# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8ce0238a-775f-5f03-af89-a82558592600
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-06-08
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 08.06.2016 IV 2013/452
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2013-452_2016-06-08.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2013/452

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 15.10.2019

Entscheiddatum: 08.06.2016

Entscheid Versicherungsgericht, 08.06.2016
Art. 28 IVG und Art. 16 ATSG. Beweiskraft eines ABI-Gutachtens. 
Einkommensvergleich (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons 
St. Gallen vom 8. Juni 2016, IV 2013/452). Bestätigt durch Urteil des 
Bundesgerichts 8C_482/2016.

Besetzung

Präsident Joachim Huber, Versicherungsrichterinnen Christiane Gallati Schneider und 

Miriam Lendfers; Gerichtsschreiberin Della Batliner

Geschäftsnr.

IV 2013/452

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. Romana Kronenberg Müller,

Zürcherstrasse 25, Postfach 326, 8730 Uznach,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

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Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A. 

A.a  A.___ (nachfolgend: Versicherter) meldete sich im September 2011 unter Angabe 

von „starken Schmerzen, Schlafstörungen, depressiven Symptomen und hohem 

Blutdruck seit dem Unfall“ bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen (nachfolgend: IV-

Stelle) zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (IV-act. 2). Er hatte sich 

am 27. August 2009 beim Transport von Material den rechten Unterschenkel an einem 

kleinen Transportwagen angeschlagen (act. G4.2, Schadenmeldung UVG vom 

24. Februar 2010). In der Folge war aufgrund einer entzündlichen Entwicklung 

(beginnende Osteomyelitis) am 16. Juni 2010 die Operation des rechten 

Unterschenkels (Haut-Exzision, Dekortizieren von Tibia anterior rechts und freier 

Latissimus dorsi Lappen vom Rücken links zum Unterschenkel rechts; vgl. act. G4.2, 

Operationsbericht vom 30. Juni 2010) in der Klinik für Wiederherstellungschirurgie des 

Universitätsspitals Zürich (nachfolgend: USZ) durchgeführt worden (act. G4.2, 

Schadenmeldung UVG vom 10. Mai 2010; MR-Bericht vom 23. Februar 2010). Vom 

19. August bis 1. September 2010 hatte eine stationäre Rehabilitation in der Klinik 

B.___ stattgefunden (act. G4.2, Austrittsbericht vom 27. September 2010). Am 

17. August 2011 hatte der Versicherte einen Treppensturz erlitten und sich dabei an der 

rechten Schulter verletzt (gemäss MRI Schulter rechts vom 11. Januar 2012 [Suva-

act. 156]: transmurale Supraspinatussehnenruptur, Ruptur des 

Subskapularisoberrandes und eine Bizepstenopathie mit Subluxation rechts, im 

weiteren Verlauf Rotatorenmanschetten-Ruptur; vgl. act. G4.2, Bericht über die 

kreisärztliche Untersuchung vom 8. Juni 2012 und Bericht vom 30. August 2012 von 

Dr. med. C.___, Facharzt für Chirurgie FMH, Kreisarzt-Stellvertreter). Ausserdem klagte 

der Versicherte über Lumbalgien (IV-act. 31-11/16).

A.b Die den Versicherten seit 22. September 2010 behandelnde Dr. med. D.___, 

Oberärztin, Bereichsleiterin Psychiatrie-Zentrum E.___, berichtete am 24. Oktober 2011 

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(IV-act. 14) über die Diagnosen einer schweren depressiven Episode ohne 

psychotische Symptome und einer nicht organischen Insomnie. Die bisherige oder eine 

andere Tätigkeit sei aus psychiatrischer Sicht zumutbar, soweit sie mit weniger 

Verantwortung verbunden sei. Eine Überlastung könne unter Umständen sehr schnell 

zu einem allfälligen Rückfall führen. Dem Versicherten sei es durch die Krankheit  nur 

eingeschränkt möglich, flexibel auf Stress zu reagieren. Zum zeitlichen Rahmen 

äusserte sie sich nicht.

A.c  Mit Schreiben vom 7. Dezember 2011 (IV-act. 19) und 17. Januar 2012 (IV-act. 20) 

wies die IV-Stelle den Versicherten auf seine Mitwirkungs- und 

Schadenminderungspflicht hin und bat ihn um aktive Mitwirkung an den beruflichen 

Eingliederungsmassnahmen. Ansonsten drohe die Leistungseinstellung und 

Nichteintreten auf das Gesuch. Dr. med. F.___, Facharzt Allgemeine Innere Medizin 

FMH, nahm mit Schreiben vom 27. Januar 2012 für den Versicherten dahingehend 

Stellung, dass diesem zurzeit keine Arbeit zumutbar sei und aus ärztlicher Sicht im 

Moment Massnahmen zur Eingliederung nicht indiziert seien (IV-act. 21). Dennoch 

wurde das Mahn- und Bedenkzeitverfahren am 28. März 2012 erneut eingeleitet (IV-

act. 24). Nachdem Dr. F.___ mit Schreiben vom 16. April 2012 abermals erklärt hatte, 

dass beim Versicherten eine berufliche Eingliederung momentan nicht möglich sei, 

wurde das Gesuch um berufliche Massnahmen abgewiesen (Suva-act. 26f., 30).

A.d Gemäss Bericht vom 9. Mai 2012 (IV-act. 31-14/16) bestand neurographisch und 

klinisch kein Anhalt für eine Polyneuropathie. Die Beschwerden seien klinisch-

neurologisch und elektrophysiologisch vereinbar mit einer leichten L5-Radikulopathie 

links mit segmentalem sensiblem Defizit, einer leichten Fussheberschwäche und 

passendem Denervierungszeichen im EMG.

A.e  Dr. F.___ berichtete am 11. Juli 2012 (IV-act. 31-2/16) über vom Versicherten 

beklagte Beschwerden am rechten Unterschenkel, an der rechten Schulter und am 

Rücken. Zudem stehe dieser wegen posttraumatischer Depression im psychiatrischen 

Zentrum in G.___ in Behandlung. Bis auf weiteres bestehe eine volle Arbeitsunfähigkeit.

A.f Gemäss Bericht vom 8. August 2012 von Dr. D.___ war aufgrund der 

Konzentrations-, Gedächtnis- und Belastungsstörungen, der Ausdauerprobleme, 

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welche auf eine reduzierte Leistungsfähigkeit durch eine schwere depressive 

Symptomatik mit Angstzuständen zurückzuführen sei, der starken Vergesslichkeit und 

der Notwendigkeit von häufigen Ruhepausen die bisherige Tätigkeit im zeitlichen 

Rahmen von 30-50% zumutbar. Auch eine andere Tätigkeit mit wenig Verantwortung 

sei im zeitlichen Rahmen von ca. 30-40% zumutbar (IV-act. 34). Den telefonisch 

gegenüber der IV-Eingliederungsverantwortlichen am 11. Mai 2012 geäusserten 

Verdacht auf Frühdemenz erwähnte Dr. D.___ trotz entsprechender Ankündigung nicht 

in ihrem Bericht (IV-act. 28-2/3, 40-2/3).

A.g Da der Gesundheitszustand des Versicherten anhand der Akten weiterhin nicht klar 

beurteilt werden konnte, wurde eine polydisziplinäre Begutachtung bei der Ärztliches 

Begutachtungsinstitut GmbH (ABI) durchgeführt. Im ABI-Gutachten vom 31. Januar 

2013 wurden als Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit chronische 

Beschwerden der rechten Körperhälfte, ein chronisches lumbovertebrales 

Schmerzsyndrom, chronische Schulterbeschwerden unter Betonung der dominanten 

rechten Seite und eine leichte bis mittelgradige depressive Episode festgestellt. Aus 

interdisziplinärer Sicht kamen die ABI-Gutachter zum Schluss, dass beim Versicherten 

für körperlich mittelschwer bis schwer belastende berufliche Tätigkeiten sowie in der 

angestammten Tätigkeit keine zumutbare Arbeitsfähigkeit mehr bestehe. Für körperlich 

leichte, angepasste Tätigkeiten bestehe eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 80%. 

Das Pensum könne vollschichtig umgesetzt werden mit reduziertem Rendement.

A.h Mit Vorbescheid vom 15. März 2013 (IV-act. 52) ermittelte die Beschwerdegegnerin 

gestützt auf das ABI-Gutachten vom 31. Januar 2013 einen Invaliditätsgrad von 8% 

und verneinte einen Rentenanspruch des Versicherten. Dagegen liess der Versicherte 

am 25. März 2013 Einwand erheben und diesen am 30. April 2013 begründen (IV-

act. 53, 56). Nachdem der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) sich am 22. Mai 2013 und 

1. Juli 2013 dahingehend geäussert hatte, dass weiterhin auf das ABI-Gutachten vom 

31. Januar 2013 abgestellt werden könne, verfügte die IV-Stelle am 11. Juli 2013 im 

Sinn des Vorbescheids (IV-act. 58, 61f.).

B. 

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B.a  Mit Beschwerde vom 13. September 2013 (act. G1) liess der Versicherte durch 

Rechtsanwältin Dr. iur. Romana Kronenberg Müller, Uznach, beantragen, die 

angefochtene Verfügung vom 11. Juli 2013 sei aufzuheben und die 

Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, ihm eine ganze, mindestens jedoch eine halbe 

Invalidenrente auszurichten; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten 

der Beschwerdegegnerin. Zur Begründung liess er insbesondere anführen, auf das 

psychiatrische ABI-Teilgutachten dürfe nicht abgestellt werden, da es schwerwiegende 

Mängel aufweise. Auch die übrigen ABI-Teilgutachten seien unvollständig und 

widersprüchlich. Der relevante Sachverhalt sei auch aufgrund des Fehlens einer 

Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) unvollständig abgeklärt.

B.b Mit Beschwerdeantwort vom 15. November 2013 schloss die Beschwerdegegnerin 

auf Abweisung der Beschwerde (act. G4).

B.c  Mit Replik vom 3. Januar 2014 (act. G6) hielt die Rechtsvertreterin des 

Beschwerdeführers an ihrem bisherigen Standpunkt fest. Die Beschwerdegegnerin 

verzichtete auf die Einreichung einer Duplik (act. G8).

B.d Mit Eingabe vom 25. September 2014 (act. G9) reichte die Rechtsvertreterin des 

Beschwerdeführers die Berichte von Dr. med. H.___, Fachärztin für Neurologie FMH 

und Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 7. September 2014 und von Dr. D.___ 

vom 19. September 2014 nach.

Erwägungen

1.

1.1  Zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin den Anspruch des Beschwerdeführers 

auf Rentenleistungen zu Recht verneint hat.

1.2  Gemäss Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) ist Invalidität die voraussichtlich bleibende 

oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit und kann Folge 

von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes 

über die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch 

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Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte 

und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise 

Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 

Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Grundlage der Bemessung des 

Invalideneinkommens (zum Einkommensvergleich vgl. E. 3.1) bilden die 

Arbeitsfähigkeitsschätzung und die Umschreibung der trotz der 

Gesundheitsbeeinträchtigung noch möglichen und zumutbaren Tätigkeiten (vgl. Art. 6 

ATSG). Arbeitsunfähigkeit wird in Art. 6 ATSG als die durch eine Beeinträchtigung der 

körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise 

Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten, 

definiert. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf 

oder Aufgabenbereich berücksichtigt. Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit 

können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinn 

von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines 

psychischen Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als 

relevant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person 

bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, 

abwenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv 

bestimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer 

Erwerbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychischen 

Beeinträchtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur 

soweit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die 

Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versicherten Person sozial-

praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).

1.3  Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die 

versicherte Person mindestens zu 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens 

zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so besteht 

Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% auf 

eine Viertelsrente.

1.4  Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit zu beurteilen und somit den 

Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das 

Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere 

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Fachleute zur Verfügung gestellt haben. Nach dem Grundsatz der freien 

Beweiswürdigung haben Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte die 

Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 

pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des Beweiswerts eines ärztlichen Gutachtens 

ist entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf 

allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich 

mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinandersetzt, was vor 

allem bei psychischen Fehlentwicklungen nötig ist, in Kenntnis der und gegebenenfalls 

in Auseinandersetzung mit den Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, ob es in 

der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet und ob 

die Schlussfolgerungen des medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, 

dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann (vgl. BGE 125 V 

351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c, je mit Hinweisen).

2.

2.1  Vorliegend ist vorab der Frage nachzugehen, ob der medizinische Sachverhalt eine 

rechtsgenügliche Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers erlaubt. Für 

die Bemessung des Invaliditätsgrads hat die Beschwerdegegnerin das ABI-Gutachten 

vom 31. Januar 2013 (IV-act. 46) als Grundlage beigezogen. Dieses wurde vom RAD in 

den Stellungnahmen vom 12. März 2013 (IV-act. 48), 22. Mai 2013 (IV-act. 58) und 

1. Juli 2013 (IV-act. 61f.) als umfassend, nachvollziehbar und auf allseitigen 

Untersuchungen beruhend sowie in Kenntnis der Vorakten und unter Berücksichtigung 

der geklagten Beschwerden erstellt betrachtet. Ein im Rahmen des 

Verwaltungsverfahrens eingeholtes Gutachten von externen oder internen 

Spezialärzten, die aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie 

nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu 

schlüssigen Ergebnissen gelangen, besitzt bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft, 

solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 

125 V 351 ff. E. 3b/bb und 3b/ee). Das vorliegende ABI-Gutachten ist nachfolgend auf 

solche Indizien hin zu prüfen.

2.2 

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2.2.1  Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers wendet gegen das psychiatrische 

ABI-Teilgutachten von Dr. med. I.___, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, 

insbesondere ein, es widerspreche allen davor verfassten ärztlichen Beurteilungen. 

Zudem finde keine Auseinandersetzung mit den von der langjährigen behandelnden 

Psychiaterin Dr. D.___ attestierten Diagnosen statt.

2.2.2  Dr. I.___ nahm in seinem psychiatrischen Teilgutachten - wenn auch nur knapp - 

Bezug auf die früheren psychiatrischen Einschätzungen, insbesondere auf die 

Diagnosen von Dr. D.___. Zur von ihr diagnostizierten nicht organischen Insomnie 

erwähnte Dr. I.___, die Schlafstörung gehöre zur depressiven Episode. Offenbar stand 

dies für ihn derart ausser Frage, dass er eine nähere Begründung nicht für notwendig 

erachtete. Zu seinen aktuellen Leiden befragt, äusserte der Beschwerdeführer 

anlässlich der Begutachtung Dr. I.___ gegenüber unter anderem, dass er in der Nacht 

nicht schlafen könne und einerseits wegen der Schmerzen, andererseits aber auch 

wegen Angst und schlechter Träume halb wach sei. Zum Tagesablauf liess der 

Beschwerdeführer verlauten, er müsse sich am Morgen jeweils im Bett hin und her 

bewegen, um in die Gänge zu kommen. Bei der psychiatrischen Befunderhebung nahm 

Dr. I.___ die vom Beschwerdeführer beschriebenen Symptome der erhöhten 

Ermüdbarkeit, der Schlafstörungen und des Morgentiefs sowie die Ängste in der Nacht 

mit Albträumen auf und stellte sie in einen Zusammenhang mit der von ihm 

diagnostizierten leichten bis mittelgradigen Episode mit depressiven Verstimmungen. 

Mit Blick auf die von der WHO herausgegebene ICD-Klassifikation (Bernd Graubner in: 

Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information [DIMDI; Hrsg.], 

ICD-10-GM 2015 Systematisches Verzeichnis, 10. Revision - German Modification, 

Version 2015, S. 192), wonach bei einer depressiven Episode (F32) unter anderem eine 

ausgeprägte Müdigkeit nach jeder kleinen Anstrengung auftreten kann und der Schlaf 

meist gestört ist, erscheint dies auch ohne erläuternde Begründung durchaus 

nachvollziehbar. Vor diesem Hintergrund würde eher die eigenständige Diagnose einer 

nicht organischen Insomnie durch Dr. D.___ nach einer eingehenden Begründung 

rufen, zumal bereits in den einleitenden Bemerkungen zur entsprechenden ICD-

Klassifikation (F51) festgehalten wird, eine Schlafstörung sei in vielen Fällen Symptom 

einer anderen psychischen oder körperlichen Krankheit (Bernd Graubner, a.a.O., 

S. 206). Dr. D.___ hatte die separate Diagnosestellung einer nicht organischen 

Insomnie aber nur marginal mit Durchschlafstörungen (alle zwei bis drei Stunden 

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Aufwachen) und später mit einer nicht näher umschriebenen Entkopplung des Tag-

Nacht-Rhythmus begründet. Das Gefühl von Nutzlosigkeit und Schuld sei beim 

Beschwerdeführer meist vorherrschend (IV-act. 14). Diese Feststellungen von Dr. D.___ 

sind mit einheitlichen Betrachtung von Schlafstörung und diagnostizierter Depression 

durchaus vereinbar und vermögen an der gutachterlichen Beurteilung von Dr. I.___ 

nach dem Gesagten keine Zweifel zu wecken.

2.2.3  Zur von Dr. D.___ gestellten Diagnose einer schweren depressiven Episode hält 

Dr. I.___ fest, in einem solchen Fall wäre eine ambulante Behandlung kaum mehr 

möglich und die regelmässig schwere Antriebsstörung oder Phase der Erregtheit bei 

oft bestehender Suizidalität würde eine stationäre Behandlung notwendig machen. 

Betroffene könnten Tätigkeiten und Aktivitäten nicht mehr nachgehen und ein 

Untersuchungsgespräch, wie vorliegend geführt, wäre nicht mehr so gut möglich. 

Abgesehen von einem knapp dreiwöchigen stationären Rehabilitationsaufenthalt in der 

Klinik B.___ und einem gescheiterten Rehabilitationsversuch in der Rehaklinik Bellikon 

(wobei dies offenbar an einer Vollbelegung in der neurologischen Abteilung lag; vgl. 

act. G4.2, Telefongespräch mit Dr. med. J.___ vom 4. Juli 2012) fanden aber seit 

September 2010 einzig ambulante Konsultationen bei Dr. D.___ statt. Diese beschrieb 

in der ersten Berichterstattung Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, erhebliche 

Verzweiflung und Agitiertheit, Verlust des Selbstwertgefühls bei Vorherrschen des 

Gefühls von Nutzlosigkeit und Schuld, Schlafstörungen und ein mässiges Suizidrisiko 

(IV-act. 14). Im zweiten Bericht an die IV-Stelle erwähnte sie eine zunehmende 

depressive Symptomatik bei Konzentrations-, Gedächtnis- und Belastungsstörungen 

sowie Ausdauerproblemen wegen reduzierter Leistungsfähigkeit durch eine schwere 

depressive Symptomatik mit Angstzuständen, starker Vergesslichkeit und geringer 

Belastbarkeit. Suizidgedanken und -handlungen, welche eine schwere depressive 

Episode kennzeichnen (vgl. dazu Bernd Graubner, a.a.O., S. 192), wurden jedoch 

überhaupt nicht erwähnt (IV-act. 34). Nach Erstellung des ABI-Gutachtens passte 

Dr. D.___ ihre Diagnose im Bericht an Dr. F.___ vom 14. August 2013 an und sprach 

von einer mittelgradigen depressiven Episode mit somatischem Syndrom und einem 

Verdacht auf nicht näher bezeichnete vaskuläre Demenz (act. G1.12). Einen stationären 

Aufenthalt in der Klinik K.___ hatte sie im Bericht vom 3. Juni 2013 (IV-act. 60) aufgrund 

der Verdachtsdiagnose auf früh beginnende Demenz - und nicht wegen der bis dahin 

diagnostizierten Depression - als notwendig erachtet. Dieser Verlauf deutet gesamthaft 

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- wie Dr. I.___ bereits festhielt - nicht auf eine schwere depressive Episode hin. Dr. I.___ 

fand keine Hinweise auf Suizidalität vor. Anamnestisch beständen Hinweise auf eine 

verminderte Affektsteuerung mit auch verbaler Aggressivität ohne Hinweise auf 

Impulskontrollstörungen bei eher herabgesetztem Antrieb und erhöhter Ermüdbarkeit. 

Soweit die Rechtsvertreterin mit Hinweis auf zwei Stellen des psychiatrischen 

Gutachtens („Er mache aber Probleme, da er auch aggressiv werde“, S. 12; „Es kommt 

auch zu verbalen Auseinandersetzungen mit seiner Ehefrau, was aber dadurch bedingt 

ist, dass er krank ist und nicht mehr arbeitet“, S. 14) Phasen von Erregtheit beim 

Beschwerdeführer zu belegen versucht, ist festzuhalten, dass darin die subjektiven 

Angaben des Beschwerdeführers wiedergegeben wurden und eine Aggressivität im 

Untersuchungsgespräch nicht festgestellt werden konnte und auch in den übrigen 

Akten nicht hinreichend dokumentiert ist. Die von Dr. I.___ gestellte Diagnose einer 

leichten bis mittelgradigen depressiven Episode seit Beginn der Behandlung bei 

Dr. D.___ im September 2010 erscheint plausibel und ist nicht durch die Arztberichte 

von Dr. D.___ zu entkräften.

2.2.4  Dr. F.___ berichtete mehrmals über die postoperative Entwicklung einer 

massiven depressiven Episode mit Angst- und Panikattacken. Der Beschwerdeführer 

sei psychisch dermassen instabil, dass bereits kleine Unstimmigkeiten in der Familie zu 

einem massiven Erregungsausbruch führen könnten (IV-act. 21, 26). Seit der 

Unterschenkeloperation bestehe eine Depression, die zu einer völligen 

Zurückgezogenheit geführt habe (IV-act. 56-11/13). Zurzeit und bis auf weiteres 

bestehe eine volle Arbeitsunfähigkeit (IV-act. 31-2/16). Entgegen dieser 

Arbeitsfähigkeitsschätzung erachtete Dr. D.___ - in deren Betreuung Dr. F.___ den 

Beschwerdeführer als Hausarzt und Facharzt für Allgemeine Innere Medizin FMH 

überwies - zumindest eine teilweise Arbeitsfähigkeit als zumutbar. Dies legt die 

Vermutung nahe, dass Dr. F.___ aufgrund seiner auftragsrechtlichen Vertrauensstellung 

tendenziell eher zugunsten seines Patienten aussagte (BGE 135 V 465 E. 4.5 mit 

Hinweis), jedenfalls aber keine objektive Zumutbarkeitsbeurteilung vorgenommen 

haben dürfte. Zweifel am ABI-Gutachten ergeben sich aus seiner 

Arbeitsfähigkeitsschätzung jedenfalls nicht.

2.3  Die Rechtsvertreterin beschreibt einen Widerspruch zwischen der von Dr. I.___ 

festgehaltenen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 20% (S. 13) und der 

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ganztägigen Verwertbarkeit der Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit ohne 

Leistungseinschränkung (S. 14). Wie der RAD bereits in seiner Stellungnahme vom 

22. Mai 2013 plausibel erläutert hatte, liegt die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit um 

20% einzig in der depressiven Störung begründet. Die etwas auffälligen 

dramatisierenden Persönlichkeitszüge reichten nicht für die Diagnose einer 

Persönlichkeitsstörung aus und hätten keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. In 

Bezug auf diese Persönlichkeitszüge bestehe daher eine ganztägige Arbeitsfähigkeit 

ohne Leistungseinschränkung (IV-act. 58).

2.4  Die Einwendungen der Rechtsvertreterin zu angeblichen Widersprüchen zwischen 

dem psychiatrischen und dem neurologischen Teilgutachten hinsichtlich der 

medikamentösen Therapie sind unbegründet und wurden bereits in der RAD-ärztlichen 

Stellungnahme vom 22. Mai 2013 aufgeklärt. Der psychiatrische Gutachter Dr. I.___ 

empfahl die Weiterführung der antidepressiven Medikation. Prinzipiell könne die 

regelmässige Einnahme eines stärker sedierenden Antidepressivums auf die Nacht 

hilfreich sein. Die Notwendigkeit der Analgetikamedikation sollte aus somatischer Sicht 

evaluiert werden. Während Dr. I.___ damit primär offenbar auf die schlafanstossende 

Wirkung der Antidepressiva abzielte, wies der neurologische Gutachter Dr. med. L.___, 

Facharzt für Neurologie (FMH), auf einen - im Einklang mit Dr. med. M.___, Facharzt 

FMH für Oto-Rhino-Laryngologie (ORL), festgestellten - Zusammenhang zwischen den 

Dyskinesien und der Medikation mit Seroquel sowie Remeron hin, überliess jedoch die 

Frage der Indikation dieser umfangreichen Medikation dem psychiatrischen 

Fachgebiet. Der psychiatrische Gutachter sprach sich aufgrund der depressiven 

Symptomatik bzw. der damit verbundenen Schlafprobleme für eine Fortführung der 

medikamentösen Behandlung mit Antidepressiva aus.

2.5  Die vom Beschwerdeführer geklagten kognitiven Einschränkungen finden bereits 

im ABI-Gutachten mehrfach Erwähnung (vgl. insbesondere psychiatrisches 

Teilgutachten S. 14, neurologisches Teilgutachten S. 17 und neuropsychologisches 

Teilgutachten S. 19). Der psychiatrische Gutachter Dr. I.___ stellte fest, dass der 

Beschwerdeführer im Untersuchungsgespräch über Konzentrationsstörungen geklagt 

und bei der Angabe von genauen Lebensdaten Mühe bekundet habe. Er habe jedoch 

die in seinem Lebenslauf aufgeführten Daten bestätigen und sich also doch noch 

erinnern können. Im neurologischen Teilgutachten beschrieb Dr. L.___ ein 

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pseudodementes Verhalten, welches im Verlauf der Untersuchung sogar noch deutlich 

zugenommen habe. Im neuropsychologischen Teilgutachten hielt lic. phil. N.___, 

Psychologe/Neuropsychologe, fest, nach mehrmaligen Konfrontationen mit seinem 

auffälligen und unglaubwürdigen Verhalten habe der Beschwerdeführer ein normales 

Verhalten gezeigt und sei trotz anfänglich geltend gemachten Wortfindungsstörungen 

zunehmend in der Lage gewesen, sich mit dem Übersetzer auf O.___ und mit dem 

Versuchsleiter auf Deutsch zu unterhalten. Dr. D.___ stellte in ihrem Bericht vom 

19. September 2014 (act. G9.2) weiterhin deutliche Konzentrationsprobleme, 

Wortfindungs- und Verständnisstörungen fest. Sie beschrieb leichte Auffälligkeiten des 

Altgedächtnisses und starke Auffälligkeiten der Merkfähigkeit und des 

Kurzzeitgedächtnisses (Minimentalstatus: 0 von 3 Werten). Diese (klinischen) 

Feststellungen sind denen der ABI-Gutachter ähnlich, doch zieht Dr. D.___ daraus 

andere Schlüsse, obwohl eine dementielle Erkrankung nach Lage der Akten nicht mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen werden konnte (unauffällige Schädel-

MRI [act. G1.9 und G1.12]; Bericht von Dr. H.___ vom 7. September 2014, wonach die 

Liquordiagnostik lediglich grenzwertige Ergebnisse ergab, weshalb die Ärztin weitere 

Abklärungen erst nach einem Zeitablauf von sechs Monaten empfahl [act. G9.1]). In 

Bezug auf den Mosaiktest unterscheiden sich die Untersuchungsergebnisse des 

neuropsychologischen Gutachters vom 6. Dezember 2012 (S. 19 des Gutachtens) 

ebenfalls nicht nennenswert von den Erhebungen Dr. D.___s (act. G9.2). Nachdem sich 

aufgrund des unklaren kognitiven Profils selbst aus den von Dr. D.___ veranlassten 

umfangreichen Abklärungen keine klare Diagnose einer Frühdemenz ergab und 

differentialdiagnostische Abklärungen erst lange nach Erlass der Verfügung 

weiterverfolgt wurden, besteht vorliegend kein Anlass, von den gutachterlichen 

Feststellungen abzuweichen (vgl. act. G1.9, G1.12, G9.1 und insbesondere G9.2).

2.6  Die E-Mail-Nachricht von Dr. med. P.___, Oberarzt, Schulter und Ellbogen Team, 

Uniklinik Balgrist, vom 29. April 2013 (act. G1.6) vermag den orthopädischen Teil des 

ABI-Gutachtens nicht zu erschüttern, bezeichnet doch Dr. P.___ selbst die 

schulterspezifischen Diagnosen im Gutachten als korrekt, ohne sich allerdings - im 

Gegensatz zu Dr. med. Q.___, FMH Orthopädische Chirurgie - eingehend mit der 

medizinischen Aktenlage befasst zu haben. Dr. P.___ geht mit dem Gutachten 

weitgehend überein und sieht die Zumutbarkeit einer angepassten Arbeitstätigkeit als 

gegeben an. Er bezeichnet das maximale Gewicht zum Heben von Lasten als 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/16

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diskutabel, spezifiziert allerdings nicht weiter, weshalb das Limit "eher" bei 5kg und 

nicht wie von Dr. Q.___ festgehalten bei 10kg liegen sollte.

2.7  Zusammenfassend ergeben sich weder aus den Einwänden der Rechtsvertreterin 

des Beschwerdeführers noch aus den Akten selbst konkrete Anhaltspunkte, welche die 

Beweiskraft des ABI-Gutachtens vom 31. Januar 2013 schmälern. Dieses ist als 

zuverlässige Grundlage zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers zu 

betrachten, und es ist gestützt darauf davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer 

in der Lage ist, in einer körperlich leichten, angepassten Tätigkeit eine Arbeits- und 

Leistungsfähigkeit von 80% zu erbringen.

2.8  Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers beantragt, es sei eine 

arbeitsorientierte Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) durchzuführen. 

Eine EFL untersucht die Belastbarkeit für häufige physische Funktionen der Arbeit mit 

standardisierten funktionellen Leistungstests. Ziel dieser Untersuchung ist eine 

realitätsgerechte Beurteilung der arbeitsbezogenen Belastbarkeit bzw. eine detaillierte 

Erfassung der physischen Fähigkeiten und Defizite. Bewertet wird nur die körperliche 

Belastbarkeit (vgl. Michael Oliveri/Franziska Denier-Bont, Marie-Louise Hallmark Itty, 

Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit [EFL] nach Susan Isernhagen, 

Medizinische Mitteilungen Suva 69, Dezember 1996, S. 15ff. und insbesondere S. 24). 

Die körperlichen Einschränkungen des Beschwerdeführers wurden umfassend 

abgeklärt und auch die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers rügte hauptsächlich 

das psychiatrische ABI-Teilgutachten. Eine EFL verspricht in Bezug auf die psychisch 

bedingte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit keinen weiteren Erkenntnisgewinn, 

weshalb davon abzusehen ist.

3.

3.1  Art. 28a Abs. 1 IVG erklärt Art. 16 ATSG für die Bemessung der Invalidität von 

erwerbstätigen Versicherten als anwendbar. Danach ist das Erwerbseinkommen, das 

die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der 

medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 

zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/16

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(Invalideneinkommen), in Beziehung zu setzen zum Erwerbseinkommen, das sie 

erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen).

3.2  Bei der Ermittlung des Valideneinkommens ging die Beschwerdegegnerin von den 

Angaben der damaligen Arbeitgeberin des Beschwerdeführers, der R.___ AG, aus, 

wonach dieser im Gesundheitsfall im Jahr 2011 ein Jahreseinkommen von Fr. 66‘950.-- 

erzielt hätte (IV-act. 11, 50). Da die Kündigung per 30. Juni 2012 des seit 1. Mai 1994 

bestehenden Anstellungsverhältnisses aus gesundheitlichen Gründen erfolgte, ist mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit anzunehmen, dass der Beschwerdeführer - würden 

keine Gesundheitsbeeinträchtigungen bestehen - diese Tätigkeit hätte weiterführen 

können und wollen (vgl. IV-act. 11, IV-act. 46 S. 8). Daher sind als Valideneinkommen 

Fr. 66‘950.-- zu berücksichtigen.

3.3 

3.3.1  Die Bemessung des Invalideneinkommens erfolgt auf Grundlage der 

Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) 2010. Beizuziehen sind die LSE-

Tabellenlöhne für Männer im privaten Sektor, TA1, Anforderungsprofil 4, was als 

Ausgangswert Fr. 4‘901.-- monatlich bzw. einen Jahreslohn von Fr. 58‘812.-- ergibt. 

Aufgerechnet auf die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit im Jahr 2011 von 41.7 

Stunden und die Nominallohnentwicklung 2011 (1%) ergibt sich daraus ein Einkommen 

von Fr. 61‘925.--. Bei einer Arbeitsfähigkeit von 80% resultiert ein Invalideneinkommen 

von Fr. 49‘540.--.

3.3.2  Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen 

Durchschnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu 

kürzen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass 

versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwerarbeit 

verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten 

nurmehr beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende 

durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ursprünglich 

nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem 

allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Rechtsprechung dem Umstand 

Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/16

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versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder 

Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des 

Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann 

erfolgen, wenn im Einzelfall Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die versicherte Person 

wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-

Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem 

Einkommen verwerten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der 

Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter 

Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf 

höchstens 25 % des Tabellenlohnes zu begrenzen (BGE 134 V 322 E. 2 mit Hinweis).

3.3.3  Es trifft zu, dass der Beschwerdeführer, seit Eintritt des Gesundheitsschadens, 

keine körperliche Schwerarbeit mehr leisten kann. Da die Adaptationskriterien nur noch 

eine körperlich leichte Tätigkeit zulassen, muss der Beschwerdeführer auf dem 

Arbeitsmarkt gewisse finanzielle Einbussen in Kauf nehmen, die einen Abzug vom 

Tabellenlohn rechtfertigen. Doch selbst unter zusätzlicher Berücksichtigung der langen 

Betriebszugehörigkeit bzw. der möglicherweise eingeschränkten Anpassungsfähigkeit 

ergäbe sich bei grosszügiger Bemessung maximal ein Abzug von 15%.

3.4  Eine Gegenüberstellung des Valideneinkommens von Fr. 66‘950.-- und des nach 

einem Tabellenlohnabzug von 15% verbleibenden Invalideneinkommens von 

Fr. 42‘109.-- ergibt höchstens einen nicht rentenbegründenden Invaliditätsgrad von 

37%.

3.5  Vor diesem Hintergrund kann die von der Beschwerdegegnerin - in Anwendung 

der inzwischen überholten sogenannten Überwindbarkeitspraxis (BGE 131 V 49; 

Änderung der Rechtsprechung mit BGE 141 V 281) - verneinte Frage (vgl. act. G4), ob 

die von Dr. I.___ aufgrund der diagnostizierten leicht- bis mittelgradigen depressiven 

Episode gutachterlich bescheinigte Arbeitsunfähigkeit invalidenversicherungsrechtlich 

relevant ist, offen gelassen werden.

4.

4.1  Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/16

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4.2  Die gemäss Art. 69 Abs. 1  IVG zu erhebenden und angesichts des 

durchschnittlichen Aufwands auf Fr. 600.-- festzusetzenden Gerichtskosten hat 

ausgangsgemäss der Beschwerdeführer zu bezahlen (vgl. Art. 95 Abs. 1 des Gesetzes 

über die Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]). Der von ihm geleistete 

Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist daran anzurechnen.

4.3  Ausgangsgemäss hat der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine 

Parteientschädigung.

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1. 

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 

Der Beschwerdeführer hat die Gerichtskosten von Fr. 600.-- zu bezahlen. Der von ihm 

geleistete Kostenvorschuss in gleicher Höhe wird angerechnet.

bis

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	Entscheid Versicherungsgericht, 08.06.2016
	Art. 28 IVG und Art. 16 ATSG. Beweiskraft eines ABI-Gutachtens. Einkommensvergleich (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 8. Juni 2016, IV 2013/452). Bestätigt durch Urteil des Bundesgerichts 8C_482/2016.

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		2025-07-19T08:10:31+0200
	"9001 St.Gallen"
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