# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5b0ce148-e888-5091-b646-5b46f165eb27
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-02-20
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 20.02.2024 SB230169
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB230169_2024-02-20.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
II. Strafkammer  

Geschäfts-Nr.: SB230169-O/U/ad

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. Spiess, Präsident, Oberrichter lic. iur. Wenker 

und Ersatzoberrichterin Dr. Bachmann sowie Gerichtsschreiberin 

MLaw Willi

Urteil vom 20. Februar 2024

in Sachen

1. A._____, 
2. ...

3. ...

Beschuldigter und Berufungskläger

1 bis 7. Juli 2023 amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X1._____, 

1 erbeten verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X2._____, 

gegen

Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich, 
Anklägerin und Berufungsbeklagte

betreffend versuchte schwere Körperverletzung etc.

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 9. Abteilung, vom 
11. Januar 2023 (DG220114)

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Anklage:

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 20. Juni 2022 

ist diesem Urteil beigeheftet (Urk. 47). 

Urteil der Vorinstanz:
(Urk. 95 S. 124 ff.)

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig

 der versuchten schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 

Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB;

 des Angriffs im Sinne von Art. 134 StGB;

 der mehrfachen Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB;

 der Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB;

 des mehrfachen Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB;

 sowie des geringfügigen Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB 

in Verbindung mit Art. 172ter Abs. 1 StGB.

2. Der Beschuldigte B._____ ist schuldig

 des Angriffs im Sinne von Art. 134 StGB;

 der Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB;

 der Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB;

 des Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB;

 sowie des Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB.

3. Vom Vorwurf der versuchten schweren Körperverletzung (Dossier 1) wird 

der Beschuldigte B._____ freigesprochen. 

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4. Der Beschuldigte C._____ ist schuldig

 des Angriffs im Sinne von Art. 134 StGB;

 der Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB;

 der Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB;

 des Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB;

 sowie der Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte im Sinne 

von Art. 285 Ziff. 1 StGB. 

5. Der Beschuldigte A._____ wird bestraft mit 38 ½ Monaten Freiheitsstrafe 
(wovon 30 Tage durch Haft erstanden sind) sowie mit einer Busse von 

CHF 90.–, als Zusatzstrafe zu folgenden Strafen:

- Freiheitsstrafe von 27 Tagen, ausgefällt mit Strafbefehl der Staatsan-

waltschaft Zürich-Sihl vom 11. Oktober 2022;

- Freiheitsstrafe von 80 Tagen, ausgefällt mit Strafbefehl des Untersu-

chungsamts St. Gallen vom 27. Oktober 2022;

- Freiheitsstrafe von 30 Tagen, ausgefällt mit Strafbefehl des Untersu-

chungsamts St. Gallen vom 25. November 2022.

6. Die Freiheitsstrafe wird vollzogen. Die Busse ist zu bezahlen.

7. Bezahlt der Beschuldigte A._____ die Busse schuldhaft nicht, so tritt an de-
ren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 3 Tagen.

8. Der Beschuldigte B._____ wird bestraft mit 16 Monaten Freiheitsstrafe (wo-
von 30 Tage durch Haft erstanden sind).

9. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 

3 Jahre festgesetzt. 

10. Der Beschuldigte C._____ wird bestraft mit 15 Monaten Freiheitsstrafe (wo-
von 30 Tage durch Haft erstanden sind).

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11. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird im Umfang von 9 Monaten aufgescho-

ben und die Probezeit auf 3 Jahre festgesetzt. Im Übrigen (6 Monate) ab-

züglich 30 Tage, die durch Haft entstanden sind, wird die Freiheitsstrafe voll-

zogen.

12. Der Beschuldigte A._____ wird im Sinne von Art. 66a StGB für 8 Jahre des 
Landes verwiesen.

13. Die Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener Informationssys-

tem für den Beschuldigten A._____ wird angeordnet.

14. Von der Anordnung einer Landesverweisung für den Beschuldigten B._____ 
wird abgesehen. 

15. Die bei der Kantonspolizei Zürich, Asservaten-Triage, unter der Geschäfts-

nummer 80279329 lagernden Gegenstände 

– 1 kleiner Hammer (Metallkopf) (A015'120'453) und

– 1 mittlerer Hammer (Kunststoffkopf) (A015'120'464)

werden der Lagerbehörde nach Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheids 

zur Vernichtung überlassen.

16. Der bei der Kantonspolizei Zürich, Asservaten-Triage, unter der Geschäfts-

nummer 80279329 lagernde Gegenstand Mobiltelefon WIKO (A015'120'486) 

wird dem Beschuldigten A._____ nach Eintritt der Rechtskraft dieses Ent-
scheides bis drei Monate danach auf erstes Verlangen hin herausgegeben. 

Nach unbenutztem Ablauf dieser Frist wird der Gegenstand der Lagerbe-

hörde zur Vernichtung überlassen.

17. Der bei der Kantonspolizei Zürich, Asservaten-Triage, unter der Geschäfts-

nummer 80279329 lagernde Gegenstand Hammer, Stielende gelb 

(A015'118'497) wird der Lagerbehörde nach Eintritt der Rechtskraft dieses 

Entscheids zur Vernichtung überlassen. 

18. Der bei der Kantonspolizei Zürich, Asservaten-Triage, unter der Geschäfts-

nummer 80279329 lagernde Gegenstand Mobiltelefon WIKO (A015'118'486) 

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wird dem Beschuldigten B._____ nach Eintritt der Rechtskraft dieses Ent-
scheides bis drei Monate danach auf erstes Verlangen hin herausgegeben. 

Nach unbenutztem Ablauf dieser Frist wird der Gegenstand der Lagerbe-

hörde zur Vernichtung überlassen.

19. Der bei der Kantonspolizei Zürich, Asservaten-Triage, unter der Geschäfts-

nummer 80279329 lagernde Gegenstand Mobiltelefon Samsung Galaxy S9 

(A015'364'564) wird dem Privatkläger 4, wohnhaft an der … [Adresse], nach 

Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheides bis drei Monate danach auf ers-

tes Verlangen hin herausgegeben. Nach unbenutztem Ablauf dieser Frist 

werden die Gegenstände der Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen.

20. Die bei der Kantonspolizei Zürich, Asservaten-Triage, unter der Geschäfts-

nummer 80279329 lagernden Gegenstände

– 1 Mobiltelefon inkl. Hülle (A015'118'931) und

– Blaue Lacoste Schuhe, 1 Paar (A015'118'964) und

– Schwarze Lacoste Schuhe, 1 Paar (A015'118'975) und

– 1 Knittersack CBD Hanf, brutto 18.6 Gramm (A015'119'161)

werden dem Beschuldigten C._____ nach Eintritt der Rechtskraft dieses 
Entscheides bis drei Monate danach auf erstes Verlangen hin herausgege-

ben. Nach unbenutztem Ablauf dieser Frist werden die Gegenstände der La-

gerbehörde zur Vernichtung überlassen.

21. Der bei der Kantonspolizei Zürich, Asservaten-Triage, unter der Geschäfts-

nummer 80279329 lagernde Gegenstand Hammer (A015'118'942) wird der 

Lagerbehörde nach Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheids zur Vernich-

tung überlassen.

22. Die Beschuldigten A._____, B._____ und C._____ werden unter solidari-
scher Haftung verpflichtet, dem Privatkläger 1 (D._____) CHF 5'000 zuzüg-

lich 5 % Zins ab 19. Mai 2021 als Genugtuung zu bezahlen. 

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23. Der Privatkläger 1 (D._____) wird mit seinem Schadenersatzbegehren be-

treffend die Beschuldigten A._____, B._____ und C._____ auf den Weg des 
Zivilprozesses verwiesen. 

24. Der Beschuldigte A._____ wird verpflichtet, der Privatklägerin 3 (E._____ 
Genosssenschaft) Schadenersatz von CHF 150  zu bezahlen.

25. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:

CHF 10'000.00 ; die weiteren Kosten betragen:

CHF 6'300.00   Gebühr für das Vorverfahren;
CHF 372.25   Gutachten Beschuldigter 1;
CHF 290.00   Kosten Polizei Beschuldigter 1;
CHF 372.25   Gutachten Beschuldigter 2;
CHF 290.00   Kosten Polizei Beschuldigter 2;
CHF 1'400.00   Telefonkontrolle Beschuldigter 2; 
CHF 20.00   ausserkantonale Untersuchungskosten Beschuldigter 2;
CHF 38.00  Zeugenentschädigungen Dossier 4 Beschuldigter 2;
CHF 2'348.25   Gutachten Beschuldigter 3;
CHF 1'200.00   Telefonkontrolle Beschuldigter 3;
CHF 290.00   Kosten Polizei Beschuldigter 3; 
CHF 17'039.40   Entschädigung amtliche Verteidigung RA X1._____;
CHF 14'082.20   Entschädigung amtliche Verteidigung RA Y._____;
CHF 17'889.40   Entschädigung amtliche Verteidigung RA Z._____;
CHF 10'919.35   Entschädigung unentgeltliche Geschädigtenvertretung.

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.

26. Die separat ausgewiesenen Kosten der Untersuchung, ausgenommen dieje-

nigen der amtlichen Verteidigungen, werden den jeweiligen Beschuldigten 

auferlegt.

27. Die Kosten des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen diejenigen der amt-

lichen Verteidigungen, werden den Beschuldigten A._____ und C._____ je 
zu einem Drittel und dem Beschuldigten B._____ zu einem Sechstel aufer-

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legt. Im Übrigen (einem Sechstel) werden sie auf die Staatskasse genom-

men. 

28. Die Kosten der amtlichen Verteidigungen und der unentgeltlichen Rechtsver-

beiständung des Privatklägers 1 werden auf die Gerichtskasse genommen; 

vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO in Be-

zug auf die amtlichen Verteidigungen.

29. Rechtsanwalt lic. iur. X1._____ wird für seine Bemühungen und Barausla-

gen als amtlicher Verteidiger des Beschuldigten A._____ mit CHF 17'039.40 

(inkl. Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse entschädigt.

30. Rechtsanwalt lic. iur. Z._____ wird für seine Bemühungen und Barauslagen 

als amtlicher Verteidiger des Beschuldigten B._____ mit CHF 17'889.40 

(inkl. Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse entschädigt. 

31. Rechtsanwalt lic. iur. Y._____ wird für seine Bemühungen und Barauslagen 

als amtlicher Verteidiger des Beschuldigten C._____ mit CHF 14'082.20 

(inkl. Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse entschädigt.

32. Rechtsanwalt MLaw XX._____ wird für seine Bemühungen und Barauslagen 

als Vertreter des Privatklägers 1 mit CHF 10'919.35 (inkl. Mehrwertsteuer) 

aus der Gerichtskasse entschädigt.

Berufungsanträge:

a) Der erbetenen Verteidigung:

(Urk. 124 S. 1 f.)

1. Die Berufung des Beschuldigten A._____ sei gutzuheissen und es 

seien insbesondere Ziff. 1, 5, 6, 7, 12, 13, 22 des angefochtenen Ur-

teils aufzuheben.

2. Der Beschuldigte sei von den Vorwürfen der versuchten schweren Kör-

perverletzung und des Angriffs freizusprechen.

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3. Nun die Präzisierung: Nicht mehr nur eventualiter sondern jedenfalls 

sei der Beschuldigte psychiatrisch begutachten zu lassen: insbeson-

dere sei abzuklären ob und inwieweit wegen seiner Alkoholabhängig-

keit seine Schuldfähigkeit zur Tatzeit eingeschränkt gewesen war und 

ob wegen der Alkoholabhängigkeit anstelle eine ambulante Mass-

nahme nach Art. 63 StGB (unter Aufschub des Freiheitsvollzugs oder 

vollzugsbegleitend) oder gar eine stationäre Massnahme nach Art. 60 

StGB (Behandlung der Alkoholabhängigkeit) anzuordnen sei.

4. Die Kosten des Berufungsverfahrens seien auf die Staatskasse zu neh-

men.

b) Der Vertreterin der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich: 

(Urk. 125 S. 1)

1. Die Berufung des Beschuldigten gegen das Urteil der Vorinstanz vom 

11. Januar 2023 sei abzuweisen und das Urteil der Vorinstanz sei zu 

bestätigen.

2. Die Kosten des Berufungsverfahrens seien dem Beschuldigten aufzu-

erlegen.

c) Des unentgeltlichen Rechtsvertreters des Privatklägers 1:

(Urk. 105; Urk. 126)

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils.

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Erwägungen:

I. Verfahrensgang

1. Mit Urteil vom 11. Januar 2023 des Bezirksgerichtes Zürich, 9. Abteilung, 

wurde der Beschuldigte der versuchten schweren Körperverletzung im Sinne von 

Art. 122 Abs. 1 aStGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB, des Angriffs im 

Sinne von Art. 134 StGB, der mehrfachen Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 

StGB, der Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB, des mehrfa-

chen Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB sowie des geringfügigen 

Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 172ter Abs. 1 

StGB schuldig gesprochen. Er wurde mit einer unbedingten Freiheitsstrafe von 38 

½ Monaten (wovon 30 Tage durch Haft erstanden sind) sowie mit einer Busse 

von Fr. 90.– als Zusatzstrafe zu den Strafen gemäss Strafbefehl der Staatsan-

waltschaft Zürich-Sihl vom 11. Oktober 2022, Strafbefehl des Untersuchungsam-

tes St. Gallen vom 27. Oktober 2022 und Strafbefehl des Untersuchungsamtes St. 

Gallen vom 25. November 2022 bestraft. Für die schuldhafte Nichtbezahlung der 

Busse wurde eine Ersatzfreiheitsstrafe von 3 Tagen festgelegt. Darüber hinaus 

wurde er gemäss Art. 66a StGB für 8 Jahre des Landes verwiesen und im Schen-

gener Informationssystem ausgeschrieben. Ferner wurde über die beschlagnahm-

ten Gegenstände befunden und der Beschuldigte unter solidarischer Haftung mit 

den zwei weiteren Beschuldigten B._____ und C._____ verpflichtet, dem Privat-

kläger 1, D._____, eine Genugtuung von Fr. 5'000.– zuzüglich 5% Zins ab 

19. Mai 2021 zu bezahlen. Ebenso wurde er verpflichtet der Privatklägerin 3, 

E._____ Genossenschaft, Schadenersatz von Fr. 150.– zu bezahlen. Zuletzt wur-

den die Kosten des gerichtlichen Verfahrens, mit Ausnahme derjenigen der amtli-

chen Verteidigung, dem Beschuldigten zu einem Drittel auferlegt sowie die Ent-

schädigungsfolgen geregelt (Urk. 95 S. 124 ff.).

2. Das Urteil vom 11. Januar 2023 des Bezirksgerichtes Zürich, 9. Abteilung, 

erfasste nicht nur den Beschuldigten sondern auch die zwei weiteren Beschuldig-

ten, B._____ und C._____, deren Bestrafung vorliegend jedoch nicht zu beurtei-

len ist, weil sie keine Berufung gegen das Urteil erhoben haben (Urk. 91/1; Urk. 

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91/3-5). Entsprechend erfolgte eine Mitteilung an die Vorinstanz, dass die zwei 

weiteren Beschuldigten nicht am Berufungsverfahren beteiligt seien (Urk. 104). 

3. Gegen das Urteil, welches dem Beschuldigten sowie seinem amtlichen Ver-

teidiger am 11. Januar 2023 mündlich eröffnet wurde, hat der Beschuldigte resp. 

sein amtlicher Verteidiger rechtzeitig Berufung angemeldet (Urk. 82 S. 8; Urk. 87 

und Urk. 87A; Art. 399 Abs. 1 StPO). Das begründete Urteil wurde dem Beschul-

digten am 8. März 2023 und den weiteren Parteien gleichentags resp. am 9. März 

2023 zugestellt (Urk. 91/1-5), woraufhin der Beschuldigte am 28. März 2023 frist-

gerecht die Berufungserklärung einreichte (Urk. 97). Mit seiner Berufung focht der 

Beschuldigte die Dispositiv-Ziffern 1 teilweise (Schuldsprüche betreffend versuch-

te schwere Körperverletzung und Angriff), 5 (Strafe) 6 (Vollzug), 7 (Ersatzfreiheits-

strafe), 12 (Landesverweisung), 13 (Ausschreibung SIS) sowie 22 (Genugtuung) 

des vorinstanzlichen Urteils an (Urk. 97; Urk. 98, Urk. 124 S. 1 f.).

4. Mit Eingabe vom 28. März 2023 reichte Rechtsanwalt lic. iur. X2._____ eine 

Vollmacht ein und erklärte, dass ihn der Beschuldigte neu für das Berufungsver-

fahren mandatiert habe. Er ergänzte die Berufungsanmeldung des amtlichen Ver-

teidigers, Rechtsanwalt lic. iur. X1._____, mit einem Eventualbeweisantrag, wo-

nach der Beschuldigte vor Ausfällung einer Strafe psychiatrisch begutachten zu 

lassen sei; insbesondere sei abzuklären, ob und inwieweit seine Schuldfähigkeit 

zur Tatzeit eingeschränkt gewesen sei und, ob eine ambulante Massnahme nach 

Art. 63 StGB oder gar eine stationäre Massnahme nach Art. 60 StGB anzuordnen 

sei (Urk. 98 S. 2). 

5. Mit Präsidialverfügung vom 6. April 2023 wurde die Berufungserklärung des 

Beschuldigten der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich (fortan: Staatsanwalt-

schaft) sowie den Privatklägern 1-6 zugestellt und Frist zur Erklärung der An-

schlussberufung oder eines Nichteintretensantrages angesetzt (Urk. 100). Die 

Staatsanwaltschaft verzichtete auf Anschlussberufung und beantragte die Bestäti-

gung des vorinstanzlichen Urteils (Urk. 103). Der Verteidiger des Privatklägers 1 

teilte mit, auf eine Anschlussberufung zu verzichten (Urk. 105). Die weiteren Pri-

vatkläger liessen sich innert Frist nicht vernehmen (Urk. 101/1-3; Urk. 101/7-8).

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6. Mit Präsidialverfügung vom 7. Juli 2023 wurde Rechtsanwalt lic. iur. 

X1._____ als amtlicher Verteidiger entlassen und aufgefordert eine entspre-

chende Honorarnote einzureichen. Darüber hinaus wurde Rechtsanwalt lic. iur. 

X2._____ darauf hingewiesen, dass praxisgemäss nach Entlassung der amtlichen 

Verteidigung aufgrund der Mandatierung eines Wahlverteidigers durch den Be-

schuldigten, keine Einsetzung des Wahlverteidigers als amtlicher Verteidiger er-

folge (Urk. 109). Im Übrigen erklärte der erbetene Verteidiger, Rechtsanwalt 

lic. iur. X2._____, den Beschuldigten anlässlich der Berufungsverhandlung zu ver-

treten sowie keine Einwendungen gegen den Widerruf der amtlichen Verteidigung 

zu haben (Urk. 108). 

7. Am 29. August 2023 wurden die Parteien zur Berufungsverhandlung auf den 

20. Februar 2024 vorgeladen (Urk. 111).

8. Am 15. März 2023 und am 30. Januar 2024 wurde je ein aktueller Strafregis-

terauszug des Beschuldigten eingeholt (Urk. 96; Urk. 114). 

9. Mit Präsidialverfügung vom 5. Februar 2024 wurde der Beweisantrag des 

Beschuldigten auf psychiatrische Begutachtung einstweilen abgewiesen 

(Urk. 115). 

10. Mit Eingabe vom 16. Februar 2024 ersuchte der erbetene Verteidiger, 

Rechtsanwalt lic. iur. X2._____, um Umwandlung der Wahlverteidigung in eine 

amtliche Verteidigung mit Wirkung ab 16. Februar 2024 (Urk. 118). 

11. Anlässlich der öffentlichen Berufungsverhandlung sind der Beschuldigte, zu-

geführt aus der Strafanstalt Saxerriet, in Begleitung seines erbetenen Verteidi-

gers, Rechtsanwalt lic. iur. X2._____, Staatsanwältin lic. iur. Schwarzwälder sowie 

der unentgeltliche Vertreter des Privatklägers 1 erschienen (Prot. II S. 5). Die Par-

teien stellten die eingangs aufgeführten Anträge (Urk. 124, Urk. 125; Urk. 126; 

Prot. II S. 5 f.). 

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II. Prozessuales

1. Beweisantrag Einholung psychiatrisches Gutachten über den Beschuldigten

1.1. Der Beschuldigte stellte den Beweisantrag, dass er bei einem Schuld-

spruch psychiatrisch zu begutachten sei. Insbesondere sei abzuklären, ob die 

Schuldfähigkeit im Tatzeitpunkt eingeschränkt gewesen sei und, ob eine ambu-

lante oder stationäre Massnahme anzuordnen sei (Urk. 89 S. 2). Diesen Bewei-

santrag wiederholte er anlässlich der Berufungsverhandlung (Prot. II S. 7; 

Urk. 124 S. 4). Er begründete den Beweisantrag damit, dass der Beschuldigte be-

reits seit Jahren im Übermass Alkohol konsumiere. Es würde seit längerer Zeit 

eine schwere Alkoholsucht vorliegen. Auch im Vorfeld der Tat habe der Beschul-

digte Whiskey konsumiert. Darüber hinaus würden zahlreiche Vorstrafen fast aus-

nahmslos mit der Alkoholsucht des Beschuldigten im Zusammenhang stehen. Die 

Staatsanwaltschaft und die Vorinstanz hätten die Suchtproblematik des Beschul-

digten schlicht übergangen. Die Vorinstanz habe letztlich willkürlich und ohne Ein-

holung eines Gutachtens eine bloss geringfügige verminderte Schuldfähigkeit an-

genommen. Ebenso habe es die Vorinstanz nicht für nötig gehalten, zur Frage der 

Anordnung einer ambulanten oder stationären Massnahme ein Gutachten einzu-

holen, sondern habe lediglich eine hohe Freiheitsstrafe sowie Landesverweisung 

ausgesprochen. Die Behandlungsbedürftigkeit des Beschuldigten sei aufgrund 

seiner Alkoholabhängigkeit gegeben. Ebenso sei er massnahmefähig sowie -wil-

lig. Die Verweigerung der Begutachtung sei bundesrechtswidrig, denn die Voraus-

setzungen für deren Anordnung seien erfüllt (Urk. 98 S. 3; Urk. 124 S. 3 f.; Prot. II 

S. 25 f.). 

1.2. Eine Massnahme ist anzuordnen, wenn eine Strafe allein nicht geeignet ist, 

der Gefahr weiterer Straftaten des Täters zu begegnen, ein Behandlungsbedürf-

nis des Täters besteht oder die öffentliche Sicherheit dies erfordert und die Vor-

aussetzungen der Art. 59-61, 63 oder 64 StGB erfüllt sind. Art. 56 Abs. 3 StGB 

schreibt vor, dass sich das Gericht beim Entscheid über die Anordnung einer 

Massnahme nach den Art. 59-61, 63 oder 64 StGB auf eine sachverständige Be-

gutachtung zu stützen hat. Gutachten nach Art. 56 ff. StGB sind im Massnahmen-

recht unabdingbar resp. zwingend (OFK STGB-HEIMGARTNER, 2022, Art. 56 

N. 12). Gemäss Art. 20 StGB ordnet das Gericht die Begutachtung durch einen 

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Sachverständigen an, wenn ernsthafter Anlass besteht, an der Schuldfähigkeit 

des Täters zu zweifeln. Die Notwendigkeit, einen Sachverständigen zuzuziehen, 

ist erst gegeben, wenn Anzeichen vorliegen, die geeignet sind, Zweifel hinsichtlich 

der vollen Schuldfähigkeit zu erwecken, wie etwa ein Widerspruch zwischen Tat 

und Täterpersönlichkeit oder völlig unübliches Verhalten (Urteil des Bundesge-

richtes 6B_953/2023 vom 15. Dezember 2023, E. 1.4.3; BGE 132 IV 29 E. 5.1). 

Folgt aus dem Verhalten des Täters vor, während und nach der Tat, dass ein Re-

alitätsbezug erhalten war, dass er sich an wechselnde Erfordernisse der Situation 

anpassen, auf eine Gelegenheit zur Tat warten oder diese gar herbeiführen 

konnte, so ist nicht von einer schweren Beeinträchtigung auszugehen. Die Bege-

hung der Tat in angetrunkenem Zustand bildet noch keinen Grund, um an der 

Schuldfähigkeit des Täters zu zweifeln, wenn ausser der Blutalkoholkonzentration 

keine weiteren Indizien für Zweifel an der Schuldfähigkeit bestehen. Zweifel an 

der Schuldfähigkeit können sich ferner aufgrund auffälliger Begleiterscheinungen 

sowie den Lebensumständen und der Vorgeschichte ergeben, so wenn der Täter 

in einem früheren Verfahren für vermindert schuldfähig erklärt worden ist (OFK 

STGB-DONATSCH, 2022, Art. 20 N. 2 m.w.H.). 

1.3. Wie noch zu zeigen sein wird (vgl. Erw. III.A.5.1.3 ff. und Erw. III.11.2) er-

gibt sich aus den Akten, dass der Beschuldigte seit mehreren Jahren mit einer Al-

koholproblematik zu kämpfen hat und sich auch bereits erfolglos mehreren Alko-

holtherapien unterzogen hat, letztmals bis April 2023. Der Beschuldigte gab an, 

anlässlich des Vorfalles am 19. Mai 2021 (Dossier 1) betrunken gewesen zu sein 

(Urk. 1/4/12 S. 4, 6, 17; Urk. 70 S. 12). Anlässlich der Berufungsverhandlung 

führte er zu seinem Alkoholproblem aus, dass er seine Arbeitsstelle 2019 im 

F._____ aufgrund von Alkoholproblemen verloren habe. Auch habe der Alkohol 

ihn daran gehindert, seine langjährige Freundin, G._____, zu heiraten. Er sei 

letztmals anfangs 2023 wieder in einer Alkoholtherapie gewesen, weil er rückfällig 

geworden sei. Seine Freundin konsumiere auch Alkohol und sei derzeit in einer 

Therapie. Er trinke normalerweise Vodka mit Energydrink, ca. eine Flasche Vodka 

pro Tag. Darüber hinaus gab er zu Protokoll, dass alle Vorstrafen wegen dem Al-

kohol geschehen seien. Er sei seit dem 23. November 2023 in der Strafanstalt 

Saxerriet, trinke seit dem Eintritt keinen Alkohol mehr und gehe einmal pro Woche 

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in die Alkoholtherapie. Weiter gab er auf Nachfrage an, mit der von seiner Vertei-

digung beantragten stationären Massnahme einverstanden zu sein (Prot. II 

S. 12 ff.).

1.4. Ein objektives Beweismittel – wie beispielsweise ein Blutalkoholkonzentra-

tionstest, der eine allfällige Beeinträchtigung der Schuldfähigkeit des Beschuldig-

ten anlässlich des Vorfalles am 19. Mai 2021 nachweisen würde – liegt keines 

vor. Entscheidend für die Beurteilung der Schuldfähigkeit ist jedoch nicht primär 

die Blutalkoholkonzentration als solche, sondern das Ausmass, in dem die Ein-

sichts- oder Steuerungsfähigkeit beeinträchtigt ist (BSK STGB/JSTGB-BOM-

MER/DITTMANN, 2019, Art. 19 StGB N. 62 m.w.H.). Auch in dieser Hinsicht lassen 

sich den Untersuchungsakten wie auch den konkreten Umständen anlässlich der 

Tat am 19. Mai 2021 (Dossier 1) keinerlei Hinweise dazu entnehmen, dass der 

Beschuldigte in seiner Einsichts- oder Steuerungsfähigkeit beeinträchtig gewesen 

wäre (vgl. Erw. III.A.5.1.6). Weder äussern sich die weiteren Beteiligten über ein 

alkoholisiertes Verhalten des Beschuldigten, noch sind anhand der Tatabläufe in 

dieser Hinsicht irgendwelche Beeinträchtigung auszumachen. Anlass der Tat war 

sodann nicht der Alkohol. Der Beschuldigte und die weiteren Beteiligten agierten 

zielgerichtet, man hatte den Willen, den Privatkläger 1 aufzusuchen und ist hierfür 

von H._____ nach Zürich gefahren. Es wurde zwar Alkohol konsumiert, jedoch ist 

der Alkoholkonsum lediglich als zusätzlicher Faktor und nicht als Hauptanlass zu 

qualifizieren. Selbst wenn der Beschuldigte anlässlich der Tat alkoholisiert gewe-

sen sein mag, so war er dies nicht in einem Ausmass, dass deswegen von einer 

Beeinträchtigung der Schuldfähigkeit des Beschuldigten auszugehen wäre. Im 

Übrigen erscheint auch die Massnahmewilligkeit des Beschuldigten fraglich. Zwar 

bestehen mit seinem anlässlich der Berufungsverhandlung erklärten Einverständ-

nis für eine stationäre Massnahme gewisse Indizien hierfür (Prot. II S. 13 f.), doch 

zeigen die drei bereits abgebrochenen Therapien und der Umstand, dass er im-

mer wieder rückfällig wurde, klar auf, dass es dem Beschuldigten am Willen resp. 

Durchhaltewillen fehlt. Daran vermag auch der Umstand nichts zu ändern – wie 

dies die Verteidigung geltend machte (Prot. II S. 31 f.) – dass es sich bei den ab-

gebrochenen Therapien teils um private resp. freiwillige Therapien und nicht um 

- 15 -

staatlich angeordnete stationäre Massnahmen handelte. Die Massnahmewilligkeit 

des Beschuldigten ist entsprechend zu verneinen.

1.5. Nach dem Gesagten besteht kein ernsthafter Anlass an der Schuldfähigkeit 

des Beschuldigten zu zweifeln, weshalb auf die Anordnung einer sachverständi-

gen Begutachtung des Beschuldigten resp. das Einholen eines psychiatrischen 

Gutachtens über den Beschuldigten, wie von der Verteidigung beantragt, verzich-

tet werden kann. Im Übrigen wäre auch die Massnahmewilligkeit des Beschuldig-

ten nicht gegeben. Weiterungen zur Anordnung einer stationären oder ambulan-

ten Massnahme erübrigen sich, da hierfür die Einholung eines Gutachtens zwin-

gend vorausgesetzt wäre. Es ist hinsichtlich des Anklagesachverhaltes vom 

19. Mai 2019 von der Schuldfähigkeit des Beschuldigten auszugehen. 

2. Strafanträge

Gegenstand der Anklage bilden unter anderem diverse Antragsdelikte. Aufgrund 

der Vorkommnisse am 19. Mai 2021 (Dossier 1) wurde der Beschuldigte wegen 

Sachbeschädigung (Art. 144 Abs. 1 StGB), Hausfriedensbruch (Art. 186 StGB) 

sowie Drohung (Art. 180 Abs. 1 StGB) gegenüber den Privatklägern 1 und 2 an-

geklagt (Urk. 47 S. 2 f.). Die erforderlichen Strafanträge wurden im Sinne von 

Art. 30 Abs. 1 StGB i.V.m. 31 StGB form- und fristgerecht gestellt (Urk. 1/2/1-4; 

Urk. 1/5/1 F/A 48; Urk. 1/5/2 F/A 47 f.; Urk. 1/6/1 F/A 66). 

