# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b7f692ac-126c-5906-9c3d-5a306c58b5c4
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2007-01-30
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 30.01.2007 ZF 2006 48
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZF-2006-48_2007-01-30.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 30. Januar 2007 Schriftlich mitgeteilt am: 
ZF 06 48

Urteil
Zivilkammer

Vorsitz Schlenker
RichterInnen Heinz-Bommer, Riesen-Bienz, Hubert und Zinsli
Aktuar ad hoc Infanger

——————

In der zivilrechtlichen Berufung

der X . - S t i f t u n g , Klägerin, Widerbeklagte und Berufungsklägerin, vertreten durch 
Rechtsanwalt lic. iur. Stefan Metzger, c/o Lüthi & Lazzarini, Via Retica 26, 7503 
Samedan,

gegen

das Urteil des Bezirksgerichts Maloja vom 3. November 2004, mitgeteilt am 16. De-
zember 2004, in Sachen der Klägerin, Widerbeklagten und Berufungsklägerin ge-
gen Z., Beklagter, Widerkläger und Berufungsbeklagter, vertreten durch Rechtsan-
walt lic. iur. Franco Tramèr, Chesa Engiadina, Plazzet 11, 7503 Samedan,

betreffend Rechenschaftsbericht/Forderung,

hat sich ergeben:

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A. Der Beklagte, Widerkläger und Berufungsbeklagte (im Folgenden als 
Berufungsbeklagter bezeichnet) war seit der Gründung der Klägerin, Widerbeklag-
ten und Berufungsklägerin (im Folgenden als Berufungsklägerin bezeichnet) im 
Jahre 1993 mit der Verwaltung ihres Stiftungsvermögens befasst. Bis im Sommer 
1998 betreute er das Vermögen als Angestellter verschiedener Banken. Im Jahre 
1998 machte er sich selbständig und führte die Verwaltung des klägerischen Ver-
mögens in eigener Verantwortung und auf eigene Rechnung weiter. 

B. Anfang Februar 2000 wurde der gemeinsam mit seiner Frau am Ver-
mögen berechtigte M.S. von der Staatsanwaltschaft Mannheim festgenommen. Mit 
Beschluss vom 4. Februar 2000 eröffnete das Amtsgericht Karlsruhe das Insolvenz-
verfahren über die F. GmbH & Co. KG des M.S.. Am 1. Mai 2000 eröffnete das 
Amtsgericht Karlsruhe auch das Insolvenzverfahren über das Vermögen von M.S.. 
Am 4. Februar 2000 stellte die Staatsanwaltschaft bei der Bezirksanwaltschaft 
Zürich ein Rechtshilfegesuch in dem unter anderem gegen M.S. geführten Ermitt-
lungsverfahren. Die Bezirksanwaltschaft Zürich wies in ihrer Eintretens- und Zwi-
schenverfügung vom 10. Februar 2000 auch den Berufungsbeklagten an, ihr sämt-
liche Dokumente M.S. betreffend vorzulegen. Letzterem zuzurechnende Vermö-
genswerte wurden einstweilen mit einem Verfügungsverbot belegt. 

C. Am 14. Februar 2000 stellte der Berufungsbeklagte der Berufungsklä-
gerin eine Honorarrechnung für seine Vermögensverwaltung über den Betrag von 
Fr. 847'500.00. Am 14. resp. 15. Februar 2000 erstattete er der Meldestelle für Geld-
wäscherei eine Verdachtsmeldung betreffend die Berufungsklägerin. Am 16. Fe-
bruar 2000 erhielt er den der Berufungsklägerin in Rechnung gestellten Honorarbe-
trag auf seinem Bankkonto gutgeschrieben. Am 21. Februar 2000 erstattete die Be-
zirksanwaltschaft Zürich bei der Staatsanwaltschaft Graubünden Strafanzeige ge-
gen den Berufungsbeklagten wegen des Verdachts der Geldwäscherei. Mit Verfü-
gung vom 7. März 2000 eröffnete die Staatsanwaltschaft Graubünden ein entspre-
chendes Strafverfahren gegen den Berufungsbeklagten. Im Frühjahr 2001 dehnte 
die Staatsanwaltschaft Graubünden die Untersuchungen gegen den Berufungsbe-
klagten auf den Tatbestand des Verdachtes der Veruntreuung aus. 

D. Am 14. Mai 2002 erhob die Berufungsklägerin beim Vermittleramt des 
Kreises Oberengadin Klage gegen den Berufungsbeklagten mit folgendem Rechts-
begehren:

„1. Der Beklagte sei unter der Androhung der Überweisung an den Straf-
richter zur Bestrafung nach Art. 292 StGB zu verpflichten, der Klägerin 
umfassend Rechenschaft über seine Tätigkeit als Beauftragter der Klä-

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gerin abzugeben und insbesondere sämtliche Aufzeichnungen, Bücher 
und Belege herauszugeben, welche über die von ihm in Zusammen-
hang mit der Verwaltung des Vermögens der Klägerin bezogenen Ho-
noraransprüche und Provisionen (Retrozessionen), über sämtliche vom 
Beklagten getätigten Barbezüge und weitere erhaltene Vermögens-
werte sowie über deren Verwendung, umfassend Aufschluss zu geben. 

2 Es sei der Beklagte zu verpflichten, der Klägerin sämtliche von ihm in 
Zusammenhang mit seiner Tätigkeit als Beauftragter der Klägerin ver-
einnahmten Provisionen (Retrozessionen) der Bank A., der Bank B. so-
wie der Bank C., alle Niederlassungen in St. Moritz, herauszugeben, 
und es sei der Beklagte überdies zu verpflichten, der Klägerin sämtliche 
von ihm als Beauftragter der Klägerin erlangten Vermögenswerte, über 
deren auftragsgemässe Verwendung und/oder Weiterleitung der Be-
klagte keine Rechenschaft ablegen kann, zurückzuerstatten bzw. zu be-
zahlen, und zwar in der Höhe des nach erfolgter Rechenschaftsable-
gung des Beklagten festgestellten Herausgabeanspruchs der Klägerin, 
mindestens jedoch in der Höhe von Fr. 1'392'500.00, zuzüglich Zins ab 
Datum der Klageanleitung an. 

3. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten des Berufungs-
beklagten.“

Anlässlich der Vermittlungsverhandlung vom 4. Juli 2002 beantragte der Be-
rufungsbeklagte die Abweisung der Klage. Widerklageweise verlangte er noch ein 
Honorar für seine Verwaltungstätigkeit vom Februar 2000 bis Februar 2001 in Höhe 
von Fr. 565'000.00. 

E. a) Am 7. November 2002 reichte die Berufungsklägerin die Prozess-
eingabe sowie den Leitschein vom 18. Oktober 2002 beim Bezirksgericht Maloja 
fristgerecht ein. Vor Bezirksgericht Maloja brachte die Berufungsklägerin im We-
sentlichen vor, sie sei im Oktober 1993 als Liechtensteinische Stiftung mit Sitz in 
Vaduz gegründet worden. Anfänglich seien zwei Stiftungsräte je einzelzeichnungs-
berechtigt gewesen, seit November 2001 aber nur noch einer. M.S. sei am Stif-
tungsvermögen wirtschaftlich berechtigt gewesen. Dieser sei der Hauptverantwort-
liche im „F.-Skandal“ gewesen, einem der grössten Betrugsfälle der deutschen 
Nachkriegsgeschichte. Mittels zahlreicher Scheinfirmen habe er über 3'000 Sys-
teme über Leasingfirmen verkauft, obwohl er nur über 400 solcher Maschinen ver-
fügt habe. Über Tochter-, Briefkasten- und Scheinfirmen habe er die so erlangten 
Gelder in komplexen Transaktionen in sein Privatvermögen überführt. In diesem 
Zusammenhang sei auch die Berufungsklägerin gegründet worden. Willige Dritte, 
wie der Berufungsbeklagte, hätten M.S. geholfen, erhebliche Geldbeträge unbe-
merkt in diese Stiftung einzubringen. Deren Vermögen sei auf über Fr. 100 Mio. 
angewachsen. Der Deliktsbetrag des „F.-Skandals“ habe mehrere Milliarden DM be-
tragen. Am 4. Februar 2000 sei M.S. verhaftet und inzwischen zu einer langjährigen 

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Gefängnisstrafe verurteilt worden. Die Berufungsklägerin habe seit ihrer Gründung 
eine Geschäftsbeziehung zur Bank A. in St. Moritz unterhalten. Der Berufungsbe-
klagte habe diese Niederlassung als Direktor geleitet. Diese Bank habe das Stif-
tungsvermögen bis 1998 verwaltet. In jenem Zeitpunkt habe sich der Berufungsbe-
klagte selbständig gemacht. Im August 1998 habe er die Vermögensverwaltung der 
Berufungsklägerin selbst übernommen. Er habe das Vermögen teilweise von der 
Bank A. abgezogen und auf Konten bei der Bank C. und der Bank B. übertragen. 
Zur Verschleierung des Geldflusses habe er die Gelder bar bezogen und wieder 
einbezahlt. Als Berechtigte an den Vermögenswerten habe der Berufungsbeklagte 
eine Tante von M.S. angegeben. Tatsächlicher Berechtigter sei aber M.S. gewesen. 
Nach dessen Angaben habe der Berufungsbeklagte diese Machenschaften vorge-
schlagen und auch aufrechterhalten. Der Berufungsbeklagte habe die bereits aus-
gefüllten Kontoeröffnungsformulare zusammen mit einem falschen Formular „A“ 
dem damaligen Stiftungsrat zugestellt. Letzterer habe diese am 4. September 1998 
unterzeichnet. Der Berufungsbeklagte sei nicht befugt gewesen, Wertpapiere oder 
Guthaben zurückzuziehen. Dennoch habe er zu Verschleierungszwecken Gelder in 
Millionenhöhe mit blankounterzeichneten Auszahlungsbelegen bar bezogen. Eine 
Kontrollmöglichkeit sei nicht gegeben gewesen. Bis heute sei der Berufungsbe-
klagte seiner Rechenschaftspflicht nicht bzw. nicht vollständig nachgekommen. 
Rückzüge seien der Berufungsklägerin nur ansatzweise bekannt. Für die Zeit vom 
Juli 1998 bis Februar 2000 wisse sie von Rückzügen in Höhe von rund Fr. 23 Mio. 
Der Berufungsbeklagte habe über die Verwendung dieser Beträge detailliert Auf-
schluss zu geben. Die Bankbeziehung zur Bank C. weise ebenfalls Unklarheiten 
auf, worüber der Berufungsbeklagte Aufschluss zu geben habe. Am 22. Oktober 
1999 seien von diesem Konto Fr. 1 Mio. und im Dezember 1999 EUR 920'325.39 
abgezogen worden. Über diese Bezüge habe der Berufungsbeklagte Rechenschaft 
abzulegen. Dasselbe würde für die vom Berufungsbeklagten getätigten Devisenge-
schäfte gelten. 

Der Berufungsbeklagte habe sodann in der gegen ihn gerichteten 
Strafuntersuchung eingestanden, Retrozessionen und Finder’s Fees erhalten zu 
haben. Diese Gelder würden der Berufungsbeklagten zustehen. Er habe Auf-
schlüsse darüber verweigert. Einzig die Bank C. St. Moritz habe der Berufungsklä-
gerin Angaben geliefert, nicht aber die Bank B. oder Bank A.. Der Berufungsbe-
klagte habe demnach von der Bank C. Fr. 82'886.66 ausbezahlt erhalten. Die Be-
rufungsklägerin sei über diese Auszahlung nicht informiert gewesen. 

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Rund zehn Tage nach der Verhaftung von M.S. habe sich der Beru-
fungsbeklagte am 14. Februar 2000 Fr. 847'500.00 als Honorar auf sein Konto bei 
der Bank C. St. Moritz überweisen lassen. Aufgrund einer Verfügung der Bezirks-
anwaltschaft Zürich vom 10. Februar 2000 habe er von dieser Verhaftung Kenntnis 
gehabt. An diesem Tag habe er versucht, den Stiftungsrat der Berufungsklägerin zu 
Informieren. Der Berufungsbeklagte habe in gemeinsamer Aktion mit dem Stiftungs-
rat einen von M.S. nicht autorisierten Bezug vorgenommen. In der Folge habe er 
das Geld auf ein Sparkonto überwiesen. Dieses Konto sei dann im Rahmen der 
gegen den Berufungsbeklagten geführten Strafuntersuchung gesperrt worden. Die 
Berufungsklägerin würde zwar einen Honoraranspruch des Berufungsbeklagten für 
seine Vermögensverwaltung anerkennen, dieser sei aber auf Fr. 250'000.00 fest-
gelegt worden. Für seine Tätigkeit während 18 Monaten stehe ihm ein Honorar von 
Fr. 375'000.00 zu. Den restlichen Betrag habe er der Berufungsklägerin zurückzu-
erstatten. Die Vermögenswerte der Berufungsklägerin bei den vorgenannten Ban-
ken seien im Januar 2001 der Insolvenzmasse zugeführt worden. Am 6. Februar 
2002 habe die Berufungsklägerin den Berufungsbeklagten aufgefordert, seiner Re-
chenschafts- und Herausgabepflicht nachzukommen, insbesondere auch hinsicht-
lich seines Honorarbezuges, der erhaltenen Retrozessionen und Provisionen. Am 
14. März 2002 habe der Berufungsbeklagte seinen Honorarbezug gerechtfertigt und 
eine Auskunfts- und Rückerstattungspflicht bezüglich der Retrozessionen verneint. 
Verschiedene Transaktionen seien inzwischen geklärt. Nach wie vor würden aber 
weiter Unklarheiten bestehen. 

Entgegen der berufungsbeklagtischen Darstellung habe er sein Ver-
waltungsmandat am 14. Februar 2000 beendet. Die Meldung des Geldwäscherei-
verdachts habe eine Vermögenssperre zur Folge gehabt. Dementsprechend habe 
der Berufungsbeklagte auch am 14. Februar 2000 seine Schlussrechnung gestellt. 
Die Verwaltung von bekanntermassen inkriminierten Vermögenswerten müsse als 
Geldwäscherei beizeichnet werden. Dafür könne kein Honorar verlangt werden. 
Nach der Sperrung der Vermögenswerte hätten zudem die Verwaltungshandlungen 
auf ein Minimum reduziert werden müssen. Es sei daher stossend, wenn der Beru-
fungsbeklagte dafür ein Honorar von Fr. 565'000.00 verlangen könnte. Er habe nach 
dem 14. Februar 2000 auch keine Weisungen mehr von M.S. mehr eingeholt. Er 
könne daher nicht behaupten, die Vermögensverwaltung weitergeführt zu haben. 
Er habe schon früher von der deliktischen Herkunft der Gelder gewusst und seine 
Tätigkeit hätte dies verschleiern sollen. Der Vermögensverwaltungsvertrag sei wi-
derrechtlich, sodass sich daraus kein Honoraranspruch ergeben könne. Die Wider-
klage sei lediglich ein prozesstaktisches Mittel. 

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Die Parteien hätten in einem Vermögensverwaltungsverhältnis ge-
standen. Als Beauftragter habe der Berufungsbeklagte jederzeit Rechenschaft über 
seine Geschäftsführung abzulegen. Er habe die Einnahmen und Ausgaben detail-
liert nachzuweisen, Wertschriftenkäufe und -verkäufe zu belegen, vereinnahmte Be-
träge zu beziffern und die wesentlichen Vorkommnisse der Vermögensverwaltung 
zu kommentieren. Diese Angaben müssten es der Berufungsklägerin ermöglichen, 
ihren Herausgabeanspruch zu beziffern. Ein Verzicht auf die Herausgabe von Re-
trozessionen und Finder’s Fees sei nicht gegeben. Ein solcher würde eine vollstän-
dige Information der Berufungsklägerin voraussetzen, die vorliegend jedoch nicht 
gegeben sei. Die dem Stiftungsrat vorgelegte Abrechnung und dessen Zahlung 
könnten einen Honoraranspruch des Berufungsbeklagten nicht begründen. Der Be-
rufungsbeklagte habe sich erstmals an seinen Honoraranspruch erinnert, als M.S. 
verhaftet worden sei. In seinem Schreiben vom 14. März 2002 habe er ausgeführt, 
von dem am 26. Juli 1999 bezogenen Geldbetrag von Fr. 650'000.00 hätten 
Fr. 300'000.00 eine Vermögensverwaltungskommission dargestellt. Seine Aus-
führungen seien widersprüchlich und falsch. Am 10. Februar 2000 habe der Beru-
fungsbeklagte eine Eintretens- und Zwischenverfügung der Bezirksanwaltschaft 
Zürich erhalten. Spätestens ab diesem Zeitpunkt habe er von der deliktischen Her-
kunft der Gelder gewusst. Er müsse aber bereits früher davon gewusst haben. Die 
vom Stiftungsrat bewirkte Zahlung der berufungsbeklagtischen Honorarrechnung 
könne nicht als Genehmigung der Rechnung qualifiziert werden. Das Stiftungsver-
mögen habe nicht konstant Fr. 113 Mio. betragen. Die Rechnung des Berufungsbe-
klagten sei daher vollständig ungenügend und nicht überprüfbar. Der angebliche 
Bezug von Fr. 300'000.00 im Juli 1999 würde darin weder erwähnt noch berück-
sichtigt. Auch der Stiftungsrat habe sie nicht geprüft und genehmigt. Der Berufungs-
beklagte habe auch gewusst, dass einzig M.S. am Stiftungsvermögen berechtigt 
gewesen sei. Trotz reichlicher Gelegenheit dazu, habe er keine Genehmigung der 
Rechnung eingeholt, obwohl er noch Kontakt zu Frau M.S. gehabt habe. Zudem 
habe er zugegeben, ab dem 10. Februar 2000 bezüglich des klägerischen Vermö-
gens Bedenken gehabt zu haben. Deswegen habe er eine Verdachtsmeldung be-
treffend Geldwäscherei erstattet. Diese Vermögenswerte hätten ab diesem Datum 
gesperrt werden müssen. Eine Verfügung über sie sei per 14. Februar 2000 gar 
nicht zulässig gewesen. Eine Genehmigung der Honorarforderung sei ausgeschlos-
sen. Der Stiftungsrat sei nicht mehr berechtigt gewesen, Verfügungen vorzuneh-
men. Der Berufungsklägerin selbst sei die Verfügungsmacht durch die Bezirksan-
waltschaft Zürich entzogen gewesen. Aufgrund des in Deutschland laufenden Insol-
venzverfahrens hätte über diese Vermögenswerte nur noch zugunsten der Konkurs-
masse verfügt werden dürfen. Das Vorgehen des Berufungsbeklagten verstosse 

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krass gegen Treu und Glauben. Es sei sittenwidrig. Die Honorarabrede sei rechts-
missbräuchlich. Es stelle sich die Frage, ob der Berufungsbeklagte durch sein Ver-
halten den Stiftungsrat zu einem Verstoss gegen Art. 10 GwG angestiftet habe. 
Nach der einzig massgebenden Honorarvereinbarung stehe dem Berufungsbeklag-
ten ein Entgelt von Fr. 250'000.00 pro Jahr zu, sodass allenfalls ein Honorar von 
Fr. 375'000.00 gerechtfertigt sei. Der darüber hinausgehende Betrag von 
Fr. 472'500.00 sei der Berufungsklägerin zu erstatten. Überdies habe er die Retro-
zessionen und Finder’s Fees herauszugeben, soweit diese seinen Honoraran-
spruch übersteigen würden. 

Retrozessionen und Finder’s Fees seien dem Berufungsbeklagten an-
vertraut gewesen. Er hätte diese an die Berufungsklägerin weiterleiten müssen, was 
er nicht getan habe. Er habe weisungs- und treuwidrig über klägerische Vermögens-
werte verfügt. Sein Verhalten sei als Veruntreuung und ungetreue Geschäfts-
führung zu werten. Er sei seinen Aufklärungs- und Informationspflichten nicht nach-
gekommen. Er habe so unbemerkt Vermögenswerte zu seinen Gunsten verwendet. 
Der Berufungsklägerin sei ein Schaden in Höhe der ihr zustehenden Provisionen 
entstanden. Das Verhalten des Berufungsbeklagten sei für den Schadenseintritt 
adäquat kausal. Er habe vorsätzlich gehandelt. Seine Abrechnung sei unkorrekt und 
unvollständig gewesen. Eine Überprüfung der Rechnung sei dem Stiftungsrat weder 
zumutbar noch möglich gewesen. Dieser habe keine Kenntnis von den durchschnitt-
lich deponierten Vermögenswerten oder allfälligen früheren Honorarbezügen ge-
habt. Er habe nichts von der Honorarvereinbarung zwischen dem Berufungsbeklag-
ten und M.S. gewusst. Angesichts der Verhaftung Schmiders sei sich der Beru-
fungsbeklagte auch sicher gewesen, dass eine Überprüfung seiner Rechnung un-
terbleiben würde. Das sei dann tatsächlich so geschehen. Die Überweisung sei er-
folgt und die Berufungsklägerin dadurch geschädigt worden. In Betracht zu ziehen 
sei auch der Tatbestand des Betruges. Sein Verhalten sei für den Schadenseintritt 
wiederum adäquat kausal gewesen. Er habe vorsätzlich gehandelt. Der Berufungs-
klägerin stehe daher ein Ersatzanspruch gestützt auf Art. 41 OR zu. 

Der Berufungsbeklagte habe sodann Provisionen von den St. Moritzer 
Banken Bank C., Bank B. und Bank A. von schätzungsweise Fr. 82'886.66, 
Fr. 87'702.25 sowie Fr. 449'957.19 erhalten. Vorläufig würde die Berufungsklägerin 
einen Betrag von Fr. 920'000.00 geltend machen. Mit dem nach Abzug des beklag-
tischen Honoraranspruchs von Fr. 375'000.00 noch zurückzuzahlenden Betrag von 
Fr. 472'500.00 belaufe sich der klägerische Herausgabeanspruch auf 
Fr. 1'392'500.00. 

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b) Auf Antrag des Berufungsbeklagten vom 10. Januar 2003 hin sis-
tierte der Bezirksgerichtspräsident Maloja das erstinstanzliche Zivilverfahren bis auf 
Weiteres wegen des gegen ersteren noch laufenden Strafverfahrens. Nach Eingang 
der Strafakten beim Bezirksgericht Maloja hob der Gerichtspräsident die Sistierung 
am 25. April 2003 auf. Am 16. Mai 2003 legte der Berufungsbeklagte die Klageant-
wort und Widerklageschrift vor. Die klägerische Widerklageantwort datiert vom 19. 
Juni 2003. 

Der Berufungsbeklagte machte erstinstanzlich geltend, die Prozess-
eingabe sei tendenziös und diene weitgehend bloss der Stimmungsmache. Die be-
rufungsklägerischerseits erhobenen falschen Anschuldigungen seien Gegen-stand 
von Strafuntersuchungen gewesen, welche inzwischen eingestellt worden seien. 
Diese seien nicht Gegenstand des Zivilverfahrens. 

M.S. habe gewusst, dass der Berufungsbeklagte von den Banken Re-
trozessionen und Finder’s Fees ausbezahlt erhalten habe. Das sei so vereinbart 
gewesen und in der Praxis auch üblich. Deswegen hätten sich die Parteien auch 
auf den niedrigsten branchenüblichen Honoraransatz von 0.5 % geeinigt. Es sei al-
lein Sache des Strafrichters, zu beurteilen, ob der Honorarbezug des Berufungsbe-
klagten strafrechtlich relevant sei. Bei einem vereinbarten Honoraransatz von 0.5 % 
des verwalteten Vermögens von Fr. 113 Mio. belaufe sich der Honoraranspruch für 
den Zeitraum von eineinhalb Jahren auf Fr. 847'500.00. Dieser Anspruch liege im 
untersten Bereich der Branche.

Der Bezug einer Vermögensverwaltungskommission in der Höhe von 
Fr. 300'000.00 im Juli 1999 habe das Vermögen von Frau M.S. betroffen. Nach An-
weisung von M.S. sei diese Kommission jeweils aus dem Vermögen der X.-Stiftung 
bezahlt worden. Sowohl der Berufungsbeklagte als auch der Stiftungsrat der Beru-
fungsklägerin seien davon ausgegangen, dass Teile des Vermögens der X.-Stiftung 
von der Ehefrau von M.S. sowie von seiner Tante stammen würden. Dementspre-
chend habe die Insolvenzverwaltung auch einen Teil davon Anfang 2001 wieder an 
Frau M.S. ausbezahlt. Die Unterstellungen der Vernichtung von Ordnern und Bele-
gen, das Wissen um die deliktische Herkunft der Gelder vor Februar 2000, die Mut-
massungen über die Ereignisse im Zeitraum vom 10. bis 14. Februar 2000 sowie 
diejenigen über angeblich strafrechtlich relevantes Verhalten des Berufungsbeklag-
ten gegenüber dem damaligen berufungsklägerischen Stiftungsrat seien grotesk, 
grundlos und würden zurückgewiesen. Die beklagtische Honorarrechnung vom 14. 
Februar 2000 entspreche den Gegebenheiten. Durch die vorbehaltlose Zahlung 

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habe der Stiftungsrat diese genehmigt. Die berufungsklägerischen Ausführungen 
über einen möglichen Betrug bzw. eine Veruntreuung seien ebenfalls grotesk und 
unbeachtlich. Dasselbe treffe auf die Bezifferung des berufungsklägerischen Her-
ausgabeanspruches zu. 

Schliesslich habe der Berufungsbeklagte die Vermögensverwaltung 
auch nach Februar 2000 weitergeführt, bis das Vermögen im Frühjahr 2001 an die 
Insolvenzverwaltung nach Deutschland überwiesen worden sei. Für diesen Zeit-
raum stehe dem Berufungsbeklagten ebenfalls ein Honoraranspruch von 0.5 % pro 
Jahr auf dem gesamten Vermögen von Fr. 113 Mio. zu. Dieser Anspruch betrage 
somit Fr. 565'000.00. 

Der unterste Honoraransatz von 0.5 % sei vereinbart gewesen, weil 
der Berufungsbeklagte noch Retrozessionen ausbezahlt erhalten habe. Darüber 
seien der Stiftungsrat und M.S. orientiert gewesen. 

c) Mit Schreiben vom 19. Mai 2004 erhöhte die Berufungsklägerin ihre 
Forderung auf Fr. 2'783'873.28. 

d) Am 29. März 2004 verlangte der Berufungsbeklagte, die Berufungs-
klägerin sei als im Ausland ansässige Stiftung zur Sicherstellung der mutmasslichen 
ausseramtlichen Kosten zu verpflichten. Mit Verfügung vom 15. April 2004 ent-
sprach der Gerichtspräsident Maloja diesem Begehren. 

F. Mit Teileinstellungsverfügung vom 21. November 2002 stellte die 
Staatsanwaltschaft die Verfahren gegen den Berufungsbeklagten wegen des Ver-
dachts der Veruntreuung, der Geldwäscherei, soweit Handlungen bis zum 10. Fe-
bruar 2000 in Frage standen, sowie der mangelnden Sorgfalt bei Finanzgeschäften 
ein. 

Am 30. Oktober 2003 sprach der Bezirksgerichtsausschuss Maloja 
den Berufungsbeklagten von der Anklage der Geldwäscherei im Sinne von Art. 
305bis StGB und der Widerhandlung gegen Art. 37 GwG in Verbindung mit Art. 9 
GwG frei. Die Staatsanwaltschaft Graubünden sowie der Berufungsbeklagte legten 
am 25. bzw. 27. November 2003 gegen dieses Urteil Berufung beim Kantonsge-
richtsausschuss Graubünden ein. 

Am 9. Juni 2004 bestätigte der Kantonsgerichtsausschuss Graubün-
den die Freisprüche. Die Bank C. St. Moritz wurde gerichtlich angewiesen, die auf 

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dem Konto EM 100202.2 Stamm Nr. Q 6859177 deponierten Fr. 847'500.00 zuzüg-
lich Zinsen zu sperren, bis durch den zuständigen Zivilrichter rechtskräftig über die 
materielle Berechtigung an diesem Betrag entschieden sei.

G. a) Am 21. Mai 2004 stellte der Berufungsbeklagte das Gesuch, Dr. 
Sprenger vier zusätzliche Fragen zu stellen, die sich aus der nachtäglichen Kenntnis 
der Einvernahme M.S. ergeben hätten. Nachdem der Bezirksgerichtspräsident Ma-
loja diese vier nachträglich gestellten Fragen zugelassen und die Berufungsklägerin 
dagegen am 12. Juli 2004 Beschwerde erhoben hatte, wies der Bezirksgerichtsaus-
schuss Maloja diese Beschwerde mit Beiurteil vom 2. August 2004 ab. 

b) Mit Urteil vom 3. November 2004, mitgeteilt am 16. Dezember 2004, 
erkannte das Bezirksgericht Maloja was folgt:

„1. Die Klage wird vollumfänglich abgewiesen. 

2. Die Widerklage wird gutgeheissen und die Klägerin und Widerbeklagte 
wird verpflichtet, dem Beklagten und Widerkläger Fr. 565'000.00 zuzüg-
lich 5 % Verzugszins seit 4. Juli 2002, zu bezahlen.

3. Die Verfahrenskosten, bestehend aus einer Gerichtsgebühr von 
Fr. 30'000.00, einem Streitwertzuschlag von Fr. 26'000.00 und Schreib-
gebühren von Fr. 4'000.00, sowie die vermittleramtlichen Kosten von 
Fr. 220.00 werden der Klägerin und Widerbeklagten auferlegt.

4. Die Klägerin und Widerbeklagte wird verpflichtet, den Beklagten und Wi-
derkläger ausseramtlich mit Fr. 85'883.45 zu entschädigen. 

5. (Rechtsmittelbelehrung)

6. (Mitteilung).“

Das Bezirksgericht Maloja begründete seinen Entscheid damit, dass 
gemäss Art. 400 Abs. 1 OR der Beauftragte schuldig sei, auf Verlangen jederzeit 
über seine Geschäftsführung Rechenschaft abzulegen und alles, was ihm infolge 
derselben aus irgendeinem Grund zugekommen ist, zu erstatten. Nach dem klaren 
Wortlaut dieser Bestimmungen habe der Beauftragte grundsätzlich nur auf Verlan-
gen erschöpfend Rechenschaft abzulegen. Der Umfang der zu erteilenden Auskunft 
würde sich in aller Regel primär nach dem Begehren des Auftraggebers richten. Der 
Berufungsbeklagte habe das Vermögen der Berufungsklägerin seit deren Gründung 
verwaltet und habe über das Anlegen und Transferieren der Gelder frei entscheiden 
können. M.S. und der Berufungsbeklagte hätten sich alle paar Monate getroffen. 
Letzterer habe ihn dann jeweils über die Entwicklung des Depots und die getätigten 
Transaktionen informiert, wobei M.S. die ihm überreichten schriftlichen Unterlagen 
meistens nicht angeschaut habe. M.S. habe sich um die Berufungsklägerin im Detail 

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eigentlich nie richtig gekümmert. Daraus gehe hervor, dass der Berufungsbeklagte 
den wirtschaftlich Berechtigten am Vermögen der Berufungsklägerin während Jah-
ren in mehr oder weniger regelmässigen Abständen über seine Verwaltungshand-
lungen mündlich informierte. Dabei habe M.S. auf die Vorlage von schriftlichen Un-
terlagen verzichtet, obgleich der Berufungsbeklagte diese regelmässig mit sich 
führte. Mehr oder anderes habe M.S. während der gesamten Vertragsdauer nicht 
von ihm verlangt. In den Akten würden sich sodann keine Anhaltspunkte finden, 
wonach M.S. diese Auskunftserteilung und Rechenschaftsablegung je beanstandet 
hätte. Demnach stehe fest, dass der Berufungsbeklagte seine diesbezüglichen 
Pflichten gegenüber dem wirtschaftlich an der Berufungsklägerin Berechtigten und 
damit gegenüber dieser selbst vertragsgemäss erfüllt habe. Eine erneute Aus-
kunftserteilung oder Rechenschaftsablegung sei daher nicht geschuldet. 

Sodann habe die Staatsanwaltschaft Graubünden gegen den Beru-
fungsbeklagten wegen des Verdachts der Geldwäscherei sowie der Veruntreuung 
zum Nachteil der Berufungsklägerin ermittelt. Im Zuge der Ermittlungshandlungen 
sei eine Hausdurchsuchung durchgeführt worden. Dabei seien sämtliche die Beru-
fungsklägerin betreffenden Unterlagen des Berufungsbeklagten beschlagnahmt 
worden. All diese Akten haben den Parteien auch im Verfahren vor Bezirksgericht 
zur Einsichtnahme zur Verfügung gestanden. Es sei daher nicht auszumachen, wel-
che Angaben oder Unterlagen der Berufungsbeklagte der Berufungsklägerin noch 
zu liefern oder vorzulegen habe. M.S. habe als einziger um die unrechtmässige Her-
kunft der berufungsklägerischen Stiftungsgelder gewusst. Gemäss seinen Angaben 
habe er dem Berufungsbeklagten lediglich erklärt, diese Gelder würden aus der Auf-
lösung von Vermögenswerten in Deutschland stammen. Wie bereits die Staatsan-
waltschaft Graubünden festgehalten habe, würde es unter diesen Umständen 
glaubhaft erscheinen, dass M.S. es nicht wollte, dass entsprechende Belege aufbe-
wahrt würden. Die Klage sei daher in diesem Punkt abzuweisen. 

Hinsichtlich der von der Berufungsklägerin eingeklagten Rückerstat-
tungssumme und dem vom Berufungsbeklagten geltend gemachten Betrag führt 
das Bezirksgericht Folgendes aus:

Die faktische Vermutung würde für die Entgeltlichkeit eines Auftrages 
sprechen. Sei nur der Grundsatz der Entgeltlichkeit verabredet worden, sei die üb-
liche angemessene Vergütung geschuldet. Bei nicht genügend spezifizierter Partei-
vereinbarung könne der Beauftragte für die Honorarabrechnung auf Berufstarife Be-
zug nehmen. Aus der Besprechungsnotiz vom Juni 1998 gehe hervor, dass die Ver-

12

waltung des berufungsklägerischen Stiftungsvermögens zu einem Honoraransatz 
von 0.5 %, zuzüglich Kommissionen, erfolgen sollte. Der damalige Stiftungsrat der 
Berufungsklägerin habe zudem als Zeuge bestätigt, von einem Honoraransatz von 
0.5 % Kenntnis gehabt zu haben. Demgegenüber habe M.S. in seiner Einvernahme 
behauptet, mit dem Berufungsbeklagten ein Jahreshonorar von pauschal 
Fr. 250'000.00 vereinbart zu haben. Dieser Aussage sei jedoch im vorliegenden 
Verfahren kein entscheidwesentlicher Beweiswert zuzumessen, weil ein Interesse 
Schmiders am Ausgang des vorliegenden Verfahrens nicht völlig in Abrede gestellt 
werden könne. Entsprechend sei das Mass der dem Berufungsbeklagten geschul-
deten Vergütung nach der branchenüblichen Verkehrsübung festzulegen. Banken 
würden ihren Kunden Vermögensverwaltungsdienstleistungen im Allgemeinen zu 
Preisen von rund 0.5 bis 1.1 % der verwalteten Vermögen pro Jahr anbieten. Im 
Einzelfall könnten diese Kosten indes bis über 3 % des Verwaltungsvermögens be-
tragen. Der Berufungsbeklagte würde vorliegend eine Honorarforderung von 0.5 % 
des verwalteten Vermögens von Fr. 113 Mio. geltend machen. Seine Forderung 
würde sich daher in einem durchaus üblichen Rahmen bewegen. Die Bespre-
chungsnotiz sei zudem ein aussagekräftiges Indiz für die damals getroffene Vermö-
gensverwaltungsvereinbarung. Es sei somit rechtsgenüglich ausgewiesen, dass 
das vom Berufungsbeklagten geltend gemachte Honorar von 0.5 % des verwalteten 
Vermögens im Rahmen der branchenüblichen Spannbreite liegen würde, und zwar 
im unteren Bereich. Daher stehe fest, dass der Berufungsbeklagte Anspruch auf ein 
Verwaltungshonorar von 0.5 % des verwalteten Vermögens habe. Die Klage sei da-
her auch in diesem Punkt abzuweisen.

Hinsichtlich der entgegengenommenen Retrozessionen und Finder’s 
Fees hielt das Bezirksgericht fest, dass nach dem vorliegend einschlägigen Auf-
tragsrecht insbesondere Vermögensbestandteile, die der Beauftragte auf Rechnung 
des Auftraggebers für Dritte erworben habe, diesem herauszugeben seien. Die Ab-
führungspflicht nach Art. 400 OR sei nicht zwingendes Recht, weshalb die Parteien 
vertraglich davon abweichen könnten. Ususgemäss und nach stillschweigend an-
zunehmender Vereinbarung würden sodann nicht unter abzuliefernde Zugaben 
auch die von Dritten erhaltenen Extraprovisionen fallen, welche dem Beauftragten 
ebenfalls persönlich ausgerichtet worden seien. Der Berufungsbeklagte habe 
während der Verwaltung des berufungsklägerischen Vermögens unbestrittener-
massen von den dabei involvierten Banken Retrozessionen erhalten. Als selbstän-
diger Vermögensverwalter habe er zu diesem Zweck mit diesen Banken entspre-
chende Vereinbarungen abgeschlossen. M.S. habe gewusst, dass bei Börsenge-
schäften Retrozessionen und Finder’s Fees anfallen würden. Er habe jedoch be-

13

hauptet, bei den Verwaltungshandlungen des Berufungsbeklagten seien keine sol-
chen Zahlungen angefallen. Vermögensverwalter würden jedoch diese Zahlungen 
nicht zugunsten ihrer Auftraggeber auf deren Rechnung erhalten, sondern als Ab-
geltung und zwar gegenüber Banken, aber im Interesse ihrer Auftraggeber erbrach-
ten Leistungen. Die Zahlungen würden ihnen somit persönlich ausgerichtet, was 
auch vorliegend zutreffen würde. Die dem Berufungsbeklagten von den Banken 
ausgerichteten Retrozessionszahlungen und Finder’s Fees seien daher als Extra-
provisionen zu qualifizieren, die gemäss Branchenübung und der mit M.S. still-
schweigend getroffenen Vereinbarung dem Berufungsbeklagten zustehen würden. 
Die Klage sei auch in diesem Punkt abzuweisen. 

Die vom Berufungsbeklagten geltend gemachte Honorarforderung sei 
dahingehend gutzuheissen. Es stehe fest, dass der Berufungsbeklagte auch für die 
Zeit von Februar 2000 bis Februar 2001 weiterhin einen Verwaltungsauftrag hatte. 
Entsprechend sei er auch für diese Zeit zu vergüten, weshalb die Widerklage im 
Umfang von Fr. 565'000.00 zuzüglich Zins zu 5 % seit 4. Juli 2002 gutzuheissen 
sei. 

H. Gegen dieses Urteil erhob die Berufungsklägerin am 6. Januar 2005 
Berufung beim Kantonsgericht von Graubünden und stellte folgendes Rechtsbegeh-
ren: 

„1. Die Ziffern 1 bis 4 des Dispositivs des angefochtenen Urteils seien auf-
zuheben. 

2. 1. Es sei der Beklagte zu verpflichten, der Klägerin die von ihm im Zu-
sammenhang mit seiner Tätigkeit als Beauftragter der Klägerin verein-
nahmten Vergütungen und Provisionen der Bank A., der Bank B. sowie 
der Bank C., alle Niederlassungen in St. Moritz, im Umfang von 
Fr. 2'301'246.77, EUR 496.68 (= Fr. 768.80) und USD 4'980.17 (= 
Fr. 6'253.60) herauszugeben bzw. zu bezahlen, zuzüglich 5 % Zins ab 
14. Mai 2002, sowie der Klägerin die Forderungen „Depotgebühren“ 
und „Treuhandanlagen“ im Betrage von Fr. 9'381.85 und Fr. 747.66 ab-
zutreten, und es sei der Beklagte überdies zu verpflichten, der Klägerin 
den von ihm zu Unrecht bezogenen Betrag von Fr. 472'500.00 zuzüglich 
5 % Zins ab 14. Mai 2002 zurückzuerstatten bzw. zu bezahlen. 

2. Es sei die Widerklage abzuweisen.

3. Es seien die Ziffern 1 bis 3 des Dispositivs des Beiurteils vom 2. Au-
gust 2004 aufzuheben und in der Folge in Gutheissung der Beschwerde 
vom 12. Juli 2004 die Fragen und Antworten Nummern 1 bis 4 gemäss 
Eingabe des Beklagten vom 21. Mai 2004 aus dem Recht zu nehmen. 

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge für das vermittleramtliche, das 
bezirksgerichtliche (inkl. Präsidialbeschwerdeverfahren; Beiurteil) und 
das Berufungsverfahren zulasten des Beklagten, Widerklägers und Be-
rufungsbeklagten.“

14

I. An der mündlichen Berufungsverhandlung vor dem Kantonsgericht 
vom 23. Mai 2005 waren lic. iur. Stefan Metzger als Vertreter der Berufungsklägerin 
und lic. iur. Franco Tramèr als Vertreter des Berufungsbeklagten anwesend. Gegen 
die Zuständigkeit und die Zusammensetzung des Gerichts wurden keine Einwände 
erhoben. Der Rechtsvertreter der Berufungsklägerin änderte seine in der Beru-
fungserklärung gestellten Anträge insofern ab, als er nicht mehr die Bezahlung von 
Fr. 472'500.00 zuzüglich 5 % Zins ab 14. Mai 2002 forderte, sondern Fr. 430'833.50 
zuzüglich 5 % Zins ab 14. Mai 2002. Überdies sei die Bank C. St. Moritz anzuwei-
sen, das durch den Vorsitzenden des Kantonsgerichtsausschusses Graubünden 
bzw. den Vorsitzenden des Kantonsgerichts Graubünden gesperrte Konto 
EM100202.2, Stamm Nr. Q6859177 im Umfang von Fr. 430'833.50 zuzüglich 5 % 
Zins ab 14. Mai 2002 zugunsten der Berufungsklägerin freizugeben. Im Übrigen 
wurde das Rechtsbegehren der Berufungsklägerin bestätigt. 

Der Rechtsvertreter des Berufungsbeklagten beantragte in seinem 
Plädoyer die Abweisung der berufungsklägerischen Begehren. 

Die Rechtsvertreter beider Parteien gaben im Sinne von Art. 51 Abs. 1 
lit. b OG die schriftliche Ausfertigung der Vorträge zu den Akten. Der Rechtsvertreter 
der Berufungsklägerin legte Auszüge aus fünf ausgewählten Fachliteraturen ins 
Recht. Der Rechtsvertreter des Berufungsbeklagten reichte ebenfalls eine Kopie 
aus einer Fachliteratur ins Recht. 

K. Mit Urteil des Kantonsgerichts von Graubünden vom 23. Mai 2005 
wurde die Berufung unter Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils abgewiesen. Ge-
gen dieses Urteil reichte die Berufungsklägerin Berufung und staatsrechtliche Be-
schwerde ein. Letztere wurde vom Schweizerischen Bundesgericht abgewiesen, 
soweit darauf eingetreten wurde. Die Berufung wurde dahingegen teilweise gutge-
heissen, soweit darauf eingetreten wurde, und das Urteil des Kantonsgerichts von 
Graubünden vom 23. Mai 2005 wurde vom Schweizerischen Bundesgericht aufge-
hoben und die Streitsache gestützt auf Art. 64 OG an die Vorinstanz zurückgewie-
sen.

L. Im Rückweisungsverfahren vor Kantonsgericht wurde den Parteien 
die Gelegenheit eingeräumt, zum bundesgerichtlichen Urteil Stellung zu nehmen. 
Die Berufungsklägerin reichte ihre Stellungnahme fristgerecht am 2. August 2006 
ein. Sie schloss sich den Erwägungen des Bundesgerichtes an und machte über-
dies Ausführungen zum Quantitativen des Betrages, welcher zurückzuerstatten sei, 

15

zur Zulässigkeit der Stufenklage und zur Höhe und Verlegung der amtlichen und 
ausseramtlichen Kosten. Der Berufungsbeklagte legte in seiner binnen Frist einge-
reichten Stellungnahme vom 10. Oktober 2006 dar, dass sich die Parteien zumin-
dest konkludent über den Verbleib der Retrozessionen und Finder’s Fees geeinigt 
hätten. Das Bundesgericht habe in diesem Punkt die Feststellungen des Kantons-
gerichts aus Versehen übersehen. Zudem sei zwischen der Herausgabe von Retro-
zessionen und Finder’s Fees zu unterscheiden. Letztere seien nur dann zu erstat-
ten, wenn der Berufungsbeklagte der Berufungsklägerin geraten hätte, die zur Ver-
waltung überlassenen Vermögenswerte bei einer bestimmten Bank neu zu depo-
nieren, was wiederum von der Berufungsklägerin zu beweisen wäre.

Auf weitere Ausführungen in den Stellungnahmen wird – sofern erfor-
derlich – in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

Die Zivilkammer zieht in Erwägung :

1. Das Urteil des Kantonsgerichts von Graubünden in Sachen der Par-
teien vom 23. Mai 2005 wurde gestützt auf Art. 64 OG an die Vorinstanz zurückge-
wiesen. Entsprechend ist das Kantonsgericht sachlich zuständig. 

2. a) Vorliegend ist die mit Widerklage geltend gemachte Forderung des 
Berufungsbeklagten im Umfang von Fr. 565‘000.00 zuzüglich Zins zu 5 % seit 4. 
Juli 2002 nicht mehr neu zu beurteilen, nachdem das Bundesgericht die Berufung 
in diesem Punkt abgewiesen hat, soweit es darauf eingetreten ist. Die Berufung ist 
daher in Bezug auf die Widerklage abzuweisen unter Hinweis auf die Erwägung im 
Urteil des Kantonsgerichts von Graubünden vom 23. Mai 2005 (Erw. 10).

b) Gleiches gilt für die von der Berufungsklägerin geltend gemachte 
Rückforderung für angeblich zu Unrecht bezogene Honorare im Umfang von CHF 
430‘833.50 zuzüglich Zins zu 5 % ab 14. Mai 2002. Auch die in diesem Zusammen-
hang vor Bundesgericht vorgetragenen Rügen blieben ungehört, weshalb unter Hin-
weis auf die Erwägungen im Urteil des Kantonsgerichts von Graubünden vom 23. 
Mai 2005 (Erw. 8) die Berufung abzuweisen ist.

c) Auch über das Beiurteil vom 2. August 2004 ist im vorliegenden 
Verfahren nicht mehr zu befinden.

16

d) Zu befinden ist vorliegend einzig noch über die Frage, ob die Retro-
zessionen und Finder’s Fees erstatten werden müssen und – wenn ja – in welchem 
Umfang, sowie über die Kosten- und Entschädigungsfolgen. 

3. a) aa) Vorab ist der von der Berufungsklägerin geltend gemachte An-
spruch auf Herausgabe der Retrozessionen und Finder’s Fees zu prüfen. In der 
Bankenbranche wird unter Retrozession (oder auch „kick-back“ bezeichnet; vgl. 
Bellina C. Borer-Benz, Die Herausgabepflicht des Beauftragten gemäss Art. 400 
OR, Diss. St. Gallen 2006, Seite 135) der Vorgang bezeichnet, dass eine Bank 
gestützt auf eine entsprechende Vereinbarung einem Dritten (insbesondere einem 
Vermittler im Vermögensverwaltungs- und Kapitalanlagegeschäft) einen Anteil einer 
vereinnahmten Kommission weitergibt (vgl. die Definition bei Boemle/Gsell et al., 
Geld-, Bank- und Finanzmarkt-Lexikon der Schweiz, Zürich 2002, S. 903; 
Emch/Renz/Arpagaus, Das Schweizerische Bankgeschäft, 6. Auflage 2004, N.1691 
S. 553). Die Berufungsklägerin versteht unter dem Ausdruck "Finder’s Fee" eine 
einmalige Entschädigung, welche der Vermögensverwalter von einer Bank für die 
Zuführung von neuen Vermögenswerten bzw. neuer Kundengelder erhält (vgl. 
Hess, Zur Stellung des externen Vermögensverwalters im Finanzmarktrecht, AJP 
1999 S. 1432; Emch/Renz/Arpagaus, a.a.O., N. 1693 S. 554).

bb) Vorliegend wurde der Berufungsbeklagte mit der Vermögensverwaltung 
betraut, auf welche nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung die auftrags-
rechtlichen Regeln zur Anwendung gelangen (BGE 124 III 155 Erw. 2b S. 161, 119 
II 333 Erw. 5a S. 335, 115 II 62 Erw. 1 S. 63). Danach ist der Beauftragte schuldig, 
alles der Auftraggeberin zu erstatten, was ihm infolge derselben aus irgendeinem 
Grunde zugekommen ist (Art.400 Abs. 1 OR). Die Herausgabepflicht des Beauftrag-
ten umfasst nach der Rechtsprechung alles, was ihm in Ausführung des Mandats 
vom Auftraggeber ausgehändigt worden oder von Dritten zugekommen ist (BGE 91 
II 442, S. 451; 78 II 376, S. 378). Wie weit sie reicht, lässt sich dem Gesetz nicht 
entnehmen. Grundsätzlich kann von einer Ablieferungspflicht gesprochen werden. 
Die Ablieferungspflicht betrifft nicht nur diejenigen Vermögenswerte, die der 
Beauftragte direkt vom Auftraggeber zur Erfüllung des Auftrags erhält, sondern auch 
indirekte Vorteile, die dem Beauftragten infolge der Auftragsausführung von Dritten 
zukommen. Der Beauftragte soll durch den Auftrag – abgesehen von einem 
allfälligen Honorar – weder gewinnen noch verlieren; er muss daher alle 
Vermögenswerte herausgeben, welche in einem inneren Zusammenhang zur 
Auftragsausführung stehen; behalten darf er nur, was er lediglich bei Gelegenheit 
der Auftragsausführung, ohne inneren Zusammenhang mit dem ihm erteilten 

http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin//MapProcessorCGI?mapfile=navigate/ConvertDocFrameCGI.map&ds=navigate&doctype=doc&lang=de&pa=1&d=doc_de_1965_BGE_91_II_442
http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin//MapProcessorCGI?mapfile=navigate/ConvertDocFrameCGI.map&ds=navigate&doctype=doc&lang=de&pa=1&d=doc_de_1965_BGE_91_II_442

17

Auftrag, von Dritten erhält (Fellmann, Berner Kommentar, Art. 400 OR N 115, 117 
und 127; Weber, Basler Kommentar, Art. 400 OR N 12; Tercier, Les contrats 
spéciaux, 3. Aufl. 2003, N 4705 f.). Zu den indirekten Vorteilen, die der Beauftragte 
herausgeben muss, zählen beispielsweise Rabatte, Provisionen, Schmiergelder 
usw. (Fellmann, a.a.O., Art. 400 OR N 128 und 132; Weber, a.a.O., Art. 400 OR N 
14). Dabei spielt es keine Rolle, ob die Zuwendung nach dem Willen des Dritten 
ausschliesslich dem Beauftragten zugute kommen soll oder nicht (Urteil 
4C.125/2002 vom 27. September 2002, Erw. 3.1; Fellmann, a.a.O., Art. 400 OR N 
131 mit weiteren Hinweisen; neuerdings Borer-Benz, a.a.O., Seite 148 f.). 
Retrozessionen – und wohl regelmässig auch Finder’s Fees, sofern der Beauftragte 
dem Auftraggeber im Rahmen des Vertrags geraten hat, die zur Verwaltung 
überlassenen Vermögenswerte bei einer bestimmten Bank (neu) zu deponieren 
(BGE 132 III 460 ff., Erw. 4.1; a.M. offenbar de Capitani, Retrozessionen an externe 
Vermögensverwalter, Festschrift Jean-Paul Chappuis, Zürich 1998, S. 29 Ziff. 13) – 
werden dem Beauftragten ausgerichtet, weil er im Rahmen des Auftrags bestimmte 
Verwaltungshandlungen vornimmt oder veranlasst (BGE 132 III 460 ff., Erw. 4.1). 
Sie fallen im Zusammenhang mit der Verwaltung des Vermögens  an und 
unterliegen der Herausgabepflicht nach Art. 400 Abs. 1 OR (BGE 132 III 460 ff., 
Erw. 4.1; vgl. auch Emch/Renz/Arpagaus, a.a.O., N. 1694 S. 554; Jörg/Arter, 
Herausgabe- und Rechenschaftspflicht des unabhängigen Vermögensverwalters, 
Der Schweizer Treuhänder 2004, S. 297 f.; Hess, a.a.O., S. 1432; Watter, Über die 
Pflichten der Bank bei externer Vermögensverwaltung, AJP 1998 S. 1177 Rn. 27). 

cc) Ob der Auftraggeber auf die Ablieferung überhaupt oder nur unter 
bestimmten Voraussetzungen gültig verzichten kann, ist in der Lehre umstritten. 
Während eine ältere Lehrmeinung die Pflicht zur Herausgabe im Sinne von Art. 400 
OR für zwingend hält und einen Verzicht auf die Ablieferung erst zulässt, wenn der 
Verzichtende weiss, was und wieviel er erlässt (Gautschi, Berner Kommentar, Art. 
400 OR N 38 d/f), wird die Gültigkeit einer Verzichtsvereinbarung in der neueren 
Lehre überwiegend bejaht (vgl. Werro, Commentaire Romand, Art. 400 OR N 20; 
Fellmann, a.a.O., Art. 400 OR N 154; de Capitani, a.a.O., S. 27; Watter, a.a.O., S. 
1177 Rn. 27; Emch/Renz/Arpagaus, a.a.O., S. 554; vgl. allerdings Weber, Basler 
Kommentar, Art. 400 OR N 10/21; differenzierend Hofstetter, Der Auftrag und die 
Geschäftsführung ohne Auftrag, Schweizerisches Privatrecht, Bd. VII/6, Basel 
2000, S. 119). Art. 400 OR enthält kein ausdrückliches Verzichtsverbot und es sind 
auch keine Gründe erkennbar, welche gegen die dispositive Natur der 
Ablieferungspflicht sprechen (BGE 132 III 460 ff., Erw. 4.2). Mit der überwiegenden 
neueren Lehre hat das Bundesgericht daher grundsätzlich die Gültigkeit einer 

18

Vereinbarung bejaht, wonach der Auftraggeber auf die Ablieferung bestimmter, 
auch künftig anfallender Werte verzichtet (BGE 132 III 460 ff., Erw. 4.2). Laut 
Bundesgericht ergeben sich indes Schranken aus der eigentlichen Fremdnützigkeit 
des Auftrags, welche durch eine entsprechende Vereinbarung nicht aufgehoben 
werden kann (BGE 132 III 460 ff., Erw. 4.2). Die Fremdnützigkeit als solche wird 
zwar nicht berührt, wenn die Ablieferung von Einnahmen wie sogenannte 
Retrozessionen im Vermögensverwaltungsvertrag eine Nebenpflicht bildet und dem 
Beauftragten dadurch im Ergebnis ein – zusätzliches – Entgelt für seine Tätigkeit 
zukommen soll (BGE 132 III 460 ff., Erw. 4.2). Die Pflicht zur Ablieferung bildet aber 
auch hier ein zentrales Element der Fremdnützigkeit des Auftrags und ist mit der 
Rechenschaftspflicht des Beauftragten so eng verbunden, dass sie als deren Folge 
erscheint (vgl. BGE 110 II 181 Erw. 2 S. 182; Guhl/Schnyder, Das Schweizerische 
Obligationenrecht, 9. Aufl. 2000, S. 553 Rz. 20). Gestützt auf die bundesgerichtliche 
Rechtsprechung ist zu verlangen, dass der Auftraggeber über zu erwartende 
Retrozessionen vollständig und wahrheitsgetreu informiert sein muss, und dass sein 
Wille, auf deren Ablieferung zu verzichten, aus der Vereinbarung entsprechend klar 
hervorgehen muss (BGE 132 III 460 ff., Erw. 4.2; Emch/Renz/Arpagaus, a.a.O., S. 
554 f.; de Capitani, a.a.O., S. 27; vgl. auch Lombardini, Droit bancaire suisse, Zürich 
2002, S. 506).

dd) Beim Auftrag zur Verwaltung eines Vermögens und bei der Hinterlegung 
von Vermögenswerten zur Verwahrung hat der Beauftragte beziehungsweise Ver-
wahrer in erster Linie für die Erhaltung des Vermögens zu sorgen. Die Pflicht zur 
Rückerstattung entsteht hier erst bei Beendigung des Vertragsverhältnisses. Wenn 
das Gesetz vorsieht, der Auftraggeber oder Hinterleger könne die Rückerstattung 
jederzeit verlangen (Art. 400 Abs. 1, Art. 475 Abs. 1 OR), so bedeutet das in Wirk-
lichkeit, dass er jederzeit die Möglichkeit hat, den Verwaltungsauftrag beziehungs-
weise den Hinterlegungsvertrag aufzuheben (was nach Art. 404 OR für den Auftrag 
allgemein gilt) und damit den Rückerstattungsanspruch entstehen zu lassen. So-
lange der Vertrag dauert und der Beauftragte oder Verwahrer folglich die vertragli-
che Verwaltungs- beziehungsweise Verwahrungspflicht auszuüben hat, besteht die 
Rückerstattungspflicht noch nicht, da die Erfüllung der erwähnten Pflichten und die 
Rückerstattung der Werte, die Gegenstand jener Pflichten sind, sich gegenseitig 
ausschliessen. 

ee) Der Berufungsbeklagte führte vorinstanzlich in seiner Prozessant-
wort und Widerklage sowie vor Kantonsgericht aus, es sei zwischen den Parteien 
vereinbart gewesen, dass er Retrozessionen von den Banken ausbezahlt erhalte, 

http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&query_words=4c.432%2F2005&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F110-II-181%3Ade&number_of_ranks=0#page181

19

weshalb auch der Vermögensverwaltungsansatz tief gehalten worden sei, und 
diese behalten dürfe. Gleiches tat er anlässlich der Hauptverhandlung (Plädoyer, 
Seite 15 und 16 f.). Demgegenüber bestreitet dies die Berufungsklägerin, indem sie 
gestützt auf die gesetzliche Regelung die Herausgabe der Retrozessionen und Fin-
der’s Fees verlangt.

b) aa) M.S. sagte als Zeuge aus, dass er nichts von bezogenen Re-
trozessionen und Finder’s Fees gewusst habe und der Berufungsbeklagte ihm da-
von zu keinem Zeitpunkt etwas erzählt habe. Ihm sei zwar bekannt gewesen, dass 
solche Auszahlungen generell anfallen würden. Dabei handelt es sich um eine wi-
dersprüchliche Aussage. Zumindest lässt sich nicht erklären, weshalb der Zeuge 
M.S. gerade bei den Geschäften betreffend die Berufungsklägerin sich in Bezug auf 
die Retrozessionen und Finder’s Fees unwissend gibt, nachdem ihm bekannt war, 
dass in allen anderen Fällen diese Leistungen erbracht werden. Der damals zeich-
nungsberechtigte Stiftungsratsratspräsident der Berufungsklägerin, P., gab anläss-
lich seiner Einvernahme vom 30. August 2004 zu Protokoll, dass die Berufungsklä-
gerin ohne jeden Zweifel Kenntnis davon hatte, dass dem Berufungsbeklagten Re-
trozessionen und Finder’s Fees ausbezahlt wurden. Für ihn stünde auch ausser 
Zweifel, dass M.S. davon Kenntnis hatte. Aus dem Umstand, dass der damalige 
verantwortliche Stiftungsratspräsident wusste, dass Retrozessionen und Finder’s 
Fees an den Berufungsbeklagten ausbezahlt wurden, kann nur der Schluss gezo-
gen werden, dass sich die Parteien stillschweigend, aber zumindest durch konklu-
dentes Handeln darüber einig waren, dass Retrozessionen und Finder’s Fees dem 
Berufungsbeklagten verbleiben sollen. 

bb) Gestützt auf die jüngste bundesgerichtliche Rechtsprechung ist ein Ver-
zicht indes nur dann gültig, wenn der Auftraggeber über zu erwartende Retro-
zessionen vollständig und wahrheitsgetreu informiert wurde, sein Wille, auf deren 
Ablieferung zu verzichten, aus der Vereinbarung entsprechend klar hervorgeht und 
er so hinreichend genaue Kenntnis über die tatsächlich anfallenden Retrozessionen 
und Finder’s Fees erhält (BGE 132 III 460 ff., Erw. 4.2 und 4.5). Die Berufungsklä-
gerin wusste lediglich, dass solche Auszahlungen in der Schweiz üblich sind und 
dass solche gemäss Aussage des damals verantwortlichen Stiftungsratspräsiden-
ten auch vorgenommen worden sind. Ihr war überdies die Grössenordnung der ver-
walteten Vermögenswerte bekannt, und sie wurde per Ende Jahr jeweils über den 
Vermögensstand informiert und hatte auch Kenntnis vom konkreten Vermögensver-
waltungshonorar. Dadurch konnte sie die Höhe der Retrozessionen und Finder’s 
Fees jedoch bloss abschätzen. Das Wissen der Berufungsklägerin über die 

20

Grössenordnung der vom Berufungsbeklagten eingenommenen Retrozessionen 
und Finder’s Fees genügt gemäss BGE 132 III 460 ff. nicht für einen 
rechtswirksamen Verzicht auf Rechenschaftslegung und Ablieferung, mit dem die 
Herausgabepflicht nach Art. 400 Abs. 1 OR wegbedungen wird. Die Schätzbarkeit 
der Höhe der Retrozessionen aufgrund der Grössenordnung des verwalteten 
Vermögens, des vereinbarten Verwaltungshonorars und der Üblichkeit solcher 
Einnahmen vermittelte der Berufungsklägerin keine hinreichend genaue Kenntnis 
über die tatsächlich anfallenden Retrozessionen und Finder’s Fees; denn diese 
hängen von weiteren Faktoren wie insbesondere der Anzahl getätigter Geschäfte 
und der Vereinbarung über die Höhe derartiger Entschädigungen an den 
Vermögensverwalter durch Dritte ab. Über die genaue Höhe der konkreten 
Einnahmen des Berufungsbeklagten hatte die Berufungsklägerin keine Kenntnis. 
Der Berufungsbeklagte durfte nach Treu und Glauben aus dem blossen 
Stillschweigen der Berufungsklägerin nicht ableiten, er sei von der Rechen-
schaftsablegung und Ablieferung der ihm im Rahmen der Verwaltung des 
Vermögens der Berufungsklägerin von Dritten bezahlten Retrozessionen und 
ähnlichen Einnahmen befreit, zumal ihn eine Informationspflicht trifft. Angesichts der 
Bedeutung der Rechenschaftspflicht für den fremdnützigen Auftrag hätte es mithin 
vielmehr dem Berufungsbeklagten oblegen, die Berufungsklägerin über die konkret 
anfallenden Retrozessionen und Finder’s Fees in Kenntnis zu setzen. Ohne 
ausdrückliche und eindeutige Verzichtserklärung der Berufungsklägerin auf 
Rechenschaftslegung und Ablieferung hätte sich der Berufungsbeklagte zumindest 
vergewissern müssen, ob die Auftraggeberin ihm die im Rahmen der 
Vermögensverwaltung anfallenden Einnahmen als zusätzliche Entschädigung für 
seine Tätigkeit in Kenntnis der konkreten Vereinbarung mit den Banken über deren 
Höhe sowie der mutmasslichen Häufigkeit der entschädigungspflichtigen 
Transaktionen überlassen wollte. Aus dem blossen Stillschweigen der Berufungs-
klägerin durfte der Berufungsbeklagte nicht auf einen Verzicht der 
Berufungsklägerin schliessen. Der Auftragsgeber muss wissen, worauf er verzichtet 
(Monika Roth, Das Dreiecksverhältnis Kunde – Bank – Vermögensverwalter, 
Zürich/St. Gallen 2007, Seite 75).

cc) Was der Berufungsbeklagte dagegen vortragen lässt, verfängt unter 
Berücksichtigung des verbindlichen bundesgerichtlichen Rückweisungsent-
scheides nicht. Insbesondere liegt in der vorzitierten bundesgerichtlichen 
Rechtsprechung kein Widerspruch vor. Es trifft zwar zu, dass es in den meisten 
Fällen kaum möglich sein dürfte, den Auftraggeber über zu erwartende 
Retrozessionen im Voraus vollständig zu informieren, so dass er hinreichend 

21

genaue Kenntnis über die tatsächlich anfallenden Retrozessionen und Finder’s 
Fees erhält, da, wie dies auch vom Bundesgericht erkannt wurde, die Höhe der 
Vergütungen von weiteren Faktoren wie insbesondere der Anzahl getätigter 
Geschäfte und der Vereinbarung über die Höhe derartiger Entschädigungen an den 
Vermögensverwalter durch Dritte abhängt (vgl. dazu auch Borer-Benz, a.a.O., Seite 
161). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist aber ein nachträglicher 
Verzicht möglich, womit eine allfällige anfängliche Unmöglichkeit zur hinreichenden 
Information über die Höhe der Vergütungen behoben werden kann. Im vorliegenden 
Fall wurde kein nachträglicher, unter Kenntnis der geflossenen Gelder erteilter 
Verzicht eingeholt. Auch kann nicht von einem venire contra factum proprium 
ausgegangen werden; denn es liegt keine verzögerte Rechtsausübung vor, da die 
Berufungsklägerin erst nach Rechenschaftsablegung über den genauen Umfang 
der geflossenen Retrozessionen und Finder’s Fees hinreichendes Wissen haben 
konnte. Sodann wird von der neuen Lehre einhellig eine aktive Information gefordert 
(Monika Roth, a.a.O., Seite 33; Borer-Benz, a.a.O., Seite 151 mit weiteren 
Hinweisen), woraus gefolgert werden kann, dass es der Beauftragte in der Hand 
hat, die bezogenen Retrozessionen und Finder’s Fees nachträglich genehmigen zu 
lassen. Als Zwischenergebnis kann festgehalten werden, dass keine genügende 
Vereinbarung getroffen wurde, welche es dem Berufungsbeklagten erlauben würde, 
die vereinnahmten Retrozessionen und Finder’s Fees zu behalten. Auch fehlt es 
konkret an einer nachträglichen Genehmigung.

4. a) Im Folgenden ist zu prüfen, in welchem Umfang die Retrozessionen und 
Finder’s Fees zu erstatten sind. In diesem Zusammenhang ist vorweg zu prüfen, ob 
die Herausgabe zivilprozessrechtlich korrekt geltend gemacht wurde.

b) Die Berufungsklägerin versuchte vorprozessual, den gesamten Umfang 
der dem Berufungsbeklagten zugeflossenen Retrozessionen in Erfahrung zu 
bringen, was ihr nicht gelang. Das kantonale Prozessrecht muss unbezifferte 
Rechtsbegehren dort zulassen, wo die Berufungsklägerin nicht in der Lage ist, die 
Höhe ihres Anspruchs genau anzugeben, oder diese Angabe unzumutbar 
erscheint. Unzumutbar erscheint die genaue Bezifferung, wenn erst das 
Beweisverfahren die Grundlage für die Berechnung der Forderung abgibt. In 
entsprechenden Fällen ist der Berufungsklägerin zu gestatten, die Präzisierung erst 
nach Abschluss des Beweisverfahrens vorzunehmen (vgl. zum Ganzen BGE 116 II 
215 Erw. 4a S. 219 mit zahlreichen Hinweisen). Entsprechend formulierte die 
Berufungsklägerin das vermittelte Rechtsbegehren derart, dass sich die Höhe der 
zu erstattenden Gelder erst nach erfolgter Rechenschaftsablegung bestimmen 

http://relevancy.bger.ch/php/clir/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&from_year=1954&to_year=2007&sort=relevance&insertion_date=&query_words=stufenklage&part=all&de_fr=&de_it=&fr_de=&fr_it=&it_de=&it_fr=&orig=&translation=&rank=0&highlight_docid=atf%3A%2F%2F116-II-215%3Ade&number_of_ranks=0&azaclir=clir#page215
http://relevancy.bger.ch/php/clir/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&from_year=1954&to_year=2007&sort=relevance&insertion_date=&query_words=stufenklage&part=all&de_fr=&de_it=&fr_de=&fr_it=&it_de=&it_fr=&orig=&translation=&rank=0&highlight_docid=atf%3A%2F%2F116-II-215%3Ade&number_of_ranks=0&azaclir=clir#page215

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liesse. Dies war der Berufungsklägerin aber erst möglich, nachdem das 
Bezirksgericht Maloja die entsprechenden Bankinstitute aufgefordert hatte, die in 
Zusammenhang mit der Führung des Mandats für die Berufungsklägerin an den 
Berufungsbeklagten geleisteten Zahlungen offenzulegen. Dieses Vorgehen ist zur 
Verwirklichung des Bundesrechts unumgänglich und daher auch im Geltungsbe-
reich des bündnerischen Zivilprozessrechts nicht zu beanstanden, weshalb die 
Stufenklage zulässig ist.

c) Das Beweisverfahren hat ergeben, dass der Berufungsbeklagte in 
Zusammenhang mit seiner Mandatsführung für die Berufungsklägerin folgende 
Gelder erhalten hat:

 aa) Von der Bank A. Bank AG hat der Berufungsbeklagte gemäss Schreiben 
und Aufstellung der vorerwähnten Bank folgende Gelder erhalten:

- Devisen im Umfang von Fr. 1‘243‘161.51
- Depotgebühren im Umfang von Fr. 50‘626.34
- Courtagen im Umfang von Fr. 691‘888.10
- Treuhandanlagen im Umfang von Fr. 58‘974.59
- Derivative Produkte im Umfang von Fr. 7‘034.00, EUR 496.68 und USD 

4‘980.17.

bb) Von der Bank C. hat der Berufungsbeklagte gemäss Memorandum der 
vorerwähnten Bank vom 16. Januar 2002 Provisionen im Umfang von Fr. 82‘886.66 
erhalten.

cc) Von der Bank B. hat der Berufungsbeklagte gemäss Schreiben und 
Aufstellung der erwähnten Bank vom 2. Dezember 2003 folgende Gelder erhalten:

- Courtagen im Umfang von Fr. 133‘668.10
- Depotgebühren im Umfang von Fr. 14‘375.54
- Treuhandanlagen im Umfang von Fr. 982.06
- Einbringkommissionen im Umfang von Fr. 27‘779.38

Dabei wurden die Beträge von Fr. 9‘381.85 und von Fr. 747.66, gemäss Angaben 
der Bank B. zur Zahlung vorgesehen, jedoch nicht bezahlt, weshalb auch keine Her-
ausgabepflicht besteht. Die in Zusammenhang mit diesen beiden Beträgen geltend 
gemachte Abtretung kann nicht gewährt werden, da dieses Begehren nicht 
vermittelt wurde. Sollten die vorbezifferten Beträge dereinst dem 
Berufungsbeklagten überwiesen werden, würden sie ebenfalls der Abgabepflicht 
unterliegen und müssten dannzumal herausgegeben werden.

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dd) Der Berufungsbeklagte bestreitet die Höhe der nachweislich geflossenen 
Zahlungen nicht. Er macht indes eine Unterscheidung zwischen Retrozessionen 
und Finder’s Fees geltend, wonach unter Hinweis auf BGE 132 II 460 ff. Finder’s 
Fees lediglich dann herausgegeben werden müssen, wenn der Berufungsbeklagte 
der Berufungsklägerin geraten habe, die zur Verwaltung überlassenen 
Vermögenswerte bei einer bestimmten Bank (neu) zu deponieren. Vorliegend ist 
aber nicht zwischen Retrozessionen und Finder’s Fees zu unterscheiden, da der 
Berufungsbeklagte in der Anlage und der Disposition frei war und daher im Rahmen 
seiner Sorgfaltspflicht die Anlage der Gelder bei einer Bank regelmässig einer 
Empfehlung gleichkam. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass der 
Berufungsbeklagte der Berufungsklägerin folgende Beträge zu erstatten hat:

- Fr. 2‘301‘246.77
- EUR 496.68
- USD 4‘980.17.

Die Beträge sind seit Klageanhebung, das heisst ab 14. Mai 2002 mit 5 % zu 
verzinsen. In diesem Sinne ist die Berufung teilweise gutzuheissen. 

5. a) Wird die Berufung teilweise gutgeheissen, sind die amtlichen und 
ausseramtlichen Kosten in Anwendung von Art. 223 ZPO in Verbindung mit Art. 122 
Abs. 1 ZPO neu zu verlegen (vgl. Art. 2 und 7 des Kostentarifs in Zivilsachen).

b) Die Berufungsklägerin klagte insgesamt einen Betrag von Fr. 2‘783‘873.23 
ein und drang mit ihrer Klage im Umfang von Fr. 2‘301‘246.77, EUR 496.68 und 
USD 4‘980.17 durch. Sie hat somit im Betrag von rund Fr. 475‘000.00 überklagt. 
Zudem schloss die Berufungsklägerin auf Abweisung der letztlich gutgeheissenen 
Widerklage im Umfang von Fr. 565‘000.00. Dem gutgeheissenen Betrag von rund 
Fr. 2,3 Mio. steht ein abgewiesener Betrag von rund Fr. 1,05 Mio. gegenüber, wes-
halb es sich rechtfertigt, die Kosten im Verhältnis ein Drittel zu Lasten der Beru-
fungsklägerin und zwei Drittel zu Lasten des Berufungsbeklagten zu verlegen. 

c) Die Kosten des Kreises Oberengadin von Fr. 220.00 und die Kosten des 
Bezirksgerichts Maloja von Fr. 60‘000.00 gehen somit zu einem Drittel zu Lasten 
der Berufungsklägerin und zu zwei Drittel zu Lasten des Berufungsbeklagten. Die 
Kosten des Berufungsverfahrens im Umfang von Fr. 17‘480.00 werden im Gleichen 
Verhältnis verlegt. Für den vorliegenden Rückweisungsentscheid werden keine 
amtlichen Kosten erhoben.

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d) Die Berufungsklägerin reichte im Gegensatz zum Berufungsbeklagten we-
der erstinstanzlich noch zweitinstanzlich eine Honorarnote ein. Es kann aber davon 
ausgegangen werden, dass sich der Aufwand der Parteien die Waage hält, weshalb 
auf die Honorarnoten des Berufungsbeklagten, welche unbeanstandet blieben, ab-
gestellt werden kann. Erstinstanzlich belief sich das Honorar auf Fr. 85‘883.45 und 
zweitinstanzlich auf Fr. 9‘033.90. Für das Rückweisungsverfahren wurde auch vom 
Berufungsbeklagten keine Honorarnote eingereicht. Der Aufwand kann jedoch mit 
Fr. 3‘000.00 beziffert werden. 

Somit hat der Berufungsbeklagte die Berufungsklägerin ausseramtlich für 
das erstinstanzliche Verfahren mit Fr. 28‘627.80 inklusive Mehrwertsteuer und für 
das zweitinstanzliche (inklusive das Rückweisungsverfahren) mit Fr. 4‘000.00 zu 
entschädigen.

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Demnach erkennt die Zivilkammer :

1. Die Berufung wird teilweise gutgeheissen, und das angefochtene Urteil wird 
aufgehoben.

2. Die Klage wird teilweise gutgeheissen, und der Beklagte wird verpflichtet, der 
Klägerin die Beträge von 

- Fr. 2‘301‘246.77
- EUR 496.68
- USD 4‘980.17

nebst Zins zu 5 % seit 14. Mai 2002 zu bezahlen.

3. Die Widerklage wird gutgeheissen und die Klägerin und Widerbeklagte wird 
verpflichtet, dem Beklagten und Widerkläger Fr. 565‘000.00 nebst Zins zu 5 
% seit 4. Juli 2002 zu bezahlen.

4. Die Kosten des Kreises Oberengadin von Fr. 220.00 und die Kosten des Be-
zirksgerichts Maloja von Fr. 60‘000.00 gehen zu einem Drittel zu Lasten der 
Klägerin und Widerbeklagten und zu zwei Drittel zu Lasten des Beklagten 
und Widerklägers, welcher die Berufungsklägerin ausseramtlich mit Fr. 
28‘627.80 inklusive MWST zu entschädigen hat.

5. Die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 17'480.00 gehen zu einem Drit-
tel zu Lasten der Berufungsklägerin und zu zwei Drittel zu Lasten des Beru-
fungsbeklagten, welcher die Berufungsklägerin ausseramtlich mit Fr. 
4‘000.00 inklusive MWST zu entschädigen hat.

6. Gegen diese einen Streitwert von mindestens 30'000.00 Franken betreffende 
Entscheidung kann gemäss Art. 72, Art. 74 Abs. 1 lit. b des Bundesgerichts-
gesetzes (BGG) Beschwerde in Zivilsachen an das Schweizerische Bundes-
gericht geführt werden. Diese ist dem Bundesgericht schriftlich, innert 30 Ta-
gen seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in der 
gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Zuläs-
sigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen und das 
Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 72ff. und 90 ff. BGG.

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7. Mitteilung an:

__________

Für die Zivilkammer des Kantonsgerichts von Graubünden 
Der Vizepräsident: Der Aktuar ad hoc: