# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ac9063cd-0840-566e-bfe2-e537accd3892
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-11-25
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 25.11.2011 D-3362/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-3362-2009_2011-11-25.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung IV
D­3362/2009

U r t e i l   v om   2 5 .   No v embe r   2 0 1 1

Besetzung Richter Robert Galliker (Vorsitz),
Richterin Gabriela Freihofer, Richter Gérald Bovier
Gerichtsschreiberin Viktoria Szczepinski.

Parteien A._______, geboren (…),
alias B._______, geboren (…),
Syrien,
vertreten durch lic. iur. Nicole Hohl, Advokatin,
Advokatur Gysin + Roth,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), 
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz. 

Gegenstand Asyl und Wegweisung;
Verfügung des BFM vom 23. April 2009 / N (…).

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Sachverhalt:

A. 
Der  Beschwerdeführer  –  ein  syrischer  Staatsangehöriger  kurdischer 
Ethnie  aus  C._______  bei  D._______  –  gelangte  eigenen  Angaben 
zufolge  am  23. Juli  2007  in  die  Schweiz,  wo  er  gleichentags  im 
Empfangs­  und  Verfahrenszentrum  (EVZ)  E._______  um  Asyl 
nachsuchte.

Anlässlich der Kurzbefragung vom 26. Juli 2007 im EVZ E._______ sowie 
der Anhörung durch das Amt für Migration F._______ vom 4. September 
2007  machte  der  Beschwerdeführer  zur  Begründung  seines 
Asylgesuches unter anderem geltend, er sei am  [Datum] zusammen mit 
anderen Personen anlässlich einer Demonstration in D._______ verhaftet 
worden, da sie ein Denkmal des Staatspräsidenten demoliert hätten. Die 
Behörden  hätten  ihn  zunächst  in  D._______  und  danach  für  etwa 
vierzehn  oder  fünfzehn Monate  in G._______  im Gefängnis  H._______ 
festgehalten, wo er auch gefoltert worden sei. Erst durch Bezahlung sei 
es  seinem Vater  gelungen,  seine  Freilassung  zu  erreichen.  Ausserdem 
sei  er  Sympathisant  der  Yekiti­Partei  und  habe  für  diese  gearbeitet.  Er 
habe Flugblätter verteilt und manchmal Geldspenden gesammelt. Als er 
am  [Datum] mit einem Motorrad unterwegs gewesen sei, um Flugblätter 
in  einem  Dorf  zu  verteilen,  hätte  ihn  eine  Patrouille  des 
Sicherheitsdienstes dabei beobachtet und ihn zum Anhalten aufgefordert. 
Durch  Flucht  habe  er  sich  zwar  einer  Festnahme  entziehen  können, 
jedoch  habe  er  unterwegs  sein  auf  ihn  registriertes  Motorrad 
zurückgelassen.  Dieses  sei  in  der  Folge  mitsamt  der  sich  darin 
befindlichen  Flugblätter  und  Gelder  von  den  Behörden  beschlagnahmt 
worden.  Nach  diesem  Vorfall  sei  er  über  I._______  nach  J._______ 
gefahren, wo er sich in der Folge bei einem Freund aufgehalten habe. Er 
habe  diesen  drei Mal  zu  seinen  Eltern  nach Hause  geschickt.  Dadurch 
habe er erfahren, dass er dort von der Sicherheitspolizei gesucht werde. 
Aus diesen Gründen habe er Syrien am 15. oder 16 Juni 2007 verlassen. 
Auf entsprechende Fragen erklärte der Beschwerdeführer, er sei noch nie 
im Ausland gewesen und seinen Pass habe er etwa drei bis vier Monate 
vor seiner Ausreise verloren.

Als Beweismittel gab der Beschwerdeführer seinen Führerschein zu den 
Akten.

B. 
Am 27. Oktober 2008 ersuchte das BFM die Schweizerische Vertretung 

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in Damaskus um Abklärungen, ob der Beschwerdeführer einen syrischen 
Pass besitze, ob er legal ausgereist sei, beziehungsweise ob er von den 
syrischen Behörden gesucht werde.

C. 
Mit Schreiben vom 14. Dezember 2008 teilte die Botschaft dem BFM mit, 
dass  der  Beschwerdeführer  einen  in  J._______  ausgestellten  syrischen 
Pass  besitze  und  am  [Datum]  legal  via  G._______  nach  K._______ 
ausgereist  sei.  Es  liege  nichts  gegen  ihn  vor  und  er  werde  von  den 
syrischen Behörden auch nicht gesucht.

D. 
Am  8. Januar  2009  teilte  das  BFM  dem  Beschwerdeführer  die 
Abklärungsergebnisse  vom  14. Dezember  2008  mit  und  gewährte  ihm 
hierzu das rechtliche Gehör.

E. 
Der  Beschwerdeführer  reichte  am  15. Januar  2009  eine  entsprechende 
Stellungnahme ein. Darin bestätigte er, einen Pass besessen zu haben, 
welchen er  in Syrien verloren habe. Gleichzeitig gab er die Einreise mit 
einem Visum nach K._______ im Jahr (…) zu. Er habe dort drei Monate 
schwarz  in  einem  Restaurant  gearbeitet,  ehe  er  gemeinsam  mit  dem 
Inhaber  des  Restaurants  illegal  in  die  L._______  eingereist  sei.  Nach 
etwa vier Tagen Aufenthalt sei er nach Syrien weitergereist. Da er Kurde 
sei  und  in  Syrien  einer  verfolgten Minderheit  angehöre,  würden  er  und 
sein Volk vom syrischen Staat regelmässig verfolgt.

F. 
Mit Verfügung  vom 23. April  2009  lehnte  das BFM das Asylgesuch  des 
Beschwerdeführers  ab  und  ordnete  dessen  Wegweisung  aus  der 
Schweiz sowie den Vollzug an. Zur Begründung führte das Bundesamt im 
Wesentlichen  aus,  die  Vorbringen  der  Beschwerdeführers  vermöchten 
den  Anforderungen  von  Art. 7  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998 
(AsylG, SR 142.31) an das Glaubhaftmachen nicht zu genügen, so dass 
ihre  Asylrelevanz  nicht  überprüft  zu  werden  brauche.  Ferner  erscheine 
der  Vollzug  der  Wegweisung  des  Beschwerdeführers  nach  Syrien  als 
zulässig, zumutbar und möglich.

G. 
Mit  Eingabe  der  zwischenzeitlich  mandatierten  Rechtsvertreterin  vom 
25. Mai  2009  erhob  der  Beschwerdeführer  gegen  diese  Verfügung 

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Beschwerde  beim  Bundesverwaltungsgericht.  Er  beantragte  die 
vollumfängliche  Aufhebung  der  angefochtenen  Verfügung  und 
Gutheissung  des  Asylgesuchs.  Eventualiter  sei  der  Entscheid  des 
Bundesamtes  aufzuheben  und  die  Sache  zur  Neubeurteilung  an  die 
Vorinstanz  zurückzuweisen.  Subeventualiter  sei  die 
Wegweisungsverfügung aufzuheben und ihm die vorläufige Aufnahme in 
der  Schweiz  zu  gewähren.  In  prozessualer  Hinsicht  ersuchte  er  um 
Ausrichtung  einer  angemessener  Parteientschädigung,  wobei  die 
Honorarnote auf Aufforderung hin nachgereicht werde. Für den Fall des 
Unterliegens  ersuchte  er  um  Gewährung  der  unentgeltlichen 
Rechtspflege  und  Rechtsverbeiständung  gemäss  Art. 65  Abs. 1  und 
Abs. 2  des  Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das 
Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021)  sowie  um  Verzicht  auf  die 
Erhebung eines Kostenvorschusses.

H. 
Mit Zwischenverfügung vom 4. Juni 2009 hielt der Instruktionsrichter fest, 
der  Beschwerdeführer  könne  den  Ausgang  des  Verfahrens  in  der 
Schweiz  abwarten.  Zugleich  wies  er  die  Gesuche  um  Gewährung  der 
unentgeltlichen  Rechtspflege  und  Rechtsverbeiständung  sowie  um 
Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses ab und forderte den 
Beschwerdeführer  –  unter  Androhung  des  Nichteintretens  im 
Unterlassungsfall – zur Leistung eines Kostenvorschusses von Fr. 600.– 
auf.

I. 
Der  einverlangte  Kostenvorschuss  von  Fr. 600.–  ging  in  der  Folge  am 
11. Juni 2009 bei der Gerichtskasse ein.

J. 
Mit  Schreiben  vom  23. Juni  2009  reichte  die  Rechtsvertreterin  eine 
Bestätigung zweier Zeugen über den Aufenthalt des Beschwerdeführers 
von  (…)  bis  (…)  in  Syrien  mit  deutscher  Übersetzung  ein  und  stellte 
zudem eine Bestätigung eines Arztes  in Syrien  in Aussicht, welcher den 
Beschwerdeführer nach der Gefängnisfreilassung untersucht habe.

K. 
Mit  –  vorab  am 9. September  2009 per  Telefax  übermittelter  – Eingabe 
vom  10. September  2009  (Poststempel)  legte  die  Rechtsvertreterin  des 
Beschwerdeführers  einen  ärztlichen  Bericht  vom  11. August 2009  der 
Psychiatrischen Poliklinik des Universitätsspitals M._______ ins Recht.

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L. 
Am  30. September 2009  lud  der  Instruktionsrichter  das  Bundesamt  zur 
Vernehmlassung ein.

M. 
Die  Vorinstanz  beantragte  in  ihrer  Vernehmlassung  vom  14. Oktober 
2009  die  Abweisung  der  Beschwerde  und  hielt  unter  anderem  fest,  die 
Beschwerdeschrift  enthalte  keine  neuen  erheblichen  Tatsachen  oder 
Beweismittel,  welche  eine Änderung  des  vorinstanzlichen Standpunktes 
zu rechtfertigen vermöchten.

N. 
Mit Verfügung vom 20. Oktober 2009 wurde dem Beschwerdeführer Frist 
zur  Einreichung  einer  Stellungnahme  zur  Vernehmlassung  des 
Bundesamtes eingeräumt.

O. 
Mit Schreiben vom 3. November 2009 machte der Beschwerdeführer von 
der ihm gewährten Möglichkeit zur Replik Gebrauch.

P. 
Am  2. Dezember  2009  reichte  die  Rechtsvertreterin  des 
Beschwerdeführers die  in Aussicht gestellte Bestätigung eines syrischen 
Arztes  vom  7. November  2009  sowie  ein  Schreiben  des  kurdischen 
Vereins  "Kurdish  Future  Movement  in  Syria"  je  mit  deutscher 
Übersetzung zu den Akten.

Q. 
Am  14. Januar  2010  liess  die  Rechtsvertreterin  dem  Gericht  einen 
Abklärungsbericht  vom  29. Oktober  2009  der  Externen  Psychiatrischen 
Dienste N._______ zukommen.

R. 
Nach Einladung zu einem erneuten Schriftenwechsel nach Art. 57 Abs. 2 
VwVG  hob  das  BFM  mit  Verfügung  vom  22. August  2011  die 
angefochtene Verfügung im Vollzugspunkt auf und ordnete die vorläufige 
Aufnahme  des  Beschwerdeführers  wegen  Unzumutbarkeit  des 
Wegweisungsvollzuges in der Schweiz an.

S. 
Auf  Anfrage  des  Gerichts  vom  24. August  2011  betreffend  einen 
allfälligen Beschwerderückzug liess der Beschwerdeführer am 29. August 

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2011  durch  seine  Rechtsvertreterin  mitteilen,  dass  er  an  der 
eingereichten Beschwerde festhalte.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 
1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 
gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  VwVG.  Das  BFM  gehört  zu  den 
Behörden  nach  Art. 33  VGG  und  ist  daher  eine  Vorinstanz  des 
Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme 
im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht 
ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und 
entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  endgültig,  ausser  bei  Vorliegen 
eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die 
beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d 
Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG, 
SR 173.110]).  Eine  solche  Ausnahme  liegt  nicht  vor,  das 
Bundesverwaltungsgericht entscheidet demnach endgültig.

1.2. Das  Verfahren  richtet  sich  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem 
BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 
AsylG).

1.3.  Der  genaue  Zeitpunkt  der  Eröffnung  des  vorinstanzlichen 
Entscheides  kann  den  Akten  nicht  entnommen  werden,  weil  keine 
Empfangsbestätigung vorliegt. Da die Verfügung des Bundesamtes dem 
Beschwerdeführer  frühestens  am 24. April  2009  eröffnet werden  konnte 
und er am 25. Mai 2009 gegen diese Verfügung Beschwerde erhob, kann 
ohne Weiteres  von der Wahrung der dreissigtägigen Frist  ausgegangen 
werden.

Die  Beschwerde  ist  zudem  formgerecht  eingereicht.  Der 
Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 
durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  und  hat  ein 
schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise 
Änderung.  Er  ist  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert 
(Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). 
Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2. 
Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 

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oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3. 
3.1.  Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich  Asyl.  Flüchtlinge  sind  Personen,  die  in  ihrem Heimatstaat 
oder  im Land,  in dem sie zuletzt wohnten, wegen  ihrer Rasse, Religion, 
Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder 
wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt 
sind  oder  begründete  Furcht  haben,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu 
werden. Als  ernsthafte Nachteile  gelten  namentlich  die Gefährdung  des 
Leibes,  des  Lebens  oder  der  Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen 
unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG).

3.2.  Wer  um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft 
nachweisen  oder  zumindest  glaubhaft  machen.  Diese  ist  glaubhaft 
gemacht,  wenn  die  Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender 
Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere 
Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich 
widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich 
auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt  werden  (Art. 7 
AsylG).

3.3.  Grundsätzlich  sind  Vorbringen  dann  glaubhaft  gemacht,  wenn  sie 
genügend substanziiert,  in  sich  schlüssig und plausibel  sind. Sie dürfen 
sich  nicht  in  vagen Schilderungen  erschöpfen,  in wesentlichen  Punkten 
nicht  widersprüchlich  sein,  der  inneren  Logik  entbehren  oder  den 
Tatsachen  oder  der  allgemeinen  Erfahrung  widersprechen.  Darüber 
hinaus muss der Gesuchsteller  persönlich  glaubwürdig  erscheinen, was 
insbesondere  dann  nicht  der  Fall  ist,  wenn  er  wichtige  Tatsachen 
unterdrückt  oder  bewusst  falsch  darstellt,  im  Laufe  des  Verfahrens 
Vorbringen auswechselt, steigert oder unbegründet nachschiebt oder die 
nötige Mitwirkung am Verfahren verweigert. Glaubhaftmachung bedeutet 
ferner – im Gegensatz zum strikten Beweis – ein reduziertes Beweismass 
und  lässt  durchaus  Raum  für  gewisse  Einwände  und  Zweifel  an  den 
Vorbringen des Gesuchstellers. Entscheidend ist, ob die Gründe, welche 
für  die  Richtigkeit  der  Sachverhaltsdarstellung  sprechen,  im  Rahmen 
einer  Gesamtwürdigung  aller  Elemente  (übereinstimmende  Angaben 
bezüglich  des  vorgebrachten  Sachverhaltes,  Substanziiertheit  und 
Plausibilität  der  Vorbringen,  persönliche  Glaubwürdigkeit)  überwiegen 
oder nicht. Dabei ist auf eine objektivierte Sichtweise abzustellen (vgl. Art. 

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7  AsylG;  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen 
Asylrekurskommission  [EMARK]  2005 Nr.  21 E.  6.1  S.  190  f.).  Für  das 
Glaubhaftmachen  reicht  es  demnach  nicht  aus,  wenn  der  Inhalt  der 
Vorbringen  zwar möglich  ist,  aber  in Würdigung  der  gesamten Aspekte 
wesentliche  und  überwiegende  Umstände  gegen  die  vorgebrachte 
Sachverhaltsdarstellung  sprechen  (vgl.  WALTER  STÖCKLI,  Asyl,  in: 
Uebersax/Rudin/Hugi/Yar/Geiser  [Hrsg.],  Ausländerrecht,  2. Aufl.,  Basel 
2009,  Rz. 11.149;  Handbuch  zum  Asyl­  und  Wegweisungsverfahren, 
Schweizerische Flüchtlingshilfe SFH [Hrsg.], Bern/Stuttgart/Wien 2009, S. 
161 ff.; EMARK 1996 Nr. 28 E. 3.a S. 270).

4. 
4.1.  Die  Vorinstanz  führte  zur  Begründung  ihres  ablehnenden 
Entscheides  vom  23. April  2009  aus,  dass  durch  die 
Abklärungsergebnisse  der  Botschaft,  welche  nachweislich 
tatsachenwidrige  Aussagen  des  Beschwerdeführers  über  das 
Ausreisedatum und den Aufenthalt  in K._______ hervorgebracht hätten, 
die  Glaubhaftigkeit  seiner  übrigen  Sachverhaltsangaben  erheblich  in 
Frage gestellt werde. Hinzu komme, dass sein Sachverhaltsvortrag durch 
zahlreiche  weitere  Ungereimtheiten  gekennzeichnet  sei.  Der 
Beschwerdeführer  habe  unter  anderem  geltend  gemacht,  er  werde  von 
der Polizei gesucht, da er Flugblätter der Yekiti Partei  verteilt habe. Die 
Aussagen zum Inhalt dieser Flugblätter seien unkonkret geblieben. Sein 
Wissen  über  die  politischen  Ziele  der  Partei  falle  sehr  bescheiden  aus 
und  sei  weitgehend  unsubstanziiert.  Auch  seine  Angaben  zur 
angeblichen Verhaftung könnten nicht geglaubt werden, da insbesondere 
sein  Verhalten  nach  der  Haftentlassung  im  [Datum]  der  allgemeinen 
Lebenserfahrung  widerspreche.  Erfahrungsgemäss  versuchten  nämlich 
tatsächlich  Verfolgte  den  Verfolgerstaat  bei  der  ersten  sich  bietenden 
Möglichkeit zu verlassen. Vor dem Hintergrund der  langen Haft und des 
angeblichen  Verhaftungsgrundes  erscheine  seine  Entlassung  dank 
Bestechung kaum  im Bereich des Wahrscheinlichen zu  liegen, da seine 
Haftentlassung auf die geltend gemachte Art und Weise unweigerlich zur 
Festnahme  und  Verurteilung  des  korrupten  Beamten  geführt  hätte.  Die 
Vorbringen  des  Beschwerdeführers  erweckten  insgesamt  den  Eindruck, 
dieser  habe  bei  seinen  Schilderungen  nicht  auf  Erinnerungen  an 
tatsächliche Begebenheiten zurückgreifen können, sondern habe lediglich 
eine  Verfolgungssituation  in  allgemein  bekannte  Umstände  in  Syrien 
einzubetten  versucht,  ohne  im  behaupteten  Masse  davon  betroffen 
gewesen  zu  sein.  Seinen  Schilderungen,  denen  keine  glaubhaften 

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Anhaltspunkte  für  eine  konkrete  asylrechtlich  relevante  Bedrohung  zu 
entnehmen seien, könne folglich nicht geglaubt werden.

Unter  diesen  Umständen  erstaune  es  nicht,  dass  gegen  den 
Beschwerdeführer gemäss den Abklärungen der Vertretung in Damaskus 
nichts  vorliege  und  er  deshalb  von  den  syrischen  Behörden  auch  nicht 
gesucht  werde.  Er  sei  im  Besitz  eines  in  J._______  ausgestellten 
syrischen  Reisepasses.  An  diesen  Feststellungen  vermöge  die 
Stellungnahme  des  Beschwerdeführers  vom  15. Januar  2009  nichts  zu 
ändern,  da  er  mit  dieser  bloss  die  angesichts  der  Botschaftsabklärung 
entstandenen  offensichtlichen  Ungereimtheiten  zu  seinen  früheren 
Sachverhaltsdarstellungen  nachträglich  zurechtzurücken  versuche.  Die 
widersprüchlichen  Aussagen  zeigten  deutlich,  dass  der 
Beschwerdeführer  nach  wie  vor  nicht  bereit  sei,  an  den 
Sachverhaltsermittlungen  mitzuwirken.  Seine  weitgehend 
unsubstanziierten  Hinweise  auf  die  allgemein  Situation  der  Kurden  in 
Syrien vermöchten an den Erwägungen nichts zu ändern.

4.2.  Der  Beschwerdeführer  wendet  in  seiner  Beschwerde  vom  25. Mai 
2009  dagegen  unter  anderem  ein,  aufgrund  seiner  detaillierten 
Schilderungen  zur  Tätigkeit  in  K._______,  der  anschliessenden 
Rückreise  sowie  den  darauf  folgenden  Vorfällen  in  Syrien,  aber  auch 
aufgrund  der  Art,  wie  die  Schilderungen  zustande  gekommen  seien, 
könne  seine  Rückkehr  im  Jahre  (…)  nach  Syrien  nicht  ernsthaft 
angezweifelt werden. Das Verschweigen des Aufenthaltes  in K._______ 
sei  zwar  nicht  korrekt  gewesen,  sei  aber  in  einem  gewissen  Sinne 
nachvollziehbar,  zumal  er  dort  schwarz  gearbeitet  habe  und  dies  nicht 
habe  bekannt  machen  wollen.  Seine  Aussagen  seien  nicht  zu  wenig 
detailliert  ausgefallen;  so  habe  er  unter  anderem  den  obersten 
Parteiführer  von  Yekiti  sowie  dessen  Wohnort  namentlich  benennen 
können.  Er  habe  auch  die  Zielsetzungen  der  Partei  angeben  können. 
Entgegen  der  Behauptung  der  Vorinstanz  seien  seine  Aussagen  sogar 
sehr  detailliert  und  widerspruchsfrei.  Diese  müssten  schon  deshalb  als 
genügend substanziiert angesehen werden, da es sich bei  ihm nicht um 
eine  gebildete  Person  handle.  Ausserdem  gebe  es  viele  Beispiele,  wo 
tatsächlich  Verfolgte  nach  ihrer  Haftentlassung  zunächst  noch  einmal 
versucht hätten, im Heimatland Fuss zu fassen, da in aller Regel Familie 
und  Freunde  eine  Person  an  das  Heimatland  binden  würden.  Da  der 
Geheimdienst  willkürlich  und  ohne  gesetzliche  Grundlage  gegen 
Regimekritiker  und  überhaupt  Kurden  vorgehe,  sei  klar,  dass  er  nur 
inoffiziell gesucht werde und eine Botschaftsanfrage auch keine offizielle 

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Suche  ergeben  könne.  Aufgrund  der  auf  seinem  Motorrad  gefundenen 
Flugblätter müsse der Beschwerdeführer bei einer Rückkehr schliesslich 
befürchten,  am  Flughafen  angehalten,  inhaftiert  sowie  gefoltert  zu 
werden.

4.3.  In  der  Vernehmlassung  vom  14. Oktober  2009  hielt  die  Vorinstanz 
fest,  die  erst  auf  Beschwerdeebene  geltend  gemachten  psychischen 
Probleme  vermöchten  keine  Änderung  ihres  Standpunktes  zu 
rechtfertigen.  Die  ärztlichen  Befunde,  welche  auf  offensichtlich 
unverifiziert  übernommenen  anamnesischen  Angaben  des 
Beschwerdeführers  beruhten,  seien  zumindest  hinsichtlich  der 
tatsächlichen  Ursachen  der  Erkrankung  als  gering  zu  bezeichnen.  Die 
erstellte Diagnose bilde somit für sich kein Indiz für die geltend gemachte 
Verfolgung  im  Heimatstaat.  Hinsichtlich  der  vom  Beschwerdeführer 
eingereichten  Bestätigung  zweier  Zeugen  sei  auf  die  grundsätzlich 
geringe  Beweiskraft  von  solchen,  von  der  Parteien  bestellten 
Zeugenaussagen  hinzuweisen.  Es  sei  davon  auszugehen,  dass  diese 
vom  Beschwerdeführer  bestellten  Personen  naturgemäss  kaum  gegen 
die  Darstellung  ihres  Auftraggebers  gerichtete  Aussagen  machen 
würden.

4.4.  In  seiner  Replik  vom  3. November  2009  entgegnete  der 
Beschwerdeführer  im  Wesentlichen,  er  sei  bei  den  Befragungen  vom 
26. Juli 2007 und vom 4. September 2007 nie nach seinem Befinden oder 
Gesundheitszustand  befragt  worden.  Ausserdem  sei  es  für  Menschen 
aus seinem Herkunftsland nicht üblich, bei psychischen Beschwerden die 
Hilfe  eines  Arztes  in  Anspruch  zu  nehmen.  Zudem  hätten  die 
untersuchenden  Fachärzte  festgestellt,  dass  er mit  grosser  psychischer 
Belastung  und  deutlich  leidend  von  den  Folterungen  berichtet  habe. 
Schliesslich  sei  es  gerade  wegen  der  Traumatisierung  und  wegen  der 
depressiven  Erkrankung  möglich,  dass  er  teilweise  unvollständig  und 
sprunghaft erzählt habe.

5. 
5.1. Nach Prüfung  der Akten  durch  das Gericht  ist  in Übereinstimmung 
mit  der  Vorinstanz  festzustellen,  dass  die  Vorbringen  des 
Beschwerdeführers  in  Zusammenhang  mit  der  geltend  gemachten 
Verfolgung  (bis  zum  Zeitpunkt  seiner  Ausreise  aus  Syrien)  den 
Anforderungen  von  Art. 7  AsylG  an  das  Glaubhaftmachen  nicht 
standzuhalten  vermögen.  Es  ist  vorab  auf  die  ausführlichen  und 
zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz zu verweisen.

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Anlässlich der Anhörung machte der Beschwerdeführer geltend, er werde 
von der Polizei  gesucht, weil  er  im  [Datum] Flugblätter  der Yekiti Partei 
verteilt  habe.  Allerdings  vermochte  er  nichts  Konkretes  über  die 
Parteiziele  und  über  den  Inhalt  der  von  ihm  angeblich  verteilten 
Flugblätter  zu  sagen  (Akten  BFM  A10/14  S. 6  und  9).  Angesichts  des 
harten  und  entschlossenen  Vorgehens  der  syrischen  Behörden  gegen 
Oppositionelle erscheint es unplausibel, dass sich der Beschwerdeführer 
– ohne den Inhalt dieser Flugblätter gekannt zu haben – in eine derartige 
Gefahr  begeben  hätte,  obschon  er  sich  dieser  bewusst  gewesen  war 
(Akten BFM A10/14 S. 9). Sein Argument, er könne nicht lesen und habe 
deshalb  nicht  so  Recht  gewusst,  was  darin  stehe,  erweist  sich  als 
unbehelflich. Er hätte spätestens und ohne Weiteres den Überbringer des 
Kartons mit  den Flugblättern  fragen  können. Dies  schon deshalb,  da er 
beim  Verteilen  dieser  Flugblätter  ohne  Kenntnisse  des  Inhalts  allfällige 
Rückfragen nicht hätte beantworten können. Es mag zwar zutreffen, dass 
der Beschwerdeführer  den  obersten Parteiführer  von Yekiti  und  dessen 
Wohnort  hat  benennen  können.  Angesichts  der  geltend  gemachten 
zahlreichen  Aktivitäten  erstaunt  es  aber,  dass  er  nicht  mehr  über  den 
Aufbau  der  Partei  wusste  und  wie  wenig  konkret,  detailliert  und 
differenziert er die Parteiziele darlegen konnte.

Auffallend  ist,  dass  der  Beschwerdeführer  sowohl  in  der  Befragung  als 
auch  anlässlich  der  Anhörung  vordergründig  den  Vorfall  mit  dem 
Motorrad  erwähnte  und  nur  beiläufig  von  seiner  Inhaftierung  sowie 
erlittenen  Folter  erzählte  (Akten  BFM  A1/10  S. 6,  A/10  S. 5).  Seine 
Schilderungen  zum  Gefängnisaufenthalt  fielen  dabei  sehr  kurz  und 
detailarm  aus.  Er  führte  lediglich  aus,  dass  er  gefoltert  worden  sei, 
hingegen  liess  er  die  Art  und  Weise  sowie  die  Häufigkeit  gänzlich 
unerwähnt.  Da  es  sich  bei  dieser  behaupteten  Folterung  um  zentrale 
Asylgründe  handelt,  hätte  vom  Beschwerdeführer  erwartet  werden 
können  beziehungsweise  müssen,  dass  er  diese  einschneidenden 
Eingriffe  in die körperliche Integrität zumindest ansatzweise eingehender 
geschildet  hätte.  Diese  Eingriffe  werden  vielmehr  erst  im  auf 
Beschwerdeebene eingereichten Arztbericht vom 11. August 2009 näher 
umschrieben.  Abgesehen  davon  ist  festzuhalten,  dass  die  beim 
Beschwerdeführer  diagnostizierte  posttraumatische  Belastungsstörung 
keinen Hinweis für asylrechtlich relevante Ereignisse (vgl. auch Urteil des 
Bundesverwaltungsgerichts D­5266/2006 vom 29. Januar 2008 E. 3.4 S. 
11)  bildet,  zumal,  wie  bereits  dargelegt  wurde,  die  geltend  gemachte 
Inhaftierung beziehungsweise Verfolgung als unglaubhaft zu erachten ist. 
Bei  dieser  Sachlage  sind  den  eingereichten  medizinischen  Unterlagen 

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keine  stichhaltigen  Hinweise  für  eine  mit  überwiegender 
Wahrscheinlichkeit  bestehende asylrelevante Verfolgung  zu  entnehmen, 
da  die  Ursachen  der  diagnostizierten  posttraumatischen 
Belastungsstörung  nicht  zweifelsfrei  eruierbar  sind.  An  dieser 
Feststellung  vermag  auch  die  am  2.  Dezember  2009  eingereichte 
ärztliche Bestätigung des syrischen Arztes vom 7. November 2009 nichts 
zu  ändern,  zumal  darin  lediglich  von  der Behandlung  einer Migräne  die 
Rede ist.

Zudem  fällt  auf,  dass  der  Beschwerdeführer  sämtliche  Geschehnisse 
äusserst  kurz  und  unsubstanziiert  darstellte.  Seine  Erzählungen  sind 
auffällig  oberflächlich  und detailarm ausgefallen. Den Äusserungen  sind 
ausserdem  weder  persönliche  Betroffenheit  noch  der  erforderliche 
Detailreichtum  einer  auf  tatsächlich  erlebten  Ereignissen  basierenden 
Schilderung  zu  entnehmen.  In  der  Beschwerde  wird  diesbezüglich 
vorgebracht,  die  Aussagen  des  Beschwerdeführers  seien  vor  dem 
Hintergrund, dass es sich bei ihm nicht um eine gebildete Person handle, 
als genügend substanziiert anzusehen. Dieser Einwand vermag an obiger 
Einschätzung  nichts  zu  ändern,  zumal  die  Schilderung  von  tatsächlich 
Erlebtem keine besondere Bildung voraussetzt. In der Replik wird sodann 
die  teilweise  unvollständige  und  sprunghafte  Erzählweise  mit  der 
Traumatisierung  und  der  depressiven  Erkrankung  des 
Beschwerdeführers  zu  erklären  versucht.  Hierzu  ist  festzuhalten,  dass 
sich nichts Derartiges aus den Protokollen ergibt. Das Aussageverhalten 
des  Beschwerdeführers  beispielsweise  anlässlich  der  kantonalen 
Anhörung  veranlasste weder  den Befrager  noch  die Hilfswerkvertreterin 
zu  etwaigen  Unterbrüchen.  Der  Beschwerdeführer  machte  in  dieser 
Hinsicht  denn  auch  keinerlei  Andeutungen  und  bestätigte  zudem  die 
Richtigkeit beziehungsweise die Vollständigkeit der Protokolle mit seiner 
Unterschrift. Die bei der Anhörung anwesende Hilfswerkvertreterin hielt in 
ihrer  Bestätigung  ebenfalls  keine  gegen  die  Aussagefähigkeit  des 
Beschwerdeführers,  den  Befragungsstil  oder  die  Korrektheit  der 
Anhörung sprechende Einwände fest. 

5.2.  Im  Folgenden  bleibt  zu  prüfen,  ob  aufgrund  dem  Stellen  eines 
Asylgesuches eine Furcht vor Verfolgung begründet erscheint.

5.2.1.  Wer  sich  darauf  beruft,  dass  durch  sein  Verhalten  nach  der 
Ausreise aus dem Heimat­ oder Herkunftsland – so auch durch politische 
Exilaktivitäten – eine Gefährdungssituation geschaffen worden sei, macht 
subjektive  Nachfluchtgründe  geltend  (Art. 54  AsylG).  Diese  begründen 

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zwar die Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG, führen jedoch 
nach Art. 54 AsylG zum Ausschluss des Asyls, unabhängig davon, ob sie 
missbräuchlich  oder  nicht  missbräuchlich  gesetzt  wurden  (vgl.  BVGE 
2009/29 E. 5.1 S. 376 f., BVGE 2009/28 E. 7.1, S. 352). Massgeblich ist, 
ob  die  syrischen  Behörden  das  Verhalten  des  Beschwerdeführers  als 
staatsfeindlich  einstufen  und  dieser  deswegen  bei  der Rückkehr  in  den 
Heimatstaat  eine  Verfolgung  von  Art. 3  AsylG  befürchten  muss.  Es 
bleiben  damit  die  Anforderungen  an  den  Nachweis  einer  begründeten 
Furcht  massgeblich  (Art. 3  und  Art. 7  AsylG).  Die  vom  Gesetzgeber 
bezweckte  Bestimmung  subjektiver  Nachfluchtgründe  als 
Asylausschlussgrund  verbietet  ein  Addieren  solcher  Gründe  mit 
Fluchtgründen vor der Ausreise, die für sich allein nicht zur Anerkennung 
der Flüchtlingseigenschaft ausreichen (vgl. BVGE 2009/28 E. 7.1 S. 352). 
Stattdessen  werden  Personen,  die  subjektive  Nachfluchtgründe 
nachweisen  oder  glaubhaft  machen  können,  als  Flüchtlinge  vorläufig 
aufgenommen (vgl. EMARK 2000 Nr. 16 E. 5a).

5.2.2. Der Beschwerdeführer machte zwar geltend, ein Sympathisant der 
Yekiti  Partei  zu  sein.  Wie  vorstehend  aufgezeigt,  erwiesen  sich  seine 
diesbezüglichen  Aussagen  als  unglaubhaft.  Gleichzeitig  ergab  die 
Botschaftsabklärung, dass er von den syrischen Behörden nicht gesucht 
wird  und  er  das  Land  nicht  illegal  verlassen  hat.  Es  ist  deshalb  nicht 
davon auszugehen, dass die syrischen Behörden den Beschwerdeführer 
einer  oppositionellen  Gesinnung  verdächtigen.  Aus  den  Akten  wird 
überdies  nicht  ersichtlich,  wie  und  durch  wen  die  syrischen  Behörden 
Kenntnis erhalten sollten, dass der Beschwerdeführer ein Asylgesuch  in 
der  Schweiz  gestellt  hat,  zumal  die  schweizerischen  Behörden  einer 
gesetzlichen  Schweigepflicht  unterliegen  (vgl.  Art. 97  Abs. 1  AsylG).  Im 
Übrigen  wird  nicht  geltend  gemacht,  der  Beschwerdeführer  sei  in  der 
Schweiz politisch aktiv. Vor diesem Hintergrund ist auszuschliessen, dass 
er im Verlaufe von allfälligen Befragungen durch die syrischen Behörden 
bei der Einreise exilpolitischer Aktivitäten verdächtigt würde.

Der Beschwerdeführer kann sich somit nicht auf eine begründete Furcht 
vor künftiger Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG respektive auf Art. 54 
AsylG berufen.

5.3. Zusammenfassend  ist  festzuhalten,  dass der Beschwerdeführer  die 
Flüchtlingseigenschaft  nicht  erfüllt.  Die  Vorbringen  in  der 
Rechtsmittelschrift  sowie  die  übrigen  Eingaben  des  Beschwerdeführers 
sind  nicht  geeignet,  eine  Änderung  der  vorinstanzlichen  Verfügung  zu 

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bewirken,  da  der  Argumentation  des  BFM  keine  stichhaltigen  und 
substanziierten Gründe entgegengehalten werden. Nach dem Gesagten 
besteht  kein  Anlass,  die  angefochtene  Verfügung  aufzuheben  und  zur 
Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Der Eventualantrag ist 
abzuweisen.  Die  Vorinstanz  hat  zu  Recht  und  mit  zutreffender 
Begründung  die  Flüchtlingseigenschaft  des  Beschwerdeführers  verneint 
und sein Asylgesuch abgelehnt.

6. 
6.1. Lehnt  das Bundesamt  das Asylgesuch  ab  oder  tritt  es  darauf  nicht 
ein,  so  verfügt  es  in  der  Regel  die Wegweisung  aus  der  Schweiz  und 
ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit 
der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

6.2. Der Beschwerdeführer  verfügt weder  über  eine  ausländerrechtliche 
Aufenthaltsbewilligung  noch  über  einen  Anspruch  auf  Erteilung  einer 
solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 
Abs. 1 AsylG; BVGE 2009/50 E. 9, EMARK 2001 Nr. 21).

6.3. Nachdem der Beschwerdeführer vom BFM in seinem Entscheid vom 
22. August  2011  wiedererwägungsweise  wegen  Unzumutbarkeit  des 
Wegweisungsvollzugs  vorläufig  in  der  Schweiz  aufgenommen  wurde, 
erübrigen  sich  sodann  Ausführungen  zur  Frage  der  Zulässigkeit  sowie 
der  Möglichkeit  des  Wegweisungsvollzuges  (vgl.  BVGE  2009/51  E. 5.4 
S. 748).  Die  Beschwerde  gegen  den  ursprünglich  angeordneten 
Wegweisungsvollzug  erweist  sich  demnach  als  gegenstandslos  und  ist 
diesbezüglich abzuschreiben.

7. 
Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung 
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und 
vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art. 106  AsylG).  Die 
Beschwerde  ist  daher  abzuweisen,  soweit  sie  nicht  als  gegenstandslos 
geworden abzuschreiben ist.

8. 
8.1.  Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  ist  dem  Beschwerdeführer 
grundsätzlich  ein  reduzierter  Anteil  der  Verfahrenskosten  aufzuerlegen 
(Art. 63  Abs. 1  und  2  VwVG).  Diese  sind  auf  insgesamt  Fr. 300.– 
festzusetzen (Art. 1 – 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die 
Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 

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SR  173.320.2])  und  mit  dem  am  11. Juni  2009  geleisteten 
Kostenvorschuss  von  Fr. 600.–  zu  verrechnen.  Der  Restbetrag  von 
Fr. 300.– ist dem Beschwerdeführer zurückzuerstatten.

8.2.  Eine  teilweise  obsiegende  Partei  hat  Anspruch  auf  eine 
Entschädigung  für  die  ihr  erwachsenen  notwendigen  und 
verhältnismässig  hohen  Kosten  (Art. 64  Abs. 1  VwVG  und  Art. 7  ff. 
VGKE).  Nachdem  der  rechtlich  vertretene  Beschwerdeführer  mit  seiner 
Beschwerde  teilweise  durchgedrungen  ist  respektive  der  angefochtene 
Entscheid  vom  BFM  im  Sinne  des  Beschwerdeantrages  teilweise  in 
Wiedererwägung  gezogen  wurde,  ist  ihm  eine  hälftig  reduzierte 
Parteientschädigung  zuzusprechen.  Die  Rechtsvertretung  ist  zur 
unaufgeforderten  Einreichung  einer  detaillierten  Kostennote  verpflichtet 
(Art. 14  Abs. 1  VGKE),  ansonsten  das  Gericht  die  Entschädigung  von 
Amtes  wegen  und  aufgrund  der  Akten  festlegt.  Da  seitens  der 
Rechtsvertretung  keine  Kostennote  eingereicht  wurde  und  sich  der 
notwendige  Vertretungsaufwand  aufgrund  der  Aktenlage  hinreichend 
zuverlässig  abschätzen  lässt  (Art. 14  Abs. 2  VGKE),  ist  unter 
Berücksichtigung  der  massgeblichen  Bemessungsfaktoren  (Art. 8  ff. 
VGKE)  die  Parteientschädigung  auf  Fr. 500.–  (inkl.  allfälliger  Auslagen 
und  Mehrwertsteuer)  festzusetzen.  Das  BFM  wird  angewiesen,  dem 
Beschwerdeführer diesen Betrag auszurichten.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die  Beschwerde  wird  abgewiesen,  soweit  sie  nicht  als  gegenstandslos 
geworden abgeschrieben wird.

2. 
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 300.–  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt  und  mit  dem  bezahlten  Kostenvorschuss  in  der  Höhe  von 
Fr. 600.–  verrechnet.  Der  Restbetrag  von  Fr. 300.–  wird  dem 
Beschwerdeführer zurückerstattet.

3. 
Das BFM wird angewiesen, dem Beschwerdeführer für das Verfahren vor 
dem  Bundesverwaltungsgericht  eine  Parteientschädigung  von  Fr. 500.– 
auszurichten.

4. 
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Robert Galliker Viktoria Szczepinski

Versand: