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**Case Identifier:** 016c19bc-9d1d-5562-8f6e-15b1289b1ccc
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-02-01
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Strafrecht 01.02.2022 460 2021 184 (460 21 184)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_004_460-2021-184_2022-02-01.pdf

## Full Text

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Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, vom 

1. Februar 2022 (460 21 184)  

____________________________________________________________________ 

 

 

 

Strafrecht  

 

 

Versuchte Tötung etc.  

 

 
Besetzung Präsident Dieter Eglin, Richter Markus Mattle (Ref.),  

Richter Beat Hersberger, Richterin Helena Hess,  
Ersatzrichterin Suzanne Styk Kohlhaas;  
Gerichtsschreiber Pascal Neumann 
 
 

Parteien Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft,  
Allgemeine Hauptabteilung, Grenzacherstrasse 8,  
Postfach, 4132 Muttenz,  
Anklagebehörde und Anschlussberufungsklägerin 
 
A.____,   
Privatklägerin 

  
 
gegen 
 
 

 B.____,  
vertreten durch Advokat Dieter Roth, Zeughausplatz 34,  
Postfach 375, 4410 Liestal,  
Beschuldigter und Berufungskläger 
 
 

Gegenstand Versuchte vorsätzliche Tötung etc. 

(Berufung und Anschlussberufung gegen das Urteil des  
Strafgerichts Basel-Landschaft vom 8. Oktober 2020) 

 

 
 
 

 
 
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A. Mit Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft vom 8. Oktober 2020 wurde B.____ der ver-

suchten vorsätzlichen Tötung, der Nötigung, der mehrfachen Tätlichkeiten, der mehrfachen Wi-

derhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, des mehrfachen Ungehorsams gegen amtli-

che Verfügungen sowie der mehrfachen Widerhandlung gegen das Strassenverkehrsgesetz 

schuldig erklärt und zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren verurteilt, dies unter Anrechnung 

der vom 28. Mai 2019 bis zum 12. Dezember 2019 und vom 18. August 2020 bis zum 2. Sep-

tember 2020 ausgestandenen Untersuchungs- bzw. Sicherheitshaft und des vorzeitigen Straf-

vollzugs vom 2. September 2020 bis zum 8. Oktober 2020 von insgesamt 214 Tagen. Ausser-

dem wurde B.____ zu einer Geldstrafe von zehn Tagessätzen zu je CHF 10.-- (bzw. an deren 

Stelle zu einer Ersatzfreiheitsstrafe von zehn Tagen im Falle der Nichtbezahlung der Geldstrafe 

und deren Uneinbringlichkeit auf dem Betreibungsweg) sowie zu einer Busse von CHF 800.-- 

(bzw. an deren Stelle zu einer Ersatzfreiheitsstrafe von acht Tagen im Falle schuldhafter Nicht-

bezahlung der Busse) verurteilt; dies alles in Anwendung von Art. 111 StGB in Verbindung mit 

Art. 22 Abs. 1 StGB, Art. 181 StGB, Art. 126 Abs. 2 lit. c StGB, Art. 19a Ziff. 1 BetmG, Art. 292 

StGB, Art. 90 Abs. 1 SVG (in Verbindung mit Art. 31 Abs. 1 SVG und Art. 3 Abs. 1 VRV), Art. 96 

Abs. 1 lit. a SVG (in Verbindung mit Art. 10 Abs. 1 SVG), Art. 96 Abs. 2 SVG (in Verbindung mit 

Art. 11 Abs. 1 SVG), Art. 97 Abs. 1 lit. a SVG, Art. 19 Abs. 2 StGB, Art. 34 StGB, Art. 40 StGB, 

Art. 49 Abs. 1 StGB, Art. 51 StGB sowie Art. 106 StGB. Demgegenüber wurde B.____ von den 

Vorwürfen der mehrfachen Tätlichkeiten, der einfachen Körperverletzung sowie der versuchten 

Nötigung (Ziffer 1 der Zusatz-Anklageschrift vom 17. September 2020 [Vorfälle 1 und 2]) freige-

sprochen. Das Verfahren betreffend Diebstahl (Ziffer 1 der Zusatz-Anklageschrift [Vorfall 3]) 

wurde mangels Vorliegens eines Strafantrags eingestellt. Des Weiteren wurde der Strafvollzug 

in Anwendung von Art. 57 Abs. 2 StGB aufgeschoben und der Beschuldigte gemäss Art. 59 

StGB in eine geeignete psychiatrische Einrichtung bzw. Massnahmenvollzugseinrichtung ein-

gewiesen. Zudem wurde B.____ in Anwendung von Art. 66a StGB für die Dauer von 

acht Jahren des Landes verwiesen, und es wurde festgehalten, dass die Landesverweisung im 

Schengener Informationssystem eingetragen wird. Ferner wurde erkannt, dass das beschlag-

nahmte Bargeld im Umfang von CHF 3'200.-- gemäss Art. 442 Abs. 4 StPO in Verbindung mit 

Art. 268 StPO an die Verfahrenskosten angerechnet wird. In Bezug auf die beschlagnahmten 

Ausweise von B.____ wurde bestimmt, dass diese nach Rechtskraft unter Aufhebung der Be-

schlagnahme gestützt auf Art. 267 Abs. 1 und Abs. 3 StPO dem Beschuldigten zurückgegeben 

werden. Gleichermassen wurde festgestellt, dass diverse Kleidungsstücke dem Beschuldigten 

 
 
 

 
 
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bzw. der Privatklägerin nach Rechtskraft unter Aufhebung der Beschlagnahme gestützt auf 

Art. 267 Abs. 1 und Abs. 3 StPO zurückgegeben werden. Schliesslich wurde der Beschuldigte 

in Anwendung von Art. 426 Abs. 1 StPO zur Tragung der Verfahrenskosten, bestehend aus den 

Kosten des Vorverfahrens von CHF 15'825.--, den Kosten des Zwangsmassnahmengerichts 

von CHF 3'400.--, den Expertisekosten des gerichtlichen Verfahrens von CHF 2'550.-- und der 

Gerichtsgebühr von CHF 6'000.--, verurteilt. Auf die Begründung dieses Urteils sowie der nach-

folgenden Eingaben der Parteien wird, soweit erforderlich, im Rahmen der Erwägungen einge-

gangen.  

  

B. Gegen das Urteil des Strafgerichts vom 8. Oktober 2020 meldete der Beschuldigte mit 

Datum vom 26. Oktober 2020 die Berufung an. Dabei stellte er in seiner Berufungserklärung 

vom 4. August 2021 die folgenden Rechtsbegehren: In Gutheissung seiner Berufung sei das 

angefochtene Urteil in den Ziffern 1a) und 2 aufzuheben, und er sei der mehrfachen einfachen 

Körperverletzung und der nicht angefochtenen weiteren erstinstanzlichen Delikte schuldig zu 

sprechen und zu einer Freiheitsstrafe von maximal 30 Monaten zu verurteilen, wobei diese zu-

gunsten einer ambulanten psychotherapeutischen Massnahme aufzuschieben sei (Ziff. 1). So-

dann sei das angefochtene Urteil in den Ziffern 3 und 4 aufzuheben und von der Anordnung 

einer Landesverweisung abzusehen. Eventualiter sei eine Landesverweisung von maximal drei 

Jahren auszusprechen und kein Eintrag in das Schengener Informationssystem vorzunehmen 

(Ziff. 2). Ausserdem sei die Beschlagnahme gemäss Ziffer 5b) des angefochtenen Urteils auf-

zuheben, und das beschlagnahmte Bargeld im Umfang von CHF 3'200.-- an seine Tochter aus-

zuhändigen (Ziff. 3). Gemäss dem Ausgang des Berufungsverfahrens sei zudem Ziffer 6 des 

angefochtenen Urteils aufzuheben, und die erstinstanzlichen Verfahrenskosten seien neu zu 

verlegen (Ziff. 4); dies alles unter o/e Kostenfolge, wobei ihm auch für das Berufungsverfahren 

die amtliche Verteidigung zu bewilligen sei (Ziff. 5). Im Sinne eines Beweisantrages wurde be-

gehrt, es sei bei der Justizvollzugsanstalt Lenzburg ein aktueller Bericht über den Beschuldigten 

einzuholen. In seiner Berufungsbegründung vom 13. Oktober 2021 hielt der Beschuldigte an 

seinen bereits gestellten Rechtsbegehren fest. Ergänzend hierzu beantragte er, es sei die An-

schlussberufung der Staatsanwaltschaft vollumfänglich abzuweisen.   

 

C. Die Staatsanwaltschaft erklärte mit Eingabe vom 26. August 2021 die Anschlussberufung 

mit folgenden Anträgen: Es sei die Berufung des Beschuldigten abzuweisen und dieser in teil-

weiser Abänderung von Ziffer 1a) des angefochtenen Urteils gemäss Anklage wegen Erpres-

 
 
 

 
 
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sung (anstelle von Nötigung) zu verurteilen (Ziff. 1). Ferner sei der Beschuldigte in teilweiser 

Abänderung von Ziffer 1b) des angefochtenen Urteils gemäss Anklage wegen einfacher Kör-

perverletzung, mehrfacher Tätlichkeiten und versuchter Nötigung zu verurteilen (Ziff. 2). Des 

Weiteren sei die Berufung des Beschuldigten abzuweisen und dieser in teilweiser Abänderung 

von Ziffer 1a) des angefochtenen Urteils zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren und zehn Mo-

naten, zu einer Geldstrafe von zehn Tagessätzen zu jeweils CHF 10.-- sowie zu einer Busse 

von CHF 1'000.-- zu verurteilen (Ziff. 3). Ausserdem sei die Berufung des Beschuldigten abzu-

weisen und dieser in teilweiser Abänderung von Ziffer 3 des angefochtenen Urteils in Anwen-

dung von Art. 66a StGB zu einer Landesverweisung für die Dauer von zehn Jahren zu verurtei-

len (Ziff. 4). Im Übrigen sei das angefochtene Urteil in Abweisung der Berufung des Beschuldig-

ten vollumfänglich zu bestätigen (Ziff. 5). Schliesslich sei der Beschuldigte zu verurteilen, die 

Verfahrenskosten für das Berufungsverfahren zu tragen (Ziff. 6).   

 

D.  Mit Datum vom 22. November 2021 reichte die Staatsanwaltschaft ihre Berufungsantwort 

ein, in welcher sie an ihren bereits in der Anschlussberufungserklärung gestellten Anträgen 

festhielt. Darüber hinaus begehrte sie, es sei ihre Anschlussberufung vollumfänglich gutzuheis-

sen.  

 

E.  Der Beschuldigte führte in seiner Anschlussberufungsantwort vom 24. November 2021 

aus, er halte an den bisher im Rahmen des Berufungsverfahrens gestellten Anträgen vollum-

fänglich fest und beantrage die vollumfängliche Abweisung der Anschlussberufung der Staats-

anwaltschaft.   

 

F. Mit Verfügung des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, vom 

3. September 2021 wurde festgestellt, dass die Privatklägerin weder Berufung noch Anschluss-

berufung erhoben hat. Ausserdem wurde dem Beschuldigten für das zweitinstanzliche Verfah-

ren die amtliche Verteidigung mit Advokat Dieter Roth bewilligt. Mit weiterer Verfügung vom 

29. November 2021 wurde in Gutheissung des entsprechenden Beweisantrages des Beschul-

digten in seiner Berufungserklärung vom 4. August 2021 bei der Justizvollzugsanstalt Lenzburg 

ein aktueller Bericht über dessen Verhalten im vorzeitigen Strafvollzug eingeholt.  

 

G. Dieser Vollzugsbericht der Justizvollzugsanstalt Lenzburg wurde mit Datum vom 

5. Januar 2022 erstellt und zu den Akten genommen.  

 
 
 

 
 
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H. Am 17. Januar 2022 reichte die Privatklägerin zu Handen des Kantonsgerichts ein Gna-

dengesuch zu Gunsten des Beschuldigten ein.  

 

I. Anlässlich der Parteiverhandlung vom 31. Januar 2022 sind der Beschuldigte mit seinem 

Rechtsvertreter Advokat Dieter Roth, Corina Darms als Vertreterin der Staatsanwaltschaft sowie 

die Privatklägerin anwesend. Auf die Ausführungen der Anwesenden wird ebenfalls, soweit er-

forderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.   

 

 

Erwägungen  

 

 

1. Formalien und Verfahrensgegenstand  

 

1.1 Formalien  

 

Die Zuständigkeit der Fünferkammer des Kantonsgerichts, Abteilung Strafrecht, als Berufungs-

instanz zur Beurteilung der vorliegenden Rechtsmittel ergibt sich aus Art. 21 Abs. 1 lit. a StPO 

sowie aus § 15 Abs. 1 lit. a in Verbindung mit lit. b EG StPO. Nach Art. 398 Abs. 1 StPO ist die 

Berufung zulässig gegen Urteile erstinstanzlicher Gerichte, mit denen das Verfahren ganz oder 

teilweise abgeschlossen worden ist. Gemäss Abs. 3 von Art. 398 StPO können mit der Beru-

fung gerügt werden: Rechtsverletzungen, einschliesslich Überschreitung und Missbrauch des 

Ermessens, Rechtsverweigerung und Rechtsverzögerung (lit. a), die unvollständige oder un-

richtige Feststellung des Sachverhaltes (lit. b) sowie Unangemessenheit (lit. c), wobei das Beru-

fungsgericht das Urteil in allen angefochtenen Punkten umfassend überprüfen kann (Art. 398 

Abs. 2 StPO). Nach Art. 399 Abs. 1 und Abs. 3 StPO ist zunächst die Berufung dem erstin-

stanzlichen Gericht innert zehn Tagen seit Eröffnung des Urteils schriftlich oder mündlich an-

zumelden und danach dem Berufungsgericht innert 20 Tagen seit der Zustellung des begründe-

ten Urteils eine schriftliche Berufungserklärung einzureichen. Die Anschlussberufung ist 

Art. 400 Abs. 3 lit. b StPO folgend innerhalb von 20 Tagen seit Empfang der Berufungserklä-

rung schriftlich zu erklären. Die Legitimation der Staatsanwaltschaft zur Ergreifung des Rechts-

mittels wird in Art. 381 Abs. 1 StPO und diejenige des Beschuldigten in Art. 382 Abs. 1 StPO 

 
 
 

 
 
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normiert. Nachdem in casu das angefochtene Urteil ein taugliches Anfechtungsobjekt darstellt, 

sowohl der Beschuldigte als auch die Staatsanwaltschaft berufungs- bzw. anschlussberufungs-

legitimiert sind, zulässige Rügen erheben und die Rechtsmittelfristen gewahrt haben sowie der 

Erklärungspflicht nachgekommen sind, ist im Folgenden ohne Weiteres auf die Rechtsmittel 

(Berufung des Beschuldigten sowie Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft) einzutreten.  

