# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e87932ec-5cf9-5bdf-917f-18d66d89363b
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-12-04
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 5. Kammer 04.12.2018 R 2018 34
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_005_R-2018-34_2018-12-04.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

R 18 34

5. Kammer 

Vorsitz Meisser
Richter Audétat, von Salis

Aktuarin ad hoc Hemmi

URTEIL

vom 4. Dezember 2018

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

A._____ und B._____,
vertreten durch MLaw Fabienne Hasler,

Beschwerdeführer
gegen 

Gemeinde X._____,
vertreten durch Rechtsanwalt MLaw Luca Curdin Conrad,

Beschwerdegegnerin
und

C._____ und D._____,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Adrian Scarpatetti,

Beschwerdegegner

betreffend Baugesuch

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1. A._____ und B._____ sind je zur Hälfte Miteigentümer der Parzelle 846 in 

X._____. C._____ und D._____ sind je zur Hälfte Miteigentümer der Nach-

barparzelle 847.

2. Am 10. Juni 2003 bewilligte die Gemeinde X._____ A._____ und B._____ 

den Anbau einer Sitzplatzüberdachung an ihrem Einfamilienhaus auf Par-

zelle 846. Die Überdachung wurde mit einer Länge von 5 m, einer Breite 

von 1.2 m und einem Grenzabstand zur Parzelle 847 von C._____ und 

D._____ von 0.3 m bewilligt. Hierfür war dem jeweiligen Eigentümer von 

Parzelle 846 ein Grenzbaurecht eingeräumt worden.

3. Am 7. Juli 2014 meldete A._____ bei der Gemeinde X._____ den Ersatz 

der Sitzplatzüberdachung an; dies mit der Bemerkung "Ersatz der defekten 

Holzkonstruktion". Die Baukommission der Gemeinde X._____ bewilligte 

das Bauvorhaben am 14. Juli 2014 im Meldeverfahren. Am 21. April 2015 

wurde die neu erstellte Sitzplatzüberdachung von der Baukommission an-

standslos abgenommen. 

4. Mit Einspracheentscheid vom 15. November 2016, mitgeteilt am 1. Dezem-

ber 2016, wies der Gemeindevorstand X._____ die von C._____ am 1. Juni 

2016 gegen die realisierte Sitzplatzüberdachung erhobene Einsprache ab, 

soweit er darauf eintrat. Eine hiergegen von C._____ am 12. Januar 2017 

eingereichte Beschwerde wies das Verwaltungsgericht des Kantons 

Graubünden mit Urteil vom 4. Juli 2017 ab (Verfahren R 17 3). Dieses Urteil 

erwuchs unangefochten in Rechtskraft.

5. Mit E-Mail vom 7. Dezember 2016 waren C._____ und D._____ an die Ge-

meinde X._____ gelangt und hatten verlangt, dass die Seitenwände der 

Sitzplatzüberdachung auf Parzelle 846 entfernt würden. 

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6. Mit Schreiben vom 17. August 2017 teilte der Gemeindevorstand X._____ 

A._____ und B._____ mit, dass er festgestellt habe, dass an ihrer Sitz-

platzüberdachung nicht bewilligte Seitenwände angebracht worden seien. 

Gleichzeitig wurden A._____ und B._____ aufgefordert, nachträglich ein 

Baugesuch für die Seitenwände einzureichen. Ebenfalls wurden sie um Zu-

stellung eines Ausführungsbeschriebs hinsichtlich der aufgestellten Per-

gola gebeten. Am 24. August 2017 reichte A._____ bei der Gemeinde 

X._____ das Baugesuch für die Bewilligung der Seitenwände ein.

7. Mit Schreiben vom 26. September 2017 teilte die Baukommission der Ge-

meinde X._____ A._____ und B._____ mit, dass das Baugesuch  ̶  mit Aus-

nahme der Plexiglasscheibe an der Westfassade  ̶  grundsätzlich als bewil-

ligungsfähig erachtet werde. Für das Anbringen der Plexiglasscheibe an 

der Westfassade könne keine Baubewilligung erteilt werden, da die Grenz-

abstände an der Westfassade (3.5 m W2) nicht eingehalten würden bzw. 

kein Näherbaurecht zugunsten der Parzelle 846 vorhanden sei. Gleichzei-

tig gab ihnen die Baukommission Gelegenheit, bis am 6. Oktober 2017 eine 

schriftliche Zustimmung der Grundeigentümer der Parzelle 847 für das An-

bringen der Plexiglasscheibe an der Westfassade einzuholen oder die be-

sagte Plexiglasscheibe zu entfernen, andernfalls das Baugesuch öffentlich 

ausgeschrieben werde.

8. Am 20. Oktober 2017 publizierte die Gemeinde X._____ das Baugesuch 

im Amtsblatt. 

9. Mit Eingabe vom 28. Oktober 2017 erhoben C._____ und D._____ Einspra-

che gegen das Baugesuch und beantragten die Entfernung der westlichen 

Seitenwand der Sitzplatzüberdachung. Begründend wurde im Wesentli-

chen ausgeführt, dass sie aufgrund der Anwendbarkeit des Meldeverfah-

rens keine Einsprachemöglichkeit gehabt hätten. Zudem seien die Seiten-

wände der Sitzplatzkonstruktion vorzeitig und illegal erstellt worden und 

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liessen vermuten, dass ein geschlossener Wintergarten erstellt werden 

wolle. Es seien keine Pläne oder dergleichen für die Seitenwände einge-

reicht worden und der Grenzabstand von der westlichen Seitenwand zur 

Parzellengrenze betrage lediglich ca. 15 cm. Ein Näherbaurecht sei hierfür 

nie eingeräumt worden.

10. Am 21. Dezember 2017 nahmen A._____ und B._____ zur Einsprache von 

C._____ und D._____ Stellung. Mit Schreiben vom 15. Januar bzw. 30. 

Januar 2018 gaben die Parteien eine zweite Stellungnahme zu den jewei-

ligen Ausführungen der Gegenseite ab. 

11. Mit Bau- und Einspracheentscheid vom 8. Mai 2018, mitgeteilt am 18. Mai 

2018, hiess der Gemeindevorstand X._____ die Einsprache von C._____ 

und D._____ gut (Ziff. 1a) und bewilligte die Seitenwände an der bestehen-

den Sitzplatzüberdachung von A._____ und B._____ auf der Parzelle 846 

nicht (Ziff. 1b). Die Kosten des Einspracheverfahrens von insgesamt 

Fr. 1'500.-- wurden A._____ und B._____ auferlegt (Ziff. 2). Der Gemein-

devorstand erwog im Wesentlichen, dass auf dem Plan zum Baugesuch 

von A._____ und B._____ vom 7. Juli 2014 betreffend "Ersatz Sitzplatzü-

berdachung" keine Seitenwände aufgeführt seien und das Dach lediglich 

von drei Pfosten gestützt werde. Seitenwände oder andere bauliche Mass-

nahmen seien somit nicht Gegenstand des damaligen Baubewilligungsver-

fahrens gewesen. Die Baukommission der Gemeinde X._____ habe am 

14. Juli 2014 nur den Ersatz einer Sitzplatzüberdachung bewilligt. Folglich 

habe das vorliegend zu beurteilende Bauprojekt mit der rechtkräftigen Bau-

bewilligung vom 14. Juli 2014 nichts zu tun. Dieser Auffassung seien auch 

A._____ und B._____, da sie am 24. August 2017 bei der Gemeinde 

X._____ ein Baugesuch für die Seitenwände eingereicht hätten. Sodann 

sei die westliche Seitenwand materiell baurechtswidrig, weil sie den ge-

setzlichen Grenzabstand nicht einhalte und kein vertragliches Näherbau-

recht vorliege. Ferner könne auch die östliche Seitenwand nicht bewilligt 

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werden, zumal sie eine Zweckentfremdung der Sitzplatzüberdachung dar-

stelle. Schliesslich wurde darauf hingewiesen, dass es der Gemeindevor-

stand in Erwägung ziehe, die Wiederherstellung des rechtmässigen Zu-

stands zu verlangen.

12. Dagegen erhoben A._____ und B._____ (nachfolgend: Beschwerdeführer) 

am 18. Juni 2018 Beschwerde an das Verwaltungsgericht des Kantons 

Graubünden mit den folgenden Rechtsbegehren:

"1. Der Bau- und Einspracheentscheid der Beschwerdegegnerin 1 vom 18. Mai 2018 

sei insofern abzuändern, als dass Ziff. 1 a) und b) sowie Ziff. 2 des Entscheids auf-

zuheben seien.

 2. Es sei festzustellen, dass die Seitenwände der Sitzplatzüberdachung auf Parzelle 

846, Gemeinde X._____, bereits rechtskräftig bewilligt sind.

 3. Eventualiter seien die Seitenwände der Sitzplatzüberdachung auf Parzelle 846, Ge-

meinde X._____, zu bewilligen.

 4. Subeventualiter sei die Angelegenheit zur Neubeurteilung an die Beschwerdegeg-

nerin 1 zurückzuweisen.

 5. Der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu erteilen.

 6. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MwSt.) zulasten der Beschwerde-

gegner."

Zur Begründung führten die Beschwerdeführer im Wesentlichen aus, dass 

die vorliegend beanstandeten Seitenwände der Sitzplatzkonstruktion be-

reits rechtskräftig bewilligt seien und dementsprechend nicht Gegenstand 

eines erneuten Verfahrens bilden könnten. Die Beschwerdeführer hätten 

deshalb überhaupt nicht aufgefordert werden dürfen, ein Baugesuch für die 

Seitenwände einzureichen. Der angefochtene Entscheid der Gemeinde 

X._____ sei deshalb bereits aus diesem Grund aufzuheben. Im Übrigen 

und abgesehen davon, dass die Seitenwände bereits bewilligt seien, hätte 

auf die Einsprache von C._____ und D._____ überhaupt erst gar nicht ein-

getreten werden dürfen, da diese verspätet erfolgt sei. Zudem hätten 

C._____ und D._____ kein effektives und schutzwürdiges Interesse an der 

Beseitigung der Seitenwände und seien deshalb in ihrem Begehren nicht 

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zu schützen. Ausserdem sei ihre Einsprache als rechtsmissbräuchlich zu 

qualifizieren. Schliesslich sei die Gemeinde ihrer Begründungspflicht nicht 

genügend nachgekommen, weshalb das rechtliche Gehör verletzt sei. 

13. Mit Eingabe vom 26. Juni 2018 verzichteten C._____ und D._____ (nach-

folgend: Beschwerdegegner) auf eine Stellungnahme zur Beschwerde un-

ter Verweis auf den angefochtenen Entscheid sowie den Inhalt ihres 

Schreibens an die Gemeinde X._____ vom 15. Januar 2018. Einwendun-

gen gegen die Gewährung der aufschiebenden Wirkung wurden keine for-

muliert.

14. Am 3. Juli 2018 teilte die Gemeinde X._____ (nachfolgend: Beschwerde-

gegnerin) dem Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden mit, dass sie 

bis zum Abschluss des vorliegenden Verfahrens keine Wiederherstellungs-

verfügung erlassen werde. Das Gericht könne der Beschwerde die auf-

schiebende Wirkung erteilen.

15. Mit Verfügung vom 4. Juli 2018 erkannte der Instruktionsrichter der Be-

schwerde die aufschiebende Wirkung zu.

16. Mit Eingabe vom 12. Juli 2018 verzichtete die Beschwerdegegnerin eben-

falls auf eine Stellungnahme zur Sache und verwies vollumfänglich auf ihre 

Ausführungen im angefochtenen Entscheid.

17. Am 18. Juli 2018 legte die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführer die Ho-

norarvereinbarung sowie die Kostennote ins Recht.

18. Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften sowie 

auf den angefochtenen Entscheid wird, soweit erforderlich, in den nachste-

henden Erwägungen eingegangen.

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Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Gemäss Art. 49 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verwaltungsrechts-

pflege (VRG; BR 370.100) beurteilt das Verwaltungsgericht Beschwerden 

gegen Entscheide von Gemeinden, soweit diese nicht bei einer anderen 

Instanz angefochten werden können oder nach kantonalem oder eidgenös-

sischem Recht endgültig sind. Angefochten ist vorliegend der Bau- und Ein-

spracheentscheid vom 8. Mai 2018, mitgeteilt am 18. Mai 2018, mit wel-

chem die Beschwerdegegnerin die Seitenwände an der bestehenden Sitz-

platzüberdachung der Beschwerdeführer in Gutheissung der Einsprache 

der Beschwerdegegner nicht bewilligte. Dieser Entscheid ist weder endgül-

tig noch kann er bei einer anderen Instanz angefochten werden. Folglich 

stellt er ein taugliches Anfechtungsobjekt für ein Verfahren vor dem Ver-

waltungsgericht des Kantons Graubünden dar. Als formelle und materielle 

Adressaten des angefochtenen Entscheids sind die Beschwerdeführer 

berührt und weisen ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung 

bzw. Änderung auf (Art. 50 Abs. 1 VRG). Auf die zudem frist- und formge-

recht eingereichte Beschwerde ist somit einzutreten. 

2.1. Zunächst rügen die Beschwerdeführer eine Verletzung des Anspruchs auf 

rechtliches Gehör. Die Beschwerdegegnerin sei ihrer Begründungspflicht 

im angefochtenen Bau- und Einspracheentscheid vom 8. Mai 2018 nicht 

nachgekommen, weil sie mit keinem Wort auf das Vorbringen der Be-

schwerdeführer, wonach die Einsprache der Beschwerdegegner rechts-

missbräuchlich erfolgt sei, eingegangen sei.

2.2. Der durch Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eid-

genossenschaft (BV; SR 101) gewährleistete Anspruch auf rechtliches 

Gehör dient einerseits der Sachaufklärung und garantiert anderseits ein 

persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht der Parteien im Verfahren, so-

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weit dies Einfluss auf ihre Rechtsstellung haben kann. Die Gehörsgarantie 

ist somit ein verfassungsmässig geschütztes Individualrecht, hat also den 

Charakter eines selbständigen Grundrechts (HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, 

Allgemeines Verwaltungsrecht, 7. Aufl., Zürich/St. Gallen 2016, Rz. 1001 

und 1003). Aus Art. 29 Abs. 2 BV folgt insbesondere auch ein Mindestan-

spruch auf Begründung eines hoheitlichen Akts. Die Begründungspflicht für 

kantonale und kommunale Behörden ergibt sich aus dem kantonalen Ver-

fahrensrecht, vorliegend aus Art. 22 Abs. 1 VRG, welcher ausdrücklich 

festhält, dass Entscheide zu begründen sind. Der Sinn und Zweck der Be-

gründungspflicht liegt darin, dass der Bürger wissen soll, warum eine 

Behörde entgegen seinem Antrag entschieden hat. Die Begründung eines 

Entscheids muss deshalb so abgefasst sein, dass der Betroffene ihn gege-

benenfalls sachgerecht anfechten kann. Dies ist nur möglich, wenn sowohl 

er wie auch die Rechtsmittelinstanz sich über die Tragweite des Entscheids 

ein Bild machen können. In diesem Sinne müssen wenigstens kurz die 

Überlegungen genannt werden, von denen sich die Behörde leiten liess 

und auf welche sich ihr Entscheid stützt. Dies bedeutet indessen nicht, dass 

sie sich ausdrücklich mit jeder tatbeständlichen Behauptung und jedem 

rechtlichen Einwand auseinandersetzen muss. Vielmehr kann sie sich auf 

die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (vgl. statt 

vieler: BGE 133 I 270 E.3.1). 

Der Anspruch auf rechtliches Gehör ist formeller Natur. Die Verletzung des 

Gehörsanspruchs führt, ungeachtet der Erfolgsaussichten der Beschwerde 

in der Sache selbst, zur Aufhebung des angefochtenen Entscheids (vgl. 

BGE 132 V 387 E.5.1). Nach der Gerichtspraxis des Bundesgerichts kann 

indessen eine nicht besonders schwerwiegende Verletzung des rechtlichen 

Gehörs ausnahmsweise als geheilt gelten, wenn die betroffene Person die 

Möglichkeit erhält, sich vor einer Beschwerde-instanz zu äussern, welche 

die von der Gehörsverletzung betroffenen Aspekte mit derselben Kognition 

überprüfen kann wie die Vorinstanz, auch wenn dies zwangsläufig zum 

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Verlust einer Instanz führt (vgl. Urteile des Bundesgerichts 1C_130/2012 

vom 9. August 2012 E.2.3, 1C_478/2008 vom 28. August 2009 E.3.2 mit 

Hinweis auf BGE 132 V 387 E.5.1). Unter dieser Voraussetzung ist darüber 

hinaus  ̶  im Sinne einer Heilung des Mangels  ̶  selbst bei einer schwerwie-

genden Verletzung des rechtlichen Gehörs von einer Rückweisung der Sa-

che an die Vorinstanz abzusehen, wenn und soweit dies zu einem forma-

listischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, 

die mit dem (der Anhörung gleichgestellten) Interesse der betroffenen Par-

tei an einer beförderlichen Beurteilung der Sache nicht zu vereinbaren 

wären (vgl. BGE 137 I 195 E.2.3.2, 133 I 201 E.2.2; Urteile des Bundesge-

richts 1C_13/2012 vom 24. Mai 2012 E.2.1, 1C_58/2010 vom 22. Dezem-

ber 2010 E.2.1.3). 

2.3. Im vorliegenden Fall ist die Begründung im angefochtenen Bau- und Ein-

spracheentscheid vom 8. Mai 2018  ̶  gemessen an den oben erwähnten 

Kriterien  ̶  als genügend anzusehen. Die Beschwerdegegnerin ist zwar auf 

den Einwand der Beschwerdeführer, wonach die Einsprache der Be-

schwerdegegner rechtsmissbräuchlich erfolgt sei, nicht eingegangen. Wie 

bereits erwähnt, ist sie allerdings auch nicht verpflichtet, jedes Argument 

einzeln aufzugreifen. Die Beschwerdegegnerin hat sich mit den in den Ak-

ten vorliegenden Argumenten auseinandergesetzt und die wesentlichen in 

ihre Begründung miteinbezogen (vgl. beschwerdeführerische Akten [Bf-

act.] 3, Formulierung in der Sachverhaltsdarstellung Ziff. 2.6 und 2.7). So 

hat sie im angefochtenen Bau- und Einspracheentscheid zwar kurz, aber 

dennoch klar dargelegt, weshalb sie die Einsprache der Beschwerdegeg-

ner gutgeheissen und die Seitenwände an der bestehenden Sitzplatzüber-

dachung der Beschwerdeführer nicht bewilligt hat (vgl. Bf-act. 3 E.2a und 

2b). Die Begründung der Beschwerdegegnerin hat es den Beschwerdefüh-

rern denn auch nicht verunmöglicht, den besagten Bau- und Einspra-

cheentscheid sachgemäss anzufechten, wie sich an der Beschwerdeschrift 

vom 18. Juni 2018 zeigt. Dass das Einspracheverfahren nicht zu dem von 

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den Beschwerdeführern gewünschten Ergebnis geführt hat, ist keine Frage 

des rechtlichen Gehörs, sondern der materiellen Beurteilung der Sache. 

Darauf ist weiter unten einzugehen. Die Rüge der Verletzung des An-

spruchs auf rechtliches Gehör ist demnach unbegründet.

2.4. Selbst wenn vorliegend von einer Verletzung der Begründungspflicht aus-

zugehen wäre, dürfte der Mangel als nachträglich geheilt qualifiziert wer-

den, da sich die Beschwerdeführer vor dem angerufenen Gericht äussern 

konnten, welches über die gleiche Kognition wie die Beschwerdegegnerin 

verfügt und demzufolge sowohl den Sachverhalt wie auch die Rechtslage 

frei überprüfen kann (vgl. Art. 51 Abs. 1 VRG). Eine Rückweisung der Sa-

che würde zu einem in prozessökonomischer Hinsicht nicht vertretbaren 

formalistischen Leerlauf und einer unnötigen Verlängerung des Verfahrens 

führen, was ebenfalls eine Heilung rechtfertigt.

3.1. Sodann machen die Beschwerdeführer geltend, dass die im Streit liegen-

den Seitenwände der Sitzplatzkonstruktion nicht Gegenstand des vorlie-

genden Verfahrens sein könnten, weil über diese bereits mit Urteil des Ver-

waltungsgerichts des Kantons Graubünden vom 4. Juli 2017 (Verfahren R 

17 3) rechtskräftig entschieden worden sei. Die rechtskräftige Baubewilli-

gung vom 14. Juli 2014 beziehe sich sowohl auf die Sitzplatzüberdachung 

als auch auf die zwei dazugehörigen Seitenwände. Diese seien den Be-

schwerdeführern am 6. März 2015 zugestellt und sogleich montiert worden. 

Im Rahmen der Bauabnahme durch die Baukommission der Gemeinde 

X._____ am 21. April 2015 seien die Seitenwände somit bereits vorhanden 

gewesen und hätten damit von Anfang an Bestandteil der Sitzplatzüberda-

chung gebildet. Anlässlich der Bauabnahme seien die Seitenwände nicht 

beanstandet worden. Vielmehr habe die Baukommission das Bauvorhaben 

der Beschwerdeführer anstandslos abgenommen. Folglich könnten die Be-

schwerdegegner nun nicht  ̶  notabene mehr als zwei Jahre nach der Bau-

abnahme  ̶  die Beseitigung der Seitenwände fordern. Da die Seitenwände 

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bereits rechtskräftig bewilligt worden seien, sei der angefochtene Bau- und 

Einspracheentscheid vom 8. Mai 2018 insofern abzuändern, als dass die 

Einsprache abgewiesen und festgestellt werde, dass die Seitenwände der 

Sitzplatzüberdachung bereits bewilligt seien.

3.2. Das Baubewilligungsverfahren soll es der Behörde ermöglichen, das Bau-

projekt im Interesse der Öffentlichkeit und der Nachbarschaft vor seiner 

Ausführung auf die Übereinstimmung mit der raumplanerischen Nutzungs-

ordnung und der übrigen einschlägigen Gesetzgebung zu überprüfen (vgl. 

BGE 139 II 134 E.5.2, 119 Ib 222 E.3a). Das Baugesuch hat alle für die 

baurechtliche Beurteilung des Vorhabens erforderlichen Angaben zu ent-

halten; insbesondere sind Pläne beizulegen (vgl. HÄNNI, Planungs-, Bau- 

und besonderes Umweltschutzrecht, 6. Aufl., Bern 2016, S. 344). Auch das 

Baugesetz (BG) der Beschwerdegegnerin verlangt explizit, dass Baugesu-

che zusammen mit den für die Beurteilung erforderlichen Unterlagen und 

Nachweisen einzureichen sind (Art. 38 Abs. 2 BG; vgl. auch Art. 42 Abs. 1 

der Raumplanungsverordnung für den Kanton Graubünden [KRVO; BR 

801.110]). Bei Bauvorhaben, die dem Meldeverfahren unterliegen, ist das 

Baugesuch in vereinfachter Ausführung und lediglich mit den für das Ver-

ständnis des Vorhabens notwendigen Unterlagen einzureichen (Art. 38 

Abs. 3 BG; vgl. auch Art. 51 Abs. 1 KRVO). Nur was aus den Plänen mit 

hinreichender Klarheit hervorgeht, kann von der Behörde bewilligt und mit 

Ablauf der Rechtsmittelfrist rechtskräftig werden. Im Falle von unklaren 

oder missverständlichen Bauplänen trägt die Bauherrschaft die Folgen un-

klarer Planinhalte (vgl. Urteil des Bundesgerichts 1C_448/2017 vom 3. Juli 

2018 E.2.2 mit Hinweis auf das Urteil des Bundesgerichts 1C_344/2017 

vom 17. April 2018 E.3.1).

3.3. Nach Auffassung des angerufenen Gerichts erweisen sich die Rügen der 

Beschwerdeführer unter Berücksichtigung der überzeugenden Ausführun-

gen der Beschwerdegegnerin im angefochtenen Bau- und Einspracheent-

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scheid vom 8. Mai 2018 (vgl. Bf-act. 3) und der Beschwerdegegner im 

Schreiben vom 15. Januar 2018 (vgl. Bf-act. 21) als unbegründet. Wie die 

Beschwerdegegner zu Recht ausführen, haben die Beschwerdeführer am 

7. Juli 2014 bei der Beschwerdegegnerin ausschliesslich ein Baugesuch 

für den Ersatz der ursprünglich bewilligten Sitzplatzüberdachung einge-

reicht. Dies wird denn auch durch die auf dem damaligen Baugesuchsfor-

mular angebrachte Bemerkung "Ersatz der defekten Holzkonstruktion" be-

legt (vgl. Bf-act. 8). Hinzu kommt, dass auf der von den Beschwerdeführern 

zusammen mit dem besagten Baugesuch eingereichten Planskizze ledig-

lich die Sitzplatzüberdachung, bestehend aus einem Dach und drei stüt-

zenden Pfosten, ersichtlich ist; Seitenwände oder andere bauliche Mass-

nahmen sind auf der erwähnten Planskizze  ̶  wie die Beschwerdegegnerin 

und die Beschwerdegegner zutreffend ausführen  ̶  nicht aufgeführt (vgl. Bf-

act. 8). Zudem ist aktenmässig erstellt, dass die Beschwerdeführer die frag-

lichen Seitenwände erst sieben Monate nach Erhalt der Baubewilligung 

vom 14. Juli 2014 bestellt haben (vgl. Bf-act. 23). Dies spricht  ̶  wie die 

Beschwerdegegner zu Recht ausführen  ̶  eher dafür, dass die Idee, neben 

der Sitzplatzüberdachung Seitenwände zu montieren, erst nachträglich 

entstanden ist. Vor diesem Hintergrund waren die streitigen Seitenwände 

entgegen der Ansicht der Beschwerdeführer nicht Bestandteil des Bauge-

suchs vom 7. Juli 2014, womit diese auch nicht von der durch Nichtanfech-

tung des Urteils des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden vom 4. 

Juli 2017 (Verfahren R 17 3) in Rechtskraft erwachsenen Baubewilligung 

vom 14. Juli 2014 mitumfasst sein können. Dies musste denn auch den 

Beschwerdeführern klar sein, zumal sie der Aufforderung der Beschwerde-

gegnerin vom 17. August 2017, ein nachträgliches Baugesuch betreffend 

die Seitenwände einzureichen (vgl. Bf-act. 15), am 24. August 2017  ̶  ohne 

dagegen Einwendungen anzubringen  ̶  nachkamen (vgl. Bf-act. 16). Die 

diesbezüglichen Ausführungen der Beschwerdeführer, wonach sie einer-

seits zu diesem Zeitpunkt noch nicht anwaltlich vertreten gewesen seien, 

anderseits nicht ausreichend Zeit gehabt hätten, um sich mit ihrer Rechts-

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lage auseinanderzusetzen, und zudem der kurzfristigen Aufforderung der 

Beschwerdegegnerin ohne Weiteres nachgekommen seien, weil sie sich 

bezüglich der angebrachten Seitenwände nicht im Unrecht gefühlt hätten, 

sind als reine Schutzbehauptungen und deshalb als unerheblich zu qualifi-

zieren. Ebenfalls schlägt der Einwand der Beschwerdeführer, wonach die 

Aufforderung der Beschwerdegegnerin zur Einreichung eines nachträgli-

chen Baugesuchs unrechtmässig erfolgt sei, nicht durch, zumal  ̶  wie ge-

sehen  ̶  das Baugesuch vom 7. Juli 2014 die im Streit liegenden Seiten-

wände nicht beinhaltete bzw. diese von der rechtskräftigen Baubewilligung 

vom 14. Juli 2014 nicht mitumfasst sind. Aus demselben Grund kann vor-

liegend auch die Frage offen bleiben, ob die Seitenwände bei der Bauab-

nahme durch die Baukommission vom 21. April 2015 bereits vorhanden 

waren. Aufgrund des bisher Gesagten läuft schliesslich der Einwand der 

Beschwerdeführer, wonach die Beschwerdegegner die fraglichen Seiten-

wände bereits im Rahmen des rechtskräftig abgeschlossenen verwaltungs-

gerichtlichen Verfahrens (Verfahren R 17 3) gerügt hätten und deshalb die 

im vorliegenden Verfahren erfolgte Beanstandung nicht mehr zu behandeln 

sei, ebenfalls ins Leere. 

Somit ist die Beschwerdegegnerin zu Recht davon ausgegangen, die Sei-

tenwände der Sitzplatzüberdachung der Beschwerdeführer seien von der 

rechtskräftigen Baubewilligung vom 14. Juli 2014 nicht mitumfasst.

4.1. Im Weiteren machen die Beschwerdeführer geltend, dass selbst wenn die 

Ansicht vertreten werde, dass die Seitenwände nicht bereits im Rahmen 

des ersten Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht des Kantons Graubün-

den (Verfahren R 17 3) rechtskräftig bewilligt worden seien, wäre auf die 

Einsprache der Beschwerdegegner vom 1. Juni 2016 überhaupt nicht ein-

zutreten gewesen, da diese offensichtlich zu spät erfolgt sei. 

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4.2. Nach Art. 92 Abs. 2 des Raumplanungsgesetzes für den Kanton Graubün-

den (KRG; BR 801.100) kann während der öffentlichen Auflage bei der Ge-

meinde schriftlich und begründet Einsprache erhoben werden. Art. 45 Abs. 

4 i.V.m. Art. 45 Abs. 1 KRVO präzisiert, dass Einsprachen während der 20-

tägigen Auflagefrist bei der Gemeinde einzureichen sind. Fristen, die durch 

eine amtliche Publikation ausgelöst werden, beginnen gemäss Art. 7 Abs. 

1 VRG am folgenden Tag zu laufen.

4.3. Vorliegend ersuchten die Beschwerdeführer auf Drängen der Beschwerde-

gegnerin am 24. August 2017 nachträglich um Bewilligung für die streitigen 

Seitenwände (vgl. Bf-act. 15 und 16). Das entsprechende Baugesuch 

wurde gemäss der unbestrittenen Sachverhaltsdarstellung im angefochte-

nen Bau- und Einspracheentscheid vom 8. Mai 2018 am 20. Oktober 2017 

öffentlich ausgeschrieben (vgl. Bf-act. 3, Sachverhaltsdarstellung Ziff. 2.4). 

Gegen das Bauvorhaben erhoben die Beschwerdegegner fristgerecht in-

nert der Auflagefrist vom 21. Oktober bis 9. November 2017 Einsprache 

(vgl. Bf-act. 19). Demgegenüber erfolgte die Einsprache vom 1. Juni 2016 

zwar unbestrittenermassen zu spät. Da sich diese Einsprache jedoch ge-

gen den von der Beschwerdegegnerin am 14. Juli 2014 im Meldeverfahren 

bewilligten Ersatz der Sitzplatzüberdachung richtete (vgl. Bf-act. 13 E.3a 

und 3b), ist sie vorliegend nicht von Relevanz. Demnach geht die diesbe-

zügliche Rüge der Beschwerdeführer ebenfalls fehl.

Nach dem Gesagten kann festgehalten werden, dass die Einsprache der 

Beschwerdegegner fristgerecht erfolgte, weshalb die Beschwerdegegnerin 

darauf zu Recht eingetreten ist. 

5.1. Ferner stellen sich die Beschwerdeführer hinsichtlich einer allfälligen Ver-

letzung des Grenzabstands auf den Standpunkt, dass ihnen im Rahmen 

der ursprünglichen Baubewilligung vom 10. Juni 2003 ein Grenzabstand 

von 0.3 m für das Anbringen der Sitzplatzüberdachung gewährt worden sei. 

- 15 -

Dieser Grenzabstand sei im Rahmen der Baubewilligung vom 14. Juli 2014 

bestätigt worden. Dem Baugesuch vom 7. Juli 2014 und der erwähnten 

Baubewilligung sei nämlich derselbe Grundstücksplan angehängt, welcher 

auch schon Bestandteil der Baubewilligung vom 10. Juni 2003 gewesen 

sei. Auf diesem Plan seien die Länge und Breite der Sitzplatzüberdachung 

sowie der Grenzabstand, der mittels eines Grenzbaurechts eingeräumt 

worden sei, eingezeichnet. Dieser Grenzabstand liege auch der Baubewil-

ligung vom 14. Juli 2014, welche mittlerweile rechtskräftig sei, zugrunde. 

Dementsprechend sei die Sitzplatzkonstruktion betreffend Grenzabstand 

nicht zu beanstanden.

5.2. Wie das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden bereits in PVG 1989 

Nr. 24 festgehalten hat, umfasst der Begriff des Gebäudes "im Boden ein-

gelassene oder darauf stehende Anlagen, die einen Raum zum Schutz von 

Menschen und Sachen gegen äussere, namentlich atmosphärische Ein-

flüsse mehr oder weniger vollständig abschliessen". Vor dem Hintergrund 

dieser Begriffsdefinition erhellt, dass der auf Parzelle 846 erstellte, über-

dachte und mit zwei Seitenwänden versehene Sitzplatz als ein Gebäude 

zu qualifizieren ist. Folglich ist nach Art. 75 Abs. 1 KRG gegenüber jedem 

Nachbargrundstück ein Grenzabstand von 2.5 m einzuhalten, sofern das 

Baugesetz der Gemeinde nicht grössere Grenzabstände vorschreibt. 

Gemäss Art. 16 Abs. 1 BG sind die Grenzabstände von Gebäuden gemäss 

Zonenschema einzuhalten. In der vorliegend massgeblichen Wohnzone 

W2 beträgt der grosse Grenzabstand 7.0 m und der kleine Grenzabstand 

3.5 m (Art. 11 BG). Der grosse Grenzabstand ist von der Hauptfassade, die 

kleineren Grenzabstände sind von den Nebenfassaden aus einzuhalten 

(Art. 16 Abs. 2 BG). Selbst wenn der erstellte Sitzplatz nicht als Gebäude 

zu betrachten wäre, müssten gemäss Art. 76 Abs. 1 KRG offene, über-

dachte Flächen wie Unterstände und dergleichen die Grenzabstände für 

Gebäude einhalten. Aus dem Gesagten erhellt, dass zwischen der westli-

chen Seitenwand der Sitzplatzüberdachung auf Parzelle 846 der Be-

- 16 -

schwerdeführer und der Nachbarparzelle 847 der Beschwerdegegner der 

kleine Grenzabstand von 3.5 m einzuhalten ist. Da der Abstand gemäss 

den vorliegenden Akten augenscheinlich weniger als 3.5 m beträgt (vgl. Bf-

act. 26), ist der Grenzabstand grundsätzlich verletzt. Zu prüfen bleibt, ob 

die Beschwerdeführer von der Einhaltung des Grenzabstands entbunden 

sind. Gemäss Art. 16 Abs. 3 BG können die Grenzabstände von Nachba-

rinnen bzw. Nachbarn mit Zustimmung der Baubehörde durch Vertrag her-

abgesetzt werden, wenn keine öffentlichen Interessen entgegenstehen; der 

Vertrag ist von der Baubehörde zu genehmigen und im Grundbuch anzu-

merken (vgl. auch Art. 77 Abs. 1 KRG). Vorliegend finden sich in den Akten 

keine Anhaltspunkte dafür, dass die Beschwerdegegner den Beschwerde-

führern vertraglich ein Näherbaurecht für das Anbringen der westlichen Sei-

tenwand eingeräumt hätten (vgl. Bf-act. 19). Sodann ist zwar zutreffend, 

dass für den bestehenden Sichtschutz (Trennwand entlang der Parzellen-

grenze) eine Dienstbarkeit zu Gunsten und zu Lasten der Parzellen 846 

und 847 und zusätzlich auch noch ein gegenseitiges Grenzbaurecht im 

Grundbuch eingetragen ist (vgl. Bf-act. 27 S. 3 ff. und S. 12). Dabei wird 

jedoch verkannt, dass sich das gegenseitige Grenzbaurecht explizit nur auf 

die Reiheneinfamilienhäuser bezieht (vgl. Bf-act. 27 S. 3). Aus diesem 

Grund wurde den jeweiligen Eigentümern der Siedlungsgenossenschaft 

"E._____" denn auch eine Dienstbarkeit für einen Sichtschutz von 2 m 

Höhe eingeräumt. Eine solche wäre nämlich  ̶  wie die Beschwerdegegnerin 

zu Recht ausführt  ̶  sinnlos, wenn sich das besagte Grenzbaurecht auf die 

gesamte Parzellengrenze beziehen würde. Ebenfalls korrekt ist ferner, 

dass den Beschwerdeführern am 10. Juni 2003 der Anbau einer Sitzplatzü-

berdachung mit einem Grenzabstand zur Parzelle 847 der Beschwerde-

gegner von 0.3 m bewilligt und hierfür dem jeweiligen Eigentümer von Pa-

rzelle 846 ein Grenzbaurecht eingeräumt wurde (vgl. Bf-act. 7 und 13, 

Sachverhaltsdarstellung Ziff. 1). Wie die Beschwerdeführer zu Recht aus-

führen, wurde dieser Grenzabstand ausserdem im Rahmen der am 14. Juli 

2014 erteilten Baubewilligung bestätigt (vgl. Bf-act. 9). Da jedoch lediglich 

- 17 -

die Sitzplatzüberdachung als solche, bestehend aus einem Dach und drei 

stützenden Pfosten, Thema des entsprechenden Baubewilligungsverfah-

rens bildete und nicht auch die streitigen Seitenwände (vgl. vorne E.3.3), 

kann der erwähnte Grenzabstand zur Parzelle 847 der Beschwerdegegner 

von 0.3 m für die westliche Seitenwand der Sitzplatzkonstruktion der Be-

schwerdeführer nicht gelten. Damit erhellt, dass für die besagte Seiten-

wand der gesetzliche Grenzabstand von 3.5 m massgebend ist. Diese Vor-

gabe erfüllt sie indes  ̶  wie gesehen  ̶  nicht. 

Somit ist festzuhalten, dass sich die westliche Seitenwand der Sitzplatzü-

berdachung der Beschwerdeführer als materiell rechtswidrig erweist und 

die diesbezüglichen Rügen der Beschwerdeführer ins Leere zielen.

6. Sodann stellen die Seitenwände eine Zweckentfremdung der bewilligten 

Sitzplatzüberdachung (bestehend aus einem Dach und drei stützenden 

Pfosten) dar, zumal der heute bestehende, überdachte und mit zwei Sei-

tenwänden versehene Sitzplatz einem Wintergarten ähnelt und im Anbrin-

gen der fraglichen Seitenwände der erste Schritt zur Errichtung eines sol-

chen gesehen werden kann (vgl. Bf-act. 24 und 26). Vor diesem Hinter-

grund hat die Beschwerdegegnerin die östliche Seitenwand der Sitzplatzü-

berdachung der Beschwerdeführer ebenfalls zu Recht nicht bewilligt.

7.1. Abschliessend machen die Beschwerdeführer geltend, dass sich die Be-

schwerdegegner während mehr als einem Jahr überhaupt nicht an den Sei-

tenwänden gestört hätten. Erst im Juni bzw. Dezember 2016 seien sie erst-

mals an die Beschwerdegegnerin gelangt und hätten verlangt, dass die Sei-

tenwände zu entfernen seien. Die zeige, dass die Einsprache der Be-

schwerdegegner lediglich "aus Prinzip" erfolgt sei. Die vorliegende Rechts-

streitigkeit sei als emotionale Nachbarstreitigkeit zu qualifizieren, die 

rechtsmissbräuchlich eingeleitet worden sei. Das Rechtsschutzinteresse 

der Beschwerdegegner an der Entfernung der Seitenwände sei nicht gege-

- 18 -

ben, weshalb die Beschwerdegegnerin auf die Einsprache der Beschwer-

degegner nicht hätte eintreten dürfen. Im Übrigen bewirke der auf der Par-

zellengrenze zwischen dem Grundstück der Beschwerdeführer und demje-

nigen der Beschwerdegegner angebrachte Sichtschutz, dass vom Grund-

stück der Beschwerdegegner aus gesehen nur ein sehr kleiner Teil der 

westlichen Seitenwand (ca. ½ m2) überhaupt sichtbar sei. Die Vorgehens-

weise der Beschwerdegegner stelle daher einen klassischen Fall des 

Rechtsmissbrauchs dar.

7.2. Für die Einspracheberechtigung von Nachbarn gelten sinngemäss die Vor-

aussetzungen für die Planungsbeschwerde an die Regierung (Art. 92 Abs. 

2 KRG). Zur Erhebung ist demnach berechtigt, wer an der Anfechtung des 

Entscheids ein schutzwürdiges eigenes Interesse hat (Art. 92 Abs. 2 i.V.m. 

Art. 101 Abs. 2 KRG). Schutzwürdig ist das Interesse dann, wenn der Be-

troffene rechtlich geschützte Interessen geltend macht oder wenn eine Ver-

fügung oder ein Entscheid seine tatsächliche Interessenslage mehr berührt 

als diejenige irgendeines Dritten oder der Allgemeinheit. Das schutzwür-

dige Interesse besteht im praktischen Nutzen, den ein erfolgreich geführtes 

Rechtsmittel dem Betroffenen in seiner rechtlichen oder tatsächlichen Si-

tuation einträgt, bzw. in der Abwendung materieller, ideeller oder sonstiger 

Nachteile, die ein Bestand der angefochtenen Verfügung oder des Ent-

scheids mit sich bringen würde (vgl. CAVELTI/VÖGELI, Verwaltungsgerichts-

barkeit im Kanton St. Gallen  ̶  dargestellt an den Verfahren vor dem vor 

dem Verwaltungsgericht, 2. Aufl., St. Gallen 2003, Rz. 390 f.). Das Anfech-

tungsinteresse muss dabei nicht mit dem Interesse übereinstimmen, das 

durch die von der beschwerdeführenden Person als verletzt bezeichneten 

Normen geschützt wird, wenn eine besondere Beziehungsnähe in räumli-

cher Hinsicht vorliegt. Demnach können Nachbarn verlangen, dass ein 

Bauvorhaben im Lichte all jener Rechtssätze überprüft werde, die sich 

rechtlich oder tatsächlich in dem Sinne auf ihre Stellung auswirken, als 

dass ihnen im Fall ihres Obsiegens ein praktischer Nutzen entsteht (vgl. 

- 19 -

Urteil des Bundesgerichts 1C_236/2010 vom 16. Juli 2010 E.1.4 mit weite-

ren Hinweisen). Der konkrete praktische Nutzen des Nachbarn besteht 

darin, dass das Bauvorhaben nicht oder zumindest nicht wie geplant ver-

wirklicht werden kann, wenn er mit seiner Rüge durchdringt (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 1C_37/2011 vom 14. April 2011 E.2.3.3 mit weiteren Hin-

weisen). Rechtsmissbrauch läge dagegen insbesondere dann vor, wenn 

die Einsprache zweckwidrig zur Verwirklichung von Interessen verwendet 

würde, die dieses Rechtsinstitut nicht schützen will (vgl. HÄFELIN/MÜL-

LER/UHLMANN, a.a.O., Rz. 723 mit weiteren Hinweisen). 

7.3. Vorliegend sind die Beschwerdegegner Eigentümer der Parzelle 847 (vgl. 

Bf-act. 5), welche unmittelbar an die Parzelle 846 der Beschwerdeführer 

angrenzt (vgl. Bf-act. 6). Angesichts dieser dargelegten räumlichen Nähe 

ist die besondere Betroffenheit der Beschwerdegegner zu bejahen, weil sie 

in tatsächlicher Hinsicht stärker vom erstellten, überdachten und mit zwei 

Seitenwänden versehenen Sitzplatz berührt sind als die Allgemeinheit. So-

dann haben die im Rahmen des Einspracheverfahrens von den Beschwer-

degegnern erhobenen Rügen (vgl. Bf-act. 19) zur Verweigerung der Bau-

bewilligung für die Seitenwände der Sitzplatzüberdachung der Beschwer-

deführer geführt (vgl. Bf-act. 3), weshalb der konkrete praktische Nutzen 

der Beschwerdegegner und damit ihr schutzwürdiges Interesse zu bejahen 

ist. Wie die Beschwerdegegner zutreffend ausführen, spricht schliesslich 

die Tatsache, dass die besagten Seitenwände formell sowie materiell bau-

rechtswidrig sind, klar gegen die Behauptung der Beschwerdeführer, wo-

nach die Beschwerdegegner ihre Einsprache rechtsmissbräuchlich erho-

ben hätten. 

Damit erweisen sich die Einwände der Beschwerdeführer, die Beschwer-

degegner hätten kein schutzwürdiges Interesse an der Beseitigung der Sei-

tenwände und ihre Einsprache sei rechtsmissbräuchlich erfolgt, als nicht 

stichhaltig. 

- 20 -

8.1. Gemäss Art. 96 Abs. 1 Satz 1 KRG erheben die Gemeinden für ihren Auf-

wand im Baubewilligungsverfahren und in weiteren baupolizeilichen Ver-

fahren Gebühren. Auslagen für Leistungen Dritter wie Fachgutachten, Be-

ratungen sowie Grundbuchkosten sind der Gemeinde zusätzlich zu ver-

güten (Art. 96 Abs. 1 Satz 2 KRG). Kostenpflichtig ist, wer den Aufwand 

durch Gesuche aller Art oder durch sein Verhalten verursacht hat (Art. 96 

Abs. 2 Satz 1 KRG). Die sich aus der Behandlung von Einsprachen erge-

benden Kosten sind den Einsprechenden zu überbinden, wenn die Ein-

sprache abgewiesen oder darauf nicht eingetreten wird, wobei in diesem 

Fall die Einsprechenden auch zur Leistung einer angemessenen ausser-

amtlichen Entschädigung an die Gesuchstellenden verpflichtet werden 

können (Art. 96 Abs. 2 Satz 2 und 3 KRG). Die Gemeinden regeln die Be-

messung und Erhebung der Gebühren in einer Gebührenverordnung (Art. 

96 Abs. 3 KRG). Im Urteil R 17 55 vom 10. April 2018 hat das Verwaltungs-

gericht des Kantons Graubünden entschieden, dass die Bestimmung von 

Art. 96 KRG auch im Hinblick auf den im Juni 2017 ergangenen BGE 143 

II 467 anwendbar bleibt, sofern die verlangte Amtsgebühr angemessen ist 

und nicht prohibitiv wirkt (vgl. Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons 

Graubünden R 17 55 vom 10. April 2018 E.9b).

8.2. Vorliegend hat die Beschwerdegegnerin den Beschwerdeführern im ange-

fochtenen Bau- und Einspracheentscheid vom 8. Mai 2018, mit welchem 

die Einsprache der Beschwerdegegner vollumfänglich gutgeheissen 

wurde, die Kosten des Verfahrens von Fr. 1'500.-- (Fr. 200.-- Behandlungs-

gebühr und Fr. 1'300.-- externe Rechtsberatungskosten) auferlegt (vgl. Bf-

act. 3 S. 9). Das angerufene Gericht hat mit dem vorliegenden Urteil ent-

schieden, dass die Beschwerdegegnerin die Einsprache der Beschwerde-

gegner zu Recht gutgeheissen hat. Folglich durfte sie den Beschwerdefüh-

rern, so Art. 96 Abs. 2 Satz 2 KRG e contrario, die sich aus der Behandlung 

der Einsprache der Beschwerdegegner ergebenden Kosten auferlegen. 

- 21 -

Schliesslich bringen die Beschwerdeführer nichts vor, was die ihnen aufer-

legten Verfahrenskosten von Fr. 1'500.-- als unangemessen erscheinen 

liesse.

Nach dem Gesagten ist der Entscheid der Beschwerdegegnerin, den Be-

schwerdeführern die Verfahrenskosten von Fr. 1'500.-- zu überbinden, 

nicht zu beanstanden.

9. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass sich der angefochtene 

Bau- und Einspracheentscheid vom 8. Mai 2018, mitgeteilt am 18. Mai 

2018, als rechtmässig erweist, weshalb er vollumfänglich zu bestätigen und 

die dagegen erhobene Beschwerde vom 18. Juni 2018 abzuweisen ist. 

10. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten gestützt auf 

Art. 73 Abs. 1 VRG unter solidarischer Haftung den unterliegenden Be-

schwerdeführern aufzuerlegen. Ausserdem haben die Beschwerdeführer 

den obsiegenden Beschwerdegegnern die durch den Rechtsstreit verur-

sachten notwendigen Kosten zu ersetzen (Art. 78 Abs. 1 VRG). Da der 

Rechtsvertreter der Beschwerdegegner trotz entsprechender Aufforderung  

keine  Honorarnote einreichte, legt das Gericht die zuzusprechende Partei-

entschädigung gestützt auf Art. 2 Abs. 1 der Verordnung über die Bemes-

sung des Honorars für Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte (Honorar-

verordnung, HV; BR 310.250) nach Ermessen fest. Das Gericht erachtet 

vorliegend eine von den Beschwerdeführern unter solidarischer Haftung zu 

leistende Parteientschädigung von pauschal Fr. 750.-- (inkl. MWST) als an-

gemessen. Bund, Kanton und Gemeinden wird gemäss Art. 78 Abs. 2 VRG 

in der Regel keine Parteientschädigung zugesprochen, wenn sie in ihrem 

amtlichen Wirkungskreis obsiegen. Davon abzuweichen besteht vorliegend 

kein Anlass, weshalb der Beschwerdegegnerin keine aussergerichtliche 

Entschädigung zuzusprechen ist.

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Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 2'000.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 485.--

zusammen Fr. 2‘485.--

gehen unter solidarischer Haftbarkeit zulasten von A._____ und B._____ 

und sind innert 30 Tagen seit Zustellung dieses Entscheides an die Finanz-

verwaltung des Kantons Graubünden, Chur, zu bezahlen.

3. A._____ und B._____ haben C._____ und D._____ pauschal mit Fr. 750.-

- (inkl. MWST) zu entschädigen, in solidarischer Haftbarkeit. 

4. [Rechtsmittelbelehrung]

5. [Mitteilungen]