# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a5fff183-bfe5-509b-ade2-65c90cfaf494
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-10-24
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 24.10.2011 D-5755/2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-5755-2011_2011-10-24.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung IV
D­5755/2011/sed

U r t e i l   v om   2 4 .   O k t ob e r   2 0 1 1

Besetzung Einzelrichter Hans Schürch,
mit Zustimmung von Richterin Regula Schenker Senn,   
Gerichtsschreiberin Eva Zürcher.

Parteien A._______, geboren am (…),
Algerien, 
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), 
Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 11.Oktober 2011 / N (…).

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Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass  der  Beschwerdeführer  unter  der  Identität  B._______,  geboren  am 
(…), sein erstes Asylgesuch in der Schweiz einreichte,

dass  das  damals  zuständige  Bundesamt  für  Flüchtlinge  (BFF)  das 
Asylgesuch  mit  Verfügung  vom  30.  September  2002  abwies  und  die 
Wegweisung des Beschwerdeführers anordnete,

dass  die  damals  zuständige  Schweizerische  Asylrekurskommission 
(ARK)  mit  Urteil  vom  18.  Dezember  2002  auf  die  dagegen  erhobene 
Beschwerde nicht  eintrat,  und dem Beschwerdeführer  in der Folge eine 
Ausreisefrist bis am 14. Februar 2003 angesetzt wurde,

dass  die  zuständige  kantonale  Behörde  dem  BFM  mitteilte,  der 
Beschwerdeführer sei seit dem 16. Januar 2003 verschwunden,

dass für die weiteren Ausführungen des Beschwerdeführers auf die Akten 
des ersten Asylverfahrens verwiesen wird,

dass  der  Beschwerdeführer  am  31.  Januar  2003  unter  der  Identität 
A._______,  geboren  am  (…),  eine  schweizerische  Staatsangehörige 
ehelichte  und  in  der  Folge  eine  Aufenthaltsbewilligung  für  die  Schweiz 
erhielt,

dass  ihm  mit  Verfügung  der  zuständigen  kantonalen  Behörde  vom 
9. März 2007 die Aufenthaltsbewilligung verweigert und er zum Verlassen 
des  Kantonsgebiets  aufgefordert  wurde,  weil  er  die  eheliche 
Gemeinschaft aufgegeben hatte,

dass  er  mit  Urteil  der  zuständigen  Strafverfolgungsbehörden  vom  9. 
Oktober 2007 zu 16 Monaten Freiheitsstrafe verurteilt wurde, wobei der 
Vollzug  der  Freiheitsstrafe  zugunsten  einer  stationären  therapeutischen 
Massnahme  im Sinn von Art. 59 des Schweizerischen Strafgesetzbuchs 
vom 21. Dezember 1937 (StGB, SR 311.0) aufgeschoben wurde,

dass  er  in  der  Folge  vom 9.  August  2007  bis  zum 17. Dezember  2010 
den  Vollzug  der  angeordneten  Massnahme  in  einem 
Massnahmenzentrum absolvierte  und  jeweils  ein  Jahresbericht  über  ihn 
verfasst wurde,

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dass  er  Ende  Dezember  2010  aus  dem Massnahmenvollzug  entlassen 
wurde,  worauf  er  gemäss  eigenen  Angaben  rückfällig  geworden  sei, 
wieder Alkohol getrunken und gestohlen habe mit dem Ziel, erneut in den 
Massnahmenvollzug  zu  kommen,  damit  man  ihn  nicht  ausschaffen 
könne,

dass  der  Beschwerdeführer  von  der  zuständigen 
Strafverfolgungsbehörde  am  1.  Juni  2011  aufgrund  des  mehrfachen 
Diebstahls zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von 150 Tagen verurteilt 
und am 10. Juli 2011 bedingt entlassen wurde,

dass  am  6.  Juli  2011  von  der  zuständigen  Migrationsbehörde  des 
Kantons  eine  Haft­  und  Ausschaffungsanordnungsverfügung  gegen  ihn 
erlassen wurde, welche das zuständige Gericht am 12. Juli 2011 bestätigt 
hat,

dass der Beschwerdeführer am 15. Juli 2011 aus C._______ das zweite 
Asylgesuch einreichte, worauf am 1. September 2011  in C._______ die 
Befragung zur Person und die Anhörung zu den Asylgründen erfolgte,

dass  er  dabei  geltend  machte,  er  sei  im  Jahr  1992  oder  1993  in  den 
Militärdienst  einberufen  worden,  habe  die  ersten  sechs  Monate  eine 
Ausbildung genossen und danach mit den Rebellen kämpfen müssen,

dass  er  Schreckliches  erlebt  und  schreckliche  Bilder  gesehen  habe, 
weshalb er dies nicht mehr ertragen habe, worauf er zwecks Behandlung 
seines Traumas mit Medikamenten hospitalisiert und nach zwei Monaten 
wieder in den Militärdienst zurückgebracht worden sei,

dass  er  und  andere  Soldaten  unter  Betäubung  mit  Medikamenten  von 
einem  Leutnant  und  zwei  Sergeants  während  drei  Monaten  sexuell 
missbraucht worden seien, 

dass  er  gegen  Ende  1993  auf  dem  Wachposten,  wo  er  Waffen  und 
Munition habe bewachen müssen, vom erwähnten Leutnant einen Kaffee 
bekommen habe, wobei ihm hochgekommen sei, was dieser alles mit ihm 
gemacht  habe,  weshalb  er  diesen  und  zwei  Sergeants,  welche  auf 
Patrouille gewesen und herbeigeeilt seien, einfach erschossen habe,

dass  er  anschliessend  mit  dem  Jeep  und  vier  Gewehren  in  die  Berge 
geflohen  sei  und  den  Angehörigen  der muslimischen  Bruderschaft  vom 

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Vorgefallenen erzählt habe, worauf diese ihm geholfen hätten, das Land 
über den Seeweg zu verlassen,

dass er sich bis ins Jahr 2002 in Marseille aufgehalten habe und während 
dieser  Zeit  oft  illegal  in  die  Schweiz  gereist  sei,  indessen  von  der 
Einreichung eines Asylgesuchs auf Rat anderer Leute verzichtet habe,

dass  er  sich  im  Jahr  2003  einen  algerischen  Pass  habe  ausstellen 
lassen,  mit  welchem  er  in  den  Jahren  2003  und  2004  nach  Algerien 
zurückgekehrt sei, um seine kranke Mutter zu besuchen,

dass  der  Beschwerdeführer  anlässlich  der  Einreichung  seines  zweiten 
Asylgesuchs  erneut  keine  heimatlichen  Identitätspapiere  abgab,  obwohl 
er schriftlich dazu aufgefordert wurde,

dass  er  anfangs  Oktober  2011  aus  der  Ausschaffungshaft  entlassen 
wurde und sich am gleichen Tag beim Empfangs­ und Verfahrenszentrum 
D._______ meldete,

dass für den Inhalt der weiteren Aussagen auf die Akten verwiesen wird,

dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  11.  Oktober  2011  –  eröffnet  am 
folgenden Tag – in Anwendung von Art. 33 Abs. 1 des Asylgesetzes vom 
26. Juni  1998  (AsylG,  SR 142.31)  auf  das  Asylgesuch  nicht  eintrat  und 
die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug anordnete,

dass  das BFM den Beschwerdeführer  aufforderte,  die Schweiz  am Tag 
nach  Eintritt  der  Rechtskraft  zu  verlassen,  den  zuständigen  Kanton mit 
dem  Vollzug  der  Wegweisungsverfügung  beauftragte  und  die 
Aushändigung  der  editionspflichtigen  Akten  gemäss  Aktenverzeichnis 
anordnete,

