# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** de8b97e7-a3be-5fd9-b9a3-ed2c4914cd2c
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-08-18
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 18.08.2023 SK 2021 555
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2021-555_2023-08-18.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

2. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

2e Chambre pénale

Urteil
SK 21 555

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 18. August 2023 

Besetzung Oberrichterin Friederich Hörr (Präsidentin), Oberrichter Horisber-
ger, Oberrichter Knecht
Gerichtsschreiber Lüthi

Verfahrensbeteiligte A.________
a.v.d. Rechtsanwalt B.________

Beschuldigter

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

Berufungsführerin

Gegenstand Widerhandlung gegen das Waffengesetz

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland 
(Einzelgericht) vom 20. Mai 2021 (PEN 20 908)

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Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Das Regionalgericht Bern-Mittelland (Einzelgericht; nachfolgend: Vorinstanz) er-
kannte mit Urteil vom 20. Mai 2021 das Folgende (pag. 49 ff.; Hervorhebungen im 
Original):

I.

A.________ wird freigesprochen:

von der Anschuldigung der Widerhandlung gegen das Waffengesetz durch Verbringen einer 
Waffe in das schweizerische Staatsgebiet ohne Berechtigung, angeblich begangen am 
11.06.2020 in C.________ (Ort)

ohne Ausrichtung einer Entschädigung
unter Auferlegung der Verfahrenskosten, sich zusammensetzend aus Gebühren von insgesamt 
CHF 1'100.00, an den Kanton Bern.

[…]

Wird eine schriftliche Begründung verlangt, kostet dies CHF 600.00.

Weiter wird verfügt:

1. Die beschlagnahmten 6 Wurfklingen in Etui werden zuhanden der Kantonspolizei Bern, Fachbe-
reich Waffen und Sprengstoff zur Vernichtung eingezogen (Art. 69 StGB). 

2. [Eröffnungs- und Mitteilungsformel]

2. Berufung / Einsetzung einer amtlichen Verteidigung / schriftliches Verfahren

Gegen dieses Urteil meldete die Staatsanwaltschaft des Kantons Bern, Region 
Bern-Mittelland, mit Eingabe vom 31. Mai 2021 fristgerecht Berufung an (pag. 55). 

Die schriftliche Urteilsbegründung datiert vom 19. November 2021 (pag. 60 ff.). 

Mit Eingabe vom 10. Dezember 2021 erklärte die Generalstaatsanwaltschaft form- 
und fristgerecht die vollumfängliche Berufung (pag. 74 f.). A.________ (nachfol-
gend: Beschuldigter) erklärte innert gesetzter Frist weder die Anschlussberufung 
noch beantragte er begründet ein Nichteintreten auf die Berufung der General-
staatsanwaltschaft (vgl. pag. 79 f.). 

Mit Verfügung vom 6. Januar 2022 stellte die Verfahrensleitung fest, es liege ein 
Fall notwendiger Verteidigung gemäss Art. 130 lit. d der Schweizerischen Strafpro-
zessordnung (StPO; SR 312.0) vor, und forderte den Beschuldigten auf, innert 
20 Tagen mitzuteilen, wen er mit seiner amtlichen Verteidigung zu beauftragen 
wünsche (pag. 79 f.). Weil der Beschuldigte in der Folge keine Wunschverteidigung 
nannte, wurde mit Verfügung vom 14. Februar 2022 Rechtsanwalt B.________ mit 
sofortiger Wirkung als amtlicher Verteidiger des Beschuldigten eingesetzt 
(pag. 82 f.). 

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Am 4. März 2022 wurden die Parteien zur Berufungsverhandlung vom 7. Dezember 
2022 vorgeladen (pag. 88 f.). Mit Eingabe vom 21. Juni 2022 beantragte die Gene-
ralstaatsanwaltschaft begründet die Durchführung eines schriftlichen Verfahrens 
gemäss Art. 406 Abs. 1 lit. a bzw. Abs. 2 lit. a und b StPO (pag. 92 f.). Rechtsan-
walt B.________ teilte mit Schreiben vom 4. Juli 2022 innert gesetzter Frist mit, der 
Beschuldigte sei mit der Durchführung eines schriftlichen Verfahrens einverstanden 
(pag. 97). Mit Verfügung vom 5. Juli 2022 ordnete die Verfahrensleitung die Durch-
führung eines schriftlichen Verfahrens an, setzte die oberinstanzliche Berufungs-
verhandlung vom 7. Dezember 2022 ab und forderte die Generalstaatsanwaltschaft 
auf, innert gesetzter Frist die schriftliche Berufungsbegründung einzureichen 
(pag. 99 f.). 

Nach einmaliger Fristerstreckung reichte die Generalstaatsanwaltschaft mit Einga-
be vom 1. September 2022 die Berufungsbegründung ein (pag. 117 ff.). Die eben-
falls innert einmaliger Fristerstreckung namens des Beschuldigten eingegangene 
Stellungnahme von Rechtsanwalt B.________ datiert vom 12. Oktober 2022 
(pag. 131 ff.). 

Die fristgerechte Replik der Generalstaatsanwaltschaft datiert vom 1. Novem-
ber 2022 (pag. 142 f.) und die Duplik des Beschuldigten vom 14. November 2022 
(pag. 147 ff.).

Am 15. November 2022 verfügte die Verfahrensleitung, der Schriftenwechsel wer-
de als abgeschlossen erachtet (pag. 152 f.).

Mit Verfügung vom 24. März 2023 (pag. 162 f.) teilte die Verfahrensleitung – unter 
Verweis auf die aktuelle bundesgerichtliche Rechtsprechung – mit, dass das Ver-
fahren im mündlichen Verfahren weitergeführt werde, zumal die Generalstaatsan-
waltschaft als Berufungsführerin materiell auch Sachverhaltsrügen vorbringe. Sie 
wies ferner darauf hin, dass die eingereichten Begründungen in den Akten verblie-
ben.

3. Oberinstanzliche Beweisergänzungen

Von Amtes wegen wurde über den Beschuldigten im Hinblick auf die später wieder 
abgesetzte Hauptverhandlung vom 7. Dezember 2022 nebst einem Straf- und Be-
treibungsregisterauszug ein Leumundsbericht, datierend vom 18. Juli 2022 
(pag. 108 f.), inklusive Erhebungsformular über seine wirtschaftlichen Verhältnisse, 
datierend vom 14. Juli 2022 (pag. 110 f.), eingeholt. Ferner wurde beim Regional-
gericht Oberland der Stand des Verfahrens PEN 21 291 (ehemals O 21 1099) ab-
geklärt und die entsprechende Aktennotiz vom 22. Juli 2022 den Parteien mitgeteilt 
(pag. 115 f.). 

Im Hinblick auf die neuerlich angesetzte Hauptverhandlung vom 18. August 2023 
hat die Verfahrensleitung bei der Kantonspolizei Bern erneut die Erstellung eines 
Leumundsberichts (inklusive Erhebungsformular wirtschaftliche Verhältnisse) in 
Auftrag gegeben. Diese teilte mit Schreiben vom 13. Juli 2023 unter Beilage des 
bereits aktenkundigen Berichts mit, dass der Beschuldigte am 6. Juli 2023 telefo-
nisch dessen Richtigkeit und Aktualität bestätigt habe (pag. 179). Ferner wurden 

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wiederum ein aktueller Straf- sowie Betreibungsregisterauszug eingeholt, datierend 
vom 19. respektive 21. Juli 2023 (pag. 186 und 188). 

Anlässlich der oberinstanzlichen Hauptverhandlung vom 18. August 2023 wurde in 
Gutheissung des Beweisergänzungsantrags von Rechtsanwalt B.________ eine 
von ihm ausgedruckte Dokumentation eines Bestellvorgangs auf der Seite 
wish.com zu den Akten erkannt (pag. 197). Ferner wurde der Beschuldigte erneut 
einvernommen (pag. 198 ff.).

4. Anträge der Parteien

Die Generalstaatsanwaltschaft stellte in der Berufungsbegründung folgende Anträ-
ge (pag. 117), an welchen sie in ihrer Replik festhielt (pag. 143) und welche sie an-
lässlich der mündlichen Berufungsverhandlung vom 18. August 2023 bestätigte 
(pag. 209; Hervorhebungen im Original):

1. A.________ sei wegen Widerhandlungen gegen das Waffengesetz durch Verbringen einer Waf-
fe in das schweizerische Staatsgebiet ohne Berechtigung schuldig zu erklären. 

2. A.________ sei mit einer Geldstrafe von 8 Tagessätzen zu je CHF 300.00, ausmachend 
CHF 2400.00 zu bestrafen. Der Vollzug der Geldstrafe sei unter Ansetzung einer Probezeit von 
2 Jahren aufzuschieben.

3. A.________ sei zudem mit einer Verbindungsbusse von CHF 600.00 zu bestrafen, bei schuld-
haftem Nichtbezahlen ersatzweise mit einer Freiheitsstrafe von 2 Tagen.

4. Die Kosten des erst- und oberinstanzlichen Verfahrens seien dem Beschuldigten aufzuerlegen.

Rechtsanwalt B.________ beantragte für den Beschuldigten in der Stellungnahme 
vom 12. Oktober 2022, bestätigt anlässlich der mündlichen Berufungsverhandlung 
vom 18. August 2023 (pag. 209), Folgendes (pag. 132):

1. A.________ sei freizusprechen vom Vorwurf der Widerhandlung gegen das Waffengesetz, an-
geblich begangen am 11. Juni 2022 in C.________ (Ort).

2. Die Kosten des Verfahrens vor erster und zweiter Instanz seien dem Kanton Bern zur Bezahlung 
aufzuerlegen.

3. Das Honorar für die amtliche Verteidigung von A.________ vor Oberinstanz sei gestützt auf die 
nachzureichende Kostennote und unter Ausschluss des Nachforderungsrechts gemäss Art. 135 
Abs. 4 StPO festzusetzen.

5. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Die Generalstaatsanwaltschaft teilte in ihrer Berufungserklärung mit, die Berufung 
richte sich gegen das gesamte erstinstanzliche Urteil (pag. 75). Der Verteidigung ist 
indessen zuzustimmen, dass die Generalstaatsanwaltschaft gestützt auf ihre An-
träge (pag. 75, 117 und 209) die vorinstanzlich verfügte Einziehung der beschlag-
nahmten sechs Wurfmesser in Etui zur Vernichtung gemäss Art. 69 des Schweize-
rischen Strafgesetzbuchs (StGB; SR 311.0) nicht angefochten hat. Weil der Be-
schuldigte weder eigenständige Berufung noch Anschlussberufung erklärte und 
sich der Vernichtung der beschlagnahmten Gegenstände explizit nicht widersetzt 
(pag. 136), erwuchs das Urteil der Vorinstanz in Bezug auf diese Verfügung in 

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Rechtskraft. Soweit weitergehend hat die Kammer das erstinstanzliche Urteil voll-
umfänglich zu überprüfen. Aufgrund der Berufung der Generalstaatsanwaltschaft 
ist sie dabei nicht an das Verschlechterungsverbot gemäss Art. 391 Abs. 2 StPO 
gebunden.

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung 

6. Theoretische Grundlagen zur Beweiswürdigung

Auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz kann vollumfänglich verwiesen 
werden (pag. 62). Ergänzend ist die Aussageanalyse kurz zu beleuchten:

Wenn die Glaubhaftigkeit von Aussagen zu überprüfen ist, ist nach Massgabe der 
modernen Aussagepsychologie weniger die allgemeine Glaubwürdigkeit oder 
Wahrhaftigkeit der jeweiligen Aussageperson an sich, als vielmehr die spezielle 
Glaubhaftigkeit ihrer im Einzelfall zu überprüfenden, konkreten Aussage von Be-
deutung (NACK, in: Kriminalistik 4/95, Glaubwürdigkeit und Glaubhaftigkeit, in Kri-
minalistik 4/95, S. 257 ff. mit Hinweisen; BENDER/NACK/TREUER, Tatsachenfeststel-
lung vor Gericht, Glaubwürdigkeits- und Beweislehre, Vernehmungslehre, 5. Aufl. 
2020, N 219 ff.). Die Aussageanalyse stellt die konkrete Aussage in den Mittelpunkt 
ihrer Untersuchung. Dabei wird der Inhalt der Aussage anhand bestimmter Kriterien 
analysiert. Dahinter steht die Überlegung, dass jemand, der ein reales Erlebnis 
schildert, dies quantitativ und qualitativ anders tut, als jemand, der eine Phantasie-
geschichte erzählt. Die Analyse des Aussageinhaltes erfolgt anhand spezieller 
Textmerkmale oder inhaltlicher Qualitäten, den so genannten Realkennzeichen 
oder Glaubwürdigkeitskriterien. Diese Kriterien beschreiben inhaltliche Qualitäten 
einer Aussage, die hinreichend trennscharf zwischen realitätsbegründeten und 
phantasierten Aussagen differenzieren sollen (KÖHNKEN, Referat am Lehrgang 
richterlicher Tätigkeit, Die Beurteilung der Glaubhaftigkeit von Kinderaussagen). 

Zu den allgemeinen Realkennzeichen gehören etwa die Konstanz der Aussage im 
zentralen Handlungsablauf, die Strukturgleichheit, die logische Konsistenz, Homo-
genität und Folgerichtigkeit der Aussagen, deren Anschaulichkeit und Wirklich-
keitsnähe, die Freiheit von Widersprüchen, die Detailgenauigkeit der Angaben, de-
ren qualitativer Detailreichtum sowie das Fehlen von Phantasiesignalen wie Verle-
genheit oder Übertreibungen. Zu den inhaltsspezifischen Realkennzeichen gehören 
weiter die räumliche-zeitliche Verknüpfung der Aussagen, die Interaktionsschilde-
rung und die Wiedergabe von Gesprächen, die Schilderung von Komplikationen im 
Handlungsablauf und von ausgefallenen nebensächlichen Einzelheiten, die Schil-
derung eigener psychischer Vorgänge und von psychologischen Vorgängen beim 
Beschuldigten. Auch die spontane Verbesserung der eigenen Aussage, das Einge-
ständnis von Erinnerungslücken, Selbstbelastungen und Entlastungen des Be-
schuldigten sind Realkennzeichen. Demgegenüber stellen Widersprüchlichkeiten, 
Strukturbrüche, Kargheit und Verarmung der Aussagen, die Aussagenverweige-
rung, die Abstraktheit und Zielgerichtetheit der Aussagen sowie deren Stereotypie 
Lügensignale dar. Zu beachten sind schliesslich immer auch die Tatnähe der Aus-
sagen und eine allfällige reduzierte Wahrnehmungsfähigkeit wegen Alkohol- oder 
Drogeneinflusses.

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7. Anklagesachverhalt / Vorwurf gemäss Strafbefehl

Im Strafbefehl vom 5. Oktober 2020 (pag. 12), welcher in casu als Anklageschrift 
gilt (vgl. Art. 356 Abs. 1 StPO), wird dem Beschuldigten vorgeworfen, am 11. Ju-
ni 2020 an der D.________-strasse in C.________ (Ort) gegen das Waffengesetz 
verstossen zu haben, indem er auf der Internetseite wish.com sechs Wurfmesser, 
wobei es sich um eine verbotene Waffe handle, bestellt und sich die Messer per 
Post in die Schweiz habe schicken lassen, obwohl er nicht über die dazu notwendi-
ge Erwerbs- und Einfuhrbewilligung (Ausnahmebewilligung) verfügt habe, was er 
gewusst habe (pag. 12).

8. Unbestrittener / bestrittener Sachverhalt

Unbestritten ist, dass der Beschuldigte am 11. Juni 2020 auf der Internetseite 
wish.com die sechs beschlagnahmten Wurfmesser bestellte und sich diese per 
Post in die Schweiz schicken liess. 

Der Beschuldigte bestreitet einzig vorsatzrelevante Fragen (Wissen und Wollen), 
dies im Wesentlichen im Zusammenhang mit der ursprünglichen Bestellung und 
damit mit dem Erwerb der inkriminierten Wurfmesser sowie mit deren rechtlichen 
Qualifikation. Für die Vorsatzfrage wird insbesondere zu klären sein, ob er den Ge-
setzesverstoss mindestens in Kauf genommen hat.

9. Beweismittel

Zur Klärung dieser Fragen liegen der Kammer der Anzeigerapport vom 7. Septem-
ber 2020 (pag. 1 f.), die Unterlagen der Eidgenössischen Zollverwaltung (pag. 3 ff.), 
die beschlagnahmten Wurfmesser sowie die Aussagen des Beschuldigten (pag. 6 
ff., 20 f., 25 f., 44 ff. und 198 ff.) vor. Hinzu kommt die von der Verteidigung einge-
reichte, ausgedruckte Dokumentation des Bestellvorgangs auf der Seite wish.com 
vom 17. August 2023 (bestehend aus Bildschirmfotos des Zahlungsvorgangs und 
der Bestellübersicht sowie einer per Mail versandten Bestellbestätigung). Die Vor-
instanz fasste den Anzeigerapport und die Aussagen des Beschuldigten im Vor- 
sowie erstinstanzlichen Hauptverfahren grundsätzlich vollständig und korrekt zu-
sammen; auf die entsprechenden Erwägungen wird verwiesen (S. 4 ff. der erstin-
stanzlichen Urteilsbegründung; pag. 63 ff.). Des Weiteren wird –  soweit relevant – 
direkt im Rahmen der konkreten Beweiswürdigung (E. 12 hiernach) auf einzelne 
Beweismittel eingegangen. Nachfolgend wird ergänzend die oberinstanzliche Ein-
vernahme zusammengefasst.

Der Beschuldigte gab oberinstanzlich im Wesentlichen zu Protokoll, er habe die 
Idee gehabt, für seine ________-show an der E.________ (Veranstaltung) eine ar-
tistische, zirzensische Wurfmessernummer aufzuführen, weshalb er im Internet 
nach Wurfmessern gesucht habe. Er habe sich bloss zur Inspiration ein paar Bilder 
und Videos angeschaut, wie er es bereits mit anderen Ideen regelmässig getan 
habe; es sei keine Recherche gewesen (pag. 200 Z. 17 ff. und 39 ff.; ein «informa-
tiver Rundgang», pag. 204 Z. 44 f.). Er habe keine Texte gelesen, da er nicht habe 
lesen wollen, wie es technisch funktioniere. Hätte er um die Einschränkungen ge-
wusst, hätte er es nicht getan. Er könne ja nicht etwas Verbotenes aufführen 
(pag. 200 Z. 39 ff.). Über die rechtlichen Grundlagen habe er sich vorgängig nicht 

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erkundigt, weil er gar nicht auf die Idee gekommen sei, dass es ein Problem sein 
könnte. Immerhin habe letztes Jahr auch der Zirkus Knie eine Wurfnummer aufge-
führt (pag. 200 Z. 28 f.). Die unterlassene rechtliche Abklärung sei auch dem Um-
stand geschuldet, dass sie, also der Beschuldigte und sein Team, die Idee schnell 
verworfen und nicht weiterverfolgt hätten, da sie für eine Show in einer Grossarena 
zu wenig attraktiv gewesen sei (pag. 200 Z. 34 ff.). 

Darauf angesprochen, dass bei einer Google-Suche nach dem Begriff «Wurfmes-
ser» Hinweise bezüglich Waffengesetz und Rechtslage auftauchten, erklärte der 
Beschuldigte, er habe «throwing knife» eingegeben und nicht «Wurfmesser» 
(pag. 201 Z. 4 ff.). Dies, weil er international habe suchen und nicht nur Ergebnisse 
aus dem Zirkus Knie habe erhalten wollen (pag. 203 Z. 20 f.). Da habe es ihm 
gleich diverse Angebote angezeigt. Er habe auf die Wurfmesser auf wish.com ge-
klickt, die ausgesehen hätten wie halbe Scheren mit einem Bändel dran, nicht mar-
tialisch, sondern eher so wie ästhetisch-technische Jongliermesser (pag. 201 Z. 17 
ff.). Diese seien für seine Show zu klein gewesen. Da er aber in der Vergangenheit 
die Erfahrung gemacht habe, dass man die Grösse und Anzahl des Produkts erst 
später bei der Bestellung wählen konnte, habe er zum Evaluieren den Bestellungs-
prozess gestartet (ohne die Absicht, sie zu bestellen). Im Warenkorb habe er gese-
hen, dass es sechs Stück mit einem Gesamtgewicht von 150 Gramm gewesen sei-
en, sie also für seine Show nicht taugten (pag. 205 Z. 4 ff.). Da er keine andere 
Grösse, sondern nur eine andere Stückzahl habe wählen können, habe er wieder 
aus der Bestellung rausgehen wollen. Auf diesen Widerspruch angesprochen (erst 
beim Bestellvorgang gesehen, dass sie klein waren, aber extra in den Warenkorb 
gegangen, um zu schauen, ob es sie auch grösser gibt), gab der Beschuldigte an, 
als er auf das Bild geklickt habe, sei er auf die Seite wish.com gekommen, da habe 
er sie gesehen und es sei etwas von 150 Gramm gestanden. Um zu schauen, ob 
es grössere gebe, sei er in den Warenkorb und in den Bestellvorgang gegangen. 
Es habe aber keine anderen Varianten gegeben, dann sei das Gesamtgewicht 150 
Gramm gewesen. Er hätte sie ohnehin nicht bestellen wollen, auch wenn sie ge-
passt hätten. Er habe sich nur informieren wollen, um später zu diskutieren, ob 
man es machen wolle oder nicht (pag. 205 Z. 15 ff.). 

Der Beschuldigte beschrieb sodann das versehentliche Auslösen der Bestellung 
durch eine «zu heftige» Berührung seines Touchpads am Laptop. Das Touchpad 
mit integrierter Maustaste sei extrem unpraktisch, ausser vielleicht jemand könne 
das sehr gut. Statt also aus der Bestellung rauszukommen, habe er die Bestellung 
ausgelöst. Da er schon diverse Einkäufe auf wish.com getätigt habe, seien seine 
Kreditkarte und Adresse bereits hinterlegt gewesen. Andernfalls hätte er einfach 
abbrechen können. Es sei dann nicht mehr möglich gewesen, retour zu gehen. 
Über die Taste «back» funktioniere dies nicht (pag. 201 Z. 38 ff.). 

Er habe den Kauf danach nicht rückgängig gemacht, da dies bei einer früheren Be-
stellung auch schon nicht geklappt habe, und er gedacht habe, er könne die Wurf-
messer als Brieföffner gebrauchen (pag. 203 Z. 6 ff.). Er habe natürlich geschaut, 
ob er es rückgängig machen könnte, es sei dann aber gerade wegen 2-3 Sachen 
nicht gegangen und er sei essen gegangen (pag. 204 Z. 22 ff.). Auf die Frage, 
weshalb er denn nach der Bestellung – zumal er wiederholt angegeben habe, die 

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Wurfmesser seien für die ________-show zu klein gewesen – nicht weiter nach 
geeigneten Wurfmessern gesucht habe, erklärte er, es sei einfach eine Schnellsu-
che kurz vor dem Abendessen gewesen. Da es nichts gewesen sei, habe er die 
Suche abgebrochen und sei essen gegangen. Dann sei eben die Bestellung raus-
gegangen. Dies sei nur 10 Minuten lang eine Idee gewesen, dann sei es für ihn er-
ledigt gewesen, da sie genügend andere Ideen gehabt hätten (pag. 202 Z. 18 ff.). 
Beim Abendessen habe er es mit seiner Frau diskutiert und die Idee verworfen 
(pag. 206 Z. 2 ff.). 

Auf Vorhalt eines der Wurfmesser gab der Beschuldigte an, sie seien schon spitzig, 
er sehe aber nicht, was man mit dem wolle. Er habe sie wirklich nicht gebrauchen 
können, sie seien nicht glaubwürdig (pag. 202 Z. 37 und 43 ff.). Schliesslich 
bestätigte der Beschuldigte, das Konzept von wish.com zu kennen (pag. 203 Z. 25 
ff.).

10. Beweisergebnis der Vorinstanz

Die Vorinstanz erachtete es gestützt auf die ihres Erachtens glaubhaften (d.h. kon-
stanten, originellen, detaillierten und nicht einstudiert wirkenden) Aussagen des 
Beschuldigten für erstellt, dass dieser die fraglichen Wurfmesser versehentlich be-
stellt und zudem nicht gewusst habe, dass es sich dabei um Waffen im Sinne des 
Waffengesetzes (WG; SR 514.54) gehandelt habe, die eine Erwerbs- und Einfuhr-
bewilligung bedingt hätten. Es sei in Anbetracht der ________-show, die der Be-
schuldigte regelmässig organisiere und immer bemüht sei, weitere spannende 
Nummern zu kreieren, nachvollziehbar, dass er sich erst einmal im Internet habe 
schlau machen wollen, was es für Wurfmesser gebe. Der Beschuldigte habe den 
Bestellvorgang versehentlich ausgelöst, es aus Bequemlichkeit aber unterlassen, 
alles in die Wege zu leiten, um die Bestellung zu stornieren. Zudem habe er über-
haupt nicht damit gerechnet, dass die von ihm versehentlich bestellten Wurfmesser 
bewilligungspflichtig seien. Hätte er die Folgen seines Handelns sicher vorausge-
sehen, dann hätte er alles versucht, um die versehentlich ausgelöste Bestellung zu 
stornieren oder hätte die Idee mit den Wurfmessern für seine Show gar verworfen 
(zum Ganzen S. 6 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 65 ff.). 

11. Vorbringen der Parteien

11.1 Generalstaatsanwaltschaft

Die Generalstaatsanwaltschaft brachte gegen die Beweiswürdigung der Vorinstanz 
zunächst vor, die Aussage des Beschuldigten, wonach er die Bestellung unwillent-
lich getätigt habe, sei entgegen der Ansicht der Vorinstanz nicht glaubhaft, sondern 
als Schutzbehauptung zu werten. Zur Begründung führte sie aus, der Beschuldigte 
habe nichts unternommen, um die getätigte Bestellung zu stornieren (was Rück-
schlüsse auf den Vorsatz zulasse, zumal es wenig schlüssig erscheine, eine Be-
stellung von vermeintlich für die ________-show ungeeigneten Wurfmessern nicht 
zu stornieren und damit unnütze Kosten in Kauf zu nehmen, pag. 143 E. 2). Im 
Zeitpunkt der Bestellung habe er zudem Messer für seine Show bestellen wollen 
und entsprechend im Internet danach recherchiert. Wenn ihm die angeblich verse-
hentlich bestellten Wurfmesser tatsächlich zu klein und somit als ungeeignet er-

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schienen wären, dann hätte er wohl weiter nach anderen geeigneteren Wurfmes-
sern gesucht und diese bestellt. Weil der Beschuldigte dies jedoch unterlassen ha-
be, sei davon auszugehen, dass er mit der Bestellung zufrieden gewesen sei oder 
zumindest das Eintreffen der Wurfmesser habe abwarten wollen, um deren Eig-
nung für die Show zu prüfen. Das Ablassen von der Idee, Wurfmesser bei der 
Show zu verwenden, sei schliesslich erst erfolgt, als der Beschuldigte über die Be-
willigungspflicht in Kenntnis gesetzt worden sei (zum Ganzen pag. 120 E. 8).

Weiter rügte die Generalstaatsanwaltschaft, gestützt auf die vom Beschuldigten be-
triebenen Recherchen zu Wurfmessern müsse davon ausgegangen werden, dass 
er es für möglich gehalten resp. ihm bewusst gewesen sei, dass es sich bei den 
bestellten Messern um verbotene Waffen handelte. Er habe nämlich angegeben, 
dass er abgeklärt habe, ob für seine ________-show ein Teil mit Wurfmessern 
möglich wäre. Dazu habe er sich im Internet über Wurfmesser informiert. Die Su-
che nach Wurfmessern habe er nicht direkt auf der Internetseite wish.com gestar-
tet, sondern diese vielmehr erst nach einer Suchabfrage bemerkt. Der Beschuldigte 
habe denn auch ausgeführt, im Onlineshop von «Meister-Messer» seien mehr als 
30 Wurfmesser ausdrücklich ohne Bewilligung bestellbar. In der Rubrik «Wurfmes-
ser» des besagten Onlineshops werde jedoch ausdrücklich darauf hingewiesen, 
dass Messer mit symmetrischen Klingen von fünf bis 30 Zentimetern in der 
Schweiz allgemein verboten seien, weshalb ausschliesslich Modelle mit asymme-
trischen Klingen angeboten würden, die nach Schweizerischem Recht bewilli-
gungsfrei erworben werden könnten. Des Weiteren habe der Beschuldigte darauf 
hingewiesen, dass die von ihm bestellten Gegenstände deutlich geringere Masse 
aufwiesen, als die im Wikipedia-Artikel als geeignet beschriebenen Wurfmesser. 
Der vom Beschuldigten zitierte Wikipedia-Eintrag enthalte indes klare Hinweise 
darauf, dass es sich bei Wurfmessern um Waffen handle. Zudem werde darauf 
hingewiesen, dass ein Wurfmesser eine Wurfwaffe sei. Schliesslich sei der Begriff 
«Waffe» unter dem Verwendungszweck aufgeführt und die Begriffe «Messer (Waf-
fe)» sowie «Wurfwaffe» seien in der Kategorienbezeichnung aufgelistet. Soweit der 
Beschuldigte vorbringe, gerade aufgrund der Informationen auf den genannten In-
ternetseiten darauf vertraut zu haben, dass es sich bei den Wurfmessern nicht um 
Waffen handle, vermöge seine Argumentation hinsichtlich der expliziten Hinweise 
auf die Rechtslage und des mehrfach erwähnten Schlagworts «Waffe» nicht zu 
überzeugen. Der Beschuldigte hätte gestützt auf diese Informationen weitere Ab-
klärungen zur Rechtslage vornehmen müssen und die Vorinstanz hätte nicht davon 
ausgehen dürfen, dass der Beschuldigte nach Konsultation der Internetseiten nicht 
zumindest gebilligt habe, dass es sich bei den von ihm bestellten Wurfmessern um 
Waffen handelte (zum Ganzen pag. 120 f. E. 10-14). 

In der oberinstanzlichen Triplik führte die Generalstaatsanwaltschaft sodann aus, 
bei Google tauchten unter dem Begriff «Wurfmesser» direkt Einfuhrwarnungen auf. 
Selbst wenn man «throwing knife» eingebe, käme als Erstes die Übersetzung, 
nämlich «Wurfmesser». Der Beschuldigte sei intelligent, erfolgreich, habe eine 
________, führe eine ________ (Firma) und sei als technischer Leiter und Materi-
alchef Kenner der Materie. Seine Erklärungen verfingen nicht und sein Aussage-
verhalten zeige, dass er die Messer bestellt habe, um dann mal zu schauen, ob sie 
etwas taugten. Es gehe vorliegend nur um den Einfuhrtatbestand. Die Einfuhr habe 

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der Beschuldigte mindestens in Kauf genommen. Jemand, der so im Leben stehe 
wie der Beschuldigte, der könne ein Touchpad problemlos bedienen. Dass er den 
gesamten Bestellprozess mit einem «one-error»-Mausklick ausgelöst und ansch-
liessend nicht mehr habe korrigieren können, sei nur schwer nachzuvollziehen. 
Immerhin gebe es auf der Seite auch den Hinweis «Widerrufsverfahren».

11.2 Beschuldigter 

Die Verteidigung brachte für den Beschuldigten im Wesentlichen vor, die Vor-
instanz habe ihren Beweisschluss, wonach der Beschuldigte die Messer versehent-
lich bestellt habe, sorgfältig begründet. Sie habe anders als die (General-)Staats-
anwaltschaft einen persönlichen Eindruck vom Beschuldigten erhalten und darge-
legt, dass dessen Aussagen konstant, originell, detailliert und nicht einstudiert sei-
en. Weiter habe sie darauf hingewiesen, dass die Aussagen des Beschuldigten mit 
der Tatsache, dass er regelmässig ________-shows organisiere und immer 
bemüht sei, weitere spannende Nummern zu kreieren, übereinstimmten. Diesen 
zutreffenden vorinstanzlichen Erwägungen sei anzufügen, dass der Beschuldigte 
denn auch dargelegt habe, dass letztendlich das geringe Gesamtgewicht der Mes-
ser ausschlaggebend dafür gewesen sei, auf eine Bestellung zu verzichten, was er 
detailliert begründet habe, indem er das Gesamtgewicht der Bestellung in Relation 
zum Gewicht eines realistischen Wurfmessers gesetzt habe. Das Gesamtgewicht 
einer Internetbestellung sei in der Regel tatsächlich erst ersichtlich, wenn diese 
weitestgehend abgeschlossen sei. Dass in dieser Phase der Abschluss eines Be-
stellvorgangs mittels einer im Laptop integrierten Maus versehentlich erfolgen kön-
ne, sei ausserdem durchaus nachvollziehbar, zumal ein versehentlicher Mausklick 
auf einem berührungsempfindlichen Touchpad notorisch sehr schnell passiert sei. 
Die Darstellung des Beschuldigten weise deshalb insgesamt einen hohen Rea-
litätsgehalt auf und könne so kaum erfunden werden (zum Ganzen pag. 133 E. 6 
f.). Im Ergebnis müsse davon ausgegangen werden, dass die Auslösung des Be-
stellvorgangs auf dem Laptop des Beschuldigten durch ein Versehen erfolgt sei 
(zum Ganzen pag. 134 E. 8). 

Anlässlich der oberinstanzlichen Hauptverhandlung führte die Verteidigung aus, es 
gehe nur um die Frage, ob die Vorinstanz dem Beschuldigten zu Recht geglaubt 
habe, dass er den Bestellbutton irrtümlich gedrückt habe. Damit habe sich die Ge-
neralstaatsanwaltschaft nicht oder nur am Rande auseinandergesetzt. Dieses ent-
scheidende Element habe der im erstinstanzlichen Verfahren nicht vertretene Be-
schuldigte eingebettet, obwohl dessen Verteidigungsstrategie auf der fehlenden 
Kenntnis des Verbots gelegen habe. Dabei handle es sich um ein originelles und 
wahres Detail, die Touchpads seien nämlich tatsächlich berührungsempfindlich. 
Dies erfinde man nicht einfach so, vor allem wenn es für die eigene Verteidigungs-
strategie gar nicht wichtig sei. Sein Selbstversuch habe im Übrigen gezeigt, dass, 
ist man auf der wish.com Seite eingeloggt, tatsächlich bereits ein Knopfdruck 
genüge, um die Bestellung auszulösen. Drücke man anschliessend den Stornie-
rungsbutton, komme man im Übrigen nicht zur Stornierungsfunktion. Bei seinem 
Selbstversuch habe er [gemeint ist der Verteidiger] also ein zweites Mal etwas in 
den Warenkorb gelegt, wo er auf einen AGB-Link gestossen sei. Gemäss AGB 
könne man zwar ein Widerrufsformular ausfüllen. Dieses müsse man aber nach 

11

San Francisco senden. Er habe – gleich wie sein Klient – auf die Stornierung ver-
zichtet, da die Bestellung nicht allzu teuer gewesen sei. 

12. Würdigung der Kammer

12.1 Der Beschuldigte machte einerseits fehlendes Wissen um die Waffenqualität eines 
Wurfmessers sowie Fahrlässigkeit bei seiner Bestellung (Fehlklick auf die im 
Touchpad integrierte Maustaste) geltend. Die Kammer erachtet beide durch den 
Beschuldigten genannten Punkte aus nachfolgenden Gründen (E 12.3. betreffend 
Wissen, E 12.4. betreffend Wollen) als unglaubhaft, wobei der angeklagte Sach-
verhalt selbst dann erfüllt wäre, wenn den Aussagen des Beschuldigten, wonach er 
die Bestellung versehentlich abgegeben habe, gefolgt würde (E 12.6.).

12.2 Der Beschuldigte ist gleichzeitig Präsident des Vereins F.________ (pag. 44 Z. 32) 
sowie technischer und künstlerischer Leiter wie auch Materialchef der «bekannten 
________-showtruppe» G.________ (pag. 21 und 199 Z. 31 ff.). Er ist verantwort-
lich für die technischen Angelegenheiten und organisiert als kreativer Kopf, Ent-
wickler der einzelnen Showelemente und ________ (Funktion) viele und auch 
grössere Shows, u.a. an der E.________(Veranstaltung) (pag. 7 Z. 18, pag. 44 Z. 
32 f.). In seiner Funktion befasste er sich bereits früher mit den rechtlichen Mög-
lichkeiten solcher Shows, so zumindest für eine ________-show (pag. 45 Z. 29 f.). 

12.3 Im vorliegenden Fall wollte ebendieser Beschuldigte wissen, ob ein kleiner Showteil 
mit Wurfmessern möglich wäre. Dazu informierte er sich via Internet über Wurf-
messer, wie er es nach eigenen Angaben immer tue, wenn er eine Idee für eine 
Show habe. Er habe wissen wollen, wie diese technisch aussähen (pag. 7 Z. 19 f.). 
Im Internet habe er dann nach Wurfmessern gesucht und auf der Internetseite 
wish.com Messer gefunden, die ihm aber zu klein (pag. 7 Z. 29 f., pag. 21, pag. 45 
Z. 5, pag. 201 Z. 42 f.; pag. 202 Z. 44 f.), zu leicht (pag. 7 Z. 29 f., pag. 45 Z. 5 und 
13 ff., pag. 205 Z. 4 ff.), zu wenig glaubhaft wirkend (pag. 45 Z. 5, pag. 202 Z. 44) 
gewesen seien. Die Show und folglich auch die Wurfmesser sollten möglichst 
glaubhaft / martialisch / attraktiv / überzeugend wirken (pag. 45 Z. 2 ff., pag. 200 
Z. 35 ff., pag. 201 Z. 18). Hierfür mussten sie eine gewisse, authentische Grösse 
und Gewicht aufweisen und sie sollten möglichst echt resp. gefährlich aussehen. 
Die inkriminierten und verbotenen Wurfmesser stellen damit dasjenige Produkt dar, 
nach welchem der Beschuldigte bewusst und mit der Intention gesucht hatte, es 
(allenfalls später) für eine Show zu bestellen; er irrte gerade nicht über den Kauf-
gegenstand. Entsprechend wollte der Beschuldigte die Wurfmesser keinesfalls ih-
rem tatsächlichen Zweck entsprechend einsetzen, um die Darsteller und Zuschauer 
nicht zu gefährden resp. weil weder die Fähigkeiten dazu bestanden noch die Si-
cherheit hätte gewährleistet werden können (pag. 21 und 25, pag. 45 Z. 1 f., 
pag. 200 Z. 18 f.; es sei die Idee gewesen, dass man das Ganze nur spiele und die 
Wurfmesser gar nicht wirklich geworfen hätte). Der Beschuldigte wusste damit be-
reits im Zeitpunkt seiner Internetsuche um die Gefährlichkeit von Wurfmessern, de-
ren Name und Aussehen die potenzielle Gefährlichkeit im Übrigen bereits implizie-
ren. Insofern ist der Generalstaatsanwaltschaft beizupflichten, dass es sich bei ei-
nem Wurfmesser im Gegensatz zu den vom Beschuldigten genannten Vergleichs-
gegenständen (Küchenmesser, Brieföffner, Äxte) schon optisch, von der Bezeich-

12

nung und der Verwendung her klar um eine Waffe handelt und dass dies dem Be-
schuldigten (Anmerkung der Kammer: einem gebildeten technischen Leiter und 
Materialchef eines ________-showteams mit ________ Shows an der 
E.________(Veranstaltung)) im Bestellzeitpunkt ebenfalls klar gewesen sein dürfte 
(pag. 23). Es bleibt anzufügen, dass der Vergleich mit den vom Beschuldigten er-
wähnten Gegenständen bereits deshalb ungeeignet ist, ein nachvollziehbares Un-
wissen seinerseits zu begründen, als es sich bei einem Wurfmesser offensichtlich 
nicht um einen Alltagsgegenstand handelt. Der Einsatz als Waffe ist – anders als 
die von ihm genannten Gegenstände – eindeutig primärer Verwendungszweck ei-
nes Wurfmessers, was dem Beschuldigten bekannt sein musste. Ziel seiner Wurf-
messershow sollte denn auch sein, mit den Wurfmessern eine Gefährlichkeit vor-
zutäuschen. Bereits deshalb musste sich ihm aufdrängen, dass ein Wurfmesser als 
Waffe gelten und es als solche gewissen Regulierungen unterworfen sein könnte.

Spätestens im Rahmen seiner Google-Suche dürfte der Beschuldigte dann auch 
konkret auf Hinweise gestossen sein (etwa auf das Wort «Wurfwaffe», Einfuhrwar-
nungen, die Frage, ob Wurfmesser «erlaubt» bzw. «legal» sind o.Ä.), welche auf 
eine mögliche Waffenqualität oder ein Verbot solcher Wurfmesser schliessen lies-
sen und durch welche sich weitere diesbezügliche Abklärungen aufdrängten. Die 
oberinstanzlich erstmals und erst auf konkreten Vorhalt, wonach bei der Google-
Suche nach dem Begriff «Wurfmesser» solche Hinweise auftauchten, vorgebrachte 
Behauptung des Beschuldigten, er habe den englischen Begriff «throwing knife» 
eingegeben, ändert daran nichts, ist klar als Schutzbehauptung zu werten und wirkt 
überdies suspekt. Einerseits macht die Erklärung, wonach er international habe su-
chen und nicht nur auf Bildmaterial aus dem Zirkus Knie habe stossen wollen, we-
nig Sinn, machte er doch gleichzeitig geltend, bei seiner Suche nach Wurfmessern 
auf die Seite wish.com geklickt und dort nach noch grösseren Wurfmessern und 
gerade eben nicht nach Bild- oder Videomaterial einer Zirkusaufführung gesucht zu 
haben. Es ist von vornherein nicht einzusehen, weshalb er für Letzteres eine Ver-
kaufsplattform besucht und bereits nach passenden Grössen gesucht hätte. Ande-
rerseits würde dies nichts an der Tatsache ändern, dass der englische, notabene 
wortwörtlich übersetzte Begriff «throwing knife» ebenso die gefährliche Funktiona-
lität eines solchen Messers im Namen trägt, und dass auch bei der Suche nach 
dem englischen Begriff Bilder von Wurfmessern auftauchen, welche deren Qualifi-
kation als Waffe nahelegen. Insofern kann der Beschuldigte auch aus dem Um-
stand, dass die Wurfmesser seiner Ansicht nach harmlos aussähen und nieman-
den verletzen könnten, – abgesehen davon, dass dies rechtlich nicht von Belang ist 
–, auch in tatsächlicher Hinsicht nichts zu seinen Gunsten ableiten, muss ihm zu-
mindest die grundsätzliche, potenzielle Gefährlichkeit von Wurfmessern spätestens 
bei seiner Google-Suche ins Auge gesprungen sein. Dass der Beschuldigte, wahr-
lich kein Laie in der Szene der Showentwickler, in der Lage ist, die nötigen und be-
reits über eine minimale Google-Suche zugänglichen Informationen erhältlich zu 
machen, zeigt nicht zuletzt seine Einsprachebegründung vom 4. November 2020 
(pag. 25 f.). Diese Eingabe widerspricht im Übrigen den weiteren Aussagen des 
Beschuldigten, wonach er sich erst im Nachhinein informiert habe, nennt der Be-
schuldigte doch darin Seiten wie Meister-Messer oder Wikipedia mitunter als Grund 

13

dafür, dass er (ursprünglich) gar nicht auf die Idee gekommen sei, dass es sich bei 
den Wurfmessern um verbotene Waffen handeln könnte (pag. 25 f.).

Am Ergebnis, dass er sich vorgängig hätte informieren müssen und es unter den 
gegebenen Umständen billigend in Kauf nahm, dass es sich bei den Wurfmesser 
um Waffen im Sinne des Waffengesetzes handeln könnte, ändern schliesslich auch 
seine genannten Beispiele (der Zirkus Knie führe auch solche Nummern auf oder 
dass in der Schweiz viele Wurfmesser problemlos erhältlich seien) nichts. 

Nach dem Gesagten ist es unglaubhaft, dass sich der Beschuldigte als technischer 
Leiter und Materialchef eines regelmässig an der E.________(Veranstaltung) auf-
tretenden ________-showteams angesichts seiner klaren Vorstellung über die 
Verwendung der Wurfmesser, seiner getätigten Internetsuche sowie der klar er-
kennbaren Gefährlichkeit eines Wurfmessers keinerlei Gedanken über ein allfälli-
ges Verbot oder eine damit einhergehende Bewilligungspflicht gemacht haben will. 
Der Beschuldigte hat die Eigenschaft des Wurfmessers als Waffe im Sinne des 
Waffengesetzes sowie die Möglichkeit gesetzlicher Verbots- oder Bewilligungsvor-
schriften, so auch im Zusammenhang mit deren Einfuhr, zumindest in Kauf ge-
nommen.

12.4 Der Beschuldigte sprach oberinstanzlich – wie hiervor dargelegt – erstmals von 
einem «informativen Rundgang», der nur 10 Minuten gedauert habe, von einer 
Idee, welche nach einer Besprechung mit seiner Frau beim Nachtessen gleich wie-
der verworfen worden sei. Er habe nur schauen wollen, was möglich wäre und ha-
be sich deshalb nicht weiter über Wurfmesser informiert und im Internet nur Bilder 
und Videos geschaut und nicht Texte gelesen. Selbst wenn er passende Wurfmes-
ser gefunden hätte, hätte er sie nicht bestellen wollen. Der Beschuldigte wider-
spricht sich damit in verschiedener Hinsicht selber: 

Der Beschuldigte bestritt zu keinem Zeitpunkt, bewusst und nicht etwa versehent-
lich auf der Verkaufsplattform wish.com gelandet zu sein. Bereits diese Tatsache 
lässt kaum einen anderen Schluss zu, als dass er die im Internet gesuchten Wurf-
messer erwerben wollte. Damit gehen auch seine wiederholt getätigten Aussagen 
einher, wonach er auf wish.com sehr günstige Wurfmesser gefunden habe, die zir-
kusmässig bzw. gut ausgesehen hätten (pag. 21 und 25, pag. 45 Z. 12 f., pag. 201 
Z. 40 f.), er letztlich aber im Bestellprozess gesehen habe, dass sie zu klein, zu 
leicht, zu wenig glaubhaft wirkend gewesen seien (pag. 21 und 25, pag. 45. 4 f.). 
Der Beschuldigte hatte offenbar bereits eine genaue Vorstellung vom gewünschten 
Produkt, wollte dieses erwerben und startete hierfür den Bestellprozess. Hätte sich 
der Beschuldigte lediglich Inspiration suchen und von anderen Zirkusartistinnen 
und Zirkusartisten mögliche zirzensische Darstellungen abschauen wollen, wäre zu 
erwarten gewesen, dass er nach anderen Begrifflichkeiten gesucht und insbeson-
dere nicht ohne Umschweife auf einer Verkaufsplattform gelandet wäre (dazu noch 
bei einer in seinen Augen dubiose und ihm bestens bekannte Verkaufsplattform, 
pag. 45 Z. 22 und pag. 203 Z. 25, 29 ff. und 39, wonach er gewusst habe, dass es 
ein internationaler Marktplatz sei, «ein Basar», auf dem «Pseudonyme
oder unbekannte Firmen» ihre Produkte verkaufen können). Diese Umstände zei-
gen sowohl, dass es dem Beschuldigten sehr wohl um den Erwerb von Wurfmes-
sern ging und er wissen musste bzw. in Kauf nahm, dass die Bestellung von sol-

14

chen «Wurfmessern» über eine solche «dubiose» Plattform problembehaftet sein 
könnte.

Ebenso wenig Interpretationsspielraum lässt das nachfolgende Verhalten des Be-
schuldigten offen: So verliess er nicht etwa die Seite wish.com wieder (was logi-
sche Folge seines fehlenden Kaufinteresses gewesen wäre), vielmehr legte er das 
Wurfmesser-Set – gemäss eigenen Angaben, um zu überprüfen, ob noch grössere 
Varianten angeboten würden – in den Warenkorb. Bereits insofern geht seine Aus-
sage, wonach er für die Fehlbestellung einen einzigen Knopf gedrückt habe, fehl. 
Dass er beim Verschieben der im Touchpad integrierten Maus in Richtung «Back-
Taste» den Bestellbutton passiert habe und das Touchpad versehentlich im ent-
scheidenden Moment einen Klick ausgelöst habe, erscheint im Lichte der vorange-
gangenen Ausführungen zu zufällig, um für sich Zweifel am tatsächlichen Bestell-
willen zu erwecken. Entgegen der Behauptung des Beschuldigten bedarf es für die 
korrekte Bedienung eines Touchpads denn auch keiner Fachkenntnisse oder be-
sonderer technischer Fertigkeiten.

Schliesslich brachte er die Erklärungen, es habe sich nur um eine 10-minütige 
Schnellsuche gehandelt, der Grund für die nicht vorgenommene Stornierung habe 
im anstehenden Nachtessen gelegen und er habe die Idee beim Nachtessen auf 
Anraten seiner Frau bereits wieder vollständig verworfen, erstmals vor oberer In-
stanz vor. Er widerspricht damit seinen früheren Aussagen, wonach er die Idee erst 
nach Erhalt des Briefes der Post verworfen habe (pag. 7 Z. 51 i.V.m. pag. 21), weil 
es zu umständlich mit den Bewilligungen und dem sicheren Verwahren gewesen 
wäre (pag. 7 Z. 57 f., pag. 21) und dass er es auch mit den Teilnehmern der Show 
diskutiert habe (pag. 45 Z. 35). Folgt man letzteren, konstanteren Aussagen, so 
mutet seltsam an, dass er nach der Bestellung von ungeeigneten Wurfmessern 
nicht etwa nach geeigneteren Wurfmessern gesucht hat. Der Generalstaatsanwalt-
schaft beipflichtend ist davon auszugehen, dass der Beschuldigte mit der Bestel-
lung zufrieden war oder zumindest das Eintreffen der Wurfmesser abwarten wollte, 
um deren Eignung für die Show zu prüfen. Damit stimmt letztlich auch die Aussage 
des Beschuldigten, es sei ihm schlicht nicht in den Sinn gekommen, dass die 
Wurfmesser als Waffen gelten könnten (pag. 45 Z. 34 f.), überein, behauptet er 
doch gerade nicht, er habe dies, weil er die Wurfmesser versehentlich bestellt ha-
be, im Bestellzeitpunkt noch gar nicht abgeklärt. 

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die Aussagen des Beschuldig-
ten weder stimmig noch stringent sind. Der Beschuldigte versucht sich augenfällig 
mit dem selektiven Einsatz verschiedener Schutzbehauptungen, so etwa mit dem 
falschen Knopfdruck über der Bestelltaste, welche die versehentlichen Bestellung 
ausgelöst habe, zu exkulpieren. Diese Sachverhaltsvariante stellt für die Kammer 
keine ernstzunehmende Alternative zur willentlichen Bestellung dar. Der angeklag-
te Sachverhalt gilt als erstellt. 

12.5 Der Beschuldigte hat es im Ergebnis im Wissen um die Gefährlichkeit von Wurf-
messern und im Wissen um seine fehlende Bewilligungspflicht unterlassen, die 
nötigen Abklärungen zu tätigen und damit billigend in Kauf genommen, dass die 
Wurfmesser Waffen im Sinne des Waffengesetzes und deren Einfuhr damit bewilli-
gungspflichtig sein könnten. Der Beschuldigte nahm die Bestellung willentlich vor 

15

und nahm damit die Einfuhr der bestellten Wurfmesser mindestens in Kauf. 

12.6 Die zumindest in Kauf genommene Einfuhr wäre im Übrigen selbst dann erstellt, 
wenn dem Beschuldigten vorbehaltlos geglaubt würde. Der Beschuldigte führte 
nämlich mehrfach aus, die Wurfmesser bewusst nicht storniert zu haben, dies ei-
nerseits aus Kostengründen (die Wurfmesser seien sehr günstig gewesen) sowie 
andererseits mit der Intention, sie als Brieföffner zu benutzen (pag. 7 Z. 24 f., 
pag. 21, 25, pag. 45 Z. 8, pag. 203 Z. 6 ff.). Würde folglich auf die Aussagen des 
Beschuldigten abgestellt, so ergäbe sich daraus, dass dieser die Bestellung der 
Wurfmesser zwar versehentlich abgegeben, sich indessen nachträglich mit der Be-
stellung zufriedengegeben und deren postalische Zustellung gewollt hat. Letztere 
bedingte zwangsläufig die Einfuhr der Wurfmesser ins Schweizerische Staatsge-
biet, was der Beschuldigte damit zumindest in Kauf nahm. Diese Einfuhr wird dem 
Beschuldigten in rechtlicher Hinsicht vorgeworfen, nicht der Erwerb. Der fehlende 
Vorsatz beim ursprünglichen Erwerb wäre folglich aufgrund seines nachträglichen 
Willens zum Erhalt der Wurfmesser nicht weiter von Belang; die willentliche und 
vorliegend angeklagte Einfuhr wäre in beiden Konstellationen (versehentliche oder 
willentliche Bestellung) erstellt.

III. Rechtliche Würdigung

13. Widerhandlung gegen das Waffengesetz (WG)

Art. 33 Abs. 1 lit. a WG stellt u.a. das Verbringen von Waffen in das Schweizeri-
sche Staatsgebiet ohne Berechtigung unter Strafe (vgl. Art. 5 Abs. 2 lit. a WG). 
Wurfmesser gelten nach Art. 4 Abs. 1 lit. c WG i.V.m. Art. 7 Abs. 3 der Waffenver-
ordnung (WV; SR 514.541) als Waffen, wenn sie eine feststehende, spitz zulaufen-
de, mehr als 5 cm und weniger als 30 cm lange symmetrische Klinge aufweisen. 

Der objektive Tatbestand ist unbestritten: Die Wurfmesser haben eine symmetri-
sche, ca. 10 cm lange Klinge und gelten somit als Waffen im Sinne der Waffenge-
setzgebung. Der Beschuldigte hat diese Wurfmesser, ohne über die entsprechende 
Bewilligung zu verfügen, über das Internet in die Schweiz bestellt. Auch die Vertei-
digung anerkannte, dass die Definition in der Waffengesetzgebung keinen Raum 
für einen Freispruch lasse. Unter diesen Umständen führt das Bestreiten der Ge-
fährlichkeit der Wurfmesser seitens des Beschuldigten – wie die Generalstaatsan-
waltschaft in ihrer Replik (pag. 143 E 1) zutreffend ausführte – ins Leere. Der ob-
jektive Tatbestand ist erfüllt. 

Der subjektive Tatbestand ist hingegen bestritten, nach dem Beweisergebnis aber 
ebenfalls erfüllt: Die Beweiswürdigung hat ergeben, dass der Beschuldigte die 
sechs Wurfklingen willentlich bestellt hat und die Einfuhr von verbotenen Waffen 
zumindest in Kauf genommen hat. Der Beschuldigte handelte demnach eventual-
vorsätzlich. 

Damit ist der Tatbestand von Art. 33 Abs. 1 lit. a WG sowohl in objektiver wie auch 
in subjektiver Hinsicht erfüllt. Es sind weder Rechtfertigungs- noch Schuldaus-
schlussgründe ersichtlich. Insbesondere hat die Beweiswürdigung ergeben, dass 
der Beschuldigte zumindest in Kauf genommen hat, dass es sich bei den bestellten 

16

Wurfmessern um eine Waffe im Sinne des Waffengesetzes handelte, deren Einfuhr 
einer Bewilligung bedurfte, über die er nicht verfügte. Er befand sich damit nicht in 
einem Verbotsirrtum nach Art. 21 StGB (vgl. BGE 148 IV 298 E 7.6. in fine). 

Der Beschuldigte wird wegen Widerhandlung gegen das Waffengesetz durch Ver-
bringen einer Waffe in das Schweizerische Staatsgebiet ohne Berechtigung schul-
dig gesprochen.

IV. Strafzumessung

14. Anwendbares Recht 

Der Beschuldigte beging das zur Beurteilung stehende Delikt nach Inkrafttreten der 
revidierten Bestimmungen des allgemeinen Teils des StGB am 1. Januar 2018, 
womit vorliegend geltendes Recht anzuwenden ist.

15. Theoretische Grundlagen der Strafzumessung

Gemäss Art. 47 StGB misst das Gericht die Strafe nach dem Verschulden des 
Täters zu. Bei der Strafzumessung ist zwischen Tat- und Täterkomponenten zu un-
terscheiden. Die Tatkomponenten umfassen das Ausmass des verschuldeten Er-
folges, die Art und Weise der Begehung der Tat, die Willensrichtung und die Be-
weggründe des Täters. Zu den Täterkomponenten sind die persönlichen Verhält-
nisse des Täters, das Vorleben und die Vorstrafen, das Verhalten nach der Tat und 
im Strafverfahren, die Strafempfindlichkeit sowie weitere strafmindernde und straf-
erhöhende Aspekte zu zählen. Nach Art. 50 StGB hat das Gericht in der Urteilsbe-
gründung die für die Zumessung der Strafe erheblichen Umstände und deren Ge-
wichtung zu begründen. Insgesamt müssen seine Erwägungen die ausgefällte 
Strafe rechtfertigen, d.h. das Strafmass muss plausibel erscheinen (BGE 134 IV 
17 E. 2.1).

16. Strafrahmen und Strafart

Das Verbringen von Waffen in das Schweizerische Staatsgebiet ohne Berechtigung 
ist mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bedroht (Art. 33 Abs. 1 
lit. a WG). Der ordentliche Rahmen ist nur zu verlassen, wenn aussergewöhnliche 
Umstände vorliegen und die für die betreffende Tat angedrohte Strafe im konkreten 
Fall zu hart bzw. zu milde erscheint (BGE 136 IV 55 E. 5.8). Vorliegend sind keine 
solchen Umstände ersichtlich. Der Strafrahmen reicht somit von drei Tagessätzen 
Geldstrafe (vgl. Art. 34 Abs. 1 StGB) bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe. 

Die Wahl der Strafart richtet sich nach dem Verhältnismässigkeits- und Zweckmäs-
sigkeitsprinzip. Bei alternativ zur Verfügung stehenden Sanktionsarten ist die mil-
deste unter den geeigneten zu wählen, mithin diejenige, die am wenigsten in die 
persönliche Freiheit des Beschuldigten eingreift. Es gilt damit grundsätzlich das 
Primat der Geldstrafe. Vorliegend sind unter dem Gesichtspunkt der Verhältnis-
mässigkeit keine Gründe ersichtlich, die eine andere Sanktion als die Geldstrafe 
nahelegen würden (vgl. Art. 41 Abs. 1 StGB). Der Beschuldigte ist nicht vorbestraft, 
hat einen intakten Leumund und lebt in geordneten, finanziell sehr guten Verhält-

17

nissen. Die Strafe ist daher als Geldstrafe auszusprechen.

17. Tatkomponenten

Die Richtlinien für die Strafzumessung des Verbands Bernischer Richterinnen und 
Richter, Staatsanwältinnen und Staatsanwälte (mit Änderungen vom 17. Juni 2022 
per 1. Januar 2023; nachfolgend: VBRS-Richtlinien) sehen für die Einfuhr von ei-
nem verbotenen Messer/Wurfgerät gemäss Art. 5 Abs. 1 WG eine Strafe von 
10 Strafeinheiten vor, wobei sich die Normstrafe auf die Widerhandlung mit einer 
Waffe bezieht (VBRS-Richtlinien, S. 52). 

In objektiver Hinsicht fällt vorliegend erschwerend ins Gewicht, dass der Beschul-
digte nicht ein einziges Wurfmesser, sondern ein ganzes Set (beinhaltend sechs 
Wurfmesser) ohne Berechtigung auf dem Postweg in das Schweizerische Staats-
gebiet einführte. Dagegen erfolgt eine Strafminderung aufgrund des bloss eventua-
lvorsätzlichen Handelns des Beschuldigten. Angesichts des relativ weiten Straf-
rahmens sowie der vergleichsweise eher geringen Gefährlichkeit der Wurfmesser 
und der geringen kriminellen Energie des Beschuldigten (er bestellte die Wurfmes-
ser für eine Zirkusnummer) ist von einem leichten Verschulden auszugehen. Mit 
Blick auf die VBRS-Richtlinien und gestützt auf die konkreten Umstände (die Er-
höhung bei der objektiven und die Reduktion bei der subjektiven Tatschwere halten 
sich die Waage) erachtet die Kammer eine Strafe von 10 Strafeinheiten als schuld-
angemessen.

18. Täterkomponenten

Die Täterkomponenten sind insgesamt neutral zu bewerten. Der Beschuldigte lebt 
in geordneten und finanziell sehr stabilen Verhältnissen, führt mit seinem Bruder 
eine eigene Firma (H.________ AG) und ist vorstrafenlos. Die Tat wäre ohne Wei-
teres vermeidbar gewesen. Die Strafempfindlichkeit und das Nachtatverhalten ge-
ben zu keinen Bemerkungen Anlass. Es bleibt bei einer Strafe von 10 Strafeinhei-
ten.

19. Vollzugsart

Gemäss Art. 42 Abs. 1 StGB schiebt das Gericht den Vollzug einer Geldstrafe in 
der Regel auf, wenn eine unbedingte Strafe nicht notwendig erscheint, um den 
Täter von der Begehung weiterer Verbrechen oder Vergehen abzuhalten. Es 
genügt das Fehlen einer ungünstigen Prognose. 

Der Beschuldigte, ein Ersttäter, erfüllt klarerweise die Voraussetzungen des be-
dingten Strafvollzugs. Die Geldstrafe ist bedingt auszusprechen und die Probezeit 
auf das gesetzliche Minimum von 2 Jahren festzusetzen (Art. 44 Abs. 1 StGB).

20. Tagessatzhöhe

Das Gericht bestimmt die Höhe des Tagessatzes nach den persönlichen und wirt-
schaftlichen Verhältnisse des Täters im Zeitpunkt des Urteils, namentlich nach Ein-
kommen und Vermögen, Lebensaufwand, allfälligen Familien- und Unterstützungs-
pflichten sowie dem Existenzminimum. Ein Tagessatz beträgt in der Regel mindes-
tens CHF 30.00 und höchstens CHF 3'000.00 (Art. 34 Abs. 2 StGB). Massgebend 

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ist damit die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Täters. Ausgangspunkt bildet 
das Einkommen, das dem Täter durchschnittlich an einem Tag zufliesst. Zum Ein-
kommen gehören neben den Einkünften aus selbständiger oder unselbständiger 
Erwerbstätigkeit namentlich Vermögenserträge (Miet- und Pachtzinsen, Zins- und 
Wertschriftenerträge usw., vgl. BGE 134 IV 60 E. 6.1). Weiter ist festzulegen, wie 
sich die sonstigen persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse des Täters auf 
die Tagessatzhöhe auswirken. Dies ist kein rechnerischer Vorgang, sondern eine 
richterliche Würdigung erhöhender und reduzierender Umstände. Die persönlichen 
und wirtschaftlichen Verhältnisse des Täters sind gegeneinander abzuwägen, und 
es ist unter dem Gesichtspunkt der Belastbarkeit zu entscheiden, ob und inwiefern 
sie für ein Abweichen vom Nettoeinkommen sprechen (DOLGE, in: Basler Kommen-
tar, Strafrecht, 4. Aufl. 2019, N. 45 f. zu Art. 34 StGB). Mit dem Bemessungskriteri-
um des Vermögens ist die Substanz gemeint, da dessen Ertrag bereits Einkommen 
darstellt. Da die Geldstrafe den Täter in erster Linie in seinem Einkommen und 
nicht in den Quellen, aus denen es fliesst, treffen will, ist dieses bei der Bemessung 
des Tagessatzes nur (subsidiär) zu berücksichtigen, wenn besondere Vermögens-
verhältnisse einem vergleichsweise geringen Einkommen gegenüberstehen (BGE 
134 IV 60 E. 6.2).

Aus dem Erhebungsformular wirtschaftliche Verhältnisse sowie der oberinstanzli-
chen Einvernahme des Beschuldigten geht hervor, dass dieser über ein Nettoein-
kommen von CHF 2'000.00 (bei einem Beschäftigungsgrad von 20% bei seiner ei-
genen Firma H.________ AG), andere Einkünfte von CHF 8'000.00 (Kapitalerträge 
aus Aktienwertschriften, Eigenmietwert etc.), ein liquides Vermögen von CHF 2 
Mio. sowie Liegenschaften bzw. Grundstücke mit Steuerwert CHF 800’00.00 in 
C.________ (Ort), I.________(Ort) und J.________(Ort) verfügt (pag. 183 f. und 
198 f.). Seine Ehefrau weist kein Einkommen auf (pag. 184).

Bei einem monatlichen Einkommen resp. Einkünften von CHF 10'000.00 und unter 
Berücksichtigung eines Pauschalabzugs von 30% für Steuern, Krankenkasse etc. 
sowie eines Unterstützungsabzugs von 15% für die erwerbslose Ehefrau resultiert 
ein Tagessatz von CHF 190.00. Dieser Tagessatz bildet die wirtschaftlichen Ver-
hältnisse des Beschuldigten angesichts des beachtlichen Vermögens nicht hinläng-
lich ab. Der Kammer erscheint ein Korrekturbetrag von CHF 300.00 pro Tagessatz 
(0.015% resp. 0.15‰ des liquiden Vermögens von CHF 2 Mio.) als angemessen. 
Der Tagessatz beträgt demzufolge unter Berücksichtigung des Vermögenszu-
schlags gesamthaft CHF 490.00.

21. Verbindungsbusse

Eine bedingte Strafe kann gemäss Art. 42 Abs. 4 StGB mit einer Busse nach 
Art. 106 StGB verbunden werden. 

Die Kammer ist im konkreten Fall der Ansicht, dass die Folgen des Strafverfahrens 
für den Beschuldigten genügend spürbar sind und es insofern keines darüberhin-
ausgehenden (bei einem Fünftel der Strafe zwei Tagessätze betragenden) Denk-
zettels bedarf, um ihn von weiteren Straftaten abzuhalten. Auf das Aussprechen ei-
ner Verbindungsbusse wird demnach verzichtet.

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22. Konkretes Strafmass

Im Ergebnis wird der Beschuldigte somit zu einer bedingten Geldstrafe von 10 Ta-
gessätzen zu je CHF 490.00, ausmachend CHF 4'900.00, verurteilt. Die Probezeit 
wird auf 2 Jahre festgesetzt.

V. Kosten und Entschädigung

21. Verfahrenskosten

Fällt die Rechtsmittelinstanz einen neuen Entscheid, so befindet sie darin auch 
über die von der Vorinstanz getroffene Kostenregelung (Art. 428 Abs. 3 StPO). 
Gemäss Art. 426 Abs. 1 StPO trägt die beschuldigte Person die erstinstanzlichen 
Verfahrenskosten, wenn sie verurteilt wird (Art. 426 Abs. 1 StPO). Die Kosten des 
Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe ihres Obsiegens oder 
Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). 

Zufolge seines Unterliegens in oberer Instanz hat der Beschuldigte sowohl die erst-
instanzlichen Verfahrenskosten von CHF 1'700.00 wie auch die Kosten des 
Rechtsmittelverfahrens, bestimmt auf CHF 2'500.00 (Art. 5 i.V.m. Art. 24 Abs. 1 
lit. a des Verfahrenskostendekrets [VKD; BSG 161.12]), zu tragen.

Entgegen der Ansicht der Verteidigung rechtfertigt sich eine andere Kostenauflage 
auch unter dem Blickwinkel von Art. 426 Abs. 3 lit. a StPO nicht. Der durch die zwi-
schenzeitliche Verlegung ins schriftliche Verfahren verursachte Aufwand wurde ei-
nerseits durch den entsprechend geringeren Aufwand der Parteien im Hinblick auf 
die mündliche Hauptverhandlung sowie andererseits durch die entsprechend tiefe-
ren oberinstanzlichen Verfahrenskosten kompensiert.

22. Amtliche Entschädigung

Gemäss Art. 42 Abs. 1 des Kantonalen Anwaltsgesetzes (KAG; BSG 168.11) be-
zahlt der Kanton den amtlich bestellten Anwälten eine angemessene Entschädi-
gung, die sich nach dem gebotenen Zeitaufwand bemisst und höchstens dem Ho-
norar gemäss der Tarifordnung für den Parteikostenersatz (Art. 41 KAG) entspricht. 
Bei der Festsetzung des gebotenen Zeitaufwands sind die Bedeutung der Streitsa-
che und die Schwierigkeit des Prozesses zu berücksichtigen. Auszugehen ist vom 
Zeitaufwand, den ein fachlich ausgewiesener, gewissenhafter Anwalt unter Berück-
sichtigung der Schwierigkeit der tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse und des 
Aktenumfangs für die korrekte Erledigung des Geschäftes benötigt. Auslagen und 
Mehrwertsteuer, sofern der Anwalt mehrwertsteuerpflichtig ist, werden zusätzlich 
entschädigt. Der Stundenansatz für die Entschädigung der amtlich bestellten An-
wälte beträgt im Kanton Bern CHF 200.00 (Art. 1 der Verordnung über die Ent-
schädigung der amtlichen Anwältinnen und Anwälte [EAV; BSG 168.711]).

Art. 135 Abs. 4 StPO bestimmt, dass die beschuldigte Person bei einer Verurtei-
lung zu den Verfahrenskosten dazu verpflichtet ist, (lit. a) dem Kanton die Entschä-
digung zurückzuzahlen und (lit. b) der Verteidigung die Differenz zwischen der amt-
lichen Entschädigung und dem vollen Honorar zu erstatten, sobald es ihre wirt-
schaftlichen Verhältnisse erlauben.

20

Rechtsanwalt B.________ macht oberinstanzlich mit Kostennote vom 17. August 
2023 (pag. 221) ein amtliches Honorar von CHF 4'316.70 geltend, sich zusammen-
setzend aus einem Arbeitsaufwand von 18.5 Stunden zu CHF 200.00, einem Rei-
sezuschlag von CHF 150.00, Auslagen von total CHF 158.10 und einer Mehrwert-
steuer von CHF 308.60. Nach Abschluss des Schriftenwechsels im schriftlichen 
Verfahren betrug der Aufwand von Rechtsanwalt B.________ gemäss Kostennote 
vom 16. November 2022 (pag. 157) 11 Stunden. Dieser Aufwand ist nicht zu bean-
standen. Aus dem Vergleich der beiden eingereichten Kostennoten ergibt sich, 
dass 7.5 von den geltend gemachten 18.5 Stunden auf die mündliche Hauptver-
handlung fallen. Diese dauerte 1.5 Stunden, womit nebst Abschlussarbeiten von 
0.5 Stunden eine Vorbereitungszeit von 5.5 Stunden übrigbleibt. Die Kammer er-
achtet angesichts des bereits vollständig durchgeführten doppelten Schriftenwech-
sels eine solche von 2.5 Stunden als angemessen. Es erfolgt damit eine Kürzung 
um 3 Stunden; der zu entschädigende Aufwand beträgt 15.5 Stunden, ausmachend 
CHF 3'100.00 resp. inkl. der wie beantragt zuzusprechenden Reisezuschläge und 
Auslagen CHF 3'670.50 (inkl. MWST).

Der Beschuldigte hat dem Kanton Bern die an Rechtsanwalt B.________ ausge-
richtete amtliche Entschädigung zurückzuzahlen, sobald es seine wirtschaftlichen 
Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 StPO). Die Nachzahlung der Differenz zwi-
schen der amtlichen Entschädigung und dem vollen Honorar wurde nicht geltend 
gemacht.

VI. Verfügung

Die erstinstanzlich verfügte Vernichtungseinziehung nach Art. 69 StGB wurde 
mangels Anfechtung rechtskräftig. Es wird hierzu auf das Urteilsdispositiv verwie-
sen.

21

VII. Dispositiv

Die 2. Strafkammer erkennt:

I.

Es wird festgestellt, dass das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland (Einzelgericht) 
vom 20. Mai 2021 insoweit in Rechtskraft erwachsen ist, als weiter verfügt wurde:

Die beschlagnahmten 6 Wurfmesser in Etui werden zuhanden der Kantonspolizei Bern, 
Fachbereich Waffen und Sprengstoff, zur Vernichtung eingezogen (Art. 69 StGB).

II.

A.________ wird schuldig erklärt:

der Widerhandlung gegen das Waffengesetz durch Verbringen einer Waffe in das 
schweizerische Staatsgebiet ohne Berechtigung, begangen am 11. Juni 2020 in 
C.________ (Ort)

und in Anwendung der Artikel

34, 42 Abs. 1, 44 Abs. 1, 47, 333 StGB,
4 Abs. 1 lit. c, 33 Abs. 1 lit. a WG,
7 Abs. 3 WV,
426 Abs. 1, 428 Abs. 1 und 3 StPO

verurteilt:

1. Zu einer Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu CHF 490.00, ausmachend total 
CHF 4’900.00.

Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festge-
setzt.

2. Zur Bezahlung der erstinstanzlichen Verfahrenskosten von CHF 1'700.00 (inkl. 
schriftliche Urteilsbegründung). 

3. Zur Bezahlung der oberinstanzlichen Verfahrenskosten von CHF 2'500.00.

22

III.

1. Die Entschädigung des amtlichen Verteidigers der beschuldigten Person, Rechtsan-
walt B.________, wird für das oberinstanzliche Verfahren wie folgt bestimmt:

Stunden Satz
amtliche Entschädigung 15.50 200.00 CHF 3’100.00
Reisezuschlag CHF 150.00

CHF 158.10
Mehrwertsteuer 7.7% auf CHF 3’408.10 CHF 262.40
Total, vom Kanton Bern auszurichten CHF 3’670.50

Auslagen MWST-pflichtig

2. A.________ hat dem Kanton Bern die für das oberinstanzliche Verfahren ausgerichte-
te Entschädigung von insgesamt CHF 3'670.50 zurückzuzahlen (Art. 135 Abs. 4 
StPO). Auf die Nachzahlung der Differenz zwischen der amtlichen Entschädigung und 
dem vollen Honorar wurde verzichtet.

Zu eröffnen:
- dem Beschuldigten, a.v.d. Rechtsanwalt B.________
- der Generalstaatsanwaltschaft

Mitzuteilen:
- der Vorinstanz
- der Koordinationsstelle Strafregister (Urteil mit Begründung; nach unbenutztem Ab-

lauf der Rechtsmittelfrist bzw. nach Entscheid der Rechtsmittelbehörde)
- dem Bundesamt für Polizei (Dispositiv)

Bern, 18. August 2023
(Ausfertigung: 6. Februar 2024)

Im Namen der 2. Strafkammer

Die Präsidentin:

Oberrichterin Friederich Hörr

Der Gerichtsschreiber:

Lüthi

Rechtsmittelbelehrung
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung beim Bundesgericht, Av. du Tribunal fédéral 29, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 39 ff., 78 ff. und 90 ff. des Bundesgerichtsgeset-
zes (BGG; SR 173.110) geführt werden. Die Beschwerde muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entspre-
chen.

Gegen den Entschädigungsentscheid kann die amtliche Verteidigung innert 10 Tagen seit Eröffnung bei der 
Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts, Viale Stefano Franscini 7, 6500 Bellinzona, schriftlich und be-
gründet Beschwerde führen (Art. 135 Abs. 3 lit. b StPO).