# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 05e01ebe-a8c7-57e9-a118-9f68439bfad3
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-07-07
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 07.07.2010 A-3213/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-3213-2009_2010-07-07.pdf

## Full Text

Abtei lung I
A-3213/2009
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  7 .  J u l i  2 0 1 0

Richterin Salome Zimmermann (Vorsitz), 
Richter Pascal Mollard, Richter Daniel Riedo, 
Gerichtsschreiberin Ursula Spörri.

X._______, ...,
Beschwerdeführerin,

gegen

Eidgenössische Zollverwaltung EZV,
Zollkreisdirektion Basel, Sektion Tarif und Veranlagung, 
Postfach 666, 4010 Basel,
handelnd durch die Oberzolldirektion (OZD),
Hauptabteilung Recht und Abgaben, Monbijoustrasse 40, 
3003 Bern,
Vorinstanz.

Zoll (Präferenzabfertigung).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

A-3213/2009

Sachverhalt:

A.
Die  Firma  X._______  übermittelte  der  Zollstelle  Möhlin  am  22. Mai 
2008  sowie  am  4. Juli  2008  im  e-dec-Verfahren  zwei  Einfuhrzoll-
anmeldungen (EZA); die EZA Nr. 21895680 (nachfolgend erste EZA) 
umfasste u.a. 580 Stück Hosen, die EZA Nr. 23329386 (nachfolgend 
zweite EZA) 295 Stück Vestons, 429 Stück Hosen und Gewebe (Roh-
masse: 4  kg),  je  zur  Überführung in  den zollrechtlich  freien Verkehr 
zum Präferenzzollansatz von Fr. 0.-- je 100 kg brutto. Das Selek tions-
ergebnis durch das EDV-System lautete bei beiden Einfuhren auf "frei 
mit". Im Rahmen der formellen Überprüfung wurden die EZA durch die 
Zollstelle  (teilweise)  zurückgewiesen,  da  sich  die  vorgelegten 
Ursprungsnachweise wegen des zu hohen Rechnungswertes zum Teil 
als ungültig erwiesen.

B.
Daraufhin korrigierte die X._______ am 11. Juni 2008 die erste EZA, 
wobei sie lediglich die Position 1, 580 Stück Hosen, berichtigte und die 
Positionen  2-8  unverändert  liess.  368  Stück  Hosen,  für  welche  die 
Rechnung auf  EUR 6'343.--  lautete,  wurden neu als  Position  9 zum 
Normalzollansatz  von  Fr. 500.--  angemeldet.  Für  die  restlichen  212 
Stück  Hosen,  welche  in  diversen  Rechnungen  aufgeführt  waren, 
wurde  –  wie  für  die  übrigen  unveränderten  Positionen  –  der  Prä-
ferenzollansatz beantragt. Für die zweite EZA wurde am 10. Juli 2008 
eine neue Version übermittelt. Da ausser für das Gewebe für den Rest 
der Lieferung eine Rechnung über EUR 8'324.65 bestand, wurde für 
diesen Teil  der  Lieferung,  295 Stück Vestons und 429 Stück Hosen, 
der Normalzollansatz von Fr. 500.-- beantragt. Das Gewebe wurde un-
verändert zum Präferenzzollansatz angemeldet.

C.
Nach der Freigabe zur weiteren Bearbeitung erstellte das EDV-System 
mit Datum vom 17. Juni 2008 eine Veranlagungsverfügung über einen 
Zollbetrag  von  Fr. 1'185.--  und  am  14.  Juli  2008  eine  solche  über 
Fr. 1'960.--.

Mit  Schreiben  vom 11. September  2008  erklärte  die  X._______,  es 
hätten  zum  Zeitpunkt  der  Abfertigung  zwei  gültige  Warenverkehrs-
bescheinigungen  EUR.1  (WVBs)  vorgelegen,  weshalb  sie  eine 
Zollrückerstattung beantrage. Diese WVBs habe sie aber derzeit noch 

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nicht in Besitz. Am 10. November 2008 reichte sie der Zollstelle Möhlin 
die Duplikate der WVBs (EUR.1 Nr. 151873 und EUR.1 Nr. 151874) 
ein.  Die  Sendung  sei  zunächst  zollfrei  angemeldet  worden;  da  das 
Wertlimit für eine Präferenzabfertigung mit Rechnungserklärung über-
schritten worden sei, habe der Deklarant die Anmeldung auf zollpflich-
tig abgeändert, obschon zum Zeitpunkt der Abfertigung gültige WVBs 
vorgelegen hätten. Diese Dokumente seien zwischenzeitlich in Verlust 
geraten,  weshalb  nun  Duplikate  eingereicht  würden. Die  X._______ 
beantrage  daher  eine  Zollrückerstattung.  Die  Zollstelle  überwies  die 
Eingaben als  Beschwerde zuständigkeitshalber  der  Zollkreisdirektion 
Basel.

D.
Mit Schreiben vom 3. Februar 2009 sowie vom 18. Februar 2009 wies 
die  Zollkreisdirektion  darauf  hin,  dass  vorliegend  eine  nachträgliche 
Präferenzveranlagung  nicht  möglich  sei.  In  der  ersten  Version  der 
EZAs sei für beide Lieferungen der Präferenzzollansatz beantragt wor-
den. Erst  nach der formellen Überprüfung sei  auf  die ungültigen Ur-
sprungsnachweise  hingewiesen  worden.  Daraufhin  habe  die 
X._______ die Veranlagung zum Normaltarif verlangt und die Möglich-
keit  der  Beibringung  gültiger  Ursprungsnachweise  in  dieser  Phase 
nicht wahrgenommen. Es könne daher in casu nicht von einem Irrtum 
ausgegangen  werden,  der  nachträglich  noch  geheilt  werden  könnte 
und eine Berichtigung erlauben würde.

In der Folge erliess die Zollkreisdirektion, auf ein entsprechendes Er-
suchen der X._______, am 21. April 2009 einen formellen Entscheid. 
Sie wies die Beschwerde ab; zur  Begründung führte sie im Wesent-
lichen die vorstehend dargelegten Argumente an.

E.
Gegen diesen Entscheid  erhob die  X._______ (Beschwerdeführerin) 
am  15. Mai  2009  Beschwerde  beim  Bundesverwaltungsgericht.  Sie 
machte  erneut  geltend,  die  WVBs hätten  bereits  zum Zeitpunkt  der 
Einfuhranmeldung  bestanden.  Daher  seien  ihres  Erachtens  die 
gesetzlichen Voraussetzungen für eine zollfreie Einfuhr erfüllt. 

F.
Mit Vernehmlassung vom 9. September 2009 beantragte die Oberzoll-
direktion (OZD) die kostenfällige Abweisung der Beschwerde.

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Auf die Eingaben der Parteien ist – soweit für den vorliegenden Ent-
scheid relevant – im Rahmen der folgenden Erwägungen näher einzu-
gehen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Entscheide der Zollkreisdirektionen können gemäss Art. 31 in Ver-
bindung  mit  Art. 33  Bst. d  des  Bundesgesetzes  vom  17. Juni  2005 
über das Bundesverwaltungsgericht (Verwaltungsgerichtsgesetz, VGG, 
SR 173.32)  beim Bundesverwaltungsgericht  angefochten  werden. Im 
Verfahren vor  dieser  Instanz wird  die  Zollverwaltung durch die  OZD 
vertreten (Art. 116 Abs. 2 des Zollgesetzes vom 18. März 2005 [ZG, 
SR 631.0]). Das Verfahren richtet sich nach den Vorschriften des Bun-
desgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren 
(VwVG,  SR 172.021),  soweit  das  VGG  nichts  anderes  bestimmt 
(Art. 37 VGG; Art. 2 Abs. 4 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht ist 
demnach für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde zuständig, 
die im Übrigen frist- und formgerecht eingereicht worden ist.

1.2 Im Beschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der Rechtsanwendung 
von Amtes wegen. Das Bundesverwaltungsgericht ist demzufolge ver-
pflichtet,  auf  den festgestellten Sachverhalt  die richtige Rechtsnorm, 
d.h. jenen Rechtssatz anzuwenden,  den es als  den zutreffenden er-
achtet,  und ihm jene Auslegung zu geben, von der es überzeugt ist 
(ANDRÉ MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER, Prozessieren vor dem 
Bundesverwaltungsgericht,  Basel  2008  Rz. 1.54,  unter  Verweis  auf 
BGE 119 V 349 E. 1a). Aus der Rechtsanwendung von Amtes wegen 
folgt, dass das Bundsverwaltungsgericht als Beschwerdeinstanz nicht 
an  die  rechtliche  Begründung  der  Begehren  gebunden  ist  (Art. 62 
Abs. 4 VwVG) und eine Beschwerde auch aus anderen als den geltend 
gemachten Gründen gutheissen oder den angefochtenen Entscheid im 
Ergebnis mit einer von der Vorinstanz abweichenden Begründung be-
stätigen kann (vgl. BVGE 2007/41 E. 2 mit Hinweisen).

1.3

1.3.1 Die Vorschriften des VwVG finden gemäss dessen Art.  3 Bst. e 
auf  das  Verfahren der  Zollveranlagung  keine Anwendung (vgl. Urteil  
des  Bundesverwaltungsgerichts  A-5612/2007  vom  1. März  2010 
E. 2.1.2).  Dieser  Dispens  wird  damit  begründet,  dass  das  Verfahren 

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der Zollveranlagung im Interesse eines flüssigen Personen- und Wa-
renverkehrs möglichst zügig und einfach abgewickelt werden soll, was 
nach dem ordentlichen Prozedere nach VwVG nicht gewährleistet ist 
(PIERRE TSCHANNEN, in Christoph Auer/Markus Müller/Benjamin Schindler 
[Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren 
[VwVG], Zürich/St. Gallen 2008, N 13 zu Art.  3). Grundsätzlich gelten 
somit die Verfahrensbestimmungen des ZG, sofern dieses überhaupt 
solche enthält. Insbesondere unterliegt die Zollveranlagung den durch 
das  Selbstdeklarationsprinzip  getragenen  spezialgesetzlichen  Vor-
schriften (Art. 21 ff ZG), welche dem VwVG vorgehen (Urteil des Bun-
desverwaltungsgerichts  A-1791/2009  vom  28. September  2009 
E. 2.2.1;  NADINE MAYHALL,  in: Waldmann/Weissenberger [Hrsg.], Praxis-
kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren, Zürich 
2009 [Praxiskommentar], N 38 zu Art. 3).

Für das vorliegende Verfahren bedeutet dies, dass das VwVG auch bei  
Berichtigung oder Rückzug der Zollanmeldung nach Art. 34 ZG nicht 
anwendbar ist (vgl. auch  PATRICK RAEDERSDORF,  in Martin Kocher/Diego 
Clavadetscher  [Hrsg.],  Handkommentar  Zollgesetz  [Kommentar], 
Art. 34 N 20) und insbesondere, dass für die Frist von Art. 34 Abs. 3 
ZG die Regelung über den Stillstand der  Fristen im VwVG (Art. 22a 
VwVG) nicht zu berücksichtigen ist; im Zollgesetz selbst findet sich kei-
ne Regelung betreffend Fristenstillstand.

