# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fd6c239c-f880-5c9c-9ce8-379a2dd280bf
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-02-11
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 11.02.2014 200 2013 556
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2013-556_2014-02-11.pdf

## Full Text

200 13 556 UV
SCJ/WSA/KRK

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 11. Februar 2014

Verwaltungsrichter Scheidegger, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Matti, Verwaltungsrichter Ackermann
Gerichtsschreiberin Winz

A.________
Beschwerdeführer

gegen

SUVA 
Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 27. Mai 2013

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Feb. 2014, UV/13/556, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1947 geborene A.________ (nachfolgend Versicherter bzw. Be-
schwerdeführer) war in den Jahren 1980 bis 1982 im Auftrag der Direktion 
B.________, in C.________ als … eines …projektes im Einsatz und in die-
sem Rahmen bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (nachfol-
gend SUVA bzw. Beschwerdegegnerin) obligatorisch gegen die Folgen von 
Berufs- und Nichtberufsunfällen sowie Berufskrankheiten versichert (Ant-
wortbeilage [AB] 1, 4). 

Nach einer Verschlechterung des Allgemeinzustandes mit unter anderem 
Fieber, Unwohlsein und signifikantem Gewichtsverlust wurde beim Versi-
cherten im August 2009 ein hochgradiger Verdacht auf Brucellose (eine 
durch Brucella ausgelöste, von erkrankten Tieren auf den Menschen über-
tragbare Infektionskrankheit [Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, 2011, 
262. Aufl. 2010, S. 316 f.]) diagnostiziert (AB 12). Die Untersuchung der im 
November 2009 entnommenen Milz bestätigte diesen Verdacht (AB 11). 

Am 2. Februar 2011 reichte das Personalamt bei der SUVA eine Scha-
denmeldung UVG ein, da vermutet wurde, dass die Erkrankung auf den 
Auslandeinsatz in C.________ zurückzuführen sei (AB 1). Am 15. Februar 
2011 informierte der Versicherte die SUVA sodann darüber, dass die Bru-
cellose-Infektion unter anderem die Herzklappen angreifen könne und eine 
solche habe bei ihm im Jahr 2003 ersetzt werden müssen (AB 5).

Der SUVA-Arzt Dr. med. Klaus D.________, Facharzt für Arbeitsmedizin, 
kam in der ärztlichen Beurteilung vom 30. August 2011 (AB 28) zum 
Schluss, aufgrund der Arbeitsanamnese habe sich der Versicherte höchst 
wahrscheinlich während des Auslandaufenthaltes in C.________ mit Bru-
cella infiziert. In Bezug auf die Frage, ob die Herzklappenerkrankung durch 
die Brucellose verursacht worden sei, seien jedoch weitere Abklärungen 
notwendig. Ebenfalls zu klären sei, ob ein anamnestisch erstmals im Jahr 
2003 fassbares Insultereignis Folge der Herzoperation gewesen sei und ob 
allenfalls die „symptomatische Epilepsie“ als Folge des Insultereignisses 
gewertet werden müsse.

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Am 26. Januar 2012 teile die SUVA dem Versicherten mit, dass die Brucel-
lose-Erkrankung als Berufskrankheit anerkannt werde. Betreffend die kar-
diologischen und neurologischen Gesundheitsstörungen seien weitere Ab-
klärungen im Rahmen einer Begutachtung notwendig (AB 45).

Nachdem der Versicherte an der Klinik E.________ begutachtet sowie an 
den Kliniken F.________ untersucht worden war (AB 57, 67) und die Abtei-
lung Arbeitsmedizin der SUVA zu den beiden medizinischen Einschätzun-
gen Stellung genommen hatte (AB 69), lehnte die SUVA ihre Leistungs-
pflicht im Zusammenhang mit den kardiologischen und neurologischen Ge-
sundheitsstörungen mit Verfügung vom 30. Oktober 2012 (AB 71) ab.

B.

Dagegen erhob der Versicherte am 6. November 2012 mündlich und am 
12. Dezember 2012 schriftlich Einsprache (AB 72 - 74). Im Wesentlichen 
machte er geltend, die beiden Berichte der Kliniken E.________ und 
F.________ würden in erster Linie auf hauseigenen Berichten basieren. Es 
bedürfe bei dieser komplexen Krankheit, welche in der Schweiz vermu-
tungsweise seit Jahrzenten nicht mehr beobachtet worden sei, einer ganz-
heitlichen Betrachtungsweise. Es stelle sich die Frage, ob beim Zuzug ei-
ner unabhängigen Kommission oder eines spezialisierten Institutes (z.B. 
das G.________) nicht ein anderes Ergebnis resultiert hätte. Zudem könne 
eine gewisse Befangenheit der internen Gutachter nicht ausgeschlossen 
werden. Weiter seien die Schäden an der Milz eindeutig die Folge der als 
Berufskrankheit anerkannten Brucellose-Infektion. Die daraus entstande-
nen Behandlungskosten und Erwerbseinbussen würden in der angefochte-
nen Verfügung jedoch nicht erwähnt. Schliesslich hätten sich bereits Jahre 
vor der eigentlichen Krankheitsbekämpfung eine zunehmende Müdigkeit 
und eine abnehmende Leistungsfähigkeit bemerkbar gemacht, welche 
nach heutigem Wissensstand mit der Milzdegeneration in Verbindung ge-
bracht werden müssten.

Die SUVA wies die Einsprache des Versicherten mit Einspracheentscheid 
vom 27. Mai 2013 (AB 79) ab. Die Aortenklappenstenose und die neurolo-

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gischen Auffälligkeit seien nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf 
die als Berufskrankheit anerkannte Brucellose-Infektion zurückzuführen.

C.

Hiergegen erhob der Versicherte am 25. Juni 2013 Beschwerde. Er bean-
tragte sinngemäss die Aufhebung des angefochtenen Einspracheentschei-
des und die Durchführung weiterer Abklärungen. Die Gutachter der Kliniken 
E.________ und F.________ hätten sich ungenügend mit seinem Fall so-
wie der Brucellose im Allgemeinen befasst und seien befangen gewesen.

Mit Eingabe vom 9. September 2013 ergänzte der Beschwerdeführer unter 
Beilage verschiedener Artikel zum Thema Brucellose seine Beschwerde. Er 
machte geltend, er habe aufgrund der Brucellose-Infektion und der Milzent-
fernung Anspruch auf eine Erwerbsausfallsentschädigung, Heilbehandlung 
sowie eine Integritätsentschädigung.

Mit Beschwerdeantwort vom 25. September 2013 beantragte die Be-
schwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutre-
ten sei. Soweit der Beschwerdeführer für die entfernte Milz eine Integritäts-
entschädigung beantrage, fehle es an einem Anfechtungsobjekt, da hierü-
ber noch nicht entschieden worden sei. Derzeit werde der Anspruch auf 
eine Integritätsentschädigung aufgrund der anerkannten Berufskrankheit 
abgeklärt. Eine diesbezügliche Verfügung erfolge zu gegebener Zeit. In 
Bezug auf den festgestellten Aortaklappenschaden und die neurologischen 
Funktionsausfälle bestehe kein Anspruch auf Leistungen der obligatori-
schen Unfallversicherung, da diese Beschwerden nicht mit überwiegender 
Wahrscheinlichkeit in einem Kausalzusammenhang mit der Brucellose-
Infektion stünden.

Mit Schreiben des Instruktionsrichters vom 1. Oktober 2013 wurde der Be-
schwerdeführer unter Beilage der Beschwerdeantwort gebeten mitzuteilen, 
ob er an der Beschwerde festhalte. Mit Replik vom 20. Oktober 2013 
bestätigte der Beschwerdeführer seine Beschwerdeanträge.

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Die Beschwerdegegnerin hielt mit Duplik vom 22. November 2013 am An-
trag auf Abweisung der Beschwerde fest.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) in Verbindung mit Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen 
Gesetzes über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsan-
waltschaft vom 11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen 
solche Entscheide. Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren 
mit seinen Anträgen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Ent-
scheid berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, 
weshalb er zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zustän-
digkeit ist gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist 
(Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 in Verbin-
dung mit Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspfle-
ge vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die 
Beschwerde grundsätzlich einzutreten.

1.2 Angefochten ist der Einspracheentscheid vom 27. Mai 2013 
(AB 79), mit welchem die Beschwerdegegnerin die Ablehnung ihrer Leis-
tungspflicht für Beschwerden an der Aortaklappe sowie die neurologischen 
Funktionsausfälle bestätigt hat. Streitig und zu prüfen ist, ob zwischen den 
genannten Beschwerden und der von der Beschwerdegegnerin als Berufs-
krankheit anerkannten Brucellose-Infektion ein Kausalzusammenhang be-
steht.

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Nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens sind allfällige Ansprüche 
betreffend weiterer Gesundheitsschäden (insbesondere an der Milz). In 
diesem Punkt fehlt es an einem Anfechtungsobjekt, weshalb diesbezüglich 
auf die Beschwerde nicht eingetreten werden kann (BGE 131 V 164 E. 2.1 
S. 164; SVR 2011 UV Nr. 4 S. 13 E. 2.1). 

Nach rechtskräftigem Abschluss des vorliegenden Verfahrens wird die Be-
schwerdegegnerin eine definitive Auflistung der von ihr zu übernehmenden 
Kosten zu erstellen haben. In diesem Zusammenhang wird auch über mög-
liche weitere aus der Anerkennung der Brucellose als Berufskrankheit re-
sultierende Leistungsansprüche (z.B. Integritätsentschädigung) zu befinden 
sein.

1.3 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG). 

1.4 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

2.

2.1 Die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen Unfallversi-
cherung setzt grundsätzlich das Vorliegen eines Berufsunfalles, eines 
Nichtberufsunfalles oder einer Berufskrankheit voraus (Art. 6 Abs. 1 des 
Bundesgesetzes über die Unfallversicherung vom 20. März 1981 [UVG; 
SR 832.20]). 

2.2 Als Berufskrankheiten gelten Krankheiten (Art. 3 ATSG), die bei der 
beruflichen Tätigkeit ausschliesslich oder vorwiegend durch schädigende 
Stoffe oder bestimmte Arbeiten verursacht worden sind. Der Bundesrat 
erstellt die Liste dieser Stoffe und Arbeiten sowie der arbeitsbedingten Er-
krankungen (Art. 9 Abs. 1 UVG). 

Gemäss Art. 9 Abs. 2 UVG gelten als Berufskrankheiten auch andere 
Krankheiten, von denen nachgewiesen wird, dass sie ausschliesslich oder 
stark überwiegend durch berufliche Tätigkeit verursacht worden sind. Diese 

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Generalklausel bezweckt, allfällige Lücken zu schliessen, die dadurch ent-
stehen können, dass die bundesrätliche Liste gemäss Anhang 1 zur Ver-
ordnung über die Unfallversicherung vom 20. Dezember 1982 (UVV; 
SR 832.202) entweder einen schädlichen Stoff, der eine Krankheit verur-
sachte, oder eine Krankheit nicht aufführt, die durch die Arbeit verursacht 
wurde. 

2.3 Ob zwischen einer schädigenden Tätigkeit und einer gesundheitli-
chen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tat-
frage, worüber die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das Gericht im 
Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversi-
cherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 
zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhanges genügt für 
die Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1 
S. 181; SVR 2010 UV Nr. 30 S. 121 E. 5.1).

2.4 Liegt eine Berufskrankheit vor, so wird für ihre weiteren Folgen nur 
der gewöhnliche, adäquate Kausalzusammenhang gefordert. Für die 
grundsätzliche Leistungspflicht der Unfallversicherung genügt es somit, 
wenn die Berufskrankheit zu einem kleineren Teil das weitere Leiden der 
versicherten Person verursacht hat; es ist nicht erforderlich, dass der 
Schaden vorwiegend durch die Berufskrankheit bedingt sei, sofern die Be-
rufskrankheit ihrerseits ausschliesslich oder vorwiegend auf die im Gesetz 
genannten Ursachen zurückgeht (EVGE 1959 S. 5 E. 2 S. 8; Entscheid des 
Bundesgerichts [BGer] vom 29. Juli 2010, 8C_474/2010, E. 2.3).

2.5 Um die Leistungspflicht der Unfallversicherung beurteilen zu kön-
nen, ist das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und gegebenen-
falls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Der Beweis-
wert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht für die streiti-
gen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch 
die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Ana-
mnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu-
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein-
leuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlaggebend 
für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Be-
weismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gege-

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benen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen Inhalt 
(BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 E. 3a 
S. 352).

Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt Beweis-
wert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet 
sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverläs-
sigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt in einem An-
stellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf 
mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Gleiches gilt, 
wenn ein frei praktizierender Arzt von einer Versicherung wiederholt für die 
Erstellung von Gutachten beigezogen wird (SVR 2008 IV Nr. 22 S. 70 
E. 2.4). Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen 
in die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen 
lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten 
im Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gut-
achters allerdings ein strenger Massstab anzulegen (BGE 125 V 351 E. 3b 
ee S. 354).

3.

Nach Auffassung der Beschwerdegegnerin wurden die Schädigung der 
Aortaklappe sowie die neurologischen Funktionsausfälle nicht überwiegend 
wahrscheinlich durch die Brucellose verursacht. Sie stützt sich dabei auf 
das Gutachten der Klinik E.________ vom 5. April 2012 (AB 57), den Be-
richt der Kliniken F.________ vom 24. Juli 2012 (AB 67) und die Aktenbe-
urteilung des Facharztes für Arbeitsmedizin vom 12. Oktober 2012 (AB 69).

3.1 Zusammen mit dem Gutachtensauftrag unterbreitete die Beschwer-
degegnerin der Gutachterstelle folgende zwei Fragen (AB 48, 50):

1. War der Aortenklappenersatz bei bestehender Aortenklappen-
Stenose und Aortenklappen-Insuffizienz mit Wahrscheinlichkeit auf 
eine durch Brucella abortus hervorgerufene Endokarditis zurückzu-
führen?

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2. Sind die seit 2005 wiederholt aufgetretenen vorübergehenden neu-
rologischen Syndrome (Seh-, Sprach- und Gefühlsstörungen) so-
wie die jetzt manifeste und behandlungsbedürftige Epilepsie mit 
Wahrscheinlichkeit auf eine chronische Brucellose zurückzu-
führen?

3.1.1 In Beantwortung der ersten Frage führten die Infektiologen der Kli-
nik E.________ im Gutachten vom 5. April 2012 (AB 57 S. 4) aus, es hät-
ten in den ihnen zur Verfügung gestandenen Dokumenten und anamnes-
tisch keine klinischen Hinweise auf eine Endokarditis bestanden. In der 
präoperativen Laboruntersuchung seien die Entzündungsparameter normal 
gewesen. Vor dem Aortenklappenersatz im Januar 2003 sei der Beschwer-
deführer in gutem Allgemeinzustand gewesen. Fieber sei nicht erwähnt 
worden. Ferner hätten sich weder echokardiographisch noch intraoperativ 
Anhaltspunkte für eine Klappen-Vegetation ergeben. Dementsprechend sei 
keine mikrobiologische oder histologische Aufarbeitung der entfernten 
Herzklappe durchgeführt worden. Eine Brucellen-Endokarditis sei eine sehr 
seltene Manifestation einer Brucellose. In den publizierten Fallserien hätten 
alle Patienten Fieber und eine Klappenvegetation gehabt. Deshalb sei ein 
Zusammenhang der Brucellose mit dem Aortenklappenvitium unwahr-
scheinlich.

Zur zweiten Frage hielten die Infektiologen fest, ein zerebraler Befall sei 
eine seltene Komplikation dieser Infektionskrankheit und trete geschätzt bei 
3-5% der Patienten mit einer Brucellose auf. Üblicherweise präsentiere sich 
diese als akute Form mit Meningoenzephalitis, Vaskulitis oder Myelitis und 
trete meist innerhalb eines Jahres nach dem Auftreten von systemischen 
Symptomen auf. Beim Beschwerdeführer bestünden zusammenfassend 
seit der Aortenklappen-Operation im Januar 2003 multiple neurologische 
und neurokognitive Defizite sowie eine generalisierte, behandlungsbe-
dürftige Epilepsie. Die Ursache für diesen Symptomkomplex habe trotz 
mehrfacher Abklärungen nicht klar definiert werden können. Einzig das 
Schädel-CT Ende Januar 2003 habe kleine, ältere Lakunen im linken Zere-
bellum gezeigt, so dass differentialdiagnostisch ein Multiinfarktsyndrom 
erwogen worden sei. Der schwierig einzuordnende Symptomkomplex sei 
theoretisch mit einer Neurobrucellose vereinbar. Eine verlässliche ätiologi-

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sche Klärung sei aber nicht möglich, da die neurologischen Symptome 
mindestens teilweise auch durch embolische Ereignisse nach Klappenope-
ration und bzw. oder Schrittmacherimplantation erklärt werden könnten. Die 
seit 2010 aufgetretenen neurologischen Beschwerden seien eher nicht 
durch eine Neurobrucellose zu erklären, da diese Symptome nach einer 
adäquaten sowie klinisch und serologisch effektiven Brucellentherapie auf-
getreten seien.

3.1.2 Die Neurologen der Kliniken F.________ äusserten sich im Bericht 
vom 24. Juli 2012 (AB 67) ebenfalls zur zweiten Frage und kamen zum 
Schluss, das Beschwerdebild des 65-jährigen Beschwerdeführers sei mit 
sehr geringer Wahrscheinlichkeit auf eine chronische (Neuro-)Brucellose 
zurückzuführen. Bei offenbar degenerativ bedingter Aortenklappeninsuffizi-
enz und damals fehlendem Endokarditis-Nachweis sei der cerebrovaskulä-
re Insult cerebellär links vereinbar mit einer kardio-embolischen Genese 
postoperativ nach Aortenklappenersatz sowie vor dem Hintergrund der 
höhergradigen Rhythmusstörung. Diese stelle ausserdem ein morphologi-
sches Korrelat für die diagnostizierte Epilepsie dar. Bei einer (Neuro-)Bru-
cellose komme es in 5-7% der Fälle zu einer Mitbeteiligung des (zentralen) 
Nervensystems. Für eine entsprechende Mitbeteiligung des Nervensys-
tems habe sich in der klinischen Untersuchung vom 10. Juli 2012 kein Hin-
weis ergeben. Insbesondere sei ein blander Status der Hirnnerven erhoben 
worden, und es habe sich keine fokal-neurologische Ausfallsymptomatik 
gefunden, wie sie bei einem Abszess des zentralen Nervensystems zu er-
warten wäre. Für ein ausgeprägtes kognitives Defizit habe es in der Unter-
suchung keine handfesten Hinweise gegeben.

3.1.3 Der Facharzt für Arbeitsmedizin hielt in der Aktenbeurteilung vom 
12. Oktober 2012 (AB 69) in Würdigung der beiden Berichte der Kliniken 
E.________ und F.________ zusammenfassend fest, sowohl die krankhaf-
ten Veränderungen der Aortenklappe mit konsekutiv notwendigem Aorten-
klappenersatz als auch die vom Beschwerdeführer angegebenen und ob-
jektiv feststellbaren neurologischen Funktionsstörungen seien mit Wahr-
scheinlichkeit nicht auf die als Berufskrankheit anerkannte chronische Bru-
cellose zurückzuführen.

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3.2

3.2.1 Die Berichte der Kliniken E.________ und F.________ vom 5. April 
2012 (AB 57) und 24. Juli 2012 (AB 67) sind für die streitigen Belange um-
fassend, beruhen auf allseitigen Untersuchungen, berücksichtigen die ge-
klagten Beschwerden, sind in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgege-
ben worden, leuchten in der Darlegung der medizinischen Zusammenhän-
ge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein und die Schluss-
folgerungen sind begründet. In Bezug auf die Schädigung der Aortenklappe 
legen sie insbesondere überzeugend und nachvollziehbar dar, dass beim 
Beschwerdeführer vor dem Aortenklappenersatz im Januar 2003 keine 
Hinweise auf eine durch Brucella hervorgerufene Endokarditis bestanden 
hatten. Er befand sich in gutem Allgemeinzustand, hatte kein Fieber und 
die Entzündungsparameter waren in der präoperativen Laboruntersuchung 
normal. Die damals den Beschwerdeführer behandelnden Ärzte wussten 
um die im Jahr 1983 spontan abgeheilte Brucellose-Infektion und hielten 
diesbezüglich ausdrücklich fest, es bestehe kein Anhalt für eine floride En-
dokarditis (AB 36 S. 22). Stattdessen erwähnten sie als bestehende kardio-
vaskuläre Risikofaktoren einen Tabakabusus, eine arterielle Hypertonie 
und eine Adipositas (AB 37 S. 16). Auch hinsichtlich der neurologischen 
Beschwerden zeigen die Fachärzte der Kliniken F.________ schlüssig auf, 
dass ein kausaler Zusammenhang mit der Brucellose-Infektion höchst un-
wahrscheinlich ist. Zwar kann ein solcher Zusammenhang nicht vollständig 
ausgeschlossen werden. Diese letztlich sehr kleine Restmöglichkeit einer 
Kausalität vermag jedoch keine Leistungspflicht der Unfallversicherung zu 
begründen; es bedarf vielmehr einer überwiegenden Wahrscheinlichkeit 
(E. 2.3 hiervor) und eine solche ist im vorliegenden Fall nicht gegeben. 

3.2.2 Daran ändern die Einwendungen des Beschwerdeführers nichts. 
Wenn er in der Einsprache vom 12. Dezember 2012 (AB 74) geltend 
macht, die Brucellose sei in der Schweiz eine seltene Krankheit, ist dies 
zwar korrekt. Soweit er daraus aber ableiten will, die Gutachter der Klinik 
E.________ würden nicht über die nötige Fachkompetenz verfügen, um 
den vorliegenden Fall beurteilen zu können, kann ihm nicht gefolgt werden. 
Denn es ist unbestritten, dass eine Brucellose vorliegt bzw. vorgelegen hat. 
Streitig ist vielmehr, ob der Beschwerdeführer als Folge davon eine Ent-

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zündung der innersten Herzwandschicht - eine Endokarditis - erlitten hatte, 
welche einen Aortenklappenersatz notwendig gemacht hat, oder ob die 
Herzklappe aus anderen Gründen geschädigt worden war. Es ist nicht ein-
zusehen, weshalb das G.________ für die Beantwortung dieser Frage bes-
ser qualifiziert sein sollte als die Gutachter der Klinik E.________. Dassel-
be gilt für die neurologischen Beschwerden. Sodann besteht kein Anlass, 
die Unabhängigkeit der Gutachter in Frage zu stellen. Weil auch keine - 
selbst bloss geringe - Zweifel an den Aussagen des Facharztes für Ar-
beitsmedizin vorliegen (vgl. E. 2.5 hiervor), kann auf seine Beurteilung 
ebenfalls abgestellt werden. Soweit der Beschwerdeführer schliesslich rep-
licando geltend macht, er habe bereits Mitte der 90er-Jahre einen schwe-
ren Fieberanfall erlitten, der heute als eine Brucellose-Infektion der Herzin-
nenhaut gewertet werden müsse, ist festzuhalten, dass dies zwar nicht 
ausgeschlossen, aber nicht überwiegend wahrscheinlich ist, zumal bei der 
Aortenklappen-Operation keine entsprechenden Befunde festgestellt wor-
den sind. Weitere diesbezügliche Abklärungen sind aufgrund fehlender 
Unterlagen nicht möglich.

3.2.3 Gestützt auf das schlüssige Gutachten der Klinik E.________ vom 
5. April 2012 (AB 57), den ebenfalls schlüssigen Bericht der Kliniken 
F.________ vom 24. Juli 2012 (AB 67) sowie die Aktenbeurteilung des 
Facharztes für Arbeitsmedizin vom 12. Oktober 2012 (AB 69) ist ein Zu-
sammenhang zwischen der als Berufskrankheit anerkannten chronischen 
Brucellose und den krankhaften Veränderungen an der Aortaklappe sowie 
den neurologischen Funktionsstörungen höchstens möglich, aber nicht 
überwiegend wahrscheinlich erstellt. Damit besteht keine Leistungspflicht 
der Beschwerdegegnerin für die genannten Leiden. Der Einspracheent-
scheid vom 27. Mai 2013 (AB 79) ist nicht zu beanstanden. Die dagegen 
erhobene Beschwerde erweist sich als unbegründet und ist abzuweisen.

4.

4.1 In Anwendung von Art. 1 Abs. 1 UVG in Verbindung mit Art. 61 lit. a 
ATSG sind keine Verfahrenskosten zu erheben.

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4.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der unterliegende Be-
schwerdeführer keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Umkehr-
schluss aus Art. 1 Abs. 1 UVG in Verbindung mit Art. 61 lit. g ATSG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch eine Parteientschä-
digung zugesprochen.

3. Zu eröffnen (R):
- A.________
- SUVA 
- Bundesamt für Gesundheit 

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.