# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 80199aef-bdb1-5826-9f6f-a92fa2f6a26a
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-06-28
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 28.06.2017 UV 2015/88
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2015-88_2017-06-28.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2015/88

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 23.08.2019

Entscheiddatum: 28.06.2017

Entscheid Versicherungsgericht, 28.06.2017
Art. 6 UVG: Verneinung einer unfallbedingten Diskushernie sowie einer 
unfallbedingten richtungsgebenden Verschlimmerung einer vorbestehenden 
Diskushernie. Leistungspflicht des Unfallversicherers für die Operation der 
Diskushernie bei Annahme einer vorübergehenden Verschlimmerung einer 
vorbestehenden Diskushernie infolge Kontusion. Der Unfall ist keine blosse 
Gelegenheits- oder Zufallsursache des Gesundheitsschadens (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 28. Juni 2017, UV 
2015/88).

Entscheid vom 28. Juni 2017

 

Besetzung                                                                      

Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider (Vorsitz),

Versicherungsrichter Joachim Huber und Ralph Jöhl; Gerichts-

schreiber Markus Lorenzi             

Geschäftsnr.                                                                                                                  

UV 2015/88           

Parteien

A.___,

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Beschwerdeführer,

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 

4358, 6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand                                                                   

Versicherungsleistungen

Sachverhalt

A.   

A.a  A.___ (nachfolgend: Versicherter) war bei der B.___ GmbH, St. Gallen, als 

Gerüstmonteur angestellt und dadurch bei der Schweizerischen 

Unfallversicherungsanstalt (nachfolgend: Suva) gegen die Folgen von Unfällen 

versichert, als er am 12. Mai 2015 beim Transportieren von Gerüstteilen an einer 

abschüssigen Stelle ausrutschte und auf den Rücken stürzte (vgl. Suva-act. 2, 17). Dr. 

med. C.___, Facharzt für Innere Medizin FMH, bestätigte im Arztzeugnis UVG vom 11. 

August 2015 (Eingangsdatum) eine Erstbehandlung am 13. Mai 2015 und vermerkte die 

Diagnose eines traumatischen lumboradikulären Syndroms L5 links, die Durchführung 

einer Röntgenuntersuchung sowie die Attestierung einer 100%-igen Arbeitsunfähigkeit 

ab 12. Mai 2015 (Suva-act. 17). Er hatte den Versicherten ausserdem einer am 21. Mai 

2015 durchgeführten MRI-Untersuchung der LWS in der Radiologie D.___ zugewiesen, 

welche unter anderem eine lumbale Diskushernie L4/5 links zur Darstellung gebracht 

hatte (Suva-act. 18). Der Suva waren sodann am 12. Juni 2015 hausärztliche Zeugnisse 

für eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit vom 25. Mai bis 21. Juni 2015 (Suva-act. 8) und 

am 13. sowie 20. Juli 2015 (Eingangsdaten) Unfallscheine UVG (Suva-act. 10 f.) für eine 

weiterdauernde 100%-ige Arbeitsunfähigkeit eingereicht worden.

A.b  Die Suva erbrachte für den Unfall vom 12. Mai 2015 die gesetzlichen Leistungen 

(Heilkosten- und Taggeldleistungen; vgl. Suva-act. 4, 6 f.).

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

A.c  Am 19. August 2015 wurde beim Versicherten in der Klinik für Neurochirurgie des 

Kantonsspitals St. Gallen (nachfolgend: KSSG) eine Sequesterektomie L4/L5 

durchgeführt, wofür er vom 18. bis 21. August 2015 hospitalisiert war. Beim Austritt 

wurde ihm bis zum nächsten ambulanten Kontrolltermin eine 100%-ige 

Arbeitsunfähigkeit bescheinigt und eine Physiotherapieverordnung ausgestellt (Suva-

act. 20 f.). Auch Dr. C.___ attestierte im Unfallschein UVG eine 100%-ige 

Arbeitsunfähigkeit (Suva-act. 23).

A.d  Am 7. September 2015 ersuchte die Suva ihren Kreisarzt Dr. med. E.___, Facharzt 

für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, um 

eine Kausalitätsbeurteilung der Rückenbeschwerden. Gestützt auf dessen Auskunft 

vom 8. September 2015 (Suva-act. 22) stellte sie mit Verfügung vom 9. September 

2015 ihre Versicherungsleistungen (Heilkosten- und Taggeldleistungen) rückwirkend 

auf den 1. Juli 2015 ein und hielt fest, dass die heute bestehenden Beschwerden nicht 

mehr unfallbedingt, sondern ausschliesslich krankhafter Natur seien. Der Unfall vom 12. 

Mai 2015 habe zu einer vorübergehenden Verschlimmerung des krankhaften 

Vorzustandes geführt. Der Zustand, wie er sich auch ohne den Unfall vom 12. Mai 2015 

eingestellt hätte (Status quo sine), sei gemäss medizinischer Beurteilung spätestens 

nach 4 bis 6 Wochen wieder erreicht gewesen (Suva-act. 25).

B.  

B.a  Mit Einsprache vom 3. Oktober 2015 beantragte der Versicherte, die Suva habe 

die gesetzlichen Versicherungsleistungen weiterhin bis zu seiner Arbeitsfähigkeit zu 

übernehmen (Suva-act. 27). Er legte eine Bescheinigung von Dr. C.___ sowie einen 

Bericht von Dr. med. F.___, Leitende Ärztin Rheumatologie der Klinik Valens, vom 15. 

bzw. 28. September 2015 bei (Suva-act. 28).

B.b  Kreisarzt Dr. E.___ liess dazu am 6. Oktober 2015 kurz vernehmen, dass er an 

seiner Beurteilung vom 8. September 2015 festhalte (Suva-act. 29). Am 12./13. Oktober 

2015 verfasste er eine ausführliche ärztliche Beurteilung (Suva-act. 34).

B.c  Mit Einspracheentscheid vom 12. November 2015 wurde die Einsprache 

abgewiesen (Suva-act. 39).

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

B.d  Am 16. November 2015 reichte Dr. F.___ ein Kostengutsprachegesuch für einen 

stationären Rehabilitationsaufenthalt des Versicherten an der Klinik Valens während 

drei Wochen ein (Suva-act. 41). Dr. C.___ attestierte dem Versicherten nach wie vor 

eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit (Suva-act. 51). Die Beschwerdegegnerin legte das 

Kostengutsprachegesuch Dr. E.___ mit der Frage vor, ob an seiner früheren ärztlichen 

Beurteilung festgehalten und weiterhin davon ausgegangen werden könne, dass der 

Status quo sine mit überwiegender Wahrscheinlichkeit spätestens sechs Wochen nach 

dem angeschuldigten Ereignis eingetreten sei. Dr. E.___ liess sich dazu in einer 

ärztlichen Beurteilung vom 20./21. Januar 2016 vernehmen (Suva-act. 50).

C.  

C.a Gegen den Einspracheentscheid vom 12. November 2015 erhob der Versicherte 

(nachfolgend: Beschwerdeführer) mit Eingabe vom 10. Dezember 2015 Beschwerde 

mit dem Antrag, der Einspracheentscheid sei aufzuheben und der Fall sei neu zu prüfen 

(act. G 1).

C.b In der Beschwerdeantwort vom 1. Februar 2016 beantragte die Suva (nachfolgend: 

Beschwerdegegnerin) Abweisung der Beschwerde (act. G 3).

C.c Mit Replik vom 2. März 2016 hielt der Beschwerdeführer sinngemäss an seinem 

Antrag fest (act. G 5). Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf die Einreichung einer 

Duplik (act. G 6 f.).

C.d Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie die weiteren 

Ausführungen in den medizinischen Akten wird, soweit entscheidnotwendig, in den 

nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Erwägungen

1.   

Streitig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer über den 30. Juni 2015 hinaus 

Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung, insbesondere auch 

für die operative Behandlung der Diskushernie L4/L5 vom 19. August 2015, hat.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

2.   

Am 1. Januar 2017 sind die revidierten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die 

Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) und der Verordnung über die Unfallversicherung 

(UVV; SR 832.202) in Kraft getreten. Gemäss Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur 

Änderung vom 25. September 2015 werden Versicherungsleistungen für Unfälle, die 

sich vor deren Inkrafttreten ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem 

Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt. Vorliegend finden daher 

die bis 31. Dezember 2016 gültigen Bestimmungen Anwendung.

3.   

3.1  Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass 

zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, 

Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen 

Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein die 

gesundheitliche Beeinträchtigung nicht oder nicht in gleicher Weise oder nicht zur 

gleichen Zeit eingetreten wäre. Für die Bejahung des natürlichen 

Kausalzusammenhangs ist nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder 

unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende 

Ereignis zusammen mit anderen Faktoren für die Schädigung verantwortlich, d.h. 

zumindest teilkausal ist, der Unfall mit anderen Worten nicht weggedacht werden kann, 

ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 181 E. 

3.1, 117 V 376 E. 3a; SVR 2007 UV Nr. 28 S. 94, U 413/05, E. 4.1). Bei organischen 

Unfallfolgen deckt sich die adäquate, das heisst rechtserhebliche Kausalität, 

weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier praktisch keine 

selbständige Bedeutung (BGE 122 V 417 E. 2c mit Hinweisen; RKUV 2004 Nr. U 505 S. 

249 E. 2.1).

3.2  Für die Beantwortung der Tatfrage nach dem Bestehen natürlicher 

Kausalzusammenhänge im Bereich der Medizin ist das Gericht in der Regel auf 

Angaben ärztlicher Experten und Expertinnen angewiesen (BGE 129 V 181 E. 3.1, 123 

III 110, 112 V 30; PVG 1984 Nr. 82, 174). Hinsichtlich des Beweiswerts eines 

Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden 

berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese abgegeben worden ist, in 

der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der 

medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Fachperson 

begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 351, E. 3a mit Hinweis). Angesichts des 

Gesagten sind auch Berichte und Gutachten, welche die Versicherungen während des 

Administrativverfahrens von ihren eigenen Ärzten einholen, beweistauglich, solange 

ihre Richtigkeit nicht durch konkrete Indizien erschüttert wird (BGE 125 V 352 E. 3; 

RKUV 1991 Nr. U 133 S. 311 ff.). Auch ärztliche Beurteilungen aufgrund der Akten, wie 

sie vorliegend von Dr. E.___ am 8. September 2015, 12./13. Oktober 2015 und 20./21. 

Januar 2016 erstellt wurden (vgl. Suva-act. 22, 34, 50), sind nicht unzuverlässig, wenn 

die Akten ein vollständiges Bild über Anamnese, Verlauf und gegenwärtigen Status 

ergeben und diese Daten unbestritten sind (PVG 1996, 265 E. 3b; RKUV 1988 Nr. U 56 

S. 371).

4.   

4.1  Für die Annahme unfallkausaler somatischer Restfolgen wird im Regelfall eine 

strukturelle Läsion bzw. eine schlecht verheilte strukturelle Läsion als objektivierbares 

Korrelat verlangt. Als objektiviert gilt eine solche Läsion, wenn sie durch einen 

entsprechenden apparativen/bildgebenden Untersuchungsbefund (mittels Röntgen, 

Computertomogramm, Kernspintomographie, Arthroskopie) erhoben wird bzw. 

bestätigt werden kann (vgl. BGE 134 V 121 E. 9, 134 V 232 E. 5.1 mit Hinweisen, 117 V 

363 E. 5d/aa; SVR 2007 UV Nr. 25 S. 81 E. 5.4 mit Hinweisen [U 479/05]; Urteil des 

Bundesgerichts [bis 31. Dezember 2006 Eidgenössisches Versicherungsgericht, EVG] 

vom 7. August 2008, 8C_806/2007, E. 8.2 mit zahlreichen Hinweisen).

4.2  Die beim Beschwerdeführer am 21. Mai 2015 in der Radiologie D.___ 

durchgeführte MRI-Untersuchung der LWS brachte eine lumbale Diskushernie L4/5 

links zur Darstellung, wobei es sich eindeutig um einen organischen 

Gesundheitsschaden handelt. Eine Diskushernie ist allerdings im Regelfall eine 

degenerative Erkrankung der Wirbelsäule und kann nur im Ausnahmefall Folge eines 

Unfalls im Rechtssinne (Art. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]) sein (vgl. dazu nachfolgende Erwägung 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

5). Ist es dennoch durch einen Unfall zu einer Diskushernie und damit zu einem neuen 

strukturellen Gesundheitsschaden gekommen, ist die natürliche Kausalität ohne 

Weiteres gegeben. Hat der Unfall keine Diskushernie verursacht, kann diese nur im 

Rahmen eines degenerativen Prozesses entstanden sein. Diesbezüglich gilt es die 

durch einen Unfall entstandene richtungsgebende, mithin dauernde Verschlimmerung 

von der vorübergehenden, grundsätzlich ausheilenden Verschlimmerung einer 

vorbestehenden Diskushernie zu unterscheiden (vgl. dazu nachfolgende Erwägungen 6 

f.). Auch diese beiden Sachverhalte begründen eine natürliche Kausalität. Während 

jedoch die natürliche Kausalität bei der richtungsgebenden Verschlimmerung - gleich 

einer unfallbedingten Diskushernie - jetzt und künftig vorliegt, ist sie bei einer 

vorübergehenden Verschlimmerung lediglich temporär gegeben (vgl. dazu 

nachfolgende Erwägung 7.1.; vgl. ALEXANDRA RUMO-JUNGO/ANDRÉ PIERRE 

HOLZER, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, 

Bundesgesetz über die Unfallversicherung, S. 54).

5.  

Im konkreten Fall ist eine durch den Unfall vom 12. Mai 2015 verursachte neue, 

bleibende Gesundheitsschädigung im Sinn einer strukturellen Veränderung mit dem im 

Sozialversicherungsrecht geforderten Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit (RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., S. 4; THOMAS LOCHER/

THOMAS GÄCHTER, Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 4. Aufl. Bern 2014, § 

70 N 58; UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 3. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2015, N 69 zu 

Art. 4 ATSG) auszuschliessen.

5.1  Eine gesunde Bandscheibe ist derart widerstandsfähig, dass unter 

Gewalteinwirkung eher die Wirbelknochen brechen, als dass die Bandscheibe verletzt 

würde. Im medizinischen Versuch konnte die isolierte Verletzung einer Bandscheibe 

durch einen Unfall lediglich bei rein axialer Belastung der Wirbelsäule, nicht aber bei 

Rotations-, Hyperextensions- oder Hyperflexionsbewegungen herbeigeführt werden 

(Urteil des EVG vom 3. Oktober 2005, U 163/05, E. 3.1, mit Hinweis auf GÜNTER G. 

MOLLOWITZ [Hrsg.], Der Unfallmann, Berlin/Heidelberg 1993, S. 164 ff.; vgl. auch 

ALFRED M. DEBRUNNER, Orthopädie, Orthopädische Chirurgie, 4. Aufl. Bern 2005, S. 

878 ff.; PSCHYREMBEL, Klinisches Wörterbuch, 266. Aufl. Berlin 2014, S. 232; ROCHE 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

LEXIKON, Medizin, 5. Aufl. München 2003, S. 182; LEITLINIE DER ORTHOPÄDIE, 

Hrsg. von der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie und 

dem Berufsverband der Ärzte für Orthopädie, 2. erweiterte Aufl. Köln 2002, S. 5). 

Voraussetzung für die Annahme einer traumatischen Diskushernie ist somit, dass der 

Unfall hinsichtlich seines Mechanismus geeignet war, eine Schädigung der 

Bandscheibe herbeizuführen, und insbesondere auch von besonderer Schwere war. 

Die Symptome der Diskushernie (vertebrales oder radikuläres Syndrom) müssen zudem 

unverzüglich und mit sofortiger Arbeitsunfähigkeit aufgetreten sein. In solchen Fällen 

hat die Unfallversicherung praxisgemäss auch für Rezidive und allfällige Operationen 

aufzukommen (RKUV 2000 Nr. U 378 S. 190, Nr. U 379 S. 192; Urteil des 

Bundesgerichts vom 8. April 2008, 8C_213/2008, E. 3.3; Urteil des EVG vom 3. 

Oktober 2005, U 163/05, E. 3.1, teilweise publiziert in AJP 2006, S. 877 ff., Urteil des 

EVG vom 20. September 2001, U 379/00, E. 6.a; Medizinische Mitteilungen der Suva 

Nr. 68 [1995], S. 17).

5.2  Laut Arztzeugnis UVG vom 11. August 2015 erhob Dr. C.___ beim 

Beschwerdeführer anlässlich der klinischen Erstuntersuchung vom 13. Mai 2015 als 

Befunde einen muskulären Hartspann lumbal links, einen verminderten PSR 

(Patellarsehnenreflex) links sowie eine verminderte Sensibilität im Verlauf des lateralen 

Unterschenkels, stellte die Diagnose eines traumatischen lumboradikulären Syndroms 

L5 links und bestätigte dem Beschwerdeführer eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit ab 12. 

Mai 2015. Offenbar sechs Tage nach dem Unfall (vgl. dazu Suva-act. 34-2) fertigte er 

eine Röntgenaufnahme der LWS an und erhob als Befund eine möglicherweise 

traumatische osteoligamentäre Einengung L4/L5 links mit Kontakt zu L5 links (Suva-

act. 17). Dr. C.___ veranlasste darauf eine MRI-Untersuchung der LWS in der 

Radiologie D.___, welche am 21. Mai 2015 durchgeführt wurde. Laut dem gleichentags 

erstellten fachradiologischen Bericht lieferten die bildgebenden Dokumente keinen 

sicheren Nachweis einer frischen Fraktur. Die Veränderungen im Segment LWK3/4 

seien wahrscheinlich diskogen bedingt. Ursächlich für die angegebenen Beschwerden 

erscheine eine osteodiscal bedingte Rezessuseinengung LWK4/5 links mit 

Diskushernie und Kompression der 5er-Wurzel. Eine kleinere Hernie ohne sichere 

Neuroaffektion zeige sich auch im Liegen bei LWK5/SWK1 (Suva-act. 18).

5.3 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

5.3.1      Die von Dr. C.___ echtzeitlich nach dem Unfall beim Beschwerdeführer 

erhobene Sensibilitätsverminderung im Verlauf des lateralen Unterschenkels, die 

entsprechende Diagnose eines lumboradikulären Syndroms L5 sowie die von ihm 

bestätigte Arbeitsunfähigkeit ab Unfalldatum liessen angesichts der Darlegungen in 

Erwägung 5.1 grundsätzlich von einer traumatisch hervorgerufenen Diskushernie 

LWK4/5 ausgehen. Kreisarzt Dr. E.___ begründet jedoch in seinen ärztlichen 

Beurteilungen vom 8. September 2015, 12./13. Oktober 2015 und 20./21. Januar 2016 

(Suva-act. 22, 34, 50) nachvollziehbar und überzeugend, weshalb der 

Beschwerdeführer mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit beim 

Unfall vom 12. Mai 2015 keine neue, bleibende Diskushernie im Sinn einer strukturellen 

Läsion erlitten hat.

5.3.2      Dr. E.___ befasst sich umfassend mit den rechtsprechungsgemäss 

massgebenden Faktoren einer traumatischen Diskushernie, indem er in seinen 

Ausführungen am Unfallmechanismus sowie an der Schwere des Unfalls bzw. der 

Gewalteinwirkung auf die LWS anknüpft. Weiter nimmt er umfangreich Bezug auf 

medizinische Literatur, der ebenfalls einheitlich entnommen werden kann, dass nur 

massivste Gewalteinwirkungen als Ursache für einen traumatisch bedingten 

Bandscheibenschaden anerkannt werden. Als Beispiele führt Dr. E.___ einen freien 

Sturz aus erheblicher Höhe mit einem Sprung aus 10 Metern, einen Sturz beim Tragen 

von schwersten Lasten oder eine Kollision beim Führen eines Kraftfahrzeuges bei 

grosser Geschwindigkeit an. Im Weiteren zitiert er die von der höchstrichterlichen 

Rechtsprechung übernommene medizinische Literatur, wonach weit häufiger der 

Knochen, d.h. der Wirbelkörper, oder bei sehr massiven Verletzungen Wirbel und 

Bandscheibe zusammen nachgeben würden, als letztere allein. Die Bandscheibe 

toleriere wesentlich höhere mechanische Belastungen als die jeweils angrenzenden 

Wirbel. Hinsichtlich Verletzungsmöglichkeit ergebe sich, dass unter Gewalteinwirkung 

zunächst die Toleranzgrenze der knöchernen Strukturen überschritten werde.

5.3.3      Bezüglich des Unfalls vom 12. Mai 2015 kommt Dr. E.___ zum überzeugenden 

Schluss, dass dieser weder geeignet noch derart relevant gewesen sei, dass es zu 

einem Bandscheibenvorfall hätte kommen können. Laut Schadenmeldung UVG vom 2. 

Juni 2015 (Suva-act. 2) sowie Arztzeugnis UVG von Dr. C.___ vom 11. August 2015 

(Suva-act. 17) ist der Beschwerdeführer am 12. Mai 2015 beim Transportieren von 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 10/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Gerüstteilen auf der Schulter an abschüssiger Stelle "ausgerutscht" bzw. auf den 

Rücken gestürzt. Er stürzte somit aus dem Stand bzw. beim Gehen. Ein Trauma mit 

einer axialen Stauchung der LWS und darüber hinaus unter hoher Gewalteinwirkung 

erscheint damit unwahrscheinlich. Das Gewicht der beim Sturz auf der Schulter 

transportierten Gerüstteile schätzt der Beschwerdeführer in der Beschwerde vom 10. 

Dezember 2015 auf ca. 45 kg (act. G 1). Das Tragen einer Last wurde zwar 

grundsätzlich auch von Dr. E.___ als eine die axiale Belastung erschwerende 

Komponente angeführt. Die Beschwerdegegnerin wendet indes zutreffend ein, dass die 

erstmalige Geltendmachung eines Gewichts entsprechend einer schweren Traglast in 

der Beschwerde und damit nach erfolgter Leistungseinstellung und Abweisung der 

Einsprache deren Zuverlässigkeit in Frage stelle (vgl. dazu RUMO-JUNGO/HOLZER, 

a.a.O., S. 5; BGE 121 V 47 E. 2a; RKUV 1986 Nr. U 9 S. 347 E. 3). Überhaupt fehlen 

nähere Angaben dazu, inwiefern das auf der Schulter getragene Gewicht eine - 

überhaupt fragliche - axiale Krafteinwirkung erhöht habe könnte. Angesichts des 

Umstandes, dass der Beschwerdeführer - wie gesagt - (nur) ausgerutscht bzw. aus 

dem Stand oder im Gehen gestürzt ist, leuchtet jedenfalls eine erhöhte axiale 

Krafteinwirkung auf die LWS durch das Tragen von Gerüstteilen auf der Schulter nicht 

ein. Wahrscheinlicher erscheint, dass der Beschwerdeführer beim Ausrutschen diese 

losgelassen hat oder ihm diese entglitten sind, wodurch die Wirbelsäule höchstens 

einer anderen physiologischen Bewegung (beispielsweise einer Hyperextensions- oder 

Hyperflexionsbewegung) ausgesetzt war, indem sich die Gerüstteile seitwärts, nach 

hinten oder nach vorne von der Schulter weg bewegten (vgl. dazu Urteil des EVG vom 

3. Oktober 2005, U 163/05, E. 3.1, mit Hinweis auf MOLLOWITZ, a.a.O., S. 164 ff.).

5.3.4      In der von Dr. E.___ angeführten medizinischen Literatur wird ausserdem 

einleuchtend festgehalten, dass eine traumatische Schädigung der Diskushernie 

komplexe Verletzungsmuster hinterlasse. Der Kreisarzt erklärt dazu, es sei nicht 

vorstellbar, dass eine massive Gewalteinwirkung zu einer isolierten Verletzung einer 

Bandscheibe oder Instabilität eines Bandscheibensegments führen könne, ohne 

"Kollateralschäden" zu hinterlassen. Unfallbedingte Bandscheibenvorfälle oder instabile 

Bandscheibensegmente würden zwingend massive Echoerhöhungen, insbesondere in 

den kernspintomographischen flüssigkeitssensiblen Darstellungen der T-2-Gewichtung 

aufweisen; so fänden sich z. B. Blutergüsse infolge von Gewebezerreissungen oder 

Flüssigkeitskollektionen im Haltebandapparat und der angrenzenden Muskulatur des 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 11/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

betroffenen Bandscheibensegments. Aufgrund seiner persönlichen Begutachtung der 

MRI-Dokumente vom 21. Mai 2015 zur LWS des Beschwerdeführers konnte Dr. E.___ 

jedoch derartige Hinweise für eine relevante Gewalteinwirkung verneinen.

5.3.5      Angesichts des Gesagten kam Dr. E.___ in seinen ärztlichen Beurteilungen 

vom 8. September 2015, 12./13. Oktober 2015 und 20./21. Januar 2016 (Suva-act. 22, 

34, 50) zum überzeugenden Schluss, dass aufgrund der vorliegenden bildgebenden 

Dokumente - der Röntgenbilder und Kernspintomographiebilder - und der im Dossier 

dokumentierten Versionen bezüglich des Schadenhergangs anzunehmen sei, dass es 

mit überwiegender Wahrscheinlichkeit im Rahmen des Unfalls vom 12. Mai 2015 zu 

keiner relevanten Gewalteinwirkung auf den LWS-Bereich gekommen sei, womit der 

Unfall vom 12. Mai 2015 nicht geeignet gewesen sei, den klinisch, 

kernspintomographisch und intraoperativ gesicherten Bandscheibenschaden LWK4/5 

hervorzurufen. Der Beschwerdeführer habe - unter der Annahme, dass die LWS beim 

geschilderten Sturz tatsächlich beteiligt gewesen sei - höchstens eine Prellung erfahren 

(vgl. dazu nachfolgende Erwägung 8 f.). Die kreisärztliche Beurteilung erscheint auch 

insofern einleuchtend, als sich im MRI laut Untersuchungsbericht vom 21. Mai 2015 

umfassende, mehrsegmentale Degenerationen - auch zusätzlich zur Diskushernie im 

Bereich LWK4/5 - zeigten, die ohne Unfallbeteiligung ein geschlossenes Bild ergeben 

und eine traumatische Diskushernie auf Höhe eines bestimmten Wirbelsäulensegments 

unwahrscheinlich erscheinen lassen.

5.3.6      Das Attest von Dr. C.___ vom 15. September 2015 sowie der Bericht von Dr. 

F.___ vom 28. September 2015 (Suva-act. 28) vermögen den Nachweis einer durch 

den Unfall vom 12. Mai 2015 verursachten neuen, bleibenden Diskushernie bzw. den 

Nachweis für das Nichtvorliegen einer vorbestehenden Diskushernie nicht zu erbringen. 

Sie begründen ihre Schlussfolgerung damit, der Beschwerdeführer sei vor dem 

Unfallereignis vom 12. Mai 2015 nie bei Dr. C.___ wegen Rückenbeschwerden in 

Behandlung gewesen und habe trotz der bisherigen schweren Arbeit nie 

Rückenprobleme gehabt. Es wird damit einzig eine zeitliche Einordnung - die 

Rückenbeschwerden traten zeitlich betrachtet nach einem Trauma auf - vorgenommen. 

Dass vor einem Unfall keine entsprechenden Beschwerden geklagt worden sind, bildet 

für sich allein nach konstanter bundesgerichtlicher Rechtsprechung keinen Beweis für 

eine Unfallkausalität. Der zeitliche Aspekt besitzt keine wissenschaftlich genügende 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Erklärungskraft. Andernfalls würde man sich mit dem blossen Anschein des Beweises 

bzw. mit der blossen Möglichkeit begnügen und davon ausgehen, dass eine 

gesundheitliche Schädigung schon dann durch den Unfall verursacht sei, wenn sie 

nach diesem auftrat (KIESER, a.a.O., N 69 zu Art. 4 ATSG; ALFRED MAURER, 

Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, 2. Aufl. Bern 1989, S. 460 N 1205 [= 

Beweisführung nach der Formel "post hoc ergo propter hoc"]; SVR 2009 UV Nr. 13 

[8C_590/2007], S. 52 E. 7.2.4 mit weiteren Hinweisen; BGE 119 V 340 E. 2b/bb). Dass 

die Diskushernie des Beschwerdeführers vor seinem Unfall nicht symptomatisch bzw. 

klinisch stumm gewesen ist, ist unbestritten. Das Symptomatisch- bzw. Aktivwerden 

eines degenerativen Vorzustandes durch ein Trauma stellt indessen eine medizinisch 

anerkannte Erfahrungstatsache dar, welche von der Rechtsprechung im Rahmen des 

rechtlichen Instituts der vorübergehenden Verschlimmerung eines degenerativen 

Vorzustandes aufgenommen wurde (vgl. dazu RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., S. 54; 

Urteile des Bundesgerichts vom 26. Februar 2013, 8C_423/2012, E. 5.3, 9. Januar 

2012, 8C_601/2011, E. 3.2, 24. Juni 2008, 8C_326/2008, E. 3.2 und 4, und 25. Oktober 

2007, 8C_467/2007, E. 3.1 f.; vgl. auch nachfolgende Erwägung 8 f.).

5.4  Zusammenfassend ist mithin festzuhalten, dass die beim Beschwerdeführer am 

21. Mai 2015 mittels MRI erhobene und am 19. August 2015 operierte Diskushernie mit 

dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit vorbestehend, d.h. nicht 

durch den Unfall vom 12. Mai 2015 verursacht, war.

6.   

Dr. E.___ verneint sodann in seinen Beurteilungen vom 12./13. Oktober 2015 und 

20./21. Januar 2016 (Suva-act. 34, 50) auch das Vorliegen einer richtungsgebenden 

Verschlimmerung der vorbestehenden Diskushernie. Bezüglich einer solchen gelten 

dieselben Kriterien wie für eine unfallbedingte Diskushernie, was auch hier dazu führt, 

dass eine Unfallkausalität nur ausnahmsweise und insbesondere nur dann in Frage 

kommt, wenn der Unfall auch geeignet gewesen wäre, eine gesunde Bandscheibe zu 

verletzen (Urteil des Bundesgerichts vom 10. Februar 2012, 8C_902/2011, E. 2 mit 

Hinweisen; Urteile des EVG vom 3. Oktober 2005, U 163/05, E. 3.1, und 13. Juni 2005, 

U 441/04, E. 3.1). Eine allfällige richtungsgebende Verschlimmerung muss 

röntgenologisch ausgewiesen sein und sich von der altersüblichen Progression 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

abheben (Urteile des Bundesgerichts vom 22. Juli 2016, 8C_285/2016, E. 6.4.3, und 

25. April 2012, 8C_237/2012, E. 4.2.4). Im konkreten Fall bestehen keinerlei 

Anhaltspunkte für eine solche. Die in Erwägung 5.3 dargelegten Komponenten - 

Schweregrad der Prellung; fehlende "Kollateralschäden"; umfassende, 

mehrsegmentale Degenerationen zusätzlich zur Diskushernie - haben auch hier ihre 

Geltung.

7.   

7.1  Treten im Anschluss an einen Unfall Rückenbeschwerden auf, die zuvor nicht 

bestanden haben, ist aber davon auszugehen, dass durch den Unfall eine (zuvor 

stumme), vorbestehende Diskushernie - wenn auch nicht verursacht oder 

richtungsgebend verschlimmert - so doch aktiviert worden ist, so hat der 

Unfallversicherer Leistungen für das unmittelbar im Zusammenhang mit dem Unfall 

stehende Schmerzsyndrom gemäss Art. 36 Abs. 1 UVG zu erbringen. Mit dem 

Erreichen des Status quo sine vel ante (vgl. RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., S. 54) 

entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden (SVR 2010 UV 

Nr. 31 S. 125, 8C_816/2009, E. 4.3 mit Hinweisen). Solange jedoch der Status quo sine 

vel ante noch nicht wieder erreicht ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf Art. 36 

Abs. 1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und 

Kostenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die Heilbehandlungskosten nach 

Art. 10 UVG fallen. Demnach hat die versicherte Person bis zum Erreichen des Status 

quo sine vel ante Anspruch auf eine zweckmässige Behandlung, welche auch operative 

Eingriffe umfassen kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 24. Juni 2008, 

8C_326/2008, E. 3.2 mit Hinweisen).

7.2  Anders verhält es sich, wenn das Ereignis nur Gelegenheits- oder Zufallsursache 

des Gesundheitsschadens bzw. der Beschwerdeproblematik ist, welche ein 

gegenwärtiges Risiko, mit dessen Realisierung jederzeit zu rechnen gewesen wäre, 

manifest werden lässt, ohne im Rahmen des Verhältnisses von Ursache und Wirkung 

eigenständige Bedeutung anzunehmen (SVR 2012 UV Nr. 8 S. 27; Urteil des 

Bundesgerichts vom 26. Februar 2013, 8C_423/2012, E. 5.3). Gemeint sind dabei Fälle, 

in denen ein pathologischer, aber allenfalls klinisch stummer Vorzustand besteht, 

welcher durch den Unfall aktiviert wird, zu dessen Aktivierung aber nicht unbedingt ein 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Unfallereignis nötig gewesen wäre (RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., S. 54). Der Unfall 

als Gelegenheits- oder Zufallsursache lässt ein gegenwärtiges Risiko, mit dessen 

Realisierung jederzeit zu rechnen gewesen wäre, manifest werden, ohne im Rahmen 

des Verhältnisses von Ursache und Wirkung eigenständige Bedeutung anzunehmen 

(Urteil des Bundesgerichts vom 5. April 2007, U 413/05, E. 4.2). Damit ist der Unfall 

noch kein Ereignis, ohne das der Schaden nicht eingetreten wäre (RKUV 1986 S. 473 

f.). Wenn der Unfall blosse Gelegenheits- oder Zufallsursache ist, ist die Unfallkausalität 

zum vornherein zu verneinen, indem infolge Vorliegens eines eindeutigen Vorzustandes 

ein Unterbruch der Unfallkausalität anzunehmen ist. Eine Unterbrechung der 

Unfallkausalität durch einen krankhaften Vorzustand schliesst die Entstehung einer 

Leistungspflicht überhaupt, d.h. von Beginn weg, aus.

7.3  Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss das 

Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines 

Gesundheitsschadens mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit 

nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht 

(RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., S. 4; LOCHER/GÄCHTER, a.a.O., § 70 N. 58). Da es 

sich um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die Beweislast - anders als 

bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang 

gegeben ist - nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 

2000 Nr. U 363 S. 46 E. 2 mit Hinweisen, 1994 Nr. U 206 S. 328; siehe ebenso BGE 

117 V 261 E. 3b).

8.   

Die Beschwerdegegnerin ging von einer - wenn auch nur - vorübergehenden 

Verschlimmerung des degenerativen Vorzustandes des Beschwerdeführers aus und 

bejahte damit zunächst eine teilweise Unfallkausalität. Diese Annahme ist insofern 

gerechtfertigt, als der vom Beschwerdeführer geschilderte Sturz - unter der Annahme 

von Dr. E.___, dass die LWS dabei beteiligt gewesen ist (Suva-act. 22, 34, 50) - eine 

Prellung bzw. Kontusion derselben zur Folge gehabt haben dürfte. Eine Prellung bzw. 

Kontusion der Wirbelsäule kann ohne Weiteres eine bisher stumme Diskushernie oder 

andere Wirbelsäulenerkrankungen symptomatisch werden lassen (RKUV 2000 Nr. U 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

379 S. 193 e. 2a mit Hinweisen). Der Beschwerdeführer übte vor dem Unfall einen 

körperlich schweren Beruf aus. Dennoch hatte er nie Rückenprobleme bzw. befand 

sich laut Aussagen von Dr. C.___ und Dr. F.___ nie wegen solcher in Behandlung (vgl. 

Suva-act. 28). Es ist zwar nicht auszuschliessen, dass die Operation der Diskushernie 

weitestgehend dem unbestrittenermassen vorliegenden Vorzustand zuzuschreiben ist 

und der von Dr. E.___ in seinen Beurteilungen (Suva-act. 22, 34, 50) als minim bzw. 

leicht eingestuften Rückenprellung dementsprechend keine massgebende Bedeutung 

zukommt. Nach der unter Erwägung 7.1 dargestellten Praxis genügt dies aber, um die 

Haftung des obligatorischen Unfallversicherers zu begründen. Betreffend 

Teilursächlichkeit wurde weder vom EVG bzw. Bundesgericht noch vom Gesetzgeber 

ein Mindestsatz bestimmt. Auch in Art. 36 Abs. 1 UVG wird von einer solchen Regelung 

abgesehen. Liegt ein eindeutiges Unfallereignis vor, darf somit nur im Ausnahmefall 

davon ausgegangen werden, dem krankhaften Vorzustand komme gegenüber der 

Kontusionierung der Wirbelsäule ein Gewicht zu, welches die Annahme einer 

Unterbrechung der Unfallkausalität rechtfertigt. Dies insbesondere auch mit Blick 

darauf, dass ein Grossteil der Verunfallten unter einem krankhaften physischen 

Vorzustand leidet. Der Ansatzpunkt für die Beurteilung der Leistungspflicht des 

Unfallversicherers bildet vielmehr die Frage nach der Teilursächlichkeit des 

Unfallereignisses (vgl. demgegenüber Art. 9 Abs. 2 UVV, worin das 

Abgrenzungskriterium ausdrücklich erwähnt ist). Vor dem Hintergrund des obigen 

Sachverhalts ist die Verneinung einer Teilursächlichkeit des Unfalls vom 12. Mai 2015 

für die vorübergehende Verschlimmerung der Diskushernie des Beschwerdeführers 

nicht überwiegend wahrscheinlich nachgewiesen.

9.   

Wie bereits erwähnt, entfällt die einmal anerkannte Leistungspflicht des 

Unfallversicherers erst dann, wenn der Status quo sine vel ante erreicht worden ist (vgl. 

Erwägung 7.1).

9.1  Im Regelfall ist davon auszugehen, dass der Schweregrad einer Prellung wiederum 

Einfluss auf die Heilungsdauer hat. Dr. E.___ stufte die Rückenprellung in seinen 

Beurteilungen (Suva-act. 22, 34, 50) als höchstens minim ein und verwies dabei auf die 

fehlende echtzeitliche Erwähnung äusserlicher Verletzungszeichen (Druckstellen, 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Hämatome, Schürfwunden oder Flüssigkeitskollektionen im Bereich der Weichteile des 

Beckens oder des Rückens; vgl. dazu DEBRUNNER, a.a.O., S. 412) als Folgen eines 

Sturzes auf das Becken oder den Rücken im Arztzeugnis UVG von Dr. C.___ vom 11. 

August 2015 (Suva-act. 17). Gestützt auf den Reintegrationsfaden Unfall des Schweizer 

Versicherungsverbandes ging er sodann von einer maximalen Behandlungsdauer von 

sechs Wochen aus. Dementsprechend sei der Status quo sine spätestens zum 

Zeitpunkt der Konsultation des Beschwerdeführers im Departement Chirurgie und 

Orthopädie des Spitals G.___ vom 10. Juli 2015 (Suva-act. 15) erreicht gewesen (Suva-

act. 34, 50). In Anlehnung an diese kreisärztlichen Ausführungen stellte die 

Beschwerdegegnerin die Versicherungsleistungen per 1. Juli 2015 ein (Suva-act. 25, 

39). Ein Status quo sine vel ante ist jedoch in diesem Zeitpunkt mit dem Beweisgrad 

der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nicht gegeben.

9.2  Nach der medizinischen Erfahrung heilt eine einfache Kontusion ohne spezifische 

Behandlung innert kurzer Zeit ab, in der Regel nach sechs bis neun Monaten, 

spätestens aber nach einem Jahr und die damit verbundenen Beschwerden bilden sich 

gänzlich zurück (DEBRUNNER, a.a.O., S. 412). Dieser medizinische Erfahrungssatz darf 

im Rahmen des Wahrscheinlichkeitsbeweises berücksichtigt werden, zumal er der 

herrschenden medizinischen Lehrmeinung entspricht. Dies hat insbesondere für den 

Nachweis des Status quo sine vel ante zu gelten, bei dem es sich um einen 

hypothetischen Zustand handelt, der sich häufig nur mit Erfahrungswerten bestimmen 

lässt (Urteil des Bundesgerichts vom 28. Februar 2007, U 357/06, E. 4.5; Urteil des 

EVG vom 18. September 2002, U 60/02, E. 2.2, 3.2 mit Hinweisen auf die medizinische 

Literatur). Ausserdem wurde er vom Bundesgericht in aktuellen Entscheiden bestätigt 

(vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 22. Juli 2016, 8C_285/2016, E. 6.4.3, und 7. Juni 

2016, 8C_154/2016, E. 4.1.2; SVR 2014 UV Nr. 32 S. 106 E. 7.3 [8C_834/2013]). Es 

rechtfertigt sich deshalb, den Erfahrungssatz auch hier der Würdigung zugrunde zu 

legen. Im Vergleich damit erscheint die kreisärztliche Beurteilung fraglich. Zwar 

beziehen sich Erfahrungssätze auf den Regelfall, d.h. auf medizinische Sachverhalte, 

die sich im konkreten Fall gleich dargestellt haben. Eine Ausnahme von der Regel ist 

grundsätzlich nicht ausgeschlossen, doch muss sie sich eben als solche präsentieren. 

Im vorliegenden Fall liegen keine Hinweise für einen Ausnahmefall vor. Vielmehr liefert 

der konkrete Sachverhalt Anhaltspunkte, welche eine über den Zeitpunkt der 

Leistungseinstellung (30. Juni 2015) hinausgehende Heilungsdauer nahe legen. Es ist 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

insbesondere aktenmässig belegt und unbestritten, dass der Beschwerdeführer seit 

dem Unfall bis zur Leistungseinstellung in der angestammten Tätigkeit als 

Gerüstmonteur fortdauernd wegen Rückenbeschwerden zu 100% arbeitsunfähig 

gewesen und behandelt worden ist (hausärztliche Konsultationen, Physiotherapie und 

Infiltrationen periradikulär; vgl. Suva-act. 3, 10, 15, 17, 23). Am 10. Juli 2015 wurde der 

Beschwerdeführer im Departement Chirurgie und Orthopädie des Spitals G.___ 

neurochirurgisch untersucht und die Diagnose Lumboischialgiesyndrom L4/5 links seit 

einem Sturz am 6. (richtig: 12.) Mai 2015 gestellt. Im gleichentags verfassten 

Untersuchungsbericht wurde festgehalten, dass die konservativen Therapien nichts 

gebracht hätten, der Beschwerdeführer über die verschiedenen Therapieoptionen 

informiert worden sei und man ihm die Operation des Bandscheibenvorfalls empfohlen 

habe (Suva-act. 15). Am 18. August 2015 trat der Beschwerdeführer stationär in die 

Klinik für Neurochirurgie des KSSG ein, wo am 19. August 2015 eine 

Bandscheibenoperation bzw. Sequesterektomie durchgeführt wurde (Suva-act. 20 f.). 

Es besteht kein Grund für die Annahme, dass die Folgen der Kontusion in diesem 

Zeitpunkt verheilt gewesen wären, zumal selbst im Operationszeitpunkt die gemäss 

dem Erfahrungssatz im Regelfall für eine einfache Kontusion anzunehmende maximale 

Heilungsdauer noch bei weitem unterschritten war. Die kreisärztliche Beurteilung, der 

Status quo sine sei ausgerechnet im Zeitpunkt der Konsultation des 

Beschwerdeführers im Departement Chirurgie und Orthopädie des Spitals G.___ 

erreicht gewesen, lässt vermuten, dass diese auch unter dem Einfluss der damals 

geplanten Wirbelsäulenoperation erfolgt ist. Angesichts des Gesagten erscheint mithin 

die Annahme eines Status quo sine vel ante per 1. Juli 2015 nicht mit dem Beweisgrad 

der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen. Nach der Rechtsprechung 

gehören zu den im Sinne von Art. 6 Abs. 1 UVG massgebenden Ursachen auch 

Umstände, ohne deren Vorhandensein die gesundheitliche Beeinträchtigung nicht zur 

gleichen Zeit eingetreten wäre. Eine schadensauslösende traumatische Einwirkung 

wirkt also selbst dann leistungsbegründend, wenn der betreffende Schaden auch ohne 

das versicherte Ereignis früher oder später wohl eingetreten wäre, der Unfall somit nur 

hinsichtlich des Zeitpunkts des Schadenseintritts Conditio sine qua non war (Urteile 

des Bundesgerichts vom 19. Oktober 2011, 8C_515/2011, E. 4.1, und 5. April 2007, U 

413/05, E. 4.2). In diesem Sinn ist auch die Teilkausalität in Bezug auf die 

Sequesterektomie L4/L5 vom 19. August 2015 bzw. die Hospitalisation in der Klinik für 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Neurochirurgie des KSSG vom 18. bis 21. August 2015 mit dem Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu bejahen.

9.3  Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Unfall vom 12. Mai 2015 seine 

kausale Bedeutung für die Rückenproblematik des Beschwerdeführers im Zeitpunkt 

der Leistungseinstellung per 1. Juli 2015 durch die Beschwerdegegnerin mit dem 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit noch nicht verloren hatte bzw. das 

Fehlen eines natürlichen Kausalzusammenhangs nicht dargetan ist. Die 

Beschwerdegegnerin hat demzufolge Leistungen über den 30. Juni 2015 hinaus zu 

erbringen, wobei sie insbesondere auch für die Kosten der Hospitalisation in der Klinik 

für Neurochirurgie des KSSG vom 18. bis 21. August 2015, inklusive der 

Sequesterektomie L4/5, aufzukommen hat. Das Datum der definitiven 

Leistungseinstellung ist damit wieder offen und wird von der Beschwerdegegnerin neu 

festgelegt werden müssen.

10. 

10.1       Im Sinn dieser Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung des 

Einspracheentscheids vom 12. November 2015 gutzuheissen und die 

Beschwerdegegnerin ist zu verpflichten, die gesetzlichen Leistungen zu erbringen.

10.2       Gerichtskosten sind gemäss Art. 61 lit. a ATSG keine zu erheben.

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.   

In Gutheissung der Beschwerde wird der Einspracheentscheid vom 12. November 

2015 aufgehoben und die Beschwerdegegnerin verpflichtet, die gesetzlichen 

Leistungen im Sinne der Erwägungen zu erbringen.

2.   

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 28.06.2017
	Art. 6 UVG: Verneinung einer unfallbedingten Diskushernie sowie einer unfallbedingten richtungsgebenden Verschlimmerung einer vorbestehenden Diskushernie. Leistungspflicht des Unfallversicherers für die Operation der Diskushernie bei Annahme einer vorübergehenden Verschlimmerung einer vorbestehenden Diskushernie infolge Kontusion. Der Unfall ist keine blosse Gelegenheits- oder Zufallsursache des Gesundheitsschadens (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 28. Juni 2017, UV 2015/88).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2025-07-19T07:13:48+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen