# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6f1455fc-c961-51bb-90f2-770168e8a27a
**Source:** TA (TA)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-03-06
**Language:** de
**Title:** Schiedsgerichte Schweizer Sportgericht 06.03.2025 SSG 2024/E/29
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/TA_SST/TA_SST_001_SSG-2024-E-29_2025-03-06.pdf

## Full Text

1 

 

 

SSG 2024/E/29 - SSI v. A.________ 
 

 

 
 
 
 

Entscheid 
 

des 

 

SCHWEIZER SPORTGERICHTS 

 

in folgender Besetzung: 

 

Vorsitzende Richterin:  Isabelle Fellrath, Dr.iur., Rechtsanwältin, Morges 

Richterin:    Ada Sofie Altobelli, Rechtsanwältin, Zürich 

Richter:    Loris Baumgartner, Rechtsanwalt, Zürich 

 

 

In der Sache 

 

 

zwischen 

 

Stiftung Swiss Sport Integrity (SSI), Eigerstrasse 60, 3007 Bern 

vertreten durch Hanjo Schnydrig, Rechtsdienst 

 

- Antragstellerin - 

 

und 

 

A.________ 

 

- Angeschuldigte Person - 

 

 

 

 
  

 

 2 

I. Die Parteien 

1. Die Stiftung Swiss Sport Integrity ("SSI" oder "Antragstellerin") ist eine Stiftung nach 

schweizerischem Recht mit Sitz in Bern (Schweiz). Seit dem 1. Januar 2022 ist SSI sowohl als 

Nationale Agentur zur Bekämpfung von Doping (Art. 19 Abs. 2 SpoFöG1 und Art. 73 SpoFöV2) 

als auch als Nationale Meldestelle für Ethikverstösse und Missbrauchsfälle im Schweizer 

Sport (Art. 72f SpoFöV) zuständig. 

 

2. A.________  ("angeschuldigte Person" oder "Trainer") war unter anderem Trainer vom 

Handball-Verein B.________. 

 

3. Die SSI und der Trainer werden im Folgenden gemeinsam als "Parteien" bezeichnet. 

II. Sachverhalt und Prozessgeschichte 

4. Das vorliegende Verfahren betrifft einen potenziellen Ethikverstoss gemäss dem Ethik-Statut 

des Schweizer Sports vom 1. Januar 2022 (Ethik-Statut). 

 

5. Nachfolgend ist eine Zusammenfassung der wichtigsten Elemente des Sachverhalts gemäss 

den Schilderungen der Parteien in deren schriftlichen Eingaben sowie basierend auf den von 

SSI / Disziplinarkammer des Schweizer Sports überwiesenen Akten wiedergegeben. Für 

weiterführende Details wird auf die Verfahrensakten verwiesen respektive im 

nachfolgenden Entscheid dort auf sie eingegangen, wo dies für die Beurteilung der 

betreffenden Fragen relevant ist. 

A. Verfahren vor der Disziplinarkommission Leistungssport des Schweizerischen Handball-

Verbandes 

6. Am 22. Mai 2022 erliess die Disziplinarkommission Leistungssport des Schweizerischen 

Handball-Verbandes ("DKL SHV") eine Präsidialverfügung. Inhalt der Präsidialverfügung war, 

dass ein Mitglied des Verbandssportgerichts des Schweizerischen Handball-Verbandes 

("VSG SHV") einen Videoausschnitt über den Vorfall vom 21. Mai 2022 erhielt, diesen dem 

Präsidenten des VSG SHV, Roland Schneider übermittelte, welcher sodann die Anzeige am 

22. Mai 2022 dem Präsidenten der DKL SHV weiterleitete. Auf dem Videoschnitt sei die 

angeschuldigte Person zu sehen, wie sie eine Spielerin des HV B.________ (C.________) ins 

Gesäss kickt. Das genannte Video wurde unter anderem im I.________ Tagblatt vom XX. YY 

ZZZZ publiziert. 

 

7. Mit Schreiben vom 22. Mai 2022 hat die Disziplinarkommission Leistungssport die 

angeschuldigte Person darüber informiert, dass möglicherweise ein disziplinarisch 

relevantes Verhalten vorliege und bittet um Stellungnahme durch die angeschuldigte 

Person. 

 

8. Mit E-Mail vom 22. Mai 2022 schrieb die angeschuldigte Person, dass sie "beim Betrachten 

der Nahaufnahmen selber erschrocken" sei und die Unterstellung nachvollziehen könne. Die 

angeschuldigte Person erklärt in ihrer Stellungnahme, dass sie nach dem Spiel ausser sich 

vor Wut war, dies zwar neutral betrachtet nicht verzeihbar sei. Sie schreibt "wenn man aber 

mit bedenkt, was wir in den letzten 3 Jahren mit diesem Team erleben mussten, und nun 5 

 
1  Bundesgesetz über die Förderung von Sport und Bewegung vom 17. Juni 2011, SR 415.0 

(Sportförderungsgesetz, SpoFöG). 
2  Verordnung über die Förderung von Sport und Bewegung vom 23. Mai 2012, SR 415.01 

(Sportförderungsverordnung, SpoFöV). 

 

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Sekunden vor Schluss aufgestiegen waren (ich war in Kenntnis des Spielverlaufs in 

D.________) und dann bekommen wir 1 Sekunde vor Schluss diesen Treffer ins leere Tor, 

dann lässt sich das vielleicht etwas nachvollziehen. In dieser Wut wollte ich um mich kicken, 

und zwar nicht gegen eine Person, sondern nach vorne ins Leere!" und "Ich wusste im 

Übrigen nicht mal, wen ich getroffen habe – hatte aber die Vermutung, dass es E.________ 

oder C.________ war – zu diesen beiden ging ich, nachdem ich mich beruhigt hatte, und 

fragte sie, ob es eine von ihnen war und entschuldigte mich folglich bei C.________ 

aufrichtig. Die Unterstellung, es sei ein bewusster Tritt wegen dem Wechsel gewesen, weise 

ich in aller Deutlichkeit von mir – für den Wechsel gab es im Übrigen 3 Optionen, die bereit 

sein mussten, zum Wechsel zu kommen (Nummer 8, 66 und 99), deshalb wüsste ich nicht, 

weshalb ich C.________ in diesem Moment dafür verantwortlich machen sollte". Schliesslich 

fügt die angeschuldigte Person hinzu "Das Ganze ist absolut tragisch, ich muss das mit 

C.________ und dem Team aufarbeiten, was wir morgen bei einem Treffen auch machen 

werden. Ich verstehe auch, dass ihr das untersuchen müsst, kann euch aber nur bitten, mir 

zu glauben und euch bitten, von einer Bestrafung abzusehen". Bezüglich des Kicken des Balls 

führt die angeschuldigte Person aus, dass "ich habe den Ball weggekickt, so dass er am 

Boden Richtung Tribüne rollte, wo keine Personen im Weg waren. So traf er unten auf die 

Tribüne, spickt von dort mit Drall zurück und dann durch diesen Drall auf die Tribüne. Es ist 

nicht so, dass der Ball direkt auf die Tribüne flog und einen Zuschauer getroffen hätte, so wie 

es die Ausführungen der SR vermuten liessen". 

 

9. Am 30. Mai 2022 erliess die DKL SHV den Entscheid, dass A.________ wegen eines groben 

Verstosses gegen die Sportlichkeit im Sinne von Art. 16 Abs. 2 WR mit einer Sperre für 7 

Spiele und einer Busse von CHF 700 belegt wird. Weiter wurde entschieden, dass die 

Verfahrensgebühr auf CHF 300 angesetzt wird und der angeschuldigten Person auferlegt 

wird.  

 

10. Die DKL SHV geht von einem schweren Fall aus. Die angeschuldigte Person habe die Aktion 

gezielt gegen eine eigene Spielerin gerichtet und stützt sich dabei auf das Spielvideo. 

B. Verfahren vor Swiss Sport Integrity 

11. Am 23. Mai 2022 ging bei der Meldestelle von SSI eine anonyme Meldung betreffend einen 

Vorfall am 21. Mai 2022 ein, bezüglich einer Tätlichkeit gegenüber einer Spielerin durch 

einen Trainer (SSI- Meldung Nr. 122/2022). Der Vorfall sei im Internet auffindbar und könne 

in der Liveübertragung des Spiels beobachtet werden. Gleichentags ging eine zweite 

anonyme Meldung betreffend den Vorfall vom 21. Mai 2022 ein. Die meldende Person 

erwähnt, dass es nicht das erste Mal sei, dass die angeschuldigte Person "nicht nur seine 

eigenen sondern auch gegnerische Spielerinnen mit physischer Gewalt begegnet" (SSI-

Meldung Nr. 123/2022).  

 

12. Am 24. Mai 2022 ging bei der Meldestelle von SSI eine dritte anonyme Meldung betreffend 

den Vorfall vom 21. Mai 2022 ein. Zudem erwähnt die Person, dass die angeschuldigte 

Person "bereits in der Vergangenheit auch generische Spielerinnen physisch angegriffen hat. 

Zum Beispiel stiess er nach einer Niederlage jeder Spielerin des gegnerischen Teams beim 

Verlassen der Halle mit dem Ellbogen in die Rippen" (SSI-Meldung Nr. 126/2022).  

 

13. Am 29. Mai 2022 ging bei der Meldestelle von SSI eine vierte anonyme Meldung betreffend 

den Vorfall vom 21. Mai 2022 ein (SSI-Meldung Nr. 166/2022). Die Person hat angegeben, 

dass sie den Vorfall bereits der Disziplinarkommission Leistungssport gemeldet habe. 

 

 

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14. Mit Schreiben vom 14. Juni 2022 leitete SSI eine Untersuchung gegen die angeschuldigte 

Person bezüglich möglicher Verstösse gegen das Ethik-Statut ein. In diesem Schreiben teilt 

die SSI mit, dass sie von der Anwaltskanzlei Burkhalter Rechtsanwälte vertreten wird. Ferner 

weist die SSI die angeschuldigte Person darauf hin, dass sie nach Art. 7 Abs. 1 

Verfahrensreglement der Stiftung Swiss Sport Integrity betreffend Ethikverstösse und 

Missstände, Version mit Inkrafttreten per 15. Februar 2023 (VerfRegl SSI) das Recht habe, 

die Akten einzusehen sowie eine Vertretung beizuziehen. Zudem wird auch darauf 

hingewiesen, dass sie gemäss Art. 7 Abs. 2 VerfRegl SSI i.V.m. Art. 4.4 Abs. 1 Ethik-Statut zur 

Mitwirkung verpflichtet ist.  

 

15. Sowohl C.________ als auch der Handball-Verein B.________ und der Schweizerischer 

Handball-Verband (SHV) wurden mit Schreiben vom 14. Juni 2022 (bzw. der Schweizerisches 

Handball-Verband (SHV) bereits am 13. Juni 2022 und erneut am 14. Juni 2022) darüber 

benachrichtigt, dass gegen die angeschuldigte Person eine Untersuchung eröffnet wurde. 

 

16. Die SSI hat mit Schreiben vom 16. Juni 2022 die DKL um Akteneinsicht ersucht, worauf sie 

am 23. Juni 2022 sämtliche Unterlagen zugestellt erhielt. Die angeschuldigte Person hatte 

keine Einwände gegen die Akteneinsicht. 

 

17. Am 28. Juni 2022 wurde C.________ durch Markus Pfisterer (Leiter Meldestelle Ethik SSI), 

Peter Burkhalter und Wie Yang (beide Anwaltskanzlei Burkhalter Rechtsanwälte) im Rahmen 

des Untersuchungsverfahrens befragt. 

 

18. Mit Schreiben vom 30. Juni 2022 informierte der SHV die SSI, dass die angeschuldigte Person 

per Ende September 2022 gekündigt habe und den SHV verlässt. 

 

19. Am 6. Juli 2022 wurde die angeschuldigte Person durch Peter Burkhalter und Wie Yang im 

Rahmen des Untersuchungsverfahrens befragt. 

 

20. Am 25. Juli 2022 wurde F.________ (Spielerin HV B.________) durch Hanjo Schnydrig (Leiter 

Rechtsdienst SSI), Peter Burkhalter und Wie Yang im Rahmen des Untersuchungsverfahrens 

befragt. 

 

21. Mit Schreiben vom 26. Februar 2023 reichte der Schweizerischer Handball-Verband eine 

Stellungnahme bei der SSI ein. Der Verband erklärte, dass die angeschuldigte Person zum 

Zeitpunkt des Vorfalls am 21. Mai 2022 Angestellter des SHV als Leiter Trainerausbildung 

war, wobei er keine Funktion als Trainer für den SHV hatte. Die angeschuldigte Person würde 

jedoch als Trainer eines Mitgliedvereins (B.________) des SHV dem Ethik-Statut des 

Schweizer Sports unterliegen.  

C. Verfahren vor der Disziplinarkammer des Schweizer Sports 

22. Am 20. Februar 2023 reichte die SSI ihren Untersuchungsbericht betreffend Ethikverstoss 

bei der Disziplinarkammer des Schweizer Sports ("DK") mit folgenden Rechtsbegehren ein: 

 
"1. A.________ sei zu verurteilen, für eine Dauer von sechs Monaten nach 

Inkrafttreten dieses Entscheides, keine Tätigkeiten als Trainer für sämtliche 
Sportarten auf allen Leistungsstufen auszuüben 

 2. A.________ sei zu verurteilen, vor der Wideraufnahme einer Tätigkeit als 
Trainer für sämtliche Sportarten auf allen Leistungsstufen zur Prävention ein 
Anti-Aggression-Coaching zu absolvieren. 

 3. Die Stiftung Swiss Sport Integrity sei anzuweisen, die Öffentlichkeit über den 
Entscheid der Disziplinarkammer des Schweizer Sports zu informieren." 

 

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23. Mit Schreiben vom 22. März 2023 ("Ethikverstoss - Untersuchungsbericht i.S. A.________ ") 

sendet die SSI der DK den Untersuchungsbericht i.S. A.________ sowie die Stellungnahme 

des Schweizerischen Handball-Verbands. Es wird darauf hingewiesen, dass bei den Beilagen 

aufgrund des Umfangs an Dokumenten auf eine Ausführung beschränkt wurde und sich alle 

Dokumente im beigelegten, passwortgeschützten USB-Sticks befänden.  

 

24. Mit Verfügung vom 28. November 2023 eröffnete die DK ein Verfahren gegen die 

angeschuldigte Person wegen möglichen Verstosses insbesondere gegen Art. 2.1.2, Art. 

2.1.3 und Art. 2.3 Ethik-Statut und setzt der angeschuldigten Person Frist bis zum 22. 

Dezember 2023 zur Einreichung einer Stellungnahme.  

 

25. Mit Schreiben vom 20. Dezember 2023 reichte die angeschuldigte Person eine 

Stellungnahme ein mit folgenden Rechtsbegehren: 

 
"1. Es sei von einer weiteren Bestrafung gemäss der gestellten Rechtsbegehren 

der Antragstellerin abzusehen; 

 2. Eventualiter: Es sei eine milde Bestrafung zu wählen. Insbesondere sei die 
bereits erfolgte Spielsperre zu berücksichtigen und von einer Veröffentlichung 
des Entscheids abzusehen. 

 3. Die Kosten des Verfahrens seien ausgangsgemäss zu verteilen." 

 

26. Mit Schreiben vom 22. Dezember 2023 reichte der Handball-Verein B.________ eine 

Stellungnahme ein und erklärt, dass er keine Teilnahme am Verfahren wünscht. Der 

Handball-Verein B.________ erklärt, dass es in der Vergangenheit keine Zwischenfälle mit 

der angeschuldigten Person gegeben habe. Der Handball-Verein B.________ schätzt den 

wertvollen Beitrag, welchen die angeschuldigte Person für den Handballsport leistete. Aus 

diesem Grund wollte der Handball-Verein B.________, dass die angeschuldigte Person für 

die Saison 2022/23 das Traineramt bei den FU18/FU16 von G.________ übernahm. Die 

angeschuldigte Person war für die ersten 7 Spiele in der Saison 2022/23 gemäss Entscheid 

der SKL vom 30. Mai 2022 gesperrt. Der Handball-Verein B.________ betonte zudem, dass 

"weiter möchten wir erwähnen, dass [die angeschuldigte Person] sich uns gegenüber sehr 

kooperativ verhalten hatte. Die Aufarbeitung des Vorfalls mit dem ganzen Team sowie auch 

das Tragen der Konsequenzen waren für ihn jederzeit selbstverständlich". Weiter führt der 

Handball-Verein B.________ aus "Wir haben auch erlebt, wie belastend die ganze 

Angelegenheit für [die angeschuldigte Person] und seine Familie war. Um eine weitere 

Aufrollung des Vorfalls in der Öffentlichkeit zu vermeiden, welche mit einer weiteren 

Belastung für sämtliche Involvierten verbunden wäre, würden wir von einer Veröffentlichung 

absehen." 

III. Verfahren vor dem Schweizer Sportgericht 

27. Die DK hat ihre Tätigkeit gemäss einem Beschluss vom 24. November 2023 des 

Sportparlaments von Swiss Olympic am 30. Juni 2024 eingestellt. Gemäss diesem Beschluss 

gehen sämtliche Kompetenzen der DK an die Stiftung Schweizer Sportgericht über. 

 

28. Mit Eröffnungsschreiben vom 6. November 2024 teilte der Direktor der Stiftung Schweizer 

Sportgericht den Parteien mit, dass das Verfahren zwischen SSI und die angeschuldigte 

Person im Sinne der Verfügung des Präsidenten der Disziplinarkammer des Schweizer Sports 

vom 28. November 2023, der Stellungnahme der angeschuldigten Person vom 19. Dezember 

2023 sowie der Stellungnahme des Handball-Vereins B.________ vom 22. Dezember 2023 

mit sofortiger Wirkung von der Stiftung Schweizer Sportgericht übernommen wird. 

Ausserdem wurde den Parteien die Bestellung des Gerichts, die zuständige Kammer sowie 

 

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die Sprache des vorliegenden Verfahrens mitgeteilt. Darüber hinaus wurden die Parteien 

über die Kommunikationsmittel mit dem Schweizer Sportgericht, sowie die Möglichkeit 

eines Beistands und diejenige der unentgeltlichen Rechtspflege informiert und dass das 

Urteil gemäss dem Reglement betreffend das Verfahren vor dem Schweizer Sportgericht 

vom 1. Juli 2024 (VerfRegl) unter Berücksichtigung der Persönlichkeitsrechte der 

Betroffenen auf der Website des Schweizer Sportgerichts publiziert werden würde. 

Schliesslich wurde den Parteien im Eröffnungsschreiben mitgeteilt, dass sie bis zum 27. 

November 2024 das Recht hätten, in schriftlicher oder mündlicher Form Stellung zu nehmen 

sowie Anträge zu stellen.  

 

29. Am 24. November 2024 reichte die angeschuldigte Person eine Stellungnahme ein. Sie weist 

darauf hin, dass ihre Stellungnahme vom 19. Dezember 2023 auch für das vorliegende 

Verfahren gelte. 

 

30. Am 27. November 2024 reichte die SSI eine Stellungnahme mit angepasstem 

Rechtsbegehren ein: 

 
"1. A.________ sei zu verwarnen. 

 2. A.________ sei zu verurteilen, begleitend zu seiner Tätigkeit als Trainer für 
sämtliche Sportarten auf allen Leistungsstufen zur Prävention ein Anti-
Aggressions- oder ähnliches Coaching zu absolvieren. 

 3. Über den Ausgang des Verfahrens sei in Anwendung von Art. 6.3 Abs. 2 Swiss 
Olympic Ethik-Statut des Schweizer Sports öffentlich zu berichten." 

 

31. Mit Verfügung vom 12. Dezember 2024 bestätigte das Sekretariat des Schweizer 

Sportgerichts den Erhalt der Stellungnahmen der angeschuldigten Person und der SSI und 

informierte die Parteien, dass die vorsitzende Richterin und Referentin die Leitung des 

Verfahrens übernehme. Die Parteien wurden darauf hingewiesen, dass das Gericht die 

Untersuchung als vollständig erachte und ihnen eine Frist von 10 Arbeitstagen (bis zum 30. 

Dezember 2024) zur Stellung von kurz begründeten Ergänzungsbegehren gesetzt werde. Im 

gleichem Schreiben wurden die Parteien ausserdem erneut unter anderem darauf 

hingewiesen, dass der Entscheid nach Massgabe des VerfRegl unter Berücksichtigung der 
Persönlichkeitsrechte der Betroffenen auf der Website des Schweizer Sportgerichts 

publiziert werde.  

 

32. Mit Verfügung vom 8. Januar 2025 bestätigte das Sekretariat des Schweizer Sportgerichts 

den Erhalt der E-Mail der angeschuldigten Person vom 30. Dezember 2024 und die E-Mail 

von SSI vom 30. Dezember 2024. Weiter wurde mitgeteilt, dass beide Parteien die 

Verfahrensverfügung innert Frist unterzeichnet haben. Mit gleichem Schreiben wurden die 

Parteien darüber informiert, dass das Gericht das Verfahren für spruchreif erachte und einen 

Zirkularentscheid fällen werde. 

IV. Positionen der Parteien 

33. Dieser Abschnitt des Entscheids enthält keine abschliessende Auflistung der Behauptungen 

der Parteien, sondern soll eine Zusammenfassung des Inhalts der wichtigsten Argumente 

der Parteien bieten. Bei der Prüfung und Entscheidung über die Ansprüche der Parteien in 

diesem Entscheid hat das Gericht alle von den Parteien vorgebrachten Argumente und 

Beweise berücksichtigt und sorgfältig geprüft, einschliesslich der Behauptungen und 

Argumente, die in diesem Abschnitt des Entscheids oder in der nachstehenden Erörterung 

der Ansprüche nicht erwähnt werden. 

 

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A. Die Position der Antragstellerin 

34. Die Vorbringen der Antragstellerin basierend auf ihren schriftlichen Eingaben können wie 

folgt zusammengefasst werden: 

1. Vorfälle vom 21. Mai 2022 

35. SSI erachtet als erwiesen, dass gleich nach dem Schlusspfiff beim Spiel vom 21. Mai 2022 

zwischen dem HV B.________ und dem HV H.________, die angeschuldigte Person 

C.________ ins Gesäss getreten habe. Nach dem Handschlag mit dem Schiedsrichter habe 

die angeschuldigte Person den am Boden liegenden Ball auf die Tribüne ins Publikum 

gekickt. Die SSI stützt sich darauf, dass der Ball direkt auf die Zuschauer flog. 

 

36. Die beschriebenen Handlungen im Zusammenhang mit diesem Vorfall würden eine 

Verletzung von Art. 2.1.2 (Verletzung der psychischen Integrität), Art. 2.1.3 (Verletzung der 

physischen Integrität) sowie Art. 2.3 (unsportliches Verhalten) begründen. 

 

37. Die SSI ist der Ansicht, dass die angeschuldigte Person mit Absicht gehandelt habe und 

begründet dies damit, dass die angeschuldigte Person zwar im Affekt gehandelt habe, dies 

aber die Absicht nicht ausschliessen würde. Denn die angeschuldigte Person musste davon 

ausgehen, dass sie als Trainer am Rand des Spielfelds mit mehreren Spielerinnen und 

Beteiligten stand und deshalb mit ihrem Tritt jemanden treffen könne. Dass die 

angeschuldigte Person explizit C.________ treffen wollte, verneinte sie - im Gegensatz zur 

DKL (siehe Entscheid vom 30. Mai 2022). 

 

38. Die SSI würdigt jedoch, dass die angeschuldigte Person sowohl gleich nach dem Spiel wie 

auch noch heute ihren Fehler einsieht und es ihr leid tut, dass sie C.________ getroffen 

habe. Gemäss SSI sei deshalb die teilweise entschuldbare Handlung sowie die nachfolgende 

tätige Reue bei der Strafzumessung zu berücksichtigen. 

 

39. Ferner ist die SSI der Ansicht, dass zwischen Trainer und einem Spieler ein gewisses 

Subordinationsverhältnis bestehe und ein Tritt gegen das Gesäss / in den Oberschenkel als 

herabwürdigende Handlung zu werten sei. Denn ein Tritt durch den Trainer, nachdem durch 

die gegnerische Mannschaft ein Tor erzielt wurde, könne als Bestrafung für eine 

ungenügende Leistung aufgefasst werden. 

 

40. Schliesslich ist die SSI der Ansicht, dass durch den Kick des Balles gegen die Tribüne mit den 

Zuschauern ein unsportliches Verhalten vorliege und sei als Verstoss gegen die Grundwerte 

des Sports zu qualifizieren. Wie die SSI ausführt, sei nicht restlos geklärt, ob auch tatsächlich 

jemand vom Ball erfasst wurde. 

2. Sanktion 

41. SSI stuft die durch die angeschuldigte Person mutmasslich begangene Verletzung des Ethik-

Statuts in ihrem Untersuchungsbericht als insgesamt leicht ein. Die angeschuldigte Person 

verletze durch ihr Verhalten die psychische und physische Integrität gegenüber der Spielerin, 

sowie ein unsportliches Verhalten, indem sie den Ball auf die Tribüne kickte. 

 

42. Strafmildernd für die angeschuldigte Person wirke sich in erster Linie aus, (i) dass die 

angeschuldigte Person sogleich nach dem Spiel geständig gewesen sei, (ii) dass die 

angeschuldigte Person glaubhaft darlegen kann, dass der Tritt nicht gezielt gegen ihre 

Spielerin gerichtet war und (iii) dass sich die angeschuldigte Person zeitnah bei der Spielerin 

entschuldigt habe.  

 

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43. Mit Stellungnahme vom 27. November 2024 verlangt die SSI, dass die angeschuldigte Person 

zu verwarnen sei und dass sie für sämtliche Sportarten auf allen Leistungsstufen zur 

Prävention ein Anti-Aggressions- oder ähnliches Coaching zu absolvieren habe.  

3. Veröffentlichung des Entscheids 

44. Die SSI beantragt die Veröffentlichung des Entscheids. In der Stellungnahme vom 27. 

November 2024 führt die SSI aus "Swiss Sports Integrity würde sich aufgrund der Vorbringen 

der Gegenpartei demnach nicht dagegen wehren, wenn das Schweizer Sportgericht über den 

Fall anonym, d.h. ohne Nennung des Namens A.________ und allenfalls ohne Nennung des 

Vereins, publizieren würde." 

B. Die Position der angeschuldigten Person 

1. Vorfälle vom 21. Mai 2022 

45. Mit E-Mail vom 22. Mai 2022 schrieb die angeschuldigte Person, dass sie die Unterstellung 

nachvollziehen könne. Die angeschuldigte Person erklärt in ihrer Stellungnahme, dass sie 

nach dem Spiel ausser sich vor Wut war, dies zwar neutral betrachtet nicht verzeihbar sei 

(siehe Ausführungen in Rz. 8). Sie erklärt, dass sie ins Leere kickte und nicht wusste, wenn 

sie getroffen habe. Nachdem sie realisierte, dass sie jemanden getroffen habe, ging sie 

sofort zu den Spielerinnen und entschuldigte sich dafür. Zusammenfassend bestreitet die 

angeschuldigte Person, dass der Tritt bewusst war. Bezüglich des Kicken des Balls führt die 

angeschuldigte Person aus, dass sie den Ball wegkickte, so dass er am Boden Richtung 

Tribüne rollte und von dort aus durch den Aufprall des Dralls auf die Tribüne flog.  

 

46. Die angeschuldigte Person hat aber über alle Stellungnahmen hinweg gestanden, dass die 

Vorfälle vom 21. Mai 2022 passiert sind.  

 

47. Die angeschuldigte Person erklärt in ihrer Stellungnahme vom 28. November 2023, dass sie 

ihr Fehlverhalten einsehe und sämtliche Konsequenzen trage. Auf Wunsch des HV 

B.________ habe sie sich bereit erklärt, weiterhin als Trainer tätig zu sein. Sie erklärte, dass 

man sich im gemeinsamen Austausch darauf einigte, dass sie das FU18/FU16-Team der 

G.________ trainieren solle. Bedingung war, dass sämtliche Eltern der Juniorinnen dieses 

Teams vorgängig befragt werden müssen, ob sie damit einverstanden seien, dass die 

angeschuldigte Person diese Funktion übernehme. Die angeschuldigte Person erklärt in ihrer 

Stellungnahme, dass es keine Einwände seitens der Eltern gab. 

 

48. Die angeschuldigte Person erklärt in ihrer Stellungnahme vom 28. November 2023 weiter, 

dass sie sich nach dem Vorfall beruflich neu orientiert habe. "Dabei habe ich neben 

Lohneinbussen auch komplett neu starten müssen". Sie sei seit August 2022 als Primarlehrer 

an der Schule Oftringen tätig. Die Schulleitung habe sie bereits im Zeitpunkt der Bewerbung 

umfassend über den Vorfall informiert.  

 

49. In der Stellungnahme vom 25. November 2024 erklärt die angeschuldigte Person gegenüber 

dem Gericht, dass ein vollumfängliches Geständnis vorliege und dass sie sich im Sommer 

(2024) komplett aus dem Schweizer Sportsystem zurückgezogen habe.  

2. Sanktion 

50. In der Stellungnahme vom 28. November 2023 führt die angeschuldigte Person aus, dass im 

Untersuchungsbericht der Disziplinarkammer des Schweizer Sports fälschlicherweise 

 

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ausgeführt wurde, dass die Sperre nicht nur für das Team, in welchem der Vorfall passiert, 

sondern für Trainertätigkeiten in jedem Team und Verein des SHV galt. 

 

51. Die angeschuldigte Person erklärt, dass ihre Sperre auch für das Team FU18/FU19 der 

G.________ galt. Die Sperre dauerte so lange, bis das FU18-Team die 7 Spiele absolviert 

hatte. Dass 7. Spiel war am 9. Oktober 2022. Die angeschuldigte Person erklärt, dass er somit 

vom 30. Mai 2022 bis und mit 9. Oktober 2022 gesperrt war, was bereits über 4 Monate 

entsprachen. Sie bittet dementsprechend das Gericht, dass die "Doppelspurigkeit zu 

vermeiden sei und dass man nur ergänzend tätig werden sollte". 

 

52. Bezüglich der finanziellen Entschädigung nehme die angeschuldigte Person wohlwollend zur 

Kenntnis, dass auf Geldforderungen verzichtet werden solle. Die angeschuldigte Person 

erklärt, dass auch aufgrund der Lohneinbusse bereits genügend finanzielle Konsequenzen 

auf ihn zukamen. 

 

53. Die angeschuldigte Person erklärt weiter "Für eine Trainertätigkeit gemäss der Ethik-Charta 

steht mir offensichtlich meine Emotionalität im Wege. Ich bitte Sie deshalb, mich wenn schon 

zu einem Anti-Emotionalitäts-Coaching zu verurteilen".  

3. Veröffentlichung des Entscheids 

54. Die angeschuldigte Person bestreitet aufgrund der langen Verfahrenszeit ein öffentliches 

Interesse an der Veröffentlichung des Urteils. Die mediale Berichterstattung war für die 

angeschuldigte Person und ihrer Familie in psychischer Hinsicht eine enorme Belastung. "Die 

Berichte werden nie aus dem Internet verschwinden. Wenn ich einen Menschen umgebracht 

hätte, würde mein Name nicht veröffentlicht - ich aber muss damit leben, damit man mich 

noch jahrelang wird googeln können und auf diesen Misstritt stösst".  

V. Prozessuales 

55. Die anwendbaren Verfahrensvorschriften finden sich gestützt auf Art. 72g Abs. 1 lit. b Ziff. 1 

SpoFöV in Verbindung mit Art. 29 Abs. 1 VerfRegl (Fassung vom 1. Juli 2024) im VerfRegl. 

Gemäss Art. 29 Abs. 1 VerfRegl findet dies auf alle Verfahren Anwendung, die im Zeitpunkt 

seines Inkrafttretens eröffnet sind oder danach eröffnet werden. Da das vorliegende 

Verfahren vor dem Schweizer Sportgericht am 6. November 2024 eröffnet wurde, gilt damit 

die Fassung des VerfRegl vom 1. Juli 2024. 

VI. Zuständigkeit 

56. Das Schweizer Sportgericht ist eine Stiftung, die von Swiss Olympic per 1. Juli 2024 

gegründet wurde und den Zweck hat, ein unabhängiges Gericht zu betreiben, das bei 

Streitigkeiten im Sport oder möglichen Regelverstössen entscheidet. Als unabhängige 

Disziplinarstelle im Sinne von Art. 72g Abs. 1 lit. a Ziff. 2 SpoFöV ist das Schweizer 

Sportgericht zuständig für die Beurteilung der ihr von der Meldestelle überwiesenen Fälle 

von mutmasslichem Fehlverhalten oder mutmasslichen Missständen.  

 

57. Gemäss Art. 11 Abs. 1 VerfRegl entscheidet das Schweizer Sportgericht selbst über seine 

Zuständigkeit. Das VerfRegl ist per 1. Juli 2024 in Kraft getreten und ersetzt das Reglement 

betreffend das Verfahren vor der DK vom 1. Juli 2022. Das VerfRegl vom 1. Juli 2024 findet 

auf sämtliche Verfahren Anwendung, für die Swiss Olympic und die nationalen 

Sportverbände auf die Zuständigkeit der bisherigen "Disziplinarkammer des Schweizer 

Sports" oder des Schweizer Sportgerichts verweisen (Art. 29 Abs. 1 VerfRegl). Gemäss 

 

 10 

Art.  1.2 Abs. 10 der Statuten von Swiss Olympic vom 24. November 2023 (mit Inkrafttreten 

per 1. Juli 2024) ist die "Sanktionierung von potenziellen Verstössen gegen das Dopingstatut 

und das Ethik-Statut […] Aufgabe der Stiftung Schweizer Sportgericht". Weiter sieht Art. 1.2 

Abs. 10 vor, dass die Stiftung Schweizer Sportgericht "für die Beurteilung von Fällen 

[zuständig ist], die ihr durch die Stiftung Swiss Sport Integrity bezüglich potenzieller 

Verstösse gegen das Ethik-Statut des Schweizer Sports angetragen werden". Ausserdem 

sieht Art. 10 Abs. 2 der Statuten von Swiss Olympic vor, dass die Stiftung Schweizer 

Sportgericht grundsätzlich ebenfalls "in noch nicht abgeschlossenen Verfahren im 

Zusammenhang mit dem Doping-Statut oder dem Ethik-Statut von Swiss Olympic 

[entscheidet], für die vor ihrer Gründung die Disziplinarkammer des Schweizer Sports 

zuständig gewesen ist". Schliesslich ist das Schweizer Sportgericht für sämtliche Verfahren 

zuständig, die gemäss den Vorschriften des VerfRegl eröffnet werden oder eröffnet worden 

sind (Art. 30 Abs. 2 VerfRegl). 

 

58. In casu geht es um potenzielle Verstösse aus dem Jahr 2022 gegen das Ethik-Statut, welches 

am 1. Januar 2022 in Kraft getreten ist, mithin um die Beurteilung und Sanktionierung von 

potenziellen Ethikverstössen im Sinne von Art. 1.2 Abs. 10 und Art. 10 Abs. 2 der Statuten 

von Swiss Olympic (Version mit Inkrafttreten per 1. Juli 2024). Basierend darauf sowie den 

obigen Ausführungen ist die Zuständigkeit des Schweizer Sportgerichts zur rechtlichen 

Beurteilung und möglichen Sanktionierung der vorliegend in Frage stehenden Vorfälle daher 

zu bejahen. 

 

59. Zusammenfassend kann damit festgehalten werden, dass das Schweizer Sportgericht zur 

Beurteilung des vorliegenden Falles zuständig ist. Im Übrigen haben beide Parteien die 

Zuständigkeit des Schweizer Sportgerichts mit Unterzeichnung der Verfahrensverfügung 

vorbehaltslos anerkannt und nicht bestritten. 

VII. Anwendbares Recht 

60. Rechtsgrundlage zur Definition, Untersuchung, Beurteilung und Sanktionierung von 

Ethikverstössen sowie des dazugehörigen Verfahrens bildet das Ethik-Statut.  

 

61. Das Ethik-Statut trat per 1. Januar 2022 in Kraft (vgl. Schlussbestimmungen des Ethik-Statuts 

in seiner Fassung vom 26. November 2021).  

 

62. Mit Genehmigung des Ethik-Statuts und den entsprechenden Änderungen der Statuten von 

Swiss Olympic per 1. Januar 2022 haben die nationalen Sportverbände die Kompetenz und 

Zuständigkeit im Bereich Ethik zur Untersuchung, rechtlichen Beurteilung sowie 

Sanktionierung auf SSI und die DK übertragen. In organisatorischer Hinsicht wurden die 

Meldestelle und die Stelle zur Untersuchung von gemeldeten Tatbeständen SSI und die 

rechtliche Beurteilung auf die DK übertragen. Wie unter Rz. 56 ff. ausgeführt, ist seit dem 1. 

Juli 2024 das Schweizer Sportgericht für Verfahren zuständig, für welche bis zum 30. Juni 

2024 die DK zuständig gewesen ist. In casu geht es um die Beurteilung von Vorfällen aus 

dem Mai 2022 (somit vor Inkrafttreten des Ethik-Statuts 2022 in seiner Fassung vom 25. 

November 2022 sowie des Ethik-Statuts 2025), weshalb das Ethik-Statut in der Fassung vom 

26. November 2021 anwendbar ist. 

 

63. Ist der zeitliche Anwendungsbereich des Ethik-Statuts gegeben, ist in einem weiteren Schritt 

der Geltungsbereich des Ethik-Statuts in persönlicher Hinsicht zu prüfen. Das Schweizer 

Sportgericht beurteilt unter anderem diejenigen Verstösse gegen das Ethik-Statut, die von 

Personen begangen worden sind, für die das Ethik-Statut gilt (Art. 1.1 Abs. 1 Ethik-Statut). 

 

 

 11 

64. Gemäss Art. 1.1 Abs. 4 lit. f Ethik-Statut gilt dieses unter anderem auch für Betreuer:innen 

von Sportler:innen gemäss Art. 1.1 Abs. 4 lit. e, wie zum Beispiel Trainer:innen. Als natürliche 

Personen gemäss Art. 1.1 Abs. 4 lit. e Ethik-Statut gelten Sportler:innen, die an einer 

organisierten Sportaktivität einer Sportorganisation teilnehmen oder sich auf eine 

Teilnahme vorbereiten.  

 

65. Die angeschuldigte Person war zum Zeitpunkt der vorgeworfenen Verstösse gegen das Ethik-

Statut unbestritten Trainer bei HV B.________ und somit der Trainer der von den möglichen 

Ethikverstössen betroffenen Personen. Damit ist die angeschuldigte Person vom 

persönlichen Geltungsbereich gemäss Art. 1.1 Abs. 4 lit. f Ethik-Statut erfasst.  

 

66. Zusammenfassend kann in Bezug auf den persönlichen Geltungsbereich des Ethik-Statuts 

damit festgehalten werden, dass dieser insbesondere aufgrund der Trainertätigkeit gegeben 

ist.  

 

67. In Bezug auf den sachlichen und räumlichen Geltungsbereich ist das Ethik-Statut gemäss 

dessen Art. 1.2 Abs. 1 "auf jegliches Verhalten der in Artikel 1.1 genannten Organisationen 

und Personen im In- oder Ausland anwendbar, soweit deren Verhalten im Zusammenhang 

mit dem Sportbetrieb steht oder sich auf den Sport und dessen Ansehen in der Öffentlichkeit 

auswirken kann". Das vorliegend in Frage stehende Verhalten der angeschuldigten Person 

stand als Trainer der Sportlerinnen mit dem Sportbetrieb in Zusammenhang und fällt damit 

unter den sachlichen und räumlichen Anwendungsbereich des Ethik-Statuts nach Art. 1.2 

Abs. 1. Ausserdem ist von einer Auswirkung auf den Sport und dessen Ansehen in der 

Öffentlichkeit im Sinne von Art. 1.2 Abs. 1 Ethik-Statut auszugehen. Damit ist das Ethik-Statut 

in casu zweifelsohne und von den Parteien unbestritten anwendbar. 

VIII. Materielles 

A. Verstösse gegen das Ethik-Statut 

68. Das Ethik-Statut überschreibt seinen Art. 2 mit "Ethikverstösse", um sodann unter Art. 2.1 

bis Art. 2.4 verschiedene Tatbestände und Handlungen aufzulisten, die gemäss Art. 2 Ethik-

Statut "Verstösse gegen dieses Ethik-Statut dar[stellen], die zu Sanktionen führen können". 

Wie von SSI zu Recht erkannt, steht im vorliegenden Fall primär die Verletzung von Art. 2.1.2 

(Verletzung der psychischen Integrität), Art. 2.1.3 Ethik-Statut (Verletzung der physischen 

Integrität) und Art. 2.3 (Unsportliches Verhalten) zur Beurteilung.  

 

69. Für eine allfällige Verletzung von weiteren Tatbeständen liegen weder Hinweise vor noch 

wurde dies von SSI vorgebracht. Entsprechend sind im Folgenden die vorgeworfenen 

Vorfälle unter den Tatbeständen von Art. 2.1.2, Art. 2.1.3 und Art. 2.3 Ethik-Statut zu prüfen. 

1. Beweismass 

70. Das Ethik-Statut enthält keine Bestimmungen zum Beweismassstab für die Feststellung 

eines Ethikverstosses. Es ist daher Sache des Schweizer Sportgerichts, diesen zu 

bestimmen.3 Die Rechtsprechung des CAS sieht die Anwendung des "comfortable 

 
3  Vgl. RIGOZZI ANTONIO/QUINN BRIANNA, Evidentiary issues before CAS, in: Bernasconi (Hrsg.), International 

Sports Law and Jurisprudence of the CAS, 4th CAS and SAV-FSA Conference Lausanne 2012, Bern 2014, 
25 und 29. 

 

 12 

satisfaction"-Massstabs vor, sofern das anwendbare Regelwerk keine ausdrücklichen 

Vorgaben enthält.4 

 

71. Das seit dem 1. Januar 2025 geltende Ethik-Statut konkretisiert diesen Beweismassstab 

(vgl. Art. 7.2 Ethik-Statut, Version mit Inkrafttreten am 1. Januar 2025). Für den von der 

angeschuldigten Person zu führenden entlastenden Gegenbeweis gilt das Beweismass der 

leicht überwiegenden Wahrscheinlichkeit (Art. 7.2 Abs. 2 Ethik-Statut, Version mit 

Inkrafttreten am 1. Januar 2025). Diese Präzisierung ist im vorliegenden Verfahren 

sinngemäss anzuwenden.5 

2. Ethikverstösse im Einzelnen  

2.1 Verletzung der physischen Integrität gemäss Art. 2.1.3 Ethik-Statut 

72. Unter Art. 2.1.3 Ethik-Statut fällt jede unmittelbare und gezielte Beeinträchtigung der 

physischen Integrität einer Person durch beabsichtigte und unerwünschte Handlungen, die 

Schmerzen, andere körperliche Nachteile oder Verletzungen hervorrufen können, 

insbesondere durch Schlagen, Stossen, Treten, Verbrennen, unangemessene 

Trainingsmethoden oder Verabreichung von Alkohol oder Drogen unter Zwang.  

 

73. Es ist zwischen den Parteien unbestritten, dass die angeschuldigte Person eine Person 

(C.________) ins Gesäss kickte. 

 

74. Ob die angeschuldigte Person von Wut aufgrund des Spielausgangs getrieben war oder nicht 

und deshalb absichtlich oder unabsichtlich handelte, ist für die Erfüllung des Tatbestands 

nach Art. 2.1.3 Ethik-Statut unerheblich. Im Rahmen der Prüfung von Art. 2.1.3 Ethik-Statut 

ist des Weiteren auch nicht von Relevanz, ob der angeschuldigten Person die Vornahme der 

Handlungen im Nachhinein leidtuen – darauf wird, soweit für den vorliegenden Entscheid 

relevant, direkt an geeigneter Stelle in der Urteilsbegründung eingegangen (siehe Rz. 85).  

 

75. Das Schweizer Sportgericht gelangt zum Ergebnis, dass es sich bereits bei den 

unbestrittenen Sachverhaltselementen um eine Beeinträchtigung der physischen Integrität 

von C.________ handelt. In dem die angeschuldigte Person C.________ - unabsichtlich oder 

absichtlich - ins Gesäss kickte, hat sie eine unerwünschte Handlung vorgenommen, die im 

damaligen Moment angetrieben durch die Wut des Ausgangs des Spiels war. Die 

angeschuldigte Person hat mindestens erkennen müssen, dass diese Handlung geeignet war, 

geringe Schmerzen bzw. eine Verletzung der physischen Integrität zu verursachen.  

 

76. Aufgrund der vorangehenden Ausführungen ist damit erstellt, dass die von der 

angeschuldigten Person vorgenommenen Handlungen am 21. Mai 2022 gegenüber 

C.________ den Tatbestand von Art. 2.1.3 Ethik-Statut erfüllen. Damit folgt das Schweizer 

Sportgericht in Bezug auf den Vorfall vom 21. Mai 2023 in seiner rechtlichen Würdigung 

bezüglich Art. 2.1.3 Ethik-Statut im Ergebnis der Ansicht von SSI. 

2.2 Verletzung der psychischen Integrität gemäss Art. 2.1.2 Ethik-Statut 

77. Unter Art. 2.1.2 Ethik-Statut fallen Belästigungen durch systematische Äusserungen und 

Mobbing sowie Handlungen, mit denen eine andere Person ausgegrenzt oder in ihrer Würde 

verletzt wird, oder das Stalking, d.h. das Nachstellen gegen deren Willen. Eine psychische 

 
4  Vgl. CAS 2017/A/5003 (Jérôme Valcke v. FIFA), Rz. 175; CAS 2009/A/1920 (FK Pobeda, Aleksandar 

Zabrcanec, Nikolce Zdraveski v. UEFA), Rz. 84 f. 
5  Vgl. BGer 5A_21/2011 vom 10. Februar 2012, E. 5.4.3. 

 

 13 

Beeinträchtigung liegt insbesondere dann vor, wenn eine Person unter Ausnützung ihrer 

Machtposition oder eines Abhängigkeitsverhältnisses gegenüber einer anderen Person 

durch absichtliches, anhaltendes oder wiederholendes kontaktloses Verhalten eine 

krankheitswertige Veränderung bei der betroffenen Person hervorruft. Als Verletzung der 

psychischen Integrität gilt auch die Verletzung der Ehre einer anderen Person durch 

herabwürdigende, schikanierende, verhöhnende oder verleumderische Äusserungen oder 

Handlungen. 

 

78. Die SSI ist der Ansicht, dass zwischen Trainer und einem Spieler ein gewisses 

Subordinationsverhältnis bestehe und ein Tritt gegen das Gesäss / in den Oberschenkel als 

herabwürdigende Handlung zu werten sei. Denn ein Tritt durch den Trainer, nachdem durch 

die gegnerische Mannschaft ein Tor erzielt wurde, könne als Bestrafung für eine 

ungenügende Leistung aufgefasst werden. Die angeschuldigte Person hat dies durchgehend 

verneint und erklärt, dass sie nicht wusste, wenn sie traf und dieser Umstand deshalb keine 

Rolle spielte. Nach Würdigung der Positionen beider Parteien erachtet das Schweizer 

Sportgericht nicht ohne weiteres erstellt, dass ein Tritt in das Gesäss / in den Oberschenkel 

aufgrund einer Subordinationsverhältnis als eine herabwürdigende Handlung aufgefasst 

wird und deshalb als eine Handlung im Sinne von Art. 2.1.2 Ethik-Statut zu werten ist. Die 

SSI konnte nicht darlegen, dass die Handlung als herabwürdigende Handlung zu werten sei 

und stützt sich einzig auf das bestehende Subordinationsverhältnis zwischen Trainer und 

Spielerin. Basierend auf den Befragungen von C.________ und den dem Schweizer 

Sportgericht zur Verfügung stehenden Informationen und Ausführungen der Parteien, ist 

davon auszugehen, dass die angeschuldigte Person das Abhängigkeitsverhältnis nicht 

ausgenutzt hat. Es lag kein durch absichtliches, anhaltendes oder wiederholendes 

kontaktloses Verhalten vor, welches eine krankheitswertige Veränderung gegenüber 

C.________ hervorrief. Gegen die Erfüllung des Tatbestands von Art. 2.1.2 Ethik-Staut 

spricht ferner, dass die angeschuldigte Person nicht explizit C.________ treffen wollte, 

sondern einfach um sich aus Wut "kickte" und auch eine andere Person, keine Spielerin, 

getroffen werden hätte können. Aufgrund der vorangehenden Ausführungen erkennt das 

Schweizer Sportgericht, dass der von der angeschuldigten Person durchgeführte Kick den 

Tatbestand von Art. 2.1.2 Ethik-Statut nicht erfüllt. Damit kommt das Schweizer Sportgericht 

in Bezug auf Art. 2.1.2 Ethik-Statut zu einem anderen Ergebnis als die SSI. 

2.3 Unsportliches Verhalten gemäss Art. 2.3 Ethik-Statut 

79. Als unsportliches Verhalten gemäss diesem Ethik-Statut gelten grobe Verletzungen von 

fundamentalen Grundwerten des Sports soweit diese nicht bereits durch Spiel- und 

Wettkampfreglemente oder andere Bestimmungen dieses Ethik-Statuts erfasst werden. Zu 

diesen Grundwerten gehören das Fair Play und der Verzicht auf unlautere Vorteile und 

Mittel im Wettkampf, sowie der Respekt und Achtung gegenüber sich selber, den 

Gegnerinnen und Gegnern, den Spielregeln, den Entscheidungen der Schiedsrichterinnen 

und Schiedsrichtern, der Zuschauerinnen und Zuschauer, von Tieren und der Umwelt. 

 

80. Die SSI teilt die Auffassung, dass die angeschuldigte Person nach dem Handschlag mit dem 

Schiedsrichter, den am Boden liegenden Ball auf die Tribüne ins Publikum gekickt habe. Die 

SSI stützt sich darauf, dass der Ball direkt auf die Zuschauer flog. Die angeschuldigte Person 

erklärt in ihrer Stellungnahme, dass sie den Ball nicht direkt auf die Tribüne auf die 

Zuschauer kickte, sondern der Ball über einen anderen Gegenstand erst auf die Tribüne kam. 

 

81. Nach Würdigung der Positionen beider Parteien gelangt das Schweizer Sportgericht zum 

Ergebnis, dass bereits der ziellos gerichtete Kick nach einem - für die angeschuldigte Person 

unglücklich ausgegangenes - Spiel als unsportliches Verhalten einzustufen ist. Wenn der Ball 

 

 14 

auf die Tribüne oder unkontrolliert in eine Richtung geschossen wird, können Zuschauer 

und/oder Spieler getroffen und verletzt werden. Zudem zeigt ein solches Verhalten 

fehlenden Respekt gegenüber dem Spiel, den Gegnern, den Schiedsrichtern und den 

Zuschauern. Weiter hat die angeschuldigte Person als Trainer eine Vorbildsfunktion inne. 

Bereits indem aus Wut ein Ball unkontrolliert in eine Richtung geschossen wird, zeigt ein 

unsportliches Verhalten. Ein solches Verhalten könnte Spieler dazu ermutigen, Frust 

ebenfalls mit aggressiven Handlungen auszuleben. Das Schweizer Sportgericht anerkannt, 

dass Emotionen zum Sport gehören. Der unkontrollierte Ausdruck, besonders durch 

aggressive oder impulsive Handlungen jedoch, wird als unsportlich gewertet. Indem ziellos 

auf einen Ball gekickt wird, fehlt der Respekt gegenüber sich selber und der Zuschauerinnen 

und Zuschauer, welche sich ein Spiel ansehen möchten. Unter Art. 2.3 Ethik-Statut fallen 

jedoch nur grobe Verletzungen von fundamentalen Grundwerten des Sports. Das Verhalten 

der angeschuldigten Person ist zwar als unsportliches Verhalten zu werten, aber fällt noch 

nicht unter eine grobe Verletzung fundamentaler Grundwerte des Sports, wie dies von Art. 

2.3 Ethik-Statut vorgeschrieben wird. Damit folgt das Schweizer Sportgericht in Bezug auf 

den Vorfall vom 21. Mai 2023 in seiner rechtlichen Würdigung bezüglich Art. 2.3 Ethik-Statut 

im Ergebnis der Ansicht von SSI nicht. 

2.4 Zwischenfazit 

82. Nach Würdigung sämtlicher relevanter Umstände des vorliegenden Falles und der 

Positionen der Parteien gelangt das Schweizer Sportgericht zum Ergebnis, dass die 

Handlungen der angeschuldigten Person in Bezug auf den Vorfall vom 21. Mai 2022 den 

Tatbestand von Art. 2.1.3 Ethik-Staut erfüllt und somit die physische Integrität von 

C.________ im Sinne von Art. 2.1.3 Ethik-Statut beeinträchtigten. 

B. Konsequenzen und Massnahmen 

1. Grundsätzliches 

83. Der Tatbestand von Art. 2.1.3 Ethik-Statut stellt einen Verstoss gegen das Ethik-Statut dar 

(vgl. Art. 2 Ethik-Statut). Gemäss Art. 5.6 Abs. 1 Ethik-Statut spricht die DK bzw. das 

Schweizer Sportgericht im Fall von Ethikverstössen eine angemessene 

Disziplinarmassnahme aus. 

 

84. Nach Art. 6.1 Abs. 1 Ethik-Statut können Ethikverstösse mit einer Verwarnung (lit. a), einer 

vorübergehenden oder dauernden Sperre (lit. b), einer vorübergehenden oder dauernden 

Abberufung aus einem Gremium einer Sportorganisation (lit. c), einem vorübergehenden 

oder dauernden Ausschluss aus einer Sportorganisation (lit. d) und Geldbussen bis zu 

CHF 50’000 sanktioniert werden, wobei eine oder auch mehrere Disziplinarmassnahmen 

ausgesprochen werden können. Ausserdem kann die DK bzw. das Schweizer Sportgericht 

nach Art. 6.1 Abs. 2 Ethik-Statut anstelle oder zusätzlich zu einer Disziplinarmassnahme ein 

zeitlich begrenztes Monitoring bzw. Coaching einer fehlbaren Person durch eine 

unabhängige Betreuungsperson bzw. -stelle anordnen.  

 

85. Die Zumessung von Disziplinarmassnahmen erfolgt nach den Vorgaben von Art. 6.2 Ethik-

Statut. Demnach sind nach Abs. 1 "alle massgeblichen Faktoren zu berücksichtigen, 

einschliesslich der Art der Verletzung dieses Statuts, des Interesses an einer abschreckenden 

Wirkung bei ähnlichem Fehlverhalten, der Mitwirkung und der Kooperation der Täterin oder 

des Täters bei der Untersuchung, des Motivs, der Umstände der Verletzung, des Grads des 

Verschuldens der Täterin oder des Täters, die Einsicht der Täterin oder des Täters und ihre 

oder seine Anstrengungen zur Wiedergutmachung der Folgen des Ethikverstosses". 

Verschärfend ist gemäss Art. 6.2 Abs. 2 Ethik-Statut "insbesondere zu berücksichtigen, wenn 

 

 15 

die Täterin oder der Täter ihr oder sein besonderes Vertrauens- und Abhängigkeitsverhältnis 

mit der von der Verletzung betroffenen Person z.B. als Betreuerin oder Betreuer ausgenützt 

oder dieses Statut wiederholt oder fortgesetzt verletzt hat oder der Ethikverstoss zu Lasten 

einer minderjährigen Person begangen worden ist". Strafmildernd ist nach Art. 6.2 Abs. 3 

Ethik-Statut "insbesondere zu berücksichtigen, wenn die Täterin oder der Täter an der 

Aufklärung des Ethikverstosses freiwillig mitwirkt, den Ethikverstoss zeitnah eingesteht oder 

Reue, insbesondere tätige Reue, zeigt". 

2. Konsequenzen im konkreten Fall 

86. Die SSI reichte mit Stellungnahme vom 27. November 2024 ein angepasstes Rechtsbegehren 

ein und zwar, dass die angeschuldigte Person zu verwarnen sei. Weiter sei sie begleitend zu 

ihrer Tätigkeit als Trainer für sämtliche Sportarten auf allen Leistungsstufen zur Prävention 

ein Anti-Aggressions- oder ähnliches Coaching zu absolvieren, zu verurteilen.  

 

87. Strafmildernd wirke sich in erster Linie aus, (i) dass die angeschuldigte Person sogleich nach 

dem Spiel geständig gewesen sei, (ii) dass die angeschuldigte Person glaubhaft darlegen 

kann, dass der Tritt nicht gezielt gegen seine Spielerin gerichtet war und (iii) dass sich die 

angeschuldigte Person zeitnah bei der Spielerin entschuldigt habe.  

 

88. Die angeschuldigte Person führte anlässlich ihrer Stellungnahme aus, dass eine 

Doppelspurigkeit der Strafen zu vermeiden sei und wenn sie verurteilt werden sollte, sie zu 

einem Anti-Emotionalitäts-Coaching zu verurteilen sei. 
 

89. Das Schweizer Sportgericht gelangt nach Würdigung sämtlicher Argumente und 

massgeblichen Faktoren in Bezug auf die Frage der Disziplinarmassnahmen gemäss Art. 6.1 

und 6.2 Ethik-Statut zu folgendem Ergebnis: 

 

90. Mit Blick auf das Motiv, die Umstände der Verletzung sowie des Grades des Verschuldens 

der angeschuldigten Person, deren Einsicht und mögliche Anstrengungen zur 

Wiedergutmachung der Folgen des Ethikverstosses im Sinne von Art. 6.2 Abs. 1 Ethik-Statut 

ist Folgendes festzuhalten: Das Verhalten der angeschuldigten Person im Zusammenhang 

mit dem Vorfall vom 21. Mai 2022 war aus Wut getrieben. Die angeschuldigte Person hat 

beim Vorfall weder sorgfältig noch verhältnismässig agiert. Sie hat sich von Ihrer Wut 

steuern lassen. Diese Verhaltensweise findet in objektiver Hinsicht zweifelsohne keine 

Legitimation oder rechtfertigende oder entschuldigende Gründe - wenngleich das Verhalten 

nicht als schwerwiegenden Fehler gemäss Ethik-Statut einzustufen ist. Die angeschuldigte 

Person war stehts einsichtig und hat sofort entsprechende Massnahmen eingeleitet 

(Wiedergutmachung) um die Situation unter Kontrolle zu bringen. Dieses Verhalten ist 

strafmildernd zu berücksichtigen. Die Befragung von C.________ zeigt, dass sich diese durch 

die angeschuldigte Person in psychischer Hinsicht nicht verletzt gefühlt hat, und in 

physischer Hinsicht nur ein leichtes verspürte. Schliesslich sei auch festzuhalten, dass es zu 

keinem anderen Zeitpunkt zu einem solchen Vorfall wie demjenigen vom 21. Mai 2022 

gekommen ist und es sich damit um einen Einzelfall handelt und deshalb insgesamt als 

strafmildernd berücksichtigt werden kann.  

 

91. In Übereinstimmung mit SSI ist schliesslich auch das Schweizer Sportgericht grundsätzlich 

der Ansicht, dass eine Verwarnung im Sinne von Art. 6.1 Abs. 1 lit. a Ethik-Statut vorliegend 

zielführend und angemessen ist. Weiter erachtet das Schweizer Sportgericht in Ausübung 

seines Ermessens es als angemessen und verhältnismässig an, die Verwarnung mit Auflage, 

an einem Anti-Aggressions-Coaching teilzunehmen, zu erlassen. 

 

 16 

3. Öffentlichkeit und Eröffnung 

92. In der Stellungnahme vom 27. November 2024 führt die SSI aus "Swiss Sports Integrity 

würde sich aufgrund der Vorbringen der Gegenpartei demnach nicht dagegen wehren, wenn 

das Schweizer Sportgericht über den Fall anonym, d.h. ohne Nennung des Namens 

A.________ und allenfalls ohne Nennung des Vereins, publizieren würde." Über den Ausgang 

des Verfahrens sei in Anwendung von Art. 6.3 Abs. 2 Swiss Olympic Ethik-Statut des 

Schweizer Sports öffentlich zu berichten. 

 

93. Die angeschuldigte Person bestreitet aufgrund der langen Verfahrenszeit ein öffentliches 

Interesse an der Veröffentlichung des Urteils. Die mediale Berichterstattung war für die 

angeschuldigte Person und ihrer Familie in psychischer Hinsicht eine enorme Belastung. "Die 

Berichte werden nie aus dem Internet verschwinden. Wenn ich einen Menschen umgebracht 

hätte, würde mein Name nicht veröffentlicht - ich aber muss damit leben, damit man mich 

noch jahrelang wird googeln können und auf diesen Misstritt stösst".  

 

94. Das Schweizer Sportgericht stellt fest, dass das zum Zeitpunkt der vorliegenden 

Ethikverstösse geltende Ethik-Statut die Veröffentlichung des Schuldspruchs zulässt, wenn 

ein öffentliches Interesse an der Veröffentlichung besteht. Im Gegensatz dazu, sieht das seit 

dem 1. Januar 2025 geltenden Ethik-Statut vor, dass Entscheidungen des Schweizer 

Sportgerichts grundsätzlich ohne Namensnennung zu veröffentlichen sind, ausser das 

Schweizer Sportgericht hat die Veröffentlichung des Schuldspruchs und der Konsequenzen 

im Sinne von Art. 7.1 Abs. 1 lit. h angeordnet (vgl. Art. 7.1 Abs. 1 lit. h und Art. 8.2 Ethik-

Statut vom 1. Januar 2025).  

 

95. Gemäss Art. 72g Abs. 1 lit. b Ziff. 1 und 2 SpoFöV erlässt das Schweizer Sportgericht die zur 

Aufgabenwahrnehmung erforderlichen Organisations- und Verfahrensbestimmungen und 

informiert das Bundesamt für Sport (BASPO) über seine Entscheide. Art. 23 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 

sowie Abs. 3 VerfRegl sehen zudem vor, dass das Schweizer Sportgericht auch Swiss Olympic 

und die nationale Sportorganisation, die für die vom Ethikverstoss betroffenen Sportart 

zuständig ist, über den Entscheid informiert. Es obliegt deshalb dem Direktor des Schweizer 

Sportgerichts, über die Veröffentlichung der Entscheidung und ihre Modalitäten unter 

Wahrung der Rechte der betroffenen Personen zu entscheiden. Das Schweizer Sportgericht 

tritt folglich in Übereinstimmung mit den anwendbaren Vorgaben auf den entsprechenden 

Antrag nicht ein. 

IX. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

A. Kosten des Verfahrens vor dem Schweizer Sportgericht 

1. Höhe der Verfahrenskosten 

96. Nach Art. 25 Abs. 1 VerfRegl befindet das Schweizer Sportgericht in seinem Entscheid auch 

über die Kosten des Verfahrens. Im Falle einer Verurteilung werden die Kosten gemäss 

Art. 25 Abs. 2 VerfRegl in der Regel der angeschuldigten Person auferlegt. Kommt es nicht 

zu einer Verurteilung, so werden die Kosten dem betreffenden Sportverband oder SSI 

auferlegt. Das Schweizer Sportgericht kann auch von den Verteilungsgrundsätzen 

abweichen und die Kosten nach Ermessen verteilen, wenn die Umstände es rechtfertigen. 

Die Art. 107 und 108 der ZPO gelten sinngemäss (Art. 25 Abs. 2 VerfRegl). 

 

97. Unter Berücksichtigung der Umstände des vorliegenden Falles, insbesondere des von 

Beginn an kooperativen Verhaltens der angeschuldigten Person und angesichts dessen, dass 

 

 17 

der Fall sowohl in sachlicher wie auch rechtlicher Hinsicht vergleichsweise wenig 

Komplexität aufwies und keine Hauptverhandlung stattgefunden hat, werden die Kosten des 

Verfahrens vor dem Schweizer Sportgericht auf CHF 500.00 festgelegt. Dabei ist 

festzuhalten, dass dieser Betrag bei Weitem nicht kostendeckend ist. In seinem 

Kostenentscheid hat das Schweizer Sportgericht insbesondere auch berücksichtigt, dass sich 

die angeschuldigte Person von Beginn an kooperativ gezeigt und die Durchführung des 

Verfahrens in keiner Weise erschwert hat, was letztlich zu einem vergleichsweise keinem 

aufwändigen Verfahren geführt hat. 

2. Verteilung der Verfahrenskosten 

98. Die Kosten werden teilweise der angeschuldigten Person auferlegt. Das Schweizer 

Sportgericht berücksichtigt dabei insbesondere, dass i) nicht allen Feststellungen und 

Anträgen von SSI (vollumfänglich) gefolgt werden kann, mithin das Schweizer Sportgericht 

in Bezug auf Art. 2.1.2 und Art. 2.3 Ethik-Statut zu einem anderen Ergebnis gelangt sowie 

dass ii) die angeschuldigte Person eines einmaligen Verstosses gegen Art. 2.1.3 Ethik-Statut 

für schuldig erklärt wird und iii) das Verfahren seit 2022 und somit schon seit einiger Zeit 

anhängig ist. Unter diesen Umständen sind die Verfahrenskosten zu 1/2, mithin in Höhe von 

CHF 250.00 der angeschuldigten Person aufzuerlegen und zu 1/2 in der Höhe von CHF 

250.00 der Antragstellerin aufzuerlegen. 

B. Parteienkostenersatz 

99. Gemäss Art. 25 Abs. 4 VerfRegl steht der beteiligten, nationalen Sportorganisation, 

Sportorganisationen im Sinne von Art. 1.1 Abs. 2 Ethik-Statut, und natürlichen Personen im 

Sinne von Art. 1.1 Abs. 3 Ethik-Statut kein Anspruch auf ganzen oder teilweisen Ersatz der 

Parteikosten zu. Dies gilt nach Art. 25 Abs. 4 VerfRegl nicht für SSI. Gemäss Art. 25 Abs. 5 

VerfRegl hat die angeschuldigte Person im Falle eines Freispruches Anspruch auf ganzen 

oder teilweisen Ersatz der Parteikosten, sofern sie nicht in rechtlich vorwerfbarer Weise das 

Verfahren veranlasst oder sonst dessen Durchführung erschwert hat.  

 

100. Basierend auf Art. 25 Abs. 4 und 5 VerfRegl ist weder der SSI noch der angeschuldigten 

Person ein Parteikostenersatz zuzusprechen. Im Übrigen hat keine der Parteien einen Ersatz 

der Parteikosten beantragt. Entsprechend sind im vorliegenden Verfahren keine 

Parteikosten zu sprechen. 

 

 18 

Aus diesen Gründen 

 

entscheidet das Schweizer Sportgericht: 

 

 

1. A.________ wird eines Verstosses gegen Art. 2.1.3 Ethik-Statut für schuldig erklärt. 

 

2. A.________ wird im Sinne von Art. 6.1 Abs. 1 lit. a Ethik-Statut schriftlich verwarnt. 

 

3. A.________ wird im Sinne von Art. 6.1 Abs. 2 Ethik-Statut verurteilt ab Entscheidsverkündung 

auf eigene Kosten, ein Verhaltenscoaching zu absolvieren, welches vorgängig von SSI zu 

genehmigen ist. 

 

3. Die Verfahrenskosten vor dem Schweizer Sportgericht werden auf CHF 500.00 festgesetzt und 

in der Höhe von CHF 250.00 A.________ und in der Höhe von CHF 250.00 Swiss Sport Integrity 

auferlegt. 

 

4. Die weiteren Anträge werden abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist. 

 

 

 

Bern, Schweiz 

Datum: 6. März 2025 

 

 

 

SCHWEIZER SPORTGERICHT 

 

 

 
 

 

    

 

 

Isabelle Fellrath 

Vorsitzende Richterin 

  

 

 

                

 

Ada Sofie Altobelli 

Richterin 

  

 

 

 

Loris Baumgartner 

Richter