1.3.2 Art. 116 Abs. 3 ZG hält  fest,  dass die Frist  für das Einreichen 
einer ersten Beschwerde gegen die Veranlagung 60 Tage ab dem Aus-
stellen  der  Veranlagungsverfügung  beträgt.  Im  Übrigen  verweist 
Art. 116 Abs. 4 ZG für das Beschwerdeverfahren ausdrücklich auf die 
allgemeinen Bestimmungen der Bundesrechtspflege. Demzufolge fin-
det für das Beschwerdeverfahren grundsätzlich die allgemeine Verfah-
rensordnung für die Verwaltungsrechtspflege des Bundes Anwendung 
(REMO ARPAGAUS,  Zollrecht,  in  Koller/Müller/Tanquerel/Zimmerli  [Hrsg.], 
Schweizerisches  Bundesverwaltungsrecht,  2.  Aufl.,  Basel  2007, 
Rz. 447). Entsprechend  gilt  es  bei  der  Beschwerdefrist  von Art. 116 
Abs. 3  ZG einen  Friststillstand  im Sinne  von Art.  22a VwVG zu be-
achten  (Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-1791/2009  vom 
28. September 2009 2009 E. 2.2, A-165/2008 vom 22. Juni 2009 E. 4).

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1.4

1.4.1 Auch wenn die Vorschriften des VwVG – wie soeben dargelegt – 
im Veranlagungsverfahren keine Anwendung finden, sind dennoch die 
allgemeinen Grundsätze des Verwaltungsverfahrens zu beachten.

Die  Dauer  der  Fristen können vom Gesetzgeber  bestimmt (sog. ge-
setzliche Fristen)  oder  von der  Behörde bzw. vom Richter festgelegt 
werden (sog. behördliche bzw. richterliche Fristen; vgl. dazu  BERNARD 
MAITRE/VANESSA THALMANN/FABIA BOCHSLER,  in:  Praxiskommentar,  a.a.O., 
N 4 zu Art. 22). 

1.4.2 Gesetzliche Fristen sind in der Regel Verwirkungsfristen. Verwir-
kung bedeutet, dass ein Recht untergeht, wenn der Berechtigte bzw. 
Verpflichtete  eine  Handlung  nicht  innerhalb  der  Frist  vornimmt.  Die 
wichtigsten gesetzlichen Fristen sind die Rechtsmittelfristen. Von den 
Verwirkungsfristen zu unterscheiden sind (neben dem Institut der Ver-
jährung) die Ordnungsfristen. Diese weisen den Charakter einer reinen 
Ordnungsvorschrift auf. Sie sollen den geordneten Verfahrensgang ge-
währleisten, sind aber nicht mit Verwirkungsfolgen verbunden. Ihre Er-
streckung ist zwar ausgeschlossen, doch kann die Verfahrenshandlung 
auch noch nach Fristablauf vorgenommen werden, soweit und solange 
der geordnete Verfahrensgang dies nicht ausschliesst (vgl. Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts D-2982/2010 vom 30. April  2010 S. 6 zu 
einer  Ordnungsfrist  im  Asylgesetz  vom  26. Juni  1998  [AsylG; 
SR 142.31]).  Behördlich  oder  richterlich  angeordnete  Fristen  haben 
nur dann den Charakter einer Verwirkungsfrist, wenn sie als solche an-
gesetzt und zugleich auf die Säumnisfolge aufmerksam gemacht wur-
de. Welche Bedeutung einer Frist zukommt, ist durch Auslegung zu er-
mitteln (vgl. THOMAS MERKLI/ARTHUR AESCHLIMANN/RUTH HERZOG, Kommentar 
zum Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege des Kantons Bern, Bern 
1997,  N 2 zu Art. 43;  MAITRE/THALMANN/BOCHSLER,  in: Praxiskommentar, 
a.a.O., N 3 zu Art. 22; ATTILIO R. GADOLA, Verjährung und Verwirkung im 
öffentlichen Recht, in: Aktuelle Juristische Praxis [AJP] 1995, S. 47 ff., 
S. 56). Verwirkungsfristen können in der Regel nicht unterbrochen, ge-
hemmt oder erstreckt werden und sind stets von Amtes wegen zu be-
rücksichtigen (vgl. BGE 116 Ib 386 E. 3c.bb; ULRICH HÄFELIN/GEORG MÜL-
LER/FELIX UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 5. Aufl., Zürich/Basel/ 
Genf 2006, Rz. 795; GADOLA, a.a.O., S. 56). 

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2.

2.1 Nach Art. 7 ZG sind Waren, die ins Zollgebiet oder aus dem Zoll -
gebiet verbracht werden, zollpflichtig und müssen nach diesem Gesetz 
sowie nach dem Zolltarifgesetz veranlagt werden. Die Grundlage der 
Zollveranlagung  ist  die  Zollanmeldung  (Art.  18  Abs.  1  ZG).  Diese 
nimmt im Schweizerischen Zollwesen eine zentrale Stellung ein (BAR-
BARA SCHMID, Kommentar, Art. 18 N 1). Gemäss Art. 21 Abs. 1 ZG hat 
derjenige, der Waren ins Zollgebiet verbringt, verbringen lässt oder sie 
danach  übernimmt,  die  Waren  unverzüglich  und  unverändert  der 
nächstgelegenen Zollstelle  zuzuführen. Dieser  Artikel  legt  somit  den 
Kreis der sogenannt zuführungspflichtigen Personen fest. Es sind dies 
– wie die bundesrätliche Verordnung präzisierend festlegt – insbeson-
dere der Warenführer, die mit der Zuführung beauftragte Person, der 
Importeur,  der  Empfänger,  der  Versender  und  der  Auftraggeber 
(Art. 75 der Zollverordnung vom 1. November 2006 [ZV, SR 631.01]). 
Die  Zuführungspflicht  besteht  unabhängig  von  der  wirtschaftlichen 
oder  privatrechtlichen  Berechtigung  an  der  Ware.  Da  weder  Gesetz 
noch Verordnung das Verhältnis der Zuführungspflichtigen untereinan-
der festlegen, ist davon auszugehen, dass die in Art. 21 ZG genannten 
Personen  kumulativ  zuführungspflichtig  sind  (BARBARA HENZEN,  Kom-
mentar, Art. 21 N 6 und 11). Anmeldepflichtig sind neben den in Art. 21 
ZG genannten zuführungspflichtigen Personen auch Personen, die mit 
der Zollanmeldung beauftragt sind (Art. 26 Bst. a und b ZG). Bei letzte-
ren handelt  es sich primär um Speditionen oder Zolldeklaranten, die 
gewerbsmässig Zollanmeldungen ausstellen (Urteil des Bundesverwal-
tungsgerichts A-3296/2008 vom 22. Oktober 2009 E. 2.1; HENZEN, Kom-
mentar, Art. 26 N 2).

2.2 In  Übereinstimmung  mit  dem das  Zollverfahren  beherrschenden 
Prinzip  der  Selbstanmeldung  obliegt  der  anmeldepflichtigen  Person 
(Art. 26 ZG) die Verantwortung für die rechtmässige und richtige De-
klaration  ihrer  grenzüberschreitenden  Warenbewegungen.  Sie  muss 
die der Zollstelle zugeführten, gestellten und summarisch angemelde-
ten Waren innerhalb der von der Zollverwaltung bestimmten Frist zur 
Veranlagung anmelden und die Begleitdokumente einreichen (Art. 25 
Abs. 1 ZG). Als Begleitdokumente gelten Unterlagen, die für die Zoll -
veranlagung von Bedeutung sind, so u.a. Ursprungsnachweise (Art. 80 
Abs. 1  ZV). Damit  überbindet  das  Zollgesetz  der  anmeldepflichtigen 
Person  die  volle  Verantwortung  für  die  eingereichte  Anmeldung und 
stellt hohe Anforderungen an ihre Sorgfaltspflicht; namentlich wird von 
ihr eine vollständige und richtige Deklaration der Ware verlangt (Bot-

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schaft vom 15. Dezember 2003 über ein neues Zollgesetz, BBl 2004 
612; Urteil des Bundesgerichts 2A.566/2003 vom 9. Juni 2004 E. 2.4, 
noch zum – mit Art. 25 ZG nahezu identischen – Art. 31 Abs. 1 des 
Zollgesetzes vom 1. Oktober 1925 [aZG, BS 6 465 und nachträgliche 
Änderungen]; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-3296/2008 vom 
22. Oktober 2009 E. 2.2;  SCHMID,  Kommentar,  Art. 18 N 3 f.). Art. 28 
Abs. 1 Bst. a ZG hält fest, dass Zollanmeldungen auch elektronisch zu-
lässig sind. Die zuständige Zollstelle überprüft die vom Anmeldepflich-
tigen abzugebende Anmeldung  lediglich  auf  ihre  formelle  Richtigkeit 
und Vollständigkeit sowie auf das Vorliegen der Begleitpapiere (Art. 32 
Abs. 1 ZG; Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-1528/2008 vom 
25. Mai 2010 E. 2.2 und A-3296/2008 vom 22. Oktober 2009 E. 2.2).

2.3 Mit der Annahme durch die Zollstelle wird die Zollanmeldung für 
die anmeldepflichtige Person verbindlich (Art. 33 Abs. 1 ZG) und ist  
grundsätzlich unabänderlich. Dieser Grundsatz der Unabänderlichkeit 
der angenommenen Zollanmeldung stellt einen Eckpfeiler des schwei-
zerischen  Zollrechts  dar  (RAEDERSDORF,  Kommentar,  Art.  33  N  2  und 
Art. 34 N 1). Nach Art. 33 Abs. 2 ZG legt die Zollverwaltung Form und 
Zeitpunkt  der  Annahme  fest.  Laut  Art.  16  der  Zollverordnung  der 
Eidgenössischen  Zollverwaltung  (EZV)  vom  4.  April  2007  (ZV-EZV, 
SR 631.013)  gilt  die  elektronische  Zollanmeldung  als  angenommen, 
wenn sie die summarische Prüfung des EDV-Systems der EZV erfolg-
reich  durchlaufen hat. Die  Zollanmeldung ist  damit  für  die  anmelde-
pflichtige Person auch bei allfälligen Widersprüchen oder Zweideutig-
keiten zur Ware oder zu den Begleitdokumenten verbindlich. Dadurch 
stellt die elektronische Anmeldung höhere Anforderungen an die Sorg-
faltspflicht  der  Zollbeteiligten (RAEDERSDORF,  Kommentar, Art. 33 N 6). 
Nach der Annahme der elektronischen Zollanmeldung führt das EDV-
System der EZV eine Selektion auf der Grundlage einer Risikoanalyse 
durch  (Art. 17  Abs.  1  ZV-EZV).  Lautet  das  Selektionsergebnis  "frei 
mit",  so muss die anmeldepflichtige Person der Zollstelle einen Aus-
druck der Zollanmeldung und die erforderlichen Begleitdokumente vor-
legen. Die Waren gelten als freigegeben (Art. 17 Abs. 3 ZV-EZV). Mit  
der Freigabe der gestellten Waren durch die Zollstelle endet der Ge-
wahrsam der Zollverwaltung (Art. 78 ZV). Dementsprechend dürfen die 
Waren abtransportiert werden (Art. 40 Abs. 2 ZG). Die Zollstelle führt  
in diesem Fall die formelle Überprüfung im Nachhinein durch (RAEDERS-
DORF, Kommentar, Art. 33 N 13). Für solche Waren, die nicht mehr im 
Gewahrsam der Zollverwaltung stehen, ist eine provisorische Veranla-
gung ausgeschlossen (Art. 93 Abs. 3 Bst. b ZV).

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2.4 Während des Veranlagungsverfahrens kann die Zollstelle die ein-
mal angenommene Zollanmeldung samt Begleitdokumenten jederzeit 
überprüfen und zu diesem Zweck weitere Unterlagen vom Anmelde-
pflichtigen verlangen (Art. 35 ZG;  ARPAGAUS,  a.a.O., Rz. 706). Hat  die 
Zollstelle  in  der Zollanmeldung eine Unrichtigkeit  oder  einen Mangel 
festgestellt, so kann sie von der anmeldepflichtigen Person verlangen, 
dass die Zollanmeldung berichtigt oder ergänzt wird (Art. 20 Abs. 1 ZV-
EZV). Die anmeldepflichtige Person muss die berichtigte oder ergänzte 
Zollanmeldung  spätestens  am  zehnten  Arbeitstag  nach  der 
Zurückweisung  erneut  vorlegen.  In  begründeten  Fällen  kann  diese 
Frist  verlängert  werden  (Art. 20  Abs.  2  ZV-EZV).  Reicht  die 
anmeldepflichtige Person die berichtigte oder ergänzte Zollanmeldung 
nicht  fristgerecht  ein,  so  kann  die  Zollstelle  auf  die  Waren  den 
höchsten  Zollansatz  und  die  höchsten  Bemessungsgrundlagen,  die 
nach ihrer Art anwendbar sind, anwenden (Art. 20 Abs. 3 ZV-EZV). Die 
Veranlagung und Erhebung der Zollabgaben erfolgt demnach aufgrund 
der  angenommenen,  allenfalls  berichtigten  Zollanmeldung  bzw.  des 
durchgeführten Zollbefundes (ARPAGAUS, a.a.O., Rz. 708).

2.5 Wie oben (E. 2.3) ausgeführt, wird die Zollanmeldung mit der An-
nahme verbindlich und damit grundsätzlich unabänderlich. Starr ange-
wandt, kann dies in gewissen Fällen zu unerwünschten und ungerecht-
fertigten Ergebnissen führen. Die Folgen eines kleinen Versehens er-
scheinen in solchen Fällen unverhältnismässig. Daher sieht Art. 34 ZG 
vor,  dass  eine  übermittelte  und  angenommene Zollanmeldung  unter 
gewissen Bedingungen geändert werden kann (RAEDERSDORF, Kommen-
tar, Art. 34 N 1). Art. 34 ZG unterscheidet drei verschiedene Zeitpunk-
te, in denen ein Berichtigungsantrag gestellt werden kann. Abs. 1 und 
2 beziehen sich auf Sachverhalte vor Erstellen der Veranlagungsverfü-
gung (Waren sind noch gestellt  [Abs. 1] bzw. haben den Gewahrsam 
der Zollverwaltung verlassen [Abs. 2]), Abs. 3 und 4 gelangen zur An-
wendung, wenn bereits eine Veranlagungsverfügung ausgestellt  wor-
den ist (vgl. RAEDERSDORF, Kommentar, Art. 34 N 3).

Gemäss Art. 34 Abs. 3 ZG kann die anmeldepflichtige Person inner-
halb von 30 Tagen ab dem Zeitpunkt, in dem die Waren den Gewahr -
sam der  Zollverwaltung  verlassen  haben,  ein  Gesuch  um Änderung 
der Veranlagung einreichen; gleichzeitig muss sie eine berichtigte Zoll -
anmeldung einreichen. Die Zollstelle gibt dem Gesuch statt, wenn die 
anmeldepflichtige Person nachweist, dass die Waren entweder irrtüm-
lich zu dem in der Zollanmeldung genannten Zollverfahren angemeldet 

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worden sind oder die Voraussetzungen für die beantragte neue Veran-
lagung schon erfüllt waren, als die Zollanmeldung angenommen wur-
de, und die Waren seither nicht verändert worden sind (Art.  34 Abs. 4 
ZG). Ein Irrtum gemäss Art. 34 Abs. 4 Bst. a ZG kann geltend gemacht 
werden, wenn der Irrtum zum Zeitpunkt der ursprünglichen Zollanmel-
dung aufgrund der damaligen Begleitdokumente hätte erkannt werden 
können oder die für  das neue Zollverfahren notwendigen Bewilligun-
gen bereits  erteilt  waren (Art. 88 ZV). Die Voraussetzungen für  eine 
neue Veranlagung nach Art. 34 Abs. 4 Bst. b ZG gelten insbesondere 
dann als gegeben, wenn zum Zeitpunkt der ursprünglichen Zollanmel-
dung die materiellen und die formellen Voraussetzungen für  die Ge-
währung einer Zollermässigung, einer Zollbefreiung oder einer Rück-
erstattung erfüllt  waren (Art. 89 Bst. a ZV; Urteile des Bundesverwal-
tungsgerichts A-3296/2008 vom 22. Oktober 2009 E. 2.5, A-1791/2009 
vom 28. September 2009 E. 3.3.1).

2.6 Das  Abkommen  zwischen  der  Schweizerischen  Eidgenossen-
schaft  und  der  Europäischen  Wirtschaftsgemeinschaft  vom  22. Juli 
1972 (SR 0.632.401) bezweckt gemäss Art. 2 und 3, die Einfuhrzölle 
für  zahlreiche  Ursprungserzeugnisse  der  Gemeinschaft  und  der 
Schweiz zu beseitigen. Gemäss Art. 11 des Abkommens legt das Pro-
tokoll Nr. 3 vom 28. April 2004 über die Bestimmung des Begriffs "Ur -
sprungserzeugnisse" und über die Methoden der Zusammenarbeit der 
Verwaltungen (Protokoll  Nr. 3,  SR 0.632.401.3)  die  Ursprungsregeln 
fest. Art. 16 des Protokolls Nr. 3 hält fest, dass Ursprungserzeugnisse 
der Gemeinschaft bei der Einfuhr in die Schweiz die Begünstigungen 
des  Abkommens  erhalten,  sofern  eine  Warenverkehrsbescheinigung 
EUR.1 nach dem Muster in Anhang III  vorgelegt wird oder in den in 
Art. 21 Abs. 1 genannten Fällen vom Ausführer eine Erklärung mit dem 
in  Anhang  IV  des  Protokolls  Nr. 3  angegebenen  Wortlaut  auf  einer 
Rechnung, einem Lieferschein oder einem anderen Handelspapier ab-
gegeben  wird  (Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-3296/2008 
vom 22. Oktober 2009 E. 2.6). Art. 21 Abs. 1 Bst. b des Protokolls Nr. 3 
hält präzisierend fest: Die in Art. 16 Abs. 1 Bst. b genannte Erklärung 
auf  der  Rechnung  kann  von  jedem  Ausführer  für  Sendungen  von 
einem oder mehreren Packstücken, die Ursprungserzeugnisse enthal-
ten, deren Wert EUR 6'000 je Sendung nicht überschreitet, ausgefer-
tigt werden.

Geltendmachung  und  Nachweis  der  Präferenzbehandlung  obliegen 
ausschliesslich  der  anmeldepflichtigen  Person.  Fehlen  die  rechtlich 

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vorgesehenen Ursprungsnachweise im Zeitpunkt der Zollveranlagung, 
gelangt  keine  Präferenzbehandlung  zur  Anwendung  und  die  Waren 
sind zum Normaltarif zu verzollen (ARPAGAUS, a.a.O., Rz. 562, FN 1982, 
mit Verweis auf den Entscheid der Eidgenössischen Zollrekurskommis-
sion [ZRK] vom 10. Mai 2005 [ZRK 2003-070] E. 5; vgl. ebenso Urteile 
des  Bundesverwaltungsgerichts  A-6595/2009  vom  6.  April  2010 
E. 2.4.1, A-3296/2008 vom 22. Oktober 2009 E. 2.6). Im Übrigen steht 
es  dem  Bundesverwaltungsgericht  nicht  zu,  staatsvertragliche  Vor-
schriften  in  Frage  zu  stellen,  bzw.  ist  es  an  diese  gebunden  (vgl. 
BGE 125  III  209  E. 5;  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-
6595/2009 vom 6. April 2010 E. 2.4.1).

3.
Im  vorliegenden  Fall  wurden  die  fraglichen  Lieferungen  am 22. Mai 
2008 sowie am 4. Juli  2008 von der Beschwerdeführerin bzw. ihrem 
Deklaranten  elektronisch  zur  Veranlagung  zum  Präferenzzollansatz 
angemeldet.  Jeweils  gleichentags  durchliefen  die  Anmeldungen  er-
folgreich  die  summarische  Prüfung  des  EDV-Systems  der  EZV, wo-
durch  sie  verbindlich  wurden  (E. 2.3).  Für  die  erste  Lieferung  (EZA 
Nr. 21895680) lautete das Ergebnis der Risikoanalyse durch das EDV-
System "frei mit"; dementsprechend galten die Waren als freigegeben 
und endete der Gewahrsam der Zollverwaltung am 22. Mai 2008. Auch 
für die zweite Einfuhr (EZA Nr. 23329386) resultierte "frei mit"; der Ge-
wahrsam der Zollverwaltung endete in diesem Fall am 4. Juli 2008 (vgl. 
E. 2.3). Dieser Sachverhaltsabschnitt ist nicht strittig.

Ebenfalls unbestritten ist, dass die Zollstelle im Rahmen der nachträg-
lichen formellen Überprüfung (E. 2.3) die Ursprungsnachweise teilwei-
se bemängelte. Von den als Ursprungserklärungen vorgelegten Rech-
nungen  wiesen  zwei  einen  Wert  von  über  EUR  6'000.--  aus  (vgl.  
Erw. B). Damit erfüllten diese Rechnungen die gesetzlichen Vorausset-
zungen nicht, um als gültige Ursprungsnachweise vorgelegt werden zu 
können  (E.  2.6),  weshalb  die  Zollstelle  eine  darauf  gestützte  Präfe-
renzbehandlung  zurecht  verweigerte.  Die  Zollstelle  teilte  dies  dem 
Deklaranten mit, worauf dieser die beiden EZA korrigierte und für die-
jenigen  Teile  der  Lieferungen,  für  welche  die  Ursprungserklärungen 
ungültig  waren,  eine  Verzollung  zum  Normalansatz  beantragte 
(Erw. B). Auf  dieser  Grundlage erstellte  das EDV-System die  beiden 
Veranlagungsverfügungen (Erw. C).

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4.
Strittig ist, ob diese Veranlagungsverfügungen nochmals geändert wer-
den können und eine nachträgliche Präferenzbehandlung möglich ist.

4.1 Die  Beschwerdeführerin  macht  geltend,  neben  den  (ungültigen) 
Rechnungen  verfüge  sie  auch  für  beide  Lieferungen  über  WVBs 
EUR.1.  Diese  hätten  bereits  zum  Abfertigungszeitpunkt  bestanden, 
seien aber zwischenzeitlich verloren gegangen. Sie habe daraufhin be-
glaubigte  Duplikate  angefordert  und  diese  auch  erhalten.  Die  Be-
schwerdeführerin  führt  weiter  aus,  sie  habe  "unter  Einhaltung  der 
durch  die  Zollverwaltung festgesetzten Beschwerdefrist"  gestützt  auf 
Art. 34  ZG und unter  Berufung auf  die gültigen WVBs beim Zollamt 
Gesuche  mit  dem Antrag  auf  Zollrückerstattung  eingereicht,  welche 
zuständigkeitshalber  an die Zollkreisdirektion  Basel  überwiesen wor-
den seien. Sie könne sich mit der Begründung der Zollkreisdirektion, 
die Bedingungen für  eine nachträgliche Berichtigung gemäss Art. 34 
ZG seien nicht gegeben, nicht einverstanden erklären. Die Argumenta-
tion, eine solche Änderung wäre nur möglich, wenn die anmeldende 
Person von Anfang an irrtümlich eine Einfuhrveranlagung zum Normal-
ansatz beantragt hätte, obschon ein gültiger Ursprungsnachweis vor-
gelegen habe, sei nicht nachvollziehbar. Es könne nicht ausschlagge-
bend sein, in welcher Phase der Irrtum vorgelegen bzw. der Fehler be-
gangen worden sei. Sie sehe sich hier einseitig benachteiligt. 

4.2

4.2.1 Während unter altem Recht (aZG) eine nachträgliche Präferenz-
verzollung gesetzlich nicht vorgesehen war und nur beschränkt sowie 
unter besonderen Umständen als zulässig anerkannt wurde (vgl. RAE-
DERSDORF,  Kommentar, Art. 39 N 3),  ist  dieser Tatbestand nun explizit 
und abschliessend durch Art. 34 ZG geregelt. Die Absätze 1 und 2 der 
erwähnten Bestimmung gelangen vorliegend nicht zur Anwendung, da 
die Waren sowohl  den Gewahrsam der Zollverwaltung verlassen ha-
ben  als  auch  bereits  Veranlagungsverfügungen  erstellt  worden  sind 
(E. 2.5 und 3.1). Es ist daher zu prüfen, ob in casu die Voraussetzun-
gen gemäss Art. 34 Abs. 3 und 4 ZG erfüllt sind.

4.2.2 Ein Gesuch um Änderung der Veranlagung im Sinne von Art. 34 
ZG muss innerhalb von 30 Tagen ab dem Zeitpunkt,  in welchem die 
Waren den Gewahrsam der Zollverwaltung verlassen haben, bei  der 
Zollstelle eingereicht werden. Da es sich bei der erwähnten Frist um 
eine solche im Zollveranlagungsverfahren handelt, gelangen die Rege-

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lungen des VwVG nicht  zur  Anwendung (Art. 3  Bst. e  VwVG),  auch 
nicht die Bestimmung über den Friststillstand gemäss Art. 22a VwVG 
(E. 1.3).  Die  Beschwerdeführerin  verlangte  mit  Schreiben  vom  11. 
September 2008 eine "Zollrückerstattung" (act. 7 und 8 der vorinstanz-
lichen Akten),  d.h. sie  stellte  damit  sinngemäss ein Gesuch um Än-
derung der  Veranlagung. Ein  früherer  Antrag ist  den  Akten  nicht  zu 
entnehmen  und  wird  auch  nicht  behauptet.  Wie  oben  ausgeführt 
(E. 3.1), wurde die erste Lieferung am 22. Mai 2008 aus dem Gewahr-
sam der Zollstelle entlassen, für die zweite Sendung endete der Ge-
wahrsam am 4. Juli 2008. Damit ist für beide Einfuhren die 30-tägige 
Frist  gemäss  Art. 34  Abs.  3  ZG  mit  Einreichen  des  Gesuchs  am 
11. September 2008 offensichtlich nicht eingehalten worden.

4.2.3 Die Frist von 30 Tagen ist im ZG festgelegt. Gesetzliche Fristen 
sind regelmässig  Verwirkungsfristen  (vgl.  E. 1.4).  Da  sich  dies  nicht 
aus dem Wortlaut des Gesetzes ergibt, ist durch Auslegung zu ermit-
teln,  ob es sich bei  der  vorliegenden Frist  ebenfalls  um eine solche 
handelt. Eine besonders wichtige Maxime des Zollverfahrens stellt die 
Verbindlichkeit und grundsätzliche Unabänderlichkeit der angenomme-
nen Zollanmeldung dar. Eine nachträgliche Änderung gemäss Art. 34 
ZG soll nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen und ausschliess-
lich innert der vom Gesetz festgelegten Frist möglich sein (E. 2.3 und 
2.5). In einem Massenverfahren wie der Zollabfertigung müssen eine 
rechtsgleiche  Behandlung  sowie  zeitgerechte  Verfahrensabläufe  ge-
währleistet werden können. Deshalb muss diese Frist auch nach teleo-
logischer und systematischer Auslegung als Verwirkungsfrist bezeich-
net werden. Die Frist ist zwar kurz bemessen, was aber vom Gesetz-
geber offensichtlich gewollt war. Wenn die Frist als blosse Ordnungs-
frist angesehen würde, könnte dies zu Unklarheiten und Komplikatio-
nen im Zusammenhang mit  anderen Verfahrensvorschriften  (z.B. mit 
der Beschwerdefrist) führen. Die Auslegung als Verwirkungsfrist korre-
liert auch mit weiteren Prinzipien des Zollverfahrens, dem Selbstdekla-
rationsprinzip und den damit verbundenen Sorgfaltspflichten, wonach 
der  Anmeldepflichtige  die  Verantwortung  für  die  richtige  Deklaration 
trägt  (vgl. E. 2.2),  was konsequenterweise auch zu einer restriktiven 
Handhabung der Korrekturmöglichkeiten führen muss. 

Wenn nun die Beschwerdeführerin geltend macht, sie habe "unter Ein-
haltung  der  durch  die  Zollverwaltung  festgesetzten  Beschwerdefrist" 
gestützt auf Art. 34 ZG ein Gesuch mit Antrag auf Zollrückerstattung 
eingereicht,  so ist  dazu Folgendes festzuhalten: Richtig ist,  dass die 

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Beschwerdeführerin die in den Rechtsmittelbelehrungen der Veranla-
gungsverfügungen vom 17. Juni  bzw. vom 14. Juli  2008 aufgeführte 
Beschwerdefrist  von 60 Tagen mit  ihrer  Eingabe vom 11. September 
2008  für  beide  Verfügungen eingehalten  hat,  da  im Beschwerdever-
fahren  der  Friststillstand  gemäss  Art.  22a  VwVG  zu  beachten  ist 
(E. 1.3.2).  Dementsprechend  ist  die  Zollkreisdirektion  auch  auf  ihre 
Beschwerde eingetreten. Dabei handelt es sich jedoch um die Frist für 
das ordentliche Rechtsmittelverfahren laut Art. 116 Abs. 3 ZG. Dage-
gen regelt  Art. 34 ZG einen Spezialfall  explizit  und mit  einer  abwei-
chenden Frist. Nach dem oben Gesagten kann sich die Beschwerde-
führerin aber nicht erst im Beschwerdeverfahren auf Art. 34 ZG beru-
fen. Andernfalls hätte dies zur Folge, dass die Verwirkungsfrist gemäss 
Art. 34 ZG ausser Kraft gesetzt würde und die Frist auf 60 Tage ver-
doppelt würde. Im Rahmen des Beschwerdeverfahrens kann nur über-
prüft werden, ob die Vorinstanz Art. 34 ZG korrekt angewandt hat, oder 
es können andere (nicht  in den Anwendungsbereich von Art. 34 ZG 
fallende) Einwände gegen die Veranlagung vorgebracht werden.

4.2.4 Da es sich bei der Frist von Art. 34 Abs. 3 ZG – wie vorstehend 
ausgeführt – um eine Verwirkungsfrist handelt, ist sie von Amtes we-
gen zu beachten (E. 1.4.2). Weil die Beschwerdeführerin die 30-tägige 
Frist verpasst hat (E. 4.2.2), hat sie damit ihr Recht auf eine Änderung 
der Veranlagung im Sinne von Art. 34 ZG verwirkt. Sie kann sich nach 
Ablauf  der  Frist  nicht  mehr  darauf  berufen,  es  lägen  die  in  Art.  34 
Abs. 4 ZG genannten Voraussetzungen vor; dementsprechend hat das 
Bundesverwaltungsgericht dies auch nicht weiter zu prüfen. Daran än-
dert auch nichts, dass die Zollkreisdirektion in ihrem Beschwerdeent-
scheid vom 21. April 2009 zwar die Frist erwähnt, sich ansonsten aber 
nicht weiter dazu geäussert hat. Wie ausgeführt (E. 1.2) kann das Bun-
desverwaltungsgericht eine Beschwerde auch mit einer von der Vorin-
stanz abweichenden Begründung abweisen.

4.3 Der Vollständigkeit halber bleibt noch kurz auf die weiteren Argu-
mente der Beschwerdeführerin einzugehen, soweit sie durch die vor-
anstehenden Erwägungen nicht  bereits ausdrücklich oder implizit  wi-
derlegt sind.

4.3.1 Die  Beschwerdeführerin  bringt  vor,  die  im Schreiben  der  Zoll -
kreisdirektion vom 18. Februar 2009 erwähnte kurze Frist zur Beibrin-
gung der bereits bestehenden Ursprungsnachweise sei den beteiligten 
Deklaranten nicht geläufig gewesen, zumal es hierüber keine schrift li-

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che Definition seitens der Zollverwaltung gebe. Ausserdem könne es 
nicht ausschlaggebend sein, in welcher Phase der Irrtum passiert bzw. 
der Fehler begangen worden sei. Sie sehe sich hier einseitig benach-
teiligt.

4.3.2 Aus dem Einwand, ihrem Deklaranten sei die Verbesserungsfrist 
"nicht geläufig" gewesen, kann die Beschwerdeführerin nichts zu ihren 
Gunsten ableiten. Einerseits deutet die rasche Verbesserung der Zoll -
anmeldung durch den Deklaranten eher darauf hin, dass ihm die Frist  
bekannt war. Andererseits herrscht im Zollverfahren das Selbstdeklara-
tionsprinzip (E. 2.2), weshalb der Zollpflichtige für die richtige und voll-
ständige Deklaration selbst verantwortlich ist, was auch die Kenntnis 
der Berichtigungsmöglichkeiten und -fristen umfasst. So hielt auch das 
Bundesgericht fest, dass sich der Zollpflichtige vorweg über die Zoll-
pflicht informieren und die für die Einfuhr beigezogenen Personen wie 
Spediteure entsprechend instruieren müsse. Unterlasse er dies, habe 
er dafür grundsätzlich selbst die Verantwortung zu tragen (Urteil  des 
Bundesgerichts  2A.566/2003 vom 9. Juni  2004 E. 3.3). Was die  Be-
schwerdeführerin  schliesslich  damit  meint,  es  gebe  "hierüber  keine 
schriftliche  Definition  seitens  der  Zollverwaltung",  ist  nicht  nachvoll-
ziehbar; so ist in Art. 35 ZG und vor allem in Art. 20 ZV-EZV das Ver -
fahren im Zusammenhang mit der Nachforderung von zusätzlichen Un-
terlagen ausführlich geregelt (vgl. E. 2.4).

Die Beschwerdeführerin bringt weiter vor, es spiele keine Rolle, ob der  
Irrtum schon zum Zeitpunkt der erstmaligen Anmeldung oder erst bei 
der Berichtigung passiert sei. Dazu gilt es festzuhalten, dass die Vor-
aussetzungen, unter denen ein Irrtum geltend gemacht werden kann, 
im Gesetz klar umschrieben sind (vgl. E. 2.5). Ob diese hier vorliegen, 
kann jedoch nicht geprüft werden und muss offenbleiben, da die Be-
schwerde bereits wegen der verpassten Frist, die von Amtes wegen zu 
beachten ist (E. 4.2.2-4.2.4), abzuweisen ist. Auch eine einseitige Be-
nachteiligung ist nicht ersichtlich. 

5.
Dem  Gesagten  zufolge  ist  die  Beschwerde  abzuweisen.  Die  Ver-
fahrenskosten von Fr. 700.-- sind der unterliegenden Beschwerdefüh-
rerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und mit dem geleisteten Kos-
tenvorschuss  in  gleicher  Höhe  zu  verrechnen. Eine  Parteientschädi-
gung ist nicht zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG).

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 700.--  werden  der  Beschwerdeführerin 
auferlegt.  Sie  werden  mit  dem  geleisteten  Kostenvorschuss  von 
Fr. 700.- verrechnet.

3.
Eine Parteientschädigung wird nicht zugesprochen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. ...; Gerichtsurkunde)

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Salome Zimmermann Ursula Spörri

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  1000  Lausanne  14, Beschwerde  in  öffentlich-rechtli-
chen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die 
Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begeh-
ren,  deren Begründung mit  Angabe der  Beweismittel  und die Unter-
schrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel 
sind, soweit sie die beschwerdeführende Partei in Händen hat, beizu-
legen (vgl. Art. 42 BGG).

Versand: 

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