# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d8f29875-288c-5005-a19a-b2f1cb8cd69f
**Source:** Zürich Baurekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-12-05
**Language:** de
**Title:** Dachgestaltung. Kreuzfirst. Definition (Präzisierung der Rechtsprechung).
**Docket/Reference:** BRGE IV Nr. 0179/2013
**URL:** https://www.baurekursgericht-zh.ch/media/BRGE_IV_0179_2013_278.pdf

## Full Text

BRGE IV Nr. 0179/2013 vom 5. Dezember 2013 BEZ 2014 Nr. 9 

Gegenstand der Baubewilligung war die Erstellung  zweier identischer, frei 
stehender Mehrfamilienhäuser mit zwei Voll- und zwei Dachgeschossen in einer 
Wohnzone.  Die  Gebäude  waren  mit  25,73  m 
langen  Dachfirsten  und 
beidseitigen,  auf  Traufhöhe  12,78  m  breiten  –  je  nach  Parteistandpunkt  – 
Dachaufbauten  oder  Kreuzfirsten  geplant.  Das  nach  §  292  lit.  a  PBG  für 
Dachaufbauten  zulässige  Mass  war  damit  überschritten.  Im  Gegensatz  zur 
Baubehörde qualifizierte die Rekurrentin diese Bauteile als Kreuzfirste. 

Aus den Erwägungen: 

3.1  Dachaufbauten,  ausgenommen  Kamine,  Anlagen  zur  Nutzung  von 
Sonnenenergie  und  kleinere  technisch  bedingte  Aufbauten,  dürfen  insgesamt 
nicht breiter als ein Drittel der betreffenden Fassadenlänge sein, sofern sie bei 
Schrägdächern  über  die  tatsächliche  Dachebene  hinausragen  (§  292  lit.  a 
PBG). 

Zu  entscheiden  ist,  ob  vorliegend  Dachaufbauten  geplant  sind  oder  aber 
Dachteile,  die  ohne 
(regelmässigen)  Bedeutungsunterschied  uneinheitli-
cherweise «Kehrfirste», «Querfirste», «Quergiebel» oder «Kreuzfirste» genannt 
werden. Nachfolgend wird der Begriff «Kreuzfirst» verwendet. 

Die  Bestimmung  von  §  292  lit.  a  PBG  gilt  für  Dachaufbauten.  Kreuzfirste 
unterliegen  der  Drittelsbeschränkung  nicht,  weil  sie  nicht  als  Dachaufbauten, 
sondern  als  eigene  Dachform  gelten.  Hierüber  sind  sich  die  Parteien  einig. 
Offen ist hingegen, was unter einem Kreuzfirst zu verstehen ist. 

3.2  Die  Vorinstanz  kritisiert  die  Definition  des  Kreuzfirstes  in  Christoph 
Fritzsche/Peter  Bösch/Thomas  Wipf,  Zürcher  Planungs-  und  Baurecht,  5.  A., 
2011, S. 948 f., die im Wesentlichen dem Entscheid der Rekursinstanz (früher 
Baurekurskommissionen, heute Baurekursgericht) BRKE I Nr. 616/1992 in BEZ 
1993 Nr. 9, E. 4.d, www.baurekursgericht-zh.ch, entnommen ist.  

Jene  Umschreibung  lautet:  Der  Kreuzfirst  ist  nicht  nur  eine  besondere 
Dachform, sondern auch ein oberer Abschluss einer besonderen Gebäudeform. 
Deshalb  ist  der  Kreuzfirst  nicht  nur  am  Dach,  sondern  auch  am  darunter 
liegenden  Baukörper,  insbesondere  auch  an  der  Fassade  erkennbar.  Der 
herkömmliche  Kreuzfirst  setzt  auf  der  Höhe  des  Hauptfirstes  an  und  verläuft 
horizontal im rechten Winkel zur Fassade. Er kann nur auf der einen Seite des 
Hauptfirstes  angeordnet  sein  oder  aber  diesen  durchschneiden  und  beidseits 
des  Hauptfirstes  von  Fassade  zu  Fassade  verlaufen.  Die  Fassade  ist 
dementsprechend  im  Bereich  des  Kreuzfirstes  ohne  Unterbrechung  bis  zum 
First hinaufgezogen. Der Kreuzfirst kann die ganze Breite des Gebäudes oder 
nur  einen  Teil  davon  einnehmen.  Die  Fassade  des  Kreuzfirstes  verläuft 

entweder  auf  der  gleichen  Flucht  wie  die  restliche  Fassade  der  betreffenden 
Gebäudeseite oder ist dieser in der Breite des Kreuzfirstes leicht vorgelagert.  

