# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** dd3d5d64-44c3-533a-889f-b8700d71beae
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-01-27
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 27.01.2023 720 22 19 / 21 (720 2022 19 / 21)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-22-19---21_2023-01-27.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-
rungsrecht 
 
 
vom  27. Januar 2023 (720 22 19 / 21) 
____________________________________________________________________ 
 
 
Invalidenversicherung 
 
 
Invalidenrente: ungenügende Abklärung des medizinischen Sachverhalts, Rückweisung 
an Vorinstanz 
 
 
Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Kan-

tonsrichter Christof Enderle, Gerichtsschreiberin Tina Gerber 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Melina Tzikas, Rechtsan-
wältin, schadenanwaelte.ch AG, Totentanz 5, Postfach 2039, 
4001 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Be-
schwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff IV-Rente  

 
 
 
A. Der 1975 geborene A.____ arbeitete zuletzt vom 1. April 2005 bis 31. Juli 2015 als CNC-
Dreher bei der Firma B.____ AG in C.____. Am 15. Februar 2016 meldete er sich unter Hinweis 
auf unfallbedingte Schulterbeschwerden bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum 
Leistungsbezug an. Die zuständige IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) klärte in der Folge die 
gesundheitlichen und erwerblichen Verhältnisse ab. Nach Durchführung von beruflichen Mass-
nahmen sowie eines Vorbescheidverfahrens sprach die IV-Stelle A.____ mit Verfügung vom 

 

 
 
Seite 2  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

3. Dezember 2021 für die Zeit vom 1. August 2016 bis 31. Oktober 2016 aufgrund einer vollstän-
digen Invalidität vom 22. Juni 2016 bis 15. Juli 2016 eine befristete ganze Rente der IV zu. Für 
die Zeit ab 1. November 2016 wurde der Leistungsanspruch des Versicherten gestützt auf einen 
ab 16. Juli 2016 ermittelten Invaliditätsgrad von 26% abgelehnt. 
 
B. Gegen diese Verfügung erhob A.____, vertreten durch Rechtsanwältin Melina Tzikas, 
am 17. Januar 2022 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kan-
tonsgericht). Er beantragte, es sei ihm in Aufhebung der angefochtenen Verfügung über den 
1. November 2016 hinaus eine Invalidenrente zuzusprechen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht 
ersuchte der Beschwerdeführer um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege mit Rechtsan-
wältin Tzikas als Rechtsvertreterin; alles unter o/e-Kostenfolge. Zur Begründung wurde im We-
sentlichen vorgebracht, dass die Beschwerdegegnerin den Sachverhalt ungenügend abgeklärt 
habe und sich zu Unrecht auf die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durch die Klinik D.____ 
stütze. Vielmehr hätten die anschliessenden erfolglosen beruflichen Massnahmen gezeigt, dass 
sich die dort abgegebene Prognose zur Arbeitsfähigkeit nicht bewahrheitet habe. Ferner sei das 
chronische Schmerzsyndrom, an welchem der Beschwerdeführer leide, bei der Einschätzung der 
Arbeitsfähigkeit nicht berücksichtigt worden.  
 
C. In ihrer Vernehmlassung vom 26. Januar 2022 schloss die Beschwerdegegnerin auf Ab-
weisung der Beschwerde.  
 
D. Der Beschwerdeführer reichte mit Eingaben vom 3. Februar 2022, 2. März 2022 sowie 
15. März 2022 weitere Unterlagen zu seiner prozessualen Bedürftigkeit ein. 
 
E. Mit verfahrensleitender Verfügung vom 31. März 2022 wurde dem Beschwerdeführer die 
unentgeltliche Prozessführung und die unentgeltliche Verbeiständung mit Rechtsanwältin Tzikas 
bewilligt.  
 
F. Nach Beizug der Akten des zuständigen Unfallversicherers wurde der vorliegende Fall 
mit Verfügung vom 31. März 2022 der Dreierkammer zur Beurteilung überwiesen. 
 
G. Anlässlich der Urteilsberatung vom 25. August 2022 ist das Kantonsgericht zur Auffas-
sung gelangt, dass der Entscheid auszustellen sei. Es führte aus, dass es in Betracht ziehe, die 
Verfügung vom 3. Dezember 2021 aufzuheben und die Angelegenheit zu weiteren medizinischen 
Abklärungen und anschliessender Neuentscheidung an die Beschwerdegegnerin zurückzuwei-
sen. Damit seien Bestand und Umfang des Rentenanspruchs wieder offen und es stehe die Mög-
lichkeit einer Verschlechterung der Rechtsposition des Beschwerdeführers im Raum, weshalb 
ihm in Nachachtung von BGE 137 V 314 die Möglichkeit einzuräumen sei, seine Beschwerde 
zurückzuziehen. Gleichzeitig wurde dem Beschwerdeführer mitgeteilt, dass – falls bis zum ge-
nannten Termin am 3. Oktober 2022 kein Beschwerderückzug erfolgt und kein Fristerstreckungs-
gesuch eingeht – davon ausgegangen werde, dass an der Beschwerde festgehalten werde. 
 
H. Innert der mit Beschluss vom 25. August 2022 angesetzten Frist ist seitens des Be-
schwerdeführers keine Eingabe an das Gericht erfolgt.   

 

 
 
Seite 3  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 

1.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) 
vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versicherungs-
gericht am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfah-
rens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständigkeit des 
Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die 
Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kan-
tonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden 
gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vor-
liegenden Beschwerde zuständig. Auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte Be-
schwerde vom 17. Januar 2022 ist demnach einzutreten. 
 
1.2 Am 1. Januar 2022 trat die vom Gesetzgeber am 19. Juni 2020 beschlossene Änderung 
des IVG ("Weiterentwicklung der IV", WEIV) in Kraft. Die vorliegend angefochtene Verfügung 
datiert vom 3. Dezember 2021 und damit vor dem 1. Januar 2022. Nach den allgemeinen Grunds-
ätzen des intertemporalen Rechts und des zeitlich massgebenden Sachverhalts (statt vieler: BGE 
144 V 210 E. 4.3.1; 129 V 354 E. 1 mit Hinweisen) sind daher die Bestimmungen des IVG und 
diejenigen der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) vom 17. Januar 1961 sowie des 
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Ok-
tober 2000 in der bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Fassung anwendbar (vgl. Urteil des 
Bundesgerichts vom 23. Februar 2022, 8C_455/2021, E. 2). Sie werden im Folgenden jeweils in 
dieser Version wiedergegeben, zitiert und angewendet. 
 
2. Streitig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer über den 1. November 2016 hinaus 
Anspruch auf eine Invalidenrente hat. Massgebend ist der Sachverhalt, wie er sich bis zum Erlass 
der angefochtenen Verfügung vom 3. Dezember 2021 entwickelt hat. Dieser Zeitpunkt bildet 
rechtsprechungsgemäss die zeitliche Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugnis (BGE 129 
V 4 E. 1.2 mit Hinweis). 
 
3.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs-
fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein-
gliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während ei-
nes Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig ge-
wesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c).  
 
3.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs-
rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähigkeit die durch eine Beeinträchtigung 
der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähig-
keit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer 
Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berück-
sichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere 

 

 
 
Seite 4  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Ge-
burtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der 
durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte 
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust 
der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verste-
hen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach 
Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berück-
sichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht 
nicht überwindbar ist (Satz 2).  
 
3.3 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist Art. 16 ATSG an-
wendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Er-
werbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung 
der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumut-
bare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Be-
ziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid gewor-
den wäre (Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfol-
gen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt 
und einander gegenübergestellt werden. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditäts-
grad bestimmen (BGE 128 V 29 E. 1).  
 
3.4 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Grad der Invalidität wie folgt abge-
stuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70%, 
auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60%, auf eine halbe Rente, wenn sie zu min-
destens 50% und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40% invalid ist.  
 
4.1 Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrades bildet die Frage, in welchem Aus-
mass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen arbeitsunfähig 
ist. 
 
4.2 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insbesondere auch bei der Beurtei-
lung der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person ist die Verwaltung – und im Beschwerdefall das 
Gericht – auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute 
zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszu-
stand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher 
Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte 
eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch 
zugemutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4 mit weiteren Hinweisen).  
 
4.3 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs-
prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle ande-
ren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 
pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit-
tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob 

 

 
 
Seite 5  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestat-
ten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess 
nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, wa-
rum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Be-
weiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange 
umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berück-
sichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der me-
dizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und 
ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 
5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).  
 
4.4 Die Rechtsprechung erachtet es mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als ver-
einbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die 
Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführlichen Zusammenstellungen dieser Richtlinien in 
BGE 125 V 351 E. 3b und in AHI-Praxis 2001 S. 114 E. 3b, jeweils mit weiteren Hinweisen). So 
ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen 
und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Ein-
sicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnis-
sen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb mit weiteren 
Hinweisen). In Bezug auf Berichte von behandelnden Ärzten darf und soll das Gericht der Erfah-
rungstatsache Rechnung tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Ver-
trauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen 
(BGE 125 V 353 E. 3b/cc). Die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des therapeutisch 
tätigen (Fach-)Arztes einerseits und von Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedi-
zinischen Experten anderseits (vgl. BGE 124 I 175 E. 4; Urteil des EVG vom 13. Juni 2001, I 
506/00, E. 2b) lässt nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen 
und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu anderslau-
tenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende 
Beurteilung aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte wichtige  
– und nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretation entspringende – Aspekte benennen, die im 
Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (vgl. Urteil des Bundes-
gerichts vom 25. Mai 2007, I 514/06, E. 2.2.1, mit Hinweisen). 
 
4.5. Das Administrativverfahren und der kantonale Sozialversicherungsprozess sind vom Un-
tersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 43 Abs. 1 ATSG und Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben 
die Verwaltung und das Sozialversicherungsgericht von Amtes wegen für die richtige und voll-
ständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Diese Untersuchungspflicht 
dauert so lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs erforderlichen Tatsa-
chen hinreichende Klarheit besteht (Urteil des Bundesgerichts vom 9. April 2018, 9C_273/2017, 
E. 3.1). Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechtslage. 
 
5. Zur Beurteilung des vorliegenden Falles liegen zahlreiche medizinische Unterlagen vor, 
die vom Gericht gesamthaft gewürdigt wurden. Im Folgenden sollen indessen lediglich diejenigen 

 

 
 
Seite 6  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Gutachten und Berichte wiedergegeben werden, welche sich für den vorliegenden Entscheid als 
zentral erweisen. 
 
5.1 Mit Austrittbericht der Klinik D.____ vom 15. Juli 2016 wird ein Unfall vom 22. Oktober 
2011 mit anterio-inferiorer Schulterluxation links mit kleinem knöchernen Bankart-Fragment bei 
Status nach Schulterluxation vor vielen Jahren diagnostiziert. Ferner sei eine chronische Schul-
terinstabilität links festzustellen mit einer Normvariante, einem Hill-Sachs-Defekt am posterosu-
perioren Humeruskopf und einer intakten Rotatorenmanschette bei Schulterarthroskopie und of-
fener Latarjet-Operation am 23. Juni 2015; Schulterarthroskopie, Biopsie, Naht Supraspinatus-
sehne sowie offener Osteosynthesematerialentfernung am 23. November 2015; sowie MR-
Arthrographie mit Feststellung von postoperativen Veränderungen der Supraspinatussehnennaht 
und schmaler artikularseitiger Partialruptur (PASTA-Läsion), ohne Anzeichen einer Frozen Shoul-
der.  
 
Bei Austritt lägen weiterhin belastungs- und bewegungsabhängige Schmerzen der linken Schul-
ter, ein Kraftdefizit des linken Armes, eine Bewegungseinschränkung der linken Schulter, eine 
Hyperästhesie des linken Armes sowie eine allgemeine Dekonditionierung vor. Es bestehe eine 
mässige Symptomausweitung, jedoch keine psychische Störung, die eine arbeitsrelevante Leis-
tungsminderung begründen könne. Die angestammte Tätigkeit als CNC-Dreher in der Metallbe-
arbeitung sei nicht mehr zumutbar. Es handle sich um eine schwere körperliche Tätigkeit, die 
Anforderungen seien zu hoch. In einer angepassten leichten bis mittelschweren Tätigkeit sollten 
die speziellen Einschränkungen der linken, adominanten Schulter berücksichtigt werden: keine 
Arbeiten mit dem linken Arm längerdauernd über Kopfhöhe, kein körperfernes Hantieren, keine 
Exposition des linken Armes gegenüber Schlägen oder Vibrationen. 
 
5.2 Beim Versicherten wurde am 9. Januar 2018 eine glenohumerale Infiltration durchge-
führt. Mit Bericht vom 8. Februar 2018 stellten die behandelnden Orthopäden des Spitals E.____ 
fest, dass bei den umfangreichen Abklärungen sowie der diagnostisch-therapeutischen Infiltration 
keine Ursache der Schmerzen habe eruiert werden können. Sie gingen von einem chronifizierten 
Schmerzsyndrom aus. Die schulterchirurgischen Behandlungsmöglichkeiten seien ausgeschöpft, 
der Patient werde in eine Klinik zur Schmerzbehandlung überwiesen. 
 
5.3 Vom 16. Oktober 2017 bis 15. Januar 2018 sollte der Versicherte an einem Arbeitstrai-
ning bei der Einrichtung F.____ teilnehmen. Gemäss Abschlussbericht der Einrichtung habe der 
Versicherte indes lediglich während insgesamt sieben Tagen an der Massnahme teilgenommen. 
Er habe häufig über starke Schmerzen im Bereich der linken Schulter geklagt und wurde ab 
25. Oktober 2017 100% arbeitsunfähig geschrieben. Die Massnahme sei in der Folge per 30. No-
vember 2017 beendet worden. Aufgrund der kurzen Einsatzdauer seien keine Aussagen über die 
Vermittelbarkeit möglich. Es seien Ressourcen erkennbar gewesen und der Versicherte sei wil-
lens gewesen, das Arbeitstraining zu versuchen. Er sei jedoch nicht in der Lage gewesen, den 
Arbeitseinsatz langfristig zu absolvieren.  
 

 

 
 
Seite 7  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

5.4 Dr. med. G.____, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewe-
gungsapparates, nahm im Auftrag des Unfallversicherers am 18. Dezember 2018 eine kreisärzt-
liche Untersuchung des Versicherten vor. Der Versicherte zeige nach langjährigem Verlauf und 
mehreren operativen Eingriffen insgesamt einen konsolidierten klinischen Befund. Es finde aktuell 
eine Betreuung durch die Schmerztherapie des Spitals E.____ statt. Termine in der orthopädi-
schen Abteilung seien derzeit nicht geplant; es könne von einem medizinischen Endzustand be-
züglich der linken Schulter ausgegangen werden. Die am 15. Juli 2016 von der Klinik D.____ 
festgelegte Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt habe weiterhin Gültigkeit. Es sei 
eine Integritätsentschädigung geschuldet. 
 
5.5 Ab 27. Mai 2019 absolvierte der Versicherte bei der Genossenschaft H.____ eine beruf-
liche Abklärung. Mit Zwischenbericht vom 9. September 2019 wurde festgehalten, dass der Ver-
sicherte nach der Instruktion in das CAD Programm selbstständig gearbeitet, sich initiativ gezeigt 
und sich auch selbstständig beschäftigt habe. Es verfüge über gute schulische Grundkompeten-
zen, sei kognitiv fit und sei im Stande, sein gutes praktisches und theoretisches Fachwissen zu 
transferieren. Für eine Ausbildung in den Bereichen Konstruktion, Prozessfachmann oder Pro-
duktionsfachmann erfülle er die theoretischen Grundanforderungen deutlich. Eine Ausbildung in 
einem dieser Bereiche sei auch aus kognitiver Sicht realistisch. Ebenso wäre eventuell eine Tä-
tigkeit im angestammten Berufsfeld (Techniker TS) denkbar. Das vereinbarte Pensum habe indes 
infolge stärker werdender Schmerzen in der linken Schulter nicht gehalten werden. Nach sechs 
Tagen habe der Versicherte aufgrund der Schmerzen während 19 Tagen gefehlt, anschliessend 
habe er in einem reduzierten Pensum gearbeitet (30% und 37.5%). Obschon er aufgrund der 
sehr guten Resultate bei den durchgeführten Tests bei gutem gesundheitlichen Allgemeinzustand 
einer Ausbildung in einem der genannten Bereiche gewachsen wäre, sei aus heutiger Sicht eine 
Ausbildungs- und Arbeitsfähigkeit wegen des reduzierten Pensums, der geringen körperlichen 
Resilienz und der noch fraglichen Selbstmotivation nicht gegeben. Eine weiterführende Mass-
nahme solle jedoch Aufschluss darüber geben, ob die Ausbildungsfähigkeit erreicht werden 
könne.  
 
5.6 Mit Verlaufsbericht vom 30. September 2019 führte Dr. med. I.____, FMH Anästhesie, 
aus, dass der Patient die neue Schmerzmedikation als unwirksam empfinde, weshalb die bishe-
rige fortgesetzt würde. Durch den aktuellen Arbeitsversuch fühle er sich massiv belastet. Er 
komme mit dem Druck nicht klar, was sich negativ auf die Schmerzen auswirke. Aktuell könnten 
dem Patienten keine sinnvollen medikamentösen oder interventionellen Therapieoptionen mehr 
angeboten werden. Bezüglich der linken Schulter sei der medizinische Endzustand erreicht. Als 
einzige bisher nicht eigesetzte Therapie stünden WHO Stufe II Opiate im Raum, welche jedoch 
ein Schadensrisiko aufweisen und sich höchstwahrscheinlich nicht positiv auf die Arbeitsfähigkeit 
auswirken würden. Der Patient werde nochmals ein Beratungsgespräch betreffend Ressourcen 
und Copingstrategien anstreben.  
 
5.7 Die IV-Stelle teilte dem Versicherten mit Schreiben vom 30. Oktober 2019 mit, dass die 
Abklärungsmassnahme bei der H.____ aufgrund der vollständigen Arbeitsunfähigkeit von Anfang 
September 2019 bis 11. November 2019 per 31. Oktober 2019 vorzeitig abgebrochen werde.  
 

 

 
 
Seite 8  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

5.8 Dem definitiven Abschlussbericht der H.____ betreffend berufliche Massnahmen vom 
11. November 2019 ist zu entnehmen, dass die vom Versicherten vorgebrachten Schmerzen aus 
IV-Sicht derzeit nicht vollständig nachvollziehbar seien. In der Abklärungsmassnahme bei der 
H.____ seien Zweifel hinsichtlich der Motivation des Versicherten aufgekommen. So hätten die 
Schmerzen statt der Arbeit stets sehr dominant im Vordergrund gestanden; dies in deutlicher 
Diskrepanz zu den Aussagen des Versicherten, dass er unbedingt arbeiten wolle. Theoretisch 
wäre der Versicherte sowohl in einer qualifizierten als auch in einer Hilfsarbeitertätigkeit einsetz-
bar, sofern die Arbeitsfähigkeit entsprechend gegeben sei. Das Dossier werde an die Renten-
sachbearbeitung zurückgegeben.  
 
5.9 Dr. G.____ nahm im Auftrag des Unfallversicherers am 2. Dezember 2019 erneut eine 
kreisärztliche Untersuchung des Versicherten vor, wobei er im Wesentlichen unveränderte klini-
sche Befunde und Beweglichkeitsausmasse an der linken Schulter feststellte. Der Versicherte 
beklage eine ausgeprägte Schmerzhaftigkeit und befinde sich derzeit in psychiatrischer Behand-
lung. Die formulierte Zumutbarkeit der Klinik D.____ vom 15. Juli 2016 auf dem allgemeinen Ar-
beitsmarkt könne weiter bestätigt werden. Rein aus somatischer Sicht sei die Einschränkung der 
Arbeitsfähigkeit nicht erklärbar. 
 
5.10 Mit Bericht zuhanden der IV-Stelle (Eingang: 14. Januar 2020) diagnostizierte 
Dr. med. J.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 
eine aktuell schwergradige depressive Episode (ICD-10 F32.1) auf dem Boden einer Anpas-
sungsstörung im Jahr 2015 (ICD-10 F43.2) mit akuter reaktiver Exazerbation seit September 
2019 im Rahmen eines Konfliktes am Arbeitsplatz, eine sonstige Reaktion auf schwere Belastung 
(ICD-10 F43.8) im Sinne einer Anpassungsstörung mit Verbitterungssyndrom und schleichender 
Entwicklung seit 2015 sowie diverse bekannte somatische Diagnosen. Eine Arbeitstätigkeit sei 
aktuell weder dem Patienten noch allfälligen Vorgesetzten und Arbeitskollegen zumutbar. Die 
Prognose sei zum aktuellen Zeitpunkt schlecht, es bestehe eine chronische Verbitterung, die be-
reits an eine Persönlichkeitsänderung grenze. Dabei sei der Patient unkorrigierbar auf die 
Schmerzsymptomatik versteift und die Änderung seiner Umstände vom kompetenten Familien-
versorger zum Invaliden.  
 
5.11 Dr. med. K.____, Facharzt für Orthopädie, des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) 
der IV-Stelle, nahm am 23. März 2020 zur Krankengeschichte sowie zur Rentenzusprache durch 
den Unfallversicherer (basierend auf einem unfallkausalen Invaliditätsgrad von 29%) Stellung. Im 
Verlauf könne betreffend die somatischen Einschränkungen von der im Bericht der Klinik D.____ 
attestierten Zumutbarkeit ausgegangen werden. Von somatischer Seite lägen ausschliesslich die 
unfallbedingten Erkrankungen der linken Schulter vor, weshalb derzeit keine Indikation für eine 
weitere somatische Abklärung bestehe. Jedoch finde sich aktuell ein instabiler psychischer Ge-
sundheitszustand mit der Empfehlung einer tagesklinischen Therapie.  
 
5.12 Der behandelnde Hausarzt Dr. med. L.____, FMH Allgemeine Innere Medizin, führte in 
seinem im Rahmen des Einspracheverfahrens bei der Unfallversicherung eingeholten Bericht 
vom 30. März 2020 aus, dass der Patient seit der letzten Operation unverändert Beschwerden 

 

 
 
Seite 9  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

mit Schmerzen im Bereich der linken Schulter habe. Im Bereich der rechten Schulter sei er prin-
zipiell nicht limitiert, aufgrund der Verspannungen im gesamten Nacken- und Schulterbereich 
müsse er jedoch bei starken Belastungen der rechten Schulter ebenfalls vorsichtig sein. In psy-
chischer Hinsicht gehe es dem Patienten deutlich besser, da er nicht mehr dauernd mit Konfron-
tationen mit und Forderungen von Vorgesetzen konfrontiert sei. Er sei ausserdem in psychiatri-
scher und medikamentöser Behandlung. Gesamthaft stehe die somatische Problematik im Vor-
dergrund und wirke sich arbeitslimitierend aus. Medizinisch-theoretisch sei der Patient in einer 
Tätigkeit mit nur geringem und seltenem Einsatz der linken oberen Extremität arbeitsfähig. Der 
linke Arm könne allenfalls unterstützend eingesetzt werden. Aufgrund der Verspannungen sei 
auch die Belastbarkeit des rechten Armes nicht unlimitiert. Insgesamt seien dem Patienten die 
vom Unfallversicherer attestierten mittelschweren Tätigkeiten im Bereich des linken Armes nicht 
und schon gar nicht ganztags zumutbar. Allenfalls bestehe eine Einsatzfähigkeit des linken Armes 
für leichteste Tätigkeiten mit nur gelegentlichem Einsatz, beispielsweise als Unterstützung von 
mässigen Tätigkeiten mit dem rechten Arm. Für eine reine Kontroll- und Überwachungsfunktion 
bestehe hingegen eine volle Arbeitsfähigkeit.  
 
5.13 Nachdem der Versicherte der IV-Stelle mit Schreiben vom 10. Februar 2021 mitgeteilt 
hat, dass er die psychiatrische Behandlung abgebrochen habe, nahm der RAD-Arzt Dr. K.____ 
am 24. März 2021 erneut Stellung. Die psychiatrische Behandlung sei nach wenigen Behandlun-
gen im Frühjahr 2020 beendet worden. Nach eigener Auskunft fühle sich der Versicherte in psy-
chischer Hinsicht gut und habe die Therapie deshalb beendet. Es könne somit von einer vorüber-
gehenden gesundheitlichen Störung ausgegangen werden. In Bezug auf den somatischen Ge-
sundheitszustand lägen unverändert die unfallkausalen Schulterbeschwerden links vor, weshalb 
weiterhin auf die von der Klinik D.____ attestierte und von den Kreisärzten bestätigte Zumutbar-
keit abgestellt werden könne. Dementsprechend sei der Versicherte in der angestammten Tätig-
keit nicht mehr arbeitsfähig. Hinsichtlich einer leidensangepassten Tätigkeit waren und seien ihm 
indes leichte bis mittelschwere Tätigkeiten ganztags zumutbar, wobei die Tätigkeit keine Arbeiten 
länger dauernd über Kopfhöhe sowie kein körperfernes Hantieren und keine Exposition des linken 
Armes gegenüber Schlägen und Vibrationen beinhalten sollte. Dieses Zumutbarkeitsprofil gelte 
seit dem Austritt aus der Klinik D.____ am 16. Juli 2016. 
 
5.14 In der RAD-Stellungnahme zu den Einwänden des Versicherten vom 9. August 2021 
hielt Dr. K.____ an seinen Ausführungen fest. Die gescheiterten Eingliederungsversuche seien 
bei den kreisärztlichen Untersuchungen bekannt gewesen, weshalb sie die vom zuständigen Un-
fallversicherer attestierte Arbeitsfähigkeit nicht in Frage stellen könnten. 
 
6.1 Die IV-Stelle stützte sich in der angefochtenen Verfügung vom 3. Dezember 2021 bei 
der Beurteilung des medizinischen Sachverhalts auf die Ergebnisse des aus den Unfallakten der 
Suva beigezogenen Austrittberichts sowie der beruflichen Grundabklärung der Klinik D.____ und 
auf die Stellungnahmen von Dr. med. K.____, Facharzt für Orthopädie sowie Physikalische und 
Rehabilitative Medizin, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD) vom 26. August 2016, 24. März 2021 
und 9. August 2021. Sie gelangte zur Auffassung, dass der Versicherte ab 22. Juni 2016 (Ablauf 
des Wartejahres) vollständig arbeitsunfähig gewesen sei. Aufgrund der verspäteten IV-
Anmeldung entstehe der Rentenanspruch jedoch erst ab 1. August 2016. Ab dem 16. Juli 2016 

 

 
 
Seite 10  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

sei dem Beschwerdeführer aber die Ausübung einer leidensadaptierten Tätigkeit wieder ganztags 
zumutbar gewesen. 
 
6.2 Der Beschwerdeführer lässt dagegen vorbringen, dass sich die von der Klinik D.____ 
attestierte Zumutbarkeit bei der Eingliederung nicht bewahrheitet habe. Die Ergebnisse der Ein-
gliederungsmassnahmen könnten bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nicht ausser Acht ge-
lassen werden, zumal der Beschwerdeführer sich stets einwandfrei verhalten und Einsatzbereit-
schaft gezeigt habe. Dass keine Arbeitsfähigkeit entsprechend dem Zumutbarkeitsprofil der Klinik 
D.____ bestanden habe, ergebe sich auch aus den echtzeitlichen Arbeitsunfähigkeitszeugnissen. 
Das chronische Schmerzsyndrom sei ausserdem als eigenständige Diagnose mit Auswirkung auf 
die Arbeitsfähigkeit anzuerkennen.  
 
6.3 Entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin kommt den genannten medizini-
schen Dokumenten im vorliegenden Beschwerdeverfahren keine ausschlaggebende Bedeutung 
zu. Insbesondere findet sich weder im Austrittsbericht der Klinik D.____ noch in der darauffolgen-
den beruflichen Abklärung die Attestierung einer vollschichtigen Arbeitsfähigkeit ab 16. Juli 2016. 
Vielmehr wird zwar ein Verweisprofil definiert, jedoch ohne Angabe eines Pensums. Sofern die 
Kreisärzte aus dieser (unvollständigen) Angabe anschliessend eine vollschichtige Arbeitsfähig-
keit interpretierten, vermag dies nicht zu überzeugen. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass dem 
Beschwerdeführer vom Unfallversicherer bis 31. Januar 2020 ein Taggeld basierend auf einer 
100%igen Arbeitsunfähigkeit ausgerichtet wurde. Der behandelnde Arzt Dr. med. L.____ attes-
tiert seinem Patienten zuhanden der Suva zwar eine vollschichtige Arbeitsfähigkeit, indes ledig-
lich in einer leichten bis sehr leichten Tätigkeit mit nur geringem Einsatz des linken Arms. Der 
Bericht datiert überdies erst vom 30. März 2020. Die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers aus 
somatischer Sicht ist nach dem Ausgeführten für den Zeitraum bis Anfang 2020 völlig unklar. Aus 
den Akten ist lediglich bekannt, dass dem Beschwerdeführer in der Zeit ab Juli 2016 ver-
schiedentlich eine vollständige Arbeitsunfähigkeit attestiert wurde, weitere diagnostische und the-
rapeutische Eingriffe durchgeführt wurden und die angestrebten beruflichen Massnahmen ge-
scheitert sind. Unter diesen Umständen erscheint es nicht sachgerecht, auf die im Zeitpunkt der 
Verfügung der IV-Stelle über fünf Jahre alte Einschätzung der Klinik D.____ abzustellen. Sofern 
sich die Beschwerdegegnerin auf eine mangelnde Kooperation des Beschwerdeführers im Rah-
men der beruflichen Massnahmen beruft, ist ihr entgegenzuhalten, dass eine solche nicht akten-
kundig ist. Eine medizinische Auseinandersetzung mit dem Scheitern der Integrationsmassnah-
men wurde nicht angestrebt. Dies wäre jedoch vor dem Hintergrund der Schmerzproblematik des 
Beschwerdeführers angezeigt gewesen. Ferner bestehen in Bezug auf den psychischen Gesund-
heitszustand Mängel in der Sachverhaltsabklärung durch die Beschwerdegegnerin. So wurden 
die vom behandelnden Facharzt Dr. med. J.____ mit Bericht vom 2. Januar 2020 gestellten Di-
agnosen unter Hinweis auf ihre vorübergehende Natur nicht näher abgeklärt, obschon dieser den 
psychischen Krankheitsbeginn retrospektiv auf das Jahr 2015 datiert. Die Annahme einer voll-
schichtigen Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit ab 16. Juli 2016 vermag bei 
der vorhandenen Aktenlage jedenfalls nicht zu überzeugen. Ob die vorhandenen Unterlagen für 
die Zeit ab Anfang 2020 eine zuverlässige Grundlage für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bil-
den, ist zumindest fraglich. Wie der Beschwerdeführer zu Recht vorbringt, ist seine (weiterhin 
bestehende) Schmerzproblematik von der Beschwerdegegnerin völlig unberücksichtigt gelassen 

 

 
 
Seite 11  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

worden. Festzuhalten ist auch, dass der Therapieabbruch bei Dr. J.____ gemäss Sprechstun-
dennotizen von Dr. L.____ (IV-Akten Nr. 201, Eintrag vom 15. Oktober 2020) aufgrund der 
COVID-19 Pandemie stattgefunden habe. Insgesamt erweist sich der massgebliche medizinische 
Sachverhalt als ungenügend abgeklärt. Die Einschätzung des Gesundheitszustandes des Be-
schwerdeführers und die Annahme einer vollschichtigen Arbeitsfähigkeit durch den RAD-Arzt er-
scheint vor diesem Hintergrund als weder begründet noch nachvollziehbar, weshalb die Be-
schwerdegegnerin darauf nicht abstellen durfte.  
 
6.4 Zusammenfassend ist nach dem Ausgeführten festzuhalten, dass anhand der medizini-
schen Aktenlage der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers und die Frage nach der ihm 
verbleibenden Restarbeitsfähigkeit nicht zuverlässig beurteilt werden kann und weitere medizini-
sche Abklärungen notwendig sind. 
 
7. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung können die Sozialversicherungsgerichte 
nicht frei entscheiden, ob sie eine Streitsache zur (neuen) Begutachtung an die Verwaltung zu-
rückweisen. Die Beschwerdeinstanz hat vielmehr im Regelfall selbst ein Gerichtsgutachten ein-
zuholen, wenn sie einen im Verwaltungsverfahren anderweitig erhobenen Sachverhalt überhaupt 
für gutachtlich abklärungsbedürftig hält oder wenn eine Administrativexpertise in einem rechtser-
heblichen Punkt nicht beweiskräftig ist. Eine Rückweisung an die IV-Stelle bleibt hingegen mög-
lich, wenn sie allein in der notwendigen Erhebung einer bisher vollständig ungeklärten Frage be-
gründet ist oder wenn lediglich eine Klarstellung, Präzisierung oder Ergänzung von gutachterli-
chen Ausführungen erforderlich ist (BGE 137 V 210 E. 4.4.1). Da die Beschwerdegegnerin den 
medizinischen Sachverhalt im vorliegenden Fall aber unvollständig abgeklärt hat und es nicht die 
Aufgabe des kantonalen Gerichts ist, im Verwaltungsverfahren versäumte Abklärungen nachzu-
holen, steht einer Rückweisung an die Beschwerdegegnerin unter Berücksichtigung der zitierten 
Rechtsprechung des Bundesgerichts nichts entgegen. Demzufolge ist die Angelegenheit zur wei-
teren Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Diese wird angehalten, den Ge-
sundheitszustand des Beschwerdeführers umfassend, jedoch insbesondere in Bezug auf die Ent-
wicklung des Gesundheitszustandes seit 2016, die chronische Schmerzstörung sowie in psychi-
atrischer Hinsicht abzuklären und notwendigenfalls eine (orthopädisch-rheumatologische, psy-
chiatrische) Begutachtung anzuordnen. Gestützt auf die Ergebnisse dieser Aktenergänzung wird 
die Beschwerdegegnerin anschliessend über den Leistungsanspruch des Beschwerdeführers 
neu zu befinden haben. Die vorliegende Beschwerde ist in diesem Sinne gutzuheissen. 
 
8.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die 
Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert 
im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1000.-- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen 
ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrenskosten 
in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- fest. Nach § 
20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemes-
senem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist die IV-Stelle unterliegende Partei, weshalb die Verfah-
renskosten ihr aufzuerlegen sind.  
 

 

 
 
Seite 12  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

8.2.1 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Person Anspruch 
auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom Gericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den 
Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses be-
messen. Nach ständiger Praxis des Bundesgerichts genügt für den bundesrechtlichen Anspruch 
auf eine Parteientschädigung auch ein formelles Obsiegen in dem Sinne, dass der beschwerde-
führenden Person durch die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und der Rückweisung der 
Sache an die Verwaltung zur weiteren Abklärung und neuen Beurteilung alle Rechte im Hinblick 
auf eine beanspruchte Leistung gewahrt bleiben (vgl. BGE 132 V 215 E. 6.2). Nachdem die Be-
schwerde gutzuheissen und die Sache zur erneuten Abklärung im Sinne der Erwägungen an die 
Vorinstanz zurückzuweisen ist, hat diese dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung aus-
zurichten.  
 
8.2.2 Die Vertreterin des Beschwerdeführers ist mit Verfügung vom 31. März 2022 aufgefor-
dert worden, innert unerstreckbarer Frist bis 14. April 2022 ihre detaillierte Honorarnote nach Zeit-
aufwand einzureichen. Gleichzeitig ist sie darauf hingewiesen worden, dass das Honorar nach 
Ermessen festgesetzt werde, falls bis zum genannten Termin keine Honorarnote eingehen sollte. 
Die angesetzte Frist ist unbenutzt abgelaufen, weshalb das Honorar nach Ermessen festzusetzen 
ist. Der erbrachte Aufwand setzt sich vorliegend im Wesentlichen aus einem Instruktionsgespräch 
mit dem Mandanten, dem Verfassen der Beschwerde sowie einem Kurzbrief zusammen. Ferner 
hat die Rechtsvertreterin einige kleinere Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Gesuch um 
unentgeltliche Rechtspflege tätigen müssen. Hält man sich die erbrachten Bemühungen vor Au-
gen, erscheint es angemessen, für diese einen Zeitaufwand von insgesamt 10 Stunden zu ent-
schädigen. Die Bemühungen sind zu dem in Sozialversicherungsprozessen praxisgemäss für 
durchschnittliche Fälle zur Anwendung gelangenden Stundenansatz von Fr. 250.-- zu entschädi-
gen (vgl. § 3 Abs. 1 der Tarifordnung für Anwältinnen und Anwälte vom 17. November 2003). 
Dem Beschwerdeführer ist demnach eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 2'692.50 
(10 Stunden à Fr. 250.-- und 7,7% Mehrwertsteuer) zu Lasten der Beschwerdegegnerin zuzu-
sprechen. 
 
9. Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG) vom 17. Juni 2005 
ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht zulässig ge-
gen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Selbständig eröffnete Zwischenentscheide sind 
– mit Ausnahme der Zwischenentscheide über die Zuständigkeit und über Ausstandsbegehren 
(Art. 92 BGG) – nur mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten anfechtbar, wenn 
sie einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) oder 
wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeiführen und damit einen 
bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren ersparen würde 
(Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung handelt es sich bei 
einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur Aktenergänzung und anschlies-
senden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um einen Zwischenentscheid im 
Sinne von Art. 93 Abs. 1 BGG. Dies gilt auch für einen Rückweisungsentscheid, mit dem eine 
materielle Teilfrage (z.B. eine von mehreren materiell-rechtlichen Anspruchsvoraussetzungen) 
beantwortet wird (vgl. BGE 133 V 477 E. 4.2). Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid han-
delt es sich um solchen einen Zwischenentscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn 

 

 
 
Seite 13  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

eine Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht nur unter den 
in Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Voraussetzungen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet 
das Bundesgericht. Die nachstehende Rechtsmittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrückli-
chen Vorbehalt. 
 
 
Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, als die angefochtene 
Verfügung vom 3. Dezember 2021 aufgehoben und die Angelegenheit 
zu weiteren Abklärungen im Sinne der Erwägungen und zum Erlass ei-
ner neuen Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen wird. 

 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- werden der Beschwer-
degegnerin auferlegt.  

 3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteient-
schädigung in der Höhe von Fr. 2'692.50 (inkl. 7,7% Mehrwertsteuer) zu 
bezahlen. 

 

 
 
 http://www.bl.ch/kantonsgericht