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**Case Identifier:** b41cc6c7-6433-51c8-9d40-c32ea8d170dd
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-03-07
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 07.03.2013 720 12 295 (720 2012 295)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-12-295_2013-03-07.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 7. März 2013 (720 12 295) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Invalidenversicherung 

 

 

Invalidenrente 

 

 
Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Dieter Freiburghaus, Kantons-

richter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiberin Christina Markiewicz 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführerin 
  

 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, 
Beschwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff IV-Rente (756.6515.2397.84) 
 
 
 
A. Die 1964 geborene A.____ arbeitete seit 1998 als Pflegehilfe im B.____. Im Jahr 2008 
unterzog sie sich einer operativen Karpaltunnelspaltung. Da die Schmerzen persistierten, mel-
dete sich A.____ am 5. Januar 2009 bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug an. Diese gewährte 
ihr mit Verfügung vom 31. März 2009 Leistungen in Form von Arbeitsvermittlung. Ziel war, eine 
leichtere Tätigkeit zu finden, vorzugsweise im bisherigen Betrieb. Im Mai 2009 wurde A.____ 
gekündigt. Da es nicht gelang, sie innert angemessener Frist in den Arbeitsmarkt zu integrieren, 
stellte die IV-Stelle die Arbeitsvermittlung mit Verfügung vom 11. Februar 2010 ein. Seit 1. Au-
gust 2010 arbeitet A.____ bei der C.____ zu 50%. Am 29. November 2010 meldete sie sich 

 
 
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erneut bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug an. Nach Abklärung der gesundheitlichen und er-
werblichen Verhältnisse lehnte die IV-Stelle mit Verfügung vom 30. August 2012 bei einem er-
mittelten IV-Grad von 28% einen Rentenanspruch ab. 
 
B. Mit Eingabe vom 26. September 2012 beantragte A.____, vertreten durch D.____, Pro-
cap Nordwestschweiz, die Verfügung sei aufzuheben und weitere medizinische Abklärungen 
seien vorzunehmen. 
 
C. Die IV-Stelle beantragte mit Vernehmlassung vom 9. Oktober 2012 die Abweisung der 
Beschwerde. 
 
D. D.____ teilte mit Schreiben vom 29. Oktober 2012 mit, dass sie das Mandat niederge-
legt habe. 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g : 
 
1.1 Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet die Frage, ob der medizinische 
Sachverhalt genügend abgeklärt ist bzw. der Anspruch auf eine IV-Rente zu Recht abgelehnt 
wurde. 
 
1.2 Als Invalidität gilt die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder 
teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 
Sozialversicherungsrechts [ATSG] vom 6. Oktober 2000). Die Invalidität wird durch eine Beein-
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursacht, wobei sie im 
IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein kann (Art. 4 Abs. 1 des 
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG] vom 19. Juni 1959, Art. 3 und 4 ATSG). 
 
1.3 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psychischen Gesundheitsbeeinträchti-
gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Diagnose nach einem wissenschaftlich an-
erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V  50 E. 1.2, 130 V 398 ff. E. 5.3 und E. 6). 
Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzugeltenden psychischen Leiden belas-
tenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umständen kein Krankheitswert zu-
kommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit 
Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und 
Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Ist eine psychische Störung von Krankheitswert 
schlüssig erstellt, kommt der weiteren Frage zentrale Bedeutung zu, ob und inwiefern, allenfalls 
bei geeigneter therapeutischer Behandlung, von der versicherten Person trotz des Leidens wil-
lensmässig erwartet werden kann, zu arbeiten und einem Erwerb nachzugehen (BGE 
127 V 299 E. 5a mit Hinweisen). Zur Annahme einer durch eine psychische Gesundheitsbeein-
trächtigung verursachten Erwerbsunfähigkeit genügt es also nicht, dass die versicherte Person 
nicht hinreichend erwerbstätig ist; entscheidend ist vielmehr, ob anzunehmen ist, die Verwer-
tung der Arbeitsfähigkeit sei ihr sozial-praktisch nicht mehr zumutbar oder - als alternative Vor-
aussetzung - sogar für die Gesellschaft untragbar (BGE 102 V 165; vgl. auch BGE 127 V 298 
E. 4c in fine). 

 
 
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1.4 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine ganze Rente, 
wenn sie mindestens zu 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60%, auf eine 
halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50% und auf eine Viertelsrente, wenn sie mindestens zu 
40% invalid ist. 
 
2.1 Gemäss der Legaldefinition von Art. 6 ATSG ist Arbeitsunfähigkeit die durch eine Beein-
trächtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähig-
keit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer 
Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich be-
rücksichtigt (Satz 2). 
 
2.2 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insbesondere auch bei der Beurtei-
lung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person ist die rechtsanwendende Behörde - die 
Verwaltung und im Streitfall das Gericht - auf Unterlagen angewiesen, die vorab von Ärztinnen 
und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkei-
ten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 115 V 134 E. 2, 114 V 314 E. 3c, 105 V  158 
E. 1 in fine). Darüber hinaus bilden die ärztlichen Stellungnahmen eine wichtige Grundlage für 
die Beurteilung der Zumutbarkeit, also der Frage, welche anderen Erwerbstätigkeiten als die 
zuletzt ausgeübte Berufsarbeit von der versicherten Person auf dem allgemeinen, ausgegliche-
nen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frage kommenden Arbeitsmarkt zumut-
barerweise noch verrichtet werden können (ULRICH MEYER-BLASER, Zur Prozentgenauigkeit in 
der Invaliditätsschätzung, in: Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der 
Sozialversicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen).  
 
2.3 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs-
prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an-
deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 
pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit-
tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob 
die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs ges-
tatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Pro-
zess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe an-
zugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsicht-
lich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen 
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwer-
den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle-
gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation 
einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind. 
Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Be-
weismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme 
als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c; AHI-Praxis 2001 S. 113 
E. 3a).  

 
 
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2.4 Dennoch erachtet es die Rechtsprechung des Bundesgerichts mit dem Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte 
und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführlichen Zusam-
menstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b und in AHI-Praxis 2001 S. 114 E. 3b, 
jeweils mit zahlreichen Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingehol-
ten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobach-
tungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Er-
örterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle 
Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Ex-
pertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). Diese im Bereich der Un-
fallversicherung entwickelten Grundsätze finden für das IV-Verwaltungsverfahren sinngemäss 
Anwendung (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 9. August 2000, I 437/99 
und I 575/99, E. 4b/bb).  
 
3. Die IV-Stelle schloss sich bezüglich der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit dem Ergebnis 
des interdisziplinären Gutachtens des E.____ vom 3. Januar 2012 an. In der Konsensbespre-
chung stellten die Gutachter Dr. med. F.____, FMH Allgemeine Innere Medizin, Dr. med. 
G.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, und Dr. med. H.____, FMH Rheumatologie, 
nach ihren fachspezifischen Untersuchungen folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Ar-
beitsfähigkeit: eine nicht näher bezeichnete Angststörung (F 41.9), eine akzentuierte neuroti-
sche, narzisstische und selbstunsichere Persönlichkeit (Z 73.1), ein Betroffensein von sonstigen 
Feindseligkeiten wegen politischer Zugehörigkeit (Z 65.5 [Kurdin und Alevitin]), ein rechtsseiti-
ges Zervikobrachial- und intermittierendes Zervikozephalsyndrom bei diskreter Chondrose HWK 
5/6 und HWK 6/7 mit leichter medianer Diskusprotrusion auf Höhe HWK 6/7 ohne Kompromit-
tierung neuraler Strukturen, aber mit diskreter schalenförmiger Verkalkung anterior entlang der 
Bandscheibe auf Höhe HWK 5/6, altersentsprechende leichtgradige Spondylarthrosen der unte-
ren Halswirbelsäule sowie eine leichte Fehlform der Brustwirbelsäule. Aus rheumatologischer 
Sicht seien der Versicherten körperlich schwere Arbeiten nicht mehr zumutbar. Leichte bis mit-
telschwere, wechselbelastende Tätigkeiten sowie solche, die nicht dauerndes oder repetitives 
Arbeiten mit den Armen in oder über der Horizontalen notwendig machten, seien der Versicher-
ten vollschichtig möglich. Aus psychiatrischer Sicht liege eine 80%ige Arbeitsfähigkeit vor. Ge-
samtmedizinisch sei somit festzuhalten, dass die Versicherte schwere körperliche Tätigkeiten 
nicht mehr ausüben könne. Leichte bis mittelschwere körperliche Tätigkeiten, welche die rheu-
matologischen Einschränkungen berücksichtigten, seien mit einer 20%igen Einschränkung zu-
mutbar. 
 
4. Die Beschwerdeführerin wendet dagegen ein, dass die Ausführungen von Dr. med. 
I.____, FMH Chirurgie, vom 8. August 2012, dahingehend interpretiert werden könnten, dass 
lediglich eine 50%ige Arbeitsfähigkeit bestehe. Dies trifft zu, doch ist zu betonen, dass 
Dr. I.____ bei ihrer Zumutbarkeitsbeurteilung von der angestammten Tätigkeit als Pflegerin aus-
ging. Diese Beurteilung der Arbeitsfähigkeit stimmt denn auch weitgehend mit derjenigen von 
Dr. H.____ überein. Dr. H.____ attestierte der Versicherten in ihrer heutigen Tätigkeit als Pfle-
gerin eine 50%-70%ige Arbeitsfähigkeit. Vorliegend ist für die Beurteilung der zumutbaren Ar-

 
 
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beitsfähigkeit aber nicht die bisherige Tätigkeit, sondern die Verweistätigkeit massgebend. Im 
Rahmen der Schadenminderungspflicht ist die versicherte Person verpflichtet, eine Verweistä-
tigkeit anzunehmen, wenn diese den gesundheitlichen Einschränkungen besser entspricht und 
eine höhere Arbeitsfähigkeit erwarten lässt. Gemäss Konsensbeurteilung von Dr. H.____ und 
Dr. G.____ ist die Versicherte in somatischer und psychischer Hinsicht in einer leidensange-
passten leichten bis mittelschweren Verweistätigkeit zu 80% arbeitsfähig. Demgemäss ist bei 
der Festsetzung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit von der empfohlenen Verweistätigkeit auszu-
gehen, selbst wenn die versicherte Person ihre bisherige Tätigkeit weiterführt. 
 
5.1 Weiter führt die Versicherte an, dass die Diagnose einer posttraumatischen Belastungs-
störung ungenügend abgeklärt worden sei. Gemäss Stellungnahme von Dr. med. J.____, FMH 
Psychiatrie und Psychotherapie, und Dr. med. K.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, 
Bethesda Spital, vom 29. Juni 2012 sei die gutachterliche Diagnose "einer nicht näher bezeich-
neten Angststörung im Zusammenhang mit den erlebten Erfahrungen während der Adoleszenz- 
und Jugendzeit in der Türkei" unverständlich. Im vorliegenden Fall müsse die Frage nach einer 
posttraumatischen Belastungsstörung gestellt werden. Diese sei von Dr. G.____ weder erfragt 
noch weiter beschrieben worden.  
 
5.2 Eine posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1) entsteht als verzögerte oder 
protrahierte Reaktion auf ein belastendes Ereignis oder eine Situation aussergewöhnlicher Be-
drohung oder katastrophenartigen Ausmasses, die bei fast jedem eine tiefe Verzweiflung her-
vorrufen würde. Hierzu gehören eine durch Naturereignisse oder von Menschen verursachte 
Katastrophe, eine Kampfhandlung, ein schwerer Unfall oder Zeuge des gewaltsamen Todes 
anderer oder selbst Opfer von Folterung, Terrorismus, Vergewaltigung oder anderen Verbre-
chen zu sein. Typische Merkmale sind das wiederholte Erleben des Traumas in sich aufdrän-
genden Erinnerungen oder in Träumen, vor dem Hintergrund eines andauernden Gefühls von 
Betäubtsein und emotionaler Stumpfheit, Gleichgültigkeit gegenüber anderen Menschen, Teil-
nahmslosigkeit der Umgebung gegenüber, Anhedonie sowie Vermeidung von Aktivitäten und 
Situationen, die Erinnerungen an das Trauma wachrufen könnten. Gewöhnlich tritt ein Zustand 
vegetativer Übererregtheit mit Vigilanzsteigerung und einer übermässigen Schreckhaftigkeit und 
Schlaflosigkeit auf. Angst und Depression sind häufig mit den genannten Symptomen und 
Merkmalen assoziiert und Suizidgedanken sind nicht selten. Differenzialdiagnostisch muss die 
posttraumatische Belastungsstörung von einer Reihe Störungen unterschieden werden, die z.T. 
verwandte Symptome aufweisen. Zu denken ist hierbei an alle Arten depressiver Erkrankungen 
inkl. der Anpassungsstörungen, an die Gruppe der Angststörungen, die dissoziativen Störungen 
sowie die andauernde Persönlichkeitsveränderung nach Extrembelastung (vgl. Internationale 
Klassifikation psychischer Störungen, ICD-10 Kapitel V (F), Klinisch-diagnostische Leitlinien, 
herausgegeben von H. DILLING, W. MOMBOUR und M.H. SCHMIDT, 6. Auflage, Bern 2008, S. 
183). 
 
5.3 Die Versicherte ist seit 2007 wegen ihren Ängsten in psychiatrischer Behandlung im Be-
thesda Spital. Gemäss Arztbericht von Dr. J.____ und Dr. K.____ vom 9. September 2011 wur-
de eine Anpassungsstörung mit längerer depressiver Entwicklung (ICD-10 F43.21) bei chroni-
schen Schmerzen der Hand diagnostiziert. Die Versicherte habe unter widrigsten Vorausset-

 
 
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zungen als einzige Frau im heimatlichen Dorf das Abitur gemacht. Wegen politischen Schwie-
rigkeiten sei sie drei Tage im Gefängnis gewesen und gefoltert und geschlagen worden. 1987 
sei sie mit Hilfe des Onkels in die Schweiz ausgewandert, habe hier geheiratet und drei Kinder 
geboren. Nach einem schweren Unfall des Ehepartners sei dieser nach langjähriger Behand-
lung depressiv erkrankt und beziehe eine volle IV-Rente. Seit elf Jahren sei die Versicherte als 
Pflegerin tätig und seit dem 1. August 2010 arbeite sie wegen der starken Schmerzen lediglich 
zu 50% bei der C.____. Aktuell klage sie über Konzentrationsstörungen, Vergesslichkeit und 
Kopfschmerzen. Ebenfalls leide sie unter Müdigkeit, Schlaflosigkeit und Grübelzwang. Sie sei 
sehr empfindlich auf Kritik, weine grundlos und reagiere auf die kleinsten Anforderungen in der 
Familie und im Haushalt mit äusserst aggressiven Gefühlsdurchbrüchen. In den Therapiesit-
zungen würden die früher sehr traumatischen Erlebnisse aufgearbeitet, die schwierige psycho-
soziale Situation besprochen und nach Lösungsmöglichkeiten gesucht. Sehr belastend seien 
die schwere depressive Erkrankung des Ehemannes und die Borderline-Störung der ältesten 
Tochter. Durch verbesserte Konzentration und Leistungsfähigkeit könnte eine Erhöhung des 
Arbeitspensums von heute 50% angestrebt werden. 
 
5.4 Prof. Dr. med. L.____, FMH Psychiatrie und Psychosomatik, Bethesda Spital diagnosti-
zierte gemäss Kurzbericht vom 12. Mai 2010 eine leichte depressive Episode infolge Kündigung 
und attestierte eine volle Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht. 
 
5.5 Gemäss den Berichten des Bethesda Spitals vom 12. Mai 2010 und 9. September 2011 
wurde die Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung nicht in Betracht gezogen. 
Dr. G.____ untersuchte die Versicherte drei Monate nach dem letzten Arztbericht des Bethesda 
Spitals am 21. Dezember 2011 und kam zum Schluss, dass die politischen Gewalterfahrungen 
zumindest geeignet gewesen sein könnten, gewisse Ängste und Unsicherheit auszulösen. Er 
diagnostizierte eine Angststörung im Zusammenhang mit den erlebten Erfahrungen. Für die 
Annahme einer posttraumatischen Belastungsstörung gab es hingegen weder für die behan-
delnden Ärzte Dr. J.____ und Dr. K.____ noch für den Gutachter Dr. G.____ ausreichend An-
haltspunkte. Die Kritik von Dr. J.____ und Dr. K.____ in ihrer Stellungnahme vom 29. Juni 2012 
zum Ergebnis von Dr. G.____ ist deshalb mit Blick auf ihren vorangegangen Bericht nicht nach-
vollziehbar. 
 
5.6 Die Versicherte macht schliesslich geltend, dass es ihr gemäss Ausführungen von 
Dr. J.____ und Dr. K.____ im Bericht vom 29. Juni 2012 und in Berücksichtigung der 
Foersterkriterien nicht möglich sei, mehr als 50% zu arbeiten, da sie infolge der langjährigen 
Schmerzen und der zusätzlichen psychosozialen Belastungssituation an ihre Grenzen gelangt 
sei. 
 
5.7  Unbestritten sind die familiären Verhältnisse der Versicherten belastend. Bei diesen 
psychosozialen Belastungsfaktoren handelt es sich jedoch um invaliditätsfremde Gesichts-
punkte, welche vom sozialversicherungsrechtlichen Standpunkt aus unbeachtlich sind. In Bezug 
auf die Schmerzsituation wurde rheumatologisch bereits anerkannt, dass lediglich noch leichte 
bis mittelschwere leidensangepasste Tätigkeiten ausgeführt werden können, schwere Arbeiten 
jedoch nicht mehr zumutbar sind. 

 
 
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Eine Prüfung der Foersterkriterien - wie sie die Beschwerdeführerin verlangt - und damit der 
Frage, ob es ihr zumutbar ist, ihre Schmerzen zu überwinden und eine Tätigkeit im attestierten 
Umfang auszuüben, ist bei einer psychiatrisch diagnostizierten Schmerzstörung vorzunehmen. 
Nach der Rechtsprechung kommt einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung nur aus-
nahmsweise invalidisierender, d.h. einen Rentenanspruch begründender Charakter zu. Ent-
scheidend ist, ob und inwiefern die versicherte Person über psychische Ressourcen verfügt, die 
es ihr erlauben, trotz den subjektiv erlebten Schmerzen einer Arbeit nachzugehen (BGE 130 V 
352 E. 2.2.4, 127 V 294 E. 4b/cc in fine und E. 5a unten). Umstände, die bei Vorliegen eines 
solchen Krankheitsbildes die Verwertung der verbliebenen Arbeitskraft auf dem Arbeitsmarkt als 
unzumutbar erscheinen lassen können, sind: Eine Komorbidität im Sinne eines vom Schmerz-
geschehen losgelösten eigenständigen psychischen Leidens von erheblicher Schwere, Intensi-
tät, Ausprägung und Dauer, chronische körperliche Begleiterkrankungen mit mehrjährigem 
Krankheitsverlauf bei unveränderter oder progredienter Symptomatik ohne längerfristige Re-
mission, sozialer Rückzug, ein verfestigter, therapeutisch nicht mehr angehbarer innerseeli-
scher Verlauf einer an sich missglückten, psychisch aber entlastenden Konfliktbewältigung 
(primärer Krankheitsgewinn), unbefriedigende Ergebnisse von konsequent durchgeführten Be-
handlungen (auch mit unterschiedlichem therapeutischem Ansatz) und gescheiterte Rehabilita-
tionsmassnahmen bei vorhandener Motivation und Eigenanstrengung der versicherten Person 
(BGE 132 V 65 E. 4.2.2, 130 V 352 E. 2.2.3; Urteil des Bundesgerichts vom 11. März 2010, 
9C_1061/2009, E. 5.4.3.1.1).  
 
Unabdingbare Grundlage für die Beurteilung der Rechtsfrage, ob und gegebenenfalls inwieweit 
einer versicherten Person unter Aufbringung allen guten Willens die Überwindung ihrer 
Schmerzen und die Verwertung ihrer verbleibenden Arbeitskraft zumutbar ist oder nicht, bilden 
die fachärztlichen Stellungnahmen zum psychischen Gesundheitszustand und zu dem aus me-
dizinischer Sicht (objektiv) vorhandenen Leistungspotenzial (BGE 130 V 352 E. 2.2.5). Insbe-
sondere haben sie sich dazu zu äussern, ob eine psychische Komorbidität gegeben ist oder 
weitere Umstände vorliegen, welche die Schmerzbewältigung behindern (SVR 2008 IV Nr. 23 
S. 71, I 683/06 E. 2.2). Nicht erforderlich ist, dass sich eine psychiatrische Expertise in jedem 
Fall über jedes einzelne der genannten Kriterien ausspricht; massgeblich ist eine Gesamtwürdi-
gung der Situation (SVR 2005 IV Nr. 6 S. 21, I 457/02 E. 7.4 mit Hinweis, nicht publ. in: BGE 
130 V 396). 
 
5.8 Vorliegend diagnostizierte Dr. G.____ eine somatoforme Schmerzstörung. Die Störung 
sei moderat und stehe nicht im Vordergrund. Einen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit habe sie 
nicht. Die Foersterkriterien prüfte Dr. G.____ dabei nicht einzeln, dafür bestand aber auch kein 
Anlass, da eine Auswirkung der somatoformen Schmerzstörung auf die Arbeitsfähigkeit auf-
grund einer Gesamtwürdigung klar zu verneinen war. Eine psychische Komorbidität von erheb-
licher Schwere war mit der diagnostizierten Angststörung nicht ausgewiesen. Bezüglich der 
weiteren Vorgaben führte Dr. G.____ an, dass die Versicherte ihre Sozialkompetenz nicht auf-
gegeben habe und trotz ihrer Arm- und Körperschmerzen weiter arbeite. Die Selbsteinschät-
zung, nicht mehr als 50% arbeiten zu können, sei psychiatrisch nicht nachvollziehbar. Aufgrund 
der Psychopathologie, des Fehlens einer relevanten depressiven Symptomatik, des klinischen 

 
 
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Funktionierens, der guten Sozialkompetenz, insbesondere auch der Fähigkeit, eine Anstellung 
zu finden, sei von einer Arbeitsfähigkeit von 80% auszugehen. Eine gewisse Selbstlimitierung 
sei anzunehmen. Die Versicherte setze sich vermutlich selber unter Druck, keine Fehler zu ma-
chen. Sie habe hohe Erwartungen sowohl an sich selbst, als auch an die Welt. Sie müsse ver-
haltenstherapeutisch lernen, besser mit ihren Ängsten umzugehen, lernen ihre Selbstlimitierung 
aufzuheben und ihre eigene Leistungsanforderung zu relativieren. Die momentane Arbeitssitua-
tion bei der C.____ sei ungünstig, da verschiedene Einsatzorte und lange Arbeitswege eine 
zusätzliche Belastung darstellten. Wie Dr. J.____ und Dr. K.____ bereits in ihrem Bericht vom 
9. September 2011 dringend empfohlen hätten, könnte die Arbeitssituation mit einem Stellen-
wechsel optimiert werden. Es wäre der Versicherten sodann möglich, ihr Leistungspotential im 
Rahmen von 80% auszuschöpfen. 
 
6. Im Ergebnis ist demnach festzuhalten, dass die IV-Stelle zurecht auf die Ergebnisse von 
Dr. H.____ und Dr. G.____ in ihrem Gutachten vom 3. Januar 2012 abgestellt hat und von einer 
Arbeitsfähigkeit von 80% für leichte bis mittelschwere leidensangepassten Tätigkeiten ausge-
gangen ist. 
 
7. Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist Art. 16 ATSG an-
wendbar. Danach wird für die Bestimmung des IV-Grades das Erwerbseinkommen, das die 
versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Be-
handlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei 
ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt 
zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Vali-
deneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die 
beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einan-
der gegenübergestellt werden. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der IV-Grad bestimmen 
(BGE 128 V 30 E. 1). 
 
8. Gemäss dem von der Vorinstanz getätigtem Einkommensvergleich resultiert ein renten-
ausschliessender IV-Grad von 28%. Da die Bemessung nicht beanstandet wird, besteht kein 
Anlass für eine nähere Prüfung von Amtes wegen (BGE 125 V 413 E. 1b und 2c). Bezüglich der 
konkreten Berechnung kann auf die Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden. Im Er-
gebnis ist die Beschwerde demnach abzuweisen. 
 
9. Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die 
Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Nach § 20 Abs. 3 der Verwaltungsprozessordnung vom 16. Dezember 1993 
werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Aus-
mass auferlegt. Vorliegend ist die Beschwerdeführerin unterliegende Partei, weshalb die Ver-
fahrenskosten ihr zu auferlegen sind. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 600.-- werden 
mit dem geleisteten Kostenvorschuss verrechnet. Die ausserordentlichen Kosten sind dem Pro-
zessausgang entsprechend wettzuschlagen. 
 
 

 
 
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Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 600.-- werden der Be-
schwerdeführerin auferlegt und mit dem geleisteten Kostenvorschuss 
in der Höhe von Fr. 600.-- verrechnet. 

 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. 
 

 

Mitteilung an Parteien 
  Bundesamt für Sozialversicherungen 
 
 
 

 
 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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