# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9e21c32d-eba4-5f41-bafa-745465e5fa99
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2022-02-21
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 21.02.2022 B-4158/2021
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_B-4158-2021_2022-02-21.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung II 

 

Postfach 

CH-9023 St. Gallen 

Telefon +41 (0)58 465 25 60 

Fax +41 (0)58 465 29 80 

www.bundesverwaltungsgericht.ch 

 

Geschäfts-Nr. B-4158/2021 

stm/syr/fem 

 
  

 Z w i s c h e n e n t s c h e i d  v o m   

2 1 .  F e b r u a r  2 0 2 2   

 

 

Besetzung 
 Richter Marc Steiner (Vorsitz), 

Richter Christian Winiger, Richter Francesco Brentani,    

Gerichtsschreiber Cyrill Schäke. 

  In der Beschwerdesache 

   
Parteien 

 Energie-Agentur der Wirtschaft (EnAW),  

Hegibachstrasse 47, 8032 Zürich,   

vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. Brigitta Kratz,  

Badertscher Rechtsanwälte AG,  

Mühlebachstrasse 32, Postfach, 8024 Zürich,  

Beschwerdeführerin, 

 

  gegen 

  
Bundesamt für Bauten und Logistik BBL,  

KBB / Rechtsdienst,  

Fellerstrasse 21, 3003 Bern,    

Vergabestelle.  

 

Gegenstand 
 Öffentliches Beschaffungswesen - Zuschlag betreffend das 

Projekt Vollzug Zielvereinbarungen post 2020 Los 2  

(SIMAP-Meldungsnummer 1214049; Projekt-ID 193696). 

http://www.bundesverwaltungsgericht.ch/

B-4158/2021 

Seite 2 

stellt das Bundesverwaltungsgericht fest: 

A.  

Am 24. September 2019 schrieb das Bundesamt für Bauten und Logistik 

BBL (im Folgenden: Vergabestelle) auf der Internetplattform SIMAP (Infor-

mationssystem über das öffentliche Beschaffungswesen in der Schweiz) 

unter dem Projekttitel "(19144) 805 Vollzug Zielvereinbarungen post 2020" 

einen Dienstleistungsauftrag im offenen Verfahren aus (Meldungsnummer: 

1096603). Bedarfsstelle der vorliegenden Ausschreibung ist das Bundes-

amt für Energie (BFE), welches sich unter anderem für die Senkung der 

CO2-Emissionen einsetzt. Ein zentrales Instrument zur Senkung der CO2-

Emissionen sind Zielvereinbarungen, die zwischen dem Bund oder den 

Kantonen und den Unternehmen getroffen werden. Insgesamt wurden da-

für sechs Lose ausgeschrieben, wovon drei mit der vorliegenden Aus-

schreibung beschafft werden (Lose Nr. 2, 3 und 4). Streitgegenständlich für 

das vorliegende Beschwerdeverfahren ist Los Nr. 2, mittels welchem eine 

IT-Lösung (webbasierte Plattform) für die Erarbeitung, Umsetzung und 

Überwachung der Zielvereinbarungen beschafft wird. Weiter wurden als 

Los Nr. 3 die Konzeptionierung einer Geschäftsstelle (Geschäftsorganisa-

tionskonzept) sowie als Los Nr. 4 die Konzeptionierung einer Zertifizie-

rungsstelle ausgeschrieben. Ein Anbieter kann ein Angebot auf eines oder 

mehrere dieser Lose einreichen. 

B.  

B.a Das Los 2 wurde mit Verfügung vom 5. Februar 2020 (publiziert auf 

SIMAP am 7. Februar 2020; Meldungsnummer: 1118861) der X._______ 

AG, (Sitz des Unternehmens), zugeschlagen. 

B.b Gegen die Zuschlagsverfügung betreffend das Los 2 erhob die Ener-

gie-Agentur der Wirtschaft (EnAW) am 27. Februar 2020 Beschwerde beim 

Bundesverwaltungsgericht. Mit Urteil B-1185/2020 vom 1. Dezember 2020 

"Zielvereinbarungen post 2020 Los 2" wurde die angefochtene Zuschlags-

verfügung in Gutheissung der Beschwerde aufgehoben und die Sache im 

Sinne der Erwägungen an die Vergabestelle zurückgewiesen. Das Urteil 

wurde materiell namentlich damit begründet, dass die Bewertungsmetho-

den sowohl in Bezug auf das Zuschlagskriterium ZK01 "Preis" mangels 

Gewichtung der Option 5 "Weiterentwicklungen" als auch in Bezug auf das 

qualitätsbezogene Zuschlagskriterium ZK03 "Auftragsanalyse" mangels 

hinreichender Möglichkeit zur Differenzierung der Qualität der Angebote 

vergaberechtswidrig seien. 

B-4158/2021 

Seite 3 

C.  

Im Anschluss widerrief die Vergabestelle mit Verfügung vom 10. Februar 

2021 (SIMAP-Meldungsnummer 1179341) den mit Verfügung vom 7. Feb-

ruar 2020 publizierten Zuschlag des Loses 2. 

D.  

Nachdem sich die Vergabestelle mit Schreiben vom 10. Februar 2021 bei 

den bisherigen Anbietern über deren Bereitschaft, ein überarbeitetes An-

gebot einzureichen, erkundigt hatte, stellte sie den dazu bereiten Anbiete-

rinnen mit E-Mail vom 26. März 2021 die gestützt auf das Urteil des Bun-

desverwaltungsgerichts B-1185/2020 vom 1. Dezember 2020 überarbeite-

ten Ausschreibungsunterlagen, namentlich das Pflichtenheft, den Rah-

menvertrag, den Anforderungskatalog und das Preisblatt (hiernach: Pflich-

tenheft, Rahmenvertrag, Anforderungskatalog oder Preisblatt in der Ver-

sion vom 26. März 2021) zu. Sie wies die Anbieterinnen in ihrem E-Mail 

vom 26. März 2021 darauf hin, dass während der erneuten Evaluation nur 

die Zuschlagskriterien ZK01 "Preis" und ZK03 "Auftragsanalyse" evaluiert 

und für die übrigen Positionen die Ergebnisse der ersten Evaluation gültig 

bleiben würden. Zugleich erhielten die Anbieterinnen Gelegenheit, ihr An-

gebot hinsichtlich ZK01 "Preis" und ZK03 "Auftragsanalyse" anzupassen 

und das überarbeitete Angebot bis zum 21. April 2021 bei der Vergabe-

stelle einzureichen. 

E.  

Mit Schreiben vom 1. April 2021 liess die Energie-Agentur der Wirtschaft 

der Vergabestelle Bemerkungen zu den überarbeiteten Ausschreibungsun-

terlagen zukommen. Sie machte geltend, dass die angepassten Ausschrei-

bungsunterlagen nicht der Erwägung 5.6 des Urteils des Bundesverwal-

tungsgerichts B-1185/2020 vom 1. Dezember 2020 betreffend das ZK03 

"Auftragsanalyse" entsprechen würden. Eine hinreichende Qualitätsdiffe-

renzierung sei aufgrund der gewählten Bewertungsmethodik zum ZK03 

"Auftragsanalyse" nicht möglich. Auch die Anpassung in Bezug auf die Be-

wertungsmethodik zum ZK01 "Preis" würde diese Grundproblematik nicht 

entschärfen. Sie würde im Gegenteil dazu führen, dass der Wettbewerb 

noch verstärkt über den Preis bei unverändert hoher geschätzter Stunden-

zahl stattfinde. 

F.  

In der Folge gingen für das Los Nr. 2 fristgerecht zwei Angebote ein, näm-

lich dasjenige der Energie-Agentur der Wirtschaft, Zürich, sowie dasjenige 

der X._______ AG, (Sitz des Unternehmens). 

B-4158/2021 

Seite 4 

G.  

Am 20. August 2021 wurde der Zuschlag für das Los Nummer 2 (IT-

Dienste) im Beschaffungsverfahren "(19144) 805 Vollzug Zielvereinbarun-

gen post 2020" erneut der X._______ AG (im Folgenden: Zuschlagsemp-

fängerin) erteilt und am 27. August 2021 auf der Internetplattform SIMAP 

(Meldungsnummer 1214049) publiziert. 

H.  

Mit an die Energie-Agentur der Wirtschaft gerichtetem Schreiben vom 

25. August 2021 nahm die Vergabestelle zur Frage, warum diese nicht be-

rücksichtigt worden sei, namentlich dahingehend Stellung, dass sie zwar 

beim ZK01 "Preis" die vollen 300 Punkte, aber beim ZK03 "Auftragsana-

lyse" nur 30 von 400 Punkten erlangt habe. Am 14. September 2021 fand 

ausserdem ein telefonisches Debriefing zwischen der Vergabestelle und 

der Energie-Agentur der Wirtschaft statt. 

I.  

I.a Gegen den am 27. August 2021 auf SIMAP publizierten Zuschlag erhob 

die Energie-Agentur der Wirtschaft (EnAW; im Folgenden: Beschwerdefüh-

rerin) mit Eingabe vom 16. September 2021 Beschwerde ans Bundesver-

waltungsgericht. Sie beantragt, es sei der Zuschlag vom 20. August 2021 

aufzuheben und zum Preis von total Fr. 1'243'750.- der Beschwerdeführe-

rin zu erteilen. Eventualiter sei das Vergabeverfahren zu wiederholen mit 

der Anweisung an die Vergabestelle, den Zuschlag der Beschwerdeführe-

rin zu erteilen oder subeventualiter, die Bewertungsmethode zum ZK03 im 

Sinne der Erwägungen des Urteils des Bundesverwaltungsgerichts 

B-1185/2020 vom 1. Dezember 2020 anzupassen. Sollte die aufschie-

bende Wirkung nicht erteilt werden und der Vertrag bereits abgeschlossen 

sein, sei die Rechtswidrigkeit des Zuschlags vom 20. August 2021 festzu-

stellen. In prozessualer Hinsicht beantragt die Beschwerdeführerin, es sei 

der Beschwerde die aufschiebende Wirkung (vorab superprovisorisch) zu 

erteilen. Weiter seien die vorinstanzlichen Akten einzuholen und der Be-

schwerdeführerin sei umfassende Akteneinsicht zu gewähren. Der Be-

schwerdeführerin sei Gelegenheit zu geben, ihre Beschwerdeschrift nach 

Akteneinsicht zu ergänzen. Die Akten aus dem Verfahren B-1185/2020 

seien beizuziehen. Die Anträge stellt die Beschwerdeführerin unter Kosten- 

und Entschädigungsfolge zu Lasten der Vergabestelle. 

I.b Zur Begründung hält die Beschwerdeführerin namentlich fest, sie habe 

den Zuschlag nicht erhalten, obwohl sie im Vergleich zur ersten Offerte zu 

B-4158/2021 

Seite 5 

einem tieferen und die Zuschlagsempfängerin im Vergleich zum ersten 

Durchgang zu einem höheren Preis offeriert habe. Wenn die Vergabestelle 

im zweiten Durchgang in krasser Diskrepanz zum ersten Durchgang das 

Angebot der Beschwerdeführerin beim Zuschlagskriterium ZK03 – im Ver-

gleich zur Zuschlagsempfängerin, deren Offerte mit 370 von 400 Punkten 

bewertet worden sei – nur noch mit 30 statt mit (meint: im Rahmen der 

ersten Evaluation) 400 Punkten bewertet habe, würden die Vorgaben des 

Bundesverwaltungsgerichts zur differenzierten Qualitätsbewertung der 

Auftragsanalysen der Anbieterinnen in treu- und rechtswidriger Weise ad 

absurdum geführt (Beschwerde, Rz. 37). Die Beschwerdeführerin habe 

sich in guten Treuen darauf verlassen dürfen, dass ihre Auftragsanalyse 

vollumfänglich genüge (Beschwerde, Rz. 36 und Rz. 43). Man könne sich 

des Eindrucks nicht erwehren, dass im zweiten Durchgang eine gezielte 

Abwertung der Auftragsanalyse der EnAW vorgenommen worden sei (Be-

schwerde, Rz. 30 und Rz. 48). Die Anpassungen der Vergabestelle in Be-

zug auf die Subkriterien und die Bewertungsmethode für die Zuschlagskri-

terien ZK01 und ZK03 genügten ausserdem nicht für eine hinreichend dif-

ferenzierte Bewertung unter qualitativen Kriterien. Es gebe nun zwar Sub-

kriterien, die einzeln bewertet werden. An der nur drei Stufen umfassenden 

Bewertungsmethode "Taxonomietyp B" sei hingegen nichts geändert wor-

den (Beschwerde, Rz. 33 und Rz. 40 ff.). 

J.  

Mit superprovisorischer Anordnung vom 17. September 2021 untersagte 

der Instruktionsrichter bis zum Entscheid über den Antrag betreffend die 

Erteilung der aufschiebenden Wirkung alle Vollzugsvorkehrungen, nament-

lich den Vertragsschluss mit der Zuschlagsempfängerin. Ausserdem wurde 

der Vergabestelle bis zum 8. Oktober 2021 Frist angesetzt, um zu den 

prozessualen Anträgen der Beschwerdeführerin, insbesondere zur Ertei-

lung der aufschiebenden Wirkung, Stellung zu nehmen. Zudem wurde sie 

ersucht, innert derselben Frist die vollständigen Akten einzureichen und 

von der Akteneinsicht auszunehmende Aktenstücke zu bezeichnen bzw. 

Abdeckungsvorschläge einzureichen. Die Beschwerdeführerin wurde auf-

gefordert, bis zum 17. September 2021 einen Kostenvorschuss von 

Fr. 9'000.– in der Höhe der mutmasslichen Verfahrenskosten zu leisten.  

 

 

B-4158/2021 

Seite 6 

K.  

Die Zuschlagsempfängerin hat darauf verzichtet, sich als Partei am vor-

liegenden Verfahren zu beteiligen. 

L.   

L.a Innert erstreckter Frist erstattete die Vergabestelle mit Eingabe vom 

8. Oktober 2021 ihre Vernehmlassung zu den prozessualen Anträgen. Sie 

beantragt, die Beschwerde sei abzuweisen. Hinsichtlich der prozessualen 

Anträge stellt sie namentlich die Rechtsbegehren, der Antrag auf Erteilung 

der aufschiebenden Wirkung sei abzuweisen, der Beschwerde sei die su-

perprovisorisch gewährte aufschiebende Wirkung zu entziehen und die Ak-

teneinsicht sei nur in diejenigen Vorakten zu gewähren, die im beigelegten 

Aktenverzeichnis als der Akteneinsicht zugänglich bezeichnet werden. Die 

Vergabestelle stellt ihre Anträge unter Kostenfolge zu Lasten der Be-

schwerdeführerin. Mit ihrer Eingabe vom 8. Oktober 2021 reichte die 

Vergabestelle zugleich die Vergabeakten (Vorakten 1-11) jeweils in einer 

ungeschwärzten Version zuhanden des Gerichts mit Aktenverzeichnis und 

einer geschwärzten Fassung zuhanden der Beschwerdeführerin ein. 

L.b Zur Begründung führt die Vergabestelle aus, dass die Beschwerdefüh-

rerin ihre vergaberechtlichen Rügen auf einen einzigen Punkt beschränken 

würde, nämlich darauf, dass die Bewertung der Auftragsanalyse (ZK03) wi-

dersprüchlich, rechtsfehlerhaft oder gar rechtswidrig sei. Die Auffassung 

der Beschwerdeführerin sei unzutreffend. Dazu merkt sie an, die Be-

schwerdeführerin habe im ersten Beschwerdeverfahren den Preiswettbe-

werb bemängelt, im zweiten Verfahren dagegen, dass die Abstufungen der 

Qualitätskriterien zu einem zu starken Bewertungsunterschied geführt hät-

ten. Bei einer solch widersprüchlichen Sichtweise stelle sich die Frage, ob 

es der Beschwerdeführerin tatsächlich um mehr Qualitätswettbewerb gehe 

(Vernehmlassung, Rz. 23 f.). 

Die Vergabestelle habe weiter in Umsetzung des Urteils des Bundesver-

waltungsgerichts B-1185/2020 vom 1. Dezember 2020 das ZK03 mit 

ZK03.1, ZK03.2, ZK03.3 und ZK03.4 arithmetisch verfeinert und die Anfor-

derungen an die Zuschlagskriterien detaillierter und auftragsspezifischer 

formuliert (Vernehmlassung, Rz. 26 ff.). Auf die qualitätsorientierten Anpas-

sungen habe die Beschwerdeführerin in ihrer neu eingereichten Auf-

tragsanalyse kaum reagiert. Die Beschwerdeführerin habe sich hauptsäch-

lich darauf beschränkt, den Preis zu senken und sie habe die Anforderun-

gen an die Auftragsanalyse nur am Rande beachtet. Sie habe offenbar 

B-4158/2021 

Seite 7 

nicht realisiert, dass den präzisierten Unterkriterien von ZK 03 und ihrer 

Taxonomie eine grössere Beachtung zu schenken sei (Vernehmlassung, 

Rz. 30). Dies sei auch der Grund, weshalb die Bewertung der neu einge-

reichten Auftragsanalyse zwangsläufig tiefer ausfallen musste als die Be-

wertung in der Evaluation im ersten Durchgang im Jahr 2020 (Vernehmlas-

sung, Rz. 31). In diesem Lichte nicht nachvollziehbar seien die Vorbringen 

der Beschwerdeführerin, sie habe darauf vertrauen dürfen, dass die ur-

sprüngliche Bewertung ihrer Auftragsanalyse noch immer als Referenz-

grösse anzusehen sei. Gerade vor dem Hintergrund von Treu und Glauben 

hätte von der Beschwerdeführerin erwartet werden dürfen, dass sie die 

neue Chance nutzt und ihre Auftragsanalyse sorgfältig und anhand der prä-

zisierten Zuschlagskriterien überarbeitet und ausgestaltet (Vernehmlas-

sung, Rz. 32). 

L.c Zum Gesuch um Erteilung der aufschiebenden Wirkung bringt die 

Vergabestelle vor, die vorgebrachten Rügen seien weder geeignet noch 

genügend substantiiert, um eine Erfolgsaussicht zu begründen. Zur Dring-

lichkeit legt sie dar, die vorliegende Beschaffung sei eine Teilbeschaffung 

der sechs Lose der Gesamtbeschaffung "Zielvereinbarung post 2020". Die 

Gewährung der aufschiebenden Wirkung würde nicht nur die Beschaffung 

der IT-Lösung an sich, sondern auch diejenige der von der IT-Lösung ab-

hängigen weiteren fünf Lose verzögern. Erschwerend komme hinzu, dass 

es im Rahmen der Gesamtbeschaffung bereits zu grösseren Verzögerun-

gen gekommen sei (Vernehmlassung zur aufschiebenden Wirkung, 

Rz. 41). Spätestens ab Januar 2022 sei kein Leistungsbezug mehr unter 

den bestehenden Verträgen möglich respektive fehle die beschaffungs-

rechtliche Grundlage, um Leistungen zu beziehen. Damit die bestehenden 

Zielvereinbarungen lückenlos begleitet sowie neue Zielvereinbarungen je-

derzeit abgeschlossen werden können, werde es notwendig, diese Arbei-

ten für einen bestimmten Zeitraum und im Sinne einer Übergangslösung 

freihändig zu vergeben. Dabei würden die bisherigen Anbieterinnen, somit 

auch die Beschwerdeführerin, zum Zuge kommen (Vernehmlassung zur 

aufschiebenden Wirkung, Rz. 42 f.). Demnach überwiege das öffentliche 

Interesse an einem möglichst zeitnahen Bezug der Leistungen dasjenige 

der Beschwerdeführerin, eine erneute Möglichkeit auf den Zuschlag zu er-

halten (Vernehmlassung zur aufschiebenden Wirkung, Rz. 42 ff.). 

M.  

Die Beschwerdeführerin reichte ebenfalls am 8. Oktober 2021 eine unauf-

geforderte Stellungnahme zur Dringlichkeit des Beschaffungsverfahrens 

mit neuen Beweismitteln ein. Sie bringt vor, die Bedarfsstelle habe am 

B-4158/2021 

Seite 8 

29. September 2021 entschieden, den Auftrag für den Vollzug des Zielver-

einbarungssystems als Übergangslösung ab 1. Januar 2022 freihändig an 

die Anbieterinnen act und EnAW zu vergeben. Die unbestreitbare Notwen-

digkeit einer solchen Übergangslösung für das Zielvereinbarungssystem 

ergebe sich aus der Ablehnung des revidierten CO2-Gesetzes. Im Rahmen 

der Übergangslösung sei vorgesehen, dass die bisherigen IT-Lösungen 

der beiden Anbieterinnen act und EnAW weiterverwendet und Anpassun-

gen daran vorgenommen werden sollen. Damit sei erstellt, dass der Zu-

schlag betreffend das Los 2 IT-Lösung nicht dringlich ist. 

N.  

N.a Mit instruktionsrichterlicher Verfügung vom 12. Oktober 2021 wurde 

die Vergabestelle namentlich ersucht, einen Evaluationsbericht zuhanden 

des Bundesverwaltungsgerichts, allfällige dem Gericht noch nicht offenge-

legte, dem Evaluationsbericht angehängte Bewertungen zu ZK01, ZK02 

und ZK04 und ein Aktenverzeichnis zuhanden der Beschwerdeführerin ein-

zureichen. Die Zuschlagsempfängerin wurde ersucht, dem Gericht bis zum 

18. Oktober einen Abdeckungsvorschlag für die von der Vergabestelle ein-

gereichte Evaluation des Angebots der Zuschlagsempfängerin gemäss 

ZK03 "Auftragsanalyse" einzureichen. 

N.b Die Vergabestelle erklärte mit Eingabe vom 13. Oktober 2021 unter 

anderem, dass keine weiteren dem Evaluationsbericht angehängten Be-

wertungen bestünden. Sie reichte ein Aktenverzeichnis zuhanden der Be-

schwerdeführerin ein, wobei dieses der Beschwerdeführerin mit Verfügung 

vom 14. Oktober 2021 zugestellt und zugleich verfügt wurde, dass die Ak-

ten aus dem Verfahren B-1185/2020 beigezogen werden. 

N.c Die Zuschlagsempfängerin erklärte am 18. Oktober 2021, dass sie sich 

der Offenlegung der ihr mit Verfügung vom 12. Oktober 2021 zugestellten 

Evaluation ihres Angebots gemäss ZK03 (Vorakte 8, Anhang zum Evalua-

tionsbericht) gegenüber der Beschwerdeführerin nicht widersetze. Das-

selbe erklärte mit Blick auf diesen Umstand unmittelbar anschliessend 

auch die Vergabestelle.  

N.d Mit Verfügung vom 19. Oktober 2021 wurde die Bewertung des ZK 03 

(Vorakte 8, Anhang zum Evaluationsbericht) der Beschwerdeführerin zu-

gestellt. 

 

B-4158/2021 

Seite 9 

O.  

Innert Frist reichte die Vergabestelle mit Eingabe vom 22. Oktober 2021 

die ihr freigestellte Stellungnahme zur Eingabe der Beschwerdeführerin zur 

Dringlichkeit ein. Sie bringt vor, es bestehe hohe Dringlichkeit, die IT-Lö-

sung so schnell wie möglich zu beziehen. 

P.  

P.a Innert erstreckter Frist reichte die Beschwerdeführerin am 29. Oktober 

2021 ihre Replik zur aufschiebenden Wirkung ein. Sie beantragt, die su-

perprovisorisch erteilte aufschiebende Wirkung der Beschwerde sei auf-

recht zu erhalten und das Gesuch der Beschwerdeführerin um Erteilung 

der aufschiebenden Wirkung sei gutzuheissen. 

P.b Zur Begründung bringt sie im Wesentlichen vor, der Taxonomietyp B 

unter ZK03 mit nur drei Stufen erlaube keine hinreichend differenzierende 

Bewertung (Replik zur aufschiebenden Wirkung, Rz. 7 ff., Rz. 15). Die An-

bieterinnen seien weder aufgefordert worden, "angepasste Auftragsanaly-

sen noch umfassend überarbeitete Auftragsanalysen oder gar Angebote 

einzureichen". Die Zuschlagsempfängerin habe offenbar ein überarbeite-

tes Angebot eingereicht. Ein neues Angebot hätte bereits aus Gleichbe-

handlungsgründen nicht akzeptiert und entsprechend bewertet werden 

dürfen (Rz. 8 f.). 

Zur Interessenabwägung beim Begehren um aufschiebende Wirkung lässt 

sie sich namentlich dahingehend vernehmen, dass ein überwiegendes In-

teresse der Vergabe- bzw. Bedarfsstelle am sofortigen Vertragsabschluss 

mit der Zuschlagsempfängerin in Anbetracht der von der Bedarfsstelle am 

29. September 2021 aufgegleisten Übergangslösung nicht ersichtlich sei 

(Replik zur aufschiebenden Wirkung, Rz. 39). 

Q.  

Mit Verfügung vom 1. November 2021 wurde die Replik der Vergabestelle 

zugestellt und der Schriftenwechsel zur aufschiebenden Wirkung ge-

schlossen. 

 

  

B-4158/2021 

Seite 10 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

Am 1. Januar 2021 ist das totalrevidierte Bundesgesetz vom 21. Juni 2019 

über das öffentliche Beschaffungswesen (BöB, SR 172.056.1), die dazu-

gehörende Verordnung vom 12. Februar 2020 über das öffentliche Be-

schaffungswesen (VöB, SR 172.056.11) sowie das revidierte GATT/WTO-

Übereinkommen vom 15. April 1994 über das öffentliche Beschaffungswe-

sen, Fassung gemäss Ziff. 1 des Protokolls vom 30. März 2012 (Govern-

ment Procurement Agreement [GPA 2012, SR 0.632.231.422]) in Kraft ge-

treten. Gemäss Art. 62 BöB werden Vergabeverfahren, die vor Inkrafttreten 

dieses Gesetzes eingeleitet wurden, nach bisherigem Recht zu Ende ge-

führt (vgl. Urteil des BVGer B-1565/2021 vom 15. Juni 2021 S. 3 f. "Man-

gelanlage Wäscherei"; Zwischenentscheid des BVGer B-3238/2021 vom 

18. Oktober 2021 E. 1 "Google / Public Cloud"). Folglich ist auf das hier zu 

beurteilende, mit Ausschreibung vom 7. Dezember 2020 eingeleitete Ver-

fahren das alte Recht anwendbar (Bundesgesetz vom 16. Dezember 1994 

über das öffentliche Beschaffungswesen [aBöB, AS 1996 508 ff.] und Ver-

ordnung über das öffentliche Beschaffungswesen vom 11. Dezember 1995 

[aVöB; AS 1996 518 ff. bzw. AS 2009 6149 ff.]). 

2.  

2.1 Gegen Verfügungen betreffend den Zuschlag oder den Ausschluss in 

Vergabeverfahren steht die Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht 

offen (Art. 27 Abs. 1 i. V. m. Art. 29 Bst. a und d aBöB). Das Bundesverwal-

tungsgericht entscheidet auch über Gesuche um Erteilung der aufschie-

benden Wirkung (Art. 28 Abs. 2 aBöB). 

2.2 Für das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht sind die Vor-

schriften des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwal-

tungsverfahren (VwVG, SR 172.021) massgebend, soweit das aBöB und 

das Bundesgesetz über das Bundesverwaltungsgericht vom 17. Juni 2005 

(Verwaltungsgerichtsgesetz, VGG, SR 173.32) nichts Anderes bestimmen 

(Art. 26 Abs. 1 aBöB und Art. 37 VGG). Gemäss Art. 31 aBöB kann die 

Unangemessenheit vor Bundesverwaltungsgericht nicht gerügt werden. 

2.3 Über das Begehren um Erteilung der aufschiebenden Wirkung im 

Rahmen der Anfechtung eines Zuschlags entscheidet das Bundesverwal-

tungsgericht gemäss ständiger Praxis in Dreierbesetzung (Zwischenent-

scheid des BVGer B-3402/2009 vom 2. Juli 2009 "Microsoft", auszugs-

weise publiziert in BVGE 2009/19, E. 1.2 mit Hinweisen; vgl. dazu PETER 

B-4158/2021 

Seite 11 

GALLI/ANDRÉ MOSER/ELISABETH LANG/MARC STEINER, Praxis des öffentli-

chen Beschaffungsrechts, 3. Auflage, Zürich 2013, Rz. 1340 mit  

Hinweisen). 

3.  

Das Bundesverwaltungsgericht hat mit Urteil B-1185/2020 vom 1. Dezem-

ber 2020 festgestellt, dass das vorliegende Beschaffungsvorhaben von ei-

ner subjektiv unterstellten Auftraggeberin verantwortet wird (E. 1.4.2), dass 

die zu beurteilende Beschaffung als in den objektiven Anwendungsbereich 

des Gesetzes fallend zu qualifizieren ist (E. 1.4.3), dass die einschlägigen 

Schwellenwerte erreicht werden (E. 1.4.4) und dass kein Ausnahmetatbe-

stand vorliegt (E. 1.4.5). Dies wird namentlich von der Vergabestelle auch 

im Rahmen der Anfechtung des zweiten Zuschlags vom 20. August 2021 

nicht bestritten, womit insoweit vollumfänglich auf die genannten Erwägun-

gen des Urteils B-1185/2020 vom 1. Dezember 2020 verwiesen werden 

kann. Auch die neu eingereichten Offerten übersteigen die Schwellenwerte 

deutlich. So hat die Zuschlagsempfängerin ein Angebot in der Höhe von 

Fr. 695'900.- für den Grundauftrag und Fr. 872'500.- für die Optionen ein-

gereicht. Das Bundesverwaltungsgericht ist demnach für die Beurteilung 

der vorliegenden Streitsache zuständig. 

4.  

4.1 Gegenstand des vorliegenden Zwischenentscheids bildet der Antrag 

auf Erteilung der aufschiebenden Wirkung. Im Unterschied zu Art. 55 

Abs. 1 VwVG sieht Art. 28 Abs. 1 aBöB vor, dass der Beschwerde von Ge-

setzes wegen keine aufschiebende Wirkung zukommt. Demnach kann 

diese vom Bundesverwaltungsgericht nur auf Gesuch hin erteilt werden 

(Art. 28 Abs. 2 aBöB). Vorliegend enthält die Beschwerde ein entsprechen-

des Begehren. 

4.2 Das aBöB nennt keine Kriterien, welche für die Frage der Gewährung 

oder Verweigerung der aufschiebenden Wirkung zu berücksichtigen sind. 

Es können indes die Grundsätze übernommen werden, die Rechtspre-

chung und Lehre zur Anwendung von Art. 55 VwVG entwickelt haben.  

Danach ist anhand einer Interessenabwägung zu prüfen, ob die Gründe, 

die für eine sofortige Vollstreckbarkeit sprechen, gewichtiger sind als jene, 

die für die gegenteilige Lösung angeführt werden können (BGE 129 II 286 

E. 3; Zwischenentscheid des BVGer B-6837/2010 vom 16. November 

2010 E. 2.1 mit Hinweisen "Lüftung Belchentunnel"). Dass der Gesetzge-

B-4158/2021 

Seite 12 

ber im aBöB den Suspensiveffekt in Abweichung zum VwVG nicht von Ge-

setzes wegen gewährte, zeigt, dass er sich der Bedeutung dieser Anord-

nung im Submissionsrecht bewusst war und eine individuelle Prüfung die-

ser Frage als notwendig erachtete, nicht aber, dass er diesen nur aus-

nahmsweise gewährt haben wollte (vgl. zum Ganzen die Zwischenent-

scheide des BVGer B-1185/2020 vom 7. Mai 2020 E. 2.2 "Zielvereinbarun-

gen post 2020 Los 2" und B-3402/2009 vom 2. Juli 2009 "Microsoft", aus-

zugsweise publiziert in BVGE 2009/19, E. 2.1 mit Hinweisen). 

4.3 Liegt ein Gesuch um Erteilung der aufschiebenden Wirkung vor, so ist 

im Sinne einer prima facie-Würdigung der materiellen Rechtslage in einem 

ersten Schritt zu prüfen, ob aufgrund der vorliegenden Akten davon auszu-

gehen ist, dass die Beschwerde offensichtlich unbegründet ist. Ist dies der 

Fall, ist die aufschiebende Wirkung von vornherein nicht zu gewähren. 

Dasselbe gilt für den Fall, dass auf die Beschwerde aller Voraussicht nach 

nicht eingetreten werden kann (Zwischenentscheid des BVGer 

B-5293/2015 vom 4. November 2015 E. 3.1 "E-Mail-Services für Ratsmit-

glieder"). Werden der Beschwerde hingegen Erfolgschancen zuerkannt 

oder bestehen darüber Zweifel, so ist über das Begehren um aufschie-

bende Wirkung aufgrund der erwähnten Interessenabwägung zu befinden. 

In die Abwägung einzubeziehen sind nach der ständigen Praxis der Eidge-

nössischen Rekurskommission für das öffentliche Beschaffungswesen 

(BRK), die sich das Bundesverwaltungsgericht mit dem Entscheid BVGE 

2007/13 (E. 2.2) "Vermessung Durchmesserlinie" im Grundsatz zu eigen 

gemacht hat, einerseits die Interessen der Beschwerdeführerin an der Auf-

rechterhaltung der Möglichkeit, den Zuschlag zu erhalten, wobei zugleich 

ein gewichtiges öffentliches Interesse an der Gewährung effektiven 

Rechtsschutzes besteht (Zwischenentscheid des BVGer B-6177/2008 vom 

20. Oktober 2008 E. 2 "Hörgeräte"). Diesen gegenüber stehen die öffentli-

chen Interessen, die die Auftraggeberin wahrzunehmen hat. So wird in der 

GATT-Botschaft 2 vom 19. September 1994 namentlich festgehalten, ge-

gen den automatischen Suspensiveffekt spreche die Gefahr von Verzöge-

rungen und erheblichen Mehrkosten (BBl 1994 IV 950 ff., insbes. S. 1197; 

vgl. auch S. 1199; vgl. zum Ganzen den Zwischenentscheid des BVGer 

B-3402/2009 vom 2. Juli 2009 "Microsoft", auszugsweise publiziert in 

BVGE 2009/19, E. 2.1). Entsprechend hält das Bundesgericht im Rahmen 

der Auslegung von Art. 17 Abs. 2 der Interkantonalen Vereinbarung über 

das öffentliche Beschaffungswesen vom 25. November 1994 in der Fas-

sung vom 15. März 2001 (IVöB 1994/2001) fest, dass dem öffentlichen In-

teresse an einer möglichst raschen Umsetzung des Vergabeentscheides 

von vornherein ein erhebliches Gewicht zukommt (Urteil des BGer 

B-4158/2021 

Seite 13 

2P.103/2006 vom 29. Mai 2006 E. 4.2.1 mit Hinweisen "Telefonanlage Uni-

versitätsspital Basel"; in diesem Sinne auch BVGE 2008/7 E. 3.3 "Presta-

tions de planification à Grolley/FR"). Auch allfällige Interessen Dritter, na-

mentlich der übrigen an einem Beschaffungsgeschäft Beteiligten, sind 

nach der ständigen Praxis zu berücksichtigen. Ausgangspunkt muss dabei 

– insbesondere auch in Anbetracht der Zielsetzung von Art. XX Ziff. 2 und 

7 Bst. a des GATT/WTO-Übereinkommens vom 15. April 1994 über das 

öffentliche Beschaffungswesen (Government Procurement Agreement 

[GPA, AS 1996 609 ff.]) – die Gewährung eines effektiven Rechtsschutzes 

und die Verhinderung von Zuständen sein, welche das Rechtsmittel illuso-

risch werden lassen (BVGE 2007/13 E. 2.2 mit Hinweis "Vermessung 

Durchmesserlinie"; vgl. zum Ganzen BVGE 2017 IV/3 E. 3.3 "Mobile Warn-

anlagen" sowie den Zwischenentscheid des BVGer B-3238/2021 vom 

18. Oktober 2021 E. 2.3 "Google / Public Cloud"). 

5.  

5.1  

5.1.1 Das aBöB enthält keine spezielle submissionsrechtliche Regelung 

zur Beschwerdelegitimation, weshalb diese nach dem allgemeinen Verfah-

rensrecht des Bundes zu beurteilen ist (Art. 26 Abs. 1 aBöB bzw. Art. 37 

VGG in Verbindung mit Art. 48 VwVG; BGE 141 II 14 E. 2.3 "Monte Ceneri", 

BGE 137 II 313 E. 3.2; Urteile des BVGer B-1606/2020 vom 11. Feb-

ruar 2022 E. 4.2.1 "Mediamonitoring ETH-Bereich" und B-5601/2018 vom 

24. April 2019 E. 4.4 "Betankungsanlagen". Danach ist zur Beschwerde 

berechtigt, wer vor der Vergabestelle am Verfahren teilgenommen hat oder 

keine Möglichkeit zur Teilnahme erhalten hat (Art. 48 Abs. 1 Bst. a VwVG), 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist (Art. 48 Abs. 1 

Bst. b VwVG) und ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder 

Änderung hat (Art. 48 Abs. 1 Bst. c VwVG). 

5.1.2 Die Beschwerdeführerin ist prima facie formell beschwert, denn sie 

hat am Verfahren vor der Vergabestelle teilgenommen, und sie ist durch 

die angefochtene Verfügung auch offensichtlich besonders berührt, weil ihr, 

nachdem sie als Anbieterin Rang 2 erreicht hatte, der Zuschlag nicht erteilt 

wurde. 

5.1.3 Die Beschwerdeführerin begründet ihr Aufhebungs- und eventualiter 

gestelltes Rückweisungsbegehren namentlich mit einem Verstoss gegen 

die Vorgaben aus dem Urteil des BVGer B-1185/2020 vom 1. Dezember 

B-4158/2021 

Seite 14 

2020 "Zielvereinbarungen post 2020 Los 2", weil die dreistufige Taxonomie 

Typ B des ZK03 "Auftragsanalyse", die keine hinreichend differenzierte Be-

wertung der Auftragsanalyse erlaube, trotz der Vorgaben des Bundesver-

waltungsgerichts unverändert beibehalten worden sei (Beschwerde, 

Rz. 33). Zugleich beanstandet sie, wenn nun die Bedarfsstelle die Auf-

tragsanalyse der EnAW im zweiten Durchgang in nahezu maximaler Ab-

weichung von der Bewertung im ersten Durchgang nur noch mit 30 statt 

mit 400 Punkten bewerte (gegenüber 370 der Zuschlagsempfängerin zu-

erkannten Punkten), würden damit die Vorgaben des Bundesverwaltungs-

gerichts einer differenzierten Qualitätsbewertung der Auftragsanalyse der 

Anbieterinnen in treu- und rechtswidriger Weise ad absurdum geführt (Be-

schwerde, Rz. 32 ff., Rz. 39 ff.). Würde namentlich der Argumentation be-

treffend die Bewertungsmethode gefolgt, so hätte die Beschwerdeführerin 

nebst der Aufhebung des Zuschlags auch eine Chance auf (erneute) An-

passung der Ausschreibungsunterlagen, was ihr allenfalls die Möglichkeit 

eines neuen Angebots und damit eine reelle Chance auf den Zuschlag im 

Sinne der bundesgerichtlichen Rechtsprechung eröffnen würde (vgl. BGE 

141 II 14 E. 4.5 "Monte Ceneri" sowie den Zwischenentscheid des BVGer 

B-7062/2017 vom 16. Februar 2018 E. 7.2 "IT-Dienste ASALfutur", je mit 

Hinweisen). Die Legitimation der Beschwerdeführerin wird seitens der 

Vergabestelle auch nicht bestritten. 

5.2 Die Beschwerde wurde frist- und formgerecht eingereicht (Art. 30 BöB 

und Art. 52 Abs. 1 VwVG) und der Kostenvorschuss wurde fristgerecht 

bezahlt (Art. 63 Abs. 4 VwVG). 

6.  

6.1.1 Die Beschwerdeführerin rügt die mangelnde Umsetzung der verga-

berechtlichen Vorgaben des Bundesverwaltungsgerichts aus dem Urteil 

B-1185/2020 vom 1. Dezember 2020, die das Zuschlagskriterium ZK03 

"Auftragsanalyse" betreffen (Beschwerde, Rz. 32 ff.). 

6.1.2 Die detaillierte Beschreibung für das ZK03 "Auftragsanalyse" erfolgt 

im angepassten Anforderungskatalog vom 26. März 2021 unter "Katalog 

Zuschlagskriterien Nachverhandlung (nur ZK01 und ZK03)" (Anforde-

rungskatalog, Anhang 001, S. 3 ff.) und lautet wie folgt: 

[…] 

B-4158/2021 

Seite 15 

Der Anbieter hat seine Taxierungen oder Dokumentationen in den Blau eingefärbten Zellen aufzuführen. 

[…] 

Katalog der Anforderungen – Zuschlagskriterien 

Nr. Frage und Nachweis Angewendete Taxonomie  Anbietertaxierung Dokumentation 

der Leistungen 

Max. 
Punkte 

ZK01 Preis Taxonomie gemäss 

Ziff. 6.3 im Pflichtenheft 

 Angaben hier 

einfügen 

300 

ZK03 Auftragsanalyse 

Die Auftragsanalyse 

soll die folgenden 

Punkte plausibel und 

nachvollziehbar be-

schreiben: 

 Vorgehen 

 Terminplan und 
Organisation 

 Herausforderung-
en und 
Massnahmen 

 Besondere 
Funktionalitäten 

 

 

 
Nachweis 

Beschreibung auf 

maximal 10 A4 Sei-

ten. 

   (Summe 
ZK03.1 – 
ZK03.4 = 
400 
Punkte)  

ZK03.1 Vorgehen 

In der Auftragsanalyse 

wird das Vorgehen nach 

der Methodik Hermes 

aufgezeigt. Dabei wird 

bewertet, ob die Me-

thodik korrekt beschrie-

ben ist bezüglich des 

vorliegenden Auftrags. 

Taxonomietyp B 

Die volle Punktzahl wird 
vergeben, wenn das Vor-
gehen plausibel und nach-
vollziehbar aufgezeigt 
wird, mit konkretem Bezug 
zur Realisierung einer IT 
Lösung. 
 

Die halbe Punktzahl wird 
vergeben, wenn das Vor-
gehen plausibel und nach-
vollziehbar aufgezeigt 
wird, mit geringem oder 
keinem Bezug zur Realisie-
rung der IT Lösung. 
 
Keine Punktzahl wird 
vergeben, wenn die oben 
genannten Anforderungen 

□ volle Punktzahl 
□ halbe 

Punktzahl 

□ keine Punkte 

Angaben hier 

einfügen 

60 

B-4158/2021 

Seite 16 

an die Beschreibung des 
Vorgehens nicht erfüllt 
sind. 

ZK03.2 Terminplan und Orga-

nisation 

In der Auftragsanalyse 

wird der Terminplan 

und die Organisation 

für die Realisierung 

aufgezeigt. Dabei wird 

bewertet ob der Ter-

minplan plausibel ist 

und alle wesentlichen 

Bestandteile enthält 

und ob die Organisa-

tion zum Vorhaben 

passt. 

Taxonomietyp B 

Die volle Punktzahl wird 
vergeben, wenn der 
Terminplan realistisch und 
plausibel ist und in der 
Organisation die benötigten 
Rollen und 
Verantwortungen sowie 
Stellvertretungen aufgezeigt 
werden. 

Die halbe Punktzahl wird 
vergeben, wenn die 
Beschreibung des 
Terminplans und der 
Organisation genügend ist. 
Es dürfen geringe 
Abweichungen zur 
Beschreibung für die volle 
Punktzahl bestehen. 

Keine Punktzahl wird 
vergeben, wenn die oben 
genannten Anforderungen 
an die Beschreibung nicht 
erfüllt sind. 

□ volle Punktzahl 
□ halbe 

Punktzahl 

□ keine Punkte 

Angaben 

hier einfü-

gen 

60 

ZK03.3 Herausforderungen 

und Massnahmen 

In der Auftragsanalyse 

werden die Herausfor-

derungen und Mass-

nahmen bezogen auf 

den vorliegenden Auf-

trag aufgeführt. Die 

Herausforderungen 

beziehen sich auf IT-

spezifische Herausfor-

derungen, die sich aus 

der Realisierung der IT 

Lösung ergeben. 

Taxonomietyp B 

Die volle Punktzahl wird 
vergeben, wenn fünf zent-
rale Herausforderungen 
sowie geeignete Massnah-
men dazu beschrieben 
werden. 
 

halbe Punktzahl wird ver-
geben, wenn drei oder vier 
zentrale Herausforderun-
gen sowie geeignete Mass-
nahmen dazu beschrieben 
werden. 
 
Keine Punktzahl wird 
vergeben, wenn weniger 
als drei zentrale 
Herausforderungen sowie 
geeignete Massnahmen 
dazu beschrieben werden. 

□ volle Punktzahl 
□ halbe 

Punktzahl 

□ keine Punkte 

Angaben 

hier einfü-

gen 

140 

ZK 03.4 Besondere Funktion-

alitäten 

In der Auftragsanalyse 

sind die besondere 

Funktionalitäten der 

Taxonomietyp B 

Die volle Punktzahl wird 
vergeben, wenn mindes-
tens zwei im Auftrag nicht 
beschriebene Funktionen 
mit einem messbaren 

□ volle Punktzahl 
□ halbe 

Punktzahl 

□ keine Punkte 

Angaben 

hier einfü-

gen 

140 

B-4158/2021 

Seite 17 

angebotenen IT Lö-

sung beschrieben 

Mehrwert für die Bedarfs-
stelle aufgeführt werden. 

halbe Punktzahl wird ver-
geben, wenn eine im Auf-
trag nicht beschriebene 
Funktion mit einem mess-
baren Mehrwert für die 
Bedarfsstelle aufgeführt 
wird. 

Keine Punktzahl wird ver-
geben, wenn die oben ge-
nannten Anforderungen an 
die Beschreibung nicht er-
füllt sind. 

 

 

6.2  

6.2.1 Die Beschwerdeführerin rügt zunächst, auch die neue, für das ZK03 

"Auftragsanalyse" gewählte Bewertungsmethode verstosse gegen verga-

berechtliche Grundsätze, weil die Vergabestelle die Vorgaben gemäss dem 

Urteil des Bundesverwaltungsgerichts B-1185/2020 vom 1. Dezember 

2020 mangelhaft umgesetzt habe. Die Punktevergabe erfolge nach wie vor 

nach dem Muster "schwarz oder weiss" (Beschwerde, Rz. 39 ff.). Zugleich 

bemängelt sie, die Vorgaben des Bundesverwaltungsgerichts zu einer dif-

ferenzierten Qualitätsbewertung der Auftragsanalyse würden ad absurdum 

geführt, wenn die Auftragsanalyse der Beschwerdeführerin im neuen An-

gebot nur noch mit 30 statt mit 400 Punkten bewertet werde (Beschwerde, 

Rz. 37). Auf diesen Punkt wird indessen im Wesentlichen im Rahmen der 

eigentlichen Bewertungsrügen einzugehen sein (vgl. E. 7 hiernach). 

6.2.2 Die Vergabestelle hält in Bezug auf die Ausgestaltung der Vergabe-

kriterien nach den Vorgaben des Urteils B-1185/2020 vom 1. Dezember 

2020 fest, sie habe die Taxonomie zum ZK 03 "Auftragsanalyse" verfeinert, 

um einen grösseren Qualitätswettbewerb zu ermöglichen. Während 

40 Prozent der Punkte ursprünglich in einer dreistufigen Taxonomie bewer-

tet worden seien, würden diese in der überarbeiteten Version in einer ge-

samthaft gerechnet 12-stufigen Taxonomie bewertet. Zusätzlich zur arith-

metischen Verfeinerung habe die Vergabestelle die Anforderungen an die 

Zuschlagskriterien inhaltlich präzisiert. Das frühere ZK03 "Auftragsana-

lyse" und seine Taxonomie seien nicht bloss aufgeteilt, sondern in den ein-

zelnen Unterkriterien ZK03.1, ZK03.2, ZK03.3 und ZK03.4 detailliert und 

B-4158/2021 

Seite 18 

auftragsspezifischer formuliert worden (Vernehmlassung zur aufschieben-

den Wirkung, Rz. 25 ff.). 

6.3  

6.3.1 Gemäss Art. 21 Abs. 1 aBöB erhält das wirtschaftlich günstigste An-

gebot den Zuschlag. Dieses wird ermittelt, indem verschiedene Kriterien 

berücksichtigt werden, insbesondere Termin, Qualität, Preis, Wirtschaft-

lichkeit, Betriebskosten, Kundendienst, Zweckmässigkeit der Leistung, 

Ästhetik, Umweltverträglichkeit oder technischer Wert. Die Vergabebe-

hörde hat daher für jedes Beschaffungsgeschäft einen Katalog von Zu-

schlagskriterien festzulegen (vgl. Art. 21 Abs. 2 aBöB und Art. 27 Abs. 1 

Satz 1 aVöB; Urteil des BVGer B-2457/2020 vom 23. August 2021 

E. 7.4.1.1 "Zielvereinbarungen post 2020 Los 1"; GALLI/MOSER/LANG/STEI-

NER, a.a.O., Rz. 831). Bei den Zuschlagskriterien handelt es sich um Merk-

male, die ein Angebot in mehr oder minder hohem Mass besitzt und die ein 

Abwägen des wirtschaftlichen Werts ermöglichen; man spricht diesbezüg-

lich auch von der relativen Natur der Zuschlagskriterien (vgl. ELISABETH 

LANG, Der Grundsatz der Transparenz im öffentlichen Beschaffungsrecht, 

Festschrift 100 Jahre Aargauischer Anwaltsverband, 2005, S. 124). Als Be-

urteilungsmatrix wird in der Praxis das Gesamtsystem von Zuschlags- und 

Unterkriterien inklusive der für jedes Kriterium festgelegten Gewichtung be-

zeichnet (Urteil des BVGer B-1185/2020 vom 1. Dezember 2020 E. 4.2.1; 

Urteil des BVGer B-891/2009 vom 5. November 2009 E. 3.1 "Kurierdienst 

BAG I"; vgl. zum Ganzen den Zwischenentscheid des BVGer B-7216/2014 

vom 24. Februar 2015 E. 4.1 "Casermettatunnel"). 

6.3.2 Die Zuschlagskriterien sind im Einzelfall zu bestimmen und unter An-

gabe ihrer Gewichtung bekannt zu geben (Urteile des BVGer  

B-6295/2017 vom 25. Februar 2020, auszugsweise publiziert in BVGE 

2020 IV/2, E. 6.2 "Produkte zur Aussenreinigung I", B-4288/2014 vom  

25. März 2015 E. 4.3 "Strombeschaffung für die Post" und B-891/2009 vom 

5. November 2009 E. 3.1 "Kurierdienst BAG I"; MATTHIAS HAUSER, Zu-

schlagskriterien im Submissionsrecht, in: Aktuelle Juristische Praxis [AJP] 

2001, S. 1405 ff., S. 1406; GALLI/MOSER/LANG/STEINER, a.a.O., Rz. 831). 

Bei der Auswahl und Gewichtung der einzelnen Zuschlagskriterien verfügt 

die Vergabebehörde über einen breiten Ermessensspielraum, in welchen 

das Bundesverwaltungsgericht nur unter qualifizierten Voraussetzungen 

eingreift (Urteile des BVGer B-4288/2014 vom 25. März 2015 E. 4.2 

"Strombeschaffung für die Post", B-6742/2011 vom 2. September 2013  

E. 2.2 "6-Streifen-Ausbau Härkingen-Wiggertal" und B-6082/2011 vom  

B-4158/2021 

Seite 19 

8. Mai 2012 E. 2.2 "Kontrollsystem LSVA"). Dasselbe gilt auch in Bezug 

auf die Ausgestaltung der Bewertungsmethode (BVGE 2018 IV/2 E. 7.2 

"Produkte zur Innenreinigung I", Zwischenentscheid des BVGer  

B-7216/2014 vom 7. Juli 2016 E. 10.5 "Casermettatunnel"; vgl. auch  

Art. 31 aBöB und dazu wiederum GALLI/MOSER/LANG/STEINER, a.a.O.,  

Rz. 1388 und 1390 mit Hinweisen; siehe zum Ganzen Urteil des BVGer  

B-2457/2020 vom 23. August 2021 E. 7.4.1.2 "Zielvereinbarungen post 

2020 Los 1"). 

6.3.3 Bei der Wahl der Bewertungsmethode hat die Vergabestelle zu be-

achten, dass bei einem gewichtigen qualitativen Zuschlagskriterium von 

Bedeutung ist, dass genügend Differenzierungsmöglichkeiten bestehen, 

damit keine Diskrepanz zwischen der bekannt gegebenen und der effekti-

ven Gewichtung auftritt (BVGE 2018 IV/2 E. 7.4 "Produkte zur Innenreini-

gung I"; Urteil des BVGer B-1185/2020 vom 1. Dezember 2020 E. 5.6 "Ziel-

vereinbarungen post 2020 Los 2"). Vorliegend ist die Qualität mit insgesamt 

70 Prozent und das ZK 03 "Auftragsanalyse" mit 40 Prozent hoch gewich-

tet (Pflichtenheft, S. 27). Dieselbe Gewichtung lag bereits der im Urteil des 

Bundesverwaltungsgerichts B-1185/2020 vom 1. Dezember 2020 zu be-

wertenden Beurteilungsmatrix unter ZK03 "Auftragsanalyse" zugrunde, in 

der das Bundesverwaltungsgericht die gewählte Beurteilungsmatrix inso-

fern bemängelte, als unter der Auftragsanalyse für die Beschreibung eines 

der Aspekte "Vorgehen", "Terminplan und Organisation", "Herausforderun-

gen und Massnahmen" und "besondere Funktionalitäten" je ein Punkt er-

teilt wurde, wenn diese Aspekte plausibel beschrieben bzw. aufgezeigt 

wurden, wobei je nachdem, wie viele Punkte erlangt wurden, eine andere 

Gesamtpunktzahl resultierte. Diese Beurteilungsmatrix führe im Ergebnis 

dazu, dass die Bewertung so vorzunehmen wäre, wie wenn es darum ge-

hen würde, die Frage nach einem Mindestverständnis der Auftragsanalyse 

mit JA oder NEIN zu beantworten (Urteil des BVGer B-1185/2020 vom  

1. Dezember 2020 E. 5.6 "Zielvereinbarungen post 2020 Los 2"). 

6.3.4 Wie gemäss den ursprünglichen Ausschreibungsunterlagen werden 

unter ZK03 "Auftragsanalyse" vier Beurteilungsgesichtspunkte unterschie-

den, wobei diese als Subkriterien ZK03.1 "Vorgehen", ZK03.2 "Terminplan 

und Organisation", ZK03.3 "Herausforderungen und Massnahmen" und 

ZK03.4 "Besondere Funktionalitäten" in die Beurteilungsmatrix einfliessen. 

Für jeden dieser Gesichtspunkte wird die volle, die halbe oder keine Punkt-

zahl erteilt, je nachdem, ob die dafür aufgestellten Anforderungen erfüllt 

sind. Dabei fällt auf, dass mit der neuen Ausschreibung die Anforderungen 

entsprechend dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts B-1185/2020 

B-4158/2021 

Seite 20 

vom 1. Dezember differenziert wurden, sodass sie eine hinreichende Be-

wertung der tatsächlichen Qualität eines Angebots zulassen. Ein Angebot 

erlangt namentlich unter dem ZK03.1 "Vorgehen" Punkte, wenn das Vor-

gehen zumindest nach der Methodik "Hermes" aufgezeigt und die Metho-

dik bezüglich des vorliegenden Auftrags korrekt beschrieben ist. Weiter er-

zielt das Angebot unter ZK03.2 "Terminplan und Organisation" Punkte, 

wenn der Terminplan und die Organisation für die Realisierung aufgezeigt 

werden. Es wird bewertet, ob der Terminplan plausibel ist und alle wesent-

lichen Bestandteile enthält und ob die Organisation zum Vorhaben passt. 

Beim ZK03.3 "Herausforderungen und Massnahmen" werden Punkte ver-

geben, wenn Herausforderungen und Massnahmen bezogen auf den vor-

liegenden Auftrag aufgeführt werden, die sich auf IT-spezifische Heraus-

forderungen beziehen, welche sich aus der Realisierung einer IT-Lösung 

ergeben. Schliesslich werden Punkte für "Besondere Funktionalitäten" ver-

geben, wobei diese in der angebotenen IT-Lösung beschrieben werden 

müssen (Anforderungskatalog vom 26. März 2021, S. 5). Insbesondere 

aufgrund der detaillierteren Beschreibung, welche Vorgaben an die Erfül-

lung eines der Kriterien gestellt sind, um die halbe oder die volle Punktzahl 

zu erreichen, ist es möglich, dass die Vergabestelle tatsächliche Qualitäts-

unterschiede der Angebote stärker als gemäss den ursprünglichen Aus-

schreibungsunterlagen berücksichtigt. Die Beurteilungsmatrix nach ZK03 

"Auftragsanalyse" erweist sich demnach mit Blick auf den der Vergabe-

stelle zustehenden Ermessensspielraum als offensichtlich rechtskonform. 

Die Beschwerdeführerin dringt somit mit ihrer Rüge, die Punktevergabe mit 

der Beurteilungsmatrix unter ZK03 "Auftragsanalyse" gemäss dem Anfor-

derungskatalog vom 26. März 2021 erfolge nach wie vor nach dem Muster 

"schwarz oder weiss", nicht durch. 

6.4  

6.4.1 Weiter bringt die Beschwerdeführerin im Zusammenhang mit der Be-

wertung des ZK 03 "Auftragsanalyse" vor, bei der Einladung zu erneuter 

Offerte vom 26. März 2021 sei aufgrund der mangelhaften Umsetzung der 

Vorgaben des Bundesverwaltungsgerichts davon auszugehen gewesen, 

dass unverändert dem Preis massgebliches Gewicht zukommen würde. 

Die Beschwerdeführerin habe sich in guten Treuen stets auch darauf ver-

lassen, dass ihre Auftragsanalyse, die von der Bedarfsstelle ursprünglich 

mit den vollen 400 Punkten bewertet worden sei, den qualitativen Anforde-

rungen der Vergabestelle weiterhin genüge, sei ihre Auftragsanalyse doch 

im ersten Durchgang nicht bemängelt worden. Da die Hauptanforderungen 

B-4158/2021 

Seite 21 

im zweiten Durchgang dieselben geblieben seien, worauf sich die Be-

schwerdeführerin verlassen habe, und das Angebot im krassen Wider-

spruch zum ersten Durchgang mit lediglich 30 Punkten bewertet worden 

sei, sei das Vertrauen der Beschwerdeführerin verletzt worden. Es sei ein 

anderer Massstab angewandt worden, ohne dass dies eine Folge der 

vergaberechtlichen Vorgaben des Bundesverwaltungsgerichts wäre (Be-

schwerde, Rz. 42 ff.). 

6.4.2 Die Vergabestelle hält dem entgegen, die Beschwerdeführerin habe 

auf die qualitätsorientierten Anpassungen in ihrer neu eingereichten Auf-

tragsanalyse kaum reagiert. Offenbar realisiere sie nicht, dass den präzi-

sierten Unterkriterien von ZK03 "Auftragsanalyse" und ihrer Taxonomie bei 

der neuen Auftragsanalyse eine grössere Beachtung zu schenken sei. Dies 

sei auch der Grund, warum die Bewertung der neu eingereichten Auf-

tragsanalyse zwangsläufig tiefer habe ausfallen müssen als die Bewertung 

in der Evaluation des ersten Durchgangs im Jahre 2020. Die einzelnen in 

der Offerte der Beschwerdeführerin fehlenden Elemente zu den ZK03.1, 

ZK03.2, ZK03.3 und ZK03.4 seien ihr dann auch im schriftlichen Debriefing 

transparent aufgezeigt worden. Vor diesem Hintergrund nicht nachvollzieh-

bar seien die Vorbringen der Beschwerdeführerin, sie habe darauf ver-

trauen dürfen, dass die ursprüngliche Bewertung ihrer Auftragsanalyse 

noch immer als Referenzgrösse anzusehen sei (Vernehmlassung der 

Vergabestelle, Rz. 30 ff.). 

6.4.3 Die Beschwerdeführerin macht im Wesentlichen geltend, sie habe 

sich darauf verlassen dürfen, dass ihre erste Auftragsanalyse, die im Rah-

men der ersten Evaluation mit den vollen 400 Punkten bewertet worden 

war, den im Kern unverändert gebliebenen Anforderungen der Vergabe-

stelle unter ZK03 "Auftragsanalyse" aufgrund des Vertrauensschutzes 

auch im erneuten Verfahren vollumfänglich genüge (Beschwerde, 

Rz. 35 f., Rz. 42 ff.). Die Anbietenden dürfen im Rahmen der Beurteilung 

ihrer Offerten durch die Vergabestelle nach ständiger Rechtsprechung da-

rauf vertrauen, dass die Vergabestelle – jedenfalls soweit sie nicht ein ei-

genes Verständnis transparent macht – die ausgewählten Beurteilungskri-

terien im herkömmlichen Sinne versteht (Zwischenentscheid B-3238/2021 

vom 18. Oktober 2021 E. 6.6.1 "Google / Public Cloud"; 

GALLI/MOSER/LANG/STEINER, a.a.O., Rz. 861). Dieser Gedanke ist dem für 

die Auslegung von Verträgen geltenden Vertrauensgrundsatz verwandt. 

Übergeordnet ergibt sich das Handeln nach Treu und Glauben einerseits 

als allgemeines Verhaltensgebot im Sinne von Art. 5 Abs. 3 BV. Anderer-

seits verdichtet sich dieses zum Grundrecht der Bürger als auf Art. 9 BV 

B-4158/2021 

Seite 22 

gestützter Anspruch (vgl. zum Ganzen CHRISTOPH ROHNER, in: Ehrenzel-

ler/Schindler/Schweizer/Vallender [Hrsg.], Die schweizerische Bundesver-

fassung, 3. Auflage, Zürich/St. Gallen 2014, Rz. 36 zu Art. 9 BV). Dabei 

setzt der Schutz des Vertrauens der Privaten in das Handeln der Behörden 

jedenfalls eine Vertrauensgrundlage voraus (ULRICH HÄFELIN/GEORG MÜL-

LER/FELIX UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 8. Auflage, Zü-

rich/St. Gallen 2020, Rz. 627). Im vorliegenden Fall wurden die Beschaf-

fungskriterien gemäss den im Ergebnis von der Beschwerdeführerin erstrit-

tenen Vorgaben des Gerichts im Sinne einer besseren Differenzierungs-

möglichkeit überarbeitet, was der Qualität ein deutlich höheres Gewicht 

gibt. Entsprechend hat sich die für die Neubeurteilung der Offerten anhand 

des ZK03 "Auftragsanalyse" gemäss den Ausschreibungsunterlagen vom 

26. März 2021 anzuwendende Bewertungsmethode eindeutig geändert 

(vgl. E. 6.3.4 hiervor). Die diesbezüglich angepasste Taxonomie wurde der 

Beschwerdeführerin unbestrittenermassen zugestellt (Beschwerde,  

Rz. 35; E-Mail der Vergabestelle an die Beschwerdeführerin vom 26. März 

2021). Die Anpassung der Ausschreibungsunterlagen nach den Vorgaben 

des Urteils des Bundesverwaltungsgerichts B-1185/2020 vom 1. Dezem-

ber 2020 betrifft die vertiefte Prüfung der qualitativen Kriterien. Die erneute 

Bewertung in diesem Punkt erfolgt daher differenzierter. Die Anbieterin 

musste demnach, worauf die Vergabestelle richtigerweise hinweist, das 

von der Vergabestelle gewählte, den gerichtlichen Vorgaben entspre-

chende Vorgehen als Fingerzeig dahingehend verstehen, dass es sich loh-

nen würde, diese Passage ihrer Offerte zu überarbeiten. Es fehlt demnach 

prima facie bereits an der angerufenen Vertrauensgrundlage. Die Umset-

zung der Vorgaben unter ZK03 "Auftragsanalyse" gemäss Urteil des Bun-

desverwaltungsgerichts B-1185/2020 vom 1. Dezember 2020 führt gerade 

nicht dazu, dass erwartet werden darf, dass im Rahmen einer erneuten 

Vergabe dieselbe Bewertung unter ZK03 vorgenommen wird. Dass die Be-

schwerdeführerin trotzdem im Wesentlichen lediglich formale Anpassun-

gen vorgenommen hat, ändert daran nichts. 

Im Übrigen spricht auch der Umstand, dass die Zuschlagsempfängerin die 

Auftragsanalyse im Rahmen der Überarbeitung der Offerte – substanzieller 

als die Beschwerdeführerin – angepasst hat, dafür, dass das Vorgehen der 

Vergabestelle nicht dahingehend missverstanden werden konnte, dass mit 

demselben Angebot eine vergleichbare Punktzahl erreicht werden würde. 

6.4.4 Die Beschwerdeführerin dringt somit prima facie mit ihrer Rüge, sie 

habe sich darauf verlassen dürfen, dass ihr im ersten Durchgang nicht be-

mängeltes und zugleich neu eingereichtes Angebot erneut eine hohe 

B-4158/2021 

Seite 23 

Punktzahl erhalten wird, zumindest insoweit nicht durch, als aufgrund der 

grösseren Bedeutung der Qualitätsunterschiede entgegen der Auffassung 

der Beschwerdeführerin durchaus nicht davon auszugehen war, dass mit 

einem im Wesentlichen unveränderten Angebot die gleiche Punktzahl er-

reicht werden würde. 

7.  

7.1 Schliesslich rügt die Beschwerdeführerin in Bezug auf die konkrete Be-

wertung, das Gleichbehandlungsgebot sei im Rahmen der Bewertung der 

Offerte der Beschwerdeführerin unter ZK03 "Auftragsanalyse" verletzt wor-

den, die Bewertung sei willkürlich erfolgt und die Vergabestelle habe das 

ihr zustehende Ermessen überschritten. Die Offerten beider Anbieter seien 

im ersten Durchgang unter ZK03 "Auftragsanalyse" gleich mit der vollen 

Punktzahl von 400 Punkten bewertet worden, während im zweiten Durch-

gang die Offerte der Beschwerdeführerin 30 Punkte und diejenige der Zu-

schlagsempfängerin 370 Punkte erhalten habe. Es sei nicht vorstellbar, 

dass die Offerten nach dem gleichen Massstab bewertet worden seien (Be-

schwerde, Rz. 39 ff.). Es gäbe weder eine arithmetische noch eine andere 

objektiv nachvollziehbare Erklärung für eine solch krass widersprüchliche 

Bewertung der Auftragsanalyse der EnAW durch dieselbe Bedarfsstelle in 

den beiden Durchgängen bei grundsätzlich unverändert gebliebenen 

Hauptanforderungen (Replik zur aufschiebenden Wirkung, Rz. 23). Es 

gäbe auch keine objektiven Gründe für eine derart unterschiedliche Bewer-

tung der Auftragsanalysen durch dieselbe Bedarfsstelle in den beiden 

Durchgängen bei unverändert gebliebenen Hauptanforderungen (Replik 

zur aufschiebenden Wirkung, Rz. 27). Es sei schliesslich nicht wider-

sprüchlich, wenn sie einerseits verbleibende Mängel der Bewertungsme-

thode zur Bewertung der Auftragsanalyse ZK03 "Auftragsanalyse" und an-

dererseits die konkrete Bewertung der Auftragsanalyse durch die Bedarfs-

stelle und damit den Zuschlagsentscheid als willkürlich rüge (Replik zur 

aufschiebenden Wirkung, Rz. 20). 

7.2 Die Vergabestelle äussert sich zur Bewertung, sie habe die eingegan-

gene Auftragsanalyse pflichtbewusst nach der transparent bekanntgege-

benen Taxonomie vorgenommen. Auch vermöge die Beschwerdeführerin 

nicht beschaffungsrechtlich überzeugend darzulegen, in welchem Aspekt 

ihr die Vergabestelle mehr Punkte hätte geben müssen (Vernehmlassung, 

Rz. 34). 

  

B-4158/2021 

Seite 24 

7.3  

7.3.1 Im Rahmen der Offertbewertung kommt der Vergabestelle ein gros-

ser Ermessensspielraum zu, in welchen das Bundesverwaltungsgericht 

nicht eingreift (Art. 31 aBöB). Eine Korrektur der Noten- beziehungsweise 

Punktgebung kommt daher nur in Betracht, soweit sich diese nicht nur als 

unangemessen, sondern vielmehr als rechtsfehlerhaft erweist (vgl. Urteil 

des BVGer B-6082/2011 vom 8. Mai 2012 E. 2.2 f. "Kontrollsystem LSVA"; 

Zwischenentscheide des BVGer B-6762/2011 vom 26. Januar 2012 E. 4.1 

"Nachträge für die Systematische Sammlung des Bundesrechts" und 

B-4621/2008 vom 6. Oktober 2008 E. 6.3 mit Hinweisen "GIS-Software für 

Rail Geo System"; GALLI/MOSER/LANG/STEINER, a.a.O., Rz. 1388; vgl. zum 

Ganzen das Urteil des BVGer B-1185/2020 vom 1. Dezember 2020 

E. 4.2.3 "Zielvereinbarungen post 2020 Los 2"). Im Rahmen der Rechts-

konformitätsprüfung kann auch das Gebot der Gleichbehandlung der An-

bietenden relevant sein (vgl. Zwischenentscheid des BVGer B-3302/2019 

vom 24. September 2019 E. 11.3 "Stahlwasserbauten Ritomsee" und zum 

Ganzen grundlegend MARTIN BEYELER, Ziele und Instrumente des Verga-

berechts, Zürich 2008, Rz. 192 mit Hinweisen). 

7.3.2 Soweit sich einzelne Bewertungsrügen (vgl. E. 7.1 hiervor) als ganz 

oder teilweise begründet erweisen, setzt eine erfolgreiche Rüge gegen die 

erneute Bewertung unter ZK03 "Auftragsanalyse" ausserdem voraus, dass 

die neue, gerichtlich zuerkannte Punktzahl so hoch ist, dass das Angebot 

der Beschwerdeführerin insgesamt dasjenige der Zuschlagsempfängerin 

in der Gesamtpunktzahl übertrifft (vgl. das Urteil des BVGer B-743/2007 

vom 16. Dezember 2011 E. 3 "trattamento acque Monte Ceneri" und den 

Zwischenentscheid des BVGer B-3302/2019 vom 24. September 2019 

E. 12.3 "Stahlwasserbauten Ritomsee"). 

7.3.3 Ausgangspunkt zur Beantwortung der Frage, bei welcher Punktever-

teilung dies der Fall ist, ist die Rangliste für das Los 2 "IT-Lösung". Gemäss 

dem Pflichtenheft vom 26. März 2021 findet anhand der Zuschlagskriterien 

eine detaillierte Bewertung der Angebote statt. Die Punkteskala ist mass-

gebend für die Schlussrangliste in der Endabrechnung (Pflichtenheft, 

S. 27). Die Rangliste nach der Durchführung der Vergabe im vorliegenden 

Verfahren präsentiert sich im Evaluationsbericht wie folgt (Evaluationsbe-

richt, S. 7): 

B-4158/2021 

Seite 25 

Rang Anbie-

ter 

Punkte 

Qualitäts-

kriterien 

Punkte ZK 1 Preis in 
CHF exkl. 
MwSt. (Ge-
wichtetes 
Total) 

Punkte ZK 1 
Preis 

Punktetotal Erreichte Punkte 
in % vom Punk-
temaximum 

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 2
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k
te

 

  

Maximale Punktzahl 200 400 100 700  300 1000  

1  X._______ AG, (…) 200 370 100 670 1’496’100 172  842 84% 

2  Energie-Agentur 

der Wirtschaft 

(EnAW) 

200 30* 100 330 1'243’750 300  630 63% 

Rangliste Zuschlagsempfänger Los 2 

*  Das Evaluationsteam hat festgestellt, dass der Anbieter EnAW bei der Zweitevaluation nur noch ein Punktetotal von 

30 Punkten bei ZK3 erhält. Das Resultat resultiert aus den vom Verwaltungsgericht angeordneten detaillierten Bewer-

tungskriterien zur Nachverhandlung. Der Anbieter EnAW ist in der Nachverhandlung nicht in der Tiefe auf die einzelnen 

Kriterien eingegangen (vgl. Anhang 2) und hat infolgedessen nur einen niedrigen Erfüllungsgrad des ZK3 erreicht. 

 

7.3.4 Mit der vorliegenden Ausschreibung zum Los 2 konnten demnach 

insgesamt 1'000 Punkte erzielt werden. Davon entfallen auf das ZK01 

"Preis" maximal 300 Punkte, wovon die Beschwerdeführerin 300 Punkte 

und die Zuschlagsempfängerin 172 Punkte erlangte. Demgegenüber konn-

ten bei den qualitativen Kriterien ZK02 "Referenzen", ZK03 "Auftragsana-

lyse" und ZK04 "Benutzerfreundlichkeit" 700 Punkte erreicht werden. Beide 

Anbieter erzielten bei den Kriterien ZK02 und ZK04 die maximale Punkt-

zahl, namentlich von 200 Punkten beim ZK02 und von 100 Punkten beim 

ZK04. Die Angebote der Beschwerdeführerin und der Zuschlagsempfän-

gerin unterscheiden sich jedoch in qualitativer Hinsicht, soweit es um die 

Auftragsanalyse gemäss ZK03 geht. Unter ZK03 erreichte die Beschwer-

deführerin 30 Punkte und die Zuschlagsempfängerin 370 Punkte (Evalua-

tionstabelle in E. 0 hiervor). 

B-4158/2021 

Seite 26 

Von den gesamthaft 1'000 erzielbaren Punkten erhielt somit die Beschwer-

deführerin 630 Punkte und die Zuschlagsempfängerin 842 Punkte. Die 

Punktedifferenz zwischen der Beschwerdeführerin und der Zuschlagsemp-

fängerin beträgt daher 212 Punkte. Vor dem Hintergrund, dass die Ange-

bote gemäss den Zuschlagskriterien bewertet werden, wobei die Schluss-

abrechnung unter Einbezug aller Zuschlagskriterien massgebend ist 

(Pflichtenheft vom 26. März 2021, S. 27), würde die Beschwerdeführerin 

den Zuschlag erhalten, wenn sie zusätzlich 213 Punkte einholt. Um die 

Punkte aufzuholen, greift die Beschwerdeführerin ihre Bewertung unter 

dem ZK03 "Auftragsanalyse" an (vgl. E. 7.1 hiervor). Von den bereits er-

reichten 30 Punkten unter ZK03 "Auftragsanalyse" könnte die Beschwer-

deführerin noch 370 zusätzliche Punkte einholen, womit die Möglichkeit 

besteht, dass sie die Zuschlagsempfängerin einholt. Bei gleichbleibender 

Punktzahl der Zuschlagsempfängerin unter ZK03 (370 Punkte) müsste das 

Angebot der Beschwerdeführerin demnach statt mit 30 mit 243 Punkten bei 

ZK03 bewertet werden, um den Zuschlag zu erhalten. 

7.3.5 Zu prüfen ist demnach im Folgenden, ob die Bewertung des Ange-

bots der Beschwerdeführerin unter ZK03 "Auftragsanalyse" prima facie im 

Rahmen des der Vergabestelle zustehenden Ermessens lag und falls dies 

verneint wird, ob die Beschwerdeführerin prima facie die Punktedifferenz 

zur Zuschlagsempfängerin auszugleichen vermag, indem sie unter ZK 03 

"Auftragsanalyse" mindestens weitere 213 Punkte erzielt, sodass sie die 

Zuschlagsempfängerin in der Gesamtpunktzahl übertrifft. 

7.4  

7.4.1 Im Rahmen des Subkriteriums ZK03.1 "Vorgehen" wird verlangt, 

dass sich die Angebote auf die Methodik "Hermes" abstützen. Punkte wer-

den erteilt, wenn das Vorgehen plausibel und nachvollziehbar aufgezeigt 

wird und einen konkreten Bezug zur Realisierung einer IT Lösung aufweist. 

Dafür werden bis zu 60 Punkte gesprochen (Anforderungskatalog Nach-

verhandlung, S. 3 f.). Das Angebot der Beschwerdeführerin erhielt unter 

ZK03.1 "Vorgehen" 0 Punkte (Evaluation des Angebots der Beschwerde-

führerin unter ZK03, S. 1). Die Vergabestelle begründet dies wie folgt (An-

hang zum Evaluationsbericht, Evaluation des Angebots der Beschwerde-

führerin unter ZK03, S. 1): 

B-4158/2021 

Seite 27 

Bewertung von ZK3.1: 

Die Beschreibung der Methodik 

Zusammenfassung des Evaluationsteams mit den Feststellungen, welche für die Bewer-

tung ausschlaggebend sind: 

• Die Beschreibung der Methodik nach HERMES in Kapitel 3 ist inhaltlich aus öffentlich 

verfügbaren Quellen (z.B. Hermes Handbuch) entnommen. Der Bezug zum vorliegenden 

Auftrag wird nicht beschrieben. Die Beschreibung sagt deshalb nichts darüber aus, wie 

der vorliegende Auftrag unter der Verwendung der Methodik nach Hermes abgewickelt 

werden soll. 

• In der Auftragsanalyse wird bezüglich Vorgehen eine agile Methodik vorgeschlagen. Die 

Beschreibung ist generisch und inhaltlich aus öffentlich verfügbaren Quellen entnommen 

ohne Bezug zum vorliegenden Auftrag. Es ist im Angebot nicht nachvollziehbar, für wel-

che Arbeiten die Auftraggeberin einbezogen wird und welche Mitwirkung erwartet wird.  

Ergebnis: Keine Punktzahl, weil zwar die Methodik Hermes und die Methodik DevOps 

beschrieben werden, jedoch das Vorgehen nicht beschrieben wird und kein Bezug 

zum vorliegenden Auftrag aufgezeigt wird (gemäss Beschreibung der Anforderung).  

Punktzahl: 0 

 

7.4.2 Die Beschwerdeführerin bemängelt an dieser Bewertung zum 

ZK03.1 "Vorgehen", dass es gar nicht notwendig sei, einen Bezug zum vor-

liegenden Auftrag herzustellen, wenn aus dem Anforderungskatalog zu 

ZK03.1 weiter hervorgehe, dass der Bezug zu einer beliebigen IT-Lösung 

gemeint sei. Zudem gebe Hermes die gesamte Methodik und das Vorge-

hen genau vor. Hermes sei ein standardisiertes Verfahren mit Handbü-

chern. Es müsse deshalb nicht viel projektspezifisch definiert werden. Die 

Zuschlagsempfängerin habe ferner offenbar die Methodik “Hermes” aus-

führlich dargestellt, was bei der Beschwerdeführerin wiederholt negativ be-

wertet worden sei. Wenn die Methodik so ausführlich dargestellt wurde, 

stelle sich die Frage, wieviel Platz dann für die anderen Aspekte geblieben 

sei. Schliesslich sei unklar, wie es zusammenpassen würde, wenn im Eva-

luationsbericht die angeblich fehlende Tiefe der Auftragsanalyse der Be-

schwerdeführerin bemängelt wird und in der dem Evaluationsbericht ange-

hängten Übersicht über die Evaluation festgehalten wird, dass die Auf-

B-4158/2021 

Seite 28 

tragsanalyse der Beschwerdeführerin viel Text enthalte, diejenige der Zu-

schlagsempfängerin hingegen viele Bilder aufweise (Replik zur aufschie-

benden Wirkung, Rz. 14 ff.). 

7.4.3  

7.4.3.1 In Bezug auf die Beanstandung der Beschwerdeführerin, die An-

wendung der HERMES-Methoden sei nicht als Zuschlagskriterium geeig-

net, weil diese Methoden standardisiert seien, weshalb nicht viel projekt-

spezifisch angepasst werden müsse, ist zunächst auf die HERMES-Metho-

den einzugehen. Gemäss der Definition der Bundeskanzlei sind die HER-

MES-Methoden eine Projektmanagementmethode für Projekte im Bereich 

der Informatik, der Entwicklung von Dienstleistungen und Produkten sowie 

der Anpassung der Geschäftsorganisation. Es bestehen HERMES-Metho-

den zum Projekt- oder Programmmanagement. Beim Projektmanagement 

sind Szenarien vorgesehen. Die Anbieter können Standardszenarien an 

die Bedürfnisse ihrer Organisation und des Projekts anpassen (zum Bei-

spiel für IT-Infrastruktur). Ein Szenario ist aus Modulen zusammengesetzt. 

Ein Modul enthält verteilt über die Projektphasen Initialisierung, Konzept, 

Realisierung und Einführung die thematisch zusammengehörigen Aufga-

ben und Ergebnisse und die beteiligten Rollen. Zum Beispiel besteht beim 

Modul "Projektführung" in der "Konzeptphase" die Aufgabe "Risiken mana-

gen" (WEB-Lösung unter www.hermes.admin.ch, abgerufen am 8. Novem-

ber 2021). Selbst bei der Wahl der Projektmanagementmethode mit einem 

Standardszenario sind demnach die Module auf das Projekt anzupassen, 

indem dargelegt wird, wie die HERMES-Methoden angewandt werden. So 

wären beim Modul "Projektführung" in der Konzeptphase mögliche Risiken 

zu benennen, weshalb das vorliegend strittige Projekt "IT-Lösung für die 

die Erarbeitung, Umsetzung oder Überwachung der Zielvereinbarungen" 

nicht angemessen realisiert werden könnte und wie mit diesen Risiken um-

zugehen wäre. Somit setzt eine gute Beurteilung anhand des in Frage ste-

henden qualitativen Zuschlagskriteriums voraus, dass fallweise der Kon-

kretisierungsbedarf in Bezug auf die Anwendung der HERMES-Methoden 

erkannt wird. Es ist auch nicht zu beanstanden, dass die Vergabestelle die 

zusätzliche Darstellung in Bildern, soweit diesen im Kontext eine gewisse 

Aussagekraft zukommt, positiv bewertet.   

7.4.3.2 Weiter bemängelt die Beschwerdeführerin, wenn die Auftragsana-

lyse (durch die Zuschlagsempfängerin) detailliert dargestellt worden sei, 

bleibe für die Darstellung weiterer Aspekte kein Platz. Die Zuschlagsemp-

fängerin hätte somit die zulässige Anzahl von 10 Seiten gemäss ZK03 

B-4158/2021 

Seite 29 

überschritten. Die Beschwerdeführerin hat ein fünfseitiges Dokument mit 

dem Titel "Auftragsverständnis Los 2" mit Ausführungen zur Einleitung, zur 

Grundleistung und zu den Optionen sowie ein neunseitiges Dokument 

"Auftragsanalyse Los 2" mit Angaben zu den einzelnen ZK03.1, ZK03.2, 

ZK03.3 und ZK03.4 eingereicht samt einem einseitigen Anhang "Termin-

plan Los 2". Die Zuschlagsempfängerin hat demgegenüber 11 1/2 Seiten 

zur Auftragsanalyse unter ZK03 vorgelegt. Da das Angebot der Zuschlags-

empfängerin die maximale Seitenzahl von 10 Seiten nur geringfügig über-

schreitet und auch die Beschwerdeführerin die Vorgaben zur Seitenzahl 

nicht einhält, liegt prima facie keine unzulässige Bevorzugung des Ange-

bots der Zuschlagsempfängerin hinsichtlich der zulässigen Anzahl Seiten 

vor. 

7.4.4  

7.4.4.1 Schliesslich rügt die Beschwerdeführerin, bei der Bewertung des 

ZK03 "Auftragsanalyse" und damit auch des ZK03.1 "Vorgehen" würde 

eine Ungleichbehandlung gegenüber der Bewertung des Angebots der Be-

schwerdeführerin bestehen, sie sei willkürlich und die Vergabestelle würde 

mit der Bewertung ihr Ermessen überschreiten (Beschwerde, Rz. 39 ff.). 

Zu prüfen bleibt demnach, ob die beanstandete Punktevergabe unter 

ZK03.1 "Vorgehen" noch im Ermessen der Vergabestelle lag. 

7.4.4.2 Die Vergabestelle bringt vor, die Beschwerdeführerin habe sich 

nicht mit den HERMES-Methoden auseinandergesetzt. Die Beschwerde-

führerin wählte eines der HERMES-Szenarien des Projektmanagements 

und ergänzte es mit einem eigenen Modul zur Umsetzung der IT-Lösung. 

Sie umschreibt ausserdem ihr Vorgehen mit der sogenannten DevOps Me-

thode (etymologisch eine Kombination von "development" und "IT operati-

ons"). Die Wahl eines prima facie geeigneten Szenarios der HERMES-Me-

thoden, innert dem die IT-Lösung und ein Modul zur Umsetzung der Lö-

sung aufgezeigt werden, weist darauf hin, dass sich die Beschwerdeführe-

rin in die HERMES-Methoden eingelesen hat und diese auch anzuwenden 

wusste. Durch die Wahl des Szenarios und des relevanten Moduls wurde 

auch ein Zusammenhang zum vorliegenden Auftrag "IT-Lösung für die 

Überarbeitung, Umsetzung und Überwachung der Zielvereinbarungen" 

hergestellt. Das spricht dafür, die Offerte der Beschwerdeführerin insoweit 

nicht mit 0 Punkten zu bewerten. Es lässt sich indessen auch argumentie-

ren, um die halbe Punktzahl zu erreichen, hätte prima facie statt einer Ko-

pie der öffentlich verfügbaren Informationen zum Szenario eine Begrün-

B-4158/2021 

Seite 30 

dung der Wahl des Szenarios und eine Verknüpfung des gewählten Sze-

narios und Moduls mit der IT-Lösung stattfinden sollen. Zum Beispiel wäre 

je Modul darzulegen gewesen, welche konkreten Aufgaben, Ergebnisse 

und Rollen in den einzelnen Projetphasen des Projekts "IT-Lösung für die 

Erarbeitung, Umsetzung und Überwachung der Zielvereinbarungen" be-

stehen (vgl. E. 7.4.3.1 hiervor). Damit ergibt sich, dass es so oder anders 

rechtlich nicht zu beanstanden ist, dass die Beschwerdeführerin nicht die 

volle Punktzahl erhalten hat. Als Massstab kann auch das Angebot der Zu-

schlagsempfängerin beigezogen werden, das die vollen 60 Punkte erhielt. 

Die Zuschlagsempfängerin stellte die Projektphasen Konzeption, Realisie-

rung und Einführung gemäss Methodik “Hermes” dar, wobei sie für den 

vorliegenden Auftrag relevante Aspekte beschrieben hat. Ausserdem 

stellte sie den Bezug zur zu entwickelnden IT-Lösung tatsächlich her (Eva-

luation des Angebots der Zuschlagsempfängerin unter ZK03, S. 1). Ob die 

Vergabestelle in rechtlich haltbarer Weise zum Schluss gekommen ist, 

dass die Beschwerdeführerin das Vorgehen nicht, wie dies in ZK03.1 für 

die halbe Punktzahl gefordert wäre, plausibel oder nachvollziehbar aufge-

zeigt hat, kann demgegenüber mit Blick auf die nachfolgenden Ausführun-

gen offen bleiben. Mehr als 30 von 60 Punkten stehen der Beschwerdefüh-

rerin jedenfalls nicht zu.  

7.5  

7.5.1 Weiter beanstandet die Beschwerdeführerin die Bewertung unter 

dem ZK03.2 "Terminplan und Organisation". Das Subkriterium ZK03.2 

sieht vor, dass der Terminplan und die Organisation für die Realisierung 

aufzuzeigen sind. Dabei wird bewertet, ob die Organisation zum Vorhaben 

passt. Soweit die volle Punktzahl infrage steht, sind zudem die in der Or-

ganisation benötigten Rollen und Verantwortungen sowie Stellvertretungen 

aufzuzeigen. Für die Erreichung der vollen Punktzahl muss ferner der Ter-

minplan plausibel sein und alle wesentlichen Bestandteile enthalten. Eine 

Anbieterin kann unter ZK03.2 bis zu 60 Punkte erlangen (Anforderungska-

talog, S. 4). Die Beschwerdeführerin erreichte unter dem ZK03.2 gesamt-

haft 30 Punkte (Evaluation des Angebots der Beschwerdeführerin unter 

ZK03.2, S. 3). Die Vergabestelle begründet diese Bewertung wie folgt 

(Evaluation des Angebots der Beschwerdeführerin unter ZK03, S. 2): 

B-4158/2021 

Seite 31 

Bewertung von ZK3.2: 

Zusammenfassung des Evaluationsteams mit den Feststellungen, welche für die Bewer-

tung ausschlaggebend sind:  

• Die Anbieterin weist darauf hin, dass der vorgegebene Zeitrahmen für ein komplexes 

Projekt dieser Grössenordnung als ambitiös zu betrachten sei. Es wird nicht aufgezeigt, 

wie die Projektorganisation mit den verschiedenen Akteuren (Projektauftraggeber, Auf-

tragnehmer und Subunternehmen) ausgestaltet wird. 

• In der Auftragsanalyse wird die Organisation für die Realisierung nur genügend aufge-

zeigt. Es ist nicht aufgezeigt, wie die Organisation, mit der in Kapitel 3.2 von der Anbie-

terin beschriebenen agilen Methodik vorgesehen ist. Die Aufgaben und Verantwortungen 

der Rollen und die Zusammenarbeit mit der Auftraggeberin in der agilen Entwicklung sind 

ungenügend beschrieben. Insbesondere ist der Einbezug der Bedarfsstelle bei fachlichen 

Fragestellungen nicht ersichtlich und wurde nicht beschrieben. 

• Bei einigen Rollen sind keine Personen und keine Stellvertretungen genannt. Zum Qua-

litäts- und Risikomanager werden zum Beispiel keine Aussagen gemacht, wer diese Rol-

len in der gezeigten Projektorganisation übernimmt. 

Insgesamt ist die Beschreibung der Organisation als genügend zu betrachten. Bei einer 

Auftragserteilung müssten die einzelnen Rollen und Verantwortungen geklärt werden und 

die Inkonsistenzen bezüglich der agilen Rollen bereinigt werden 

• Im Terminplan sind am Ende der Entwicklung 4 Wochen für Testing eingeplant. Der 

Terminplan zeigt eine klassische Projektmethodik auf. Gleichzeitig wird im Text beschrie-

ben, dass die entwickelten Funktionalitäten zeitnah, wie in der Agilität (von der Anbieterin 

vorgeschlagene Methodik) üblich, auf einem Testsystem getestet und Erkenntnisse zu-

rückgemeldet werden können. Diese Darstellung ist widersprüchlich und daher nicht re-

alistisch und plausibel. Ein Testing bei der Datenmigration fehlt. 

• Die Anbieterin beschreibt, dass das Testing im Los 5 erfolgen wird (siehe Zusatzdoku-

ment Auftragsverständnis Los 2, Unterkapitel 2.3). Das ist falsch. Gemäss Pflichtenheft 

Kap. 3.3.1 Grundleistung Los 2 wird im Rahmen der Methode nach Hermes ein Testkon-

zept, eine Testfallbeschreibung und ein Testplan von der Anbieterin verlangt. Mit den 

Leistungen in Los 5 wird nur geprüft, ob die Berechnungen der Ziel- und Kennwerte mit 

der Richtlinie übereinstimmen. Es fehlt damit ein wesentlicher Bestandteil im Terminplan. 

B-4158/2021 

Seite 32 

Insgesamt ist die Beschreibung des Terminplans als genügend zu betrachten. Bei einer 

Auftragserteilung müssten die Unklarheiten und Inkonsistenzen bezüglich des beschrie-

benen agilen Vorgehens bereinigt werden und die fehlenden Bestandteile geplant wer-

den. 

Ergebnis: Halbe Punktzahl wird vergeben, weil einerseits in der Organisation die Rol-

len und Verantwortungen nicht nachvollziehbar aufgeführt sind, die Stellvertretungen 

nicht aufgeführt sind und der Zusammenhang zum agilen Vorgehen und der Einbezug 

der Auftraggeberin unklar ist. Andererseits ist der Terminplan teilweise nicht plausibel 

und es wurde ein wesentlicher Bestandteil nicht aufgenommen. 

Punktzahl: 30 

 

7.5.1.1 Die Beschwerdeführerin legt zur Begründung des ZK03.2 "Termin-

plan und Organisation" dar, zu Unrecht werde ihr vorgeworfen, den Quali-

täts- und Risikomanager nicht benannt zu haben, denn dieser müsse ge-

mäss den HERMES-Methoden vom Auftraggeber eingesetzt werden (Rep-

lik zur aufschiebenden Wirkung, Rz. 14). 

7.5.1.2 Zur Bewertung unter ZK03.2 "Terminplan und Organisation" ist hin-

sichtlich der "Organisation" festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin 

eine Organisationsstruktur gewählt hat, die auch die Rolle des Auftragge-

bers enthält und ausserdem Erklärungen zu Subunternehmen und deren 

Aufgaben angebracht werden. Insofern kann der Vergabestelle nicht voll-

umfassend gefolgt werden, wenn sie vorbringt, die Beschwerdeführerin 

habe nicht aufgezeigt, wie die Projektorganisation mit den verschiedenen 

Akteuren (Projektauftraggeber, Auftragnehmer und Subunternehmen) aus-

gestaltet wird. 

Allerdings fehlt eine klare Beschreibung der durch die Beschwerdeführerin 

in ihrer Organisationsstruktur aufgezeigten Rollen, Verantwortungen und 

der damit verbundenen Aufgaben. Die Darstellung der Beschwerdeführerin 

beschränkt sich auf allgemeine Ausführungen zu den bereits vorhandenen 

Kompetenzen in ihrer Organisation, wobei stattdessen prima facie eine Or-

ganisationstruktur mit Rollen, Verantwortungen und Aufgaben, wie sie im 

Organigramm dargestellt wurden, näher zu beschreiben gewesen wären. 

Das Angebot der Zuschlagsempfängerin als Vergleichsmassstab zeigt auf, 

dass die Aufgaben (wenn auch im Terminplan) umfassend und detailliert 

B-4158/2021 

Seite 33 

beschrieben wurden. Zur von der Beschwerdeführerin beschriebenen agi-

len Methode ist ferner festzuhalten, dass der von der Beschwerdeführerin 

dargelegte Einbezug der Bedarfs- und Geschäftsstelle tatsächlich nicht 

weiter ausgeführt wird. Damit kann offen bleiben, ob der Qualitäts- und Ri-

sikomanager von der Auftragnehmerin einzusetzen ist. 

Gesamthaft betrachtet erweist sich die Bewertung mit der halben Punktzahl 

prima facie als rechtskonform, weil für die volle Punktzahl die Rollen, Ver-

antwortungen und Aufgaben zwingend darzulegen sind, wobei für die halbe 

Punktzahl eine Abweichung von der für die volle Punktzahl notwendigen 

Darstellung zulässig ist (Anforderungskatalog, S. 4). Es ist prima facie 

nicht zu beanstanden, wenn eine wenig tiefgehende Darstellung der Orga-

nisation, namentlich der Rollen, Verantwortungen und Aufgaben zur Ertei-

lung der halben Punktzahl führt (Anforderungskatalog, S. 4). 

7.5.2  

7.5.2.1 Zum dargelegten Terminplan ist festzuhalten, dass die Beschwer-

deführerin ihrem Angebot eine Excel-Tabelle zum Terminplan beigelegt und 

in ihrem Angebot zusätzlich ausgeführt hat, es solle ein "agiles Vorgehen" 

gewählt werden. Gemäss dieser Tabelle besteht ein Testing von jeweils vier 

Wochen für das Modul "Zielvereinbarung" und das Modul "Monitoring". Die 

Beschwerdeführerin nimmt dabei entgegen der Darstellung der Vergabe-

stelle im Zusatzdokument Auftragsverständnis Los 2 im Unterkapitel 2.3 

nicht nur Bezug darauf, dass die Testabnahme im Los 5 erfolgt, sondern 

auch, dass ihr (wie im Pflichtenheft in Ziff. 3.3.1 vorgegeben) die Erstellung 

des Testkonzepts obliegt. Prima facie erfüllt die Beschwerdeführerin damit 

ihre Pflichten zur Erstellung des Testkonzepts. Der Vergabestelle ist indes 

zu folgen, soweit sie vorbringt, es bestehen Widersprüche im Terminplan, 

weil neben dem vorgesehenen Testing bei der Einführung zusätzlicher 

Funktionalitäten ein zeitnahes Testsystem bestehen soll. Ausserdem ist 

das Testing prima facie insofern unvollständig, als in der Rubrik Datenmig-

ration ein Testing für die Datenmigration fehlt. Schliesslich könnte der Ter-

minplan detaillierter darstellen, welche Ziele zu welchem Zeitpunkt erreicht 

werden sollen. Die Verwendung des Begriffs "agil" kompensiert dies nicht, 

soweit nicht ausgeführt wird, was dies im konkreten Zusammenhang be-

deutet. Die Zuschlagsempfängerin stellte in ihrer Auftragsanalyse denn 

auch gerade die Zielerreichung umfassend und detailliert dar. Es lag somit 

prima facie im Ermessen der Vergabestelle, den Terminplan der Beschwer-

deführerin lediglich als genügend zu bewerten mit der Begründung, der 

B-4158/2021 

Seite 34 

Terminplan sei gemäss dem Bewertungsschema nach ZK03.2 für die volle 

Punktzahl nicht vollständig, genügend realistisch und plausibel. 

7.5.3 Nach dem Gesagten entspricht die Bewertung der Vergabestelle mit 

der halben Punktzahl beziehungsweise mit 30 Punkten der Taxonomie 

nach ZK03.2 "Terminplan und Organisation", wonach für die halbe Punkt-

zahl "geringe Abweichungen zur Beschreibung für die volle Punktzahl be-

stehen" dürfen. Namentlich ist prima facie die Organisation nicht ausrei-

chend beschrieben und beim Terminplan bestehen prima facie leichte Wi-

dersprüche, dieser ist unvollständig und könnte umfassender und detail-

lierter ausfallen. In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass 

auch bei der Bewertung des Angebots der Zuschlagsempfängerin unter 

ZK03.2 ein strenger Massstab angewandt wurde, indem dargelegt wird, 

dass obwohl die Organisation zum Vorhaben passe und die benötigten Rol-

len und Verantwortungen aufgezeigt worden seien, die Stellvertretungen 

nicht genannt wurden, was bereits zu einem Abzug führte (Evaluation des 

Angebots der Zuschlagsempfängerin unter ZK03, S. 2). 

7.6  

7.6.1 Zudem beanstandet die Beschwerdeführerin auch die Bewertung an-

hand des ZK03.3 "Herausforderungen und Massnahmen". Das Zu-

schlagskriterium ZK03.3 verlangt, dass in der Auftragsanalyse die Heraus-

forderungen und Massnahmen bezogen auf den Auftrag aufgeführt wer-

den. Die Herausforderungen beziehen sich auf IT-spezifische Herausfor-

derungen, die sich aus der Realisierung der IT-Lösung ergeben. Die Anzahl 

erreichter Punkte hängt davon ab, wie viele zentrale Herausforderungen 

sowie geeignete Massnahmen beschrieben werden. Eine Anbieterin kann 

unter ZK03.3 bis zu 140 Punkte erzielen (Anforderungskatalog, Anhang 

001 zum Pflichtenheft, S. 4 f.). Die Beschwerdeführerin hat unter ZK03.3 

gesamthaft 0 Punkte erlangt (Evaluation des Angebots der Beschwerde-

führerin unter ZK03, S. 6). Nicht strittig sind die Bewertungen der Mass-

nahmen "Verschiedene Anspruchsgruppen" und "Wartbar- und Erweiter-

barkeit", da die Vergabestelle bei diesen die Nennung als zentrale Heraus-

forderung und Massnahme als erfüllt erachtet hat. Demnach hat die Be-

schwerdeführerin gemäss der Bewertung der Vergabestelle zwei "Heraus-

forderungen und Massnahmen" ausreichend beschrieben (Bewertung des 

Angebots der Beschwerdeführerin, S. 4 ff.). 

  

B-4158/2021 

Seite 35 

7.6.2  

7.6.2.1 Die Vergabestelle bewertet das Angebot der Beschwerdeführerin 

nach ZK03.3 "Herausforderungen und Massnahmen" zunächst im Hinblick 

auf die von der Vergabestelle als Herausforderung geschilderte "Projektab-

wicklung". Die Anforderungen an die Beschreibung der Herausforderung 

und geeigneter Massnahmen seien in diesem Punkt nicht erfüllt, wobei die 

Vergabestelle folgende Begründung vorbringt (Evaluation des Angebots 

der Beschwerdeführerin unter ZK03, S. 4): 

Herausforderungen und 

Massnahmen 

Befund 

Projektabwicklung (Kapitel 5.1 

der Auftragsanalyse) 

Die Anbieterin nennt in ihrem Angebot die Projektabwicklung als eine zentrale 

Herausforderung. Die Projektabwicklung wird als eine zentrale Herausforde-

rung gewertet. 

Es ist keine geeignete Massnahme aus der Beschreibung erkennbar. 

Vielmehr wird geschildert, welche Erfahrungen bereits vorhanden sind, dies 

aber ohne Bezug zur Projektabwicklung der IT-Lösung. Die simple Erwäh-

nung von Erfahrungen kann nicht als Massnahme gewertet werden, da hier 

nicht beurteilt werden kann, wie tatsächlich mit den Herausforderungen um-

gegangen wird und ob diese geeignet und zielführend sind.  

Diese Herausforderung und Massnahmen werden nicht als erfüllt anerkannt. 

 

7.6.2.2 Die Beschwerdeführerin bemerkt zu dieser Begründung für die Be-

wertung, dass – wenn die Projektabwicklung als Herausforderung zu se-

hen sei – alles als Massnahme gelte, was zur Lösung dieses Problems 

führe, mitunter auch die Auswahl eines Teams mit den geeigneten Skills 

und Erfahrungen (Replik zur aufschiebenden Wirkung, Rz. 14). 

7.6.2.3 Es liegt prima facie im Ermessen der Vergabestelle, die Projektab-

wicklung als Herausforderung anzuerkennen. So soll die IT-Lösung für die 

Erarbeitung neuer Zielvereinbarungen am 31. März 2022 und für das Mo-

nitoring am 31. November 2022 in Betrieb sein (Pflichtenheft vom 26. März 

2021, S. 11), wobei die IT-Lösung verschiedene Leistungen und Verträge 

umfasst (Pflichtenheft vom 26. März 2021, S. 7 f.). Soweit die Vergabe-

stelle darauf hinweist, dass die simple Erwähnung von Erfahrung nicht als 

B-4158/2021 

Seite 36 

Massnahme tauge, um dieses Projekt abzuwickeln, ist ihr prima facie zu 

folgen. So ist die Erfahrung in ähnlichen Projekten ohne Weiteres bereits 

gegeben und damit keine im Hinblick auf eine konkrete Herausforderung 

zu ergreifende Massnahme. Zwar wäre prima facie eine Darstellung der 

Personalpolitik eine Massnahme, die zur Projektrealisierung taugen 

könnte, indem sie argumentativ so verwendet wird, dass aufgezeigt wird, 

welche Mitarbeitenden weshalb in welcher Form in die Projektabwicklung 

involviert werden sollen. Die Tatsache, dass die Beschwerdeführerin ihre 

Personalpolitik erwähnt, wonach erfahrene Mitarbeitende für die Umset-

zung der IT-Lösung einzusetzen sind, ist im Rahmen einer Auftragsanalyse 

in der Tendenz zu allgemein. 

Die Vergabestelle hat daher prima facie den ihr zustehenden Ermessens-

spielraum beachtet, wenn sie die zentrale Herausforderung der Projektab-

wicklung mit den dargelegten Massnahmen als nicht erfüllt betrachtet hat 

mit der Begründung, die Massnahmen zur Projektabwicklung würden le-

diglich die Schilderung von Erfahrungen darstellen, ohne einen Bezug zu 

Massnahmen zur Projektabwicklung herzustellen. 

7.6.3  

7.6.3.1 Weiter sieht die Vergabestelle die von der Beschwerdeführerin dar-

gelegte "Datenmigration" als zentrale Herausforderung an, wobei sie diese 

Herausforderung und Massnahmen als nicht erfüllt erachtet mit folgender 

Begründung (Bewertung des Angebots der Beschwerdeführerin, S. 5): 

Herausforderungen und 

Massnahmen 

Befund 

Datenmigration (Kap. 5.3 der 

Auftragsanalyse) 

Die Anbieterin nennt in ihrem Angebot die Datenmigration als eine zentrale 

Herausforderung. Die Datenmigration wird als eine zentrale Herausforderung 

gewertet. 

Es ist eine Massnahme aus der Beschreibung erkennbar: 

«Es ist sehr wichtig, dass die Daten bezüglich zwingend und optional zu mig-

rierender Datenfelder sehr gut analysiert werden.» 

Darüber hinaus werden keine Massnahmen genannt.  

B-4158/2021 

Seite 37 

Die genannte Massnahme für diese Herausforderung ist allein nicht geeignet 

und zu wenig detailliert für die Behandlung der genannten Herausforderung. 

Diese Herausforderung und Massnahmen werden nicht als erfüllt anerkannt. 

 

7.6.3.2 Die Beschwerdeführerin wendet gegen die Bewertung der von ihr 

genannten Datenmigration als zentrale Herausforderung und Massnahme 

ein, die von ihr vorgebrachte Massnahme liege darin, nur diejenigen Daten 

zu migrieren, die künftig einen Nutzen haben. Es würde keinen logischen 

Unterschied zur von der Zuschlagsempfängerin vorgeschlagenen Import-

vorlage geben (Replik zur aufschiebenden Wirkung, Rz. 14). 

7.6.3.3 Zur Bewertung der Vergabestelle ist zunächst festzuhalten, dass 

die Vergabestelle prima facie im Rahmen des ihr zustehenden Ermessens 

gehandelt hat, indem sie die Datenmigration als Herausforderung bezeich-

nete. Gemäss Pflichtenheft vom 26. März 2021 sollen alle Datensätze, die 

zwischen den bisherigen Leistungserbringern act und EnAW und den Bun-

desämtern BAFU und BFE begründet wurden, migrieren, was insgesamt 

3'000 Datensätze betreffe (Pflichtenheft, S. 14). Die Migration eines hohen 

Datenvolumens birgt prima facie das Risiko einer fehlerhaften Übertragung 

und stellt damit eine Herausforderung dar. 

Dagegen hat die Vergabestelle prima facie das ihr zustehende Ermessen  

überschritten, indem sie im Rahmen der Beurteilung der Offerte der Be-

schwerdeführerin zur Bewältigung der Datenmigration die Massnahme, 

wonach Daten vor ihrer Migration auf ihren Nutzen in der IT-Lösung analy-

siert werden, für sich allein als nicht geeignete und zu wenig detaillierte 

Massnahme zur Behandlung der Herausforderung der Datenmigration an-

erkannte. Aus der Umschreibung der Beschwerdeführerin ergibt sich auch, 

dass Daten vor der Migration analysiert und sondiert werden sollen, was 

dazu beiträgt, Datenleichen zu verhindern, sodass prima facie ein Nutzen 

zur Übersichtlichkeit gestiftet wird. Vor allem aber ist prima facie nicht er-

sichtlich, worin sich diese Beschreibung von der durch die Vergabestelle 

als geeignete Massnahme der Zuschlagsempfängerin unterscheidet, die 

sie wie folgt zitiert: "Ausserdem werden Validierungsregeln definiert, wel-

che beim Import geprüft werden" (Bewertung des Angebots der Zuschlags-

empfängerin unter ZK03, S. 5). Daher erweist es sich jedenfalls mit Blick 

auf das Gleichbehandlungsgebot prima facie als nicht rechtskonform, 

B-4158/2021 

Seite 38 

wenn die Vergabestelle die Herausforderung und Massnahme bei der Da-

tenmigration nicht als erfüllt anerkennt. 

7.6.4  

7.6.4.1 Schliesslich erachtet die Vergabestelle die von der Beschwerdefüh-

rerin als zentrale Herausforderung genannte "Schnittstellenanpassung" 

nicht als separate zentrale Herausforderung und die Massnahme nicht als 

beschrieben. Dies begründet sie folgendermassen (Bewertung des Ange-

bots der Beschwerdeführerin unter ZK03, S. 6): 

Herausforderungen und 

Massnahmen 

Befund 

Schnittstellenanpassung (Kapi-

tel 5.5 der Auftragsanalyse) 

Die Anbieterin nennt in ihrem Angebot die Schnittstellenanpassung als eine 

zentrale Herausforderung. 

Die genannte Herausforderung ist insbesondere durch die mangelnde Tiefe 

der Beschreibung nicht von der Herausforderung 5.4 Wartbar- und Erweiter-

barkeit zu unterscheiden. Sie wird nicht als separate zentrale Herausforde-

rung gewertet. 

Es ist eine Massnahme aus der Beschreibung erkennbar: 

«Durch den Einsatz des Applikationsframeworks wsHeron der Firma weroSoft 

ist eine flexible Anbindung verschiedener Schnittstellen mit ihren proprietären 

Datenformaten und Protokollen möglich und in Zukunft einfach anpassbar.» 

 Es ist nicht beschrieben, um was es geht beim Applikationsframework und 

was der Nutzen ist. 

Diese Herausforderung und Massnahmen werden nicht als erfüllt anerkannt, 

da die Herausforderung sowie die Massnahmen zu ähnlich sind zur zentralen 

Herausforderung Wart- und Erweiterbarkeit. 

 

7.6.4.2 Die Beschwerdeführerin hält zur Bewertung der Schnittstellenan-

passung fest, es handle sich bei Schnittstellen zum Bundesamt für Energie 

(BFE) um eine IT-spezifische Herausforderung, wobei als Massnahme ein 

Framework von Werosoft genannt werde (Replik zur aufschiebenden Wir-

kung, Rz. 14). 

B-4158/2021 

Seite 39 

7.6.4.3 Die Vergabestelle bewegt sich mit ihrer Bewertung der Schnittstel-

lenanpassung im Rahmen des ihr zustehenden Ermessens, weil die Wart-

bar- und Erweiterbarkeit prima facie eng mit den Schnittstellenanpassun-

gen zusammenhängt. Es ist namentlich prima facie davon auszugehen, 

dass durch die Schnittstellen die IT-Lösung erweitert werden kann, womit 

die Schnittstellenlösung auch als Massnahme zur Wartbar- und Erweiter-

barkeit erachtet werde könnte. So werden durch die als Massnahme ge-

nannte Softwarelösung tatsächlich weitere Anbindungen ermöglicht. Die 

Beschwerdeführerin zählt in ihrem Angebot gerade die Möglichkeiten der 

Anbindung auf, die sich aus der Anwendung des Applikationsframeworks 

ergeben, womit der Vergabestelle prima facie nicht gefolgt werden kann, 

wenn sie sich auf die fehlende Umschreibung bezieht. Somit ist die Beur-

teilung, dass sich die Herausforderung und Massnahme der Schnittstellen-

anpassung im vorliegenden Zusammenhang nicht von Wartbar- und Erwei-

terbarkeit der IT-Lösung trennen lassen, prima facie mit Blick auf den Er-

messensspielraum der Vergabestelle aus rechtlicher Sicht nicht zu bean-

standen. 

7.6.5 Die Beschwerdeführerin hat somit im Rahmen des ZK03.3 "Heraus-

forderungen und Massnahmen" prima facie gesamthaft drei Herausforde-

rungen und geeignete Massnahmen benannt und beschrieben, namentlich 

"Verschiedene Anspruchsgruppen", "Wartbar- und Erweiterbarkeit" und 

prima facie auch die "Datenmigration", womit dem Angebot gemäss der 

Taxonomie unter ZK03.3 für die Beschreibung von drei bis vier zentralen 

Herausforderungen sowie geeigneten Massnahmen dazu gesamthaft 70 

Punkte zu erteilen sind, um eine insoweit rechtskonforme Bewertung zu 

erreichen. 

7.7  

7.7.1 Ferner bemängelt die Beschwerdeführerin die Bewertung unter dem 

Zuschlagskriterium ZK03.4 "Besondere Funktionalitäten". Das ZK03.4 

"Besondere Funktionalitäten" verlangt, dass in der Auftragsanalyse beson-

dere Funktionalitäten der angebotenen IT-Lösung beschrieben werden. 

Massgebend für die Anzahl Punkte ist, wie viele der im Auftrag beschrie-

benen Funktionen mit einem messbaren Mehrwert für die Bedarfsstelle 

aufgeführt werden. Eine Anbieterin kann unter ZK03.4 bis zu 140 Punkte 

erhalten (Anforderungskatalog, S. 5). Vorab führt die Vergabestelle im Rah-

men ihrer Bewertung anhand des ZK03.4 aus, in der Auftragsanalyse der 

Beschwerdeführerin würden im Kapitel 5.6 "Besondere Funktionalitäten" 

fünf Funktionalitäten aufgeführt, worauf in den Kapiteln 5.7, 5.8 und 5.9 

B-4158/2021 

Seite 40 

weitere Beschreibungen von Elementen folgten, die aus Sicht der Anbiete-

rin von Nutzen sein könnten (Evaluation des Angebots der Beschwerde-

führerin unter ZK03, S. 7). Die Beschwerdeführerin erhielt 0 Punkte, weil 

sie überhaupt keine besondere Funktionalität mit einem Mehrwert für die 

Bedarfsstelle aufgezeigt habe (Evaluation des Angebots der Beschwerde-

führerin unter ZK03, S. 9). 

7.7.2  

7.7.2.1 Die Vergabestelle bewertet zunächst die von der Beschwerdefüh-

rerin vorgebrachte besondere Funktionalität "QS [Qualitätssicherung] in 

Echtzeit in der Applikation mit Unterstützung von künstlicher Intelligenz". 

Sie bewertet die Funktionalität folgendermassen (Evaluation des Angebots 

der Beschwerdeführerin, S. 7): 

Besondere Funktionalitäten Befund 

QS in Echtzeit in der Applikation mit Unterstüt-

zung von künstlicher Intelligenz (Kapitel 5.6.1 

der Auftragsanalyse) 

Die beschriebene Funktionalität ist Teil des Pflichtenhefts 

(Option 5) und in den Anforderungen bereits enthalten. 

Die QS in Echtzeit in der Applikation mit Unterstützung von 

künstlicher Intelligenz wird daher nicht als besondere Funk-

tionalität gewertet. 

 

7.7.2.2 Die Beschwerdeführerin führt zu dieser Bewertung aus, soweit der 

Bewertung der fehlende messbare Mehrwert für die Vergabestelle entge-

gengesetzt werde, sei darauf hinzuweisen, dass der Nutzen nicht aus einer 

subjektiven Sicht, sondern aus einer objektiven und effektiv messbaren 

Warte beurteilt werden solle. Es stelle sich die Frage, inwiefern es sich da-

bei überhaupt um ein sachgerechtes Bewertungskriterium handle, welches 

überdies nicht in nachvollziehbarer Weise messbar sei. So könne der Nut-

zen einer Qualitätssicherung in Echtzeit objektiv nicht bemängelt werden, 

wenn diese im Rahmen der Grundleistung und damit ohne Zusatzkosten 

umgesetzt werde (Replik zur aufschiebenden Wirkung, S. 11 f.). 

7.7.2.3 Es liegt im Rahmen des Ermessens der Vergabestelle, eine Funk-

tionalität mit einem Zusatznutzen zu fordern, worunter eine gemäss den 

Ausschreibungsunterlagen noch nicht vorgesehene und damit "neue" 

Funktionalität verstanden wird. Ebenso sprengt es nicht das Ermessen der 

Vergabestelle, wenn sie als Zusatznutzen beziehungsweise "Mehrwert für 

B-4158/2021 

Seite 41 

die Bedarfsstelle" den objektiv messbaren Mehrwert zum Abschluss und 

zur Abwicklung einer Zielvereinbarung sieht. Die Vergabestelle bezieht sich 

denn auch auf den Mehrwert im Sinne eines Mehrwerts für die Abwicklung 

von Zielvereinbarungen. So führt sie im Rahmen der Evaluation des Ange-

bots der Zuschlagsempfängerin zu ZK03.4 "besondere Funktionalitäten" 

namentlich zur Funktionalität "Konfigurierbarkeit von Importvorlagen" auf, 

mit der dadurch beschleunigten Abwicklung von Zielvereinbarungen werde 

der Aufwand minimiert und die Benutzerfreundlichkeit erhöht, weshalb ein 

Zusatznutzen gegeben sei (Evaluation des Angebots der Zuschlagsemp-

fängerin unter ZK03, S. 6). 

7.7.2.4 Von Bedeutung ist demnach zunächst, ob eine besondere Funktio-

nalität mit einem messbaren Mehrwert für die Bedarfsstelle gemäss Be-

schreibung des ZK03.4 "Besondere Funktionalitäten" im Anforderungska-

talog (Anforderungskatalog, S. 5) besteht. Zur Bewertung der Vergabe-

stelle, die von der Beschwerdeführerin unter ZK03.4 "Besondere Funktio-

nalitäten" dargelegte "Qualitätssicherung durch die Nutzung künstlicher In-

telligenz" sei ohnehin im Pflichtenheft enthalten und daher keine beson-

dere Funktionalität, ist festzuhalten, dass im Pflichtenheft vom 26. März 

2021 für die Option 5 "Weiterentwicklungen" unter anderem Angaben zur 

"Qualitätssicherung durch Nutzung künstlicher Intelligenz" gefordert wer-

den. Gemäss Kapitel 2.5.1 des Pflichtenhefts vom 26. März 2021 

(S. 16) werden unter anderem durch den Abgleich verschiedener Eingabe-

felder und bestehender Daten neue Einträge auf Fehler überprüft und dem 

Nutzer mögliche fehlerhafte Einträge angezeigt. Die Beschwerdeführerin 

spezifiziert in ihrer Analyse dieses Vorgehen und verweist, soweit sich 

diese Spezifikation auf die Nutzung künstlicher Intelligenz bezieht, auf die 

Option 5. Gesamthaft betrachtet liegt die Funktionalität jedoch zu nahe, als 

dass die Qualifikation als neue Funktionalität mit besonderem Nutzen er-

stritten werden könnte, weil die vorgetragene Qualitätssicherung von der 

Grundidee her (Qualitätssicherung) und vom Vorgehen her (Abgleich von 

Daten, Einsatz künstlicher Intelligenz) stark der Qualitätssicherung gemäss 

Pflichtenheft vom 26. März 2021 entspricht. Es lag somit im Ermessen der 

Vergabestelle, die Qualitätssicherung durch künstliche Intelligenz mit Blick 

auf die diesbezüglichen Anforderungen gemäss Pflichtenheft nicht als Neu-

heit mit besonderem Mehrwert und damit auch nicht als besondere Funk-

tionalität mit einem Zusatznutzen, mit dem sich das Angebot der Beschwer-

deführerin von demjenigen anderer Anbieter abhebt, zu sehen. Demzu-

folge lag es prima facie auch im Ermessen der Vergabestelle, der Be-

schwerdeführerin für die Aufführung der Qualitätssicherung in Echtzeit in 

B-4158/2021 

Seite 42 

der Applikation mit Unterstützung von künstlicher Intelligenz keine Punkte 

zu erteilen. 

7.7.3  

7.7.3.1 Die Vergabestelle bewertet die von der Beschwerdeführerin darge-

legten Funktionalitäten "Korrekturmanagement" und "Änderungswesen". 

Sie erachtet diese nicht als besondere Funktionalität mit folgender Begrün-

dung (Evaluation des Angebots der Beschwerdeführerin unter ZK03, S. 5): 

Besondere Funktionalitäten Befund 

Korrekturmanagement (Kapitel 5.6.2 der Auf-

tragsanalyse) 

Die beschriebene Funktionalität ist Teil der Richtlinie zu den 

Zielvereinbarungen und somit Teil der Ausschreibung und in 

den Anforderungen bereits enthalten. Zudem ist diese Funk-

tionalität bei den bestehenden und abzulösenden IT-Lösun-

gen bereits implementiert und somit nichts Neues. 

Das Korrekturmanagement wird daher nicht als besondere 

Funktionalität bewertet. 

Änderungswesen Zielvereinbarungen (Kapi-

tel 5.6.3 der Auftragsanalyse) 

Die beschriebene Funktionalität ist Teil der Richtlinie zu den 

Zielvereinbarungen und somit Teil der Ausschreibung und in 

den Anforderungen bereits enthalten. Zudem ist diese Funk-

tionalität bei den bestehenden und abzulösenden IT-Lösun-

gen bereits implementiert und somit nichts Neues. 

Das Änderungswesen Zielvereinbarungen wird daher nicht 

als besondere Funktionalität gewertet. 

 

7.7.3.2 Die Beschwerdeführerin legt zur Begründung dar, entgegen der 

Vergabestelle würden das "Korrekturmanagement" und das "Änderungs-

wesen" in den Anforderungen zum Los 2 nicht aufgeführt werden. In Kapi-

tel 8.4.4 "Korrektur von fehlerhaften Eingaben im Monitoring" der "Richtli-

nie zu Zielvereinbarungen mit dem Bund zur Steigerung der Energieeffizi-

enz und Verminderung der CO2-Emissionen" sei lediglich von Möglichkei-

ten von Korrekturen die Rede (Replik zur aufschiebenden Wirkung, 

S. 11 f.). 

B-4158/2021 

Seite 43 

7.7.3.3 Zu prüfen ist demnach, inwiefern das "Änderungswesen" und "Kor-

rekturmanagement" neuartig sind (vgl. E. 7.7.2.3 hiervor). Der Entwurf vom 

10. September 2019 der "Richtlinie zu Zielvereinbarungen mit dem Bund 

zur Steigerung der Energieeffizienz und Verminderung der CO2-Emissio-

nen" (Vorakte 1.7 im Verfahren B-1185/2021), die gemäss Kopfzeile der 

Titelseite dem Eidgenössischen Departement für Umwelt, Verkehr, Energie 

und Kommunikation UVEK und dem Bundesamt für Energie BFE zuzu-

rechnen ist, beschreibt Zielvereinbarungen. Gegenstand der Richtlinie ist 

gemäss Ausführungen auf der Titelseite namentlich, wie Zielvereinbarun-

gen für die Rückerstattung des Netzzuschlags, den Vollzug des Grossver-

brauchermodells in den Kantonen oder als freiwillige Massnahme verwen-

det werden. Die Richtlinie beschreibt betreffend Monitoring in Kapitel 8.4.4 

"Korrektur von fehlerhaften Eingaben im Monitoring" die Situation, dass 

eine fehlerhafte Eingabe für ein bereit