# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b11a5ff6-66c0-5ecc-8b7d-6a2e9fdc7af9
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-02-08
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 08.02.2021 UV 2020/26
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_UV-2020-26_2021-02-08.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2020/26

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 13.08.2021

Entscheiddatum: 08.02.2021

Entscheid Versicherungsgericht, 08.02.2021
Art. 4 ATSG: Bejahung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors; beim 
Versuch, in einer Drehbewegung mit der linken Schulter und Hüfte mit 
Kraftaufwand ("mit voller Wucht" bzw. "mit Anlauf") und 
Gewichtsverlagerung nach schräg hinten den Grastrimmer bzw. die 
Motorsäge vom noch nicht abgemähten Gras, das sich im Aufsatz der 
Motorsense verwickelt hatte, zu lösen, erlitt der Beschwerdeführer einen 
Zwick in der linken Schulter Art. 6 UVG: Rückweisung zu weiteren 
medizinischen Abklärungen bezüglich der Unfallkausalität einer 
Supraspinatussehnenruptur oder bei Vorliegen einer (nur) richtunggebenden 
oder vorübergehenden Verschlimmerung eines degenerativen Vorzustandes 
zur Festlegung des Status quo sine vel ante (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 08. Februar 2021, UV 
2020/26).

Entscheid vom 8. Februar 2021

Besetzung

Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider (Vorsitz), Versicherungsrichter 

Joachim Huber und Versicherungsrichterin Corinne Schambeck; Gerichtsschreiberin 

Katja Meili

Geschäftsnr.

UV 2020/26

Parteien

A.___

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Beschwerdeführer,

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 

4358, 6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Heilbehandlung / Taggeldleistungen

Sachverhalt

A.  

A.___ (nachfolgend: Versicherter), war als Geschäftsführer bei der B.___ angestellt 

und dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) gegen die 

Folgen von Unfällen versichert. Mit Bagatellunfallmeldung UVG vom 24. Oktober 2019 

liess der Versicherte melden, er habe sich am 11. Juli 2019 beim Grastrimmen eine 

Zerrung an der linken Schulter zugezogen (Suva-act. 1). Eine Erstbehandlung hatte am 

15. Oktober 2019 durch Dr. med. C.___, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, 

stattgefunden (Suva-act. 9), welcher den Versicherten an Dr. med. D.___, Stv. Chefarzt 

Chirurgie, Departement Orthopädie, Spital E.___, überwiesen hatte. Dr. D.___ äusserte 

anlässlich einer Untersuchung vom 25. Oktober 2019 einen Verdacht auf eine 

Rotatorenmanschettenläsion und stellte als Differentialdiagnose eine SLAP-Läsion 

Schulter links (Suva-act. 2). Nach einer in der Netzwerk Radiologie E.___ angeforderten 

Arthro-MRI-Untersuchung vom 30. Oktober 2019 (Suva-act. 4) diagnostizierte er eine 

Supraspinatussehnenläsion und einen hochgradigen Verdacht auf eine SLAP-Läsion 

Schulter links (Suva-act. 3). Am 15. Januar 2020 führte Dr. D.___ beim Versicherten 

eine Schulterarthroskopie mit Supraspinatussehnennaht (Speed-Fix) und subpectoraler 

Tenodese der langen Bicepssehne durch (act. G 3.1). Im Austrittsbericht vom 20. 

Januar 2020 diagnostizierte Dr. D.___ eine Supraspinatussehnenläsion und eine Typ II 

SLAP-Läsion Schulter links (act. G 3.2).

A.a. 

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B.

Die gegen diese Verfügung vom Versicherten am 21. Januar 2020 erhobene Einsprache 

(Suva-act. 31) wies die Suva mit Einspracheentscheid vom 9. April 2020 ab (Suva-act. 

35).

C.  

Zuvor hatte die Suva nach einer telefonischen Besprechung mit dem Versicherten 

vom 18. Dezember 2019 (Suva-act. 11) und der Einholung einer kreisärztlichen Akten­

beurteilung durch Dr. med. F.___, Facharzt für Orthopädie (Suva-act. 12), dem 

Versicherten mit Schreiben vom 6. Januar 2020 mitgeteilt, dass sich am 11. Juli 2019 

kein Unfallereignis im Sinne des Gesetzes zugetragen habe und auch die 

Voraussetzungen zur Übernahme des Schadenfalls als unfallähnliche 

Körperschädigung nicht erfüllt seien (Suva-act. 13). In einem Schriftwechsel mit der 

Suva hatte sich der Versicherte mit der Mitteilung vom 6. Januar 2020 nicht 

einverstanden erklärt (Suva-act. 19 f.) und eine einsprachefähige Verfügung verlangt 

(Suva-act. 21). Darauf hatte die Suva den Schadenfall am 9. Januar 2020 ihrem 

Kreisarzt Dr. F.___ mit der Frage vorgelegt, weshalb die von ihm am 20. Dezember 

2019 bestätigte Listendiagnose vorwiegend degenerativer Art sei (Suva-act. 23). 

Gestützt auf die am 16. Januar 2020 erstattete kreisärztliche Beurteilung (Suva-act. 24) 

hatte die Suva ihre Leistungspflicht für die Schulterbeschwerden links mit Verfügung 

vom 17. Januar 2020 abgewiesen, da diese weder auf einen Unfall noch auf eine 

unfallähnliche Körperschädigung zurückzuführen seien (Suva-act. 25).

A.b. 

Gegen den Einspracheentscheid vom 9. April 2020 erhob der Versicherte (nach­

folgend: Beschwerdeführer) am 20. April 2020 Beschwerde mit dem Antrag, der 

angefochtene Einspracheentscheid sei aufzuheben und die Suva (nachfolgend: 

Beschwerdegegnerin) sei zu verpflichten, die gesetzlichen Leistungen wie 

Heilbehandlung und Taggelder zu erbringen, unter Kosten- und Entschädigungsfolge 

(act. G 1). Zusammen mit der Beschwerde reichte der Beschwerdeführer eine 

physikalische Berechnung vom 18. Januar 2020 der auf die Sehnen wirkenden Zugkraft 

ein (act. G 1.2).

C.a. 

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Erwägungen

1.

Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin für das vom Beschwerdeführer 

gemeldete Ereignis vom 11. Juli 2019 und die bei ihm in der Folge ärztlich, 

insbesondere auch operativ, behandelten Gesundheitsstörungen im Bereich der linken 

Schulter leistungspflichtig ist.

2.  

Mit Beschwerdeantwort vom 12. Mai 2020 beantragte die Beschwerdegegnerin 

die Abweisung der Beschwerde und damit die Bestätigung des Einspracheentscheids 

vom 9. April 2020 (act. G 3) und reichte eine kreisärztliche Beurteilung von Dr. F.___ 

vom 11. Mai 2020 ein (act. G 3.3).

C.b. 

Mit Replik vom 19. Juni 2020 hielt der Beschwerdeführer an seinem Antrag 

gemäss Beschwerdeschrift fest (act. G 5) und brachte verschiedene Fotokopien zu 

seiner am 11. Juli 2019 ausgeübten Tätigkeit bzw. zum damaligen Sachverhalt bei (act. 

G 5.1 f.).

C.c. 

Mit Duplik vom 12. August 2020 hielt die Beschwerdegegnerin ihrerseits am 

Antrag auf Abweisung der Beschwerde fest (act. G 7) und legte eine weitere 

kreisärztliche Beurteilung von Dr. F.___ vom 11. August 2020 vor (act. G 7.1).

C.d. 

Nach Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 

832.20) werden, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, Versicherungsleistungen 

bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt. Als Unfall gilt 

gemäss Art. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die plötzliche, nicht beabsichtigte 

schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den 

menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen 

Gesundheit oder den Tod zur Folge hat. Dabei bezieht sich das Begriffsmerkmal der 

Ungewöhnlichkeit nicht auf die Wirkung des äusseren Faktors, sondern auf den Faktor 

selbst. Ohne Belang für die Prüfung der Ungewöhnlichkeit ist somit, dass der äussere 

Faktor allenfalls schwerwiegende, unerwartete Folgen nach sich gezogen hat. Ein 

äusserer Faktor ist ungewöhnlich, wenn er den Rahmen des im jeweiligen 

Lebensbereich Alltäglichen oder Üblichen überschreitet. Ob dies zutrifft, beurteilt sich 

2.1. 

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im Einzelfall, wobei grundsätzlich nur die objektiven Umstände in Betracht fallen (André 

Nabold, N 42 zu Art. 6, in Marc Hürzeler/Ueli Kieser [Hrsg.], Bundesgesetz über die 

Unfallversicherung, Kommentar zum schweizerischen Sozialversicherungsrecht, 2018 

[nachfolgend zitiert: KOSS UVG]; Irene Hofer, N 32 ff. zu Art. 6, in: Ghislaine Frésard-

Fellay/Susanne Leuzinger/Kurt Pärli [Hrsg.], Unfallversicherungsgesetz, Basler 

Kommentar, 2019, [nachfolgend zitiert: BSK UVG]). Das für den Unfallbegriff 

wesentliche Merkmal des ungewöhnlichen äusseren Faktors kann nach Lehre und 

Rechtsprechung auch in einer unkoordinierten Bewegung bestehen. Bei 

unkoordinierten Bewegungen ist das Merkmal der Ungewöhnlichkeit erfüllt, wenn ein in 

der Aussenwelt begründeter Umstand den natürlichen Ablauf einer Körperbewegung 

gleichsam "programmwidrig" beeinflusst hat, was beispielsweise dann zutrifft, wenn 

die versicherte Person stolpert, ausgleitet oder an einen Gegenstand anstösst oder 

wenn sie, um ein Ausgleiten zu verhindern, eine reflexartige Abwehrbewegung ausführt 

oder auszuführen versucht. Dass es tatsächlich zu einem Sturz kommt, wird mithin 

nicht vorausgesetzt. Wo sich eine Schädigung auf das Körperinnere beschränkt und sie 

erfahrungsgemäss auch als alleinige Folge von Krankheiten, namentlich von 

degenerativen Veränderungen eines Körperteils innerhalb eines durchaus normalen 

Geschehensablaufs auftreten kann, muss die unkoordinierte Bewegung als 

unmittelbare Ursache der Schädigung unter besonders sinnfälligen Umständen gesetzt 

worden sein; denn ein Unfallereignis manifestiert sich in der Regel in einer äusserlich 

wahrnehmbaren Schädigung, während bei deren Fehlen eine erhöhte 

Wahrscheinlichkeit rein krankheitsbedingter Ursachen besteht (vgl. BGE 134 V 80 E. 

4.3.2.1 mit Hinweisen; KOSS UVG-Nabold, N 32 zu Art. 6; BSK UVG-Hofer, N 38 zu 

Art. 6). Weiter bejaht die Rechtsprechung das Vorliegen eines ungewöhnlichen 

äusseren Faktors dann, wenn beim Heben oder Verschieben einer Last ein ganz 

ausserordentlicher Kraftaufwand erfolgt und zu einer, gelegentlich als Verhebetrauma 

bezeichneten, Schädigung führt (KOSS UVG-Nabold, N 33 zu Art. 6; BSK UVG-Hofer, 

N 40 zu Art. 6; Alexandra Rumo-Jungo/André Pierre Holzer, Bundesgesetz über die 

Unfallversicherung, in: Erwin Murer/Hans-Ulrich Stauffer [Hrsg.], Rechtsprechung des 

Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, 4. Aufl. 2012, S. 42; BGE 116 V 139 E. 

3b; RKUV 1994 Nr. U 180 S. 38 E. 2).

Gestützt auf Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer sodann bei Vorliegen 

eines Unfalls für einen Gesundheitsschaden nur insoweit Leistungen zu erbringen, als 

dieser in einem natürlichen sowie adäquaten Kausalzusammenhang zum versicherten 

Ereignis steht (BGE 129 V 181 E. 3.1 ff. mit Hinweisen; KOSS UVG-Nabold, N 48 ff. zu 

Art. 6; BSK UVG-Hofer, N 63 ff. zu Art. 6; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 55; Urteil des 

Bundesgerichts vom 22. Februar 2007, U 37/06, E. 5.2). Für die Beantwortung der 

2.2. 

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Tatfrage nach dem Bestehen natürlicher Kausalzusammenhänge im Bereich der 

Medizin ist das Gericht in der Regel auf Angaben ärztlicher Experten und Expertinnen 

angewiesen. Die Frage nach dem adäquaten Kausalzusammenhang ist demgegenüber 

eine Rechtsfrage, die vom Gericht nach den von Doktrin und Praxis entwickelten 

Regeln zu beurteilen ist (vgl. KOSS UVG-Nabold, N 53, 59 zu Art. 6; BSK UVG-Hofer, N 

66 zu Art. 6; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 55, 58; BGE 129 V 181 E. 3.1 und 3.2 

sowie in BGE 135 V 465 nicht publizierte E. 2 des Urteils 8C_216/2009 vom 28. 

Oktober 2009, je mit Hinweisen). Die Adäquanz spielt im Bereich organisch objektiv 

ausgewiesener Unfallfolgen indessen praktisch keine Rolle, da sich hier die adäquate 

weitgehend mit der natürlichen Kausalität deckt (BGE 134 V 111 f. E. 2).

Gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG (in Kraft seit 1. Januar 2017) erbringt die Versicherung 

ihre Leistungen auch bei den folgenden, abschliessend aufgelisteten 

Körperschädigungen (vgl. dazu KOSS UVG-Nabold, a.a.O., N 42 zu Art. 6 UVG), sofern 

sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind: a. 

Knochenbrüche, b. Verrenkungen von Gelenken; c. Meniskusrisse; d. Muskelrisse, e. 

Muskelzerrungen; f. Sehnenrisse; g. Bandläsionen; h. Trommelfellverletzungen. Mit Art. 

6 Abs. 2 lit. a bis h UVG wird die gesetzliche (Kausalitäts-)Vermutung statuiert, dass der 

Unfallversicherer bei erfüllter Listendiagnose leistungspflichtig ist. Dieser kann sich 

aber von seiner Leistungspflicht befreien, wenn er den Nachweis erbringt, dass die 

Körperschädigung vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen ist 

(Botschaft vom 30. Mai 2008, BBl 2008 S. 5411, und Zusatzbotschaft vom 19. 

September 2014, BBl 2014 S. 7922; SZS 2017 S. 33). Auf das Kriterium des äusseren 

Faktors wird explizit verzichtet (BBl 2014 S. 7922). Der Gegenbeweis der vorwiegend 

abnützungs- oder krankheitsbedingten Verursachung beschlägt den natürlichen 

Kausalzusammenhang. Nur der Nachweis eines rechtsgenügenden, d.h. vorwiegend 

degenerativ oder krankhaft verursachten Schadens, kann zu einer Verneinung des 

natürlichen Kausalzusammenhangs bzw. der Leistungspflicht des Unfallversicherers 

führen (Evalotta Samuelsson, Neuregelung der unfallähnlichen Körperschädigung, Das 

Beispiel des Meniskusrisses, in: SZS 2018 S. 358). Der (Gegen-)Beweis der vorwiegend 

krankhaften oder degenerativen Pathogenese der Listendiagnose ist erbracht, wenn 

die Listendiagnose zu mehr als 50% auf Abnützung oder Erkrankung beruht (BGE 146 

V 64 E. 8.2.2.1 mit Hinweisen). Aus der in Art. 6 Abs. 2 UVG vorgesehenen Möglichkeit 

des Gegenbeweises ergibt sich allerdings auch nach der am 1. Januar 2017 in Kraft 

getretenen UVG-Revision die Notwendigkeit der Abgrenzung der vom Unfallversicherer 

zu übernehmenden unfallähnlichen Körperschädigung von der abnützungs- und 

erkrankungsbedingten Ursache einer Listenverletzung und damit letztlich zur 

Leistungspflicht des Krankenversicherers. Insoweit bleibt auch beim Vorliegen einer 

2.3. 

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Listendiagnose die Frage nach einem initialen erinnerlichen und benennbaren Ereignis - 

nicht zuletzt auch aufgrund der Bedeutung als zeitlicher Anknüpfungspunkt für Fragen 

der Versicherungsdeckung oder Zuständigkeit des Unfallversicherers - relevant (zum 

Ganzen: BGE 146 V 69 f. E. 8.6 mit Hinweisen). Zur Feststellung der medizinischen 

Verhältnisse, konkret zur Beurteilung der Tatfrage, ob eine Schädigung vorwiegend auf 

Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen ist, ist die rechtsanwendende Behörde auf 

Unterlagen angewiesen, die ihr von Ärzten und Ärztinnen zur Verfügung zu stellen sind 

(vgl. BGE 122 V 157 E. 1b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu KOSS UVG-Nabold, N 

53 zu Art. 6; BSK UVG-Hofer, N 66 zu Art. 6; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 55; 

Samuelsson, a.a.O., S. 357 f.).

Eine durch einen Unfall verursachte Gesundheitsschädigung oder eine auftretende 

Beschwerdesymptomatik kann einen zuvor intakten oder einen bereits 

vorgeschädigten Körperteil betreffen. Ist letzteres der Fall kommt eine unfallkausale 

Gesundheitsschädigung oder eine unfallähnliche Körperschädigung gemäss Art. 6 Abs. 

2 UVG höchstens als vorübergehende oder richtunggebende Verschlimmerung eines 

Vorzustandes in Betracht. Die Leistungspflicht des Unfallversicherers bei einem 

verschlimmerten oder überhaupt erst manifest gewordenen Vorzustand entfällt erst, 

wenn der Unfall nicht mehr die natürliche oder adäquate Ursache des 

Gesundheitsschadens darstellt oder die Ursächlichkeit einer vorübergehenden 

Verschlimmerung (so bei der Aktivierung einer vormals stummen Listenverletzung) einer 

unfallähnlichen Vorschädigung ausgeschlossen werden kann. Dies trifft zu, wenn 

entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall oder dem 

Eintreten der Beschwerdesymptomatik bestanden hat (Status quo ante), oder aber 

derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften 

Vorzustands (auch ohne Unfall) früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), 

erreicht ist. Eine richtunggebende Verschlimmerung liegt vor, wenn medizinischerseits 

feststeht, dass weder der Status quo sine noch der Status quo ante je wieder erreicht 

werden können (vgl. in Bezug auf die unfallähnlichen Körperschädigungen: 

Samuelsson, a.a.O., S. 362 f.; vgl. zum Erreichen des Status quo sine vel ante: UVG 

Kommentar-Nabold, N 54 zu Art. 6; BSK UVG-Hofer, N 71 zu Art. 6; Rumo-Jungo/

Holzer, a.a.O., S. 54).

2.4. 

Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. 

Danach hat die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht von Amtes wegen für 

die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. 

Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet sein Korrelat in den 

Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 122 V 158 E. 1a, 121 V 210 E. 6c). Der 

2.5. 

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Untersuchungsgrundsatz schliesst eine Beweislast im Sinn einer Beweisführungslast 

begriffsnotwendig aus. Die Parteien tragen aber eine Beweislast insofern, als im Fall 

der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem 

unbewiesenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte (BGE 117 V 264 E. 3b mit Hinweisen, 

138 V 221 f. E. 6). Die Verwaltung respektive das Gericht dürfen eine Tatsache nur 

dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Die Frage, 

ob sich ein Unfallereignis im Rechtssinn ereignet hat (vgl. Erwägung 2.1), und falls ja, 

die weitere Frage, ob zwischen dem Unfallereignis und einer gesundheitlichen Störung 

ein natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist (vgl. Erwägung 2.2), und ebenso die 

Frage, ob eine Schädigung vorwiegend durch Abnützung oder Krankheit verursacht ist 

(vgl. Erwägung 2.3), beurteilt sich nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit; die blosse Möglichkeit eines 

Sachverhalts genügt für die Begründung eines Leistungsanspruchs bzw. für die 

Verneinung einer Leistungspflicht nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1 mit Hinweisen; vgl. 

Thomas Locher/Thomas Gächter, Grundriss des Sozialversicherungsrecht, 4. Aufl. 

2014, § 70 N 58 f.). Die obgenannte Beweislastregel kommt also erst zur Anwendung, 

wenn im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes hinsichtlich der vorgenannten Fragen 

kein überwiegend wahrscheinlicher Sachverhalt ermittelt werden kann (BGE 138 V 221 

f. E. 6, BGE 117 V 264 E. 3b mit Hinweisen, 114 V 298 E. 5b). Wird auf dem Weg der 

Beweiserhebung das Vorliegen eines Unfallereignisses nicht wenigstens mit dem 

Beweismass der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, so hat dieses als 

unbewiesen zu gelten, was sich zu Lasten der den Anspruch erhebenden Person 

auswirkt (BGE 116 V 136 E. 4b; RKUV 1990 Nr. U 86 S. 50). Bei der Frage, ob ein 

Kausalzusammenhang eines Gesundheitsschadens zu einem Unfallereignis überhaupt 

jemals gegeben ist, ist ebenfalls die versicherte Person beweisbelastet. Die Beweislast 

für den Wegfall der Unfallkausalität oder der Ursächlichkeit einer vorübergehenden 

Verschlimmerung einer vorbestehenden Listendiagnose trägt hingegen der 

Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 326; Urteil des Bundesgerichts vom 6. 

August 2008, 8C_101/2008, E. 2.2; BGE 117 V 264 E. 3b; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., 

S. 54 f.; vgl. zur Beweislast bei unfallähnlichen Körperschädigungen: Samuelsson, 

a.a.O., S. 363). Selbstredend trägt auch die Beweislast in Bezug auf den Nachweis 

einer vorwiegend krankhaften oder degenerativen Verursachung der Listendiagnose 

der Unfallversicherer.

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3.

Im Folgenden ist zunächst zu prüfen, ob der Beschwerdeführer am 11. Juli 2019 einen 

Unfall im Sinne von Art. 4 ATSG erlitten hat.

Dazu ist vorerst festzulegen, was am 11. Juli 2019 mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit geschehen ist. Der Hergang des Ereignisses vom 11. Juli 2019 ist 

unumstritten (vgl. Suva-act. 35-6 Ziff. 3.2). Es liegen keine widersprechenden Angaben 

des Beschwerdeführers über den Ereignishergang vor und es werden auch von 

beschwerdegegnerischer Seite keine solchen geltend gemacht. Der Beschwerdeführer 

hat das Ereignis insbesondere auch vor Kenntnis der erstmaligen Leistungsablehnung 

durch die Beschwerdegegnerin (Suva-act. 13) - in der Bagatellunfallmeldung UVG vom 

24. Oktober 2019 (Suva-act. 1) sowie anlässlich der telefonischen Besprechung mit der 

Beschwerdegegnerin am 18. Dezember 2019 (Suva-act. 11) - glaubhaft und konsistent 

geschildert (vgl. dazu KOSS UVG-Nabold, N 9 ff. zu Art. 6; BSK UVG-Hofer, N 9 f. zu 

Art. 6; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 29 f.; Urteile des Bundesgerichts vom 22. 

September 2008, 8C_827/2007, E. 5, und 23. Oktober 2009, 8C_319/2009, E. 2).

3.1. 

Mit Bagatellunfallmeldung UVG vom 24. Oktober 2019 meldete der Beschwerde­

führer, dass sich am 11. Juli 2019 beim Grastrimmen der Schnurkopf mit Gras 

umwickelt habe. Er habe zweimal versucht, mit dem linken Arm am Trimmer zu ziehen. 

Es sei ihm aber nicht gelungen, den Trimmer freizubekommen. Um mehr Kraft zu 

erzielen, habe er beim dritten Mal noch zusätzlich die linke Hüfte und linke Schulter 

gedreht, wobei er einen stechenden Schmerz im linken Schultergelenk verspürt habe 

(Suva-act. 1). Anlässlich der telefonischen Besprechung mit der Beschwerdegegnerin 

vom 18. Dezember 2019 beschrieb der Beschwerdeführer detaillierter, jedoch ohne 

Widersprüchlichkeit und in den wesentlichen Elementen übereinstimmend, er habe am 

11. Juli 2019 bei seiner privaten Landwirtschaft das erste Mal gemäht, wobei das Gras 

etwa kniehoch gewesen sei. Normalerweise mähe man in diesem Fall mit einem 

Balkenmäher. Er habe jedoch eine Motorsense mit einem Sternaufsatz verwendet. An 

einer ungünstigen Stelle, genauer gesagt in einer Ecke eines Trafo-Häuschens, habe 

sich das noch nicht abgemähte Gras im Aufsatz der Motorsense verwickelt. Er habe 

etwa zweimal an der Motorsense gezogen, da er nicht gedacht habe, dass diese so 

festsitzen würde. Das dritte Mal habe er "mit voller Wucht" an der Motorsense 

gezogen. Er habe jedoch nicht so ziehen können, wie er es sich gewohnt gewesen sei, 

da seine Position ungünstig gewesen sei. Am Anschlag habe es ihm dann einen 

starken Zwick in der linken Schulter gegeben und er habe danach stärkere Schmerzen 

gehabt (Suva-act. 11).

3.2. 

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4.  

Die Beschwerdegegnerin stellt sodann im Einspracheentscheid vom 9. April 2020 

(Suva-act. 35) zutreffend fest, dass auch die Sachverhaltsschilderung des 

Beschwerdeführers in der Einsprache vom 21. Januar 2020 - er habe, um eine 

grösstmögliche Kraft erzielen zu können, die Sense entgegen der Zugrichtung 

verschoben, um anschliessend "mit Anlauf" aus der Schulter-Hüftdrehung und der 

Gewichtsverlagerung nach schräg hinten die grösste Wucht erzielen zu können (Suva-

act. 31) - glaubhaft ist und mit den vorgenannten Sachverhaltsschilderungen 

übereinstimmt.

3.3. 

Aufgrund der in den Erwägungen 3.2 und 3.3 angeführten Ereignisschilderungen 

ist im Folgenden mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit von 

einem Sachverhalt auszugehen, wonach es dem Beschwerdeführer am 11. Juli 2019 

beim Versuch, den Grastrimmer bzw. die Motorsense vom noch nicht abgemähten 

Gras, welches sich im Sternaufsatz verwickelt hatte, mit Kraftaufwand ("mit voller 

Wucht" bzw. "mit Anlauf") und in einer Drehbewegung mit der linken Schulter und 

Hüfte sowie mit einer Gewichtsverlagerung nach schräg hinten, in einer ungünstigen 

Position, d.h. an einer ungünstigen Stelle in einer Ecke eines Trafo-Häuschens, zu 

trennen, einen Zwick in der linken Schulter gegeben hat und er danach stärkere 

Schmerzen hatte.

3.4. 

Streitig und zu prüfen ist nachfolgend, ob der Beschwerdeführer angesichts des 

Sachverhalts in Erwägung 3.4 einen Unfall im Sinne von Art. 4 ATSG erlitten hat. Dazu 

ist insbesondere zu untersuchen, ob ein ungewöhnlicher äusserer Faktor auf seinen 

Körper eingewirkt hat. Das Merkmal des ungewöhnlichen äusseren Faktors kann - wie 

gesagt (vgl. Erwägung 2.1 hiervor) - in einer unkoordinierten Bewegung oder in einer 

Überanstrengung zufolge eines ausserordentlichen Kraftaufwands beim Heben oder 

Verschieben einer Last bestehen.

4.1. 

Der Beschwerdeführer zog zwar entsprechend dem Verschieben einer Last an der 

Motorsense, doch fällt im vorliegenden Fall ein Unfall im Sinne einer Überanstrengung 

durch Schieben bzw. Ziehen einer Last ausser Betracht. Gemäss höchstrichterlicher 

Rechtsprechung bilden bei solchen Vorgängen das Gewicht der geschobenen oder 

getragenen Last, die Konstitution des Betroffenen sowie die berufliche und 

ausserberufliche Gewöhnung die Beurteilungskriterien (vgl. BGE 116 V 139 E. 3b; 

RKUV 1994 Nr. U 180 S. 38 E. 2; Alfred Maurer, Schweizerisches 

Unfallversicherungsrecht, 2. Aufl. 1989, S. 178 Anm. 359; Urteil des Eidgenössischen 

Versicherungsgerichts [EVG] vom 6. Mai 2002, U 477/00, E. 3b, und vom 27. Juli 2001, 

4.2. 

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U 7/00, E. 4b/dd; Suva-Jahresbericht 1988 Nr. 8 S. 15). Vom höchsten Gericht wurde 

eine den Unfallbegriff erfüllende Überanstrengung nur bei Lasten von mehr als 100 kg 

bejaht (Urteil des Bundesgerichts vom 23. Oktober 2009, 8C_319/2009, E. 3.3 mit 

Hinweis auf Urteil des EVG vom 9. Oktober 2003, U 360/02). In Fällen, in welchen eine 

den Unfallbegriff erfüllende Überanstrengung verneint wurde, waren die zu hebenden 

Lasten zwischen 50 und 100 kg schwer (Urteil U 360/02, a.a.O., E. 3.4 mit Hinweisen; 

vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 11. Januar 2010, 8C_1029/2009, E. 2.1). Die 

Motorsense hatte ein Gewicht von angeblich 12 kg (vgl. act. G 1.2). Selbst gegenüber 

den letztgenannten Sachverhalten stellt ein solches Gewicht ein nur geringes Gewicht 

dar. Der Beschwerdeführer bewirtschaftet eine private Landwirtschaft und ist es zudem 

offensichtlich gewohnt, mit einer Motorsense Gras zu mähen (vgl. Suva-act. 11).

Entgegen der Beurteilung der Beschwerdegegnerin ist jedoch anzuerkennen, dass 

der Bewegungsablauf des Beschwerdeführers beim Ziehen der Motorsense durch eine 

relevante Programmwidrigkeit im Sinne eines einmaligen, unerwartet oder plötzlich 

einsetzenden Vorgangs gestört wurde.

4.3. 

Zunächst handelt es sich beim Ziehen an einem landwirtschaftlichen Gerät - 

selbst wenn dabei eine Drehbewegung mit dem Körper, konkret der Schulter und 

Hüfte, sowie eine Gewichtsverlagerung des Körpers ausgeführt werden - um eine 

normale Bewegung, die bei einer landwirtschaftlichen Tätigkeit mit dem Körper 

ausgeführt werden kann. Es ist eine Erfahrungstatsache, dass selbst im Rahmen einer 

anstrengenden körperlichen Betätigung mässige Verdrehungen oder ein gewisser Zug 

auf Sehnen, Muskeln, Bänder und Gelenke nichts Aussergewöhnliches darstellen, 

sondern die genannten Körperteile gerade ein normales und verletzungsfreies 

Funktionieren im täglichen Leben sowie verschiedenste Bewegungen, Drehungen, 

Gewichtsverlagerungen und dergleichen gewährleisten. Der erstbehandelnde Arzt Dr. 

C.___ diagnostizierte am 15. Oktober 2019 eine Distorsion der linken Schulter beim 

Trimmen von hohem Gras (Suva-act. 9). Gerade Distorsionen zeichnen sich durch 

unterschiedliche Schweregrade aus und können auch nach einem geringfügigen 

Trauma auftreten (Alfred M. Debrunner, Orthopädische Chirurgie, 4. Aufl. 2002, S. 

1097; vgl. dazu auch Urteil des EVG vom 30. August 2001, U 277/99). Damit ist 

allgemein gesagt, dass eine Distorsion nicht in jedem Fall einem Unfall mit 

unphysiologischer, programmwidriger Beanspruchung eines Körperteils im Sinne eines 

ungewöhnlichen äusseren Faktors entspricht. Beim Beschwerdeführer ist allerdings ein 

Faktor hinzugetreten, der davon ausgehen lässt, dass sein linkes Schultergelenk bei 

der Betätigung mit der Motorsense übermässig beansprucht wurde. Er spürte einen 

stechenden Schmerz nicht bereits beim zweimaligen gewöhnlichen Ziehen der 

4.3.1. 

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5.  

Motorsense, sondern erst beim dritten Versuch, die Motorsense von dem noch nicht 

abgemähten Gras, das sich im Sternaufsatz verwickelt hatte, freizubekommen. Um 

eine grösstmögliche Kraft zu erzielen, vollzog er dabei mit seiner linken Hüfte und 

linken Schulter eine Drehbewegung, worin - wie gesagt - noch keine besonderen 

Vorkommnisse zu sehen sind. Vergleichbar mit einem Anstossen oder Sturz entstand 

jedoch in der Rückwärtsbewegung durch die unbestrittenermassen zum Einsatz 

gelangende "Wucht" bzw. den vom Beschwerdeführer genommenen "Anlauf" und den 

gleichzeitigen Widerstand durch das im Sternaufsatz festsitzende Gras - wie in der 

Einsprache vom 21. Januar 2020 beschrieben (Suva-act. 31) - ein plötzlicher Abbau der 

Energie im Bereich des Schultergelenks. Dadurch kam es zu einer unkontrollierbaren 

Zugkraft auf das linke Schultergelenk und es ist nachvollziehbar, dass insgesamt, also 

in Kombination mit der abgedrehten Schulter, aussergewöhnlich ungünstige Kräfte auf 

das Schultergelenk einwirkten, welche selbst im Rahmen einer landwirtschaftlichen 

Betätigung nicht mehr als üblich und gewohnt betrachtet werden können. Demgemäss 

kann von einem programmwidrigen Überschreiten der physiologischen 

Belastungsgrenze ausgegangen werden.

Anzufügen ist, dass die Bejahung eines Unfalls im Sinne von Art. 4 ATSG 

allgemein nicht von der Schwere der dabei erlittenen Verletzung abhängig gemacht 

werden darf. Wird der natürliche Ablauf durch ein besonderes Vorkommnis, d.h. eine 

Programmwidrigkeit gestört, ist für die Annahme eines Unfalls im Sinne von Art. 4 

ATSG lediglich gefordert, dass das Vorkommnis schädigend auf den Körper der 

versicherten Person eingewirkt und dadurch eine kausale Beeinträchtigung ihrer 

Gesundheit zur Folge gehabt hat. Genauso wie es für die Prüfung der 

Ungewöhnlichkeit ohne Belang ist, dass der äussere Faktor allenfalls schwerwiegende, 

unerwartete Folgen nach sich gezogen hat, kann nicht entscheidend sein, dass die 

Folgen nur leicht ausgefallen sind.

4.3.2. 

Nach dem Gesagten kann mit dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer am 11. 

Juli 2019 ein Ereignis erlitten hat, welches die Voraussetzungen des Unfallbegriffs 

gemäss Art. 4 ATSG erfüllt.

4.4. 

Der Umstand allein, dass bestimmte Ereignisse, wie eine Überdehnung des 

Schultergelenks, potentiell geeignet wären, körperliche Verletzungen herbeizuführen, 

bedeutet jedoch nicht, dass zwingend für alle Beschwerden im Bereich eines vom 

konkreten Unfall betroffenen Körperteils dieser Unfall verantwortlich sein muss und 

5.1. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 13/24

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damit auch natürlich kausale Unfallfolgen vorliegen (Art. 6 Abs. 1 UVG). Mit dem 

alleinigen Vorliegen eines Gesundheitsschadens ist demnach nicht in jedem Fall auch 

mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit dessen Unfallkausalität 

ausgewiesen (vgl. dazu Erwägung 2.2). Auch bei einem Unfall ist entscheidend, welche 

Verletzungen die betroffene Person tatsächlich erlitten hat. Im konkreten Fall ist streitig 

und zu prüfen, ob es beim Unfall vom 11. Juli 2019 zu einer Schädigung des linken 

Schultergelenks gekommen ist bzw. ob die von Dr. D.___ am 15. Januar 2020 operativ 

behandelten Schultergelenksläsionen links (act. G 3.1) durch den Unfall vom 11. Juli 

2019 verursacht worden sind.

Kreisarzt Dr. F.___ nimmt nur in seiner ärztlichen Beurteilung vom 11. August 2020 

(act. G 7.1) explizit zu Fragen der natürlichen Kausalität zwischen den 

Körperschädigungen im Bereich des linken Schultergelenks und dem Ereignis vom 11. 

Juli 2019 Stellung. In seinen Beurteilungen vom 20. Dezember 2019 (Suva-act. 12), 16. 

Januar 2020 (Suva-act. 24) und 11. Mai 2020 (act. G 3.3) äussert er sich 

demgegenüber zum Vorliegen einer unfallähnlichen Körperschädigung im Sinne von 

Art. 6 Abs. 2 lit. f UVG (Sehnenrisse). Wie bereits erwähnt (vgl. Erwägung 2.3), 

beschlägt jedoch der Gegenbeweis der vorwiegend abnützungs- und 

krankheitsbedingten Verursachung ebenfalls den natürlichen Kausalzusammenhang. 

Vor diesem Hintergrund kann den vorgenannten Beurteilungen von Dr. F.___ ebenfalls 

Beweiskraft für die Frage der Unfallkausalität der Schultergelenksproblematik links 

zukommen. Ist die Leistungspflicht des Unfallversicherers für unfallkausale 

Gesundheitsschäden zu prüfen, ist jedoch zu beachten, dass es bereits genügt, dass 

das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen, insbesondere auch 

degenerativen oder krankheitsbedingten Ursachen, die körperliche oder geistige 

Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat (Teilkausalität), der Unfall mit 

anderen Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene 

gesundheitliche Störung entfiele (vgl. KOSS UVG-Nabold, N 52 zu Art. 6; BSK UVG-

Hofer, N 65 zu Art. 6; BGE 129 V 181 E. 3.1, 117 V 376 E. 3a; SVR 2007 UV Nr. 28 S. 

94, U 413/05, E. 4.1). Betreffend Teilursächlichkeit wurde weder vom höchsten Gericht 

noch vom Gesetzgeber ein Mindestsatz bestimmt. Auch in Art. 36 Abs. 1 UVG wird von 

einer solchen Regelung abgesehen. Der Unfallversicherer ist also nur dann nicht 

leistungspflichtig, wenn der Gesundheitsschaden ausschliesslich auf unfallfremden 

Ursachen beruht. Im Folgenden ist zu prüfen, ob anhand der vorhandenen 

medizinischen Akten in Bezug auf das zuvor Gesagte ein überwiegend 

wahrscheinlicher Sachverhalt festgelegt werden kann.

5.2. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 14/24

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Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die 

urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, 

sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig 

davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die 

verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs 

gestatten. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der 

Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, 

auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der 

Anamnese abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen 

Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und 

ob die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind (BGE 125 V 351, E. 3a mit 

Hinweis). Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich weder die Herkunft 

eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 

gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 

351, E. 3a mit Hinweis 122 V 157). Die Beschwerdegegnerin stützt sich in 

medizinischer Hinsicht bei ihrer Leistungsablehnung für die beim Beschwerdeführer 

nach dem Unfall vom 11. Juli 2019 aufgetretene Schulterproblematik links 

insbesondere auf die in Erwägung 5.2 angeführten Beurteilungen von Dr. F.___ (Suva-

act. 12, 24, act. G 3.3, G 7.1). Den Berichten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen 

kann rechtsprechungsgemäss Beweiswert beigemessen werden. Auf deren Ergebnis 

kann jedoch nicht abgestellt werden, wenn auch nur geringe Zweifel an ihrer 

Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit bestehen (BGE 139 V 225 E. 5.2, 135 V 470 E. 4.4 mit 

Hinweis; Urteil des Bundesgerichts vom 16. September 2014, 8C_385/2014, E. 4.2.2; 

SVR 2018 IV, Nr. 4, S. 12, E. 3.2). Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass auch reine 

Beurteilungen aufgrund der Akten, wie sie vorliegend von Dr. F.___ vorgenommen 

wurden (Suva-act. 12, 24, act. G 3.3, G 7.1), beweiskräftig sein können, sofern ein 

lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die fachärztliche 

Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht, mithin die 

direkte ärztliche Befassung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt (Urteil 

des Bundesgerichts vom 18. Juni 2014, 9C_196/2014, E. 5.1.1). Den Beurteilungen von 

Dr. F.___ vom 16. Januar 2020 (Suva-act. 24), 11. Mai 2020 (act. G 3.3) und 11. August 

2020 (act. G 7.1) ist zu entnehmen, dass diese in Kenntnis der Vorakten vorgenommen 

wurden. So führte Dr. F.___ den jeweiligen aktualisierten "aktenmässigen Verlauf" 

lückenlos auf. Sie enthalten sodann ausführliche Erwägungen zur Kausalitätsfrage der 

Gesundheitsschäden im linken Schultergelenk bzw. dazu, weshalb Dr. Köster 

bezüglich der Gesundheitsschäden im linken Schultergelenk mit dem Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit von degenerativen Gesundheitsschäden ausgeht. 

5.3. 

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6.  

Ob letztlich auf die Beurteilungen von Dr. F.___ abgestellt werden kann, ist im Rahmen 

der nachfolgenden materiell-rechtlichen Beurteilung bzw. Beweiswürdigung zu prüfen.

Für die Annahme unfallkausaler somatischer Restfolgen wird im Regelfall eine 

strukturelle Läsion oder eine schlecht verheilte strukturelle Läsion als objektivierbares 

Korrelat verlangt. Objektivierbar sind Ergebnisse, die reproduzierbar und von der 

Person des Untersuchenden und den Angaben des Patienten oder der Patientin 

unabhängig sind. Folglich kann von objektiv ausgewiesenen organisch-strukturellen 

Unfallfolgen dann gesprochen werden, wenn die erhobenen Befunde mit - 

wissenschaftlich anerkannten - apparativen/bildgebenden Abklärungen (wie Röntgen, 

MRT, CT, Arthroskopie) bestätigt werden (vgl. BGE 134 V 121 E. 9, 134 V 232 E. 5.1 

mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts vom 28. Oktober 2009, 8C_216/2009, E. 2; 

SVR 2007 UV Nr. 25 S. 81 E. 5.4 mit Hinweisen [U479/05]).

6.1. 

In der am 30. Oktober 2019 in der Netzwerk Radiologie durchgeführten MR-

Arthrographie des linken Schultergelenks zeigte sich laut dem von den untersuchenden 

Ärzten gleichentags erstellten Untersuchungsbericht und dem Korrekturnachtrag vom 

31. Oktober 2019 eine ausgedehnte Rim-Rent-Läsion der Supraspinatussehne ohne 

Nachweis einer höhergradigen Dehiszenz, eine Tendinopathie der Subscapularissehne 

am Ansatz mit möglicher Einreissung, eine concomitante Bursitis subcoracoidea, eine 

Bizepssehnen-Tendinopathie der proximalen langen Bicepssehne, wie sie in Begleitung 

von Supraspinatussehnenläsionen immer wieder vorkomme, eine geringgradige 

glenohumerale Arthrose sowie superoanterior eine breite Auffüllung mit Kontrastmittel 

abterior bis in den Bereich des ödematös aufgequollenen Bicepsankers, bei der 

differentialdiagnostisch eine ausgedehnte Variante des Weitbrecht-Foramens bis in den 

Recessus sublabralis zwar möglich sei, andererseits eine SLAP-Läsion mit Einriss des 

Labrums durchaus infrage komme (Suva-act. 4). Dr. D.___ entnahm im 

Untersuchungsbericht vom 19. November 2019 dem MR-Arthrographie-

Untersuchungsbericht eine Läsion der Supraspinatussehne mit Sehnenrest am 

Tuberculum majus, keine Retraktion, keine Muskelatrophie, einen hochgradigen 

Verdacht auf eine SLAP-Läsion mit zusätzlicher Tendinopathie der langen Bicepssehne 

und stellte die Diagnose Supraspinatussehnenläsion und hochgradiger Verdacht auf 

eine SLAP-Läsion Schulter links (Suva-act. 3). Am 15. Januar 2020 führte Dr. D.___ 

beim Beschwerdeführer eine diagnostische und therapeutische Arthroskopie des linken 

Schultergelenks durch. Laut Operationsbericht vom 17. Januar 2020 diagnostizierte er 

eine SLAP-Läsion II und eine Supraspinatussehnenruptur Schulter links und nahm eine 

Supraspinatussehnennaht (Speed-Fix) und eine subpectorale Tenodese der langen 

6.2. 

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Bicepssehne vor. Unter der Rubrik "Technisches Vorgehen" hielt Dr. D.___ eine 

ausgeprägte Synovitis im gesamten Gelenk fest. Der Knorpelbelag am Glenoid sei 

etwas aufgeraut. Der Humeruskopf und das Glenoid seien auffällig. Im Bereich des 

Bicepsankers sei die Sehne leicht gerötet. Diese lasse sich mitsamt dem anterioren, 

vor allem aber dorsosuperioren Labrum, abheben. Die lange Bicepssehne zeige 

interartikulär im Verlauf leichte degenerative Veränderungen. Es werde eine Tenotomie 

entschieden. Die Subscapularissehne sei intakt, doch zeige sich eine Läsion im 

Supraspinatus im anterioren Bereich. Der dorsale Supraspinatus, Infraspinatus und 

Teres minor seien intakt (act. G3.1).

Als unfallkausale Gesundheitsschäden stehen die in der MR-Arthrographie sowie 

intraoperativ erhobene Supraspinatussehnenläsion und die von Dr. D.___ im 

Operationsbericht diagnostizierte SLAP-Läsion II zur Diskussion. Dr. F.___ verneint in 

seiner Beurteilung vom 16. Januar 2020 (Suva-act. 24) eine traumatische 

Supraspinatussehnenläsion und geht (nur) von einer degenerativ bedingten 

Zusammenhangstrennung infolge einer den Ansatzbereich der Rotatorenmanschette 

betreffenden Tendinopathie oder Enthesiopathie aus. In seiner Beurteilung vom 11. Mai 

2020 (act. G 3.3) verneint er sodann eine SLAP-Läsion II und sieht lediglich ein 

Abheben der Bicepssehne bei leichter Rötung im Bereich des Bicepsankers mitsamt 

dem anterioren, vor allem dorso-superioren Labrum, im Sinne einer leichten 

degenerativen Veränderung. Der Beschwerdeführer vertritt demgegenüber in der 

Beschwerde vom 20. April 2020 den Standpunkt, er habe beim Unfall vom 11. Juli 

2019 eine Supraspinatussehnen- und SLAP II-Läsion erlitten (act. G 1).

6.3. 

Allgemein ist vorwegzunehmen, dass die Ausdrücke "Läsion" (= Verletzung oder 

Störung der Funktion, Schaden) und "Ruptur" (= Zerreissung) nicht automatisch auf 

eine Unfallkausalität hindeuten (vgl. dazu Debrunner, a.a.O., S. 412, 628, 722, 724 f., 

728 f., 732, 975; Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, 267. Aufl. 2017, S. 250, 1576, 

1646; Roche Lexikon, Medizin, 5. Aufl. 2003, S. 1681). In Bezug auf die 

Rotatorenmanschette und insbesondere deren Supraspinatus- und 

Subscapularissehne gilt es zu beachten, dass diese zur Degeneration neigen. Die 

Rotatorenmanschette kann allerdings auch als Folge eines Traumas ein- oder 

abreissen (vgl. dazu Debrunner, a.a.O., S. 628, 724 f., 728 ff; Roche Lexikon, Medizin, 

5. Aufl. 2003, S. 1681; Pschyrembel, a.a.O., S. 1576, 1646). Ebenso kann eine SLAP-

Läsion Folge eines vorangegangenen Traumas (insbesondere einer Luxation) sein. Sie 

wird jedoch in der medizinischen Literatur ebenfalls als degenerativer 

Gesundheitsschaden beschrieben (Debrunner, a.a.O., S. 722, 732, vgl. auch S. 975). 

Eine Tendinopathie, wie sie in der MR-Arthrographie bei der Bicepssehne erhoben 

6.4. 

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wurde, stellt demgegenüber eine Entzündung der Sehne in Ansatznähe und damit 

grundsätzlich ein krankheitsbedingtes Leiden bzw. eine degenerative Veränderung dar, 

die - im Gegensatz zu einer Rotatorenmanschetten- und SLAP-Läsion - als 

unfallkausaler Gesundheitsschaden höchstens sekundär, d.h. als (Spät-)Folge einer 

primären Verletzung, beispielsweise einer Fraktur oder Ruptur, auftreten kann (vgl. 

Debrunner, a.a.O., S. 1107; Pschyrembel, a.a.O., S. 1782; Roche Lexikon, a.a.O., S. 

1808). Zumindest partielle Sehnenrisse bzw. Teilrupturen lassen sich in der Regel 

klinisch nicht von sekundären entzündlichen Reaktionen wie einer Tendinopathie 

unterscheiden. Intraoperativ oder durch Kontrastmitteldarstellung in einer MR-

Arthrographie (vgl. dazu Debrunner, a.a.O., S. 217; Pschyrembel, a.a.O., S. 152; Roche 

Lexikon, a.a.O., S. 133) können sie indessen in der Regel medizinisch eindeutig 

festgestellt werden (vgl. dazu BGE 114 V 298; Urteil des EVG vom 29. August 2000, U 

441/99, E. 4 mit Hinweisen). Schliesslich ist anzufügen, dass eine unterschiedliche 

Befundsituation von MRI und Arthroskopie damit erklärt werden kann, dass die 

Arthroskopie gegenüber dem MRI durch den direkten Einblick in die intraartikulären 

Strukturen in vielen Fällen eine nochmals feinere diagnostische Differenzierung zulässt 

(Pschyrembel, a.a.O., S. 153 f.; Debrunner, a.a.O., S. 247 f., 725 f.).

In Bezug auf die von Dr. F.___ im vorliegenden Fall als objektiviert betrachteten 

Gesundheitsschäden ist zunächst festzuhalten, dass die Ärzte der Netzwerk Radiologie 

lediglich in Bezug auf die Subscapularissehne eine Tendinopathie feststellten, 

hinsichtlich der Supraspinatussehne jedoch eine ausgedehnte Rim-Rent-Läsion 

nannten (Suva-act. 4). Im Operationsbericht wurde sodann ebenfalls eine 

Supraspinatussehnenruptur diagnostiziert, die Läsion wurde als u-förmig beschrieben 

und es wurde entsprechend eine Refixation mit dem Speed-Fix-Verfahren durchgeführt 

(act. G 3.1). Vor diesem Hintergrund ist nicht nachvollziehbar, inwiefern Dr. F.___ eine 

Sehnenruptur als nicht objektiviert betrachtet und nur von einer Tendinopathie ausgeht. 

Eine Supraspinatussehnenruptur ist hinreichend nachgewiesen. Dr. F.___ erwähnt in 

der Beurteilung vom 16. Januar 2020 (Suva-act. 24) im Weiteren eine ansatznahe 

Partialruptur bzw. knöcherne Signalstörung im Ansatzbereich der Subscapularissehne. 

Diese zeigte sich jedoch in der Arthroskopie anders als in der zehn Wochen zuvor 

durchgeführten MR-Arthrographie als intakt (act. G 3.1). In seiner Beurteilung vom 11. 

Mai 2020 (act. G 3.3) hält Dr. F.___ sodann zutreffend fest, dass Dr. D.___ im 

Operationsbericht eine SLAP II-Läsion diagnostiziert habe (act. G 3.1), und erklärt in 

Übereinstimmung mit der medizinischen Literatur, dass man unter einem Typ II den 

kompletten Abriss des Labrum-Bicepssehnen-Komplexes vom superioren Glenoid 

nach cranial verstehe (vgl. Debrunner, a.a.O., S. 732; https://schulterinfo.de/

slap_laesionen.html; https://flexikon. doccheck.com/de/SLAP-L%C3%A4sion; https: // 

6.5. 

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www. dr-gross.de/ schulterzentrum-saar/ slap-laesion-schulter.html, alle abgerufen am 

27. November 2020). Er bemerkt andererseits ebenfalls korrekt, dass im 

Operationsbericht unter der Rubrik "Technisches Vorgehen" kein Abriss des Labrum-

Bicepssehnen-Komplexes beschrieben wird, sondern - wie bereits erwähnt - ein 

Abheben der Sehne bei leichter Rötung im Bereich des Bicepsankers mitsamt dem 

anterioren, vor allem dorso-superioren Labrum. Auch die lange Bicepssehne im 

intraartikulären Verlauf wird mit leichten degenerativen Veränderungen beschrieben. 

Dass Dr. F.___ angesichts des Gesagten eine SLAP II-Läsion nicht als gegeben 

betrachtet, ist nachvollziehbar und schlüssig. Zusammenfassend ist zu sagen, dass im 

konkreten Fall als durch den Unfall verursachte neue, strukturelle 

Gesundheitsschädigung nur noch die Supraspinatussehnenruptur in Betracht kommt. 

Nachfolgend ist mithin zu prüfen, von welcher Kausalitätsvariante - traumatisch oder 

degenerativ - in Bezug auf die Supraspinatussehnenruptur überwiegend wahrscheinlich 

auszugehen ist.

Dr. F.___ verneint zunächst eine traumatische Supraspinatussehnenveränderung in 

den Beurteilungen vom 16. Januar und 11. August 2020 (Suva-act. 24, act. G 7.1), 

indem er auf die in der MR-Arthrographie festgestellte Kontinuitätsunterbrechung der 

ansatznahen humeralseitigen Supraspinatussehne und die gelenkseitig ansatznahe 

Signalstörung der Subscapularissehne hinweist und festhält, diese müssten als 

Ausdruck einer degenerativ bedingten Zusammenhangstrennung infolge einer den 

Ansatzbereich der Rotatorenmanschette betreffenden Tendinopathie oder 

Enthesiopathie bezeichnet werden. In seiner Begründung lehnt sich Dr. F.___ 

offensichtlich an die grundsätzlich schlüssige Argumentation an, dass in die 

Beurteilung einer Unfallkausalität die Gesamtsituation eines Gelenks einzubeziehen sei. 

So ist es verständlich, dass bei Vorliegen umfassender degenerativer 

Gesundheitsschäden im Bereich eines Körperteils die Herauslösung eines einzigen 

Gesundheitsschadens und dessen Betrachtung als unabhängigen, traumatisch 

bedingten Gesundheitsschaden ohne konkreten Grund kein nachvollziehbares 

Ergebnis darstellt. Zumindest ist es nicht wahrscheinlicher als eine durch Degeneration 

begünstigte Entwicklung. Seine Feststellung vermag jedoch insofern nicht zu 

überzeugen und als Begründung für eine degenerative Genese zu genügen, als - wie in 

Erwägung 6.4 f. dargelegt - eine Supraspinatussehnenruptur als nachgewiesen gilt und 

eine Tendinopathie einzig in der MR-Arthrographie in Bezug auf die 

Subscapularissehne erhoben wurde, in der Arthroskopie jedoch gar nicht mehr 

gesehen werden konnte. Von der kreisärztlichen Einschätzung bleibt damit nur noch 

die unbegründete Feststellung übrig, dass bei der ansatznahen humeralseitigen 

Supraspinatussehne eine Kontinuitätsunterbrechung festgestellt worden sei, welche 

6.6. 

https://www.dr-gross.de/schulterzentrum-saar/

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auf eine degenerative Genese hinweise. Schliesslich ist festzustellen, dass sich sowohl 

in der MR-Arthrographie vom 30. Oktober 2019 (Suva-act. 4) als auch in der 

diagnostischen Arthroskopie vom 15. Januar 2020 (act. G 3.1) nur leichte 

Degenerationen erheben liessen (Suva-act. 4: geringgradiger Osteophyt im 

glenohumeralen Gelenk, geringgradige glenohumerale Arthrose; act. G 3.1: leichte 

degenerative Veränderungen der langen Bicepssehne, etwas aufgerauter Knorpelbelag 

am Glenoid) und sich in der MR-Arthrographie insbesondere der Supraspinatusmuskel 

eutroph und ohne Verfettung (Goutallier Grad 0/Thomazeau 0) zeigte (Suva-act. 4). 

Leichte Degenerationen kommen laut medizinischer Literatur ab einem gewissen Alter 

(etwa ab 40 Jahren) häufig vor und sollten daher ohnehin nicht mehr berücksichtigt 

werden, um eine degenerative von einer traumatischen Läsion zu unterscheiden (vgl. 

Debrunner, a.a.O., S. 586; https://medicalforum.ch/article/doi/smf.2019.03247, 

abgerufen am 27. November 2020). Die Herauslösung der Supraspinatussehnenruptur 

von den degenerativen Veränderungen und deren Betrachtung als unabhängigen, 

traumatisch bedingten Gesundheitsschaden würde damit kein Ergebnis darstellen, 

welches nicht als nachvollziehbar betrachtet werden könnte.

Dr. F.___ sieht jedoch in seiner Beurteilung vom 11. August 2020 (act. G 7.1) aus 

der Aktenlage noch andere Indizien, welche für eine verschleissbedingte Ursache der 

Rotatorenmanschette sprechen.

6.7. 

Erkenntnisse für seine Kausalitätsbeurteilung entnimmt er insbesondere der Art 

und Weise der echtzeitlich aufgetretenen Beschwerden sowie dem zeitlichen Ablauf. 

Grundsätzlich ist nicht zu bezweifeln, dass eine bestimmte Verletzung in der Regel mit 

typischen klinischen Befunden bzw. mit verletzungsspezifischen Symptomen 

einhergeht und insofern die klinischen Befunde des konkreten Falls von Bedeutung 

sind. Entsprechend ist das zeitliche Zusammentreffen von verletzungsspezifischen 

Symptomen mit einem Unfall grundsätzlich als Indiz für eine Unfallkausalität zu werten. 

Laut Dr. F.___ spricht der klinische Erstbefund vom 25. Oktober 2019 mit lediglich 

eingeschränkter Abduktion und Flexion eher für eine verschleissbedingte 

Rotatorenmanschette, da bei einer traumatisch verursachten Schädigung der 

Rotatorenmanschette medizinisch eher ein Kraft- und Funktionsverlust im linken 

Schultergelenk im Sinne einer Pseudoparalyse bzw. eines Drop-Armzeichens zu 

erwarten gewesen wäre (act. G 7.1). Der medizinischen Literatur ist zwar zu 

entnehmen, dass ein typisches Symptom einer Läsion der Supraspinatussehne die 

Pseudoparalyse ist, bei welcher der Arm nicht mehr aktiv über die Horizontale gehoben 

werden kann, doch wird die Pseudoparalyse nicht nur auf die traumatische Supra­

spinatussehneläsion beschränkt (Debrunner, a.a.O., S. 728; Pschyrembel, a.a.O., S. 

6.7.1. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 20/24

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1576). Der Beschwerdeführer begab sich - entgegen der Feststellung von Dr. F.___ - 

erstmals am 15. Oktober 2019 bei seinem Hausarzt Dr. C.___ in ärztliche Behandlung. 

Dessen Arztzeugnis UVG vom 9. Dezember 2019 sind hinsichtlich der 

Beschwerdesymptomatik die subjektive Schmerzangabe des Beschwerdeführers - er 

habe seit dem Ereignis in seinem Garten persistierende Schmerzen in der linken 

Schulter -, die Feststellung von Dr. C.___ - der Schmerz werde im Bereich des Delta-

Muskels wahrgenommen - und der klinische Befund - das Schulterrelief sei äusserlich 

unauffällig - zu entnehmen. Ein konkreter Befund entsprechend einer Pseudoparalyse 

ist im Arztzeugnis UVG nicht zu finden (Suva-act. 9). Dieser Umstand allein erscheint 

jedoch insofern nicht relevant, als die Befundangaben im Arztzeugnis UVG generell 

wenig aussagekräftig und unspezifisch erscheinen. So ist nicht ersichtlich, welche 

klinischen Untersuchungen und Tests Dr. C.___ zur Diagnostik des linken 

Schultergelenks, insbesondere hinsichtlich dessen Beweglichkeit, durchgeführt hat. 

Am 25. Oktober 2019 wurde der Beschwerdeführer sodann durch Dr. D.___ untersucht. 

Dieser erhob folgenden Status: "Äusserlich unauffälliges Schulterrelief, negativer 

Yergason Test, Aussenrotation von 40° (Gegenseite 60°), Kraft M 5 aber leicht 

schmerzhaft, Innenrotation zum lumbosakralen Übergang (Gegenseite LWS) mit 

negativem Lift off Test aber angedeutet positivem Bear Hug und Belly press Test, keine 

Krepitation am Codman Punkt, Abduktion und Flexion endgradig leicht eingeschränkt, 

Jobe Test unauffällig, angedeutet positiver Supraspinatusstarter Test. Yokum, 

Impingement, Cross body und Palm up Test stark positiv, AC-Gelenk und Sulcus 

bicipitalis druckindolent" (Suva-act. 2). Die dargelegten Befunde wiesen teilweise 

eindeutig auf eine Rotatorenmanschettenläsion hin, waren zum Teil aber auch 

unauffällig. Dies obwohl die nachfolgende MR-Arthrographie vom 30. Oktober 2019 

eine ausgedehnte Rim-Rent-Läsion der Supraspinatussehne ergab (Suva-act. 4). Die 

eingeschränkte Aussenrotation weist zudem auf eine Pseudoparalyse hin. Angesichts 

der dargelegten Sachlage, ist es in Bezug auf den konkreten Fall fraglich, ob sich aus 

den klinischen Befunden überzeugende Hinweise für oder gegen eine Unfallkausalität 

ableiten lassen. Der Beschwerdeführer begab sich nach dem Unfall, wie bereits 

erwähnt, erstmals am 15. Oktober 2019 in ärztliche Behandlung (Suva-act. 9). Eine 

Latenzzeit von rund drei Monaten bis zu einer ärztlichen Erstbehandlung ist an sich 

lang und spricht grundsätzlich in Übereinstimmung mit Dr. F.___ gegen eine 

traumatische Rotatorenmanschettenproblematik. Der Beschwerdeführer rechtfertigt 

jedoch den zeitlichen Ablauf in der Beschwerde vom 20. April 2020 (act. G 1) damit, 

dass er zuerst versucht habe, eine Heilung mit regelmässigem Auftragen von Voltaren, 

später mit einer Pferdesalbe, zu erzielen. Er habe während dieser Zeit die vielen 

Geschäftsaufträge erledigen und auch unterrichten können. Am besten sei es gewesen, 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 21/24

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den linken Arm hängen zu lassen. Die Schmerzen seien vor allem in der Nacht 

aufgetreten. Da leider keine Linderung eingetreten sei, habe er den Hausarzt 

aufgesucht. Besteht eine Beschwerdesymptomatik nach einem Unfall hauptsächlich 

aus bewegungsabhängigen Schmerzen und zeigt sich der betroffene Körperteil wie im 

vorliegenden Fall unauffällig (vgl. Suva-act. 2, 9), erscheint es durchaus plausibel, wenn 

eine versicherte Person nicht unverzüglich einen Arzt konsultiert und zunächst 

abwartend auf Selbstheilung durch Eigenbehandlung hofft. Die Beschreibung, dass die 

Situation bei hängendem Arm am besten gewesen sei, deckt sich im Übrigen mit den 

Angaben in der medizinischen Literatur (Debrunner, a.a.O., S. 727) und macht 

erkennbar, dass sich der Beschwerdeführer zunächst bestmöglichst an die 

Schmerzsituation angepasst hatte. In Bezug auf den konkreten Fall ist ausserdem zu 

berücksichtigen, dass seit dem Unfall vom 11. Juli 2019 bis zur Operation der 

Suprapsinatussehnenläsion sogar sechs Monate vergangen waren, innerhalb derer der 

Beschwerdeführer ebenfalls mit seinen Schmerzen und seiner 

Bewegungseinschränkung zurechtkommen musste und vor allem ohne 

Arbeitsunfähigkeit immer seiner Arbeit nachzugehen vermochte. Er übt eine 

Konstrukteurs- und Bürotätigkeit als Ingenieur aus (Suva-act. 1, 2, 11), bei welcher das 

Anheben der Arme über die Horizontale nicht zwingend oder jedenfalls nicht häufig 

erforderlich ist. Zudem ist der Beschwerdeführer Rechtshänder (Suva-act. 2), 

geschädigt war hingegen die linke Schulter. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass 

sich aus dem Beschwerdeablauf bzw. dem gesamten zeitlichen Ablauf im konkreten 

Fall ebenfalls keine überzeugenden Anhaltspunkte für eine traumatische oder eine 

degenerative Supraspinatussehnenläsion ergeben.

Auch aufgrund der epidemiologischen Betrachtung von Dr. F.___ in der 

Beurteilung vom 16. Januar 2020 (Suva-act. 24) drängt sich ein rein degenerativer 

Prozess ohne unfallbedingten Ursachenbeitrag (im Zeitpunkt des Unfalls war der 

Beschwerdeführer 63 Jahre alt) nicht unbedingt auf. In der medizinischen Literatur 

sowie in medizinischen Fachartikeln finden sich Erhebungsergebnisse, welche keine 

derart hohe Häufigkeit des Auftretens von degenerativ bedingten 

Rotatorenmanschettendefekten wiedergeben, dass von einer degenerativ bedingten 

Rotatorenmanschettenläsion auszugehen wäre. Abgesehen davon ist das 

Alterskriterium ein allgemeines Beurteilungskriterium statistischer Natur und 

berücksichtigt - abgesehen vom Alter der konkreten Person - die Aspekte des 

Einzelfalls wie initiale Beschwerdesymptomatik, Diagnosen, Befunde und radiologische 

Untersuchungsergebnisse sowie zeitlicher Ablauf nicht. Sprechen diese für eine 

traumatische Genese, kann im Einzelfall durchaus auch bei einem älteren Menschen 

6.7.2. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 22/24

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auf eine traumatische Läsion geschlossen werden. Wie in den Erwägungen 6.6 und 

6.7.1 dargelegt, schliessen die einzelfallbezogenen Beurteilungskriterien eine 

traumatische Ätiologie der Supraspinatussehnenruptur nicht überwiegend 

wahrscheinlich aus. Schliesslich ist zu ergänzen, dass die Erkrankung 

nachvollziehbarerweise meist den dominanten Arm trifft. Beim rechtsdominanten 

Beschwerdeführer liegt jedoch eine linksseitige Supraspinatussehnenläsion vor (vgl. zu 

allem Pschyrembel, a.a.O., S. 1576; https://medicalforum.ch/ article/doi/smf.

2019.03247, https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/033-041l_S2e_ 

Rotatorenmanschette_2017-04_02.pdf; abgerufen am 27. November 2020).

 6.8. 

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass an der Zuverlässigkeit der 

Beurteilungen von Dr. F.___ (Suva-act. 24, act. G 3.3, G 7.1), wonach die am 15. 

Januar 2020 arthroskopisch behandelte Supraspinatussehnenruptur links (act. G 3.1) 

mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ausschliesslich einen degenerativ-

verschleissbedingten Vorzustand darstelle (vgl. act. G 7.1), zumindest Zweifel 

bestehen, weil gestützt auf die von ihm thematisierten, an sich massgebenden 

Beurteilungskriterien, in Bezug auf den konkreten Fall eine traumatische Ätiologie nicht 

mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden 

kann. Eine andere ärztliche Kausalitätsbeurteilung liegt nicht vor. Dem Gericht ist es 

jedoch allein gestützt auf die Aktenbeurteilungen von Dr. F.___ nicht möglich, mit dem 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu beurteilen, ob bei der 

Arthroskopie vom 15. Januar 2020 eine traumatische Verletzung oder ein degenerativer 

Vorzustand behandelt worden ist. Angesichts des Gesagten wäre die 

Beschwerdegegnerin gestützt auf den Untersuchungsgrundsatz (Art. 43 Abs. 1 ATSG) 

zur Einholung einer nicht vorbefassten Begutachtung verpflichtet gewesen (BGE 135 V 

470 E. 4.4). Nachdem - wie gesagt - bereits geringe Zweifel an der Schlüssigkeit der 

Feststellungen versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte ergänzende Abklärungen 

erforderlich machen, wird sie solche nachzuholen haben. Die Angelegenheit ist mithin 

zur Veranlassung einer solchen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

6.8.1. 

Dazu bleibt, wenn auch nur im Rahmen eines obiter dictum zu ergänzen, dass - 

sofern die weiteren Abklärungen ergeben sollten, dass es sich bei der 

Supraspinatussehnenruptur nicht um eine beim Unfall vom 11. Juli 2019 erlittene neue, 

strukturelle Verletzung, sondern um einen degenerativen Vorzustand gehandelt hat - 

eine vorübergehende oder richtunggebende Verschlimmerung des Vorzustandes in 

Betracht kommt (vgl. Erwägung 2.4). So erwähnt Dr. F.___ in seiner Beurteilung vom 

6.8.2. 

https://medicalforum.ch/

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 23/24

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7.  

Entscheid

11. August 2020, das Ereignis vom 11. Juli 2019 habe (lediglich) zu einem 

Symptomatischwerden eines verschleissbedingten Vorzustandes ohne strukturelle 

Verletzung geführt (act. G 7.1). In diesem Fall hätte die Beschwerdegegnerin 

Leistungen für das unmittelbar im Zusammenhang mit den Unfällen stehende 

Schmerzsyndrom gemäss Art. 36 Abs. 1 UVG zu erbringen. Mit dem Erreichen des 

Status quo sine vel ante würde eine Teilursächlichkeit wieder entfallen (RKUV 1194 Nr. 

U 206 S. 328 f. E. 3b, mit Hinweisen; BSK UVG-Hofer, N 71zu Art. 6; KOSS UVG-

Nabold, N 54 zu Art. 6; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 54; SVR 2020 UV Nr. 31 S. 125, 

8C_816/2009, E. 4.3). Solange der Status quo sin sine vel ante aber noch nicht wieder 

erreicht wäre, hätte die Beschwerdegegnerin gestützt auf Art. 36 Abs. 1 UVG in aller 

Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kostenvergütungen zu 

übernehmen, worunter auch die Heilbehandlungskosten nach Art. 10 UVG fielen. Unter 

Umständen hätte der Beschwerdeführer damit Anspruch auf eine, operative Eingriffe 

miteinschliessende, zweckmässige Behandlung, wenn diese im Gesamtkontext 

gesehen letztlich mit überwiegender Wahrscheinlichkeit der (vorzeitigen) Beseitigung 

der von den Unfällen zumindest mitverursachten Schmerzen dienen würde und nicht 

gesagt werden könnte, die Operation sei auch ohne den durch den Unfall bewirkten 

Beschwerdeschub überwiegend wahrscheinlich im selben Zeitpunkt notwendig 

geworden (Urteile des Bundesgerichts vom 26. Februar 2013, 8C_423/2012, E. 5.3, 

und 24. Juni 2008, 8C_326/2008).

Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung des 

Einspracheentscheids vom 9. April 2020 (Suva-act. 35) teilweise gutzuheissen und die 

Streitsache zu ergänzenden Abklärungen und anschliessend neuer Verfügung an die 

Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

7.1. 

Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Gemäss Art. 61 lit. g 

ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Partei hingegen Anspruch auf Ersatz 

der Parteikosten. Als volles Obsiegen gilt auch die Rückweisung der Sache an die 

Verwaltung zwecks ergänzender Abklärungen (BGE 132 V 215 E. 6.2). Eine 

Parteientschädigung fällt jedoch ausser Betracht, nachdem der Beschwerdeführer 

nicht anwaltlich vertreten ist.

7.2. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 24/24

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im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird der Einspracheentscheid vom 9. April 

2020 aufgehoben und die Streitsache zu ergänzenden medizinischen Abklärungen im 

Sinne der Erwägungen und anschliessend neuer Verfügung an die 

Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2.

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 08.02.2021
	Art. 4 ATSG: Bejahung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors; beim Versuch, in einer Drehbewegung mit der linken Schulter und Hüfte mit Kraftaufwand ("mit voller Wucht" bzw. "mit Anlauf") und Gewichtsverlagerung nach schräg hinten den Grastrimmer bzw. die Motorsäge vom noch nicht abgemähten Gras, das sich im Aufsatz der Motorsense verwickelt hatte, zu lösen, erlitt der Beschwerdeführer einen Zwick in der linken Schulter Art. 6 UVG: Rückweisung zu weiteren medizinischen Abklärungen bezüglich der Unfallkausalität einer Supraspinatussehnenruptur oder bei Vorliegen einer (nur) richtunggebenden oder vorübergehenden Verschlimmerung eines degenerativen Vorzustandes zur Festlegung des Status quo sine vel ante (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 08. Februar 2021, UV 2020/26).

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