# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0db91631-ed6c-56d6-a00d-67c2fed5ad12
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** LZ230050-O2
**Docket/Reference:** LZ230050-O2
**URL:** https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/LZ230050-O2.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
I. Zivilkammer  

Geschäfts-Nr.: LZ230050-O/U

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. A. Huizinga, Vorsitzender,

Oberrichter lic. iur. K. Vogel und Oberrichterin lic. iur. N. Jeker 

sowie Gerichtsschreiberin MLaw D. Müller

Urteil vom 17. Januar 2025

in Sachen

A._____,

Beklagter und Berufungskläger

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. X._____, 

gegen

Politische Gemeinde B._____, 

Klägerin und Berufungsbeklagte

betreffend Unterhalt

Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichts im vereinfachten Verfahren am 

Bezirksgericht Andelfingen vom 26. Januar 2023 (FP140004-B)

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Rechtsbegehren:

der Klägerin (modifiziert; Urk. 202 S. 2):

"1. Der Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin 1 rückwirkend monatliche 
Unterhaltsbeiträge von total Fr. 29'372.65, zuzüglich allfälliger gesetzli-
cher oder vertraglicher Kinderzulagen für C._____, geb. tt. Mai 1996, für 
die Periode vom 20. April 2013 bis 30. Juni 2014 zu bezahlen. 

 2.

(…)

 3. Alles  unter  Kosten-  und  Entschädigungsfolge  (zzgl.  MwSt.)  zu  Lasten 

des Beklagten."

des Beklagten (modifiziert; Urk. 37 S. 1):

"1. Die Klage der Klägerin 1 sei abzuweisen, alles unter Kosten- und Ent-

schädigungsfolgen zu Lasten der Klägerin 1.

 2.

(…)"

Urteil des Einzelgerichts im vereinfachten Verfahren am Bezirksgericht
Andelfingen vom 26. Januar 2023:
(Urk. 285 S. 46 f.)

1.

Der Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin 1 den Betrag von Fr. 28'615.60 zu 

bezahlen. Im Übrigen wird die Klage der Klägerin 1 abgewiesen.

2.

Der Beklagte wird verpflichtet, dem Kläger 2 den Betrag von Fr. 19'185.00 zu 

bezahlen. Im Übrigen wird die Klage des Klägers 2 abgewiesen.

3.

Die  Entscheidgebühr  für  die  Klagen  der  Klägerin  1  und  des  Klägers  2  wird 

insgesamt festgesetzt auf:

CHF

CHF

12'000.00 die weiteren Gerichtskosten betragen 

280.00 Zeugenentschädigung

4.

Von der Entscheidgebühr von insgesamt Fr. 12'000.00 entfallen Fr. 4'440.00 

auf die Klage der Klägerin 1 und Fr. 7'560.00 auf die Klage des Klägers 2. Von 

der Zeugenentschädigung von insgesamt Fr. 280.00 entfallen Fr. 103.60 auf 

die Klage der Klägerin 1 und Fr. 176.40 auf die Klage des Klägers 2. 

5.

Die Kosten der Klage der Klägerin 1 von insgesamt Fr. 4'543.60 werden im 

Betrag von Fr. 590.65 (inklusive Barauslagen von Fr. 13.45) der Klägerin 1 

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auferlegt und im Betrag von Fr. 3'952.95 (inklusive Barauslagen von Fr. 90.15) 

dem Beklagten auferlegt. Die Kostenanteile werden direkt von der Klägerin 1 

respektive vom Beklagten bezogen.

6.

Die Kosten der Klage des Klägers 2 von insgesamt Fr. 7'736.40 werden im 

Betrag von Fr. 5'028.65 (inklusive Barauslagen von Fr. 114.65) dem Kläger 2 

auferlegt und im Betrag von Fr. 2'707.75 (inklusive Barauslagen von Fr. 61.75) 

dem Beklagten auferlegt. Der Kostenanteil des Beklagten wird direkt vom Be-

klagten bezogen. Der Kostenanteil des Klägers 2 wird zufolge der gewährten 

unentgeltlichen Prozessführung einstweilen auf die Staatskasse genommen. 

Art. 123 ZPO bleibt für die Gerichtskosten und die Kosten der unentgeltlichen 

Rechtsverbeiständung vorbehalten.

7.

Der Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin 1 eine reduzierte Prozesskosten-

entschädigung von Fr. 5'900.00 (zuzüglich 7.7% Mehrwertsteuer) zu bezah-

len.

8.

Der Kläger 2 wird verpflichtet, dem Beklagten eine reduzierte Prozesskosten-

entschädigung von Fr. 3'360.00 (zuzüglich 7.7% Mehrwertsteuer) zu bezah-

len. 

9.

(Schriftliche Mitteilung) 

10.

(Rechtsmittelbelehrung)

Berufungsanträge:

des Beklagten und Berufungsklägers (Urk. 284 S. 2 f.):

"1. Es sei der Entscheid des Bezirksgerichts Andelfingen vom 26. Januar 2023, 
Dispositivziffer 1, Satz 1, aufzuheben und es sei festzustellen, dass keine Un-
terhaltsbeiträge an die Berufungsbeklagte 1 geschuldet sind.

 2.

(…)

 3. Eventualiter seien die Dispositivziffern 1 und 2 (jeweils 1. Satz) aufzuheben 
und die Angelegenheit sei zu Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuwei-
sen.

 4. Es seien die Kostenfolgen des angefochtenen Entscheides neu zu beurteilen 
und entsprechend der Berufungsbeklagten 1 und 2 aufzuerlegen und es sei 

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dem  Berufungskläger  eine  Parteientschädigung  zzgl.  7.7%  Mwst  zuzuspre-
chen.

 5. Unter  Kosten-  und  Entschädigungsfolgen  (zzgl.  der  gesetzlichen  Mwst)  zu 

Lasten der Berufungsbeklagten 1 und 2."

der Klägerin und Berufungsbeklagten (Urk. 291 S. 1; sinngemäss):

Die Berufungsbeklagte sei im vorliegenden Verfahren als Partei aus dem Rubrum 
zu streichen. 

Erwägungen:

I. Sachverhalt und Prozessgeschichte

1.

Die Klägerin und Berufungsbeklagte (fortan Klägerin; vor Vorinstanz Kläge-

rin 1) ist als zuständiges Gemeinwesen von April 2013 bis und mit Juni 2014 für 

den Unterhalt von C._____, geboren tt. Mai 1996 (vor Vorinstanz Kläger 2), aufge-

kommen,  dem  Sohn  des  Beklagten  und  Berufungsklägers  (fortan  Beklagter).  Mit 

Eingabe vom 2. April 2014 machte die Klägerin bei der Vorinstanz eine Unterhalts-

klage anhängig, wobei sie geltend machte, dass der Unterhaltsanspruch nach er-

folgter Leistung von Sozialhilfe gestützt auf Art. 289 Abs. 2 ZGB auf sie übergegan-

gen sei (Urk. 2). Der Verlauf des erstinstanzlichen Verfahrens kann dem angefoch-

tenen Entscheid entnommen werden (Urk. 285 S. 5 ff.). Am 26. Januar 2023 erliess 

die Vorinstanz das eingangs wiedergegebene Urteil (Urk. 276 S. 6 f. [unbegründet] 

= Urk. 282 S. 46 f. [begründet] = Urk. 285 S. 46 f.).

2. Gegen  das  vorinstanzliche  Urteil  erhob  der  Beklagte  mit  Eingabe  vom 

14. September 2023 innert Frist (Urk. 277/2 sowie Art. 312 Abs. 2 ZPO) Berufung 

mit den eingangs zitierten Anträgen (Urk. 284). Mit Verfügung vom 14. Dezember 

2023 wurde der Klägerin (damals noch unter der Verfahrensnummer LZ230038-O) 

Frist angesetzt, um zur Berufung schriftlich Stellung zu nehmen (Urk. 290). Mit Ein-

gabe vom 21. Dezember 2023 erstattete die Klägerin innert Frist ihre Berufungs-

antwort (Urk. 291). Da der Beklagte in derselben Berufungsschrift auch seine Un-

terhaltsverpflichtung  gegenüber  C._____  angefochten  hatte,  wurde  zunächst  nur 

ein  gemeinsames  Berufungsverfahren  angelegt  (LZ230038-O).  Das  Verfahren 

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wurde mit Beschluss vom 13. August 2024 getrennt (Urk. 292). Folglich wurde die 

Berufungsantwort dem Beklagten am 28. August 2024 zur Kenntnisnahme zuge-

stellt (Urk. 291 und Urk. 293). Weitere Eingaben erfolgten nicht. 

3.

Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen (Urk. 1-283). Das Verfahren 

erweist sich als spruchreif.

II. Prozessuales

1. Mit der Berufung kann eine unrichtige Rechtsanwendung und eine unrichtige 

Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO). Die Beru-

fungsinstanz verfügt über eine vollständige Überprüfungsbefugnis der Streitsache, 

mithin  über  unbeschränkte  Kognition  bezüglich  Tat-  und  Rechtsfragen.  In  der 

schriftlichen Berufungsbegründung (Art. 311 ZPO) ist hinreichend genau aufzuzei-

gen,  inwiefern  der  erstinstanzliche  Entscheid  in  den  angefochtenen  Punkten  als 

fehlerhaft zu betrachten ist bzw. an einem der genannten Mängel leidet. Dazu hat 

sich der Berufungskläger inhaltlich mit den vorinstanzlichen Erwägungen ausein-

anderzusetzen und mittels genügend präziser Verweisungen auf die Akten aufzu-

zeigen,  woraus  sich  der  geltend  gemachte  Berufungsgrund  ergeben  soll.  Pau-

schale Verweisungen auf frühere Rechtsschriften oder Vorbringen genügen hierfür 

nicht (vgl. BGE 141 III 569 E. 2.3.3 = Pra 105/2016 Nr. 99; BGE 138 III 374 E. 4.3.1 

= Pra 102/2013 Nr. 4; BGer 5A_164/2019 vom 20. Mai 2020 E. 5.2.3). Diese Be-

gründungsanforderungen gelten sinngemäss auch für den Inhalt der Berufungsant-

wort  (BGer  4A_496/2016  vom  8. Dezember  2016  E. 2.2.2  m.w.H.;  BGer 

5A_660/2014 vom 17. Juni 2015 E. 4.2 m.w.H.). Was nicht oder nicht in einer den 

gesetzlichen  Begründungsanforderungen  entsprechenden  Weise  beanstandet 

wird, braucht von der Rechtsmittelinstanz nicht überprüft zu werden; diese hat sich 

– abgesehen von offensichtlichen Mängeln – grundsätzlich auf die Beurteilung der 

Beanstandungen zu beschränken, die in der schriftlichen Begründung formgerecht 

gegen  den  erstinstanzlichen  Entscheid  erhoben  werden  (vgl.  BGE 142  III  413 

E. 2.2.4  m.H.;  BGer  5A_164/2019  vom  20. Mai  2020  E. 5.2.3).  Inhaltlich  ist  die 

Rechtsmittelinstanz  dabei  weder  an  die  Argumente,  welche  die  Parteien  zur  Be-

gründung ihrer Beanstandungen vorbringen, noch an die Erwägungen der ersten 

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Instanz gebunden; sie wendet das Recht von Amtes wegen an (Art. 57 ZPO) und 

verfügt über freie Kognition in Tatfragen, weshalb sie die Berufung auch mit einer 

anderen Argumentation gutheissen oder diese auch mit einer von der Argumenta-

tion  der  ersten  Instanz  abweichenden  Begründung  abweisen  kann  (sogenannte 

Motivsubstitution).  Die  vorgebrachten  Beanstandungen  geben  zwar  das  Prüfpro-

gramm vor, binden die Rechtsmittelinstanz aber nicht an die Argumente, mit denen 

diese begründet werden (BGE 147 III 176 E. 4.2.1; BGer 4A_397/2016 vom 30. No-

vember 2016 E. 3.1; KUKO ZPO-Oberhammer/Weber, Art. 57 N 2). In diesem Rah-

men ist insoweit auf die Parteivorbringen einzugehen, als dies für die Entscheidfin-

dung erforderlich ist (vgl. BGE 134 I 83 E. 4.1).

2.

Im  Berufungsverfahren  sind  neue  Vorbringen  grundsätzlich  nur  noch  unter 

den Voraussetzungen von Art. 317 Abs. 1 ZPO zulässig. Art. 296 ZPO statuiert für 

Kinderbelange in familienrechtlichen Angelegenheiten den Untersuchungs- und Of-

fizialgrundsatz, weshalb das Gericht in diesem Bereich den Sachverhalt von Amtes 

wegen erforscht und ohne Bindung an die Parteianträge entscheidet. In Verfahren, 

welche der umfassenden Untersuchungsmaxime unterstehen, können die Parteien 

auch im Berufungsverfahren neue Tatsachen und Beweismittel unbeschränkt, bis 

zur  Urteilsberatung  vorbringen  (Art.  317  Abs.  1bis  ZPO;  vgl.  auch  Art.  407f  ZPO 

sowie zum bisherigen Recht BGE 144 III 349 E. 4.2.1 und BGer 5A_800/2019 vom 

9. Februar 2021 E. 2.2).

C._____  wurde  am  21.  Mai  2014  und  somit  während  laufendem  Verfahren  vor

Vorinstanz volljährig. Die Klägerin bevorschusste für die Monate April 2013 bis und 

mit Mai 2014 Minderjährigenunterhalt und für den Monat Juni 2014 Volljährigenun-

terhalt. Während für die Phase der Minderjährigkeit die Untersuchungs- und Offizi-

almaxime gilt (Art. 296 ZPO), war es für die Phase der Volljährigkeit umstritten und 

höchstrichterlich  ungeklärt,  welche  Prozessmaximen  zur  Anwendung  gelangen. 

Auch  die  kantonale  Praxis  war  uneinheitlich  (Kanton  Zürich:  Verfahrensart  nach 

Streitwert, sofern über Fr. 30'000.–: Verhandlungsgrundsatz und Dispositionsma-

xime [OGer ZH PC180006 vom 13. März 2018 E. 4.4]; Kanton St. Gallen: Streit-

wertunabhängig  vereinfachtes  Verfahren:  Offizialmaxime  und  Untersuchungs-

grundsatz [KGer SG II. Zivilkammer FO.2015.4 vom 29. April 2016 E. 1 ff.]; Kanton 

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Bern: streitwertunabhängig vereinfachtes Verfahren, Offizialmaxime und Untersu-

chungsgrundsatz [OGer BE ZK 17 340 vom 30. Oktober 2018 E. II.6.3-6.6]). Die 

Revision  der  Zivilprozessordnung  schafft  diesbezüglich  jedoch  Klarheit,  und  seit 

dem 1. Januar 2025 kommen auch für Verfahren, die volljährige Kinder betreffen, 

die Untersuchungs- und Offizialmaxime zur Anwendung (vgl. Art. 295 f. ZPO bzw. 

BBl 2020 S. 2697, 2717 sowie S. 2768). Angesichts dessen und da C._____ erst 

während  laufendem  vorinstanzlichen  Verfahren  volljährig  wurde,  dadurch  jedoch 

aufgrund des hochstrittigen Verfahrens nicht minder schutzwürdig war, erscheint 

es gerechtfertigt, die Offizial- und Untersuchungsmaxime auch in Bezug auf den 

Volljährigenunterhalt anzuwenden.

3. Weiter ist festzuhalten, welches Recht zur Anwendung gelangt. Der Beklagte 

untermauert  seine  Ausführungen  in  der  Berufung  zur  Unterhaltsberechnung  mit 

dem  Leitentscheid  des  Bundesgerichts  BGE  147  III  265  sowie  weiterer  aktueller 

Rechtsprechung (Urk. 284 S. 17). Vorliegend geht es jedoch um Unterhaltsbeiträge 

für die Jahre 2013 und 2014. Gemäss Art. 13cbis der Schlusstitel des Zivilgesetz-

buches und der bundesgerichtlichen Rechtsprechung kommt zwar seit dem 1. Ja-

nuar  2017  das  neue  Unterhaltsrecht  zur  Anwendung,  jedoch  lediglich  für  Unter-

haltsbeiträge, die nach dem 1. Januar 2017 geschuldet sind. Das neue Unterhalts-

recht  hat  keine  Rückwirkung.  Für  die  bis  zum  31.  Dezember  2016  geschuldeten 

Unterhaltsbeiträge  ist  auch  vorliegend  weiterhin  das  bisherige  Recht  anwendbar 

(BGer 5A_708/2017 vom 13. März 2018 E. 4.1.2).

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III. Materielles

A. Unterhaltsbeiträge  für  die  Phase  der  Minderjährigkeit  (April  2013  bis  Mai 

2014)

1.

Standpunkte, Parteistellung der Klägerin, Kriterium der Zumutbarkeit

1.1 Die Vorinstanz verpflichtete den Beklagten, für die Phase der Minderjährigkeit 

von C._____, Fr. 27'466.10 an die Klägerin zu bezahlen (Urk. 285 S. 29).

1.2 Der  Beklagte  macht  primär  und  zusammengefasst  geltend,  es  sei  ihm  auf-

grund des Fehlverhaltens von C._____ persönlich nicht zumutbar, Unterhaltsbei-

träge zu leisten. Streitereien seien an der Tagesordnung gewesen, und er als Vater 

habe nichts unversucht gelassen, um die Auseinandersetzungen zu entschärfen. 

C._____ dagegen habe sich ihm gegenüber und auch vor Drittpersonen herablas-

send geäussert, habe ihn tätlich angegangen und ihm auch finanziell schaden wol-

len, indem er beispielsweise im tiefen Winter die Heizung voll aufgedreht und die 

Fenster offen stehen lassen, dann das Zimmer verschlossen und das Haus verlas-

sen habe. Schliesslich sei C._____ fremdplatziert worden, weil die KESB auf fal-

sche  Sachverhalte  abgestellt  habe.  C._____  habe  seine  familiären  Pflichten  auf 

das  Gröbste  und  in  schuldhafter  Weise  verletzt.  Würden  ihm  Unterhaltsbeiträge 

auferlegt, würde er – so der Beklagte – zum reinen Zahlvater herabgewürdigt, was 

gegen den Willen des Gesetzgebers wäre. Die Bezahlung von Unterhaltsbeiträgen 

sei unter den gegebenen Umständen als unzumutbar im Sinne von Art. 277 Abs. 2 

ZGB zu bewerten (Urk. 284 S. 6 ff.; vgl. für die detaillierten Parteivorbringen unten 

E. III.B.1.2).

1.3 Die Klägerin führt zunächst aus, sie sei nicht Partei im vorliegenden Verfahren 

und habe kein Interesse an einer Prozessbeteiligung. Weiter macht sie geltend, sie 

sei gesetzlich verpflichtet gewesen, die Unterhaltsbeiträge zu bevorschussen, da 

sich der Beklagte geweigert habe, solche zu leisten. Aufgrund der Subrogationsbe-

stimmung  in  Art.  289  Abs.  2  ZGB  i.V.m.  Art.  166  OR  sei  die  Kindsforderung  im 

Umfang der Bevorschussung auf die Gemeinde übergegangen. Der Beklagte habe 

in seiner Klageschrift sie und C._____ als Berufungsbeklagte aufgeführt. Dies, ob-

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wohl  sie  im  Rahmen  der  Alimentenbevorschussung  zwecks  einfacher  Durchset-

zung des materiellen Rechts nur "Vollstreckungsgehilfe" gewesen sei. Zivilrechtli-

cher Gläubiger des Kindesunterhalts sei stets C._____ gewesen. Die Kindsforde-

rung sei aufgrund der Subrogationsbestimmung in Art. 289 Abs. 2 i.V.m. Art. 166 

OR lediglich im Umfang der Bevorschussung auf die Gemeinde übergegangen. Sie 

und C._____ hätten im erstinstanzlichen Verfahren weder eine einfache noch eine 

notwendige Streitgenossenschaft gebildet. Jede Partei habe für sich selber und in 

eigenem Namen ihre Ansprüche geltend gemacht. Die Prozessverhältnisse der Be-

rufungsbeklagten seien unabhängig voneinander. Es handle sich dabei um selb-

ständige Klagen. Zwischen den Berufungsbeklagten bestehe weder ein prozess- 

noch ein materiell-rechtliches Parteienverhältnis. Mit Urteil des Bezirksgerichts An-

delfingen vom 26. Januar 2023 habe C._____ in eigenem Namen einen Unterhalts-

titel erstritten. Sie habe dabei nicht mitgewirkt. Sie sei dazu weder berechtigt noch 

verpflichtet. Sie habe im Rahmen des Verfahrens lediglich ihre Forderungen aus 

den  bereits  bevorschussten  und  subrogierten  Unterhaltszahlungen  geltend  ge-

macht. Die Unterhaltspflicht des Beklagten und somit der Unterhaltsanspruch von 

C._____ würde sich unmittelbar aus dem Kindsverhältnis ab Geburt ergeben. Da-

bei handle es sich um höchstpersönliche Ansprüche der Beteiligten, welche nicht 

abtretbar seien. Daher könne nur der Beklagte und sein volljähriger Sohn Prozess-

partei sein, nicht aber die bevorschussende Gemeinde. Es sei somit nicht ersicht-

lich, warum die Gemeinde bei der Abänderung des Unterhaltstitels mitwirken solle, 

geschweige denn dürfe (Urk. 291 S. 1 f.). 

1.4 Die Klägerin ist im vorliegenden Verfahren zu Recht als Partei aufgeführt. Sie 

bringt zwar zutreffend vor, dass sie aufgrund der Subrogation berechtigt gewesen 

sei, die bevorschussten Unterhaltsbeiträge geltend zu machen. Es geht vorliegend 

aber nicht – wie von ihr offenbar angenommen – um die Abänderung von C._____s 

Unterhaltstitel,  sondern  um  das  vom  Beklagten  erhobene  Rechtsmittel,  welches 

sich auch gegen die Klägerin bzw. deren bevorschusste Unterhaltsbeiträge richtet 

(Urk. 284 S. 2 Antrag 1). Es geht somit um das Prozessverhältnis zwischen dem 

Beklagten und der Klägerin, sodass ihr im vorliegenden Verfahren Parteistellung 

zukommt.

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1.5 Gemäss Art. 277 Abs. 1 aZGB (SR 210, Stand am 1. Januar 2013; gilt aber 

bis heute unverändert) dauert die Unterhaltspflicht der Eltern bis zur Volljährigkeit 

des Kindes. Der Minderjährigenunterhalt ist im Unterschied zum Volljährigenunter-

halt nach Art. 277 Abs. 2 aZGB voraussetzungslos geschuldet. Die Eltern sind dem 

minderjährigen  Kind  gegenüber  lediglich  in  dem  Mass  von  ihrer  Unterhaltspflicht 

befreit, als dem Kinde zugemutet werden kann, den Unterhalt aus seinem Arbeits-

erwerb oder anderen Mitteln zu bestreiten (Art. 276 Abs. 3 aZGB). Darunter fallen 

insbesondere das Erwerbseinkommen des Kindes, Vermögenserträge oder Sozial-

leistungen,  die  direkt  dem  Minderjährigen  zufliessen  (Handbuch  des  Unterhalts-

rechts, Hausheer/Spycher, 2. Auflage, 2010, S. 405 f.). Die vom Beklagten geltend 

gemachte persönliche Unzumutbarkeit spielt somit für die Phase des Minderjähri-

genunterhalts keine Rolle bzw. gibt es keine rechtliche Grundlage, die Unterhalts-

pflicht  für  Minderjährige  aufgrund  persönlicher  Unzumutbarkeit  zu  verneinen. 

C._____ besuchte zudem bis im Juni 2014 das Gymnasium (Urk. 134/16). Entspre-

chend erzielte er zu dieser Zeit kein Erwerbseinkommen, welches die Unterhalts-

pflicht des Beklagten gemindert hätte, was im Übrigen auch nicht behauptet wurde.

2.

Bevorschusste Unterhaltsbeiträge

2.1 Die  Vorinstanz  erwog  in  Bezug  auf  die  Unterhaltsberechnung,  dass  die 

Summe, welche die Klägerin für C._____ bezahlt habe, dessen Bedarf darstelle. 

Insgesamt  habe  die  Klägerin  für  den  Bedarf  von  C._____  Fr.  29'372.65  bevor-

schusst und dies auch belegt. Dadurch, dass die genaue Berechnung pro Monat 

nicht rekonstruierbar sei, sei von folgenden Zahlen auszugehen: Zuerst habe die 

Klägerin  einen  Betrag  von  Fr.  29'822.90  ausgewiesen,  welchen  sie  für  C._____ 

bezahlt habe. Des Weiteren sei ausgewiesen, dass die Klägerin im Jahr 2013 Fr. 

17'935.35 bezahlt habe. Weiter habe die Klägerin Fr. 450.– von C._____ zurück-

gefordert.  Für  die  restliche  Zeitperiode  ergebe  sich  daher  noch  ein  Betrag  von 

Fr. 11'437.55. Von Januar 2014 bis Juni 2014 seien es sechs Monate, weshalb der 

Betrag durch sechs geteilt werde. Daher sei im Jahr 2014 von einem monatlichen 

Bedarf von Fr. 1'906.15 auszugehen und im Jahr 2013 von einem monatlichen Be-

darf von Fr. 2'241.92. In der Phase der Minderjährigkeit ergebe dies einen durch-

schnittlichen Bedarf des Sohnes von Fr. 2'112.77 (Urk. 285 S. 20 f.). 

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2.2 Der Beklagte rügt, die Klägerin habe den Bedarf von C._____ nicht rechtsge-

nügend  substantiiert.  Sie  habe  einen  Unterhaltsbeitrag  für  die  Zeit  vom  20.  April 

2013 bis zum 31. Mai 2014 [recte: 30. Juni 2014] gefordert. Dabei handle es sich 

nicht um einen weit zurückliegenden Zeitraum. Keinesfalls sei der Vorinstanz zu-

zustimmen, hier einen Durchschnitt aus den geleisteten Zahlungen zu ermitteln. Es 

könne nicht ausgeschlossen werden, dass hier allenfalls auch Beträge gezahlt wor-

den seien, die dem familienrechtlichen Existenzminimum zuzurechnen wären. So 

seien mit allergrösster Sicherheit Kosten für die Kommunikation, das VVG sowie 

für Hobbys von C._____ gezahlt worden, wie sich dies aus den weiteren Phasen 

ergebe. In diesem Fall gebiete es die Waffengleichheit, das betreibungsrechtliche 

Existenzminimum auch für den Beklagten, seine Ehefrau und den gemeinsamen 

Sohn D._____ um das familienrechtliche Existenzminimum zu erweitern. In Bezug 

auf die Bedarfs-positionen sei auf die Ausführungen der Vorinstanz zu verweisen, 

mit Ausnahmen der Kosten für das Auto der Ehefrau. Diese leide an MS und sei für 

die Fahrten zum Arzt, zum Therapeuten, für die Fahrten des Sohnes D._____ etc. 

auf einen Personenwagen angewiesen. Sie vermöge die Einkäufe für die Familie 

nicht mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu bewältigen. Sodann habe das Auto 

dem bisherigen Lebensstandard der Familie entsprochen und dieser sei beizube-

halten. Da die Klägerin nicht in der Lage sei, die Kosten im Einzelnen darzulegen 

und somit eine abschliessende Bestreitung nicht möglich sei, sei vom familienrecht-

lichen Bedarf auszugehen. Es resultiere ein Gesamtbedarf von Fr. 8'344.– für den 

Beklagten, seine Ehefrau und den Sohn D._____. Mit seinem Einkommen vermöge 

der Beklagte gerade die Kosten der Lebenshaltung zu decken, weshalb auch aus 

diesem Grund kein Raum für nachträglich zu leistende Unterhaltsbeiträge für den 

damals minderjährigen C._____ bestehe (Urk. 284 S. 20 f.).

2.3 Die Klägerin äussert sich nicht zur Sache (Urk. 291 S. 1 f.).

2.4 Den von der Klägerin eingereichten Unterlagen kann – entgegen den Ausfüh-

rungen der Vorinstanz und des Beklagten – entnommen werden, wie viel sie pro 

Monat für C._____ bezahlte und welche Bedarfspositionen berücksichtigt wurden 

(Urk. 5/12, Urk. 5/13, Urk. 5/14, Urk. 5/17, Urk. 5/18 sowie Urk. 5/20). Aus der Auf-

stellung  der  Klägerin  geht  entsprechend  hervor,  dass  für  C._____  vom  20.  April 

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2013 bis zum 30. April 2013 Fr. 626.60 (Fr. 225.– anteilsmässige Wohnkosten, Fr. 

325.65  [Fr.  977.–  /  30  Tage  ×  10  Tage]  anteilsmässige  Kosten  Grundbedarf,  Fr. 

66.70 [Fr. 200.– / 30 Tage × 10 Tage] anteilsmässige Mehrkosten auswärtige Ver-

pflegung im Gymnasium, sowie Fr. 9.25 [Fr. 27.75 / 30 Tage × 10 Tage] anteils-

mässige Kosten für das öV-Abonnement zum Gymnasium) bezahlt wurden (Urk. 

18/1 sowie Urk. 5/13). Für Mai 2013 wurden Fr. 1'954.75 (Fr. 977.– Grundbedarf 

[Urk. 5/13], Fr. 750.– Miete [Urk. 5/14], Fr. 200.– auswärtige Verpflegung im Gym-

nasium [Urk. 5/13] sowie Fr. 27.75 öV-Abonnement zum Gymnasium [Urk. 5/13]) 

bezahlt.  Für  Juni  2013  bis  und  mit  August  2013  wurden  monatlich  Fr. 2'454.75 

(analog Mai 2013 zzgl. monatlich Fr. 500.– für die Wohnbegleitung [Urk. 5/18]) be-

zahlt. Für September 2013 bis und mit Juni 2014 wurden wiederum monatlich Fr. 

1'954.75 (analog Mai 2013) bevorschusst. Zusätzlich wurden im Oktober 2013 die 

Gebühren für den Wohnungswechsel von Fr. 52.– und im November 2013 sowie 

im Juni 2014 die Kosten für die Hausrat- und Haftpflichtversicherung von Fr. 118.75 

(Urk.  18/1)  bzw.  Fr. 159.05  beglichen  (Urk.  5/16  sowie  Urk. 18/1).  Die  Rüge  des 

Beklagten, es sei nicht dargelegt worden, wie viel pro Monat bevorschusst und wel-

che Bedarfspositionen berücksichtigt worden seien, geht somit fehl. Es ist folglich 

auch  ersichtlich,  dass  abgesehen  von  den  Gebühren  für  den  Wohnungswechsel 

lediglich  Positionen  des  betreibungsrechtlichen  Existenzminimums  berücksichtigt 

wurden, sodass auch beim Beklagten, seiner Ehefrau und dem Sohn D._____ nicht 

vom familienrechtlichen Existenzminimum auszugehen ist (vgl. nachstehende Un-

terhaltsberechnung E. III.A.3). 

3.

Unterhaltsberechnung für die Phase der Minderjährigkeit (20. April 2013 bis

31. Mai 2014)

3.1 Die Vorinstanz erwog in Bezug auf die Unterhaltsberechnung, aus der allge-

meinen Beistandspflicht unter den Ehegatten gemäss Art. 159 Abs. 3 ZGB folge, 

dass die Ehegatten einander bei der Erziehung selbst von ausserehelichen Kindern 

im Grundsatz finanziell aushelfen müssten, wenn auch in erster Linie die Eltern des 

ausserehelichen Kindes und nicht deren Ehegatten für den Unterhalt verantwortlich 

seien. Wo die Mittel des einen Ehegatten nicht ausreichten, um neben dem bishe-

rigen Beitrag an den ehelichen Unterhalt seinen Anteil an den Unterhalt des aus-

- 13 -

serehelichen Kindes zu leisten, sei eine verhältnismässige Veränderung der Anteile 

an den ehelichen Unterhalt zu Lasten des andern Ehegatten unausweichlich. Inso-

weit bestehe für den Stiefelternteil eine indirekte Beistandspflicht, die in Ausnah-

mefällen auch zur Folge haben könne, dass der Ehegatte des Unterhaltspflichtigen 

eine Erwerbstätigkeit aufnehmen oder eine bestehende Erwerbstätigkeit ausdeh-

nen müsse (Urk. 285 S. 16 f.). 

Der Beklagte mache geltend, seine Ehefrau sei an MS erkrankt und deshalb nicht 

arbeitsfähig. Er habe diesbezüglich einen Arztbericht vom 3. April 1996 und einen 

Schwerbehinderten-Ausweis eingereicht. Zudem habe die Ehefrau bei der Zeuge-

neinvernahme bestätigt, dass sie nicht arbeitsfähig sei, und habe dies mit verschie-

denen Beispielen aus dem Alltag veranschaulicht. Unter diesen Umständen sei es 

mit rechtsgenügender Sicherheit sowohl für die Phase der Minderjährigkeit als auch 

für die Phase der Volljährigkeit von C._____ ausgeschlossen, dass die Ehefrau des 

Beklagten eine Erwerbstätigkeit aufnehmen könne und müsse (Urk. 285 S. 17). 

Zudem  bestünden  gestützt  auf  das  Beweisverfahren  keinerlei  ausreichende  An-

haltspunkte, dass die leibliche Mutter von C._____ sowohl in der Phase der Min-

derjährigkeit als auch in der Phase der Volljährigkeit Unterhalt zu leisten vermöge 

(Urk. 285 S. 16 f.). Die Vorinstanz stellte die Einkommen des Beklagten sowie sei-

ner  Söhne  C._____  und  D._____  den  jeweiligen  Bedarfen  gegenüber,  kam  zum 

Schluss, dass die betreibungsrechtlichen Existenzminima des Beklagten und sei-

ner zwei minderjährigen Söhne durch sein monatliches Einkommen gedeckt wer-

den könnten (Urk. 285 S. 17 ff.), und verpflichtete den Beklagten, der Klägerin für 

die Phase der Minderjährigkeit Fr. 27'466.10 zu bezahlen (Urk. 285 S. 29).

3.2 Der Beklagte rügt in Bezug auf den Minderjährigenunterhalt, die Vorinstanz 

halte zutreffend fest, dass es seiner Ehefrau aufgrund ihrer MS-Erkrankung nicht 

möglich sei, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. Sie habe einen Schwerbehinder-

tenausweis. Da sie in der Schweiz nie erwerbstätig gewesen sei, könne sie auch 

keine IV-Rente erhältlich machen. Seine Ehefrau verfüge auch über kein Einkom-

men, weswegen er aufgrund seiner ehelichen Beistandspflicht verpflichtet sei, für 

sie  aufzukommen.  Würde  er  dieser  Verpflichtung  nicht  nachkommen,  so  müsste 

seine  Ehefrau  wirtschaftliche  Hilfe  in  Anspruch  nehmen.  Diese  würde  sie  jedoch 

- 14 -

erst erlangen, wenn die Eheleute getrennt leben würden. Indem die Vorinstanz die 

Lebenshaltungskosten der Ehefrau des Beklagten bei der Berechnung des Minder-

jährigenunterhalts für C._____ völlig aussen vor gelassen habe, sei in unzulässiger 

Weise  in  das  betreibungsrechtliche  Existenzminimum  der  Eheleute  eingegriffen 

worden. Hinzu komme, dass die Eheleute einen gemeinsamen Sohn hätten, der im 

Jahr 2008 geboren sei. Die Ehefrau könne auch aus diesem Grund nicht zu einer 

beruflichen  Tätigkeit  verpflichtet  werden.  Da  der  Beklagte  davon  ausging,  es  sei 

nicht ersichtlich, welche Bedarfspositionen die Vorinstanz berücksichtigt habe (vgl. 

oben E. III.A.2.2), kam er abschliessend zum Ergebnis, dass das familienrechtliche 

Existenzminimum sämtlicher Familienmitglieder berücksichtigt werden müsse und 

er  somit  mangels  wirtschaftlicher  Leistungsfähigkeit  nicht  in  der  Lage  sei,  Unter-

haltsbeiträge zu leisten (Urk. 284 S. 19 ff.).

3.3 Die Klägerin äussert sich nicht zur Unterhaltsberechnung (Urk. 291 S. 1 f.).

3.4 Gemäss Art. 276 aZGB haben die Eltern für den Unterhalt des Kindes aufzu-

kommen,  inbegriffen  die  Kosten  von  Erziehung,  Ausbildung  und  Kindesschutz-

massnahmen. Der Unterhaltsbeitrag soll den Bedürfnissen des Kindes sowie der 

Lebensstellung  und  Leistungsfähigkeit  der  Eltern  entsprechen  (Art.  285  Abs.  1 

aZGB). Für die Bemessung des Unterhaltsbeitrages können die damals anwend-

baren  Richtlinien  für  die  Berechnung  des  betreibungsrechtlichen  Existenzmini-

mums des Obergerichts des Kantons Zürich (fortan Richtlinien) als Ausgangspunkt 

für die Grundbedarf- und Überschussberechnung dienen. In der familienrechtlichen 

Erweiterung bildet dieses Existenzminimum sodann regelmässig, aber nicht aus-

nahmslos, die untere Begrenzung für die Unterhaltspflicht des Elternteils und die 

allfällige  Leistungspflicht  der  Sozialhilfe  (Handbuch  des  Unterhaltsrechts,  Haus-

heer/Spycher, 2. Auflage, 2010, S. 432). Zur Berechnung des betreibungsrechtli-

chen Existenzminimums sind somit gemäss den damals geltenden Richtlinien unter 

anderem  der  Grundbetrag,  die  Wohnkosten,  die  Kosten  für  die  obligatorischen 

Krankenkassenprämien, die Fahrten zum Arbeitsplatz, die Mehrkosten für die aus-

wärtige Verpflegung sowie die Kosten für die Hausrat- und Haftpflichtversicherung 

zu 

berücksichtigen 

(https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/doku-

- 15 -

mente/mitteilungen/kreisschreiben/2000-2009/16_09_2009.pdf,  zuletzt  besucht 

am 10. Dezember 2024). 

Der  Beklagte  rügt  zu  Recht,  dass  die  Vorinstanz  seine  Ehefrau  in  unzulässiger 

Weise ausser Acht liess, obwohl sie festgestellt hatte, dass es ihr nicht möglich sei, 

eine Erwerbstätigkeit aufzunehmen. Die Unterhaltsberechnung ist somit unter Be-

rücksichtigung der Ehefrau des Beklagten sowie den konkreten Bedarfszahlen von 

C._____ anzupassen. Wie bereits ausgeführt, ist aus den Unterlagen der Klägerin 

ersichtlich, dass lediglich Bedarfspositionen des betreibungsrechtlichen Existenz-

minimums  berücksichtigt  und  von  der  Klägerin  bevorschusst  wurden  (vgl.  oben 

E. III.A.2.4). Entsprechend sind die Bedarfe der Familie nicht auf das familienrecht-

liche Existenzminimum auszudehnen, was die finanziellen Verhältnisse auch nicht 

erlauben würden. 

3.5 Für die Phase der Minderjährigkeit von C._____ (20. April 2013 bis 31. Mai 

2014) ergeben sich folgende neuen Einkommens- und Bedarfspositionen (verän-

derte Bedarfspositionen grau hinterlegt):

April 2013:

Einkommen
Grundbetrag
Wohnkosten
Krankenkasse 
(KVG) 
Fahrten zum 
Arbeitsplatz 
/Gymnasium
auswärtige Ver-
pflegung
Hausrat-/Haft-
pflichtversiche-
rung
Total Bedarf

C._____

Beklagter

Fr.  250.–
Fr.  325.65
Fr.  225.– 
5.–
Fr. 

Fr.  8'199.–
Fr.  850.–
Fr.  910.–
Fr.  153.–

Ehefrau des 
Beklagten

Fr. 
Fr. 
Fr. 
Fr. 

0.–
850.–
910.–
243.–

D._____

Fr. 
Fr. 
Fr. 
Fr. 

200.–
400.–
455.–
5.–

Fr. 

9.25

Fr.  1'190.–

Fr. 

0.–

Fr. 

0.–

Fr. 

66.70

Fr.  210.–

Fr. 

15.–

Fr. 

4.50

Fr. 

4.50

Fr.

646.60

Fr.  3'317.50

Fr.  2'007.50

Fr. 

860.–

- 16 -

Mai 2013:

Einkommen
Grundbetrag
Wohnkosten
Krankenkasse 
(KVG) 
Fahrten zum 
Arbeitsplatz 
/Gymnasium
auswärtige Ver-
pflegung
Hausrat-/Haft-
pflichtversiche-
rung
Total Bedarf

C._____

Beklagter

Fr. 
Fr. 
Fr. 
Fr. 

250.–
977.–
750.– 
5.–

Fr.  8'199.–
850.–
Fr. 
910.–
Fr. 
153.–
Fr. 

Ehefrau des 
Beklagten

Fr. 
Fr. 
Fr. 
Fr. 

0.–
850.–
910.–
243.–

D._____

Fr. 
Fr. 
Fr. 
Fr. 

200.–
400.–
455.–
5.–

Fr. 

27.75

Fr.  1'190.–

Fr. 

0.–

Fr. 

0.–

Fr. 

200.–

Fr. 

210.–

Fr. 

15.–

Fr. 

4.50

Fr. 

4.50

Fr.  1'974.75

Fr.  3'317.50

Fr.  2'007.50

Fr. 

860.–

Juni 2013 bis August 2013:

Einkommen
Grundbetrag
Wohnkosten
Wohnbeglei-
tung 
Krankenkasse 
(KVG) 
Fahrten zum 
Arbeitsplatz 
/Gymnasium
auswärtige Ver-
pflegung
Hausrat-/Haft-
pflichtversiche-
rung
Total Bedarf

C._____

Beklagter

250.–
977.–
750.–
500.–

Fr.  8'199.–
850.–
Fr. 
910.–
Fr. 

Ehefrau des 
Beklagten

Fr. 
Fr. 
Fr. 

0.–
850.–
910.-

D._____

Fr. 
Fr. 
Fr. 

200.–
400.–
455.–

5.–

Fr. 

153.–

Fr. 

243.–

Fr. 

5.–

Fr. 
Fr. 
Fr. 
Fr. 

Fr. 

Fr. 

27.75

Fr.  1'190.–

Fr. 

0.–

Fr. 

0.–

Fr. 

200.–

Fr. 

210.–

Fr. 

15.–

Fr. 

4.50

Fr. 

4.50

Fr.  2'474.75

Fr.  3'317.50

Fr.  2'007.50

Fr. 

860.–

- 17 -

September 2013 bis Mai 2014:

Einkommen
Grundbetrag
Wohnkosten
Krankenkasse 
(KVG) 
Fahrten zum 
Arbeitsplatz 
/Gymnasium
auswärtige Ver-
pflegung
Hausrat-/Haft-
pflichtversiche-
rung
Total Bedarf

C._____

Beklagter

Fr.  250.–
977.–
Fr. 
750.–
Fr. 
5.–
Fr. 

Fr.  8'199.–
Fr.  850.–
Fr.  910.–
Fr.  153.–

Ehefrau des 
Beklagten

Fr.
Fr. 
Fr. 
Fr. 

0.–
850.–
910.–
243.–

D._____

Fr. 
Fr. 
Fr. 
Fr. 

200.–
400.–
455.–
5.–

Fr. 

27.75

Fr.  1'190.–

Fr. 

0.–

Fr. 

0.–

Fr. 

200.–

Fr.  210.–

Fr. 

15.–

Fr.  4.50

Fr. 

4.50

Fr.  1'974.75

Fr.  3'317.50

Fr.  2'007.50

Fr. 

860.–

3.6.1   Das  Einkommen  des  Beklagten  und  die  Kinderzulagen  von  C._____  und 

D._____ wurden nicht angefochten und sind nicht zu beanstanden (Urk. 285 S. 17). 

Der  Beklagte  bezog  sowohl  die  Kinderzulagen  von  C._____  als  auch  diejenigen 

von  D._____  (Urk.  232/4).  Der  Ehefrau  des  Beklagten  ist  es  aufgrund  ihrer  MS-

Erkrankung nicht möglich, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen, was ebenfalls un-

angefochten blieb.

3.6.2   Die Grundbeträge des Beklagten und D._____ entsprechen den Richtlinien. 

Der Ehefrau des Beklagten ist gemäss den Richtlinien ebenfalls der hälftige Ehe-

gattengrundbetrag von Fr. 850.– anzurechnen. 

Der Grundbetrag von C._____ geht – entgegen der Ansicht des Beklagten – aus 

Urk. 5/13  hervor  und  betrug  von  Mai  2013  bis  und  mit  Mai  2014  monatlich

Fr.  977.–.  Grundsätzlich  beträgt  der  Grundbetrag  eines  über  10-jährigen  Kindes 

zwar  lediglich  Fr.  600.–.  Dieser  ist  jedoch  im  Zusammenhang  mit  dem  erhöhten 

Grundbetrag des betreuenden Elternteils von Fr. 1'350.– zu sehen. Da C._____ in 

einer  Wohngemeinschaft  fremdplatziert  wurde  und  somit  nicht  davon  profitierte, 

dass der betreuende Elternteil für Hygieneartikel etc. aufkam, rechtfertigt es sich, 

ihm einen höheren Grundbetrag anzurechnen. Zu berücksichtigen ist zudem, dass 

gemäss den Richtlinien einer alleinstehenden Person in Haushaltsgemeinschaft mit 

erwachsenen Personen sogar ein Grundbetrag von Fr. 1'100.– anzurechnen wäre. 

- 18 -

Da aber davon auszugehen ist, dass auch im Jugendwohnheim, E._____, gewisse 

Kosten wie beispielsweise für Putzmittel, Geschirrspühltabs etc. geteilt wurden, er-

scheint der bevorschusste Grundbetrag von Fr. 977.– als angemessen. Entspre-

chend kann die Befürchtung des Beklagten, dass noch Kommunikationskosten an-

gerechnet wurden, ausgeschlossen werden. Auch die Zusatzversicherung für die 

Krankenkasse wurde nicht in den Grundbetrag eingerechnet, da dies separat aus-

gewiesen  worden  wäre  (Urk.  5/13  Spalte  B4).  Da  C._____  mit  Entscheid  vom 

16. April  2013  fremdplatziert  wurde  (Urk. 5/4)  und  erst  per  20. April  2013  in  die 

Wohngemeinschaft zog (Urk. 5/14), wurde der Grundbetrag für April 2013 lediglich 

pro rata in Höhe von Fr. 325.65 bevorschusst (Urk. 18/1).

3.6.3   Die Wohnkosten des Beklagten und seines Sohnes D._____ sind ausgewie-

sen und weiterhin im Umfang von Fr. 910.– beim Beklagten und im Umfang von 

Fr. 455.– bei D._____ zu berücksichtigen. Zudem sind bei der Ehefrau des Bekla-

gen ebenfalls Wohnkosten von Fr. 910.– zu berücksichtigen (Urk. 38/19). 

Die Wohnkosten von C._____ sind ebenfalls ausgewiesen und belaufen sich auf 

monatlich Fr. 750.– (Urk. 5/12, Urk. 5/14 sowie Urk. 18/1-2). Für April 2013 wurden 

diese lediglich pro rata (für den Zeitraum vom 20. April 2013 bis zum 30. April 2013) 

im Umfang von Fr. 225.– bevorschusst (Urk. 18/1). Von Juni 2013 bis und mit Au-

gust 2013 kamen noch die Kosten für die Wohnbegleitung in Höhe von Fr. 500.– 

dazu, sodass die Wohnkosten in diesen Monaten je Fr. 1'250.– betrugen (Urk. 5/18 

sowie  Urk. 18/1).  Da  es  nicht  zumut-  und  verantwortbar  erschien,  dass  C._____ 

weiterhin  unter  der  Obhut  des  Beklagten  leben  würde,  wurde  er  fremdplatziert 

(Urk. 5/4  S.  3  und  5).  Durch  die  Platzierung  von  C._____  in  einer  Wohngemein-

schaft entfiel die Betreuung durch einen Elternteil. Aufgrund seiner Minderjährigkeit 

war es daher zu Beginn notwendig, dass eine erwachsene Person wöchentlich vor-

beischaute, um nach dem Rechten zu sehen. Dies ist auch unter dem Aspekt der 

relativen  Geschwistergleichbehandlung  durchaus  gerechtfertigt.  D._____  wurde 

ebenfalls von seiner Mutter, der Ehefrau des Beklagten, betreut. Sodann wird selbst 

vom Beklagten in seiner Berufung auf die finanziellen Auswirkungen dieser Betreu-

ung hingewiesen, so führt er aus, seine Ehefrau habe u.a. aufgrund dieser Betreu-

ung keine Erwerbstätigkeit aufnehmen können (Urk. 284 S. 19). Es rechtfertigt sich 

- 19 -

daher und gestützt darauf, dass die Eltern auch für Kindesschutzmassnahmen auf-

kommen müssen (Art. 276 aZGB), sowie aufgrund der zeitlich beschränkten Dauer 

von  lediglich  drei  Monaten,  die  Kosten  der  Wohnbegleitung  für  die  Monate  Juni 

2013 bis und mit August 2013 von monatlich Fr. 500.– zu den Wohnkosten hinzu-

zurechnen. Die ebenfalls in der Phase der Minderjährigkeit bevorschussten Fr. 52.– 

für die Gebühren betreffend den Wohnungswechsel können im Rahmen des be-

treibungsrechtlichen Existenzminimums jedoch nicht berücksichtigt werden. 

Bei  C._____  sind  somit  für  April  2013  Wohnkosten  von  Fr.  225.–,  für  Mai  2013 

Wohnkosten von Fr. 750.–, für Juni 2013 bis und mit August 2013 Wohnkosten von 

monatlich Fr. 1'250.– (inkl. Wohnbegleitung) und von September 2013 bis und mit 

Mai  2014  wiederum  Wohnkosten  von  monatlich  Fr.  750.–  zu  berücksichtigen 

(Urk. 5/12, Urk. 5/14 sowie Urk. 18/1-2).

3.6.4   Betreffend die Krankenkassenprämien (KVG) hatte die Vorinstanz wie auch 

der Beklagte in seiner Berufung ausschliesslich auf die Prämien des Jahres 2014 

abgestellt (Urk. 38/26, Urk. 284 S. 19 sowie Urk. 285 S. 17 und S. 20). Da sich die 

Phase des Minderjährigenunterhalts jedoch sowohl auf das Jahr 2013 als auch das 

Jahr 2014 erstreckt, sind die Krankenkassenprämien beider Jahre zu berücksichti-

gen, und es ist ein Durchschnittswert zu ermitteln. Sodann ist zu berücksichtigen, 

dass diese stets direkt vom Beklagten bezahlt und nicht von der Klägerin bevor-

schusst wurden.

Die  monatliche  Krankenkassenprämie  des  Beklagten  belief  sich  monatlich  auf 

durchschnittlich Fr. 153.– (neun Monate im Jahr 2013 à Fr. 136.85 + fünf Monate 

im Jahr 2014 à Fr. 181.15; [Urk. 38/26]). Diejenige der Ehefrau des Beklagten be-

trug monatlich durchschnittlich Fr. 243.– (neun Monate im Jahr 2013 à Fr. 227.95 

+ fünf Monate im Jahr 2014 à Fr. 270.45; [Urk. 38/26]). Diejenigen von C._____ 

und D._____ betrugen monatlich durchschnittlich gerundet je Fr. 5.– (neun Monate 

im Jahr 2013 à Fr. 0.– + fünf Monate im Jahr 2014 à Fr. 66.75; [Urk. 38/26]). 

3.6.5  Die Fahrten zum Arbeitsplatz des Beklagten in Höhe von Fr. 1'190.– sowie 

die Fahrten von C._____ ans Gymnasium von Fr. 27.75 wurden nicht angefochten 

und sind entsprechend der vorinstanzlichen Berechnung zu übernehmen (Urk. 285 

- 20 -

S.  18  f.  sowie  Urk.  5/15;  vgl.  auch  https://www.sbb.ch/de/kaufen/pages/strecke/ 

strecke.xhtml; Ticket würde heute monatlich sogar Fr. 67.– kosten, zuletzt besucht 

am 10. Dezember 2024). Für April 2023 wurden diese Kosten wiederum nur pro 

rata (vom 20. April 2013 bis zum 30. April 2013) in Höhe von Fr. 9.25 bevorschusst 

(Urk. 18/1).

Der  Ehefrau  des  Beklagten  sind  –  entgegen  der  Ansicht  des  Beklagten  –  keine 

Kosten für das Auto anzurechnen. Gemäss den Richtlinien sind Autokosten zu be-

rücksichtigen, wenn dem Fahrzeug Kompetenzqualität zukommt. Dies ist nament-

lich dann der Fall, wenn das Fahrzeug zur Ausübung des Berufes oder für die Fahr-

ten an den Arbeitsplatz benötigt wird. Diesbezüglich hat die Vorinstanz zutreffend 

festgehalten,  dass  die  Ehefrau  des  Beklagten  keiner  Erwerbstätigkeit  nachgehe 

(Urk. 285 S. 28). Der Beklagte macht indes geltend, dass seine Ehefrau das Fahr-

zeug für Fahrten zum Arzt, zu den Therapien und für das Fahren von D._____ brau-

che (Urk. 284 S. 21). Als sie selber zum Gebrauch ihres Autos gefragt wurde, gab 

sie spontan an, sie fahre zum Beispiel ihren Sohn oft zum Zahnarzt (Urk. 248 S. 

12). Dass sie wegen ihrer Krankheit derart stark in ihrer Bewegung eingeschränkt 

wäre, dass einem eigenen Fahrzeug ausnahmsweise, im Sinne eines unentbehrli-

chen  Hilfsmittels  einer  Invaliden,  Kompetenzqualität  zuzuschreiben  wäre  (BGer 

5A_57/ 2016 vom 20. April 2016 E. 4.2; BGE 106 III 104ff. = Pra 1981, Nr. 81; OGer 

ZH PS220011-O vom 3. Juni 2022 E. 4.4.1), geht aus dem Prozessstoff nicht hervor 

(vgl. Urk. 248 S. 14 f.). Entsprechend können ihr keine Autokosten im Bedarf ange-

rechnet werden.

3.6.6   Die  Kosten  für  die  auswärtige  Verpflegung  von  C._____  in  Höhe  von  Fr. 

200.– sind ausgewiesen (Urk. 5/15), selbst wenn nicht die Quittungen jedes Mittag-

essens beigelegt wurden. Das Menu in der Mensa der Kantonsschule F._____ kos-

tet heute zwischen Fr. 10.– bis Fr. 14.– (https://…-restaurant.ch/de/menuplan/, zu-

letzt besucht am 10. Dezember 2024). Dies wird sich in den letzten zehn Jahren 

nicht  wesentlich  verändert  haben.  Die  berücksichtigten  Fr.  200.–  sind  somit  ge-

rechtfertigt. Auch die Kosten für die auswärtige Verpflegung wurden für April 2013 

lediglich pro rata (vom 20. April 2013 bis zum 30. April 2013) in Höhe von Fr. 66.70 

bevorschusst (Urk. 18/1). 

- 21 -

Der Beklagte rügt, er habe seine Mehrauslagen für die auswärtige Verpflegung in 

Höhe von monatlich Fr. 300.– belegt. Entsprechend seien bei ihm Fr. 300.– und 

nicht  wie  von  der  Vorinstanz  erwogen  lediglich  Fr.  210.–  zu  berücksichtigen 

(Urk. 284 S. 20). Der Beklagte legte zwar diverse Quittungen der Monate April 2013 

bis Oktober 2013 ins Recht, welche teilweise Mehrauslagen ausweisen. Aus den 

Quittungen geht aber auch hervor, dass der Beklagte nicht an 21.7 Arbeitstagen 

Mehrauslagen  hatte,  sondern  nur  jeweils  an  16  bis  19  Tagen  pro  Monat 

(Urk. 38/24). Ob der Beklagte an den restlichen Tagen gar keine Mehrauslagen für 

auswärtige Verpflegung hatte oder diese lediglich Fr. 10.– betrugen, erhellt nicht. 

Ab Oktober 2013 sind gar keine Mehrauslagen mehr belegt, und es ist wiederum 

unklar, ob keine Kosten für die auswärtige Verpflegung mehr angefallen sind oder 

lediglich  keine  Mehrauslagen.  Indem  die  Vorinstanz  somit  von  einem  Durch-

schnittswert  von  Mehrauslagen  zwischen  Fr.  5.–  und  Fr.  15.–  ausging  und  beim 

Beklagten monatlich Fr. 210.– berücksichtigte, hatte sie die Mehrauslagen des Be-

klagten angemessen berücksichtigt, was zu bestätigen ist.

Bei  der  Ehefrau  des  Beklagten  fielen  mangels  Erwerbstätigkeit  und  bei  D._____ 

aufgrund seines jungen Alters keine Kosten für auswärtige Verpflegung an. 

3.6.7   Gemäss den Richtlinien gehörten auch die Kosten für die Hausrat- und Haft-

pflichtversicherung zum betreibungsrechtlichen Existenzminimum. 

Diese betrugen beim Beklagten und seiner Ehefrau je Fr. 4.50 (Urk. 38/25 sowie 

Urk. 285 S. 24). 

Die Klägerin bevorschusste für C._____ die Prämie für die Hausrat- und Haftpflicht-

versicherung ab November 2013 in Höhe von Fr. 118.75 (Urk. 18/1). Diese galt bis 

und mit April 2014. Für Mai 2014 bis April 2015 wurde eine neue Versicherung mit 

einer Prämie in Höhe von Fr. 159.05 abgeschlossen (Urk. 5/16). Dies ergibt durch-

schnittliche  Kosten  für  die  Hausrat-  und  Haftpflichtversicherung  von  C._____  in 

Höhe von monatlich Fr. 15.– (sechs Monate à Fr. 20.– sowie einen Monat à Fr. 13.– 

[heruntergerechnet  auf  die  gesamte  Phase  von  September  2013  bis  Mai  2014; 

Fr. 133.– / neun Monate = Fr. 15.–]). 

- 22 -

3.7.1   Dem Einkommen des Beklagten von Fr. 8'199.– sowie den Kinderzulagen 

von C._____ in Höhe von Fr. 250.– bzw. D._____ in Höhe von Fr. 200.–, welche 

vom Beklagten bezogen wurden, standen im April 2013 folgende betreibungsrecht-

liche Existenzminima gegenüber: 

– Beklagter:

Fr. 3'317.50;

– Ehefrau des Beklagten: 

Fr. 2'007.50;

– C._____: 

– D._____: 

Fr.

Fr.

646.60;

860.–.

Der Beklagte ist somit in der Lage, mit seinem Einkommen sowie den von ihm be-

zogenen Kinderzulagen von insgesamt Fr. 8'549.– den Gesamtbedarf der Familie 

von Fr. 6'831.60 zu decken. Vom Bedarf von C._____ im April 2013 in Höhe von 

Fr. 626.60 sind jedoch die Krankenkassenprämien in Höhe von Fr. 5.– in Abzug zu 

bringen, da diese durch den Beklagten direkt beglichen wurden. Entsprechend hat 

er der Klägerin für den Monat April 2013 Fr. 621.60 zu bezahlen. 

3.7.2   Im Mai 2013 standen dem Einkommen des Beklagten von Fr. 8'199.– sowie 

den Kinderzulagen von C._____ in Höhe von Fr. 250.– bzw. D._____ in Höhe von 

Fr. 200.–, welche vom Beklagten bezogen wurden, folgende betreibungsrechtliche 

Existenzminima gegenüber:

– Beklagter:

Fr. 3'317.50;

– Ehefrau des Beklagten:

Fr. 2'007.50;

– C._____: 

– D._____:

Fr.

Fr.

1'974.75;

860.–.

Der Beklagte ist somit in der Lage, mit seinem Einkommen sowie den von ihm be-

zogenen Kinderzulagen von insgesamt Fr. 8'649.– den Gesamtbedarf der Familie 

von Fr. 8'159.75 zu decken. Vom Bedarf von C._____ im Mai 2103 in Höhe von 

Fr. 1'974.75 sind wiederum die Krankenkassenprämien in Höhe von Fr. 5.– in Ab-

zug zu bringen, da diese durch den Beklagten direkt beglichen wurden. Entspre-

chend hat er der Klägerin für den Monat Mai 2013 Fr. 1'969.75 zu bezahlen. 

3.7.3   In den Monaten Juni 2013 bis und mit August 2013 standen dem Einkommen 

des Beklagten von Fr. 8'199.– sowie den Kinderzulagen von C._____ in Höhe von 

- 23 -

Fr. 250.–  bzw.  D._____  in  Höhe  von  Fr.  200.–,  welche  vom  Beklagten  bezogen 

wurden, folgende betreibungsrechtliche Existenzminima gegenüber:

– Beklagter: 

Fr. 3'317.50;

– Ehefrau des Beklagten:

Fr. 2'007.50;

– C._____: 

– D._____:

Fr.

Fr.

2'474.75;

860.–.

Dem Gesamteinkommen der Familie von monatlich Fr. 8'649.– stand ein Gesamt-

bedarf von monatlich Fr. 8'659.75 gegenüber. Es fehlten somit monatlich Fr. 10.75. 

Da Unterhaltsbeiträge der minderjährigen Kinder sämtlichen anderen Unterhalts-

pflichten und somit auch dem ehelichen Unterhalt vorgehen, sind vorab die betrei-

bungsrechtlichen Existenzminima von C._____ und D._____ zu decken. Da auch 

nicht in das Existenzminimum des Unterhaltsschuldners eingegriffen werden darf, 

hat die Ehefrau des Beklagten das Manko von Fr. 10.75 zu tragen. Der Beklagte 

hat  somit  das  betreibungsrechtliche  Existenzminimum  von  C._____  in  Höhe  von 

Fr. 2'474.75 zu decken, wovon wiederum die monatlich direkt bezahlten Kranken-

kassenprämien  von  Fr.  5.–  in  Abzug  zu  bringen  sind.  Entsprechend  hat  der  Be-

klagte  der  Klägerin  für  die  Monate  Juni  2013  bis  und  mit  August  2013  je 

Fr. 2'469.75, insgesamt somit Fr. 7'403.25 (3 × Fr. 2'469.75) zu bezahlen. 

3.7.4   In  den  Monaten  September  2013  bis  und  mit  Mai  2014  standen  dem  Ein-

kommen des Beklagten von Fr. 8'199.– sowie den Kinderzulagen von C._____ in 

Höhe von Fr. 250.– bzw. D._____ in Höhe von Fr. 200.–, welche vom Beklagten 

bezogen wurden, folgende betreibungsrechtlichen Existenzminima gegenüber:

– Beklagter:

– Ehefrau des Beklagten:

Fr. 3'317.50;

Fr. 2'007.50;

– C._____:

– D._____:

Fr. 1'974.75;

Fr. 860.–.

Der Beklagte ist wieder in der Lage, mit seinem Einkommen sowie den von ihm 

bezogenen Kinderzulagen von insgesamt Fr. 8'649.– den Gesamtbedarf der Fami-

lie von Fr. 8'159.75 zu decken. Vom monatlichen betreibungsrechtlichen Existenz-

minimum von C._____ in Höhe von Fr. 1'974.75 sind wiederum die Krankenkas-

senprämien in Höhe von Fr. 5.– in Abzug zu bringen, da diese durch den Beklagten 

- 24 -

direkt beglichen wurden. Entsprechend hat der Beklagte der Klägerin für die Mo-

nate September 2013 bis Mai 2014 je Fr. 1'969.75, insgesamt somit Fr. 17'727.75 

zu bezahlen. 

3.8 Die Vorinstanz erwog, dass die in Deutschland lebende leibliche Mutter von 

C._____ nicht leistungsfähig sei, um sich an den Unterhaltsbeiträgen zu beteiligen. 

Dies blieb unangefochten und wurde nicht beanstandet. Zudem kam die Mutter von 

C._____  für  den  unter  ihrer  Obhut  lebenden  Bruder  von  C._____,  G._____,  auf, 

sodass davon auszugehen ist, dass ihr keine finanziellen Mittel mehr verblieben, 

um für die Unterhaltsbeiträge von C._____ aufzukommen (Urk. 284 S. 5 ff. sowie 

Urk. 285 S. 17). 

4.

Insgesamt ist der Beklagte zu verpflichten, der Klägerin für die Phase der Min-

derjährigkeit, vom 20. April 2013 bis zum 31. Mai 2014, Fr. 27'722.35 zurückzube-

zahlen. 

B. Unterhaltsbeitrag für die Phase der Volljährigkeit (Juni 2014)

1.

Persönliche Unzumutbarkeit

1.1 In Bezug auf den Volljährigenunterhalt erwog die Vorinstanz, die Unterhalts-

pflicht der Eltern gegenüber ihrem Kind dauere gemäss Art. 277 Abs. 1 ZGB grund-

sätzlich bis zur Volljährigkeit des Kindes. Habe das volljährige Kind noch keine an-

gemessene Ausbildung, so hätten die Eltern, soweit es ihnen nach den gesamten 

Umständen zugemutet werden dürfe, für seinen Unterhalt aufzukommen, bis eine 

entsprechende  Ausbildung  ordentlicherweise  abgeschlossen  werden  könne.  Die 

schuldhafte  Verletzung  von  familiären  Pflichten  könne  die  Zahlung  von  Volljähri-

genunterhalt  in  persönlicher  Hinsicht  unzumutbar  machen,  namentlich  wenn  das 

Kind die Beziehung ohne Grund aus eigenem Willen bewusst abbreche oder sich 

grundlos  dem  persönlichen  Verkehr  entziehe.  Zur  Bejahung  der  Unzumutbarkeit 

sei  jedoch  erforderlich,  dass  das  Kind  allein  für  das  erheblich  gestörte  oder  gar 

zerstörte  Eltern-Kind-Verhältnis  verantwortlich  sei  und  ihm  die  Kontaktverweige-

rung  zudem  subjektiv  vorgeworfen  werden  könne.  Bei  blosser  Mitverantwortung 

bleibe die Leistung von Volljährigenunterhalt zumutbar. Im vorliegenden Fall liege 

- 25 -

dem Gericht ein Entscheid der KESB Winterthur-Andelfingen vom 16. April 2013 

vor, in dem die elterliche Obhut vom Beklagten über C._____ nach Art. 310 Abs. 1 

ZGB aufgehoben und über die Errichtung einer Beistandschaft nach Art. 308 Abs. 2 

ZGB  entschieden  worden  sei.  Sowohl  eine  Beschwerde  vor  dem  Bezirksrat  als 

auch eine Beschwerde vor dem Obergericht seien abgewiesen worden. In diesem 

Entscheid der KESB Winterthur-Andelfingen sei eine akute Gefährdung des Kinds-

wohls erkannt worden, weshalb es nicht mehr länger zumut- und verantwortbar ge-

wesen  sei,  den  Sohn  unter  der  Obhut  seines  Vaters  zu  belassen.  Aus  dem  in 

Rechtskraft  erwachsenen  Entscheid  der  KESB  Winterthur-Andelfingen  vom 

16. April 2013 gehe klar hervor, dass C._____ nicht allein für das zerstörte Eltern-

Kind-Verhältnis verantwortlich sei. Es liege klar mindestens eine Mitverantwortung 

des  Beklagten  vor,  weshalb  die  Leistung  von  Volljährigenunterhalt  zumutbar  sei 

(Urk. 285 S. 14).

1.2 Der Beklagte rügt, die Vorinstanz habe den Sachverhalt unzutreffend ermittelt 

und Bundesrecht verletzt, indem sie sich auf den Standpunkt gestellt habe, dass 

sowohl  Volljährigen-  als  auch  Minderjährigenunterhalt  geschuldet  sei  (Urk.  284 

S. 6).  Die  Leistung  von  Unterhaltsbeiträgen  sei  ihm  persönlich  unzumutbar,  da 

C._____ seine familiären Pflichten auf das Gröbste in schuldhafter Weise verletzt 

habe (Urk. 284 S. 13). So habe sich C._____ anlässlich seiner Hochzeitsfeier im 

August 2010 gegenüber den Gästen in ehrverletzender Weise über ihn geäussert, 

wie er ihn hasse und er werde es ihm schon noch zeigen. Streitereien zwischen 

ihm und C._____ seien an der Tagesordnung gewesen und C._____ sei am Wo-

chenende mehrfach ohne Nachricht bis 03.00 Uhr weggeblieben, obwohl nur ein 

Ausgang bis 00.00 Uhr bewilligt worden sei. Auch sei C._____ ohne Abmeldung 

verschwunden, sodass er ihn bei der Polizei als entlaufen habe melden müssen. 

C._____ habe ihn beschimpft und beleidigt und habe ihm mitgeteilt, er werde ihn 

physisch,  psychisch  und  finanziell  ruinieren.  Weiter  habe  C._____  seinen  Büro-

schlüssel geklaut und den WLAN-Router gehackt, welchen er aus gesundheitlichen 

Gründen über Nacht abgeschaltet habe. Den Schlüssel vom Büro habe C._____ 

einige Tage bei sich im Schulspind behalten, womit es dem Beklagten nicht möglich 

gewesen sei, sein Büro für Arbeiten zu betreten. Der herbeigerufenen Polizei habe 

C._____  das  Hacking  eingestanden.  Einige  Tage  später  sei  der  Schlüssel  offen 

- 26 -

herumgelegen  und  C._____  habe  kühn  behauptet,  er  sei  dort  gelegen.  Um  ihm 

auch finanziell zu schaden, habe C._____ im tiefen Winter die Heizung voll aufge-

dreht und die Fenster in seinem Zimmer offenstehen lassen. Anschliessend habe 

er das Zimmer abgeschlossen und das Haus verlassen (Urk. 284 S. 6 f.). Darüber 

hinaus habe C._____ auch physische Gewalt ausgeübt. C._____ habe ihn gegen 

den Schrank geworfen, gewürgt und gedroht, er werde alle Wasserhähne aufdre-

hen und dann abhauen. Ein anderes Mal habe C._____ seine Hand gepackt und 

den  Daumen  nach  hinten  gedreht.  Anschliessend  habe  er  mit  der  rechten  Faust 

gegen seinen linken Unterkiefer geschlagen. Seit diesem Vorfall leide er an einem 

stressbedingten Tinnitus (Urk. 284 S. 8 und 10). Sodann habe C._____ in einer E-

Mail vom 9. Dezember 2011 seinem Cousin seine wahre Vorgehensweise und In-

tention offengelegt. Er träume von einer Pflegefamilie und setze alles daran, dass 

sein Plan gelingen möge. Aus der E-Mail gehe weiter hervor, dass er den Vater für 

sein früheres Verhalten gegenüber der Mutter bestrafen und schädigen wolle (Urk. 

284 S. 8 f.). Der Beklagte und seine Ehefrau hätten in Angst gelebt und befürchtet, 

dass sich die Aggressionen auch gegen den kleinen Halbbruder richten könnten 

(S.  284  S.  11  und  14).  C._____  habe  mit  seinem  Verhalten  systematisch  einen 

Konflikt  geschürt  und  keine  Möglichkeit  ausgelassen,  seine  familiären  Pflichten 

aufs Gröbste zu verletzen (Urk. 284 S. 13).

Er, der Beklagte, habe nichts unversucht gelassen, um die Auseinandersetzungen 

zu entschärfen, was auch aus dem Mailverkehr zwischen ihm und seiner Ehefrau 

an die diversen Amtsstellen/Kriseninterventionsstellen deutlich hervorgehe. Entge-

gen der Ansicht der Vorinstanz habe er alles unternommen, um C._____ eine lie-

bevolle und angemessene Pflege und Erziehung zu gewähren. So habe er sich an 

die Jugendberatung H._____ gewandt, um Lösungen zu finden, und es sei die psy-

chologische  Beratungsstelle  des  Gymnasiums  F._____  besucht  worden.  Ansch-

liessend habe man sich an das KJPD Winterthur, mithin Herrn I._____, gewandt. 

C._____ habe jedoch dessen Hilfe nicht wirklich akzeptiert. Es seien Abmachungen 

getroffen  worden,  die  von  ihm  (dem  Beklagten)  eingehalten  worden  seien,  nicht 

aber von C._____. Frau J._____ vom Haus H._____ habe das ungebührliche und 

aufbrausende Verhalten durchschaut und C._____ nochmals ins Gewissen gere-

det.  Aufgrund  des  Vorschlags  von  Frau  J._____  hätten  er,  seine  Ehefrau  sowie 

- 27 -

C._____  eine  Familientherapie  bei  Frau  K._____,  Stiftung  Krisenintervention 

Schweiz,  besucht.  Mit  der  Übernahme  des  Dossiers  durch  Frau  L._____  sei  es 

C._____ gelungen, das Blatt in seinem Sinne zu wenden und sein Ziel zu erreichen, 

dass er noch vor der Volljährigkeit habe ausziehen können. Hierzu habe er weiter-

hin  seine  Lügen  verbreitet,  die  von  Frau  L._____  ungefiltert  und  ungeprüft  über-

nommen worden seien. Sie habe schliesslich am 15. Februar 2013 eine Gefähr-

dungsmeldung bei der KESB eingereicht. Der Beklagte habe sich gegenüber der 

KESB am 26. Februar 2013 gegen einen Entzug der Obhut ausgesprochen, weil er 

geglaubt  habe,  er  könne  die  pubertätsbedingten  Probleme  mit  C._____  mit  Hilfe 

von  Gesprächen  lösen.  Mit  Beschluss  vom  13.  April  2013  [recte:  16.  April  2013] 

habe ihm die KESB die elterliche Obhut entzogen und C._____ im E._____ im Ju-

gendwohnheim in M._____ untergebracht. In der Begründung habe die KESB aus-

schliesslich auf die Aussage von C._____ abgestellt, welcher wahrheitswidrig be-

hauptet habe, der Beklagte habe ihn ins Gesicht geschlagen. Die KESB habe sich 

darauf verlassen, dass die Situation sorgfältig abgeklärt worden sei, hingegen sei 

Frau  L._____  davon  ausgegangen,  die  KESB  werde  die  Angelegenheit  entspre-

chend  überprüfen.  Somit  sei  C._____  mit  seinen  geschickten  Manipulationen 

durchgedrungen (Urk. 284 S. 7 ff.).

Vor diesem Hintergrund erkläre sich, dass er, der Beklagte, schlichtweg keine Kraft 

mehr gehabt habe, sich gegen den Beschluss der KESB vom 16. April 2013 zur 

Wehr zu setzen. Sodann habe er schmerzlich erkennen müssen, dass seine Be-

mühungen um den Sohn allesamt ins Leere gelaufen seien. C._____ sei mit seinen 

Lügen  durchgedrungen,  und  seine  Behauptungen  seien,  wie  alles  andere,  nicht 

durch  die  KESB  geprüft  worden  bzw.  sei  ihm  nicht  einmal  das  rechtliche  Gehör 

gewährt worden. Andernfalls hätte die KESB zur Kenntnis nehmen müssen, dass 

die Aggressionen erneut von C._____ ausgegangen seien. Seitdem habe kein per-

sönlicher Kontakt mehr zwischen ihm und C._____ stattgefunden. C._____ zeige 

keinerlei Interesse an einem weiteren Kontakt (Urk. 284 S. 11 f.). Auch nach Eintritt 

der Volljährigkeit habe sich C._____ jeglichen Kontakts entzogen. In diesem Alter 

hätte er den Beklagten auch über seine beruflichen Pläne zumindest in groben Zü-

gen informieren müssen. Ausbildungs- bzw. berufliche Lebensplanung sei von den 

Eltern und dem Kind gemeinsam zu entwickeln. Hierbei habe die Planung fortlau-

- 28 -

fend,  gewissermassen  rollend  zu  erfolgen.  Das  Kind  treffe  eine  Zusammenwir-

kungs- und Einigungspflicht (Urk. 284 S. 14).

Aus  dem  Gesagten  ergebe  sich,  dass  sich  C._____  heute  lediglich  darauf  be-

schränke, die verlangten Unterhaltszahlungen einzufordern. Diese Haltung sei an-

gesichts seines rüden Verhaltens geradezu rechtmissbräuchlich. Sodann habe die 

KESB den Sachverhalt nicht sorgfältig abgeklärt, sondern die Behauptungen von 

C._____ ungefiltert übernommen. Er sei zu den einzelnen Vorwürfen nur teilweise 

befragt worden. Insbesondere habe es die KESB unterlassen, dem wahrheitswid-

rigen Vorwurf von C._____ nachzugehen, wonach er ihn am 7. April 2013 geschla-

gen haben solle. Wäre hier – so der Beklagte weiter – eine genaue Untersuchung 

erfolgt, so hätte die KESB leicht feststellen können, dass es sich genau umgekehrt 

verhalten habe: Der Sohn sei auf den Vater losgegangen, nicht umgekehrt. Würde 

man ihm Unterhaltsbeiträge auferlegen, so würde er zum reinen Zahlvater herab-

gewürdigt, was gegen den Willen des Gesetzgebers sei. Die Bezahlung von Unter-

haltsbeiträgen sei unter den gegebenen Umständen als unzumutbar im Sinne von 

Art. 277 Abs. 2 ZGB zu bewerten (Urk. 284 S. 15 f.).

1.3 Die Klägerin lässt sich nicht zur Sache vernehmen (Urk. 291 S. 1 f.).

1.4 Die Eltern haben für den Unterhalt ihres Kindes aufzukommen, und zwar unter 

Einschluss  der  Kosten  für  die  Ausbildung  (Art.  276  Abs.  1  aZGB).  Die  elterliche 

Unterhaltspflicht  dauert  grundsätzlich  bis  zur  Mündigkeit  des  Kindes  (Art.  277 

Abs. 1 aZGB). Befindet sich dieses zu jenem Zeitpunkt noch in Ausbildung, so ha-

ben die Eltern, soweit es ihnen nach den gesamten Umständen zugemutet werden 

darf, für seinen Unterhalt weiterhin aufzukommen, bis die Ausbildung ordentlicher-

weise abgeschlossen werden kann (Art. 277 Abs. 2 aZGB).

Mit  dem  Kriterium  der  Zumutbarkeit  wird  der  Ausnahmecharakter  der  elterlichen 

Unterhaltspflicht über die Volljährigkeit des Kindes hinaus unterstrichen. Zu beach-

ten sind unter diesem Gesichtspunkt nicht nur die wirtschaftlichen Verhältnisse der 

Eltern,  sondern  auch  die  persönlichen  Beziehungen  zwischen  diesen  und  ihrem 

Kind. Für ein studierendes volljähriges Kind sind den Eltern weniger weitgehende 

Einschränkungen zuzumuten als für ein unmündiges Kind. Von der wirtschaftlichen 

- 29 -

Leistungsfähigkeit abgesehen erscheint die Verpflichtung der Eltern zu Unterhalts-

leistungen  dann  als  zumutbar,  wenn  das  Kind  seinen  Fähigkeiten  entsprechend 

pflichtbewusst  seinen  Studien  nachgeht,  die  familienrechtlichen  Pflichten  gegen-

über dem Unterhaltsverpflichteten befolgt und sich so verhält, dass das Eltern-Kind-

Verhältnis  nicht  durch  eigenes  Verschulden  in  einer  für  die  Eltern  untragbaren 

Weise  beeinträchtigt  wird.  Für  die  Unzumutbarkeit  wird  vorausgesetzt,  dass  das 

volljährige  Kind  schuldhaft  seinen  Pflichten  der  Familie  gegenüber  nicht  nach-

kommt, dass es mithin ohne Grund aus eigenem Willen die persönlichen Beziehun-

gen zu den Eltern abbricht oder sich grundlos dem persönlichen Verkehr mit ihnen 

entzieht. Das Kind muss die Verantwortung dafür tragen, dass das Eltern-Kind-Ver-

hältnis erheblich gestört oder gar zerstört ist, und diese Verantwortung muss ihm 

subjektiv zum Vorwurf gereichen. Allerdings darf nicht übersehen werden, dass ge-

mäss Art. 272 aZGB auch die Eltern gegenüber dem Kind alle Rücksicht und Ach-

tung schulden, die das Wohl der Familiengemeinschaft erfordert. Keine Unzumut-

barkeit kann angenommen werden, wo sich der pflichtige Elternteil gegenüber sei-

nem Kind dermassen schuldig gemacht hat, dass der Abbruch jeglicher Beziehung 

geradezu  als  natürliche Folge  erscheint  und  das Gegenteil  nicht  nachvollziehbar 

wäre. Würde man einem Elternteil auch in einem solchen Fall wegen der vollstän-

digen  Kontaktverweigerung  des  Kindes  Unzumutbarkeit  zur  Leistung  von  Unter-

haltsbeiträgen  zubilligen,  könnte  er  sich  dank  seines  grossen  Verschuldens  am 

Zerwürfnis auch noch aus seiner Unterhaltspflicht befreien, was in hohem Masse 

stossend  wäre.  Es  gilt  für  das  Gericht  nach  dem  Gesagten,  einen  Ausgleich  zu 

finden zwischen der erstrebenswerten Entwicklung des Kindes zu einer selbständi-

gen Persönlichkeit einerseits und dem legitimen Anspruch der unterhaltspflichtigen 

Eltern darauf, dass das Kind ihre Weltanschauung und Lebensauffassung respek-

tiere, andererseits. Weder darf das Kind, das auf Unterhaltsleistungen angewiesen 

ist,  übermässigem  Zwang  der  Eltern  ausgesetzt  sein,  noch  sollen  sich  diese  zu 

einer blossen Zahlelternschaft verurteilt sehen (BGE 111 II 413 E. 2, BGE 129 III 

375 E. 4.2, BGE 120 II 177 E. 3c, BGE 113 II 374 E. 2, BGer 5A_ 563/2008 vom 

4. Dezember  2008  E. 5.1).  Schwerwiegende  Störungen  in  persönlicher  Hinsicht 

sind auf Seiten des Unterhaltsberechtigten nur dann zu berücksichtigen, wenn die 

Pflichten gegenüber der Familie im Sinne von Art. 272 aZGB schuldhaft grob ver-

- 30 -

letzt werden (BGer 5C.94/2006 vom 14. Dezember 2006 E. 3). Nicht entschieden 

hat das Bundesgericht die Frage, ob ein Fehlverhalten des Kindes, welches für ein 

völliges  Entfallen  des  Anspruchs  nicht  ausreicht,  unter  Umständen  die  Zuspre-

chung eines reduzierten Unterhaltsbeitrages rechtfertigt. Es hielt jedoch fest, dass 

zweifelhaft erscheine, ob ein fehlerhaftes Verhalten des Kindes dazu führen könne, 

dass ein Unterhaltsanspruch zwar nicht verneint, dem Kind jedoch nur ein herab-

gesetzter Unterhaltsbeitrag zugesprochen werde (BGE 111 II 413 E. 5a).

1.5 Der Beklagte macht geltend, eine Unterhaltszahlung sei für ihn persönlich un-

zumutbar. 

Zwar führt er aus, dass C._____ seine Familienpflichten aufs Gröbste verletzt hätte, 

indem er ihn wiederholt physisch und psychisch angegriffen habe. Die Akten zeigen 

jedoch  ein  anderes  Bild.  Die  familiären  Probleme  zwischen  dem  Beklagten  und 

C._____ führten dazu, dass mehrere Fachstellen um Hilfe ersucht wurden. In der 

Folge  wandte  sich  der  Psychologe  von  C._____,  Herr  N._____  von  der  Stiftung 

Krisenintervention Schweiz, an Frau L._____ vom Zentrum H._____. Er hielt in sei-

ner Stellungnahme fest, dass seit Oktober 2011 ein Kontakt zwischen der Stiftung 

Krisenintervention  Schweiz  und  C._____  bestehe,  damit  C._____  eine  psycho-

soziale Begleitung in der schwierigen familiären Situation erhalte. Zuerst sei seine 

Kollegin, Frau K._____, dafür verantwortlich gewesen. Sie habe Einzelgespräche 

mit  C._____,  aber  auch  ein  gemeinsames  Gespräch  mit  dem  Beklagten  geführt. 

Eine Lösung zwischen C._____ und dem Beklagten habe nicht erarbeitet werden 

können. Im Oktober 2012 habe er dann die Beratung von C._____ übernommen, 

wobei sich gezeigt habe, dass C._____ in den Gesprächen seine Gedanken und 

Gefühle sehr differenziert habe ausdrücken können. Er (Herr N._____) habe ihn als 

einen  zuverlässigen,  zuvorkommenden  und  verantwortungsbewussten  Jugendli-

chen erlebt. C._____ habe ihm von finanziellen, sozialen und emotionalen Beein-

trächtigungen, die er seitens des Beklagten aber auch dessen Ehefrau erlebe, er-

zählt. Am 11. Dezember 2012 habe bei ihm ein Gespräch mit dem Beklagten und 

C._____ stattgefunden. Er habe versucht, die Lage von C._____ zu beschreiben, 

eine gemeinsame Lösung vorzuschlagen und eine externe Unterbringung zu prü-

fen. Dazu bewogen hätten ihn die grossen Spannungen, die sich anscheinend nicht 

- 31 -

lösen lassen würden und wegen der individuellen Entwicklung von C._____, die in 

der Situation gehemmt gewesen sei. Der Beklagte habe sich (nach einer Bedenk-

frist)  gegen  eine  externe  Lösung  ausgesprochen  und  insbesondere  finanzielle 

Gründe genannt. Gemäss Herr N._____ bestand wenig Empathie und Verständnis 

des Beklagten gegenüber C._____. Der Beklagte wolle die grosse seelische Not 

von  C._____  nicht  wahrhaben.  Er,  Herr  N._____,  empfehle,  die  Anliegen  von 

C._____ ernst zu nehmen, und er unterstütze eine externe Lösung, zum Beispiel 

eine betreute Wohngemeinschaft oder eine Pflegefamilie (Urk. 5/6). In der Folge 

sah sich Frau L._____ vom Zentrum H._____, welche C._____ ebenfalls beraten 

hatte, veranlasst, am 15. Februar 2013 bei der KESB Winterthur-Andelfingen die 

Errichtung einer Erziehungsbeistandschaft gemäss Art. 308 Abs. 1 aZGB in Ver-

bindung mit einem Entzug der elterlichen Obhut gemäss Art. 310 aZGB zu bean-

tragen.  Als  Begründung  führte  sie  aus,  dass  der  Beklagte,  seine  Ehefrau  und 

C._____ die Jugend- und Familienberatung im Oktober 2011 erstmals aufgesucht 

hätten, da es grobe Differenzen zwischen dem Beklagten und C._____ gegeben 

habe. Es habe mehrere mediative Gesprächssequenzen gegeben, die kurzfristig 

zu einer Verbesserung der Situation geführt hätten. Die Vater-Sohn-Beziehung sei 

jedoch so von Macht geprägt gewesen, dass eine längerfristige Verbesserung nicht 

möglich gewesen sei. Gespräche mit dem Beklagten alleine hätten nicht dazu ge-

führt,  dass  er  sein  Verhalten  reflektieren  und  die  Entwicklungsaufgaben  des  Ju-

gendlichen in den Vordergrund habe stellen können. Seine Vorstellung der Vater-

Sohn-Beziehung sei beharrlich bei einseitigen Schuldzuweisungen an C._____ mit 

dem Anspruch auf Gehorsam und Dankbarkeit verblieben. Die Konsequenzen bei 

Nichteinhaltung dieser Forderungen hätten im Dezember 2011 gar die Grundbe-

dürfnisse von C._____ beschnitten, indem er kein Geld für Lehrmittel oder das Mit-

tagessen in der Schulmensa erhalten habe. Ebenso habe der Beklagte die Bezah-

lung des Kung-Fu-Sportes verweigert. Sodann habe der Beklagte C._____ damit 

gedroht,  ihn  vom  Gymnasium  in  die  Sekundarschule  zurückzustufen,  wovor 

C._____ am meisten Angst gehabt habe. Da sich die Familie bereit erklärt habe, 

eine Familientherapie bei der Kriseninterventionsstelle Schweiz zu machen, habe 

man zu diesem Zeitpunkt von einer Gefährdungsmeldung abgesehen. Daraufhin 

sei es kurzfristig besser gelaufen, und C._____ habe ihnen mitgeteilt, dass er mit 

- 32 -

seinem Vater wieder richtig gut auskomme. Im August 2012 sei C._____ dann wie-

der mit ihr in Kontakt getreten, nachdem der Beklagte angeblich erneut Drohungen 

finanzieller Art ausgesprochen habe. In der Zwischenzeit habe sich die Situation 

aus Sicht C._____s zunehmend verschlimmert; niemand mehr rede in normalem 

Ton  mit  ihm,  und  er  müsse  die  Schimpftiraden  des  Beklagten  vor  Drittpersonen 

über sich ergehen lassen. C._____ könne sich selbst und sein Verhalten gut reflek-

tieren, zeige auch immer Einsicht und habe in Disputen mit dem Beklagten oft nach-

gegeben. Seine psychische Stabilität sei stark angeschlagen. Eine Einladung des 

Beklagten zu ihr in die Jugend- und Familienberatung habe der Beklagte am 30. 

Oktober 2012 ausgeschlagen. Die Situation sei darauf wieder so akut geworden, 

dass  die  Bezahlung  von  Kung-Fu-Rechnungen  verweigert  worden  sei,  sodass 

diese  durch  einen  Fonds  hätten  beglichen  werden  müssen.  Auch  über  die  Nah-

rungsfinanzierung sei peinlich genau abgerechnet worden. So habe C._____ nicht 

zu Hause zu Mittag essen dürfen, als er früher Schulschluss gehabt habe, weil er 

zuvor Geld für die Mensa bekommen habe. Der Leidensdruck auf C._____ habe 

eine Dimension angenommen, die seine psychische Befindlichkeit und seine Lern-

fähigkeit schwächen würde. Aufgrund des stark autoritären Erziehungsstils verbun-

den mit Schuldzuweisungen, Drohungen, Ausschluss aus dem sozialen familiären 

Umfeld sowie Instrumentalisierung im Elternkonflikt sei eine akute Gefährdung des 

Kindswohls erkennbar. Es gelinge dem Beklagten nicht, seine Erziehungsaufgabe 

adäquat wahrzunehmen. Die Bereitschaft des Beklagten zu einer erneuten Bera-

tung sei weder durch sie (Frau L._____) noch durch Herrn N._____ möglich gewe-

sen. In den stattgefundenen Beratungen hätten sie den Beklagten vordergründig 

verständnisvoll und einsichtig erlebt, aber auch ganz klar in seiner erzieherischen 

Haltung, von der er keinen Millimeter abgewichen sei. Deswegen würden sie auf 

dem Verhandlungsweg keine Möglichkeiten mehr sehen, C._____ in seiner Situa-

tion zu unterstützen. C._____ sei für sein Alter schon sehr reif, und er argumentiere 

sachlich und differenziert. Mit einem Wechsel in die Selbständigkeit könne es ihm 

ermöglicht  werden,  seine  beruflichen  und  privaten  Ziele  zu  erreichen  (Urk.  5/7 

S. 2 ff.). 

In der Folge wurden einerseits C._____ am 26. Februar 2013 (Urk. 233/8) durch 

die Fachmitarbeiterin, Frau O._____, sowie andererseits der Beklagte und die Mut-

- 33 -

ter von C._____ am 13. März 2013 durch das verfahrensleitende Behördenmitglied 

und Vizepräsidenten der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Winterthur-An-

delfingen zu den Anträgen von Frau L._____ angehört (Urk. 233/14 und 233/15). 

Daraus geht hervor, dass der Beklagte sämtliche Kindesschutzmassnahmen kate-

gorisch ablehnte und der Vizepräsident ihn darauf hinweisen musste, dass es sich 

um eine ernsthafte Angelegenheit handle und er die Verharmlosungen des Beklag-

ten nicht nachvollziehen könne. Zudem würde eine Diskrepanz zwischen der Ge-

fährdungsmeldung des Zentrums H._____, der Aussagen der Mutter von C._____ 

und derjenigen des Beklagten bestehen (Urk. 233/15 S. 2). Die Mutter von C._____ 

dagegen  hatte  ausgeführt,  dass  sie  ihrem  Sohn  keine  Steine  in  den  Weg  legen 

werde, nur das Beste für ihn wolle und sie entsprechend mit der ausserfamiliären 

Platzierung  einverstanden  sei  sowie  mit  einer  Einschränkung  des  Sorgerechts 

(Urk. 233/ 14 S. 2 f.). Die KESB Winterthur-Andelfingen liess weitere Abklärungen 

folgen und erkundigte sich nochmals konkret bei Frau L._____ zur Gefährdung des 

Kindswohls (Urk. 233/20). Frau L._____ führte darauf erneut aus, dass es bei ei-

nem  derart  autoritären  Erziehungsstil  aus  fachlicher  Sicht  viele  Auswirkungen 

gebe, die das Wohl des Kindes gefährdeten. Die Gefährdung wirke sich hauptsäch-

lich in psychischer Hinsicht aus. Kinder, denen ständig Disziplinlosigkeit vorgewor-

fen, Fehlverhalten mit Entzug von elementaren Grundbedürfnissen bestraft werde, 

täglich Drohungen, drastischen Strafen, Herabwürdigung ihrer Person und ihrer Le-

bensplanung sowie ständiger Kritik ausgesetzt seien, würden in eine Position der 

Schwäche und Abhängigkeit geraten, die sich auf das ganze weitere Leben aus-

wirke.  Zur  Urteilsfähigkeit  und  Glaubwürdigkeit  von  C._____  hielt  sie  weiter  fest, 

dass er ein überdurchschnittlich intelligenter junger Mann sei, der sich klar und dif-

ferenziert ausdrücken könne; und natürlich würden sie als Fachstelle nicht jedes 

Wort einfach so glauben, sondern sie würden sich über einen längeren Zeitraum 

ein Bild machen und die Systemkomponenten (die Familie) mit in die Beratung ein-

beziehen  und  auf  weitere  fachliche  Unterstützungsmöglichkeiten  verweisen,  was 

auch bei C._____ gemacht worden sei. C._____ habe immer wieder den Wunsch 

geäussert, die Beziehung zu seinem Vater zu verbessern, und er habe in gemein-

samen Gesprächen eingesehen, dass er sich anders hätte verhalten können. Er 

habe sich auch einmal im Beratungssetting beim Beklagten entschuldigt. Der Be-

- 34 -

klagte sei jedoch nicht bereit gewesen, die Entschuldigung anzunehmen. C._____s 

Aussagen würden sich mit ihrem Eindruck und demjenigen von Herrn N._____ de-

cken. An der Glaubwürdigkeit und Urteilsfähigkeit von C._____ könne nicht gezwei-

felt  werden.  Mildere  Massnahmen  seien  bereits  früher  ins  Auge  gefasst  worden, 

könnten jedoch nur initiiert werden, wenn der Beklagte einverstanden sei. Der Be-

klagte habe sich jedoch geweigert (Urk. 233/20 S. 1 ff.). 

Das Argument des Beklagten, die KESB Winterthur-Andelfingen habe keinerlei Ab-

klärungen getroffen und lediglich ungefiltert auf die Aussagen von C._____ abge-

stellt, geht somit fehl. 

Mit Eingabe vom 28. März 2013 nahm der Beklagte nochmals ausführlich Stellung 

und  machte  zusammengefasst  geltend,  es  sei  nicht  dargelegt  worden,  inwiefern 

eine Kindswohlgefährdung vorliegen würde. Sodann seien lediglich C._____s Aus-

führungen wiedergegeben worden, wobei es sich um Lügen handle (Urk. 233/23 

S. 1 ff.). Am 7. April 2013 soll es zu einem weiteren Vorfall gekommen sein. Die 

Behauptungen gehen diesbezüglich auseinander. Der Beklagte und C._____ wer-

fen  sich  gegenseitig  vor,  der  jeweils  andere  habe  zugeschlagen.  Beide  erhoben 

daraufhin  Strafanzeige  (Urk.  212/5).  Die  Strafverfahren  wurden  eingestellt 

(Urk. 233/ 81 S. 3). Es bleibt somit bei blossen Behauptungen, und auch die Ehe-

frau  des  Beklagten  konnte  nichts  Konkretes  zu  den  Gewaltvorwürfen  bezeugen 

(Urk. 212/6 S. 3). Entsprechend bleibt unklar, wer gegen wen zuerst Gewalt ange-

wandt  hat.  Dass  die  Erziehungsmethoden  des  Beklagten  nicht  über  alle  Zweifel 

erhaben waren, belegt aber auch das Gutachten, welches vom Familiengericht Sin-

gen  am  2. Februar  2009  in  Auftrag  gegeben  wurde  (Urk.  233/13).  G._____,  der 

jüngere Bruder von C._____, beschrieb, er erlebe den Beklagten als schnell erreg-

bar, nie zufrieden, nicht geduldig und schnell wütend. Sodann würde der Beklagte 

ihn öfters schlagen (Urk. 233/13 S. 26 sowie S. 29 f.). Weiter geht aus dem Gut-

achten hervor, es sei für die Erziehungsfähigkeit des Beklagten ungünstig, dass er 

die wahre Beziehungsrealität beider Söhne in der Familie nicht vollständig erkenne 

und sich von eigenen Zielen leiten lasse. Die Söhne würden beide versuchen, diese 

Ziele nicht zu enttäuschen; dabei würden der Beklagte und die Söhne aneinander 

vorbei leben. Die Weiterentwicklung des hochbegabten Kindes C._____ erscheine 

- 35 -

prognostisch gefährdet. Er bedürfe dringend einer professionellen Unterstützung, 

in welcher er sich von den schweren Belastungen durch seine Eltern und G._____ 

erholen  könne  (Urk.  233/13  S.  57  und  S.  60).  Weiter  wird  geltend  gemacht,  die 

Eltern würden das Kindswohl beider Söhne seit vielen Jahren gefährden. Weil sie 

in der gemeinsamen Übernahme von elterlicher Verantwortung für die Bedürfnisor-

ganisation und Entwicklung ihrer Söhne versagen bzw. keine ausreichenden Per-

spektivenwechsel auf die Belange der Kinder vollbringen würden, seien die Kinder 

emotional bedürftig und hätten sich an einen schweren Beziehungsnotstand in ihrer 

Familie gewöhnt (Urk. 233/13 S. 62 f.). 

Bezug nehmend auf sämtliche Stellungnahmen, Berichte und Gutachten der Fach-

personen, die Aussagen der Eltern und C._____ sowie aufgrund des Umstandes, 

dass der Beklagte seit 2012 nicht mehr bereit sei, an Beratungsgesprächen teilzu-

nehmen, und auch die Errichtung einer Erziehungsbeistandschaft sowie die Fremd-

platzierung von C._____ ablehne, kam die KESB Winterthur-Andelfingen mit Ent-

scheid vom 16. April 2013 zum Schluss, dass es nicht länger zumut- und verant-

wortbar sei, C._____ unter der Obhut des Beklagten zu belassen; es sei zum Wohle 

von C._____ dringend dem Beklagten die Obhut über seinen Sohn zu entziehen 

und  C._____  bis  auf  Weiteres  im  E._____,  Jugendwohnraum  M._____,  unterzu-

bringen. Weiter sei besondere Dringlichkeit gegeben, da die realistische Gefahr be-

stehe,  dass  der  Beklagte  diesen  Entscheid  anfechten  werde  und  C._____  auch 

nach der Eskalation vom 7. April 2013 gezwungen wäre, bis auf Weiteres mit dem 

Beklagten im gleichen Haushalt zu leben, wo er der Willkür des Beklagten ohne 

Weiteres ausgeliefert wäre. Entsprechend sei einer allfälligen Beschwerde gestützt 

auf Art. 450c aZGB die aufschiebende Wirkung zu entziehen (Urk. 5/4 S. 3 f.). 

Aufgrund  des  Gesagten  kann  C._____  nicht  allein  für  das  zerstörte  Vater-Sohn-

Verhältnis  verantwortlich  sein.  Es  ist  nicht  ersichtlich,  dass  er  seine  familiären 

Pflichten aufs Gröbste verletzt hat. Vielmehr fällt auf, dass C._____ von zahlreichen 

Fachpersonen als besonders reif, zuvorkommend und einsichtig beschrieben wird, 

der  Beklagte  hingegen  wenig  reflektiert.  Die  Einschätzungen  von  diversen  invol-

vierten Fachpersonen decken sich mit den Aussagen von C._____. Sicherlich hat 

sich auch C._____ nicht immer korrekt verhalten, und es ist möglich, dass er den 

- 36 -

Beklagten  vereinzelt  physisch  oder  psychisch  anging  oder  ihn  beschimpfte.  Die 

wiederholt vorgebrachten Behauptungen des Beklagten, C._____ habe im Winter 

die Fenster geöffnet und die Heizung voll aufgedreht sowie den WLAN-Router ge-

hackt,  sind  jedoch  unbelegt  und  wurden  von  C._____  bestritten  bzw.  brachte 

C._____ vor, er habe das WLAN für Schulaufgaben gebraucht (Urk. 211 S. 15 f., 

Urk. 284 S. 7 sowie Urk. 220 S. 3). Es erscheint indes auch plausibel, dass gewisse 

problematische Verhaltensweisen eine Reaktion auf den seelischen Notstand und 

die seit Jahren anhaltende Kindswohlgefährdung waren. 

Am Gesamtbild ändern auch die Rügen des Beklagten nichts, die KESB habe den 

Sachverhalt nicht richtig abgeklärt, die Behauptungen von C._____ ungefiltert über-

nommen, und er habe sich nicht zu allen Vorwürfen äussern können. Der Entscheid 

der KESB Winterthur-Andelfingen vom 16. April 2013 ist rechtskräftig; der Beklagte 

hätte seine Rügen innert der Rechtsmittelfrist geltend machen müssen. Diesbezüg-

lich führt er aus, er habe keine Kraft mehr gehabt, den Entscheid der KESB Win-

terthur-Andelfingen anzufechten (Urk. 284 S. 11). Dies ist nicht glaubhaft, da der 

Beklagte im darauffolgenden Gerichtsverfahren unermüdlich Eingaben zu teilweise 

bereits wiederholt und bis vor Bundesgericht abgeurteilten Prozessfragen machte 

und diverse Verfügungen bis vor Obergericht und Bundesgericht anfocht (Urk. 9, 

Urk.  24  [Nichteintreten  OGer  ZH  RZ140008],  Urk.  25,  Urk.  32,  Urk. 33,  Urk.  37, 

Urk. 59  [gegenstandslos  abgeschrieben  OGer  ZH  RZ160002],  Urk.  79,  Urk.  92, 

Urk. 98, Urk. 104 [Abweisung Berufung OGer ZH LZ180030], Urk. 105 [Abweisung 

Berufung OGer ZH RZ180006], Urk. 108 [Nichteintreten BGer betreffend Urk. 104], 

Urk. 109 [Nichteintreten BGer betreffend Urk. 105], Urk. 211). Sodann verweigerte 

der Beklagte die Mitteilung von ihm möglichen Verhandlungsterminen, bis die eige-

nen gestellten Bedingungen erfüllt würden (Urk. 29), stellte ein Ausstandsgesuch 

gegen den erstinstanzlichen Richter und zog auch dieses erfolglos bis vor Bundes-

gericht (Urk. 50, Urk. 55 [Abweisung Ausstandsgesuch BezG Andelfingen], Urk. 70 

[Rückweisung OGer ZH RZ160004 aufgrund Verletzung rechtliches Gehör], Abwei-

sung Beschwerde OGer ZH RZ170007, Urk. 73 [Abweisung Beschwerde BGer]. Er 

schien somit durchaus bei Kräften zu sein und wenig an einer raschen Verfahrens-

erledigung interessiert. 

- 37 -

Ausserdem  macht  der  Beklagte  in  seiner  Berufung  einerseits  geltend,  C._____ 

habe mit seinem Verhalten die familiären Pflichten aufs Gröbste und in schuldhafter 

Weise verletzt (Urk. 284 S. 13), und führt andererseits aus, er (der Beklagte) habe 

sich gegenüber der KESB Winterthur-Andelfingen gegen einen Entzug der Obhut 

ausgesprochen,  weil  er  geglaubt  habe,  er  könne  die  "pubertätsbedingten  Pro-

bleme" mit C._____ mit Hilfe von Gesprächen lösen (Urk. 284 S. 9). Dies erscheint 

widersprüchlich. Pubertätsbedingte Probleme reichen nicht aus, um von einer gro-

ben und schuldhaften Verletzung familiärer Pflichten auszugehen. Ebenso wenig 

ist gestützt darauf eine persönliche Unzumutbarkeit anzunehmen. 

Auch die E-Mail von C._____ an dessen Cousin, dass er von einer Pflegefamilie 

träume, lässt nichts zu Gunsten des Beklagten ableiten. Eine Pflegefamilie ist alles 

andere als ein gewöhnlicher Traum eines Jugendlichen (Urk. 225/1). Eine solche 

Nachricht muss vielmehr als Ausdruck der Verzweiflung C._____s angesehen wer-

den. 

Anhaltspunkte, dass C._____ willkürlich, nachgerade boshaft die persönlichen Be-

ziehungen  zum  Beklagten abbrach  und  sich  grundlos  dem  persönlichen  Verkehr 

mit  ihm  entzieht,  sind  jedenfalls  nicht  ersichtlich.  Einseitige  Schuldzuweisungen 

sind in solchen Konflikten bereits allgemein problematisch. Dass im Speziellen hier 

C._____ die alleinige Verantwortung für das zerstörte Eltern-Kind-Verhältnis trägt, 

lässt sich umso mehr sicher ausschliessen. Eine Unzumutbarkeit im Sinne von Art. 

277 Abs. 2 aZGB liegt wie erwähnt nicht vor, wenn sich der pflichtige Elternteil ge-

genüber seinem Kind so verhält, dass dessen Abbruch der Beziehung geradezu 

als natürliche Folge erscheint. Von einer solchen nachvollziehbaren Distanzierung 

im  Konflikt  ist  vorliegend  aufgrund  der  mehreren  Berichte,  Stellungnahmen  von 

Fachpersonen und auch dem Entscheid der KESB Winterthur-Andelfingen auszu-

gehen. 

Eine persönliche Unzumutbarkeit zur Unterhaltsleistung ist somit zu verneinen. 

- 38 -

2.

Zum Antrag auf weitere Zeugeneinvernahmen

2.1 Der Beklagte macht in seiner Berufung geltend, dass er, seine Ehefrau und 

C._____ im Herbst 2011 an das Haus H._____ gelangt seien, worauf die erste Be-

treuerin, Frau J._____, C._____ und sein ungebührliches und aufbrausendes Ver-

halten durchschaut habe. Aufgrund des Vorschlages von Frau J._____ hätten er, 

seine Ehefrau und C._____ eine Familientherapie bei Frau K._____, Stiftung Kri-

senintervention Schweiz, besucht. Obgleich er beantragt habe, es seien all diese 

Personen als Zeugen zu befragen, habe die Vorinstanz davon abgesehen, weswe-

gen der Antrag im vorliegenden Berufungsverfahren erneuert werde (Urk. 284 S. 

8). 

2.2 Vorliegend ist nicht anzunehmen, dass weitere Einvernahmen von Zeugen an 

der Überzeugung des Gerichts etwas zu ändern vermöchten. 

Die Vorinstanz hat direkt involvierte Personen förmlich einvernommen. Die Zeugin 

L._____ war in der relevanten Zeitspanne zuständige Sozialarbeiterin im Zentrum 

H._____. Sie führte unter anderem aus (Urk. 245 S. 6): 

 "Ich kann bestätigen, dass wir im Zentrum H._____ das so eingeschätzt ha-

ben. Das war das Ergebnis der Beratung mit dem Familiensystem und auch 
der Rücksprache mit Franz N._____, der damals der Therapeut war." 

Frau  L._____  erwähnte  mithin,  dass  sie  nicht  bloss  ihren  persönlichen  Eindruck 

geschildert hatte, sondern jenen des Teams. Es mag sein, dass in einem frühen 

Stadium eine erste Betreuerin, Frau J._____, einen anderen Eindruck von C._____ 

hatte  und  sich  entsprechend  ihm  gegenüber  positionierte.  Ob  dem  so  war,  kann 

hier  offen  bleiben.  Eine  allfällige  anfängliche  Ambivalenz  resp.  ein  Ausprobieren 

von verschiedenen Herangehensweisen wäre nicht erstaunlich. Massgeblich aber 

ist, was sich später mehr und mehr herauskristallisierte respektive was das Ergeb-

nis der Beratung war, wie es Frau L._____ ausdrückt. Und auch wenn allenfalls die 

Vorgängerin von Herrn N._____, Frau K._____, mit Bezug auf ihr Wirken zu Beginn 

des Konflikts andere Eindrücke vom Beklagten schildern würde, könnte dies das 

Beweisergebnis nicht umstossen. Abgesehen davon darf nicht übersehen werden, 

dass der rechtserhebliche Sachverhalt inzwischen rund zehn Jahre zurückliegt. Es 

ist daher unwahrscheinlich, dass Fachpersonen, die im frühen Stadium und eher 

- 39 -

kurz involviert waren, heute noch gewichtige Aussagen machen könnten. Es kann 

ausgeschlossen  werden,  dass  nach  weiteren  Zeugeneinvernahmen  –  entgegen 

den obigen Ausführungen zur Beweiswürdigung – auf eine persönliche Unzumut-

barkeit von Unterhaltsleistungen beim Beklagten geschlossen würde. 

Das Gericht kann die Abnahme weiterer Beweise unterlassen, wenn es seine Mei-

nungsbildung abgeschlossen hat und überzeugt ist, dass seine Meinung durch die 

Abnahme weiterer Beweise nicht mehr erschüttert werde (vgl. BGer 4A_386/2019 

vom 26. Mai 2020 E. 4.3.3; BGE 143 III 297 E. 9.3.2; BGE 122 III 219 E. 3c, BGer 

4D_33/2010 vom 13. April 2010 E. 3.2, OGer ZH LA190022-O/U vom 17. April 2020 

E. IV/4j, OGer ZH LA190039-O/U vom 29. Juni 2020 E. IV/2c/aa; DIKE-Komm ZPO-

Leu, Art. 152 N 107 m.w.H.; Passadelis, Stämpflis Handkommentar, ZPO, Art. 152 

N 7;  BK ZPO-Brönnimann,  Art.  152  N  57;  Staehelin/Staehelin/Grolimund,  ZPR, 

3. A., 2019, § 18 Rz 23). Eine solche Konstellation zulässiger antizipierter Beweis-

würdigung liegt hier vor.

Das Beweisverfahren der Vorinstanz ist nicht zu beanstanden. Weiterungen konn-

ten unterbleiben. Auch im Berufungsverfahren können weitere Zeugeneinvernah-

men unterbleiben.

3.

Unterhaltsberechnung für die Phase der Volljährigkeit (Juni 2014)

3.1 Die Vorinstanz stellte in der Phase der Volljährigkeit die familienrechtlichen 

Existenzminima des Beklagten, seiner Ehefrau und D._____ dem Einkommen des 

Beklagten sowie den Kinderzulagen von D._____ gegenüber und hielt fest, dass 

der  Volljährigenunterhalt  nicht  nur  hinter  dem  betreibungs-  sondern  auch  hinter 

dem familienrechtlichen Existenzminimum der übrigen Familienmitgliedern zurück-

zustehen habe. Nachdem sämtliche familienrechtliche Existenzminima der übrigen 

Familienmitglieder gedeckt werden könnten, resultiere für C._____ ein Volljährigen-

unterhaltsbeitrag von monatlich Fr. 1'006.– (Urk. 285 S. 21 ff.).

3.2 Die Klägerin äussert sich nicht zum Volljährigenunterhalt (Urk. 291 S. 1 f.).

3.3 Der Beklagte macht geltend, die Vorinstanz habe zutreffend festgestellt, dass 

der Volljährigenunterhalt hinter demjenigen des Minderjährigenunterhalts zurück-

- 40 -

zustehen habe. Damit sei zuerst der Barunterhalt der minderjährigen Kinder und im 

Anschluss der Betreuungsunterhalt für das minderjährige Kind zu ermitteln und ab-

zudecken. Erst in einem weiteren Schritt sei der Volljährigenunterhalt zu berech-

nen. Das Bundesgericht habe in seinem Leitentscheid BGE 147 III 265 festgehal-

ten, dass dem unterhaltspflichtigen Elternteil neu das familienrechtliche Existenz-

minimum zu belassen sei. Weiter ergebe sich, dass bei der Berechnung des Voll-

jährigenunterhalts  zuerst  der  Bar-  und  Betreuungsunterhalt  gedeckt  sein  müsse, 

bevor ein Volljährigenunterhalt zugesprochen werden könne. Sodann sei der ehe-

liche Unterhaltsbeitrag zu berücksichtigen (Urk. 284 S. 17 f).

3.4 In  Bezug  auf  volljährige  Kinder  hat  das  Bundesgericht  im  Jahr  1992  den 

Grundsatz aufgestellt, dass von einem Elternteil nur verlangt werden kann, für den 

Unterhalt von volljährigen Kinder aufzukommen, wenn der Unterhaltspflichtige nach 

Zahlung dieses Beitrags noch über ein Einkommen verfügt, das sein Existenzmini-

mum im weitesten Sinne um etwa 20% übersteigt (BGE 118 II 97 E. 4b/aa; BGE 

127 I 202 E. 3e). Da Vater und Mutter bei der Einschätzung ihrer finanziellen Leis-

tungsfähigkeit gleich behandelt werden müssen, gilt die Regel des erweiterten und 

erhöhten Existenzminimums nach dem Bundesgericht auch für den anderen Eltern-

teil. Leben die Eltern zusammen, werden ihre jeweiligen Bedürfnisse gleich berech-

net; leben sie getrennt oder sind sie geschieden, muss der zwischen den Ehegatten 

geschuldete Beitrag bei den Kosten des Unterhaltspflichtigen berücksichtigt wer-

den. Die Unterhaltspflicht des Ehegatten hat somit Vorrang vor der Unterhaltspflicht 

des volljährigen Kindes (BGE 132 III 209 E. 2.3).

Wie schon erwähnt (vgl. oben E. II.3) ist der vom Beklagten zitierte Leitentscheid 

des Bundesgerichts BGE 147 III 265 aus dem Jahr 2020 nicht einschlägig, da es 

vorliegend  um  Volljährigenunterhalt  für  Juni  2014  geht  und  somit  das  bisherige 

Recht (inkl. Rechtsprechung) anzuwenden ist. Damals wurde noch nicht zwischen 

Bar-  und  Betreuungsunterhalt  unterschieden.  Der  Betreuungsunterhalt  wurde  im 

Jahr 2017 eingeführt. Es ist aber zutreffend, dass der Elternteil nur zur Zahlung von 

Volljährigenunterhalt verpflichtet werden kann, wenn er nach Zahlung dieses Bei-

trags noch über ein Einkommen verfügt, das sein Existenzminimum um 20% über-

steigt. Dies ist im Ergebnis gleichbedeutend, wie wenn der Notbedarf um weitere 

- 41 -

Positionen  auf  das  familienrechtliche  Existenzminimum  erweitert  wird  (BGer 

5A_311/2019 vom 11. November 2020 E. 7.3), was dem Vorgehen der Vorinstanz 

entspricht und auch vom Beklagten so vorgebracht wird (Urk. 284 S. 17). 

Die Unterhaltsberechnung der Vorinstanz für die Phase der Volljährigkeit blieb im 

Wesentlichen unangefochten. Kritisiert wird einzig (bereits betreffend die Phase der 

Minderjährigkeit C._____s), dass die Autokosten der Ehefrau keine Berücksichti-

gung fanden (Urk. 284 S. 21). Wie bereits ausgeführt sind die Autokosten der Ehe-

frau des Beklagten mangels nachgewiesener Kompetenzqualität nicht zu berück-

sichtigen (vgl. oben E. III.A.3.6.5). 

In seiner Tabelle in der Berufungsschrift setzt der Beklagte sodann noch Kosten für 

die Haushaltshilfe seiner Ehefrau ein, macht dazu aber keine näheren Ausführun-

gen (Urk. 284 S. 21). Entsprechend setzt er sich nicht hinreichend mit den Erwä-

gungen der Vorinstanz auseinander, wonach keine solchen Kosten belegt worden 

seien bzw. erst ab dem Jahr 2016, sodass sie für die Zeit davor nicht berücksichtigt 

werden könnten. Letzterem ist beizupflichten.

Nach  dem  Gesagten  ist  die  vorinstanzliche  Berechnung,  wonach  nach  Deckung 

der  familienrechtlichen  Existenzminima  des  Beklagten,  seiner  Ehefrau  und 

D._____  noch  ein  Betrag  für  den  Volljährigenunterhalt  von  Fr.  1'006.–  verbleibt 

(Urk. 285 S. 29), zu bestätigen. 

3.5 Im  Übrigen  ist  nach  wie  vor  unstrittig,  dass  C._____s  Mutter  wirtschaftlich 

nicht  leistungsfähig  war,  um  sich  am  Unterhaltsbeitrag  für  C._____  zu  beteiligen 

(vgl. oben E. III.A.3.8, Urk. 284 S. 5 ff. sowie Urk. 285 S. 17).

3.6 Der Beklagte ist somit zu verpflichten, der Klägerin für Juni 2014 Fr. 1'006.– 

zu bezahlen.

C.

Fazit

Der  Beklagte  ist  zu  verpflichten,  der  Klägerin  für  die  Phase  der  Minderjährigkeit 

(April 2013 bis und mit Mai 2014) die bevorschussten Unterhaltsbeiträge in Höhe 

von  insgesamt  Fr.  27'722.35  und  für  die  Phase  der  Volljährigkeit  (Juni  2014)  in 

- 42 -

Höhe von Fr. 1'006.–, total Fr. 28'728.35, zu bezahlen. 

IV. Kosten- und Entschädigungsfolgen

A.

Kosten- und Entschädigungsfolgen des erstinstanzlichen Verfahrens

1.

Trifft  die  Berufungsinstanz  einen  neuen  Entscheid,  so  entscheidet  sie  auch 

über die Prozesskosten des erstinstanzlichen Verfahrens (Art. 318 Abs. 3 ZPO). 

Gegen  die  Kostenfestsetzung  wurden  keine  selbständigen  Einwendungen  laut 

(Urk. 284 S. 24, Urk. 291). Der Beklagte hält bloss dafür, dass die Kosten seinen 

Gegenparteien aufzuerlegen seien, und fordert die Zusprechung einer angemes-

senen Parteientschädigung (Urk. 284 S. 24).

2.

Bei  der  Festsetzung  der  Entscheidgebühr  ging  die  Vorinstanz  von  einem 

Streitwert von Fr. 32'872.65 aus und erhöhte die Grundgebühr zunächst, aufgrund 

erhöhten Zeitaufwands, auf das Doppelte. Sodann trug sie der teilweisen Gegen-

standslosigkeit (zunächst noch geforderte Unterhaltsbeiträge der Jahre 2017 und 

2018)  Rechnung.  Zusammen  mit  dem  Parallelverfahren  zwischen  C._____  und 

dem Beklagten kam die Vorinstanz auf eine Entscheidgebühr von Fr. 12'000.–, wo-

von es (gemessen an den unterschiedlichen Streitwerten im Verhältnis von 63% zu 

37%) Fr. 4'440.– auf das vorliegende Prozessverhältnis verlegte (Urk. 285 S. 42 

ff.). Hinzu kamen die Kosten der Zeugenentschädigung, welche total Fr. 280.– be-

trugen, was (wiederum aufgeteilt) Fr. 103.60 (37%) für das vorliegende Prozess-

verhältnis  bedeutete.  Insgesamt  wurden  so  die  Gerichtskosten  auf  Fr. 4'543.60 

(Fr. 4'440.– + Fr. 103.60) bemessen. Diesen Betrag hat die Vorinstanz nach dem 

Verhältnis von Obsiegen und Unterliegen im Umfang von Fr. 590.65 (13%) der Klä-

gerin und im Umfang von Fr. 3'952.95 (87%) dem Beklagten auferlegt (Urk. 285 

S. 42 ff.). 

Ein Eingreifen in den Kostenentscheid der Vorinstanz rechtfertigt sich, um dem Ver-

ursacherprinzip bei der Kostenzurechnung angemessen Rechnung zu tragen. 

Die Klägerin forderte vom Beklagten Fr. 29'372.65 zuzüglich allfälliger von ihm be-

zogener  Kinderzulagen.  Mit  der  Vorinstanz  führt  dies  zu  einem  Streitwert  von 

- 43 -

Fr. 32'872.65  (Fr.  29'372.65  +  14  ×  Fr.  250.–;  Art.  91  ZPO).  Dies  führt  zu  einer 

Grundgebühr  von  Fr.  4'179.80  (§  4  Abs.  1  GebV  OG).  Diese  streitwertbasierte 

Grundgebühr allein würde dem besonders hohen Zeitaufwand nicht gerecht, wel-

cher klar zuordenbar durch das prozessuale Verhalten des Beklagten verursacht 

wurde (vgl. oben E. III.B.1.5). Es rechtfertigt sich eine Erhöhung in Anwendung von 

§ 4 Abs. 2 GebV OG um rund einen Drittel auf Fr. 5'500.–. Keinen Einfluss auf das 

Prozessverhältnis der Parteien (Klägerin und Beklagter) hat der teilweise Klagerü-

ckzug seitens C._____ (vgl. dazu Urk. 285 E. III). Folglich hat dieser bei der Ge-

bührenfestsetzung im vorliegenden Verfahren ausser Acht zu bleiben. Die Zeuge-

neinvernahme  Frau  L._____s  war  gleichermassen  für  beide  Prozessverhältnisse 

notwendig, da in beiden Konstellationen die Zumutbarkeit von Unterhaltsleistungen 

strittig ist und Frau L._____ vornehmlich dazu befragt wurde. Die diesbezügliche 

Zeugenentschädigung ist damit zur Hälfte, also im Umfang von Fr. 140.–, auf die-

ses Verfahren zu nehmen. 

Die (bedingte) Rückforderung von erhaltenen Kinderzulagen war der Klägerin nicht 

zuzusprechen im Prozess über die Rückforderung von Geleistetem (vgl. die Vor-

instanz in Urk. 285 S. 30). Auch bezüglich des Hauptforderungsbetrags drang die 

Klägerin mit ihrer Klage nicht vollständig durch (Fr. 28'728.35 von Fr. 29'372.65). 

Vorliegend erschiene es aber unbillig, die Folgen des übermässigen Prozessierens 

des Beklagten bloss nach dem Ausgang des Verfahrens unter Beachtung nur des 

Streitwerts (Art. 106 Abs. 2 ZPO) zu verteilen. Angezeigt ist vielmehr, gestützt auf 

Art. 107 Abs. 1 lit. f ZPO ermessensweise dafür zu sorgen, dass der Mehraufwand 

vom Verursacher getragen wird. Angemessen erscheint daher, die Gerichtskosten 

von  Fr.  5'640.–  (Fr.  5'500.–  Entscheidgebühr  +  Fr. 140.–  Kosten  der  Beweisfüh-

rung) im Umfang von Fr. 640.– der Klägerin und im Umfang von Fr. 5'000.– dem 

Beklagten aufzuerlegen. 

Die Kosten des Schlichtungsverfahrens sind zur Hauptsache zu schlagen (Art. 207 

Abs. 2 ZPO; Art. 95 Abs. lit. a und Art. 105 Abs. 1 ZPO). Sie betragen Fr. 400.– 

(Urk. 1 S. 2) betreffend beide Prozessverhältnisse. Sie sind, zumal kein anderer 

Antrag gestellt wurde, zur Hälfte auf dieses Verfahren zu nehmen. Folglich ist der 

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Beklagte zu verpflichten, von den Fr. 200.– einen ausgangsgemässen Anteil von 

Fr. 175.– der Klägerin zu ersetzen.

3.

Aufgrund des Ausgangs des Verfahrens ist der Beklagte zu verpflichten, der 

Klägerin eine Parteientschädigung zu bezahlen (Art. 95 Abs. 3 und Art. 106 Abs. 2 

ZPO). Ausgehend von einer vollen Entschädigung von Fr. 10'632.– (Grundgebühr 

Fr. 5'316.– [§ 4 Abs. 1 Anw GebV] verdoppelt [§ 4 Abs. 2 sowie § 11 Abs. 1 und 2 

AnwGebV])  ist  der  Beklagte  zu  verpflichten,  eine  dem  Prozessausgang  entspre-

chend  (87%  -  13%  =  74%)  reduzierte  Entschädigung  von  Fr.  7'900.–,  zuzüglich 

7.7% Mehrwertsteuer, total somit Fr. 8'508.30 zu bezahlen. 

B.

Kosten- und Entschädigungsfolgen des zweitinstanzlichen Verfahrens

1.

Für das zweitinstanzliche Verfahren ist in Anwendung von § 12 Abs. 1 und 2 

in Verbindung mit § 4 Abs. 1 GebV OG eine Entscheidgebühr von Fr. 4'320.– ge-

rechtfertigt. Da der Beklagte vollständig unterliegt, ist ihm diese aufzuerlegen.

2.

Aufgrund des Ausgangs des Verfahrens bzw. mangels Antrags sind für das 

zweitinstanzliche Verfahren keine Parteientschädigungen zuzusprechen.

Es wird erkannt:

1.

Der Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin Fr. 28'728.35 zu bezahlen. 

Im darüber hinausgehenden Umfang wird die Klage der Klägerin abgewiesen.

2.

a)

Die  Gerichtskosten  für  das  erstinstanzliche  Verfahren  werden  auf 

Fr. 5'640.– (Fr. 5'500.– Entscheidgebühr + Fr. 140.– Kosten der Beweis-

führung) festgesetzt.

b)

Die  Gerichtskosten  für  das  erstinstanzliche  Verfahren  werden  im  Um-

fang von Fr. 640.– der Klägerin und im Umfang von Fr. 5'000.– dem Be-

klagten auferlegt.

- 45 -

c)

Der Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin Fr. 175.– als Ersatz für ge-

leistete Kosten des Schlichtungsverfahrens zu bezahlen.

d)

Der Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin für das erstinstanzliche Ver-

fahren eine Parteientschädigung von Fr. 8'508.30 zu bezahlen.

3.

a)

Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 4'320.– festgesetzt.

b)

Die Gerichtskosten für das zweitinstanzliche Verfahren werden dem Be-

klagten auferlegt.

c)

Für das zweitinstanzliche Verfahren werden keine Parteientschädigun-

gen zugesprochen.

4.

Schriftliche Mitteilung an die Parteien sowie an die Vorinstanz, je gegen Emp-

fangsschein.

5.

Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 

30  Tagen  von  der  Zustellung  an  beim  Schweizerischen  Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14,  einzureichen.  Zulässigkeit  und  Form  einer  solchen  Be-

schwerde  richten  sich  nach  Art. 72 ff.  (Beschwerde  in  Zivilsachen)  oder 

Art. 113 ff.  (subsidiäre  Verfassungsbeschwerde)  in  Verbindung  mit  Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG).

Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG. 

Es  handelt  sich  um  eine  vermögensrechtliche  Angelegenheit.  Der  Streitwert  beträgt 
Fr. 28'728.35.

Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung.

Hinsichtlich des Fristenlaufs gelten die Art. 44 ff. BGG.

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Zürich, 17. Januar 2025

Obergericht des Kantons Zürich
I. Zivilkammer

Der Vorsitzende:

Die Gerichtsschreiberin:

lic. iur. A. Huizinga

MLaw D. Müller

versandt am:
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