# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 379ca6f7-2723-55ed-84b3-cb2376c7686c
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-03-03
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Beschwerdekammer in Strafsachen 03.03.2022 BK 2022 71
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_008_BK-2022-71_2022-03-03.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

Beschwerdekammer in 
Strafsachen

Cour suprême
du canton de Berne

Chambre de recours pénale

Beschluss
BK 22 71

Hochschulstrasse 17
Postfach
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 09
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 3. März 2022

Besetzung Oberrichter J. Bähler (Präsident), Oberrichter Gerber,
Oberrichter Schmid
Gerichtsschreiberin Volknandt

Verfahrensbeteiligte A.________
a.v.d. Rechtsanwältin B.________

Beschuldigter/Beschwerdeführer

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern
v.d. Staatsanwältin C.________

Gegenstand Verlängerung Untersuchungshaft

Strafverfahren wegen qualifizierter Widerhandlungen gegen das 
Betäubungsmittelgesetz

Beschwerde gegen den Entscheid des Regionalen Zwangsmass-
nahmengerichts Berner Jura-Seeland vom 4. Februar 2022
(ARR 22 42)

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Erwägungen:

1. Die Regionale Staatsanwaltschaft Berner Jura-Seeland (nachfolgend: Staatsan-
waltschaft) führt gegen A.________ (nachfolgend: Beschwerdeführer) ein Strafver-
fahren wegen qualifizierter Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz. Der 
Beschwerdeführer wurde am 1. November 2021 verhaftet und befindet sich seither 
in Untersuchungshaft. Das Regionale Zwangsmassnahmengericht Berner Jura-
Seeland (nachfolgend: Zwangsmassnahmengericht) verlängerte die Untersu-
chungshaft mit Entscheid vom 4. Februar 2022 um drei Monate, d.h. bis zum 
31. April 2022 (recte: 30. April 2022). Dagegen erhob der Beschwerdeführer, amt-
lich verteidigt durch Rechtsanwältin B.________, am 14. Februar 2022 Beschwer-
de. Er beantragt unter Kosten- und Entschädigungsfolgen, der angefochtene Ent-
scheid sei aufzuheben und der Beschwerdeführer sei mit sofortiger Wirkung aus 
der Untersuchungshaft zu entlassen. Eventualiter sei der angefochtene Entscheid 
zur Neubeurteilung zurückzuweisen. Das Zwangsmassnahmengericht verzichtete 
am 16. Februar 2022 unter Verweis auf seine Ausführungen im angefochtenen 
Entscheid auf eine Stellungnahme. Die Staatsanwaltschaft beantragt in ihrer dele-
gierten Stellungnahme vom 21. Februar 2022 die kostenfällige Abweisung der Be-
schwerde. In seiner Replik vom 28. Februar 2022 hält der Beschwerdeführer an 
seinen Anträgen fest. Die Staatsanwaltschaft verzichtete ihrerseits auf eine Duplik. 

2. Gemäss Art. 222 i.V.m. Art. 393 Abs. 1 Bst. c der Schweizerischen Strafprozess-
ordnung (StPO; SR 312.0) können Entscheide über die Anordnung, Verlängerung 
und Aufhebung der Untersuchungshaft durch die verhaftete Person mit Beschwer-
de angefochten werden. Zuständig ist die Beschwerdekammer in Strafsachen 
(Art. 35 des Gesetzes über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft [GSOG; BSG 161.1] i.V.m. Art. 29 Abs. 2 des Organisationsregle-
ments des Obergerichts [OrR OG; BSG 162.11]). Der Beschwerdeführer ist durch 
die Verlängerung der Untersuchungshaft unmittelbar in seinen rechtlich geschütz-
ten Interessen betroffen und somit zur Beschwerdeführung legitimiert (Art. 222 und 
Art. 382 Abs. 1 StPO). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist 
einzutreten. 

3. Die beschuldigte Person bleibt grundsätzlich in Freiheit (Art. 212 Abs. 1 StPO). 
Untersuchungshaft ist nur zulässig, wenn die beschuldigte Person eines Verbre-
chens oder Vergehens dringend verdächtig ist und besondere Haftgründe vorliegen 
(Art. 221 StPO). Die Untersuchungshaft muss überdies verhältnismässig sein 
(Art. 197 Abs. 1 Bst. c und d StPO) und darf nicht länger dauern als die im Fall ei-
ner rechtskräftigen Verurteilung zu erwartende Freiheitsstrafe (Art. 212 Abs. 3 
StPO). Das zuständige Gericht ordnet anstelle der Untersuchungshaft eine oder 
mehrere mildere Massnahmen an, wenn sie den gleichen Zweck wie die Haft erfül-
len (Art. 237 Abs. 1 StPO). 

Unbestritten ist, dass der der Strafuntersuchung zugrundeliegende Tatbestand – 
unter Vorbehalt der weiteren Voraussetzungen – die Verlängerung von Untersu-
chungshaft rechtfertigt. 

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4.

4.1 Die Untersuchungshaft setzt gemäss Art. 221 Abs. 1 StPO zunächst voraus, dass 
im Sinne eines allgemeinen Haftgrundes ein dringender Tatverdacht der Begehung 
eines Verbrechens oder Vergehens besteht. 

4.2 Dem Beschwerdeführer wird – nebst seiner Ehefrau – vorgeworfen, mit dem Audi 
A4 Avant, Kennzeichen D.________, verschiedene der Polizei bekannte «Läufer-
Domizile» angesteuert bzw. sich wiederholt an verschiedenen Orten und Adressen 
aufgehalten zu haben, an denen es offensichtlich zu Drogentreffen bzw. Drogen-
übergaben gekommen sei. 

Dem Antrag auf Verlängerung der Untersuchungshaft vom 27. Januar 2022 kann 
dazu entnommen werden, dass die Kantonspolizei Neuenburg in der Aktion 
«H.________» ab Sommer 2020 gegen E.________ wegen Handels mit Heroin 
ermittelt habe. Dabei habe am 19. August 2020, am 31. August 2020 und am 16. 
September 2020 der Audi A4 Avant mit dem Kennzeichen D.________ am Wohn-
ort von E.________ festgestellt werden können. Zweimal habe beobachtet und mit-
tels Überwachungskamera aufgezeichnet werden können, wie E.________ hinten 
in das fragliche Fahrzeug gestiegen und mit einem Plastiksäcklein das Fahrzeug 
wieder verlassen habe. Bei einer Hausdurchsuchung seien unter anderem 42 Mini-
grip à 5 Gramm Heroin sowie 178 Gramm Heroinsteine zum Vorschein gekommen. 
Anlässlich seiner Einvernahme vom 31. August 2020 habe E.________ ausgesagt, 
dass er von einem Mann in einem Audi beliefert worden sei. Zwei Mal habe er da-
bei Heroin und einmal Streckmittel übernommen. Er denke, dass er 300 bis 400 
Gramm Heroin von diesem Mann übernommen habe. Einmal seien auch eine Frau 
und ein Kind dabei gewesen. Anlässlich einer Überwachung des Domizils von 
F.________ habe festgestellt werden können, wie dieser am 10. Mai 2021 sein 
Domizil verlassen habe, um sich auf den Parkplatz des Hotel-Restaurant 
I.________ zu begeben, um sich mit dem Fahrer des Audi A4 Avant zu treffen. Es 
habe festgestellt werden können, dass sich ein Mann und eine Frau im Fahrzeug 
aufgehalten hätten. Bei der Anhaltung von F.________ hätten rund 400 Gramm 
Heroingemisch sichergestellt werden können. Gemäss den erhobenen RTI Daten 
der Mobiltelefone von G.________ (Ehefrau des Beschwerdeführers) und des Be-
schwerdeführers seien beide zur fraglichen Zeit am 10. Mai 2021 mit dem Audi A4 
Avant unterwegs gewesen. Am 3. November 2021 sei der Audi A4 Avant observiert 
worden. Dabei hätten die Ehefrau des Beschwerdeführers, eine unbekannte Frau 
als Beifahrerin und ein Kind im Fahrzeug festgestellt werden können. Während der 
Fahrt habe das Fahrzeug mehrmals angehalten, wobei jeweils eine Person kurz 
eingestiegen sei und das Fahrzeug sogleich wieder verlassen habe. Am Abend sei 
der Beschwerdeführer mit dem Audi A4 Avant unterwegs gewesen, als es zu einem 
Treffen mit einem unbekannten Mann gekommen sei. Die festgestellten Adressen 
(z.B. die J.________ (Strasse) in K.________ (Ort) und die L.________ (Strasse) 
in M.________ (Ort)) seien den Polizeibehörden bekannte sog. «Läufer-Domizile», 
an denen bereits albanische Drogenverkäufer hätten angehalten werden können. 
Gestützt auf die GPS-Überwachung und die rückwirkenden Teilnehmeridentifikati-
onen könne festgehalten werden, dass die Ehefrau des Beschwerdeführers und 
der Beschwerdeführer selbst wiederholt verschiedene Adressen bzw. Orte wie 

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N.________, O.________, P.________ und J.________ (Strasse) in K.________ 
(Ort), Q.________/L.________ (Strasse) in M.________ (Ort) etc. angefahren sei-
en, an denen es offensichtlich zu Drogentreffen bzw. Drogenübergaben gekommen 
sei. Am 24. August 2021 habe die Ehefrau des Beschwerdeführers angehalten 
werden können. Das Fahrzeug sei sichergestellt und auf Drogenspuren untersucht 
worden. Dabei hätten an diversen Orten im Fahrzeug Spuren von Kokain, Heroin, 
MDMA, Paracetamol und Nimetazepan gesichert werden können. Nachdem der 
Beschwerdeführer die Vorwürfe anfänglich bestritten hatte, erklärte er anlässlich 
seiner Einvernahme vom 17. Dezember 2021, dass die ihm vorgehaltenen Fahrten 
dazu gedient hätten, Geld bei einer Person zu holen und dieses einer anderen Per-
son zu bringen. Er habe einfach die Säcke transportiert, aber nie angefasst oder 
hineingeschaut. Auch die Fahrten seiner Ehefrau seien solche Fahrten gewesen. 

Der Vorwurf lautet mithin auf mengenmässig qualifizierte Widerhandlung gegen 
das Betäubungsmittelgesetz. 

4.3 Der Beschwerdeführer bestreitet den dringenden Tatverdacht bezüglich des Vor-
wurfs der Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz nicht. Dagegen hebt 
er hervor, dass mangels gewährter Akteneinsicht nach wie vor unbekannt sei, wie 
der Tatverdacht mengenmässig laute. Somit werde nach wie vor bestritten, dass es 
sich um eine «qualifizierte» Tatbegehung handle. 

4.4 Die Staatsanwaltschaft hält in ihrer Stellungnahme vom 21. Februar 2022 fest, 
dass bereits mit Blick auf die Aussagen von E.________, wonach dieser vom Be-
schwerdeführer, der zum Audi A4 Avant mit dem Kennzeichen D.________ gehöre, 
rund 300 bis 400 Gramm Heroin übernommen habe, klar werde, dass vorliegend 
ein dringender Tatverdacht für (mengenmässig) qualifizierte Widerhandlungen ge-
gen das Betäubungsmittelgesetz vorliege. 

4.5 Das Zwangsmassnahmengericht begründete den dringenden Tatverdacht der qua-
lifizierten Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz zunächst mit den Er-
mittlungsergebnissen der Polizei, der GPS-Überwachung und der rückwirkenden 
Teilnehmeridentifikation. Daraus würden sich nach wie vor starke Hinweise darauf 
ergeben, dass der Beschwerdeführer (und seine Ehefrau) mit dem Audi A4 Avant 
mit dem Kennzeichen D.________ verschiedene der Polizei bekannte «Läufer-
Domizile» angesteuert und sich wiederholt an verschiedenen Orten und Adressen 
aufgehalten hätten, an denen es offensichtlich zu Drogentreffen bzw. Drogen-
übergaben gekommen sei. Des Weiteren hätten im besagten Audi A4 Avant Spu-
ren von Kokain, Heroin, Paracetamol, MDMA und Nimetazepam festgestellt werden 
können. Schliesslich habe der Beschwerdeführer angegeben, die Fahrten hätten 
teils dem Transport von mit Bargeld gefüllten Säcken gedient, deren Inhalt er aller-
dings nie überprüft habe. Der Beschwerdeführer habe zudem nicht bestritten, mit 
dem hier fraglichen Fahrzeug unterwegs gewesen zu sein, womit ein Zusammen-
hang seiner Person mit den im Fahrzeug gefundenen Stoffen nicht von der Hand 
zu weisen sei. 

4.6 Der dringende Tatverdacht bezüglich des Vorwurfs der qualifizierten Widerhand-
lung gegen das Betäubungsmittelgesetz wird zu Recht nicht bestritten. Es kann auf 
die einlässlichen und zutreffenden Ausführungen des Zwangsmassnahmengerichts 

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und der Staatsanwaltschaft in ihrem Antrag um Verlängerung der Untersuchungs-
haft verwiesen werden, woraus sich auch die mengenmässige Qualifikation des 
Vorwurfs der Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz ergibt. 

5.

5.1 Neben dem dringenden Tatverdacht setzt die Untersuchungshaft einen besonderen 
Haftgrund im Sinne von Art. 221 Abs. 1 Bst. a-c StPO voraus. Das Zwangsmass-
nahmengericht stützte sich auf den Haftgrund der Kollusionsgefahr. Der Haftgrund 
der Kollusionsgefahr liegt vor, wenn ernsthaft zu befürchten ist, dass der Beschul-
digte Personen beeinflusst oder auf Beweismittel einwirkt, um so die Wahrheitsfin-
dung zu beeinträchtigen (Art. 221 Abs. 1 Bst. b StPO). Verdunkelung kann nach 
der bundesgerichtlichen Praxis insbesondere in der Weise erfolgen, dass sich der 
Beschuldigte mit Zeugen, Auskunftspersonen, Sachverständigen oder Mitbeschul-
digten ins Einvernehmen setzt oder sie zu wahrheitswidrigen Aussagen veranlasst, 
oder dass er Spuren und Beweismittel beseitigt. Strafprozessuale Haft wegen Kol-
lusionsgefahr soll verhindern, dass der Beschuldigte die wahrheitsgetreue Ab-
klärung des Sachverhaltes vereitelt oder gefährdet. Die theoretische Möglichkeit, 
dass der Beschuldigte kolludieren könnte, genügt indessen nicht, um Haft unter 
diesem Titel zu rechtfertigen. Es müssen vielmehr konkrete Indizien für die An-
nahme von Verdunkelungsgefahr sprechen. Das Vorliegen des Haftgrundes ist 
nach Massgabe der Umstände des jeweiligen Einzelfalles zu prüfen. Konkrete An-
haltspunkte für Kollusionsgefahr können sich namentlich ergeben aus dem bisheri-
gen Verhalten der beschuldigten Person im Strafprozess, aus ihren persönlichen 
Merkmalen, aus ihrer Stellung und ihren Tatbeiträgen im Rahmen des untersuchten 
Sachverhalts sowie aus den persönlichen Beziehungen zwischen ihr und den sie 
belastenden Personen. Bei der Frage, ob im konkreten Fall eine massgebliche Be-
einträchtigung des Strafverfahrens wegen Verdunkelung droht, ist auch der Art und 
Bedeutung der von Beeinflussung bedrohten Aussagen bzw. Beweismittel, der 
Schwere der untersuchten Straftaten sowie dem Stand des Verfahrens Rechnung 
zu tragen. Je weiter das Strafverfahren fortgeschritten ist und je präziser der Sach-
verhalt bereits abgeklärt werden konnte, desto höhere Anforderungen sind an den 
Nachweis von Verdunkelungsgefahr zu stellen (BGE 137 IV 122 E. 4.2 und 132 I 
21 E. 3.2, je mit Hinweisen; Urteile des Bundesgerichts 1B_558/2021 vom 3. No-
vember 2021 E. 3.2 und 1B_196/2021 vom 11. Mai 2021 E. 3.2, je mit Hinweisen). 

5.2 Die Staatsanwaltschaft führt in ihrem Antrag auf Verlängerung der Untersuchungs-
haft zur Kollusionsgefahr aus, dass die polizeilichen Ermittlungen noch im Gange 
seien. Der Beschwerdeführer sei erneut detailliert zu den ihm vorgeworfenen 
Sachverhalten zu befragen und seine Aussagen seien zu verifizieren. Der Umfang 
und die Zeitdauer seiner Tätigkeit im Drogenhandel seien noch immer abzuklären. 
Abnehmer seien zu eruieren und parteiöffentlich zu befragen. Der Beschwerdefüh-
rer sei zudem mit den Ergebnissen aus den durchgeführten Auswertungen des 
Mobiltelefons (etc.) zu konfrontieren. Schliesslich seien Ermittlungen zwecks 
Klärung der Identität des vom Beschwerdeführer genannten unbekannten Auftrag-
gebers zu tätigen. 

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Die Kollusionsgefahr wird vom Zwangsmassnahmengericht damit begründet, dass 
nach wie vor die Gefahr bestehe, der Beschwerdeführer könne sich mit dem unbe-
kannten Auftraggeber absprechen oder auf Beweismittel einwirken und dadurch 
den Verfahrensgang erschweren. Anlässlich der Einvernahme vom 19. Januar 
2022 habe der Beschwerdeführer angegeben, dass seine Ehefrau die Transporte 
stets in seinem Auftrag ausgeführt habe. Zudem sei der Kontakt mit dem Auftrag-
geber über ihn gelaufen. Er habe ihr jeweils lediglich die vom unbekannten Auf-
traggeber übermittelten Adressen angegeben. Es sei somit fraglich, ob die Ehefrau 
des Beschwerdeführers über die notwendigen Informationen verfüge, um selbstän-
dig Kollusionshandlungen zugunsten ihres Ehemannes vorzunehmen. Demge-
genüber würde eine Freilassung des Beschwerdeführers mit Sicherheit die zusätz-
liche Gefahr mit sich bringen, dass die Ehefrau auf konkrete Anweisung des Be-
schwerdeführers hin Kollusionshandlungen vornehmen könnte. 

5.3 Dem hält der Beschwerdeführer entgegen, dass sich die Ermittlungen der Polizei 
und der Staatsanwaltschaft bereits über zwei Jahre erstreckten. Es werde bereits 
seit Sommer 2020 gegen den Beschwerdeführer (und seine Ehefrau) ermittelt. 
Verschiedene Überwachungsmassnahmen seien über Monate hinweg durchgeführt 
worden (Observation, GPS-Überwachung des Fahrzeugs, Standortüberwachung 
des Mobiltelefons etc.). Mehrere Läufer seien im Rahmen dieser Ermittlungen fest-
genommen und verurteilt worden und würden nun ihre Haftstrafen absitzen. Die 
Ehefrau sei bereits zwei Monate vor der Inhaftierung des Beschwerdeführers in 
Haft genommen worden. Unter diesen Umständen erscheine es höchst unwahr-
scheinlich, dass weitere Ermittlungen überhaupt noch in Gange seien. In diesen 
zwei Monaten, die zwischen der Verhaftung der Ehefrau und der Verhaftung des 
Beschwerdeführers vergangen seien, hätte dieser sämtliche Kollusionshandlungen 
vornehmen können, wenn er gewollt hätte. Schliesslich sei seine eigene Verhaf-
tung im Rahmen einer im Vorfeld schriftlich angekündigten Einvernahme erfolgt, zu 
welcher der Beschwerdeführer freiwillig erschienen sei. Zum Argument, wonach 
weitere Befragungen des Beschwerdeführers geplant seien, machte er geltend, 
dass nicht davon auszugehen sei, dass er detaillierte Aussagen zum Umfang sei-
ner Beteiligung im Drogenhandel machen werde. Weiter bringe die Staatsanwalt-
schaft in keiner Weise vor, wie sie die Aussagen des Beschwerdeführers zu verifi-
zieren gedenke. Es bestünden zudem keine Hinweise darauf, dass «noch nicht 
verhaftete» Abnehmer noch identifizierbar wären. Auch sei der Beschwerdeführer 
bereits mit der Auswertung seines Mobiltelefons konfrontiert worden und habe hier-
zu keine Aussagen machen wollen. Sofern der Beschwerdeführer noch nicht mit al-
len Auswertungen konfrontiert worden sein sollte, wäre hierfür keine Untersu-
chungshaft von drei Monaten notwendig. Eine solche Konfrontation wäre auch in 
Freiheit möglich. Betreffend die Ermittlung des Auftraggebers erscheine eine sol-
che doch als sehr unwahrscheinlich. Sofern eine solche Person existiere, so würde 
sich diese eher nicht in der Schweiz befinden, wie dies in ähnlich gelagerten Fällen 
der Fall sei. Zu seiner Ehefrau hielt der Beschwerdeführer fest, dass es sich um ei-
ne Ehe und nicht um ein Auftragnehmer- / Auftraggeberverhältnis handle. Es sei 
deshalb anzunehmen, dass seine Ehefrau mindestens genau so viel Kenntnis habe 
wie er selbst; vor allem wenn den Ausführungen der Staatsanwaltschaft gefolgt 
werde, wonach er oftmals mit seiner Ehefrau unterwegs gewesen sei. Damit er-

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scheine die Annahme der Kollusionsgefahr im Hinblick auf die Gesamtsituation des 
Ermittlungs- und Verfahrensstandes willkürlich und lebensfremd. 

5.4 Die Staatsanwaltschaft führt in ihrer Stellungnahme aus, der Beschwerdeführer 
verkenne, dass es in grösseren und komplexeren Drogenfällen wie dem vorliegen-
den gerichtsnotorisch sei, dass die Ermittlungen (insbesondere die Vorermittlungen 
der Polizei) über einen längeren Zeitraum erfolgen würden. Sein freiwilliges Er-
scheinen zur Einvernahme könne ohne Weiteres auch so verstanden werden, dass 
er sich seiner Sache sicher gewesen sei bzw. sich in absoluter Sicherheit gewähnt 
habe. Ausserdem könne es aus Sicht der Strafverfolgungsbehörden sicher nicht 
angehen, dass – auch wenn bereits Kollusionshandlungen hätten vorgenommen 
werden können – sämtliche Ermittlungshandlungen abgebrochen würden und eine 
beschuldigte Person nicht mit allen Mitteln daran gehindert würde, weiter zu kollu-
dieren. Weiter stehe es dem Beschwerdeführer frei, in jeder einzelnen Einvernah-
me Aussagen zu machen, wenn er dies wolle. Die Staatsanwaltschaft räumt ein, 
dass die Ermittlung der Auftraggeber im Drogenhandel bzw. der «Drogenbosse» 
jeweils ein schwieriges Unterfangen darstelle. Allerdings sei dies durchaus möglich 
und es sei dies mit allen Mitteln zu versuchen, da dies eine der Kernaufgaben der 
Staatsanwaltschaft sei. Zum (Mit-)Wissen der Ehefrau erwidert die Staatsanwalt-
schaft, dass es alles andere als realitätsfremd sei, wenn ein Ehepartner Dinge wis-
se, von welchen der andere gerade keine (umfassende) Kenntnis habe. 

5.5 Der Beschwerdeführer hält in seiner Replik nochmals fest, dass es realitätsfern sei, 
sich in Sicherheit zu wiegen, wenn die eigene Ehefrau bereits seit zwei Monaten 
inhaftiert sei. Es habe auf der Hand gelegen, dass Ermittlungen wegen gröberen 
Verstössen im Gange seien und es sei für ihn kaum anzunehmen gewesen, dass 
sich diese nur gegen seine Ehefrau richteten. Ferner wäre es bei allfälligen Kollusi-
onshandlungen darum gegangen, Abnehmer, Lieferanten und/oder Mittäter über 
drohende Ermittlungshandlungen zu informieren, Aussagen miteinander abzuglei-
chen sowie möglicherweise allen Beteiligten zu empfehlen, weitere Deliktshandlun-
gen aufgrund der laufenden Ermittlungen zu unterlassen. Diese Informationen hät-
ten in den rund zwei Monaten Untersuchungshaft der Ehefrau durchaus fliessen 
können. Weitere Kollusionshandlungen (oder deren Wiederholung) seien schlicht-
weg nicht nötig bzw. unmöglich. Folglich entbehre das Vorgehen der Staatsanwalt-
schaft jeglicher Logik, indem argumentiert werde, der Beschwerdeführer müsse 
von weiteren Kollusionshandlungen abgehalten werden, da unklar sei, welche Kol-
lusionshandlungen er noch vornehmen könnte, die nicht schon längst hätten 
getätigt werden können. Es könne zudem nicht angehen, dass die Staatsanwalt-
schaft die stetige Verlängerung der Untersuchungshaft beantrage, nur um auf das 
Aussageverhalten des Beschwerdeführers Einfluss zu nehmen (um ihn mürbe zu 
machen). Schliesslich begründe die Staatsanwaltschaft die Verlängerung der Un-
tersuchungshaft mit der Identifikation der «Drogenbosse». Dies sei ein schätzens-
wertes Ziel. Die Untersuchungshaft des Beschwerdeführers bringe sie diesem Ziel 
jedoch nicht näher, da ihm diese ebenfalls unbekannt sein dürften oder er aber zu 
viel Angst um sein Leben haben dürfte, um deren Namen preiszugeben. Des Wei-
teren hätte mit dieser Argumentation auch die Untersuchungshaft der Ehefrau nicht 
aufgehoben werden dürfen. Im Prinzip dürfte niemand aus der Untersuchungshaft 
entlassen werden, solange die «Drogenbosse» nicht gefasst seien. Zur Fluchtge-

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fahr hält der Beschwerdeführer fest, dass die Staatsanwaltschaft keinerlei neue 
Gründe für eine solche ins Recht führe. Zusammenfassend bringt er vor, dass die 
aufgeführten Gründe der Ferien im Ausland, der drohenden mehrjährigen Haftstra-
fe und der Landesverweisung vorliegend nicht für das Vorliegen der Fluchtgefahr 
sprechen würden. 

5.6 Der Stand des Verfahrens – wie er sich aus den eingereichten Akten (insg. vier 
Einvernahmen des Beschwerdeführers) ergibt – spricht gegen das Vorliegen einer 
Kollusionsgefahr. Der Beschwerdeführer befindet sich seit dem 1. November 2021 
in Untersuchungshaft und auch aus dem Haftverlängerungsantrag der Staatsan-
waltschaft und den vorgesehenen Ermittlungshandlungen lassen sich keine konkre-
ten kollusionsanfälligen Ermittlungshandlungen ausmachen. Die erneute Befragung 
des Beschwerdeführers und die Verifizierung seiner Aussagen sind nicht kollusi-
onsfähig. Der Beschwerdeführer räumte bereits in seiner Einvernahme vom 
17. Dezember 2021 die erhaltenen Aufträge und die Fahrten mit Stopps von unter 
einer Minute ein. Er und seine Frau hätten diese Fahrten im Auftrag einer dritten 
Person durchgeführt. Er habe dabei Geld in Säcken transportieren müssen. Er 
selbst habe nie einen Blick in diese Säcke geworfen und diese auch nicht ange-
fasst. Bei den kurzen Stopps sei jeweils eine Person eingestiegen, habe einen 
Sack auf die Rückbank gelegt oder abgeholt und habe das Fahrzeug im Anschluss 
daran wieder verlassen. In der Einvernahme vom 19. Januar 2022 verweigerte der 
Beschwerdeführer seine Aussage. Damit verfügt die Staatsanwaltschaft über Aus-
sagen des Beschwerdeführers, welche sie mit der Auswertung der GPS-
Überwachung der beiden Fahrzeuge Audi A4 Avant (D.________) und Peugeot 
206 (R.________), beides Fahrzeuge des Beschwerdeführers und dessen Ehefrau, 
sowie der rückwirkenden Teilnehmeridentifikation der Mobiltelefonnummer des Be-
schwerdeführers abgleichen kann. Bezüglich des Umfangs und der Zeitdauer der 
Tätigkeit des Beschwerdeführers zeigt die Staatsanwaltschaft keine konkreten Un-
tersuchungshandlungen auf, welche sie als kollusionsfähig erachtet. Die Unklarheit 
über den Umfang und die Zeitdauer der Tätigkeit des Beschwerdeführers allein 
rechtfertigen keine Untersuchungshaft, sofern nicht auch konkrete kollusionsanfäl-
lige Ermittlungshandlungen dargelegt werden können. Aufgrund der bisher sicher-
gestellten Drogenmenge ist grundsätzlich von einer schweren Straftat auszugehen, 
was gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung für ein hohes Kollusionsrisiko 
spricht. Diesbezüglich ist allerdings zu ergänzen, dass der Beschwerdeführer gel-
tend macht, den Inhalt der transportierten Säcke nicht zu kennen. Aufgrund der 
sich aus den Akten ergebenden Ermittlungshandlungen (Observation des Audi A4 
Avant [D.________], Videoaufzeichnungen, GPS-Überwachung und rückwirkende 
Teilnehmeridentifikation, Sicherstellung und Durchsuchung des Audi A4 Avant auf 
Drogen) dürften der Staatsanwaltschaft die Routen und die angefahrenen Orte 
bzw. Personen bekannt sein. Der Beschwerdeführer selbst führte aus, dass er über 
Whatsapp kontaktiert worden sei und die Aufträge auf den Transport von Geld von 
einem Ort zum anderen lauteten (vgl. Einvernahme des Beschwerdeführers vom 
17. Dezember 2021). Diese Aussagen lassen zumindest darauf schliessen, dass 
der Beschwerdeführer selbst keinen Kontakt zu den Abnehmern hatte. Andere 
Hinweise liegen gestützt auf die zur Verfügung gestellten Akten jedenfalls nicht vor. 
Die Abklärung von offenen Punkten betreffend weitere Abnehmer, aber auch des 

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Auftraggebers bieten für sich keine konkreten Hinweise auf kollusionsanfällige Be-
weiserhebungen. Zumal der Beschwerdeführer erklärte, dass er vom Auftraggeber 
einzig eine Mobiltelefonnumer mit albanischer Vorwahl besitze (vgl. Einvernahme 
des Beschwerdeführers vom 17. Dezember 2021) und auf dem Mobiltelefon des 
Beschwerdeführers keine solche Nummer gefunden werden konnte (vgl. Einver-
nahme des Beschwerdeführers vom 19. Januar 2022). Das Risiko einer kolludie-
renden Absprache zwischen dem Beschwerdeführer und dem unbekannten Auf-
traggeber erscheint – zumindest derzeit – nicht konkret genug, um die angeordnete 
Untersuchungshaft zu rechtfertigen. 

Soweit die Staatsanwaltschaft vorbringt, dass der Beschwerdeführer mit den Er-
gebnissen aus den durchgeführten Auswertungen des Mobiltelefons zu konfrontie-
ren sei – und dies nicht bereits geschehen ist – ist festzuhalten, dass der Be-
schwerdeführer auf die Auswertung als solche keinen Einfluss nehmen kann. 

5.7 Insgesamt ist somit mit dem Beschwerdeführer festzuhalten, dass die Staatsan-
waltschaft und das Zwangsmassnahmengericht derzeit keine konkreten Ermitt-
lungshandlungen nennen können, welche kollusionsanfällig wären oder aus denen 
sich kollusionsgefährdete Ermittlungshandlungen ergeben könnten. 

6.

6.1 Das Zwangsmassnahmengericht liess die Frage der Fluchtgefahr offen, da es den 
Haftgrund der Kollusionsgefahr bejaht hat. Der Beschwerdeführer bestreitet die 
Fluchtgefahr. Zur Begründung führt er aus, dass seine familiären und sozialen Bin-
dungen klar gegen eine Fluchtgefahr sprechen würden; er lebe seit seinem vierten 
Lebensjahr in der Schweiz und verfüge über eine Niederlassungsbewilligung. Zu-
dem habe er eine feste Arbeitsstelle inne. Die Beschwerdekammer behielt sich mit 
Verfügung vom 15. Februar 2022 vor, die Verlängerung der Untersuchungshaft 
auch unter dem Gesichtspunkt des besonderen Haftgrundes der Fluchtgefahr zu 
überprüfen und gab den Parteien Gelegenheit zur Stellungnahme. Die Staatsan-
waltschaft verwies in ihrer Stellungnahme vom 21. Februar 2022 auf die nach wie 
vor zutreffenden Angaben im Antrag auf Verlängerung der Untersuchungshaft so-
wie die diesbezüglichen Ausführungen im angefochtenen Entscheid des Zwangs-
massnahmengerichts. Sie wies erneut darauf hin, dass der Beschwerdeführer über 
ein weit verzweigtes Netz an Familienangehörigen im Kosovo verfüge und jederzeit 
ausreisen bzw. im Kosovo untertauchen könne. Der Beschwerdeführer spreche 
denn auch albanisch und reise regelmässig in den Kosovo. Im Falle einer Verurtei-
lung habe der Beschwerdeführer mit einer empfindlichen, mehrjährigen Haftstrafe 
und einer Landesverweisung zu rechnen. Unter diesen Gesamtumständen sei das 
Vorliegen der Fluchtgefahr evident. In seiner Replik hielt der Beschwerdeführer 
hierzu fest, dass die wenigen Wochen Ferien im Jahr kaum als Indiz für die Flucht-
gefahr hinhalten könnten, denn andernfalls müsste auch jedem Schweizer und je-
der Schweizerin, welche ab und an Auslandferien machten, dies als entsprechen-
des Indiz ausgelegt werden. Das sei klar nicht der Fall. Das Argument der drohen-
den mehrjährigen Haftstrafe überzeuge nicht, da dies in allen Fällen zu einer Blan-
kovollmacht führen und die Prüfung der übrigen Voraussetzungen damit obsolet 
machen würde. Die Nennung der Landesverweisung als Grund für die Fluchtgefahr 

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mache ebenfalls wenig Sinn, dürfte der Beschwerdeführer doch entweder am Ver-
bleib in der Schweiz interessiert sein oder eben nicht. Jedenfalls mache ihm die 
Landesverweisung keine Angst, würde die Fluchtgefahr bejaht.

6.2 Fluchtgefahr liegt gemäss Art. 221 Abs. 1 Bst. a StPO vor, wenn ernsthaft zu be-
fürchten ist, dass sich die beschuldigte Person durch Flucht der Strafverfolgung 
oder der zu erwartenden Sanktion entzieht. Im Vordergrund steht dabei eine mögli-
che Flucht ins Ausland, denkbar ist aber auch ein Untertauchen im Inland 
(BGE 143 IV 160 E. 4.3; Urteile des Bundesgerichts 1B_379/2019 vom 15. August 
2019 E. 6.1 und 1B_387/2016 vom 17. November 2016 E. 5, auch zum Folgen-
den). Bei der Bewertung, ob Fluchtgefahr besteht, sind die gesamten konkreten 
Verhältnisse zu berücksichtigen. Es müssen Gründe vorliegen, die eine Flucht nicht 
nur als möglich, sondern als wahrscheinlich erscheinen lassen. Die Schwere der 
drohenden Strafe darf als Indiz für die Fluchtgefahr gewertet werden. Sie genügt 
jedoch für sich allein nicht, um den Haftgrund zu bejahen (BGE 125 I 60 E. 3a; Ur-
teile des Bundesgerichts 1B_126/2012 und 1B_146/2012 vom 26. März 2012 
E. 3.3.2). Vielmehr müssen die konkreten Umstände, insbesondere die gesamten 
Lebensverhältnisse der beschuldigten Person, in Betracht gezogen werden (vgl. 
zum Ganzen: BGE 143 IV 160 E. 4.3 mit Hinweisen). So ist es zulässig, die fami-
liären und sozialen Bindungen der inhaftierten Person, deren berufliche Situation 
und Schulden sowie private und geschäftliche Kontakte ins Ausland und Ähnliches 
mit zu berücksichtigen (FORSTER, in: Basler Kommentar, Schweizerische Strafpro-
zessordnung, 2. Aufl. 2014, N. 5 zu Art. 221 StPO; Urteile des Bundesgerichts 
1B_541/2017 vom 8. Januar 2018 E. 3.2, 1B_150/2015 vom 12. Mai 2015 E. 3.1 
und 1B_285/2014 vom 19. September 2014 E. 3.3). Auch psychische Auffälligkei-
ten, die auf eine besondere Neigung zu Impulsdurchbrüchen bzw. Kurzschluss-
handlungen schliessen lassen, können das Fluchtrisiko erhöhen (BGE 123 I 268 
E. 2e). Ein gewichtiges Indiz für Fluchtgefahr stellen auch unklare Wohn- und Ar-
beitsverhältnisse dar (FREI/ZUBERBÜHLER ELSÄSSER, in: Kommentar zur Schweize-
rischen Strafprozessordnung, 3. Aufl. 2020, N. 17 zu Art. 221 StPO). Selbst bei ei-
ner befürchteten Reise in ein Land, welches die beschuldigte Person grundsätzlich 
an die Schweiz ausliefern bzw. stellvertretend verfolgen könnte, ist die Annahme 
von Fluchtgefahr nicht ausgeschlossen. Die Wahrscheinlichkeit einer Flucht nimmt 
in der Regel mit zunehmender Verfahrens- bzw. Haftdauer ab, da sich auch die 
Dauer des allenfalls noch zu verbüssenden strafrechtlichen Freiheitsentzugs mit 
der bereits geleisteten prozessualen Haft, die auf die mutmassliche Freiheitsstrafe 
anzurechnen wäre (Art. 51 des Schweizerischen Strafgesetzbuchs [StGB; 
SR 311.0]), kontinuierlich verringert (zum Ganzen: BGE 145 IV 503 E. 2.2 und 143 
IV 160 E. 4.3, je mit Hinweisen; ferner Urteil des Bundesgerichts 1B_476/2021 vom 
23. September 2021 E. 3.1).

6.3 Der Beschwerdeführer ist kosovarischer Staatsangehöriger. Aus den Einvernah-
men ergibt sich, dass er im Kosovo geboren wurde und seit seinem vierten Lebens-
jahr in der Schweiz wohnt. Er wohnt in S.________ mit seiner Ehefrau und seinen 
drei Kindern. Neben seiner Familie sind auch seine Eltern und seine Brüder in der 
Schweiz. Er verfügt über eine Niederlassungsbewilligung C (vgl. Aufenthaltsstatus 
gemäss pol. Einvernahme vom 1. November 2021) und spricht nebst Deutsch und 
Albanisch auch ein wenig Französisch. Er arbeitet als Logistiker bei der 

11

T.________ in U.________. Die familiäre und soziale Bindung in der Schweiz, sei-
ne Aufenthaltsdauer und die Sprachkenntnisse sprechen für einen gewissen Bezug 
des Beschwerdeführers zur Schweiz. Zu berücksichtigen gilt es allerdings, dass 
sich der Beschwerdeführer nicht nur durch Flucht ins Ausland, sondern auch durch 
ein Untertauchen im Inland dem Strafverfahren oder der zu erwartenden Sanktion 
entziehen könnte. Bei einem Untertauchen in der Schweiz könnte der Beschwerde-
führer weiterhin den Kontakt zu seiner Familie pflegen. Zudem liegen vorliegend 
gewichtige Anhaltspunkte vor, welche für eine ausgeprägte Fluchtgefahr sprechen. 
Der Beschwerdeführer pflegt den Kontakt zu seinen Onkeln und seinen Cousins in 
seinem Heimatland Kosovo. Gemäss seinen eigenen Ausführungen reise er ein- 
bis zweimal im Jahr in sein Heimatland und besuche seine dortige Familie. Im Falle 
einer Verurteilung wegen qualifizierter Widerhandlungen gegen das Betäubungs-
mittelgesetz droht dem Beschwerdeführer eine empfindliche Sanktion. Zudem ist 
seine Aufenthaltsbewilligung in Frage gestellt. Wird der Beschwerdeführer zu einer 
Freiheitsstrafe von über einem Jahr verurteilt, kann seine Aufenthaltsbewilligung 
widerrufen werden (Art. 63 i.V.m. 62 Abs. 1 Bst. b des Bundesgesetzes über die 
Ausländerinnen und Ausländer und über die Integration [AIG; SR 142.20], vgl. auch 
BGE 139 I 31 E. 2.1 S. 32; Urteil des Bundesgerichts 1B_541/2017 vom 8. Januar 
2018 E. 3.3). Weiter droht dem Beschwerdeführer bei einer Verurteilung wegen ei-
ner qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz eine Landes-
verweisung von 5 bis 15 Jahren, von welcher das urteilende Sachgericht nur unter 
den Voraussetzungen der Härtefallklausel ausnahmsweise absehen kann (Art. 66a 
Abs. 1 Bst. o i.V.m. Abs. 2 StGB). Ob diese vorliegend bejaht würden, ist zumin-
dest fraglich. Die Entscheide der Migrationsbehörde über die Niederlassungsbewil-
ligung bzw. des Sachgerichts über die Landesverweisung sind zwar nicht zu präju-
dizieren. Jedoch ist der drohende Verlust des Aufenthaltsrechts bereits im laufen-
den Strafverfahren als Indiz für eine konkrete Fluchtgefahr zu werten (vgl. Urteile 
des Bundesgerichts 1B_541/2017 vom 8. Januar 2018 E. 3.3; 1B_149/2017 vom 
5. Mai 2017 E. 4.3).

Das Interesse des Beschwerdeführers, sich bei dieser Ausgangslage den Schwei-
zer Strafverfolgungsbehörden zur Verfügung zu halten, erscheint deshalb gering. 

Was der Beschwerdeführer in der Beschwerde dagegen vorbringt, vermag an der 
konkreten Fluchtgefahr nichts zu ändern. Der Umstand, dass er die Schweiz nach 
der Verhaftung seiner Ehefrau nicht verlassen hat bzw. nicht untergetaucht und der 
Vorladung zu seiner Einvernahme, anlässlich derer er verhaftet wurde, Folge ge-
leistet hat, spricht nicht gegen eine Fluchtgefahr.

Derzeit überwiegen die für eine Fluchtgefahr sprechenden Gesichtspunkte. Es be-
steht die konkrete Gefahr, dass sich der Beschwerdeführer im Falle einer Haftent-
lassung dem Strafverfahren und der zu erwartenden Sanktion entziehen könnte, 
sei es durch Flucht ins Ausland oder durch Untertauchen in der Schweiz. 

7.

7.1 Die Beschwerdekammer hat die Verhältnismässigkeit der Untersuchungshaft zu 
prüfen. Nach Art. 212 Abs. 2 Bst. c StPO sind freiheitsentziehende Zwangsmass-
nahmen aufzuheben, sobald Ersatzmassnahmen nach Art. 237 StPO zum gleichen 

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12

Ziel führen. Darüber hinaus hat eine in Haft gehaltene Person gemäss Art. 5 Ziff. 3 
EMRK Anspruch darauf, innerhalb einer angemessenen Frist abgeurteilt oder 
während des Verfahrens aus der Haft entlassen zu werden. Dass eine an sich 
rechtmässige Haft nicht übermässig lange dauern darf, ergibt sich aus dem Verfas-
sungsrecht der persönlichen Freiheit. Eine übermässige Haft liegt dann vor, wenn 
die Haft die mutmassliche Dauer der zu erwartenden Strafe übersteigt (sog. Über-
haft; BGE 139 IV 270 E. 3.1). 

7.2 Der Beschwerdeführer wurde am 1. November 2021 festgenommen. Die vom 
Zwangsmassnahmengericht ausgesprochene Verlängerung der Untersuchungshaft 
um drei Monate bis am 31. April 2022 (recte: 30. April 2022) führt zu einer Haftdau-
er von sechs Monaten. In Anbetracht des im Raum stehenden Vorwurfs der qualifi-
zierten Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz droht noch keine Über-
haft. 

Indessen rechtfertigt sich eine Verlängerung der Haft um drei Monate aus anderen 
Überlegungen nicht: Aus den eingereichten Einvernahmen ergibt sich, dass die 
Ermittlungen bereits in vollem Gange sind bzw. bereits fortgeschritten sind. 
Gemäss den Ausführungen der Staatsanwaltschaft sollen noch weitere Abnehmer 
sowie der Auftraggeber eruiert und befragt werden. Auch den Beschuldigten betref-
fend sollen weitere Einvernahmen folgen. Da der Beschwerdekammer einzig die 
Einvernahmen des Beschwerdeführers vom 1. November 2021 (zwei Einvernah-
men), vom 17. Dezember 2021 und vom 19. Januar 2022 vorliegen, woraus sich 
der Stand des Verfahrens nicht weiter ergibt und seitens der Staatsanwaltschaft in 
ihrem Antrag auf Verlängerung der Untersuchungshaft dazu auch nichts weiter 
ausgeführt wird, erscheint eine Verlängerung der Haftdauer um drei Monate derzeit 
nicht angezeigt. Vorliegend erscheint eine Verlängerung der Haftdauer um zwei 
Monate ausreichend. Die Beschwerdekammer geht im Übrigen davon aus, dass 
die Staatsanwaltschaft das Verfahren zügig vorantreiben wird. Die vom Zwangs-
massnahmengericht bewilligte Haftverlängerung wird daher von Amtes wegen in 
zeitlicher Hinsicht gekürzt und die Haft für eine Dauer bis zum 31. März 2022 bewil-
ligt. 

7.3 Mildere Ersatzmassnahmen nach Art. 237 StPO, welche die Fluchtgefahr hinrei-
chend bannen könnten, sind nicht erkennbar und werden auch nicht geltend ge-
macht. Eine Ausweis- oder Schriftensperre ist kaum wirksam, da die schweizeri-
schen Behörden den ausländischen Behörden nicht verbieten können, dem Be-
schwerdeführer neue Reisepapiere auszustellen (Urteile des Bundesgerichts 
1B_142/2021 vom 15. April 2021 E. 5.; 1B_181/2013 vom 4. Juni 2013 E. 3.3.2). 
Im Übrigen finden im Schengenraum grundsätzlich keine Personenkontrollen statt, 
weshalb insoweit die Grenze auch ohne Ausweispapiere leicht überschritten wer-
den kann (BGE 145 IV 503 E. 3.2). Auch eine Meldepflicht ist nicht geeignet, ein 
Untertauchen des Beschwerdeführers zu verhindern. Diese erlaubt einzig die ra-
sche Einleitung einer Fahndung im Falle einer Flucht (Urteil des Bundesgerichts 
1B_181/2013 vom 4. Juni 2013 E. 3.3.2). Mit einer elektronischen Fussfessel kann 
die Flucht derzeit nur im Nachhinein festgestellt werden (BGE 145 IV 503 E. 3.3, 
Urteile des Bundesgerichts 1B_142/2021 vom 15. April 2021 E. 5.; 1B_574/2020 
vom 3. Dezember 2020 E. 6.2). 

https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=1B_142%2F2021&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F145-IV-503%3Ade&number_of_ranks=0#page503

13

Geeignete Ersatzmassnahmen, welche einzeln oder in Kombination die Fluchtge-
fahr zu bannen vermögen, bestehen somit nicht.

8. Der Beschwerdeführer dringt mit seinem Antrag um Aufhebung des Entscheids des 
Zwangsmassnahmengerichts und Entlassung aus der Untersuchungshaft insoweit 
durch, als das Zwangsmassnahmengericht die Untersuchungshaft bis zum 31. April 
2022 [recte: 30. April 2022] verlängert hat und sie nunmehr um zwei statt um drei 
Monate bis zum 31. März 2022 verlängert wird. 

9. Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe ihres 
Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Erwirkt eine Partei, die ein 
Rechtsmittel ergriffen hat, einen für sie günstigeren Entscheid, so können ihr die 
Verfahrenskosten auferlegt werden, wenn der angefochtene Entscheid nur unwe-
sentlich abgeändert wird (Art. 428 Abs. 2 Bst. b StPO). Durch die Kürzung der 
Haftdauer um einen Monat wird der angefochtene Entscheid nur unwesentlich ab-
geändert. Der Beschwerdeführer hat daher die Kosten des Beschwerdeverfahrens, 
bestimmt auf CHF 1'500.00, zu tragen. Die Staatsanwaltschaft oder das urteilende 
Gericht legen die amtliche Entschädigung von Rechtsanwältin B.________ am En-
de des Verfahrens fest (Art. 135 Abs. 2 StPO).

14

Die Beschwerdekammer in Strafsachen beschliesst:

1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen und der Entscheid des Regionalen 
Zwangsmassnahmengerichts Berner Jura-Seeland vom 4. Februar 2022 aufgehoben, 
soweit dieses die Untersuchungshaft bis zum 31. April 2022 [recte: 30. April 2022] ver-
längert hat. Die Untersuchungshaft wird bis zum 31. März 2022 verlängert. 

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens, bestimmt auf CHF 1'500.00, werden dem Be-
schwerdeführer auferlegt. 

3. Die amtliche Entschädigung für das Beschwerdeverfahren wird am Ende des Verfah-
rens durch die Staatsanwaltschaft oder das urteilende Gericht festgesetzt.

4. Zu eröffnen:
- dem Beschuldigten/Beschwerdeführer, a.v.d. Rechtsanwältin B.________

(per Einschreiben)
- Staatsanwältin C.________, Regionale Staatsanwaltschaft Berner Jura-Seeland

(per Einschreiben)

Mitzuteilen:
- dem Regionalen Zwangsmassnahmengericht Berner Jura-Seeland, Gerichtspräsi-

dent V.________ (mit den Akten – per Einschreiben)
- der Generalstaatsanwaltschaft (per Kurier)

Bern, 3. März 2022 Im Namen der Beschwerdekammer
in Strafsachen

Der Präsident:

Oberrichter J. Bähler

Die Gerichtsschreiberin:

Volknandt

Die Kosten des Beschwerdeverfahrens werden durch die Beschwerdekammer in Strafsachen in Rechnung 
gestellt.

Rechtsmittelbelehrung
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung beim Bundesgericht, Av. du Tribunal fédéral 29, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 39 ff., 78 ff. und 90 ff. des Bundesgerichtsgeset-
zes (BGG; SR 173.110) geführt werden. Die Beschwerde muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entspre-
chen.