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**Case Identifier:** 61450c66-d776-5d38-bc8b-4ea17e540431
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-06-23
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht 23.06.2021 810 21 109
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_003_810-21-109_2021-06-23.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und 
Verwaltungsrecht 
 
vom 23. Juni 2021 (810 21 109)  
____________________________________________________________________ 
 
 
 
Straf- und Massnahmenvollzug 
 
 
Verweigerung der bedingten Entlassung aus dem Strafvollzug 
 
 
Besetzung Präsidentin Franziska Preiswerk-Vögtli, Kantonsrichter Markus  

Clausen, Daniel Ivanov, Jgnaz Jermann, Niklaus Ruckstuhl, Gerichts-
schreiberin Stephanie Schlecht 
 
 

Beteiligte A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Sandra Waldhauser, 
Advokatin 

  
 
gegen 
 
 

 Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft, 4410 Liestal, Be-
schwerdegegner 
 

  
  
Betreff Verweigerung der bedingten Entlassung aus dem Strafvollzug  

(RRB Nr. 520 vom 20. April 2021) 
 
 
 
 
A. Mit Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft (Strafgericht) vom 15. August 2019 wurde 
A.____ (geb. 1949) rechtskräftig wegen versuchter vorsätzlicher Tötung zu einer unbedingten 
Freiheitsstrafe von vier Jahren verurteilt. Mit Vollzugsbefehl vom 2. September 2019 ordnete 
das Amt für Justizvollzug (AJV) den Vollzug der Freiheitsstrafe in der Justizvollzugsanstalt 

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(JVA) B.____ an, wo sich A.____ seit dem 23. Oktober 2018 im Rahmen des vorzeitigen Straf-
vollzugs bereits befunden hatte. Unter Anrechnung der Untersuchungshaft und des vorzeitigen 
Strafvollzugs fällt das ordentliche Vollzugsende auf den 18. Juli 2022, zwei Drittel ihrer Strafe 
waren dementsprechend am 8. Januar 2021 verbüsst. 
 
B. Mit Vollzugsbefehl vom 17. Januar 2020 ordnete das AJV eine ambulante Behandlung 
während des Strafvollzugs an.  
 
C. Die JVA B.____ reichte dem AJV am 31. Juli 2020 einen Vollzugsbericht und der Fo-
rensisch-Psychiatrische Dienst (FPD) am 5. August 2020 einen Therapieverlaufsbericht ein. 
 
D. Mit Verfügung vom 15. September 2020 bewilligte das AJV den Antrag von begleiteten 
Ausgängen (à fünf Stunden im Rayon von maximal 20 km) und begleiteten Beziehungs- und 
Sachurlauben (à maximal zwölf Stunden). 
 
E. Im Hinblick auf die Prüfung der bedingten Entlassung nach zwei Dritteln der Strafe hol-
te das AJV bei der JVA B.____ einen ergänzenden Vollzugsbericht und beim FPD einen ergän-
zenden Therapieverlaufsbericht ein und hörte A.____ an. Mit Verfügung vom 23. Dezember 
2020 verweigerte das AJV die bedingte Entlassung unter Berufung auf die ungünstige Legal-
prognose.  
 
F. Die dagegen von A.____ mit Eingabe vom 4. Januar 2021 erhobene Beschwerde wies 
der Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft (Regierungsrat) mit Regierungsratsbeschluss 
(RRB) Nr. 520 vom 20. April 2021 ab. Der Regierungsrat erwog im Wesentlichen, dass die Le-
galprognose von A.____ als ungünstig zu werten sei, insbesondere weil sie sich nicht vertieft 
mit der Tat auseinandergesetzt habe und keine deliktprotektiven Faktoren vorweise könne, um 
eine Tat wie die begangene zu verhindern. 
 
G. Gegen den RRB Nr. 520 vom 20. April 2021 erhob A.____, vertreten durch Sandra 
Waldhauser, Advokatin in Basel, mit Eingabe vom 29. April 2021 Beschwerde beim Kantonsge-
richt Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsgericht), und 
beantragt, es sei der angefochtene Entscheid aufzuheben und die bedingte Entlassung aus 
dem Strafvollzug zu bewilligen; es sei ihr die unentgeltliche Rechtspflege für das vorliegende 
Verfahren zu bewilligen; unter o/e-Kostenfolge. Sie stellt sich im Wesentlichen auf den Stand-
punkt, dass die Ausführungen des Beschwerdegegners bezüglich der Deliktsaufarbeitung und 
der deliktprotektiven Faktoren unzutreffend seien. Zudem könne dem Vollzugsbericht der JVA 
B.____ vom 10. November 2020 entnommen werden, dass eine vertiefte Auseinandersetzung 
mit dem Delikt nur dann bewirkt werden könne, wenn die Beschwerdeführerin sich "frei" fühle. 
Ferner sei nicht nachvollziehbar, weshalb der soziale Empfangsraum nicht ausreiche. Eine ver-
traute Wohnung und Umgebung sowie vertraute Freunde und Verwandte sollten sich begünsti-
gend auf ihre Legalprognose auswirken. Weder die Versetzung ins Pflegezentrum C.____ noch 
die Vollverbüssung der Strafe würden etwas an der jetzigen Situation ändern. Im Gegenteil, 
eine bedingte Entlassung wäre für sie erfolgversprechend. 
 

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H. A.____ wurde am 11. Mai 2021 ins Pflegezentrum C.____ verlegt (Vollzugsbefehl des 
AJV vom 5. Mai 2021).  
 
I. In seiner Vernehmlassung vom 21. Mai 2021 beantragt der Regierungsrat, es sei die 
Beschwerde abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden könne. Er hält im Wesentlichen an 
seiner Begründung im angefochtenen Entscheid fest und führt unter Hinweis auf den Austritts-
bericht der JVA B.____ vom 28. April 2021 aus, dass die therapeutische Versorgung im Pflege-
zentrum C.____ sichergestellt und insbesondere die deliktspezifische Arbeit zur Verbesserung 
der Legalprognose fortgesetzt werde. Bei günstigem Vollzugsverlauf seien verschiedene Belas-
tungserprobungen im Rahmen von Vollzugsöffnungen vorgesehen. Sämtliche Interventionen 
hätten zum Ziel, mit der Beschwerdeführerin vor Vollzugsende am 8. Mai 2022 eine ausrei-
chende Grundlage für eine bedingte Entlassung aus dem Strafvollzug unter Auflagen zu schaf-
fen. 
 
J. Mit Verfügung vom 27. Mai 2021 wurde der Fall der Kammer zur Beurteilung überwie-
sen und festgehalten, dass das Urteil schriftlich eröffnet werde. Ferner wurde der Beschwerde-
führerin die unentgeltliche Rechtspflege bewilligt.  
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g : 
 
1. Gemäss § 43 Abs. 1 des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozess-
ordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 ist gegen Verfügungen und Entscheide des Regie-
rungsrats die verwaltungsgerichtliche Beschwerde beim Kantonsgericht zulässig. Da weder ein 
Ausschlusstatbestand nach § 44 VPO noch ein spezialgesetzlicher Ausschlusstatbestand vor-
liegen, ist die Zuständigkeit des Kantonsgerichts zur Beurteilung der vorliegenden Beschwerde 
gegeben. Die weiteren formellen Voraussetzungen sind ebenfalls erfüllt, sodass auf die Be-
schwerde eingetreten werden kann.  
 
2. Mit der verwaltungsgerichtlichen Beschwerde können gemäss § 45 Abs. 1 lit. a und b 
VPO Rechtsverletzungen einschliesslich Überschreitung, Unterschreitung oder Missbrauch des 
Ermessens sowie die unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sachverhalts gerügt wer-
den. Die Beurteilung der Angemessenheit des angefochtenen Rechtsaktes ist dem Kantonsge-
richt dagegen – abgesehen von hier nicht vorliegenden Ausnahmefällen – verwehrt (§ 45 
Abs. 1 lit. c VPO e contrario). 
 
3. Strittig ist vorliegend, ob die Sicherheitsdirektion die von der Beschwerdeführerin bean-
tragte bedingte Entlassung aus dem Strafvollzug zu Recht abgewiesen hat. 
 
4.1 Der Regierungsrat verweigerte die bedingte Entlassung mit der Begründung, dass in 
Bezug auf die Legalprognose der Beschwerdeführerin noch viele offene Punkte insbesondere 
betreffend den sozialen Empfangsraum, die Rückfallgefahr und die zu erwartenden Lebensver-
hältnisse bestehen würden. Zu klären seien etwa die Errichtung einer Vermögensbeistand-
schaft, das betreute Wohnen oder die Ausgestaltung der ambulanten Therapie. Gemäss Voll-

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zugsbericht der JVA B.____ vom 10. November 2020 und Therapieverlaufsbericht des FPD 
vom 5. August 2020 habe die Beschwerdeführerin bislang keine Strategien entwickeln können, 
um mit emotional stark belastenden Beziehungen umgehen zu können. Sie könne demzufolge 
nicht verhindern, dass eine ungesunde bzw. dysfunktionale Beziehung wieder zu einer schwe-
ren psychischen Belastung werde. Unter diesen Umständen müsse das Risiko einer Rückfällig-
keit bejaht werden. Da sich das ursprüngliche Delikt gegen die Rechtsgüter Leib und Leben 
gerichtet habe, sei selbst eine kleine Rückfallgefahr nicht hinzunehmen. Das deliktische und 
sonstige Verhalten der Beschwerdeführerin sei als prognostisch ungünstig zu beurteilen. Zwar 
sei die depressive Symptomatik vollständig remittiert und eine gewisse Auseinandersetzung mit 
der Tat könne der Beschwerdeführerin nicht abgesprochen werden; ihre innere Einstellung zur 
Tat habe sich positiv verändert, sie sei einsichtig und zeige Reue für die Tat und die Tatfolgen. 
Es sei weiter erstellt, dass die Beschwerdeführerin eine geeignete Wohnung und Zukunftspläne 
sowie Hobbies vorweisen könne. Zudem sei es prognostisch günstig zu werten, dass sie wäh-
rend dem Aufenthalt in der JVA B.____ zu zwei Freundinnen, ihrem Bruder und ihrer Schwester 
Kontakt gepflegt habe. Jedoch dürfe nicht unberücksichtigt bleiben, dass die Beschwerdeführe-
rin beabsichtige, künftig jemanden zu treffen oder zu Besuch zu empfangen. Gerade mit Blick 
auf das bestehende Rückfallrisiko und den Umstand, dass sie bisher noch keine unbegleiteten 
Vollzugsöffnungen absolviert habe, erscheine es fraglich, ob der soziale Empfangsraum ausrei-
che, um die Beschwerdeführerin in sozialer Hinsicht aufzufangen. Es handle sich um das glei-
che soziale Umfeld, das bereits vor dem Strafvollzug bestanden habe und die Straffälligkeit der 
Beschwerdeführerin nicht habe verhindern können. Aufgrund des nach wie vor bestehenden 
Therapiebedarfs der Beschwerdeführerin und dem Umstand, dass sie die Therapiegespräche 
zuverlässig und motiviert absolviert habe, erscheine eine bedingte Entlassung zum gegenwärti-
gen Zeitpunkt verfrüht. Nach der Verlegung der Beschwerdeführerin in das Pflegezentrum 
C.____ sei eine proaktive Vollzugsplanung vorgesehen, um eine nochmalige bedingte Entlas-
sung in absehbarer Zeit prüfen zu können. Vor diesem Hintergrund könne sie von der Weiter-
führung des Vollzugs profitieren und aus diesem Grund sei erstellt, dass die Legalprognose der 
Beschwerdeführerin im Fall einer Vollverbüssung der Strafe zumindest potenziell besser ausfal-
le.  
 
4.2 Die Beschwerdeführerin stellt sich demgegenüber auf den Standpunkt, dass sie sich 
mit der Tat auseinandergesetzt habe und deliktprotektive Faktoren vorweisen könne. Dem The-
rapieverlaufsbericht des FPD vom 5. August 2020 könne entnommen werden, dass sie eine 
Reihe von deliktprotektiven Faktoren aufweise. Demzufolge sei das Risiko eines Rückfalls zu 
verneinen. Eine vertiefte Auseinandersetzung mit dem Delikt sei – wie auch dem Vollzugsbe-
richt der JVA vom 10. November 2020 entnommen werden könne – jedoch erst möglich, wenn 
Alltagssituationen aufgegriffen und bearbeitet werden könnten. Je freier sie sich fühle, umso 
erfolgversprechender werde die Deliktaufarbeitung sein. Nicht nachvollziehbar seien sodann die 
Erwägungen der Vorinstanz zum sozialen Empfangsraum. Eine vertraute Umgebung und ver-
traute Freunde und Verwandte sollten sich begünstigend auf die Legalprognose auswirken.  
 
4.3 Der Regierungsrat, vertreten durch das AJV, führt in seiner Vernehmlassung aus, dass 
die Beschwerdeführerin weiterhin deutliche Bagatellisierungs- und Externalisierungstendenzen 
aufweise. Ein Wille zur Veränderung und eine grundsätzlich prosoziale Einstellung würden sich 

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bei ihr zwar feststellen lassen, doch sei ihr die Fähigkeit, auch in emotional stark belasteten 
Situationen entsprechend ihrem Willen handeln zu können, noch abzusprechen. Auch sei nicht 
ersichtlich, dass es genügend äussere Schutzfaktoren wie eine eigene Wohnung oder sozialer 
Empfangsraum gebe, welche das in ihrer Person liegende Rückfallrisiko kompensieren könne. 
Eine ambulante Behandlung im Rahmen einer bedingten Entlassung erscheine aktuell nicht als 
ausreichend schützend, um ihr eine günstige Legalprognose zu stellen. Das bei der Beschwer-
deführerin sehr hoch ausgeprägte Autonomiebestreben lege zudem den Schluss nahe, dass 
dieses bei der Umsetzung eines ambulanten Therapiesettings ein Hemmnis darstellen würde.   
 
5.1 Gemäss Art. 86 Abs. 1 des Schweizerischen Strafgesetzbuchs (StGB) vom 
21. Dezember 1937 ist der Gefangene nach Verbüssung von zwei Dritteln der Strafe bedingt zu 
entlassen, wenn es das Verhalten im Strafvollzug rechtfertigt und nicht anzunehmen ist, er wer-
de weitere Verbrechen oder Vergehen begehen. Die zuständige Behörde hat von Amtes wegen 
zu prüfen, ob der Gefangene bedingt entlassen werden kann. Dabei hat sie diesen anzuhören 
und einen Bericht der Anstaltsleitung einzuholen (Art. 86 Abs. 2 StGB). Die bedingte Entlassung 
stellt die Regel und die Verweigerung die Ausnahme dar. In dieser Stufe soll der Entlassene 
den Umgang mit der Freiheit erlernen, was nur in Freiheit möglich ist. Diesem rein spezialprä-
ventiven Zweck stehen die Schutzbedürfnisse der Allgemeinheit gegenüber, welchen umso hö-
heres Gewicht beizumessen ist, je hochwertiger die gefährdeten Rechtsgüter sind. Die Progno-
se über das künftige Wohlverhalten ist in einer Gesamtwürdigung zu erstellen, welche nebst 
dem Vorleben, der Persönlichkeit und dem Verhalten des Täters während des Strafvollzugs vor 
allem dessen neuere Einstellung zu seinen Taten, seine allfällige Besserung und die nach der 
Entlassung zu erwartenden Lebensverhältnisse berücksichtigt (BGE 133 IV 201 E. 2.3; Urteile 
des Bundesgerichts 6B_102/2015 vom 24. Juni 2015 E. 3.2; 6B_645/2010 vom 12. November 
2010 E. 2.3). Im Sinne einer Differenzialprognose sind die Vorzüge und Nachteile der Vollver-
büssung der Strafe denjenigen einer Aussetzung des Strafrests gegenüberzustellen. Die Straf-
vollzugsbehörden haben insbesondere zu prüfen, ob die Gefährlichkeit des Täters bei einer 
Vollverbüssung der Strafe abnehmen, gleichbleiben oder zunehmen wird (Urteile des Bundes-
gerichts 6B_215/2017 vom 19. Juli 2017 E. 2.4; 6B_93/2015 vom 19. Mai 2015 E. 4.1; BGE 124 
IV 193 E. 5b/bb). 
 
5.2 Bei der Beurteilung der Legalprognose kommt der zuständigen Behörde Ermessen zu 
(BGE 133 IV 201 E. 2.3). Eine Ermessensüberschreitung kann etwa darin liegen, auf eine Ge-
samtwürdigung aller für die Prognose relevanten Umstände zu verzichten und die günstige Le-
galprognose allein gestützt auf das Bedenken weckende Vorleben der vom Freiheitsentzug be-
troffenen Person zu verneinen (BGE 133 IV 201 E. 3.2). Aus dem gleichen Grund darf eine be-
dingte Entlassung auch nicht einzig aufgrund einzelner günstiger Faktoren – etwa dem Wohl-
verhalten des Täters im Strafvollzug – bewilligt werden, wenn gewichtige Anhaltspunkte für die 
Gefahr neuer Rechtsbrüche sprechen (Urteile des Bundesgerichts 6B_93/2015 vom 
19. Mai 2015 E. 5.3, 6B_331/2010 vom 12. Juli 2010 E. 3.3.5; CORNELIA KOLLER, in: Niggli/
Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Strafrecht I, 3. Auflage, Basel 2013, N 7 zu Art. 86 
StGB).  
 

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5.3 Vorliegend ist das Zweidrittelerfordernis gemäss Art. 86 Abs. 1 StGB erfüllt und das 
Verhalten der Beschwerdeführerin im Strafvollzug steht auch nach Ansicht der Vorinstanz einer 
bedingten Entlassung nicht entgegen. Der Entscheid über die bedingte Entlassung hängt damit 
einzig davon ab, ob der Beschwerdeführerin eine günstige Prognose gestellt werden kann 
(BGE 133 IV 201 E. 3.2; Urteil des Bundesgerichts 6B_102/2015 vom 24. Juni 2015 E. 3.1).  
 
5.4 Die Praxis orientiert sich bei ihrer Einschätzung der Rückfallgefahr in erster Linie an 
der Frage der Vorstrafen (GÜNTER STRATENWERTH/FELIX BOMMER, Schweizerisches Strafrecht, 
Allgemeiner Teil II, 3. Auflage, Bern 2020, Rz. 83 m.w.H.). Nach dem Wissensstand der Krimi-
nologie ist diesbezüglich namentlich entscheidend, wie häufig und in welchen zeitlichen Ab-
ständen bereits Straftaten begangen wurden und welcher Lebenszeitraum des Verurteilten 
durch Kriminalität geprägt war, wobei als Faustregel gilt, dass die Gefahr der Begehung weite-
rer Straftaten umso höher ist, je mehr Delikte in der Vergangenheit begangen wurden und je 
kürzer die Abstände zwischen den einzelnen Straftaten waren (WOLFGANG WOHLERS, in: Wohl-
ers/Godenzi/Schlegel [Hrsg.], Schweizerisches Strafgesetzbuch, Handkommentar, 4. Auflage, 
Bern 2020, N 6 zu Art. 86 StGB). Andererseits sind von einem Täter, der niemals zuvor ein 
ernsteres Delikt begangen hat, kaum weitere Straftaten zu befürchten, wobei das Vorleben 
stets in der Gesamtwürdigung zu berücksichtigen ist. Die heute 71-jährige Beschwerdeführerin 
ist mit dem Urteil des Strafgerichts vom 15. August 2019 erstmalig verurteilt worden. Sie ist also 
vor dieser Verurteilung strafrechtlich nie in Erscheinung getreten, sondern hat während 68 Jah-
ren deliktfrei gelebt. Ihre Legalbiographie wirkt sich demzufolge begünstigend auf die vorzu-
nehmende Prognose aus. 
 
5.5.1 Im Weiteren ist die Persönlichkeit des Täters zu würdigen. Bei den prognostisch zu 
berücksichtigenden Persönlichkeitsmerkmalen des Täters handelt es sich wie bei anderen straf-
rechtlichen Prognosen um Merkmale, welche auf strafrechtlich relevante Denk- und Verhal-
tensmuster hinweisen, wie u.a. eine erhöhte Kränkbarkeit, Impulsivität, Selbstbezogenheit, Ag-
gressivität, eine Tendenz, Verhalten und Absichten anderer generell als feindselig wahrzuneh-
men, ein übersteigerter Dominanzanspruch wie ein ausgeprägtes Geltungsbedürfnis oder se-
xuell deviante Interessen. Umgekehrt können personenbezogene Ressourcen (u.a. Selbstkon-
trolle, vorhandene [realistische] Lebensziele, ausreichende soziale Kompetenzen, ausreichende 
kognitive Kompetenzen zur Lösung von Alltagsproblemen sowie gutes Planungs- und Entschei-
dungsverhalten) sowie auch umweltbezogenen Ressourcen (u.a. emotionale Bindung an eine 
zuverlässige Person, Einbindung in sowie Unterstützung durch ein normkonformes soziales 
Netzwerk, gute Schulausbildung/berufliche Anstellung, positive Freizeitgestaltung) fallspezi-
fisch, d.h. abhängig vom individuellen Deliktmechanismus, prognostisch positiv gewertet wer-
den. Zu beurteilen ist, ob "ein Wandel zum Besseren" stattgefunden hat, ob sich die innere Ein-
stellung des Verurteilten verändert, ob er Einsicht in die Folgen seiner Tat gewonnen hat und 
seine Tat bereut, ob eine Reifung und Festigung der Persönlichkeit etwa durch therapeutische 
Einwirkung festzustellen ist (KOLLER, a.a.O., N 8 zu Art. 86 StGB; WOHLERS, a.a.O., N 6 zu 
Art. 86 StGB). Die Bedeutung einer vertieften Auseinandersetzung des Verurteilten mit seiner 
Tat verlangt "eine objektiv nachvollziehbare Auseinandersetzung". Dabei darf auch erwartet 
werden, dass die gefangene Person im Rahmen einer Therapie an ihren Defiziten arbeitet, 
auch wenn das Gericht keine Therapie angeordnet hat. Fehlende Tataufarbeitung darf als 

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prognoserelevant erachtet und negativ gewürdigt werden (Urteil des Bundesgerichts 
6B_93/2015 vom 19. Mai 2015 E. 5.6). Auch Umstände der Straftat können auf prognoserele-
vante Persönlichkeitsmerkmale hinweisen (BGE 103 Ib 27 E. 1). Von Bedeutung für das Bege-
hen zukünftiger Straftaten können überdies auch das Alter oder der Gesundheitszustand der 
Verurteilten sein.  
 
5.5.2 Gemäss Strafgerichtsurteil vom 15. August 2019 haben die Beschwerdeführerin und 
D.____ eine langjährige intime On-Off-Beziehung geführt. D.____ habe die Beschwerdeführerin 
gemäss eigener Aussage hingehalten und ihr auch Versprechungen gemacht, welche er nicht 
habe halten können bzw. wollen. Die Beschwerdeführerin habe ihn im Verlauf der Beziehung 
auch materiell unterstützt im Glauben daran, dass eine feste Partnerschaft resultieren würde. 
D.____ habe ihr jedoch eröffnet, dass er seine Lebenspartnerin nicht verlassen werde. Die Be-
schwerdeführerin habe das Opfer in der Folge ohne Einladung aufgesucht und ihm mehrere 
Stiche in den Bauch- und Brustbereich zugefügt, wobei sie ihm die Stiche unkontrolliert und in 
einem dynamischen Geschehen verabreicht habe (Strafgerichtsurteil vom 15. August 2019 
S. 5). Das Strafgericht hält weiter fest, dass nicht von einer Affekttat auszugehen sei, sondern 
die Beschwerdeführerin das erklärte Ziel gehabt habe, das Opfer zu verletzen (S. 4 f.). Es kön-
ne jedoch nicht ausgeschlossen werden, dass sie beabsichtigt habe, ein paar Tage bei ihm zu 
bleiben, um ihn umzustimmen. Sie habe ein Rüstmesser verwendet, welches sie in der Regel 
immer mit sich führe, um Früchte zu schneiden. Es sei daher in dubio pro reo davon auszuge-
hen, dass die Beschwerdeführerin die Tat nicht geplant und sich erst am Tattag in der Küche 
des Opfers dazu entschlossen habe (S. 7). Die Beschwerdeführerin sei vom Verhalten des Op-
fers enttäuscht gewesen und habe sich hintergangen gefühlt. Sie habe in erster Linie aus Wut 
über das in ihren Augen ungerechte und ambivalente Verhalten ihres Intimpartners gehandelt.  
 
5.5.3 Gemäss dem im Strafverfahren erstellten forensisch-psychiatrischen Gutachten von 
Dr. med. E.____ (Gutachten), vom 15. Oktober 2018, wurden bei der Beschwerdeführerin zum 
Tatzeitpunkt folgende Diagnosen gestellt: Eine mittelschwere bis schwere depressive Episode 
(ICD-10: F32.2-3), sonstige Essstörung i. S. der Orthorexie (Besessenheit um gesunde Ernäh-
rung; ICD-10: F50.8), Somatisierungsstörung i.S. übermässiger Kälteempfindlichkeit (ICD-10: 
F45.0) sowie Abhängigkeit von Nikotin (ICD-10: F17.2). Es wurde keine wahnhafte Störung im 
Sinne eines Liebeswahns bei der Beschwerdeführerin diagnostiziert, doch sei ihre Obsession 
vom damaligen Partner als Ausdruck des für eine bedeutsame Depression als typisch gelten-
den depressiven Monideismus (Gedankenkreisen, Grübeln) zu werten, der die affektive Störung 
im Sinne eines Circulus vitiosus unterhalte. Im Zeitpunkt des strafrechtlichen Urteils hat der 
Gutachter keine Depressivität mehr feststellen können und es hätten gemäss seiner Aussage 
auch keine Hinweise auf das Bestehen einer manisch-depressiven Erkrankung vorgelegen. Der 
Gutachter bezeichnete die Beschwerdeführerin nicht mehr als psychisch schwer kranke Frau 
(vgl. Urteil des Strafgerichts vom 15. August 2019 S. 11). Die im Gutachten gestellte Diagnose 
wird durch den FPD im Therapiebericht vom 5. August 2020 bestätigt und zusätzlich festgehal-
ten, dass aus Sicht des FPD auch die ICD-Kriterien einer histrionischen Persönlichkeitsstörung 
(ICD-10: Z73.1) vorliegen würden (vgl. Therapieverlaufsbericht des FPD vom 5. August 2020 
S. 2).  
 

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5.5.4 Die Beschwerdeführerin hat am 29. Oktober 2018 ein erstes psychiatrisches Gespräch 
wahrgenommen und wurde in der Folge wöchentlich zu Gesprächen aufgeboten. Seit Februar 
2020 finden im Rahmen einer deliktorientierten Therapie in der Regel wöchentliche Einzelsit-
zungen statt, welche die Beschwerdeführerin pünktlich, zuverlässig und motiviert wahrnimmt. 
Ihre Therapeutin hat ausgeführt, dass die Beschwerdeführerin in den Therapiegesprächen offen 
über aktuelle belastende Probleme, ihre Biographie, deliktrelevante Themenbereiche und über 
die Deliktphase gesprochen habe und zudem authentische Reue und Einsicht für ihr gewalttäti-
ges Verhalten zeige (vgl. Therapieverlaufsbericht des FPD vom 5. August 2020 S. 3). Ferner 
sei sie motiviert, funktionale Strategien zu erarbeiten, um mit Frust, innerer Aggression und ih-
rer stark emotionalen Seite umzugehen. In der Therapie seien verschiedene Strategien bespro-
chen worden, welche sie als hilfreich empfinde und immer wieder anwende. Ferner wurden der 
Wille, ein deliktfreies Leben führen zu wollen, und eine grundsätzlich prosoziale Einstellung als 
deliktprotektive Faktoren gewertet. Weitere solche Faktoren seien ihre Intelligenz, Behand-
lungseinsicht, Motivation, Gesprächsmotivation, Offenheit, Kreativität und vielfältigen Interessen 
(vgl. S. 4). Im Therapieverlaufsbericht vom 19. Oktober 2020 wird festgehalten, dass die Be-
schwerdeführerin ihre Therapie trotz eines Therapeutinnenwechsels weiterhin zuverlässig und 
sehr motiviert wahrnehme und es ihr schnell gelungen sei, eine tragfähige Therapiebeziehung 
zur neuen Person zu etablieren und von Beginn an relevante Themen in die psychotherapeuti-
schen Einzelgespräche einzubringen. Gleichzeitig lässt sich den Akten entnehmen, dass die 
Beschwerdeführerin enge Strukturen wie in der JVA B.____ als entwürdigend und schikanie-
rend wahrnehme und sie so erlebte Vorkommnisse in den therapeutischen Gesprächen prioritär 
besprochen habe. Die vertiefte Deliktbearbeitung sei von solchen "Nebenschauplätzen" beein-
trächtigt worden, weshalb eine vertiefte Auseinandersetzung mit dem Delikt bei der Beschwer-
deführerin nicht habe bewirkt werden können (vgl. Vollzugsbericht der JVA B.____ vom 
10. November 2020 S. 5). Die JVA B.____ kommt deshalb zum Schluss, dass die Beschwerde-
führerin in ihrer gewohnten Lebensform zielführender und deliktprotektiver begleitet werden 
könne (vgl. S. 5), und hat unter Vorbehalt des Vorliegens einer geeigneten Wohnsituation die 
bedingte Entlassung verbunden mit einer ambulanten Therapie empfohlen. Nach dem Geschil-
derten ist der Vorinstanz zwar insofern zuzustimmen, als sie ausführt, die Beschwerdeführerin 
habe sich nicht vertieft mit der Tat auseinandergesetzt. Es kann ihr aber keine fehlende Tatauf-
arbeitung, welche legalprognostisch negativ ins Gewicht fallen würde, vorgehalten werden. 
Vielmehr hat sie sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten mit der Tat auseinandergesetzt und eine 
hohe Motivation für die Therapie erkennen lassen. Zudem hat sich die Beschwerdeführerin be-
reit erklärt, nach der bedingten Entlassung eine ambulante Therapie zu besuchen. Wie die Be-
schwerdeführerin zutreffend geltend macht, konnten verschiedene deliktprotektive Faktoren 
festgestellt werden, was sich positiv zu Buche schlägt. Gestützt auf die Verfahrensakten ist da-
von auszugehen, dass eine deliktorientierte Therapie ausserhalb der engen Strukturen der JVA 
bzw. in ihrer gewohnten Umgebung aufgrund ihrer geschilderten Persönlichkeit und insbeson-
dere ihres grossen Autonomiebedürfnisses zielführender sein wird. Nach dem Gesagten ist eine 
deliktspezifische Therapie in ihrer gewohnten Umgebung erfolgversprechend und deshalb auch 
der therapeutischen Versorgung im Pflegezentrum C.____ vorzuziehen. Auch wenn im vorlie-
genden Fall eine Tataufarbeitung zwar nur bedingt stattgefunden hat, soll eine solche vorzugs-
weise im Rahmen der bedingten Entlassung fortgeführt bzw. vertieft werden. Die prognostisch 

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zu berücksichtigenden Persönlichkeitsmerkmale fallen damit in der vorliegenden Konstellation 
nicht negativ ins Gewicht. 
 
5.6.1 Weiter ist das deliktische und sonstige Verhalten der Beschwerdeführerin zu beurtei-
len. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist die Art des Delikts, welches zur Strafhaft 
geführt hat, an sich für die Prognose nicht entscheidend. Dagegen sind die Umstände der Straf-
tat insoweit beachtlich, als sie Rückschlüsse auf die Täterpersönlichkeit und damit auf das künf-
tige Verhalten erlauben (BGE 103 Ib 27 E. 1; STRATENWERTH/BOMMER, a.a.O., Rz. 85 m.w.H.). 
Einzubeziehen ist ferner das Verhalten in der Vollzugsanstalt, soweit dieses eben Rückschlüsse 
auf künftiges Verhalten zulässt (KOLLER, a.a.O., N 10 zu Art. 86 StGB). Im Vordergrund steht 
bezüglich der Beurteilung des Vollzugsverhaltens, ob es Rückschlüsse auf das Verhalten nach 
der (bedingten) Entlassung zulässt, wobei negativ bewertete Verhaltensweisen nur beachtlich 
sind, wenn sie einen hinreichenden Schweregrad aufweisen oder Ausdruck von Abwesenheit 
jeglicher Besserung sind, was insbesondere auch bedeutet, dass sie im Vollzug nicht zeitlich 
weit zurückliegen (BGE 119 IV 5 E. 1; KOLLER, a.a.O., N 4 zu Art. 86 StGB). Das tadellose Ver-
halten im Vollzug hat nur geringe Aussagekraft für die Legalprognose (BGE 103 Ib 27 E. 1; Ur-
teil des Bundesgerichts 6B_93/2015 E. 5.3; WOHLERS, a.a.O., N 7 zu Art. 86 StGB). 
 
5.6.2 Die Beschwerdeführerin wurde als etwas sonderbare, herzliche Person und ihr Verhal-
ten als freundlich und respektvoll beschrieben (vgl. Vollzugsbericht der JVA vom 10. November 
2020 S. 2; Austrittsbericht der JVA vom 28. April 2021 S. 2). Es ist unbestritten, dass das Voll-
zugsverhalten der Beschwerdeführerin im Strafvollzug nicht als tadellos bezeichnet werden 
kann, weil sie unzählige Male in den Bereichen Zellenordnung sowie Körperhygiene diszipliniert 
werden musste. Die Vorkommnisse sind allerdings als kleinere Disziplinarfälle zu bewerten, 
welche den für eine negative prognostische Beurteilung erforderlichen Schweregrad bei Weitem 
nicht erreichten. Zu beachten ist sodann, dass es ihr im Verlauf ihres Aufenthalts gelungen ist, 
sich auf die internen Vorgaben einzulassen und diese auf einem akzeptablen Niveau aufrecht-
zuerhalten (Austrittsbericht der JVA vom 28. April 2021 S. 4). Der begleitete Ausgang vom 
16. Oktober 2020 sowie der begleitete Sachurlaub vom 18. November 2020 konnten ohne Zwi-
schenfall vollzogen werden. Hinsichtlich der Tatumstände kann festgehalten werden, dass die 
Beschwerdeführerin im Tatzeitpunkt an einer depressiven Symptomatik gelitten hatte, aufgrund 
welcher sie sich obsessiv mit der Person von D.____ auseinandergesetzt hatte (vgl. Gutachten 
S. 82). Die depressive Symptomatik ist gemäss Therapieverlaufsbericht des FPD vom 5. August 
2020 vollständig remittiert. Zu beachten ist ferner, dass sich die Beschwerdeführerin soweit er-
sichtlich an das bestehende Kontaktverbot hält (Vollzugsbefehl des AJV vom 5. Mai 2021, S. 2; 
Austrittsbericht der JVA vom 28. April 2021 S. 4). Zu einer materiellen Wiedergutmachung wur-
de sie nicht verurteilt. Zusammenfassend lassen sich aufgrund der vorstehenden Ausführungen 
somit keine massgeblichen negativen Rückschlüsse auf künftiges Verhalten ziehen. 
 
5.6.3 Ob die mit einer bedingten Entlassung stets verbundene Gefahr neuer Delikte hin-
nehmbar ist, hängt nicht nur vom Wahrscheinlichkeitsgrad der Begehung einer neuen Straftat 
ab, sondern namentlich auch von der Bedeutung des bei einem Rückfall allfällig bedrohten 
Rechtsguts. Je höherwertigere Rechtsgüter in Gefahr sind, desto grösser ist das Sicherheitsin-
teresse der Allgemeinheit und desto geringer darf das Risiko sein, das eine bedingte Entlas-

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sung mit sich bringt (BGE 124 IV 193 E. 3, KOLLER, a.a.O., N 15 zu Art. 86 StGB). Gemäss 
Gutachten bestand bei der Beschwerdeführerin in erster Linie in Bezug auf D.____ ein erhöhtes 
Rückfallrisiko (S. 90). Im vorliegenden Fall waren unbestrittenermassen wertvolle Rechtsgüter 
betroffen, sodass die bedingte Entlassung grundsätzlich zurückhaltend einzusetzen ist und hier 
auch ein geringes Rückfallrisiko nicht in Kauf genommen werden muss. Bei der von der Be-
schwerdeführerin verübten Tat handelte es sich um ein spezifisches Beziehungsdelikt, welches 
sich gegen eine konkrete Person richtete. Bei der vorliegenden aussergewöhnlichen und selte-
nen Konstellation bezog sich eine allfällige Rückfallgefahr primär auf diese Person und nicht auf 
die Allgemeinheit (vgl. Gutachten S. 90). Demzufolge geht von der Beschwerdeführerin keine 
Gemeingefahr aus, vor welcher es die Allgemeinheit zu schützen gilt. Hinzukommt, dass es 
vorliegend für eine nicht hinnehmbare Rückfallgefahr einer gleichen oder ähnlichen Ausgangs-
lage bedürfte. Mit anderen Worten müsste die Beschwerdeführerin erneut eine vergleichbar 
ungesunde bzw. dysfunktionale Beziehung wie ihre letzte eingehen und diese Beziehung müss-
te wiederum zu einer bedeutsamen depressiven Symptomatik bei der Beschwerdeführerin füh-
ren, sodass sie nicht in der Lage wäre, ein allfälliges Scheitern der Beziehung deliktfrei zu ak-
zeptieren. Dies erscheint mit Blick auf die vorliegend spezifische Konstellation sowie die akten-
kundigen vergangenen und gescheiterten Beziehungen der Beschwerdeführerin als eher un-
wahrscheinlich. Zudem wird das AJV ein allfälliges Rückfallrisiko mit geeigneten Weisungen 
(oder allenfalls Bewährungshilfe) minimieren können. Mit einer regelmässig stattfindenden am-
bulanten Therapie wird einer Rückfallgefahr insoweit begegnet werden können, als diese durch 
die vertiefte Deliktaufarbeitung verringert wird. Das AJV wird aber auch sicherstellen müssen, 
dass eine allfällige durch eine ähnliche Beziehungskonstellation ausgelöste Fehlentwicklung bei 
der Beschwerdeführerin erkannt würde. Nach dem Gesagten vermag die allenfalls bestehende 
Rückfallgefahr die Verweigerung der bedingten Entlassung nicht zu rechtfertigen.  
 
5.7 Hinsichtlich der zu erwartenden Lebensverhältnisse nach der Entlassung aus dem Frei-
heitsentzug gibt die Beschwerdeführerin anlässlich ihrer Anhörung vom 8. Dezember 2020 an, 
dass sie in ihre Wohnung nach F.____ zurückkehren möchte. Ihre Vermieter hätten den Miet-
vertrag mit ihr aufrechterhalten und würden sie weiterhin unterstützen. Zudem habe sie sich mit 
ihrem Bruder versöhnt und sei sowohl mit ihrer Schwester als auch mit Freundinnen in Kontakt. 
Sie würde sich ferner erlauben, sonntags jemanden zu treffen oder Besuch zu empfangen. Sie 
führt weiter aus, dass sie kaum Freizeit haben werde, weil sie sich um ihre Gesundheit küm-
mern müsse und auch die ambulante Therapie wahrnehmen werde. Aus den Akten ergibt sich, 
dass sich die Beschwerdeführerin konkret mit ihrer Zukunft auseinandersetzt und sich an der 
Organisation ihres Lebens nach dem Strafvollzug beteiligt. Sie möchte zahlreiche Vorhaben, 
welche insbesondere ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden betreffen, umsetzen, und sie weist 
vielseitige Hobbies auf (Yoga, Meditation, Musik). Finanziell ist die Beschwerdeführerin mit ihrer 
AHV-Rente und den im Hinblick auf die bedingte Entlassung zu beantragenden Ergänzungsleis-
tungen abgesichert. Sie hat die Möglichkeit, in ihrer Wohnung mit grossem Gemeinschaftsgar-
ten zu leben. Zudem ist es der Beschwerdeführerin gelungen, alle Beziehungen seit ihrem Ein-
tritt in die JVA aufrechterhalten zu können. Sie stand in regelmässigem Kontakt mit ihren 
Freundinnen und Geschwistern und wird von diesen unterstützt (vgl. Vollzugsplan der JVA 
B.____ vom 16. Juni 2020, S. 13 ff.). Entgegen der Argumentation der Vorinstanz kann der so-
ziale Empfangsraum der Beschwerdeführerin legalprognostisch nicht als negativ gewertet wer-

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den. Es handelt sich offensichtlich um eine seltene und ungewöhnliche Konstellation, wenn eine 
68-jährige Person eine schwere Gewalttat als Ersttat verübt. Ihr Umfeld musste nachvollziehbar 
nicht damit rechnen, dass die Beschwerdeführerin straffällig wird. In den Akten ist zudem die 
Rede davon, dass die sie umgebenden Personen (kurz) vor dem Tatzeitpunkt eine Verände-
rung bei der Beschwerdeführerin festgestellt und ihr offenbar nahegelegt hatten, sich in eine 
psychiatrische Einrichtung zu begeben. Vor diesem Hintergrund darf davon ausgegangen wer-
den, dass der soziale Empfangsraum, welchem die Tatumstände und das begangene Delikt 
bekannt sind, sensibilisiert ist und bei einer allfälligen Verhaltensveränderung der Beschwerde-
führerin alarmiert wäre. Daraus folgt, dass das Umfeld im vorliegenden Fall eine protektive Wir-
kung entfalten kann. Wenn die Vorinstanz in diesem Zusammenhang ausführt, es würden noch 
zahlreiche offene und zu klärende Punkte wie die allfällige Errichtung einer Beistandschaft, be-
treutes Wohnen und Ausgestaltung der ambulanten Therapie bestehen, welcher einer beding-
ten Entlassung entgegenstehen, kann ihr nicht gefolgt werden. Vielmehr ist mit der Beschwer-
deführerin festzuhalten, dass eine allfällige Errichtung einer (Vermögens-)Beistandschaft und 
betreutes Wohnen die Verweigerung einer bedingten Entlassung vorliegend nicht zu begründen 
vermögen. Die Beschwerdeführerin verfügt über ein stabiles soziales Umfeld und eine eigene 
Wohnung. Insgesamt kann der Beschwerdeführerin hinsichtlich der voraussichtlichen Lebens-
verhältnisse somit keine ungünstige Legalprognose gestellt werden. 
 
5.8 Im Sinn einer Differenzialdiagnose sind die Vorzüge und Nachteile der Vollverbüssung 
der Strafe denjenigen der Aussetzung des Strafrests gegenüberzustellen, wobei zu prüfen ist, 
ob die Gefährlichkeit des Gefangenen bei einer Vollverbüssung der Strafe abnehmen, gleich-
bleiben oder zunehmen wird (vgl. BGE 124 IV 193 E. 5b.bb; Urteil des Bundesgerichts 
6B_215/2017 vom 19. Juli 2017 E. 2.4; KOLLER, a.a.O., N 16 zu Art. 86 StGB). Als Vorzüge der 
Vollverbüssung kommen etwa die Möglichkeit, im Rahmen einer Therapie mit der Deliktaufar-
beitung zu beginnen, sich mit seinen Persönlichkeitsmerkmalen auseinanderzusetzen und ei-
nen Veränderungsprozess durchzumachen sowie die schrittweise Heranführung an die Freiheit 
im Rahmen von Vollzugsöffnungen, in Betracht. Dagegen scheiden Ansetzung einer Probezeit 
(mit der Möglichkeit der Rückversetzung in den Strafvollzug) sowie sämtliche Formen der 
Nachbetreuung und Kontrolle (Bewährungshilfe und Weisungen) aus (KOLLER, a.a.O., N 16 zu 
Art. 86 StGB m.w.H.). Die bedingte Entlassung kann in Verbindung mit sachgerechten Weisun-
gen und/oder Bewährungshilfe in spezialpräventiver Hinsicht zweckmässiger sein als die Ent-
lassung zum Strafende ohne jegliche Möglichkeit, weiter auf den Täter einzuwirken. Zu berück-
sichtigen sind aber auch die Art und Schwere der möglicherweise zu erwartenden Straftaten. Ist 
die Verletzung wertvoller Rechtsgüter betroffen, kann es im Interesse der öffentlichen Sicherheit 
sein, den Gefangenen die gesamte Strafe verbüssen zu lassen (CORNELIA KOLLER, in: Brägger 
[Hrsg.], Das Schweizerische Vollzugslexikon – von der vorläufigen Festnahme zur bedingten 
Entlassung, Basel 2014, S. 82 f.). Bei einem Rückfall der Beschwerdeführerin wären hochwerti-
ge Rechtsgüter bedroht, wobei mit einem solchen vernünftigerweise nicht gerechnet werden 
muss (vgl. E. 5.6.3). Positiv zu berücksichtigen ist, dass sich die Beschwerdeführerin im Rah-
men ihrer Möglichkeiten auf eine deliktorientierte Therapie eingelassen hat und gemäss den 
Fachpersonen eine ambulante Therapie in Freiheit aussichtsreich sein wird. Von einem weite-
ren Vollzug der Strafe ist im vorliegenden Fall deshalb keine massgebliche Reduktion des 
Rückfallrisikos zu erwarten und der Vorinstanz kann nicht beigepflichtet werden, dass die Le-

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galprognose der Beschwerdeführerin im Falle einer Vollverbüssung der Strafe bzw. der Verle-
gung der Beschwerdeführerin ins Pflegezentrum C.____ potenziell besser ausfällt. Im Gegen-
teil, ist gestützt auf den Therapiebericht des FPD vom 5. August 2020 davon auszugehen, dass 
die weitere Deliktaufarbeitung im vorliegenden Fall in Freiheit am besten gelingen und die Be-
schwerdeführerin weitere deliktprotektive Faktoren wird erarbeiten können, sodass der beding-
ten Entlassung insbesondere mit der Anordnung einer ambulanten Therapie Vorrang einge-
räumt werden muss. Die Legalprognose im Rahmen der Differenzialprognose fällt zu Gunsten 
der Beschwerdeführerin aus und die bedingte Entlassung ist vorzugswürdig.  
 
6. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die Legalprognose gestützt auf die 
obigen Ausführungen als positiv zu werten ist, was zur Gutheissung der Beschwerde führt. Die 
Angelegenheit ist zur Bewilligung der bedingten Entlassung verbunden mit der Weisung einer 
geeigneten und regelmässig stattfindenden ambulanten Therapie sowie allfälligen weiteren An-
ordnungen an das AVJ zurückzuweisen. 
 

7.1 Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor dem Kantonsgericht kostenpflichtig. 
Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren und die Beweiskosten und werden in der 
Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. Ausgangsgemäss sind 
die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'500.-- dem Beschwerdegegner aufzuerlegen.  
 
7.2 Nach § 21 Abs. 1 VPO kann der ganz oder teilweise obsiegenden Partei für den Bei-
zug eines Anwalts oder einer Anwältin eine angemessene Parteientschädigung zu Lasten der 
Gegenpartei zugesprochen werden. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens ist der Be-
schwerdeführerin eine Parteientschädigung zulasten des Beschwerdegegners zuzusprechen. In 
ihrer Honorarnote vom 10. Juni 2021 macht die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin einen 
Aufwand von 6 Stunden à Fr. 200.-- und Auslagen in der Höhe von Fr. 44.30 geltend, was nicht 
zu beanstanden ist. Demzufolge hat der Beschwerdegegner der Beschwerdeführerin eine Par-
teientschädigung in der Höhe von Fr. 1'340.10 (inkl. Auslagen und 7.7 % MWST) zu bezahlen. 
Bei diesem Ausgang des Verfahrens erübrigt sich eine Beurteilung des von der Beschwerdefüh-
rerin gestellten Gesuchs um unentgeltliche Rechtspflege. 
 
7.3 Was die Kosten des vorinstanzlichen Verfahrens anbelangt, so ist die Angelegenheit 
zu deren Neuverlegung an den Beschwerdegegner zurückzuweisen. 
 
 
 

Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Demgemäss wird  e r k a n n t : 
 
 
://: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird der Entscheid des Regierungs-

rats des Kantons Basel-Landschaft vom Nr. 520 vom 20. April 2021 
aufgehoben und die Angelegenheit zur Bewilligung der bedingten Ent-
lassung im Sinne der Erwägungen an die Sicherheitsdirektion des 
Kantons Basel-Landschaft, Abteilung Straf- und Massnahmenvollzug, 
zurückgewiesen. 

   
 2. Die Angelegenheit wird zur Neuverlegung der Kosten des vorinstanzli-

chen Verfahrens an den Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft 
zurückgewiesen. 

   
 3. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'500.-- werden dem Regie-

rungsrat des Kantons Basel-Landschaft auferlegt.  
 

 4. Der Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft hat der Beschwerde-
führerin eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 1'340.10 
(inkl. Auslagen und 7.7 % MwST) auszurichten.  
 
 

 
 
 
Präsidentin 
 
 
 
 
 

Gerichtsschreiberin