# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 264c68d0-5169-5ebe-9647-ef8c629d4ab1
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-11-22
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 22.11.2010 IV 2009/75
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2009-75_2010-11-22.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/10

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2009/75

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 15.07.2020

Entscheiddatum: 22.11.2010

Entscheid Versicherungsgericht, 22.11.2010
Art. 28 Abs. 2 IVG. Anspruch auf eine Invalidenrente; Berechnung von 
Validen- und Invalideneinkommen eines Selbständigerwerbenden aufgrund 
eines Einkommensvergleichs (Entscheid des Versicherungsgerichts des 
Kantons St. Gallen vom 22. November 2010, IV 2009/75).

Abteilungspräsidentin Lisbeth Mattle Frei, Versicherungsrichterin Marie Löhrer, 

Versicherungsrichter Martin Rutishauser; Gerichtsschreiber Marcel Kuhn

Entscheid vom 22. November 2010

in Sachen

B.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Rainer Niedermann, St. Leonhard-Strasse 20, 

Postfach, 9001 St. Gallen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

Rente

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/10

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Sachverhalt:

A.  

A.a B.___, Jahrgang 1956, meldete sich im September 2007 zum Bezug von IV-

Leistungen (Berufsberatung, Arbeitsvermittlung, Rente) an und machte geltend, seit 

einem Unfall vom 8. März 2006 an Rückenbeschwerden zu leiden (IV-act. 4). Seit 28. 

März 2002 (Eintrag im Handelsregister des Kantons St. Gallen) ist der Versicherte 

Gesellschafter der A.___ und hauptsächlich als Plattenleger tätig (IV-act. 48 und 88).

A.b Im Arztbericht vom 6. November 2007 diagnostizierte Dr. med. C.___, Allgemeine 

Medizin FMH, ein chronisches Lumbovertebralsyndrom mit/bei muskulären 

Dysbalancen, segmentalen Dysfunktionen und kleiner Diskushernie L4/5 und L5/S1 

sowie ursächlich unklaren Arthralgien der Handgelenke, der PIP-Gelenke beider Hände 

und der Sprunggelenke. Für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Plattenleger attestierte 

er dem Versicherten einen wechselnden Arbeitsunfähigkeitsgrad zwischen 0 und 100% 

(IV-act. 14/1-2). Dr. med. D.___, Innere Medizin/Rheumatologie FMH, teilte in den 

Berichten vom 2. und 3. Juli 2008 mit, dass der Versicherte in seiner Tätigkeit als 

Plattenleger ca. 50% eingeschränkt sei. Leichte Arbeiten ohne regelmässiges Bücken 

und Knien und ohne häufiges Heben von Lasten über 5kg seien ihm vollzeitig zumutbar 

(IV-act. 41/1-8).

A.c Eine am 3. Juli 2008 durch die IV-Stelle durchgeführte Abklärung für 

Selbständigerwerbende ergab im Betätigungsvergleich eine Einschränkung von ca. 

50% (IV-act. 48).

A.d Im Schreiben vom 5. November 2008 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass 

die Arbeitsvermittlung abgeschlossen werde (IV-act. 54).

A.e Nach Durchführung des Vorbescheidsverfahrens wies die IV-Stelle mit Verfügung 

vom 23. Januar 2009 einen Rentenanspruch ab. Sowohl unter Berücksichtigung 

des aktuellen Erwerbseinkommens als auch des zumutbaren Einkommens in einer 

adaptierten Tätigkeit resultiere kein rentenbegründender Invaliditätsgrad (IV-act. 60).

B.  

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/10

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die von Rechtsanwalt Rainer Niedermann 

eingereichte Beschwerde vom 27. Februar 2009 (Beschwerdeergänzung vom 30. Juni 

2009) mit den Anträgen, die angefochtene Verfügung vom 23. Januar 2009 sei 

aufzuheben, es sei eine Invalidenrente entsprechend einem Invaliditätsgrad von 

mindestens 50% auszurichten; eventualiter sei die Streitsache an die 

Beschwerdegegnerin zur Vornahme weiterer medizinischer Abklärungen und zur 

Einholung weiterer Buchhaltungsunterlagen zurückzuweisen; unter Kosten- und 

Entschädigungsfolge. Es sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, 

dass der Beschwerdeführer seit 5. April 2006 durchgehend zu 50% arbeitsunfähig sei. 

Seit Aufnahme der selbständigen Erwerbstätigkeit seien der Umsatz und der 

persönliche Erfolg bis ins Jahr 2005 stets gestiegen. Angesichts des Umstands, dass 

genügend Aufträge vorhanden wären, hätte mit der Anstellung von weiteren 

Mitarbeitern noch mit einer weiteren Steigerung des Umsatzes und des Gewinns 

gerechnet werden können. Der im Jahr 2005 erzielte persönliche Erfolg in der Höhe von 

Fr. 89'012.-- sei als minimales hypothetisches Valideneinkommen zu betrachten. 

Infolge der gesundheitlichen Beeinträchtigung sei der Geschäftsgang im Jahr 2006 

massiv eingebrochen. Das Folgejahr 2007 weise bei einem erneuten Betriebsverlust 

von Fr. 17'844.-- wieder einen persönlichen Erfolg von Fr. 54'010.-- bzw. unter 

Berücksichtigung des negativen persönlichen Erfolgs des Vorjahres (Fr. 8'241.--) von 

Fr. 45'589.-- aus, was somit dem hypothetischen Invalideneinkommen entspreche. 

Dementsprechend sei von einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% auszugehen, 

weshalb der Beschwerdeführer Anspruch auf mindestens eine halbe IV-Rente habe 

(act. G 1 und 10).

B.b In der Beschwerdeantwort vom 19. August 2009 beantragt die 

Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Aufgrund der medizinischen 

Akten sei der Beschwerdeführer als Plattenleger für schwere Arbeiten eingeschränkt 

und dadurch auf einen angestellten Plattenleger angewiesen. Hingegen sei er für die 

Betriebsorganisation nicht eingeschränkt. Indem er seit dem 1. Januar 2009 keinen 

Plattenleger mehr beschäftige, bestehe ein Widerspruch zu den medizinischen 

Feststellungen. Zudem kümmere er sich kaum um die Administration, sondern lasse 

diese Arbeit von seiner Ehefrau und seiner Tochter erledigen. Falls der 

Beschwerdeführer als Plattenleger tatsächlich eingeschränkt sei, habe er den Betrieb 

aufgrund der Schadenminderungspflicht so zu organisieren, dass er die administrativen 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/10

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

sowie leichten bis mittelschweren Arbeiten ausführen könne und die schwere Arbeit 

delegiere. Da sich das Betriebsergebnis und das Einkommen des Versicherten nach 

dem Unfall vom 8. März 2006 nicht (zumindest nicht dauernd) verschlechtert hätten, 

habe eine allfällige gesundheitliche Einschränkung keine wirtschaftlichen 

Auswirkungen. Die vom Beschwerdeführer genannten Validen- und 

Invalideneinkommen seien mit ergebnisorientierten mathematischen Überlegungen 

ermittelt worden. Bei der Verwendung dieser Zahlen würde sich ein Invaliditätsgrad von 

48% und somit lediglich ein Anspruch auf eine Viertelsrente ergeben (act. G 12). 

B.c Mit Replik vom 23. November 2009 hält der Beschwerdeführer an den gestellten 

Rechtsbegehren fest (act. G 18). Die Beschwerdegegnerin hat auf die Einreichung einer 

Duplik verzichtet (act. G 20).

Erwägungen:

1.   

Am 1. Januar 2008 sind die im Zuge der 5. IV-Revision revidierten Bestimmungen des 

Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20), der Verordnung über 

die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) und des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Kraft getreten. In 

materiellrechtlicher Hinsicht gilt jedoch der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz, 

dass der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die bei Erlass des 

angefochtenen Entscheids beziehungsweise im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der 

zu den materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 

467 E. 1, 126 V 136 E. 4b, je mit Hinweisen). Die angefochtene Verfügung ist am 

23. Januar 2009 ergangen, wobei ein Sachverhalt zu beurteilen ist, der vor dem 

Inkrafttreten der revidierten Bestimmungen der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008 

begonnen hat. Daher und aufgrund dessen, dass der Rechtsstreit eine Dauerleistung 

betrifft, über die noch nicht rechtskräftig verfügt wurde, ist entsprechend den 

allgemeinen intertemporalrechtlichen Regeln für die Zeit bis 31. Dezember 2007 auf die 

damals geltenden Bestimmungen und ab diesem Zeitpunkt auf die neuen Normen der 

5. IV-Revision abzustellen (vgl. zur 4. IV-Revision: BGE 130 V 445 ff.; Urteil des 

Bundesgerichts vom 7. Juni 2006, I 428/04, E. 1). Diese übergangsrechtliche Lage 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/10

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

zeitigt indessen keine materiellrechtlichen Folgen, da die 5. IV-Revision hinsichtlich des 

Begriffs und der Bemessung der Invalidität keine substantiellen Änderungen gegenüber 

der bis Ende 2007 gültig gewesenen Rechtslage gebracht hat. Nachfolgend werden die 

seit 1. Januar 2008 gültigen Bestimmungen des ATSG und IVG wiedergegeben.  

2.   

2.1 Strittig ist vorliegend der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente.

2.2 Als Invalidität gilt gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG die voraussichtlich bleibende oder 

länger dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Nach Art. 28 Abs. 2 IVG hat 

die versicherte Person Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie mindestens zu 70%, 

auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60%, auf eine halbe Rente, wenn sie 

mindestens zu 50% oder auf eine Viertelsrente, wenn sie mindestens zu 40% invalid 

ist.

2.3 Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad in der Regel aufgrund eines 

Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die 

versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 

Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das 

sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG). Der 

Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden 

hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und 

einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der 

Invaliditätsgrad bestimmen lässt. Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen 

ziffernmässig nicht genau ermittelt werden können, sind sie nach Massgabe der im 

Einzelfall bekannten Umstände zu schätzen und sind die so gewonnenen 

Annäherungswerte miteinander zu vergleichen. Lassen sich die beiden hypothetischen 

Erwerbseinkommen nicht zuverlässig ermitteln oder schätzen, so ist in Anlehnung an 

die spezifische Methode für Nichterwerbstätige (Art. 27 IVV) bei selbstständig 

Erwerbenden ein Betätigungsvergleich anzustellen (ausserordentliches 

Bemessungsverfahren) und der Invaliditätsgrad nach Massgabe der erwerblichen 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/10

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Auswirkungen der verminderten Leistungsfähigkeit in der konkreten erwerblichen 

Situation zu bestimmen (vgl. BGE 128 V 30 f. E. 1 mit Hinweisen).

3.   

Wie die folgenden Erwägungen zeigen werden, lassen sich die beiden hypothetischen 

Erwerbseinkommen zuverlässig ermitteln, weshalb nicht das ausserordentliche 

Bemessungsverfahren zur Anwendung gelangt, sondern ein Einkommensvergleich 

durchzuführen ist.

4.   

4.1 Bezüglich der noch zumutbaren Leistungsfähigkeit führte Dr. D.___ am 2. und 

3. Juli 2008 aus, dass der Beschwerdeführer aufgrund seiner Rückenbeschwerden und 

in zweiter Linie auch wegen den Handschmerzen für die schwere Arbeit als 

selbständiger Plattenleger in der Arbeitsfähigkeit deutlich eingeschränkt sei. Die 

genaue Beurteilung der Einschränkung sei schwierig, der Grad der Arbeitsunfähigkeit 

dürfe etwa bei 50% liegen. Für leichtere Arbeiten (ohne regelmässiges Bücken und 

Knien, ohne häufiges Heben von Lasten über 5kg) bestehe keine Arbeitsunfähigkeit (IV-

act. 41/1-8).

4.2 Der Beschwerdeführer hat gegen die attestierte Restarbeitsfähigkeit in der 

angestammten und in einer adaptierten Tätigkeit keine konkreten Einwände erhoben. 

Der Eventualantrag, es sei die Sache zur Vornahme weiterer medizinischer 

Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, wurde nicht weiter 

begründet. Aufgrund der vorliegenden medizinischen Aktenlage sind keine Hinweise 

ersichtlich, die gegen die Einschätzung von Dr. D.___ sprechen. Der Regionale 

Ärztliche Dienst (RAD) der IV-Stelle teilte in der Stellungnahme vom 3. November 2008 

mit, dass die Beurteilung von Dr. D.___ einleuchte. Eine Begutachtung sei bei der 

klaren medizinischen Situation, welche von Dr. D.___ sehr plausibel geschildert werde 

(50% Einschränkung nur für den Anteil der schweren Tätigkeit), nicht notwendig (IV-act. 

52). Darauf kann somit abgestellt werden.

4.3 Dem Eventualantrag des Beschwerdeführers auf Rückweisung zur weiteren 

Abklärung ist nicht stattzugeben. Da nicht anzunehmen ist, dass weitere medizinische 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/10

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Abklärungen für die Beurteilung des vorliegend relevanten Sachverhalts neue 

Erkenntnisse bringen, kann darauf verzichtet werden. Ebenso sind sämtliche 

entscheidrelevanten Buchhaltungsunterlagen in den Akten enthalten, weshalb auch 

diesbezüglich keine weiteren Abklärungen angezeigt sind (antizipierte 

Beweiswürdigung; vgl. BGE 124 V 94 E. 4b; Pra 88 Nr. 117; SVR-UV 1996 Nr. 62.211).

5.   

5.1 Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen der beeinträchtigten 

Leistungsfähigkeit.

5.2 Bei der Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die versicherte 

Person im massgebenden Zeitpunkt nach dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdienen würde. Die 

Einkommensermittlung hat so konkret wie möglich zu erfolgen. Es ist in der Regel vom 

letzten Lohn, welchen die versicherte Person vor Eintritt der Gesundheitsschädigung 

erzielt hat, auszugehen (Urteil des EVG [seit 1. Januar 2007: 

Sozialversicherungsrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 16. Mai 2001, I 

42/01, mit Hinweisen). Diese Praxis wird mit der empirischen Feststellung begründet, 

dass die bisherige Tätigkeit im Gesundheitsfall in der Regel weitergeführt worden wäre 

(Urteil des EVG vom 29. August 2002, I 97/00).

5.3 Nachdem der Beschwerdeführer im Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen 

Verfügung immer noch Gesellschafter der A.___ war, ist davon auszugehen, dass er 

auch im Gesundheitsfall die bisherige Tätigkeit weitergeführt hätte. Gegenteilige 

Indizien sind den vorliegenden Akten jedenfalls nicht zu entnehmen. Das 

Valideneinkommen ergibt sich demnach aus dem Einkommen, welches der 

Beschwerdeführer im massgebenden Zeitpunkt ohne gesundheitliche Beeinträchtigung 

als Selbständigerwerbender erzielt hätte. Bei Selbständigerwerbenden rechtfertigt es 

sich aufgrund der variierenden Jahreseinkommen auf Durchschnittswerte abzustellen. 

Der Beschwerdeführer ist seit dem 28. März 2002 mit der E.___ im Handelsregister 

eingetragen. Seit dem Unfallereignis im März 2006 machte er gesundheitliche 

Probleme mit Einschränkung der Arbeitsfähigkeit geltend. Somit ist bei der Berechnung 

des Valideneinkommens auf die Durchschnittswerte der Jahre 2003 (erstes 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/10

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

vollständiges Geschäftsjahr) bis 2005 abzustellen. Gemäss Auszug aus dem 

individuellen Konto liess sich der Beschwerdeführer in diesen Jahren jeweils einen 

Bruttojahreslohn von Fr. 78'000.-- auszahlen (IV-act. 40). Anzeichen für einen zukünftig 

höheren Lohn sind nicht aktenkundig. Da der Beschwerdeführer in seiner Stellung als 

Gesellschafter wirtschaftlich an der E.___ berechtigt ist, bilden neben dem in der 

Erfolgsrechnung verbuchten und der AHV als Einkommen aus unselbständiger 

Erwerbstätigkeit gemeldeten Lohn grundsätzlich auch die Geschäftsgewinne 

Bestandteil des Valideneinkommens (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 21. Juli 2009, 

9C_111/2009 E. 2.1.2). Konsequenterweise sind auch Verluste vom Einkommen in 

Abzug zu bringen. Den Erfolgsrechnungen lässt sich entnehmen, dass die E.___ im 

Jahr 2003 einen Betriebsverlust von Fr. 19'758.-- und in den Jahren 2004 und 2005 

einen Betriebserfolg von Fr. 3'608.-- bzw. Fr. 11'012.-- erwirtschaftete (IV-act. 29). 

Nachdem der Beschwerdeführer als Gesellschafter mit Fr. 10'000.-- (Stammkapital Fr. 

20'000.--) an der GmbH beteiligt ist, muss das Betriebsergebnis zur Hälfte ans 

Einkommen angerechnet werden. Aus den drei massgebenden Jahren 2003 bis 2005 

resultiert somit im Durchschnitt ein Verlust von Fr. 5'138.--, welcher zur Hälfte vom 

Einkommen des Beschwerdeführers (Fr. 78'000.--) abzuziehen ist. Das massgebende 

Valideneinkommen beläuft sich demnach auf Fr. 75'431.--.

5.4 Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-

erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. 

Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der - kumulativ - 

besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die 

ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, sowie das 

Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn erscheint, 

gilt grundsätzlich der von ihr tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn. Ist kein 

solches effektives Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person 

nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich 

zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der 

Rechtsprechung statistische Werte (Tabellenlöhne) beigezogen werden (BGE 129 V 

472 E. 4.2.1, Bundesgerichtsentscheid i/S C. vom 19. Juni 2008, 9C_81/2008).

5.5 Das Invalideneinkommen lässt sich vorliegend anhand der konkreten beruflich-

erwerblichen Situation ermitteln. Die medizinischen Akten belegen, dass der 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/10

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Beschwerdeführer lediglich für schwere Arbeiten zu 50% in der Arbeitsfähigkeit 

eingeschränkt ist. Dem Abklärungsbericht der IV-Stelle vom 11. September 2008 ist zu 

entnehmen, dass der Beschwerdeführer weiterhin in einem vollen Pensum tätig sei und 

die schweren Arbeiten sein Angestellter oder sein Sohn übernehmen würden. Durch die 

Verteilung der schweren Arbeiten auf seine Mitarbeiter ist der Beschwerdeführer in der 

angestammten Tätigkeit kaum mehr eingeschränkt, da ihm für eine angepasste 

Tätigkeit eine 100%ige Arbeitsfähigkeit attestiert wurde. Das Invalideneinkommen kann 

daher aufgrund der aktuell ausgeübten Tätigkeit ermittelt werden. Den Akten ist zu 

entnehmen, dass der Beschwerdeführer im Jahr 2006 einen Lohn von Fr. 60'183.--, im 

Jahr 2007 von Fr. 79'800.-- und im Jahr 2008 von Fr. 78'000.-- bezog (IV-act. 40 und 

87). Diese Einkommen belegen, dass der Beschwerdeführer selbst unter 

Berücksichtigung der betrieblichen Verluste (Jahr 2006: Fr. 48'798.--; Jahr 2007: Fr. 

17'844.--; Jahr 2008: Fr. 30'704.-- [IV-act. 29 und act. 18.1]), von welchen jeweils die 

Hälfte vom Einkommen des Beschwerdeführers abzuziehen sind, auch mit den 

gesundheitlichen Problemen und Einschränkungen bereits ab dem Jahr 2007 wieder 

ein klar rentenausschliessendes Einkommen von Fr. 70'878.--, bzw. Fr. 62'648.-- für 

das Jahr 2008, erzielen konnte. Selbst wenn der gesamte Betriebsverlust bzw. -gewinn 

beim Einkommen des Beschwerdeführers berücksichtigt würde, wäre weder für das 

Jahr 2007 (Fr. 61'956.--/Fr. 75'431.--) noch für das Jahr 2008 (Fr. 47'296.--/Fr. 

75'431.--) ein Invaliditätsgrad von mindestens 40% ausgewiesen. Die 

Beschwerdegegnerin hat daher einen Rentenanspruch im Ergebnis zu Recht 

abgelehnt.

5.6 Der Beschwerdeführer beschäftigte ab Januar 2009 keine Angestellten mehr (IV-

act. 86). Wie er seine Arbeit neu organisiert und wer die schweren Arbeiten verrichtet, 

ist den vorliegenden Akten nicht mehr zu entnehmen. Im Sinn eines obiter dictums sei 

an dieser Stelle darauf hinzuweisen, dass es dem Beschwerdeführer unter dem Aspekt 

der Schadenminderungspflicht grundsätzlich zumutbar wäre, eine leidensadaptierte 

Tätigkeit aufzunehmen, sollte er seine angestammte Tätigkeit aufgrund der 

gesundheitlichen Beschwerden nicht mehr ausführen können. Diesbezüglich würde es 

dem Beschwerdeführer offen stehen, bei der Invalidenversicherung berufliche 

Massnahmen zu beantragen.

6. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 10/10

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Bestätigung der 

angefochtenen Verfügung abzuweisen. Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. 

Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im 

Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine 

Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint in der vorliegend zu beurteilenden 

Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend ist sie 

vollumfänglich dem Beschwerdeführer aufzuerlegen. Der von ihm geleistete 

Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist daran anzurechnen.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

entschieden:

1.  Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.  Der Beschwerdeführer bezahlt eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--. Der geleistete 

Kostenvorschuss in gleicher Höhe wird ihm daran angerechnet.

bis

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 22.11.2010
	Art. 28 Abs. 2 IVG. Anspruch auf eine Invalidenrente; Berechnung von Validen- und Invalideneinkommen eines Selbständigerwerbenden aufgrund eines Einkommensvergleichs (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 22. November 2010, IV 2009/75).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2025-07-19T13:14:20+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen