# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 474afab7-537b-5353-8bce-d41865b92352
**Source:** Schwyz (SZ)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-11-07
**Language:** de
**Title:** Schwyz Kantonsgericht 2. Zivilkammer 07.11.2025 ZK2 2025 56
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SZ_Gerichte/SZ_KG_002_ZK2-2025-56_2025-11-07.pdf

## Full Text

Kantonsgericht Schwyz

Beschluss vom 7. November 2025
ZK2 2025 56

Mitwirkend Kantonsgerichtsvizepräsident Jonas Rüegg,
Kantonsrichter Veronika Bürgler Trutmann und Pius Kistler,
a.o. Gerichtsschreiber Halil Sütlü.

In Sachen A.________ AG,
Gesuchstellerin und Berufungsführerin,
vertreten durch Fürsprecher B.________,

gegen

C.________ AG,
Gesuchsgegnerin und Berufungsgegnerin,

betreffend Organisationsmangel
(Berufung gegen die Verfügung des Einzelrichters am Bezirksgericht Küss-
nacht vom 14. August 2025, ZES 2025 88);-

hat die 2. Zivilkammer,

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mit folgender (lediglich informativer) Kurzbegründung:

- Der Begriff des „In-sich-Prozesses“ ist in der Schweiz wenig erforscht. 
Ein In-sich-Prozess, an dessen Durchführung es regelmässig an einem 
schutzwürdigen Interesse fehlen dürfte (vgl. Art. 59 Abs. 2 lit. a ZPO), dürfte 
dann vorliegen, wenn auf Kläger- und Beklagtenseite dieselbe Person auftritt 
(vgl. Hangartner, Legitimation der Kantonsregierung zur Anfechtung von Ent-
scheiden der letzten richterlichen Instanz des Kantons bei Desavouierung des 
regierungsrätlichen Vorentscheides, in: AJP 2005, S. 877 ff., S. 878 f.). Bei 
einem Prozess zwischen zwei juristischen Personen liegt aufgrund deren 
selbstständigen Rechtspersönlichkeiten dagegen – unter dem Vorbehalt von 
Fällen des Durchgriffs (vgl. BGE 144 III 541 E. 8.3.1 f.) – kein In-sich-Prozess 
vor.

- Entgegen der Auffassung der Vorinstanz, die sich diesbezüglich auf das 
Urteil des OLG Brandenburg 4 U 211/20 vom 17. Februar 2021 stützt, liegt 
auch dann kein In-sich-Prozess vor, wenn dieselbe (natürliche) Person als 
Organ zur Vertretung beider sich im Prozess gegenüberstehenden juristischen 
Personen auftritt. Einem solchen Prozess lässt sich das schutzwürdige Inter-
esse nicht in grundsätzlicher Weise absprechen. Diese Problematik beschlägt 
vielmehr die Frage der fehlenden Vertretungsmacht des Organs wegen eines 
allfälligen Interessenkonflikts aufgrund des Handelns in Doppelstellung, die 
auf Seiten beider involvierten juristischen Personen beurteilt werden muss 
(Watter, in: Watter/Vogt [Hrsg.], Basler Kommentar, Obligationenrecht II, 6. A. 
2024, Art. 718a OR N 13 m.H.). Diesbezüglich gilt es zu beachten, dass ers-
tens nicht in allen Fällen des Handelns in Doppelstellung ein Interessenkonflikt 
vorliegen muss (vgl. BGE 127 III 332 E. 2a), dass zweitens die Gesuchsteller-
in sich erstinstanzlich in ihrem Gesuch gerade auf den Standpunkt stellte, die 
Gesuchsgegnerin verfüge über keine zur Vertretung berechtigten Organe 
mehr (Vi-act. A/I, S. 3 f.), weshalb – zumindest nach dem Standpunkt der Ge-

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suchstellerin – ein Handeln in Doppelstellung ausgeschlossen erscheint, und 
dass drittens – falls doch dem handelnden Organ auf Seiten einer oder beider 
juristischen Personen die Vertretungsmacht aufgrund eines Interessenkon-
flikts gefehlt haben sollte – die Vorinstanz zu prüfen gehabt hätte, ob in An-
wendung von Art. 132 Abs. 1 ZPO der betreffenden juristischen Person eine 
Nachfrist zur Behebung des Vertretungsmangels anzusetzen gewesen wäre;-

beschlossen:

1. In Gutheissung der Berufung wird die angefochtene Verfügung des Ein-
zelrichters am Bezirksgericht Küssnacht vom 14. August 2025 (ZES 
2025 88) aufgehoben und die Sache zu einer allfälligen weiteren Zuläs-
sigkeits- und gegebenenfalls Begründetheitsprüfung des Gesuchs um 
Einsetzung von Sachwaltern und einer Revisionsstelle an die Vorinstanz 
zurückgewiesen.

2. Die Kosten des Berufungsverfahrens in Höhe von Fr. 1’000.00 gehen zu 
Lasten des Staates. Der Berufungsführerin wird der von ihr geleistete 
Kostenvorschuss von Fr. 2’000.00 zurückerstattet.

3. Die Berufungsführerin wird für das Berufungsverfahren mit Fr. 1’000.00 
(inkl. Auslagen und MWST) aus der Kantonsgerichtskasse entschädigt. 

4. Dieser Entscheid wird den Parteien im Sinne von Art. 318 Abs. 2 i.V.m. 
Art. 239 ZPO ohne schriftliche Begründung im Dispositiv eröffnet. Statt 
einer Rechtsmittelbelehrung wird ihnen gemäss Art. 112 Abs. 2 BGG 
angezeigt, dass sie innert einer nicht erstreckbaren Frist von 30 Tagen 
seit der Eröffnung dieses Entscheids schriftlich eine Begründung verlan-

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gen können. Wird keine Begründung verlangt, so gilt dies als Verzicht 
auf die Anfechtung des Entscheids. Diesfalls erwächst das vorliegende 
Dispositiv ohne weitere Mitteilung in Rechtskraft und ein Rechtsmittel 
dagegen ist ausgeschlossen. Verlangt eine Partei die schriftliche Be-
gründung des Entscheids, so wird dies nach Eingang den jeweiligen 
Gegenparteien angezeigt.

5. Zufertigung an Herrn Fürsprecher B.________ (2/R), die Berufungsgeg-
nerin (1/R) und an die Vorinstanz (1/A) sowie nach definitiver Erledigung 
an die Vorinstanz (1/R, mit den Akten) und an die Kantons-
gerichtskasse (1/ü, im Dispositiv). 

Namens der 2. Zivilkammer
Der Kantonsgerichtsvizepräsident Der a.o. Gerichtsschreiber

Versand 14. November 2025  amu