die Beschwerdeführenden mit, die 

SUVA (…) und die IV-Stelle M._______ seien mit der Rentenprüfung für 

Beschwerdeführer beschäftigt, D._______ habe in der Zwischenzeit eine 

Lehrstelle gefunden und werde am 10. August 2015 bei der (…) AG eine 

Lehre als (…) beginnen. E._______ gehe weiterhin in Hh._______ zur 

Schule. K._______ habe diverse Schnupperlehren absolviert, am 20. Feb-

ruar 2015 geheiratet und sei nach wie vor auf Stellensuche. Ihr Familien-

nachzugsgesuch sei noch pendent. Als Beilagen wurden unter anderem 

ein Schreiben der IV-Stelle M._______, ein Unfallschein der SUVA, ein un-

terzeichneter und vom Kanton M._______ genehmigter Lehrvertrag für ei-

nen zweijährige Ausbildung mit Berufsattest von D._______ sowie Motiva-

tionsschreiben für die Anmeldung von C._______ bei (…), die Auswertung 

einer Schnupperlehre derselben und ein Zertifikat über einen von ihr be-

suchten Lernkurs Mathematik eingereicht.  

D-5000/2013 

Seite 15 

DD.  

Mit Verfügung vom 10. November 2015 setzte der Instruktionsrichter 

D._______ eine Frist an zur Einreichung eines aussagekräftigen Original-

berichtes des Ausbildungsbetriebes (…) AG und der Berufsfachschule (…) 

M._______ über die ersten drei Ausbildungsmonate. Des Weiteren gab er 

den Beschwerdeführenden zum Abschluss des Instruktionsverfahrens die 

Gelegenheit, allfällige aktuelle Integrationsbemühungen sowie Wegwei-

sungsvollzugshindernisse vorzubringen und zu belegen.  

EE.  

Mit Eingabe vom 15. Dezember 2015 reichten die Beschwerdeführenden 

innert erstreckter Frist zahlreiche Unterlagen ein, insbesondere Bewer-

bungsschreiben der Beschwerdeführerin sowie von D._______ und 

C._______, Auswertungen von absolvierten Schnupperlehren durch die 

Betriebe, ein Schreiben der (…) AG zur Auflösung des Lehrvertrages mit 

D._______, eine Schulbestätigung für E._______, den Beschwerdeführer 

betreffende Schreiben der IV-Stelle M._______ vom 27. Oktober 2015, der 

Medizinischen Abklärungsstelle Bern vom 15. November 2015 und der 

SUVA (…) vom 7. Dezember 2015. Im Begleitschreiben wird vorgebracht, 

die Arbeitsbemühungen von B._______, C._______ und D._______ seien 

bisher daran gescheitert, dass sie nur über einen N-Ausweis verfügten. Die 

(…) AG sei bei der Vergabe der Lehrstelle an D._______ fälschlicherweise 

davon ausgegangen, dass er im Besitz einer B-Bewilligung sei und habe 

das Vertragsverhältnis mangels Aufenthaltsbewilligung aufgelöst. 

C._______ werde im nächsten Jahr eine Ausbildung zur Kauffrau begin-

nen, welche einschliesslich eines Praktikums sechs Semester dauere. Die 

SUVA und die IV seien nach wie vor mit der Prüfung des Rentengesuchs 

des Beschwerdeführers beschäftigt.  

FF.  

Im Januar 2016 stellte der Kanton M._______ K._______ aufgrund ihrer 

am 20. Februar 2015 mit einem Schweizer Staatsangehörigen geschlos-

senen Ehe eine Aufenthaltsbewilligung B aus.  

GG.  

Mit Begleitschreiben vom 8. Juli 2016 wurden ein am 30. Juni 2016 abge-

schlossener Lehrvertrag sowie die Verordnung der SBFI vom 24. Oktober 

2012 über die berufliche Grundbildung, (…) mit eidgenössischem Berufs-

attest (EBA), eingereicht. Gemäss dem Lehrvertrag beginnt D._______ am 

1. August 2016 eine zweijährige Berufliche Grundbildung mit eidg. Berufs-

attest als (…) (EBA) bei der (…) AG (…) in Ii._______. 

D-5000/2013 

Seite 16 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.   

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM (beziehungs-

weise heute das SEM) gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist 

daher eine Vorinstanz des Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachge-

biet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das 

Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vor-

liegenden Beschwerde; es entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgül-

tig, ausser – was hier nicht der Fall ist – bei Vorliegen eines Auslieferungs-

ersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person 

Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).  

1.2 .Die Beschwerdeführenden haben am vorinstanzlichen Verfahren teil-

genommen, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt 

und haben ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungs-

weise Änderung. Sie sind daher zur Einreichung der Beschwerde legiti-

miert (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die 

frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten (Art. 108 

Abs. 1 AsylG; Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52 Abs. 1 VwVG). 

2.   

2.1 Wie bereits in der Zwischenverfügung vom 2. Oktober 2013 festgestellt 

(vgl. Sachverhalt Bst. S), richtet sich die Beschwerde lediglich gegen die in 

den Dispositivziffern 3 bis 5 des angefochtenen Entscheids angeordnete 

Wegweisung und den Vollzug der Wegweisung. Die Verfügung vom 

16. August 2013 ist demnach – soweit die Verneinung der Flüchtlingsei-

genschaft (Dispositivziffer 1) und die Ablehnung der Asylgesuche (Disposi-

tivziffer 2) betreffend – in Rechtskraft erwachsen. 

2.2 Gemäss Absatz 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des 

Asylgesetzes vom 14. Dezember 2012 gilt für die im Zeitpunkt des Inkraft-

tretens der Rechtsänderung (am 1. Februar 2014) hängigen Verfahren mit 

Ausnahme der Absätze 2 ‒ 4 das neue Recht. "Hängige Verfahren" im 

Sinne von Absatz 1 der Übergangsbestimmungen sind auch beim Bundes-

verwaltungsgericht hängige Beschwerdeverfahren (vgl. BVGE 2014/26 

E. 1.3). Auf diese ist somit neues Recht anzuwenden, sofern keine der in 

den Absätzen 2 ‒ 4 der Übergangsbestimmungen genannten Ausnahmen 

greift. Da hier keine Ausnahme zur Anwendung gelangt, ist auf das vorlie-

gende Beschwerdeverfahren neues Recht anzuwenden. 

D-5000/2013 

Seite 17 

2.3 Die im Beschwerdeverfahren möglichen Rügegründe und die Kognition 

des Bundesverwaltungsgerichts ergeben sich vorliegend aus Art. 112 des 

Ausländergesetzes (AuG, SR 142.20) in Verbindung mit Art. 49 VwVG (vgl. 

BVGE 2014/26 E. 5.4 f.). 

2.4 Das Bundesverwaltungsgericht hat vorliegend gestützt auf Art. 111a 

Abs. 1 AsylG auf die Durchführung eines Schriftenwechsels verzichtet.  

3.  

3.1 In der Beschwerde wird unter anderem beantragt, die angefochtene 

Verfügung sei wegen Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör, ins-

besondere durch eine unzulässige antizipierte Beweiswürdigung und die 

damit verbundene unvollständige und unzutreffende Feststellung des 

rechtserheblichen Sachverhalts aufzuheben und zur Abnahme der offerier-

ten, rechtserheblichen Beweise an die Vorinstanz zurückzuweisen.  

3.2   

3.2.1 Im Asylverfahren – wie im übrigen Verwaltungsverfahren – gilt der 

Untersuchungsgrundsatz, das heisst, die Asylbehörde hat den rechtser-

heblichen Sachverhalt vor ihrem Entscheid von Amtes wegen vollständig 

und richtig abzuklären (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 12 VwVG, Art. 106 Abs. 1 

Bst. b AsylG). Dabei muss sie die für das Verfahren erforderlichen Sach-

verhaltsunterlagen beschaffen, die relevanten Umstände abklären und dar-

über ordnungsgemäss Beweis führen können (vgl. BVGE 2012/21 E. 5; 

2009/50 E. 10.2.1). Die Sachverhaltsfeststellung ist unvollständig, wenn 

die Behörde nicht alle für den Entscheid rechtsrelevanten Sachumstände 

berücksichtigt hat. Unrichtig ist die Sachverhaltsfeststellung, wenn der Ver-

fügung ein falscher und aktenwidriger Sachverhalt zugrunde gelegt wird, 

etwa weil die Rechtserheblichkeit einer Tatsache zu Unrecht verneint wird, 

so dass diese nicht zum Gegenstand eines Beweisverfahrens gemacht 

wird, oder weil Beweise falsch gewürdigt worden sind (vgl. BVGE 2012/21 

E. 5).  

Gemäss Art. 8 AsylG hat die asylsuchende Person die Pflicht und unter 

dem Blickwinkel des rechtlichen Gehörs im Sinne von Art. 29 VwVG und 

Art. 29 Abs. 2 BV das Recht, an der Feststellung des Sachverhalts mitzu-

wirken, wobei sie bei der Anhörung und auch im späteren Verlauf des Ver-

fahrens der Behörde alle Gründe mitzuteilen hat, die für die Asylgewährung 

relevant sein könnten (vgl. BVGE 2012/21 E. 5; 2009/50 E. 10.2.1; 2008/24 

E. 7.2). Insbesondere haben Asylsuchende allfällige Beweismittel vollstän-

dig zu bezeichnen und diese unverzüglich einzureichen oder, soweit dies 

D-5000/2013 

Seite 18 

zumutbar erscheint, sich darum zu bemühen, sie innerhalb einer angemes-

senen Frist zu beschaffen (Art. 8 Abs. 1 Bst. d AsylG). Die Mitwirkungs-

pflicht gilt insbesondere für solche Tatsachen, die eine Partei besser kennt 

als die Behörden und welche diese ohne ihre Mitwirkung gar nicht oder 

nicht ohne vernünftigen Aufwand erheben können (vgl. BVGE 2008/24 

E. 7.2).  

3.2.2 Das in Art. 29 Abs. 2 BV verankerte und in den Art. 29 ff. VwVG für 

das Verwaltungsverfahren konkretisierte rechtliche Gehör dient einerseits 

der Aufklärung des Sachverhalts, andererseits stellt es ein persönlichkeits-

bezogenes Mitwirkungsrecht der Parteien dar. Der Anspruch auf rechtli-

ches Gehör umfasst unter anderem das Recht, mit eigenen Begehren an-

gehört zu werden und zu den für die Entscheidung wesentlichen Punkten 

Stellung nehmen zu können. Der Grundsatz des rechtlichen Gehörs bein-

haltet die Pflicht der Behörden, die Vorbringen der vom Entscheid in ihrer 

Rechtsstellung betroffenen Person sorgfältig und ernsthaft zu prüfen und 

in der Entscheidfindung zu berücksichtigen (Art. 32 Abs. 1 VwVG).  

Einen weiteren Aspekt des rechtlichen Gehörs bildet die Pflicht der Be-

hörde zur Abnahme der angebotenen und tauglichen Beweismittel (Art. 33 

VwVG). Der Anspruch als solcher umfasst unter anderem das Recht, Be-

weisanträge zu stellen, und – als Korrelat – die Pflicht der Behörde zur 

Beweisabnahme. Beweise sind im Rahmen dieses verfassungsmässigen 

Anspruchs indessen nur über jene Tatsachen abzunehmen, die für die Ent-

scheidung der Streitsache erheblich sind (vgl. BVGE 2007/21 E. 11.1.3; 

Urteil des BVGer D-6806/2013 vom 18. Juli 2016 E. 9.1.2 [zur Publikation 

vorgesehen]). 

Aus dem Grundsatz des rechtlichen Gehörs ergibt sich schliesslich, dass 

die verfügende Behörde in ihrem Entscheid die Überlegungen zu nennen 

hat, von denen sie sich leiten liess und auf die sich ihr Entscheid stützt. Die 

Begründung des Entscheides muss so abgefasst sein, dass sich sowohl 

die betroffene Person als auch die Rechtsmittelinstanz über die Tragweite 

des Entscheides ein Bild machen können und erstere den Entscheid gege-

benenfalls sachgerecht anfechten kann. Die Begründungsdichte richtet 

sich dabei nach dem Verfügungsgegenstand, den Verfahrensumständen 

und den Interessen der Beteiligten, wobei bei schwerwiegenden Eingriffen 

in deren rechtlich geschützte Interessen – und um solche geht es bei der 

Prüfung eines Asylgesuches – eine sorgfältige Begründung verlangt wird 

(vgl. BVGE 2011/37 E. 5.4.1; 2008/47 E. 3.2).  

D-5000/2013 

Seite 19 

3.3  

3.3.1 In formeller Hinsicht wird auf Beschwerdeebene gerügt, die Vor-

instanz habe einseitig auf die Asylakten abgestellt und den Sachverhalt 

nicht rechtsgenüglich abgeklärt. Sie habe die Abnahme der in der Eingabe 

vom 13. Juni 2013 gestellten Beweisergänzungsanträge ohne Angabe von 

Gründen verweigert, obwohl diese Anträge für die Feststellung des Sach-

verhalts erheblich und geeignet seien, den Nachweis der Unzumutbarkeit 

der Rückkehr nach Kosovo zu erbringen. Die Anhörung der Zeugen sei 

notwendig, weil ihre Aussagen den Prozessausgang zu ändern vermöch-

ten. Indem es über rechtserhebliche Tatsachen nicht habe Beweis führen 

lassen, habe das BFM den Anspruch der Beschwerdeführenden auf Be-

weisführung und auf rechtliches Gehör sowie Art. 8 ZGB verletzt. Mit der 

unzulässigen antizipierten Beweiswürdigung sei die Vorinstanz ihrer Pflicht 

zur Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts in Verletzung von 

Art. 49 Bst. b VwVG nicht nachgekommen, weshalb die Sache zur Ab-

nahme der offerierten rechtserheblichen Beweise zurückzuweisen sei.  

Namentlich habe das Bundesamt keinen der zum Thema "Blutrache" und 

"UCK-Vergangenheit" angerufenen Zeugen (ehemalige UCK-Kämpfer und 

UCK-Kommandanten) befragt, welche die konkrete Bedrohungslage wahr-

genommen hätten und über die UCK-Vergangenheit des Beschwerdefüh-

rers berichten könnten.  

Die Vorinstanz sei in der angefochtenen Verfügung von der Zumutbarkeit 

des Wegweisungsvollzugs ausgegangen, ohne die Kriterien im Rahmen 

einer gemäss BVGE 2007/10 erforderlichen Einzelfallabklärung vor Ort 

vertieft und umfassend geprüft zu haben. Der Bericht der Schweizer Aus-

landsvertretung vom 14. Mai 2013 genüge den Anforderungen an eine kon-

krete Analyse der Situation vor Ort nicht, da dem Bericht lediglich eine Be-

fragung von Y._______ zugrunde liege. Weitere Abklärungen bezüglich der 

Reintegrationskriterien habe die Vorinstanz nicht vorgenommen, und sie 

habe die Zumutbarkeitsfrage einzig aufgrund der Angaben der Beschwer-

deführenden, welche letztmals 1999 in Kosovo gelebt hätten, geprüft. 

Dadurch sei in ungenügender Weise abgeklärt, ob sich die Beschwerde-

führenden in ihrer Heimat auf ein soziales Netz abstützen könnten und ob 

eine ausreichende wirtschaftliche Lebensgrundlage bestehe. Mangels ei-

ner umfassenden Abklärung der Reintegrationskriterien beruhe die ange-

fochtene Verfügung auf einem unvollständig festgestellten Sachverhalt, 

weshalb die Vorinstanz anzuweisen sei, die erforderlichen Abklärungen 

vorzunehmen und neu zu entscheiden.  

D-5000/2013 

Seite 20 

3.3.2 Soweit es sich bei diesen Rügen um eine Kritik an der rechtlichen 

Würdigung des Sachverhaltes durch die Vorinstanz handelt, werden diese 

im Rahmen der Behandlung der materiellen Anträge der Beschwerdefüh-

renden zu prüfen sein. Das BFM hat in der angefochtenen Verfügung den 

konkret zu beurteilenden Sachverhalt korrekt zusammengefasst, sich ein-

lässlich mit diesem befasst und ihn hinreichend rechtlich gewürdigt. Es hat 

dargelegt, aus welchen Gründen es das Vorbringen einer drohenden Blut-

rache als unglaubhaft erachtet (vgl. die nachfolgende E. 6) und aufgrund 

welcher Überlegungen es zum Schluss gelangt ist, dass nicht nachvollzieh-

bar sei, dass der Beschwerdeführer wegen einer allfälligen UCK-Vergan-

genheit asylbeachtliche Nachteile zu befürchten habe. Die Verfügung 

wurde im Asylpunkt denn auch nicht angefochten. Die Ergebnisse der Bot-

schaftsabklärung vom 14. Mai 2013 basieren zwar hauptsächlich auf den 

Aussagen von Y._______, (…) und (…) der Beschwerdeführenden in deren 

Heimatdorf in Kosovo; der Botschaftsantwort vom 14. Mai 2013 ist jedoch 

zu entnehmen, dass auch mit weiteren (…) gesprochen wurde; ferner sind 

keine Anhaltspunkte dafür ersichtlich, dass Y._______ unwahre Angaben 

gemacht hätte. Die Botschaftsabklärung enthält im Gegenteil hinreichende 

und differenzierte Informationen, welche eine Beurteilung der Reintegrati-

onschancen der Beschwerdeführenden in ihrem Heimatdorf erlauben. Sie 

erfüllt somit die Anforderungen der Rechtsprechung des Bundesverwal-

tungsgerichts an eine Einzelfallabklärung vor Ort (vgl. BVGE 2007/10). Der 

Sachverhalt ist demzufolge auch hinsichtlich der Frage nach Wegwei-

sungsvollzugshindernissen rechtsgenüglich erstellt.  

3.3.3 Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Vorinstanz in antizipier-

ter Beweiswürdigung (vgl. dazu BVGE 2008/24 E. 7.2, mit weiteren Hin-

weisen) darauf verzichten konnte, eine erneute Anhörung der Beschwer-

deführenden, Befragungen von Zeugen und Zeuginnen mit Wohnsitz in 

Jj._______, Kk._______ und O._______ (darunter I._______, T._______, 

weitere Verwandte und Bekannte sowie ehemalige UCK-Kämpfer und 

UCK-Kommandanten) oder weitere Abklärungen zur Situation vor Ort 

durchzuführen. Die Rügen der mangelhaften Feststellung des Sachverhal-

tes und der Verletzung der Begründungspflicht  erweisen sich demnach als 

unbegründet. 

4.  

4.1 Lehnt das Staatssekretariat das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 

ein, verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet 

den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Fa-

milie (Art. 44 AsylG).  

D-5000/2013 

Seite 21 

4.2 Die Beschwerdeführenden verfügen weder über eine ausländerrechtli-

che Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer 

solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 

AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.).  

5.  

5.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, regelt das Staatssekretariat das Anwesenheitsverhältnis 

nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme 

(Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG).  

6.  

6.1 In der Beschwerde wird an der Glaubhaftigkeit der Vorbringen festge-

halten und geltend gemacht, die Ausführungen der Vorinstanz zur Wider-

sprüchlichkeit der Aussagen der Beschwerdeführenden seien gesamthaft 

betrachtet nicht stichhaltig, zumal deren Aussagen im Kern deckungsgleich 

seien. Der Umstand, dass die (…) Behörden die Asylgesuche abgelehnt 

hätten, dürfe den Beschwerdeführenden nicht zum Nachteil gereichen, zu-

mal die Ablehnungsgründe nicht bekannt seien und die Gefährdungslage 

damals noch nicht derart akut gewesen sei wie heute. Die UCK habe den 

Beschwerdeführer 1999 gefangen genommen und ihn zum Kriegsdienst 

gezwungen. Man habe ihn exekutieren wollen, weil er Ashkali sei und über-

dies mit einer Serbin verheiratet gewesen sei und mit ihr einen Sohn habe. 

Dd._______, damals Unterkommandant und heute Inhaber einer (…) in 

G._______, habe die anderen UCK-Kämpfer darauf aufmerksam gemacht, 

dass der Beschwerdeführer sieben Kinder habe, und ihm damit das Leben 

gerettet. Blutrache und Ehrenmorde seien in Kosovo ein ernsthaftes Prob-

lem; seit dem Ende des Kommunismus habe der Kanun, das mündlich 

überlieferte albanische Gewohnheitsrecht aus dem Mittelalter, an Einfluss 

gewonnen. Der junge Staat sei zu schwach, um diese Dynamik der Selbst-

justiz regulieren zu können, und eine Blutrache oder Blutfehde könne nur 

im Einverständnis der Konfliktparteien und durch Vermittlung eines traditi-

onellen Schlichters gestoppt werden. Halte man sich das Ausmass der Eh-

renmorde in jüngster Vergangenheit vor Augen, müsse man die Befürch-

tungen der Beschwerdeführenden ernst nehmen und von einer anhalten-

den Lebensgefahr für sie ausgehen. Dass das Ausmass der Fehde zwi-

schen den beiden Familien der Auskunftsperson der Schweizer Botschaft, 

Y._______, beziehungsweise der kosovarischen Bevölkerung nicht be-

kannt sei, sei nicht ungewöhnlich, zumal die Beschwerdeführenden seit 

1999 nicht mehr in Kosovo gewesen seien und die Konfliktparteien in der 

Regel kein Interesse hätten, die Sache öffentlich zu machen. Tatsache sei, 

D-5000/2013 

Seite 22 

dass der Beschwerdeführer in der Zwischenzeit bei der (…) Polizei Straf-

anzeige gegen U._______ eingereicht und dabei diverse Beweismittel ein-

gereicht habe. Ungeachtet der Tatsache, dass der Bundesrat Kosovo als 

verfolgungssicheren Staat bezeichnet habe, seien die Beschwerdeführen-

den angesichts ihrer Herkunft und Vergangenheit sowie in Anbetracht der 

Fehde in ihrer Heimat der Verfolgung ausgesetzt. U._______ wohne mit 

seiner Familie im wenige Kilometer von F._______ entfernten Ort 

R._______. Da diese Familie in Kosovo einflussreich und mächtig sei und 

Ll._______, ein Bruder von U._______, der Kosovo Police angehöre, seien 

die kosovarischen Behörden weder willens noch fähig, die Beschwerdefüh-

renden zu schützen, so dass diese der Familie Q._______ schutzlos aus-

geliefert seien. In der Schweiz hingegen fühlten sie sich sicher, weil ihr 

Schutz durch die Polizei garantiert werde. Ob die Familie Q._______ vom 

Aufenthalt der Beschwerdeführenden in der Schweiz Kenntnis habe, sei 

nicht bekannt. I._______ habe sich damals aufgrund massiver Drohungen 

des Vaters von T._______ von dieser trennen müssen. Die Trennung habe 

nicht zu einem Abbau der Spannungen geführt, und I._______ Heirat habe 

nichts daran geändert, dass er und T._______ eine gemeinsame Tochter 

hätten. Entgegen der Auffassung der Vorinstanz werde auch I._______ von 

der Familie Q._______ bedroht. Dass T._______ und I._______ im selben 

Ort lebten, sei U._______ nicht bekannt. Dieser habe seine Tochter seit der 

Geburt der Enkelin verstossen und jeglichen Kontakt zu ihr abgebrochen. 

Insoweit erstaune es nicht, dass T._______ die Nähe zum Vater des ge-

meinsamen Kindes suche. Dass die Familie Q._______ ihre Todesdrohun-

gen bislang noch nicht wahr gemacht habe, sei wohl dem Zufall zu verdan-

ken. Mm._______, der Bruder des Beschwerdeführers, sei in Bb._______ 

beinahe Opfer einer Geiselnahme durch die Familie Q._______ geworden. 

Es sei nur eine Frage der Zeit, bis die angedrohte Blutrache in die Tat um-

gesetzt werde. Die Beschwerdeführenden seien bereits in O._______ ver-

folgt und bedroht worden, und es erfolgten ständige Drohanrufe. 

U._______ habe sogar die Schwester der Beschwerdeführerin bedroht. 

Die kürzlichen Aufenthalte von Verwandten der Beschwerdeführenden in 

Kosovo würden nicht beweisen, dass die Beschwerdeführenden dort si-

cher seien, da die Aufenthalte nur von kurzer Dauer gewesen und ferien-

halber, spontan und anonym erfolgt seien, so dass niemand von ihrer An-

wesenheit Kenntnis gehabt habe.  

6.2 Diese Einwände sind nicht geeignet, zu einer von derjenigen der Vor-

instanz abweichenden Beurteilung der Glaubhaftigkeit der Vorbringen der 

Beschwerdeführenden zu gelangen. Die Ausführungen in der Beschwerde 

erschöpfen sich grösstenteils in unbelegten Behauptungen. Der Umstand, 

D-5000/2013 

Seite 23 

dass Blutrache in Kosovo nach wie vor existiert, entbindet die Beschwer-

deführenden nicht davon, glaubhaft darzutun, weshalb gerade sie von ei-

ner solchen bedroht sein sollten. Der Hinweis in der Stellungnahme vom 

13. Juni 2013 zur Botschaftsabklärung auf ein elftes Opfer von Blutrache 

in einer Fehde zwischen zwei verfeindeten Familien, über die in einer ko-

sovarischen Zeitung berichtet wurde, weist keinen persönlichen Bezug zu 

den Beschwerdeführenden oder zur Familie Q._______ auf und hat daher 

für die Beurteilung der Glaubhaftigkeit der Vorbringen der Beschwerdefüh-

renden keine ausschlaggebende Bedeutung. Das BFM hat ausführlich und 

überzeugend dargelegt, weshalb es zum Schluss gelangte, dass die be-

hauptete Fehde zwischen den zwei Familien nicht das behauptete Aus-

mass angenommen habe (vgl. Sachverhalt Bst. Q.b). Dabei stützte es sich 

auf die Botschaftsabklärung vom Mai 2013, welche ergeben hatte, dass 

zwar Gerüchte über eine Heirat zwischen I._______ und T._______, der 

Nichte eines Leiters einer Polizeieinheit in G._______, Ll._______, sowie 

über ein gemeinsames Kind zirkulierten. T._______ Eltern seien über die 

Beziehung der beiden nicht glücklich, weil I._______ ein Roma sei; 

T._______ halte jedoch an der Beziehung fest. Zwar sei es vorstellbar, 

dass ihre Familie eine Ehe zwischen einer Albanerin und einem Roma nicht 

befürworte, doch erschienen die behaupteten Drohungen als übertrieben, 

und der Beschwerdeführer sei in Kosovo deswegen nicht bedroht worden 

(vgl. Botschaftsantwort vom 14. Mai 2013 S. 4 f.). Das einzige diesbezüg-

lich auf Beschwerdeebene vorgebrachte Gegenargument, wonach das 

Ausmass der Fehde in Kosovo nicht bekannt sei, weil die Konfliktparteien 

kein Interesse hätten, die Sache öffentlich zu machen und die Beschwer-

deführenden seit 1999 nicht mehr in Kosovo gewesen seien, ist nicht stich-

haltig. Es ist überdies mit dem Vorbringen des Beschwerdeführers nicht zu 

vereinbaren, wonach der Dorfvorsteher von R._______, dem Heimatdorf 

von U._______, diesen aufgefordert habe, den Beschwerdeführer zu töten, 

und ihm gedroht habe, ihn andernfalls aus dem Dorf zu vertreiben. Gemäss 

Angaben des Beschwerdeführers hält sich U._______ mit seiner Ehefrau 

grösstenteils in seinem Heimatdorf in Kosovo auf, obschon er den Be-

schwerdeführer offensichtlich nicht getötet hat.  

6.3 Keine der angeblichen Behelligungen (telefonische Drohungen gegen-

über dem Beschwerdeführer und seiner Ehefrau sowie deren Schwester in 

Aa._______ (Kosovo) sowie ein angeblicher Entführungsversuch den Bru-

der des Beschwerdeführers in der Schweiz betreffend) werden über blosse 

Behauptungen hinaus substanziiert vorgebracht geschweige denn mit 

tauglichen Beweismitteln belegt. Als einziges Beweismittel anerboten die 

D-5000/2013 

Seite 24 

Beschwerdeführenden, es seien Verwandte und Bekannte zu diesen Vor-

kommnissen zu befragen (vgl. die Beweisanträge in Ziff. 5 der Stellung-

nahme vom 13. Juni 2013 und in der Beschwerde). Aus den Akten ergeben 

sich keine Hinweise auf entsprechende Strafuntersuchungen, welche zu 

einer Anklage, geschweige denn einer Verurteilung von U._______ oder 

Mitgliedern seiner Familie für gegen Angehörige der Familie S._______ 

begangene Delikte geführt hätten. Als geradezu absurd erscheint die Aus-

sage, der Beschwerdeführer erhalte Drohanrufe auf sein Mobiltelefon, ob-

wohl die Familie Q._______ nicht wisse, dass die Beschwerdeführenden 

sich in der Schweiz aufhalten. Als wenig überzeugend erweist sich 

schliesslich auch die Behauptung, mehrere Brüder des Beschwerdeführers 

hätten sich deshalb unbehelligt in Kosovo aufhalten können, weil sie dies 

nur kurz und ferienhalber getan hätten und niemand von ihrer Anwesenheit 

Kenntnis gehabt habe. Da die angeblich drohende Blutrache weder im erst-

instanzlichen Verfahren noch auf Beschwerdeebene glaubhaft gemacht 

werden konnte, erübrigen sich Ausführungen zur Schutzfähigkeit und -wil-

ligkeit des kosovarischen Staates.  

6.4 Die Widersprüche in den Aussagen der Beschwerdeführenden zu ihrer 

angeblichen Reise von O._______ nach Kosovo und zu den vorgebrachten 

Ereignissen an der Grenze zwischen Montenegro und Kosovo (vgl. Sach-

verhalt Bst. M.b, M.c und Q.c) werden in der Beschwerde nicht aufgelöst. 

Ergänzend zu den Erwägungen der Vorinstanz ist festzuhalten, dass nicht 

plausibel ist, dass der Beschwerdeführer (mit seiner Familie) von 

O._______ aus nach Kosovo gereist wäre und sich dort während zweier 

Wochen illegal aufgehalten hätte, wenn er sich tatsächlich vor der Ermor-

dung durch Angehörige der Familie Q._______ oder vor einer Inhaftierung 

wegen Desertion aus der UCK gefürchtet hätte. Dass der Beschwerdefüh-

rer gemäss eigenen Angaben bereits nach einer eintägigen Festhaltung 

entlassen worden sei, lässt überdies den Schluss zu, dass gegen ihn in 

Kosovo nichts vorliegt und er dort nicht gesucht wird. Gemäss der Bot-

schaftsantwort vom 14. Mai 2013 hatte Y._______, die Auskunftsperson 

der Botschaft, ehemaliger (…) der Beschwerdeführenden in Kosovo und 

(…), keine Kenntnis von einem Einsatz des Beschwerdeführers für die 

UCK; einen solchen konnte er aber auch nicht völlig ausschliessen. Da der 

Beschwerdeführer (und sein Bruder Cc._______) während des Krieges in 

Montenegro arbeiteten und ersterer während der NATO-Bombardierungen 

versuchte, seine Familie zu sich zu holen, jedoch am Grenzübertritt gehin-

dert wurde, wäre gemäss der Auskunftsperson der Botschaft in diesem 

Zeitpunkt die einzige Möglichkeit für Kontakte mit der UCK gewesen. Dass 

D-5000/2013 

Seite 25 

der Beschwerdeführer wegen einer früheren Ehe mit einer Serbin und sei-

ner Zugehörigkeit zu den Ashkali als Verräter gegolten habe und die UCK 

ihn einerseits habe exekutieren wollen und ihn andererseits zum Kriegs-

dienst gezwungen habe, erscheint jedoch nicht plausibel. Doch selbst 

wenn er tatsächlich während kurzer Zeit für die UCK im Einsatz gewesen 

und dann desertiert wäre, ist nicht davon auszugehen, dass er deswegen 

bis heute mit gravierenden Nachteilen rechnen müsste. Der Botschaftsant-

wort ist nämlich auch zu entnehmen, dass Cc._______, der gemäss Aus-

sagen des Beschwerdeführers ebenfalls für die UCK gekämpft habe und 

gemeinsam mit diesem festgenommen worden sei, in seinem Heimatdorf 

ein Haus gebaut hat und dort unbehelligt Ferien verbringt.  

7.  

7.1 Der Vollzug kann für Ausländerinnen oder Ausländer unzumutbar sein, 

wenn sie in Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und 

medizinischer Notlage im Heimat- oder Herkunftsstaat konkret gefährdet 

sind (Art. 83 Abs. 4 AuG). Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist – 

unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu ge-

währen (vgl. BVGE 2014/26 E. 7.10).  

7.2  

7.2.1 In Kosovo herrscht keine Situation allgemeiner Gewalt, die sich über 

das ganz Staatsgebiet oder weite Teile desselben erstrecken würde. Der 

Vollzug der Wegweisung von albanischsprachigen Roma, Ashkali und so-

genannten „Ägyptern“ nach Kosovo ist in der Regel sodann zumutbar, so-

fern aufgrund einer Einzelfallabklärung, insbesondere mittels Untersuchun-

gen vor Ort (durch das Verbindungsbüro beziehungsweise heute die 

Schweizer Botschaft in Pristina) feststeht, dass bestimmte Reintegrations-

kriterien – wie berufliche Ausbildung, Gesundheitszustand, Alter, ausrei-

chende wirtschaftliche Lebensgrundlage und Beziehungsnetz in Kosovo – 

erfüllt sind (vgl. BVGE 2007/10 E. 5.3 ff.). Diese Beurteilung ist auch nach 

Kosovos Unabhängigkeit gültig, zumal die gesellschaftliche, wirtschaftliche 

und politische Lage bislang keine massgeblichen Veränderungen erfahren 

hat. Nach den Erkenntnissen des Bundesverwaltungsgerichts sind die ko-

sovarischen Roma, Ashkali und „Ägypter“ noch immer erheblichen sozialen 

und ökonomischen Diskriminierungen ausgesetzt. Insbesondere liegt die 

Arbeitslosigkeitsquote bei diesen Bevölkerungsgruppen weit über dem all-

gemeinen Durchschnitt in Kosovo. Zudem sind diese ethnischen Minder-

heiten nach wie vor mit Diskriminierungen in den Bereichen Wohnen, 

Schulbildung, Fürsorge, Gesundheitsvorsorge sowie bei der Registrierung 

D-5000/2013 

Seite 26 

konfrontiert (vgl. BVGE 2007/10 E. 5.4). Noch immer kommt es zu einzel-

nen Übergriffen auf Angehörige von Minderheiten, wobei auch in den En-

klaven lebende Serben von solchen Geschehnissen betroffen sind. Aus 

Angst oder aus Unwissenheit und wegen fehlenden Vertrauens in die Poli-

zei werden viele dieser Vorfälle durch die Minderheit der Roma-, Ashkali- 

und Ägypter-Gemeinschaft nicht gemeldet. Der Zugang zu Polizei und Jus-

tiz ist ihnen zwar grundsätzlich möglich, jedoch wird er unter anderem auch 

wegen fehlender finanzieller und technischer Ressourcen und der allge-

meinen Schwäche des Justizwesens erschwert. Der Minderheitenschutz 

für verschiedene Ethnien und Religionsgemeinschaften wird denn auch als 

nicht ausreichend erachtet. Die mit der vollständigen Erlangung der Sou-

veränität Kosovos einhergehende Beendigung der internationalen Überwa-

chung der Umsetzung des Ahtisaari-Plans hat den Minderheiten neue Un-

sicherheiten gebracht, zumal dieser Plan Minderheitenrechten einen be-

sonderen Stellenwert beimass und den intern Vertriebenen und Flüchtlin-

gen eine würdige Rückkehr und Wiedererlangung ihres Besitzes ermögli-

chen sollte (vgl. Urteil des BVGer D-1213/2011 vom 30. Januar 2015 

E. 6.1.8 und 6.1.3 [als Referenzurteil publiziert]). Aus dieser Situation ist 

jedoch nicht allgemein auf eine konkrete Gefährdung ethnischer Minder-

heiten in Kosovo zu schliessen, welche den Vollzug der Wegweisung für 

abgewiesene Asylsuchende generell als unzumutbar erscheinen lassen 

würde. Allein aufgrund der allgemeinen Lage in ihrem Heimatstaat ist daher 

nicht von einer konkreten Gefährdung der Beschwerdeführenden auszu-

gehen. Die in der Beschwerde vertretene Ansicht, die Lebensbedingungen 

der Ashkali seien im Gegensatz zu denjenigen der albanischen und serbi-

schen Bevölkerung in Kosovo äusserst prekär und menschenunwürdig, 

trifft, wie nachfolgend aufgezeigt, auf die Beschwerdeführenden nicht zu.  

7.2.2 Wie das BFM in der angefochtenen Verfügung festhielt, hat weder die 

im Hinblick auf die Aufhebung der vorläufigen Aufnahme erfolgte Einzel-

fallabklärung des Verbindungsbüros in Pristina vom April 2006 noch die im 

Rahmen des vorliegenden Verfahrens vorgenommene Abklärung der Bot-

schaft vom Mai 2013 Probleme der Beschwerdeführenden aufgrund ihrer 

ethnischen Zugehörigkeit festgestellt: „A._______ n’a absolument aucun 

problème avec les Albanais du village“. Diejenigen Minderheitsangehöri-

gen, die noch im Dorf leben – gemäss dem Botschaftsbericht sind es An-

gehörige einer einzigen Familie, die im Dorf mehrere Häuser besitzen – 

„vivent en parfaite coexistence avec la majorité albanaise“ (vgl. Botschafts-

bericht vom 14. Mai 2013 S. 4). In ihrer Stellungnahme vom 13. Juni 2013 

äusserten sich die Beschwerdeführenden nicht zu diesem Ergebnis der 

D-5000/2013 

Seite 27 

Einzelfallabklärung. In der Beschwerde wandten sie ein, die Schlussfolge-

rung des Botschaftsberichts, wonach sie keine Probleme mit der albani-

schen Bevölkerung hätten, sei hypothetischer Natur und beruhe lediglich 

auf Äusserungen von Y._______; dass die Albaner friedlich neben den An-

gehörigen der albanischsprachigen Minderheiten lebten, sei eine allgemein 

gehaltene, nicht einzelfallbezogene und somit nicht einschlägige, angebli-

che Feststellung. Diese unsubstanziierten Einwände sind nicht geeignet, 

die Abklärungsergebnisse der Botschaft und die Argumentation des BFM 

in der angefochtenen Verfügung zu relativieren (vgl. dazu auch E. 3.3.2). 

Die Botschaftsabklärung hat eindeutig ergeben, dass diejenigen RAE-Min-

derheitsangehörigen, die noch im Herkunftsdorf der Beschwerdeführenden 

wohnen, mit der albanischen Bevölkerung friedlich zusammenleben, und 

dass zwischen den Beschwerdeführenden selbst und der albanischen 

Mehrheitsbevölkerung in F._______ keine Probleme bestehen. In diesem 

Zusammenhang ist auch zu erwähnen, dass gemäss den Abklärungen des 

schweizerischen Verbindungsbüros in Pristina vom April 2006 die Familie 

der Beschwerdeführenden bis zu ihrer Flucht vor den Bombardierungen 

des Dorfes durch die NATO im Mai 1999 als albanisch deklariert war, ob-

wohl sie einer ethnischen Minderheit angehört.  

Wären die Beziehungen zwischen der albanischen Mehrheitsbevölkerung 

und den Ashkali derart schlecht, wie die Beschwerdeführenden glauben 

machen wollen, hätten Cc._______ und Mm._______ wohl darauf verzich-

tet, in ihrem Heimatdorf neue Häuser zu bauen. Schliesslich ist auch das 

Vorbringen, der Beschwerdeführer könne wegen seiner früheren Ehe mit 

einer Serbin nicht nach Kosovo zurückkehren, nicht plausibel. Die anläss-

lich der Anhörung erhobene Behauptung, die frühere Ehefrau des Be-

schwerdeführers habe sich das Leben genommen, nachdem ihr Sohn 

L._______ nach seiner Rückkehr aus W._______ und X._______ in Ko-

sovo verprügelt worden sei, wird auf Beschwerdeebene nicht aufrecht-

erhalten.  

7.2.3 Das BFM führte in der angefochtenen Verfügung aus, die Beschwer-

deführenden würden bei einer Rückkehr nach Kosovo eine komfortable 

Wohnsituation antreffen, da die Familie S._______ in ihrem Heimatdorf 

F._______ mehrere leer stehende und bewohnbare Häuser besitze. In der 

Beschwerde wird demgegenüber vorgebracht, die Verwandtschaft „möchte 

nicht“, dass die Beschwerdeführenden in den nach dem Krieg mühsam 

aufgebauten Häusern wohnten, weil sie befürchteten, dass die Häuser 

„durch einen Anschlag auf die Familie zerstört werden könnten“ (vgl. Be-

D-5000/2013 

Seite 28 

schwerde Ziff. II 16 S. 17 f.). Angesichts der Unglaubhaftigkeit der vorge-

brachten Bedrohungsszenarien ist dieses Argument als reine Schutzbe-

hauptung zu werten. Gemäss der Botschaftsantwort vom 14. Mai 2013 

(S. 1-5) verfügt die erweiterte Familie S._______ in F._______ über (min-

destens) vier Häuser, die im Vergleich mit denen der übrigen Dorfbewoh-

nern sehr gross sind und deren Bau durch Überweisungen von Angehöri-

gen der Familie S._______ finanziert wurden, die im Ausland, insbeson-

dere in der Schweiz, leben. Neben den zwei älteren Häusern, die zwei On-

keln des Beschwerdeführers gehören, haben dessen in der Schweiz wohn-

hafte Brüder Cc._______ und Mm._______ seit der ersten Botschaftsab-

klärung vom April 2006 neue, moderne Häuser erbaut. Auch das umlie-

gende Land gehört der Grossfamilie S._______, und auch der Beschwer-

deführer besitzt Land in der Nähe der Häuser. Eines der Häuser ist vermie-

tet, und die anderen stehen Familienangehörigen zur Verfügung, wenn sie 

ihre Heimat besuchen. Angesichts des Umstandes, dass aus einem Haus 

eines Onkels Fenster, Türen und sämtliche anderen Installationen gestoh-

len wurden (vgl. die erste Botschaftsantwort vom 28. April 2006), dürfte es 

durchaus im Interesse der im Ausland wohnenden Hauseigentümer liegen, 

wenn die Beschwerdeführenden permanent in einem der Häuser der Fa-

milie S._______ wohnen würden, weil so die Gefahr von Diebstählen und 

Plünderungen sinken und sich so allenfalls auch Investitionen in die älteren 

Häuser lohnen würden.  

7.2.4 Das BFM geht in der angefochtenen Verfügung davon aus, dass die 

Beschwerdeführenden in Kosovo Wege finden würden, ihren Lebensunter-

halt zu bestreiten, wie sie dies schon vor der Ausreise getan hätten, und 

von den zahlreichen Verwandten im Ausland (insbesondere in der 

Schweiz) eine gewisse finanzielle Hilfe erwartet werden könne. Überdies 

weist die Vorinstanz auf die Möglichkeit hin, Rückkehrhilfe zu beantragen 

sowie auf den Reintegrationsfonds für Rückkehrer der kosovarischen Re-

gierung. In der Beschwerde wird hierzu lediglich vorgebracht, die Vor-

instanz habe ungenügend abgeklärt, ob die Beschwerdeführenden sich in 

ihrer Heimat auf ein soziales Netz abstützen könnten und ob eine ausrei-

chende wirtschaftliche Lebensgrundlage bestehe.  

Hierzu ist festzuhalten, dass zwar derzeit wahrscheinlich sämtliche Mitglie-

der der erweiterten Familie S._______ im Ausland leben, insbesondere in 

der Schweiz – eventuell mit Ausnahme des ältesten Sohnes des Beschwer-

deführers, L._______, der bereits mehrmals aus westeuropäischen Staa-

ten nach Kosovo zurückgeführt wurde (vgl. act. C28/18 F6 ff.; A27/11 

F6 ff.). Allerdings besuchen drei Brüder des Beschwerdeführers, 

D-5000/2013 

Seite 29 

Cc._______, Mm._______ und Nn._______, ihr Heimatdorf offenbar mehr 

oder weniger regelmässig, wobei letzterer bei seinen Besuchen jeweils in 

einem der beiden Häuser seiner Brüder lebt. Sodann ist davon auszuge-

hen, dass insbesondere Cc._______ und Mm._______ beabsichtigen, sich 

mehr oder weniger regelmässig in ihrem Heimatdorf aufzuhalten oder sich 

in einem fortgeschrittene Alter eventuell gar permanent dort niederzulas-

sen, zumal sie sonst kaum stattliche Häuser gebaut hätten. Sodann ist an-

zunehmen, dass die fünf erwachsenen Kinder, welche in der Schweiz 

(I._______ und K._______), in anderen europäischen Staaten (H._______ 

und J._______) sowie allenfalls auch in Kosovo (L._______) leben, nach 

einer Rückkehr der Beschwerdeführenden nach Kosovo sich um eine Auf-

rechterhaltung des Kontaktes zu ihren Eltern und Geschwistern bemühen 

werden.  

Die Beschwerdeführerin stammt aus Aa._______ (G._______), welches 

unweit des Herkunftsortes F._______ ihres Ehemannes liegt. Ihre Tochter 

K._______ hatte an ihrer Anhörung am 25. Januar 2013 auf die Frage nach 

Verwandten der Familie in Kosovo zu Protokoll gegeben, zwei oder drei 

Schwestern ihrer Mutter lebten in Kosovo (vgl. N […], act. B19/15 F34). Auf 

Vorhalt dieser Aussagen ihrer Tochter bestritt die Beschwerdeführerin an 

ihrer Anhörung vom 25. Januar 2013, noch Verwandte in Kosovo zu haben. 

Sie gab an, sie habe keine Brüder, sondern nur Schwestern; zwei Schwes-

tern lebten in Oo._______ und drei in W._______ (vgl. act. C27/11 F4 ff.). 

Dass entgegen der Behauptung der Beschwerdeführerin jedoch mindes-

tens eine Schwester (und deren Familie) in Aa._______ lebt, geht aus der 

Stellungnahme der Beschwerdeführenden vom 13. Juni 2013 zur Bot-

schaftsabklärung hervor. Darin wird nämlich unter anderem (unter Angabe 

ihrer kosovarischen Telefonnummer) vorgebracht, Pp._______, eine 

Schwester der Beschwerdeführerin, sei in Aa._______ von U._______ be-

droht worden. Es ist demzufolge davon auszugehen, dass die Beschwer-

deführerin an ihrem Herkunftsort Aa._______ noch über ein verwandt-

schaftliches Beziehungsnetz verfügt, an dem auch C._______, D._______ 

und E._______ in Kosovo werden teilhaben können. Sowohl der Be-

schwerdeführer als auch die Beschwerdeführerin werden überdies ihre 

früheren sozialen Beziehungsnetze trotz ihrer langjährigen Landesabwe-

senheit reaktivieren können. Gemäss der Botschaftsabklärung vom Mai 

2013 ist die Familie S._______ im Dorf des Beschwerdeführers 

(F._______) nach wie vor sehr wohl bekannt.  

Hinsichtlich des Aufbaus einer wirtschaftlichen Existenzgrundlage nach ei-

ner Rückkehr nach Kosovo ist zunächst auf die Botschaftsabklärung zu 

D-5000/2013 

Seite 30 

verweisen, welche ergeben hat, dass der Beschwerdeführer in der Nähe 

der neu erbauten Häuser seiner Brüder Land besitzt, und dass die Mög-

lichkeit besteht, auf dem Land der Familie S._______ Landwirtschaft zu 

betreiben, wie dies der Beschwerdeführer auch früher getan hat. Sollte die-

ser aus gesundheitlichen Gründen dazu nicht mehr in der Lage sein, kön-

nen die Beschwerdeführerin und die Kinder sich diesbezüglich engagieren. 

Bei der Beurteilung der Frage, ob die Beschwerdeführenden sich nach ei-

ner Rückkehr nach Kosovo eine Existenzgrundlage werden aufbauen kön-

nen, ist vorliegend nicht nur das verwandtschaftliche oder anderweitige so-

ziale Beziehungsnetz in Kosovo zu berücksichtigen, sondern auch das fa-

miliäre Beziehungsnetz insbesondere in der Schweiz und in anderen euro-

päischen Staaten. Hinsichtlich der Wohnsituation ist, wie bereits dargelegt, 

davon auszugehen, dass die Beschwerdeführenden in F._______ in einem 

der Häuser eines Bruders oder Onkels der Brüder oder der Onkel des Be-

schwerdeführers werden wohnen können, sei dies kostenlos oder gegen 

Bezahlung einer Miete. Hinsichtlich des Aufbaus einer Existenzgrundlage 

und der Finanzierung der Lebenshaltungskosten einschliesslich der Ge-

sundheitsversorgung ist sodann davon auszugehen, dass die Beschwer-

deführenden auf die Unterstützung ihrer fünf erwachsenen Kinder bezie-

hungsweise Geschwister werden zählen können, von denen zwei 

(I._______ und K._______) in der Schweiz über eine Aufenthaltsbewilli-

gung verfügen. Eine Unterstützung ist im Übrigen insbesondere auch den 

übrigen drei Söhnen beziehungsweise Brüdern L._______, H._______ und 

J._______ zuzumuten, deren Straffälligkeit (zusammen mit derjenigen des 

Beschwerdeführers) letztlich zur Aufhebung der vorläufigen Aufnahme der 

Familie im Jahr 2007 geführt hat.(vgl. Sachverhalt Bst. D – F). Mit eigenen 

Anstrengungen und der Unterstützung ihrer Kinder respektive Geschwister 

wird es den Beschwerdeführenden möglich sein, sich in Kosovo wieder 

eine Existenzgrundlage aufzubauen und ihren Lebensunterhalt zu bestrei-

ten. Hinsichtlich der mittlerweile volljährig gewordenen Kinder C._______ 

und D._______ ist festzuhalten, dass die in der Schweiz und in O._______ 

erworbenen Kenntnisse und Erfahrungen ihnen bei der Integration in Ko-

sovo von Nutzen sein dürften. 

7.3  

7.3.1 In der Beschwerde wird geltend gemacht, die Integration der Be-

schwerdeführenden in der Schweiz sei ausgezeichnet. Sämtliche Familien-

angehörigen ausser der Mutter sprächen perfekt Hoch- und Schweizer-

deutsch, was ihre berufliche Integration erleichtere. K._______ und 

C._______ seien auf Lehrstellensuche, und es sei möglich, dass beide im 

D-5000/2013 

Seite 31 

Altersheim in Hh._______ eine Lehre als Pflegefachfrau beginnen könn-

ten. Unter Beilage einer einzigen Lohnabrechnung vom August 2013 wurde 

ferner vorgebracht, der Vater sei als Bauarbeiter erwerbstätig, so dass die 

Beschwerdeführenden bald keine Sozialhilfe mehr beziehen würden. Auf-

grund der starken Assimilierung der Beschwerdeführenden in der Schweiz 

käme der Vollzug der Wegweisung einer Entwurzelung gleich. Wegen der 

langen Landesabwesenheit könnten die Beschwerdeführenden in Kosovo 

nicht auf ein intaktes Beziehungsnetz zurückgreifen; alle nahen Verwand-

ten lebten in der Schweiz. Entgegen der Auffassung der Vorinstanz liege 

eine erhebliche Entwurzelung der Kinder im Heimatland vor. Die Kinder 

seien mit den Lebensgewohnheiten in Kosovo nicht mehr vertraut. 

K._______ sei bei der Einreise in die Schweiz (…) und E._______ (…) 

Jahre alt gewesen; D._______ sei als (…)jähriger in die Schweiz gekom-

men und C._______ sei hier geboren und noch gar nie in Kosovo gewesen. 

Alle Kinder hätten in der Schweiz die Schule besucht, bis sie im Jahr 2008 

das Land hätten verlassen müssen.  

7.3.2 Vorweg festzuhalten ist, dass die Behauptung in der Beschwerde, die 

Integration der Familie in der Schweiz sei ausgezeichnet, in den Akten, 

einschliesslich der zahlreichen, im Lauf des Beschwerdeverfahrens nach-

gereichten Unterlagen – keine hinreichende Grundlage findet. So ist die 

Familie nach wie vor von Sozialhilfe abhängig. Einzig D._______ hat sich 

offenbar ernsthaft darum bemüht, eine Lehrstelle zu finden. Der Lehrver-

trag mit der (…) AG als (…) wurde allerdings vom Lehrbetrieb noch vor 

Lehrbeginn gekündigt, weil D._______ falsche Angaben bezüglich seines 

Aufenthaltsstatus gemacht hatte. Er wurde von einer Schule für lehrstel-

lensuchende Jugendliche gewiesen, weil er diese nach Unterzeichnung 

des Lehrvertrages nicht mehr besucht hatte. Eine Lehre als Metallbauprak-

tiker brach er offenbar wegen „zwischenmenschlicher Differenzen“ nach 

drei Monaten ab. Ob er in der Lage sein wird, die gegenwärtige zweijährige 

Lehre (bei einem Verwandten seines Schwagers) erfolgreich zu absolvie-

ren, ist offen. Sollte er dies ernsthaft anstreben, kann er beim zuständigen 

Kanton zu diesem Zweck ein Gesuch um Erteilung einer Aufenthaltsbewil-

ligung einreichen. Seine Schwester C._______ brachte in der Eingabe vom 

15. November 2015 vor, sie werde im Jahr 2016 eine „Ausbildung zur Kauf-

frau“ beginnen, welche inklusive Praktikum sechs Semester dauere. An-

stelle eines Ausbildungsvertrages reichte sie jedoch lediglich allgemeines 

Informationsmaterial der (…) Schule beziehungsweise ein Ausbildungs-

konzept zur Ausbildung „Kauffrau mit eidg. Fähigkeitsausweis“ ein. Ein Ver-

gleich der Profile und der Stundentafeln der sechs Semester mit den von 

C._______ ausgefüllten Motivationsschreiben für die Anmeldung bei (…) 

D-5000/2013 

Seite 32 

sowie der Auswertung einer Schnupperlehre aus der Sicht des Betriebes 

(vgl. Beilagen zur Eingabe vom 16. Juni 2015) lassen Zweifel aufkommen, 

ob sie die Voraussetzungen für die Ausbildung als Kauffrau erfüllt.  

7.3.3 Alsdann sind für die Beantwortung der Frage, ob der Vollzug der 

Wegweisung aufgrund einer konkreten Gefährdung im Sinne von Art. 83 

Abs. 4 AuG unzumutbar ist, ohnehin nicht die persönlichen Verhältnisse 

der ausländischen Person in der Schweiz, sondern die Situation im Heimat- 

oder Herkunftsstaat ausschlaggebend, die sich für die ausländische Per-

son im Falle des Vollzugs dorthin ergeben würde. Im Rahmen von Art. 83 

Abs. 4 AuG unter dem Aspekt des Kindeswohls gemäss Art. 3 Abs. 1 des 

Übereinkommens vom 20. November 1989 über die Rechte des Kindes 

(KRK, SR 0.107) zu berücksichtigen ist die Situation in der Schweiz hinge-

gen, wenn Kinder und insbesondere Jugendliche, welche die prägenden 

Jahre der Adoleszenz in der Schweiz verbracht haben, von einem allfälli-

gen Vollzug der Wegweisung betroffen sind (vgl. E. 7.3.4). Nachdem wäh-

rend des vorliegenden Beschwerdeverfahrens zuerst C._______ und nun 

auch D._______ volljährig geworden sind, ist das Kindeswohl nur im Fall 

des jüngsten Kindes E._______ zu berücksichtigen. Die beschwerdefüh-

renden Eltern haben den Grossteil ihres Lebens in Kosovo verbracht, be-

vor sie im Jahr 1999 im Alter von (…) beziehungsweise (…) Jahren in die 

Schweiz eingereist sind. Der Umstand, dass sie insgesamt während über 

13 Jahren in der Schweiz (und vier Jahre in O._______) gelebt haben, ist 

für die Frage der Zumutbarkeit des Vollzugs der Wegweisung aufgrund der 

vorstehenden Erwägungen nicht ausschlaggebend.  

7.3.4 Unter dem Aspekt des Kindeswohls gemäss Art. 3 Abs. 1 KRK sind 

im Rahmen der Prüfung der Zumutbarkeit des Vollzugs sämtliche Um-

stände einzubeziehen und zu würdigen, die im Hinblick auf eine Wegwei-

sung wesentlich erscheinen. In Bezug auf das Kindeswohl können für ein 

Kind namentlich folgende Kriterien im Rahmen einer gesamtheitlichen Be-

urteilung von Bedeutung sein: Alter, Reife, Abhängigkeiten, Art (Nähe, In-

tensität, Tragfähigkeit) seiner Beziehungen, Eigenschaften seiner Bezugs-

personen (insbesondere Unterstützungsbereitschaft und -fähigkeit), Stand 

und Prognose bezüglich Entwicklung/Ausbildung, sowie der Grad der er-

folgten Integration bei einem längeren Aufenthalt in der Schweiz. Gerade 

letzterer Aspekt, die Dauer des Aufenthaltes in der Schweiz, ist im Hinblick 

auf die Prüfung der Chancen und Hindernisse einer Reintegration bezie-

hungsweise Integration im Heimatland bei einem Kind als gewichtiger Fak-

tor zu werten, da Kinder nicht ohne guten Grund aus einem einmal vertrau-

D-5000/2013 

Seite 33 

ten Umfeld herausgerissen werden sollten. Dabei ist aus entwicklungspsy-

chologischer Sicht nicht nur das unmittelbare persönliche Umfeld des Kin-

des (d.h. dessen Kernfamilie) zu berücksichtigen, sondern auch dessen 

übrige soziale Einbettung. Die Verwurzelung in der Schweiz kann eine re-

ziproke Wirkung auf die Frage der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs 

haben, indem eine starke Assimilierung in der Schweiz mithin eine Entwur-

zelung im Heimatstaat zur Folge haben kann, welche unter Umständen die 

Rückkehr dorthin als unzumutbar erscheinen lässt (vgl. BVGE 2009/51 

E. 5.6; 2009/28 E. 9.3.2).  

7.3.5 Diese Voraussetzungen sind im vorliegenden Fall indes nicht erfüllt. 

Das jüngste Kind, E._______, ist in der Schweiz geboren und hat die ersten 

(…) Lebensjahre hier verbracht. Anschliessend hielt sich E._______ wäh-

rend knapp vier Jahren in O._______ auf. Im Alter von (…) Jahren kehrte 

sie mit ihrer Familie in die Schweiz zurück, wo sie nun seit gut vier Jahren 

lebt. Die mittlerweile (…)-jährige E._______ hat zwar vier prägende Jahre 

ihrer Kindheit in der Schweiz verbracht und befindet sich an der Schwelle 

zur Adoleszenz. Der Schulbestätigung ihrer Klassenlehrerin vom 16. No-

vember 2015 ist zu entnehmen, dass E._______ sich gegenüber Lehrper-

sonen „anständig und freundlich“ verhält und auch zu ihren Klassenkame-

radinnen und -kameraden „nett“ ist. Sie hat jedoch in ihrer Klasse lediglich 

eine einzige Freundin; mit den anderen Mädchen hat sie nicht viel Kontakt. 

Ein ihrem Alter entsprechendes eigenes Beziehungsnetz zu anderen Kin-

dern hat sie demnach bisher in der Schweiz kaum aufbauen können. Den 

Schulunterricht besucht sie zuverlässig; sie gibt sich Mühe, ist fleissig, er-

hält zusätzliche Deutschlektionen und eine intensive Unterstützung durch 

eine IF-Lehrerin. Trotzdem ist E._______ gemäss ihrer Lehrerin „leistungs-

mässig vom Unterrichtsstoff der 6. Klasse weit entfernt“. Den Lernberich-

ten über das 3. und 4. Schuljahr in der Schweiz (vgl. Beschwerdebeilagen 

41 und 42) ist ebenfalls zu entnehmen, dass E._______ aufgrund ihres 

Alters jeweils in Klassen eingestuft wurde, deren Niveau sie nicht folgen 

konnte. Unter diesen Umständen ist nicht davon auszugehen, dass 

E._______ in der Schweiz derart verwurzelt ist, dass bei ihr eine tiefgrei-

fende Entwurzelung zu befürchten wäre, welcher unter dem Aspekt der Zu-

mutbarkeit des Vollzugs der Wegweisung ausschlaggebende Bedeutung 

beigemessen werden könnte. Zwar hat E._______ noch nie in Kosovo ge-

lebt, doch ist sie aufgrund ihrer Sozialisierung in einer kosovarischen Fa-

milie mit der Kultur und der albanischen Sprache vertraut. Angesichts ihres 

fröhlichen und aufgestellten Wesens (vgl. Schulbestätigung ihrer Klassen-

lehrerin vom 16. November 2015) wird sie sich in Kosovo nach einer Ein-

gewöhnungszeit zurecht finden. Überdies wird E._______ in Kosovo – im 

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Seite 34 

Gegensatz zur Schweiz – in ihrer Muttersprache die Schule besuchen kön-

nen, und es ist anzunehmen, dass sie dort eher in einer ihrem Niveau ent-

sprechenden Klasse eingeschult werden wird. Schliesslich ist davon aus-

zugehen, dass sich die Klärung der Aufenthaltssituation der Familie positiv 

auf die künftige Entwicklung von E._______ auswirken wird. Eine Gefähr-

dung des Kindeswohls bei einer Rückkehr der Familie nach Kosovo ist da-

her nicht ersichtlich.  

7.4  

7.4.1 Gesundheitliche Probleme führen praxisgemäss nur dann zur Unzu-

mutbarkeit des Wegweisungsvollzugs, wenn eine notwendige medizini-

sche Behandlung im Heimatland nicht zur Verfügung steht und sich daraus 

eine konkrete Gefährdung für die betroffene Person ergibt. Dabei muss 

eine allgemeine und dringliche medizinische Behandlung, welche zur Ge-

währleistung einer menschenwürdigen Existenz absolut notwendig ist, ver-

fügbar sein (vgl. BVGE 2011/24 E. 11.1; 2009/28 E. 9.3.1). Demgegenüber 

liegt noch keine Unzumutbarkeit vor, wenn im Heimatstaat eine dem 

schweizerischen Standard nicht entsprechende medizinische Behandlung 

zur Verfügung steht (vgl. BVGE 2011/50 E. 8.3).  

7.4.2 Die Beschwerdeführerin gab an der Anhörung zu Protokoll, sie sei 

gesundheitlich angeschlagen; sie leide an einer Lungenkrankheit. Diesbe-

züglich liegen allerdings keine aktuellen ärztlichen Zeugnisse bei den Ak-

ten. Einer eingereichten Patientenaufklärung vom 11. Dezember 2015 ist 

zu entnehmen, dass bei der Beschwerdeführerin am 5. Januar 2016 eine 

Operation an der Hand (Karpaltunnelsyndrom) geplant war. Seither wurden 

keine weiteren ärztlichen Berichte zum Verlauf der Operation und allfälligen 

Komplikationen oder weiteren erforderlichen Behandlungen eingereicht.  

7.4.3 Bezüglich des psychischen Gesundheitszustandes des Beschwerde-

führers wurden als Beschwerdebeilagen zwei fachärztliche Berichte eines 

Psychiaters vom 8. Februar 2013 und einer Psychiaterin vom 4. Septem-

ber 2013 eingereicht, welche ihm eine posttraumatische Belastungsstö-

rung sowie eine Anpassungsstörung attestieren. Die ärztlichen Berichte 

wurden in einem engen zeitlichen Zusammenhang mit der Anhörung des 

Beschwerdeführers zu seinen Asylgründen beziehungsweise dem ableh-

nenden Asylentscheid des BFM verfasst. Bei einem (…)unfall am (…) zog 

sich der Beschwerdeführer diverse Frakturen und eine Lungenverletzung 

zu. In einem Psychosomatischen Konsilium der Rehaklinik Ff._______ 

vom 30. Juni 2014 wurden eine vorbestehende chronifizierte posttraumati-

sche Belastungsstörung, nach Unfall akzentuiert in Erscheinung tretend 

D-5000/2013 

Seite 35 

(ICD-10: F43.1), akzentuierte Persönlichkeitszüge von histrionisch-nar-

zisstischer und impulsiver Ausprägung (ICD-10: Z73.1) sowie ein dysfunk-

tionales Überzeugungs- und Bewältigungsmuster mit expressivem 

Schmerzverhalten und Opferrollenproblematik diagnostiziert. Der Patient 

fühle sich in verschiedener Hinsicht als Opfer, erwarte eine Wiedergutma-

chung in Form einer definitiven Aufenthaltsbewilligung und neige in seinen 

Angaben generell zu plakativer Überzeichnung, was durch narzisstische 

und impulsive Persönlichkeitszüge noch verstärkt werde. Im Austrittsbe-

richt der Rehaklinik vom 7. Juli 2014 wurde die bisherige Tätigkeit als Bau-

arbeiter wegen der Verletzungsfolgen als nicht mehr zumutbar beurteilt. In 

der Folge wurden umfassende medizinische Untersuchungen durch die 

SUVA und die IV veranlasst. Die SUVA stellte in ihrem Schreiben vom 

7. Dezember 2015 fest, sie sei aufgrund von umfangreichen medizinischen 

Abklärungen zum Schluss gelangt, dass von einer weiteren unfallbeding-

ten Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes 

des Beschwerdeführers erwartet werden könne. Leichte Arbeiten seien 

ganztags möglich; nicht möglich seien unter anderem Heben und Tragen 

von Gegenständen über 5 kg, permanente Rotationen des linken Armes, 

Arbeiten in gebückter Position, in der Hocke, unter Stössen und Vibratio-

nen. Die Ergebnisse der im Rahmen der IV-Abklärungen erfolgten spezial-

ärztlichen Untersuchungen (vgl. Sachverhalt Bst. EE) liegen nicht in den 

Akten. Ob der Beschwerdeführer weiterhin Psychopharmaka zu sich 

nimmt, geht aus den Akten nicht hervor. Eine medikamentöse Behandlung 

mit Psychopharmaka ist in Kosovo jedoch auch möglich; der Zugang dürfte 

anfangs mit Mitteln der Rückkehrhilfe und – sofern erforderlich – langfristig 

mittels finanzieller Unterstützung insbesondere der in der Schweiz und an-

deren europäischen Staaten lebenden volljährigen Kinder des Beschwer-

deführers gewährleistet sein. Demzufolge bestehen keine Anhaltspunkte 

dafür, dass die Beschwerdeführenden an aktuellen, schwerwiegenden ge-

sundheitlichen Problemen leiden würden, die nur in der Schweiz behandel-

bar wären und allenfalls ein Vollzugshindernis darstellen könnten.  

7.5 Aufgrund dieser Erwägungen ist nicht davon auszugehen (vgl. zum Be-

weismass BVGE 2014/26 E. 7.7.4), dass die Beschwerdeführenden bei 

der Rückkehr nach Kosovo aufgrund der allgemeinen Situation oder aus 

individuellen Gründen wirtschaftlicher, sozialer oder gesundheitlicher Natur 

in eine existenzielle Notlage geraten würden. Der Vollzug der Wegweisung 

erweist sich demnach nicht als unzumutbar im Sinne von Art. 83 Abs. 4 

AuG.  

D-5000/2013 

Seite 36 

7.6  

7.6.1 In der Beschwerde wird beantragt, es sei die Unzumutbarkeit des 

Wegweisungsvollzugs festzustellen und die vorläufige Aufnahme anzuord-

nen. In Bezug auf die vom BFM festgestellte Zulässigkeit (vgl. Art. 83 

Abs. 3 AuG) beziehungsweise Möglichkeit des Vollzugs der Wegweisung 

(vgl. Art. 83 Abs. 2 AuG) enthält die Beschwerde keine Anträge. Das Bun-

desverwaltungsgericht kann eine fehlerhafte Verfügung zugunsten einer 

Partei auch dann ändern (Art. 62 Abs. 1 VwVG), wenn in der Beschwerde 

kein entsprechendes Begehren formuliert wird. Es ist allerdings nicht ge-

halten, über die Vorbringen der Parteien hinaus den Sachverhalt vollkom-

men neu zu erforschen, noch hat es nach allen möglichen Rechtsfehlern 

zu suchen; vielmehr prüft es von den Parteien nicht aufgeworfene Rechts-

fragen nur dann, wenn hierzu aufgrund bestimmter, sich aus den Akten er-

gebender Anhaltspunkte hinreichend Anlass besteht (vgl. MO-

SER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, Prozessieren vor dem Bundesverwaltungsge-

richt, 2. Auflage, 2013, Rz. 1.54 ff.).  

7.6.2 Es bestehen vorliegend jedoch keine konkreten Anhaltspunkte, wel-

che darauf hindeuten würden, dass die Vorinstanz den Vollzug der Weg-

weisung zu Unrecht als zulässig und möglich bezeichnet haben könnte. In 

der Beschwerde (Ziff. II 12) wird zwar daran festgehalten, dass die Be-

schwerdeführenden bei einer Rückkehr nach Kosovo der Blutrache der 

verfeindeten Familie Q._______ schutzlos ausgeliefert wären, und geltend 

gemacht, dies würde eine unmenschliche Behandlung im Sinne von Art. 3 

EMRK beziehungsweise ein „real risk“ gemäss der Rechtsprechung des 

Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) darstellen. Im 

Weiteren wird daran festgehalten, dass die UCK-Vergangenheit des Be-

schwerdeführers und seine frühere Ehe mit einer Serbin die Familie zur 

Zielscheibe möglicher Bedrohungen machen würden und dass sie als An-

gehörige einer ethnischen Minderheit in Kosovo der Verfolgung ausgesetzt 

seien. Entgegen der Auffassung der Vorinstanz sei die Furcht der Be-

schwerdeführenden vor drohenden ernsthaften Nachteilen glaubhaft und 

objektiv begründet. In Ziff. II 10 der Beschwerde begründen die Beschwer-

deführenden die Unzumutbarkeit ihrer Rückkehr nach Kosovo mit der be-

hauptete UCK-Vergangenheit des Beschwerdeführers, dessen früherer 

Ehe mit einer Serbin, der angeblich drohenden Blutrache sowie der Zuge-

hörigkeit zur ethnischen Minderheit der Ashkali. In den vorstehenden Er-

wägungen wurde indessen dargelegt, weshalb diese Vorbringen nicht 

glaubhaft sind und folglich auch nicht die Annahme der Unzumutbarkeit 

(geschweige denn der Unzulässigkeit) des Vollzugs der Wegweisung der 

D-5000/2013 

Seite 37 

Beschwerdeführenden begründen können. Schliesslich obliegt es den Be-

schwerdeführenden, sich bei der zuständigen Vertretung des Heimatstaa-

tes die für eine Rückkehr notwendigen Reisedokumente zu beschaffen 

(vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG; vgl. dazu auch BVGE 2008/34 E. 12), weshalb 

auch nicht ersichtlich ist, weshalb der Vollzug der Wegweisung nicht mög-

lich sein soll (Art. 83 Abs. 2 AuG).  

7.7 Zusammenfassend ergibt sich, dass die Vorinstanz den Wegweisungs-

vollzug zu Recht angeordnet hat. Eine Anordnung der vorläufigen Auf-

nahme fällt daher ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1 – 4 AuG). 

8.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig 

sowie vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 112 AuG i.V.m. Art. 49 

VwVG). Die Beschwerde ist demnach abzuweisen.  

9.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind dessen Kosten von Fr. 600.– den 

Beschwerdeführenden aufzuerlegen (Art. 37 VGG i.V.m. Art. 63 Abs. 1 

VwVG; Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten 

und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 

SR 173.320.2]). Der am 17. Oktober 2013 bezahlte Kostenvorschuss in 

Höhe von Fr. 600.– ist zur Bezahlung der Verfahrenskosten zu verwenden.  

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

D-5000/2013 

Seite 38 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen.  

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden den Beschwerdeführenden 

auferlegt. Der in gleicher Höhe geleistete Kostenvorschuss wird zu deren 

Bezahlung verwendet.  

3.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das SEM und die kanto-

nale Migrationsbehörde.  

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Walter Lang Jacqueline Augsburger 

 

 

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