# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1b4d0c8a-2b35-541f-bcb3-f1bca1bdf59f
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-11-14
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 14.11.2017 100 2016 366
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2016-366_2017-11-14.pdf

## Full Text

100.2016.366U
HER/BDE/RAP

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 14. November 2017

Verwaltungsrichterin Herzog, präsidierendes Mitglied
Verwaltungsrichterin Arn De Rosa, Verwaltungsrichter Keller
Gerichtsschreiberin Baerfuss Klossner

A.________ (geb. …)
vertreten durch Rechtsanwältin …
Beschwerdeführerin 

gegen

Polizei- und Militärdirektion des Kantons Bern
Kramgasse 20, 3011 Bern

sowie

Einwohnergemeinde Biel
Öffentliche Sicherheit, Einwohner- und Spezialdienste, Neuengasse 28, 
Postfach 1120, 2501 Biel/Bienne

betreffend Widerruf der Niederlassungsbewilligung und Wegweisung infolge 
Straffälligkeit (Entscheid der Polizei- und Militärdirektion des Kantons Bern 
vom 24. November 2016; 2016.POM.171)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14.11.2017, Nr. 100.2016.366U, 
Seite 2

Sachverhalt:

A.

A.________ (geb. … 1967), Staatsangehörige von Thailand, heiratete am 
6. Juli 1992 in ihrem Heimatland einen Schweizer Bürger. Am 15. August 
1997 reiste sie mit ihrem Ehemann in die Schweiz ein und erhielt gestützt 
auf die Ehe eine Aufenthaltsbewilligung. Seit 11. Juli 2002 ist sie im Besitz 
einer Niederlassungsbewilligung. Die kinderlos gebliebene Ehe wurde am 
14. August 2003 geschieden. Aus der nichtehelichen Beziehung mit einem 
anderen Schweizer Bürger stammt der Sohn B.________ (geb. 2004). Am 
24. August 2004 heiratete A.________ einen abgewiesenen Asylbewerber 
(geb. 1981); der gemeinsame Haushalt ist seit dem 15. April 2007 
aufgehoben. Nachdem A.________ am 12. November 2009 wegen 
Betäubungsmitteldelikten zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 20 Mona-
ten verurteilt worden war, sprach die Einwohnergemeinde (EG) Biel am 
3. Mai 2010 eine fremdenpolizeiliche Verwarnung aus. Am 3. Juli 2015 
verurteilte das Regionalgericht Berner Jura-Seeland A.________ unter 
anderem wegen qualifizierter Widerhandlungen gegen das Betäubungs-
mittelgesetz zu einer Freiheitsstrafe von 60 Monaten und einer Busse von 
Fr. 400.--. Am 9. Februar 2016 widerrief die EG Biel die Niederlassungs-
bewilligung von A.________, wies diese aus der Schweiz weg und ordnete 
an, sie habe die Schweiz am Tag der Entlassung aus dem Strafvollzug zu 
verlassen.  

B.

Hiergegen erhob A.________ am 9. März 2016 Beschwerde bei der Poli-
zei- und Militärdirektion des Kantons Bern (POM). Mit Entscheid vom 
24. November 2016 wies diese das Rechtsmittel ab, soweit sie darauf ein-
trat und setzte A.________ eine Ausreisefrist auf den 7. Januar 2017 an. 
Zudem gewährte sie ihr antragsgemäss die unentgeltliche Rechtspflege 
unter Beiordnung ihrer Rechtsvertreterin als amtliche Anwältin. 

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C.

Gegen den Entscheid der POM hat A.________ am 22. Dezember 2016 
Verwaltungsgerichtsbeschwerde erhoben. Sie beantragt, der angefochtene 
Entscheid sei aufzuheben und sie sei zu verwarnen. Gleichzeitig hat sie um 
unentgeltliche Rechtspflege unter Beiordnung ihrer Rechtsvertreterin als 
amtliche Anwältin ersucht. Die POM beantragt mit Vernehmlassung vom 
18. Januar 2017 die Abweisung der Beschwerde. Hinsichtlich des Gesuchs 
um unentgeltliche Rechtspflege enthält sie sich eines Antrags. Die EG Biel 
hat unter Hinweis auf ihre Verfügung und den angefochtenen Entscheid auf 
eine Stellungnahme verzichtet.

Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als 
letzte kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des 
Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; 
BSG 155.21) zuständig. Die Beschwerdeführerin hat am vorinstanzlichen 
Verfahren teilgenommen, ist durch den angefochtenen Entscheid beson-
ders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung 
oder Änderung (Art. 79 Abs. 1 VRPG). Auf die form- und fristgerecht einge-
reichte Beschwerde ist einzutreten. 

1.2 Das Verwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid auf 
Rechtsverletzungen hin (Art. 80 Bst. a und b VRPG).

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2.

Aufgrund der Akten ist von folgendem Sachverhalt auszugehen:

2.1 Die aus Thailand stammende Beschwerdeführerin, geboren am … 
1967, heiratete am 6. Juli 1992 in ihrem Heimatland einen Schweizer 
Bürger. Am 15. August 1997 reiste sie mit diesem in die Schweiz ein und 
erhielt gestützt auf die Ehe eine Aufenthaltsbewilligung. Ihre Tochter 
(geb. 1988) aus einer früheren Beziehung liess sie bei ihrer Mutter zurück. 
Seit 11. Juli 2002 ist sie im Besitz einer Niederlassungsbewilligung. Die 
kinderlos gebliebene Ehe wurde am 14. August 2003 geschieden (Akten 
EG Biel pag. 6, 8, 21, 95, 101). Am 24. August 2004 heiratete die 
Beschwerdeführerin einen pakistanischen Staatsangehörigen (geb. 1981), 
welcher zuvor erfolglos um Asyl ersucht hatte; der gemeinsame Haushalt 
ist seit dem 15. April 2007 aufgehoben; ob diese Ehe heute geschieden ist, 
ist nicht bekannt (Akten EG Biel pag. 107, 130, 144). Das Paar wurde am 
15. Januar 2009 wegen Eingehens einer Scheinehe zur Anzeige gebracht; 
der Ausgang dieses Strafverfahrens ist nicht aktenkundig (Akten EG Biel 
pag. 154). 

2.2 Aus der nichtehelichen Beziehung mit dem Schweizer Bürger 
C.________ stammt der Sohn B.________ (geb. 2004), welcher die 
Schweizer Staatsbürgerschaft besitzt. B.________ wurde zunächst unter 
die Obhut der Beschwerdeführerin gestellt. Seit März 2011 lebt er beim 
Kindsvater, welcher damals um Zuteilung der Obhut an ihn und um Neuver-
legung des Sorgerechts ersucht hatte, da das Kindeswohl aufgrund der 
Lebensverhältnisse der Beschwerdeführerin (Handel und Konsum von Be-
täubungsmitteln) gefährdet sei (vgl. Entscheid der Kindes- und Erwachse-
nenschutzbehörde [KESB] Biel vom 13.2.2013 [nachfolgend: KESB-Ent-
scheid] in Akten POM act. 4A2, Auszug aus den KESB-Akten). Mit Verein-
barung vom 28. Juni 2012 stellten die Eltern B.________ unter die Obhut 
des Vaters unter Belassung der gemeinsamen elterlichen Sorge. Die 
Regelung des Besuchs- und Ferienrechts wurde in die Verantwortung der 
Eltern gestellt, wobei der Beschwerdeführerin mindestens jedes 
Wochenende von Samstagmittag bis Sonntagabend sowie zwei Wochen 
Ferien pro Jahr zugestanden wurden (vgl. Akten EG Biel pag. 262). Mit 
Entscheid vom 13. Februar 2013 wurde für B.________ eine 

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Beistandschaft nach Art. 308 Abs. 1 und 2 des Schweizerischen 
Zivilgesetzbuches (ZGB; SR 210) errichtet (vgl. Auszug aus den KESB-
Akten). Zu Beginn des Strafvollzugs der Beschwerdeführerin (vgl. E. 2.3 
hiernach) besuchte B.________ die Mutter je einmal in den Monaten 
Februar und März 2014. Danach fanden während eines Jahres keine 
Besuche statt, der Kontakt wurde mit regelmässigen Telefonaten 
aufrechterhalten. Ab Mai 2015 besuchte B.________ die Mutter alle zwei 
Wochen für jeweils zwei Stunden in der Strafanstalt (vgl. Akten EG Biel 
pag. 262, 295). Im Besuchsrechtskalender vom 27. Oktober 2016 ist 
vorgesehen, dass B.________ ab 5. November 2016 jedes zweite 
Wochenende von Samstag, 10.00 Uhr bis Sonntag, 18.00 Uhr bei der 
Beschwerdeführerin verbringt (Beschwerdebeilage [BB] 2). 

2.3 Die Beschwerdeführerin arbeitete in der Schweiz zeitweise als 
Prostituierte und betrieb vor ihrer letzten Inhaftierung einen eigenen Salon 
(Gutachten des Forensisch-Psychiatrischen Dienstes vom 5.1.2015 in 
Akten POM act. 4A1 [nachfolgend: Gutachten] S. 10); anderen Erwerbs-
tätigkeiten ging sie nicht nach. Seit März 2003 hat sie Sozialhilfeleistungen 
von insgesamt über Fr. 200ʹ000.-- bezogen (vgl. Akten EG Biel pag. 265); 
im Betreibungsregister war sie per 18. April 2016 mit drei Verlustscheinen 
in der Höhe von insgesamt Fr. 6ʹ631.85 verzeichnet (vgl. Akten POM 
pag. 55). Mit Urteil des Kreisgerichts II Biel-Nidau vom 12. November 2009 
wurde die Beschwerdeführerin wegen Widerhandlungen gegen das Bun-
desgesetz vom 3. Oktober 1951 über die Betäubungsmittel und die psy-
chotropen Stoffe (Betäubungsmittelgesetz, BetmG; SR 812.121) durch 
Kauf von rund 18ʹ000 und Verkauf von rund 16ʹ244 Thaipillen, begangen in 
der Zeit von Januar 2008 bis 9. März 2009, zu einer Freiheitsstrafe von 
20 Monaten bedingt bei einer Probezeit von zwei Jahren verurteilt (vgl. 
Akten EG Biel pag. 173). Am 3. Juli 2015 verurteilte sie das Regional-
gericht Berner Jura-Seeland wegen qualifizierter Widerhandlungen gegen 
das BetmG, mengen- und gewerbsmässig begangen in der Zeit von 2008 
bis 11. April 2013, wegen Hehlerei, begangen in der Zeit von Anfang 2011 
bis 31. Oktober 2012, sowie wegen Geldwäscherei, begangen in der Zeit 
von 2008 bis 11. April 2013, im abgekürzten Verfahren gemäss Art. 358 ff. 
der Schweizerischen Strafprozessordnung vom 5. Oktober 2007 (Straf-
prozessordnung, StPO; SR 312.0) zu einer Freiheitsstrafe von 60 Monaten 

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(teilweise als Zusatzstrafe zum Urteil vom 12.11.2009) und einer Über-
tretungsbusse von Fr. 400.-- (Akten POM pag. 86-91). Aktenkundig sind 
weiter eine Verurteilung vom Dezember 1999 zu einer Busse wegen 
Widerhandlungen gegen die Ausländergesetzgebung sowie drei Verurtei-
lungen aus dem Jahr 2012 zu Bussen zwischen Fr. 100.-- und Fr. 400.-- 
wegen Diebstahls mit geringem Vermögenswert, Versäumnis des Schul-
unterrichts des Sohnes resp. Nichtbesuchens einer öffentliche Schule so-
wie Wegwerfens und Zurücklassens von Abfällen ausserhalb von Abfall-
anlagen oder Sammelstellen (vgl. angefochtener Entscheid E. 2 mit Akten-
verweisen). Die Beschwerdeführerin verbrachte im Jahr 2009 101 Tage in 
Untersuchungshaft (Akten EG Biel pag. 173). Ab 10. April 2013 befand sie 
sich erneut in Unfreiheit, zunächst in Untersuchungshaft und ab 6. Januar 
2014 im vorzeitigen bzw. ordentlichen Strafvollzug (Akten POM pag. 69, 
107). Am 16. August 2016 wurde sie bedingt entlassen; die Probezeit endet 
am 20. April 2018 (Akten POM pag. 111). 

2.4 Im Rahmen des (letzten) Strafverfahrens, 2014, wurde die Be-
schwerdeführerin forensisch-psychiatrisch begutachtet. Dabei wurde fest-
gestellt, dass im Tatzeitraum eine mittelgradige bis schwere Abhängigkeit 
von Metamphetaminen und Benzodiazepin-Analoga sowie ein schädlicher 
Konsum von Alkohol bestanden hatten (vgl. Gutachten S. 24). Im Ja-
nuar 2015, während des vorzeitigen Strafvollzugs, meldete sich die Be-
schwerdeführerin selber für eine psychotherapeutische Behandlung an; am 
5. Juni 2015 ordnete die Strafvollzugsbehörde eine vollzugsbegleitende 
ambulante Behandlung an (Akten POM pag. 123). Gemäss Abschluss-
bericht des Forensisch-Psychiatrischen Dienstes vom 17. August 2016 
(Akten POM pag. 119-124) war die Suchtproblematik während der Inhaftie-
rung in den Hintergrund getreten und lebte die Beschwerdeführerin absti-
nent. Im Vordergrund stand während der gesamten Behandlungsdauer 
eine depressive Symptomatik. In Bezug auf die Suchtmittelabhängigkeit 
wird die Förderung der sozialen Integration sowie der Aufbau adäquater 
Zukunftsperspektiven (in der Schweiz oder im Heimatland) als essentiell 
bezeichnet; aufgrund der insgesamt schwierigen psychosozialen Situation 
der Beschwerdeführerin wird die Weiterführung einer begleiteten psycho-
therapeutischen/psychiatrischen Behandlung als sinnvoll erachtet. Die Be-
schwerdeführerin nimmt nach eigenen, unbelegt gebliebenen Angaben 

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weiterhin regelmässig Termine bei einer Psychotherapeutin wahr (Be-
schwerde S. 13). 

3.

Umstritten sind der Widerruf der Niederlassungsbewilligung der Beschwer-
deführerin und deren Wegweisung aus der Schweiz.

3.1 Die Niederlassungsbewilligung wird unbefristet und ohne Bedingun-
gen erteilt (Art. 34 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 
über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG; SR 142.20]). Sie kann wider-
rufen werden, wenn die Ausländerin oder der Ausländer zu einer länger-
fristigen Freiheitsstrafe, d.h. zu einer solchen von mehr als einem Jahr, 
verurteilt worden ist, wobei mehrere unterjährige Strafen nicht kumuliert 
werden dürfen und es keine Rolle spielt, ob die Sanktion (teil-)bedingt oder 
unbedingt ausgesprochen wurde (Art. 63 Abs. 1 Bst. a i.V.m. Art. 62 Abs. 1 
Bst. b AuG; BGE 139 I 31 E. 2.1). Vorausgesetzt ist, dass das Strafurteil in 
Rechtskraft erwachsen ist (BVR 2015 S. 391 E. 3.1, 2013 S. 543 E. 3.1). 
Der Bewilligungswiderruf ist in diesem Fall auch möglich, wenn die auslän-
dische Person sich länger als 15 Jahre ordnungsgemäss in der Schweiz 
aufgehalten hat (Art. 63 Abs. 2 AuG).

3.2 Die Beschwerdeführerin wurde am 3. Juli 2015 rechtskräftig zu ei-
ner Freiheitsstrafe von 60 Monaten verurteilt (vgl. vorne E. 2.3). Damit hat 
sie den Widerrufsgrund der längerfristigen Freiheitsstrafe gesetzt, was sie 
nicht bestreitet. Hingegen erachtet sie die Entfernungsmassnahme als un-
verhältnismässig (Beschwerde S. 4 f., 14). – Der Widerruf einer Niederlas-
sungsbewilligung und die Wegweisung sind auch bei Vorliegen eines 
Widerrufsgrunds nur zulässig, wenn sie aufgrund der im Einzelfall vorzu-
nehmenden Interessenabwägung als verhältnismässig erscheinen (Art. 5 
Abs. 2 der Bundesverfassung [BV; SR 101] und Art. 96 AuG). Im Rahmen 
dieser Prüfung sind die öffentlichen Interessen an der Entfernungsmass-
nahme aus Gründen der öffentlichen Sicherheit und Ordnung und die pri-
vaten Interessen der betroffenen Person am weiteren Verbleib in der 
Schweiz gegeneinander abzuwägen. Zu berücksichtigen ist die Gesamtheit 

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der rechtswesentlichen Umstände im Einzelfall, namentlich die Schwere 
des Verschuldens, das Verhalten gegenüber der öffentlichen Ordnung und 
Sicherheit im Allgemeinen, die Rückfallgefahr, die Dauer der bisherigen 
Anwesenheit bzw. die Integration sowie die der betroffenen Person und 
ihrer Familie oder anderen Angehörigen drohenden Nachteile (vgl. 
BGE 139 I 16 E. 2.2.1, 139 I 31 E. 2.3.1; BVR 2013 S. 543 E. 4.1, je mit 
Hinweisen). Wird durch die Entfernungsmassnahme die weitere Pflege 
familiärer Beziehungen bzw. das Privatleben im Sinn von Art. 8 Ziff. 1 der 
Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK; SR 0.101) bzw. Art. 13 
Abs. 1 BV beeinträchtigt, bilden Grundlage dieser Interessenabwägung 
Art. 8 Ziff. 2 EMRK und Art. 36 BV (vgl. etwa BGE 142 II 35 E. 6.1, 
139 I 145 E. 2.2 und 2.4 mit Hinweisen auf die Rechtsprechung des Euro-
päischen Gerichtshofs für Menschenrechte [EGMR]; BVR 2015 S. 391 
E. 4.1). Hat die betroffene Person minderjährige Kinder, sind in diese Prü-
fung ausserdem die nach dem Übereinkommen vom 20. November 1989 
über die Rechte des Kindes (KRK; SR 0.107) und Art. 11 BV zu berück-
sichtigenden Interessen im Zusammenhang mit dem Kindeswohl einzu-
beziehen und dem grundlegenden Bedürfnis des Kindes, in möglichst 
engem Kontakt mit beiden Elternteilen aufzuwachsen, Rechnung zu tragen 
(BGE 143 I 21 E. 5.5.1, 135 I 153 E. 2.2.2; BVR 2013 S. 543 E. 4.1).

4.

Hinsichtlich des öffentlichen Interesses am Widerruf der Niederlassungs-
bewilligung und der Wegweisung ergibt sich Folgendes: 

4.1 Das Verschulden, welches die betroffene Person mit der länger-
fristigen Freiheitsstrafe auf sich geladen hat, ist Ausgangspunkt der Be-
urteilung des öffentlichen Interesses. Die Schwere des Verschuldens 
bemisst sich regelmässig nach der Höhe der vom Strafgericht verhängten 
Strafe (BGE 134 II 10 E. 4.2 [Pra 97/2008 Nr. 87]; BVR 2013 S. 543 
E. 4.2). Praxisgemäss sprechen Freiheitsstrafen ab 24 Monaten für ein 
schweres Verschulden, da diese Fälle bereits als so gravierend eingestuft 
werden, dass ein vollständiger Aufschub der Strafe nicht mehr in Frage 
kommt und mindestens ein Teil zwingend vollzogen werden muss. Auch 

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aus fremdenpolizeilicher Sicht bedeutet eine Verurteilung zu einer Frei-
heitsstrafe von mehr als 24 Monaten in jedem Fall einen sehr schwer-
wiegenden Verstoss gegen die schweizerische Rechtsordnung (vgl. für die 
hinsichtlich des Verschuldens massgeblichen Erwägungen BGE 135 II 377 
E. 4.4; BVR 2013 S. 543 E. 4.2.3).

4.1.1 Die Beschwerdeführerin wurde am 3. Juli 2015 unter anderem 
wegen mengen- und gewerbsmässig qualifizierten Betäubungsmittelwider-
handlungen zu einer Freiheitsstrafe von 60 Monaten verurteilt (vgl. vorne 
E. 2.3). Sie hatte mindestens 17ʹ100 Thaipillen sowie mindestens 
1ʹ000 Gramm Crystal erworben und mindestens 34ʹ458 Thaipillen, 
1ʹ679 Gramm Crystal sowie eine unbestimmte Menge Marihuana 
veräussert und abgegeben (vgl. Akten POM pag. 90). Wie die POM zu-
treffend erwogen hat (E. 4a), zeugt die Verurteilung von einem schweren 
Verschulden, übersteigt doch das Strafmass den Richtwert für einen sehr 
schwerwiegenden Verstoss gegen die schweizerische Rechtsordnung um 
das Zweieinhalbfache. Mit der Veräusserung und der Abgabe einer gros-
sen Menge von Thaipillen, Crystal und Marihuana hat die Beschwerde-
führerin die Gesundheit einer Vielzahl von Personen gefährdet. Zum 
Nachteil der Beschwerdeführerin fällt sodann ins Gewicht, dass sie über 
einen Zeitraum von fünf Jahren schwere Betäubungsmitteldelikte begangen 
und über mehrere Jahre hinweg Hehlerei und Geldwäscherei betrieben hat; 
ihr kriminelles Verhalten hat sie schliesslich nicht aus eigener Motivation, 
sondern erst infolge der Verhaftung aufgegeben (vgl. Akten POM pag. 89-
90). Im Übrigen gilt seit dem 1. Oktober 2016 der Drogenhandel als 
Anlasstat für eine obligatorische strafrechtliche Landesverweisung (vgl. 
Art. 66a Abs. 1 Bst. o des Schweizerischen Strafgesetzbuches [StGB; 
SR 311.0]; Art. 121 Abs. 3 Bst. a BV), was wertungsmässig auch im Fall 
einer Suchtmittelproblematik nicht völlig ausser Acht gelassen werden kann 
(vgl. E. 4.1.2 hiernach). 

4.1.2 Die Beschwerdeführerin wendet ein, sie sei stark drogenabhängig 
gewesen und selbst Opfer des Drogenhandels geworden. Ihre Betäu-
bungsmitteldelinquenz sei zur Finanzierung ihrer eigenen Sucht und nicht 
aus «Profitgier» erfolgt (Beschwerde S. 5 f., 7 f.). – Die Beschwerdeführerin 
litt im Deliktszeitraum an einer mittelgradigen bis schweren Suchtmittel-

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abhängigkeit; ihre Betäubungsmitteldelinquenz stand demnach auch im 
Zusammenhang mit eigener Drogenabhängigkeit (vgl. vorne E. 2.4). Zwar 
wird in Fällen reiner Beschaffungskriminalität die generell strenge Praxis 
des Bundesgerichts im Betäubungsmittelbereich (vgl. BGE 139 I 31 
E. 2.3.2; jüngst etwa BGer 2C_641/2016 vom 17.3.2017 E. 4.3.2) relativiert 
(vgl. BGE 139 II 121 E. 5.3 [Pra 103/2014 Nr. 1]; BGer 2C_336/2015 vom 
21.4.2016 E. 3.2.1, 2C_1046/2014 vom 5.11.2015 E. 4.2). Die Drogensucht 
sowie die daraus resultierende «leicht bis allenfalls mittelgradig» vermin-
derte Schuldfähigkeit bezüglich der Betäubungsmitteldelinquenz (Gutach-
ten S. 25) wurden aber bei der Strafzumessung bereits berücksichtigt (vgl. 
Akten POM pag. 90). Im ausländerrechtlichen Verfahren besteht in der Re-
gel kein Raum, die strafrichterliche Beurteilung in Bezug auf das Verschul-
den zu relativieren. Der (unzutreffende) Einwand der Beschwerdeführerin, 
sie habe «während ihrer ganzen Haftzeit eine Drogenentzugstherapie» 
gemacht und sei nach wie vor nicht in der Lage, ein selbständiges Leben 
zu führen, was ihre im Deliktszeitraum starke Sucht belege und auf eine 
allfällige Unzurechnungsfähigkeit hindeute (Beschwerde S. 8), zielt daher 
ins Leere. Auch der Umstand, dass die Beschwerdeführerin offenbar ein 
Zimmer der …-Stiftung bewohnt, lässt keine (gegenteiligen) Rückschlüsse 
auf den Schweregrad ihrer früheren Suchtmittelabhängigkeit zu, richtet sich 
doch das Angebot der …-Stiftung generell an straffällig gewordene 
Personen (vgl. http://www....-stiftung.ch). Gemäss eigenen Angaben hatte 
die Beschwerdeführerin schliesslich mit dem Drogenhandel durchaus Geld 
verdient, welches sie teilweise nach Thailand schickte (vgl. Gutachten 
S. 5); demnach haben finanzielle Motive sehr wohl mitgespielt. Bei dieser 
Ausgangslage erscheint das Verschulden der Beschwerdeführerin trotz 
eigener Abhängigkeit nicht als erheblich reduziert. Vielmehr ist gesamthaft 
betrachtet mit der POM von einem erheblichen Verschulden auszugehen. 

4.2 Zu berücksichtigen ist sodann das Verhalten gegenüber der öffentli-
chen Ordnung und Sicherheit im Allgemeinen. Bei Personen, die mehrfach 
oder sogar regelmässig delinquiert haben, besteht aufgrund ihrer Ein-
sichtslosigkeit ein erhebliches sicherheitspolizeiliches Interesse, sie aus der 
Schweiz wegzuweisen. Wiederholte oder gar notorische Delinquenz zeigt 
in besonderer Weise, dass sich die betreffende Person von Strafurteilen 
nicht hat beeindrucken lassen, und führt zum Schluss, dass sie nicht 

http://www.felber-stiftung.ch

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willens oder fähig ist, sich an die hiesige Rechtsordnung zu halten 
(BGE 137 II 297 E. 3.3; BVR 2013 S. 543 E. 4.3 mit weiteren Hinweisen). 
– Die Beschwerdeführerin ist einschlägig vorbestraft (vgl. vorne E. 2.3). 
Indes haben sie weder die zweijährige Probezeit noch die zuvor er-
standene Untersuchungshaft von über drei Monaten oder die am 3. Mai 
2010 ausgesprochene ausländerrechtliche Verwarnung beeindruckt (vgl. 
Akten EG Biel pag. 183), setzte sie doch den Betäubungsmittelhandel 
nahtlos fort, was von beträchtlicher Uneinsichtigkeit zeugt. Die weiteren 
Verurteilungen (vgl. vorne E. 2.3) wiegen für sich allein zwar weniger 
schwer. Sie belegen jedoch, dass die Beschwerdeführerin Mühe bekundet, 
sich an die hiesige Rechtsordnung zu halten. Unter diesen Umständen 
kann der Vorinstanz darin gefolgt werden, dass das Verhalten der Be-
schwerdeführerin gegenüber der öffentlichen Sicherheit und Ordnung dem 
öffentlichen Interesse an der umstrittenen Entfernungsmassnahme zusätz-
liches Gewicht verleiht. 

4.3 Die Rückfallgefahr ist wie folgt zu beurteilen:

4.3.1 Aus fremdenpolizeilicher Sicht ist das Risiko eines Rückfalls umso 
weniger hinzunehmen, je schwerer die Tat wiegt, welche die ausländische 
Person verübt hat. Bei schweren Straftaten muss angesichts der von die-
sen Delikten ausgehenden potentiellen Gefahr für die Gesellschaft auslän-
derrechtlich selbst ein relativ geringes Rückfallrisiko nicht hingenommen 
werden (BGE 139 I 145 E. 2.5; BVR 2015 S. 391 E. 5.3). Da Art. 5 
Anhang I des Abkommens vom 21. Juni 1999 zwischen der Schweizeri-
schen Eidgenossenschaft einerseits und der Europäischen Gemeinschaft 
und ihren Mitgliedstaaten andererseits über die Freizügigkeit (FZA; 
SR 0.142.112.681) hier nicht Anwendung findet, bildet zudem das Vor-
liegen einer gegenwärtigen Gefahr nicht Voraussetzung einer Wegwei-
sungsmassnahme. Vielmehr dürfen auch generalpräventive Überlegungen 
mitberücksichtigt werden (vgl. BGE 136 II 5 E. 4.2 im Umkehrschluss; 
jüngst etwa BGer 2C_45/2017 vom 10.8.2017 E. 2.6). Der konkreten Prog-
nose über das Wohlverhalten (und somit der Rückfallgefahr) sowie dem 
Resozialisierungsgedanken des Strafrechts ist zwar im Rahmen der um-
fassenden fremdenpolizeilichen Interessenabwägung ebenfalls Rechnung 
zu tragen; die beiden Umstände geben aber nicht den Ausschlag 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14.11.2017, Nr. 100.2016.366U, 
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(BGE 136 II 5 E. 4.2; zum Ganzen BVR 2013 S. 543 E. 4.4.1 mit Hinwei-
sen). 

4.3.2 Die Beschwerdeführerin bringt vor, ein Rückfallrisiko könne zwar 
«nicht völlig verneint werden». Sie lebe nun aber schon seit längerer Zeit 
drogenfrei. Der Freiheitsentzug sei ein nötiger Einschnitt in ihr Leben ge-
wesen, um sich von den Drogen und den Drahtziehern zu lösen (Be-
schwerde S. 6, 9). – Die Beschwerdeführerin hat während Jahren insbe-
sondere gravierende Betäubungsmitteldelikte begangen. Weder eine mehr-
monatige Untersuchungshaft, die Auflage, sich einer Drogentherapie zu 
unterziehen (vgl. Akten EG Biel pag. 168), noch eine bedingte Freiheits-
strafe von 20 Monaten und eine fremdenpolizeiliche Verwarnung hatten sie 
davon abhalten können, weiterhin im einschlägigen Bereich zu delinquie-
ren. Bei dieser Ausgangslage ist mit der POM ein gewisses Risiko erneuter 
Straftaten auch heute nicht von der Hand zu weisen, was die Beschwer-
deführerin denn grundsätzlich auch nicht bestreitet. Zwar ist positiv zu 
werten, dass sich die Beschwerdeführerin seit ihrer Verhaftung im April 
2013 korrekt verhalten und keine Drogen mehr konsumiert hat (vgl. Akten 
POM pag. 67-68). Wie die POM zutreffend festgehalten hat, sind dieses 
Wohlverhalten und die Beteuerung, künftig ein strafloses und normales 
Leben führen zu wollen, aber vor dem Hintergrund des Strafvollzugs, der 
laufenden Probezeit sowie der drohenden ausländerrechtlichen Aufent-
haltsbeendigung zu relativieren. Korrektes Verhalten wird in solchen Situa-
tionen ohne weiteres erwartet und erlaubt wenig Rückschlüsse auf die 
Bewährungsaussichten nach Ablauf der entsprechenden Zeitspannen (vgl. 
BGE 139 II 121 E. 5.5.2 [Pra 103/2014 Nr. 1], 139 I 31 E. 3.2; 
BGer 2C_1032/2016 vom 9.5.2017 E. 6.3; BVR 2013 S. 543 E. 4.4.3). Ob 
sie auch ausserhalb des geschützten Rahmens und ohne engmaschige 
Betreuung längerfristig abstinent leben und sich wohlverhalten wird, ist 
offen. In diesem Zusammenhang ist zu bemerken, dass die zuständige 
Strafvollzugsbehörde die Legalprognose anlässlich der bedingten Ent-
lassung per August 2016 nicht als günstig, sondern lediglich als neutral 
wertete (vgl. Akten POM pag. 67). Gemäss dem abschliessenden Thera-
piebericht (vgl. vorne E. 2.4) ist in Bezug auf die Suchtmittelproblematik 
und damit zusammenhängend die Delinquenz neben der Aufrechterhaltung 
der Abstinenz die Förderung der sozialen Integration sowie der Aufbau 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14.11.2017, Nr. 100.2016.366U, 
Seite 13

adäquater Zukunftsperspektiven essentiell. Dass es der Beschwerdeführe-
rin seit der bedingten Entlassung gelungen ist, ihre psychosoziale sowie 
beruflich-wirtschaftliche Situation zu verbessern, ist indes weder geltend 
gemacht noch ersichtlich. Ihre persönliche Situation scheint sich heute 
nicht wesentlich anders zu gestalten als im Deliktszeitraum. Es besteht 
daher keine Sicherheit, dass die Beschwerdeführerin in schwierigen Situa-
tionen nicht wieder zu Betäubungsmitteln greift und sich nicht zu illegalem 
Handeln hinreissen lässt. Schon in der Vergangenheit hat insbesondere 
auch nicht die Verantwortung gegenüber ihrem Sohn sie von ihrem Fehl-
verhalten abhalten können.

4.3.3 Insgesamt kann ein gewisses Rückfallrisiko nicht ausgeschlossen 
werden. Ein solches ist praxisgemäss nicht hinzunehmen. Im Übrigen spielt 
nach dem Gesagten die konkrete Prognose über das Wohlverhalten der 
Beschwerdeführerin keine ausschlaggebende Rolle, sondern werden ge-
rade bei qualifizierten Drogendelikten vielmehr auch generalpräventive 
Überlegungen gewichtet (vgl. vorne E. 4.3.1).

4.4 Im Ergebnis ist nicht zu beanstanden, wenn die POM aufgrund des 
erheblichen Verschuldens, der wiederholten Straffälligkeit und der nicht 
auszuschliessenden Rückfallgefahr ein gewichtiges öffentliches Interesse 
am Widerruf der Niederlassungsbewilligung der Beschwerdeführerin und 
ihrer Wegweisung aus der Schweiz bejaht hat. 

5.

Hinsichtlich der privaten Interessen, welche der Entfernungsmassnahme 
entgegenstehen können, sind die Dauer der Anwesenheit und die Integra-
tion in der Schweiz sowie die der Beschwerdeführerin und ihren Angehöri-
gen drohenden Nachteile zu berücksichtigen.

5.1 Je länger eine ausländische Person in der Schweiz anwesend war, 
desto strengere Anforderungen sind grundsätzlich an die Anordnung eines 
Widerrufs der Niederlassungsbewilligung zu stellen. Zu berücksichtigen ist 
unter anderem, in welchem Alter die ausländische Person in die Schweiz 
eingereist ist. Selbst bei einer ausländischen Person, die bereits hier gebo-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14.11.2017, Nr. 100.2016.366U, 
Seite 14

ren wurde und ihr ganzes bisheriges Leben in der Schweiz verbracht hat 
(Ausländerin oder Ausländer der «zweiten Generation»), ist der Widerruf 
der Niederlassungsbewilligung nicht ausgeschlossen. Erst recht gilt dies für 
ausländische Personen, die – wie die Beschwerdeführerin – erst als Er-
wachsene in die Schweiz gelangt sind. So ist bei schweren Straftaten ein 
wesentliches öffentliches Interesse am Widerruf der Niederlassungsbewilli-
gung gegeben (BGE 139 I 31 E. 2.3.1, 135 II 110 E. 2.1; VGE 2015/307 
vom 12.8.2016 E. 4.1 [bestätigt durch BGer 2C_861/2016 vom 21.12.2016 
E. 2.2.1]). Der Widerruf der Niederlassungsbewilligung ist auch nach länge-
rem Aufenthalt in der Schweiz eher zulässig, wenn die ausländische Per-
son hier nicht integriert ist (vgl. BGE 139 I 31 E. 3.2 [betreffend einen Aus-
länder «zweiter Generation»]; BGer 2A.119/2001 vom 15.10.2001 E. 2b; 
BVR 2015 S. 487 nicht publ. E. 4.1 [VGE 2014/339 vom 23.3.2015; bestä-
tigt durch BGer 2C_338/2015 und 2D_22/2015 vom 12.5.2015]; zum Gan-
zen BVR 2013 S. 543 E. 5.1). – Die heute 50-jährige Beschwerdeführerin 
wuchs in Thailand auf und reiste am 15. August 1997 im Alter von 30 Jah-
ren mit ihrem damaligen Schweizer Ehemann in die Schweiz ein. Ihre 
Aufenthaltsdauer fällt damit lang aus, auch wenn sie mit Blick auf die 
langjährige Delinquenz der Beschwerdeführerin und deren mehrjährige 
Inhaftierung zu relativieren ist. 

5.2 Zur Integration ist Folgendes festzuhalten: In beruflich-wirtschaft-
licher Hinsicht ist die Beschwerdeführerin nicht integriert. Während ihres 
Aufenthalts in der Schweiz arbeitete sie zeitweise als (selbständige) Pros-
tituierte, womit sie ihren Lebensunterhalt jedoch nicht selber zu bestreiten 
vermochte. Seit März 2003 hat sie Sozialhilfeleistungen von insgesamt 
über Fr. 200ʹ000.-- bezogen; zudem ist sie verschuldet (vgl. vorne E. 2.3). 
Die Beschwerdeführerin bringt vor, dass sie «auf dem besten Weg» sei, ab 
Januar 2017 eine neue Stelle anzutreten (Beschwerde S. 13); den entspre-
chenden Nachweis hat sie jedoch nicht erbracht. In sprachlicher Hinsicht ist 
anzuerkennen, dass die Beschwerdeführerin ihre Deutschkenntnisse durch 
den Besuch eines Sprachkurses im Strafvollzug verbessern konnte und 
inzwischen das Niveau A2 erreicht (vgl. Akten POM pag. 116); gemessen 
an der langen Aufenthaltsdauer fallen ihre Deutschkenntnisse aber eher 
bescheiden aus. In sozialer Hinsicht ist unbestritten, dass die Beschwer-
deführerin sich nicht hat integrieren können. Beziehungen pflegt sie offen-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14.11.2017, Nr. 100.2016.366U, 
Seite 15

bar nur zu ihrem Sohn, zum Kindsvater und zu ihrem Exmann (vgl. ange-
fochtener Entscheid E. 5b); weitere vertiefte Kontakte sind weder geltend 
gemacht noch erkennbar (vgl. Beschwerde S. 13). Schliesslich spricht, wie 
die Vorinstanz zu Recht anführt, die wiederholte und jahrelange Delinquenz 
der Beschwerdeführerin im sensiblen Bereich wesentlich gegen eine erfolg-
reiche Eingliederung, ist doch die Respektierung der rechtsstaatlichen Ord-
nung zentraler Aspekt jeglicher Integration (vgl. Art. 4 Bst. a der Verord-
nung vom 24. Oktober 2007 über die Integration von Ausländerinnen und 
Ausländern [VIntA; SR 142.205]). Insgesamt ist nach dem Erwogenen mit 
der POM von einer nicht gelungenen Integration in die hiesigen Verhält-
nisse auszugehen. Das pauschal gehaltene Vorbringen der Beschwerde-
führerin, der Staat habe ihr praktisch keine Eingliederungsmöglichkeiten 
geboten, weshalb eine Integration fast unmöglich gewesen sei (Be-
schwerde S. 13), vermag an dieser Einschätzung nichts zu ändern. Es 
wäre Sache der Beschwerdeführerin gewesen, Anstrengungen zu unter-
nehmen, um sich einzugliedern. Weshalb sie hierzu nicht in der Lage ge-
wesen sein sollte, legt sie nicht dar.

5.3 Zu würdigen sind weiter die der Beschwerdeführerin und ihren An-
gehörigen durch die Entfernungsmassnahme drohenden Nachteile:

5.3.1 Die Vorinstanz ist von intakten Rückkehr- und Integrationsmöglich-
keiten ausgegangen (angefochtener Entscheid E. 5c/aa). Demgegenüber 
bringt die Beschwerdeführerin vor, dass sie ohne eine ambulante Mass-
nahme bei einer Rückkehr nach Thailand keine reale Chance habe, dro-
genfrei zu leben. Aufgrund der grossen Distanz zu ihrem Sohn würde sie 
zudem «in ein noch grösseres psychisches Loch stürzen» (Beschwerde 
S. 9). – Die POM hat zutreffend erwogen, dass die Beschwerdeführerin die 
ersten 30 Jahre ihres Lebens im Heimatland verbracht hat; dort ist sie auf-
gewachsen und sozialisiert worden. Ihre inzwischen erwachsene Tochter 
aus einer früheren Beziehung sowie eine Schwester und deren Familie 
leben nach wie vor in Thailand. Mit der Tochter pflegt sie regelmässigen 
telefonischen Kontakt; es besteht somit weiterhin eine familiäre Verbun-
denheit zum Heimatland, an welche die Beschwerdeführerin anknüpfen 
kann. Sie scheint sodann noch sehr eng mit der Sprache sowie den gesell-
schaftlichen und kulturellen Gepflogenheiten ihrer Heimat verbunden zu 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14.11.2017, Nr. 100.2016.366U, 
Seite 16

sein (vgl. Beschwerde S. 13) und würde offenbar gerne nach Thailand zu-
rückkehren, wenn dies nicht mit einer Trennung von ihrem Sohn verbunden 
wäre (vgl. Gutachten S. 14). Trotzdem ist nicht von der Hand zu weisen, 
dass für die heute 50-jährige Beschwerdeführerin, die über keine Berufs-
ausbildung verfügt, die Rückkehr nach 20-jähriger Landesabwesenheit ins-
besondere in beruflich-wirtschaftlicher Hinsicht mit Schwierigkeiten verbun-
den wäre. Ihre Kenntnisse der deutschen Sprache und ihre Tätigkeit im 
Stoffatelier während des Strafvollzugs dürften ihr indes den beruflichen 
Einstieg erleichtern. Die Möglichkeiten der sozialen Integration und des 
Aufbaus von Zukunftsperspektiven und damit die Chance zur Aufrecht-
erhaltung der Suchtmittelabstinenz (vgl. vorne E. 2.4) erscheinen bei einer 
Rückkehr ins Heimatland insgesamt nicht schlechter als bei einem Verbleib 
in der Schweiz, wo sich die Beschwerdeführerin trotz ihres langjährigen 
Aufenthalts weder in sozialer noch in beruflich-wirtschaftlicher Hinsicht hat 
integrieren können. Während des Strafvollzugs standen die psychischen 
Probleme der Beschwerdeführerin im Wesentlichen im Zusammenhang mit 
dem mehrjährigen Freiheitsentzug ohne Vollzugslockerungen, den be-
grenzten Kontaktmöglichkeiten zum Sohn sowie der drohenden Weg-
weisung (vgl. Forensisch-psychiatrischer Abschlussbericht, Akten POM 
pag. 121). Soweit die Beschwerdeführerin weiterhin einer psychiatrischen 
oder psychologischen Behandlung bedarf, kann sie eine solche auch im 
Heimatland in Anspruch nehmen. Thailand verfügt über ein Gesundheits-
system und eine psychiatrische Versorgung ist grundsätzlich vorhanden 
(vgl. Mental health Atlas country profile 2014 Thailand, einsehbar unter 
http://www.who.int/mental_health/evidence/atlas/profiles-2014/en/). Dass 
ihr der Zugang zu angemessener psychiatrischer Behandlung in Thailand 
verwehrt wäre, macht die Beschwerdeführerin nicht geltend. Das Verwal-
tungsgericht anerkennt, dass die grosse örtliche Distanz zum Sohn die Be-
schwerdeführerin psychisch belasten würde. Diese Konsequenz ihres de-
liktischen Handelns hat sie sich aber selber zuzuschreiben und steht einer 
Rückkehr ins Heimatland nicht entgegen (vgl. auch hinten E. 4.3.5). In 
Würdigung der gesamten Umstände ist mit der POM von intakten Wieder-
eingliederungsmöglichkeiten in Thailand auszugehen.

5.3.2 In familiärer Hinsicht steht einzig die Beziehung der Beschwerde-
führerin zu ihrem hier lebenden und über das Schweizer Bürgerrecht ver-

http://www.who.int/mental_health/evidence/atlas/profiles-2014/en/

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14.11.2017, Nr. 100.2016.366U, 
Seite 17

fügenden Sohn in Frage. Der heute 13-jährige B.________ steht unter der 
gemeinsamen elterlichen Sorge; die Obhut liegt (faktisch) seit März 2011 
allein beim Vater (vgl. vorne E. 2.2). Anders als die Beschwerdeführerin zu 
meinen scheint (vgl. Beschwerde S. 5), kann sie aus dem Umstand, dass 
sie mit dem Kindsvater die gemeinsame elterliche Sorge innehat, nichts 
Wesentliches für sich ableiten. Massgeblich für das ausländerrechtliche 
Bewilligungsverfahren bleibt der Umfang des persönlichen Kontakts, also 
die tatsächlich gelebte Beziehung in affektiver und wirtschaftlicher Hinsicht 
und nicht allein die formelle Tragweite der Zuteilung bzw. der Abmachun-
gen der Eltern (grundlegend BGE 143 I 21 E. 5 mit zahlreichen Hinweisen; 
dazu auch Meier/Häberli, Übersicht zur Rechtsprechung im Kindes- und 
Erwachsenenschutzrecht [September bis Dezember 2016], in Zeitschrift für 
Kindes- und Erwachsenenschutz [ZKE] 2017 S. 44 ff., 78 f.). Liegt die fakti-
sche Obhut zum überwiegenden Teil beim anderen (in der Schweiz ver-
bleibenden) Elternteil, ändert das gemeinsame Sorgerecht nichts daran, 
dass die familiäre Beziehung zwischen dem ausreisepflichtigen Elternteil 
und seinem Kind unter dem Gesichtspunkt von Art. 8 EMRK grundsätzlich 
auch vom Ausland her gepflegt werden kann (vgl. BGer 2C_810/2016 vom 
21.3.2017 E. 5.2 f. mit Hinweisen u.a. auf BGE 143 I 21 und 140 I 145). 
Voraussetzung für den Bewilligungserhalt mit der Folge, dass das Recht 
auf persönlichen Umgang in der Schweiz gelebt werden kann, ist eine in 
affektiver Hinsicht zumindest normale und in wirtschaftlicher Hinsicht be-
sonders enge Eltern-Kind-Beziehung, wobei diese Beziehung wegen der 
Distanz zwischen der Schweiz und dem Staat, in welchen die ausländische 
Person auszureisen hätte, praktisch nicht mehr aufrechterhalten werden 
könnte. Die ausreisepflichtige Person muss sich zudem in der Schweiz 
bisher weitgehend «tadellos» verhalten haben (vgl. BGE 143 I 21 E. 5.2; 
BGer 2C_1071/2016 vom 30.3.2017 E. 6.1, 2C_327/2015 vom 22.4.2016 
E. 5.4; VGE 2016/230 vom 30.5.2017 E. 5.3.2).

5.3.3 B.________ wuchs während seiner ersten sieben Lebensjahre bei 
der Beschwerdeführerin auf. Wie sich die Mutter-Kind-Kontakte nach dem 
Obhutswechsel zum Vater im März 2011 bis zur Inhaftierung der 
Beschwerdeführerin im April 2013 im Einzelnen gestalteten, geht aus den 
Akten nicht eindeutig hervor. Nach Angaben der Beschwerdeführerin habe 
sie fast täglich für B.________ gekocht und mit ihm gegessen; zudem habe 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14.11.2017, Nr. 100.2016.366U, 
Seite 18

sie ihn regelmässig von der Schule abgeholt (Beschwerde S. 10). Aus dem 
Antrag um Errichtung einer Beistandschaft vom 9. Januar 2013 (vgl. KESB-
Akten) geht jedoch hervor, dass zumindest im Jahr 2011 nur 
unregelmässige Begegnungen zwischen Mutter und Kind stattfanden und 
B.________ seine Mutter zeitweise wochenlang nicht sah. Während des 
Freiheitsentzugs der Beschwerdeführerin wurde die Mutter-Sohn-
Beziehung zunächst telefonisch und ab Mai 2015 im Rahmen von 
zweiwöchentlichen Besuchen gepflegt (vgl. vorne E. 2.2). Mit Schreiben 
vom 30. November 2015 hielt der Kindsvater fest, dass die Beziehung zur 
Mutter dem Sohn gut tue. Es wäre für B.________ sehr schwierig, wenn 
seine Mutter weggewiesen würde und er weit weg von ihr aufwachsen 
müsste (Akten POM act. 4A1 Beilage 4). Im August 2016 wurde die 
Beschwerdeführerin bedingt aus dem Strafvollzug entlassen. Ihr 
Vorbringen, wonach sie seither sehr intensive Kontakte zu B.________ 
pflege, er fast jedes Wochenende bei ihr übernachte und sie ihn auch 
ausserhalb der festgelegten Betreuungszeiten «praktisch immer, wenn sie 
keine anderweitigen Verpflichtungen» habe, sehe (Beschwerde S. 10 f.), 
bleiben unbelegt. Die (anwaltlich vertretene) Beschwerdeführerin weist 
auch im verwaltungsgerichtlichen Verfahren nicht nach, dass sie zumindest 
das in der Vereinbarung vom 28. Juni 2012 bzw. im Besuchsrechtskalender 
vom 27. Oktober 2016 festgelegte (Mindest-)Besuchsrecht tatsächlich, 
kontinuierlich und reibungslos wahrnimmt. Im Rahmen der Mitwirkungs-
pflicht (Art. 20 Abs. 3 VRPG i.V.m. Art. 90 AuG) wäre es vorab an ihr, ihre 
Vorbringen mit geeigneten Beweismitteln zu belegen (vgl. auch 
BGE 143 I 21 E. 5.5.4). Gestützt auf die Aktenlage ist davon auszugehen, 
dass B.________ seit der bedingten Entlassung weiterhin hauptsächlich 
vom Vater betreut wird, weshalb auch heute eine gemeinsame elterliche 
Sorge ohne alternierende Obhut vorliegt. Konkrete Bemühungen, die Obhut 
inskünftig wieder ganz der Beschwerdeführerin zu übertragen (vgl. Be-
schwerde S. 13 f.), sind nicht erkennbar. Insgesamt stellt das Verwaltungs-
gericht aber nicht in Frage, dass die Beziehung der Beschwerdeführerin zu 
ihrem Sohn grundsätzlich intakt ist. Zugunsten der Beschwerdeführerin 
unterstellt es im Folgenden, dass sie seit der bedingten Entlassung aus 
dem Strafvollzug ein nach heutigem Standard übliches Besuchsrecht 
wahrnimmt, auch wenn die Häufigkeit, Art und Intensität der Mutter-Kind-
Kontakte unbelegt geblieben sind. In wirtschaftlicher Hinsicht macht die 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14.11.2017, Nr. 100.2016.366U, 
Seite 19

Beschwerdeführerin nicht geltend, dass sie neuerdings Beiträge an den 
Unterhalt ihres Sohnes leisten würde.

5.3.4 Unstrittig würde B.________ in der Schweiz verbleiben, weshalb die 
Wegweisung der Beschwerdeführerin mit einer erheblichen 
Beeinträchtigung der Beziehung verbunden wäre. Was die 
Beschwerdeführerin selber angeht, hat sie sich diese negativen familiären 
Folgen ihres Handelns selbst zuzuschreiben, hat sie doch auch ihre 
Verantwortung als Mutter, die mehrmonatige Untersuchungshaft sowie eine 
fremdenpolizeiliche Verwarnung nicht von ihrem jahrelangen deliktischen 
Verhalten abhalten können. Dass ihre Delinquenz teilweise im 
Zusammenhang mit ihrer damaligen Betäubungsmittelabhängigkeit stand, 
vermag an dieser Einschätzung nichts zu ändern. Es ist nicht ersichtlich, 
dass sie sich ernsthaft um Ablösung von ihrer Sucht bemüht hätte; die ihr 
im Jahr 2009 nach der Untersuchungshaft gebotene Chance einer 
Drogentherapie hatte sie nicht zu nutzen vermocht (vgl. vorne E. 4.3.2; 
Gutachten S. 15 f.). Ihr eigenes Interesse, nicht von ihrem Sohn getrennt 
zu werden, vermag daher von vornherein nicht entscheidend zu gewichten. 

5.3.5 Was den Sohn anbelangt, ist nicht von der Hand zu weisen, dass 
die Wegweisung der Mutter ihn wohl hart treffen würde. Allerdings konnte 
die Mutter-Kind-Beziehung bereits nach der Inhaftierung der Beschwerde-
führerin im April 2013 während über drei Jahren nur sehr beschränkt gelebt 
werden. Im Fall einer Rückkehr der Beschwerdeführerin ins Heimatland 
könnte die Beziehung in einem gewissen, wenn auch vorerst angesichts 
des Alters des Kindes bescheidenem Rahmen weiterhin persönlich gepflegt 
werden. Möglich ist insbesondere, dass B.________ die 
Beschwerdeführerin von Zeit zu Zeit in Thailand besucht. Entgegen dem 
Vorbringen der Beschwerdeführerin wäre dem Sohn die Reise zumutbar, 
zumal er gemäss unbestrittener Feststellung der POM bereits einmal mit 
seinem Vater nach Thailand gereist ist (angefochtener Entscheid E. 5c/bb); 
in einigen Jahren würde er auch selbständig reisen können. Zudem sind 
Besuche der Beschwerdeführerin in der Schweiz denkbar. Zwar 
beabsichtigt die EG Biel, die Verhängung eines Einreiseverbots gegen sie 
zu beantragen (vgl. Akten POM pag. 2). Ein solches kann aber 
praxisgemäss zwecks Ermöglichung der Pflege des Familienlebens 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14.11.2017, Nr. 100.2016.366U, 
Seite 20

vorübergehend aufgehoben werden. Ausserdem kann der Kontakt mit 
B.________ mittels herkömmlicher Kommunikationsmittel aufrechterhalten 
werden. Im Hinblick auf das Kindeswohl ist überdies zu berücksichtigen, 
dass sich die Situation von B.________ seit der Obhutsübertragung an den 
Vater und der Errichtung einer Beistandschaft stabilisiert hat. Er wird im 
vertrauten Umfeld bleiben und mit seinem Vater unter den hiesigen 
Lebensbedingungen aufwachsen können. Das Verwaltungsgericht verkennt 
nicht, dass die Beschwerdeführerin für B.________ ein wichtiger 
Bezugspunkt seiner thailändischen Identität ist. Angesichts seines Alters 
kann die gemeinsame thailändische Sprache jedoch ebenso wie die 
kulturellen und religiösen Gepflogenheiten auch vom Ausland her gepflegt 
und weitergegeben werden. Die Beiständin wird weiterhin gemeinsam mit 
dem Kindsvater die Pflege der Mutter-Kind-Beziehung sicherzustellen und 
B.________ dabei zu unterstützen haben (vgl. KESB-Entscheid S. 3; 
VGE 2015/224 vom 15.2.2017 [noch nicht rechtskräftig] E. 6.4.5 mit Hin-
weisen). Insgesamt ist der Weiterbestand der Mutter-Kind-Beziehung mit 
der ausländerrechtlichen Massnahme nicht gefährdet, wiewohl ein nicht 
unbedeutendes Interesse von B.________ am weiteren Verbleib seiner 
Mutter in der Schweiz anzuerkennen ist. 

5.4 Mit Blick auf die privaten Interessen ist festzuhalten, dass sich die 
Beschwerdeführerin vergleichsweise lange in der Schweiz aufhält. Ihre 
Aufenthaltsdauer ist aber insbesondere mit Blick auf die nicht gelungene 
Integration zu relativieren; zudem stehen der Rückkehr nach Thailand 
keine unüberwindbaren Hindernisse entgegen. Hinsichtlich der familiären 
Beziehungen begründet das Kindeswohl ein nicht unerhebliches privates 
Interesse am Verbleib der Beschwerdeführerin in der Schweiz.

6.

Die Abwägung der massgeblichen öffentlichen und privaten Interessen 
ergibt Folgendes:

6.1 Die Beschwerdeführerin hat während mehreren Jahren mit einer 
grossen Menge Thaipillen und Crystal gehandelt und damit jedenfalls mit-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14.11.2017, Nr. 100.2016.366U, 
Seite 21

telbar die Gesundheit einer Vielzahl von Personen gefährdet. Trotz ihres 
Drogenkonsums hat sie damit ein erhebliches Verschulden auf sich gela-
den. Dies bringt denn auch das Strafmass zum Ausdruck, welches unter 
Berücksichtigung der verminderten Schuldfähigkeit aufgrund der Betäu-
bungsmittelabhängigkeit mit fünf Jahren immer noch hoch ausgefallen ist. 
Angesichts der jahrelangen, auch nach einer förmlichen Verwarnung fort-
gesetzten schweren Delinquenz und der nicht hinzunehmenden Rückfall-
gefahr besteht ein grosses öffentliches Interesse an der Aufenthaltsbeendi-
gung. Gemäss der ständigen strengen Praxis bei derartigen Delikten und 
den generalpräventiven Überlegungen, welche die Ausländerbehörde zu-
lässigerweise in die Beurteilung einfliessen lassen dürfen, müssten in der 
vorliegenden Konstellation daher ausserordentliche Umstände vorliegen, 
um den Bewilligungswiderruf und die Wegweisung als unverhältnismässig 
erscheinen zu lassen (vgl. BVR 2013 S. 543 E. 6.1 mit Hinweis). Solche 
sind hier nicht auszumachen: Die Beschwerdeführerin hält sich zwar lange 
hier auf, konnte sich aber nicht integrieren. Die Rückkehr nach Thailand ist 
zumutbar. Sie ist in ihrem Heimatland aufgewachsen und mit der dortigen 
Sprache und Kultur immer noch vertraut. Mit ihrer in Thailand lebenden 
erwachsenen Tochter pflegt sie nach wie vor Kontakt. In familiärer Hinsicht 
fällt das Interesse des 13-jährigen Sohnes der Beschwerdeführerin, in un-
mittelbarer Nähe seiner Mutter aufzuwachsen, ins Gewicht. Die Mutter-
Sohn-Beziehung würde durch die Entfernungsmassnahme erheblich be-
troffen. Dem Interesse an einer intakten Eltern-Kind-Beziehung kommt 
zwar im Rahmen der Prüfung der Verhältnismässigkeit einer aufenthalts-
beendenden Massnahme eine zentrale Bedeutung zu. Je schwerer aber 
die begangenen Straftaten wiegen, desto eher vermag das öffentliche Inte-
resse an einer Ausreise einer straffälligen Person selbst das Interesse ihrer 
Kinder zu überwiegen, mit ihr hier aufwachsen zu können. Aufgrund der 
gravierenden Straffälligkeit der Beschwerdeführerin haben die Interessen 
des Sohnes, im Rahmen der heutigen Besuchsregelung mit seiner Mutter 
den Kontakt pflegen zu können, zurückzustehen. Diesbezüglich fällt ins 
Gewicht, dass die Obhut seit über sechs Jahren beim Vater liegt und der 
Sohn im gewohnten Umfeld verbleiben kann. Er kann weiterhin von den 
hiesigen Ausbildungsmöglichkeiten und Lebensbedingungen profitieren. 
Die Mutter-Sohn-Beziehung kann in einem gewissen Rahmen auch über 
die Landesgrenzen hinweg weiterhin gepflegt werden. Zu einer vergleich-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14.11.2017, Nr. 100.2016.366U, 
Seite 22

baren Beurteilung kommt im Übrigen auch das Bundesgericht in seinem 
von der Beschwerdeführerin angeführten Urteil 2C_972/2011 vom 8. Mai 
2012. Schliesslich kann die Beschwerdeführerin auch aus dem bundes-
gerichtlichen Urteil 139 I 145 nichts für sich ableiten; der diesem Urteil zu-
grundeliegende Sachverhalt unterscheidet sich in wesentlichen Punkten 
vom vorliegenden Fall (erste strafrechtliche Verurteilung, bedingte Frei-
heitsstrafe, gelungene berufliche Integration, intaktes Familienleben).

6.2 Die Entfernungsmassnahme erweist sich damit auch im Licht von 
Art. 8 EMRK bzw. Art. 13 Abs. 1 BV sowie der KRK als verhältnismässig 
(vgl. für vergleichbare Beurteilungen: BGer 2C_461/2016 vom 6.4.2017, 
2C_992/2016 vom 3.4.2017, 2C_208/2016 vom 21.12.2016, 2C_989/2015 
vom 3.2.2016; VGE 2016/17 vom 27.7.2016 [bestätigt durch 
BGer 2C_681/2016 vom 5.1.2017]). Unter diesen Umständen fällt die von 
der Beschwerdeführerin beantragte Verwarnung unter (blosser) Androhung 
des Bewilligungswiderrufs nach Art. 96 Abs. 2 AuG ausser Betracht (vgl. 
vorne Bst. C); eine solche würde den öffentlichen Interessen an der 
Wegweisung nicht gerecht. 

7.

Der angefochtene Entscheid hält nach dem Erwogenen der Rechtskontrolle 
stand. Die Beschwerde erweist sich als unbegründet und ist abzuweisen. 
Da die vorinstanzlich gesetzte Ausreisefrist abgelaufen ist, ist praxis-
gemäss eine neue Frist anzusetzen. 

8.

Bei diesem Verfahrensausgang wird die unterliegende Beschwerdeführerin 
an sich kostenpflichtig; Anspruch auf Parteikostenersatz hat sie nicht 
(Art. 108 Abs. 1 und 3 VRPG). Sie hat indessen für das verwaltungs-
gerichtliche Verfahren um unentgeltliche Rechtspflege ersucht.

8.1 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei von 
den Verfahrenskosten, wenn sie nicht über die erforderlichen Mittel verfügt 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14.11.2017, Nr. 100.2016.366U, 
Seite 23

und ihr Rechtsbegehren nicht aussichtslos erscheint (Art. 111 Abs. 1 
VRPG; vgl. auch Art. 117 der Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 
19. Dezember 2008 [Zivilprozessordnung, ZPO; SR 272]). Ein Prozess ist 
nicht aussichtslos, wenn berechtigte Hoffnung besteht, ihn zu gewinnen, 
das heisst wenn Gewinnaussichten und Verlustgefahren sich ungefähr die 
Waage halten oder jene nur wenig geringer sind als diese. Als aussichtslos 
sind nach der bundesgerichtlichen Praxis demgegenüber Prozessbegehren 
anzusehen, bei denen die Gewinnaussichten beträchtlich geringer sind als 
die Verlustgefahren und deshalb kaum als ernsthaft bezeichnet werden 
können. Massgebend ist dabei, ob eine Partei, die über die nötigen Mittel 
verfügt, sich bei vernünftiger Überlegung zu einem Prozess entschliessen 
oder aber davon absehen würde; eine Partei soll einen Prozess, den sie 
auf eigene Rechnung und Gefahr nicht führen würde, nicht deshalb aus-
tragen können, weil er sie nichts kostet (BVR 2016 S. 369 E. 3.1; 
BGE 142 III 138 E. 5.1).

8.2 Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde muss in der Sache als von 
vornherein aussichtslos bezeichnet werden. Die POM hat im angefochte-
nen Entscheid die hier massgebliche Praxis zutreffend wiedergegeben und 
ausführlich begründet, weshalb die aufenthaltsbeendende Massnahme 
verhältnismässig ist. Dies darf bei der Beurteilung der unentgeltlichen 
Rechtspflege im oberinstanzlichen Rechtsmittelverfahren berücksichtigt 
werden (vgl. BVR 2015 S. 487 E. 7.2 mit Hinweisen). Die Beschwerde-
schrift im verwaltungsgerichtlichen Verfahren entspricht in weiten Teilen 
derjenigen im Verfahren vor der POM. Gegen die vorinstanzlichen Erwä-
gungen bringt die Beschwerdeführerin nichts wesentlich Neues vor; ihre 
Argumente erschöpfen sich vielmehr im Hinweis auf ihre (überwundene) 
Drogenabhängigkeit und die (bezüglich Häufigkeit und Intensität unbelegt 
gebliebene) Beziehung zu ihrem Sohn. Bei dieser Sachlage kann nicht da-
von ausgegangen werden, dass sich zum Zeitpunkt der Gesuchsein-
reichung im verwaltungsgerichtlichen Verfahren die Gewinn- und Verlust-
aussichten ungefähr die Waage hielten bzw. jene nur geringfügig kleiner 
waren als diese. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ist daher 
abzuweisen, ohne dass die Prozessarmut zu prüfen wäre.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14.11.2017, Nr. 100.2016.366U, 
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8.3 Da über das Gesuch erst im Rahmen des vorliegenden Sachent-
scheids befunden wird und die Beschwerdeführerin keine Gelegenheit 
hatte, die Beschwerde nach Abweisung des Gesuchs zurückzuziehen und 
damit Kosten zu sparen, sind diese praxisgemäss bloss in der Höhe der 
üblichen Abschreibungsgebühr zu erheben (BVR 2014 S. 437 E. 7.9). Für 
den Entscheid über das Gesuch sind keine Verfahrenskosten zu erheben 
(Art. 112 Abs. 1 VRPG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. Der Beschwerdeführerin wird eine 
neue Ausreisefrist angesetzt auf den 27. Dezember 2017.

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.

3. Die Kosten des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht, bestimmt auf 
eine reduzierte Pauschalgebühr von Fr. 500.--, werden der Beschwerde-
führerin auferlegt.

4. Es werden keine Parteikosten gesprochen.

5. Zu eröffnen:
- der Beschwerdeführerin
- der Polizei- und Militärdirektion des Kantons Bern
- der Einwohnergemeinde Biel
- dem Staatssekretariat für Migration

Das präsidierende Mitglied: Die Gerichtsschreiberin:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14.11.2017, Nr. 100.2016.366U, 
Seite 25

Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen 
Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 
17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.