# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ecb6d724-7319-55d5-ac39-1ecdba6b6664
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-01-31
**Language:** de
**Title:** Somatische Ursache für Müdigkeit nicht ausgewiesen, deshalb psychiatrische Einordnung nachvollziehbar. Auf Gutachten kann abgestellt werden. Einkommensvergleich korrigiert: Invalideneinkommen mit LSE-Kompetenzniveau 2 anstatt Durchschnitt über alle Kompetenzniveaus und beim Valideneinkommen sind die Schichtzulagen hinzuzurechnen. Teilweise Gutheissung.
**Docket/Reference:** IV.2023.00059
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2023.00059.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2023.00059
IV. Kammer
Sozialversicherungsrichter Hurst, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Arnold Gramigna
Ersatzrichter Sonderegger
Gerichtsschreiberin Stadler
Urteil
vom
31. Januar 2024
in Sache
n
X.___
Beschwerdeführerin
vertreten durch Rechtsanwalt Matthias Fricker
Fricker
Füllemann
Rechtsanwälte GmbH
Merkurstrasse 25, Postfach 1760, 8400 Winterthur
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
X.___
, geboren 197
2
, war von
September
201
2
bis Ende
Februar
2021
am
Spital
Y.___
als
diplomierte
Pflegefachfrau
HF
in einem 100%-Pensum angestellt (vgl. Urk.
8/37
).
Am 2
2.
Mai 2020 (Eingangsdatum)
meldete sich die Versicherte bei der Sozi
al
ver
siche
rungs
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
unter Hinweis
auf ein chronisches Erschöpfungssyndrom zum Bezug von Leistungen der Invaliden
ver
si
che
rung an (
Urk.
8/11).
Die IV-Stelle nahm medizi
nische und erwerbliche Abklä
run
gen vor, zog wiederholt die Akten der Kranken
taggeldversicherung (Urk.
8/23
, Urk.
8/34
, Urk.
8/43
)
sowie das vertrauensärztliche Gutachten der BVK (Urk. 8/28)
bei, holte die Berichte der behan
delnden Ärzte (Urk.
8
/36, Urk.
8/38
, Urk.
8/40
) sowie einen Auszug aus dem Individuellen Konto der Versicherten (IK
Auszug, Urk. 8/17) ein und er
suchte die Arbeitgeberin um Auskünfte (vgl. Arbeitgeberfragebogen vom
1
4.
Januar 2021
, Urk.
8/37
). Mit Mit
teilung vom
2
3.
November
2020 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass berufliche Eingliede
rungsmassnahmen nicht
aufgenommen werden würde
n (Urk.
8/30
).
In der Folge ver
anlasste sie eine
polydisziplinäre Begutachtung durch das
Z.___
, über welche am
1
8.
Februar 2022
(Urk. 8/86) sowie ergänzend am 2
3.
Februar 2022 (Urk. 8/91)
berichtet wurde. Gestützt darauf und ausgehend von
einem Invaliditätsgrad von 46 %
stellte die IV-Stelle
der Versicherten
mit Vorbescheid vom
1
2.
Mai 2022 ab
1. No
vember 2020 eine
Viertelsrente
in Aussicht (Urk. 8/98).
Hiergegen erhob die Versicherte mit Schreiben vom
1
3.
Juni 2022
(Urk.
8/110
) sowie ergän
zend am
7.
Juli 2022
(Urk.
8/120
) Einwand
und legte diverse Arztberichte ins Recht (Urk. 8/115-118)
. Die IV-Stelle veranlasste eine akten
basierte Einschätzung durch den
r
egionalen
ä
rztlichen Dienst (RAD; vgl. Fest
stellungsblatt, Urk.
8/123
). Mit Verfügung vom
4.
Januar 2023
sprach
die IV-Stelle
der Versicherten
wie vor
be
schieden
ab November 2020 eine
Viertelsrente
der Invalidenversicherung zu
(
Urk.
8/136
= Urk. 2
).
2.
Hiergegen erhob
die
Versicherte mit Eingabe vom
3
0.
Januar 2023
Beschwerde
und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die Sache sei zur Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts an die Be
schwer
de
geg
nerin zurückzuweisen (Urk. 1).
Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 2
4.
April 2023
(Urk. 7) auf Abweisung der Beschwerde,
was der Beschwerdeführerin mit Ver
fü
gung vom 2
5.
April 2023 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 9).
3.
Auf die Vorbringen
der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2022 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG), der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV), des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sowie der Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV) in Kraft getreten.
In zeitlicher Hinsicht sind
vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Regelungen
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1, 144 V 210 E. 4.3.1, je mit Hinweisen). Da der Zeit
punkt des Invaliditätseintritts (Art. 28 Abs. 1 und 1
bis
IVG) und jener des Renten
anspruchs nicht unbedingt identisch sind, fällt eine Invalidenrente unter das neue Recht, wenn der Anspruchsbeginn ab dem 1. Januar 2022 liegt, auch wenn die Invalidität vor diesem Zeitpunkt eingetreten ist. Neurechtliche Invalidenrenten sind somit Renten, auf die gemäss Art. 29 Abs. 1 und 2 IVG der Anspruch ab dem 1. Januar 2022 entsteht (
vgl.
Rz
. 1008 des Kreisschreibens des Bundesamtes für Sozialversicherungen zu den Übergangsbestimmungen zur Einführung des linearen Rentensystems [KS ÜB WE IV], gültig ab 1. Januar 2022).
Die angefochtene Verfügung erging nach dem 1. Januar 202
2.
Da vorliegend
ein
bereits vor dem 1. Januar 2022
entstandener Rentenanspruch strittig ist,
sind die bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Rechtsvorschriften anwendbar, die nachfolgend auch in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind
ausschliesslich die Folgen
der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit
liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.
3
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1
IVG
sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege artis auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgest
ützte Diagnose voraus (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E.
2.1, 130 V 396
E. 5.3 und E.
6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krank
heit
ist jedoch nicht ohne W
eiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Ar
beitsleistung zu erbringen (BGE 145 V 215 E. 5.3.2,
1
43 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E.
3.7, 13
9 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7). Dies gilt auch für das sog.
Chronic
Fatigue Syndrome (CFS; chronisches Müdigkeitssyndrom) und
die
Neurasthenie
(Urteile des Bundesgerichts I 70/07 vom 1
4.
April 2008 E. 5; 9C_98/2010 vom 2
8.
April 2010 E. 2.2.2, in: SVR 2011 IV Nr. 17 S. 44, und 9C_662/2009 vom 1
7.
August 2010 E. 2.3, in: SVR 2011 IV Nr. 26 S. 73). Entscheidend ist dabei, unabhängig von der diagnostischen Einordnung des Leidens, ob es gelingt, auf objektivierter Beurteilungsgrundlage den Beweis einer rechtlich relevanten Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit zu erbringen, wobei die versicherte Person die materielle Beweislast zu tragen hat (BGE 143 V 409 E. 4.5.2 unter Hinweis auf BGE 141 V 281 E. 3.7.2; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Im Rahmen des strukturierten Beweisverfahrens ist davon abzusehen, einzelne Beschwerden und Störungen ohne Einzelfallprüfung wegen grundsätzlich fehlen
der invalidenversicherungsrechtlicher Relevanz auszuscheiden (vgl. BGE 143 V 418 E. 8.1). Indes gilt unverändert, dass ein invalidisierender psychischer Gesund
heitsschaden nur gegeben sein kann, wenn das klinische Beschwerdebild nicht einzig in psychosozialen und soziokulturellen Umständen seine Erklärung findet, sondern davon psychiatrisch unterscheidbare Befunde umfasst (Urteil des Bundesgerichts 9C_732/2017 vom
5.
März 2018 E. 4.3.1 mit Hinweis). Wenn und soweit psychosoziale und soziokulturelle Faktoren zu einer eigentlichen Beein
trächtigung der psychischen Integrität führen, indem sie einen verselbständigten Gesundheitsschaden aufrechterhalten oder den Wirkungsgrad seiner – unab
hän
gig von den invaliditätsfremden Elementen bestehenden – Folgen verschlim
mern, können sie sich indes mittelbar invaliditätsbegründend auswirken (Urteil des Bundesgerichts 9C_537/2011 vom 2
8.
Juni 2012 E. 3.2 mit Hinweisen).
1.
4
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstel
len, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.
5
1.5.1
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4 mit Hinweisen; vgl. auch BGE 140 V 193 E. 3.2 mit Hinweisen).
1.5.2
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis
; Urteil des Bundesgerichts 8C_385/2023 vom 30. November 2023 E. 4.2.1
).
2.
2.1
In der angefochtenen Verfügung vom
4.
Januar 2023
(
Urk.
2) hielt die Beschwer
degegnerin fest, medizinische Abklärungen hätten ergeben, dass
der Beschwer
de
führerin seit Oktober 2019 die Ausübung ihre
r
bisherigen Tätigkeit als Pflegefachfrau nicht mehr möglich sei.
Aus medizinischer Sicht sei die Ausübung einer körperlich leichten, nur selten mittelschweren wechselbelastenden Tätigkeit an einem ergonomisch eingerichteten Arbeitsplatz bei ganztägiger Ausübung und einer Leistung von 70 % möglich und zumutbar. Der Einkommensvergleich ergebe einen Invaliditätsgrad von 46 %, weshalb ab
1.
November 2020 Anspruch auf eine
Viertelsrente
der Invalidenversicherung bestehe.
2.2
Demgegenüber machte die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde vom
30. Ja
nuar 2023 (
Urk.
1) zusammengefasst geltend, auf das
Z.___
-Gutachten könne nicht abgestellt werden
. Das von den behandelnden Ärzten diagnostizierte chronische Erschöpfungssyndrom werde im Gutachten als Neurasthenie behan
delt
.
Dass es sich dabei, wie von den Gutachtern festgehalten, um ähnliche Diagnosen handle respektive diese nebeneinander verwendet werden würden, treffe nicht zu.
Die Symptomatik bei einer Neurasthenie könne sehr variabel sein und eine Neuras
thenie ohne Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit sei denkbar.
Für die Diagnose des chronischen Er
schöpfungssyndroms müsse
hingegen
die Schwere der Symp
tome zu einer beträchtlichen Verminderung des Akti
vi
tät
s
niveaus (im Durch
schnitt 50 % oder weniger) des Erkrankten führen. Mithin habe diese Diagnose Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit.
Die Spezialisten der Sprechstunde Müdig
keit seien qualifiziert,
die
Diagnose
eines
chronische
n
Erschöpfungs
syndrom
s
zu stellen. Diesbezüglich sei das
Z.___
-Gutachten falsch, insbesondere im Punkt «ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit». Somit sei die Arbeitsfähigkeit der Be
schwerdeführerin bis dato noch nicht rechtsgenüglich abgeklärt. Weiter sei kein strukturiertes Beweisverfahren durchgeführt worden und die Sachverhalts
fest
stellung für die Erhebung der Standardindikatoren sei unvollständig bzw. falsch. Entsprechend sei die Sache zur Durchführung eines korrek
ten, weiteren Gutach
tens an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
3.
3.1
Die Beschwerdegegnerin stellte in der angefochtenen Verfügung vom
4.
Januar 2023
(
Urk.
2) im Wesentlichen auf das
polydisziplinäre Gutachten des
Z.___
vom
6.
Januar 2022
ab. Darin werden die bis zur Begutachtung der Be
schwer
de
führe
rin aktenkundigen medizinischen
Berichte zusammengefasst (Urk. 8/8
6
/16
ff.)
,
weshalb sie an dieser Stelle nicht noch einmal wiedergegeben werden. Soweit
erforderlich, wird in den nachfolgenden Erwägungen aber darauf Bezug ge
nom
men.
3.2
3.2.1
Gegenüber
Prof.
Dr.
med.
A.___
, FMH Allgemeine Innere Medizin,
beklagte die Beschwerdeführerin vor allem eine ausgeprägte Müdigkeit und eine Schmerzsymptomatik am ganzen Körper.
Sie leide trotz der Müdigkeit unter Ein und Durchschlafstörungen.
Ferner berichtete
die Beschwerdeführerin von einer anstrengungsabhängigen Atemnot, sehr häufigem Wasserlösen und einer Urin
inkontinenz
(Urk. 8/86/25 f.)
.
Prof.
Dr.
A.___
führte aus, betreffend die Schmerz
symptomatik werde auf das rheumatologische Teilgutachten verwiesen. Ein
Schlafapnoe-Syndrom
sei durch die Pneumologie des Universitätsspitals
B.___
ausgeschlossen worden. Die Beschwerdeführerin führe die erhöhte Müdigkeit auf ein
C
hronic
Fa
tigue
S
yndrom zurück. In Belgrad seien erhöhte Titer für EBV
IgG
und HHV
IgG
festgestellt worden, ohne dass sich
die Beschwerde
führerin
jedoch ganz klar an symptomatische Infektionen erinnern könne. Eine Assoziation dieser beiden Erreger mit einem
C
hronic
F
atigue
S
yndrom werde in der Literatur kon
trovers diskutiert. Viel eher liege bei der Beschwerdeführerin eine Neuras
the
nie vor, die gemäss aktueller psychiatrischer Begutachtung die Arbeits
fähigkeit je
doch nicht einschränke.
Die beklagte Müdigkeit sei anlässlich der Exploration nicht zu spüren gewesen. Die Beschwerdeführerin habe vielmehr einen vifen und engagierten Eindruck hinterlassen.
Trotzdem sei die ur
sprüng
liche Tätigkeit als Pflege
fachfrau
mit zum Teil körperlich schweren Tätigkeits
anteilen
bei der ausge
prägten Adipositas mit einem BMI von 5
3
kg/m
2
nicht mehr möglich.
In einer körperlich leichten
bis intermittierend mittelschweren Tätigkeit
bestehe hingegen keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (Urk. 8/86/28 ff.).
3.2.2
Im Rahmen der psychiatrischen Exploration bei
Dr.
med.
C.___
, FMH Psychiatrie und Psychotherapie
, habe die Beschwerdeführerin angegeben,
dass sie sich aufgrund ihrer Müdigkeit und sekundär auch wegen de
r
Schmerzen nicht mehr vorstellen könne, als Pflegefachfrau zu arbeiten
(Urk. 8/86/35)
.
Dr.
C.___
konstatierte, die Beschwerdeführerin sei allseits orientiert und bewusstseinsklar, angemessen gekleidet, gepflegt und von stark übergewichtiger Statur. Die Stimme und das Sprechverhalten seien unauffällig, der Blickkontakt werde gesucht und gehalten. Mimik und Gestik seien unauffällig, das Kontaktverhalten offen und freundlich. Während der Exploration sei kein Schmerzerleben erkennbar gewesen. Die Beschwerdeführerin sei vor und nach der Begutachtung zügig vom Stuhl aufgestanden. Die Konzentration habe für die Dauer des 80-minütigen Gesprächs problemlos aufrechterhalten werden können. Hinweise für Störungen der Auffassung, der Merkfähigkeit oder des Gedächtnisses gebe es keine. Die
unpräzisen Angaben seien bei sonstigem Fehlen mnestischer Auffälligkeiten nicht auf Gedächtnisstörungen zurückzuführen. Formalgedanklich sei sie klar und kohärent, dem Gesprächsverlauf habe sie ohne Probleme folgen können. Hinweise für psychotisches Erleben wie Wahn, Sinnestäuschungen oder
Ich-Störungen seien nicht vorhanden. Ebenso seien keine Befürchtungen, Zwangs
gedanken oder -handlungen erkennbar.
Die Gutachterin
stellte keine psychia
t
rische Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit fest. Die von der Beschwerde
führerin als Hauptbeschwerde beklagte Müdigkeit sei unspezifisch. Schmerzen lägen zwar vor, seien jedoch weder anhaltend noch schwer oder quälend. Klinisch-phänomenologisch könne kein depressives Syndrom festge
stellt werden. Entsprechende Beschwerden würden auch nicht beklagt werden. Die beklagte Müdigkeit und die Schmerzen seien nicht im Rahmen eines af
fek
tiven Geschehens einzuschätzen. Aufgrund der beklagten Beschwerden mit Schwäche und Erschöpfung nach nur geringen Anstrengungen, begleitet von muskulären und anderen Schmerzen, zudem Auftreten von unter anderem Schwindelgefühlen, sei diagnostisch vom Vorliegen einer Neurasthenie auszu
gehen. Die Diagnose
krite
rien nach ICD-10 hierfür seien erfüllt.
So habe die Beschwerdeführerin über eine ges
t
eigerte Ermüdbarkeit und körperliche Schwäche und Erschöpfung nach geringen Anstrengungen, Muskelschmerzen und -beschwerden sowie Schwindelgefühle geklagt. Die vorliegenden autonomen oder depressiven Symptome seien jedoch nicht anhaltend oder schwer genug, um die Kriterien für eine der spezifische
re
n Störungen in dieser Klassifikation zu erfüllen.
Die behandelnde Psychologin habe die Diagnose einer anhaltenden Schmerz
störung gestellt, was nicht be
stätigt werden könne. Hierfür müsste ein andauernder, schwe
rer oder quälender Schmerz, der in Verbindung mit emotio
nalen Konflikten oder psychosozialen Problemen auftritt, vorliegen. Dies könne bei der Beschwer
deführerin nicht festgestellt werden
(Urk. 8/86/37 f.)
.
Aus psychiatrischer Sicht bestehe keine relevante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (Urk. 8/86/39).
3.2.3
Der rheumatologische
Gutachter
Dr.
med.
D.___
, FMH Rheumatologie,
konstatierte,
die Beschwerdeführerin
klage
über seit Jahren unverändert chronische, mehr oder weniger 24 Stunden anhaltende
multilokuläre
Beschwer
den am ganzen Körper unterschiedlicher Intensität und eine, vor allem in den letzten Jahren, zunehmende Müdigkeit und sehr rasche Leistungs
intoleranz, sodass sie sich subjektiv auch für ganz einfache alltägliche Verrichtungen ener
gie
mässig massiv eingeschränkt erachte. Für die Beschwerdeführerin stehe es ausser Frage, dass sie aufgrund der beklagten Beschwerden an einem
Chronic
Fatigue Syndrom leide.
Dr.
D.___
führte aus,
ein effektiver Nachweis für das
Vorliegen einer relevanten objektivierbaren Pathoanatomie am Bewegungs
apparat respektive einer entzündlich
-rheumatischen Systemerkrankung
habe, trotz ausführlicher Abklärungen der
Klinik E.___
in
F.___
,
zu keinem Zeitpunkt
belegt werden können
. Dementsprechend hätten die Rheumatologen der
Klinik E.___
die Diagnose eines chronifizierten generalisierten Schmerz
syndroms, differentialdiagnostisch
Fibromyalgiesyndrom
,
postuliert. Hinweise für eine das chronische Müdigkeits
syndrom auslösende entzündliche Grund
erkran
kung würden
ebenfalls
nicht vorliegen.
Dr.
D.___
hielt fest, d
ie Beschwerde
führerin präsentiere sich im klinischen Status in einem äusserts adipösen Er
nährungs
zustand (Adipositas Grad III nach WHO).
Die segmentale Bewegungs
prüfung am Achsenskelett habe insgesamt nur eine geringfügige Einschränkung der lumbalen Bewegungsfähigkeit, durchaus korrelierend mit den radiomorpho
logischen Befunden von 2019, ergeben. Die bildgebenden Befunde vom Novem
ber 2019 hätten nur sehr geringe degenerative
diskopathische
Veränderungen und nur geringe bilaterale Spondylarthrosen im Segment LWK 4/5 ergeben. Diese Veränderungen seien sicherlich nicht geeignet, die anhaltend chronifizierten Schmerzen lumbal und am Beckengürtel pathoanatomisch zu erklären. Die Bild
gebung habe bereits im November
2019
eine
nach kaudal progrediente
,
fettige Atrophie
der rückenstabilisierenden Muskulatur gezeigt
.
I
m Rahmen der erheb
lichen muskulären
Dekondi
tio
nie
rung
und der konse
kutiven muskulären Abschwächung
seien
die beklagten Beschwerden primär
myoge
lotisch
reaktiv
zu
erklär
en
und nicht auf der Basis einer relevanten degenerativ-mechanischen Pathologie.
Weitere Auffälligkeiten am Gelenkstatus gebe es keine. Auch der kursorisch-neurologische Status habe keinerlei Hinweise für zervikale oder lumbale sensomotorische Defizite ergeben.
Die chronische Müdigkeit und ausge
prägte Leistungsintoleranz könne aus rheu
matologischer Sicht nicht nachvoll
zogen werden
(
Urk.
8/86/49 f.)
. Die Sympto
matik werde durch eine erhebliche Adipositas per magna mit einem BMI von 53
kg/m
2
und einer konsekutiv erheblichen allgemeinen muskulären
Dekondi
tionierung
be
treffend die abdomi
nelle, rücken-, gesäss- sowie kniesta
bi
lisie
renden Muskel
gruppen sicherlich ungünstig beeinflusst. Aus Sicht
des
Gutachters
sei die Tätig
keit als Pflegefach
frau in einer Akutklinik nicht vorstellbar. Grund
sätzlich be
stehe für jegliche körperlich regelmässige mittelschwer oder gar schwer belas
ten
de berufliche Tätigkeit keine verwertbare Arbeits- und Leistungsfähigkeit in der freien Wirtschaft. Aus rheumatologischer Sicht
bestehe für eine körperlich leichte bis selten mittelschwere wechselbelastende Tätigkeit eine 70%ige Arbeits
fähig
keit. Zur Gewährung von gewissen Arbeitspausen
sei von einer
um 30 % reduzierte
n
Leistungsfähigkeit a
uszugehen
(
Urk.
8/86/51 f.).
3.2.4
Die Beschwerdeführerin
beklagte
auch i
m Rahmen der neurologischen Explo
ra
tion bei
Dr.
med.
G.___
, Facharzt für Neurologie,
primär die Müdigkeit und Erschöpfung sowie ein generalisiertes Schmerzsyndrom. Der neurologische Gutachter konstatierte, bezüglich der von der Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden gebe es keine Anhaltspunkte für eine organisch-neuro
logische Erkrankung oder für eine mögliche die Schmerzen miterklärende Poly
neuropathie, periphere Kompressionssyndrome oder eine zentrale Erkran
kung.
Dr.
G.___
verwies auf die Einschätzung der Neurologin
Dr.
med.
H.___
,
Fachärztin für Neurologie FMH,
auf welche vollumfänglich abgestellt werden könne
(vgl. hierzu auch Urk. 8/36/23 f.)
. Es ergebe sich keinen Anhalt für eine die Arbeitsfähigkeit relevant einschränkende neuro
logische Erkrankung. Die Angaben der Beschwerdeführerin, wonach sie sich
kaum in der Lage
fühle
,
für sich selbst zu sorgen
,
und die sich keine Tätigkeit mehr vorstellen könne
(
vgl.
Urk.
8/86/56)
, sei
en
nicht plausibel
. Die motorischen, senso
rischen und kogni
tiven Fähig
keiten seien vorhanden (Urk. 8/86/57 f.).
3.2.5
In der Konsensbeurteilung hielten die Gutachter folgende Diagnosen mit Aus
wir
kung auf die Arbeitsfähigkeit fest (Urk. 8/86/10):
-
Massive Adipositas per magna (ICD-10: E66.0)
-
aktuell BMI 53 kg/m
2
-
ausgeprägte allgemeine muskuläre
Dekonditionierung
mit reaktiven Myogelosen
-
asymptomatische Hyperurikämie (ICD-10: E79.0)
-
enzymmässig leichte Hepatopathie bei anamnestisch Lebersteatose (ICD-10: K76.0)
-
Unspezifisches zervikal sowie lumbal betontes
panvertebrales Schmerz
syndrom (ICD-10: M53.8)
.
Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit diagnostizierten die Gutachter:
-
Neurasthenie (ICD-10: F48.0)
-
Ganzkörperschmerz bei chronischer Erschöpfung und Müdigkeit (ICD-10: R53)
-
Anamnestisch intermittierender, wahrscheinlich physiologischer Tremor (ICD-10: R25.1)
-
Anamnestisch La
k
toseintoleranz (ICD-10: E73.9)
-
Gemischte Harnbelastungs- und Darminkontinenz (ICD-10: R32).
Die Gutachter hielten konsiliarisch fest, im Vordergrund stehe einerseits die ausgeprägte Adipositas per magna mit einem BMI 53 kg/m
2
, andererseits die unspezifische zervikale sowie lumbal betonte panvertebrale Schmerzsymptomatik mit radiomorphologischem Nachweis geringer degenerativer Veränderungen im Bereich der unteren Halswirbelsäule und Lendenwirbelsäule. Es imponiere eine
ausgeprägte Diskrepanz zwischen dem Ausmass der subjektiv geklagten Beschwerden und den objektivierbaren Befunden, für welche die psychiatrische Diagnose einer Neurasthenie verantwortlich sei, die sich aber nicht einschränkend auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin auswirke.
Abgesehen
von der Adipositas könne aus allgemeininternistischer Sicht keine zusätzliche Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt werden. Auch aus neuro
logischer Sicht könne keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt werden.
Während in der angestammten Tätigkeit in der Pflege keine Arbeitsfähigkeit mehr
bestehe, würden keine Diagnosen vorliegen, die die Arbeitsfähi
g
keit in einer adaptierten Verweistätigkeit einschränken würden (Urk. 8/86/10).
Zu berücksichtigen seien die Arbeitsplatzbedingungen, wie sie im rheumatologischen Teilgutachten genannt w
ü
rden (Urk. 8/86/11).
3.2.6
Am 2
3.
Februar 2022 präzisierte Prof.
Dr.
A.___
, die Beschwerdeführerin erfülle die ICD-Kriterien für das Vorliegen einer Neurasthenie mit gesteigerter Ermüdbarkeit, körperlicher Schwäche und Erschöpfung nach geringer An
stren
gung, Muskelschmerzen und -beschwerden sowie Schwindelgefühlen. Die Symptome beider Krankheitsbilder
–
Chronic
Fatigue Syndrom und Neurasthe
nie
–
se
i
en sehr ähnlich, die Ätiologie beider Diagnosen ungeklärt. Entscheidend bei der Beurteilung des Einflusses auf die Arbeitsfähigkeit bei der Neurasthenie und beim
Chronic
Fatigue Syndrom sei nicht das «
Labeling
» der Diagnose, sondern die Diskussion der Standardindikatoren (Urk. 8/91).
3.3
Am 2
9.
März und 2
0.
Mai 2022 wurde die Beschwerdeführerin in der Sprech
stunde für Chronische Müdigkeit im
B.___
vorstellig.
Dr.
med.
I.___
,
Fachärztin Psychiatrie und Psychotherapie
,
führte aus, im September 2020 sei das chronische Müdigkeitssyndrom (ICD-10: G93.3) bzw. die Neurasthenie (ICD-10: F48.0) diagnostiziert worden
(vgl. auch Urk.
8/36/2)
. In den letzten 1
,
5 Jahren habe sich die Beschwerde
sympto
matik verschlechtert. Die substanzielle Beein
trächtigung
in der Fähigkeit
soziale, alltägliche, berufliche und private Aktivi
täten bzw. Angelegenheiten
zu absolvieren, spreche
weiterhin für das chronische Müdig
keits
syndrom.
Hinzu kämen körper
liche (Fibromyalgie, mehrere chirur
gische Eingriffe, wiederkehrende HWI- und Atem
wegeinfekte, Kopf
schmerzen, Laktose
intoleranz) und psycho
soziale Stres
soren (finanzielle Sorgen, Arbeits
unfähigkeit, Nichtan
erkennung der Müdigkeit) als prädisponierende, auslösende und aufrecht
erhaltende Faktoren. Die Kriterien für das chronische Müdigkeits
syndrom, die
myalgische
Enzephalo
myelitis
, seien weiterhin hin
reichend erfüllt. Zu dieser Diagnose habe sich ausser
dem eine leichte bis mittel
gradige depressive Episode (ICD-10: F32.1) entwickelt
(Urk. 8/115)
.
3.4
Dr.
med.
J.___
, Facharzt Psychiatrie und Psychotherapie FMH, sowie die Fachpsychologin
für Psychotherapie FSP
lic.
phil.
K.___
des Sanatorium
s
L.___
,
Zen
trum für Psychosomatik
,
verwiesen
in ihrer Stellung
nah
m
e vom 2
1.
Juni 2022 (Urk. 8/116)
auf die von ihnen gestellte Diagnose einer anhaltenden somato
formen Schmerz
störung (ICD-10: F45.4), welche seitens
der
Z.___
-Gutachter ignoriert worden sei.
Dr.
J.___
und
lic.
phil.
K.___
fügten ausserdem an, dass die Neurasthenie als Diagnose veraltet und kaum mehr in Gebrauch sei. Selbst im ICD-10 stehe als Kommentar, dass die Neurasthenie in vielen Ländern nicht als übliche diagnostische Kategorie verwendet werde. Viele derartige Fälle würden wahrscheinlich anderswo als chronisches Ermüdungs
syndrom (CFS) diagnosti
ziert werden.
Nicht nachvollziehbar sei überdies, dass im Gutachten die Adipo
sitas als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit genannt werde. Das Übergewicht habe die Beschwerdeführerin schon seit gut 25 Jahren und bis vor drei Jahren sei sie 100 % arbeitsfähig gewesen.
Ferner entspreche die Be
schrei
bung, dass die Beschwerdeführerin eine gute psycho
soziale Unterstützung habe und ihren Alltag gut bewältigen könne, nicht den Fakten. Das Gegenteil sei der Fall. Es sei auch in einer angepassten Tätigkeit von einer höchstens 20%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen.
3.5
Pract
. med.
M.___
, Allgemeine Innere Medizin, konstatierte in ihrer Stellungnahme vom 2
3.
Juni 2022 (Urk. 8/117), angesichts des langen, chronischen Verlaufs der Krankheit der Beschwerdeführerin sei eine Wieder
aufnahme der beruflichen Tätigkeit in einem höheren Pensum sehr unrealistisch. Die Be
schwerdeführerin sei bereits im Alltag derart stark eingeschränkt, dass selbst sehr leichte, passive Tätigkeiten
,
wie z.B. fernsehen
,
eine grosse Erschöpfung hervor
rufen würden. Aktive körperliche Tätigkeiten führten nach wenigen Minuten zur Erschöpfung mit anschliessend sehr langer Erholungszeit. Die Be
schwerde
füh
rerin habe über eine zunehmende Immobilität, teilweise sogar Bettlägerigkeit berichtet.
Pract
. med.
M.___
erachtet die Adipositas als Hauptursache der Beschwerden als unwahrscheinlich und fügte an, da das
Chronic
Fatigue Syn
drom nicht einem einzigen Fachgebiet zuzuordnen sei, gestalte sich deren Beur
teilung sowie Abschätzung des Einschränkungsgrades betroffener Patienten häu
fig erschwert. Hinzu komme, dass typischerweise häufig nicht ein eindeutiges organisches Korrelat gefunden werden könne. Dennoch sei die Beschwerde
führe
rin in ihrem täglichen Leben massiv beeinträchtigt.
3.6
Dr.
med.
N.___
, Facharzt Rheumatologie
und Allgemeine Innere Medizin, bestätigt
e
in seinem Verlaufsbericht vom 19. Januar 2023 (Urk. 3/4) das stark ausgeprägte chronifizierte Schmerzsyndrom. Sämtliche therapeutische
n
Mass
nah
men hätten keinen nachhaltigen Effekt zur Folge gehabt. Hierfür verantwort
lich sei auch das vom
B.___
bestätigte
Chronic
Fatigue Syndrom. Diese beiden Krank
heitsbilder würden dazu führen, dass die Beschwerdeführerin unter ausgeprägten Schmerzen leiden würde und therapeutische Ansätze, wie beispiels
weise aktive Physio
therapie, nicht möglich seien. Aus rheumatologischer Sicht sei die Be
schwerde
führerin aufgrund des chronischen Schmerzsyndroms erheblich in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt; zusammen mit dem chronischen Müdigkeits
syn
drom sei wahrscheinlich keine Arbeitsfähigkeit mehr gegeben.
4.
4.1
Umstritten ist zunächst der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin und dessen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit.
Beim Erlass der angefochtenen Verfügung vom
4.
Januar 2023 (
Urk.
2) stützte sich die Beschwerdegegnerin im Wesentlichen auf das polydisziplinäre
Z.___
-Gutachten vom
6.
Januar
2022, wonach der Beschwerdeführerin aufgrund eines unspezifischen zervikal sowie lumbal betonten panvertebralen Schmerz
syndroms (ICD-10: M53.8) sowie einer massiven Adipositas per magna (ICD-10: E66.0) ihre bisherige Tätigkeit als Pflegefachfrau mit zum Teil körperlich schweren Tätig
keits
anteilen nicht mehr zumutbar ist. In jeder körperlich leichten bis selten mittel
schweren wechsel
belas
tenden Tätigkeit mit der Möglichkeit zur selbstän
di
gen Pausengestaltung
wurde
eine maximale Einschränkung der Leistungs
fähigkeit von 30
%
angerechnet
(vgl. vorstehend E. 3.2.3 und E. 3.2.5).
4.2
Das
inter
disziplinäre Gutachten
des
Z.___
wurde in Kenntnis der und Auseinander
setzung mit den
Vorakten
(
Urk.
8/86/16-23
)
abgegeben.
Die Gutachter haben detaillierte Befunde erhoben (vgl.
Urk.
8/86/27 f.
,
Urk.
8/86/37
,
Urk.
8/86/45
f
f
., Urk.
8/86/56 f.
), die geklagten Beschwerden berücksichtigt (vgl.
Urk.
8/86/25 f.
, Urk.
8/86/33 f.
,
Urk.
8/86/43 ff.
,
Urk.
8/86/55
) und sich mit diesen sowie dem Verhalten der Beschwerdeführerin auseinandergesetzt. Die gestellten Diagnosen als auch die Schlussfolgerungen zur Arbeitsfähigkeit werden im Gutachten begründet und sind nachvollziehbar. Das Gutachten erfüllt demnach die rechtsprechungs
gemässen Anforderungen an eine beweiskräftige ärztliche Entschei
dungsgrundlage (vgl. E.
1.
5
).
4.3
Aus somatischer Sicht sind
eine Adipositas per magna
sowie
ein unspezifisches zervikal und lumbal betontes panvertebrales Schmerzsyndrom
mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit ausgewiesen (vgl. E.
3.2.5
). Für mittelschwere und schwere Tätigkeiten attestierten die Gutachter eine vollständige Arbeitsunfähigkeit.
Da die Beschwerdeführerin auf
vermehrte Pausen angewiesen
sei, reduziere sich die
Leistungs
fähigkeit deshalb auch für leichte Tätigkeiten im Umfang von
3
0
%
(vgl. E.
3.2.3
). Diese Einschätzung ist nachvollziehbar.
Entgegen der von
Dr.
M.___
(E. 3.5) wie auch der von behandelnden Fachpersonen des Sanatoriums
L.___
(E. 3.4) geäusserten Ansicht ist der Einfluss der Adipositas auf die Arbeitsfähigkeit augenfällig; im Jahre 2017 betrug der BMI noch 46.4 kg/m
2
(
Urk.
8/86/78) gegenüber 53 kg/m
2
im Zeitpunkt der gutachterlichen Exploration bei gleichzeitig ausgeprägter allgemeiner muskulärer
Dekonditionie
rung
mit bildgebend nachgewiesener, nach kaudal progredienter, fettiger Atrophie der rückenstabilisierenden Muskulatur (
Urk.
8/86/49 f.).
4.4
Die Beschwerdeführerin machte geltend, auf das
Z.___
-Gutachten könne nicht abgestellt werden, da
– entgegen der Auffassung der
Gutachter
und des RAD – die Diagnosen Neurasthenie und CFS nicht nebeneinander verwendet würden. Während bei Neurasthenie die Symptome variabel seien,
werde
ein CFS erst ab einer Verminderung des Aktivitätsniveaus von 50 % diagnostizier
t
(
vgl. E. 2.2;
Urk. 1 S. 11).
Dem hielten
die
Z.___
-Gutachter
entgegen
,
entscheidend sei die Beurteilung des Einflusses der Neurasthenie auf die Arbeitsfähigkeit und nicht das «
Labeling
» der Diagnose (vgl. E. 3.2.6).
Dem ist insofern zuzustimmen, als dass ärztlicherseits substanziiert dar
zulegen ist, aus welchen medizinisch-psychiatrischen Gründen die erhobenen Befunde das funk
tionelle Leistungs
ver
mögen und die psychischen Ressourcen in qualitativer, quantitativer und zeitlicher Hinsicht zu schmälern vermögen. Mithin ist die diagnostische Einordnung medizinisch zwar notwendig, entscheidend bleibt je
doch die Frage der funktio
nel
len Auswirkungen einer Störung
, wobei die objektivierbaren Folgen und nicht subjektive Einschätzung massgebend sind
. Im Rahmen dieser Folgeab
schätz
ung steht die Diagnose nicht mehr im Zentrum, sondern sie ist Ausgangs
punkt zur Beur
teilung der Frage, ob ein Gesundheitsschaden vorliegt (vgl.
BGE 143 V 418 E. 6
).
Gemäss den klinisch-diagnostischen Leitlinien des ICD-10
wird die Diagnose der Neurasthenie
oder auch Erschöpfungssyndrom
nur gestellt, wenn – unter anderem – ein postvirales Erschöpfungs
syndrom respektive ein chronisches Müdig
keits
syndrom
oder «
Chronic
Fatigue Syndrom»
(ICD-10: G93.3) ausgeschlossen werden kann
(
Dilling
,
Mombour
, Schmidt [Hrsg.], ICD-10,
Inter
nationale
Klassi
fikation psychischer Störungen, ICD-10 Kapitel V (F), Klinisch-diagnostische Leitlinien, 1
0.
Auflage, S.
236
)
.
E
ine somatische Ursache für die von der Beschwerdeführerin beklagte Müdigkeit und Erschöpfung ist nicht gesichert.
Im Rahmen einer respiratorischen Polygraphie im September 2020 in der Klinik für Pneumologie des
B.___
zeigte sich ein normales Atmungsmuster ohne vermehrte Apnoen oder Hypopnoen mit normaler Sauer
stoffsättigung. Ein
Schlafapnoe-Syndrom wurde verneint. Ebenso wurde
n
laboranalytisch seitens Fachärzte eine Anämie und eine Hypothyreose als alternative Ursache
n
der Müdig
keit ausge
schlossen (
vgl. Arztbericht vom 22.
Sep
tember 2020,
Urk. 8/36/7
; vgl. auch Arztbericht der
Praxis O.___
vom 1
9.
Februar 2020
, in dem eine Schilddrüsenfunktionsstörung verneint wurde [
Urk. 8/36/20
]
).
Bei einer von der
Klinik E.___
durch
ge
führten Blutunter
suchung zum Ausschluss einer
dem CFS
zu
grunde
liegen
den entzünd
lichen Erkrankung bewegten sich die Werte ebenfalls im Norm
bereich (vgl. Arztbericht vom 11.
September 2020, Urk. 8/36/19).
Mit Blick auf diese Aktenlage
ist nach
vollziehbar, wenn
Dr.
D.___
die beklagte chronische Müdigkeit aus rheuma
tologischer
und somatischer
Sicht nicht bestätigen konnte (E 3.2.3). Daran ändern auch die von der Beschwerdeführerin aufgelegten Literaturzitate, in welchen ein Zusam
men
hang eines CFS mit gewissen Infektionen durch virale Erreger (z.B. Epstein-Barr-Virus, humanes Herpes 6-Virus)
erörtert
wurden (vgl. Urk. 8/86/66), nichts, wird der Zusammenhang in der Literatur doch kontrovers diskutiert und ist
ein solcher
damit nicht nachgewiesen
, zumal sich die Beschwerdeführerin selber nicht klar an eine symptomatische Infektion erinnern kann (
Urk.
8/86/28).
Vor diesem Hinter
grund ist es plausibel, dass die
Z.___
-Gutachter
eine psychiatrische Einord
nung der Müdigkeit vornahmen, zumal auch die Ärzte des
B.___
am ehesten eine depressive Episode als Ursache der Beschwerden in Betracht zogen (vgl. Urk. 8/36/8).
4.
5
D
ie psychiatrische Gutachterin
diagnostizierte
aufgrund der beklagten Beschwerden mit Schwäche und Erschöpfung nach nur geringen Anstrengungen, begleitet von muskulären und anderen Schmerzen sowie Schwindelgefühlen, eine Neuras
thenie (ICD-10: F48.0; E. 3.2.2).
Das Be
schwerdebild der Neurasthenie zählt zu den mit einer an
haltenden soma
toformen Schmerzstörung (ICD-10: F45.40) ver
gleichbaren psycho
soma
tischen Leiden (vgl. 9C_472/2015 vom 9. Februar 2016 E. 3.2 mit Hinweis auf BGE 140 V 8 E. 2.2.1.3 und 141 V 281 E. 4.2,
vgl. auch E.
1.3
).
Damit hat die Einschätzung der funktionellen Leistungsfähigkeit grund
sätzlich in einem strukturierten Beweisverfahren zu erfolgen.
Eine
Indikatoren
prüfung
fällt auch dann nicht automatisch und unbesehen der konkreten Umstände ausser Betracht, wenn nach ärztlicher Beurteilung ein Leiden
als solches
die Arbeitsfähigkeit nicht in relevanter Weise beeinträchtigt
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_154/2016 vom 19. Oktober 2016 E. 4.1).
4.
6
4.
6
.1
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409,
141 V 281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 15. März 2018 E. 7.4).
4.
6
.
2
Die psychiatrische Beurteilung erfolgte in Berücksichtigung dieser Recht
sprechung und die
begutachtende Psychiaterin
setzte sich mit den genannten Indikatoren aus
einander
. So hielt
sie
zum Schweregrad fest, klinisch-phänomeno
logisch sei kein depressives Syndrom festzustellen und werde von der Beschwer
de
führerin auch nicht beklagt (E. 3.2.2).
Die Beschwerdeführerin äus
ser
te
explizit
, dass sie nicht von einer psychischen Genese ihrer Beschwer
den aus
gehe (Urk. 8/86/34).
Die von der Beschwerdeführerin beklagte Müdigkeit ordnete die psychiatrische Gutachterin nicht im Rahmen eines affektiven Ge
schehens ein
, was aufgrund des weitgehend unauffälligen Psychostatus plausibel ist (vgl. E. 3.2.2).
Weiter beurteilte die Gutachterin die vorliegenden Symptome nicht
als
anhaltend oder schwer (E. 3.2.2). Im Rahmen der Begutachtung berichtete die Beschwerde
führerin denn auch von
unterschiedlich auftretenden und ausgeprägten Schmerzen. Diese seien teilweise sehr diskret, sodass sie sie ignorieren könne (Urk. 8/86/33). I
nsofern erscheinen die diagnoserelevanten Befunde und Symptome nicht besonders ausgeprägt.
Ebenso wurden die funktionellen Einschrän
kungen im Alltag nicht als derart einschneidend beschrieben, dass von einer besonderen Ausprägung ausgegangen werden könnte.
So erledigt die Beschwer
de
führerin Tätigkeiten im Haushalt oder ihre administrativen Angelegen
heiten, geht einkaufen, kocht, spielt PC-Spiele und schaut TV-Serien oder Videos auf YouTube an (Urk. 8/86/36). Somit ist vor
liegend von einem eher
geringen Schwere
grad der Gesundheitsschädigung aus
zugehen. Darauf weist auch der Therapieverlauf. Diesbezüglich stellte die psychiatrische Gutachterin zutreffend fest, dass die Beschwerdeführerin nach eigenen Angaben einmal pro Monat bei Dr.
J.___
in psychiatrisch-psycho
thera
peutischer Behandlung sei, einmal pro Monat telefoniere sie mit ihm. Ausserdem nehme sie
mehr oder weniger
wöchent
lich an Video
konferenzen mit der Ergotherapeutin sowie der Psychologin teil. Eine psycho
pharmakologische Behandlung lehne sie
hingegen
ab und die Lichttherapie
lampe benutze sie nicht mehr, da sie nach verbranntem Plastik rieche (Urk. 8/86/36). Von der Gutachterin wurde berücksichtigt, dass bislang durch die etablierte Behandlung keine relevante Verbesserung eingetreten
ist
(Urk. 8/86/38).
Von einem Scheitern der Therapie kann
–
insbesondere mit Blick auf
das wenig intensive Setting
– trotzdem
nicht gesprochen werden. Überdies gab die Beschwerdeführerin an, dass
die Psychotherapie hilfreich sei, da sie jam
mern könne (Urk. 8/86/36).
A
uf eine besondere Schwere der psychischen Gesund
heits
störung
kann
vor diesem Hintergrund
nicht
geschlossen wer
den
.
Vorliegend bestehen körperliche Begleiterkrankungen (Adipositas per magna sowie ein unspezifisches zervikal und lumbal betontes panvertebrales Schmerzsyndrom). Die Beschwerdeführerin gab auch an, dass sich die Schmerzen und die Müdigkeit manchmal gegenseitig verstärken w
ü
rden (Urk. 8/86/33).
Die körperlichen Schmer
zen wurden seitens der begutachtenden Psychiaterin denn auch im Rah
men der Diagnose der Neurasthenie berücksichtigt.
Ebenso wurde die Adipositas per magna mit ihren Folgebeschwerden als zusätzliche Belastung aufgeführt (Urk. 8/86/39), wobei betreffend das
massive Übergewicht keine spezifische Be
handlung
erfolge
resp
ektive
die Behandlung bei der Ernäh
rungsberaterin
von der
Beschwerdeführerin pausiert
wurde
(Urk. 8/86/34, Urk. 8/86/38).
Indivi
duelle Be
lastungsfaktoren nannte die psychiatrische Gutachterin keine.
Soweit die Be
schwerdeführerin auf die Stellungnahme des Sanatoriums
L.___
und die darin notierten falschen Sachverhaltserhebungen
–
insbesondere die zusätz
liche Belas
tung durch die
1995 geborene
Tochter, die an einem ADHS
(Aufmerksamkeits
defizit-Hyper
aktivitätssyndrom)
leide und auf die Hilfe der Be
schwer
deführerin ange
wiesen sei
–
verwies (Urk. 1 S. 13, Urk. 8/116),
ist darauf hinzu
weisen, dass im Gutachten
berücksichtigt
wurde, dass die Tochter der Be
schwer
deführerin an einem ADS und verschiedenen Phobien leide und Schwierig
keiten gehabt habe, eine Lehr
stelle zu finden, was vorübergehend belastend ge
wesen sei (Urk. 8/86/32 f.).
Ent
gegen den Ausführungen in der Stellungnahme des Sana
toriums
L.___
hat d
ie Beschwerdeführerin im Rahmen der Explo
ration mehrfach erwähnt, dass
sie im Haushalt von ihrer Tochter unterstützt werde (Urk. 8/86/27, Urk. 8/86/36, Urk. 8/86/45), was sich
überdies
auch
aus dem Sprech
stunden
bericht des
B.___
ergibt. Demnach werde
die
Beschwerde
führerin von ihren Kindern beim Einkauf oder der Wäsche unterstützt (Urk. 8/115
; vgl. im Übrigen auch ihre Angaben anlässlich des Standortgesprächs vom 5. Juni 2020,
Urk.
8/18/3).
Per
sönlich
keitsfaktoren, welche die Arbeits
fähigkeit beeinflussen würden, konnte die Gutach
te
rin
eben
falls
keine feststellen
(
Urk.
8/86/38)
.
Ferner verfügt die Beschwerde
führerin über eine normale Intelligenz
sowie
gute sprachliche Fähigkeiten
und ist in der Schweiz gut inte
griert
. Wesentliche ressourcen
hemmende Faktoren fanden sich demnach nicht.
Die
sozialen Aktivitäten
sind
zwar eingeschränkt, im Rahmen der Begut
achtung hatte die Beschwerdeführerin indessen angegeben,
Kontakte zu Fami
lien
mitgliedern und Menschen in ihrer Nachbarschaft zu pflegen (Urk. 8/86/34 f.).
Damit zeigt sich eine ungebrochene Fähigkeit, verlässliche soziale Beziehun
gen zu pflegen, was auf erhaltene Ressourcen schliessen lässt.
Insgesamt
enthält der soziale Lebenskontext (Komplex «sozialer Kon
text»; vgl. BGE 141 V 281 E.
4.3.3) genügend Ressourcen, auf die die Beschwerde
führerin zurückgreifen kann, und ergeben sich aus den im Gutachten geschilderten Tages
abläufen keine umfas
sen
den Einschränkungen in allen Lebensbereichen.
Die begutachtende Psychiaterin hielt vielmehr fest, dass d
ie von der Beschwerde
führerin gemachten Angaben zum Tagesablauf und den Aktivitäten
auf keine relevanten psychia
trisch bedingten Auffälligkeiten hin
weisen
würden
.
Ferner
ergaben sich
auch
keine Hinweise für Inkonsistenzen (Urk. 8/86/39)
.
4.
6
.3
Bei gesamthafter Betrachtung der massgeblichen Indikatoren kann daher der gutachterlichen Beurteilung gefolgt werden, wonach
die Beschwerdeführerin psych
iatrisch in ihrer Funktionsfähigkeit nicht
zusätzlich
eingeschränkt ist,
aus
gesamt
medi
zinischer Sicht für körperlich leichte bis nur selten mittelschwere wechsel
be
lastende Tätigkeiten
jedoch
im Umfang von 30 % in ihrer Arbeitsfähig
keit einge
schränkt ist
.
5.
5.1
Zu prüfen bleibt, wie sich die eingeschränkte Leistungsfähigkeit der Beschwerde
führerin in erwerblicher Hinsicht auswirkt.
5.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie
nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommens
vergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothe
tischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invali
ditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2
, 128 V 29 E. 1
).
5.3
5.3.1
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Valideneinkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkom
mensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Aus
nahmen müssen mit überwiegender Wahrschein
lichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; BGE 135 V 58 E. 3.1; BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
5.3.2
Für die Festsetzung des trotz Gesundheitsschädigung
zumutbarerweise
noch realisierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) ist nach der Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der – kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbliebene Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn (BGE 139 V 592 E. 2.3; 135 V 297 E. 5.2; 129 V 472 E. 4.2.1; 126 V 75 E. 3b/
aa
)
.
Ist die Ermittlung des Invalideneinkommens
aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich, können für die Bestim
mung des Invalideneinkommens nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstruktur
erhebungen (LSE) herangezoge
n werden (vgl. BGE 142 V 178 E.
2.5.7, 139 V
592
E.
2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/Reichmuth, IVG, 3.
Aufl., N 55 und 89 zu
Art.
28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung). Dabei sind grund
sätz
lich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (Urteile des Bu
ndesgerichts 9C_699/2015 vom 6.
Juli 2016 E. 5.2, 8C_78/2015 vom 1
0.
Juli 2015 E. 4 und 9C_526/2015 vom 1
1.
September 2015
E. 3.2.2; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenr
evisionen vgl. BGE 142 V 178 E.
2.5.8.1 und BGE 133 V 545 E. 7.1).
5.4
5.4.1
Das
Valideneinkommen
ist anhand des am Spital
Y.___
in einem vollen Pensum erzielbaren Einkommens zu bemessen. Nach Angaben der Arbeitgeberin im Arbeit
geberfragebogen vom 1
4.
Januar 2021 (Urk. 8/37)
hatte
die Beschwerde
führerin im Jahre 2020 einen Grundlohn von Fr. 92'736.-- (inklusive 13.
Monats
lohn) erzielt.
Bei der Bestimmung des zuletzt erzielten Einkommens sind sämt
liche Erwerbseinkommen, mithin auch Nebeneinkünfte und regelmässig geleistete Überstunden oder Einkommenszusätze, zu berücksichtigen (vgl. Kieser, ATSG-Kommentar,
4.
Auflage, Zürich/Basel/Genf 2020, N
51
zu
Art.
16
ATSG
). Dement
sprechend sind die regelmässig erzielten Schichtzulagen in der Höhe von Fr. 4'245.80 (im Jahr 2020) hinzuzurechnen
(Urk. 8/37/17)
.
Damit
ist
das
Validen
einkommen
mit
Fr. 96
'
981
.80 zu beziffern
und nicht wie von der
Beschwerdegegnerin
ursprünglich berechnet mit Fr. 92'736.--
.
5.4.2
Zur Bemessung des Invalideneinkommens zog die Beschwerdegegnerin
das
stan
dardisierte monatliche
Durchschnittse
inkommen
über alle Kompetenzbereiche
von
Fr.
5’651
.--
(Total, Frauen)
gemäss LSE 201
8
heran
(Urk. 8/94).
Die angefochtene Verfügung datiert vom
4.
Januar 2023 (
Urk.
2), weshalb die zu diesem Zeitpunkt aktuellste veröffentlich
t
e Tabelle der LSE 2020
(publiziert am 2
2.
August 2022)
zur Anwendung
zu
gelang
en ha
t
(vgl. E. 5.3.2 vorstehend)
.
Ausserdem ist der Beschwerdeführerin ihre angestammte Tätig
keit als Pflegefach
frau nicht mehr zumutbar
(vgl. E. 4.1)
. Mit Blick auf ihre gesund
heitlichen Beschwerden und insbesondere die Tatsache, dass sie bei Tätigkeiten, die Zwangs
haltungen oder das Heben und Tragen von schweren Lasten erfordern würden, limitiert
ist
(vgl. Urk. 8/86/51 f.), kommt auch eine andere Tätigkeit
mit pflege
rischen Anteilen (beispielsweise Spitex)
nicht mehr in Frage. Andererseits wären der Beschwerdeführerin admini
strative Tätigkeiten in diesem Berufsfeld zuzumuten. Diesbezüglich fehlt ihr je
doch die Berufserfahrung.
In anderen Berufs
zweigen ver
fügt sie über keine Fachkenntnisse. Die Be
schwerde
führerin kann ent
sprechend die in ihrer Berufs
laufbahn erlernten Fähig
keiten und Kennt
nisse nicht
auf höherem Anforderungsniveau
in anderen Berufen mit praktischen Tätigkeiten einsetzen.
Wenn die Be
schwerdegegnerin nun aufgrund der Fach
kompetenzen der Beschwerde
führerin im Pflegebereich auf den Totalwert der Tabelle TA1_tirage_skill_level über alle Kompetenzbereiche und über alle Wirt
schafts
zweige abstellt, sind darin auch komplexe praktische Tätigkeiten, die ein grosses Wissen in einem Spezial
gebiet voraussetzen sowie Tätigkeiten mit
komplexer Problemlösung und Ent
schei
dungsfindung, welche ein grosses Fakten- und theoretisches Wissen in einem Spezialgebiet voraussetzen, mit
umfasst. Dass die Beschwerdeführerin in einer Verweistätigkeit ihre Kenntnisse im Pflege
bereich über alle vier Niveaus nutzen kann, ist nicht ausgewiesen und davon ist angesichts ihrer beruflichen Laufbahn nicht auszugehen.
Damit rechtfertigt sich für die Festlegung des Invalideneinkommens der Rückgriff auf den Durch
schnitts
lohn über alle Kompetenzniveaus nicht; vielmehr ist auf den Durch
schnittslohn im Kompetenzniveau 2 (Fr. 5'04
6
.--) abzustellen.
5.4.3
Demzufolge ist das standardisierte monatliche Einkommen von Fr. 5'04
6
.--
unter Berücksichtigung der durchschnittlichen Arbeitszeit im Jahr 2020 von 41,7 Stunden pro Woche (vgl. Bundesamt für Statistik, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, U 4) auf ein Jahreseinkommen von Fr. 44'1
87
.
80
(70%-Pensum) hochzurechnen (Fr. 5'04
6
.-- x 12 : 40 x 41,7 x 0.7). Das an
zurechnende hypothetische Invalideneinkommen beträgt somit Fr. 44'1
87
.
80
und nicht wie von der IV-Stelle ursprünglich berechnet Fr. 50'430.50.
5.4.4
Wird das
Valideneinkommen
für das Jahr
2020
von
Fr.
96'981.80
.-- (vgl.
5.4.
1) dem Invalideneinkommen für das Jahr
2020
gegenübergestellt, resultiert eine Erwerbseinbusse von
Fr.
52'
794.--
oder ein Invaliditätsgrad von gerundet
54
%
.
Da die Beschwerdeführerin gleichzeitig jedenfalls seit Oktober 2019 in ihrer ange
stammten Tätigkeit vollumfänglich arbeitsunfähig war, wird der notwendige Durch
schnitt während des Wartejahres erfüllt (vgl. E.
1.
4
). Damit erwarb die Beschwerdeführerin am
1.
November 2020 Anspruch auf eine halbe Rente der In
validenversicherung.
Die angefochtene Verfügung ist mithin, in
teilweiser
Gutheissung der dagegen erhobenen Beschwerde, aufzuheben, wobei festzustellen ist
, dass die Beschwer
de
führerin
ab
1.
November 2020
Anspruch auf eine
halbe R
ente der Invaliden
versicherung hat.
6.
6.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von
IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf Fr. 8
00.-- anzusetzen. Entsprec
hend dem Ausgang des Ver
fahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
6.2
Ausgangsgemäss steht der obsiegenden Beschwerdeführerin eine Prozess
entschädigung zu, die gemäss Art. 61
lit
. g ATSG in Verbindung mit § 34 des
Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) – ohne Rücksicht auf den Streit
wert – nach der Bedeutung der Streitsache, nach der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens zu bemessen ist.
6.3
Rechtsanwalt
M.A. HSG in Law Matthias Fricker
machte mit
Honorarnote vom
28. Juni
202
3
einen Aufwand
, sowohl von ihm persönlich als auch von Rechts
anwalt
Füllemann
,
von total
6.6
Stunden
à Fr. 300.--
und 10 Stunden à Fr.
450.-
-
sowie Barauslagen von
Fr.
194.40
und damit eine Entschädigung von insgesamt Fr.
7'188.30
(inkl.
MWSt
)
geltend (
Urk.
1
1/1-2
).
Dies ist der Bedeutung der Streit
sache und der Schwierigkeit des Prozesses
, insbesondere vor dem Hinter
grund, dass das vorliegende Verfahren von der Untersuchungsmaxime geprägt ist,
nicht angemessen. Namentlich erscheint ein Aufwand von
10 Stunden
für die Beschwerdeschrift als deutlich überhöht. Ferner wurde der Zeitaufwand für diverse Schreiben und Telefonate sowie diverse Besprechungen mit der Klientin
sowie intern
geltend gemacht, deren Erforderlichkeit für das vorliegende Verfahren nicht ausgewiesen ist.
Entschädigt werden sodann bloss notwendige, effektive (nicht pauschale) Barauslagen (vgl. das Merkblatt Amtliche Mandate der Ober
staatsanwaltschaft des Kantons Zürich, Version
1.
Oktober
2016,
3.
Auflage,
welches weit
gehend den früher massgebenden Richtlinien des Büros für amtliche Mandate des Bezirksgerichts Zürich entspricht). Die geltend gemachten
Auslagen
von Fr.
194.40
sind nicht ausgewiesen
,
weshalb die mutmasslich
effektiven
Auslagen für die Einreichung der Beschwerdeschrift von insgesamt rund
Fr.
7
0.-- zu vergüten sind.
Angesichts der zu studierenden
151
Aktenstücke der Beschwerdegegnerin, der etwa 14-seitigen Beschwerdeschrift sowie der in ähnlichen Fällen zuge
sproche
nen Beträge kann bei
grosszügiger
Betrachtung 1 Stunde Auf
wand für Instruk
tion, 4 Stunden für das Aktenstudium und 4 Stunden für die Redaktion der Beschwerdeschrift, soweit notwendig und sachbezogen, als gerechtfertigt betrachtet werden. Eine weitere Stunde Aufwand kann zudem anerkannt werden, wenn berücksichtigt wird, dass der Rechtsvertreter das Urteil mit der Be
schwerde
führe
rin noch zu besprechen hat. Zu entschädigen ist somit ein Ge
samt
aufwand von 10 Stunden und die Entschädigung ist bei An
wendung des gerichts
üblichen Stundenansatzes von Fr. 220.-- (zuzüglich Mehr
wertsteuer) für frei
berufliche Anwälte auf Fr. 2'500.-- (inklusive Bar
auslagen und Mehrwert
steuer) festzu
setzen.
Das Gericht erkennt:
1.
In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, vom
4.
Januar
202
3
aufge
hoben und
es wird
festgestellt, dass die Beschwerdeführerin ab dem
1.
November
2020 Anspruch auf eine halbe Invalidenrente hat.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
800
.-- werden
der Beschwerdegegnerin
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt.
3.
Die Beschwerdegegnerin wird
verpflichtet,
der Beschwerdeführerin
eine Parteient
schädigung von
Fr.
2’500
.-- (inkl. Barauslagen und MWST) zu bezahlen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Matthias Fricker
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
5.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebenten Tag vor Ostern bis und mit dem siebenten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit dem 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzustellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift
der
beschwerdeführenden
Partei oder ihrer Rechtsvertretung
zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
HurstStadler