# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 51e282b8-8c3c-5519-a41e-b986d3174515
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2022-09-22
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 22.09.2022 BB.2022.92
**Docket/Reference:** BB.2022.92
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_BB-2022-92_2022-09-22

## Full Text

Rechtsverweigerung / Rechtsverzögerung (Art. 393 Abs. 2 lit. a StPO)
;;Rechtsverweigerung / Rechtsverzögerung (Art. 393 Abs. 2 lit. a StPO)
;;Rechtsverweigerung / Rechtsverzögerung (Art. 393 Abs. 2 lit. a StPO)
;;Rechtsverweigerung / Rechtsverzögerung (Art. 393 Abs. 2 lit. a StPO)

Beschluss vom 22. September 2022 
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter 

Roy Garré, Vorsitz, 

Daniel Kipfer Fasciati und Felix Ulrich, 

Gerichtsschreiberin Chantal Blättler Grivet Fojaja  

   
 

Parteien 

  

A., 

Beschwerdeführer 

 

 gegen 

   

BUNDESANWALTSCHAFT, 

Beschwerdegegnerin 

 

Gegenstand  Rechtsverweigerung / Rechtsverzögerung  

(Art. 393 Abs. 2 lit. a StPO) 

  

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: BB.2022.92 

 

 

 

 

- 2 - 

 

 

Die Beschwerdekammer hält fest, dass: 

 

- A. mit Schreiben vom 1., 13. und 14. Oktober 2021 bei der Bundesanwalt-

schaft Strafanzeige gegen Bundesrichter B., Gerichtsschreiberin C. und ver-

schiedene Behördenmitglieder des Kantons Zürich erhob und diesen im Zu-

sammenhang mit einem Urteil in Sachen «A. gegen Staatsanwaltschaft Zü-

rich-Sihl» Begünstigung vorwarf (vgl. BB.2022.17, Verfahrensakten, La-

schen 1-3);  

 

- die Bundesanwaltschaft mit Verfügung vom 11. Februar 2022 (Geschäftszei-

chen SV.21.0760) die Strafanzeige nicht anhand genommen hat und die Be-

schwerdekammer des Bundesstrafgerichts (nachfolgend «Beschwerdekam-

mer») die dagegen von A. erhobene Beschwerde vom 17. Februar 2022 mit 

Beschluss BB.2022.17 vom 1. März 2022 abwies, soweit sie darauf eintrat 

(vgl. BB.2022.17, Verfahrensakten, Lasche 4 und act. 7);  

 

-  A. mit Beschwerde vom 18. Juli 2022 «wegen Rechtsverweigerung/Rechts-

verzögerung/Kollusion gegen die Bundesanwaltschaft (stellvertretender 

Bundesanwalt D.) in Sachen Parteiverrat, Begünstigung, Rechtsverweige-

rung/-verzögerung, Kollusion, Unterdrückung von Beweisen, (Ver-)Fäl-

schung von Daten, Betrug etc. gegen 1. Bundesgericht, 2. Oberstaatsanwalt-

schaft des Kantons Zürich, 3. Obergericht des Kantons Zürich, 4. E. (Rechts-

anwalt [Z., Deutschland])» an die Beschwerdekammer gelangte (act. 1);  

 

- A. der Beschwerdekammer weitere Eingaben vom 30. Juli, 1., 7. und 22. Au-

gust und 5. September 2022 zukommen liess; er sich zudem mit E-Mails vom 

17., 29. August und 15. September 2022 an die Beschwerdekammer wandte 

(act. 2-10); 

 

- auf die Durchführung eines Schriftenwechsels im vorliegenden Verfahren 

verzichtet wird (Art. 390 Abs. 2 StPO e contrario).   

 

 

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass: 

 

- gegen Verfügungen und Verfahrenshandlungen der Bundesanwaltschaft bei 

der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts Beschwerde erhoben wer-

den kann (Art. 393 Abs. 1 StPO i.V.m. Art. 37 Abs. 1 StBOG; mit der Be-

schwerde unter anderem Rechtsverletzung, einschliesslich Überschreitung 

und Missbrauch des Ermessens, Rechtsverweigerung und Rechtsverzöge-

rung gerügt werden können (Art. 396 Abs. 2 StPO);  

 

- 3 - 

 

 

- die Beschwerde gegen schriftlich oder mündlich eröffnete Entscheide innert 

zehn Tagen schriftlich und begründet einzureichen ist (Art. 396 Abs. 1 StPO); 

Beschwerden wegen Rechtsverweigerung oder Rechtsverzögerung an 

keine Frist gebunden sind (Art. 396 Abs. 2 StPO);  

 

- im Bereich der Rechtsverweigerung Beschwerden nur dann an keine Frist 

gebunden sind, wenn eine formelle Rechtsverweigerung im engeren Sinne 

vorliegt, die Strafbehörde also untätig bleibt, obschon sie zum Tätigwerden 

verpflichtet wäre, und diese Weigerung nicht ausdrücklich schriftlich oder 

mündlich mitgeteilt wurde; das auch dann gilt, wenn die Strafbehörde nicht 

im geforderten Mass tätig geworden ist (GUIDON, Basler Kommentar, 2. Aufl. 

2014, Art. 396 StPO N. 18; KELLER, Zürcher Kommentar, 3. Aufl. 2019, 

Art. 396 StPO N. 9); 

 

- vorliegend der Beschwerdeführer geltend macht, die Bundesanwaltschaft 

habe im Verfahren SV.21.0760 den Sachverhalt nicht richtig wiedergegeben; 

er nämlich bereits seit Januar 2021 mit Eingaben vom 31. Januar, 16. Feb-

ruar, 23. und 29. März 2021 bei der Bundesanwaltschaft die kollusiven Prak-

tiken der Justizbehörden des Kantons Zürich reklamiert und um Einleitung 

einer Untersuchung durch eine unabhängige und übergeordnete Instanz ge-

beten habe, worauf die Bundesanwaltschaft erst mit Schreiben vom 15. Sep-

tember 2021 gegenüber ihm anstatt dem bevollmächtigten Rechtsanwalt E. 

erklärt habe, dass sie sich auf seine Eingabe vom 30. August 2021 sowie die 

diversen Eingaben, die er seit dem 26. April 2021 der Bundesanwaltschaft 

habe zukommen lassen, beziehe; er allerdings bereits seit dem 31. Ja-

nuar 2021 fortgesetzt reklamiert habe, ohne dass eine Reaktion erfolgt wäre; 

vielmehr die Bundesanwaltschaft die Eingaben vom 31. Januar, 16. Februar, 

23. und 29. März 2021 an die Staatsanwaltschaft des Kantons Zürich weiter-

geleitet habe, was dem Beschwerdeführer mit Schreiben vom 15. Septem-

ber 2021 mitgeteilt worden sei (act. 1 S. 6);  

 

- somit die Bundesanwaltschaft den Ausführungen des Beschwerdeführers 

zufolge hinsichtlich der Eingaben vom 31. Januar, 16. Februar, 23. und 

29. März 2021 erklärt hatte, zu deren Behandlung nicht zuständig zu sein; 

 

- mithin eine Untätigkeit der Bundesanwaltschaft und damit eine formelle 

Rechtsverweigerung im engeren Sinne nicht vorliegt; 

 

- sich die Beschwerde damit als offensichtlich unzulässig erweist und ohne 

Schriftenwechsel abzuweisen ist; 

 

- 4 - 

 

 

- bei diesem Ausgang des Verfahrens die Gerichtkosten dem Beschwerdefüh-

rer aufzuerlegen sind (Art. 428 Abs. 1 StPO) und die Gerichtsgebühr auf 

Fr. 200.-- festzusetzen ist (vgl. Art. 73 StBOG und Art. 5 und 8 Abs. 1 

BStKR).  

 

 

 

 

 

- 5 - 

 

 

Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 

 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 

2. Die Gerichtsgebühr von Fr. 200.-- wird dem Beschwerdeführer auferlegt.  

 

 

 

Bellinzona, 22. September 2022 

 

Im Namen der Beschwerdekammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zustellung an 

 

- A. 

- Bundesanwaltschaft 

 

 

 

 

Rechtsmittelbelehrung 

Gegen diesen Entscheid ist kein ordentliches Rechtsmittel gegeben.