3. Privatklägerschaft

In Bezug auf Dossier 1 konstituierten sich der Privatkläger 1 (Urk. 1/8/6) und der 

Privatkläger 2 (Urk. 1/7/5) jeweils mit Formularerklärung vom 25. Juni 2021 als Zi-

vil- und Strafkläger, wobei der Privatkläger 1 seine Zivilforderung einstweilen un-

beziffert liess (Urk. 1/8/6). Anlässlich der Hauptverhandlung vom 11. Januar 2023 

beantragte der Privatkläger 1 sodann die Zusprechung einer Genugtuung (unter 

solidarischer Haftung des Beschuldigten sowie der zwei weiteren Beschuldigten) 

in der Höhe von Fr. 5'000.– zuzüglich Zins zu 5% seit 19. Mai 2021 sowie die 

Feststellung der Schadenersatzpflicht der drei Beschuldigten im Grundsatz 

(Urk. 74 S. 2). Die Zusprechung der Genugtuung an den Privatkläger 1 wurde vor-

liegend angefochten und ist neu zu beurteilen (vgl. Erw. II.4.2.). Wie die Vorin-

- 16 -

stanz zutreffend wiedergab (Urk. 95 S. 20), hat der Privatkläger 2 weder im Unter-

suchungs- noch Hauptverfahren Zivilforderungen geltend gemacht.

4. Umfang der Berufung

4.1. Gemäss Art. 402 StPO in Verbindung mit Art. 437 StPO wird die Rechts-

kraft des angefochtenen Urteils im Umfang der Anfechtung gehemmt. Das Beru-

fungsgericht überprüft somit das erstinstanzliche Urteil nur in den angefochtenen 

Punkten (Art. 404 Abs. 1 StPO). 

4.2. Der Beschuldigte verlangte mit seiner Berufung einen Freispruch hinsicht-

lich der Vorwürfe der versuchten schweren Körperverletzung und des Angriffs 

(Dispositiv-Ziffern 1 teilweise, 5-7), das Absehen von der Anordnung einer Lan-

desverweisung sowie der Ausschreibung im Schengener Informationssystem 

(Dispositiv-Ziffern 12-13) sowie die Aufhebung der Verpflichtung zur Zahlung ei-

ner Genugtuung an den Privatkläger 1 (Dispositiv-Ziffer 22). Als mitangefochten 

hat die vorinstanzliche Kostenauflage (Dispositiv-Ziffern 26-27) sowie der Nach-

forderungsvorbehalt in Bezug auf die amtliche Verteidigung (Dispositiv-Ziffer 28 

teilweise) zu gelten. In den angefochtenen Punkten ist der erstinstanzliche Ent-

scheid – unter Berücksichtigung des Verschlechterungsverbotes im Sinne von 

Art. 391 Abs. 2 StPO – gemäss Art. 398 Abs. 2 StPO umfassend zu überprüfen.

4.3. Die Vorinstanz bestätigte hinsichtlich der weiteren Beschuldigten, B._____ 

und C._____, mit Mitteilung vom 12. Mai 2023 (vgl. Urk. 117) die Teilrechtskraft 

der Dispositiv-Ziffern 2-4 und 8-11 (Schuld- und Freisprüche, Strafe und Vollzug) 

sowie der Dispositiv-Ziffern 14 (Absehen der Anordnung einer Landesverweisung 

für den Beschuldigten B._____), 18 und 20 (Entscheide über beschlagnahmte 

Gegenstände). Hiervon ist vorab mittels Beschlusses Vormerk zu nehmen. Im Zu-

sammenhang mit der vorliegenden Berufung des Beschuldigten blieben darüber 

hinaus die Dispositiv-Ziffern 1 teilweise (Schuldsprüche betreffend mehrfache 

Drohung, Sachbeschädigung, mehrfachen Hausfriedensbruch und geringfügigen 

Diebstahl), 15-17, 19 und 21 (Entscheid über beschlagnahmte Gegenstände), 23 

(Verweis Schadenersatzbegehren Privatkläger 1 auf Zivilweg), 24 (Entscheid 

Schadenersatz zugunsten Privatklägerin 3 E._____ Genossenschaft), 25 (erstin-

stanzliche Kostenfestsetzung), 28 teilweise (ausser Nachforderungsvorbehalt 

- 17 -

amtliche Verteidigung) sowie 29-32 (Entschädigung amtliche Verteidigungen) un-

angefochten. Entsprechend sind die vorgenannten Dispositiv-Ziffern des vorin-

stanzlichen Urteils vom 11. Januar 2023 in Rechtskraft erwachsen, was vorab mit-

tels Beschlusses festzustellen ist. 

III. Sachverhalt und Rechtliche Würdigung

1. Anklagevorwurf und Teilgeständnisse

1.1. Dem Beschuldigten sowie den zwei weiteren Beschuldigten, B._____ und 

C._____ (bereits rechtskräftiges erstinstanzliches Urteil), wird zusammengefasst 

vorgeworfen, am 19. Mai 2021 um ca. 14:15 Uhr zusammen mit G._____ gewalt-

sam in die von den Privatklägern 1 und 2 bewohnte Wohnung an der I._____-

strasse … in Zürich eingedrungen zu sein. Dabei hätten die Beschuldigten gegen 

die Wohnungstür gedrückt und einer von ihnen habe mit einem Fusstritt die Tür-

verriegelung aus dem Rahmen gedrückt.

1.2. Nachdem zunächst die zwei weiteren Beschuldigten auf den Privatkläger 1 

eingeschlagen hätten, habe der Beschuldigte dem Privatkläger 1 mit einem mitge-

führten Hammer gegen die Stirn geschlagen und diesem eine blutende Riss-

quetschwunde zugefügt. Der mittlerweile heftig blutende Privatkläger 1 habe die 

Arme schützend über den Kopf erhoben, die Bettdecke über seinen Kopf gezogen 

und sich bäuchlings auf das Bett gelegt. Infolgedessen hätten die Beschuldigten 

weiter auf ihn eingeschlagen, mindestens drei bis vier Mal gegen den Rücken. 

Der Beschuldigte habe den Privatkläger 1 hierbei weiter mit dem Hammer trak-

tiert. Ferner hätten die Beschuldigten zum unter der Bettdecke liegenden Privat-

kläger 1 gesagt, dass sie ihn töten würden.

1.3. Schliesslich habe sich der Beschuldigte zum Privatkläger 2 umgedreht, wel-

cher im selben Zimmer auf einem anderen Bett gesessen habe. Dabei habe er 

den Hammer in dessen Richtung erhoben und zu diesem gesagt, dass er ihn erst 

in Ruhe lassen werde, wenn er tot sei.

1.4. Wie die Vorinstanz zutreffend festhielt (Urk. 95 S. 23) anerkannte der Be-

schuldigte in der Untersuchung sowie anlässlich der Hauptverhandlung sich ge-

- 18 -

meinsam mit den zwei weiteren Beschuldigten zur Wohnung der Privatkläger 1 

und 2 begeben und gewaltsam durch Aufbrechen der Wohnungstüre Zugang zur 

Wohnung verschafft zu haben. Ferner gab er zu, einen Hammer (Metallkopf) mit-

geführt zu haben, betonte jedoch, damit niemanden geschlagen zu haben 

(Urk. 1/4/2 F/A 7; Urk. 1/4/12 S. 4 ff.; Urk. 70 S. 8 f.). An diesem Teilgeständnis 

hielt er auch anlässlich der Berufungsverhandlung fest und führte aus, dass er 

den Hammer herausgenommen und ihn dem Privatkläger 1 gezeigt und ihn damit 

bedroht habe. Mit dem Hammer geschlagen habe er ihn jedoch zu 200% nicht 

(Prot. II S. 18 ff., 24). Im Übrigen bestritt der Beschuldigte den ihm zur Last geleg-

ten Anklagesachverhalt, insbesondere dem Privatkläger 1 durch die Bettdecke 

weitere Schläge mit dem Hammer verpasst zu haben sowie die Privatkläger 1 und 

2 mit dem Tode bedroht zu haben (Urk. 1/4/12 S. 4 ff.; Urk. 70 S. 9). Aufgrund des 

bloss partiellen Geständnisses des Beschuldigten, gilt es nachfolgend zu prüfen, 

ob sich der angeklagte Sachverhalt, teils in mittäterschaftlichem Zusammenwirken 

begangen, erstellen lässt.

2. Beweismittel und Grundsätze der Beweiswürdigung

2.1. Die Beweisführung stützt sich in erster Linie auf die Aussagen des Be-

schuldigten, der zwei weiteren Beschuldigten und G._____ sowie auf diejenigen 

der Privatkläger 1 und 2. Sodann gründet die Beweisführung auch auf die medizi-

nischen Unterlagen des Privatklägers 1 (Urk. 1/9/2-3; Urk. 1/9/6; Urk. 1/10; Vor-

halt gemäss Urk. 1/4/12 S. 14 f.), der beim Beschuldigten anlässlich der Haus-

durchsuchung beschlagnahmten Gegenständen (Urk. 1/15/4-5), den Ergebnissen 

der Spurensicherung vom FOR (Urk. 1/12/1-2), der Mobiltelefonauswertung und 

der rückwirkenden Telefonüberwachung (Urk. 1/13/2-3; Urk. 1/13/6-9; 

Urk. 1/14/9-10; Vorhalt gemäss Urk. 1/4/13 S. 8 ff. und Urk. 1/4/6 F/A 27 ff.) sowie 

den am Tatort erstellten Fotodokumentationen (Urk. 1/3/1-2; Vorhalt gemäss 

Urk. 1/4/12 S. 14, Urk. 1/4/13 S. 6 ff. und Urk. 1/4/6 S. 4 f.). Alle erwähnten Be-

weismittel erweisen sich mit Verweis sowie in Übereinstimmung mit den vorin-

stanzlichen Erwägungen (Urk. 95 S. 23 f.) als verwertbar.

2.2. Die Vorinstanz hat die Grundsätze der Beweiswürdigung zutreffend wieder-

gegeben, weshalb zur Vermeidung von Wiederholungen vorab hierauf zu verwei-

- 19 -

sen ist (Urk. 95 S. 24 f.) Anzufügen bleibt, dass das rechtliche Gehör nach Art. 29 

Abs. 2 BV verlangt, dass das Gericht die Vorbringen des von einem Entscheid in 

seiner Rechtsstellung Betroffenen auch tatsächlich hört, prüft und in seiner Ent-

scheidfindung berücksichtigt. Es darf sich hierbei auf die massgebenden Ge-

sichtspunkte beschränken und muss sich nicht ausdrücklich mit jeder tatsächli-

chen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinandersetzen und diese 

widerlegen (BGE 147 IV 409 E. 5.3.4; 142 III 433 E. 4.3.2; 141 IV 249 E. 1.3.1.; 

139 IV 179 E. 2.2; 138 IV 81 E. 2.2; je m.w.H.). Auf die Argumente des Beschul-

digten ist entsprechend in den nachfolgenden Erwägungen einzugehen.

3. Glaubwürdigkeit der Beteiligten

3.1. Die allgemeine Glaubwürdigkeit des Beschuldigten sowie der zwei weite-

ren Beschuldigten (B._____ und C._____) wurde von der Vorinstanz zutreffend 

ausgeführt, weshalb darauf verwiesen werden kann (Urk. 95 S. 25).

3.2. Zu berücksichtigen ist, dass alle drei Beschuldigten miteinander befreundet 

sind (Urk. 1/4/1 F/A 47; Urk. 1/4/4 F/A 26; Urk. 1/4/12-13), wobei die zwei weite-

ren Beschuldigten (B._____ und C._____) eine enge Freundschaft verbindet und 

sie sich seit 15 Jahren kennen (Urk. 1/4/7 F/A 58).

3.3. Der Beschuldigte hat sodann ausgeführt beide Privatkläger 1 und 2 zu ken-

nen, wobei der Privatkläger 1 früher sein bester Kollege gewesen sei, sie nun 

aber nicht mehr miteinander sprechen würden (Urk. 1/4/1 F/A 33-34, 36-41). Der 

weitere Beschuldigte C._____ gab an, dass der Privatkläger 1 sein bester Kollege 

sei und er auch den Privatkläger 2 kenne (Urk. 1/4/4 F/A 42, 57). Der Beschul-

digte B._____ gab ebenfalls zu Protokoll, die Privatkläger 1 und 2 zu kennen, zu 

Beginn mit dem Privatkläger 1 befreundet gewesen zu sein, nun jedoch nicht 

mehr (Urk. 1/4/7 F/A 18, 26-28).

3.4. G._____ ist die langjährige Lebenspartnerin des Beschuldigten, mit wel-

cher er zusammenwohnt (Urk. 1/4/1 F/A 4-5; Urk. 1/4/10 F/A 10-11, 17-19) und 

mittlerweile ein gemeinsames Kind hat (Urk. 1/4/3 F/A 12-14). Sie ist trotz glei-

chem Familiennamen nicht mit dem Beschuldigten C._____ verwandt (Urk. 1/4/1 

F/A 1/6/1 F/A 9). Sie war beim Vorfall vom 19. Mai 2021 mit von der Partie und 

- 20 -

wurde jeweils als beschuldigte Person einvernommen (Urk. 1/4/10-12). Zeitgleich 

mit der Anklageerhebung erliess die Staatsanwaltschaft am 20. Juni 2022 jedoch 

einen Strafbefehl gegen G._____ wegen Hausfriedensbruchs (Urk. 46). Im Übri-

gen wurde das Strafverfahren gegen die Genannte mit Verfügung desselben Da-

tums eingestellt (Urk. 40).

3.5. G._____ wie auch die weiteren Beschuldigten hatten somit grundsätzlich 

ein legitimes Interesse daran, die Geschehnisse in einem für sie günstigen Licht 

darzustellen. Aufgrund ihrer freundschaftlichen bzw. familiären Verbindung könn-

ten sie sodann geneigt gewesen sein, sich gegenseitig möglichst wenig zu belas-

ten resp. ihre Freunde ebenfalls in ein günstiges Licht zu rücken. Dies ist bei der 

Würdigung ihrer Aussagen zu berücksichtigen. 

3.6. Die Privatkläger 1 und 2 sind seit einem Jahr Mitbewohner und teilen sich 

zu zweit ein Zimmer (Urk. 1/5/1 F/A 7, 11). Der Privatkläger 2 gab zu Protokoll, 

dass er und der Privatkläger 1 eng miteinander befreundet seien, wobei er ihn seit 

zwei Jahren kenne (Urk. 1/5/1 F/A 10-11). Der Privatkläger 1 gab auf Befragen 

an, dass er mit dem Privatkläger 2 nach der Rückkehr aus dem Spital am 19. Mai 

2021 über den Vorfall gesprochen habe, wobei das Gespräch lediglich zwei bis 

drei Minuten gedauert habe und ihm der Privatkläger 2 gesagt habe, dass er zum 

Polizeiposten für eine Aussage habe gehen müssen (Urk. 1/6/1 F/A 7). Der Privat-

kläger 2 meinte darauf angesprochen, dass sie beide beim Vorfall anwesend ge-

wesen seien und es somit nicht viel zu sprechen gegeben habe (Urk. 1/5/2 

F/A 122). Wie die Vorinstanz zutreffend erwog (Urk. 95 S. 26) ist bei dieser Sach-

lage nicht davon auszugehen, dass die Privatkläger 1 und 2 ihre Aussagen gezielt 

aufeinander abgestimmt haben, zumal ihre Ausführungen inhaltlich in wesentli-

chen Aspekten übereinstimmen, nicht jedoch deckungsgleich ausfielen (vgl. 

Erw. III.A.4.3.1 ff.). 

3.7. Weiter kennen auch die Privatkläger 1 und 2 die drei Beschuldigten sowie 

G._____. So gab der Privatkläger 2 an, dass B._____ ein Kollege von ihm sei 

und, dass er auch die weiteren Beschuldigten sowie G._____ kenne (Urk. 1/5/1 

F/A 13, 15-19). Der Privatkläger 1 gab ebenfalls an, alle vier Täter zu kennen, sie 

seien Landsleute. Mit dem Beschuldigten habe er 2013 sowie mit B._____ 2019 

- 21 -

für ein paar Monate bei der gleichen Firma gearbeitet resp. zusammen Sozialar-

beit geleistet (Urk. 1/6/1 F/A 8-9). Im Übrigen ist auf die zutreffenden Ausführun-

gen der Vorinstanz zur Glaubwürdigkeit der Beteiligten zu verweisen, insbeson-

dere darauf, wonach aus deren Aussagen hervorgehe, dass zwischen dem Privat-

kläger 1 und dem Beschuldigten zunächst eine freundschaftliche Beziehung be-

standen habe, es dann allerdings zu einem Konflikt kam, bei welchem unter ande-

rem feindselige Telefonate geführt worden sein sollen, und welcher schliesslich in 

der angeklagten gewaltsamen Auseinandersetzung mündete (Urk. 95 S. 26). Es 

ist denkbar, dass der Privatkläger 1 aus Enttäuschung über seine früheren 

Freunde diese über Gebühr belastet haben könnte. Er wurde polizeilich als Aus-

kunftsperson (Urk. 1/6/1) und staatsanwaltschaftlich – aufgrund einer Gegenan-

zeige wegen Drohung etc. – als beschuldigte Person (Urk. 1/6/2) einvernommen, 

womit er keiner strafprozessualen Wahrheitspflicht unterlag. Darüber hinaus hat 

er mit der Geltendmachung einer Genugtuungsforderung von Fr. 5'000.– (Urk. 74 

S. 2; Urk. 105; Urk. 126) auch ein gewisses finanzielles Interesse am Ausgang 

des Verfahrens. Konkrete Anhaltspunkte dafür, dass der Privatkläger 1 die Be-

schuldigten absichtlich zu Unrecht belastet hätte, liegen jedoch nicht vor. Im Übri-

gen ist in diesem Zusammenhang vielmehr auf die Glaubhaftigkeit seiner Deposi-

tionen abzustellen. Gleiches gilt für die Glaubhaftigkeit der Aussagen des Privat-

klägers 2. Er wurde zwei Mal als Auskunftsperson einvernommen (Urk. 1/5/1-2). 

Daneben ist bei ihm jedoch nicht von einer tieferen Verbindung zu den drei Be-

schuldigten auszugehen. Immerhin ist in diesem Zusammenhang jedoch festzu-

halten, dass der Privatkläger 2 gemäss eigenen Aussagen vom gleichen Dorf wie 

der Beschuldigte B._____ stamme, wobei seine Cousine mit der Schwester des 

Beschuldigten B._____ verheiratet sei (Urk. 1/5/2 F/A 8). Finanzielle Interesse 

sind mangels Geltendmachung von Zivilforderungen beim Privatkläger 2 hingegen 

keine zu verorten. 

4. Sachverhaltserstellung

4.1. Da es vorliegend um die Sachverhaltserstellung des Vorfalles am 

19. Mai 2021 hinsichtlich des Beschuldigten geht (das vorinstanzliche Urteil ist 

hinsichtlich der zwei weiteren Beschuldigten B._____ und C._____ rechtskräftig; 

vgl. Erw. II.4.3), ist im Weiteren insbesondere auf die Aussagen der Beteiligten in 

- 22 -

Bezug auf das Verhalten und die Handlungen des Beschuldigten einzugehen. Zu-

nächst ist auf die umfassende und zutreffende Wiedergabe und Zusammenfas-

sung der Aussagen der Beteiligten im vorinstanzlichen Urteil zu verweisen 

(Urk. 95 S. 27-51). Hinsichtlich der Beschuldigten G._____ ist vorab mit der Vorin-

stanz (Urk. 95 S. 51) festzuhalten, dass sie keine sachdienlichen Aussagen zum 

Kerngeschehen machen konnte (Urk. 1/4/10-12). 

4.2. Betreten der Wohnung der Privatkläger 1 und 2

Wie dargelegt, hat der Beschuldigte anerkannt, am 19. Mai 2021 zusammen mit 

den weiteren Beschuldigten B._____ und C._____ die Wohnung der Privatkläger 

1 und 2 durch Aufbrechen der Türe unbefugterweise betreten zu haben (vgl. 

Erw. III.A.1.4). Dies wird auch von den weiteren Beschuldigten nicht in Abrede ge-

stellt. Hingegen blieb in der Untersuchung und vor Vorinstanz unklar, wer von den 

drei Angreifern letztlich die Wohnungstür konkret aufbrach und beschädigte. An-

lässlich der Berufungsverhandlung gab der Beschuldigte sodann zu Protokoll, 

dass er und der Beschuldigte B._____ die Haustüre geöffnet hätten, dies mit den 

Händen, indem sie kräftig gegen die nicht stabile Türe gestossen hätten (Prot. II 

S. 24). Massgebend bleibt jedoch, dass alle übereinstimmend angaben, zur Woh-

nung gegangen zu sein, um mit den Privatklägern 1 und 2 über die telefonischen 

Provokationen des Vortages zu sprechen. Wie die Vorinstanz korrekt erwog (Urk. 

95 S. 48), erscheint es für die rechtliche Würdigung letztlich von untergeordneter 

Bedeutung, zumal alle Beschuldigten die Absicht hatten, in die Wohnung der Pri-

vatkläger 1 und 2 zu gelangen und von einem spontan und konkludent gefassten 

gemeinschaftlichen Beschluss der Beschuldigten ausgegangen werden kann. 

- 23 -

4.3. Hammerschläge gegen den Privatkläger 1

4.3.1. Betreffend dem Hammerschlag gegen seinen Kopf führte der Privatkläger 1 

gleichlautend und kohärent in beiden Einvernahmen aus, dass der Beschuldigte 

ihn mit dem Hammer einmal auf die Stirn geschlagen habe – dies habe er klar 

und deutlich gesehen (Urk. 1/6/1 F/A 24, 25, 35; Urk. 1/6/2 F/A 23, 47-49, 95). 

Detailliert gab er zu Protokoll, dass der Beschuldigte den mitgebrachten Hammer 

aus seinem Hosenbund hervorgezogen (Urk. 1/6/1 F/A 62-63; Urk. 1/6/2 

F/A 62-63) – was mit dem Zugeständnis des Beschuldigten übereinstimmt, den 

Hammer mitgenommen und dabei gehabt zu haben (Urk. 1/4/12 S. 4; Urk. 1/4/13 

S. 6; Prot. II S. 20) – und diesen in seiner rechten Hand gehalten zu haben. Es sei 

ein grosser Hammer von ca. 30 cm Länge gewesen (Urk. 1/6/1 F/A 24). Entgegen 

den Ausführungen der Verteidigung (Urk. 124 S. 7), berichtete der Privatkläger 1 

ebenfalls gleichlautend, vor dem Hammerschlag auf seine Stirn von einer Aushol-

bewegung des Beschuldigten auf dessen Schulterhöhe (Urk. 1/6/1 F/A 25; 

Urk. 1/6/2 F/A 65), wie auch von der Heftigkeit des Schlages, indem er ausführte, 

dass der Beschuldigte mit voller Wucht – auf einer Skala von 1 bis 10 mit einer 5 

– zugeschlagen habe resp., dass der Schlag heftig gewesen sei (Urk. 1/6/1 

FA 25; Urk. 1/6/2 F/A 64). Hierbei fällt auf, dass der Privatkläger 1 bei seinen Aus-

führungen nicht zu Übertreibungen neigt und den Beschuldigten auch nicht im 

Übermass belastet, was für die Glaubhaftigkeit seiner Ausführungen spricht. Ob-

wohl der Privatkläger 1 in beiden Einvernahmen ausführte, dass der Beschuldigte 

ihn mit voller Wucht mit dem Hammer gegen die Stirn geschlagen habe und der 

Schlag heftig gewesen sei (Urk. 1/6/1 F/A 25; Urk. 1/6/2 F/A 64-65), führte er auf 

Nachfrage aus, dass die Stärke des Schlages auf einer Skala von 1 bis 10 eine 5 

gewesen sei (Urk. 1/6/1 F/A 26). Widersprüchliche Aussagen hinsichtlich der Hef-

tigkeit des Schlages sind entgegen der Verteidigung keine ersichtlich (Urk. 124 

S. 7). 

4.3.2. Weiter gab der Privatkläger 1 an, vom Beschuldigten B._____ mit einem 

länglichen Gegenstand/Schlauch geschlagen worden zu sein. Hierbei hat er je-

weils übereinstimmend ausgeführt, dass der erste Schlag seine linke Schulter ge-

troffen habe und er den zweiten Schlag, welcher gegen seinen Kopf gerichtet ge-

wesen sei, mit der Hand resp. mit beiden Händen habe abwehren können. Auf-

- 24 -

grund der Abwehrhandlung habe er sich die Verletzung am Ringfinger der rechten 

Hand zugezogen (Urk. 1/6/1 F/A 24, 27; Urk. 1/6/2 F/A 23, 43, 50-52, 67). Der Pri-

vatkläger 1 hat somit nie ausgeführt, vom länglichen Gegenstand resp. dem 

Schlauch durch den Beschuldigten B._____ an der Stirn getroffen worden zu sein. 

In diesem Sinne hat er auch verneint, einen Faustschlag des Beschuldigten 

B._____ auf die Stirn erhalten zu haben (Urk. 1/6/2 F/A 89). Auch der Privatklä-

ger 2 verneinte einen Faustschlag des Beschuldigten B._____ gegen die Stirn 

des Privatklägers 1 (Urk. 1/5/2 F/A 98). 

4.3.3. Nach dem Angriff mit dem Hammer gegen die Stirn sowie den Schlägen mit 

dem länglichen Gegenstand resp. dem Schlauch habe sich der Privatkläger 1 mit 

der Bettdecke zugedeckt, wobei die Beschuldigten weiter wahllos auf ihn einge-

schlagen hätten (Urk. 1/6/1 F/A 27, 31; Urk. 1/6/2 F/A 23). Konnte sich der Privat-

kläger 1 anlässlich seiner ersten Einvernahme vom 20. Mai 2021 nicht genau 

daran erinnern, ob er, als er unter der Decke lag, auch noch mit dem Hammer auf 

den Rücken geschlagen worden sei oder wie viele Male (Urk. 1/6/1 F/A 33, 35), 

führte er anlässlich seiner zweiten Einvernahme sodann neu aus, dass er gespürt 

habe, dass er mit dem Hammer geschlagen worden sei, als er zugedeckt gewe-

sen sei, ohne es aber gesehen zu haben. Er habe den Hammer am Rücken ge-

spürt, sicher drei bis vier Mal, wobei es ihn erst dann richtig geschmerzt habe 

(Urk. 1/6/2 F/A 49, 55). Der Privatkläger 1 vermochte sich damit bei der ersten 

Einvernahme, welche nur einen Tag nach dem Vorfall stattfand, nicht genau resp. 

weniger genau daran zu erinnern, ob ihn der Beschuldigte auch noch über der 

Bettdecke mit dem Hammer gegen den Rücken geschlagen habe. Demgegen-

über konnte er anlässlich der zweiten Einvernahme, welche ca. zwei Monate nach 

dem Vorfall stattfand, plötzlich spüren, dass der Beschuldigte ihn am Rücken si-

cher drei bis vier Mal mit dem Hammer geschlagen habe. Ausgehend davon, dass 

sich Erinnerungen aufgrund des Vergessensprozesses mit der Zeit tendenziell 

eher verflüchtigen und Aussagen entsprechend weniger detailliert wiedergegeben 

werden können, erscheint es unglaubhaft, dass sich die Erinnerung des Privatklä-

gers 1 anlässlich der späteren Einvernahme verdichtete und er sich sodann de-

taillierter daran erinnern konnte sowie bestimmt ausführte auch über der Decke 

vom Beschuldigten mit dem Hammer geschlagen worden zu sein. An dieser un-

- 25 -

glaubhaften Darstellung der Schläge mit dem Hammer über der Decke ändert 

auch nichts, dass der Privatkläger 2 mehrere Hammerschläge des Beschuldigten 

gegenüber dem Privatkläger 1 bestätigte, zumal er jeweils von mehreren Schlä-

gen ins Gesicht des Privatklägers 1 sprach (vgl. Erw. III.A.4.3.4). Abgesehen von 

den Ausführungen des Privatklägers 1 hinsichtlich der Hammerschläge über der 

Bettdecke, fallen seine Aussagen lebensnahe und überzeugend aus. Insbeson-

dere hinsichtlich dem Kerngeschehen mit dem Hammerschlag des Beschuldigten 

gegen die Stirn des Privatklägers 1 erscheinen seine Schilderungen aufgrund des 

Detailreichtums glaubhaft. Im Übrigen kann auf die zutreffenden vorinstanzlichen 

Erwägungen der Würdigung der Aussagen des Privatklägers 1 verwiesen werden 

(Urk. 95 S. 33). 

4.3.4. Hinsichtlich der Aussagen des Privatklägers 2 zu den Hammerschlägen ge-

genüber dem Privatkläger 1 ist festzuhalten, dass der Privatkläger 2 die Ausfüh-

rungen des Privatklägers 1 bestätigte und ausführte gesehen zu haben, dass der 

Beschuldigte den Privatkläger 1 mit dem Hammer geschlagen habe. Der Privat-

kläger 2 bestätigte diverse Male, dass der Beschuldigte den Privatkläger 1 mit 

dem Hammer geschlagen habe, wobei er ausführte, dass der Beschuldigte ihn 

mehrmals ins Gesicht geschlagen habe (Urk. 1/5/1 F/A 19, 31; Urk. 1/5/2 F/A 35-

37, 102). Auf Nachfrage gab der Privatkläger 2 an, dass der Beschuldigte ca. vier 

bis fünf Mal mit dem Hammer auf den Privatkläger 1 eingeschlagen habe 

(Urk. 1/5/1 F/A 33). Weiter bestätigte der Privatkläger 2 auch die Schilderungen 

des Privatklägers 1, wonach der Beschuldigte den Hammer bereits dabei gehabt 

und ihn in der rechten Hand gehalten habe (Urk. 1/5/1 F/A 32, 34). Im Übrigen ist 

auf die zutreffende Würdigung der Aussagen des Privatklägers 2 durch die Vorin-

stanz zu verweisen (Urk. 95 S. 36 f.). In diesem Zusammenhang ist mit der Vor-

instanz darauf hinzuweisen, dass die Aussagen des Privatklägers 2 anlässlich 

seiner ersten Einvernahme den Eindruck vermittelten, dass nur ein einzelner 

Hammerschlag gegen die Stirn des Privatklägers 1 erfolgt sei, wohingegen er in 

seiner zweiten Befragung von mehreren Hammerschlägen gegen die Stirn berich-

tete (Urk. 95 S. 37). Angeklagt wurde lediglich ein Hammerschlag gegen die Stirn 

des Privatklägers 1, welcher sich nach dem Gesagten ohne Weiteres anhand der 

glaubhaften Aussagen der Privatkläger 1 und 2 erstellen lässt. 

- 26 -

4.3.5. An dieser Einschätzung vermögen auch die divergierenden Aussagen des 

Beschuldigten bzw. der weiteren zwei Beschuldigten nichts zu ändern. So verwei-

gerte der Beschuldigte anlässlich seiner delegierten polizeilichen Einvernahme 

sowie seiner Hafteinvernahme die Aussage (Urk. 1/4/1-2) und machte erstmals 

anlässlich der Konfrontationseinvernahme vom 12. Juli 2021 Aussagen zum 

Sachverhalt (Urk. 1/4/12). Er habe den Hammer mitgenommen, habe jedoch nie-

manden damit geschlagen. Wie die Verletzungen des Privatklägers 1 entstanden 

seien, könne er nicht erklären. Er habe weder den Privatkläger 1 noch den Privat-

kläger 2 mit dem Tode bedroht. Er vermute jedoch, dass er mit dem Hammer in 

der Hand den Privatkläger 2 gefragt habe, ob sie ihm "Filme zeigen" bzw. provo-

zieren wollten (Urk. 1/4/12 S. 4 ff., S. 14 f.). Bei diesen Aussagen blieb der Be-

schuldigte auch anlässlich der zweiten Konfrontations- resp. Schlusseinvernah-

me, wobei er wiederum teils die Aussage verweigerte (Urk. 1/4/13). Ergänzend 

gab er an, den Hammer lediglich mitgenommen zu haben, um eine Show abzu-

ziehen (Urk. 1/4/13 S. 11). Anlässlich der Hauptverhandlung blieb er wiederum 

bei den gemachten Aussagen, wobei er bestritt, den Privatkläger 1 über der Bett-

decke weiter geschlagen zu haben (Urk. 70 S. 8 ff., S. 12). Die Aussagen des Be-

schuldigten sind, sofern er welche tätigte – wie die Vorinstanz korrekt ausführte – 

dürftig sowie lückenhaft und erscheinen wenig lebensnah resp. lassen jeglichen 

Erzählfluss vermissen (Urk. 95 S. 41 f.). Auch die anlässlich der Berufungsver-

handlung getätigten Aussagen des Beschuldigten reihen sich in diese Einschät-

zung ein und wirken ausweichend. So gab er zu, den Metallkopfhammer mitge-

führt und damit den Privatkläger 1 bedroht zu haben (Prot. II S. 24). Gleichzeitig 

machte er aber geltend, dass er zu 200% sicher sei, den Privatkläger 1 nicht mit 

dem Hammer geschlagen zu haben. Man wisse schliesslich, dass wenn man mit 

einem Hammer an den Kopf eines anderen schlage, man Probleme bekomme 

(Prot. II S. 23). Er wisse nicht, weshalb er den Hammer mitgenommen habe. 

Hätte er gewusst, welche Probleme verursacht werden, hätte er den Hammer 

nicht mitgeführt (Prot. II S. 22). Einen plausiblen Grund, weshalb er den Hammer 

mitführte, konnte der Beschuldigte sodann nicht nennen. Sein Einwand, er habe 

mit dem Hammer lediglich eine Show abziehen wollen, überzeugt nicht, zumal er 

ausführte, mit dem Privatkläger 1 lediglich reden gewollt und keine Probleme mit 

ihm zu haben (Urk. 1/4/12 S. 4; Prot. II S. 23). Weshalb ihn die Privatkläger 1 und 

- 27 -

2 sodann zu Unrecht belasten sollten, konnte sich der Beschuldigte nicht erklären 

und verwies pauschal – und ohne das hieraus etwas zu seinen Gunsten abzulei-

ten wäre – auf die Verwandtschaft mit dem Beschuldigten B._____ sowie dem 

Umstand, dass der Privatkläger 1 früher einmal eng mit dem Beschuldigten 

C._____ befreundet gewesen sei (Prot. II S. 23). Entsprechend vermögen die 

Aussagen des Beschuldigten die glaubhaften und lebensnahen Ausführungen der 

Privatkläger 1 und 2 nicht zu erschüttern. 

4.3.6. Auch die Aussagen der Beschuldigten B._____ sowie C._____ vermögen 

der Sachdarstellung der Privatkläger 1 und 2 nichts entgegenzusetzen. Der vom 

Beschuldigten B._____ behauptete Faustschlag gegen die Stirn des Privatklä-

gers 1 wurde vom Privatkläger 1 verneint (vgl. Erw. III.4.3.2) und lässt sich dar-

über hinaus nicht mit dem Verletzungsbild des Privatklägers 1 (drei Rissquetsch-

wunden von einer Länge von 1.5 cm oberhalb der Augenbrauen, die genäht wer-

den musste; vgl. Urk. 1/9/3; Urk. 1/9/6; sowie Erw. III.A.4.3.8) in Einklang bringen. 

Entsprechend erscheint es mit der Vorinstanz mehr als fraglich, dass der Faust-

schlag geeignet gewesen wäre, diese Verletzungen beim Privatkläger 1 hervorzu-

rufen (Urk. 95 S. 44). Auch ist seine Aussage, wonach der Privatkläger 1 nach 

dem Faustschlag gegen die Stirn lediglich eine kleine Wunde gehabt und nur ein 

bisschen geblutet habe (Urk. 1/4/7 S. 11), nicht mit den medizinischen Befunden 

sowie der Fotodokumentation (Gesicht des Privatklägers 1 war blutüberströmt; 

vgl. Urk. 1/3/1 S. 6 f.) in Übereinstimmung zu bringen. Darüber hinaus verneinte 

der Beschuldigte B._____, dass der Beschuldigte dem Privatkläger 1 mit dem 

Hammer gegen die Stirn geschlagen haben soll (Urk. 1/4/7 F/A 86). Er machte 

weiter geltend, dass der Beschuldigte keinen Hammer mitgeführt habe (Urk. 1/4/7 

F/A 83; Urk. 1/4/8 F/A 12, 18; Urk. 1/4/12 S. 13) – was offensichtlich falsch ist, zu-

mal der Beschuldigte selbst zugab, einen Metallkopfhammer dabei gehabt zu ha-

ben. Im Übrigen können auch seine Ausführungen, wonach er mit dem von ihm 

behändigten Rohr lediglich auf den Boden geschlagen und nicht auf den Privat-

kläger 1 eingeschlagen habe, durch die auf dem Bett des Privatklägers 1 vorge-

fundenen Bruchstücke des Rohres (welches beim Schlagen zu Bruch ging) wie-

derlegt werden (Urk. 1/3/1 S. 6; Urk. 1/1/1 S. 9). Die Teleskopverlängerung muss 

damit über dem Bett des Privatklägers 1 zu Bruch gegangen sein, was die Sach-

- 28 -

darstellung des Privatklägers 1 stützt, wonach das Rohr dann kaputt gegangen 

sei, als der Beschuldigte B._____ damit auf ihn eingeschlagen habe (vgl. zutref-

fende vorinstanzliche Ausführung, Urk. 95 S. 51 f.). Insgesamt kann auf die zutref-

fende Würdigung der Vorinstanz verwiesen werden, wonach die Aussagen des 

Beschuldigte B._____ widersprüchlich und pauschal erscheinen sowie nicht ge-

eignet sind, die glaubhaften Aussagen der Privatkläger 1 und 2 in Zweifel zu zie-

hen (Urk. 95 S. 45). 

4.3.7. Der Beschuldigte C._____ gab an, dass er und der Beschuldigte dem Pri-

vatkläger 1 mit der flachen Hand eine Ohrfeige gegeben hätten. Die blutende 

Platzwunde des Privatklägers 1 führte er auf den Schlag des Beschuldigten 

B._____ mit dem Rohr gegen die Stirn des Privatklägers 1 zurück, jedoch konnte 

er sich die weiteren Verletzungen des Privatklägers 1 nicht erklären (Urk. 1/4/4 

F/A 58; Urk. 1/4/5 F/A 9, 15, 34; Urk. 1/4/6 F/A 4, 7, 25, 40). Er bestätigte aber, 

dass er beim Rauslaufen einen Hammer beim Beschuldigten gesehen habe 

(Urk. 1/4/4 F/A 47, 63, 81; Urk. 1/4/5 F/A 23 f.), jedoch habe er nicht gesehen, 

dass der Beschuldigte den Privatkläger 1 mit dem Hammer geschlagen habe 

(Urk. 1/4/4 F/A 71; vgl. auch Urk. 1/4/4 F/A 65; Urk. 1/4/5 F/A 24; Urk. 1/4/6 F/A 6, 

16). Die Aussagen des Beschuldigten C._____ weisen – wie die Vorinstanz zu-

treffend ausführte (Urk. 95 S. 49) – weniger Widersprüche und Ungereimtheiten 

auf, als jene der weiteren Beschuldigten. Nichtsdestotrotz erweisen sie sich teil-

weise als falsch (so hatte der Beschuldigte den Hammer nicht erst beim Rauslau-

fen in der Hand, vgl. Erw. III.A.4.3.5) sowie an einigen Stellen als nicht schlüssig 

und wenig lebensnah. Anhand der auf dem Bett des Privatklägers 1 vorgefunde-

nen Bruchstücke des Rohres, muss als erstellt erachtet werden, dass dieses zu 

Bruch ging, als der Privatkläger 1 hiermit geschlagen wurde. Den Schlag mit dem 

Rohr gegen die Stirn des Privatklägers 1 durch den Beschuldigten B._____ will 

der Beschuldigte C._____ gesehen haben, nicht aber, dass das Rohr zu Bruch 

ging (Urk. 1/4/12 S. 9). Sodann schwächte er seine bisherige Aussage ab, indem 

er anlässlich der Konfrontationseinvernahme ausführte, dass er den Privatkläger 

1 nur aus dem Augenwinkel gesehen habe, als der Beschuldigte B._____ ihn mit 

dem Rohr geschlagen habe (Urk. 1/4/12 S. 8, 19). Offenkundig war der Beschul-

digte C._____ bemüht, seine Mittäter nicht über Gebühr zu belasten. Die in die-

- 29 -

sem Zusammenhang kohärenten und wiederholt zu Protokoll gegeben Aussagen 

des Privatklägers 1, dass er den Schlag mit dem Rohr gegen seinen Kopf mit dem 

Arm habe abwehren können und somit nicht vom Rohr am Kopf getroffen worden 

sei (vgl. Erw. III.A.4.3.1 ff.), vermögen die Aussagen des Beschuldigten C._____ 

nicht zu erschüttern. Das Verletzungsbild des Privatklägers 1 lässt sich sodann 

nicht mit den Ausführungen des Beschuldigten C._____ in Einklang bringen, wo-

nach dieser zwei Ohrfreigen sowie einen Schlag mit dem Rohr gegen die Stirn er-

litten haben soll (vgl. Erw. III.A.4.3.8). Die Aussagen der Privatkläger 1 und 2 er-

scheinen nach dem Gesagten auch weiterhin glaubhafter, weshalb auf deren 

Sachdarstellungen abzustellen ist. 

4.3.8. Hinsichtlich der übrigen Beweismittel kann vorab auf die zutreffenden Erwä-

gungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 95 S. 51 ff.). Von Interesse sind 

insbesondere die medizinischen Unterlagen des Privatklägers 1 über dessen Ver-

letzungen. So hielt der Notfallbericht des Stadtspitals Waid vom 19. Mai 2021 fest, 

dass der Privatkläger drei ca. 1.5 cm lange Rissquetschwunden oberhalb der 

Augenbrauen, eine Fraktur des Ringfingerendgliedes der rechten Hand sowie 

eine rechtsseitige Rippenkontusion erlitt (Urk. 1/9/3). Dies Feststellungen wurden 

mit ärztlichem Befund des Stadtspital Waid vom 30. Juni 2021 sodann bestätigt 

(Urk. 1/9/6). Die Rissquetschwunden mussten genäht werden, wobei sich der 

Privatkläger 1 auch bei ausbleibender medizinischer Versorgung nie in Lebens-

gefahr befunden habe. Als Ursache für die Verletzungen an der Stirn wurde ein 

stumpfes Trauma festgehalten. Dazu, ob die Rissquetschwunden an der Stirn 

durch allfällige Schläge mit einer Teleskopverlängerung oder mit einem Hammer 

verursacht worden sein könnten, äusserte sich der knapp gehaltene ärztliche 

Befund hingegen nicht. Der Argumentation der Verteidigung, wonach eine 

Person, die mit einem Metallkopfhammer gegen die Stirn geschlagen wird, nicht 

nur eine Rissquetschwunde sondern erheblichere Verletzungen erleidet hätte, 

und somit nicht der Hammerschlag die Ursache der Verletzungen beim Privat-

kläger 1 sei (Prot. II S. 27), kann in diesem Zusammenhang nicht gefolgt werden. 

Die medizinischen Akten schliessen gerade nicht aus, dass als Verletzungsur-

sache auch ein Schlag mit einem Hammer gegen die Stirn in Frage kommt. Im 

Übrigen hängt die konkrete Verletzung nicht nur vom benutzten Gegenstand, 

- 30 -

sondern unter anderem auch von der Heftigkeit des Schlages ab, welche vorlie-

gend vom Privatkläger 1 als mittel (eine 5 auf einer Skala von 1-10) eingestuft 

wurde. Betreffend die Nagelkranzfraktur am Finger hielt der Befund fest, dass 

Schläge mit einem Metallstab gut denkbar seien, jedoch ebenso gut eine Abwehr 

derselben mit der rechten Hand (Urk. 1/9/6). Der Fotodokumentation vom 19. Mai 

2021 am Tatort (Urk. 1/3/1) ist sodann zu entnehmen, dass der Privatkläger 1 

verschiedene Rissquetschwunden an der Stirn erlitt, wobei er relativ stark blutete 

und ihm das Blut über das ganze Gesicht lief sowie auch an mehreren Stellen auf 

den Boden tropfte (Urk. 1/3/1 S. 4 ff.). Wie die Vorinstanz zutreffend erwog 

(Urk. 95 S. 53 f.), lassen sich die medizinischen Erkenntnisse ohne Weiteres mit 

den Sachdarstellungen des Privatklägers 1 in Einklang bringen, wonach der 

Beschuldigte B._____ ihn versucht habe mit dem Rohr gegen den Kopf zu 

schlagen, er jedoch an der zur Abwehr erhobenen Hand getroffen und dabei den 

Finger gebrochen habe. Gestützt auf die glaubhaften Aussagen des Privatklä-

gers 1, wonach er nie mit dem Rohr gegen den Kopf geschlagen worden sei resp. 

diesen Schlag habe abwehren können, sowie dem Umstand, dass er mehrmals 

konstant zu Protokoll gab, vom Hammer an der Stirn mindestens einmal getroffen 

worden zu sein, sind die drei 1.5 cm langen Rissquetschwunden an seiner Stirn 

dem Schlag des Beschuldigten mit dem Hammer zuzuordnen. Dafür spricht weiter 

auch, dass die Rissquetschwunden sodann alle eine einheitliche Länge von 

1.5 cm aufweisen, was durchaus mit der Form und Länge des Metallkopfes des 

beim Beschuldigten gefundenen und von ihm erwiesenermassen mitgenom-

menen Hammers übereinstimmt (Urk. 1/4/1 F/A 77 sowie Beilage 1; Urk. 1/4/12 

S. 6; Urk. 1/15/4-5). Das Verletzungsbild deutet somit auf einen kantigen Gegen-

stand. Daran vermag auch der Umstand nichts zu ändern, dass am sicher-

gestellten Metallkopfhammer (Asservaten-Nr. A015'120'453) keine Tatspuren, 

mithin keine blutverdächtigen oder fettigen Anhaftungen, des Privatklägers 1 

gefunden werden konnten (Urk. 1/12/2). Die Hausdurchsuchung und anschlie-

ssende Beschlagnahme des Metallkopfhammers fand beim Beschuldigten am 

15. Juni 2021 und damit rund einen Monat nach dem Vorfall statt (Urk. 1/15/5), 

weshalb allfällige Spuren durch ihn auch hätten weggewischt werden können.

- 31 -

4.4. Fazit Hammerschläge gegen den Privatkläger 1

Nach dem Gesagten kann erstellt werden, dass der Beschuldigte den Privatklä-

ger 1 mit dem Hammer gegen die Stirn schlug und ihm eine blutende Riss-

quetschwunde zufügte. Wie die Vorinstanz zutreffend ausführte, deutet das Ver-

letzungsbild auf eine Mehrzahl von Schlägen gegen die Stirn (Urk. 95 S. 37). Der 

Anklagesachverhalt spricht jedoch lediglich von einem Hammerschlag und einer 

Rissquetschwunde (Urk. 47 S. 3), weshalb somit offenbleiben kann, wie viele 

Rissquetschwunden (gemäss medizinischen Unterlagen deren drei; Urk. 1/9/3 

und Urk. 1/9/6) der Privatkläger 1 erlitt, wie auch, ob der Beschuldigte ihn mehr-

mals mit dem Hammer gegen die Stirn schlug. Selbst wenn der Verteidigung zu-

zustimmen ist, dass aufgrund der Ähnlichkeit der drei Rissquetschwunden davon 

auszugehen ist, dass sie durch Schläge mit dem demselben Gegenstand entstan-

den sind (Urk. 124 S. 6), kann hieraus nichts zu Gunsten des Beschuldigten ab-

geleitet werden. Nicht erstellt werden konnte hingegen, dass der Beschuldigte 

den Privatkläger 1, nachdem dieser schützend die Bettdecke über sich zog, noch 

mit weiteren Hammerschlägen über der Bettdecke traktierte. Wie dargelegt (vgl. 

Erw. III.A.4.3.3), kann diesbezüglich nicht auf die Aussagen des Privatklägers 1 

abgestellt werden. 

5. Rechtliche Würdigung

5.1. Angriff (Art. 134 StGB)

5.1.1. Nach Art. 134 StGB macht sich des Angriffs strafbar, wer sich an einem An-

griff auf einen oder mehrere Menschen beteiligt, der den Tod oder die Körperver-

letzung eines Angegriffenen oder eines Dritten zur Folge hat. Im Übrigen kann – 

um Wiederholungen zu vermeiden – hinsichtlich der theoretischen Ausführungen 

zum Angriff, der Abgrenzung zum Raufhandel sowie der objektiven Strafbarkeits-

bedingung vollumfänglich auf die zutreffenden Erwägungen im vorinstanzlichen 

Urteil verwiesen werden (Urk. 95 S. 56 ff.).

5.1.2. Das Vorliegen eines Angriffs ist zu bejahen, nachdem alle drei Angreifer in 

die Wohnung des Privatklägers 1 und 2 eindrangen sowie unvermittelt auf den 

Privatkläger 1 losgingen und diesen u.a. mit Fäusten, einer Teleskopverlängerung 

- 32 -

sowie einem Hammer traktierten. Wie die Vorinstanz zutreffend ausführte, entfällt 

ein Raufhandel, da nicht erstellt werden konnte, dass der Privatkläger 1 zuerst auf 

den Beschuldigten B._____ losgegangen sei (Urk. 95 S. 58). Der Beschuldigte 

beteiligte sich am gewaltsamen Angriff auf den Privatkläger 1 indem er diesem ei-

nen Schlag mit dem mitgebrachten Hammer auf die Stirn verpasste. Angesichts 

der ärztlich dokumentierten Verletzungen des Privatklägers 1 ist auch die objek-

tive Strafbarkeitsbedingung der einfachen Körperverletzung i.S.v. Art. 123 Ziff. 1 

StGB ohne Weiteres erfüllt. Es ist mindestens davon auszugehen, dass die drei 

Angreifer spontan den Willen fassten, den Privatkläger 1 zu attackieren, und da-

bei mindestens in Kauf nahmen, diesen im Zuge der Attacke zu verletzen.

5.1.3. Allfällige Rechtfertigungs- oder Schuldausschlussgründe sind nicht ersicht-

lich. Insbesondere ist nicht – wie von der Verteidigung vorgebracht (Urk. 98 S. 3; 

Urk. 124 S. 4) – von einer verminderten Schuldfähigkeit aufgrund der Alkoholisie-

rung des Beschuldigten auszugehen. Eine verminderte Schuldfähigkeit besteht 

bei bloss herabgesetzter Einsichts- oder Bestimmungsfähigkeit, dies kann bei 

Alkoholisierung grundsätzlich möglich sein. Im Sinne einer groben Faustregel 

geht die Rechtsprechung davon aus, dass bei einer Blutalkoholkonzentration von 

unter zwei Gewichtspromillen in der Regel keine Beeinträchtigung der Schuld-

fähigkeit gegeben ist und, dass bei einer solchen von drei Promillen und darüber 

meist Schuldunfähigkeit vorliegt. Bei einer Blutalkoholkonzentration zwischen 

zwei und drei Gewichtspromille besteht damit eine Vermutung für die Verminder-

ung der Schuldfähigkeit, die aber durch Gegenindizien umgestossen werden 

kann. Folgt jedoch aus dem Verhalten des Täters vor, während und nach der Tat, 

dass ein Realitätsbezug vorhanden war, dass sich der Täter an wechselnde An-

forderungen der Situation anpassen, auf eine Gelegenheit zur Tat warten oder 

diese gar herbeiführen konnte, ist nicht von einer derartigen schweren Beein-

trächtigung auszugehen (OFK STGB-DONATSCH, a.a.O., Art. 19 N. 12 m.w.H.; vgl. 

BGE 122 IV 49 E. 1b; Urteil des Bundesgerichtes 6B_953/2023 vom 15. Dezem-

ber 2023, E. 1.4.4). Ausschlaggebend für die Beeinträchtigung von Einsichts- und 

Steuerungsfähigkeit infolge von Trunkenheit ist der psycho-pathologische Zustand 

(der Rausch), und nicht dessen Ursache, die Alkoholisierung, die sich in der Blut-

alkoholkonzentration widerspiegelt. Zwischen dieser und darauf beruhender 

- 33 -

forensisch relevanter Psychopathologie gibt es keine feste Korrelation; stets sind 

Alkoholgewöhnung, die Tatsituation sowie die weiteren Umstände in die Beurtei-

lung der Schuldfähigkeit einzubeziehen (Urteile des Bundesgerichtes 

6B_1050/2020 vom 20. Mai 2021, E. 3.3; 6B_953/2023 vom 15. Dezember 2023, 

E. 1.4.1 ff.).

5.1.4. Der Beschuldigte gab anlässlich seiner ersten Einvernahme am 15. Juni 

2021 an, alkoholabhängig zu sein, ca. sechs bis sieben Büchsen à 5 dl Bier am 

Tag zu trinken sowie an den Wochenenden auch noch Whiskey zu konsumieren. 

Manchmal konsumiere er auch Cannabis. Aufgrund seiner Alkoholabhängigkeit 

sei er bereits in der Klinik gewesen, dies ca. 2019 in der Forell Klinik in J._____ 

(Urk. 1/4/1 F/A 19 ff.). Das Trinken habe mit seiner Einreise in die Schweiz begon-

nen (Urk. 1/4/3 F/A 26). Später führte er anlässlich seiner Einvernahme vom 

4. April 2022 sodann aber aus, nicht regelmässig Alkohol zu konsumieren, wobei 

er im Monat drei, vier Mal Alkohol trinke. Zurzeit trinke er aber keinen Whiskey 

resp. auch keinen Alkohol, weshalb er auch keine Probleme habe (Urk. 1/4/3 

F/A 17 ff.). Anlässlich der Berufungsverhandlung gab er zu Protokoll ein Alkohol-

problem zu haben sowie bereits drei Mal erfolglos eine Therapie gemacht zu ha-

ben, jedoch rückfällig geworden zu sein (Prot. II S. 7). Er trinke täglich eine Fla-

sche Vodka gemischt mit Energydrink (Prot. II S. 13). Seit seinem Eintritt in die 

Strafanstalt Saxerriet Ende November 2023 trinke er jedoch keinen Alkohol mehr 

(Prot. II S. 17). 

5.1.5. Am Vormittag des Anklagesachverhaltes vom 19. Mai 2021 habe der Be-

schuldigte zusammen mit den zwei weiteren Beschuldigten getrunken, sie seien 

betrunken gewesen, hätten Whiskey gehabt (Urk. 1/4/1 F/A 48). Er wisse nur 

noch drei Viertel des Vorfalles, da er betrunken gewesen sei (Urk. 1/4/12 S. 17; 

Prot. II S. 23 f.). Sie hätten zu dritt einen Liter Whiskey getrunken und seien so-

dann zu den Privatklägern 1 und 2 gefahren (Urk. 1/4/12 S. 4). Der Beschuldigte 

B._____ verneinte jedoch, getrunken zu haben, wobei auch der Beschuldigte 

C._____ bestätigte, dass B._____ nicht getrunken habe, sondern nur er und der 

Beschuldigte konsumiert hätten (Urk. 1/4/12 S. 11, 17; Urk. 1/4/7 F/A 110). Auf 

diese Aussage angesprochen, gab der Beschuldigte sodann zu Protokoll, nicht 

mehr zu wissen, ob der Beschuldigte B._____ mitgetrunken habe (Urk. 1/4/12 S. 

- 34 -

11). Der Beschuldigte C._____ bestätigte gesehen zu haben, dass der Beschul-

digte vor dem Vorfall Bier getrunken habe, wieviel wisse er aber nicht (Urk. 1/4/4 

F/A 35, 50). Der Beschuldigte B._____ führte auf Nachfrage aus, nicht zu wissen, 

ob der Beschuldigte anlässlich des Vorfalls vom 19. Mai 2021 alkoholisiert gewe-

sen sei (Urk. 1/4/7 F/A 111). G._____ bestätigte sodann, dass der Beschuldigte 

ein Alkoholproblem habe (Urk. 1/4/10 F/A 55).

5.1.6. Die Aussagen des Beschuldigten hinsichtlich seines Alkoholkonsums am 

Tag des Vorfalles wirken plakativ und pauschal. So auch diejenigen anlässlich der 

Berufungsverhandlung, wo er geltend machte, betrunken, eigentlich besoffen ge-

wesen zu sein (Prot. II S. 22 f.). Seine Aussage, dass er nur noch drei Viertel 

wisse, da er betrunken gewesen sei, ist darüber hinaus als Schutzbehauptung zu 

werten. Anlässlich der Berufungsverhandlung führte er aus, 200% sicher zu sein, 

den Privatkläger 1 nicht mit dem Hammer geschlagen zu haben sowie, dass er 

gewusst habe, was er tat, als er zusammen mit dem Beschuldigten B._____ die 

Türe aufgestossen habe (Prot. II S. 23 f.). Gestützt auf die wiedergegebenen Aus-

sagen ist davon auszugehen, dass der Beschuldigte vor dem Anklagesachverhalt 

Alkohol konsumierte, wieviel bleibt jedoch unklar. Weiter muss davon ausgegan-

gen werden, dass der Beschuldigte damals regelmässig, d.h. täglich, Alkohol kon-

sumierte. Objektive Beweismittel, welche die Blutalkoholkonzentration des Be-

schuldigten zum Tatzeitpunkt festhalten würden, bestehen vorliegend jedoch 

keine. Darüber hinaus lässt sich den übrigen Untersuchungsakten sowie den Aus-

sagen der Beteiligten keinerlei Hinweise dafür entnehmen, dass beim Beschuldig-

ten zum Tatzeitpunkt von einer verminderten Schuldfähigkeit aufgrund von Alko-

hol auszugehen wäre. Keinem der Beteiligten ist ein auffälliges Verhalten des Be-

schuldigten diesbezüglich aufgefallen, teils konnten sie nicht einmal sagen, ob der 

Beschuldigte überhaupt alkoholisiert war oder nicht resp., ob er Alkohol getrunken 

hat oder nicht. Die drei Angreifer sowie G._____ fuhren zusammen mit dem Auto 

von H._____ nach Zürich, wobei der Beschuldigte einen Hammer von zu Hause 

mitnahm, suchten in Zürich den Wohnort der Privatkläger 1 und 2 auf, brachen die 

Türe auf, vollzogen den Angriff und verliessen den Tatort teils rennend 

(Urk. 1/4/10 F/A 170), um zusammen mit dem Auto wieder nach Hause zu fahren 

(Urk. 1/4/4 F/A 29, 35, 82; Urk. 1/4/7 F/A 6, 62, 106; Urk. 1/4/10 F/A 70, 73, 168-

- 35 -

169; Prot. II S. 18 ff., 23). Ausgehend von zwei längeren Autofahrten, während 

denen die Beteiligten eine starke Alkoholisierung des Beschuldigten auch auf-

grund seiner Sprache hätten bemerken müssen, sowie dem Umstand, dass der 

Tatablauf doch eine gewisse Komplexität aufwies (Hammer mitnehmen, Wohnort 

aufsuchen, Türe aufbrechen, Privatkläger in der Wohnung finden, diesen mit dem 

Hammer schlagen sowie beide Privatkläger 1 und 2 bedrohen) sowie auch koordi-

native Fähigkeiten nötig waren, bestehen weder Hinweise noch Anzeichen dafür, 

dass beim Beschuldigten eine verminderte Schuldfähigkeit vorhanden war. Im 

Gegenteil ist von einem Realitätsbezug des Beschuldigten auszugehen. Selbst 

wenn der Beschuldigte vor der Tat Alkohol konsumiert hat, so ist nicht ersichtlich, 

dass sein Blutalkoholwert bei resp. über 2 Promille lag und seine Schuldfähigkeit 

im Tatzeitpunkt entsprechend vermindert gewesen wäre. Im Übrigen wäre bei ei-

ner Alkoholisierung des Beschuldigten anlässlich der Tat auch zu berücksichtigen 

gewesen, dass er, gemäss eigenen Aussagen täglich Alkohol konsumierte und 

damit wohl von einer gewissen Alkoholgewöhnung auszugehen ist. Damit bleibt 

es dabei, dass keine Schuldausschlussgründe ersichtlich sind. 

5.1.7. Nach dem Gesagten hat sich der Beschuldigte des Angriffs im Sinne von 

Art. 134 StGB schuldig gemacht.

5.2. Versuchte schwere Körperverletzung (Art. 122 Abs. 1 aStGB i.V.m. Art. 22 

Abs. 1 StGB)

5.2.1. Vorab kann wiederum auf die zutreffenden theoretischen Ausführungen der 

Vorinstanz zum Verhältnis zwischen Angriff und Verletzungsdelikt, der Tatbe-

standsmerkmale der schweren Körperverletzung sowie zum Versuch verwiesen 

werden (Urk. 95 S. 58 ff.). Verursacht der Angreifer somit eine körperliche Schädi-

gung des Angegriffenen, so ist er neben Art. 134 StGB auch wegen des Körper-

verletzungsdeliktes zu bestrafen (OFK STGB-DONATSCH, a.a.O., Art. 134 N. 4 

m.w.H.).

5.2.2. Der Auffassung der Vorinstanz (Urk. 95 S. 60 ff.) sowie der Staatsanwalt-

schaft (Urk. 47 S. 4) ist vorliegend zu folgen. Mit dem Zuschlagen mit dem Metall-

kopfhammer auf den Kopf des Privatklägers 1 hat der Beschuldigte erhebliche 

Verletzungen des Privatklägers 1 in Kauf genommen. Es muss dem Beschuldig-

- 36 -

ten bewusst gewesen sein, dass es sich bei Gesicht und Kopf um besonders sen-

sible Körperstellen handelt und er den Schlag in einem solch hektischen und un-

übersichtlichen Geschehen – der Privatkläger 1 hätte sich bewegen können, was 

er sodann auch tat, als er sich mit der Bettdecke zu schützen versuchte – nicht 

exakt kontrollieren und tarieren können würde. Auch wenn der Schlag gemäss 

Aussagen des Privatklägers 1 auf einer Skala von 1 bis 10 lediglich eine 5 gewe-

sen sein mag, hätte dieser – insbesondere auch aufgrund des dynamischen Ge-

schehens – deutlich heftiger ausfallen können. Der Schlag war geeignet, schwere 

Verletzungen wie beispielsweise Brüche der Schädelknochen mit lebensgefährli-

chen Hirnblutungen zu verursachen oder hätte auch ins Auge gehen können und 

damit dieses – auch aufgrund der Ecken und Kanten des Hammers – bleibend 

schädigen können. Dies verdeutlicht auch die Fotodokumentation, auf welcher er-

sichtlich ist, dass die Verletzungen nahe oberhalb der Augenbrauen des Privatklä-

gers 1 erfolgten (Urk. 1/3/1 S. 6 f.). Der Vorinstanz ist weiter zuzustimmen, wenn 

sie ausführte, dass von einem vollendeten Versuch auszugehen ist (Urk. 95 

S. 61). Der Beschuldigte hat alles unternommen, was nach seiner Vorstellung zur 

Verwirklichung des Deliktes erforderlich gewesen wäre, dass der Deliktserfolg 

hierbei ausblieb, ist allein dem Zufall geschuldet. Durch den Hammerschlag 

brachte der Beschuldigte den Privatkläger 1 in eine akute Gefahr, wobei die Ge-

fährdung der körperlichen Integrität weit über das hinausging, was bei einer "Prü-

gelattacke" noch zu erwarten gewesen wäre – insbesondere, weil der Beschul-

digte mit einem Hammer, einem in diesem Zusammenhang gefährlichen Gegen-

stand, auf den Privatkläger 1 einschlug. Demzufolge ist mit der Vorinstanz von 

echter Konkurrenz zwischen der Beteiligung des Beschuldigten am Angriff und 

der versuchten schweren Körperverletzung auszugehen (Urk. 95 S. 61). Allfällige 

Rechtfertigungs- oder Schuldausschlussgründe (vgl. Erw. III.A.5.1.3 ff.) sind auch 

hier keine ersichtlich. 

IV. Sanktion

1. Die Vorinstanz hat sich zutreffend zu den theoretischen Ausführungen be-

treffend die Strafzumessung geäussert, weshalb zur Vermeidung von Wiederho-

lungen vollumfänglich hierauf verwiesen werden kann (Urk. 95 S. 72 ff.). 

- 37 -

2. Der Beschuldigte hat sich nach dem Ausgeführten sowie gestützt auf das 

vorinstanzliche Urteil des Angriffs, der versuchten schweren Körperverletzung, 

der mehrfachen Drohung, des mehrfachen Hausfriedensbruchs sowie des 

geringfügigen Diebstahls schuldig gemacht. Schwerstes Delikt ist die versuchte 

schwere Körperverletzung. Zum Tatzeitpunkt galt ein Strafrahmen von sechs 

Monaten bis zu zehn Jahren Freiheitsstrafe (Art. 122 Abs. 4 aStGB). Gemäss 

heutiger Fassung würde ein Strafrahmen von einem Jahr bis zu zehn Jahren Frei-

heitsstrafe gelten (Art. 122 StGB). Da die neue Bestimmung für den 

Beschuldigten ungünstiger ist, ist auf die mildere altrechtliche Bestimmung abzu-

stellen und von einem Strafrahmen von sechs Monaten bis zu zehn Jahren 

Freiheitsstrafe auszugehen. Wie die Vorinstanz zutreffend erwog, öffnet sich der 

Strafrahmen aufgrund des Versuchs nach unten und auch die Bindung an die 

Strafart entfällt (Urk. 95 S. 76). Entsprechend ist von einem Strafrahmen von 

3 Tagessätzen Geldstrafe bis zu zehn Jahren Freiheitsstrafe auszugehen. Für die 

übrigen Delikte kommt – mit Ausnahme des geringfügigen Diebstahls, welcher nur 

mit Busse bestraft wird (Art. 172ter Abs. 1 StGB) – grundsätzlich eine Freiheits-

strafe oder eine Geldstrafe in Betracht. Aufgrund der vielen Vorstrafen des 

Beschuldigten, die teils einschlägig sind, und bei welchen er sich weder durch 

kurze unbedingte Freiheitsstrafen noch durch andere empfindliche Sanktionen 

von weiteren Delikten abhalten liess, ist nicht davon auszugehen, dass er sich 

durch eine bedingte oder unbedingte Geldstrafe von der Begehung weiterer 

Straftaten abhalten lassen wird (vgl. Urk. 114). Im Übrigen ist auf die zutreffenden 

Feststellungen im vorinstanzlichen Urteil zu verweisen (Urk. 95 S. 76 f.). Es ist 

daher für sämtliche Delikte – mit Ausnahme des geringfügigen Diebstahls, wofür 

eine Busse zu verhängen ist – eine Freiheitsstrafe anzuordnen. Nachfolgend gilt 

es eine Einsatzstrafe für die versuchte schwere Körperverletzung festzusetzen 

und diese in Nachachtung des Asperationsprinzips angemessen für die weiteren 

Taten zu erhöhen. Aussergewöhnliche Umstände, welche das Verlassen des 

Strafrahmens rechtfertigen würden, liegen – neben dem bereits Ausgeführten – 

keine vor. 

3. Hinsichtlich der retrospektiven Konkurrenz ist auf die zutreffenden Erwägun-

gen der Vorinstanz zu verweisen (Urk. 95 S. 77 ff.). Der Beschuldigte beging die 

- 38 -

vorliegend zu beurteilenden Delikte vor denjenigen Delikten, mit welchen er mit 

den Strafbefehlen vom 11. Oktober 2022, vom 27. Oktober 2022 und vom 25. No-

vember 2022 unter anderem zu Freiheitsstrafen verurteilt wurde (Urk. 114 

S. 6 ff.). Da vorliegend (u.a.) ebenfalls eine Freiheitstrafe auszufällen ist, ist eine 

Gesamtstrafe zu bilden und die auszufällende Freiheitsstrafe als Zusatzstrafe zu 

den vom Beschuldigten erwirkten neuerlichen Freiheitsstrafen von 27, 80 sowie 

30 Tagen Freiheitsstrafe zu bemessen. Darüber hinaus sind – entgegen den Aus-

führungen der Vorinstanz (Urk. 95 S. 78) – die Voraussetzungen für eine Ge-

samtstrafenbildung bei der auszufällenden Busse für das geringfügige Vermö-

gensdelikt ebenfalls erfüllt. So ist die Busse wiederum als Zusatzstrafe zu den be-

reits verhängten Bussen von Fr. 500.– (Strafbefehl vom 11. Oktober  2022), 

Fr. 100.– (Strafbefehl vom 27. Oktober 2022) und Fr. 150.– (Strafbefehl vom 

25. November  2022) auszusprechen. 

4. Versuchte schwere Körperverletzung

4.1. Bei der Beurteilung der objektiven Tatschwere fällt die brutale Vorgehens-

weise des Beschuldigten ins Gewicht, welcher mit einem Hammer bewaffnet auf 

den aus dem Schlaf gerissenen Privatkläger 1, der in diesem Sinne völlig unvor-

bereitet und wehrlos auf seinem Bett war, einschlug. Darüber hinaus war der Pri-

vatkläger 1 aufgrund der vorangegangenen körperlichen Auseinandersetzung mit 

den weiteren Angreifern bereits in angeschlagenem Zustand. Der Schlag mit dem 

Hammer erfolgte auf die Stirn, einer äusserst sensiblen Körperstelle. Selbst wenn 

der Schlag von der Wucht lediglich im Mittelmass zu verorten ist, dürfte der 

Schlag für den Privatkläger 1 mit erheblichen Schmerzen verbunden gewesen 

sein, zumal er mehrere Rissquetschwunden an der Stirn davontrug, welche ge-

näht werden mussten. Vorausgesetzt der tatbestandsmässige Erfolg der 

schweren Körperverletzung wäre durch eine im Sinne von Art. 122 Abs. 1 aStGB 

schwere oder lebensgefährliche Verletzung eingetreten, läge insgesamt eine nicht 

mehr leichte objektive Tatschwere vor. Ausgehend von einem mittleren objektiven 

Tatverschulden, rechtfertigt es sich eine hypothetische Einsatzstrafe von 

42 Monaten Freiheitsstrafe einzusetzen. 

- 39 -

4.2. Hinsichtlich der subjektiven Tatschwere ist festzuhalten, dass der Beschul-

digte aus nichtigem Beweggrund handelte, wobei er ob der telefonischen Provo-

kationen gegenüber den Anderen entzürnt war und mit seiner "Abreibung" des 

Privatklägers 1 diesen Genugtuung verschaffen wollte. Er ging hierbei jedoch 

deutlich über das hinaus, was unter einem Denkzettel verpassen zu verstehen ist. 

Darüber hinaus handelte er nicht spontan, brachte er den Hammer doch bewusst 

von zu Hause mit zum Tatort, was auf eine vorgängige Planung und ein gewisses 

Mass an Kalkül hindeutet. Sein Verhalten zeugt von erschreckender Gleichgültig-

keit gegenüber der körperlichen Integrität eines anderen Menschen und erhebli-

cher Gewaltbereitschaft. Verschuldensmindernd ist zu berücksichtigen, dass der 

Beschuldigte hinsichtlich einer schweren Körperverletzung lediglich eventualvor-

sätzlich handelte. 

4.3. Hinsichtlich des von der Verteidigung geltend gemachten Alkoholeinflus-

ses, unter welcher der Beschuldigte zum Tatzeitpunkt gestanden haben soll 

(Urk. 98 S. 3), wird auf die Ausführungen unter Erw. III.A.5.1.3 verwiesen. Ge-

stützt darauf spricht sein koordiniertes Verhalten anlässlich der Tat, insbesondere 

der gezielte Schlag des Beschuldigten gegen die Stirn des Privatklägers 1, gegen 

eine Einschränkung der Steuerungsfähigkeit im Sinne von Art. 19 StGB aufgrund 

seines alkoholisierten Zustands. Zu seinen Gunsten ist immerhin davon auszuge-

hen, dass sein alkoholisierter Zustand zu einer gewissen Enthemmung und er-

höhten Impulsivität geführt hat. Die objektive Tatschwere wird entgegen der Vorin-

stanz durch die subjektive Tatschwere insgesamt leicht vermindert. Es rechtfertigt 

sich eine Reduktion aufgrund der subjektiven Tatschwere auf 36 Monaten Frei-

heitsstrafe. 

4.4. Als verschuldensunabhängige Tatkomponente ist zu berücksichtigen, dass 

der Privatkläger keine schweren Verletzungen im Sinne von Art. 122 Abs. 1 

aStGB erlitten hat, sondern ein Versuch im Sinne von Art. 22 Abs. 1 StGB vor-

liegt. Im Übrigen kann auf die zutreffenden theoretischen Ausführungen der Vor-

instanz verwiesen werden (Urk. 95 S. 79 f.). Mit der Vorinstanz ist festzuhalten, 

dass die vom Privatkläger 1 erlittenen Rissquetschwunden zwar direkt über dem 

Auge erfolgten, jedoch nach routinemässiger ärztlicher Versorgung komplikations-

los abheilten (Urk. 1/6/2 S. 13 f.). Dieser glimpfliche Verlauf war aber nicht der Zu-

- 40 -

rückhaltung des Beschuldigten, sondern lediglich dem Zufall geschuldet. Die 

Nichtvollendung wirkt sich zugunsten des Beschuldigten nicht unerheblich straf-

mindernd aus, wobei die Reduktion der Einsatzstrafe durch die Vorinstanz auf 

24 Monate Freiheitsstrafe zu wohlwollend erscheint. Angemessen erscheint eine 

Reduktion der Einsatzstrafe auf 26 Monaten Freiheitsstrafe.

5. Angriff

5.1. Betreffend der objektiven Tatschwere ist wiederum festzuhalten, dass der 

Privatkläger 1 während dem Schlafen in seinem Bett überrascht wurde und infol-

gedessen bei ihm ein Gefühl der Ohnmacht und Ausweglosigkeit geweckt wurde. 

Die Täter kreisten den Privatkläger 1 auf seinem Bett ein, sodass auch die beeng-

ten Verhältnisse erschwerend hinzutraten, und schlugen ihn abwechslungsweise 

– teils mit diversen Gegenständen. Die Verletzungen des Privatklägers 1 fielen 

aufgrund der teilweise über den Kopf gezogenen Bettdecke nicht allzu gravierend 

aus, nichtdestotrotz ist von einem für den Privatkläger 1 traumatischen Erlebnis 

auszugehen. Im Spektrum aller möglichen Angriffe sind aber noch deutlich 

schwerere Taten vorstellbar. Im Übrigen kann auf die zutreffenden Ausführungen 

der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 95 S. 80 f.). Insgesamt wiegt das Ver-

schulden leicht, weshalb die Einsatzstrafe auf 10 Monate Freiheitsstrafe festzu-

setzen ist. 

5.2. Bei der subjektiven Tatschwere fällt wiederum erschwerend ins Gewicht, 

dass der Beschuldigte aus nichtigem Grund handelte sowie aufgrund des mitge-

brachten Hammers von einer gewissen Planung sowie einem gewissen Kalkül 

auszugehen ist. Wiederum dürfte der Alkohol enthemmend gewirkt haben, was 

sich leicht zu seinen Gunsten auszuwirken vermag, auch wenn nicht von einer 

verminderten Schuldfähigkeit auszugehen ist. Die subjektive Tatschwere relati-

viert die objektive Tatschwere leicht, sodass die Einsatzstrafe um 2 Monate auf 

8 Monate Freiheitsstrafe zu reduzieren ist. 

6. Mehrfache Drohung

6.1. Bei der objektiven Tatschwere ist zu erwähnen, dass es sich bei der Dro-

hung gegenüber dem Privatkläger 1 um eine Todesdrohung handelte, mithin um 

- 41 -

die schwerstmögliche und elementarste Drohung. In Kombination mit dem Ham-

merschlag, dürfte diese Drohung den Privatkläger 1 zutiefst erschüttert haben, 

was vom Beschuldigten zweifelsohne beabsichtigt gewesen ist. Das Verschulden 

ist als noch leicht zu taxieren sowie im unteren Drittel zu verorten. Es rechtfertigt 

sich entsprechend die Einsatzstrafe auf 5 Monate Freiheitsstrafe festzulegen.

6.2. Hinsichtlich der subjektiven Tatschwere ist zu beachten, dass der Beschul-

digte gegenüber dem Privatkläger 1 direktvorsätzlich handelte. Die subjektive 

Tatschwere vermag an der Einschätzung nach der objektive Tatschwere lediglich 

insofern etwas zu ändern, als ihm wiederum eine leichte Reduktion angesichts 

der enthemmenden Wirkung des vorgängigen Alkoholkonsums zuzugestehen ist 

(vgl. Erw. IV.4.3 und IV.5.2). Damit resultiert eine Einsatzstrafe von 4 Monaten 

Freiheitsstrafe. 

6.3. Betreffend die objektive Tatschwere der Drohung zulasten des Privatklä-

gers 2 ist anzumerken, dass der Beschuldigte diesem mit Prügel drohte. Aufgrund 

des unmittelbar vorangegangenen Angriffs auf den Privatkläger 1, unter Einsatz 

des Hammers, den der Beschuldigte auch gegenüber dem Privatkläger 2 erhob, 

als er diesem drohte, führte die Drohung beim Privatkläger 2 zu einer nachhalti-

gen Beeinträchtigung seines Sicherheitsgefühls, wobei die Drohung für ihn über-

aus ernst zu nehmen war. Erschwerend ist auch zu berücksichtigen, dass der Be-

schuldigte seine Drohung mit einer bedrohenden Geste unterstrich und den Ham-

mer hierbei in Richtung Privatkläger 2 erhob. Das Verschulden ist insgesamt als 

leicht zu werten und die Einsatzstrafe auf 4 Monate Freiheitsstrafe festzusetzen. 

6.4. Bei der subjektiven Tatschwere ist wiederum von einer direktvorsätzlichen 

Begehung auszugehen, wobei zugunsten des Beschuldigten festzuhalten ist, 

dass er dem Privatkläger 2 mit Prügel drohte, obwohl dieser die Drohung als To-

desdrohung aufgefasst hat. Angesichts der enthemmenden Wirkung des Alkohols 

vermag die subjektive Tatschwere die objektive Tatschwere wiederum leicht zu 

relativieren (vgl. Erw. IV.4.3, IV.5.2 und IV.6.2), weshalb eine Einsatzstrafe von 

3 Monaten verschuldensangemessen erscheint. 

- 42 -

7. Sachbeschädigung

7.1. Bei der Beurteilung der objektiven Tatschwere ist zu berücksichtigen, dass 

der Sachschaden nur knapp oberhalb der Grenze zur Geringfügigkeit lag. Dar-

über hinaus bedurfte es gemäss Polizeirapport keiner Auswechslung des Tür-

schlosses (Urk. 1/1/1 S. 11). Es wurde kein Gegenstand von hohem emotionalen 

oder materiellen Wert beschädigt, obwohl eine nicht mehr funktionstüchtige Woh-

nungstür mit Unannehmlichkeiten verbunden ist. Das objektive Tatschverschulden 

ist als sehr leicht einzustufen und die Einsatzstrafe auf 2 ½ Monate Freiheitsstrafe 

festzusetzen. 

7.2. Subjektiv ist zu beachten, dass die Beschädigung der Wohnungstür nicht 

das eigentliche Ziel der Täter gewesen ist, es war lediglich Mittel zum Zweck, um 

in die Wohnung der Privatkläger 1 und 2 zu gelangen. Zugute ist den Beschuldig-

ten zu halten, dass sie zunächst klingelten und klopften, bevor sie die Türe mit 

Gewalt aufbrachen (vgl. Urk. 1/4/4 F/A 51, 53; Urk. 1/4/7 F/A 17; Urk. 1/4/12 

S. 11, 18). Die subjektive Tatschwere vermag die objektive Tatschwere – auch 

unter Berücksichtigung der enthemmenden Wirkung des Alkohols (vgl. Erw. 

IV.4.3, IV.5.2, IV.6.2 und IV.6.4) – geringfügig zu relativieren, weshalb nach der 

Würdigung der subjektiven Tatschwere in Übereinstimmung mit der Vorinstanz 

(Urk. 95 S. 82) eine Einsatzstrafe von 2 Monaten schuldangemessen erscheint.

8. Mehrfacher Hausfriedensbruch

8.1. Beim Hausfriedensbruch zulasten der Privatkläger 1 und 2 ist bei der ob-

jektiven Tatschwere zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte sowie die weiteren 

Täter gewaltsam in eine abgeschlossene Privatwohnung sowie hernach ins 

Wohnzimmer, welches als Schlafzimmer der Privatkläger 1 und 2 diente, eindran-

gen. Es handelt sich bei der eigenen Wohnung sowie dem Schlafzimmer um sen-

sible Räume und daher – auch wenn sich der Beschuldigte lediglich kurze Zeit un-

befugt darin aufhielt – um eine empfindliche Verletzung des Geheim- und Privat-

bereichs. Insgesamt ist von einem leichten Tatverschulden auszugehen und die 

Einsatzstrafe auf 5 Monate Freiheitsstrafe festzusetzen. 

- 43 -

8.2. Bei der subjektiven Tatschwere fällt ins Gewicht, dass der Beschuldigte so-

wie die weiteren Täter dem Privatkläger 1 und 2 in deren eigenen vier Wänden 

eine "Abreibung" verpassten, die einer gezielten Machtdemonstration gleich-

kommt. Die subjektive vermag die objektive Tatschwere insgesamt wiederum 

(vgl. Erw. IV.4.3, IV.5.2, IV.6.2, IV.6.4 und IV.7.2) leicht zu relativieren, weshalb in 

Übereinstimmung mit der Vorinstanz eine Einsatzstrafe von 4 Monaten verschul-

densangemessen erscheint. 

8.3. Beim Hausfriedensbruch zulasten der E._____ Genossenschaft gemäss 

Dossier 7 ist bei der objektiven Tatschwere festzuhalten, dass der Beschuldigte 

eine E._____-Filiale trotz Hausverbot betrat. Es handelt sich hierbei um Ge-

schäftsräumlichkeiten, welche einer unbegrenzten Anzahl Personen offensteht, 

weshalb diesbezüglich kein Effort des Beschuldigten nötig war den Hausfriedens-

bruch zu begehen. 

8.4. Hinsichtlich der subjektiven Tatschwere ist zu berücksichtigen, dass der 

Beschuldigte die E._____-Filiale in vollem Bewusstsein um das Hausverbot und 

dem früheren Fehlverhalten betrat und damit direktvorsätzlich handelte. Insge-

samt ist mit der Vorinstanz von einem sehr leichten Tatverschulden auszugehen 

und die Einsatzstrafe auf 1 Monat Freiheitsstrafe festzusetzen.

9. Geringfügiger Diebstahl

9.1. Bei der objektiven Tatschwere ist zu berücksichtigen, dass der Beschul-

digte eine Vielzahl von Lebensmitteln behändigte und damit ohne zu bezahlen die 

Kasse passierte. Das Verhalten des Beschuldigten war dreist, aber auch nicht 

sonderlich raffiniert, zumal die Tat angesichts der Vielzahl der entwendeten Le-

bensmitteln leicht zu entdecken war. Angesichts des Deliktsbetrages von Fr. 50.– 

ist auch innerhalb des Spektrums geringfügiger Vermögensdelikte noch von ei-

nem Bagatellfall auszugehen. 

9.2. Bei der subjektiven Tatschwere fällt ins Gewicht, dass der Beschuldigte 

direktvorsätzlich die Lebensmittel ohne zu bezahlen entwendete und auch die 

E._____-Filiale mit dieser Absicht betrat. Dem Beschuldigten ist aber auch zugute 

zu halten, dass er die Esswaren zum eigenen Konsum stahl, der Diebstahl somit 

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auf die Befriedigung eigener körperlicher Bedürfnisse gerichtet war. Darüber 

hinaus zeugt sein Vorgehen nicht von einer besonderen kriminellen Energie. Das 

Gesamtverschulden wiegt sehr leicht, weshalb in Übereinstimmung mit der Vorin-

stanz (Urk. 95 S. 84) eine Busse von Fr. 90.– verschuldensangemessen 

erscheint. 

10. Zwischenfazit

Die ermittelte hypothetische Einsatzstrafe für die versuchte schwere Körperverlet-

zung von 26 Monaten ist um die weiteren festgelegten Strafen angemessen zu er-

höhen. Aufgrund des engen sachlichen sowie zeitlichen Zusammenhangs, recht-

fertigt es sich die Strafen für die übrigen am 19. Mai 2021 verübten Straftaten je-

weils in Überstimmung mit der Vorinstanz (Urk. 95 S. 84) um etwa die Hälfte zu 

asperieren. Entsprechend ist die Einsatzstrafe von 26 Monaten Freiheitsstrafe um 

4 Monate (statt 8 Monate) für den Angriff, um 3 ½ Monaten (statt 7 Monate) für 

die mehrfache Drohung, um 1 Monat (statt 2 Monate) für die Sachbeschädigung 

sowie um 2 Monate (statt 4 Monate) für den Hausfriedensbruch zulasten der Pri-

vatkläger 1 und 2 zu erhöhen. Da der Hausfriedensbruch gemäss Dossier 7 we-

der in einem sachlichen noch zeitlichen Zusammenhang mit den Delikten vom 

19. Mai 2021 (Dossier 1) steht, rechtfertigt sich eine Asperation im Umfang von 

etwa 2/3. Die Einsatzstrafe ist folglich aufgrund des Hausfriedensbruches zulas-

ten der E._____ Genossenschaft erneut um 20 Tage (statt 1 Monat) Freiheits-

strafe zu erhöhen. Gesamthaft führt dies zu einer Einsatzstrafe nach der Tatkom-

ponente von (leicht abgerundet) 37 Monaten Freiheitsstrafe. Kumulativ ist die 

Busse von Fr. 90.– für den geringfügigen Diebstahl auszufällen. 

11. Täterkomponente

11.1. Der Beschuldigte ist in Sri Lanka geboren und aufgewachsen. Bis zu sei-

nem 17. Lebensjahr besuchte er die Schule und machte seinen Sekundarschulab-

schluss. Er half seinem Vater im Schmuckladen, bis er aus politischen Gründen 

6 Monate inhaftiert wurde. Sein Vater finanzierte ihm sodann 2009 die Ausreise in 

die Schweiz. 2011 wurde sein Antrag auf Ausstellung einer Arbeitsbewilligung 

vom Amt für Wirtschaft und Arbeit abgelehnt. 2014 wurde dem Beschuldigten der 

Flüchtlingsstatus zuerkannt und eine Aufenthaltsbewilligung ausgestellt sowie 

- 45 -

überdies 2017 eine Arbeitsbewilligung. Der Beschuldigte belegte einen Deutsch-

kurs und absolvierte eine Ausbildung zur Reinigungskraft. Er war dann bei 

K._____ und im F._____ Zürich als Hilfskoch tätig. Im Jahre 2014 lernte er seine 

heutige Lebenspartnerin G._____ in der Schweiz kennen. Sie stammt ebenfalls 

aus Sri Lanka ist aber im Besitz der Schweizer Staatsangehörigkeit. Geheiratet 

haben die beiden nie (Prot. II S. 11 f.). Die Beziehung ist konfliktbehaftet, wobei in 

den Migrationsakten zahlreiche Hinweise auf häusliche Gewalt zu finden sind (vgl. 

Urk. 1/28/4/82 S. 268 ff., Urk. 1/28/4/87 S. 295 ff.; Urk. 1/28/4/101 S. 333 ff.). Dar-

über hinaus weist G._____ ebenfalls Vorstrafen auf (Urk. 1/30/3). Anlässlich der 

Berufungsverhandlung führte der Beschuldigte aus, dass sich seine Lebenspart-

nerin zurzeit aufgrund ihres Alkoholproblems einer Therapie unterziehe (Prot. II 

S. 12). Seit dem 23. November 2023 ist der Beschuldigte sodann in der Strafan-

stalt Saxerriet in anderer Sache untergebracht (Prot. II S. 17). Sie würden telefoni-

schen Kontakt halten (Prot. II S. 16). Mit G._____ hat der Beschuldigte einen ge-

meinsamen Sohn, geboren am tt.mm.2022, der aber bei einer Pflegefamilie lebt, 

weil die Eltern aufgrund von Alkoholproblemen und Streitereien nicht in der Lage 

sind, für seine Pflege und Erziehung zu sorgen. Er sieht seinen Sohn alle zwei 

Wochen im Rahmen eines begleiteten Besuchsrechts (Urk. 1/4/3 S. 2 ff.; Urk. 70 

S. 2 ff.; Urk. 80 Rz. 7 ff.; Prot. II S. 10 ff.). 

11.2. Mit seinen Eltern und seinem Bruder, welche in Sri Lanka leben, pflegt der 

Beschuldigte nach wie vor Kontakt. Darüber hinaus gab er an, dass sein 

Freundes- und Bekanntenkreis weitgehend aus Personen aus Sri Lanka bestehe. 

In sein Heimatland ist er aber nie zurückgekehrt (Prot. II S. 10). Mit den Verwand-

ten in der Schweiz, mithin seiner Tante und der Cousine seiner Mutter, habe er 

nur spärlich Kontakt (Prot. II S. 11). Der Beschuldigte machte geltend, in Sri 

Lanka politisch verfolgt zu werden, sodass er bei einer Einreise Gefahr laufe, 

jahrelang eingesperrt zu werden (Urk. 1/4/3 S. 4; Urk. 70 S. 6 ff.; Urk. 124 S. 9). 

Er hat nach seiner Einreise in die Schweiz begonnen, regelmässig Alkohol zu 

konsumieren, was schliesslich auch zum Verlust seiner Stelle als Hilfskoch beim 

F._____ Zürich geführt hat (Urk. 70 S. 6; Prot. II S. 11). Er hat einen Entzug in der 

Forell-Klinik in J._____ gemacht sowie eine weitere Alkohol-Kurztherapie in Wil 

nach seiner Haftentlassung im Juli 2021 (Urk. 1/4/13 S. 3; Urk. 70 S. 4 f.). Am 

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12. November 2022 trat er eine stationäre Suchtbehandlung in der Klinik Mühlhof 

in H._____ an, welche bis April 2023 andauerte (Urk. 70 S. 4 f.; Prot. II S. 13). 

11.3. Der Beschuldigte ist seit mehreren Jahren Sozialhilfeempfänger und be-

zieht derzeit rund Fr. 800.– pro Monat an Sozialleistungen; zusätzlich werden 

seine Wohnkosten und Krankenkassenprämien vom Sozialamt finanziert 

(Urk. 1/4/3 S. 2; Urk. 70 S. 4; Urk.  8/4/58 S. 216). Der Beschuldigte führte im Vor-

verfahren aus, Schulden von Fr. 15'000.– zu haben, die auf unbezahlte Spital- 

und Telefonrechnungen sowie Bussen zurückzuführen sind (Urk. 1/4/1 S. 4; 

Urk. 1/4/3 S. 3; Urk. 70 S. 7). Anlässlich der Berufungsverhandlung führte er so-

dann aus, Betreibungsschulden in der Höhe von Fr. 10'000.– wegen unbezahlter 

Telefonrechnungen sowie Schwarzfahren zu haben (Prot. II S. 14). 

11.4. Der Werdegang und die persönlichen Verhältnisse sind strafzumessungs-

neutral zu werten. Im Übrigen ist auf die zutreffenden Ausführungen der Vorin-

stanz zu verweisen. Die Bemühungen des Beschuldigten, sich vom Alkohol zu lö-

sen, sind in Übereinstimmung mit der Vorinstanz positiv zu werten und entspre-

chend strafmindernd im Umfang von 1 Monat zu berücksichtigen (Urk. 95 S. 87). 

11.5. Massgebend straferhöhend fallen sodann die zahlreichen, teils einschlägi-

gen Vorstrafen des Beschuldigten ins Gewicht (Urk. 114). Seine Delinquenz dau-

ert nun bereits über ein Jahrzehnt an, wobei der Beschuldigte unter anderem 

noch innert laufender Probezeit delinquierte resp. unbeirrt nachdem er mit unbe-

dingten Strafen belegt worden war, mit seinem Verhalten weitermachte. Mit den 

vorliegend zu beurteilenden Taten verübte er schliesslich seine bisher schwersten 

Delikte. Sein Vorstrafenregister zeugt von einer hartnäck