# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 561d2802-940b-5763-a1a2-68df9cd576ff
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-08-27
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 27.08.2010 C-379/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-379-2010_2010-08-27.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-379/2010
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 7 .  A u g u s t  2 0 1 0

Richter Antonio Imoberdorf (Vorsitz), 
Richterin Ruth Beutler, Richter Jean-Daniel Dubey, 
Gerichtsschreiberin Susanne Stockmeyer.

E._______. und R._______,
Beschwerdeführende, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Einreise zu Besuchszwecken.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-379/2010

Sachverhalt:

A.
Der  algerische  Staatsangehörige  O._______  (nachfolgend  Gesuch-
steller) beantragte am 30. August 2009 bei der Schweizer Botschaft in 
Algier  ein  Visum für  einen 30-tägigen Besuchsaufenthalt  bei  den im 
Kanton  Solothurn  lebenden  E.  und  R._______  (nachfolgend  Be-
schwerdeführende  bzw.  Gastgeber).  Am  18. Oktober  2009  stellten 
auch seine Ehefrau L._______ (nachfolgend Gesuchstellerin) und der 
gemeinsame Sohn C._______ entsprechende Visumanträge für einen 
Besuchsaufenthalt von 30 Tagen in der Schweiz. 

Nach formloser Verweigerung leitete die Schweizerische Vertretung die 
Gesuche zur Prüfung und zum Entscheid an die Vorinstanz weiter.

B.
Nachdem das Amt für Ausländerfragen des Kantons Solothurn bei den 
Gastgebern  ergänzende  Auskünfte  eingeholt  und  mit  ablehnendem 
Antrag an das BFM weitergeleitet hatte, wies dieses die Gesuche um 
Bewilligung der Einreise mit Verfügung vom 12. Januar 2010 ab. Dies 
im  Wesentlichen  mit  der  Begründung,  die  anstandslose  und  frist-
gerechte Wiederausreise nach einem Besuchsaufenthalt  könne nicht 
als gesichert betrachtet werden. 

C.
Mit Beschwerde vom 20. Januar 2010 gelangten die Gastgeber an das 
Bundesverwaltungsgericht.  Sie  beantragen,  die  vorinstanzliche  Ver-
fügung sei aufzuheben und die Gesuche um Bewilligung der Einreise 
zu  einem  Besuchsaufenthalt  seien  gutzuheissen.  Zur  Begründung 
rügen  sie,  die  Vorinstanz  sei  zu  Unrecht  davon  ausgegangen,  die 
Wiederausreise  nach  einem  Besuchsaufenthalt  wäre  nicht  gewähr-
leistet.  Die  Argumentationen  der  Vorinstanz  würden  jeglicher  Grund-
lage entbehren und sich in  allgemeinen Mutmassungen verlieren. So 
würden  nur  die  allgemeinen  Verhältnisse  in  Algerien  berücksichtigt, 
ohne die tatsächlichen Verhältnisse der Gesuchsteller – welche in gut  
situierten  Verhältnissen  lebten  –  miteinzubeziehen.  Die  Gastfamilie 
habe  schon  viele  Male  Europa  bereist  und  habe  nie  Anlass  zu 
Beanstandungen gegeben. Auch hätten die Beschwerdeführenden eine 
Garantie der fristgerechten Rückreise abgegeben. 

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D.
Die Vorinstanz schliesst in ihrer Vernehmlassung vom 12. März 2010 – 
unter  nochmaliger  Erörterung der  Begründung –  auf  Abweisung der 
Beschwerde.  Ergänzend  führt  sie  aus,  die  von  den  Beschwerde-
führenden  abgegebene  Garantie  sei  rechtlich  unerheblich  und  nicht 
durchsetzbar. 

E.
In  ihrer  Replik  vom 23. März  2010 halten die  Beschwerdeführenden 
an  ihren  Anträgen  und  deren  Begründung  vollumfänglich  fest. 
Insbesondere erörtern  sie nochmals die wirtschaftliche Situation der 
Gesuchsteller: Der Gesuchsteller leite mehrere Schmuckläden und ein 
Warengeschäft; seine Frau sei als selbständige  Ärztin tätig gewesen. 
Es könne auch nicht  davon ausgegangen werden, die Gesuchsteller 
stammten aus einer wirtschaftlich instabilen Region. Vielmehr handle 
es  sich  beim  Herkunftsort  Skikda  um  die  weltweit  drittgrösste  Öl-
raffinerieregion,  weshalb  weder  von  Arbeitslosigkeit  noch  von  Zu-
wanderungsdruck die Rede sein könne. 

F.
Auf den weiteren Akteninhalt  wird, soweit rechtserheblich, in den Er-
wägungen eingegangen. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt  das Bundesverwaltungsgericht unter Vor-
behalt der in Art. 32 VGG genannten Ausnahmen Beschwerden gegen 
Verfügungen  nach  Art.  5  des  Bundesgesetzes  vom  20. Dezember 
1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), welche von 
einer in Art. 33 VGG aufgeführten Behörde erlassen wurden. Darunter 
fallen u.a. Verfügungen des BFM, mit denen die Ausstellung eines Ein-
reisevisums verweigert  wird. In  dieser  Materie  entscheidet  das  Bun-
desverwaltungsgericht  endgültig  (Art.  83  Bst. c  Ziff.  1  des  Bundes-
gerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

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2.
Sofern das Verwaltungsgerichtsgesetz nichts anderes bestimmt, richtet 
sich  das  Verfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  nach  dem 
VwVG (Art. 37 VGG).

3.
Die Beschwerdeführenden sind gemäss Art. 48 Abs. 1 VwVG zur Be-
schwerde berechtigt. Auf  die  frist-  und formgerechte Beschwerde ist 
einzutreten (Art. 50 und 52 VwVG).

4.
Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung 
von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des 
Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechts-
erheblichen Sachverhaltes und – sofern nicht eine kantonale Behörde 
als  Beschwerdeinstanz  verfügt  hat  –  die  Unangemessenheit  gerügt 
werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Be-
schwerdeverfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist ge-
mäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begründung der Begehren nicht ge-
bunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den geltend 
gemachten  Gründen  gutheissen  oder  abweisen.  Massgebend  ist 
grundsätzlich  die  Rechts-  und  Sachlage  zum Zeitpunkt  seines  Ent -
scheides (vgl. E. 1.2 des in BGE 129 II 215 teilweise publizierten Ur-
teils 2A.451/2002 vom 28. März 2003).

5.
5.1 Das schweizerische Ausländerrecht kennt weder ein allgemeines 
Recht auf Einreise noch gewährt es einen besonderen Anspruch auf 
Erteilung eines Visums. Die Schweiz ist daher – wie andere Staaten 
auch – grundsätzlich nicht gehalten, Ausländerinnen und Ausländern 
die  Einreise  zu  gestatten.  Vorbehältlich  völkerrechtlicher  Ver-
pflichtungen  handelt  es  sich  dabei  um  einen  autonomen  Entscheid 
(vgl. Botschaft zum Bundesgesetz über Ausländerinnen und Ausländer 
vom 8. März 2002, BBl 2002 3774; BGE 135 II 1 E. 1.1 mit Hinweisen).

5.2 Ausländerinnen  und  Ausländer  benötigen  zur  Einreise  in  die 
Schweiz bzw. den Schengenraum für einen Aufenthalt von höchstens 
drei  Monaten  gültige  Reisedokumente,  die  zum  Grenzübertritt  be-
rechtigen,  und  ein  Visum,  sofern dieses  erforderlich  ist  (vgl.  Art. 5 
Abs. 1 Bst. a des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die 
Ausländerinnen  und  Ausländer  [AuG,  SR  142.20],  Art. 2  Abs. 1  der 

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Verordnung vom 22. Oktober 2008 über die Einreise und die Visum-
erteilung [VEV, SR 142.204]  i.V.m. Art. 5 Abs. 1 Bst. a und b der Ver-
ordnung [EG] Nr. 562/2006 des Europäischen Parlaments und des Ra-
tes vom 15. März 2006 über einen Gemeinschaftskodex für das Über-
schreiten  der  Grenzen  durch  Personen  [nachfolgend:  Schengener 
Grenzkodex, SGK, ABl. L 105 vom 13.04.2006, S. 1-32]).

5.3 Im Weiteren müssen sie den Zweck und die Umstände ihres be-
absichtigten  Aufenthalts  belegen  und  hierfür  über  ausreichende 
finanzielle  Mittel  verfügen  (Art. 5  Abs. 1  Bst. c  SGK,  Art. 5  Abs. 1 
Bst. b  AuG);  sie  dürfen  zudem  nicht  im  Schengener  Informations-
system (SIS) zur Einreiseverweigerung ausgeschrieben sein und keine 
Gefahr  für  die  öffentliche  Ordnung,  die  innere  Sicherheit,  die  öf-
fentliche Gesundheit oder die internationalen Beziehungen eines Mit-
gliedstaats  darstellen  (Art. 5  Abs. 1  Bst. d  und e  SGK,  Art. 5  Abs. 1 
Bst. c AuG). Namentlich müssen Ausländerinnen und Ausländer für die 
gesicherte  Wiederausreise  Gewähr  bieten,  wenn  nur  ein  vorüber-
gehender  Aufenthalt  vorgesehen  ist  (Art. 5  Abs. 2  AuG,  vgl.  dazu 
BVGE  2009/27  E.  5.2  und  E.  5.3).  Hinsichtlich  der  in  Frage 
kommenden  Belege  zur  Glaubhaftmachung  des  Aufenthaltszwecks 
verweist Art. 5 Abs. 2 SGK auf den Anhang I. Art. 5 Abs. 3 SGK sowie 
Art. 2  Abs. 2  und  Art. 7–11  VEV  regeln  ausführlich  das  Einreise-
erfordernis der ausreichenden finanziellen Mittel.

5.4 Gemäss  Anhang I  zur  Verordnung (EG)  Nr. 539/2001  des Rates 
vom 15. März 2001 (ABl. L 81 vom 21.03.2001, S. 1–7) unterliegen die 
Gesuchsteller als algerische Staatsangehörige der Visumspflicht.

6.
6.1 Wenn es zu beurteilen gilt, ob das Kriterium der gesicherten Wie-
derausreise erfüllt ist, muss ein zukünftiges Verhalten beurteilt werden. 
Dazu lassen sich in der Regel keine verbindlichen Feststellungen, son-
dern lediglich Prognosen machen. Dabei rechtfertigt es sich, Einreise-
gesuchen von Personen aus Staaten mit  politisch oder wirtschaft lich 
vergleichsweise ungünstigen Verhältnissen mit einer gewissen Zurück-
haltung  zu  begegnen,  da  die  persönliche  Interessenlage  in  solchen 
Fällen häufig nicht  mit  dem Ziel  und Zweck einer zeitlich befriste ten 
Einreisebewilligung in Einklang steht.

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6.2 Algerien  hat  bereits  Ende  der  1980er  Jahre  den  Weg  von  der 
sozialistischen Planwirtschaft zur Marktwirtschaft eingeschlagen. Nach 
der weitgehenden Überwindung des islamistischen Terrors der 1990er 
Jahre führt die Regierung den Reformkurs fort. Strukturreformen durch 
Privatisierung von Staatsbetrieben und Banken erweisen sich jedoch 
angesichts der ohnehin hohen Arbeitslosigkeit  als  schwierig. Die Ar-
beitslosenquote  liegt  gemäss  der  nationalen  Statistikbehörde  bei 
11.3%. Unabhängigen Experten zufolge dürfte die reale Arbeitslosen-
quote sogar noch deutlich über diesem Wert liegen. Zu einer Herab-
setzung der Arbeitslosenquote trägt auch der Hydrokarbonsektor nicht 
bei,  denn  dieser  generiert  zwar  hohe  Einnahmen,  schafft  jedoch  – 
entgegen den Ausführungen der Beschwerdeführenden – nur wenige 
Arbeitsplätze  (vgl.  Länder-  und  Reiseinformationen  des  Auswärtigen 
Amtes,  Länder,  Reisen  und  Sicherheit,  Algerien,  Wirtschaft,  www. 
auswaertiges-amt.de,  Stand  März  2010,  besucht  im  August  2010). 
Nach wie vor sind denn auch breite Bevölkerungsschichten von ver-
gleichsweise  schwierigen  ökonomischen  und  sozialen  Lebens-
bedingungen  betroffen.  Das  Bruttoinlandprodukt  pro  Kopf  der  Be-
völkerung betrug im Jahr 2009 nur gerade 4'027 USD, im Jahr 2010 
4'333 USD (vgl. Länderbericht  Algerien auf  der Website des Staats-
sekretariats  für  Wirtschaft  [SECO],  Themen,  Aussenwirtschaft, 
Länderinformationen,  Afrika,  Algerien,  <http://www.seco.admin      .      ch      >, 
Stand 9. August 2010, besucht im August 2010).

7. 
In  Anbetracht  der  allgemeinen  Situation  gewichtete  die  Vorinstanz 
somit  das  Risiko einer  nicht  fristgerechten Wiederausreise  zu Recht 
als relativ hoch. Es ist jedoch den Beschwerdeführenden insofern zu-
zustimmen, als es zu schematisch und nicht haltbar wäre, generell und 
ohne  spezifische  Anhaltspunkte  ausschliesslich  aufgrund  der  all -
gemeinen Lage im Herkunftsland auf eine nicht hinreichend gesicherte 
Wiederausreise  zu  schliessen.  Die  eben  genannten  Umstände  ent-
binden die Vorinstanz daher  nicht  von einer  einzelfallbezogenen Be-
urteilung.  Namentlich  können  berufliche,  gesellschaftliche  oder 
familiäre  Verpflichtungen  die  Prognose  einer  anstandslosen  Wieder-
ausreise begünstigen.

7.1 Bei den Gesuchstellern handelt es sich um einen bald 55-jährigen 
Mann  und  seine  bald  51-jährige  Ehefrau  sowie  deren  13-jährigen 
Sohn.  Über  ihre  weiteren  familiären  resp.  verwandschaftlichen  Be-
ziehungen  ist  –  ausser  der  Aussage  der  Beschwerdeführenden,  sie 

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http://www.seco.admin/
http://www.seco.admin.ch/
http://www.seco.admin.ch/

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hätten all  ihre familiären Beziehungen in Algerien –  nichts bekannt. 
Somit  bestehen  keine  Hinweise  auf  persönliche  oder  familiäre 
Bindungen zu anderen Personen in ihrem Heimatland. Hingegen be-
absichtigt das Ehepaar zusammen mit ihrem Sohn in die Schweiz ein-
zureisen. Damit hätten die Gesuchsteller in der Heimat keine erkenn-
baren  familiären  Verpflichtungen  oder  Bindungen  mehr,  welche  ge-
gebenenfalls  die  Prognose  einer  fristgerechten  und  anstandslosen 
Wiederausreise begünstigen könnten. 

7.2  In wirtschaftlicher Hinsicht wird geltend gemacht,  die Gastfamilie 
sei gut situiert. Der Gesuchsteller sei  Inhaber mehrer Schmuckläden 
(vgl. Beschwerde vom 20. Januar 2010). Replikweise wird ausgeführt, 
der  Gesuchsteller  leite  mehrere  Schmuckläden  sowie  ein  Waren-
geschäft; seine Ehefrau sei als selbständige Ärztin tätig gewesen. Die 
Beschwerdeführenden  versäumen  es  jedoch,  diese  Aussagen  ein-
wandfrei  zu belegen. In  den Akten sind keine Unterlagen zu finden,  
welche  eindeutig  auf  die  wohlsituierte  Lage  der  Gesuchsteller  in 
Algerien  hinweisen.  So  fehlen  insbesondere  Angaben  über  die  Ein-
nahmen aus der Geschäftstätigkeit bzw. über den Lohn des Gesuch-
stellers. Aufgrund des eingereichten Kontoauszugs vom 29. Juli 2009, 
welcher bezüglich Inhaberschaft des Kontos und der Währung Unklar-
heiten aufweist, sowie des Schreibens "extrait de roles", welches Ab-
gaben in der Höhe von 24'550 DZD (ca. Fr. 330.--) belegt, ist jedenfalls 
nicht darauf zu schliessen, die Gesuchsteller würden in wirtschaftlich 
guten  Verhältnissen  leben.  Vor  diesem  Hintergrund  muss  auch  be-
rücksichtigt  werden,  dass  bereits  ein  Visumantrag der  Gesuchsteller 
vom 7.  Juli  2009  durch  das  französiche  Generalkonsulat  abgelehnt 
wurde.  Ausschlaggebend  sei  dabei  –  unter  Aufführung  weiterer 
Gründe – das niedrige Einkommen des Gesuchstellers gewesen. Die 
Gastgeber  haben  es  in  der  Folge  unterlassen,  auf  die  abgelehnten 
Visumanträge  einzugehen,  obwohl  sie  sowohl  in  der  Verfügung vom 
12. Januar 2010 wie auch in der Vernehmlassung vom 12. März 2010 
darauf hingewiesen wurden. 

Nicht belegt wurde auch die ehemalige selbständige Tätigkeit der Ge-
suchstellerin als  Ärztin. Es ist jedoch nicht davon auszugehen, diese 
steuere  noch  zum  Familienunterhalt  bei,  geht  sie  doch  gemäss 
Visumantrag vom 18. Oktober 2009 keiner beruflichen Tätigkeit mehr 
nach.  Aufgrund  obgenannter  Ausführungen  bestehen  begründete 
Zweifel  an  der  von  den  Beschwerdeführenden  geschilderten 

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wirtschaftlichen Situation der Gesuchsteller.

7.3 Vor dem aufgezeigten Hintergrund kann nicht davon ausgegangen 
werden,  den Gesuchstellern  würden familiäre,  gesellschaftliche oder 
berufliche Verpflichtungen in ihrem Heimatland obliegen, die sie von 
einer Emigration abzuhalten vermöchten. Daran ändert auch der Um-
stand nichts, dass der 1997 geborenen Gesuchsteller noch die Schule 
in Algerien besucht (vgl. Replik vom 23. März 2010).

7.4 Schliesslich machen die Gastgeber beschwerdeweise geltend, sie 
hätte bereits früher Besuch aus Algerien erhalten. Es hätte in diesem 
Zusammenhang  nie  Probleme  gegeben.  Bezüglich  eines  Vergleichs 
mit der Visumerteilung an nahe Verwandte der Beschwerdeführenden 
durch  die  Schweizerische  Vertretung  muss  Folgendes  beachtet 
werden: Die Risikoanalyse hat jeweils aufgrund einer Beurteilung des 
konkreten  Einzelfalls  zu  erfolgen.  Allein  aus  dem  Umstand,  dass 
Drittpersonen  aus  dem  familiären  Umfeld  ein  Besuchervisum  aus-
gestellt wurde und diese in der Folge auch tatsächlich die damit ver -
bundene Pflicht zur fristgerechten und anstandslosen Wiederausreise 
beachteten,  können  die  Beschwerdeführenden  nichts  zugunsten  der 
Gesuchsteller  ableiten.  Aufgrund  der  einzelfallbezogenen 
Rechtssprechung  kann  auch  nicht  –  wie  von  den  Beschwerde-
führenden ausgeführt – von einer Praxisänderung bezüglich Erteilung 
von Einreisebewilligungen zum Zwecke eines Ferienaufenthaltes aus-
gegangen werden. 

8.
Gestützt  auf  die  vorstehenden  Erwägungen durfte  die  Vorinstanz zu 
Recht davon ausgehen, die Wiederausreise der Gesuchsteller sei im 
Sinne der massgeblichen Bestimmungen nicht gesichert. Wie bereits 
von der  Vorinstanz in  ihrer  Vernehmlassung  vom 12. März  2010  er-
wähnt,  wird  die  Integrität  der  Beschwerdeführenden  in  ihrer  Eigen-
schaft als Gastgeber nicht in Zweifel gezogen. Indessen sind bei der 
Abwägung des Risikos einer nicht fristgerechten Wiederausreise nicht 
so sehr die Einstellung und die Absichten der Gastgeber, sondern in 
erster Linie das mögliche Verhalten der Gäste selbst von Bedeutung. 
Nur  Letztere  sind  in  der  Lage,  hinreichend  Gewähr  für  eine  frist-
gerechte und anstandslose Wiederausreise zu bieten. Die Gastgeber 
können – wie dies in casu mit der Unterzeichnung der Verpflichtungs -
erklärung am 21. September 2009 geschehen ist – zwar für gewisse 
finanzielle  Risiken  (Lebensunterhaltskosten  während  des  Besuchs-

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aufenthaltes,  allfällige  Kosten  für  Unfall  und  Krankheit  sowie  Rück-
reisekosten)  Garantie  leisten,  nicht  aber  –  mangels  recht licher  und 
faktischer Durchsetzbarkeit – für ein bestimmtes Verhalten ihrer Gäste 
(vgl. BVGE 2009/27 E. 9). Die Gewähr für eine gesicherte Wiederaus-
reise  kann  auch  durch  die  Leistung  einer  Kaution,  welche  die  Be-
schwerdeführenden in ihrer Replik vom 23. März 2010 anbieten, nicht 
ersetzt werden.

9. 
Gesamthaft  betrachtet  durfte  die  Vorinstanz  somit  davon  ausgehen, 
die  fristgerechte  Wiederausreise  sei  nicht  hinreichend gewährleistet. 
Zwar lässt sich diese Prognose nicht zu einer gesicherten Feststellung 
verdichten;  sie  genügt  indessen  –  entgegen  den  Vorbringen  der 
Beschwerdeführenden  –  um die  Erteilung  einer  Einreisebewilligung, 
auf welche ohnehin kein Rechtsanspruch besteht, abzulehnen. 

10.
Folglich ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz das öffentliche 
Interesse  sowie  die  Beachtung  der  geltenden  Bestimmungen  ent-
sprechend  gewichtete  und  den  Gesuchstellern  die  Einreise  ver-
weigerte.  Die  angefochtene  Verfügung  verletzt  daher  Bundesrecht 
nicht.  Soweit  für  das  vorliegende  Urteil  massgebend,  wurde  der 
rechtserhebliche  Sachverhalt  richtig  und  vollständig  festgestellt,  und 
die Vorinstanz hat  das ihr  zustehende Ermessen pflichtgemäss aus-
geübt (vgl. 49 VwVG). 

11.
Entsprechend  dem  Ausgang  des  Verfahrens  werden  die  unter-
liegenden Beschwerdeführenden kostenpflichtig (Art. 63 Abs. 1 VwVG). 
Die Verfahrenskosten sind auf Fr. 700.-- festzusetzen (Art. 1, Art. 2 und 
Art. 3 Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten 
und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht 
[SR 173.320.2]).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.
Die Verfahrenskosten von Fr. 700.-- werden den Beschwerdeführenden 
auferlegt.  Sie  werden  mit  dem  geleisteten  Kostenvorschuss  von 
Fr. 700.- verrechnet. 

3.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführenden (Einschreiben)
- die Vorinstanz (Akten Ref-Nr. Zemis:.[...] / [...] / [...] retour)
- das Amt für Ausländerfragen des Kantons Solothurns (in Kopie)

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Antonio Imoberdorf Susanne Stockmeyer

Versand: 

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