# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8a79c39c-2cbb-54d8-a843-caad3461b60c
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-05-19
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 19.05.2017 UV 2014/77
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2014-77_2017-05-19.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2014/77

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 23.08.2019

Entscheiddatum: 19.05.2017

Entscheid Versicherungsgericht, 19.05.2017
Art. 84 Abs. 2 UVG. Art. 86 VUV. Nachweis ernsthafter Arbeitsbemühungen 
als Voraussetzung für die Ausrichtung einer Übergangsentschädigung 
während eines Zeitraums von vier Monaten bejaht. Für die folgenden 
Monate  und während des Besuchs eines Vorkurses für Gestaltung besteht 
aufgrund fehlender Arbeitsbemühungen kein Anspruch auf eine 
Übergangsentschädigung. Teilweise Gutheissung (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 19. Mai 2017, UV 
2014/77).

Entscheid vom 19. Mai 2017

 

Besetzung                                                                      

Vizepräsidentin Miriam Lendfers, Versicherungsrichterin Monika Gehrer-Hug, 

Versicherungsrichter Joachim Huber; Gerichtsschreiberin Katja Meili            

Geschäftsnr.                                                                                                                  

UV 2014/77        

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

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vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. David Brassel, Mätzler & Partner, 

Grossfeldstrasse 45, 7320 Sargans,

gegen

AXA Versicherungen AG, General Guisan-Strasse 40, Postfach 357, 8401 Winterthur,

Beschwerdegegnerin,

vertreten durch Rechtsanwalt Christoph Frey, LL.M, Kellerhals Anwälte, Rämistrasse 5, 

Postfach, 8024 Zürich,

Gegenstand                                                                   

Berufskrankheit (Übergangsentschädigung)

Sachverhalt

A.   

A.a  A.___ war als gelernte Bäckerin-Konditorin bei der B.___ AG tätig und dadurch bei 

der AXA Versicherungen AG (nachfolgend: AXA) obligatorisch gegen die Folgen von 

Unfällen und Berufskrankheiten versichert. Ihr Arbeitgeber meldete der AXA am 7. 

Februar 2011, die Versicherte bekomme infolge einer Mehlallergie Asthma und könne 

nicht mehr als Bäckerin arbeiten (UV-act. A1). Der Versicherten war per 31. Januar 

2011 gekündigt worden (vgl. Schreiben vom 24. Januar 2011, UV-act. A10). Die AXA 

richtete der Versicherten vom 4. bis 31. Januar 2011 Taggelder aus (UV-act. A32).

A.b  Der erstbehandelnde Dr. med. C.___, Physikalische Medizin/Rehabilitation FMH, 

hatte am 1. Januar 2011 einen Verdacht auf Mehlallergie mit Asthma festgestellt (UV-

act. M3). Dr. med. D.___, Innere Medizin FMH, Allergologie und klinische Immunologie, 

hatte am 24. Januar 2011 berichtet, gemäss Anamnese bestehe bei der Versicherten 

eine schwere, arbeitsabhängige bronchiale Symptomatik. Die Testungen hätten eine 

ausgeprägte Sensibilisierung auf unterschiedliche Pollen und auf Roggenmehl ergeben. 

Man müsse eine Mehlallergie und damit eine Berufskrankheit annehmen. Da sie beim 

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Arbeitsversuch vom 15. Januar 2011 mit einer schweren asthmatischen Symptomatik 

reagiert habe, möchte die Versicherte keinen weiteren Arbeitsversuch mehr 

unternehmen (UV-act. M10). Am 1. März 2011 berichtete er, aufgrund eines 

Bäckerasthmas bzw. einer Mehl- und Pollenallergie sei ein Berufswechsel notwendig. 

Die Versicherte sei seit 1. Januar 2011 voraussichtlich dauernd für die Arbeit in der 

Bäckerei zu 100% arbeitsunfähig (UV-act. M7).

A.c  Die Versicherte meldete sich nach mehrmaliger Aufforderung der AXA (vgl. UV-act. 

A6, UV-act. A17 f.) am 3. Mai 2011 beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV). 

Ihr Anspruch auf Arbeitslosentaggelder wurde aufgrund fehlender Beitragsmonate 

abgewiesen (Bericht über die persönliche Besprechung vom 30. Mai 2011, UV-act. 

A25, vgl. auch UV-act. A26).

A.d  Mit Verfügung vom 27. Mai 2011 erklärte die Suva die Versicherte rückwirkend ab 

1. Februar 2011 als nicht geeignet für die Tätigkeit als Bäckerin-Konditorin (UV-act. 

A22). Die AXA bezahlte der Versicherten von 1. Februar bis 31. Mai 2011 ein 

Übergangstaggeld (UV-act. A32, UV-act. A51, vgl. korrigierte Abrechnung vom 3. 

September 2013 UV-act. A54).

A.e  Bei der persönlichen Besprechung vom 30. Mai 2011 teilte die AXA der 

Versicherten mit, sie habe einen Nachweis für die Stellensuche in Form von mindestens 

6 Bewerbungen und den entsprechenden schriftlichen Reaktionen der angefragten 

Arbeitgeber monatlich zu erbringen. Es bestehe ab dem 1. Juni 2011 Anspruch auf eine 

Übergangsentschädigung (UV-act. A25). Die AXA teilte der Versicherten die 

Anforderungen von monatlich je 6 Kopien von Stelleninseraten, Bewerbungen und 

schriftlichen Absagen auch mit Schreiben vom 14. Juni 2011 mit (UV-act. A28).

A.f  Von 1. bis 30. Juni 2011 bezahlte die AXA der Versicherten eine 

Übergangsentschädigung (UV-act. A51). Da die Versicherte nur 2 Stellenbewerbungen 

und 5 Anfragen für Schnuppertage bzw. Lehrstellen eingereicht hatte (UV-act. A29), 

machte die AXA sie mit E-Mail vom 2. August 2011 darauf aufmerksam, dass die 

Lehrstellensuche sie nicht von der Pflicht entbinde, vorübergehend einer Tätigkeit 

nachzugehen, welche zur Verminderung des Erwerbsausfalls führe. Künftig würden 

Kopien vollständiger Bewerbungen auf ausgeschriebene Stellen erwartet (UV-act. A30). 

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Mangels genügender Arbeitsbemühungen bezahlte die AXA von Juli 2011 bis Januar 

2012 keine Übergangsentschädigung (vgl. UV-act. A32, UV-act. A51, UV-act. A46).

A.g  Von Februar bis April 2012 entrichtete die AXA wiederum eine 

Übergangsentschädigung (UV-act. A51, UV-act. 34), nachdem die Versicherte für die 

entsprechenden Monate je 6 Stellenbewerbungen eingereicht hatte (vgl. UV-act. A33, 

UV-act. A35, UV-act A37). Am 20. Juni 2012 unterschrieb die Versicherte zwei 

Arbeitsverträge auf Abruf mit Einsatzbeginn am 11. bzw. 18. Mai 2012, einen davon 

befristet bis 31. August 2012 zur Endmontage von Fahrrädern, einen unbefristet als 

Mitarbeiterin bei der E.___ AG (UV-act. A37, Einsatzverträge vom 8./15. Mai 2012 bzw. 

8./20. Juni 2012 bei den UV-Akten Beilage 1). Die AXA verlangte monatliche Kopien der 

Lohnabrechnungen (UV-act. A38). Nach Erhalt der Lohnabrechnungen für Mai und Juni 

2012 (vgl. UV-act. A39) wies die AXA die Versicherte darauf hin, dass sie derzeit nur 

Teilzeit arbeite und daher weiterhin verpflichtet sei, eine 100% Anstellung zu suchen 

und monatlich 6 Stellenbewerbungen inklusive Stelleninserate zuzustellen. Trotz 

fehlender Stellenbewerbungen erhalte sie entgegenkommenderweise die 

Übergangsentschädigung für die Monate Mai und Juni 2012 (UV-act. A40). Von Juli 

2012 bis Januar 2013 entrichtete die AXA mangels Nachweises von 

Stellenbewerbungen keine Leistungen (vgl. UV-act. A42, UV-act. A51).

A.h  Ende März 2013 meldete die Versicherte der AXA, die Stelle bei der E.___ AG sei 

seit Februar 2013 eingestellt. Im August beginne sie einen Vorkurs an einer 

Kunstschule. Ihrem Schreiben legte sie 8 Stellenbewerbungen sowie entsprechende 

Absagen für den Monat Februar 2013 bei (UV-act. A43). Mit Schreiben vom 9. April 

2013 teilte die AXA mit, da die Versicherte sich seit dem 1. Februar 2011 nicht aktiv um 

eine Lehrstelle bemüht habe und damit der Schadenminderungspflicht nicht 

nachgekommen sei, entfalle der Anspruch auf Übergangsleistungen (UV-act. A45). Mit 

Schreiben vom 22. April 2013 bat die Versicherte um Überprüfung des Anspruchs auf 

Übergangsleistung und reichte diverse Unterlagen ein (UV-act. A46). Die AXA führte 

dazu aus, es würden von der Versicherten bis zum Beginn des Vorkurses weiterhin 

monatlich je 6 Inserate, Bewerbungen und Absagen für Lehrstellen sowie für andere 

Stellen erwartet. Während des Vorkurses an der Kunstschule erbringe die AXA keine 

Leistungen (Schreiben vom 29. April 2013, UV-act. A47).

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A.i   Im Schuljahr 2013/2014 besuchte die Beschwerdeführerin den Vorkurs für 

Gestaltung und schloss diesen erfolgreich ab. Daran anschliessend schrieb sie sich an 

der gleichen Schule für den VorkursPlus ein (act. G1, act. G1.3).

A.j   Mit Verfügung vom 5. November 2013 verneinte die AXA einen Anspruch aus der 

obligatorischen Unfallversicherung auf Übergangsleistungen für die Monate Februar 

2013 bis August 2013 sowie auf Übergangsentschädigung während des Vorkurses an 

der Kunstschule (UV-act. A56). 

B.   

B.a  Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte am 6. Dezember 2013 Einsprache 

und beantragte deren Aufhebung sowie die Zusprechung und Ausrichtung von 

Übergangsleistungen für die Zeit ab Februar 2013 samt Verzugszinsen; unter Kosten- 

und Entschädigungsfolge (UV-act. A57). Ausserdem stellte sie gleichentags ein Gesuch 

um Gewährung eines unentgeltlichen Rechtsvertreters für das Einspracheverfahren 

(UV-act. A61).

B.b  Mit Schreiben vom 28. Mai 2014 gewährte die AXA die unentgeltliche Rechts-

verbeiständung (UV-act. A61). Die Einsprache wies die AXA mit Entscheid vom 4. 

September 2014 ab (UV-act. A63).

C.  

C.a Mit Beschwerde vom 6. Oktober 2014 beantragt die Beschwerdeführerin, der 

Einspracheentscheid vom 4. September 2014 und die Verfügung vom 5. November 

2013 seien aufzuheben. Es seien ihr für die Zeit ab Februar 2013 Übergangsleistungen 

infolge Berufskrankheit zuzusprechen und samt Verzugszinsen auszurichten. Unter 

Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwerdegegnerin, bei 

gleichzeitiger Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege zu Gunsten der 

Beschwerdeführerin und Bestellung von Rechtsanwalt lic.iur. David Brassel als 

Rechtsbeistand. Sie bringt vor, die Beschwerdegegnerin habe ihre Anforderungen für 

Arbeitsbemühungen mehrfach einseitig und ohne Vorankündigung geändert. Sie stelle 

das Vorgehen der Beschwerdegegnerin in Bezug auf die Anforderungen von monatlich 

6 Bewerbungen grundsätzlich in Frage, die gesetzlichen Bestimmungen enthielten 

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diese Voraussetzung zur Ausrichtung von Übergangsleistungen jedenfalls nicht. 

Nachdem ihr per Ende Januar 2013 bei E.___ gekündigt worden sei, habe sie sofort 

wieder mit der Stellensuche begonnen und von Februar bis Mai 2013 insgesamt 26 

Bewerbungen eingereicht. Ab Juni 2013 habe sie sich nicht mehr beworben, weil der 

Studienbeginn per August 2013 einen Stellenantritt verunmöglicht hätte und Stellen für 

lediglich 2 Monate praktisch nicht ausgeschrieben würden. Der besuchte Vorkurs sei 

der künftigen beruflichen Orientierung förderlich und wäre von der AXA als 

schadensmindernde Massnahme anzuerkennen und zu unterstützen (act. G1, vgl. 

separates Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege act. G2).

C.b In ihrer Beschwerdeantwort vom 13. Februar 2015 beantragt die 

Beschwerdegegnerin die vollumfängliche Abweisung der Beschwerde. Sie führt aus, 

das Vorliegen ernsthafter Arbeitsbemühungen bilde eine der 

Anspruchsvoraussetzungen für den Bezug einer Übergangsentschädigung. Es sei 

naheliegend, dass für deren Beurteilung die Kriterien der Arbeitslosenversicherung 

massgebend seien. Von ernsthaften Bemühungen für eine Lehrstelle könne nicht die 

Rede sein, es seien lediglich zwei Bewerbungen für Lehrstellen und einige wenige 

Anfragen für Schnuppertage bekannt. Die Beschwerdeführerin habe die ihr gesetzlich 

zustehenden IV-Leistungen nicht in Anspruch genommen und sich nicht bemüht, einen 

neuen Beruf zu erlernen, bei welchem sie etwa die gleichen Verdienstmöglichkeiten wie 

als Bäckerin-Konditorin hätte. Auch die Bemühungen der Beschwerdeführerin für einen 

Zwischenverdienst bis zum Beginn einer neuen Ausbildung müssten als ungenügend 

gewertet werden. Da die Beschwerdeführerin ihre Schadenminderungspflicht verletzt 

habe, bestehe seit Februar 2013 kein Anspruch mehr auf eine 

Übergangsentschädigung. Die erfolgreiche Bewerbung für den Vorkurs könne nicht als 

ernsthafte Bemühung, den ökonomischen Nachteil auf dem Arbeitsmarkt 

wettzumachen, gewertet werden. Es werde bestritten, dass die Absolvierung eines 

solchen Vorkurses in den meisten Lehrbetrieben für grafische Berufe vorausgesetzt sei. 

Es sei klar, dass die Beschwerdeführerin für den Besuch des Vorkurses keine 

Übergangsleistungen beanspruchen könne, weil dieser keine Berufsausbildung 

darstelle (act. G11).

C.c Am 24. Februar 2015 bewilligte das Versicherungsgericht St.Gallen das Gesuch um 

unentgeltliche Rechtspflege (act. G12).

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C.d Mit Replik vom 12. Mai 2015 hält die Beschwerdeführerin an ihren Anträgen fest. 

Sie bringt vor, sie mache nur Übergangsleistungen für die Zeit ab Februar 2013 

geltend, weshalb entsprechende Ausführungen und Vorbehalte der 

Beschwerdegegnerin für Leistungen für die Zeit vor Februar 2013 nicht von Interesse 

seien. Die Vorwürfe der Beschwerdegegnerin an die Beschwerdeführerin, sie habe sich 

auf ungeeignete Stellen beworben und ihre Bewerbungsunterlagen seien mangelhaft 

gewesen, seien zu relativieren. Die Beschwerdegegnerin habe der Beschwerdeführerin 

keine Beratung angeboten und erstmals mit der Beschwerdeantwort Kritik an den 

Bewerbungsunterlagen erhoben. Mangels Angeboten von Lehrstellen habe sie sich für 

den Weg über den gestalterischen Vorkurs entschieden, welcher die Voraussetzung für 

eine Vielzahl von Berufsausbildungen im gestalterischen Bereich sei. Die 

Anwendbarkeit des Arbeitslosengesetzes und der dazu entwickelten Rechtsprechung 

bzw. Praxis werde bestritten (act. G17).

C.e Die Beschwerdegegnerin hält in ihrer Duplik vom 14. August 2015 an ihren 

Anträgen fest. Sie führt aus, um beurteilen zu können, ob die Beschwerdeführerin ihre 

Schadenminderungspflicht verletzt habe, sei auch der vor Februar 2013 liegende 

Sachverhalt relevant. Der Anspruch auf “persönliche Beratung“ richte sich primär 

gegen die Suva, nicht gegen die AXA. Die Beschwerdeführerin habe die Unterstützung 

durch die Suva ausser Acht gelassen und andererseits mitgeteilt, sie werde von der 

Berufsberatung der IV-Stelle unterstützt. Die Beschwerdeführerin habe sich nicht 

wegen eines Mangels an Lehrstellen für den gestalterischen Vorkurs entschieden, 

sondern nicht einmal ansatzweise ernsthafte Bemühungen für eine Lehrstelle 

unternommen (act. G21).

C.f  Mit Schreiben vom 20. Dezember 2016 informierte das Versicherungsgericht die 

Parteien über den Beizug der IV-Akten (act. G25). Nach Akteneinsicht nahm die 

Beschwerdegegnerin am 1. Februar 2017 Stellung und hielt an ihrem Rechtsbegehren 

fest. Sie führte aus, auch aus den IV-Akten sei ersichtlich, dass sich die 

Beschwerdeführerin nicht ernsthaft um eine neue Lehrstelle bzw. neue Anstellung 

bemüht habe (act. G28). In ihrer Stellungnahme vom 20. Februar 2017 hielt die 

Beschwerdeführerin an ihren Rechtsbegehren und Ausführungen fest (act. G30).

Erwägungen

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1.   

Zwischen den Parteien umstritten und vorliegend zu beurteilen ist der Anspruch der 

Beschwerdeführerin auf eine Übergangsentschädigung ab Februar 2013. Unumstritten 

und aktenkundig (vgl. UV-act. A22) ist, dass bei der Beschwerdeführerin eine 

Berufskrankheit i.S.v. Art. 9 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung 

(UVG; SR 832.20) vorliegt.

1.1  Gemäss Art. 84 Abs. 2 UVG können die Durchführungsorgane Versicherte, die 

hinsichtlich Berufsunfällen oder Berufskrankheiten durch bestimmte Arbeiten 

besonders gefährdet sind, von diesen Arbeiten ausschliessen. Der Bundesrat ordnet 

die Entschädigung für Versicherte, die durch den Ausschluss von ihrer bisherigen 

Arbeit im Fortkommen erheblich beeinträchtigt sind und keinen Anspruch auf andere 

Versicherungsleistungen haben. Unter “andere Versicherungsleistungen“ im Sinn dieser 

Bestimmung sind andere Leistungen der Unfallversicherung zu verstehen (Urteil des 

Bundesgerichts vom 29. April 2009, 8C_1031/2008 E. 3.1 mit Hinweis auf BGE 130 V 

438 E. 4.3). Gestützt auf Art. 84 Abs. 2 UVG hat der Bundesrat in den Art. 82 ff. der 

Verordnung über die Verhütung von Unfällen und Berufskrankheiten (VUV; SR 832.30) 

die Ansprüche der Arbeitnehmenden geordnet, die von einer befristeten oder 

dauernden Nichteignungsverfügung betroffen sind. Dazu gehört unter anderem die 

Übergangsentschädigung gemäss den Art. 86 ff. VUV.

1.2  Eine arbeitnehmende Person, die von einer Arbeit befristet oder dauernd 

ausgeschlossen oder nur als bedingt geeignet erklärt worden ist, erhält vom 

Unfallversicherer eine Übergangsentschädigung, wenn sie durch die 

Nichteignungsverfügung trotz persönlicher Beratung, trotz Bezugs von 

Übergangstaggeld und trotz des ihr zumutbaren Einsatzes, den ökonomischen Nachteil 

auf dem Arbeitsmarkt wettzumachen, in ihrem wirtschaftlichen Fortkommen erheblich 

beeinträchtigt bleibt (Art. 86 Abs. 1 lit. a VUV). Weiter sind für den Anspruch auf eine 

Übergangsentschädigung vorausgesetzt, dass ein Versicherter im Zeitraum von zwei 

Jahren unmittelbar vor Erlass der Nichteignungsverfügung mindestens 300 Tage lang 

die gefährdende Arbeit tatsächlich ausgeübt hatte (Art. 86 Abs. 1 lit. b VUV) und dass 

innert zweier Jahre nach Rechtskraft der Nichteignungsverfügung ein entsprechendes 

Gesuch gestellt wird (Art. 86 Abs. 1 lit. c VUV). Die Anspruchsvoraussetzungen gemäss 

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Art. 86 Abs. 1 lit. a bis c VUV müssen kumulativ erfüllt sein (BGE 130 V 436 E. 22). Die 

Übergangsentschädigung wird während höchstens vier Jahren ausgerichtet (Art. 87 

Abs. 3 VUV).

1.3  Gemäss Art. 21 Abs. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) können einer versicherten Person die 

Leistungen vorübergehend oder dauernd gekürzt oder verweigert werden, wenn sie 

sich einer zumutbaren Behandlung oder Eingliederung ins Erwerbsleben, die eine 

wesentliche Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder eine neue Erwerbsmöglichkeit 

verspricht, entzieht oder widersetzt. Einem Leistungsansprecher sind im Rahmen der 

Schadenminderungspflicht Massnahmen zuzumuten, die ein vernünftiger Mensch in 

der gleichen Lage ergreifen würde, wenn er keinerlei Entschädigung zu erwarten hätte 

(BGE 133 V 509 E. 4.2). Die Anforderungen an die Schadenminderungspflicht sind 

zulässigerweise dort strenger, wo eine erhöhte Inanspruchnahme der 

Sozialversicherung (namentlich durch Bezug einer Rente oder bei einer grundlegend 

neuen Eingliederung) in Frage steht (BGE 134 I 111 E. 8.2, BGE 113 V 28 E. 4a und 4d).

2.   

Es ist unbestritten und überdies aus den Akten (UV-act. A22, UV-act. A13, vgl. UV-act. 

A6) ersichtlich, dass die Beschwerdeführerin für die frühere Tätigkeit als Bäckerin-

Konditorin von der hierfür zuständigen Suva für nicht geeignet erklärt wurde und die 

Voraussetzungen für den Anspruch auf eine Übergangsentschädigung gemäss Art. 86 

Abs. 1 lit. b und c VUV erfüllt sind. Zu prüfen ist hingegen, ob auch die Voraussetzung 

gemäss Art. 86 Abs. 1 lit. a VUV erfüllt ist, d.h. ob die Beschwerdeführerin durch die 

Nichteignungsverfügung trotz persönlicher Beratung, trotz Bezuges von 

Übergangstaggeld und trotz des ihr zumutbaren Einsatzes, den ökonomischen Nachteil 

auf dem Arbeitsmarkt wettzumachen, in ihrem wirtschaftlichen Fortkommen erheblich 

beeinträchtigt bleibt.

2.1  Mit der Übergangsentschädigung soll die versicherte Person einen teilweisen 

finanziellen Ausgleich von wirtschaftlichen Nachteilen erhalten, die sie im Voraus zur 

Verhütung einer Schädigung in Kauf nehmen muss bzw. die sie durch den mit der 

Nichteignungsverfügung verbundenen Eingriff in die persönliche Freiheit erleidet. Sie 

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soll die berufliche Neuorientierung erleichtern (Suche einer anderen Stelle, Erwerb 

neuer beruflicher Kenntnisse und Fertigkeiten; Urteil des Bundesgerichts vom 1. Mai 

2012, 8C_777/2011 E. 2.2.2 mit Hinweis auf BGE 138 V 41 E. 4.2; siehe auch Urteil des 

Bundesgerichts vom 16. August 2010, 8C_154/2010 E. 7.1). Durch diese 

Zwecksetzung nähert sich diese Versicherungsleistung der Unfallversicherung der 

Arbeitslosenversicherung an (Urteile des Bundesgerichts vom 3. Januar 2012, 

8C_615/2011 E. 4.5 und vom 5. Juni 2008, 8C_507/2007 E. 4.1). Das Vorliegen 

ernsthafter Arbeitsbemühungen durch die versicherte Person ist eine der 

Anspruchsvoraussetzungen für den Bezug einer Übergangsentschädigung (Urteil des 

Bundesgerichts vom 5. August 2008, 8C_656/2007 E. 3.2.1 mit weiteren Hinweisen). 

Gemäss Art. 17 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die obligatorische 

Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG; SR 837.0) muss der 

Versicherte, der Versicherungsleistungen beanspruchen will, mit Unterstützung des 

zuständigen Arbeitsamtes alles Zumutbare unternehmen, um Arbeitslosigkeit zu 

vermeiden oder zu verkürzen. Insbesondere ist er verpflichtet, Arbeit zu suchen, 

nötigenfalls – was auf den vorliegenden Fall zwingend zutrifft – auch ausserhalb seines 

bisherigen Berufes. Er muss seine Bemühungen nachweisen können. Die versicherte 

Person muss sich gezielt um Arbeit bemühen, in der Regel in Form einer ordentlichen 

Bewerbung (Art. 26 Abs. 1 der Verordnung über die obligatorische 

Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung [AVIV; SR 837.02]). Nach der 

Praxis des Amtes für Wirtschaft und Arbeit des Kantons St.Gallen, Weisung W-VB018 

Kontrolle der Arbeitsbemühungen (Freigabe am 22. Oktober 2015), sind pro Monat 

nicht weniger als fünf Arbeitsbemühungen zu verlangen. Die konkrete Zahl ist bei der 

erstmaligen Vereinbarung und bei jeder Änderung schriftlich festzuhalten. Bei der 

Beurteilung der Frage, ob sich eine versicherte Person genügend um zumutbare Arbeit 

bemüht hat, ist nicht nur die Quantität, sondern auch die Qualität ihrer Bewerbungen 

von Bedeutung. Für den Anspruch auf Übergangsentschädigung sollten jedoch keine 

zu hohen Anforderungen an die Arbeitsbemühungen gestellt werden (vgl. JEAN-

MAURICE FRÉSARD/MARGIT MOSER-SZELESS, L’assurance-accidents obligatoire 

[avec des aspects de l’assurance militaire], in: Ulrich Meyer [Hrsg.], Schweizerisches 

Bundesverwaltungsrecht, Soziale Sicherheit, 3. Aufl. Basel 2016, Rz 748, S. 1099).

2.2  Vorerst sind die Anforderungen an die Arbeitsbemühungen in quantitativer Hinsicht 

zu prüfen.

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2.2.1      Die Beschwerdegegnerin informierte die Beschwerdeführerin anlässlich der 

persönlichen Besprechung vom 30. Mai 2011 erstmals darüber, dass sie den Nachweis 

für die Stellensuche in Form von 6 Bewerbungen und den entsprechenden schriftlichen 

Reaktionen der angefragten Arbeitgeber monatlich zu erbringen habe (UV-act. A25). 

Die Anforderungen von monatlich je 6 Bewerbungen sowie den entsprechenden 

Stelleninseraten und schriftlichen Absagen des Stellenanbieters wiederholte die AXA 

mit Schreiben vom 14. Juni 2011 (UV-act. A28). In Anbetracht der im Bereich der 

Arbeitslosenversicherung monatlich nicht weniger als fünf geforderten Bewerbungen 

sind die Anforderungen der Beschwerdegegnerin an die Arbeitsbemühungen der 

Beschwerdeführerin bezüglich der Quantität grundsätzlich nicht zu beanstanden.

2.2.2      Nachdem die Beschwerdeführerin nur 2 Stellenbewerbungen sowie 5 

schriftliche Anfragen für Schnuppertage bzw. Lehrstellen als Instrumentenbauerin und 

Dekorateurin eingereicht hatte (UV-act. A29), zahlte ihr die Beschwerdegegnerin zwar 

eine Übergangsentschädigung für den Juni 2011, machte sie jedoch darauf 

aufmerksam, dass die Lehrstellensuche sie nicht von der Pflicht entbinde, 

vorübergehend einer Tätigkeit nachzugehen, welche zur Verminderung des 

Erwerbsausfalls beitrage. Künftig würden Kopien vollständiger Bewerbungen auf 

ausgeschriebene Stellen erwartet (UV-act. A30). In den Monaten Juli 2011 bis Januar 

2012 befand sich die Beschwerdeführerin teilweise im Ausland und wies keine 

Arbeitsbemühungen nach. Sie hatte daher unbestrittenermassen keinen Anspruch auf 

eine Übergangsentschädigung (vgl. UV-act. A32, UV-act. 51, UV-act. 46, act. G1).

2.2.3      In den Monaten Februar bis April 2012 reichte die Beschwerdeführerin je 6 

Stellenbewerbungen ein (vgl. UV-act. A33, UV-act. A35, UV-act. A37). Die 

Beschwerdegegnerin entrichtete eine Übergangsentschädigung für diese Monate (UV-

act. A51, UV-act. A34). Im Juni 2012 informierte die Beschwerdeführerin die 

Beschwerdegegnerin über zwei per 11. bzw. 18. Mai 2012 eingegangene 

Arbeitsverhältnisse auf Abruf, eines für die Montage von Fahrrädern, eines für eine 

Tätigkeit bei der E.___ AG (UV-act. A37). Die AXA verlangte darauf monatliche Kopien 

der Lohnabrechnungen (UV-act. A38). Mit undatiertem Schreiben reichte die 

Beschwerdeführerin der Beschwerdegegnerin die Lohnabrechnungen der E.___ AG für 

die Monate Mai und Juni 2012 ein (UV-act. A39), woraus sich ersehen lässt, dass es 

sich um ein Teilzeitpensum handelte. Die Beschwerdegegnerin wies die 

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Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 2. August 2012 darauf hin, sie sei weiterhin 

verpflichtet eine 100% Anstellung zu suchen und monatlich 6 Stellenbewerbungen 

inklusive Stelleninserat zuzustellen. Trotz fehlender Stellenbewerbungen erhalte sie 

entgegenkommenderweise die Übergangsentschädigung für die Monate Mai und Juni 

2012 (UV-act. A40). Die Beschwerdeführerin reichte in der Folge nur noch die 

Lohnabrechnung der E.___ AG für den Monat Juli 2012 ein (UV-act. A41). 

Lohnabrechnungen für die Montage von Fahrrädern sind nicht aktenkundig, obwohl die 

Beschwerdeführerin diese Tätigkeit gemäss eigenen Angaben von Mai bis August 2012 

weiter ausübte (vgl. act. G1). Auch sind in den Monaten Juli 2012 bis Januar 2013 

abgesehen von einer Lehrstellenbewerbung als Polydesignerin 3D (Bewerbung vom 9. 

September 2012, bei den UV-Akten Beilage 1) und einer Lehrstellenbewerbung bei der 

F.___ AG (UV-act. A46) keine Stellenbewerbungen bekannt. Die Beschwerdeführerin 

erhielt folglich in den entsprechenden Monaten keine Übergangsleistungen (UV-act. 

A42, UV-act. A51) und machte auch keinen Anspruch darauf geltend (act. G1).

2.2.4      Für den Februar 2013 reichte die Beschwerdeführerin 8, für die Monate März 

2013 bis Mai 2013 je 6 Bewerbungen ein und teilte Ende März 2013 mit, sie beginne im 

August einen Vorkurs für Gestaltung (UV-act. A43, bei den UV-Akten Beilage 1). Mit 

Schreiben vom 9. April 2013 teilte die Beschwerdegegnerin mit, die 

Beschwerdeführerin habe sich seit dem 1. Februar 2011 nicht aktiv um eine Lehrstelle 

bemüht, sei damit der Schadenminderungspflicht nicht nachgekommen und habe 

keinen Anspruch auf Übergangsleistungen (UV-act. A45). Am 29. April 2013 führte die 

Beschwerdegegnerin sodann aus, es würden bis zum Beginn des Vorkurses weiterhin 

monatlich je 6 Inserate, Bewerbungen und Absagen sowohl für Lehrstellen als auch für 

andere Stellen erwartet (UV-act. A47).

2.2.5      Zusammengefasst forderte die Beschwerdegegnerin seit der 

Nichteignungsverfügung von der Beschwerdeführerin bis im April 2013 durchgehend 

und wiederholt 6 Stellenbewerbungen inkl. den entsprechenden Stelleninseraten und 

Absagen monatlich. Beide Parteien sahen die Lehrstellensuche als erste Priorität (vgl. 

act. G1, G11, UV-act. A25, UV-act. A29 f.), die Beschwerdegegnerin machte jedoch 

keine Vorgaben, wie viele der Bewerbungen sich auf Lehrstellen zu beziehen hätten. 

Für die Monate, in denen die Beschwerdeführerin diesen Anforderungen nachkam, 

erhielt sie eine Übergangsentschädigung, ansonsten verweigerte die 

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Beschwerdegegnerin die Leistung richtigerweise. Im April 2013 forderte die 

Beschwerdegegnerin sodann erstmals ausdrücklich 6 Bewerbungen für Lehrstellen 

sowie 6 Bewerbungen für andere Stellen (UV-act. A47). Dies ohne Vorankündigung und 

ab sofort bzw. gar rückwirkend per Februar 2013. Eine solche Änderung der 

Anforderungen ohne entsprechendes Recht auf Stellungnahme durch die 

Beschwerdeführerin ist nicht zulässig und die Forderung von monatlich insgesamt 12 

schriftlichen Bewerbungen zu hoch. Die Beschwerdeführerin wusste zwar, dass sie 

gehalten war, eine weitere Ausbildung, insb. in Form einer Lehre, zu beginnen. Da ihr 

die Beschwerdegegnerin im Juni 2011 und von Februar bis Juni 2012 die 

Übergangsentschädigung jedoch nach Nachweis von lediglich mind. 6 Bewerbungen 

für (Vollzeit)Stellen jeglicher Art entrichtete, durfte die Beschwerdeführerin darauf 

vertrauen, dass dies weiterhin genügte. Dies insbesondere auch nachdem sie plante, 

im August 2013 den Vorkurs für Gestaltung zu beginnen und daher (fälschlicherweise, 

s. unten E. 3) davon ausging, sie müsse keine Lehrstelle mehr suchen.

2.3  Bezüglich der Qualität der Bewerbungen bringt die Beschwerdeführerin zutreffend 

vor (act. G1), dass die Auswahl an Stellen, für welche sie die Voraussetzungen mit ihrer 

Ausbildung als Bäckerin-Konditorin und der geringen Berufserfahrung vollständig 

erfüllt, beschränkt ist. Infrage kommen vorwiegend Stellen mit geringen Anforderungen, 

insbesondere solche für ungelernte Mitarbeiter. Wie von der Beschwerdegegnerin 

vorgebracht (vgl. act. G11), bewarb sich die Beschwerdeführerin teilweise auf Stellen, 

deren Voraussetzungen sie eindeutig nicht erfüllte, so in den Monaten Februar bis Mai 

2013 beispielsweise als Näherin, Malerin, Maurerin oder Dachdeckerin (bei den UV-

Akten Beilage 1, UV-act. A46). Überwiegend meldete sie sich jedoch auf 

Stelleninserate, denen sie weitestgehend entsprach, wie als Servicemitarbeiterin, 

Allrounderin, Küchenhilfe, Hilfsarbeiterin, Zimmermädchen oder Chauffeuse (bei den 

UV-Akten Beilage 1, UV-act. A46). Auch die diversen Bewerbungen als Verkäuferin (bei 

den UV-Akten Beilage 1, UV-act. A46) können nicht als aussichtslos betrachtet werden, 

hat sie doch durch ihre Ausbildung bereits Erfahrungen im Lebensmittelbereich 

gesammelt. Es ist der Beschwerdegegnerin zuzustimmen (vgl. act. G11), dass die 

meisten aktenkundigen Bewerbungen nahezu gleichlautend und sowohl sprachlich als 

auch inhaltlich verbesserungswürdig sind. Die eingereichte Bewerbungsmappe (UV-

act. A46) enthält mit einem Lebenslauf, Bescheinigungen von Sprachkursen sowie 

Arbeits- und Schulzeugnissen jedoch die wesentlichsten Elemente. Es ist zu beachten, 

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dass die Beschwerdeführerin zuvor wenig Erfahrung mit Bewerbungen hatte. Die 

Bewerbungen können entgegen den Ausführungen der Beschwerdegegnerin (vgl. act. 

G1) nicht generell als aussichtslos bezeichnet werden, hat die Beschwerdeführerin im 

Jahr 2012 doch immerhin zwei Anstellungen auf Abruf erhalten (UV-act. A37). Die 

Beschwerdegegnerin teilte der Beschwerdeführerin erstmals mit Schreiben vom 9. April 

2013 mit, sie habe sich seit 1. Februar 2011 nicht aktiv um eine Lehrstelle bemüht und 

komme damit ihrer Schadenminderungspflicht nicht nach (UV-act. A45). Konkrete 

Ausführungen zu den aus ihrer Sicht qualitativ mangelhaften Bewerbungen brachte sie 

erst mit ihrer Beschwerdeantwort vor. War die Beschwerdegegnerin der Ansicht, die 

Beschwerdeführerin trage nicht das ihr Zumutbare zur Eingliederung ins Erwerbsleben 

bei, so hätte sie vor Einstellung ihrer Leistungen die Beschwerdeführerin mahnen, auf 

die Rechtsfolgen hinweisen und eine angemessene Bedenkfrist einräumen müssen 

(vgl. Art. 21 Abs. 4 ATSG). Da die Beschwerdegegnerin dies unterlassen hat, durfte die 

Beschwerdeführerin davon ausgehen, dass ihre Arbeitsbemühungen in qualitativer 

Hinsicht den Anforderungen der Beschwerdegegnerin genügen. Dies insbesondere, 

nachdem sie bereits im Juni 2011 (vgl. UV-act. A29) und von Februar bis April 2012 

(vgl. UV-act. A33, UV-act. A35, UV-act. A37) ähnliche Bewerbungsschreiben 

eingereicht und eine Übergangsentschädigung erhalten hatte, ohne dass die 

Beschwerdegegnerin die Qualität der Bewerbungen beanstandet hätte.

2.4  Damit hat sich die Beschwerdeführerin in den Monaten Februar bis und mit Mai 

2013 ernsthaft bemüht, den ökonomischen Nachteil auf dem Arbeitsmarkt 

auszugleichen, und die Voraussetzungen für die Leistung einer 

Übergangsentschädigung nach Art. 86 VUV sind erfüllt.

3.    Weiter zu prüfen ist der Anspruch auf Übergangsentschädigung ab Juni 2013.

3.1  Die Beschwerdeführerin ist in der Wahl ihrer weiteren beruflichen Tätigkeit und 

einer allfälligen neuen Ausbildung grundsätzlich frei. Aufgrund ihrer 

Schadenminderungspflicht ist sie aber zu einer möglichst raschen Erzielung eines 

Erwerbseinkommens verpflichtet. Dieses Ziel wird mit einem raschen Wiedereinstieg 

ins Berufsleben bzw. falls nötig mit einer Umschulung mit Hilfe der 

Invalidenversicherung, nicht jedoch mit einer allein persönlich gewünschten, länger 

dauernden Weiterbildung zur Erlangung eines höheren Ausbildungsniveaus erreicht 

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(vgl. Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Februar 2014, UV/

13/427 E. 4.2.2, abrufbar unter http://www.vg-urteile.apps.be.ch/tribunapublikation/).

3.2  Im März 2011 äusserte die Beschwerdeführerin gegenüber der 

Beschwerdegegnerin, sie interessiere sich für den Goldschmiedeberuf und überlege 

sich andererseits im Bereich “Sprachen“ etwas zu machen. Nach bereits zwei 

Sprachaufenthalten besuchte sie von November 2011 bis Januar 2012 eine 

Sprachschule in G.___ (UV-act. A46). Es sind jedoch weder Lehrstellenbewerbungen 

als Goldschmiedin noch im Tourismus- und Reisebereich bzw. einem anderen Beruf, in 

dem sie ihre Sprachkenntnisse hätte einsetzen können, aktenkundig. Anlässlich der 

persönlichen Besprechung vom 30. Mai 2011 teilte sie sodann mit, sie sei auf der 

Suche nach einer neuen Lehrstelle. Sie beabsichtige einen Beruf im kreativen Bereich 

(Instrumentenbauerin, Dekorateurin) zu erlernen (UV-act. A25). Im Juni 2011 fragte sie 

einen Betrieb für einen Schnuppertag als Dekorateurin an und erkundigte sich bei 

mehreren Instrumentenbauern informell nach der Möglichkeit einer Ausbildung (UV-act. 

A29). Konkrete Bewerbungen für eine Lehrstelle sind auch für diese Berufe nicht 

aktenkundig. Des Weiteren finden sich in den Akten zwei Bewerbungen für eine 

Lehrstelle als Polydesignerin 3D vom September 2011 und September 2012, eine 

Anmeldung für einen Eignungstest Polydesign vom April 2011 mit entsprechender 

Auswertung sowie eine Absage für eine Lehrstellenbewerbung bei der F.___ AG vom 

September 2012 (UV-act. A46). Gegenüber dem Berufsberater der IV-Stelle und der 

Berufsberatung H.___ äusserte sie verschiedene Berufswünsche und gab an, sich für 

Lehrstellen als Polydesignerin zu bewerben (IV-act. 30 f.), entsprechende Bewerbungen 

liegen den IV-Akten jedoch nicht bei. Insgesamt sind demnach seit der 

Nichteignungsverfügung nur drei Bewerbungen für Lehrstellen nachgewiesen.

3.3  Die Beschwerdeführerin macht geltend, der Vorkurs für Gestaltung bzw. ein 

Propädeutikum sei in den meisten Lehrbetrieben in den grafischen Berufen 

vorausgesetzt, ebenso bei einem gestalterischen Lehrgang an einer Fachhochschule. 

Der Besuch des Vorkurses diene demzufolge dem angestrebten Einstieg in einen 

grafischen Beruf (act. G1). Wie die Beschwerdegegnerin zutreffend vorbringt (vgl. act. 

G11), hat sich die Beschwerdeführerin abgesehen von zwei Bewerbungen für eine 

Lehrstelle als Polydesignerin nicht um eine Lehrstelle im grafischen Bereich bemüht. 

Nach ihrer ersten Bewerbung im September 2011 wurde sie auf die Unvollständigkeit 

http://www.vg-urteile.apps.be.ch/tribunapublikation/

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ihres Bewerbungsdossiers hingewiesen (Schreiben vom 6. Oktober 2011, UV-act. A46), 

weitere Reaktionen oder Gründe für eine Absage sind nicht bekannt. Es besteht aber 

kein Hinweis, dass ein fehlender Vorkurs dafür entscheidend war. Beim im September 

2011 absolvierten Eignungstest für Polydesign erreichte die Beschwerdeführerin 56 von 

75 Punkten, was gemäss Auswertung einem überdurchschnittlich guten Ergebnis 

entspricht (UV-act. A46). Weder dieser Eignungstest, noch ein Vorkurs ist für eine Lehre 

als Polydesignerin zwingend (vgl. den entsprechenden Eintrag unter 

www.berufsberatung.ch; Verordnung des SBFI über die berufliche Grundbildung 

Polydesignerin 3D/Polydesigner 3D mit eidgenössischem Fähigkeitsausweis [SR 

412.101.221.11]; Bildungsplan zur Verordnung über die berufliche Grundbildung 

Polydesign 3D, abrufbar unter http://www.polydesign3d.ch/de/publikationen-bildung/

bildungsplan-deutsch.html, besucht am 8. Februar 2017). Ebenfalls nicht zwingend, 

aber empfohlen ist der Vorkurs für eine Lehrstelle als Grafikerin. Für eine 

entsprechende Ausbildung wird jedoch die abgeschlossene Volksschule, in der Regel 

in der obersten Schulstufe, vorausgesetzt (vgl. den Eintrag unter 

www.berufsberatung.ch), was die Beschwerdeführerin wohl kaum erfüllt (vgl. Zeugnis 

des Schuljahres 2003/2004, UV-act. A46). Für weitere grafische Berufe und auch die 

von der Beschwerdeführerin zeitweise angestrebten Ausbildungen zur Dekorateurin 

oder Musikinstrumentenbauerin ist keine Empfehlung zur Absolvierung eines Vorkurses 

bekannt (vgl. die entsprechenden Einträge unter www.berufsberatung.ch). 

Zusammenfassend ist die Notwendigkeit eines Vorkurses für die Erlernung eines 

grafischen Berufes nicht nachgewiesen.

3.4  Die Beschwerdeführerin hat sich nicht ernsthaft um eine Lehrstelle bemüht und 

den Vorkurs an einer Kunstschule begonnen, obwohl sie wusste, dass dieser von der 

IV-Stelle nicht als Umschulung i.S.v. Art. 17 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die 

Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) angesehen und deshalb auch nicht finanziert 

wird (UV-act. A43, UV-act. A47, IV-act. 34). Diese Ausbildung und die daraus 

entstehende Erwerbseinbusse löst keine Pflicht der Beschwerdegegnerin zur 

Bezahlung einer Übergangsentschädigung aus. Der Einwand der Beschwerdeführerin, 

sie habe sich wegen des bevorstehenden Schulbeginns seit Juni 2013 nicht mehr 

beworben (vgl. act. G1), ist damit nicht zu hören. Es ist nicht nachgewiesen, dass der 

Vorkurs für eine allfällige darauf folgende graphische Lehre nötig ist, insbesondere 

liegen keine entsprechend begründeten Absagen auf Lehrstellenbewerbungen der 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/18

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Beschwerdeführerin vor. Selbst nach der Zusage für den Vorkurs und während des 

Besuchs desselben wäre der Beschwerdeführerin aufgrund ihrer 

Schadenminderungspflicht auch nach Juni 2013 die Bewerbung für Lehrstellen und 

Festanstellungen zumutbar gewesen. Die Beschwerdeführerin bringt zwar zutreffend 

vor, dass die Lehrstellen jeweils nur einmal jährlich per August vergeben werden (vgl. 

act. G1), erfahrungsgemäss werden manche Lehrstellen jedoch auch kurzfristig oder 

gar kurz nach offiziellem Lehrbeginn besetzt. Der Anspruch auf 

Übergangsentschädigung entfällt somit ab Juni 2013.

4.  

4.1  Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist der Einspracheentscheid vom 4. 

September 2014 insofern aufzuheben und die Beschwerde teilweise gutzuheissen, als 

der Beschwerdeführerin für die Monate Februar 2013 bis und mit Mai 2013 eine 

Übergangsentschädigung zuzusprechen ist. Zur Festsetzung und Ausrichtung der 

Leistung ist die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Im Übrigen ist die 

Beschwerde abzuweisen.

4.2  Gerichtskosten sind gemäss Art. 61 lit. a ATSG keine zu erheben. 

4.3  Die Parteientschädigung, die vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach 

der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen 

wird (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1), wäre bei vollem 

Obsiegen auf pauschal Fr. 4'000.- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) 

festzusetzen. Vorliegend ist die Parteientschädigung bei teilweisem Obsiegen 

ermessensweise auf pauschal Fr. 2'000.- festzusetzen. Aufgrund der unentgeltlichen 

Rechtsverbeiständung übernimmt der Staat von den verbleibenden Fr. 2'000.- vier 

Fünftel (vgl. Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes, sGS 963.70), also Fr. 1'600.-. Eine 

Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, ist zur Nachzahlung 

verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123 der Schweizerischen 

Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).

4.4  Der Beschwerdegegnerin hat trotz ihres teilweisen Obsiegens keinen Anspruch auf 

eine Parteientschädigung (vgl. BGE 126 V 143 E. 4).

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/18

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Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.   

Der angefochtene Einspracheentscheid wird in teilweiser Gutheissung der Beschwerde 

insofern aufgehoben, als der Beschwerdeführerin für die Monate Februar 2013 bis und 

mit Mai 2013 eine Übergangsentschädigung zugesprochen wird. Zur Festsetzung und 

Ausrichtung der Leistung wird die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen. 

Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen.

2.   

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.   

Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung von Fr. 

2‘000.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

4.   

Der Staat entschädigt den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin mit Fr. 1'600.- (inkl. 

Barauslagen und Mehrwertsteuer).

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	Entscheid Versicherungsgericht, 19.05.2017
	Art. 84 Abs. 2 UVG. Art. 86 VUV. Nachweis ernsthafter Arbeitsbemühungen als Voraussetzung für die Ausrichtung einer Übergangsentschädigung während eines Zeitraums von vier Monaten bejaht. Für die folgenden Monate  und während des Besuchs eines Vorkurses für Gestaltung besteht aufgrund fehlender Arbeitsbemühungen kein Anspruch auf eine Übergangsentschädigung. Teilweise Gutheissung (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 19. Mai 2017, UV 2014/77).

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