# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7dda0c5c-a39e-573c-9058-9ec0b678129c
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-01-13
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 13.01.2021 IV 2019/17
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2019-17_2021-01-13.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2019/17

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 01.04.2021

Entscheiddatum: 13.01.2021

Entscheid Versicherungsgericht, 13.01.2021
Art. 28 IVG. Beweiskraft der RAD-Stellungnahmen bejaht. Anspruch auf eine 
unbefristete Rente bei 100%-iger Arbeitsfähigkeit in angepassten 
Tätigkeiten verneint. Zusprache einer befristeten ganzen Rente (Entscheid 
des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 13. Januar 2021, IV 
2019/17).

Entscheid vom 13. Januar 2021

Besetzung

Präsidentin Miriam Lendfers, Versicherungsrichter Joachim Huber und 

Versicherungsrichterin Karin Huber-Studerus; Gerichtsschreiber Markus Lorenzi

Geschäftsnr.

IV 2019/17

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

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Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.  

A.___ (nachfolgend: Versicherte) meldete sich im November 2015 zum Bezug von 

Leistungen der Invalidenversicherung (IV) an. Als gesundheitliche Beeinträchtigung gab 

sie einen am 22. Dezember 2014 erlittenen Unfall an (IV-act. 1).

A.a. 

Die Versicherte hat keine Ausbildung absolviert und war von April 1997 bis 31. 

Dezember 2015 (letzter effektiver Arbeitstag am 5. Januar 2015) als Mitarbeiterin 

Verkauf (Food; seit 2005 im Pensum von 80%) bei der B.___ tätig (IV-act. 13, 15). 

Daneben arbeitet(e) sie bei der C.___ AG in Heimarbeit (IV-act. 17).

A.b. 

Aus den Berichten des Behandlers und Operateurs Dr. med. D.___, Orthopädische 

Chirurgie FMH, geht hervor, dass sich die Versicherte nach dem Unfall mehreren 

Knieoperationen rechts unterziehen musste (Knie-Arthroskopie mit medialer 

Teilmeniskektomie [März 2015; IV-act. 23-4], valgisierende Tibiakopfosteotomie [Juli 

2015; IV-act. 23], Metallentfernung am proximalen rechten Unterschenkel [August 

2016; IV-act. 51], Knieteilprothese rechts [Februar 2017; IV-act. 61]). Mit Bericht vom 9. 

Juni 2017 diagnostizierte Dr. D.___ eine progrediente Gonarthrose rechts und links, 

eine Adipositas (BMI > 40), eine arterielle Hypertonie sowie rezidivierende Lumbalgien 

bei mässigen degenerativen LWS Veränderungen. Es bestehe eine verminderte 

Belastbarkeit beider Kniegelenke. Längeres Stehen, Treppensteigen und Tragen von 

grösseren Lasten führten zu vermehrten Beschwerden. In der angestammten Tätigkeit 

(Verkauf Lebensmittel) bestehe geschätzt eine 50%-ige Leistungsfähigkeit. Bei 

angepasster Tätigkeit sei aus medizinischer Sicht eine Arbeit im vollen zeitlichen 

Rahmen zumutbar (IV-act. 60).

A.c. 

Dr. med. E___, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, hatte mit Bericht vom 3. Juni 

2017 eine rezidivierende depressive Störung, nicht näher bezeichnet (ICD-10: F33.9), 

diagnostiziert. Im Vordergrund des Zustandsbilds stehe die körperliche Symptomatik. 

A.d. 

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Nebst Kniebeschwerden leide die Versicherte an Rückenschmerzen, Adipositas, 

Hypertonie und Diabetes mellitus Typ 2. Daneben bestehe eine depressive 

Symptomatik mit Angst vor der Zukunft, Verzweiflung, Unsicherheit, Energielosigkeit, 

Müdigkeit, Erschöpfung, Stimmungsinstabilität und Schlafstörungen. Es bestehe eine 

100%-ige Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit. Die Höhe der 

Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit sei von den körperlichen Beschwerden 

abhängig (IV-act. 59).

Dr. med. F.___ vom regionalen ärztlichen Dienst (RAD), Praktische Ärztin und 

zertifizierte medizinische Gutachterin (SIM), erachtete mit Stellungnahme vom 9. 

August 2017 den Gesundheitszustand der Versicherten als stabil. Der Beginn der 

Arbeitsunfähigkeit könne auf Dezember 2014 festgelegt werden. Die angestammte 

Tätigkeit im Lebensmittelverkauf könne maximal zu 50% ausgeübt werden, da es sich 

um eine stehende und gehende Tätigkeit mit hoher Belastung der Kniegelenke handle. 

In adaptierter Tätigkeit (körperlich leicht, wechselbelastend und rückenadaptiert, ohne 

längeres Stehen, ohne häufiges Treppensteigen, ohne Knien oder Kauern, ohne Hebe- 

und Tragebelastungen über 10 bis 15 Kilogramm) sei die Versicherte ab Juni 2017 zu 

100% arbeitsfähig (IV-act. 61).

A.e. 

Mit Vorbescheid vom 11. August 2017 kündigte die IV-Stelle bei einem 

Invaliditätsgrad von 2% (im Aufgabenbereich/Haushalt, der – neben 80% Erwerbsanteil 

– mit 20% gewichtet wurde) die Verneinung eines Rentenspruchs an (IV-act. 64), 

wogegen die Versicherte am 1. September 2017 Einwand erhob (IV-act. 65). Dabei 

reichte sie einen Bericht von Dr. med. G.___, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin 

FM, vom 1. September 2017 ein. Dieser diagnostizierte neu zusätzlich ein chronisches 

Schmerzsyndrom. Die Versicherte klage über diffuse Schmerzen im Bereich der LWS 

und am ganzen Körper. Es bestehe zudem auch ein depressives Syndrom mit einer 

Somatisierungstendenz. Aufgrund des chronischen Schmerzsyndroms sei die 

Arbeitsfähigkeit erheblich eingeschränkt (IV-act. 66). Dr. med. H.___, Arzt der 

Rheumatologie des Spitals I.___, diagnostizierte mit Bericht vom 19. Januar 2018 

ebenfalls eine chronische Schmerzerkrankung (im Sinne einer zentralen 

Schmerzdysregulation) sowie ergänzend eine Grosszehengrundgelenksarthrose links. 

Neben den lokalisierten Schmerzen (im Rahmen der bekannten und bildgebend 

dokumentierten degenerativen Veränderungen) habe sich bei der Versicherten ein 

A.f. 

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Ganzkörperschmerz herausgebildet, welcher mutmasslich einer Schmerzdysregulation 

im Sinne des zentralen Schmerzes zuzuordnen sei. Eine wichtige Rolle dürfte 

gleichzeitig das erhebliche Übergewicht der Patientin spielen. Die Arbeitsfähigkeit sei 

erheblich eingeschränkt (IV-act. 76).

Mit Stellungnahme vom 1. Oktober 2018 kam Dr. F.___ zum Schluss, dass 

vorgenannte Beurteilungen der Dres. G.___ und H.___ vollumfänglich auf den 

subjektiven Beschwerden der Versicherten beruhten. Die versicherungsmedizinische 

Beurteilung berücksichtige die objektiven Befunde, welche sich gegenüber der 

Stellungnahme vom 9. August 2017 nicht verändert hätten. Aus somatischer Sicht 

würden degenerative Veränderungen an der LWS, beiden Knien und im 

Grosszehengrundgelenk links vorliegen. Belastungsabhängige Schmerzen an diesen 

Lokalisationen seien nachvollziehbar, Dauerschmerzen am ganzen Körper aber nicht. 

Die Problematik werde durch das massive Übergewicht akzentuiert, so dass der 

Einhaltung leidensadaptierter Konditionen besondere Beachtung geschenkt werden 

müsse. Aus psychiatrischer Sicht sei die Arbeitsfähigkeit nicht reduziert, da diese von 

den körperlichen Einschränkungen bestimmt werde. An der bisherigen Einschätzung 

(volle Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit) könne festgehalten werden (IV-act. 87).

A.g. 

Mit Bericht vom 30. November 2018 (nach interdisziplinärer ambulanter 

Sprechstunde am Spital I.___ vom 26. Oktober 2018 in den Disziplinen Rheumatologie, 

Anästhesie, Neurologie, Psychiatrie, Radiologie und Physiotherapie) hielt Dr. H.___ an 

den gestellten Diagnosen fest. Wenngleich bei chronischen Schmerzpatienten die 

Prognose erfahrungsgemäss nur eingeschränkt einzuschätzen sei, würde man im Falle 

der Versicherten davon ausgehen, dass sie, da motiviert, bei Erfolg der therapeutischen 

Massnahmen unter behutsamer Pensumssteigerung wieder in einen Arbeitsprozess 

integriert werden könnte, sofern die Tätigkeit ihrem Leistungsprofil angepasst werde. 

Es werde zu beachten sein, dass eine Tätigkeit ohne körperliche Zwangshaltung, also 

mit der Möglichkeit wechselnder Körperhaltung, ausgeübt werde, ohne Heben und 

Tragen schwerer Lasten (nicht schwerer als 5 Kilogramm) und in geschlossenen 

Räumen ohne Zugluftgefährdung (IV-act. 92).

A.h. 

Mit Stellungnahme vom 10. Dezember 2018 hielt Dr. F.___ unverändert an ihrer 

Arbeitsfähigkeitsschätzung fest (IV-act. 95).

A.i. 

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B.  

Erwägungen

1.

Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist ein Rentenanspruch 

der Beschwerdeführerin.

Mit Verfügung vom 10. Dezember 2018 verneinte die IV-Stelle bei 100%-iger 

Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit und einem Invaliditätsgrad von 2% einen 

Rentenanspruch (IV-act. 96).

A.j. 

Gegen diese Verfügung reichte die Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin) 

am 19. Januar 2019 Beschwerde ein. Es wird beantragt, dass die Verfügung der IV-

Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) aufzuheben und eine ganze Rente 

auszurichten sei. Eventualiter sei die Verfügung aufzuheben und der Fall zur weiteren 

Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Es sei die unentgeltliche 

Prozessführung zu bewilligen (act. G 1).

B.a. 

Mit Beschwerdeantwort vom 27. Februar 2019 beantragte die 

Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (act. G 5).

B.b. 

Mit Schreiben vom 4. März 2019 wurde dem Gesuch der Beschwerdeführerin um 

Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege, umfassend die Befreiung von den 

Gerichtskosten, entsprochen (act. G 6).

B.c. 

Mit Replik vom 2. April 2019 hielt die Beschwerdeführerin an ihren Anträgen und 

deren Begründungen fest und reichte zwei weitere ärztliche Berichte ein (act. G 8, 8.1 

f.). Die Beschwerdegegnerin hat auf die Einreichung einer Duplik verzichtet (act. G 10).

B.d. 

Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie den Inhalt der 

übrigen Akten wird, soweit entscheidwesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen 

eingegangen.

B.e. 

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2.  

Gemäss Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) wird unter Invalidität die voraussichtlich 

bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit 

verstanden. Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der 

körperlichen oder geistigen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung 

und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten 

auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 

Der Grad der für einen allfälligen Rentenanspruch massgebenden Invalidität wird 

gemäss Art. 16 ATSG durch einen Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das 

Einkommen, das die versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach der 

Durchführung der notwendigen und zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei 

ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in 

Beziehung gesetzt wird zum Einkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 

geworden wäre (Valideneinkommen). Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die 

Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) besteht Anspruch auf eine ganze 

Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 70%, auf eine 

Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von 

mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem 

Invaliditätsgrad von mindestens 40% auf eine Viertelsrente. Der Rentenanspruch 

entsteht frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des 

Leistungsanspruchs (vgl. Art. 29 Abs. 1 IVG).

2.1. 

Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im 

Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung 

zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 

Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige 

Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten 

Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen). Für das 

gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt der 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben die Versicherungsträger und 

das Sozialversicherungsgericht die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche 

Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des 

Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen 

Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten 

2.2. 

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3.

Um den Invaliditätsgrad festlegen zu können, muss die Arbeitsfähigkeit der 

Beschwerdeführerin mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

feststehen.

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden 

ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der 

medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten 

begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen).

Im Sozialversicherungsrecht gilt der Untersuchungsgrundsatz. Verwaltung und 

Sozialversicherungsgericht haben von sich aus für die richtige und vollständige 

Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen (BGE 122 V 158 E. 1a). 

Rechtserheblich sind alle Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den 

streitigen Anspruch so oder anders zu entscheiden ist. In diesem Rahmen haben 

Verwaltungsbehörden und das Sozialversicherungsgericht zusätzliche Abklärungen 

stets dann vorzunehmen oder zu veranlassen, wenn hierzu aufgrund der 

Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebenden Anhaltspunkte 

hinreichender Anlass besteht (BGE 117 V 282 f. E. 4a). In beweisrechtlicher Hinsicht gilt 

der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben die urteilenden Instanzen 

die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 

pflichtgemäss zu würdigen. Die Verwaltung resp. das Gericht dürfen eine Tatsache nur 

dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Im 

Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht 

etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts 

genügt den Beweisanforderungen nicht. Das Gericht hat vielmehr jener 

Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen möglichen Geschehensabläufen als 

die wahrscheinlichste würdigt (BGE 126 V 360 E. 5b mit Hinweisen).

2.3. 

Die Beschwerdegegnerin stützt sich für die Ablehnung des Rentenanspruchs 

entscheidend auf die Stellungnahmen der RAD-Ärztin Dr. F.___, welche (in Würdigung 

der medizinischen Aktenlage, indes ohne eigene Untersuchung) der 

Beschwerdeführerin in adaptierter Tätigkeit ab Juni 2017 eine 100%-ige 

Arbeitsfähigkeit bescheinigte (IV-act. 61, 87, 95).

3.1. 

Nach der Rechtsprechung ist es zulässig, im Wesentlichen oder einzig auf 

versicherungsinterne medizinische Unterlagen abzustellen. In solchen Fällen sind an 

3.2. 

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die Beweiswürdigung jedoch strenge Anforderungen in dem Sinne zu stellen, dass bei 

auch nur geringen Zweifeln an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen 

Feststellungen ergänzende Abklärungen vorzunehmen sind. Selbst nicht auf eigenen 

Untersuchungen beruhende Berichte und Stellungnahmen regionaler ärztlicher Dienste 

können beweiskräftig sein, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im 

Wesentlichen nur um die Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen 

Sachverhalts geht, mithin die direkte fachärztliche Befassung mit der versicherten 

Person in den Hintergrund rückt (Urteil des Bundesgerichts vom 4. November 2016, 

9C_558/2016, E. 6.1, mit Hinweisen).

In somatischer Hinsicht stützte sich Dr. F.___ bei der Beurteilung der 

Arbeitsfähigkeit in erster Linie auf die Arztberichte des behandelnden Dr. D.___. 

Bezüglich der körperlichen Problematik liegt ein weitgehend lückenloser Befund vor 

und die Diagnosen (Knieproblematik rechts, Gonarthrose links, Adipositas, arterielle 

Hypertonie, rezidivierende Lumbalgien bei mässigen degenerativen LWS 

Veränderungen [IV-act. 60-2]; Grosszehengrundgelenksarthrose links [IV-act. 76-3]) 

sind unbestritten. Auch Dr. D.___ attestierte der Beschwerdeführerin in angepasster 

Tätigkeit eine volle Arbeitsfähigkeit (IV-act. 60-3). Dr. F.___ berücksichtigte im 

Zumutbarkeitsprofil (körperlich leicht, wechselbelastend und rückenadaptiert, ohne 

längeres Stehen, ohne häufiges Treppensteigen, ohne Knien oder Kauern, ohne Hebe- 

und Tragebelastungen über 10 bis 15 Kilogramm; IV-act. 61-2) die zugestandenen 

Beeinträchtigungen und es erscheint einleuchtend, dass bei Einhaltung desselben eine 

volle Arbeitsfähigkeit zumutbar sein sollte. Zwar spricht Dr. H.___ mit Bericht vom 30. 

November 2018 noch von einer 100%-igen Arbeitsunfähigkeit; auch er geht indes 

davon aus, dass sich die Beschwerdeführerin unter behutsamer Pensumssteigerung 

wieder in einen Arbeitsprozess integrieren könne, sofern die Tätigkeit ihrem 

Leistungsprofil angepasst sei (IV-act. 92-2). Es besteht damit kein nicht ausräumbarer 

Widerspruch zwischen den Beurteilungen der Dres. D.___ und F.___ sowie Dr. H.___ 

auf der anderen Seite. Bei der Einschätzung einer 100%-igen Arbeitsfähigkeit handelt 

es sich um die ausschlaggebende medizinisch-theoretische Beurteilung, bei der 

Empfehlung eines schrittweisen Ausbaus des Arbeitspensums bei therapeutischen 

Massnahmen hingegen lediglich um einen Hinweis zur realen Umsetzung der 

beruflichen Eingliederung. Dementsprechend spricht Dr. H.___ selbst von einer "sozial-

medizinischen" Stellungnahme (IV-act. 92-2). Insgesamt erscheint damit der 

somatische Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin durch die behandelnden 

Ärzte genügend erstellt, so dass Dr. F.___ gestützt darauf eine Beurteilung – auch ohne 

eigenen Untersuch – per Juni 2017 (nach Rehabilitation der Operation [Knieteilprothese 

rechts] im Februar 2017) abgeben konnte.

3.3. 

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Bezüglich der psychischen Problematik stützte sich Dr. F.___ insbesondere auf die 

Berichte von Dr. E___ (IV-act. 48, 59). Diese diagnostizierte aus psychiatrischer Sicht 

eine rezidivierende depressive Störung (nicht näher bezeichnet). Die Stellenkündigung 

aufgrund der körperlichen Beschwerden habe zum Ausbruch der depressiven 

Symptomatik geführt. Die Beschwerdeführerin mache sich grosse Sorgen um ihre 

Zukunft, leide an ausgeprägter Schlafstörung, sei innerlich angespannt, verzweifelt und 

misstrauisch. Die Prognose sei wegen der somatischen Symptomatik schlecht (Bericht 

vom 9. Juni 2016; IV-act. 48). Mit Bericht vom 3. Juni 2017 hielt Dr. E___ an der 

Diagnose fest. Im Vordergrund des Zustandsbildes stehe die körperliche Symptomatik. 

Es bestehe aber auch die depressive Symptomatik (Angst vor der Zukunft, 

Verzweiflung, Unsicherheit, Energielosigkeit, Müdigkeit, Erschöpfung, 

Stimmungsinstabilität und Schlafstörung). Die gesundheitliche Störung wirke sich bei 

der bisherigen Tätigkeit durch eine Bewegungseinschränkung aus, sowohl wegen des 

Übergewichts, als auch wegen der Knieproblematik. Die Arbeitsfähigkeit sei von den 

körperlichen Beschwerden abhängig (IV-act. 59). Gestützt auf diese Berichte leuchtet 

es ein, dass Dr. F.___ der Beschwerdeführerin aus rein psychiatrischer Sicht keine 

Arbeitsunfähigkeit attestierte (IV-act. 61-2, 87-1), zumal Dr. E___ diese einzig von den 

somatischen Beschwerden abhängig machte und implizit aus psychiatrischer Sicht 

keine Einschränkungen ausmachte (IV-act. 59-3). Damit liegt der Schluss nahe, dass es 

sich gemäss der behandelnden Psychiaterin bei der depressiven Symptomatik um 

keinen allenfalls anspruchsrelevanten verselbständigten Gesundheitsschaden handelt. 

Es ist auch schlüssig, dass Dr. F.___ der Beschwerdeführerin bezüglich der anlässlich 

der interdisziplinären ambulanten Sprechstunde vom 26. Oktober 2018 diagnostizierten 

chronischen Schmerzerkrankung im Sinne einer zentralen Schmerzdysregulation (IV-

act. 92) keine relevante Arbeitsunfähigkeit bescheinigte. Diesbezüglich sei wiederum 

auf den Bericht von Dr. H.___ vom 30. November 2018 verwiesen, gemäss welchem – 

wie erwähnt (vgl. vorstehende E. 3.3) – eine Wiedereingliederung in den Arbeitsprozess 

trotz der Schmerzerkrankung und der somatischen Problematik grundsätzlich als 

zumutbar erachtet wird. Insgesamt erscheint damit auch der psychische 

Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin durch die Berichte der behandelnden 

Ärzte als genügend erstellt, so dass Dr. F.___ gestützt darauf eine rechtsgenügliche 

Beurteilung abgeben konnte. Daran ändert der am 24. Februar 2019 und damit nach 

Verfügungserlass erstellte Bericht von Dr. E___ nichts (act. G 8.1). Zwar bescheinigt sie 

der Beschwerdeführerin darin – im Gegensatz zum Bericht vom 3. Juni 2017 – auch 

aufgrund der psychischen Symptomatik eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit in 

sämtlichen Tätigkeiten. Sie begründet ihre geänderte Einschätzung indes nicht näher, 

weshalb diese Beurteilung keine Zweifel an der Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. 

F.___ zu begründen vermag.

3.4. 

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4.  

Die mit Beschwerde und Replik geltend gemachten (neurologischen) Beschwerden 

(starke Ameisengefühle und Parese im rechten Bein [act. G 1]; neurologische Ausfälle 

und eine teilweise Lähmung der rechten Seite [act. G 8]) wurden im 

Verfügungszeitpunkt (10. Dezember 2018) noch nicht beklagt. Untersuchungen dazu 

konnten demensprechend unterbleiben. Eine allfällige seit Verfügungserlass 

eingetretene Verschlechterung des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin 

wäre im Rahmen einer Neuanmeldung bei der Beschwerdegegnerin geltend zu 

machen.

3.5. 

Zusammengefasst ist festzuhalten, dass der medizinische Sachverhalt per 

Verfügungszeitpunkt (10. Dezember 2018) rechtsgenüglich abgeklärt wurde bzw. zu 

diesem Zeitpunkt keine auch nur geringen Zweifel an der Schlüssigkeit der 

versicherungsinternen (Arbeitsfähigkeits-)Beurteilung vorliegen. Damit gilt die 

Beschwerdeführerin ab Juni 2017 (nach Abschluss der letzten Rehabilitationszeit, vgl. 

den Bericht von Dr. D.___ vom 9. Juni 2017, IV-act. 60-3 Ziff. 1.7) in adaptierter 

Tätigkeit als zu 100% arbeitsfähig. Folglich besteht ab diesem Zeitpunkt offenkundig 

kein rentenbegründender Invaliditätsgrad von mindestens 40%, sodass die konkrete 

Bemessung des Invaliditätsgrads unterbleiben kann.

3.6. 

Anders sieht es bezüglich des retrospektiven Verlaufs aus. Der frühestmögliche 

Rentenbeginn fällt bei Anmeldung im November 2015 (IV-act. 1) auf den 1. Mai 2016 

(vgl. Art. 29 Abs. 1 und 3 IVG). Die Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit ist 

im Dezember 2014 eingetreten. Es erscheint vertretbar, für die 12 Monate vor Mai 2016 

davon auszugehen, dass die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin zu 

durchschnittlich mindestens 40% eingeschränkt war und sie damit das Wartejahr erfüllt 

hat (vgl. Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG). Denn nach der Operation vom 10. März 2015 erfolgte 

bereits am 6. Juli 2015 eine weitere Operation. Dr. D.___ sah am 8. Oktober 2015 

offenbar noch keine Arbeitsfähigkeit (vgl. IV-act. 40-9). RAD-Ärztin Dr. F.___ ging am 

4. Januar 2016 von einer Arbeitsfähigkeit von vorerst nur 50% aus (IV-act. 12). Bei 

anhaltenden Beschwerden wurde bereits im Januar 2016 die nächste Operation 

geprüft (vgl. IV-act. 22-2). Dr. D.___ hielt am 25. Januar 2016 fest, dass halbtags 

sitzende Arbeit möglich sein sollte (IV-act. 23-1). Am 7. April 2016 erwähnte er die 

Möglichkeit einer geeigneten Halbtagsarbeit allerdings erst ab April 2016. Im selben 

Bericht versprach er sich eine deutliche Besserung zudem erst nach der 

Metallentfernung (IV-act. 40-3).

4.1. 

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5.  

In Nachachtung der notorischen Schwierigkeiten, den retrospektiven Verlauf von 

Arbeitsunfähigkeiten zu bestimmen, erscheint es ab dem Zeitpunkt des 

frühestmöglichen Rentenbeginns am 1. Mai 2016 als vertretbar, bis nach der Operation 

vom 29. August 2016 von voller Arbeitsunfähigkeit auszugehen. Am 26. Oktober 2016 

hielt Dr. D.___ fest, weder die Operation vom 29. August 2016 noch eine seither 

stattgehabte Ernährungsberatung (Adipositas mit BMI 43) hätten bisher zum 

gewünschten Erfolg geführt. Vor einem Entscheid über den prothetischen 

Kniegelenkersatz werde noch eine intraartikuläre Ostenil-Behandlung und eine MRI-

Abklärung der Rückenbeschwerden durchgeführt (IV-act. 51-2 f.). Am 6. Januar 2017 

wurde der Protheseneinsatz beschlossen (IV-act. 54-2) und am 20. Februar 2017 

durchgeführt (IV-act. 57-2). Da weitere Abklärungen keinen besseren Aufschluss 

erwarten lassen, erscheint es in Berücksichtigung des erwähnten Verlaufs vertretbar, 

für den Zeitraum vom 1. Mai 2016 bis zum Abschluss der rehabilitativen Phase Ende 

Mai 2017 (vgl. IV-act. 60-3) von einer Arbeitsunfähigkeit von 100% in jeglichen 

Tätigkeiten auszugehen. Ab Juni 2017 ist eine quantitative Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit in einer leidensadaptierten Tätigkeit nicht mehr ausgewiesen.

4.2. 

Ab 1. Mai 2016 hat die Beschwerdeführerin gemäss den vorstehenden 

Ausführungen Anspruch auf eine ganze Rente. Gestützt auf Art. 88a Abs. 1 der 

Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) endet dieser 

Rentenanspruch mit einer Verzögerung von drei Monaten am 31. August 2017.

4.3. 

Gemäss den vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung der 

Verfügung vom 10. Dezember 2018 insofern gutzuheissen, als der Beschwerdeführerin 

vom 1. Mai 2016 bis 31. August 2017 eine ganze Invalidenrente zuzusprechen ist. Die 

Sache ist zur Rentenberechnung und -ausrichtung an die Beschwerdegegnerin 

zurückzuweisen. Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen.

5.1. 

Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint 

in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit angemessen. In Anbetracht der 

Tatsache, dass der Beschwerdeführerin statt der beantragten unbefristeten Rente nur 

eine befristete Rente zuzusprechen ist, ist ermessensweise von einem Obsiegen zu 

einem Drittel auszugehen. Entsprechend haben die Beschwerdegegnerin die 

Gerichtsgebühr im Umfang von Fr. 200.-- und die Beschwerdeführerin im Betrag von 

Fr. 400.-- zu bezahlen. Die Beschwerdeführerin ist indes zufolge Gewährung der 

5.2. 

bis

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/12

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St.Galler Gerichte

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung vom 10. Dezember 2018 

aufgehoben und der Beschwerdeführerin vom 1. Mai 2016 bis 31. August 2017 eine 

ganze Invalidenrente zugesprochen. Die Sache wird zur Berechnung und Ausrichtung 

der Rente an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen. Im Übrigen wird die 

Beschwerde abgewiesen.

2.

Die Beschwerdegegnerin hat eine Gerichtsgebühr von Fr. 200.-- zu bezahlen. Die 

Beschwerdeführerin wird von der Bezahlung der Gerichtsgebühr in Höhe von Fr. 400.-- 

zufolge unentgeltlicher Rechtspflege befreit.

unentgeltlichen Rechtspflege (vgl. vorstehende lit. B.c) von der Bezahlung der 

Gerichtskosten zu befreien.

Eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, ist zur 

Nachzahlung verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123 der Schweizerischen 

Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).

5.3. 

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	Entscheid Versicherungsgericht, 13.01.2021
	Art. 28 IVG. Beweiskraft der RAD-Stellungnahmen bejaht. Anspruch auf eine unbefristete Rente bei 100%-iger Arbeitsfähigkeit in angepassten Tätigkeiten verneint. Zusprache einer befristeten ganzen Rente (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 13. Januar 2021, IV 2019/17).

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		2025-07-19T03:10:34+0200
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