# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e494cfe9-bc0b-59d7-8efb-132b41bb0483
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-02-25
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Verwaltungskommission 25.02.2015 VO150030
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_004_VO150030_2015-02-25.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
Präsident    
 

 

Geschäfts-Nr.: VO150030-O/U 

 

Mitwirkend: Der Obergerichtspräsident lic. iur. R. Naef sowie  

die Gerichtsschreiberin lic. iur. A. Leu 

 

 

Urteil vom 25. Februar 2015 

 

in Sachen 

 

A._____,  

 

Gesuchstellerin 

 

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. X._____,  

 

 

 

 
betreffend Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege 

 

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Erwägungen: 

1. Ausgangslage 

1.1. Mit Eingabe vom 12. Februar 2015 liess A._____ (nachfolgend: Gesuchstel-

lerin) durch ihre Rechtsvertreterin beim Präsidenten des Obergerichts des 

Kantons Zürich ein Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspfle-

ge und Bestellung einer unentgeltlichen Rechtsbeiständin in der Person von 

Rechtsanwältin lic. iur. X._____ einreichen. Das Gesuch betrifft ein Schlich-

tungsverfahren beim Friedensrichteramt der Stadt Kloten (GV.2015.00017) 

betreffend Forderungsklage gegen die B._____ Limited (act. 1 und act. 4/2).  

1.2. Auf Fristansetzung seitens des Gerichts hin (act. 6) liess die Gesuchstellerin 

zahlreiche Unterlagen ins Recht reichen (act. 9-10/2-12). 

1.3. Im Schlichtungsverfahren werden gemäss Art. 113 Abs. 1 ZPO keine Partei-

entschädigungen gesprochen, weshalb auch eine Sicherheit für die Partei-

entschädigung i.S.v. Art. 99 ZPO nicht zur Frage steht. Die Gegenpartei ist 

daher gemäss Art. 119 Abs. 3 ZPO e contrario nicht zwingend anzuhören. 

2. Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege 

2.1. Für die Beurteilung von Gesuchen um unentgeltliche Rechtspflege vor Ein-

reichung der Klage bei Gericht ist gemäss § 128 GOG der Obergerichtsprä-

sident im summarischen Verfahren (Art. 119 Abs. 3 ZPO) zuständig. Die un-

entgeltliche Rechtspflege ist gemäss Art. 119 Abs. 5 ZPO vor jeder Instanz 

neu zu beantragen, weshalb der Obergerichtspräsident diese bei Vorliegen 

der Anspruchsvoraussetzungen nur bis zum Abschluss des Schlichtungsver-

fahrens bewilligen kann. 

2.2. Eine Person hat Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege, wenn sie einer-

seits nicht über die erforderlichen Mittel verfügt (sog. "Mittellosigkeit" oder 

"Bedürftigkeit") und andererseits ihr Rechtsbegehren nicht aussichtslos er-

scheint (Art. 117 ZPO). Ein Anspruch auf die gerichtliche Bestellung eines 

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unentgeltlichen Rechtsbeistandes setzt sodann zusätzlich voraus, dass dies 

zur Wahrung der Rechte notwendig ist (Art. 118 Abs. 1 lit. c ZPO). 

Die Mittellosigkeit wird gemeinhin dann bejaht, wenn der Aufwand des not-

wendigen Lebensunterhalts (sog. "zivilprozessualer Notbedarf") das mass-

gebliche Einkommen übersteigt bzw. aus der Differenz nur ein kleiner Über-

schuss resultiert, welcher es der gesuchstellenden Person nicht erlauben 

würde, die Prozesskosten innert nützlicher Frist zu bezahlen. Nebst dem 

Einkommen ist auch das Vermögen zur Bestreitung des Prozessaufwands 

einzusetzen. Zu berücksichtigen ist vorhandenes Vermögen jeglicher Art, 

soweit es effektiv verfügbar, realisierbar und sein Verbrauch zumutbar ist. 

Als Lebensaufwandkosten sind grundsätzlich zu berücksichtigen der Grund-

betrag, rechtlich geschuldete Unterhaltsbeiträge, Wohnkosten, obligatori-

sche Versicherungen, Transportkosten zum Arbeitsplatz, Steuern sowie 

Verpflichtungen gegenüber Dritten, wenn sie tatsächlich erfüllt werden (Em-

mel in: Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, Sutter-

Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Zürich/Basel/Genf 2013, Art. 117 

N 9). Massgebend sind die wirtschaftlichen Verhältnisse im Zeitpunkt der 

Gesuchstellung (Emmel, a.a.O., Art. 117 N 4). 

2.3. Bei der Beurteilung der Bedürftigkeit bei Gesuchen um unentgeltliche 

Rechtspflege für das Schlichtungsverfahren sind sehr strenge Massstäbe 

anzulegen: Einerseits sind die in einem Schlichtungsverfahren entstehenden 

Kosten – anders als vor einer Gerichtsinstanz – sehr beschränkt und können 

deshalb bereits bei einem relativ geringen Überschuss des Einkommens und 

Vermögens über den zivilprozessualen Notbedarf bestritten werden. Ande-

rerseits braucht es ganz besondere Umstände, damit die Bestellung eines 

unentgeltlichen Rechtsbeistandes im Schlichtungsverfahren gemäss 

Art. 118 Abs. 1 lit. c ZPO als notwendig erscheint.  

2.4. Die gesuchstellende Person hat gemäss Art. 119 Abs. 2 ZPO die zur Beur-

teilung ihres Gesuchs relevanten Einkommens- und Vermögensverhältnisse 

umfassend darzulegen - es trifft sie bei der Abklärung der wirtschaftlichen 

Verhältnisse eine umfassende Mitwirkungspflicht. Kommt sie dieser Mitwir-

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kungspflicht nicht oder nur ungenügend nach und kann als Folge davon ihre 

Bedürftigkeit nicht hinreichend beurteilt werden, ist der Anspruch um unent-

geltliche Rechtspflege zu verweigern (BGE 120 Ia 179). 

2.5. Die Gesuchstellerin lässt ausführen, als AHV-Bezügerin erhalte sie eine 

Rente von Fr. 2'127.- pro Monat. Zudem werde sie von ihrem geschiedenen 

Ehemann mit Unterhaltsleistungen von monatlich Fr. 2'403.- unterstützt 

(act. 1 Rz 3). Als Beleg liess sie die Verfügung der eidgenössischen Alters- 

und Hinterlassenenversicherung vom 23. September 2014 (act. 4/4) sowie 

einen Kontobeleg der Zürcher Kantonalbank (act. 4/13) ins Recht reichen. 

Damit ist von Einkünften von insgesamt Fr. 4'530.- auszugehen.  

Ihre Vermögenswerte belegt die Gesuchstellerin mittels Kontoauszugs der 

Zürcher Kantonalbank, wonach ihr Privatkonto per 14. November 2014 ei-

nen negativen Saldo von Fr. 30.30 aufwies (act. 4/13). Gemäss der Steuer-

erklärung 2013 verfügte sie auf ihrem Anlagesparkonto per 31. Dezember 

2013 sodann über einen Betrag von Fr. 403.55 (act. 4/5). Diesen Vermö-

genswerten stehen Schulden von Fr. 21'352.- gegenüber (act. 4/5). 

Ihre notwendigen Lebenshaltungskosten beziffert und belegt die Gesuchstel-

lerin wie folgt: Mietkosten Fr. 1'400.- pro Monat (act. 4/6-7), Krankenkassen-

prämien KVG Fr. 351.70 pro Monat (act. 4/11), Lebensversicherung 

Fr. 147.50 pro Monat (act. 4/7 und act. 4/12), Hausrat-/Haftpflichtversiche-

rung Fr. 36.75 pro Monat (act. 4/9), bisherige Anwaltskosten Fr. 250.- pro 

Monat (act. 4/7-8), Kreditkartenschulden Fr. 120.- pro Monat (act. 4/7), 

Rückzahlung C._____ Bank AG Fr. 500.- pro Monat (act. 4/2 Rz 5 mit weite-

ren Verweisen, act. 10/11), Steuern rund Fr. 450.- pro Monat (act. 4/5 und 

act. 4/7). Die Kommunikationskosten sind bereits im Grundbetrag enthalten 

und können nicht zusätzlich berücksichtigt werden (DIKE-Kommentar ZPO, 

Huber, Art. 117 N 49). Ebenso wenig finden die Krankenkassenprämien 

nach VVG Eingang in die Bedarfsrechnung (DIKE-Kommentar ZPO, Huber, 

Art. 117 N 47). Dennoch kann die Gesuchstellerin bei diesen finanziellen 

Verhältnissen (mtl. Einkünfte Fr. 4'530.-, kein anrechenbares Vermögen, mtl. 

Notbedarf Fr. 4'455.95 inkl. Grundbetrag von Fr. 1'200.-) nicht angehalten 

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werden, die Kosten des Schlichtungsverfahrens und die damit zusammen-

hängenden anwaltlichen Aufwendungen selbst zu begleichen. Das Erforder-

nis der Mittellosigkeit der Gesuchstellerin ist damit gegeben. 

2.6. Für die Beurteilung der fehlenden Aussichtslosigkeit als zweite Vorausset-

zung der Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege ist eine gewisse Pro-

zessprognose notwendig, wobei auf den Zeitpunkt der Gesuchseinreichung 

abzustellen ist. Als aussichtslos sind dabei nach der bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung Prozessbegehren anzusehen, bei denen die Gewinnaus-

sichten beträchtlich geringer sind als die Verlustgefahren und die deshalb 

kaum als ernsthaft bezeichnet werden können (vgl. z.B. BGE 69 I 160). Zur 

Vornahme der Prüfung ist auf die vorhandenen Akten abzustellen (vgl. auch 

BSK ZPO-Rüegg, Art. 117 N 20). 

2.7.  Die Gesuchstellerin lässt die Klage in der Hauptsache damit begründen, im 

Zusammenhang mit dem Abschluss eines Barkreditvertrages mit der 

C._____ Bank AG habe sie eine Beitrittserklärung für den freiwilligen Versi-

cherungsschutz bei Arbeitsunfähigkeit, vollständiger Erwerbslosigkeit und 

Arbeitslosigkeit unterzeichnet. Bei der Versicherung handle es sich um die 

Beklagte in der Hauptsache. Die Versicherung garantiere der Gesuchstelle-

rin für den Fall von Arbeitsunfähigkeit, vollständiger Erwerbslosigkeit und 

Arbeitslosigkeit die Übernahme der Kreditraten bis zu einem monatlichen 

Maximalbetrag von Fr. 2'500.- zugunsten der C._____ Bank AG und von 

Fr. 500.- zugunsten der Gesuchstellerin. In der Folge sei sie, die Gesuch-

stellerin, aufgrund einer psychosozialen Belastungssituation arbeitsunfähig 

geworden. Auf ärztlichen Rat hin habe sie ihre Anstellung bei der D._____ 

Schweiz AG gekündigt. Die Versicherung verweigere die Leistung aus dem 

Versicherungsvertrag, obwohl die Gesuchstellerin nicht durch eigenes Ver-

schulden arbeitslos geworden sei, zumal ihr der Verbleib an der Arbeitsstelle 

unzumutbar gewesen sei (act. 4/2 Rz 1 ff.).  

2.8. Gestützt auf die eingereichten Unterlagen, namentlich den Barkredit Vertrag 

mit der C1._____ Bank AG vom 11. Oktober 2012 (act. 10/2), die Beitrittser-

klärung vom 11. Oktober 2012 (act. 10/3), das Schreiben der C1._____ 

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Bank AG vom 31. Dezember 2012 (act. 10/4) und die diversen Arztzeugnis-

se (act. 10/5) erweist sich die Klage nicht von vornherein als aussichtslos. 

Folglich kann dem Antrag der Gesuchstellerin entsprochen werden und ist 

ihr für das Schlichtungsverfahren vor dem Friedensrichteramt Kloten betref-

fend oberwähnte Forderungsklage die unentgeltliche Rechtspflege zu ertei-

len. 

2.9. Die Gesuchstellerin lässt sodann die Bestellung einer unentgeltlichen 

Rechtsbeiständin beantragen (act. 1).  

 Damit die Bestellung einer unentgeltlichen Rechtsverbeiständung im 

Schlichtungsverfahren als notwendig erscheint, bedarf es ganz besonderer 

Umstände. Eine Partei hat Anspruch auf die gerichtliche Bestellung eines 

Rechtsbeistandes, wenn ihre Interessen in schwerwiegender Weise betrof-

fen sind und der Fall in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht Schwierigkeiten 

bietet, die den Beizug eines Rechtsvertreters erforderlich machen (Emmel, 

a.a.O., Art. 118 N 5). Nebst der Komplexität der Rechtsfragen und der Un-

übersichtlichkeit des Sachverhaltes sind auch in der Person des Betroffenen 

liegende Gründe zu berücksichtigen, so das Alter, die soziale Situation, 

Sprachkenntnisse sowie allgemein die Fähigkeit, sich im Verfahren zurecht 

zu finden (Entscheid des Bundesgerichts 1C_339/2008 vom 24. September 

2008 E. 2.2.). 

2.10. Das Erfordernis der Notwendigkeit einer unentgeltlichen Rechtsverbeistän-

dung ist vorliegend zu bejahen. Aufgrund der eingereichten Unterlagen und 

des geschilderten Sachverhalts ist davon auszugehen, dass die Klage 

durchaus anspruchsvolle Abklärungen erforderlich machen kann. Insbeson-

dere die Frage, ob die Kündigung des Arbeitsverhältnisses aufgrund einer 

psychosozialen Belastungssituation eine unverschuldete Arbeitslosigkeit 

darstellt, ist von gewisser Komplexität. Kommt hinzu, dass die Gesuchstelle-

rin gesundheitliche Probleme hat. Die sachliche Notwendigkeit der unent-

geltlichen Rechtsverbeiständung im Sinne von Art. 118 Abs. 1 lit. c ZPO ist 

damit zu bejahen. Es ist deshalb dem Antrag der Gesuchstellerin zu ent-

sprechen und ihr für das Schlichtungsverfahren vor dem Friedensrichteramt 

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Kloten (Verfahrensnummer GV.2015.00017) betreffend Forderungsklage 

gegen die B._____ Ltd. in der Person von Rechtsanwältin lic. iur. X._____ 

eine unentgeltliche Rechtsbeiständin zu bestellen. 

3. Kosten der unentgeltlichen Rechtspflege 

Gemäss den einschlägigen Bestimmungen der ZPO wird der unentgeltliche 

Rechtsbeistand vom "Kanton" entschädigt (Art. 113 Abs. 1 und Art. 122 

ZPO). Die Kosten für den unentgeltlichen Rechtsbeistand für das vorliegen-

de Schlichtungsverfahren sind deshalb der Stadt Kloten aufzuerlegen. Zu 

beachten ist indes, dass die Kosten des Schlichtungsverfahrens gemäss 

Art. 207 Abs. 2 ZPO bei der Einreichung der Klage zur Hauptsache geschla-

gen werden und das erkennende Gericht somit in der Folge über diese zu-

sammen mit den übrigen Prozesskosten gemäss Art. 104 ff. ZPO zu ent-

scheiden hat. Die Kostenauflage erfolgt deshalb unter diesem Vorbehalt.  

4. Kosten und Rechtsmittel 

4.1. Gemäss Art. 119 Abs. 6 ZPO ist das Verfahren um unentgeltliche Rechts-

pflege kostenlos.  

4.2. Die Gegenpartei in der Hauptsache verfügt im vorliegenden Verfahren nicht 

über Parteistellung. Ihr steht aber gegen den Entscheid betreffend unentgelt-

liche Rechtspflege die Beschwerde gemäss Art. 319 lit. b Ziff. 2 ZPO offen, 

sofern ihr ein nicht leicht wieder gutzumachender Nachteil droht. 

 

Es wird erkannt: 

1. Der Gesuchstellerin wird für das anhängig gemachte Schlichtungsverfahren 

vor dem Friedensrichteramt Kloten in Sachen A._____ gegen die B._____ 

Ltd. betreffend Forderung, GV.2015.00017, die unentgeltliche Rechtspflege 

gewährt und in der Person Rechtsanwältin lic. iur. X._____, …, … [Adresse], 

eine unentgeltliche Rechtsbeiständin i.S.v. Art. 118 Abs. 1 lit. c ZPO bestellt. 

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2. Die Kosten der unentgeltlichen Rechtspflege des Schlichtungsverfahrens 

trägt unter Vorbehalt von Art. 207 Abs. 2 ZPO die Stadt Kloten. 

3. Das obergerichtliche Verfahren ist kostenlos. 

4. Schriftliche Mitteilung, je gegen Empfangsschein, an: 

- die Rechtsvertreterin der Gesuchstellerin, zweifach, für sich und die 
Gesuchstellerin,   

- das Friedensrichteramt Kloten, Verfahren GV.2015.00017, 
- die Gegenpartei in der Hauptsache, B._____ Ltd., …, Zweigniederlas-

sung …,… [Adresse], vertreten durch E._____, … [Adresse], zweifach.  

 
 

5. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid kann innert 10 Tagen von der 

Zustellung an im Doppel und unter Beilage dieses Entscheids beim Oberge-

richt des Kantons Zürich, Zivilkammern, Postfach 2401, 8021 Zürich, einge-

reicht werden. In der Beschwerdeschrift sind die Anträge zu stellen und zu 

begründen. Allfällige Urkunden sind mit zweifachem Verzeichnis beizulegen. 
Die gesetzlichen Fristenstillstände gelten nicht (Art. 145 Abs. 2 ZPO). 

Zürich, 25. Februar 2015 

__________________________________ 

OBERGERICHT DES KANTONS ZÜRICH 

Die Gerichtsschreiberin: 
 

 

lic. iur. A. Leu 
 
versandt am: 

	Urteil vom 25. Februar 2015
	
	Erwägungen:
	1. Ausgangslage
	2. Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege
	2.1. Für die Beurteilung von Gesuchen um unentgeltliche Rechtspflege vor Einreichung der Klage bei Gericht ist gemäss § 128 GOG der Obergerichtspräsident im summarischen Verfahren (Art. 119 Abs. 3 ZPO) zuständig. Die unentgeltliche Rechtspflege ist ge...
	2.2. Eine Person hat Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege, wenn sie einerseits nicht über die erforderlichen Mittel verfügt (sog. "Mittellosigkeit" oder "Bedürftigkeit") und andererseits ihr Rechtsbegehren nicht aussichtslos erscheint (Art. 117 ZP...
	Die Mittellosigkeit wird gemeinhin dann bejaht, wenn der Aufwand des notwendigen Lebensunterhalts (sog. "zivilprozessualer Notbedarf") das massgebliche Einkommen übersteigt bzw. aus der Differenz nur ein kleiner Überschuss resultiert, welcher es der g...
	2.3. Bei der Beurteilung der Bedürftigkeit bei Gesuchen um unentgeltliche Rechtspflege für das Schlichtungsverfahren sind sehr strenge Massstäbe anzulegen: Einerseits sind die in einem Schlichtungsverfahren entstehenden Kosten – anders als vor einer G...
	2.4. Die gesuchstellende Person hat gemäss Art. 119 Abs. 2 ZPO die zur Beurteilung ihres Gesuchs relevanten Einkommens- und Vermögensverhältnisse umfassend darzulegen - es trifft sie bei der Abklärung der wirtschaftlichen Verhältnisse eine umfassende ...
	2.5. Die Gesuchstellerin lässt ausführen, als AHV-Bezügerin erhalte sie eine Rente von Fr. 2'127.- pro Monat. Zudem werde sie von ihrem geschiedenen Ehemann mit Unterhaltsleistungen von monatlich Fr. 2'403.- unterstützt (act. 1 Rz 3). Als Beleg liess ...
	Ihre Vermögenswerte belegt die Gesuchstellerin mittels Kontoauszugs der Zürcher Kantonalbank, wonach ihr Privatkonto per 14. November 2014 einen negativen Saldo von Fr. 30.30 aufwies (act. 4/13). Gemäss der Steuererklärung 2013 verfügte sie auf ihrem ...
	Ihre notwendigen Lebenshaltungskosten beziffert und belegt die Gesuchstellerin wie folgt: Mietkosten Fr. 1'400.- pro Monat (act. 4/6-7), Krankenkassenprämien KVG Fr. 351.70 pro Monat (act. 4/11), Lebensversicherung Fr. 147.50 pro Monat (act. 4/7 und a...
	2.6. Für die Beurteilung der fehlenden Aussichtslosigkeit als zweite Voraussetzung der Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege ist eine gewisse Prozessprognose notwendig, wobei auf den Zeitpunkt der Gesuchseinreichung abzustellen ist. Als aussichts...
	2.7.  Die Gesuchstellerin lässt die Klage in der Hauptsache damit begründen, im Zusammenhang mit dem Abschluss eines Barkreditvertrages mit der C._____ Bank AG habe sie eine Beitrittserklärung für den freiwilligen Versicherungsschutz bei Arbeitsunfähi...
	2.8. Gestützt auf die eingereichten Unterlagen, namentlich den Barkredit Vertrag mit der C1._____ Bank AG vom 11. Oktober 2012 (act. 10/2), die Beitrittserklärung vom 11. Oktober 2012 (act. 10/3), das Schreiben der C1._____ Bank AG vom 31. Dezember 20...
	Damit die Bestellung einer unentgeltlichen Rechtsverbeiständung im Schlichtungsverfahren als notwendig erscheint, bedarf es ganz besonderer Umstände. Eine Partei hat Anspruch auf die gerichtliche Bestellung eines Rechtsbeistandes, wenn ihre Interesse...
	2.10. Das Erfordernis der Notwendigkeit einer unentgeltlichen Rechtsverbeiständung ist vorliegend zu bejahen. Aufgrund der eingereichten Unterlagen und des geschilderten Sachverhalts ist davon auszugehen, dass die Klage durchaus anspruchsvolle Abkläru...

	3. Kosten der unentgeltlichen Rechtspflege
	Gemäss den einschlägigen Bestimmungen der ZPO wird der unentgeltliche Rechtsbeistand vom "Kanton" entschädigt (Art. 113 Abs. 1 und Art. 122 ZPO). Die Kosten für den unentgeltlichen Rechtsbeistand für das vorliegende Schlichtungsverfahren sind deshalb ...

	4. Kosten und Rechtsmittel
	4.1. Gemäss Art. 119 Abs. 6 ZPO ist das Verfahren um unentgeltliche Rechtspflege kostenlos.
	4.2. Die Gegenpartei in der Hauptsache verfügt im vorliegenden Verfahren nicht über Parteistellung. Ihr steht aber gegen den Entscheid betreffend unentgeltliche Rechtspflege die Beschwerde gemäss Art. 319 lit. b Ziff. 2 ZPO offen, sofern ihr ein nicht...

	Es wird erkannt:
	1. Der Gesuchstellerin wird für das anhängig gemachte Schlichtungsverfahren vor dem Friedensrichteramt Kloten in Sachen A._____ gegen die B._____ Ltd. betreffend Forderung, GV.2015.00017, die unentgeltliche Rechtspflege gewährt und in der Person Recht...
	2. Die Kosten der unentgeltlichen Rechtspflege des Schlichtungsverfahrens trägt unter Vorbehalt von Art. 207 Abs. 2 ZPO die Stadt Kloten.
	3. Das obergerichtliche Verfahren ist kostenlos.
	4. Schriftliche Mitteilung, je gegen Empfangsschein, an:
	- die Rechtsvertreterin der Gesuchstellerin, zweifach, für sich und die Gesuchstellerin,
	- das Friedensrichteramt Kloten, Verfahren GV.2015.00017,
	- die Gegenpartei in der Hauptsache, B._____ Ltd., …, Zweigniederlassung …,… [Adresse], vertreten durch E._____, … [Adresse], zweifach.
	5. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid kann innert 10 Tagen von der Zustellung an im Doppel und unter Beilage dieses Entscheids beim Obergericht des Kantons Zürich, Zivilkammern, Postfach 2401, 8021 Zürich, eingereicht werden. In der Beschwerdeschr...
	Zürich, 25. Februar 2015