# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 340311ce-b127-57dc-85c2-2d2073c7a195
**Source:** Glarus (GL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-06-30
**Language:** de
**Title:** Glarus Obergericht 30.06.2020 OG.2018.00054 (OGS.2020.97)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GL_Omni/GL_OG_001_OG-2018-00054_2020-06-30.html

## Full Text

Kanton Glarus

  
	
   

  
	
  Obergericht

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  Urteil
  vom 30. Juni 2020

  
	
   

  
	
   

  
	
  Verfahren
  OG.2018.00054

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  A.______

  
	
  Beschuldigter
  und

  
	
  Berufungskläger

  
	
   

  
	
  verteidigt
  durch Rechtsanwalt B.______

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  gegen

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  Staats-
  und Jugendanwaltschaft des Kantons Glarus

  
	
  Postgasse 29, 8750 Glarus
  

  
	
  Anklägerin und 

  
	
  Berufungsbeklagte

  
	
   

  
	
  vertreten
  durch den Staatsanwalt

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  betreffend

  
	
   

  
	
  Fahren
  in fahrunfähigem Zustand etc.

  
	
   

  
	
   

  
	
  Anträge
  des Berufungsklägers (anlässlich der Berufungsverhandlung vom
  21. Juni 2019, act. 58):

  
	
   

  
	
  	
    1.

    	
    Das vorinstanzliche Urteil des
    Kantonsgerichts Glarus sei vollumfänglich aufzuheben.

    
	
     

    	
     

    
	
    2.

    	
    Der Beschuldigte sei von den
    folgenden Straftatbeständen freizusprechen:

    
	
     

    	
    des Fahrens in fahrunfähigem
    Zustand i.S.v. Art. 91 Abs. 2 lit. a SVG i.V.m. Art. 31 Abs. 2 SVG,
    Art. 2 Abs. 1 VRV und Art. 1 Abs. 2 der Verordnung der
    Bundesversammlung vom 21. März 2003 über Blutalkoholgrenzwerte im
    Strassenverkehr;

    
	
     

    	
    der versuchten Vereitelung von
    Massnahmen zur Feststellung der Fahrunfähigkeit i.S.v. Art. 91a Abs. 1 SVG
    i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB und aArt. 55 SVG; 

    
	
     

    	
    der Verletzung der
    Verkehrsregeln durch Nichtbeherrschen des Fahrzeuges i.S.v. Art. 90 Abs. 1
    SVG i.V.m. Art. 31 Abs. 1 SVG;

    
	
     

    	
    des pflichtwidrigen Verhaltens
    bei Unfall i.S.v. Art. 92 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 51 Abs. 1 und 3 SVG.

    
	
     

    	
     

    
	
    3.

    	
    Der Beschuldigte sei der
    Verletzung der Verkehrsregeln i.S.v. Art. 90 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 27 Abs.
    1 SVG und Art. 4a Abs. 1 lit. a und Abs. 2 VRV schuldig zu sprechen.

    
	
     

    	
     

    
	
    4.

    	
    Der Beschuldigte sei mit einer
    Busse von CHF 400.— zu bestrafen.

    
	
     

    	
     

    
	
    5.

    	
    Es seien die gesamten
    Verfahrenskosten für das erst- und zweitinstanzliche Verfahren sowie für
    das Vorverfahren der Staatskasse zu überbinden und dem Beschuldigten sei
    eine angemessene Entschädigung für seine Anwaltskosten (zzgl. MWST)
    auszurichten.

    

  

  
	
   

  
	
  Antrag
  der Anklägerin und Berufungsbeklagten
  (anlässlich der Berufungsverhandlung vom 21. Juni 2019, act. 59):

  
	
   

  
	
  Die Berufung des Beschuldigten
  sei abzuweisen und das Urteil der Strafgerichtskommission des Kantonsgerichts
  Glarus vom 29. August 2018 sei zu bestätigen.

  
	
   

  
	
  ____________________

  
	
   

  
	
  Das Gericht   zieht in Betracht:

  
	
   

  
	
  I.

  
	
  1. Die Staatsanwaltschaft
  des Kantons Glarus (nachfolgend Staatsanwaltschaft) wirft A.______
  (nachfolgend Beschuldigter) vor, am 12. Mai 2016, um ca. 20.15 Uhr,
  in angetrunkenem Zustand (Blutalkoholkonzentration von mindestens 2.20 ‰) als
  Fahrer des Personenwagens X.______, von [...] herkommend, in [...] auf der
  Brücke über der Linth zu weit nach links gelangt und in der Folge seitlich
  mit dem auf der Hauptstrasse nach [...] korrekt fahrenden entgegenkommenden
  Personenwagen Y.______ kollidiert zu sein. Aufgrund dieser Kollision seien
  beim Personenwagen Y.______ der hintere linke Kotflügel und beim
  Personenwagen X.______ die Fahrertürscheibe, der linke Seitenspiegel sowie
  ebenfalls der hintere linke Kotflügel beschädigt worden. Der Beschuldigte
  habe nach dieser Kollision nicht angehalten und sich nicht um den
  verursachten Schaden gekümmert, sondern sei weitergefahren (act. 3 S. 1). 

  
	
  Weiter wirft die
  Staatsanwaltschaft dem Beschuldigten vor, er habe am 20. Juli 2016, um
  20.19 Uhr, mit seinem Personenwagen X.______ auf der Kantonsstrasse in [...],
  Höhe Verkaufsgeschäft [...], die dort signalisierte Höchstgeschwindigkeit von
  50 km/h innerorts um netto 20 km/h überschritten (act. 3 S. 2). 

  
	
   

  
	
  2. Die Staatsanwaltschaft
  erkannte den Beschuldigten mit Strafbefehl vom 19. Januar 2017
  (act. 3) des Fahrens in fahrunfähigem Zustand (i.S.v. Art. 91
  Abs. 2 lit. a SVG i.V.m. Art. 31 Abs. 2 SVG, Art. 2
  Abs. 1 VRV und Art. 1 Abs. 2 der Verordnung der
  Bundesversammlung vom 21. März 2003 über Blutalkoholgrenzwerte im
  Strassenverkehr), der versuchten Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung
  der Fahrunfähigkeit (i.S.v. Art. 91a Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 22
  Abs. 1 StGB und aArt. 55 SVG), der Verletzung der Verkehrsregeln
  durch Nichtbeherrschen des Fahrzeuges (i.S.v. Art. 90 Abs. 1 SVG
  i.V.m. Art. 31 Abs. 1 SVG), des pflichtwidrigen Verhaltens bei
  Unfall (i.S.v. Art. 92 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 51 Abs. 1
  und 3 SVG) und der Verletzung der Verkehrsregeln (i.S.v. Art. 90
  Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 27 Abs. 1 SVG und Art. 4a
  Abs. 1 lit. a und Abs. 2 VRV) schuldig.

  
	
  Der Beschuldigte wurde mit einer
  Geldstrafe von 100 Tagessätzen zu je CHF 80.— bedingt aufgeschoben bei
  einer Probezeit von zwei Jahren bestraft. Zudem wurde der Beschuldigte mit
  einer Busse von CHF 3'400.— bestraft. Die Kosten des Verfahrens wurden dem
  Beschuldigten auferlegt (act. 3 S. 2).

  
	
   

  
	
  3. Nachdem der
  Beschuldigte mit Schreiben vom 30. Januar 2017 Einsprache gegen den
  Strafbefehl erhoben hatte (act. 2/IV/01), überwies die Staatsanwaltschaft in
  Anwendung von Art. 356 Abs. 1 StPO die Angelegenheit zur gerichtlichen
  Beurteilung an den zuständigen Präsidenten der Strafgerichtskommission des
  Kantonsgerichts Glarus (act. 1).

  
	
   

  
	
  4. Mit Urteil vom
  29. August 2018 erkannte die Strafgerichtskommission des
  Kantonsgerichts Glarus (nachfolgend Strafgerichtskommission) den
  Beschuldigten in allen Anklagepunkten für schuldig (act. 43 Disp.-Ziff. 1)
  und verurteilte ihn als Zusatzstrafe zum Strafbefehl des Untersuchungsamtes
  [...] vom 24. August 2017 (act. 36/1) zu einer Geldstrafe von
  85 Tagessätzen zu je CHF 80.—, bedingt aufgeschoben bei einer Probezeit
  von 2 Jahren, sowie zu einer Busse von CHF 2’400.—, bei Nichtbezahlung
  umgewandelt in eine unbedingt vollziehbare Ersatzfreiheitsstrafe von 24 Tagen
  (Disp.-Ziff. 2) und auferlegte dem Beschuldigten ausgangsgemäss die Gerichts-
  und Untersuchungskosten (Disp.-Ziff. 3 und 4).

  
	
   

  
	
  5. Gegen dieses Urteil erhob der Beschuldigte rechtzeitig Berufung mit
  den eingangs erwähnten Anträgen (act. 46, act. 58). Die
  Staatsanwaltschaft hat auf eine Anschlussberufung verzichtet (act. 50)
  und schliesst auf Abweisung der Berufung (act. 59).

  
	
   

  
	
  6. Am 21. Juni 2019 fand vor dem Obergericht die mündliche
  Berufungsverhandlung statt (act. 56). Am 30. Juni 2020 fällte das Obergericht
  seinen Entscheid (act. 79). Der Entscheid wird schriftlich eröffnet, nachdem
  die Parteien auf eine mündliche Urteilsbekanntgabe ausdrücklich verzichteten
  (Art. 84 Abs. 3 StPO, act. 56 S. 20 f.).

  
	
   

  
	
  II.

  
	
  1. Das hier angefochtene
  Strafurteil der Strafgerichtskommission (act. 43) ist der Berufung
  zugänglich (Art. 398 Abs. 1 StPO). Die Berufungsinstanz überprüft
  das Urteil nur in den angefochtenen Punkten (Art. 404 Abs. 1 StPO).
  

  
	
   

  
	
  2. Die Berufung des
  Beschuldigten richtet sich gegen den vorinstanzlichen Schuldspruch wegen
  Fahrens in fahrunfähigem Zustand (i.S.v. Art. 91 Abs. 2 lit. a
  SVG i.V.m. Art. 31 Abs. 2 SVG, Art. 2 Abs. 1 VRV und
  Art. 1 Abs. 2 der Verordnung der Bundesversammlung vom
  21. März 2003 über Blutalkoholgrenzwerte im Strassenverkehr),
  versuchter Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung der Fahrunfähigkeit
  (i.S.v. Art. 91a Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB
  und aArt. 55 SVG), Verletzung der Verkehrsregeln durch Nichtbeherrschen
  des Fahrzeuges (i.S.v. Art. 90 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 31
  Abs. 1 SVG) und wegen pflichtwidrigen Verhaltens bei Unfall (i.S.v.
  Art. 92 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 51 Abs. 1 und 3 SVG).
  Diese Schuld-sprüche betreffen das Ereignis der mutmasslichen Streifkollision
  in [...] vom 12. Mai 2016, um ca. 20.15 Uhr.

  
	
  In der Berufungsbegründung
  anerkennt der Beschuldigte den Schuldspruch betreffend die ihm ebenfalls
  vorgeworfene Geschwindigkeitsüberschreitung vom 20. Juli 2016 in [...]
  (act. 58 S. 11 Rz 21). Eine trotz des betreffenden
  Antrages des Beschuldigten gesetzwidrige oder unbillige Entscheidung i.S.v.
  Art. 404 Abs. 2 StPO ist nicht ersichtlich. Folglich ist Alinea 5 von
  Dispositiv-Ziffer 1 des Urteils der Strafgerichtskommission vom 29. August 2018
  (der Schuldspruch wegen Verletzung der Verkehrsregeln i.S.v. Art. 90 Abs. 1
  SVG i.V.m. Art. 27 Abs. 1 SVG und Art. 4a Abs. 1 lit. a und Abs. 2 VRV
  [Sachverhalt Geschwindigkeitsübertretung vom 20. Juli 2016]) in
  Rechtskraft erwachsen. 

  
	
   

  
	
  3. Somit ergibt sich, dass das Obergericht im Rahmen des
  Berufungsverfahrens die erstinstanzlich erfolgte Verurteilung (Schuld- und
  Strafpunkt), mit Ausnahme des soeben erwähnten Schuldspruchs
  wegen Geschwindigkeitsüberschreitung, und Kostenverlegung zu
  überprüfen hat (Art. 404 Abs. 1 StPO), wobei das Obergericht,
  nachdem auf die Berufung einzutreten ist, am Ende ein neues Urteil fällen
  wird (Art. 408 StPO).

  
	
   

  
	
  4. Mit Berufung kann
  gemäss Art. 398 Abs. 3 StPO geltend gemacht werden, die Vorinstanz
  habe das Recht verletzt (einschliesslich Unangemessenheit) und/oder habe den
  Sachverhalt unvollständig oder unrichtig festgestellt.

  
	
  Vorliegend wirft der Beschuldigte
  in seiner Berufung der Vorinstanz im Ergebnis einerseits eine unrichtige
  Sachverhaltsfeststellung und andererseits eine unzutreffende Rechtsanwendung
  vor (act. 58 S. 3 ff.).

  
	
   

  
	
  III.

  
	
  1. Der Beschuldigte
  bestreitet vollumfänglich, am 12. Mai 2016, um ca. 20.15 Uhr, in
  angetrunkenem Zustand (Blutalkoholkonzentration von mindestens 2.20 ‰) als
  Fahrer des Personenwagens X.______ in [...] auf der Brücke über der Linth
  eine Streifkollision verursacht zu haben (act. 58). Anlässlich der
  Berufungsverhandlung berichtete der Beschuldigte, er habe an jenem Abend nach
  der Arbeit einen Kollegen in [...] besucht. Dort habe er ein Bier getrunken,
  sei zwischen 18.00 und 18.30 Uhr nach Hause gefahren und habe vor dem Haus
  neben dem Zaun sein Fahrzeug parkiert. Zum Zeitpunkt der angeblichen
  Streifkollision sei er bereits zu Hause gewesen. Er habe zu Hause gekocht,
  gegessen, ein paar Flaschen Bier und Schnäpse getrunken. Er habe noch ein
  paar Sachen zusammengepackt (der Beschuldigte war damals am Zügeln) und sei
  dann zwei- bis dreimal rein- und rausgegangen, um sein Auto zu beladen. Dann
  habe er die Schäden an seinem Fahrzeug (u.a. die eingeschlagene Scheibe)
  gesehen (act. 56 S. 6 ff., act. 58 S. 5 ff. und act. 11 im
  vorinstanzlichen Verfahren). Der Beschuldigte brachte auch vor, dass die
  Schäden an seinem Fahrzeug und am Fahrzeug Y.______ nicht darauf hindeuteten,
  dass die beiden Fahrzeuge miteinander kollidiert seien (act. 56 S. 10 ff.).

  
	
   

  
	
  2. Die Vorinstanz liess in
  einem forensischen Gutachten prüfen, ob in den (von der Kantonspolizei Glarus
  am 12./13. Mai 2016 mittels Klebeband entnommenen) Lackspuren der beiden
  Fahrzeuge X.______ (des Beschuldigten) und Y.______ eine Spurenüberkreuzung
  vorliegen könnte (act. 19). Der Gutachter stellte keine Spurenüberkreuzung
  fest und kam zum Schluss, dass ein Kontakt zwischen den beiden Fahrzeugen
  weder nachgewiesen noch ausgeschlossen werden könne. Aufgrund der Lackspuren
  und der fotografierten Beschädigungen der Fahrzeuge konnte der Gutachter
  keine Aussagen zum Unfallhergang machen (act. 24). Die Vorinstanz
  berücksichtigte das Gutachten mangels Aussagekraft nicht weiter (act. 43 Erw.
  II.5.4).

  
	
   

  
	
  3. Aufgrund des
  fotografisch dokumentierten Schadensbildes (act. 2/IV/15, CD) zweifelte das
  Obergericht, dass die beiden Fahrzeuge kollidierten und beauftragte in der
  Folge das Forensische Institut Zürich mit der Erstellung eines
  unfallanalytischen Gutachtens (act. 66). Das Gutachten des Forensischen
  Instituts Zürich vom 9. Oktober 2019 gelangt zum Schluss, dass die Schäden
  auf der jeweiligen linken Seite des Personenwagens X.______ (Mercedes Benz)
  und des Personenwagens Y.______ (Audi A3) nicht durch eine dem Anklagesachverhalt
  entsprechende Kollision zwischen diesen beiden Fahrzeugen entstanden sein
  können (act. 69 insbesondere Ziff. 4.3.1, 4.3.3, und 4.5 sowie Antwort auf
  Frage 1 unter Ziff. 5). Eine erneute Prüfung der Lackmikrospuren durch das
  Forensische Institut Zürich ergab kein Spurenübertragung und bestätigte den
  unfallanalytischen Befund (act. 69 Ziff. 4.1.4). Weiter kam der Gutachter zum
  Schluss, dass aufgrund des zerbrochenen Spiegelgehäuses, des Spiegels und der
  geborstenen Seitenscheibe beim Fahrzeug des Beschuldigten im Bereich des
  Ortes der Schadenentstehung entsprechend Trümmerteile hätten vorgefunden
  werden müssen (act. 69 Ziff. 4.1.3), was aber bekanntlich (act. 74) nicht der
  Fall war.

  
	
   

  
	
  4. Das Gutachten ist
  inhaltlich überzeugend und kommt schlüssig zum Ergebnis, dass die Fahrzeuge
  X.______ und Y.______ am 12. Mai 2016 nicht in eine Streifkollision
  involviert waren und die Schäden auf der jeweiligen linken Seite des
  Personenwagens X.______ und des Personenwagens Y.______ folglich nicht durch
  eine dem Anklagesachverhalt entsprechende Kollision zwischen diesen beiden
  Fahrzeugen entstanden sind. Ein anderer allfälliger Unfall und daraus
  folgendes strafbares Verhalten sind aus dem Anklagesachverhalt nicht
  ersichtlich und können daher im Hinblick auf den Anklagegrundsatz (Art. 9
  Abs. 1 StPO) und die Bindung an die Anklage (Art. 350 Abs. 1 StPO) vorliegend
  nicht gerichtlich beurteilt werden. 

  
	
   

  
	
  5. Gemäss dem
  Anklagesachverhalt hat der Beschuldigte am 12. Mai 2016 um ca.
  20.15 Uhr in angetrunkenem Zustand (Blutalkoholkonzentration von mindestens
  2.20 ‰) den Personenwagens X.______ gelenkt (act. 3 S. 1). 

  
	
   

  
	
  5.1. Eine
  Atemalkoholprobe, welche gemäss dem Polizeirapport beim Beschuldigten am
  12. Mai 2016 um 20.58 Uhr durchgeführt wurde, ergab eine Atemalkoholkonzentration
  von 0.875 mg/l resp. eine Blutalkoholkonzentration von 1.75 ‰
  (act. 2/I/03, act. 2/I/07). Am 12. Mai 2016 erfolgte beim Beschuldigten
  um 23.40 Uhr im Kantonsspital Glarus eine Blutentnahme zwecks Bestimmung der
  Blutalkoholkonzentration (act. 2/I/07, act. 2/I/51 ff.). Nach dem ärztlichen
  Bericht zur Blutalkoholanalyse vom 19. Mai 2016 lag am 12. Mai 2016 um
  20.15 Uhr beim Beschuldigten eine Blutalkoholkonzentration von mindestens
  2.20 ‰ und maximal 3.13 ‰ vor (act. 2/I/55).

  
	
   

  
	
  5.2. Anlässlich der
  polizeilichen Befragung vom 12. Mai 2016 gab C.______ (Lenkerin des
  Fahrzeuges Y.______) zu Protokoll, dass ihr am 12. Mai 2016, um
  ca. 20.10 Uhr, in [...] zwei Fahrzeuge entgegengekommen seien (act.
  2/I/07, act. 2/I/22). Vorliegende (Bilder von) Videoaufzeichnungen der
  Überwachungskamera des Verkaufsgeschäfts [...] in [...] vom
  12. Mai 2016, um 20.16.35 Uhr (act. 2/I/67), lassen die
  Identifizierung des gefilmten dunklen Fahrzeugs als Personenwagen X.______
  des Beschuldigten nicht zu. Somit liefern weder die Aussage von C.______ noch
  die Videoaufzeichnungen der Überwachungskamera des Verkaufsgeschäfts [...] in
  [...] einen genügenden Nachweis dafür, dass der Beschuldigte mit seinem
  Personenwagen X.______ am 12. Mai 2016, um ca. 20.15 Uhr, in [...] auf der
  Brücke über der Linth fuhr. 

  
	
   

  
	
  5.3. Der Beschuldigte
  wurde mehrmals befragt und machte dabei zum Teil widersprüchliche Angaben. So
  sagte der Beschuldigte anlässlich der ersten polizeilichen Einvernahme aus,
  dass er am 12. Mai 2016 nicht selbst Auto gefahren sei, abends,
  vielleicht um 19.30 Uhr, mit seinem Kollegen D.______ (act. 2/I/07, act.
  2/I/23) in [...] zwei Bier getrunken habe, danach, um ca. 20 Uhr, von
  D.______ nach Hause nach [...] (act. 2/I/58) gefahren worden sei und dort
  noch ein Bier getrunken habe (act. 2/I/10 ff., Fragen 1, 6, 7, 10, 11 und
  14).

  
	
  Bei der polizeilichen Einvernahme
  am 19. Juni 2016 sagte der Beschuldigte hingegen aus, er sei am
  12. Mai 2016, ca. zwischen 18 und 18.30 Uhr, in [...] selber
  losgefahren, nachdem er zusammen mit Arbeitskollegen eine Internetbestellung
  getätigt habe, womit sie gegen 18 Uhr fertig gewesen seien (act. 2/I/15
  ff. Fragen 1 und 19). Betreffend seinen Alkoholkonsum am 12. Mai 2016 gab der
  Beschuldigte nun zu Protokoll, er habe in [...] bei E.______, zwischen ca.
  17.15 und 18.30 Uhr, ein Bier und zu Hause, zwischen ca. 18.30 und 20.45
  Uhr, ca. fünf bis sechs Bierdosen (je 0.5 Liter) und ca. drei Schnäpse
  (Shots) getrunken (act. 2/I/19 Frage 35). Der Beschuldigte machte auch
  widersprüchliche Angaben dazu, wann er am 12. Mai 2016 die kaputte
  Scheibe und den kaputten Rückspiegel festgestellt haben will (act. 2/I/15
  Frage 1: gegen 22 Uhr, act. 2/I/16 Frage 3: um 21.30 Uhr,
  act. 2/IV/10 f. Fragen 4 und 6: um 20 Uhr). 

  
	
  Die Aussagen des Beschuldigten
  stimmen jedenfalls darin überein, dass er am 12. Mai 2016
  nachmittags/abends zusammen mit Arbeitskollege D.______ in [...] bei E.______
  und F.______ war, nicht in fahrunfähigem Zustand ein Auto gelenkt hat, nach
  ca. 18.30 Uhr nicht (mehr) gefahren ist und dass am 12. Mai 2016, nach
  ca. 18.30 Uhr bis zum Eintreffen der Polizei, auch niemand anderes seinen
  Personenwagen X.______ gefahren hat (vgl. act. 2/I/07, act. 2/I/10 ff. Fragen
  1, 6, 14 und 15, act. 2/I/15 ff. Fragen 1, 14, 15, 17, 18, 19, 26, 29, 30, 35
  und 37, act. 2/IV/10 f. Frage 4, act. 11 S. 5 ff. Fragen 12, 14 und 16).
  

  
	
   

  
	
  5.4. 

  
	
  5.4.1. D.______, F.______
  und E.______ wurden als Auskunftspersonen polizeilich einvernommen (act.
  2/I/23 ff., act. 2/I/29 ff., act. 2/I/34 ff.). Gemäss den übereinstimmenden
  Aussagen von D.______ und E.______, war der Beschuldigte am 12. Mai 2016
  nachmittags/abends zusammen mit ihnen und F.______
  in [...], wobei er mit seinem Auto, selber fahrend, gekommen und, in
  fahrfähigem Zustand, wieder gegangen ist (act. 2/I/24 ff. Fragen 4, 6,
  22, 31, 32 und 33, act. 2/I/35 ff. Fragen 2, 5, 13, 19, 21, 22, 24 und 25).

  
	
  E.______ sagte aus, der
  Beschuldigte sei gegangen, nachdem sie über das Internet Liquid für
  E-Zigaretten bestellt haben (act. 2/I/35 f. Fragen 1, 8 und 19). Der von
  E.______ an die Polizei weitergeleiteten, in den Akten liegenden
  Bestellbestätigung ist zu entnehmen, dass die betreffende Bestellung am 12.
  Mai 2016 um 16.32 Uhr erfolgte (act. 2/I/40).

  
	
  D.______ sagte aus, er wisse
  nicht mehr, wann der Beschuldigte am 12. Mai 2016 in [...] abgefahren sei
  (act. 2/I/26 Frage 22).

  
	
  D.______ ging nach eigener
  Aussage um ca. 20.45 Uhr (act. 2/I/24 ff. Fragen 1, 9, 10, 11, 12 und 13).
  E.______ sagte aus, er glaube, dass D.______ zwischen 20 und 21 Uhr gegangen
  sei (act. 2/I/36 Frage 18). F.______ sagte aus, der Beschuldigte sei am
  12. Mai 2016 abends ganz kurz vor D.______, vielleicht 15 oder 30 Minuten
  vorher, gegangen (act. 2/I/30 Fragen 6 f.), somit zwischen 19.30 und 20.45
  Uhr, falls D.______ zwischen 20 und 21 Uhr losgefahren ist. 

  
	
   

  
	
  5.4.2. Aus den Aussagen
  der Auskunftspersonen ergeben sich somit, zusammen mit der betreffenden
  Bestellbestätigung, unterschiedliche Zeiten zwischen 16.32 und 20.45 Uhr, zu
  denen der Beschuldigte am 12. Mai 2016 in [...] losgefahren sein könnte. Die
  Aussagen der Auskunftspersonen lassen somit nicht den Schluss zu, dass der
  Beschuldigte am 12. Mai 2016 nach 18.30 Uhr resp. um 20.15 Uhr ein Auto
  gefahren hat. 

  
	
  Genauso wenig kann aus den
  Aussagen der Auskunftspersonen geschlossen werden, dass der Beschuldigte am
  12. Mai 2016 abends in angetrunkenem Zustand Auto fuhr. Vielmehr sagten
  D.______ und E.______ übereinstimmend aus, dass der Beschuldigte fahrfähig,
  namentlich nicht betrunken gewesen sei, als er am 12. Mai 2016
  nachmittags/abends in [...] losgefahren sei (act. 2/I/27 Fragen 31-33,
  act. 2/I/37 Fragen 24 f.). Auch der Aussage von F.______ ist nichts
  Gegenteiliges zu entnehmen, sondern nur, dass er nicht wisse, ob der
  Beschuldigte an diesem Abend betrunken gewesen sei (act. 2/I/31 Frage 20). 

  
	
   

  
	
  5.5. 

  
	
  5.5.1. Gemäss dem
  Polizeirapport und dem Protokoll der polizeilichen Einvernahme des
  Beschuldigten vom 19. Juni 2016 stellten am 12. Mai 2016 zwei
  Polizeifunktionäre durch eigene Wahrnehmung fest, dass die Motorhaube des in
  [...] parkierten Personenwagens des Beschuldigten um
  ca. 20.40 Uhr warm war, obwohl es an diesem Abend längere Zeit stark
  geregnet hatte (act. 2/I/07, act. 2/I/17 Fragen 14 f.). Hieraus folgerten die
  Polizisten, dass das Fahrzeug des Beschuldigten kurz zuvor gefahren wurde
  (act. 2/I/17 Fragen 16 f.). 

