# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 21a5a64d-9533-5341-93cd-ecd275f56372
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-05-18
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 2. Kammer 18.05.2020 S 2019 135
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_002_S-2019-135_2020-05-18.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 19 135

2. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz von Salis
Richter Meisser, Pedretti 
Aktuarin Kuster

URTEIL

vom 18. Mai 2020

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____,

vertreten durch B._____ AG,

Beschwerdeführer

gegen 

UNIA Arbeitslosenkasse,

Beschwerdegegnerin

betreffend Einstellung in der Anspruchsberechtigung

- 2 -

1. A._____ war seit dem 1. November 2017 in unbefristetem 

Vollzeitarbeitsverhältnis bei der Institution C._____ angestellt. Am 

22. Dezember 2017, noch während der Probezeit, kündigte A._____ das 

Arbeitsverhältnis per 15. Januar 2018. In der Folge meldete er sich per 

16. Januar 2018 zum Bezug von Arbeitslosenentschädigung (nachfolgend:  

ALE) an. Zudem verlegte er seinen Wohnsitz per 1. Juni 2018 nach 

X._____ (vgl. Gerichtsbeilage).

2. Mit Verfügung vom 26. März 2018 stellte die UNIA Arbeitslosenkasse den 

Anspruch von A._____ auf Arbeitslosenentschädigung zufolge 

selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit für die Dauer von 25 Tagen ab dem 16. 

Januar 2018 ein. 

3. Hiergegen erhob A._____ am 23. April 2018 Einsprache. Begründend 

führte er im Wesentlichen aus, dass ihm ein weiteres Verbleiben an der 

Arbeitsstelle nicht zumutbar gewesen sei.

4. Mit Einspracheentscheid vom 10. Januar 2019 wies die UNIA 

Arbeitslosenkasse die Einsprache vom 23. April 2018 ab und sie bestätigte 

die Einstellungsverfügung vom 26. März 2018 über 25 Einstellungstage.

5. Hiergegen erhob A._____ (nachfolgend: Beschwerdeführer) am 11. 

Februar 2019 Beschwerde an das Sozialversicherungsgericht Y._____. Er 

stellte folgende Rechtsbegehren:

1. Es sei der Einspracheentscheid vom 10. Januar 2019 aufzuheben.

2. Es sei von einer Einstellung in der Anspruchsberechtigung abzusehen und 
es seien dem Beschwerdeführer ab 16. Januar 2018 die gesetzlichen 
Leistungen auszurichten.

3. Eventualiter sei die auferlegte Sanktion bzw. die Einstellung in der 
Anspruchsberechtigung auf das absolute Minimum herabzusetzen.

4. Es sei ein zweiter Schriftenwechsel durchzuführen.

5. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der 
Beschwerdegegnerin.

- 3 -

6. In ihrer Beschwerdeantwort vom 26. Februar 2019 stellte die UNIA 

Arbeitslosenkasse (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) folgende 

Rechtsbegehren:

1. Wir bitten um Zustellung der Akten an das Verwaltungsgericht des Kantons 
Graubünden […], da die örtliche Zuständigkeit durch den Umzug geändert 
hat.

2. Die Beschwerde sei abzuweisen.

3. Der Einspracheentscheid vom 10. Januar 2019 sei zu bestätigen.

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten des Beschwerdeführers.

Zur Begründung ihrer Anträge verwies die Beschwerdegegnerin auf den 

angefochtenen Einspracheentscheid vom 10. Januar 2019.

7. Mit Verfügung vom 20. November 2019, mitgeteilt am 22. November 2019 

(Poststempel), überwies das Sozialversicherungsgericht Y._____ die 

Akten zuständigkeitshalber an das Verwaltungsgericht des Kantons 

Graubünden. 

8. Am 28. November 2019 zeigte die Instruktionsrichterin den Parteien die 

Eröffnung des vorliegenden Verfahrens S 19 135 an. Es wurde kein 

weiterer Schriftenwechsel angeordnet.

9. Mit Schreiben vom 12. Dezember 2019 reichte die Rechtsvertreterin des 

Beschwerdeführers dem Gericht ihre Honorarnote ein. 

Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften, den angefochtenen 

Einspracheentscheid sowie die übrigen Akten wird, soweit erforderlich, in 

den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

- 4 -

1.1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen den Einspracheentscheid 

der UNIA Arbeitslosenkasse (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) vom 

10. Januar 2019, worin diese die Einstellung des Anspruchs des 

Beschwerdeführers auf Arbeitslosenentschädigung für die Dauer von 

25 Tagen bestätigte. Unbestritten ist, dass der Beschwerdeführer seinen 

Wohnsitz per 1. Juni 2018 nach X._____ verlegte. Der 

Einspracheentscheid vom 10. Januar 2019 kann somit beim 

Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden als zuständigem 

Versicherungsgericht angefochten werden (Art. 58 Abs. 1 des 

Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 

[ATSG; SR 830.1] i.V.m. Art. 49 Abs. 2 des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege [VRG; BR 370.100]; vgl. auch Art. 100 Abs. 3 des 

Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die 

Insolvenzentschädigung [AVIG; SR 837.0] i.V.m. Art. 128 Abs. 1 und 

Art. 119 der Verordnung über die obligatorische Arbeitslosenversicherung 

und die Insolvenzentschädigung [AVIV; SR 837.02]). Das angerufene 

Gericht ist für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde somit 

zuständig. Als formeller und materieller Adressat des angefochtenen 

Entscheids ist der Beschwerdeführer davon überdies berührt und er hat ein 

schutzwürdiges Interesse an dessen gerichtlicher Überprüfung. Er ist 

demnach zur Beschwerdeführung legitimiert (Art. 1 Abs. 1 AVIG i.V.m. 

Art. 59 ATSG). Auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte 

Beschwerde ist somit einzutreten (Art. 1 Abs. 1 AVIG i.V.m. Art. 60 und 

Art. 61 ATSG).

1.2. Gemäss Art. 43 Abs. 3 lit. a VRG entscheidet das Verwaltungsgericht in 

einzelrichterlicher Kompetenz, wenn der Streitwert Fr. 5'000.-- nicht 

überschreitet und keine Fünferbesetzung vorgeschrieben ist. Vorliegend 

wehrt sich der Beschwerdeführer gegen die Einstellung seines Anspruchs 

auf Arbeitslosenentschädigung für 25 Tage. Der Streitwert beläuft sich 

somit auf Fr. 6'237.50 (= 25 x Fr. 249.50; vgl. Beschwerdegegnerische 

- 5 -

Akten [Bg-act.] 100, 104 und 131). Nachdem sich der Streitwert auf über 

Fr. 5'000.-- beläuft und für die vorliegende Angelegenheit auch keine 

Fünferbesetzung vorgeschrieben ist (vgl. Art. 43 Abs. 2 VRG), entscheidet 

das Verwaltungsgericht in ordentlicher Dreierbesetzung (Art. 43 Abs. 1 

VRG).

2. Streitgegenstand bildet vorliegend die Frage, ob der Beschwerdeführer zu 

Recht wegen Kündigung seines Arbeitsverhältnisses bei der Institution 

C._____ für die Dauer von 25 Tagen in der Anspruchsberechtigung zum 

Bezug von Arbeitslosenentschädigung eingestellt wurde.

3.1. Gemäss Art. 17 Abs. 1 AVIG hat der Versicherte alles Zumutbare zu 

unternehmen, um Arbeitslosigkeit zu vermeiden oder zu verkürzen. Die 

Einstellung in der Anspruchsberechtigung dient dazu, die in Art. 17 Abs. 1 

AVIG statuierte Schadenminderungspflicht des Versicherten 

durchzusetzen. Sie hat die Funktion einer Haftungsbegrenzung der 

Versicherung für Schäden, die die Versicherten hätten vermeiden oder 

vermindern können. Als versicherungsrechtliche Sanktion bezweckt sie die 

angemessene Mitbeteiligung der versicherten Person am Schaden, den sie 

durch ihr Verhalten der Arbeitslosenversicherung in schuldhafter Weise 

natürlich und adäquat kausal verursacht hat (vgl. BGE 133 V 89 E.6.1.1 

und 6.2.2). 

3.2. So ist der Versicherte gemäss Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG in der 

Anspruchsberechtigung einzustellen, wenn er durch eigenes Verschulden 

arbeitslos geworden ist. Die Arbeitslosigkeit gilt insbesondere dann als 

selbstverschuldet, wenn der Versicherte das Arbeitsverhältnis von sich aus 

aufgelöst hat, ohne dass ihm eine andere Stelle zugesichert war, es sei 

denn, dass ihm das Verbleiben an der Arbeitsstelle nicht zugemutet werden 

konnte (Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV).

- 6 -

3.3. Als Verwaltungssanktion ist die Einstellung vom Gesetzmässigkeits-, 

Verhältnismässigkeits- und Verschuldensprinzip beherrscht. Ein 

Selbstverschulden der versicherten Person liegt vor, wenn und soweit der 

Eintritt oder das Andauern der Arbeitslosigkeit nicht objektiven Faktoren 

zuzuschreiben ist, sondern in einem nach den persönlichen Umständen 

und Verhältnissen vermeidbaren Verhalten liegt, für das die Versicherung 

die Haftung nicht übernimmt. In beweisrechtlicher Hinsicht müssen die dem 

Einstellungstatbestand zu Grunde liegenden Tatsachen mit dem im 

Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit erfüllt sein (Urteil des Bundesgerichts C 115/01 vom 

13. Mai 2002 E.1b m.w.H.). Die blosse Möglichkeit eines bestimmten 

Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Das Gericht hat 

vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen 

möglichen Geschehensabläufen für die wahrscheinlichste hält (vgl. BGE 

144 V 427 E.3.2 und BGE 125 V 193 E.2). 

4. Vorliegend ist unbestritten, dass der Beschwerdeführer das 

Arbeitsverhältnis bei der Institution C._____ von sich aus aufgelöst hat. 

Gestützt auf Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV gilt es folglich zu prüfen, ob dem 

Beschwerdeführer eine andere Stelle zugesichert war. 

4.1. In seiner Beschwerde hält der Beschwerdeführer fest, dass ihm die 

Weiterführung des Arbeitsverhältnisses bis zum Finden einer neuen Stelle 

unzumutbar gewesen sei. Gleichzeitig macht er geltend, dass er im 

Zeitpunkt der Kündigung bereits die mündliche Zusage für eine neue bzw. 

für seine heutige Arbeitsstelle gehabt habe. Im Übrigen hielt er in seiner 

Einsprache fest, dass er ein Angebot einer anderen Stelle erhalten habe 

(Bg-act. 37). 

4.2. Die Angaben des Beschwerdeführers betreffend die Zusicherung einer 

anderen Stelle sind widersprüchlich. Zudem gilt eine Stelle erst dann als 

- 7 -

zugesichert, wenn ein Arbeitsvertrag über einen vorgesehenen 

Arbeitsbeginn vorliegt (AVIG-Praxis ALE D23). Dies war vorliegend im 

Zeitpunkt der Kündigung des Arbeitsverhältnisses durch den 

Beschwerdeführer am 22. Dezember 2017 nicht der Fall. Der 

Beschwerdeführer gab erst in den "Angaben der versicherten Person für 

den Monat Januar 2018" mit Datum vom 25. Januar 2018 an, dass er ab 

dem 1. März 2018 eine neue Stelle antrete (Bg-act. 76 f.). Es ist somit 

aktenmässig erstellt und unbestritten, dass der Beschwerdeführer seine 

bisherige Arbeitsstelle aufgab, ohne dass ihm eine andere Stelle 

zugesichert war. 

5. Damit bleibt zu prüfen, ob dem Beschwerdeführer das Verbleiben an der 

Arbeitsstelle nicht zugemutet werden konnte (vgl. Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV).

5.1. Nach gefestigter bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist bei der Frage der 

Unzumutbarkeit des Verbleibens am Arbeitsplatz ein strenger Massstab 

anzulegen. Die Frage der Zumutbarkeit beurteilt sich anhand der Kriterien 

von Art. 16 Abs. 2 AVIG. Dabei wird in beweisrechtlicher Hinsicht die 

Zumutbarkeit des Verbleibens an der Arbeitsstelle vermutet. 

Unzumutbarkeit aus gesundheitlichen Gründen muss durch ein eindeutiges 

ärztliches Zeugnis (oder allenfalls durch andere geeignete Beweismittel) 

belegt sein (Urteil des Bundesgerichts 8C_513/2018 vom 7. November 

2018 E.2.2 m.w.H.; AVIG-Praxis ALE B290). Rechtsprechungsgemäss 

vermögen weder gesundheitliche Beschwerden, solange sie nicht ärztlich 

attestiert worden sind, noch ein schlechtes Arbeitsklima oder 

Meinungsverschiedenheiten mit Vorgesetzten oder Arbeitskollegen eine 

Unzumutbarkeit der Fortführung des Arbeitsverhältnisses zu begründen 

(KUPFER BUCHER, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum AVIG, 

5. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2019, S. 208 m.w.H.; Urteil des 

Bundesgerichts 8C_107/2018 vom 7. August 2018 E.3 m.w.H.; AVIG-

Praxis ALE D26). 

- 8 -

5.2. Die Beschwerdegegnerin hält fest, dass keine Gründe nach Art. 16 AVIG 

erkannt werden könnten, welche die Unzumutbarkeit des 

Arbeitsverhältnisses belegen würden. So habe der Beschwerdeführer 

bspw. auch keine Strafanzeige gegen eine Person eingereicht, welche ihn 

bedroht haben soll. Die Kündigungsgründe seien als subjektiv zu 

bezeichnen. Es möge zwar persönlich als gerechtfertigt erscheinen, das 

Arbeitsverhältnis aus den vom Beschwerdeführer genannten Gründen 

aufzulösen, aus arbeitslosenversicherungsrechtlicher Sicht könne dies 

lediglich schuldmildernd berücksichtigt werden. Es würden somit keine 

eigentlich entschuldbaren Gründe für die Kündigung geltend gemacht. Der 

Eintritt der Arbeitslosigkeit sei nicht objektiven Faktoren zuzuschreiben, 

sondern liege in einem nach den persönlichen Umständen und 

Verhältnissen vermeidbaren Verhalten seitens des Beschwerdeführers, für 

das die Arbeitslosenversicherung die Haftung nicht übernehme. Somit 

wäre ein weiterer Verbleib am Arbeitsplatz – zumindest bis zum Finden 

einer Folgestelle – zumutbar gewesen. 

5.3. Demgegenüber macht der Beschwerdeführer geltend, es sei ihm infolge 

Verletzung der Fürsorgepflicht der Arbeitgeberin (Schutz der Persönlichkeit 

und der Gesundheit) gemäss Art. 337 des Bundesgesetzes betreffend die 

Ergänzung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (Fünfter Teil: 

Obligationenrecht [OR; SR 220]) nicht nur subjektiv, sondern auch objektiv 

nicht mehr zumutbar gewesen, das Arbeitsverhältnis bis zum Antritt einer 

neuen Stelle weiterzuführen. Die Ausführungen der Arbeitgeberin, wonach 

er nicht den Eindruck von Überforderung vermittelt habe, sondern sich über 

das Verhalten des Teams empört und den Eindruck vermittelt habe, als 

erfahrener Mitarbeiter im Bereich Abhängigkeitserkrankungen für die Stelle 

geeignet zu sein, widersprächen seinen Ausführungen diametral: So habe 

er die diversen Vorfälle (verbale und körperliche Bedrohungen gegen ihn 

selbst und andere Mitarbeitende), welche sogar bei einem erfahrenen 

- 9 -

Therapeuten wie ihm zu körperlichen Symptomen wie Schlafstörungen, 

Angst etc. geführt hätten, mit der Vorgesetzten und der therapeutischen 

Leiterin besprochen. Die Arbeitgeberin sei nicht mit der nötigen 

Konsequenz gegen die anhaltend aggressiv aufgeladene Stimmung an der 

Arbeitsstelle vorgegangen, welche die Therapiearbeit massiv beeinträchtigt 

bzw. teilweise gar verunmöglicht habe. Diese Situation habe dazu geführt, 

dass er seine Arbeit aus Angst vor den Klienten teilweise gar nicht mehr 

professionell habe durchführen können. Als sich dann auch noch ein neuer 

erheblicher Vorfall ereignet habe, sei die Situation auch objektiv endgültig 

nicht mehr zumutbar gewesen. Der Beschwerdeführer hält fest, dass das 

ungenügende Tätigwerden der Arbeitgeberin eine erhebliche Verletzung 

der Fürsorgepflicht und damit einen wichtigen Grund im Sinne von 

Art. 337 ff. OR (fristlose Auflösung des Arbeitsverhältnisses) darstelle. 

Dabei komme es für das Vorliegen eines wichtigen Grundes gemäss 

Art. 337 OR nicht darauf an, ob im Falle einer Straftat auch effektiv 

Strafanzeige erhoben werde. Dass er keine Strafanzeige erhoben habe, 

sei im konkreten Kontext der Therapie von suchtmittelabhängigen 

Personen zu sehen und könne weder als fehlende objektive Voraussetzung 

noch als Verschulden des Beschwerdeführers beurteilt werden.  

5.3.1. Der Beschwerdeführer bringt keine Unzumutbarkeitsgründe nach Art. 16 

Abs. 2 AVIG vor und es ist auch nicht ersichtlich, dass entsprechende 

Unzumutbarkeitsgründe vorgelegen hätten. Zwar macht der 

Beschwerdeführer geltend, dass er Schlafstörungen gehabt habe. Er habe 

sich allerdings nicht in ärztliche Behandlung begeben, weil er – noch – 

keine behandelbaren körperlichen Symptome gehabt habe (Bg-act. 94). 

5.3.2. Zur Begründung der Unzumutbarkeit des weiteren Verbleibens an der 

Arbeitsstelle beruft sich der Beschwerdeführer darauf, dass wichtige 

Gründe i.S.v. Art. 337 OR (fristlose Auflösung des Arbeitsverhältnisses) 

vorgelegen hätten. Zwar ist das Verbleiben am Arbeitsplatz gemäss AVIG-

- 10 -

Praxis ALE D27 auch dann unzumutbar, wenn wichtige Gründe i.S.v. 

Art. 337 ff. OR vorliegen, die zur fristlosen Auflösung des 

Arbeitsverhältnisses berechtigen. Wie nachstehend dargelegt wird, ist 

vorliegend allerdings nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 

bewiesen, dass solche wichtigen Gründe auch tatsächlich vorgelegen 

hätten bzw. dem Beschwerdeführer das weitere Verbleiben an der 

Arbeitsstelle bis zum Finden einer neuen Arbeitsstelle objektiv unzumutbar 

war. 

Die Gründe, welche den Beschwerdeführer zur Kündigung seiner 

Arbeitsstelle bewogen haben, wurden bzw. werden vom Beschwerdeführer 

und der Arbeitgeberin unterschiedlich wahrgenommen und dargelegt. Der 

Beschwerdeführer beruft sich auf mehrere Vorfälle, in denen er durch 

Klienten direkt verbal und körperlich bedroht worden sei, und er macht 

geltend, dass er seine Tätigkeit als Suchttherapeut in einem solch 

aggressiv aufgeladenen Arbeitsbereich nicht entsprechend habe ausführen 

können (Beschwerdeführerische Akten [Bf-act.] 3 im Anhang). Er habe sich 

auch extern (privat) Unterstützung geholt durch einen professionellen 

Supervisor. Seine Bemühungen hätten aber nicht zu einer befriedigenden 

Veränderung geführt (Bg-act. 65). Demgegenüber hält die 

Beschwerdegegnerin fest, dass der Beschwerdeführer die verbale und 

körperliche Bedrohung der Klienten nicht als Grund für die Kündigung 

angesprochen habe. Stattdessen habe er in den diversen Gesprächen 

jeweils betont, dass ihm die entwicklungsorientierte Haltung des D._____ 

nicht entspreche; dass er mit seinem Wissen und seinen Erfahrungen im 

Suchtbereich eine straffere Struktur und Haltung bevorzuge und "hier bei 

uns nicht reinpasse". Der Beschwerdeführer habe nicht den Eindruck von 

Überforderung vermittelt, sondern er habe sich empört über die Haltung 

des Teams, das die Vorfälle nicht für allzu ungewöhnlich und keinesfalls 

als gefährlich beurteilt habe (Bg-act. 52 f.). 

- 11 -

In den Akten finden sich keine Protokolle betreffend Gespräche des 

Beschwerdeführers mit seinen Vorgesetzten, seinen ArbeitskollegInnen 

oder dem extern (privat) beigezogenen professionellen Supervisor, welche 

die vom Beschwerdeführer geschilderten Probleme am Arbeitsplatz bzw. 

bei der Arbeitstätigkeit aufzeigen würden. Auch benennt der 

Beschwerdeführer keine möglichen Zeugen, welche seine Ausführungen 

bestätigen könnten, und er reichte auch keine Strafanzeigen ein gegen 

Personen, deren Verhalten bzw. Drohungen ihm Angst eingeflösst haben 

sollen. Hinzu kommt, dass der Beschwerdeführer das Arbeitsverhältnis 

zwar am 22. Dezember 2017 kündigte – dies allerdings nicht fristlos, 

sondern (erst) per 15. Januar 2018, wobei sein letzter Arbeitstag aufgrund 

von Überstunden und Ferien der 4. Januar 2018 war (Bg-act. 94). Dieses 

geordnete Ausscheiden aus dem Betrieb spricht gegen das Vorliegen eines 

wichtigen Grundes i.S.v. Art. 337 OR und damit gegen die Unzumutbarkeit 

eines weiteren Verbleibens an der Arbeitsstelle. Ein wichtiger Grund i.S.v. 

Art. 337 OR, der zur fristlosen Auflösung des Arbeitsverhältnisses 

berechtigt, hätte im Übrigen selbst dann nicht vorgelegen, wenn die Arbeit 

des Beschwerdeführers gefährlich gewesen wäre (vgl. dazu Urteil des 

Bundesgerichts C 302/01 vom 4. Februar 2003 E.3.3).

6. Als Zwischenergebnis kann somit festgehalten werden, dass der 

Beschwerdeführer zu Recht in der Anspruchsberechtigung zum Bezug von 

Arbeitslosenentschädigung eingestellt wurde. Zu prüfen bleibt, ob die 

Einstellungsdauer von 25 Tagen angemessen ist.

6.1. Die Einstellungsdauer bemisst sich nach dem Grad des Verschuldens, 

welches sich der Versicherte vorwerfen lassen muss (Art. 30 Abs. 3 Satz 3 

AVIG). Die Einstellung dauert ein bis 15 Tage bei leichtem Verschulden, 16 

bis 30 Tage bei mittelschwerem Verschulden und 31 bis 60 Tage bei 

schwerem Verschulden (Art. 45 Abs. 3 AVIV). Bei der Festsetzung der 

Einstellungsdauer handelt es sich um eine typische Ermessensfrage. Das 

- 12 -

kantonale Gericht darf sein Ermessen nicht ohne triftigen Gründe an die 

Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es muss sich somit auf 

Gegebenheiten abstützen können, welche seine abweichende 

Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (Urteile des 

Bundesgerichts 8C_138/2017 und 8C_143/2017 vom 23. Mai 2017 E.6.1).  

6.2. Gemäss Art. 45 Abs. 4 lit. a AVIV liegt ein schweres Verschulden vor, wenn 

die versicherte Person ohne entschuldbaren Grund eine zumutbare 

Arbeitsstelle ohne Zusicherung einer neuen Arbeitsstelle aufgegeben hat 

(vgl. auch AVIG-Praxis ALE 1.D). Unter einem entschuldbaren Grund ist 

ein Grund zu verstehen, der das Verschulden leichter als schwer 

erscheinen lässt. Dabei kann der im konkreten Einzelfall liegende Grund 

die subjektive Situation der betroffenen Person oder eine objektive 

Gegebenheit beschlagen (BGE 130 V 125 E.3.5). Vorliegend hat die 

Beschwerdegegnerin die Einstellung mit 25 Tagen im mittleren Bereich des 

mittelschweren Verschuldens angesiedelt. Dies scheint insofern als 

angemessen, als der Beschwerdeführer die ihm zumutbare Arbeitsstelle 

zwar ohne Zusicherung einer neuen Arbeitsstelle aufgegeben hat; es 

handelte sich allerdings um eine Kündigung des Arbeitsverhältnisses 

während der Probezeit, bei der das Verschulden gemäss dem Einstellraster 

für ALK im mittleren Bereich anzusiedeln ist (AVIG-Praxis ALE D75 

Ziff. 1.H.2). 

7. Im Ergebnis erweist sich der Einspracheentscheid somit als rechtens, 

weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.

8. Gemäss Art. 61 lit. a ATSG ist das kantonale Beschwerdeverfahren in 

Sozialversicherungssachen  ausser bei mutwilliger oder leichtsinniger 

Prozessführung  kostenlos, weshalb für das vorliegende Verfahren keine 

Kosten erhoben werden. Der obsiegenden Beschwerdegegnerin steht kein 

Anspruch auf Ersatz der Parteikosten zu (vgl. Art. 61 lit. g ATSG).

- 13 -

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilungen]