# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** bd070dea-80d0-52be-8861-80db7846a4ac
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-01-07
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 07.01.2014 SB130407
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB130407_2014-01-07.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer    
 

 
 

Geschäfts-Nr. SB130407-O/U/cs-hb 

 

Mitwirkend: die Oberrichter lic.iur. Spiess, Vorsitzender, und lic.iur. Burger, Er-

satzoberrichter lic.iur. Ernst sowie der Gerichtsschreiber lic.iur. Haf-

ner 

 

Urteil vom 7. Januar 2014 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Beschuldigter und Berufungskläger 

 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 

 

gegen 

 

Oberjugendanwaltschaft des Kantons Zürich,  
Anklägerin und Berufungsbeklagte 

 

betreffend Landfriedensbruch etc. und Widerruf   
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Meilen, Jugendgericht, vom 
24. April 2013 (DJ130001) 

-   2   - 

Anklage 

Die Anklageschrift der Jugendanwaltschaft See/Oberland vom 14. Dezember 

2012 (Urk. 11) ist diesem Urteil beigeheftet. 

Urteil der Vorinstanz: 

1. Der beschuldigte Jugendliche A._____ ist schuldig 

a) des Landfriedensbruchs im Sinne von Art. 260 Abs. 1 StGB, 

b) der Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte im Sinne von 

Art. 285 Ziff. 1 und Ziff. 2 Abs. 1 StGB, 

c) der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 

StGB. 

2. Es wird eine Unterbringung des beschuldigten Jugendlichen im Sinne von 

Art. 15 Abs. 1 und 2 JStG angeordnet. 

3. Für den beschuldigten Jugendlichen wird eine ambulante Behandlung im 

Sinne von Art. 14 Abs. 1 JStG angeordnet. 

4. Die Unterbringung im Sinne von Art. 15 Abs. 1 und 2 JStG wird mit der am-

bulanten Behandlung nach Art. 14 Abs. 1 JStG verbunden. 

5. Die mit Strafbefehl der Jugendanwaltschaft See/Oberland vom 

23. September 2011 ausgefällte, bedingte Strafe von 14 Tagen Freiheitsent-

zug wird widerrufen. 

6. Der beschuldigte Jugendliche A._____ wird unter Einbezug der widerrufe-

nen Strafe bestraft mit zweieinhalb Monaten Freiheitsentzug als Gesamt-
strafe (teilweise als Zusatzstrafe zum Strafbefehl vom 23. September 2011), 
wobei 1 Tag als durch Untersuchungshaft erstanden ist. 

-   3   - 

7. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

CHF  2'500.–  die weiteren Auslagen betragen: 
CHF  ausstehend Kosten für die amtliche Verteidigung 
CHF  500.–  Gebühr Strafuntersuchung 
CHF  15'978.60  Auslagen Vorverfahren (Kosten für das  
     Gutachten) 

CHF  18'978.60  Kosten total 

8. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausge-

nommen derjenigen der amtlichen Verteidigung, werden dem beschuldigten 

Jugendlichen auferlegt, aber sogleich definitiv abgeschrieben.  

9. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Staatskasse genom-

men. Über die Höhe der Kosten der amtlichen Verteidigung wird mit separa-

tem Beschluss entschieden. 

 

Berufungsanträge: 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten 

(Urk. 43 S. 1) 

Es sei auf die Anordnung einer Unterbringung im Sinne von Art. 15 Abs. 1 

und 2 JStG zu verzichten.  

Eventualiter sei anstelle einer Unterbringung zusätzlich zur ambulanten Be-

handlung eine persönliche Betreuung im Sinne von Art. 13 JStG anzuord-

nen.  

Die Kosten des Berufungsverfahrens seien auf die Staatskasse zu nehmen. 

-   4   - 

b) Des Vertreters der Oberjugendanwaltschaft des Kantons Zürich:  

(Urk. 45 S. 1) 

1. Die Berufung sei vollumfänglich abzuweisen bzw. es sei eine ge-

schlossene Unterbringung im Sinne von Art. 15 Abs. 1 und 2 JStG an-

zuordnen.  

2. Die Kosten des Berufungsverfahrens seien dem Beschuldigten aufzu-

erlegen.  

 

_________________________ 

 

Das Gericht erwägt: 

I.  Prozessgeschichte und Prozessuales 

1. Mit Urteil vom 24. April 2013 (nicht 26. August 2013; vgl. dazu Urk. 41 und 42) 

des Bezirksgerichts Meilen, Jugendgericht, wurde der beschuldigte Jugendliche 

des Landfriedensbruchs im Sinne von Art. 260 Abs. 1 StGB, der Gewalt und Dro-

hung gegen Behörden und Beamte im Sinne von Art. 285 Ziff. 1 und Ziff. 2 Abs. 1 

StGB sowie der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 

StGB schuldig gesprochen. Es wurde eine Unterbringung des beschuldigten Ju-

gendlichen im Sinne von Art. 15 Abs. 1 und 2 JStG und eine ambulante Behand-

lung im Sinne von Art. 14 Abs. 1 JStG angeordnet. Dabei wurde die Unterbrin-

gung im Sinne von Art. 15 Abs. 1 und 2 JStG mit der ambulanten Behandlung 

nach Art. 14 Abs. 1 JStG verbunden. Sodann wurde die mit Strafbefehl der Ju-

gendanwaltschaft See/Oberland vom 23. September 2011 ausgefällte, bedingte 

Strafe von 14 Tagen Freiheitsentzug widerrufen und der beschuldigte Jugendliche  

wurde unter Einbezug der widerrufenen Strafe bestraft mit zweieinhalb Monaten 

Freiheitsentzug als Gesamtstrafe (teilweise als Zusatzstrafe zum Strafbefehl vom 

23. September 2011), wobei 1 Tag als durch Untersuchungshaft erstanden ist.  

-   5   - 

2. Gegen dieses Urteil liess der jugendliche Beschuldigte rechtzeitig die Berufung 

erklären (Urk. 24). Er beantragt mit seiner Berufung, von einer Unterbringung im 

Sinne von Art. 15 Abs. 1 und 2 JStG sei abzusehen (Urk. 29). Da sich die Beru-

fung somit nicht gegen die Schuldsprüche, den Widerruf, die Strafzumessung und 

die ambulante Behandlung im Sinne von Art. 14 Abs. 1 JStG richtet, ist vorzumer-

ken, dass dieser Teil des erstinstanzlichen Urteils rechtskräftig geworden ist. 

3. Die Oberjungendanwaltschaft meldete keine Berufung an und verzichtete auf 

Anschlussberufung (Urk. 32). Als Beweisergänzung wurde die Einholung eines 

aktualisierten Massnahmeberichts beim … [Massnahme] beantragt (Urk. 29). Mit 

Schreiben vom 30. Dezember 2013 wurde dem Antrag stattgegeben (Urk. 36 und 

37). 

II.  Unterbringung gemäss Art. 15 Abs. 1 und 2 JStG 

1. Die Vorinstanz hat den jugendlichen Beschuldigten gemäss Art. 15 Abs. 1 und 

2 JStG in einer geschlossenen Einrichtung untergebracht. Gemäss dieser Be-

stimmung ordnet die urteilende Behörde eine solche Unterbringung im Sinne von 

15 Abs. 1 an, falls die notwendige Erziehung und Behandlung des Jugendlichen 

nicht anders sichergestellt werden kann. Die Unterbringung in einer geschlosse-

nen Einrichtung darf nur angeordnet werden, wenn sie für den persönlichen 

Schutz oder für die Behandlung der psychischen Störung des Jugendlichen un-

umgänglich ist oder für den Schutz Dritter vor schwer wiegender Gefährdung 

durch den Jugendlichen notwendig ist. Dabei ist zu beachten, dass stets zu prü-

fen ist, ob nicht eine weniger einschneidende Massnahme nach Art. 12 - 14 JStG, 

die den Jugendlichen in seinem Umfeld belassen, zur Erreichung des Zieles ge-

nügen (GÜRBER/HUG/SCHLÄFLI, in: Niggli/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar 

zum Strafrecht I, 3. Auflage, Basel 2013, N 3 zu Art. 15 JStG).  

