# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 287b6c4a-32f9-57b0-8f91-1ac3a5cbea4d
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-11-09
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 09.11.2009 E-2868/2007
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-2868-2007_2009-11-09.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-2868/2007
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  9 .  N o v e m b e r  2 0 0 9

Richter Bruno Huber (Vorsitz),
Richter Daniel Schmid,
Richterin Christa Luterbacher, 
Gerichtsschreiber Thomas Hardegger.

A._______, Sri Lanka,
B._______, 
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung; 
Verfügung des BFM vom 21. Februar 2007 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-2868/2007

Sachverhalt:

A.
Der Beschwerdeführer stellte mit  an die Schweizerische Botschaft  in 
Colombo  gerichtetem,  englischsprachigem  Schreiben  vom  20.  Juni 
2006 (Eingang Botschaft: 26. Juni 2006) ein Asylgesuch. Die Botschaft 
forderte ihn mit Schreiben vom 20. Juli 2006 auf, die Vorbringen detail-
liert aufzulisten und allfällige Beweismittel sowie Kopien von Identitäts-
papieren bis zum 21. August 2006 einzureichen, sofern er an seinem 
Gesuch festhalten wolle. Mit englischsprachigen Schreiben vom 1. Au-
gust (Eingang Botschaft: 21. August 2006) und 17. Oktober 2006 (Ein-
gang Botschaft: 19. Oktober  2006)  präzisierte  der Beschwerdeführer 
seine Angaben. 

Mit  Eingabe vom 1. August 2006 wurden Kopien zahlreicher Beweis-
mittel eingereicht (Akten BFM A 3/77), unter anderem Medienberichte 
zu konkreten Ereignissen in der Region C._______. Mit ergänzendem 
Schreiben vom 17. Oktober 2006 teilte der Beschwerdeführer mit, dass 
am (...) 2006 ein (...) erschossen worden sei. 

B.
Am 14. Dezember 2006 wurde der Beschwerdeführer durch einen Mit-
arbeiter der Botschaft in Colombo zu den Asylgründen befragt. In der 
Folge reichte er weitere Beweismittel zu den Akten, darunter zwei Affi-
davits vom 1. und 12. Dezember 2006.

C.
Der Beschwerdeführer gab in seinen Eingaben und in der Anhörung 
an, ein (...) Tamile aus C._______ zu sein. Er stehe seit (...) - bis auf 
eine  (...)  Abwesenheit  im  Jahr  (...)  -  als  Polizist  in  der  Region 
C._______  im  Einsatz,  wo  er  (...).  Nur  wegen  seiner 
Abkommandierung  sei  er  im  Jahr  (...)  einem  Angriff  der  Liberation 
Tigers of Tamil Eelam (LTTE) entgangen, welcher (...). Im selben Jahr 
sei er in seinem ehemaligen Haus in (...) von Muslims angegriffen wor-
den,  wobei  (...)  umgekommen seien. Er  habe Hab und Gut  verloren 
und sei deshalb nach C._______ gezogen. Politisch habe er sich nicht 
betätigt. Im Jahr 1994 habe er - wie alle anderen tamilischen Polizisten 
(...) auch - ein Schreiben der LTTE erhalten. Darin seien sie ultimativ 
aufgefordert  worden,  den  Polizeidienst  zu  verlassen.  Er  habe  die 
Aufforderung nicht befolgt, obwohl ihm für den Fall der Nichtbeachtung 
mit  dem Tod gedroht  worden sei. Die srilankischen Behörden hätten 

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ihn  verdächtigt,  mit  der  Organisation  zusammenzuspannen. Im  Jahr 
2004 (...). Am (...) 2006 habe er die Aufforderung erhalten, sich mit der 
LTTE zu treffen. Aus Furcht sei er dem Treffen ferngeblieben. Am (...) 
2006 sei ihm die Nachricht zugegangen, die LTTE habe ihn zum Tod 
verurteilt,  und mit  Schreiben der LTTE vom (...)  2006 sei er darüber 
orientiert  worden, dass seine Person zum Abschuss freigegeben sei. 
Im Zeitraum von (...) bis (...) 2006 habe er Drohanrufe der LTTE und 
von Unbekannten erhalten, die ihn zum Verlassen des Polizeidienstes 
hätten  bewegen  wollen.  Viele  Berufskollegen  seien  umgebracht 
worden.  Er  sei  selbst  in  Colombo  des  Lebens  nicht  sicher.  Der 
Beschwerdeführer bestätigte auf Anfrage hin, sein Gesuch ursprüng-
lich aus Furcht vor allfälligen generellen Nachteilen und nicht wegen 
konkreter ihm angedrohter Nachteile gestellt zu haben. 

D.
Mit  Schreiben vom 14. Dezember  2006  übermittelte  die  Schweizeri-
sche Botschaft  in  Colombo die Gesuchsunterlagen mit  ihren Anmer-
kungen dem BFM.

E.
Das  BFM  verweigerte  dem  Beschwerdeführer  mit  Verfügung  vom 
21. Februar 2007 - eröffnet via die Botschaft am 12. März 2007 - die 
Einreise  in  die  Schweiz  und  lehnte  dessen  Asylgesuch  gestützt  auf 
Art. 20 Abs. 2 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31] 
i.V.m. Art. 3 AsylG ab. 

F.
Mit englischsprachiger Eingabe vom 31. März 2007 (Eingangsstempel 
der Botschaft in Colombo: 9. April 2007) beantragte der Beschwerde-
führer “to reconsider your decision“. Er ersuchte um Aufhebung der an-
gefochtenen  Verfügung  und  um  Bewilligung  der  Einreise  in  die 
Schweiz; es  sei  die  Flüchtlingseigenschaft  festzustellen  und ihm als 
Folge davon Asyl zu gewähren. 

G.
Am 17. April 2007 übermittelte die Botschaft die Beschwerde mit ihren 
Bemerkungen  aus  Gründen  der  Zuständigkeit  dem  Bundesverwal-
tungsgericht.

H.
Mit  Stellungnahmen vom 2. Mai  2007 (Vernehmlassung)  und 8. Mai 
2008 (ergänzende Stellungnahme im Anschluss an den Entscheid des 

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Schweizerischen Bundesverwaltungsgerichts [BVGE] 2008/2), die dem 
Beschwerdeführer  mit  diesem  Urteil  zur  Kenntnis  gebracht  werden, 
beantragte das BFM die Abweisung der Beschwerde. Die Sicherheits-
lage  im  (...)  Sri  Lankas  sei  seit  der  Einschätzung  vom 21.  Februar 
2007  besser  geworden.  Der  Beschwerdeführer  könne  im  Falle  von 
Problemen seitens der LTTE auf den Schutz der heimischen Behörden 
zählen. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005 (VGG, SR 173.32)  beurteilt  das Bundesverwaltungsgericht  Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 
20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 
172.021),  sofern  keine  Ausnahme  nach  Art.  32  VGG  vorliegt.  Als 
Vorinstanzen gelten die in Art. 33 VGG genannten Behörden. Dazu ge-
hören Verfügungen des BFM auf dem Gebiet des Asyls; das Bundes-
verwaltungsgericht entscheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 
AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 
2005 [BGG, SR 173.110]). Gemäss ständiger Praxis erstreckt sich die 
Zuständigkeit der Beschwerdeinstanz aufgrund des engen sachlichen 
Zusammenhangs auch auf  die  Verweigerung der  Einreisebewilligung 
im Sinne von Art. 20 Abs. 2 AsylG (vgl. Entscheidungen und Mitteilun-
gen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK]  2000  Nr. 
12).

1.2 Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrich-
tige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachver-
halts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

1.3 Die Beschwerde ist  nicht in einer Amtssprache des Bundes (vgl. 
Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 33a VwVG und Art. 70 Abs. 1 der Bundesver-
fassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft  vom 18. April  1999 
[BV, SR 101]) abgefasst. Im vorliegenden Fall hat das Bundesverwal-
tungsgericht  praxisgemäss  aus  prozessökonomischen  Gründen  auf 
eine  Rückweisung  der  englischsprachigen  Beschwerde  und  Beweis-
mittel zur Übersetzung in eine Amtssprache verzichtet, da die einge-
reichten  Eingaben  verständlich  abgefasst  sind. Der  vorliegende Ent-

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scheid ergeht in deutscher Sprache (vgl. Art. 33a Abs. 2 f. VwVG i.V.m. 
Art. 6 AsylG).

1.4 Die angefochtene Verfügung wurde dem Beschwerdeführer am 12. 
März 2007 via die Schweizerische Botschaft in Colombo eröffnet. Die 
Beschwerdeschrift  datiert  vom 31.  März  2009  und  traf  bei  der  Bot-
schaft am 9. April 2009 ein, womit die 30-tägige Beschwerdefrist ein-
gehalten ist.

1.5 Der Beschwerdeführer hat vor der Vorinstanz am Verfahren teilge-
nommen,  ist  durch  die  Verfügung  besonders  berührt  und  hat  ein 
schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung, womit 
er  zur  Beschwerdeerhebung  legitimiert  ist.  Die  Beschwerde  ist  frist- 
und formgerecht eingereicht. Auf die Beschwerde ist einzutreten (Art. 
105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG; Art. 48 Abs. 1, Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 
VwVG).

2.

2.1 In  formeller  Hinsicht  ist  zunächst  festzuhalten,  dass  ein  Asylge-
such im Ausland bei einer Schweizerischen Botschaft gestellt werden 
kann, welche dieses mit  einem Bericht an das Bundesamt überweist 
(Art. 19 und Art. 20 Abs. 1 AsylG). Die Schweizerische Botschaft führt 
mit der asylsuchenden Person in der Regel eine Befragung durch (Art. 
10  Abs.  1  der  Asylverordnung 1  vom  11. August  1999  über  Verfah-
rensfragen [AsylV 1, SR 142.311]). Ist dies nicht möglich, so wird die 
asylsuchende Person von der Botschaft aufgefordert, ihre Asylgründe 
schriftlich  festzuhalten  (Art.  10  Abs. 2  AsylV  1).  Das  Bundesverwal-
tungsgericht hat in Auslegung dieser Bestimmungen in BVGE 2007/30 
erkannt, dass sich die Unmöglichkeit einer Befragung aus organisato-
rischen  oder  kapazitätsmässigen  Gründen  bei  der  jeweiligen  Bot-
schaft, aus faktischen Hindernissen im betreffenden Land oder aus bei 
der asylsuchenden Person liegenden persönlichen Gründen ergeben 
kann (BVGE a.a.O. E. 5.2 f.). Da die Anhörung der Sachverhaltserstel-
lung und der Gewährung des rechtlichen Gehörs dient, ist die asylsu-
chende  Person  bei  gegebener  Unmöglichkeit  einer  Anhörung  unter 
Hinweis auf ihre Mitwirkungspflicht in einem individualisierten Schrei-
ben mittels konkreter Fragen aufzufordern, ihre Asylgründe schriftlich 
festzuhalten; ein  standardisiertes Schreiben vermag diesen Anforde-
rungen damit in aller Regel nicht zu genügen (BVGE a.a.O. E. 5.4 f.). 
Allerdings kann sich eine Befragung beziehungsweise eine schriftliche 
Sachverhaltsabklärung  erübrigen,  wenn  der  Sachverhalt  bereits  auf-

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grund  des  eingereichten  Asylgesuchs  als  entscheidreif  erstellt  er-
scheint, sei es, dass die asylsuchende Person die Einreisebedingun-
gen erfüllt, sei es, dass das Asylgesuch als aussichtslos erachtet wird; 
im  letzteren  Fall  ist  der  asylsuchenden  Person  aber  im  Sinne  des 
rechtlichen  Gehörs  die  Gelegenheit  zu  geben,  sich  zu  einem  vor-
aussichtlichen  negativen  Entscheid  zumindest  schriftlich  zu  äussern 
(BVGE a.a.O. E. 5.7). Schliesslich ist das Bundesamt in jedem Fall ge-
halten zu begründen, weshalb von einer Befragung abgesehen wurde 
(BVGE a.a.O. E. 5.6 f.).

2.2 Vorliegend führte die Schweizerische Botschaft in Colombo nach 
einem Schriftenwechsel mit dem Beschwerdeführer eine rechtsgenüg-
liche persönliche Befragung gemäss Art. 10 Abs. 1 AsylV 1 durch. Da-
mit  genügte das Bundesamt den oben beschriebenen Voraussetzun-
gen (BVGE 2007/30).

3.  
Es ist im Folgenden in materieller Hinsicht zu prüfen, ob das BFM dem 
Beschwerdeführer zu Recht die Einreise in die Schweiz verwehrt und 
das Asylgesuch abgewiesen hat.

Das BFM kann ein im Ausland gestelltes Asylgesuch ablehnen, wenn 
die asylsuchenden Personen keine Verfolgung glaubhaft machen kön-
nen oder ihnen die Aufnahme in einem Drittstaat  zugemutet  werden 
kann (vgl. Art. 3, Art. 7 und Art. 52 Abs. 2 AsylG). Gemäss Art. 20 Abs. 
2 AsylG bewilligt das Bundesamt Asylsuchenden die Einreise zur Ab-
klärung des Sachverhaltes, wenn ihnen nicht zugemutet werden kann, 
im  Wohnsitz-  oder  Aufenthaltsstaat  zu  bleiben  oder  in  ein  anderes 
Land auszureisen. 

Bei  diesem Entscheid  sind  die  Voraussetzungen  zur  Erteilung  einer 
Einreisebewilligung restriktiv zu umschreiben, wobei den Behörden ein 
weiter  Ermessensspielraum  zukommt.  Neben  der  erforderlichen  Ge-
fährdung im Sinne von Art. 3 AsylG sind namentlich die Beziehungs-
nähe zur Schweiz, die Möglichkeit der Schutzgewährung durch einen 
anderen  Staat,  die  Beziehungsnähe zu anderen Staaten,  die  prakti-
sche  Möglichkeit  und  objektive  Zumutbarkeit  zur  anderweitigen 
Schutzsuche sowie die voraussichtlichen Eingliederungs- und Assimi-
lationsmöglichkeiten in Betracht zu ziehen.

Ausschlaggebend  für  die  Erteilung  der  Einreisebewilligung  ist  dabei 
die Schutzbedürftigkeit der betroffenen Person, mithin die Prüfung der 

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Frage, ob eine Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG glaubhaft  ge-
macht wird, und, bejahendenfalls, ob es aufgrund der ganzen Umstän-
de geboten erscheint, dass es die Schweiz ist, die den notwendigen 
Schutz gewährt, sowie, bei unvollständiger Sachverhaltserstellung, ob 
der  Verbleib  am Aufenthaltsort  für  die  Dauer  der  Sachverhaltsabklä-
rung zugemutet werden kann.

4.  
4.1 Zur  Begründung  der  angefochtenen  Verfügung  führte  das  BFM 
aus, vor dem Hintergrund der äusserst schwierigen Lage in Sri Lanka 
und  angesichts  der  Tätigkeit  des  Beschwerdeführers  als  Polizist  sei 
nachvollziehbar, dass er in seiner Wohnregion ernsthafte Nachteile be-
fürchte,  zumal  (...)  getötet  worden  seien.  Die  geltend  gemachten 
Vorbringen  würden  indessen  keine  einreiserelevante  Verfolgung 
begründen,  weil  ihm  trotz  der  landesweit  angespannten  Lage  im 
Süden  Sri  Lankas,  namentlich  im  Grossraum  Colombo,  eine  inner-
staatliche Flucht- respektive Aufenthaltsalternative zur Verfügung ste-
he. In  der  Hauptstadt  Colombo präsentiere  sich  die  Sicherheitslage 
besser als in der Region C._______. Zudem seien die Behörden, weil 
er dem Sicherheitsapparat angehöre, willens, ihn zu schützen. In Be-
zug  auf  die  Beweismittel  sei  anzumerken,  dass  die  angeblichen 
Schreiben der LTTE in Sri Lanka leicht erhältlich seien und deswegen 
in der Regel keinen genügenden Beweiswert zu entfalten vermöchten. 
Diese Einschätzung werde dadurch bestätigt,  dass der Beschwerde-
führer im ersten Schreiben vom 20. Juni 2006 die angeblich im Febru-
ar  und Juni  2006 erhaltenen Drohschreiben der  LTTE nicht  erwähnt 
habe. Es liege der Schluss nahe, dass er sich diese Schreiben nach-
träglich beschafft  habe, um seinem Asylgesuch Nachdruck zu verlei-
hen.

4.2 Der  Beschwerdeführer  hielt  dieser  Argumentation  in  der  Be-
schwerde und den eingereichten Beweismitteln entgegen, er befürch-
te, im Falle eines Verbleibs in Sri Lanka schwere Nachteile seitens Un-
bekannter und der LTTE zu erleiden. So habe er als tamilischer und 
(...)  Polizist  der  Region  C._______  schriftliche  und  mündliche 
Todesdrohungen erhalten. Viele seiner (...) seien umgebracht worden. 
Die LTTE sei fähig, die auf ihrer Todesliste stehenden Leute überall, 
auch im Süden Sri  Lankas,  zu  erreichen und zu töten. Selbst  hohe 
Politiker  seien  vor  ihr  nicht  sicher.  Medienberichte  und  humanitäre 
internationale  Organisationen  könnten  die  Gefährlichkeit  der  LTTE 
bestätigen. Der  Staat  misstraue  zudem Personen  tamilischer  Ethnie 

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und sei bezüglich Übergriffen seitens der LTTE nicht schutzfähig. Der 
Beschwerdeführer  arbeite  in  der  von  den  Wirren  direkt  betroffenen 
(...)provinz  und  stehe  auf  der  Todesliste  der  LTTE.  Die  Regierung 
verdächtige  zudem  tamilische  Polizisten,  als  Kollaborateure  in  den 
Diensten  der  LTTE  zu  stehen;  demgegenüber  betrachte  die  LTTE 
tamilische Polizisten als Helfer des Feindes. Als tamilischer Polizist sei 
er deshalb an Leib und Leben gefährdet. Er könne auch nicht auf Un-
terstützung der  Regierung zählen,  wenn er  seinen Beruf  als  Polizist 
aufgeben und sich an einem anderen Ort  in  Sri  Lanka niederlassen 
würde. Der Vorhalt des BFM, wonach er sein Asylgesuch mit nachträg-
lich beschafften angeblichen Schreiben der LTTE unterlegt habe, sei 
auflösbar. Die  eingereichten  Schreiben  der  LTTE seien  authentisch; 
ein  blosses  Missverständnis  zwischen  ihm  und  (...)  hätten  zu  den 
falschen  Schlüssen  des  Bundesamtes  geführt.  Er  könne  damit 
aufzeigen, dass er so schnell wie möglich sein Land verlassen müsse, 
wolle er sein Leben retten. Wegen fehlender finanzieller Mittel könne 
er die Ausreise aus Sri Lanka nicht aus eigener Kraft bewerkstelligen.

5.
5.1 Nach Prüfung der Akten stellt das Bundesverwaltungsgericht fest, 
dass  die  Vorinstanz  ohne  Infragestellung  der  Vorbringen  des  Be-
schwerdeführers in der angefochtenen Verfügung von einer gewissen 
Gefährdung des Beschwerdeführers und dessen Schutzbedürfnis aus-
gegangen ist. Das BFM sprach in diesem Kontext von einer “äusserst 
schwierigen Lage“ in Sri Lanka, namentlich in der Region C._______, 
und von “viel Verständnis dafür, dass Sie (der Beschwerdeführer, Anm. 
BVGer) sich grosse Sorgen um Ihre Sicherheit machen“.

5.2 Massgeblich für die Beurteilung der Flüchtlingseigenschaft ist die 
Situation im Zeitpunkt des Asylentscheides. In diesem Zusammenhang 
ist darauf hinzuweisen, dass die vom Beschwerdeführer befürchteten 
Übergriffe durch Dritte, namentlich der LTTE, nur dann relevant wären, 
wenn der Heimatstaat dafür entweder die Verantwortung tragen würde 
oder nicht willens und nicht in der Lage wäre, den benötigten Schutz 
zu  gewähren.  Im  vorliegenden  Fall  weist  -  mangels  entsprechender 
Hinweise - die Tatsache des dem Beschwerdeführer gewährten lang-
jährigen Vertrauens als Angehöriger des Polizeikorps darauf hin, dass 
der  srilankische  Staat  die  Sicherheitsbedenken  des  Beschwerdefüh-
rers ernst nahm. Die LTTE gilt mittlerweile als zerschlagen. Dieser Um-
stand allein bedeutet allerdings nicht,  dass damit die Normalisierung 
der Lage - insbesondere die tamilische Bevölkerung betreffend - ab-

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geschlossen ist. Die politische Führung des Landes ist unverändert auf 
einem sehr harten Kurs gegenüber der tamilischen Minderheit; immer 
noch  werden  Hunderttausende  -  insbesondere  Zivilpersonen  tamili-
scher Ethnie - in Internierungslagern festgehalten.

5.3 Der Beschwerdeführer hat seinen Dienst in der Polizei (...) - selbst 
in der Zeit  der gewalttätigsten Auseinandersetzungen -  ohne Protest 
(A7 S. 5) ausgeübt. Er fand sich mit der Sistierung seines Gesuchs um 
(...) ab, und er stellte auch dann kein Gesuch um Wiedererwägung, als 
man ihm angeblich  mit  seiner  Tötung  drohte. Daraus ist  zu  folgern, 
dass er sich im Polizeidienst relativ sicher fühlte, und es ist nicht ein-
zusehen,  weshalb  der  Staat  gegenüber  seinen tamilischen Beamten 
und insbesondere seinen Polizisten plötzlich eine andere, feindselige 
Haltung einnehmen sollte. Die  srilankischen Behörden sind  im Rah-
men ihrer Möglichkeiten der Schutzpflicht gegenüber dem Beschwer-
deführer  nach  Massgabe  der  für  die  Bestimmung  der  Flüchtlingsei-
genschaft geltenden Schutztheorie (vgl. EMARK 2006 Nr. 18) nachge-
kommen. Demnach ist dem BFM zuzustimmen, wonach sich aus heuti-
ger Sicht  die Sicherheitslage für einen langjährigen tamilischen Poli-
zisten der Region C._______ (nach Einreichen des Asylgesuchs) ge-
bessert hat (vgl. Vernehmlassung des Bundesamtes vom 8. Mai 2008). 

5.4 Soweit  der Beschwerdeführer ausdrücklich darauf  verweist,  auch 
von unbekannten Dritten mit dem Tod bedroht worden zu sein, ist die-
ser  Umstand im Kontext  mit  den geltend gemachten Geschehnissen 
kein Hinweis auf  eine ihm konkret  drohende Gefahr. Auch anderswo 
haben Polizisten im Vergleich zu anderen Berufen bei der Ausübung 
des Dienstes ein erhöhtes Bedrohungsrisiko zu gewärtigen. Im Übri-
gen  hat  der  Beschwerdeführer  in  diesem  Zusammenhang  seit  (...) 
2007 keine weiteren Ereignisse aktenkundig gemacht. 

Der  Beschwerdeführer muss  als  (...)  Angehöriger  des  Polizeikorps 
nicht  damit  rechnen,  wegen  seiner  Herkunft  oder  Ethnie  von  den 
Behörden und Korpskameraden fallen gelassen zu werden, sei  es in 
der Region C._______ oder sonstwo in Sri Lanka. Im Gegenteil  sind 
die Polizeibehörden wohl an systemtreuen Beamten interessiert, zählt 
doch von den zirka 2 Millionen Bewohnern des Grossraums Colombo 
etwa  ein  Drittel  zur  tamilischen  Ethnie,  was  einen  entsprechenden 
Bedarf an sprachkundigen Sicherheitskräften zur Folge hat. Zudem hat 
sich  der  Beschwerdeführer  nie  politisch  aktiv  betätigt,  was  dafür 
spricht, dass er auch deshalb keine Nachteile erfahren sollte. Er dürfte 

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selbst  bei  einer  künftigen  Quittierung  seines  Dienstes  und  einem 
Wegzug  in  den  Süden  Sri  Lankas  vor  dem Hintergrund  seines  (...) 
Ausharrens im Polizeidienst einer hart umkämpften Bürgerkriegsregion 
bei  den  üblichen  polizeilichen  Kontrollen  keine  Behelligungen  zu 
befürchten haben. Aus all dem folgt, dass die Behörden keine spezifi-
schen Verdachtsmomente gegen den Beschwerdeführer haben dürften 
und er nicht mit gezielten Verfolgungsmassnahmen zu rechnen hat.

5.5 Zusammenfassend ist festzustellen, dass es dem Beschwerdefüh-
rer  nicht  gelungen  ist,  eine  Verfolgung  im  Sinne  von  Art.  3  AsylG 
glaubhaft zu machen. Es erübrigt sich daher, auf die Beschwerde und 
die  Beweismittel  weiter  einzugehen,  da  diese  keine  neuen  Begrün-
dungselemente enthalten, sondern sich im Wesentlichen in einer Wie-
derholung bereits aktenkundiger Fakten erschöpfen, welche vom BFM 
mit einer Ausnahme (Schreiben der LTTE) grundsätzlich nicht in Frage 
gestellt wurden. Ob die später eingereichten LTTE-Schreiben authen-
tisch sind oder nicht,  hat bei  der aktuellen Sachlage keinen Einfluss 
auf den Ausgang dieses Verfahrens. Das BFM hat dem Beschwerde-
führer zu Recht die Einreise in die Schweiz verweigert beziehungswei-
se dessen Asylgesuch abgelehnt.

6.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 49 VwVG und  Art. 
106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuwei-
sen.

7.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten von Fr. 600.– 
dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG); aus ver-
waltungsökonomischen Gründen wird indessen in Anwendung von Art. 
6  des  Reglements  vom 21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Ent-
schädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  (VGKE,  SR 
173.320.2) auf die Erhebung von Verfahrenskosten verzichtet.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Es werden keine Kosten erhoben.

3.
Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, die Schweizerische Bot-
schaft in Colombo und das BFM.

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Bruno Huber Thomas Hardegger

Versand: 

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