  
	
   

  
	
  5.5.2. Die Vorinstanz
  führt unter Verweis auf das Klimabulletin Mai 2016 von Meteo Schweiz
  sinngemäss aus, es erscheine aufgrund der Umstände, dass die Motorhaube um
  ca. 20.45 Uhr warm, das Wetter damals regnerisch, kühl und die Temperaturen vom
  12. bis 14. Mai 2016 1 bis 3 °C unter der Norm 1981-2010 gewesen seien, sehr
  unwahrscheinlich, dass der Beschuldigte, wie er behaupte, den Personenwagen
  X.______ nach 18.30 Uhr nicht mehr gefahren habe (act. 43 Erw. II.3).

  
	
   

  
	
  5.5.3. Der Beschuldigte merkte
  im Rahmen der ersten polizeilichen Einvernahme an, dass vielleicht die Sonne
  auf die Motorhaube geschienen habe (act. 2/I/12 Frage 11). In nachfolgenden
  Einvernahmen sagte der Beschuldigte aus, er könne es sich nicht vorstellen,
  dass die Motorhaube warm gewesen sei (act. 2/I/17 Fragen 15 f.) resp. die
  Motorhaube werde nicht warm (act. 2/IV/10 Frage 4), ausser wenn die Sonne
  darauf scheine (act. 11 S. 7 Frage 19).

  
	
   

  
	
  5.5.4. Das allgemein
  gehaltene Klimabulletin Mai 2016 von MeteoSchweiz und die Angabe der
  Polizisten, es habe am betreffenden Abend längere Zeit stark geregnet,
  schliessen nicht aus, dass am 12. Mai 2016 abends die Sonne in [...]
  zeitweilig genügend stark schien, um die Motorhaube des Personenwagens
  X.______ zu erwärmen, so dass sie um ca. 20.40 Uhr warm war. Die pauschale
  Angabe, dass die Motorhaube um ca. 20.40 Uhr warm war, ist auch zu unpräzise,
  als dass daraus (nachträglich) eine mögliche Ursache für die Erwärmung
  abgeleitet werden könnte (Sonne, Parklicht [act. 2/IV/12 Frage 12],
  Betrieb des Fahrzeuges). 

  
	
   

  
	
  5.5.5. Insgesamt bestehen
  unüberwindliche Zweifel, dass der Beschuldigte entsprechend dem
  Anklagesachverhalt am 12. Mai 2016 um 20.15 Uhr betrunken Auto fuhr. Nach
  Art. 10 Abs. 3 StPO geht das Gericht von der für die beschuldigte Person
  günstigeren Sachlage aus, wenn unüberwindliche Zweifel an der Erfüllung der
  tatsächlichen Voraussetzungen der angeklagten Tat bestehen. Entsprechend ist
  davon auszugehen, dass der Beschuldigte am 12. Mai 2016, um 20.15 Uhr, nicht
  in fahrunfähigem Zustand ein Fahrzeug lenkte. Ob die polizeiliche Einvernahme
  des Beschuldigten vom 12. Mai 2016 verwertbar ist (vgl. act. 58 S. 4 f. Rz 5
  f.), kann offenbleiben, da die betreffenden unüberwindlichen Zweifel
  unabhängig davon bestehen. 

  
	
  Ein allfälliges Fahren in
  fahrunfähigem Zustand am 12. Mai 2016 zu irgendeiner aus dem
  Anklagesachverhalt nicht ersichtlichen Uhrzeit kann im Hinblick auf den
  Anklagegrundsatz (Art. 9 Abs. 1 StPO) und die Bindung an die Anklage
  (Art. 350 Abs. 1 StPO) nicht gerichtlich beurteilt werden und ergibt sich im
  Übrigen auch nicht aus dem ärztlichen Bericht zur Blutalkoholanalyse vom 12.
  Juli 2016; hält dieser doch lediglich fest, dass beim Beschuldigten am 12.
  Mai 2016 um 18.30 Uhr eine Blutalkoholkonzentration zwischen 0.00 ‰ bis
  maximal 1.45 ‰ vorlag (act. 2/I/61).

  
	
   

  
	
  6. Nach dem Gesagten
  bricht die Anklage wegen der Tatvorwürfe (vgl. Erw. III.4 und III.5
  vorstehend) im Zusammenhang mit der mutmasslichen Streifkollision vom
  12. Mai 2016 in sich zusammen. Im Ergebnis ist der Beschuldigte somit
  von den Tatvorwürfen der versuchten Vereitelung von
  Massnahmen zur Feststellung der Fahrunfähigkeit i.S.v. Art. 91a Abs. 1 SVG
  i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB und aArt. 55 SVG, des pflichtwidrigen Verhaltens
  bei Unfall i.S.v. Art. 92 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 51 Abs. 1 und 3 SVG,
  des Fahrens in fahrunfähigem Zustand i.S.v. Art. 91 Abs. 2 lit. a SVG
  i.V.m. Art. 31 Abs. 2 SVG, Art. 2 Abs. 1 VRV und Art. 1 Abs. 2 der
  Verordnung der Bundesversammlung vom 21. März 2003 über Blutalkoholgrenzwerte
  im Strassenverkehr sowie der Verletzung der Verkehrsregeln durch
  Nichtbeherrschen des Fahrzeuges i.S.v. Art. 90 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 31 Abs.
  1 SVG freizusprechen. 

  
	
   

  
	
  IV. 

  
	
  1. Nachdem der
  Beschuldigte im Berufungsverfahren von vier Anklagepunkten freizusprechen
  ist, ist er einzig noch für den erfüllten (und vom Beschuldigten anerkannten)
  Tatbestand der Verletzung der Verkehrsregeln i.S.v. Art. 90 Abs. 1 SVG i.V.m.
  Art. 27 Abs. 1 SVG und Art. 4a Abs. 1 lit. a und Abs. 2 VRV mit einer
  Busse zu bestrafen. Die Strafgerichtskommission sprach
  eine Busse von insgesamt CHF 2'400.— aus, welche sich aus
  Verbindungsbussen i.S.v. Art. 42 Abs. 4 StGB (auch in der alten Fassung)
  zu zwei Vergehen sowie Bussen wegen drei Übertretungen, darunter die
  vorliegend interessierende Verletzung der Verkehrsregeln i.S.v. Art. 90 Abs.
  1 SVG i.V.m. Art. 27 Abs. 1 SVG und Art. 4a Abs. 1 lit. a und Abs. 2
  VRV, zusammensetzt (act. 43 Erw. V.2 und 5, Disp.-Ziff. 2). 

  
	
   

  
	
  2. Gemäss Art. 408 StPO
  fällt die Berufungsinstanz ein neues Urteil, welches das erstinstanzliche
  ersetzt. Dabei hat sie die Strafe nach ihrem eigenen Ermessen festzusetzen
  und muss sich nicht daran orientieren, wie die erste Instanz die einzelnen
  Strafzumessungsfaktoren gewichtet hat (BGer 6B_298/2013 Urteil vom 16. Januar
  2014 Erw. 6.2), wobei das Obergericht bei der Strafzumessung im
  Ergebnis nicht über das vorinstanzliche Strafmass hinausgehen darf
  (Art. 391 Abs. 2 StPO).

  
	
   

  
	
  3. Nachdem der
  Beschuldigte mit Strafbefehl vom 24. August 2017 des
  Untersuchungsamtes [...] aufgrund einer Straftat nach Art. 90 Abs. 2 SVG zu
  einer bedingten Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu je CHF 70.— und zu
  einer Busse von CHF 600.— verurteilt wurde (act. 36/1) und er die
  vorliegend zu ahndende Geschwindigkeitsübertretung innerorts um 20 km/h am
  20. Juli 2016 begangen hat, ist bei der Strafzumessung Art. 49 Abs. 2 StGB zu
  beachten. Danach bestimmt das Gericht, wenn es eine Tat zu beurteilen hat,
  die der Täter begangen hat, bevor er wegen einer anderen Tat verurteilt
  worden ist, die Zusatzstrafe in der Weise, dass der Täter nicht schwerer
  bestraft wird, als wenn die strafbaren Handlungen gleichzeitig beurteilt
  worden wären. 

  
	
   

  
	
  4. Da Taten nach Art. 90
  Abs. 2 SVG Vergehen (Art. 90 Abs. 2 und Art. 102 Abs. 1 SVG i.V.m. Art.
  10 Abs. 3 StGB) sind, handelt es sich bei der mit Strafbefehl vom 24. August
  2017 ausgesprochenen Busse um eine Verbindungsbusse i.S.v. Art. 42 Abs.
  4 StGB (i.V.m. Art. 102 Abs. 1 SVG). Verbindungsbussen nach Art. 42 Abs. 4
  StGB und aufgrund von Übertretungen (Art. 103 StGB) ausgesprochene
  Bussen nach Art. 106 StGB sind gleichartige Strafen i.S.v. Art. 49 Abs. 1
  StGB. 

  
	
   

  
	
  5. Die Vorinstanz
  berücksichtigte bei der Strafzumessung eine Verbindungsbusse in Höhe von CHF
  1'360.— (20 % von CHF 6'800.— = 85 x CHF 80.— [BGE 135 IV 188 Erw. 3.4.4])
  und sprach für die drei Übertretungen eine Busse von insgesamt
  CHF 1'040.— aus. Nachdem der Beschuldigte nur noch für eine Übertretung
  zu büssen ist, scheint, in Anwendung von Art. 106 Abs. 3 i.V.m. Art. 104 und
  Art. 47 StGB sowie unter Berücksichtigung der vorinstanzlichen zutreffenden
  Ausführungen zur Strafzumessung (act. 43 Erw. V), eine Busse von
  CHF 350.— als angemessen, welche als Zusatzstrafe zum Strafbefehl des
  Untersuchungsamtes [...] vom 24. August 2017 auszusprechen ist. An die
  Stelle der Busse hat eine unbedingt vollziehbare Ersatzfreiheitsstrafe von 3
  Tagen zu treten, wenn der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht bezahlt
  (Art. 106 Abs. 2 und 3 StGB).

  
	
   

  
	
  V. 

  
	
  1. Als Ergebnis ist
  festzuhalten, dass die Berufung von A.______ im Sinne der vorstehenden Erwägungen
  gutzuheissen ist. In formaler Hinsicht fällt das Obergericht
  ein neues Urteil, welches das erstinstanzliche Urteil ersetzt (Art. 408
  StPO). Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist auf CHF
  2'400.— festzusetzen (Art. 8 Abs. 1 lit. b Ziff. 2 der Zivil- und
  Strafprozesskostenverordnung; GS III A/5). Da das Obergericht als
  Rechtsmittelinstanz vorliegend einen neuen Entscheid fällt, ist auch über die
  von der Vorinstanz getroffene Kostenregelung zu befinden (Art. 428 Abs.
  3 StPO). Beim vorliegenden Ausgang des Berufungsverfahrens sind die
  Verfahrenskosten gesamthaft dem Staat aufzuerlegen (vgl. Art. 423 Abs. 1 StPO
  und Art. 426 Abs. 1 StPO e contrario).

  
	
   

  
	
  2. 

  
	
  2.1. Zufolge des
  ergehenden Freispruchs sind dem Beschuldigten die Kosten seiner erbetenen
  Verteidigung zu ersetzen, zumal angesichts des Sachverhalts und der Bedeutung
  des Verfahrens für den Beschuldigten eine anwaltliche Verbeiständung geboten
  war (Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO, für das Berufungsverfahren
  i.V.m. Art. 436 Abs. 1 StPO).

  
	
   

  
	
  2.2. Der Verteidiger
  überlässt es dem Ermessen des Gerichts, dem Beschuldigten eine angemessene
  Entschädigung auszusprechen, wobei er als Referenz erwähnt, dass insgesamt
  Leistungen von rund 26 Stunden à CHF 300.— (zuzüglich MWST) erbracht worden
  seien (act. 58 S. 12 Rz 25). Insgesamt macht damit der Verteidiger ein
  Honorar von CHF 7'800.— (zuzüglich MWST) geltend.

  
	
   

  
	
  2.3. Die geltend gemachte
  Zeitaufwendung ist nicht zu beanstanden. Indes erscheint der in der
  Honorarnote angewendete Stundenansatz von CHF 300.– unter
  Berücksichtigung der konkreten Schwierigkeit des Falles als überhöht.
  Angemessen ist vorliegend vielmehr ein Stundenansatz von CHF 250.– (vgl.
  zum Vergleich z.B. auch den von Art. 12 Abs. 1 i.V.m. Art. 10
  BStKR eröffneten Rahmen). Dementsprechend ist dem Beschuldigten für das
  gesamte Verfahren eine Entschädigung für seine anwaltliche Verteidigung von
  insgesamt CHF 7'150.— (26 x CHF 250.— = CHF 6'500.— zuzüglich CHF 650.—
  für Mehrwertsteuer und Auslagen – der Einfachheit halber mit 10 % auf dem Honorar
  gerechnet) aus der Gerichtskasse zuzusprechen, zahlbar an den Verteidiger.

  
	
  ____________________

  
	
   

  
	
   

  
	
  Das Gericht   erkennt:

  
	
   

  
	
  	
    1.

    	
    A.______ wird freigesprochen von
    den Vorwürfen

    
	
     

    	
    der versuchten Vereitelung von
    Massnahmen zur Feststellung der Fahrunfähigkeit i.S.v. Art. 91a Abs. 1 SVG
    i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB und aArt. 55 SVG,

    
	
     

    	
    des pflichtwidrigen Verhaltens
    bei Unfall i.S.v. Art. 92 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 51 Abs. 1 und 3 SVG,

    
	
     

    	
    des Fahrens in fahrunfähigem
    Zustand i.S.v. Art. 91 Abs. 2 lit. a SVG i.V.m. Art. 31 Abs. 2 SVG,
    Art. 2 Abs. 1 VRV und Art. 1 Abs. 2 der Verordnung der Bundesversammlung
    vom 21. März 2003 über Blutalkoholgrenzwerte im Strassenverkehr,

    
	
     

    	
    der Verletzung der
    Verkehrsregeln durch Nichtbeherrschen des Fahrzeuges i.S.v. Art. 90 Abs. 1
    SVG i.V.m. Art. 31 Abs. 1 SVG.

    
	
     

    	
     

    
	
    2.

    	
    A.______ wird aufgrund des rechtskräftigen
    Schuldspruchs wegen Verletzung der Verkehrsregeln i.S.v. Art. 90 Abs. 1 SVG
    i.V.m. Art. 27 Abs. 1 SVG und Art. 4a Abs. 1 lit. a und Abs. 2 VRV im Urteil der Strafgerichtskommission des Kantonsgerichts Glarus vom
    29. August 2018 als Zusatzstrafe zum Strafbefehl
    des Untersuchungsamtes [...] vom 24. August 2017 zur folgender
    Strafe verurteilt: 

    
	
     

    	
    Busse von CHF 350.—, bei
    Nichtbezahlung umgewandelt in eine unbedingt vollziehbare
    Ersatzfreiheitsstrafe von 3 Tagen.

    
	
     

    	
     

    
	
    3.

    	
    Die Gerichtsgebühr für das
    erstinstanzliche Verfahren SG.2017.00021 und das Berufungsverfahren
    OG.2018.00054 wird auf insgesamt CHF 5'000.— festgesetzt. Die weiteren
    Verfahrenskosten betragen:

    

  

  
	
  	
     

    	
    CHF 

    	
    600.—

    	
    Untersuchungsgebühr
    (SA.2016.00332)

    
	
     

    	
    CHF

    	
    537.90

    	
    Auslagen der Untersuchung

    
	
     

    	
    CHF

    	
    300.—

    	
    Kosten für Gutachten
    Kantonspolizei St. Gallen

    
	
     

    	
    CHF 

    	
    2'800.—

    	
    Kosten für Gutachten
    Forensisches Institut Zürich

    

  

  
	
  	
    4.

    	
    Die Kosten gehen vollständig zu
    Lasten des Staates.

    
	
     

    	
     

    
	
    5.

    	
    A.______ wird für das
    Berufungsverfahren aus der Gerichtskasse eine Entschädigung für anwaltliche
    Verteidigung von insgesamt CHF 7'150.— (inkl. MWST und Auslagen)
    zugesprochen, zahlbar an Rechtsanwalt B.______

    
	
    6.

    	
    Schriftliche Mitteilung an:

    
	
     

    	
    [...]