# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 201b56f2-78cc-50b1-bf2c-b3a134ac19a1
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-04-27
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 27.04.2010 D-2791/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-2791-2010_2010-04-27.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-2791/2010
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 7 .  A p r i l  2 0 1 0

Einzelrichter Robert Galliker, 
mit Zustimmung von Richter Martin Zoller;
Gerichtsschreiberin Daniela Brüschweiler.

A._______, geboren (...),
Eritrea,
vertreten durch lic. iur. Donato Del Duca, Rechtsanwalt, 

Beschwerdeführerin,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin-
Verfahren); Verfügung des BFM vom 19. April 2010 / 
N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-2791/2010

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass  die  Beschwerdeführerin  eigenen  Angaben  zufolge  ihren 
Heimatstaat anfangs 2006 verliess und über den Sudan, Libyen und 
Italien am 4. Januar 2010 in die Schweiz einreiste, wo sie gleichentags 
um Asyl nachsuchte,

dass  das  BFM  aufgrund  einer  Abfrage  der  EURODAC-Datenbank 
feststellte,  dass  die  Beschwerdeführerin  am 24. Oktober  2006 durch 
die italienischen Behörden daktyloskopisch erfasst worden ist,

dass sie anlässlich der Anhörung zur Person und zu den Asylgründen 
im Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) B._______ am 14. Januar 
2010  unter  anderem  ausführte,  sie  habe  in  ihrem  Heimatstaat  ihre 
Religion  nicht  frei  ausüben  und  unter  diesen  Umständen  dort  nicht 
leben können,

dass für  den Inhalt  der  weiteren Aussagen auf  die  Akten verwiesen 
wird,

dass ihr im Rahmen derselben Befragung das rechtliche Gehör zum 
EURODAC-Ergebnis  sowie  einer  allfälligen  Wegweisung nach Italien 
gewährt wurde,

dass sie erklärte, sie wolle in der Schweiz und bei ihrer (...) bleiben, 
niemand gehe freiwillig in den Tod,

dass das BFM mit  Verfügung vom 3. März  2010  in  Anwendung von 
Art. 34  Abs. 2  Bst. d  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni 1998  (AsylG, 
SR 142.31) auf das Asylgesuch nicht eintrat und die Wegweisung nach 
Italien sowie den Vollzug anordnete,

dass die Beschwerdeführerin durch ihren Rechtsvertreter mit Eingabe 
vom  24. März  2010  gegen  den  Entscheid  des  Bundesamtes  beim 
Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhob,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  die  Beschwerde  mit  Urteil  vom 
30. März 2010 guthiess, die angefochtene Verfügung aufhob und die 
Sache zur Neubeurteilung an das BFM zurückwies,

dass zur Begründung geltend gemacht wurde,  das Bundesamt habe 
sich  nicht  mit  der  Frage  auseinandergesetzt,  ob  die 

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Beschwerdeführerin  in  Bezug auf  die  in  der  Schweiz wohnhafte  (...)  
Rechte zu ihren Gunsten ableiten könne,

dass das BFM mit Verfügung vom 19. April 2010 erneut in Anwendung 
von Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG auf das Asylgesuch nicht eintrat, die 
Wegweisung nach Italien sowie den Wegweisungsvollzug anordnete,

dass das Bundesamt die Beschwerdeführerin gleichzeitig aufforderte, 
die Schweiz spätestens am Tag nach Ablauf  der Beschwerdefrist  zu 
verlassen,  den  Kanton  C._______  mit  dem  Vollzug  der 
Wegweisungsverfügung  beauftragte  und  festhielt,  einer  allfälligen 
Beschwerde  gegen  diese  Verfügung  komme  keine  aufschiebende 
Wirkung zu,

dass das BFM zur  Begründung  im Wesentlichen anführte,  aus  dem 
Fingerabdruckvergleich  mit  der  Datenbank  EURODAC  gehe  hervor, 
dass die Beschwerdeführerin am 24. Oktober 2006 als Asylsuchende 
in Italien daktyloskopiert worden sei,

dass gestützt auf das Abkommen vom 26. Oktober 2004 zwischen der 
Schweizerischen  Eidgenossenschaft  und  der  Europäischen  Gemein-
schaft  über  die  Kriterien  und  Verfahren  zur  Bestimmung  des  zu-
ständigen Staates für die Prüfung eines in einem Mitgliedstaat oder in 
der  Schweiz  gestellten  Asylantrags  (Dublin-Assoziierungsabkommen 
[DAA,  SR 0.142.392.68]) und  auf  das  Übereinkommen  vom  17. De-
zember  2004  zwischen  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft,  der 
Republik  Island und  dem Königreich  Norwegen über  die  Umsetzung, 
Anwendung und Entwicklung des Schengen-Besitzstands und über die 
Kriterien  und Verfahren zur  Bestimmung des zuständigen Staates für 
die Prüfung eines in der Schweiz, in Island oder in Norwegen gestellten 
Asylantrags Italien für die Durchführung des Asylverfahrens zuständig 
sei  und  mangels  Stellungnahme  eine  stillschweigende  Zustimmung 
Italiens zur Übernahme der Beschwerdeführerin vorliege,

dass die  Rückführung -  vorbehältlich  einer  allfälligen Unterbrechung 
oder  Verlängerung  -  bis  spätestens  am  29. September  2010  zu 
erfolgen habe,

dass die Aussagen der Beschwerdeführerin anlässlich der Gewährung 
des  rechtlichen  Gehörs  zu  einer  Wegweisung  nach  Italien  kein 
Hindernis für eine Wegweisung nach Italien darstellten,

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dass somit auf das Asylgesuch nicht einzutreten sei, die Wegweisung 
aus der  Schweiz  die  Regelfolge des Nichteintretens auf  ein  Asylge-
such und der Vollzug der Wegweisung nach Italien zulässig, zumutbar 
und möglich sei,

dass  die  Beschwerdeführerin  mit  Eingabe  vom  22. April 2010 
(Poststempel)  durch  ihren  Rechtsvertreter  gegen  diesen  Entscheid 
beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  erheben  und  dabei 
beantragen liess, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die 
Vorinstanz sei anzuweisen, ihr Recht auf Selbsteintritt auszuüben und 
sich für das vorliegende Asylgesuch als zuständig zu erachten,

dass  der  Beschwerde  im  Sinne  vorsorglicher  Massnahmen  die 
aufschiebende  Wirkung  zu  erteilen  sei  und  die  Vollzugsbehörden 
anzuweisen seien, von einer Überstellung nach Italien abzusehen, bis 
das  Bundesverwaltungsgericht  über  den  Suspensiveffekt  der 
eingereichten Beschwerde entschieden habe,

dass der Beschwerdeführerin die unentgeltliche Rechtspflege im Sinne 
von Art. 65 Abs. 1 und 2 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 
über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) zu bewilligen und 
auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten sei,

dass auf die Begründung der Begehren - soweit entscheidwesentlich - 
in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen wird,

dass das Bundesverwaltungsgericht den Vollzug der Wegweisung mit 
Verfügung vom 23. April 2010 per sofort aussetzte,

dass  die  vorinstanzlichen  Akten  am  26. April  2010  beim 
Bundesverwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

und zieht in Erwägung,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  auf  dem  Gebiet  des  Asyls 
endgültig  über  Beschwerden  gegen  Verfügungen  (Art. 5  VwVG)  des 
BFM  entscheidet  (Art. 105  AsylG  i.V.m.  Art. 31-33  des 
Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 2005  [VGG,  SR 173.32]; 
Art. 83 Bst. d  Ziff. 1  des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
[BGG, SR 173.110]),

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dass  die  Beschwerdeführerin  durch  die  angefochtene  Verfügung 
besonders  berührt  ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren 
Aufhebung beziehungsweise Änderung hat und daher zur Einreichung 
der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und 
Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass  somit  auf  die  frist-  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde 
einzutreten  ist  (Art.  108  Abs.  2  AsylG  sowie  Art.  105  AsylG  i.V.m. 
Art. 37 VGG und Art. 52 VwVG),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass über  offensichtlich  unbegründete  Beschwerden in  einzelrichter-
licher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters 
beziehungsweise  einer  zweiten  Richterin  entschieden  wird  (Art.  111 
Bst. e AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt, um 
eine  solche  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur 
summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass  gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  vorliegend  auf  einen 
Schriftenwechsel verzichtet wurde,

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art. 32-35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der 
Beschwerdeinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt ist, ob die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass  sich  die  Beschwerdeinstanz  –  sofern  sie  den  Nichteintretens-
entscheid  als  unrechtmässig  erachtet  –  einer  selbständigen 
materiellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und 
die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (vgl. 
Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurs-
kommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.),

dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung und des Vollzugs mate-
riell  geprüft  hat,  weshalb  dem Bundesverwaltungsgericht  diesbezüg-
lich grundsätzlich volle  Kognition  zukommt,  wobei  sich diese Fragen 
-  namentlich  diejenigen  hinsichtlich  des  Bestehens  von  Vollzugs-

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hindernissen (Durchführbarkeit  der  Überstellung an den zuständigen 
Staat)  -  in  den  Dublin-Verfahren  bereits  vor  Erlass  des  Nichteintre-
tensentscheides stellen,

dass die Beschwerdeführerin in formeller Hinsicht rügt, das BFM habe 
seine Verfügung mangelhaft begründet, weil es sich weder zur Frage 
der  Familieneinheit  noch  zu  derjenigen  des  Selbsteintrittsrechts  in 
genügender Form geäussert habe,

dass  in  der  angefochtenen  Verfügung  (S. 3)  ausgeführt  wird,  die 
Beschwerdeführerin  habe im Rahmen des ihr  gewährten rechtlichen 
Gehörs  erwähnt,  dass  sie  in  der  Schweiz  bleiben  und  zu  ihrer  im 
Kanton  D._______  lebenden  (...)  gehen  wolle,  in  der  Dublin  II-
Verordnung  falle  eine  (...)  jedoch  nicht  unter  den  Begriff  
"Familienangehörige"  gemäss  Art. 2  Bst. i  und  Art. 7  dieser 
Verordnung,

dass damit  das BFM einerseits  den Sachverhalt  der  in  der  Schweiz 
lebenden (...) in der Entscheidfindung berücksichtigte,

dass  anderseits  ersichtlich  ist,  weshalb  dieser  Umstand  nach 
Auffassung des Bundesamtes kein Hindernis für eine Überstellung der 
Beschwerdeführerin nach Italien darstellt,

dass  betreffend  den  Selbsteintritt  in  Anbetracht  der  nachfolgenden 
Ausführungen ebenfalls keine Verletzung der Begründungspflicht und 
damit des Grundsatzes des rechtlichen Gehörs feststellbar ist,

dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asyl -
suchende in einen Drittstaat ausreisen können, welcher für die Durch-
führung  des  Asyl-  und  Wegweisungsverfahrens  staatsvertraglich  zu-
ständig ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG),

dass sich aus den Akten ergibt und auch unbestritten blieb, dass die 
Beschwerdeführerin in Italien daktyloskopisch erfasst worden ist,

dass  bei  dieser  Sachlage  Italien  für  die  Prüfung  ihres  Asylgesuchs 
zuständig ist, 

dass  die  italienischen  Behörden  das  Ersuchen  der  Schweizer 
Behörden um Rückübernahme der Beschwerdeführerin innert  zweier 
Wochen  nicht  beantwortet  haben,  womit  die  Zuständigkeit  Italiens 

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gemäss  Dubliner  Verfahrensregelung  aufgrund  der  so  genannten 
Verfristung definitiv geworden ist (vgl. Art. 20 Abs. 1 Dublin-II-VO),

dass  Art. 2  Bst. i  der  Dublin  II-Verordnung  als  "Familienangehörige" 
den  Ehegatten  des  Asylbewerbers  oder  den  nicht  verheirateten 
Partner des Asylbewerbers, der mit diesem eine dauerhafte Beziehung 
führt,  sofern  gemäss  den  Rechtsvorschriften  oder  den 
Gepflogenheiten  des  betreffenden  Mitgliedstaats  nichtverheiratete 
Paare,  die  minderjährigen  Kinder  von  solchen  Paaren  oder  des 
Antragstellers,  sofern  diese  ledig  und  unterhaltsberechtigt  sind, 
gleichgültig, ob es sich nach dem einzelstaatlichen Recht um eheliche 
oder ausserehelich geborene oder adoptierte Kinder handelt, definiert,

dass  die  in  der  Schweiz  als  Flüchtling  anerkannte  (...)  der 
Beschwerdeführerin  somit  keine  "Familienangehörige"  im  Sinne  der 
Dublin  II-Verordnung ist,  weshalb  die  Beschwerdeführerin  aus Art. 7 
der Dublin II-Verordnung nichts zu ihren Gunsten abzuleiten vermag,

dass  gemäss  Art. 8  der  Konvention  vom  4. November  1950  zum 
Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) 
auch über die Kernfamilie hinausgehende verwandtschaftliche Bande - 
namentlich  auch  diejenigen  zwischen  Grosseltern  und  ihren  Enkeln 
und Enkelinnen, zwischen Onkeln beziehungsweise Tanten und ihren 
Nichten und Neffen sowie zwischen Geschwistern - unter den Schutz 
der Einheit der Familie fallen, sofern eine nahe, echte und tatsächlich 
gelebte  Beziehung  zwischen  den  Angehörigen  besteht  (vgl.  BVGE 
2008/47 E. 4.1.1; CARONI MARTINA, Schriften zum Europäischen Rechts, 
Band  58,  Privat-  und  Familienleben  zwischen  Menschenrecht  und 
Migration, S. 25 und S. 35 mit Hinweisen auf Urteile des Europäischen 
Gerichtshofs für Menschenrechte),

dass die Berufung auf den Grundsatz der Familieneinheit im Verhältnis 
zwischen diesen Verwandten ausserhalb der Kernfamilie jedoch nicht 
nur eine nahe, echte und tatsächlich gelebte Beziehung, sondern ein 
darüber  hinausgehendes  besonderes  Abhängigkeitsverhältnis 
voraussetzt  (vgl.  Urteil  des  Bundesgerichts  2A.145/2002  vom 
24. Oktober  2002 E. 3.2-3.5,  BGE 129 II  11 E. 2 S. 14,  BGE 120 Ib 
E. 1d-f S. 260 ff.),

dass aufgrund der Akten nicht  ersichtlich ist,  inwiefern zwischen der 
Beschwerdeführerin und ihrer (...) eine derartige Beziehung besteht,

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dass  die  sich  nach  eigenen  Angaben  seit  Oktober  2006  in  Italien 
aufhaltende  Beschwerdeführerin  erst  am  4. Januar  2010  in  die 
Schweiz einreiste und sich damit in die Nähe ihrer (...) begab, welche 
bereits am 24. Dezember 2007 in der Schweiz um Asyl nachgesucht 
hatte,

dass  die  Beschwerdeführerin  im  Zeitpunkt  der  Kurzbefragung  am 
14. Januar 2010 noch keinen Kontakt mit ihrer (...) aufgenommen hatte 
(vgl. A1/10 S. 6) und sie auch nicht ausführte, sie habe ihre Ankunft 
mit der (...) abgesprochen,

dass vor diesem Hintergrund die Behauptung in der Beschwerde, bei 
einer  Trennung  von  ihrer  (...)  würde  die  Beschwerdeführerin  eine 
wichtige Bezugsperson verlieren, nicht zu überzeugen vermag,

dass  hinsichtlich  des  Einwandes  der  Beschwerdeführerin,  sie  sei  in 
Italien  auf  die  Strasse  gestellt  worden  und  habe  weder  Unterkunft, 
Verpflegung  noch  medizinische  Betreuung  erhalten,  festzuhalten  ist, 
dass Italien unter anderem Signatarstaat des Abkommens vom 28. Juli 
1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30), der 
EMRK und  des  Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen 
Folter  oder  andere  grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende 
Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) ist,

dass keine Hinweise dafür bestehen, wonach Italien sich nicht an die 
massgebenden völkerrechtlichen Bestimmungen, insbesondere an das 
Rückschiebungsverbot  oder  die  einschlägigen  Normen  der  EMRK, 
halten würde,

dass  zwar  das  italienische  Fürsorgesystem für  Asylsuchende  in  der 
Kritik steht, in den Aufenthalts- und Verfahrensbedingungen für Perso-
nen, welche sich im Rahmen eines Asylverfahrens in Italien aufhalten, 
indessen  insgesamt  kein  Vollzugshindernis  zu  erkennen  ist  (Urteile 
des  Bundesverwaltungsgerichts  E-4109/2009  vom  17.  August  2009 
und E-6195/2009 vom 30. Oktober 2009),

dass  Dublin-Rückkehrende und verletzliche Personen betreffend Un-
terbringung von den italienischen Behörden bevorzugt behandelt wer-
den und sich - neben den staatlichen Strukturen - auch zahlreiche pri-
vate  Hilfsorganisationen  der  Betreuung  von  Asylsuchenden  und 
Flüchtlingen annehmen,

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dass  entgegen  der  Beschwerdevorbringen  somit  nicht  davon 
auszugehen ist,  das BFM hätte Veranlassung zu einem Selbsteintritt 
und zu einer diesbezüglichen Begründung gehabt, weshalb verzichtet 
werden kann, darauf näher einzugehen,

dass das BFM demnach in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG 
zu  Recht  auf  das  Asylgesuch  der  Beschwerdeführerin  nicht 
eingetreten ist,

dass die Anordnung der Wegweisung nach Italien der Systematik des 
Dublin-Verfahrens  entspricht  und  nach  dem Nichteintretensentscheid 
im Einklang mit der Bestimmung von Art. 44 Abs. 1 AsylG steht, 

dass  im  Rahmen  des  Dublin-Verfahrens  -  bei  dem  es  sich  um  ein 
Überstellungsverfahren in den für  die Prüfung des Asylgesuches zu-
ständigen Staat handelt - systembedingt kein Raum bleibt für Ersatz-
massnahmen im Sinne von Art. 44 Abs. 2 AsylG i.V.m. Art. 83 Abs. 1 
des Bundesgesetzes vom 16. Dezember  2005 über  die Ausländerin-
nen und Ausländer [AuG, SR 142.20]), 

dass eine entsprechende Prüfung soweit  notwendig vielmehr  bereits 
im Rahmen des Dublin-Verfahrens stattfinden muss (vgl. vorstehende 
Erwägungen),

dass  vorliegend  -  wie  aufgezeigt  -  kein  Anlass  zur  Ausübung  des 
Selbsteintrittsrechts (Art. 3 Abs. 2 Dublin-II-VO) beziehungsweise zur 
Anwendung der  Humanitären  Klausel  (Art.  15  Dublin-II-VO)  besteht, 
weshalb  der  vom  Bundesamt  verfügte  Vollzug  der  Wegweisung  zu 
bestätigen ist,

dass es der Beschwerdeführerin demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt  
oder  unangemessen  ist  (Art.  106  AsylG),  weshalb  die  Beschwerde 
abzuweisen ist, 

dass mit vorliegendem Urteil das Beschwerdeverfahren abgeschlossen 
ist, weshalb sich der Antrag auf Erteilung der aufschiebenden Wirkung 
als gegenstandslos erweist,

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dass der  am 23. April  2010 verfügte  Vollzugsstopp  und das Gesuch 
um  Verzicht  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses  mit 
vorliegendem Entscheid in der Hauptsache hinfällig werden,

dass das mit  der  Beschwerde  gestellte  Gesuch  um Gewährung  der 
unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG 
abzuweisen  ist,  da  die  Begehren  –  wie  sich  aus  den  vorstehenden 
Erwägungen ergibt – als aussichtslos zu bezeichnen waren, weshalb 
die  kumulativen  Voraussetzungen  für  die  Gewährung  der 
unentgeltlichen Rechtspflege nicht erfüllt sind,

dass  bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von Fr. 600.-- 
(Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 
173.320.2]) der Beschwerdeführerin aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 
und 5 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  wird 
abgewiesen.

3.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.--  werden  der  Beschwerdeführerin 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- den Rechtsvertreter  der  Beschwerdeführerin  (Einschreiben,  Beila-
ge: Einzahlungsschein)

- das BFM, Abteilung Aufenthalt,  mit  den Akten Ref.-Nr. N (...)  (per 
Kurier; in Kopie)

- das  BFM,  Abteilung  Aufenthalt,  Dublin-Office,  Ref.-Nr. N  (...)  (per 
Telefax)

- das (...) des Kantons C._______ ad (...) (per Telefax)

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Robert Galliker Daniela Brüschweiler

Versand: 

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