Die  Vorinstanz  beruft  sich  auf  auf  Carmen  Walker  Späh,  Dachaufbaute 
oder Kreuzfirst, PBG aktuell 1/93, S. 26 ff. Dieser Aufsatz nimmt ebenfalls auf 
den  vorerwähnten  Rekursentscheid  Bezug.  Im  Aufsatz  wird  festgehalten,  die 
Rekursinstanz  habe  den  nicht  mehr  unter die  Drittelsregelung  von  §  292  PBG 
fallenden  echten  Kreuzfirst  als  oberen  Abschluss  einer  besonderen 
Gebäudeform  bezeichnet,  welcher  auch  am  darunter  liegenden  Baukörper, 
vorab  an  der  Fassade,  deutlich  erkennbar  sein  müsse.  Illustriert  wird  dies  mit 
einer  Skizze 
(S.  28),  die  ein  Gebäude  mit  einem  vorspringenden 
Fassadenabschnitt zeigt, welcher rund die Hälfte der Fassadenlänge einnimmt 
und  mit  einem  Schrägdach  gedeckt  ist,  dessen  First  rechtwinklig  zum  etwas 
höher  verlaufenden  Hauptfirst  angesetzt 
Im  Aufsatz  wird  hierzu 
festgehalten:  Dass  es  sich  hier  um  einen  echten  Kreuzfirst  bzw.  Quergiebel 
handelt, ist bereits am Grundriss deutlich erkennbar. Die Dämmschicht verläuft 
ausserhalb  der  äusseren  Gebäudehülle.  Der  obere  Abschluss  dieser 
besonderen Gebäudeform fällt daher offensichtlich nicht mehr unter den Begriff 
der  Dachaufbaute.  Dieses  Vorhaben  muss  die  Drittelsregelung  nicht 
respektieren. 

ist. 

3.3  Die  Definition  des  Kreuzfirstes  bedarf  einer  näheren  Betrachtung.  In 
Fritzsche/Bösch/Wipf wird vom Kreuzfirst zunächst gesagt, er sei nicht nur eine 
besondere  Dachform,  sondern  auch  der  obere  Abschluss  einer  besonderen 
Gebäudeform.  Deshalb  sei  der  Kreuzfirst  auch  am  darunter 
liegenden 
Baukörper,  insbesondere  auch  an  der  Fassade  erkennbar.  Hernach  wird 
festgestellt, der Kreuzfirst könne die ganze Breite des Gebäudes oder nur einen 
Teil davon einnehmen. Die Fassade des Kreuzfirstes verlaufe entweder auf der 
gleichen  Flucht  wie  die  Fassade  des  Hauptgebäudes  oder  sei  dieser  in  der 
Breite des Kreuzfirstes leicht vorgelagert.  

Diese  letztere  Variante  wird  im  Aufsatz  Walker  Späh  mit  der  erwähnten 
Beispielsskizze  gezeigt;  die  Fassade  unter  dem  Kreuzfirst  springt  gegenüber 
den Fassadenabschnitten links und rechts davon leicht vor. Fraglich erscheint, 
ob hierin bereits eine «besonderen Gebäudeform» erblickt werden kann, wie sie 
Fritzsche/Bösch/Wipf  verlangt.  Jedenfalls  ist  eine  solche  Staffelung  etwas 
erkennbar  anderes  und  weit  weniger  Komplexes  als  zwei  rechtwinklig 
ineinander  geschobene,  sich  kreuzende  Baukörper  mit  je  eigenem  Dach  und 
dementsprechenden  sich  kreuzenden  Firsten,  welcher  bauliche  Sachverhalt 
dem  BRKE  I  Nr.  616/1992  zu  Grunde  lag  (vgl.  die  isometrische  Wiedergabe 
jenes Projektes in Fritzsche/Bösch/Wipf, S. 949).  

3.4  Das  Baurekursgericht  hat  sich  im  Entscheid  BRGE  II  Nr.  0130/2013 
vom 3. September 2013 (= BEZ 2013 Nr. 44) mit Gebäuden befasst, die einen 
quadratischen Grundriss aufwiesen und je mit einem Kreuzdach geplant waren.  

Besagter  Dachtypus  weist  zwei  mittig  gekreuzte,  gleich  lange  Firste  und 
acht Dachflächen auf, nämlich ab jedem der vier Firstabschnitte deren zwei, die 
sich  nach  unten  gegen  Null  verjüngen.  Dergestalt  entstehen  vier  Giebelseiten 
und  keine  Trauflängen,  sondern  –  an  den  Gebäudeecken  –  gleichsam 

 
 
Traufpunkte  (vgl.  Hans  Koepf/Günther Binding,  Bildwörterbuch der  Architektur, 
4. A., 2005, S. 117, Stichwort «Dachformen», Abbildung Nr. 18). 

Die  Nachbarrekurrentschaft  wandte  ein,  es  lägen  keine  Kreuzfirste  vor, 
weil solche besondere Gebäudeteile überspannten, was am Grundriss wie auch 
indes  bloss  quadratische 
an  der  Fassade  ablesbar  sei.  Es  seien 
Gebäudegrundrisse  vorgesehen.  Daher  müsse  auf 
je  zwei  der  vier 
Gebäudeseiten  die  Drittelsregel  eingehalten  werden,  was  indes  nicht  der  Fall 
sei.  

Das  Baurekursgericht  gelangte  zum  Schluss,  es  seien  Kreuzfirste  und 
keine Dachaufbauten geplant. Die Firste setzten alle auf der gleichen Höhe an. 
Für  das  Vorliegen  eines  Kreuzfirstes  werde  nicht  verlangt,  dass  ein  längerer 
Haupt-  und  ein  kürzerer  Nebenfirst  gegeben  seien;  vielmehr  könnten  alle  vier 
Firste  bzw.  die  von  diesen  ausgehenden  Dachflächen  sowie  die  darunter 
liegenden Fassaden gleich dimensioniert sein. Dass die Firste die ganze Breite 
der  betreffenden  Fassade  einnähmen  und  somit  kein  auf  die  Firstbreite 
beschränkter  Fassadenvorsprung  entstehen  könne,  spreche  ebenfalls  nicht 
gegen  das  Vorliegen  eines  Kreuzfirstes;  ein  sich  im  Gebäudegrundriss 
abzeichnender  Vorsprung  unter  dem  Kreuzfirst  werde  nicht  vorausgesetzt. 
Andernfalls  wäre 
vorstehend 
umschriebenen  Sinne  das  Vorliegen  eines  Kreuzfirstes  zu  verneinen,  was 
offensichtlich widersinnig wäre. Gerade dort, wo alle Dachflächen gleich seien, 
entfalle  die  Unterscheidung  in  Dachflächen  und  sie  durchstossende,  im 
Verhältnis zur Dachfläche untergeordnete Dachaufbauten vollends. Insofern sei 
das Kreuzdach geradezu der Prototyp eines Kreuzfirstes.  

bei  Kreuzdächern 

ausgerechnet 

im 

In  jenem  Fall  war  keine  besondere  Gebäudeform  festzustellen.  Ein 
quadratischer  Grundriss  führt  offenkundig  noch  nicht  zur  Annahme  einer 
solchen. Die Skizze in der Allgemeinen Bauverordnung über Dachaufbauten bei 
Schrägdächern  (ABV;  S.  27)  zeigt  als  Modellfall  eher  ein  quadratisches  denn 
ein  (in  Firstrichtung) 
längliches  Schrägdachgebäude.  Ein  Gebäude  mit 
quadratischem  Grundriss  kann  ohne  weiteres  mit  einem  Satteldach 
abgeschlossen werden; eines Kreuzdaches bedarf es nicht. Auch waren keine 
vorspringende Fassadenabschnitte zu überdachen, da bei einem Kreuzdach im 
beschriebenen  Sinne  der  Kreuzfirst  die  ganze  Fassadenlänge  in  Anspruch 
nimmt.  Dessen  ungeachtet  entfiel  eine  Unterscheidung  in  Dachflächen  und 
Dachaufbauten  offenkundig  zur  Gänze;  auf  keiner  der  vier  Gebäudeseiten 
hätten sich auch nur ansatzweise Dachaufbauten feststellen lassen.  

um 

seien, 

speziellen  Verhältnissen 

3.5  Zwar  mag  die  Kategorie  des  Kreuzfirstes  in  der  Praxis  ursprünglich 
eingeführt  worden 
bei 
den 
zusammengesetzten  Baukörpern  Rechnung  zu  tragen.  Damit  liegt  indes  noch 
keine  abschliessende  Definition  des  Kreuzfirstes  vor.  Bereits  das  erwähnte 
Beispiel 
im  Aufsatz  Walker  Späh  zeigt,  dass  das  Vorliegen  eines 
zusammengesetzten  Gebäudekörpers  nicht  begriffsnotwendig  ist;  dort  genügt 
ein vorspringender Fassadenabschnitt, was auch Auffassung der Vorinstanz ist. 
Beim  Kreuzdach  können  wie  dargetan  nicht  einmal  vorspringende 
Fassadenabschnitte verlangt werden. 

 
 
Mithin  stellt  sich  die  Frage,  ob  für  die  Annahme  eines  Kreuzfirstes  ein 
zusammengesetzter Baukörper oder – ausser beim Kreuzdach – zumindest ein 
vorspringender Fassadenabschnitt zu verlangen ist, andernfalls der betreffende 
Bauteil  ohne  weiteres  als  Dachaufbaute  einzustufen  ist  und  damit  der 
Bestimmung von § 292 lit. a PBG unterliegt.  

Eine  solche  Betrachtungsweise  muss  verworfen  werden.  Ob  ein 
bestimmter Bauteil Teil des Daches oder aber ein zum Dach hinzukommender 
Bauteil  ist,  muss  nicht  zwingend  in  Ansehung  des  darunter  liegenden 
Baukörpers  beurteilt  werden.  Es  lässt  sich  dies  auch  schon  mit  Blick  nur  auf 
den  Dachbereich  sachgerecht  entscheiden,  wie  das  vorstehend  dargelegte 
Beispiel  des  Kreuzdaches  zeigt;  der  Befund,  dass  bei  dieser  Dachform  keine 
Dachaufbauten  vorliegen,  ergibt  sich  aus  der  Beurteilung  des  Daches  in  sich. 
Die  Auffassung,  ein  Kreuzfirst  könne  nur  dann  vorliegen,  wenn  er  eine 
Entsprechung im Baukörper findet, erweist sich somit als zu eng. 

Das  Kreuzdach  zeichnet  sich  abgesehen  von  der  Gleichförmigkeit  der 
Dachflächen  dadurch  aus,  dass  alle  Firste  auf  gleicher  Höhe  ansetzen,  die 
Dachflächen bis zur Fassade herunter gezogen werden und die Giebeldreiecke 
bündig mit der darunterliegenden Vollgeschossfassade verlaufen. Ein Kreuzfirst 
über einem  längsrechteckigen  Gebäudekörper weist  diese  Merkmale  ebenfalls 
auf. Der Kreuzfirst hat dieselbe Höhe wie das Hauptdach, woran qualitativ auch 
nichts  ändert,  wenn  er  gegebenenfalls  zwecks  gestalterischer  Differenzierung 
etwas  tiefer  angesetzt  wird,  die  Dachflächen  enden  bei  der  Traufe  des 
Hauptdaches, und der bündige Fassadenverlauf ist ebenfalls gegeben. 

Allein der Umstand, dass anders als beim Kreuzdach beim Kreuzfirst über 
einem längsrechteckigen Gebäudekörper zwischen einem längeren Haupt- und 
einem  kürzeren  Nebenfirst  unterschieden  werden  kann  und  die  jeweiligen 
Dachflächen dementsprechend unterschiedliche Grössen aufweisen, kann nicht 
dazu führen, den fraglichen Dachteil als Giebelgaube  – der dem Kreuzfirst am 
ehesten  vergleichbare  Typ  einer  Dachaufbaute  –  einzustufen.  Dasselbe  gilt 
auch  für  den  Umstand,  dass  ein  Kreuzfirst  auch  auf  nur  einer  Dachseite 
angesetzt  werden  kann,  während  das  Kreuzdach  auf  allen  vier  Seiten  gleich 
gestaltet ist.  

