# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6f88c475-99f6-5930-a226-938f5d0bc395
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-08-08
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 08.08.2023 RY230001
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_RY230001_2023-08-08.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Zivilkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: RY230001-O/U 

 

Mitwirkend: Oberrichterin lic. iur. R. Bantli Keller, Vorsitzende, Oberrichter  

Dr. M. Sarbach und Ersatzrichter lic. iur. T. Engler sowie Gerichts-

schreiberin MLaw J. Camelin-Nagel 

Beschluss vom 8. August 2023 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Revisionsklägerin 

 

gegen 

 

Gemeinde B._____,  
Revisionsbeklagte 

 

betreffend Revision 
 
Entscheid der Kammer vom 8. Juni 2023; NG230009 
 
  

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Erwägungen: 

1.1. Die Revisionsklägerin und die Revisionsbeklagte schlossen am 16. März 

2020 einen befristeten Untermietvertrag für 2 Zimmer in der 3-Zimmerwohnung an 

der C._____-strasse … in B._____. Nach Ablauf der Befristung am 28. Februar 

2021 bewohnte die Revisionsklägerin die Wohnung weiter, ohne dass ein neuer 

schriftlicher Untermietvertrag zwischen den Parteien geschlossen wurde (vgl. 

act. 5/6 Rz. 9; act. 5/29 S. 3).  

1.2. Nachdem die Revisionsbeklagte den Untermietvertrag mit Formular vom 

19. Mai 2022 auf den 30. September 2022 kündigte (act. 5/3/4), gelangte die Re-

visionsklägerin mit Eingabe vom 3. August 2022 (Datum Poststempel) an die 

Schlichtungsbehörde in Miet- und Pachtsachen des Bezirksgerichtes Meilen. Die 

Revisionsklägerin beantragte, die Kündigung der Wohnung sei für nichtig zu er-

klären, eventualiter sei ihr Kündigungsschutz zu gewähren. Die Schlichtungsbe-

hörde erteilte der Revisionsklägerin nach durchgeführter Schlichtungsverhand-

lung, in welcher keine Einigung erzielt werden konnte, mit Beschluss vom 

24. August 2022 die Klagebewilligung (act. 5/1). 

1.3. Mit Eingabe vom 26. September 2022 (Datum Poststempel) erhob die Revi-

sionsklägerin beim Mietgericht des Bezirksgerichtes Meilen eine Klage auf Fest-

stellung der Nichtigkeit der Kündigung der Wohnung an der C._____-

strasse …, B._____. Mit Zirkularbeschluss und -urteil vom 8. März 2023 wies das 

Mietgericht sowohl die Klage der Revisionsklägerin wie auch ihr Gesuch um Be-

willigung der unentgeltlichen Prozessführung und Bestellung eines unentgeltli-

chen Rechtsvertreters ab. Weiter auferlegte sie die Gerichtskosten der Revisions-

klägerin und nahm vom Verzicht der Revisionsbeklagten auf eine Parteientschä-

digung Vormerk (act. 5/28). 

1.4. Diesen Entscheid focht die Revisionsklägerin mit Eingabe vom 5. Mai 2023 

(Eingangsdatum) fristgerecht bei der hiesigen Kammer an (Geschäfts-Nr. 

NG230009). Mit Beschluss und Urteil vom 5. Juni 2023 wies die Kammer u.a. die 

Berufung ab und bestätigte den Entscheid des Mietgerichts (act. 3).  

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1.5. Mit Eingabe vom 13. Juli 2023 reichte die Revisionsklägerin eine Beschwer-

de gegen den Entscheid der Kammer beim Bundesgericht ein, welche das Bun-

desgericht mit Urteil vom 2. August 2023 abwies, soweit es darauf eintrat (vgl. 

act. 6).  

1.6. Mit Eingabe vom 28. Juli 2023 (Eingangsdatum) gelangt die Revisionskläge-

rin an die Kammer und ersucht um Revision des Entscheids vom 5. Juni 2023 

"wegen Rechtsfehler und fehlerhafter Rechtsanwendung" und "übermässiger An-

wendung der Zustellfiktion" (act. 2). Ausserdem beantragt sie den Aufschub der 

Vollstreckung des zu revidierenden Urteils, stellt sinngemäss den Antrag um un-

entgeltliche Rechtspflege, beantragt eine Anhörung und den Beizug von Ton-

bandaufnahmen (act. 2 S. 3).  

1.7. Das Verfahren ist spruchreif. Da sogleich ein Endentscheid gefällt werden 

kann, erübrigt sich ein Entscheid über den Antrag der Revisionsklägerin um Auf-

schub der Vollstreckbarkeit. 

2.1. Das Gesetz schreibt für die Behandlung des Revisionsgesuches ein mehr-

stufiges Verfahren vor. Zunächst ist über die Zulässigkeit und über die Begrün-

detheit der Revision zu befinden. Im Falle der Gutheissung des Revisionsbegeh-

rens ist ein neuer Entscheid – unter Berücksichtigung der Revisionsgründe – zu 

fällen (vgl. BK ZPO-STERCHI, Art. 332 und Art. 333 N 1 ff.). Sind bereits die Eintre-

tensvoraussetzungen – das Vorliegen der allgemeinen Prozessvoraussetzungen, 

die Anrufung eines erlaubten Revisionsgrundes (Art. 328 ZPO) und die fristge-

rechte Einreichung des Revisionsgesuches (Art. 329 ZPO) – nicht gegeben, tritt 

das Gericht nicht auf das Revisionsgesuch ein – ob diesfalls ein Revisionsgrund 

vorliegt und ob in der Sache selber anders zu entscheiden wäre als im zu revidie-

renden Entscheid, ist in diesem Fall irrelevant (OGer ZH RU190041 vom 2. Au-

gust 2019, E. 2.1; KUKO ZPO-BRUNNER/TANNER, 3. Aufl., Art. 332 N 2). 

2.2. Gemäss Art. 328 Abs. 1 ZPO kann eine Partei beim Gericht, welches als 

letzte Instanz in der Sache entschieden hat, die Revision eines rechtskräftigen 

Entscheids verlangen, wenn sie nachträglich erhebliche Tatsachen erfährt oder 

entscheidende Beweismittel findet, die sie im früheren Verfahren nicht beibringen 

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konnte (lit. a; vgl. dazu BGer 4A_411/2017 bzw. 4A_333/2019 vom 21. Februar 

2020), ein Strafverfahren ergeben hat, dass durch ein Verbrechen oder ein Ver-

gehen zum Nachteil der betreffenden Partei auf den Entscheid eingewirkt wurde 

(lit. b), oder geltend gemacht wird, dass die Klageanerkennung, der Klagerückzug 

oder der gerichtliche Vergleich unwirksam ist (lit. c) (FREIBURGHAUS/AFHELDT, in: 

Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger (Hrsg.), ZPO Komm., 3. Aufl. Art. 328 

N 12 ff.). Das Revisionsgesuch ist nach Art. 329 Abs. 1 ZPO innert 90 Tagen seit 

Entdeckung des Revisionsgrundes schriftlich und begründet einzureichen. Bei 

dieser Frist handelt es sich um eine Verwirkungsfrist mit der Folge, dass Nichtein-

haltung zum Rechtsverlust führt. Ein Revisionsgrund gilt als entdeckt, sobald si-

chere Kenntnis über den Revisionsgrund besteht (FREIBURGHAUS/AFHELDT, a.a.O., 

Art. 329 ZPO N 3 f. und N 7 f.).  

3.1. Mit Urteil vom 2. August 2023 wies das Bundesgericht die Beschwerde der 

Beschwerdeführerin ab, soweit sie darauf eintrat. Dieser Entscheid hat reformato-

rische Wirkung und tritt an die Stelle des angefochtenen Entscheids. Mit dem Er-

lass des bundesgerichtlichen Urteils fehlt es an einem Gegenstand für ein Revisi-

onsgesuch (vgl. BGE 138 II 386 E. 6.2). Bereits aus diesem Grund ist auf das Re-

visionsbegehren der Revisionsklägerin nicht einzutreten.  

3.2. Da auf das Revisionsgesuch – bereits mangels Anfechtungsobjekt – nicht 

einzutreten ist und sind auch die Anträge der Revisionsklägerin um persönliche 

Anhörung und Beizug von Tonbandaufnahmen abzuschreiben. 

3.3. Im Übrigen fehlte es auch an einem Revisionsgrund. Die Revisionsklägerin 

macht in ihrem Revisionsgesuch im Wesentlichen geltend, sie habe im Internet 

einen Fall entdeckt, der das zu revidierende Urteil für ungültig erklären könne. Sie 

habe festgestellt, die Rechtsprechung zur Zustellfiktion sei im zu revidierenden 

Urteil falsch angewendet worden, sodass das Urteil im Widerspruch zum Urteil 

der Kammer vom 17. Juni 2019 im Verfahren PS190081 stehe. Rechts- oder An-

wendungsfehler stellten einen zulässigen Grund für die Revision dar. Die Ent-

scheidung sei zu überprüfen und zu korrigieren, um sicherzustellen, dass das 

Recht korrekt angewendet werde (act. 2).  

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 Wie bereits erwähnt, ergeben sich die zulässigen Revisionsgründe aus 

Art. 328 Abs. 1 ZPO. So kann eine Partei die Revision eines rechtskräftigen Ent-

scheides verlangen, wenn sie nachträglich erhebliche Tatsachen erfährt oder ent-

scheidende Beweismittel findet, die sie im früheren Verfahren nicht beibringen 

konnte (Art. 328 Abs. 1 lit. a ZPO). Falsche rechtliche Würdigungen bzw. unzu-

lässige Rechtsanwendungen stellen keine Tatsachen oder Beweismittel im Sinne 

von Art. 328 Abs. 1 lit. a ZPO und damit auch keinen Revisionsgrund dar. Solche 

Vorbringen wären vielmehr im Rahmen des Rechtsmittelverfahrens vorzubringen 

gewesen. Auf das Revisionsbegehren wäre daher auch mangels Revisionsgrunds 

nicht einzutreten.  

4.1. Die Revisionsklägerin stellt für das Revisionsverfahren ein Gesuch um Ge-

währung der unentgeltlichen Rechtspflege. Wie die vorstehenden Erwägungen 

zeigen (E. 3), erweist sich das Revisionsbegehren als aussichtslos. Eine der zwei 

Voraussetzungen von Art. 117 ZPO, die kumulativ erfüllt sein müssen, um den 

Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege zu begründen, ist daher nicht erfüllt. 

Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ist bereits deshalb abzuweisen. 

4.2. Ausgangsgemäss sind die Kosten des Revisionsverfahrens der Revisions-

klägerin aufzuerlegen (Art. 106 Abs. 1 ZPO). Die Entscheidgebühr ist in Anwen-

dung von § 12 Abs. 1 und 4 in Verbindung mit § 4 Abs. 1 und 2 GebV OG auf 

Fr. 300.– festzusetzen.  

4.3. Für das Revisionsverfahren ist keine Parteientschädigung zuzusprechen: 

Der Revisionsklägerin nicht, weil sie unterliegt, der Revisionsbeklagten nicht, weil 

ihr keine zu entschädigenden Aufwände entstanden sind (siehe Art. 106 Abs. 1 

und Art. 95 Abs. 3 ZPO). 

Es wird beschlossen: 

1. Das Gesuch um Aufschub der Vollstreckbarkeit wird abgeschrieben. 

2. Das Gesuch um persönliche Anhörung und Beizug von Tonbandaufnahmen 

wird abgeschrieben. 

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3. Das Gesuch der Revisionsklägerin um unentgeltliche Rechtspflege wird ab-

gewiesen.  

4. Auf das Revisionsbegehren gegen den Entscheid vom 8. Juni 2023 im Ver-

fahren NG230009 wird nicht eingetreten.  

5. Die Entscheidgebühr des Revisionsverfahrens wird auf Fr. 300.– festgesetzt 

und der Revisionsklägerin auferlegt. 

6. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 

7. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Revisionsbeklagte unter Beila-

ge von act. 2, je gegen Empfangsschein sowie an die Obergerichtskasse. 

8. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist 
innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesge-
richt, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen 

Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). 

Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG.  

Es handelt sich um eine mietrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert beträgt 
Fr. 54'000.–. 

Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. 
 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

II. Zivilkammer 
 

Die Vorsitzende: 
 
 
 

lic. iur. R. Bantli Keller 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

MLaw J. Camelin-Nagel 
 
 
versandt am: 
 

	Beschluss vom 8. August 2023
	Erwägungen:
	2.1. Das Gesetz schreibt für die Behandlung des Revisionsgesuches ein mehrstufiges Verfahren vor. Zunächst ist über die Zulässigkeit und über die Begründetheit der Revision zu befinden. Im Falle der Gutheissung des Revisionsbegehrens ist ein neuer Ent...
	2.2. Gemäss Art. 328 Abs. 1 ZPO kann eine Partei beim Gericht, welches als letzte Instanz in der Sache entschieden hat, die Revision eines rechtskräftigen Entscheids verlangen, wenn sie nachträglich erhebliche Tatsachen erfährt oder entscheidende Bewe...

	Es wird beschlossen:
	1. Das Gesuch um Aufschub der Vollstreckbarkeit wird abgeschrieben.
	2. Das Gesuch um persönliche Anhörung und Beizug von Tonbandaufnahmen wird abgeschrieben.
	3. Das Gesuch der Revisionsklägerin um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.
	4. Auf das Revisionsbegehren gegen den Entscheid vom 8. Juni 2023 im Verfahren NG230009 wird nicht eingetreten.
	5. Die Entscheidgebühr des Revisionsverfahrens wird auf Fr. 300.– festgesetzt und der Revisionsklägerin auferlegt.
	6. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.
	7. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Revisionsbeklagte unter Beilage von act. 2, je gegen Empfangsschein sowie an die Obergerichtskasse.
	8. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (...