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**Case Identifier:** 0b1cbbdd-4e57-5b3b-930f-49e4ba46ab4a
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-11-03
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 03.11.2015 200 2015 619
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2015-619_2015-11-03.pdf

## Full Text

200 15 619 IV
SCJ/RUM/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 3. November 2015

Verwaltungsrichter Scheidegger, Kammerpräsident
Verwaltungsrichterin Fuhrer, Verwaltungsrichter Loosli
Gerichtsschreiber Rüfenacht

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 12. Juni 2015

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Nov. 2015, IV/15/619, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1959 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
meldete sich am 21. Juli 2014 bei der IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwer-
degegnerin) unter Angabe einer Multiplen Sklerose zum Leistungsbezug an 
(Antwortbeilage [AB] 1). Die IVB holte Unterlagen in erwerblicher und medi-
zinischer Hinsicht ein und stellte mit Vorbescheid vom 23. März 2015 bei 
einem Invaliditätsgrad von 56 % die Ausrichtung einer halben IV-Rente ab 
1. April 2015 in Aussicht (AB 33). Dagegen erhob die Versicherte schriftlich 
Einwand, wobei der Beginn des Rentenanspruchs und die Berechnung des 
Valideneinkommens als unrichtig gerügt wurden (AB 36). Nach Einholung 
ergänzender Angaben seitens des letzten Arbeitgebers hielt die IVB mit 
Verfügung vom 12. Juni 2015 an der in Aussicht gestellten Ausrichtung ei-
ner halben Rente ab 1. April 2015 fest (AB 46).

B.

Mit Eingabe vom 2. Juli 2015 liess die Versicherte, vertreten durch Rechts-
anwalt B.________, Beschwerde erheben. Sie beantragt die Aufhebung 
der Verfügung vom 12. Juni 2015 und die Zusprechung einer Dreiviertels-
rente ab 1. Dezember 2014. In der Begründung werden eine unrichtige 
Festlegung des Rentenbeginns und des Valideneinkommens gerügt.

Mit Beschwerdeantwort vom 19.  August 2015 beantragt die Beschwerde-
gegnerin die Abweisung der Beschwerde.

Mit Schlussbemerkungen vom 9. September 2015 hielt die Beschwerdefüh-
rerin vollumfänglich an ihren Rechtsbegehren fest.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Nov. 2015, IV/15/619, Seite 3

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des Ver-
waltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über den 
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist ge-
geben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversiche-
rung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Angefochten ist die Verfügung vom 12. Juni 2015 (AB 46). Streitig 
ist der Rentenanspruch und dabei namentlich die Festlegung des Validen-
einkommens sowie der Rentenbeginn.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

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2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauern-
de ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbs-
unfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder 
psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung 
und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbs-
möglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeits-
markt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.2 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.3 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu 
erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig 
möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf 
sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt. 
Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen ziffernmässig nicht genau ermit-
telt werden können, sind sie nach Massgabe der im Einzelfall bekannten 
Umstände zu schätzen und die so gewonnenen Annäherungswerte mitein-
ander zu vergleichen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; 
BGE 128 V 29 E. 1 S. 30, 104 V 135 E. 2b S. 136).

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 

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beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99). Der Beweis-
wert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht für die streiti-
gen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch 
die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Ana-
mnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu-
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein-
leuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlaggebend 
für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Be-
weismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gege-
benen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen Inhalt 
(BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 E. 3a 
S. 352).

Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass das So-
zialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, unabhän-
gig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, ob die 
verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).

3.

In medizinischer Hinsicht ist Folgendes festzuhalten:

Gemäss der Einschätzung vom 11. Dezember 2014 von Dr. med. 
C.________, Facharzt für Allgemeine und Innere Medizin FMH, Physikali-
sche Medizin und Rehabilitation FMH sowie Tropenmedizin und Reiseme-
dizin FMH, Regionaler Ärztlicher Dienst der IV-Stellen (RAD), ist der Be-
schwerdeführerin unter Berücksichtigung der neuropsychologisch belegten 

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kognitiven Einschränkungen und der für die Multiple Sklerose typischen 
Fatigue ein Pensum von 50 % bis 60 % mit einer Leistungseinschränkung 
von 20 % in der bisherigen Tätigkeit zumutbar. Eine angepasste, kognitiv 
weniger anspruchsvolle und körperlich leichte Tätigkeit, könne eventuell in 
einem höheren Pensum von 70 % bis 80 % zugemutet werden. Aber auch 
hier sei eine durch die Fatigue bedingte Einschränkung von 10 % bis 20 % 
zu berücksichtigen (AB 27).

Dieses Zumutbarkeitsprofil wird nicht bestritten (Beschwerde, S. 2). Es 
steht im Einklang mit den Berichten des behandelnden Arztes Dr. med. 
D.________, Facharzt für Neurologie FMH, vom 25. August 2014 (AB 18/5) 
und des Spitals E.________ vom 12. Mai 2014 (AB 18/37), weshalb zu 
Recht darauf abgestellt worden ist.

4.

4.1 Auf dieser Basis ist die Invaliditätsbemessung zu prüfen (vgl. E. 2.3 
hiervor).

4.1.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nöti-
genfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepass-
ten Verdienst angeknüpft (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30, 134 V 322 E. 4.1 
S. 325). Lässt sich aufgrund der tatsächlichen Verhältnisse das ohne ge-
sundheitliche Beeinträchtigung realisierbare Einkommen nicht hinreichend 
genau beziffern, ist auf Erfahrungs- und Durchschnittswerte gemäss Tabel-
lenlohn abzustellen. Auf sie darf jedoch im Rahmen der Invaliditätsbemes-
sung nur unter Mitberücksichtigung der für die Entlöhnung im Einzelfall ge-
gebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren abgestellt 
werden (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30; Entscheid des Eidgenössischen Ver-
sicherungsgerichts [EVG] vom 30. Oktober 2002, I 517/02, E. 1.2).

4.1.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 

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Person konkret steht (BGE 139 V 592 E. 2.3 S. 593; SVR 2014 IV Nr. 37 
S. 133 E. 7.1). Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheits-
schadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbs-
tätigkeit aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöh-
ne gemäss den vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohnstruk-
turerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3 S. 593; 
SVR 2014 IV Nr. 37 S. 133 E. 7.1). Dabei gilt es zu berücksichtigen, dass 
gesundheitlich beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten Hilfsarbei-
tertätigkeiten behindert sind, im Vergleich zu voll leistungsfähigen und ent-
sprechend einsetzbaren Arbeitnehmern lohnmässig benachteiligt sind und 
deshalb in der Regel mit unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen 
müssen. Diesem Umstand ist mit einem Abzug vom Tabellenlohn Rech-
nung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). 
Die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, 
hängt von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des konkre-
ten Einzelfalles ab (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Na-
tionalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad). Der Einfluss sämt-
licher Merkmale auf das Invalideneinkommen ist nach pflichtgemässem Er-
messen gesamthaft zu schätzen, wobei der Abzug auf insgesamt höchs-
tens 25 % zu begrenzen ist (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 
E. 5.2 S. 327; SVR 2011 IV Nr. 31 S. 91 E. 4.1.1).

4.1.3 Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt 
des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei 
Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erhe-
ben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen 
bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 129 V 222).

4.2 Das von der Beschwerdegegnerin auf der Basis der Schweizeri-
schen Lohnstrukturerhebung (LSE) 2012 auf Fr. 120‘755.-- festgelegte Vali-
deneinkommen beruht auf der Annahme, dass die Beschwerdeführerin die 
vom 1. Juni 2013 bis 31. März 2014 ausgeübte Tätigkeit als ... bzw. ... beim 
F.________ (AB 20) auch als Gesunde nicht weitergeführt hätte, weshalb 
für die Bemessung auf Tabellenlöhne zurückzugreifen sei (AB 46/9).

Dr. med. D.________ hielt im Bericht vom 25. August 2014 fest, bei der 
Beschwerdeführerin seien im letzten Jahr Gedächtnisschwierigkeiten, For-

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mulierungsschwierigkeiten sowie Konzentrationsstörungen aufgetreten. 
Neuropsychologisch seien Minderleistungen im Arbeitsgedächtnis und vi-
suo-konstruktiv sowie im Bereich der Daueraufmerksamkeit festgestellt 
worden. Diese Defizite hätten sich bei der komplexen Arbeit als ... im … 
stark ausgewirkt. Die Tätigkeit als ... im F.________ sei im letzten Sommer 
derart eingeschränkt gewesen, dass das Arbeitsverhältnis wegen ungenü-
gender Leistung während der Probezeit (1. Juni 2013 bis 31. August 2013; 
AB 36/8) im gegenseitigen Einvernehmen aufgehoben worden sei. Die neu-
ropsychologische Testung belege, dass dies neuropsychologisch bedingt 
sei. Die Schwierigkeiten hätten sich schon länger abgezeichnet, sie hätten 
aber erst im letzten Sommer wahrgenommen werden können. Wie häufig 
würden Einschränkungen von Patienten nur ungern wahrgenommen bzw. 
verdrängt und alles daran gesetzt, trotz allem eine volle Leistung zu erbrin-
gen. Dies sei allerdings seit letzten Sommer nicht mehr möglich gewesen 
(AB 18/5 f.).

Gestützt auf diese Ausführungen sowie unter Berücksichtigung der anläss-
lich der neuropsychologischen Testung vom Mai 2014 im Spital 
E.________ nachgewiesenen Defizite (AB 13/2 ff.) ist mit überwiegender 
Wahrscheinlichkeit erstellt, dass die Beschwerdeführerin – auch – aus ge-
sundheitlichen Gründen den Anforderungen ihrer Stelle als ... bzw. ... am 
F.________ nicht gewachsen war. Daran ändert nichts, dass die neuropsy-
chologische Testung erst nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses (vgl. 
AB 20/1) durchgeführt wurde, denn es kann angesichts des – vom behan-
delnden Facharzt Dr. med. D.________ bestätigten (AB 18/5; vgl. hiervor) 
– progredienten Verlaufs der Krankheit ohne weiteres davon ausgegangen 
werden, dass die dabei festgestellten Defizite zumindest teilweise bereits 
bei der Anstellung im F.________ bestanden haben.

An diesem Ergebnis vermögen auch die an sich klaren und unmissver-
ständlichen Angaben vom 5. Mai 2015 des F.________ im Fragebogen für 
Arbeitgebende (Rückfrage; AB 39/3 f.) nichts zu ändern. Gemäss eigenen 
Angaben hatte die Beschwerdeführerin bei ihrer Anstellung dem 
F.________ gegenüber ihre Krankheit verschwiegen (Beschwerde, S. 3). 
Da damit der Arbeitgeber gar keine Kenntnis von einer möglichen gesund-
heitlichen Beeinträchtigung hatte, konnten die Leistungsdefizite der Be-

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schwerdeführerin auch nicht darauf zurückgeführt werden. Dass solche 
bestanden haben, ergibt sich aus dem Kündigungsgrund „erbrachte Leis-
tung entsprach nicht der Vorstellung“ (AB 39/3, vgl. AB 20/1). Ebenfalls zu 
relativieren ist der Hinweis, wonach während des Arbeitsverhältnisses kei-
ne Abnahme der Leistungsfähigkeit bemerkt worden sei (AB 39/3), denn es 
kann gestützt auf die Ausführungen von Dr. med. D.________ ohne weite-
res angenommen werden, dass die Einschränkungen unverändert bereits 
von Anfang an bestanden haben, mit der Zeit aber immer deutlicher wahr-
nehmbar wurden (AB 18/5 f.).

Weil demnach mit überwiegender Wahrscheinlichkeit – auch – gesundheit-
liche Gründe zur Auflösung des Arbeitsverhältnisses der Beschwerdefüh-
rerin mit dem F.________ geführt haben, ist für die Bemessung des Vali-
deneinkommens auf das in der Tätigkeit als ... bzw. ... im F.________ zu-
letzt ab Juni 2013 erzielte Einkommen von Fr. 140‘276.-- abzustellen 
(AB 20/2 f., 39/4).

4.3 Die Beschwerdegegnerin ermittelte auf der Basis der LSE 2012, Ta-
belle T11: Monatlicher Bruttolohn (Zentralwert und Quartilbereich) nach 
Ausbildung, beruflicher Stellung und Geschlecht, Privater und öffentlicher 
Sektor (Bund, Kantone, Bezirke, Gemeinden, Körperschaften, Kirchen) zu-
sammen, Ziff. 1: Universitäre Hochschule (UNI, ETH), berufliche Stellung 3: 
Unteres Kader, Frauen, Median (Fr. 9‘467.--), unter Berücksichtigung eines 
zumutbaren Arbeitspensums von 55 % und einer Leistungseinschränkung 
von 20 % ein Invalideneinkommen per 2013 von Fr. 53‘132.--. Diese Fest-
legung ist insbesondere in Anbetracht der beruflichen Qualifikationen der 
Beschwerdeführerin (vgl. AB 11/2 und Entscheid des Bundesgerichts 
[BGer] vom 25. Februar 2011, 8C_671/2010, E. 6.4.1) sowie des massge-
benden ärztlichen Zumutbarkeitsprofils (vgl. E. 3 hiervor) nicht zu bean-
standen und wird von der Beschwerdeführerin zu Recht nicht bestritten.

4.4 Bei einem Valideneinkommen von Fr. 140‘276.-- und einem Invali-
deneinkommen von Fr. 53‘132.-- beträgt die invaliditätsbedingte Erwerbs-
einbusse Fr. 87‘144.--. Dies entspricht einem Invaliditätsgrad von gerundet 
(BGE 130 V 121 E. 3.2 und 3.3 S. 123) 62 %, was zur Ausrichtung einer 
Dreiviertelsrente berechtigt (Art. 28 Abs. 2 IVG).

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4.5 Zu prüfen bleibt der Rentenbeginn.

Angesichts fehlender echtzeitlicher ärztlicher Arbeitsunfähigkeitsbescheini-
gungen ist möglich, jedoch entgegen der in der Beschwerde (S. 3 f.) vertre-
tenen Auffassung nicht überwiegend wahrscheinlich, dass die Beschwerde-
führerin bereits während des Arbeitsverhältnisses mit dem F.________ 
mindestens zu 20 % in der Arbeitsfähigkeit eingeschränkt war (Art. 28 
Abs. 1 lit. b IVG; AHI 1998 S. 124 E. 3c). Die Annahme einer – zumindest 
teilweise – gesundheitlich bedingten Auflösung des Arbeitsverhältnisses mit 
dem F.________ (vgl. E. 4.2 hiervor) führt nicht ohne weiteres dazu, dass 
in dieser Zeit bereits eine Arbeitsunfähigkeit vorgelegen hat. Daran ändert 
nichts, dass der RAD-Arzt im Bericht vom 7. Oktober 2014 von einer Ein-
schränkung der Arbeitsfähigkeit um 50 % seit 15. September 2013 ausge-
gangen ist (AB 22/2), denn hierbei stützte er sich offensichtlich einzig auf 
eine Angabe der Beschwerdeführerin in der Anmeldung (AB 1/3), ohne 
dass diese jedoch durch entsprechende Unterlagen (namentlich des be-
handelnden Neurologen Dr. med. D.________; AB 18/5 ff.) belegt wäre.

Damit erweist sich der von der Beschwerdegegnerin auf April 2014 festge-
setzte Beginn der Wartefrist (AB 46/8) als korrekt, was zur Ausrichtung ei-
ner Dreiviertelsrente ab 1. April 2015 führt (Art. 28 Abs. 1 IVG, Art. 29 
Abs. 1 und 3 IVG; vgl. AB 1/1).

5.

Nach dem Gesagten ist die Beschwerde insofern gutzuheissen, als der Be-
schwerdeführerin ab 1. April 2015 eine Dreiviertelsrente auszurichten ist. 
Soweit weitergehend ist die Beschwerde abzuweisen.

6.

6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 

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Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Mit Blick auf das teilweise Obsiegen der Beschwerdeführerin (Rentenhöhe; 
vgl. E. 5 hiervor) werden die gerichtlich auf Fr. 700.-- bestimmten Verfah-
renskosten im Umfang von Fr. 200.-- der Beschwerdeführerin und im Um-
fang von Fr. 500.-- der Beschwerdegegnerin zur Bezahlung auferlegt (BVR 
2009 S. 186 E. 4). Der Anteil der Beschwerdeführerin ist dem geleisteten 
Kostenvorschuss von Fr. 700.-- zu entnehmen. Die verbleibenden 
Fr. 500.-- werden ihr nach Rechtskraft des Urteils zurückerstattet.

6.2 Nach der Rechtsprechung hat die beschwerdeführende Partei bei 
teilweisem Obsiegen mindestens Anspruch auf eine reduzierte Parteien-
tschädigung (BGE 110 V 54 E. 3a S. 57; SVR 2003 EL Nr. 5 S. 14 E. 4.1).

Die Kostennote von Rechtsanwalt B.________ vom 9. September 2015 (to-
tal Fr. 2‘679.90 inkl. Auslagen und MWSt.) ist nicht zu beanstanden. Ent-
sprechend dem teilweisen Obsiegen ist der Parteikostenersatz auf pau-
schal Fr. 2000.-- (inkl. Auslagen und MWSt.) festzulegen. Diesen Betrag 
hat die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin zu bezahlen.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Ver-
fügung der IV-Stelle Bern vom 12. Juni 2015 dahingehend abgeändert, 
als der Beschwerdeführerin ab 1. April 2015 eine Dreiviertelsrente aus-
gerichtet wird. Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 700.--, werden im 
Umfang von Fr. 200.-- der Beschwerdeführerin und im Umfang von 
Fr. 500.-- der Beschwerdegegnerin zur Bezahlung auferlegt. Der Anteil 
der Beschwerdeführerin von Fr. 200.-- wird dem geleisteten Kostenvor-

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schuss von Fr. 700.-- entnommen. Die verbleibenden Fr. 500.-- werden 
der Beschwerdeführerin nach Rechtskraft des Urteils zurückerstattet.

3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin einen Anteil der 
Parteikosten, gerichtlich bestimmt auf pauschal Fr. 2‘000.-- (inkl. Aus-
lagen und MWSt.), zu ersetzen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.