# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7da503cb-6233-5204-8890-48337f2aaed9
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2015-02-23
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 23.02.2015 E-863/2015
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-863-2015_2015-02-23.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 

 

  

 
 Abteilung V 

E-863/2015 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 3 .  F e b r u a r  2 0 1 5  

Besetzung 
 Einzelrichter David R. Wenger 

mit Zustimmung von Richter Jean-Pierre Monnet;   

Gerichtsschreiber Thomas Hardegger. 

   

Parteien 

 
A._______ alias B._______, geboren (…), 

Pakistan,   

vertreten durch Bernhard Zollinger, Rechtsanwalt,  

(…), 

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration  

(SEM; zuvor Bundesamt für Migration, BFM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 9. Januar 2015 / N (…). 

 

 

 

E-863/2015 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer verliess eigenen Angaben zufolge sein Heimatland 

am 10. Mai 2014. Er reiste via den Iran, die Türkei, Griechenland und Italien 

am 17. Juni 2014 auf dem Landweg in die Schweiz ein, wo er gleichentags 

ein Asylgesuch stellte. Am 3. Juli 2014 wurde er im Empfangs- und Verfah-

renszentrum (EVZ) C._______ zur Person, zum Reiseweg und zu den Aus-

reisegründen befragt. Das BFM erklärte in der Folge das Dublin-Verfahren 

am 22. Juli 2014 für beendet. Mit Schreiben vom 22. Oktober 2014 teilte 

der Beschwerdeführer dem BFM mit, dass die im EVZ registrierte Identität 

falsch sei, denn er heisse B._______. Das BFM hörte ihn am 21. November 

2014 zu den Asylgründen an.  

Der Beschwerdeführer, ein ethnischer Punjabi pakistanischer Staatsange-

hörigkeit mit letztem Wohnsitz in D._______, erklärte, sich in seinem Leben 

insgesamt zweimal im Ausland aufgehalten und dort gearbeitet zu haben: 

2002 bis 2006 in (…Staat Nr. 1…) und 2007 bis 30. Juli 2013 in (…Staat 

Nr. 2…). (…Staat Nr. 1…) habe er verlassen, weil er das Visum nicht mehr 

habe bezahlen können. In (…Staat Nr. 2….) seien seine zwei Asylgesuche 

(29. August 2009 und 13. Juli 2011) abgelehnt worden. Er sei nach jedem 

seiner Auslandaufenthalte wieder nach Pakistan zurückgekehrt. 

Der Beschwerdeführer machte zur Begründung des Asylgesuchs geltend, 

sein (...ein Verwandter....) sei politisch tätig, weshalb er ihm bei den Wahlen 

im Jahr 2002 geholfen habe. Dabei sei es zu Auseinandersetzungen mit 

Angehörigen der gegnerischen Partei gekommen, in deren Verlauf er (Be-

schwerdeführer) bedroht worden sei. Daher sei er nach Griechenland aus-

gereist. Nachdem er wieder nach Pakistan zurückgekehrt sei, habe er 

Probleme mit (...andere Verwandte....) gehabt, da sein Vater ein Grund-

stück geerbt habe. Sie hätten ihn (Beschwerdeführer) deshalb bedroht. Die 

Polizei sei nicht vertrauenswürdig und würde nur auf Bestechung hin aktiv, 

weshalb er sie in dieser Sache nicht bemüht habe. Zudem sei die Lage in 

Pakistan gefährlich, wo die Taliban aktiv seien und es Bombenanschläge 

gebe. 

Der Beschwerdeführer reichte dem BFM keine Beweismittel ein.  

B.  

Mit gleichentags eröffneter Verfügung vom 27. Januar 2015 stellte das 

SEM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, 

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Seite 3 

lehnte sein Asylgesuch ab, verfügte die Wegweisung aus der Schweiz und 

ordnete den Vollzug an.  

C.  

