# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1e2f90f3-ce3a-5a23-a7a2-877b612de31d
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2018-09-04
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 04.09.2018 E-3058/2018
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-3058-2018_2018-09-04.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-3058/2018 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  4 .  S e p t e m b e r  2 0 1 8  

Besetzung 
 Richterin Barbara Balmelli (Vorsitz), 

Richter Simon Thurnheer,  

Richterin Andrea Berger-Fehr,    

Gerichtsschreiberin Nathalie Schmidlin. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Russland,   

vertreten durch MLaw Céline Benz-Desrochers,  

Bündner Beratungsstelle für Asylsuchende,  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung  

(Beschwerde gegen Wiedererwägungsentscheid);  

Verfügung des SEM vom 9. Mai 2018 / N (…). 

 

 

 

E-3058/2018 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer verliess seinen Heimatstaat gemäss eigenen Anga-

ben am (…) 2017. Am 15. Oktober 2017 reiste er in die Schweiz ein und 

suchte gleichentags um Asyl nach. Am 20. Oktober 2017 wurde er im Emp-

fangs- und Verfahrenszentrum zur Person befragt (BzP). Die Vor-instanz 

hörte ihn am 14. November 2017 einlässlich zu seinen Asylgründen an. 

Dabei gab der Beschwerdeführer an, er stamme aus B._______, Provinz 

C._______. Er sei verheiratet und habe (…) Kinder. Er habe (…) elf Jahre 

lang die Schule besucht und danach (…) in (…) in D._______ absolviert. 

Von (…) beziehungsweise (…) bis (…) habe er als (…) gearbeitet. Dane-

ben sei er als (…) für (…), als (…) in einem (…) und in der (…) tätig gewe-

sen. 

Zu seinen Asylgründen führte der Beschwerdeführer aus, sein (…) sei seit 

dem (…) beziehungsweise (…) verschwunden. Die Familie habe das Ver-

schwinden den Behörden gemeldet. Er habe Kontakt mit einem (…) ge-

habt, und an einer Sitzung sei ihm gesagt worden, er solle ebenfalls nach 

seinem (...) suchen, was er dann auch getan habe. Alle Spuren hätten zu 

(…) geführt, weshalb er gezwungen gewesen sei, (…). Danach hätten 

seine Probleme begonnen. Am (…) oder (…) 2017 sei ein Anschlag auf ihn 

verübt worden. Als er mit seinem (…) auf (…) habe, sei auf ihn geschossen 

worden. (…) Kugeln hätten ihn (…) getroffen. Eine weitere Kugel befinde 

sich noch immer in (…). Auch habe er noch Metallsplitter in seinem Körper. 

Hinter dem Anschlag vermute er (…), die bei (...) arbeiten würden. Er habe 

einen Aufruf veröffentlicht und (…) Rubel geboten, um an Informationen 

über das Verschwinden seines (...) zu gelangen. Ein Mann, der sich 

E._______ genannt habe, habe sich zirka ein oder zwei Monate später bei 

ihm gemeldet und ihn an den (…) verwiesen. E._______ habe ihn gewarnt, 

dass er – der Beschwerdeführer – angegriffen werden könnte. Als Ursache 

für den Anschlag vermute er (…) im (…), anlässlich welchem er (…) ge-

sprochen habe. Zirka eineinhalb Jahre nach dem Verschwinden seines (...) 

sei dieser beschuldigt worden, dem (…) anzugehören. (…). Kurz vor seiner 

Ausreise habe sich in einem Haus, in welchem sich angeblich sein (...) be-

funden habe, eine Explosion ereignet. Ein Verfahren sei noch hängig. Ein 

Monat nach dem Anschlag auf ihn – den Beschwerdeführer – habe er 

Russland erstmals verlassen, sei danach jedoch nochmals zurückgekehrt. 

Nachdem der (…) von B._______ ihm empfohlen habe auszureisen, habe 

er dies getan. Er hätte jedoch auch nach Moskau gehen können. Es sei 

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Seite 3 

ihm dort sogar eine Stelle angeboten worden. Ein Strafverfahren gegen die 

Urheber des Anschlags auf ihn sei schliesslich doch noch eröffnet worden. 

B.  

B.a Mit Verfügung vom 21. Dezember 2017 verneinte die Vorinstanz die 

Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers, lehnte sein Asylgesuch ab, 

verfügte die Wegweisung aus der Schweiz und ordnete den Vollzug an. 

Den zuständigen Kanton beauftragte sie mit dem Vollzug der Wegweisung.  

B.b Diese Verfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft.  

C.  

Mit Eingabe vom 13. März 2018 reichte der Beschwerdeführer bei der Vor-

instanz ein Wiedererwägungsgesuch ein. Zur Begründung führte er aus, er 

und seine Familie würden mit grosser Wahrscheinlichkeit sowohl in Mos-

kau als auch in ganz Russland verfolgt, weshalb er keine innerstaatliche 

Fluchtalternative habe. Ausserdem sei sein (…) in Moskau durch den (…) 

gefährdet, weshalb sich er und seine Familie vor einer Reflexverfolgung 

fürchten würden. 

Als Beweismittel reichte der Beschwerdeführer diverse Videos, darunter 

eines, welches ihn mit seinem (…) zeigt, den Bericht „(…)“ vom (…), den 

Bericht „(…)“ vom (…), einen Bericht der Schweizerischen Flüchtlingshilfe 

(SFH) vom  

25. Juli 2014 und zwei Röntgenbilder ein. 

D.  

Mit Verfügung vom 28. März 2018 forderte die Vorinstanz den Beschwer-

deführer wegen voraussichtlicher Aussichtslosigkeit des Wiedererwä-

gungsgesuches auf, einen Gebührenvorschuss in der Höhe von Fr. 600.– 

zu bezahlen. Dieser Aufforderung kam der Beschwerdeführer am 18. April 

2018 nach. 

E.  

Mit Eingabe vom 23. April 2018 reichte der Beschwerdeführer bei der Vor-

instanz einen Bericht des Zentrums für Menschenrechte „(…)“ vom  

(…) und einen Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur „Interfax“ vom 

(…) ein.  

F.  

Mit Verfügung vom 9. Mai 2018 wies die Vorinstanz das Wiedererwägungs-

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Seite 4 

gesuch ab, erklärte die Verfügung vom 21. Dezember 2017 als rechtskräf-

tig und vollstreckbar und erhob eine Gebühr von Fr. 600.–. Gleichzeitig 

stellte sie fest, dass die Gebühr vollumfänglich durch den am 18. April 2018 

geleisteten Gebührenvorschuss gedeckt sei und stellte fest, einer allfälli-

gen Beschwerde komme keine aufschiebende Wirkung zu. 

G.  

Mit Eingabe vom 25. Mai 2018 erhob der Beschwerdeführer beim Bundes-

verwaltungsgericht Beschwerde. Er beantragte, die Verfügung der Vor- 

instanz sei aufzuheben, es sei ihm die Flüchtlingseigenschaft zuzuerken-

nen und Asyl zu gewähren. Eventualiter sei die Unzulässigkeit respektive 

Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs festzustellen und als Folge da-

von die vorläufige Aufnahme zu gewähren. Subeventualiter sei die Sache 

zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. In prozessualer 

Hinsicht sei der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu gewähren und 

der Vollzug der Wegweisung sei zu sistieren. Es sei ihm die unentgeltliche 

Prozessführung und die amtliche Verbeiständung zu gewähren und auf die 

Erhebung eines Kostenvorschusses sei zu verzichten. Weiter ersuchte er 

um Gewährung einer Frist zur Einreichung einer Einzelbestätigung des Ko-

mitees „(…)“. 

Als Beweismittel gab er einen Bericht der SFH vom 24. Mai 2018 zu den 

Akten. 

H.  

Am 25. Mai 2018 reichte der Beschwerdeführer eine Präzisierung seiner 

Beschwerde ein. 

I.  

Die Instruktionsrichterin setzte den Vollzug der Wegweisung am 28. Mai 

2018 mittels superprovisorischer Massnahme per sofort einstweilen aus. 

J.  

Mit Zwischenverfügung vom 11. Juni 2018 wies die Instruktionsrichterin die 

Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung sowie amtli-

chen Verbeiständung ab und forderte den Beschwerdeführer auf, bis zum 

26. Juni 2018 einen Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 1‘500.– zu leis-

ten. Gleichzeitig wies sie das Gesuch um Gewährung der aufschiebenden 

Wirkung ab und hob den am 28. Mai 2018 verfügten Vollzugstopp auf. Wei-

ter wies sie den Antrag auf Gewährung einer Frist zur Einreichung einer 

Einzelbestätigung des Komitees „(…)“ ab. 

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Seite 5 

K.  

Mit Eingabe vom 25. Juni 2018 ersuchte der Beschwerdeführer um Wie-

dererwägung der Zwischenverfügung vom 11. Juni 2018. Er beantragte, es 

sei der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu gewähren und der Voll-

zug der Wegweisung sei zu sistieren. Es sei auf die Erhebung eines Kos-

tenvorschusses zu verzichten und dem Beschwerdeführer seien die unent-

geltliche Prozessführung und die amtliche Verbeiständung zu gewähren. 

L.  

Am 26. Juni 2018 ging beim Gericht ein Kostenvorschuss in der Höhe von 

Fr. 1‘500.– ein. 

M.  

Mit Zwischenverfügung vom 27. Juni 2018 lehnte die Instruktionsrichterin 

das Gesuch um Wiedererwägung der Zwischenverfügung vom 11. Juni 

2018 ab und forderte den Beschwerdeführer auf, innert drei Tagen ab Er-

halt der Zwischenverfügung den einverlangten Kostenvorschuss in der 

Höhe von 1‘500.– zu bezahlen. 

N.  

Mit Eingabe vom 27. Juni 2018 reichte der Beschwerdeführer eine Über-

setzung und eine Beglaubigung der Übersetzung der Einzelbestätigung 

des Komitees „(…)“ vom 13. Mai 2018 ein. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung 

von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und 

entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend 

– endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG [SR 142.31]). Der 

Beschwerdeführer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerdeführung le-

gitimiert (Art. 48 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Be-

schwerde (Art. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG) ist einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG. 

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Seite 6 

3.  

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durchführung 

eines Schriftenwechsels verzichtet. 

4.  

4.1 Das Wiedererwägungsverfahren ist im Asylrecht spezialgesetzlich ge-

regelt (vgl. Art. 111b ff. AsylG). Ein entsprechendes Gesuch ist dem SEM 

innert 30 Tagen nach Entdeckung des Wiedererwägungsgrundes schrift-

lich und begründet einzureichen; im Übrigen richtet sich das Verfahren 

nach den revisionsrechtlichen Bestimmungen von Art. 66–68 VwVG 

(Art. 111b Abs. 1 AsylG). 

4.2 Das Wiedererwägungsgesuch bezweckt primär die Anpassung einer 

ursprünglich fehlerfreien Verfügung an eine nachträglich eingetretene er-

hebliche Veränderung der Sachlage. Falls die abzuändernde Verfügung 

unangefochten blieb – oder ein eingeleitetes Beschwerdeverfahren mit ei-

nem blossen Prozessentscheid abgeschlossen wurde – können auch Re-

visionsgründe einen Anspruch auf Wiedererwägung begründen (zum so-

genannten "qualifizierten Wiedererwägungsgesuch" vgl. BVGE 2013/22 

E. 5.4 m.w.H.). Dieses ist grundsätzlich nach den Regeln des Revisions-

verfahrens nach Art. 66 VwVG zu behandeln. 

Nach Art. 66 Abs. 2 VwVG liegen Revisionsgründe unter anderem dann 

vor, wenn eine Partei neue erhebliche Tatsachen oder Beweismittel vor-

bringt (Bst. a). Neue Beweismittel im Sinne von Art. 66 Abs. 2 Bst. a VwVG 

müssen entweder den Beweis für neue erhebliche Tatsachen oder den Be-

weis für Tatsachen erbringen können, deren Existenz oder Eigenschaften 

im Beschwerdeverfahren (respektive im Asylverfahren vor dem SEM) zum 

Nachteil des Beschwerdeführers unbewiesen geblieben sind. Anerken-

nung finden können nur Tatsachen und Beweismittel, die zurzeit des Asyl-

verfahrens bereits vorhanden waren, aber aus entschuldbaren Gründen 

nicht vorgebracht werden konnten (vgl. AUGUST MÄCHLER, in: Auer/Mül-

ler/Schindler [Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwal-

tungsverfahren [VwVG], 2008, Art. 66 Rz. 16 f.). 

4.3 Die Wiedererwägung ist nicht beliebig zulässig. Sie darf insbesondere 

nicht dazu dienen, die Rechtskraft von Verwaltungsentscheiden immer wie-

der infrage zu stellen oder die Fristen für die Ergreifung von Rechtsmitteln 

zu umgehen (vgl. BGE 136 II 177 E. 2.1. Namentlich darf ein Wiedererwä-

gungsverfahren nicht als Ersatz für eine mittels Fristversäumnis verpasste 

Beschwerdemöglichkeit dienen. Gründe, welche bereits im Zeitpunkt der 

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verpassten Anfechtungsmöglichkeit im ordentlichen Beschwerdeverfahren 

bestanden, können somit nicht als Wiedererwägungsgründe vorgebracht 

werden. Es kann nämlich – in analoger Anwendung von Art. 66 Abs. 3 

VwVG – nicht die Wiedererwägung eines Entscheides mit Gründen ver-

langt werden, welche mit einem ordentlichen Rechtsmittel gegen diesen 

Entscheid hätten vorgebracht werden können (Urteil des BVGer  

E-1546/2018 vom 26. März 2018 m.w.H.). Dies ergibt sich aus dem Krite-

rium des entschuldbaren Grundes.  

5.  

5.1 Die Vorinstanz gelangt in der angefochtenen Verfügung zum Schluss, 

die vom Beschwerdeführer vorgebrachten Tatsachen seien weder neu 

noch erheblich im Sinne von Art. 66 VwVG.  

Zunächst sei festzuhalten, dass nicht ersichtlich sei, weshalb der Be-

schwerdeführer diese Dokumente nicht schon im ordentlichen Verfahren 

eingereicht habe. Zudem würden diese Dokumente keine neuen Tatsachen 

enthalten, die nicht schon vorher bekannt gewesen seien. 

Der (...) des Beschwerdeführers, welcher offenbar für (…) arbeite, erwähne 

im Interview, dass (…) Informationen über ihn in Moskau gesammelt hät-

ten. Das Interview vermittle indes nicht den Eindruck, dass der (...) in Mos-

kau in Gefahr sei oder dort etwas zu befürchten habe. Auf jeden Fall gebe 

das Video mit dem (...) keinen Aufschluss über eine allfällige Gefährdung 

des Beschwerdeführers in Moskau. Die Berichte über (…) in C._______, 

über (…) in Dagestan, hätten mit der Situation des Beschwerdeführers 

nicht direkt zu tun und seien allgemeiner Natur. Auch das Video „Sonntag-

abend“ handle nicht vom Beschwerdeführer. Die übrigen Beweismittel, Fo-

tos und Videos im Zusammenhang mit dem Anschlag auf den Beschwer-

deführer und sein Haus, vermöchten ebenso wenig etwas an den Feststel-

lungen des SEM zu ändern, da die Vorfälle die sie betreffen würden, bereits 

im Entscheid behandelt worden seien. Dasselbe gelte auch für die am  

13. April 2018 nachgereichten Berichte. Es handle sich dabei um Artikel, 

welche sich mit dem Anschlag auf den Beschwerdeführer beschäftigten 

und in welchen über die Hintergründe spekuliert werde. 

Im Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur „Interfax“ werde ebenfalls 

über die Hintergründe des Anschlags auf den Beschwerdeführer spekuliert 

und gemäss einer Quelle der Agentur könnte dieser mit (…) des Beschwer-

deführers an seinen (…), sich zu ergeben, in Verbindung gebracht werden. 

Der Bericht des Zentrums für Menschenrechte „(…)“ vom (…) handle von 

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zwei Angriffen auf Verwandte von (…), darunter auch vom Angriff auf den 

Beschwerdeführer. Beide Angriffe hätten in C._______ stattgefunden und 

gemäss dem Bericht habe sich der (…) direkt eingemischt und die Angriffe 

als Rache bezeichnet. Er habe zudem den (…) beauftragt, gegen die (…) 

vorzugehen und auf die strafrechtlichen Folgen für die Täter zu verweisen. 

Es sei ein Treffen mit Angehörigen von Polizisten einberufen und dabei auf 

die Behörden und das Gewaltmonopol des Staates hingewiesen worden. 

Damit hätten die Behörden auf die Vorfälle reagiert und Schutzwilligkeit ge-

zeigt. Abgesehen davon würden die beiden Berichte keine neuen Tatsa-

chen vorbringen, welche gegen die innerstaatliche Fluchtalternative spre-

chen würden. In Moskau könne mit Sicherheit auch von einer höheren 

Schutzfähigkeit der Behörden ausgegangen werden. Dazu sei jedoch an-

zumerken, dass kein Staat die absolute Sicherheit aller Bürger jederzeit 

und überall sicherstellen könne.  

5.2 In der Rechtsmitteleingabe macht der Beschwerdeführer geltend, die 

Ausführungen der Vorinstanz, wonach die von ihm vorgebrachten Tatsa-

chen weder neu noch erheblich seien, seien unzutreffend. In den Berichten 

von „(…)“ vom (…) und der staatlichen Agentur „Interfax“ vom (…) (recte: 

[…]) (…) werde festgehalten, dass der (…) des Beschwerdeführers un-

zweideutig (…) – auch ausserhalb von C._______ – erklärt worden sei. Die 

Besorgung der beiden Berichte sei nur auf indirektem Weg möglich gewe-

sen, da die Telefongespräche, Emails und seine Internetaktivitäten sowie 

diejenigen seiner Familie überwacht würden. Es handle sich somit um Tat-

sachen, die erst mit dem Gesuch vom 13. März 2018 hätten geltend ge-

macht werden können. Er und seine Familie seien nicht nur in C._______, 

sondern in ganz Russland gefährdet, weshalb die Vorinstanz zu Unrecht 

von einer innerstaatlichen Fluchtalternative ausgegangen sei. In Russland 

würden gesetzliche Grundlagen bestehen, die eine willkürliche Bestrafung 

von Familienangehörigen von (…) vorsehen würden. Weiter habe sich die  

Vorinstanz auch nicht mit der Möglichkeit einer Vergeltung oder Blutrache 

auseinandergesetzt. Zudem drohe ihm in Moskau eine Reflexverfolgung 

wegen seines (...), der vom (…) gesucht werde. 

5.3  

5.3.1 Zunächst ist festzuhalten, dass der Angriff auf den Beschwerdeführer 

Ende April 2017 von der Vorinstanz als glaubhaft erachtet wurde. Sodann 

ist die Vorinstanz davon ausgegangen, dass der (...) des Beschwerdefüh-

rers des (…) verdächtigt wird und der Beschwerdeführer Nachforschungen 

bezüglich dessen Verschwindens betrieben hat. Vor diesem Hintergrund ist 

die Vorinstanz im Rahmen des Wiedererwägungsgesuches zu Recht nicht 

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Seite 9 

auf die diesbezüglichen Beweismittel eingegangen, womit es sich auch er-

übrigt, auf die entsprechenden Ausführungen in der Beschwerde einzuge-

hen.  

5.3.2 Bezüglich des Berichts der SFH vom 25. Juli 2014 ist festzustellen, 

dass es dem Beschwerdeführer möglich gewesen wäre, diesen im ordentli-

chen Verfahren einzureichen. Betreffend den Bericht der SFH vom 24. Mai 

2018 ist festzuhalten, dass dieser keine neuen Tatsachen enthält. So führt 

der Beschwerdeführer in der Rechtsmitteleingabe selber aus, bereits im 

November 2013 seien in Russland neue Gesetze verabschiedet worden, 

welche die Bestrafung von Familien und Verwandten von (…) vorsehen 

würden. Weiter erscheint nicht nachvollziehbar, weshalb die Familie des 

Beschwerdeführers weiterhin in B._______ wohnt, obwohl angeblich die 

Möglichkeit einer Vergeltung, Blutrache oder Reflexverfolgung bestehe. 

Was das (…) anbelangt, ist festzuhalten, dass dieses am (…) 2015 publi-

ziert wurde, womit es am Beschwerdeführer gelegen wäre, im ordentlichen 

Verfahren geltend zu machen, dass er aufgrund seines (...) eine Reflexver-

folgung in Moskau fürchte. Gleiches gilt bezüglich des Vorbringens, (…) sei 

eine Bundesangelegenheit, die Russland als Ganzes betreffe, weshalb er 

auch in Moskau gefährdet sei. Angesprochen auf die innerstaatliche 

Fluchtalternative führte er im ordentlichen Verfahren lediglich aus, er hätte 

auch in Moskau bleiben können. Ihm sei sogar eine Arbeitsstelle angebo-

ten worden. Er sei nicht nach Moskau gegangen, weil er enttäuscht sei 

über alles, was dort ablaufe (vgl. SEM-Akten A14/23 F143 f.). An anderer 

Stelle führte er aus, er habe keine Angst um sein Leben. Es gehe darum, 

dass er eine Untersuchung bezüglich seines (…) angefangen habe. Zudem 

habe er noch eine Familie (vgl. SEM-Akten A14/23 F148). Wie bereits unter 

E. 4.3 ausgeführt, können Gründe, welche bereits im Zeitpunkt der ver-

passten Anfechtungsmöglichkeit im ordentlichen Beschwerdeverfahren 

bestanden, nicht als Wiedererwägungsgründe vorgebracht werden. An die-

ser Schlussfolgerung ändert auch die Einreichung der Einzelbestätigung 

des Komitees „(…)“ vom 13. Mai 2018 nichts, zumal diese allgemeine Aus-

führung über das Verfolgungsrisiko von Verwandten von Mitgliedern einer 

(…) enthält und von einem Vorfall im Juli 2015 berichtet, womit es keine 

neuen Tatsachen enthält. 

5.3.3 Mit der Vorinstanz ist bezüglich der Berichte von „(…)“ vom  

(…) und der staatlichen Agentur „Interfax“ vom (…) festzustellen, dass 

diese unter anderem vom Angriff auf den Beschwerdeführer und dem Ver-

dacht von (…) seines (...) und somit von Tatsachen handeln, welche wie 

bereits ausgeführt, von der Vorinstanz als glaubhaft erachtet wurden. Vor 

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Seite 10 

diesem Hintergrund erübrigt es sich auf die Ausführungen in der Be-

schwerde einzugehen, wonach die Einreichung der Berichte nicht früher 

möglich gewesen sein soll, weil die Telefongespräche, Emails und sonsti-

gen Internetaktivitäten des Beschwerdeführers und seiner Familie über-

wacht würden. 

5.3.4 Schliesslich ist auf die Ausführungen des Beschwerdeführers, die  

Vorinstanz habe in ihrem Entscheid vom 21. Dezember 2017 die Begrün-

dungspflicht verletzt, nicht weiter einzugehen, da diese Verfügung nicht 

Gegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens ist. 

5.4 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Vorinstanz das Gesuch 

um Wiedererwägung zu Recht abgelehnt hat. 

6.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und auch sonst nicht zu beanstanden ist 

(Art. 106 Abs. 1 AsylG). Für eine Rückweisung der Sache an die Vorinstanz 

besteht nach dem Gesagten kein Anlass. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

7.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwer-

deführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt 

Fr. 1‘500.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 

über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 

[VGKE, SR 173.320.2]). Der am 26. Juni 2018 geleistete Kostenvorschuss 

in der Höhe von Fr. 1‘500.– wird zur Bezahlung der Verfahrenskosten ver-

wendet. 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 11 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 1‘500.– werden dem Beschwerdeführer auf-

erlegt. Der einbezahlte Kostenvorschuss wird zur Bezahlung der Verfah-

renskosten verwendet. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Barbara Balmelli Nathalie Schmidlin 

 

 

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