# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fc6fc481-2d52-58d4-9040-2cb79fe2939d
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2019-12-05
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 05.12.2019 SK.2019.41
**Docket/Reference:** SK.2019.41
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_SK-2019-41_2019-12-05

## Full Text

Verletzung von Meldepflichten gemäss Bundesgesetz über die Finanzmarktinfrastrukturen und das Marktverhalten im Effekten- und Derivatehandel (Art. 151 Abs. 1 lit. a i.V.m. 
Art. 120 und Art. 121 FinfraG);;Verletzung von Meldepflichten gemäss Bundesgesetz über die Finanzmarktinfrastrukturen und das Marktverhalten im Effekten- und Derivatehandel (Art. 151 Abs. 1 lit. a i.V.m. 
Art. 120 und Art. 121 FinfraG);;Verletzung von Meldepflichten gemäss Bundesgesetz über die Finanzmarktinfrastrukturen und das Marktverhalten im Effekten- und Derivatehandel (Art. 151 Abs. 1 lit. a i.V.m. 
Art. 120 und Art. 121 FinfraG);;Verletzung von Meldepflichten gemäss Bundesgesetz über die Finanzmarktinfrastrukturen und das Marktverhalten im Effekten- und Derivatehandel (Art. 151 Abs. 1 lit. a i.V.m. 
Art. 120 und Art. 121 FinfraG)

Urteil vom 5. Dezember 2019 
Strafkammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter Stefan Heimgartner, Einzelrichter 
Gerichtsschreiberin Fiona Krummenacher  

Parteien  1. BUNDESANWALTSCHAFT, vertreten durch 
Staatsanwältin des Bundes Lucienne Fauquex,  

  
2. EIDGENÖSSISCHES FINANZDEPARTEMENT, 

Generalsekretariat EFD, vertreten durch Fritz 
Ammann, Leiter Rechtsdienst EFD,  

  

 gegen 

  A., erbeten verteidigt durch Fürsprecher Beat Marfurt    
  

Gegenstand  Verletzung von Meldepflichten gemäss Bundesgesetz 
über die Finanzmarktinfrastrukturen und das Marktver-
halten im Effekten- und Derivatehandel 

B u n d e s s t r a f g e r i c h t  

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

Geschäftsnummer: SK.2019.41 

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Anträge der Bundesanwaltschaft: 

Die Bundesanwaltschaft stellt keine Anträge. 
 

Anträge des Eidgenössischen Finanzdepartements (EFD): 

1. A. sei schuldig zu sprechen der mehrfachen vorsätzlichen Verletzung der Melde-
pflicht gemäss Art. 151 Abs. 1 lit. a i.V.m. Art. 120 und Art. 121 FinfraG, begangen 
in der Zeit vom 24. Juli 2014 bis zum 12. September 2014 und vom 5. Septem-
ber 2014 bis zum 10. Dezember 2014. 
 

2. A. sei zu verurteilen: 
 
a)  zu einer Busse von Fr. 30'000.--; 
 
b)  zur Bezahlung der Verfahrenskosten, inkl. der Kosten des Vorverfahrens 

des EFD und der Anklageführung, in der Höhe von Fr. 3’019.30. 

Eventualiter: 

1. A. sei schuldig zu sprechen der mehrfachen fahrlässigen Verletzung der Melde-
pflicht gemäss Art. 151 Abs. 1 lit. a i.V.m. Art. 151 Abs. 2 sowie i.V.m. Art. 120 und 
Art. 121 FinfraG, begangen in der Zeit vom 24. Juli 2014 bis zum 12. Septem-
ber 2014 und vom 5. September 2014 bis zum 10. Dezember 2014. 
 

2. A. sei zu verurteilen: 
 
a) zu einer Busse von Fr. 3'000.--; 
 
b) zur Bezahlung der Verfahrenskosten, inkl. der Kosten des Vorverfahrens 

des EFD und der Anklageführung, in der Höhe von Fr. 3’019.30. 

 
Anträge der Verteidigung: 

1. Der Beklagte sei vom Vorwurf der Verletzung von Meldepflichtvorschriften, an-
geblich mehrfach begangen in der Zeit vom 24. Juni 2014 bis zum 12. Septem-
ber 2014 und vom 5. September 2014 bis zum 20. Dezember 2014, freizuspre-
chen. 

 

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2. Die Kosten seien dem Staat aufzuerlegen. 
 

3. Es sei dem Beschuldigten eine Entschädigung für die ihm entstandenen Vertei-
digungskosten in Höhe der separaten Kostennote sowie Fr. 1'000.-- für seine ei-
genen Umtriebe zu bezahlen. 

  

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Prozessgeschichte: 

A. Gestützt auf eine Anzeige der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht (nachfol-
gend: FINMA) vom 3. März 2015 eröffnete das Eidgenössische Finanzdeparte-
ment (nachfolgend: EFD) am 30. August 2018 gegen A. ein Verwaltungsstrafver-
fahren nach dem Bundesgesetz über das Verwaltungsstrafrecht vom 22. März 
1974 (VStrR, SR 313.0) wegen Verdachts auf Verletzung der Meldepflicht ge-
mäss Art. 151 i.V.m. Art. 120 des Bundesgesetzes vom 19. Juni 2015 über die 
Finanzmarktinfrastrukturen und das Marktverhalten im Effekten- und Derivate-
handel (Finanzmarktinfrastrukturgesetz [FinfraG], SR 958.1; Akten EFD 
[Nr. 442.2-379] 10.1 ff.; 40.1). 

B. Am 6. Dezember 2018 erliess das EFD gegen den Beschuldigten einen Strafbe-
scheid wegen fahrlässiger Verletzung der Meldepflicht gemäss Art. 151 Abs. 2 
i.V.m. Art. 151 Abs. 1 lit. a und i.V.m. Art. 120 FinfraG, mehrfach begangen in der 
Zeit vom 24. Juli 2014 bis zum 10. Dezember 2014 und verurteilte ihn zu einer 
Busse von Fr. 3'000.-- sowie zur Bezahlung der Verfahrenskosten im Betrag von 
Fr. 1 '050.-- (Art. 64 VStrR; EFD act. 90.1 ff.).  

C. Der Beschuldigte erhob dagegen am 7. Januar 2019 fristgerecht Einsprache und 
beantragte, der Strafbescheid vom 6. Dezember 2018 sei aufzuheben; er sei vom 
Vorwurf der Verletzung der Meldepflicht freizusprechen; die Kosten des Verfah-
rens seien dem Bund aufzuerlegen und ihm sei eine angemessene Parteikosten-
entschädigung zuzusprechen (Art. 67 VStrR; EFD act. 90.7 ff.). 

D. Am 5. Juni 2019 erliess das EFD eine Strafverfügung und sprach den Beschul-
digten schuldig wegen mehrfacher fahrlässiger Verletzung der Meldepflicht ge-
mäss Art. 151 Abs. 2 i.V.m. Art. 151 Abs. 1 lit. a und Art. 120 i.V.m. Art. 121 Fin-
fraG, begangen in der Zeit vom 24. Juli 2014 bis zum 12. September 2014 und 
vom 5. September 2014 bis zum 10. Dezember 2014 und verurteilte ihn zu einer 
Busse von Fr. 3'000.-- sowie zur Bezahlung der Verfahrenskosten im Betrag von 
Fr. 1 '640.-- (Art. 70 VStrR; EFD act. 100.1 ff.). 

E. Der Beschuldigte ersuchte mit Eingabe vom 17. Juni 2019 an das EFD fristge-
recht um gerichtliche Beurteilung (Art. 72 VStrR; EFD act. 100.16 ff.). 

F. Unter Verweis auf die Strafverfügung vom 5. Juni 2019 überwies das EFD mittels 
Übermittlungsschreiben vom 5. Juli 2019 gleichentags die Akten gemäss Art. 50 
Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht vom 
22. Juni 2007 (Finanzmarktaufsichtsgesetz [FINMAG], SR 956.1) an die Bundes-
anwaltschaft zuhanden des Bundesstrafgerichts. Abweichend vom Dispositiv der 
Strafverfügung wirft das EFD dem Beschuldigten mehrfache eventualvorsätzli-
che Verletzung der Meldepflicht gemäss Art. 151 Abs. 1 lit. a i.V.m. Art. 120 und 

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Art. 121 FinfraG, begangen in der Zeit vom 24. Juli 2014 bis zum 12. Septem-
ber 2014 und vom 5. September 2014 bis zum 10. Dezember 2014, vor. Als 
Eventualantrag wird dem Beschuldigten fahrlässige Verletzung der Meldepflicht 
gemäss Dispositiv der Strafverfügung vom 5. Juni 2019 vorgeworfen 
(SK act. 2.100.003 ff.). 

G. Am 10. Juli 2019 reichte die Bundesanwaltschaft die Akten des EFD zusammen 
mit dem Begehren um gerichtliche Beurteilung beim Bundesstrafgericht ein 
(SK act. 2.100.001 f.).  

H. Im Rahmen der Prozessvorbereitung holte der Einzelrichter von Amtes wegen 
einen Strafregisterauszug betreffend den Beschuldigten (SK act. 2.231.1.002) 
sowie den Betreibungsregisterauszug (SK act. 2.231.3.002 ff.) und Steuerunter-
lagen des Beschuldigten (SK act. 2.231.2.002 ff.) ein. Mit Verfügung vom 21. Au-
gust 2019 hiess der Einzelrichter die Beweisanträge der Verteidigung auf Einver-
nahme der Auskunftspersonen B., C. und D. sowie des Beschuldigten gut 
(SK act. 2.250.001 f.). Am 3. September 2019 verfügte der Einzelrichter die Auf-
hebung der mit vorerwähnter Beweisverfügung gutgeheissenen Beweisanträge 
auf Einvernahme von C. und D. (SK act. 2.250.003 ff.).  

I. Die Hauptverhandlung fand am 12. September 2019 in Anwesenheit des Vertre-
ters des EFD sowie der Verteidigung und des Beschuldigten vor dem Einzelrich-
ter der Strafkammer des Bundesstrafgerichts am Sitz des Gerichts statt. Die Bun-
desanwaltschaft verzichtete auf eine Teilnahme (Art. 75 Abs. 4 VStrR; 
SK act. 2.720.001 ff.). Die Auskunftsperson B. machte im Rahmen ihrer Einver-
nahme von ihrem Aussagenverweigerungsrecht Gebrauch 
(SK act. 2.771.001 ff.). 

Der Einzelrichter erwägt: 

1. Prozessuales und Vorfragen 

1.1 Anwendbares Recht 

1.1.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 des Schweizerischen Strafgesetzbuches vom 21. Dezem-
ber 1937 (StGB, SR 311.0) i.V.m. Art. 2 VStrR wird nach geltendem Recht beur-
teilt, wer nach dessen Inkrafttreten ein Verbrechen oder Vergehen begangen hat. 
Dies gilt auch für Übertretungen (Art. 104 StGB). Massgebend ist der Zeitpunkt 
der Vornahme der tatbestandsmässigen Handlung (RIKLIN, Schweizerisches 
Strafrecht, Allgemeiner Teil, Verbrechenslehre, 3. Auflage, 2007, § 8 N. 5; 
POPP/BERKEMEIER, Basler Kommentar, 4. Aufl. 2019, Art. 2 StGB N. 5). Als Aus-
nahme bestimmt Art. 2 Abs. 2 StGB, dass eine Tat, welche vor Inkrafttreten des 

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Gesetzes begangen wurde, nach dem neuen Recht zu beurteilen ist, wenn die-
ses für den Täter das mildere ist (lex mitior). 

1.1.2 Das Bundesgesetz über die Börsen und den Effektenhandel vom 24. März 1995 
(Börsengesetz [BEHG], SR 954.1) trat am 1. Februar 1997 in Kraft (AS 1997 68) 
und wurde in der Folge mehrfach geändert. Per 1. Januar 2016 wurde die Straf-
bestimmung der Verletzung von Meldepflichten gemäss Art. 41 aBEHG mit mar-
ginalen Änderungen in Art. 151 FinfraG transferiert (AS 2015 5339). Die bis zum 
31. Dezember 2015 geltende Strafnorm des BEHG bedrohte die vorsätzliche 
Verletzung der Meldepflicht – wie das geltende Recht – mit Busse bis zu 
Fr. 10 Mio. (Art. 41 Abs. 1 lit. a aBEHG), die fahrlässige Tatbegehung mit Busse 
bis zu Fr. 1 Mio. (Art. 41 Abs. 3 aBEHG). Die geltende Strafnorm des Art. 151 
Abs. 2 FinfraG, welche die fahrlässige Tatbegehung mit Busse bis zu 
Fr. 100'000.-- bedroht, ist somit milder (HUBLI, in: Sethe/Favre/Hess et al. [Hrsg.], 
Kommentar zum FinfraG, 2017, Vor Art. 120 FinfraG N. 20). Wie sich erweisen 
wird, hat sich der Beschuldigte der eventualvorsätzlichen Tatbegehung schuldig 
gemacht (vgl. hinten E. 2.4.5), weswegen vorliegend das zur Tatzeit geltende 
Recht zur Anwendung gelangt, mithin das BEHG in der bis am 1. Januar 2015 
gültigen Fassung und die Verordnung der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht 
über die Börsen und den Effektenhandel vom 25. Oktober 2008 (Börsenverord-
nung-FINMA [BEHV-FINMA], SR 954.193) in der bis am 16. Dezember 2014 gül-
tigen Fassung. Da die materielle Regelung der Meldepflicht mit Inkrafttreten des 
FinfraG keine wesentlichen Änderungen erfahren hat (HUBLI, a.a.O., Vor 
Art. 120 FinfraG N. 4), kann die Rechtsprechung und Literatur zum FinfraG vor-
liegend mutatis mutandis herangezogen werden. 

Die Änderungen des seit dem 1. Januar 2018 in Kraft getretenen Sanktionen-
rechts sind nicht milder (TRECHSEL/PIETH, in: Trechsel/Pieth [Hrsg.], Praxiskom-
mentar, 3. Aufl. 2018, Art. 2 StGB N. 11), so dass bei der Strafzumessung vom 
im Tatzeitpunkt geltenden Recht ausgegangen werden kann. 

1.2 Zuständigkeit 

1.2.1 Gemäss Art. 50 Abs. 1 Satz 2 FINMAG ist das EFD verfolgende und urteilende 
Behörde bei Widerhandlungen gegen die Strafbestimmungen des FINMAG und 
der übrigen Finanzmarktgesetze i.S.v. Art. 1 Abs. 1 FINMAG. Art. 50 Abs. 2 FIN-
MAG sieht unter anderem vor, dass die strafbare Handlung der Bundesgerichts-
barkeit untersteht, wenn die gerichtliche Beurteilung verlangt wurde. In diesem 
Fall überweist das EFD die Akten der Bundesanwaltschaft zuhanden des Bun-
desstrafgerichts. Die Überweisung gilt dabei als Anklage. 

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1.2.2 Das vorliegende Verfahren hat eine Widerhandlung gegen das aBEHG zum Ge-
genstand. Das aBEHG zählt zu den Finanzmarktgesetzen (Art. 1 Abs. 1 lit. e FIN-
MAG). Nachdem der Beschuldigte fristgerecht nach Eröffnung der Strafverfü-
gung die gerichtliche Beurteilung verlangt hat (vgl. vorne lit. E), ist die Zuständig-
keit der Strafkammer des Bundesstrafgerichts gegeben (Art. 72 VStrR i.V.m. 
Art. 35 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 19. März 2010 über die Organisation 
der Strafbehörden des Bundes, Strafbehördenorganisationsgesetz [StBOG], 
SR 173.71). 

Die Kompetenz des Einzelrichters der Strafkammer des Bundesstrafgerichts 
ergibt sich aus Art. 19 Abs. 2 lit. b StPO i.V.m. Art. 36 Abs. 2 StBOG. 

1.3 Verfahren  

Das Verfahren vor Bundesstrafgericht bestimmt sich nach Massgabe der  
Art. 73–80 VStrR (Art. 81 VStrR); subsidiär sind die Bestimmungen der Schwei-
zerischen Strafprozessordnung vom 5. Oktober 2007 (StPO, SR 312.0) heran-
zuziehen (Art. 82 VStrR). Das Gericht entscheidet in der Sache und bezüglich 
der Kosten neu (HAURI, Verwaltungsstrafrecht, 1998, S. 155 f.); hierbei kommt 
ihm freie Kognition zu (HAURI, a.a.O., S. 149 f.). Das Urteil ist mit den wesentli-
chen Entscheidungsgründen den Parteien schriftlich zu eröffnen, unter Angabe 
der Rechtsmittelbelehrung (Art. 79 Abs. 2 VStrR).  

1.4 Beweisantrag 

1.4.1 Anlässlich der Hauptverhandlung stellte die Verteidigung im Beweisverfahren er-
neut den Antrag auf Einvernahme von C. und D. (SK act. 2.720.005).  

1.4.2 Die schweizerische Staatsgewalt beschränkt sich auf das hiesige Staatsgebiet. 
Daher dürfen die schweizerischen Strafbehörden unter den gesetzlichen Voraus-
setzungen Zwang bloss auf die sich in der Schweiz befindenden Personen aus-
üben, nicht dagegen auf sich im Ausland aufhaltende Personen. Sie dürfen den 
sich im Ausland befindenden Personen zwar Vorladungen zukommen lassen. 
Zwangsandrohungen dürfen damit allerdings nicht verbunden werden. Die Vor-
ladung stellt somit in der Sache eine Einladung dar (Urteil des Bundesgerichts 
6B_282/2019 vom 5. April 2019 E. 3). Rechtsanwalt E. teilte dem Gericht am 
28. August 2019 mit, dass sein Klient C. der gerichtlichen Vorladung zur Einver-
nahme als Auskunftsperson nicht Folge leisten werde. Es sei in der Angelegen-
heit von Seiten seiner Klientschaft alles gesagt worden. Es gäbe nichts hinzuzu-
fügen (SK act. 2.372.007). Am 2. September 2019 informierte Rechtsanwalt E. 
das Gericht, dass D. ebenfalls nicht zur Einvernahme erscheinen werde 
(SK act. 2.373.007). In der Folge teilten C. und D. dem Gericht auch noch per-
sönlich mit, trotz ihrer Vorladungen nicht zur Einvernahme zu erscheinen 

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(SK act. 2.372.008; 2.373.008). Da C. und D. ihren Wohnsitz in Frankreich ha-
ben, konnten zur Befolgung der Vorladungen keine Zwangsmassnahmen ange-
droht werden. Ihre Einvernahmen sind bloss mit deren Einverständnis möglich. 
Angesichts der Umstände und des Verhaltens der betreffenden Personen ist 
nicht davon auszugehen, dass sich C. und D. freiwillig für eine Einvernahme in 
die Schweiz begeben werden, so dass deren erneute Vorladung nicht zielführend 
wäre. Ebenfalls als nicht zielführend erweist sich deren rechtshilfeweise Einver-
nahme, denn es ist zweifelhaft, ob eine solche Massnahme betreffend vorlie-
gende Materie rechtshilfefähig ist (Art. 30 Abs. 1 i.V.m. Art. 3 Abs. 3 des Bundes-
gesetzes über internationale Rechtshilfe in Strafsachen vom 20. März 1981 
[IRSG], SR 351.1). Überdies wäre die Beanspruchung von ausländischer 
Rechtshilfe unverhältnismässig, da der vorliegende Verfahrensgegenstand eine 
Übertretung betrifft. Der Beweisantrag ist daher abzuweisen. 

1.5 Anklage  

1.5.1 Einleitend im Parteivortrag hat die Verteidigung zusammengefasst geltend ge-
macht, Anklage bilde ausschliesslich die Strafverfügung des EFD vom 
5. Juni 2019 und nicht deren Übermittlungsschreiben an die Bundesanwaltschaft 
vom 5. Juli 2019. Zu beurteilen sei daher vorliegend bloss der Tatvorwurf der 
mehrfachen fahrlässigen Tatbegehung entsprechend der Strafverfügung und 
nicht – in Abweichung vom Schuldspruch der Strafverfügung – vorsätzliche Tat-
begehung (SK act. 2.720.006).  

1.5.2 Gemäss Art. 73 Abs. 2 VStrR hat die Überweisung den Sachverhalt und die an-
wendbaren Strafbestimmungen zu enthalten oder auf die Strafverfügung zu ver-
weisen. In Bezug auf den Anklagesachverhalt verweist das EFD im Überwei-
sungsschreiben zunächst auf die Strafverfügung (SK act. 2.100.003 f.). Zusätz-
lich umschreibt das EFD darin in subjektiver Hinsicht Elemente, die auf eine vor-
sätzliche Tat schliessen lassen. Der dem Beschuldigten vorgeworfene Sachver-
halt und die ihm vorgeworfenen Strafbestimmungen sollen sich vorliegend aus 
der Strafverfügung und dem Überweisungsschreiben ergeben. Die Verteidigung 
macht (implizit) geltend, dass entweder integral auf die Strafverfügung verwiesen 
oder der Sachverhalt integral im Überweisungsschreiben neu dargestellt werden 
muss. Soweit (wie vorliegend) aus einem Überweisungsschreiben klar hervor-
geht, welche Vorhalte neu erhoben werden und hinsichtlich welcher auf die Straf-
verfügung verwiesen wird, ist dem Anklageprinzip Genüge getan. Im Unterschied 
zum Strafverfahren nach der StPO verlangt das VStrR nicht, dass als formelles 
Schriftstück entweder ein Strafbefehl oder eine Anklage fungiert. Es wäre forma-
listisch, wenn aufgrund der Formulierung «oder» in Art. 73 Abs. 2 VStrR blosse 
Anklageergänzungen im Übermittlungsschreiben ausgeschlossen würden. 

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Grundsätzlich kann demgemäss – unter Respektierung des Anspruchs auf recht-
liches Gehör – auf die Strafverfügung verwiesen werden und die Anklage zusätz-
lich mit einem Eventual- oder Alternativsachverhalt ergänzt werden. Die Über-
weisung beinhaltet somit die vom Gesetz geforderten inhaltlichen Angaben für 
eine gültige Anklage.  

1.5.3 Im Rahmen der gerichtlichen Beurteilung nach Art. 73 ff. VStrR gilt das Verbot 
der reformatio in peius nicht (Urteil des Bundesgerichts 6B_1304/2017 vom 
25. Juni 2018 E. 5.4 m.w.H.; vgl. auch vorne E. 1.3). Dieser Ausschluss des Ver-
schlechterungsverbots impliziert auch, dass es dem EFD unbenommen ist, ab-
weichend vom Dispositiv der Strafverfügung vor Gericht eine andere rechtliche 
Würdigung und damit einhergehend eine schärfere Strafe zu beantragen. Um die 
Gefahr einer möglichen Verschlechterung abzuwenden, hat der Beschuldigte die 
Möglichkeit, sein Begehren um gerichtliche Beurteilung zurückzuziehen, solange 
das Urteil erster Instanz nicht eröffnet ist (Art. 78 Abs. 2 VStrR). Da die Überwei-
sung, mithin Überweisungsschreiben und Strafverfügung, gemäss Art. 73 Abs. 2 
Satz 1 VStrR als Anklage gilt, ist entgegen der Behauptung der Verteidigung für 
eine allfällige Verurteilung wegen vorsätzlicher Tatbegehung kein Würdigungs-
vorbehalt gemäss Art. 344 StPO durch das Gericht erforderlich. Der Beschuldigte 
wusste, dass ihm eine vorsätzliche Tatbegehung vorgeworfen wird. Er hatte aus-
reichend Gelegenheit dazu Stellung zu nehmen. Eine Verletzung des Anspruchs 
auf rechtliches Gehör liegt nicht vor. 

1.5.4 Nach dem Gesagten liegt eine gültige Anklage wegen mehrfacher vorsätzlicher 
und eventualiter wegen fahrlässiger Verletzung der börsenrechtlichen Melde-
pflichten vor. 

1.6 Anwaltliche Verteidigung 

Gemäss Art. 129 Abs. 1 StPO ist eine beschuldigte Person berechtigt, in jedem 
Strafverfahren einen Wahlverteidiger zu bestellen oder, unter Vorbehalt von 
Art. 130 StPO, sich selber zu verteidigen. Da vorliegend kein Fall von notwendi-
ger Verteidigung vorliegt (vgl. Urteil des Bundesstrafgerichts SK.2018.53 vom 
23. Mai 2019 E. 4.2), kann offenbleiben, ob Fürsprecher Beat Marfurt (nachfol-
gend: Marfurt) sich bei der Verteidigung des Beschuldigten in einem Interessen-
konflikt befand.  

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2. Verletzung von Meldepflichten (Art. 41 aBEHG) 

2.1 Anklagevorwürfe 

Dem Beschuldigten wird zusammengefasst vorgeworfen, er bzw. die von ihm be-
herrschte F. AG hätte zusammen mit C. und D. spätestens seit der ordentlichen 
Generalversammlung vom 17. Juli 2014 (nachfolgend: Juli-GV) der G. AG eine 
Aktionärsgruppe gebildet. Die von dieser Aktionärsgruppe gemeinsam gehalte-
nen Aktien an der G. AG hätten den meldepflichtigen Grenzwert von 10 % der 
Stimmrechte überschritten, was jedoch verspätet offengelegt worden sei. Zudem 
habe der Beschuldigte am 31. August 2014 indirekt über die F. AG insgesamt 
200'000 G. AG - Aktien hinzuerworben, womit die Aktionärsgruppe bestehend 
aus dem Beschuldigten bzw. der F. AG, C. und D. den meldepflichtigen Grenz-
wert von 20 % an der G. AG überschritten hätten. Auch diese Beteiligung sei 
verspätet offengelegt worden. Der Beschuldigte hätte sich daher der mehrfachen 
eventualvorsätzlichen Verletzung der Meldepflicht gemäss Art. 151 Abs. 1 lit. a 
i.V.m. Art. 120 und i.V.m. Art. 121 FinfraG (bzw. Art. 41 Abs. 1 lit. a i.V.m. Art. 20 
Abs. 1 und 3 aBEHG), begangen in der Zeit vom 24. Juli 2014 bis zum 12. Sep-
tember 2014 und vom 5. September 2014 bis zum 10. Dezember 2014, strafbar 
gemacht.  

Der Beschuldigte weist die Anklagevorwürfe von sich. Er macht insbesondere 
geltend, es habe nie eine neue Gruppe bestehend aus der F. AG bzw. dem Be-
schuldigten sowie C. und D. gegeben. Die Transaktionen hätten Verschiebungen 
innerhalb der bestehenden und offengelegten H.-Gruppe dargestellt, welche 
keine Meldepflicht ausgelöst hätten (EFD act. 80.17 f., -22 f.; 
SK act. 2.720.007 ff.). 

2.2 Rechtliches 

2.2.1 Nach Art. 41 Abs. 1 lit. a i.V.m. Art. 20 Abs. 1 aBEHG macht sich unter anderem 
strafbar, wer vorsätzlich direkt, indirekt oder in gemeinsamer Absprache mit Drit-
ten Aktien einer Gesellschaft mit Sitz in der Schweiz, deren Beteiligungspapiere 
ganz oder teilweise in der Schweiz kotiert sind, für eigene Rechnung erwirbt oder 
veräussert und dadurch den Grenzwert von 3, 5, 10, 15, 20, 25, 33⅓, 50 oder 
66⅔ % der Stimmrechte, ob ausübbar oder nicht, erreicht, unter- oder über-
schreitet und dies der Gesellschaft und den Börsen, an denen die Beteiligungs-
papiere kotiert sind, nicht meldet. Ebenfalls strafbar ist, wer dabei fahrlässig han-
delt (Art. 41 Abs. 3 aBEHG).  

2.2.2 Die börsenrechtlichen Meldepflichten schützten die Transparenz und Effizienz im 
Börsengeschehen. Die Offenlegung der Besitzverhältnisse börsenkotierter Un-

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ternehmen bezweckt den Anleger- und Marktschutz, indem die Gleichbehand-
lung der Marktteilnehmer sichergestellt wird (WEBER, in: Vogt/Watter [Hrsg.], 
Kommentar zum Schweizerischen Kapitalmarktrecht, 1999, Vor Art. 20–
21 BEHG N. 1 ff.).  

2.2.3 Die Verletzung der Meldepflichten nach Art. 41 aBEHG stellt ein echtes Unter-
lassungsdelikt dar (vgl. dazu im Allg. TRECHSEL/NOLL/PIETH, StGB, Allgemeiner 
Teil I, 7. Aufl. 2017, S. 75 und S. 232). 

2.2.4  

2.2.4.1 Der Umfang der Meldepflicht ist auf Verordnungsstufe präzisiert (Art. 20 
Abs. 5 aBEHG). Gemäss Art. 20 Abs. 3 aBEHG muss eine vertraglich oder auf 
andere Weise organisierte Gruppe die Meldepflicht nach Art. 20 Abs. 1 aBEHG 
als Gruppe erfüllen und Meldung erstatten über die Gesamtbeteiligung, die Iden-
tität der einzelnen Mitglieder, die Art der Absprache und die Vertretung 
Art. 10 Abs. 3 aBEHV-FINMA. 

2.2.4.2 In gemeinsamer Absprache oder als organisierte Gruppe handelt, wer seine Ver-
haltensweise im Hinblick auf den Erwerb oder die Veräusserung von Beteili-
gungspapieren oder die Ausübung von Stimmrechten mit Dritten durch Vertrag 
oder andere organisierte Vorkehren oder von Gesetzes wegen abstimmt (Art. 10 
Abs. 1 aBEHV-FINMA). Der Begriff der meldepflichtigen Gruppe hat eine auto-
nome Bedeutung und ist weit auszulegen (BGE 130 II 530 E. 6.5.5; Urteil des 
Bundesgerichts 2A_174/2001 vom 4. Dezember 2001 E. 2d). Nicht unter den 
Gruppenbegriff fällt blosses Parallelverhalten. Informeller oder konsultativer Mei-
nungsaustausch oder auch Diskussionen unter Aktionären über ihr geplantes 
Stimmverhalten im Rahmen einer bevorstehenden Generalversammlung lösen 
allein noch keine Meldepflicht aus (WEBER/BAISCH, in: Watter/Bahar [Hrsg.], Bas-
ler Kommentar zum FinfraG, 3. Auflage 2019, Art. 121 FinfraG N. 16). Verlangt 
wird, dass die Gruppenmitglieder auf ein gemeinsames Ziel insbesondere bezüg-
lich der Stimmrechtsausübung hin zusammenwirken und zumindest konkludent 
der Einsatz gemeinsamer Mittel und Kräfte vereinbart ist (WEBER/BAISCH, a.a.O., 
Art. 121 FinfraG N. 11 f.; WEBER, a.a.O., Art. 20 BEHG N. 67). Entscheidend ist, 
dass die Gruppenmitglieder ihre Entscheidungsfreiheit hinsichtlich der Ausübung 
der Stimmrechte zugunsten und im Interesse der Gruppe aufgeben und die Aus-
übung der Stimmrechte zur «Gruppensache» gemacht wird (WEBER, a.a.O., 
Art. 20 BEHG N. 67). In jedem Fall reichen mündliche Absprachen für die Bildung 
einer börsenrechtlichen Gruppe aus, jedoch muss nicht der Grad einer eigentli-
chen vertraglichen Bindung erreicht werden. Ein Rechtsverhältnis ist somit nicht 
vorausgesetzt. In Abgrenzung zur vertraglich organisierten Gruppe werden vom 

  - 12 - 

Begriff der auf andere Weise organisierten Gruppe ebenfalls Fälle erfasst, in de-
nen das Zusammenwirken – ohne rechtlich durchsetzbare vertragliche Abspra-
che – eine gewisse Intensität und innere Organisiertheit aufweist (MEIER-SCHATZ, 
in: Hertig/Roth/Zobl et. al [Hrsg.], Kommentar zum BEHG, 2000, Art. 20 BEHG 
N. 230 f.; JUTZI/SCHÄREN, in: Sethe/Favre/Hess et al. [Hrsg.], Kommentar zum 
FinfraG, 2017, Art. 121 FinfraG N. 26; WEBER/BAISCH, a.a.O., Art. 121 FinfraG 
N. 8; Urteil des Bundesstrafgerichts SK.2010.4 vom 20. und 21. September 2010 
E. 3.3). Es ist ausreichend, wenn die einzelnen Mitglieder durch eine wie auch 
immer geartete Zusammenfassung eine Gruppe bilden. Erfasst werden gerade 
auch Sachverhalte, in denen sich zwei oder mehr Marktteilnehmer ad hoc zu-
sammentun, um sich gemeinsam an der Gesellschaft zu beteiligen oder ihre 
Stimmrechte koordiniert auszuüben (WEBER, a.a.O., Art. 20 BEHG N. 67; WE-
BER/BAISCH, a.a.O., Art. 121 FinfraG N. 12; zum Ganzen JUTZI/SCHÄREN, a.a.O., 
Art. 121 FinfraG N. 8 ff.). Keine Rolle spielt die subjektive Betrachtungsweise der 
Gruppenmitglieder (JUTZI/SCHÄREN, a.a.O., Art. 121 FinfraG N. 13). 

2.2.4.3 Art. 21 aBEHV-FINMA regelt den Umfang der Meldepflicht in inhaltlicher Hinsicht. 
Gemäss Art. 21 Abs. 1 Iit. e aBEHV-FINMA sind bei Offenlegungsmeldungen 
Firma und Sitz der erwerbenden oder veräussernden beziehungsweise beteilig-
ten Gesellschaft anzugeben. Art. 21 Abs. 4 aBEHV-FINMA regelt, dass jede Än-
derung der gemeldeten Angaben der Offenlegungsstelle (nachfolgend: OLS) und 
der Gesellschaft zu melden ist. Insbesondere ist auch eine Änderung in der Zu-
sammensetzung des Personenkreises einer Gruppe zu melden (Art. 10 
Abs. 5 aBEHV-FINMA). Die Meldepflicht entsteht gemäss Art. 11 aBEHV-FINMA 
grundsätzlich mit der Begründung des Anspruchs auf Erwerb oder Veräusserung 
von Beteiligungspapieren (Verpflichtungsgeschäft). 

2.2.4.4 Die Meldung gemäss Art. 20 Abs. 1 aBEHG hat innert vier Börsentagen nach 
Entstehen der Meldepflicht bei der Gesellschaft und der zuständigen OLS schrift-
lich einzugehen (Art. 22 Abs. 1 aBEHV-FINMA). 

2.2.4.5 In objektiver Hinsicht ist nicht nur das Ausbleiben, sondern auch die falsche oder 
verspätete Meldung strafbar (WOHLERS/PFLAUM, in: Watter/Bahar [Hrsg.], Basler 
Kommentar zum FinfraG, 3. Auflage 2019, Art. 151 FinfraG N. 18). 

2.2.5 Meldepflichtig sind in der Regel die wirtschaftlich Berechtigten der erworbenen 
oder veräusserten Beteiligungspapiere (Art. 9 Abs. 1 aBEHV-FINMA). Eine ver-
traglich oder auf eine andere Weise organisierte Gruppe muss die Meldepflicht 
nach Art. 41 aBEHG grundsätzlich als Gruppe erfüllen (Art. 20 Abs. 3 aBEHG). 
Sie bildet eine Solidarpflicht der Gruppenmitglieder. Erstattet ein Gruppenmit-
glied die Meldung, sind die anderen Mitglieder von der Meldung befreit. Jedes 

  - 13 - 

Mitglied der Gruppe ist aber individuell dafür verantwortlich, dass die Gruppen-
meldung ergeht (WEBER/BAISCH, a.a.O., Art. 121 FinfraG N. 19). 

2.2.6 In subjektiver Hinsicht verlangt Art. 41 Abs. 1 aBEHG Vorsatz. D.h. strafbar ist, 
wer mit Wissen und Willen die Meldepflicht verletzt sowie wer die Verwirklichung 
der Tat für möglich hält und in Kauf nimmt. Das Wissen und Wollen des Täters 
muss sich auf sämtliche objektiven Tatbestandsmerkmale erstrecken. Demge-
genüber erfordert Art. 41 Abs. 3 aBEHG Fahrlässigkeit. Demnach ist strafbar, 
wer fahrlässig die Meldepflicht verletzt, d.h. wer die Folge seines Verhaltens aus 
pflichtwidriger Unvorsichtigkeit nicht bedenkt oder darauf nicht Rücksicht nimmt. 
Pflichtwidrig ist die Unvorsichtigkeit, wenn der Täter die Vorsicht nicht beachtet, 
zu der er nach den Umständen und nach seinen persönlichen Verhältnissen ver-
pflichtet ist (WOHLERS/PFLAUM, a.a.O., Art. 151 FinfraG N. 19 f.). 

2.3 Beweismittel 

2.3.1 Die G. AG ist eine schweizerische Aktiengesellschaft, die bis am 
(..).  (……)  2015 an der BX Berne eXchange (nachfolgend: BX) börsenkotiert 
war (EFD act. 12.1 ff.; 11.287). B. war Verwaltungsratspräsidentin (nachfolgend: 
VRP) der Gesellschaft (EFD act. 12.2 f.). Bis zum 17. Oktober 2014 waren zu-
dem auch C. und Marfurt als weitere Verwaltungsratsmitglieder (nachfolgend: 
VR-Mitglied) der G. AG im Handelsregister eingetragen (EFD act. 12.1 ff.). 

2.3.2 Gemäss Publikation im Schweizerischen Handelsamtsblatt (nachfolgend: SHAB) 
vom (..). (…….) 2008 bildeten die I. AG, die J. AG, B., K., L. und M. sowie N. eine 
offenlegungspflichtige Gruppe mit einer gesamthaften Beteiligung an der G. AG 
von 67,37 % der Stimmrechte (nachfolgend: H.-Gruppe; EFD act. 11.267). Im 
Jahr 2010 traten C. und D. gestützt auf einen Aktionärsbindungsvertrag (nach-
folgend: ABV) mit Stimmrechtsbindung zwischen der I. AG, C. und D. vom 
16. Oktober 2009 der H.-Gruppe bei (EFD act. 11.75-81, -268). 

2.3.3 An den Aktien der I. AG war B. zu 48 % und die gemeinsamen Söhne von ihr und 
dem Beschuldigten je zu 24 % beteiligt (EFD act. 11.117 ff.). B. war einziges VR-
Mitglied der I. AG (EFD act. 11.106). 

2.3.4 Am 25. Mai 2014 erteilten die beiden Söhne, O. und P. ihrer Mutter – B. – je eine 
Vollmacht zur Ausübung ihrer Stimmrechte an der I. AG (EFD act. 11.226 f.). 

2.3.5 Am 17. Juli 2014 fand die ordentliche Generalversammlung der G. AG statt. Der 
Beschuldigte beantragte die Wahl von Marfurt als VRP. Indes wurde B. als VRP 
wiedergewählt. Daraufhin verzichteten C. sowie Marfurt auf eine Wiederwahl als 
VR-Mitglied und C. trat zudem als CEO der Gesellschaft zurück. Marfurt stellte 

  - 14 - 

sich ebenfalls nicht für eine Wiederwahl als VR-Mitglied zur Verfügung 
(EFD act. 11.180 ff.). 

2.3.6 Mit Schreiben vom 31. Juli 2014 kündigten C. und D. gegenüber der I. AG fristlos 
den ABV vom 16. Oktober 2009 (EFD act. 11.83). 

2.3.7 Am 31. Juli 2014 stellte Rechtsanwalt E. namens seiner Mandanten C. und D. 
bei der G. AG den Antrag auf Einberufung einer ausserordentlichen Generalver-
sammlung mit den folgenden Traktanden: Abwahl von B. als VRP; Wahl von Mar-
furt als neuen VRP sowie Wahl von C. und des Beschuldigten als neue VR-Mit-
glieder (EFD act. 11.84 f.). Da die G. AG den Antrag abwies, strengte Rechtsan-
walt E. namens seiner beiden Mandanten am 11. August 2014 ein gerichtliches 
Verfahren an und verwies darauf, dass C. und D. den Beschluss der Juli-GV an-
gefochten hätten (EFD act. 11.15, -84 ff., -100 ff., -197).  

2.3.8 Mit Sanktionsentscheid der BX vom 29. August 2014 wurde die G. AG mit einer 
Busse von Fr. 15'000.-- gebüsst, weil die ordentliche Generalversammlung 
(nachfolgend OGV) verspätet abgehalten, den Aktionären verspätet eine unge-
prüfte Jahresrechnung vorgelegt und die ad-hoc Meldung zu den Resultaten der 
OGV verspätet und unvollständig veröffentlicht wurden (EFD act. 11.282 ff.).  

2.3.9 Am 31. August 2014 verkauften C. und D. ihre Beteiligung von je 100’000 Aktien 
der G. AG, insgesamt 11.62 % der Stimmrechte, an die F. AG bzw. an den Be-
schuldigten mit sofortiger Berechtigung der Stimmrechtsausübung 
(EFD act. 11.63, -65 f., -130, -136, -174). Gleichentags kauften C. 102’833 und 
D. 102’832 Aktien der G. AG, ausmachend je 6 % der Stimmrechte, von der 
Q. AG ebenfalls mit sofortiger Berechtigung der Stimmrechtsausübung 
(EFD act. 11.55, -103, -168, -197, -295 f.). Einziges VR-Mitglied der F. AG war 
der Beschuldigte (EFD act. 12.4). 

2.3.10 Am 3. September 2014 meldete Rechtsanwalt E. der OLS verschiedene Trans-
aktionen. Unter anderem Iegte er offen, dass die F. AG neu per 31. August 2014 
einen Stimmrechtsanteil von 11.62 % an der G. AG besitze. Gleichzeitig meldete 
er eine Änderung in der Zusammensetzung des Personenkreises der H.-Gruppe, 
unter anderem den Beitritt der F. AG zur H.-Gruppe. Im entsprechenden Formu-
lar hielt er explizit fest, dass es sonst in der Zusammensetzung der H.-Gruppe 
keine Änderungen gegeben habe («Rest unverändert»; EFD act. 11.55 ff.). Mit 
Schreiben vom 5. September 2014 korrigierte Rechtsanwalt E. seine Meldungen 
vom 3. September 2014 teilweise und gab u.a. an, der Beschuldigte halte nicht 
nur über die F. AG G. AG-Aktien, sondern zusätzlich auch noch persönlich 1’500 
Inhaberaktien, ausmachend 0.09 % der Stimmrechte. Im beigefügten Formular 
bemerkte er, die Gruppe verfolge nach wie vor die gleiche Strategie, «B. sei aber 
anderer Meinung» (EFD act. 11.63 ff.). 

  - 15 - 

2.3.11 Mit Schreiben vom 9. September 2014 an die OLS bestritt B. den Beitritt der 
F. AG zur H.-Gruppe und bezeichnete die Meldung vom 5. September 2014 als 
falsch, da D. und die F. AG eine andere Strategie als die H.-Gruppe verfolgen 
und eine eigene Interessengruppe bilden würden (EFD act. 11.69 f.). 

2.3.12 Am (..). (……..) 2014 wurde im SHAB unter anderem publiziert, dass C. und D. 
den ABV mit der I. AG verletzt und deshalb die H.-Gruppe verlassen hätte und 
neu gemeinsam mit der F. AG eine eigene Gruppe bilden würden 
(EFD act. 11.273). 

2.3.13 Mit Meldung an die OLS vom 4. Dezember 2014 Iegte der Beschuldigte offen, 
dass er mittels F. AG über einen individuellen Anteil von 10.8 % der Stimmrechte 
an der G. AG verfügte (EFD act. 11.292).  

2.3.14 Am 17. Oktober 2014 führte die G. AG eine ausserordentliche Generalversamm-
lung durch (nachfolgend: Oktober-GV). C. und D. beantragten die Abwahl von B. 
als VRP/einziges VR-Mitglied und die Wahl von Marfurt als VRP sowie die Wahl 
von C. und des Beschuldigten als VR-Mitglieder. Die Gegenanträge von B. lau-
teten folgendermassen: Wiederwahl von B. als VRP und Nichtwahl von Marfurt, 
C. und des Beschuldigten. B. wurde schliesslich als einziges VR-Mitglied bestä-
tigt (EFD act. 11.232 ff.). 

2.3.15 Mit Meldungen vom 10. Dezember 2014 teilte Rechtsanwalt E. der OLS die Auf-
lösung der Aktionärsgruppe bestehend aus C., D. und dem Beschuldigter per 
4. Dezember 2014 sowie die individuellen Beteiligungen von C. und D. von je 
6 % der Stimmrechte an der G. AG mit (EFD act. 11.197 f., -199 f.,  
-201 ff., -276). 

2.3.16 Gegenüber der FINMA führte der Beschuldigte im Herbst/Winter 2014 aus, er 
und seine Söhne würden die F. AG kontrollieren. Sein Aktienanteil an der F. AG 
betrage 70 % und derjenige seiner Söhne je 15 %. Aufgrund des gemeinsamen 
Sorgerechts und der gemeinsamen Obhut für den Sohn P. sei B. zu 15 % wirt-
schaftlich an der F. AG mitberechtigt (EFD act. 11.130, -135, -207). Er erklärte, 
indirekt über die F. AG anfänglich 1'500 G. AG-Aktien gehalten zu haben 
(EFD act. 11.136). Zur G. AG führte er aus, diese zusammen mit dem ehemali-
gen Management, C. und D., sehr erfolgreich geführt zu haben. Ihre tägliche Zu-
sammenarbeit habe über Jahre hinweg hervorragend funktioniert. Als Team, inkl. 
Marfurt, hätten sie die G. AG bis im Sommer 2014 zu einem Unternehmen mit 
einem Umsatz von knapp 31 Millionen und einem EBITDA von rund 2.4 Millionen 
entwickelt (EFD act. 11.131, -137, -288). Die Familien A. / B. sowie C. und D. 
seien auch privat freundschaftlich verbunden gewesen (EFD act. 11.134, -139,  
-388 ff.). Zwischen B. und ihm habe «bis im Mai 2014» über die Entwicklung und 
die Strategie der G. AG absolute Einigkeit bestanden. «Bis im Juni 2014» sei er 

  - 16 - 

faktisches Organ der G. AG gewesen (EFD act. 11.131, -137). Zur H.-Gruppe 
vermerkte er, die Mitglieder der H.-Gruppen hätten «bis Mai 2014» eine gemein-
same Strategie zur Entwicklung der Gruppe verfolgt und diese erfolgreich umge-
setzt (EFD act. 11.134, -139, -388 ff.). «Im April 2014» sei B. unter den vollen 
Einfluss von zwei Franzosen, R. und S., in Genf gelangt, welche unter dem Fir-
mennamen «T.1» operiert hätten. Ab diesem Zeitpunkt sei seine Ehefrau, B., Tag 
und Nacht von diesen begleitet worden – unter anderem auch an die VR-Sitzun-
gen der G. AG. Sämtliche familiären und geschäftlichen Verbindungen seien von 
da an «systematisch in die Luft gesprengt» worden. Der bisherige VR – C. und 
Marfurt – sei von B. «desavouiert» und unter Druck gesetzt worden. «Im 
Mai 2014» sei B. mit allen, inklusive mit der Revisionsstelle der G. AG, zerstritten 
gewesen, da sie unter dem kompletten Einfluss bzw. unter sektenartiger Kon-
trolle der beiden Franzosen gestanden habe und der Ansicht gewesen sei, zu 
wenig Geld zu erhalten. Sie habe alles, insbesondere die Jahresrechnung 2013 
der Gesellschaft, sabotiert. Dies sei in den völlig wirren und hektischen VR-Pro-
tokollen aus den Monaten Mai bis Juli 2014 ersichtlich (EFD act. 11.131 f., -137, 
-288). An der Juli-GV sei schliesslich ein «Putsch» inszeniert worden, so dass 
der bisherige übrige VR – C. und Marfurt – nicht mehr gewählt worden seien. B. 
als einziges VR-Mitglied habe sodann das damalige Management entlassen und 
die Ernennung der beiden Personen von «T.1» unterzeichnet, womit diese fak-
tisch «an die Kasse» der G. AG gelangt seien (EFD act. 11.132 f., -137). Die 
Stimmrechtsausübung an der Juli- und Oktober-GV habe gegen Treu und Glau-
ben verstossen, da 100'000 der im Depot der I. AG hinterlegte G. AG-Aktien der 
F. AG gehören würden und widerrechtlich zurückgehalten worden seien 
(EFD act. 11.290). Im Schreiben vom 4. Dezember 2014 bestätigte der Beschul-
digte, dass die F. AG bis zum 17. Oktober 2014 in gemeinsamer Absprache mit 
C. und D. gehandelt habe (EFD act. 11.288 ff., -291). 

2.3.17 Die Darstellungen des Beschuldigten im Untersuchungsverfahren der FINMA de-
cken sich im Wesentlichen mit denjenigen von Rechtsanwalt E. Dieser führte für 
seine Mandanten aus, C. sei zusätzlich zu seiner VR-Position Chief Executive 
Officer (CEO) und D. Chief Operating Officer (COO) der G. AG gewesen 
(EFD act. 11.169, -197). Im Frühling 2014 habe B. die Scheidung vom Beschul-
digten verlangt und die beiden hätten einen «Scheidungskrieg» geführt 
(EFD act. 11.90). Die «T.1» habe versucht, mittels B. als VRP der G. AG die 
Kontrolle über die Gesellschaft zu erlangen. B. habe absichtlich die Erstellung 
des Jahresabschlusses 2013 der G. AG verzögert und aufgrund der immer wie-
der auftretenden Querelen habe die ursprünglich auf den 30. Juni 2014 ange-
setzte ordentliche Generalversammlung auf den 17. Juli 2014 verschoben wer-
den müssen (EFD act. 11.168 ff., -196 f.). Der Generalversammlungsbeschluss 
betreffend Wiederwahl von B. bzw. Nicht-Wiederwahl von C. und Marfurt sei von 

  - 17 - 

gewissen Aktionären, unter anderem durch die F. AG, vor dem Gericht des See-
bezirks, Murten, angefochten worden (EFD act. 11.169). C., D. und der Beschul-
digte hätten nach den Rechtsgeschäften vom 31. August 2014 (vgl. vorne 
E. 2.3.9) versucht, die G. AG wieder auf Kurs zu bringen. Weiter hielt Rechtsan-
walt E. fest, «Die Gruppe, seit der Generalversammlung vom 17. JuIi 2014 be-
stehend aus den Herren C., D. und B.» hätten nach der Niederlage an der Okto-
ber-GV noch überlegt, ob sie die Beschlüsse anfechten sollten. Heute würden 
sie hinsichtlich der G. AG keine gemeinsamen Zwecke mehr verfolgen 
(EFD act. 11.197 f.).  

2.3.18 Anlässlich der Hauptverhandlung erklärte der Beschuldigte zu seiner Person, ein 
Jurastudium begonnen und anschliessend als selbständiger Unternehmer gear-
beitet zu haben (SK act. 2.731.002 Z. 19 ff.). Zur Sache führte er aus, er habe 
die Zusammensetzung der H.-Gruppe initiiert (SK act. 2.731.004 Z. 44 bzw.  
-005 Z. 1).  Auf die Frage, was die gemeinsame Strategie der H.-Gruppe gewe-
sen sei, erklärte er, das Ziel der H.-Gruppe sei unter anderem gewesen, über 
Drittwachstum einen Umsatz von EUR 100 Mio. zu erreichen (SK act. 2.731.006 
Z. 33 ff.). Die H.-Gruppe sei gebildet worden, um die G. AG zu kontrollieren und 
die genannte Strategie umzusetzen (SK act. 2.731.008 Z. 46). B. sei mit den 
Stimmen der H.-Gruppe in den VR der G. AG gewählt worden (SK act. 2.731.008 
Z. 5 f.). B. habe vom Geschäft nicht viel verstanden (SK act. 2.731.009 Z. 5 f.). 
An der I. AG sei seine Ehefrau mit 48 %, die beiden Söhne je mit 24 % und die 
Offshore Firma AA. mit 4 % beteiligt gewesen. Als Vertreter der AA. sei er «das 
Zünglein an der Waage» gewesen (SK act. 2.731.005 Z. 14 Z. 19 ff.). Er sei da-
mals davon ausgegangen, B. hätte keine Verfügungsmacht über die I. AG gehabt 
bzw. sie hätte nicht alleine handeln können (SK act. 2.731.005 Z. 35 ff., -012 
Z. 32 f.). Für ihn sei die I. AG nie eine Drittfirma gewesen. Die I. AG habe für ihn 
aus seinen Söhnen, ihm selber und der F. AG bestanden (SK act. 2.731.014 
Z. 44 f.). Als Familienmitglied der Familie B. und faktischer Vertreter der I. AG sei 
er von Anfang an faktisch bereits Mitglied der H.-Gruppe gewesen 
(SK act. 2.731.014 Z. 10 und Z. 16 ff.). Auf Vorhalt seines Schreibens an die 
FINMA vom 4. Dezember 2014 (vgl. vorne E. 2.3.16), erklärte er, nicht bloss in 
gemeinsamer Absprache mit C. und D. gehandelt zu haben, sondern auch mit 
BB. von der Q. AG und der I. AG (SK act. 2.731.014 Z. 42 ff.). Er sei der Meinung 
gewesen, die I. AG sei ebenfalls daran beteiligt gewesen (SK act. 2.731.011 
Z. 2 f.). Es habe bis im Winter 2014 keine Bestrebungen gegeben, eine neue 
Gruppe zu bilden, vielmehr sollte Ruhe in die H.-Gruppe gebracht werden 
(SK act. 2.731.011 Z. 24 ff.). Seine Ehefrau, B., sei damals unter dem Einfluss 
seltsamer Berater bzw. der «T.1», einer «Art Sekte», gestanden 
(SK act. 2.731.006 Z. 7 ff.). C. und D. seien über seine Eheschwierigkeiten infor-
miert gewesen (SK act. 2.731.006 Z. 17). Im Hinblick auf die Juli-GV und auch 
anschliessend sei ihre Strategie gewesen, B. aus dem VR abzuwählen, da die 

  - 18 - 

tägliche Arbeit im VR durch sie völlig unmöglich geworden sei (SK act. 2.731.006 
Z. 18 ff. und Z. 42 ff., -008 Z. 9 ff.) bzw. B. habe bloss als VRP ersetzt werden 
sollen (SK act. 2.731.008 Z. 28 f.). Die Situation an der Juli-GV sei an der Frage 
eskaliert, wer das Unternehmen führe. C. und Marfurt seien vom VR zurückge-
treten und D. habe die Juli-GV aufgebracht verlassen (SK act. 2.731.010 
Z. 12 ff.). Über die Meldepflichten von Aktionären gemäss BEHG habe er sich 
informiert. Er habe die meldepflichtauslösenden Grenzwerte gekannt und ge-
wusst, dass diese auch für Anlegergruppen gelten (SK act. 2.731.014 Z. 47 
bzw. -015 Z. 4 ff.). Während seiner dreijährigen Tätigkeit als CEO eines an der 
Nasdaq gelisteten Unternehmens in den USA habe er auswendig gelernt, was 
meldepflichtige Vorgänge seien (SK act. 2.731.004 Z. 35 ff., -015 Z. 42 ff.). 

2.4 Beweiswürdigung und Subsumtion 

2.4.1 In objektiver Hinsicht 

Bis auf die Gruppenbildung/-zusammensetzung ist der in der Anklage bzw. Straf-
verfügung aufgeführte Sachverhalt im Wesentlichen unbestritten und aktenmäs-
sig erstellt.  

2.4.1.1 Für das Vorliegen einer börsenrechtlichen Gruppe bestehend aus der F. AG bzw. 
dem Beschuldigten, C. und D. anlässlich der Juli-GV sprechen die folgenden 
Gründe:  

a) Vereinbarung einer Strategie 

Nach dem persönlichen Zerwürfnis zwischen dem Beschuldigten und seiner Ehe-
frau, B., im Frühling 2014 bestand zwischen ihnen keine Einigkeit mehr über die 
Entwicklung und Strategie der G. AG. Sowohl der Beschuldigte als auch C. und 
D. betrachteten B. im VR bzw. als VRP der G. AG als nicht mehr tragbar, da sie 
unter dem Einfluss der «T.1» stehend, die Zusammenarbeit im VR verunmög-
lichte, die bisherigen gut funktionierenden Strukturen auf den Kopf gestellt und 
damit das Unternehmen geschädigt hätte. A., C. und D. versuchten daher, die 
Kontrolle über die Gesellschaft zurückzugewinnen (vgl. vorne E. 2.3.16 ff.). Da-
her entwickelten A., C. und D. die Strategie, an der Juli-GV die Wiederwahl von 
B. als VRP zu verhindern (vgl. vorne E. 2.3.18).  

b) Entgegengesetzte Strategie der H.-Gruppe 

B. war gemäss glaubhafter Aussage des Beschuldigten ursprünglich von der  
H.-Gruppe in den VR der G. AG gewählt worden (vgl. vorne E. 2.3.18). Somit war 
ihre Positionierung innerhalb des VR der G. AG Bestandteil der Strategie der  
H.-Gruppe. Indem A, C und D als Taktik die Entmachtung von B. – eines  

  - 19 - 

H.-Gruppen-Mitglieds (vgl. vorstehend E. 2.4.1.1 lit. a) – verfolgten, wirkten nicht 
mehr sämtliche Mitglieder der H.-Gruppe auf ein gemeinsames Ziel hin. Vielmehr 
verfolgten C. und D. entgegengesetzte eigene Interessen. Der Beschuldigte sel-
ber bemerkte, dass die Mitglieder der H.-Gruppe bloss «bis Mai 2014» eine ge-
meinsame Strategie zur Entwicklung der Gruppe verfolgten (vgl. vorne 
E. 2.3.16). 

c) Eingeständnis des Beschuldigten 

Der Beschuldigte gestand grundsätzlich zeitnah zu den Ereignissen gegenüber 
der FINMA ein, zusammen mit C. und D. eine Gruppe gebildet zu haben 
(vgl. vorne E. 2.3.16). Seine nachträgliche Bestreitung bzw. Relativierung dieses 
Eingeständnisses vor Gericht – anerkannt wurde immerhin noch eine Absprache 
(unter anderem) mit C. und D. (vgl. vorne E. 2.3.18) – erscheint nicht glaubhaft. 
In Anbetracht der damaligen Umstände drängte sich ein gemeinsames Vorgehen 
zwischen A, C und D geradezu auf. Es würde jeder Logik entbehren, wenn der 
Beschuldigte als geschäftstüchtiger und in der Bildung von strategischen Grup-
pen erfahrener Unternehmer nicht gemeinsam mit C. und D. – mit denen er in 
hervorragend funktionierender Zusammenarbeit über Jahre hinweg die G. AG 
erfolgreich aufgebaut hatte (vgl. vorne E. 2.3.16) – versucht hätte, die die G. AG 
beherrschende B. abzuwählen und damit auch die weitere Einflussnahme der 
«T.1» zu verhindern. 

d) Eingeständnis des Rechtsvertreters von C. und D. 

Der Rechtsvertreter von C. und D. bestätigte zeitnah zu den Ereignissen, dass 
seine Klienten mit dem Beschuldigten seit der Juli-GV eine Gruppe gebildet hät-
ten (vgl. vorne E. 2.3.17). Dies legte er gegenüber der OLS offen (vgl. vorne 
E. 2.3.15). 

2.4.1.2 Beweisergebnis 

Nach umfassender Berücksichtigung aller Umstände hat das Gericht bei objekti-
ver Betrachtung keine ernsthaften Zweifel, dass der Beschuldigte, C. und D. an 
der Juli-GV im Hinblick auf die Wahl des VRP eigene Interessen verfolgten und 
sie diesbezüglich die Ausübung ihrer Stimmrechte koordinierten. In dem Mo-
ment, als A, C und D an der Juli-GV ihre Taktik zur Abwahl von B. umzusetzen 
versuchten und gegen B. stimmten, bildeten sie zu dritt eine eigene Gruppe 
(nachfolgend: A/C/D-Gruppe). Da der Beschuldigte zusammen mit C. und D. eine 
eigenständige Gruppe bildete, kann vorliegend offenbleiben, ob und allenfalls 
wer aus der H.-Gruppe ausgeschieden bzw. ihr beigetreten ist.  

  - 20 - 

2.4.1.3 Für den (Fort-)Bestand der börsenrechtlichen A/C/D-Gruppe nach der Juli-GV 
sprechen die folgenden Gründe:  

a) Aufrechterhaltung der Strategie 

Der Plan der A/C/D-Gruppe, die in ihren Augen inkompetente und von Dritten 
manipulierte B. als VRP der G. AG zu verhindern, war an der Juli-GV gescheitert. 
Mithin war ihr strategisches Ziel (noch) nicht erreicht, wobei die A/C/D-Gruppe 
die Auffassung teilten, die Beschlussfassung an der Juli-GV sei rechtswidrig 
(vgl. vorne E. 2.3.7 und 2.3.16).  

Der Beschuldigte erklärte anlässlich seiner Einvernahme vor Gericht, die gemein-
same Strategie zur Abwahl von B. als VRP habe auch nach der Juli-GV fortbe-
standen (vgl. vorne E. 2.3.18).  

b) Gekündigter Aktionärbindungsvertrag und gerichtliches Vorgehen 

C. und D. kündigten schliesslich den ABV mit der I. AG, deren Mehrheitsaktionä-
rin B. war (vgl. vorne E. 2.3.6). Zusätzlich strengten sie nach dem ersten miss-
glückten Versuch zur Entmachtung von B. ein gerichtliches Verfahren an. Damit 
bezweckten sie, B. als VRP und einziges VR-Mitglied abzuwählen und an ihrer 
Stelle den Beschuldigten, Marfurt und C. in den VR der G. AG zu wählen (vgl. 
vorne E. 2.3.7). Unerheblich ist der Umstand, dass C. und D. ohne den Beschul-
digten ein gerichtliches Verfahren initiierten, denn ihre dortigen gestellten An-
träge verdeutlichen, dass sie mit dem Beschuldigten eine Einheit bildeten. Ohne 
Einverständnis des Beschuldigten hätten sie nicht den Antrag gestellt, es sei die 
Wahl des Beschuldigten als VRP zu traktandieren (vgl. vorne E. 2.3.7).  

c) Hinzukäufe weiterer G. AG-Aktien 

C. und D. verkauften am 31. August 2014 – bei gleichzeitigem Hinzukauf weiterer 
G. AG-Aktien – dem Beschuldigten weitere G. AG-Aktien (vgl. vorne E. 2.3.9). 
Dadurch stärkten sie die Stimmkraft ihrer Gruppe. 

2.4.1.4 Nach dem Gesagten steht fest, dass der Beschuldigte zusammen mit C. und D. 
an der Juli-GV und auch anschliessend im Hinblick auf ihr Ziel zur Abwahl der 
VRP, B., eigene Interessen verfolgten und diesbezüglich die Ausübung ihrer 
Stimmrechte koordinierten. In Würdigung aller Umstände bildeten A, C und D seit 
der Juli-GV eine offenlegungspflichtige Gruppe i.S.v. Art. 10 Abs. 1 aBEHG. 

2.4.1.5 Der Beschuldigte als wirtschaftlich Berechtigter der F. AG (vgl. vorne E. 2.3.16) 
hielt am 17. Juli 2014 indirekt über die F. AG 1'500 G. AG-Aktien, ausmachend 
0.09 % der Stimmrechte. C. und D. hielten damals je 100'000 G. AG-Aktien, aus-
machend je 5.8 % der Stimmrechte. Mit einer Beteiligung von insgesamt 11.69 % 

  - 21 - 

(0.09 % + 5.8 % + 5.8 %) überschritt die offenlegungspflichtige A/C/D-Gruppe 
den meldepflichtigen Grenzwert von 10 %. Eine entsprechende Meldung hätte 
bis spätestens am 23. Juli 2014 an die OLS und an die G. AG erstattet werden 
müssen (vgl. vorne E. 2.2.4.4). Die erforderliche Transparenz wurde allerdings 
erst am (..). (……..) 2014 aufgrund der Meldung durch B. geschaffen (vgl. vorne 
E. 2.3.12).  

2.4.1.6 Durch den Erwerb zusätzlicher G. AG-Aktien verfügte die offenlegungspflichtige 
A/C/D-Gruppe per 31. August 2014 eine konsolidierte Beteiligung von 23.69 % 
(11.69 % + 6 % + 6 %) an der G. AG (vgl. vorne E. 2.3.8 f.). Damit überschritt sie 
die Meldeschwelle von 20 %. Die Meldung hätte spätestens bis zum 4. Septem-
ber 2014 erfolgen müssen (vgl. vorne E. 2.2.4.4). Eine solche unterblieb. 
Schliesslich wurde die Auflösung ihrer Gruppe am 10. Dezember 2014 der OLS 
gemeldet (vgl. vorne E. 2.3.15).  

2.4.1.7 Die vorliegend gegenständlichen Beteiligungen betrafen die G. AG, ein Unter-
nehmen mit Sitz in der Schweiz, deren Aktien im fraglichen Zeitraum an der BX 
börsenkotiert waren (vgl. vorne E. 2.3.1).  

2.4.1.8 Im Ergebnis ist demgemäss der objektive Tatbestand der Meldepflichtverletzung 
gemäss Art. 41 Abs. 1 lit. a i.V.m. Art. 20 Abs. 1 und 3 aBEHG im Zeitpunkt vom 
24. Juli 2014 und vom 5. September 2014 erfüllt.  

2.4.2 Verantwortlichkeit 

Der Beschuldigte war wirtschaftlich Berechtigter der von der F. AG gehaltenen 
Beteiligung. Als Gruppenmitglied der seit der Juli-GV bestehenden offenlegungs-
pflichtigen A/C/D-Gruppe (vgl. vorne E. 2.4.1) war er solidarisch für die korrekte 
Wahrnehmung der Meldepflichten verantwortlich (vgl. vorne E. 2.2.5). Durch das 
Unterlassen zweier Meldungen (vgl. vorne E. 2.4.1.5 f.) verletzte der Beschul-
digte seine Rechtspflicht betreffend die Erfüllung der Meldepflichten. 

2.4.3 In subjektiver Hinsicht 

2.4.3.1 In subjektiver Hinsicht werden die Vorsatzelemente in Bezug auf die Gruppenbil-
dung bestritten. Der Beschuldigte behauptet, er und auch C. und D. hätten nie 
eine neue Gruppe bilden wollen (SK act. 2.731.006 Z. 23 f.). Er sei davon aus-
gegangen, die H.-Gruppe bestehend aus der F. AG, der I. AG, C., D. etc. habe 
nach der Juli-GV weiterbestanden (SK act. 2.731.012 Z. 30 f.). Die Verteidigung 
macht einen Sachverhaltsirrtum geltend, da der Beschuldigte vom Weiterbestand 
der H.-Gruppe ausgegangen sei bzw. der Beschuldigte geglaubt habe, die  
H.-Gruppe zusammenhalten zu können (SK act. 2.721.014; 2.720.008).  

  - 22 - 

2.4.3.2 Der Beschuldigte wusste, dass er mit C. und D. an der Juli-GV eine eigene 
Gruppe bildete, um durch gemeinsame Stimmabgabe ihr gemeinsames Partiku-
larinteresse «Entmachtung von B.» zu erreichen. Mithin wusste er, dass nicht 
mehr sämtliche Mitglieder der H.-Gruppe wie bisher auf ein gemeinsames Ziel 
hinwirkten. Aufgrund seiner starken Involvierung in die G. AG und seiner Positi-
onierung – der Beschuldigte bezeichnet sich als deren faktisches Organ – waren 
ihm die gesellschaftsrechtlichen Beteiligungsverhältnisse an der G. AG vertraut. 
Er wusste somit, dass die A/C/D-Gruppe konsolidiert eine Beteiligung an der  
G. AG von über 10 % der Stimmrechte hielt. Indem er den meldepflichtigen 
Schwellenwert von 10 % nicht meldete, nahm er in Kauf, die Meldepflicht zu ver-
letzen.  

Der Beschuldigte war sich bewusst, dass das A/C/D-Gruppenziel an der Juli-GV 
nicht erreicht worden war und die A/C/D-Gruppe nach der Juli-GV weiterbestand. 
Die Aufrechterhaltung dieser Gruppe wollte er auch. Er wusste, dass die  
A/C/D-Gruppe durch die Hinzukäufe von G. AG-Aktien am 31. August 2014 ihre 
konsolidierte Beteiligung an der G. AG erhöht hatte und sie die Meldeschwelle 
von 20 % überschritt. Indem der Beschuldigte dies nicht meldete, nahm er die 
Verletzung der Meldepflicht in Kauf. 

2.4.3.3 Angesichts der damaligen Situation besteht kein Raum für die behauptete Fehl-
vorstellung über den Sachverhalt: 

Nach seinem persönlichen Zerwürfnis mit seiner Ehefrau war es für den Beschul-
digten im Vorfeld der Juli-GV offensichtlich, dass er und B. sich im Zusammen-
hang mit der Entwicklung und der Strategie der G. AG nicht mehr einig waren. 
Die Behauptung des Beschuldigten, er sei davon ausgegangen, er habe zusam-
men mit seinen beiden Söhnen die Kontrolle an der I. AG (SK act. 2.720.007), 
erscheint nicht glaubhaft. Der Beschuldigte wusste, dass B. einziges VR-Mitglied 
der I. AG sowie deren Mehrheitsaktionärin war. Aufgrund des gemeinsamen Sor-
gerechts für den jüngeren Sohn war sich der Beschuldigte bewusst, dass er von 
vornherein nicht die alleinige Verfügungsbefugnis über dessen Aktienanteil an 
der I. AG besass. Mithin musste er gewusst haben, dass B. – selbst ohne Voll-
machterteilung ihrer beiden Söhne (vgl. vorne E. 2.3.4) – die beherrschende Stel-
lung innerhalb der I. AG inne hatte (vgl. vorne E. 2.3.3 und E. 2.3.16). Der Be-
schuldigte erkannte, dass ihm seine faktische Organstellung in der G. AG auf-
grund B.’ Beeinflussung durch Dritte entglitten war und C., D. sowie Marfurt das 
Unternehmen nicht mehr länger beherrschten. Aufgrund des Herrschaftsverlus-
tes über die G. AG entwickelte der Beschuldigte wissentlich und willentlich mit  
C. und D. – und nur mit diesen beiden – die Strategie, B. als VRP abzuwählen. 
Die Tatsachen, dass der Beschuldigte mit C. und D. isoliert von weiteren (origi-
nären) H.-Gruppenmitgliedern separat eine neue Strategie entwickelte, und der 

  - 23 - 

Beschuldigte selber erklärte, mit den Meldepflichten – auch von Gruppen – bes-
tens vertraut gewesen zu sein (vgl. vorne E. 2.3.18), schliessen einen Sachver-
haltsirrtum aus. Der Beschuldigte als gestandener Unternehmer mit mehrjähriger 
Erfahrung im Bereich meldepflichtiger Vorgänge konnte mithin die ihm vorlie-
gende Ausgangslage richtig interpretieren und einschätzen. Vor diesem Hinter-
grund stellt seine Behauptung, er sei davon ausgegangen, mit C. und D. keine 
Gruppe gebildet zu haben, eine Schutzbehauptung dar. 

Nach dem Gesagten liegt ein den Vorsatz ausschliessender Sachverhaltsirrtum 
im Sinne von Art. 13 StGB nicht vor. Der Beschuldigte nahm die Verletzung der 
Meldepflichten in Kauf, indem er die an der Juli-GV gebildete börsenrechtliche 
A/C/D-Gruppe mit einem Stimmrechtsanteil von mehr als 10 % nicht meldete und 
auch deren spätere Überschreitung der Meldeschwelle von 20 % nicht offen-
legte. 

2.4.3.4 Im Ergebnis ist demgemäss auch der subjektive Tatbestand der Meldepflichtver-
letzung gemäss Art. 41 Abs. 1 lit. a i.V.m. Art. 20 Abs. 1 und 3 aBEHG im Zeit-
punkt vom 24. Juli 2014 und vom 5. September 2014 erfüllt.  

2.4.4 Der Beschuldigte erstattete die erforderlichen Meldungen nicht innert Frist und 
handelte damit in objektiver und subjektiver Hinsicht tatbestandsmässig. Es lie-
gen weder Rechtfertigungs- noch Schuldausschlussgründe vor. Einen (unver-
meidbaren) Rechtsirrtum macht der Beschuldigte zu Recht nicht geltend. 

2.4.5 Nach dem Gesagten ist der Beschuldigte der mehrfachen eventualvorsätzlichen 
Verletzung der Meldepflicht nach Art. 41 Abs. 1 lit. a i.V.m. Art. 20 Abs. 1 und 
Abs. 3 aBEHG schuldig zu sprechen. 

3. Strafzumessung 

3.1 Die Strafdrohung von Art. 41 Abs. 1 lit. a aBEHG lautet auf Busse bis zu 
Fr. 10 Mio. Strafmilderungsgründe liegen vorliegend keine vor. Insbesondere 
entfällt der Strafmilderungsgrund gemäss Art. 48 lit. e StGB, da gemäss Strafre-
gisterauszug der Beschuldigte am 12. Februar 2015 – und somit nach den vor-
liegend zu beurteilenden Straftaten – wegen Verstosses gegen das Strassenver-
kehrsgesetz vom 19. Dezember 1958 (SVG, SR 741.01) verurteilt wurde 
(SK act. 2.231.1.002). Mithin beträgt der Strafrahmen Fr. 1.-- bis Fr. 10 Mio. Bus-
sen (und auch Geldstrafen) bis Fr. 5'000.-- sind auschliesslich nach der Schwere 
der Widerhandlung und des Verschuldens zu bemessen (Art. 8 VStrR). Ange-
sichts der Tatschwere würde die tatsächlich auszufällende Busse auch ungeach-
tet der Täterkomponente des Beschuldigten über dem Grenzbetrag von 
Fr. 5'000.-- festgelegt werden. Für die Bemessung der Busse sind daher wie bei 

  - 24 - 

Art. 47 StGB das Verschulden und die persönlichen Verhältnisse des Täters 
massgebend (Art. 106 Abs. 3 StGB i.V.m. Art. 2 VStrR).  

Im Verwaltungsstrafverfahren gelangt bei Verhängung einer Geldstrafe oder ei-
ner Busse das Asperationsprinzip gemäss Art. 49 StGB nicht zur Anwendung 
(vgl. Art. 9 VStrR; EICKER/FRANK/ACHERMANN, Verwaltungsstrafrecht und Ver-
waltungsstrafverfahrensrecht, 2012, S. 74). Gestützt auf Art. 9 VStrR ist vorlie-
gend aufgrund der mehrfachen Erfüllung von Art. 41 aBEHG das Kumulations-
prinzip anwendbar. 

3.2  

3.2.1 Das Gesamtverschulden des Beschuldigten ist aus den nachfolgenden Gründen 
als jeweils leicht einzustufen: 

Hinsichtlich der Tatkomponente ist Folgendes von Bedeutung: Der Beschuldigte 
handelte eventualvorsätzlich bzw. ohne eigentliches (verwerfliches) Tatmotiv. 
Aufgrund seiner Ehetrennung war er darauf fokussiert, die Kontrolle über die  
G. AG zurückzugewinnen. Mithin verfolgte er andere Prioritäten als seinen Mel-
depflichten nachzukommen. Der Beschuldigte verletzte seine Meldepflicht zwei-
mal. Das Bestehen sowie die anschliessende Überschreitung eines höheren 
Grenzbetrags der A/C/D-Gruppe verschwieg er wochen- bzw. monatelang. 
Durch den nicht gemeldeten überschrittenen Grenzwert von 20 % bzw. mit bei-
nahe einem Viertel der Stimmen eines börsenkotierten Unternehmens kann er-
heblich auf die Geschäftsführung der Gesellschaft eingewirkt werden. Dement-
sprechend gross ist das Marktinteresse an der Einhaltung der Transparenzvor-
schriften. Da die G. AG im Tatzeitpunkt jedoch ein relativ kleines Unternehmen 
war mit einem überschaubaren Aktionariat und zudem ein Teil der Aktionäre über 
den Konflikt informiert war, wiegt das Tatverschulden des Beschuldigten insge-
samt gerade noch leicht. 

Bezogen auf die Täterkomponente ergibt sich folgendes Bild: Das bis zum De-
liktszeitpunkt straflose Vorleben des Beschuldigten sowie seine nicht einschlä-
gige Delinquenz nach den vorliegend zu beurteilenden Straftaten 
(SK act. 2.231.1.002) wirken sich neutral aus. Ebenfalls neutral zu werten ist sein 
grundsätzlich kooperatives Verhalten gegenüber der FINMA aufgrund der um-
fassenden Auskunfts- bzw. Mitwirkungspflichten von qualifiziert oder massge-
bend an Beaufsichtigten beteiligten Personen bei Vorabklärungen  
(Art. 29 Abs. 1 FINMAG). Gleiches gilt für die fehlende Reue und Einsicht. Die 
Strafempfindlichkeit des Beschuldigten gibt zu keinen besonderen Bemerkungen 
Anlass. Angesichts seiner undurchsichtigen finanziellen Verhältnissen 
(SK act. 2.231.2.002 ff.; 2.731.002 Z. 26 ff. bzw. -003 Z. 3 ff.) ist vorliegend auf 

  - 25 - 

die Veranlagungsverfügung 2017 der Steuerverwaltung des Kantons Bern abzu-
stellen, wonach der Beschuldigte über ein geschätztes jährliches Einkommen 
von insgesamt Fr. 50'000.-- und ein geschätztes Vermögen von insgesamt 
Fr. 500'000.-- verfügt (SK act. 2.231.2.014 ff.). 

3.2.2 Die Verteidigung rügt in ihrem Parteivortrag die Verfahrensdauer. Sie macht gel-
tend, die lange Verfahrensdauer müsse bei einer allfälligen Verurteilung zu einer 
Strafreduktion führen. Gleichzeitig moniert sie, dass der Grundsatz «fair trial» 
verletzt worden sei, da die Untersuchung insgesamt vier Jahre gedauert habe, 
dem Beschuldigten hingegen bloss eine 15-tägige [recte: 30-tägige] Einsprache-
frist gewährt worden sei. Zudem habe die Verteidigung lediglich für die Dauer 
eines Jahres Akteneinsicht nehmen können, was im Missverhältnis zum vierjäh-
rigen Untersuchungsverfahren stehe (SK act. 2.720.008 f.). 

3.2.2.1 Beschleunigungsgebot 

Das in Art. 29 Abs. 1 BV, Art. 6 Ziff. 1 EMRK, Art. 14 Ziff. 3 lit. c UNO-Pakt II 
sowie in Art. 5 StPO verankerte Beschleunigungsgebot verpflichtet die Behörden, 
das Strafverfahren während seiner gesamten Dauer zügig voranzutreiben. Die 
beschuldigte Person soll nicht länger als notwendig den Belastungen des Straf-
verfahrens ausgesetzt sein (BGE 133 IV 158 E. 8; Urteil des Bundesgerichts 
6B_1076/2009 vom 22. März 2010 E. 2.2). Die Beurteilung der Verfahrensdauer 
entzieht sich starren Regeln. Welche Zeitspanne angemessen ist, hängt von den 
Umständen des Einzelfalles ab, die in ihrer Gesamtheit zu würdigen sind. Dabei 
sind insbesondere die Komplexität des Falls, dessen Behandlung durch die Be-
hörden sowie das Verhalten des Beschuldigten zu berücksichtigen 
(BGE 130 IV 54 E. 3.3.3). Die massgebliche Verfahrensdauer wird berechnet ab 
dem Tag, an welchem die beschuldigte Person über die Einleitung der Strafun-
tersuchung in Kenntnis gesetzt wurde (Urteil des Bundesgerichts S.98/2003 vom 
22. April 2004 E. 2.1; WIPRÄCHTIGER/KELLER, Basler Kommentar, 4. Aufl. 2019, 
Art. 47 StGB N. 182). Im vorliegenden Fall wurde der Beschuldigte vom EFD mit 
Schreiben vom 4. September 2018 über die Einleitung der Strafuntersuchung in 
Kenntnis gesetzt (EFD act. 80.1 ff.). Die Verfahrensdauer bis zur Überweisung 
der Anklage an die Bundesanwaltschaft bzw. ans Gericht anfangs Juli 2019 be-
trug somit ein knappes Jahr. Diese Dauer ist nicht zu beanstanden. Das Be-
schleunigungsgebot wurde demzufolge nicht verletzt.  

3.2.2.2 Recht auf ein faires Verfahren 

Der Anspruch auf ein faires Verfahren (sog. «fair trial») gehört zu den allgemei-
nen Verfahrensgarantien und ergibt sich aus Art. 6 Ziff. 1 EMRK, Art. 14 UNO-
Pakt II sowie aus Art. 3 Abs. 2 lit. c StPO. Fairness bestimmt sich vorwiegend 
über die Einhaltung von Verfahrensregeln (THOMMEN, Basler Kommentar, 

  - 26 - 

2. Aufl. 2014, Art. 3 StPO N. 98). Als Teilgehalt des Rechts auf ein faires Verfah-
ren gebietet der Anspruch auf rechtliches Gehör, dass jeder beschuldigten Per-
son ausreichend Zeit und Gelegenheit gewährt werden, sich in einem Strafver-
fahren zu verteidigen. Die Bemessung der ausreichenden Zeit hängt dabei unter 
anderem von der Komplexität des Strafverfahrens und dem Umfang des Dossiers 
ab (Entscheid des Bundesstrafgerichts BV.2005.26 vom 27. September 2005 
E. 5.2). Andererseits müssen auch Interessen der Verfahrensökonomie und der 
Verfahrensbeschleunigung berücksichtigt werden (BGE 133 V 196 E. 1.2). Die 
dem Beschuldigten zugestandene Frist zur Einreichung der Einsprache ist auf 
Gesetzesstufe verankert (Art. 67 Abs. 1 VStrR). Das EFD wies den Beschuldig-
ten jeweils korrekt auf die gesetzlichen Fristen hin (EFD act. 80.4; 90.9; 100.14). 
Sämtliche Fristerstreckungsgesuche der Verteidigung hiess das EFD gut 
(EFD act. 80.16, -21). Entgegen der Behauptung der Verteidigung entsprach die 
Verfahrensführung im vorliegenden Verwaltungsstrafverfahren dem Gebot des 
fairen Verfahrens. 

3.2.2.3 Nach dem Gesagten sind die formellen Rügen der Verteidigung unbegründet. 

3.2.3 Angesichts des jeweils leichten Tatverschuldens, der neutralen täterbezogenen 
Elemente und den wirtschaftlichen Verhältnissen des Beschuldigten ist in Anbe-
tracht des Strafrahmens von jeweils Fr. 1.-- bis Fr. 10 Mio. eine Busse von 
Fr. 10'000.-- für die Meldepflichtverletzung vom 24. Juli 2014 bzw. von  
Fr. 5'000.-- für die Meldepflichtverletzung vom 5. September 2015 angemessen. 
Mithin beträgt die Busse insgesamt Fr. 15'000.--. 

3.3 Gemäss Art. 106 Abs. 2 StGB spricht das Gericht im Urteil für den Fall, dass der 
Verurteilte die Busse schuldhaft nicht bezahlt, eine Ersatzfreiheitsstrafe von min-
destens einem Tag und höchstens drei Monaten aus. Eine allfällige Ersatzfrei-
heitsstrafe soll den Täter unabhängig von seinen finanziellen Verhältnissen ent-
sprechend seinem Verschulden treffen: finanziell starken und schwachen Verur-
teilten soll für die gleiche Tat die Freiheit für eine gleich lange Dauer entzogen 
werden (HEIMGARTNER, Basler Kommentar, 4. Aufl. 2019, Art. 106 StGB N. 10). 
Aufgrund des gerade noch leichten Verschuldens sowie des geschätzten Ein-
kommens und des in Relation zur Einkommenssituation verhältnismässig hohen 
geschätzten Vermögens erscheint eine Ersatzfreiheitsstrafe von 15 Tagen als 
angemessen. 

4. Verfahrenskosten 

4.1 Die Kosten des Verfahrens der Verwaltung bestehen aus den Gebühren (die 
sog. Spruch- und Schreibgebühr) sowie Barauslagen (Art. 94 Abs. 1 VStrR). Die 

  - 27 - 

Höhe der Spruch- und der Schreibgebühr bestimmt sich nach dem vom Bundes-
rat aufzustellenden Tarif (Art. 94 Abs. 2 VStrR). Die Spruchgebühr beträgt ge-
mäss Art. 7 Abs. 2 lit. c der Verordnung vom 25. November 1974 über Kosten 
und Entschädigungen im Verwaltungsstrafverfahren (SR 313.32) für eine Straf-
verfügung zwischen Fr. 100.-- und Fr. 10’000.--, die Schreibgebühr Fr. 10.-- je 
Seite für die Herstellung des Originals (Art. 12 Abs. 1 lit. a). Gestützt darauf be-
antragt das EFD für die Verfahrenskosten einen Betrag von insgesamt  
Fr. 1'640.-- (EFD act. 100.13). Für die Anklageerhebung macht das EFD eine 
Gebühr im Sinne von Art. 6 Abs. 4 lit. c des Bundesstrafgerichts vom 31. Au-
gust 2010 über die Kosten, Gebühren und Entschädigungen in Bundesstrafver-
fahren (BStKR, SR 173.713.162) in der Höhe von Fr. 1'000.-- und Auslagen im 
Sinne von Art. 1 Abs. 3 und Art. 9 BStKR in der Höhe von Fr. 379.30 (Reise-, 
Unterbringungs- und Verpflegungskosten) geltend. Diese Kosten sind insgesamt 
nicht zu beanstanden. Es ist allerdings festzuhalten, dass Spesen für die Vertre-
tung der Anklage in der Gebühr zu enthalten sind (Urteile des Bundesstrafge-
richts SK.2011.6 vom 22. Juli 2011 E. 10.3 und SK.2018.53 vom 23. Mai 2019 
E. 15.2). 

Die Kosten der Verwaltung inkl. Anklageerhebung betragen demnach total 
Fr. 3'019.30. 

4.2 Die Kosten des gerichtlichen Verfahrens und deren Verlegung bestimmen 
sich – vorbehältlich der Bestimmungen über den Rückzug des Gesuchs um ge-
richtliche Beurteilung (Art. 78 Abs. 4 VStrR) – nach den Art. 417–428 StPO 
(Art. 97 Abs. 1 VStrR). Nach Art. 424 Abs. 1 StPO regeln Bund und Kantone die 
Berechnung der Verfahrenskosten und legen die Gebühren fest. Der Bund hat 
dies im BStKR getan. Die Verfahrenskosten setzen sich zusammen aus den Ge-
bühren zur Deckung des Aufwands und den Auslagen im konkreten Straffall 
(Art. 422 Abs. 1 StPO; Art. 1 Abs. 1 BStKR). Im Hauptverfahren vor der Straf-
kammer des Bundesstrafgerichts beträgt die Gerichtsgebühr Fr. 200.-- bis 
Fr. 50'000.-- (Art. 7 lit. a BStKR). Die Höhe der Gebühr richtet sich nach Bedeu-
tung und Schwierigkeit der Sache, der Vorgehensweise der Parteien, ihrer finan-
ziellen Situation und dem Kanzleiaufwand (Art. 5 BStKR). In Berücksichtigung 
dessen wird die Gerichtsgebühr auf Fr. 4’000.-- festgesetzt. Die Auslagen des 
Gerichts, bestehend aus den Dolmetscherkosten und der Entschädigung für die 
Auskunftsperson, belaufen sich auf total Fr. 1'147.80 (SK act. 2.891.001 f.; 
2.871.001 ff.). 

Die Kosten für das Gerichtsverfahren betragen demnach total Fr. 5'147.80. 

4.3 Die beschuldigte Person trägt die Verfahrenskosten, wenn sie verurteilt wird 
(Art. 426 Abs. 1 StPO). Vorliegend sind keine Gründe ersichtlich, um von dieser 

  - 28 - 

Regel abzuweichen. Die Kosten der Verwaltung können im Urteil gleich verlegt 
werden wie die Kosten des gerichtlichen Verfahrens (Art. 97 Abs. 2 VStrR). Der 
Beschuldigte hat die Verfahrenskosten von insgesamt Fr. 8'167.10 (Kosten für 
Strafverfahren der Verwaltung inkl. Kosten Anklageerhebung: Fr. 3’019.30 und 
Kosten für Gerichtsverfahren: Fr. 5'147.80) in vollem Umfang zu tragen. 

5. Entschädigung 

Angesichts des Verfahrensausgangs hat der Beschuldigte keinen Anspruch auf 
Entschädigung (Art. 429 Abs. 1 StPO e contrario). Sein Entschädigungsbegeh-
ren ist daher abzuweisen. 

  

  - 29 - 

Der Einzelrichter erkennt: 

I.       

1. A. wird schuldig gesprochen der mehrfachen Verletzung von Meldepflichten ge-
mäss Art. 41 Abs. 1 lit. a i.V.m. Art. 20 Abs. 1 und Abs. 3 aBEHG. 

2. A. wird bestraft mit einer Busse von Fr. 15'000.--; bei schuldhafter Nichtbezah-
lung tritt an Stelle der Busse eine Freiheitsstrafe von 15 Tagen. 

3. Die Verfahrenskosten von Fr. 8'167.10 (Verwaltung: Fr. 3‘019.30 und Gericht: 
Fr. 5'147.80) werden A. auferlegt. 

4. Das Entschädigungsbegehren von A. wird abgewiesen. 

5. Der Vollzug des vorliegenden Urteils erfolgt durch das Eidgenössische Finanz-
departement EFD (Art. 90 Abs. 1 VStrR).  

II.  

Dieses Urteil wird den Parteien schriftlich eröffnet.  

 
Im Namen der Strafkammer 
des Bundesstrafgerichts 
 
Der Einzelrichter Die Gerichtsschreiberin 

 

 
 
 
 

 
 
  

  - 30 - 

Eine vollständige schriftliche Ausfertigung wird zugestellt an 
- Bundesanwaltschaft 
- Eidgenössisches Finanzdepartement EFD 
- Fürsprecher Beat Marfurt (Verteidiger des Beschuldigten) 

Nach Eintritt der Rechtskraft mitzuteilen an 
- Eidgenössisches Finanzdepartement EFD, Generalsekretariat EFD, als Vollzugsbe-

hörde (vollständig) 

Rechtsmittelbelehrung 

Das Gericht verzichtet auf eine schriftliche Begründung, wenn es das Urteil mündlich begründet und nicht eine 
Freiheitsstrafe von mehr als zwei Jahren, eine Verwahrung nach Artikel 64 StGB, eine Behandlung nach Ar-
tikel 59 Absatz 3 StGB oder, bei gleichzeitig zu widerrufenden bedingten Sanktionen, einen Freiheitsentzug 
von mehr als zwei Jahren ausspricht (Art. 82 Abs. 1 StPO). Das Gericht stellt den Parteien nachträglich ein 
begründetes Urteil zu, wenn eine Partei dies innert 10 Tagen nach der Zustellung des Dispositivs verlangt 
oder eine Partei ein Rechtsmittel ergreift (Art. 82 Abs. 2 StPO). 

Berufung an die Berufungskammer des Bundesstrafgerichts 

Gegen Urteile der Strafkammer des Bundesstrafgerichts, die das Verfahren ganz oder teilweise abschliessen, 
kann innert 10 Tagen seit Eröffnung des Urteils bei der Strafkammer des Bundesstrafgerichts mündlich oder 
schriftlich Berufung angemeldet werden (Art. 399 Abs. 1 i.V.m. Art. 398 Abs. 1 StPO; Art. 38a StBOG). 
 
Mit der Berufung kann das Urteil in allen Punkten umfassend angefochten werden. Mit der Berufung können 
gerügt werden: Rechtsverletzungen, einschliesslich Überschreitung und Missbrauch des Ermessens, Rechts-
verweigerung und Rechtsverzögerung, die unvollständige oder unrichtige Feststellung des Sachverhaltes so-
wie Unangemessenheit (Art. 398 Abs. 2 und 3 StPO). 
 
Bildeten ausschliesslich Übertretungen Gegenstand des erstinstanzlichen Hauptverfahrens, so kann mit der 
Berufung nur geltend gemacht werden, das Urteil sei rechtsfehlerhaft oder die Feststellung des Sachverhalts 
sei offensichtlich unrichtig oder beruhe auf einer Rechtsverletzung. Neue Behauptungen und Beweise können 
nicht vorgebracht werden (Art. 398 Abs. 4 StPO). 
 
Die Berufung erhebende Partei hat innert 20 Tagen nach Zustellung des begründeten Urteils der Berufungs-
kammer des Bundesstrafgerichts eine schriftliche Berufungserklärung einzureichen. Sie hat darin anzugeben, 
ob sie das Urteil vollumfänglich oder nur in Teilen anficht, welche Abänderungen des erstinstanzlichen Urteils 
sie verlangt und welche Beweisanträge sie stellt. Werden nur Teile des Urteils angefochten, ist verbindlich 
anzugeben, auf welche sich die Berufung beschränkt (Art. 399 Abs. 3 und 4 StPO).  

  - 31 - 

Beschwerde an die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts 

Gegen Verfügungen und Beschlüsse sowie die Verfahrenshandlungen der Strafkammer des Bundesstrafge-
richts als erstinstanzliches Gericht, ausgenommen verfahrensleitende Entscheide, kann innert 10 Tagen 
schriftlich und begründet Beschwerde bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts geführt werden 
(Art. 393 Abs. 1 lit. b und Art. 396 Abs. 1 StPO; Art. 37 Abs. 1 StBOG). 
 
Gegen den Entschädigungsentscheid kann die amtliche Verteidigung innert 10 Tagen schriftlich und begrün-
det Beschwerde bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts führen (Art. 135 Abs. 3 lit. a und 
Art. 396 Abs. 1 StPO; Art. 37 Abs. 1 StBOG). 
 
Mit der Beschwerde können gerügt werden: Rechtsverletzungen, einschliesslich Überschreitung und Miss-
brauch des Ermessens, Rechtsverweigerung und Rechtsverzögerung; die unvollständige oder unrichtige 
Feststellung des Sachverhalts sowie Unangemessenheit (Art. 393 Abs. 2 StPO). 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
    Versand: 5. Dezember 2019 

	Anträge der Bundesanwaltschaft:
	Anträge des Eidgenössischen Finanzdepartements (EFD):
	Anträge der Verteidigung:
	Prozessgeschichte:
	A. Gestützt auf eine Anzeige der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht (nachfolgend: FINMA) vom 3. März 2015 eröffnete das Eidgenössische Finanzdepartement (nachfolgend: EFD) am 30. August 2018 gegen A. ein Verwaltungsstrafverfahren nach dem Bundesgeset...
	B. Am 6. Dezember 2018 erliess das EFD gegen den Beschuldigten einen Strafbescheid wegen fahrlässiger Verletzung der Meldepflicht gemäss Art. 151 Abs. 2 i.V.m. Art. 151 Abs. 1 lit. a und i.V.m. Art. 120 FinfraG, mehrfach begangen in der Zeit vom 24. J...
	C. Der Beschuldigte erhob dagegen am 7. Januar 2019 fristgerecht Einsprache und beantragte, der Strafbescheid vom 6. Dezember 2018 sei aufzuheben; er sei vom Vorwurf der Verletzung der Meldepflicht freizusprechen; die Kosten des Verfahrens seien dem B...
	D. Am 5. Juni 2019 erliess das EFD eine Strafverfügung und sprach den Beschuldigten schuldig wegen mehrfacher fahrlässiger Verletzung der Meldepflicht gemäss Art. 151 Abs. 2 i.V.m. Art. 151 Abs. 1 lit. a und Art. 120 i.V.m. Art. 121 FinfraG, begangen ...
	E. Der Beschuldigte ersuchte mit Eingabe vom 17. Juni 2019 an das EFD fristgerecht um gerichtliche Beurteilung (Art. 72 VStrR; EFD act. 100.16 ff.).
	F. Unter Verweis auf die Strafverfügung vom 5. Juni 2019 überwies das EFD mittels Übermittlungsschreiben vom 5. Juli 2019 gleichentags die Akten gemäss Art. 50 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht vom 22. Juni 2007 (Fi...
	G. Am 10. Juli 2019 reichte die Bundesanwaltschaft die Akten des EFD zusammen mit dem Begehren um gerichtliche Beurteilung beim Bundesstrafgericht ein (SK act. 2.100.001 f.).
	H. Im Rahmen der Prozessvorbereitung holte der Einzelrichter von Amtes wegen einen Strafregisterauszug betreffend den Beschuldigten (SK act. 2.231.1.002) sowie den Betreibungsregisterauszug (SK act. 2.231.3.002 ff.) und Steuerunterlagen des Beschuldig...
	I. Die Hauptverhandlung fand am 12. September 2019 in Anwesenheit des Vertreters des EFD sowie der Verteidigung und des Beschuldigten vor dem Einzelrichter der Strafkammer des Bundesstrafgerichts am Sitz des Gerichts statt. Die Bundesanwaltschaft verz...
	Der Einzelrichter erwägt:
	1. Prozessuales und Vorfragen
	1.1 Anwendbares Recht
	1.1.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 des Schweizerischen Strafgesetzbuches vom 21. Dezember 1937 (StGB, SR 311.0) i.V.m. Art. 2 VStrR wird nach geltendem Recht beurteilt, wer nach dessen Inkrafttreten ein Verbrechen oder Vergehen begangen hat. Dies gilt auch fü...
	1.1.2 Das Bundesgesetz über die Börsen und den Effektenhandel vom 24. März 1995 (Börsengesetz [BEHG], SR 954.1) trat am 1. Februar 1997 in Kraft (AS 1997 68) und wurde in der Folge mehrfach geändert. Per 1. Januar 2016 wurde die Strafbestimmung der Ve...
	Die Änderungen des seit dem 1. Januar 2018 in Kraft getretenen Sanktionenrechts sind nicht milder (Trechsel/Pieth, in: Trechsel/Pieth [Hrsg.], Praxiskommentar, 3. Aufl. 2018, Art. 2 StGB N. 11), so dass bei der Strafzumessung vom im Tatzeitpunkt gelte...

	1.2 Zuständigkeit
	1.2.1 Gemäss Art. 50 Abs. 1 Satz 2 FINMAG ist das EFD verfolgende und urteilende Behörde bei Widerhandlungen gegen die Strafbestimmungen des FINMAG und der übrigen Finanzmarktgesetze i.S.v. Art. 1 Abs. 1 FINMAG. Art. 50 Abs. 2 FINMAG sieht unter ander...
	1.2.2 Das vorliegende Verfahren hat eine Widerhandlung gegen das aBEHG zum Gegenstand. Das aBEHG zählt zu den Finanzmarktgesetzen (Art. 1 Abs. 1 lit. e FINMAG). Nachdem der Beschuldigte fristgerecht nach Eröffnung der Strafverfügung die gerichtliche B...
	Die Kompetenz des Einzelrichters der Strafkammer des Bundesstrafgerichts ergibt sich aus Art. 19 Abs. 2 lit. b StPO i.V.m. Art. 36 Abs. 2 StBOG.

	1.3 Verfahren
	Das Verfahren vor Bundesstrafgericht bestimmt sich nach Massgabe der  Art. 73–80 VStrR (Art. 81 VStrR); subsidiär sind die Bestimmungen der Schweizerischen Strafprozessordnung vom 5. Oktober 2007 (StPO, SR 312.0) heranzuziehen (Art. 82 VStrR). Das Ger...

	1.4 Beweisantrag
	1.4.1 Anlässlich der Hauptverhandlung stellte die Verteidigung im Beweisverfahren erneut den Antrag auf Einvernahme von C. und D. (SK act. 2.720.005).
	1.4.2 Die schweizerische Staatsgewalt beschränkt sich auf das hiesige Staatsgebiet. Daher dürfen die schweizerischen Strafbehörden unter den gesetzlichen Voraussetzungen Zwang bloss auf die sich in der Schweiz befindenden Personen ausüben, nicht dageg...

	1.5 Anklage
	1.5.1 Einleitend im Parteivortrag hat die Verteidigung zusammengefasst geltend gemacht, Anklage bilde ausschliesslich die Strafverfügung des EFD vom 5. Juni 2019 und nicht deren Übermittlungsschreiben an die Bundesanwaltschaft vom 5. Juli 2019. Zu beu...
	1.5.2 Gemäss Art. 73 Abs. 2 VStrR hat die Überweisung den Sachverhalt und die anwendbaren Strafbestimmungen zu enthalten oder auf die Strafverfügung zu verweisen. In Bezug auf den Anklagesachverhalt verweist das EFD im Überweisungsschreiben zunächst a...
	1.5.3 Im Rahmen der gerichtlichen Beurteilung nach Art. 73 ff. VStrR gilt das Verbot der reformatio in peius nicht (Urteil des Bundesgerichts 6B_1304/2017 vom 25. Juni 2018 E. 5.4 m.w.H.; vgl. auch vorne E. 1.3). Dieser Ausschluss des Verschlechterung...
	1.5.4 Nach dem Gesagten liegt eine gültige Anklage wegen mehrfacher vorsätzlicher und eventualiter wegen fahrlässiger Verletzung der börsenrechtlichen Meldepflichten vor.

	1.6 Anwaltliche Verteidigung
	Gemäss Art. 129 Abs. 1 StPO ist eine beschuldigte Person berechtigt, in jedem Strafverfahren einen Wahlverteidiger zu bestellen oder, unter Vorbehalt von Art. 130 StPO, sich selber zu verteidigen. Da vorliegend kein Fall von notwendiger Verteidigung v...

	2. Verletzung von Meldepflichten (Art. 41 aBEHG)
	2.1 Anklagevorwürfe
	Dem Beschuldigten wird zusammengefasst vorgeworfen, er bzw. die von ihm beherrschte F. AG hätte zusammen mit C. und D. spätestens seit der ordentlichen Generalversammlung vom 17. Juli 2014 (nachfolgend: Juli-GV) der G. AG eine Aktionärsgruppe gebildet...
	Der Beschuldigte weist die Anklagevorwürfe von sich. Er macht insbesondere geltend, es habe nie eine neue Gruppe bestehend aus der F. AG bzw. dem Beschuldigten sowie C. und D. gegeben. Die Transaktionen hätten Verschiebungen innerhalb der bestehenden ...
	2.2 Rechtliches
	2.2.1 Nach Art. 41 Abs. 1 lit. a i.V.m. Art. 20 Abs. 1 aBEHG macht sich unter anderem strafbar, wer vorsätzlich direkt, indirekt oder in gemeinsamer Absprache mit Dritten Aktien einer Gesellschaft mit Sitz in der Schweiz, deren Beteiligungspapiere gan...
	2.2.2 Die börsenrechtlichen Meldepflichten schützten die Transparenz und Effizienz im Börsengeschehen. Die Offenlegung der Besitzverhältnisse börsenkotierter Unternehmen bezweckt den Anleger- und Marktschutz, indem die Gleichbehandlung der Marktteilne...
	2.2.3 Die Verletzung der Meldepflichten nach Art. 41 aBEHG stellt ein echtes Unterlassungsdelikt dar (vgl. dazu im Allg. Trechsel/Noll/Pieth, StGB, Allgemeiner Teil I, 7. Aufl. 2017, S. 75 und S. 232).
	2.2.4
	2.2.4.1 Der Umfang der Meldepflicht ist auf Verordnungsstufe präzisiert (Art. 20 Abs. 5 aBEHG). Gemäss Art. 20 Abs. 3 aBEHG muss eine vertraglich oder auf andere Weise organisierte Gruppe die Meldepflicht nach Art. 20 Abs. 1 aBEHG als Gruppe erfüllen ...
	2.2.4.2 In gemeinsamer Absprache oder als organisierte Gruppe handelt, wer seine Verhaltensweise im Hinblick auf den Erwerb oder die Veräusserung von Beteiligungspapieren oder die Ausübung von Stimmrechten mit Dritten durch Vertrag oder andere organis...
	2.2.4.3 Art. 21 aBEHV-FINMA regelt den Umfang der Meldepflicht in inhaltlicher Hinsicht. Gemäss Art. 21 Abs. 1 Iit. e aBEHV-FINMA sind bei Offenlegungsmeldungen Firma und Sitz der erwerbenden oder veräussernden beziehungsweise beteiligten Gesellschaft...
	2.2.4.4 Die Meldung gemäss Art. 20 Abs. 1 aBEHG hat innert vier Börsentagen nach Entstehen der Meldepflicht bei der Gesellschaft und der zuständigen OLS schriftlich einzugehen (Art. 22 Abs. 1 aBEHV-FINMA).
	2.2.4.5 In objektiver Hinsicht ist nicht nur das Ausbleiben, sondern auch die falsche oder verspätete Meldung strafbar (Wohlers/Pflaum, in: Watter/Bahar [Hrsg.], Basler Kommentar zum FinfraG, 3. Auflage 2019, Art. 151 FinfraG N. 18).

	2.2.5 Meldepflichtig sind in der Regel die wirtschaftlich Berechtigten der erworbenen oder veräusserten Beteiligungspapiere (Art. 9 Abs. 1 aBEHV-FINMA). Eine vertraglich oder auf eine andere Weise organisierte Gruppe muss die Meldepflicht nach Art. 41...
	2.2.6 In subjektiver Hinsicht verlangt Art. 41 Abs. 1 aBEHG Vorsatz. D.h. strafbar ist, wer mit Wissen und Willen die Meldepflicht verletzt sowie wer die Verwirklichung der Tat für möglich hält und in Kauf nimmt. Das Wissen und Wollen des Täters muss ...

	2.3 Beweismittel
	2.3.1 Die G. AG ist eine schweizerische Aktiengesellschaft, die bis am (..).  (……)  2015 an der BX Berne eXchange (nachfolgend: BX) börsenkotiert war (EFD act. 12.1 ff.; 11.287). B. war Verwaltungsratspräsidentin (nachfolgend: VRP) der Gesellschaft (E...
	2.3.2 Gemäss Publikation im Schweizerischen Handelsamtsblatt (nachfolgend: SHAB) vom (..). (…….) 2008 bildeten die I. AG, die J. AG, B., K., L. und M. sowie N. eine offenlegungspflichtige Gruppe mit einer gesamthaften Beteiligung an der G. AG von 67,3...
	2.3.3 An den Aktien der I. AG war B. zu 48 % und die gemeinsamen Söhne von ihr und dem Beschuldigten je zu 24 % beteiligt (EFD act. 11.117 ff.). B. war einziges VR-Mitglied der I. AG (EFD act. 11.106).
	2.3.4 Am 25. Mai 2014 erteilten die beiden Söhne, O. und P. ihrer Mutter – B. – je eine Vollmacht zur Ausübung ihrer Stimmrechte an der I. AG (EFD act. 11.226 f.).
	2.3.5 Am 17. Juli 2014 fand die ordentliche Generalversammlung der G. AG statt. Der Beschuldigte beantragte die Wahl von Marfurt als VRP. Indes wurde B. als VRP wiedergewählt. Daraufhin verzichteten C. sowie Marfurt auf eine Wiederwahl als VR-Mitglied...
	2.3.6 Mit Schreiben vom 31. Juli 2014 kündigten C. und D. gegenüber der I. AG fristlos den ABV vom 16. Oktober 2009 (EFD act. 11.83).
	2.3.7 Am 31. Juli 2014 stellte Rechtsanwalt E. namens seiner Mandanten C. und D. bei der G. AG den Antrag auf Einberufung einer ausserordentlichen Generalversammlung mit den folgenden Traktanden: Abwahl von B. als VRP; Wahl von Marfurt als neuen VRP s...
	2.3.8 Mit Sanktionsentscheid der BX vom 29. August 2014 wurde die G. AG mit einer Busse von Fr. 15'000.-- gebüsst, weil die ordentliche Generalversammlung (nachfolgend OGV) verspätet abgehalten, den Aktionären verspätet eine ungeprüfte Jahresrechnung ...
	2.3.9 Am 31. August 2014 verkauften C. und D. ihre Beteiligung von je 100’000 Aktien der G. AG, insgesamt 11.62 % der Stimmrechte, an die F. AG bzw. an den Beschuldigten mit sofortiger Berechtigung der Stimmrechtsausübung (EFD act. 11.63, -65 f., -130...
	2.3.10 Am 3. September 2014 meldete Rechtsanwalt E. der OLS verschiedene Transaktionen. Unter anderem Iegte er offen, dass die F. AG neu per 31. August 2014 einen Stimmrechtsanteil von 11.62 % an der G. AG besitze. Gleichzeitig meldete er eine Änderun...
	2.3.11 Mit Schreiben vom 9. September 2014 an die OLS bestritt B. den Beitritt der F. AG zur H.-Gruppe und bezeichnete die Meldung vom 5. September 2014 als falsch, da D. und die F. AG eine andere Strategie als die H.-Gruppe verfolgen und eine eigene ...
	2.3.12 Am (..). (……..) 2014 wurde im SHAB unter anderem publiziert, dass C. und D. den ABV mit der I. AG verletzt und deshalb die H.-Gruppe verlassen hätte und neu gemeinsam mit der F. AG eine eigene Gruppe bilden würden (EFD act. 11.273).
	2.3.13 Mit Meldung an die OLS vom 4. Dezember 2014 Iegte der Beschuldigte offen, dass er mittels F. AG über einen individuellen Anteil von 10.8 % der Stimmrechte an der G. AG verfügte (EFD act. 11.292).
	2.3.14 Am 17. Oktober 2014 führte die G. AG eine ausserordentliche Generalversammlung durch (nachfolgend: Oktober-GV). C. und D. beantragten die Abwahl von B. als VRP/einziges VR-Mitglied und die Wahl von Marfurt als VRP sowie die Wahl von C. und des ...
	2.3.15 Mit Meldungen vom 10. Dezember 2014 teilte Rechtsanwalt E. der OLS die Auflösung der Aktionärsgruppe bestehend aus C., D. und dem Beschuldigter per 4. Dezember 2014 sowie die individuellen Beteiligungen von C. und D. von je 6 % der Stimmrechte ...
	2.3.16 Gegenüber der FINMA führte der Beschuldigte im Herbst/Winter 2014 aus, er und seine Söhne würden die F. AG kontrollieren. Sein Aktienanteil an der F. AG betrage 70 % und derjenige seiner Söhne je 15 %. Aufgrund des gemeinsamen Sorgerechts und d...
	2.3.17 Die Darstellungen des Beschuldigten im Untersuchungsverfahren der FINMA decken sich im Wesentlichen mit denjenigen von Rechtsanwalt E. Dieser führte für seine Mandanten aus, C. sei zusätzlich zu seiner VR-Position Chief Executive Officer (CEO) ...
	2.3.18 Anlässlich der Hauptverhandlung erklärte der Beschuldigte zu seiner Person, ein Jurastudium begonnen und anschliessend als selbständiger Unternehmer gearbeitet zu haben (SK act. 2.731.002 Z. 19 ff.). Zur Sache führte er aus, er habe die Zusamme...

	2.4 Beweiswürdigung und Subsumtion
	2.4.1 In objektiver Hinsicht
	Bis auf die Gruppenbildung/-zusammensetzung ist der in der Anklage bzw. Strafverfügung aufgeführte Sachverhalt im Wesentlichen unbestritten und aktenmässig erstellt.
	2.4.1.1 Für das Vorliegen einer börsenrechtlichen Gruppe bestehend aus der F. AG bzw. dem Beschuldigten, C. und D. anlässlich der Juli-GV sprechen die folgenden Gründe:
	a) Vereinbarung einer Strategie
	Nach dem persönlichen Zerwürfnis zwischen dem Beschuldigten und seiner Ehefrau, B., im Frühling 2014 bestand zwischen ihnen keine Einigkeit mehr über die Entwicklung und Strategie der G. AG. Sowohl der Beschuldigte als auch C. und D. betrachteten B. i...
	b) Entgegengesetzte Strategie der H.-Gruppe
	B. war gemäss glaubhafter Aussage des Beschuldigten ursprünglich von der  H.-Gruppe in den VR der G. AG gewählt worden (vgl. vorne E. 2.3.18). Somit war ihre Positionierung innerhalb des VR der G. AG Bestandteil der Strategie der  H.-Gruppe. Indem A, ...
	c) Eingeständnis des Beschuldigten
	Der Beschuldigte gestand grundsätzlich zeitnah zu den Ereignissen gegenüber der FINMA ein, zusammen mit C. und D. eine Gruppe gebildet zu haben (vgl. vorne E. 2.3.16). Seine nachträgliche Bestreitung bzw. Relativierung dieses Eingeständnisses vor Geri...
	d) Eingeständnis des Rechtsvertreters von C. und D.
	Der Rechtsvertreter von C. und D. bestätigte zeitnah zu den Ereignissen, dass seine Klienten mit dem Beschuldigten seit der Juli-GV eine Gruppe gebildet hätten (vgl. vorne E. 2.3.17). Dies legte er gegenüber der OLS offen (vgl. vorne E. 2.3.15).
	2.4.1.2 Beweisergebnis
	Nach umfassender Berücksichtigung aller Umstände hat das Gericht bei objektiver Betrachtung keine ernsthaften Zweifel, dass der Beschuldigte, C. und D. an der Juli-GV im Hinblick auf die Wahl des VRP eigene Interessen verfolgten und sie diesbezüglich ...
	2.4.1.3 Für den (Fort-)Bestand der börsenrechtlichen A/C/D-Gruppe nach der Juli-GV sprechen die folgenden Gründe:
	a) Aufrechterhaltung der Strategie
	Der Plan der A/C/D-Gruppe, die in ihren Augen inkompetente und von Dritten manipulierte B. als VRP der G. AG zu verhindern, war an der Juli-GV gescheitert. Mithin war ihr strategisches Ziel (noch) nicht erreicht, wobei die A/C/D-Gruppe die Auffassung ...
	Der Beschuldigte erklärte anlässlich seiner Einvernahme vor Gericht, die gemeinsame Strategie zur Abwahl von B. als VRP habe auch nach der Juli-GV fortbestanden (vgl. vorne E. 2.3.18).
	b) Gekündigter Aktionärbindungsvertrag und gerichtliches Vorgehen
	C. und D. kündigten schliesslich den ABV mit der I. AG, deren Mehrheitsaktionärin B. war (vgl. vorne E. 2.3.6). Zusätzlich strengten sie nach dem ersten missglückten Versuch zur Entmachtung von B. ein gerichtliches Verfahren an. Damit bezweckten sie, ...
	c) Hinzukäufe weiterer G. AG-Aktien
	C. und D. verkauften am 31. August 2014 – bei gleichzeitigem Hinzukauf weiterer G. AG-Aktien – dem Beschuldigten weitere G. AG-Aktien (vgl. vorne E. 2.3.9). Dadurch stärkten sie die Stimmkraft ihrer Gruppe.
	2.4.1.4 Nach dem Gesagten steht fest, dass der Beschuldigte zusammen mit C. und D. an der Juli-GV und auch anschliessend im Hinblick auf ihr Ziel zur Abwahl der VRP, B., eigene Interessen verfolgten und diesbezüglich die Ausübung ihrer Stimmrechte koo...
	2.4.1.5 Der Beschuldigte als wirtschaftlich Berechtigter der F. AG (vgl. vorne E. 2.3.16) hielt am 17. Juli 2014 indirekt über die F. AG 1'500 G. AG-Aktien, ausmachend 0.09 % der Stimmrechte. C. und D. hielten damals je 100'000 G. AG-Aktien, ausmachen...
	2.4.1.6 Durch den Erwerb zusätzlicher G. AG-Aktien verfügte die offenlegungspflichtige A/C/D-Gruppe per 31. August 2014 eine konsolidierte Beteiligung von 23.69 % (11.69 % + 6 % + 6 %) an der G. AG (vgl. vorne E. 2.3.8 f.). Damit überschritt sie die M...
	2.4.1.7 Die vorliegend gegenständlichen Beteiligungen betrafen die G. AG, ein Unternehmen mit Sitz in der Schweiz, deren Aktien im fraglichen Zeitraum an der BX börsenkotiert waren (vgl. vorne E. 2.3.1).
	2.4.1.8 Im Ergebnis ist demgemäss der objektive Tatbestand der Meldepflichtverletzung gemäss Art. 41 Abs. 1 lit. a i.V.m. Art. 20 Abs. 1 und 3 aBEHG im Zeitpunkt vom 24. Juli 2014 und vom 5. September 2014 erfüllt.

	2.4.2 Verantwortlichkeit
	Der Beschuldigte war wirtschaftlich Berechtigter der von der F. AG gehaltenen Beteiligung. Als Gruppenmitglied der seit der Juli-GV bestehenden offenlegungspflichtigen A/C/D-Gruppe (vgl. vorne E. 2.4.1) war er solidarisch für die korrekte Wahrnehmung ...
	2.4.3 In subjektiver Hinsicht
	2.4.3.1 In subjektiver Hinsicht werden die Vorsatzelemente in Bezug auf die Gruppenbildung bestritten. Der Beschuldigte behauptet, er und auch C. und D. hätten nie eine neue Gruppe bilden wollen (SK act. 2.731.006 Z. 23 f.). Er sei davon ausgegangen, ...
	2.4.3.2 Der Beschuldigte wusste, dass er mit C. und D. an der Juli-GV eine eigene Gruppe bildete, um durch gemeinsame Stimmabgabe ihr gemeinsames Partikularinteresse «Entmachtung von B.» zu erreichen. Mithin wusste er, dass nicht mehr sämtliche Mitgli...
	Der Beschuldigte war sich bewusst, dass das A/C/D-Gruppenziel an der Juli-GV nicht erreicht worden war und die A/C/D-Gruppe nach der Juli-GV weiterbestand. Die Aufrechterhaltung dieser Gruppe wollte er auch. Er wusste, dass die  A/C/D-Gruppe durch die...
	2.4.3.3 Angesichts der damaligen Situation besteht kein Raum für die behauptete Fehlvorstellung über den Sachverhalt:
	Nach seinem persönlichen Zerwürfnis mit seiner Ehefrau war es für den Beschuldigten im Vorfeld der Juli-GV offensichtlich, dass er und B. sich im Zusammenhang mit der Entwicklung und der Strategie der G. AG nicht mehr einig waren. Die Behauptung des B...
	Nach dem Gesagten liegt ein den Vorsatz ausschliessender Sachverhaltsirrtum im Sinne von Art. 13 StGB nicht vor. Der Beschuldigte nahm die Verletzung der Meldepflichten in Kauf, indem er die an der Juli-GV gebildete börsenrechtliche A/C/D-Gruppe mit e...
	2.4.3.4 Im Ergebnis ist demgemäss auch der subjektive Tatbestand der Meldepflichtverletzung gemäss Art. 41 Abs. 1 lit. a i.V.m. Art. 20 Abs. 1 und 3 aBEHG im Zeitpunkt vom 24. Juli 2014 und vom 5. September 2014 erfüllt.

	2.4.4 Der Beschuldigte erstattete die erforderlichen Meldungen nicht innert Frist und handelte damit in objektiver und subjektiver Hinsicht tatbestandsmässig. Es liegen weder Rechtfertigungs- noch Schuldausschlussgründe vor. Einen (unvermeidbaren) Rec...
	2.4.5 Nach dem Gesagten ist der Beschuldigte der mehrfachen eventualvorsätzlichen Verletzung der Meldepflicht nach Art. 41 Abs. 1 lit. a i.V.m. Art. 20 Abs. 1 und Abs. 3 aBEHG schuldig zu sprechen.

	3. Strafzumessung
	3.1 Die Strafdrohung von Art. 41 Abs. 1 lit. a aBEHG lautet auf Busse bis zu Fr. 10 Mio. Strafmilderungsgründe liegen vorliegend keine vor. Insbesondere entfällt der Strafmilderungsgrund gemäss Art. 48 lit. e StGB, da gemäss Strafregisterauszug der Be...
	Im Verwaltungsstrafverfahren gelangt bei Verhängung einer Geldstrafe oder einer Busse das Asperationsprinzip gemäss Art. 49 StGB nicht zur Anwendung (vgl. Art. 9 VStrR; Eicker/Frank/Achermann, Verwaltungsstrafrecht und Verwaltungsstrafverfahrensrecht,...

	3.2
	3.2.1 Das Gesamtverschulden des Beschuldigten ist aus den nachfolgenden Gründen als jeweils leicht einzustufen:
	Hinsichtlich der Tatkomponente ist Folgendes von Bedeutung: Der Beschuldigte handelte eventualvorsätzlich bzw. ohne eigentliches (verwerfliches) Tatmotiv. Aufgrund seiner Ehetrennung war er darauf fokussiert, die Kontrolle über die  G. AG zurückzugewi...
	Bezogen auf die Täterkomponente ergibt sich folgendes Bild: Das bis zum Deliktszeitpunkt straflose Vorleben des Beschuldigten sowie seine nicht einschlägige Delinquenz nach den vorliegend zu beurteilenden Straftaten (SK act. 2.231.1.002) wirken sich n...

	3.2.2 Die Verteidigung rügt in ihrem Parteivortrag die Verfahrensdauer. Sie macht geltend, die lange Verfahrensdauer müsse bei einer allfälligen Verurteilung zu einer Strafreduktion führen. Gleichzeitig moniert sie, dass der Grundsatz «fair trial» ver...
	3.2.2.1 Beschleunigungsgebot
	Das in Art. 29 Abs. 1 BV, Art. 6 Ziff. 1 EMRK, Art. 14 Ziff. 3 lit. c UNO-Pakt II sowie in Art. 5 StPO verankerte Beschleunigungsgebot verpflichtet die Behörden, das Strafverfahren während seiner gesamten Dauer zügig voranzutreiben. Die beschuldigte P...
	3.2.2.2 Recht auf ein faires Verfahren
	Der Anspruch auf ein faires Verfahren (sog. «fair trial») gehört zu den allgemeinen Verfahrensgarantien und ergibt sich aus Art. 6 Ziff. 1 EMRK, Art. 14 UNO-Pakt II sowie aus Art. 3 Abs. 2 lit. c StPO. Fairness bestimmt sich vorwiegend über die Einhal...
	3.2.2.3 Nach dem Gesagten sind die formellen Rügen der Verteidigung unbegründet.

	3.2.3 Angesichts des jeweils leichten Tatverschuldens, der neutralen täterbezogenen Elemente und den wirtschaftlichen Verhältnissen des Beschuldigten ist in Anbetracht des Strafrahmens von jeweils Fr. 1.-- bis Fr. 10 Mio. eine Busse von Fr. 10'000.-- ...

	3.3 Gemäss Art. 106 Abs. 2 StGB spricht das Gericht im Urteil für den Fall, dass der Verurteilte die Busse schuldhaft nicht bezahlt, eine Ersatzfreiheitsstrafe von mindestens einem Tag und höchstens drei Monaten aus. Eine allfällige Ersatzfreiheitsstr...

	4. Verfahrenskosten
	4.1 Die Kosten des Verfahrens der Verwaltung bestehen aus den Gebühren (die sog. Spruch- und Schreibgebühr) sowie Barauslagen (Art. 94 Abs. 1 VStrR). Die Höhe der Spruch- und der Schreibgebühr bestimmt sich nach dem vom Bundesrat aufzustellenden Tarif...
	Die Kosten der Verwaltung inkl. Anklageerhebung betragen demnach total Fr. 3'019.30.
	4.2 Die Kosten des gerichtlichen Verfahrens und deren Verlegung bestimmen sich – vorbehältlich der Bestimmungen über den Rückzug des Gesuchs um gerichtliche Beurteilung (Art. 78 Abs. 4 VStrR) – nach den Art. 417–428 StPO (Art. 97 Abs. 1 VStrR). Nach A...
	Die Kosten für das Gerichtsverfahren betragen demnach total Fr. 5'147.80.

	4.3 Die beschuldigte Person trägt die Verfahrenskosten, wenn sie verurteilt wird (Art. 426 Abs. 1 StPO). Vorliegend sind keine Gründe ersichtlich, um von dieser Regel abzuweichen. Die Kosten der Verwaltung können im Urteil gleich verlegt werden wie di...

	5. Entschädigung
	Angesichts des Verfahrensausgangs hat der Beschuldigte keinen Anspruch auf Entschädigung (Art. 429 Abs. 1 StPO e contrario). Sein Entschädigungsbegehren ist daher abzuweisen.

	Der Einzelrichter erkennt:
	I.      
	II.
	Dieses Urteil wird den Parteien schriftlich eröffnet.