# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 72f0195d-e591-53c8-8090-a9fee88c5813
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-09-22
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 22.09.2023 PQ230036
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_PQ230036_2023-09-22.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Zivilkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: PQ230036-O/U 

 

Mitwirkend: Oberrichterin lic. iur. E. Lichti Aschwanden, Vorsitzende, 

Oberrichterin lic. iur. M. Stammbach und Oberrichterin lic. iur. 

R. Bantli Keller sowie Gerichtsschreiber Dr. M. Tanner 

Beschluss und Urteil vom 22. September 2023 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Beschwerdeführer 

 

vertreten durch Rechtsanwältin Ass. jur. X._____  

 

gegen 

 

B._____,  
Beschwerdegegnerin 

 

sowie 

 

C._____,  
Verfahrensbeteiligter 

 

vertreten durch D._____ 

 

betreffend vorsorgliche Entziehung des Aufenthaltsbestimmungsrechtes 
und Platzierung (vorsorgliche Massnahmen)  
 

- 2 - 

Beschwerde gegen ein Urteil des Bezirksrates Horgen vom 15. Juni 2023; 
VO.2023.15 (Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Bezirk Horgen) 
 
 
  

- 3 - 

Erwägungen: 

I. 

1. Der Beschwerdeführer (der Vater) und die Beschwerdegegnerin (die Mutter) 

sind die Eltern des Buben C'._____ (so der amtliche Namen vgl. KESB-act. 3) 

oder auch offenbar C._____. C._____ wurde am tt.mm.2017 geboren. Die Mutter 

war bei der Geburt 47 Jahre, der Vater 28 Jahre alt. Gemäss Ausführungen der 

Mutter habe sie am tt.mm.2017 den Vater deshalb geheiratet, weil er sonst die 

Schweiz hätte verlassen müssen (KESB-act. 30 S. 2). Für beide Eltern ist es die 

zweite Ehe. Die Mutter ist von Beruf Rezeptionistin und der Vater Pferdepfleger 

(vgl. KESB-act. 206 S. 1). 

Die Beziehung der Eltern war von Anfang an schwierig, erforderte den Einbezug 

der Kinder- und Erwachsenenschutzbehörde Horgen (nachfolgend KESB) und 

auch polizeiliche Intervention. Die Eltern sind gemäss Urteil vom 15. September 

2022 des Eheschutzgerichts Horgen seit 1. Oktober 2021 gerichtlich getrennt 

(KESB-act. 112).  

C._____ ist seit 18. Februar 2023 fremdplatziert. Zunächst wurde C._____ in ei-

ner Pflegefamilie in Zürich und dann infolge Überforderung der Pflegefamilie sehr 

bald im E._____ [Kinderheim] untergebracht. Seit März 2023 befindet sich 

C._____ im E._____, und er hätte im August 2023 in der ersten Klasse einge-

schult werden sollen. Wegen massiver Verhaltensauffälligkeiten am "Wellentag" 

bzw. Besuchstag in der ersten Klasse (vgl. act. 13/4 S. 1 unten), konnte C._____ 

nicht mit der Schule beginnen. C._____ wird deshalb einstweilen bis zu den 

Herbstferien wöchentlich für acht Lektionen einzeln im E._____ beschult (act. 

13/4 S. 1 unten). Er besucht Ausführungen der Kindesverfahrensvertreterin zufol-

ge seit Juni 2023 bei der Therapeutin F._____ eine Psychotherapie (act. 13/1 S. 

2). Die Mutter unterstützt sämtliche Kindesschutzmassnahmen und hat mit 

C._____ regelmässigen Kontakt. Der Vater hat derzeit (seit März 2023) keinen 

Kontakt zu C._____ (act. 13/5 S. 3, act. 13/1 S. 4). Im Einzelnen was folgt:  

2.1. Der Leiter Bildung Primarschule G._____ erstattete am 12. November 2021 

der KESB eine Gefährdungsmeldung (KESB-act. 20). C._____ zeige sehr grosse 

- 4 - 

Angst vor seinem Vater und spreche im Kindergarten regelmässig davon, dass 

der Vater ihn schlage. C._____ leide sehr und die Klassenlehrperson registriere 

Panik und grosse Not beim Buben, wenn der Vater ihn abholen wolle (KESB-act. 

20 S. 4). Der Vater hole C._____ regelmässig vom Kindergarten ab, und C._____ 

möchte dann auf keinen Fall mit ihm mitgehen. Am 11. November 2021 sei die Si-

tuation vor dem Kindergarten eskaliert. Der Vater habe die Anwesenden physisch 

und verbal attackiert, er habe gedroht und sei auch mit seinem Fahrzeug auf eine 

Nachbarin losgegangen. Der Vater habe gesagt, es gehe niemanden etwas an, 

was er mit seinem Sohn mache, er treffe jetzt Massnahmen, sein Kind aus dem 

Kindergarten zu nehmen, und der Vater drohe seit längerem, das Kind nach 

H._____ [Staat in Afrika] zu entführen. Die Polizei sei eingeschaltet worden. Die 

Schule empfahl der Mutter zusammen mit dem Kind das Frauenhaus und die Klä-

rung der Wohnsituation zugunsten von C._____. Der Vater akzeptiere Handlun-

gen, Anweisungen etc. von Frauen aufgrund seines kulturellen und familiären Hin-

tergrundes nicht. Gegenüber der Polizei, welche am 11. November 2021 aufgebo-

ten worden sei, habe er sich hingegen zuvorkommend und freundlich gezeigt 

(KESB-act. 20 S. 3). Die Mutter, die eigenen Angaben zufolge vom Vater bedroht 

und kontrolliert werde (KESB-act. 29), sei froh um jede Unterstützung, die sie in 

der verfahrenen Situation erhalte (ebenda).  

In der darauf folgenden Anhörung vor der KESB vom 23. November 2021 schil-

derte die Mutter ihre Situation wie auch diejenige von C._____. C._____ dürfe 

wegen des Vaters nicht zu anderen Kindern nach Hause, er spreche eine derbe 

Sprache (KESB-act. 30 S. 2). Seit Frühling lebe sie, die Mutter, inoffiziell getrennt 

vom Vater, der Vater lebe irgendwo, er weigere sich, die Adresse zu geben, ge-

meldet sei er aber immer noch bei ihr. Da sie nicht wolle, dass C._____ irgendwo 

sei, wenn er den Vater sehe, habe sie dem Vater den Schlüssel gelegt, damit er 

C._____ sehen könne. Der Vater gehe dann mit C._____ in ihre Wohnung, das 

sei auch am 11. November 2021 so gewesen (KESB-act. 30 S. 3 oben).  

Der Vater hielt anlässlich der Anhörung vor der KESB am 25. November 2021 

fest, er sei seit 2017 in der Schweiz und arbeite bei I._____ auf einem J._____. 

Zuvor habe er in H._____ beim Militär und dann in der Schweiz an verschiedenen 

- 5 - 

Stellen wie auf dem Bau gearbeitet (KESB-act. 36). Er könne mit der Mutter (der 

Beschwerdegegnerin) nicht umgehen, sie sei psychisch und körperlich krank, lei-

de an Aids und wegen ihr habe er nun Syphilis (KESB-act. 36 S. 2 unten). Es tref-

fe zu, dass es beim Abholen von C._____ am 11. November 2021 zu Schwierig-

keiten gekommen sei. Die Kindergartenlehrerin habe sich mit der Mutter zusam-

mengetan, aber die Probleme mit der Kindergartenlehrerin und seiner Frau seien 

Privatsache, er wolle dazu keine weiteren Angaben machen. Er habe für C._____ 

einen H._____ischen Pass organisiert, er sei bereits zwei Mal beim 

H._____ischen Konsulat gewesen und er werde von zwei Anwälten unterstützt. 

Für was genau, wolle er aber nicht sagen. Das sei Privatsache (KESB-act. 36 S. 

3). Er wolle auch seinen Aufenthaltsort nicht bekannt geben, dies sei Privatsache. 

Auf Vorhalt des Behördenmitglieds der KESB, dass während des nun stattfinden-

den Abklärungsverfahrens die Besuche von C._____ mit dem Vater einstweilen 

zu begleiten seien, entgegnete der Vater, dass er dann C._____ nicht sehen wolle 

(KESB-act. 36 S. 3).  

2.2. Mit Beschluss vom 25. November 2021 errichtete die KESB gestützt auf 

Art. 445 Abs. 1 i.V.m. Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB eine Beistandschaft für C._____ 

und ernannte K._____, kjz Horgen, zum Beistand (KESB-act. 39). Der Aufgaben-

katalog umfasste die üblichen Aufträge und als besondere Aufgabe, eine wö-

chentliche Besuchsbegleitung für C._____ und den Vater von drei Stunden zu or-

ganisieren, für deren Finanzierung besorgt zu sein und per 31. Januar 2022 der 

KESB einen Zwischenbericht einzureichen (KESB-act. 39 S. 6 f. Dispositivziffern 

2.d und 6). Dem Vater wurde sodann die Weisung erteilt, C._____ nicht aus der 

Schweiz zu verbringen und den H._____ischen Reisepass von C._____ dem Bei-

stand zu übergeben (KESB-act. 39 S. 6 Dispositivziffer 3). In Nachachtung der 

Anordnungen gemäss Dispositivziffer 3 (Weisung, C._____ nicht aus der Schweiz 

zu bringen und Hinterlegung des Passes von C._____) wurden der Vater und 

C._____ präventiv im Fahndungssystem Ripol ausgeschrieben (KESB-act. 39 S. 

6 Dispositivziffern 4 und 5). 

3.1. Beistand K._____ reichte mit Datum vom 1. Februar 2022 den von der 

KESB verlangten Zwischenbericht ein (KESB-act. 57). Er führte aus, die wöchent-

- 6 - 

liche Besuchsbegleitung habe mit der Stiftung L._____ organisiert werden können 

und sei finanziert (KESB-act. 57 S. 4). Der Vater besuche aber immer wieder 

C._____ auch bei der Mutter zu Hause. Die Mutter äusserte laut Zwischenbericht 

gegenüber dem Beistand, dass der Vater während dieser Besuche bei ihr zu 

Hause im Beisein von C._____ auf seinem Handy ein Video abgespielt habe, in 

welchem die Misshandlung von Kindern gezeigt worden sei (KESB-act. 57 S. 4 

oben). Die Besuchsbegleitung - so der Beistand - habe bei C._____ in den Inter-

aktionen mit dem Vater eine grosse Ambivalenz beobachten können. Einerseits 

scheine der Bube den Kontakt zum Vater zu wollen, andererseits zeige er auch 

Angst vor dem Vater. C._____ habe vorsichtig, gehemmt und nicht unbefangen 

gewirkt. C._____ habe vorgängig der Besuche der Besuchsbegleitung gesagt, 

dass sein Papa ihn schlage. Den Besuchsbegleitern sei die Nähe-Distanz-

Regulation von C._____ sehr auffällig vorgekommen (KESB-act. 57 S. 4). Der 

Beistand besuchte C._____ im Kindergarten und beobachtete im Vergleich mit 

anderen Kindern ebenfalls eine auffällige Nähe-Distanz Regulation bei C._____. 

C._____ suche oft die körperliche Nähe zur Kindergärtnerin. Auch habe C._____ 

ihn, den Beistand, umarmt, dies nach einem ersten kurzen Kennenlernen (KESB-

act. 57 A. 5 unten). Dem Beistand habe sich die emotionale Verfassung von 

C._____ und dessen Ambivalenz gezeigt, indem C._____ einerseits die Schläge 

des Vaters verbalisiert und andererseits die Zuneigung ausgedrückt habe, indem 

er dem Vater auch einen Teil seines Zopfteiglöwen zugesprochen habe (KESB-

act. 57 S. 6). Gemäss Schulsozialarbeiter M._____ gehe es C._____ derzeit 

schlecht. C._____ sage im Kindergarten schlimme Fluchworte, dies auch zu 

fremden Personen. So habe C._____ kürzlich auf dem Kindergartenspaziergang 

zu einer alten Frau "Scheissfutz" gesagt, C._____ hat laut Zwischenbericht des 

Beistandes dem Schulsozialarbeiter gesagt, sein Papa sage zu ihm "fuck you", 

hasse und schlage ihn (KESB-act. 57 S. 5). Andererseits ergibt sich aus dem auf 

Wunsch des Beschwerdeführers erstellten Bericht des Schulsozialarbeiters 

M._____ vom 21. November 2021, dass C._____ seinen Vater auch gerne hat 

und gute Zeiten mit ihm verbringen kann (KESB-act. 52/2).  

Der Beistand schloss seinen Zwischenbericht vom 1. Februar 2022 mit den Aus-

führungen, nach durchgeführten Gesprächen mit den Eltern sollten die Sorgen 

- 7 - 

der Fachpersonen und der Besuchsbegleitung ernst genommen werden. Einer-

seits würden weiterhin Besuche des Vaters in der Wohnung der Mutter stattfinden 

und während diesen Besuchen auch Sequenzen zwischen Vater und Kind im 

Kinderzimmer stattfinden, bei denen unklar bleibe, wie sie ablaufen würden bzw. 

ob der Schutz des Kindes gewährleistet sei. C._____ spreche von Schlägen sei-

nes Vaters. Für den Beistand sei unklar, ob die Mutter über die nötige Kompetenz 

verfüge, C._____ einen sicheren Rahmen zur Verfügung zu stellen und für sein 

Wohl die Verantwortung zu übernehmen. Es sei auch fraglich, inwiefern die Mut-

ter sich gegenüber dem Vater abgrenzen könne. Der Beistand empfahl ein Erzie-

hungsfähigkeitsgutachten zur Schaffung von mehr Klarheit (KESB-act. 57 S. 6).  

3.2. Nach erneuter Anhörung der Eltern, insbesondere auch zum Zwischenbe-

richt des Beistands, am 23. Februar 2022 (KESB-act. 70; Mutter) bzw. am 

15. März 2022 (KESB-act. 75; Vater) und der Anhörung von C._____ (KESB-act. 

80) und der Einholung eines Berichts der Primarschule G._____ (Kindergarten; 

KESB-act. 82), bestätigte die KESB mit Beschluss vom 26. April 2022 zunächst 

die mit Entscheid vom 21. November 2021 vorsorglich errichtete Beistandschaft 

und die Aufgaben des Beistands (KESB-act. 85 S. 7 f. Dispositivziffern 3-5; E. 2.2. 

vorne). Zusätzlich erteilte die KESB dem Beistand die Aufgaben, für C._____ eine 

geeignete Therapie zu organisieren und für deren Finanzierung besorgt zu sein, 

eine sozialpädagogische Familienbegleitung für einmal pro Woche zu installieren 

und auch für diese Finanzierung besorgt zu sein (KESB-act. 85 S. 8 Dispositivzif-

fer 4 e) und f). 

3.3. Am 1. Juni 2022 gelangte die Primarschule G._____ erneut an das Behör-

denmitglied der KESB und erklärte, es habe eine Helferkonferenz stattgefunden. 

Der schulpsychologische Dienst sei der Meinung, C._____ zeige ein auffälliges 

Verhalten wegen seines sozialen Umfeldes, es sei kein schulisches Problem. Die 

Schule könne C._____ nicht mehr tragen. C._____ erzähle immer wieder, dass er 

zum Fenster hinaus springen wolle, er würge Kinder und nehme ein Messer und 

drohe damit (KESB-act. 92). Die Kindergartenlehrerin habe grosse Angst und sei 

auch wegen des vom Vater (gegen sie) angestrengten Strafverfahrens stark be-

lastet. Die Schule wisse nicht mehr weiter und wünsche sofort ein Gespräch mit 

- 8 - 

der KESB. Sie, die Verantwortlichen der Schule, würden eine sofortige Platzie-

rung von C._____ in einer Pflegefamilie sehen (KESB-act. 92).  

Beistand K._____, welcher im Nachgang zur Gefährdungsmeldung mit dieser 

konfrontiert worden war, erklärte gegenüber dem Behördenmitglied der KESB, 

über die Befürchtungen der Schule orientiert zu sein. Die Familienbegleiterin Frau 

N._____, O._____, welche im Fall involviert sei, beurteile die Situation anders, es 

entstehe der Eindruck, dass die Schule C._____ auf dem Radar habe (KESB-

act. 92). Die Familienbegleitung stehe in engem Kontakt mit der Mutter. Er, 

K._____, würde aber bereits nach einer Entlastungslösung für die Sommerferien 

in einer Pflegefamilie suchen (vgl. hierzu auch act. 108/2 S. 23 [Protokoll Haupt-

verhandlung Eheschutzverfahren vom 13. Juni 2022]).  

4.1. Am 31. März 2022 wurde das Eheschutzverfahren von der Beschwerdegeg-

nerin anhängig gemacht (KESB-act. 94, act. 108/2). Die Hauptverhandlung fand 

am 13. Juni 2022 statt (KESB-act. 108/2); anlässlich der Verhandlung war der 

Medienkonsum von C._____ Thema, wobei sich die Eltern gegenseitig die Schuld 

gaben wegen des kindswohlgefährdenden Konsums bzw. an die gemeinsame 

Verantwortung appellierten (KESB-act. 108/2 S. 11, 12 f., 34 f.). Als Konsequenz 

des anhängig gemachten Eheschutzbegehrens wies die KESB darauf hin, dass 

die Zuständigkeit zum Erlass weiterer Kindesschutzmassnahmen auf das Gericht 

übergegangen sei (KESB-act. 93, Art. 315a Abs. 1 ZGB). Der Beistand stellte 

dem Bezirksgericht Horgen mit Schreiben vom 17. Juni 2022 den Antrag, das 

Aufenthaltsbestimmungsrecht sei gegenüber dem Vater aufzuheben und die elter-

liche Sorge des Vaters dahingehend einzuschränken, als die Einwilligung zur sta-

tionären Abklärung in der Kinderstation Brüschhalde oder im ambulanten Rahmen 

im P._____ und die Einwilligung zur psychiatrischen Versorgung von C._____ be-

troffen seien. Der Beistand beantragte zudem die vorsorgliche Anordnung der 

empfohlenen Kindesschutzmassnahmen (KESB-act. 101).  

Mit Urteil vom 15. September 2022 nahm der Eheschutzrichter am Bezirksgericht 

Horgen Vormerk vom Getrenntleben der Eltern von C._____ seit 1. Oktober 2021, 

verfügte die Zuteilung der Obhut über C._____ an die Mutter und genehmigte in 

gänzlicher Umkehr der von der KESB getroffenen Kindesschutzmassnahmen eine 

- 9 - 

Vereinbarung der Parteien, welche unbegleitete Kontakte mit Übernachtungen 

von C._____ bei seinem Vater (wöchentlich von Donnerstag bis Samstag) wie 

auch Ferien von C._____ mit seinem Vater ausserhalb der Schweiz vorsah 

(KESB-act. 112 = KESB-act. 132). Unter anderem sah das Gericht für die Herbst-

ferien 2022 vor, dass der Vater berechtigt sei, mit C._____ für eine Woche in die 

Ferien zu fahren.  

4.2. Am 3. Oktober 2022 nahm die Familienbegleiterin N._____ Kontakt mit der 

KESB auf und bekundete ihr Unbehagen (KESB-act. 105). Die bevorstehende 

Reise von C._____ nach H._____ löse bei C._____ Ängste aus. Die von der 

KESB installierten Kindesschutzmassnahmen (begleitete Besuche etc.), seien 

vom Gericht unbegründet aufgehoben worden, dies erscheine (der Familienbe-

gleitung) eine grobe Kindeswohlverletzung (KESB-act. 105). Als Fachperson er-

suche sie, die Kindesschutzmassnahmen für C._____ erneut anzuordnen. So-

dann habe sich die Schule bei ihr (der Familienbegleitung) und dem Beistand be-

treffend Versetzung von C._____ in einen anderen Kindergarten gemeldet. 

C._____ sei im Kindergarten auffällig und der Vater erscheine trotz Rayonverbot 

immer wieder vor Ort. Eine Versetzung sei für jedes Kind eine grosse Herausfor-

derung und nur mit grosser Unterstützung gut zu leisten (KESB-act. 105).  

Auch die Schule machte mit Eingabe vom 3. Oktober 2022 eine (nächste) Ge-

fährdungsmeldung (KESB-act. 116/3), dies unter Hinweis auf die erste Gefähr-

dungsmeldung vom 12. November 2021 sowie den Bericht der Schulleitung an 

die KESB vom 22. April 2022 (KESB-act. 116/4). Anlass für die Gefährdungsmel-

dung war einerseits die Befürchtung, dass sich der Vater in den Herbstferien mit 

C._____ nach H._____ absetzen würde, und andererseits die zunehmende Ver-

haltensauffälligkeiten von C._____. Die Schulleitung führte aus, der Flug nach 

H._____ sei bereits auf den 8. Oktober 2022 gebucht, und der Vater habe verlau-

ten lassen, dass er entgegen der eheschutzrechtlichen Regelung zwei Wochen 

(und nicht eine Woche) in H._____ bleiben werde. C._____ sei gelöst und fröhlich 

von seinem Aufenthalt auf dem Bauernhof während den Sommerferien 2022 zu-

rückgekehrt (vgl. KESB-act. 120/3 [Abschlussbericht von Q._____ AG zum Auf-

enthalt von C._____ auf dem Bauernhof bei einer Pflegefamilie in R._____]). Ein 

- 10 - 

einziger Besuch beim Vater habe genügt, und C._____ sei in das Muster von Ag-

gression, Wut und Verzweiflung zurückgekehrt. C._____ könne mittlerweile nicht 

ohne ständige Aufsicht im Kindergarten sein. Er gefährde sich und andere Kinder 

(z.B. fuchtle er mit Messern herum). Am 8. September 2022 habe ein Mitschüler 

in das Spital gefahren werden müssen, nachdem C._____ ihm einen Stein an den 

Kopf geworfen habe. Die Schule führt das Gewaltpotential ganz klar auf den ne-

gativen Einfluss des höchst manipulativ agierenden, ebenfalls sehr aggressiv und 

fordernd auftretenden Vaters zurück (KESB-act. 116/3 S. 4 unten). Das Rayon-

verbot des Vaters auf dem Schulgelände könne auch nicht durchgesetzt werden 

(KESB-act. 116/3 S. 2). Die Schule empfiehlt eine Pflegefamilie für C._____ und 

eine intensive psychotherapeutische Unterstützung des Buben (KESB-act. 116/3 

S. 2).  

4.3. Am 5. Oktober 2022 fand die Anhörung des Vaters vor der KESB zu den 

Gefährdungsmeldungen der Familienbegleitung und der Schule statt bzw. zum 

Anlass zur Sorge gebenden Verhalten von C._____ (KESB-act. 122). Der Vater 

erklärte, es sei alles gut, und er wolle mit C._____ in die Ferien gehen.  

Die Mutter erklärte auf Nachforschungen der KESB am 6. Oktober 2022, es sei 

wichtig für C._____, mit dem Vater nach H._____ reisen zu können. Der Vater 

werde auch aufgrund seiner Arbeit und Wohnung zurückkehren (KESB-act. 125/2 

S. 1 unten). Nach der Reise müsse geschaut werden, wie es C._____ gehe und 

dann könne das weitere Vorgehen besprochen werden (KESB-act. 125/2 S. 2 

oben). Sie fühle sich von der Familienbegleiterin (Frau N._____) gut unterstützt. 

Die Situation sei aktuell aber dermassen schlecht wegen der Eheschutzverhand-

lung. Es sei unfassbar, wie sie vom Richter und dem Gegenanwalt behandelt 

worden sei, und was sie sich habe anhören müssen. Dem Vater sei zugestanden 

worden, C._____ in den Kindergarten zu bringen und abzuholen, obwohl er dort 

ein Rayonverbot habe (sinngemäss; KESB-act. 125/2 S. 2 unten). Ihr Anwalt habe 

sich nicht für sie eingesetzt. Sie habe die TCS Reisevollmacht für den H._____-

aufenthalt unterschrieben, weil ihr Anwalt ihr so geheissen habe (KESB-act. 125/2 

S. 3 oben).  

- 11 - 

Die Schulleiterin der Primarschule G._____ erklärte sodann am 6. Oktober 2022 

auf Nachforschungen bzw. Nachfragen der KESB, die neuerliche Gefährdungs-

meldung vom 3. Oktober 2022 basiere auf Beobachtungen, welche Eingang in ei-

nem Tool im Lehreroffice gefunden hätten. Die Beobachtungen seien von der 

Klassenlehrerin, der Schulheilpädagogin, dem Schulsozialarbeiter, dem Leiter Be-

treuung, der Leiterin Schülerclub und von ihr selbst, der Schulleiterin, gemacht 

worden. C._____ äussere Gewaltphantasien, er äussere sich zu verschiedenen 

Gewehrtypen, er benutze Schimpfwörter, welche ein 5-jähriges Kind nicht kennen 

sollte, er schlage andere Kinder, reisse ihnen an den Haaren, übermale Bilder 

anderer Kinder von Prinzessinnen, Frauenfiguren und bezeichne diese (verstan-

den: die Bilder) als Nutten, Huren und Fotzen (KESB-act. 125/3 S. 1 unten f.). 

C._____ sehe Gewaltfilme. Der Vater sage auch Schimpfwörter über C._____ 

und bezeichne ihn als Arschloch/Dummchen (mit einem französischen Wort). 

C._____ sage dann das Wort auch über sich selbst (KESB-act. 125/3 S. 3). Das 

alles sei gemeint, wenn die Schule in der Gefährdungsmeldung vom Verhalten 

von C._____ und von Manipulation spreche. Kurz nachdem die unbegleiteten Be-

suche aufgrund des Eheschutzurteils wieder stattgefunden hätten, habe sich eine 

extreme Veränderung der sozialen und persönlichen Kompetenzen von C._____ 

gezeigt. C._____ könne wegen seines aggressiven Verhaltens nun nicht mehr mit 

den anderen Kindern in die Pause, er müsse bei der Lehrperson bleiben und 

brauche eine 1:1 Betreuung. Dies kontrastiere zum Verhalten nach der Rückkehr 

vom Bauernhof in R._____ nach den Sommerferien. C._____ sei wie ein ganz 

anderes Kind gewesen, fröhlich und aufgestellt. Der Beistand habe im Rahmen 

der Umsetzung des Eheschutzurteils, welches ab sofort unbegleitete Besuche 

festlegt habe, die Schule darum ersucht, dass der Vater C._____ vom Pausen-

platz abholen dürfe. Dies sei erlaubt worden, doch der Vater sei bereits beim ers-

ten Abholen auf der Türschwelle gestanden und habe auf die Lehrperson einge-

redet. Die jetzige Situation, insbesondere aufgrund der für C._____ notwendigen 

1:1 Betreuung, sei für die Schule und die Betreuungspersonen kaum zu bewälti-

gen. C._____ bräuchte seit über einem Jahr eine Therapie. Ohne Therapie und 

zusätzliche Unterstützung komme für die Schule nur noch eine Versetzung von 

C._____ in Frage. In diesem Zusammenhang hielt die Schulleiterin fest, es wäre 

- 12 - 

dann von Vorteil, wenn dort ein Mann als Schulleiter amten würde (KESB-act. 

125/3 S. 3 oben). Der Vater habe ein fragwürdiges Frauenbild (KESB-act. 125/3 

S. 2). Die Schulleiterin zeigte sich zur bevorstehenden H._____-reise skeptisch 

und wies darauf hin, dass die Reise wenig im Wohl des Kindes liege. Die Mutter 

habe Angst, C._____ zu verlieren, und sie habe in den letzten Wochen bei der 

Mutter eine Ohnmacht und Verzweiflung feststellen können (KESB-act. 125/3 S. 

3).  

Der Beistand hielt fest, dass gemäss Familienbegleitung die Mutter es mit 

C._____ gut mache (KESB-135).  

4.4. Mit Beschluss vom 11. Oktober 2022 beauftragte die KESB das kjz Horgen, 

im Rahmen der laufenden sozialpädagogischen Familienbegleitung eine diagnos-

tische Abklärung von C._____ durch die Organisation O._____ vorzunehmen und 

der KESB innert 12 Wochen einen Bericht einzureichen (KESB-act. 133). Die Or-

ganisation O._____ lehnte (aus vorliegend nicht interessierenden Gründen) den 

Auftrag ab, und der Auftrag ging an die Stiftung L._____ (KESB-act. 140, KESB-

act. 148, act. 174). Der Abklärungsbericht datiert vom 2. März 2023 (KESB-act. 

206; vgl. E. II./3.3.3.).  

4.5. Anlässlich eines Standortgesprächs am 25. Oktober 2022 kamen gemäss 

Beistand die involvierten Lehr- und Betreuungspersonen überein, dass die weitere 

Zusammenarbeit der Schule mit der Familie aufgrund der Herausforderungen mit 

dem Vater nicht möglich sei. Eine Zusammenarbeit mit dem Vater sei nicht mehr 

vorstellbar und überschattet von einem "Klima der Angst". C._____ werde per Ja-

nuar 2023 in die Schuleinheit S._____ versetzt (KESB-act. 144). Die Mutter zeigte 

sich Angaben des Beistandes zufolge konsterniert vom Entscheid.  

4.6. Am 11. November 2022 erstattete der Leiter der Primarschule die (vierte) 

Gefährdungsmeldung (KESB-act. 145).  

5.1. Die Situation konnte sich mit der Versetzung von C._____ per Januar 2023 

in den anderen Kindergarten (S._____) nicht beruhigen (KESB-act. 169). Die 

neue Kindergärtnerin meldete sich telefonisch am 13. Februar 2023 bei der KESB 

- 13 - 

und führte aus, C._____ schlage mit den Schuhen die anderen Kinder und sage, 

dass sein Vater ihn umbringe. Die Zustände seien nicht auszuhalten, auch im 

Hort würde C._____ Probleme bereiten. Sie, die Kindergärtnerin, habe Kinder mit 

Epilepsie und für diese Kinder sei das Verhalten von C._____ problematisch. Die 

Mutter kooperiere nicht und das Kindswohl sei gefährdet.  

5.2. Im Zeitraum von November 2022 bis März 2023 gingen die diversen von der 

KESB in Auftrag gegebenen Abklärungsberichte ein, namentlich der Bericht der 

Familienbegleitung vom 10. November 2022 für den Zeitraum vom 4. April bis 

10. Oktober 2022 (KESB-act. 147), ein nächster Zwischenbericht des Beistandes 

K._____ vom 1. Februar 2023 (KESB-act. 162), der Zwischenbericht zur Intensi-

vabklärung durch die Stiftung L._____ vom 2. Februar 2023 (KESB-act. 163), der 

Untersuchungsbericht der Kinder- und Jugendpsychiatrie Universitätsklinik Zürich 

vom 31. Januar 2023 (KESB-act. 164), die Stellungnahme der mit Beschluss der 

KESB vom 1. Februar 2023 eingesetzten Kindesvertreterin vom 8. Februar 2023 

(KESB-act. 161, KESB-act. 167) und der Abklärungsbericht des L._____ vom 2. 

März 2023 (KESB-act. 206; vgl. zum Inhalt der Berichte E. II./3.1.-3.7.).  

Anlässlich der Anhörung vom 9. Februar 2023 vor der KESB in Anwesenheit der 

Eltern hielten die Kindsverfahrensvertreterin und der mit der diagnostischen Ab-

klärung beauftragte Vertreter des L._____ an der Notwendigkeit einer Platzierung 

von C._____ in einer Pflegefamilie fest, zumindest für die Zeit des Klinikaufenthal-

tes der Mutter. Beide wiesen darauf hin, dass es C._____ zur Zeit nicht gut gehe 

und sich die Situation verschlimmere, es müsse dringend gehandelt werden 

(KESB-act. 166).  

Die Mutter trat am 15. Februar 2023 wegen ihres Erschöpfungszustandes in die 

Klinik T._____ ein (KESB-act. 156, act. 159).  

6. Mit Beschluss vom 21. Februar 2023 entzog die KESB vorsorglich dem Va-

ter das Aufenthaltsbestimmungsrecht über C._____ gestützt auf Art. 445 Abs. 1 

ZGB i.V.m. Art. 310 ZGB, weil er nur bedingt, das heisst unter Berücksichtigung 

seiner eigenen Vorstellungen (Besuche von C._____ bei ihm mit Übernachtun-

gen, Ferien, Fahrdienst durch die Pflegefamilie) mit der Betreuung von C._____ 

- 14 - 

durch eine Pflegefamilie einverstanden war (KESB-act. 187 S. 9 Dispositivziffer 1 

= BR-act. 12/2). Die KESB nahm weiter davon Vormerk, dass C._____ sich seit 

18. Februar 2023 bei der Pflegefamilie U._____ in Zürich aufhält (KESB-act. 178). 

Die Mutter war mit der Platzierung einverstanden, weshalb es bezüglich der Mut-

ter keinen Entzug des Aufenthaltsbestimmungsrechts bedurfte. Die KESB änderte 

ausserdem das mit Eheschutzentscheid des Bezirksgerichts Horgen vom 15. 

September 2022 festgelegte Besuchsrecht des Vaters ab und erklärte den Vater 

für berechtigt, C._____ jeweils von Donnerstagabend bis Freitag zu sich zu neh-

men (Dispositivziffer 2). Die Aufgaben des Beistandes wurden entsprechend an-

gepasst (Dispositivziffer 3). Einer Beschwerde wurde die aufschiebende Wirkung 

entzogen (Dispositivziffer 4).  

Bereits wenige Zeit nach Eintritt von C._____ äusserte die Pflegefamilie, dass sie 

aufgrund des herausfordernden Verhaltens von C._____ an ihre Grenzen stossen 

würde und sich die weitere Platzierung von C._____ nicht vorstellen könnten 

(KESB-act. 192, KESB-act. 194, KESB-act. 195). Zur Entlastung und Unterstüt-

zung der Pflegefamilie leisteten sowohl Frau N._____ (Familienbegleitung bei der 

Mutter) und Herr V._____ (Sozialpädagogische Familienbegleitung von Pflege-

verhältnissen W._____) mehrere Einsätze bei der Pflegefamilie, was aber nichts 

daran änderte, dass die Pflegefamilie schnellstmöglich aus dem Pflegeverhältnis 

austreten wollte (KESB-act. 196 - 199).  

7.1. Mit Beschluss der KESB vom 7. März 2023 wurde C._____ aufgrund des in-

tensiven Betreuungsbedarfs und der besonderen Bedürfnisse gestützt auf Art. 

310 ZGB per 9. März 2023 vorsorglich in das Kinderheim E._____ Zürich umplat-

ziert (KESB-act. 214 Dispositivziffer 1 = BR-act. 12/1). Der Beistand wurde mit 

dem Vollzug und der Finanzierung der Unterbringung beauftragt (Dispositivzif-

fer 2). Der Vater wurde vorsorglich für berechtigt erklärt, C._____ jeweils am Frei-

tag von 14 Uhr bis 15 Uhr 30 im E._____ zu besuchen (Dispositivziffer 3). Der 

Beistand wurde eingeladen, einen Zwischenbericht per 7. April 2023 zu erstatten 

(Dispositivziffer 4). Einer allfälligen Beschwerde gegen den Beschluss wurde die 

aufschiebende Wirkung entzogen (Dispositivziffer 5). 

- 15 - 

7.2. Der Vater, mittlerweile vertreten (BR-act. 3), erhob sowohl gegen den Be-

schluss der KESB vom 21. Februar 2023 (BR-act. 12/2; Erw. 6. vorne) wie auch 

gegen den Beschluss der KESB vom 7. März 2023 (Erw. 7.1.) Beschwerde (BR-

act. 2). Er stellte den Antrag, es sei ihm das Aufenthaltsbestimmungsrecht über 

seinen Sohn wieder zu übertragen und C._____ in seine Obhut zu geben. Der 

Bezirksrat vereinigte mit Entscheid vom 19. April 2023 die Verfahren (BR-act. 13), 

führte den Prozess im Beschwerdeverfahren gegen den Beschluss der KESB 

vom 7. März 2023 weiter (BR-act. 12/10; Erw. 7.1.) und wies zunächst mit Ent-

scheid vom 11. Mai 2023 den Antrag des Vaters ab, der Beschwerde sei die auf-

schiebende Wirkung wieder zu erteilen (BR-act. 18).  

Am 15. Juni 2023 entschied der Bezirksrat in der Sache selbst (BR-act. 25 = 

act. 5/2 = act. 9 [nachfolgend nur noch als act. 9 zitiert). Er wies die Beschwerde 

des Vaters ab, das heisst der Bezirksrat bestätigte insbesondere die vorsorgliche 

Aufhebung des Aufenthaltsbestimmungsrechts des Vaters für C._____. 

7.3. Gegen den abschlägigen Entscheid des Bezirksrates vom 15. Juni 2023 

führt der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 28. Juni 2023 Beschwerde an das 

Obergericht (act. 2 S. 1 f.). Die Beschwerde hat die sofortige Rückplatzierung von 

C._____ zum Vater zum Inhalt (act. 2 S. 2 f.). Es wurden sämtliche Akten der 

KESB sowie die Akten des Bezirksrates (BR-act. 1-25, KESB-act. 1-221) beige-

zogen (act. 6).  

Die Kindesverfahrensvertreterin stellte mit Eingabe vom 25. Juli 2023 (eingegan-

gen bei der Kammer am 10. August 2023) den Antrag, es sei die elterliche Sorge 

des Beschwerdeführers im Teilbereich der gesundheitlichen Sorge vorsorglich 

einzuschränken (act. 12, act. 13/1 und act. 13/3). Die Kindesvertreterin begründet 

ihren Antrag damit, C._____ sei angesichts seiner Aufmerksamkeitsstörung auf 

Empfehlung der Psychotherapeutin mit Ritalin zu behandeln, um die Einschulung 

von C._____ nicht zu gefährden (vgl. act. 13/1 S. 3 unten). Der Vater habe keinen 

Kontakt mehr zum Beistand und zum E._____. Angesichts des dringenden Hand-

lungsbedarfs (act. 13/1 S. 4 f.) bedürfe es der Einschränkung der elterlichen Sor-

ge im medizinischen Bereich, damit die Empfehlung der Psychotherapeutin, die 

Abgabe von Ritalin an C._____ zu prüfen, (unter ärztlicher Aufsicht) umgesetzt 

- 16 - 

werden könne (act. 13/1 S. 4). Mit Verfügung vom 10. August 2023 wurde dem 

Beschwerdeführer sowie der Beschwerdegegnerin Gelegenheit zur Stellungnah-

me zu diesem Antrag eingeräumt und das Verfahren an ein Mitglied des Oberge-

richts delegiert (act. 14). Der Beschwerdeführer liess sich innert Frist vernehmen 

und stellte den Antrag auf Abweisung des Begehrens auf Einschränkung der el-

terlichen Sorge im Teilbereich der medizinischen Belange, weil unverhältnismäs-

sig (act. 17 S. 2 ff.). Die Mutter erklärte sich einverstanden mit den Anträgen der 

Kindesverfahrensvertreterin unter Hinweis auf den absolut dringenden Hand-

lungsbedarf (act. 18). Die Eingabe der Mutter (act. 18) wurde dem Beschwerde-

führer zur Kenntnisnahme zugestellt (act. 19). Er liess sich innert Frist mit Einga-

be vom 11. September 2023 vernehmen und stellte neu die Anträge, die Platzie-

rung von C._____ im Kinderheim E._____ superprovisorisch aufzuheben und 

C._____ superprovisorisch unter die Obhut des Beschwerdeführers zu stellen 

(act. 21).  

Das Verfahren ist spruchreif. Der Beschwerdegegnerin und der Kindesvertreterin 

ist mit dem vorliegenden Entscheid eine Kopie von act. 21 zuzustellen.  

II. 

1. Kern der Auseinandersetzung vor Obergericht ist der vorsorgliche Entzug 

des Aufenthaltsbestimmungsrechts bzw. die Wiedereinräumung des Aufenthalts-

bestimmungsrechts als Teil der elterlichen Sorge an den Beschwerdeführer. Der 

Beschwerdeführer will C._____ in seiner Obhut haben. Die Beschwerdegegnerin 

beansprucht die Obhut, d.h. das Aufenthaltsbestimmungsrecht zur Zeit nicht.  

2. Die KESB kann zum Schutz von hilfsbedürftigen Personen während der 

Dauer des Verfahrens gestützt auf Art. 445 ZGB vorsorgliche Massnahmen erlas-

sen. Von der Natur der Sache her beruhen solche vorsorglichen Massnahmen auf 

einer lediglich summarischen Prüfung des Sachverhalts und der Rechtslage. Vor-

sorgliche Massnahmen müssen notwendig und verhältnismässig sein, das heisst 

die auf dem Spiel stehenden Interessen können nicht auf andere Weise gewahrt 

werden und der Verzicht auf die Massnahme würde einen nicht leicht wiedergut-

zumachenden Nachteil bewirken. Sodann muss die Behörde zum Entscheid ge-

- 17 - 

langen, dass die in Betracht fallende vorsorgliche Massnahme oder zumindest ei-

ne vergleichbare Massnahme im Endentscheid wahrscheinlich angeordnet wer-

den wird. Im Verfahren um Erlass vorsorglicher Massnahmen genügt das Be-

weismass der Glaubhaftmachung. Die vorsorgliche Aufhebung des Aufenthalts-

bestimmungsrechts und die vorsorgliche Errichtung einer Beistandschaft stehen 

im Vordergrund (KOKES, Praxisanleitung zum Kindesschutzrecht, 2017, N 5.20).  

3.1. Es ist richtig, dass Verhaltensauffälligkeiten oder Aufmerksamkeitsstörungen 

bei einem Kind nicht (per se) zur Fremdplatzierung berechtigen. Versuchen die 

Eltern nach bestem Wissen und Gewissen, evtl. mit Unterstützung Dritter, lang-

jährig verlässliche Rahmenbedingungen zu schaffen, damit ihre Kinder später de-

ren Möglichkeiten entsprechend zu einer möglichst selbständigen und eigenver-

antwortlichen Lebensführung imstande sind, können die Voraussetzungen einer 

Fremdplatzierung nicht gegeben sein. Die Akten zeigen aber ein Bild überforder-

ter Eltern und vor allem eines Vaters, der zum jetzigen Zeitpunkt die Rahmenbe-

dingungen für C._____ mit seinen grossen Bedürfnissen nicht gewährleisten kann 

(KESB-act. 163 S. 1). Die Erziehungskapazität der Mutter steht heute nicht zur 

Diskussion (act. 2 S. 15, act. 18).  

3.2. Die KESB führt ein sorgfältiges Verfahren und erwog nachvollziehbar, wes-

halb C._____ einstweilen während der Dauer des Verfahrens und insbesondere 

auch angesichts der Rekonvaleszenz der Mutter extern platziert bleiben muss, die 

Eltern aber berechtigt sind, C._____ zu besuchen (KESB-act. 187, KESB-act. 

214). Zusammenfassend erwog die KESB, dass der Vater den grossen und her-

ausfordernden Bedürfnissen von C._____ nicht gerecht werden könne. Klare 

Strukturen, Sicherheit und Orientierung seien angesichts der massiven Verhal-

tensauffälligkeiten von C._____ für den Buben unabdingbar. Der Vater arbeite 

und könnte C._____ ohnehin nur abends und an den freien Arbeitstagen be-

treuen. Das familiäre Umfeld des Vaters liege sodann in seinem Heimatland 

H._____. Die Beziehung der Eltern von C._____ sei stark zerrüttet und erschwe-

rend komme die schwierige Zusammenarbeit mit dem Vater hinzu (KESB-act. 187 

S. 7 f., KESB-act. 214 S. 3 f.). Es würden sodann Vermutungen vorliegen, dass 

C._____ beim Vater körperliche Gewalt erfahre und unangebrachte Medien kon-

- 18 - 

sumiere. Insgesamt haben die Vorinstanzen im Rahmen einer vorsorglichen Be-

trachtung Zweifel an der Nachhaltigkeit einer Wohnsituation von C._____ bei sei-

nem Vater.  

3.3. Die gegen die vorsorgliche Fremdplatzierung von C._____ vorgebrachten 

Einwände des Vaters vor der Kammer überzeugen nicht (act. 2, act. 17, act. 21).  

Der Vater will nicht, dass sich die Behörde einmischt und macht die KESB und die 

(erste) Kindergartenlehrerin von C._____ (Schule AA._____) für die Probleme 

und Auffälligkeiten von C._____ verantwortlich (KESB-act. 166 S. 8 oben). Er 

sieht seit Beginn des Verfahrens vor der KESB eine Vorverurteilung seiner Per-

son, die ihren Grund im persönlichen Konflikt mit der (ersten) Kindergartenlehrerin 

von C._____ habe (act. 2 S. 13 f., KESB-act. 206 S. 3 oben). Die Kindergarten-

lehrerin sei eine Freundin der Mutter und öfters bei ihr zu Hause gewesen (act. 2 

S. 14). Er habe seine Erziehungsfähigkeit nie unter Beweis stellen können (act. 2 

S. 13). Die Behörden und die Schule würden ihn wegen seiner Herkunft nicht ak-

zeptieren (KESB-act. 206 S. 3 oben). Der nicht adäquate Medienkonsum sei im 

Übrigen nicht bei ihm, dem Vater, sondern mutmasslich bei der Mutter erfolgt, wo 

C._____ ja auch gewohnt habe (act. 2 S. 12).  

3.3.1. Es bleibt aufgrund dieser Vorbringen fraglich, ob der Vater die besorgnis-

erregende Entwicklung von C._____ erfasst, zumal er die von Fachkräften be-

schriebenen Problemfelder zu negieren und keinerlei Erziehungsdefizite bei sich 

zu erkennen scheint. Die Sichtweise des Vaters, wonach die Probleme mit 

C._____ wegen seiner Differenzen mit der Kindergartenlehrerin der Schule 

AA._____ zu sehen seien, greift zu kurz und erklärt nicht, weshalb seit der Ein-

schulung von C._____ die Rückmeldungen der mit C._____ und dem Vater be-

fassten Fachpersonen praktisch identisch sind. Zudem nahm offenbar vor der 

Einschulung im Sommer 2021 bereits die Kita die Verhaltensauffälligkeiten von 

C._____ wahr (KESB-act. 147 S. 2). Die Mutter berichtete dazu, dass die Klein-

kindzeit sehr herausfordernd gewesen sei. Der Vater, der in der Schweiz fremd 

gewesen sei, habe C._____ betreut und sie sei arbeiten gegangen (KESB-act. 

147 S. 3). Die Betreuung habe aus Körperpflege und Füttern bestanden, gespielt 

hätten sie nicht, das kenne der Vater aus seiner Kultur nicht (KESB-act. 147 S. 3). 

- 19 - 

Die gleiche Feststellung findet sich im Abklärungsbericht des L._____ vom 2. 

März 2023, wonach der Vater die materiellen Anforderungen (Essen, Pflege, 

Wohnen) sicherstellen könne, den psychosozialen Bedürfnissen von C._____ 

aber nur unzureichend gerecht werden könne. Es bestehe auch die Gefahr, dass 

die Distanziertheit des Vaters zu den gesellschaftlichen Erfordernissen (gemeint 

den Werten) der Schweiz unreflektiert auf C._____ übertragen werden könnte, 

beispielsweise die Ansicht des Vaters über Frauen (KESB-act. 206 S. 8).  

Kurz nach der Versetzung von C._____ weg vom Kindergarten der Schule 

AA._____ in den Kindergarten der Schule S._____ gaben der dortige Hortleiter 

und der dortige Schulsozialarbeiter die Rückmeldung, C._____ kenne alles an 

Filmen, was mit Töten und Gewalt zu tun habe. Auch sei er despektierlich gegen-

über Frau AB._____, einer Freundin des Vaters, welche C._____ jeweils in den 

Kindergarten begleite. Beide Fachpersonen hielten fest, C._____ sei schon nach 

wenigen Tagen stigmatisiert gewesen und im öffentlichen Kindergarten am fal-

schen Ort, C._____ sei nur teilweise tragbar und benötige eine 1:1 Betreuung 

(KESB-act. 167 S. 2 ff.). Das sexualisierte Verhalten von C._____ und das sich 

selber ins Gesicht schlagen zeigte sich (bereits) im Kindergarten der Schule 

S._____, wobei es sich laut Fachpersonen der Schule S._____ möglicherweise 

um antrainierte Verhaltensweisen handle (KESB-act. 162 S. 3). Entgegen den 

Ausführungen des Beschwerdeführers zeigt C._____ diese Verhaltensauffälligkei-

ten damit nicht erst, seit er im E._____ ist (act. 17 S. 9). Es zeigt sich vielmehr mit 

den in den Monatsberichten des E._____s Juni und Juli 2023 geschilderten Vor-

fällen das Ausmass der sozialen Verhaltensauffälligkeiten des Kindes (act. 13/4-

5). Es ist unbestritten, dass C._____ bereits als sehr kleines Kind Horrorfilme ge-

sehen hatte, die er selbstredend nicht verarbeiten konnte bzw. kann (bspw. act. 

13/5 S. 2, KESB-act. 167 S. 5). Der Vater wehrt sich dagegen, dass C._____ die 

Filme bei ihm gesehen haben soll (act. 2 S. 12, act. 17 S. 10).  

3.3.2. Heute ist nicht zu klären, wo und in wessen Verantwortung C._____ 

kindswohlgefährdende Medien angesehen hat und welcher Elternteil genau für 

was verantwortlich ist. Die Kindervertreterin hielt in ihrer Stellungnahme vom 15. 

Februar 2023 an die KESB fest, dass beide Eltern beteiligt seien am Zustand von 

- 20 - 

C._____, sei es durch zu geringe Aufmerksamkeit, sträflichen Umgang mit Medi-

en, bagatellisieren von Gefährdung oder Leugnen kindswohlgefährdender Medi-

en, durch zunehmende Überlastung der Mutter oder durch von C._____ geäus-

serte Gewalt durch seinen Vater (KESB-act. 167 S. 5 unten f.). Entscheidend ist, 

dass der Vater nicht im Ansatz aufzeigt, wie er imstande sein soll, die grosse Be-

lastung und den Leidensdruck von C._____ (u.a. auch wegen des Medienkon-

sums) aufzufangen und Veränderungen bei C._____ bewirken zu können. Er 

nimmt im Gegenteil keinen Bezug zu den zahlreichen Einschätzungen der mit 

C._____ befassten Fachpersonen und den von diesen thematisierten Anteil des 

Vaters an der Entwicklung des Kindes. Die pauschalen Ausführungen vor der 

Kammer, dass er sich unverstanden, übergangen fühle, er ausschliesslich negati-

ve Erfahrungen mit den Institutionen und den Behörden gemacht habe (act. 2 S. 

10) und er alles tue, damit sein Sohn bei ihm in einem schönen Umfeld leben 

könne (act. 2 S. 11), vermögen jedenfalls die diversen Berichte nicht zu relativie-

ren, wonach der Vater eben auch Teil des Problems und nicht der Lösung ist: 

3.3.3. In der von der KESB angeordneten Abklärung durch die Stiftung L._____ 

vom 2. März 2023 wird bei C._____ der Verdacht auf das Vorliegen einer Störung 

des Sozialverhaltens mit oppositionellem, aufsässigen Verhalten nach ICD-10 

Klassifikation F91.3 festgehalten, wobei eine Traumatisierung oder emotionale 

Störung von C._____ nicht ausgeschlossen werden könne (KESB-act. 206 S. 5). 

Als einer von mehreren Belastungsfaktoren für das Kind nennt der Abklärungsbe-

richt den Paarkonflikt, die finanziellen Probleme der Familie und die fehlende 

Identifikation und Integration des Vaters mit den kulturellen Werten in der Schweiz 

(KESB-act. 206 S. 5). Die Untersuchung beim P._____ der Universitätsklinik 

ergab in diesem Zusammenhang gemäss Bericht vom 31. Januar 2023, dass 

C._____ das Lösen von Aufgaben im sozial-emotionalen Bereich wirklich schwer 

fallen würde, er zeige darüber hinaus eine deutliche Ablehnung, die Gesichter der 

Kinder mit unterschiedlichen Ausdrücken anzusehen und kommentiere diese mit 

Aussagen wie "dieses Kind ist so hässlich" oder "Mann, das ist ein Japaner, ich 

mag keine Japaner" (KESB-act. 164 S. 2). Die Familienbegleiterin N._____ be-

richtete hierzu im Bericht vom 10. November 2022, dass die Mutter Ängste und 

Sorgen rund um den Einfluss des Vaters auf C._____ habe und der Vater ein 

- 21 - 

stark kontrollierendes Verhalten zeige (KESB-act. 147 S. 4, 6 unten). Gemäss 

Einschätzung der Familienbegleiterin verunsichere der nicht benannte und nicht 

erklärte Konflikt der Eltern C._____ stark (KESB-act. 147 S. 5 oben). Die Nach-

barskinder und auch die Kinder im Hort wollten wegen seines aggressiven Verhal-

tens nicht mehr mit C._____ spielen (KESB-act. 147 S. 4, act. 167 S. 4). Die Psy-

chotherapeutin AC._____, zu welcher C._____ vom Kinderarzt zur Abklärung 

überwiesen worden war, schätzt in ihrem Abklärungsbericht vom 25. Juli 2023 die 

Beeinträchtigungen von C._____ in den Bereichen Schule, Freundschaft und Be-

ziehungen sowie im Familienleben als sehr stark ein. C._____ zeigt gemäss Test-

verfahren grosse Auffälligkeiten im Bereich der Aufmerksamkeitssteuerung und 

des regelverletzenden Verhaltens auf (act. 13/2 S. 5).  

Der Abklärungsbericht der Stiftung L._____ vom 2. März 2023 (KESB-act. 206) 

und der Zwischenbericht des Beistands vom 1. Februar 2023 (KESB-act. 162) 

empfehlen die Platzierung von C._____ (in einer Pflegefamilie).  

Die Mutter (act. 18), die Verantwortlichen im E._____ (act. 13/2-5), die Kindesver-

fahrensvertreterin (act. 13/1) und die Psychotherapeutin AC._____ (act. 13/2) ge-

hen mit den Vorinstanzen von der Notwendigkeit einer (derzeitigen) Platzierung 

von C._____ im professionellen (Erziehungs-)Umfeld aus.  

3.4. Dass C._____ im Oktober 2022 schöne Ferien mit dem Vater in H._____ 

verbrachte, weil er im Meer baden, mit dem Vater surfen, feines Essen geniessen 

und bei den beiden Grossmüttern hat übernachten können, ist nicht zu hinterfra-

gen (KESB-act. 138). Ebenso wenig ist an dieser Stelle zu bezweifeln, dass der 

Beschwerdeführer einer Arbeit nachgeht, in gutem Einvernehmen mit seinen ihn 

unterstützenden Bekannten AD._____ und Frau AB._____ steht (vgl. bspw. act. 

5/4), zu seinem Arbeitgeber eigenen Angaben zufolge auf persönlicher Ebene ei-

ne sehr gute Beziehung pflegt und in einer festen Beziehung mit AE._____ ist, ei-

ner 49 Jahre alten, in AF._____ wohnenden Frau und Mutter von zwei Töchtern 

im Alter von rund 14 und 12 Jahren. Auch Frau AE._____, die den Beschwerde-

führer eigenen Angaben zufolge seit 25. Dezember 2022 kennt, unterstützt den 

Beschwerdeführer nach ihren Möglichkeiten und bezeichnet ihn als einen hilfsbe-

reiten, netten, intelligenten Menschen, der eine positive Einstellung habe und 

- 22 - 

stets gut gelaunt sei. Der Beschwerdeführer sei ein liebevoller Vater, der von 

C._____ geliebt werde (act. 2 S. 15, act. 5/6). Er habe zu Beginn sie, Frau 

AE._____, gefragt, ob sie sicher sei, dass sie mit ihm zusammen sein möchte, da 

er eine Person mit sehr vielen Problemen sei (act. 5/6 S. 1). Zusammenfassend 

kann C._____ von Personen aus dem Umfeld des Beschwerdeführers an einzel-

nen Tagen betreut (act. 2 S. 15) oder vom Kindergarten abgeholt werden (act. 2 

S. 14). Es ist zu betonen, dass es sich um wichtige Hilfestellungen im Alltag han-

delt, die aber nicht die grundlegenden Strukturen ersetzen können, welche es für 

das Grossziehen von C._____ braucht (vgl. hierzu auch Abklärungsbericht vom 2. 

März 2023, KESB-act. 206 S. 5 unten f., S. 8).  

3.5. Der Vater ist, aus welchen Gründen auch immer, den hohen Anforderungen, 

die das Grossziehen von C._____ erfordert, (derzeit) nicht gewachsen. Die KESB 

prüfte mildere (ambulante) Massnahmen, um der Kindswohlgefährdung zu be-

gegnen. Die KESB Zürich ordnete eine Beistandschaft an und versuchte unter 

Einbezug des (schulischen) Helfernetzes den Vater in seinen Erziehungsaufga-

ben zu unterstützen, was aber an der Bereitschaft des Vaters scheiterte, die Not 

von C._____ und dessen hohen Unterstützungsbedarf anzuerkennen und sich auf 

Abmachungen mit Dritten verbindlich und längerfristig einzulassen (bspw. KESB-

act. 144, act. 166 S. 8 oben). Der Vater sieht die Unterstützung als Einmischung 

und nicht als Hilfe. Diese andauernde mangelnde Stabilität und insbesondere die 

fehlende Einsicht des Vaters, dass C._____ in den meisten Bereichen in so jun-

gen Jahren bereits ernsthaft und durchgängig sozial beeinträchtigt ist und ent-

sprechenden Unterstützungsbedarf hat, ist die Basis für die Fremdplatzierung.  

Es blieb unbestritten, dass der Beschwerdeführer seit dem letzten Geburtstag von 

C._____ im März 2023 keinen Kontakt mehr zum Beistand und zum E._____ hat 

(act. 17 S. 3 f.). Der Vater besucht auch C._____ seit März 2023 nicht mehr. Der 

Beschwerdeführer begründet die einstweilige Kontaktstille mit dem zerrütteten 

Vertrauensverhältnis zum Beistand. Er sei auf etwaige Gesprächsangebote nicht 

eingegangen, um nicht erneut der Vorverurteilung und den Vorwürfen ausgesetzt 

zu sein (act. 2 S. 18, act. 17 S. 4). Mit dieser Sichtweise macht es sich der Be-

schwerdeführer zu einfach, und er wird mit dieser Abwehrhaltung den Bemühun-

- 23 - 

gen der Behörden und involvierten Fachpersonen nicht gerecht. Beispielhaft für 

die vielen Bemühungen der KESB, dem Vater gerecht zu werden, war die soforti-

ge Bereitschaft der KESB, auf den Willen des Vaters einzugehen, C._____ wäh-

rend den Gottesdiensten am Sonntag, welche die Pflegefamilie U._____ zu besu-

chen pflegt, durch eine von ihm vorgeschlagene Person betreuen zu lassen; der 

Vater akzeptierte nicht, dass C._____ während der Gottesdienste die Krippe der 

Kirche besucht (KESB-act. 182, 184, 186, 189). Entsprechend wurde der Bei-

stand beauftragt, für den Sonntagmorgen eine religiös neutrale Betreuung für 

C._____ in Zusammenarbeit mit den Eltern zu organisieren (KESB-act. 187 

S. 10). Im Zwischenbericht vom 1. Februar 2022 (KESB-act. 57) machte der da-

mals noch neu im Amt tätige Beistand vor allem eine Auslegeordnung der Situati-

on von C._____. Erst ein Jahr später, mit Zwischenbericht vom 1. Februar 2023 

(KESB-act. 162), gab der Beistand unter Bezugnahme auf die Entwicklung seit 

Herbst 2022 die Empfehlung ab, C._____ in einer Pflegefamilie zu platzieren. 

Diese (einstweilige) Empfehlung gab der Beistand nicht leichthin ab. Der Beistand 

trug den Einschätzungen aller mit C._____ befassten Personen Rechnung, be-

treute das Mandat umsichtig und notierte auch konträre Beurteilungen der Situati-

on durch die Fachpersonen (vgl. KESB-act. 92) bzw. nahm nuancierte Stellung-

nahmen (vgl. KESB-act. 52/2) zur Kenntnis. Der Beistand weiss und hat sich auch 

so verhalten, dass er im Interesse des Kindeswohls gleichermassen beiden El-

ternteilen verpflichtet ist und sich immer wieder neu um eine gute Zusammenar-

beit mit den Eltern zu bemühen hat. Weshalb das Vertrauensverhältnis mit dem 

Beistand zerrüttet sein soll, substantiiert der Beschwerdeführer jedenfalls nicht. 

Dass der Beschwerdeführer mit Einschätzungen des Beistandes nicht einverstan-

den ist, vermag jedenfalls weder die Zerrüttung des Verhältnisses zu erklären, 

noch die Verweigerung des Kontakts mit dem Beistand zu rechtfertigen.  

3.6. Gewalterfahrungen von C._____ durch seinen Vater sind, wie bereits er-

wähnt, auch Thema (act. 13/5 S. 2). Der Beschwerdeführer stellt sich auf den 

Standpunkt, es sei offensichtlich, dass er keine Gewalt gegenüber C._____ aus-

geübt habe (act. 2 S. 13, 18).  

- 24 - 

C._____ erzählte immer wieder, zuletzt seiner Psychotherapeutin, dass er vom 

Vater ins Gesicht geschlagen werde (act. 13/5 S. 2). Das konkrete Ausmass und 

die Regelmässigkeit der körperlichen Züchtigung und deren Wirkung auf C._____ 

sind umstritten (so auch der Bezirksrat in act. 9 S. 14). Es bestehen mit dem Be-

zirksrat Zweifel an der Darstellung des Beschwerdeführers vor der Kammer, wo-

nach es während all den Jahren zu keinen Schlägen gegen C._____ gekommen 

sei. Der Beschwerdeführer versteht Erziehung jedenfalls in einem autoritären 

Sinn, und es ist unbestritten, dass es zu körperlicher Härte des Vaters gegenüber 

C._____ gekommen ist. Gemäss eigener Darstellung schlägt der Beschwerdefüh-

rer C._____ "bei manchen Gelegenheiten" auf den Hintern; C._____ brauche eine 

strenge Hand (KESB-act. 206 S. 5; vgl. auch KESB-act. 52/2). Der Beschwerde-

führer sieht seine Schläge somit gerechtfertigt und verharmlost damit Schläge und 

dessen nachgewiesenen negativen Wirkungen auf das Kind. Der Beschwerdefüh-

rer nimmt seine Erziehungsverantwortung nicht wahr und sieht die Auswirkungen 

von körperlichen Strafen auf die Psyche des Kindes nicht. Körperliche Strafen als 

Erziehungsmittel richten sich gegen die körperliche Unversehrtheit eines (verletz-

lichen und abhängigen) Kindes und können daher nicht gutgeheissen werden, 

auch wenn sie nach dem Dafürhalten des Erziehungsberechtigten "massvoll" und 

"gerechtfertigt" erteilt, das heisst (angeblich) durch ein seinerseits nicht hinnehm-

bares Verhalten veranlasst wurden.  

3.7. Zusammenfassend sind die Bedürfnisse des 6 ½ -jährigen C._____ nach Si-

cherheit und Verlässlichkeit und insbesondere auch dessen Bedürfnis nach gere-

gelter Beschulung und enger, konstanter Betreuung evident. Es sind sich alle für 

C._____ verantwortlichen Personen einig, dass stabile, in jeder Hinsicht kinds-

wohlgerechte Verhältnisse für C._____ anzustreben bzw. zu bewahren sind. Die 

Mutter erkennt die Bedürfnisse von C._____ und die Möglichkeiten, die ein Ver-

bleib von C._____ im E._____ bieten können. Die Rückplatzierung zum Vater ist 

abzulehnen, weil die mit einer Rückplatzierung verbundene grosse Unsicherheit 

bei der alltäglichen Betreuung durch den Vater dem Wohl für C._____ abträglich 

erscheint, dies gerade auch deshalb, weil das Kind grosse Ansprüche an die Er-

ziehungsverantwortlichen hat. Der Vater weist darauf hin, dass C._____ erst seit 

der Unterbringung im E._____ absichtlich in seine Hose, den Lift und hinter seine 

- 25 - 

Zimmertür uriniere (gemäss Monatsberichte des E._____s), er habe noch nie 

feststellen können, dass C._____ das absichtlich mache (act. 21 S. 4). Dem Vater 

ist zuzustimmen, dass dieses Verhalten ein (nächstes) Alarmsignal und Grund zur 

Besorgnis ist. Aus Laiensicht führt C._____ mit dem absichtlichen Urinieren seine 

Art von Kommunikation, die zuvor zuweilen schon verbal unter der Gürtellinie ver-

lief (vgl. E. I./4.3. vorne), physisch fort. Es ist eine überzeichnete, drastische 

Form, Aufmerksamkeit zu erhalten. Es muss aufgrund der Aktenlage ausge-

schlossen werden, dass der Vater dieses Verhalten auffangen kann. Dem Vater 

ist es bereits aus objektiven Gründen (Arbeitstätigkeit) nicht möglich, C._____ 

konstant und eng zu betreuen.  

Der gestützt auf Art. 310 ZGB von der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde 

Bezirk Horgen vom 7. März 2023 in Dispositivziffer 1 vorsorglich angeordnete 

Entzug des Aufenthaltsbestimmungsrechts des Beschwerdeführers für C._____ 

(KESB-act. 214), ist zu bestätigen ist. C._____ verbleibt einstweilen im Kinder-

heim E._____, Zürich.  

Über einen definitiven Verbleib von C._____ im E._____ entscheidet das Haupt-

verfahren.  

III. 

1.1. Die elterliche Sorge des Vaters ist somit in dem Umfang einzuschränken, als 

er derzeit nicht mehr über den Ort des Verbleibs von C._____ entscheiden kann 

(vgl. Art. 301a Abs. 1 ZGB). Weiter ist sein (vom Aufenthaltsbestimmungsrecht 

unabhängiges) elterliches Entscheidungsrecht bzw. seine Verantwortungsbefug-

nis in Gesundheitsfragen einzuschränken.  

1.2. Die Kindesverfahrensvertreterin stellte mit Eingabe vom 25. Juli 2023 an die 

KESB, der Kammer am 9. August 2023 übermittelt (act. 12, act. 13/1), den An-

trag, es sei die elterliche Sorge des Beschwerdeführers im Teilbereich der ge-

sundheitlichen Sorge vorsorglich einzuschränken und der Beschwerdegegnerin in 

diesem Bereich die alleinige elterliche Sorge zuzuteilen (act. 13/1 und act. 13/3). 

Zur Begründung führt die Kindesverfahrensvertreterin aus, es bestehe dringender 

- 26 - 

Handlungsbedarf zur therapeutischen/ärztlichen Unterstützung von C._____. Frau 

AC._____ empfehle eine Behandlung mit Ritalin (act. 13/1 S. 3 unten). Die Kin-

desvertreterin hält weiter fest, C._____ brauche wieder einmal ein Erfolgserlebnis. 

Der Misserfolg beim "Wellentag" in der Schule (vgl. act. 13/1 S. 2, act. 13/4 S. 1 

unten) habe ihn sehr beschäftigt und auch traurig gemacht (act. 13/1 S. 4). Durch 

den schnellstmöglichen Beginn einer medikamentösen Behandlung des ADHS 

durch einen Pädiater oder eine Kinderpsychiaterin könne die Situation im Kinder-

heim und für die Beschulung allenfalls beruhigt werden, so dass als Übergangslö-

sung zumindest Einzelunterricht etabliert werden könne. Bei gutem Verlauf könne 

ein Übertritt in die Regelklasse mit Unterstützung im Unterricht durch eine Heilpä-

dagogin probiert werden. Nachdem der Vater keinen Kontakt mehr mit dem Bei-

stand wolle und den Kontakt auch zum E._____ verweigere, der Vater sich bis-

lang dahingehend geäussert habe, er werde eine Therapie nie unterstützen, bei 

C._____ aber eine Negativspirale im Gange sei, die dringenden Handlungsbedarf 

aufzeige, müsse die elterliche Sorge des Vaters im Bereich der gesundheitlichen 

Sorge eingeschränkt werden.  

1.3. Die Mutter, der Beistand, die Verantwortlichen des E._____s und die abklä-

rende Psychotherapeutin AC._____ würden die Behandlung mit Ritalin empfehlen 

bzw. in Betracht ziehen, und sie unterstützen den Antrag der Kindesverfahrens-

vertreterin auf Einschränkung der elterlichen Sorge des Vaters im medizinischen 

Bereich, weil dringender Handlungsbedarf bestehe (act. 13/2-13/3, act. 18).  

1.4. Der Vater stellt in der Stellungnahme zum Antrag der Kindesverfahrensver-

treterin die derzeitige Kontaktstille nicht in Abrede (act. 17 S. 3 ff.), er zweifelt 

aber die Verhältnismässigkeit einer Behandlung mit Ritalin an (act. 17 S. 6 ff.). 

Sinngemäss macht der Beschwerdeführer geltend, dass keine verlässliche Diag-

nose vorliege, die die vorliegend umstrittene Behandlung zu rechtfertigen ver-

möchte, und beantragt Abweisung des Antrages (act. 17 S. 2, 8). Er macht darauf 

aufmerksam, dass die Situation von C._____ immer schlimmer würde, seit der 

Bube fremdplatziert sei (act. 21).  

2. Streitgegenstand bei der Kammer als zweite Beschwerdeinstanz ist der an-

gefochtene Entscheid des Bezirksrates; der Entscheid des Bezirksrates vom 

- 27 - 

15. Juni 2023 (act. 9) ist das Anfechtungsobjekt. Die Einschränkung der elterli-

chen Sorge des Vaters im Teilbereich Gesundheit (insbesondere die Frage, ob 

C._____ mit Ritalin behandelt werden soll) war bislang nicht Streitgegenstand, 

was gegen eine heutige Beurteilung der Frage durch die Kammer spricht. Da aber 

infolge der Verzögerung, die bei Wahrung des Instanzenzuges eintreten würde, 

sich die Situation von C._____ möglicherweise weiter verschlechtern würde, ist 

heute der Antrag der Kindesverfahrensvertreterin vom 25. Juli 2023 (act. 12, 

act. 13/1) auf Einschränkung der elterlichen Sorge des Vaters als vorsorgliche 

Massnahme zu behandeln.  

3. Die Frage, ob das Kind mit Ritalin behandelt werden soll, müssen die Eltern 

als Inhaber der gemeinsamen elterlichen Sorge entscheiden (Art. 301 Abs. 1bis 

ZGB e contrario). Besteht zwischen den Eltern Uneinigkeit in einer Angelegenheit, 

die zwingend von beiden sorgeberechtigten Eltern entschieden werden muss, so 

sieht das Gesetz kein spezifisches Verfahren vor. Ein behördlicher bzw. gerichtli-

cher Entscheid kann daher nur erfolgen, wenn die Meinungsdifferenz der Eltern 

das Kindswohl gefährdet, so dass die Voraussetzungen für die Anordnung von 

Kindesschutzmassnahmen erfüllt sind (vgl. BGer 5A 789/2019 vom 16. Juni 2020 

E. 4.3., 6.2.3. [im Zusammenhang mit einem Impfentscheid]). Kann der Gefähr-

dung des Kindes nicht anders begegnet werden, d.h. sind Massnahmen nach 

Art. 307 f. ZGB ungenügend, kann bei Nichteinigung den Eltern die gemeinsame 

elterliche Sorge gestützt auf Art. 311 Abs. 1 ZGB entzogen und der Beistand be-

rechtigt und verpflichtet werden, die erforderlichen Entscheide im betreffenden 

Teilbereich der elterlichen Sorge selbst zu treffen (BGE 141 II 472 ff., E. 4.5.). 

Das Gesetz sieht als Hauptanwendungsfall das Unvermögen des Elternpaares 

und mithin den Fall vor Augen, dass die Elternteile mögliche Defizite des anderen 

nicht gegenseitig auszugleichen vermögen, so dass das Kind insgesamt gefähr-

det ist (BGE 141 II 472 ff., E. 4.5). Es ist aber der Sorgerechtsentzug gegenüber 

einem Elternteil möglich, was indirekt auch Art. 311 Abs. 2 ZGB hervorgeht.  

4.1. Aufgrund des dargestellten Zustandes von C._____ und (u.a.) unter Hinweis 

auf die jüngste Einschätzung, nämlich derjenigen der abklärenden Psychothera-

peutin AC._____ (act. 13/2), ist die (objektiv fassbare) Gefahr einer (weiteren) Be-

- 28 - 

einträchtigung von C._____ konkret. C._____ droht mit einem verpassten Schulein-

tritt in eine Negativspirale zu sinken. Gemäss Psychotherapeutin AC._____ können 

die Ursachen möglicherweise (u.a.) in den (Erb-)Anlagen von C._____ liegen. Als 

(weitere) Massnahme nennt die Psychotherapeutin deshalb die Anmeldung von 

C._____ bei der IV für GG 404 (act. 13/2 S. 7). Um eine Aufmerksamkeitsstörung als 

GG 404 einzustufen, bedarf es Aufmerksamkeitsstörungen, welche mit spezifischen 

Teilleistungsstörungen bei normaler Intelligenz verbunden sind. Daneben müssen 

Störungen des Verhaltens im Sinne einer krankhaften Beeinträchtigung der Affektivi-

tät und/oder Kontaktfähigkeit belegt werden (gemäss Einsicht Internet am 7. Septem-

ber 2023 bei der Schweizerischen Fachgesellschaft ADHS, ADHS und IV, Geburts-

gebrechen [GG] 404). C._____ ist normal intelligent und bereits die erste Kindergar-

tenlehrerin wies auf das Potential von C._____ hin (KESB-act. 57 S. 5, act. 108/2 S. 

2), wohingegen, wie gesehen, im Sozialverhalten grosse Defizite auszumachen sind. 

Als spezifische Therapien empfiehlt die Psychotherapeutin neben einer Psychothera-

pie die Prüfung einer medikamentösen Behandlung des F90.0 (mit Ritalin), da dies 

auch die Störung des Sozialverhaltens positiv beeinflussen könnte (act. 13/2 S. 7 

oben).  

Es liegt keine ärztliche Verordnung eines Facharztes vor für ein Rezept, welches die 

Abgabe von Ritalin an C._____ erlauben würde. Gemäss Empfehlungen der Swiss-

medic solle die Behandlung von ADHS/ADS nur von Ärzten begonnen und überwacht 

werden, welche auf Verhaltensstörungen von Kindern und Jugendlichen bzw. Er-

wachsenen spezialisiert sind, demnach hier von Kinderpsychiater/innen oder Kinder-

ärzten/-ärztinnen (vgl. hierzu Entscheid des Einzelrichters des Kantonsgerichts Zug 

EO 2020 2 vom 22. September 2020 E. 4.4.4. mit weiterem Hinweis). Die Kammer 

kann von Vornherein ohne ärztliche Diagnose und ohne ärztliche Verordnung die Ab-

gabe von Ritalin nicht bewilligen. Es fehlen dem Gericht die Grundlagen für einen 

diesbezüglichen Entscheid.  

4.2. Sämtliche mit C._____ derzeit befassten Bezugspersonen, insbesondere auch 

die Mutter, wünschen die Abgabe von Ritalin bzw. sie regen an, es sei zu prüfen, ob 

sich die Situation für C._____ mit Ritalin (und begleitenden nicht medikamentösen 

Behandlungen) verbessern lasse. Vorliegend erweist sich der "Umweg" über die Er-

weiterung des Aufgabenkatalogs des Beistandes als undurchführbar (Art. 308 Abs. 1 

- 29 - 

und 2 ZGB; E. 3. vorstehend). Es ist der Mutter im Teilbereich der gesundheitlichen 

Sorge die alleinige elterliche Sorge zuzuteilen und dem Vater im entsprechenden 

Umfang die Sorge einzuschränken (vgl. Art. 308 Abs. 3 ZGB). Die Mutter kümmert 

sich nach ihren Möglichkeiten und in Zusammenarbeit mit den Fachpersonen zuver-

lässig um C._____, begleitet ihn zu den Arztterminen und macht Ausflüge mit ihm 

(act. 13/4 S. 2 f., act. 13/5 S. 3). C._____ sucht die Nähe zur Mutter (act. 13/4 S. 2). 

Die Vorkommnisse am "Wellentag" (vgl. act. 13/4 S. 1) haben die Mutter offenbar 

sichtlich erschüttert (act. 13/4 S. 2). Die Mutter zog es vor, an der Nachbesprechung 

des "Wellentages" nicht anwesend zu sein und liess sich durch den E._____ vertre-

ten (act. 13/4 S. 3). Mangelnde Informations- und Kontaktbereitschaft gegenüber dem 

Vater kann der Mutter nicht vorgeworfen werden. Die Einwilligung zur Reise nach 

H._____ im Herbst 2022 zeigt ihr Bestreben an einvernehmlichen Lösungen und ihre 

Bindungstoleranz (vgl. KESB-act. 125/2 S. 1 unten; E. I./4.3. vorne). 

Zusammenfassend rechtfertigt sich antragsgemäss, der Mutter die alleinige elter-

liche Sorge in medizinischen Belangen von C._____ vorsorglich zuzuteilen (dem-

nach die entsprechenden Kompetenzen nicht dem Beistand zu übertragen; vgl. E. 

3. vorne).  

4.3. Der Mutter ist daher zum Wohle von C._____ und in Nachachtung des (drin-

genden) Handlungsbedarfs vorsorglich die alleinige Kompetenz zur Einwilligung in 

Massnahmen zur Untersuchung des Gesundheitszustandes von C._____ und in er-

forderliche und mit der Schutzbedürftigkeit korrelierende Behandlungen zu geben. 

Dazu gehört die kinderärztliche bzw. kinderpsychiatrische Abklärung von C._____ in 

die Wege zu leiten, die beurteilt, ob die bei C._____ festgestellten Symptome eine 

Verschreibung mit Ritalin zulassen, die erforderlichen entsprechenden Entscheide 

selbst zu treffen, falls der Arzt bzw. die Ärzte/Ärztinnen eine medikamentöse Behand-

lung befürworten, Entscheidungen über die weiteren Angelegenheiten im Zusam-

menhang mit dem umschriebenen Schwächezustand bzw. der Schutzbedürftigkeit 

von C._____ (ADHS, Sozialverhalten) zu treffen, so insbesondere die Einwilligung 

in psychologische, pädagogische und soziale Therapien zu geben. Die Mutter 

kann die behandelnden Ärzte/Ärztinnen und Fachpersonen in alleiniger Kompe-

tenz von der Schweigepflicht bzw. dem Amtsgeheimnis entbinden. In diesem 

- 30 - 

Teilbereich der Personensorge (Gesundheit) ist vorsorglich die elterliche Sorge 

des Vaters einzuschränken.  

5. Es sind keine mit dem Entscheid über das Aufenthaltsbestimmungsrecht 

(Art. 301a Abs. 1 ZGB) in Zusammenhang stehende Punkte wie das Besuchs-

recht oder die Aufrechterhaltung der ambulanten Massnahmen nach Art. 308 Abs. 

1 und 2 ZGB zu prüfen, weil nicht strittig bzw. nicht angefochten (Art. 298b Abs. 3 

ZGB).  

IV. 

Mit der Abweisung der Beschwerde erübrigt sich eine Behandlung der vom Be-

schwerdeführer mit Eingabe vom 11. September 2023 gestellten superprovisori-

schen Anträge auf Aufhebung der Platzierung und Rückplatzierung von C._____ 

unter seine Obhut (act. 21 S. 2). Die Anträge sind abzuschreiben 

V. 

Es handelt sich um eine nicht vermögensrechtliche Streitigkeit. Angesichts des 

Zeitaufwands, der Bedeutung und der Schwierigkeit des Falles erweist sich eine 

Gebühr von 1'200.-- im Beschwerdeverfahren als angemessen. Ausgangsgemäss 

wird der Beschwerdeführer kostenpflichtig (Art. 106 ZPO). Parteientschädigungen 

sind keine zuzusprechen: dem Beschwerdeführer nicht, weil er mit seiner Be-

schwerde unterliegt, und der Beschwerdegegnerin nicht, weil ihr keine zu ent-

schädigende Aufwendungen entstanden sind bzw. keine solchen geltend gemacht 

wurden.  

  

- 31 - 

VI. 

Die bundesgerichtliche Beschwerde hat in der Regel keine aufschiebende Wir-

kung (Art. 103 Abs. 1 BGG). Ausnahmsweise kommt der Beschwerde an das 

Bundesgericht aufschiebende Wirkung zu (Art. 103 Abs. 2 lit. a BGG). Das Bun-

desgericht hat den Charakter eines Gestaltungsurteils für den Entscheid von Kin-

desschutzmassnahmen verneint (BGer 5A_94/2007 vom 31. Mai 2007 Erw. D.). 

Vorliegend geht es bei der Einschränkung der elterlichen Sorge des Vaters der 

Sache nach um Kindesschutzmassnahmen, weshalb der Charakter als Gestal-

tungsurteil im Sinne der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zu Art. 103 Abs. 2 

lit. a BGG zu verneinen ist. Letztlich wäre es aber Sache des allfällig angerufenen 

Bundesgerichts hierüber zu entscheiden.  

Es wird beschlossen: 

1. Die Anträge des Beschwerdeführers um superprovisorische Aufhebung der 

Platzierung von C._____ im Kinderheim E._____ und Rückplatzierung von 

C._____ unter die Obhut des Beschwerdeführers wird abgeschrieben. 

2. Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Erkenntnis. 

Es wird erkannt:  

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. C._____ verbleibt vorsorglich für die wei-

tere Dauer des Verfahrens im E._____. 

2. Die elterliche Sorge des Vaters wird vorsorglich im Teilbereich der Perso-
nensorge, Gesundheit, eingeschränkt, und es wird der Mutter in diesem Be-

reich die alleinige elterliche Sorge übertragen. Insbesondere wird der Mutter 

vorsorglich die alleinige Kompetenz zur Einwilligung in Massnahmen zur Un-

tersuchung des Gesundheitszustandes von C._____ und in erforderliche 

und mit der Schutzbedürftigkeit korrelierende Behandlungen übertragen. Die 

Mutter wird insbesondere auch für berechtigt und verpflichtet erklärt, die er-

forderlichen Entscheide selbst zu treffen, falls Ärzte die medikamentöse Be-

- 32 - 

handlung von C._____ befürworten, und die Einwilligung zu geben in psy-

chologische, pädagogische und soziale Therapien. 

3. Die Entscheidgebühr wird auf Fr. 1'200.-- festgesetzt und dem Beschwerde-

führer auferlegt. 

4. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.  

5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien und an die Kindesvertreterin, an die 

Beschwerdegegnerin und die Kindesvertreterin unter Beilage einer Kopie 

von act. 21, die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Horgen, sowie 

unter Rücksendung der eingereichten Akten an den Bezirksrat Horgen, je 

gegen Empfangsschein. 

6. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist 
innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesge-
richt, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen 

Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG).  

Dies ist ein Entscheid über vorsorgliche Massnahmen im Sinne von Art. 98 BGG. 

Es handelt sich um eine nicht vermögensrechtliche Angelegenheit. 

Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. 
 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

II. Zivilkammer 
 

Der Gerichtsschreiber: 
 
 
 

Dr. M. Tanner 
 
 
versandt am: 

	Beschluss und Urteil vom 22. September 2023
	Erwägungen:
	Es wird erkannt:
	1. Die Beschwerde wird abgewiesen. C._____ verbleibt vorsorglich für die weitere Dauer des Verfahrens im E._____.
	2. Die elterliche Sorge des Vaters wird vorsorglich im Teilbereich der Personensorge, Gesundheit, eingeschränkt, und es wird der Mutter in diesem Bereich die alleinige elterliche Sorge übertragen. Insbesondere wird der Mutter vorsorglich die alleinige...
	3. Die Entscheidgebühr wird auf Fr. 1'200.-- festgesetzt und dem Beschwerdeführer auferlegt.
	4. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.
	5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien und an die Kindesvertreterin, an die Beschwerdegegnerin und die Kindesvertreterin unter Beilage einer Kopie von act. 21, die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Horgen, sowie unter Rücksendung der eingereich...
	6. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (...