# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** bcbd3210-4a08-50d9-89cb-b1d61e7de22f
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-09-18
**Language:** de
**Title:** Natürlicher Kausalzusammenhang zwischen Unfallereignis im Juli (tätlicher Angriff) und im September diagnostiziertem Meniskusriss verneint. Abweisung. (BGE 8C_834/2015)
**Docket/Reference:** UV.2014.00145
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/UV.2014.00145.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
UV.2014.00145
IV. Kammer
Sozialversicherungsrichter Hurst, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Philipp
Sozialversicherungsrichter Vogel
Gerichtsschreiberin Muraro
Urteil
vom
18. September 2015
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwalt Markus Bischoff
Schifflände
22, Postfach 126, 8024 Zürich
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt
Rechtsabteilung
Postfach 4358, 6002 Luzern
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
Der 1989 geborene
X.___
war ab dem 1. Juli 2013
als Maler
für einen befristeten Einsatz bei der
Y.___
AG, angestellt und
dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) obli
gatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert
. Mit Schadenmeldung vom 1. Oktober 2013 wurde der SUVA gemeldet, dass der Versicherte
am 7. Juli 2013
von Unbekannten angegriffen worden sei und sich dabei eine
Kniever
letzung
links
, eine Schädigung des Meniskus, zugezogen habe
(Urk. 8/2 S. 2 und Urk. 8/3
S. 7
).
Im Kurzbericht des Spitals
Z.___
vom 7. Juli 2013 wurde
n
eine Gesichts- und Kopfkontusion (Hämatom
infraorbital
links), eine Kontusion der Schulter rechts, der Unterarme beidseits, des Daumenballens rechts, des Beckens sowie des Knies links
diagnostiziert
(Urk. 8/13).
Am 8. Juli 2013 mel
dete der Versicherte den Vorfall ausserdem bei der Polizei (vgl. deren gleichen
tags erstelltes Protokoll [Urk. 8/35]).
Am 16. Oktober 2013 wurde von
Dr.
med.
A.___
, Facharzt FMH für Chirurgie
, eine
Kniearthroskopie links mit Innenmeniskusteilresektion
durchgeführt (
vgl. Operationsbericht
vom gleichen Tag
[
Urk. 8/24
]
).
Mit ärztlicher Beurteilung vom 21. November 2013 verneinte der Kreisarzt
Dr.
med.
B.___
, Facharzt FMH für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
, eine Unfallkausalität des festge
stellten Knieschadens (Urk. 8/34). Gestützt darauf lehnte die SUVA
eine
Leis
tungspflicht
mit Verfügung vom 3. Dezember 2013 ab (Urk. 8/37). Dagegen erhob der Versicherte am 14. Januar 2014 Einsprache (Urk. 8/44
S. 1 f.
).
Am 26. März 2014 wurde der Versicherte persönlich zum Sachverhalt und zum Heilverlauf befragt (Urk. 8/57).
Die SUVA unterbreitete das Dossier ihren
Versicherungsmediziner
n
Dres
. med.
C.___
, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie, und
D.___
, Facharzt FMH für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
,
welche
ihre orthopädische Beurteilung
am 12. Mai 2014 erstatteten und
zur Frag
e
der Unfallkausalität Stellung
nahmen
(Urk. 8/60). Mit Entscheid vom 14. Mai 2014 wies die SUVA die Einsprache
des Versicherten ab (Urk. 2 [=
Urk. 8/61]).
2.
Dagegen erhob der Versicherte am 13. Juni 2014 Beschwerde und beantragte, der Einsprache-Entscheid sowie die Verfügung vom 3. Dezember 2013 seien aufzuheben, und es seien ihm für die mit Unfall vom 7. Juli 2013 erlittenen Beschwerden (Meniskusläsion etc.) die gesetzlichen Leistungen zu erbringen (Urk. 1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 14. Juli 2014 schloss die
Beschwer
degegnerin
auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 7), was dem Beschwerdeführer am 17. Juli 2014 angezeigt wurde (Urk. 9).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien sowie die Akten ist, soweit für die
Ent
scheid
fin
dung
erforderlich, in den Erwägungen einzugehen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss
Bundesgesetz
über die Unfall
versicherung (
UVG
)
setzt zunächst voraus, dass zwischen dem
Unfaller
eignis
und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürli
cher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausal
zusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zu
sammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittel
bare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht wegge
dacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiel
e (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E.
4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesund
heitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwal
tung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm oblie
genden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen
Beweis
grad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglich
keit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungs
anspruches
nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.2
Die Beweislastregel, wonach der Unfallversicherer und nicht der Versicherte die Beweislast für das überwiegend wahrscheinliche Dahinfallen der natürlichen Unfallkausalität trägt, greift erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes (Art. 61
lit
. c des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]) und der
Beweis
würdigung
einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die überwiegende
Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 117 V 261 E. 3b in
fine
S. 264 mit Hinweisen).
1.3
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichts ist entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anam
nese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammen
hänge und der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerun
gen des Experten begründet und nachvollziehbar sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a). Den Berichten
versiche
rungsinterner
Ärztinnen und Ärzten kommt rechtsprechungsgemäss zwar nicht derselbe Beweiswert zu wie einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten externer Fachpersonen oder gar wie einem Gerichtsgutachten, sie sind aber soweit zu berücksichtigen, als
keine
Zweifel an der Richtigkeit ihrer Schlussfolgerungen bestehen (Urteil des Bundesgerichts 8C_216/2009 vom 28. Oktober 2009 E. 4.7).
1.4
Die Rechtsprechung geht in Bezug auf die Würdigung von ärztlichen Berichten, welche die SUVA im Administrativverfahren einholt, seit je davon aus, dass die Anstalt, solange sie in einem konkreten Fall noch nicht Prozesspartei ist, als Verwaltungsorgan dem Gesetzesvollzug dient. Wenn die von der SUVA beauf
tragten Ärzte und Ärztinnen zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, darf das Gericht in seiner Beweiswürdigung auch solchen Gutachten folgen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (vgl. BGE 104 V 209 E. c; RKUV 1991 Nr. U 133 S. 312).
2.
2.
1
Die Beschwerdegegnerin
erwog
zusammengefasst
,
die orthopädische Beurtei
lung von
Dr.
D.___
und
Dr.
C.___
sei umfassend und schlüssig, weshalb auf diese abzustellen sei
(Urk. 2 S. 8)
. Demnach habe die Assistenzärztin des Spitals
Z.___
am 7. Juli 2013 eine oberflächliche Schürfwunde an der
Schienbeinvor
derkante
links bei leichter Druckschmerz
haftigkeit an beiden
Schienbein
vorder
kanten
beschrieben
.
Zeichen einer direkten Gewalteinwirkung im Bereich des linken Kniegelenks wie Blutergussbildungen, Schwellungen,
Bewegungsein
schränkungen
, Bewegungsschmerzen
, pathologische Tests der Menisken oder des Bandapparates und Druckschmerzhaftigkeit im Bereich des inneren oder äusseren Gelenkspaltes seien nicht dokumentiert worden. Ausdrücklich seien
ossäre
Druckdolenzen
an den Knien beidseits verneint worden. Es seien beide
Kniegelenke untersucht worden. Anlässlich der Befragung vom 26. März 2014 habe der Beschwerdeführer angegeben, er gehe davon aus, dass sich sein linkes Knie beim Sturz auf den Boden verdreht habe. Der genaue Unfallmechanismus beim erlittenen Sturz sei nicht rekonstruierbar. Der Beschwerdeführer vermute bloss, sein linkes Knie habe sich beim Sturz verdreht. Die dokumentierte Untersuchung beider Kniegelenke habe jedoch keinen Hinweis für eine
Bluter
guss
bildung
, einen Gelenkerguss oder eine schmerzhafte
Bewegungsein
schränkung
ergeben. Schmerzangaben von Seiten des Beschwerdeführers bezüg
lich des linken Kniegelenks seien ebenfalls nicht dokumentiert worden
.
Auch anlässlich der bei
Dr.
E.___
erfolgten Konsultationen zwischen dem 1
1.
und dem 23. September 2013 seien von ihr keine klinischen Befunde doku
mentiert, welche auf eine traumatische Genese der vom Beschwerdeführe
r beklagten Symptomatik hinwiesen
. Die sich beim Beschwerdeführer im radiolo
gischen Befundbericht vom 19. September 2013 darstellende lineare Erhöhung der Signalintensität im
Innenmeniskushinterhorn
entspreche einer Grad II b
Veränderung mit
mukoider
Degeneration ohne Kontinuitätsunterbrechung in die äussere Kontur des Meniskus. Eine traumatische Genese dieser bildgebend dargestellten Signalerhöhung sei nicht überwiegend wahrscheinlich. Auch die am 16. Oktober 2013 intraoperativ angefertigten Videoprintdokumentationen zeigte
n keine Befunde, welche in einen
überwiegend wahrscheinlichen Kausal
zusammenhang mit dem Geschehen vom 7. Juli 2013 zu setzen seien. Somit spreche die Gesamtdokumentation mit überwiegender Wahrscheinlichkeit gegen einen kausalen Zusammenhang
zwischen
dem Unfallereignis vom 7. Juli 2013 und den ab September 2013 im B
ereich des linken Kniegelenks
beklagten Beschwerden (Urk. 2 S. 6 ff.).
Der Einwand, der Beschwerdeführer sei vor dem Unfall beschwerdefrei gewesen, vermöge an dieser Einschätzung nichts zu ändern (Urk. 2 S. 8).
2.
2
Demgegenüber machte der Beschwerdeführer geltend,
er sei von mindestens drei Personen tätlich angegriffen worden und habe sich beim Sturz auf den Boden wahrscheinlich das Knie verdreht. Es verstehe sich von selbst, dass er sich angesichts des überraschenden Angriffes und des Umstandes, dass es sich um ein dynamisches Geschehen gehandelt habe, nicht an alle Details habe erinnern können. Dass die Meniskusläsion nicht bereits im Spital
Z.___
fest
gestellt worden sei, spreche nicht gegen das Vorliegen eines natürlichen Kausal
zusammenhangs.
Dr.
A.___
habe im Bericht vom 10. Januar 2014 festge
halten, es sei absolut üblich, dass bei einer Notfallbehandlung kein MRI gemacht würde. Eine
Meniskusläsion
lasse sich aber nur mittels MRI-Befund verifizieren. Gemäss
Dr.
A.___
sei es auch üblich, die Feindiagnostik erst nach dem Abklingen des Akuttraumas durchzuführen. Seit dem Unfall sei er nicht mehr
beschwerdefrei.
Dr.
A.___
meine in seinem neusten Bericht vom 6. Juni 2014, die Unterscheidung, ob eine Meniskusverletzung traumati
scher oder degenerativer Genese sei, müsse selbst für einen Operateur schwierig sein. Wer nur die Bilder anschaue, könne deshalb schnell zu einer Fehlein
schätzung gelangen. Die Signalerhöhung im Meniskusbereich lasse sich auf
grund der Bilder nur sehr schwer in die Klassifikation nach Reicher einordnen.
Aufgrund der gesamten Aktenlage komme
Dr.
A.___
zum Schluss, es sei unwahrscheinlich, dass ein 24-jähriger bereits eine degenerative Meniskusver
letzung habe. Aufgrund des Zeitablaufs und des nach dem Unfall aufgetretenen Beschwerdebildes könne deshalb nur der Unfall Ursache der Meniskusverletzung sein (Urk. 1).
3.
3.1
Bevor die medizinisc
he Aktenlage
beleuchtet werden
kann
, ist auf die Schilde
run
gen des Beschwerdeführers zum Unfallhergang einzugehen.
3.2
Gegenüber der Assistenzärztin
F.___
des Spitals
Z.___
gab der Beschwer
de
führer
am 7. Juli 2013
zur Auskunft,
gestern
am
Züri
fäscht
von
Securita
s
-Angestellten
angegriffen worden zu sein.
Er sei mit einem
Securitas
-Mann zusammengestossen, als er
eine
SMS geschrieben habe. Dieser habe ihn darauf
hin seitlich gestossen, woraufhin er zu Boden gefallen sei.
Er sei mit
mehrere
n
Tritte
n
gegen den Körper und
den Kopf
traktiert worden
, weshalb ihm schwarz vor Augen geworden sei (Urk. 8/13).
3.3
Am 8. Juli 2013 schilderte der Beschwerdeführer gegenüber der Polizei,
e
r sei am SMS schreiben gewesen und auf dem Weg in der Nähe der „
G.___
“ entlang gegangen. Aus Unachtsamkeit sei er dabei mit einem Mann kollidiert. Dieser sei Mitglied einer Gruppe von drei bis vier
Personen gewesen; diese hätten
z
u einer Sicherheitsfirma gehört
.
Jedenfalls habe er d
iesen Eindruck gehabt. Einer habe ihm dann ins Gesicht geschlagen, und plötzlich habe noch einer mitgemacht. E
r sei auch gestossen worden, woraufhin er
gestürzt
sei
. Dann seien ihm Fusstritte verpasst worden.
Wie viele beteiligte Personen es genau gewesen seien, könne er nicht sagen, ebenfalls nicht, wer ihn wo und wie geschlagen oder getreten habe und von wem er wo getroffen worden sei.
Plötz
lich seien alle zusammen weggegangen, wahrscheinlich wegen einem
Einsatz
fall
oder so. Er habe sich wieder aufgerappelt und den Ort verlassen. Die Männer hätten von der
Securitas
sein können, könnte er sich vorstellen. Er habe in der Nacht nicht die Polizei verständigt, weil er zu verstört gewesen sei. Er habe in dieser Nacht keinen Alkohol getrunken
.
Die Ermittlungen der Polizei ergaben, dass im Bereich der „
G.___
“ keine Leute der
Securitas
im Einsatz gewesen seien. Der nächste Standort von
Securi
tas-Leuten
, welche bei dieser Gelegenheit im Anzug hätten erscheinen müssen, sei bei der Badeanstalt
H.___
gewesen. Ebe
nfalls sei im Einsatzjournal der
Securitas
kein Einsatz verzeichnet
gewesen
, bei dem Bahnhofpatrouillen oder andere Patrouillen ausserplanmässig abgezogen und im Raum „
G.___
“ eingesetzt worden seien (Urk. 8/35 S. 3).
3.4
Der Beschwerdeführer gab am 9. Oktober 2013 gegenüber der Sachbearbeiterin der SUVA per Telefon zur Auskunft,
er sei beim SMS-S
chreiben
mit einem
Securitas
-Mann
kollidiert. Dieser habe ihn gestossen, woraufhin er gestützt und auf den Rücken und den Hintern gefallen sei. Dann seien weitere
Securitas
-An
gestellte
hinzugekommen und hätten ihn am Boden liegend geschlagen und getreten und ihn dabei auch am Knie getroffen
(Urk. 8/9).
3.5
Dr.
A.___
hielt im Operationsbericht vom 16. Oktober 2013 fest, der Beschwerdeführer habe sich bei ihm mit
medialbetonten
und
retropatellären
Belastungsbeschwerden im Bereich des linken Kniegelenkes nach
Kniever
drehtrauma
vorgestellt (Urk. 8/24 S. 2).
3.6
Anlässlich der Befragung vom 26. März 2014 gab der Beschwerdeführer zur Auskunft, er sei mit einem ihm nicht bekannten Mann, vermutlich einem
Securitas
-Wächter, zusammengestossen. Dieser habe ihn geschubst. Danach seien weitere Kollegen von ihm gekommen. Alle hätten von allen Seiten auf ihn eingeschlagen. Er gehe davon aus, dass sein linkes Knie sich beim Sturz auf den Boden verdreht habe. Sicher wisse er, dass ihm ein Unbekannter, als er am Boden gelegen sei, mit dessen Knie auf sein Knie gepresst habe. Zwei weitere Unbekannte hätten ihm mit ihren Knien auf den Kopf und die Brust gepresst. Er sei schockiert gewesen, und es sei ihm schwarz vor Augen geworden. Er habe überall Schmerzen verspürt. Plötzlich seien die Unbekannten weggerannt. Er habe alleine aufstehen können (Urk. 8/57/1).
3.7
Wie sich aus den vorstehenden Erwägungen ergibt, weitete der Beschwerde
führer seine Schilderungen zum Unfallhergang
betreffend
das linke Knie
mit der Zeit aus und fügte eigene Vermutungen hinzu.
Praxisgemäss stellen die Gerichte im Bereich des Sozialversicherungsrechts in der Regel auf die „Aussa
gen der ersten Stunde“ ab, denen in beweismässiger Hinsicht grösseres Gewicht zukommt als späteren Darstellungen, die bewusst oder unbewusst von nach
träglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art beeinflusst sein können (BGE 121 V 45 E. 1a, 115 V 133 E. 8c mit Hinweis).
In den ersten Aussagen gegenüber der Assistenzärztin des Spitals
Z.___
(E. 3.2) sowie gegenüber der Polizei (E. 3.3) gab der Beschwerdeführer noch nicht an,
von einem seiner Angreifer auf den Boden gedrückt worden zu sein. Auch gab er nicht an, ihm
sei
aufs Knie gepresst worden. Es war einzig von Fusstritten die Rede, wobei sich der Beschwerdeführer nicht mehr genau daran erinnern konnte, von
wem und wohin er getreten worden war
.
Es ist deshalb davon aus
zugehen, dass es sich b
ei den späteren Schilderungen
, er könne sich an Tritte gegen das Knie oder an eine
Kniedistorsion
erinnern, lediglich
um Versuche
handelt
e
, die
Knieverletzung nachträglich
zu erklären.
Das Vorbringen des Beschwerdeführers, es verstehe sich von selbst, dass er sich angesichts des überraschenden Angriffs und des Umstands, dass es sich um ein dynamisches Geschehen gehandelt habe, nicht an alle Details des plötzlich über ihn kommenden Unheils erinnern könne (Urk. 1 S. 3 f.), untermauert das soeben Gesagte zusätzlich. Wenn sich der Beschwerdeführer bereits unmittelbar nach dem Ereignis nicht mehr an Einzelheiten erinnern konnte, ist nicht davon aus
zugehen, dass ihm dies zu einem späteren Zeitpunkt gel
i
ngen soll
te
.
4.
4.1
Im Kurzbericht des Spitals
Z.___
vom 7. Juli 2013 wurde zusammengefasst festgehalten, der Beschwerdeführer habe über Schmerzen in beiden Armen, im Rücken und am Kopf geklagt.
Nebst anderen Befunden wurde eine oberflächli
che Schürfwunde an der
Tibiavorderkante
links sowie eine leichte
Druckdolenz
an der
Tibiavorderkante
beidseits festgestellt. Verneint wurden
ossäre
Druckdo
lenzen
an den Knien beidseits
. Diagnostiziert
wurde schliesslich eine
Kniekon
tusion
links
(Urk. 8/13).
4.2
Im radiologischen Bericht vom 19. September 2013 beurteilte
Dr.
I.___
, Fach
arzt FMH für Radiologie,
den bildgebenden Befund als isolierten Meniskusriss des
Innenmeniskushinterhornes
.
Die äussere Meniskuskontur
sei
intakt.
Es bestehe weder ein weiterer Kniebinnenschaden noch ein Gelenkerguss, und es lägen knöchern unauffällige Verhältnisse vor (Urk. 8/12).
4.3
Dr.
A.___
stellte in seinem Operationsbericht vom 16. Dezember 2013 die folgenden Diagnosen
(Urk. 8/24 S. 2
)
:
-
Innenmeniskusriss links
-
Osteochondrale
Läsion der Patella Grad II
-
Freier Gelenkkörper linkes Kniegelenk
-
Plica
mediopatellaris
linkes Kniegelenk
-
Synovitis
linkes Kniegelenk
4.4
Dr.
B.___
hielt in seiner ärztlichen Beurteilung vom 21. November 2013 fest, ein natürlicher Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis und der
Knieverletzung sei nicht überwiegend wahrscheinlich. Am 7. Juli 2013 werde wohl eine Kniekontusion beschrieben. Die detaillierte
n Befunde lägen vor und zeigten
keine Verletzungen (Hämatome, Erguss) und keine
Bewegungsein
schränkungen
am linken Knie. Wären der Meniskusschaden und die
osteo
chondrale
Läsion am 7. Juli 2013 beim Unfallereignis entstanden, hätte man dies mit grosser Wahrscheinlichkeit festgestellt. Dem sei aber nicht so (Urk. 8/34).
4.5
Die
Dres
.
C.___
und
D.___
führten in ihrer orthopädischen Beurteilung vom
12. Mai 2014
im Wesentlichen aus,
es seien in keinem der ihnen vorgelegten ärztlichen Berichte klinische Befunde dokumentiert, welche auf eine trauma
ti
sche Genese der vom Beschwerdeführer geklagten
Beschwerde
sympto
matik
hinwiesen
(Urk. 8/60
S. 8 f.
).
Die persönliche Einsichtnahme in die vorliegenden bildgebenden Dokumente des
Kernspintomogramms
zeige eine von der Basis bis in den Korpus laufende lineare Signalerhöhung. Diese entspreche einer G II b-Veränderung nach Reicher mit
mukoider
Degeneration ohne
Kontinuitätsunter
brechung
in die äussere Kontur des Meniskus. Eine trauma
tische Genese dieser bildgebend dargestellten Signalerhöhung sei nicht über
wiegend wahrscheinlich. Korrespon
dierend zum klinischen und
kernspinto
mo
graphischen
Befund zeigten die am 16. Oktober 2013 intraoperativ angefer
tigten
Videoprintdoku
men
ta
tionen
keine Befunde, welche in einen überwiegend wahrscheinlichen Kausal
zusammenhang mit dem Geschehen vom 7. Juli 2013 zu setzen seien (Urk. 8/60 S. 9 f.).
5.
5.1
Die Beschwerdegegnerin stützte sich im Einsprache-Entscheid in erster Linie auf die ärztliche Aktenbeurteilung der
Dres
.
C.___
und
D.___
des Medizinischen Dienstes. Dem
ausführlichen und detaillierten
Bericht dieser Ärzte erkannte die Beschwerdegegnerin vollen Beweiswert zu. Dies ist nicht zu
beanstanden, erfüllt
dieser
doch die von der Recht
sprechung aufgestellten Anforderungen an eine beweistaugliche und beweis
kräftige Expertise (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352, vgl. E. 1.4).
Konkrete Indizien, d
ie gegen die Zuverlässigkeit des Berichts der
Dres
.
C.___
und
D.___
sprechen, sind nicht
zu finden
.
5.2
5.2.1
Insbesondere
vermag
der
im Beschwerdeverfahren
aufgelegte
Bericht von Dr.
A.___
an den Rechtsvertreter
des Beschwerdeführers
(Urk. 3/4)
die Einschätzun
g der
Dres
.
C.___
und
D.___
nicht zu erschüttern.
5.2
.2
Dr.
A.___
gab zur Auskunft, das geschilderte Trauma des Beschwerde
führers sei ausreichend geeignet, eine Meniskusverletzung herbeizuführen. Der Beschwerdeführer habe ihm berichtet, von den
Securitas
-Angestellten zu Boden gedrückt worden zu sein und sich dabei das linke Kniegelenk verdreht zu haben (Urk. 3/4
S. 1). Wie bereits dargelegt,
ist auf die Aussage
der ersten Stunde abzustellen
, in welcher von keiner
Distorsion des linken Knies
berichtet worden war
(vgl. E. 3.7). D
r.
A.___
geht bei seiner Einschätzung
demzufolge
von
unzutreffenden
Prämissen aus
.
Dies gilt
auch in Bezug auf sein S
chreiben an den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers
vom 10. Januar 2014
(Urk. 8/44)
.
5.2
.3
Die Beschwerdegegnerin wies
in ihrer Beschwerde
antwort
überdies
zutreffend darauf hin, dass bereits die Fragestellung
gegenüber
Dr.
A.___
zu kriti
sier
en sei
. Die
erste an Dr.
A.___
gestellte
Frage lautete
(Urk. 3/4 S. 1)
: „Trifft die Beurteilung von
Dr.
C.___
zu, wonach es sich ausschliesslich um eine degenerative Veränderung handelt? Wenn Ja, weshalb? Wenn Nein, weshalb nicht?
“
Die
Dres
.
C.___
und
D.___
hielten
nicht fest
, bei der Meniskusverletzung handle es sich ausschliesslich um eine degenerative Veränderung. Sie
verneinten ledig
lich
einen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit vorliegenden natürlichen Kausalzusammenhang
zwischen dem Unfall
ereignis und der Knieverletzung
.
Damit
schlossen
sie
die Möglichkeit eines
natürlichen
Kausalzusammenhangs indessen
nicht
aus
.
Die blosse Möglich
keit genügt für die Begründung eines Leistungsanspruches
allerdings
nicht
(E. 1.1).
Sodann führt der Umstand, dass degenerative Meniskusrisse bei 24-Jährigen
selten anzutreffen
sind (Urk. 3/4 S. 1 f.),
weder zur Annahme eines mit über
wiegender Wahrscheinlichkeit vorliegenden natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfallereignis und der Meniskusverletzung noch
zu einer Umkehr der Beweislast. Degenerative Veränderungen sind
bei 24-Jährigen
, wie
Dr.
A.___
einräumt, durchaus
möglich
.
5.2.4
Schliesslich ist
dem Vorbringen des Beschwerdeführers, gemäss Dr.
A.___
sei es selbst für einen Operateur schwierig, anhand der Bilder zu unterscheiden, ob eine Meniskusverletzung traumatischer oder degenerativer Genese sei (Urk. 1 S. 4), entgegenzuhalten
, dass d
ie
Dres
.
C.___
und
D.___
nicht bloss
au
fgrund des bildgebenden Befunds
einen natürlichen Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis und der Meniskusverletzung mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit verneinten. Sie
bezogen auch den Umstand
, dass keine klinischen Befunde dokumentiert worden waren, welche ihrer Ansicht nach auf eine trau
matische Genese hingedeutet hätten,
in ihre Beurteilung mit ein.
5.2
.5
Aus dem
von
Dr.
A.___
geschilderten Verlauf
nach der Operation (Urk. 3/4
S. 2) können
ausserdem
keine Rückschlüsse auf
das Vorliegen eines
natürlichen Kausalzusammenhang
s
gezogen werden.
5.3
Wie die Beschwerdegegnerin zu Recht festhielt, lässt sich auch aus dem Um
stand, dass die Beschwerden erst nach dem Unfallereignis vom 7. Juli 2013 auftraten
–
was von
Dr.
E.___
im Schreiben an die SUVA
vom 5. März 2014 bestätigt worden war
(Urk. 8/55)
-
, keine Unfallkausalität herleiten.
Die
Argu
mentation nach der Formel „
post
hoc ergo
propter
hoc", nach deren Bedeutung eine gesundheitliche Schädigung schon dann als durch den Unfall verursacht gilt, weil sie nach diesem aufgetreten ist, ist beweisrechtlich nicht zulässig und vermag zum Beweis natürlicher Kausalzu
sammen
hänge nic
ht zu genügen (BGE 119 V 335 E.
2b/
bb
., Urteil des Bundesgerichts 8
C_332/2013 vom 25. Juli 2013 E.
5.1).
5.4
Zusammenfassend ist die Beschwerdegegnerin nach zutreffender Würdigung der
medizinischen Aktenlage im angefochtenen Entscheid zum überzeugenden Schluss
gelangt, dass ein natürlicher Kausalzusammenhang zwischen den gemeldeten Kniebeschwerden links und dem Unfallereignis
vom 7. Juli 2013 nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit gegeben ist.
Dies
führt
zur vollumfänglichen Abweisung der Beschwerde.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Markus Bischoff
-
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt
-
Bundesamt für Gesundheit
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu ent
halten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
HurstMuraro