# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** db0fde08-4c4d-512c-ad73-cd0d92e1c96b
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-01-23
**Language:** de
**Title:** Zürich Baurekursgericht 23.01.2015 BRGE I Nrn. 0013-0014/2015
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Baurekurs/ZH_BRK_001_BRGE-I-Nrn--0013-001_2015-01-23.pdf

## Full Text

BRGE I Nrn. 0013 und 0014/2015 vom 23. Januar 2015 in BEZ 2015 Nr. 21 

Im Streit lagen (u.a.) die Fotovoltaikanlagen auf den Flachdächern von 
sechs geplanten Mehrfamilienhäusern. Die Anlagen sollten beinahe die ge-
samte Dachfläche einnehmen.  

Aus den Erwägungen: 

7.1 Aufzuheben ist der angefochtene Beschluss nach Auffassung der 
Rekurrierenden auch deshalb, weil die Vorinstanz es unterliess, eine allfällige 
Blendwirkung der auf den Flachdächern der geplanten Gebäude vorgesehenen 
grossflächigen Photovoltaikanlage näher abzuklären. 

Die Rekurrierenden beziehen sich hierbei auf den in BEZ 2011 Nr. 47 
publizierten Entscheid BRGE II Nr. 0117/2011 vom 17. Mai 2011. Strittig war 
damals eine rund 150 m

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 grosse Photovoltaikanlage, welche beide Schräg-

dachflächen eines Mehrfamilienhauses fast vollständig bedeckte. Diese wurde 
von der Baubewilligungsbehörde mit dem blossen Hinweis, dass die Anlage 
nicht zu störenden oder lästigen Blendwirkungen führen dürfe, bewilligt. Die 
Rekursinstanz qualifizierte dies als unzulässig. Sie gelangte zum Schluss, dass 
eine Bewilligung ohne nähere Abklärungen mit Bezug auf allfällige Licht-
immissionen nur hätte erteilt werden dürfen, wenn eine Blendwirkung der 
Anlage von vornherein hätte ausgeschlossen werden können. Dies traf damals, 
da die eine Schrägdachhälfte gegen das südöstlich der Bauparzelle gelegene 
Grundstück der rekurrierenden Nachbarn gerichtet war, nicht zu.  

7.2 In dieser sachverhaltlichen Konstellation liegt ein wesentlicher Unter-
schied zum vorliegenden Streitfall. Hier geht es um eine auf Flachdächern zu 
montierende Photovoltaikanlage. Nicht völlig klar ist, ob diese gemäss den 
Plänen völlig «flach» liegend oder – gemäss den Angaben der privaten Rekurs-
gegnerin anlässlich des Augenscheins – allenfalls mit einer gewissen 
Südausrichtung aufgeständert montiert werden soll. So oder anders kann die 
Möglichkeit, dass einfallendes Sonnenlicht auf umliegende Bauten, insbe-
sondere die im Norden angrenzenden rekurrentischen Gebäude, reflektiert 
werden könnte, aus physikalischen Gründen ausgeschlossen werden. Derart 
tief, dass die rekurrentischen Gebäude bei einer liegend montierten Anlage 
nach dem Prinzip «Einfallwinkel gleich Ausfallwinkel» von reflektiertem Sonnen-

licht betroffen werden könnten, steht die Sonne selbst im Winterhalbjahr nicht. 
Dies gilt ungeachtet dessen, dass die rekurrentischen Gebäude leicht erhöht 
liegen. Sollte die Anlage zur Erhöhung des Wirkungsgrades (leicht) aufge-
ständert montiert werden, kann eine Beeinträchtigung der Rekurrierenden durch 
Reflexionen erst recht verneint werden. 

Unter diesen Gegebenheiten ist nicht zu beanstanden, wenn die Vor-
instanz darauf verzichtete, von der Bauherrschaft nähere Angaben mit Bezug 

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auf eine allfällige Blendwirkung der geplanten Photovoltaikanlage zu verlangen, 
und sie sich mit der Anordnung begnügte, dass für die Solarmodule «möglichst 
nicht reflektierende Materialien zu verwenden» seien und auch sichtbare Ein-
fassungen und Unterkonstruktionen «möglichst nicht reflektieren» dürften. 

7.3 Dahingestellt bleiben kann vorliegend, ob der in BEZ 2011 Nr. 47 
publizierte Rekursentscheid aufgrund der heute mit Bezug auf Solaranlagen 
bestehenden Rechtslage grundsätzlich zu hinterfragen sei, was die Vorinstanz 
in ihren Rekursantworten zumindest sinngemäss geltend macht. 

Folgendes ist hierzu festzuhalten: Gemäss dem am 1. Mai 2014 in Kraft 
getretenen Art. 18a des Raumplanungsgesetzes (RPG) sind «auf Dächern 
genügend angepasste Solaranlagen» in Bau- und Landwirtschaftszonen – 
ausgenommen solche auf Kultur- und Naturdenkmälern von kantonaler oder 
nationaler Bedeutung und solche in durch die Kantone festzulegenden, klar 
umschriebenen Typen von Schutzzonen – nicht mehr bewilligungspflichtig. 
Solche Vorhaben sind der zuständigen Behörde aber immerhin noch zu 
melden. Wenn die Vorinstanz indes anführt, dass die zuständigen Behörden bei 
nicht im Zuge eines (bewilligungspflichtigen) Neubauvorhabens, sondern bei 
auf bestehenden Gebäuden geplanten Solaranlagen lediglich noch im 
Nachhinein, d.h. repressiv tätig werden könnten, ist dies nicht zutreffend. Es ist 
vielmehr, auch wenn sich die bundesrätliche Weisung diesbezüglich aus-
schweigt, davon auszugehen, dass der nach Art. 18a Abs. 1 Satz 2 RPG 
bestehenden Meldepflicht vor Errichtung der jeweils fraglichen Solaranlage zu 
genügen ist. In diesem Sinn wird die Norm von der Baudirektion Kanton Zürich 
in ihrem vom 30. April 2014 datierenden, an die Gemeinden gerichteten Kreis-
schreiben denn auch verstanden. Es ist dort die Rede davon, dass 
bewilligungsfreie Vorhaben für Solaranlagen der zuständigen Behörde 30 Tage 
vor Baubeginn zu melden seien (S. 3). Dies muss schon deswegen gelten, weil 
die zuständige Behörde die Möglichkeit haben muss zu überprüfen, ob eine im 
Sinne von Art. 18a Abs. 1 RPG «genügend eingepasste» und damit be-
willigungsfreie Solaranlage vorliege. In diesem Zusammenhang könnten 
grundsätzlich auch Abklärungen mit Bezug auf allfällige Blendwirkungen solcher 
Anlagen erfolgen.  

Gleichwohl sind die Einwände der Vorinstanz nicht völlig unberechtigt. 
Nach dem Willen des Gesetzgebers soll die Nutzung der Sonnenenergie 
offenkundig in weitestmöglichem Umfang gefördert werden (vgl. Art. 18a Abs. 4 
RPG). Ein solcher gesetzgeberischer Wille hat sich zuvor schon in der 
Legiferierung von § 238 Abs. 4 PBG niedergeschlagen, wonach sorgfältig in 
Dach- und Fassadenfläche integrierte Solaranlagen bewilligt werden, sofern 
nicht überwiegende öffentliche Interessen entgegenstehen. Hier offen bleiben 

kann das Verhältnis dieser beiden Vorschriften. Hingegen kann ohne weiteres 
gesagt werden, dass mit all dem nicht vereinbar wäre, wenn solche Anlagen 
nunmehr unter dem Titel des Immissionsschutzes allzu weit gehenden 
behördlichen Hürden unterworfen würden. Nähere Abklärungen mit Bezug auf 
eine mögliche, mit dem Umweltschutzgesetz nicht zu vereinbarende Blend-
wirkung sind daher nicht mehr generell, sondern nur noch dann zu verlangen, 
wenn die konkreten Umstände mit einiger Wahrscheinlichkeit dafür sprechen, 
dass derartige Einwirkungen in rechtserheblichem Umfange auftreten könnten.