# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 02793b2e-4056-52fc-9bb4-b676e571c40b
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-01-30
**Language:** de
**Title:** Zürich Handelsgericht 30.01.2018 HG160271
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_HG_001_HG160271_2018-01-30.pdf

## Full Text

Handelsgericht des Kantons Zürich 
    
 
 

Geschäfts-Nr.: HG160271-O U/dz 

 

 

Mitwirkend: Oberrichter Dr. George Daetwyler, Präsident, und Oberrichter Ro-

land Schmid, Vizepräsident, die Handelsrichterinnen Astrid Fontana 

und Dr. Myriam Gehri, der Handelsrichter Peter Zwicky sowie der 

Gerichtsschreiber Dr. Moritz Vischer  

 

Urteil vom 30. Januar 2018 

 

in Sachen 

 

A._____ AG,  
Klägerin 

 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 

 

gegen 

 

B._____ Sàrl  
Beklagte 

 

betreffend Forderung 
 

- 2 - 

Rechtsbegehren: 
(act. 1 S. 2 und act. 23 S. 2) 

 

Sachverhalt und Verfahren 

A. Sachverhaltsübersicht 

a. Parteien und ihre Stellung 

Bei der Klägerin handelt es sich um eine Immobiliengesellschaft; die Beklagte be-

zweckt die Erbringung diverser Finanzdienstleitungen. 

b. Prozessgegenstand 

Prozessgegenstand bilden diverse Forderungen der Klägerin aus einem mittler-

weile gekündigten Mietverhältnis mit der Beklagten, wie namentlich ausstehende 

Mietzinse und weitere Schadenersatzansprüche. 

- 3 - 

B. Prozessverlauf  

Am 21. Dezember 2016 (Datum Poststempel) reichte die Klägerin die Klage samt 

Beilagen mit obigen Rechtsbegehren hierorts ein (act. 1; act. 2; act. 3; act. 4/1-

21). Den ihr mit Verfügung vom 23. Dezember 2016 (act. 6) auferlegten Gerichts-

kostenvorschuss leistete sie fristgerecht (act. 8). Mit Verfügung vom 16. Januar 

2017 (act. 9) wurde der Beklagten Frist zur Einreichung der Klageantwort ange-

setzt. Deren Erstattung samt Beilagen erfolgte am 24. April 2017 (act. 16; 

act. 17/1-12). Die Vergleichsverhandlung vom 2. Juni 2017 führte zu keiner Eini-

gung (Prot. S. 7 f.). Die Replik datiert vom 14. September 2017 (act. 23; act. 24/1-

21). Die Beklagte reichte in der Folge keine Duplik ein, weshalb androhungsge-

mäss Verzicht auf eine zweite Rechtsschrift anzunehmen ist (vgl. act. 25). Auf die 

Durchführung einer mündlichen Hauptverhandlung hat die Klägerin verzichtet 

(act. 31); die Beklagte hat sich nicht vernehmen lassen, weshalb Verzicht anzu-

nehmen ist. Das Verfahren erweist sich als spruchreif, weshalb ein Urteil zu erge-

hen hat (Art. 236 Abs. 1 ZPO). Auf die Parteivorbringen ist im Folgenden, nur so-

weit für die Entscheidfindung notwendig, einzugehen.  

Erwägungen 

1. Formelles 

Die örtliche und sachliche Zuständigkeit des Handelsgerichts des Kantons Zürich 

blieben zu Recht unbestritten (act. 1 N 2 ff.; act. 16 N 3).  

Auch die mit der Replik vorgenommene Klageänderung (Erweiterung des 

Klagebetrages um CHF 37'454.– zuzüglich Zins von 5 % ab 14. September 2017) 

erweist sich – da die Voraussetzungen von Art. 227 Abs. 1 lit. a ZPO erfüllt sind –

als zulässig. 

- 4 - 

2. Sachverhalt und Würdigung 

2.1. Einleitung / Vorbemerkung 

2.1.1. Mit Mietvertrag vom 15. Mai 2015 mietete die Beklagte von der Klägerin ab 

dem 16. Mai 2015 Geschäftsräume in der Liegenschaft … [Adresse], … Zürich 

(Bürofläche ca. 103 m/2 im 1. OG; Ref. Nr. 20101). Die Parteien vereinbarten ei-

nen Mietzins von CHF 56'442.00 pro Jahr bzw. CHF 14'110.50 brutto pro Quartal, 

wobei der Mieterin (Beklagten) für die Zeitdauer vom 16. Mai 2015 bis 15. Mai 

2016 eine Nettomietzinsreduktion von CHF 4'942.00 pro Jahr und für die Zeitdau-

er vom 16. Mai 2016 bis 15. Mai 2017 eine Nettomietzinsreduktion von 

CHF 2'472.00 pro Jahr gewährt wurde. Der Mietzins war gemäss Ziffer 7 des 

Mietvertrages zahlbar und fällig quartalsweise im Voraus auf den Monatsersten. 

Die Beklagte leistete eine Sicherheit im Umfang von CHF 14'100.00. Der Vertrag 

ist sodann gemäss Ziff. 4 befristet und endet - unter Vorbehalt der vertraglich ge-

regelten Optionsrechte - ohne Kündigung am 31. Mai 2020. Mit amtlichem Formu-

lar vom 18. November 2015 kündigte die Klägerin der Beklagten ausserordentlich 

auf den 31. Dezember 2015 und berief sich dabei als Begründung auf Zahlungs-

verzug gemäss Art. 257d OR (vgl. dazu act. 4/3 S. 3 ff. und act. 4/5). Die Rückga-

be der Mietsache durch die Beklagte erfolgte am 4. Mai 2016 (act. 1 S. 6; act. 16 

S. 8). 

Mit der vorliegenden Klage verlangt die Klägerin von der Beklagten einerseits die 

ausstehenden Mietzinszahlungen für die Monate April und Mai 2016 in der Höhe 

von CHF 4'291.65 (April 2016) und CHF 4'394.60 (Mai 2016), total somit 

CHF 8'686.25 (act. 1 S. 8).  

Andererseits fordert die Klägerin gegenüber der Beklagten Schadenersatz, der 

ihr, der Klägerin, durch die vorzeitige Auflösung des Mietvertrages wegen Zah-

lungsverzugs durch die Beklagte entstanden sei (act. 1 S. 8 ff. und act. 23 S. 4 

ff.).  

- 5 - 

Mit Rechtsbegehren Ziffer 2 verlangt die Klägerin sodann die Berechtigung zum 

vollumfänglichen Bezug der Mieterkaution (inklusive aufgelaufener Zinsen) unter 

Anrechnung an den vorgenannten (eingeklagten) Forderungsbetrag. 

 

Die Beklagte schliesst auf gänzliche Abweisung der Klage und stellt sich im We-

sentlichen auf den Standpunkt, dass das Mietobjekt mangelhaft übergeben wor-

den sei, die ausserordentliche Kündigung sich als ungültig erweise, die Klägerin 

keinen Anspruch auf Schadenersatz - weder für den Mietzinsausfall noch für an-

dere Kosten - habe, die Schadenminderungspflicht durch die Klägerin verletzt 

worden sei und der von der Klägerin geltend gemachte Schadenersatz zudem in 

keinem Verhältnis zum geringfügigen Verschulden der Beklagten stehe (act. 16 

S. 3 ff.). 

2.1.2. Die Beklagte machte in ihrer Klageantwort vom 24. April 2017 (act. 16) 

noch zahlreiche Einwände gegen die klägerischen Forderungen geltend. Mangels 

Einreichung einer Duplik blieben schlussendlich aber diverse, in diesem 

Zusammenhang neu in der Replik durch die Klägerin vorgetragene Sachverhalts-

elemente unbestritten, was den entsprechenden beklagtischen Einwänden ihre 

tatsächliche Grundlage entzieht. Für die rechtliche Beurteilung des vorliegenden 

Verfahrens ist mit anderen Worten damit hauptsächlich auf das in der Replik 

vorgetragene Tatsachenfundament der Klägerin abzustellen.  

2.2. Ausstehende Mietzinse und Schadenersatz für nicht bezahlte Mietzinse  

Unter Hinweis auf die Verfügung des Handelsgerichts des Kantons Zürich 

HE160059-O vom 11. Mai 2016 E. 3.2.2.4 und den Beschluss des Mietgerichts 

Zürich MB160007-L vom 28. Juni 2016 E. 5 erweist sich die ausserordentliche 

Kündigung der Klägerin als zulässig. Die Beklagte bestritt insbesondere nicht die 

in der Replik vorgenommene Auslegung von Ziffer 7.1 des Mietvertrages 

betreffend die Zahlungsmodalitäten (act. 4/3), was zur Annahme eines natürlichen 

Konsenses führt. Die Mietzinse waren entsprechend jeweils auf den 1. Januar, 

1. April, 1. Juli und 1. Oktober durch die Beklagte zu begleichen (act. 23 N 17). 

- 6 - 

Die Beklagte kam ihrer Zahlungspflicht aktenkundig schuldhaft nicht oder nur 

verspätet nach, was die Klägerin zu einem Vorgehen gemäss Art. 257d OR 

berechtigte. Angesichts dessen ist die Beklagte mit ihrem Einwand, die Klägerin 

treffe ein Selbstverschulden (z.B. act. 16 N 42), nicht zu hören. Auch die gegen 

die Höhe des Mietzinses für die Weitervermietung vorgebrachten Argumente der 

Beklagten zielen in die gleiche Richtung und überzeugen dementsprechend nicht. 

Die Beklagte versucht erneut, ihr vertragswidriges Verhalten der Klägerin 

anzulasten. Letztlich blieb denn auch mangels Einreichung einer Duplik 

unbestritten, dass die Klägerin das Mietobjekt zu marktüblichen Konditionen 

weitervermieten wollte (act. 23 N 59).  

Die Beklagte schuldet deshalb weiterhin den Mietzins respektive das positive 

Interesse bis zum Vertragsende des befristeten Vertrags. Dies ist – entgegen der 

Beklagten (act. 16 N 45) – weder unbillig noch in sonstiger Weise stossend, 

sondern entspricht der ständigen Praxis des Bundesgerichts (z.B. BGE 127 III 

548 E. 5) und der herrschenden Lehre (BSK OR I-WEBER, Art. 257d N 13). 

Eine Verletzung der Schadenminderungsobliegenheit durch die Klägerin ist 

angesichts der in replicando vorgetragenen Weitervermietungsbemühungen zu 

verneinen (act. 23 N 41 ff.). Die Beklagte schuldet im Ergebnis vollen 

Schadenersatz samt den noch ausstehenden Mietzinsen vor der Kündigung per 

31. Dezember 2015. Im Einzelnen gilt: 

 Zeitspanne Höhe 

Mietzins (act. 1 N 13) April 2016 4'291.65 

Mietzins (act. 1 N 13) Mai 2016 4'394.60 

Schadenersatz (act. 1 N 16) Juni bis Dezember 2016 31'482.50 

Schadenersatz (act. 23 N 29) Januar bis August 2017 36'701.– 

  Σ 76'869.75 

Der Gesamtbetrag von CHF 76'869.75 ist der Klägerin deshalb klageweise 

zuzusprechen.  

- 7 - 

Anzumerken ist, dass die Beklagte den ersatzmals in der Replik vorgebrachten 

Schadenersatz für entgangene Mietzinse von Januar 2017 bis August 2017 im 

Quanitativ ohnehin nicht bestritt. 

2.3. Insertionskosten 

Der Ersatz von Insertionskosten ist in der Lehre anerkannt (SVIT-Kommentar, 

Art. 257d OR N 45). Die Beklagte bestritt die Höhe der geltend gemachten Kosten 

überhaupt nicht und liess es auch sonst bei allgemeinen Einwänden bewenden, 

was prozessual ungenügend ist (vgl. BGE 141 III 433 E. 2.6). Zu den mit der 

Klageänderung neu geltend gemachten Insertionskosten in der Höhe von 

CHF 753.00 (act. 14 N 29) äusserte sie sich überhaupt nicht. Diese sind denn 

auch allesamt durch die im Recht liegenden Belege ausgewiesen und die Klage 

ist im Umfang von CHF 2'369.45 (act. 1 N 20: CHF 1'616.45; act. 14 N 29: 

CHF 753.00) gutzuheissen.  

2.4. Zylinderkosten  

Zwischen den Parteien blieb unbestritten, dass die Beklagte zehn Schlüssel für 

die Liegenschaft … [Adresse] erhielt. Die Beklagte ergeht sich in 

Schutzbehauptungen, wenn sie ausführt, sie habe von der Klägerin ursprünglich 

vier falsche Schlüssel ausgehändigt erhalten (act. 16 N 97). Offensichtlich 

retournierte sie vier der zehn Schlüssel bei Mietende nicht mehr an die Beklagte. 

Die Klägerin war daher berechtigt, die gesamte Schliessanlage auszutauschen. 

Die entsprechende Schadenersatzposition in der Höhe von CHF 1'124.80 (act. 1 

N 25) ist ausgewiesen und ihr zuzusprechen, zumal sich der Austausch der 

gesamten Anlage ebenfalls als verhältnismässig erweist. 

2.5. Reinigungs- und Räumungskosten sowie Kosten für übermässige Ab-

nützung 

Wie sogleich ausgeführt (siehe nachfolgend E. 2.6), wurde das Mietobjekt durch 

die Beklagte mängelfrei übernommen. Die durch die Klägerin eingeklagten 

Schäden und Verunreinigungen sind damit der Beklagten anzulasten. Sämtliche 

geltend gemachten Positionen sind ausgewiesen und erscheinen hinsichtlich der 

- 8 - 

Höhe angemessen. Die Gegenargumente der Beklagten, namentlich hinsichtlich 

der Höhe der Kosten, überzeugen nicht (z.B. act. 16 N 100 ff.) und erscheinen 

erneut als reine Schutzbehauptungen. Sie ist daher zum Ersatz der Reinigungs- 

und Räumungskosten samt der Kosten für die übermässige Abnützung in der 

Höhe von total CHF 2'107.10 zu verpflichten (act. 1 N 26: CHF 479.40 

[Reinigungs- und Räumungskosten]; act. 1 N 27 f.: CHF 292.55 und 

CHF 1'335.15 [Schäden Dübellöcher / Parkett]). 

2.6. Verrechnungsforderung der Beklagten aus Mietzinsherabsetzung 

Die Klägerin legte in ihrer Replik mit neuen Vorbringen und Beweismitteln 

ausführlich dar (act. 23 N 6 ff.), warum das Mietobjekt der Beklagten zu Beginn 

der Miete mängelfrei übergeben wurde. Es blieb dadurch namentlich unbestritten, 

dass die defekten Stellen des Bodens durch die C._____ AG vor Mietantritt 

repariert wurden. Mit anderen Worten sind die diesbezüglichen, noch in der 

Klageantwort vorgebrachten Einwände der Beklagten unbeachtlich (z.B. act. 16 

N 5 ff.), und es steht ihr auch keine verrechnungsweise geltend gemachte 

Forderung aus Mietzinsherabsetzung in der Höhe von CHF 10'729.20 zu (act. 16 

N 89).  

2.7. Verrechnungsforderung der Beklagten aus Schadenersatz für Umzugs-

kosten  

Die Beklagte machte in der Klageantwort pauschal einen Schaden von 

"mindestens" CHF 10'000.– geltend (act. 16 N 33). Dieser Schaden ist durch 

nichts belegt und damit nicht gehörig substantiiert respektive überhaupt behauptet 

worden. Daher besteht keine beklagtische Verrechnungsforderung aus dem 

genannten Rechtsgrund. 

2.8. Zins 

Der Klägerin ist der geltend gemachte Zins ohne Weiteres zuzusprechen, zumal 

er beklagtischenseits auch nicht substantiiert bestritten wurde. 

- 9 - 

3. Zusammenfassung der Tat- und Rechtsfragen 

Die Klage ist vollumfänglich gutzuheissen, und die Beklagte ist damit zu verpflich-

ten, der Klägerin einen Betrag von CHF 82'471.10 zu bezahlen. Ausserdem ist die 

Klägerin für berechtigt zu erklären, die auf dem Mieterkautionssparkonto angeleg-

te Mieterkaution (inklusive aufgelaufener Zinsen) vollumfänglich unter Anrech-

nung an diesen Betrag zu beziehen. 

4. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

Sowohl die Festsetzung der Gerichtsgebühr als auch die Festsetzung der Partei-

entschädigung richten sich in erster Linie nach dem Streitwert (§ 2 Abs. 1 lit. a 

GebV OG; § 2 Abs. 1 lit. a AnwGebV). Vorliegend beträgt der Streitwert 

CHF 82'471.10, woraus eine ordentliche Gerichtsgebühr von rund CHF 8'100.– 

resultiert. Sie ist ausgangsgemäss der Beklagten aufzuerlegen (Art. 106 Abs. 1 

ZPO), aber vorab aus dem Kostenvorschuss der Klägerin zu beziehen. Die Be-

klagte ist ausserdem zu verpflichten, der Klägerin eine Parteientschädigung in der 

Höhe von CHF 11'500.– zu bezahlen. Mangels Darlegung der Berechtigung zum 

Vorsteuerabzug ist die Parteientschädigung der Klägerin praxisgemäss ohne 

Mehrwehrsteuerzuschlag zuzusprechen (vgl. Urteil BGer 4A_552/2015 vom 

25. Mai 2016 E. 4.5). 

Das Handelsgericht erkennt: 

1. Die Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin den Betrag von CHF 82'471.10 

zuzüglich Zins zu 5% 

− auf den Betrag von CHF 13'183.75 seit 1. April 2016; 
− auf den Betrag von CHF 16'724.40 seit 28. September 2016; 
− auf den Betrag von CHF 15'108.95 seit 21. Dezember 2016 und 
− auf den Betrag von CHF 37'454.00 seit 14. September 2017 

zu bezahlen. 

2. Die Klägerin wird für berechtigt erklärt, die bei der Zürcher Kantonalbank, 

Postfach, 8010 Zürich, auf dem Mieterkautionssparkonto Nr. …, lautend auf 

- 10 - 

den Namen der Beklagten, angelegte Mieterkaution (inklusive aufgelaufener 

Zinsen) vollumfänglich unter Anrechnung an den Betrag gemäss Ziffer 1 

hiervor zu beziehen. 

3. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf CHF 8'100.–. 

4. Die Kosten werden der Beklagten auferlegt, aber vorab aus dem Kostenvor-

schuss der Klägerin gedeckt.  

Für den Betrag von CHF 5'200.– wird der Klägerin das Rückgriffsrecht auf 

die Beklagte eingeräumt. Die nicht gedeckten Kosten werden von der Be-

klagten nachgefordert. 

5. Die Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin eine Parteientschädigung in der 

Höhe von CHF 11'500.– zu bezahlen. 

6. Schriftliche Mitteilung an die Parteien. 

7. Eine bundesrechtliche Beschwerde gegen diesen Entscheid ist innerhalb 

von 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-

schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

und 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). Der Streit-

wert beträgt CHF 82'471.10. 

 
Zürich, 30. Januar 2018 

 
Handelsgericht des Kantons Zürich 

 
Präsident: 

 
 
 

Dr. George Daetwyler 

Gerichtsschreiber: 
 
 
 

Dr. Moritz Vischer 
 
 
 
 

	Urteil vom 30. Januar 2018
	
	Rechtsbegehren: (act. 1 S. 2 und act. 23 S. 2)
	Sachverhalt und Verfahren
	A. Sachverhaltsübersicht
	a. Parteien und ihre Stellung
	Bei der Klägerin handelt es sich um eine Immobiliengesellschaft; die Beklagte bezweckt die Erbringung diverser Finanzdienstleitungen.
	b. Prozessgegenstand
	Prozessgegenstand bilden diverse Forderungen der Klägerin aus einem mittlerweile gekündigten Mietverhältnis mit der Beklagten, wie namentlich ausstehende Mietzinse und weitere Schadenersatzansprüche.

	B. Prozessverlauf
	Erwägungen
	1. Formelles
	Die örtliche und sachliche Zuständigkeit des Handelsgerichts des Kantons Zürich blieben zu Recht unbestritten (act. 1 N 2 ff.; act. 16 N 3).
	Auch die mit der Replik vorgenommene Klageänderung (Erweiterung des Klagebetrages um CHF 37'454.– zuzüglich Zins von 5 % ab 14. September 2017) erweist sich – da die Voraussetzungen von Art. 227 Abs. 1 lit. a ZPO erfüllt sind –als zulässig.
	2. Sachverhalt und Würdigung
	2.1. Einleitung / Vorbemerkung
	2.1.2. Die Beklagte machte in ihrer Klageantwort vom 24. April 2017 (act. 16) noch zahlreiche Einwände gegen die klägerischen Forderungen geltend. Mangels Einreichung einer Duplik blieben schlussendlich aber diverse, in diesem Zusammenhang neu in der ...
	2.2. Ausstehende Mietzinse und Schadenersatz für nicht bezahlte Mietzinse
	Unter Hinweis auf die Verfügung des Handelsgerichts des Kantons Zürich HE160059-O vom 11. Mai 2016 E. 3.2.2.4 und den Beschluss des Mietgerichts Zürich MB160007-L vom 28. Juni 2016 E. 5 erweist sich die ausserordentliche Kündigung der Klägerin als zul...
	Die Beklagte kam ihrer Zahlungspflicht aktenkundig schuldhaft nicht oder nur verspätet nach, was die Klägerin zu einem Vorgehen gemäss Art. 257d OR berechtigte. Angesichts dessen ist die Beklagte mit ihrem Einwand, die Klägerin treffe ein Selbstversch...
	Die Beklagte schuldet deshalb weiterhin den Mietzins respektive das positive Interesse bis zum Vertragsende des befristeten Vertrags. Dies ist – entgegen der Beklagten (act. 16 N 45) – weder unbillig noch in sonstiger Weise stossend, sondern entsprich...
	Eine Verletzung der Schadenminderungsobliegenheit durch die Klägerin ist angesichts der in replicando vorgetragenen Weitervermietungsbemühungen zu verneinen (act. 23 N 41 ff.). Die Beklagte schuldet im Ergebnis vollen Schadenersatz samt den noch ausst...
	Der Gesamtbetrag von CHF 76'869.75 ist der Klägerin deshalb klageweise zuzusprechen.
	Anzumerken ist, dass die Beklagte den ersatzmals in der Replik vorgebrachten Schadenersatz für entgangene Mietzinse von Januar 2017 bis August 2017 im Quanitativ ohnehin nicht bestritt.
	2.3. Insertionskosten
	Der Ersatz von Insertionskosten ist in der Lehre anerkannt (SVIT-Kommentar, Art. 257d OR N 45). Die Beklagte bestritt die Höhe der geltend gemachten Kosten überhaupt nicht und liess es auch sonst bei allgemeinen Einwänden bewenden, was prozessual unge...
	2.4. Zylinderkosten
	Zwischen den Parteien blieb unbestritten, dass die Beklagte zehn Schlüssel für die Liegenschaft … [Adresse] erhielt. Die Beklagte ergeht sich in Schutzbehauptungen, wenn sie ausführt, sie habe von der Klägerin ursprünglich vier falsche Schlüssel ausge...
	2.5. Reinigungs- und Räumungskosten sowie Kosten für übermässige Abnützung
	Wie sogleich ausgeführt (siehe nachfolgend E. 2.6), wurde das Mietobjekt durch die Beklagte mängelfrei übernommen. Die durch die Klägerin eingeklagten Schäden und Verunreinigungen sind damit der Beklagten anzulasten. Sämtliche geltend gemachten Positi...
	2.6. Verrechnungsforderung der Beklagten aus Mietzinsherabsetzung
	Die Klägerin legte in ihrer Replik mit neuen Vorbringen und Beweismitteln ausführlich dar (act. 23 N 6 ff.), warum das Mietobjekt der Beklagten zu Beginn der Miete mängelfrei übergeben wurde. Es blieb dadurch namentlich unbestritten, dass die defekten...
	2.7. Verrechnungsforderung der Beklagten aus Schadenersatz für Umzugskosten
	Die Beklagte machte in der Klageantwort pauschal einen Schaden von "mindestens" CHF 10'000.– geltend (act. 16 N 33). Dieser Schaden ist durch nichts belegt und damit nicht gehörig substantiiert respektive überhaupt behauptet worden. Daher besteht kein...
	2.8. Zins
	Der Klägerin ist der geltend gemachte Zins ohne Weiteres zuzusprechen, zumal er beklagtischenseits auch nicht substantiiert bestritten wurde.

	3. Zusammenfassung der Tat- und Rechtsfragen
	Die Klage ist vollumfänglich gutzuheissen, und die Beklagte ist damit zu verpflichten, der Klägerin einen Betrag von CHF 82'471.10 zu bezahlen. Ausserdem ist die Klägerin für berechtigt zu erklären, die auf dem Mieterkautionssparkonto angelegte Mieter...

	4. Kosten- und Entschädigungsfolgen
	Sowohl die Festsetzung der Gerichtsgebühr als auch die Festsetzung der Parteientschädigung richten sich in erster Linie nach dem Streitwert (§ 2 Abs. 1 lit. a GebV OG; § 2 Abs. 1 lit. a AnwGebV). Vorliegend beträgt der Streitwert CHF 82'471.10, woraus...

	Das Handelsgericht erkennt:
	1. Die Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin den Betrag von CHF 82'471.10 zuzüglich Zins zu 5%
	 auf den Betrag von CHF 13'183.75 seit 1. April 2016;
	 auf den Betrag von CHF 16'724.40 seit 28. September 2016;
	 auf den Betrag von CHF 15'108.95 seit 21. Dezember 2016 und
	 auf den Betrag von CHF 37'454.00 seit 14. September 2017

	zu bezahlen.
	2. Die Klägerin wird für berechtigt erklärt, die bei der Zürcher Kantonalbank, Postfach, 8010 Zürich, auf dem Mieterkautionssparkonto Nr. …, lautend auf den Namen der Beklagten, angelegte Mieterkaution (inklusive aufgelaufener Zinsen) vollumfänglich u...
	3. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf CHF 8'100.–.
	4. Die Kosten werden der Beklagten auferlegt, aber vorab aus dem Kostenvorschuss der Klägerin gedeckt.  Für den Betrag von CHF 5'200.– wird der Klägerin das Rückgriffsrecht auf die Beklagte eingeräumt. Die nicht gedeckten Kosten werden von der Beklagt...
	5. Die Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin eine Parteientschädigung in der Höhe von CHF 11'500.– zu bezahlen.
	6. Schriftliche Mitteilung an die Parteien.
	7. Eine bundesrechtliche Beschwerde gegen diesen Entscheid ist innerhalb von 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff...