# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ffd5101d-2508-54f6-ba2f-d07da299efa7
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-01-24
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsgericht 24.01.2013 B 2012/103
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VG_001_B-2012-103_2013-01-24.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/12

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: B 2012/103

Stelle: Verwaltungsgericht

Rubrik: Verwaltungsgericht

Publikationsdatum: 24.01.2013

Entscheiddatum: 24.01.2013

Urteil Verwaltungsgericht, 24.01.2013
Ausländerrecht, Widerruf der Niederlassungsbewilligung, Art. 63 Abs. 1 lit. a 
in Verbindung mit Art. 62 lit. a AuG (SR 142.20).Würdigung von Umständen, 
die dafür sprechen, dass eine Scheinehe vorliegt (Verwaltungsgericht, B 
2012/103).

Urteil vom 24. Januar 2013

Anwesend:  Präsident lic. iur. B. Eugster; Verwaltungsrichter lic. iur. A. Linder, 

Dr. B. Heer, lic. iur. A. Rufener, Dr. S. Bietenharder-Künzle; Gerichtsschreiberin lic. iur. 

R. Haltinner-Schillig

_______________

In Sachen

X.Y.,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwältin lic.iur. A.B.,

gegen

Sicherheits- und Justizdepartement des Kantons St. Gallen, ObererGraben32, 9001 St. 

Gallen,

Vorinstanz,

betreffend

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/12

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Widerruf der Niederlassungsbewilligung

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:

A./ X.Y., geboren am 19. Juni 1979, von Serbien, heiratete am 1. August 2003 im 

Herkunftsland K.T., geboren am 16. Mai 1953, der im Besitz der 

Niederlassungsbewilligung ist. X.Y. hat zwei Kinder: E., geboren am 4. Juni 1999, und 

S., geboren am 21. März 2003, beide von Serbien. Die Kinder leben bei ihrem Vater 

R.Z. in Serbien.

Am 28. November 2003 wies das Ausländeramt (heute Migrationsamt) ein 

Familiennachzugsgesuch von K.T. für seine Ehefrau und die beiden Stiefkinder im 

Wesentlichen mit der Begründung ab, es bestehe die Gefahr einer fortgesetzten und 

erheblichen Fürsorgeabhängigkeit.

B./ Am 19. Januar 2004 stellte K.T. ein Familiennachzugsgesuch, das sich 

ausschliesslich auf X.Y. bezog. Das Ausländeramt teilte ihm mit, dass der spätere 

Nachzug der Kinder nicht ohne weiteres möglich sei (act. 139 K.T.). X.Y. reiste am 15. 

Februar 2004 in die Schweiz ein und erhielt eine Aufenthaltsbewilligung im Rahmen des 

Familiennachzugs. Am 16. Februar 2009 wurde ihr die Niederlassungsbewilligung 

erteilt. Am 24. August 2009 wurde die Ehe K.T./X.Y. in Zagubica/Serbien geschieden.

C./ Am 22. November 2009 heiratete X.Y. in Serbien den Vater ihrer Kinder, R.Z., 

geboren am 12. Oktober 1972. Am 12. Oktober 2010 stellte sie ein 

Familiennachzugsgesuch für ihren Ehemann und für E. und S.

D./ Am 18. April 2011 widerrief das Ausländeramt die Niederlassungsbewilligung von 

X.Y. und wies sie an, die Schweiz bis 3. Juli 2011 zu verlassen. Zur Begründung wurde 

im Wesentlichen ausgeführt, X.Y. habe die Ehe mit K.T. nur geschlossen, um in 

Umgehung der ausländerrechtlichen Vorschriften eine Aufenthaltsbewilligung bzw. eine 

Niederlassungsbewilligung zu erlangen. Sodann ging das Migrationsamt davon aus, 

dass die Eheschliessung mit K.T. durch die Mutter von R.Z. vermittelt worden sei, 

nachdem diese erfolglos versucht gehabt habe, ihren Sohn in die Schweiz 

nachzuziehen und ihm zu einer Aufenthaltsbewilligung zu verhelfen.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/12

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

E./ Am 3. Mai 2011 erhob X.Y., vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. A.B., gegen die 

Verfügung des Migrationsamtes vom 18. April 2011 Rekurs beim Sicherheits- und 

Justizdepartement. Sie beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es 

sei auf einen Widerruf der Niederlassungsbewilligung zu verzichten. Am 1. Mai 2012 

wies das Sicherheits- und Justizdepartement den Rekurs von X.Y. ab und lud das 

Migrationsamt ein, ihr eine neue Frist zur Ausreise zu setzen.

F./ Am 16. Mai 2012 erhob X.Y. durch ihre Rechtsvertreterin gegen den 

Rekursentscheid des Sicherheits- und Justizdepartements vom 1. Mai 2012 

Beschwerde beim Verwaltungsgericht. Sie stellte das Rechtsbegehren, der 

angefochtene Entscheid sei aufzuheben und es sei auf den Widerruf der 

Niederlassungsbewilligung zu verzichten. Das Sicherheits- und Justizdepartement 

verzichtete am 22. Juni 2012 auf eine Stellungnahme und beantragte, die Beschwerde 

sei abzuweisen.

Darüber wird in Erwägung gezogen:

1. (…).

2. Die Beschwerdeführerin beantragt, sie und K.T. seien unter Beizug eines 

Übersetzers und in Anwesenheit ihrer Rechtsvertreterin zur Sache zu befragen. Sodann 

macht sie sinngemäss geltend, die Vorinstanz habe ihr rechtliches Gehör verletzt, 

indem sie einem entsprechenden Beweisantrag im Rahmen des Rekursverfahrens 

keine Folge gegeben habe. Die Beschwerdeführerin begründet dies damit, der 

Beweiswert der polizeilichen Befragungen, die das Migrationsamt veranlasst habe, sei 

gering. K.T. habe Verständnisprobleme gehabt, zumal er so schlecht deutsch spreche, 

dass schleierhaft sei, wie der Polizist derart detaillierte und umfangreiche Aussagen 

überhaupt habe protokollieren können. Ihr vormaliger Ehemann scheine Fragen oftmals 

nicht richtig verstanden zu haben, ohne dass ihm offenbar bewusst gewesen sei, dass 

ein Missverständnis vorliegen könnte. Deshalb habe er offensichtlichen Unsinn zum 

Besten gegeben. In einer Situation wie der vorliegenden komme es aber auf jedes Wort 

und jede Nuance an, weshalb es erforderlich sei, Befragungen dieser Art in der 

Muttersprache durchzuführen. Auch sie selber habe im Nachhinein, nachdem sie das 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/12

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Befragungsprotokoll mit einem Übersetzer durchgegangen sei, feststellen müssen, 

dass vieles nicht so niedergeschrieben worden sei, wie sie es gemeint habe.

2.1. Der Anspruch auf rechtliches Gehör gebietet, dass rechtzeitig und formrichtig 

angebotene Beweismittel abzunehmen sind, es sei denn, diese betreffen eine nicht 

erhebliche Tatsache oder seien offensichtlich untauglich, über die streitige Tatsache 

Beweis zu erbringen (BGE 124 I 242 E. 2; 117 Ia 268 E. 4b).

2.2. Die Beschwerdeführerin und K.T. sind am 1. September 2010 auf der Polizeistation 

G. gleichzeitig (die Beschwerdeführerin durch C.D., K.T. durch M.H.) bezüglich des 

Verdachts auf Scheinehe befragt worden (act. 95-109 und act. 110-123 des 

Migrationsamtes betreffend die Beschwerdeführerin). Beide wurden als erstes gefragt, 

ob sie einen Dolmetscher benötigen würden, was beide verneinten. Sodann wurden 

beide darauf aufmerksam gemacht, dass sie nicht zur Aussage verpflichtet seien und 

das Recht hätten, einen Verteidiger beizuziehen. Sie wurden gefragt, ob sie dies 

verstanden hätten, was beide bejahten. Weiter hat die Beschwerdeführerin auf die 

Frage "Verstehen sie mich ?" geantwortet, dass dies zutreffe. "Sonst werde ich Ihnen 

mitteilen, dass ich sie nicht verstehe." Zudem haben weder die Beschwerdeführerin 

noch ihr vormaliger Ehemann während der jeweiligen Befragung vorgebracht, es sei 

ihnen nicht klar, wie eine konkrete Frage laute. Somit ist davon auszugehen, dass 

beide verstanden haben, um welche Auskünfte es jeweils ging. Hinzu kommt, dass sich 

K.T. gemäss eigener Aussage seit dem Jahr 1979, somit seit über dreissig Jahren, 

ununterbrochen in der Schweiz aufhält, was nicht darauf schliessen lässt, dass er 

Verständnisprobleme gehabt haben könnte. In Betracht fällt weiter, dass in der Regel 

spätere Befragungen und Einvernahmen der Betroffenen keine neuen und relevanten 

Tatsachen hervorzubringen vermögen, wenn sie bereits im Rahmen des 

erstinstanzlichen Verfahrens zum Verdacht auf Scheinehe einvernommen worden sind. 

Gegen eine Wiederholung einer Befragung spricht zudem, dass die Betroffenen die 

Fragestellungen kennen und ihre Antworten aufeinander abstimmen können (VerwGE 

B 129/2008 vom 14. Oktober 2008 E. 3.4., abrufbar unter www.gerichte.sg.ch).

2.3. Der Antrag auf neuerliche Befragung der Beschwerdeführerin und von K.T. wird 

deshalb abgewiesen. Soweit die Beschwerdeführerin eine Verletzung ihres rechtlichen 

http://www.gerichte.sg.ch

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/12

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Gehörs durch die Vorinstanz rügen wollte, erweist sich der Vorwurf zudem als 

unbegründet.

3. Nach Art. 63 Abs. 1 lit. a in Verbindung mit Art. 62 lit. a des Bundesgesetzes über die 

Ausländerinnen und Ausländer (SR 142.20, abgekürzt AuG) kann die 

Niederlassungsbewilligung widerrufen werden, wenn der Ausländer oder sein Vertreter 

im Bewilligungsverfahren falsche Angaben gemacht oder wesentliche Tatsachen 

verschwiegen hat. Dies gilt unter anderem für den Fall, dass sich nachträglich Indizien 

ergeben, welche die mittlerweise aufgelöste Ehe, auf die sich der Ausländer für den 

Erhalt der Niederlassungsbewilligung berufen hat, als Scheinehe oder als bloss aus 

fremdenpolizeilichen Gründen aufrechterhaltene Ehe erscheinen lassen. Der 

entsprechende Rechtsmissbrauch führt zum Erlöschen des Bewilligungsanspruchs. 

Der Ausländer ist verpflichtet, den Behörden wahrheitsgetreu über alles Auskunft zu 

geben, was für den Bewilligungsentscheid wichtig sein könnte (Art. 90 AuG). 

Wesentlich sind dabei nicht nur Umstände, nach denen der Betroffene ausdrücklich 

gefragt wird, sondern - mit Blick auf die Tatbestandsalternative "wissentliches 

Verschweigen" - auch solche, von denen der Ausländer wissen muss, dass sie für den 

Bewilligungsentscheid massgebend sind (BGer 2C_226/2011 vom 14. November 2011 

E. 2.2, BGer 2C_205/2010 vom 16. Juli 2010 E. 3.1 und BGE 135 II 9 E. 4.1).

Art. 63 AuG gewährt den zuständigen Behörden einen gewissen Ermessensspielraum. 

Der Widerruf einer Niederlassungsbewilligung ist anzuordnen, wenn er bei sorgfältiger 

Abwägung der sich widersprechenden Interessen verhältnismässig erscheint (Art. 5 

Abs. 2 der Bundesverfassung, SR 101).

4. Strittig ist, ob es sich bei der geschiedenen Ehe K.T./X.Y. um eine Scheinehe 

gehandelt hat, die dazu gedient hat, der Beschwerdeführerin in Umgehung der 

ausländerrechtlichen Vorschriften eine Aufenthalts- und später eine 

Niederlassungsbewilligung zu verschaffen.

4.1. Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung liegt eine Scheinehe vor, wenn die Ehe 

nur zum Zweck der Umgehung fremdenpolizeilicher Vorschriften eingegangen wurde 

oder an ihr aus diesem Grund festgehalten wird. Der Nachweis, dass die Ehe zur 

Umgehung der Vorschriften über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/12

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

geschlossen wurde und nicht der Begründung einer Lebensgemeinschaft dient, ist in 

der Regel nicht direkt, sondern nur durch Indizien zu erbringen (BGE 128 II 152 E. 2.3, 

127 II 57 E. 5, 122 II 295 E. 2b). Solche Indizien sind unter anderem darin zu erblicken, 

dass dem Ausländer die Ausweisung gedroht hat, weil er ohne Heirat keine 

Aufenthaltsbewilligung erhalten hätte oder sie ihm nicht verlängert worden wäre. 

Sodann können die Umstände oder die kurze Dauer der Bekanntschaft, ein grosser 

Altersunterschied, mangelhafte Kenntnisse über die Lebensumstände des Ehegatten, 

widersprüchliche Aussagen oder Heirat gegen Bezahlung für das Vorliegen einer 

Scheinehe sprechen (VerwGE B 2011/21 vom 31. Mai 2011 E. 3.2 mit Hinweis, 

abrufbar unter www.gerichte.sg.ch). Umgekehrt kann aus einer gewissen Zeit des 

Zusammenwohnens und des Unterhalts intimer Beziehungen nicht ohne weiteres 

abgeleitet werden, es sei eine richtige Lebensgemeinschaft gewollt gewesen. Ein 

solches Verhalten kann zur Täuschung der Behörden auch nur vorgespielt sein. 

Einzelne Indizien vermögen für sich allein den Nachweis einer Tatsache nicht zu 

erbringen. Je nach Art und Anzahl können sie sich jedoch zum rechtsgenügenden 

Beweis verdichten. Nach konstanter verwaltungsgerichtlicher Rechtsprechung ist dabei 

nicht von wesentlicher Bedeutung, ob die Indizien auch bei einer normalen Ehe 

vorliegen könnten. Entscheidend ist vielmehr eine Gesamtbeurteilung sämtlicher 

Tatumstände (VerwGE B 186/2010 vom 26. Januar 2011 E. 4.1 mit Hinweis auf B 

161/2009 vom 28. Januar 2010 E. 2.1, B 129/2008 vom 14. Oktober 2008 E. 3.2 und 

3.3, B 127/2007 vom 5. November 2007 E. 2.3, alle abrufbar unter 

www.gerichte.sg.ch).

4.2. Die Vorinstanz hält dafür, die zeitliche Abfolge relevanter Geschehnisse stelle ein 

Indiz dafür dar, dass eine Scheinehe vorgelegen habe. Gemäss eigenen Angaben habe 

die Beschwerdeführerin von 1998 bis 2002 mit R.Z. zusammengelebt und sich ab April 

2003 - kurz nach der Geburt von S. - mit dem 26 Jahre älteren K.T. getroffen, den sie 

am 1. August 2003 im Herkunftsland geheiratet habe. Am 16. Februar 2009 habe die 

Beschwerdeführerin die Niederlassungsbewilligung erhalten, am 24. August 2009 sei 

die Ehe K.T./X.Y. im Herkunftsland geschieden worden und am 22. November 2009 

habe sie den Vater ihrer Kinder, R.Z., im Herkunftsland geheiratet. In der Folge habe 

die Beschwerdeführerin ein Gesuch um Familiennachzug gestellt.

http://www.gerichte.sg.ch

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/12

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Das Vorgehen der Beschwerdeführerin entspricht einem bekannten Verhaltensmuster, 

um der Familie im Herkunftsland - dem Partner und den gemeinsamen Kindern - ein 

Anwesenheitsrecht in der Schweiz zu verschaffen (vgl. BGer 2C_226/2011 vom 

14. November 2011 E. 2.3, BGer 2A.346/2004 vom 10. Dezember 2004 mit zahlreichen 

Hinweisen). Der Umstand, dass sie sich nach kurzer Zeit entschlossen hat, den ihr seit 

langem bekannten, hier niedergelassenen, um viele Jahre älteren K.T. zu heiraten und 

in die Schweiz zu ziehen, legt nahe, dass sie darin eine Möglichkeit sah, hier ein 

Bleiberecht zu erlangen und in wirtschaftlicher Hinsicht ein besseres Leben führen zu 

können. Sodann lässt die Tatsache, dass die Eheleute einige Monate nachdem die 

Beschwerdeführerin die Niederlassungsbewilligung erhalten hatte, bereits geschieden 

waren, die Folgerung zu, dass die Ehe mit K.T. aus Sicht der Beschwerdeführerin ihren 

Zweck erfüllt hatte. Dieser Eindruck wird dadurch verstärkt, dass sie kurz nach der 

Scheidung den Vater ihrer Kinder, mit dem sie gemäss eigenen Angaben während der 

Ehe mit K.T. regelmässig Kontakt hatte und bei dem die gemeinsamen Kinder in 

Serbien aufwachsen, geheiratet hat und in der Folge die Vereinigung der Familie in der 

Schweiz anstrebte.

Die Würdigung dieser Umstände spricht zweifellos dafür, dass die Beschwerdeführerin 

die Ehe mit K.T., den sie als väterlichen Freund bezeichnet, der Verständnis und 

Mitgefühl für ihre Situation gezeigt habe (III. B. 5 der Beschwerdeschrift), aus 

ausländerrechtlichen Motiven eingegangen ist und diese aufrechterhalten hat, bis ihr 

die Niederlassungsbewilligung erteilt worden ist. Was die Beschwerdeführerin dagegen 

vorbringt, überzeugt nicht. Es trifft zwar zu, dass nicht jede Ehe, die scheitert, eine 

Scheinehe ist und dass es sich weder beim Migrationsamt noch bei der Vorinstanz um 

Eheberatungsstellen handelt. Dies ändert aber nichts daran, dass die zeitliche Abfolge 

der Ereignisse in Verbindung mit der Tatsache, dass der Altersunterschied zwischen 

der Beschwerdeführerin und K.T. 26 Jahre beträgt, ein starkes Indiz dafür darstellt, 

dass es der Beschwerdeführerin darum ging, die Niederlassungsbewilligung zu 

erlangen bzw. die Voraussetzung dafür zu schaffen, um mit R.Z. und den gemeinsamen 

Kindern in der Schweiz leben zu können. Unglaubwürdig erscheint zudem, dass die 

massiven Eheprobleme, die aus Sicht der Beschwerdeführerin zur Scheidung geführt 

haben, erst kurz vor Erteilung der Niederlassungsbewilligung aufgetreten sein sollen 

und dass sie dem Vater ihrer Kinder erst kurz vor der Trennung von K.T. wieder näher 

gekommen sein und mit ihrer alten Liebe erneut eine Beziehung eingegangen sein will 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/12

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

(vgl. III. A. 3 der Beschwerdeschrift). Unbeachtlich im Zusammenhang mit der Frage, 

ob von einer Scheinehe auszugehen ist, ist sodann, ob die gesetzlichen 

Voraussetzungen des Familiennachzugs nach schweizerischem Recht 

Eheschliessungen fördern, zumal das Eingehen einer Scheinehe einen Verstoss gegen 

eine zentrale ausländerrechtliche Norm darstellt (VerwGE B 186/2010 vom 26. Januar 

2011 E. 4.5 mit Hinweis auf BGer 2A.275/2005 vom 17. Oktober 2005 E. 4.2 mit 

Hinweisen und VerwGE B 161/2009 vom 28. Januar 2010, abrufbar unter 

www.gerichte.sg.ch). Schliesslich hilft es der Beschwerdeführerin nicht weiter, wenn 

sie argumentiert, die Tatsache, dass ein grosser Altersunterschied ein Indiz für eine 

Scheinehe sei, falle in ihrem Fall weniger ins Gewicht, weil ihr vormaliger Ehemann 

wesentlich älter sei als sie und nicht umgekehrt. Es mag zwar zutreffen, dass diese 

Konstellation gesellschaftlich weniger Aufsehen erregt als wenn die Ehefrau wesentlich 

älter ist als der Ehemann. Ein Altersunterschied zwischen Ehegatten von 26 Jahren 

erweist sich aber in jedem Fall als ungewöhnlich gross, weshalb dieser Umstand auch 

dann als Indiz für das Vorliegen einer Scheinehe gilt, wenn der Ehemann wesentlich 

älter ist als die Ehefrau.

4.3. Nach Ansicht der Vorinstanz liegt ein weiteres Indiz dafür, dass die 

Beschwerdeführerin mit K.T. eine Scheinehe geführt hatte, darin, dass sich ihre 

finanzielle Situation durch die nach der Heirat erfolgte Übersiedlung in die Schweiz 

stark verbessert habe. Gemäss eigenen Angaben sei die Beschwerdeführerin in die 

Lage versetzt worden, ihre Kinder und nach der Verheiratung mit R.Z. auch ihren 

jetzigen Ehemann regelmässig finanziell zu unterstützen. Die Beschwerdeführerin 

wendet ein, es wäre für sie unvorstellbar gewesen, die kleinen Kinder aus rein 

finanziellen Interessen oder zwecks Erlangung einer Aufenthaltsbewilligung in der 

Schweiz beim Vater in Serbien zurückzulassen. Zufolge ihrer Herzensentscheidung für 

K.T. habe sie den wohl grössten Verzicht geleistet, den eine Mutter leisten könne.

Aktenkundig ist, dass ursprünglich die Absicht bestand, E. und S. in die Schweiz 

nachzuziehen, dass das entsprechende Gesuch vom Ausländeramt am 28. November 

2003 aber abgewiesen worden ist (act. 104-106 des Migrationsamtes betreffend K.T.), 

worauf die Beschwerdeführerin alleine in die Schweiz übersiedelte und die Kinder beim 

Vater in Serbien zurückliess. Entgegen der Annahme der Beschwerdeführerin kann 

daraus aber nicht gefolgert werden, sie habe diesen Entscheid gefällt, weil sie den 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/12

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Wunsch gehabt habe, mit K.T. in der Schweiz eine wirkliche Ehegemeinschaft führen 

zu können. Gegen diese Annahme spricht, dass sie zu Beginn ihrer Ehe gemäss 

eigenen Angaben (act. 99 des Migrationsamtes betreffend die Beschwerdeführerin) 

jeweils fünf bis sechs Monate im Herkunftsland verbracht hat, was ihrem vormaligen 

Ehemann zufolge seiner Berufstätigkeit nicht möglich war. Er hat dort lediglich die 

Ferien verbracht. Unbestritten ist sodann, dass die Beschwerdeführerin ihre Beziehung 

zu R.Z. und den gemeinsamen Kindern nach ihrem Umzug in die Schweiz aufrecht 

erhalten hat (act. 98 des Migrationsamtes betreffend die Beschwerdeführerin). Nach 

ihren Aussagen wurde der Kontakt regelmässig gepflegt. Weiter hat die 

Beschwerdeführerin ausgeführt, sie habe K.T. nach kurzer Bekanntschaft geheiratet, 

weil er es gut gefunden habe und weil sie als junge, von den Eltern finanziell 

unterstützte Mutter von zwei kleinen Kindern ohne Beruf darin eine Chance gesehen 

habe (act. 108 des Migrationsamtes betreffend die Beschwerdeführerin). Schliesslich 

ist die Beschwerdeführerin, wenn auch in bescheidenem Mass und gemäss eigenen 

Angaben mit Unterstützung von K.T., in die Lage versetzt worden, die in Serbien 

zurückgebliebenen Familienangehörigen regelmässig finanziell zu unterstützen. 

Ausserdem geht das Gericht unter diesen Umständen davon aus, die 

Beschwerdeführerin habe beabsichtigt, dereinst in der Schweiz einen eigenen 

Anspruch auf Familiennachzug zu erlangen. Auch dies lässt deshalb darauf schliessen, 

dass die Beschwerdeführerin die Ehe mit K.T. geschlossen und aufrechterhalten hat, 

um ihre wirtschaftliche Lebenssituation und diejenige von in Serbien 

zurückgebliebenen Familienangehörigen zu verbessern.

4.4. Die Vorinstanz erblickt ein Indiz für das Vorliegen einer Scheinehe weiter darin, 

dass die Beschwerdeführerin und K.T. insbesondere bezüglich des Beginns der 

Beziehung, des Heiratsantrags und der Trauung widersprüchliche Aussagen gemacht 

haben und dass sie sehr wenig voneinander wissen.

Die Beschwerdeführerin stellt nicht in Abrede, dass sie und ihr vormaliger Ehemann 

anlässlich der polizeilichen Befragung vom 1. September 2010 widersprüchliche 

Aussagen gemacht haben und dass sie wenig voneinander wissen. Aus ihrer Sicht 

kann daraus aber nicht auf das Vorliegen einer Scheinehe geschlossen werden. Ihrer 

Meinung nach sind die Ungereimtheiten darauf zurückzuführen, dass ihr vormaliger 

Ehemann zum Teil wirre Angaben gemacht habe, was sie auf Verständigungsprobleme 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 10/12

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

bei der Befragung oder aber auf eine gewisse Senilität K.T.s zurückführt. Sie hält fest, 

ihr vormaliger Ehemann irre sich im Heiratsdatum um 10 Jahre und könne sich nicht 

mehr an die Kleidung seiner Braut sowie an die Trauzeugen erinnern, obschon er 

unbestrittenermassen an den Festivitäten rund um die Hochzeit teilgenommen habe. 

Sodann habe er keine Erklärung dafür, dass er sich nicht mehr an das Geburtsdatum 

seiner vormaligen Ehefrau erinnern könne.

Wie ausgeführt (vgl. Ziff. 2 hievor), ist nicht anzunehmen, K.T., der gemäss eigenen 

Angaben seit dem Jahr 1979 ununterbrochen in der Schweiz lebt, habe am 1. 

September 2010 in Ermangelung von Sprachkenntnissen Mühe bekundet, der 

polizeilichen Befragung zu folgen. Sodann sind 57-jährige Personen in aller Regel in 

ihrem Erinnerungsvermögen nicht in einer Weise beeinträchtigt, dass ihnen 

entscheidende Vorkommnisse im Zusammenhang mit einem vormaligen Ehepartner, 

mit dem sie rund sechs Jahre verheiratet waren, ganz oder teilweise entfallen sind. 

Hinzu kommt, dass die Beschwerdeführerin darauf verzichtet, Beweise dafür 

anzubieten, dass K.T. entgegen der allgemeinen Lebenserfahrung aus medizinischer 

Sicht an Demenz leiden könnte. Somit erscheint es wenig glaubwürdig, dass die 

zahlreichen, wesentlich voneinander abweichenden Schilderungen der vormaligen 

Ehegatten auf Erinnerungslücken von K.T. zurückzuführen sein könnten. Vielmehr 

sprechen sie zusammen mit dem geringen Wissensstand des einen Ehegatten über 

den jeweils anderen dafür, dass es sich bei der Ehe K.T./X.Y. nicht um eine eheliche 

Lebensgemeinschaft gehandelt hat.

4.5. Zusammenfassend ergibt sich, dass die Würdigung aller Umstände dafür spricht, 

dass die Beschwerdeführerin die Ehe mit ihrem vormaligen hier niedergelassenen 

Ehemann aus ausländerrechtlichen Motiven geschlossen hat und dass die Ehe formell 

aufrechterhalten worden ist, bis die Niederlassungsbewilligung erteilt worden ist.

5. Der Widerruf der Niederlassungsbewilligung rechtfertigt sich nur, wenn die jeweils im 

Einzelfall vorgenommene Interessenabwägung die Massnahme als verhältnismässig 

erscheinen lässt. Die zuständigen Behörden berücksichtigen bei der 

Ermessensausübung die öffentlichen Interessen und die persönlichen Verhältnisse 

sowie den Grad der Integration des Ausländers (Art. 96 Abs. 1 AuG).

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 11/12

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Es besteht ein gewichtiges öffentliches Interesse daran, dass Personen, die zufolge 

Eheschliessung eine Aufenthalts- und anschliessend eine Niederlassungsbewilligung 

erhalten haben, obschon es am Ehewillen fehlte, die Anwesenheitsberechtigung in der 

Schweiz verlieren. Die Beschwerdeführerin reiste vor knapp acht Jahren im Alter von 

gut 24 Jahren in die Schweiz ein, kehrte aber regelmässig, auch für jeweils längere Zeit, 

ins Herkunftsland zurück, wo ihr Ehemann, ihre Kinder und ihre Eltern leben. Sodann 

geht sie hier keiner besonders qualifizierten Arbeit nach. Die Rückkehr in die Heimat ist 

der Beschwerderührerin deshalb zumutbar. Somit überwiegt das öffentliche Interesse 

an der Fernhaltung der Beschwerdeführerin gegenüber ihrem privaten Interesse, 

weiterhin als hier niedergelassene Ausländerin leben und gegebenenfalls ihre 

Familienangehörigen nachziehen zu können.

6. (…).

Demnach hat das Verwaltungsgericht zu Recht erkannt:

1./  Die Beschwerde wird abgewiesen.

2./  Die amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 2'000.-- bezahlt die 

Beschwerdeführerin unter Verrechnung mit dem geleisteten Kostenvorschuss in 

gleicher Höhe.

3./  Ausseramtliche Kosten werden nicht entschädigt.

V.          R.           W.

Der Präsident:        Die Gerichtsschreiberin:

Versand dieses Entscheides an:

-   die Beschwerdeführerin (durch Rechtsanwältin lic. iur. A.B.)

-   die Vorinstanz

am:

Rechtsmittelbelehrung:

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/12

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Soweit eine Rechtsverletzung nach Art. 95 ff. BGG geltend gemacht wird, kann gegen 

diesen Entscheid gestützt auf Art. 82 lit. a BGG innert 30 Tagen nach Eröffnung beim 

Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde erhoben werden.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Urteil Verwaltungsgericht, 24.01.2013
	Ausländerrecht, Widerruf der Niederlassungsbewilligung, Art. 63 Abs. 1 lit. a in Verbindung mit Art. 62 lit. a AuG (SR 142.20).Würdigung von Umständen, die dafür sprechen, dass eine Scheinehe vorliegt (Verwaltungsgericht, B 2012/103).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2025-07-19T11:02:56+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen