# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8230a0e6-53db-5246-bf12-d56bce3b0d80
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-05-22
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 22.05.2020 200 2019 906
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2019-906_2020-05-22.pdf

## Full Text

200 19 906 IV
FUE/COC/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 22. Mai 2020

Verwaltungsrichter Furrer, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Ackermann, Verwaltungsrichter Loosli
Gerichtsschreiberin Collatz

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 30. Oktober 2019

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Mai 2020, IV/19/906, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1987 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
wurde durch ihre Eltern im Februar 1994 unter Hinweis auf einen Entwick-
lungsrückstand bei der Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug 
angemeldet (Akten der IV, Antwortbeilage [AB] 1 S. 2 ff.). Daraufhin wurden 
ihr insbesondere Sonderschulmassnahmen (AB 1 S. 32, S. 66 f., S. 74 f., 
S. 80 f., S. 93 f.), pädagogisch-therapeutische Massnahmen (AB 1 S. 26 f., 
S. 35 f., S. 37 f.) und eine erstmalige berufliche Ausbildung (IV-Anlehre im 
…; AB 1 S. 173 ff., S. 193; AB 45.92) gewährt. Im weiteren Verlauf sprach 
ihr die IV-Stelle des Kantons ... mit Verfügung vom 23. August 2007 (AB 1 
S. 217 f.) bei einem – ausgehend von einem Status 100% Erwerb – ermit-
telten Invaliditätsgrad (IV-Grad) von 78% ab dem 1. August 2006 eine gan-
ze IV-Rente zu.

Im Rahmen einer Revision von Amtes wegen (AB 11) führte die IV-Stelle 
Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin), welche nach dem Umzug der Versi-
cherten in den Kanton Bern für die Bearbeitung des Falles zuständig war 
(AB 1 S. 1), weitere Erhebungen durch. Dabei liess sie insbesondere einen 
Abklärungsbericht Haushalt erstellen (AB 25). Mit Verfügung vom 28. Au-
gust 2013 (AB 30) reduzierte die IVB die laufende ganze IV-Rente bei ei-
nem in Anwendung der gemischten Methode (65% Erwerb und 35% Haus-
halt) ermittelten IV-Grad von 60% per 1. Oktober 2013 auf eine Dreiviertels-
rente. Diese wurde revisionsweise bestätigt (Mitteilung vom 8. Juni 2018; 
AB 35; vgl. auch AB 37).

Nachdem die Versicherte die IVB am 24. September 2018 über die Geburt 
ihres dritten Kindes informiert hatte (AB 36), führte Letztere eine weitere 
Rentenrevision von Amtes wegen durch (AB 46). Dabei liess sie insbeson-
dere einen weiteren Abklärungsbericht Haushalt erstellen (AB 53). Mit Vor-
bescheid vom 27. Juni 2019 (AB 54) stellte die IVB bei einem in Anwen-
dung der gemischten Methode (30% Erwerb und 70% Haushalt) ermittelten 
IV-Grad von 32% die Aufhebung der laufenden Dreiviertelsrente nach Zu-
stellung der Verfügung auf Ende des folgenden Monats in Aussicht. Mit 

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diesem Vorbescheid zeigte sich die Versicherte nicht einverstanden 
(AB 58). Nach Einholung einer Stellungnahme des Abklärungsdienstes 
(AB 61) verfügte die IVB am 30. Oktober 2019 wie im Vorbescheid an-
gekündigt und hob die bisher ausgerichtete Dreiviertelsrente auf Ende des 
der Eröffnung der Verfügung folgenden Monats (Ende November 2019) auf 
(AB 62).

B.

Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt 
B.________, am 29. November 2019 Beschwerde und beantragte die Auf-
hebung der angefochtenen Verfügung sowie die Ausrichtung der gesetzlich 
geschuldeten Leistungen.

Mit Beschwerdeantwort vom 13. Januar 2020 schloss die Beschwerdegeg-
nerin auf Abweisung der Beschwerde. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 

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gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 30. Oktober 2019 
(AB 62). Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch der Beschwerdefüh-
rerin und dabei insbesondere die revisionsweise Aufhebung der bisherigen 
Dreiviertelsrente per Ende November 2019.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können auch 
solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG).

2.2 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem IV-Grad 

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von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem 
IV-Grad von mindestens 40% ein solcher auf eine Viertelsrente.

2.3 Für die Bestimmung des IV-Grades wird bei einer erwerbstätigen 
versicherten Person das Erwerbseinkommen, das sie nach Eintritt der Inva-
lidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausge-
glichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Er-
werbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden 
wäre (Art. 16 ATSG). Bei nicht erwerbstätigen Versicherten, die im Aufga-
benbereich tätig sind und denen die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nicht 
zugemutet werden kann (Art. 5 Abs. 1 IVG und Art. 8 Abs. 3 ATSG), wird 
für die Bemessung der Invalidität in Abweichung von Art. 16 ATSG darauf 
abgestellt, in welchem Mass sie unfähig sind, sich im Aufgabenbereich zu 
betätigen (Art. 28a Abs. 2 IVG; spezifische Methode [Betätigungsvergleich]; 
BGE 142 V 290 E. 4 S. 293).

Nach Art. 28a Abs. 3 IVG wird bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbs-
tätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegat-
tin mitarbeiten, für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. 
Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so wird die Invalidität 
für diese Tätigkeit gestützt auf einen Betätigungsvergleich ermittelt 
(Art. 28a Abs. 2 IVG). In diesem Falle sind der Anteil der Erwerbstätigkeit 
oder der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehe-
gattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der 
IV-Grad in beiden Bereichen zu bemessen (sog. gemischte Methode; 
BGE 144 I 21 E. 2.1 S. 23, 142 V 290 E. 4 S. 293).

2.4 Um den IV-Grad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und 
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. 
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu be-
urteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich 
welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren sind 
ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, 
welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden können 

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(BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 IV Nr. 27 
S. 87 E. 4.2.1).

2.5 Ändert sich der IV-Grad einer Rentenbezügerin oder eines Renten-
bezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch 
hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben 
(Art. 17 Abs. 1 ATSG).

2.5.1 Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den 
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den IV-Grad und damit den 
Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist deshalb nicht nur 
bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, sondern 
auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen (oder die 
Auswirkungen auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) des an sich 
gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben. Da-
zu gehört die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit aufgrund einer Angewöh-
nung oder Anpassung an die Behinderung. Ein Revisionsgrund ist ferner 
unter Umständen auch dann gegeben, wenn eine andere Art der Bemes-
sung der Invalidität zur Anwendung gelangt oder eine Wandlung des Auf-
gabenbereichs eingetreten ist (BGE 144 I 103 E. 2.1 S. 105, 141 V 9 E. 2.3 
S. 10; SVR 2018 UV Nr. 22 S. 79 E. 2.2.1).

2.5.2 Als zeitliche Vergleichsbasis ist einerseits der Sachverhalt im Zeit-
punkt der ursprünglichen Rentenverfügung und anderseits derjenige zur 
Zeit der streitigen Revisionsverfügung zu berücksichtigen (BGE 130 V 343 
E. 3.5.2 S. 351, 125 V 368 E. 2 S. 369; SVR 2010 IV Nr. 53 S. 166 E. 3.1).

3.

3.1 Vorab ist zu prüfen, ob ein Revisionsgrund vorliegt. Zu vergleichen 
ist dazu der Sachverhalt zur Zeit der Verfügung vom 28. August 2013 
(AB 30) mit demjenigen, der sich bis zur angefochtenen Verfügung vom 
30. Oktober 2019 (AB 62) entwickelt hat (vgl. E. 2.5.2 hiervor). Da anläss-
lich der Rentenbestätigung vom 8. Juni 2018 keine umfassende materielle 
Prüfung durchgeführt wurde, ist die entsprechende Mitteilung (AB 35) in-

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soweit unbeachtlich (BGE 133 V 108 E. 5.4 S. 114; SVR 2019 IV Nr. 68 S. 
220 E. 2).

3.2 Im massgeblichen Zeitpunkt der Verfügung vom 28. August 2013 
(AB 30) wurde die Beschwerdeführerin als Teilerwerbstätige (65% Er-
werbstätigkeit und 35% Haushalt) bemessen (vgl. AB 25 S. 5 Ziff. 4). Die 
angefochtene Rentenaufhebung basiert weiterhin auf der Annahme einer 
Teilerwerbstätigkeit im Gesundheitsfall, wobei neu von einem Status 30% 
Erwerbstätigkeit und 70% Haushalt ausgegangen wird (AB 53 S. 7 Ziff. 4). 
Die Veränderung des Status begründete die Beschwerdegegnerin mit der 
Geburt der Tochter der Beschwerdeführerin im Jahr 2014 und des Sohnes 
im Jahr 2018 (AB 53 S. 3 ff. Ziff. 2.1 und 3.4). 

Diese Statusfestlegung wird von der Beschwerdeführerin bestritten. Sie 
macht geltend, sie würde im Gesundheitsfall an mindestens vier Tagen, 
d.h. zu einem 80% Pensum, einer Erwerbstätigkeit nachgehen. Dabei wies 
sie insbesondere auf eine Bestätigung der Grosseltern hin, dass diese ihre 
drei Enkelkinder an drei Tagen in der Woche betreuen würden (Beschwer-
de S. 4; Akten der Beschwerdeführerin [BB] 3). Diesen Angaben kann je-
doch nicht gefolgt werden. Anlässlich des Abklärungsgesprächs vom 2. Mai 
2019 gab die Beschwerdeführerin an, sie würde eineinhalb oder drei Tage 
arbeiten, wobei sie aus finanziellen Gründen wahrscheinlich eher drei Tage 
arbeiten müsste. Nach Rücksprache mit ihrem Lebenspartner führte sie im 
Rahmen eines ergänzenden Telefongesprächs vom 6. Mai 2019 aus, sie 
müsste ein bis zwei Tage pro Woche arbeiten. Mit weniger Geld würde es 
auch gehen, aber ganz allein mit dem Einkommen des Lebenspartners 
wäre es zu wenig. Wie die Kinderbetreuung aussehen würde, konnte die 
Beschwerdeführerin dabei nicht konkret beantworten (AB 53 S. 6). Die Be-
schwerdegegnerin stützte sich im Wesentlichen auf die Aussagen der Be-
schwerdeführerin anlässlich des Telefongesprächs vom 6. Mai 2019 ab und 
ging davon aus, dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall durch-
schnittlich eineinhalb Tage – was einem Pensum von 30% entspricht – ei-
ner Erwerbstätigkeit nachgehen würde. Dies ist – entgegen der Auffassung 
in der Beschwerde – nicht zu beanstanden, weil die Angaben im Rahmen 
der Abklärung vom 2. Mai 2019 erheblich variierten („eineinhalb oder drei 
Tage", „eher drei Tage") bzw. offensichtlich nicht auf reiflichen bzw. gefes-

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tigten Überlegungen basierten, wogegen die am 6. Mai 2019 telefonisch 
gemachten Angaben zur Statusfrage gestützt auf eine eingehende Bespre-
chung zwischen der Beschwerdeführerin und ihrem Lebenspartner beruh-
ten, die ohne Zeitdruck möglich war und die unter Einbezug der finanziellen 
Aspekte sowie der Fragen rund um die Betreuung der drei Kinder erfolgte 
(AB 53 S. 6). Mithin ist davon auszugehen, dass die Angaben vom 6. Mai 
2019 am ehesten dem subjektiven Entschluss der Beschwerdeführerin und 
ihres Lebenspartners entsprechen und ihnen damit höheres Gewicht bei-
zumessen ist als den am Abklärungsgespräch vom 2. Mai 2019 gemachten 
Aussagen. Dasselbe hat für die beschwerdeweise geltend gemachten An-
gaben zu gelten, die Beschwerdeführerin würde mit einem 80%-Pensum 
arbeiten (Beschwerde S. 4), wobei diese Aussagen zudem von Überlegun-
gen versicherungsrechtlicher Art geprägt gewesen sein dürften. Nach dem 
Dargelegten erweist sich im Übrigen der Einwand der Beschwerdeführerin, 
sie habe sich im Rahmen der Haushaltsabklärung nie richtig zur hypotheti-
schen Erwerbstätigkeit äussern können (Beschwerde S. 4 Ziff. 3), als ak-
tenwidrig. Damit ist ausgehend von einer Erwerbstätigkeit von eineinhalb 
Tagen von einem Status 30% Erwerb und 70% Haushalt auszugehen. 

Soweit die Beschwerdeführerin nunmehr neue finanzielle Berechnungen 
(mittels einer Tabelle zum Kindesunterhalt) ins Feld führt (Beschwerde S. 3 
Ziff. 3; vgl. auch BB 4), spricht dies nicht gegen einen Erwerbsanteil von 
30%. Zum einen enthält die eingereichte Tabelle (BB 4) Ausgaben, die of-
fenkundig nicht gerechtfertigt sind, namentlich Fr. 200.-- für Telekommuni-
kation/Mobiliarversicherung (S. 1 Ziff. 2), was denn auch z.B. im zivilpro-
zessualen Grundbetrag bereits enthalten ist (vgl. lit. C Ziff. 1 des Kreis-
schreibens Nr. 1 der Zivilabteilung des Obergerichts und des Verwaltungs-
gerichts des Kantons Bern vom 25. Januar 2011 i.V.m. Ziff. I/3 des Kreis-
schreibens Nr. B 1 des Obergerichts des Kantons Bern) sowie einen Zu-
schlag für auswärtiges Essen von Fr. 110.-- (S. 1 Ziff. 2), obschon der Le-
benspartner das Mittagessen stets Zuhause einnimmt (AB 53 S. 4 Ziff. 2.1), 
oder jedenfalls nicht ohne Weiteres nachvollziehbar sind (Fr. 200.-- für wei-
tere besondere Auslagen für Kinder; S. 1 Ziff. 2), womit das Manko effektiv 
um mehrere hundert Franken kleiner ausfallen dürfte. Zum anderen ist 
überwiegend wahrscheinlich davon auszugehen, dass die Beschwerdefüh-
rerin als Gesunde eine Lehre absolviert hätte (AB 53 S. 4 Ziff. 3.4, wonach 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Mai 2020, IV/19/906, Seite 9

sie gerne z.B. „Kindererzieherin“ geworden wäre) und somit mit einer Teil-
zeittätigkeit von 30% in etwa so viel hätte verdienen können, wie das effek-
tive Manko ausmachen würde (z.B. im Bereich Kindererziehung/-
betreuung; vgl. LSE 2018, T17, Ziff. 53 [Betreuungsberufe], Frauen von 30-
49 Jahre, Fr. 5‘488.-- : 40 x 41.4 [Bundesamt für Statistik, Betriebsübliche 
Wochenarbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, Ziff. 85 {Erziehung und 
Unterricht}] x 0.3 = Fr. 1‘704.--). Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass 
nach der Rechtsprechung der wirtschaftlichen Notwendigkeit einer Er-
werbstätigkeit alleine keine entscheidende Bedeutung zukommt (Entschei-
de des BGer vom 19. Februar 2020, 8C_29/2020, E. 5.3.3, und vom 
6. September 2017, 8C_406/2017, E. 4.3).

3.3 Nach dem Dargelegten ist neu von einem Status 30% Erwerbstätig-
keit und 70% Haushalt auszugehen. Damit ist ein Revisionsgrund aufgrund 
der Statusänderung erstellt, weshalb der Rentenanspruch nachfolgend in 
rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter Berücksichtigung 
des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlaggebenden Tatsa-
chenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Invaliditätsschätzungen, 
zu prüfen ist (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b S. 200; SVR 2019 
IV Nr. 39 S. 124 E. 5).

4.

Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung davon aus, 
dass die Beschwerdeführerin eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 20% 
bis 30% im geschützten Rahmen aufweist (AB 53 S. 7 Ziff. 5.1). Dabei stüt-
ze sie sich – nachdem Dr. med. C.________, Facharzt für Allgemeine Inne-
re Medizin, in der undatierten Stellungnahme, welche der Beschwerdegeg-
nerin am 4. Februar 2019 zuging (AB 50), einen unveränderten Gesund-
heitszustand attestiert hatte – namentlich auf die medizinischen Erhebun-
gen der IV-Stelle des Kantons .... Anlässlich diesen diagnostizierte 
Dr. med. D.________, Fachärztin Kinder- und Jugendpsychiatrie und 
-psychotherapie, im Bericht vom 22. Januar 2007 (AB 1 S. 191) insbeson-
dere einen Status nach schwerer frühkindlicher Traumatisierung, eine post-
traumatische Belastungsstörung mit intellektueller Einschränkung, eine 

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Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Mai 2020, IV/19/906, Seite 10

Anpassungsstörung mit affektiver Beeinträchtigung sowie eine Schreib- 
und Rechenschwäche und attestierte eine 20% bis 30%-ige Arbeitsleistung 
bei 100%-iger Präsenz. Diese Beurteilung wurde von Dr. med. 
E.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, Regionaler Ärztlicher 
Dienst, am 10. Mai 2007 als nachvollziehbar bezeichnet (AB 1 S. 202). 
Namentlich zu den intellektuellen Einschränkungen machte Dr. med. 
D.________ jedoch keine weiteren Ausführungen. Im Bericht der Kinder- 
und Jugendpsychiatrischen Dienste F.________ vom 13. Dezember 2002 
(AB 1 S. 86 f.) wurde eine unterdurchschnittliche Intelligenz mit einem IQ 
von 72 diagnostiziert. 

Ob der Beurteilung von Dr. med. D.________ vorliegend gefolgt werden 
kann, ist namentlich unter Berücksichtigung der Rechtsprechung, wonach 
bei einem IQ von 70 und mehr ein invalidenversicherungsrechtlich mass-
geblicher Gesundheitsschaden verneint wird (vgl. Entscheid des Bundes-
gerichts vom 7. Januar 2020, 9C_601/2019, E. 3.5.2; vgl. auch MEY-
ER/REICHMUTH, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung [IVG], 3. Aufl. 
2014, Art. 4 N. 83), zumindest fraglich. Diese Frage muss jedoch nicht ab-
schliessend beurteilt werden, da selbst wenn zu Gunsten der Beschwerde-
führerin und entsprechend dem unbestrittenen Vorgehen der Beschwerde-
gegnerin von einer Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 20% bis 30% im 
geschützten Rahmen ausgegangen wird, ein rentenausschliessender IV-
Grad resultiert (vgl. E. 5.3 hiernach).

5.

Sodann sind die Einschränkungen im Bereich Haushalt zu prüfen (vgl. 
E. 2.3 hiervor). 

5.1 Für den Beweiswert eines Abklärungsberichts sind verschiedene 
Faktoren zu berücksichtigen: Es ist wesentlich, dass der Bericht von einer 
qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis der örtlichen und räumli-
chen Verhältnisse sowie der aus den medizinischen Diagnosen sich erge-
benden Beeinträchtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Anga-
ben der versicherten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Mei-
nungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Mai 2020, IV/19/906, Seite 11

schliesslich muss plausibel begründet und bezüglich der einzelnen Ein-
schränkungen angemessen detailliert sein und in Übereinstimmung mit den 
an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft all dies zu, ist der Ab-
klärungsbericht voll beweiskräftig. Das Gericht greift in das Ermessen der 
die Abklärung tätigenden Person nur ein, wenn klar feststellbare Fehlein-
schätzungen vorliegen. Das gebietet insbesondere der Umstand, dass die 
fachlich kompetente Abklärungsperson näher am konkreten Sachverhalt ist 
als das im Beschwerdefall zuständige Gericht (BGE 140 V 543 E. 3.2.1 
S. 547, 130 V 61 E. 6.2 S. 63; SVR 2018 IV Nr. 69 S. 224 E. 3.2).

5.2 Der Abklärungsbericht Haushalt vom 25. Juni 2019 (AB 53) samt 
Stellungnahme vom 24. Oktober 2019 (AB 61) erfüllt die Anforderungen der 
Rechtsprechung gemäss E. 5.1 hiervor und überzeugt. Die Feststellungen 
der fachkundigen Abklärungsperson basieren auf eigenen, vor Ort und in 
Anwesenheit der Beschwerdeführerin durchgeführten Erhebungen und 
berücksichtigen die bestehenden gesundheitlichen Einschränkungen 
(AB 53 S. 7 Ziff. 5.1). Der Abklärungsbericht ist zudem hinsichtlich der Ge-
wichtung der Tätigkeitsbereiche ausreichend detailliert und den Einschrän-
kungen sowie den Angaben der Beschwerdeführerin wurde angemessen 
Rechnung getragen (AB 53 S. 8 ff. Ziff. 7.2). Dass bei zahlreichen Aufga-
ben im Haushalt die Hilfe des im gleichen Haushalt lebenden Lebenspart-
ners der Beschwerdeführerin im Rahmen der Schadenminderungspflicht 
berücksichtigt worden ist (AB 53 S. 8 ff. Ziff. 7.2), ist nicht zu beanstanden 
und wird denn auch nicht bestritten. Soweit die Beschwerdeführerin geltend 
macht (Beschwerde S. 4 Ziff. 4), die Einschränkungen bei der Pflege und 
Betreuung von Kindern seien mit 15% zu tief bewertet worden (vgl. AB 53 
S. 11), kann ihr nicht gefolgt werden. Insbesondere ist nicht plausibel, dass 
die Hilfe bei den Hausaufgaben zum hier massgebenden Zeitpunkt des 
Verfügungserlasses (BGE 144 I 28 E. 2.3 S. 30 f.) – die Kinder waren 
neun-, viereinhalb- und bald einjährig (AB 53 S. 3 Ziff. 2.1) – einen Gross-
teil der Kinderbetreuung einnimmt. Es besteht somit kein Anlass, in das 
Ermessen der Verwaltung einzugreifen. Auf die Ergebnisse der Haushalts-
abklärung ist deshalb beweisrechtlich abzustellen.

Damit ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin im Bereich 
Haushalt zu 8.5% eingeschränkt ist (AB 53 S. 11), was – ausgehend von 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Mai 2020, IV/19/906, Seite 12

einem Status 30% Erwerbstätigkeit und 70% Haushalt – einer gewichteten 
Einschränkung von 5.95% (8.5% x 0.7 [Status]) entspricht. 

5.3 Bei einer gewichteten Einschränkung von 5.95% im Bereich Haus-
halt (vgl. E. 5.2 hiervor) erübrigt sich die Durchführung eines zahlenmässi-
gen Einkommensvergleichs für die Ermittlung der Invalidität im Erwerbsbe-
reich. Selbst wenn die Einschränkung im Erwerbsbereich – unter der An-
nahme, dass die Beschwerdeführerin in der freien Wirtschaft nicht arbeits-
fähig resp. im geschützten Rahmen zu 20% bis 30% arbeits- und leistungs-
fähig ist (vgl. E. 4 hiervor) – auf 100% resp. gewichtet 30% (100% x 0.3 
[Status]) festgelegt wird, resultiert ein IV-Grad von gerundet 36% (5.95% + 
30%; zur Rundung: BGE 130 V 121 E. 3.2 und 3.3 S. 123). Es besteht folg-
lich kein Anspruch (mehr) auf eine IV-Rente (vgl. E. 2.2 hiervor). 

5.4 In Anwendung von Art. 88bis Abs. 2 lit. a der Verordnung vom 
17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) ist die 
bisherige Dreiviertelsrente per Ende November 2019 aufzuheben. Dement-
sprechend ist die angefochtene Verfügung nicht zu beanstanden und die 
dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen. 

6.

6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1‘000.-- festzulegen.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die unterliegende Beschwerdefüh-
rerin die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss 
gleicher Höhe entnommen.

6.2 Es besteht kein Anspruch auf eine Parteientschädigung (Umkehr-
schluss aus Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Mai 2020, IV/19/906, Seite 13

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.