# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b12eab63-a929-5ad1-bf0a-e42c84c04f5d
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-03-13
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 13.03.2025 D-1575/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-1575-2025_2025-03-13.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-1575/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 3 .  M ä r z  2 0 2 5  

Besetzung 
 Einzelrichterin Daniela Brüschweiler, 

mit Zustimmung von Richterin Regina Derrer;   

Gerichtsschreiberin Susanne Burgherr. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Syrien,   

vertreten durch Dr. iur. Nils Reimann,  

(…),  

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Vollzug der Wegweisung (Nichteintreten auf Asylgesuch und 

Wegweisung [sicherer Drittstaat]);  

Verfügung des SEM vom 27. Februar 2025 / N (…). 

 

 

 

D-1575/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer suchte am 27. Januar 2025 in der Schweiz um Asyl 

nach. Er gab auf dem Personalienblatt an, am (…) geboren und somit min-

derjährig zu sein. 

B.  

Am 30. Januar 2025 mandatierte der Beschwerdeführer die ihm zugewie-

sene Rechtsvertretung. 

C.  

Ein Abgleich der Fingerabdrücke des Beschwerdeführers mit der Eurodac-

Datenbank ergab, dass er am 22. September 2022 in Deutschland und am 

5. August 2024 in B._______ Asylgesuche gestellt hatte.  

D.  

Am 29. Januar 2025 ersuchte das SEM die deutschen und (…) Behörden 

um Informationen betreffend die Registrierung des Beschwerdeführers und 

das Verfahren in den jeweiligen Ländern.  

E.  

Die deutschen Behörden teilten am 31. Januar 2025 mit, dass der Be-

schwerdeführer in Deutschland einen Zivilregisterauszug vorgewiesen 

habe und mit dem Geburtsdatum (…) registriert worden sei. Es sei ihm in 

Deutschland subsidiärer Schutz gewährt und ein Aufenthaltstitel (gültig 

vom (…). Februar 2024 bis (…). Februar 2025) ausgestellt worden.  

F.  

F.a Am 10. Februar 2025 ersuchte das SEM die deutschen Behörden um 

Rückübernahme des Beschwerdeführers gestützt auf die Richtlinie 

2008/115/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. De-

zember 2008 über gemeinsame Normen und Verfahren in den Mitglied-

staaten zur Rückführung illegal aufhältiger Drittstaatsangehöriger (Rück-

führungsrichtlinie) und das Abkommen zwischen dem Schweizerischen 

Bundesrat und der Regierung der Bundesrepublik Deutschland über die 

Rückübernahme von Personen mit unbefugtem Aufenthalt (Rückübernah-

meabkommen) vom 20. Dezember 1993 (SR 0.142.111.368).  

F.b Die deutschen Behörden stimmten der Rückübernahme des Be-

schwerdeführers am 10. Februar 2025 zu. 

D-1575/2025 

Seite 3 

G.  

Im Rahmen der Befragung als unbegleiteter, minderjähriger Asylsuchender 

(UMA) vom 12. Februar 2025 wurde dem Beschwerdeführer auch das 

rechtliche Gehör zu einem allfälligen Nichteintretensentscheid gemäss 

Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG (SR 142.31) und einer Wegweisung nach 

Deutschland eingeräumt. Er gab im Wesentlichen an, er sei syrischer 

Staatsangehöriger und stamme aus C._______. Er verfüge weder über ei-

nen Reisepass noch eine Identitätskarte. Er kenne sein Geburtsdatum, den 

(…), von seiner Mutter. Er habe im Jahr 2018 mit der Schule begonnen, als 

er (…) Jahre alt gewesen sei. Respektive er wisse sein damaliges Alter 

nicht mehr. Nach fünf Jahren habe er die Schule im Alter von (…) Jahren 

verlassen. Er sei im Mai 2022 aus Syrien ausgereist. Er sei in die Türkei 

gegangen und später nach Deutschland gereist. In Deutschland habe er 

ein Asylgesuch gestellt und es sei ihm dort subsidiärer Schutz gewährt und 

eine Aufenthaltsbewilligung erteilt worden. Er habe in Deutschland die glei-

chen Personalien angegeben wie in der Schweiz. Respektive ein Cousin 

väterlicherseits (vs), der mit ihm in Deutschland gewesen sei, habe die Un-

terlagen für ihn ausgefüllt. Er habe zwar bemerkt, dass bei der Registrie-

rung seines Geburtsdatums ein Fehler passiert sei, aber nichts dagegen 

unternommen. Weil er in Deutschland allein gewesen sei, sich gelangweilt 

habe und mit einem Cousin vs, der in B._______ gelebt habe, habe zu-

sammen sein wollen, sei er nach B._______ gegangen. Er habe sich dort 

etwa fünf oder sechs Monate aufgehalten. Als der besagte Cousin dann zu 

seinem Bruder in die Schweiz habe gehen wollen, sei er mitgegangen. An-

ders als in Deutschland habe er hierzulande Verwandte, nämlich einen On-

kel und dessen Sohn sowie drei weitere Cousins vs. Sein Verhältnis zu 

diesen sei gut. Er besuche sie ab und zu. Er sei gesund.  

H.  

Am 12. Februar 2025 teilten die (…) Behörden mit, dass der Beschwerde-

führer in B._______ keine Identitätsdokumente vorgelegt habe. Er sei unter 

den gleichen Personalien wie in der Schweiz erfasst worden. Im Rahmen 

einer Altersabklärung sei festgestellt worden, dass es sich bei ihm um eine 

minderjährige Person handle. Das am 5. August 2024 gestellte Asylgesuch 

sei noch hängig. Der Beschwerdeführer habe folgende Verwandte ge-

nannt: ein Cousin vs in B._______, ein Onkel mütterlicherseits in 

B._______ oder Deutschland, ein Onkel vs und zwei Cousins vs in der 

Schweiz, fünf Cousins vs in Deutschland. 

I.  

Am 11. Februar 2025 informierte der in Deutschland für den Beschwerde-

D-1575/2025 

Seite 4 

führer ernannte Beistand das SEM, dass der Beschwerdeführer seine Un-

terkunft in einer Einrichtung für Jugendliche in D._______ am 3. August 

2024 unerwartet verlassen habe. Am 19. Februar 2025 teilte er mit, dass 

wieder eine entsprechende Unterkunft zur Verfügung stehe und eine Ab-

holung des Beschwerdeführers an der schweizerisch-deutschen Grenze 

für ihn organisiert werden könne. 

J.  

J.a Am 25. Februar 2025 händigte das SEM dem Beschwerdeführer res-

pektive der Rechtsvertretung den Entscheidentwurf zur Stellungnahme 

aus.  

J.b Der Beschwerdeführer liess sich mit Eingabe vom 26. Februar 2025 

vernehmen. Er sei über den geplanten Entscheid traurig. Er habe in 

Deutschland zwar vier Cousins, aber drei würden weit von ihm entfernt in 

E._______ wohnen. Der vierte sei zwar in der Nähe, er habe aber aufgrund 

familiärer Probleme mit keinem Kontakt. Er möchte lieber bei seinen Ver-

wandten in der Schweiz bleiben, zu denen er eine innige Beziehung habe. 

Vor allem sein Onkel sei ihm eine Stütze. Er werde von diesem regelmässig 

zum Essen eingeladen, habe schon ins Schwimmbad mitgehen und bei 

der Geburtstagsfeier des Sohnes des Onkels dabei sein dürfen. 

K.  

Mit Verfügung vom 27. Februar 2025 (gleichentags eröffnet) trat das SEM 

in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG auf das Asylgesuch des 

Beschwerdeführers nicht ein, wies ihn aus der Schweiz weg und forderte 

ihn auf, die Schweiz am Tag nach Eintritt der Rechtskraft zu verlassen, an-

sonsten er in Haft genommen und unter Zwang nach Deutschland zurück-

geführt werden könnte. Es beauftragte den Kanton F._______ mit dem Voll-

zug der Wegweisung und händigte dem Beschwerdeführer die editions-

pflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis aus.  

Für die Begründung wird auf die Ausführungen der Vorinstanz in der Ver-

fügung verwiesen. 

L.  

Mit Eingabe vom 5. März 2025 erhob der Beschwerdeführer beim Bundes-

verwaltungsgericht Beschwerde. Er beantragte, die vorinstanzliche Verfü-

gung sei aufzuheben und das SEM sei anzuweisen, ihn vorläufig aufzu-

nehmen. Eventualiter sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und die 

Sache zur vollständigen Feststellung des Sachverhalts an die Vorinstanz 

D-1575/2025 

Seite 5 

zurückzuweisen. Zudem ersuchte er in verfahrensrechtlicher Hinsicht um 

Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und um Verzicht auf die 

Erhebung eines Kostenvorschusses. 

Nebst Kopien der angefochtenen Verfügung und der Vollmacht der Rechts-

vertretung lag der Beschwerde ein Ausdruck einer Fotografie bei, welche 

den Beschwerdeführer in Syrien mit seinem nun hierzulande wohnhaften 

Onkel zeige. Auf die Begründung der Rechtsbegehren und das besagte 

Beweismittel wird – soweit für den Entscheid wesentlich – in den nachfol-

genden Erwägungen eingegangen. 

M.  

Das Bundesverwaltungsgericht bestätigte am 7. März 2025 den Eingang 

der Beschwerde. Gleichentags lagen dem Gericht die vorinstanzlichen Ak-

ten in elektronischer Form vor (vgl. Art. 109 Abs. 3 AsylG). 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurtei-

lung von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig 

und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – und so auch vor-

liegend – endgültig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der Be-

schwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 

Abs. 3 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist 

einzutreten. 

2.  

Hinsichtlich des Prozessgegenstands ist festzustellen, dass sich aus den 

Beschwerdeanträgen und deren Begründung ergibt, dass sich die Be-

schwerde ausschliesslich gegen den von der Vorinstanz angeordneten 

Vollzug der Wegweisung richtet. Die Dispositivziffern 1 und 2 der vor-

D-1575/2025 

Seite 6 

instanzlichen Verfügung (Nichteintreten auf das Asylgesuch und Wegwei-

sung aus der Schweiz) sind mangels Anfechtung in Rechtskraft erwachsen 

und bilden nicht Gegenstand des Verfahrens. 

3.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Bereich des Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 

2014/26 E. 5). 

4.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-

hend aufgezeigt wird, handelt es sich um ein solches Rechtsmittel, weshalb 

das Urteil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). Ge-

stützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines Schrif-

tenwechsels verzichtet. 

5.  

5.1 Das SEM erachtet den Vollzug der Wegweisung nach Deutschland, ei-

nem sicheren Drittstaat, in welchem dem Beschwerdeführer subsidiärer 

Schutz gewährt wurde, als zulässig, zumutbar und möglich. Die Anwesen-

heit eines Onkels und von Cousins in der Schweiz stehe dem Vollzug nicht 

entgegen. Das Bestehen eines Verwandtschaftsverhältnisses sei nicht be-

legt und es sei auch nicht von einer engen Bindung oder gar einem Abhän-

gigkeitsverhältnis auszugehen. Auch wenn es nachvollziehbar sei, dass 

der Beschwerdeführer gemeinsame Unternehmungen geniesse, vermöge 

die erst seit Kurzem bestehende Nähe kein Abhängigkeitsverhältnis zu be-

gründen. Es würden keine Gründe vorliegen, die im Fall einer Wegweisung 

nach Deutschland auf eine Gefährdung des Kindeswohls hinweisen wür-

den. Der Beschwerdeführer könne in Deutschland, wo ihm eine Beiständin 

zur Seite stehe, in geeignete Strukturen zurückkehren, und angesichts 

dessen, dass er sich dort – anders als in der Schweiz – bereits zwei Jahre 

aufgehalten habe, sei davon auszugehen, dass er mit den Gepflogenheiten 

vor Ort vertraut sei. Den Kontakt zu den Verwandten in der Schweiz könne 

er auch grenzüberschreitend aufrechterhalten.  

5.2 Der Beschwerdeführer entgegnet in der Rechtsmitteleingabe zusam-

mengefasst, seine familiären Umstände würden mit Blick auf das Kindes-

wohl im Sinne von Art. 3 des Übereinkommens vom 20. November 1989 

über die Rechte des Kindes (Kinderrechtskonvention, SR 0.107; 

D-1575/2025 

Seite 7 

nachfolgend: KRK) und das Recht auf Achtung des Privat- und Familienle-

bens gemäss Art. 8 EMRK für seine vorläufige Aufnahme in der Schweiz 

sprechen. Anders als zu den in Deutschland lebenden Cousins habe er zu 

seinen Verwandten in der Schweiz (Onkel und dessen Sohn in F._______ 

sowie Cousins in G._______) ein inniges Verhältnis. Das beigelegte Foto, 

welches noch in Syrien aufgenommen worden sei, dokumentiere das Ver-

wandtschaftsverhältnis zum besagten Onkel. Dieser sei ihm eine wichtige 

Stütze, was sich in alltäglicher Fürsorge und einer engen emotionalen Bin-

dung äussere. So werde er von seinem Onkel hierzulande regelmässig 

zum Essen eingeladen, sie seien zusammen im Schwimmbad gewesen 

und er habe den Geburtstag von dessen Sohn mitfeiern dürfen. Es wäre 

für ihn emotional belastend, diesen Familienteil wieder zurücklassen zu 

müssen. Ein Verbleib in der Schweiz wäre daher gegenüber der Rückkehr 

nach Deutschland zu bevorzugen, namentlich mit Blick auf seine Integra-

tion, seine emotionale Konstitution und den familiären Zusammenhalt. 

6.  

Vorab ist auf den Rückweisungsantrag (Rechtsbegehren 3) einzugehen. 

Der Beschwerdeführer begründet diesen damit, dass der Sachverhalt noch 

nicht vollständig erstellt sei, weil er noch keine Stellungnahme seines hier-

zulande wohnhaften Onkels habe einreichen können, womit noch nicht alle 

Einzelheiten der familiären Beziehung aktenkundig seien (vgl. Beschwerde 

S. 5 Ziff. 4). Diesbezüglich ist festzustellen, dass das Bundesverwaltungs-

gericht den Sachverhalt im Hinblick auf die Beurteilung der Frage des Voll-

zugs der Wegweisung des Beschwerdeführers nach Deutschland als aus-

reichend erstellt erachtet (vgl. hierzu auch die nachfolgenden Ausführun-

gen unter E. 7). Es besteht keine Veranlassung, die vorinstanzliche Verfü-

gung aus formellen Gründen aufzuheben und die Sache zwecks weiterer 

Sachverhaltserstellung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Das entspre-

chende (Eventual-)Begehren ist daher abzuweisen. Der Klarheit halber ist 

zudem anzumerken, dass im Beschwerdeverfahren auch keine Veranlas-

sung besteht, dem Beschwerdeführer Frist zur Nachreichung einer Stel-

lungnahme des Onkels anzusetzen. 

7.  

7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

D-1575/2025 

Seite 8 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

7.2  

7.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz (insbesondere Art. 5 Abs. 1 AsylG, Art. 33 Abs. 1 des Abkom-

mens über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30], Art. 25 

Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen 

Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behand-

lung oder Strafe [FoK, SR 0.105] und Art. 3 EMRK) einer Weiterreise der 

Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen 

Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AIG). Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG 

kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn 

sie im aufnehmenden Staat aufgrund von Situationen wie Krieg, Bürger-

krieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet 

sind. 

7.2.2 Gemäss Art. 6a AsylG besteht zugunsten sicherer Drittstaaten – wie 

dem EU-Mitgliedstaat Deutschland – die Vermutung, dass diese ihre völ-

kerrechtlichen Verpflichtungen, darunter im Wesentlichen das Refoule-

ment-Verbot und grundlegende menschenrechtliche Garantien, einhalten. 

Ferner besteht beim Vollzug von Wegweisungen in Mitgliedstaaten der EU 

die Vermutung der Zumutbarkeit (Art. 83 Abs. 5 Satz 2 AIG). Es obliegt der 

betroffenen Person, diese Legalvermutungen umzustossen. Dazu hat sie 

ernsthafte Anhaltspunkte dafür vorzubringen, dass die Behörden des in 

Frage stehenden Staates im konkreten Fall das Völkerrecht verletzen, ihr 

nicht den notwendigen Schutz gewähren oder sie menschenunwürdigen 

Lebensumständen aussetzen würden, respektive dass sie im in Frage ste-

henden Staat aufgrund von individuellen Umständen sozialer, wirtschaftli-

cher oder gesundheitlicher Art in eine existenzielle Notlage geraten würde. 

7.2.3 Bei dem EU-Mitgliedstaat Deutschland handelt es sich um einen si-

cheren Drittstaat gemäss Art. 6a Abs. 2 Bst. b AsylG, der sodann Signatar-

staat der EMRK, der FoK und der FK sowie des Zusatzprotokolls der FK 

vom 31. Januar 1967 (SR 0.142.301) ist und seinen diesbezüglichen völ-

kerrechtlichen Verpflichtungen nachkommt. Der Beschwerdeführer hat in 

Deutschland einen subsidiären Schutzstatus zugesprochen erhalten und 

als Schutzberechtigter kann er sich auf die Garantien der Richtlinie 

D-1575/2025 

Seite 9 

2011/95/EU des europäischen Parlaments und des Rates vom 13. Dezem-

ber 2011 (Qualifikationsrichtlinie) berufen (insbesondere die Regeln betref-

fend den Zugang zu Beschäftigung [Art. 26], Bildung [Art. 27], Sozialhilfe-

leistungen [Art. 29], Wohnraum [Art. 32] und medizinischer Versorgung 

[Art. 30]). Der Beschwerdeführer erhob betreffend die Lebensbedingungen 

in Deutschland keine Einwände, sondern führte lediglich an, es sei ihm 

manchmal langweilig gewesen. Diesbezüglich ist nochmals auf die Quali-

fikationsrichtlinie (insbesondere Art. 26 und 27) hinzuweisen.  

7.2.4 Soweit der Beschwerdeführer mit Verweis auf in der Schweiz wohn-

hafte Verwandte (Onkel und Cousins) geltend macht, Art. 8 EMRK und das 

Kindeswohl (Art. 3 KRK) würden seinen Verbleib in der Schweiz gegenüber 

einer Rückkehr nach Deutschland favorisieren, ist Folgendes festzustellen:  

7.2.4.1 Art. 8 EMRK schützt das Recht auf Achtung des Privat- und Fami-

lienlebens. Der Schutzbereich umfasst in erster Linie die Kernfamilie, das 

heisst die Beziehung zwischen Ehegatten, eingetragenen Partnerinnen 

und Partnern, die in dauernder eheähnlicher Gemeinschaft zusammenle-

benden Personen sowie jene zwischen Eltern und ihren minderjährigen 

Kindern (vgl. BGE 147 I 268 E. 1.2.3 m.w.H.). Andere familiäre Beziehun-

gen, wie diejenigen zwischen Geschwistern oder zwischen Eltern und ihren 

volljährigen Kindern, stehen nur in besonderen Fällen unter dem Schutz 

dieser Bestimmung, nämlich dann, wenn ein besonderes Abhängigkeits-

verhältnis besteht (vgl. BGE 147 I 268 E. 1.2.3 und 144 II 2 E. 6.1; Urteil 

des EGMR Emonet et al. gegen die Schweiz vom 13. Dezember 2007, 

Nr. 39051/03, § 35). Ein solches Abhängigkeitsverhältnis kann sich – un-

abhängig vom Alter – namentlich aus besonderen Betreuungs- oder Pfle-

gebedürfnissen wie bei körperlichen oder geistigen Behinderungen und 

schwerwiegenden Krankheiten ergeben (vgl. BGE 120 Ib 257 E. 1e; Urteil 

des EGMR Belli und Arquier-Martinez gegen die Schweiz vom 11. Dezem-

ber 2018, Nr. 65550/13, § 65). Die betroffene Person muss für die Bewälti-

gung des täglichen Lebens auf fremde Hilfe angewiesen sein, die sinnvoll-

erweise nur von einem nahen Angehörigen geleistet werden kann. Eine 

lediglich moralische Unterstützung genügt nicht, um ein Abhängigkeitsver-

hältnis im Sinne der Rechtsprechung zu begründen (vgl. Urteil des BGer 

2C_339/2019 vom 14. November 2019 E. 3.5; BVGE 2008/47 E. 4.1.1 f.; 

Urteil des BVGer F-3807/2022 vom 9. September 2022 E. 3.3; Urteil des 

EGMR I.M. gegen die Schweiz vom 9. April 2019, Nr. 23887/16, § 62).  

Des Weiteren bildet das Kindeswohl gemäss Art. 3 KRK im Rahmen der 

Zumutbarkeitsprüfung von Art. 83 Abs. 4 AIG einen zu beachtenden 

D-1575/2025 

Seite 10 

Gesichtspunkt, wenn ein Kind von einem Wegweisungsvollzug betroffen 

ist. Dabei sind sämtliche Umstände zu würdigen, die im Hinblick auf eine 

Wegweisung wesentlich erscheinen, wie etwa das Alter des Kindes, des-

sen Reife, die Art der Beziehung zu Bezugspersonen sowie der Grad der 

erfolgten Integration bei einem längeren Aufenthalt in der Schweiz (vgl. 

BVGE 2014/20 E. 8.3.6; 2009/51 E. 5.6; 2009/28 E. 9.3.2 je m.w.H.). 

7.2.4.2 Vorliegend ist festzuhalten, dass Onkel und Cousins – unabhängig 

davon, dass mangels Vorlage von Identitätsdokumenten des Beschwerde-

führers das betreffende Verwandtschaftsverhältnis nicht belegt ist – nicht 

zur Kernfamilie des Beschwerdeführers zählen. Allein aus dem besagten 

Verwandtschaftsgrad lassen sich keine Ansprüche gestützt auf Art. 8 

EMRK ableiten. Dass der Beschwerdeführer, der gesund und erst vor we-

nigen Wochen in die Schweiz gekommen ist, in einem besonderen Abhän-

gigkeitsverhältnis im Sinne der zitierten Rechtsprechung zu den besagten 

Verwandten in der Schweiz, insbesondere zum Onkel, der sich bereits seit 

rund zweieinhalb Jahre in der Schweiz aufhält, steht, ist nicht zu schlies-

sen. Weder die (undatierte) Fotografie, auf welcher der Beschwerdeführer 

als kleiner Junge mit dem Onkel in Syrien zu sehen sei, noch einige ge-

meinsame Freizeitaktivitäten in den letzten Wochen und die verständliche 

Freude des Beschwerdeführers daran sowie eine emotionale Verbunden-

heit vermögen ein solches Abhängigkeitsverhältnis zu begründen. Im Übri-

gen vermag die Angabe des Beschwerdeführers, er hätte nicht gewusst, 

wie er von C._______ schon früher zu seinem Onkel nach F._______ hätte 

kommen können, kaum zu überzeugen, machte er sich doch von dort aus 

offenbar im August 2024 auf den Weg ins bedeutend weiter entfernte 

B._______. 

Auch der Aspekt des Kindeswohls im Sinne von Art. 3 KRK steht vorliegend 

dem Vollzug der Wegweisung nach Deutschland nicht entgegen. Hinsicht-

lich des vom Beschwerdeführer geäusserten Wunsches um Verbleib in der 

Schweiz, ist darauf hinzuweisen, dass aus der KRK kein Anspruch auf Auf-

enthalt im Staat mit den für ein Kind vorteilhaftesten Lebensbedingungen 

abgeleitet werden kann (vgl. Urteil des BVGer E-1087/2023 vom 1. März 

2023 E. 8.5). Der Beschwerdeführer ist kein Kleinkind mehr und seine Rei-

sen durch Europa zeugen durchaus von einer gewissen Reife und Selb-

ständigkeit. In der Schweiz hält er sich erst seit wenigen Wochen auf, wo-

hingegen er in Deutschland bereits zwei Jahre in einer Einrichtung für Ju-

gendliche gelebt hat und durch einen ihm beigeordneten Beistand unter-

stützt wurde. Er ist somit mit den entsprechenden Strukturen vertraut und 

kann sich auch wieder an seinen dortigen Beistand wenden. Auch in 

D-1575/2025 

Seite 11 

Deutschland hat er Verwandte (mehrere Cousins), von deren Wohnorten 

er Kenntnis hat, was zumindest auf einen gewissen Kontakt respektive die 

Möglichkeit, bei Wunsch Kontakt aufzunehmen, hindeutet. Zudem wird der 

Wegweisungsvollzug auch die Kontaktpflege zu den Verwandten in der 

Schweiz nicht verunmöglichen. Schliesslich liegen keinerlei Hinweise vor, 

wonach sich Deutschland, das ebenfalls Signatarstaat der KRK ist, nicht 

an seine entsprechenden völkerrechtlichen Verpflichtungen halten würde. 

Vielmehr hat der deutsche Beistand des Beschwerdeführers bereits eine 

erneute Unterbringung in einer Jugendeinrichtung und die Möglichkeit der 

Abholung des Beschwerdeführers aufgegleist (vgl. vorstehend Bst. I). 

7.2.4.3 Angesichts dessen wird mit dem Wegweisungsvollzug nach 

Deutschland weder das Recht des Beschwerdeführers auf Achtung des 

Familienlebens nach Art. 8 EMRK noch das Kindeswohl gemäss Art. 3 

KRK verletzt. Es liegen keine Hinweise dafür vor, dass der Beschwerde-

führer bei einer Rückführung nach Deutschland in eine existenzielle Not-

lage geraten würde. 

7.2.5 Nach dem Gesagten ist es dem Beschwerdeführer nicht gelungen, 

die Vermutung, dass Deutschland seinen völkerrechtlichen Verpflichtungen 

nachkommt und die Wegweisung dorthin zulässig und zumutbar ist, umzu-

stossen. 

7.3 Es ist schliesslich auch von der Möglichkeit des Wegweisungsvollzugs 

auszugehen (Art. 83 Abs. 2 AIG), da die deutschen Behörden der Rück-

übernahme des Beschwerdeführers ausdrücklich zugestimmt haben. 

7.4 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

8.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und auch sonst nicht zu beanstanden ist. Die 

Beschwerde ist abzuweisen.  

9.  

9.1 Mit dem vorliegenden Urteil ist das Gesuch um Verzicht auf die Erhe-

bung eines Kostenvorschusses gegenstandslos geworden. 

9.2 Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung ist 

abzuweisen, da sich die Begehren entsprechend den vorstehenden 

D-1575/2025 

Seite 12 

Erwägungen von vornherein als aussichtslos im Sinne von Art. 65 Abs. 1 

VwVG erwiesen haben. Demzufolge wären die Verfahrenskosten in der 

Höhe von Fr. 750.– (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über 

die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 

[VGKE, SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 

Abs. 1 VwVG). Gestützt auf Art. 6 Bst. b VGKE ist indessen auf die Erhe-

bung von Verfahrenskosten zu verzichten. 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

D-1575/2025 

Seite 13 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen.  

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird ab-

gewiesen.  

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Daniela Brüschweiler Susanne Burgherr 

 

 

Versand: