# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1cad938a-f062-553c-b89d-ce67b44ab4ad
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2024-09-30
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 30.09.2024 SK.2024.35
**Docket/Reference:** SK.2024.35
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_SK-2024-35_2024-09-30

## Full Text

Gesuch um Feststellung der Rückzahlungspflicht der Kosten für die amtliche Verteidigung (Art. 135 Abs.4 lit. a StPO); nachträglicher Entscheid;;Gesuch um Feststellung der Rückzahlungspflicht der Kosten für die amtliche Verteidigung (Art. 135 Abs.4 lit. a StPO); nachträglicher Entscheid;;Gesuch um Feststellung der Rückzahlungspflicht der Kosten für die amtliche Verteidigung (Art. 135 Abs.4 lit. a StPO); nachträglicher Entscheid;;Gesuch um Feststellung der Rückzahlungspflicht der Kosten für die amtliche Verteidigung (Art. 135 Abs.4 lit. a StPO); nachträglicher Entscheid

Urteil vom 30. September 2024  
Strafkammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter Martin Stupf, Vorsitz 

Joséphine Contu Albrizio und Stefan Heimgartner, 

Gerichtsschreiber David Heeb  

Parteien  BUNDESANWALTSCHAFT, Urteilsvollzug,  

vertreten durch Salomé Rutishauser 

 

Gesuchstellerin 

 
gegen 

 

  
A., erbeten vertreten durch Rechtsanwalt Christian Stur-

zenegger 

 

Gesuchsgegner 

Gegenstand  
Gesuch um Feststellung der Rückzahlungspflicht der 

Kosten für die amtliche Verteidigung; nachträglicher Ent-

scheid 

  

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

Geschäftsnummer:  SK.2024.35 

- 2 - 

SK.2024.35 

Die Strafkammer erwägt: 

1.  

1.1 Mit Urteil SK.2019.71 vom 11. September 2020 verurteilte die Strafkammer des 

Bundesstrafgerichts (nachfolgend: Strafkammer) A. (nachfolgend: Gesuchsgeg-

ner) – soweit sie ihn nicht in einzelnen Anklagepunkten freisprach – wegen Unter-

stützung einer kriminellen Organisation im Sinne von Art. 260ter Ziff. 1 Abs. 2 StGB 

zu einer Geldstrafe von 100 Tagessätzen à Fr. 40.--, bedingt vollziehbar bei einer 

Probezeit von 2 Jahren. Sie verpflichtete ihn unter anderem, die Entschädigung 

der Eidgenossenschaft für seine amtliche Verteidigung von Fr. 99'936.60 (inkl. 

MWST) im Umfang von Fr. 10'000.-- zurückzubezahlen, sobald es seine wirtschaft-

lichen Verhältnisse erlauben (Dispositiv Ziff. VI.2 [TPF 1.231.8.015]). 

1.2 Am 21. September 2020 meldete der Gesuchsgegner fristgerecht Berufung gegen 

das Urteil an. Mit Eingabe vom 29. Juni 2021 erklärte er im Berufungsverfahren, 

dass er die Berufung zurückziehe (TPF 1.100.012). Mit Beschluss CN.2021.11 

vom 12. Juli 2021 schrieb die Berufungskammer des Bundesstrafgerichts (nach-

folgend: Berufungskammer) das Verfahren als gegenstandslos ab und verpflich-

tete den Gesuchsgegner, für die Entschädigung seiner amtlichen Verteidigung im 

Berufungsverfahren im Umfang von Fr. 3'535.55 Ersatz zu leisten, sobald es seine 

wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Dispositiv Ziff. 6 [TPF 1.100.017]; siehe 

Entscheidmeldung zum Vollzug [TPF 1.231.8.022]). 

1.3 Mit Gesuch vom 20. Juni 2024 beantragt die Bundesanwaltschaft, Urteilsvollzug 

(nachfolgend: Gesuchstellerin), es sei die Rückerstattungspflicht des Gesuchs-

gegners für die Kosten seiner amtlichen Verteidigung i.S.v. Art. 135 Abs. 4 lit. a 

StPO im Umfang von Fr. 13'535.55.-- gemäss Ziff. VI.2 des Dispositivs des Urteils 

SK.2019.71 der Strafkammer vom 11. September 2020 sowie Ziff. 6 des Disposi-

tivs des Beschlusses CN.2021.11 der Berufungskammer vom 12. Juli 2021 fest-

zustellen. 

1.4 Am 26. Juni 2024 forderte die Verfahrensleitung der Strafkammer den Gesuchs-

gegner auf, zum Gesuch der Bundesanwaltschaft bis zum 10. Juli 2024 eine 

schriftliche Stellungnahme einzureichen, soweit es sich um die Feststellung der 

Rückzahlungspflicht der von der Strafkammer mit Urteil SK.2019.71 vom 11. Sep-

tember 2020 auferlegten Kosten für die amtliche Verteidigung von Fr. 10'000.-- 

handelt (TPF 1.231.2.001 f.).  

1.5 Mit Schreiben vom 4. Juli 2024 orientierte die Verfahrensleitung der Strafkammer 

den Präsidenten der Berufungskammer über die Teilzuständigkeit der Berufungs-

kammer, soweit das Gesuch der Bundesanwaltschaft vom 20. Juni 2024 die Fest-

stellung der Rückzahlungspflicht der von der Berufungskammer mit Beschluss 

- 3 - 

SK.2024.35 

CN.2021.11 vom 12. Juli 2021 auferlegten Kosten für die amtliche Verteidigung 

von Fr. 3'535.55 zum Gegenstand hat, und liess ihm zuständigkeitshalber eine 

Kopie des Gesuches (inkl. Aktenverzeichnis und Beilagen) in Kopie zukommen 

(TPF 1.661.001). 

1.6 Mit Schreiben vom 26. Juni 2024 teilte Rechtsanwalt Christian Sturzenegger 

(nachfolgend: Rechtsvertreter) der Strafkammer mit, dass er im vorliegenden Ver-

fahren die Interessen des Gesuchsgegners vertrete (TPF 1.521.001). 

1.7 Am 2. September 2024 reichte der Rechtsvertreter des Gesuchsgegners nach 

zweimalig gewährter Fristerstreckung die Stellungnahme mitsamt 8 Beilagen zu 

den finanziellen Verhältnissen ein (TPF 1.521.007, -046). Die Unterlagen wurden 

der Gesuchstellerin zur Kenntnisnahme zugestellt. 

2.  

2.1 Gemäss Art. 363 Abs. 1 StPO trifft das Gericht, welches das erstinstanzliche Urteil 

gefällt hat, auch die einer gerichtlichen Behörde übertragenen selbstständigen 

nachträglichen Entscheide, sofern Bund oder Kantone nichts anderes bestimmen. 

Dazu gehört auch der Entscheid über die Rückerstattung der Kosten der amtlichen 

Verteidigung (RUCKSTUHL, Basler Kommentar, 3. Aufl. 2023, Art. 135 StPO N. 25; 

TPF 2013 136 [Urteil der Strafkammer SK.2013.7 vom 4. Juli 2013 E. 6.4]). 

2.2 Die zuständige Behörde leitet das Verfahren auf Erlass eines nachträglichen rich-

terlichen Entscheids von Amtes wegen ein, sofern das Bundesrecht nichts anderes 

bestimmt. Sie reicht dem Gericht die entsprechenden Akten sowie ihren Antrag ein 

(Art. 364 Abs. 1 StPO; vgl. TPF 2013 136 [Urteil der Strafkammer SK.2013.7 vom 

4. Juli 2013, E. 6.4]). In Vollzugsfragen ist die Bundesanwaltschaft, Urteilsvollzug, 

die zuständige Behörde (vgl. Art. 75 StBOG). 

2.3 Zur Zuständigkeit der Strafkammer des Bundesstrafgerichts ist Folgendes festzu-

stellen: 

2.3.1 Die Zuständigkeit der Strafkammer ist gegeben, soweit das Gesuch die Feststel-

lung der Rückzahlungspflicht der von ihr mit Urteil SK.2019.71 vom 11. Septem-

ber 2020 auferlegten Kosten für die amtliche Verteidigung von Fr. 10'000.-- zum 

Gegenstand hat. 

2.3.2 Soweit das Gesuch die Feststellung der Rückzahlungspflicht der von der Beru-

fungskammer mit Beschluss CN 2021.11 vom 12. Juli 2021 im Umfang von 

Fr. 3'535.55 auferlegten Kosten für die amtliche Verteidigung zum Gegenstand 

hat, ist auf dieses nach dem Gesagten mangels Zuständigkeit nicht einzutreten 

(vgl. E. 1.5). 

- 4 - 

SK.2024.35 

2.3.3 Die übrigen Eintretensvoraussetzungen (u.a. Antrag der Vollzugsbehörde [vgl. 

E. 2.2]) geben zu keinen Bemerkungen Anlass. 

3.  

3.1 Das Gericht prüft, ob die Voraussetzungen für den nachträglichen richterlichen 

Entscheid erfüllt sind, und ergänzt (wenn nötig) die Akten oder lässt weitere Erhe-

bungen durch die Polizei durchführen. Es gibt den betroffenen Personen und Be-

hörden Gelegenheit, sich zum vorgesehenen Entscheid zu äussern und Anträge 

zu stellen (Art. 364 Abs. 3 und 4 StPO). Das Gericht entscheidet in Verfahren wie 

dem vorliegenden grundsätzlich gestützt auf die Akten. Es erlässt seinen Ent-

scheid schriftlich und begründet ihn kurz (Art. 365 Abs. 1 und Abs. 2 StPO). 

Die Gesuchstellerin reichte der Strafkammer mit Gesuch vom 20. Juni 2024 die 

Vollzugsakten ein. Der Gesuchsgegner erhielt Gelegenheit, sich zum Gesuch und 

den Beilagen vernehmen zu lassen (vgl. Art. 364 Abs. 4 StPO). Mit Schreiben vom 

26. Juni 2024 forderte die Verfahrensleitung der Strafkammer den Gesuchsgegner 

auf, bis am 10. Juli 2024 allfällige Änderungen in Bezug auf seine aktuellen per-

sönlichen und finanziellen Verhältnisse im Vergleich zu den bereits bei der Ge-

suchstellerin im Rahmen des Vollzugsverfahrens eingereichten Unterlagen mitzu-

teilen (TPF 1.231.2.001). Diesem Ersuchen kam der Gesuchsgegner nach zwei-

malig erstreckter Fristerstreckung mit Stellungnahme vom 2. September 2024 

nach und reichte mehrere Unterlagen (u.a. Rechnungen zu Staats- und Gemein-

desteuern, Kontoauszüge) ein (TPF 1.521.007, -046). 

3.2 Von Amtes wegen holte die Strafkammer einen aktuellen Betreibungsregisteraus-

zug und die letzten Steuerunterlagen ein (TPF 1.231.2.004, -0224; 1.231.3.004). 

Die für die Beurteilung des vorliegenden Gesuches erforderlichen Angaben betref-

fend die finanziellen Verhältnisse des Gesuchsgegners wurden somit ergänzt. 

4.  

4.1 Das Gericht entscheidet über die Frage der Rückerstattung der Kosten für die amt-

liche Verteidigung, sobald es die wirtschaftlichen Verhältnisse des Kostenpflichti-

gen erlauben (vgl. Art. 135 Abs. 4 StPO). Nach der bundesgerichtlichen Recht-

sprechung können Beträge nach Abschluss des Verfahrens zurückverlangt wer-

den, wenn sich die wirtschaftliche Situation des Begünstigten ausreichend verbes-

sert hat und die Bedürftigkeit nicht mehr gegeben ist (Urteil des Bundesgerichts 

6B_413/2009 vom 13. August 2009 E. 1.2.3 m.w.H.; BGE 135 I 91 E. 2.4.2). Dabei 

ist zu berücksichtigen, dass der Begriff der Bedürftigkeit nicht deckungsgleich ist 

mit jenem nach SchKG und es ist nicht schematisch auf das betreibungsrechtliche 

Existenzminimum abzustellen, sondern auf den erweiterten zivilprozessualen Not-

bedarf. Dieser umfasst i.d.R. einen um 25 % erhöhten Grundbedarf, zuzüglich der 

ausgewiesenen privat- und öffentlich-rechtlichen Verpflichtungen (RUCKSTUHL, 

a.a.O., Art. 132 StPO N. 23; BGE 124 I 1 E. 2.a). 

- 5 - 

SK.2024.35 

Für die Berechnung des Notbedarfs gelten mutatis mutandis die Richtlinien für die 

Berechnung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums (Notbedarf) nach 

Art. 93 SchKG der Konferenz der Betreibungs- und Konkursbeamten der Schweiz 

vom 1. Juli 2009 (nachfolgend: Richtlinien [TPF 1.231.8.001, -004]). 

Bei der Erfassung der wirtschaftlichen Situation ist nach dem Effektivitätsgrundsatz 

von den Einkünften und Vermögenswerten auszugehen, über welche die verur-

teilte Person tatsächlich verfügt (vgl. LIEBER, Zürcher Kommentar, 3. Aufl. 2020, 

Art. 132 StPO N. 11). Es muss der verurteilten Person möglich sein, den Anwalts-

kostenvorschuss aus vorhandenem, liquidem Vermögen oder aus dem Einkom-

men zu bezahlen (RUCKSTUHL, a.a.O., Art. 132 StPO N. 24). Bei der Beurteilung 

der prozessualen Bedürftigkeit sind das Einkommen und das Vermögen beider 

Ehegatten zu berücksichtigen (Urteile des Bundesgerichts 9C_432/2010 vom 

8. Juli 2010 E. 5.1; 9C_48/2010 vom 9. Juni 2010 E. 7.2.1 je m.w.H.; vgl.  

VIKTOR RÜEGG/MICHAEL RÜEGG, Basler Kommentar, 3. Aufl. 2017, Art. 117 ZPO 

N. 13), unabhängig davon, ob Vermögen Eigengut des nicht Gesuch stellenden 

Ehegatten bildet (Urteil des Bundesgerichts 9C_432/2010 vom 8. Juli 2010 E. 5.3). 

Was die zeitliche Zumutbarkeit der Tilgung der Anwaltskosten anbelangt, so muss 

die zur Kostentragung verurteilte Person in der Lage sein, die Kosten aus dem 

Vermögen zu begleichen oder innert einem bis zwei Jahren ratenweise zu bezah-

len (RUCKSTUHL, a.a.O., Art. 132 StPO N. 24). 

4.2 Wie bei der Anordnung der amtlichen Verteidigung trifft die verurteilte Person im 

Rahmen der nachträglichen Überprüfung der wirtschaftlichen Verhältnisse die pro-

zessuale Obliegenheit, ihre (andauernde) Bedürftigkeit nachzuweisen bzw. glaub-

haft zu machen. Die Bedürftigkeit ist zu verneinen und die verurteilte Person zur 

Rückzahlung der Kosten der amtlichen Verteidigung zu verpflichten, wenn sie die-

ser Pflicht nicht nachkommt (vgl. analog zur Nachzahlungspflicht im Zivilverfahren 

BÜHLER, Berner Kommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung, 2012, Art. 123 

ZPO N. 38 f.; s.a. Urteil des Bundesgerichts 1B_332/2012 vom 15. August 2012 

E. 2.5; Beschluss der Strafkammer SK.2022.25 vom 29. Juli 2022, S. 4; Beschluss 

des Obergerichts des Kantons Zürich UH140122 vom 13. August 2014 E. 2.2). 

