# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7598e6bc-351a-5cd1-babe-cb0ab4954cef
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-01-28
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 28.01.2014 SB130222
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB130222_2014-01-28.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 
 

Geschäfts-Nr.: SB130222-O /U/jv 
 

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. P. Marti, Präsident, lic. iur. S. Volken und 

Oberrichterin lic. iur. Ch. von Moos sowie die Gerichtsschreiberin 

lic. iur. A. Truninger 

Beschluss vom 28. Januar 2014 
 

in Sachen 

A._____, 
 

Beschuldigter und Berufungskläger 

gegen 

1. B._____,  
2. C._____,  
Privatkläger und Berufungsbeklagte 

1 vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X1._____ 

2 vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. X2._____ 

sowie 

Staatsanwaltschaft See/Oberland,  
vertreten durch Leitenden Staatsanwalt lic. iur. J. Vollenweider,  

Anklägerin 

betreffend Ehrverletzung 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Meilen, Einzelgericht, vom  
18. Oktober 2012 (GG120028) 

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Erwägungen: 

1. Prozessverlauf: 

1.1. Mit Eingabe vom 30. November 2012, beim Bezirksgericht Meilen einge-

gangen am 11. Dezember 2012, meldete der Beschuldigte Berufung gegen das 

Urteil des Bezirksgerichts Meilen vom 18. Oktober 2012 an (Urk. 48). Die Beru-

fungserklärungen des Beschuldigten datieren vom 11. März 2013 (Urk. 62) und 

vom 4. Juni 2013 (Urk. 64). Nachdem der Beschuldigte nicht nur Berufung gegen 

den Entscheid der Vorinstanz vom 18. Oktober 2012 angemeldet hatte, sondern 

auch Beschwerde gegen die Verfügung der Vorinstanz vom 28. Januar 2013, in 

welcher das Gesuch des Beschuldigten um neue Beurteilung abgewiesen wurde, 

wurde mit Beschluss der hiesigen Kammer vom 12. Juni 2013 das vorliegende 

Verfahren sistiert. Mit gleichem Beschluss wurde unter anderem den Parteien 

Frist angesetzt, um Anschlussberufung zu erheben oder um begründet ein Nicht-

eintreten auf die Berufung des Beschuldigten einzureichen (Urk. 67). Die Staat-

anwaltschaft See/Oberland verzichtete mit Eingabe vom 18. Juni 2013 auf An-

schlussberufung (Urk. 73). Am 8. Juli 2013 liess der Privatkläger 2 beantragen, 

dass auf die vom Beschuldigten am 10. Dezember 2012 angemeldete und am 

4. Juni 2013 erklärte Berufung gegen das Urteil des Einzelgerichts des Bezirkes 

Meilen vom 18. Oktober 2012 nicht einzutreten sei (Urk. 92). Mit Eingabe vom 

19. Juli 2013 liess auch die Privatklägerin 1 beantragen, dass auf die Berufung 

des Beschuldigten nicht einzutreten sei (Urk. 94). Mit Präsidialverfügung vom 

7. August 2013 wurde schliesslich dem Beschuldigten Frist angesetzt zur freige-

stellten Vernehmlassung zu Urk. 92 und Urk. 94 (Urk. 97). Der Beschuldigte be-

antragte mit Schreiben vom 2. September 2013, dass auf die Nichteintretensan-

träge nicht einzutreten sei (Urk. 101/1). Zu diesem Schreiben des Beschuldigten 

hat schliesslich die Privatklägerin 1 mit Eingabe vom 30. September 2013 Stel-

lung genommen (Urk. 108).  

1.2. Gemäss Art. 403 StPO entscheidet das Berufungsgericht in einem schriftli-

che Verfahren, ob auf die Berufung einzutreten ist, wenn, wie vorliegend, eine 

Partei geltend macht, die Anmeldung oder Erklärung der Berufung sei verspätet 

oder unzulässig (Art. 403 Abs. 1 lit. a StPO). 

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2. Anwendbares Recht: 

2.1. Seit dem 1. Januar 2011 steht die Schweizerische Strafprozessordnung 

(StPO; SR 312.0) in Kraft. Ist ein Entscheid noch vor Inkrafttreten der StPO gefällt 

worden, so werden dagegen erhobene Rechtsmittel nach bisherigem Recht  

und von den bisher zuständigen Behörden beurteilt (Art. 453 Abs. 1 StPO). Für 

Rechtsmittel gegen erstinstanzliche Entscheide, die nach dem 31. Dezember 

2010 gefällt werden, gilt neues Recht (Art. 454 Abs. 1 StPO). Ausschlaggebend 

für die Anwendbarkeit des alten oder neuen Prozessrechts ist deshalb das erst-

instanzliche Entscheiddatum (BGE 137 IV 189 E. 1; BGE 137 IV 219 E. 1.1, je mit 

Hinweisen). Die Vorinstanz hat das bisherige kantonale Prozessrecht angewandt, 

da gemäss Art. 456 StPO Privatstrafklageverfahren, die bei Inkrafttreten der eid-

genössischen Strafprozessordnung bereits bei einem erstinstanzlichen Gericht 

hängig sind, bis zum Abschluss des erstinstanzlichen Verfahrens nach bisherigem 

Recht fortgeführt werden (Art. 456 StPO). Nachdem das vorinstanzliche Urteil 

aber am 18. Oktober 2012 und somit nach dem 31. Dezember 2010 ergangen ist, 

gilt für das Berufungsverfahren neues Recht. Es stellt sich nun aber die Frage, bis 

wann das erstinstanzliche Verfahren gedauert hat und ab wann das Berufungs-

verfahren. Das erstinstanzliche Verfahren beginnt mit dem Eingang der Anklage 

beim Gericht und endet mit der Urteilseröffnung (vgl. Donatsch/Hansjakob/Lieber, 

Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, Zürich/Basel/Genf 2010, 

Art. 328 N 1).  

2.2. Nachdem das erstinstanzliche Verfahren erst mit der Urteilseröffnung endete 

und die Vorinstanz das Urteil vom 18. Oktober 2012 nicht mündlich, sondern 

schriftlich eröffnet hat, sind für die Zustellung des unbegründeten Entscheids 

ebenfalls die Bestimmungen des bisherigen Rechts massgebend. Für das  

Berufungsverfahren (ab Ergreifung des Rechtsmittels) sind dagegen die Be-

stimmungen der eidgenössischen Strafprozessordnung massgebend, da das vor-

instanzliche Urteil am 18. Oktober 2012 und somit nach dem 31. Dezember 2010 

ergangen ist.  

 

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3. Rechtzeitigkeit der Berufungsanmeldung 

3.1. Gemäss Art. 399 Abs. 1 StPO ist die Berufung dem erstinstanzlichen Gericht 

innert 10 Tagen seit Eröffnung des Urteils schriftlich oder mündlich zu Protokoll 

anzumelden. Vorliegend hat die Vorinstanz das Urteil vom 18. Oktober 2012 nicht 

mündlich, sondern schriftlich eröffnet, da der Beschuldigte unentschuldigt nicht 

zur Hauptverhandlung erschienen ist (Urk. 40). Die Vorinstanz versandte das un-

begründete Urteil am 23. Oktober 2012 an den Beschuldigten. Da der Beschuldig-

te einen Nachsendeauftrag bei der Post an die Adresse seiner Schwester aufge-

geben hatte, wurde die Sendung der Vorinstanz (enthaltend auch die Abholungs-

einladung) an diese Adresse weitergeleitet. Diese Sendung wurde dann wieder an 

die Vorinstanz retourniert mit dem Vermerk "nicht abgeholt" (Urk. 41/2). Am 

12. November 2012 hat die Vorinstanz dann eine zweite Zustellung veranlasst. 

Aufgrund des bestehenden Nachsendeauftrags erfolgte erneut eine Nachsendung 

an die Adresse der Schwester des Beschuldigten. Am 29. November 2012 konnte 

die Sendung schliesslich am Schalter zugestellt werden (Urk. 41/3).  

3.2.1. Wie vorstehend dargelegt, waren für die Zustellung des Entscheids die 

Bestimmungen des bisherigen Rechts massgebend. Gemäss § 187 GVG finden 

die Vorschriften über die Vorladung sinngemäss auf die Mitteilung der Entscheide 

Anwendung. Kann die Vorladung nicht zugestellt werden, wird die Zustellung  

wiederholt. Die Vorladung gilt als zugestellt, wenn der Adressat die Zustellung 

schuldhaft verhindert (§ 179 GVG). Die Privatkläger machen nun geltend, dass 

die Sendung als am 9. November 2012 zugestellt gelte, da der Beschuldigte die 

Zustellung schuldhaft verhindert habe (Urk. 94 S. 7 ff.). 

3.2.2. Ist der erste Zustellversuch gescheitert, hat der Empfänger grundsätz-

lich Anspruch auf Wiederholung der Zustellung nach § 179 Abs. 1 GVG, dies  

jedoch nur für den Fall, dass der erste Zustellversuch nicht schuldhaft verweigert 

worden ist. Konnte eine Abholungseinladung dagegen zugestellt werden, so kann 

der Empfänger diese nicht einfach ignorieren und dann eine zweite Zustellung 

verlangen. Es besteht demnach kein Recht, die erste gelungene Zustellung einer 

Abholungseinladung zu ignorieren, um dann der zweiten Folge zu leisten (Hauser/ 

Schweri, GVG-Kommentar, Zürich 2002, § 179 N 7; ZR 98 Nr. 18 E. II. 3.). Zur 

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Frage, wann eine Zustellung einer Abholungseinladung als gelungen anzusehen 

ist, hat das Bundesgericht Folgendes festgehalten: "Wird weder der Adressat 

noch eine andere empfangsberechtigte Person angetroffen und ist daher eine 

Abholungseinladung auszustellen, gilt eine – widerlegbare – Vermutung, dass der 

oder die Postangestellte den Avis ordnungsgemäss in den Briefkasten oder ins 

Postfach des Empfängers gelegt hat und das Zustelldatum im Zustellbuch korrekt 

eingetragen worden ist. Mit andern Worten findet bezüglich der Ausstellung der 

Abholungseinladung eine Umkehr der Beweislast in dem Sinne statt, als im Falle 

der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten des Empfängers ausfällt, der den 

Erhalt der Abholungseinladung – aus welchen Gründen auch immer – bestreitet" 

(vgl. BGE 9C_753/2007 mit weiteren Hinweisen, vgl. auch S. Arquint in: Basler 

Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, Basel 2011, N 10 zu 

Art. 86 ). 

3.2.3. Der Beschuldigte macht vorliegend geltend, dass ihm eine Abholungs-

einladung nicht zugegangen sei. Der Track & Trace Eintrag sei falsch. Selbst 

wenn dieser Eintrag zutreffend gewesen wäre, so bedeute das nicht, dass die 

Empfängerin vom Inhalt des Avis auch tatsächlich Kenntnis erhalten habe 

(Urk. 101/1 S. 11).  

3.2.4. Zunächst ist darauf hinzuweisen, dass eine Partei dafür zu sorgen hat, 

dass die Sendungen sie über die angegebene Adresse erreichen. Die Behörden 

dürfen sich darauf verlassen, dass die Parteien die hierfür erforderlichen Vorkeh-

ren treffen, insbesondere dann, wenn sie mit einer Zustellung rechnen müssen 

(BGE 101 Ia 332 f.). Vorliegend musste der Beschuldigte, der selber geltend 

macht, zum Zeitpunkt der Urteilseröffnung mehrere Prozesse hängig gehabt zu 

haben (Urk. 101/1 S. 14), mit mehreren Gerichtsurkunden rechnen (vgl. Urk. 108 

S. 6). Den Akten ist betreffend erster Zustellung zu entnehmen, dass nach erfolg-

ter Nachsendung am 1. November 2012 eine Meldung zur Abholung erfolgt ist 

(vgl. Track & Trace Eintrag; Anhang zu Urk. 41/2). Es sind keine konkreten  

Anhaltspunkte ersichtlich, die dafür sprechen, dass im vorliegenden Fall der für 

die Aus- und Zustellung der Abholungseinladung zuständigen Person ein Fehler 

unterlaufen wäre. Der Beschuldigte vermag diese Vermutung auch nicht zu wider-

legen. Aus seinen Vorbringen ergibt sich nichts, was darauf schliessen lassen 

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könnte, die Abholungseinladung mit Fristangabe sei nicht ordnungsgemäss in den 

Briefkasten oder das Postfach gelegt worden. Er macht lediglich geltend, es sei 

nicht erwiesen, dass die Empfängerin auch tatsächlich Kenntnis vom Inhalt des 

Avis erhalten hat. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Abholungseinladung bei-

spielsweise in andere Drucksachen gelangt oder sonst verloren geht, ist nicht 

sehr hoch (vgl. auch ZR 98 Nr. 18 E. II. 3.) und kann vom Beschuldigten auch 

nicht nachgewiesen werden. Der blosse Hinweis des Beschuldigten auf die gene-

relle Möglichkeit/Wahrscheinlichkeit von Fehlern bei der Zustellung vermag daher 

an der erwähnten Vermutung bzw. Beweislastumkehr nichts zu ändern. Es ist 

deshalb davon auszugehen, dass die Post die Abholungseinladung in den Brief-

kasten gelegt hat und das Zustelldatum korrekt festgehalten wurde. Der Beschul-

digte oder seine von ihm bevollmächtigte Schwester hätten dieser Abholungsein-

ladung Folge leisten müssen; indem sie dies nicht taten, haben sie die Zustellung 

verhindert. Aus dem Umstand, dass die Vorinstanz nach ihrem ersten Versuch  

einer Zustellung, welche der Beschuldigte faktisch verweigert hat, ohne entspre-

chende prozessuale Verpflichtung eine weitere Zustellung vorgenommen hat, 

kann der Beschuldigte nicht zu seinen Gunsten ableiten, die ihm durch seine 

Verweigerung der ersten Zustellung verwirkte Rechtsmittelfrist sei ihm durch die 

zweite Zustellung erneut angesetzt worden.  

3.3. Die Zustellung gilt daher als am letzten Arbeitstag der siebentägigen  

Abholungsfrist erfolgt. Massgebendes Datum für den Fristenlauf der 10 Tage für 

die Berufungsanmeldung ist demnach der 9. November 2012. Die Berufungsan-

meldung des Beschuldigten vom 30. November 2012, welche beim Bezirksgericht 

Meilen am 11. Dezember 2012 einging (Poststempel: 10. Dezember 2012), ist 

somit verspätet erfolgt. Dies führt dazu, dass auf die Berufung des Beschuldigten 

nicht einzutreten ist. 

4. Rechtzeitigkeit der Berufungsbegründung 

4.1. Nachdem das erstinstanzliche Verfahren mit der Urteilseröffnung endet und 

ein begründetes Urteil nur erfolgt, wenn Berufung angemeldet wurde, ist für die 

Zustellung des begründeten Urteils neues Recht anwendbar.  

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4.2.1. Jene Partei, welche Berufung angemeldet hat, hat dem Berufungsge-

richt innert 20 Tagen seit der Zustellung des begründeten Urteils eine schriftliche 

Berufungserklärung einzureichen (Art. 399 Abs. 3 StPO). Erfolgt – innert Frist – 

keine derartige Berufungsanmeldung oder -erklärung, tritt das Berufungsgericht 

auf die Berufung nicht ein (Art. 403 Abs. 1 und 3 StPO). 

4.2.2. Das begründete Urteil vom 18. Oktober 2012 wurde von der Vorinstanz 

am 12. April 2013 versandt. Die Abholungseinladung für das begründete Urteil  

erfolgte am 25. April 2013. In der Folge wurde die Aufbewahrungsfrist durch den 

Empfänger bis zum 17. Mai 2013 verlängert und die Zustellung erfolgte am 

16. Mai 2013 (vgl. Urk. 82 bzw. 60 c). Der Beschuldigte reichte einerseits am 

11. März 2013 (Urk. 62) und somit bereits vor Erhalt des begründeten Urteils eine 

Berufungserklärung ein, andererseits dann aber auch mit Eingabe vom 4. Juni 

2013 (Urk. 64). 

4.3. Es stellt sich demnach zunächst die Frage, ob eine Berufungserklärung be-

reits vor Zustellung der Begründung des Urteils erfolgen kann. Das Bundesgericht 

hat wiederholt festgehalten, dass es sich bei der Einleitung der Berufung um ein 

zweistufiges Verfahren handelt, welches die Einhaltung von zwei Fristen erfordert. 

Die Berufung ist zunächst innerhalb einer Frist von 10 Tagen schriftlich oder 

mündlich beim urteilenden Gericht anzumelden und danach ist innert 20 Tagen 

seit der Zustellung des begründeten Entscheides, die Berufungserklärung beim 

Berufungsgericht einzureichen (BGE 138 IV 157 Erw. 2.1, Urteil des BGer 

6B_458/2013 Erw. 1.3.2.; vgl. auch Eugster in: Basler Kommentar zur Schweize-

rischen Strafprozessordnung, Basel 2011, N 2 zu Art. 403). Aus Art. 399 StPO 

geht deutlich hervor, dass eine Berufungserklärung 20 Tage seit der Zustellung 

des begründeten Entscheids zu erfolgen hat. Sinn der Berufungserklärung ist  

unter anderem, dass sich der Berufungskläger mit der Argumentation der Vor-

instanz auseinanderzusetzen hat. Nachdem der Beschuldigte vorliegend weder 

die schriftliche Begründung der Vorinstanz gekannt, noch das Urteil mündlich  

erläutert erhalten hat, da er an der Hauptverhandlung nicht anwesend war, kannte 

er die Argumentation der Vorinstanz nicht und konnte sich auch nicht damit  

auseinandersetzten. Er reichte die Berufungserklärung ein, ohne die 20-tägige 

Frist einzuhalten. Bezeichnenderweise wies der Beschuldigte in seiner Eingabe 

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vom 4. Juni 2013 darauf hin, dass er nunmehr 7 Monate nach Urteilsfällung die 

Urteilsbegründung erhalten habe und er nochmals fristgerecht innert 20 Tagen die 

Berufungserklärung einreiche (Urk. 64 S. 1). Es kann vorliegend bei der Eingabe 

des Beschuldigten vom 11. März 2013 nicht von einer gültigen Berufungserklä-

rung ausgegangen werden.  

4.4.1. Schliesslich stellt sich die Frage, ob die Eingabe des Beschuldigten 

vom 4. Juni 2013 fristgerecht erfolgt ist. Gemäss Art. 85 Abs. 4 lit a StPO gilt eine 

eingeschriebene Postsendung, die nicht abgeholt worden ist, am siebten Tag 

nach dem erfolglosen Zustellungsversuch als erfolgt, sofern die Person mit einer 

Zustellung rechnen musste. Wie bereits dargelegt, wurde das begründete Urteil 

vom 18. Oktober 2012 von der Vorinstanz am 12. April 2013 versandt und die 

diesbezügliche Abholungseinladung erfolgte am 25. April 2013. In der Folge wur-

de die Aufbewahrungsfrist durch den Empfänger bis zum 17. Mai 2013 verlängert 

und die Zustellung erfolgte schliesslich am 16. Mai 2013 (vgl. Urk. 82 bzw. 60 c).  

4.4.2. Nachdem der Beschuldigte die Aufbewahrungsfrist verlängern liess, 

kann davon ausgegangen werden, dass der Beschuldigte von der Abholungsein-

ladung auch Kenntnis erhalten hat. Für die Berechnung der Abholungsfrist wird 

der Tag des Zustellungsversuchs nicht mitgezählt, weshalb die siebentägige Frist 

vorliegend somit am 26. April 2013 zu laufen begann und am 2. Mai 2013 endete. 

Dass die Aufbewahrungsfrist durch den Beschuldigten bis zum 17. Mai 2013 ver-

längert wurde, vermag daran nichts zu ändern. Gemäss bundesgerichtlicher 

Rechtsprechung wird die Frist bis zum Eintreten der Zustellfiktion auch nicht  

verlängert, wenn ein Abholen nach den anwendbaren Bestimmungen der Post 

auch noch länger möglich ist, etwa in Folge eines Zurückbehaltungsauftrags 

(BGE 123 III 492 E. 1 S. 493, vgl. auch S. Arquint in: Basler Kommentar zur 

Schweizerischen Strafprozessordnung, a.a.O., N 9 zu Art. 86). Auch andere  

Abmachungen mit der Post können den Eintritt der Zustellfiktion nicht hinaus-

schieben (BGE 127 I 31 E. 2b S. 34 f.). Demnach ist vorliegend davon auszu-

gehen, dass die Zustellung des begründeten Entscheids sieben Tage nach dem 

25. April 2013 und demzufolge am 2. Mai 2013 erfolgt ist. Von diesem Datum an 

lief die 20-tägige Frist, um die Berufungserklärung einzureichen und endete am 

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22. Mai 2013. Die Eingabe des Beschuldigten datiert vom 4. Juni 2013, also nach 

dem 22. Mai 2013, und erfolgte somit verspätet. 

5. Fazit 

Nachdem innert Frist weder eine korrekte Berufungsanmeldung noch -erklärung 

erfolgt ist, ist auf die Berufung des Beschuldigten vom 30. November 2012 nicht 

einzutreten (Art. 403 Abs. 1 und 3 StPO). 

6. Kosten 

6.1. Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe 

ihres Obsiegens oder Unterliegens. Als unterliegend gilt auch die Partei, auf  

deren Rechtsmittel nicht eingetreten wird oder die das Rechtsmittel zurückzieht 

(Art. 428 Abs. 1 StPO). Ausgangsgemäss sind die Kosten des Berufungsver-

fahrens dem Beschuldigten aufzuerlegen. Die Gerichtsgebühr ist auf Fr. 1'500.-- 

zu veranschlagen.  

6.2. Die Privatklägerschaft hat gegenüber der beschuldigten Person Anspruch 

auf angemessene Entschädigung für notwendige Aufwendungen, wenn sie  

obsiegt (Art. 433 Abs. 1 lit. a StPO). Nachdem die Vertreter der Privatkläger  

im vorliegend Berufungsverfahren lediglich zur Nichteintretensfrage Stellung zu 

nehmen hatten (vgl. Urk. 92, Urk. 94 und Urk. 108), ist die Prozessentschädigung 

auf je Fr. 2'000.-- festzusetzen. Der unterliegende Beschuldigte ist demnach  

zu verpflichten, den Privatklägern für das Berufungsverfahren je eine Prozess-

entschädigung von Fr. 2'000.-- zu bezahlen.  

Es wird beschlossen: 

1. Auf die Berufung des Beschuldigten vom 30. November 2012 wird nicht  

eingetreten.  

2. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 1'500.--. 

3. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden dem Beschuldigten auferlegt.  

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4. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 1 und dem Privatkläger 

2 für das Berufungsverfahren je eine Prozessentschädigung von Fr. 2'000.-- 

zu bezahlen.  

5. Schriftliche Mitteilung an 

− den Beschuldigten  
− die Staatsanwaltschaft See/Oberland  
− den Vertreter Rechtsanwalt lic. iur. X1._____, im Doppel für sich und 

zuhanden der Privatklägerin 1 
− die Vertreterin Rechtsanwältin lic. iur. X2._____, im Doppel für sich und 

zuhanden des Privatklägers 2. 

 sowie nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist resp. Erledigung  

allfälliger Rechtsmittel an die Vorinstanz (unter Rücksendung der Akten).  

6. Rechtsmittel: 

Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes-

gerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

 Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

I. Strafkammer 
 
 

Zürich, 28. Januar 2014 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

lic. iur. P. Marti 
 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. A. Truninger 
 

 

	Beschluss vom 28. Januar 2014
	Es wird beschlossen:
	1. Auf die Berufung des Beschuldigten vom 30. November 2012 wird nicht  eingetreten.
	2. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 1'500.--.
	3. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden dem Beschuldigten auferlegt.
	4. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 1 und dem Privatkläger 2 für das Berufungsverfahren je eine Prozessentschädigung von Fr. 2'000.-- zu bezahlen.
	5. Schriftliche Mitteilung an
	 den Beschuldigten
	 die Staatsanwaltschaft See/Oberland
	 den Vertreter Rechtsanwalt lic. iur. X1._____, im Doppel für sich und zuhanden der Privatklägerin 1
	 die Vertreterin Rechtsanwältin lic. iur. X2._____, im Doppel für sich und zuhanden des Privatklägers 2.

	6. Rechtsmittel: Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.