# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3d8acf0b-881a-5a9d-85fb-27da4c2efecd
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-05-22
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 22.05.2024 LA230009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_LA230009_2024-05-22.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
I. Zivilkammer  

Geschäfts-Nr.: LA230009-O/U

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. A. Huizinga, Vorsitzender, 

Oberrichter lic. iur. M. Spahn und Oberrichterin lic. iur. B. Schärer

sowie Gerichtsschreiberin MLaw I. Aeberhard

Beschluss und Urteil vom 22. Mai 2024

in Sachen

A._____ GmbH, 
Beklagte, Widerklägerin und Berufungsklägerin

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur., LL.M. X._____, 

gegen

B._____,
Klägerin, Widerbeklagte und Berufungsbeklagte

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Y._____, 

betreffend arbeitsrechtliche Forderung

Berufung gegen ein Urteil des Arbeitsgerichtes Pfäffikon im vereinfachten 
Verfahren vom 16. Dezember 2022 (AH220006-H)

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Zuletzt aufrechterhaltene Rechtsbegehren:

der Klägerin, Widerbeklagten und Berufungsbeklagten (Urk. 12 S. 1 f. und Prot. I 
S. 6; sinngemäss):

1. Die Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin Fr. 632.35 netto 
(entsprechend Fr. 697.95 brutto) nebst Zins zu 5 % seit 21. Okto-
ber 2021 zu bezahlen.

2. Die Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin Fr. 9'000.00 
(netto=brutto) nebst Zins zu 5 % seit 21. Oktober 2021 zu bezah-
len. 

3. Die Beklagte sei unter Androhung der Bestrafung ihrer Organe 
nach Art. 292 StGB zu verpflichten, der Klägerin innert zehn Ta-
gen ab Rechtskraft des Entscheides ein wie folgt korrigiertes Ar-
beitszeugnis aus- und zuzustellen: 
«Arbeitszeugnis 31. Dezember 
2021
Frau B._____, geboren am tt. März 1996, aus C._____ FR, war 
vom 1. Juni 2021 bis zum 31. Dezember 2021 in der A._____ 
GmbH von Dr. D._____ mit einem Beschäftigungsgrad von 100% 
als Medizinische Praxisassistentin angestellt.
Zu ihren Aufgaben gehörten im Wesentlichen:
- Praxisempfang / Administration (Telefon, Terminvergabe, Koor-

dinieren der Sprechstunden)
- Bestellung, Verwaltung und Abgabe von Medikamenten
- Bestellung und Verwaltung von Praxismaterial
- Assistenz bei kleineren chirurgischen Eingriffen
- Schreiben von EKG und LUFU
- Durchführung von Blutentnahmen, Infusionen sowie Laborun-

tersuchungen
Frau B._____ besitzt ein fundiertes Fachwissen, das sie stets 
zum Wohle der Patientinnen und Patienten einzusetzen wusste. 
Sie setzte die ihr übertragenen Aufgaben sorgfältig, genau und 
speditiv um und organisierte den gesamten Praxisablauf selbstän-
dig. Neue Arbeitssituationen meisterte Frau B._____ erfolgreich 
und behielt stets den Überblick. In qualitativer und auch quantitati-
ver Hinsicht erbrachte Frau B._____ gute Leistungen und erfüllte 
unsere hohen Erwartungen. Sie arbeitete mit viel persönlichem 
Engagement und Eigeninitiative.
Frau B._____ war aufgrund ihrer ruhigen und offenen Art bei Pati-
entinnen, Patienten, Arbeitskolleginnen und -kollegen sowie der 
Vorgesetzten sehr geschätzt und beliebt. Ihr Umgang sowie ihr 
Verhalten waren jederzeit freundlich, respektvoll und hilfsbereit. 

- 3 -

Wir lernten Frau B._____ als verlässliche Mitarbeiterin kennen 
und schätzten die Zusammenarbeit mit ihr.
Frau B._____ verlässt uns nach Beendigung des befristeten Ar-
beitsverhältnisses per 31. Dezember 2021. Wir danken Frau 
B._____ für ihren Einsatz und wünschen ihr für ihre private und 
berufliche Zukunft weiterhin viel Erfolg und alles Gute.
Dr. D._____
A._____ GmbH»

4. Die Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin Fr. 163.15 für die 
vom Lohn der Klägerin zu viel abgezogenen BVG-Beiträge zu be-
zahlen. 

5. Die Widerklage sei vollumfänglich abzuweisen.
6. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen, zuzüglich 

7.7 % MWST, zulasten der Beklagten.

der Beklagten, Widerklägerin und Berufungsklägerin (Urk. 14 S. 1):
"1. Die Klage der Klägerin/Widerbeklagten vom 14. Juni 2022 sei voll-

umfänglich abzuweisen. 
2. Die Klägerin bzw. Widerbeklagte sei zu verpflichten, der Beklag-

ten bzw. Widerklägerin den Betrag von brutto CHF 3'624.00 bzw. 
netto CHF 3'048.15 zzgl. einem Verzugszins von 5 % seit 11. De-
zember 2021 zu bezahlen bzw. rückzuerstatten.

3. Alles unter Entschädigungsfolgen, zzgl. 7.7 % MWST, zulasten 
der Klägerin bzw. Widerbeklagten."

Urteil des Arbeitsgerichtes Pfäffikon im vereinfachten Verfahren 
vom 16. Dezember 2022:

(Urk. 21 S. 29 ff.= Urk. 25 S. 29 ff.)

1. Die Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin folgende Beträge zu bezahlen

 Fr. 697.95 brutto, ausstehender Lohn für Oktober/November 2021

 nebst 5 % Zins ab 21. Oktober 2021

 Fr. 9'000.– netto, Entschädigung ungerechtfertigte Entlassung

 nebst 5 % Zins ab 21. Oktober 2021

Im Mehrbetrag wird die Klage gemäss Rechtsbegehren Ziff. 4 abgewiesen. 

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2. Die Beklagte wird verpflichtet, bezüglich des vorstehenden Bruttobetrags die 

Sozialversicherungsbeiträge abzurechnen und zugunsten der Klägerin einzu-

zahlen sowie der Klägerin eine ordentliche Abrechnung aus- und zuzustellen.

3. Die Beklagte wird unter Androhung der Bestrafung ihrer Organe nach 

Art. 292 StGB (Busse bis Fr. 10'000.--) verpflichtet, der Klägerin innert 10 Ta-

gen ab Rechtskraft des vorliegenden Entscheides das folgende Arbeitszeug-

nis unterzeichnet und im Original aus- und zuzustellen:

«Arbeitszeugnis 31. Dezember 2021

Frau B._____, geboren am tt. März 1996, aus C._____ FR, war vom 1. Juni 

2021 bis zum 31. Dezember 2021 in der A._____ GmbH von Dr. D._____ mit 

einem Beschäftigungsgrad von 100% als Medizinische Praxisassistentin an-

gestellt.

Zu ihren Aufgaben gehörten im Wesentlichen:

- Praxisempfang / Administration (Telefon, Terminvergabe, Koordinieren 

der Sprechstunden)

- Bestellung, Verwaltung und Abgabe von Medikamenten

- Bestellung und Verwaltung von Praxismaterial

- Assistenz bei kleineren chirurgischen Eingriffen

- Schreiben von EKG und LUFU

- Durchführung von Blutentnahmen, Infusionen sowie Laboruntersuchun-

gen

Frau B._____ besitzt ein fundiertes Fachwissen, das sie stets zum Wohle der 

Patientinnen und Patienten einzusetzen wusste. Sie setzte die ihr übertrage-

nen Aufgaben sorgfältig, genau und speditiv um und organisierte den gesam-

ten Praxisablauf selbständig. Neue Arbeitssituationen meisterte Frau B._____ 

erfolgreich und behielt stets den Überblick. In qualitativer und auch quantita-

- 5 -

tiver Hinsicht erbrachte Frau B._____ gute Leistungen und erfüllte unsere ho-

hen Erwartungen. Sie arbeitete mit viel persönlichem Engagement und Eigen-

initiative.

Frau B._____ war aufgrund ihrer ruhigen und offenen Art bei Patientinnen, 

Patienten, Arbeitskolleginnen und -kollegen sowie der Vorgesetzten sehr ge-

schätzt und beliebt. Ihr Umgang sowie ihr Verhalten waren jederzeit freund-

lich, respektvoll und hilfsbereit. Wir lernten Frau B._____ als verlässliche Mit-

arbeiterin kennen und schätzten die Zusammenarbeit mit ihr.

Frau B._____ verlässt uns nach Beendigung des befristeten Arbeitsverhält-

nisses per 31. Dezember 2021. Wir danken Frau B._____ für ihren Einsatz 

und wünschen ihr für ihre private und berufliche Zukunft weiterhin viel Erfolg 

und alles Gute.

Dr. D._____

A._____ GmbH»

4. Die Widerklage der Beklagten wird vollumfänglich abgewiesen.

5. Kosten fallen ausser Ansatz.

6. Die Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin eine Parteientschädigung von 

Fr. 2'900.– (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

7. [Schriftliche Mitteilung]

8. [Rechtsmittel]

Berufungsanträge:

der Beklagten, Widerklägerin und Berufungsklägerin (Urk. 24 S. 2):

"1. Das Dispositiv des Urteils des Bezirksgerichts Pfäffikon, Arbeits-
gericht, vom 16. Dezember 2022 (Geschäfts-Nr.: AH220006-H/U) 
sei wie folgt abzuändern (fett hervorgehoben):

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'1. Die Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin folgende Beträge 
zu bezahlen
.....
- Fr. 4'530.00 netto, Entschädigung ungerechtfertigte Ent-

lassung nebst 5 % Zins ab 21. Oktober 2021.
3. ...

Arbeitszeugnis
... war vom 1. Juni 2021 bis 20. Oktober 2021 in der A._____ 
GmbH ... als Medizinische Praxisassistentin in Ausbildung 
angestellt. ...
....

6. (aufgehoben)'
2. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Be-

rufungsbeklagten."

der Klägerin, Widerbeklagten und Berufungsbeklagten (Urk. 39 S. 2):
"1. Die Anträge der Berufungsklägerin seien vollumfänglich abzuwei-

sen und das Urteil des Bezirksgerichts Pfäffikon, Arbeitsgericht, 
vom 16. Dezember 2022 (AH220006-H) sei vollumfänglich zu be-
stätigen.

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen, zuzüglich MWST, zu 
Lasten der Berufungsklägerin.

Erwägungen:

I. Sachverhalt und Prozessgeschichte

1. Die Beklagte, Widerklägerin und Berufungsklägerin (fortan Beklagte) sowie 

die Klägerin, Widerbeklagte und Berufungsbeklagte (fortan Klägerin) schlossen am 

8. Juni 2021 einen schriftlichen Arbeitsvertrag für Medizinische Praxisassistentin-

nen per 1. Juni 2021 bis 31. Dezember 2021. Als Bruttolohn wurden Fr. 4'530.– 

vereinbart (Urk. 4/3). Am 20. Oktober 2021 informierte die Klägerin die Beklagte 

über ihre 100%ige Arbeitsunfähigkeit vom 20. Oktober bis 29. Oktober 2021 

(Urk. 4/4 und Urk. 4/6), worauf die Beklagte der Klägerin das Arbeitsverhältnis frist-

los per 20. Oktober 2021 kündigte (Urk. 4/4). Dass die fristlose Kündigung unge-

rechtfertigt war, ist im Berufungsverfahren nicht mehr strittig. Gegenstand des Be-

rufungsverfahrens bildet die Höhe der Pönale nach Art. 337c Abs. 3 OR. Betreffend 

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den Inhalt des Arbeitszeugnisses sind sich die Parteien noch über die Anstellungs-

dauer der Klägerin und deren Funktion uneinig (Urk. 24 Rz. 13 ff., Urk. 29 Rz. 7 ff., 

Urk. 33 Rz. 4 ff. und Urk. 39 Rz. 10 ff.). 

2.1. Mit Eingabe vom 14. Juni 2022 machte die Klägerin unter Einreichung der 

Klagebewilligung des Friedensrichteramts E._____ vom 3. Mai 2022 (Urk. 3) das 

vorliegende Verfahren bei der Vorinstanz hängig (Urk. 1). Hinsichtlich der Prozess-

geschichte vor Vorinstanz kann auf das angefochtene Urteil verwiesen werden 

(Urk. 25 E. I.). Dieses erging am 16. Dezember 2022 (Urk. 25).

2.2. Dagegen erhob die Beklagte innert Frist (vgl. Art. 311 Abs. 1 ZPO und 

Urk. 22/2) Berufung mit den eingangs wiedergegebenen Anträgen (Urk. 24). Mit 

Verfügung vom 12. Juli 2023 wurde der Klägerin Frist zur Berufungsantwort ange-

setzt (Urk. 27). Diese wurde fristgerecht erstattet (angehefteter Rückschein zu 

Urk. 27 und Urk. 29). Es folgten weitere Eingaben der Parteien (Urk. 33 und 

Urk. 39). Sie wurden jeweils der Gegenpartei zugestellt (Urk. 33, Urk. 35 und 

Urk. 39 f.). 

2.3. Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen (Urk. 1-23). Das Verfahren er-

weist sich als spruchreif.

II. Prozessuales

1. Die Berufung wurde form- und fristgerecht erhoben. Sie richtet sich gegen 

einen Endentscheid in einer vermögensrechtlichen Angelegenheit mit einem Streit-

wert von Fr. 12'060.50 (Urk. 1 S. 3, Urk. 25 S. 29; Art. 94 Abs. 1 ZPO). Damit ist 

auf die Berufung – unter Vorbehalt hinreichender Begründung – einzutreten 

(Art. 308 und 311 ZPO).

2. Die Berufung hemmt die Rechtskraft im Umfang der Anträge (Art. 315 Abs. 1 

ZPO). Angefochten sind der zweite Spiegelstrich der Dispositiv-Ziffer 1 betreffend 

den Betrag von Fr. 9'000.– netto (Entschädigung ungerechtfertigte Entlassung), 

Dispositiv-Ziffer 3 (Arbeitszeugnis) und Dispositiv-Ziffer 6 (Parteientschädigung). 

Die übrigen vorinstanzlichen Anordnungen sind in Rechtskraft erwachsen, was vor-

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zumerken ist. Bezüglich Dispositiv-Ziffer 5 (Kostensfolge) erfolgt keine Vormerk-

nahme der (Teil-)Rechtskraft (Art. 318 Abs. 3 ZPO).

3. Das Berufungsverfahren stellt keine Fortsetzung des erstinstanzlichen Ver-

fahrens dar, sondern ist nach der gesetzlichen Konzeption als eigenständiges Ver-

fahren ausgestaltet (BGE 142 III 413 E. 2.2.1 m.H. auf die Botschaft zur Schweize-

rischen ZPO, BBl 2006, S. 7374; statt vieler OGer ZH LA220014 vom 29.02.2024, 

E. II.2.). Mit der Berufung können unrichtige Rechtsanwendung und unrichtige 

Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO). Die Beru-

fungsinstanz verfügt über eine vollständige Überprüfungsbefugnis der Streitsache, 

mithin über unbeschränkte Kognition bezüglich Tat- und Rechtsfragen, einschliess-

lich der Frage richtiger Ermessensausübung (Angemessenheitsprüfung; BGer 

5A_184/2013 vom 26. April 2013, E. 3.1). In der schriftlichen Berufungsbegründung 

(Art. 311 ZPO) ist hinreichend genau aufzuzeigen, inwiefern der erstinstanzliche 

Entscheid in den angefochtenen Punkten als fehlerhaft zu betrachten ist bzw. an 

einem der genannten Mängel leidet. Das setzt (im Sinne einer von Amtes wegen 

zu prüfenden Eintretensvoraussetzung) voraus, dass der Berufungskläger die vor-

instanzlichen Erwägungen bezeichnet, die er anficht, sich argumentativ mit diesen 

auseinandersetzt und mittels genügend präziser Verweisungen auf die Akten auf-

zeigt, wo die massgebenden Behauptungen, Erklärungen, Bestreitungen und Ein-

reden erhoben wurden bzw. aus welchen Aktenstellen sich der geltend gemachte 

Berufungsgrund ergeben soll. Die pauschale Verweisung auf frühere Vorbringen 

oder deren blosse Wiederholung genügen nicht (vgl. BGE 138 III 374 E. 4.3.1; BGer 

5A_247/2013 vom 15. Oktober 2013, E. 3.2; BGer 5A_751/2014 vom 28. Mai 2015, 

E. 2.1). Was nicht oder nicht in einer den gesetzlichen Begründungsanforderungen 

entsprechenden Weise beanstandet wird, braucht von der Rechtsmittelinstanz 

nicht überprüft zu werden; diese hat sich – abgesehen von offensichtlichen Män-

geln – grundsätzlich auf die Beurteilung der Beanstandungen zu beschränken, die 

in der schriftlichen Begründung formgerecht gegen den erstinstanzlichen Entscheid 

erhoben werden. Die Beanstandungen am angefochtenen Entscheid haben die 

Parteien innert der Berufungs- bzw. Berufungsantwortfrist vollständig vorzutragen; 

ein allfälliger zweiter Schriftenwechsel oder die Ausübung des Replikrechts dienen 

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nicht dazu, die bisherige Kritik zu vervollständigen oder gar neue vorzutragen (vgl. 

BGE 142 III 413 E. 2.2.4 m.w.H.).

4. Art. 317 Abs. 1 ZPO sieht vor, dass neue Tatsachen und Beweismittel in der 

Berufung zulässig sind, wenn sie ohne Verzug vorgebracht werden (lit. a) und trotz 

zumutbarer Sorgfalt nicht schon vor erster Instanz vorgebracht werden konnten 

(lit. b). Diese Voraussetzungen sind kumulativ. Bei echten Noven ist die Vorausset-

zung der Neuheit ohne Weiteres erfüllt und nur das unmittelbare Vorbringen muss 

geprüft werden. Bei unechten Noven hat diejenige Partei, die das unechte Novum 

bei der Berufungsinstanz einbringen will, nachzuweisen, dass sie die erforderliche 

Sorgfalt angewendet hat, was insbesondere bedeutet, dass sie genau darlegen 

muss, warum das Beweismittel vor erster Instanz nicht vorgelegt werden konnte. 

Dies gilt auch für Verfahren, die der sozialen Untersuchungsmaxime unterstehen 

(BGE 144 III 349 E. 4.2.1, m.w.H.).

III. Materielles

1. Entschädigung wegen ungerechtfertigter Entlassung

1.1. Die Vorinstanz erwog, es sei zwar zutreffend, dass die Klägerin gemäss Ar-

beitsvertrag vom 1. Juni 2021 bis 31. Dezember 2021 offiziell bei der Beklagten 

angestellt gewesen sei. Die Klägerin habe jedoch bei der Beklagten bereits im Mai 

2021 gearbeitet, wie sich sowohl aus dem eingereichten Arbeitszeugnis vom 

31. Dezember 2021 (Urk. 4/15) als auch aus der Lohnabrechnung vom Mai 2021 

(Urk. 4/12 S. 7 und Urk. 15/6) ergebe. Das Arbeitsverhältnis zwischen den Parteien 

habe somit fünf volle Monate gedauert. Die Beklagte habe das Arbeitsverhältnis 

nur deshalb gekündigt, weil die Klägerin krankgeschrieben worden sei, ohne die 

Entwicklung ihres Gesundheitszustands abzuwarten. Dieses Kündigungsmotiv sei 

zu missbilligen und das Verschulden der Beklagten sei gravierend. Diese Um-

stände seien bei der Bemessung der Entschädigung erhöhend zu berücksichtigen. 

Seitens der Arbeitnehmerin sei zu berücksichtigen, dass sie ohne ein beweisbares 

Mitverschulden ihrerseits von der Beklagten entlassen und in ihrem beruflichen 

Kernbereich getroffen worden sei, in schwierigen finanziellen Verhältnissen gelebt 

habe und familiären Verpflichtungen habe nachkommen müssen. Gewiss sei der 

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Lohn – oder mindestens ein Teil davon – und anschliessend das Krankentaggeld 

bis Ende des Arbeitsverhältnisses fortbezahlt worden, jedoch mit erheblicher Ver-

spätung und besonderem Aufwand. Weiter sei entschädigungserhöhend, dass die 

Klägerin – trotz ihres jungen Alters – wegen ihrer Arbeitsunfähigkeit mit Schwierig-

keiten auf dem Arbeitsmarkt zu rechnen habe. Die fristlose Kündigung habe die 

Klägerin somit besonders getroffen. Für die Bemessung der Entschädigung im 

Sinne von Art. 337c OR sei bei tieferen Monatslöhnen – wie im vorliegenden Fall – 

in erster Linie nicht die Frage nach der Anzahl Monatslöhne massgeblich, sondern 

vielmehr jene nach der Höhe der zu zahlenden Entschädigung, da diese ihrem pö-

nalen Charakter gerecht werden solle. Insofern entspreche bei tieferen Monatslöh-

nen der zuzusprechende Betrag tendenziell einer höheren Anzahl Monatslöhnen 

als bei hohen Einkommen. Unter Berücksichtigung der gesamten Umstände sei der 

Klägerin eine Entschädigung von Fr. 9'000.–, was knapp zwei Bruttomonatslöhnen 

entspreche, zuzusprechen (Urk. 25 E. IV.5.3).

1.2. Die Beklagte rügt, die Vorinstanz habe unzutreffend auf die vertragliche Ar-

beitsdauer von 9 bzw. 7 Monaten abgestellt. Die Klägerin habe lediglich von Juni 

2021 bis 20. Oktober 2021, mithin 4 Monate und 20 Tage bei ihr gearbeitet. Bei der 

durch die Vorinstanz erwähnten Auszahlung im Monat Mai 2021 von Fr. 817.90 

würden sich angesichts des Monatslohns von Fr. 4'530.– nur wenige Arbeitstage 

im Mai 2021 ergeben, womit das Arbeitsverhältnis effektiv immer noch unter fünf 

Monaten gedauert habe (Urk. 24 Rz. 14 und Urk. 33 Rz. 5). Das Arbeitsverhältnis 

sei infolge mangelnder Berufskenntnisse der Klägerin befristet eingegangen wor-

den, was im Ergebnis einem Arbeitsvertrag auf Probe entsprochen habe. Die Klä-

gerin hätte in diesem Zeitraum die Möglichkeit gehabt, sich die Kenntnisse einer 

Medizinischen Praxisassistentin anzueignen. Diese Umstände würden ausschlies-

sen, dass die Klägerin in ihrem beruflichen Kernbereich getroffen worden sei, da 

die von der Klägerin bei ihr absolvierten Arbeiten schlicht nicht ihrem beruflichen 

Kernbereich entsprochen hätten (Urk. 24 Rz. 15 und Urk. 33 Rz. 4). Es treffe auch 

nicht zu, dass sie die Klägerin nur gekündigt habe, weil diese krankgeschrieben 

gewesen sei. Die geschäftsführende Ärztin sei juristische Laiin, weshalb nicht bloss 

auf den Text des Kündigungsschreibens abgestellt werden könne. Zudem würden 

im Kündigungsschreiben explizit noch andere Gründe erwähnt. Das Kündigungs-

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motiv bzw. der Kündigungsgrund habe in der gemäss Urteil der Vorinstanz nicht 

rechtsgenügend vorab gemahnten Verletzung der Treuepflicht als Arbeitnehmerin 

bestanden (Urk. 24 Rz. 17 und Urk. 33 Rz. 7). Die Kündigung sei deshalb nicht 

missbräuchlich gewesen (Urk. 33 Rz. 9). Es sei unzulässig, dass die Vorinstanz auf 

von der Klägerin eingebrachte Vorbringen, wie angebliche schwierige finanzielle 

Verhältnisse und familiäre Verpflichtungen, abgestellt habe. Diese Ausführungen 

seien von der Klägerin nicht belegt worden und die Klägerin sei ihrer Substantiie-

rungspflicht nicht nachgekommen. Sie habe diese Behauptungen bestritten, worauf 

die Vorinstanz in Verletzung der Begründungspflicht nicht eingegangen sei (Urk. 24 

Rz. 18 und Urk. 33 RZ. 8). Aus dem angefochtenen Urteil gehe auch keine Persön-

lichkeitsverletzung gemäss einschlägiger bundesgerichtlicher Rechtsprechung her-

vor. Eine solche hätte die Klägerin mit einem Arztbericht oder dergleichen nachwei-

sen müssen. Der Pönale könne kein diesbezüglicher Genugtuungsanteil zugemes-

sen werden (Urk. 24 Rz. 19 und Urk. 33 Rz. 9). Eine rechtliche Verpflichtung zur 

Lohnzahlung nach Art. 337c Abs. 1 OR habe sich erst mit Vorliegen des erstin-

stanzlichen Urteils ergeben. Zuvor habe sie noch keine diesbezügliche Leistungs-

pflicht getroffen (Urk. 24 Rz. 20 und Urk. 24 Rz. 10). Inwiefern die lediglich 26 Jahre 

alte, arbeitsfähige Klägerin durch die Kündigung Schwierigkeiten auf dem Arbeits-

markt haben solle, werde durch die Vorinstanz nicht substantiiert. Die zeitlich nicht 

näher benannte Arbeitsunfähigkeit habe nichts mit ihr zu tun (Urk. 24 Rz. 21). 

Daran würden auch die novenrechtlich unzulässig eingereichten Arztzeugnisse und 

die behauptete Arbeitsunfähigkeit vom 20. Oktober 2021 bis 30. November 2021 

[recte: 2022] nichts ändern (Urk. 33 Rz. 11). Der Lohn der Klägerin sei für eine As-

sistentenausbildungsstelle nicht tief gewesen und liege klar über dem Medianlohn 

solcher Stellen (Urk. 24 Rz. 22). Der Lohn einer Medizinischen Praxisassistentin 

mit Diplom betrage gemäss Branchenempfehlung aktuell Fr. 4'300.– (Urk. 33 

Rz. 12). Nicht schlüssig sei das vorinstanzliche Argument, es solle bei der Höhe 

der Pönale nicht auf die Anzahl Monatslöhne ankommen, wenn das Gesetz selbst 

in Art. 337c Abs. 3 OR einen Rahmen nach Monatslöhnen vorgebe (Urk. 24 Rz. 22 

und Urk. 33 Rz. 13). Den vorliegenden Gegebenheiten (nicht eingeschränktes wirt-

schaftliches Fortkommen, äusserst kurzes Arbeitsverhältnis von unter 5 Monaten, 

keine Persönlichkeitsverletzung) sei eine Entschädigung von maximal einem Brut-

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tolohn von Fr. 4'350.–, netto ausbezahlt, angemessen (Urk. 24 Rz. 22 und Urk. 33 

Rz. 14).

1.3. Die Klägerin erwidert, die Vorinstanz habe in der durch die Beklagte bemän-

gelten vorinstanzlichen Erwägung VI.5.3. die vertragliche Arbeitsdauer von 9 Mo-

naten nirgends erwähnt, sondern nur die Anstellungsdauer von 5 Monaten. Zwi-

schen dem 25. Mai 2021 und 20. Oktober 2021 würden genau 4 Monate und 25 

Tage liegen. Selbst wenn das Arbeitsverhältnis 4 Monate und 20 Tage anstatt 5 

Monate gedauert hätte, hätte dies an der Ermessensausübung der Vorinstanz 

nichts geändert, denn der Unterschied zwischen dem von der Vorinstanz festge-

stellten und dem von der Beklagten behaupteten Anstellungszeitraum beschränke 

sich auf wenige Tage. Die Dauer des Arbeitsverhältnisses sei bloss ein Faktor unter 

vielen für die Festlegung der Pönale und nicht der entscheidende gewesen. Die 

Vorinstanz habe ebenso die Umstände der Kündigung, das Verschulden der Be-

klagten, ihr fehlendes Mitverschulden, ihre Betroffenheit, ihre finanzielle und famili-

äre Situation und ihre Schwierigkeiten auf dem Arbeitsmarkt berücksichtigt (Urk. 29 

Rz. 16). Sie sei durch die Kündigung in ihrem beruflichen Kernbereich getroffen 

worden, denn die absolvierten Arbeiten hätten ihrem Kernbereich entsprochen 

(Urk. 29 Rz. 17 und Urk. 39 Rz. 10). Die fristlose Kündigung sei nur rund eine 

Stunde nach Zustellung des Arbeitsunfähigkeitszeugnisses erfolgt. Nun zu behaup-

ten, die fristlose Kündigung sei nicht wegen der Krankschreibung erfolgt, sei ab-

surd. Gerade weil die geschäftsführende Ärztin eine juristische Laiin sei, habe sie 

im Kündigungsschreiben den wahren Grund der fristlosen Kündigung angegeben. 

Andere Gründe würden im Kündigungsschreiben nicht angegeben. Angemerkt 

werde lediglich ein angeblicher Kündigungswunsch ihrerseits, dem nicht entspro-

chen worden sei, wobei der Vorfall bestritten werde. Sie sei nicht wegen einer nicht 

rechtsgenügend vorab gemahnten Verletzung der Treuepflicht entlassen worden. 

Sie habe sich während der Anstellung immer einwandfrei verhalten und die ihr über-

tragenen Aufgaben korrekt ausgeführt (Urk. 29 Rz. 19). Die Kündigung sei miss-

bräuchlich gewesen (Urk. 29 Rz. 21 und Urk. 39 Rz. 16). Sie habe vor Vorinstanz 

detaillierte Ausführungen zu ihren schwierigen finanziellen Verhältnissen und fami-

liären Verpflichtungen gemacht. Sie habe vorgebracht, infolge Krankheit mit Zu-

satzkosten konfrontiert zu sein, was allgemein bekannt sei. Die Beklagte habe die 

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Lohnzahlung von einem Tag auf den anderen eingestellt und sie habe erst im De-

zember 2021 Krankentaggelder erhalten. Sie habe im Kündigungszeitpunkt einen 

eineinhalbjährigen Sohn gehabt und in einem 100%-Pensum gearbeitet. Dies habe 

sie zweifelsohne getan, weil ihre Familie auf das Einkommen angewiesen gewesen 

sei. Ihr Ehemann habe gemäss Lohnabrechnung November 2021 lediglich ein Net-

toeinkommen von Fr. 4'657.80 erwirtschaftet und am 1. Dezember 2021 einen Vor-

schuss beanspruchen müssen. Es würden keine Zweifel daran bestehen, dass die 

Familie ohne ihren Lohn nicht über die Runden gekommen sei (Urk. 29 Rz. 20). Bei 

der Persönlichkeitsverletzung im Rahmen einer fristlosen Kündigung gehe es nicht 

um eine durch die Kündigung hervorgerufene (psychische) Krankheit. Die Schwere 

der Persönlichkeitsverletzung beurteile sich unter anderem anhand des Alters und 

der Lebenssituation der Arbeitnehmerin, der Dauer der Anstellung, den besonderen 

Umständen und Auswirkungen der Kündigung. Gestützt auf die dargelegten Um-

stände sei sie in ihrer Persönlichkeit verletzt worden (Urk. 29 Rz. 21). Anders als 

bei einer gesunden Arbeitnehmerin sei es ihr nicht möglich gewesen, sich sogleich 

nach der fristlosen Kündigung auf die Suche nach einer neuen Stelle zu begeben. 

Sie sei somit von der fristlosen Kündigung stärker betroffen gewesen als eine ge-

sunde Arbeitnehmerin in derselben Situation (Urk. 29 Rz. 23). Die Klägerin bestrei-

tet, dass ihr Lohn von Fr. 4'530.– nicht tief gewesen sein soll. Zudem habe sie eine 

Stelle als Medizinische Praxisassistentin und nicht bloss eine Ausbildungsstelle in-

negehabt. Ohnehin habe die Vorinstanz korrekt festgehalten, bei tiefen Monatslöh-

nen allgemein und nicht bei tieferen Monatslöhnen als der Medianlohn gleicher An-

stellungen sei in erster Linie die Höhe der zu zahlenden Entschädigung massge-

bend und nicht die Anzahl Monatslöhne. Es wäre stossend, wenn ein Arbeitgeber 

für dasselbe Verschulden weniger bezahlen müsste, nur weil die fristlos gekündigte 

Mitarbeiterin im Tieflohnsegment tätig sei. Die ihr durch die Vorinstanz zugespro-

chenen knapp zwei Monatslöhne seien aufgrund der Gesamtumstände nicht zu be-

anstanden (Urk. 29 Rz. 24). 

1.4. Die klägerseits eingereichten Arztzeugnisse vom 1. Januar bis 30. Novem-

ber 2022 (Urk. 31/1) und der Operationsbericht vom 4. Februar 2022 (Urk. 31/2) 

sind als unechte Noven zu qualifizieren. Mangels Ausführungen der Klägerin, wes-

- 14 -

halb sie diese Urkunden nicht bereits vor Vorinstanz ins Recht legen konnte, erwei-

sen sie sich im Berufungsverfahren als unzulässig (vgl. E. II.3).

1.5. Die Vorinstanz legte die Voraussetzungen einer Pönale nach Art. 337c 

Abs. 3 OR und deren Bemessungskriterien (Urk. 25 E. IV.5.1.) korrekt dar (vgl. 

OGer ZH LA180031 vom 20.03.2019, E. IV.5.c; BGer 4A_173/2018 vom 29. Januar 

2019, E. 5.1). Auf die vorinstanzlichen Ausführungen kann verwiesen werden. Ruft 

ein Arbeitgeber behauptete Verfehlungen des Arbeitnehmers zu spät an, bringt er 

sie zu Unrecht als Grund für eine sofortige Entlassung an, da ihm die Fortsetzung 

des Arbeitsverhältnisses bis zum Ablauf der ordentlichen Kündigungsdauer zumut-

bar gewesen wäre. In der Nichtbeachtung dieses Umstandes und Aussprache der 

dadurch ungerechtfertigten fristlosen Kündigung liegt eine Persönlichkeitsverlet-

zung des Arbeitnehmers (OGer ZH LA160004 vom 17.08.2016, E. II.B.2.4.). Ist 

eine ungerechtfertigte Entlassung zugleich missbräuchlich, schuldet der Arbeitge-

ber nur eine Entschädigung nach Art. 337c Abs. 3 OR und nicht auch eine nach 

Art. 336a OR, weshalb die Entschädigung nach Art. 337c Abs. 3 OR entsprechend 

zu erhöhen ist (BSK OR I-Portmann/Rudolph, Art. 337c N 7). Die Kündigung eines 

Arbeitsverhältnisses ist unter anderem missbräuchlich, wenn eine Partei sie aus-

spricht wegen einer Eigenschaft, die der anderen Partei kraft ihrer Persönlichkeit 

zusteht (Art. 336c Abs. 1 lit. a OR), wozu auch der Gesundheitszustand einer Per-

son gehört. Die Missbräuchlichkeit entfällt indessen, wenn die Eigenschaft in einem 

Zusammenhang mit dem Arbeitsverhältnis steht oder wenn sie die Zusammenar-

beit im Betrieb wesentlich beeinträchtigt (z.B. bei einer ansteckenden Krankheit). 

Der Arbeitgeber muss aber zunächst aufgrund seiner Fürsorgepflicht die zumutba-

ren Massnahmen ergreifen, um die Störung der Zusammenarbeit zu beheben 

(Portmann/Wildhaber, Schweizerisches Arbeitsrecht, 2020, N 689 m.w.H.). Nach 

Ablauf der Sperrfrist von Art. 336c Abs. 1 lit. b OR kann der Arbeitgeber dem wegen 

Krankheit verhinderten Arbeitnehmer grundsätzlich frei kündigen (BGer 

4A_396/2022 vom 7. November 2023, E. 3.1.2).

1.6. Die Beklagte moniert nicht, dass die Vorinstanz von einer ungerechtfertigten 

fristlosen Entlassung ausging, und stellt dies auch nicht (mehr) in Abrede. Neben 

der Krankschreibung mit ungewisser Zukunft stützte die Beklagte ihre Kündigung 

- 15 -

gemäss Kündigungsschreiben vom 20. Oktober 2021 auch auf die Tatsache, dass 

die Klägerin am 15. Dezember 2021 (gemeint wohl der 15. Oktober 2021) bedroh-

lich nach einer Kündigung geschrien habe. Ob sich dieser bestrittene Vorfall tat-

sächlich ereignete, kann offenbleiben, da die Beklagte diese Eskalation der Gemü-

ter nicht als derart gravierend empfand, dass sie die Klägerin sofort freistellte. Im 

Gegenteil überzeugte sie die Klägerin gemäss eigenen Angaben gar zu bleiben 

(Urk. 4/4). Diesen Vorfall kann die Beklagte somit nicht mehr als fristlosen Kündi-

gungsgrund anrufen. Als einziger anderer Kündigungsgrund verbleibt die Krank-

schreibung bzw. Arbeitsunfähigkeit der Klägerin per 20. Oktober 2021 für zehn 

Tage. Die Beklagte wartete weder die Sperrfrist nach Art. 336c Abs. 1 lit. b OR ab 

noch kümmerte sie das gesundheitliche Befinden der Klägerin, obwohl sie um de-

ren ungewisse Zukunft wusste (Urk. 4/4). Die ungerechtfertigte fristlose Kündigung 

wurde einerseits in grober Verletzung der Fürsorgepflicht ausgesprochen und er-

weist sich andererseits als missbräuchlich. Eine Persönlichkeitsverletzung der Klä-

gerin im Sinne der Rechtsprechung zu Art. 337c Abs. 3 OR ist evident. Bereits vor 

Vorinstanz wies die Klägerin darauf hin, dass sie und ihre Familie auf ihr Einkom-

men sehr angewiesen gewesen seien. Als Temporärarbeiter habe ihr Ehemann da-

mals nur stundenweise und Teilzeit gearbeitet. Die fristlose Kündigung habe ihre 

Familie finanziell in eine äusserst schwierige Lage gebracht und es sei für sie 

schwer gewesen, die laufenden Rechnungen und Kosten für die Tochter zu bezah-

len (Urk. 12 Rz. 29). Ihr Ehemann habe einen Lohnvorschuss in Anspruch nehmen 

müssen, um über die Runden zu kommen (Prot. I S. 18). Letzteres belegte die Klä-

gerin mit Urk. 13/17. Der Arbeitgeber ist nur vorschusspflichtig, wenn der Arbeit-

nehmer den Vorschuss infolge einer Notlage braucht und der Arbeitgeber den Vor-

schuss billigerweise zu gewähren vermag (Art. 323 Abs. 4 OR). Vor diesem Hinter-

grund ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz bei der Klägerin auf prekäre 

finanzielle Verhältnisse schloss. Ob das Arbeitsverhältnis nun 5 volle Monate, 4 

Monate und 25 Tage oder 4 Monate und 20 Tage dauerte, fällt bei der Gesamtbe-

trachtung nicht entscheidend ins Gewicht. Massgebend ist, dass es sich um eine 

kurze Anstellungsdauer handelte. Zudem hätte sich die Klägerin wegen der bis 

31. Dezember 2021 befristeten Stelle auch ohne fristlose Kündigung bald auf Stel-

lensuche begeben müssen. Der Beklagten musste aber klar gewesen sein, dass 

- 16 -

sich die Stellensuche angesichts der klägerischen Krankschreibung und ungewis-

sen Gesundheitsprognose schwierig gestalten würde. Vor ihrer Anstellung bei der 

Beklagten war die Klägerin in einem Alters- und Pflegeheim als ausgelernte Fach-

angestellte Gesundheit und nicht als Medizinische Praxisassistentin tätig (Prot. I 

S. 8, Urk. 4/15 und Urk. 14 Rz. 9). In ihrem beruflichen Kernbereich wurde sie durch 

die Kündigung als Quereinsteigerin während knapp fünf Monaten (noch) nicht ge-

troffen. Insgesamt erweist sich eine Pönale von Fr. 9'000.– dennoch als angemes-

sen und zwar unabhängig davon, ob der Bruttolohn der Klägerin von Fr. 4'530.– als 

tief oder hoch zu bewerten wäre. Es kann deshalb offenbleiben, ob es sich bei 

Urk. 31/3 und Urk. 34 sowie den diesbezüglichen Behauptungen um zulässige No-

ven gehandelt hätte.

1.7. Die Berufung ist betreffend Berufungsbegehren Ziffer 1.1. abzuweisen.

2. Arbeitszeugnis

2.1. Die Beklagte fordert, dass der Text des Arbeitszeugnisses ihrem Berufungs-

antrag entsprechend anzupassen sei, weil es sich bei der Klägerin um keine Medi-

zinische Praxisassistentin gehandelt habe, sondern sie sich diesbezüglich in Aus-

bildung befunden habe, und das Arbeitsverhältnis lediglich bis zum 20. Oktober 

2021 gedauert habe. Ohne Modifikation des Arbeitszeugnisses würde sie gezwun-

gen, ein unwahres Zeugnis zu erstellen und eine Urkundenfälschung bzw. Falsch-

beurkundung im Sinne von Art. 251 Ziff. 1 Abs. 2 StGB zu begehen (Urk. 25 Rz. 16 

und Urk. 33 Rz. 6). Das Abstellen auf die effektive Arbeitsdauer bei ihr ergebe sich 

unter anderem aufgrund der Ausbildungssituation der Klägerin. Bei einer solchen 

sei es ein Unterschied, ob die Arbeitstätigkeit knapp fünf oder über sieben Monate 

gedauert habe, was im Besonderen für ein Zeugnis im Gesundheitswesen und der 

damit einhergehenden Verantwortung gelte. Ihr würden wegen des falschen Zeug-

nisses Haftungsfolgen bei gegenüber Dritten verursachten Gesundheitsschäden 

drohen (Urk. 33 Rz. 6).

2.2. Aus der Berufungsschrift geht nicht hervor, wann und wo sich die Beklagte 

vor Vorinstanz bereits auf den Standpunkt stellte, dass im Arbeitszeugnis die An-

stellungsdauer und Funktion der Klägerin nicht wahrheitsgemäss seien. Auch mit 

- 17 -

den vorinstanzlichen Erwägungen betreffend das Arbeitszeugnis (Urk. 25 E. VI.7.) 

setzt sie sich in ihrer Berufungsschrift nicht ansatzweise auseinander, womit sie 

ihrer Rügeobliegenheit nicht nachkommt (vgl. E. II.2.) und auf das Berufungsbe-

gehren Ziffer 1.3. nicht einzutreten ist. Aus den Akten ergibt sich überdies, dass die 

Beklagte die durch die Klägerin im Arbeitszeugnis gewünschte Anstellungsdauer 

vor Vorinstanz nicht beanstandete und ein Zusatz "in Ausbildung" nie thematisiert 

wurde. Vielmehr erachtete die Beklagte ihre erstellten Arbeitszeugnisse, die eben-

falls eine Anstellungsdauer vom 1. Juni 2021 bis 31. Dezember 2021 und keinen 

Zusatz "in Ausbildung" enthielten (Urk. 4/15 = Urk. 15/1 und Urk. 15/3 = 15/4), denn 

auch noch – abgesehen von gewissen Punkten im Aufgabenkatalog (Prot. I S. 15), 

den die Beklagte nicht anficht – als wahr und vollständig (Urk. 14 Rz. 23 f. sowie 

Prot. I S. 6 und S. 14 f.). Die Beklagte schweigt sich darüber aus, weshalb sie die 

behauptete Unwahrheit betreffend Anstellungsdauer und Funktion sowie ihre dies-

bezüglichen Bedenken in strafrechtlicher und haftungsrechtlicher Hinsicht erst vor 

hiesiger Kammer aufwerfen konnte und vor Vorinstanz für die Wahrheit und Voll-

ständigkeit ihrer erstellten Arbeitszeugnisse plädierte. Die neu geltend gemachten 

Unwahrheiten und geäusserten Bedenken betreffend strafrechtliche Konsequen-

zen und Haftungsfolgen sind im Berufungsverfahren unbeachtlich (vgl. E. II.3.) und 

dem Berufungsbegehren Ziffer 1.3. wäre auch materiell kein Erfolg beschieden. 

Darüber hinaus wird – worauf die Klägerin zutreffend hinweist (Urk. 29 Rz. 18) – 

sowohl in der Lehre als auch in der Rechtsprechung die Ansicht vertreten, dass im 

Falle einer ungerechtfertigten fristlosen Entlassung nicht das wirkliche Beendi-

gungsdatum anzugeben ist, sondern der Tag, an dem das Arbeitsverhältnis ordent-

lich geendet hätte (BSK OR I-Portmann/Rudolph, Art. 330a N 6 m.W.H.; Etter, 

Stämpflis Handkommentar, OR 330a Rz. 45 m.w.H.; OGer ZH LA190034 vom 

06.03.2020, E. III.5.), was gemäss Befristung des Arbeitsvertrags (Urk. 4/3 Ziff. 1) 

bzw. unter Beachtung einer ordentlichen Kündigungsfrist von einem Monat 

(Urk. 4/3 Ziff. 9) und der Sperrfrist nach Art. 336c Abs. 1 lit. b OR am 31. Dezember 

2021 eingetreten wäre (Urk. 4/3). Schliesslich würden zwei widersprüchliche End-

daten (20. Oktober 2021 im angefochtenen ersten Abschnitt und 31. Dezember 

2021 im nicht angefochtenen letzten Abschnitt) in einem Arbeitszeugnis seltsam 

- 18 -

anmuten und dem Gebot der Klarheit (vgl. BGE 144 II 345 E. 5.3.3; Etter, Stämpflis 

Handkommentar, OR 330a Rz. 29) widersprechen.

IV. Kosten- und Entschädigungsfolgen

1. Im Entscheidverfahren werden bei Streitigkeiten aus dem Arbeitsverhältnis 

keine Gerichtskosten erhoben, wenn der Streitwert Fr. 30'000.– nicht übersteigt 

(Art. 114 lit. c ZPO). Die Kostenlosigkeit gilt auch für das kantonale Rechts-

mittelverfahren (BGer 4A_332/2015 vom 10. Februar 2016, E. 6.2 m.w.H.). Da den 

Parteien keine bös- oder mutwillige Prozessführung vorzuwerfen ist (vgl. Art. 115 

Abs. 1 ZPO und dazu BGer 4A_685/2011 vom 24. Mai 2012, E. 6.2) und der 

Streitwert Fr. 6'795.– (Fr. 4'530.– [Berufungsbegehren Ziff. 1.1.] + Fr. 2'265.– [Be-

rufungsbegehren Ziff. 1.3.; Urk. 1 Rz. 2 und Urk. 25 E. V.1] beträgt, sind für das 

Berufungsverfahren keine Gerichtskosten geschuldet.

2. Die Kostenfreiheit gemäss Art. 114 ZPO bezieht sich nur auf die Gerichts-

kosten. Die Zusprechung von Parteientschädigungen erfolgt nach den allgemeinen 

Regeln (Art. 105 ff. ZPO; BK ZPO I-Sterchi, Art. 113-114 N 5; Urwyler/Grütter, 

DIKE-Komm-ZPO, Art. 114 N 2). Ausgangsgemäss wird die Beklagte für beide Ver-

fahren gegenüber der im vorinstanzlichen Verfahren grossmehrheitlich (vgl. Urk. 25 

E. V.2.1.) und im Berufungsverfahren vollumfänglich obsiegenden Klägerin ent-

schädigungspflichtig. Die von der Vorinstanz festgesetzte Parteientschädigung in 

der Höhe von Fr. 2'900.– (inkl. Mehrwertsteuer) wurde nicht kritisiert (vgl. Urk. 24 

Rz. 24) und ist zu bestätigen. Für das Berufungsverfahren rechtfertigt es sich, die 

Beklagte zur Leistung einer Parteientschädigung an die Klägerin in der Höhe von 

Fr. 1'000.– (inkl. 7.7 %; Art. 115 Abs. 1 i.V.m. Art. 112 Abs. 2 i.V.m. aArt. 25 Abs. 1 

MWSTG) zu verpflichten (§ 4 Abs. 1 sowie § 13 Abs. 1 und 2 AnwGebV).

Es wird beschlossen:

1. Es wird davon Vormerk genommen, dass das Urteil des Arbeitsgerichtes 

Pfäffikon im vereinfachten Verfahren vom 16. Dezember 2022 betreffend 

Dispositiv-Ziffern 2 und 4 vollumfänglich und betreffend Dispositiv-Ziffer 1 in-

soweit in Rechtskraft erwachsen ist, als 

- 19 -

a) die Beklagte verpflichtet wurde, der Klägerin Fr. 697.95 brutto (ausste-

hender Lohn für Oktober/November 2021) nebst 5 % Zins ab 21. Okto-

ber 2021 zu bezahlen; 

b) die Klage im Mehrbetrag gemäss Rechtsbegehren Ziffer 4 abgewiesen 

wurde.

2. Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Erkenntnis.

Es wird erkannt:

1. Die Berufung wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird, und die Dis-

positiv-Ziffern 1 (soweit noch nicht in Rechtskraft erwachsen), 3, 5 und 6 des 

Urteils des Arbeitsgerichtes Pfäffikon vom 16. Dezember 2022 werden be-

stätigt.  

2. Das zweitinstanzliche Verfahren ist kostenlos.

3. Die Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin für das zweitinstanzliche Verfah-

ren eine Parteientschädigung von Fr. 1'000.– zu bezahlen. 

4. Schriftliche Mitteilung an die Parteien sowie an die Vorinstanz, je gegen 

Empfangsschein.

Nach unbenutztem Ablauf der Rechtsmittelfrist gehen die erstinstanzlichen 

Akten an die Vorinstanz zurück.

5. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 
30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-

schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG).

Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG.

Es handelt sich um eine vermögensrechtliche arbeitsrechtliche Angelegenheit. Der 
Streitwert beträgt Fr. 6'795.–.

Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung.

- 20 -

Hinsichtlich des Fristenlaufs gelten die Art. 44 ff. BGG. 

Zürich, 22. Mai 2024

Obergericht des Kantons Zürich
I. Zivilkammer

Der Vorsitzende:

lic. iur. A. Huizinga

Die Gerichtsschreiberin:

MLaw I. Aeberhard

versandt am:
jo