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**Case Identifier:** 5af11333-8d52-5aa6-8b00-9c10bb87bd4a
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-02-27
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 27.02.2014 725 2013 284 (725 13 284)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_725-2013-284_2014-02-27.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 27. Februar 2014 (725 13 284) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Unfallversicherung 

 

 

Unfallbegriff; Vorliegen eines ungewöhnlichen äusseren Faktors bejaht 

 
 
Besetzung Präsident Andreas Brunner, Kantonsrichterin Elisabeth Berger Götz, 

Kantonsrichter Dieter Freiburghaus, Gerichtsschreiberin Margit Cam-
pell 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Jan Herrmann, Rechts-
anwalt, Lange Gasse 90, 4052 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 Vaudoise Allgemeine Versicherungs-Gesellschaft AG, Place de 
Milan, Case postale 120, 1001 Lausanne, Beschwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff Leistungen  
 
 
 
A. Die 1980 geborene A.____ arbeitet beim B.____ als Pflegefachfrau und ist aufgrund 
dieses Anstellungsverhältnisses obligatorisch gegen die Folgen von Betriebs- und Nichtbe-
triebsunfällen bei der Vaudoise Allgemeine Versicherungs-Gesellschaft AG (Vaudoise) versi-
chert. Laut Schadenmeldung UVG vom 17. Januar 2013 verletzte sich die Versicherte im 
29. Dezember 2012 beim Snow-Tubing an der Lendenwirbelsäule (LWS) und am Sakralgelenk. 
Die Vaudoise klärte in der Folge den rechtserheblichen Sachverhalt ab. Mit Verfügung vom 
30. Mai 2013 teilte sie der Versicherten mit, dass es sich beim geschilderten Ereignis nicht um 

 
 
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einen Unfall oder eine unfallähnliche Körperschädigung (UKS) im Sinne der geltenden gesetzli-
chen Bestimmungen handle und sie ihre Leistungspflicht deshalb ablehne. Dies wurde im Ein-
spracheentscheid vom 5. September 2013 bestätigt. 
 
B. Hiergegen erhob A.____, vertreten durch Rechtsanwalt Jan Herrmann, am 2. Oktober 
2013 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht 
(Kantonsgericht), und beantragte die Aufhebung des Einspracheentscheids. Die Vaudoise sei 
zu verpflichten, ihr die gesetzlichen Leistungen aus dem Unfallereignis vom 29. Dezember 2012 
auszurichten; unter o/e-Kostenfolge. Im Wesentlichen machte sie unter Hinweis auf das Urteil 
des Bundesgerichts vom 11. Mai 2007, U 411/05, geltend, dass das vorliegend zu beurteilende 
Geschehen als Unfall im Rechtsinn anerkannt werden müsse. 
 
C. Die Vaudoise liess sich am 12. November 2013 zur Beschwerde vernehmen und bean-
tragte deren Abweisung. Sie hielt sinngemäss fest, dass weder ein Unfall noch eine UKS zu 
bejahen sei und ihre Leistungspflicht deshalb zu Recht verneint worden sei. Insbesondere sei 
das von der Beschwerdeführerin erwähnte Urteil des Bundesgerichts keineswegs mit dem vor-
liegenden Fall identisch. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g : 
 
1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 60 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den 
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 und 
Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) vom 20. März 1981 kann 
gegen Einspracheentscheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantonalen Versiche-
rungsgericht innert 30 Tagen Beschwerde erhoben werden. Zuständig ist gemäss Art. 58 ATSG 
das Versicherungsgericht desjenigen Kantons, in dem die versicherte Person zur Zeit der Be-
schwerdeerhebung ihren Wohnsitz hat. Vorliegend befindet sich dieser in C.____, weshalb die 
örtliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts zu bejahen ist. Gemäss § 54 Abs. 1 lit. a des Geset-
zes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 
beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kan-
tons Beschwerden gegen Einspracheentscheide der Versicherungsträger gemäss 
Art. 56 ATSG. Es ist somit auch sachlich für die Behandlung der vorliegenden Beschwerde zu-
ständig. Auf die frist- und formgerecht erhobene Beschwerde vom 2. Oktober 2013 ist einzutre-
ten. 
 
2. Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht die Übernahme von 
Versicherungsleistungen im Zusammenhang mit dem Ereignis vom 29. Dezember 2012 abge-
lehnt hat. 
 
3. Nach Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in der obligatorischen Unfallversiche-
rung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsunfäl-
len, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewähren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der 
versicherten Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Heilbehand-

 
 
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lung). Ist die versicherte Person infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat 
sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld. Dieses beträgt bei voller Arbeitsun-
fähigkeit 80% des versicherten Verdienstes. Bei teilweiser Arbeitsunfähigkeit wird es entspre-
chend gekürzt (Art. 17 Abs.1 UVG). Der Anspruch entsteht gemäss Art. 16 Abs. 2 UVG am drit-
ten Tag nach dem Unfalltag und er erlischt mit der Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit, 
mit dem Beginn einer Rente oder mit dem Tod der versicherten Person.  
 
4.1 Unfall ist die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnli-
chen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperli-
chen, geistigen oder psychischen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat (Art. 4 ATSG). Der 
äussere Faktor ist ungewöhnlich, wenn er - nach einem objektiven Massstab - nicht mehr im 
Rahmen dessen liegt, was für den jeweiligen Lebensbereich alltäglich und üblich ist (BGE 134 
V 72 E. 4.1). 
 
4.2 Nach Lehre und Rechtsprechung kann das Merkmal des ungewöhnlichen äusseren 
Faktors in einer unkoordinierten Bewegung bestehen. Bei Körperbewegungen gilt dabei der 
Grundsatz, dass das Erfordernis der äusseren Einwirkung lediglich dann erfüllt ist, wenn ein in 
der Aussenwelt begründeter Umstand den natürlichen Ablauf einer Körperbewegung gleichsam 
"programmwidrig" beeinflusst hat (BGE 130 V 117 E. 2.1). Bei Schädigungen, die sich auf das 
Körperinnere beschränken, unterliegt der Nachweis eines Unfalls indessen insofern strengen 
Anforderungen, als die unmittelbare Ursache der Schädigung unter besonders sinnfälligen Um-
ständen gesetzt werden muss; denn ein Unfallereignis manifestiert sich in der Regel in einer 
äusserlich wahrnehmbaren Schädigung, während bei deren Fehlen eine erhöhte Wahrschein-
lichkeit rein krankheitsbedingter Ursachen besteht (BGE 99 V 136 E. 1). Der äussere Faktor ist 
zentrales Begriffscharakteristikum eines jeden Unfallereignisses; er ist Gegenstück zur - den 
Krankheitsbegriff konstituierenden - inneren Ursache (BGE 134 V 72 E. 4.1, E. 4.3.2.1). 
 
4.3 Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist das Merkmal der Ungewöhnlichkeit 
ohne besonderes Vorkommnis auch bei einer Sportverletzung zu verneinen (BGE 130 V 117 E. 
2.2; in BGE 130 V 380 nicht publ. E. 3.2 des Urteils vom 10. Mai 2004, U 199/03; Urteil des 
Bundesgerichts vom 9. Juli 2010, 8C_189/2010, E. 3.3). Der äussere Faktor ist nur dann unge-
wöhnlich, wenn er - nach einem objektiven Massstab - nicht mehr im Rahmen dessen liegt, was 
für den jeweiligen Lebensbereich alltäglich und üblich ist, nicht aber, wenn ein Geschehen in die 
gewöhnliche Bandbreite der Bewegungsmuster des betreffenden Sports fällt (vgl. in BGE 130 V 
380 nicht publ. E. 4.2 des Urteils vom 10. Mai 2004, U 199/03; SVR 2011 UV Nr. 11 S. 39; Ur-
teile des Bundesgerichts vom 26. Juli 2011, 8C_186/2011, E. 5 und vom 9. Juli 2010, 
8C_189/2010, E. 5.1).  
 
5.1 Die Verwaltung als verfügende Instanz und im Beschwerdefall das Gericht dürfen eine 
Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Im 
Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Ab-
weichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen 
(BGE 125 V 195). Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweis-
anforderungen nicht. Das Gericht hat vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es 

 
 
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von allen möglichen Geschehensabläufen als die Wahrscheinlichste würdigt (BGE 121 V 208 E. 
6b, 117 V 195 E. 3b).  
 
5.2 Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. Danach 
haben die Verwaltung und gegebenenfalls das Gericht von Amtes wegen für die richtige und 
vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Dieser Grundsatz gilt 
indessen nicht uneingeschränkt; er findet sein Korrelat in den Mitwirkungspflichten der Parteien 
(vgl. Art. 61 lit. c ATSG). Der Untersuchungsgrundsatz schliesst die Beweislast im Sinne einer 
Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. Im Sozialversicherungsprozess tragen mithin die 
Parteien in der Regel eine Beweislast nur insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Ent-
scheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt 
Rechte ableiten wollte; für eine anspruchsbegründende Tatsache liegt somit die objektive Be-
weislast beim Leistungsansprecher (vgl. BGE 121 V 208 E. 6a; LOCHER, a.a.O., S. 451). Das 
schweizerische Sozialversicherungsrecht kennt keinen Grundsatz, wonach die Versicherungs-
organe im Zweifel zu Gunsten des Versicherten zu entscheiden haben; ein Anspruch auf Leis-
tung besteht also nur, wenn die Voraussetzungen dafür mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 
erfüllt sind (ZAK 1983, S. 259). Diese Beweisregel greift allerdings erst Platz, wenn es sich als 
unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer Beweiswürdi-
gung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der 
Wirklichkeit zu entsprechen (vgl. BGE 117 V 264 E. 3b; SVR 2001, KV, Nr. 50, E. 4b mit weite-
ren Hinweisen). 
 
5.3 Was speziell den Unfallbeweis anbelangt, sind die einzelnen Umstände des Unfallge-
schehens vom Leistungsansprecher bzw. der Leistungsansprecherin glaubhaft zu machen. 
Kommt er bzw. sie dieser Forderung nicht nach, indem unvollständige, ungenaue oder wider-
sprüchliche Angaben gemacht werden, die das Bestehen eines unfallmässigen Schadens als 
unglaubwürdig erscheinen lassen, besteht keine Leistungspflicht des Versicherers (SVR 2001 
KV Nr. 50 S. 146 E. 4c). Im Streitfall darf zudem berücksichtigt werden, dass die "Aussagen der 
ersten Stunde" der versicherten Person erfahrungsgemäss unbefangener und zuverlässiger 
sind als spätere Darstellungen, die bewusst oder unbewusst von nachträglichen Überlegungen 
versicherungsrechtlicher oder anderer Art beeinflusst sein können (vgl. Urteil des EVG vom 
14. Februar 2005, U 265/03, E. 5.2.2; BGE 121 V 47 E. 2a, 115 V 142 E. 8b; SVR 2001 KV 
Nr. 50 S. 146 E. 4c). Zur Glaubhaftmachung eines Unfallereignisses müssen über das konkrete 
Geschehen genaue und möglichst detaillierte Angaben namhaft gemacht werden, aufgrund 
derer der Versicherer in die Lage versetzt wird, sich über die Tatumstände ein klares Bild zu 
machen und diese in objektiver Weise abzuschätzen (vgl. Urteile des Eidgenössischen Versi-
cherungsgerichts [EVG] vom 25. November 2004, U 209/04, vom 15. September 2004, 
U 234/04, und vom 19. Mai 2004, U 236/03). Wechselt die versicherte Person ihre  Darstellung 
im Laufe der Zeit, kommt den Angaben, die sie kurz nach dem Unfall gemacht hat, meistens 
grösseres Gewicht zu, als jenen nach Kenntnis einer ablehnenden Verfügung des Versicherers 
(vgl. BGE 121 V 47; Urteil des EVG vom 23. November 2006, U 258/04, E. 3.1). Zu ergänzen 
ist, dass nebst der Verwaltung auch dem Gericht ein nicht unerheblicher Beurteilungsspielraum 
bei der Entscheidung zukommt, ob im Einzelfall die Ungewöhnlichkeit gegeben sei (vgl. BGE 
112 V 202 E. 1). 

 
 
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5.4 Der mangelnde Nachweis eines die Merkmale des Unfalles oder auch der UKS erfül-
lenden Ereignisses lässt sich nur selten durch medizinische Feststellungen ersetzen. Diesen 
kommt im Rahmen der Beweiswürdigung für oder gegen das Vorliegen eines unfallmässigen 
Geschehens in der Regel lediglich die Bedeutung von Indizien zu (vgl. RKUV 1990 Nr. U 86 S. 
51 E. 2). Dabei ist zu beachten, dass sich der medizinische Begriff des Traumas nicht mit dem 
Unfallbegriff deckt. Ein traumatisches Ereignis schliesst zwar eine pathologische Ursache aus, 
umfasst jedoch neben dem eigentlichen Unfall auch Ereignisse, denen der Charakter der Un-
gewöhnlichkeit oder der Plötzlichkeit abgeht (vgl. ALFRED BÜHLER, Der Unfallbegriff, in: Alfred 
Koller [Hrsg.], Haftpflicht- und Versicherungsrechtstagung 1995, St. Gallen 1995, S. 267). 
 
6. Für die Beurteilung der Frage, ob mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit erstellt ist, 
dass sich am 29. Dezember 2012 ein Unfall im Rechtssinne ereignet hat, sind im Wesentlichen 
folgende Unterlagen zu berücksichtigen.  
 
6.1 Gemäss der Schadenmeldung der Arbeitgeberin vom 17. Januar 2013 prallte die Be-
schwerdeführerin am 29. Dezember 2012 beim Snow-Tubing gegen eine Schanze und verletzte 
sich dabei die Lendenwirbel und das Sakralgelenk.  
 
6.2 Die behandelnde Ärztin Dr. D.____, Chiropraktorin SCG/ECU, hielt am 29. Januar 
2013 fest, dass die Beschwerdeführerin beim Snow-Tubing einen massiven Schlag im Rücken 
verspürt habe als sie über ein Hindernis gerutscht sei. Sie leide seither an einer Lumbalgie links 
mehr als rechts.  
 
6.3 Im „Protokoll über die Befragung“ hielt der Schadenexperte der Vaudoise am 29. April 
2013 folgenden von der Beschwerdeführerin unterschriftlich bestätigten Ablauf zum Ereignis 
vom 29. Dezember 2012 fest: „Mit Freunden unternahm ich einen Tagesausflug nach X.____ 
zum Snow-Tubing. Zuerst glitt ich mit dem Gummireifen (mit Helm) 2-3 x die leicht abfallende 
Piste hinunter, was problemlos verlief. Dann begab ich mich auf die halbrunde steilere speziell 
dafür präparierte Piste. Im oberen sonnigen Teil war ich von der Sonne geblendet. Als ich in 
den schattigen Teil kam, sah ich nichts mehr. Kurz darauf hatte ich das Gefühl, dass es mich 
abhob. Jedenfalls knallte ich anschliessend plötzlich und völlig überraschend mit dem Rücken 
(halbliegende Position) auf den Boden hinunter. Dies im Gummireifen, der bei der Sitzfläche 
nicht gepolstert war. Zu bemerken ist, dass die Piste steinhart und ich alleine im Gummireifen 
gewesen war. Beim Aufprall verspürte ich einen heftigen Schlag im unteren Rückenbereich mit 
sofort einsetzenden massiven Schmerzen. Als ich unten ankam, konnte ich wegen der massi-
ven Schmerzen nicht mehr alleine aufstehen. Ich kehrte nach Hause zurück, wo nach Einnah-
me von Schmerzmitteln und Schonung (liegen) eine leichte Schmerzlinderung eintrat. Aufgrund 
meiner schlechten Verfassung (massive Schmerzen) hab ich mir die Unfallstelle nach dem Vor-
fall (und auch später) nicht angesehen“. 
 
6.4 Im vorliegenden Beschwerdeverfahren wurde der Ablauf, wie im vorstehenden Ab-
schnitt zitiert, durch die Beschwerdeführerin bestätigt.  
 

 
 
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7.1 Die Ausführungen der Beschwerdeführerin sind unter Berücksichtigung des gesamten 

Beweismaterials glaubhaft. Gestützt auf die zeitnahe Sachverhaltsabklärung steht fest, dass sie 

am 29. Dezember 2012 beim Snow-Tubing von der Piste abhob und in der Folge mit voller 

Wucht mit dem Rücken in halbliegender Position den Boden heftig berührte. Diese Aussage 

zum Geschehensablauf formulierte die Beschwerdeführerin erstmals im Rahmen ihrer Befra-

gung durch den Schadenexperten der Vaudoise vom 30. April 2013 und damit noch vor Erlass 

der ablehnenden Verfügung vom 30. Mai 2013. Sie war daher nicht von Überlegungen versi-

cherungsrechtlicher oder anderer Art beeinflusst. An dieser Stelle sei erwähnt, dass beim 

Snow-Tubing eine Person in einem Gummireifen, welcher zum Boden hin mit einer Blache be-

spannt ist, über eine speziell dafür präparierte Schneepiste gleitet. Die richtige Fahrposition ist 

sitzend, Rücken und Oberschenkel auf den Snow-Tube-Rand gestützt und beide Beine ange-

zogen. Das Gesäss soll den Snow-Tube-Boden nicht berühren (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

vom 11. Mai 2007, U 411/05, E. 4.2; vgl. auch MARTIN KAISER/JAVIER FERREIRO, Sozialversiche-

rungsrechtliche Aspekte des Unfallbegriffs und des Wagnisses im Sport – eine Übersicht über 

die Rechtsprechung [2. Teil], in: SZS 2014 S. 20 ff.). 

7.2 Die Beschwerdeführerin führte zuerst im flacheren Gelände ein paar Probefahrten 

durch, bei welchen sie problemlos die Piste herunterfahren konnte, ähnlich wie die versicherte 

Person in dem vom Bundesgericht mit Urteil vom 11. Mai 2007, U 411/05, beurteilten Fall. An-

schliessend begab sie sich auf die steilere Piste, welche im oberen Teil von der Sonne be-

schienen war, unten aber im Schatten lag. In diesem schattigen Teil befand sich eine Uneben-

heit, welche die Beschwerdeführerin wegen der wechselnden Lichtverhältnisse nicht sah und 

sich demzufolge nicht darauf einstellen konnte. Dies führte dazu, dass der Snow-Tube für die 

Beschwerdeführerin überraschend abhob, wobei sie aus der richtigen Position geriet und auf 

den nur mit einer Blache ausgelegten Boden des Gerätes zu sitzen bzw. zu liegen kam. Bei der 

Landung des Snow-Tubes auf der Piste prallte die Beschwerdeführerin ungeschützt und unab-

gefedert auf den Rücken. Der Verlust der richtigen Position auf dem Snow-Tube ist als relevan-

te Programmwidrigkeit im Ablauf der Körperbewegung der Beschwerdeführerin zu qualifizieren, 

womit das Begriffsmerkmal der Ungewöhnlichkeit erfüllt war. Dass die Beschwerdeführerin im 

Rahmen ihrer Befragung durch den Schadenexperten der Beschwerdegegnerin Ende April 

2013 nicht konkret ausführte, sie sei in den „Snow-Tube hineingerutscht“, wie dies Beschwer-

degegnerin moniert, ändert daran nichts. Die Schilderung des Sachverhalts impliziert, dass die 

Beschwerdeführerin während der Fahrt in den Snow-Tube hineinrutschte, ansonsten sie den 

Boden des Snow-Tubes keineswegs mit dem Rücken hätte berühren können.  

7.3 Zusammenfassend steht fest, dass das Ereignis vom 29. Dezember 2012 als Unfall im 
Rechtsinne zu bezeichnen ist, für dessen Folgen die Beschwerdegegnerin die gesetzlichen 
Leistungen zu erbringen hat. Der Einspracheentscheid vom 5. September 2014 ist aufzuheben 
und die vorliegende Beschwerde ist gutzuheissen.  
 

 
 
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8.1 Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass der Prozess vor dem kantonalen Gericht für die Partei-
en kostenlos zu sein hat. Es sind demnach für das vorliegende Verfahren keine Kosten zu er-
heben. 
 
8.2 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch 
auf Ersatz der Parteikosten. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend ist der Versicherten 
eine Parteientschädigung zu Lasten der Vaudoise zuzusprechen. Ihr Rechtsvertreter macht in 
seiner Honorarnote vom 16. Dezember 2013 einen Zeitaufwand von insgesamt 10 Stunden und 
55 Minuten sowie Auslagen von Fr. 104.-- aus. Dieser Aufwand ist angesichts der sich stellen-
den Sachverhalts- und Rechtsfragen angemessen. Damit ist der Beschwerdeführerin für das 
vorliegende Beschwerdeverfahren eine Parteientschädigung in der Höhe von insgesamt 
Fr. 3‘055.-- (10 Stunden und 55 Minuten à Fr. 250.-- zuzüglich Auslagen in der Höhe von 
Fr. 104.-- und 8 % Mehrwertsteuer) zu Lasten der Vaudoise zuzusprechen. 
 

 

Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird der Einspracheentscheid der 
Beschwerdegegnerin vom 5. September 2013 aufgehoben und diese 
angewiesen, der Beschwerdeführerin die gesetzlichen Leistungen für 
das Unfallereignis vom 29. Dezember 2012 zu erbringen. 

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteient-
schädigung in der Höhe von Fr. 3‘055.30 (inkl. Auslagen und 8 % 
Mehrwertsteuer) zu bezahlen.