5.  

5.1 Die Gesuchstellerin bringt vor, der Gesuchsgegner und seine Ehefrau hätten ein 

monatliches Einkommen von Fr. 11'360.40 und monatliche Auslagen von 

Fr. 8'306.90. Die Auslagen würden sich wie folgt zusammensetzen: 

 

 1. Grundbetrag Ehegatten (+ 25 %) Fr. 1'937.50 

 2. Grundbetrag der Kinder B. und C. Fr. 700.00 

 3. Grundbetrag des Kindes D. Fr. 200.00 

 4. Mietzins Fr. 1'500.00 

 5. Parkplatz Fr. 50.00 

 6. Krankenkassenprämien zzgl. ungedeckte Arztkosten Fr. 1'506.80 

 7. Hausrat- Privathaftpflichtversicherung Fr. 43.20 

 8. Auswärtige Verpflegung (Gesuchsgegner und Ehefrau) Fr. 280.00 

- 6 - 

SK.2024.35 

 9. Arbeitsweg (hier: Gesuchsgegner und Ehefrau) Fr. 300.00 

 10. Autoversicherung E. und F. Fr. 157.00 

 11. Autosteuer Fr. 60.00 

 12. Kinderbetreuung durch Mutter Fr. 100.00 

 13. Sprachschule D. Fr. 30.00 

 14. Freizeit Fr. 157.00 

 15. Lebensversicherung G. Fr. 600.00 

 16. Schuldenamortisationsraten Kredite H. und I. Fr. 480.00 

 

Laut Gesuchstellerin resultiere ein monatlicher finanzieller Überschuss von 

Fr. 3'053.50. Die wirtschaftliche Situation des Gesuchsgegners lasse es somit zu, 

dem Bund die Kosten seiner amtlichen Verteidigung zumindest ratenweise zurück-

zuzahlen (TPF 1.100.004. -007). 

5.2 Der Gesuchsgegner macht geltend, dem monatlichen Ehegatten-Einkommen von 

Fr. 11'360.40 würden monatliche Ausgaben von Fr. 11'070.65 gegenüberstehen. 

Er und seine Ehefrau würden den erweiterten Bedarf mit dem verfügbaren Ein-

kommen knapp nicht zu decken vermögen. Die Rückzahlung der Kosten für die 

amtliche Verteidigung von Fr. 13'535.55 sei somit nicht zumutbar (TPF 1.521.013, 

-015). 

Der Gesuchsgegner bestreitet die von der Gesuchstellerin berechneten Bedarfs-

positionen 1-3 (Grundbeträge), 8 (auswärtige Verpflegung), 9 (Arbeitsweg) und 

12 (Kinderbetreuung) (vgl. E. 5.1). Ausserdem seien Steuern von monatlich 

Fr. 600.-- zu berücksichtigen. Die übrigen Bedarfspositionen werden nicht bean-

standet. 

Auf die vom Gesuchsgegner geltend gemachten Einwände gegen die Einkom-

mens- und Bedarfsberechnung der Gesuchstellerin wird – soweit erforderlich – im 

einschlägigen Kontext näher eingegangen (siehe E. 6). 

6. Die aktuelle wirtschaftliche Lage des Gesuchgegners präsentiert sich aufgrund der 

zur Verfügung stehenden Unterlagen wie folgt: 

6.1 Einkommen/Vermögen 

Dem Lohnausweis des Gesuchsgegners ist zu entnehmen, dass sein Nettolohn im 

Jahr 2023 Fr. 95'047.95 betrug (TPF 1.100.037). Dies entspricht einem monatli-

chen Nettolohn von Fr. 7'920.--. Der Nettolohn der Ehefrau des Gesuchsgegners 

betrug im Jahr 2023 Fr. 34'077.-- bzw. monatlich Fr. 2'839.75. Dass in diesem Ein-

kommen eine einmalige Prämie von Fr. 1'300.-- enthalten sein soll, welche laut 

Gesuchsgegner in Abzug zu bringen sei, ist nicht aktenkundig (TPF 1.521.014). 

Der Gesuchsgegner hat es unterlassen, die entsprechenden Belege einzureichen 

(vgl. E. 4.2). Demzufolge beträgt das gesamte Nettoeinkommen der Ehegatten 

Fr. 10'759.75. 

Was die Vermögenssituation anbelangt, so bringt der Gesuchsgegner vor, er habe 

als einzigen Vermögenswert lediglich eine Lebensversicherung, welche aber nicht 

- 7 - 

SK.2024.35 

frei verfügbar sei (TPF 1.521.015). Dem ist allerdings entgegenzuhalten, dass ge-

mäss Steuererklärung 2022 der Gesuchsgegner über Wertschriften und Guthaben 

von insgesamt Fr. 16'314.-- verfügt (TPF 1.231.2.014). Die Frage, ob der Gesuchs-

gegner über diesen Vermögenswert tatsächlich noch verfügt, kann indessen an-

gesichts des Verfahrensausgangs offenbleiben (vgl. E. 6.3; 7.). 

6.2 Auslagen/Bedarfspositionen 

6.2.1 Grundbetrag 

Der Ehegatten-Grundbetrag beträgt gemäss den erwähnten Richtlinien (E. 4.1) 

Fr. 1'700.--. Der Grundbetrag inklusive eines Zuschlags von 25 % ergibt einen er-

höhten Grundbedarf von Fr. 2'125.--. Für Kinder bis 10 Jahre beträgt der monatli-

che Grundbetrag Fr. 400.-- und für Kinder über 10 Jahre Fr. 600.--. Zwei der drei 

Kinder sind unter 10 Jahre alt. Entgegen den Berechnungen der Gesuchstellerin 

ist bei den Kindern entsprechend den Lehrmeinungen und der Rechtsprechung 

(vgl. E. 4.1) ebenfalls ein erhöhter Notbedarf zu berücksichtigen. Der Grundbetrag 

der Kinder von insgesamt Fr. 1'400.-- inkl. eines Zuschlags von 25 % ergibt einen 

erhöhten Grundbedarf von Fr. 1'750.--. Der gesamte erhöhte Grundbedarf der Fa-

milie des Gesuchstellers beträgt somit Fr. 3'875.--. 

6.2.2 Kosten für auswärtige Verpflegung 

Der Gesuchsgegner bringt vor, die Kosten für die auswärtige Verpflegung würden 

bei ihm Fr. 210.-- pro Monat (20 x Fr. 11.--) und bei seiner Ehefrau – aufgrund der 

Schichtarbeit – zu einem höhen Ansatz Fr. 120.-- pro Monat (8 x Fr. 15.--), ausma-

chend total Fr. 330.-- pro Monat, betragen. 

Die Auslagen für die auswärtige Verpflegung betragen gemäss erwähnten Richtli-

nien (E. 4.1) – bei Nachweis von Mehrauslagen für auswärtige Verpflegung – 

Fr. 9.-- bis Fr. 11.-- für jede Hauptmahlzeit. 

Der Gesuchsgegner begründet nicht, warum bei der Schichtarbeit der Ehefrau hö-

here Auslagen von 15.-- pro Tag für die auswärtige Verpflegung gerechtfertigt sein 

sollen, zumal das Reglement eine Obergrenze von Fr. 11.-- pro Mahlzeit vorsieht. 

Die Auslagen für die auswärtige Verpflegung der Ehegatten sind somit mit insge-

samt Fr. 308.-- pro Monat festzusetzen (Gesuchsgegner: 20 x Fr. 11.--; Ehefrau 

8 x Fr. 11.--). 

6.2.3 Fahrkosten 

Der Gesuchsgegner moniert, dass die von der Gesuchstellerin berücksichtigte 

Pauschale von je Fr. 10.-- pro Tag für die Arbeitswegkosten, ausmachend total 

Fr. 300.-- pro Monat, nicht den effektiven Ehegatten-Kosten entsprechen würden. 

Für den Arbeitsweg seien er und seine Ehefrau auf ihre Fahrzeuge (Autos) 

- 8 - 

SK.2024.35 

angewiesen. Er arbeite Vollzeit in U. und habe einen Arbeitsweg von 50 km. Die 

Anreise mit den öffentlichen Verkehrsmitteln würde pro Fahrtweg je nach Verbin-

dung bis zu 1 Stunde und 53 Minuten dauern. Da seine Arbeit jeweils früh am 

Morgen beginne, könne er nicht mit den öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen. 

Seine Ehefrau arbeite mit einem 40 %-Pensum im Spital in V. und habe einen 

Arbeitsweg von 33 km. Ihre Arbeitszeiten seien unregelmässig. Das Auto habe 

daher bei beiden Kompetenzcharakter. Die Mobilitätskosten würden monatlich ins-

gesamt Fr. 1'126.20 betragen. 

Kompetenzcharakter hat ein Fahrzeug dann, wenn es für die Ausübung des Berufs 

unbedingt notwendig ist (Beschluss und Urteil des Obergerichts des Kantons Zü-

rich [LE180029] vom 6. September 2018 E. III.5.1; Urteil des Kantonsgerichts von 

Graubünden [ZK1 11 75] vom 31. Januar 2012 E. II.4.d). Dies kann aufgrund be-

sonderer Arbeitszeiten (Schichtbetrieb), eines übermässig langen Arbeitswegs 

oder wenn das Fahrzeug beispielswiese im Aussendienst eingesetzt wird, der Fall 

sein (Urteil des Kantonsgerichts Graubünden [ZK1 11 75] vom 31. Januar 2012 

E. II.4.d). Kann der Verurteilte für seinen Arbeitsweg öffentliche Verkehrsmittel be-

nutzen, ist ein Auto weder unentbehrlich noch notwendig. Die blosse Zeitersparnis 

führt noch nicht dazu, dass einem Auto Kompetenzcharakter zukommt. Die Benüt-

zung der öffentlichen Verkehrsmittel muss vielmehr unmöglich oder unzumutbar 

sein (Beschluss und Urteil des Obergerichts des Kantons Zürich [LE180029] vom 

6. September 2018 E. III.5.1). In einem jüngeren vom Bundesgericht beurteilten 

Fall bestand höchstrichterlich kein Anlass, in die vorinstanzliche Ermessensaus-

übung wegen Willkür einzugreifen, wonach ein Arbeitsweg mit öffentlichen Ver-

kehrsmitteln von je 53 Minuten für den Hin- und Rückweg für zumutbar erachtet 

wurde, selbst wenn die Benutzung des Privatfahrzeugs für den Zahlungspflichtigen 

eine Zeitersparnis von rund 1 Stunde pro Tag zur Folge gehabt hätte. Das Bun-

desgericht betonte den Ermessenspielraum der kantonalen Gerichte bei der Beur-

teilung der Zumutbarkeit des Arbeitsweges bzw. des Kompetenzcharakters eines 

Fahrzeuges (Urteil des Bundesgerichts 5A_78/2019 vom 25. Juli 2019 E. 4.3.1 f.). 

Voraussetzung für die Bejahung des Kompetenzcharakters der Autos der Ehegat-

ten ist, ob überhaupt öffentliche Verkehrsmittel für den Arbeitsweg zur Verfügung 

stehen und gegebenenfalls die Dauer der Arbeitswege zumutbar sind. Dazu Fol-

gendes: 

Was die Verfügbarkeit von öffentlichen Verkehrsmitteln anbelangt, ist vorab fest-

zustellen, dass der Gesuchsgegner es unterlassen hat, die Arbeitszeiten mittels 

Arbeitspläne oder dergleichen offenzulegen. Gemäss Fahrplan der SBB fährt der 

erste Zug von seinem Wohnort in W. zu seinem Arbeitsort in U. um 05:29 Uhr ab 

(TPF 1.231.8.007), womit sein Einwand, dass er aufgrund seines frühen Arbeits-

beginns auf das Auto angewiesen sei, mangels Offenlegung seines Arbeitsbeginns 

unbegründet ist. In Bezug auf die angeblichen unregelmässigen Arbeitszeiten 

- 9 - 

SK.2024.35 

seiner Ehefrau im Spital erschliesst sich dem Gericht ebenfalls nicht, wie sich diese 

konkret gestalten. Dass bei einem Spital unregelmässige Arbeitszeiten und 

Schichtbetrieb die Regel sind, ist aufgrund der 24-Stunden Spitalbetriebe system-

immanent und insofern unzweifelhaft. Es ist aber ebenso gerichtsnotorisch, dass 

Spitäler die Arbeitszeiten für Mitarbeitende im Schichtbetrieb so gestalten, dass 

sie ihren Arbeitsweg mit den öffentlichen Verkehrsmitteln bewältigen können. Für 

das Gericht steht daher ausser Frage, dass der Ehefrau des Gesuchsgegners für 

ihren Arbeitsweg öffentliche Verkehrsmittel zur Verfügung stehen, zumal ihr ge-

mäss Fahrplan der SBB auch frühmorgens und spätabends Zugverbindungen zur 

Verfügung stünden (mögliche Hinfahrt W.-V. ab 05:48 Uhr, ab 23:48 Uhr für allfäl-

lige Nachtschicht; mögliche Rückfahrt V.-W. ab 00:05 Uhr, ab 05.35 Uhr nach all-

fälliger Nachtschicht [TPF 1.231.8.011, 013, 014a; gemäss aktuellem Fahrplan der 

SBB [online abrufbar unter www.sbb.ch]). Die Benützung der öffentlichen Ver-

kehrsmittel ist somit nicht unmöglich (vgl. E. 6.2.2 b). 

Da laut Rechtsprechung eine blosse Zeitersparnis grundsätzlich nicht dazu führt, 

dass einem Fahrzeug Kompetenzcharakter zukommt (vgl. E. 6.2.2 b), ist vorlie-

gend die jeweilige Dauer der Zugfahrt ohne Weiteres zumutbar (Gesuchsgegner: 

50 km [einfacher Fahrweg], rund 1 Stunde Zugfahrt für Fahrweg W.-X.-U.; rund 20 

Minuten Wartezeit am Bahnhof X.; Ehefrau: 33 km [einfacher Fahrweg]; 37 Minu-

ten für den einfachen Fahrweg W.-V.). Nach dem Gesagten steht fest, dass den 

Fahrzeugen (Autos) der Ehegatten kein Kompetenzcharakter zukommt. 

Im Ergebnis erscheint es sachgerecht, die Fahrkosten im Rahmen der Bedarfsbe-

rechnung pauschal mit je Fr. 10.-- pro Tag zu berücksichtigen. Bei einem Beschäf-

tigungsgrad des Gesuchsgegners von 100 % und einem Beschäftigungsgrad sei-

ner Ehefrau von 40 % entspricht dies Fahrkosten von insgesamt Fr. 280.-- (20 x 

Fr. 10.--, 8 x Fr. 10.--) pro Monat. 

6.2.4 Betreuungskosten 

Der Gesuchsgegner wendet ein, dass die von der Gesuchstellerin berücksichtigten 

Betreuungskosten für die drei Kinder durch seine Schwiegermutter von lediglich 

Fr. 100.-- pro Monat willkürlich seien. Die Betreuungskosten würden monatlich 

Fr. 400.-- (8 [Tage] x Fr. 50.--) betragen (TPF 1.521.012). 

Der Gesuchsgegner hat bereits im Rahmen des Vollzugsverfahrens bei der Ge-

suchstellerin für die Betreuung der Kinder durch die Schwiegermutter monatliche 

Kosten zwischen Fr. 300.-- bis Fr. 500.-- geltend gemacht. Diese Kosten wurden 

trotz Aufforderung durch den Gesuchsgegner nicht belegt (TPF 1.100.089). Die 

Ehefrau des Gesuchsgegners präzisierte in ihrer E-Mail vom 14. Juni 2024 ledig-

lich, dass sie ihrer Mutter unterschiedlich viel für die Betreuung zahle, ihr jedoch 

monatlich fix Fr. 100.-- überweise und ihr den Rest über den Monat verteilt zukom-

men lasse. In diesem Zusammenhang ist festzustellen, dass zumindest den 

http://www.sbb.ch/

- 10 - 

SK.2024.35 

Kontoauszügen des Gesuchsgegners und seiner Ehefrau keine monatlichen Geld-

überweisungen für Betreuungskosten in besagter Höhe zu entnehmen sind. Dass 

die Überweisungen durch anderweitige Zahlungsmodalitäten (J. etc.) wahrgenom-

men worden wären, wird nicht geltend gemacht und ist nicht belegt. Für das Ge-

richt ist aber ohnehin entscheidrelevant, dass es der Gesuchsgegner auch im ge-

richtlichen Verfahren unterlassen hat, Quittungen oder sonstige Belege einzu-

reichen, welche die angeblichen Betreuungskosten belegen würden.  

Nur am Rande bleibt darauf hinzuweisen, dass die Fr. 100.-- betragsmässig in 

etwa die Unkosten der Schwiegermutter für die Betreuung der Enkel decken dürf-

ten, was im Übrigen der Usanz entspräche, wonach Grossmüttern für die Betreu-

ung ihrer Enkel lediglich die Spesen ersetzt werden. Ansonsten wäre es – wie er-

wähnt – am Gesuchsteller gelegen, darüber hinausgehende (Lohn-)Zahlungen 

mittels Arbeitsvertrag oder dergleichen zu belegen. 

Die von der Gesuchstellerin berücksichtigten Betreuungskosten von monatlich 

Fr. 100.-- erscheinen somit angemessen. 

6.2.5 Steuern 

Der Gesuchsgegner bringt vor, es sei bei der Bedarfsberechnung zusätzlich der 

monatliche Betrag von Fr. 600.-- für die laufenden und bezahlten Staats- und Ge-

meindesteuern 2024 zu berücksichtigen. 

Steuern sind gemäss den erwähnten Richtlinien (vgl. E. 4.1) und gemäss Recht-

sprechung des Bundesgerichts (BGE 126 III 89 E. 3.b; Urteil des Bundesgerichts 

7B.221/2003 vom 17. November 2003, BISchK 2004, 85 ff.) bei der Berechnung 

des Notbedarfs nicht zu berücksichtigen. Offene Steuerrückstände, soweit sie 

nicht mittels Pfändung zwangsvollstreckt werden, sind in aller Regel bereits früher 

sistiert worden und dürfen somit auch für eine weitere Übergangsfrist ohne grös-

sere Nachteile sistierbar bleiben, weshalb sie nicht anzurechnen sind (VIKTOR RÜ-

EGG/MICHAEL RÜEGG, a.a.O., Art .117 ZPO N. 14). Demgegenüber sind gemäss 

bundesgerichtlicher Rechtsprechung nachweislich bezahlte, öffentlich-rechtliche 

Schulden – wie Steuerschulden – anzurechnen (vgl. BGE 124 I 1 E. 2a; E. 4.1, 

1. Absatz). 

Den eingereichten Rechnungen für die Staats- und Gemeindesteuern 2024 und 

dem aktuellen Kontoauszug des Steueramtes der Stadt W. vom 27. August 2024 

ist zu entnehmen, dass der Gesuchsgegner die monatlichen Steuerraten im Betrag 

von Fr. 600.-- effektiv und regelmässig bezahlt (TPF 1.521.025,  

-028). Dem Gesuchsgegner ist somit ein Betrag von monatlich Fr. 600.-- für die 

Steuern anzurechnen. 

  

- 11 - 

SK.2024.35 

6.2.6 Unbestrittene Auslagen 

Die übrigen vom Gesuchsgegner geltend gemachten Auslagenpositionen (siehe 

E. 5.1 [Positionen: 4-7 und 10-16]) im Betrag von insgesamt Fr. 4'739.45 sind un-

bestritten und belegt (TPF 1.100.028 ff.). Gemäss aktuellem Betreibungsregister-

auszug bestehen gegen den Gesuchsgegner keine Betreibungen oder Verlust-

scheine. 

6.3 Bei monatlichen Einkünften von Fr. 10'759.75 und monatlichen Ausgaben von 

Fr. 9'902.45.-- verbleibt dem Gesuchsgegner ein Überschuss von Fr. 875.30. 

7. Aufgrund des Gesagten kann davon ausgegangen werden, dass der Gesuchsgeg-

ner – unter Berücksichtigung des sog. «Notgroschens» – finanziell in der Lage ist, 

die Verteidigungskosten von Fr. 10’000.-- mittels Ratenzahlungen innerhalb der 

nächsten zwei Jahre zu begleichen (vgl. die Praxis in einem ähnlich gelagerten 

Fall: Verfügung der Strafkammer SK.2023.44. vom 23. November 2023, S. 4). 

8. Im Ergebnis ist der Gesuchsgegner zu verpflichten, dem Bund die Entschädigung 

von Fr. 10'000.-- für die Kosten seiner amtlichen Verteidigung im Verfahren 

SK.2019.71 zurückzubezahlen. 

9. Über die Gewährung von Zahlungserleichterungen oder die allfällige Einleitung der 

Zwangsvollstreckung hat die Vollzugsbehörde zu befinden (Art. 442 Abs. 1 StPO). 

10. Im Ergebnis ist das Gesuch gutzuheissen, soweit darauf einzutreten ist. 

11. Es ist keine Entschädigung auszurichten. 

12. Für diesen Entscheid sind keine Kosten zu erheben. 

  

- 12 - 

SK.2024.35 

Die Strafkammer erkennt: 

1. Das Gesuch der Bundesanwaltschaft, Urteilsvollzug, vom 20. Juni 2024 wird gutge-

heissen, soweit darauf einzutreten ist. 

2. A. wird verpflichtet, dem Bund die Entschädigung von Fr. 10'000.-- für die Kosten 

seiner amtlichen Verteidigung im Verfahren SK.2019.71 zurückzubezahlen. 

3. Es wird keine Entschädigung ausgerichtet. 

4. Es werden keine Kosten erhoben. 

5. Dieses Urteil wird Rechtsanwalt Christian Sturzenegger und der Bundesanwalt-

schaft, Dienst Urteilsvollzug, schriftlich eröffnet und der Berufungskammer des Bun-

desstrafgerichts (in Kopie) mitgeteilt. 

 

Im Namen der Strafkammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

Der Vorsitzende Der Gerichtsschreiber 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
Nach Eintritt der Rechtskraft mitzuteilen an 

− Bundesanwaltschaft, Urteilsvollzug (vollständig) 

  

- 13 - 

SK.2024.35 

Rechtsmittelbelehrung 

Berufung an die Berufungskammer des Bundesstrafgerichts 

Gegen Urteile der Strafkammer des Bundesstrafgerichts, die das Verfahren ganz oder teilweise abschliessen, 

sowie gegen selbstständige nachträgliche Entscheide und gegen selbstständige Einziehungsentscheide kann 

innert 10 Tagen seit Eröffnung bei der Strafkammer des Bundesstrafgerichts mündlich oder schriftlich Beru-

fung angemeldet werden (Art. 399 Abs. 1 i.V.m. Art. 398 Abs. 1 StPO; Art. 38a StBOG). 

 

Mit der Berufung kann das Urteil in allen Punkten umfassend angefochten werden. Mit der Berufung können 

gerügt werden: Rechtsverletzungen, einschliesslich Überschreitung und Missbrauch des Ermessens, Rechts-

verweigerung und Rechtsverzögerung, die unvollständige oder unrichtige Feststellung des Sachverhaltes so-

wie Unangemessenheit (Art. 398 Abs. 2 und 3 StPO).  

 

Die Berufung erhebende Partei hat innert 20 Tagen nach Zustellung des begründeten Urteils der Berufungs-

kammer des Bundesstrafgerichts eine schriftliche Berufungserklärung einzureichen. Sie hat darin anzugeben, 

ob sie das Urteil vollumfänglich oder nur in Teilen anficht, welche Abänderungen des erstinstanzlichen Urteils 

sie verlangt und welche Beweisanträge sie stellt. Werden nur Teile des Urteils angefochten, ist verbindlich 

anzugeben, auf welche sich die Berufung beschränkt (Art. 399 Abs. 3 und 4 StPO). 

Rechtsmittel der Wahlverteidigung 

Gegen den Entschädigungsentscheid kann die Wahlverteidigung das Rechtsmittel ergreifen, das gegen den 

Endentscheid zulässig ist (Art. 429 Abs. 3 StPO). 

Einhaltung der Fristen 

Eingaben müssen spätestens am letzten Tag der Frist bei der Strafbehörde abgegeben oder zu deren Handen 

der Schweizerischen Post, einer schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Vertretung oder, im 

Falle von inhaftierten Personen, der Anstaltsleitung übergeben werden (Art. 91 Abs. 2 StPO). 

 

 

 

 

 

 

 

 

Versand: 30. September 2024