Der Beschwerdeführer liess mit Eingabe vom 11. Februar 2015 beim Bun-

desverwaltungsgericht Beschwerde gegen die angefochtene Verfügung er-

heben und die Gewährung des Asyls, eventualiter den Verzicht auf die 

Wegweisung und subeventualiter die Rückweisung der Sache an die Vo-

rinstanz beantragen. In formeller Hinsicht ersuchte er um Gewährung der 

unentgeltlichen Rechtspflege (samt Verzicht auf die Erhebung eines Kos-

tenvorschusses) und der amtlichen Rechtsverbeiständung in der Person 

des Rechtsvertreters. 

Mit der Eingabe wurden Kopien der angefochtenen Verfügung sowie 

fremdsprachiger Schreiben aus dem Heimatland, darunter eines Partei-

ausweises, eingereicht. 

D.  

Das Gericht bestätigte am 12. Februar 2015 den Eingang der Beschwerde. 

 
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.   

1.1 Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung 

von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und 

entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend – 

endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG). Der Beschwerdeführer 

ist als Verfügungsadressat zur Beschwerdeführung legitimiert (Art. 48 

VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde (Art. 108 

Abs. 1 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG) ist einzutreten. 

1.2 Amtssprachen des Bundes sind Deutsch, Französisch und Italienisch 

(vgl. dazu Art. 70 Abs. 1 BV). Das Bundesverwaltungsgericht hat aus pro-

zessökonomischen Gründen und wegen der offenkundigen Aussichtslosig-

keit der Beschwerde ohne präjudizielle Wirkung vorliegend auf das Einfor-

dern von Übersetzungen der eingereichten fremdsprachigen Beweismittel 

(s. Beilagen 3 bis 5 der Beschwerde: ein Parteiausweis und zwei Schreiben 

aus dem Heimatland) verzichtet.  

E-863/2015 

Seite 4 

So bestehen aufgrund der Aktenlage und der Rechtsmitteleingabe keine 

Zweifel und Unsicherheiten am rechtserheblichen Sachverhalt. Der Be-

schwerdeführer ist aktuell durch einen in Asylangelegenheiten erfahrenen 

Rechtsanwalt professionell vertreten, der den drei fremdsprachigen Be-

weismitteln, die lediglich in Form von Kopien vorliegen, kaum drei Zeilen 

widmet. Dabei werden – mit Ausnahme einer rudimentären Aussage über 

das Einreichen eines Parteiausweises und zweier Schreiben sowie nicht 

datierter Fahndungszeitpunkte der Polizei (vor und nach der Ausreise) – in 

der Kurzbegründung die eingereichten Beweismittel weder vollständig be-

zeichnet, noch ihre Kernaussagen aus den eingereichten Beweismitteln in 

Bezug auf den Beschwerdeführer genannt, und darüber hinaus nicht ein-

mal erwähnt, was er aus den Beweismitteln zu seinen Gunsten ableiten will 

(vgl. Beschwerde S. 4). Solche Aussagen dürfen aber von einer Partei im 

Rahmen der ihr obliegenden Mitwirkungspflicht unaufgefordert erwartet 

werden (vgl. dazu BVGE 2009/50 Ziff. 10.2.1 ff.). Zudem ist dem Parteiaus-

weis eine Relevanz für das vorliegende Verfahren abzusprechen (vgl. dazu 

E. 4). Das Gericht hat keine Veranlassung, diese drei Beweismittel einer 

näheren Prüfung zu unterziehen. 

1.3 Das Bundesverwaltungsgericht überprüft die angefochtene Verfügung 

auf Verletzung von Bundesrecht und unrichtige oder unvollständige Fest-

stellung des rechtserheblichen Sachverhalts hin (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 

1.4 Die Beschwerde erweist sich als offensichtlich unbegründet und ist im 

Verfahren einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten 

Richters (Art. 111 Bst. e AsylG), ohne Weiterungen und mit summarischer 

Begründung zu behandeln (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG). 

2.   

Vorab sind die formellen Rügen des Beschwerdeführers zu behandeln, da 

ihre berechtigte Erhebung allenfalls zur Aufhebung der vorinstanzlichen 

Verfügung führen könnte. So behauptet er, sein rechtlicher Gehörsan-

spruch sei verletzt, weil der rechtserhebliche Sachverhalt (zum Wegwei-

sungsvollzug) unvollständig abgeklärt worden sei. Es sei beispielsweise 

kein Botschaftsbericht angefordert worden. Ausserdem habe sich die Vo-

rinstanz mit seinen klaren Äusserungen zur Verfolgung aus politischen 

Gründen nicht auseinandergesetzt, weshalb sie die ihr obliegende Begrün-

dungspflicht verletzt habe.  

Im vorstehenden Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass der Be-

schwerdeführer die Protokolle stets nach Rückübersetzungen in eine ihm 

geläufige Sprache vorbehaltlos unterzeichnet hat, weshalb er bei seinen 

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Seite 5 

Aussagen zu behaften ist und sich unterlassene Äusserungen und Proto-

kollierungen selber anzurechnen hat (vgl. Art. 7 Abs. 3 und Art. 8 Abs. 1 

AsylG). Ferner entpuppt sich die auf Beschwerdestufe erhobene Kritik an 

der vorinstanzlichen Abklärungs- und Begründungspraxis als offensichtlich 

aufgesetzt. So sind die Hinweise auf politische Auseinandersetzungen und 

die damit in Zusammenhang stehende Todesdrohung vorliegend ohne eine 

erkennbare flüchtlingsrechtliche Relevanz, weil die damalige Sachlage seit 

über dreizehn Jahren abgeschlossen ist (SEM-Akten A15 F40) und somit 

mangels eines Kausalzusammenhangs nicht zur Ausreise geführt haben 

kann. Die angegebenen erbrechtlichen Streitigkeiten und die allenfalls da-

mit zusammenhängenden strafrechtlich relevanten Vorgehensweisen der 

(...andere Verwandte....) gegenüber der Familie des Beschwerdeführers 

können auf dem Rechtsweg (pakistanische Ämter, Polizei und Justiz) defi-

nitiv geklärt und sanktioniert werden (vgl. dazu auch E. 4 m.w.H.). Es be-

steht aufgrund des festgestellten rechtserheblichen Sachverhalts somit 

weder eine Veranlassung zu einer Botschaftsabklärung noch zu einer Ein-

forderung von Übersetzungen der auf Beschwerdestufe eingereichten 

fremdsprachigen Beweismittel (s. dazu E. 1.2). Die Vorinstanz hat in den 

Anhörungen seinem Persönlichkeitsprofil ausreichend Rechnung getra-

gen. Die Rügen des ungenügend festgestellten Sachverhaltes und einer 

Verletzung der Begründungspflicht erweisen sich als nicht stichhaltig.  

Zusammenfassend sind im Urteilszeitpunkt keine erheblichen Hinweise auf 

eine Verletzung des Gehörsanspruchs des Beschwerdeführers, eine unge-

nügende Sachverhaltsfeststellung oder eine ungenügende Begründung er-

kennbar. Der Antrag auf Kassation der angefochtenen Verfügung zwecks 

Neuaufrollung des Verfahrens ist demzufolge abzuweisen.  

3.   

Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen Asyl, sofern 

keine Asylausschlussgründe nach Art. 50 ff. AsylG vorliegen. Flüchtlinge 

sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt 

wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer 

bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen 

ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, sol-

chen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten na-

mentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie 

Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 

AsylG).  

Nach Lehre und Rechtsprechung (vgl. BVGE 2013/11 E. 5.1 m.w.H.) erfüllt 

eine asylsuchende Person die Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 3 

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AsylG, wenn sie mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zu-

kunft mit gutem Grund Nachteile von bestimmter Intensität befürchten 

muss, die ihr gezielt und aufgrund bestimmter Verfolgungsmotive zugefügt 

zu werden drohen und vor denen sie keinen ausreichenden staatlichen 

Schutz erwarten kann. Die in Art. 3 Abs. 1 AsylG erwähnten fünf Verfol-

gungsmotive sind über die sprachlich allenfalls engere Bedeutung ihrer Be-

grifflichkeit hinaus so zu verstehen, dass die Verfolgung wegen äusserer o-

der innerer Merkmale, die untrennbar mit der Person oder Persönlichkeit des 

Opfers verbunden sind, erfolgt ist beziehungsweise droht. Aufgrund der Sub-

sidiarität des flüchtlingsrechtlichen Schutzes setzt die Anerkennung der 

Flüchtlingseigenschaft ausserdem voraus, dass die betroffene Person in ih-

rem Heimat- oder Herkunftsstaat keinen ausreichenden Schutz finden kann. 

Massgeblich für die Beurteilung der Flüchtlingseigenschaft ist die Situation 

im Zeitpunkt des Entscheides über deren Bestehen – nicht diejenige im 

Zeitpunkt der Ausreise –, wobei allerdings erlittene Verfolgung oder im Zeit-

punkt der Ausreise bestehende begründete Furcht vor Verfolgung auf an-

dauernde Gefährdung hinweisen kann. Veränderungen der Situation im 

Heimatstaat zwischen Ausreise und Asylentscheid sind zu berücksichtigen. 

Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder 

zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Be-

hörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für gege-

ben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).  

4.  

Die Vorinstanz gelangt in der angefochtenen Verfügung zum Schluss, die 

Vorbringen des Beschwerdeführers hielten den Anforderungen an die 

Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG nicht stand.  

 

Was die Beschwerde dagegen vorbringt, vermag die vorinstanzlichen Er-

wägungen nicht umzustossen. So ist der Vorinstanz zuzustimmen, dass 

die geltend gemachten politischen Auseinandersetzungen rund dreizehn 

Jahre zurückliegen. Da es seit diesem Zeitpunkt keine Auseinandersetzun-

gen mehr gegeben hat, ist der erforderliche Zusammenhang zwischen Ver-

folgung und Ausreise nicht gegeben. Ausserdem sind die damaligen Aus-

einandersetzungen nicht in einer asylrelevanten Intensität ausgefallen. 

Weiter sind die Drohungen seitens der (...andere Verwandte....) als Über-

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griffe von Dritten zu werten, die von den pakistanischen Behörden auf An-

zeige hin grundsätzlich geahndet werden. Daran ändert die Behauptung 

des Beschwerdeführers nichts, wonach die Polizei nur auf Bestechung hin 

aktiv werde, da er sich an die nächst höhere Instanz hätte wenden können. 

Schliesslich sind Nachteile, die auf allgemeinen politischen und sozialen 

Lebensbedingungen in einem Staat beruhen, keine asylbeachtlichen Ver-

folgungen im Sinne von Art. 3 AsylG. Die eingereichten Beweismittel kön-

nen daran offensichtlich nichts ändern.  

Zusammenfassend sind die Asylangaben des Beschwerdeführers flücht-

lingsrechtlich nicht relevant. Die Vorinstanz hat das Asylgesuch des Be-

schwerdeführers, der keine verfolgte Person ist, zu Recht und mit einer 

zutreffenden Begründung abgelehnt.     

5.  

Gemäss Art. 44 AsylG verfügt das Staatssekretariat in der Regel die Weg-

weisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an, wenn es das Asylge-

such ablehnt oder darauf nicht eintritt. Der Beschwerdeführer verfügt we-

der über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen 

Anspruch auf Erteilung einer solchen (Art. 44 AsylG; vgl. BVGE 2013/37 

E 4.4, m.w.H.). Die Anordnung der Wegweisung ist nicht zu beanstanden. 

6.   

6.1  Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern 

(Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG [SR 142.20]). 

6.2 Der Vollzug der Wegweisung ist nach Art. 83 Abs. 3 AuG unzulässig, 

wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der 

Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen 

Drittstaat entgegenstehen. Da dem Beschwerdeführer die Flüchtlingsei-

genschaft nicht zukommt, ist das flüchtlingsrechtliche Rückschiebungsver-

bot von Art. 33 Abs. 1 FK und Art. 5 AsylG nicht anwendbar. Die Zulässig-

keit des Vollzuges beurteilt sich vielmehr nach den allgemeinen verfas-

sungs- und völkerrechtlichen Bestimmungen (Art. 25 Abs. 3 BV; Art. 3 FoK 

[SR 0.105]; Art. 3 EMRK). 

Nach den erfolgten Erwägungen und aufgrund der Akten liegen auch keine 

konkreten Anhaltspunkte dafür vor, dass er für den Fall einer Ausschaffung 

in seinem Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach 

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Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausge-

setzt wäre. Der Vollzug der Wegweisung ist demnach sowohl im Sinne der 

asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 

6.3 Der Vollzug der Wegweisung kann nach Art. 83 Abs. 4 AuG unzumutbar 

sein, wenn der Ausländer oder die Ausländerin im Heimat- oder Herkunfts-

staat auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt 

und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind.  

Weder die allgemeine Lage im Heimatstaat noch die geltend gemachten 

individuellen Gründe lassen den Wegweisungsvollzug des 36-jährigen, le-

digen und mehrsprachigen Beschwerdeführers nach Pakistan als unzu-

mutbar erscheinen. Seiner Rückkehr stehen keine individuellen Gründe 

politischer, wirtschaftlicher, sozialer oder gesundheitlicher Natur entgegen. 

Daran ändern dessen globale Behauptungen einer Unzumutbarkeit des 

Wegweisungsvollzugs nichts (vgl. Beschwerde S. 5). Er findet im Heimat-

land immer noch ein tragfähiges Familien- und Beziehungsnetz (vgl. Akten 

SEM B4 S. 4) vor. Er kann daher zu den Verwandten zurückkehren, womit 

seine Wohnsituation als gesichert gelten kann, und er zumindest am An-

fang auf Unterstützung zählen kann. Angesichts seines Alters, seines weit-

gehend intakten Gesundheitszustandes (vgl. Akten SEM A4 S. 9) und sei-

ner jahrelangen fundierten Erfahrungen in mehreren Berufssparten im Aus-

land ist davon auszugehen, dass er sich im pakistanischen Arbeitsmarkt 

problemlos integrieren kann. Mithin findet er in Pakistan eine gesicherte 

Existenz vor. Blosse soziale oder wirtschaftliche Schwierigkeiten, von de-

nen die ansässige Bevölkerung im Allgemeinen betroffen ist, stellen im Üb-

rigen keine Gefährdung i.S. von Art. 83 Abs. 4 AuG dar. 

Damit erweist sich der Vollzug der Wegweisung als zumutbar.  

6.4 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-

gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-

sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG; BVGE 2008/34 

E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung als möglich zu bezeichnen ist 

(Art. 83 Abs. 2 AuG). 

6.5 Zusammenfassend ist der vom SEM angeordnete Wegweisungsvoll-

zug nicht zu beanstanden. Eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme fällt 

bei dieser Lage ausser Betracht (vgl. Art. 83 Abs. 1–4 AuG). 

7.  

Nach dem Gesagten verletzt die angefochtene Verfügung Bundesrecht 

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Seite 9 

nicht und ist auch sonst nicht zu beanstanden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die 

Beschwerde ist abzuweisen. 

8.  

8.1 Der Beschwerdeführer beantragt die Gewährung der unentgeltlichen 

Prozessführung und die amtliche Verbeiständung, ohne seine Mittellosig-

keit zu belegen. 

Gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG kann von der Erhebung von Verfahrenskos-

ten abgesehen werden, wenn der Beschwerdeführer mittellos ist und seine 

Begehren nicht aussichtslos erscheinen, und ihm wird unter den gleichen 

Bedingungen gemäss Absatz 2 dieser Bestimmung (i.V.m. Art. 110a Abs. 2 

AsylG) nötigenfalls ein Rechtsanwalt als amtlicher Rechtsvertreter bestellt. 

Da die Beschwerde als offensichtlich aussichtslos zu bezeichnen ist und 

die prozessuale Bedürftigkeit nicht nachgewiesen ist, fehlt es an den Vo-

raussetzungen, weshalb die Begehren abzuweisen sind. 

8.2 Das Gesuch um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses 

ist mit dem vorliegenden Entscheid gegenstandslos geworden. 

8.3 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten von Fr. 600.–  

(Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-

schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) 

dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: 

  

David R. Wenger Thomas Hardegger 

 

 

Versand: