# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4787a9e9-a14e-51da-836a-045c0ae2904c
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2004-01-26
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 26.01.2004 ZF 2003 26
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZF-2003-26_2004-01-26.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Tribunale cantonale dei Grigioni
Dretgira chantunala dal Grischun

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 26. Januar 2004 Schriftlich mitgeteilt am: 
ZF 03 26 

Urteil
Zivilkammer

Vorsitz Präsident Brunner
RichterInnen Jegen, Riesen-Bienz, Tomaschett-Murer und Burtscher 
Aktuar Conrad

——————

In der zivilrechtlichen Berufung

der Y . , Beklagte, Berufungsklägerin und Anschlussberufungsbeklagte, vertreten 
durch Rechtsanwalt Dr. iur. Gieri Caviezel, Vazerolgasse 2, 7002 Chur,

gegen

das Urteil des Bezirksgerichts Surselva vom 12. November 2002, mitgeteilt am 01. 
Mai 2003, in Sachen des X.,  Kläger, Berufungsbeklagter und Anschlussberufungs-
kläger, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. et oec. Christian Thöny, Bahnhofs-
trasse 8, 7000 Chur, gegen die Beklagte, Berufungsklägerin und Anschlussberu-
fungsbeklagte, 

betreffend Forderung aus Versicherungsvertrag (Haftpflicht, Schaden, Kausalität, 
Höhe Verdienstausfallschaden und Haushaltsschaden, vorprozessuale Anwalts-

kosten, Schadenszins, Prozesskosten),

hat sich ergeben:

2

A.1. X., geb. 28. August 1939, von Beruf Koch und Hotelfachmann, hatte 
seit 1967 das Bergrestaurant "Ka." im Skigebiet von On. selbständig im Pachtver-
hältnis unter Mithilfe seiner Ehefrau Z. X.-C. geführt. 1977 wurde dieser Restaurati-
onsbetrieb um einen Selbstbedienungsteil erweitert. Zwei Jahre später übernahm 
X. zusätzlich den unweit im gleichen Skigebiet gelegenen, kleineren Restaurations-
betrieb "Wi."; diesen gab er 1988 jedoch wieder auf. Der 1995 um eine Schneebar 
erweiterte Betrieb "Ka." ist während der rund 5 Monate dauernden Wintersaison an 
7 Tagen in der Woche von 09.00-16.30 Uhr geöffnet und bietet Platz für 450 Gäste 
(Bedienungsrestaurant 60, Selbstbedienungsrestaurant 160, Terrasse 230 Plätze). 

2. Am 26. Juni 1995 erlitt X. in On. einen Verkehrsunfall, bei welchem 
eine entgegenkommende Fahrzeuglenkerin den von ihm gelenkten beziehungs-
weise auf einem Ausstellplatz stehenden Personenwagen zuerst frontal links und 
ein zweites Mal seitlich links rammte. Dabei zog sich X. Verletzungen der Halswir-
belsäule (HWS, Beschleunigungstrauma) und Kontusionen am Thorax (links) und 
der Stirn (links) sowie multiple Prellungen zu. Seither leidet er an gesundheitlichen 
Beeinträchtigungen physischer und psychischer Natur, die sich weder durch ärztli-
che Behandlungen noch Kuraufenthalte heilen liessen. Nach dem Unfall führte X. 
vorerst die Pacht des Bergrestaurants "Ka." in den Wintersaisons 1995/96, 1996/97 
und 1997/98 weiter, indessen unter vermehrter Mitarbeit seiner Ehefrau und des 
damals 20-jährigen Sohnes M. A. X..

B. Die Y. als Haftpflichtversicherer der Fahrzeuglenkerin, welche den Un-
fall schuldhaft und widerrechtlich verursacht hatte, anerkannte ihre Haftung für die 
Folgen des Verkehrsunfalls vom 26. Juni 1995. Sie leistete Anzahlungen von je Fr. 
30'000.– im April und September 1997 an den Geschädigten; zudem übernahm sie 
direkt die Kosten der Kuraufenthalte von X. in Abano.

C.1. Die Y. und X. gaben im Sommer 1997 gemeinsam eine medizinische 
Begutachtung von X. beim Neurologen Dr. med. D., Basel, in Auftrag. Das Gutach-
ten vom 14. April 1998 führt aus, es bestehe ein Abknicktrauma der HWS (Bereich 
C 6/7, C 5/6) anlässlich der zweiten Fahrzeugkollision mit Traumatisierung einer 
vorbestehenden Osteochondrose und richtunggebender symptomatischer Ver-
schlimmerung bei praktisch nicht vorhandenen prätraumatischen Beschwerden, 
verbunden mit persistierenden cervicalen und cervico-cephalen Beschwerden, teil-
weise von etwas migräniformer/neuralgoformer Natur, sowie eine milde traumati-
sche Hirnverletzung. Der Endzustand sei erreicht. Mit Ausnahme der vorbestande-
nen Veränderungen im Bereich der HWS, welche vor dem Unfall praktisch keine 

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Beschwerden verursacht hätten, seien die aktuellen Befunde ganz auf den Unfall 
zurückzuführen. Es sei möglich, jedoch sicher nicht überwiegend wahrscheinlich, 
dass die vorbestandenen Veränderungen der HWS beim damals 56-jährigen Pati-
enten zu zunehmenden und rezidivierenden Beschwerden geführt hätten, wobei 
eine dadurch verursachte, relevante Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit wie-
derum sehr unwahrscheinlich erscheine. Das Gutachten D. kam zum Schluss, dass 
die Arbeitsfähigkeit für manuell-repetitive und geistige Tätigkeiten im Rahmen von 
50 % eingeschränkt sei und die Integritätseinbusse gemäss UVG bei 40 % liege.

2. Die Y. holte im Februar 1998 bei der T. Treuhand AG, St. Gallen, ein 
betriebswirtschaftliches Gutachten ein, zur ökonomischen Entwicklung der Pacht in 
der Vergangenheit, ab dem Unfall und zu deren Zukunftsaussichten. Das am 27. 
Mai 1998 erstattete Gutachten gelangte im wesentlichen zu folgenden Aussagen:

• das durchschnittliche Bruttoeinkommen (Nettogewinn zuzüglich 12 % Sozial-
leistungen) aus den Jahren 1990-1997 (ohne Berücksichtigung der zusätzli-
chen Vergütungen an Frau X.) beträgt Fr. 192'400.– und entspricht dem poten-
tiellen [künftigen] jährlichen Bruttoeinkommen

• 1995/96: erheblicher Rückgang des Geschäftsergebnisses aus unfallfremden 
Ursachen; nicht marktgerecht vergütete Mehrleistungen von Frau X. im Umfang 
von Fr. 14'000.–

• 1996/97: Steigerung Betriebsergebnis auf Niveau der Vorjahre; nicht marktge-
recht vergütete Mehrleistungen von Frau X. im Umfang von Fr. 6'500.–; Ge-
winnausfall zufolge Einstellung des Betriebs einer Bar ("Schneebar") Fr. 4'000.–
; Kompensation Gewinnausfall bei einer weiteren Bar ("Sternbar") durch Ein-
nahmen aus ihrer Unterverpachtung

• 1997/98: Steigerung des Betriebsergebnisses ist zu erwarten; marktgerechte 
Entlöhnung der Betriebsführung durch Frau X. mit Fr. 51'000.– zu veranschla-
gen; Gewinnausfall Schneebar gleichbleibend Fr. 4'000.–

• Unter der Voraussetzung von guten Schnee- und Wetterverhältnissen und an-
gesichts des Entwicklungspotentials des Skigebiets On. ist künftig mit guten Ge-
schäftsergebnissen zu rechnen. Die Einstellung eines Geschäftsführers an-
stelle von X. ist wegen des zu stellenden Anforderungsprofils schwer möglich, 
weshalb ein "Verkauf" der Pacht am ehesten den Möglichkeiten des Ehepaars 
X. entspricht. 

D. Am 3. Juli 1998 hatte die Ehefrau von X., Z. X., ihrerseits einen Au-
tounfall, bei welchem sie neben leichteren Verletzungen ein Distorsionstrauma der 
HWS erlitt. Am 23. Juli 1998 kündigte X. sein Pachtverhältnis mit den Bergbahnen 

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On. AG betreffend das Bergrestaurant "Ka." mit sofortiger Wirkung aus wichtigen 
Gründen (Art. 297 OR). In der Folge schlug er vor, das Pachtverhältnis für eine 
Saison mit sofortiger Wirkung auf seinen Sohn M. X. zu übertragen, wobei dieses 
Pachtverhältnis bereits heute als auf Ende Juni 1999 aufgelöst zu gelten habe. Dem 
stimmte die Bergbahnen On. AG als Verpächterin am 23. Dezember 1998 zu, 
machte aber gleichzeitig klar, dass es nicht in Frage komme, dass X. anschliessend 
die Pacht wieder übernehme und die operative Führung einem Geranten oder Ge-
schäftsführer überlasse.

E. Mit Verfügungen vom 10. September 1999 sprach die Sozialversiche-
rungsanstalt des Kantons Graubünden (IV-Stelle) X. mit Wirkung ab dem 1. Juni 
1996 eine Invalidenrente zu. Für die Zeit bis zum 30. November 1998 verfügte sie, 
ausgehend von einem Valideneinkommen von jährlich Fr. 222'081.80, aufgrund ei-
nes Invaliditätsgrades von 59% (zumutbares Jahreserwerbseinkommen mit Behin-
derung: Fr. 90'285.–) eine halbe, und für die Zeit ab dem 1. Dezember 1998 auf-
grund eines Invaliditätsgrades von 87% (zumutbares Jahreserwerbseinkommen mit 
Behinderung: Fr. 30'215.–) eine volle Invalidenrente.

F.1. Dr. H., Chefarzt Rheumatologie am Medizinischen Zentrum Bz., bei 
dem X. bald nach dem Unfall in Behandlung stand, bestätigte im November 1998, 
dass dieser aus medizinischer Indikation die Geschäftsführung des Restaurantbe-
triebs nicht weiterführen könne und solle. Das komplexe Krankheitsbild mit den phy-
sischen und psychischen Symptomen lasse eine solche Aufgabe auf keinen Fall zu. 

2. Auf Veranlassung von X. erstellte der Psychiater Dr. med. Jürg Haef-
liger, Zürich, am 7. September 1999, ein Gutachten über die psychischen Be-
schwerden von X.. Der Psychiater diagnostizierte eine reaktive Depression (ent-
sprechend ICD-10: F32) und differentialdiagnostisch eine hirn-organisch bedingte 
Affekt- und Antriebsstörung. Für diese Psychoreaktion sei nicht so sehr das Unfal-
lereignis selbst verantwortlich als vielmehr die als Folge der chronischen Schmer-
zen und der neuropsychologischen Funktionsstörung auftretenden Einschränkun-
gen der Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit. Anhaltspunkte für eine vorbestandene 
psychische Störung von Krankheitswert lägen nicht vor. Die psychische Störung 
trage mit Sicherheit zur Einschränkung der Leistungs- und Arbeitsfähigkeit bei. Bei 
beharrlichen Krankheitszeichen, die als Folge von Distorsionstraumen der HWS 
auftreten, handle es sich regelmässig um ein Zusammenwirken von körperlichen, 
neuropsychologischen und psychischen Komponenten. Da diese Komponenten 
sehr stark miteinander interagierten, sei eine isolierte Quantifizierung der psychi-

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schen Komponente praktisch nicht möglich. Es könne immer nur das Gesamtbild 
beurteilt werden und dieses verweise vorliegend auf eine 100%-ige Arbeitsunfähig-
keit.

G. In nachfolgenden Vergleichsverhandlungen konnten sich die Parteien 
nicht einigen. Die Y. anerkannte eine Gesamtforderung von Fr. 600'000.– und über-
wies X. am 24. Juni 1999 den Differenzbetrag von Fr. 540'000.– zu den bereits er-
folgten beiden Akontozahlungen von je Fr. 30'000.–.

H.1. Am 20. Mai 1999 liess X. gegen die Y. eine Forderungsklage beim 
Vermittleramt des Kreises Ruis anhängig machen. Die am 18. Juni 1999 durchge-
führte Vermittlungsverhandlung war erfolglos, so dass X. am 16. Februar 2000 den 
Leitschein mit folgenden Rechtsbegehren bezog:

"1. Die Beklagte sei zu verpflichten, dem Kläger Fr. 1'770'059.– zu bezahlen, zu-
züglich 5 % Zins ab 1.12.1998 und abzüglich der bis Alter 65 kapitalisierten 
klägerischen Invalidenrente.

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beklagten."

2. Mit Prozesseingabe vom 22. Februar 2000 klagte X. beim Bezirksge-
richt Glenner (nachmalig Bezirksgericht Surselva) gegen die Y., mit folgender Abän-
derung des Rechtsbegehrens:

"1. Die Beklagte sei zu verpflichten, dem Kläger Fr. 1'666'109.– zu bezahlen, zu-
züglich 5% Zins auf Fr. 2'206'109.– für die Zeit vom 1.12.1998 bis 24.6.1999 
sowie 5% Zins auf Fr. 1'666'109.– ab 25.6 1999.

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Beklagten."

Dem Forderungsbetrag von Fr. 1'666'109.– legte der Kläger folgende Be-
rechnung zu Grunde:

1. Reduktion bzw. Wegfall Erwerbseinkommen als Pächter Fr. 2'272'633.00

2. Haushaltsschaden Fr. 135'178.00

3. vorprozessuale Anwaltskosten Fr. 35'561.00

4. Schadenszins Fr. 18'373.00

5. Genugtuung Kläger und Ehefrau samt Zins Fr. 84'000.00

Zwischentotal Fr. 2'461'745.00

abzüglich Akontozahlungen Fr. 600'000.00

abzüglich IV-Renten Fr. 195'636.00

Gesamtforderung Kläger Fr. 1'666'109.00

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3. In ihrer Prozessantwort vom 8. Juni 2000 beantragte die beklagte Ver-
sicherung die kostenfällige Abweisung der Klage. 

4. In seiner Replik vom 24. Juli 2000 reduzierte X. seine Forderung um 
Fr. 2'000.– auf Fr. 1'664'109.– unter Bestätigung der übrigen Rechtsbegehren 
gemäss Prozesseingabe. 

5. Die Beklagte hielt in der Duplik vom 30. Oktober 2000 unverändert an 
ihrem Begehren auf vollständige Klageabweisung fest. Sie ging von folgender Be-
rechnung/Schadensliquidation aus:

1. Reduktion bzw. Wegfall Erwerbseinkommen als Pächter Fr. 254'490.00

2. Haushaltsschaden [respektive Haushaltsgewinn] Fr. -    180'840.00

3. vorprozessuale Anwaltskosten Fr. 0.00

4. Schadenszins (5% auf Fr. 73'650.00 (Fr. 254'490.00 - 
Fr. 180'840.00) vom 27.6.1995-24.6.1999; 4 Jahre)

Fr. 14'730.00

5. Genugtuung Kläger Fr. 60'000.00

6. Genugtuungszins Kläger (5% p.a. während 4 Jahren) Fr. 12'000.00

Zwischentotal Fr. 160'380.00

abzüglich IV-Renten Fr. 195'636.00

Gesamtforderung Kläger Fr. 0.00

6. Im Rahmen des Beweisverfahrens gab das Bezirksgericht Surselva 
zwei Gutachten in Auftrag: Bei der MEDAS Zentralschweiz, Medizinische Ab-
klärungsstelle, Luzern, zur Frage, ob und in welchem Umfang die vom Kläger gel-
tend gemachte Arbeitsunfähigkeit auf unfallfremde Faktoren zurückzuführen ist (a.); 
bei B., dipl. Hauswirtschaftslehrerin, OX. Haushaltbewertungen, betreffend die mo-
netäre Bewertung einer nicht mehr möglichen Arbeitsleistung des Klägers im Haus-
halt (b.).

a. Das polydisziplinäre Gutachten MEDAS vom 25. Juli 2002 kam zu den 
Ergebnissen, dass dem Kläger die Tätigkeit als Restaurateur/Pächter des Restau-
rants einer Skistation und auch eine andere Erwerbstätigkeit nicht mehr zumutbar 
ist (Arbeitsfähigkeit 0 %), und er als Hausmann im eigenen Zweipersonenhaushalt 
zu 50 % arbeitsfähig ist. Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit seien alle, die Ar-
beitsunfähigkeit verursachenden Beschwerden (rheumatologisch, psychisch und 
neuropsychologisch) auf den Unfall vom 26. Juni 1995 zurückzuführen. Neuropsy-

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chologisch und psychisch liessen sich keine unfallfremden Faktoren finden. Rheu-
matologisch sei unwahrscheinlich, dass die am Unfalltag vorgelegene degenerative 
Veränderung an der HWS das heutige Beschwerdebild alleine ausgelöst hätte.

b. Ausgehend von einem wöchentlichen Zeitaufwand von 45.3 h für ei-
nen gehobenen Zweipersonenhaushalt in einem 3-stöckigen Landhaus mit einer 
Einliegerferienwohnung und 2'500 m2 parkähnlichem Gartenumschwung, einer 
übers Jahr durchschnittlichen Partizipation des Klägers daran im Umfang von 18,55 
h, einer beschwerdebedingten Einschränkung des Klägers von 9,5 h (51,21 %) so-
wie einem Ansatz von Fr. 30.– für eine Stunde Haushaltsarbeit, gelangte das Gut-
achten B. nach der Methode Schulz-Borck zu einer geldwerten Einbusse der kläge-
rischen Mitarbeit im Haushalt von Fr. 1'235.– pro Monat.

7. Mit Urteil vom 12. November 2002, mitgeteilt am 01. Mai 2003, er-
kannte das Bezirksgericht Surselva:

1. Die Klage wird teilweise gutgeheissen und die Beklagte verpflichtet, dem Klä-
ger Fr. 1'003'346.30 nebst Zins zu 5 % seit dem 13. November 2002 zu be-
zahlen.

2. Die Kosten des Vermittleramtes des Kreises Ruis von Fr. 350.- sowie dieje-
nigen des Bezirksgerichtes Surselva, bestehend aus:

Gerichtsgebühr Fr. 15'000.– 
Streitwertzuschlag Fr. 30'000.–
Schreibgebühr Fr. 1'200.–
Barauslagen Fr. 21'800.–
Total Fr. 68'000.–

gehen zu 3/5 zu Lasten der Beklagten und zu 2/5 zu Lasten des Klägers.

Die Beklagte hat den Kläger überdies aussergerichtlich mit Fr. 14'291.– zu ent-
schädigen.

3. ....... (Mitteilung)."

Den Gutachten Haefliger und MEDAS folgend, ging das Bezirksgericht davon 
aus, dass der Kläger zu 100 % arbeitsunfähig ist und dies ausschliesslich auf den 
Unfall vom 26. Juni 1995 zurückzuführen ist. Für den wirtschaftlichen Schaden 
stellte die Vorinstanz weitgehend auf die Gutachten T. und B. ab, wobei sie den im 
Gutachten T. angenommen jährlichen Bruttogewinn von Fr. 192'400.– nach oben 
auf Fr. 196'042.80 korrigierte. Sie legte ihrem Urteil folgende Berechnung der Ge-
samtforderung zu Grunde:

• Gesamtschaden aus Erwerbsausfall Fr. 1'241.899.90
• gesamter Haushaltsschaden Fr. 289'327.00

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• vorprozessuale Anwaltskosten Fr. 35'651.00
• Schadenszins Fr. 139'107.60

Zwischentotal Fr. 1'705'985.40
• abzüglich Akontozahlungen Fr. -       600'000.00
• abzüglich IV-Renten Fr. -       198.478.60

Total Schadenersatz Fr. 907'506.80
• Genugtuung Kläger Fr. 60'000.00
• Genugtuungszins Kläger Fr. 22'148.20
• Genugtuung Ehefrau des Klägers Fr. 10'000.00
• Genugtuungszins Ehefrau des Klägers Fr. 3'691.35

Total Genugtuung Fr. 95'839.55

Gesamtforderung Kläger Fr. 1'003'346.30

I.1. Gegen dieses Urteil liess die beklagte Y. innert Frist mit Eingabe vom 
20. Mai 2003 die Berufung an das Kantonsgericht erklären, mit den Anträgen, das 
angefochtene Urteil sei aufzuheben und die Klage sei vollumfänglich abzuweisen, 
unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Klägers für beide Instanzen.

2. Am 27. Mai 2003 liess der Kläger und Berufungsbeklagte die An-
schlussberufung erklären mit den folgenden Rechtsbegehren:

"1. Das angefochtene Urteil sei aufzuheben und die Beklagte zu verpflichten, dem 
Kläger Fr. 1'300'000.– nebst Zins zu 5 % seit 13. November 2002 zu bezahlen.

2. Die vermittleramtlichen und vorinstanzlichen Kosten seien zu ¾ der Beklagten 
und Berufungsklägerin, zu ¼ dem Kläger und Berufungsbeklagten aufzuerle-
gen. Die Beklagte sei zu verpflichten, den Kläger aussergerichtlich entspre-
chend seiner Honorarnote und dem Grade seines Obsiegens zu entschädigen.

3. Unter voller Kosten- und Entschädigungsfolge im Berufungsverfahren zulasten 
der Berufungsklägerin."

3. Nach Anordnung des schriftlichen Verfahrens gemäss Art. 224 Abs. 2 
ZPO legte die Berufungsklägerin am 21. August 2003 ihre schriftliche Berufungsbe-
gründung mit den Rechtsbegehren gemäss ihrer Berufungserklärung vom 20. Mai 
2003 ein.

4. Am 8. September 2003 erstattete der Berufungsbeklagte die Beru-
fungsantwort sowie die Begründung seiner Anschlussberufung mit den Anträgen 
gemäss seiner Anschlussberufungserklärung vom 27. Mai 2003.

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5. In ihrer Antwort vom 17. November 2003 zur Anschlussberufung von 
X. liess die Y. die Abweisung der Anschlussberufung beantragen, unter Kosten- 
und Entschädigungsfolge im Anschlussberufungsverfahren zu Lasten des An-
schlussberufungsklägers.

6. Auf die Begründungen der Berufungs- und Anschlussberufungsan-
träge, die Erwägungen im angefochtenen Urteil sowie das Beweisergebnis ist, 
soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen einzugehen.

Die Zivilkammer zieht in Erwägung :

1. Prozessuales

a. Nach Art. 218 Abs. 1 ZPO kann die Berufung an das Kantonsgericht 
ergriffen werden gegen Urteile der Bezirksgerichte im Sinne von Artikel 19 der ZPO. 
Die Zulässigkeit der Berufung in vermögensrechtlichen Streitigkeiten ist über die 
Verweisung auf Art. 19 ZPO demnach an die Voraussetzung der sachlichen Zustän-
digkeit des Bezirksgerichts und diese wiederum an das Vorhandensein eines Min-
deststreitwerts von 8'000 Franken geknüpft (Art. 19 Ziff. 1 ZPO). Das im vorinstanz-
lichen Urteilszeitpunkt noch im Streit liegende Interesse muss diesen Wert überstei-
gen, was vorliegend mit über 1.6 Mio. Franken offensichtlich der Fall war. Der im 
Berufungsverfahren vor Kantonsgericht noch im Streit liegende Wert beträgt Fr. 1.3 
Mio. (Art. 51 Abs. 1 lit. a OG). Auf die im übrigen form- und fristgerecht eingelegte 
Berufung und die Anschlussberufung ist grundsätzlich einzutreten.

b. Die Berufungsklägerin verweist für ihre Sachdarstellung generell und 
für ihre rechtlichen Argumentationen partiell auf ihre Vorbringen im erstinstanzlichen 
Verfahren, welche in Form von Rechtsschriften, Plädoyernotizen und Stellungnah-
men zu Beweiserhebungen bei den Akten liegen und erklärt sie zu Bestandteil ihrer 
Argumentation und Teil der Berufungsbegründung (act. 07, S. 2 f.); ähnlich äussert 
sich der Berufungsbeklagte und Anschlussberufungskläger (act. 09, S. 2). Mit der 
unangefochtenen, prozessleitenden Anordnung vom 6. Juni 2003 (act. 04) war die 
Berufung schriftlich zu begründen (Art. 224 Abs. 2 ZPO). Das ist dahin zu verstehen, 
dass aus der Rechtsschrift selbst die gesamte Begründung hervorgehen muss. Was 
in diesem Schriftsatz nicht enthalten ist, kann umgekehrt nicht als Rechtsmittelbe-
gründung gelten. Unbedenklich ist wohl das konkrete Zitieren von Akten zwecks 
Untermauerung von in der Berufungsschrift selbst enthaltenen Argumenten. Nach 
ständiger Rechtsprechung des Kantonsgerichts und seiner Abteilungen ist es indes-

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sen grundsätzlich unzulässig, anstelle eigener Begründung in der Rechtsschrift in 
globo oder teilweise auf frühere, eigene oder andere schriftliche Eingaben zu ver-
weisen. Denn dem Gericht ist es nicht zuzumuten, die Argumentationen der Par-
teien im Sinne eines Puzzles in deren verschiedenen Schriftstücken zusammenzu-
suchen und an deren Stelle zusammenzutragen beziehungsweise dasjenige davon, 
das für ihre Argumentationen an den entsprechenden Orten gerade als passend 
erscheinen könnte. Soweit die Parteien zur Begründung ihrer Standpunkte lediglich 
auf ihre früheren Vorbringen verweisen, ist darauf nicht weiter einzugehen. 

2. Die grundsätzliche Haftpflicht der Y. als Versichererin der unfallverur-
sachenden Fahrzeughalterin gegenüber X. im Sinne von Art. 58, 65 SVG ist aner-
kannt. 

Strittig sind dagegen zum Teil die alleinige Kausalität zwischen dem schädi-
genden Ereignis des Unfalls und den beim Kläger vorliegenden  -im Ausmass an 
sich unbestrittenen-  physischen und psychischen Beeinträchtigungen (3.), die Fol-
gen dieser Beeinträchtigungen auf die Arbeits- respektive Erwerbsfähigkeit des Klä-
gers (3., 4.) sowie die Höhe des wirtschaftlichen Schadens bei allen geltend ge-
machten vier Schadenspositionen: Erwerbsausfall (4.), Haushalt (5.), vorprozessu-
ale Anwaltskosten (6.), Schadenszins (7., 8.).

3. Medizinischer Schaden, Kausalität, Reduktion Ersatzpflicht

Bei der Motorfahrzeughaftpflicht richten sich Art und Umfang des Schaden-
ersatzes sowie die Zusprechung einer Genugtuung nach den Grundsätzen des Ob-
ligationenrechts über unerlaubte Handlungen (Art. 62 Abs. 1 SVG). Voraussetzung 
der Haftung ist die widerrechtliche Zufügung eines Schadens (Art. 41 OR). Scha-
denersatzpflicht besteht sodann nur insoweit, als die betreffende Handlung einen 
Schaden herbeigeführt hat. Gemäss Art. 44 Abs. 1 OR (Herabsetzungsgründe) er-
mässigt der Richter ferner die Ersatzpflicht oder entbindet gänzlich von ihr, wenn 
der Geschädigte in die schädigende Handlung eingewilligt hat, oder Umstände, für 
die er einstehen muss, auf die Entstehung oder Verschlimmerung des Schadens 
eingewirkt oder die Stellung des Ersatzpflichtigen sonst erschwert haben.

Die Berufungsklägerin macht vorab einen solchen Reduktionsgrund geltend. 
Es stehe fest, dass sowohl das Gutachten MEDAS als auch das Gutachten D. von 
vorbestehenden schweren degenerativen Veränderungen der HWS beim Kläger als 
mitwirkenden Faktoren ausgingen. Diese konstitutionelle Prädisposition beim Klä-
ger unterbreche zwar nicht den Kausalzusammenhang zwischen Unfall, gesund-

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heitlicher Beeinträchtigung und Schaden, sei aber als Teilursache in Form einer an-
gemessenen Reduktion der Haftungsquote zu berücksichtigen. Dies sei Sache des 
Richters. Allenfalls habe der Richter, falls ihm die medizinischen Akten diesbezüg-
lich unvollständig erschienen, die Frage der Teilursächlichkeit einem medizinischen 
Experten zu unterbreiten, nachdem das Gutachten MEDAS die diesbezügliche 
Frage nicht beantworte. 

a.aa. Die Behauptung der Y., zu klägerischer Kritik am Gutachten D. vom 
April 1998 sei es erst im Verlauf des Prozesses gekommen, ist insofern unzutref-
fend, als der Kläger die Klärung des psychischen Aspekts durch den Gutachter Hae-
fliger bereits vorprozessual im Mai 1999 in Auftrag gab und damit zum Ausdruck 
brachte, die Schlussfolgerung der 50 %-igen medizinischen Arbeitsunfähigkeit im 
Gutachten D.  -und um die Arbeits- beziehungsweise Erwerbsfähigkeit geht es letzt-
lich-  sei unzutreffend beziehungsweise unvollständig, weil die Abklärung der psy-
chischen Dimension fehlte. Weiter ist der beklagtische Hinweis, das Gutachten D. 
habe festgestellt, dass sich aktuell auch keinerlei Hinweise auf eine Depression 
oder eine Persönlichkeitsstörung ergäbe, in diesem Zusammenhang unbehelflich, 
denn dazu hatte sich der Neurologe D. angesichts seines Auftrages und anders 
gelagerten Fachkompetenz nicht zu äussern. Davon, dass erneute psychische De-
pression konkret drohte, ging im übrigen auch der Neurologe aus, ansonsten er 
nicht die Wichtigkeit weiterer ärztlicher Begleitung auch aus diesem Grund betont 
hätte (act. 03.1.II.2, S. 15 oben).

bb. Ob einem auf Erbanlage beruhenden konstitutionellen Zustand oder 
einem auf Krankheit oder Unfall beruhenden physischen oder psychischen Vorzu-
stand des Geschädigten konkurrierende Bedeutung für den medizinischen Schaden 
zukommt, ist eine Frage des natürlichen Kausalzusammenhangs und damit eine 
Tatfrage (Roland Brehm, Berner Kommentar 1998, N 111 zu OR 41; Franz von Dä-
niken, Rechts- und Tatfragen im Haftpflichtprozess, Zürich  1976, S. 29; BGE 96 II 
392 E. 1, 113 II 86 E. 1a), die vorab aus dem Sachverständigengutachten zu erhel-
len ist, im übrigen aber der freien richterlichen Beweiswürdigung unterliegt und ihm 
insofern einen Ermessensspielraum lässt. Ein vorbestehendes Leiden des Geschä-
digten kann für den Umfang der Haftpflichtansprüche gemäss Art. 42-44 OR von 
Bedeutung sein. Einfache konstitutionelle Schwächen fallen mangels einer allge-
meinen Eignung, einen Schaden herbeizuführen, als Herabsetzungsfaktoren nach 
Art. 44 OR ausser Betracht, hingegen können eigentliche Anomalien sowie akut 
oder latent vorbestehende Leiden, wozu beispielsweise auch degenerative Erschei-
nungen an der Wirbelsäule zählen können, die Ansprüche des Verletzten schmä-

2

lern. Sie fallen unter den Begriff der konstitutionellen Prädisposition und gelten als 
(vom Geschädigten zu vertretender) mitwirkender Zufall, der die Berechnung des 
Schadens oder die Bemessung des Schadenersatzes beeinflussen kann und daher 
auch haftpflichtrechtlich zu beachten ist, gleichviel ob sie als eigentliche Mitursache 
des Unfalles anzusehen sind oder bloss dessen Folgen verschlimmern (Brehm, 
a.a.O., N 57 zu OR 44; BGE 123 III 110 E. 3c., 113 II 86 E. 1b mit Hinweisen). Bloss 
latente Prädispositionen, die sich ohne den Unfall nicht ausgewirkt hätten, bleiben 
ohne Auswirkung auf die Schadensberechnung (Art. 42 OR), können jedoch eine 
Kürzung des Schadenersatzes (Art. 44 OR) nach sich ziehen (Brehm, a.a.O., N 
57a/58 zu OR 44).

cc. Beim Kläger liegt unbestreitbar eine abnormaler körperlicher Vorzu-
stand in Form einer HWS-Degeneration bei den Rückenmarksegmenten C 6/7 (os-
teochondrosis cervicalis; Bandscheibenentartung, Verschmälerung der Wirbelzwi-
schenräume, Knochenveränderungen, Einengung des Neuroforamens) vor. Um-
stritten ist, ob sich diese konstitutionelle Prädisposition auf das heutige Beschwer-
debild und damit auf die dauernde medizinische Arbeitsunfähigkeit (Invalidität) ur-
sächlich konkurrierend auswirkt. 

Der beklagtischen Behauptung, neben der Feststellung der vorbestandenen 
degenerativen Veränderungen der HWS habe der Gutachter D. "im übrigen seine 
Befunde" auf den Unfall des Klägers vom 26. Juni 1995 zurückgeführt, ist zum einen 
insofern entgegenzutreten, als damit der Unfall als Ursache im Verhältnis zur vor-
bestandenen HWS-Degeneration heruntergespielt werden will. Denn es ergaben 
sich "keinerlei Anhaltspunkte für heute bestehende, relevante, unfallfremde Fakto-
ren mit Ausnahme von vorbestehenden degenerativen Veränderungen im Bereich 
der HWS" (act. 03.1.II.2, S. 14 oben). Wäre der krankhafte Vorzustand wesentliche 
Ursache oder gar Hauptursache und das unfallbedingte Abknicken nur "im übrigen" 
kausal, wäre schon der medizinische Befund anders formuliert worden. Unter Be-
fund ist sodann nur die Feststellung des medizinischen Zustandes (hier nur der Phy-
sis) mit Krankheitswert (Diagnose) zu verstehen. Befund und Beurteilung sind stets 
zu unterscheiden (vgl. act. 03.1.VI.26, Gutachten MEDAS, Hauptgutachten S. 
19ff./22-25, Konsilium Jeger S. 3-5, Konsilium Maire S. 2, Konsilium Gonser S. 4-6; 
act. 03.1.II.8, S. 5ff.). Entscheidend für die rechtliche Seite ist die Beurteilung, das 
heisst die aus den anatomischen Befunden zu ziehenden Schlussfolgerungen für 
die Arbeitsfähigkeit. Die eigentliche Diagnose des Neurologen D. lautete: "Abknick-
trauma der HWS mit Traumatisierung einer vorbestehenden Osteochondrose C 6/7, 
anzunehmende, traumatisch ausgelöste, leichte Instabilität, rezidivierende cer-

2

vicale- und cervicocephale, teilweise migräniforme/neuralgoforme Symptomatik so-
wie milde, traumatische Hirnverletzung mit persistierenden leichten bis mässigen 
verhaltensneurologische und neuropsychologischen Defiziten" (act. 03.1.II.2, S. 14 
unten). Richtig ist, dass laut Gutachter "das unfallbedingte Abknicktrauma die vor-
bestandene Osteochondrose "richtunggebend und symptomatisch" verschlimmert 
hat. Falls nun im Sinne eines Umkehrschlusses behauptet werden will, der Gutach-
ter habe mit der "Verschlimmerung" bereits eine Ursache zwischen vorbestandener 
HWS-Degeneration und den aktuellen Beschwerden oder gar der Arbeitsunfähigkeit 
festgestellt, ist dies nicht haltbar. Die Feststellung des pathologischen Zustandes 
(Diagnose, Befund) ist von der Prognose der künftig möglichen beziehungsweise 
der Feststellung der gegenwärtig effektiven Folgen auf die Arbeitsfähigkeit zu un-
terscheiden. Der sachverständige Neurologe D. hat überhaupt keinen solchen "Be-
fund" auf vorbestandene degenerative Veränderungen der HWS zurückgeführt. Die 
Feststellung des vorbestandenen pathologischen Zustandes der HWS ist nur eine 
medizinisch physische Diagnose an sich. Von der HWS ausgehende Beschwerden  
-im Sinne von Folgen dieser Degeneration-  waren vor dem Unfall praktisch nicht 
vorhanden. Die Degeneration der HWS war ohne Richtung, "glaubhaft asymptoma-
tisch" (nicht als Krankheitszeichen auftretend) beziehungsweise "eigentlich nie sym-
ptomatisch", das heisst ohne Beschwerden, und sie wäre es ohne Unfall wahr-
scheinlich auch geblieben (act. 03.1.II.2, S. 14 f.). Die Prädisposition war nur latent 
vorhanden; sie hatte keine Folgen, was indirekt auch die Berufungsklägerin ein-
räumt, wenn sie nicht für eine Reduktion des Schadens (Art. 42 OR) plädiert, son-
dern nur eine Reduktion des Ersatzes (Art. 44 OR) fordert. Medizinische Konse-
quenzen aus der vorbestandenen physischen Degeneration, im Sinne von Be-
schwerden und Behinderungen, hat auch der Gutachter D. nicht festgestellt oder 
prognostiziert, wenn er auf die Frage, ob die unfallfremden Ursachen aus ihrer ei-
genen Dynamik, ohne das Unfallereignis, mit Sicherheit oder überwiegender Wahr-
scheinlichkeit zu einer Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit [recte Arbeitsfähig-
keit] geführt hätten, ausführte: "Es ist möglich, jedoch sicher nicht wahrscheinlich, 
dass diese [degenerativen Veränderungen im Bereich der HWS vor dem Unfall] bei 
dem damals 56-jährigen zu zunehmenden und rezidivierenden [in Abständen wie-
derkehrenden] Beschwerden geführt hätten, wobei eine dadurch verursachte, rele-
vante Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit wiederum sehr unwahrscheinlich er-
scheint" (act. 03.1.II.2, S. 15). Die Begriffe "unwahrscheinlich" und "sehr unwahr-
scheinlich" können hier nur als fehlende (hypothetische) Kausalität für spätere Be-
schwerden und Arbeitsunfähigkeit verstanden werden. Eine Kausalität zwischen 
vorbestandener Degeneration und heutigen Beschwerden und Arbeitsunfähigkeit 
wurde an dieser Stelle nicht festgestellt. Allerdings wurde sie dadurch auch nicht 

2

ausdrücklich verneint, denn die vorstehend zitierte gutachterliche Feststellung be-
trifft nur die hypothetische Kausalität (Zustandsprognose ohne Unfall). 

Der natürliche Kausalzusammenhang in einer Kausalkette ist nach gängigem 
Erklärungsmuster immer dann gegeben, wenn das fragliche Verhalten (allgemeiner: 
ein Glied in der Kausalkette) nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch der 
eingetretene Erfolg entfiele (Brehm, a.a.O., N 109 zu OR 41). Bei erheblich konkur-
renzierenden Mitursachen, wie sie von der Berufungsklägerin vorliegend behauptet 
werden, könnte es nun sein, dass die Prädisposition ohne Unfall nicht zu Beschwer-
den und Arbeitsunfähigkeit geführt hätte und der Unfall ohne Prädisposition eben-
falls nicht (in diesem Ausmass), beides zusammen beziehungsweise in ihrer zeitli-
chen Abfolge jedoch schon. Die isolierte Hypothese, ob die in der Kausalkette vor-
ausgehende potentielle Ursache auch ohne den nachgehenden Unfall zu Be-
schwerden geführt hätte, hilft in diesen Fällen nicht (über die Grenzen der Verwend-
barkeit der conditio sine qua non-Formel in Fällen kumulativer Kausalität vgl. Rey, 
Ausservertragliches Haftpflichtrecht, 3. A. Zürich 2003, Rz 520/614 ff.). Will man in 
einem solchen Fall über die Kausalität der vorausgehenden potentiellen Ursache 
Gewissheit haben, wäre die Frage nach dem Weglassen für beide potentiellen Ur-
sachen zu stellen. Insoweit ist die Frage 6.3 an den Gutachter D. unvollständig. Es 
hätte danach gefragt werden müssen, ob Beschwerden und Arbeitsunfähigkeit auch 
dann im gleichen, effektiv vorliegenden Ausmass eingetreten wären, wenn beim 
Kläger keine Degeneration der HWS vorbestanden hätte. Im Falle einer Bejahung 
wäre die naturwissenschaftliche Kausalität der Prädisposition definitiv zu verneinen; 
andernfalls müsste der Umkehrschluss gezogen werden, dass eine natürliche Mit-
kausalität der Prädisposition vorliegt und es wäre das Verhältnis der beiden Mitur-
sachen zu klären. 

Die Rechtsmittelinstanz ist indessen der Auffassung, dass sich auch aus dem 
Gutachten D. implizite ableiten lässt, dass dieser Gutachter die Degeneration der 
HWS als nichtursächlich für die heute effektiv vorliegenden Beschwerden und die 
Arbeitsunfähigkeit qualifiziert hat. Gefragt wurde, ob "die Befunde" ganz oder teil-
weise auf den Unfall zurückzuführen seien. Die Fragestellung ist insofern unscharf, 
als nicht der anatomische Befund an sich, sondern die als seine Folge auftretenden 
Behinderungen und deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit interessieren. 
Hätte der Gutachter der HWS-Degeneration einen medizinisch feststellbaren Wert 
für die vorliegenden Beschwerden und Behinderungen beigemessen, hätte er es 
dort zweifellos erwähnt. Kennzeichnend und wohl auf die unspezifische Frage nach 
"den Befunden" zurückzuführen ist auch, dass sich die von ihm formulierte Aus-

2

nahme auf die Degeneration, also auf die physische Deformation als solche be-
schränkt. Dabei ist klar, dass diese nicht auf den Unfall zurückzuführen ist, ansons-
ten ein Vorzustand von vorneherein nicht gegeben wäre. Von einer Auswirkung des 
Vorzustandes ist hingegen nirgends die Rede. Massgebend für die Kausalitätsfrage 
sind das heutige Beschwerdebild und die Behinderungen. Der Vorzustand hat nicht 
dazu geführt, dass nach dem Unfall mehr Beschwerden und Behinderungen vorlie-
gen, als der Kläger ohne den Vorzustand zu erleiden hätte. Dies wäre nur dann der 
Fall, wenn sich der Vorzustand im Unfallzeitpunkt bereits auszuwirken begonnen 
hätte oder sich mit gewisser Wahrscheinlichkeit künftig ausgewirkt hätte. Gerade 
Letzteres hat indessen auch der Gutachter D. klar verneint (act. 03.1.II.2, S. 15 Ziff. 
6.3).

b. Zum gleichen nachvollziehbaren Schluss kommt das Gutachten ME-
DAS. Was bei den Gutachterfragen und -antworten 6-6.3 im Gutachten D. zu inter-
pretieren ist, kommt beim gerichtlichen Gutachten MEDAS mit der Gutachterfrage 
5 besser zum Ausdruck. Auf die Frage: "Ist die heute vorliegende Gesundheits-
störung allein oder teilweise auf das Unfallereignis vom 26. Juni 1995 zurückzu-
führen?" lautete die Antwort: "Der Rheumatologe bezeichnet das cervicocephale 
Syndrom als mehrheitlich [recte: grossmehrheitlich, vgl. act. 03.1.VI.26, Konsilium 
Jeger S. 5] durch den Unfall bedingt. Der Psychiater bezeichnet die psychischen 
Beschwerden des Versicherten als alleine durch den Unfall ausgelöst; der Neuro-
psychologe erkennt die vorliegenden kognitiven Defizite als wahrscheinliche Unfall-
folgen. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass mit überwiegender Wahr-
scheinlichkeit alle Beschwerden des Versicherten, welche eine Arbeitsunfähigkeit 
bedingten, auf den Unfall zurückzuführen sind" (act. 3.1.VI.26, S. 26). Damit ist 
gleichzeitig die bejahende Antwort auf die Frage gegeben, ob Beschwerden und 
Arbeitsunfähigkeit auch dann im gleichen, effektiv vorliegenden Ausmass eingetre-
ten wären, wenn beim Kläger keine HWS-Degeneration vorbestanden hätte. Wenn 
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit alle Beschwerden, welche die Arbeitsun-
fähigkeit hervorriefen, auf den Unfall zurückzuführen sind, besteht keine einfache 
Wahrscheinlichkeit für eine Mitursache der vorbestandenen HWS-Degeneration 
oder anderer Faktoren. Der Schluss, dass Beschwerden und Arbeitsunfähigkeit 
auch dann im gleichen Ausmass bestünden, wenn beim Kläger kein krankhafter 
Vorzustand an der HWS bestanden hätte, ist zwingend.

Was die Berufungsklägerin gegen das Gutachten MEDAS und seine Würdi-
gung durch das Bezirksgericht Surselva vorbringt, vermag nicht zu überzeugen: 

2

aa. Für die Untersuchungen hatte sich der Kläger während mehreren Ta-
gen der Medizinischen Abklärungsstelle zur Verfügung zu halten. Die Berufungsklä-
gerin bemängelt, das Gutachten MEDAS stelle bei der Arbeitsunfähigkeit allein auf 
die subjektiven Angaben des Klägers ab, was angesichts des Erstellungsdatums 
des Gutachtens (sieben Jahre nach dem Unfall) und des Mangels an objektivierba-
ren, die Arbeitsfähigkeit ausschliessenden Beschwerden des Klägers nicht verwun-
dere. Die Rüge ist insofern aktenwidrig, als das umfangreiche Gutachten sämtliche 
Feststellungen von Dritten zur Berufstätigkeit und Arbeitsfähigkeit mit einbezieht 
(act. 03.1.VI.26, S. 1-13, S. 21 sowie die 4 fachärztlichen Konsilien). Die zusam-
menfassende Beurteilung und die Schlussfolgerungen bezüglich Arbeitsunfähigkeit 
(act. 03.1.VI.26, S. 22-27) beruhen auch darauf. Die Berufungsklägerin übersieht 
sodann, dass es bei der Frage der Symptomatik in der Natur der Sache liegt, den 
Patienten über Auftreten, Art, Ausmass und Auswirkung der Beschwerden bei der 
Arbeit und im sonstigen täglichen Leben zu befragen. Das lässt sich nicht umgehen. 
Die Frage ist, ob sich die Angaben des Probanden durch anderweitige physische 
oder psychische Befunde erhärten lassen und so objektiv als hinreichend bewiesen 
erscheinen.

bb. Gerügt wird weiter eine Unvollständigkeit des Gutachtens MEDAS. Es 
nehme zur Frage, ab welchem Zeitpunkt und in welchem Umfang unfallfremde Fak-
toren mitspielen (Frage 6.1.), nicht Stellung. Der Rheumatologe Jeger hält fest, dass 
"von einer richtunggebenden Verschlimmerung eines asymptomatischen Degene-
rationsprozesses gesprochen werden kann. Es ist unwahrscheinlich, dass dieser 
Degenerationsprozess das Beschwerdebild ausgelöst hätte. Als weiterer unfallfrem-
der Faktor spielt das Alter des Versicherten mit". Diese Beurteilung sei keine Beant-
wortung der in Ziff. 6.1. gestellten Frage nach dem Zeitpunkt und dem Umfang un-
fallfremder Faktoren. Entsprechend werde die Frage im Hauptgutachten (S. 26) 
nicht beantwortet, sondern lediglich festgestellt, es sei unwahrscheinlich, dass die-
ser Degenerationsprozess alleine das gleiche Beschwerdebild ausgelöst hätte. Da-
nach sei aber nicht gefragt worden. Zu beantworten wäre vielmehr gewesen, in wel-
chem Umfang und ab wann diese unfallfremden Faktoren mitspielten. Dass der De-
generationsprozess mitspielte, ergebe sich aus der Wortwahl des Rheumatologen, 
welcher das Alter des Versicherten als weitere(n) unfallfremde(n) Faktor qualifiziere. 
Auch aus der Beantwortung der Frage 5 des Hauptgutachtens (S. 26 oben, "der 
Rheumatologe bezeichnet das cervicocerphale Syndrom als mehrheitlich durch den 
Unfall bedingt") ergebe sich mit aller Klarheit, dass der beschriebene Degenerati-
onsprozess Teilursache des heutigen Beschwerdebilds sei.

2

Nach Auffassung der Zivilkammer beantworten sowohl das Hauptgutachten 
(act. 3.1.VI.26, S. 26, Ziff. 6.1) als auch das darin enthaltene Konsilium Jeger (da-
selbst, S. 5) die Frage, ob unfallfremde Faktoren ohne Unfall, aus ihrer eigenen 
Dynamik heraus, mit überwiegender Wahrscheinlichkeit die Arbeitsfähigkeit beein-
trächtigt hätten (hypothetische Kausalität), eindeutig mit nein. Die Feststellung, es 
sei unwahrscheinlich, dass dieser Degenerationsprozess alleine das gleiche Be-
schwerdebild ausgelöst hätte, lässt keinen anderen Schluss zu. Wenn sich ein un-
fallfremder Faktor aus eigener Dynamik nicht auswirkt hätte, war zwangsläufig nicht 
darauf zu antworten, ab wann und in welchem Umfang er sich ausgewirkt hätte. Die 
Feststellung des Konsilianten Jeger, das Beschwerdebild sei grossmehrheitlich auf 
das Unfallereignis vom 26.6.1995 zurückzuführen, lässt sodann kaum Zweifel offen, 
dass sich aus der HWS-Degeneration keine medizinisch feststellbare Kausalität er-
gibt. In bezug auf diese effektive Kausalität ist allenfalls von einem qualifizierten 
Schweigen auszugehen. Aus der Wendung "grossmehrheitlich" ist auf das Fehlen 
anderer medizinischer Ursachen zu schliessen. Wäre es anders, müsste es dort 
gesagt sein.

cc. Entgegen der Darstellung der Berufungsklägerin hat das Gutachten 
MEDAS mitnichten festgestellt, die Schwerhörigkeit des Klägers trage dazu bei, 
dass er heute als Betreiber eines grossen Restaurants nicht mehr arbeitsfähig 
scheine. Die unfallunabhängige Innenohrschwerhörigkeit beidseitig wurde zwar als 
solche festgestellt; ihre (Teil)Kausalität wurde verneint, ebenso wie jene der leichten 
Kurzsichtigkeit (act. 03.1.VI.26, S. 17/24/26, Konsilium Gonser S. 4, Konsilium 
Maire S. 2 oben). Zudem ist die Schwerhörigkeit behebbar beziehungsweise beho-
ben (act. 03.1.VI.26, S. 17) und fällt somit als Teilursache für die Arbeitsunfähigkeit 
auch deshalb ausser Betracht.

dd. Die Behauptung der Berufungsklägerin, auch die verschiedenen Arzt-
berichte von Dr. H., würden den Vorzustand als deutliche Mitursache des gefunde-
nen Beschwerdebildes gewichten, ist aus der Luft gegriffen. Sie verwechselt einmal 
mehr den an sich unbestrittenen anatomischen Befund einer vorbestandenen HWS-
Degeneration mit den Beschwerden und deren Folgen. Den rudimentären ärztlichen 
Zwischenberichten von Dr. H. kann ein solcher Kausalzusammenhang nirgends ent-
nommen werden (act. 03.1.II.9; act. 03.1.III.5/6/11). 

ee. Die Berufungsklägerin weist darauf hin, dass drei respektive zwei 
Jahre nach dem Unfall der gemeinsam bestimmte Gutachter D. (1998) wie auch der 
dem Kläger freundschaftlich verbundene Dr. H. (1997) der Auffassung waren, dass 

2

die Arbeitsunfähigkeit 50 % vom 29. Juni 1995 bis auf weiteres betrage. Eine De-
pression habe sich offenbar erst im Lauf der Zeit entwickelt. Im Gutachten der ME-
DAS aus dem Jahr 2002 (sieben Jahre nach dem Unfall) stehe sie nun plötzlich im 
Vordergrund und begründe wesentlich die angenommene volle Arbeitsunfähigkeit. 

Was die Berufungsklägerin damit antönen will, bleibt unklar. Aus der erstmals 
drei Tage nach dem Unfall und in den folgenden Monaten regelmässig festgestell-
ten, rein physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit von 50 % bis auf weiteres ergibt sich 
kein Argument dafür, dass sich die Sache  -namentlich durch Hinzutreten psychi-
scher Beschwerden-  nicht verschlimmern konnte. Dr. H. hat ferner nicht erst 1997, 
sondern bereits im März, August und Oktober 1996 auf eine psychische Problema-
tik (Verarbeitungsprobleme, depressive Entwicklung, Lebenskrise) hingewiesen 
(act. 03.1.II.2, S. 3; 03.1.III.11; 03.1.II.8, S. 2); bereits ab Mitte 1997 stehen sie für 
ihn im Vordergrund (act. 03.1.II.8, S. 2) und es begann die Konsultation eines Psy-
chologen und Behandlung mit Antidepressiva (act. 03.1.VI.26, Konsilium Fischer S. 
2). Es liegt auf der Hand und ist im gerichtlichen Gutachten MEDAS und im Privat-
gutachten Haefliger (bereits 1999) auch so begründet, dass die psychischen Beein-
trächtigungen weitgehend als Reaktion auf die körperlichen Schmerzen und Defizite 
(HWS, Nerven) auftreten und sich mit der Zeit zunehmend manifestierten, weil sie 
mit den organischen Beschwerden inter-agieren, was bedeutet, dass sich diese Be-
einträchtigungen gegenseitig verstärken (act. 03.1.II.8, S. 6-8; 03.1.VI.26, Konsilium 
Fischer S. 10). Der Privatgutachter Haefliger weigerte sich zwar, die psychische 
Komponente isoliert im Sinne einer Quote an der Arbeitsunfähigkeit zu quantifizie-
ren, dies jedoch mit der nachvollziehbaren Begründung, die physische und psychi-
sche Dimension würden sehr stark interagieren. Es könne immer nur ein Gesamtbild 
beurteilt werden, welches hier auf eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit verweise. Dass 
nun die psychische Komponente im Gutachten MEDAS im Vordergrund stehe und 
wesentlich die volle Arbeitsunfähigkeit begründe, wie die Beklagte behauptet, ist nur 
bedingt zutreffend. Richtig ist, dass der Psychiater bereits für sein Fachgebiet, im 
Resultat in Übereinstimmung mit dem Privatgutachter Haefliger, eine volle und allein 
durch den Unfall verursachte Arbeitsunfähigkeit feststellte. Das kann nicht darüber 
hinwegtäuschen, dass der Kläger auch dann weitgehend arbeitsunfähig wäre, wenn 
er psychisch vollkommen beschwerdefrei wäre. Denn bereits der Rheumatologe der 
MEDAS (act. 03.1.VI.26, Konsilium Jeger S. 5) hat für seinen Bereich  -im Einklang 
mit der Verfügung der Invalidenversicherung (87 %)-  eine Arbeitsfähigkeit von unter 
20 % festgestellt. Selbst wenn die Schlussfolgerungen der psychiatrischen Gutach-
ten in bezug auf den Umfang der Arbeitsunfähigkeit zu relativieren wären, würde 
dies der Beklagten nichts nützen. Dass schon die physiopathologisch bedingte Ar-

2

beitsunfähigkeit rechtlich zur vollkommenen Erwerbsunfähigkeit im angestammten 
Erwerbszweig führt, kann an dieser Stelle gleich vorweggenommen werden, leuch-
tet doch ohne weiteres ein, dass ein derartiger saisonaler Dauerbetrieb (Arbeitszei-
ten von täglich bis zu 11 Stunden an 7 Tagen in der Woche) nicht an einem Tag pro 
Woche oder täglich während lediglich 2 Stunden geführt werden kann. 

ff. Die Berufungsklägerin wendet ein, das subjektive Empfinden des Klä-
gers zu seiner Leistungsfähigkeit sei über all die Jahre deutlich negativer als die 
objektiven Befunde gewesen. Insoweit sie damit andeuten will, er simuliere und die 
Gutachter hätten sich von der subjektiven, bewusst oder unbewusst falschen 
Selbsteinschätzung des Klägers täuschen lassen, ist ihr nicht zu folgen. 

Der im Unfallzeitpunkt 56-jährige X. war weit überdurchschnittlich aktiv und 
erfolgreich - im Geschäft, in der Freizeit, gesellschaftlich und zu Hause. Wollte man 
Aktivität und Antrieb auf einer Prozentskala darstellen, so wäre jener mit einer 
150%igen Aktivität von der gleichen Behinderung nur schon linear (theoretisch) drei 
Mal mehr betroffen, als einer mit einer 50%igen Aktivität. Es ist darüberhinaus leicht 
nachvollziehbar, dass die Einbusse in der Leistungsfähigkeit in einem Fall hoher 
Leistungsbereitschaft und Aktivität subjektiv überproportional stark empfunden wird 
(vgl. das in diesem Punkt einlässliche und überzeugende psychiatrische Parteigut-
achten Haefliger, act. 03.1.II.8, S. 7). In der psychischen Dimension sind diese hohe 
Empfindlichkeit beziehungsweise die daraus resultierende erhöhte Psychoreaktion 
ganz einfach als medizinische Tatsache zu nehmen. Der Charakterzug der hohen 
Leistungsorientierung und Aktivität hat keinen Wert im gegenläufigen Sinne einer 
psychischen Prädisposition mit Krankheitswert und kann daher haftpflichtrechtlich 
auch nicht als aggravierende Teilursache beziehungsweise als Reduktionsgrund 
herhalten. 

Auch den Gutachtern für die Bereiche Rheumatologie und Neurologie war 
der leistungsorientierte Charakter als Grund für allfällige Übertreibungen in den 
Schilderungen des Exploranden bewusst und sie haben ihn in ihre Betrachtungen 
(zu Ungunsten des Klägers) einfliessen lassen (act. 03.1.VI.26, Konsilium Gonser 
S. 6, Gutachten D. act. 03.1.II.2 S. 5/13f.). Auf der anderen Seite haben sie bei den 
Tests und Befragungen des Exploranden die  -seinem unbedingten Willen zur Leis-
tung durchaus entsprechenden-  Tendenzen, die Beeinträchtigungen zu bagatelli-
sieren erkannt und (zu seinen Gunsten) korrigierend erwähnt (act. 03.1.II.2 S. 10/13; 
act. 03.1.II.8, S. 6). Die aus der Persönlichkeit und dem Charakter hervorgehende 
subjektive Einstellung zum Unfall und seinen Folgen wurde mithin objektiviert. Von 

2

einem unkritischen Abstellen auf bloss subjektive Angaben des Exploranden kann 
demzufolge nicht die Rede sein. 

Unhaltbar ist auch die berufungsklägerische These, es spreche gegen die 
volle Arbeitsunfähigkeit des Klägers, wenn er zugegebenermassen immer noch im 
Verwaltungsrat der Bergbahnen On. sei. Ganz abgesehen davon, dass das, was 
ein Geschädigter noch tatsächlich macht oder machte, nicht übereinstimmen muss, 
mit dem, was für ihn aus gesundheitlichen Gründen noch tragbar ist, gebricht es für 
die Frage der Arbeitsfähigkeit an der Signifikanz eines singulären Verwaltungsrats-
mandats für eine kleine Bergbahn. Das Gutachten MEDAS spezifiziert nur die Ar-
beitsfähigkeit für den eigentlichen Erwerbsbereich Restauration (0 %) und für den 
Haushalt (50 %; act. 03.1.VI.26, S. 24 f.). Das VR-Mandat dürfte zumindest vom 
Belastungsprofil her gesehen eher im Bereich dessen liegen, was das Gutachten 
MEDAS als Haushaltarbeit definiert. Der Umstand, dass der Kläger nach wie vor im 
Verwaltungsrat sitzt, ist auch kaum geeignet, die psychiatrische Einschätzung, dem 
Versicherten sei eine andere Tätigkeit nicht mehr zuzumuten, in Frage zu stellen. 
Entgegen der Berufungsklägerin vermag sodann die klägerische Aussage, "er ar-
beite nur noch etwas im Garten des Hauses" die gutachterliche Feststellung des 
Rheumatologen, der Kläger könne keine mittelschwere körperliche Arbeit mehr ver-
richten, nicht im Geringsten in Frage zu stellen. Wenn der Kläger sagt "nur noch 
etwas", meint er qualitativ und quantitativ wenig. Diese Angabe deckt sich mit den 
Gutachterschlussfolgerungen zur Arbeitsunfähigkeit (act. 03.1.VI.26, S. 25, 26 Ziff. 
7; act. 03.1.VI.26, Konsilium Jeger S. 5; act. 03.1.VI.14, S. 18-23). Das Ausmass 
der Invalidität ist letztlich eine medizinische Schätzung, welche die konkret aus-
geübten beruflichen Tätigkeiten des Geschädigten mit einzubeziehen hat (Brehm, 
a.a.O., N 63 zu OR 46). Dass sich die Gutachter daran gehalten haben, ist ange-
sichts des ihnen zur Verfügung stehenden umfangreichen Materials manifest und 
kommt auch in ihren Berichten zum Ausdruck (Gutachten D., act. 03.1.II. S. 8/15; 
Gutachten MEDAS, act. 03.1.VI.26 S. 5/7/14/22; Gutachten Haefliger, act. 03.1.II.8 
S. 7f.).

gg. Gemäss Berufungsklägerin soll auffällig sein, dass die anfänglich stark 
bewerteten vorbestehenden körperlichen Beschwerden (HWS-Degeneration) im 
Lauf der Zeit in den verschiedenen Gutachten immer mehr an Bedeutung verloren 
haben. Immerhin spreche der Rheumatologe im Gutachten MEDAS von einer "rich-
tunggebenden Verschlimmerung eines asymptomatischen Degenerationsprozes-
ses" (act. 03.1.VI.26, Konsilium Jeger, S. 5). Dieser Experte gehe somit vom Vor-
zustand als mitwirkender Ursache des heutigen Beschwerdebilds aus. Die Feststel-

2

lung im angefochtenen Urteil, wonach es die Experten als unwahrscheinlich 
beurteilten, dass die HWS-Degeneration das heutige Beschwerdebild ausgelöst 
hätte, sei keine Antwort auf die Frage, ob der Vorzustand Teilursache sei. Eine sol-
che finde sich im Gutachten MEDAS nicht. Zunächst ist richtig zu stellen, dass der 
Kläger gar nie vorbestandene körperliche Beschwerden hatte. Diagnostiziert sind 
physiologische Veränderungen an der HWS – erfahrungsgemäss ein Phänomen, 
von dem ein signifikanter Teil der Generation über 50 betroffen ist. Das ist alles. X. 
hatte vor dem Unfall keine Beschwerden und die HWS-Degeneration wäre wahr-
scheinlich auch künftig asymptomatisch geblieben, wobei davon auszugehen ist, 
dass diese Prognose unter Berücksichtigung der konkret ausgeübten beruflichen 
Tätigkeit getroffen wurde. Dass das Gutachten MEDAS keine Teilursächlichkeit der 
vorbestandenen HWS-Degeneration für das heutige Beschwerdebild festgestellt hat 
(act. 03.1.VI.26, S. 26 Ziff. 5), wurde bereits vorstehend dargelegt.

hh. Die Berufungsklägerin wirft der Vorinstanz Widersprüchlichkeit vor, in-
dem sie für die Frage der Auswirkungen der vorbestandenen HWS-Degeneration 
auf das Gutachten D. abgestellt habe, anschliessend jedoch der Folgerung dieses 
Gutachters, dass (nur) eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit vorliege, nicht gefolgt sei. 
Entgegen der Berufungsklägerin besteht die Vorgehensweise bei der Feststellung 
des Sachverhalts nicht darin, von einer vollen oder halben Arbeitsunfähigkeit "aus-
zugehen" und das Bezirksgericht hat diesbezüglich nichts unterstellt. Mehrere Gut-
achten können bei gleichen klinischen Befunden und Ursächlichkeiten zu anderen 
Schlüssen hinsichtlich der Arbeitsunfähigkeit gelangen. Oder mit anderen Worten, 
die umfangmässige Feststellung der vorhandenen Beschwerden (Symptomatik) 
und der daraus resultierenden Arbeitsunfähigkeit ist unabhängig von den Ursachen; 
die Beschwerden werden nicht geringer, wenn die Ursachen nicht festgestellt wer-
den können oder teilweise woanders liegen.

c. Mit der wiederholten Bemerkung, es lägen (bloss) zwei neutrale medi-
zinische Gutachten vor, wird stillschweigend das psychiatrische Gutachten Haefli-
ger als parteiisch qualifiziert und damit implizite seine Beweistauglichkeit in Abrede 
gestellt. Das ist zurückzuweisen. Es mag sein, dass einem vom Gericht in Auftrag 
gegebenen Gutachten die Vermutung erhöhter Objektivität zukommt. Für den Be-
weiswert eines Sachverständigengutachtens ist indessen grundsätzlich allein sein 
Inhalt massgebend (Fachlichkeit, umfassende Untersuchung, Begründung, Schlüs-
sigkeit, Objektivität etc.). Die Herkunft von Fachmeinungen, ihre unterschiedlichen 
Bezeichnungen und die Auftragslage bei ihrer Einholung können nicht allein ent-
scheidend beziehungsweise vorentscheidend sein. Insbesondere haften einem 

2

Gutachten, das selbständig von einer Partei eingeholt und ins Verfahren einge-
bracht wird, nicht a priori Zweifel an, weil es einseitig initiiert wurde. Sachliche Ar-
gumente gegen das psychiatrische Gutachten Haefliger bringt die Berufungskläge-
rin nicht vor. 

Das Gutachten Haefliger ist umfassend und ausgewogen. Anzeichen, dass 
die Objektivität des allein vom Kläger beauftragten und bezahlten Experten getrübt 
sein könnte, sind weder aus dem Gutachten selbst noch extern ersichtlich. Dieses 
Gutachten kann somit ebenfalls in die Beweiswürdigung mit einbezogen werden.

d. Der Fallgruppe, bei der eine hypothetische Ursache (hier die HWS-
Degeneration) bei Eintritt der realen Ursache (hier der Unfall) zwar vorhanden, aber 
noch nicht wirksam ist, können nach Rey (a.a.O., Rz 604 ff., 610 f.) bestimmte Er-
scheinungsbilder der konstitutionellen Prädisposition zugeordnet werden, falls diese 
im Zeitpunkt des Eintritts der realen Ursache zwar anlagemässig schon vorhanden 
war, jedoch noch nicht wirksam geworden ist, das heisst noch keinen Schaden der 
nun durch die reale Ursache eingetretenen Art bewirkt hätte. Diesfalls kann die hy-
pothetische Kausalität bei der Schadensberechnung oder der Schadenersatzbe-
messung dann berücksichtigt werden, wenn derjenige, der die reale Ursache zu 
vertreten hat, beweisen kann, dass die Wirkungen der anlagemässig vorhandenen 
hypothetischen Ursache in absehbarer Zeit eingetreten wären. Dieser Beweis ist 
vorliegend gescheitert, beziehungsweise es ist der Beweis des Gegenteils erbracht. 
Die HWS-Degeneration war im Unfallzeitpunkt nicht wirksam und es war unwahr-
scheinlich, dass sie in absehbarer Zeit wirksam geworden wäre (Gutachten D., act. 
03.1.II.2 S. 15; Gutachten MEDAS, act. 03.1.VI.26 S. 26). Die Anlage war zwar vor-
handen und mochte grundsätzlich auch Eignung zur Herbeiführung des nachmalig 
eingetretenen Schadens haben, aber der nachmalig eingetretene Schaden war 
nicht gleichsam aus ihr vorprogrammiert.

e. Nach Auffassung der Zivilkammer ergibt sich kein anderes Resultat, 
wenn man die vorliegende Kontroverse um die konstitutionelle Prädisposition auf 
der Ebene der rechtlichen Adäquanz eines als gegeben anzusehenden natürlichen 
Kausalzusammenhangs behandelt. Die konstitutionelle Prädisposition ist eine be-
sondere Art des Zufalls und kann unter den für den Zufall geltenden Voraussetzun-
gen zur Herabsetzung des Schadenersatzes führen. Wenn die Prädisposition eine 
adäquate, also nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Le-
benserfahrung an sich geeignete Teilursache für die Unfallfolgen ist und der Ge-
schädigte für sie einstehen muss, kann sie vom Richter berücksichtigt werden. Nach 

2

Oftinger/Stark (Schweizerisches Haftpflichtrecht, Allgemeiner Teil, Bd. I, Zürich 
1995, § 3 Rz 99) mag dies ausnahmsweise geboten sein, wenn eine kleine haf-
tungsbegründende Ursache zu einem ausserordentlich schweren Schaden geführt 
hat. Diese Konstellation ist vorliegend nicht gegeben, ist doch der Unfall nicht eine 
"kleine haftungsbegründende Ursache". Meistens ist nicht geboten, den Geschä-
digten für seine Prädisposition, die eine Teilursache darstellt, einstehen zu lassen, 
denn wer widerrechtlich einen gesundheitlich geschwächten Menschen verletzt, hat 
kein Recht darauf, so gestellt zu werden, als ob er einen gesunden geschädigt hätte. 
Die Berücksichtigung der Prädisposition als Teilursache und damit als Grund zur 
Reduktion des Schadenersatzes kommt daher nur in den seltensten Fällen in Be-
tracht. Insoweit der für den Schaden Verantwortliche durch eine Haftpflichtversiche-
rung gedeckt ist, dürfte dies nie der Fall sein, es sei denn die Prädisposition sei so 
schwer, dass sie jederzeit unter relativ alltäglichen Nebenbedingungen zum glei-
chen Schaden führen kann (Oftinger/Stark, a.a.O., § 3 N 100). Die Gutachten lassen 
keinen Zweifel daran: Die vorbestandene HWS-Degeneration war nicht so schwer, 
dass sie jederzeit unter relativ alltäglichen Nebenbedingungen zu einem vergleich-
baren Schaden wie durch den Unfall führen konnte. 

Die ausservertragliche Haftpflicht setzt voraus, dass zwischen dem schädi-
gendem Verhalten und dem zu ersetzenden Schaden nicht nur ein natürlicher, son-
dern auch ein adäquater Kausalzusammenhang besteht (BGE 123 III 110 E. 2 und 
3; 107 II 269 E. 3). Hinsichtlich der Adäquanz wird bei der konstitutionellen Prädis-
position danach unterschieden, ob das vorbestehende Leiden voraussichtlich unab-
hängig vom Unfallereignis später zum Schaden geführt hätte oder ob es sich ohne 
den Unfall voraussichtlich nicht schädigend ausgewirkt und nur in Verbindung mit 
diesem den tatsächlich eingetretenen Schaden bewirkt oder vergrössert hat. Im ers-
ten Fall kann dem Anteil der konstitutionellen Prädisposition an der Kausalität im 
Rahmen von Art. 44 Abs. 1 OR Rechnung getragen werden. Im zweiten Fall bleibt 
dagegen der Schädiger auch dann voll verantwortlich, wenn der krankhafte Vorzu-
stand den Eintritt des Schadens begünstigt oder dessen Ausmass vergrössert hat. 
Diesfalls besteht selbst bei singulären Auswirkungen kein Grund, sie vom Begriff 
des adäquaten Kausalzusammenhangs von vornherein auszuschliessen, hiesse 
dies doch, den Geschädigten seine Schwächen selber entgelten zu lassen, als ob 
der Schädiger sich den Gesundheitszustand des Opfers aussuchen könnte (HAVE 
2002 S. 302 f., mit zahlreichen Hinweisen). Diese Grundsätze sind in einem späte-
ren Urteil vom Bundesgericht bestätigt worden (Urteil 4C.416/1999 vom 22.2.2000 
E. 2c/aa, abgedruckt in Pra 2000 Nr. 154 S. 920 ff.). Damit soll das Bundesgericht 
der Forderung Rechnung getragen haben, dass eine konstitutionelle Prädisposition 

https://swisslex.westlaw.com/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=BGEx123xIIIx110_115&AnchorTarget=E3
https://swisslex.westlaw.com/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=DEx220xA44&AnchorTarget=
https://swisslex.westlaw.com/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=DEx220&AnchorTarget=

2

keinen Kürzungsgrund i.S.v. OR 43/44 mehr darstelle, womit folglich "die unselige 
Frage, inwieweit die Unfallfolgen dem Konstitutionsmangel [Prädisposition] anzu-
lasten seien, entfalle" (HAVE 2002 S. 303 unter Hinweis auf Weber, Zurechnungs- 
und Berechnungsprobleme bei der konstitutionellen Prädisposition, SJZ 85, 1989, 
S. 82). Dass das Bundesgericht damit die Anwendung von Art. 44 OR in jenen Fäl-
len ausschliesst, in denen sich die Prädisposition ohne den Unfall voraussichtlich 
nicht schädigend ausgewirkt und nur in Verbindung mit diesem den tatsächlich ein-
getretenen Schaden bewirkt oder vergrössert hat, ist allerdings zweifelhaft (HAVE 
2002 S. 387), kann aber offen bleiben. Da es sich bei der Gesetzesvorschrift von 
Art. 44 OR um eine Kann-Bestimmung handelt, beruht der Entscheid auf dem Er-
messen des Richters, der sein Urteil nach Recht und Billigkeit (Art. 4 ZGB) zu treffen 
hat. Das hauptsächliche Bestreben jeder auf Billigkeit gegründeten Rechtsanwen-
dung ist es, dem Einzelfall gerecht zu werden. So beruht der Billigkeitsentscheid auf 
richterlichem Ermessen, bei dessen Ausübung alle wesentlichen Umstände des 
Einzelfalls zu berücksichtigen sind. Eine Reduktion der Schadenersatzbemessung 
ist angebracht, wenn es unbillig erschiene, den Schädiger zum Ersatz des gesam-
ten Schadens zu verpflichten. In Fällen, wie dem vorliegenden, in denen sich der 
krankhafte Vorzustand ohne das schädigende Ereignis voraussichtlich überhaupt 
nicht ausgewirkt hätte, wird die konstitutionelle Prädisposition des Geschädigten für 
sich allein in der Regel nicht genügen, um zu einer Herabsetzung des Ersatzan-
spruches zu führen. Vielmehr müssen weitere Umstände hinzutreten, welche es als 
unbillig erscheinen liessen, den Haftpflichtigen mit dem Ersatz des gesamten Scha-
dens zu belasten. Als mögliche, also nicht abschliessend aufgezählte Gesichts-
punkte für das Vorliegen von Umständen, welche eine vollumfängliche Ersatzpflicht 
als unbillig erscheinen lassen, kommen beispielsweise eine dem Geschädigten zu-
rechenbare Gefahrenexponierung, eine sich besonders ungünstig auswirkende 
Vorbelastung des Geschädigten und die Grösse des Verschuldens des Haftpflichti-
gen in Betracht. Eine vollumfängliche Ersatzpflicht des Schädigers erscheint regel-
mässig dann als unbillig, wenn zwischen dieser und der Gewichtung der Schadens-
anlage des Geschädigten ein Missverhältnis besteht. Dieses kann somit als aus-
schlaggebendes Kriterium für den Billigkeitsentscheid bezeichnet werden (vgl. die 
Betrachtungen in HAVE 2002 S. 385-387 zu den Bundesgerichtsurteilen 
4C.416/1999 vom 22.2.2000=Pra 2000 Nr. 154 und 4C.215/2001 vom 15.1.2002). 
Der Gedanke, dass sich X. mit seiner asymptomatischen HWS-Degeneration in 
leichtfertiger Art und Weise einer Gefahr ausgesetzt hat, indem er ein Fahrzeug 
lenkte, wäre weit hergeholt. Seine Vorbelastung war nicht besonders ungünstig. Die 
rheumatologischen und neurologischen Gutachten lassen kaum Zweifel offen: Falls 
überhaupt ein Beitrag des Vorzustandes besteht, dann nur in sehr geringem Masse. 

https://swisslex.westlaw.com/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=DEx220xA43&AnchorTarget=

2

Ein Vorzustand ist aber erst dann ersatzmindernd zu berücksichtigen, wenn ihm im 
Vergleich zur schädigenden Handlung eine gewisse Bedeutung zukommt und er zur 
unfallbedingten Vermögenseinbusse zumindest mehr als nur geringfügig beigetra-
gen hat (HAVE 2002 S. 386). Hinweise, die auf ein reduziertes Verschulden der 
Schädigerin S., für welches die Beklagte einzustehen hat, schliessen lassen, gibt 
es nicht. Andere Momente, deren Prüfung auf eine Zurechenbarkeit sich lohnte, sind 
nicht ersichtlich und werden nicht geltend gemacht. 

Soweit eine geringe natürliche Kausalität der HWS-Degeneration vorläge, 
wäre sie rechtlich inadäquat und bildete insofern auch keinen Grund den Schadens-
ersatz gestützt auf Art. 44 OR zu kürzen. Allenfalls ist in Anwendung besagter Norm 
festzustellen, dass Anhaltspunkte fehlen, die auf ein unbilliges Missverhältnis zwi-
schen vollumfänglicher Ersatzpflicht und der beim Kläger heute bestehenden Scha-
denslage hindeuten. Beim adäquaten Kausalzusammenhang handelt es sich um 
eine Generalklausel, die im Einzelfall durch das Gericht gemäss Art. 4 ZGB nach 
Recht und Billigkeit konkretisiert werden muss. Die Beantwortung der Adäquanz-
frage beruht somit auf einem Werturteil. Es muss entschieden werden, ob eine un-
fallbedingte Störung billigerweise noch dem Schädiger oder Haftpflichtigen zuge-
rechnet werden darf (BGE 123 III 110 E. 3). Es ist die im Einzelfall billige, eben 
adäquate Zurechnungsentscheidung zu fällen. Nach der Adäquanztheorie ist vor-
liegend die vollständige Zurechnung der klägerischen Beschwerden zu den Unfall-
folgen die sich nach Recht und Billigkeit aufdrängende Lösung. Die Berufungsklä-
gerin haftet somit voll.

f. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass entgegen der Berufungsklä-
gerin keiner der Gutachter die vorbestandene Degeneration der HWS als mitwirken-
den Faktor im Sinne einer Teilursache für die 100%ige Arbeitsunfähigkeit berück-
sichtigt hat. Ihr kommt weder eine hypothetische Kausalität noch eine effektive Teil-
kausalität zu; es ist sehr unwahrscheinlich, dass sie Mitursache für die Beschwer-
den und die medizinische Arbeitsunfähigkeit ist. Damit ist sie inexistent. Die medizi-
nischen Gutachter sind verständlicherweise zurückhaltend mit Feststellungen, dass 
bestimmte Krankheitszeichen absolut ausschliesslich auf eine Ursache zurückzu-
führen sind. Angesichts der letztlich beschränkten empirischen Messbarkeit ist im 
Haftpflichtrecht eine solche kaum zu erreichende Sicherheit beweismässig indes-
sen auch nicht erforderlich. Die blosse Möglichkeit eines natürlichen Kausalzusam-
menhangs genügt nicht (Rey, a.a.O., N 518b mit Hinweisen auf die Rechtspre-
chung). Auch wenn ein Personenschaden zu beurteilen ist, genügt dieser geringe 
Wahrscheinlichkeitsgrad nicht, um eine Teilkausalität des Vorzustandes anzuneh-

2

men (Brehm, a.a.O., N 117 zu OR 41). Hat kein Vorzustand des Klägers mit Krank-
heitswert den Eintritt des Schadens begünstigt oder in seinem Ausmass vergrös-
sert, haftet die Beklagte voll. Wäre gleichwohl eine geringe Teilkausalität des Vor-
zustandes anzunehmen, müssten die bei der Anwendung von Art. 44 OR zu ma-
chenden Billigkeitsüberlegungen den Richter zum gleichen Ergebnis führen.

Die Berufungsklägerin bemängelt zwar, dass die Vorinstanz die vorbestan-
dene HWS-Degeneration nicht als Teilursache schadenersatzmindernd im Sinne 
von Art. 44 OR berücksichtigt hat. Abgesehen von den vorstehend behandelten Rü-
gen, die stets im Zusammenhang mit der behaupteten Teilkausalität stehen, bestrei-
tet sie die aus dem Gutachten MEDAS hervorgehende 100%-ige medizinische Ar-
beitsunfähigkeit, von welcher die Vorinstanz als bewiesener Tatsache ausgegangen 
ist, nirgends substantiiert. Namentlich stellt sie sich nicht eventualiter auf den Stand-
punkt, auch bei gänzlicher Verneinung unfallfremder Teilursachen im Sinne des 
Gutachtens MEDAS betrage die Arbeitsunfähigkeit weniger als die dort geschätzten 
100%, oder es sei diesbezüglich das Gutachten D. mit einer 50%igen Arbeitsun-
fähigkeit schlüssiger als das MEDAS Gutachten. Von einer medizinisch-theoreti-
schen Arbeitsunfähigkeit von 100 % ist daher auszugehen (zur rechtlich zumutbaren 
Resterwerbsfähigkeit vgl. hinten Erwägung 5.d). 

4. Wirtschaftlicher Schaden

Art. 46 Abs. 1 OR gibt dem Verletzten bei Körperverletzung Anspruch auf 
Ersatz der Kosten, sowie auf Entschädigung für die Nachteile gänzlicher oder teil-
weiser Arbeitsunfähigkeit, unter Berücksichtigung der Erschwerung des wirtschaft-
lichen Fortkommens. Ersatz ist zu leisten, sofern und soweit dem Verletzten wirt-
schaftliche Nachteile aus der Verletzung erwachsen.

a. Hauptschadensposition ist vorliegend die wirtschaftliche Einbusse als 
Restaurantbetreiber. Der Schaden ist grundsätzlich auf den Zeitpunkt des Urteils zu 
berechnen (Art. 46 Abs. 2 OR). Gemeint ist das Urteil derjenigen Instanz, bei wel-
cher prozessual noch neue Tatsachen vorgebracht oder berücksichtigt werden kön-
nen. Rechnungstag ist somit der Tag des bezirksgerichtlichen Urteils (12. November 
2002). Dabei wird der Schaden bis zum Urteilstag konkret, das heisst nach seinem 
tatsächlichen Verlauf berechnet. Ab diesem Zeitpunkt kann er nur abstrakt, als eine 
zukünftige hypothetische Entwicklung beurteilt werden (BGE 116 II 295 E. 3.a.aa). 
Mit einer Hypothese zu arbeiten ist vorliegend indessen auch insofern, als der 
tatsächliche Verdienst bereits beginnend mit der Saison 1998/1999 zufolge unfall-

2

bedingter Geschäftsaufgabe nicht mehr bekannt ist. In bezug auf den Selbständi-
genverdienst aus der Restaurantpacht setzt sich der Erwerbsschaden somit zusam-
men aus dem gegenwärtig konkreten Gewinneinbruch in der Zeit zwischen Unfall 
und effektiver Geschäftsaufgabe, dem gegenwärtig hypothetischen Gewinnausfall 
in der Zeit zwischen der Geschäftsaufgabe und dem Urteil sowie dem zukünftig hy-
pothetischen Ausfall in der Zeit zwischen dem Urteil und dem hypothetischen Ende 
der Erwerbstätigkeit wie es ohne Unfall eingetreten wäre.

aa. Vergleichsperiode für hypothetischen Verdienstausfall

Als Ausgangsbasis hat sich die Vorinstanz auf das betriebswirtschaftliche 
Gutachten der T. gestützt, welches anhand der ausgewiesenen Gewinnzahlen der 
7 Saisons 1990/1991-1996/1997 zu einem durchschnittlichen klägerischen Jahres-
bruttoeinkommen von Fr. 192'400.– gelangt ist. 

Dagegen bringt die Berufungsklägerin vor, es bestehe kein Grund von der 
bei Ertragswertberechnungen üblicherweise angewendeten 3-jährigen Referenzpe-
riode (1994/1995-1996/1997) abzuweichen, nachdem die vier Saisons 1994-1998 
sehr konstante Umsatzzahlen von Fr. 800'000.– pro Jahr erbracht hätten. Die Kos-
tenstruktur habe ab 1994/1995 und somit aus unfallfremden Gründen signifikante 
Änderungen erfahren, zum einen wegen der Einführung der Mehrwertsteuer auf den 
1. Januar 1995 und zum anderen wegen der ohnehin notwendigen Aufstockung des 
Personalbestandes. Zudem habe der im Unfallzeitpunkt 56-jährige Kläger statis-
tisch gesehen die Zeit der höchsten Produktivität (zwischen Alter 40 und 55) bereits 
hinter sich gehabt. 

Der Anschlussberufungskläger plädiert dagegen, falls nicht einfach auf das 
von der IV-Stelle angenommene hypothetische Valideneinkommen von Fr. 
222'000.– abzustellen sei, eventualiter für eine Vergleichsperiode von 5 Jahren vor 
dem Unfall (1990-1995). Das gutachterliche Vorgehen, der Verdienstprognose 7 
Saisons zu Grunde zu legen, wobei zwei Saisons in die Zeit nach dem Unfall fielen 
und das Betriebsergebnis 1994/95 schlecht sowie jenes von 1995/96 katastrophal 
ausgefallen sei, führe zu einer systematischen Unterschätzung des beträchtlichen 
Entwicklungspotentials der Skiregion On. und damit des künftigen hypothetischen 
Valideneinkommens. Nichts sei naheliegender, als die Annahme, dass sich das klä-
gerische Einkommen nach dem Unfall gleich entwickelt hätte wie in den fünf Wintern 
zuvor. Damit falle einerseits das historisch schlechte Winter 1995/96 aus der Rech-
nung und es müssten andererseits nicht in mühseliger Kleinarbeit die Saisons nach 

2

dem Unfall durch Aufrechnung unfallbedingter Einkommenseinbussen korrigiert 
werden.

Die Argumente, welche von beiden Seiten gegen die 7-jährige Referenzperi-
ode vorgebracht werden, vermögen nicht zu überzeugen.

aaa. Entgegen der Berufungsklägerin handelt es sich bei der Skistation 
"Ka." nicht um einen üblichen Betrieb, sondern -wie sie andernorts selbst geltend 
macht-  um einen von mehreren, menschlich nicht beeinflussbaren Faktoren stark 
abhängigen Saisonbetrieb. Eigentliche Einbrüche und Spitzenjahre kommen immer 
wieder vor, ist doch namentlich der Schneesport nach wie vor stark witterungsab-
hängig und widerspiegelt das Konsumverhalten im Freizeit- und Tourismusbereich 
teilweise die allgemeine Konjunktur. Nach unwidersprochener Feststellung lebt 
denn auch die Skiregion On. zum grossen Teil nicht von Tagestouristen aus der 
Umgebung sondern von älteren Gästen und Familien aus dem Unterland, die sich 
während den Winterferien vornehmlich in Ferienwohnungen (Parahotellerie) aufhal-
ten (act. 3.1.II.1 S. 5). Die Versicherung will lediglich auf eine Referenzperiode der 
drei Saisons 1994/1995 bis 1996/1997 -den schlechtesten seit 1990-  abstellen. Die-
ser im speziellen Fall willkürlich anmutenden Auswahl ist nicht zu folgen. Denn da-
mit würden nicht nur mehrheitlich (2 von insgesamt 3) Jahresergebnisse berück-
sichtigt, welche nach dem schädigenden Ereignis erzielt wurden, was bereits frag-
würdig ist, sondern auch zwei atypisch schlechte Saisons. Der Rückgang des Brut-
toeinkommens von Fr. 260'000.– im Jahre 1993/94 auf Fr. 146'000.– (1994/95) und 
auf Fr. 100'000.– (1995/96) war sehr gross, bevor es in der folgenden Saison wieder 
auf 157'000.– stieg. Der Einbruch war eine Folge katastrophaler Schneeverhält-
nisse und schlechter Witterungsbedingungen an den Wochenenden. Der Pächter 
eines solchen Betriebs hat erfahrungsgemäss wohl zwischendurch ein schlechtes 
Jahr hinzunehmen; andererseits ist es aus der gleichen Erfahrung kein Dauerzu-
stand. Das Phänomen solch kaum beeinflussbarer und vorhersehbarer Schwankun-
gen wird am geeignetsten durch eine grössere Vergleichsperiode ausgeglichen; mit 
ihr wird die Bedeutung atypischer Jahre  -sei es zu Gunsten und/oder zu Lasten des 
Geschädigten-  gemildert und somit die Ertragswertschätzung objektiviert. Ange-
sichts der gegebenen betrieblichen Eigenart von "Ka." geht das Argument der Ver-
sicherung, in der heutigen Zeit sich schnell wandelnder Unternehmenswerte sei im 
Regelfall auf eine dreijährige Referenzperiode abzustellen und das letzte Jahre 
stärker als frühere Jahre zu gewichten (z.B. dreifache Gewichtung des letzten Jah-
res, doppelte Gewichtung des vorletzten Jahres und einfache Gewichtung des dritt-
letzten Jahres), an der Sache vorbei.

2

bbb. Die Berufungsklägerin hält dafür, durch die Einführung der Mehrwert-
steuer und die laut Gutachten zwecks optimaler Betreuung der Kunden notwendi-
gerweise erfolgte Personalaufstockung (mit umsatzunabhängigen Mehrkosten von 
Fr. 50'000.– pro Saison) habe die Saison 1994/1995 eine signifikante und bleibende 
Zäsur in der Kostenstruktur zum Nachteil des Klägers erfahren. Die Idee, dass die 
Personalkosten dauernd umsatzunabhängig sein sollen, ist nicht ernst zu nehmen. 
Kundenorientiert war nach der betriebswirtschaftlichen Einschätzung der T. 
1994/1995 angezeigt, die optimale Betreuung der Gäste durch Personalaufsto-
ckung zu erhalten. X. kannte persönlich hunderte von Stammgästen (act. 03.1.VI.26 
S. 14), worauf zum nicht unterschätzenden Teil sein Erfolg beruhte.  Es wäre  -
suboptimal-  wohl auch mit einer angespannten Personalsituation gegangen. Dass 
die Massnahme gleichwohl ergriffen wurde, zeigt, dass sie zumindest teilweise auch 
zur Erhaltung des unbestrittenermassen vorhandenen guten Rufes diente und in 
diesem Umfang einer Vorinvestition in eine allfällige Umsatzsteigerung gleich kam, 
beziehungsweise es hätten mit ihr (ohne weitere Aufstockung) in gewissem Mass 
eine künftige Umsatzsteigerung abgefangen werden können.

ccc. Unerspriesslich ist sodann der Einwand der Versicherung, der im Zeit-
punkt des Unfalls (1995) 56 Jahre alte Kläger habe damals die Zeit der grössten 
Aktivität und der höchsten Produktivität, welche statistisch gesehen im Alter zwi-
schen 40 und 55 erreicht werde, bereits hinter sich gehabt, weshalb bei der Festle-
gung des künftigen Einkommensverlustes nicht einfach auf die letzten sieben Jahre 
vor dem Unfall zurückgegriffen werden dürfe. Dabei übersieht sie, dass zwei der in 
der 7-jährigen Referenzperiode (1990/1991-1996/1997) enthaltenen Jahre in die 
Zeit der von ihr behaupteten statistisch rückläufigen Produktivität fallen, womit diese 
de facto teilweise berücksichtigt wäre. Das schweizerische Haftpflichtrecht steht fer-
ner auf dem Boden der konkreten Schadensberechnung. Den persönlichen Verhält-
nissen des Geschädigten, seinen besonderen Eignungen und Schwächen ist Rech-
nung zu tragen (Brehm, a.a.O., N 39/56/88 zu OR 46). Abstrakte statistische Werte 
des gesamten Bevölkerungsdurchschnitts haben zurückzutreten, wo für eine Pro-
gnose konkrete Anhaltspunkte Abweichendes nahelegen. Der Kläger war 1995 gu-
ter Gesundheit. Angesichts seiner vielseitigen Aktivitäten, seiner erwiesenermassen 
ausgeprägt leistungsorientierten Einstellung und des Umstandes, dass er seinen 
Betrieb rationell eingerichtet hatte (unterdurchschnittliche Betriebskosten, vorteil-
haftes Verhältnis von Selbstbedienungs- und Bedienungsrestaurant), kann guten 
Gewissens davon ausgegangen werden, dass seine Produktivität im Zeitraum nach 
1995 noch für einige Jahre ungebrochen geblieben wäre. Gegen diesen, aus kon-
kreten Anhaltspunkten gezogenen Schluss kommt eine abstrakte Statistik nicht auf.

2

Unter Berücksichtigung aller massgeblichen Aspekte lässt sich somit am 
ehesten die Prognose vertreten, dass sich künftig an dem im langjährigen Durch-
schnitt erzielten Ertrag (Umsatz - Aufwand) nichts wesentlich geändert hätte.

ddd. Der Anschlussberufungskläger wendet sich seinerseits gegen die 7-
jährige Vergleichsperiode mit dem Argument, dies führe zu einer systematischen 
Unterschätzung des hypothetischen Valideneinkommens. Zwei dieser Jahre fielen 
in die Zeit nach dem Unfall, wobei 1994/95 (-21 %) schlecht und 1995/96 gar kata-
strophal (weiterer Einbruch um 33 % auf weniger als die Hälfte des Mehrjahres-
durchschnitts) ausgefallen sei. Damit ist er nicht zu hören, weil er auch in Zukunft 
mit mässigen beziehungsweise einem ausnehmend schlechten Jahr zu rechnen 
hätte.

eee. Schliesslich wird gerügt, diese Auswahl der 7-jährigen Bezugsperiode 
trage dem Umstand keine Rechnung, dass die Bergbahnen On. heute auch die Tal-
piste beschneiten, weshalb derart schlechte Frequenzzahlen der Vergangenheit an-
gehörten. Die Beschneiung der Talpiste wird nicht unter Beweis gestellt, ist aber 
vorallem eine neue, erstmalig im Berufungsverfahren erhobene tatsächliche Be-
hauptung. Darauf ist angesichts der strengen erstinstanzlichen Eventualmaxime be-
ziehungsweise des Novenverbots im Rechtsmittelverfahren nicht einzugehen.

fff. Der Berufungskläger will auf eine 5-jährige Vergleichsperiode vor dem 
Unfall abstellen, denn nichts sei naheliegender als die Annahme, dass sich das klä-
gerische Einkommen nach dem Unfall gleich entwickelt hätte, wie in den fünf Win-
tern vor dem Unfall. Mit dieser Grundlage fiele einerseits das historisch einmalig 
schlechte, katastrophale Winterjahr 1995/96 aus der Rechnung und es müssten 
nicht in mühseliger Kleinarbeit die Saisons nach dem Unfall durch Aufrechnung un-
fallbedingter Einkommenseinbussen korrigiert werden. Dieses Vorgehen dränge 
sich schliesslich auch angesichts der gutachterlichen Feststellungen zum Ausbau 
der Infrastruktur und Entwicklungspotential der Skiregion On. auf. Angesichts des-
sen sei die Annahme naheliegend, dass das durchschnittliche Betriebsergebnis in 
den fünf Wintern vor dem Unfall von rund Fr. 218'000.– auch die künftige Entwick-
lung ohne Unfall widerspiegele. Mit grosser Wahrscheinlichkeit habe die IV-Stelle, 
die bei der Ermittlung des hypothetischen Valideneinkommens regelmässig auf die 
Einkommensverhältnisse vor dem massgebenden Ereignis abstelle und diese no-
minallohnindexiere, ebenfalls die Jahre vor dem Unfall als Basis genommen und 
daraus ein künftiges Valideneinkommen von Fr. 222'000.– aufgerechnet.

2

Aussagen über die künftige Entwicklung eines Unternehmens sind vorlie-
gend ein notwendiger Schritt auf dem Weg zur Feststellung des wirtschaftlichen 
Schadens. Der Richter hat so konkret wie eben möglich zu prognostizieren. Um-
stände, die für eine Erhöhung oder Verringerung des aktuellen Verdienstes spre-
chen, müssen wahrscheinlich sein (BGE 129 III 141 E. 2.2). Ebensowenig wie es 
überzeugt, zum offenbaren Nachteil des Klägers bloss 3 und darunter die 2 schlech-
testen der vergangenen Jahre für die Zukunftsvoraussage zu berücksichtigen, ist 
angezeigt, zu seinem Vorteil zu spekulieren, indem nur eine begrenzte Periode von 
guten bis sehr guten Jahren herausgepickt wird. Angesichts der Ertragsschwankun-
gen, denen ein Restaurant in einem Skigebiet erfahrungsgemäss stark ausgesetzt 
ist, kann zwar auch die von der Berufungsklägerin propagierte Regel, dass auf die 
aktuellsten vorliegenden Betriebsergebnisse, also jene der eben abgelaufenen Vor-
jahre, abzustellen und dabei das letzte Jahre am stärksten, das zweitletzte am zweit-
stärksten usw. zu gewichten ist, nicht greifen. Eine höhere Aktualität eines Betriebser-
gebnisses spricht im Speziellen nur bedingt für mehr Zuverlässigkeit bei der Pro-
gnose. 

Die Anwendung einer 5-jährigen Vergleichsperiode vor dem Unfall wird klä-
gerseits unter anderem damit begründet, dass so das historisch einmalige 
schlechte, katastrophale Winterjahr 1995/1996 aus der Rechnung falle. Schlechte 
Schneeverhältnisse in der Saison 1995/1996 können indes nicht dazu führen, vom 
bewährten gutachterlichen Vorgehen abzurücken, dass (auch) auf die letzten vor-
liegenden aktuellen Jahresergebnisse abzustellen ist. Die beiden aktuellsten Jahres-
ergebnisse (1995/1996 und 1996/97, beide nach dem Unfall) mit zu berücksichti-
gen drängt sich vorliegend um so mehr auf, als nach unbestrittener gutachterlicher 
Feststellung der Unfall von X. keinen direkten Einfluss auf den Rückgang der Um-
sätze hatte (zu den indirekten Einflüssen vgl. nachstehende Erwägung bb.). Mit un-
terschiedlichen Schneeverhältnissen  -auch einer singulär "katastrophalen" Saison-  
muss der Betrieb eines Skirestaurants schlicht rechnen. Früher schon kam es zu 
Umsatzeinbrüchen und auch künftig wird es solche geben. Ein Restaurationsbetrieb 
in einem Skigebiet ist externen, das heisst unternehmerisch nicht beeinflussbaren Ur-
sachen sehr stark ausgesetzt. Diesem freiwillig eingegangenen Betriebsrisiko hat der 
Richter bei der Verdienstprognose angemessen Rechnung zu tragen. An der erfah-
rungsgemäss bestehenden Wahrscheinlichkeit, dass in den kommenden Jahren ab 
1998 wieder einmal ein schlechtes Tourismusjahr eintreten wird, führt jedenfalls 
kein Weg vorbei.

bb. Aufrechnungen unfallbedingter Zusatzaufwendungen

2

Gemäss Gutachten T. wurde  das Bruttoeinkommen des Klägers in den 7 
Saisons von 1990/91 bis und mit 1996/97 ermittelt und daraus ein Durchschnitts-
einkommen von gerundet Fr. 192'400.– errechnet (kumuliert Fr. 1'347'182.– ÷ 7; 
act. 03.1.II.1, S. 7 und Anhang 2). Die Vorinstanz hat das relevante jährliche Brut-
toeinkommen durch Aufrechnungen von Mehrvergütungen an Frau X. für die Ge-
schäftsführung des Gastbetriebes in der Saison 1996/1997 (Fr. 21'000.–) sowie des 
zusätzlichen Gewinns der Schneebar auf "Ka." für die Saison 1996/1997 (Fr. 
4'000.–) um jährlich durchschnittlich Fr. 3'642.80 (Fr. 25'100.– ÷ 7) auf Fr. 
196'042.80 angehoben.

aaa. Die Berufungsklägerin macht geltend, die Aufrechnung von Mehrver-
gütungen an Frau X. und des Gewinnausfalls für die Schneebar seien nicht sach-
gerecht. Das Gutachten T. habe die nicht marktgerechte Vergütung von Frau X. in 
der Saison 1995/1996 mit Fr. 14'000.– und 1996/1997 mit Fr. 6'500.– veranschlagt 
hat und das durchschnittliche Bruttoeinkommen des Klägers von rund Fr. 192'400.– 
ohne Berücksichtigung der zusätzlichen Vergütungen an Frau X. errechnet. Die 
Berücksichtigung der zusätzlichen Vergütungen an die Ehefrau des Klägers hätte 
zu einer Reduktion des Geschäftserfolgs und damit des klägerischen Einkommens 
geführt. In der Finanzbuchhaltung werde lediglich in der Saison 1996/1997 ein 
"Lohn Frau X.-C." von Fr. 39'514.– geführt, gegenüber Fr. 24'000.– in der Vorsaison 
1995/1996. Es ist festzustellen, dass die Berufungsklägerin über die tatsächlichen 
Grundlagen im Gutachten irrt. Es gilt einerseits die vom Gutachter als "marktgerecht 
zu veranschlagenden Mehrleistungen an Frau X." von geschätzten Fr. 14'000.– (für 
1995/96) und Fr. 6'500.– (für 1996/97), welche eine Hypothese beziehungsweise 
einen gutachterlichen Vorschlag darstellen, da sie effektiv nicht ausbezahlt wurden, 
und die tatsächlich erfolgten Lohnerhöhungen an Frau X. andererseits zu unter-
scheiden. Entgegen der Auffassung beider Parteien hat die Vorinstanz die gutach-
terliche Hypothese, der Kläger hätte seine Ehefrau für die beiden Saisons nach dem 
Unfall mit Fr. 14'000.– (für 1995/96) und Fr. 6'500.– (für 1996/97) höher entschädi-
gen müssen, als er dies tatsächlich getan hat  -eine Lohnerhöhung ist zwar erfolgt, 
sie war nach gutachterlicher Einschätzung jedoch nicht hoch genug-  bei der Auf-
rechnung für die Bestimmung des hypothetischen Einkommens ab 1998/99 nicht 
berücksichtigt. Sie hat sich ausschliesslich an die tatsächlich erfolgten Lohner-
höhungen (Bruttolohn 1996/97 Fr. 44'500.– abzüglich durchschnittlicher Bruttolohn 
der Vorjahre Fr. 23'400.– = Fr. 21'100.–) gehalten (act. 03.1.VIII.1, S. 15), woran 
auch im Berufungsverfahren nichts zu ändern ist. Die Rüge, es habe eine Erhöhung 
des klägerischen Bruttoeinkommens zufolge Berücksichtigung von bloss hypotheti-
schen Lohnzahlungen an Frau X. stattgefunden, ist somit unbegründet. Hinfällig 

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wird damit auch die Rüge, die Vorinstanz erwäge Widersprüchliches, wenn sie im 
vorliegenden Zusammenhang die der Ehefrau des Klägers ausbezahlten tatsächli-
chen Löhne nicht gelten lasse, sondern diese wirtschaftlich aufrechne und hand-
kehrum die von der Beklagten geltend gemachte einfache Gesellschaft zwischen 
den Eheleuten X. verneine und dazu sehr formal auf den Lohn von Frau X. gemäss 
Lohnausweis abstelle. 

Bei der Berechnung des durchschnittlichen Jahresbruttoeinkommens von Fr. 
192'400.– sind die tatsächlich erfolgten Lohnerhöhungen an Frau X., namentlich der 
leicht erhöhte Lohn 1995/1996 (Fr. 24'000.–) und der wesentlich höhere Lohn 
1996/97 von Fr. 39'514.– (act. 03.1.II.1 S. 11, Übersicht Erfolgsrechnungen in An-
hang 2; Quelle waren die Lohnstammblätter von Frau X.) aufwandseitig berücksich-
tigt worden. Was die Berufungsklägerin nun verkennt, ist der Umstand, dass die 
tatsächliche Erhöhung des Lohnes der Ehefrau zu einer Erwerbsminderung beim 
Kläger führte. Da die Lohnerhöhung unfallkausal ist, muss beim hypothetischen Er-
werbseinkommen, wie es ohne den Unfall wäre, logischerweise der Vorgang durch 
Aufrechnung umgekehrt werden. Die effektiven zusätzlichen Lohnaufwendungen 
für Frau X. ab der Saison 1995/1996 waren Folge des schädigenden Ereignisses, 
indem Frau X. Arbeiten übernehmen musste, welche vordem der Kläger gemacht 
hatte. Wenigstens im Umfang der tatsächlich erfolgten Lohnerhöhungen schmälern 
diese den Verdienst des Klägers. Ohne den Unfall hätte der Kläger seiner Ehefrau 
weiterhin den früheren durchschnittlichen Bruttolohn von Fr. 23'400.– bezahlen 
müssen, da sich ihre Funktion im Betrieb ohne den Unfall nicht geändert hätte. Ent-
sprechend wäre das klägerische Einkommen um diesen Differenzbetrag höher aus-
gefallen, weshalb die Vor-instanz zu Recht eine Aufrechnung vorgenommen hat.  

bbb. Die Berufungsklägerin rügt zwar die Aufrechnung des entgangenen 
Gewinns von Fr. 4'000.– aus der Schneebar auf "Ka." als nicht sachgerecht. Eine 
Begründung liefert sie jedoch nicht, so dass sich Erörterungen dazu erübrigen.

ccc. Der Anschlussberufungskläger hält dafür, es sei das Resultat des T. 
Gutachtens dahingehend zu korrigieren, dass das Betriebsergebnis in den Saisons 
1995/96 und 1996/97 je um Fr. 16'000.–, entsprechend dem Saisonlohn eines 
Kochs, angehoben werde. Er habe angesichts seines Unfalls vom Frühsommer 
1995 für die kommende Wintersaison 1995/96 einen zusätzlichen Koch und einen 
weiteren Hilfskoch eingestellt. Dass der Unfall der wesentliche Grund für diese Per-
sonalaufstockung gewesen sei, ergebe sich sowohl aus einer Aktennotiz des Versi-
cherungsvertreters Lutz vom 11. November 1995 als auch aus der Aussage der 

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Zeugin Z. X.. Die gutachterliche Auffassung, die Personalkosten wären bereits in 
der Saison vor dem Unfall gestiegen und hätten auch ohne Unfall im Vergleich zum 
Vorjahr um weitere 6 % zugenommen, sei nicht nachvollziehbar. Die Vorinstanz teile 
die gutachterliche Auffassung, weil die Personalkosten auch nach der Aufstockung 
in der Saison 1994/95 unter dem durchschnittlichen Branchenwert gelegen hätten. 
Diese Schlussfolgerung sei unplausibel und beleidige den Berufungsbeklagten als 
denkenden Menschen und hervorragend wirtschaftenden Unternehmer. Es sei ak-
tenkundig, dass der Umsatz in den sehr guten Wintersaisons 1992/93 und 1993/94 
gegen Fr. 950'000.– gestiegen sei und der Berufungsbeklagte sein Personal auf die 
Saison 1994/95 hin deshalb aufgestockt habe, weil er mit einer weiteren Steigerung 
und Durchbrechung der Millionengrenze gerechnet habe. Dies habe sich aber in-
folge des schlechten Winters als unternehmerischer Fehlentscheid herausgestellt, 
der sich in einer 45%igen Reduktion des Bruttoeinkommens niedergeschlagen 
habe. Unzweifelhaft hätte der Kläger diesen Entscheid aufs nächste Jahr korrigiert 
und sein Personal wieder dem früheren Bestand angepasst, wenn nicht seine ein-
geschränkte Leistungsfähigkeit sogar noch eine zusätzliche Personaleinstellung er-
fordert hätte.

Die Berufungsinstanz kann sich diesen Überlegungen im Resultat nicht an-
schliessen. Dass die Einstellung von mehr Küchenpersonal restlos unfallkausal ge-
wesen sein soll, ist nur die halbe Wahrheit. Auch nach einer ersten Aufstockung auf 
die Saison 1993/94 konnte der Kunde nicht mehr optimal bedient werden, was nicht 
bestritten ist. Dies legen auch die wirtschaftlichen Kennzahlen nahe, nachdem das 
Verhältnis von Umsatz und Personalaufwand 1993/94 mit 20 % weit und nach der 
Aufstockung auf die Saison 1994/95 mit 30 % immer noch leicht unter dem Bra-
chendurchschnitt von 35 % lag (act. 03.1.II.1, S. 11). Die Personalaufstockung wäre 
demnach so oder anders, mit oder ohne Unfall, erfolgt, nicht zuletzt auch um den 
gegebenen Goodwill und die zahlreiche Stammkundschaft zu erhalten. Dass der 
Pächter in der auf das schlechte Jahr 1994/95 folgenden Saison wieder Personal 
abgebaut hätte, ist schon aus diesem Grund nicht ohne weiteres naheliegend. Darü-
berhinaus kann und konnte der Kläger weder generell noch in bezug auf die Saison 
1995/96 jeweilen im Voraus wissen, wie die Schnee- und Wetterverhältnisse und 
damit die Bahn- beziehungsweise Restaurantfrequenzen werden würden. Es ist da-
von auszugehen, dass der Kläger anfangs beziehungsweise schon vor Beginn einer 
Saison den Entscheid treffen musste, wieviel Personal er anstellen wollte, und für 
einen Koch kaum eine Mitte Saison ausbaubare Teilzeitstelle in Betracht kommt. Er 
trug somit weiterhin das unternehmerische Risiko der "Fehlinvestition" beim Perso-
nal. Es besteht wohl ein entsprechendes betriebsspezifisches Risiko; der Haftpflich-

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tige hat dafür aber nicht einzustehen. Eine Aufwandkorrektur drängt sich demzu-
folge unter diesem Aspekt nicht auf.

ddd. Eventualiter macht der Anschlussberufungskläger geltend, angesichts 
der erkennbaren Mängel des T. Gutachtens sollten die von der Invalidenversiche-
rung ermittelten Einkommenswerte übernommen werden. Die IV-Stelle Graubün-
den, welche die Fragen nach dem hypothetischen Valideneinkommen ebenfalls 
habe beantworten müssen und hierzu dank ihren langjährigen erfahrenen Berufs-
berater prädestiniert sei, habe das hypothetische Valideneinkommen auf jährlich Fr. 
222'000.– festgelegt. Das hilft dem Berufungskläger nicht. Denn ob sein zumutbares 
Valideneinkommen bei 190'000 oder 220'000 Franken lag, war für die IV-Rente 
praktisch belanglos. Der Invaliditätsgrad von 66  % für eine ordentliche volle IV-
Rente wird bereits beim unteren Erwerbswert klar überschritten. Zudem dient bei 
der Invalidenversicherung das ohne Gesundheitsschaden zumutbare Erwerbsein-
kommen nur zur Bestimmung des massgeblichen Invaliditätsgrades (vgl. act. 
03.1.V.35-37), wohingegen es bei der privatrechtlichen Haftpflicht direkten Einfluss 
auf den Schadenersatz hat. Der IV-Invaliditätsgrad bestimmt vorab den Rentenan-
spruch in Bruchteilen (1⁄4 , 1⁄2 , 3⁄4 oder voll; Art. 28 IVG) hingegen nicht unmittelbar die 
Rentenhöhe, welche der Altersrente der Alters- und Hinterlassenenversicherung 
entspricht (Art. 37 IVG).

eee. Wolle man weder auf die 5 Saisons vor dem Unfall noch auf die Fest-
stellungen der Invalidenversicherung abstellen, beantragt der Anschlussberufungs-
kläger schliesslich, so seien, quasi als schlechteste Methode, zumindest die gut-
achterlichen Grundlagen und Annahmen korrekt und umfassend zu korrigieren. Auf 
den Seiten 14  ff. der Prozesseingabe habe er ein hypothetisches jährliches Vali-
deneinkommen von Fr. 210'140.– errechnet. Auf die entsprechenden Ausführungen 
werde ebenso verwiesen wie auf das Plädoyer vor der Vorinstanz. Wie eingangs 
dargelegt, muss die Berufungsinstanz einer solchen Globalverweisung nicht weiter 
nachgehen. Mangels in der Berufungsschrift selbst enthaltener Begründung ist dar-
auf nicht weiter einzugehen.

fff. Bei den Aufrechnungen der tatsächlich ausbezahlten Mehrlöhne an 
Frau X., welche erfolgsmindernden Betriebsaufwand des Klägers darstellen, ist 
sachgerecht auf den Bruttolohn abstellen, nachdem die Sozialabgaben ebenfalls 
unfallkausale Erwerbsminderungen darstellen. Eine Inkonsequenz weist das ange-
fochtene Urteil insoweit auf, als die Tatsache unterging, dass bereits 1995/96, im 
ersten Jahr nach dem Unfall, der Lohn der Ehefrau von durchschnittlich Fr. 23'400.– 

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auf Fr. 26'418.–, d.h. um Fr. 3'018.– angehoben wurde. Es ist davon auszugehen, 
dass dies eine Folge des Unfalls beziehungsweise der durch die Ehefrau zu erbrin-
genden Mehrleistungen ist. Logischerweise hätte die Vorinstanz auch diese Loh-
nerhöhung aufrechnen müssen. 

ggg. X. zahlte sich keinen Lohn aus, sondern hatte seinen Verdienst aus-
schliesslich in Form des Betriebsgewinns. Nach der Praxisänderung von BGE 129 
III 135 E. 2.2 ist der Erwerbsausfall in der Phase bis zum vermutenden Eintritt ins 
Rentenalter bloss auf dem Nettolohn zu berechnen, da die geschädigte Person an-
sonsten entgegen einem grundlegenden Prinzip der zivilrechtlichen Haftpflicht übe-
rentschädigt würde, weil er vorzeitig in den Genuss von Beiträgen kommen würde, 
die der Finanzierung der späteren Renten dienen. Dass dies das Ende der Scha-
denkalkulation auf der Basis des Bruttolohns bedeutet (HAVE 2003 S. 50), kann im 
Fall des geschädigten Selbständigerwerbenden indessen nicht gelten. Der Kläger 
hatte keinen (unselbständigen) Lohn sondern (selbständigen) Verdienst. Wurden 
auf letzterem keine Sozialversicherungsbeiträge abgeführt, hat die Zugrundelegung 
des Bruttolohns keine Überentschädigung zur Folge. Im übrigen müsste vorliegend 
bei Anwendung der Nettomethode der so genannte Rentenschaden berechnet wer-
den, der allerdings virtuell bliebe und wozu die Parteien keine Ausführungen ge-
macht haben. Aus analoger Überlegung ist bei den Gewinnaufrechnungen zufolge 
Lohnerhöhungen für die Ehefrau auf deren Bruttolohn abzustellen, da auch die dar-
auf abgeführten Sozialversicherungsbeiträge eine Gewinnminderung darstellen.

cc. Für die Zeit ab der tatsächlichen Geschäftsaufgabe ist zusammenfas-
send von einem gerundeten hypothetischen Jahresbruttoeinkommen von Fr. 
200'360.– auszugehen:

7-Jahresdurchschnitt Bruttoeinkommen 1990/91 – 1997/98 Fr. 192'400.00

Aufrechnungen: Schneebar 1996/97, 4'000 ÷ 7 Fr. 571.40

Schneebar 1997/98, 4'000 ÷ 7 Fr. 571.40

Mehrlohn Ehefrau 1995/96, 3'018 ÷ 7 Fr. 431.15

Mehrlohn Ehefrau 1996/97, 21'100 ÷ 7 Fr. 3'014.30

Mehrlohn Ehefrau 1997/98, 23'600 ÷ 7 Fr. 3'371.40

Total hypothetisches Jahresbruttoeinkommen Fr. 200'359.65

b. Einfache Gesellschaft der Eheleute X.

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Die Berufungsklägerin beharrt darauf, es habe zwischen X. und seiner Ehe-
frau  -bewusst oder unbewusst-  eine einfache Gesellschaft im Sinne von Art. 530 
OR bestanden, mit dem Zweck das Restaurant "Ka." auf lange Sicht gemeinsam zu 
führen, insbesondere Gewinn und Verlust gleichmässig aufzuteilen, das heisst ge-
meinsame Kasse zu machen. Die Vorinstanz hat sorgfältig und einlässlich begrün-
det, weshalb das Ehepaar X. den Betrieb "Ka." nicht als einfache Gesellschaft ge-
führt hat, sondern dass Z. X. von ihrem Ehegatten angestellt war. Anstelle von Wie-
derholungen ist vorab in Anwendung von Art. 229 Abs. 4 ZPO auf die zutreffenden 
Erwägungen im angefochtenen Urteil (act. 03.1.VIII.1, S. 15-19) zu verweisen.

aa. Die Berufungsklägerin rügt implizite eine Gehörsverweigerung, wenn 
sie geltend macht, das angefochtene Urteil sei nicht stichhaltig begründet, da die 
blosse Verneinung einer einfachen Gesellschaft mit Begründungen, welche sich 
wahlweise auf Arbeitsvertragsrecht oder Eherecht stützen, ungenügend sei. Die 
Vorinstanz hätte positiv feststellen müssen, welcher Art das Rechtsverhältnis zwi-
schen den Eheleuten X. betreffend die Führung des Restaurants "Ka." gewesen sei. 
Der Einwand ist unerspriesslich. Der Kläger hat hinreichend erkennbar behauptet, 
dass zwischen ihm und seiner Ehefrau ein Arbeitsvertrag bestanden habe, und hier-
für Beweise offeriert (act. 03.1.I.2, S. 3, 5, 9 ff., 13; act. 03.1.I.4, S. 4, 7 f., 11, 17 f.; 
act. 03.1.II.1/1a/12a-h/14-16). Die Gegenbehauptung der Beklagten, zwischen den 
Eheleuten X. habe eine einfache Gesellschaft bestanden, hat die Vorinstanz ver-
worfen (act. 03.1.VIII.1, S. 15 ff. E.c). Dass sie weiter der klägerischen Auffassung 
gefolgt ist, wonach allein des Arbeitsverhältnis über den Betriebsaufwand Einfluss 
auf das klägerische Einkommen hat, ergibt sich ohne weiteres aus der Schadens-
berechnung (act. 03.1.VIII.1, S. 10 ff. E.b). Sie hat damit indirekt ausgedrückt, wel-
cher Art das Rechtsverhältnis zwischen den Eheleuten X. betreffend die Führung 
des Restaurants "Ka." ihrer Ansicht nach war.

Wenig nachvollziehbar, wenn nicht sophistisch, ist sodann die Einwendung 
der Berufungsklägerin, weder habe der Kläger jemals behauptet, dass das Betriebs-
ergebnis an ihn abgeführt worden sei, noch habe die Vorinstanz solches unterstellt. 
Der Kläger spricht von seinem Einkommen; hat behauptet, er "erziele" ein Einkom-
men von  Fr. 210'140.– beziehungsweise Fr. 217'887.– (act. 03.1.I.2, S. 9, 14, 17). 
Damit hat er erstens behauptet, es bestehe ein Rechtsanspruch auf Verfügung über 
den Betriebsgewinn und zweitens, dass dieser ihm  -ergo nicht seiner Ehefrau-  zu-
stehe. Das genügt. Die Vorinstanz hat dies   -mit gewissen Korrekturen-  als bewie-
sene Tatsache genommen und ist ihm rechtlich gefolgt (act. 03.1.VIII.1, S. 10 ff. E. 
b, S. 24 E. f). Dabei bleibt es. Ganz abgesehen davon, ist im Zusammenhang mit 

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der Feststellung des haftpflichtrechtlich massgebenden hypothetischen Validenein-
kommens eine "Abführung" des Gewinns auf ein separates Privatkonto des Klägers 
nicht erforderlich; verdienstrelevant wäre er auch dann, wenn er ganz oder teilweise 
als stille Reserven oder zu Investitionszwecken stehen gelassen worden wäre.  

bb. Damit ein konkludent eingegangenes und stillschweigend gelebtes 
Gesellschaftsverhältnis angenommen werden kann, muss der mitarbeitende Ehe-
gatte an den Gesellschaftsentscheidungen und am Geschäftsergebnis beteiligt 
sein. Der Beweis dafür obliegt der Beklagten. Er ist gescheitert. Namentlich lässt 
sich aus dem Beweisergebnis nirgends feststellen, dass die Ehefrau neben dem 
Angestelltenlohn direkt Zahlungen aus dem Betriebsgewinn erhalten hat. Z. X. hat 
als Zeugin ausgesagt, der Lohn den sie erhalten habe, hätte ihrer Leistung entspro-
chen und sie hätte auch in einem andern Betrieb für den gleichen Lohn dieselbe 
Tätigkeit ausgeführt (act. 03.1.IV.9, S. 4 ad.24). Für ihre Arbeit im unselbständigen 
Arbeitsverhältnis wurde sie entlöhnt; dass sie daneben einen Beitrag an die behaup-
tete einfache Gesellschaft in Form von Geld, Sachen, nicht entlöhnte (Mehr)Arbeit 
und/oder Forderungen (Art. 531 Abs. 1 OR) geleistet hätte, ist nicht behauptet.

 cc. Die berufungsklägerische Behauptung, Z. X. habe massgebliche Ge-
schäftsführungsfunktionen gehabt, beruht im wesentlichen auf formalistisch inter-
pretierten Wahrnehmungen Dritter und steht im übrigen in offenem Widerspruch zu 
früheren, eigenen Einschätzungen der Versicherung. 

Zunächst geht aus zahlreichen, zum Teil versicherungseigenen Akten der 
Berufungsklägerin zu drei Unfällen der Ehefrau des Klägers in den Jahren 1992-
1998 hervor, dass die Berufungsklägerin selbst Z. X. stets vorbehaltl