# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1594bc5b-fb57-525e-b5c3-aef88558b71b
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-07-14
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 14.07.2021 100 2019 224
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2019-224_2021-07-14.pdf

## Full Text

100.2019.224
HER/SPA/SPR

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 14. Juli 2021

Verwaltungsrichterin Herzog, präsidierendes Mitglied
Verwaltungsrichter Stohner, Verwaltungsrichterin Steinmann
Gerichtsschreiber Spring

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt …
Beschwerdeführer 

gegen

Sicherheitsdirektion des Kantons Bern
Kramgasse 20, 3011 Bern

sowie

Einwohnergemeinde Bern
Einwohnerdienste, Migration und Fremdenpolizei, Predigergasse 5, 
Postfach, 3001 Bern

betreffend Widerruf der Niederlassungsbewilligung und Wegweisung 
infolge Sozialhilfeabhängigkeit (Entscheid der Polizei- und Militärdirektion 
des Kantons Bern vom 5. Juni 2019; 2017.POM.720)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14.07.2021, Nr. 100.2019.224U, 
Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der algerische Staatsangehörige A.________ (Jg. 1974) reiste am 
8. Januar 2002 in die Schweiz ein und ersuchte erfolglos um Asyl. Am 
27. November 2002 heiratete er eine Schweizer Bürgerin und erhielt ge-
stützt auf die Ehe eine Aufenthaltsbewilligung. Seit dem 31. Oktober 2007 
verfügt A.________ über die Niederlassungsbewilligung. Die kinderlos 
gebliebene Ehe wurde 2012 geschieden. Aus der später in Algerien ge-
schlossenen zweiten Ehe mit einer Landsfrau ging eine Tochter hervor. 
Diese Ehe wurde 2018 geschieden, ohne dass es zu einem Familiennach-
zug kam.

Mit Verfügung vom 21. September 2017 widerrief die Einwohnergemeinde 
(EG) Bern, Einwohnerdienste, Migration und Fremdenpolizei (EMF), infolge 
andauernder Sozialhilfeabhängigkeit die Niederlassungsbewilligung von 
A.________ und wies ihn unter Ansetzung einer Ausreisefrist aus der 
Schweiz weg.

B.

Gegen diese Verfügung erhob A.________ am 25. Oktober 2017 Be-
schwerde bei der Polizei- und Militärdirektion des Kantons Bern (POM; 
heute: Sicherheitsdirektion des Kantons Bern [SID]). Diese wies die Be-
schwerde mit Entscheid vom 5. Juni 2019 ab und setzte A.________ eine 
neue Ausreisefrist bis zum 21. Juli 2019. Zudem gewährte sie ihm antrags-
gemäss die unentgeltliche Rechtspflege unter Beiordnung seines (damali-
gen) Rechtsvertreters als amtlicher Anwalt.

C.

Gegen diesen Entscheid hat A.________ am 5. Juli 2019 Verwaltungs-
gerichtsbeschwerde erhoben mit dem Antrag, der angefochtene Entscheid 

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sei aufzuheben und ihm sei die Niederlassungsbewilligung zu belassen. 
Eventuell sei der Entscheid aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung 
an die Vorinstanz zurückzuweisen. Gleichzeitig hat er für das verwaltungs-
gerichtliche Verfahren um unentgeltliche Rechtspflege unter Beiordnung 
seines Rechtsvertreters als amtlicher Anwalt ersucht. In prozessualer Hin-
sicht hat er um Sistierung des verwaltungsgerichtlichen Verfahrens bis zum 
Abschluss des laufenden Verfahrens um Leistungen der Invalidenversiche-
rung (IV) ersucht. Mit Eingabe vom 18. Juli 2019 hat A.________ seine 
Beilagen ergänzt.

Die EG Bern beantragt mit Stellungnahme vom 5. August 2019, die Be-
schwerde sei abzuweisen. Die POM schliesst mit Vernehmlassung vom 
6. August 2019 ebenfalls auf Abweisung der Beschwerde; zum Gesuch um 
unentgeltliche Rechtspflege hat sie sich eines Antrags enthalten.

Mit Eingabe vom 3. Juni 2020 hielt A.________ an seinen Anträgen fest 
und orientierte er über das gegen die negative IV-Verfügung beim Verwal-
tungsgericht (Sozialversicherungsrechtliche Abteilung) anhängig gemachte 
Beschwerdeverfahren. Mit Urteil vom 25. November 2020 wies die zu-
ständige Abteilung des Verwaltungsgerichts die Beschwerde ab 
(VGE IV/2020/314). Mit Zwischenverfügung vom 31. März 2021 hat die 
Instruktionsrichterin das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege unter Bei-
ordnung des Rechtsvertreters als amtlicher Anwalt bewilligt, das unan-
gefochten in Rechtskraft erwachsene Urteil VGE IV/2020/314 zu den Akten 
erkannt und A.________ Gelegenheit zur Äusserung im Licht der ergänz-
ten Akten gegeben. Davon hat A.________ am 14. Mai 2021 unter Einrei-
chung weiterer Unterlagen Gebrauch gemacht; er hält sinngemäss an sei-
nen Anträgen fest. Die SID hat auf eine Stellungnahme verzichtet (Eingabe 
vom 20.5.2021), die EG Bern hat sich nicht vernehmen lassen.

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Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als letz-
te kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des Ge-
setzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; 
BSG 155.21) zuständig. Der Beschwerdeführer hat am vorinstanzlichen 
Verfahren teilgenommen, ist durch den angefochtenen Entscheid beson-
ders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung 
oder Änderung (Art. 79 Abs. 1 VRPG). Die Bestimmungen über Form und 
Frist sind eingehalten (Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 VRPG). Auf die Be-
schwerde ist einzutreten.

1.2 Das Verwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid auf 
Rechtsverletzungen hin (Art. 80 Bst. a und b VRPG).

2.

Nachdem der Beschwerdeführer bereits zweimal erfolglos ein IV-Verfahren 
durchlaufen hatte (vgl. hinten E. 4.3.2), meldete er sich im März 2019 er-
neut zum IV-Leistungsbezug an und ersuchte daher um Sistierung des 
verwaltungsgerichtlichen Verfahrens (vgl. vorne Bst. C). Sind für ein aus-
länderrechtliches Verfahren relevante IV-Abklärungen noch im Gang, darf 
der Aufenthaltsstatus nur dann früher geregelt werden, wenn die IV-
rechtliche Ausgangslage als Vorfrage zum Bewilligungsentscheid klar und 
eindeutig erscheint. In Zweifelsfällen ist die Verfügung der zuständigen IV-
Stelle abzuwarten (vgl. BGE 141 II 1 E. 4.2.1; BVR 2020 S. 185 E. 3.4; 
VGE 2017/70 vom 6.9.2017 E. 3.3.1). Zwischenzeitlich wies nicht nur die 
IV-Stelle das erneute Leistungsbegehren ab, sondern hat das Verwal-
tungsgericht mit Urteil vom 25. November 2020 die dagegen gerichtete 
Beschwerde rechtskräftig abgewiesen (VGE IV/2020/314; vgl. vorne 
Bst. C). Der Sistierungsantrag des Beschwerdeführers ist damit gegen-
standlos geworden.

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3.

Auf den 1. Januar 2019 ist eine Teilrevision des Bundesgesetzes vom 
16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer (Ausländer-
gesetz, AuG; SR 142.20) in Kraft getreten, die auch den Gesetzestitel und 
die offizielle Abkürzung ändert. Der Erlass heisst neu Bundesgesetz über 
die Ausländerinnen und Ausländer und über die Integration (Ausländer- 
und Integrationsgesetz, AIG). Mit der Teilrevision sind die Anforderungen 
an den Widerruf der Niederlassungsbewilligung infolge Sozialhilfeab-
hängigkeit teilweise gesenkt worden (Änderung von Art. 63 Abs. 2 AuG 
[AS 2007 S. 5456]). Das vorliegende Widerrufsverfahren wurde vor Inkraft-
treten dieser Gesetzesänderung eingeleitet, weswegen materiell das alte 
Recht (AuG in der bis zum 31.12.2018 gültigen Fassung [AS 2007 
S. 5437]) anwendbar bleibt (Art. 126 Abs. 1 AIG analog; zuletzt 
VGE 2019/162 vom 23.6.2021 [noch nicht rechtskräftig] E. 3.3 mit Hinwei-
sen; vgl. auch BVR 2020 S. 231 E. 4). Soweit im vorliegenden Verfahren 
anzuwendende Bestimmungen des AuG inhaltlich unverändert geblieben 
sind, wird vom AIG gesprochen.

4.

Aus den Akten ergibt sich folgender Sachverhalt:

4.1 Der Beschwerdeführer wurde am … 1974 in Algerien, Tizi Ouzou, 
geboren (Akten EG Bern pag. 1, 4). Er reiste im Januar 2002 in die 
Schweiz ein und ersuchte erfolglos um Asyl (Akten EG Bern pag. 3; Be-
schwerde S. 3). Am 27. November 2002 schloss er die Ehe mit einer 
Schweizer Bürgerin (Jg. 1954), worauf er eine Aufenthaltsbewilligung er-
hielt (Akten EG Bern pag. 21 f.). Seit dem 31. Oktober 2007 ist er im Besitz 
einer Niederlassungsbewilligung (Akten EG Bern pag. 39). Diese kinderlos 
gebliebene Ehe wurde am 26. Juni 2012 geschieden (Akten EG Bern 
pag. 55 f.). Am 16. Januar 2014 heiratete der Beschwerdeführer in Algerien 
eine Landsfrau (Jg. 1983; Akten EG Bern pag. 60 f., 63 ff.) und ersuchte 
am 15. Juni 2015 um deren Nachzug (Akten EG Bern pag. 58 f.). Am … 
Juni 2015 kam die gemeinsame Tochter zur Welt (Akten EG Bern pag. 76). 

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Das Nachzugsgesuch für die Tochter reichte er am 17. August 2015 nach. 
Am 29. Oktober 2015 stellte die EG Bern gestützt auf die andauernde 
Sozialhilfeabhängigkeit des Beschwerdeführers die Abweisung der 
Gesuche in Aussicht und gewährte dazu das rechtliche Gehör. Der 
Beschwerdeführer liess sich hierzu in der Folge nicht mehr vernehmen (Ak-
ten EG Bern pag. 76 f.). Am 24. Februar 2016 stellte die EG Bern dem Be-
schwerdeführer den Widerruf der Niederlassungsbewilligung mit Wegwei-
sung aus der Schweiz in Aussicht und gewährte ihm das rechtliche Gehör 
(Akten EG Bern pag. 81 f.). Mit Verfügung vom 21. September 2017 wider-
rief sie die Niederlassungsbewilligung (Akten EG Bern pag. 222 ff.). Am 
10. Oktober 2018 wurde die zweite Ehe des Beschwerdeführers in Algerien 
geschieden und die Tochter unter die elterliche Sorge der Mutter gestellt 
(Beschwerde S. 4; Akten POM pag. 79, 84; Akten POM 6A1, Beilage zur 
Eingabe vom 18.3.2019).

4.2 Im Mai 2003 war der Beschwerdeführer im Zuge einer Auseinan-
dersetzung mit Landsleuten Opfer körperlicher Gewalt geworden. Er stellte 
Strafanzeige wegen Tätlichkeiten, eventuell einfacher Körperverletzung. Im 
August 2010 stimmte die Staatsanwaltschaft dem Antrag des damaligen 
Untersuchungsrichteramts zu, auf die Strafanzeige wegen Verjährung nicht 
einzutreten (Akten EG Bern pag. 124 f.; Beschwerde S. 3). Am 28. April 
2016 sprach die damalige Gesundheits- und Fürsorgedirektion des Kan-
tons Bern dem Beschwerdeführer eine opferhilferechtliche Genugtuung im 
Betrag von Fr. 3'000.-- zu (Akten EG Bern pag. 127 f.). 

4.3 Dieser Übergriff und Frustration wegen der nach Ansicht des Be-
schwerdeführers «mangelhafte[n] rechtsstaatlichen Aufarbeitung durch die 
Strafverfolgungsbehörden» (Akten EG Bern pag. 105) haben bei ihm ge-
wisse psychische Probleme ausgelöst:

4.3.1 In den ersten Jahren nach dem Vorfall standen bei psychiatrischen 
Abklärungen jeweils depressive Verstimmungen bzw. die Möglichkeit einer 
posttraumatischen Belastungsstörung im Vordergrund (Akten POM 
pag. 74-73, 51). Während einer stationären Behandlung an den Universitä-
ren Psychiatrischen Diensten Bern (UPD) im Jahr 2005 wurde bei ihm 
erstmalig die Diagnose einer paranoiden Schizophrenie gestellt (Akten EG 
Bern pag. 210 ff.). Zwischen 2007 und 2018 folgten insgesamt sechs weite-

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re Hospitalisationen an den UPD, anlässlich derselben die Diagnose der 
paranoiden Schizophrenie jeweils übernommen wurde. Zudem wurde beim 
Beschwerdeführer eine Schwerhörigkeit festgestellt (Akten EG Bern 
pag. 118 ff., 213 ff., 217 ff.; Akten POM pag. 71-67, 49, 46; Beschwerdebei-
lage [BB] 6, 7).

4.3.2 Am 26. November 2004 meldete sich der Beschwerdeführer erst-
mals bei der IV-Stelle Bern. Mit Verfügung vom 12. April 2006 sprach diese 
eine Kostenübernahme für Hörgeräte zu (BB 9). In einem Gutachten zu-
handen der IV-Stelle Bern vom 24. Oktober 2008 ging Dr. med. 
B.________, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, «mit überwiegender 
Wahrscheinlichkeit von einer anamnestisch bekannten rezidivierenden 
depressiven Störung [aus], die gegenwärtig remittiert ist» (Akten EG Bern 
pag. 164 ff., 188). Er stellte eine «dissoziative Störung 
(Konversionsstörung)» fest, wobei eine Simulation «grundsätzlich nicht 
ausgeschlossen» werden könne (Akten EG Bern pag. 192). Die 
Voraussetzungen lägen nicht vor, welche eine Schmerzüberwindung als 
unzumutbar erscheinen liessen. Der Erfolg therapeutischer Interventionen 
hänge von der Kooperation des Beschwerdeführers ab; eine Überwindung 
seiner Defizite sei ihm zumutbar, ebenfalls eine Auseinandersetzung mit 
den von ihm beklagten «Ungerechtigkeiten» (Akten EG Bern pag. 193 f.). 
Die anderweitig gestellte Diagnose einer paranoiden Schizophrenie war 
nach Dr. med. B.________ dagegen «nicht ausreichend begründbar». Es 
gäbe aus seiner Sicht keine Hinweise auf eine schizophrene bzw. 
depressive Störung (Akten EG Bern pag. 189). Eine Minderung der 
Arbeitsfähigkeit sei damit nicht gegeben (Akten EG Bern pag. 194, 196, 
198). Mit Verfügung vom 15. Mai 2009 lehnte die IV-Stelle Bern einen 
Rentenanspruch ab.

Am 10. Juni 2010 meldete sich der Beschwerdeführer erneut zum IV-
Leistungsbezug an (BB 9). Dr. med. …, FMH Psychiatrie und Psycho-
therapie, vom Centre Psychosomatique Ambulatoire (Fribourg) hielt ge-
genüber der IV-Stelle im April 2011 fest, dass er die Diagnose von Dr. med. 
B.________ ablehne. Der Beschwerdeführer werde seit Juli 2009 in seiner 
Praxis ambulant behandelt. Die Diagnose der paranoiden Schizophrenie 
könne bestätigt werden. Betreffender sei «absolut unfähig, auch nur 

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einfache Arbeiten und Aufgaben kohärent auszuführen, geschweige denn 
zu Ende zu bringen oder Eigeninitiative [zu] entwickeln» (BB 8). Am 
23. Dezember 2011 verfasste Dr. med. B.________ zuhanden der IV-Stelle 
Bern ein zweites Gutachten und diagnostizierte wiederum eine 
«dissoziative Störung (Konversionsstörung)» sowie eine «anamnestisch 
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig remittiert» (Akten EG Bern 
pag. 199 ff., 206). Beim Beschwerdeführer stehe ein «unspezifisches 
Verbitterungssyndrom» im Vordergrund. Die Kriterien für «wahnhafte 
Symptome, für formale Denkstörungen und für psychotische 
Affektstörungen» seien bei ihm weiterhin nicht erfüllt. Wenn er wolle, könne 
er von «fixen Ideen» jederzeit kritisch Distanz nehmen. Die Willensstärke 
des Beschwerdeführers zeige sich in seinen Versuchen, eine Dominanz in 
der Gesprächsführung zu übernehmen. Seine mangelhafte 
Kooperationsbereitschaft sei nicht krankheitsbedingt, sondern gerade 
Zeichen einer angemessenen interaktionellen Kompetenz (Akten EG Bern 
pag. 205). Es lägen damit medizinisch keine neuen Befunde vor. Eine 
Minderung der Arbeitsfähigkeit könne «aus rein psychiatrisch-
psychotherapeutischer (medizinischer) Sicht nicht begründet werden» (Ak-
ten EG Bern pag. 206 ff.). Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren 
sowie nach Rücksprache mit dem Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) ver-
neinte die IV-Stelle Bern mit Verfügung vom 24. April 2012 einen Renten-
anspruch. Die gegen die erneut negative IV-Verfügung erhobene Be-
schwerde wies das Verwaltungsgericht am 12. September 2012 ab 
(VGE IV/2012/521; BB 9). Dieses Urteil blieb unangefochten (VGE 
IV/2020/314 vom 25.11.2020 Bst. A).

4.3.3 Mit Bericht vom 10. August 2016 äusserte sich Dr. … aus dem-
selben Ambulatorium (vgl. E. 4.3.2 hiervor) dahingehend, dass der Be-
schwerdeführer sich als Behördenopfer sehe; die drohende Wegweisung 
bestätige seine pathologische Überzeugung. Eine gesundheitliche Stabili-
sierung bzw. eine gewisse soziale und sozioprofessionelle Adaption könne 
nur durch eine Regelung des Aufenthaltsstatus sichergestellt werden. 
Durch eine so gewonnene Stabilität sei es auch möglich, gewisse Arbeits-
ressourcen zu erlangen. Zudem kritisierte er die durch Dr. med. 
B.________ angewandten psychiatrischen Testgrundlagen zur Erstellung 
der Diagnose (Akten EG Bern pag. 114 f.). In dem vom Beschwerdeführer 

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bei den UPD eingeholten psychiatrischen Privatgutachten vom 13. Februar 
2019 stellte bzw. bestätigte die Gutachterin folgende psychiatrischen 
Diagnosen (Akten POM pag. 77-44, 52 [BB 16]):

«Paranoide Schizophrenie mit Residuum, F20.04

Schädlicher Gebrauch von Cannabinoiden, F12.1
Drogenscreening THC positiv 2012, 11/2018 nur CBD positiv;
anamnestisch dokumentierter regelmässiger Konsum von Cannabi-
noiden seit 2008 (Gutachten Dr. med. M. B.________ 2008).»

Zu den Beurteilungen durch Dr. med. B.________ merkt dieses Gutachten 
an, dass sich die «ausgeprägte Psychopathologie mit Erstrangsymptomen 
wie akustischen Halluzinationen und imperativen Stimmen sowie 
Ichstörungen mit Beeinflussungserleben» erst von 2012 bis 2018 schlüssig 
dargestellt habe und dokumentiert werden konnte. Zudem habe Dr. med. 
B.________ «nicht über die Möglichkeiten einer längerfristigen stationären 
Verhaltensbeobachtung» verfügt (Akten POM pag. 52). Der beim 
Beschwerdeführer seit 2008 bekannte übermässige Gebrauch von 
Cannabinoiden und Alkohol könne «die Schwelle zur Impulskontrolle 
grundsätzlich senken» (Akten POM pag. 48). Festzustellen sei aber auch, 
dass er «in verschiedenen schwierigen Situationen relativ strategisch und 
strukturiert» vorgehen könne und wisse, «wo und wie er sich medizinisch 
und juristische Unterstützung» holen könne (Akten POM pag. 47). Es 
bestehe «ein relativ hohes Funktionsniveau mit relativ wenig kognitiven 
Beeinträchtigungen» (Akten POM pag. 45). Zur Arbeitsfähigkeit des 
Beschwerdeführers hielt die Gutachterin der UPD Folgendes fest (Akten 
POM pag. 45): 

«Im Hinblick auf die Verbesserung der Tagesstruktur sowie zum 
Selbstwertaufbau unter Nutzung der vorhandenen Ressourcen und der 
aktuellen Arbeitsmotivation empfehlen wir, den [Beschwerdeführer] in 
ein Arbeitsprogramm, allenfalls im geschützten Rahmen, mit einzube-
ziehen.»

4.3.4 Am 15. März 2019 meldete sich der Beschwerdeführer zum dritten 
Mal zum Leistungsbezug bei der IV-Stelle Bern an. Diese erkundigte sich 
beim RAD, ob sich seit der Verfügung im Jahr 2012 der Gesundheitszu-
stand verschlechtert habe bzw. neue Diagnosen vorlägen, welche auf die 
Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit schliessen lassen. Der RAD bejahte 
dies dahingehend, dass «mehrere psychiatrische Hospitalisationen, neue 
Diagnosen, die die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigen können, und eine ver-

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änderte Medikation» aktenkundig seien (Bericht vom 9.5.2019; BB 9). Der 
damals behandelnde med. pract. C.________ ging in seinem Bericht an die 
IV-Stelle Bern vom 29. Mai 2019 von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit 
des Beschwerdeführers im ersten Arbeitsmarkt aus und hielt fest, dass es 
mit Eingliederungsmassnahmen versucht werden könne (BB 10 Ziff. 4.2). 
Am 18. Juni 2019 teilte die IV-Stelle Bern dem Beschwerdeführer mit, auf 
eine Eingliederungsmassnahme werde verzichtet und sein Rentenanspruch 
werde überprüft (BB 11). Am 27. November 2019 erstellte Dr. med. 
B.________ im Auftrag der IV-Stelle erneut ein psychiatrisches 
Verlaufsgutachten. Gestützt darauf verneinte die IV-Stelle Bern mit 
Verfügung vom 13. März 2020 mangels eines invalidisierenden 
Gesundheitsschadens einen Anspruch des Beschwerdeführers auf IV-
Leistungen. Die gegen diese Verfügung erhobene Beschwerde wies das 
Verwaltungsgericht mit Urteil vom 25. November 2020 rechtskräftig ab 
(VGE IV/2020/314).

4.4 Die Trennung von seiner Schweizer Ehefrau führte dazu, dass der 
Beschwerdeführer seit September 2011 Sozialhilfe bezieht (BB 4 und hin-
ten E. 7.2.1). Die Sozialhilfeleistungen beliefen sich im Mai 2017 auf 
Fr. 137'062.80 (Akten EG Bern pag. 145). Gemäss Auszug aus dem Be-
treibungsregister vom 11. Mai 2017 sind auf seinen Namen keine Betrei-
bungen oder Verlustscheine registriert (Akten EG Bern pag. 147). Laut 
eigenen Angaben ging der Beschwerdeführer in seiner Heimat 14 Jahre zur 
Schule, wobei er die Maturität nicht erlangt hat. Danach habe er sich zum 
Bauzeichner ausbilden lassen und sei für seinen Bruder tätig gewesen, der 
ein Architekturbüro bzw. ein Bauunternehmen betrieben habe. Zudem habe 
er auf verschiedenen Baustellen bzw. als Bauaufseher gearbeitet. Im Jahr 
2004 habe er einen dreimonatigen Deutschkurs für den Arbeitsalltag be-
sucht (Akten EG Bern pag. 5, 167 f.). In den Jahren 2003-2007 gab er ge-
genüber der EG Bern zumeist an, auf Stellensuche zu sein (Akten EG Bern 
pag. 24 ff.). In einem Bericht vom 10. Juli 2015 hielt der zuständige Sozial-
arbeiter des Sozialdienstes der Stadt Bern fest, dass die Zielsetzung der 
Zusammenarbeit mit dem Beschwerdeführer die Stabilisierung der psy-
chischen Gesundheit, eine (erneute) Anmeldung bei der IV sowie die Or-
ganisation einer Tagesstruktur durch Dritte (über die IV) sei. Soziale oder 
berufliche Integrationsbemühungen hätten mangels Arbeitsfähigkeit bisher 

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nicht durchgeführt werden können. Der Beschwerdeführer kooperiere vor-
bildlich. Rückerstattungen habe er keine geleistet; Sanktionen habe es 
nicht gegeben (Akten EG Bern pag. 66 ff. bzw. BB 5). Mit Bericht vom 
18. Juni 2019 hielt derselbe Sozialarbeiter zuhanden der IV-Stelle fest, 
dass «aufgrund der paranoiden Schizophrenie mit Dekompensation» in den 
letzten Jahren keine weiteren Integrationsprogramme hätten organisiert 
werden können (BB 17 S. 1). Der Beschwerdeführer erhält von seiner 
Exfrau seit der Scheidung 2012 monatliche Unterhaltszahlungen von 
Fr. 460.--. Trotz ihrer Pensionierung im Jahr 2018 ist sie gewillt, diese Zah-
lung weiterhin zu tätigen, solange sich der Beschwerdeführer in der 
Schweiz aufhalte (BB 3). Im Jahr 2007 war der Beschwerdeführer bei der 
Stadtpolizei Bern wegen Körperverletzung verzeichnet (Akten EG Bern 
pag. 38). 

4.5 Der entscheiderhebliche Sachverhalt ergibt sich, wie die nachfol-
genden Erwägungen deutlich machen, hinreichend klar aus den Akten; 
ausserdem hängt die rechtliche Beurteilung nicht entscheidend vom per-
sönlichen Eindruck ab (vgl. Michel Daum, in Herzog/Daum [Hrsg.], Kom-
mentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 21 N. 18). Die Beweisan-
träge des Beschwerdeführers auf Parteibefragung bzw. Befragung seiner 
Schweizer Exfrau als Zeugin (Beschwerde S. 3 ff.) werden daher abgewie-
sen. Entbehrlich ist nach Beizug des verwaltungsgerichtlichen Urteils VGE 
IV/2020/314 vom 25. November 2020 und den vom Beschwerdeführer ein-
gereichten weiteren Unterlagen aus den IV-Verfahren ebenfalls die Edition 
der vollständigen Akten der IV-Stelle Bern (Eingabe vom 14.5.2021 S. 3); 
auch dieser Antrag wird daher in antizipierter Beweiswürdigung abgewie-
sen (vgl. dazu BVR 2012 S. 252 E. 3.3.3; Michel Daum, a.a.O., Art. 18 
N. 27 f.). Dasselbe gilt für die Offerte, einen aktuellen Bericht von med. 
pract. C.________ nachzureichen, da dessen Beurteilung der 
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers aktenkundig ist.

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5.

Umstritten sind der Widerruf der Niederlassungsbewilligung des Beschwer-
deführers und dessen Wegweisung aus der Schweiz. 

5.1 Die Niederlassungsbewilligung wird unbefristet und ohne Bedin-
gungen erteilt (Art. 34 Abs. 1 AIG). Sie kann unter anderem widerrufen 
werden, wenn die Ausländerin oder der Ausländer oder eine Person, für die 
sie oder er zu sorgen hat, dauerhaft und in erheblichem Mass auf Sozial-
hilfe angewiesen ist (Art. 63 Abs. 1 Bst. c AIG). Ein Widerruf soll in Betracht 
kommen, wenn eine Person hohe finanzielle Fürsorgeleistungen erhalten 
hat und nicht damit gerechnet werden kann, dass sie in Zukunft für ihren 
Lebensunterhalt sorgen wird (vgl. etwa BGer 2C_953/2018 vom 23.1.2019 
E. 3.1, 2C_395/2017 vom 7.6.2018 E. 3.1; BVR 2020 S. 121 [VGE 2019/5 
vom 30.10.2019] nicht publ. E. 5.3.1). Vorausgesetzt ist, dass konkret die 
Gefahr einer fortgesetzten und erheblichen Fürsorgeabhängigkeit besteht; 
blosse finanzielle Bedenken genügen nicht. Neben den bisherigen und den 
aktuellen Verhältnissen ist auch die wahrscheinliche finanzielle Entwicklung 
auf längere Sicht abzuwägen (BGer 2C_813/2019 vom 5.2.2020 E. 2.2, 
2C_458/2019 vom 27.9.2019 E. 3.2; VGE 2017/166 vom 13.2.2018 
E. 3.2.1, 2016/251 vom 16.5.2017 E. 3.1; altrechtlich BGE 122 II 1 E. 3c 
S. 8; BVR 2008 S. 193 E. 2.1). Die Gründe für die Sozialhilfeabhängigkeit 
bilden nicht Frage des Widerrufsgrunds, sondern der Verhältnismässigkeit 
der Entfernungsmassnahme (BGer 2C_709/2019 vom 17.1.2020 E. 4, 
2C_714/2018 vom 30.1.2019 E. 2.2; BVR 2020 S. 121 [VGE 2019/5 vom 
30.10.2019] nicht publ. E. 5.3.1; VGE 2018/92 vom 11.6.2019 E. 4.3). 

5.2 Der Beschwerdeführer hat im Zeitraum von September 2011 bis Mai 
2017 Sozialhilfeleistungen im Gesamtbetrag von rund Fr. 137'000.-- bezo-
gen (vorne E. 4.4). Angesichts der fortbestehenden Unterstützungsbedürf-
tigkeit dürfte sich der Betrag bis heute noch wesentlich erhöht haben. Die 
Erheblichkeitsschwelle, welche das Bundesgericht in seiner Rechtspre-
chung zu Art. 63 Abs. 1 Bst. c AIG entwickelt hat (BGer 2C_263/2016 vom 
10.11.2016 E. 3.1.3 mit Hinweisen), ist klarerweise erreicht. Seit seiner 
Einreise in die Schweiz hat der Beschwerdeführer nie ein Erwerbseinkom-
men erzielt. Während seiner ersten Ehe kam seine Frau umfassend für ihn 
auf (hinten E. 7.2.1). Anhaltspunkte, dass er in Zukunft ohne Sozialhilfe für 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14.07.2021, Nr. 100.2019.224U, 
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seinen Lebensunterhalt aufkommen wird, liegen nicht vor, zumal er sich 
nach wie vor für 100 % arbeitsunfähig hält (vgl. Eingabe vom 14.5.2021 
S. 2). Die monatliche Unterstützung der Exfrau von Fr. 460.-- reicht zur 
Deckung seines Lebensunterhalts bei Weitem nicht aus. Mit einer IV-Rente 
dürfte nach der dritten erfolglosen Anmeldung bei der IV (vorne E. 4.3.4) 
definitiv nicht zu rechnen sein. Auch eine volle Rente würde im Fall des 
Beschwerdeführers freilich kaum zur Loslösung von der Sozialhilfe führen. 
Infolge fehlender Beitragsjahre wäre bei ihm wohl nur mit einem Minimalbe-
trag von Fr. 1'185.-- zu rechnen. Da er bisher monatliche Sozialhilfeleistun-
gen von rund Fr. 2'000.-- bezieht (vgl. Akten EG Bern pag. 145), wäre auch 
eine volle IV-Rente nicht existenzsichernd. Eine positive Zukunftsprognose 
kann ihm deshalb nicht gestellt werden. Der Widerrufsgrund von Art. 63 
Abs. 1 Bst. c AIG ist damit erfüllt.

5.3 Bestritten ist, dass die zusätzliche Voraussetzung des Widerrufs im 
Sinn der hier noch anwendbaren altrechtlichen Bestimmung von Art. 63 
Abs. 2 AuG erfüllt ist (vgl. vorne E. 3). Danach kann die Niederlassungs-
bewilligung von ausländischen Personen, die sich seit mehr als 15 Jahren 
ununterbrochen und ordnungsgemäss in der Schweiz aufhalten, nicht 
wegen Sozialhilfebezugs (Abs. 1 Bst. c) widerrufen werden (vgl. BGE 
137 II 10 E. 4.3). Der Beschwerdeführer stellt sich auf den Standpunkt, die 
am 27. August 2002 eingeleitete Ehevorbereitung sei an den Aufenthalt im 
Sinn von Art. 63 Abs. 2 AuG anzurechnen, weil er sich in dieser Zeit recht-
mässig im Land aufgehalten habe (Beschwerde S. 8 mit Hinweis auf BGE 
139 I 37 E. 4.1 [BGer 2C_195/2012 vom 2.1.2013]; BB 12). Nach Meinung 
der Vorinstanz berechnet sich der ordnungsgemässe Aufenthalt des Be-
schwerdeführers ab dem Zeitpunkt des Eheschlusses am 27. November 
2002 (angefochtener Entscheid E. 2a und Vernehmlassung). Anerkannter-
massen endete die Dauer der 15 Jahre mit Erlass der Widerrufsverfügung 
durch die Gemeinde Bern am 21. September 2017 (vgl. BGE 142 II 265 
E. 3.1 [Pra 106/2017 Nr. 10], 137 II 10 E. 4.2).

5.4 Der Beschwerdeführer reiste im Januar 2002 in die Schweiz ein und 
ersuchte erfolglos um Asyl. Am 27. November 2002 heiratete er eine 
Schweizerin, worauf er eine Aufenthaltsbewilligung erhielt (vgl. vorne 
E. 4.1). Die Verfügung der EG Bern ist nicht aktenkundig. Mit der Vor-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14.07.2021, Nr. 100.2019.224U, 
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instanz ist allerdings zugunsten des Beschwerdeführers davon auszuge-
hen, dass ihm der Aufenthalt rückwirkend auf den Eheschluss bewilligt 
wurde. Nach der Rechtsprechung gilt nur der ausländerrechtlich bewilligte 
Aufenthalt als ordnungsgemäss im Sinn von Art. 63 Abs. 2 AuG und – bei 
in der Schweiz geschlossenen Ehen – auch die Zeit zwischen Heirat und 
Bewilligungserteilung (BGE 137 II 10 E. 4.4; zuletzt BGer 2C_98/2018 vom 
7.11.2018 E. 3.2.3). Die Ehevorbereitung vom 27. August 2002 bis zur Hei-
rat am 27. November 2002 erfüllt diese Voraussetzungen nicht. Selbst 
wenn zutreffen sollte, dass sich der Beschwerdeführer in dieser Zeit recht-
mässig in der Schweiz aufgehalten hat (negativer Asylentscheid vom 
5.9.2002), ist nicht erkennbar, weshalb für die Bestimmung der 15 Jahre 
«ordnungsgemässer Aufenthalt» nicht im Sinn der angeführten Rechtspre-
chung auf den Eheschluss abzustellen ist: Der Beschwerdeführer hat durch 
den Eheschluss mit einer Schweizerin das Aufenthaltsrecht gestützt auf 
Art. 7 Abs. 1 Satz 1 des Bundesgesetzes vom 26. März 1931 über Aufent-
halt und Niederlassung der Ausländer erworben (ANAG; BS 1 S. 121; in 
der Fassung vom 23.3.1990; AS 1991 S. 1034, 1042). Er verfügte anders 
als in dem von ihm angeführten, nach dem AuG beurteilten Fall (BGE 
139 I 37 E. 4.1), über keinen bewilligten Aufenthalt in Form einer Kurz-
aufenthaltsbewilligung zwecks Eheschliessung. Vor diesem Hintergrund 
erscheint mit BGE 137 II 10 E. 4.3-4.5 folgerichtig, für den Beginn des ord-
nungsgemässen Aufenthalts auf den Bestand der Ehe abzustellen (ebenso 
BGE 135 II 1 E. 1.2.2 zum ordnungsgemässen Aufenthalt im Sinn von 
Art. 7 Abs. 1 Satz 2 ANAG; analog ist im Übrigen für die Berechnung der 
Dreijahresfrist nach Art. 50 Abs. 1 Bst. a AuG ausschliesslich die in der 
Schweiz in ehelicher Gemeinschaft verbrachte Zeit massgebend 
[BGer 2C_301/2019 vom 8.7.2019 E. 2.2 mit Hinweis auf BGE 136 II 113 
E. 3.3, der sich u.a. auf die Praxis unter der Geltung des ANAG stützt]). 
Über eine Kurzaufenthaltsbewilligung zwecks Ehevorbereitung hat der 
Beschwerdeführer nach damaliger Rechtslage nicht verfügt, weil er keiner 
bedurfte; weshalb insoweit auf späteres (allenfalls günstigeres) Recht ab-
gestellt werden dürfte, erklärt er nicht (vgl. Beschwerde S. 8). Er würde 
damit namentlich im Vergleich mit all jenen ausländischen Personen bes-
sergestellt, für die im Sinn von BGE 137 II 10 auf die Eheschliessung ab-
gestellt wurde. Ist auf den Zeitpunkt der Eheschliessung abzustellen, hielt 
sich der Beschwerdeführer im Zeitpunkt des Widerrufs der Niederlas-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14.07.2021, Nr. 100.2019.224U, 
Seite 15

sungsbewilligung weniger als 15 Jahre ordnungsgemäss in der Schweiz 
auf. Art. 63 Abs. 2 AuG ist nicht anwendbar.

6.

Der Beschwerdeführer rügt weiter die Unverhältnismässigkeit der Entfer-
nungsmassnahme. – Der Widerruf einer Niederlassungsbewilligung und die 
Wegweisung sind auch bei Vorliegen eines Widerrufsgrunds nur zulässig, 
wenn sie aufgrund der im Einzelfall vorzunehmenden Interessenabwägung 
als verhältnismässig erscheinen (Art. 5 Abs. 2 der Bundesverfassung [BV; 
SR 101] und Art. 96 AIG). Beeinträchtigt die Entfernungsmassnahme das 
Familien- oder Privatleben (Art. 8 Ziff. 1 der Europäischen Menschen-
rechtskonvention [EMRK; SR 0.101]; Art. 13 Abs. 1 BV), bildet Grundlage 
dieser Interessenabwägung Art. 8 Ziff. 2 EMRK und Art. 36 BV (vgl. BGE 
144 II 1 E. 6.1, 143 I 21 E. 5.1; BVR 2015 S. 391 E. 4.1; jüngst etwa 
BGer 2C_786/2018 vom 27.5.2019 E. 3.3 [Widerruf Niederlassungsbewilli-
gung], 2C_291/2019 vom 9.8.2019 E. 3.2 [Nichtverlängerung Aufenthalts-
bewilligung wegen Widerrufsgrund]). Im Rahmen dieser Prüfung sind die 
öffentlichen Interessen an der Entfernungsmassnahme aus Gründen der 
öffentlichen Sicherheit und Ordnung und die privaten Interessen der be-
troffenen Person am weiteren Verbleib in der Schweiz gegeneinander ab-
zuwägen. Zu berücksichtigen ist die Gesamtheit der rechtswesentlichen 
Umstände im Einzelfall (vgl. BGE 139 I 31 E. 2.3.1; BVR 2013 S. 543 
E. 4.1). Beim Widerrufsgrund der Sozialhilfeabhängigkeit nach Art. 63 
Abs. 1 Bst. c AIG sind für die Interessenabwägung namentlich folgende 
Kriterien zu berücksichtigen: die Schwere des Verschuldens an der Sozial-
hilfeabhängigkeit, der Grad der Integration bzw. die Dauer der bisherigen 
Anwesenheit sowie die der betroffenen Person drohenden Nachteile; zu 
beachten ist auch die Qualität der sozialen, kulturellen und familiären Be-
ziehungen sowohl im Gast- wie im Heimatland (BGer 2C_775/2017 vom 
28.3.2018 E. 3.2; ebenso BGer 2C_83/2018 vom 1.2.2019 E. 3.2 und 
VGE 2019/202 vom 2.4.2020 E. 6.3 [bestätigt durch BGer 2C_413/2020 
vom 24.8.2020] betreffend Nichtverlängerung Aufenthaltsbewilligung).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14.07.2021, Nr. 100.2019.224U, 
Seite 16

7.

Hinsichtlich des öffentlichen Interesses ergibt sich was folgt: 

7.1 Der Beschwerdeführer hat, was er nicht bestreitet, während Jahren 
und in erheblichem Umfang Sozialhilfe bezogen (vgl. vorne E. 4.4 und 5.2). 
Mit Blick auf die Gewichtung des öffentlichen Interessens ist zu unter-
scheiden, ob die Sozialhilfeabhängigkeit selbstverschuldet ist oder nicht 
(BGer 2C_13/2019 vom 31.10.2019 E. 4.2.1, 2C_23/2018 vom 11.3.2019 
E. 4.2.2 mit weiteren Hinweisen). Für die Frage, ob der Beschwerdeführer 
seine Sozialhilfeabhängigkeit (teilweise) selbst verschuldet hat oder durch 
Krankheit an der Arbeitsaufnahme gehindert wurde, ist der gesamte Zeit-
raum des Sozialhilfebezugs zu betrachten (BGer 2C_1018/2016 vom 
22.5.2017 E. 6.3.2).

7.2 Die massgebenden Sachumstände sind wie folgt zu würdigen:

7.2.1 Seit seiner Einreise in die Schweiz im Jahr 2002 ist der Beschwer-
deführer nie einer geregelten Arbeit nachgegangen. Während der ersten 
Ehe kam seine Schweizer Ehefrau für seinen Lebensunterhalt auf. Seit der 
Trennung bzw. Scheidung bezog er durchgehend Sozialhilfe. Noch heute 
leistet die Schweizer Exfrau einen monatlichen Beitrag an seinen Lebens-
bedarf. Über seine gesamte Aufenthaltsdauer in der Schweiz sind keine 
Bemühungen dokumentiert, eine Arbeitsstelle zu finden (vgl. zum Ganzen 
vorne E. 4.4 und 5.2). Der Beschwerdeführer leidet zwar seit geraumer Zeit 
an psychischen Problemen, die ihren Anfang mit der erlittenen körperlichen 
Gewalt im Rahmen einer Auseinandersetzung nahmen (2003) und sich 
aufgrund seiner Überzeugung verfestigten, er werde behördlicherseits «un-
gerecht» behandelt (vgl. vorne E. 4.2 und 4.3). In der Begutachtung durch 
Dr. med. B.________ 2008 hat er betont, dass er an Schizophrenie leide, 
deshalb voll arbeitsunfähig sei und Anspruch auf wirtschaftliche 
Unterstützung durch den Staat habe (Akten EG Bern pag. 164 ff., insb. 
171, 194). Anlässlich der weiteren Begutachtung 2011 hat er Gutachter 
B.________ gegenüber seiner Kränkung und Enttäuschung über das 
Gutachten 2008 Ausdruck verliehen, das er genau studiert habe (Akten EG 
Bern pag. 200 f.).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14.07.2021, Nr. 100.2019.224U, 
Seite 17

7.2.2 Aus der breit dokumentierten gesundheitlichen Situation des Be-
schwerdeführers ergibt sich ab September 2011 jedenfalls keine vollum-
fängliche und durchgehende Arbeitsunfähigkeit. Dementsprechend führten 
seine zweite und dritte Anmeldung bei der IV zu keinem Rentenanspruch, 
was das Verwaltungsgericht mit Urteilen in den Jahren 2012 und 2020 be-
stätigte (vgl. vorne E. 4.3.2 und 4.3.4). Es wäre dem Beschwerdeführer 
aufgrund der fundierten Erkenntnisse aus den IV-Verfahren zumutbar ge-
wesen, sich um eine geeignete Arbeitsstelle zu bemühen – wenn (vorerst) 
allenfalls auch nur im zweiten Arbeitsmarkt, womit ihn bereits ein gewisses 
Verschulden an seiner Sozialbedürftigkeit trifft (vgl. BGer 2C_679/2019 
vom 23.12.2019 E. 6.4.2, 2C_1048/2017 vom 13.8.2018 E. 4.5.2). Daran 
ändert auch das von ihm ins Recht gelegte psychiatrische Privatgutachten 
der UPD aus dem Jahr 2019 nichts: Dieses stellt zwar (neu in Berichtigung 
früherer UPD-Berichte) fest, dass sich die paranoide Schizophrenie erst ab 
2012 herauskristallisiert habe. Hinsichtlich Arbeitsfähigkeit spricht es je-
doch von «vorhandenen Ressourcen», die einen Einbezug in ein Arbeits-
programm zulassen würden. Das Fachgutachten ortet beim Beschwerde-
führer zudem «ein relativ hohes Funktionsniveau mit relativ wenig kog-
nitiven Beeinträchtigungen» und die Fähigkeit, sich «strategisch und 
strukturiert» Hilfe zu verschaffen. Diese Einschätzung bestätigt, dass der 
Beschwerdeführer im Jahr 2014 erneut heiratete und 2015 aus dieser Ehe 
eine Tochter hervorging (vgl. vorne E. 4.1). 2016 sprach ebenfalls der 
Bericht des Centre Psychosomatique Ambulatoire davon, dass der Be-
schwerdeführer gewisse Arbeitsressourcen erlangen könne, wenn dies 
auch an eine Stabilisierung der in jenem Zeitpunkt unsicher gewordenen 
ausländerrechtlichen Situation geknüpft wurde (vgl. vorne E. 4.3.3). Das 
Verwaltungsgericht kam mit Urteil vom 25. November 2020 in einlässlicher 
Würdigung aller ärztlichen Berichte (insb. des Gutachtens der UPD und des 
Berichts des behandelnden med. pract. C.________) zu folgendem 
Schluss: Das Gutachten von Dr. med. B.________ vom 27. November 
2019 erfülle sämtliche Voraussetzungen der Rechtsprechung an 
Expertisen; das Vorliegen einer Schizophrenie im Allgemeinen wie auch 
einer paranoiden Schizophrenie im Besonderen werde mit einleuchtender 
Begründung verneint; insgesamt schmälere die vorgebrachte Kritik am 
Gutachten B.________ dessen Beweiskraft nicht und liege keine relevante 
Minderung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit für den massgeblichen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14.07.2021, Nr. 100.2019.224U, 
Seite 18

Zeitraum vor (VGE IV/2020/314 vom 25.11.2020 E. 3.5). Eine volle 
Arbeitsunfähigkeit bestätigt selbst der behandelnde Arzt med. pract. 
C.________ nur für den ersten Arbeitsmarkt (vgl. vorne E. 4.3.4).

7.2.3 Dem Beschwerdeführer ist hinsichtlich unterlassener Arbeitsbemü-
hungen grundsätzlich zugute zu halten, dass sein Sozialarbeiter zumindest 
ab 2015 von seiner Arbeitsunfähigkeit ausging und ihm offenbar keine nen-
nenswerten sozialen oder beruflichen Integrationsbemühungen mehr ab-
verlangte (vgl. vorne E. 4.4). Jedoch wusste der Beschwerdeführer zu die-
sem Zeitpunkt schon seit drei Jahren um die zweimalige Ablehnung seines 
IV-Rentenbegehrens und um den der Ablehnung zugrundeliegenden gut-
achterlichen Befund, dass die Diagnose einer paranoiden Schizophrenie 
nicht bestätigt werden kann (vgl. vorne E. 4.3.2). Dass sein Sozialarbeiter 
ihm fürsorgerechtlich vorbildliche Kooperation attestiert und die These der 
Schizophrenie samt daraus angeblich resultierender Unmöglichkeit jeg-
licher Arbeitsintegration trotz gegenläufiger Erkenntnisse in den IV-
Verfahren übernommen hat, hilft ihm bei dieser Sachlage nicht. Dies gilt 
umso mehr, als sich das Verschulden in ausländerrechtlicher Hinsicht nicht 
gleich wie in fürsorgerechtlicher Hinsicht beurteilt (BGer 2C_1048/2017 
vom 13.8.2018 E. 3.4.4). Negativ fällt zudem ins Gewicht, dass der Be-
schwerdeführer durch sein Verhalten eine schlechte Entwicklung seines 
Gesundheitszustands begünstigt hat – vor allem durch übermässigen Kon-
sum von Cannabinoiden und Alkohol seit 2008 (vgl. vorne E. 4.3.3; weiter 
Akten POM pag. 47 [Verweigerung eines Drogenscreenings während Hos-
pitalisation 2018]). Es mag schliesslich zwar sein, dass für die Anerken-
nung eines invalidisierenden Gesundheitsschadens aus psychischen 
Gründen auf eine «medizinisch-theoretische» Einschätzung abgestellt wird 
und eine Diskrepanz zwischen der sozialversicherungsrechtlichen Beurtei-
lung der Erwerbsfähigkeit und den realen Chancen im Arbeitsmarkt besteht 
(vgl. Eingabe vom 14.5.2021 S. 2). Dies schliesst allerdings das Abstellen 
auf den im Sozialversicherungsverfahren festgestellten Invaliditätsgrad für 
die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nicht aus, zumal auch hierbei von Rele-
vanz ist, dass sich der Beschwerdeführer zu keinem Zeitpunkt um eine 
Anstellung im ersten oder zweiten Arbeitsmarkt bzw. um eine Eingliede-
rungsmassnahme bemüht hat (vgl. BGer 2C_1048/2017 vom 13.8.2018 
E. 3.4.2). Er hielt vielmehr wider besseres Wissen an der vorgestellten 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14.07.2021, Nr. 100.2019.224U, 
Seite 19

Krankheit fest und verweigerte eine Auseinandersetzung mit seiner Situa-
tion, obschon er dazu fähig gewesen wäre (vgl. vorne E. 4.3.2 und 7.2.1).

7.2.4 Nach dem Gesagten lässt sich im Ergebnis mit der Vorinstanz die 
Sozialhilfeabhängigkeit des Beschwerdeführers – über die ganze Bezugs-
periode betrachtet – nicht allein oder hauptsächlich mit dessen gesundheit-
licher Situation erklären oder rechtfertigen. Insoweit hat er den andauern-
den Sozialhilfebezug zumindest teilweise selbst zu vertreten. 

7.3 Vor diesem Hintergrund ist nicht zu beanstanden, dass die Vorin-
stanz aufgrund der erheblichen und fortbestehenden Sozialhilfeabhängig-
keit im Ergebnis von einem gewichtigen öffentlichen Interesse an der Ent-
fernungsmassnahme ausgegangen ist (angefochtener Entscheid E. 6).

8.

Hinsichtlich der privaten Interessen, welche der Entfernungsmassnahme 
entgegenstehen können, sind die Dauer der Anwesenheit und die Integra-
tion in der Schweiz sowie die dem Beschwerdeführer und allfälligen Ange-
hörigen drohenden Nachteile zu berücksichtigen.

8.1 Der Beschwerdeführer lebt seit 2002 ununterbrochen in der 
Schweiz. Die lange Aufenthaltsdauer ist jedoch mit Blick auf seine mangel-
hafte Integration zu relativieren. Die beruflich-wirtschaftliche Integration des 
Beschwerdeführers ist offensichtlich gescheitert, was er nicht bestreitet 
(Beschwerde S. 10). Aufgrund eines im Jahr 2004 besuchten Sprachkurses 
scheint er zumindest über Grundkenntnisse der deutschen Sprache zu ver-
fügen (vgl. vorne E. 4.4). Darüber hinaus gehende Sprachkenntnisse in 
Deutsch ergeben sich aus den Akten nicht; die Feststellung mangelhafter 
Deutschkenntnisse (Gutachten B.________ 2019) blieb unbestritten (vgl. 
act. 12 S. 1). Plausibel erscheint, dass er als Algerier über «sehr gute» 
Französischkenntnisse verfügt (Beschwerde S. 10). Dies stellt gemessen 
an seiner Aufenthaltsdauer jedoch keine besondere Integrationsleistung 
dar. Hinsichtlich der sozialen Integration ist Folgendes festzustellen: Der 
vorgebrachte freundschaftliche Kontakt mit seiner Schweizer Exfrau kann 
angesichts deren freiwilliger finanziellen Unterstützung (vgl. vorne E. 4.4) 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14.07.2021, Nr. 100.2019.224U, 
Seite 20

als erstellt gelten (Beschwerde S. 4; vgl. Akten POM 6A1, Beilage 3 zur Be-
schwerde vom 25.10.2017). Familiäre Beziehungen hat er in der Schweiz 
keine; die Tochter aus zweiter Ehe lebt seit ihrer Geburt bei der sorgebe-
rechtigten Mutter, nach unbelegter Angabe des Beschwerdeführers nicht in 
Algerien, sondern in Frankreich (vgl. Beschwerde S. 4, 10). Gegenüber 
dem Sozialdienst der EG Bern gab der Beschwerdeführer 2015 an, dass er 
über ein geringes soziales Umfeld verfüge. Er habe Kontakt zu Landsleu-
ten, sei aber überwiegend allein mit «Tendenz zu Einsamkeit» (Akten 
EG Bern pag. 66). Vor Verwaltungsgericht bringt der Beschwerdeführer 
zwar vor, mit «nahen Freunden und Bekannten» zu verkehren und bietet 
ohne nähere Angaben zur sozialen Beziehung pauschal zwei Kontakte zur 
Zeugeneinvernahme an (Beschwerde S. 4). Diese zwei, nicht weiter sub-
stanziierten Beziehungen zu Schweizern lassen jedenfalls nicht auf eine 
starke Verankerung in der hiesigen Gesellschaft und Kultur schliessen. Der 
entsprechende Beweisantrag wird daher in antizipierter Beweiswürdigung 
abgewiesen (vgl. auch VGE 2015/134 vom 7.9.2016 E. 5.3.3). Insgesamt 
kann mit der Vorinstanz nicht von einer gelungenen Integration in die hiesi-
gen Verhältnisse gesprochen werden (angefochtener Entscheid E. 5a).

8.2 Hinsichtlich der Rückkehr nach Algerien ist mit der Vorinstanz (vgl. 
angefochtener Entscheid E. 5a) festzuhalten, dass der Beschwerdeführer 
bis ins Erwachsenenalter im Heimatland gelebt hat; dort ist er aufgewach-
sen und wurde er sozialisiert (vgl. vorne E. 4.1). In der Vergangenheit hielt 
sich der Beschwerdeführer wiederholt in Algerien auf (Akten EG Bern 
pag. 79, 160). Dort hat er auch seine zweite Ehe mit einer Landsfrau ge-
schlossen (vgl. vorne E. 4.1). Mit der Vorinstanz ist bei dieser Sachlage 
davon auszugehen, dass er mit seinem Heimatland in kultureller und 
sprachlicher Hinsicht nach wie vor verbunden ist. Er ist erst in mittlerem 
Alter (47-jährig) und verfügt in seinem Heimatland zudem über Verwandte 
(vgl. Beschwerde S. 10). Ein Teil seiner Familie scheint noch immer an 
seinem Geburtsort in Tizi Ouzou zu wohnen (Akten EG Bern pag. 4, 79). 
Es besteht damit eine familiäre Verbundenheit, welche dem Beschwerde-
führer bei der Wiedereingliederung eine wesentliche Stütze sein kann. Da-
ran änderte nichts, wenn seine zweite Exfrau mit der gemeinsamen Tochter 
nicht mehr in Algerien, sondern in Frankreich leben würde (vgl. E. 8.1 hier-
vor). Die wirtschaftlichen Perspektiven im Heimatland dürften für den 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14.07.2021, Nr. 100.2019.224U, 
Seite 21

Beschwerdeführer angesichts dessen, dass er keinerlei Arbeitserfahrungen 
aus seinem Aufenthalt in der Schweiz mitbringen kann, nicht einfach sein. 
Allerdings hat er auch in der Schweiz wirtschaftlich nicht Fuss fassen kön-
nen und zeichnet sich insoweit keine günstige Entwicklung ab. Es ist somit 
auch nicht rechtsfehlerhaft, wenn die Vorinstanz eine Reintegration in der 
Heimat insgesamt als zumutbar erachtet hat. 

8.3 Der Beschwerdeführer bringt vor, eine Rückkehr nach Algerien sei 
wegen seines Gesundheitszustands unzumutbar, da eine angemessene 
medizinische Versorgung nicht gewährleistet sei (Beschwerde S. 11). 

8.3.1 Eine medizinische Notlage steht der Wegweisung nur dann entge-
gen, wenn eine notwendige medizinische Behandlung im Heimatland nicht 
zur Verfügung steht und die Rückkehr zu einer raschen und lebensgefähr-
denden Beeinträchtigung des Gesundheitszustands der betroffenen Person 
führt. Als wesentlich wird dabei die allgemeine und dringende medizinische 
Behandlung erachtet, welche zur Gewährleistung einer menschenwürdigen 
Existenz absolut notwendig ist. Unzumutbarkeit liegt jedenfalls nicht schon 
dann vor, wenn im Heimat- oder Herkunftsstaat eine nicht dem schweizeri-
schen Standard entsprechende medizinische Behandlung möglich ist (vgl. 
BGE 139 II 393 E. 6, 137 II 305 E. 4.3; BVR 2013 S. 543 E. 5.3.2 mit Hin-
weisen).

8.3.2 Wie festgestellt, lässt sich beim Beschwerdeführer die Diagnose 
einer paranoiden Schizophrenie weiterhin nicht bestätigen (vgl. vorne 
E. 7.2). Falls er dennoch einer gewissen psychiatrischen Unterstützung 
bedürfte (insb. Gesprächstherapie samt allfälliger Medikation), wäre dies in 
seinem Heimatland in ausreichender Form gewährleistet. Die medizinische 
Versorgung im Heimatland entspricht zwar nicht dem schweizerischen 
Standard. Algerien verfügt aber über ein relativ gutes Gesundheitssystem; 
auch eine psychiatrische Versorgung ist grundsätzlich vorhanden. So be-
findet sich sogar in Tizi Ouzou ein auf psychische Leiden spezialisiertes 
Spital («Hôpital psychiatrique de Oued Aïssi»). Die Behandlung von psy-
chischen Erkrankungen ist – falls nicht ohnehin kostenlos – wie in der 
Schweiz durch die Krankenversicherung gedeckt (vgl. Mental health Atlas 
2017 Member State Profile Algeria, einsehbar unter: <www.who.int/
mental_health/evidence/atlas/profiles-2017/DZA.pdf>; vgl. auch BVGer D-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14.07.2021, Nr. 100.2019.224U, 
Seite 22

4802/2019 vom 9.10.2019 E. 5.5.3, D-1763/2019 vom 29.4.2019 E. 7.5; 
Update der Schweizerischen Flüchtlingshilfe S. 12 vom 24.4.2007 betref-
fend Algerien, einsehbar unter: <www.fluechtlingshilfe.ch>, Rubriken «Her-
kunftsländer/Afrika/Algerien»). Falls der Beschwerdeführer einen Teil der 
Therapie mitfinanzieren müsste, erscheint nicht ausgeschlossen, dass 
seine Familie eine gewisse finanzielle Unterstützung leisten könnte (vgl. 
VGE 2017/309 vom 13.7.2018 E. 4.3.3). So sollen einige Geschwister des 
Beschwerdeführers im Ausland «beruflichen Erfolg» erzielt haben (Akten 
EG Bern pag. 168). Angesichts der freundschaftlichen Verbindung lässt 
sich auch eine (bescheidene) Unterstützung durch seine Schweizer Exfrau 
nicht gänzlich ausschliessen, auch wenn diese 2019 brieflich festgehalten 
hat, dass sie den Exmann bei einer Rückkehr in seine Heimat nicht mehr 
unterstützen würde (BB 3; Beschwerde S. 11). Des Weiteren legt der Be-
schwerdeführer nicht dar, weshalb ihm der Zugang zu angemessener 
medizinischer Versorgung verwehrt und die erforderlichen Medikamente in 
Algerien für ihn nicht erhältlich wären (Beschwerde S. 11). Die nicht weiter 
substanziierten Suizidrisiken bzw. Fremd- und Selbstgefährdung stehen 
einem Wegweisungsvollzug nicht entgegen (vgl. BGE 139 II 393 E. 5.2.2; 
BGer 2C_666/2017 vom 1.2.2018 E. 3.3.4, 2C_777/2017 vom 19.1.2018 
E. 3.4.3; VGE 2015/113 vom 3.12.2015 E. 5, 2015/164 vom 23.11.2015 
E. 3.5.3 [bestätigt durch BGer 2C_1151/2015 vom 5.9.2016]; Fanny de 
Weck, Das Rückschiebungsverbot aus medizinischen Gründen nach Art. 3 
EMRK, in Jusletter 18.3.2013, Rz. 12, mit Hinweisen). Im Rahmen der Vor-
bereitung der Rückkehr erscheint überdies denkbar, den Beschwerdeführer 
mit einem Vorrat an benötigten Medikamenten zu versorgen 
(VGE 2016/273 vom 2.6.2017 E. 3.3.4; vgl. auch BVGer E-2314/2017 vom 
9.5.2017 E. 7.3.2). Nach dem Gesagten ist mit der Vorinstanz davon aus-
zugehen, dass die medizinische Versorgung des Beschwerdeführers auch 
in Algerien hinreichend gewährleistet ist. Insgesamt ist nicht anzunehmen, 
dass bei einer Rückkehr eine rasche und lebensgefährliche Beeinträchti-
gung des Gesundheitszustands eintreten würde, womit eine Rückkehr nach 
Algerien auch unter Berücksichtigung seines Gesundheitszustands zumut-
bar ist. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14.07.2021, Nr. 100.2019.224U, 
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8.4 Unter dem Gesichtspunkt des Rechts auf Privatleben ist zwar pra-
xisgemäss nach einer rechtmässigen Aufenthaltsdauer von rund zehn Jah-
ren anzunehmen, dass die sozialen Beziehungen in der Schweiz so eng 
geworden sind, dass eine Aufenthaltsbeendigung besonderer Gründe be-
darf (BGE 144 I 266 E. 3.9). Solche Gründe liegen hier namentlich mit dem 
erheblichen und anhaltenden Sozialhilfebezug indes vor, zumal die Integra-
tion wie dargelegt gesamthaft nicht erfolgreich verlaufen ist, der Beschwer-
deführer auch nicht sozial oder kulturell in der hiesigen Gesellschaft veran-
kert ist (vgl. zu diesem Gesichtspunkt BVR 2019 S. 314 E. 5.2 mit Hinwei-
sen).

9.

9.1 Die Abwägung der massgeblichen öffentlichen und privaten Interes-
sen ergibt Folgendes: Der Beschwerdeführer hat seit 2011 mit einem Ge-
samtbetrag von heute weit über Fr. 137ʹ000.-- (Stand 2017) erheblich So-
zialhilfe bezogen. Eine Loslösung von der Sozialhilfe in absehbarer Zukunft 
erscheint wenig wahrscheinlich. Wenn auch ein gewisser Zusammenhang 
mit seiner psychischen Gesundheit nicht von der Hand zu weisen ist, lässt 
sich die Sozialhilfeabhängigkeit nicht allein oder hauptsächlich damit erklä-
ren. Insoweit muss sich der Beschwerdeführer seine Situation zumindest 
teilweise selbst zuschreiben. Insgesamt besteht ein erhebliches öffentliches 
Interesse an der Entfernungsmassnahme. Demgegenüber sind die privaten 
Interessen trotz der langen Anwesenheit in der Schweiz von geringerem 
Gewicht. Familiäre Beziehungen hat er in der Schweiz keine; auch ist er in 
der hiesigen Gesellschaft und Kultur nicht nennenswert verwurzelt. Die 
Rückkehr nach Algerien dürfte ihm zwar nicht leichtfallen; sie ist ihm aber 
aufgrund der Gesamtheit der massgeblichen Umstände und auch aus 
medizinischer Sicht zumutbar. Der Widerruf der Niederlassungsbewilligung 
und die Wegweisung des Beschwerdeführers aus der Schweiz erweisen 
sich demnach auch im Licht von Art. 8 Ziff.  1 EMRK und Art. 13 Abs. 1 BV 
als verhältnismässig. 

9.2 Der Beschwerdeführer bringt vor, er sei nie gemäss Art. 96 Abs. 2 
AIG verwarnt worden (Eingabe vom 14.5.2021 S. 3). – In der Tat ist nicht 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14.07.2021, Nr. 100.2019.224U, 
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aktenkundig, dass er förmlich verwarnt worden ist. Eine Verwarnung hätte 
sich in der Rückschau möglicherweise empfohlen, da eine solche beim 
Entzug der Niederlassungsbewilligung wegen Sozialhilfeabhängigkeit den 
Regelfall darstellt (BGer 2C_1018/2016 vom 22.5.2017 E. 3.2 und 6.6.3). 
Gemäss ständiger Rechtsprechung ist es indes grundsätzlich gerecht-
fertigt, die Niederlassungsbewilligung selbst einer ausländischen Person 
zweiter Generation ohne Verwarnung zu widerrufen, wenn sich die aufent-
haltsbeendende Massnahme als verhältnismässig und den Umständen an-
gemessen erweist. Diese den Widerrufsgrund infolge Straffälligkeit betref-
fende Rechtsprechung lässt sich grundsätzlich auch auf den Widerrufs-
grund der Sozialhilfeabhängigkeit übertragen, wobei zu beachten bleibt, 
dass bei Letzterem das öffentliche Interesse zumeist weniger gewichtet 
(vgl. BGer 2C_952/2019 vom 8.5.2020 E. 4.3 [betreffend VGE 2018/389 
vom 1.10.2019]; VGE 2019/209 vom 7.4.2020 E. 5 mit Hinweisen [bestätigt 
durch BGer 2C_355/2020 vom 12.8.2020]). Eine blosse Androhung des 
Bewilligungswiderrufs würde hier mit Blick auf den langanhaltenden und 
erheblichen Sozialhilfebezug sowie das Fehlen jeglicher Anhaltspunkte, 
dass der Beschwerdeführer sich inskünftig auch nur teilweise von der So-
zialhilfe loslösen würde, dem gewichtigen öffentlichen Interesse im vor-
liegenden Fall nicht gerecht (vgl. vorne E. 7.3). Auch ohne vorgängige 
förmliche Verwarnung musste dem Beschwerdeführer schon vor Erlass der 
Widerrufsverfügung am 21. September 2017 klar gewesen sein, dass sein 
Sozialhilfebezug ausländerrechtlich ein Problem ist: Im Oktober 2015 stellte 
ihm die EG Bern wegen seiner andauernden Sozialhilfeabhängigkeit die 
Ablehnung des Nachzugs seiner (damaligen) zweiten Ehefrau und der 
Tochter in Aussicht, worauf er sich nicht mehr vernehmen liess. Zudem 
gewährte ihm die EG Bern im Februar 2016 hinsichtlich des in Aussicht 
genommenen Bewilligungswiderrufs das rechtliche Gehör, was ihm die 
wegen des Sozialhilfebezugs drohende Wegweisung verdeutlichte (vgl. 
vorne E. 4.1). Für den Beschwerdeführer wäre spätestens in diesem Zeit-
punkt erkennbar geworden, dass auch die Ausländerbehörde ihm Arbeits-
fähigkeit attestiert (vgl. Beschwerde S. 10). Er hat sich freilich auch in den 
Folgejahren nicht ansatzweise um Arbeitsintegration bemüht, auch nicht 
um einen (späten) Arbeitsversuch (allenfalls in einem geschützten Rah-
men), wie das von ihm ins Recht gelegte Privatgutachten Anfang 2019 
ausdrücklich empfahl. Nach dem Gesagten hat die EG Bern dem Sozial-

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hilfebezug des Beschwerdeführers nicht jahrelang tatenlos zugesehen. 
Sozialhilfeabhängig wurde der Beschwerdeführer infolge Trennung bzw. 
Scheidung von seiner Schweizer Ehefrau (2011/12). Betragsmässig kriti-
sche Bezüge liefen erst in den Folgejahren auf, als auch der Ablauf der 15-
jährigen Frist nach Art. 63 Abs. 2 AuG drohte (vgl. vorne E. 5.3 f.). Art. 96 
Abs. 2 AIG ist unter diesen Umständen nicht verletzt. Dem Beschwerde-
führer durfte die Niederlassungsbewilligung ohne vorgängige förmliche 
Verwarnung entzogen werden.

9.3 Der angefochtene Entscheid hält nach dem Erwogenen der Rechts-
kontrolle stand. Die Beschwerde erweist sich als unbegründet und ist ab-
zuweisen. Es erübrigt sich insoweit auch die eventuell verlangte Rückwei-
sung der Angelegenheit an die Vorinstanz (vgl. vorne Bst. C). Da die von 
der Vorinstanz angesetzte Ausreisefrist abgelaufen ist, ist praxisgemäss 
eine neue anzusetzen (vgl. BVR 2019 S. 314 E. 7). Sie beträgt nach der 
Praxis des Verwaltungsgerichts in der Regel sechs Wochen, wobei bei der 
Bemessung besondere Umstände zu berücksichtigen sind (vgl. Art. 64d 
Abs. 1 AIG). Die gegenwärtige besondere Lage aufgrund des Coronavirus 
rechtfertigt eine etwas längere Frist bis Ende September 2021. Sollte die 
Ausreise bis zu diesem Zeitpunkt aufgrund von Reisebeschränkungen nicht 
möglich sein, ist es Sache der Migrationsbehörde, eine neue Frist anzu-
setzen. 

10.

10.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird der Beschwerdeführer 
grundsätzlich kostenpflichtig und hat keinen Anspruch auf Ersatz der Par-
teikosten (Art. 108 Abs. 1 und 3 VRPG). Ihm ist indessen für das verwal-
tungsgerichtliche Verfahren die unentgeltliche Rechtspflege unter Beiord-
nung seines Rechtsvertreters als amtlicher Anwalt gewährt worden (vorne 
Bst. C; act. 10).

10.2 Die Kosten für das verwaltungsgerichtliche Verfahren trägt somit 
vorerst der Kanton Bern.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14.07.2021, Nr. 100.2019.224U, 
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10.3 Mit Blick auf den in der Sache gebotenen Zeitaufwand, die Bedeu-
tung der Streitsache und die Schwierigkeit des Prozesses gibt die Kosten-
note des Rechtsvertreters (act. 12A) zu keinen Bemerkungen Anlass. Der 
tarifmässige Parteikostenersatz ist dementsprechend auf Fr. 4'512.50, zu-
züglich Fr. 377.50 Auslagen, Fr. 376.55 MWSt (7,7 % von Fr. 4'890.--) und 
Fr. 31.-- für eine zivilstandesamtliche Bestätigung (ohne MWSt), insgesamt 
Fr. 5'297.55, festzusetzen (vgl. Art. 41 Abs. 3 i.V.m. Art. 42a Abs. 3 des 
Kantonalen Anwaltsgesetzes vom 28. März 2006 [KAG; BSG 168.11]). 

Die amtliche Entschädigung bestimmt sich nach Art. 112 Abs. 1 VRPG 
i.V.m. Art. 42 KAG. Demnach bezahlt der Kanton den amtlich bestellten 
Anwältinnen und Anwälten eine angemessene Entschädigung, die sich 
nach dem gebotenen Zeitaufwand bemisst und höchstens dem Honorar 
gemäss der Tarifordnung für den Parteikostenersatz entspricht (Art. 42 
Abs. 1 Satz 1 KAG). Der Stundenansatz beträgt Fr. 200.-- (Art. 42 Abs. 4 
KAG i.V.m. Art. 1 der Verordnung vom 20. Oktober 2010 über die Entschä-
digung der amtlichen Anwältinnen und Anwälte [EAV; BSG 168.711]). Aus-
lagen und Mehrwertsteuer werden zusätzlich entschädigt (Art. 42 Abs. 1 
Satz 3 KAG). Bei einem massgeblichen Zeitaufwand von 18,05 Stunden ist 
die amtliche Entschädigung auf Fr. 3'610.-- (18.05 x Fr. 200.--), zuzüglich 
Fr. 377.50 Auslagen, Fr. 307.05 MWSt (7,7 % von Fr. 3'987.50) und 
Fr. 31.-- für eine zivilstandesamtliche Bestätigung (ohne MWSt), insgesamt 
Fr. 4'325.55, festzusetzen. Der Rechtsvertreter ist vorerst aus der Gerichts-
kasse zu entschädigen.

10.4 Der Beschwerdeführer ist gegenüber dem Kanton und dem Rechts-
vertreter zur Nachzahlung verpflichtet, sobald er dazu in der Lage ist 
(Art. 113 VRPG i.V.m. Art. 42a Abs. 2 KAG und Art. 123 der Schweizeri-
schen Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 [Zivilprozessordnung, 
ZPO; SR 272]).

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Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. Dem Beschwerdeführer wird eine 
neue Ausreisefrist gesetzt auf den 30. September 2021.

2. Die Kosten des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht, bestimmt auf 
eine Pauschalgebühr von Fr. 3'000.--, werden dem Beschwerdeführer 
auferlegt. Die Kosten trägt vorerst der Kanton Bern. Vorbehalten bleibt 
die Nachzahlungspflicht des Beschwerdeführers.

4. Der tarifmässige Parteikostenersatz wird im Verfahren vor dem Verwal-
tungsgericht auf Fr. 5'297.55 (inkl. Auslagen und MWSt) festgesetzt. 
Davon wird dem in diesem Verfahren als amtlicher Anwalt beigeordne-
ten Rechtsanwalt …, Bern, aus der Gerichtskasse eine auf Fr. 4'325.55 
(inkl. Auslagen und MWSt) festgesetzte Entschädigung vergütet. 
Vorbehalten bleibt die Nachzahlungspflicht des Beschwerdeführers.

3. Zu eröffnen:
- Beschwerdeführer
- Sicherheitsdirektion des Kantons Bern
- Einwohnergemeinde Bern
- Staatssekretariat für Migration

Das präsidierende Mitglied: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Eröffnung beim Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss 
Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bun-
desgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.