# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 73cc64a7-41aa-5f48-8a1c-7eb39465c322
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-09-19
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 19.09.2008 E-4751/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-4751-2008_2008-09-19.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-4751/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 9 .  S e p t e m b e r  2 0 0 8

Richterin Therese Kojic (Vorsitz), 
Richter Gérard Scherrer, Richterin Christa Luterbacher, 
Gerichtsschreiberin Muriel Beck Kadima.

A._______, geboren (...),
Türkei,
vertreten durch Edith Hofmann, (...)
Beschwerdeführerin,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 
19. April 2005 / N _______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-4751/2008

Sachverhalt:

A.
A.a Eigenen  Angaben  zufolge  verliess  die  Beschwerdeführerin  zu-
sammen mit ihren Eltern und ihrem Bruder die Türkei am 27. Septem-
ber 2003 und gelangte am 1. Oktober 2003 in die Schweiz, wo sie glei-
chentags ein Asylgesuch einreichte. Am 6. Oktober 2003 wurde sie in 
der Empfangsstelle Kreuzlingen befragt. 

A.b Der  (Kanton)  hörte  die  Beschwerdeführerin  am  14.  November 
2003  zu  den  Asylgründen  an.  Im  Wesentlichen  machte  die 
Beschwerdeführerin  geltend,  sie  sei  kurdischer  Ethnie  sowie 
alevitischen  Glaubens  und  stamme  ursprünglich  aus  B.______.  Sie 
habe die Matura gemacht und sich für die Uni-Prüfungen vorbereitet. 
Sie habe nur einmal Probleme mit den Behörden in ihrem Heimatland 
gehabt  und  die  Türkei  wegen  der  Schwierigkeiten  ihres  Vaters 
verlassen.  Im  Jahre  1994  sei  der  Cousin  ihres  Vaters  C._______, 
welcher  für  die  PKK  gekämpft  habe,  ermordet  worden.  Nach  der 
Beerdigung  von  C._______  habe  ihr  Vater  Schwierigkeiten  mit  den 
Behörden gehabt. Ein  Bruder ihres Vaters habe Todesdrohungen er-
halten, sei Mitte 1999 auf den Polizeiposten mitgenommen worden und 
seither verschwunden. Im Mai  2002 habe ihre Familie während zwei 
Wochen  einen  Cousin  ihres  Vaters,  D._______  und  dessen  Freund 
E._______, die nach Verbüssung einer Gefängnisstrafe aus politischen 
Gründen  aus  der  Haft  entlassen  worden  seien,  bei  sich  zu  Hause 
aufgenommen. Eine Woche nachdem D._______ und  E._______ ihr 
Haus  verlassen  hätten,  sei  ihr  Vater  während  drei  Tagen  von  der 
Polizei  auf  der  Sicherheitsdirektion  festgehalten  und dabei  auch ge-
foltert worden. Ihr Bruder sei mehrmals von der Polizei unmittelbar vor 
den Prüfungen verhaftet worden. Er habe deshalb die Prüfungen nicht 
absolvieren und sein Studium nicht fortsetzen können. Anlässlich der 
Wahlen im Herbst 2002 hätten sie und ihre Familie ihre Stimmen der 
HADEP gegeben. Einen Tag nach den Wahlen seien sie von der An-
titerroreinheit von F._______ zuhause abgeholt und während eines Ta-
ges auf der Sicherheitsdirektion festgehalten worden. Im Mai 2003 sei 
ihr Vater während drei Tagen festgehalten, verhört sowie misshandelt 
und im September 2003 ihre Mutter während eines Tages festgehalten 
sowie geschlagen worden. Auch seien sie telefonisch mit dem Tod be-
droht worden. Es sei für sie sehr schwer gewesen, das Heimatland zu 
verlassen. 

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A.c Im Rahmen weiterer Abklärungen hörte das BFM die Beschwer-
deführerin  am 24. Februar  2005 ergänzend zu den Asylgründen an. 
Dabei wiederholte die Beschwerdeführerin im Wesentlichen ihre bishe-
rigen Aussagen. 

B.
Mit Verfügung vom 19. April 2005 stellte das BFM fest, die Beschwer-
deführerin  erfülle  die  Flüchtlingseigenschaft  nicht,  und  lehnte  das 
Asylgesuch  ab.  Gleichzeitig  ordnete  es  die  Wegweisung  aus  der 
Schweiz sowie deren Vollzug an. 

C.
Mit Beschwerde vom 17. Mai 2005 – Poststempel 18. Mai 2005 - an 
die vormals zuständige Schweizerische Asylrekurskommission (ARK) 
beantragte die Beschwerdeführerin durch ihren damaligen Rechtsver-
treter,  die  Verfügung des  BFM sei  aufzuheben. Es  sei  festzustellen, 
dass sie die Flüchtlingseigenschaft erfülle und es sei ihr Asyl zu ge-
währen. Eventualiter sei sie in die Flüchtlingseigenschaft  ihrer Eltern 
(N _______) einzubeziehen. Subeventualiter sei vom Vollzug der Weg-
weisung abzusehen und das BFM anzuweisen, die vorläufige Aufnah-
me  anzuordnen.  In  prozessualer  Hinsicht  sei  ihr  die  unentgeltliche 
Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG zu gewähren und von 
der  Erhebung eines Kostenvorschusses abzusehen. Auf  die  Begrün-
dung wird,  soweit  für  den Entscheid wesentlich,  in  den Erwägungen 
eingegangen. 

D.
Mit Zwischenverfügung vom 26. Mai 2005 hiess der damalige Instrukti-
onsrichter das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspfle-
ge gut und verzichtete antragsgemäss auf die Erhebung eines Kosten-
vorschusses. 

E.
Das BFM schloss in der Vernehmlassung vom 15. August 2005 auf Ab-
weisung  der  Beschwerde.  Am  29.  September  2005  reichte  der 
Rechtsvertreter diverse Unterlagen zu den Akten.

F.
Im  Verlauf  des  Beschwerdeverfahrens  liess  die  ARK  Abklärungen 
durch die Schweizerische Vertretung in G._______ betreffend die Be-
schwerdeführerin  und ihre  Angehörigen  vornehmen. Die  Schweizeri-
sche Botschaft  antwortete am 12. Oktober 2006. Mit  Schreiben vom 

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30.  November  2006  nahm  der  Rechtsvertreter  für  die  Beschwer-
deführerin und deren Familie dazu Stellung. 

G.
Mit  Urteil  vom 21. Mai  2007 (BVGer-Dossiernr.)  wies  das  neu dafür 
zuständige  Bundesverwaltungsgericht  die  Beschwerde  ab.  Auf  die 
Begründung des Urteils wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in 
den Erwägungen eingegangen.

H.
Mit  Urteil  vom 13. Juli  2007 wies  das Bundesverwaltungsgericht  ein 
erstes Revisionsgesuch vom 29. Juni 2007 (BVGer-Dossiernr.) ab, mit 
welchem die Beschwerdeführerin die revisionsweise Aufhebung ihres 
Urteils vom 21. Mai 2007 gestützt auf Art. 121 Bst. d BGG (versehentli-
che Nichtberücksichtigung von in den Akten liegenden erheblichen Tat-
sachen) beantragt hatte. Zur Stützung der Vorbringen reichte die Be-
schwerdeführerin in diesem Verfahren insbesondere eine ärztliche Be-
stätigung vom 4. Juni 2007 betreffend Behandlungen ihres Vaters zu 
den Akten. Am 16. Juli 2007 wurde eine ärztliche Bestätigung vom 12. 
Juli  2007  betreffend  die  Einweisung  der  Mutter  der  Beschwerde-
führerin in eine psychiatrische Klinik eingereicht.

I.
I.a Am 25. Juli 2007 reichte die Beschwerdeführerin – gleichzeitig wie 
ihre Eltern und ihr Bruder – über ihre Rechtsvertreterin beim BFM eine 
mit  "Wiedererwägungsgesuch  eventuell  2.  Asylgesuch"  betitelte 
Eingabe ein und beantragte die Gewährung von Asyl, eventualiter den 
Verzicht auf  den Vollzug der Wegweisung unter gleichzeitiger Anord-
nung der vorläufigen Aufnahme. Zur Stützung der Vorbringen reichte 
sie  unter  anderem ein Arztzeugnis  vom 23. Juli  2007 betreffend die 
Einweisung ihrer Mutter in ein Psychiatriezentrum zu den Akten. Am 3. 
August 2007 wurden weitere Beweismittel nachgereicht und das Wie-
dererwägungsgesuch ergänzt.

I.b Mit Verfügung vom 16. August 2007 trat das BFM auf das Wieder-
erwägungsgesuch  der  Beschwerdeführerin  mangels  Zuständigkeit 
nicht ein. Es überwies die Eingabe vom 25. Juli  2007 mit der Ergän-
zung  vom 3. August  2007  zur  Behandlung  als  Revisionsgesuch  zu-
ständigkeitshalber an das Bundesverwaltungsgericht. 

I.c Mit Eingabe ihrer Rechtsvertreterin vom 23. August 2007 liess die 
Beschwerdeführerin  den  Wiedererwägungsentscheid  des  BFM  vom 

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16. August  2007  beim Bundesverwaltungsgericht  vorsorglich  anfech-
ten.

I.d Mit  Urteil  vom  15.  Juli  2008  (BVGer-Dossiernr.)  hiess  das 
Bundesverwaltungsgericht  das  Revisionsgesuch  der 
Beschwerdeführerin und ihrer Familie gut, hob sein Urteil vom 21. Mai 
2007  (BVGer-Dossiernr.)  auf  und  entschied,  dieses 
Beschwerdeverfahren wieder  aufzunehmen. Auf  die  Begründung des 
Urteils wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in den Erwägungen 
eingegangen. 

I.e In der Folge schrieb das Bundesverwaltungsgericht mit Entscheid 
vom 16. Juli 2008 das Beschwerdeverfahren gegen den Wiedererwä-
gungsentscheid des BFM vom 16. August 2007 (BVGer-Dossiernr.) als 
gegenstandslos geworden ab.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Ju-
ni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach  Art. 5 des Bundesgesetzes vom 
20. Dezember 1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 
172.021).  Das  Bundesamt  für  Migration  (BFM)  gehört  zu  den  Be-
hörden nach  Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundes-
verwaltungsgerichts. Eine  das  Sachgebiet  betreffende  Ausnahme im 
Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht 
ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde 
und entscheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 des Asylgeset-
zes  vom 26. Juni 1998  [AsylG,  SR 142.31];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Die Beschwerde wurde form- und fristgerecht eingereicht. Die Be-
schwerdeführerin  ist durch  die  angefochtene  Verfügung  berührt  und 
hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungswei-
se  Änderung. Die  Beschwerdeführerin  ist  daher  zur  Einreichung der 
Beschwerde legitimiert (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1, Art. 50 und 
52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2.

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2.1 Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrich-
tige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachver-
halts  und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  (Art.  106  Abs.  1 
AsylG).

2.2 Aufgrund  des  engen  sachlichen  Zusammenhangs  ist  das  vorlie-
gende  Verfahren  mit  dem  Beschwerdeverfahren  der  Eltern  der  Be-
schwerdeführerin (BVGer-Dossiernr.) koordiniert zu behandeln.

3.
3.1 Gemäss  Art.  2  Abs.  1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person aner-
kannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt 
wohnte,  wegen  ihrer  Rasse,  Religion,  Nationalität,  Zugehörigkeit  zu 
einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen ihrer  politischen An-
schauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete 
Furcht hat,  solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte 
Nachteile gelten namentlich die Gefährdung von Leib, Leben oder Frei-
heit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck 
bewirken;  den  frauenspezifischen  Fluchtgründen  ist  Rechnung  zu 
tragen (Art. 3 AsylG).

3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachwei-
sen oder zumindest  glaubhaft  machen. Diese ist  glaubhaft  gemacht, 
wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrschein-
lichkeit  für  gegeben hält. Unglaubhaft  sind insbesondere Vorbringen, 
die in  wesentlichen Punkten zu wenig begründet  oder in sich wider-
sprüchlich  sind,  den  Tatsachen  nicht  entsprechen  oder  massgeblich 
auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 
AsylG).

4.  
4.1 Das BFM lehnte  das  Asylgesuch ab,  da  die Vorbringen der  Be-
schwerdeführerin  den  Anforderungen  an  das  Glaubhaftmachen  ge-
mäss Art. 7 AsylG nicht standhielten. Die Beschwerdeführerin begrün-
de ihr Asylgesuch mit Nachteilen, welche Familienangehörige erlitten 
hätten, und mit Vorfällen, welche sich in den Jahren 2002 und 2003 er-
eignet hätten. Die vom Vater der Beschwerdeführerin geltend gemach-
te  Verfolgungssituation  habe  das  BFM  als  nicht  glaubhaft  erachtet. 
Auch die Mitnahme im November 2002 hätten die Familienmitglieder 
widersprüchlich dargelegt, womit dieser Vorfall nicht glaubhaft sei. Im 
Übrigen habe die Beschwerdeführerin keine Schwierigkeiten mit  den 

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heimatlichen Behörden gehabt und sei nur wegen der Probleme ihres 
Vaters  ausgereist.  In  Würdigung  aller  Umstände  ergäben  sich  keine 
Anhaltspunkte,  wonach  der  Beschwerdeführerin  in  ihrer  Heimat  mit 
beachtlicher Wahrscheinlichkeit asylrelevante Nachteile drohten.

4.2 In der Rechtsmitteleingabe vom 18. Mai 2005 wird ausgeführt, die 
Beschwerdeführerin habe als Hauptgrund ihrer Flucht die Behelligun-
gen ihres Vaters durch die türkischen Behörden genannt. Zur Begrün-
dung  der  gestellten  Rechtsbegehren  werde  daher  grundsätzlich  auf 
die Beschwerdeschrift der Eltern verwiesen.

5.

5.1 Die Flüchtlingseigenschaft ist glaubhaft gemacht, wenn die Behör-
de  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender  Wahrscheinlichkeit  für 
gegeben  hält.  Vorbringen  sind  dann  glaubhaft,  wenn  sie  genügend 
substanziiert, in sich schlüssig und plausibel sind; sie dürfen sich nicht 
in  vagen  Schilderungen  erschöpfen,  in  wesentlichen  Punkten  nicht 
widersprüchlich sein oder der inneren Logik entbehren und auch nicht 
den  Tatsachen  oder  der  allgemeinen  Erfahrung  widersprechen. 
Darüber  hinaus  muss  der  Gesuchsteller  beziehungsweise  die 
Gesuchstellerin persönlich glaubwürdig erscheinen. Glaubhaftmachen 
bedeutet ferner - im Gegensatz zum strikten Beweis - ein reduziertes 
Beweismass  und  lässt  durchaus  Raum  für  gewisse  Einwände  und 
Zweifel  an  den  Vorbringen  der  Gesuchstellerin.  Es  ist  auf  eine 
objektivierte  Sichtweise  abzustellen  (vgl. Entscheidungen und Mittei-
lungen ARK [EMARK] 1993 Nrn. 11 und 21,  1994 Nr. 5  sowie 1996 
Nrn. 27 und 28).

5.2 Aufgrund der Akten ist festzustellen, dass die Beschwerdeführerin 
anlässlich  ihrer  Befragungen  übereinstimmend aussagte,  der  Haupt-
grund für ihre Ausreise seien die Probleme ihres Vaters gewesen (vgl. 
A1, S. 4; A7, S. 7). Diesbezüglich ist festzuhalten, dass das Bundes-
verwaltungsgericht  unter  Berücksichtigung  sämtlicher  Akten  der  Be-
schwerdeführerin  und  ihrer  Angehörigen  und  insbesondere  der  im 
zweiten  Revisionsverfahren  beigebrachten  Beweismittel  und  geltend 
gemachten erheblichen Tatsachen die von den Eltern der Beschwerde-
führerin zu Protokoll gegebenen Sachverhalte überwiegend als glaub-
haft  erachtet,  wenn  auch  gewisse  Zweifel  und  Vorbehalte  bestehen 
bleiben  (vgl.  Urteil  der  Eltern  vom heutigen  Tag,  BVGer-Dossiernr.). 
Namentlich erscheint aber glaubhaft, dass der Vater der Beschwerde-
führerin  aufgrund  der  zahlreichen  politisch  aktiven  Verwandten 

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während Jahren seitens der Sicherheitskräfte immer wieder behelligt 
und im Mai 2003 während einer dreitägigen Haft  misshandelt wurde. 
Ebenfalls als glaubhaft erachtet das Gericht die Verhaftung der ganzen 
Familie  im Nachgang  zu den Wahlen vom 3. November  2002 sowie 
insbesondere  die  Mitnahme  und  die  massiven  Behelligungen  der 
Mutter der Beschwerdeführerin im September 2003. Das BFM hat die 
Ablehnung des Asylgesuchs der Beschwerdeführerin mit den als nicht 
glaubhaft bewerteten Vorbringen ihrer Eltern begründet. Nachdem das 
Bundesverwaltungsgericht von der Glaubhaftigkeit der Asylvorbringen 
der  Eltern  der  Beschwerdeführerin  ausgeht,  sind  die  von  der 
Beschwerdeführerin  geltend  gemachten  Schwierigkeiten  und 
Behelligungen demnach ebenfalls als glaubhaft zu erachten. Das BFM 
hat  daher  zu  Unrecht  auf  Unglaubhaftigkeit  der  Vorbringen  der 
Beschwerdeführerin  geschlossen.  Nebst  den  glaubhaft  dargelegten 
Schwierigkeiten  des  Vaters  der  Beschwerdeführerin  ist  vorliegend 
davon  auszugehen,  dass  sie  am  4.  November  2002  aufgrund  ihrer 
Stimmabgabe für  die  HADEP während eines Tages auf  dem Posten 
festgehalten  wurde.  Diesem  kurzen  Eingriff  in  die  physische 
Bewegungsfreiheit  der  Beschwerdeführerin  fehlt  es  indes an  der  für 
eine  Asylgewährung  erforderlichen  Intensität.  Diese  wäre  nur  dann 
erreicht,  wenn  die  Verfolgungsmassnahme  ein  menschenwürdiges 
Leben  im  Verfolgerstaat  verunmöglicht  oder  in  unzumutbarer  Weise 
erschwert  hätte,  so  dass  sie  sich  dieser  Zwangssituation  nur  durch 
Flucht  ins  Ausland  hätte  entziehen  können.  Eine  solche 
Zwangssituation liegt vorliegend offensichtlich nicht vor. Weitergehend 
macht  die Beschwerdeführerin  keine persönlichen Benachteiligungen 
seitens der heimatlichen Behörden geltend. 

5.3 Die Beschwerdeführerin beruft sich in der Rechtsmitteleingabe auf 
die Ausführungen in der Beschwerdeschrift  ihrer Eltern. Damit macht 
sie auch geltend, sie habe begründete Furcht vor künftigen asylrele-
vanten Verfolgungsmassnahmen im Sinne einer Reflexverfolgung. 

5.3.1 Unter Reflexverfolgung versteht man behördliche Belästigungen 
oder Behelligungen von Angehörigen aufgrund des Umstandes, dass 
die  Behörden  einer  gesuchten,  politisch  unbequemen  Person  nicht 
habhaft  werden oder  schlechthin  von deren politischer  Exponiertheit 
auf eine solche auch bei Angehörigen schliessen. Der Zweck einer sol-
chen Reflexverfolgung kann insbesondere darin liegen, Informationen 
über  effektiv  gesuchte  Personen  zu  erlangen  beziehungsweise  Ge-
ständnisse von Inhaftierten zu erzwingen. Eine "Sippenhaft" in diesem 

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Sinn ist von den türkischen Behörden etwa in den Süd- und Ostprovin-
zen nicht selten angewandt worden, wenn es galt, den Aufenthaltsort 
von flüchtigen Angehörigen der PKK oder anderer staatsfeindlicher Or-
ganisationen zu ergründen. Die Wahrscheinlichkeit, Opfer einer Reflex-
verfolgung zu werden, ist namentlich dann gegeben, wenn nach einem 
flüchtigen Familienmitglied gefahndet wird und die Behörde Anlass zur 
Vermutung  hat,  dass  jemand mit  dem Gesuchten  in  engem Kontakt 
steht. Diese Wahrscheinlichkeit erhöht sich, wenn der Reflexverfolgte 
aus  einer  den  türkischen  Sicherheitskräften  als  "staatsfeindlich"  be-
kannten Familie stammt respektive mehrere illegal politisch tätige Ver-
wandte aufweist. Auch ein eigenes, nicht unbedeutendes Engagement 
seitens des Reflexverfolgten für illegale politische Organisationen er-
höht das Risiko, Opfer einer Sippenhaft im weiteren Sinne zu werden 
(vgl. dazu EMARK 1994 Nr. 5). An den Umfang der eigenen Aktivitäten 
sind jedoch umso geringere Anforderungen zu stellen, je grösser das 
politische Engagement des gesuchten Familienmitglieds ist, zumal Ziel 
einer Reflexverfolgung häufig auch nur die Bestrafung der gesamten 
Familie  für  Taten eines  politisch  aktiven Familienmitglieds  sein  kann 
(vgl. EMARK 2005 Nr. 21). Begründete Furcht vor künftiger Verfolgung 
liegt sodann grundsätzlich vor, wenn aufgrund objektiver Umstände in 
nachvollziehbarer  Weise  subjektiv  befürchtet  wird,  die  Verfolgung 
werde  sich  mit  beachtlicher  Wahrscheinlichkeit  und  in  absehbarer 
Zukunft verwirklichen (vgl. WALTER KÄLIN, Grundriss des Asylverfahrens, 
Basel/ Frankfurt  a.M., 1990, S. 137 f.,  S. 144 ff.;  MARIO GATTIKER,  Das 
Asyl- und Wegweisungsverfahren, Bern, 1999, S. 77 f.; EMARK 2000 
Nr. 9, S. 78 mit Hinweisen). Gemäss EMARK 1993 Nr. 6 (vgl. E. 3b und 
4,  S.  36  ff.,  mit  weiteren  Hinweisen)  kommen  beweiserleichternde 
Grundsätze bei der Prüfung der begründeten Furcht zur Anwendung, 
wenn die Vorbringen im Kontext einer Reflexverfolgung stehen. Neben 
dem  bereits  Erlebten  werden  insbesondere  die  Aktivitäten  von 
Verwandten  mitberücksichtigt.  Dies  geschieht  aus  der  Überlegung, 
dass Nachteile, die im Zeitpunkt der Ausreise objektiv keine Furcht vor 
zukünftiger Verfolgung hätten begründen können, in einer Situation der 
Reflexverfolgung  unvermittelt  in  längere  Inhaftierungen,  Folter  oder 
körperliche Misshandlung umschlagen können.

In Bestätigung der Rechtsprechung der ARK (vgl. EMARK 2005 Nr. 21) 
stellt das Bundesverwaltungsgericht fest, dass aufgrund der aktuellen 
Lageentwicklung in der Türkei die Gefahr allfälliger Repressalien ge-
gen  Familienangehörige  mutmasslicher  Aktivisten  der  PKK  (bezie-
hungsweise  einer  ihrer  Nachfolgeorganisationen)  oder  anderer  von 

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den Behörden als  separatistisch  eingestufter  kurdischer  Gruppierun-
gen weiterhin nicht auszuschliessen sei. Zwar scheint sich die Verfol-
gungspraxis der türkischen Behörden im Zuge des Reformprozesses 
zur Annäherung an die Europäische Union insofern geändert  zu ha-
ben, als Fälle, in denen Familienangehörige kurdischer Aktivisten ge-
foltert  oder misshandelt  worden sind, abgenommen haben. Dagegen 
müssen Familienangehörige  auch  gegenwärtig  noch mit  Hausdurch-
suchungen und Festnahmen rechnen, die oft mit Beschimpfungen und 
Schikanen verbunden sein können. 

5.3.2 Die Beschwerdeführerin war nie politisch aktiv und hat sich auch 
anderweitig nicht exponiert. Aufgrund der Akten steht jedoch fest, dass 
sie aus B._______ stammt und A._______['s]  Grossfamilie angehört. 
Aus  zahlreichen  Asyldossiers  von  Familienangehörigen  geht  hervor, 
dass  viele  Verwandte  der  Beschwerdeführerin  wegen  politischer 
Aktivitäten behördlicher Repression ausgesetzt waren und mittlerweile 
in der Schweiz respektive in anderen Ländern teilweise als Flüchtlinge 
anerkannt  sind.  Vorliegend  stellt  sich  die  Frage,  ob  der 
Beschwerdeführerin, welche bis zu ihrer Ausreise keine asylrelevanten 
Behelligungen  erlitt,  bei  einer  Rückkehr  in  die  Türkei  begründete 
Furcht vor allfälligen künftigen Benachteiligungen im Sinne von Art. 3 
AsylG  zu  attestieren  ist.  Dabei  ist  insbesondere  zu  prüfen,  ob  sie 
einem unerträglichen psychischen Druck im Sinne von Art. 3 Abs. 2 
AsylG ausgesetzt wäre.

5.3.3 Mit  dem Begriff  des  unerträglichen  psychischen Drucks  sollen 
staatliche Massnahmen erfasst werden, die sich nicht unmittelbar ge-
gen die Rechtsgüter Leib, Leben oder Freiheit richten, sondern auf an-
dere Weise ein menschenwürdiges Leben verunmöglichen. Ausgangs-
punkt,  um einen unerträglichen psychischen Druck  bejahen zu kön-
nen, stellen in der Regel konkrete staatliche Eingriffe dar, die effektiv 
stattgefunden haben; die staatlichen Verfolgungsmassnahmen müssen 
in einer objektivierten Betrachtung zudem als derart intensiv erschei-
nen, dass der betroffenen Person ein weiterer Verbleib in ihrem Hei-
matstaat  objektiv  nicht  mehr  zugemutet  werden  kann;  ausschlagge-
bend ist mit anderen Worten nicht, wie die betroffene Person die Situa-
tion subjektiv erlebt hat, sondern ob aufgrund der tatsächlichen Situa-
tion  für  Aussenstehende  nachvollziehbar  ist,  dass  der  psychische 
Druck unerträglich geworden ist (vgl. EMARK 1996 Nr. 30 E. 4d S. 291 
f., mit weiteren Hinweisen). 

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5.3.4 Aufgrund der aktuellen politischen Situation in der Türkei kann 
nicht  ausgeschlossen  werden,  dass  die  Beschwerdeführerin,  insbe-
sondere falls sie ohne Schutz ihrer Familie in die Türkei zurückkehren 
müsste, bereits bei der Einreise behelligt würde. Angesichts der Tatsa-
che, dass ihren Eltern mit heutigem Urteil des Bundesverwaltungsge-
richts  (BVGer-Dossiernr.)  Asyl  erteilt  wurde,  ist  davon  auszugehen, 
dass  sie  bei  der  Rückkehr  nach  ihren  im  Ausland  verbliebenen 
Verwandten befragt würde. Dabei ist ihr aufgrund der einschneidenden 
Erfahrungen, welche ihre Mutter mit den türkischen Sicherheitskräften 
machen  musste  (massive  sexuelle  Übergriffe  mit  gravierenden 
gesundheitlichen  Folgen),  zu  glauben,  dass  sie  bei  einer  Rückkehr 
unter massivem psychischem Druck stünde. Zudem fällt  ins Gewicht, 
dass die Beschwerdeführerin in der Vergangenheit bereits selbst Opfer 
von Reflexverfolgung – wenn auch nicht von asylrelevanter Intensität - 
war. Vor diesem Hintergrund ist die Furcht, bei einer Rückkehr in die 
Türkei  zumindest  mit  Massnahmen  rechnen  zu  müssen,  die  einen 
unerträglichen psychischen Druck im Sinne von Art. 3  Abs. 2 AsylG 
bewirken, als begründet im Sinne von Art. 3 Abs. 1 AsylG zu erachten. 
Nachfolgend ist  deshalb noch zu prüfen,  ob die  Beschwerdeführerin 
diesen zu erwartenden Nachteilen landesweit ausgesetzt wäre oder ihr 
innerhalb  der  Türkei  eine  innerstaatliche  Fluchtalternative  offen 
stünde. 

5.4 Für die Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft muss feststehen, 
dass sich eine von flüchtlingsrechtlich erheblichen Nachteilen bedrohte 
Person  landesweit  in  einer  ausweglosen  Situation  befindet.  Wirken 
sich die Benachteiligungen nur lokal  aus,  und ist  der Heimatstaat  in 
der Lage und willens, der betroffenen Person in anderen Landesteilen 
wirksamen Schutz vor Verfolgung zu gewähren, so kann ihr das Vorlie-
gen einer innerstaatlichen Fluchtalternative entgegengehalten werden. 
Die Anforderungen an die Effektivität  des am Zufluchtsort  gewährten 
Schutzes sind allerdings hoch anzusetzen. Wirksamer Schutz vor Ver-
folgung bedingt, dass die betroffene Person am Zufluchtsort nicht wie-
derum Opfer von Behelligungen im Sinne von Art. 3  AsylG wird. Im 
Weiteren  erscheint  eine  wirksame  Schutzgewährung  auch  dann  als 
nicht gegeben, wenn die betroffene Person bereits in ihrer Heimatregi-
on von Organen der Zentralgewalt - das heisst unmittelbar staatlich - 
verfolgt worden ist, vermag doch diesfalls ein Wegzug in einen ande-
ren Landesteil diese Behelligungen nicht effektiv zu unterbinden. Darü-
ber  hinaus  muss  am  innerstaatlichen  Zufluchtsort  mit  hinreichender 
Bestimmtheit auch eine mittelbare Gefährdung der betroffenen Person 

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ausgeschlossen sein, das heisst die Gefahr, von staatlichen Behörden 
aus Motiven gemäss Art. 3 AsylG auf  offizielle  oder  faktische Art  in 
das Gebiet der unmittelbaren Verfolgung zurückgeschickt oder zurück-
gedrängt zu werden (vgl. EMARK 1996 Nr. 1 E. 5b und c S. 5 - 7). 

5.5 Aufgrund der Akten ist davon auszugehen, dass die Beschwerde-
führerin  selbst  nicht  registriert  ist. Hingegen ergeben sich genügend 
Anhaltspunkte  für  die  Annahme,  dass  zahlreiche  Angehörige  der 
Familie  [von]  A._______,  sowie  insbesondere  auch  D._______, 
welcher zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt wurde und welchen 
die Familie der Beschwerdeführerin zusammen mit E._______ bei sich 
beherbergte, von den türkischen Polizeibehörden zentral erfasst sind. 
Wenn  im  Weiteren  berücksichtigt  wird,  dass  der  türkischen 
Grenzpolizei  bei  der  Wiedereinreise  abgewiesener  Asylgesuchsteller 
die  Tatsache  der  Asylgesuchseinreichung  im  Ausland  in  der  Regel 
nicht  verborgen  bleibt  und  dies  wiederum  eine  Routinekontrolle  mit 
eingehender  Befragung  zur  Folge  hat,  so  ist  mit  hoher  Wahr-
scheinlichkeit  anzunehmen,  dass die Beschwerdeführerin  bereits  bei 
der Wiedereinreise als Angehörige einer politisch exponierten Familie 
identifiziert  würde. In einem solchen Fall müsste die Beschwerdefüh-
rerin  aber gerade vor dem Hintergrund der in letzter  Zeit  wieder zu-
nehmenden  Intensität  des  Konflikts  zwischen  türkischer  Armee  und 
kurdischen  Rebellen  mit  weiteren  Verdächtigungen  beziehungsweise 
Behelligungen rechnen. Damit wird deutlich, dass der Beschwerdefüh-
rerin  keine  genügend  sichere  innerstaatliche  Fluchtalternative  offen 
steht. 

5.6 Zusammenfassend ist  festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin 
entgegen  der  vorinstanzlichen  Beurteilung  ihre  Asylvorbringen  über-
wiegend  glaubhaft  dargelegt  hat  und  angesichts  der  besonderen 
familiären Situation der glaubhaften Verfolgung der Angehörigen vorlie-
gend von einer begründeten Furcht der Beschwerdeführerin vor künfti-
ger  asylrelevanter  Reflexverfolgung auszugehen ist. Damit  erfüllt  sie 
die Voraussetzungen für die Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft. 

6.
Vorliegend fehlt es an konkreten Hinweisen auf ein Fehlverhalten der 
Beschwerdeführerin,  welches unter  einen oder mehrere der von Art. 
1F FK umfassten Tatbestände zu subsumieren wäre. Mangels Hinwei-
sen  für  das  Vorliegen  eines  Asylsusschlussgrundes  gemäss  Art.  53 
AsylG ist ihr Asyl zu gewähren (vgl. Art. 49 AsylG).

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7.
In  Gutheissung der Beschwerde ist  die  angefochtene Verfügung des 
BFM vom 19. April 2005 betreffend Asyl und Wegweisung aufzuheben. 
Die  Vorinstanz  ist  anzuweisen,  der  Beschwerdeführerin  Asyl  zu  ge-
währen.

8.
8.1 Bei  diesem Ausgang des Beschwerdeverfahrens sind  keine Ver-
fahrenskosten zu erheben (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG). 

8.2 Gemäss  Art.  64  Abs. 1  VwVG kann die  Beschwerdeinstanz  von 
Amtes wegen oder auf Begehren eine Entschädigung für die der Partei 
erwachsenen  notwendigen  und  verhältnismässig  hohen  Kosten  zu-
sprechen.  Der  im  ursprünglichen  Beschwerdeverfahren  zuständige 
Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin und deren Familie (lic. iur. Mi-
chael  Guidon,  Berner  Rechtsberatungsstelle  für  Asylsuchende, 
Schwarztorstrasse  124,  Bern)  hat  mit  der  Beschwerdeeingabe  eine 
Honorarnote vom 17. Mai 2005 für die gesamte Familie zu den Akten 
gereicht,  welche  bereits  im  Verfahren  der  Eltern  (BVGer-Dossiernr.) 
zur Genüge berücksichtigt wurde, weshalb im vorliegenden Verfahren 
keine  Parteientschädigung  auszurichten  ist.  Der  heute  zuständigen 
Rechtsvertreterin  der  Beschwerdeführerin  erwuchsen  aus  dem 
Beschwerdeverfahren keine Kosten; für den ihr angefallenen Aufwand 
wurde  sie  im  Rahmen  der  Revisonsverfahren  (BVGer-Dossiernrn.) 
entschädigt.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird gutgeheissen und die Verfügung des BFM vom 
19. April  2005 wird aufgehoben. Das BFM wird angewiesen,  der Be-
schwerdeführerin Asyl zu gewähren. 

2.
Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

3.
Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin (Einschreiben)
- das BFM, Abteilung Aufenthalt und Rückkehrförderung, mit den Ak-

ten Ref.-Nr. N ______ (per Kurier; in Kopie)
- (Kanton) (in Kopie)

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Therese Kojic Muriel Beck Kadima

Versand: 

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