# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4df65a2f-cd78-514e-96ca-5e288fa2d113
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-10-06
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 06.10.2020 SB190142
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB190142_2020-10-06.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer    
 

 

(Geschäfts-Nr.: SB190142-O/U/as 
 

Mitwirkend: die Oberrichter Dr. Bussmann, Präsident, Oberrichter lic. iur. Stiefel 

und Ersatzoberrichterin lic. iur. Tschudi sowie der Gerichtsschreiber 

MLaw Orlando 

 

Urteil vom 6. Oktober 2020 

 

in Sachen 

 

A._____, 
Beschuldigter und Berufungskläger 

 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Dr. iur. X1._____, 

substituiert durch Rechtsanwalt lic. iur. X2._____ 

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat,  
Anklägerin und Berufungsbeklagte 

 

betreffend qualifizierte Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz 
etc.   
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 9. Abteilung, vom 
18. Dezember 2018 (DG180040) 
 

 

-   2   - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 14. Februar 2018 

(Ordner 73 Urk. 300001 S. 1 ff.) ist diesem Urteil beigeheftet. 

Urteil der Vorinstanz: 
(Urk. 195 S. 242 ff.) 

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig  

-  der qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im 
Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. a, b, c und d in Verbindung mit Art. 19 
Abs. 2 lit. b und c BetmG, 

- der qualifizierten Geldwäscherei im Sinne von Art. 305 bis Ziff. 1 in Ver-
bindung mit Ziff. 2 lit. c und teilweise lit. b StGB, 

- des mehrfachen Pfändungsbetrugs im Sinne von Art. 163 Ziff. 1 StGB, 
- des mehrfachen Fahrens ohne Berechtigung im Sinne von Art. 95 

Abs. 1 lit. b SVG und 
- der falschen Anschuldigung im Sinne von Art. 303 Ziff. 2 StGB. 

2. Vom Vorwurf der qualifizierten Geldwäscherei im Sinne von Art. 305 bis Ziff. 1 

in Verbindung mit Ziff. 2 lit. c StGB gemäss Anklageziffer 1.2.1.3. wird der 

Beschuldigte freigesprochen. 

3. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Freiheitsstrafe von 11 Jahren und 

einer Geldstrafe von 360 Tagessätzen zu CHF 30, letztere als teilweise Zu-

satzstrafe zur Geldstrafe von 100 Tagessätzen gemäss Strafbefehl der 

Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 7. Oktober 2013, unter An-

rechnung von 631 Tagen Untersuchungshaft. 

Es wird vorgemerkt, dass sich der Beschuldigte seit 19. Januar 2018 im 

vorzeitigen Strafvollzug befindet. 

4. Die Freiheitsstrafe wird vollzogen. Die Geldstrafe wird aufgeschoben unter 

Ansetzung einer Probezeit von vier Jahren. 

5. Die B._____ Schweiz AG wird aus dem Rubrum entfernt.  

-   3   - 

6. Auf die Zivilklagen der Privatkläger 1 bis 3 wird nicht eingetreten. 

7. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 25. Mai 2016 

beschlagnahmten Bargeldbeträge von CHF 43'500 und € 860 werden einge-

zogen. 

8. Die sichergestellten Betäubungsmittel und Betäubungsutensilien [recte: Be-

täubungsmittelutensilien] (Sicherstellungsliste vom 2. Mai 2016, BM-

Lagernummer S01062-2016 und Sicherstellungsliste vom 29. April 2016, 

BM-Lagernummer S01061-2016) werden eingezogen und nach Eintritt der 

Rechtskraft der Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen. 

9. Die Pistole Glock 17 (Asservat A009'254'506) samt Munition (Asservate 

A009'255'203 und A009'254'539), wird nach Eintritt der Rechtskraft der 

Stadtpolizei Zürich zur Vernichtung überlassen. 

10. Folgende mit Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 19. Januar 2018 be-

schlagnahmte Gegenstände werden eingezogen und der Kasse des Be-

zirksgerichts Zürich nach Eintritt der Rechtskraft zur Vernichtung überlassen: 

− Schlüssel, Kaba 20, AP530092 (C._____-strasse D._____), 
− 2 Abrechnungen von der E._____ (in Plastik: A009255134), 
− Schlüssel, KABA 20, Nr. … M3 (C._____-strasse D._____), 
− 2 Fächermappen, enthaltend div. Dokumente (in Plastik: A009255145), 
− Vakuumiermaschine mit div. Beuteln, 
− Natel "Nokia", weiss, Modell 515.2, 
− SIM-Karte "F._____", 
− Diverse Unterlagen (in Plastik: A009255189), 
− Natel "Nokia" Mod. 106.1, schwarz, 
− SIM-Karte "G._____", 
− iPad mini 1st Generation, schwarz, 
− Natel "Blackberry", 9720, Rufnummer Nr. 1, 
− SIM-Karte "H._____", 
− Natel "Nokia" schwarz, Typ RM-962, ohne SIM-Karte, 
− Natel "Nokia" Model: 100 / Typ: RH-130, ohne SIM-Karte, 

-   4   - 

− Natel "Nokia" Model: C5002 / Typ: RM-745, ohne SIM-Karte, 
− Natel "Nokia" Model: CS-00, ohne SIM-Karte, 
− Natel "Nokia" schwarz, Modell: 6303C, ohne SIM-Karte, 
− Diverse Notizen, Dokumente und Visitenkarten der Firma E._____ (in 

Plastik: A009254642), 
− Diverse Notizen, Kostenaufstellungen (in Plastik: A009254664), 
− Natel "Nokia", rot, Modell: 2610, 
− SIM-Karte "I._____", 
− Natel "Nokia", schwarz, Modell: 106, 
− SIM-Karte "I._____", 
− Natel "Nokia" schwarz, Modell: 106, 
− SIM-Karte "I._____", 
− Natel "Nokia" schwarz, Modell: 106, 
− SIM-Karte "I._____", 
− Natel "Nokia", schwarz TK Linie A-8, 
− SIM-Karte "I._____", 
− Natel "Huawei", TK-Linie A-9, 
− SIM-Karte "unbekannt", 
− Diverse Notizen, Kostenaufstellungen, Zahlungsbelege (in Plastik: 

A009254857), 
− Natel "Huawei", TK-Linie A-10, 
− Störsender "Jammer", 
− Natel "Nokia", schwarz, Model: 106, 
− SIM-Karte "I._____", 
− Div. Abrechnungsaufzeichnungen und Ausdrucke von Marihuana-

Anlagen etc. (in Plastik: A009254971), 
− Miles&More Karten der Swiss, 
− Festplatte Lacie FC, inkl. div. Zubehör, 
− Festplatte "Western Digital" WD 3200 AVBS, 
− Harddisk Drive "Samsung", Model HM251IX, in Latexhülle, 
− Festplatte "Trekstor" DataStation microdisk. 

11. Folgende mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 

19. Januar 2018 beschlagnahmten und bei der Kasse des Bezirksgerichts 

Zürich lagernden Gegenstände werden dem Beschuldigten auf erstes 

-   5   - 

Verlangen herausgegeben. Bei Nichtabholung innert drei Monaten nach 

Eintritt der Rechtskraft werden diese durch die Lagerbehörde vernichtet: 

- Computer "Apple" iMac inkl. Tastatur und Maus, 
- Computer "Apple" iMac inkl. Tastatur und Maus. 

12. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Kanton Zürich den Betrag von 

CHF 1 Mio. als Ersatzforderung für den unrechtmässig erlangten Vermö-

gensvorteil zu bezahlen. 

13. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

CHF 25'000.00 ; die weiteren Auslagen betragen: 

CHF 50'000.00   Gebühr für das Vorverfahren  

CHF 16'508.25   Auslagen (diverse)  

CHF 67'768.00   Telefonkontrolle 

CHF 3'924.95   Entschädigung Zeuge 

CHF 102'296.95   Entsch. Dolm. (Telefonkontrolle und Rechtsmittelersuchen) 

CHF 78'725.60   Entschädigung amtliche Verteidigung während Untersuchung 

CHF 24'836.45   Entschädigung Rechtsanwalt lic. iur. Y._____ 

CHF 29'982.60   Entschädigung Rechtsanwalt Dr. X1._____ 

CHF 22'284.30   Entschädigung Rechtsanwalt lic. iur. X2._____ 

 Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

14. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausge-

nommen diejenigen der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten 

auferlegt.  

15. Die Kosten der amtlichen Verteidigungen werden auf die Gerichtskasse ge-

nommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 

StPO. 

16. Rechtsanwalt Dr. X1._____ wird für seine Bemühungen und Barauslagen 

als amtlicher Verteidiger des Beschuldigten mit CHF 29'982.60 (inkl. Mehr-

wertsteuer, abzüglich der bereits erhaltenen Akontozahlung von CHF 9'600) 

aus der Gerichtskasse entschädigt. 

-   6   - 

17. Rechtsanwalt lic. iur. X2._____ wird für seine Bemühungen und Barausla-

gen als amtlicher Verteidiger des Beschuldigten mit CHF 22'284.30 (inkl. 

Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse entschädigt.  

18. [Mitteilungen] 

19. [Rechtsmittel] 

Berufungsanträge: 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

(Urk. 234 S. 2-4) 

"1.  In teilweiser Aufhebung von Dispositivziffer 1 sei der Berufungskläger von 

folgenden Vorwürfen freizusprechen: 

1.1. A._____ sei vom Vorwurf der Cannabiseinfuhren mit J._____, 

K._____ und L._____ in den Jahren 2010 bis 2013 (M._____ AG) 

freizusprechen (Anklagepunkt 1.1.1.1); 

1.2. A._____ sei wegen des Vorwurfs der Marihuana- und Haschischein-

fuhren im Jahr 2015 mit N._____ und O._____ (Anklagepunkt 1.1.1.2) 

teilweise freizusprechen; 

1.3. A._____ sei vom Vorwurf der Haschischeinfuhr im Dezember 2015 

mit N._____ (Anklagepuntk 1.1.1.3) freizusprechen; 

1.4. A._____ sei wegen der Marihuanaeinfuhr im Februar 2016 mit 

N._____ (Anklagepunkt 1.1.1.4) freizusprechen; 

1.5. A._____ sei wegen der Marihuanaeinfuhren im Jahr 2016 mit 

N._____ und P._____ (Anklagepunkt 1.1.1.5) teilweise freizuspre-

chen; 

-   7   - 

1.6. A._____ sei vom Vorwurf des Betriebs einer Hanfplantage an der 

C._____-str. … in D._____ in den Jahren 2011 bis 2015 teilweise 

freizusprechen (Anklagepunkt 1.1.2.1); 

1.7. A._____ sei vom Vorwurf des Betriebs von Hanfplantagen in der 

Westschweiz in den Jahren 2011 bis 2013 (Pastis/Reglisse) freizu-

sprechen (Anklagepunkt 1.1.2.2); 

1.8. A._____ sei vom Vorwurf des Betriebs von Hanfplantagen zusammen 

mit Q._____ in Zürich und Umgebung in den Jahren 2012 bis 2015 

teilweise freizusprechen (Anklagepunkt 1.1.2.3); 

1.9. A._____ sei vom Vorwurf der Betäubungsmittelübergabe an R._____ 

freizusprechen (Anklagepunkt 1.1.3.4); 

1.10. A._____ sei von den in Anklagepunkt 1.1.4 (Gesamtmenge) freizu-

sprechen, soweit darin ein eigenständiger Anklagepunkt gesehen 

werden soll. 

1.11. A._____ sei vom Vorwurf der qualifizierten Geldwäscherei freizuspre-

chen (Anklagepunkt 1.2). 

2. In Aufhebung von Dispositivziffern 3 und 4 sei A._____ unter Anrechnung 

der erstandenen Untersuchungshaft bzw. des vorzeitigen Strafvollzugs mit 

einer Freiheitsstrafe von 36 Monaten zu bestrafen. 

3. Dispositivziffer 12 sei vollumfänglich aufzuheben. 

4. In teilweiser Aufhebung von Dispositivziffer 14 seien die Untersuchungskos-

ten und die Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens nach Obsiegen und Un-

terliegen im Berufungsverfahren zu verteilen, sodann sei die Auferlegung 

der Kosten für die Dolmetscher aufzuheben. 

5. Die Kosten des Berufungsverfahrens inkl. Aufwendungen der amtlichen Ver-

teidiger (zzgl. Mehrwertsteuer) seien auf die Staatskasse zu nehmen." 

-   8   - 

b) Des Vertreters der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat:  

(Urk. 236 S. 2) 

Das angefochtene Urteil sei zu bestätigen. 

  

-   9   - 

Erwägungen: 

I. Prozessuales  

1. Verfahrensgang 

1.1. Zum Verfahrensgang inkl. Ermittlungs- und Untersuchungsverfahren, Unter-

suchungshaft, vorzeitiger Strafvollzug, Anklageerhebung etc. bis zum vorinstanz-

lichen Urteil kann zwecks Vermeidung von unnötigen Wiederholungen auf die zu-

treffenden Erwägungen der Vorinstanz im angefochtenen Entscheid verwiesen 

werden (Urk. 195 S. 6 ff.). 

1.2. Mit Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 9. Abteilung, vom 18. Dezember 2018 

wurde der Beschuldigte im Sinne des eingangs wiedergegebenen Urteilsdisposi-

tivs schuldig gesprochen und bestraft. Das Urteil wurde am 18. Dezember 2018 

schriftlich im Dispositiv eröffnet (Urk. 181) und per IncaMail zugestellt 

(Urk. 183/1-4). Gegen dieses Urteil meldete der Beschuldigte gleichentags Beru-

fung an (Urk. 184). Das begründete Urteil (Urk. 190 bzw. Urk. 195) wurde den 

amtlichen Verteidigern am 27. Februar 2019 zugestellt (Urk. 192/2 und 

Urk. 192/3), woraufhin mit Eingabe vom 5. März 2019 fristgerecht die Berufungs-

erklärung beim hiesigen Gericht eingereicht wurde (Urk. 196). 

1.3. Mit Präsidialverfügung vom 21. März 2019 wurde der Anklagebehörde Frist 

angesetzt, um Anschlussberufung zu erheben oder begründet ein Nichteintreten 

auf die Berufung zu beantragen (Urk. 199). Daraufhin teilte die Anklagebehörde 

mit Eingabe vom 3. April 2019 mit, sie verzichte auf die Erhebung einer An-

schlussberufung und beantrage die Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils 

(Urk. 201). Mit Eingabe vom 14. April 2020 liess der Beschuldigte die Beweisan-

träge stellen, es seien die begründeten erst- und zweitinstanzlichen Urteile der 

Mitbeschuldigten N._____, R._____, S._____ und L._____, die Honorarnoten der 

Verteidiger der vorgenannten Mitbeschuldigten beizuziehen sowie diese Mitbe-

schuldigten und deren Verteidiger zu befragen. Mit Präsidialverfügung vom 21. 

April 2020 wurde der Staatsanwaltschaft Frist zur freigestellten Vernehmlassung 

angesetzt (Urk. 207). Die Staatsanwaltschaft verzichtete auf Vernehmlassung 

-   10   - 

(Urk. 208). In der Folge stellte die Verteidigung mit Eingabe vom 28. April 2020 

ein Haftentlassungsgesuch (Urk. 210). Mit Präsidialverfügung vom 29. April 2020 

wurden die Beweisanträge einstweilen abgewiesen. Im Weiteren wurde der 

Staatsanwaltschaft mit Präsidialverfügung vom gleichen Tag Frist zur Stellung-

nahme zum Haftentlassungsgesuch angesetzt (Urk. 213), worauf die Staatsan-

waltschaft innert Frist ihre Vernehmlassung einreichte (Urk. 215). Diese wurde mit 

Präsidialverfügung vom 6. Mai 2020 der Verteidigung zu freigestellten Vernehm-

lassung zugestellt (Urk. 219). Die Verteidigung verzichtete auf eine weitere Stel-

lungnahme (Urk. 221). Mit Präsidialverfügung vom 8. Mai 2020 wurde das Haft-

entlassungsgesuch abgewiesen (Urk. 222). Gegen diesen Entscheid liess der Be-

schuldigte Beschwerde in Strafsachen erheben (Urk. 224), welche mit Urteil des 

Bundesgerichts vom 17. Juni 2020 abgewiesen wurde (Urk. 229). Die Berufungs-

verhandlung wurde am 6. Oktober 2020 durchgeführt, zu welcher der Staatsan-

walt lic. iur. Z.____ sowie der Beschuldigte in Begleitung seiner amtlichen Vertei-

diger, Dr. iur. X1._____ und lic. iur. X2._____, erschienen (Prot. II. S. 9). Das Ver-

fahren erweist sich als spruchreif. 

2. Umfang der Berufung 

Gemäss Art. 402 StPO hat die Berufung im Umfang der Anfechtung auf-

schiebende Wirkung und wird die Rechtskraft des angefochtenen Urteils dement-

sprechend gehemmt. Das Berufungsgericht überprüft somit das erstinstanzliche 

Urteil nur in den angefochtenen Punkten (Art. 404 Abs. 1 StPO). Auch wenn das 

Berufungsgericht nur die angefochtenen Punkte neu beurteilt, fällt es am Ende ein 

insgesamt neues Urteil (Art. 408 StPO), worin es jedoch anzugeben hat, welche 

Punkte bereits früher in Rechtskraft erwachsen sind (BGE 141 IV 244 E. 1.3.3; 

Urteil des Bundesgerichtes 6B_533/2016 vom 29. November 2016 E. 4.2 mit 

Hinweisen). 

In ihrer Berufungserklärung vom 5. März 2019 (Urk. 196) beantragt die amtliche 

Verteidigung mit Bezug auf die Dispositivziffer 1 einen teilweisen Freispruch. 

Nicht angefochten ist mit Bezug auf die Widerhandlungen gegen das Betäu-

bungsmittelgesetz die Anklageziffer 1.1.3 mit Ausnahme von Anklageziffer 1.1.3.4 

(Übergabe einer unbekannten Menge Haschisch an R._____). Akzeptiert werden 

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die Schuldsprüche hinsichtlich des mehrfachen Pfändungsbetrugs im Sinne von 

Art. 163 Ziff. 1 StGB, des mehrfachen Fahrens ohne Berechtigung im Sinne von 

Art. 95 Abs. 1 lit. b SVG und der falschen Anschuldigung im Sinne von Art. 303 

Ziff. 2 StGB. Nicht angefochten sind im Weiteren die Dispositivziffern 2 (Frei-

spruch hinsichtlich der qualifizierten Geldwäscherei im Sinne von Art. 305 bis Ziff. 1 

in Verbindung mit Ziff. 2 lit. c StGB gemäss Anklageziffer 1.2.1.3.), 5 (Entfernung 

der B._____ Schweiz AG aus dem Rubrum), 6 (Nichteintreten auf die Zivilklagen), 

7 (Einziehung Bargeldbeträge), 8 (Einziehung Betäubungsmittel und Betäu-

bungsmittelutensilien), 9 (Einziehung der Pistole samt Munition), 10 (diverse Ein-

ziehungen, Natels etc.), 11 (Herausgabe der Computer "Apple" iMac), 13 (Kosten-

festsetzung) sowie 15-17 (amtliche Verteidigung).  

Es ist daher festzustellen, dass das Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 9. Abtei-

lung, vom 18. Dezember 2018 teilweise hinsichtlich der Dispositivziffer 1 (Schul-

spruch mit Bezug auf die Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz 

gemäss Anklageziffer 1.1.3 mit Ausnahme von Anklageziffer 1.1.3.4, den mehrfa-

chen Pfändungsbetrug im Sinne von Art. 163 Ziff. 1 StGB, das mehrfache Fahren 

ohne Berechtigung im Sinne von Art. 95 Abs. 1 lit. b SVG und die falsche An-

schuldigung im Sinne von Art. 303 Ziff. 2 StGB) sowie hinsichtlich der Dispositiv-

ziffern 2 (Freispruch hinsichtlich der qualifizierten Geldwäscherei im Sinne von 

Art. 305 bis Ziff. 1 in Verbindung mit Ziff. 2 lit. c StGB gemäss Anklageziffer 

1.2.1.3.), 5 (Entfernung der B._____ Schweiz AG aus dem Rubrum), 6 (Nichtein-

treten auf die Zivilklagen), 7-10 (Einziehungen), 11 (Herausgabe der Computer 

"Apple" iMac), 13 (Kostenfestsetzung) sowie 15-17 (amtliche Verteidigung) in 

Rechtskraft erwachsen ist. 

3.  Beweisanträge 

Anlässlich der Berufungsverhandlung stellte die amtliche Verteidigung erneut die 

Beweisanträge, es seien die Honorarnoten der Verteidiger der Mitbeschuldigten 

N._____, R._____, S._____ und L._____ beizuziehen sowie diese Mitbeschuldig-

ten und deren Verteidiger zu befragen (Urk. 234 S. 2). 

Die Verteidigung macht geltend, dass es zu geheimen und nicht protokollierten 

Gesprächen zwischen den Mitbeschuldigten bzw. deren Anwälten und der 

-   12   - 

Staatsanwaltschaft gekommen sei, wobei sich ein Indiz für "Hinterzimmerabspra-

chen" in den Aussagen von S._____ finden liessen (Urk. 206 S. 11 f.). Dies hat 

sie schon vor Vorinstanz vorgebracht (Urk. 179 S. 5 ff. und S. 14 f.). Dieser Ein-

wand kann gestützt auf die Akten beurteilt werden, weitere Einvernahmen bzw. 

der Beizug von Honorarnoten sind nicht notwendig. Zu erwähnen ist hierzu zu-

dem, dass sich wohl kaum in Honorarnoten Vermerke zu "geheimen und nicht 

protokollierten Gesprächen" finden lassen würden. Zur Verwertbarkeit der Aussa-

gen von S._____ hat die Vorinstanz zudem ausführliche Erwägungen gemacht 

(Urk. 195 S. 22 ff.). Diese sind dahingehend zu ergänzen, dass durch die Staats-

anwaltschaft protokolliert wurde, dass und mit welchem Inhalt Gespräche geführt 

wurden und der Beschuldigte S._____ sowie dessen Verteidiger hierzu Stellung 

nehmen konnten (vgl. Konfrontationseinvernahme vom 20. Juli 2017, Ordner 31 

Urk. 042843 ff. S. 14 f.). Auf Nachfrage bestätigte S._____ im Übrigen ausdrück-

lich, dass er weder vom Staatsanwalt noch von anderen Personen unter Druck 

gesetzt worden sei, um Aussagen zu machen (Ordner 31 Urk. 042843 ff. S. 14). 

Der Beschuldigte S._____ hat sich zudem schon im Rahmen der relevanten Ein-

vernahme vom 22. März 2017 ausführlich mit seinem Verteidiger beraten (vgl. 

Ordner 38 Urk. 060383 S. 2 ff.), er hatte somit Gelegenheit, sich zu seinem Aus-

sageverhalten Gedanken zu machen. Aus diesen Umständen erhellt einerseits, 

dass durch die Staatsanwaltschaft keinerlei Druck ausgeübt wurde und anderer-

seits, dass die Akten vollständig sind und keiner weiteren Erhebungen bedürfen. 

Interessanterweise wurde in der erwähnten Konfrontationseinvernahme vom 20. 

Juli 2017 durch die (damalige) Verteidigung des Beschuldigten in keiner Art und 

Weise vorgebracht, dass das staatsanwaltschaftliche Vorgehen nicht korrekt ge-

wesen sei und es wurden auch keine Ergänzungsfragen an E._____ gestellt 

(Ordner 31 Urk. 042843 ff. S. 14). Dies hätte sich zweifelsfrei aufgedrängt, wenn 

der Verdacht einer Einflussnahme bestanden hätte.  

 

 

-   13   - 

II. Schuldpunkt  

1. Vorbemerkungen zur Sachverhaltserstellung und Beweiswürdigung  

1.1. Vorliegend handelt es sich um einen äusserst umfangreichen Straffall 

(Hauptdossier sowie Thek 1 plus 73 Bundesordner sowie 11 Kisten Beizugsakten; 

das vorinstanzliche Urteil umfasst 247 Seiten). Es ist daher vorab darauf hinzu-

weisen, dass im vorliegenden zweitinstanzlichen Urteil konsequent auf Wiederho-

lungen zu verzichten ist, um den Umfang des Entscheides in Grenzen zu halten 

und die Lesbarkeit zu erhöhen. Mit Bezug auf die tatsächliche und rechtliche 

Würdigung ist ergänzend an den entsprechenden Stellen auf die vorinstanzlichen 

Erwägungen zu verweisen (vgl. Art. 82 Abs. 4 StPO). Zudem ist festzuhalten, 

dass sich die urteilende Instanz nicht mit allen Parteistandpunkten einlässlich 

auseinandersetzen und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegen muss. 

Vielmehr wird dem Gericht zugestanden, sich auf die seiner Auffassung nach we-

sentlichen und massgeblichen Vorbringen der Parteien zu beschränken (vgl. dazu 

Urteil des Bundesgerichtes 1P.378/2002 vom 9. September 2002, E. 5.1; 

6B_600/2012 vom 26.2.2013, E. 3.2; BGE 136 I 229, E. 5.2; BGE 133 I 277, 

E. 3.1; BGE 129 I 232, E. 3.2; BGE 126 I 97, E. 2b mit Hinweisen). Folgerichtig 

wird sich auch die Berufungsinstanz nur mit denjenigen Einwänden des Beschul-

digten auseinanderzusetzen zu haben, welche die relevanten Anklagesachverhal-

te betreffen und für die rechtliche Beurteilung wesentlich sind.  

1.2. Mit den Grundsätzen der Beweiswürdigung und der Würdigung von Aussa-

gen sowie der Glaubwürdigkeit der einvernommenen Personen und der Glaubhaf-

tigkeit ihrer Aussagen hat sich die Vorinstanz ausführlich und korrekt befasst, so-

dass darauf vollumfänglich verwiesen werden kann (Urk. 195 S. 26 ff.; Art. 82 

Abs. 4 StPO). Auch die Beweismittel sind vollständig genannt und an den ent-

sprechenden Stellen zutreffend ausgeführt, welche Beweismittel verwertbar sind 

und welche nicht. Die Aussagen des Beschuldigten und der weiteren Beteiligten 

sowie die übrigen Beweismittel wurden im vorinstanzlichen Urteil in Bezug auf die 

sachlich relevanten Inhalte bei den jeweiligen Anklagevorwürfen umfassend und 

ausführlich wiedergegeben, weshalb auch darauf vollumfänglich zu verweisen ist 

-   14   - 

(Art. 82 Abs. 4 StPO). Auf die konkreten Aussagen bzw. Beweismittel ist nachfol-

gend daher nur noch ergänzend bzw. konkretisierend einzugehen.  

1.3. Zur Beweiswürdigung ist festzuhalten, dass auch unter dem Gesichtspunkt 

des Grundsatzes "in dubio pro reo" eine absolute Gewissheit nicht verlangt wer-

den kann. Vielmehr müssen erhebliche und nicht zu unterdrückende Zweifel an 

der Schuld des Beschuldigten bestehen, die sich nach der objektiven Sachlage 

aufdrängen. Dabei ist es Aufgabe des Richters, seinem Gewissen verpflichtet in 

objektiver Würdigung des gesamten Beweisergebnisses zu prüfen, ob er von ei-

nem bestimmten Sachverhalt überzeugt ist und an sich mögliche Zweifel an des-

sen Richtigkeit zu überwinden vermag (Art. 10 StPO; BGE 124 IV 86 E. 2a). Es 

liegt in der Natur der Sache, dass mit menschlichen Erkenntnismitteln keine abso-

lute Sicherheit in der Beweisführung erreicht werden kann; daher muss es genü-

gen, dass das Beweisergebnis über jeden vernünftigen Zweifel erhaben ist. Lässt 

sich ein Sachverhalt nicht mit letzter Gewissheit feststellen, was schon im Wesen 

menschlichen Erkenntnisvermögens liegt, so hindert dies den Richter nicht, will-

kürfrei subjektiv mit Gewissheit davon überzeugt zu sein (vgl. Entscheid des Bun-

desgerichtes 6B_172/2009 vom 29. Oktober 2009 E. 1.6. am Ende unter Hinweis 

auf BGE 127 I 54 E. 2b).  

  

-   15   - 

2. Sachverhalt  

2.1. Ziff. 1.1.1. Banden- und gewerbsmässige Marihuana- und Haschisch-

einfuhren aus dem Ausland (Anklageschrift S. 2 f.) 

2.1.1.  Ziff. 1.1.1.1. Cannabiseinfuhren mit J._____ und K._____ sowie L._____ in 

den Jahren 2010 bis 2013 (M._____ AG); Anklageschrift S. 4 ff.) 

Gemäss Anklageschrift wird dem Beschuldigten zusammengefasst vorgeworfen, 

zusammen mit J._____ und K._____ sowie L._____ im Zeitraum von mindestens 

Januar 2010 bis 15. September 2013 an der Einfuhr von insgesamt mindestens 

1'913 Kilogramm Cannabis (Marihuana und Haschisch) beteiligt gewesen zu sein, 

wobei grundsätzlich der Beschuldigte für den Einkauf bzw. die Organisation des 

Marihuanas und Haschischs, den Kontakt zu den Lieferanten etc., die Finanzie-

rung bzw. die Organisation des für den Kauf des Cannabis benötigten Bargeldes 

zuständig gewesen sei. Das Marihuana und Haschisch sei in der Regel durch den 

Beschuldigten an verschiedenen nicht näher bekannten Örtlichkeiten, unter ande-

rem im Raum Zürich, verkauft worden, wobei bei einem Verkaufspreis von rund 

Fr. 5'000.– pro Kilogramm ein Umsatz von mindestens Fr. 9'565'000.– (1'913 x Fr. 

5'000.–) und damit ein grosser Gewinn von weit mehr als Fr. 10'000.– erzielt wor-

den sei. In der Anklageschrift werden in der Folge unter lit. a) und b) die verschie-

denen Zeiträume, Mengen sowie Einfuhren wiedergegeben.  

Bei der Sachverhaltserstellung hat die Vorinstanz die wesentlichen Beweismittel, 

insbesondere die Aussagen der beteiligten Personen, korrekt zusammengefasst 

und gewürdigt, worauf vollumfänglich verwiesen werden kann (Urk. 195 S. 34 ff; 

Art. 82 Abs. 4 StPO).  

Die Einwendungen der Verteidigung zielen zunächst auf das Anklageprinzip, wel-

ches verletzt worden sei. Weiter macht die Verteidigung geltend, dass keine ver-

wertbaren Beweismittel vorliegen, die eine Involvierung des Beschuldigten in die 

angeklagten Vorgänge nachweisen würden. So seien zwar J._____ und K._____ 

wegen des Anklagevorwurfs rechtskräftig verurteilt worden, indes seien sie nie in 

verwertbarer Art und Weise mit Bezug auf eine Beteiligung des Beschuldigten be-

-   16   - 

fragt worden. Diese hätten ihn auch nie belastet. Die Belastung des Beschuldig-

ten durch L._____ sei nicht verwertbar. Dieser habe sein "Geständnis" gemacht, 

da er gemerkt habe, dass dies sein Ticket aus der Haft sein werde. Seine Aussa-

gen seien zudem blosse Schätzungen und Mutmassungen. An den Aussagen von 

L._____ würden daher grosse Zweifel bestehen, da er ein grosses Interesse da-

ran gehabt habe, sich selbst zu entlasten und der Staatsanwaltschaft das zu lie-

fern, was sie sich so sehr wünschte, nämlich eine einzige verwertbare Belastung 

des Beschuldigten. L._____ sei es in der Folge völlig egal gewesen, was er sagen 

sollte, er habe einfach auf seine bisherigen Aussagen verwiesen. Das schriftliche 

Geständnis habe L._____ erst verfasst, nachdem er anlässlich der delegierten 

Einvernahme durch die Polizei erfahren habe, worin die Anklagehypothese beste-

he. Er habe den entsprechenden Polizeirapport erhalten. L._____ habe einfach 

die polizeiliche These abgeschrieben. Eine freie Schilderung des Sachverhalts 

habe anlässlich der Konfrontationseinvernahme mit dem Beschuldigten nicht 

stattgefunden. Die früheren Aussagen und das schriftliche Geständnis von 

L._____ seien unverwertbar. Entsprechend sei es auch unzulässig, wenn die 

Staatsanwaltschaft in der Konfrontationseinvernahme L._____ lediglich diese 

Aussagen nochmals vorhalte und dieser dann nochmals bestätige, was er früher 

gesagt habe. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung liege eine unzulässi-

ge Verwertung im Sinne von Art. 147 Abs. 4 StPO vor, wenn unverwertbare be-

lastende Aussagen der befragten Person in einer späteren Konfrontationseinver-

nahme wörtlich vorgehalten würden (Urk. 179 S. 6 ff.; Urk. 234 S. 18 ff.). 

Zum Anklageprinzip ist Folgendes auszuführen: Das Gericht ist gemäss Art. 9 

StPO an den in der Anklageschrift umschriebenen Sachverhalt gebunden. Die 

Anklage hat die der beschuldigten Person zur Last gelegten Delikte in ihrem 

Sachverhalt so präzise zu umschreiben, dass die Vorwürfe in objektiver und sub-

jektiver Hinsicht genügend konkretisiert sind. Die vorgeworfene Tat muss zu-

reichend umschrieben sein, damit die beschuldigte Person genau weiss, welcher 

konkreten Handlung sie beschuldigt und wie ihr Verhalten rechtlich qualifiziert 

wird, damit sie sich in ihrer Verteidigung richtig vorbereiten kann (Urteil des Bun-

desgerichts 6B_1151/2015 vom 21. Dezember 2016, E.2.2. m.w.H.). Die Anklage 

fixiert den Gegenstand und den Umfang des Urteils. Nur Sachverhalte, die dem 

-   17   - 

Beschuldigten in der Anklageschrift vorgeworfen werden, können Gegenstand 

des gerichtlichen Verfahrens sein. Folglich darf das Gericht keine Lebensvorgän-

ge ausserhalb der Anklage beachten (BSK StPO-Niggli/Heimgartner, Art. 9 N 36 

und 39). 

Den Einwendungen der Verteidigung kann nicht gefolgt werden. So ist die dem 

Beschuldigten vorgeworfene Tathandlung, zusammen mit namentlich genannten 

Mittätern Cannabiseinfuhren aus Holland und aus Spanien in die Schweiz getätigt 

zu haben und dabei grundsätzlich für den Einkauf bzw. die Organisation des Ma-

rihuanas und Haschischs, den Kontakt zu den Lieferanten etc., die Finanzierung 

bzw. die Organisation des für den Kauf des Cannabis benötigten Bargeldes zu-

ständig gewesen zu sein, genügend klar und genau umschrieben. Dem Beschul-

digten wird dabei die Einfuhr von Cannabis vorgeworfen, wobei die Herkunftslän-

der sowie seine Aufgaben beschrieben werden. Die Anklage hält hierzu fest, dass 

der Beschuldigte dabei teilweise das für den Kauf benötigte Bargeld den genann-

ten Mittätern selbst übergeben habe und schliesslich für den Verkauf des so im-

portierten Cannabis in der Schweiz zuständig gewesen sei. Hieraus erhellt, dass 

ihm die Übergabe von Bargeld für den Kauf, mithin der Erwerb der Betäubungs-

mittel bzw. die Organisation desselbigen, vorgeworfen wird, ebenso wie der Ver-

kauf des Cannabis in der Schweiz. Auch wie der Transport der Cannabislieferun-

gen erfolgt sein soll, wird umschrieben, nämlich "in der Regel mit Reisecars der 

Firma T._____ AG, teilweise jedoch auch mit Personenwagen". Diese Busse so-

wie die Busfahrer werden sogar noch weiter konkretisiert, so seien die Cannabis-

einfuhren unter anderem durch die Reisebusse U._____, deutsches Kontrollschild 

Nr. 2 und V._____, weiss, Kontrollschild Nr. 3, erfolgt, welche unter anderem 

durch W._____ gelenkt worden seien. Die Anklageschrift nennt weiter die Mengen 

der Betäubungsmittel sowie den relevanten Zeitraum: So sei der Beschuldigte von 

mindestens Januar 2010 bis 15. September 2013 an der Einfuhr von insgesamt 

mindestens 1'913 Kilogramm Cannabis (Marihuana und Haschisch) beteiligt ge-

wesen. Bezeichnet ist weiter der Abladeort ("Zweigniederlassung der T._____ AG 

an der AA._____-strasse … in AB._____"), der Verkaufsort ("an verschiedenen 

nicht näher bekannten Örtlichkeiten, unter anderem im Raum Zürich"), der Ver-

kaufspreis ("rund Fr. 5'000.– bis Fr. 7'000.– pro Kilogramm Marihuana und rund 

-   18   - 

Fr. 5'000.– pro Kilogramm Haschisch") sowie der Umsatz ("mindestens 

Fr. 9'565'000.– [1'913 x Fr. 5'000.–]") und der grosse Gewinn ("weit mehr als 

Fr. 10'000.–"). Auch die Lieferanten werden genannt, so habe der Beschuldigte 

das Marihuana in der Regel bei einem nicht näher bekannten Lieferanten 

"AC._____" in Holland und das Haschisch über einen nicht näher bekannten Lie-

feranten namens "AD._____" in Spanien organisiert. Davon, dass dem Beschul-

digten während einer nicht bekannten Zeit vorgeworfen wird, an einem nicht be-

kannten Ort, eine nicht bekannte Menge von nicht genau bekannten Betäu-

bungsmitteln mit nicht genau bekannten Fahrzeugen eingeführt und an nicht be-

kannte Personen verkauft zu haben (so die Verteidigung in Urk. 179 S. 7), kann 

mithin keine Rede sein. Die Anklagebehörde hat nicht darzulegen, was der Be-

schuldigte bei jeder Lieferung "genau gemacht" habe, nämlich wie er konkret die 

Finanzierung erledigt habe, wem genau er das Geld gegeben habe, mit "welchem 

Kontakt er wann und wie und wo in Kontakt getreten sein soll", wann er die Liefe-

rungen bezahlt habe etc., wie dies die Verteidigung geltend macht (Urk. 179 S. 8 

f., Urk. 206 S. 8). Es genügt, wenn der Sacherhalt so umfassend umschrieben ist, 

dass sich der Beschuldigte dagegen zur Wehr setzen kann, was vorliegend der 

Fall ist. Die Verteidigung wendet zudem ein, dass dem Beschuldigten nicht die ei-

genhändige bzw. "körperliche" Einfuhr vorgeworfen werde (Urk. 206 S. 8). Unter 

Art. 19 BetmG fallen indes auch das Befördern bzw. die Einfuhr, wenn der Täter 

keine physische Herrschaft bzw. Gewahrsam an den Betäubungsmitteln hat, er 

muss beim Transport bzw. dem Verbringen der Betäubungsmittel in die Schweiz 

nicht selber mitwirken (FINGERHUTH/SCHLEGEL/JUCKER, Kommentar BetmG, 

3. Auflage, Zürich 2016, Art. 19 N 43 ff.). Die Staatsanwaltschaft hat mithin nicht 

zu beweisen, dass der Beschuldigte "die Einfuhr selbst vorgenommen hat", was 

die Verteidigung fordert (Urk. 206 S. 8). Eine Bezahlung des Kaufpreises ist wei-

ter nicht Tatbestandsmerkmal (vgl. den entsprechenden Einwand der Verteidi-

gung in Urk. 206 S. 8). Dass es sich beim Vorwurf um einen langen Zeitraum, 

nämlich um über 3 Jahre, handelt, ist kein Umstand, welcher dem Anklageprinzip 

nicht genügen würde (so indes die Verteidigung in Urk. 179 S. 7), sondern ist 

Ausfluss der dem Beschuldigten vorgeworfenen Handlungen, welche sich über 

einen langen Zeitraum erstrecken. Diese Zeitdauer wird in der Anklageschrift zu-

-   19   - 

dem unterteilt und mit einzelnen Einfuhren auf einzelne Tage genau konkretisiert. 

So geht aus der Anklageschrift hervor, dass dem Beschuldigten im Zeitraum von 

mindestens Januar 2010 bis Ende Dezember 2012 monatlich mindestens ein 

Transport (mithin insgesamt 36 Transporte) von mindestens je 40 Kilogramm 

Cannabis vorgeworfen wird. Für den Zeitraum von mindestens Februar 2013 bis 

15. September 2013 enthält der Vorwurf mindestens 10 Einfuhren von je 40 bis 

70 kg, insgesamt mindestens 473 Kilogramm Cannabis, wobei diese Einfuhren 

noch mit Daten (u.a. ca. 9. bis 11. Februar 2013, ca. 23./24. März 2013 etc.) und 

weiteren Angaben (u.a. Herkunft, nämlich Niederlanden oder Spanien) genauer 

umschrieben werden. Dem Beschuldigten war mithin klar, was ihm genau vorge-

worfen wird und es war ihm auch möglich, sich dagegen ausreichend zu verteidi-

gen. Wenn der Beschuldigte es vorgezogen hat, zu den Vorhalten keine Stellung 

zu nehmen (u.a. Ordner 28 Urk. 041465 ff., Ordner 29 Urk. 041499 ff. S. 3 ff., 

Ordner 32 Urk. 042922, Urk. 043138 ff. und Urk. 043149 ff. S. 18 und S. 35 ff. 

sowie Urk. 176 S. 5), so war dies sein Recht, hieraus kann aber nicht abgeleitet 

werden, dass er sich zu den Vorwürfen nicht hätte äussern können (vgl. den ent-

sprechenden Einwand der Verteidigung in Urk. 179 S. 8 ff.). Dem Beschuldigten 

wurden sämtliche Vorwürfe detailliert vorgehalten, ebenso sämtliche Beweismittel 

wie u.a. Aussagen der Tatbeteiligten, polizeiliche Telefonabhörprotokolle und Da-

ten über seine Flüge mit der Swiss bzw. er hatte die Gelegenheit, die Beweismit-

tel zu sichten (Ordner 4 Urk. 011037 ff. und Urk. 011265 ff., Ordner 32 Urk. 

042922 ff., Urk. 043138 ff. und Urk. 043149 ff., Beizugsakten Aktion M._____ 

AG). Dass es dem Beschuldigten nicht möglich gewesen sein soll, einen "liquiden 

Alibibeweis" zu erbringen (vgl. die Verteidigung in Urk. 206 S. 5), erweist sich auf 

Grund der Aktenlage als schlichtweg falsch. Weiter sieht die Verteidigung ein 

Problem der möglichen doppelten Strafverfolgung ("ne bis in idem"), da der Vor-

wurf ungenau umschrieben sei (Urk. 206 S. 6). Dem kann nicht gefolgt werden: In 

der Anklageschrift sind wie oben schon erwähnt neben den Zeiträumen bzw. Da-

ten auch die einzelnen Handlungen, die Mittäter, die Art der Einfuhren via die 

T._____ AG, die Transportmittel, die Herkunft der Betäubungsmittel etc. um-

schrieben. Wenn nun neue Vorwürfe wegen der Einfuhr von Cannabis gegen den 

Beschuldigten im Zeitraum ab 2010 erhoben würden - was die Verteidigung als 

-   20   - 

mögliches Szenario geltend macht (Urk. 206 S. 6) -, so wäre hinsichtlich der ge-

nannten Umstände (Mittäter, Art der Einfuhren, Transportmittel, Herkunft) eine 

Abgrenzung ohne Weiteres möglich. Dass es sich bei dieser Anklageziffer um ei-

nen langen Zeitraum sowie eine grosse Menge Betäubungsmittel handelt, rührt 

wie schon erwähnt aus den eigenen Handlungen des Beschuldigten her. 

Die Verteidigung rügt weiter, dass die Staatsanwaltschaft in der Anklageschrift 

nicht angegeben habe, ob es sich um Marihuana oder Haschisch handelte und ob 

dieses Cannabis einen THC-Gehalt von mehr als 1 % aufgewiesen habe 

(Urk. 179 S. 8). Hierzu ist auszuführen, dass das BetmG in Art. 19 BetmG für die 

Strafbarkeit kein bestimmtes Betäubungsmittel vorsieht, unter den Begriff "Betäu-

bungsmittel" fallen vielmehr sämtliche in Art. 2 lit. a BetmG genannten Stoffe und 

Präparate. Wenn dem Beschuldigten in der Anklageschrift die Beteiligung an der 

Einfuhr von "Cannabis (Marihuana und Haschisch)" vorgeworfen wird, so reicht 

diese Angabe zur Subsumtion unter das Betäubungsmittelgesetz aus und ist 

durch die Nennung zweier Substanzen genügend eingeschränkt. Auch erhellt aus 

der Tatsache der Anklageerhebung, dass es sich bei dem in der Anklageschrift 

genannten Cannabis um solches mit einem gesetzesrelevanten THC-Gehalt han-

deln muss. Die Mengen werden in der Anklageschrift hinreichend umschrieben, 

zumal für die Strafbarkeit die in Verkehr gebrachten Mengen grundsätzlich uner-

heblich sind (FINGERHUTH/SCHLEGEL/JUCKER, Kommentar BetmG, 3. Auflage, Zü-

rich 2016, Art. 19 N 10).  

Zu den Aussagen von L._____ ist vorwegzunehmen, dass diese - entgegen den 

Einwendungen der Verteidigung - verwertbar sind (vgl. auch die Erwägungen der 

Vorinstanz in Urk. 195 S. 21 f.). Es fand eine staatsanwaltschaftliche Konfrontati-

onseinvernahme mit dem Beschuldigten statt, anlässlich welcher er seine Rechte 

wahren konnte (Einvernahme vom 4. November 2017; Ordner 32 Urk. 043149 ff.). 

