# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 74d035be-2127-5228-9fba-0c5eebb526fd
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2021-04-23
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 23.04.2021 D-3487/2019
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-3487-2019_2021-04-23.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-3487/2019 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 3 .  A p r i l  2 0 2 1  

Besetzung 
 Richterin Nina Spälti Giannakitsas (Vorsitz),  

Richterin Daniela Brüschweiler, Richter Simon Thurnheer, 

Gerichtsschreiber Linus Sonderegger. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Sri Lanka,  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 6. Juni 2019 / N (…). 

 

 

 

D-3487/2019 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer gelangte gemäss eigenen Angaben am 31. Mai 

2016 in die Schweiz und suchte am 1. Juni 2016 um Asyl nach. 

B.  

Er wurde am 8. Juni 2016 zu seiner Person, dem Reiseweg sowie summa-

risch zu den Gesuchsgründen befragt (Befragung zur Person [BzP]). Eine 

eingehende Anhörung zu den Gesuchsgründen fand am 26. Juli 2018 statt. 

Der Beschwerdeführer begründete sein Asylgesuch im Wesentlichen da-

mit, dass er in den Fokus der Behörden geraten sei, da sein Vater und sein 

Bruder die Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) unterstützt hätten. 

C.  

Mit Verfügung vom 6. Juni 2019 (Eröffnung am 7. Juni 2019) stellte das 

SEM fest, dass der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft nicht er-

füllt, lehnte sein Asylgesuch ab und ordnete die Wegweisung aus der 

Schweiz sowie den Vollzug an. 

D.  

Diese Verfügung focht der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 8. Juli 2019 

beim Bundesverwaltungsgericht an. Er beantragte die Aufhebung der an-

gefochtenen Verfügung, die Feststellung der Flüchtlingseigenschaft und 

die Gewährung von Asyl. Eventualiter sei die Unzulässigkeit oder Unzu-

mutbarkeit des Wegweisungsvollzugs festzustellen und eine vorläufige 

Aufnahme anzuordnen. 

In prozessualer Hinsicht wurde um Gewährung der unentgeltlichen Pro-

zessführung und amtlichen Rechtsverbeiständung gemäss Art. 65 Abs. 1 

VwVG in Verbindung mit aArt. 110a AsylG (SR 142.31) ersucht. 

E.  

Mit Zwischenverfügung vom 12. Juli 2019 hiess das Bundesverwaltungs-

gericht das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung 

gut und forderte den Beschwerdeführer auf, einen Rechtsvertreter zu nen-

nen, welcher amtlich beigeordnet werden soll. Gleichzeitig wies es ihn da-

rauf hin, dass im Unterlassensfall davon ausgegangen werde, er verzichte 

auf eine amtliche Vertretung. In der Folge bezeichnete der Beschwerde-

führer keinen Rechtsvertreter. 

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Seite 3 

F.  

Mit Vernehmlassung vom 13. August 2019 äusserte sich das SEM zur Be-

schwerdeschrift. Der Beschwerdeführer nahm die Gelegenheit zur Replik 

innert Frist nicht wahr. 

G.  

Am 9. Januar 2020 (Poststempel) reichte der Beschwerdeführer einen me-

dizinischen Bericht vom (…) 2019 zu den Akten. 

H.  

Am 3. April 2020 (Poststempel) reichte er einen weiteren medizinischen 

Bericht vom (…) 2020 nach. 

I.  

Am 18. Juni 2020 (Poststempel) reichte er eine Bestätigung einer ambu-

lanten Behandlung vom (…) 2020 ein. 

J.  

Am 26. November 2020 wurde der bereits eingereichte Arztbericht vom (…) 

2019 erneut und kommentarlos eingereicht. 

K.  

Am 27. Januar 2021 (Poststempel) wurden ein Arztbericht vom (…) 2021 

und ein Artikel der (…) eingereicht. 

L.  

Am 21. April 2021 (Poststempel) reichte der Beschwerdeführer eine Bestä-

tigung einer ambulanten Behandlung vom (…) 2021 ein. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-

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ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-

son Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Eine solche 

Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb 

das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Am 1. März 2019 ist eine Teilrevision des AsylG in Kraft getreten 

(AS 2016 3101); für das vorliegende Verfahren gilt das bisherige Recht 

(vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom 

25. September 2015). 

1.4 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der Be-

schwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und aArt. 108 

Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Be-

schwerde ist einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

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Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

4.  

4.1 Der Beschwerdeführer begründete sein Asylgesuch damit, dass er sri-

lankischer Staatsangehöriger tamilischer Ethnie sei. Er sei im Quartier 

B._______ in C._______ aufgewachsen. Als er noch ein Kind gewesen sei, 

habe sein Vater die LTTE unterstützt, indem er den Mitgliedern Essen und 

Logiermöglichkeiten zur Verfügung gestellt habe. Sein Bruder habe eben-

falls die LTTE unterstützt, indem er Plakate aufgehängt habe. 

Etwa im (…) 2006 sei er von Soldaten der sri-lankischen Armee zuhause 

aufgesucht und tätlich angegriffen worden, wobei er am Auge verletzt wor-

den sei. Die Soldaten hätten ihm vorgeworfen, er und seine Familie würden 

die LTTE unterstützen. Weiter hätten sie versucht, ihn als Soldaten respek-

tive als Spitzel zu rekrutieren. Erst als seine Eltern interveniert hätten, hät-

ten die Soldaten von ihm abgelassen. Nach diesem Vorfall habe er sich in 

spitalärztliche Behandlung begeben. Um vor weiteren Angriffen geschützt 

zu sein und weiterhin medizinisch behandelt zu werden, habe sein Vater 

für ihn eine Reisegenehmigung organisiert. Mit dieser habe er im (…) 2006 

nach D._______ reisen können, wo er für die nächsten sechs Jahre von 

der Armee versteckt gelebt habe. Er sei in dieser Zeit aber regelmässig bei 

seinen Eltern von zivilgekleideten Beamten gesucht worden.  

Im (…) 2012 habe sich die Sicherheitslage in seinem Heimatdorf beruhigt, 

weshalb er zurückgekehrt sei. Er habe gearbeitet und in den Geschäftslo-

kalitäten gelebt, um sich vor einer Festnahme zu schützen. Bis ins Jahr 

2015 sei es zu keinen Vorfällen mit den Behörden gekommen. Im (…) 2015 

habe er schliesslich geheiratet. Kurz nach der Hochzeit sei er von ver-

mummten Personen bei seinen Eltern mehrfach aufgesucht worden, er sei 

aber jeweils weggerannt oder habe sich in einem Brunnen oder bei seiner 

Ehefrau versteckt. Er habe nicht gewusst, ob es sich dabei um Beamte des 

Criminal Investigation Department (CID), Mitglieder einer kriminellen tami-

lischen Organisation namens AWA-Gruppierung oder andere unbekannte 

Personen gehandelt habe. Im (…) 2016 sei er erneut von unbekannten 

Personen, möglicherweise vom CID, aufgesucht worden, als er sich bei 

seiner Ehefrau aufgehalten habe. Er habe sich wiederum im Brunnen ver-

steckt und seine Frau sei von diesen Personen tätlich angegriffen worden. 

Da seine Frau schwanger gewesen sei, habe er ihr keine weiteren Prob-

leme bereiten wollen. Zudem sei die Sicherheitslage schlechter geworden 

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und er habe sich vor willkürlichen Festnahmen gefürchtet, weshalb er sich 

im (…) 2016 zur Ausreise entschieden habe und mit der Unterstützung ei-

nes Schleppers aber mit seinem eigenen Reisepass ausgereist sei. 

Als Beweismittel reichte er beglaubigte Kopien seiner Identitätskarte, sei-

ner Heiratsurkunde und seines Geburtsscheins, einen Führer- und einen 

Schülerausweis sowie diverse medizinische Unterlagen betreffend sein 

Auge ein. 

4.2 Das SEM begründete seine Verfügung damit, die Vorbringen des Be-

schwerdeführers seien nicht glaubhaft. Seine Ausführungen zum tätlichen 

Angriff durch die sri-lankische Armee, bei welchem er am Auge verletzt 

worden sei, seien widersprüchlich. In der BzP habe er angegeben, dieser 

Vorfall habe sich vor etwa fünf Jahren und somit im Jahre 2011 ereignet, 

während er ihn in der Anhörung im Jahre 2006 angesiedelt habe. Die un-

terschiedlichen Angaben habe er damit erklärt, er habe im Zeitpunkt der 

BzP das korrekte Jahr nicht gekannt und anschliessend seine Mutter kon-

taktiert, welche ihm das Jahr 2006 genannt habe. Auf erneuten Vorhalt 

habe er ergänzt, es könnte sich auch um ein Missverständnis mit dem Dol-

metscher handeln. Es sei aber zu erwarten, dass er ein solch einschnei-

dendes Erlebnis zeitlich ungefähr einordnen könnte, ohne dafür seine Mut-

ter kontaktieren zu müssen. Da ihm das Protokoll der BzP zudem rücküber-

setzt worden sei, sei auch der Hinweis auf ein mögliches Missverständnis 

nicht überzeugend. Dieses Ereignis sei somit nicht glaubhaft. Daran ver-

möchten auch die eingereichten medizinischen Akten nichts zu ändern, da 

diese keine Auskunft über die Ursache der Verletzung geben würden. 

Die Ausführungen, wonach er aufgrund seines Vaters und seines Bruders 

zwischen 2006 und 2012 regelmässig gesucht und ab dem Jahr 2015 

mehrmals gesucht und bedroht worden sei, seien unsubstanziiert und es 

würden Realkennzeichen, wie etwa detaillierte Schilderungen, freies asso-

ziatives Erzählen, Interaktionsschilderungen oder inhaltliche Besonderhei-

ten fehlen. So sei er nicht in der Lage gewesen, detailliert anzugeben, wie 

er von den Sicherheitsbehörden über mehrere Jahre gesucht worden sei. 

Er habe zwar ausführlich dargelegt, wie er im Jahre 2006 von Armeeange-

hörigen aufgesucht und geschlagen worden sei, habe aber die Bedro-

hungslage nach diesem Vorfall nur allgemein und vage aufzuzeigen ver-

mocht. So habe er auf die Frage, ob er nach 2006 noch Kontakt mit der 

Armee gehabt habe, erwidert, es sei zu keinem direkten Kontakt gekom-

men, sondern es sei das Elternhaus durchsucht und er sei von zivilgeklei-

deten Beamten gesucht worden. Er habe von 2006 bis 2012 in D._______ 

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gelebt und nur über den Hausbesitzer, bei welchem er gelebt habe, von 

den Eltern erfahren, dass sich die Behörden nach ihm erkundigt hätten. Auf 

die mehrfache Aufforderung, ausführlich darüber zu berichten, wie er ge-

sucht worden sei, habe er ausweichend geantwortet, die Eltern hätten nicht 

gewollt, dass er sich fürchte, weshalb sie dem Hausbesitzer keine Details 

genannt hätten. Darüber hinaus sei er auch nicht in der Lage gewesen, 

detailliert anzugeben, wie ab dem Jahre 2015 nach ihm gesucht worden 

sei und er jeweils habe fliehen können. Mehrfach aufgefordert, substanzi-

iert zu schildern, wie er geflohen sei, habe er lediglich allgemein zu Proto-

koll gegeben, sich manchmal im Brunnen im Hof des Elternhauses ver-

steckt zu haben oder durch einen Bunker weggerannt zu sein und sich bei 

der Ehefrau versteckt zu haben.  

Er sei auch nicht in der Lage gewesen zu erläutern, weshalb er über Jahre 

hinweg vom CID gesucht worden sei. Auf mehrfache Nachfrage habe er 

lediglich angegeben, sein Vater und sein Bruder hätten die LTTE unter-

stützt, weshalb die Behörden seine Kooperation gewollt hätten. Da er sich 

den Sicherheitsbehörden nicht habe anschliessen wollen, sei er gesucht 

worden. Auf die Nachfrage, wieso das CID ihn bis ins Jahr 2016 gesucht 

habe, habe er lediglich allgemein erwidert, Beamte hätten ihn gesucht und 

sein Bruder sei ebenfalls gesucht worden. Wiederholend habe er angefügt, 

die Armee habe ihn wegen der Tätigkeit seines Vaters rekrutieren wollen 

und das CID habe vielleicht Geld von ihm gewollt. Wäre er tatsächlich über 

mehrere Jahre gesucht worden, wäre zu erwarten, dass er seine diesbe-

züglichen Überlegungen substanziierter darlegen könnte.  

Überdies sei es ihm nicht gelungen, detailliert auszuführen, weshalb er im 

Jahre 2015 bedroht worden sei. Aufgefordert, zur AWA-Gruppierung zu 

sprechen, habe er zu Protokoll gegeben, seine Mutter habe ihm den Hin-

weis gegeben, dass es sich möglicherweise um Mitglieder dieser Gruppie-

rung gehandelt habe. Er selbst wisse aber nichts über die Gruppierung, 

ausser, dass es eine kriminelle Organisation sei. Er habe nie Kontakt zu 

Personen dieser Organisation gepflegt. Auf mehrfache Nachfrage, weshalb 

diese Gruppierung ihn bedrohen sollte, habe er geltend gemacht, er ver-

mute, seine Feinde hätten Mitglieder dieser Gruppe auf ihn gehetzt. Auf 

Nachfrage, wer denn diese Feinde seien, habe er erneut erwiderte, dies 

nicht zu wissen. Wäre er tatsächlich von einer kriminellen Gruppierung be-

droht worden, wäre zu erwarten, dass er sich darüber informiere und aus-

führlicher erzählen könnte. 

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Es sei somit weder glaubhaft, dass er bis ins Jahre 2016 von den sri-lanki-

schen Behörden gesucht worden sei noch, dass er von einer kriminellen 

Gruppierung respektive unbekannten Personen gesucht worden sei. An 

dieser Einschätzung vermöge der Umstand nichts zu ändern, dass nicht 

ausgeschlossen werden könne, sein Vater habe während des Bürgerkriegs 

die LTTE mit Hilfeleistungen unterstützt. 

Eine Vorverfolgung sei somit nicht glaubhaft und es bleibe zu prüfen, ob er 

dennoch begründete Furcht vor einer zukünftigen Verfolgung habe. Diese 

Prüfung habe anhand von Risikofaktoren zu erfolgen. Der Beschwerdefüh-

rer habe angegeben, legal und mit seinem eigenen Reisepass ausgereist 

zu sein. Selbst Rückkehrer, welche illegal ausgereist seien, über keine gül-

tigen Identitätspapiere verfügen, im Ausland ein Asylverfahren durchlaufen 

hätten oder behördlich gesucht würden, würden am Flughafen in der Regel 

zu ihrem Hintergrund befragt. Diese Befragung und eine allfällige Eröffnung 

eines Strafverfahrens wegen illegaler Ausreise stelle keine asylrelevante 

Verfolgung dar. Regelmässig würden Rückkehrer auch am Herkunftsort 

zwecks Registrierung, Erfassung der Identität, bis hin zur Überwachung 

der Aktivitäten befragt. Aber selbst diese Massnahmen würden kein asyl-

relevantes Ausmass annehmen. Der Beschwerdeführer habe keine Vorver-

folgung glaubhaft machen können. Vielmehr habe er bis 2016 in Sri Lanka 

gelebt und folglich nach Kriegsende noch sieben Jahre im Heimatstaat ver-

bracht. Allfällige Risikofaktoren im Zeitpunkt der Ausreise hätten kein Ver-

folgungsinteresse ausgelöst und es sei nicht ersichtlich, weshalb er nun-

mehr in den Fokus der Behörden geraten könnte. Daran würden auch die 

Unterstützungsleistungen des Vaters zugunsten der LTTE nichts ändern, 

zumal dieser unbehelligt in Sri Lanka lebe. Schliesslich seien auch den 

Asylakten des Bruders (N […]) keine Anhaltpunkte für eine Gefährdung zu 

entnehmen. 

4.3 Diesen Ausführungen wurde in der Beschwerdeschrift entgegnet, die 

Vorinstanz gewichte die Unstimmigkeiten zwischen BzP und Anhörung zu 

stark. So sei gemäss gefestigter Rechtsprechung ein Widerspruch nur 

dann relevant, wenn klare Aussagen diametral voneinander abweichen 

würden oder zentrale Asylgründe in der BzP nicht einmal ansatzweise er-

wähnt worden seien. Auch der Europäische Gerichtshof für Menschen-

rechte habe festgehalten, dass der Fokus auf Widersprüchen zwischen der 

BzP und der Anhörung konventionswidrig sei und ihnen im Zweifel nicht zu 

viel Gewicht beigemessen werden dürfe. 

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Die unterschiedlichen Angaben zum Zeitpunkt des tätlichen Angriffs im 

Jahre 2006 seien darauf zurückzuführen, dass er in der BzP nervös gewe-

sen sei und sich unter Zeitdruck gefühlt habe. Er habe sich daher kurz hal-

ten wollen, da er in der Anhörung Gelegenheit erhalten würde, sich aus-

führlich zu äussern. Die Vorfälle von 2006 würden ihn stark belasten. In der 

BzP habe er einfach etwas gesagt, ohne wirklich zu überlegen. Ihm sei 

auch nicht bewusst gewesen, dass einer möglichst präzisen Zeitangabe 

ein so starkes Gewicht zukomme. Nach der BzP habe er mit seiner Mutter 

gesprochen, welche ihn wegen seiner Aussage stark kritisiert habe und ihm 

gesagt habe, er müsse dies berichtigen, da er im Jahre 2011 bereits fünf 

Jahre versteckt gelebt habe. So sei ihm bewusstgeworden, dass er einen 

grossen Fehler gemacht habe, welchen er in der Anhörung zu korrigieren 

versucht habe. Das SEM anerkenne, dass die Schilderung detailliert und 

glaubhaft sei. Die falsche Zeitangabe anlässlich der BzP sei nun nicht so 

stark zu gewichten. 

Das SEM werfe ihm zu Unrecht substanzlose Schilderungen vor. Er habe 

lediglich einmal direkten Kontakt zur sri-lankischen Armee gehabt und sei 

sonst nie irgendwelchen Beamten, die ihn gesucht hätten, begegnet. Dies 

liege daran, dass er entweder nicht in B._______ gewesen sei oder sich 

im Brunnen beziehungsweise Bunker versteckt habe. Seine Verfolgung sei 

daher stark durch die Schilderungen seiner Eltern und seiner Ehefrau ge-

prägt und seine Ausführungen würden sich auf diejenigen Angaben be-

schränken, welche er von seinen Angehörigen erhalten habe. 

Das SEM erwäge, dass die medizinischen Unterlagen zur Augenverletzung 

keine Rückschlüsse auf deren Ursache zulassen würden. Es sei aber no-

torisch, dass Personen in Sri Lanka, welche von Behördenmitgliedern ver-

letzt würden, im Spital aus Angst den tatsächlichen Grund nicht angeben 

würden. So sei dies auch in seinem Fall gewesen. Hätte er den tatsächli-

chen Grund genannt, wäre die Armee wohl sofort ins Spital gekommen. Es 

entspreche folglich der Norm, dass falsche oder gar keine Ursachen für 

eine staatlich zugefügte Verletzung angegeben würden. In seinem Fall sei 

keine Ursache angegeben worden, was gerade auf eine ungewöhnliche 

Entstehung und mithin eine Verletzung durch die Armee hindeute. Nach 

dem Vorfall im (…) 2006 sei er bereits im (…) 2006 wieder bei seinen Eltern 

gesucht worden. Er habe sich aber bereits in D._______ befunden. Dort 

sei er nie gesucht worden, da wohl keiner der Informanten der Armee die 

Behörden über seinen dortigen Aufenthalt informiert habe. Nachdem er 

nach B._______ zurückgekehrt sei, habe er zunächst drei Jahre bei sei-

nem Arbeitgeber gelebt und sei unbehelligt geblieben, da wohl niemand 

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von seiner Rückkehr Kenntnis gehabt habe. Hätten die Informanten davon 

gewusst, wäre er bestimmt aufgesucht worden. Nachdem er 2015 gehei-

ratet habe und wieder zu seinen Eltern gezogen sei, sei wohl jemand auf 

ihn aufmerksam geworden und habe ihn verraten. Den darauffolgenden 

Suchen sei er entkommen, indem er sich im Brunnen oder im Bunker im 

Hinterhof des Hauses versteckt habe. Dieser Bunker sei nicht ohne Weite-

res zu entdecken. 

Das SEM werfe ihm ferner vor, er habe seine Überlegungen, weshalb er 

über Jahre hinweg vom CID gesucht worden sei, nicht überzeugend darle-

gen können. Dem sei zu erwidern, dass seine Familie Hilfeleistungen für 

die LTTE erbracht habe. Da die Armee über viele Informanten verfüge, 

könne angenommen werden, dass jemand aus B._______ die Armee über 

die Hilfstätigkeiten seines Vaters und seines Bruders informiert habe, 

wodurch seine ganze Familie in den behördlichen Fokus gelangt sei. Im 

Jahre 2006 sei er (…) Jahre alt gewesen, weshalb er in den Augen der 

Behörden eine grössere Bedrohung als sein Vater dargestellt habe, zumal 

sie wohl davon ausgegangen seien, er könnte als junger Erwachsener stär-

ker in die LTTE integriert werden, weshalb man über Jahre hinweg versucht 

habe, ihn einzuschüchtern. Demgegenüber sei sein Vater aufgrund seines 

Alters unbehelligt geblieben. 

Das SEM werfe ihm schliesslich vor, er könne nicht detailliert darlegen, 

weshalb er von Beamten respektive der AWA-Gruppierung gesucht worden 

sei. Dem sei zu entgegnen, dass er diese Personen nur vom Hörensagen 

kenne. Seine Mutter habe sowohl von Beamten in Zivil aber auch von 

schwer bewaffneten Männern in Uniformen und von jungen Männern mit 

grossen Schwertern und Messern gesprochen. Der Generation seiner El-

tern falle es leicht, Menschen den einzelnen staatlichen Strukturen zuzu-

ordnen. Für die Mutter sei klar gewesen, dass es sich bei den Personen in 

Zivil um Beamte des CID und bei den Bewaffneten in Uniform um Angehö-

rige der Armee gehandelt haben müsse. Bei den jungen Männern mit den 

Messern sei sie davon ausgegangen, dass diese der AWA- oder anderen 

paramilitärischen Gruppierungen angehören müssten. Die Argumentation 

des SEM verkenne, dass regelmässig sowohl die Armee als auch das CID 

nach Personen suche und paramilitärische Gruppierungen teilweise für die 

Armee arbeiten würden. 

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Der Beschwerdeführer erfülle mehrere Risikofaktoren. Er sei ein Tamile 

aus dem Norden Sri Lankas und werde verdächtigt, den LTTE nahezu-

stehen. Zudem sei er wohl auf einer Stop- oder Watchlist vermerkt und 

trage mehrere Narben. 

4.4 Das SEM erwiderte in der Vernehmlassung, dem Anhörungsprotokoll 

seien keine Hinweise zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer auf einer 

Stop- oder Watchlist vermerkt sein könnte oder gegen ihn ein Strafverfah-

ren eröffnet worden sei. Bezüglich der Narben sei festzuhalten, dass diese 

gemäss Praxis lediglich einen schwach risikobegründenden Faktor darstel-

len würden. 

5.  

5.1 Die asylsuchende Person hat den die Flüchtlingseigenschaft begrün-

denden Sachverhalt glaubhaft zu machen. Glaubhaftmachung im Sinne 

des Art. 7 Abs. 2 AsylG bedeutet – im Gegensatz zum strikten Beweis – ein 

reduziertes Beweismass und lässt durchaus Raum für gewisse Einwände 

und Zweifel an den Vorbringen. Entscheidend ist, ob die Gründe, die für 

die Richtigkeit der gesuchstellerischen Sachverhaltsdarstellung sprechen, 

überwiegen oder nicht. Dabei ist auf eine objektivierte Sichtweise abzustel-

len. Eine wesentliche Voraussetzung für die Glaubhaftmachung eines Ver-

folgungsschicksals ist eine die eigenen Erlebnisse betreffende, substanti-

ierte, im Wesentlichen widerspruchsfreie und konkrete Schilderung der 

dargelegten Vorkommnisse. Die wahrheitsgemässe Schilderung einer tat-

sächlich erlittenen Verfolgung ist gekennzeichnet durch Korrektheit, Origi-

nalität, hinreichende Präzision und innere Übereinstimmung. Unglaubhaft 

wird eine Schilderung von Erlebnissen insbesondere bei wechselnden, wi-

dersprüchlichen, gesteigerten oder nachgeschobenen Vorbringen. Bei der 

Beurteilung der Glaubhaftmachung geht es um eine Gesamtbeurteilung al-

ler Elemente (Übereinstimmung bezüglich des wesentlichen Sachverhal-

tes, Substantiiertheit und Plausibilität der Angaben, persönliche Glaubwür-

digkeit usw.), die für oder gegen den Gesuchsteller sprechen. Glaubhaft ist 

eine Sachverhaltsdarstellung, wenn die positiven Elemente überwiegen. 

Für die Glaubhaftmachung reicht es demnach nicht aus, wenn der Inhalt 

der Vorbringen zwar möglich ist, aber in Würdigung der gesamten Aspekte 

wesentliche und überwiegende Umstände gegen die vorgebrachte Sach-

verhaltsdarstellung sprechen (vgl. vgl. BVGE 2015/3 E. 6.5.1). 

5.2 Bereits das SEM wies auf die in zeitlicher Hinsicht widersprüchlichen 

Aussagen zum tätlichen Angriff durch die sri-lankische Armee hin, bei wel-

chem er am Auge verletzt worden sei. Seine Erklärung, er sei stark belastet 

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Seite 12 

gewesen, weshalb er anlässlich der BzP einfach irgendetwas gesagt habe, 

und ihn anschliessend seine Mutter ermahnt habe, dies zu berichtigen, 

überzeugt nicht, zumal der Beschwerdeführer in der Anhörung noch angab, 

er habe in der BzP die Einzelheiten nicht gewusst (vgl. act. A14 F235) und 

auf erneuten Vorhalt seine Erklärung dahingehend anpasste, dass es sich 

auch um ein Missverständnis handeln könnte (vgl. act. A14 F236). Ein sol-

ches Auswechseln von Erklärungen erweckt stark den Eindruck, dass es 

sich dabei um reine Schutzbehauptungen handelt.  

Auch aus den eingereichten Spitalunterlagen zur Behandlung seines Au-

ges lässt sich nicht auf die Glaubhaftigkeit seiner Vorbringen schliessen, 

zumal sich jene nicht zur Ursache äussern. Zur Erklärung auf Beschwer-

deebene, er habe im Spital die wahre Ursache der Verletzung nicht ge-

nannt, ist zu bemerken, dass er in der Anhörung noch angab, die Polizei 

und das Spital darüber informiert zu haben (vgl. act. A14 F201 bis F203). 

Auch hier lässt das durch den Austausch von Erklärungen geprägte Aus-

sageverhalten auf die Unglaubhaftigkeit der Vorbringen schliessen.  

Ferner weisen die Schilderungen, wie die Sicherheitsbehörden ihn über 

Jahre hinweg erfolglos gesucht hätten, kaum Substanz auf (vgl. act. A16 

F73, F79 f., F127 bis F131 und F142 bis F147). Diesbezüglich ist auf die 

ausführlichen Erwägungen der Vorinstanz zu verweisen, die vollumfänglich 

zu bestätigen sind und denen der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde 

nichts Stichhaltiges entgegenzuhalten vermag.  

Die Fluchtgründe des Beschwerdeführers sind folglich für unglaubhaft zu 

befinden. 

5.3 Es bleibt zu prüfen, ob dem Beschwerdeführer trotz fehlender Vorver-

folgung bei einer Rückkehr in sein Heimatland ernsthafte Nachteile im 

Sinne von Art. 3 AsylG drohen würden. Personen, die erst wegen ihrer Aus-

reise oder ihrem Verhalten danach solchen ernsthaften Nachteilen ausge-

setzt sind respektive begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausge-

setzt zu werden, sind nach Art. 54 AsylG zwar als Flüchtlinge vorläufig auf-

zunehmen, indes wegen sogenannter subjektiver Nachfluchtgründe von 

der Asylgewährung auszuschliessen. Anspruch auf Asyl nach schweizeri-

schem Recht hat demnach nur, wer im Zeitpunkt der Ausreise ernsthaften 

Nachteilen im Sinne von Art. 3 AsylG ausgesetzt war (Vorfluchtgründe)  

oder aufgrund von äusseren, nach der Ausreise eingetretenen Umständen, 

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auf die er keinen Einfluss nehmen konnte, bei einer Rückkehr ins Heimat-

land solche ernsthaften Nachteile befürchten müsste (sogenannte objek-

tive Nachfluchtgründe). 

5.4 Angehörige der tamilischen Ethnie sind bei einer Rückkehr nach Sri 

Lanka nicht generell einer ernstzunehmenden Gefahr von Verhaftung und 

Folter ausgesetzt. Zur Beurteilung des Risikos von Rückkehrenden, Opfer 

ernsthafter Nachteile in Form von Verhaftung und Folter zu werden, wurden 

vom Bundesverwaltungsgericht verschiedene Risikofaktoren identifiziert. 

Eine tatsächliche oder vermeintliche, aktuelle oder vergangene Verbindung 

zu den LTTE, ein Eintrag in der „Stop-List“ und die Teilnahme an exilpoliti-

schen regimekritischen Handlungen wurden als stark risikobegründende 

Faktoren eingestuft, da sie unter den im Entscheid dargelegten Umständen 

bereits für sich alleine genommen zur Bejahung einer begründeten Furcht 

führen könnten. Demgegenüber stellen das Fehlen ordentlicher Identitäts-

dokumente bei der Einreise in Sri Lanka, Narben und eine gewisse Aufent-

haltsdauer in einem westlichen Land schwach risikobegründende Faktoren 

dar. Von den Rückkehrenden, die diese weitreichenden Risikofaktoren er-

füllen, hat jedoch nur jene kleine Gruppe tatsächlich mit beachtlicher Wahr-

scheinlichkeit ernsthafte Nachteile im Sinne von Art. 3 AsylG zu befürchten, 

die nach Ansicht der sri-lankischen Behörden bestrebt ist, den tamilischen 

Separatismus wiederaufleben zu lassen, und so den sri-lankischen Ein-

heitsstaat gefährdet. Mit Blick auf die dargelegten Risikofaktoren sind in 

erster Linie jene Rückkehrer gefährdet, deren Namen in der am Flughafen 

in Colombo abrufbaren "Stop-List" vermerkt sind und der Eintrag den Hin-

weis auf eine Verhaftung beziehungsweise einen Strafregistereintrag im 

Zusammenhang mit einer tatsächlichen oder vermuteten Verbindung zu 

den LTTE enthält. Entsprechendes gilt für sri-lankische Staatsangehörige, 

die sich im Ausland regimekritisch betätigt haben (vgl. Referenzurteil 

E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 E. 8.5). 

5.5 Der Beschwerdeführer weist – wenn überhaupt – nur vernachlässig-

bare Verbindungen zu den LTTE auf, zumal seine Vorfluchtgründe für un-

glaubhaft befunden worden sind. In diesem Zusammenhang ist zu beach-

ten, dass das Asylgesuch des Bruders des Beschwerdeführers mit Urteil 

des Bundesverwaltungsgerichts D-3217/2019 vom 23. April 2021 rechts-

kräftig abgelehnt wurde. Dass er in einer „Stop List“ aufgeführt sein könnte, 

erscheint aufgrund des Gesagten und seiner Angabe, er sei mit seinem 

eigenen Reisepass über den Flughafen Colombo ausgereist (vgl. act. A14 

F220 f.), als unwahrscheinlich. Zu den Narben (vgl. act. A14 F73 sowie 

D-3487/2019 

Seite 14 

Beschwerdebeilage) ist zu bemerken, dass diese nur eine schwach risiko-

begründende Wirkung entfalten und in Ermangelung anderer Risikofakto-

ren für eine Bejahung einer hinreichenden Verfolgungsgefahr nicht ausrei-

chen. 

Es ist folglich nicht davon auszugehen, dass ihm persönlich im Falle einer 

Rückkehr nach Sri Lanka ernsthafte Nachteile im Sinne von Art. 3 AsylG 

drohen würden.  

5.6 Zusammenfassend hat der Beschwerdeführer nichts vorgebracht, was 

geeignet wäre, seine Flüchtlingseigenschaft nachzuweisen oder zumindest 

glaubhaft zu machen. Die Vorinstanz hat sein Asylgesuch zu Recht abge-

lehnt. 

6.  

6.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

(Art. 44 AsylG). 

6.2 Der Beschwerdeführer verfügt insbesondere weder über eine auslän-

derrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Ertei-

lung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht 

angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

7.  

7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

7.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG). 

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So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun-

gen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund 

nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Aus-

reise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. 

ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechts-

stellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). 

Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 

1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedri-

gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 

EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender 

Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 

7.3 Die Vorinstanz hat in der angefochtenen Verfügung mit zutreffender 

Begründung erkannt, dass der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der 

Nichtrückschiebung mangels Erfüllung der Flüchtlingseigenschaft keine 

Anwendung findet und keine anderweitigen völkerrechtlichen Vollzugshin-

dernisse erkennbar sind. Gemäss Rechtsprechung des Bundesverwal-

tungsgerichts lassen weder die Zugehörigkeit zur tamilischen Ethnie noch 

die allgemeine Menschenrechtssituation in Sri Lanka den Wegweisungs-

vollzug als unzulässig erscheinen (vgl. Referenzurteil E-1866/2015 vom 

15. Juli 2016 E. 12.2 f.). An dieser Einschätzung ist auch unter Berücksich-

tigung der jüngsten politischen Entwicklungen in Sri Lanka festzuhalten. 

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) hat zudem wie-

derholt festgestellt, dass nicht generell davon auszugehen sei, zurückkeh-

renden Tamilen drohe in Sri Lanka eine unmenschliche Behandlung. Eine 

Risikoeinschätzung müsse im Einzelfall vorgenommen werden (vgl. Urteil 

des EGMR R.J. gegen Frankreich vom 19. September 2013, Nr. 10466/11; 

Rechtsprechung zuletzt bestätigt in J.G. gegen Polen vom 11. Juli 2017, 

Nr. 44114/14). Aus den Akten ergeben sich keine konkreten Anhaltspunkte 

dafür, dass der Beschwerdeführer bei einer Rückkehr nach Sri Lanka mit 

beachtlicher Wahrscheinlichkeit Massnahmen zu befürchten hätte, die 

über einen so genannten „Background Check“ (Befragung und Überprü-

fung von Tätigkeiten im In- und Ausland) hinausgehen würden, oder dass 

er persönlich gefährdet wäre. Der Vollzug der Wegweisung ist zulässig. 

7.4  Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

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Seite 16 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

7.5 Das SEM begründete seine Verfügung in diesem Punkt damit, dass der 

Beschwerdeführer in C._______ ein tragfähiges Beziehungsnetz (Ehefrau, 

Sohn, Eltern und Bruder) besitze und eine schulische Grundausbildung so-

wie mehrjährige Berufserfahrung habe. Seine Familie verfüge gemäss Ak-

tenlage über ein Haus sowie Vermögen und sein Vater sei schon vor seiner 

Ausreise für ihn finanziell aufgekommen, weshalb anzunehmen sei, er 

könne ihn allenfalls weiterhin finanziell unterstützen. Ferner sei er, abgese-

hen von der Sehbeeinträchtigung, gesund.  

7.6 In der Beschwerdeschrift wendete der Beschwerdeführer ein, dass es 

ihm psychisch nicht gut gehe.  

7.7 Gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts ist der Wegweisungs-

vollzug in die Nordprovinz zumutbar, wenn das Vorliegen der individuellen 

Zumutbarkeitskriterien (insbesondere Existenz eines tragfähigen familiä-

ren oder sozialen Beziehungsnetzes sowie Aussichten auf eine gesicherte 

Einkommens- und Wohnsituation) bejaht werden kann (vgl. Referenzurteil 

E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 E. 13.2). Dies ist unter Hinweis auf die  

vorinstanzlichen Erwägungen zu bejahen.  

Gemäss Arztbericht vom (…) 2019 und den Bestätigungen vom (…) 2020 

respektive (…) 2021 leidet der Beschwerdeführer an einer posttraumati-

schen Belastungsstörung (PTBS) und einer schweren depressiven Epi-

sode. Gemäss Bericht des Kantonspitals E._______ ist er am (…) 2020 

zusammengebrochen und gemäss Bericht desselben Spitals leidet er an 

einer (…). Zu den psychischen Leiden ist zu bemerken, dass diese auch in 

Sri Lanka adäquat behandelbar sind (vgl. Urteil des BVGer D-7355/2016 

vom 11. Februar 2019 E. 11.5.2 m.w.H.). Soweit aus dem Arztbericht vom 

(…) 2020 ersichtlich, wird die (…) im Wesentlichen mit dem Medikament 

(…) respektive dem darin enthaltenen Wirkstoff (…) behandelt. Medika-

mente mit diesem Wirkstoff sind in Sri Lanka grundsätzlich verfügbar (vgl. 

UK Home Office, Country Policy and Information Note, Sri Lanka: Medical 

treatment and healthcare, Version 1.0, Juli 2020, […], < https://assets.pub-

lishing.service.gov.uk/government/uploads/system/uploupl/attacmment_ 

data/file/903780/Sri_Lanka_-_Medical_CPIN_-_v.1.0_July_2020.pdf >, 

abgerufen am 12.04.2021). Ferner kann der Beschwerdeführer auf die 

Möglichkeit der Inanspruchnahme medizinischer Rückkehrhilfe hingewie-

sen werden (vgl. Art. 93 Abs. 1 Bst. d AsylG, Art. 75 der Asylverordnung 2 

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Seite 17 

vom 11. August 1999 [AsylV 2, SR 142.312]). Der Gesundheitszustand des 

Beschwerdeführers steht dem Vollzug der Wegweisung folglich nicht ent-

gegen. 

Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch als 

zumutbar. 

7.8 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-

gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-

sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 

2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu 

bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 

7.9 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

8.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

9.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem Beschwerde-

führer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Da ihm jedoch mit Zwischen-

verfügung vom 12. Juli 2019 die unentgeltliche Prozessführung gemäss 

Art. 65 Abs. 1 VwVG gewährt wurde, sind keine Verfahrenskosten zu erhe-

ben. 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: 

  

Nina Spälti Giannakitsas Linus Sonderegger 

 

 

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