Eine  Giebelgaube  besteht  typischerweise  aus  einem  kleinen  Giebeldach, 
seitlichen  Fassadenteilen  und  einem  frontseitigen  Fenster.  Ihr  rechtwinklig  zur 
Dachfläche angeordneter First setzt klar unterhalb des Hauptfirstes an, und die 
Frontseite endet klar oberhalb der Traufe des Hauptdaches. Als Variante kann 
– gleich wie beim Kreuzfirst – die Traufe durchbrochen werden, wobei – anders 
als  beim  Kreuzfirst  –  das  Dach  auch  diesfalls  deutlich  über  der  Traufe  des 
Hauptdaches endet (vgl. Fritzsche/Bösch/Wipf, S. 942). Die Giebelgaube bildet 
somit  stets  einen  vom  Dach  unterscheidbaren  Aufsatz  auf  demselben. 
Demgegenüber ist der Kreuzfirst konstitutiver Teil einer eigenen, mehrgliedrigen 
Dachform.  Dies  ist  besonders  anschaulich  –  aber  nicht  zwingend  nur  –  dann 
der  Fall,  wenn  zwei  Dachgeschosse  überdacht  werden  und  der  Kreuzfirst 
zudem auch eine gewisse Breite aufweist. 

 
 
Entgegen der Auffassung der Vorinstanz kann demnach auch über einem 
einfachen,  längsrechteckigen  Gebäudekörper  ein  Kreuzfirst  angenommen 
werden.  

3.6  Darauf  hinzuweisen  bleibt,  dass  Koepf/Binding  als  eigene  Dachform 
auch  das  sogenannte  Zwerchdach  (über  einfachem,  rechteckigem  Grundriss) 
aufführen,  welches  der  Definition  des  Kreuzfirstes  entspricht,  mit  der 
Einschränkung,  dass  der  First  des  Nebendaches  deutlich  unter  dem  des 
Hauptdaches  angesetzt  ist.  Weil  indes  die  Dachflächen  des  Nebendaches  bis 
zur Traufe des Hauptdaches hinab gezogen sind und das Nebendach beinahe 
die  ganze  Länge  der  betreffenden  Fassade  in  Anspruch  nimmt,  besteht  auch 
beim  Zwerchdach  ein  klarer  Unterschied  zum  (in  der  Terminologie  von 
Koepf/Binder)  als  «Dachfenster»  eingestuften  «Dacherker»,  also  zur 
Giebelgaube  über  durchbrochener  Traufe  (Koepf/Binding,  S.  117,  Stichwort 
«Dachformen»,  Abbildung  Nr.  13,  und  S.  115,  Stichwort  «Dachfenster»). 
Besagter  Ausweis  des  Zwerchdaches  als  eigene  Dachform  stützt  die  hier 
vertretene  Auffassung,  dass  ein  Kreuzfirst  unbesehen  der  darunter  liegenden 
Gebäudeform  Teil  der  Dachform  bildet.  Hier  offen  bleiben  kann,  ob  selbst  bei 
einem Zwerchdach die Anwendbarkeit von § 292 lit. a PBG zu verneinen wäre.  

3.7  Nicht  zu  verkennen  ist,  dass  mit  der  hier  vertretenen  Auffassung 
grössere  Bauteile  im  Dachbereich  gerade  nicht  mehr  unter  §  292  lit.  a  PBG 
fallen, während diese Bestimmung ein Übermass an Dachaufbauten verhindern 
will.  Hierin  liegt  indes  kein  Widerspruch,  weil  zwischen  Dachform  und 
Dachaufbauten  zu  unterscheiden  ist  und  §  292  lit.  a  PBG  nur  letztere  erfasst. 
Dass ein Bauteil im Dachbereich mit zunehmender Grösse und entsprechender 
Ausgestaltung  von  der  Dachaufbaute  zur  Dachform  umschlagen  kann,  liegt  in 
der Natur der Sache. Ist nicht mehr eine Dachaufbaute, sondern ein Kreuzfirst 
gegeben,  kommt  statt  der  Spezialästhetiknorm  von  §  292  lit.  a  PBG  die 
generelle  Ästhetiknorm  von  §  238  PBG  zu  Anwendung.  Zudem  sind  die 
Gemeinden zur Legiferierung von Dachgestaltungsvorschriften befugt (vgl. dazu 
nachfolgende 
erforderliche 
Begrenzungsmöglichkeiten  sind  somit  gewährleistet.  Wohl  dienen  Kreuzfirste 
über  einfachen  Gebäudekörpern  im  Wesentlichen  dazu,  mehr  und  besser 
belichteten Raum zu schaffen, als dies mit Dachaufbauten möglich ist. Dies gilt 
indes 
vorspringenden 
Fassadenabschnitten,  welche  sich  auch  anders  überdachen  liessen.  Aus  der 
Wahl  der  Dachform  des  Kreuzfirstes  über  einem  einfachen  Gebäudekörper 
kann somit nicht auf eine Umgehung von § 292 lit. a PBG geschlossen werden. 

für  Kreuzfirste 

gleichermassen 

Erwägung 

Allenfalls 

auch 

über 

3.8). 

Ziff. 

Von der hier vertretenen Auffassung, was als Kreuzfirst zu betrachten ist, 
geht  schliesslich  auch  Fritzsche/Bösch/Wipf  mit  dem  Beispielsfoto  für  einen 
Kreuzfirst  aus  (S.  950  oberes  Foto).  Die  Abbildung  zeigt  ein  Gebäude  älterer, 
traditioneller  Bauart  mit  einem  beim  Hauptfirst  ansetzenden  und  bei  der 
Dachtraufe  endenden,  über  zwei  Dachgeschosse  reichenden  Kreuzfirst,  der 
weder  einen  vorspringenden  Fassadenabschnitt  noch  gar  einen  Teil  eines 
zusammengesetzten  Gebäudekörpers  überdacht.  Nur,  aber  immerhin  insoweit 
ist Fritzsche/Bösch/Wipf zuzustimmen. 

 
 
3.8  Kreuzfirste  im  beschriebenen  Sinne  führen  entgegen  der  Auffassung 
der Vorinstanz nicht dazu, dass Dachgeschosse nicht mehr erkennbar sind und 
damit  die  kommunalrechtliche  Geschosszahlregelung  unzulässigerweise 
unterlaufen  würde.  Das  Dachgeschoss  wird  vielmehr  durch  eine  markantere 
Dachform  verdeutlicht.  Auch  unter  diesem  Aspekt  steht  der  hier  vertretenen 
Auffassung nichts entgegen.  

Würde  der  restriktiven  Auffassung  der  Vorinstanz  zum  Durchbruch 
verholfen,  hätte  dies  zur  Folge,  dass  eine  häufige  Bauform  kantonsweit 
rechtswidrig würde, ohne dass § 292 lit. a PBG dies geböte. Dies ist umso mehr 
abzulehnen,  als  es  wie  vorstehend  bereits  angesprochen  den  Gemeinden 
freisteht,  die  Erstellung  von  Kreuzfirsten  in  der  Bau-  und  Zonenordnung  an 
Voraussetzungen  zu  knüpfen,  um  dergestalt  Dachlandschaften,  die  als  allzu 
opulent empfunden werden könnten, entgegenzuwirken; dies gestützt auf § 49 
Abs.  2  lit.  d  PBG  bzw.  in  Kernzonen  auf  §  50  Abs.  3  PBG.  Die  Wahrung  des 
Ortsbildes ist damit sichergestellt.  

dieser  Voraussetzung 

So hat die Stadt Uster für die Kernzone K3 bestimmt, dass Kreuzgiebel nur 
gestattet  sind,  wenn  eigenständig  in  Erscheinung  tretende  Gebäudeteile 
aneinanderstossen  (Art.  17  der  Bau-  und  Zonenordnung  Uster).  Ob  für  die 
Erfüllung 
vorspringender 
Fassadenabschnitt  genügte, 
kann  hier  offen  bleiben.  Ohne  das 
Aneinanderstossen  eigenständig  in  Erscheinung  tretender  Gebäudeteile  wäre 
ein  Kreuzfirst  wohl  auch  dann  unzulässig,  wenn  er  sich  an  das  Drittelsmass 
hielte.  Jedenfalls 
im  Ermessensspielraum  der 
kommunalen Baubehörde.  

läge  diese  Auslegung 

bereits 

leicht 

ein 

3.9 Die strittigen Dachteile sind als Kreuzfirste einzustufen. Sie werden 0,5 
m  unter  dem  Hauptfirst  angesetzt  und  ihre  Dachflächen  verlaufen,  sich  über 
beide Dachgeschosse erstreckend, exakt bis zu den Traufen des Hauptdaches. 
Dort, auf Traufhöhe, weisen die Kreuzfirste die halbe Länge der Dachfirste auf. 
Die  vorstehend  dargelegten  Kriterien  für  die  Annahme  eines  Kreuzfirstes 
werden  damit  allesamt  klar  eingehalten.  Ein  Grenzfall,  der  auch  die  Annahme 
einer Dachaufbaute als vertretbar erscheinen liesse, liegt nicht vor. 

Der Rekurs ist demnach gutzuheissen.