Die Behauptungen der Verteidigung, dass die Aussagen von L._____ deshalb 

nicht verwertbar seien, da sie nur aus dem Grund erfolgt seien, um aus der Haft 

entlassen zu werden bzw. zu einem abgekürzten Verfahren zu gelangen, gehen 

fehl. L._____ ist Jurist (Ordner 40 Urk. 0800001 und Urk. 080310) und kennt da-

her die strafprozessualen Regeln, insbesondere die Haftgründe sowie die Vo-

raussetzungen eines abgekürzten Verfahrens. Zudem war er bei sämtlichen Ein-

-   21   - 

vernahmen durch RA AE._____ verteidigt (u.a. Ordner 40 Urk. 0800001 ff.). Eine 

Drucksituation kann daher von Vornherein nicht bestehen, wenn die Gesetzesbe-

stimmungen befolgt werden, was vorliegend der Fall ist. Konkrete Umstände, aus 

denen das Gegenteil hervorgehen würde, werden von der Verteidigung denn 

auch nicht geltend gemacht. Dass ein Geständnis die Haft beenden bzw. verkür-

zen kann, ist gesetzesimmanent, da in diesem Fall meistens die Kollusionsgefahr 

wegfällt. Ebenso erhellt, dass bei Vorliegen eines Geständnisses die Möglichkeit 

eines abgekürzten Verfahrens besteht. Im vorliegenden Fall ist es selbstredend 

eine Tatsache, dass L._____ ein Geständnis nur in dem Sinne abgeben konnte, 

wenn er auch über seine Mittäter, mithin auch über den Beschuldigten und des-

sen Beteiligung an den Cannabis-Einfuhren, Aussagen machte. Dabei hat er sich 

massiv selbst belastet, denn dass er als Mittäter des Beschuldigten mit Bezug auf 

den entsprechenden Vorgang gilt, war ihm von Anfang an bewusst und wurde ihm 

auch so von Beginn an vorgehalten (u.a. Ordner 40 Urk. 0800003 und Urk. 

080100). Es stimmt somit nicht, dass L._____ ein "grösstes Interesse hatte, sich 

selbst zu entlasten", wie dies die Verteidigung ausführt (Urk. 179 S. 16). Im Ge-

genteil, mit seinem Geständnis hat er in erster Linie sich selber und damit infolge 

der Mittäterschaft auch den Beschuldigten belastet. Weiter ist es so, dass sich 

L._____ schon vor der Konfrontationseinvernahme mit dem Beschuldigten aus-

führlich schriftlich und mündlich zu den Umständen geäussert hatte (u.a. Ord-

ner 40 Urk. 080127 ff., Urk. 080135 ff.), weshalb auch keine Rede davon sein 

kann, dass diese Konfrontationseinvernahme in dem Sinne erledigt worden sei, 

um das "Feigenblatt des Teilnahmerechts zu wahren" (so die Verteidigung in 

Urk. 179 S. 16).  

Die Aussagen von L._____ sind glaubhaft und belasten den Beschuldigten im 

Sinne der Anklage: Schon in der polizeilichen Einvernahme vom 4. September 

2017 gab er zu, von den Drogeneinfuhren zu wissen, da er "im wahrsten Sinne 

des Wortes über Haschisch-Platten" gefallen und in der Folge "generisch langsam 

in die Sache hineingewachsen sei", dies durch Mitwisserschaft und passives Wir-

ken. Von den über die T._____ AG importierten Drogen sei alles für den Beschul-

digten A._____ bestimmt gewesen, etwas weniger für AF._____. Die Drogen- o-

der Geld-Transporte hätten im Schnitt 1 bis 2 mal pro Monat stattgefunden (Ord-

-   22   - 

ner 40 Urk. 080127 ff. S. 1 f.). Weiter erklärte sich L._____ bereit, der Staatsan-

waltschaft eine Zusammenfassung seiner Aktivitäten im Zusammenhang mit der 

T._____ AG abzugeben (Ordner 40 Urk. 080127 ff. S. 2). Diese schriftlichen Aus-

führungen erfolgten am 5. September 2017 (Ordner 40 Urk. 0801135 ff.) sowie 

am 11. September 2017 (Ordner 40 Urk. 080183 ff.). In den polizeilichen Einver-

nahmen vom 26. September 2017 (Ordner 40 Urk. 080212 ff.) und vom 29. Sep-

tember 2017 (Ordner 40 Urk. 080268 ff.) wurde er zu seinen Aussagen in den 

schriftlichen Stellungnahmen ausführlich befragt. Er bestätigte anlässlich dieser 

Einvernahmen, dass durch die T._____ AG Drogentransporte stattfanden, sicher 

ein Transport pro Monat, dies im Zeitraum ab 2009/2010 bis im September 2013 

(Ordner 40 Urk. 080212 ff. S. 1 ff., S. 8). Der Beschuldigte sei der "Koloss" im 

Geschäft und zu 99% Empfänger des importierten Cannabis gewesen. Aus Ge-

sprächen zwischen A._____ und J._____ wisse er, dass der Beschuldigte die Im-

porte finanziert habe (Ordner 40 Urk. 080268 ff. S. 2). Es sei der Beschuldigte 

gewesen, welcher die Einfuhren in Auftrag gegeben und diese auch bezahlt habe 

(Ordner 40 Urk. 080268 ff. S. 3). Die Verteidigung führt zudem aus, dass es eine 

Übernahme 1:1 von Fehlinformationen vom Polizeirapport in das Geständnis von 

L._____ gegeben habe (Urk. 179 S. 12). Worin diese Fehlinformationen insbe-

sondere hinsichtlich des Tatvorwurfs bestehen sollen, führt die Verteidigung indes 

nicht aus, ebenso wenig, dass und in welcher Art und Weise L._____, immerhin 

ein Jurist, mit Bezug auf die tatrelevanten schriftlichen und mündlichen Aussagen 

hätte manipuliert worden sein können. Konkret macht die Verteidigung hierzu ein-

zig geltend, dass das Kennenlernen der beiden Personen nicht so stattgefunden 

habe, wie dies L._____ in seiner schriftlichen Stellungnahme wiedergebe, so hät-

ten sich die beiden anlässlich eines 40. Geburtstages im Jahre 2007 und nicht 

wegen einer Vertretung hinsichtlich eines SVG-Delikts im Jahre 2004 kennenge-

lernt (Urk. 179 S. 12). Diese Ausführungen der Verteidigung vermögen keinerlei 

Hinweise auf irgendwelche falsche oder unglaubhafte Aussagen von L._____ zu 

liefern. Einerseits wären Aussagen zum Ort und Datum des Kennenlernens - zu-

mal sie schon weiter in der Vergangenheit liegen - nicht aussagerelevant. Ande-

rerseits erwähnte L._____ nicht nur anlässlich der Einvernahme am Tag seiner 

Verhaftung am 21. August 2017 bei der Polizei, dass er den Beschuldigten an-

-   23   - 

lässlich eines Strassenverkehrsdeliktes im Kanton Schwyz kennen gelernt habe, 

was irgendwann Anfang der Jahrtausendwende gewesen sei (Ordner 40 Urk. 

0800001 ff. S. 9), sondern sagte auch anlässlich der Konfrontationseinvernahme 

vom 14. November 2017 aus, dass das Kennenlernen als "Mandatsverhältnis" 

angefangen habe (Ordner 32 Urk. 043149 ff., S. 4). Anlässlich dieser Konfrontati-

onseinvernahme wurde im Übrigen der Beschuldigte selber aufgefordert, zu den 

Schilderungen von L._____s betreffend das Kennenlernen Stellung zu nehmen. 

Er hat hierzu keine Aussagen gemacht, wovon auszugehen wäre, wenn hier tat-

sächlich Unstimmigkeiten vorgelegen hätten (vgl. Ordner 32 Urk. 043149 ff. S. 6). 

Wie und wann genau das Kennenlernen tatsächlich stattgefunden hat, kann im 

Übrigen offen bleiben und ist weder zur Erstellung des Sachverhalts relevant noch 

können hier allfällige unterschiedliche Darstellungen die Glaubhaftigkeit der Aus-

sagen von L._____ trüben. Dieser sagte zudem aus, dass er das Kennenlernen 

zeitlich nicht mehr ganz einordnen könne; er kenne den Beschuldigten schon sehr 

lange (Ordner 40 Urk. 080213 ff. S. 2).  

Anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 4. Oktober 2017 bestä-

tigte L._____ noch einmal, dass er im Jahr 2009 oder 2010 über schwarze Sport-

taschen mit Marihuana "gestolpert" sei und ihm J._____ und der Beschuldigte da-

raufhin erklärt hätten, dass sie schon seit langem mit Bussen Drogen von Ams-

terdam und Malaga/Spanien in die Schweiz transportieren würden. Ebenso führte 

er aus, dass er von einer Lieferung pro Monat ausgehe und dass mit Ausnahme 

ganz kleiner Mengen des Cannabis, die für den Sohn von J._____, AF._____, be-

stimmt gewesen seien, der ganze Rest an den Beschuldigten gegangen sei (Ord-

ner 40 Urk. 080293 ff. S. 2 f.). Seine eigene Rolle sei die einer Transmissionsstel-

le sowie eines Vermittlers gewesen (Ordner 40 Urk. 080293 ff. S. 5). Es bestehen 

somit mehrere übereinstimmende Aussagen von L._____, welche keine Hinweise 

enthalten, dass diese nicht der Wahrheit entsprechen würden. Zu den Einver-

nahmen vom 14. November 2017 (Konfrontationseinvernahme von L._____ mit 

dem Beschuldigten sowie Einvernahme von L._____) macht die Verteidigung gel-

tend, dass diese unverwertbar seien, da es Absprachen mit der Staatsanwalt-

schaft betreffend eines abgekürzten Verfahrens gegeben habe (Urk. 179 S. 14 

ff.). Zu diesem Einwand kann auf das oben Gesagte verwiesen werden. Die Mög-

-   24   - 

lichkeit eines abgekürzten Verfahrens ist im Gesetz vorgesehen und daher des-

sen Beantragung bzw. Gewährung kein Grund für eine Unverwertbarkeit. Zudem 

hatte L._____ auch nach der Konfrontationseinvernahme und seiner anschlies-

senden Einvernahme vom 14. November 2017, anlässlich welcher er das Gesuch 

um die Durchführung eines abgekürzten Verfahrens stellte (Ordner 40 Urk. 

080393 ff. S. 16), keinerlei Garantie dafür, dass die Staatsanwaltschaft einem ab-

gekürzten Verfahren zustimmen würde und dass dieses in der Folge vom Gericht 

so genehmigt wird. Dass es L._____ "völlig egal" gewesen sein soll, "was er sa-

gen sollte" (so die Verteidigung in Urk. 179 S. 16), stimmt nicht, machte er doch 

eigene und auch gefühlvolle Ausführungen, welche seine persönliche Betroffen-

heit zeigen. Insbesondere hielt er fest, dass der Beschuldigte über Jahre zu sei-

nen besten Freunden gezählt habe, er habe zum intimsten und treusten Umfeld 

von ihm gehört (vgl. Ordner 32 Urk. 043149 S. 4). Er bedaure sehr, dass der Be-

schuldigte "jetzt hier" sei. Persönlich sei der Beschuldigte eine sehr zuverlässige 

Person. Er, L._____, sei ihm nach wie vor wohlgesonnen und blende den langen 

Weg, den sie gemeinsam gegangen seien, nicht einfach aus (Ordner 32 Urk. 

043149 S. 5 f.). Damit ist nicht nur das Argument der Verteidigung entkräftet, dass 

es L._____ "egal" gewesen sei, was er sagen sollte, sondern es zeigt auch die 

Glaubhaftigkeit der Aussagen von L._____, welcher im Übrigen den Beschuldig-

ten nicht übermässig belasten wollte. Weiter führte L._____ anlässlich dieser Kon-

frontationseinvernahme in freier Rede noch einmal aus, dass er einmal über eine 

grosse Reisetasche gefüllt mit "Gras" gestolpert sei, woraufhin er mit dem Be-

schuldigten und J._____ gesprochen habe und relativ rasch auf dem Tisch gele-

gen habe, was gelaufen sei. Der Beschuldigte habe von Mitte 2009 bis zur Ver-

haftsaktion in AB._____ im September 2013 im Ausland Marihuana bezogen und 

in der Schweiz in Empfang genommen. Darüber habe er mit dem Beschuldigten 

selber gesprochen. Der Beschuldigte sei während der ganzen Zeit in diese Can-

nabiseinfuhren involviert gewesen (Ordner 32 Urk. 043149 ff. S. 8 ff.). Auch bei 

Vorhalten seiner früheren Aussagen hat L._____ diese nicht nur einfach bestätigt, 

sondern zum Teil noch zusätzliche Ausführungen gemacht, weiter wurden durch 

den Staatsanwalt Zusatzfragen gestellt (Ordner 32 Urk. 043149 ff.). Von einem 

blossen Abnicken eines "geschlagenen Hundes" (vgl. den entsprechenden Hin-

-   25   - 

weis der Verteidigung in Urk. 179 S. 16) kann mithin nicht die Rede sein. Wenn 

die Verteidigung sich auf Urk. 043173 und die Aussage von L._____ "Ich bitte Sie 

doch einfach meine bisherigen Aussagen vorzuhalten. Ich werde nichts anderes 

sagen. Das ist weniger entwürdigend für uns alle" bezieht (Urk. 179 S. 16), so ist 

dazu auszuführen, dass diese Aussage zeitlich deutlich später in der Einvernah-

me erfolgte, nämlich nach Fragen betreffend der Rolle von AG._____ als Verwal-

tungsrätin bei der E._____ Transfer AG. In der Folge hat L._____ zudem trotz der 

zitierten Aussage weiterhin zu den Vorwürfen Stellung genommen, auch hier fand 

somit kein blosses "Abnicken" statt. Anzumerken bleibt, dass der Staatsanwalt 

L._____ ausführlich während rund drei Stunden befragte und keine Rede davon 

sein kann, dass es ihm nicht um die Wahrheit, sondern nur um das Geständnis 

gegangen sei, was die Verteidigung geltend macht (Urk. 179 S. 16). Mit Bezug 

auf den Inhalt der Aussagen von L._____ anlässlich der Konfrontationseinver-

nahme kann auf die ausführliche Wiedergabe derselben durch die  

Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 195 S. 36 f.). Er bestätigte in dieser Einver-

nahme seine früheren Aussagen vollumfänglich (Ordner 32 Urk. 043149 ff.). Zu-

dem anerkannte L._____ am 14. November 2017 anlässlich der staatsanwalt-

schaftlichen Einvernahme, im Zeitraum von mindestens Januar 2010 bis Septem-

ber 2013 zusammen mit dem Beschuldigten und den weiteren Mittätern J._____ 

und K._____ an der Einfuhr von insgesamt mindestens 2'033 Kilogramm Canna-

bis (Marihuana und Haschisch) beteiligt gewesen zu sein, welches in der Regel 

durch den Beschuldigten an verschiedenen nicht näher bekannten Örtlichkeiten, 

unter anderem im Raum Zürich, verkauft wurde, wobei ein Umsatz von mindes-

tens Fr. 10'165'000.– erzielt worden sei. Er anerkannte namentlich folgende Da-

ten/Mengen: Im Zeitraum von mindestens Januar 2010 bis Ende Dezember 2012 

monatlich mindestens ein Transport von mindestens 40 Kilogramm Cannabis (to-

tal: 1'440 Kilogramm Cannabis) und im Zeitraum von mindestens Februar 2013 

bis September 2013 mindestens 11 Einfuhren, mindestens insgesamt 593 Kilo-

gramm Cannabis. Bei letzterem Zeitraum anerkannte L._____ auch einzelne Ein-

fuhren, so u.a. vom 9. bis 11. Februar 2013 (Einfuhr einer unbestimmten Menge 

Cannabis [vermutlich Marihuana] von den Niederlanden in die Schweiz, wovon 

mindestens rund 45 Kilogramm für den Beschuldigten bestimmt gewesen seien), 

-   26   - 

vom 23./24. März 2013 (Einfuhr einer unbestimmten Menge Cannabis [vermutlich 

Marihuana] von den Niederlanden in die Schweiz, wovon mindestens 47 Kilo-

gramm für den Beschuldigten bestimmt gewesen seien), vom 3. bis 7. April 2013 

(Einfuhr einer unbestimmten Menge Cannabis [vermutlich Haschisch] von Spani-

en in die Schweiz, wovon mindestens rund 45 Kilogramm für den Beschuldigten 

bestimmt gewesen seien), etc. (vgl. Ordner 40 Urk. 080393 ff. S. 2 ff.). Sämtliche 

Einfuhren ab dem 9. bis 11. Februar 2013 wurden ihm auch schon mit Mengen-

angaben anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 21. August 2017 mit den 

entsprechenden Beweismitteln vorgehalten (Ordner 40 Urk. 0800001 ff. S. 3 ff.), 

ebenso anlässlich der Hafteinvernahme vom 21. August 2017 (Ordner 40 Urk. 

080100 ff. S. 2 ff.). Dass auch schon früher monatliche Importe stattfanden, hat 

L._____ von sich aus ausgesagt (vgl. die obigen Erwägungen). Damit sind die 

dem Beschuldigten vorgeworfenen Mengen bzw. Vorgänge erstellt. Es stimmt 

insbesondere nicht, dass L._____ keine genauen Angaben machte, was die Ver-

teidigung geltend macht (Urk. 179 S. 12 ff.). Seine Aussagen, dass im relevanten 

Zeitraum mindestens eine Lieferung pro Monat stattfand, sind konstant und 

glaubhaft, da sie L._____ mit entsprechenden Zahlungen in Übereinstimmung 

bringen konnte. Sein Wissen erhielt er zudem über die weiteren Geldflüsse sowie 

die Gespräche mit dem Beschuldigten und J._____, welche die Drogenimporte 

ihm gegenüber ausdrücklich bestätigten. Er kannte die Reisen des Beschuldigten, 

er wusste auch, dass dieser die Drogenimporte finanzierte, die Einfuhren in Auf-

trag gab und diese sowie die Provisionen an J._____ bezahlte. Als Vermittler zwi-

schen dem Beschuldigten und J._____ verfügte L._____ selbstredend über ge-

naue Kenntnisse zu den Importen. Ebenso sagte er konstant aus, dass das im-

portierte Cannabis zu 99% für den Beschuldigten bestimmt war (vgl. zum Ganzen 

u.a. Ordner 40 Urk. 080212 ff., Urk. 080268 ff., Urk. 080293 ff.). Ihm wurden die 

konkreten Daten der Cannabiseinfuhren und teilweise die Gesprächsprotokolle 

sowie weitere Urkunden vorgehalten (Ordner 40 Urk. 080001 ff., Urk. 080100 ff., 

Urk. 080212 ff.), weshalb er einen Konnex seiner Kenntnisse zu den Daten 

schliessen konnte. Er kannte die Abwesenheiten des Beschuldigten und von 

J._____ sowie die in Aussicht gestellten Geldbeträge (vgl. Ordner 40 Urk. 080127 

S. 1). Er wusste zudem, dass J._____ vom Beschuldigten pro Fahrt jeweils zwi-

-   27   - 

schen Fr. 15'000.– und Fr. 25'000.– als Provision erhielt (Ordner 32 Urk. 043149 

ff. S. 15 f., Ordner 40 Urk. 080268 S. 2) und der Beschuldigte für den Einkauf der 

Drogen jeweils hohe Geldbeträge von Fr. 200'000.– bis Fr. 400'000.– im Zusam-

menhang mit der T._____ AG nach Amsterdam transportieren liess (Ordner 32 

Urk. 043149 ff. S. 17; Ordner 40 Urk. 080268 S. 2, Urk. 080293 ff. S. 5). Aus die-

sem Wissen war es L._____ ohne Weiteres möglich, sich mit den ihm vorgewor-

fenen Einfuhrmengen zu befassen. Dass L._____ höhere Mengen bzw. weitere 

Daten als die ihm vorgeworfenen eingestanden hätte, ist auszuschliessen. Sein 

gesamtes Verhalten war nämlich darauf gerichtet, seine eigene Beteiligung an 

den Drogenimporten gering zu halten und sich als blossen Vermittler darzustellen. 

In diesem Sinne sind seine an gewissen Stellen gemachten Behauptungen, nichts 

Genaueres gewusst zu haben (vgl. u.a. Ordner 40 080212 ff. S. 7 und Urk. 

080293 ff. S. 3; Order 32 Urk. 043149 ff. S. 11 und S. 13; vgl. auch die entspre-

chenden Ausführungen der Verteidigung in Urk. 179 S. 12 ff., dass es sich bei 

den Angaben nur um Mutmassungen handle), als Schutzbehauptungen zu würdi-

gen, zumal er die Daten der Lieferungen kannte und diese mengenmässig schätz-

te, was ihm nicht möglich gewesen wäre ohne intime Kenntnisse der Umstände 

(Ordner 40 Urk. 080293 ff. S. 3). Weiter kannte L._____ "AD._____", von wel-

chem er wusste, dass er der Haschischlieferant des Beschuldigten in Marok-

ko/Malaga war und welchen er auch persönlich getroffen hat. L._____ sagte aus, 

dass er gewusst habe, dass wenn er mit dem Beschuldigten nach Malaga gehe, 

er dort den Lieferanten kennen lerne und dass der Beschuldigte ihm diesen als 

seinen Haschischlieferanten vorgestellt habe (Ordner 40 Urk. 080212 ff. S. 9 f.). 

Ebenso kannte L._____ "AC._____", den Lieferanten des Beschuldigten in Ams-

terdam, welchen er ebenfalls persönlich getroffen hat (Ordner 40 Urk. 080212 ff. 

S. 11). Dass eine Person mit Lieferanten von Cannabis im Ausland in Kontakt 

kommt, diesen sogar vorgestellt wird, ist nur dann denkbar, wenn diese Person 

wesentlich in den Drogenhandel involviert ist. Ansonsten würde ein solcher Liefe-

rant sicherlich nicht die Gefahr auf sich nehmen, persönliche Kontakte herzustel-

len. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass L._____ mit den Lieferanten be-

kannt war und dass er Einblicke in die Reisen des Beschuldigten, die Busfahrten 

sowie die gezahlten Provisionen und Entschädigungen hatte. Wenn er Daten und 

-   28   - 

Mengen von Drogenimporten anerkennt, so ist dies als äusserst glaubhaft einzu-

stufen. Gestützt auf seine Angaben sowie die abgehörten Telefongespräche (vgl. 

u.a. Ordner 32 Urk. 042922 ff., wo diese dem Beschuldigten einzeln vorgehalten 

wurden) bestehen keine unüberwindbaren Zweifel daran, dass sich der Sachver-

halt so wie eingeklagt abgespielt hat. Zudem konnte von der letzten Lieferung bei 

AH._____ eine Menge von 40 Kilogramm Marihuana sichergestellt werden (Ord-

ner 4 Urk. 011395 ff.; Beizugsakten "M._____ AG"). Dass in den abgehörten Ge-

sprächen mit dem "Kleinen" der Beschuldigte gemeint war, ist durch diverse Aus-

sagen erstellt (u.a. Ordner 40 Urk. 080127 ff. S. 2.; Ordner 49 Urk. 150372 ff. S. 

3, Urk. 150420 ff. S. 1 ff., Urk. 150479 ff. S. 1 ff. und Urk. 150406 ff. S. 1 ff.) und 

wird durch den Beschuldigten auch nicht bestritten. Die Vorinstanz hat zudem 

weitere Aussagen wiedergegeben, welche zum Beweisergebnis ebenfalls beitra-

gen. Darauf kann vollumfänglich verwiesen werden (Urk. 195 S. 38 ff.). Ergän-

zend kann an dieser Stelle zudem auf den Bericht der Kantonspolizei Aargau vom 

13. März 2015 (Ordner 4 Urk. 011265 ff.) sowie den Ermittlungsbericht der Stadt-

polizei Zürich vom 8. Februar 2017 (Ordner 4 Urk. 011037 ff.) verwiesen werden. 

Der Sachverhalt ist vollumfänglich erstellt.  

  

-   29   - 

2.1.2. Ziff. 1.1.1.2. Marihuana- und Haschischeinfuhren im Jahr 2015 mit N._____ 

und O._____ (unter anderem Vorgang 51; Anklageschrift S. 8 f.) 

Gemäss Anklageschrift wird dem Beschuldigten zusammengefasst vorgeworfen, 

zusammen mit N._____ sowie O._____ als Mittäter im Zeitraum von ca. Juni 2015 

bis November 2015 drei Einfuhren von Spanien in die Schweiz von insgesamt 

mindestens 39 bis 42 Kilogramm Marihuana und rund 90 Kilogramm Haschisch 

getätigt zu haben, wobei sie je eine Drittelsbeteiligung am Erlös bzw. Gewinn ver-

einbart hätten. Diese eingeführten Betäubungsmittel seien in der Folge für insge-

samt ca. Fr. 510'000.– bis Fr. 744'000.– (39 bis 42 Kilogramm Marihuana für ins-

gesamt Fr. 195'000.– bis Fr. 294'000.–; 90 Kilogramm Haschisch für Fr. 315'000.– 

bis Fr. 450'000.–) verkauft und damit ein grosser Gewinn von weit mehr als 

Fr. 10'000.– erzielt worden. 

Die Verteidigung führt aus, dass der Beschuldigte diesen Vorwurf im Grundsatz 

anerkenne, die Initiative sei indes von N._____ sowie O._____ ausgegangen. An-

erkannt werde, dass der Beschuldigte zu einem Drittel "an dieser Angelegenheit 

beteiligt" gewesen sei, entsprechend sei bei der Strafzumessung auch nur sein 

Drittel zu berücksichtigen bzw. er sei teilweise freizusprechen (Urk. 179 S. 17 f.; 

Urk. 196 S. 2). Seine Beteiligung habe sich auf die Finanzierung des Einkaufs im 

Umfang von Fr. 10'000.– bezogen (Urk. 234 S. 20).  

Der Beschuldigte anerkannte diesen Sachverhalt schon in der Untersuchung 

(staatsanwaltschaftliche Einvernahme vom 24. Mai 2017, Ordner 31 

Urk. 042440 ff.). Der Sachverhalt ist auf Grund der Geständnisse des Beschuldig-

ten sowie der Mitbeteiligten N._____ und O._____ sowie der weiteren Beweismit-

tel (abgehörte Gespräche, sichergestellte Dokumente wie Mietverträge für Autos 

oder Buchungsbelege für Flüge [Ordner 27 Urk. 040505 ff.]; vgl. auch den Bericht 

der Polizei zu Vorgang 51 vom 17. März 2016 [Ordner 17, Urk. 015935 ff.]) er-

stellt. Die entsprechenden Aussagen des Beschuldigten, von N._____ sowie von 

O._____ wurden durch die Vorinstanz wiedergegeben und korrekt gewürdigt, wo-

rauf vollumfänglich verwiesen werden kann (Urk. 195 S. 44 ff.). Entgegen der An-

sicht der Verteidigung ist hinsichtlich des Beschuldigten nicht nur ein Drittel der 

eingeklagten Menge zu berücksichtigen, ist es doch gerade ein Merkmal der Mit-

-   30   - 

täterschaft, dass eine anteilsmässige Gewinnbeteiligung vereinbart wird. Der 

Sachverhalt ist somit hinsichtlich der gesamten Menge erstellt.  

2.1.3. Ziff. 1.1.1.3. Haschischeinfuhr mit N._____ im Dezember 2015 (Vorgang 43 

und 53; Anklageschrift S. 10) 

Gemäss Anklageschrift wird dem Beschuldigten vorgeworfen, zwischen dem 

20. und 24. Dezember 2015 zusammen mit N._____ ca. 60 Kilogramm Haschisch 

zwecks Weiterverkaufs von Málaga/Spanien in die Schweiz eingeführt zu haben.  

Hinsichtlich dieses Vorwurfs beantragt die Verteidigung einen Freispruch. Man 

habe zwar gegenüber dem Abnehmer behauptet, diese Menge einzuführen, indes 

sei es nicht zum Import gekommen, da man immer noch auf dem "Hasch  

festsass, das man im Oktober/November zusammen mit N._____ und O._____ 

besorgt hatte" (Urk. 196 S. 2 und Urk. 179 S. 18; Urk. 234 S. 20). 

Die vorgebrachte Einwendung der Verteidigung, dass es trotz der erfolgten Orga-

nisation des Haschischimports nicht zu einer Einfuhr gekommen sei, widerspricht 

den eigenen Aussagen des Beschuldigten. So sagte dieser anlässlich der Einver-

nahme bei der Staatsanwaltschaft vom 3. März 2017 aus, dass er im Dezember 

2015 den Haschischimport von Spanien in die Schweiz organisiert habe. Er habe 

auch jemanden gekannt, der eine bestimmte Menge gebraucht habe. Seiner Erin-

nerung und seiner Meinung nach seien es 40 Kilogramm gewesen. N._____ habe 

das Haschisch in Spanien geprüft und ihm, dem Beschuldigten, bestätigt, dass es 

"ok sei". Soweit er sich erinnere, habe er es auch für die Leute eingepackt. "Wir 

haben es dann hier irgendwann empfangen", dies - wenn er sich richtig erinnere - 

um Weihnachten 2015. Er, der Beschuldigte, sei dann in die Ferien gegangen und 

habe danach versucht, das genannte Haschisch zu verkaufen. Die Person, die es 

ursprünglich gewollt habe, habe es nämlich nicht mehr gewollt. Entgegen der Pla-

nung, wonach das Haschisch an einen Abnehmer gelangen sollte, habe er es 

verschiedenen Leuten gegeben, meistens auf Kommission, einfach um es loszu-

werden (Ordner 36 Urk. 051237 ff. S. 29). Die gemeinsame Haschischeinfuhr an-

erkannte der Beschuldigte auch im Rahmen der Schlusseinvernahme vom 19. 

Januar 2018 im Umfang von 40 Kilogramm (Ordner 32 Urk. 043219 ff. S. 12 f.) 

-   31   - 

sowie anlässlich der Hauptverhandlung vom 12. Dezember 2018 (Urk. 176 S. 8). 

Damit ist nur schon auf Grund der eigenen Aussagen des Beschuldigten nachge-

wiesen, dass das Haschisch in die Schweiz zwecks Weiterverkaufs auch tatsäch-

lich eingeführt wurde und es nicht bei der Planung blieb. Dies sagte auch N._____ 

so aus. Gemäss seinen Aussagen handelte es sich - entgegen den Aussagen des 

Beschuldigten, wonach die Menge nur 40 Kilogramm betragen habe - um 60 Kilo-

gramm Haschisch. N._____ führte aus, dass er im Auftrag des Beschuldigten am 

21. oder 22. Dezember 2015 zwei unbekannte Personen arabischer Herkunft 

beim … auf dem Parkplatz abgeholt habe. In der Folge hätten sie in einer Garage 

knapp 60 Kilogramm Haschisch ausgeladen. Er habe es nachgezählt und am 

nächsten Tag eigenhändig in Vakuumsäcke zu 5 Kilogramm-Paketen gepackt 

(Ordner 36 Urk. 051237 ff. S. 8; Ordner 35 Urk. 050956 ff. S. 7). Die eingeführten 

rund 60 Kilogramm Haschisch seien für den Beschuldigten und ihn selbst be-

stimmt gewesen. Wie das Haschisch dann in die Schweiz gekommen sei, darüber 

könne er nur Vermutungen anstellen. Er nehme an mit einem Fahrzeug. Sinn der 

Einfuhr sei es gewesen, das Haschisch in der Folge zu verkaufen und Gewinn zu 

erzielen. Ihm selber sei es nicht gelungen, etwas davon zu verkaufen (Ordner 35 

Urk. 050965 ff. S. 30; Ordner 36 Urk. 051237 ff. S. 8 f.). Die nachträgliche Be-

hauptung der Verteidigung, dass Haschisch abgeholt, portioniert und verpackt 

sowie dem Kurier übergeben wurde und dann nicht in die Schweiz gebracht wor-

den sein soll, ist als Schutzbehauptung zu werten. Durch die Aussagen von 

N._____ ist auch die Menge von 60 Kilogramm erstellt. Diese Aussagen sind 

glaubhaft, hat er das Haschisch doch selber zu 5 Kilogramm portioniert und ab-

gepackt und die Menge von 60 Kilogramm in seiner schriftlichen Stellungnahme 

sowie anlässlich von zwei Einvernahmen bestätigt. Erst als der Beschuldigte an-

lässlich der Konfrontationseinvernahme vom 3. März 2017 angab, dass es seiner 

Meinung nach nur 40 Kilogramm gewesen seien (Ordner 36 Urk. 050965 ff. S. 

29), reduzierte N._____ die Menge ebenfalls mit den Worten "Es kann gut sein, 

dass ich mich vertan habe […]" (Ordner 36 Urk. 050965 ff. S. 34). Dabei handelt 

es sich offensichtlich um ein Anpassen der Aussage, welches nicht auf den tat-

sächlichen Fakten beruht. Im übrigen kann auf die abgehörten Gespräche zu die-

-   32   - 

sen Vorgängen verwiesen werden (vgl. Ordner 16 Urk. 015494 ff., Urk. 015825 ff. 

und Urk. 015830 ff.). Der Sachverhalt ist erstellt.  

2.1.4. Ziff. 1.1.1.4. Marihuanaeinfuhr mit N._____ im Februar 2016 (Vorgang 14; 

Anklageschrift S. 10 f.) 

Gemäss Anklageschrift wird dem Beschuldigten vorgeworfen, zwischen dem 

17. und 21. Februar 2016 zusammen mit N._____ für R._____ die Einfuhr von ca. 

8 bis 12 Kilogramm Marihuana von Mataró/Spanien in die Schweiz organisiert zu 

haben. Er habe die Koordination dieser Marihuanaeinfuhr aus der Schweiz vorge-

nommen und N._____ sei unter anderem für die Übernahme des Marihuanas vom 

Lieferanten in Spanien und die Übergabe desselbigen an mindestens einen nicht 

näher bekannten Kurier von R._____ in Spanien zuständig gewesen. Das Mari-

huana sei in der Folge mittels eines Fahrzeugs in die Schweiz eingeführt worden 

und sei für R._____ bestimmt gewesen.  

Zu diesem Vorwurf führt die Verteidigung aus, dass anerkannt werde, dass der 

Beschuldigte N._____ einen Kontakt in Spanien vermittelt habe, was indes ge-

mäss Art. 19 BetmG nicht strafbar sei. Ferner sei nicht geklärt, ob das Marihuana 

je in der Schweiz angekommen sei. Daher sei der Beschuldigte von diesem Vor-

wurf freizusprechen (Urk. 179 S. 18; Urk. 196 S. 2, Urk. 234 S. 21).  

Durch den Beschuldigten ist eingestanden, dass er die "rund 10 Kilogramm" Ma-

rihuana einer Person vermittelt und N._____ die in Spanien liegende Ware bereit-

stellte (Ordner 36 Urk. 051237 ff. S. 32 f.). Dass sich der Vorgang wie eingeklagt 

abgespielt hat, ergibt sich zudem aus den Abhörprotokollen (vgl. hierzu Ordner 11 

Urk. 013665 ff.]) sowie den Aussagen von N._____. Dieser führte aus, dass er im 

Auftrag des Beschuldigten vier unbekannten Personen das Marihuana habe zu-

kommen lassen, indem er es in ein Auto eingeladen und den Personen das Auto 

gebracht habe. Es seien 8 oder 10 Kilogramm bzw. ca. 8 oder 12 Kilogramm Ma-

rihuana gewesen (Ordner 35 Urk. 050965 ff. S. 32 f., Ordner 36 Urk. 051237 ff. S. 

11 ff.). Entgegen der Ansicht der Verteidigung stellt das Verhalten des Beschul-

digten nicht bloss ein strafloses Vermitteln dar. Denn er hat zusammen mit 

N._____ in Mittäterschaft in einer Arbeitsteilung zusammengewirkt und muss sich 

-   33   - 

daher sämtliche Handlungen anrechnen lassen. Der Sachverhalt ist mithin wie 

angeklagt erstellt. Ob und in welcher Weise R._____ beteiligt war, kann mit der 

Vorinstanz (vgl. Urk. 195 S. 57) offen bleiben. Sie hat zudem die Aussagen der 

Beteiligten ausführlich wiedergegeben, worauf verwiesen werden kann (Urk. 195 

S. 53 ff.). Das Vorbringen der Verteidigung, es sei zweifelhaft, ob das in Spanien 

bereitgestellte Marihuana letztlich in die Schweiz verbracht worden sei, vermag 

vor dem Hintergrund der Aussagen von N._____ sowie der im übrigen erstellten 

systematischen Einfuhren von Marihuana in die Schweiz nicht zu überzeugen. 

Der Sachverhalt ist insgesamt erstellt.  

2.1.5. Ziff. 1.1.1.5. Marihuanaeinfuhr mit N._____ und P._____ sowie unbekann-

ten Drittpersonen im Jahr 2016 (Vorgang 18; Anklageschrift S. 11 ff.) 

Gemäss Anklageschrift wird dem Beschuldigten zusammengefasst vorgeworfen, 

in der Zeit von ca. Februar 2016 bis April 2016 gemeinsam mit N._____ sowie 

P._____ und weiteren unbekannten Personen mittels sechs Sammellieferungen 

mindestens 257 Kilogramm Marihuana von Spanien in die Schweiz zwecks Wei-

terverkaufs importiert zu haben. Der Beschuldigte sei vor allem für die Organisati-

on des für die Sammeltransporte benötigten Bargeldes in der Schweiz und die 

Weitergabe dieses Bargeldes nach Spanien an N._____ zuständig gewesen. Die 

Lieferungen hätten ca. am 23./.24. Februar 2016, 1. März 2016, 9. März 2016, 20. 

März 2016, 30. März 2016 sowie 13. April 2016 stattgefunden. Das Marihuana sei 

jeweils durch einen Kurier mittels Lieferwagen von Spanien in die Schweiz impor-

tiert worden, wobei jeder der Investoren seinen aus der Sammellieferung bestell-

ten Marihuanaanteil zwecks eigenen Weiterverkaufs entgegengenommen habe. 

Mit diesen Importen sei ein Umsatz von mindestens Fr. 1'285'000.– bis Fr. 

1'799'000.– und damit ein grosser Gewinn von weit mehr als Fr. 10'000.– erzielt 

worden.  

Die Verteidigung führt aus, dass der Beschuldigte diesen Vorgang im Wesentli-

chen anerkenne. Er sei an der Einfuhr von insgesamt 99.5 Kilogramm Cannabis 

beteiligt gewesen, wobei sein Anteil daran nur die Hälfte betrage, da der andere 

Teil an N._____ gegangen sei. Er und N._____ hätten nur wenig beigesteuert, 

P._____ sei federführend gewesen und habe das Kommando gehabt. Der Be-

-   34   - 

schuldigte sei daher teilweise von diesem Vorwurf freizusprechen (Urk. 196 S. 2 

und Urk. 179 S. 18 ff.; Urk. 234 S. 21 f.).  

Mit Bezug auf die einzelnen Aussagen der Beteiligten, nämlich des Beschuldig-

ten, von N._____ sowie von P._____ kann auf die ausführliche Wiedergabe und 

Würdigung durch die Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 195 S. 61 ff.), ebenso 

auf die aufgezeichneten Gespräche und weiteren Belege (vgl. Ordner 12 

Urk. 013997 ff. und Urk. 014075 ff.).  

Betreffend die Einfuhr vom 9. März 2016 anerkennt der Beschuldigte von der ein-

geklagten Menge von ca. 40 Kilogramm Marihuana, wovon ca. 20 Kilogramm Ma-

rihuana für ihn und N._____ bestimmt gewesen seien, eine auf ihn und N._____ 

anzurechnende Menge von 18 Kilogramm (Urk. 179 S. 19). P._____ bezifferte die 

Lieferung mit ca. 40 Kilogramm Marihuana (Ordner 39 Urk. 070199 ff. S. 17 und 

Urk. 070124 ff. S. 9). Es ist somit von der eingeklagten Menge von ca. 40 Kilo-

gramm auszugehen, die Abweichung zur vom Beschuldigten anerkannten Ge-

samtmenge von 36 Kilogramm (2 mal 18 Kilogramm) ist marginal. Anzumerken ist 

zu dieser Einfuhr wie auch zu den nachfolgend zu behandelnden, dass dem Be-

schuldigten als Mittäter selbstverständlich die gesamte Importmenge anzurech-

nen ist, nicht nur - wie von der Verteidigung geltend gemacht - den auf ihn und 

N._____ entfallenden Anteil. Er hat zusammen mit den Mittätern die Einfuhren or-

ganisiert und war damit für die eingeführte Gesamtmenge mitverantwortlich.  

Die Einfuhr vom 20. März 2016 (Einfuhr von mindestens ca. 60 Kilogramm Mari-

huana, wovon ca. 30 Kilogramm Marihuana für den Beschuldigten A._____ und 

N._____ bestimmt gewesen seien), ist anerkannt und erstellt (vgl. Urk. 179 S. 19 

und Urk. 195 S. 61 ff.). Auch die Einfuhr vom 30. März 2016 (Einfuhr von ca. 62.5 

Kilogramm Marihuana, wovon ca. 31.25 Kilogramm Marihuana für den Beschul-

digten A._____ und N._____ bestimmt gewesen seien), wird im Grundsatz aner-

kannt, indes habe es sich lediglich um 58.675 Kilogramm gehandelt (Urk. 179 S. 

19). Da sowohl N._____ als auch P._____ die Menge klar und übereinstimmend 

mit 62.5 Kilogramm angaben (Ordner 36 Urk. 051237 ff. S. 21, Ordner 35 Urk. 

050965 ff. S. 16, Ordner 39 Urk. 070124 ff. S. 12 und Urk. 070199 ff. S. 21), ist 

-   35   - 

auch dieser Sachverhalt erstellt. Die Abweichung zur zugestandenen Menge ist 

im Übrigen marginal.  

Die Einfuhr vom 13. April 2016 (mindestens ca. 50.5 Kilogramm Marihuana, wo-

von ca. 21.5 Kilogramm Marihuana für den Beschuldigten A._____ und N._____ 

bestimmt gewesen seien) wird durch den Beschuldigten anerkannt und ist erstellt 

(Urk. 179 S. 19 und Urk. 195 S. 61 ff.).  

Die eingeklagten Einfuhren vom 23./24. Februar 2016 (Einfuhr von mindestens 

ca. 15 Kilogramm Marihuana, wovon ca. 7.5 Kilogramm Marihuana für den Be-

schuldigten und N._____ bestimmt gewesen seien) sowie vom 1. März 2016 (Ein-

fuhr von mindestens ca. 29 Kilogramm Marihuana, wovon ca. 14.5 Kilogramm 

Marihuana für den Beschuldigten und N._____ bestimmt gewesen seien) werden 

vom Beschuldigten bestritten. Die Verteidigung macht geltend, dass die Einfuhr 

vom 23./24. Februar 2016 zwar geplant gewesen sei, indes in der Folge nicht ha-

be durchgeführt werden können und diejenige vom 1. März 2016 mit derjenigen 

vom 9. März 2016 identisch sei (Urk. 179 S. 19). Auch N._____ bestreitet diese 

Einfuhren. Er führte hierzu aus, dass die Einfuhr vom 23./24. Februar 2016 nicht 

stattgefunden habe, diese sei lediglich geplant gewesen. Es hätten mehrere Sa-

chen nicht geklappt, einerseits die Geldbeschaffung und zum anderen der Trans-

port seitens P._____ (Ordner 35 Urk. 050965 ff. S. 3 f., Ordner 36 Urk. 051237 ff. 

S. 14 f.). P._____, auf dessen Aussagen sich die Anklage stützt, sagte folgendes 

aus: Es habe eine erste Lieferung gegeben, er könne sich aber an das genaue 

Datum nicht mehr erinnern. Der 23./24. Februar 2016 dürfte aber in etwa stim-

men. Es habe sich bei dieser Lieferung um einen Testlauf gehandelt, um zu 

schauen, ob es so funktioniere. Er glaube, die erste Sammellieferung sei insge-

samt 15 Kilogramm Marihuana gewesen (Ordner 39 Urk. 070124 ff S. 6 f. und 

Urk. 070199 ff. S. 14 f.). Bezüglich der Lieferung von ca. 1. März 2016 führte 

P._____ aus, dass das Datum 1. März 2016 etwa stimmen dürfte. Er habe sich 

ausgerechnet, dass wenn das Datum vom 1. und 9. März 2016 stimme, wie hoch 

aufgrund der Reinvestition die nächste Lieferung hätte sein können bzw. sein 

müssen. Es gehe für ihn auf, dass dann am 20. März 2016 das Fahrzeug vollbe-

laden gewesen sei. Die 29 Kilogramm vom 1. März 2016 dürften in etwa stimmen 

-   36   - 

(Ordner 39 Urk. 070124 ff. S. 8 f. und Urk. 070199 ff. S. 16). Wie schon die Vo-

rinstanz festgehalten hat, zeigen die abgehörten Gespräche der Beteiligten zwar 

an diesen Daten entsprechende Aktivitäten einer Einfuhr, lassen jedoch keinen 

klaren Rückschluss auf tatsächliche Einfuhren zu. Ebenso lässt sich aus den Ge-

sprächen nicht erschliessen, ob anfangs März eine oder nur zwei Lieferungen er-

folgten und wie gross der Umfang der Lieferung(en) war. Auch die sichergestell-

ten handschriftlichen Aufzeichnungen können hierzu keine Klarheit bringen (vgl. 

zum Ganzen Urk. 195 S. 79 f. sowie Ordner 12 Urk. 013997 ff. [Ermittlungsbericht 

der Polizei vom 12. September 2016]). Zwar ist der Vorinstanz Recht zu geben, 

dass die Aussagen von P._____ grundsätzlich überzeugend und glaubhaft sind 

und er sich kaum wider besseres Wissens falsch belasten würde. Dass indes ein 

Irrtum seinerseits ausgeschlossen werden könne, kann nicht gesagt werden, hat 

P._____ seine Angaben doch nicht präzise verifizieren können, weder hinsichtlich 

der Daten noch mit Bezug auf die genauen Mengen. Zudem ist durch den Be-

schuldigten und N._____ unbestritten, dass in diesem Zeitraum Importe geplant 

waren. Es kann auf Grund des gesamten Aussageverhaltens von N._____ davon 

ausgegangen werden, dass er die Importe zugegeben hätte, wenn sie tatsächlich 

stattgefunden hätten. Es ist daher nicht ausgeschlossen, dass sich die Erinnerun-

gen von P._____ auf die Planungen und nicht auf tatsächliche Einfuhren bezie-

hen. Aufgrund dieser Zweifel lassen sich die eingeklagten Lieferungen vom 

23./24. Februar 2016 (Einfuhr von mindestens ca. 15 Kilogramm Marihuana, wo-

von ca. 7.5 Kilogramm Marihuana für den Beschuldigten und N._____ bestimmt 

gewesen seien) sowie vom 1. März 2016 (Einfuhr von mindestens ca. 29 Kilo-

gramm Marihuana, wovon ca. 14.5 Kilogramm Marihuana für den Beschuldigten 

und N._____ bestimmt gewesen seien), mithin eine Menge von insgesamt ca. 44 

Kilogramm (wovon 22 Kilogramm für den Beschuldigten und N._____ bestimmt 

gewesen seien) nicht erstellen. Ein Anstalten treffen zu Einfuhren ist durch die 

Staatsanwaltschaft nicht eingeklagt.  

2.1.6.   Ziff. 1.1.2. Banden- und gewerbsmässiger Marihuanaanbau in der 

Schweiz 

-   37   - 

2.1.6.1.   Ziff. 1.1.2.1. Hanfplantage an der C._____-strasse … in D._____ in den 

Jahren 2011 bis 2015 (Anklageschrift S. 17 f.) 

Gemäss Anklageschrift wird dem Beschuldigten vorgeworfen, an der C._____-

strasse … in D._____ eine Hanfindooranlage betrieben zu haben. Das geerntete 

Marihuana sei in der Folge zumindest teilweise durch den Beschuldigten in der 

Stadt Zürich und Umgebung verkauft worden. Die Hanfindooranlage habe im Zeit-

raum von ca. 1. Juli 2011 bis mindestens Ende September 2014 eine Gesamtern-

te von mindestens ca. 4'095 Kilogramm Marihuana (13 x 315 Kilogramm: 2011: 2 

Ernten; 2012: 4 Ernten; 2013: 4 Ernten; 2014: 3 Ernten) ergeben, wobei ein Um-

satz von insgesamt mindestens Fr. 20'475'000.– und damit ein grosser Gewinn 

von weit mehr als Fr. 10'000.– erzielt worden sei. 

Die Verteidigung anerkennt, dass der Beschuldigte an besagter Örtlichkeit Can-

nabis angebaut habe. Sie fordert indes einen teilweisen Freispruch, da die Men-

gen "vollkommen illusorisch" seien. Die hochgerechnete Erntemenge basiere auf 

"reichlich Phantasie" sowie der Annahme von perfekten Bedingungen. Tatsächlich 

sei die Herstellung dieses Naturproduktes nicht so einfach, wie man meinen könn-

te. Zudem sei der Beschuldigte nur während rund 2.5 Jahren involviert gewesen. 

Zwar sei der Raum schon früher angemietet worden, doch der Aufbau der Anlage 

habe Zeit gebraucht. Anerkannt würden daher lediglich 9 Ernten (und nicht 13, 

wie von der Anklage geltend gemacht), woraus insgesamt eine Menge von 217,6 

Kilogramm Marihuana resultiere. An dieser Menge habe der Beschuldigte nur ei-

nen Anteil von 50% gehabt (Urk. 179 S. 20 ff., Urk.196 S. 2). 

Die amtliche Verteidigung führte anlässlich der Berufungsverhandlung aus, die 

Menge betreffend den Anbau von Marihuana an der C._____-strasse in D._____ 

basiere auf reinen Mutmassungen. Es sei nicht nachvollziehbar, wie die Staats-

anwaltschaft auf die Anzahl Pflanzen von insgesamt 10'500 (6 x 1'750) gekom-

men sei. Gemäss der Verteidigung sei davon auszugehen, dass sich die Staats-

anwaltschaft auf die Aussagen von Q._____ abstütze. Dieser habe aber die Anla-

ge gar nie in Betrieb gesehen, sondern sei nur einmal zum Putzen vorbeigekom-

men. Die Zahl von 10'500 sei von ihm nie genannt worden. Weiter erschliesse 

sich aus der Anklageschrift nicht, wie die Zahl ermittelt worden sei (Urk. 234 S. 

-   38   - 

22). Da die erwirtschaftete Menge an Betäubungsmitteln vorliegend primär auf der 

Anzahl Pflanzen beruhe und die Ermittlung dieser Zahl wiederum auf der blossen 

Schätzung von Q._____ basiere, der gemäss eigenen Aussagen die Anlage nie 

gesehen habe, könne der Sachverhalt nicht als erstellt erachtet werden (Urk. 234 

S. 23). Ferner gebe es schriftliche Beweismittel dafür, welche die Annahme der 

Staatsanwaltschaft sowie der Vorinstanz, es habe sich um 10'500 Pflanzen ge-

handelt, widerlegten: Der Beschuldigte habe – so die Verteidigung – schriftlich er-

klärt, dass in D._____ vier Zelte bzw. Räume betrieben worden seien. Diese Aus-

sage korrespondiere mit der schriftlichen Notiz des Beschuldigten (Urk. 234 S. 26; 

Ordner 7 Urk. 012095), aus welcher der Ernteertrag pro Raum für zwei verschie-

dene Ernten hervorgehe. Insgesamt seien 56 Kilogramm geerntet worden; verteilt 

auf zwei Ernten ergebe das einen Durchschnitt von 26 Kilogramm pro Ernte. Fer-

ner stützten sich die Staatsanwaltschaft und die Vorinstanz auf ein Gutachten des 

Forensischen Instituts ab. Dieses sei nicht verwertbar, da der Beschuldigte weder 

an der Gutachtenserstellung beteiligt gewesen sei, noch den Gutachtern habe Er-

gänzungsfragen stellen können (Urk. 234 S. 27). Zudem gehe das Gutachten von 

vollkommen lebensfremden und vorliegend auch nicht relevanten Grundannah-

men aus. Zunächst werde im Gutachten ja der mögliche Ertrag pro Pflanze ange-

geben. Da die Anzahl der Pflanzen nicht bekannt sei, sei das Gutachten nicht 

aussagekräftig. Zusammenfassend könne betreffend die Anzahl Pflanzen einzig 

auf die Aussagen des Beschuldigten abgestellt werden (Urk. 234 S. 27, S. 30). 

Bei der Sachverhaltserstellung hat die Vorinstanz die wesentlichen Beweismittel, 

insbesondere die Aussagen des Beschuldigten und von Q._____ sowie die rele-

vanten Urkunden wiedergegeben und gewürdigt, worauf vollumfänglich verwiesen 

werden kann (Urk. 195 S. 82 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Dass der Beschuldigte an 

der besagten Liegenschaft zusammen mit mindestens einem Mittäter eine Han-

findooranlage betrieben hat, ist anerkannt und erstellt (vgl. Urk. 195 S. 82 ff.). Be-

stritten wird lediglich die Menge. Mit der Vorinstanz ist von der angeklagten Men-

ge von 4'095 Kilogramm Marihuana auszugehen. Entgegen den Ausführungen 

der Verteidigung kann zur Erstellung derselbigen durchaus auf die Miet- und 

Stromkosten sowie die weiteren Beweismittel abgestellt werden. Denn die durch 

sie aufgeworfene Behauptung, dass ein Mietvertrag sowie Stromrechnungen 

-   39   - 

"nichts" beweisen könnten (vgl. Urk. 179 S. 23), ist schon durch das Geständnis 

des Beschuldigten, dass dort eine Hanfindooranlage betrieben wurde, entkräftet. 

Die Mietfläche sowie der bezogene Strom wurden zum Hanfanbau verwendet. Die 

Stromabrechnungen der Anlage ab Juli 2011 bis September 2014 zeigen durch 

deren konstante Höhe einen durchgehenden Betrieb der Anlage (Ordner 7 Urk. 

012140 ff.), womit der Einwand der Verteidigung, dass der Aufbau Zeit gebraucht 

habe, zumindest für diese Periode widerlegt ist. Die geerntete Menge kann aus-

gehend von den äusseren Parametern sowie den weiteren Beweismitteln berech-

net werden. So beweisen die hohen Miet-, Strom- und Wasserkosten sowie die 

bezahlten Löhne (Ordner 7 Urk. 012140 ff., Urk. 012199 ff., Urk. 012246 ff. sowie 

Urk. 012205) Aufwendungen, welche gemäss wissenschaftlichen Daten und Un-

tersuchungen (vgl. hierzu nachfolgend) zu einem regelmässigen Ertrag in Höhe 

der eingeklagten Menge führen. Wenn dem nicht der Fall gewesen wäre, hätten 

sich auch die hohen monatlichen Kosten angesichts des eingegangenen Risikos 

nicht gelohnt. Damit ist die Behauptung der Verteidigung, dass der Betrieb nicht 

immer gut gelaufen sei, widerlegt und die von ihr behauptete Menge von 217,6 Ki-

logramm als völlig unrealistisch einzustufen. Die Ausführungen, dass tiefe bzw. 

hohe Temperaturen sowie zu wenig Wasser oder Schädlinge bzw. Schimmelpilz 

ganze Ernten zunichte machen könnten (Urk. 179 S. 20; Urk. 234 S. 28), sind all-

gemein gehalten und nicht konkretisiert. Sie sind daher als Schutzbehauptungen 

zu würdigen. Entgegen den Vorbringen der Verteidigung an der Berufungsver-

handlung ist nicht von lediglich vier Räumen auszugehen, in welchen Marihuana 

angepflanzt wurde. Zwar ist richtig, dass aus den handschriftlichen Notizen, auf 

welche die Verteidigung an der Berufungsverhandlung Bezug genommen hat, die 

geernteten Mengen für vier verschiedene Räume (R1 bis R4; Urk. 234 S. 26) er-

sichtlich werden. Insoweit die Verteidigung ausschliesslich die handschriftlichen 

Notizen betreffend die Räume R1-R4 erwähnt, und daraus folgert, es sei von vier 

Räumen auszugehen, stellt sie die Sachlage hingegen verkürzt dar. Aus den 

handschriftlichen Notizen, welche Eingang in den Polizeirapport gefunden haben, 

geht hervor, dass der Beschuldigte ferner die geerntete Menge für zwei weitere 

Räume bzw. Bereiche (D1-D2) handschriftlich festhielt (Ordner 7 Urk. 010295; 

012096). Betreffend die Räume/Bereiche D1 und D2 wurde, analog zu den Räu-

-   40   - 

men R1-R4, auch erfasst, dass ein Dritter eine bestimmte Menge erhalten hat, 

was ein klarer Hinweis dafür ist, dass in sämtlichen Räumen/Bereichen Marihua-

na angepflanzt und an Abnehmer übergeben wurde. Gestützt auf diese Notizen, 

welche offenbar auch die Verteidigung als massgeblich erachtet, ist somit von 

insgesamt sechs Räumen (R1-R4 und D1-D2) auszugehen. Ferner ergibt sich 

aus den handschriftlichen Notizen, dass der Beschuldigte die Anzahl Stecklinge 

notierte. In diesem Zusammenhang wurden die Zahlen 500, 1'750 und 2'300 no-

tiert. Mit Bezug auf einen Raum (R1) wird die Zahl 1'750 festgehalten (Ordner 7 

Urk. 012203). Daraus ist - auch ausgehend von der Grösse der Anlage - der 

Schluss zu ziehen, dass pro Raum mindestens 1'750 Setzlinge verwendet worden 

sind. Hierzu können auch die Aussagen von Q._____ herangezogen werden, 

welcher angab, dass es sich um eine riesige Hanfindoor gehandelt habe; so et-

was habe er noch nie gesehen (Ordner 45 Urk. 130257 ff. S. 2 ff.). Wenn man die 

Anzahl Pflanzen mit denjenigen der anderen Hanfindooranlagen vergleicht, so er-

scheint die Berechnung der Anklagebehörde betreffend die Hanfindooranlage in 

D._____ zudem als nachvollziehbar und plausibel. Ausgehend von der Menge 

Pflanzen (total ca. 10'500; Ordner 7 Urk. 012199 ff.), welche in einer Anlage der 

Grösse derjenigen an der C._____-strasse … in D._____ angebaut werden kön-

nen sowie ausgehend von vier Ernten pro Jahr ist gemäss dem Gutachten des 

Forensischen Instituts Zürich vom 2. April 2013 (Ordner 67 Urk. 190004 ff.; Ord-

ner 29 Urk. 041624 ff.) ein Ertrag von 30 Gramm pro Pflanze pro Ernte (gemäss 

Gutachten durchschnittlich 40 Gramm), mithin insgesamt ca. 315 Kilogramm (30 

Gramm x 10'500) möglich. Von diesen Werten ist auszugehen. Betreffend die 

Verwertbarkeit des Gutachtens ist festzuhalten, dass die Verteidigung jederzeit 

hätte Ergänzungsfragen zum Gutachten stellen können. Dies ist während des 

ganzen Verfahrens nicht geschehen, weshalb von einem Verzicht auf das Stellen 

von Ergänzungsfragen auszugehen ist. Das Gutachten des Forensischen Instituts 

ist daher verwertbar.  

Der Sachverhalt ist somit in Bezug auf eine Menge von 4'095 Kilogramm Mari-

huana (13 Ernten à 315 Kilogramm; 2011: 2 Ernten; 2012: 4 Ernten; 2013: 4 Ern-

ten; 2014: 3 Ernten) erstellt. Ausgehend von einem Kilopreis von Fr. 5'000.– re-

sultiert ein Umsatz von insgesamt mindestens Fr. 20'475'000.– und damit ein 

-   41   - 

Gewinn von weit mehr als Fr. 10'000.–. Der Beschuldigte handelte zudem zu-

sammen mit unbekannten Drittpersonen in Mittäterschaft, weshalb ihm selbstre-

dend die gesamte Menge - und nicht nur 50%, wie dies durch die Verteidigung 

geltend gemacht wird - anzurechnen ist.  

2.1.6.2. Ziff. 1.1.2.2. Hanfplantagen in der Westschweiz in den Jahren 2011 bis 

2013 (Pastis/Réglisse; Anklageschrift S. 18 f.) 

Gemäss Anklageschrift wird dem Beschuldigten vorgeworfen, zusammen mit 

AI._____ und AJ._____ sowie weiteren Personen Hanfindooranlagen in 

AK._____/NE sowie AL._____/JU betrieben zu haben, wobei der Beschuldigte bei 

beiden Hanfindooranlagen zu je 50% beteiligt gewesen sei. Das geerntete Mari-

huana habe der Beschuldigte in der Folge zumindest teilweise in der Stadt Zürich 

und Umgebung verkauft. Bei der Anlage in AK._____/NE handle es sich im Zeit-

raum von ca. September 2011 bis 1. November 2012 um die Ernte und den Ver-

kauf von mindestens 150 Kilogramm Marihuana und einen erzielten Umsatz von 

mindestens Fr. 1'000'000.– und bei der Anlage in AL._____/JU im Zeitraum von 

ca. Juli 2012 bis September 2013 um die Ernte und den Verkauf von 460 Kilo-

gramm Marihuana und einen Umsatz von rund Fr. 3'220'000.–. Mit diesen Anla-

gen sei ein grosser Gewinn von weit mehr als Fr. 10'000.– erzielt worden.  

Die Vorinstanz erachtete den Sachverhalt als erstellt, mit der Einschränkung, 

dass sie bei der Anlage in AL._____/JU von einer geringeren Menge von 250 Ki-

logramm Marihuana und entsprechend einem tieferen Umsatz, nämlich von rund 

Fr. 1'750'000.– ausgeht (Urk. 195 S. 102). Bei der Sachverhaltserstellung hat die 

Vorinstanz die wesentlichen Beweismittel, insbesondere die Aussagen des Be-

schuldigten, AM._____, AN._____, AO._____ sowie weiterer Personen wiederge-

geben und gewürdigt, worauf vollumfänglich verwiesen werden kann (Urk. 195 S. 

87 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO).  

Die Verteidigung führt aus, dass der Beschuldigte an den beiden Hanfindooranla-

gen nicht beteiligt gewesen sei und daher ein diesbezüglicher Freispruch bean-

tragt werde. Die Verfahren in der Westschweiz und nun im vorliegenden Fall wür-

den Unterschiede aufzeigen, so habe in den Westschweizer Verfahren AI._____ 

-   42   - 

als Kopf der Bande gegolten. Der Beschuldigte werde einzig durch AI._____ be-

lastet, dessen Aussagen allerdings nicht verwertbar seien. Die übrigen Hinweise 

auf den Beschuldigten seien ohne grössere Bedeutung und angesichts des Vor-

wurfs mager (Urk. 179 S. 23 f., Urk. 196 S. 2). Anlässlich der Berufungsverhand-

lung führte die Verteidigung hingegen aus, es bestünden zwar Aussagen, welche 

den Beschuldigten belasten würden, wobei festzustellen sei, dass diese eher von 

allgemeiner Natur seien. Die Aussagen seien ungeeignet, dem Beschuldigten 

spezifische Anbaumengen nachzuweisen. Der Haupttäter, AI._____, habe den 

Beschuldigten nie belastet (Urk. 234 S. 31). Ferner wies die Verteidigung darauf 

hin, dass dem Beschuldigten vorgeworfen werde, in AK._____ eine Hanfindooran-

lage betrieben zu haben, bei der 50 Kilogramm Marihuana geerntet worden sein 

sollen, wobei der eigentliche Täter, AI._____, für etwas völlig anderes belangt 

worden sei. Diesem sei vorgeworfen worden, dass man dort 7'530 Pflanzen sowie 

3.5 Kilogramm Marihuanapulver und 300 Gramm getrocknetes Marihuana gefun-

den habe (Urk. 234 S. 31).  

AI._____ wurde für seine Beteiligung an den beiden Hanfindooranlagen von 

AK._____/NE sowie AL._____/JU rechtskräftig verurteilt und hat diesbezüglich 

einlässliche Aussagen gemacht (Ordner 49 Urk. 150761 ff. S. 1 und Ordner 2 

Urk. 010369 ff.). Er sagte anlässlich des Verfahrens in der Westschweiz aus, dass 

der Beschuldigte beide Anlagen finanziert habe und insbesondere in AK._____ 

der Anstifter gewesen sei (Ordner 2 Urk. 010491 und Urk. 010543). Entgegen den 

Ausführungen der Verteidigung sind diese Aussagen verwertbar. So bestätigte 

AI._____ auch im vorliegenden Verfahren anlässlich der polizeilichen Einvernah-

me vom 15. August 2017, dass er bei Einvernahmen in der Westschweiz im Zu-

sammenhang mit dem Betrieb der beiden Hanfindooranlagen den Beschuldigten 

mehrfach namentlich erwähnt habe, sowie "was ich gesagt habe". Danach wollte 

er keine Aussagen mehr machen, da die Polizei ihm "keine Sicherheit bieten" 

könne (Ordner 49 Urk. 150761 ff. S. 2). In der Folge wurde AI._____ am 7. No-

vember 2017 der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vorgeführt zwecks Aussage 

als Auskunftsperson in Gegenwart des Beschuldigten sowie dessen Verteidigung. 

An diesem Tag waren sämtliche relevanten Personen vor Ort, so der Staatsan-

walt, die Protokollführerin, AI._____ und dessen Verteidigung, der Beschuldigte 

-   43   - 

und dessen Verteidiger sowie die Dolmetscherin. AI._____ weigerte sich in der 

Folge, das Einvernahmezimmer zu betreten und dem Beschuldigten gegenüber 

gestellt zu werden, da er um seine Sicherheit fürchte (Ordner 49 Urk. 150789 f.). 

Die Untersuchungsbehörde hat durch die Zuführung alles unternommen, um die 

Teilnahmerechte des Beschuldigten zu wahren. Weiter waren an jenem Tag wie 

erwähnt auch der Beschuldigte und dessen (ursprünglicher) Verteidiger anwe-

send. Diese haben gemäss den Akten nicht auf der Konfrontation bestanden 

(Ordner 49 Urk. 150789). Zudem verweigerte AI._____ die Aussage mit der Sorge 

um seine Sicherheit, was als berechtigter Grund anzurechnen ist. Wie sich nach-

folgend zeigen wird, stützt sich die Sachverhaltserstellung auch auf weitere Be-

weismittel. Unter Hinweis auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung kann mithin 

festgehalten werden, dass die Einvernahmen von AI._____ verwertbar sind (vgl. 

u.a. Urteil des Bundesgerichts 6B_961/2016 vom 10. April 2017, E. 3.3.1, mit wei-

teren Hinweisen). Auf den Umstand, dass man das Verfahren in der Westschweiz 

nicht eins zu eins mit dem vorliegenden Verfahren vergleichen kann, hat die Vo-

rinstanz mit Bezug auf den entsprechenden Einwand der Verteidigung schon hin-

gewiesen. So ist die Anklage anders aufgebaut und der Beschuldigte war in das 

Verfahren nicht involviert (vgl. Urk. 195 S. 102).  

Die Beteiligung des Beschuldigten an den beiden Hanfindooranlagen ist zudem 

durch die Aussagen von weiteren Personen nachgewiesen: 

So sagte AM._____ aus, dass ihm der Beschuldigte und AI._____ vorgeschlagen 

hätten, in AK._____ in der Hanfindoorplantage zu arbeiten, er habe dort das Ma-

rihuana geschnitten, getrocknet und verpackt (Ordner 47 Urk. 140587 ff. S. 4 f. 

und S. 11). AI._____ habe ihm mitgeteilt, dass die Hanfplantage in AK._____ dem 

Beschuldigten und ihm gehöre (Ordner 47 Urk. 140587 ff. S. 7 f.). Es sei jeweils 

der Beschuldigte gewesen, welcher ihm mitgeteilt habe, dass es wieder Arbeit in 

der Plantage gebe. Abhol- und Abladeort bei der Fahrt zur Plantage und zurück 

sei im Normalfall der Wohnort des Beschuldigten gewesen (Ordner 47 

Urk. 140587 ff. S. 8 f.). Für seine Arbeit habe ihn jeweils der Beschuldigte bezahlt 

(Ordner 47 Urk. 140587 ff. S. 10). Später sei er auch in der Hanfindooranlage in 

AL._____ tätig gewesen. Angefragt habe ihn der Beschuldigte, welcher ihn auch 

dorthin gebracht, ihm die Anlage gezeigt und ihn vorgestellt habe (Ordner 47 

-   44   - 

Urk. 140587 ff. S. 12 f.). Auch dort sei er mit Verarbeiten, Trocknen und Verpa-

cken beschäftigt gewesen (Ordner 47 Urk. 140587 ff. S. 11 f.). Diese Anlage habe 

AI._____ und gemäss dessen Aussage nach auch dem Beschuldigten gehört 

(Ordner 47 Urk. 140587 ff. S. 13). Auch für diese Arbeit in AL._____ sei er norma-

lerweise am Wohnort des Beschuldigten jeweils abgeholt und wieder abgeladen 

worden, ebenso sei er ausschliesslich vom Beschuldigten bezahlt worden (Ordner 

47 Urk. 140587 ff. S. 14 ff.). Die Aufträge habe ihm jeweils der Beschuldigte ge-

geben (Ordner 47 Urk. 140587 ff. S. 15 f.).  

AN._____ führte aus, dass er bei der Hanfindooranlage in AL._____/JU gearbeitet 

habe, zunächst beim Aufbau der Anlage und dann bei Gärtnerarbeiten (Bewäs-

sern, Schneiden etc.). AI._____ habe ihm gesagt, dass die Anlage zu je 50% ihm 

und dem Beschuldigten gehöre (Ordner 46 Urk. 140067 ff. S. 4 f.). Es sei der Be-

schuldigte gewesen, welcher ihn für diese Arbeit angefragt habe; er habe ihn 

auch nach AL._____ gefahren (Ordner 46 Urk. 140067 ff. S. 6 f.). Den Lohn habe 

ihm ebenfalls der Beschuldigte in bar bezahlt (Ordner 46 Urk. 140067 ff. S. 10). 

Das abgepackte Gras hätten sie jeweils auf zwei gleich grosse Haufen verteilen 

müssen, wobei ein Haufen für AI._____ und der andere für den Beschuldigten 

bestimmt gewesen sei (Ordner 46 Urk. 140067 ff. S. 11). Der Beschuldigte habe 

dann den einen Haufen abgeholt und AI._____ den anderen (Ordner 46 Urk. 

140067 ff. S. 14). Wenn er, AN._____, Auslagen gehabt habe wie z.B. das Mieten 

von Baugeräten etc., seien diese immer vom Beschuldigten bezahlt worden (Ord-

ner 46 Urk. 140067 ff. S. 12). Und wenn er in AP._____ im AQ._____ habe Dün-

ger holen müssen, habe er nie etwas dafür bezahlen müssen, sondern habe nur 

sagen können, dass er im Auftrag von A._____ komme (Ordner 46 Urk. 140067 ff. 

S. 16 f.).  

Die Beteiligung des Beschuldigten an diesen Anlagen ergibt sich somit auch aus 

den entsprechenden Aussagen von AM._____ und AN._____, welche beide un-

abhängig voneinander ausführten, dass ihnen dies durch AI._____ so mitgeteilt 

wurde. Es gibt keine Gründe, an der Glaubhaftigkeit dieser Aussagen zu zweifeln. 

Weitere Anhaltspunkte für die Beteiligung des Beschuldigten an den Anlagen fin-

den sich ebenfalls in den Aussagen von AO._____ und AR._____, diesbezüglich 

-   45   - 

kann - um unnötige Wiederholungen zu vermeiden - auf deren Zusammenfassung 

und Würdigung durch die Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 195 S. 95 ff.). Dass 

der Beschuldigte massgeblich in den Betrieb beider Plantagen involviert war, 

ergibt sich auch aus weiteren Umständen: So rekrutierte er einen Teil der Ange-

stellten, wies diese vor Ort ein, bot diese zu den Einsätzen auf und entlöhnte sie 

in der Folge. Er war zudem für die Finanzierung von Anschaffungen sowie den 

Einkauf von Dünger zuständig und erhielt einen Teil der Ernte. Die Beteiligung 

des Beschuldigten an den beiden Anlagen zusammen mit weiteren Personen ist 

daher erstellt.  

Zu den Mengen Marihuana für die entsprechenden Zeiträume ist Folgendes aus-

zuführen: AM._____ sagte aus, dass er selber bei beiden Plantagen je mindes-

tens 50 Kilogramm Marihuana mitgeerntet habe (Ordner 47 Urk. 140587 S. 10 f. 

und S. 16). Insgesamt seien bei der Hanfindooranlage in AK._____ im Zeitraum 

von ca. September 2011 bis 1. November 2012 zwischen mindestens 150 und 

maximal 300 Kilogramm Marihuana produziert und verkauft und ein Umsatz von 

mindestens Fr. 1 Mio. und maximal Fr. 2 Mio. erzielt worden (Ordner 47 

Urk. 140587 ff. S. 4). Da AM._____ beim Schneiden und insbesondere auch beim 

Verpacken dabei war, sind seine Aussagen als sehr glaubhaft einzustufen. Mit der 

Vorinstanz (Urk. 195 S. 102) ist daher die (Minimal-)Menge von 150 Kilogramm 

Marihuana bezüglich der Plantage in AK._____ für den Zeitraum von September 

2011 bis 1. November 2012 erstellt. Bei der Plantage in AL._____ bestätigte 

AM._____, dass im Zeitraum von ca. Juli 2012 bis September 2013 rund 460 Ki-

logramm Marihuana produziert und verkauft und ein Umsatz von rund Fr. 

3'220'000.– erzielt worden sei (Ordner 47 Urk. 140587 ff. S. 11). Auch hier gibt es 

auf Grund der Tätigkeit von AM._____ in dieser Anlage keinen Grund, an seinen 

Aussagen zu zweifeln. Die Vorinstanz sieht indessen eine geringere Menge, näm-

lich 250 Kilogramm, als erstellt (Urk. 195 S. 102). Sie ging von den Aussagen von 

AN._____ aus, welcher die Ernte auf zwischen 250 und 400 Kilogramm schätzte 

(Ordner 46 Urk. 140039 ff. S. 5 und Urk. 140067 ff. S. 13 f.). Auf Grund des Ver-

schlechterungsverbots (Art. 391 Abs. 2 StPO) ist von der durch die Vorinstanz 

ermittelten Mengen bzw. von dem durch sie angenommenen Umsatz auszuge-

hen.  

-   46   - 

Der Sachverhalt ist somit hinsichtlich einer Menge von insgesamt 400 Kilogramm 

(150 plus 250) Marihuana sowie einem Umsatz von Fr. 2.75 Mio. (Urk. 195 

S. 102) erstellt.  

2.1.6.3. Ziff. 1.1.2.3. Hanfplantagen mit Q._____ in Zürich und Umgebung in den 

Jahren 2012 bis 2015 (Vorgänge 7, 9, 11 und 15; Anklageschrift S. 20 ff.) 

Gemäss Anklageschrift wird dem Beschuldigten vorgeworfen, zusammen mit 

Q._____ in Zürich und Umgebung in den Jahren 2012 bis 2015 vier Hanfplanta-

gen betrieben zu haben, nämlich an der AS._____-strasse … in AT._____, am 

AU._____-weg … in … Zürich, an der AV._____-strasse … in … Zürich sowie an 

der AW._____-strasse … in AX._____. Diese Plantagen hätten zwischen April 

2012 und August 2015 insgesamt eine Gesamternte von mindestens ca. 233 Ki-

logramm Marihuana ergeben, wobei ein Umsatz von insgesamt mindestens 

Fr. 1'376'400.– und damit ein grosser Gewinn von weit mehr als Fr. 10'000.– er-

zielt worden sei.  

Die Verteidigung fordert betreffend diesen Vorwurf einen teilweisen Freispruch. 

Der Beschuldigte anerkenne den Vorwurf teilweise, bestritten würden indes ins-

besondere die angebauten Mengen, da sich diese einzig auf die Aussagen von 

Q._____ stützen würden. Bei der AS._____-strasse … in AT._____ habe der Be-

schuldigte zwar den unerlaubten Handel mit Betäubungsmitteln finanziert und die 

von Q._____ geernteten Betäubungsmittel verkauft. Indes habe er die Anlage 

nicht betrieben, dies sei Q._____s Privatanlage gewesen. Die angeklagten Men-

gen seien zudem unrealistisch. Er sei ein blutiger Anfänger gewesen und habe 

keine Ahnung vom "Growen" gehabt. Anerkannt werde die Finanzierung bzw. der 

Verkauf von 14 Kilogramm Marihuana. Bei der Anlage am AU._____-weg … in … 

Zürich sei es so, dass diese von AH._____ betrieben worden sei und der Be-

schuldigte nach dessen Verhaftung lediglich Q._____ angefragt habe, ob er sich 

darum kümmern würde. Der Beschuldigte habe mithin lediglich den Kontakt ver-

mittelt. Anerkannt werde hier die Entgegennahme von 2 Kilogramm Marihuana. 

Bei der Hanfplantage an der AV._____-strasse … in … Zürich werde die Abnah-

me und der Verkauf von drei Lieferungen à 2 Kilogramm Marihuana, mithin ge-

samthaft 6 Kilogramm, anerkannt. Anerkannt werde weiter der gemeinsame Be-

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trieb der Hanfplantage an der AW._____-strasse … in AX._____, indes lediglich 

eine Menge von 9 Ki