 

1.2 Verfahrensgegenstand  

 

a) Gegen das erstinstanzliche Urteil hat sowohl der Beschuldigte als auch die Staatsanwalt-

schaft ein Rechtsmittel ergriffen. Dabei richtet der Beschuldigte seine Berufung gegen den 

Schuldspruch wegen versuchter vorsätzlicher Tötung und Nötigung sowie gegen das Strafmass 

gemäss Ziffer 1 des angefochtenen Urteils, gegen die ausgesprochene stationäre Massnahme 

nach Ziffer 2, gegen die Anordnung der Landesverweisung inklusive des Eintrags in das 

Schengener Informationssystem gemäss den Ziffern 3 und 4, die Beschlagnahme des Bargel-

des im Umfang von CHF 3'200.-- nach Ziffer 5b) sowie gegen die Kostenverlegung gemäss 

Ziffer 6 des angefochtenen Urteils.   

 

Die Staatsanwaltschaft begehrt demgegenüber in ihrer Anschlussberufung in Abänderung des 

angefochtenen Urteils eine Verurteilung des Beschuldigten wegen Erpressung (anstelle von 

Nötigung) gemäss Ziffer 2 der Anklageschrift, eine zusätzliche Verurteilung wegen einfacher 

Körperverletzung, mehrfacher Tätlichkeiten und versuchter Nötigung nach Ziffer 1 Vorfall 2 der 

Zusatz-Anklageschrift, eine Erhöhung des Strafmasses und gleichermassen eine Erhöhung der 

Dauer der ausgesprochenen Landesverweisung. Gestützt auf Art. 404 Abs. 1 StPO bilden im 

vorliegenden Berufungsverfahren nur noch die vorgängig genannten Punkte Gegenstand der 

richterlichen Überprüfung (vgl. auch Art. 398 Abs. 2 StPO).  

 

b) Namentlich nicht mehr zu prüfen sind damit die Schuldsprüche wegen mehrfachen Tät-

lichkeiten, mehrfacher Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, mehrfachen Unge-

horsams gegen amtliche Verfügungen sowie wegen mehrfacher Widerhandlung gegen das 

Strassenverkehrsgesetz (Dispositiv-Ziff. 1a), die Verhängung einer Geldstrafe von zehn Ta-

gessätzen zu jeweils CHF 10.-- (Dispositiv-Ziff. 1a), die Einstellung des Verfahrens betreffend 

Diebstahls gemäss Ziffer 1 der Zusatz-Anklageschrift hinsichtlich des Vorfalls 3 mangels Vorlie-

gens eines Strafantrags (Dispositiv-Ziff. 1c), die Anordnungen über die Beschlagnahmegüter 

 
 
 

 
 
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(Dispositiv-Ziff. 5), mit Ausnahme der Beschlagnahme des Bargelds im Betrag von   

CHF 3'200.--, welches die Vorinstanz an die Verfahrenskosten angerechnet hat (Dispositiv-

Ziff. 5b), sowie die Anordnung, wonach über das Honorar der amtlichen Verteidigung separat 

entschieden wird (Dispositiv-Ziff. 7) mitsamt dem entsprechenden Beschluss des Strafgerichts 

vom 21. Oktober 2020, in welchem die Entschädigung des amtlichen Verteidigers betragsmäs-

sig festgesetzt worden ist.  

 

 

2. Ausführungen der Parteien  

 

2.1 B.____  

 

(...). 

 

2.2 Staatsanwaltschaft  

 

(...).  

 

 

3. Verfahrensgrundsätze, Beweiswürdigung und Sachverhalt  

 

3.1 Verfahrensgrundsätze 

 

(...).   

 

3.2 Beweiswürdigung 

  

(...).   

 

3.3 Sachverhalt 

 

(...).  

 

 
 
 

 
 
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4. Tatbestand der versuchten vorsätzlichen Tötung, eventualiter der Gefährdung des 

Lebens und der versuchten schweren Körperverletzung (Ziffer 1 der Anklageschrift)  

 

4.1 

a) Die Vorinstanz hat den Beschuldigten im vorliegenden Fall gestützt auf den ihrer Ansicht 

nach erstellten Sachverhalt gemäss Anklageschrift der versuchten vorsätzlichen Tötung nach 

Art. 111 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB schuldig erklärt. Begründet worden ist dies 

im Wesentlichen damit, dass der Beschuldigte den Tod billigend in Kauf genommen habe, weil 

er das Tötungsrisiko nicht mehr habe kontrollieren oder kalkulieren können. Es sei nur von Zu-

fällen abhängig gewesen, dass die Privatklägerin trotz des mehrfachen intensiven, ein ausge-

prägtes Stauungssyndrom bewirkenden Würgens sowie ihres gesundheitlichen Zustands drei 

Wochen nach der Geburt nicht verstorben sei.   

 

b) Demgegenüber vertritt der Beschuldigte, wie bereits vorgängig dargelegt (vgl. oben 

E. 2.1.a/aa), zusammengefasst die Auffassung, er habe keinen Tötungsvorsatz gehabt, was 

dadurch belegt werde, dass er immer wieder den Würgegriff losgelassen und geschaut habe, 

wie es dem Opfer gehe. Die einzelnen Würgevorgänge seien jeweils kurz gewesen mit Unter-

brechungen dazwischen, so dass eben gerade kein nicht mehr kalkulierbares Tötungsrisiko 

vorgelegen habe. Zudem seien keine zusätzlichen objektiven Umstände vorhanden, welche auf 

den Eventualvorsatz schliessen lassen würden.  

 

c) Die Staatsanwaltschaft wiederum ist der Ansicht, es habe eine unmittelbare Lebensgefahr 

bestanden, mit deren Beginn der weitere Ausgang für den Beschuldigten nicht mehr steuerbar 

und vielmehr von Zufällen abhängig gewesen sei. Dieser habe in keiner Weise voraussagen 

können, ob die Dauer und Intensität seiner Handlungen zum Tod des Opfers führen würden 

oder nicht. Aufgrund der sachverhaltsmässig erstellten Umstände sei die Vermeidung der To-

desfolge ganz überwiegend dem Zufall überlassen geblieben, und der Beschuldigte habe kei-

nerlei Anlass gehabt, darauf zu vertrauen, dass der Tod der Privatklägerin nicht eintreten wer-

de, zumal er selber nichts gegen die Gefahr unternommen habe (vgl. oben E. 2.2.b/aa).  

 

 

 

 
 
 

 
 
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4.2  

a) Nach Art. 111 StGB wird mit Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren bestraft, wer vorsätz-

lich einen Menschen tötet, ohne dass eine der besonderen Voraussetzungen der nachfolgen-

den Artikel zutrifft. Geschütztes Rechtsgut ist das Leben eines Menschen, Angriffsobjekt ist ein 

anderer lebender Mensch. Als Tathandlung genügt jede Art der Verursachung des Todes eines 

lebenden Menschen, wobei der Täter beliebige Tatmittel einsetzen kann. Der Erfolg kann durch 

physische oder psychische Einwirkung auf das Opfer bewirkt werden. Auf Seiten des subjekti-

ven Tatbestandes erforderlich ist der Vorsatz im Sinne von Art. 12 Abs. 2 StGB, der sich einzig 

auf die Herbeiführung des Todes beziehen muss. Eventualvorsatz genügt gemäss der explizi-

ten Regelung von Art. 12 Abs. 2 Satz 2 StGB. Die (versuchte) vorsätzliche Tötung geht der Ge-

fährdung des Lebens vor, wenn das gleiche Angriffsobjekt betroffen ist (CHRISTIAN 

SCHWARZENEGGER / JASMINE STÖSSEL, in: Basler Kommentar, Strafrecht I, 4. Auflage, Basel 

2019, N 1 ff. vor Art. 111 StGB sowie N 4 ff. zu Art. 111 StGB, mit Hinweisen).  

 

b) In Anwendung von Art. 12 Abs. 1 StGB ist, soweit es das Gesetz nicht ausdrücklich an-

ders bestimmt, nur strafbar, wer ein Verbrechen oder Vergehen vorsätzlich begeht. Gestützt auf 

Abs. 2 von Art. 12 StGB begeht ein Verbrechen oder Vergehen vorsätzlich, wer die Tat mit Wis-

sen und Willen ausführt, wobei bereits vorsätzlich handelt, wer die Verwirklichung der Tat für 

möglich hält und in Kauf nimmt. Angesichts der notorischen Unsicherheiten, welche der Ab-

grenzung anhaften, beansprucht die Maxime "in dubio pro reo" erhöhte Beachtung, weshalb 

Eventualvorsatz nicht leichthin anzunehmen ist (MARCEL ALEXANDER NIGGLI / STEFAN MAEDER, 

in: Basler Kommentar, Strafrecht I, 4. Auflage, Basel 2019, N 62 zu Art. 12 StGB, mit Hinwei-

sen). Eventualvorsatz ist praxisgemäss (vgl. zum Ganzen BGer 6B_724/2017 vom 21. Juli 2017 

E. 1.2) gegeben, wenn der Täter den Eintritt des Erfolgs beziehungsweise die Tatbestandsver-

wirklichung für möglich hält, aber dennoch handelt, weil er den Erfolg für den Fall des Eintritts in 

Kauf nimmt, sich mit ihm abfindet, mag er ihm auch unerwünscht sein (BGE 137 IV 1 E. 4.2.3; 

134 IV 26 E. 3.2.2; 131 IV 1 E. 2.2; 130 IV 58 E. 8.2; je mit Hinweisen). Vorsätzlich handelt mit-

hin bereits, wer die Verwirklichung der Tat für möglich hält und in Kauf nimmt (Art. 12 Abs. 2 

Satz 2 StGB). Für den Nachweis der Inkaufnahme des tatbestandsmässigen Erfolgs kann sich 

das Gericht ‒ soweit der Täter nicht geständig ist ‒ regelmässig nur auf äussere Umstände und 

Erfahrungsregeln stützen, die Rückschlüsse auf die innere Einstellung des Täters erlauben. 

Dazu gehören die Grösse des dem Täter bekannten Risikos der Tatbestandsverwirklichung und 

die Schwere der Sorgfaltspflichtverletzung. Je grösser beziehungsweise schwerer diese sind, 

 
 
 

 
 
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desto eher darf gefolgert werden, der Täter habe die Tatbestandsverwirklichung in Kauf ge-

nommen (BGE 134 IV 26 E. 3.2.2; 130 IV 58 E. 8.4; je mit Hinweisen). Zu den relevanten Um-

ständen können auch die Beweggründe des Täters und die Art der Tathandlung gehören (BGE 

130 IV 58 E. 8.4, mit Hinweisen). Das Gericht kann vom Wissen des Täters auf dessen Willen 

schliessen, wenn sich dem Täter der Eintritt des Erfolgs als so wahrscheinlich aufgedrängt hat, 

dass die Bereitschaft, ihn als Folge hinzunehmen, vernünftigerweise nur als Inkaufnahme des 

Erfolgs ausgelegt werden kann (BGE 137 IV 1 E. 4.2.3, mit Hinweisen; GÜNTER 

STRATENWERTH, Schweizerisches Strafrecht, Allgemeiner Teil I, 4. Auflage, Bern 2011, § 9 

N 103, mit Hinweisen). Eventualvorsatz kann indessen auch vorliegen, wenn der Eintritt des 

tatbestandsmässigen Erfolgs nicht in diesem Sinne sehr wahrscheinlich, sondern bloss möglich 

gewesen ist. Doch darf nicht allein aus dem Wissen des Beschuldigten um die Möglichkeit des 

Erfolgseintritts auf dessen Inkaufnahme geschlossen werden, vielmehr müssen weitere Um-

stände hinzukommen (BGE 133 IV 9 E. 4.1; 133 IV 1 E. 4.5). Solche Umstände sind beispiels-

weise darin zu sehen, dass der Täter das Tötungsrisiko in keiner Weise kalkulieren oder dosie-

ren kann, das Ausbleiben des Erfolgs als zu einem grossen Teil von Glück und Zufall abhängig 

ist, oder das Opfer keinerlei Abwehrchancen hat (BGer 6B_33/2012 vom 15. Februar 2013 

E. 3.5; 6B_808/2013 vom 19. Mai 2014 E. 2.2.3). Der Umstand, dass rückblickend für das Opfer 

zu keiner Zeit akute Lebensgefahr bestanden hat und die erlittenen Verletzungen nur leicht ge-

wesen sind, schliesst einen Eventualvorsatz bezüglich einer Tötung nicht aus (BGer 

6B_73/2015 vom 25. November 2015 E. 1.3.3; 6B_221/2016 vom 20. Mai 2016 E. 3.1; 

SCHWARZENEGGER, a.a.O., N 7 zu Art. 111 StGB, mit Hinweisen). Eventualdolus ist exempla-

risch zu bejahen, wenn der Täter das Opfer minutenlang würgt bzw. eine Bettdecke auf das 

Gesicht drückt (BGer 6B_422/2008 vom 31. Juli 2008 E. 2.2).   

 

c) Führt der Täter, nachdem er mit der Ausführung eines Verbrechens oder Vergehens be-

gonnen hat, die strafbare Tätigkeit nicht zu Ende oder tritt der zur Vollendung der Tat gehören-

de Erfolg nicht ein oder kann dieser nicht eintreten, so kann das Gericht die Strafe mildern 

(Art. 22 Abs. 1 StGB). Nach dem Wortlaut der Norm muss der Täter mit der Ausführung der Tat 

begonnen haben. Dies erfordert implizit, dass er zuvor einen auf ihre Begehung gerichteten 

Entschluss gefasst hat. Vom vollendeten Delikt unterscheidet sich der Versuch dadurch, dass 

der objektive Tatbestand nur zum Teil verwirklicht wird, während der subjektive Tatbestand hier 

wie dort erfüllt sein muss. Zum Tatentschluss gehört stets der Vorsatz, wobei Eventualvorsatz 

genügt. Erfordert der Tatbestand zusätzlich subjektive Unrechtsmerkmale, so müssen nach 

 
 
 

 
 
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einhelliger Auffassung auch sie gegeben sein. Gemäss der Praxis des Bundesgerichts wird 

zum Beginn der Ausführung jede Tätigkeit gerechnet, die nach dem Plan, den sich der Täter 

gemacht hat, auf dem Weg zum Erfolg den letzten entscheidenden Schritt darstellt, von dem es 

in der Regel kein Zurück mehr gibt, es sei denn wegen äusserer Umstände, die eine Weiterver-

folgung der Absicht erschweren oder verunmöglichen (BGE 131 IV 100 E. 7.2.1; MARCEL 

ALEXANDER NIGGLI / STEFAN MAEDER, in: Basler Kommentar, Strafrecht I, 4. Auflage, Basel 

2019, N 1 ff. zu Art. 22 StGB, mit Hinweisen). Art. 22 Abs. 1 StGB umfasst sowohl den taugli-

chen wie auch den untauglichen Versuch und stellt alle Versuchsarten in der Rechtsfolge 

gleich, mit Ausnahme des untauglichen Versuchs aus grobem Unverstand, welcher nach Art. 22 

Abs. 2 StGB straflos bleibt (NIGGLI / MAEDER, a.a.O., N 44 zu Art. 22 StGB).  

 

d) Gemäss Art. 129 StGB macht sich der Gefährdung des Lebens schuldig, wer einen Men-

schen in skrupelloser Weise in unmittelbare Lebensgefahr bringt, wobei die Strafandrohung 

eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren beinhaltet. Tathandlung ist jedes 

Verursachen einer konkreten, unmittelbaren Lebensgefährdung. Die Lebensgefährdung ist ein 

Zustand, aufgrund dessen nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge die Wahrscheinlichkeit oder 

nahe Möglichkeit der Verletzung des geschützten Rechtsgutes besteht, wobei nicht eine ma-

thematische Wahrscheinlichkeit von mehr als 50 % vorausgesetzt ist. Unmittelbarkeit liegt vor, 

wenn die Verwirklichung der Gefahr wahrscheinlich und die unvermittelte, akute Gefahr direkt 

dem Verhalten des Täters zuzuschreiben ist und nicht etwa aussen stehenden Ereignissen oder 

Handlungen von Drittpersonen (BGer 6S.467/2005 vom 7. Juni 2006 E. 2). Auf der subjektiven 

Seite des Tatbestandes wird Vorsatz und Skrupellosigkeit verlangt. Dolus eventualis bezüglich 

der Gefährdung genügt nach der Praxis und der Lehre nicht. Der objektive Tatbestand verlangt 

die Verursachung einer unmittelbaren Lebensgefahr. Wer aber bloss eventualvorsätzlich han-

delt, schafft keine unmittelbare, sondern höchstens eine mittelbare, bedingte Lebensgefahr. Der 

Täter muss sich bewusst sein, dass er durch sein Verhalten eine unmittelbare Lebensgefahr 

direkt herbeiführt; er muss die Möglichkeit des Erfolgseintritts kennen. Im Unterschied zum Tö-

tungsdelikt ist bei der Lebensgefährdung gefordert, dass zwar nicht der Erfolgseintritt, aber die 

unmittelbare Gefahrenlage gewollt ist. Mit der Skrupellosigkeit ist ein qualifizierter Grad der 

Vorwerfbarkeit, eine besondere Hemmungs- und Rücksichtslosigkeit des Täters in der Situation 

gemeint. Zu berücksichtigen sind die Tatmittel, die Tatmotive sowie die konkrete Tatsituation. 

Skrupellosigkeit liegt umso näher, je grösser die Gefahr ist, die der Täter herbeiführt und je we-

niger seine Beweggründe zu billigen oder zu verstehen sind. Skrupellosigkeit muss sich als 

 
 
 

 
 
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Qualifikation der Tat ergeben. Vom Eventualvorsatz auf Tötung unterscheidet sich der Gefähr-

dungsvorsatz dadurch, dass der Täter darauf vertraut, der Tod des Opfers werde nicht eintre-

ten. Dies setzt voraus, dass er annimmt, die drohende Gefahr könne durch sein eigenes Verhal-

ten oder durch eine Reaktion der gefährdeten Person abgewendet werden. Je mehr die Ver-

meidung der Todesfolge dem Zufall überlassen bleibt, desto eher ist eventualvorsätzliche Tö-

tung oder der Versuch dazu anzunehmen (STEFAN MAEDER, in: Basler Kommentar, Strafrecht I, 

4. Auflage, Basel 2019, N 44 ff. zu Art. 129 StGB, mit Hinweisen).  

 

4.3 In Bezug auf den in casu rechtserheblichen Sachverhalt ist festzustellen, dass dieser im 

Wesentlichen vom Beschuldigten und der Privatklägerin übereinstimmend geschildert wird und 

sich zudem mit den Wahrnehmungen der Zeugen sowie mit den rechtsmedizinischen Befunden 

deckt. Im Einzelnen ist Folgendes zu erwägen:  

  

a) Aussagen der Parteien   

 

aa) Der Beschuldigte hat anlässlich seiner Einvernahme vom 12. Juli 2019 ausgeführt, es tue 

ihm leid, nicht von Anfang an die Wahrheit gesagt zu haben. Er bereue seine Tat zutiefst. Er sei 

in der Nacht vor der Tat die ganze Zeit wach gewesen wegen des Kindes. Am Morgen habe er 

seine Partnerin gefragt, weshalb sie ihm kein Frühstück gemacht habe. Diese sei dann laut ge-

worden und habe ihn beschimpft. Er sei zu ihr hingegangen und habe ihr mit der Faust auf den 

Kopf geschlagen. Nachdem es immer schlimmer geworden sei, habe er die Kleine von ihr weg-

genommen und auf das Sofa gelegt. Dann habe er ihr mit der flachen Hand eine Ohrfeige ge-

geben. Im Badezimmer habe er sie in die Badewanne geschubst und am Hals gepackt. Er habe 

sie vier bis fünf Mal am Hals gepackt und immer wieder losgelassen, als sie keine Luft mehr 

bekommen habe. Er habe gestoppt, sobald sie mit den Händen gezeigt habe, dass sie keine 

Luft mehr bekomme. Als er sie losgelassen habe, habe sie gesagt, es tue ihr leid, dass sie ihn 

beschimpft habe, und dass sie zum Kinderarzt müssten. In dem Moment habe er gemerkt, was 

er getan habe. Es sei wirklich krass, was sie erlitten habe. Er habe sie sehr fest und sicher drei 

bis vier Mal gewürgt. Es sei wirklich heftig gewesen; das sei wie in einem Horrorfilm gewesen. 

Alles in allem habe er sie ungefähr drei bis vier Minuten lang gewürgt (act. 2765 ff.).  

 

Anlässlich der erstinstanzlichen Verhandlung hat der Beschuldigte zu Protokoll gegeben, sie 

hätten wegen des Frühstücks gestritten, wobei die Privatklägerin zu ihm "Hurensohn" gesagt 

 
 
 

 
 
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habe, was ihn hässig gemacht habe. Daraufhin habe er sie mit den Fingerknöcheln geschlagen 

und sie habe ihn in den Intimbereich gekniffen. Dann habe er ihr eine Ohrfeige gegeben. Sie sei 

danach ins Bad gegangen und er habe sie in die Badewanne geschubst. Sie habe wieder ange-

fangen zu schreien, worauf er sie gewürgt habe. Er habe mehrmals zugepackt und immer wie-

der losgelassen, weil sie keine Luft mehr bekommen habe. Er habe sie nicht töten oder schwer 

verletzen wollen, es sei einfach so passiert. Er habe sie leider sehr schwer verletzt. Sie habe 

nichts sagen können und mit der Hand Zeichen gegeben; sie sei auch blau angelaufen 

(act. S 321 f.).   

 

Vor dem Kantonsgericht hat der Beschuldigte zusammengefasst dargelegt, seine Partnerin ha-

be ihn beschimpft, was ihn sehr aufgeregt habe. Er habe ihr das Kind aus dem Arm genommen 

und sie mit der Faust auf den Kopf geschlagen, worauf sie ihn im Intimbereich gepackt habe. 

Die ganze Sache habe sich dann heraufgeschaukelt. Sie sei ins Badezimmer gegangen und 

habe weiter geschimpft. Da habe er sie in die Badewanne geschubst, gepackt und drei bis vier 

Mal gewürgt. Er wisse es nicht mehr genau, aber er habe sie sicher vier Mal gewürgt. Das Gan-

ze sei so schnell passiert; heute würde er sagen, es habe vielleicht zwei bis drei Minuten ge-

dauert. Zum damaligen Zeitpunkt habe er einfach gewollt, dass sie ruhig sei. Er habe immer 

wieder losgelassen; er habe nicht gewollt, dass sie sterbe. Er habe einfach gewollt, dass sie 

aufhöre zu schimpfen und ruhig sei; er habe nicht weiter darüber nachgedacht. Er habe mehr-

fach zugedrückt, weil sie weiter geschimpft habe, als er jeweils losgelassen habe. Aufgehört 

habe er, als sie gesagt habe, dass sie zum Kinderarzt müssten. Er habe immer wieder zuge-

drückt, bis sie aufgehört habe zu schimpfen. Er habe sie auf keinen Fall töten oder schwer ver-

letzen wollen; er habe nicht daran gedacht, dass sie sterben könnte. Das mit dem Würgen habe 

insgesamt ca. vier bis fünf Minuten, das einzelne Würgen habe jeweils vielleicht ca. fünf Sekun-

den gedauert. Er habe keinen Plan gehabt, was er gemacht hätte, wenn sie nicht aufgehört hät-

te zu schimpfen. Er wisse nicht, wie es weiter gegangen wäre, aber zum Tod wäre es sicher 

nicht gekommen (Protokoll KG S. 9 f.).  

 

bb) Die Privatklägerin hat am 28. Mai 2019 gegenüber der Polizei ausgesagt, am betreffen-

den Tag sei es am Morgen um ca. 8 Uhr zu einem Streit mit dem Beschuldigten gekommen. 

Der Auslöser sei gewesen, dass sie für ihn kein Frühstück vorbereitet habe. Es sei dann zuerst 

zu einem verbalen Streit gekommen. Im Verlaufe der Auseinandersetzung sei sie mehrfach 

vom Beschuldigten mit der Faust und der offenen Hand ins Gesicht geschlagen worden. Sie 

 
 
 

 
 
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habe dabei noch das drei Wochen alte gemeinsame Kind im Arm gehalten. Der Beschuldigte 

habe ihr dieses dann entrissen und auf das Sofa gelegt. Danach habe sie der Beschuldigte in 

das Badezimmer gedrängt, wo sie rückwärts in die Badewanne gefallen sei. Der Beschuldigte 

habe sich dann über sie gebeugt und mit beiden Händen fest gewürgt. Sie habe dabei Todes-

angst gehabt und sich nicht mehr aus seinem Griff befreien können. In der Folge habe der Be-

schuldigte plötzlich von ihr abgelassen und sie aufgefordert, ihm das von ihr gesparte Geld 

auszuhändigen. Dieser Aufforderung sei sie nachgekommen, danach seien sie zusammen ins 

Kinderspital gefahren (act. 2247, 2427 f.).  

 

Im Rahmen der Videoeinvernahme vom 17. Juni 2019 hat die Privatklägerin als Auskunftsper-

son unter anderem deponiert, der Beschuldigte habe sie in die Badewanne geschubst und fest 

gewürgt. Sie wisse nicht mehr, wie lange er sie gewürgt habe, aber sicher etwa zehn bis fünf-

zehn Mal; es habe sicher etwa fünf Minuten gedauert. Er habe immer wieder losgelassen und 

sie dann wieder gepackt. Sie habe das Gefühl gehabt, dass heute ihr letzter Tag angebrochen 

sei. Sie sei davon ausgegangen, dass er sie umbringe, weil er sie so fest gepackt habe. Sie 

habe wirklich keinen Atem mehr gehabt. Sie habe sich nicht wehren und seine Hände von ih-

rem Hals nehmen können. Er habe erst aufgehört, als sie ihm mehrfach gesagt habe, dass sie 

ihrer Tochter im Spital den Gips abnehmen lassen müssten (act. 2653 ff.).  

 

Vor dem Strafgericht hat die Privatklägerin als Auskunftsperson zu Protokoll gegeben, sie habe 

gespürt, dass der Beschuldigte sie nicht habe umbringen wollen. Sie werde schnell blau. Sie 

seien beide sehr gestresst gewesen, und sie habe noch eine leichte Depression gehabt. Sie 

habe dem Beschuldigten verziehen, und es sei unfair von ihr gewesen, ihm kein Frühstück zu-

bereitet zu haben. Sie wisse auch nicht mehr, wie es zum Streit gekommen sei. Er habe ihr eine 

geklatscht und sie habe ihn im Intimbereich gepackt. Im Badezimmer habe er sie in die Bade-

wanne gestossen und sie mehrfach gewürgt, danach habe sie Schluckweh gehabt 

(act. S 327 f.).  

 

b) Aussagen der Zeugen und Auskunftspersonen  

 

aa) Die Schwester des Opfers, C.____, hat anlässlich ihrer Einvernahme als Auskunftsperson 

am 28. Mai 2019 angegeben, ihre Schwester habe an jenem Morgen via Videotelefonie angeru-

fen und gebeten, die Polizei zu verständigen. Sie habe gesehen und gehört, dass ihre Schwes-

 
 
 

 
 
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ter und das Baby geweint hätten. Sie sei dann zu ihrer Schwester gefahren und diese habe ihr 

erzählt, dass der Beschuldigte sie beleidigt und gestossen habe und auf sie losgegangen sei. 

Sie habe gesehen, dass das Gesicht ihrer Schwester Kratzer und Flecken aufgewiesen habe. 

Es sei in der Vergangenheit regelmässig zu Streitereien zwischen dem Beschuldigten und ihrer 

Schwester gekommen. Er schlage diese regelmässig (act. 2441 f.). Diese Depositionen hat 

C.____ anlässlich ihrer Einvernahme als Zeugin vom 26. Juni 2019 bestätigt (act. 2705 ff.).  

 

bb) Die Mutter des Opfers, D.____, hat anlässlich ihrer Zeugeneinvernahme vom 11. Juli 

2019 geschildert, ihre Tochter habe ihr erzählt, dass der Beschuldigte ihr zunächst eine Ohrfei-

ge gegeben habe. Dann habe er sie gepackt, ins Badezimmer geworfen und am Hals gewürgt. 

Der Beschuldigte sei sehr aggressiv und habe ihre Tochter viel geschlagen. Ein paar Ohrfeigen 

wären noch in Ordnung gewesen, aber so wie er sie geschlagen und gewürgt habe, das sei zu 

viel gewesen. Das Gesicht ihrer Tochter sei voller blauer Flecken gewesen. Auch habe sie Ab-

drücke von seinen Händen am Hals gehabt und rote Pünktchen bei den Augen (act. 2743 ff.).  

 

c) Im rechtsmedizinischen Gutachten vom 6. Juni 2019 wird was folgt dargelegt: Anlässlich 

der rechtsmedizinischen Untersuchung vom 28. Mai 2019 hätten sich als wesentliche Befunde 

unregelmässige, teils streifig konfigurierte Hauteinblutungen und Unterblutungen an der Hals-

haut vorn sowie an beiden Seiten gefunden, wobei die rechte Halsseite etwas stärker betroffen 

gewesen sei. Die Gesichtshaut sei aufgedunsen gewesen und die Augenlider seien diffus gerö-

tet erschienen. Beim Straffen der Lidhaut seien zahlreiche Punktblutungen darstellbar gewesen. 

Weitere Stauungsblutungen hätten sich in der Haut hinter den Ohren gezeigt, wobei auch hier 

die rechte Seite etwas stärkere Veränderungen aufgewiesen habe. Das Verletzungsbild habe 

den typischen Aspekt sogenannter Würgemale gezeigt, das Verletzungsmuster lasse sich 

zwanglos mit dem angegeben beidhändigen Würgen vereinbaren. Das ausgeprägte Stauungs-

syndrom mit zahlreichen Stauungsblutungen an den dafür typischen Stellen und einer Dunsung 

des Gesichts sei ein Beleg für eine wirksame Kompression der Halsweichteile. Beim Vorliegen 

eines Stauungssyndroms und entsprechenden Verletzungen an der Halshaut könne nach über-

einstimmender rechtsmedizinischer Lehrmeinung regelmässig eine unmittelbare Lebensgefahr 

angenommen werden. Diese beschränke sich nicht allein auf den unmittelbaren Zeitraum des 

Würgevorgangs, auch danach könne eine Schädigung des Gehirns infolge zunehmender Hirn-

schwellung voranschreiten. Auch seien Blutgerinnselbildungen in den Blutgefässen des Halses 

infolge einer Schädigung der Gefässinnenhaut möglich. Die Entstehung von Stauungsblutungen 

 
 
 

 
 
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setze eine gewisse, im Einzelfall nicht genau bestimmbare Zeitdauer und Intensität des 

Würgens voraus. Mit dem Beginn der unmittelbaren Lebensgefahr sei der weitere Ausgang für 

einen Täter nicht mehr steuerbar, sondern vielmehr von Zufällen abhängig. Im vorliegenden Fall 

sei der Würgevorgang mit Ausnahme der festgestellten Verletzungen folgenlos geblieben, blei-

bende Schäden seien nicht zu erwarten (act. 2403 ff.).    

  

d) In Würdigung dieser Aussagen und Fakten steht für das Kantonsgericht fest, dass der 

inkriminierte Sachverhalt gemäss Anklageschrift erstellt ist. Demnach ist zusammengefasst da-

von auszugehen, dass es am 28. Mai 2019, ca. um 8:00 Uhr, in der gemeinsamen Wohnung in 

X.____ zu einem Streit zwischen der Privatklägerin und dem Beschuldigten gekommen ist. Aus-

löser ist offenbar gewesen, dass die Privatklägerin dem Beschuldigten entgegen dessen Vor-

stellung kein Frühstück zubereitet hat. Im Verlaufe dieses Streits hat der Beschuldigte die Pri-

vatklägerin im Wohnzimmer mehrfach mit der flachen Hand und der Faust geschlagen. Nach 

der Verlagerung der Auseinandersetzung ins Badezimmer hat der Beschuldigte die Privatkläge-

rin rückwärts in die Badewanne gestossen, sie mit beiden Händen am Hals gepackt und ge-

würgt. Insgesamt hat der Beschuldigte die Privatklägerin mindestens vier Mal während eines 

Zeitraums von mindestens zwei bis drei Minuten bzw. vier bis fünf Minuten gewürgt, wobei er 

den Würgevorgang jeweils nach ein paar Sekunden unterbrochen und danach wieder neu be-

gonnen hat. Aufgehört hat der Beschuldigte erst aufgrund eines anstehenden Termins der ge-

meinsamen Tochter beim Kinderarzt. Während des Würgens hat die Privatklägerin Todesangst 

ausgestanden. Aufgrund des Würgens und des dadurch verursachten ausgeprägten Stauungs-

syndroms mit zahlreichen Stauungsblutungen hat bei der Privatklägerin eine unmittelbare Le-

bensgefahr bestanden.   

 

4.4 Hinsichtlich der konkreten rechtlichen Würdigung macht der Beschuldigte geltend, er habe 

keinen Tötungsvorsatz gehabt und die einzelnen Würgevorgänge seien jeweils kurz gewesen 

mit Unterbrechungen dazwischen, so dass eben gerade kein nicht mehr kalkulierbares Tötungs-

risiko vorgelegen habe. Dieser Auffassung ist nicht zu folgen, was sich wie folgt begründet:  

 

a) Wie vorgängig dargelegt (vgl. oben E. 4.2.b), kann sich das Gericht für den Nachweis der 

Inkaufnahme des tatbestandsmässigen Erfolgs bei nicht geständigen Tätern nur auf äussere 

Umstände und Erfahrungsregeln stützen, die Rückschlüsse auf die innere Einstellung des Tä-

ters erlauben. Dazu gehören einerseits die Grösse des dem Täter bekannten Risikos der Tat-

 
 
 

 
 
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bestandsverwirklichung und die Schwere der Sorgfaltspflichtverletzung. Andererseits darf das 

Gericht vom Wissen des Täters auf dessen Willen schliessen, wenn sich diesem der Eintritt des 

Erfolgs als so wahrscheinlich aufgedrängt hat, dass die Bereitschaft, ihn als Folge hinzuneh-

men, vernünftigerweise nur als Inkaufnahme des Erfolgs ausgelegt werden kann. Eventualvor-

satz kann bereits dann vorliegen, wenn der Eintritt des tatbestandsmässigen Erfolgs nicht sehr 

wahrscheinlich, sondern bloss möglich gewesen ist. Allerdings darf nicht allein aus dem Wissen 

des Beschuldigten um die Möglichkeit des Erfolgseintritts auf dessen Inkaufnahme geschlossen 

werden, vielmehr müssen weitere Umstände hinzukommen, wie beispielsweise, dass der Täter 

das Tötungsrisiko in keiner Weise kalkulieren oder dosieren kann, das Ausbleiben des Erfolgs 

als zu einem grossen Teil von Glück und Zufall abhängig ist, oder das Opfer keinerlei Abwehr-

chancen hat.  

 

b) Ungeachtet der Frage, welche Annäherung zu bevorzugen ist – ob man mit der vorherr-

schenden Meinung des Bundesgerichts einig geht, wonach desto eher auf die Inkaufnahme der 

Tatbestandsverwirklichung geschlossen werden darf, je schwerer die Sorgfaltspflichtverletzung 

wiegt, oder ob man anderen Autoren folgt, nach welchen auf ein Einverständnis des Täters mit 

der Tatbestandsverwirklichung zu schliessen ist, wenn sich diesem der Erfolg seines Verhaltens 

als so wahrscheinlich aufdrängt, dass ebendieses Verhalten vernünftigerweise nur als Inkauf-

nahme des Erfolges ausgelegt werden kann – hat in casu der Beschuldigte unter den konkreten 

Umständen zweifellos damit rechnen müssen, dass das Opfer angesichts der mehrfachen und 

heftigen Würgevorgänge in einem Zeitraum von mehreren Minuten hätte sterben können. Pra-

xisgemäss darf das Wissen, mit minutenlangen Würgehandlungen den Tod herbeiführen zu 

können, auch bei niedrigem Bildungsgrad als allgemein bekannt vorausgesetzt werden (vgl. 

BGer 6B_422/2008 vom 31. Juli 2008 E. 2.2). Im vorliegenden Fall hat der Beschuldigte zudem 

selbst ausgesagt, dass er die Privatklägerin fest gewürgt und leider sehr schwer verletzt hat. Er 

hat auch wahrgenommen, dass das Opfer blau angelaufen ist. Entgegen seiner Behauptung, 

das Geschehen unter Kontrolle zu halten, ist darauf hinzuweisen, dass er gemäss seiner eige-

nen Darstellung immer wieder zugedrückt hat, bis das Opfer aufgehört hat zu schimpfen. Wäh-

rend der Tathandlungen hat er gerade nicht über die weiteren Folgen nachgedacht, sondern nur 

gewollt, dass es endlich ruhig ist. Beim ganzen Vorgang hat es sich keineswegs um einen kon-

trollierten Ablauf gehandelt, sondern um eine heftige Gewalteinwirkung auf den Hals im Rah-

men einer ausserordentlich emotionalen Auseinandersetzung mit dem Ziel, das Opfer zum 

Schweigen zu bringen. Fest steht sodann in casu, dass bei der Privatklägerin aufgrund des 

 
 
 

 
 
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Würgens eine unmittelbare Lebensgefahr bestanden hat. Mit dem Erreichen dieses Status ist 

der weitere Verlauf für den Beschuldigten nicht mehr kontrollierbar und das Tötungsrisiko in 

keiner Weise kalkulierbar gewesen. Unter diesen Umständen hat der Beschuldigte die Tatherr-

schaft verloren und nicht mehr darauf vertrauen dürfen, dass der Tötungserfolg nicht eintritt. 

Dieser ist vielmehr zum überwiegenden Teil vom Zufall abhängig geworden, zumal das ‒ durch 

eine Entbindung wenige Wochen zuvor sowieso schon körperlich geschwächte ‒ Opfer keine 

reellen Abwehrchancen gehabt hat. Bezeichnenderweise hat der Beschuldigte vor Kantonsge-

richt zugegeben, dass er keinen Plan gehabt hat, was er gemacht hätte, wenn die Privatklägerin 

nicht aufgehört hätte zu schimpfen, und dass er nicht gewusst hat, wie es weiter gegangen wä-

re. Für das Kantonsgericht bestehen somit keine Zweifel, dass der Beschuldigte durch das 

mehrfache, nahe aufeinanderfolgende, heftige und insgesamt mehrere Minuten dauernde Wür-

gen den Tod seiner Partnerin in Kauf genommen hat, womit der Eventualvorsatz hinsichtlich 

des Anklagepunktes der vorsätzlichen Tötung zu bejahen ist.  

 

Bei diesem Resultat ist der Vollständigkeit halber nur summarisch zu erwähnen, dass der Vor-

instanz insofern nicht zu folgen ist, als diese angenommen hat, dass dem Beschuldigten auch 

das Wissen um eine erhöhte Gewebevulnerabilität anzulasten sei und bereits beim Stossen in 

die Badewanne eine schwere oder gar tödliche Verletzung in Kauf genommen worden sei. 

Nach Ansicht des Kantonsgerichts kann dem Beschuldigten angesichts seines einfachen Bil-

dungsgrads im Gegensatz zum Wissen, dass heftiges Würgen ohne Weiteres zum Tod führen 

kann, nicht unterstellt werden, dass er auch um die erhöhte Gewebevulnerabilität und deren 

mögliche gesundheitsgefährdenden Folgen hätte wissen müssen. Ebenso ist nach der allge-

meinen Lebenserfahrung nicht damit zu rechnen, dass ein blosses Stossen in eine Badewanne 

ohne besondere Umstände tödliche Folgen nach sich zieht.  

 

Nachdem sodann die übrigen Tatbestandselemente ebenso wenig zu Diskussionen Anlass ge-

ben wie der Fakt, dass der Taterfolg offensichtlich ausgeblieben ist, ist der Beschuldigte in Ab-

weisung seiner diesbezüglichen Berufung und demnach in Bestätigung des angefochtenen Ur-

teils der versuchten vorsätzlichen Tötung nach Art. 111 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 

StGB schuldig zu sprechen. Gestützt auf diese Erkenntnis erübrigen sich weitere Ausführungen 

zu den ebenfalls angeklagten Tatbeständen der Gefährdung des Lebens sowie der versuchten 

schweren Körperverletzung.  

 

 
 
 

 
 
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5. Tatbestand der Erpressung, eventualiter der Nötigung bzw. des Diebstahls (Ziffer 2 

der Anklageschrift)  

 

5.1  

a) Die Vorinstanz hat den Beschuldigten in rubriziertem Anklagepunkt der Nötigung schuldig 

erklärt und dies im Wesentlichen folgendermassen begründet: Dieser habe unmittelbar nach-

dem er die Privatklägerin mehrfach und heftig gewürgt habe, die Herausgabe der CHF 3'200.-- 

verlangt. Damit habe er ihr implizit das weitere Drangsalieren angedroht, wenn sie seiner Auf-

forderung keine Folge leisten würde. Unter diesem Druck habe die Privatklägerin dem Beschul-

digten das Geld überreicht. Nicht fraglich sei ferner, dass der Beschuldigte zumindest eventual-

vorsätzlich gehandelt habe sowie dass das angewendete Mittel rechtsmissbräuchlich gewesen 

sei. Allerdings könne nicht rechtsgenüglich nachgewiesen werden, wem die CHF 3'200.-- ge-

hörten bzw. ob das Geld tatsächlich im Alleineigentum der Privatklägerin gestanden habe. Auf-

grund der Feststellung, dass es sich beim Betrag von CHF 3'200.-- im Zweifel nicht um fremdes 

Vermögen gehandelt habe, würden die Tatbestände der Erpressung und des Diebstahls somit 

ausscheiden.   

 

b) Hiergegen wendet der Beschuldigte in seiner Berufung ein, er habe seine Partnerin ledig-

lich mehrmals nach dem Geld gefragt, sie aber nicht zur Herausgabe genötigt. Aus einem 

früheren Vorfall eine implizite Androhung zu konstruieren, wie dies die Vorinstanz tue, sei nicht 

zulässig. Die Gewalthandlungen hätten zeitlich früher stattgefunden, seien abgeschlossen ge-

wesen und in keinem direkten Zusammenhang mit der Geldherausgabe gestanden, weshalb es 

an einer Nötigungshandlung mangle (vgl. oben E. 2.1.a/bb).   

 

c) Die Staatsanwaltschaft legt in ihrer diesbezüglichen Anschlussberufung dar, sie schliesse 

sich der Argumentation des Strafgerichts bezüglich der Nötigungshandlungen an, vertrete aber 

im Gegensatz zur Vorinstanz den Standpunkt, dass der Beschuldigte mit seinem Verhalten den 

Tatbestand der Erpressung erfüllt habe, nachdem davon auszugehen sei, dass das fragliche 

Bargeld dem Opfer gehört habe (vgl. oben E. 2.2.a/aa und E. 2.2.b/bb).   

 

 

 

 
 
 

 
 
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5.2   

a) Nach Art. 181 StGB wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft, 

wer jemanden durch Gewalt oder Androhung ernstlicher Nachteile oder durch andere Be-

schränkung seiner Handlungsfreiheit nötigt, etwas zu tun, zu unterlassen oder zu dulden. Der 

Tatbestand schützt die Freiheit der Willensbildung und Willensbetätigung des Einzelnen. Der 

Taterfolg besteht darin, dass eine andere Person dazu veranlasst wird, sich entsprechend dem 

Willen des Täters zu verhalten. Das abgenötigte Verhalten kann darin bestehen, dass das Op-

fer eine bestimmte Handlung vornimmt, eine bestimmte Handlung unterlässt oder aber darin, 

dass das Opfer das Verhalten des Täters oder eines Dritten duldet. Die Tathandlung besteht 

darin, dass der Täter Gewalt anwendet, dem Opfer ernstliche Nachteile androht oder auf ande-

re Weise seine Handlungsfreiheit beschränkt. Gewalt ist die physische Einwirkung auf den Kör-

per des Opfers, die geeignet ist, die Willensfreiheit zu beeinträchtigen. Welches Mass an 

Zwangswirkung erforderlich ist, entscheidet sich aufgrund der Umstände des Einzelfalls. Eine 

Androhung ernstlicher Nachteile liegt vor, wenn nach der Darstellung des Täters der Eintritt des 

Nachteils als von seinem Willen abhängig erscheint und wenn die Androhung geeignet ist, den 

Betroffenen in seiner Entscheidungsfreiheit einzuschränken. Ob der Täter das angedrohte Übel 

tatsächlich bewirken will oder kann, ist irrelevant. Ernstlich sind die angedrohten Nachteile, 

wenn diese geeignet sind, auch eine verständige Person in der Lage des Betroffenen gefügig 

zu machen. Die Generalklausel der anderen Beschränkung der Handlungsfreiheit bedarf einer 

restriktiven Auslegung. Erfasst sind allein Verhaltensweisen, denen eine den Alternativen der 

Gewaltanwendung und der Androhung ernstlicher Nachteile vergleichbare Zwangswirkung zu-

kommt. Die Tathandlung muss ursächlich dafür sein, dass sich das Opfer in der vom Täter ge-

wünschten Art und Weise verhält. In subjektiver Hinsicht ist Vorsatz erforderlich, wobei beding-

ter Vorsatz genügt. Eine weitergehende Absicht ist nicht vorausgesetzt. Die Rechtswidrigkeit 

der Nötigung ist nur gegeben, wenn diese positiv begründet werden kann. Rechtswidrig ist eine 

Nötigung dann, wenn das Mittel oder der Zweck unerlaubt ist oder wenn das Mittel zum erstreb-

ten Zweck nicht im richtigen Verhältnis steht oder wenn die Verknüpfung zwischen einem an 

sich zulässigen Mittel und einem erlaubten Zweck rechtsmissbräuchlich oder sittenwidrig ist. 

Vollendet ist die Nötigung, wenn sich das Opfer dem Willen des Täters entsprechend verhält 

(WOLFGANG WOHLERS / GUNHILD GODENZI / STEPHAN SCHLEGEL, Schweizerisches Strafgesetz-

buch, Handkommentar, 4. Auflage, Bern 2020, N 1 ff. zu Art. 181 StGB, mit zahlreichen Hinwei-

sen).  

 

 
 
 

 
 
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b) Gemäss Art. 156 Ziff. 1 StGB wird wegen Erpressung mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jah-

ren oder Geldstrafe bestraft, wer in der Absicht, sich oder einen anderen unrechtmässig zu be-

reichern, jemanden durch Gewalt oder Androhung ernstlicher Nachteile zu einem Verhalten 

bestimmt, wodurch dieser sich selber oder einen anderen am Vermögen schädigt. Der Tatbe-

stand sieht alternativ zwei Nötigungsmittel vor, nämlich die Gewalt oder die Androhung ernstli-

cher Nachteile. Die Formulierung stimmt wörtlich mit der Nötigung überein (vgl. Art. 181 StGB). 

Somit stellt bei der Androhung ernstlicher Nachteile der Täter dem Opfer die Zufügung eines 

Übels in Aussicht, dessen Eintritt er als von seinem Willen abhängig erscheinen lässt. Die Dro-

hung oder Ankündigung kann ausdrücklich oder implizit sein und in beliebiger Form erfolgen. 

Die angedrohten Nachteile müssen ernstlich sein. Sie haben diesen Charakter jedenfalls dann, 

wenn sie nach einem objektiven Massstab geeignet sind, auch eine besonnene Person in der 

Lage des Betroffenen gefügig zu machen. Die Rechtswidrigkeit der Nötigung bedarf einer be-

sonderen Begründung (vgl. Art. 181 StGB). Die Nötigung muss den Betroffenen zu einem Ver-

halten bestimmen, durch das er sich selbst oder einen anderen am Vermögen schädigt (vgl. 

Art. 146 StGB). Die Erpressung erfordert Vorsatz. Der Täter muss im Bewusstsein und mit dem 

Willen handeln, einen anderen durch Gewalt oder Drohung zu einem vermögensschädigenden 

Verhalten zu nötigen (Nötigungs- und Schädigungsvorsatz), wodurch er oder ein anderer un-

rechtmässig bereichert wird; Eventualvorsatz genügt. Ferner verlangt der subjektive Tatbestand 

die Absicht unrechtmässiger Bereicherung, wobei auch hier der blosse Eventualvorsatz aus-

reicht (PHILIPPE WEISSENBERGER, in: Basler Kommentar, Strafrecht II, 4. Auflage, Basel 2019, 

N 4 ff. und N 31 f. zu Art. 156 StGB, mit Hinweisen).  

 

5.3  

a) In casu verlangt der Beschuldigte einen Freispruch vom Vorwurf der Nötigung zufolge 

einer angeblich mangelnden Nötigungshandlung, die Staatsanwaltschaft begehrt hingegen eine 

Verurteilung wegen Erpressung anstatt Nötigung, da der eingeforderte Geldbetrag im Eigentum 

der Privatklägerin gestanden habe. Aus den Akten ergibt sich im Hinblick auf die Relevierung 

des massgeblichen Sachverhalts Folgendes:  

 

b) Anlässlich der Befragung durch die Polizei hat die Privatklägerin am 28. Mai 2019, d.h. 

am Tag des fraglichen Vorfalls, zu Protokoll gegeben, der Beschuldigte habe sie ins Badezim-

mer gedrängt und geschubst. Sie sei rückwärts in die Badewanne gefallen. Er habe sich über 

sie gebeugt und sie immer wieder sehr fest gewürgt. Sie habe ihn angefleht, dass er aufhören 

 
 
 

 
 
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solle. Als er sie gewürgt habe, habe sie Todesangst gehabt. Sie habe gedacht, dass er sie um-

bringen würde, und sie wisse nicht, ob sie ohnmächtig geworden sei. Auf jeden Fall habe er 

dann von ihr abgelassen. Danach habe er gesagt, er wolle ihr verstecktes Geld haben. Da sie 

Angst gehabt habe, habe sie ihm CHF 3'200.-- gegeben (act. 2429, 2247).  

 

Im Rahmen der Videoeinvernahme vom 17. Juni 2019 hat die Privatklägerin unter anderem 

deponiert, der Beschuldigte habe sie in die Badewanne geschubst und fest gewürgt. Sie wisse 

nicht mehr, wie lange er sie gewürgt habe, aber sicher etwa zehn bis fünfzehn Mal; es habe 

sicher etwa fünf Minuten gedauert. Er habe immer wieder losgelassen und sie dann wieder ge-

packt. Sie habe das Gefühl gehabt, dass heute ihr letzter Tag angebrochen sei. Sie sei davon 

ausgegangen, dass er sie umbringe, weil er sie so fest gepackt habe. Nachdem er ihr geholfen 

habe, aufzustehen, habe er Geld von ihr verlangt. Direkt nachdem er sie losgelassen habe, ha-

be er das Geld verlangt. Er habe es verlangt, als er aus dem Bad herausgelaufen sei. Sie habe 

ihm gesagt, dass er es nicht bekomme, weil es ihr Geld sei. Da sie Angst gehabt habe vor dem, 

was noch passieren könne, habe sie ihm dann jedoch CHF 3'200.-- gegeben. Da er sie in der 

Badewanne so gewürgt habe, habe sie sich gefragt, was passieren würde, wenn sie ihm das 

Geld nicht geben würde. Er habe keinen Geldbetrag genannt, einfach nur, dass sie ihm das 

Geld geben solle. Es habe sich um ihr Geld gehandelt, sie habe es während der gesamten 

Schwangerschaft von ihrer IV-Rente angespart (act. 2653 ff.).  

 

Demgegenüber hat die Privatklägerin anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung erst-

mals vorgebracht, der Beschuldigte habe das Geld gewollt, und sie habe es ihm gegeben; es 

sei sein Geld von der Arbeit gewesen (act. S 329).  

 

c) Der Beschuldigte hat in diesem Zusammenhang anlässlich seiner Einvernahme vom 

12. Juli 2019 vorgebracht, sie hätten schon früher über Geld gestritten. Seine Partnerin habe 

ihm vorgeworfen, dass er immer zu viel Geld ausgebe. Deshalb habe er ihr das Geld gegeben. 

Er brauche auch Geld zum Leben, für Essen, Zigaretten und weiteres. Deswegen habe er zu ihr 

gesagt, sie solle ihm sein Geld, also die CHF 3'200.--, geben. Er habe ihr das Geld nicht ge-

klaut. Er habe das Geld zu jenem Zeitpunkt verlangt, weil sie zu ihm gesagt habe, dass er ge-

hen soll. Er habe es für Benzin und Essen gebraucht. Er habe vorgehabt, zu seiner Tante nach 

Y.____ zu gehen. Das Geld habe ihm gehört (act. 2783).  

 

 
 
 

 
 
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Vor dem Strafgericht hat der Beschuldigte erklärt, er habe das Geld bei der Firma Q.____ AG in 

Z.____ verdient. Er habe seiner Partnerin immer sein Geld gegeben, weil diese besser damit 

umgehen könne. Er habe sie nach dem Geld gefragt, und sie habe es ihm gegeben. Es sei sein 

Geld gewesen bzw. das Geld habe beiden gehört (act. S 325 ff.).  

 

Vor dem Kantonsgericht hat der Beschuldigte vorgebracht, er habe nach dem Besuch des Kin-

derarztes das Gespräch mit seiner Partnerin gesucht. Zu Hause habe er sie gefragt, ob er blei-

ben oder gehen soll. Nachdem sie gesagt habe, er solle gehen, habe er um die CHF 3'200.-- 

gebeten. Die ganze Sache sei nach der Konsultation des Kinderarztes und nicht unmittelbar 

nach dem Vorfall im Badezimmer passiert; er habe sie anständig gebeten, ihm das Geld zu ge-

ben. Das Geld habe ihm gehört, er habe es als Schichtarbeiter der Firma Q.____ AG in Z.____ 

verdient. Er habe das Geld seiner Partnerin zur Aufbewahrung gegeben, weil er nicht gut auf 

das Geld geschaut habe. Er habe immer wieder temporär gearbeitet und sei finanziell nicht von 

seiner Partnerin abhängig gewesen. Er habe den konkreten Betrag genannt, er habe die 

CHF 3'200.-- haben wollen. Es hätte aber noch mehr da sein müssen. Es habe keinen speziel-

len Grund gegeben, dass er diesen Betrag genannt habe, er habe einfach über die Runden 

kommen wollen bis zu einem nächsten Job (Protokoll KG S. 10 f.).  

 

d) C.____, die Schwester der Privatklägerin, hat anlässlich ihrer Zeugeneinvernahme vom 

26. Juni 2019 deponiert, während der Beschuldigte hohe Schulden habe, sei ihre Schwester 

sehr, sehr sparsam. Sie sei fast zu extrem. Er nehme immer wieder Geld von ihr und verbrau-

che es. Zuletzt habe er am Tag des Vorfalls ca. CHF 2'000.-- bis CHF 3'000.-- von ihr gestoh-

len. Sie wisse aber nicht, wieviel er insgesamt von ihr gestohlen habe, manchmal gebe ihm ihre 

Schwester auch etwas. Sie sei nur zu sich selbst geizig, nicht aber zu anderen (act. 2721 f.).    

 

e) Im Rahmen der konkreten Beweiswürdigung verbleibt nach Überzeugung des Kantonsge-

richts kein Raum, an den glaubhaften Aussagen der Privatklägerin anlässlich der Ersteinver-

nahme am Tattag sowie im Rahmen der Videoeinvernahme zu zweifeln. Diese zeitnahen Aus-

führungen erweisen sich als stringent und kohärent, sind gespickt von zahlreichen Realkriterien 

und fügen sich nahtlos in das Gesamtbild des im Zusammenhang mit dem Tatbestand der ver-

suchten vorsätzlichen Tötung erstellten Sachverhalts. Soweit ihre Depositionen vor dem Straf-

gericht hiervon abweichen, ist festzustellen, dass die Privatklägerin gemäss ihrem allgemeinen 

Aussageverhalten im Verlaufe des Strafverfahrens offensichtlich versucht gewesen ist, den Be-

 
 
 

 
 
Seite 24   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

schuldigten im Hinblick auf eine allfällige Versöhnung zu schützen. Der Beschuldigte seinerseits 

bestreitet nicht, Geld von der Privatklägerin verlangt zu haben, behauptet aber, dass er dies 

anständig und erst nach dem Besuch des Kinderarztes getan habe sowie dass es sich um sein 

Geld gehandelt habe. Dieser Sachverhaltsdarstellung ist nicht zu folgen. Wie vorgängig skiz-

ziert, ist zweifellos auf die ausführlichen und überzeugenden Darlegungen der Privatklägerin 

abzustellen, wonach der Beschuldigte unmittelbar nach den Würgehandlungen von ihr das ihr 

gehörende Geld gefordert hat. Hinzu kommt, dass nur schon die Tatsache, wonach die Privat-

klägerin das Geld nicht bloss an einem allgemein zugänglichen Ort aufbewahrt, sondern dieses 

vor dem Beschuldigten versteckt hat, klarerweise dafür spricht, dass es sich hierbei um ihr Geld 

gehandelt hat. Dies gilt umso mehr, als die Privatklägerin offenbar sehr sparsam gelebt hat, 

während die finanziellen Verhältnisse des Beschuldigten als prekär zu bezeichnen sind. So lie-

gen gemäss einem Auszug aus dem Betreibungsregister vom 23. September 2019 insgesamt 

22 Betreibungen im Gesamtbetrag von CHF 26'347.40 sowie elf Verlustscheine im Total von 

CHF 16'425.30 gegen den Beschuldigten vor (act. 177 ff.). Ausserdem hätte die Privatklägerin 

ansonsten keine Veranlassung gehabt, an der Einvernahme vom 17. Juni 2019 kundzutun, sie 

schenke dem Beschuldigten das Geld (act. 2645). Von vornherein nicht glaubhaft erachtet zu-

dem das Kantonsgericht aufgrund des vom Beschuldigten an den Tag gelegten Selbstver-

ständnisses sowie der sich aus den Akten ergebenden Beziehungsdynamik zwischen ihm und 

der Privatklägerin seine Behauptung, er habe ihr freiwillig sein verdientes Geld zur Aufbewah-

rung gegeben.  

 

Infolgedessen ist sachverhaltsmässig davon auszugehen, dass der Beschuldigte unmittelbar 

nach dem Würgevorfall im Badezimmer von der Privatklägerin die Herausgabe von Bargeld 

verlangt hat und diese dem Begehren nachgekommen ist, weil sie Angst vor einer weiteren Es-

kalation bzw. zumindest einer Fortsetzung der physischen Auseinandersetzung gehabt hat. 

Ausserdem steht für das Kantonsgericht fest, dass es sich beim fraglichen Betrag in der Höhe 

von CHF 3'200.-- um Geld gehandelt hat, welches zum entsprechenden Zeitpunkt im Eigentum 

der Privatklägerin gestanden ist.  

 

5.4 Ob eine Äusserung als Drohung zu verstehen ist, beurteilt sich nach den gesamten Um-

ständen, unter denen sie erfolgt ist (vgl. BGer 6B_466/2019 vom 17. September 2019 E. 3.2). 

Im vorliegenden Fall steht gestützt auf den erstellten Sachverhalt fest, dass der Beschuldigte 

das Opfer zunächst geschlagen und sodann die in der Badewanne liegende Privatklägerin 

 
 
 

 
 
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mehrfach und heftig gewürgt hat, wodurch diese einer unmittelbaren Lebensgefahr ausgesetzt 

worden ist (vgl. oben E. 4.3.c und d). Geradewegs im nahtlosen Anschluss an dieses Gesche-

hen hat der Beschuldigte von der Privatklägerin die Herausgabe von Bargeld gefordert. Diese 

ist der Forderung unter dem Eindruck der unmittelbar vorhergehenden Gewalthandlungen so-

wie aus Angst vor weiteren Übergriffen nachgekommen. Nach diesen Feststellungen steht ohne 

jeden Zweifel fest, dass der Beschuldigte der Privatklägerin implizit ernstliche Nachteile im Sin-

ne des Gesetzes angedroht hat, da nach einem objektiven Massstab fraglos sich auch eine 

besonnene Person in der Lage der Betroffenen unter den vorliegenden Umständen dem Willen 

des Beschuldigten gefügt hätte. Ebenso klar ist, dass der Beschuldigte zumindest eventualvor-

sätzlich gehandelt hat und die in casu zu bejahende Nötigung rechtswidrig ist. Demnach ist ent-

gegen der Meinung des Beschuldigten ohne Weiteres der Vorinstanz in deren Ansicht, dass 

eine strafbare Nötigung zu bejahen ist, zu folgen. An diesem Ergebnis würde sich im Übrigen 

auch nichts ändern, wenn man davon ausgehen würde, dass der Beschuldigte die Privatkläge-

rin nicht unmittelbar nach dem Vorfall im Badezimmer, sondern erst nach der Rückkehr vom 

Kinderspital zur Herausgabe des Geldes aufgefordert hätte. Auch in diesem Fall würde die For-

derung zur Herausgabe des Geldes in einem derart engen zeitlichen und sachverhaltsmässigen 

Konnex zum vorangegangenen massiven Übergriff stehen, dass sich jede besonnene Person 

dem Willen gefügt hätte.  

 

Zu beachten ist nun jedoch, dass das Kantonsgericht in Abweichung zu den Erwägungen der 

Vorinstanz die Auffassung der Staatsanwaltschaft, wonach das Geld in der Höhe von 

CHF 3'200.-- der Privatklägerin allein gehört hat, teilt. Hieraus folgt, dass sich die Privatklägerin 

durch die Herausgabe des Geldes im diesbezüglichen Umfang selbst am Vermögen geschädigt 

hat. Nicht fraglich ist schliesslich, dass der Beschuldigte mit entsprechender unrechtmässiger 

Bereicherungsabsicht gehandelt hat. Im Ergebnis erfüllt der vorliegende Sachverhalt somit den 

Tatbestand der Erpressung und nicht bloss denjenigen der Nötigung.  

 

Gemäss diesen Erwägungen ist der Beschuldigte in Abweisung seiner Berufung und in Gut-

heissung der diesbezüglichen Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft sowie in Abänderung 

des angefochtenen Urteils betreffend Ziffer 2 der Anklageschrift der Erpressung nach Art. 156 

Ziff. 1 StGB (anstelle der Nötigung gemäss Art. 181 StGB) schuldig zu sprechen.  

 

 

 
 
 

 
 
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6. Tatbestand der einfachen Körperverletzung, der (mehrfachen) Tätlichkeiten sowie 

der versuchten Nötigung (Ziffer 1 Vorfall 2 der Zusatz-Anklageschrift) 

 

6.1  

a) In rubriziertem Anklagepunkt hat das Strafgericht den Beschuldigten in Anwendung des 

Grundsatzes "in dubio pro reo" von allen Vorwürfen freigesprochen. Zur Begründung hat die 

Vorinstanz ausgeführt, der fragliche Vorfall im März oder April 2020 werde vom Beschuldigten 

bestritten, und auch das Opfer habe sich insbesondere anlässlich der Hauptverhandlung nur 

schwammig und ausweichend hierzu geäussert. Mit der gleichen Begründung hat das Strafge-

richt den Beschuldigten bezüglich des ersten Vorfalls (Tätlichkeiten im Januar oder Februar 

2020) freigesprochen. Demgegenüber haben die Vorderrichter den Beschuldigten in Bezug auf 

den dritten Vorfall vom 19. Juni 2020 wegen mehrfachen Tätlichkeiten schuldig erklärt.   

 

b) Gegen die Freisprüche bezüglich des zweiten Vorfalls hat die Staatsanwaltschaft ein 

Rechtsmittel ergriffen und hierzu in ihrer Anschlussberufung ausgeführt, soweit sich die Privat-

klägerin vor Gericht nicht mehr so genau habe erinnern können und ihre Aussagen etwas 

schwammig gewesen seien, schmälere dies die Glaubhaftigkeit ihrer Depositionen in der Vor-

untersuchung nicht, sondern sei vielmehr dem Umstand zuzuschreiben, dass sich das Opfer 

vor Gericht augenscheinlich wieder von seiner emotionalen Abhängigkeit zum Beschuldigten 

habe leiten lassen. Gestützt auf die glaubhaften Aussagen der Privatklägerin in der Voruntersu-

chung sei der betreffende Sachverhalt durchaus erstellt, weshalb die entsprechenden Verurtei-

lungen zu ergehen hätten (vgl. oben E. 2.2.a/bb).   

 

c) Nach Ansicht des Beschuldigten ist der Sachverhalt nicht genügend erstellt, nachdem es 

keinerlei objektiven Beweise gebe. Auch an der erstinstanzlichen Hauptverhandlung habe die 

Privatklägerin den angeblichen Vorfall nicht mehr beschreiben und sich nicht mehr daran erin-

nern können, obwohl erst wenige Monate vergangen seien. Angesichts dessen erschienen die 

an der Einvernahme vorn 28. Juli 2020 gemachten Aussagen der Privatklägerin ‒ im Gegensatz 

zu seinen eigenen Depositionen ‒ als widersprüchlich und unglaubhaft (vgl. oben E. 2.1.b/bb).  

 

6.2   

a) Gestützt auf Art. 123 Ziff. 1 in Verbindung mit Ziff. 2 al. 1 und al. 6 StGB wird mit Frei-

heitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft, wer vorsätzlich einen Menschen in ande-

 
 
 

 
 
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rer Weise an Körper oder Gesundheit schädigt, wobei der Täter u.a. von Amtes wegen verfolgt 

wird, wenn er der heterosexuelle Lebenspartner ist, sofern sie auf unbestimmte Zeit einen ge-

meinsamen Haushalt führen und die Tat während dieser Zeit begangen worden ist. Art. 123 

Ziff. 1 StGB erfasst alle Körperverletzungen, welche noch nicht als schwer im Sinne von 

Art. 122 StGB, aber auch nicht mehr als blosse Tätlichkeiten nach Art. 126 StGB zu werten 

sind. Die körperliche Integrität ist dann beeinträchtigt, wenn innere oder äussere Verletzungen 

oder Schädigungen zugefügt werden, die mindestens eine gewisse Behandlung und Heilungs-

zeit erfordern, wie beispielsweise Quetschungen mit Blutergüssen und Schürfungen, sofern sie 

um einiges über blosse Kratzer hinausgehen. Auf blosse Tätlichkeiten ist umgekehrt zu erken-

nen, wenn Schürfungen, Kratzwunden, Quetschungen oder bloss blaue Flecken offensichtlich 

so harmlos sind, dass sie in kürzester Zeit vorübergehen und ausheilen. Subjektiv ist Vorsatz 

gefordert, wobei Eventualvorsatz genügt (ANDREAS ROTH / ANNE BERKEMEIER, in: Basler Kom-

mentar, Strafrecht I, 4. Auflage, Basel 2019, N 3 f. und N 35 zu Art. 123 StGB, mit Hinweisen).  

 

b) In Anwendung von Art. 126 Abs. 1 in Verbindung mit Abs. 2 lit. c StGB wird mit Busse 

bestraft, wer gegen jemanden Tätlichkeiten verübt, die keine Schädigung des Körpers oder der 

Gesundheit zur Folge haben, wobei der Täter u.a. von Amtes wegen verfolgt wird, wenn er die 

Tat wiederholt an seinem heterosexuellen Lebenspartner begeht, sofern sie auf unbestimmte 

Zeit einen gemeinsamen Haushalt führen und die Tat während dieser Zeit begangen worden ist. 

Als Tätlichkeit gilt der geringfügige und folgenlose Angriff auf den Körper oder die Gesundheit 

eines anderen Menschen. Praxisgemäss wird eine Tätlichkeit dann angenommen, wenn das 

allgemein übliche und gesellschaftlich geduldete Mass einer Einwirkung auf den Körper eines 

anderen überschritten, dabei aber noch keine Schädigung bewirkt wird. Subjektiv ist Vorsatz 

gefordert; Eventualvorsatz genügt wiederum (ANDREAS ROTH / TORNIKE KESHELAVA, in: Basler 

Kommentar, Strafrecht I, 4. Auflage, Basel 2019, N 2 ff. und N 13 zu Art. 126 StGB, mit Hinwei-

sen; BGE 134 IV 189).    

 

c) Hinsichtlich der Definition des Tatbestandes der versuchten Nötigung ist an vorliegender 

Stelle zur Vermeidung von Wiederholungen auf die diesbezüglich bereits erfolgten Erwägungen 

des Kantonsgerichts zu verweisen (vgl. oben E. 4.2.c zum Versuch und E. 5.2.a zur Nötigung). 

 

6.3 Bei der Ermittlung des rechtserheblichen Sachverhalts sind folgende Beweise und Indi-

zien zu würdigen:  

 
 
 

 
 
Seite 28   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

 

a) Die Privatklägerin hat anlässlich ihrer Einvernahme als Auskunftsperson vom 21. Juli 

2020, in welcher sie zum dritten Vorfall vom 19./20. Juni 2020 befragt worden ist, spontan von 

sich aus erwähnt, es sei nicht das erste Mal, dass der Beschuldigte sie geschlagen habe. Viel-

mehr sei es jetzt schon das dritte Mal, seit der Beschuldigte im Dezember 2019 entlassen wor-

den sei, dass er sie geschlagen habe. Sie habe sogar noch unter ihrem rechten Auge einen 

Fleck, der vom letzten Mal geblieben sei (act. 293).  

 

Anlässlich ihrer Einvernahme als Auskunftsperson vom 28. Juli 2020 hat die Privatklägerin zum 

in casu zu beurteilenden zweiten Vorfall sodann ausgeführt, es sei an einem Samstag am 

Abend passiert. Zunächst hätten sie zusammen gegessen und diskutiert, danach sei es zum 

Streit gekommen, weil dem Beschuldigten nichts gepasst habe. Er sei dann aufgestanden, ha-

be die Gabel auf den Teller geworfen und sie geohrfeigt. Nachdem sie aufgestanden sei, habe 

er sie wiederholt geschlagen und an den Haaren gerissen. Zudem habe er sie gezwickt. Er ha-

be sie richtig fest mit den Fäusten auf den Oberschenkel und ihre Hüften geschlagen. Er habe 

ihr auch mit der Faust auf das Auge geschlagen, welches danach ganz blau gewesen sei. Aus-

serdem habe er sie wieder gewürgt sowie auf ihr rechtes Bein geschlagen. Er habe sie vom 

Sofa geworfen und auf den Boden gedrückt. Sie habe Atemprobleme gehabt und kaum noch 

laufen können. Sie habe versucht, auf den Balkon zu flüchten. Dabei habe sie sich am Vorhang 

festgehalten, wobei er sie so fest gezogen habe, dass die Vorhangstange heruntergefallen sei. 

Irgendwann habe sie es geschafft, auf den Balkon zu gehen. Dort habe sie ihren Vater anrufen 

können, welcher in der Folge zu ihr gekommen sei. Zu diesem Zeitpunkt sei der Beschuldigte 

nicht mehr in der Wohnung gewesen. Später am Abend nach einem Telefongespräch mit der 

Stiefmutter des Beschuldigten sei sie dann einverstanden gewesen, zu seiner Familie in den 

Kanton P.____ zu fahren, wo sie die Nacht verbracht habe. Der Beschuldigte habe sie mehr-

fach mit der flachen Hand auf die linke und die rechte Wange geschlagen, mit der rechten Hand 

an den Haaren gerissen, mehrfach in ihre Oberarme gezwickt, mit der Faust mehrfach auf ihren 

rechten Oberschenkel und das Schienbein geschlagen bzw. getreten, ebenso mit der Faust 

mehrfach auf ihren Oberkörper sowie einmal auf ihr rechtes Auge geschlagen und sie mit der 

rechten Hand ca. fünf Sekunden gewürgt. Sie sei trotz der zahlreichen Hämatome am Auge, an 

den Armen, am Hals, am Oberschenkel sowie am Schienbein nicht zu einem Arzt gegangen, 

weil sie sich geschämt habe. Sie sei erst nach dem dritten Vorfall bereit gewesen, die Polizei zu 

verständigen, weil sie zu diesem Zeitpunkt gewusst habe, dass seine Beteuerungen, ihr nichts 

 
 
 

 
 
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mehr anzutun, bloss leere Versprechungen gewesen seien (act. 335 ff.). Als sie bei seiner Fa-

milie im P.____ gewesen seien, sei er auf dem Boden gesessen und habe mit der Hand eine 

Bewegung gemacht, als wolle er sie schlagen. Er habe ihr gedroht und zu ihr gesagt, sie solle 

nicht zu viel reden, sonst würde er "ihr die Fresse polieren" (act. 343).  

 

Vor dem Strafgericht hat die Privatklägerin angesprochen auf weitere Vorfälle im Jahre 2020 

angegeben, sie könne sich nicht mehr erinnern (act. S. 333).   

 

b) Der Beschuldigte hat anlässlich seiner Einvernahme vom 5. August 2020 sämtliche Vor-

würfe bestritten und in diesem Zusammenhang ausgeführt, die Depositionen der Privatklägerin 

würden allesamt nicht stimmen (act. 403 f.).    

 

Vor dem Strafgericht hat der Beschuldigte zu Protokoll gegeben, er habe die Privatklägerin an-

lässlich des dritten Vorfalls gebissen, gezwickt und mit der Faust auf das Schienbein geschla-

gen; gewürgt habe er sie jedoch nicht. Es stimme aber nicht, dass es im Jahr 2020 noch mehr 

Vorfälle gegeben habe (act. S. 337).   

 

Vor dem Kantonsgericht bestätigt der Beschuldigte den dritten Vorfall vom 19. Juni 2020, be-

hauptet aber gleichzeitig, dass dies der einzige Übergriff im Jahre 2020 gewesen sei (Protokoll 

KG S. 12).  

 

c) Der zuständige Sozialarbeiter der Einwohnergemeinde X.____ hat bei einem Telefonat 

vom 22. Juni 2020 mit dem verfahrensleitenden Strafgerichtspräsidenten berichtet, dass ihm die 

Privatklägerin anlässlich eines gleichentags stattgefundenen Beratungsgesprächs erzählt habe, 

der Beschuldigte sei ihr gegenüber seit seiner Haftentlassung bereits zum dritten Mal gewalttä-

tig worden (act. S 43).  

 

d) Im Rahmen der konkreten Beweiswürdigung verbleibt nach Ansicht des Kantonsgerichts 

wiederum kein Raum, an den glaubhaften Aussagen der Privatklägerin anlässlich ihrer Einver-

nahme vom 28. Juli 2020 zu zweifeln. Diese zeitnahen Ausführungen erweisen sich als authen-

tisch, lebensnah, detailreich und widerspruchsfrei, sind gekennzeichnet durch zahlreiche Real-

kriterien und abermals eingebettet in das Gesamtbild des im Zusammenhang mit dem Tatbe-

stand der versuchten vorsätzlichen Tötung erstellten Sachverhalts sowie auch desjenigen, wel-

 
 
 

 
 
Seite 30   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

cher im Konnex mit dem Tatbestand der mehrfachen Tätlichkeiten gemäss Ziffer 1 dritter Vorfall 

der Zusatz-Anklageschrift steht und vom Beschuldigten nicht bestritten wird. Gestützt werden 

diese Aussagen ausserdem durch diejenigen anlässlich der Einvernahme vom 21. Juli 2020 

sowie durch die Schilderungen des zuständigen Sozialarbeiters vom 22. Juni 2020. Ferner ist 

kein Grund ersichtlich, weshalb die Vorwürfe nicht der Realität entsprechen sollten bzw. warum 

die Privatklägerin den Beschuldigten zu Unrecht belasten sollte. Vielmehr ist aktenkundig, dass 

die Privatklägerin die Polizei jeweils erst nach schwerwiegenden oder dann erst nach wieder-

holten Übergriffen seitens des Beschuldigten verständigt hat bzw. durch ihre Schwester hat 

verständigen lassen, um dann aber immer wieder ihre eigenen Schilderungen im Verlaufe des 

Strafverfahrens zu Gunsten des Beschuldigten abzuschwächen. Insofern sind ihre sogenannt 

schwammigen Aussagen vor dem Strafgericht denn auch nicht entlastend für den Beschuldig-

ten zu werten, sondern entsprechen lediglich ihrem Aussagemuster, den Beschuldigten im Hin-

blick auf eine allfällige Versöhnung zu schützen. Der Beschuldigte seinerseits vermag nichts zu 

seiner Entlastung vorzubringen als eine generelle und angesichts der übrigen erstellten Sach-

verhalte in dieser pauschalen Form unglaubhaften Bestreitung der Vorwürfe.  

 

Demnach gilt der Sachverhalt gemäss Anklageschrift als erstellt, womit davon auszugehen ist, 

dass der Beschuldigte die Privatklägerin an einem Samstagabend im März oder April 2020 im 

Rahmen eines Streites mehrfach mit der flachen Hand auf die linke und die rechte Wange ge-

schlagen, mit der rechten Hand an den Haaren gerissen, mehrfach in ihre Oberarme gezwickt, 

mit der Faust mehrfach auf ihren rechten Oberschenkel und das Schienbein geschlagen bzw. 

getreten, ebenso mit der Faust mehrfach auf ihren Oberkörper sowie einmal auf ihr rechtes Au-

ge geschlagen und sie mit der rechten Hand ca. fünf Sekunden gewürgt hat. Dabei hat die Pri-

vatklägerin zahlreiche Hämatome am Auge, an den Armen, am Hals, am Oberschenkel sowie 

am Schienbein und an den Seiten ihres Oberkörpers erlitten. Als nicht erstellt erachtet das Kan-

tonsgericht hingegen den Sachverhalt bezüglich der Anklage der versuchten Nötigung. Hierzu 

ist zu bemerken, dass dieser Vorwurf von der Privatklägerin in den Einvernahmen lediglich ein-

mal und auch nur beiläufig erwähnt wird und ansonsten aktenmässig keine weitere Stütze fin-

det, was unter Berücksichtigung der Maxime "in dubio pro reo" nicht ausreicht, um als rechts-

genüglich erwiesen zu gelten.   

 

6.4 Gestützt auf den vorgängig definierten Sachverhalt ist zu erkennen, dass die geschilder-

ten Tathandlungen allesamt zweifellos eine Überschreitung des allgemein üblichen und gesell-

 
 
 

 
 
Seite 31   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

schaftlich geduldeten Masses einer Einwirkung auf den Körper eines anderen darstellen, womit 

sie jedenfalls als Tätlichkeiten zu qualifizieren sind. Dass der Beschuldigte dabei vorsätzlich 

gehandelt hat, bedarf keiner Erörterung.  

 

Darüber hinaus ist zu konstatieren, dass der Beschuldigte mit dem Schlag auf das Auge der 

Privatklägerin zumindest eventualvorsätzlich auch eine weitergehende Schädigung im Sinne 

einer einfachen Körperverletzung in Kauf genommen hat. Praxisgemäss ist im Gegensatz zur 

blossen Tätlichkeit nach Art. 126 StGB, welche dann vorliegt, wenn Schürfungen, Kratzwunden, 

Quetschungen oder blaue Flecken so harmlos sind, dass sie in kürzester Zeit vorübergehen 

und ausheilen, die körperliche Integrität gemäss Art. 123 StGB dann beeinträchtigt, wenn innere 

oder äussere Verletzungen oder Schädigungen zugefügt werden, die mindestens eine gewisse 

Behandlung und Heilungszeit erfordern, wie beispielsweise Quetschungen mit Blutergüssen 

und Schürfungen, sofern sie um einiges über blosse Kratzer hinausgehen. In concreto ist fest-

zustellen, dass ein Auge bekanntermassen ein überaus empfindliches Organ ist und eine Ver-

letzung dieses Organs bzw. ein Hämatom im Bereiche eines Auges sehr rasch einer Behand-

lung oder dann zumindest einer längerdauernden Heilungszeit bedarf. So ist in casu davon 

auszugehen, dass Spuren dieser Misshandlung sogar noch anlässlich der Einvernahme vom 

21. Juli 2020 und damit zwei bis drei Monate nach den Geschehnissen sichtbar gewesen sind 

(act. 293).  

 

Sowohl beim Tatbestand der einfachen Körperverletzung als auch bei demjenigen der Tätlich-

keiten handelt es sich im Übrigen um Offizialdelikte, nachdem der Beschuldigte zum fraglichen 

Zeitpunkt der heterosexuelle Lebenspartner des Opfers gewesen ist, beide zusammen einen 

gemeinsamen Haushalt geführt haben, und der Täter gegenüber der Privatklägerin wiederholt 

Tätlichkeiten begangen hat. Infolgedessen ist ‒ soweit dies fraglich sein sollte ‒ zur strafrechtli-

chen Verfolgung der Taten das Vorliegen eines Strafantrags nicht vorausgesetzt gewesen.   

 

Gestützt auf diese Darlegungen ist der Beschuldigte in teilweiser Gutheissung der Anschlussbe-

rufung der Staatsanwaltschaft und dementsprechender Abänderung des angefochtenen Urteils 

in Bezug auf Ziffer 1 Vorfall 2 der Zusatz-Anklageschrift der einfachen Körperverletzung nach 

Art. 123 Ziff. 1 und Ziff. 2 StGB sowie der mehrfachen Tätlichkeiten gemäss Art. 126 Abs. 1 und 

Abs. 2 lit. c StGB schuldig zu erklären. Demgegenüber ist der Freispruch vom Vorwurf der ver-

suchten Nötigung zu bestätigen.   

 
 
 

 
 
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7. Strafzumessung   

 

7.1 Theoretische Erwägungen  

 

a) Nach Art. 47 StGB misst das Gericht die Strafe innerhalb des massgebenden Strafrah-

mens nach dem Verschulden des Täters zu. Es berücksichtigt das Vorleben und die persönli-

chen Verhältnisse sowie die Wirkung der Strafe auf das Leben des Täters (Abs. 1). Das Ver-

schulden wird nach der Schwere der Verletzung oder Gefährdung des betroffenen Rechtsguts, 

nach der Verwerflichkeit des Handelns, den Beweggründen und Zielen des Täters sowie da-

nach bestimmt, wie weit der Täter nach den inneren und äusseren Umständen in der Lage ge-

wesen ist, die Gefährdung oder Verletzung zu vermeiden (Abs. 2).  

 

b) Das Gericht bewertet das Verschulden ausgehend von der objektiven Tatschwere. Diese 

ist zunächst danach zu bestimmen, wie stark das betroffene Rechtsgut beeinträchtigt worden 

ist. Dabei sind das Ausmass des Erfolgs, die Gefährdung, das Risiko sowie die Art und Weise 

des Tatvorgehens zu berücksichtigen. Von Bedeutung sind auch die Intensität der durch die Tat 

und Tatausführung offenbarten kriminellen Energie, sowie die Grösse des Tatbeitrags bei meh-

reren Tätern und die hierarchische Stellung (HANS WIPRÄCHTIGER / STEFAN KELLER, in: Basler 

Kommentar, Strafrecht I, 4. Auflage, Basel 2019, N 91 ff. zu Art 47 StGB). Bei der Beurteilung 

der subjektiven Tatschwere bilden namentlich die Beweggründe und Ziele des Täters, der bei 

der Tat aufgewendete Wille, das Motiv sowie das Mass an Entscheidungsfreiheit massgebende 

Strafzumessungskriterien (WIPRÄCHTIGER / KELLER, a.a.O., N 115 ff. zu Art. 47 StGB). Das Ge-

richt hat die objektive Tatschwere zu bewerten und in den Urteilserwägungen anzugeben, ob 

diese aufgrund der Beurteilung der subjektiven Tatschwere reduziert, bestätigt oder erhöht wer-

den soll. Dabei muss es gemäss Art. 50 StGB festhalten, welche die für die Strafzumessung 

erheblichen Umstände sind und wie es diese gewichtet. Hierzu muss das Gericht in seinem 

Urteil darlegen, welche verschuldensmindernden und welche verschuldenserhöhenden Gründe 

im konkreten Fall gegeben sind, um so zu einer Gesamteinschätzung des Tatverschuldens zu 

gelangen (BGE 144 IV 313 E. 1.2; 136 IV 55 E. 5.5). Es liegt im Ermessen des Sachgerichts, in 

welchem Umfang es die verschiedenen Strafzumessungsfaktoren berücksichtigt. Es muss nicht 

auf Umstände ausdrücklich eingehen, die es – ohne dass dies ermessensverletzend wäre – bei 

 
 
 

 
 
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der Strafzumessung als nicht massgebend oder nur von geringem Gewicht erachtet 

(BGer 6P.66/2006 vom 16. Februar 2007 E. 4). Auch ist das Gericht nicht gehalten, in Zahlen 

oder Prozenten anzugeben, wie es die einzelnen Strafzumessungskriterien berücksichtigt (BGE 

144 IV 313 E. 1.2; BGE 136 IV 55 E. 5.6). Allerdings muss das Gericht das Gesamtverschulden 

qualifizieren und die Gesamteinschätzung des Tatverschuldens im Urteil ausdrücklich benen-

nen, wobei von einer Skala denkbarer Abstufungen nach Schweregrad auszugehen ist (sehr 

leicht, leicht, nicht mehr leicht, mittelschwer, schwer, sehr schwer). Im Übrigen betont das Bun-

desgericht in seiner Rechtsprechung, dass die Formulierung des Verschuldens und die Fest-

setzung des Strafmasses auch begrifflich im Einklang stehen müssen (BGer 6B_1096/2010 

vom 7. Juli 2011 E. 4.1; 6B_859/2013 vom 2. Oktober 2014 E. 4.2 f.).  

 

c) In einem zweiten Schritt ist die (hypothetische) Strafe, die diesem Verschulden entspricht, 

innerhalb des zur Verfügung stehenden Strafrahmens zu bestimmen. Die so ermittelte Strafe 

kann dann gegebenenfalls in einem dritten Schritt aufgrund wesentlicher Täterkomponenten, 

d.h. tatunabhängiger Strafzumessungsfaktoren, erhöht oder reduziert werden (BGE 136 IV 55 

E. 5.7; BGE 134 IV 132 E. 6.1). 

 

d) Hat der Täter durch eine oder mehrere Handlungen die Voraussetzungen für mehrere 

gleichartige Strafen erfüllt, so verurteilt ihn das Gericht gemäss Art. 49 Abs. 1 StGB zu der Stra-

fe der schwersten Straftat und erhöht sie angemessen. Es darf jedoch das Höchstmass der 

angedrohten Strafe nicht um mehr als die Hälfte erhöhen. Dabei ist es an das gesetzliche 

Höchstmass der Strafart gebunden. Die Vorschrift von Art. 49 Abs. 1 StGB legt somit die 

Rechtsfolgen fest, die einen Täter treffen, der denselben Straftatbestand mehrfach oder mehre-

re verschiedene Straftatbestände verletzt hat. Die Vorschrift regelt das methodische Vorgehen 

der Strafzumessung im Konkurrenzfall aber nur rudimentär; ihr selbst lässt sich nicht entneh-

men, wann die Voraussetzungen gleichartiger Strafen erfüllt sind, was die schwerste Straftat ist 

und wie diese zu ermitteln und erhöhen ist (BGE 144 IV 217 E. 3.2).  

 

e) Die Bildung einer Gesamtstrafe im Sinne von Art. 49 Abs. 1 StGB ist nur bei gleichartigen 

Strafen möglich. Geldstrafe und Freiheitstrafe sind keine gleichartigen Strafen im Sinne von Art. 

49 Abs. 1 StGB. Ungleichartige Strafen sind kumulativ zu verhängen. Das Gericht kann auf eine 

Gesamtfreiheitsstrafe nur erkennen, wenn es im konkreten Fall für jeden einzelnen Norm-

verstoss eine Freiheitsstrafe ausfällen würde (sog. konkrete Methode). Dass die anzuwenden-

 
 
 

 
 
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den Strafbestimmungen abstrakt gleichartige Strafen vorsehen, genügt nicht (BGE 144 IV 313 

E. 1.1.1; 144 IV 217 E. 2.2; 142 IV 265 E. 2.3.2; 138 IV 120 E. 5.2; BGer 6B_112/2020 vom 

7. Oktober 2020 E. 3.2).  

 

f) Bei der Bildung der Gesamtstrafe nach Art. 49 Abs. 1 StGB ist in einem ersten Schritt 

anhand der abstrakten Strafdrohung des Gesetzes der Strafrahmen für die schwerste Straftat 

zu ermitteln. Sind mehrere Straftatbestände mit gleichem Strafrahmen zu beurteilen, ist von 

derjenigen Straftat auszugehen, die im konkreten Fall die höchste Strafe nach sich zieht (HANS 

MATHYS, Leitfaden Strafzumessung, 2. Auflage, Basel 2019, N 485). Die tat- und täterange-

messene Strafe ist grundsätzlich innerhalb des ordentlichen Strafrahmens der (schwersten) 

anzuwendenden Strafbestimmung festzusetzen. Dieser Rahmen ist vom Gesetzgeber in aller 

Regel sehr weit gefasst worden, um sämtlichen konkreten Umständen Rechnung zu tragen. 

Entgegen einer auch in der Praxis verbreiteten Auffassung wird der ordentliche Strafrahmen 

durch Strafschärfungs- oder Strafmilderungsgründe nicht automatisch erweitert, worauf dann 

innerhalb dieses neuen Rahmens die Strafe nach den üblichen Zumessungskriterien festzuset-

zen wäre. Der ordentliche Rahmen ist nur zu verlassen, wenn aussergewöhnliche Umstände 

vorliegen und die für die betreffende Tat angedrohte Strafe im konkreten Fall zu hart oder zu 

milde erscheint (BGE 136 IV 55 E. 5.8).  

 

g) In einem zweiten Schritt hat das Gericht die Einsatzstrafe für die schwerste Tat innerhalb 

des betreffenden gesetzlichen Strafrahmens nach der objektiven und subjektiven Tatschwere 

bzw. den Tatkomponenten festzusetzen (BGE 144 IV 313 E. 1.1.2; 127 IV 101 E. 2b). Dabei hat 

das Gericht eine vorläufige Gesamteinschätzung im Sinne einer hypothetischen Einsatzstrafe 

vorzunehmen, wobei das Verschulden im Rahmen einer Skala denkbarer Abstufungen nach 

Schweregrad (sehr leicht, leicht, nicht mehr leicht, mittelschwer, schwer, sehr schwer) zu be-

stimmen und in der Begründung des Urteils zu nennen ist (BGE 136 IV 55 E. 5.7).   

h) In einem dritten Schritt sind die übrigen Delikte – wiederum anhand der Tatschwere bzw. 

den Tatkomponenten entsprechend den vorstehenden Ausführungen – zu beurteilen, wobei für 

jede zusätzliche Straftat, derentwegen der Beschuldigte verurteilt wird, unter Berücksichtigung 

des jeweiligen Verschuldens eine hypothetische Einzelstrafe zu ermitteln ist. Mithin sind für jede 

(zusätzliche) konkrete Tat die angemessene Strafhöhe sowie die passende Strafart zu bestim-

men (BGE 144 IV 217 E. 4.1 und E. 4.3; 144 IV 313 E 1.1.1 und E. 1.4; BGer 6B_59/2020 vom 

 
 
 

 
 
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30. November 2020 E. 4.4; 6B_1071/2019 vom 5. November 2020 E. 3.3.2). Anschliessend ist 

zu prüfen, aus welchen der festgelegten Einzelstrafen eine Gesamtstrafe zu bilden ist bzw. Ge-

samtstrafen zu bilden sind. Soweit für mehrere zu beurteilende Straftaten jeweils gleichartige 

Strafen als angemessen erscheinen, ist unter Berücksichtigung des Asperationsprinzips eine 

hypothetische Gesamtstrafe für sämtliche dieser Delikte festzulegen (Art. 49 Abs. 1 StGB; BGE 

144 IV 217 E. 4.1 und E. 4.3; 144 IV 313 E. 1.4; BGer 6B_59/2020 vom 30. November 2020 

E. 4.4). Bei der Bemessung der Gesamtstrafe müssen die einzelnen Straftaten innerhalb des 

(allenfalls erweiterten) Strafrahmens gesamthaft gewürdigt werden. Dabei sind namentlich das 

Verhältnis der einzelnen Taten untereinander, ihr Zusammenhang, ihre grössere oder geringere 

Selbstständigkeit sowie die Gleichheit oder Verschiedenheit der verletzten Rechtsgüter und die 

Begehungsweisen zu berücksichtigen. Der Gesamtschuldbeitrag des einzelnen Deliktes wird 

dabei geringer zu veranschlagen sein, wenn die Delikte zeitlich, sachlich und situativ in einem 

engen Zusammenhang stehen (BGE 144 IV 217 E. 3.5.4; BGer 6B_523/2018 vom 23. August 

2018 E. 1.2.2).  

i) Gelangt das Gericht nach der sog. konkreten Methode im Rahmen der Strafzumessung 

bei der Festsetzung selbstständiger Einzelstrafen für den einzelnen Gesetzesverstoss auf 180 

Strafeinheiten oder weniger, ist ausser einer Freiheitsstrafe auch die Ausfällung einer Geldstra-

fe möglich (Art. 34 Abs. 1 StGB). Bei der Wahl der Sanktionsart ist als wichtigstes Kriterium die 

Zweckmässigkeit einer bestimmten Sanktion, ihre Auswirkungen auf den Täter und sein sozia-

les Umfeld sowie ihre präventive Effizienz zu berücksichtigen (BGE 134 IV 97 E. 4.2; 134 IV 82 

E. 4.1).  

 

j) Nach der Festlegung der hypothetischen Gesamtstrafe(n) für sämtliche Delikte sind 

schliesslich die Täterkomponenten zu berücksichtigen. Bei der Bestimmung der Täterkompo-

nenten kann es sich rechtfertigen, die einzelnen Aspekte gesamthaft für sämtliche begangenen 

Taten zu würdigen, sofern diese für alle Delikte in gleicher oder vergleichbarer Weise Geltung 

beanspruchen (BGer 6B_865/2009 vom 25. März 2010 E. 1.6.1; 6B_496/2011 vom 

19. November 2021 E. 4.2). Die Täterkomponenten umfassen die persönlichen Verhältnisse 

und das Vorleben, insbesondere frühere Strafen oder Wohlverhalten, sowie das Verhalten nach 

der Tat und im Strafverfahren, insbesondere Reue und Einsicht oder ein Geständnis 

(WIPRÄCHTIGER / KELLER, a.a.O., N 92 ff. zu Art. 47 StGB).  

 

 
 
 

 
 
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7.2 Konkrete Erwägungen  

 

a) Hinsichtlich der konkreten Strafzumessung bringt der Beschuldigte vor, er sei zu einer 

Freiheitsstrafe von maximal 30 Monaten zu verurteilen, wobei diese zu Gunsten einer ambulan-

ten psychotherapeutischen Massnahme aufzuschieben sei (vgl. Rechtsbegehren) bzw. es er-

scheine eine Freiheitsstrafe in der Höhe von 20 bis 25 Monaten als angemessen, wobei eine 

teilbedingte Strafe auszusprechen sei (vgl. oben E. 2.1.a/cc). Demgegenüber begehrt die 

Staatsanwaltschaft eine Erhöhung des Strafmasses auf eine Freiheitsstrafe von vier Jahren und 

zehn Monaten, eine Geldstrafe von zehn Tagessätzen zu jeweils CHF 10.-- sowie eine Busse 

von CHF 1'000.-- (vgl. oben E. 2.2.a/cc). 

 

b) Aus der Tatsache, dass sowohl der Beschuldigte als auch die Staatsanwaltschaft das 

erstinstanzliche Strafmass beanstanden, erhellt, dass von Seiten des Kantonsgerichts eine 

neue Strafzumessung vorzunehmen ist. Da gemäss Art. 408 StPO die Berufungsinstanz ein 

neues Urteil zu fällen hat, welches das erstinstanzliche ersetzt, ist auf die vorinstanzliche Be-

messung der Strafe nicht weiter einzugehen. Das Berufungsgericht hat ohnehin die Strafe nach 

eigenem Ermessen festzusetzen und muss sich auch nicht daran orientieren, wie die erste In-

stanz die einzelnen Strafzumessungsfaktoren gewichtet hat (BGer 6B_298/2013 vom 

16. Januar 2014 E. 6.2).  

 

c) In casu ist zu konstatieren, dass der Beschuldigte ‒ neben dem im vorliegenden Urteil zu 

bestätigenden Schuldspruch wegen versuchter vorsätzlicher Tötung sowie den zusätzlich er-

folgten Verurteilungen wegen Erpressung (anstelle von Nötigung), einfacher Körperverletzung 

und mehrfacher Tätlichkeiten ‒ bereits vom Strafgericht der mehrfachen Tätlichkeiten, der 

mehrfachen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, des mehrfachen Ungehorsams 

gegen amtliche Verfügungen sowie der mehrfachen Widerhandlung gegen das Strassenver-

kehrsgesetz schuldig erklärt worden ist. Diese Schuldsprüche sind vom Kantonsgericht man-

gels Anfechtung nicht zu überprüfen. Gestützt auf die genannten Verurteilungen hat das Kan-

tonsgericht hingegen nunmehr eine bundesrechtskonforme Strafzumessung vorzunehmen. Die 

Deliktsmehrheit gemäss Art. 49 Abs. 1 StGB führt zwar nicht zu einer Erhöhung des Strafrah-

mens, ist aber innerhalb des ordentlichen Rahmens strafschärfend zu gewichten. Nach Art. 22 

Abs. 1 StGB kann das Gericht den Umstand, wonach die strafbaren Handlungen teilweise nicht 

zum Erfolg geführt haben, strafmildernd berücksichtigen. Ebenfalls strafmildernd in Bedacht zu 

 
 
 

 
 
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ziehen ist die gutachterliche Feststellung, wonach der Beschuldigte infolge seiner dissozialen, 

narzisstischen und emotional instabilen Störungsanteile und seiner psychopathischen Persön-

lichkeitsmerkmale bei sämtlichen ihm vorgeworfenen Tathandlungen zum Nachteil der Privat-

klägerin in seiner Steuerungsfähigkeit (Art. 19 Abs. 2 StGB) beeinträchtigt gewesen ist, wobei 

die hieraus ableitbare Verminderung der Schuldfähigkeit als leichtgradig bis höchstens mittel-

gradig eingeschätzt wird (act. 533).  

 

d) Den Vorgaben des Bundesgerichts folgend hat das Kantonsgericht zunächst den Straf-

rahmen nach der abstrakt schwerwiegendsten Straftat zu bestimmen. Vorliegend weist die vor-

sätzliche Tötung den höchsten abstrakten Strafrahmen auf. So reicht dieser gemäss Art. 111 

StGB in Verbindung mit Art. 40 Abs. 2 StGB von fünf Jahren Freiheitsstrafe am unteren bis zu 

20 Jahren Freiheitsstrafe am oberen Ende. Die Strafe ist grundsätzlich innerhalb des ordentli-

chen Strafrahmens festzulegen, da auch unter Berücksichtigung der Tat- und Deliktsmehrheit 

keine aussergewöhnlichen Umstände vorliegen, welche es angezeigt erscheinen lassen wür-

den, diesen Strafrahmen zu überschreiten. Zu beachten ist auf der anderen Seite jedoch, dass 

es lediglich beim Versuch geblieben ist, weshalb gestützt auf Art. 22 Abs. 1 StGB in Verbindung 

mit Art. 48a Abs. 1 StGB die Möglichkeit besteht, diesen Strafrahmen zu unterschreiten. Für die 

versuchte vorsätzliche Tötung ist somit eine Einsatzstrafe festzusetzen. Hinzu kommen die Er-

pressung mit einem abstrakten Strafrahmen, welcher von einer Geldstrafe von mindestens drei 

Tagessätzen bis zu einer Freiheitsstrafe von maximal fünf Jahren reicht (Art. 156 Ziff. 1 StGB in 

Verbindung mit Art. 34 Abs. 1 StGB), die einfache Körperverletzung mit einem abstrakten Straf-

rahmen von einer Geldstrafe von mindestens drei Tagessätzen bis zu einer Freiheitsstrafe von 

maximal drei Jahren (Art. 123 Ziff. 2 StGB in Verbindung mit Art. 34 Abs. 1 StGB), die mehrfa-

chen Tätlichkeiten, welche mit einer Busse bis maximal CHF 10'000.-- bedroht sind (Art. 126 

StGB in Verbindung mit Art. 106 StGB), der mehrfache Ungehorsam gegen amtliche Verfügun-

gen, welcher ebenfalls mit einer Busse bis maximal CHF 10'000.-- bedroht ist (Art. 292 StGB in 

Verbindung mit Art. 106 StGB), die mehrfache Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelge-

setz, welche gleichermassen mit einer Busse bis maximal CHF 10'000.-- bedroht ist (Art. 19a 

Ziff. 1 BetmG in Verbindung mit Art. 26 BetmG sowie Art. 106 StGB) sowie die mehrfache Wi-

derhandlung gegen das Strassenverkehrsgesetz, welche teilweise mit Busse (Art. 90 Abs. 1 

SVG in Verbindung mit Art. 31 Abs. 1 SVG und Art. 3 Abs. 1 VRV sowie Art. 96 Abs. 1 lit. a 

SVG) und teilweise mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe (Art. 96 Abs. 2 SVG 

und Art. 97 Abs. 1 lit. a SVG) zu sanktionieren ist.  

 
 
 

 
 
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e) Bei der Festlegung der Einsatzstrafe für die versuchte vorsätzliche Tötung würdigt das 

Kantonsgericht auf der Seite der objektiven Tatkomponenten zu Lasten des Beschuldigten, 

dass dieser besonders verwerflich und rücksichtslos gehandelt hat, indem er aus nichtigem An-

lass aus einem alltäglichen Streit heraus seine Lebenspartnerin und Mutter seines drei Wochen 

davor geborenen Kindes trotz deren besonderen Verletzlichkeit über mehrere Minuten hinweg 

mehrfach und dermassen heftig gewürgt hat, dass sich diese in unmittelbarer Lebensgefahr 

befunden hat. Entlastend zu berücksichtigen ist, dass der Tatbestand im Versuchsstadium ste-

ckengeblieben ist, wobei sich auf der anderen Seite wiederum relativierend auswirkt, dass es 

sich um einen vollendeten Versuch handelt und der Beschuldigte nichts Wesentliches für das 

Ausbleiben des Erfolgs beigetragen hat, dies vielmehr dem Zufall überlassen gewesen ist. Zu 

Gunsten des Beschuldigten fällt weiter ins Gewicht, dass die durch den Übergriff erlittenen Ver-

letzungen offenbar innerhalb kurzer Zeit folgenlos abgeheilt sind. Auf Grund dieser Umstände 

stuft das Kantonsgericht die objektive Tatschwere als mittelschwer im unteren Bereich ein. In 

subjektiver Hinsicht ist dem Beschuldigten ein eventualvorsätzliches Handeln anzulasten, was 

leicht zu seinen Gunsten zu werten ist. Hinzu kommt, dass der Beschuldigte bei sämtlichen ihm 

vorgeworfenen Tathandlungen zum Nachteil der Privatklägerin in seiner Steuerungsfähigkeit 

beeinträchtigt gewesen ist, woraus eine leicht- bis mittelgradige Verminderung der Schuldfähig-

keit abzuleiten ist. Die subjektive Schwere der Tat vermag somit das objektive Tatverschulden 

in erheblicher Weise zu relativieren und rechtfertigt im Ergebnis auch die Unterschreitung des 

abstrakten Strafrahmens. Gestützt auf diese Erwägungen ist im Rahmen einer vorläufigen Ein-

schätzung das Verschulden des Beschuldigten bezüglich der versuchten vorsätzlichen Tötung 

als noch leicht zu qualifizieren, was in concreto zu einer hypothetischen Einsatzstrafe von drei-

einhalb Jahren Freiheitsstrafe führt. In Bezug auf die Wahl der Sanktionsart ist festzustellen, 

dass angesichts des Tatvorwurfs trotz der hypothetischen Möglichkeit, auf eine andere als die 

angedrohte Strafart erkennen zu können (Art. 48a Abs. 2 StGB), ausschliesslich eine Freiheits-

strafe in Frage kommt.  

 

f) Bei der Bestimmung der Einzelstrafe für die Erpressung berücksichtigt das Kantonsgericht 

auf der Seite der objektiven Tatkomponenten zu Lasten des Beschuldigten, dass sich dieser ‒ 

unmittelbar nachdem er die Privatklägerin durch die Würgehandlungen in unmittelbare Lebens-

gefahr gebracht hat ‒ auf beschämende Art und Weise die Angst des Opfers vor weiteren 

Übergriffen zunutze gemacht und von diesem einen im vorliegenden Kontext nicht unerhebli-

 
 
 

 
 
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chen Geldbetrag von CHF 3'200.-- abgenötigt hat. Auf Grund dieser Umstände stuft das Kan-

tonsgericht die objektive Tatschwere als mittelschwer im unteren Bereich ein. In subjektiver 

Hinsicht ist dem Beschuldigten ein direktvorsätzliches Hande