# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0e8969a0-b9a7-5785-a55b-cb39a15d3e6f
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-04-09
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 09.04.2025 F-2252/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-2252-2025_2025-04-09.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-2252/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  9 .  A p r i l  2 0 2 5  

Besetzung 
 Einzelrichter Sebastian Kempe, 

mit Zustimmung von Richterin Aileen Truttmann;   

Gerichtsschreiberin Caroline Rausch. 

   

Parteien 

 
A._______,  

geboren am (...), ohne Nationalität,  

c/o BAZ Bern,  

Beschwerdeführerin,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration SEM, 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin-Ver-

fahren - Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG); Verfügung des SEM 

vom 25. März 2025. 

 

 

 

F-2252/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Beschwerdeführerin ersuchte am 6. Februar 2025 in der Schweiz um 

Asyl. Ein Abgleich mit dem europäischen Visa-Informationssystem (CS-

VIS) ergab, dass die niederländischen Behörden der Beschwerdeführerin 

am 7. November 2024 ein Schengen-Visum ausgestellt hatten, das vom 

17. November 2024 bis zum 1. Januar 2025 gültig war. 

B.  

Dem Wiederaufnahmegesuch der Vorinstanz stimmten die niederländi-

schen Behörden am 20. März 2025 gestützt auf Art. 12 Abs. 4 der Verord-

nung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 

26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung 

des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Drittstaatsangehö-

rigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten Antrags auf inter-

nationalen Schutz zuständig ist (nachfolgend: Dublin-III-VO) zu. 

C.  

Nach Gewährung des rechtlichen Gehörs im Rahmen des persönlichen 

Dublin-Gesprächs trat die Vorinstanz mit Verfügung vom 25. März 2025 auf 

das Asylgesuch der Beschwerdeführerin in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 

Bst. b AsylG (SR 142.31) nicht ein, ordnete ihre Wegweisung in die Nie-

derlande an, forderte sie auf, die Schweiz spätestens am Tag nach Ablauf 

der Beschwerdefrist zu verlassen, und wies auf die einer allfälligen Be-

schwerde fehlende aufschiebende Wirkung hin. 

D.  

Mit Eingabe vom 1. April 2025 (Datum Poststempel) gelangte die Be-

schwerdeführerin an das Bundesverwaltungsgericht und beantragte, der 

Entscheid der Vorinstanz sei aufzuheben und diese sei anzuweisen, ihr 

Asylgesuch zu prüfen. Ferner sei der Beschwerde die aufschiebende Wir-

kung zu erteilen. Zudem sei ihr die unentgeltliche Rechtspflege zu gewäh-

ren und auf die Erhebung eines Kostenvorschusses sei zu verzichten. 

E.  

Am 2. April 2025 ordnete der Instruktionsrichter einen superprovisorischen 

Vollzugsstopp gestützt auf Art. 56 VwVG an. 

 

 

F-2252/2025 

Seite 3 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1. Das Bundesverwaltungsgericht ist zuständig (Art. 105 AsylG; Art. 31 ff. 

VGG) und die Sachurteilsvoraussetzungen sind erfüllt, so dass auf die Be-

schwerde einzutreten ist (Art. 48 Abs. 1 VwVG, Art. 108 Abs. 3 AsylG und 

Art. 52 Abs. 1 VwVG). Das Gericht entscheidet über die Beschwerde end-

gültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).  

1.2. Die Beschwerde erweist sich als offensichtlich unbegründet, weshalb 

sie im Verfahren einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines 

zweiten Richters beziehungsweise einer zweiten Richterin (Art. 111 Bst. e 

AsylG), ohne Durchführung eines Schriftenwechsels und mit summari-

scher Begründung zu behandeln ist (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG). 

2.  

2.1. Die Vorinstanz hat in der angefochtenen Verfügung korrekt erwogen, 

dass gemäss den Bestimmungen der Dublin-III-VO grundsätzlich die Nie-

derlande für die Behandlung des Asylgesuchs der Beschwerdeführerin zu-

ständig sind, dass das niederländische Asylsystem rechtsprechungsge-

mäss keine systemischen Mängel aufweist, aufgrund derer die Zuständig-

keit gemäss Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO auf die Schweiz überginge, und 

dass vorliegend keine völkerrechtlichen Vollzugshindernisse ersichtlich 

sind, welche die Schweiz zu einem Selbsteintritt nach Art. 17 Abs. 1 Dublin-

III-VO verpflichten würden. Dabei hat sie den rechtsrelevanten medizini-

schen Sachverhalt – zu dem ihr die medizinische Dokumentation von Me-

dic-Help vom 20. Februar 2025 bis zum 21. März 2025 sowie der medizi-

nische Bericht vom 21. März 2025 vorlagen – ausreichend erstellt und die 

gesundheitlichen Beeinträchtigungen der Beschwerdeführerin berücksich-

tigt und rechtsprechungskonform gewürdigt. Darüber hinaus hat die Vo-

rinstanz in rechtsfehlerfreier Ausübung des ihr nach Art. 17 Abs. 1 Dublin-

III-VO und Art. 29a Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 

(AsylV 1, SR 142.311) zukommenden Ermessens von einem freiwilligen 

Selbsteintritt der Schweiz abgesehen. Sie ist demnach zu Recht in Anwen-

dung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG auf das Asylgesuch der Beschwer-

deführerin nicht eingetreten und hat in Anwendung von Art. 44 AsylG ihre 

Wegweisung in die Niederlande angeordnet. Zur näheren Begründung wird 

auf die korrekten vorinstanzlichen Erwägungen verwiesen. 

2.2. Was die Beschwerdeführerin auf Rechtsmittelebene vorbringt, vermag 

daran nichts zu ändern. In der Beschwerdeschrift führt sie aus, dass sie 

dringend auf die Unterstützung ihres Bruders in der Schweiz angewiesen 

F-2252/2025 

Seite 4 

sei und eine Trennung von ihm einen Rückschlag bedeuten und ihre psy-

chische und physische Stabilität weiter gefährden würde. Ferner ergänzte 

sie, dass ein medizinischer Bericht, der ihre psychische und gesundheitli-

che Situation belege, umgehend nachgerecht werde.  

2.2.1. Die im medizinischen Bericht vom 21. März 2025 diagnostizierten 

gesundheitlichen Beeinträchtigungen der Beschwerdeführerin (angst- und 

stressbedingte Hyperventilation beziehungsweise Atemnot) sind im Lichte 

der diesbezüglichen Rechtsprechung (vgl. anstatt vieler: Urteil des BVGer 

F-3746/2023 vom 11. Juli 2023 E. 6.4 unter Verweis auf das Urteil des Eu-

ropäischen Gerichtshofs für Menschenrechte [EGMR] Paposhvili gegen 

Belgien vom 13. Dezember 2016, Grosse Kammer, 41738/10, §§ 180-193; 

letzteres bestätigt durch Urteil des EGMR Savran gegen Dänemark vom 

7. Dezember 2021, Grosse Kammer, 57467/15, §§ 121 ff.) nicht als derart 

schwerwiegend anzusehen, dass aus humanitären Gründen oder gar we-

gen einer drohenden Verletzung von Art. 3 EMRK von einer Überstellung 

in die Niederlande abgesehen werden müsste. Nach dem Gesagten ist die 

in der Rechtsmitteleingabe gestellte Beweisofferte eines (weiteren) ärztli-

chen Berichts, der nachgereicht werden könnte, um die gesundheitliche 

Situation zu belegen, in antizipierter Beweiswürdigung abzulehnen. Zumal 

die Beschwerdeführerin auch keine Verschlechterung ihres Gesundheits-

zustandes geltend macht. Im Übrigen verfügen die Niederlande über eine 

ausreichende medizinische Infrastruktur für ihre Behandlung (vgl. Urteil 

des BVGer F-8206/2024 vom 20. Januar 2025 E. 2.2 m.H.) und sind ge-

mäss Art. 19 der Richtlinie des Europäischen Parlaments und des Rates 

2013/33/EU vom 26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die Auf-

nahme von Personen, die internationalen Schutz beantragen (sog. Aufnah-

merichtlinie) verpflichtet, der Beschwerdeführerin die erforderliche medizi-

nische Versorgung, nötigenfalls einschliesslich einer geeigneten psycholo-

gischen Betreuung, zugänglich zu machen. Es liegen keine Hinweise vor, 

wonach die Niederlande ihr eine adäquate medizinische Behandlung ver-

weigern würden.  

2.2.2. Ein besonderes Abhängigkeitsverhältnis im Sinne der Rechtspre-

chung zu Art. 8 EMRK und Art. 16 Dublin-III-VO zwischen der Beschwer-

deführerin und ihrem Bruder ist sodann mit den unsubstantiierten diesbe-

züglichen Beschwerdevorbringen nicht rechtsgenügend dargetan und 

auch sonst nicht ersichtlich.  

2.3. Sofern dies im Überstellungszeitpunkt erforderlich wäre, würden die 

schweizerischen Behörden, die mit dem Vollzug der angefochtenen Verfü-

gung beauftragt sind, die niederländischen Behörden in geeigneter Weise 

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Seite 5 

über allfällige spezifische medizinische Bedürfnisse und Umstände der Be-

schwerdeführerin informieren (Art. 31 f. Dublin-III-VO). In den Überstel-

lungsmodalitäten ist bereits vermerkt, dass die Beschwerdeführerin unter 

einer psychischen Belastung mit Schlafstörung und Ängsten sowie angst- 

und stressbedingter Hyperventilation beziehungsweise Atemnot leidet.   

3.  

Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung vom 25. März 2025 

nicht zu beanstanden und die Beschwerde ist abzuweisen. 

4.  

Mit vorliegendem Urteil wird der Antrag auf Gewährung der aufschieben-

den Wirkung gegenstandslos und der am 2. April 2025 angeordnete Voll-

zugsstopp fällt dahin. 

5.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege ist abzuwei-

sen, da die Begehren – wie sich aus den vorstehenden Erwägungen ergibt 

– als aussichtslos zu bezeichnen sind und dies auch im Gesuchszeitpunkt 

waren. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten der Beschwer-

deführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.– 

festzusetzen (Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kos-

ten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 

173.320.2]). 

(Dispositiv nächste Seite)   

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Seite 6 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird  

abgewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden der Beschwerdeführerin  

auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen nach Versand des vorliegenden 

Urteils zu Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Sebastian Kempe Caroline Rausch