# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5eccf3da-8926-58af-b6df-18368c924f6f
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2004-03-31
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht Sonstige Kammern 31.03.2004 SF 2003 35
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_999_SF-2003-35_2004-03-31.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Tribunale cantonale dei Grigioni
Dretgira chantunala dal Grischun

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Ref.: Chur, 31. März 2004 Schriftlich mitgeteilt am: 
SF 03 33/34/35 (mündlich eröffnet)

Urteil
Strafkammer

Vorsitz Vizepräsident Schlenker
RichterInnen Heinz-Bommer, Jegen, Sutter-Ambühl und Burtscher
Aktuarin ad hoc Riesen-Ryser

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In der Strafsache

des A., Angeklagter, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Andrea Bianchi, Chrüzer-
weg 15, 7074 Malix, 

mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 17. November 2003, 

wegen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz,

in Anklagezustand versetzt,

sowie des C., Angeklagter, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Andrea Bianchi, 
Chrüzerweg 15, 7074 Malix, und des B., Angeklagter, vertreten durch Rechtsanwalt 
Dr. iur. Markus Raess, Postfach, Ilgenstrasse 22, Am Römerhof, 8030 Zürich,

mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 17. November 2003, 

wegen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz und das ANAG,

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in Anklagezustand versetzt,

hat sich ergeben:

A. a) A. wurde am 25. Oktober 1957 in L. geboren und wuchs dort zu-
sammen mit einem jüngeren Bruder bei seinen Eltern in geordneten Familienver-
hältnissen auf. In L. besuchte er sechs Jahre die Primar- und drei Jahre die Sekun-
darschule. In der Folge absolvierte A. mit Erfolg eine Lehre als Sanitärmonteur so-
wie eine Zusatzlehre als Sanitärzeichner bei der Firma AZ. in M.. Nach der Rekru-
ten- und Unteroffiziersschule besuchte er die Diplomhandelsschule in M., welche er 
im Jahre 1979 mit Erfolg abschloss. Danach ging A. nach L. zurück, wo er im Sa-
nitärgeschäft seines Vaters tätig war, welches er im Jahre 1989/90 übernahm. Die-
ses Sanitärgeschäft besitzt A. heute nach wie vor, wobei er daran mit 50 % beteiligt 
ist. Für die Steuerperiode 99/00 ist er mit einem Einkommen von Fr. 109'000.-- und 
einem Vermögen von Fr. 347'000.-- veranlagt. 

A. heiratete im September 1991 D.. Diese Ehe wurde im Jahre 1994 kinderlos 
geschieden. Gemäss Bericht der Kantonspolizei L. vom 3. Juni 2002 geniesst A. 
einen guten Leumund.

Im Schweizerischen Zentralstrafregister ist A. einmal verzeichnet: Mit Urteil 
vom 12./13. Juli 1999 bestrafte ihn das Kantonsgericht Graubünden wegen mehr-
facher Widerhandlung gegen das ANAG mit 10 Tagen Gefängnis, Probezeit zwei 
Jahre, und einer Busse von Fr. 1'000.--.

A. befand sich vom 14. Mai 2002, 19:58 Uhr, bis zum 16. Mai 2002, 10:45 
Uhr, in Polizeihaft. 

b) C. wurde am 3. Mai 1964 in R./D geboren und wuchs zusammen mit drei 
Schwestern bei seinen Eltern in S./D in geordneten Familienverhältnissen auf. In 
Deutschland besuchte er vier Jahre die Grund-, ein Jahr die Volks- und sechs Jahre 
die Realschule. Nach der Schulentlassung absolvierte er bei der Firma AW. in T./D 
eine dreijährige Lehre als Holzmechaniker. In der Folge liess er sich zum Refa-
Sachbearbeiter (Arbeitszeitplaner) ausbilden und absolvierte die Schreinermeister-
prüfung und die LKW-Führerscheinprüfung. Von 1989 bis 1995 war C. selbständig, 
indem er mit Bauelementen handelte. Anschliessend war er während zwei Jahren 
bei der Firma AX. in U./D angestellt. Seither war er wieder selbständig erwerbend, 
wobei er eigenen Angaben zufolge monatlich ca. Euro 2'000.-- bis 3'000.-- verdi-

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ente. In der Zeit von Januar 2000 bis Dezember 2001 war er zudem bei der Firma 
AY. in Q. angestellt. Am 1. April 2004 trat er gemäss seinen Angaben an der Haupt-
verhandlung vor der Strafkammer des Kantonsgerichts Graubünden eine Arbeits-
stelle als Aussendienstmitarbeiter einer Firma in der Befestigungstechnik an, wobei 
er voraussichtlich monatlich zwischen Euro 1'500.-- und Euro 2'000.-- verdienen 
wird. Sein Geschäft hat C. nach eigenen Angaben abgemeldet und aufgelöst, ohne 
dass ein Erlös resultiert hätte. Vermögen hat C. keines. 

C. heiratete im Jahre 1994 E.. Aus dieser Ehe ging im Jahre 1994 der Sohn 
F. hervor. 

Im Schweizerischen Zentralstrafregister und im Deutschen Zentralregister ist 
C. nicht verzeichnet.

C. leistete ein Depositum von Fr. 3'000.--.

C. befand sich vom 14. Mai 2002, 11:26 Uhr, bis zum 16. Mai 2002, 15:30 
Uhr, in Haft.

c) B. wurde am 13. Mai 1953 in V./D geboren, wo er bei seiner Mutter auf-
wuchs. Seine Eltern waren nicht verheiratet. Sein zwei Jahre älterer Bruder wuchs 
bei den Grosseltern väterlicherseits auf. In V./D besuchte B. neun Jahre die Grund-
schule. In der Folge absolvierte er eine Lehre als Gas- und Wasserinstallateur, wel-
che er im Jahre 1973 erfolgreich abschloss. Im Anschluss daran war B. 2 ½ Jahre 
bei der Bundeswehr und anschliessend selbständig erwerbend in der Gastronomie. 
Heute führt er in S./D ein Restaurant. Dabei verdient B. eigenen Angaben zufolge 
ca. Euro 2'000.-- bis Euro 2'500.-- monatlich. Vermögen besitzt er keines; er gibt an, 
Geschäftsschulden in Höhe von Euro 150'000.-- zu haben. 

Seit dem Jahre 1982 ist B. mit G. verheiratet. Aus der Ehe ging im Jahre 1983 
ein Sohn hervor, welcher noch bei den Eltern wohnt und dieses Jahr seine Lehre 
abschliesst.

B. ist im Schweizerischen Strafregister mit einer Vorstrafe verzeichnet: Am 
25. Januar 2001 verurteilte ihn das Kantonsgericht St. Gallen wegen Vergehen und 
Übertretungen gegen das Betäubungsmittelgesetz sowie Widerhandlung gegen das 
ANAG zu vier Monaten Gefängnis, bedingt auf 2 Jahre. Im Deutschen Zentralregis-
ter figuriert er mit drei Eintragungen: Eine davon betrifft das eben erwähnte Urteil 
des Kantonsgerichts St. Gallen. Sodann wurde B. am 10. Oktober 1997 vom Amts-

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gericht Mönchengladbach-Rheydt wegen unerlaubter Einfuhr von Betäubungsmit-
teln sowie am 31. Oktober 1997 vom Amtsgericht V. wegen unerlaubtem Besitz von 
Betäubungsmitteln verurteilt.

B. Mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 17. November 
2003 wurden A., C. und B. wegen Widerhandlung gegen Art. 19 Ziff. 2 lit. c BetmG 
sowie C. und B. wegen mehrfacher Widerhandlung gegen Art. 23 Abs. 6 ANAG in 
Anklagezustand versetzt.

Dem vorliegenden Strafverfahren liegt gemäss Anklageschrift der Staatsan-
waltschaft Graubünden vom 17. November 2003 folgender Sachverhalt zugrunde:

„1.1 Nach durchgeführter Strafuntersuchung wurde B. am 25. Januar 2001 
vom Kantonsgericht St. Gallen unter anderem wegen Anbau und Ver-
kauf von Hanf zu einer bedingten Gefängnisstrafe verurteilt. Trotz die-
ses Strafverfahrens baute er im Frühjahr 2001 zusammen mit C. erneut 
Hanf an, indem die beiden Angeklagten zusammen in einer angemiete-
ten Lagerhalle an der AV. in N. eine aufwändige Bewässerungs-, Lüf-
tungs- und Düngeanlage einbauten und begannen, dort in sogenannter 
„Indoor-Kultur“ Hanfpflanzen zu ziehen. Ca. im März/April 2001 bot B. 
dem Angeklagten A. an, sich an diesem Hanfgeschäft zu beteiligen. A. 
stieg ein, indem er B. bar und ohne Quittung Fr. 110'000.-- übergab. 
Ebenso beteiligte sich C. noch finanziell an diesem Geschäft, indem er 
sich mit einem Betrag von Fr. 55'000.-- bei B. einkaufte. Zu dritt setzte 
man dann den Hanfanbau fort, indem man in der Indoor-Anlage in N. 
weitere Hanfpflanzen grosszog. 

Gemeinsam mit C. gründete A. am 23. April 2001 die Firma K. und mie-
tete über diese Firma in O. eine weitere Lagerhalle dazu, in welcher er 
für mehrere zehntausend Franken eine aufwändige Bewässerungs-, 
Lüftungs- und Düngeanlage installierte und in der A., B. und C. ab dem 
1. August 2001 gemeinsam ebenfalls in sogenannter Indoor-Kultur 
Hanfpflanzen anbauten. 

Die in O. und N. angebauten Hanfpflanzen wurden jeweils von B. in 
Form von Hanfstecklingen bezogen. In beiden Lagerhallen wurden un-
terteilt in vier bis fünf Räumen jeweils einige hundert Hanfpflanzen pro 
Raum gezogen und nach zwei bis drei Monaten geerntet. Die letzte 
Ernte erfolgte im Februar 2002. Aus den ausgereiften und geernteten 
Pflanzen gewannen die drei Angeklagten Marihuana, indem sie von den 
Pflanzen die Blüten abzogen und trockneten oder dies durch Mitarbeiter 
tun liessen. In der Absicht, sich aus dem Erlös den Lebensunterhalt zu 
finanzieren, verkauften die Angeklagten die getrockneten Hanfblüten im 
Zeitraum März 2001 bis April 2002 durch B. zum Kilopreis zwischen Fr. 
2'500.-- bis Fr. 3'000.-- an namentlich nicht bekannte Abnehmer, so un-
ter anderem an Hanfläden. Der THC-Gehalt der verkauften Produkte 
konnte nicht ermittelt werden, weil die Angeklagten eine polizeiliche In-
tervention befürchteten und deshalb die Lagerhallen in O. und N. vor 
dem Eintreffen der Polizei räumten. A., B. und C. gingen aber davon 
aus, dass es sich bei den verkauften Hanfblüten und Hanfpflanzenteile 
um Ware guter Qualität mit einem THC-Gehalt von über 0.3 % handelte, 

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und nahmen somit bewusst in Kauf, vom Betäubungsmittelgesetz er-
fassten Hanf zu verkaufen. Dies, zumal B. erwähnte, dass die Hanf-
pflanzen von guter Qualität seien. Bei all ihren Handlungen wussten die 
drei Angeklagten auch, dass die Abnehmer die von ihnen angebauten 
und gelieferten Produkte letztlich durch Rauchen, also als Betäubungs-
mittel, konsumieren würden. Die genaue Menge der gelieferten Betäu-
bungsmittel liess sich nicht mehr ermitteln. Total verkauften die Ange-
klagten im Zeitraum März 2001 bis April 2002 aber mindestens 100 kg 
getrocknete Hanfblüten und Hanfpflanzenbestandteile und lösten damit 
mindestens Fr. 300’000.--. Mit dem erzielten Verkaufserlös wurden 
zunächst die Rechnungen bezahlt; der Rest wurde als Gewinn anteils-
mässig auf A., C. und B. aufgeteilt.

1.2 Der Ankauf, Anbau und Verkauf der als Betäubungsmittel geltenden 
Hanfprodukte erfolgte vorwiegend unter der Regie von B.. Er organi-
sierte die Setzlinge, betreute meist die Hanfkultur und war auch allein 
zuständig für den Verkauf der rauchfertigen Produkte. A., der finanziell 
an der Hanfproduktion beteiligt war, war zudem für die Installation und 
den Unterhalt der technischen Einrichtung verantwortlich und kümmerte 
sich daneben um die Hanfkulturen, indem er beispielsweise Messungen 
vornahm und die Pflanzen erntete, schnitt, dann die Blüten zum Trock-
nen auslegte und schliesslich zum Verkauf abpackte. C. betreute die 
Hanfplantagen in N. und O., indem er Hanfpflanzen schnitt, die Blüten 
zum Trocknen auslegte und dann zum Verkauf abpackte. Ausserdem 
war er finanziell an der Hanfproduktion beteiligt.

1.3 Die gesamten Aktivitäten von A., C. und B. im Zusammenhang mit dem 
Anbau und Verkauf der unerlaubten und dem Betäubungsmittelgesetz 
unterstellten Produkte sind Ausübung eines Berufes. Man beschäftigte 
mehrere Personen und hatte sich darauf ausgerichtet, mit dem Verkauf 
der unter das Betäubungsmittelgesetz fallenden Hanfprodukte Ein-
künfte zu erzielen, um aus diesen den Lebensunterhalt mitzufinanzie-
ren. Der im Zeitraum März 2001 bis April 2002 erzielte Umsatz belief 
sich auf mindestens Fr. 300'000.-- und war somit erheblich. Der Gewinn 
aus dem Handel mit Betäubungsmittel kann nicht genau beziffert wer-
den, da keine genauen Unterlagen über den Aufwand vorliegen.

1.4 A. unterhält unter anderem mit der Graubündner Kantonalbank eine 
Bankbeziehung. Auf seinem dortigen Konto AU. wurden mit Verfügung 
vom 26./28. Juni 2002 Fr. 30'000.-- beschlagnahmt.

2. In der Zeit von Februar 2001 bis April 2002 reisten die deutschen Staats-
angehörigen C. und B. mehrmals in die Schweiz ein und gingen hier 
einer Tätigkeit nach, indem sie in N. und O. fortwährend Hanf bewirt-
schafteten, ohne jedoch über die dafür notwendige fremdenpolizeiliche 
Bewilligung zu verfügen.“

C. Am 31. März 2004 fand die Hauptverhandlung vor der Strafkammer 
des Kantonsgerichts Graubünden statt. Anwesend waren die Angeklagten A. und 
C. mit ihrem privaten Verteidiger, Rechtsanwalt lic. iur. Andrea Bianchi, sowie B. mit 
seinem privaten Verteidiger, Rechtsanwalt Dr. iur. Markus Raess. Die Anklage 
wurde von Staatsanwalt Dr. iur. Alex Zindel mündlich vertreten. Gegen Zuständig-
keit und Zusammensetzung des Gerichts wurden keine Einwände erhoben. In der 

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Befragung hielten A. und C. daran fest, dass nur Industriehanf angebaut worden 
sei. B. machte von seinem Recht auf Schweigen Gebrauch und weigerte sich, über-
haupt zur Sache auszusagen. 

a) Der Staatsanwalt stellte die Anträge, es seien die Angeklagten im Sinne 
der Anklage schuldig zu sprechen. B. sei mit zwei Jahren Gefängnis zu bestrafen, 
der mit Urteil des Kantonsgerichts St. Gallen vom 25. Januar 2001 gewährte be-
dingte Strafvollzug für die Strafe von vier Monaten Gefängnis sei zu widerrufen und 
die Strafe sei zu vollziehen. A. sei mit 18 Monaten Gefängnis zu bestrafen, abzüg-
lich der erstandenen Polizeihaft und unter Gewährung des bedingten Strafvollzuges 
bei einer Probezeit von vier Jahren. Sodann sei der mit Urteil des Kantonsgerichts 
Graubünden vom 12. /13. Juli 1999 A. gewährte bedingte Strafvollzug für eine Ge-
fängnisstrafe von 10 Tagen zu widerrufen und die Strafe sei zu vollziehen. C. sei 
mit 12 Monaten Gefängnis, abzüglich der erstandenen Polizeihaft, zu bestrafen, un-
ter Ansetzung einer Probezeit von zwei Jahren. B. und C. seien des Landes zu 
verweisen, wobei die Dauer der Landesverweisung nach richterlichem Ermessen 
festzusetzen sei. Die auf dem Konto AU. bei der Graubündner Kantonalbank, lau-
tend auf A., beschlagnahmten Fr. 30'000.-- seien gerichtlich einzuziehen. Ob eine 
weitere Ersatzleistung zu fordern sei, sei ins Ermessen des Gerichts gestellt. Kos-
tenfolge sei die gesetzliche. In der Begründung hielt der Staatsanwalt fest, dass der 
Sachverhalt ausgewiesen und von A. und C. auch im wesentlichen anerkannt sei. 
B. habe zwar keine Aussagen gemacht, der Sachverhalt gehe aber eindeutig aus 
den Akten hervor. Der THC-Gehalt der Hanfpflanzen sei nicht bekannt, aber der von 
den Angeklagten betriebene Aufwand für die Aufzucht des Hanfs, der Umstand, 
dass nur die Blüten verkauft worden seien, und die Höhe des Verkaufspreises zeig-
ten deutlich auf, dass es sich nicht um Industriehanf gehandelt habe. In subjektiver 
Hinsicht genüge Eventualvorsatz. A. und C. hätten den objektiven und subjektiven 
Tatbestand in den Einvernahmen zunächst anerkannt. Die späteren Abschwächun-
gen in der Schlusseinvernahme würden nicht überzeugen. Ihr Aussageverhalten 
zeige auch, dass sie gewusst hätten, dass sie etwas Strafbares taten; warum hätten 
sie sonst zunächst rigoros bestreiten sollen, Hanf anzubauen. A. habe zudem Un-
terlagen über den Hanfanbau und die Rechtslage gesammelt, so dass er gewusst 
habe, dass er etwas Verbotenes tat. Schliesslich sei das Vorgehen der Angeklagten 
auch als Ausübung eines Berufes zu betrachten, hätten sie doch mehrere Personen 
beschäftigt und geplant, mit den Einkünften ihren Lebensunterhalt mitzufinanzieren. 
Der Umsatz habe mindestens Fr. 300'000.-- betragen, sei somit erheblich gewesen. 
Der Gewinn habe nicht genau bestimmt werden können. Gehe man aufgrund von 
Erfahrungswerten aber davon aus, dass er 60 % des Umsatzes betragen habe, so 

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resultiere ein Gewinn von ungefähr Fr. 180'000.--. Der Gewinn sei auf jeden Fall ein 
Mehrfaches von Fr. 10'000.--. Bezüglich der Strafzumessung wiege das Verschul-
den von B. schwer. Er habe unbeeindruckt von den Vorstrafen gehandelt, sogar 
unmittelbar nach dem Urteil des Kantonsgerichts St. Gallen. Das Delinquieren 
während der Probezeit sei massiv straferhöhend zu werten. Strafschärfend wirke 
das Zusammentreffen mehrerer Straftatbestände. Strafmilderungs- und Strafminde-
rungsgründe seien keine vorhanden. Es sei unter diesen Umständen eine Strafe 
von zwei Jahren auszusprechen. Die Gewährung des bedingten Strafvollzuges sei 
bei dieser Strafhöhe ausgeschlossen, würde aber auch bei einer Strafe von 18 Mo-
naten oder weniger nicht in Frage kommen, da B. mehrfach vorbestraft sei und 
während laufender Probezeit delinquiert habe. Der mit Urteil des Kantonsgerichts 
St. Gallen vom 25. Januar 2001 gewährte bedingte Strafvollzug sei zu widerrufen 
und die Strafe zu vollziehen, da vorliegend nicht mehr von einem leichten Fall aus-
gegangen werden könne. Das Verschulden von A. wiege nicht leicht. Er habe viel 
Geld investiert und damit einen deutlichen kriminellen Willen gezeigt. Zudem habe 
er aus rein finanziellen Gründen gehandelt. Das Delinquieren während laufender 
Probezeit wirke auch bei ihm straferhöhend. Strafschärfungs- und Strafmilderungs-
gründe lägen keine vor. Ein Strafe von 18 Monaten Gefängnis erscheine angemes-
sen, unter Anrechnung der erstandenen Polizeihaft. Der bedingte Strafvollzug 
könne noch gewährt werden, trotz der Delinquenz während laufender Probezeit, da 
die Gewährung des bedingten Strafvollzuges für die vom Kantonsgericht Graubün-
den mit Urteil vom 12./13. Juli 1999 ausgesprochene Gefängnisstrafe von 10 Tagen 
widerrufen und die Strafe vollzogen werden müsse. Zudem drohe der Vollzug der 
18 Monate, wenn A. sich in der Probezeit etwas zu schulden kommen lasse. Es sei 
zu erwarten, dass A. damit genügend gewarnt sei und nicht mehr straffällig werden 
werde. Das Verschulden von C. sei keine Bagatelle. Er habe die Vorstrafe von B. 
gekannt, trotzdem habe er mitgemacht. Zudem habe er aus rein finanziellen Grün-
den gehandelt. Aber er sei nicht die treibende Kraft gewesen. Strafschärfend wirke 
das Zusammentreffen mehrerer Straftatbestände. Straferhöhungs- und Strafmilde-
rungsgründe lägen keine vor. Strafmindernd sei das Geständnis zu veranschlagen. 
Eine Strafe von 12 Monaten Gefängnis erscheine dem Verschulden angemessen, 
unter Anrechung der erstandenen Polizeihaft. C. sei das erste Mal straffällig gewor-
den; es könne davon ausgegangen werden, dass das vorliegende Verfahren ihn 
genügend warne, so dass er nicht wieder straffällig werden werde. Der bedingte 
Strafvollzug könne daher gewährt werden. Bezüglich der Landesverweisung hielt 
der Staatsanwalt fest, sowohl B. als auch C. unterhielten keine nähere Beziehung 
zur Schweiz. Beide hätten schwere Delikte begangen, so dass sich die Landesver-
weisung rechtfertige. Schliesslich seien auch die beschlagnahmten Fr. 30'000.-- 

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einzuziehen, da A. am Gewinn beteiligt gewesen sei. Sowohl die Finanzierung als 
auch der Gewinn seien illegal gewesen. Wie hoch der Gewinn tatsächlich ausgefal-
len sei, sei unklar. A. habe aber ausgesagt, er habe  Fr. 100'000.-- aus dem Verkauf 
der Produkte erhalten, was ein Mehrfaches der beschlagnahmten Gelder sei. B. und 
C. seien aufgrund ihrer finanziellen Situation nicht in der Lage, eine Ersatzforderung 
zu leisten. Ob A. eine weitergehende Ersatzforderung leisten könne und müsse, 
habe das Gericht zu entscheiden.

b) Rechtsanwalt Dr. iur. Markus Raess stellte im Namen seines Mandanten 
folgende Anträge:

„1. B. sei vom Vorwurf der Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelge-
setz und der Übertretung des ANAG freizusprechen.

2. Die Verfahrenskosten seien vollumfänglich auf die Staatskasse zu neh-
men, und es sei B. eine angemessene Prozessentschädigung auszu-
richten.“

In seiner Begründung machte der Verteidiger zunächst einen Einwand pro-
zessualer Natur geltend: Er beanstandete, dass zwei der drei Angeklagten vom sel-
ben Anwalt verteidigt würden. Er führte aus, dass, wenn ein Anwalt gleichzeitig zwei 
Angeklagte vertrete, er für beide das Beste erreichen müsse. Da bestehe bei drei 
Angeklagten klarerweise die Gefahr, dass alles auf den dritten Angeklagten gescho-
ben werde und sich die zwei Angeklagten, welche vom selben Rechtsanwalt vertei-
digt würden, gegenseitig schützten. Er sage nicht, dass dies vorliegend geschehen 
sei. Er sage nur, dass die Gefahr bestehe. Es bestehe die Gefahr, dass zwei gleich-
lautende Depositionen mehr Gewicht hätten. Dies aber sei eine institutionelle Be-
nachteiligung des dritten Angeklagten. Ein solches Vorgehen sei nicht vereinbar mit 
dem Grundsatz des „fair trial“, weshalb es bei drei Angeklagten nicht zulässig sei, 
zwei vom selben Anwalt vertreten zu lassen. Ein Schuldspruch komme daher vor-
liegend nicht in Frage. Für den Fall, dass doch eine materielle Beurteilung erfolge, 
erklärte Rechtsanwalt Dr. iur. Markus Raess, einem Angeklagten stehe das funda-
mentale Recht zu, zu schweigen und die Aussage zu verweigern. Dies dürfe nicht 
zu Lasten des Angeklagten ausgelegt werden; es dürfe weder straferhöhend be-
achtet werden, noch dürfe ein Schuldspruch auf der Überlegung beruhen, wer 
schweige, habe etwas zu verbergen. Im weiteren sei es nicht Sache des Angeklag-
ten, seine Unschuld zu beweisen, sondern es sei Aufgabe des Staates, den hieb- 
und stichfesten Nachweis eines strafbaren Verhaltens zu erbringen. Für einen 
Schuldspruch genüge es nicht, dass eine Straftat vermutet werde oder nicht ausge-
schlossen werden könne, sondern der Sachverhalt müsse so erstellt sein, dass ver-
nünftige Zweifel nicht aufkommen könnten. Sei dies nicht der Fall, so habe in dubio 

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pro reo ein Freispruch zu erfolgen - auch wenn der Angeklagte schweige. Vorlie-
gend sei der Sachverhalt, wie er in der Anklageschrift aufgeführt sei, in keiner Weise 
bewiesen. Es stehe zunächst nicht mit Sicherheit fest, was in N. und O. angebaut 
worden sei. Man habe bei der Hausdurchsuchung keine Hanfpflanzen sicherstellen 
können. Die Mitangeklagten C. und A. hätten übereinstimmend ausgesagt, dass 
Industriehanf angebaut worden sei. Die anders lautenden Aussagen am Anfang der 
Untersuchung seien unter dem Druck der Untersuchungshaft gemacht und später 
nicht bestätigt worden. Auch die befragten Mitarbeiterinnen hätten mangels eigener 
Kenntnis keine Auskunft darüber geben können, was genau angebaut worden sei. 
Es stehe daher objektiv nicht fest, was genau in welchem Ausmass angebaut wor-
den sei. Im weiteren spiele der THC-Gehalt bei der Beantwortung der Frage, ob 
Industriehanf oder Hanf, der der Betäubungsmittelgewinnung dienen könne, ange-
baut worden sei, eine wichtige Rolle. Auch der THC-Gehalt stehe vorliegend nicht 
fest. Es gebe aber ein ernstzunehmendes Indiz, dass der gesetzliche Grenzwert 
von 0.3 % nicht überschritten worden sei. Die Analyse der in einem Staubsauger 
gefundenen Hanfmenge habe nämlich einen THC-Gehalt von unter 0.1 % ergeben. 
Im weiteren stehe nicht fest, was mit den in O. und N. angebauten Pflanzen gesche-
hen sei. Es sei nicht erstellt, in welchen Mengen Pflanzen verkauft worden seien. 
Es gebe nur Vermutungen der Mitangeklagten, die aber nichts mit dem Verkauf zu 
tun gehabt hätten. Herr C. und Herr A. hätten ihre Angaben später denn auch stark 
korrigieren müssen. Ebenso wenig wisse man, wer die Pflanzen zu welchem Preis 
gekauft habe. Weil kein Abnehmer eruiert oder befragt worden sei, weil es keine 
Buchhaltungsbelege im Zusammenhang mit Pflanzenverkäufen gebe, seien die 
Ausführungen der Anklage zum Umsatz und Gewinn beziehungsweise zum Ver-
wendungszweck eben nicht mehr als blosse Vermutungen. Im weiteren sei der An-
bau von Hanf nur strafbar, wenn er der Betäubungsmittelgewinnung diene. Ob di-
rekter Vorsatz oder Eventualvorsatz vorliegen müsse, sei eine in der Literatur und 
Rechtsprechung kontrovers beantwortete Frage. Das Bundesgericht habe festge-
halten, dass Art. 19 BetmG jedenfalls dann eventualvorsätzlich erfüllt werden 
könne, wenn Hanfprodukte vertrieben würden, deren THC-Gehalt den noch zuläs-
sigen Grenzwert von 0.3 % übersteigen würden. Vorliegend sei aber zu Gunsten 
der Angeklagten davon auszugehen, dass der Grenzwert nicht überschritten wor-
den sei. Damit aber sei ein strafbares Verhalten nur gegeben, wenn den Angeklag-
ten nachgewiesen werden könnte, dass sie mit direktem Vorsatz aus dem Hanf sel-
ber oder durch Dritte hätten Betäubungsmittel gewinnen wollen. Einen solchen 
Schluss lasse das Untersuchungsergebnis aber mit Bestimmtheit nicht zu. Es stehe 
nicht fest, wie hoch der THC-Gehalt gewesen sei, zu welchem Preis die Setzlinge 
angekauft und verkauft worden seien, wer die Abnehmer des Hanfes gewesen 

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seien, in welcher Nähe diese Abnehmer zu Drogenkonsumenten gestanden hätten 
und in welcher Form der Hanf verkauft worden sei. Dies seien massgebende Um-
stände zur Beurteilung des subjektiven Tatbestandes. Die Auffassung der Anklage, 
man habe mit dem Hanfanbau in N. und O. die Absicht verfolgt, Betäubungsmittel 
herzustellen beziehungsweise eine solche Verwendung durch Dritte in Kauf genom-
men, sei eine nicht näher belegte Behauptung. B. sei daher vom Vorwurf der Wi-
derhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz freizusprechen. Bezüglich des 
Vorwurfs, B. habe gegen das ANAG verstossen, müsse aus rechtlichen Gründen 
ein Freispruch erfolgen. Bei Art. 23 Abs. 6 ANAG handle es sich um einen Übertre-
tungstatbestand, der nach dem alten, im Tatzeitpunkt geltenden Verjährungsrecht 
innerhalb von zwei Jahren absolut verjähre. Gemäss Anklageschrift sei die letzte 
Ernte im Februar 2002 erfolgt. Dass B. später noch irgendwie tätig gewesen sein 
solle, sei nicht belegt. Die ANAG-Übertretung sei damit verjährt. Zudem sei eine 
Arbeitsbewilligung gemäss Art. 2 Abs. 6 ANAV nur nötig, wenn sich ein Ausländer 
in einem Zeitraum von 90 Tagen länger als acht Tage zur Ausübung einer Erwerbs-
tätigkeit in der Schweiz aufhalte. Dass B. diese Frist überschritten habe, sei nicht 
erstellt. 

c) Rechtsanwalt lic. iur. Andrea Bianchi stellte die Anträge, A. und C. seien 
vom Vorwurf der Widerhandlung gegen Art. 19 Ziff. 1 und 2 BetmG freizusprechen, 
eventualiter habe ein Schuldspruch wegen Widerhandlung gegen Art. 19 Ziff. 3 
BetmG zu erfolgen und es sei eine Strafe von wenigen Monaten Gefängnis auszu-
sprechen. Der bedingte Strafvollzug sei beiden Angeklagten zu gewähren. Das Ver-
fahren gegen C. wegen Widerhandlung gegen Art. 23 Abs. 6 ANAG sei einzustellen. 
Gegen C. sei eine bedingte Landesverweisung nach richterlichem Ermessen aus-
zusprechen. Auf eine Ersatzforderung sei zu verzichten und die beschlagnahmten 
Gelder seien freizugeben. Die Kosten seien vom Staat zu tragen und den Angeklag-
ten sei eine angemessene aussergerichtliche Entschädigung zuzusprechen. Auf 
den Widerruf des bedingten Strafvollzuges bezüglich des Urteils des Kantonsge-
richts Graubünden vom 12./13. Juli 1999 sei zu verzichten. In der Begründung führte 
er aus, der Anbau von Hanf sei nur strafbar, wenn er der Gewinnung von Betäu-
bungsmitteln diene. Bei Hanf sei ein THC-Gehalt von mindestens 0.3 % nötig. Ne-
ben dem THC-Gehalt sei aber auch die Absicht nötig, Betäubungsmittel zu gewin-
nen. Gemäss Bundesgericht sei diese gegeben, wenn der Täter wisse, dass die 
Hanfprodukte als Betäubungsmittel konsumiert würden. Gemäss Laborbericht des 
IRM St. Gallen habe der THC-Gehalt der Marihuanaprobe aus dem Staubsauger 
unter 0.1 % betragen. Dass daraus kein Rückschluss auf den THC-Gehalt der 
Blüten gezogen werden könne, sei nicht schlüssig, werde im Laborbericht doch ein-

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deutig von Marihuanaresten gesprochen. Die Angeklagten hätten im weiteren keine 
genaue Kenntnis über den THC-Gehalt gehabt, weshalb sie in der Untersuchung 
diesbezüglich nur Mutmassungen hätten anstellen können. Auch vor Schranken 
des Kantonsgerichts Graubünden seien sie davon ausgegangen, dass Industrie-
hanf angebaut worden sei. Das Überschreiten des Grenzwertes von 0.3 % THC sei 
ein objektives Tatbestandsmerkmal und müsse vom Staat nachgewiesen werden. 
Hier würden aber keine Beweise vorliegen, es gebe nur die Aussage der Staatsan-
waltschaft. Der Laborbericht spreche sogar für Industriehanf. Im Weiteren würden 
Befragungen von Konsumenten völlig fehlen. Es sei nicht klar, wohin und zu wel-
chem Zweck die Hanfblüten verkauft worden seien. Die Angeklagten hätten über 
den THC-Gehalt, den Preis und die Abnehmer in der Untersuchung keine gefestig-
ten Aussagen machen können, da sie darüber nichts gewusst hätten. Zudem hätten 
sie in den ersten Einvernahmen unter dem Druck der Untersuchungshaft ausgesagt. 
Später hätten sie ihre Aussagen denn auch widerrufen. Auch der Preis sage nichts 
über die Qualität des Hanfs aus. Indoor-Hanf erziele wegen des allgemein hohen 
THC-Gehaltes einen sehr hohen Preis von Fr. 10.-- bis Fr. 20.-- pro Gramm. Vorlie-
gend sei höchstens ein Preis von Fr. 3.50 pro Gramm bezahlt worden. Dies spreche 
gegen einen hohen THC-Gehalt und damit für Industriehanf. Damit sei der objektive 
Tatbestand nicht erfüllt worden, auch nicht jener von Art. 19 Ziff. 2 BetmG, selbst 
wenn ein grosser Umsatz erzielt worden sei. Sie hätten auch nicht mit Eventualvor-
satz gehandelt. Sie seien Neulinge gewesen und hätten völlig naiv B. vertraut, der 
versichert habe, dass alles rechtmässig sei. Es könne ihnen höchstens Fahrlässig-
keit vorgeworfen werden. Aber da der objektive Tatbestand nicht erfüllt sei, müsse 
ein Freispruch erfolgen. Bei der Strafzumessung sei zu beachten, dass A. und C. 
nicht die führenden Köpfe gewesen seien. Auch würde sie in etwa dasselbe Ver-
schulden treffen, weshalb die Strafforderung des Staatsanwaltes für A. viel zu hoch 
sei. Allein die Vorstrafe von A. rechtfertige den Unterschied jedenfalls nicht. Bezüg-
lich des Widerrufs des bedingten Strafvollzuges, welcher A. vom Kantonsgericht 
Graubünden mit Urteil vom 12./13. Juli 1999 für die Strafe von 10 Tagen Gefängnis 
gewährt worden sei, sei zu beachten, dass die erste Ernte im Juli 2001 erfolgt sei, 
also gewissermassen am Ende der Probezeit. Für die innerhalb der Probezeit ver-
übten Straftaten wäre wohl nur eine Busse ausgesprochen worden, weshalb vorlie-
gend noch von einem leichten Fall gesprochen werden müsse, so dass kein Wider-
ruf erfolgen dürfe. Im weiteren sei bei der Landesverweisung Art. 41 StGB sinn-
gemäss anwendbar. Wenn also bei der Strafe der bedingte Strafvollzug gewährt 
werde, dann sei auch die Landesverweisung nur bedingt auszusprechen. Betref-
fend die Ersatzforderung sei festzuhalten, dass sie ein Ausgleich schaffen solle, wo 
eine Vermögensverbesserung eingetreten sei. Es könne bei A. aber nicht alles ein-

2

gefordert werden, sondern nur der Gewinn, den er erzielt habe. A. habe immer be-
tont, dass er einen Verlust erlitten habe. Der Vermögensrückgang sei aus den Steu-
erveranlagungen, die vor Schranken des Kantonsgerichts eingereicht worden seien, 
ersichtlich. A. habe keinen Gewinn erzielt, er müsse aber auch nicht für die anderen 
Täter haften, weshalb er keine Ersatzforderung schulde. C. habe zwar zunächst 
nach eigenen Angaben einen Gewinn erzielt. Es seien aber noch Kosten im Zusam-
menhang mit der Miete der Hallen und den Strombezügen angefallen, die C. zu-
sammen mit A. habe begleichen müssen, so dass für ihn schlussendlich ein Verlust, 
mit Sicherheit aber kein Gewinn entstanden sei. Zudem bestünden bezüglich des 
Gewinns keine zuverlässigen Unterlagen, so dass auf eine Ersatzforderung auch 
unter diesem Gesichtspunkt zu verzichten sei. Bezüglich der ANAG-Übertretung, 
die C. vorgeworfen werde, sei schliesslich festzuhalten, dass die letzte Ernte im 
Februar 2002 erfolgt sei. Nachher habe sich C. nicht mehr zu Erwerbszwecken in 
der Schweiz aufgehalten. Die Übertretung sei somit verjährt, das Verfahren sei ein-
zustellen.

d) Der Staatsanwalt verzichtete auf eine Replik. B. erhielt die Gelegenheit 
zum Schlusswort, machte aber auch hier von seinem Recht auf Schweigen Ge-
brauch. A. und C. hielten in ihren Schlussworten fest, dass sie nichts mehr dazu zu 
sagen hätten.

Auf die weiteren Ausführungen in den mündlichen Vorträgen wird, soweit er-
forderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

Die Strafkammer zieht in Erwägung :

1. Zunächst ist der prozessuale Einwand von Rechtsanwalt Dr. iur. Mar-
kus Raess zu behandeln, es sei vorliegend zu einer Verletzung des Grundsatzes 
des „fair trial“ gekommen, da A. und C. vom selben Anwalt vertreten würden, denn 
der Anwalt müsse für seine beiden Mandanten das Beste erreichen, weshalb die 
Gefahr bestehe, dass die zwei Angeklagten sich gegenseitig schützen und die ge-
samte Verantwortung dem dritten Angeklagten anlasten würden. Es ergebe sich 
damit die Gefahr, dass zwei gleichlautende Aussagen abgegeben würden, die sich 
gegenseitig stützten und somit mehr Gewicht erhalten würden. Rechtsanwalt Dr. 
iur. Markus Raess macht folglich geltend, es habe für seinen Mandanten keine Waf-
fengleichheit geherrscht. Dies trifft jedoch in keiner Weise zu. Zum einen steht fest, 
dass B. alle Verteidigungsmittel zur Verfügung standen. Er wurde zum Sachverhalt 
und den verschiedenen Vorhalten einvernommen und hatte die Möglichkeit, dazu 

2

ausführlich Stellung zu nehmen, er erhielt die Gelegenheit, sich zu Aussagen der 
anderen Angeklagten und der Zeugen zu äussern, es wurden auch Konfronteinver-
nahmen mit den Mitangeklagten und den Zeugen durchgeführt, er beziehungsweise 
sein Rechtsvertreter erhielt Einsicht in die Akten und es stand ihm jederzeit die Mög-
lichkeit offen, Beweise einzubringen oder Beweisergänzungsanträge zu stellen. 
Wenn er sich nun dazu entschlossen hat, von seinem Recht auf Schweigen Ge-
brauch zu machen und darauf zu verzichten, seine Sicht der Dinge auf irgendeine 
Weise ins Verfahren einzubringen, so ist dies seine freie und legitime Entscheidung. 
Es kann daraus aber mitnichten abgeleitet werden, es seien B. nicht alle Verteidi-
gungsmittel offen gestanden und er sei gegenüber den anderen Angeklagten be-
nachteiligt gewesen. Zum andern übernimmt das Gericht nicht einfach die Aussa-
gen von A. und C.. Das Gericht hat diese Aussagen vielmehr zu würdigen. Dabei 
geht es allein um die Glaubhaftigkeit der einzelnen Aussagen. Die Tatsache, dass 
zwei Personen ähnliche oder gleiche Aussagen gemacht haben, kann in diesem 
Zusammenhang zwar eine bereits glaubhafte Aussage bekräftigen, vermag eine an-
sonsten unglaubhafte Aussage jedoch in keiner Weise glaubhaft zu machen. Bei 
der Würdigung von Aussagen geht es nicht um die Frage, wie viele Personen das-
selbe ausgesagt haben, sondern einzig darum, wie glaubhaft die einzelnen Aussa-
gen sind. Auch unter diesem Aspekt ist somit vorliegend keine Benachteiligung von 
B. auszumachen. Zudem haben sich nicht nur A. und C. zum Verhalten von B. 
geäussert, sondern auch die befragten Zeugen. Dem Gericht stehen somit für die 
Beurteilung des Verhaltens von B. auch Aussagen von Personen zur Verfügung, 
die nicht vom selben Rechtsvertreter verteidigt worden sind. Kommt hinzu, dass das 
Kantonsgericht in der Würdigung sämtlicher Beweise frei ist (Art. 125 Abs. 2 StPO). 
Weiter hat sich das Aussageverhalten von A. und C. bezüglich der Rolle, die B. 
gespielt hat, während des gesamten Verfahrens nicht geändert. Bereits in den poli-
zeilichen Einvernahmen, als beide noch keinen Verteidiger benannt hatten, spra-
chen sie davon, dass es B.’ Idee gewesen sei, Hanf anzubauen, dass er über das 
dazu notwendige Wissen verfügt habe, dass er die Setzlinge gekauft und den ge-
trockneten Hanf verkauft habe, dass er bei der Aufzucht und der Verarbeitung des 
Hanfs mitgearbeitet habe und dass er der Chef gewesen sei (vgl. polizeiliche Ein-
vernahme von A. vom 15. Mai 2002, act. 16.5, S. 2 ff.; polizeiliche Einvernahme von 
C. vom 15. Mai 2002, act. 16.6; untersuchungsrichterliche Einvernahme von A. vom 
16. Mai 2002, act. 16.7; untersuchungsrichterliche Einvernahme von C. vom 16. Mai 
2002, act. 16.8). Diese Aussagen änderten sich nicht, nachdem Rechtsanwalt lic. 
iur. Andrea Bianchi die Verteidigung beider Angeklagten übernommen hatte. Die 
Doppelvertretung hatte folglich keinen Einfluss auf das Aussageverhalten von A. 
und C. bezüglich des Tatbeitrags von B.. Aus dem Dargelegten erhellt, dass B. 

2

durch die Doppelvertretung der Mitangeklagten in keiner Weise in seinen Verteidi-
gungsrechten und in seiner Stellung im Verfahren beeinträchtigt oder benachteiligt 
worden ist. Rechtsanwalt Dr. iur. Markus Raess hat denn auch selbst ausgeführt, er 
sage nicht, dass A. und C. sich vorliegend tatsächlich gegenseitig schützen und 
daher alle Verantwortung auf B. schieben würden. Er sage nur, dass die Gefahr 
bestehe, dass solches in einer Konstellation wie der vorliegenden geschehen könne 
und dadurch die Aussagen der Mitangeklagten mehr Gewicht erlangen könnten. In 
dieser abstrakten Möglichkeit liege eine institutionelle Benachteiligung, die mit dem 
Grundsatz des „fair trial“ nicht vereinbar sei. Entgegen der Ansicht von Rechtsan-
walt Dr. iur. Markus Raess war vorliegend jedoch nicht einmal die abstrakte Mög-
lichkeit gegeben, dass B. durch die Doppelvertretung seiner Mitangeklagten in sei-
nen Rechten tangiert werden könnte. Denn wie bereits ausführlich geschildert, stan-
den B. alle Verteidigungsmittel zur Verfügung, sind die Aussagen von A. und C. 
durch das Gericht zu würdigen, wobei es in diesem Zusammenhang einzig um die 
Glaubhaftigkeit der einzelnen Aussage geht und der Umstand, dass mehrere Per-
sonen ähnlich oder gleich ausgesagt haben, nur eine bereits glaubhafte Aussage 
zu bestätigen vermag, und sind neben den Aussagen der Mitangeklagten auch die 
weiteren Beweise in die Beweiswürdigung miteinzubeziehen und vom Gericht frei 
zu würdigen. Lediglich der Vollständigkeit halber sei darauf hingewiesen, dass auch 
bei drei Angeklagten, die von drei verschiedenen Rechtsanwälten vertreten werden, 
grundsätzlich die Möglichkeit besteht, dass zwei sich gegenseitig schützen und den 
dritten belasten. Sofern dem dritten Angeklagten jedoch alle Verteidigungsrechte 
zustehen und das Gericht die Beweise frei würdigt, kann in einem solchen Verhalten 
keine Verletzung des Prinzips des fairen Verfahrens erblickt werden. Der Einwand 
des Rechtsvertreters von B. geht daher fehl; eine Verletzung des Grundsatzes des 
„fair trial“ ist vorliegend nicht erfolgt.

2. Die Staatsanwaltschaft Graubünden wirft den Angeklagten vor, sie 
hätten in der Zeit von März 2001 bis Februar 2002 in zwei Lagerhallen in N. und O. 
Hanf angebaut, diesen geerntet, getrocknet und anschliessend Blüten und teilweise 
auch Blätter verkauft. Die Angeklagten seien davon ausgegangen, dass es sich bei 
den verkauften Hanfblüten und Hanfpflanzenteilen um Ware guter Qualität mit ei-
nem THC-Gehalt von über 0.3 % gehandelt habe. Sie hätten bewusst in Kauf ge-
nommen, dass die Abnehmer die von ihnen angebauten und gelieferten Produkte 
letztlich durch Rauchen konsumieren würden. Im Zeitraum von März 2001 bis Fe-
bruar 2002 hätten die Angeklagten auf diese Weise mindestens 100 kg getrocknete 
Hanfblüten und Hanfpflanzenbestandteile verkauft und damit einen Umsatz von 
mindestens Fr. 300'000.-- erzielt. Die Angeklagten bestreiten diese Sachverhalte. 

2

Es stellt sich somit vorliegend in einem ersten Schritt die Frage, ob in den Akten 
genügend Anhaltspunkte dafür zu finden sind, dass die Angeklagten die ihnen zur 
Last gelegten Sachverhalte erfüllt haben oder nicht. 

a) Es ist Aufgabe des Gerichtes, die materielle Wahrheit bezüglich der Sach-
verhalte zu ermitteln, die Gegenstand des Verfahrens bilden. Dabei hat das Gericht 
die vorhandenen Beweise zu würdigen. Bei der Würdigung der Beweismittel ent-
scheidet das Gericht nach Art. 125 Abs. 2 StPO nach freier Überzeugung (vgl. 
Schmid, Strafprozessrecht, 3. Auflage, Zürich 1997, N 286). Die Beweislast für die 
dem Angeklagten zur Last gelegte Tat liegt dabei grundsätzlich beim Staat (Padrutt, 
Kommentar zur Strafprozessordnung des Kantons Graubünden [StPO], 2. Auflage, 
Chur 1996, S. 306). An den Beweis der zur Last gelegten Tat sind hohe Anforde-
rungen zu stellen. Verlangt wird mehr als eine blosse Wahrscheinlichkeit, nicht aber 
ein absoluter Beweis der Täterschaft. Nach der aus Art. 32 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 
2 EMRK fliessenden Beweiswürdigungsregel „in dubio pro reo“ darf sich der Sach-
richter jedoch nicht von der Existenz eines für den Angeklagten ungünstigen Sach-
verhaltes überzeugt erklären, wenn bei objektiver Betrachtung Zweifel bestehen, ob 
sich der Sachverhalt so verwirklicht hat, oder mit anderen Worten Zweifel an den 
tatsächlichen Voraussetzungen für ein verurteilendes Erkenntnis bestehen (BGE 
124 IV 87 f.). Bloss theoretische Zweifel sind indessen nicht massgebend, weil sol-
che immer möglich sind und absolute Gewissheit nicht verlangt werden kann. Es 
muss sich vielmehr um erhebliche und nicht zu unterdrückende Zweifel handeln, 
das heisst um solche, die sich nach der objektiven Sachlage aufdrängen (BGE 120 
Ia 37). Aufgabe des Richters ist es, ohne Bindung an Beweisregeln die an sich mög-
lichen Zweifel zu überwinden und sich mit Überzeugung für einen bestimmten Sach-
verhalt zu entscheiden, wobei die Bildung der Überzeugung objektivier- und nach-
vollziehbar sein muss. Die Schuld des Angeklagten muss sich dabei auf vorgelegte 
Beweise und Indizien stützen, die vernünftige Zweifel in ausschliesslicher Weise zu 
beseitigen vermögen (vgl. PKG 1987 Nr. 12; Padrutt, a.a.O., S. 307; Schmid, a.a.O., 
N 289). Die allgemeine Rechtsregel "in dubio pro reo" kommt im Übrigen nicht schon 
dann zur Anwendung, wenn Aussage gegen Aussage steht. Es ist vielmehr anhand 
sämtlicher sich aus den Akten ergebender Umstände zu untersuchen, ob die Dar-
stellung der Staatsanwaltschaft oder jene des Angeklagten den Richter zu überzeu-
gen vermag. Erst wenn eine solche Überzeugung weder in der einen noch in der 
anderen Richtung zu gewinnen ist, muss gemäss dem Grundsatz „in dubio pro reo“ 
der für den Angeklagten günstigere Sachverhalt angenommen werden (PKG 1978 
Nr. 31; Padrutt, a.a.O., S. 307). 

2

b) Zu den verschiedenen Beweismitteln ist auszuführen, dass der Grundsatz 
der freien Beweiswürdigung eine Rangordnung verbietet. Insbesondere sind die 
Aussagen von Zeugen, Auskunftspersonen und sogar Angeschuldigten vollgültige 
Beweismittel mit derselben Beweiseignung. Bei der Würdigung der Beweise ist we-
niger die Form, als vielmehr der Gesamteindruck, das heisst die Art und Weise der 
Bekundung sowie die Überzeugungskraft entscheidend. Massgebend ist mit ande-
ren Worten allein die Beweiskraft der konkreten Beweismittel im Einzelfall (ZR 91/92 
1992/1993 Nr. 35; Hauser/Schweri, Schweizerisches Strafprozessrecht, 4. Auflage, 
Basel 1999, S. 269; Vogel, Die Auskunftsperson im Zürcher Strafprozessrecht, 
Diss., Zürich 1999, S. 2). Bei der Würdigung von Zeugenaussagen im Rahmen des 
Gerichtsverfahrens interessiert nicht in erster Linie die persönliche Glaubwürdigkeit 
eines Zeugen, sondern vielmehr die sachliche Glaubhaftigkeit seiner konkreten 
Aussage (vgl. Hauser, Der Zeugenbeweis im Strafprozess mit Berücksichtigung des 
Zivilprozesses, Zürich 1974, S. 311 ff.). Als Kennzeichen wahrheitsgetreuer Aussa-
gen sind dabei die innere Geschlossenheit und Folgerichtigkeit in der Darstellung 
des Geschehens sowie die konkrete und anschauliche Wiedergabe des Erlebten zu 
werten. Die Schilderung des Vorfalles in so charakteristischer Weise, wie sie nur 
von demjenigen zu erwarten ist, der den Vorfall selbst erlebt hat, ist ein weiteres 
Indiz für die Richtigkeit der Deposition. Für die Korrektheit einer Aussage spricht 
unter anderem die Konstanz in der Aussage bei verschiedenen Befragungen. Bei 
wahrheitswidrigen Bekundungen fehlen diese Kennzeichen regelmässig. Indizien 
für bewusst oder unbewusst falsche Aussagen sind Unstimmigkeiten oder grobe 
Widersprüche in den eigenen Aussagen, Zurücknahme, erhebliche Abschwächun-
gen oder Übersteigerungen im Verlaufe mehrerer Einvernahmen, unklare, ver-
schwommene oder ausweichende Antworten und gleichförmige, eingeübt wirkende 
Aussagen. Die Richtigkeit einer Deposition muss alsdann auf ihre Übereinstimmung 
mit den Lebenserfahrungen und dem Ergebnis der übrigen Beweiserhebungen ge-
prüft werden. Auch im System der Glaubwürdigkeitskriterien von Arntzen (Arnt-
zen/Michaelis-Arntzen, Psychologie der Zeugenaussage, System der Glaubwürdig-
keitsmerkmale, 3. Auflage, München 1993) steht an erster Stelle die Aussage 
selbst. Kriterien des glaubhaften Aussageinhalts sind der Grad der Detaillierung und 
der inhaltlichen Besonderheit sowie die Homogenität der Aussage. Die Glaubwür-
digkeit aus dem Verlauf der Aussageentwicklung ergibt sich aus der relativen Kon-
stanz einer Aussage in zeitlich auseinanderliegenden Befragungen sowie die Er-
gänzbarkeit der Deposition bei nachfolgenden Befragungen. Nacherlebende Ge-
fühlsbeteiligung und ungesteuerte Aussageweise sprechen für einen hohen Wahr-
heitsgehalt. Der Grad der Objektivität ist schliesslich massgebend für den Grad der 

2

Glaubwürdigkeit, der sich aus dem Motivationsumfeld ergibt (vgl. Arntzen/Michaelis-
Arntzen, a.a.O., S. 15 ff.).

3. a) B. hat sich weder in der Untersuchung noch vor Schranken des 
Kantonsgerichts zur Sache geäussert. Dies wirkt sich weder zu seinen Gunsten 
noch zu seinen Lasten aus. Seine Rolle im Rahmen des vorliegend zu beurteilenden 
Sachverhaltes ist aufgrund der übrigen vorhandenen Beweismittel zu würdigen. Wie 
sich aus dem Plädoyer von Rechtsanwalt Dr. iur. Markus Raess ergibt, bestreitet B. 
jedoch nicht, am Hanfanbau in den Lagerhallen in N. und O. beteiligt gewesen zu 
sein. 

b) In einem ersten Schritt stellt sich die Frage, was die Angeklagten in den 
Lagerhallen in N. und O. tatsächlich angepflanzt haben. In ihrer ersten polizeilichen 
Einvernahme vom 14. Mai 2002 haben C. (act. 16.1) und A. (act. 16.2) bestritten, 
überhaupt Hanf angebaut zu haben. In der zweiten polizeilichen Einvernahme vom 
14. Mai 2002 hat A. (act. 16.3) zugestanden, dass Hanf angepflanzt worden ist. 
Auch C. hat in der polizeilichen Einvernahme vom 15. Mai 2002 (act. 16.4) aner-
kannt, dass in den Lagerhallen Hanf angebaut worden ist. In den nachfolgenden 
Einvernahmen (vgl. Schlusseinvernahme C. vom 29. August 2003, act. 16.11, S. 3 
Mitte; Schlusseinvernahme A. vom 29. August 2003, act. 16.17, S. 2 unten) und 
auch vor Schranken des Kantonsgerichts haben beide Angeklagten nicht mehr be-
stritten, dass sie zusammen mit B. Hanf angebaut haben. Auch aus den Zeugen-
einvernahmen ergibt sich, dass in den Hallen in N. und O. Hanf angebaut wurde 
(vgl. polizeiliche Einvernahme von H. vom 15. Mai 2002, act. 15.3; polizeiliche Ein-
vernahme von J. vom 3. Juni 2002, act. 15.4; untersuchungsrichterliche Einver-
nahme von H. vom 12. März 2003, act. 15.5, S. 2 unten/S. 3 oben; polizeiliche Ein-
vernahme von I. vom 22. Mai 2002, act. 15.6). Insofern trifft der Einwand von 
Rechtsanwalt Dr. iur. Markus Raess, es sei nicht klar, ob Kräuterpflanzen oder Hanf 
angebaut worden seien, nicht zu. Die Aussagen von A. und C. sind diesbezüglich 
eindeutig (siehe auch Dokumentation act. 13.9!). Es ist somit erwiesen, dass in den 
Lagerhallen in N. und O. Hanf kultiviert wurde. A. und C. haben jedoch sowohl in 
ihren Schlusseinvernahmen vom 29. August 2002 (C. act. 16.11, S. 4 Mitte; A. act. 
16.17, S. 2 unten) als auch vor Schranken des Kantonsgerichts die Meinung vertre-
ten, es habe sich um Industriehanf gehandelt, da sie kaum einen Erlös erzielt hätten. 
Dieser Argumentation kann nicht gefolgt werden. Aus den Aussagen von A. und C. 
ergibt sich klar und unzweifelhaft, dass mit dem Anbau des Hanfs sehr wohl und 
sogar ein grosser Erlös erzielt worden ist. Sowohl A. (polizeiliche Einvernahme vom 
15. Mai 2002, act. 16.5, S. 3 unten und untersuchungsrichterliche Einvernahme vom 

2

16. Mai 2002, act. 16.7, S. 3) als auch C. (polizeiliche Einvernahme vom 15. Mai 
2002, act. 16.6, S. 3 und untersuchungsrichterliche Einvernahme vom 16. Mai 2002, 
act. 16.8, S. 3 Mitte) haben ausgesagt, sie hätten je ungefähr Fr. 120'000.-- aus 
dem Verkaufserlös erhalten. A. hat seine Aussage anlässlich der Hauptverhandlung 
vor dem Kantonsgericht Graubünden wiederholt. C. hat in der Schlusseinvernahme 
vom 29. August 2003 diese Summe nicht bestätigt (vgl. act. 16.11, S. 4). Vor 
Schranken des Kantonsgerichts jedoch hat C. auf entsprechende Frage des Vorsit-
zenden erklärt, dass er tatsächlich Fr. 120'000.-- aus dem Verkaufserlös erhalten 
habe. Der Erlös hat somit erwiesenermassen mindestens Fr. 240'000.-- betragen. 
Er ist fraglos noch höher gewesen, da B. mit Sicherheit auch einen Anteil erhalten 
hat. Wie hoch dieser Anteil gewesen ist, lässt sich jedoch den Akten nicht entneh-
men. Die von A. und C. genannten Geldbeträge entsprechen aber ohne Zweifel 
einem grossen Erlös, wurden sie doch in ungefähr neun Monaten (erste Ernte im 
Juni 2001, letzte Ernte im Februar 2002) erzielt. Es mag zutreffen, dass die Investi-
tionen, die A. und C. für den Aufbau und den Betrieb der Hanfplantagen tätigten, 
sich mit ihrem Anteil am Verkaufserlös ungefähr deckten oder diesen sogar über-
trafen. Dies hat jedoch einzig Auswirkungen auf die Höhe eines allenfalls erzielten 
Gewinnes, nicht aber auf die Tatsache, dass der Verkaufserlös an sich gross war. 
Im Übrigen spricht - entgegen den Ausführungen von Rechtsanwalt lic. iur. Andrea 
Bianchi - die Höhe des Verkaufserlöses nicht dagegen, dass in den Lagerhallen 
Hanf vom Drogentyp angebaut worden ist; vielmehr spricht der erzielte Erlös sogar 
dafür. Wenn Rechtsanwalt lic. iur. Andrea Bianchi geltend macht, Drogenhanf werde 
wegen des hohen THC-Gehaltes zu einem Preis von Fr. 10.-- bis Fr. 20.-- pro 
Gramm verkauft, während vorliegend höchstens ein Grammpreis von Fr. 3.50 erzielt 
worden sei, so ist dem entgegen zu halten, dass für Drogenhanf nicht zwingend die 
erwähnten höheren Grammpreise erzielt werden müssen. Kommt hinzu, dass 
gemäss A. und C. die Hanfprodukte nicht direkt an Endabnehmer, sondern an Han-
fläden beziehungsweise Zwischenhändler (vgl. z.B. polizeiliche Einvernahme von 
A. vom 15. Mai 2002, act. 16.5, S. 4 oben; polizeiliche Einvernahme C. vom 15. Mai 
2002, act. 16.6, S. 3 Mitte) geliefert wurden, welche die Hanfprodukte zweifellos zu 
einem höheren Preis weiterverkauften, als sie sie eingekauft hatten. Damit lässt sich 
der tiefere Grammpreis ohne Weiteres erklären. Zudem werden für Industriehanf-
blüten, die zum Beispiel der Gewinnung von ätherischen Ölen dienen, Grammpreise 
von weit unter Fr. 3.50, oft nur im Bereiche von einigen wenigen Rappen, bezahlt. 
Der vorliegend erzielte Grammpreis spricht daher nicht gegen, sondern klarerweise 
für den Anbau von Drogenhanf. Ferner weist die Art des Anbaus der Hanfpflanzen 
darauf hin, dass es sich nicht um Industriehanf gehandelt hat. Die Aufzucht erfolgte 
in Lagerhallen und nicht auf freiem Feld. Die Lagerhallen waren von den Angeklag-

2

ten (vgl. polizeiliche Einvernahme von A. vom 15. Mai 2002, act. 16.5, S. 1 und 2) 
mit Licht-, Bewässerungs-, Dünge- und Belüftungsanlagen ausgebaut worden, was 
auf dem Fotoblatt (act. 13.7) unschwer erkennbar ist. A. hat vor Schranken des Kan-
tonsgerichts bestätigt, dass er die sanitären Anlagen erstellt habe und die weiteren 
Anlagen in ihrem Auftrag von Drittpersonen installiert worden seien. Mit den Licht-, 
Bewässerungs-, Dünge- und Belüftungsanlagen waren die Lagerhallen dafür einge-
richtet, Hanf mit möglichst hohem THC-Gehalt zu kultivieren. Im Weiteren haben A. 
und C. anlässlich der Hauptverhandlung vor dem Kantonsgericht Graubünden gel-
tend gemacht, es seien hohe Stromkosten angefallen, die sie hätten bezahlen müs-
sen. Weiter waren für die Miete der Lagerhallen monatlich mehrere tausend Fran-
ken zu bezahlen. Dies zeigt deutlich, dass es sich um eine kostenintensive Aufzucht 
handelte. Alle genannten Tatsachen sprechen klar und eindeutig gegen den Anbau 
von Industriehanf. Daneben handelt es sich bei den Hanfsorten, die gemäss hand-
schriftlichen Notizen, welche von A. stammen (Auszug aus den Notizbüchlein, act. 
13.26 und act. 13.27), angebaut wurden, nicht um Industriehanfsorten. A. hat dies 
in der polizeilichen Einvernahme vom 14. Mai 2002 selbst bestätigt (act. 16.3, S. 1 
unten/S. 2 oben). Und schliesslich ist nicht ersichtlich, weshalb die Angeklagten die 
gesamten Hanfpflanzungen im Februar 2002 hätten vernichten sollen, als sie be-
fürchteten, es könnte zu Polizeikontrollen kommen, wenn sie lediglich Industriehanf 
angebaut hätten. Auch die Tatsache, dass die Angeklagten um keine Bewilligung 
für den Hanfanbau beim Kanton Graubünden nachgesucht haben, obwohl sie die 
beiden Plantagen ungefähr ein Jahr lang beziehungsweise etwa ein halbes Jahr 
lang erfolgreich bewirtschaftet haben, spricht gegen den Anbau von Industriehanf. 
Schlussendlich ist auch nicht nachvollziehbar, weshalb die Angeklagten den Hanf-
anbau in der ersten Einvernahme hätten leugnen und in den nächsten Einvernah-
men nur zögerlich hätten zugeben sollen, wenn sie tatsächlich Industriehanf ange-
baut hätten. Auch der Umstand, dass keine Quittungen ausgestellt wurden, dass 
nur eine rudimentäre Buchhaltung geführt wurde und dass C. davon ausging, ihr 
Tun könnte illegal sein (vgl. polizeiliche Einvernahme von A. vom 15. Mai 2002, act. 
16.5, S. 3 unten; polizeiliche Einvernahme von C. vom 15. Mai 2002, act. 16.6, S. 3 
Mitte; untersuchungsrichterliche Einvernahme von A. vom 16. Mai 2002, act. 16.7, 
S. 2 Mitte und S. 3 unten; untersuchungsrichterliche Einvernahme von C. vom 16. 
Mai 2002, act. 16.8, S. 3 unten; untersuchungsrichterliche Einvernahme von A. vom 
20. Juni 2003, act. 16.10, S. 2 Mitte und S. 4 unten), spricht eindeutig für den Anbau 
von Drogenhanf. Nach dem Dargelegten hegt das Kantonsgericht keine Zweifel, 
dass in den Lagerhallen in N. und O. kein Industriehanf, sondern Hanf vom Drogen-
typ angebaut worden ist. Die Aussagen von A. und C., es sei Industriehanf ange-
pflanzt worden, erweisen sich als reine Schutzbehauptungen. Daran vermag auch 

2

der Umstand nichts zu ändern, dass der THC-Gehalt der angebauten Hanfpflanzen 
nicht ermittelt werden konnte, weil die Angeklagten die Hanfkulturen im Zeitpunkt 
der Hausdurchsuchungen bereits vernichtet gehabt hatten und keine Hanfpflanzen 
mehr aufgefunden werden konnten. Es genügt, dass sich aus den Aussagen, dem 
Verhalten der Angeklagten und den übrigen Umständen eindeutig ergibt, dass die 
Angeklagten Hanf vom Drogentyp angebaut haben. Entgegen den Ausführungen 
von Rechtsanwalt lic. iur. Andrea Bianchi handelt es sich beim THC-Gehalt von 0.3 
% im Weiteren nicht um ein objektives Tatbestandsmerkmal, was sich klar aus der 
Rechtsprechung des Bundesgerichts ergibt, wonach sich auch derjenige strafbar 
macht, der Hanf mit einem THC-Gehalt von weniger als 0.3 % zur Betäubungsmit-
telgewinnung anbaut, sofern er mit direktem Vorsatz handelt (vgl. BGE 126 IV 198; 
bezüglich objektivem Tatbestandsmerkmal siehe auch Urteil des Kassationshofes 
vom 18. September 2001, 6P.94/2001 und 6S.415/2001, E 4a). Schliesslich weisen 
aber auch die Aussagen von A. und C. darauf hin, dass Hanf mit einem THC-Gehalt 
von mehr als 0.3 % angebaut worden ist. A. hat in der untersuchungsrichterlichen 
Einvernahme vom 16. Mai 2002 (act. 16.7, S. 3 Mitte) ausgesagt, sie hätten den 
THC-Gehalt nicht untersucht, aber B. habe einmal gesagt, dass es sich beim Hanf 
um gute Qualität handle. Sicher aber sei der THC-Gehalt höher als 0.3 % gewesen. 
Er könne sich vorstellen, dass dieser auch über 5 % gewesen sei. In der untersu-
chungsrichterlichen Einvernahme vom 20. Juni 2003 (act. 16.10, S. 7) erklärte A., 
er habe das Wort THC zum ersten Mal vom einvernehmenden Polizisten gehört. B. 
habe einmal gesagt, dass die Qualität der Pflanzen nicht so schlecht sei. Was er 
damit gemeint habe, wisse er nicht. In der Schlusseinvernahme vom 29. August 
2003 (act. 16.17, S. 2) schliesslich sagte A., er behaupte, dass der THC-Gehalt des 
von ihnen angebauten Hanfs nicht über 0.3 % gelegen habe. Die Aussage von A., 
er habe zum erstenmal vom einvernehmenden Polizeibeamten das Wort THC 
gehört, ist nicht glaubhaft. Wer die Diskussion über die Legalisierung von Hanf in 
den Medien einigermassen aufmerksam verfolgt, kommt unweigerlich mit dem Be-
griff THC in Berührung. A. hat ausgesagt, dass er die Diskussion über die Liberali-
sierung von Hanf verfolge (polizeiliche Einvernahme vom 14. Mai 2002, act. 16.2, 
S. 2 unten). Nach den Aussagen von H. surften sie und A. zudem im Internet und 
haben sich schlau gemacht bezüglich Hanf, bevor sich A. entschloss, bei B. einzu-
steigen (vgl. polizeiliche Einvernahme von H. vom 15. Mai 2002, act. 15.3, S. 1). H. 
hat weiter ausgesagt, dass sie viel in den Zeitungen über den Hanfanbau lese und 
auch Artikel herausreisse, welche sie A. dann zeige (polizeiliche Einvernahme vom 
15. Mai 2002, act. 15.2, S. 2, vgl. auch Dokumentation act. 13.28!). Unter diesen 
Umständen ist davon auszugehen, dass A. über THC mindestens in den Grundzü-
gen informiert war, insbesondere auch deshalb, weil der THC-Gehalt ein wichtiges 

2

Merkmal und Unterscheidungskriterium für Hanf ist. Bezeichnenderweise begründet 
A. seine Aussage, der THC-Gehalt ihrer Hanfpflanzen habe unter 0.3 % gelegen, 
nicht weiter. Alle übrigen Beweismittel sprechen denn auch für Hanf mit einem höhe-
ren THC-Gehalt. Insbesondere hat B. gemäss Aussage von A. den Hanf als von 
guter Qualität beziehungsweise nicht so schlecht bezeichnet. B. verfügt bereits über 
einige Erfahrung mit Hanf. Wie sich aus seinen Vorstrafen ergibt, hat er schon mehr-
fach Hanf vom Drogentyp besessen beziehungsweise angebaut. Insbesondere 
aber hat B. selbst Marihuana konsumiert, wie sich aus dem Urteil des Bezirksge-
richts Unterrheintal vom 5. April 2000, S. 8 f., ergibt. Aus demselben Urteil kann auf 
Seite 8 entnommen werden, dass B. den THC-Gehalt seiner Pflanzen damals auf 5 
- 6 % schätzte und das gewonnene Marihuana als qualitativ gut bewertete. Wenn 
B. die Qualität des Hanfes vorliegend als gut beziehungsweise nicht so schlecht 
bezeichnete, so spricht dies zweifellos für einen THC-Gehalt von mehr als 0.3 %, 
gilt doch Hanf ab einem THC-Gehalt von 3 % als gute Qualität. Zudem waren die 
Lagerhallen in N. und O. mit den Licht-, Belüftungs-, Bewässerungs- und Düngean-
lagen dafür eingerichtet, Hanf mit einem möglichst hohen THC-Gehalt zu kultivieren. 
Und schliesslich weist - wie bereits ausgeführt - auch der erzielte Verkaufserlös dar-
auf hin, dass der THC-Gehalt der verkauften Blüten höher als 0.3 % war. Die Be-
teuerungen von A., der Hanf habe einen tieferen THC-Gehalt aufgewiesen als 0.3 
%, überzeugen daher nicht. C. erklärte in der untersuchungsrichterlichen Einver-
nahme vom 16. Mai 2002 (act. 16.8, S. 3), dass zwar nie eine Analyse des THC-
Gehalts veranlasst worden sei, dass er aber denke, der von ihnen angebaute Hanf 
sei nicht schlecht gewesen und habe deshalb auch einen guten THC-Gehalt aufge-
wiesen. In der Schlusseinvernahme vom 29. August 2002 (act. 16.11, S. 2 unten) 
sagte er dann, er könne keine Angaben zum THC-Gehalt machen. Seine frühere 
Aussage diesbezüglich habe er unter Druck gemacht. In den Akten sind keine Hin-
weise dafür zu finden, dass C. unter Druck gesetzt worden wäre. Er hat vielmehr 
selbst bestätigt, dass er von der Polizei zu keinem Zeitpunkt unter Druck gesetzt 
worden sei und seine Aussage frei habe machen können (untersuchungsrichterliche 
Einvernahme vom 16. Mai 2002, act. 16.8, S. 1 unten). Auch bezüglich der untersu-
chungsrichterlichen Einvernahme vom 16. Mai 2002 sind keine Hinweise auf Druck-
versuche ersichtlich. Insbesondere war C. im Zeitpunkt, als er am 16. Mai 2002 vor 
dem Untersuchungsrichter aussagte, bereits aus der Untersuchungshaft entlassen 
worden (vgl. Rapport Haftentlassung, act. 8.7: Austrittsdatum Donnerstag, 16. Mai 
2002 / 15:30 Uhr; untersuchungsrichterliche Einvernahme vom 16. Mai 2002, act. 
16.8: Beginn 16:00 Uhr). Auch die Aussage von C. in der Schlusseinvernahme vom 
29. August 2003, er habe am 16. Mai 2002 unter Druck ausgesagt, weil er Angst 
gehabt habe, dass er auf unbestimmte Zeit in Untersuchungshaft genommen werde, 

2

wenn seine Aussagen nicht mit jenen der anderen Personen übereinstimmen wür-
den (act. 16.11, S. 4 unten), erweist sich als Schutzbehauptung. Wie sich der un-
tersuchungsrichterlichen Einvernahme vom 16. Mai 2002 (act. 6.8) leicht entneh-
men lässt, wurden C. gar keine Aussagen von anderen Personen vorgehalten. C. 
hat zweifelsohne frei und ohne Druck seine Aussage bezüglich der Qualität des 
angebauten Hanfs machen können. Sie stimmt auch mit den weiteren Beweismitteln 
überein, weshalb sie glaubhaft ist. Aufgrund der Aussagen von A. und C. ist folglich 
davon auszugehen, dass der von ihnen und B. in den Lagerhallen in N. und O. 
angebaute Hanf von guter Qualität war und daher einen THC-Gehalt von mehr als 
0,3 % aufwies. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass gemäss Analyse in 
einer einem Staubsauger in der Lagerhalle in N. entnommenen geringen Menge 
Hanf (zusammen mit anderem Material ca. 25 mg) lediglich Spuren an THC gefun-
den werden konnten (vgl. Analysebericht vom 29. Mai 2002, act. 13.17). Denn 
gemäss Auskunft von Z., Laborleiter des IRM St. Gallen, wo die Probe untersucht 
wurde, kann nicht gesagt werden, ob es sich beim pflanzlichen Material in der Probe 
um Rückstände von Hanfblättern, Hanfstängeln oder Hanfblüten handelt (vgl. Ak-
tennotiz des Untersuchungsrichters vom 17. Februar 2002, act. 13.19). Aus dem 
Analysebericht lassen sich daher keine zuverlässigen Rückschlüsse auf den THC-
Gehalt der verkauften Hanfblüten ziehen. Das Ergebnis der Analyse vermag daher 
die eindeutige und klare Aussage der anderen Beweismittel, dass nämlich in den 
Lagerhallen in N. und O. Hanf vom Drogentyp angebaut worden ist, nicht zu er-
schüttern. 

Aus dem Dargelegten erhellt, dass die Angeklagten in den Lagerhallen in N. 
und O. Hanf angebaut haben, der einen THC-Gehalt von mehr als 0.3 % aufgewie-
sen hat.

4. a) Art. 1 Abs. 1 BetmG definiert den Begriff Betäubungsmittel als ab-
hängigkeitserzeugende Stoffe und Präparate der Wirkungstypen Morphin, Kokain 
und Cannabis. Ausdrücklich wird damit Cannabis als abhängigkeitserzeugender 
Stoff unter Art. 1 Abs. 1 BetmG subsumiert. Weiter fällt Hanfkraut als Rohmaterial 
(Art. 1 Abs. 2 lit. a Ziff. 4 BetmG) sowie als Wirkstoff das Harz der Drüsenhaare (Art. 
1 Abs. 2 lit. b Ziff. 3 BetmG) unter die vom Betäubungsmittelgesetz erfassten Sub-
stanzen, ohne Rücksicht auf den Gehalt an psychoaktiven Substanzen (bei Hanf 
insbesondere Delta-Tetrahydrocannabinol). Es schliesst sodann weitere Stoffe ein, 
die "eine ähnliche Wirkung haben wie die Stoffe der Gruppen a oder b dieses Ab-
satzes" (Art. 1 Abs. 2 lit. c BetmG). Handel und Umgang mit Hanfkraut unterstehen 
der staatlichen Kontrolle (Art. 2 BetmG). Art. 8 Abs. 1 lit. d BetmG hält fest, dass 

2

"Hanfkraut zur Betäubungsmittelgewinnung und das Harz seiner Drüsenhaare (Ha-
schisch)" nicht angebaut, eingeführt, hergestellt oder in Verkehr gebracht werden 
darf. Im Verzeichnis der verbotenen Stoffe (Anhang a und d zur Verordnung des 
Bundesamtes für Gesundheitswesen über die Betäubungsmittel und psychotropen 
Stoffe [BetmV]) sind das Hanfkraut (Cannabis) zur Betäubungsmittelgewinnung, 
Cannabisextrakte zur Betäubungsmittelgewinnung, Can-nabisharz etc. und Te-
trahydrocannabinol (THC) ebenfalls als Betäubungsmittel aufgeführt. Wann Hanf-
kraut als Rohmaterial respektive als gebrauchsfertiges Betäubungsmittel zu gelten 
hat, geht aus dem Betäubungsmittelgesetz zwar nicht hervor, lässt sich nach dem 
Bundesgericht aber aus der Gesetzgebung zu den Lebensmitteln und der Landwirt-
schaft herleiten (BGE 126 IV 199).

Der Bundesrat hat in bestimmten Fällen Anbau und Verkauf von Hanf gestat-
tet. So können Hanf und Hanfprodukte zugelassene Bestandteile von Lebensmitteln 
sein (Art. 1 und 2 in Verbindung mit Anhang 4, S. 88, der Verordnung über Fremd-
Inhaltsstoffe in Lebensmitteln vom 26. Juni 1995, gestützt auf Art. 7, 9 Abs. 2 und 
16 Abs. 3 der Lebensmittelverordnung vom 1. März 1995). Die Vorschriften zur 
Landwirtschaft erlauben den Anbau einiger namentlich aufgeführter Hanfsorten ("In-
dustriehanf", Art. 4 und Anhang 4, S. 18, der Verordnung des Bundesamtes für 
Landwirtschaft über den Sortenkatalog für Getreide, Kartoffeln, Futterpflanzen und 
Hanf vom 7. Dezember 1998; Delegation der Zuständigkeit an das Bundesamt für 
Landwirtschaft in Art. 4 Abs. 3 der Verordnung über die Produktion und das Inver-
kehrbringen von pflanzlichem Vermehrungsmaterial vom 7. Dezember 1998, ge-
stützt insbesondere auf Art. 162 des Bundesgesetzes über die Landwirtschaft vom 
29. April 1998). In allen genannten Fällen haben die zuständigen Bundesämter 
Grenzwerte für den Gehalt an THC festgesetzt, die nicht überschritten werden dür-
fen, damit die zugelassenen Produkte und Hanfsorten nicht als Betäubungsmittel 
missbraucht werden. Bei Industriehanf liegt der Grenzwert bei einem THC-Gehalt 
von 0,3 %, bei Lebensmitteln je nach Produkt zwischen 0,2 und 50 mg THC/kg. 
Diese Grenzwerte dienen nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtes als Mass-
stab dafür, ab welchem Gehalt an THC ein Hanfprodukt als Betäubungsmittel gelten 
muss und nach Art. 8 Abs. 1 lit. d BetmG nicht mehr in Verkehr gebracht werden 
darf (BGE 126 IV 200).

Gemäss Art. 19 Ziff. 1 BetmG macht sich strafbar, wer unbefugt alkaloidhal-
tige Pflanzen und Hanfkraut zur Gewinnung von Betäubungsmitteln anbaut (Abs. 
1), wer Betäubungsmittel unbefugt herstellt, auszieht, umwandelt oder verarbeitet 
(Abs. 2), wer sie unbefugt lagert, versendet, befördert, einführt, ausführt oder durch-

2

führt (Abs. 3), wer sie unbefugt anbietet, verteilt, verkauft, vermittelt, verschafft, ver-
ordnet, in Verkehr bringt oder abgibt (Abs. 4), ebenso wer sie unbefugt besitzt, auf-
bewahrt, kauft oder sonst wie erlangt (Abs. 5), wer hierzu Anstalten trifft (Abs. 6), 
wer den unerlaubten Verkehr mit Betäubungsmitteln finanziert oder seine Finanzie-
rung vermittelt (Abs. 7) und wer öffentlich zum Betäubungsmittelkonsum auffordert 
oder öffentlich Gelegenheit zum Erwerb oder Konsum von Betäubungsmitteln be-
kannt gibt (Abs. 8). Die Strafe ist bei vorsätzlicher Tatbegehung Gefängnis oder 
Busse, in schweren Fällen Zuchtshaus oder Gefängnis nicht unter einem Jahr, al-
lenfalls verbunden mit einer Busse bis zu Fr. 1'000'000.--. Soweit vorerwähnte 
Handlungen dem Eigenkonsum dienen, erfahren sie gemäss Art. 19a Ziff. 1 BetmG 
eine privilegierte Behandlung; als Strafe drohen in diesem Falle - wie für den unbe-
fugten Konsum von Betäubungsmitteln selbst - Haft oder Busse. In leichten Fällen 
kann das Verfahren eingestellt oder von einer Strafe abgesehen werden. Es kann 
eine Verwarnung ausgesprochen werden (Art. 19a Ziff. 2 BetmG).

Ein schwerer Fall liegt gemäss Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG einmal vor, wenn 
der Täter weiss oder annehmen muss, dass sich die Widerhandlung auf eine Menge 
von Betäubungsmitteln bezieht, welche die Gesundheit vieler Menschen in Gefahr 
bringen kann. In BGE 117 IV 314 ff. legte das Bundesgericht fest, dass Art. 19 Ziff. 
2 lit. a BetmG in Fällen, in denen sich die Widerhandlung gemäss Art. 19 Ziff. 1 
BetmG auf Cannabissubstanzen bezieht, nicht anwendbar ist. Ausdrücklich hielt 
das Bundesgericht im selben Entscheid aber fest, dass eine qualifizierte Tatbege-
hung weiterhin anzunehmen ist, wenn der Täter als Mitglied einer Bande gehandelt 
hat, die sich zur Ausübung des unerlaubten Betäubungsmittelverkehrs zusammen-
gefunden hat (Art. 19 Ziff. 2 lit. b BetmG), oder wenn er durch gewerbsmässiges 
Handeln einen grossen Umsatz oder einen erheblichen Gewinn erzielt hat (Art. 19 
Ziff. 2 lit. c BetmG). Gewerbsmässig im Sinne von lit. c handelt, wer die deliktische 
Tätigkeit nach Art eines Berufes ausübt (BGE 116 IV 325 ff., 119 IV 132). Der Täter 
handelt berufsmässig, wenn aus den gesamten Umständen geschlossen werden 
muss, dass er sich darauf eingerichtet hat, durch deliktische Handlungen Einkünfte 
zu erzielen, die einen namhaften Beitrag an die Kosten zur Finanzierung seiner Le-
bensgestaltung darstellen. Als Indiz für die Gewerbsmässigkeit gelten beispiels-
weise die Anzahl oder Häufigkeit der während eines bestimmten Zeitraums bereits 
verübten Taten oder auch die Entwicklung eines Systems beziehungsweise einer 
bestimmten Methode (BGE 116 IV 319 f.). Es ist dabei notwendig, dass der Täter 
die Tat bereits mehrfach begangen hat, dass er in der Absicht handelte, ein Er-
werbseinkommen zu erlangen, und dass aufgrund seiner Taten geschlossen wer-
den muss, er sei zu einer Vielzahl von unter den fraglichen Tatbestand fallenden 

2

Taten bereit gewesen (Stratenwerth, Schweizerisches Strafrecht, BT I, Bern 1993, 
S. 331; BGE 116 IV 325 ff., 119 IV 132). Auf die zusätzlichen Voraussetzungen des 
grossen Umsatzes oder erheblichen Gewinns findet die in BGE 117 IV 63 entwi-
ckelte Rechtsprechung Anwendung, wonach der erzielte Bruttoumsatz beziehungs-
weise Nettoerlös massgebend ist, wobei ein Betrag in der Grössenordnung von Fr. 
110'000.-- als grosser Umsatz gilt (BGE 117 IV 64, bestätigt in BGE 122 IV 216 und 
in BGE 129 IV 188, wo ein Umsatz von Fr. 100'000.-- oder mehr als gross bezeich-
net wird). Ein erheblicher Gewinn im Sinne des Gesetzes liegt gemäss dem Kan-
tonsgericht Graubünden bei einer Nettoertragssumme von Fr. 35'000.-- vor (vgl. Ur-
teil des Kantonsgerichtes Graubünden vom 22. April 1986 in Sachen P.R.K.; vgl. 
zum Ganzen sodann SJZ 94 (1998) Nr. 24, S. 541 f.). Laut einem neuen Urteil des 
Bundesgerichts hat derjenige, welcher durch gewerbsmässigen Handel mit Betäu-
bungsmitteln Fr. 10'000.-- oder mehr verdient, einen „erheblichen Gewinn“ erzielt 
(BGE 129 IV 253).

b) Wie bereits einlässlich dargelegt, bauten die Angeklagten in der Zeit von 
März 2001 beziehungsweise August 2001 bis Februar 2002 in zwei Lagerhallen in 
N. und O. Hanf an. Für die im Zusammenhang mit den Hanfplantagen und der Ernte 
der Hanfpflanzen anfallenden Arbeiten beschäftigten sie bis zu drei weitere Perso-
nen. Die Hanfblüten und teilweise auch die Hanfblätter wurden nach der Ernte von 
den Hanfpflanzen getrennt, getrocknet und abgepackt (vgl. Schlusseinvernahme 
von C. vom 29. August 2003, act. 16.11, S. 3 Mitte; untersuchungsrichterliche Ein-
vernahme von A. vom 16. Mai 2002, act. 16.7, S. 3; untersuchungsrichterliche Ein-
vernahme von H. vom 12. März 2003, act. 15.5, S. 1 unten). Anschliessend hat B. 
die Blüten übernommen und verkauft. Die Verteidiger der Angeklagten haben gel-
tend gemacht, es könne den Akten nicht mit der notwendigen Sicherheit entnom-
men werden, dass B. die Hanfblüten tatsächlich verkauft habe, denn es hätten keine 
Käufer ermittelt werden können und A. und C. hätten keine sicheren Angaben darü-
ber machen können, da sie nie miterlebt hätten, dass B. Hanfblüten verkauft habe. 
Wie bereits dargelegt, haben A. und C. gemäss ihren eigenen Aussagen je Fr. 
120'000.-- von B. erhalten. Allein die Höhe dieser Beträge zeigt klarerweise auf, 
dass B. die Hanfblüten verkauft hat, denn zweifellos hat er die Zahlungen an A. und 
C. nicht aus seinem persönlichen Vermögen getätigt. Er wäre dazu gemäss seinen 
eigenen Angaben zu seinen finanziellen Verhältnissen vor Schranken des Gerichts, 
wonach er von dem lebe, was sein Restaurant abwerfe, und wonach er EUR 
130'000.-- Schulden habe, auch nicht in der Lage gewesen. Die Akten enthalten 
keine Hinweise, dass das Geld, welches B. seinen Mitangeklagten ausbezahlt hat, 
von ihm selbst oder aus einer anderen Quelle stammen könnte, denn aus dem Ver-

2

kauf der Hanfblüten. Vielmehr hat B. seinen Mitangeklagten offenbar jeweils mitge-
teilt, wie viel er mit dem Verkauf der Hanfblüten gelöst habe (vgl. insbesondere po-
lizeiliche Einvernahme von C. vom 15. Mai 2002, act. 16.6, S. 3; untersuchungsrich-
terliche Einvernahme von A. vom 16. Mai 2002, act. 16.7, S. 3 oben). Im weiteren 
ist offensichtlich, dass die in den Lagerhallen in N. und O. produzierte Menge Hanf-
blüten weit über einem möglichen Eigenkonsum durch B. liegt. Schliesslich sind 
auch A. und C. davon ausgegangen, dass B. die Blüten verkaufte. Sie waren sogar 
in der Lage, gewisse, wenn auch nur rudimentäre Angaben zu möglichen Abneh-
mern zu machen (vgl. polizeiliche Einvernahme von A. vom 15. Mai 2002, act. 16.5, 
S. 4; polizeiliche Einvernahme von C. vom 15. Mai 2002, act. 16.6, S. 3). Für das 
Kantonsgericht bestehen - vor allem auf Grund der erfolgten Zahlungen an A. und 
C. - keine Zweifel, dass B. die getrockneten Hanfblüten verkauft hat. Die Menge der 
produzierten und verkauften Hanfblüten kann den Akten nicht mit Sicherheit ent-
nommen werden. Sowohl C. (act. 16.11, S. 2) als auch A. (act. 16.17, S. 1 f.) haben 
in ihren jeweiligen Schlusseinvernahmen vom 29. August 2003 erklärt, sie könnten 
nicht bestätigen, dass 100 kg Hanfblüten verkauft worden seien, es seien weniger 
gewesen. Geht man von den Angaben von A. (vgl. polizeiliche Einvernahme vom 
15. Mai 2002, act. 16.5, S. 3 oben) und C. (vgl. polizeiliche Einvernahme vom 15. 
Mai 2002 , act. 16.6, S. 2 f.) aus, dass in den beiden Lagerhallen jeweils in vier 
Räumen Hanf angepflanzt wurde, der nach drei Monaten geerntet werden konnte, 
so ergeben sich für die Lagerhalle in N., welche ein Jahr lang in Betrieb war, 16 
Ernten, für die Lagerhalle in O., welche ein halbes Jahr lang benutzt wurde, 8 Ern-
ten, insgesamt somit 24 Ernten. Nimmt man im weiteren die kleinste Menge Hanf-
blüten pro Ernte an, die A. und C. genannt haben, nämlich 2 kg, so erhält man eine 
Gesamtmenge von 48 kg Hanfblüten, welche produziert und verkauft worden sind. 
Der erzielte Erlös im Verhältnis zu den geltend gemachten Kilopreisen weist jedoch 
darauf hin, dass mehr Hanfblüten verkauft worden sind. So gab C. (act. 16.6) eine 
Menge von 120 kg und H. (Act. 15.3) sogar eine solche von 150 - 175 kg an. Wie 
viele Hanfblüten genau produziert und verkauft worden sind, ist für die Beantwor-
tung der Frage, ob die Angeklagten tatbestandsmässig gehandelt haben, jedoch 
unerheblich, weshalb dies nicht weiter untersucht zu werden braucht. Bezüglich des 
THC-Gehaltes der Hanfblüten ist darauf hinzuweisen, dass keine Analyse durchge-
führt werden konnte, da die Angeklagten die Hanfpflanzen aus beiden Lagerhallen 
entfernten, bevor die Polizei Hausdurchsuchungen durchführte. Der genaue THC-
Gehalt konnte daher nicht ermittelt werden. Wie jedoch bereits einlässlich dargelegt, 
ergibt sich aus den Akten, dass die angebauten Hanfpflanzen einen THC-Gehalt 
aufgewiesen haben, der über dem Grenzwert von 0.3 % lag. Damit ist erstellt, dass 
A., C. und B. in der Zeit von März 2001 bis Februar 2002 eine im Nachhinein nicht 

2

mehr genau ermittelbare Menge Hanfblüten, welche einen THC-Gehalt von mehr 
als 0.3 % aufwiesen und damit gemäss Gesetz als Betäubungsmittel zu betrachten 
waren beziehungsweise für die Betäubungsmittelgewinnung geeignet waren, an un-
bekannt viele Personen verkauft haben. Die Angeklagten mussten im Weiteren da-
von ausgehen, dass ihre Hanfblüten den Grenzwert von 0.3 % THC-Gehalt über-
schritten. B., der bereits einige Erfahrung mit Hanf aufweist, hat die Qualität der 
Hanfblüten als gut beziehungsweise nicht so schlecht bezeichnet (untersuchungs-
richterliche Einvernahme von A. vom 16. Mai 2002, act. 16.7, S. 3 Mitte; untersu-
chungsrichterliche Einvernahme von A. vom 20. Juni 2003, act. 16.10, S. 7). Seine 
Aussagen lassen erkennen, dass ihm bewusst war, dass die Hanfpflanzen einen 
THC-Gehalt von mehr als 0,3 % aufwiesen. C. hat gegenüber dem Untersuchungs-
richter am 16. Mai 2002 erklärt, er denke, dass der von ihnen angebaute Hanf nicht 
schlecht gewesen sei und deshalb auch einen guten THC-Gehalt aufgewiesen habe 
(act. 16.8, S. 3). Wie bereits ausgeführt, hat C. diese Aussage ohne Druck und völ-
lig frei machen können. Sie weist deutlich darauf hin, dass C. davon ausging, dass 
die angebauten und verkauften Hanfblüten den Grenzwert von 0.3 % THC-Gehalt 
überschritten. A. wiederum hat gegenüber dem Untersuchungsrichter am 16. Mai 
2002 erklärt, der THC-Gehalt sei sicher höher als 0.3 % gewesen (act. 16.7, S. 3). 
Später hat er diese Aussage abgeschwächt und in der Schlusseinvernahme vom 
29. August 2003 geltend gemacht, der THC-Gehalt der angebauten Hanfpflanzen 
sei tiefer als 0.3 % gewesen (act. 16.17, S. 2 unten). Die Abschwächungen von A. 
überzeugen nicht, denn aus dem Verhalten der Angeklagten ergibt sich klar und 
unzweideutig, dass sie sich bewusst waren, dass sie illegal handelten. So haben 
sie die Plantagen in beiden Lagerhallen entfernt, als sie Polizeikontrollen befürchten 
mussten. Weiter haben sie bewusst auf Quittungen und Buchhaltung verzichtet, weil 
sie keine Beweise aufbewahren wollten (vgl. untersuchungsrichterliche Einver-
nahme von C. vom 16. Mai 2002, act. 16.8, S. 3 unten). Schliesslich haben sie den 
Anbau von Hanf zunächst bestritten und anschliessend nur zögerlich zugegeben. 
Es ist unter diesen Umständen davon auszugehen, dass den Angeklagten bewusst 
war, dass sie mit Hanf handelten, der als Betäubungsmittel gelten musste. Was die 
Abnehmer mit den Hanfblüten schlussendlich taten, war den Angeklagten egal 
(Schlusseinvernahme von C. vom 29. August 2003, act. 16.11, S. 3 oben; polizeili-
che Einvernahme von A. vom 15. Mai 2002, act. 16.5, S. 4). Sie waren sich jedoch 
der Möglichkeit, dass die Hanfblüten geraucht würden, bewusst (vgl. untersu-
chungsrichterliche Einvernahme von C. vom 16. Mai 2002, act. 16.8, S. 3 unten; 
untersuchungsrichterliche Einvernahme von A. vom 20. Juni 2003, act. 16.10, S. 7). 
Mit Sicherheit war sich auch B. dieser Möglichkeit bewusst, ob ihm nun die Verwen-
dung der Hanfblüten egal war oder nicht. Dies allein schon aufgrund seiner Erfah-

2

rungen aus den früheren Strafverfahren. Schliesslich nahm J. (act. 15.4) an, dass 
dar Hanf zur Betäubungsmittelgewinnung geerntet wurde. Für I. (act. 15.6) war klar, 
dass der Hanf später geraucht werde. Trotz der Kenntnis der Missbrauchsmöglich-
keit haben die Angeklagten gemäss Aktenlage die Hanfblüten verkauft beziehungs-
weise verkaufen lassen und keine Massnahmen getroffen, die den Missbrauch des 
Hanfs wirksam hätten verhindern können, insbesondere haben sie es unterlassen, 
nur THC-arme Hanfsorten anzubauen und/oder die konkrete Verwendung durch die 
Käufer zu überprüfen. Die unbefugte Verwendung hat sich aber aufgrund der Tat-
sache, dass die Angeklagten grosse Mengen THC-reichen Hanf angebaut und ver-
kauft haben, als so wahrscheinlich aufgedrängt, dass das Verhalten der Angeklag-
ten - Produktion, Verkauf - nicht anders denn als Billigung der unrechtmässigen 
Verwendung und damit auch des Konsums ausgelegt werden muss. Sie handelten 
somit augenscheinlich zumindest mit Eventualvorsatz, was gemäss bundesgericht-
licher Rechtsprechung für die Strafbarkeit des Erwerbs und des Verkaufs von 
Betäubungsmitteln genügt (BGE 126 IV 60 und 198). Das Bundesgericht lässt beim 
Verkauf von Duftsäcklein, welche aus Hanfblüten bestehen, den Eventualvorsatz 
genügen (BGE vom 27. August 1999, 1P.362/1999). Dasselbe muss für die Hanf-
blüten selbst und für das Hanfkraut gelten. Eventualdolus liegt nach ständiger 
Rechtsprechnung vor, wenn der Täter bei seinem andere Zwecke verfolgenden 
Handeln die Herbeiführung des tatbestandsmässigen Erfolges bloss für ernsthaft 
möglich hält, aber diesen für den Fall seines Eintrittes in Kauf nimmt (Jörg Rebberg, 
Strafrecht I, 6. Auflage, Zürich 1996, S. 67), oder mit anderen Worten, wenn der 
Täter die Verwirklichung eines Tatbestandes zwar nicht mit Gewissheit voraussieht, 
aber doch ernsthaft für möglich hält, und die Erfüllung des Tatbestandes für den 
Fall, dass sie eintreten sollte, auch will. Der Eventualvorsatz unterscheidet sich auf 
der Wissensseite vom einfachen Vorsatz. Im Gegensatz zu diesem hält es der Täter 
nicht für sicher, sondern bloss für möglich, dass sich der tatbestandsmässige Erfolg 
verwirklicht. Dies nimmt er aber in beiden Fällen in seinen Tatentschluss auf. Dem-
gegenüber ist die bloss bewusst fahrlässige Herbeiführung eines deliktischen Erfol-
ges gegeben, wenn der Täter bei seinem andere Zwecke verfolgenden Handeln 
einen deliktischen Erfolg verursacht, den er zwar als mögliche Folge seines Tuns 
erkennt, auf dessen Ausbleiben er jedoch aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit ver-
traut hatte (BGE 119 IV 3). Pflichtwidrig ist die Unvorsichtigkeit, wenn der Täter die 
Vorsicht nicht beobachtet hat, zu der er nach den Umständen und nach seinen per-
sönlichen Verhältnissen verpflichtet ist (Art. 18 Abs. 3 StGB). Die Begehungsform 
entspricht zwar in Bezug auf das Wissen dem Eventualvorsatz; dagegen fehlt dem 
bewusst fahrlässig Handelnden der Wille, den möglicherweise entstandenen tatbe-
standsmässigen Erfolg zu verwirklichen (Jörg Rehberg, Strafrecht I, a.a.O., S. 68). 

2

Das oben dargelegte Verhalten der Angeklagten und die aufgezeigten einzelnen 
Elemente weisen in der Gesamtschau darauf hin, dass sie in Kauf genommen ha-
ben, dass die Ware ungesetzlich verwendet wird beziehungsweise verwendet wer-
den kann. Die Verantwortung für Verstösse gegen das Betäubungsmittelgesetz 
kann nun aber nicht ausschliesslich den Käufern der Produkte überbunden werden. 
Die Angeklagten wussten um die Möglichkeit des Missbrauchs, haben dennoch 
keine tauglichen Vorkehrungen dagegen getroffen, weil es sie letztlich nicht küm-
merte, und haben den Missbrauch mithin in Kauf genommen. Haben die Angeklag-
ten ausgewiesen mindestens eventualvorsätzlich gehandelt, stellt sich die Frage 
der Fahrlässigkeit nicht mehr. Entgegen der Auffassung der Verteidigung von A. 
und C. kann das Handeln der Angeklagten nicht unter Art. 19 Ziffer 3 BetmG sub-
sumiert werden. Damit ist erstellt, dass A., C. und B. zumindest eventualvorsätzlich 
Hanfblüten, die als Betäubungsmittel zu gelten hatten, an Personen verkauft haben 
beziehungsweise haben verkaufen lassen, die diese Hanfprodukte mittels Rauchen 
konsumieren konnten. A., C. und B. haben damit ohne Frage sowohl den objektiven 
als auch den subjektiven Tatbestand von Art. 19 Ziff. 1 BetmG erfüllt.

c) Die Staatsanwaltschaft Graubünden macht geltend, A., C. und B. hätten 
berufsmässig gehandelt sowie einen grossen Umsatz erzielt. Gewerbsmässig im 
Sinne von Art. 19 Ziff. 2 lit. c BetmG handelt, wer die deliktische Tätigkeit nach Art 
eines Berufes ausübt. Der Täter handelt berufsmässig, wenn aus den gesamten 
Umständen geschlossen werden muss, dass er sich darauf eingerichtet hat, durch 
deliktische Handlungen Einkünfte zu erzielen, die einen namhaften Beitrag an die 
Kosten zur Finanzierung seiner Lebensgestaltung darstellen. Dabei muss er zur Be-
streitung seines Lebensunterhaltes nicht zwingend auf die Einnahmen angewiesen 
sein. Der Begriff der Kosten der Lebensgestaltung ist weit zu fassen, ansonsten 
Täter, die zur Bestreitung ihres täglichen Bedarfs nicht auf die Einkünfte aus der 
deliktischen Tätigkeit angewiesen sind, bevorzugt behandelt würden. Er muss da-
her auch die Bezahlung von Vergnügen, die Anlage oder das Horten von Geld um-
fassen (vgl. BGE 110 IV 30 E 2). Es ist sodann nicht erforderlich, dass der Täter die 
deliktische Tätigkeit gewissermassen „hauptberuflich“ oder etwa im Rahmen seines 
legalen Berufes oder Gewerbes betreibt; eine quasi „nebenberufliche“ deliktische 
Tätigkeit kann als Voraussetzung für Gewerbsmässigkeit genügen. Wesentlich für 
die Annahme von Gewerbsmässigkeit ist, dass der Täter durch die deliktischen 
Handlungen relativ regelmässige Einnahmen erzielt und anstrebt, die einen nam-
haften Beitrag an die Kosten zur Finanzierung seiner Lebensgestaltung darstellen. 
Ob sich der Täter auf deliktische Tätigkeit eingerichtet hat, ist aufgrund der Um-
stände zu entscheiden. Relevante Umstände sind unter anderem die Anzahl bezie-

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hungsweise die Häufigkeit der während eines bestimmten Zeitraums bereits verüb-
ten Taten, teilweise auch die Dauer der deliktischen Tätigkeit. Weiter können auch 
die Entwicklung eines bestimmten Systems beziehungsweise einer bestimmten Me-
thode, der Aufbau einer Organisation, die Vornahme von Investitionen usw. zu den 
relevanten Umständen gehören. Dabei handelt es sich indessen nicht um notwen-
dige Voraussetzungen für die Annahme von Gewerbsmässigkeit, sondern lediglich 
um Kriterien, die als Entscheidungshilfen dienen können im Rahmen der Beantwor-
tung der wesentlichen Frage, ob der Täter sich auf die deliktische Tätigkeit einge-
richtet hat. Nicht erforderlich ist hinsichtlich der bereits verübten Taten etwa in bezug 
auf deren Häufigkeit innerhalb eines bestimmten Zeitraums oder in bezug auf den 
Deliktsbetrag oder bezüglich des Anteils der durch die Delikte erzielten Einnahmen 
am Gesamteinkommen Zahlen und Ziffern festzulegen (vgl. zum Ganzen BGE 116 
IV 319, E 4). Die Angeklagten haben zwei Lagerhallen gemietet, haben diese mit 
grossem finanziellem Aufwand (vgl. polizeiliche Einvernahme von A. vom 15. Mai 
2002, act. 16.5, S. 3 unten) ausgebaut und mit Licht-, Belüftungs-, Dünge- und Be-
wässerungsanlagen versehen. Die mit der Aufzucht und Ernte der Hanfpflanzen an-
fallenden Arbeiten haben die Angeklagten zum einen persönlich verrichtet, zum an-
dern hatten sie bis zu drei Personen angestellt, die ihnen dabei behilflich waren. Es 
herrschte eine relativ klare Arbeitsteilung: B. war neben der Betreuung der Planta-
gen für den Ankauf der Setzlinge und den Verkauf der Hanfblüten zuständig. A. war 
neben der Mithilfe bei Anbau und Ernte für die Instandhaltung der Technik und die 
rudimentäre Buchhaltung (vgl. Dossier 14) verantwortlich. C. war hauptsächlich für 
die Pflege und Ernte der Pflanzen zuständig (vgl. untersuchungsrichterliche Einver-
nahme von A. vom 16. Mai 2002, act. 16.7, S. 3 oben; untersuchungsrichterliche 
Einvernahme von A. vom 20. Juni 2003, act. 16.10, S. 6). Augenscheinlich haben 
die Angeklagten eine geschäftliche Struktur aufgebaut, um ihren Hanf anzubauen 
und zu vertreiben. Gemäss der Aussage von A. erfolgte alle 14 bis 21 Tage die 
Ernte eines Raumes, die B. jeweils an sich genommen und verkauft hat (polizeiliche 
Einvernahme vom 15. Mai 2002, act. 16.5, S. 3), womit relativ regelmässig ein Erlös 
aus dem Verkauf anfiel. Mit dem Erlös wurden zuerst die offenen Rechnungen be-
glichen (vgl. polizeiliche Einvernahme von A. vom 15. Mai 2002, act. 16.5, S. 3; 
untersuchungsrichterliche Einvernahme von A. vom 16. Mai 2002, act. 16.7, S. 3) 
sowie den Angestellten der Lohn bezahlt. Anschliessend wurde der Erlös unter den 
Angeklagten aufgeteilt (vgl. polizeiliche Einvernahme von A. vom 15. Mai 2002, act. 
16.5, S. 3: „Teilweise haben wir den Gewinn durch vier geteilt. Das heisst die Firma, 
B., C. und ich.“). Die Aussage von A. kann nur dahingehend verstanden werden, 
dass auch B. einen Anteil am Verkaufserlös der Hanfblüten erhielt. Wie hoch dieser 
Anteil konkret ausgefallen ist, ist den Akten nicht zu entnehmen. Da B. jedoch Part-

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ner der beiden anderen Mitangeklagten war, bei der Pflege und Ernte der Pflanzen 
tatkräftig mithalf und sowohl für den Ankauf der Setzlinge als auch für den Verkauf 
der Hanfblüten zuständig war, dürfte er wohl einen ähnlich grossen Anteil wie A. 
und C. erhalten haben, zumal nirgends Hinweise zu finden sind, dass er auf einen 
Anteil verzichtet oder sich mit weniger zufrieden gegeben hätte. Sowohl A. als auch 
C. haben erklärt, dass sie in der Zeit von März 2001 bis Februar 2002 insgesamt 
ungefähr je Fr. 120'000.-- aus dem Erlös erhalten hätten. Dies entspricht Fr. 10'000.-
- im Monat, was zweifellos einem namhaften Beitrag an die Kosten der Lebensge-
staltung gleichkommt. Dabei ist unerheblich, dass die Angeklagten noch über Ein-
künfte aus ihren beruflichen Tätigkeiten verfügten und allenfalls auf die Einnahmen 
aus der deliktischen Tätigkeit nicht angewiesen waren (vgl. untersuchungsrichterli-
che Einvernahme von A. vom 20. Juni 2003, act. 16.10, S. 8); ebenso unerheblich 
ist die Relation zum ordentlichen Erwerbseinkommen (BGE 117 IV 113 E 2c; vgl. 
auch BGE 123 IV 113 E 2, wo das Bundesgericht deliktische Einnahmen in der 
Höhe von durchschnittlich Fr. 500.-- pro Monat als namhaften Beitrag an die Le-
benshaltungskosten bezeichnet hat). Schliesslich ändert auch der Umstand, dass 
A. und C. erhebliche Investitionen für den Hanfanbau geltend machen, an der Be-
urteilung der Einkünfte als namhafte Beiträge an die Kosten der Lebensgestaltung 
nichts. Wie bereits ausgeführt ist der Begriff der Lebensgestaltung weit zu fassen; 
er umfasst auch die Amortisation einer Investition oder das (An-)Sparen der Ein-
künfte. Die Angeklagten hatten sich augenscheinlich darauf eingerichtet, durch den 
Verkauf von Hanfpflanzen ein relativ regelmässiges Einkommen und einen namhaf-
ten Beitrag an ihre Lebenshaltungskosten zu erwirtschaften. Sie haben während 
rund eines Jahres in bereits unbekannt vielen Fällen Hanfblüten verkauft. Der Ver-
kauf der Hanfprodukte war daher auf Dauer ausgerichtet. Ohne Zweifel waren sie 
auch bereit, in unbestimmt vielen Fällen Hanfprodukte zu verkaufen. Sie haben die 
Produktion lediglich eingestellt, weil sie eine polizeiliche Intervention befürchteten 
(vgl. untersuchungsrichterliche Einvernahme von A. vom 16. Mai 2002, act. 16.7, S. 
4; untersuchungsrichterliche Einvernahme von C. vom 16. Mai 2002, act. 16.8, S. 
4). Die Angeklagten handelten offenkundig berufs- und damit gewerbsmässig im 
Sinne des Gesetzes. Bezüglich des Umsatzes ist festzuhalten, dass A. und C. er-
klärt haben, aus dem Erlös je Fr. 120'000.-- erhalten zu haben. Der Umsatz hat 
folglich auf jeden Fall Fr. 240'000.-- betragen. Wie bereits dargelegt, ist davon aus-
zugehen, dass auch B. einen Anteil am Verkaufserlös erhalten hat, der sich wohl in 
vergleichbarer Höhe gehalten haben dürfte. Vor der Teilung wurden zudem noch 
alle offenen Rechnungen beglichen. Es ist unter diesen Umständen ohne weiteres 
davon auszugehen, dass der Umsatz grösser als Fr. 240'000.-- gewesen ist. Wie 
gross der Umsatz tatsächlich ausgefallen ist, braucht indessen nicht geklärt zu wer-

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den, nachdem gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung bereits ein Umsatz von 
Fr. 100'000.-- und mehr als gross im Sinne des Gesetzes gilt, unabhängig von der 
Zeitspanne, in der er erzielt wurde (BGE 129 IV 188). Der vorliegend nachgewie-
sene Umsatz von mehr als Fr. 240'000.-- ist somit gross im Sinne des Gesetzes. 
Nachdem bereits die Voraussetzung des gewerbsmässigen Handels bejaht werden 
musste, ist vorliegend der qualifizierte Tatbestand gemäss Art. 19 Ziff. 2 lit. c BetmG 
erfüllt. Unter diesen Umständen erübrigen sich hier Ausführungen zum Gewinn 
(siehe hinten Erwägung 10).

d) Aufgrund des Vorgehens der Angeklagten stellt sich die Frage, ob sie als 
Mittäter zu qualifizieren sind. Nach der Rechtsprechung ist Mittäter, wer bei der Ent-
scheidung, Planung oder Ausführung eines Deliktes vorsätzlich und in massgebli-
cher Weise mit anderen Tätern zusammenwirkt, so dass er als Hauptbeteiligter da-
steht; dabei kommt es darauf an, ob der Tatbeitrag nach den Umständen des kon-
kreten Falles und dem Tatplan für die Ausführung des Deliktes so wesentlich ist, 
dass sie mit ihm steht oder fällt. Mittäterschaft setzt unter anderem einen gemein-
samen Tatentschluss voraus, wobei dieser nicht ausdrücklich bekundet werden 
muss; es genügt, wenn er konkludent zum Ausdruck kommt. Dabei ist nicht erfor-
derlich, dass der Mittäter bei der Entscheidfassung mitwirkt, sondern es reicht aus, 
dass er sich später den Vorsatz seiner Mittäter zu eigen macht (BGE 120 IV 265 E 
2c aa). Die Idee, eine Indoor-Hanfplantage zu betreiben, stammte zwar offenbar 
von B. (vgl. polizeiliche Einvernahme von A. vom 15. Mai 2002, act. 16.5, s. 2 oben; 
polizeiliche Einvernahme von C. vom 15. Mai 2002, act. 16.6, s. 2; untersuchungs-
richterliche Einvernahme von A. vom 16. Mai 2002, act. 16.7, S. 2; untersuchungs-
richterliche Einvernahme von C. vom 16. Mai 2002, act. 16.8, S. 2). A. und C. haben 
sich jedoch entschlossen, beim Indoor-Hanfanbau einzusteigen (vgl. untersu-
chungsrichterliche Einvernahme von C. vom 16. Mai 2002, act. 16.8, S. 2; untersu-
chungsrichterliche Einvernahme von A. vom 20. Juni 2003, act. 16.10, S. 2 oben 
und S. 7 unten). In der Folge haben alle drei Angeklagten mehr oder weniger gleich-
berechtigt mitgemacht. B. hat die Setzlinge angekauft und die getrockneten Hanf-
blüten verkauft. A. hat sich um die technischen Installationen gekümmert. C. hat die 
Plantagen betreut. Alle drei arbeiteten bei der Pflege und der Ernte der Hanfpflan-
zen mit (vgl. z.B. polizeiliche Einvernahme von H. vom 15. Mai 2002, act. 15.3, S. 2 
unten; polizeiliche Einvernahme von J. vom 3. Juni 2002, act. 15.4, S. 2; polizeiliche 
Einvernahme von I. vom 22. Mai 2002, act. 15.6, S. 2 oben; untersuchungsrichterli-
che Einvernahme von C. vom 16. Mai 2002, act. 16.8, S. 3 oben; untersuchungs-
richterliche Einvernahme von A. vom 16. Mai 2002, act. 16.7, S.3 oben; Schlussein-
vernahme von A. vom 29. August 2003, act. 16.17, S. 3 Mitte). A. und C. haben eine 

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Firma gegründet, die als Mieterin aufgetreten ist. A. hat auf Vorschlag von B. hin die 
zweite Lagerhalle in O. gesucht und dafür Inserate geschaltet (polizeiliche Einver-
nahme vom 15. Mai 2002, act. 16.5, S. 2 unten). Er hat diese Lagerhalle für den 
Hanfanbau ausgebaut (untersuchungsrichterliche Einvernahme von A. vom 20. Juni 
2003, act. 16.10, S. 2 f.). Er hat sich offensichtlich auch mit dem Personalwesen 
befasst (vgl. polizeiliche Einvernahme von J. vom 3. Juni 2002, act. 15.4). Ebenso 
hat B. Personen eingestellt (vgl. polizeiliche Einvernahme von I. vom 22. Mai 2002, 
act. 15.6). A. und C. waren augenscheinlich damit einverstanden, dass B. die ge-
trockneten Hanfblüten verkaufte. Alle drei erhielten Anteile am erzielten Erlös. Alle 
drei waren finanziell mehr oder weniger stark engagiert. Offensichtlich haben alle 
drei mitgewirkt und einen wesentlichen Tatbeitrag geleistet. Sie sind daher ohne 
Zweifel als Mittäter anzusehen. Nachdem vorliegend sowohl die objektiven als auch 
die subjektiven Tatbestandselemente erfüllt sind, haben sich A., C. und B. folglich 
einer Widerhandlung gegen Art. 19 Ziff. 2 lit. c BetmG schuldig gemacht.

5. Die Staatsanwaltschaft Graubünden wirft B. und C. vor, sie hätten ge-
gen Art. 23 Abs. 6 ANAG verstossen, da sie mehrfach in die Schweiz eingereist und 
einer Tätigkeit nachgegangen seien, indem sie in N. und O. fortwährend Hanf be-
wirtschaftet hätten, ohne jedoch über die dafür notwendige fremdenpolizeiliche Be-
willigung zu verfügen. B. und C. machen geltend, ein allfälliger Verstoss gegen Art. 
23 Abs. 6 ANAG sei verjährt, weshalb das Verfahren einzustellen sei. 

a) Gemäss Art. 23 Abs. 6 ANAG wird mit Busse bis zu Fr. 2’000.-- bestraft, 
wer andere Zuwiderhandlungen gegen fremdenpolizeiliche Vorschriften oder Verfü-
gungen der zuständigen Behörde begeht. Die allgemeinen Bestimmungen des 
Strafgesetzbuches finden Anwendung (Art. 24 Abs. 1 Satz 2 ANAG). Bei Art. 23 
Abs. 6 ANAG handelt es sich um einen Übertretungstatbestand (vgl. Art. 101 StGB). 
Auch bezüglich der Verjährungsfristen bei der Strafverfolgung von Übertretungen 
ist auf den 1. Oktober 2002 eine Gesetzesänderung in Kraft getreten. Die vorliegend 
zu beurteilenden Taten wurden alle vor dem Inkrafttreten des neuen Rechts began-
gen. Das neue Recht kann daher nur Anwendung finden, wenn es im Vergleich zum 
alten Recht das mildere ist (Art. 337 StGB). Gemäss Art. 109 aStGB verjährten die 
Übertretungen innert zwei Jahren. Im neuen Recht aber verjährt die Strafverfolgung 
von Übertretungen erst innert drei Jahren (Art. 109 StGB). Damit ist das neue Recht 
nicht das mildere, weshalb das alte Recht Anwendung finden muss. Von B. und C. 
allenfalls begangene Widerhandlungen gegen Art. 23 Abs. 6 ANAG verjährten somit 
innerhalb von zwei Jahren.

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b) Aus den Akten ergibt sich, dass die letzte Ernte Ende Februar 2002 er-
folgte (polizeiliche Einvernahme von A. vom 15. Mai 2002, act. 16.5, S. 4). Ob die 
Pflanzen anschliessend vernichtet oder aber die Blüten getrocknet, abgepackt und 
verkauft wurden, ist aus den Akten nicht klar ersichtlich (vgl. untersuchungsrichter-
liche Einvernahme von A. vom 16. Mai 2002, act. 16.7, S. 4; untersuchungsrichter-
liche Einvernahme von C. vom 16. Mai 2002, act. 16.8, S. 4 Mitte; untersuchungs-
richterliche Einvernahme von A. vom 20. Juni 2003, act. 16.10, S. 4). Selbst wenn 
die Blüten aber getrocknet worden sind, so hat dies nicht mehr als 10 Tage in An-
spruch genommen (vgl. polizeiliche Einvernahme von A. vom 15. Mai 2002, act. 
16.5, S. 4). Unter diesen Umständen ist davon auszugehen, dass spätestens Mitte 
März 2002 die Arbeiten in den Hanfplantagen abgeschlossen waren. Dass B. oder 
C. auch am Pflanzen und Hegen der Kräuter, die die Polizei anlässlich der Haus-
durchsuchungen in den Lagerhallen fand, beteiligt gewesen wären, lässt sich den 
Akten nicht entnehmen. Nachdem die Hanfplantagen abgebaut waren, bestand für 
B. und C. auch keine Notwendigkeit mehr, in der Schweiz zu arbeiten. Es kann unter 
diesen Umständen zu Gunsten der Angeklagten davon ausgegangen werden, dass 
sie nach Mitte März 2002 nicht mehr in der Schweiz gearbeitet haben. Die von ihnen 
allenfalls begangenen Widerhandlungen gegen Art. 23 Abs. 6 ANAG verjährten mit-
hin spätestens Mitte März 2004, also kurz vor der Hauptverhandlung vor dem Kan-
tonsgericht Graubünden. Unter diesen Umständen aber darf das Verfahren als Wir-
kung der Verjährung nicht mehr fortgesetzt werden. Die Verfahren gegen B. und C. 
betreffend mehrfache Widerhandlung gegen Art. 23 Abs. 6 ANAG sind  infolge Ver-
jährung einzustellen.

6. a) Bei der Strafzumessung hat der Richter die Strafe nach dem Ver-
schulden des Täters zu bemessen, wobei er die Beweggründe, das Vorleben und 
die persönlichen Verhältnisse des Schuldigen berücksichtigt (Art. 63 StGB). In BGE 
117 IV 112 ff. hat das Bundesgericht grundsätzliche Bemerkungen zur Frage der 
Strafzumessung angebracht. Demnach muss sich der Begriff des Verschuldens auf 
den gesamten Unrechts- und Schuldgehalt der konkreten Straftat beziehen. Bei der 
Tatkomponente sind insbesondere zu beachten das Ausmass des verschuldeten 
Erfolges, die Willensrichtung, mit der der Täter gehandelt hat, und die Beweg-
gründe, die Art. 63 StGB ausdrücklich erwähnt. Die Täterkomponente umfasst dem-
gegenüber das Vorleben, die persönlichen Verhältnisse, das Verhalten nach der Tat 
und im Strafverfahren, wie zum Beispiel Reue, Einsicht oder Strafempfindlichkeit 
(vgl. auch BGE 118 IV 14). Diese in die Waagschale gelegten Elemente wirken straf-
mindernd oder -erhöhend, wobei in der Begründung der Strafzumessung die Über-
legungen des Richters nachvollziehbar sein müssen. Im weiteren ist der Richter 

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nicht an die Höhe des von der Anklage geforderten Strafmasses gebunden. Viel-
mehr hat er das Strafmass innerhalb des gesetzlichen Rahmens nach sorgfältiger 
Würdigung des Falles und unter Berücksichtigung der Milderungs- und Schärfungs-
gründe zu bestimmen (vgl. Art. 126 Abs. 2 StPO). 

b) Das Verschulden von B. wiegt schwer. Er war der Initiator der Hanfplanta-
gen in N. und O.. Zusammen mit A. und C. hat er eine nicht mehr genau ermittel-
bare, aber aufgrund des Umsatzes erkennbar grosse Menge Hanfblüten, die als 
Betäubungsmittel angesehen werden müssen, verkauft. Dies über einen Zeitraum 
von etwa einem Jahr. Er hat damit einen starken, andauernden deliktischen Willen 
zum Ausdruck gebracht sowie einen gravierenden Mangel an Achtung vor den ver-
bindlichen Regeln des Rechts. Aus den Akten lässt sich im weiteren nicht entneh-
men, dass B. aus einer wie auch immer gearteten Notlage heraus gehandelt hätte, 
die sein Verhalten in einem milderen Licht erscheinen liesse. B. hätte augenschein-
lich ohne Weiteres auf den Handel mit THC-reichem Hanf verzichten können; es 
wäre für ihn ein Leichtes gewesen, die strafbare Handlung zu unterlassen, weshalb 
sein Entscheid, trotzdem Betäubungsmittel zu verkaufen, um so schwerer wiegt. 
Erheblich straferhöhend wertet das Kantonsgericht die Vorstrafen, insbesondere 
jene des Kantonsgerichts St. Gallen vom 25. Januar 2001. Alle Vorstrafen betreffen 
das Gebiet der Betäubungsmitteldelikte. Offensichtlich bedenkenlos hat sich B. über 
die Warnwirkung der Vorstrafen hinweggesetzt, ja er begann sogar bereits im März 
2001 mit dem Anbau der Hanfplantage in N., also nur etwas mehr als einen Monat 
nach dem Urteil des Kantonsgerichts St. Gallen vom 25. Januar 2001, welches 
Rechtsanwalt Dr. iur. Markus Raess noch am selben Tag mitgeteilt worden war; die 
Zustellung des begründeten Urteils erfolgte am 19./26. Februar 2001. B. hat augen-
scheinlich aus den Verurteilungen die notwendigen Lehren nicht gezogen. B. hat 
sich mit dem Delinquieren während der Probezeit äusserst unbelehrbar und unein-
sichti