# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fbce4675-48ea-55e1-b794-686cae2a660a
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-02-13
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht II. Zivilkammer 13.02.2025 ZR2 2024 30
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_007_ZR2-2024-30_2025-02-13.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Graubünden
Dretgira superiura dal chantun Grischun
Tribunale d'appello del Cantone dei Grigioni

Urteil vom 13. Februar 2025

Referenz ZR2 24 30

Instanz Zweite zivilrechtliche Kammer

Besetzung Richter-Baldassarre, Vorsitzende
Bergamin und Moses
Bensbih, Aktuarin

Parteien A._____ SA
Beschwerdeführerin
vertreten durch Rechtsanwalt MLaw Michele Micheli
Nievergelt & Stöhr AG, Crappun 8, 7503 Samedan

gegen

B._____ AG
Beschwerdegegnerin
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Hans-Ulrich Brunner
Prager Dreifuss AG, Bellerivestrasse 201, 8008 Zürich

Gegenstand Schadenersatz

Anfechtungsobj. Prozessleitende Verfügung Regionalgericht Maloja vom 
23. August 2024, mitgeteilt am 28. August 2024 (Proz. Nr. 115-
2024-23)

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Sachverhalt

A. Die A._____ SA reichte am 28. Juni 2024 eine auf Italienisch verfasste Klage 
gegen die B._____ AG beim Regionalgericht Maloja ein.

B. In der Folge beantragte die B._____ AG mit Eingabe vom 9. Juli 2024, es sei 
Deutsch als Verfahrenssprache festzulegen sowie eine unentgeltliche amtliche 
Übersetzung der Klageschrift anzuordnen.

C. Mit prozessleitender Verfügung vom 23. August 2024 ordnete der 
Vorsitzende am Regionalgericht Maloja das Folgende an:

1. Als Verfahrenssprache wird Deutsch festgelegt.

2. Beide Parteien haben ihre weiteren Eingaben sowie die Korrespondenz 
etc. auf Deutsch zu verfassen und ihre mündlichen Vorträge an den 
Verhandlungen (Instruktionsverhandlung und/oder Hauptverhandlung) 
auf Deutsch vorzutragen.

3. Der Antrag der Beklagten auf Anordnung einer unentgeltlichen 
amtlichen Übersetzung der Klageschrift wird abgewiesen.

4. Der Beklagten wird eine Frist von 20 Tagen ab Erhalt dieser Verfügung 
zur Einreichung ihrer Klageantwort, welche den in Art. 221 Abs. 1 ZPO 
vorgegebene Inhalt zu enthalten hat.

5. Die Kosten dieser Verfügung bleiben bei der Prozedur.

Es werden keine ausseramtlichen Entschädigungen zugesprochen.

6. [Rechtsmittel]

7. [Mitteilung]

D. Dagegen erhob die A._____ SA (fortan Beschwerdeführerin) am 
9. September 2024 hierorts rechtzeitig Beschwerde mit folgenden Rechtsbegehren:

1. Petito

1. Che il punto numero 2 del dispositivo della Disposizione ordinatoria 
processuale del Tribunale regionale Maloja del 23 agosto 2024 nella 
procedura numero 115-2024-23, comunicata il 28 agosto 2024[,] è 
annullato e ogni parte può esprimersi nella lingua ufficiale di sua scelta;

2. Con spese e ripetibili (oltre IVA) interamente a carico del Tribunale 
regionale Maloja o della Convenuta;

ed il seguente

2. Petito procedurale

1. Che al reclamo sia concesso l'effetto sospensivo;

2. Con spese e ripetibili interamente a carico del Tribunale regionale 
Maloja o della Convenuta.

E. Der Beschwerde wurde einstweilen die aufschiebende Wirkung erteilt.

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F. Die B._____ AG (fortan Beschwerdegegnerin) liess sich zur Beschwerde 
nicht vernehmen. Der Kostenvorschuss ging innert erstreckter Frist rechtzeitig ein. 
Die Akten der Vorinstanz sind beigezogen. Das Verfahren ist spruchreif.

Erwägungen

1. Angefochten ist eine prozessleitende Verfügung. Deren selbständige 
Anfechtung ist – abgesehen von den vorliegend nicht einschlägigen, im Gesetz 
explizit vorgesehenen Fällen (vgl. Art. 319 lit. b Ziff. 1 ZPO) – nur zulässig, wenn 
durch den Entscheid ein nicht leicht wiedergutzumachender Nachteil droht (Art. 319 
lit. b Ziff. 2 ZPO).

1.1. Nach ständiger Praxis genügt auf kantonaler Ebene nicht nur das Drohen 
eines rechtlichen, sondern bereits eines tatsächlichen Nachteils (vgl. statt vieler 
KGer GR ZK2 24 59 v. 19.6.2024 m. w. H.). Ein drohender, nicht leicht 
wiedergutzumachender Nachteil ist grundsätzlich nur zurückhaltend anzunehmen. 
Der Gesetzgeber hat die selbständige Anfechtung gewöhnlicher 
Inzidenzentscheide absichtlich erschwert, denn der Gang des Prozesses soll nicht 
unnötig verzögert werden (Botschaft zur Schweizerischen Zivilprozessordnung 
[ZPO] v. 28.6.2006, BBl 2006 7221 ff., S. 7377). Die betroffene Partei muss einen 
nicht leicht wiedergutzumachenden Nachteil dartun, d. h. sie ist beweispflichtig, 
sofern die Gefahr nicht von vornherein offenkundig ist. Fehlt die 
Rechtsmittelvoraussetzung des drohenden, nicht leicht wiedergutzumachenden 
Nachteils, so ist auf die Beschwerde nicht einzutreten.

1.2. Die Beschwerdeführerin begründet ihren nicht leicht wiedergutzumachenden 
Nachteil im Wesentlichen damit, dass die angefochtene, gesetzeswidrige 
Anordnung zur Folge hätte, dass die Vorinstanz auf Italienisch verfasste Eingaben 
nicht mehr akzeptieren würde. Für die Beschwerdeführerin hätte dies nicht 
unerhebliche (negative) prozessuale Konsequenzen mit Einfluss auf den 
Verfahrensausgang. Dies habe umso mehr mit Blick auf das frühe 
Verfahrensstadium des vorinstanzlichen Verfahrens zu gelten (act. A.1, Rz. 6 ff.).

1.3. Die Androhung, Eingaben und Vorträge in einer anderen Amtssprache als 
der Verfahrenssprache nicht entgegenzunehmen bzw. nicht zu berücksichtigen 
kann den grundrechtlichen Anspruch auf rechtliches Gehör im Verfahren tangieren. 
Der Nachteil im Verfahren nicht gehörig gehört zu werden, ist als Rechtsnachteil zu 
qualifizieren. Das ist hier insofern von Bedeutung, als zum Äusserungsrecht der 
Parteien das Korrelat gehört, dass der Richter die Äusserungen auch 
entgegennimmt und prüft. In einer Gehörsverletzung als solchen liegt für sich 

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genommen noch kein hinreichend erheblicher Nachteil im Sinne von Art. 319 lit. b 
Ziff. 2 ZPO, da die Rüge der Gehörsverletzung in der Regel im Rechtsmittel gegen 
den Sachentscheid vorgebracht werden kann (siehe dazu statt vieler KGer GR ZK1 
24 22 v. 22.3.2024 E. 4.1 m. H.). Vorliegend ist der Beschwerdeführerin indessen 
beizupflichten, dass die Vorinstanz, ihrer eigenen Anordnung folgend, sämtliche 
(künftigen) schriftlichen und mündlichen Äusserungen der Beschwerdeführerin in 
einer anderen Amtssprache als der Verfahrenssprache unberücksichtigt lassen 
müsste. Würde der Beschwerdeführerin die Beschwerdelegitimation abgesprochen 
und würde die Beschwerdeführerin weiterhin von ihrem Recht auf italienische 
Eingaben bzw. Vorbringen Gebrauch machen, müsste sie sich angesichts des 
frühen Verfahrensstadiums (zumindest einstweilen) weitreichende Säumnisfolgen 
zu ihren Lasten entgegenhalten lassen und darauf vertrauen, dass die 
Rechtsmittelinstanz im Zuge der Anfechtung des Endentscheids anderer Meinung 
als die Vorinstanz sein wird. Ein solche (Rechts-)Folge ist ihr offensichtlich nicht 
zumutbar. Die Beschwerdeführerin auf das Rechtsmittel gegen den Sachentscheid 
zu verweisen, erwiese sich im vorliegenden Fall darüber hinaus als höchst 
prozessunökonomisch. Faktisch würde dies nämlich in die Wiederholung des noch 
ganz am Anfang stehenden vorinstanzlichen Verfahrens münden (vgl. Danielle 
Schwendener, in: Brunner/Schwander/Vischer [Hrsg.], Schweizerische 
Zivilprozessordnung, Kommentar, 3. Aufl., Zürich 2024, N 40 zu Art. 319 ZPO). 
Dass unnötige Kosten und Zeitverlust für sich alleine jeweils noch nicht ausreichen, 
um einen nicht leicht wiedergutzumachenden Nachteil im Sinne von Art. 319 lit. b 
Ziff. 2 ZPO zu begründen, ändert in der vorliegenden Konstellation nichts. Der nicht 
leicht wiedergutzumachende Nachteil ist daher zu bejahen. Auf die Beschwerde ist 
einzutreten.

1.4. Entsprechend dem Anfechtungsobjekt ist die Verfahrenssprache im 
vorliegenden Beschwerdeverfahren Deutsch (act. D.1; Art. 8 Abs. 2 SpG 
[BR 492.100]). Der Beschwerdeführerin stand es indessen frei, in ihren Eingaben 
Italienisch als kantonale Amtssprache zu verwenden (Art. 8 Abs. 1 SpG), wovon sie 
denn auch Gebrauch machte (act. A.1).

2. Gegenstand des Beschwerdeverfahrens ist einzig die Dispositivziffer 2 der 
angefochtenen Verfügung, wonach beide Parteien ihre weiteren Eingaben sowie die 
Korrespondenz etc. auf Deutsch zu verfassen und ihre mündlichen Vorträge an den 
Verhandlungen (Instruktionsverhandlung und/oder Hauptverhandlung) auf Deutsch 
vorzutragen hätten. Hiergegen wehrt sich die Beschwerdeführerin. Besagte 
Anordnung verstosse gegen Art. 10 SpG (act. A.1). Nicht angefochten ist 

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demgegenüber insbesondere die Anordnung von Deutsch als Verfahrenssprache 
(act. B.1, Dispositivziff. 1).

3. Die Sprachenfreiheit ist in Art. 18 BV (SR 101) garantiert. Diese Garantie 
umfasst insbesondere den Gebrauch der Muttersprache. Ist diese eine der vier 
Landessprachen, so wird der Gebrauch von Art. 4 BV geschützt. Ferner darf nach 
Art. 8 Abs. 2 BV niemand aufgrund der Sprache diskriminiert werden. 

3.1. Das Prinzip der Sprachenfreiheit betrifft auch die Amtssprache(n) der 
Kantone und insbesondere die Verfahrenssprache. Nach Art. 70 Abs. 2 BV 
bestimmen die Kantone ihre Amtssprachen. Um das Einvernehmen zwischen den 
Sprachgemeinschaften zu wahren, achten sie auf die herkömmliche sprachliche 
Zusammensetzung der Gebiete und nehmen Rücksicht auf die angestammten 
sprachlichen Minderheiten. Diese Bestimmung enthält das Territorialitätsprinzip, 
welches jedoch kein verfassungsmässiges Individualrecht ist. Es stellt eine 
Einschränkung der Sprachenfreiheit dar und erlaubt den Kantonen, Massnahmen 
zu ergreifen, um die überlieferten Grenzen der Sprachgebiete und deren 
Homogenität zu erhalten (KGer FR 502 2022 138 v. 18.7.2022 E. 4.1; BGE 136 I 
149 E. 4.2 m. H.). 

3.2. Im Verhältnis zu den Behörden ist die Sprachenfreiheit durch das Prinzip der 
Amtssprache begrenzt. Unter Vorbehalt von Sonderbestimmungen besteht kein 
Recht, mit den Behörden in einer anderen als der Amtssprache zu kommunizieren. 
Diese ist wiederum grundsätzlich an das Territorialitätsprinzip gebunden, indem sie 
normalerweise mit der Sprache übereinstimmt, die im betreffenden Gebiet 
gesprochen wird. Es obliegt primär den Kantonen, den Sprachgebrauch innerhalb 
ihres jeweiligen Gebietes im Rahmen der verfassungsrechtlichen Vorgaben zu 
regeln (BGE 136 I 149 E. 4.3 und 5 m. H.). Damit übereinstimmend sieht auch die 
ZPO vor, dass das Verfahren in der Amtssprache des zuständigen Kantons geführt 
wird, wobei die Kantone bei mehreren Amtssprachen den Gebrauch der Sprachen 
regeln (Art. 129 Abs. 1 ZPO; BGer 4D_65/2018 v. 15.7.2019 E. 2.5).

4. Deutsch, Romanisch und Italienisch sind die gleichwertigen Kantons- und 
Amtssprachen des Kantons Graubünden (Art. 3 Abs. 1 KV [BR 110.100]). Kanton 
und Gemeinden unterstützen und ergreifen die erforderlichen Massnahmen zur 
Erhaltung und Förderung der rätoromanischen und der italienischen Sprache (Art. 3 
Abs. 2 KV). Auf der Grundlage von Art. 3 KV wurde das obgenannte kantonale 
Sprachengesetz erlassen (Botschaft der Regierung, Sprachengesetz des Kantons 
Graubünden, Heft Nr. 2/2006-2007, S. 78, 84 [zit. Botschaft SpG]; vgl. auch Art. 8 
GOG [BR 173.00]).

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4.1. Für Regionalgerichte von mehrsprachigen Regionen gilt, neben den 
allgemeinen Bestimmungen, insbesondere Art. 10 SpG. Die Region Maloja ist 
mehrsprachig. Ihre Amtssprachen sind Deutsch, Italienisch und Romanisch (Art. 1 
Abs. 1 Ziff. 6 Gesetz über die Einteilung des Kantons Graubünden in Regionen 
[BR 110.200]; Art. 25 Abs. 2 SpG). 

4.2. Gemäss Art. 10 Abs. 2 SpG können die Parteien für ihre Rechtsschriften und 
Eingaben eine Amtssprache der Region verwenden. Der Gesetzeswortlaut ist klar. 
Entgegen der vorinstanzlichen Anordnung steht es den Parteien, samt ihren 
Vertretern (siehe dazu eindeutig Botschaft SpG, a.a.O., S. 99 f.), somit frei, sich 
einer regionalen Amtssprache ihrer Wahl zu bedienen (so auch vor den kantonalen 
Gerichten: Art. 8 Abs. 1 SpG). Dies gilt offenkundig für schriftliche Eingaben 
(Rechtsschriften, Korrespondenz etc.). Die Beschwerde ist in diesem Punkt 
offensichtlich begründet und gutzuheissen.

4.3. Zu prüfen bleibt, wie es sich mit mündlichen Äusserungen (Vorträgen etc.) 
anlässlich von Verhandlungen verhält. 

4.3.1. In mehrsprachigen Regionen wird die Hauptverhandlung in der Regel in einer 
Amtssprache der Region geführt, welcher die beklagte Partei beziehungsweise die 
oder der Angeklagte mächtig ist (Art. 10 Abs. 3 SpG). Der Wortlaut allein 
beantwortet die hier strittige Frage nicht. 

4.3.2. Art. 10 Abs. 3 SpG zielt (wie auch Art. 8 Abs. 2 SpG) letztlich auf die 
Festlegung der Verfahrenssprache ab (vgl. dazu Botschaft SpG, a.a.O., S. 99, 101 
mit Hinweis auf Art. 7 Abs. 1 SpG). Die Verfahrenssprache wird bei mehreren 
Möglichkeiten primär im Interesse der Klarheit des Verfahrens festgelegt. Sie dient 
der Erwartungs- und Planungssicherheit der Parteien, aber auch der Gerichte 
selbst. Bei mehreren, gleichwertigen Amtssprachen definiert die Verfahrenssprache 
mithin diejenige Amtssprache, in welcher sich das Gericht grundsätzlich an die 
Parteien zu wenden und in welcher es die verfahrensleitenden und -erledigenden 
Schriftstücke (konsequenterweise) auszufertigen hat. Die Verfahrenssprache ist 
aber nicht gleichzusetzen mit der Sprache, in welcher sich die Parteien vor 
mehrsprachigen Regionalgerichten oder vor kantonalen Gerichten äussern dürfen. 
Mit der Regelung in Art. 10 Abs. 3 SpG (und auch Art. 8 Abs. 2 SpG) soll 
sichergestellt werden, dass sich die Wahl der Verfahrenssprache und damit auch 
diejenige einer mündlichen Verhandlung grundsätzlich an der (regionalen) 
Amtssprache orientiert, welcher die (vermutungsweise) prozessual schwächere 
Partei oder zumindest die Partei, die nicht über den Gerichtsstand, den Eintritt der 
Rechtshängigkeit und das Prozessthema entschieden hat, mächtig ist. Letztere soll 

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im Rahmen des Prozesses nicht sprachlich benachteiligt werden. Dass hierdurch 
aber die Wahlfreiheit der übrigen Parteien gemäss Art. 10 Abs. 2 SpG aufgehoben 
werden soll, ergibt sich nicht aus dem Gesetz. Eine solche Auslegung widerspräche 
dem grundlegenden Prinzip der Gleichwertigkeit der (regionalen) Amtssprachen vor 
mehrsprachigen Gerichten (vgl. Art. 3 Abs. 2 KV). Art. 3 Abs. 2 SpG hält zudem als 
einer von verschiedenen Grundsätzen des Sprachengesetzes fest, dass jede 
Person sich in einer Amtssprache ihrer Wahl an die kantonalen Behörden wenden 
kann. Die Regionalgerichte gehören zu den kantonalen Behörden. Beschränkt wird 
dieser Grundsatz bei den einsprachigen Regionalgerichten durch das 
Territorialitätsprinzip (Art. 9 Abs. 2 und 3 SpG; Botschaft SpG, a.a.O., S. 100 f.). Bei 
mehrsprachigen Regionen gilt hingegen der Grundsatz der Gleichwertigkeit ihrer 
jeweiligen (regionalen) Amtssprachen (vgl. Art. 3 Abs. 2 KV). Daran ändert auch der 
Umstand nichts, dass bei Erlass des SpG die damaligen Bezirksgerichte noch keine 
kantonalen Behörden waren (Gebietsreform im Kanton Graubünden per 1.1.2017). 
Aus der Botschaft der Regierung zum SpG geht unmissverständlich hervor, dass 
bereits zum damaligen Zeitpunkt in mehrsprachigen Bezirken sämtliche 
Amtssprachen der im Gerichtssprengel zusammengeschlossenen Kreise als 
Gerichtssprachen anerkannt wurden (ibid., S. 89 f., 101). Dies steht mit der 
Regelung von Art. 3 Abs. 2 SpG im Einklang. 

4.3.4. Für die Auslegung von Art. 10 Abs. 3 SpG ist alsdann Art. 8 SpG, welcher 
den Sprachgebrauch an den kantonalen Gerichten (Obergericht, Justizgericht und 
Zwangsmassnahmengericht) regelt, von Bedeutung. Gemäss Botschaft zum SpG 
gelten in Bezug auf den Gebrauch der Gerichtssprachen bei mehrsprachigen 
Bezirks- bzw. den heutigen Regionalgerichten nämlich die gleichen Grundsätze wie 
bei den kantonalen Gerichten (ibid., S. 89 f.). Sinn und Zweck von Art. 8 als auch 
Art. 10 SpG ist der Sprachenfreiheit als Individualrecht auch bei den Gerichten zum 
Durchbruch zu verhelfen, mithin das Grundrecht auf den Gebrauch der eigenen 
(Amts-)Sprache in Gerichtsverfahren sicherzustellen (vgl. VGer GR V 19 1 v. 
22.10.2019 E. II.1.3.3.2 in fine). Wesentlich ist somit (wiederum) der Grundsatz der 
Gleichwertigkeit der Amtssprachen. Dabei gilt diese Gleichberechtigung 
grundsätzlich für sämtliche Verfahrensschritte der Parteien. Die Parteien sind also 
bei der Wahl der Amtssprache für ihre schriftlichen und mündlichen Vorbringen vor 
den kantonalen Gerichten und den mehrsprachigen Regionalgerichten, beschränkt 
auf die jeweiligen regionalen Amtssprachen, frei (Botschaft SpG, a.a.O., S. 89 f., 
99 f.). Dies entspricht denn auch der Praxis am (ehemaligen) Kantonsgericht, und 
zwar gerade auch im Rahmen mündlicher Verhandlungen. Die Bestimmung von 
Art. 10 Abs. 3 SpG ist im sprachlichen Gesamtkontext zu verstehen. Mit Blick auf 

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den Gesetzeszweck kann aus ihr jedenfalls keine Einschränkung der Wahlfreiheit 
von Art. 10 Abs. 2 SpG resp. Art. 3 Abs. 2 SpG abgeleitet werden. 

4.3.5. Entgegen der Vorinstanz führt auch Art. 7 Abs. 2 SpG zu keinem anderen 
Schluss (act. B.2, S. 3). Die Regelung gemäss Art. 7 Abs. 2 SpG, wonach die 
Mitglieder der Gerichte sich in mündlichen Verhandlungen in der Amtssprache ihrer 
Wahl äussern, trägt dem Umstand Rechnung, dass in mehrsprachigen Regionen 
allenfalls nicht alle Gerichtsmitglieder sämtliche Amtssprachen der Region aktiv 
beherrschen (Botschaft SpG, a.a.O., S. 99). Der Zweck von Art. 7 Abs. 2 SpG 
erlaubt es mithin nicht, die Sprachenwahlfreiheit der Parteien einzuschränken. Im 
Gegenteil: Gilt für die Gerichtsmitglieder eine freie Wahlmöglichkeit, hat dies umso 
mehr für die Parteien zu gelten.

4.3.6. Dass es im Übrigen zulässig ist, die Sprache des Verfahrens von derjenigen 
gewisser Handlungen der Parteien zu trennen, bejahte das Bundesgericht bereits 
mehrfach (BGE 136 I 149 E. 6.2; insb. auch im Anwendungsbereich der ZPO: BGer 
4D_65/2018 v. 15.7.2019 E. 2.5). Ferner sehen sowohl der Bund als auch andere 
Kantone ähnliche sprachenrechtliche Bestimmungen wie Art. 8 und 10 SpG vor (vgl. 
dazu Art. 54 BGG; Art. 36 Abs. 2 BPatGG [SR 173.41]; ferner Art. 6 
Sprachengesetz [SpG, BG v. 5.10.2007 über die Landessprachen und die 
Verständigung zwischen den Sprachgemeinschaften, SR 441.1]; Praxis des BStGer 
für schriftliche Eingaben [TPF 2014 161, 2015 93, 2015 147]; Art. 7 Abs. 1 des 
Einführungsgesetzes des Kantons Wallis zur Schweizerischen Zivilprozessordnung 
v. 11.2.2009 [EGZPO/VS; SGS 270.1]; Art. 115 ff. des Justizgesetzes des Kantons 
Fribourg [SGF 130.1]; Art. 6 der Verfassung des Kantons Bern v. 6.6.1993 [KV/BE; 
SR 131.212]).

4.3.7. Die Verwendung von verschiedenen Sprachen im Rahmen einer mündlichen 
Verhandlung kann, je nach Übersetzungsbedarf, zeit- und kostenintensiv sein. 
Zudem beeinträchtigen Übersetzungen notorisch den Verhandlungsfluss/-ablauf. In 
diesem Zusammenhang ist auf Art. 7 Abs. 5 SpG hinzuweisen, wonach das Gericht 
im Einvernehmen mit den Parteien eine von den Grundsätzen gemäss SpG 
abweichende Sprachregelung treffen kann. Diese Ausnahmeregelung soll den 
besonderen sprachenrechtlichen Konstellationen an den mehrsprachigen Gerichten 
Rechnung tragen und die Möglichkeit von pragmatischen Lösungen eröffnen 
(Botschaft SpG, a.a.O., S. 99). Dass für eine Anwendung dieser 
Ausnahmeregelung das Einvernehmen der Parteien erforderlich ist, ist indessen ein 
bewusster gesetzgeberischer Entscheid. Sie lässt mithin kein Raum – ohne 
Einverständnis der Parteien – eine vom SpG abweichende Regelung hoheitlich und 
verbindlich anzuordnen. 

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4.3.8. Unbehelflich sind schliesslich die Ausführungen der Vorinstanz zu den nicht 
existenten Italienisch-Kenntnissen der Beschwerdegegnerin bzw. dessen Vertreter 
sowie zu den vorhandenen Deutsch-Kenntnissen des Vertreters der 
Beschwerdeführerin (act. B.1, S. 3). Ungeachtet dessen, dass es sich bei der 
Beschwerdegegnerin ohnehin um eine internationale Versicherungsgesellschaft 
handelt, gelten Art. 10 und Art. 3 Abs. 2 SpG (wie auch Art. 8 SpG) ohne Rücksicht 
auf die Sprachkompetenzen der Gegenpartei oder deren Vertreter. Art. 10, Art. 3 
Abs. 2 und Art. 8 SpG auferlegen den Parteien denn auch nur das passive 
Verständnis einer anderen, vor der jeweiligen Instanz zulässigen Amtssprache.

4.3.9. Nach dem Gesagten verdient die Auffassung der Beschwerdeführerin auch 
in Bezug auf mündliche Äusserungen anlässlich von Verhandlungen Zustimmung.

5. Zusammenfassend verstösst die vorinstanzliche Anordnung, schriftliche 
Eingaben und mündliche Vorbringen ausschliesslich in Deutsch zu tätigen, gegen 
Art. 10 SpG. Die Beschwerde ist gutzuheissen. Die Dispositivziffer 2 der 
angefochtenen Verfügung ist aufzuheben. Eine Neuregelung erübrigt sich 
angesichts der gesetzlichen Regelung. Es gilt das Sprachengesetz.

6. Mit dem begründeten Entscheid in der Sache werden die Anträge der 
Beschwerdeführerin um Erteilung der aufschiebenden Wirkung und um Erlass eines 
unbegründeten Entscheids (act. D.13) gegenstandslos. Letzteres Begehren wäre 
aber ohnehin abzuweisen gewesen. So ist zwar richtig, dass die 
Rechtsmittelinstanzen nunmehr ebenfalls die Möglichkeit haben, unbegründete 
Entscheide zu erlassen (Art. 318 Abs. 2 u. Art. 327 Abs. 5 ZPO), und zwar auch in 
den bereits vor dem 1. Januar 2025 hängigen Verfahren (Art. 407f ZPO). Das 
vorliegende Verfahren betrifft eine wesentliche Frage des Gebrauchs der 
Gerichtssprachen. Ein unbegründeter Entscheid war von vornherein nicht 
angezeigt. 

7. Die Entscheidgebühr ist auf CHF 1'000.00 festzusetzen (Art. 12 Abs. 1 VGZ 
[BR 320.210]). Im vorliegenden Fall führt eine falsche Anwendung des kantonalen 
Sprachengesetzes durch die Vorinstanz zur Gutheissung der Beschwerde. Die 
Beschwerdegegnerin hat diesen Fehler nicht mitzuverantworten. Sie beantragte vor 
Vorinstanz (soweit vorliegend interessierend) lediglich, dass Deutsch als 
Verfahrenssprache festzulegen und eine unentgeltliche amtliche Übersetzung der 
Klageschrift anzuordnen sei (RG act. I.2). Überdies enthielt sie sich vor 
Beschwerdeinstanz eines Antrages. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens sind 
mithin auf die Gerichtskasse zu nehmen (Regionalgericht Maloja). Der seitens der 
Beschwerdeführerin geleistete Kostenvorschuss ist zu erstatten (act. D.2). Der 

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anwaltlich vertretenen Beschwerdeführerin ist eine Parteientschädigung von 
pauschal CHF 800.00 (inkl. Spesenpauschale und MWST) aus der Gerichtskasse 
(Regionalgericht Maloja) zuzusprechen (Art. 107 Abs. 2 ZPO spricht zwar nur von 
Gerichtskosten, gilt aber analog auch für die Parteientschädigung; vgl. BGE 138 III 
471 E. 7; KGer GR ZK2 21 30 v. 30.9.2021 E. 7.2).

8. Nach Art. 7 Abs. 2 lit. a EGzZPO (BR 320.100) entscheidet das Obergericht 
über Beschwerden (neu) in einzelrichterlicher Kompetenz. Diese Bestimmung trat 
am 1. Januar 2025 in Kraft und gelangt auch auf am Stichtag hängige Verfahren zur 
Anwendung (Art. 21 Abs. 1 Satz 1 EGzZPO). Vorliegendes Urteil ergeht in 
Dreierbesetzung (Art. 38 Abs. 4 GOG). Da dies der bisherigen sachlichen 
Zuständigkeit entspricht, konnte darauf verzichtet werden, den Parteien 
(nachträglich) die Gelegenheit einzuräumen, einen Entscheid in Dreierbesetzung zu 
beantragen (Art. 7 Abs. 3 EGzZPO).

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Es wird erkannt:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird Dispositivziffer 2 der Verfügung des 
Regionalgerichts Maloja vom 28. August 2024 ersatzlos aufgehoben.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von CHF 1'000.00 werden dem 
Kanton Graubünden (Regionalgericht Maloja) auferlegt. Der geleistete 
Kostenvorschuss von CHF 1'000.00 wird der A._____ SA durch das 
Obergericht des Kantons Graubünden erstattet.

3. Der Kanton Graubünden (Regionalgericht Maloja) wird verpflichtet, der 
A._____ SA für das Beschwerdeverfahren eine Parteientschädigung von 
CHF 800.00 (inkl. Spesen und MWST) zu bezahlen.

4. [Rechtsmittelbelehrung]

5. [Mitteilungen]