2. Vor Vorinstanz brachte der Verteidiger vor, es sei die Weiterführung der ge-

schlossenen Unterbringung zu prüfen. Der Beschuldigte wolle eine Attestlehre auf 

dem Bauernhof machen. Ein solcher Ausbildungsplan sei für ihn ganz wichtig, er 

müsse sich an einem Ziel orientieren können. Bei der Arbeit könne er sich bewei-

sen, könne etwas bewirken, etwas leisten. Das mache ihm Freude und motiviere 

-   6   - 

ihn. Es sei ihm auch bewusst, dass er an sich arbeiten müsse und unter strenger 

Beobachtung stehe. Er wisse, dass er sich keine weiteren Delikte leisten könne 

und jetzt unter dem Regime des Erwachsenenstrafrechts stehen würde. Dies 

würde helfen, das Rückfallrisiko zu minimieren. Die Verteidigung beantragt des-

wegen eine ambulante Behandlung nach Art. 14 Abs. 1 JStG, eventuell verbun-

den mit einer persönlichen Betreuung gemäss Art. 13 JStG. Eventualiter sei zu 

prüfen, ob eine Unterbringung im Sinne von Abs. 1 von Art. 15 JStG den Bedürf-

nissen des Beschuldigten und dem Schutz Dritter Rechnung tragen könne 

(Urk. 22 S. 3 f.). 

Der Verteidiger brachte anlässlich der heutigen Berufungsverhandlung vor, der 

Beschuldigte habe weitere Fortschritte gemacht, die Lage habe sich gegenüber 

der Situation vor 2 Jahren sehr und weitgehend positiv verändert. Er verweigere 

zwar eine Therapie, sei aber auch so in den letzten Monaten nicht mehr gewalttä-

tig geworden. Das im Massnahmebericht erwähnte "deutliche Rückfallrisiko" sei 

daher zu relativieren. Da diese Fortschritte sich nach der letzten Begutachtung 

eingestellt hätten, könne nicht einfach auf diese Begutachtung abgestellt werden. 

Ohne Aussicht auf Entlassung aus der Unterbringung habe der Beschuldigte 

schlechte Aussichten auf eine Lehrstelle, aber eine Lehrstelle sei wohl Vorausset-

zung für die Entlassung aus der Unterbringung (Urk. 43 S. 2 f.) 

3.1. Mit Datum vom 26. April 2012 wurde ein psychiatrisch-psychologisches Gut-

achten vom Zentrum für Kinder- und Jugendpsychiatrie der Universität Zürich ver-

fasst (Urk. 8/2). Die Vorinstanz hat das Gutachten ausführlich wiedergeben, wo-

rauf verwiesen werden kann (Urk. 8/2 S. 8-12; Art. 82 Abs. 4 StPO). Insbesondere 

weist das Gutachten - was nochmals hervorzuheben ist - auf die Notwendigkeit 

einer geschlossenen stationären Unterbringung hin, als Folge des im erzieheri-

schen Bereich feststellbaren mangelnden Problembewusstseins, der einge-

schränkten Absprachefähigkeit und den erheblichen Verwahrlosungstendenzen 

(Urk. 8/2 S. 46). Deliktpräventiv sei eine erhöhte Aufsicht über sein Freizeitverhal-

ten erforderlich. Es erscheine notwendig, dass er von Bezugspersonen stetige 

Bindungsangebote und Rückmeldungen auf sein Verhalten erhalte. Im Rahmen 

der stationären Unterbringung soll schliesslich die Motivation für eine Berufsaus-

-   7   - 

bildung gefördert und ihm eine solche ermöglicht werden (Urk. 8/2 S. 46). Ein 

stabiles Setting in einer geschlossenen Unterbringung sei notwendig, da A._____ 

sehr klare äussere Strukturen benötige, die seiner inneren Haltlosigkeit, der 

nachhaltig beeinträchtigten Anpassungs- und Funktionsfähigkeit und Beeinfluss-

barkeit viel entgegensetzten (Urk. 8/2 S. 46). 

3.2. Den Massnahmebericht des … vom 4. April 2013 (Urk. 17/1) hat die Vo-

rinstanz ebenfalls zutreffend wiedergegeben (Urk. 28 S. 12; Art. 82 Abs. 4 StPO). 

Festgehalten wurde, dass sich der Beschuldigte trotz seines offenen Widerstan-

des gegen die Unterbringung und seiner massiven sozialen Beeinträchtigung er-

freulich in den Massnahmeverlauf eingefügt habe. Am Schluss wird eine Vollzugs-

lockerung in Form des "Schnupperns" in der halboffenen Abteilung empfohlen 

und bei Bewährung sei zu prüfen, ob erste von Sozialpädagogen begleitete Ein-

zel- und Gruppenausgänge zu vertreten seien (Urk. 17/1 S.18). 

3.3. Dem aktualisierten Massnahmebericht des … vom 24. Januar 2013 bis 5. 

September 2013, datiert vom 30. Dezember 2013 (Urk. 37), sowie dem Protokoll 

der Vollzugsplanungssitzung vom 12. Dezember 2013 (Urk. 38) ist zu entnehmen, 

dass der Beschuldigte im September 2013 in die Halboffene Abteilung übergetre-

ten sei. Im Arbeitsbereich bilde er sich im Landwirtschaftsbereich fort und besu-

che einmal pro Woche die öffentliche Berufsschule in … (Prot. II S. 14 f.). In die 

Wohngruppe der halboffenen Abteilung habe er sich langsam integriert. Er habe 

viel Zeit zurückgezogen in seinem Zimmer verbracht. Seine Vollzugsöffnungen an 

den Wochenenden habe der Beschuldigte mit seiner neuen Freundin in Zürich 

verbracht. Die Kontakte zu seinem Vater würden sich auf gelegentliche Telefona-
te beschränken, nachdem er ihn zuvor einige Male besucht gehabt habe, wobei er 

sich aber durch dessen Forderungen und Ratschläge eingeengt gefühlt habe 

(Urk. 37 S. 3). Zur Bezugspersonenarbeit sei der Beschuldigte oft unmotiviert, 

schlecht gelaunt erschienen und habe gelegentlich zu den Gesprächen aufgefor-

dert werden müssen. Bei der inhaltlichen Auseinandersetzung sei auffällig gewe-

sen, dass er nur beschränkt persönliche Einblicke in seine Gedanken- und Ge-

fühlswelt zulasse und sich bei institutionellen Themen sofort verweigere. Zugäng-

lich und gesprächig zeige er sich bei Inhalten, die seinen persönlichen Interessen 

-   8   - 

entsprächen, wie Arbeitsbereich, seine Freundin oder die Berufsschule. Den 

strukturellen Anforderungen habe er sich zu Beginn zögerlich, ausweichend ge-

stellt und versucht, die Verantwortung dafür zu delegieren. Unterstützung habe er 

nur ungern angenommen, habe sich aber allmählich für eine selbständige, regel-

konforme Erledigung der Formalitäten entschieden. Er habe insgesamt eine spür-

bare Entwicklung durchgemacht seit seinem Gefängnisaufenthalt (Urk. 38 S. 4). 

Was den Umgang mit Drogen und Suchtmittel angehe, so beschränke sich sein 

Suchtmittelkonsum auf Zigaretten. Nach Vollzugsöffnungen sei kein Alkoholkon-

sum feststellbar gewesen. Mit den Finanzen könne der Beschuldigte gut umgehen 

(Urk. 37 S. 5). In der Zwischenzeit wurde der Beschuldigte aber erneut positiv auf 

Cannabis getestet (Urk. 40; Prot. II S. 15). 

Der deliktsorientierten Therapie entziehe sich der Beschuldigte vollständig, wes-

halb seit Ende Oktober 2013 keine Sitzungen mehr stattgefunden hätten. Was die 

Legalprognose angehe, so sei aufgrund der geringen Beeinflussbarkeit und der 

geringen risikosenkenden Effekte der bisherigen Therapie von einem unverändert 

deutlichen Rückfallrisiko für einschlägige Delikte auszugehen (Urk. 38 S. 3). Im-

merhin führte er auf entsprechende Frage zur Teilnahme an Demonstrationen 

aus, er sei immer noch auf dem Laufenden, wann wo welche Demo sei, obwohl er 

sich nicht dafür interessiere (Urk. 37 S. 4; Prot. II S. 13). 

4. Diese Ausführungen zeigen, dass der Beschuldigte in den Bereichen Arbeit 

und Berufsschule, aber auch in sozialer Hinsicht gewisse Fortschritte aufweist, 

was auch zur Folge hatte, dass er von der geschlossenen Abteilung in die Halbof-

fene Abteilung wechseln konnte. Hingegen zeigen sich im Therapiebereich noch 

massive Defizite, da der Beschuldigte keine Einsicht in die Notwendigkeit der 

Therapie zeigt. Die Rückfallgefahr für einschlägige Delikte wird deshalb als deut-

lich eingestuft. Die heutigen Ausführungen seines Verteidigers vermögen daran 

nichts zu ändern. Dass der Beschuldigte Konflikte durch Rückzug entschärfe, ist 

keine Strategie, da ein solcher Rückzug nicht immer möglich ist und dem Ziel, ihn 

sozial zu integrieren, zuwiderläuft. Angesichts seines Widerstandes gegen eine 

Therapie (Prot. II S. 9) wäre es illusorisch, anzunehmen, eine ambulante Therapie 

könne in Freiheit durchgeführt werden. Vor dem Hintergrund der diagnostizierten 

-   9   - 

Persönlichkeitsstörung im psychiatrisch-psychologischen Gutachten ändert sich 

deshalb nichts an den Schlussfolgerungen des Gutachters, wonach nur eine Un-

terbringung in einem geschlossenen Rahmen mit klaren äusseren Strukturen sei-

ner Entwicklung förderlich sein werde und der nach wie vor vorhandenen deutli-

chen Rückfallgefahr Rechnung getragen werden kann. Im Übrigen ist auf die zu-

treffenden Ausführungen im vorinstanzlichen Urteil (Urk. 28 S. 13 f.) zu verwei-

sen. Die bisherigen Fortschritte zeigen, dass dies der richtige Weg ist. Im Rah-

men dieser Massnahme kann auch den jeweiligen Fortschritten, insbesondere 

auch im therapeutischen Bereich, mit weiteren Vollzugslockerungen Rechnung 

getragen werden.  

Der Antrag des Beschuldigten auf einen Verzicht auf Anordnung einer Unterbrin-

gung im Sinne von Art. 15 Abs. 2 JStG bzw. eine Unterbringung nach Abs. 1 JStG 

ist deshalb abzuweisen. Der Anordnung einer ambulanten Massnahme widersetz-

te sich der Beschuldigte im Übrigen nicht. 

III.  Kosten- und Entschädigungsfolgen 

1. In Berufungsverfahren tragen die Parteien die Kosten nach Massgabe ihres 

Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Der Beschuldigte unterliegt 

mit seinen Anträgen vollumfänglich. Ausgangsgemäss sind dem Beschuldigten 

somit die gesamten Kosten des Berufungsverfahrens aufzuerlegen, jedoch so-

gleich erlassen. 

2. Die Kosten der amtlichen Verteidigung sind gestützt auf Art. 426 Abs. 1 StPO 

auf die Gerichtskasse zu nehmen; entsprechend ist der amtliche Verteidiger, 

Rechtsanwalt lic.iur. X._____, mit Fr. 2'200.– (inkl. 8% MwSt.) aus der Gerichts-

kasse zu entschädigen. Angesichts der finanziellen Lage des Beschuldigten sind 

diese Kosten definitiv zu erlassen respektive auf die Gerichtskasse zu nehmen. 

Das Gericht beschliesst: 

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Meilen, Jugendge-

richt, vom 24. April 2013 (DJ130001), bezüglich der Dispositivziffern 1 

-   10   - 

(Schuldspruch), 3 (ambulante Behandlung) sowie 5 bis 9 (Strafe, Widerruf 

und Kostendispositiv) in Rechtskraft erwachsen ist. 

2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.  

Das Gericht erkennt: 

1. Es wird eine Unterbringung des Beschuldigten A._____ im Sinne von Art. 15 

Abs. 1 und 2 JStG angeordnet. 

2. Die Unterbringung wird mit der ambulanten Behandlung nach Art. 14 Abs. 1 

JStG verbunden. 

3. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 1'500.– ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 2'200.–   amtliche Verteidigung 

 
4. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden dem Beschuldigten auferlegt, 

jedoch sogleich erlassen. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden de-

finitiv auf die Gerichtskasse genommen. 

5. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Be-
schuldigten (übergeben) 

− die Oberjugendanwaltschaft des Kantons Zürich (übergeben) 
− das … [Massnahme] 

in vollständiger Ausfertigung an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Be-
schuldigten  

− die Oberjugendanwaltschaft des Kantons Zürich 
− das Bundesamt für Polizei  
− den Nachrichtendienst des Bundes 

sowie nach Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälliger Rechtsmit-

tel an 

-   11   - 

− die Vorinstanz 
− die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A.  

6. Rechtsmittel: 

Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang der vollständigen, be-
gründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung des 

Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichts-

gesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

II. Strafkammer 
 
 

Zürich, 7. Januar 2014 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

Oberrichter lic.iur. Spiess 
 

Der Gerichtsschreiber: 
 
 
 

lic.iur. Hafner 
 

 
 

 

	Urteil vom 7. Januar 2014
	Anklage
	Urteil der Vorinstanz:
	1. Der beschuldigte Jugendliche A._____ ist schuldig
	a) des Landfriedensbruchs im Sinne von Art. 260 Abs. 1 StGB,
	b) der Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte im Sinne von Art. 285 Ziff. 1 und Ziff. 2 Abs. 1 StGB,
	c) der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB.

