# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 50efa6fc-1bc3-5ae4-9eb3-7eb2c6d4bf10
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2016-03-18
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 18.03.2016 D-4888/2015
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-4888-2015_2016-03-18.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 

 

  

 
 Abteilung IV 

D-4888/2015/brl 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 8 .  M ä r z  2 0 1 6  

Besetzung 
 Richterin Nina Spälti Giannakitsas (Vorsitz), 

Richterin Regula Schenker Senn, Richter Thomas Wespi,    

Gerichtsschreiber Patrick Weber. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

gemäss eigenen Angaben Eritrea,  

Beschwerdeführerin,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM;  

zuvor Bundesamt für Migration, BFM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung; 

Verfügung des SEM vom 10. Juli 2015 / N (…). 

 

 

 

D-4888/2015 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Eigenen Angaben zufolge verliess die Beschwerdeführerin Eritrea im 

September 2001 Richtung Jemen. Zehn Jahre später reiste sie nach Li-

byen. Nach zwei Jahren gelangte sie von dort aus auf dem Seeweg nach 

Italien und am 14. Oktober 2013 zusammen mit ihrer Schwester (Verfahren 

D-4894/2015) in die Schweiz, wo sie am selben Datum um Asyl nachsuch-

te. Am 15. November 2013 führte das BFM (heute SEM) die Befragung zur 

Person (BzP) durch. Die Anhörung fand am 16. Juni 2015 statt. 

A.b  

Die Beschwerdeführerin machte geltend, in Eritrea geboren worden zu 

sein. Als Kind ihrer gemischtethnischen Eltern habe sie bis zum (…) Alters-

jahr in B._______ gelebt. Sie sei eritreische Staatsangehörige. Ihre Mut-

tersprache sei arabisch, und sie verfüge ferner über gewisse Kenntnisse 

des Tigrinyschen. Sie habe keine Schulen besucht. Da ihr Vater – ein Mit-

glied der Sicherheitskräfte – etwas Geheimes verraten habe, sei er gesucht 

worden beziehungsweise Drohungen ausgesetzt gewesen, weshalb sie 

Eritrea hätten verlassen müssen und in den Jemen gezogen seien. Die 

Lage vor Ort sei für sie als Mädchen sehr schwierig gewesen. Eines Tages 

sei sie in ein Auto gezerrt und mehrfach vergewaltigt worden. Zudem habe 

sie einen Armbruch erlitten. Mit Hilfe ihres Vaters seien sie und ihre 

Schwester in der Folge nach Libyen ausgereist, wo sie als Reinigungskraft 

gearbeitet habe. In Eritrea müsste sie damit rechnen, wegen ihres Vaters 

eine asylrelevante Reflexverfolgung zu erleiden. In der Schweiz stehe sie 

in medizinischer Behandlung.  

A.c Anlässlich der Anhörung wurden der Beschwerdeführerin ferner Fra-

gen zu Belangen ihrer Aufenthaltsorte und zu einem am 16. Juni 2014 ein-

gereichten fremdsprachigen Schreiben samt Ausweiskopie gestellt. Zu 

Letzterem legte sie dar, es handle sich um einen Brief ihres Vaters und um 

Kopien seiner Identitätskarte.  

B.  

B.a Mit Verfügung vom 10. Juli 2015 – eröffnet am 13. Juli 2015 –  stellte 

das SEM fest, die Beschwerdeführerin erfülle die Flüchtlingseigenschaft 

nicht, und lehnte das Asylgesuch ab. Gleichzeitig verfügte es die Wegwei-

sung aus der Schweiz. Die Vorinstanz erwog, es sei der Beschwerdefüh-

rerin nicht gelungen, überzeugende Angaben zur angeblich eritreischen 

Staatsbürgerschaft zu machen. Nach der mehrfachen Aufforderung auszu-

führen, weshalb sie glaube, Eritreerin zu sein, habe sie schliesslich zu den 

D-4888/2015 

Seite 3 

Akten gegeben, dass ihr Vater aus Eritrea komme und ihre Mutter 

C._______ sei. Die C._______ seien auch Eritreer. Sie kämen ursprünglich 

aus Eritrea, sprächen aber arabisch. Deshalb sei auch sie Eritreerin und 

stamme aus B._______. Die Frage, ob ihr Vater in seinem Abstammungs- 

beziehungsweise Herkunftsort noch Verwandte habe, habe sie anlässlich 

der Anhörung verneint. Bei der Summarbefragung habe sie erklärt, einen 

Onkel mütterlicherseits in Eritrea zu haben, aber nicht zu wissen, wo dieser 

lebe. Weitere Onkel oder Tanten habe sie keine. Demgegenüber habe sie 

in der Anhörung an anderer Stelle angegeben, ihr Vater habe einen Bruder 

in Eritrea. Den in der Summarbefragung genannten Onkel mütterlicherseits 

habe sie nicht mehr genannt. Auf Vorhalt sei es ihr nicht gelungen, diese 

Ungereimtheit zufriedenstellend zu erklären. Unstimmigkeiten ergäben 

sich auch aus ihren Sprachkenntnissen. In diesem Zusammenhang be-

fremde, dass ihr Vater ihr einen Brief ausgerechnet in Tigrinya geschrieben 

haben solle, zumal sie in Bezug auf ihre Sprachkenntnisse diese Sprache 

vorerst nicht erwähnt und später unter anderem eingeräumt habe, eher ge-

ringe diesbezügliche Kenntnisse zu besitzen. In Bezug auf ihr Leben in 

Eritrea habe sie weder konkrete noch erlebnisgeprägte Schilderungen ge-

macht. Selbst in Anbetracht des Umstands, wonach sie Eritrea bereits als 

(…) verlassen haben solle, wäre zu erwarten gewesen, dass sie genauer 

und substanziierter über ihre eigenen Wahrnehmungen und Erlebnisse in 

Eritrea sowie über ihre Lebenswelt und ihr Familienleben hätte Auskunft 

geben können. Im Weiteren habe sie keine Dokument, die ihre Nationalität 

und Identität beweisen könnten, zu den Akten gegeben. Die eingereichte 

Kopie der vermeintlichen Identitätskarte ihres Vaters vermöge ihre Identität 

und Nationalität aufgrund des geringen Beweiswertes nicht zu belegen. 

Nach dem Gesagten könnten ihre eritreische Staatsbürgerschaft und der 

(…) Eritreaaufenthalt nicht geglaubt werden. Vielmehr sei davon auszuge-

hen, dass sie ihre wahre Identität und Nationalität zu verheimlichen versu-

che. Entsprechend erübrige es sich, auf weitere Vorbringen einzugehen. 

B.b Den Vollzug der Wegweisung erachtete das SEM für zulässig, zumut-

bar und möglich. Die an sich gegebene Untersuchungsmaxime werde vor-

liegend durch die nicht befolgte Mitwirkungs- und Substanziierungspflicht 

eingeschränkt. Es sei nicht Sache der Asylbehörden, bei fehlenden Hin-

weisen seitens der Asylsuchenden nach allfälligen Wegweisungsvollzugs-

hindernissen zu forschen. 

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Seite 4 

C.  

C.a Mit Eingabe vom 12. August 2015 beantragte die Beschwerdeführerin 

beim Bundesverwaltungsgericht die Aufhebung des vorinstanzlichen Ent-

scheids, die Feststellung ihrer Flüchtlingseigenschaft und die Asylgewäh-

rung, eventualiter die Feststellung der Unzulässigkeit und Unzumutbarkeit 

des Vollzugs verbunden mit der vorläufigen Aufnahme in der Schweiz so-

wie in prozessualer Hinsicht die Gewährung der unentgeltlichen Rechts-

pflege samt Entbindung von der Vorschusspflicht. Das vorliegende Verfah-

ren sei mit demjenigen ihrer Schwester (D-4894/2015) koordiniert zu be-

handeln. 

C.b Zur Begründung machte die Beschwerdeführerin erneut eine dro-

hende Reflexverfolgung in Eritrea wegen der damaligen Aktivitäten ihres 

Vaters geltend. Im Jemen habe sie Vergewaltigungen erlitten und sei in 

spitalärztlicher Behandlung gewesen. Entgegen der vorinstanzlichen Ein-

schätzung entsprächen ihre Vorbringen der Wahrheit. Da sie schon als 

Kind aus Eritrea geflohen sei, habe sie entsprechende Belange vor Ort 

nicht genauer angeben können. Anlässlich der Anhörung sei es zu Verstän-

digungsproblemen mit der Übersetzerin gekommen. Das eingereichte 

Schreiben und die Ausweiskopie stammten von ihrem eritreischen Vater. 

Sie habe sich um weitere Beweismittel bemüht und werde mit Hilfe von 

Verwandten vor Ort versuchen, ein eritreisches Dokument, welches die Na-

tionalität ihres Vaters und ihre geltend gemachte eritreische Staatsbürger-

schaft belege, zu beschaffen. Ihr Vater habe ihr schriftlich mitgeteilt, sie 

dürfe unter keinen Umständen nach Eritrea oder Jemen zurückkehren. Ihre 

Eltern würden sich nicht mehr dort aufhalten. Der Eingabe lagen zwei ärzt-

liche Dokumente vom 2. Januar und 18. Juli 2015 bei. 

D.  

Mit Zwischenverfügung vom 17. August 2015 hiess die Instruktionsrichterin 

das Gesuch im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG gut und verzichtete auf die 

Erhebung eines Kostenvorschusses. Bezüglich der allfälligen Nachrei-

chung von Beweismitteln wurde Frist angesetzt. 

E.  

Am 21. September 2015 (Eingang Gericht) übermittelte die Beschwerde-

führerin dem Gericht nochmals ärztliche Unterlagen und ersuchte um Fris-

terstreckung, welche ihr am 23. September 2015 gewährt wurde. Ein wei-

teres Fristerstreckungsgesuch ging am 26. Oktober 2015 beim SEM ein. 

In der Folge wurde der Vorinstanz ein fremdsprachiges Dokument übermit-

telt. 

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Seite 5 

F.  

Mit Vernehmlassung vom 16. Dezember 2015 beantragte das SEM die Ab-

weisung der Beschwerde. Das von der Beschwerdeführerin nachgereichte 

Dokument, welches ihre eritreische Staatsbürgerschaft belegen solle, habe 

sich gemäss amtsinterner Untersuchung als Totalfälschung erwiesen. Die 

im eingereichten Arztbericht vom 18. Juli 2015 diagnostizierten Leiden ver-

möchten weder die Vorbringen der Beschwerdeführerin zu bestätigen noch 

den Vollzug in Frage zu stellen.  

G.  

Im Rahmen des eingeräumten Replikrechts verzichtete die Beschwerde-

führerin auf die Einreichung einer Stellungnahme. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-

ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-

son Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht 

vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Die Beschwer-

deführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die 

angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges In-

teresse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Sie ist daher zur 

Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und 108 Abs. 1 AsylG; 

Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzu-

treten. 

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Seite 6 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den frauenspezifischen 

Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen (Art. 7 Abs. 1 und 2 AsylG). Vorbringen 

sind dann glaubhaft, wenn sie genügend substantiiert, in sich schlüssig und 

plausibel sind; sie dürfen sich nicht in vagen Schilderungen erschöpfen  

oder den Tatsachen oder der allgemeinen Erfahrung widersprechen und 

sie dürfen nicht widersprüchlich sein oder der inneren Logik entbehren. 

Darüber hinaus muss die asylsuchende Person persönlich glaubwürdig er-

scheinen, was insbesondere dann nicht der Fall ist, wenn sie ihre Vorbrin-

gen auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abstützt (Art. 7 Abs. 3 

AsylG), wichtige Tatsachen unterdrückt oder bewusst falsch darstellt, im 

Laufe des Verfahrens Vorbringen auswechselt oder unbegründet nach-

schiebt, mangelndes Interesse am Verfahren zeigt oder die nötige Mitwir-

kung verweigert. Glaubhaftmachung bedeutet – im Gegensatz zum strikten 

Beweis – ein reduziertes Beweismass und lässt durchaus Raum für ge-

wisse Einwände und Zweifel an den Vorbringen des Beschwerdeführers. 

Eine Behauptung gilt bereits als glaubhaft gemacht, wenn das Gericht von 

ihrer Wahrheit nicht völlig überzeugt ist, sie aber überwiegend für wahr hält, 

obwohl nicht alle Zweifel beseitigt sind. Für die Glaubhaftmachung reicht 

es demgegenüber nicht aus, wenn der Inhalt der Vorbringen zwar möglich 

ist, aber in Würdigung der gesamten Aspekte wesentliche und überwie-

gende Umstände gegen die vorgebrachte Sachverhaltsdarstellung spre-

chen. Entscheidend ist im Sinne einer Gesamtwürdigung, ob die Gründe, 

die für die Richtigkeit der Sachverhaltsdarstellung sprechen, überwiegen 

oder nicht; dabei ist auf eine objektivierte Sichtweise abzustellen. 

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Seite 7 

4.  

4.1 Das SEM hat die Glaubhaftigkeit der geltend gemachten eritreischen 

Staatsbürgerschaft verneint. Diese Einschätzung vermag zu überzeugen. 

Die Vorinstanz hat das von der Beschwerdeführerin nachgereichte Doku-

ment – eine Erklärung auf Tigrinya – einer eingehenden Prüfung unterzo-

gen und konnte sich dabei auf authentisches Vergleichsmaterial abstützen. 

In der entsprechenden vorinstanzlichen Akte (vgl. A 26/3) kam das SEM 

zum Schluss, es handle sich beim eingereichten Beweismittel aufgrund di-

verser inhaltlicher und formaler Unterschiede um eine Totalfälschung. Die-

ser Befund wurde vom SEM in der Vernehmlassung aufgenommen und 

dem Gericht kommuniziert. Im Rahmen des Schriftenwechsels wurde der 

Beschwerdeführerin Gelegenheit eingeräumt, zu diesem – in der Vernehm-

lassung eher knapp, aber rechtsgenüglich begründeten – Sachverhalt Stel-

lung zu nehmen. Sie verzichtete indes auf eine Replik, was die Analyse 

des SEM als umso stichhaltiger erscheinen lässt. Bereits in diesem Lichte 

besehen ist die eritreische Herkunft respektive Staatsangehörigkeit der Be-

schwerdeführerin mit ernsthaften Zweifeln behaftet. 

4.2 Hinzu kommen ihre ungereimten und eher substanzlosen Äusserungen 

zu eritreischen Belangen, welche entgegen den Beschwerdevorbringen 

nicht auf Übersetzungsprobleme zurückgeführt werden können, bestätigte 

sie doch am Schluss unterschriftlich die Korrektheit des Anhörungsproto-

kolls. Die Vorinstanz hat in ausführlichen Erwägungen, auf welche an die-

ser Stelle weitgehend verwiesen werden kann, die Unglaubhaftigkeit des 

vorgebrachten Lebenslaufes festgehalten. In der Tat muss aufgrund ver-

schiedener Protokollstellen, welche nur bedingt Realkennzeichen und Sub-

stanz, sondern immer wieder Ungereimtheiten aufweisen, auf ein Kon-

strukt der vorgebrachten Fluchtgründe geschlossen werden (vgl. A 14/18 

Antworten 55 ff.). Selbst in Berücksichtigung ihres Vorbringens, Eritrea be-

reits als (…) verlassen zu haben, wären auch unter diesen Umständen 

überzeugendere Schilderungen zur Familie, deren Herkunft und den Um-

ständen der Flucht zu erwarten gewesen, zumal die Ausreise aus diesem 

Land wegen der geltend gemachten Gefährdung der Familie ein einschnei-

dendes Erlebnis in der kindlichen Prägung und auch später Teil der famili-

ären Gespräche gewesen sein dürfte. Ferner machte sie stereotype Aus-

sagen zu Reisedokumenten und zur Flugreise aus dem Jemen, welche 

keine Kooperation zur Belegung der angeblichen Identität aufzeigen (vgl. 

A 4/9 S. 5 f.; A 14/18 Antworten 33 ff.). In der Beschwerde fehlen stichhal-

tige Argumente für eine andere Sichtweise. Anzufügen bleibt, dass auch 

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Seite 8 

die vorinstanzliche Würdigung des von der Beschwerdeführerin einge-

reichten fremdsprachigen Dokuments mit Kopien einer Identitätskarte zu 

überzeugen vermag.  

4.3 Aufgrund der Akten erscheint zwar nicht gänzlich ausgeschlossen, 

dass die Beschwerdeführerin sich während einiger Zeit im Jemen und/oder 

Libyen aufhielt. Auch diesbezüglich sind ihre Aussagen jedoch als äusserst 

vage, oberflächlich und ausweichend zu bezeichnen (vgl. A 14/18 Antwor-

ten 37 ff.). Sie vermochte weder ihre Aufenthaltsorte oder den Lebensalltag 

nachvollziehbar zu schildern, noch wurden glaubhafte Aussagen zu den 

Reiseumständen oder ihrem jeweiligen Aufenthaltsstatus gemacht. Auch in 

diesem Zusammenhang kann insgesamt nur der Schluss gezogen werden, 

die Beschwerdeführerin versuche, ihren Lebenslauf zu verschleiern. 

4.4 Nach dem Gesagten vermochte die Beschwerdeführerin die von ihr 

dargestellten Ereignisse und Lebensumstände nicht glaubhaft zu machen. 

Vor diesem Hintergrund kann nicht von einer Situation der Verfolgung im 

Sinne des Asylgesetzes ausgegangen werden, zumal durch die Verheimli-

chung und Verschleierung wesentlicher Sachumstände die Prüfung der 

Flüchtlingseigenschaft der Beschwerdeführerin in Bezug auf ihr effektives 

Heimatland verunmöglicht wird (vgl. dazu BVGE 2014/12 E. 5.9). Die Vor-

instanz hat die Flüchtlingseigenschaft damit zu Recht verneint und das 

Asylgesuch abgelehnt.  

5.  

Gemäss Art. 44 AsylG verfügt das Bundesamt in der Regel die Wegwei-

sung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an, wenn es das Asylgesuch 

ablehnt oder darauf nicht eintritt. Die Beschwerdeführerin verfügt weder 

über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen An-

spruch auf Erteilung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu 

Recht angeordnet (Art. 44 AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, 

je m.w.H.). 

6.  

6.1 Auch die vorinstanzliche Beurteilung der Vollzugshindernisse gemäss 

Art. 83 AuG (SR 142.20) ist nicht zu beanstanden, wobei auf die Ausfüh-

rungen in der Verfügung verwiesen werden kann.  

Hervorzuheben ist gleichwohl, dass Zulässigkeit, Zumutbarkeit und Mög-

lichkeit eines Wegweisungsvollzugs zwar von Amtes wegen zu prüfen sind, 

die Untersuchungspflicht jedoch ihre Grenzen an der Mitwirkungspflicht der 

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Seite 9 

Beschwerdeführerin findet. Es ist nicht Sache der Behörden, bei fehlenden 

Hinweisen nach etwaigen Wegweisungsvollzugshindernissen in hypotheti-

schen Herkunftsländern zu forschen. Die Beschwerdeführerin hat die Fol-

gen ihrer fehlenden Mitwirkung insofern zu tragen, als seitens der Asylbe-

hörden der Schluss gezogen werden muss, es spreche nichts gegen eine 

Rückkehr an den bisherigen Aufenthaltsort. Da sie mit ihrem Verhalten all-

fälligen genaueren Abklärungen die erforderliche Grundlage entzieht, kann 

es nicht Sache des Gerichts sein, sich in Mutmassungen und Spekulatio-

nen – so namentlich auch zur gesundheitlichen Situation der Beschwerde-

führerin nach der Rückkehr – zu ergehen. Allfälligen medizinischen Prob-

lemen ist beispielsweise im Rahmen einer Rückkehrhilfe im relevanten 

Zeitpunkt Rechnung zu tragen. Es obliegt im Übrigen der Beschwerdefüh-

rerin, sich die für ihre Rückkehr allenfalls benötigten Reisedokumente zu 

beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG; vgl. BVGE 2008/34 E. 12). 

6.2 Nach dem Gesagten ist der vom SEM verfügte Vollzug der Wegwei-

sung zu bestätigen. 

7.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

8.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten der Beschwerde-

führerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Da aber das Gesuch um Ge-

währung der unentgeltlichen Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 

VwVG mit Zwischenverfügung vom 17. August 2015 gutgeheissen wurde 

und sich ihre finanzielle Situation seither nicht entscheidrelevant verän-

derte, erfolgt keine Kostenauflage. 

(Dispositiv nächste Seite)  

D-4888/2015 

Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.  

3.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: 

  

Nina Spälti Giannakitsas Patrick Weber 

 

 

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