# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d2a279d1-561d-547b-9f34-27522c2c62e7
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-09-15
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 15.09.2014 200 2013 696
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2013-696_2014-09-15.pdf

## Full Text

200 13 696 FZ und
200 13 699 FZ (2)
SCJ/PES/KRK

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil des Einzelrichters vom 15. September 2014

Verwaltungsrichter Scheidegger
Gerichtsschreiber Peter

A.________ 
Beschwerdeführerin 1

B.________
Beschwerdeführer 2

gegen

Ausgleichskasse des Kantons Bern
Abteilung Beiträge und Zulagen, Chutzenstrasse 10, 3007 Bern
Beschwerdegegnerin

Eidgenössische Ausgleichskasse EAK
Rechtsdienst, Schwarztorstrasse 59, 3003 Bern
Beigeladene

betreffend Einspracheentscheid vom 16. Juli 2013

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Sept. 2014, FZ/13/696, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Mit Verfügung vom 24. Januar 2013 forderte die Ausgleichskasse des Kan-
tons Bern (nachfolgend AKB bzw. Beschwerdegegnerin) von der 
A.________ (nachfolgend Arbeitgeberin bzw. Beschwerdeführerin 1) die 
von deren Arbeitnehmer B.________ (nachfolgend Beschwerdeführer 2) für 
seine Tochter C.________ in der Zeit vom 1. Januar 2009 bis 31. Dezem-
ber 2011 bezogenen Familienzulagen in der Höhe von Fr. 8‘280.-- zurück. 
Aufgrund einer Meldung des Familienzulagenregisters vom Dezember 
2012 (vgl. Akten der AKB [act. II] 10) hätten sie festgestellt, dass für 
C.________ für die Zeit ab dem 1. Januar 2009 sowohl vom Beschwerde-
führer 2 als auch von Herrn D.________ Zulagen bezogen worden seien. 
Pro Kind dürfe jedoch nur eine Zulage bezogen werden. Unrechtmässig 
bezogene Leistungen seien zurückzuerstatten. Das Kind lebe mit Herrn 
D.________, dem Ehemann der Mutter, also seinem Stiefvater zusammen. 
Dessen Anspruch gehe demjenigen vom Beschwerdeführer 2 vor. Gestützt 
auf Art. 4 Abs. 2 des kantonalen Gesetzes über die Familienzulagen habe 
die Arbeitgeberin des Beschwerdeführers 2 deshalb die von diesem ab 
dem 1. Januar 2009 unrechtmässig bezogenen Familienzulagen der AKB 
zurückzuerstatten (act. II 9).

Gegen diese Verfügung erhoben sowohl die Arbeitgeberin als auch der 
Beschwerdeführer 2 Einsprache (act. II 8 und 8a). Mit Entscheid vom 
16. Juli 2013 wies die AKB die Einsprachen ab (act. II 3).

B.

Gegen diesen Einspracheentscheid erhoben die Arbeitgeberin wie auch 
der Beschwerdeführer 2 am 16. August 2013 je Beschwerde mit den sinn-
gemässen Anträgen, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben; eventua-
liter sei der Entscheid aufzuheben und die Sache zur Ermittlung des Sach-
verhalts an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Sept. 2014, FZ/13/696, Seite 3

Mit prozessleitender Verfügung vom 21. August 2013 vereinigte der In-
struktionsrichter die beiden Beschwerdeverfahren. 

In ihrer Beschwerdeantwort vom 10. Oktober 2013 beantragte die Be-
schwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerden. 

Mit Schreiben vom 14. Oktober 2013 ersuchte der Instruktionsrichter die 
Beschwerdegegnerin um Vervollständigung der mit der Beschwerdeantwort 
eingereichten Akten. Nach Eingang dieser Vervollständigung lud der In-
struktionsrichter mit prozessleitender Verfügung vom 29. Oktober 2013 die 
Familienausgleichskasse der Eidgenössischen Ausgleichskasse (nachfol-
gend FAK-EAK) zum Verfahren bei und forderte diese auf, die im Schrei-
ben der Beschwerdegegnerin vom 10. April 2013 aufgeworfenen Fragen zu 
beantworten und sich dazu zu äussern, ob vorgängig der Ausrichtung von 
Kinderzulagen rückwirkend ab dem 1. Januar 2009 eine Konsultation des 
Familienzulagenregisters erfolgt sei, und wenn ja, mit welchem Ergebnis 
und wenn nein, weshalb nicht.

Mit Eingabe vom 5. Dezember 2013 kam die FAK-EAK dieser Aufforderung 
nach. Mit Schreiben vom 9. Dezember 2013 ersuchte der Instruktionsrich-
ter die FAK-EAK um eine Ergänzung ihrer Stellungnahme sowie um die 
Einreichung der vollständigen Verfahrensakten betreffend die Ausrichtung 
von Familienzulagen an den Stiefvater des Kindes C.________ rückwir-
kend ab dem 1. Januar 2009. Nach Eingang der entsprechenden Ergän-
zung inkl. der Akten erhielten die Parteien Gelegenheit, sich zu diesen Un-
terlagen zu äussern. Hiervon machte die Beschwerdegegnerin mit Eingabe 
vom 21. Februar 2014 Gebrauch.

Mit prozessleitender Verfügung vom 28. Mai 2014 hielt der Instruktionsrich-
ter fest, dass das Bundesgericht in einem neusten Urteil vom 8. Mai 2014 
die Bestimmung von Art. 4 Abs. 2 des kantonalen Gesetzes über die Fami-
lienzulagen vom 11. Juni 2008 (KFamZG; BSG 832.71) als bundesrechts-
widrig und damit als nicht anwendbar erklärt habe. Die Beschwerdegegne-
rin wurde in der Folge aufgefordert, sich zu diesem – ihr bekannten – Urteil 
zu äussern und gegebenenfalls ihr Rechtsbegehren zu ändern. Den übri-
gen Parteien wurde es freigestellt, sich ebenfalls im Lichte des erwähnten 
Urteils zur Sach- und Rechtslage zu äussern. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Sept. 2014, FZ/13/696, Seite 4

Die Beschwerdegegnerin hielt in der Folge mit Eingabe vom 18. Juni 2014 
fest, aus dem genannten Urteil ergebe sich, dass eine Zahlungsverpflich-
tung der Beschwerdeführerin 1 keine Grundlage mehr habe und insofern 
der angefochtene Entscheid nicht mehr weiter aufrechterhalten werden 
könne. Die Rückerstattungspflicht der vom Beschwerdeführer 2 zu Unrecht 
bezogenen Familienzulagen bleibe davon jedoch unberührt, ausser dass 
die Zahlungsverpflichtung mit dem Wegfall der Verpflichtung der Be-
schwerdeführerin 1 nun alleine den Beschwerdeführer 2 treffe. Ihr Begeh-
ren müsse daher dahingehend geändert werden, dass die Beschwerde der 
Beschwerdeführerin 1 gutzuheissen und die Beschwerde des Beschwerde-
führers 2 abzuweisen sei.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführenden sind im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren 
Anträgen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid 
berührt und haben ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, 
weshalb sie zur Beschwerde befugt sind (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zu-
ständigkeit ist gegeben (Art. 22 i.V.m. Art. 12 Abs. 2 des Bundesgesetzes 
über die Familienzulagen vom 24. März 2006 [FamZG; SR 836.2]). Da 
auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b 
ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Ver-
waltungsrechtspflege vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten 
sind, ist auf die Beschwerden einzutreten. 

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1.2 Angefochten ist der Einspracheentscheid der Beschwerdegegnerin 
vom 16. Juli 2013 (act. II 3), mit welchem deren Rückerstattungsverfügung 
vom 24. Januar 2013 (act. II 9) bestätigt worden ist. Streitig und zu prüfen 
ist die gegenüber der Beschwerdeführerin 1 verfügte Rückforderung der 
vom Beschwerdeführer 2 für seine Tochter C.________ in der Zeit vom 
1. Januar 2009 bis 31. Dezember 2011 bezogenen Familienzulagen in der 
Höhe von Fr. 8‘280.--. Der Streitwert liegt daher unter Fr. 20'000.--, wes-
halb die Beurteilung der Beschwerden in die einzelrichterliche Zuständig-
keit fällt (Art. 57 Abs. 1 GSOG).

1.3 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Unrechtmässig bezogene Familienzulagen sind zurückzuerstatten 
(Art. 1 FamZG i.V.m. Art. 25 Abs. 1 ATSG). Rückerstattungspflichtig ist 
dabei grundsätzlich der Arbeitnehmer resp. die Arbeitnehmerin. Der Arbeit-
geber ist in der Regel blosse Zahlstelle und erwirbt als solche keine eige-
nen Rechte oder Pflichten aus dem Leistungsverhältnis, so dass er von 
Bundesrechts wegen nicht zur Verrechnung zu viel ausbezahlter Zulagen 
mit künftigen Lohnansprüchen des Arbeitnehmers verpflichtet werden kann; 
rückerstattungspflichtig ist vielmehr die leistungsberechtigte Person (vgl. 
BGE 140 V 233 E. 3.3 S. 235 f.). Art. 4 Abs. 2 KFamZG, wonach Arbeitge-
ber, die Beiträge mit Familienzulagen verrechnet haben, auf die kein An-
spruch besteht, diese der Familienausgleichskasse zurückzuerstatten ha-
ben, ist deshalb bundesrechtswidrig und damit infolge der derogatorischen 
Kraft von Bundesrecht (Art. 49 Abs. 1 der Bundesverfassung [BV; SR 101]) 
nicht anwendbar (BGE 140 V 233 E. 4.4 S. 239).

2.2 Mit Verfügung vom 24. Januar 2013 (act. II 9) forderte die Be-
schwerdegegnerin von der Beschwerdeführerin 1 die vom Beschwerdefüh-
rer 2 für seine Tochter C.________ in der Zeit vom 1. Januar 2009 bis 
31. Dezember 2011 bezogenen Familienzulagen in der Höhe von 

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Fr. 8‘280.-- zurück. Diese Verfügung bestätigte sie mit dem vorliegend an-
gefochtenen Einspracheentscheid (act. II 3). 

2.3 Wie unter E. 2.1 dargelegt, trifft die Beschwerdeführerin 1 als Ar-
beitgeberin und reine Zahlstelle der vom Beschwerdeführer 2 allenfalls un-
rechtmässig bezogenen Familienzulagen keine Rückerstattungspflicht. Die 
Beschwerdegegnerin war demnach nicht berechtigt, die vom Beschwerde-
führer 2 für seine Tochter C.________ in der Zeit vom 1. Januar 2009 bis 
31. Dezember 2011 bezogenen Familienzulagen in der Höhe von 
Fr. 8‘280.-- von der Beschwerdeführerin 1 zurückzufordern. Damit sind die 
entsprechende Rückerstattungsverfügung wie auch der diese bestätigende 
Einspracheentscheid unrechtmässig und entsprechend in Gutheissung der 
Beschwerden ersatzlos aufzuheben.

3.

3.1 Gegenüber dem Beschwerdeführer 2 hat die Beschwerdegegnerin 
bislang keine Rückerstattungsverfügung erlassen. Entsprechend ist eine 
allfällige Rückerstattungspflicht des Beschwerdeführers 2 nicht Gegenstand 
des vorliegenden Verfahrens. Daran ändert nichts, dass die Verfügung, mit 
der die Beschwerdegegnerin von der Beschwerdeführerin 1 die vom Be-
schwerdeführer 2 für seine Tochter C.________ in der Zeit vom 1. Januar 
2009 bis 31. Dezember 2011 bezogenen Familienzulagen in der Höhe von 
Fr. 8‘280.-- zurückgefordert hat (vgl. act. II 9) – wie auch der diese Verfü-
gung bestätigende Einspracheentscheid (act. II 3) – auch dem Beschwer-
deführer 2 eröffnet worden sind. Der Beschwerdeführer 2 wurde von der 
Beschwerdegegnerin damit nicht ins Recht gefasst, sondern lediglich über 
die gegenüber der Beschwerdeführerin 1 verfügte Rückforderung infor-
miert. 

3.2 Im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren sind grundsätz-
lich nur Rechtsverhältnisse zu überprüfen und zu beurteilen, zu denen die 
zuständige Verwaltungsbehörde vorgängig verbindlich – in Form einer Ver-
fügung – Stellung genommen hat (BGE 131 V 164 E. 2.1 S. 164; SVR 2011 
UV Nr. 4 S. 13 E. 2.1). Dies ist bezüglich der Frage einer allfälligen Rück-
erstattungspflicht des Beschwerdeführers 2 bislang unterblieben, so dass 

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es diesbezüglich an einer Sachurteilsvoraussetzung, nämlich dem Anfech-
tungsgegenstand fehlt. Von einer Rückweisung der Sache an die Be-
schwerdegegnerin zum Entscheid über diese Frage wie auch von einer an 
sich möglichen diesbezüglichen Ausdehnung des vorliegenden Verfahrens 
ist jedoch abzusehen, da der allfällige Rückforderungsanspruch der Be-
schwerdegegnerin gegenüber dem Beschwerdeführer 2 ohnehin verwirkt 
wäre (siehe E. 4 und 5 hiernach). 

4.

4.1 Unrechtmässig bezogene Leistungen sind zurückzuerstatten. Wer 
Leistungen in gutem Glauben empfangen hat, muss sie nicht zurückerstat-
ten, wenn eine grosse Härte vorliegt (Art. 25 Abs. 1 ATSG). Der Rückforde-
rungsanspruch erlischt mit dem Ablauf eines Jahres, nachdem die Versi-
cherungseinrichtung davon Kenntnis erhalten hat, spätestens aber mit dem 
Ablauf von fünf Jahren nach der Entrichtung der einzelnen Leistung. Wird 
der Rückerstattungsanspruch aus einer strafbaren Handlung hergeleitet, für 
welche das Strafrecht eine längere Verjährungsfrist vorsieht, so ist diese 
Frist massgebend (Art. 25 Abs. 2 ATSG).

4.2 Für den Beginn der relativen einjährigen Verwirkungsfrist ist nicht 
das erstmalige unrichtige Handeln und die daran anknüpfende unrecht-
mässige Leistungsausrichtung massgebend. Abzustellen ist auf jenen Tag, 
an dem das Durchführungsorgan später bei der ihm gebotenen und zumut-
baren Aufmerksamkeit – etwa aufgrund eines zusätzlichen Indizes – den 
Fehler hätte erkennen müssen, wobei die Voraussetzungen für eine Rück-
forderung erfüllt zu sein haben (BGE 139 V 6 E. 4.1 S. 8; SVR 2011 EL 
Nr. 7 S. 22 E. 3.2.1). Dies ist der Fall, wenn alle im konkreten Einzelfall 
erheblichen Umstände zugänglich sind, aus deren Kenntnis sich der Rück-
forderungsanspruch dem Grundsatz nach und in seinem Ausmass ge-
genüber einer bestimmten rückerstattungspflichtigen Person ergibt. Es 
genügt nicht, dass bloss Umstände bekannt sind, die möglicherweise zu 
einem Rückforderungsanspruch führen können, oder dass der Anspruch 
nur dem Grundsatz nach, nicht aber in masslicher Hinsicht feststeht; das 
Gleiche gilt, wenn nicht feststeht, gegen welche Person sich die Rückforde-

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rung zu richten hat. Ferner ist die Rückforderung als einheitliche Gesamt-
forderung zu betrachten. Vor Erlass der Rückerstattungsverfügung muss 
die Gesamtsumme der unrechtmässig ausbezahlten Leistungen feststellbar 
sein (BGE 112 V 180 E. 4a S. 181; SVR 2013 IV Nr. 24 S. 67 E. 4). 

4.3 Verfügt die Versicherungseinrichtung über hinreichende, aber noch 
unvollständige Hinweise auf einen möglichen Rückforderungsanspruch, hat 
sie allenfalls noch erforderliche Abklärungen innert angemessener Zeit vor-
zunehmen. Unterlässt sie dies, ist der Beginn der Verwirkungsfrist auf den 
Zeitpunkt festzusetzen, in welchem die Verwaltung ihre unvollständige 
Kenntnis mit dem erforderlichen und zumutbaren Einsatz so zu ergänzen 
im Stande war, dass der Rückforderungsanspruch hätte geltend gemacht 
werden können. Ergibt sich jedoch aus den vorliegenden Akten bereits die 
Unrechtmässigkeit der Leistungserbringung, beginnt die einjährige Frist, 
ohne dass Zeit für eine weitere Abklärung zugestanden würde (BGE 112 V 
180 E. 4b S. 182; SVR 2013 IV Nr. 24 S. 67 E. 4).

5.

5.1 Der Beschwerdeführer 2 hat seit dem Jahr 2006 für seine Tochter 
C.________ altrechtliche Kinderzulagen bezogen (act. II 13). Die Be-
schwerdegegnerin hat diesen Anspruch im Hinblick auf das Inkrafttreten 
des FamZG per 1. Januar 2009 nicht überprüft, was von ihr mit Eingabe 
vom 21. Februar 2014 ausdrücklich anerkannt wird. Eine entsprechende 
Abklärung im Hinblick auf die Einführung des FamZG wäre jedoch geboten 
gewesen, umso mehr, als die Beschwerdegegnerin wusste, dass der Be-
schwerdeführer 2 und die Kindsmutter nicht verheiratet waren und zumin-
dest im Zeitpunkt des Gesuchs vom 8. Mai 2006 nicht zusammen lebten 
(act. II 12). In solchen Konstellationen ist stets damit zu rechnen, dass der 
eine Elternteil nicht über die aktuellen Verhältnisse des anderen Elternteils 
Bescheid weiss (vgl. Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 5. Juli 
2013, 8C_927/2012, E. 5.2). Entsprechend genügte die Beschwerdegegne-
rin mit der Zustellung des ab dem 1. Januar 2009 gültig gewesenen An-
spruchsausweises vom 25. Januar 2009 (act. II 11) an die Beschwerdefüh-
rerin 1 der ihr obliegenden Abklärungspflicht nicht, zumal die im Ausweis 

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aufgeführten meldepflichtigen Änderungen die vorliegend zur Diskussion 
stehende Heirat der Kindsmutter gerade nicht umfasst haben. Wäre die 
Beschwerdegegnerin der ihr obliegenden Abklärungspflicht damals nach-
gekommen und hätte sie den Anspruch überprüft, hätte sie ohne weiteres 
in Erfahrung bringen können, dass die Kindsmutter seit dem 24. August 
2007 verheiratet war (Akten der FAK-EAK [act. III] 5.1) und dass 
C.________ überwiegend im Haushalt des Stiefvaters lebte. Damit hätte 
sie schon im Jahr 2009 erkennen müssen, dass der Anspruch auf Famili-
enzulagen ab dem 1. Januar 2009 nicht mehr dem Beschwerdeführer 2, 
sondern dem Stiefvater von C.________ zustand. Die relative einjährige 
Verwirkungsfrist gemäss Art. 25 Abs. 2 ATSG begann somit grundsätzlich 
bereits im Jahr 2009 zu laufen, wobei zu beachten ist, dass die Frist bei 
periodischen Leistungen nie vor deren tatsächlicher Auszahlung einsetzen 
kann (SVR 2012 IV Nr. 33).

5.2 Nach dem Dargelegten wäre selbst dann, wenn die Beschwerde-
gegnerin die Rückforderung der vom Beschwerdeführer 2 in der Zeit vom 
1. Januar 2009 bis 31. Dezember 2011 für seine Tochter C.________ be-
zogenen Familienzulagen am 24. Januar 2013 nicht gegenüber der Be-
schwerdeführerin 1 sondern direkt gegenüber dem Beschwerdeführer 2 
verfügt hätte, der gesamte Rückforderungsanspruch bereits verwirkt gewe-
sen, zumal zwischen der letzten relevanten Auszahlung im Dezember 2011 
– um deren Unrechtmässigkeit die Beschwerdegegnerin schon seit 2009 
hätte wissen müssen – und der Rückforderungsverfügung vom 24. Januar 
2013 bereits mehr als ein Jahr verstrichen war.

6.

6.1 Verfahrenskosten sind keine zu erheben (Art. 1 FamZG i.V.m. 
Art. 61 lit. a ATSG).

6.2 Trotz ihres Obsiegens haben die Beschwerdeführerin 1 und der 
Beschwerdeführer 2 keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung, da der 
Aufwand zur Wahrung ihrer Interessen vorliegend den Rahmen dessen 
nicht überschritten hat, was der Einzelne üblicher- und zumutbarerweise 

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nebenbei zur Besorgung seiner persönlichen Angelegenheiten auf sich zu 
nehmen hat (vgl. BGE 127 V 205 E. 4b S. 207).

Demnach entscheidet der Einzelrichter:

1. In Gutheissung der Beschwerden wird der angefochtene Einspra-
cheentscheid der Ausgleichskasse des Kantons Bern vom 16. Juli 2013 
aufgehoben.

2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- A.________ 
- B.________
- Ausgleichskasse des Kantons Bern, Abteilung Beiträge und Zulagen
- Eidgenössische Ausgleichskasse EAK
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Zur Kenntnis:
- Bernische BVG- und Stiftungsaufsicht (BBSA), Belpstrasse 48, 

Postfach, 3000 Bern 14

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.