dass  das  BFM  zur  Begründung  anführte,  der  Beschwerdeführer  habe 
sein Asylgesuch erst im Zusammenhang mit dem drohenden Vollzug der 
Wegweisung gestellt,

dass  er  gestützt  auf  die  Akten  mehrere  Jahre  Zeit  gehabt  hätte,  ein 
Asylgesuch  einzureichen,  und  es  nicht  nachvollziehbar  sei,  warum  dies 
nicht früher möglich beziehungsweise zumutbar gewesen sein solle,

dass  zudem  keine  Hinweise  auf  eine  Verfolgung  vorlägen,  da  die 
Ausführungen  des  Beschwerdeführers  unglaubhaft  und  nicht 

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nachvollziehbar  seien,  weil  er  anlässlich  seines  ersten  Asylgesuchs 
andere  Vorbringen  geltend  gemacht  habe  und  mit  dem  im  Jahr  2003 
ausgestellten algerischen Reisepass mehrmals in sein Heimatland gereist 
sei,

dass  die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  auch  nicht  asylrelevant 
seien,  wobei  die  vorgebrachten  sexuellen  Missbräuche  nicht 
nachvollziehbar und unsubstanziiert seien,

dass es dem Beschwerdeführer somit nicht gelungen sei, die Vermutung 
zu widerlegen, sein Asylgesuch in engem zeitlichem Zusammenhang mit 
seiner  Verhaftung  eingereicht  zu  haben,  obwohl  ihm  eine  frühere 
Einreichung möglich und zumutbar gewesen wäre, und Hinweise auf eine 
Verfolgung fehlten,

dass  die  Vorinstanz  zudem  die  Zulässigkeit,  die  Zumutbarkeit  und  die 
Möglichkeit des Wegweisungsvollzugs als gegeben erachtete, wobei sie 
insbesondere  festhielt,  der Vollzug der Wegweisung sei  zumutbar, auch 
wenn  in  abgelegenen Gegenden Algeriens Gewalttätigkeiten  herrschten 
und  der  Beschwerdeführer  mit  Schwierigkeiten  konfrontiert  werden 
könne,

dass  er  nämlich  die  prägenden  Jahre  in  Algerien  verbracht  habe,  dort 
über  Familienangehörige  verfüge  und  in  seinem  Heimatland  eine 
genügende  medizinische  Versorgung  gewährleistet  sei,  weshalb  die 
posttraumatische  Belastungsstörung  (PTBS)  oder  die  psychischen 
Probleme  und  die  Epilepsie  des  Beschwerdeführers  dort  behandelt 
werden könnten, 

dass er  insbesondere die Epilepsie bereits  in Algerien gehabt habe und 
es  nebst  zahlreichen  andern  Spitälern  das  psychiatrische  E._______ 
gebe,

dass  der  Beschwerdeführer  mit  Beschwerde  vom  18.  Oktober  2011  in 
materieller  Hinsicht  die  Aufhebung  der  angefochtenen  Verfügung,  die 
Rückweisung  an  die  Vorinstanz  zwecks  materieller  Prüfung  und 
eventualiter  die Gewährung  der  vorläufigen Aufnahme  infolge  fehlender 
Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs beantragte,

dass  er  in  verfahrensrechtlicher  Hinsicht  um Verzicht  auf  die  Erhebung 
eines  Kostenvorschusses,  um  Erlass  der  Verfahrenskosten  und  um 
Gewährung der aufschiebenden Wirkung ersuchte,

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dass  er  zur  Stützung  seiner  Vorbringen  Kopien  von  medizinischen 
Berichten beilegte,

dass  auf  die  Begründung  der  Rechtsbegehren  und  die  eingereichten 
Dokumente,  soweit  für  den Entscheid wesentlich,  in  den nachfolgenden 
Erwägungen eingegangen wird,

dass die vollständigen vorinstanzlichen Akten am 20. Oktober 2011 beim 
Bundesverwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig 
über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 
20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG, 
SR 172.021])  des  BFM  entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines 
Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die 
beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105  AsylG  i. V. m. 
Art. 31 – 33  des Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 17. Juni  2005  [VGG, 
SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass  der  Beschwerdeführer  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz 
teilgenommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt 
ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an deren Aufhebung beziehungsweise 
Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  ist 
(Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde 
einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 VwVG),

dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

dass  bei  Beschwerden  gegen  Nichteintretensentscheide,  mit  denen  es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art. 32 – 35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der 

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Beschwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass  sich  demnach  die  Beschwerdeinstanz  – sofern  sie  den 
Nichteintretensentscheid  als  unrechtmässig  erachtet –  einer 
selbstständigen materiellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung 
aufhebt  und  die  Sache  zu  neuer  Entscheidung  an  die  Vorinstanz 
zurückweist  (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen 
Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.),

dass  die  Vorinstanz  die  Frage  der  Wegweisung  und  des  Vollzugs 
materiell  prüft,  weshalb  dem  Bundesverwaltungsgericht  diesbezüglich 
volle Kognition zukommt,

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 
Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise 
einer  zweiten Richterin  entschieden wird  (Art. 111 Bst. e AsylG)  und  es 
sich  vorliegend,  wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt, 
weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  begründen  ist 
(Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass  gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  vorliegend  auf  einen 
Schriftenwechsel verzichtet wurde,

dass  der  vorliegenden  Beschwerde  aufschiebende  Wirkung  zukommt 
(Art. 55 Abs. 1 VwVG),

dass  Art.  33  Abs.  1  AsylG  keine  Anwendung  findet,  wenn  eine  frühere 
Einreichung  des  Gesuchs  nicht  möglich  oder  nicht  zumutbar  war  oder 
sich Hinweise auf eine Verfolgung ergeben (Art. 33 Abs. 3 AsylG),

dass  die  Vorinstanz  zu  Recht  und mit  zutreffender  Begründung  festge­
stellt hat, dem Beschwerdeführer sei es nicht gelungen, die Vermutung zu 
widerlegen,  er  habe  sein  Asylgesuch  in  engem  zeitlichem 
Zusammenhang  mit  seiner  Verhaftung  und  offensichtlich  nur  zwecks 
Vermeidung  des  drohenden  Vollzugs  seiner  Wegweisung  aus  der 
Schweiz eingereicht,

dass eine frühere Einreichung seines Asylgesuchs (beispielsweise bereits 
während seines stationären Aufenthalts im Massnahmezentrum zwischen 
dem 9. August 2007 und Ende 2010 oder nach dessen Entlassung aus 
dem  Massnahmevollzug  Ende  2010)  für  den  Beschwerdeführer  ohne 

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weiteres  möglich  und  zumutbar  gewesen  wäre,  zumal  der 
Beschwerdeführer  –  wie  sich  aus  den  Akten  ergibt  –  über  gute 
Französischkenntnisse  verfügt  und  auch  deutsch  spricht,  weshalb  von 
einer  gewissen  Vertrautheit  mit  den  schweizerischen  Verhältnissen 
auszugehen ist,

dass  der  Beschwerdeführer  zudem  gestützt  auf  die  Aktenlage während 
mehrerer Jahre im Massnahmevollzug eine regelmässige Psychotherapie 
absolvierte, um seine psychischen Probleme in den Griff zu bekommen,

dass  er  unter  diesen  Umständen  aufgrund  des  dabei  entstandenen 
Vertrauensverhältnisses  zur  psychotherapeutisch  tätigen  Person  das 
Thema,  wie  er  in  der  Schweiz  eine  Verfolgung  im  Heimatland  geltend 
machen könnte, hätte zur Sprache bringen und entsprechend hätte  tätig 
werden können,

dass folglich die Vermutung, das Asylgesuch des Beschwerdeführers sei 
in  engem zeitlichem Zusammenhang mit  seiner Verhaftung und  zwecks 
Vermeidung  des  drohenden  Vollzugs  seiner  Wegweisung  aus  der 
Schweiz eingereicht worden, zu bestätigen ist,

dass darüber hinaus aus dem jahrelangen Verstreichen der Zeit und dem 
Verhalten  des  Beschwerdeführers  deutlich  zum  Ausdruck  kommt,  dass 
nicht  die  Gefahr  einer  Verfolgung  im  Heimatland  im  Vordergrund 
gestanden  haben  kann,  da  er  dies  andernfalls  bereits  früher  zum 
Ausdruck gebracht hätte,

dass  sich  somit  aus  seinen  Aussagen  schon  aus  diesem  Grund  keine 
Hinweise auf Verfolgung ergeben, wie die Vorinstanz zu Recht feststellte,

dass  der  Beschwerdeführer  ferner  –  wie  sich  aus  den  Akten  ergibt – 
mehrmals mit einem eigenen Reisepass  in sein Heimatland gereist sein 
will, was ebenfalls gegen die geltend gemachte Verfolgung spricht,

dass  zudem  die  Aussagen  des  Beschwerdeführers  anlässlich  des 
zweiten Asylgesuchs  auch  nicht  ansatzweise mit  denjenigen, welche  er 
im  ersten Asylgesuch  zu Protokoll  gab,  übereinstimmen, weshalb  seine 
Vorbringen  grundsätzlich  in  Zweifel  zu  ziehen  sind,  wobei  die 
Glaubhaftigkeit  seiner  Aussagen  vorliegend  infolge  der  fehlenden 
Asylrelevanz  nicht  näher  zu  prüfen  ist,  wie  die  nachfolgenden 
Erwägungen zeigen,

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dass  nämlich  eine  allfällige  Suche  nach  dem  Beschwerdeführer  im 
Zusammenhang mit dem vorgebrachten Tötungsdelikt asylrechtlich nicht 
relevant  ist,  weil  die  strafrechtliche  Verfolgung  eines  Tötungsdelikts  als 
legitime Handlung des algerischen Staates zur Durchsetzung von Recht 
und Ordnung zu sehen ist und somit keine Verfolgungshandlung im Sinne 
des Gesetzes darstellt, 

dass an dieser Einschätzung das Vorbringen des Beschwerdeführers, er 
habe die drei Personen getötet, weil  sie  ihn sexuell misshandelt hätten, 
nichts  zu  ändern  vermag,  auch  wenn  diese  Handlungen  –  ihre 
Glaubhaftigkeit vorausgesetzt – nicht als legitim im oben erwähnten Sinn 
zu betrachten wären, 

dass nämlich die geltend gemachten sexuellen Übergriffe angesichts der 
Tatsache, dass sie im ersten Asylverfahren unerwähnt blieben, und – wie 
die Vorinstanz zu Rechte feststellte – substanzlos vorgebracht wurden – 
zu bezweifeln sind,

dass ferner die Befürchtung des Beschwerdeführers, wegen der erfolgten 
Desertion festgenommen und bestraft zu werden, nicht zur Anerkennung 
der  Flüchtlingseigenschaft  zu  führen  vermag,  da  auch  sie  –  die 
Glaubhaftigkeit  vorausgesetzt  –  als  legitime  Handlung  des  algerischen 
Staates  zu  betrachten  sind  und  vorliegend  keine  Anhaltspunkte  dafür 
bestehen,  der  Beschwerdeführer  müsse  infolge  eines  Malus  mit  einer 
ungerechtfertigt hohen Bestrafung wegen Desertion rechnen,

dass  im  Übrigen  auch  diesbezüglich  Zweifel  an  der  Darstellung  des 
Beschwerdeführers  bestehen,  da  er  im  Rahmen  der  mit  ihm 
durchgeführten  Psychotherapie  von  einer  Entlassung  aus  dem 
Militärdienst  spricht  (vgl.  Verlaufsbericht  vom  8.  Juli  2010  S.  3  1. 
Abschnitt),  was  mit  der  im  zweiten  Asylverfahren  vorgebrachten  Flucht 
beziehungsweise Desertion nicht zu vereinbaren ist,

dass  –  gestützt  auf  die  vorangehenden  Erwägungen  eine  allfällige 
Bestrafung  und  Inhaftierung  des  Beschwerdeführers  –  sei  es  aus 
militärrechtlichen Gründen oder weil er drei Personen getötet hat – keine 
Verfolgung  im Sinne des Asylgesetzes darstellen würde, auch wenn die 
Haftbedingungen  in  Algerien  nicht  denjenigen  in  der  Schweiz 
entsprechen, 

dass im Übrigen auf die zutreffenden Ausführungen in der angefochtenen 
Verfügung verwiesen wird, um unnötige Wiederholungen zu vermeiden,

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dass  schliesslich  die  in  der  Beschwerde  vorgebrachte  Traumatisierung 
des  Beschwerdeführers  beziehungsweise  seine  psychischen  Probleme 
nicht  zu  einer  andern Einschätzung  führen  können,  da  seine Aussagen 
anlässlich  des  zweiten  Asylgesuchs  auch  nicht  ansatzweise  mit 
denjenigen,  welche  er  im  ersten  Asylgesuch  zu  Protokoll  gab, 
übereinstimmen,  weshalb  ihm  nicht  geglaubt  werden  kann,  er  habe  als 
Folge  eines  sexuellen  Missbrauchs  im  Militärdienst  durch  Vorgesetzte 
oder  als  Folge  der  kriegerischen  Handlungen  eine  Traumatisierung 
erlitten,

dass  die  psychischen  Probleme  des  Beschwerdeführers  infolge  der 
unglaubhaften Angaben vielmehr einen andern Grund haben müssen, 

dass  an  dieser  Einschätzung  die  eingereichten  medizinischen  Berichte 
nichts  zu  ändern  vermögen,  da  sie  sich  alle  ausschliesslich  auf  die 
Aussagen  des  Beschwerdeführers  stützen,  welche  –  wie  vorangehend 
bereits mehrfach erwähnt – zu bezweifeln sind,

dass  die  im  erwähnten  Verlaufsbericht  festgehaltenen  Ängste  des 
Beschwerdeführers  insbesondere  im  Zusammenhang  mit  der 
bevorstehenden  Ausschaffung  zu  sehen  sind,  was  auch  darin  zum 
Ausdruck  kommt,  dass  er  mit  dem  Ziel,  wieder  in  den 
Massnahmenvollzug  zu  kommen,  um  die  Ausschaffung  zu  verhindern, 
erneut Alkohol trinkt und straffällig ist,

dass dieses Verhalten auch als  rechtsmissbräuchlich  zu qualifizieren  ist 
und nicht geschützt werden kann,

dass  das  BFM  folglich  zu  Recht  gestützt  auf  Art.  33  AsylG  auf  das 
Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten ist,

dass  die  Ablehnung  eines  Asylgesuchs  oder  das Nichteintreten  auf  ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat 
(Art. 44  Abs. 1  AsylG),  vorliegend  der  Kanton  keine  Aufenthaltsbe­
willigung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung einer solchen 
besteht (vgl. EMARK 2001 Nr. 21), weshalb die verfügte Wegweisung im 
Einklang  mit  den  gesetzlichen  Bestimmungen  steht  und  demnach  vom 
Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,

dass  das  BFM  das  Anwesenheitsverhältnis  nach  den  gesetzlichen 
Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  regelt, 

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wenn  der  Vollzug  der Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar  oder 
nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG),

dass  bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen 
gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  und  der 
vormaligen  ARK  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der 
Flüchtlingseigenschaft  gilt,  dass  heisst,  sie  sind  zu beweisen, wenn der 
strikte  Beweis  möglich  ist,  und  andernfalls  wenigstens  glaubhaft  zu 
machen  (vgl.  Walter  Stöckli,  Asyl,  in:  Uebersax/Rudin/Hugi  Yar/Geiser, 
Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel, Rz. 11.148,

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig  ist,  wenn 
völkerrechtliche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der 
Ausländerin oder des Ausländers  in den Heimat­, Herkunfts­ oder einen 
Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land 
gezwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem  Grund  nach  Art.  3  Abs.  1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 
5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 
1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker­ und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, 
da  es  dem  Beschwerdeführer  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich 
erhebliche  Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen, 
weshalb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen 
Non­Refoule­ments  im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  findet 
und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung im 
Sinne von   Art.  3 der Konvention  vom 4. November 1950 zum Schutze 
der  Menschenrechte  und  Grundfreiheiten  (EMRK,  SR 0.101)  ersichtlich 
sind, die dem Beschwerdeführer  im Heimat­ oder Herkunftsstaat drohen 
würde,

dass  insbesondere  die  dem  Beschwerdeführer  allenfalls  drohende 
Strafverfolgung  nicht  gegen  Art.  3  EMRK  verstösst,  zumal  sie  aus 
rechtsstaatlich legitimen Motiven erfolgen würde und keine konkreten, auf 
den Beschwerdeführer bezogenen Anhaltspunkte vorliegen, gestützt auf 
welche mit überwiegender Wahrscheinlichkeit von einer Verletzung dieser 
Norm auszugehen wäre, 

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dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar 
erweist,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer 
Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass weder die allgemeine Lage im Heimatstaat noch individuelle Gründe 
– der  Beschwerdeführer  verfügt  eigenen  Angaben  zufolge  in  Algerien 
über ein  familiäres Beziehungsnetz und hat sich seinen Lebensunterhalt 
vor  der  Ausreise  als  Elektriker  selber  verdient  –  auf  eine  konkrete 
Gefährdung  im  Falle  seiner  Rückkehr  schliessen  lassen,  weshalb  der 
Vollzug der Wegweisung vorliegend zumutbar ist,

dass  die  gesundheitlichen Beschwerden  auch  im Heimatland  behandelt 
werden können,

dass auch diesbezüglich – um unnötige Wiederholungen zu vermeiden – 
auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen wird,

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  des  Beschwerdeführers  in  den 
Heimatstaat  schliesslich  möglich  ist,  da  keine  Vollzugshindernisse 
bestehen  (Art.  83  Abs.  2  AuG),  und  es  nötigenfalls  dem 
Beschwerdeführer  obliegt,  bei  der  Beschaffung  gültiger  Reisepapiere 
mitzuwirken (Art. 8 Abs. 4 AsylG),

dass  nach  dem  Gesagten  der  vom  BFM  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen ist,

dass  es  dem  Beschwerdeführer  demnach  nicht  gelungen  ist,  darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder 
unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen 
ist,

dass  sich  die  Rechtsbegehren  aufgrund  vorstehender  Erwägungen  als 
aussichtslos  erweisen,  weshalb  das  Gesuch  um  Gewährung  der 
unentgeltlichen Rechtspflege abzuweisen und der Antrag auf Erlass der 
Verfahrenskosten  (Art.  65  Abs.  1  VwVG)  unbesehen  der  allenfalls 
bestehenden Mittellosigkeit  abzuweisen  sowie  bei  diesem Ausgang  des 
Verfahrens  die  Kosten  von  Fr.  600.−  (Art.  1­3  des  Reglements  vom 
21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR  173.320.2])  dem 
Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG),

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dass  mangels  Erhebung  eines  Kostenvorschusses  und  infolge 
Direktentscheides  das  Gesuch  um  Erlass  eines  Kostenvorschusses 
gegenstandslos ist.

 (Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  nach 
Art. 65 Abs. 1 VwVG wird abgewiesen.

3.  
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.­  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4. 
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Hans Schürch Eva Zürcher

Versand: