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**Case Identifier:** e3410e48-20b1-5cfb-89de-60ba50b468b6
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2008-10-10
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 10.10.2008 UV 2008/28, UV 2008/29
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2008-28--UV-2008-_2008-10-10.pdf

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2008/28, UV 2008/29

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 05.05.2020

Entscheiddatum: 10.10.2008

Entscheid Versicherungsgericht, 10.10.2008
Art. 6 UVG. Gesundheitliche Folgen von HWS-Distorsionen. Adäquanz-
Prüfung. Rückweisung zur Prüfung des Renten- und 
Integritätsentschädigungsanspruchs (Entscheid Versicherungsgericht des 
Kantons St. Gallen vom 10. Oktober 2008, UV 2008/28 und UV 2008/29). 
Bestätigt durch Urteil des Bundesgerichts 8C_945/2008.

Präsident Martin Rutishauser, Versicherungsrichter Joachim Huber und 

Versicherungsrichterin Karin Huber-Studerus; Gerichtsschreiber Walter Schmid

Entscheid vom 10. Oktober 2008

in Sachen

B.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Dieter Studer, Hauptstrasse 11a, 

8280 Kreuzlingen,

gegen

Allianz Suisse Versicherungs-Gesellschaft, Hohlstrasse 552, Postfach, 8048 Zürich,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

Versicherungsleistungen - Unfall vom 23. Juni 2000 und 24. Juli 2001

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Sachverhalt:

A.         

A.a    Die 1976 geborene B.___ (nachfolgend: Versicherte) war als Krankenschwester 

im Kantonsspital St. Gallen (nachfolgend: Arbeitgeber) tätig und dadurch bei den 

Allianz Suisse Versicherungen (vormals Elvia; nachfolgend: Allianz) unfallversichert, als 

der Arbeitgeber am 3. Juli 2000 meldete, die Versicherte habe am 23. Juni 2000 einen 

Auffahrunfall erlitten (UV-act. 0/1). Die Allianz anerkannte ihre Leistungspflicht (UV-act. 

0/4). Der erstbehandelnde Arzt Dr. med. A.___, Allgemeine Medizin FMH, bescheinigte 

am 31. Juli 2000 das Vorliegen einer leichten HWS-Distorsion (UV-act. 0/6).

A.b   Am 23. August 2001 meldete der Arbeitgeber, die Versicherte sei am 24. Juli 2001 

als Beifahrerin im Wagen ihres Partners beim Einparkieren verletzt worden, als ein 

Motorrad mit grosser Geschwindigkeit in die Beifahrerseite des Autos gefahren sei (UV-

act. 1/5). Über diesen Unfall wurde ein Polizeibericht erstellt (UV-act.1/2). Die 

Erstbehandlung erfolgte im Kantonsspital St. Gallen, wo eine Distorsion der HWS und 

eine Kontusion des Beckens diagnostiziert wurden (UV-act. 1/1, 1/3). In der Folge 

erwarb die Beschwerdeführerin im Rahmen einer Umschulung im Jahr 2003 die Matura 

und begann daraufhin eine Ausbildung im pädagogischen Bereich, welche sie jedoch 

im Jahr 2006 gesundheitsbedingt abbrach.

A.c    Im Nachgang zu weiteren ärztlichen Behandlungen und Abklärungen stellte die 

Allianz mit Verfügung vom 25. April 2007 die Leistungen für das Unfallereignis vom 

23. Juni 2000 auf den 23. Juli 2001 ein mit der Begründung, bereits der natürliche 

Unfallkausalzusammenhang müsse mit einem Fragezeichen behaftet werden, nachdem 

zwar die Diagnose eines Schleudertraumas gestellt worden sei, es jedoch am 

typischen Beschwerdebild gemäss Rechtsprechung fehle. Der adäquate 

Kausalzusammenhang sei nicht gegeben. Auf die Rückforderung von zuviel erbrachten 

Versicherungsleistungen werde verzichtetet (UV-act. 0/67). Mit einer weiteren 

Verfügung vom 25. April 2007 gab die Allianz dem Rechtsvertreter der Versicherten im 

Zusammenhang mit dem zweiten Unfall unter anderem bekannt, auf weitere 

Abklärungen zur natürlichen Unfallkausalität werde verzichtet, da die Leistungen in 

jedem Fall mangels adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfall vom 24. 

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Juli 2001 und den anhaltenden Gesundheitsbeschwerden auf den 31. Januar 2007 

einzustellen seien (UV-act. 2/234). Die gegen diese Verfügungen vom Rechtsvertreter 

der Versicherten erhobenen Einsprachen vom 29. Mai 2007 (UV-act. 0/72, 2/240) wies 

die Allianz mit Einspracheentscheiden vom 1. Februar 2008 ab. Der Krankenversicherer 

Swica hatte am 12. Juni 2007 die von ihm am 3. Mai 2007 vorsorglich erhobenen 

Einsprachen wieder zurückgezogen (UV-act. 0/69, 0/76, 2/238, 2/244).

B.        

B.a   Gegen die Einspracheentscheide vom 1. Februar 2008 erhob Rechtsanwalt lic. iur. 

Dieter Studer, Kreuzlingen, für die Versicherte mit Eingaben vom 4. März 2008 

Beschwerde und beantragte, die Einspracheentscheide seien aufzuheben und der 

Beschwerdeführerin seien über den 24. Juli 2001 (UV 2008/29) bzw. über den 31. 

Januar 2007 hinaus (UV 2008/28) die gesetzlichen Leistungen der obligatorischen 

Unfallversicherung zu erbringen. Die Angelegenheit sei zur Festsetzung der der 

Beschwerdeführerin zustehenden Leistungen an die Beschwerdegegnerin 

zurückzuweisen.

 Im Verfahren UV 2008/28 verwies der Rechtsvertreter auf die Einsprachebegründung 

vom 29. Mai 2007 und führte unter anderem aus, aufgrund des MEDAS-Gutachtens 

vom 4. Dezember 2006 stehe fest, dass die Beschwerdeführerin als Krankenschwester 

100 % arbeitsunfähig sei. Dies zu 75 % aufgrund des Unfalls vom 24. Juli 2001 und zu 

25 % aufgrund des Unfallereignisses vom 23. Juni 2000. Es sei davon auszugehen, 

dass die Folgen des Unfalls vom 23. Juni 2000 ohne das spätere Unfallereignis 

abgeklungen wären. Somit seien die aktuellen medizinischen Unfallfolgen voll dem 

Unfallereignis von 2001 zuzurechnen. Eine Arbeitsunfähigkeit aus psychischen 

Gründen bestehe nicht. Die Umschulung zur Primarlehrerin sei gescheitert wegen der 

schweren Schultaschen, die hätten getragen werden müssen, wegen der Fehlhaltung 

im Musikunterricht sowie der Überbelastung, welche der Turnunterricht bewirkt habe. 

Sofern die Adäquanz gegeben sei, müsse das Valideneinkommen als 

Krankenschwester dem Invalideneinkommen in einer dem Gesundheitsschaden 

angepassten Verweistätigkeit gegenübergestellt werden. Ausgehend von einem 

mittelschweren Unfall seien mehrere Adäquanzkriterien gemäss Schleudertrauma-

Rechtsprechung erfüllt. Bereits wegen der zwei Unfälle und der damit verbundenen 

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Komplikationen sei das Kriterium der Schwere oder besonderen Art der Verletzung 

gegeben. Im Weiteren lägen eine ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung, 

Dauerbeschwerden, ein schwieriger Heilverlauf und eine hochgradige 

Arbeitsunfähigkeit während langer Dauer vor. Ergänzend dazu müsse auch das 

Gesamtbild betrachtet werden. Die Beschwerdeführerin habe aus medizinischen 

Gründen nach dem Unfall nicht mehr auf dem erlernten Beruf arbeiten können. Die 

Umschulung sei solange gut gegangen, als nur sehr wenig körperliche Leistungen 

abgefordert worden seien (Matura). In der angestrebten Ausbildung zur Primarlehrerin 

habe die schwere Schultasche sowie die Unmöglichkeit, die Beschwerdeführerin vom 

Musik- und Turnunterricht zu dispensieren, zu schweren und nachhaltigen 

Exazerbationen geführt. Auch in der Gesamtschau rechtfertige es sich, die Adäquanz 

zu bejahen. Bei der Zusprechung der Parteientschädigung seien das aufwändige 

Verfahren und die komplizierten medizinischen Akten zu berücksichtigen.

 Im Verfahren UV 2008/29 verwies der Rechtsvertreter ebenfalls auf die 

Einsprachebegründung vom 29. Mai 2007 und legte zusätzlich dar, dieses 

Rechtsmittelverfahren werde (nur) für den Fall geführt, dass die Beschwerde bezüglich 

des Unfalls vom 24. Juli 2001 (UV 2008/28) nicht gutgeheissen werden sollte bzw. 

persistierende Unfallfolgen aus dem Ereignis vom 23. Juni 2001 (richtig wohl: 2000) 

angenommen und nicht über das Verfahren betreffend des Unfalles vom 24. Juli 2001 

abgehandelt würden.

B.b In den Beschwerdeantworten vom 11. April 2008 beantragte die 

Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerden. Zur Begründung verwies sie auf 

die Darlegungen in den angefochtenen Einspracheentscheiden und führte unter 

anderem aus, sie halte - mangels nachgewiesener organischer 

Gesundheitsschädigung, welche sich auf den Unfall vom 24. Juli 2001 zurückführen 

lasse - an der Adäquanzprüfung nach der Rechtsprechung für psychische Unfallfolgen 

fest, auch wenn gutachterlich keine psychisch bedingte Arbeitsunfähigkeit festgestellt 

werden konnte. Die Evaluation der Umschulungsmöglichkeiten obliege der IV-Stelle 

des Kantons St. Gallen. Mit Vorbescheid der IV-Stelle vom 25. Februar 2008 sei 

festgehalten worden, dass die Beschwerdeführerin seit dem 8. Juni 2007 zu 100% als 

Hausfrau und Mutter tätig sei, weshalb kein Anspruch auf Invalidenrente oder 

berufliche Massnahmen bestehe. Die von der Beschwerdeführerin verlangte Vornahme 

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des Einkommensvergleichs sei obsolet, da über den 31. Januar 2007 hinaus mangels 

adäquatem Kausalzusammenhang keine weitere Leistungspflicht der 

Beschwerdegegnerin mehr bestehe. Als Hausfrau und Mutter erbringe die 

Beschwerdeführerin den Tatbeweis, dass sie voll einsatz- und arbeitsfähig sei. Die 

Adäquanz sei auch unter Berücksichtigung der zwischenzeitlich geänderten 

Adäquanzkriterien (gemäss BGE 134 V 109) bei mittelschweren Unfällen zu verneinen.

B.c   Mit Repliken vom 5. Mai 2008 und Dupliken vom 15. Mai 2008 hielten die Parteien 

- unter Berücksichtigung der erwähnten Rechtsprechungs-Änderung - an ihren 

Standpunkten fest.

Erwägungen:

1.         

1.1    Streitig ist zum einen, ob auch für die Zeit nach dem 23. Juli 2001 Folgen des 

Unfalls vom 23. Juni 2000 vorliegen (UV 2008/29) und zum anderen, ob nach dem 31. 

Januar 2007 bestehende gesundheitliche Probleme der Beschwerdeführerin dem Unfall 

vom 24. Juli 2001 adäquat kausal zuzurechnen sind (UV 2008/28). Da sich die beiden 

Beschwerden gegen Entscheide derselben Vorinstanz richten, im Wesentlichen den 

gleichen (gesundheitlichen) Sachverhalt betreffen und in beiden Fällen die Einstellung 

von Leistungen bzw. die Adäquanz-Frage zu prüfen ist, rechtfertigt es sich, die 

Verfahren zu vereinigen und in einem einzigen Urteil zu erledigen (vgl. BGE 123 V 214 

Erw. 1). Diese Verfahrensvereinigung ermöglicht auch die zur Beurteilung der 

Streitsache erforderliche Gesamtsicht.

1.2    Die Beschwerdegegnerin legte in den angefochtenen Entscheiden die rechtlichen 

Voraussetzungen des Bestehens eines natürlichen und adäquaten 

Kausalzusammenhangs zwischen physischen und psychischen 

Gesundheitsschädigungen (einschliesslich Schleudertrauma der Halswirbelsäule und 

diesem äquivalenten Verletzungen) und einem Unfall (dortige Erwägungen 5a-d und 6) 

und die Anforderungen an den Beweiswert von ärztlichen Berichten (Erwägung 5f 

[Unfall vom 24. Juli 2001]) grundsätzlich zutreffend dar. Zwischenzeitlich ergab sich 

nun allerdings eine Rechtsprechungs-anpassung insofern, als das Bundesgericht unter 

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anderem den Katalog der bisherigen adäquanzrelevanten Kriterien bei 

Schleudertrauma-Verletzungen (BGE 117 V 359 Erw. 6a, 369 Erw. 4b) wie folgt neu 

umschrieb: Besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit 

des Unfalls, schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen, fortgesetzt 

spezifische, belastende ärztliche Behandlung, erhebliche Beschwerden, ärztliche 

Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert, schwieriger 

Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen sowie erhebliche Arbeitsunfähigkeit 

trotz ausgewiesener Anstrengungen (Urteil des Bundesgerichts vom 19. Februar 2008 

i/S M. [U 394/06 = BGE 134 V 109], Erwägung 10.3). Diese Präzisierung der 

Rechtsprechung ist auch auf die hier streitige Angelegenheit anwendbar. Dabei ist die 

Adäquanz grundsätzlich für jeden Unfall gesondert zu beurteilen (Urteil des EVG 

[Eidgenössisches Versicherungsgericht; seit 1. Januar 2007: sozialrechtliche 

Abteilungen des Bundesgerichts] 26. April 2006 i/S [U 39/04] Erw. 3.3.2).

2.         

2.1    Dr. A.___ vermerkte im Bericht vom 31. Juli 2000, unmittelbar im Nachgang zum 

Unfall vom 23. Juni 2000 mit HWS-Distorsion sei die Beschwerdeführerin psychisch 

leicht erregt gewesen; eine Bewusstlosigkeit und Schürfungen hätten nicht vorgelegen 

(UV-act. 0/6). Im Zusatzfragebogen bei HWS-Verletzungen bestätigte der Arzt 

gleichentags, nach dem Unfall hätten leichter Schwindel und ein Spontanschmerz im 

Nacken vorgelegen (UV-act. 0/7). Am 14. August 2000 vermerkte Dr. A.___ zusätzlich 

Kopfschmerzen sowie einen psychisch stabilen Zustand (UV-act. 0/9). Im Bericht des 

Schadeninspektors vom 12./16. Oktober 2000 wurde zusätzlich festgehalten, es habe 

kein Kopfanprall stattgefunden. Die Beschwerdeführerin habe ihre Arbeit am 

1. September 2000 zu 50 % und am 12. September 2000 zu 100 % wieder 

aufgenommen (UV-act. 0/16; vgl. auch UV-act. 0/13). Am 7. November 2000 meldete 

Dr. med. C.___ den Behandlungsabschluss (UV-act. 0/18). Im Januar 2001 reiste die 

Beschwerdeführerin für einen Sprachaufenthalt nach Australien. In der Folge ergab sich 

im Februar 2001 erneut eine Behandlungsbedürftigkeit (Therapie und Massage; UV-act. 

0/20). Diesbezüglich gab die Beschwerdeführerin später an, sie sei gegen Ende 2000 

nahezu beschwerdefrei gewesen. Danach habe sie einen Sprachaufenthalt in Australien 

angetreten, wo es ihr wieder zunehmend schlechter gegangen sei, weil sie keine 

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Therapien mehr gehabt habe. Nach der Rückkehr in der Schweiz habe sie die 

Therapien und die Arbeit wieder voll aufgenommen (UV-act. 0/26).

2.2    Nach dem zweiten Unfall vom 24. Juli 2001 klagte die Beschwerdeführerin über 

eine Beschwerdenverstärkung (UV-act. 0/23). Dr. C.___ berichtete am 27. August 2001 

unter anderem über eine schmerzbedingt leicht eingeschränkte HWS mit 

schmerzhafter Muskulatur (UV-act. 1/6). Am 17. September 2001 erwähnte die Ärztin 

das Bestehen von Nacken- und Kopfschmerzen und äusserte den Verdacht auf eine 

latente posttraumatische Belastungsstörung (UV-act. 1/9). D.___, Arzt für Neurologie, 

berichtete am 5. und 21. September 2001 unter anderem über einen persistierendes 

cervicocraniales- und brachiales Schmerzsyndrom ohne Hinweis auf radikuläre 

Läsionen, einen Verdacht auf eine latente posttraumatische Belastungsstörung sowie 

einen Status nach Unfall vom 24. Juli 2001 mit vermehrten Schmerzen der HWS und 

des Beckens, ohne fassbare ossäre Läsionen oder neurologische Ausfälle. Es finde 

regelmässige physiotherapeutische Behandlung statt (UV-act. 1/8, 0/25; vgl. auch UV-

act. 1/4). Anlässlich einer Besprechung mit dem Haftpflichtversicherer gab die 

Beschwerdeführerin am 25. Oktober 2001 an, beim Ereignis vom 24. Juli 2001 habe 

kein eigentlicher Kopfanprall stattgefunden, jedoch sei sie auf das herannahende 

Motorrad fixiert gewesen. Bei der Kollision sei der Kopf nach links hinten geschleudert 

worden. Unmittelbar nach dem Ereignis hätten sich Schmerzen im Hals- und 

Nackenbereich und später auch Becken- und Rippenschmerzen eingestellt. Eine 

Bewusstlosigkeit sei nicht eingetreten. Sie habe noch dem Sozius des Motorrades 

geholfen, bevor nach ca 10 Minuten Schockzeichen eingetreten seien; sie habe am 

ganzen Körper zu zittern begonnen und es habe Brechreiz (ohne Erbrechen) 

bestanden. Weiter gab sie an, sie habe Konzentrationsstörungen im Bereich der 

Wortfindung. Mehr oder weniger schon vor dem Unfall habe sie den Entscheid gefällt, 

die Berufsmatura zu absolvieren und sich anschliessend auf den Bereich Pädagogik zu 

konzentrieren (Beilage zu UV-act. 1/14; vgl. auch UV-act. 1/41). In einem "Protokoll 

HWS" vom 8. Oktober 2001 waren die gleichen Angaben ebenfalls vermerkt worden 

(Beilage zu UV-act. 1/14). Im Bericht vom 20. Februar 2002 hielt Dr. med. E.___, Innere 

Medizin, speziell Rheumatologie FMH, unter anderem fest, die Beschwerdeführerin 

leide unter chronisch persistierenden muskuloskelettalen Beschwerden im Anschluss 

an ein zweifaches HWS-Beschleunigungstrauma. Eine berufliche Umstellung bzw. 

Weiterbildung sei indiziert. Aktuell würden Hinweise auf neuropsychologische Defizite 

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fehlen (UV-act. 1/31). Eine Unfallanalyse der Zürich ergab gemäss Bericht vom 8. April 

2002 unter anderem, dass die Kollisionsgeschwindigkeit des Motorrades 30-40 km/h 

betragen hatte und sich die Beschwerdeführerin durch den Aufprall des Motorrades 

nach vorne rechts bewegte. Die errechnete kollisionsbedingte 

Geschwindigkeitsänderung des Personenwagens, in welchem die Beschwerdeführerin 

als Beifahrerin sass, sei im Bereich von 7-12 km/h gelegen (UV-act. 1/36).

2.3    Anlässlich einer Reha-Konferenz zwischen den beteiligten Versicherern und der 

Beschwerdeführerin wurden am 2. Mai 2002 unter anderem deren gesundheitliche 

Situation und Weiterbildungs-Pläne (zur Lehrerin) diskutiert (UV-act. 0/26). In der Folge 

bestand die Beschwerdeführerin im Jahr 2003 die Matura-Prüfung (UV-act. 0/33, 0/36, 

1/119). Dr. C.___ hatte gegenüber der Schadeninspektorin am 23. Januar 2004 

festgehalten, ihre Angabe, wonach die Behandlung nach dem ersten Unfall am 7. 

November 2000 abgeschlossen gewesen sei, sei nicht korrekt. Nach dem 4. Mai 2001 

hätten (nach der Rückkehr aus Australien) wieder Behandlungen stattgefunden. Eine 

Notwendigkeit, die Beschwerdeführerin nach der Arbeitsaufnahme am 12. September 

2000 und im Mai 2001 arbeitsunfähig zu schreiben, habe jedoch nicht bestanden. 

Trotzdem würde sie die Aussage, dass das Gesamtbild durch das Zusammenwirken 

beider Unfälle zustande gekommen sei, eher bejahen (UV-act. 0/34). Prof. Dr. med. 

F.___, Spezialarzt Chirurgie FMH, legte am 16. März 2004 zuhanden der 

Haftpflichtversicherung dar, seit Mai 2001 (Rückkehr aus Australien) habe die 

Beschwerdeführerin 100% ohne jegliche Einschränkung einschliesslich Nacht- und 

Wochenenddienst an ihrer vorherigen Stelle als Krankenschwester geleistet. Ein Jahr 

nach dem ersten Unfall hätten wohl noch Restbeschwerden bestanden, und es seien 

noch verschiedene Therapien durchgeführt worden. Im Beruf als Krankenschwester 

habe jedoch volle Arbeitsfähigkeit vorgelegen. Seit dem zweiten Unfall sei die 

Versicherte als Krankenschwester vollständig und für immer arbeitsunfähig, und es sei 

eine Umschulung zur Primarlehrerin im Gang. Die Folgen des zweiten Unfalls seien der 

Auslöser für die Umschulung zur Primarlehrerin. Der prozentuale Anteil des ersten 

Unfalls an der Gesamtkausalität sei mit 25 % bzw. höchstens 30 % zu beziffern (UV-

act. 0/34, 1/127). Diese Ausführungen bestätigte Prof. F.___ am 6. Juli 2004 (UV-act. 

0/35, 1/130). Eine Abklärung im Kantonsspital St. Gallen ergab gemäss Bericht vom 13. 

April 2005 den Verdacht auf eine psycho-vegetative Erschöpfungsreaktion bei 

Überlastung sowie ein chronifiziertes HWS-Syndrom (UV-act. 1/148). Im April 2005 

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brach die Beschwerdeführerin die Umschulung zur Primarlehrerin gesundheitsbedingt 

ab (vgl. UV-act. 0/55, 1/170). Im Nachgang zu einem Aufenthalt in der "dreischiibe", St. 

Gallen, berichtete diese Institution am 10. Februar 2006, die Beschwerdeführerin habe 

alle Möglichkeiten einer 50%-Tätigkeit ausgeschöpft. Die realistische 

Leistungsfähigkeit liege bei 30% (UV-act. 2/199). Im Gutachten der MEDAS Basel vom 

4. Dezember 2006 wurde als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein 

chronifiziertes zerviko-thorakovertebrales Schmerzsyndrom mit teils lumbovertebralen 

Schmerzanteilen und nichtradikulären Schmerzausstrahlungen im Bereich des 

Beckenkamms und des Brustkorbs festgehalten. Die Gutachter legten unter anderem 

dar, wie bereits anlässlich der Begutachtung im Jahr 2002 bestehe weiterhin eine 

praktisch vollständig freie Wirbelsäulenbeweglichkeit in allen Abschnitten mit 

ungestörtem Motilitätsbild ohne neurologische Ausfälle und ohne wesentliche 

radiologische degenerative Veränderungen. Nach wie vor könne keine Erklärung für die 

Diskrepanz zwischen dem subjektiven Schmerzerleben und dem objektivierbaren 

Befund gefunden werden. Eine körperlich mittelschwere oder schwere Tätigkeit, wie 

diejenige als Krankenschwester in der Grundbetreuung von Patienten, sei nicht mehr 

zumutbar; dies ab dem Zeitpunkt des zweiten Unfalls vom 24. Juli 2001. Hingegen 

liege eine volle Arbeitsfähigkeit für eine körperlich leichte Tätigkeit ohne 

Zwangshaltungen, Überkopfarbeiten und ohne Heben und Tragen von Lasten von mehr 

als fünf Kilogramm vor. Aus medizinischer Sicht bestehe für jede schulische 

Ausbildung oder für eine entsprechende Arbeitstätigkeit keinerlei Einschränkung. Es sei 

von einem im Wesentlichen unveränderten Zustand gegenüber 2002 auszugehen. Aus 

psychiatrischer Sicht könne (weiterhin) keine Diagnose von Krankheitswert gestellt 

werden. Eine eingehende neuropsychologische Testung habe ein unauffälliges 

kognitives Leistungsvermögen ergeben. Den medizinischen Endzustand erachteten die 

Gutachter ab dem Zeitpunkt der Begutachtung als erreicht. Aus muskuloskelettärer 

Sicht erscheine ein (unfallbedingter) Integritätsschaden von 10% zuerkennbar. Alle 

muskuloskelettären Diagnosen hätten mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ihren 

Ursprung in den beiden Unfallereignissen. Die Summe der beiden Unfälle habe zu einer 

bleibenden Einschränkung der Belastbarkeit des Achsenskeletts und zu einer 

Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit (als Krankenschwester) geführt (UV-

act. 2/227; Gutachten S. 17-29).

3.         

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3.1    Die MEDAS-Gutachter befragten die Beschwerdeführerin zum Beschwerdeverlauf 

in der Zeit zwischen den beiden MEDAS-Begutachtungen vom Dezember 2002 (hierzu 

sind keine Akten vorhanden) und August 2006 (vgl. UV-act. 2/227, Hauptgutachten 

S. 10, 14, 17, 21 und rheumatologisches Gutachten S. 3). Sie berücksichtigten diesen 

in ihrer Beurteilung insofern, als sie aufgrund von entsprechenden Abklärungen neue 

somatische und psychiatrische Aspekte verneinten. Insbesondere die im Bericht des 

Kantonsspitals vom 13. April 2005 festgehaltene Verdachtsdiagnose einer psycho-

vegetativen Erschöpfungsreaktion liess sich im Rahmen der zweiten MEDAS-

Begutachtung (der Bericht wurde auf S. 10 des Gutachtens erwähnt) nicht erhärten 

(vgl. psychiatrisches Konsiliargutachten S. 4). Die Gutachter verneinen eine 

psychiatrische Erkrankung, zogen jedoch in Betracht, dass gewisse Probleme in der 

Akzeptanz des Abbrechens der initial mit viel Enthusiasmus begonnenen Umschulung 

und des anschliessenden Studiums eine Rolle gespielt haben könnten (UV-act. 2/227 

S. 19 unten). In diesem Zusammenhang ist festzuhalten, dass der Unfallversicherer 

nicht den Beweis für unfallfremde Ursachen zu erbringen, sondern nur darzutun hat, 

dass die unfallbedingten Ursachen des Gesundheitsschadens ihre kausale Bedeutung 

verloren haben. Eben so wenig geht es darum, vom Unfallversicherer den negativen 

Beweis zu verlangen, dass kein Gesundheitsschaden mehr vorliegt oder die versicherte 

Person nun bei voller Gesundheit ist (Urteil des EVG vom 27. Februar 2004 i.S. A. [U 

29/03]). Sodann lag auch der Bericht der "dreischiibe" vom 10. Februar 2006 den 

MEDAS-Gutachtern vor (UV-act. 2/227 S. 5). Die dort ermittelte Leistungsfähigkeit von 

30% liess sich aufgrund der medizinischen Befunde der MEDAS-Begutachtung nicht 

auf objektive gesundheitliche Gegebenheiten zurückführen. Die Gutachter erachteten 

die massive Diskrepanz zwischen objektiven Befunden und subjektiver 

Leistungsfähigkeit als nicht erklärbar. In diesem Sinn setzten sie sich auch mit dem 

Ergebnis der Abklärung in der "dreischiibe" auseinander. Nachdem das MEDAS-

Gutachten ausführlich und nachvollziehbar begründet wurde, ist kein Anlass für weitere 

medizinische Abklärungen ersichtlich.

3.2    Im MEDAS-Gutachten 2006 wurde festgehalten, bei der Beschwerdeführerin 

fänden sich organisch-klinisch verspannte und druckdolente parazervikale 

Nackenmuskeln sowie dolente lumbale Weichteile. Es bestehe eine minimale 

Bewegungseinschränkung lumbal wie zervikal, die jedoch inkonstant erscheine. 

Radiomorphologisch sei eine minimale Osteochondrose C5/6 gefunden worden. 

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Insgesamt liege mit diesen Befunden ein fassbares Beschwerdekorrelat vor, wobei das 

Ausmass der geltend gemachten Schmerzen und der daraus abgeleiteten Behinderung 

inadäquat erscheine zum Ausmass der objektiverbaren organischen Befundsubstrate. 

Eine kausale Zuordnung auf die beiden Unfälle sei höchstens indirekt möglich; sie (die 

MEDAS-Gutachter) könnten sich der Argumentation von Prof. F.___ anschliessen (vgl. 

UV-act. 2/227 S. 23). Letzterer hatte den prozentualen Anteil des ersten Unfalls an der 

Gesamtkausalität mit 25 % bzw. höchstens 30 % beziffert (UV-act. 0/34, 1/127). Somit 

wird von den MEDAS-Gutachtern ein durch die Unfälle vom 23. Juni 2000 und 24. Juli 

2001 bedingter organischer Gesundheitsschaden an der HWS in geringem Umfang 

zwar bejaht, jedoch eine Auswirkung desselben auf die Arbeitsfähigkeit und auch eine 

Behandlungsbedürftigkeit explizit verneint. Die Unfall-Adäquanz ist dementsprechend 

zwar im Umfang der somatisch-organischen Unfall-Befunde ohne weiteres (d.h. ohne 

zusätzliche Adäquanzprüfung) zu bejahen; sie vermag jedoch mangels daraus sich 

ergebender Arbeitsunfähigkeit und eigentlicher Behandlungsbedürftigkeit für sich allein 

keine Leistungspflicht der Beklagten auszulösen. Die MEDAS-Gutachter erachteten 

lediglich eine phasenweise (unfallbedingte) physiotherapeutische Intervention indiziert; 

dies niederfrequent vor allem zur Kontrolle der in Eigenregie durchgeführten Übungen 

(UV-act. 2/227 S. 26 oben). Ausschliesslich in diesem Umfang ist eine Leistungspflicht 

der Beschwerdegegnerin ohne weiteres zu bejahen.

Da sich jedoch bei schleudertraumaähnlichen medizinischen Sachverhalten über den 

erwähnten organischen Gesundheitsschaden hinaus auch aus nicht im eigentlichen 

Sinn messbaren (d.h. "lediglich" klinischen) Befunden eine Leistungspflicht des 

Unfallversicherers ergeben kann, stellt sich bei beiden Ereignissen die Frage, ob eine 

Kausalität unter dem Blickwinkel der schleudertraumaähnlichen Verletzung zu bejahen 

ist. So liess denn auch die Beschwerdeführerin im Einspracheverfahren in diesem Sinn 

geltend machen, dass der Behinderungsgrad und die subjektive Schmerzintensität oft 

nicht parallel mit dem Ausmass der organisch identifizierbaren Läsion einhergehe und 

es wissenschaftlich dokumentiert sei, dass Faktoren ausserhalb des 

Bewegungsapparates eine - wenn auch kaum zu quantifizierende - Rolle spielen 

würden.

3.3    Ein für Schleudertrauma-Verletzungen typisches Beschwerdebild - konkret 

wurden für die Zeit nach dem Unfall Schwindel und Kopfschmerzen ärztlich bestätigt - 

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lässt sich bezogen auf den Unfall vom 23. Juni 2000 nicht ohne weiteres in Abrede 

stellen, zumal der Zeitraum von 24 bis 72 Stunden nach dem Unfall ausschliesslich für 

Nacken- und Halswirbelsäulenbeschwerden gilt und nicht auch für jene, die 

typischerweise im Rahmen eines Schleudertraumas auftreten können (Urteil des 

Bundesgerichts vom 30. Januar 2007 i/S T. [U 215/05], Erw. 5.3). Hingegen war nach 

Lage der Akten ein typisches Beschwerdebild im streitigen Einstellungszeitpunkt (23. 

Juli 2001) nicht mehr - oder jedenfalls nicht mehr mit der erforderlichen Häufung - 

gegeben (vgl. MEDAS-Gutachten 2006 S. 28), auch wenn nach der Rückkehr aus 

Australien die Physiotherapie wieder aufgenommen werden musste (vgl. UV-act. 0/26). 

Aber selbst wenn ein typisches Beschwerdebild im Einstellungszeitpunkt zu bejahen 

wäre, müsste - wie nachstehend zu zeigen sein wird - der adäquate 

Kausalzusammenhang verneint werden.

3.4    Hinsichtlich des Unfalls vom 24. Juli 2001 ist festzuhalten, dass der 

Unfallmechanismus (Seitenkollision) nicht typisch ist für eine schleudertraumaähnliche 

Verletzung (HWS-Distorsion), wie sie nach der Erstbehandlung im Kantonsspital 

diagnostiziert wurde (UV-act. 1/3). Konkrete Anhaltspunkte, aufgrund welcher eine 

solche Verletzung ohne weiteres zu verneinen wäre, sind jedoch aus den Akten 

ebenfalls nicht ersichtlich, zumal sich durch die in der Unfallanalyse der Zürich 

bestätigte kollisionsbedingte Geschwindigkeitsänderung durchaus eine Kopfbewegung 

in der von der Beschwerdeführerin geltend gemachten Art (mit der Folge einer HWS-

Distorsion) hatte ergeben können. Im MEDAS-Gutachten wurde ausgeführt, ein 

sogenannt typisches Beschwerdebild nach HWS-Distorsion liege "nicht vordergründig" 

vor. Insbesondere liessen sich keine neuropsychologischen Defizite objektivieren. Die 

aktuellen Beschwerden seien zum überwiegenden Teil durch den zweiten Unfall 

bedingt, welcher in keiner Weise einer HWS-Distorsion entspreche. Die Gutachter 

verneinten sodann weitere "typische" Beschwerden explizit (vgl. UV-act. 2/227 S. 28). 

Ein für Schleudertrauma-Verletzungen typisches Beschwerdebild kann daher bereits 

für die Zeit unmittelbar nach dem zweiten Unfall nicht als belegt gelten. Jedenfalls aber 

war nach Lage der Akten ein typisches Beschwerdebild im streitigen 

Einstellungszeitpunkt (31. Januar 2007) nicht mehr gegeben. Selbst wenn aber ein 

solches im Einstellungszeitpunkt zu bejahen wäre, müsste - wie nachstehend zu zeigen 

sein wird - der adäquate Kausalzusammenhang bei Anwendung der Kriterien nach 

BGE 134 V 109 verneint werden. Die von den Parteien diskutierte und von der 

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Beschwerdeführerin verneinte Frage, ob die Adäquanz hinsichtlich des zweiten Unfalls 

nach der Rechtsprechung zur Adäquanz von psychischen Unfallfolgen (BGE 115 V 133) 

zu prüfen wäre, braucht daher nicht geprüft zu werden.

4.         

Bei den Ereignissen vom 23. Juni 2000 und 24. Juli 2001 ist von mittelschweren 

Unfällen auszugehen. Die Annahme von leichten Ereignissen liesse sich auch mit 

Hinweis auf die kollisionsbedingte Geschwindigkeitsänderung angesichts der 

Unfallumstände nicht zureichend begründen (vgl. dazu Urteil des EVG vom 6. Februar 

2007 i/S G. [U 479/05] Erw. 7, sowie vom 30. Juni 2006 i/S S. [U 483/05] Erw. 6.2). Eine 

besondere Eindrücklichkeit oder dramatische Begleitumstände (vgl. die Kasuistik zu 

diesem Kriterium in Rumo-Jungo, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum 

Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 3. A., S. 58-64, 

sowie Urteile des EVG vom 23. November 2004 i/S B., Erw. 2.3 [U 109/04] und vom 2. 

März 2005 i/S S., Erw. 5.1 [U 309/03]) können beim ersten Unfall offensichtlich nicht als 

belegt gelten. Dem zweiten Unfall kann eine gewisse Eindrücklichkeit insofern 

zuerkannt werden, als die Beschwerdeführerin das herannahende Motorrad 

beobachtete; eine besondere Eindrücklichkeit oder Dramatik lässt sich aber nicht 

ableiten, zumal in diesem Zusammenhang nicht vom subjektiven Empfinden, sondern 

vom objektiven Unfallereignis auszugehen ist (Urteil des EVG vom 30. März 2005 i/S S. 

[U 294/05] Erw. 3.3.1). Bei den erlittenen HWS-Distorsionen handelt es sich nicht um 

Verletzungen, die durch ihre Schwere oder besondere Art charakterisiert wären (vgl. 

Urteil des EVG vom 9. August 2004 i/S J. [U 116/04]). Der Umstand, dass die 

Beschwerdeführerin das herannahende Motorrad beobachtete und dadurch den Kopf 

nach rechts drehte, vermag noch keine aussergewöhnlichen Umstände hinsichtlich der 

Körperhaltung im Unfallzeitpunkt zu begründen (vgl. Urteil des EVG vom 25. Juli 2007 i/

S O. [U 328/06] Erw. 11.2). Ein Kopfanprall ist bei beiden Unfällen nicht nachgewiesen. 

Wie dargelegt lagen aber bei der Beschwerdeführerin im Zeitpunkt des Ereignisses 

vom 24. Juli 2001 noch Restbeschwerden des ersten Ereignisses vor, so dass insofern 

die besondere Art der Verletzung - im Sinn einer wiederholten Betroffenheit desselben 

Körperteils - im Ansatz bejaht werden kann (vgl. Urteil des EVG vom 26. April 2006 [U 

39/04] Erw. 3.3.2). Dieses Kriterium kann jedoch nur als geringgradig erfüllt betrachtet 

werden, nachdem der zweite Unfall nicht auf eine erheblich vorgeschädigte HWS traf; 

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vielmehr hätte wie dargelegt ohne den zweiten Unfall mit einer vollständigen 

Wiederherstellung gerechnet werden können.

Die versicherte Person hat Anspruch auf die zweckmässige Behandlung (Art. 10 Abs. 1 

UVG) der Unfallfolgen für solange, als von ihrer Fortsetzung eine namhafte Besserung 

des Gesundheitszustands erwartet werden kann (Art. 19 Abs. 1 UVG e contrario). Dr. 

C.___ meldete am 7. November 2000 hinsichtlich des ersten Unfalls vorerst den 

Behandlungsabschluss (UV-act. 0/18), welchen sie zuvor bereits im Unfallschein auf 

den 12. September 2000 datiert hatte (UV-act. 0/13). Im Nachgang zum Australien-

Aufenthalt bzw. während diesem ergab sich dann eine weitere Therapiebedürftigkeit 

(UV-act. 0/26, 0/34). Im MEDAS-Gutachten 2006 wurde dazu festgehalten, nach dem 

ersten Unfall habe eine gute Beschwerdebesserung und volle Reintegration in den 

bisherigen Beruf stattgefunden. Erst der zweite Unfall habe zu einer nachhaltigen 

Verschlechterung der Gesamtsituation geführt. Die Nackenschmerzen würden 

zusätzlich auch durch die thorakalen Beschwerden, welche nach dem zweiten Unfall 

aufgetreten seien, mit unterhalten. Der zweite Unfall habe vor allem zu Beschwerden im 

Bereich der BWS geführt, die einen ungünstigen Einfluss auf die HWS-Symptomatik 

ausüben könne. Es könne, auch unter Beiziehung des Berichts von Prof. F.___, davon 

ausgegangen werden, dass eine 25%ige Verursachung durch den ersten und eine 

75%ige Verursachung durch den zweiten Unfall plausibel sei (MEDAS-Gutachten S. 23; 

UV-act. 2/227). Insgesamt kann somit festgehalten werden, dass ohne das zweite 

Unfallereignis vom 24. Juli 2001 die Heilbehandlung im Nachgang zum ersten Ereignis 

mit grosser Wahrscheinlichkeit hätte abgeschlossen werden können (vgl. Bericht von 

Prof. F.___ vom 16. März 2004 S. 3f; MEDAS-Gutachten 2006 S. 29 unten). Im 

Einstellungszeitpunkt (23. Juli 2001) ist jedenfalls keine fortgesetzt spezifische, 

belastende ärztliche Behandlung mehr nachgewiesen. Bei den psychotherapeutischen 

Behandlungen (Konsultationen vom Dezember 2000 sowie vom Mai, Juni und Juli 

2001) handelt es sich um sporadische ambulante Arztkonsultationen, welchen nicht ein 

eigentlich belastender Charakter beigemessen werden kann. Entgegen der in der 

Replik vertretenen Auffassung der Beschwerdeführerin (act. G 7 [UV 2008/28] S. 5 

oben) können bei der Prüfung dieses Kriterium ärztliche Begutachtungen, berufliche 

Massnahmen und Integrationsbemühungen nicht einbezogen werden. Das 

Bundesgericht erachtete das Kriterium der fortgesetzt spezifischen, belastenden 

ärztlichen Behandlung (BGE vom 19. Februar 2008 [U 394/06], Erw. 10.2.3) in einem 

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Fall als nicht erfüllt, in welchem nach der ambulanten Erstbehandlung zwei Tage nach 

dem Unfall die Versicherte durch den Hausarzt medikamentös und in der Folge mit 

ambulanter und stationärer Physiotherapie behandelt wurde, die keine namhafte 

Besserung brachte. Das Gericht kam zum Schluss, auch wenn später erneut 

physiotherapeutische Massnahmen angeordnet worden seien, handle es sich nicht um 

eine fortgesetzt spezifische, die Versicherte belastende ärztliche Behandlung (BGE 17. 

April 2008 i/S H.B. [8C_181/2007] Erw. 3.2). Die MEDAS-Gutachter bestätigten im Jahr 

2006 auch hinsichtlich der Folgen des zweiten Unfalls, dass der Endzustand erreicht 

sei. Sie erachteten lediglich phasenweise (unfallbedingte) physiotherapeutische 

Intervention indiziert, dies niederfrequent vor allem zur Kontrolle der in Eigenregie 

durchgeführten Übungen (UV-act. 2/227 S. 26 oben). Somit ist auch im Zeitpunkt der 

Einstellung der Leistungen für das zweite Unfallereignis am 31. Januar 2007 keine 

fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung mehr dargetan. - Für das 

Vorliegen von erheblichen Komplikationen lassen sich den Akten keine Anhaltspunkte 

entnehmen. Nach der Rechtsprechung kann sich ein schwieriger Heilungsverlauf 

dadurch ergeben, dass eine Vielfalt von Beschwerden vorliegt, die sich teilweise 

wechselseitig beeinflussen und auch aus diesem Grund einem therapeutischen Zugriff 

nur schwer zugänglich sind. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn sich eine 

Geschädigte praktisch ununterbrochen während langer Zeit (rund 4 Jahre) ambulanter 

Physiotherapie und mehreren stationären Aufenthalten unterziehen musste (vgl. Urteil 

des EVG vom 28. April 2005 i/S P. [U 386/04], Erw. 5.2). Konkret ist der Hinweis der 

MEDAS-Gutachter relevant, dass das Thorakovertebralsyndrom einen ungünstigen 

Einfluss auf das Zervikovertebralsyndrom hat und umgekehrt (Gutachten S. 27). 

Entgegen der im angefochtenen Entscheid vertretenen Auffassung lässt sich jedenfalls 

allein mit diesem Hinweis das Kriterium des schwierigen Heilungsverlaufs nicht mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit bejahen. Eine praktisch durchgehende Behandlung, 

wie sie dem vorerwähnten Urteils zugrunde lag, ist im Fall der Beschwerdeführerin, 

welche nach dem zweiten Unfall immerhin in der Lage war, eine schulische Ausbildung 

bis zur Matura zu absolvieren, nicht dargetan. Auch von einer ärztlichen 

Fehlbehandlung kann nicht ausgegangen werden.

Die Beschwerdeführerin war vom 23. Juni bis 21. August 2000 zu 100 % und in der 

Folgezeit bis zum 11. September 2000 zu 50 % arbeitsunfähig (UV-act. 0/13, 0/16). 

Danach war sie wieder vollumfänglich als Krankenschwester tätig. Auch nach dem 

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Australien-Aufenthalt war sie uneingeschränkt an ihrem angestammten Arbeitsplatz 

tätig (vgl. MEDAS-Gutachten 2006 S. 17, 29; UV-act. 2/227). Im Nachgang zum 

zweiten Unfall war die Beschwerdeführerin in der Lage, die Matura im Jahr 2003 

erfolgreich abzulegen. Bereits im MEDAS-Gutachten von 2002 (zitiert nach MEDAS-

Gutachten 2006 S. 20 oben; UV-act. 2/227) wurde ein volle Arbeitsfähigkeit der 

Beschwerdeführerin für körperlich leichte Tätigkeiten in Wechselpositionen und ohne 

Zwangshaltungen, ohne Überkopfarbeiten sowie ohne Heben und Tragen von Lasten 

über 5 kg bescheinigt. Damit kann eine erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz 

ausgewiesener Anstrengungen in den Einstellungszeitpunkten (23. Juli 2001 und 31. 

Januar 2007) nicht bejaht werden. Selbst wenn das Vorliegen von erheblichen 

Beschwerden zu bejahen wäre, liesse es sich - bei Anwendung der Schleudertrauma-

Rechtsprechung - nicht beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin die adäquate 

Unfallkausalität der Wirbelsäulen-Beschwerden für die Zeit ab 23. Juli 2001 bzw. 31. 

Januar 2007 verneint hat. Bei diesem Ergebnis kann eine Prüfung des Einwands des 

Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin, es gehe nicht an, die Adäquanzprüfung auf 

den 23. Juli 2001 vorzunehmen, obwohl die Verfügung erst vom 25. April 2007 datiere 

(act. G 1 [UV 2008/29]) S. 5), offenbleiben. Dies umso mehr, als die 

Beschwerdegegnerin im Nachgang zum zweiten Unfallereignis bis zum 31. Januar 

2007 - ohne Unterbruch - Leistungen erbrachte und dabei nicht zwischen 

verschiedenen Unfallereignissen unterschied.

5.         

Soweit ausschliesslich die Schleudertrauma-Rechtsprechung zur Anwendung gebracht 

würde, liessen sich die angefochtenen Einsprache-Entscheide somit im Ergebnis nicht 

beanstanden. Wie erwähnt, wurde jedoch im MEDAS-Gutachten 2006 ein durch die 

Unfälle vom 23. Juni 2000 und 24. Juni 2001 bedingter organischer 

Gesundheitsschaden an der Wirbelsäule grundsätzlich bejaht, auch wenn dessen 

Ausmass die geltend gemachten Schmerzen und Einschränkungen nicht zu erklären 

vermochte. In diesem Zusammenhang ist das Vorhandensein eines adäquat-kausalen 

Gesundheitsschadens aber ohne weiteres zu bejahen (vgl. vorstehend Erw. 3.2). Aus 

dem MEDAS-Gutachten ergibt sich sodann, dass die Beschwerdeführerin ihren 

ursprünglichen Beruf als Krankenschwester unfallbedingt nicht mehr ausüben kann. 

Die MEDAS-Gutachter verneinten im Weiteren das Vorliegen von unfallfremden 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/18

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Ursachen, wobei sie eine Aufteilung der gesundheitlichen Folgen auf das erste und das 

zweite Ereignis im Verhältnis 25:75 vornahmen. - Bei dieser Sachlage stellt sich - 

entgegen der von der Beschwerdegegnerin in den Beschwerdeantworten vertretenen 

Auffassung - die Frage einer allfällig unfallbedingten Erwerbsunfähigkeit (Art. 18 UVG). 

Hieran kann der Umstand, dass die Beschwerdeführerin aktuell offenbar als Hausfrau 

und Mutter tätig ist, nichts ändern. Für die Prüfung der Erwerbsunfähigkeit sind dem 

Valideneinkommen, welches sich vorderhand an dem von der Beschwerdeführerin 

zuletzt erzielten Einkommen als Krankenschwester zu orientieren hat, ein zumutbares 

Invalideneinkommen aus einer dem Gesundheitsschaden und den beruflichen 

Voraussetzungen angepassten Erwerbstätigkeit gegenüberzustellen. Dabei ist auch die 

Frage des leidensbedingten Abzuges beim Invalideneinkommen zu prüfen. Die 

Beschwerdegegnerin wird diesen Einkommensvergleich noch vorzunehmen und eine 

entsprechende Verfügung zu erlassen haben. Sodann wird auch über die Frage der 

Integritätsentschädigung (vgl. Integritätsschadenbemessung im MEDAS-Gutachten 

2006) noch zu befinden sein.

6.         

Im Sinn der vorstehenden Erwägungen sind die Beschwerden unter Aufhebung der 

angefochtenen Entscheide dahingehend gutzuheissen, dass die Sache zur Prüfung des 

Renten- und Integritätsentschädigungsanspruchs an die Beschwerdegegnerin 

zurückzuweisen ist. Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Die 

Beschwerdeführerin hat bei diesem Verfahrensausgang Anspruch auf eine 

Parteientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG). Für deren Bemessung ist zum einen zu 

beachten, dass in beiden Verfahren bei identischen Akten praktisch übereinstimmende 

Fragen zu beantworten waren. Zum anderen ist zu berücksichtigen, dass die zu 

studierenden Akten recht umfangreich waren und es sich insgesamt um ein 

überdurchschnittlich aufwändiges Verfahren handelte, bei welchem auch eine 

zwischenzeitlich eingetretene Rechtsprechungs-Änderung (BGE 134 V 109) zu 

berücksichtigen war. Bei diesen Gegebenheiten erscheint es gerechtfertigt, die 

Parteientschädigung für beide Verfahren auf pauschal Fr. 5'000.-- (einschliesslich 

Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzulegen.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/18

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im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

entschieden:

1.        Die Beschwerden werden dahingehend gutgeheissen, dass die angefochtenen 

Einspracheentscheide aufgehoben werden und die Sache zur Prüfung des Renten- und 

Integritätsentschädigungsanspruchs der Beschwerdeführerin im Sinn der Erwägungen 

an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen wird.

2.        Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.        Die Beschwerdegegnerin hat die Beschwerdeführerin mit Fr. 5'000.-- zu 

entschädigen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 10.10.2008
	Art. 6 UVG. Gesundheitliche Folgen von HWS-Distorsionen. Adäquanz-Prüfung. Rückweisung zur Prüfung des Renten- und Integritätsentschädigungsanspruchs (Entscheid Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen vom 10. Oktober 2008, UV 2008/28 und UV 2008/29). Bestätigt durch Urteil des Bundesgerichts 8C_945/2008.

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