# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b696a946-b1ab-5b74-b132-51cf8d815bd3
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-07-16
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 16.07.2010 D-362/2007
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-362-2007_2010-07-16.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-362/2007
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 6 .  J u l i  2 0 1 0

Richter Thomas Wespi (Vorsitz), 
Richter Bruno Huber, Richter Martin Zoller, 
Gerichtsschreiberin Regula Frey.

A._______, geboren B._______,
Sri Lanka,
C._______,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Vollzug der Wegweisung; Verfügung des BFM vom 
13. Dezember 2006 / N _______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-362/2007

Sachverhalt:

A.
Eigenen  Angaben  zufolge  verliess  der  Beschwerdeführer,  ein  aus 
D._______ (Ostprovinz), stammender srilankischer Staatsangehöriger 
tamilischer Ethnie islamischer Religionszugehörigkeit, seinen Heimat-
staat am 26. August 2006 auf dem Luftweg. Über E._______ gelangte 
er am 28. August 2006 in die Schweiz. Am gleichen Tag stellte er im 
F._______ ein Asylgesuch. Nach der Kurzbefragung vom 5. September 
2006 wurde der  Beschwerdeführer  mit  Verfügung vom 8. September 
2006  für  den  Aufenthalt  während  des  Asylverfahrens  dem  Kanton 
G._______  zugewiesen.  Am  18.  Oktober  2006  wurde  er  von  der 
kantonalen Behörde zu seinen Asylgründen angehört.

Zur Begründung seines Gesuchs führte der Beschwerdeführer im We-
sentlichen aus, im Sommer 2006 sei D._______, wo er wohne, von der 
srilankischen Armee wiederholt  bombardiert  worden,  weil  dort  zuvor 
bewaffnete Auseinandersetzungen zwischen der Armee und den Libe-
ration Tigers of Tamil Eelam (LTTE) stattgefunden hätten. Seit diesem 
Zeitpunkt habe er keinen Kontakt mehr zu seinen Eltern. Danach sei er 
von Angehörigen der srilankischen Armee zweimal aufgefordert  wor-
den, ihnen Geld zu übergeben. Die LTTE hätten ihn daraufhin verdäch-
tigt,  Kontakte  mit  der  Armee gepflegt  zu  haben,  und  sie  hätten  ihn 
ihrerseits unter Druck gesetzt. In Anbetracht dieser Situation und der 
Zerstörung  seines  Elternhauses  habe  er  sich  zur  Ausreise  ent-
schlossen. Er habe sich zu einem in Colombo wohnenden Onkel bege-
ben und sei danach ausgereist.

B. Mit Verfügung vom 13. Dezember 2006 - eröffnet am 15. Dezember 
2006  -  lehnte  das  BFM das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  ab 
und  ordnete  dessen  Wegweisung  aus  der  Schweiz  an.  Zur  Be-
gründung  führte  das  Bundesamt  aus,  die  Vorbringen  genügten  den 
Anforderungen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 des Asylgesetzes 
vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) nicht. Ausserdem sei der Voll-
zug der Wegweisung zulässig, zumutbar und möglich. Die Aussagen 
des  Beschwerdeführers  zum  Zeitpunkt  der  vorgebrachten  Bomben-
angriffe  auf  D._______  und  zum  Zeitpunkt,  wann  er  D._______ 
verlassen  habe  und  von  den  LTTE  aufgesucht  worden  sei,  seien 
widersprüchlich. Die vom Beschwerdeführer auf Beginn August  2006 
datierten  Auseinandersetzungen  hätten  gemäss  übereinstimmenden 
Quellen bereits Monate vorher stattgefunden. Die Bombenangriffe und 

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die vorgebrachten Übergriffe der  srilankischen Armee und der  LTTE 
seien unsubstanziiert dargelegt worden.

C.
Mit  Eingabe vom 15. Januar 2007 (Poststempel)  beantragte der Be-
schwerdeführer  die  Aufhebung  der  Ziffern  3  bis  5  des  Dispositivs 
(Wegweisung und deren Vollzug) der vorinstanzlichen Verfügung, die 
Feststellung der Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzuges nach Sri 
Lanka und die Anordnung der vorläufigen Aufnahme. In formeller Hin-
sicht beantragte er die Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung 
im Sinne von Art. 65 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 
1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021),  den Ver-
zicht  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses  und  die  Erlaubnis, 
den Beschwerdeentscheid in der Schweiz abwarten zu können. Auf die 
Begründung wird  -  soweit  entscheidwesentlich  -  in  den Erwägungen 
eingegangen.

D.
Mit  Zwischenverfügung  des  Instruktionsrichters  vom  22.  März  2007 
– eröffnet  am  24.  März  2007  –  wurde  dem  Beschwerdeführer  mit-
geteilt, dass er den Ausgang des Verfahrens in der Schweiz abwarten 
könne. Da in der Beschwerdebegründung zur von der Vorinstanz fest-
gestellten  Unglaubhaftigkeit  der  Vorbringen  Stellung  genommen,  in-
dessen  kein  Antrag  auf  Gewährung  von  Asyl  gestellt  worden  war, 
wurde dem Beschwerdeführer die Möglichkeit  gewährt,  innert  sieben 
Tagen  ab  Erhalt  der  Zwischenverfügung  seine  Beschwerde  zu  ver-
bessern,  andernfalls  davon  ausgegangen  werde,  er  habe  nur  den 
Vollzug der  Wegweisung angefochten. Es wurde ihm mitgeteilt,  über 
die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und um 
Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses werde nach Ein-
gang der Beschwerdeverbesserung beziehungsweise nach Ablauf der 
dazu gesetzten Frist entschieden.

E.  
Mit Eingabe vom 2. April 2007 wurden die gleichen Anträge wie in der 
Beschwerde vom 15. Januar 2007 gestellt. In der Beschwerdebegrün-
dung wurde im Wesentlichen auf den Wegweisungsvollzug Bezug ge-
nommen und die in der Rechtsmitteleingabe vom 15. Januar 2007 ent-
haltenen  Ausführungen  zur  Glaubhaftigkeit  der  Angaben  des  Be-
schwerdeführers  weggelassen. Es wurde dargelegt,  mangels  Bewei-
sen werde keine Beschwerde gegen die Ziffern 1 und 2 des Dispositivs 

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(Nichtanerkennung als Flüchtling und Verweigerung von Asyl) der vor-
instanzlichen Verfügung erhoben.

F.
Mit  Zwischenverfügung des  Bundesverwaltungsgerichts  vom 25. Mai 
2007  wurde  festgestellt,  dass  der  Beschwerdeführer  lediglich  den 
Wegweisungsvollzug anfechte. Die  Gesuche um Gewährung der  un-
entgeltlichen Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG und 
um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses wurden wegen 
Aussichtslosigkeit  der  gestellten  Begehren  abgewiesen  und  der  Be-
schwerdeführer wurde gleichzeitig aufgefordert, bis zum 11. Juni 2007 
einen  Kostenvorschuss  in  der  Höhe  von  Fr. 600.-  einzuzahlen,  dies 
unter Androhung des Nichteintretens im Unterlassungsfall.

G.
Der Kostenvorschuss wurde vom Beschwerdeführer am 9. Juni 2007 
einbezahlt.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Ju-
ni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu 
den Behörden  nach  Art. 33  VGG und ist  daher  eine  Vorinstanz  des 
Bundesverwaltungsgerichts. Eine Ausnahme, was das Sachgebiet an-
geht, ist nicht gegeben (Art. 32 VGG). Das Bundesverwaltungsgericht 
ist  daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde 
und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig (Art.  105 AsylG; 
Art. 83 Bst. d  Ziff. 1  des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
[BGG, SR 173.110]).

1.2 Die  Beschwerde  ist  frist-  und  formgerecht  eingereicht.  Der  Be-
schwerdeführer ist  durch die angefochtene Verfügung besonders be-
rührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung bezie-
hungsweise Änderung. Er ist  daher zur Einreichung der Beschwerde 
legitimiert  (Art. 105  AsylG  i.V.m.  Art.  37  VGG  und  Art. 48  Abs. 1, 
Art. 50 und 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

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1.3 Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  un-
richtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sach-
verhalts  und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG).

1.4 Die  Abteilungen  des  Bundesverwaltungsgerichts  entscheiden  in 
der  Regel  in  der  Besetzung  mit  drei  Richtern  oder  Richterinnen 
(Spruchkörper; vgl. Art. 21 Abs. 1 VGG). Das Bundesverwaltungsge-
richt kann auch in solchen Fällen auf die Durchführung des Schriften-
wechsels verzichten (Art. 111a Abs. 1 AsylG).

2.  
Die  Verneinung  der  Flüchtlingseigenschaft  und  die  Ablehnung  des 
Asylgesuchs blieben vorliegend unangefochten und sind mit Ablauf der 
Beschwerdefrist in Rechtskraft erwachsen. Da die Wegweisung als sol -
che nur  aufgehoben werden kann,  wenn eine Aufenthaltsbewilligung 
vorliegt  oder  ein  Anspruch auf  Erteilung einer  solchen  besteht  (vgl.  
Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurs-
kommission [EMARK] 2001 Nr. 21), diese Voraussetzungen vorliegend 
jedoch  nicht  erfüllt  sind,  bildet  Gegenstand  des  vorliegenden  Be-
schwerdeverfahrens  somit  einzig  die  Frage,  ob  die  Wegweisung  zu 
vollziehen ist oder ob anstelle des Vollzugs eine vorläufige Aufnahme 
anzuordnen ist (Art. 44 AsylG i.V m. Art. 83 des Bundesgesetzes vom 
16.  Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  [AuG, 
SR 142.20]).

3.  
3.1 Ist  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar 
oder  nicht  möglich,  so  regelt  das  Bundesamt  das Anwesenheitsver-
hältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Auf-
nahme von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG).

3.2
3.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtun-
gen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Auslän-
ders in den Heimat-, Herkunfts- oder in einen Drittstaat entgegenste-
hen (Art. 83 Abs. 3 AuG). 

So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus ei -
nem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Ge-
fahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden 

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(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK, 
SR 0.142.30]).

Gemäss  Art.  25  Abs.  3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Über-
einkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grau-
same,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4.  No-
vember 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten 
(EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder 
erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden.

3.2.2 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend 
darauf hin, dass der Grundsatz der Nichtrückschiebung nur Personen 
schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem Beschwer-
deführer -  wie unangefochten rechtskräftig  feststeht  -  nicht  gelungen 
ist,  eine  asylrechtlich  erhebliche  Gefährdung  glaubhaft  zu  machen, 
kann das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen 
Non-Refoulements  im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung 
finden.  Eine  Rückführung  des  Beschwerdeführers  in  seinen  Hei-
matstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig.

Sodann  ergeben  sich  weder  aus  den  Aussagen  des  Beschwerde-
führers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall 
einer  Ausschaffung  in  den  Heimatstaat  dort  mit  beachtlicher  Wahr-
scheinlichkeit  einer  nach  Art. 3  EMRK  oder  Art. 1  FoK  verbotenen 
Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäi-
schen  Gerichtshofes  für  Menschenrechte  (EGMR)  sowie  jener  des 
UN-Anti-Folterausschusses  müsste  der  Beschwerdeführer  eine  kon-
krete Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm 
im Fall  einer  Rückschiebung Folter  oder  unmenschliche Behandlung 
drohen  würde  (vgl.  EGMR  [Grosse  Kammer],  Saadi  gegen  Italien, 
Urteil  vom 28. Februar  2008,  Beschwerde Nr. 37201/06,  §§ 124 bis 
127,  mit  weiteren Hinweisen). Auch die allgemeine Menschenrechts-
situation  in  Sri  Lanka  lässt  den  Wegweisungsvollzug  zum  heutigen 
Zeitpunkt nicht als unzulässig erscheinen. Nach dem Gesagten ist der 
Vollzug  der  Wegweisung  sowohl  im  Sinne  der  asyl-  als  auch  der 
völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig.

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3.3
3.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen 
und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunfts-
staat  auf  Grund von Situationen wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner 
Gewalt  und medizinischer Notlage konkret  gefährdet  sind. Wird eine 
konkrete  Gefährdung  festgestellt,  ist  -  unter  Vorbehalt  von  Art.  83 
Abs. 7  AuG -  die  vorläufige  Aufnahme  zu  gewähren  (vgl.  Botschaft 
zum  Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom 
8. März 2002, BBl 2002 3818).

3.3.2 Das BFM führte zur Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzuges in 
der  angefochtenen Verfügung in  Bezug auf  die individuelle  Situation 
des Beschwerdeführers aus, dieser habe sich bereits ein Jahr in Co-
lombo aufgehalten und dort eine Ausbildung als {.......} abgeschlossen. 
Zudem  befinde  sich  ein  Onkel  von  ihm  in  Colombo.  Der 
Beschwerdeführer habe mehrere Jahre lang die Schule besucht  und 
spreche Tamilisch, Singhalesisch und ein wenig Englisch. Wie bereits 
festgestellt  worden  sei,  sei  der  geltend  gemachte  Aufenthalt  in 
D._______ im Frühjahr 2006 nicht glaubhaft, weshalb seine Behaup-
tung,  er  habe  während  dieser  Zeit  den  Kontakt  zu  seinen Familien-
angehörigen  verloren,  ebenfalls  nicht  glaubhaft  sei.  Es  sei  vielmehr 
davon auszugehen, dass sich diese an einem anderen Ort aufhalten 
würden und der Beschwerdeführer nach wie vor in Kontakt mit ihnen 
stehe.

3.3.3 In  seiner  Rechtsmitteleingabe  verweist  der  Beschwerdeführer 
insbesondere auf die generelle Situation in Sri Lanka und macht be-
züglich seiner individuellen Lage geltend, er sei  Moslem und gehöre 
somit einer in Sri Lanka benachteiligten Minorität an. Gemäss UNHCR 
seien  Personen  dieser  Religionszugehörigkeit  in  seinem Heimatland 
besonders  gefährdet,  Opfer  von  Menschenrechtsverletzungen  durch 
die Konfliktparteien zu werden. Zudem würden Moslems aus dem Os-
ten von den LTTE und der Regierung verdächtigt, mit der Gegnerpartei 
zusammenzuarbeiten.  Ein  anderes  Gefährdungselement  bestehe 
darin, dass er aufgrund des Berufes seines Vaters oft von D._______ 
nach  Colombo  gereist  sei.  Dort  sei  er  von  der  Armee  befragt  und 
verdächtigt  worden,  für  die  Rebellen  zu  arbeiten.  Er  wisse  zur  Zeit 
nicht, wo sich seine Eltern aufhalten würden, da er erfolglos versucht 
habe, über einen Geschäftsfreund in Sri Lanka seine Familie ausfindig 
zu  machen. Beim in  der  angefochtenen  Verfügung  erwähnten  Onkel 
handle es sich um einen entfernten Verwandten. Die Ausbildung {.......} 

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entspreche  nicht  einer  vollen  Berufsausbildung,  sondern  habe  eher 
den Charakter eines Kurses.

3.3.4 Das Bundesverwaltungsgericht nahm im Urteil BVGE 2008/2 zur 
Frage der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs abgewiesener Asyl-
suchender tamilischer Ethnie eine Lageanalyse vor. Gemäss der dies-
bezüglich festgelegten Praxis setzt die Anerkennung einer innerstaatli-
chen Aufenthaltsalternative im Süden des Landes und damit die Zu-
mutbarkeit des Wegweisungsvollzugs in den Grossraum Colombo für 
srilankische  Asylsuchende  tamilischer  Ethnie,  welche  aus  der  Nord- 
oder  Ostprovinz  stammen,  das  Vorliegen  besonders  begünstigender 
Faktoren wie die Existenz eines tragfähigen familiären oder sozialen 
Beziehungsnetzes  sowie  die  Aussicht  auf  eine  gesicherte  Einkom-
mens-  und  Wohnsituation  voraus  (a.a.O.,  E. 7.6.2).  Für  srilankische 
Asylsuchende tamilischer Ethnie, welche aus dem Grossraum Colom-
bo oder dessen Umgebung stammen und dort über ein tragfähiges Fa-
milien- oder Beziehungsnetz verfügen und mit einer konkreten Unter-
kunftsmöglichkeit rechnen können, ist grundsätzlich von der Zumutbar-
keit  des  Wegweisungsvollzugs  in  diese  Gebiete  auszugehen,  wobei 
die Dauer der Landesabwesenheit  mitzuberücksichtigen ist; je kürzer 
der Aufenthalt in Colombo dauerte und je weiter er zeitlich zurückliegt, 
desto höhere Anforderungen sind an das Vorliegen eines tatsächlichen 
familiären oder sozialen Beziehungsnetzes zu stellen (a.a.O., E.7.6.1).

Seit Erlass des vorstehend zitierten Grundsatzurteils hat sich die Si-
cherheitssituation  in  Sri  Lanka  verschlechtert.  Die  Behörden  haben 
namentlich  im  Grossraum  Colombo  die  Sicherheitsmassnahmen  er-
neut verschärft. Das Risiko, als Tamile willkürlichen Verhaftungen und 
Ausweisungen ausgesetzt zu sein, ist gestiegen. Ausserdem haben die 
Behörden  in  Bezug  auf  Personen  tamilischer  Ethnie  offenbar  neue 
Formen der Registrierung eingeführt, da namentlich aus dem Norden 
und  Osten  zugezogene  Tamilen  in  Colombo  als  ernsthaftes  Sicher-
heitsrisiko  angesehen  werden.  Obwohl  die  srilankische  Regierung 
Ende Mai 2009 den militärischen Sieg über die tamilischen Rebellen 
verkündet hat, ist im heutigen Zeitpunkt nach wie vor nicht klar, ob der  
seit rund 26 Jahren schwelende Bürgerkrieg damit tatsächlich zu Ende 
ist.  Ebenfalls  offen  ist  die  Frage,  was  der  militärische  Sieg  der 
Regierung  für  die  Tamilen  konkret  bedeutet  und  wie  sich  die  all -
gemeine Sicherheits- und Menschenrechtslage in Sri Lanka in Zukunft 
entwickeln  wird  (vgl.  dazu  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts 

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D- 4125/2006 vom 16. Februar  2010 E. 10.2.3,  mit  weiteren Hinwei-
sen).

3.3.5 Der Beschwerdeführer stammt aus der Ostprovinz von Sri Lanka 
(D._______),  weshalb  eine  Rückkehr  dorthin  angesichts  der  oben 
skizzierten Rechtsprechung als nicht zumutbar zu erachten ist.

3.3.6 Zu prüfen bleibt demnach, ob für den Beschwerdeführer im Sü-
den des Landes respektive im Grossraum Colombo eine innerstaat li-
che Aufenthaltsalternative besteht,  was das Vorliegen besonders be-
günstigender  Faktoren  wie  die  Existenz  eines  tragfähigen  familiären 
oder sozialen Beziehungsnetzes sowie die Aussicht auf eine gesicher-
te Einkommens- und Wohnsituation voraussetzt.

Das Bestehen einer solchen innerstaatlichen Aufenthaltsalternative ist 
vorliegend zu bejahen. So absolvierte der Beschwerdeführer den Ak-
ten zufolge im Jahre 2004 in Colombo eine einjährige Ausbildung im 
H._______  (vgl.  Akten  BFM  A9/12  S.  5).  Zudem  war  er  gemäss 
eigenen  Aussagen  geschäftlich  mit  seinem Vater,  der  im  I._______ 
tätig  sei  (vgl.  A9/12  S.  4),  oft  in  Colombo  (vgl.  A9/12  S.  6)  be-
ziehungsweise er sei von seinem Vater, der selten nach Colombo ge-
gangen  sei,  dorthin  geschickt  worden  (vgl.  A9/12  S.  9).  Der  Be-
schwerdeführer  gab  zwar  zu  Protokoll,  er  habe  weder  Onkel  noch 
Tanten (vgl. A2/9 S. 3), bezeichnete jedoch die Person, bei welcher er 
sich  während  seiner  Ausbildung  in  Colombo  aufgehalten  habe,  als 
Onkel  (vgl.  A9/12  S.  4).  Auch  in  der  Rechtsmitteleingabe  vom 
15. Januar 2007 ist die Rede von einem Onkel, währenddessen in der 
Eingabe vom 2. April 2007 vorgebracht wird, bei der erwähnten Person 
handle  es  sich  nicht  um einen  Onkel,  sondern  um einen entfernten 
Verwandten.  Unbesehen  der  verwandtschaftlichen  Stellung  dieser 
Person  ist  davon  auszugehen,  dass  der  Beschwerdeführer  zufolge 
seines  mehrfachen  Aufenthaltes  in  Colombo  (einjährige  Ausbildung, 
mehrmalige  geschäftliche  Anwesenheit)  dort  ein  soziales  Be-
ziehungsnetz  hat,  auf  das  er  bei  einer  Rückkehr  nach  Sri  Lanka 
zurückgreifen  kann.  Davon  ist  umso  mehr  auszugehen,  als  er  über 
einen Geschäftsfreund in Sri Lanka seine Familie ausfindig zu machen 
versuchte. Die einjährige Dauer des Aufenthaltes in Colombo bei dem 
erwähnten Verwandten  lässt  nicht  darauf  schliessen,  es  handle  sich 
dabei  um  eine  flüchtige  Bekanntschaft,  und  der  Verwandte  nicht 
willens und fähig sei, ihm bei seinen Reintegrationsbemühungen in Sri 
Lanka behilflich zu sein. Aufgrund seiner Ausbildung (elf Jahre Schule, 

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ein  Jahr  J._______,  Computerkurs;  vgl.  A9/12  S.  4  f.)  und  seiner 
Sprachkenntnisse (Tamilisch, Singhalesisch, etwas Englisch) dürfte es 
dem Beschwerdeführer  in  Anbetracht  des bestehenden sozialen Be-
ziehungsnetzes deshalb möglich sein, sich (erneut) in seiner Heimat 
respektive  im  Grossraum Colombo  niederzulassen  und  sich  sowohl 
beruflich als auch wirtschaftlich zu reintegrieren. Inwieweit er dabei im 
Bedarfsfall  auf  die  Unterstützung  seiner  nächsten  Familien-
angehörigen,  deren  Aufenthaltsort  unbekannt  sein  soll,  wird  zählen 
können, kann somit offenbleiben. Auch wenn die Situation der Muslime 
in  Sri  Lanka,  insbesondere  in  der  Ostprovinz,  aufgrund  von  Dis-
kriminierung schwierig ist, spricht dies nicht gegen die Unzumutbarkeit 
des Wegweisungsvollzuges des Beschwerdeführers, da dieser im vor-
instanzlichen Verfahren nicht geltend machte, wegen seiner Religions-
zugehörigkeit  Behelligungen  ausgesetzt  gewesen  zu  sein.  Gefragt, 
weshalb er nicht in Colombo geblieben sei, gab er zwar an, sein Leben 
sei  dort  in  Gefahr,  konnte  diese  Befürchtung  indessen  nicht  weiter 
substanziieren (vgl. A9/12 S. 9).

Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung - auch 
in Anbetracht der jüngsten Ereignisse in Sri Lanka - als zumutbar.

3.4 Schliesslich  obliegt  es  dem Beschwerdeführer,  sich  bei  der  zu-
ständigen  Vertretung  des  Heimatstaates  die  für  eine  Rückkehr  not-
wendigen Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG), wes-
halb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist 
(Art. 83 Abs. 2 AuG).

3.5 Insgesamt ist der durch die Vorinstanz verfügte Vollzug der Weg-
weisung  zu  bestätigen.  Die  Vorinstanz  hat  diesen  zu  Recht  als  zu-
lässig, zumutbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten fällt eine 
Anordnung  der  vorläufigen  Aufnahme  ausser  Betracht  (Art. 83 
Abs. 1 - 4 AuG).

4.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und vollständig feststellt und angemessen ist (Art.  106 AsylG). Die Be-
schwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

5.
Bei  diesem Ausgang des Verfahrens sind die  Kosten von insgesamt 
Fr. 600.-  dem Beschwerdeführer  aufzuerlegen (Art.  63  Abs. 1  und  5 

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VwVG; Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten 
und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2]) und mit dem am 9. Juli 2007 in gleicher Höhe ge leis-
teten Kostenvorschuss zu verrechnen.

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.-  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt  und mit  dem in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss 
verrechnet.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Einschreiben)
- das BFM, Abteilung Aufenthalt,  mit  den Akten Ref.-Nr. N _______ 

(per Kurier; in Kopie)
- das K._______ (in Kopie)

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Thomas Wespi Regula Frey

Versand: 

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