	2. Es wird eine Unterbringung des beschuldigten Jugendlichen im Sinne von Art. 15 Abs. 1 und 2 JStG angeordnet.
	3. Für den beschuldigten Jugendlichen wird eine ambulante Behandlung im Sinne von Art. 14 Abs. 1 JStG angeordnet.
	4. Die Unterbringung im Sinne von Art. 15 Abs. 1 und 2 JStG wird mit der ambulanten Behandlung nach Art. 14 Abs. 1 JStG verbunden.
	5. Die mit Strafbefehl der Jugendanwaltschaft See/Oberland vom 23. September 2011 ausgefällte, bedingte Strafe von 14 Tagen Freiheitsentzug wird widerrufen.
	6. Der beschuldigte Jugendliche A._____ wird unter Einbezug der widerrufenen Strafe bestraft mit zweieinhalb Monaten Freiheitsentzug als Gesamtstrafe (teilweise als Zusatzstrafe zum Strafbefehl vom 23. September 2011), wobei 1 Tag als durch Untersuchu...
	7. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	CHF  2'500.–   die weiteren Auslagen betragen:
	CHF  ausstehend Kosten für die amtliche Verteidigung
	CHF  500.–   Gebühr Strafuntersuchung
	CHF  15'978.60   Auslagen Vorverfahren (Kosten für das
	Gutachten)
	CHF  18'978.60   Kosten total
	8. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen derjenigen der amtlichen Verteidigung, werden dem beschuldigten Jugendlichen auferlegt, aber sogleich definitiv abgeschrieben.
	9. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Staatskasse genommen. Über die Höhe der Kosten der amtlichen Verteidigung wird mit separatem Beschluss entschieden.
	Berufungsanträge:
	Es sei auf die Anordnung einer Unterbringung im Sinne von Art. 15 Abs. 1 und 2 JStG zu verzichten.
	Eventualiter sei anstelle einer Unterbringung zusätzlich zur ambulanten Behandlung eine persönliche Betreuung im Sinne von Art. 13 JStG anzuordnen.
	Die Kosten des Berufungsverfahrens seien auf die Staatskasse zu nehmen.
	1. Die Berufung sei vollumfänglich abzuweisen bzw. es sei eine geschlossene Unterbringung im Sinne von Art. 15 Abs. 1 und 2 JStG anzuordnen.
	2. Die Kosten des Berufungsverfahrens seien dem Beschuldigten aufzuerlegen.
	Das Gericht erwägt:
	1. Die Vorinstanz hat den jugendlichen Beschuldigten gemäss Art. 15 Abs. 1 und 2 JStG in einer geschlossenen Einrichtung untergebracht. Gemäss dieser Bestimmung ordnet die urteilende Behörde eine solche Unterbringung im Sinne von 15 Abs. 1 an, falls d...
	2. Vor Vorinstanz brachte der Verteidiger vor, es sei die Weiterführung der geschlossenen Unterbringung zu prüfen. Der Beschuldigte wolle eine Attestlehre auf dem Bauernhof machen. Ein solcher Ausbildungsplan sei für ihn ganz wichtig, er müsse sich an...
	Der Verteidiger brachte anlässlich der heutigen Berufungsverhandlung vor, der Beschuldigte habe weitere Fortschritte gemacht, die Lage habe sich gegenüber der Situation vor 2 Jahren sehr und weitgehend positiv verändert. Er verweigere zwar eine Therap...
	3.1. Mit Datum vom 26. April 2012 wurde ein psychiatrisch-psychologisches Gutachten vom Zentrum für Kinder- und Jugendpsychiatrie der Universität Zürich verfasst (Urk. 8/2). Die Vorinstanz hat das Gutachten ausführlich wiedergeben, worauf verwiesen we...
	3.2. Den Massnahmebericht des … vom 4. April 2013 (Urk. 17/1) hat die Vorinstanz ebenfalls zutreffend wiedergegeben (Urk. 28 S. 12; Art. 82 Abs. 4 StPO). Festgehalten wurde, dass sich der Beschuldigte trotz seines offenen Widerstandes gegen die Unterb...
	3.3. Dem aktualisierten Massnahmebericht des … vom 24. Januar 2013 bis 5. September 2013, datiert vom 30. Dezember 2013 (Urk. 37), sowie dem Protokoll der Vollzugsplanungssitzung vom 12. Dezember 2013 (Urk. 38) ist zu entnehmen, dass der Beschuldigte ...
	Der deliktsorientierten Therapie entziehe sich der Beschuldigte vollständig, weshalb seit Ende Oktober 2013 keine Sitzungen mehr stattgefunden hätten. Was die Legalprognose angehe, so sei aufgrund der geringen Beeinflussbarkeit und der geringen risiko...
	4. Diese Ausführungen zeigen, dass der Beschuldigte in den Bereichen Arbeit und Berufsschule, aber auch in sozialer Hinsicht gewisse Fortschritte aufweist, was auch zur Folge hatte, dass er von der geschlossenen Abteilung in die Halboffene Abteilung w...
	Der Antrag des Beschuldigten auf einen Verzicht auf Anordnung einer Unterbringung im Sinne von Art. 15 Abs. 2 JStG bzw. eine Unterbringung nach Abs. 1 JStG ist deshalb abzuweisen. Der Anordnung einer ambulanten Massnahme widersetzte sich der Beschuldi...

	Das Gericht beschliesst:
	1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Meilen, Jugendgericht, vom 24. April 2013 (DJ130001), bezüglich der Dispositivziffern 1 (Schuldspruch), 3 (ambulante Behandlung) sowie 5 bis 9 (Strafe, Widerruf und Kostendispositiv) in Rech...
	2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.
	Das Gericht erkennt:
	1. Es wird eine Unterbringung des Beschuldigten A._____ im Sinne von Art. 15 Abs. 1 und 2 JStG angeordnet.
	2. Die Unterbringung wird mit der ambulanten Behandlung nach Art. 14 Abs. 1 JStG verbunden.
	3. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	4. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden dem Beschuldigten auferlegt, jedoch sogleich erlassen. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden definitiv auf die Gerichtskasse genommen.
	5. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten (übergeben)
	 die Oberjugendanwaltschaft des Kantons Zürich (übergeben)
	 das … [Massnahme]
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten
	 die Oberjugendanwaltschaft des Kantons Zürich
	 das Bundesamt für Polizei
	 den Nachrichtendienst des Bundes
	 die Vorinstanz
	 die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A.

	6. Rechtsmittel:
	Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.