# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b3f655e5-b122-50cf-a40e-eb0f8f65c412
**Source:** Wettbewerbskommission ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2020-08-18
**Language:** de
**Title:** Verwendung von im Monopolbereich erlangten Daten: Schlussbericht vom 18. August 2020
**Docket/Reference:** Verwendung%20von%20im%20Monopolbereich%20erlangten
**URL:** https://www.weko.admin.ch/dam/weko/de/dokumente/2025/verwendung_von_im_monopolbereich_erlangten_daten_schlussbericht_vom_18.%20August%202020.pdf.download.pdf/Verwendung%20von%20im%20Monopolbereich%20erlangten%20Daten_Schlussbericht%20vom%2018.%20August%202020.pdf

## Full Text

Wettbewerbskommission WEKO 
Commission de la concurrence COMCO 
Commissione della concorrenza COMCO 
Competition Commission COMCO 

Schlussbericht des Sekretariats der WEKO 
vom 18. August 2020 

in Sachen Vorabklärung gemäss Art. 26 KG betreffend 

31-0566: Verwendung von im Monopolbe-
reich erlangten Daten durch [A. AG]  

wegen allenfalls unzulässiger Verhaltensweise gemäss Art. 7 KG 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Inhaltsverzeichnis 

A 

Verfahren ....................................................................................................................... 3 

A.1  Gegenstand der Vorabklärung ....................................................................................... 3 
A.2  Verfahrensgeschichte ..................................................................................................... 3 
A.3  Sachverhalt ..................................................................................................................... 5 
Versendung von Werbeschreiben für «X» ................................................................. 5 
A.3.1 
Finanzieller Wert der verwendeten Adressdaten ..................................................... 10 
A.3.2 
Entwicklungen im Bereich der Installation von PV-Anlagen für Privatkunden ......... 12 
A.3.3 

B 

Erwägungen ................................................................................................................ 16 

B.1  Geltungsbereich ........................................................................................................... 16 
B.2  Vorbehaltene Vorschriften und Zuständigkeit ............................................................... 16 
B.3  Unzulässige Verhaltensweisen marktbeherrschender Unternehmen ........................... 19 
B.3.1 
Relevanter Markt ...................................................................................................... 19 
B.3.1.1  Sachlich relevanter Markt ........................................................................................ 19 
B.3.1.1.1.  Elektrizitätsbereich ............................................................................................... 19 
B.3.1.1.2.  Märkte im Bereich Installation von PV-Anlagen ................................................... 20 
B.3.1.2  Räumlich relevanter Markt ....................................................................................... 21 
B.3.1.2.1.  Elektrizitätsbereich ............................................................................................... 22 
B.3.1.2.2.  Märkte im Bereich Installation von PV-Anlagen ................................................... 22 
B.3.2  Marktstellung............................................................................................................ 22 
Unzulässige Verhaltensweisen nach Art. 7 KG ....................................................... 23 
B.3.3 
B.3.3.1  Allgemeines zu Art. 7 KG ......................................................................................... 23 
B.3.3.2  Frühere Fälle im Zusammenhang mit der Verwendung von Monopoldaten ............ 25 
B.3.3.3  Regeltatbestände gemäss Art. 7 Abs. 2 KG ............................................................ 26 
B.3.3.4  Tatbestand von Art. 7 Abs. 1 KG ............................................................................. 27 
B.3.3.4.1.  Vorliegen einer missbräuchlichen Verhaltensweise ............................................ 27 
B.3.3.4.2.  Eignung zur Wettbewerbsbehinderung und Kausalzusammenhang ................... 28 
Ergebnis ................................................................................................................... 34 
B.3.4 

C 

D 

Zusammenfassung ..................................................................................................... 34 

Schlussfolgerungen ................................................................................................... 36 

2 

 
 
 
 
 
 
 
A 

Verfahren  

A.1  Gegenstand der Vorabklärung 

Im Rahmen der Vorabklärung soll ermittelt werden, ob Anhaltspunkte dafür bestehen, 
1. 
dass A. AG in kartellrechtswidriger Weise aus dem Monopolbereich stammende Daten für Tä-
tigkeiten in anderen Märkten, namentlich im Bereich Bau und Unterhalt von Photovoltaikanla-
gen, verwendet hat.  

2.  Gegenstand der vorliegenden Vorabklärung bildet somit die Frage, ob es sich beim be-
schriebenen Sachverhalt um eine unzulässige Wettbewerbsbeschränkung im Sinne von Art. 7 
KG1 handelt und diesbezüglich eine Untersuchung gemäss Art. 27 KG zu eröffnen ist.  

A.2 

Verfahrensgeschichte 

3.  Mit Schreiben vom 7. Januar 2019 reichte der Verband B (nachfolgend: B oder Anzeige-
rin) bei der Wettbewerbskommission (nachfolgend: WEKO) eine Anzeige gegen drei Strom-
netzbetreiberinnen – unter anderem die A. AG – ein. Darin äusserte die Anzeigerin den Ver-
dacht,  dass  die  betreffenden  Stromnetzbetreiberinnen  im  Monopolbereich  erlangte  Daten 
verwendet  haben,  um  zulasten  von  Konkurrenzunternehmen  Wettbewerbsvorteile  in  Ge-
schäftsbereichen zu erzielen, die dem freien Markt unterstehen. Die Anzeigerin beantragte, 
dass  gegen  die  Stromnetzbetreiberinnen  eine  Vorabklärung  mit  anschliessender  Untersu-
chung wegen des Verdachts auf Verstösse gegen Art. 7 KG einzuleiten sei. 

4.  Mit  Schreiben  vom  15.  Januar  2019  wurde  B  aufgefordert,  eine  geschäftsgeheimnis-
bereinigte  Form  der  Anzeige  einzureichen  bzw.  zu  bestätigen,  dass  die  Anzeige  keine  Ge-
schäftsgeheimnisse enthalte. Am 17. Januar 2019 bestätigte B, dass die Anzeige keine Ge-
schäftsgeheimnisse enthalte. 

5. 
Die betreffenden Unternehmen wurden mit Schreiben vom 23. Januar 2019 im Rahmen 
einer Marktbeobachtung separat und unabhängig voneinander aufgefordert, zu den ihnen ge-
genüber von der Anzeigerin vorgebrachten Verdachtsmomenten sowie den eingereichten Be-
weismitteln Stellung zu nehmen.  

6. 
Auf Ersuchen von B hin fand am 26. März 2019 eine Besprechung zwischen B und dem 
Sekretariat der WEKO (nachfolgend: Sekretariat) statt. Anlässlich dieser Sitzung thematisierte 
B im Wesentlichen den Inhalt ihrer Anzeige, gab einige zusätzliche Informationen und reichte 
diverse Dokumente ein.  

Nach  gewährten  Fristerstreckungen  nahmen  die  drei  Stromnetzbetreiberinnen  jeweils 
7. 
separat zur Anzeige Stellung. Die Stellungnahme der A. AG erfolgte am 12. April 2019. Mit 
Schreiben vom 15. April 2019 machte sie darauf aufmerksam, dass diese Eingabe Geschäfts-
geheimnisse enthalte und deren Bereinigung bis zum 24. April 2019 erfolgen werde. 

8.  Mit Schreiben vom 3. Mai 2019 stellte die A. AG ein Ausstandsbegehren gegen ein Mit-
glied der WEKO. 

Das  Ausstandsbegehren  der  A.  AG  wurde  vom  Sekretariat  mangels  eines  Untersu-

9. 
chungsverfahrens mit Schreiben vom 6. Mai 2019 abgewiesen. 

10.  Mit Schreiben vom 9. Mai 2019 reichte B eine weitere Stellungnahme ein. 

1 Bundesgesetz vom 6.10.1995 über Kartelle und andere Wettbewerbsbeschränkungen (Kartellgesetz, 
KG; SR 251). 

3 

 
 
 
 
 
 
 
11.  Am 4. Juni 2019 reichte B weitere Unterlagen ein, u. a. ein Kurzgutachten von Prof. Dr. 
Rolf Weber zum Begriff der «wirtschaftlich sensiblen Informationen» gemäss Art. 10 Abs. 2 
StromVG2 sowie zur Bedeutung des Netzbetriebs und der buchhalterischen Entflechtung. 

12.  Am 4. Juli 2019 reichte B ein weiteres Schreiben ein und übermittelte dabei dem Sekre-
tariat […]. 

13.  Am 17. Juli 2019 fand eine weitere Besprechung zwischen B und dem Sekretariat statt.  

14.  Das Sekretariat eröffnete am 4. September 2019 eine Vorabklärung gemäss Art. 26 KG 
in Sachen Verwendung von im Monopolbereich erlangten Daten gegen die A. AG. 

15.  Gleichentags stellte das Sekretariat beim Bundesamt für Energie (nachfolgend: BFE) ein 
Amtshilfegesuch […] (vgl. Rz 12).  

16.  Mit Schreiben vom 20. September 2019 kam das BFE dem Amtshilfegesuch nach und 
stellte dem Sekretariat die gewünschten […] zu.  

17.  Am 4. November 2019 reichte die A. AG eine weitere unaufgeforderte Stellungnahme 
beim Sekretariat ein. 

18.  Mit  Schreiben  vom  13.  Januar  2020  reichte  B  eine  weitere  unaufgeforderte  Stellung-
nahme ein. 

19.  Mit Schreiben vom 25. Februar 2020 stellte das Sekretariat beim Eidgenössischen Stark-
strominspektorat (ESTI) ein Amtshilfegesuch und bat um Einreichung verschiedener Daten im 
Zusammenhang  mit  bei  der  Erstellung  von  PV-Anlagen  bestehenden  Meldepflichten.  Nach 
einmalig erstreckter Frist reichte das ESTI die beantragten Daten am 3. April 2020 ein. 

20.  Mit Schreiben vom 3. März 2020 stellte das Sekretariat der A. AG einen Fragebogen mit 
Frist zur Beantwortung bis am 25. März 2020 zu. Nach gewährter Fristerstreckung, unter an-
derem  im  Zusammenhang  mit  der  Verordnung  vom  20.  März  2020  über  den  Stillstand  der 
Fristen in Zivil- und Verwaltungsverfahren zur Aufrechterhaltung der Justiz im Zusammenhang 
mit dem Coronavirus (COVID-19), reichte die A. AG die Antworten mit Schreiben vom 25. Mai 
2020 ein. 

21.  Ebenfalls mit Schreiben vom 3. März 2020 stellte das Sekretariat der C. AG als Anbie-
terin von Adressen und dazugehörigen Dienstleistungen einen Fragebogen zu. Die Antworten 
der C. AG erfolgten mit Eingabe vom 20. März 2020.  

22.  Mit Schreiben vom 5. März 2020 wurde 13 potentiellen Konkurrenten der A. AG im Be-
reich  Installation  und  Unterhalt  von  PV-Anlagen  ein  Fragebogen  zugestellt.  Nach  diversen 
Fristerstreckungen antworteten sämtliche Befragten zwischen dem 11. März 2020 und dem 
11. Mai 2020. 

23.  Mit Schreiben vom 20. April 2020 reichte B eine weitere Stellungnahme zur geltend ge-
machten Marktverzerrung ein. 

24.  Mit Schreiben vom 4. Juni 2020 stellte das Sekretariat der A. AG ein weiteres Auskunfts-
begehren zu. Nach erfolgter Fristerstreckung reichte die A. AG einen Teil der Antworten am 
23. Juni 2020 ein; dies mit dem Hinweis, dass weitere Informationen bis zum 30. Juni 2020 
folgen würden. Mit E-Mail vom 3. Juli 2020 wurde seitens der A. AG schliesslich mitgeteilt, sie 

2 Bundesgesetz vom 23.3.2007 über die Stromversorgung (Stromversorgungsgesetz, StromVG; 
SR 734.7). 

4 

 
 
 
 
 
 
 
würde sich betreffend die genannten Informationen innert 10 Tagen wieder beim Sekretariat 
melden.  

25.  Mit Schreiben vom 7. Juli 2020 äusserte sich das Sekretariat zu dieser Vorgehensweise 
der A. AG und teilte mit, dass die ausstehenden Informationen nicht mehr benötigt würden, 
sondern der Sachverhalt gestützt auf die vorliegenden Akten beurteilt würde. 

26.  Am 15. Juli 2020 reichte die A. AG schliesslich eine weitere Stellungnahme zum zweiten 
Auskunftsbegehren ein. 

A.3 

Sachverhalt 

A.3.1  Versendung von Werbeschreiben für «X» 

27.  Vorliegend  steht  der  Verdacht  im  Raum,  dass  die  A.  AG  im  Monopolbereich  erlangte 
Daten verwendet hat, um zulasten von Konkurrenzunternehmen Wettbewerbsvorteile in Ge-
schäftsbereichen zu erzielen, die dem freien Markt unterstehen. Konkret geht es um den Vor-
wurf, die A. AG hätte Daten aus dem Stromnetz – und damit aus dem Monopolbereich – ver-
wendet, um damit Werbung für ihr Photovoltaikprodukt (PV-Produkt) «X» zu machen.  

28.  Die A. AG ist Inhaberin einer 20-jährigen kantonalen Konzession, um im Konzessions-
gebiet für eine Grundversorgung von Bevölkerung und Wirtschaft mit elektrischer Energie zu 
sorgen. Das Konzessionsgebiet umfasst dabei im Wesentlichen […] 

29.  Nebst dem Netzbetrieb und der Gewährleistung der Grundversorgung bietet die A. AG 
verschiedene Dienstleistungen und Produkte an, die sie im Wettbewerb zu anderen Unterneh-
men erbringt. Zu den Angeboten, welche die A. AG im marktwirtschaftlichen Bereich im rele-
vanten Zeitraum, d. h. in den Jahren 2016 und 2017 (vgl. Rz 31) erbrachte, gehörten unter 
anderem die Erstellung, der Betrieb und der Unterhalt von PV-Anlagen. Die entsprechenden 
Leistungen wurden unter dem Produkt «X» vermarktet.3 Das Produkt «X» wurde im März 2016 
von der A. AG neu eingeführt.4 

30.  Beim Produkt «X» handelt es sich um eine Komplettlösung im Bereich der Installation 
von PV-Anlagen. Die PV-Anlage wandelt mittels Solarzellen Sonnenstrahlung in elektrische 
Energie um und der so gewonnene Strom kann im Haus genutzt werden. Die überschüssige 
Energie wird ins Stromnetz eingespeist oder in einer Batterie gespeichert.5 

31.  Konkret macht die Anzeigerin geltend, die A. AG habe im Zeitraum von Frühjahr 2016 
bis Januar 2017 wiederholt ihre Netzkunden angeschrieben und diesen spezifische Angebote 
für ihr Produkt «X» zugesendet, welche individualisiert und auf die konkreten Bedürfnisse der 
jeweiligen Kunden zugeschnitten gewesen seien. Die entsprechenden Informationen und Kun-
dendaten habe die A. AG lediglich aufgrund ihrer Aktivität im Monopolbereich erlangen kön-
nen.  

32.  Als Beweise reichte die Anzeigerin drei Schreiben ein – jeweils gerichtet an Herrn a., 
Herrn b. und Herrn c. – und machte dabei folgende Angaben:  

3 Vgl. Anzeige B vom 7.1.2019, Rz 6 f., m. w. H.; [www] (16.6.2020). 
4 Vgl. [www] (3.8.2020). 
5 Vgl. [www] (3.8.2020); Anzeige B vom 7.1.2019, Beilage 9.  

5 

 
 
 
 
 
 
 
33.  Ein an Herrn a. gerichtetes Schreiben der A. AG vom August 20166 beziehe sich auf 
eine  Liegenschaft  –  offenbar  eine  Jagdhütte7  –  von  Herrn  a.  innerhalb  des  A.  AG-
Versorgungsgebiets. Herr a. wohne aber ausserhalb des Netzgebiets der A. AG […]. Die Ver-
bindung  zu  Herrn  a.  bzw.  zu  dessen  Zustelladresse  ausserhalb  des  A.  AG-
Versorgungsgebietes  könne  die  A.  AG  nur  aufgrund  von  Informationen  und  Daten  kennen, 
welche sie aus ihrer Monopoltätigkeit erlangt habe. Die Verwendung spezifischer Kundenda-
ten aus dem Monopolbereich sei somit erstellt.  

34.  Die A. AG wendet dagegen ein, die Adresse von Herrn a. sei im […] aufgeführt, welches 
öffentlich zugänglich sei.8  

35.  Tatsächlich ist auf dem genannten Portal für jedermann ersichtlich, in wessen Eigentum 
eine bestimmte Parzelle steht.9 Aktuell kann die Information der Eigentümerschaft auf dem […] 
ermittelt werden.10 So ist im konkreten Fall ersichtlich, dass die zur Diskussion stehende Par-
zelle Nr. […] in […] Herrn a., wohnhaft in […], gehört. Ebenso ist aus dem […] Portal ersichtlich, 
dass sich – im Gegensatz zu den umliegenden Parzellen – auf der genannten Parzelle ein 
Gebäude (mit der Hausnummer […]) befindet.  

36.  Schliesslich bleibt zu erwähnen, dass Herr a. die A. AG im Nachgang an das zur Dis-
kussion  stehende  Werbeschreiben  […]  nicht  beauftragt  hat,  eine  PV-Anlage  auf  dem  Dach 
seiner Jagdhütte zu installieren.  

37.  Das zweite von B. eingereichte Schreiben ist das Schreiben vom 21. November 2016 an 
Herrn b.11. In Bezug auf dieses Schreiben zeigt sich die Verwendung von Kundendaten aus 
dem Monopolbereich gemäss B. nur schon daran, dass die Offerte offensichtlich exakt auf den 
Stromverbrauch der von Herrn b. gehaltenen Liegenschaft an der Adresse […] abgestimmt sei 
und auf spezifische Eigenschaften der betreffenden Immobilie eingehe (bspw. Vermerk «1 Stk 
Unterkonstruktion für Ziegeldach» sowie Nennung der Anzahl einzubauender Module). Weiter 
falle am Schreiben an Herrn b. auf, dass die A. AG darin offeriere, die Betriebskosten für die 
Photovoltaikanlage bzw. der entsprechenden «App» X mit der jährlichen Stromrechnung zu 
verrechnen – was nicht nur die Verwendung von Daten aus dem Monopolbereich im markt-
wirtschaftlichen Geschäftsfeld voraussetze, sondern auch die fehlende finanzielle Abgrenzung 
der beiden Tätigkeitsbereiche der A. AG veranschauliche (Quersubventionsproblematik).12 

38.  Die A. AG macht in Bezug auf dieses Schreiben geltend, die spezifischen Informationen 
der Offerte seien anlässlich eines Beratungsgesprächs zwischen der d. GmbH (Partner der A. 
AG, der für die Installation der PV- Anlagen zuständig gewesen sei) und Herrn e. gewonnen 
worden.13 

39.  Beim  genannten  Schreiben  an  Herrn  b.  handelt  es  sich  um  eine  konkrete  Offerte  der 
A. AG zur Installation einer PV-Anlage. Die darauf ersichtlichen Daten stammen offenbar aus 
einem  persönlichen  Kundengespräch  zwischen  Herrn  und  Frau  b.  und  Herrn  e.  von  der 
d. GmbH.  Dies  geht  aus  einer  von  der  A.  AG  eingereichten  E-Mail  hervor,  in  welcher  sich 
Herr e. für die «freundliche Aufnahme in ihrem Haus» bedankt und im Anhang die genannte 

6 Vgl. Anzeige B. vom 7.1.2019, Beilage 9. 
7 Vgl. Stellungnahme B vom 4.6.2019, Rz 14. 
8 Vgl. Stellungnahme A. AG vom 12.4.2019, Rz 12. 
9 Vgl. Stellungnahme A. AG vom 12.4.2019, Rz 7 ff. und Beilage 1.  
10 Vgl. [www] (3.8.2020). 
11 Vgl. Anzeige B vom 7.1.2019, Beilage 10. 
12 Vgl. Anzeige B vom 7.1.2019, Rz 10 sowie Beilage 10. 
13 Vgl. Stellungnahme A. AG vom 12.4.2019, Rz 12. 

6 

 
 
 
 
 
 
 
Offerte der A. AG vom 21. November 2016 zustellt. Dementsprechend erscheint es nahelie-
gend,  dass  die  von  B.  genannten  spezifischen  Informationen  wie  Stromverbrauch  etc.  von 
Herrn b. selbst stammen. Wie der Erstkontakt zwischen der A. AG und Herrn b. zustande kam, 
ist nicht bekannt. Insgesamt zeigen sich damit in Bezug auf die Offerte an Herrn b. keine ge-
nügenden Anhaltspunkte, dass die A. AG dazu auf Daten aus dem Monopolbereich zurückge-
griffen hat.  

40. 
Im  dritten  von  B.  genannten  Schreiben  –  dem  Schreiben  vom  3.  Januar  2017  an 
Herrn c.14 – zeige sich die Verwendung von Monopoldaten im wettbewerblichen Tätigkeitsbe-
reich daran, dass das Angebot für «[…]» einer Photovoltaikanlage nicht die Liegenschaft von 
Herrn c. an der Zustelladresse in […] (ausserhalb des A. AG-Versorgungsgebiets) habe be-
treffen können – die Liegenschaft in […] verfüge über keine Photovoltaikanlage. Stattdessen 
habe das Schreiben auf die Liegenschaft […] im A. AG-Versorgungsgebiet abgezielt, welche 
mit einer Photovoltaikinstallation ausgerüstet sei. Den Bezug zwischen der Liegenschaft […] 
und der Wohnadresse von Herrn c. ausserhalb des A. AG-Versorgungsgebiets habe die A. AG 
lediglich aufgrund von Kundendaten aus dem Monopolbereich herstellen können.15 

41.  Die A. AG macht diesbezüglich geltend, dass die Adresse von Herrn c. am 7. Dezember 
2016 von der C. AG gekauft worden sei.16 Dazu reicht sie entsprechende Rechnungen betr. 
Adresslieferungen und eine Mail-Bestätigung der C. AG ein, wonach in der Adresslieferung 
vom  7. Dezember  2016  zwei  an  einen  Herrn  c.  gerichtete  Adressen  enthalten  gewesen 
seien.17  

42.  Auch hier ist es möglich, mithilfe des […] Portals herauszufinden, wem eine bestimmte 
Parzelle im Netzgebiet der A. AG gehört (vgl. vorne Rz 35). Schliesslich enthält das Schreiben 
auch den Hinweis, dass falls Herrn c. noch keine PV-Anlage habe, er mehr Informationen dazu 
im  beiliegenden  Flyer  finde.  Aus  dem  eingereichten  Schreiben  an  Herrn  c.  ist  zudem  nicht 
ersichtlich,  auf  welches  konkrete  Objekt  sich  die  beworbene  Leistung  (Reinigung  der  PV-
Anlage) bezieht. Damit kann insgesamt nicht erstellt werden, dass die A. AG in Bezug auf das 
Schreiben an Herrn c. auf Monopoldaten zurückgegriffen hat. 

43.  Zusammenfassend ist festzuhalten, dass alleine aus dem Inhalt der drei von B einge-
reichten Schreiben nicht geschlossen werden kann, dass dafür Daten aus dem Monopolbe-
reich der A. AG verwendet wurden, um Werbung für die Installation von PV-Anlagen sowie 
Unterhaltsarbeiten zu machen. Weitere konkrete Schreiben liegen dem Sekretariat nicht vor. 

44.  Die A. AG führt allerdings selbst aus, dass es sich beim von B ins Feld geführten Sach-
verhalt «um eine einmalige Angelegenheit im Sommer 2016» gehandelt habe, die zudem auf 
einem «IT-Versehen» beruht habe.18 Die fraglichen Werbeschreiben […] (bestehend aus einer 
Einladung zu einer Informationsveranstaltung und einem Flyer mit Informationen zum Produkt 
«X»)19 seien im Juli und August 2016 verschickt worden.20 Die A. AG habe aufgrund dieses 
Vorfalls bereits im Spätsommer 2016 ihre Compliance-Massnahmen verbessert.21 Diese seien 

14 Vgl. Anzeige B vom 7.1.2019, Beilage 11. 
15 Vgl. Anzeige B vom 7.1.2019, Rz 11 sowie Beilage 11. 
16 Vgl. Stellungnahme A. AG vom 12.4.2019, Rz 12. 
17 Vgl. Stellungnahme A. AG vom 12.4.2019, Beilagen 5 und 6. 
18 Vgl. Stellungnahme A. AG vom 12.4.2019, Rz 7 ff. 
19 Vgl. Anzeige B. vom 7.1.2019, Beilage 9. 
20 Vgl. Stellungnahme A. AG vom 22.6.2020, Antwort auf Frage 1.b). 
21 Vgl. Stellungnahme A. AG vom 12.4.2019, Rz 7 ff. 

7 

 
 
 
 
 
 
 
auch anschliessend stetig weiterentwickelt und ergänzt worden. Mit Schreiben vom 1. Novem-
ber 2019 reichte die A. AG dem Sekretariat eine entsprechende Auflistung ihrer überarbeiteten 
Compliance-Massnahmen ein.22 

45.  Weiter bringt die A. AG vor, dass ab […] alle Kundenadressen für […] bei einem Daten-
lieferanten  eingekauft  worden  seien.23  Die  A.  AG  unterscheide  nach  Massgabe  von  Art. 10 
StromVG strikt zwischen dem Kundenstamm aus dem Monopolbereich und den anderen Kun-
denstämmen.  Im  Wettbewerbsbereich  beziehe  die  A.  AG  die  Kundendaten  (zu  mehr  als 
[…] %24) von qualifizierten Drittunternehmen. Die restlichen Daten erhalte die A. AG direkt von 
den Kundinnen und Kunden ([…]).25 

46. 
Im Übrigen verweist die A. AG betreffend Sachverhalt auf […]. [Darin] führte die A. AG 
aus, dass vermutungsweise […] Adressen des veralteten Adressstammes von der fraglichen 
Marketingaktion betroffen gewesen seien. Dies entspreche ca. […] % des gesamten Adress-
stammes der A. AG in deren Versorgungsgebiet. Sollte überhaupt ein Marktvorteil bzw. eine 
Wettbewerbsverzerrung vorliegen, was vorliegend bestritten werde, so sei eine solche zumin-
dest als minim (marginal) zu qualifizieren. Die Adressen seien umgehend nach Bekanntwer-
den des Versehens gelöscht worden.26 Die Adresse von Herrn a. entstamme diesem «veral-
teten» Adressstamm.27 

47.  Gemäss den Angaben der C. AG fand die erste Lieferung von Privatadressen am 12. Ok-
tober 2016 statt. Damals wurden […] Privatadressen von Ein- und Zweifamilienhäusern zum 
einmaligen Gebrauch geliefert.28 Sämtliche vorherigen Datenlieferungen der C. AG betrafen 
keine  Privatkunden,  sondern  Gewerbekunden.29  Es  wurde  von  der  A.  AG  denn  auch  nicht 
geltend gemacht, dass vor diesem Datum Lieferungen von Privatadressen von der C. AG oder 
von anderen Adresslieferanten erfolgt seien.  

48.  Da die A. AG somit vor dem 12. Oktober 2016 keine Privatkundenadressen (Consumer) 
eingekauft hat, kann zusammenfassend festgehalten werden, dass die vor diesem Zeitpunkt 
verwendeten Adressen von der A. AG selbst stammen müssen.  

49. 

[…]  

50.  Dieser Sachverhalt wird seitens der A. AG denn auch im vorliegenden Verfahren nicht 
bestritten. Somit ist für die vorliegende Vorabklärung davon auszugehen, dass bis zum 12. Ok-
tober  2016  mindestens  […]  Adressen  aus  dem  Monopolbereich  im  Wettbewerbsbereich  zu 
Werbezwecken verwendet wurden. Unklar bleibt allerdings, ob und wie viele weitere Adressen 
aus  dem  Monopolbereich  für  die  Marketingkampagne  «[…]»  verwendet  wurden.  Die  A.  AG 
macht geltend, die genaue Anzahl versendeter Schreiben in Rahmen der genannten Werbe-
aktion könne nicht mehr eruiert werden.30 Die Informationsveranstaltungen hätten in den Ge-
meinden […], […], […], […] und […] stattgefunden. Gestützt auf die Einwohnerzahlen dieser 

22 Vgl. Stellungnahme A. AG vom 1.11.2019, Rz 4. 
23 Vgl. Stellungnahme A. AG vom 12.4.2019, Rz 7 ff. 
24 Vgl. Stellungnahme A. AG zu den Fragen des […] vom 23. Juli 2018, Antwort zur Frage 2.b., […], 
Ordner 1, S. 387 f. 
25 Vgl. Stellungnahme A. AG vom 12.4.2019, Rz 11. 
26 Vgl. Stellungnahme A. AG zu den Fragen des […] vom 23.7.2018, Rz 7 f., […], Ordner 1, S. 391. 
27 Vgl. Stellungnahme A. AG zu den Fragen des […] vom 23.7.2018, Antwort zur Frage 7.a, […], Ord-
ner 1, S. 385. 
28 Vgl. Stellungnahme C. AG vom 20.3.2020, Rechnung 373298 vom 13.10.2016. 
29 Vgl. Stellungnahme C. AG vom 20.3.2020, Rechnung 368486 vom 3.9.2015; Rechnung 368496 
vom 3.9.2015; Rechnung 369998 vom 6.1.2016; Rechnung 373122 vom 30.9.2016. 
30 Vgl. Stellungnahmen A. AG vom 22.6.2020, Antwort auf Frage 1.a); vom 14.7.2020; Ziff.1. 

8 

 
 
 
 
 
 
 
Gemeinden könnten höchstens 2 000 bis 4 000 potentielle Adressaten überhaupt in Betracht 
kommen.31 Für die Informationsveranstaltungen seien keine Teilnehmerlisten geführt worden. 
Die für die Informationsveranstaltungen gebuchten Räume hätten in der Regel eine Kapazität 
von 50-250 Personen aufgewiesen, wobei dieses Potential – gemäss Erinnerungen von Mit-
arbeitenden – in keinem Fall nur annähernd ausgeschöpft worden sei.32 Ginge man von maxi-
mal 250 Plätzen pro Informationsveranstaltung in den fünf Gemeinden aus, gäbe dies insge-
samt 1 250 Plätze, d. h. 1 250 Werbeschreiben.  

Im Mai 2016 reichte die A. AG der C. AG überdies […] Privatadressen zur Bereinigung 
51. 
und Anreicherung ([…]) ein.33 Dies entspricht in etwa dem gesamten Adressstamm der A. AG 
in deren Versorgungsgebiet (vgl. vorne Rz 46, wonach […] Adressen ca. […] % des gesamten 
Adressstammes der A. AG in deren Versorgungsgebiet ausmachen). Es wird nicht bestritten, 
dass diese Adressen von der A. AG selbst stammen und nicht zuvor von Dritten eingekauft 
worden sind. Die A. AG führt dazu aus, dass die Daten aufgrund einer Migration von «SAP» 
auf «kVASy» für eine Kundensegmentierung unbrauchbar gewesen seien und zum Teil Dub-
letten und falsche Adressen enthalten hätten. Die Datenanreicherung habe die Kundenseg-
mentierung erleichtern und damit die Auswertungsmöglichkeiten verbessern sowie zielgenau-
ere  Kalkulationen  und  Kampagnen  zu  Stromprodukten  ermöglichen  sollen.  Nach  der 
Anreicherung habe sie die Daten wieder ins «kVASy» eingespiesen und die Segmentierung 
vorgenommen. Auf Basis der erhaltenen Informationen sei per 1. Januar 2017 ein separates 
Preisblatt für Private und das Kleingewerbe erstellt worden. Im Oktober 2017 sei zudem an 
alle Adressen eine Information zu E-Rechnungen erfolgt. Für «X» seien die Adressen nicht 
verwendet worden.34 Dies entspricht auch den Ausführungen der […] Es ergeben sich somit 
keine Hinweise darauf, dass die A. AG die angereicherten Adressen für die Werbeaktion für 
«X» im Frühling/Sommer 2016 verwendet hat. Einzig die zeitliche Nähe – die bereinigten Ad-
ressen wurden gemäss Rechnung am 31. Mai 2016 geliefert35 – könnte dafür sprechen. Wären 
die Daten nur oder hauptsächlich zur Verwendung für die Werbeaktion «X» vom Frühling/Som-
mer 2016 bereinigt und angereichert worden, wäre es zudem naheliegend gewesen, die Ad-
ressen  um  zusätzliche  Merkmale  wie  «Ein-  und  Zweifamilienhäuser»  und  «gute  Solar-Eig-
nung»  (vgl.  dazu  Rz  56)  anzureichern.  Somit  kann  vorliegend  nicht  davon  ausgegangen 
werden, dass die Bereicherung und Anreicherung der […] Privatadressen für die Werbeschrei-
ben  «X»  diente  oder  diese  Adressen  auf  andere  Weise  im  Wettbewerbsbereich  verwendet 
wurden. 

52. 
Insgesamt ist in Bezug auf den Versand des Werbeschreibens für «X» im Frühling/Som-
mer 2016 festzuhalten, dass dazu zwischen dem 19. August 2016 und dem 12. Oktober 2016 
mindestens […] Adressen aus dem Monopolbereich im Wettbewerbsbereich verwendet wor-
den sind. Da die A. AG vor dem 12. Oktober 2016 keine Kundenadressen (Consumer) einge-
kauft hat, stammen sämtliche für diese Werbeaktion verwendeten Adressen von der A. AG 
selbst.  Es kann  jedoch nachträglich  nicht  mehr eruiert  werden,  wie viele  Privatpersonen  im 
Rahmen dieser Aktion tatsächlich angeschrieben wurden. Gestützt auf die Angaben der A. AG 
dürften insgesamt maximal 1 250 Schreiben im Zusammenhang mit der Werbeaktion «[…]» 
versendet worden sein. Entsprechend ist für die vorliegende Vorabklärung davon auszugehen, 
dass  die  A.  AG  insgesamt  maximal  1 250  Monopoladressen  für  Werbezwecke  im  Wettbe-
werbsbereich genutzt hat. 

31 Vgl. Stellungnahme A. AG vom 14.7.2020; Ziff.3. 
32 Vgl. Stellungnahme A. AG vom 22.6.2020, Antwort auf Frage 1.a). 
33 Vgl. Stellungnahme C. AG vom 20.3.2020, Rechnung 371795 vom 6.6.2016. 
34 Vgl. Stellungnahme A. AG vom 22.6.2020, Antwort auf Frage 3 b). 
35 Vgl. Stellungnahme C. AG vom 20.3.2020, Rechnung 371795 vom 6.6.2016. 

9 

 
 
 
 
 
 
 
53.  Hinweise auf die Verwendung von Monopoldaten im Zusammenhang mit weiteren Wer-
beschreiben oder sonstigen Aktionen liegen dem Sekretariat nicht vor. Die A. AG macht denn 
auch mehrfach geltend, dass es sich bei der Werbeaktion für «X» im Frühling/Sommer 2016 
«um eine einmalige Angelegenheit im Sommer 2016» gehandelt habe, die zudem auf einem 
«IT-Versehen» beruht habe. Zudem habe die A. AG aufgrund dieses Vorfalls ihre Compliance 
Massnahmen  bereits  im  Spätsommer  2016  verbessert  und  diese  würden  ständig  auf  den 
neusten Stand gebracht.36 

A.3.2  Finanzieller Wert der verwendeten Adressdaten 

54.  Gemäss den Ausführungen von C. AG ist eine Aufstellung nach Produktpreisen heute 
nicht mehr möglich, da es in den letzten Jahren immer wieder zu Änderungen gekommen sei.37  

55.  Um einen Überblick über die Preise für solche Daten- und Adresslieferungen zu erhalten, 
welche die A. AG in Anspruch genommen hat, werden die erfolgten Lieferungen von Privatad-
ressen – sog. Consumer Daten – von der C. AG an die A. AG nachfolgend aufgeführt: Eine 
grosse Datenlieferung von der C. AG an die A. AG gab es am 31. Mai 2017. Damals wurden 
der A. AG […] Privatadressen, angereichert mit dem Merkmal «Energieträger» und verknüpft 
mit «Solarinformationen und Eignungsklassen», zum uneingeschränkten Gebrauch für 12 Mo-
nate für einen Preis von CHF […] geliefert.38 Diese Lieferung beinhaltete auch […].39 

56.  Am 26. Januar 2018 wurden […] Adressen zur Einmalnutzung für «Ein- und Zweifamili-
enhäuser mit «guter Solar-Eignung aufwärts» für CHF […] geliefert,40 wobei die Lieferung von 
[…] solcher Adressen zur Einmalnutzung gemäss vorliegender Offerte zum Preis von CHF […] 
hätte erfolgen können.41 Am 18. Mai 2018 erfolgte sodann eine weitere Lieferung von Privat-
adressen: Es wurden […] Consumer Adressen zur Einmalnutzung für CHF […] geliefert.42 Am 
4. Juni 2018 erfolgte die Lieferung von […] Adressen zur Einmalnutzung zum Preis von CHF 
[…].43 Schliesslich wurden am 20. August 2018 […] Adressen zur Einmalnutzung zum Preis 
von  CHF  […]  geliefert.  Am  18.  Januar  2019  erfolgte  eine Lieferung  von  […]  Adressen  zum 
Preis von CHF […].44 Schliesslich gab es eine Lieferung vom 17. September 2019 von […] 
Adressen für CHF […].45 

In  den  von  der  C.  AG  eingereichten  Unterlagen  findet  sich  zudem  ein  Angebot  vom 
57. 
19. Januar 2018 für […] Adressen zur Einmalnutzung zum Preis von CHF […]46 und ein sol-
ches vom 29. Mai 2018 für […] Adressen für CHF […]. 

58.  Zusammengetragen ergeben sich daraus die folgenden Werte: 

36 Vgl. Stellungnahmen A. AG vom 12.4.2019, Rz 7 ff; vom 25.5.2020, S. 1. 
37 Vgl. Stellungnahme C. AG vom 20.3.2020, Ziff. 1. 
38 Vgl. Stellungnahme C. AG AG vom 20.3.2020, Rechnung 375916 vom 31.5.2017. 
39 Vgl. Stellungnahme C. AG vom 20.3.2020, Rechnung 375916 vom 31.5.2017; Angebot Be-
legnr. 206550 vom 19.1.2018. 
40 Vgl. Stellungnahme C. AG vom 20.3.2020, Rechnung Belegnr. 94630367 vom 31.1.2017. 
41 Vgl. Stellungnahme C. AG vom 20.3.2020, Angebot Belegnr. 206550 vom 19.1.2018. 
42 Vgl. Stellungnahme C. AG vom 20.3.2020, Rechnung Belegnr. 94631635 vom 18.5.2018. 
43 Vgl. Stellungnahme C. AG vom 20.3.2020, Rechnung Belegnr. 94632038 vom 26.6.2018. 
44 Vgl. Stellungnahme C. AG vom 20.3.2020, Rechnung Belegnr. 94634647 vom 23.1.2019. 
45 Vgl. Stellungnahme C. AG vom 20.3.2020, Rechnung Belegnr. 94637379 vom 23.9.2019. 
46 Vgl. Stellungnahme C. AG vom 20.3.2020, Angebot Belegnr. 206585 vom 19.1.2018. 

10 

 
 
 
 
 
 
 
Anzahl Adressen  

Preis in CHF  

Preis pro Adresse in CHF 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

Tabelle 1: Finanzieller Wert der von der C. AG an die A. AG gelieferten Adressen zur Ein-
malnutzung 

59.  Daraus resultiert ein Durchschnittspreis von CHF 2.33 pro Adresse zur Einmalnutzung. 
Für die zur Diskussion stehende Werbeaktion ist davon auszugehen, dass insgesamt maximal 
1 250 Adressen verwendet wurden. Hätte die A. AG diese Adressen bei einem Dritten – C. AG 
oder einem anderen Adresslieferanten – einkaufen müssen, darf davon ausgegangen werden, 
dass sie dies etwa CHF 2 900.– gekostet hätte. 

60.  Die  von  der  A.  AG  für  die  Werbeaktion  «[…]»  maximal  verwendeten  1 250  Adressen 
hätten somit bei einem Dritten für rund CHF 2 900.– beschafft werden können. 

61.  Weiter sind diese Kosten in Relation zu den übrigen Werbemassnahmen zu setzen, wel-
che die A. AG im Zusammenhang mit der Bewerbung von «X» unternommen hat. Gemäss 
den Ausführungen der A. AG erfolgte der Kick-off für die Werbung im Zusammenhang mit der 
Lancierung von «X» im März 2016 und zwar – nebst der Direktwerbung – mit folgenden Mas-
snahmen zu den genannten Kosten:47  

  Medienmitteilung: […] 

  YouTube-Video: Kosten: CHF […] 

  Berichterstattung in den […]: keine Kosten 

  Anzeige in […]: […] 

  Publireportage im […]: Kosten: CHF […] 

62.  Bei den erwähnten Massnahmen sei sodann in der Regel nicht ersichtlich, welche Pri-
vatkunden mit dieser Werbung angesprochen worden seien. Beim YouTube-Video seien bis 
zum heutigen Tag beinahe 900 Aufrufe zu verzeichnen.48 

63.  Für  die  Werbemassnahmen  im  Zusammenhang  mit  der  Lancierung  von  «X»  im  März 
2016 hat die A. AG (ohne Direktwerbung) rund CHF […] (plus Personalkosten) ausgegeben. 

47 Vgl. Stellungnahme A. AG vom 25.5.2020, Antwort zu Frage 4 sowie Beilage 1. 
48 Vgl. Stellungnahme A. AG vom 25.5.2020, Antwort zu Frage 4. 

11 

 
 
 
 
 
 
 
Hätte sie nicht auf die Adressen aus dem Monopolbereich zurückgegriffen, hätte sie zudem 
rund CHF 2 900.– für den Kauf bzw. für die Benutzung von Adressen zwecks Versand von 
Werbeschreiben an Privatkunden investieren müssen. Dies zeigt, dass der Kauf der Adressen 
im Verhältnis zu den gesamten Kosten für Werbemassnahmen weniger ins Gewicht gefallen 
wäre. 

A.3.3  Entwicklungen im Bereich der Installation von PV-Anlagen für Privatkunden 

64.  B macht geltend, der Monopoldatenmissbrauch durch die A. AG im Rahmen ihrer Solar-
zellenkampagne «X» ab Mitte 2016 habe für die Mitbewerber auf dem Gebäudetechnikmarkt 
in der Region […] schwere Nachteile und damit verbunden finanzielle Verluste zur Folge ge-
habt.49 Ab Mitte 2016 sei der A. AG-Marktanteil am […] Solarzellen-Installationsmarkt schlag-
artig auf über [60-70] % emporgeschnellt. Dies stünde in direktem Zusammenhang mit den 
Werbeschreiben für das Produkt «X» (und damit dem Monopoladressmissbrauch).50 Vor der 
strittigen Kampagne habe der Anteil der A. AG auf diesem Markt 0 % betragen.51 

65.  Um die geltend gemachte Marktverzerrung aufzuzeigen, reichte die Anzeigerin folgende 
Tabelle ein: 

Jahr  

2015 

2016 

2017 

Total Solaran-
lagen im 
Schweizer A. 
AG-
Versorgungs-
gebiet 

neu installiert 
im Schweizer 
A. AG-
Versorgungs-
gebiet im ent-
sprechenden 
Jahr  

davon A. AG 
Installationen 
X 

Marktanteil A. 
AG an Neuin-
stallationen in 
% 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

0 

[60-70] 

[20-30] 

Tabelle 2: Marktanteile gemäss Anzeigerin gestützt auf die Anzahl installierter PV-Anlagen52 

66.  Unter Berücksichtigung der Wettbewerber im Bereich Installation von PV-Anlagen stellte 
sich die Situation der A. AG gemäss Schätzung der Anzeigerin folgendermassen dar: 

Anbieter Installation PV-
Anlagen  

Marktanteil Anfang 2016 

Marktanteil Ende 2016/An-
fang 2017 

A. AG 

D. AG 

E. AG 

F. GmbH 

0 % 

> 10 % 

> 10 % 

> 10 % 

[60-70] % 

< 10 % 

< 10 % 

< 10 % 

49 Vgl. Stellungnahmen B vom 4.6.2019, Rz 16 ff. und vom 13.1.2020, Rz 1. 
50 Vgl. Stellungnahme B vom 13.1.2020, Rz 6. 
51 Vgl. Schreiben Anzeigerin vom 20.4.2020, Rz 2. 
52 Vgl. Schreiben Anzeigerin vom 20.4.2020, Beilage 4. 

12 

 
 
 
 
 
 
 
Anbieter Installation PV-
Anlagen  

Marktanteil Anfang 2016 

Marktanteil Ende 2016/An-
fang 2017 

G. GmbH 

H. AG 

I. AG 

J. GmbH 

K. GmbH 

L. AG 

M. 

N. GmbH & Co. KG 

O. AG 

P. AG 

Q. AG 

R. 

S. 

T. AG 

U. AG 

0 - 10 % 

0 - 10 % 

0 - 10 % 

0 - 10 % 

0 - 10 % 

0 - 10 % 

0 - 10 % 

0 - 10 % 

0 - 10 % 

0 - 10 % 

0 - 10 % 

0 - 10 % 

0 - 10 % 

0 - 10 % 

0 - 10 % 

< 5 % 

< 5 % 

< 5 % 

< 5 % 

< 5 % 

< 5 % 

< 5 % 

< 5 % 

< 5 % 

< 5 % 

< 5 % 

< 5 % 

< 5 % 

< 5 % 

< 5 % 

Tabelle 3: Anbieter von Photovoltaikanlagen im Kanton […] mit (der von B vorgenommenen) 
Schätzung der Marktanteile53 

67.  Zu dieser von der Anzeigerin aufgezeigten Marktsituation ist in erster Linie anzuführen, 
dass der dieser Marktsituation zu Grunde gelegte Markt räumlich zu klein definiert wurde. Wie 
nachfolgend bei der Marktabgrenzung aufgezeigt wird (vgl. Rz 108 ff.), wäre der Markt voraus-
sichtlich nicht kantonal, sondern eher überkantonal (Kanton […] plus umliegende Kantone und 
grenznahes  Ausland)  abzugrenzen.  Zudem  erscheint  die  Berechnung  der  Marktanteile  ge-
stützt auf den erzielten Umsatz aussagekräftiger als die Marktanteilsberechnung gestützt auf 
die Anzahl neu installierter PV-Anlagen. Basierend auf den zurzeit vorliegenden Umsatzzahlen 
ergeben sich damit folgende Marktanteile: 

Unter-
neh-
men  

Umsatz 
2015 in 
CHF 

MA 
2015 in 
% 

Umsatz 
2016 in 
CHF 

MA 
2016 in 
% 

Umsatz 
2017 in 
CHF 

MA 
2017 in 
% 

Umsatz 
2018 in 
CHF 

MA 
2018 in 
% 

A. AG54 

0 

0 

[…] 

[30-40] 

[…] 

[30-40] 

[…] 

[10-20] 

53 Vgl. Stellungnahme B vom 20.4.2020, Beilage 2 und 3. 
54 Vgl. Stellungname A. AG vom 25.5.2020, Antwort auf Frage 7. 

13 

 
 
 
 
 
 
 
Umsatz 
2015 in 
CHF 

MA 
2015 in 
% 

Umsatz 
2016 in 
CHF 

MA 
2016 in 
% 

Umsatz 
2017 in 
CHF 

MA 
2017 in 
% 

Umsatz 
2018 in 
CHF 

MA 
2018 in 
% 

[…] 

[30-40] 

[…] 

[20-30] 

[…] 

[20-30] 

[…] 

[20-30] 

[…] 

[20-30] 

[…] 

[10-20] 

[…] 

[10-20] 

[…] 

[20-30] 

[…] 

[10-20] 

[…] 

[0-10] 

[…] 

[0-10] 

[…] 

[10-20] 

Unter-
neh-
men  

F. 
GmbH
55 

V. 
GmbH
56 

W. 
AG57 

M.58  

[…] 

[10-20] 

[…] 

[0-10] 

X. AG59 

[…] 

[10-20] 

[…] 

[0-10] 

H. AG60 

Y. AG61 

K. 
GmbH
62  

Z.63 

TOTAL 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[0-10] 

[0-10] 

[0-10] 

[0-10] 

100 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[0-10] 

[0-10] 

[0-10] 

[0-10] 

100 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[0-10] 

[0-10] 

[0-10] 

[0-10] 

[0-10] 

[0-10] 

100 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[0-10] 

[0-10] 

[0-10] 

[0-10] 

[0-10] 

[0-10] 

100 

Tabelle 4: Marktanteile auf dem Markt für die Installation von PV-Anlagen für Privatpersonen 

68.  Tabelle 4 zeigt lediglich eine Tendenz der Marktanteilsentwicklung aufgrund der derzeit 
vorliegenden Zahlen auf. Wie bereits aus der von der Anzeigerin eingereichten Tabelle 3 er-
sichtlich wird, fehlen zum einen zahlreiche kleinere regionale Anbieter und zum anderen blei-
ben Anbieter aus dem grenznahen Ausland völlig unberücksichtigt. Gemäss der Kundenüber-
sicht betr. Sicherheitsnachweise für PV-Anlagen im Sinne von Art. 35 Abs. 3 NIV64 scheint hier 
vor allem die AA. GmbH aus […] eine starke Konkurrentin der A. AG hinsichtlich der Installation 
von PV-Anlagen im Raum […] zu sein.65  

55 Vgl. […] Stellungnahme F. GmbH vom 21.4.2020, Antwort auf Frage 7 und 8. 
56 Vgl. Stellungnahme V. GmbH vom 27.3.2020, Antwort auf Frage 7. 
57 Vgl. Stellungnahme W. AG vom 30.3.2020, Antwort auf Frage 7. 
58 Vgl. Stellungnahme M. vom 6.5.2020, Antwort auf Frage 7. 
59 Vgl. Stellungnahme X. AG vom 27.3.2020 (Eingang), Antwort auf Frage 7. 
60 Vgl. Stellungnahme H. AG vom 18.3.2020, Antwort auf Frage 7. 
61 Vgl. Stellungnahme Y. AG vom 25.3.2020 (Eingang), Antwort auf Frage 7. 
62 Vgl. Stellungnahme K. GmbH vom 18.3.2020, Antwort auf Frage 7. 
63 Vgl. Stellungnahme Z. GmbH vom 15.3.2020, Antwort auf Frage 7. 
64 Verordnung über elektrische Niederspannungsinstallationen vom 7.11.2001 (Niederspannungs-In-
stallationsverordnung, NIV; SR 734.27). 
65 Vgl. Stellungnahme A. AG vom 25.5.2020, Beilage 5. 

14 

 
 
 
 
 
 
 
69.  Aus der Tabelle lässt sich durchaus ein Effekt des Markteintritts der A. AG im Bereich 
Installation  von  PV-Anlagen  im  Privatkundenbereich  erkennen.  Das  Produkt  «X»  wurde  im 
Frühling 2016 lanciert und die A. AG konnte bereits in diesem Jahr einen Umsatz von rund 
CHF […] erzielen. In den Jahren 2016 und 2017 erreichte sie mit «X» einen Marktanteil von 
höchstens [30-40] % bzw. [30-40] %. Für das Jahr 2017 lässt sich sodann erkennen, dass […] 
das Gesamtmarktvolumen beträchtlich anstieg. Dieses brach aber bereits im Jahr 2018 wieder 
ein; ebenso der Umsatz der A. AG. Dieser betrug im Jahr 2018 nur noch CHF […], was einem 
Marktanteil  von  höchstens  [10-20] %  entspricht,  und  im  Jahr  2019  sogar  nur  noch  CHF  
[…].–.66 Insgesamt lässt sich damit erkennen, dass die Einführung von «X» zwar Wirkungen 
auf das Wettbewerbsumfeld hatte, diese Wirkungen aber von sehr kurzfristiger Natur waren 
und die A. AG bereits zwei Jahre später mit erheblichen Umsatzeinbussen zu kämpfen hatte. 
Von längerfristigen, geschweige denn von dauerhaften Auswirkungen des Markteintritts der A. 
AG kann damit nicht die Rede sein. Insbesondere lässt sich aber aus den dargelegten Zahlen 
keineswegs schliessen, dass sich der Umsatz bzw. die Marktanteile in den Jahren 2016 und 
2017 aufgrund eines Werbeschreibens der A. AG so entwickelt haben. Vielmehr ist in diesem 
Zusammenhang relevant, dass die A. AG 2016 neu in den Markt für Installationen von PV-
Anlagen bzw. für PV-Anlagen-Contracting eingetreten ist und dieser Markteintritt von diversen 
Werbeaktionen  mittels  verschiedener  Medien  begleitet  wurde  (vgl.  vorne  Rz 71  und  hinten 
Rz 141 ff.). Wie ausschlaggebend das Werbeschreiben für den Kaufentscheid einer Kundin 
oder eines Kunden gewesen ist, kann aus den dargelegten Marktanteilen nicht abgeleitet wer-
den (vgl. dazu hinten Rz 141 ff.). Schliesslich ist anzumerken, dass die A. AG auch im Jahr 
2018 grossflächig und mehrfach Werbeschreiben und Flyer in Sachen «X» an Privatpersonen 
versendet hat,67 diese aber angesichts der erheblichen Umsatzeinbussen im Jahr 2018 und 
2019 den gewünschten Effekt nicht zu erzielen vermochten.  

70.  B macht im Zusammenhang mit den angeblichen Wirkungen des Werbeschreibens wei-
ter geltend, aus der eingereichten Liste der «X»-Kunden68 gehe hervor, dass die A. AG mit der 
«X»-Kampagne im […] Kanton […] und den angrenzenden Gebieten Projekte akquiriert habe. 
Zudem veranschauliche die Kundenliste das Ausmass der Wettbewerbsverzerrung durch den 
Monopoladressmissbrauch am Markt: So fänden sich unter den aufgeführten «X»-Käufern le-
diglich  […]  «Nicht-Stromkunden»;  sämtliche  übrigen  […]  «X»-Käufer  seien  demgegenüber 
gleichzeitig monopolgebundene Strombezüger von A. AG. Selbst wenn es nun zuträfe, dass 
A. AG-Mitarbeiter hiervon […] «X»-Projekte direkt akquirierten, blieben immer noch […] «X»-
Aufträge, welche auf die fraglichen Werbeschreiben an A. AG-Stromkunden zurückgingen.69 

71.  Aus der genannten Liste lässt sich entgegen der Ansicht von B nicht erkennen, auf wel-
che Werbeaktion die «X»-Aufträge zurückzuführen sind. Die A. AG liess im fraglichen Zeitraum 
diverse Werbeaktionen wie Facebook- und YouTube-Videos, Berichterstattungen und Anzei-
gen in Zeitungen und Zeitschriften, den Versand von Flyern und Infoveranstaltungen laufen.70 
Weshalb genau sich die Kundinnen und Kunden in den Jahren 2016 und 2017 letztendlich für 
eine «X»-Anlage und nicht für eine PV-Anlage eines anderen Anbieters entschieden haben, 
lässt sich heute nicht mehr feststellen. Es scheint denn auch am wahrscheinlichsten, dass sich 
der Entscheid für den Kauf einer «X»-Anlage nicht auf ein einziges Werbeschreiben zurück-
führen lässt, sondern eher auf mehreren Umständen wie verschiedene Werbeaktionen, Ver-
gleich von verschiedenen Angeboten sowie die Bekanntheit der A. AG als Stromnetzbetreibe-
rin und ihr erhöhtes Ansehen als staatsnahes Unternehmen gründete (vgl. dazu hinten Rz 141 
ff.). Da die A. AG unter anderem auch als Stromnetzbetreiberin im Kanton […] tätig ist (vgl. Rz 

66 Vgl. Stellungnahme A. AG vom 25.5.2020, Antwort auf Frage 7. 
67 Vgl. Stellungnahme A. AG vom 25.5.2020, Beilage 1. 
68 Vgl. Stellungnahme A. AG vom 25.5.2020, Beilage 2. 
69 Vgl. Stellungnahme B vom 13.1.2020, Rz 6. 
70 Vgl. Stellungnahme A. AG vom 25.5.2020, Beilage 1. 

15 

 
 
 
 
 
 
 
28), ist es nicht weiter erstaunlich, dass sich die meisten «X»-Kunden im Netzgebiet der A. AG 
wiederfinden und diese somit auch Netzkunden der A. AG sind. Auch aus diesem Umstand 
kann weder zu Gunsten noch zu Ungunsten der A. AG etwas abgeleitet werden. 

Insgesamt lässt sich im Bereich der Installation von PV-Anlagen für Privatkunden der 
72. 
erfolgreiche Markteintritt der A. AG im Jahr 2016 anhand der erzielten Umsätze erkennen. Aus 
den Zahlen geht jedoch nicht hervor, dass sich diese Umsätze und die damit einhergehende 
kurzfristige Verbesserung der Marktstellung auf das zur Diskussion stehende Werbeschreiben 
für das Produkt «X» zurückführen lassen.  

73.  Schliesslich bleibt zu erwähnen, dass die A. AG gemäss eigenen Angaben beabsichtigt, 
das gesamte Geschäftsfeld Energiedienstleistungen, u.a. «X», mangels Rentabilität und auf-
grund veränderter politischer Rahmenbedingungen (Wegfall von Fördergeldern) per Ende des 
ersten  Halbjahres  2020  einzustellen.  Es  sei  nämlich  lediglich  in  etwas  mehr  als  […] %  der 
Kundenanfragen überhaupt zu einem Vertragsabschluss gekommen.71 Mit Geschäftsleitungs-
beschluss  vom  22.  Juni  2020  sei  dieser  Entscheid  nun  rechtsgültig  erfolgt  und  Anfragen  in 
Bezug auf «X» würden per sofort an das lokale Gewerbe weitergeleitet.72 

B 

Erwägungen 

B.1  Geltungsbereich  

74.  Das Kartellgesetz (KG) gilt für Unternehmen des privaten und öffentlichen Rechts, die 
Kartell- oder andere Wettbewerbsabreden treffen, Marktmacht ausüben oder sich an Unter-
nehmenszusammenschlüssen beteiligen (Art. 2 KG). 

75.  Als Unternehmen gelten sämtliche Nachfrager oder Anbieter von Gütern und Dienstleis-
tungen im Wirtschaftsprozess, unabhängig von ihrer Rechts- oder Organisationsform (Art. 2 
Abs. 1bis KG). Die A. AG ist als solches Unternehmen zu qualifizieren. 

76.  Die  Prüfung  der  Marktbeherrschung  des  Unternehmens  erfolgt  unter  Art. 7  KG  (vgl. 
Rz 87 ff.). Die marktbeherrschende Stellung stellt eine qualifizierte Form der Ausübung von 
Marktmacht dar.73 Wird nachstehend somit die marktbeherrschende Stellung bejaht, wird da-
mit auch die Ausübung von Marktmacht festgestellt. Falls eine marktbeherrschende Stellung 
verneint werden sollte, ist die Prüfung der Marktmacht obsolet, da in diesem Fall kein kartell-
rechtsrelevantes Verhalten im Sinne von Art. 7 KG vorliegt. Es kann auf die dortigen Ausfüh-
rungen verwiesen werden. 

B.2 

Vorbehaltene Vorschriften und Zuständigkeit 

77.  Dem KG sind Vorschriften vorbehalten, die auf einem Markt für bestimmte Waren oder 
Leistungen  Wettbewerb  nicht  zulassen,  insbesondere  Vorschriften,  die  eine  staatliche 
Markt- oder Preisordnung begründen, und solche, die einzelne Unternehmen zur Erfüllung öf-
fentlicher Aufgaben mit besonderen Rechten ausstatten (Art. 3 Abs. 1 KG). Gemäss Bundes-
gericht ist Art. 3 Abs. 1 KG restriktiv auszulegen. Ein Ausschluss des Kartellgesetzes ist nur 

71 Vgl. Stellungnahme A. AG vom 25.5.2020, 1. 
72 Vgl. Stellungnahme A. AG vom 22.6.2020, 2 Bst. a. 
73 Vgl. RPW 2001/2, S. 268, Rz 79; Botschaft zum KG, Sonderdruck, S. 80 f.; BORER, Kommentar zum 
schweizerischen Kartellgesetz, Zürich 1998, Art. 2 Rz 14. 

16 

 
 
 
 
 
 
 
gestützt auf eine klare gesetzliche Grundlage möglich, die ein wettbewerbsbehinderndes Ver-
halten verordnet oder zulässt.74 Ebenfalls nicht unter das Gesetz fallen Wettbewerbswirkun-
gen, die sich ausschliesslich aus der Gesetzgebung über das geistige Eigentum ergeben (Art. 
3 Abs. 2 KG). 

78.  Vorliegend steht in erster Linie die Frage im Raum, ob die A. AG für die Bewerbung ihres 
Produktes «X» in kartellrechtswidriger Weise Monopoldaten verwendet hat.  

79.  Der Monopolbereich im Strombereich umfasst im Wesentlichen das Stromnetz zur Über-
tragung und Verteilung von Strom sowie die Stromlieferung an Endkundinnen und Endkunden 
mit Grundversorgung (vgl. dazu Art. 22 Abs. 1 i. V. m. Art. 6 Abs. 1 StromVG). Gemäss der 
Botschaft zum StromVG enthält das StromVG «namentlich Vorschriften über das Recht auf 
Netznutzung (Netzzugang) und die Höhe der Netznutzungsentgelte. Damit werden diese Be-
reiche spezialgesetzlich geregelt»75 und das KG findet hier nur beschränkt Anwendung. In den 
übrigen Bereichen der Stromwirtschaft bleibt das Kartellgesetz hingegen nach wie vor in vol-
lem Umfang anwendbar.  

80.  Bei der Vermarktung des Produkts «A. AG X» handelt es sich nicht um eine Tätigkeit im 
Monopolbereich, sondern um eine gewerbliche Tätigkeit, bei welcher die A. AG mit zahlreichen 
anderen Unternehmen im Wettbewerb steht. Soweit die A. AG solche gewerblichen Tätigkei-
ten ausserhalb ihrer Monopolbereiche ausübt, untersteht sie als privatrechtlich tätiges Unter-
nehmen vollumfänglich dem Wettbewerbsrecht.76 

81. 
Insbesondere stellt auch Art. 10 StromVG keine vorbehaltene Vorschrift bzw. spezialge-
setzliche Bestimmung dar, welche die Anwendung des KG und damit die Zuständigkeit der 
Wettbewerbsbehörden ausschliessen würde.  

82.  Gemäss  Art.  10  Abs.  1  StromVG  haben  die  Elektrizitätsversorgungsunternehmen  die 
Unabhängigkeit  des  Netzbetriebs  sicherzustellen.  Quersubventionierungen  zwischen  dem 
Netzbetrieb  und  den  übrigen  Tätigkeitsbereichen  sind  untersagt.  Dabei  müssen  gemäss 
Abs. 2 der genannten Bestimmung wirtschaftlich sensible Informationen, die aus dem Betrieb 
der Elektrizitätsnetze gewonnen werden, von den Elektrizitätsversorgungsunternehmen unter 
Vorbehalt  der  gesetzlichen  Offenlegungspflichten  vertraulich  behandelt  werden  und  dürfen 
nicht für andere Tätigkeitsbereiche genutzt werden. Wer vorsätzlich die buchhalterische und 
rechtliche Entflechtung der Netzbereiche nicht oder falsch vornimmt oder Informationen aus 
dem  Netzbetrieb  für  andere  Tätigkeitsbereiche  nutzt,  wird  sodann  mit  Busse  bis  zu 
CHF 100 000.– bestraft (Art. 29 Abs. 1 Bst. b StromVG). Zuständig für die Überwachung der 
Einhaltung von Art. 10 StromVG ist gemäss der allgemeinen Bestimmung von Art. 22 StromVG 
die Elektrizitätskommission (nachfolgend: ElCom). Für die verwaltungsstrafrechtliche Verfol-
gung und Beurteilung entsprechender Widerhandlungen ist gemäss Art. 29 Abs. 3 StromVG 
demgegenüber das BFE zuständig.  

83.  Die ElCom überwacht gemäss Art. 22 StromVG die Einhaltung des Gesetzes, wobei sie 
insbesondere  für  Entscheide  in  Sachen  Netzzugang,  Netznutzungsbedingungen,  Netznut-
zungstarife und -entgelte sowie Elektrizitätstarife zuständig ist. Die Verwendung von Monopol-
daten im Wettbewerbsbereich hat jedoch keinen direkten Einfluss auf den Netzzugang oder 
die Netznutzungs- bzw. Elektrizitätstarife, also auf den Monopolbereich. Vielmehr geht es bei 
der in Rede stehenden Problematik – der Verwendung von Monopoldaten – vordergründig um 

74 Vgl. BGE 141 II 66, 71 f. E. 2.2.3 (= RPW 2015/1, 133 E. 2.2.3), Sanktionsverfügung: Hors-Liste 
Medikamente (Publikumspreisempfehlung betreffend Cialis, Levitra und Viagra). 
75 Vgl. Botschaft vom 3.12. 2004 zur Änderung des Elektrizitätsgesetzes und zum Stromversorgungs-
gesetz, BBl 2004 1611, 1675. 
76 Vgl. RPW 2014/1, 84 Rz 38, Eignerstrategie Energie Wasser Bern (ewb), m. w. H. 

17 

 
 
 
 
 
 
 
den Wettbewerb im gewerblichen Bereich und hier ist das Kartellgesetz in vollen Umfang an-
wendbar und die WEKO für die Durchsetzung zuständig (vgl. auch vorne Rz 79). Der ElCom 
stehen sodann auch – anders als im Bereich des Netzzugangs und der Tarife – keine unmit-
telbaren Mittel und insbesondere auch keine Sanktionsmöglichkeiten zur Verfügung, welche 
die Verwendung von Monopoldaten direkt verhindern würden. Soweit bekannt, hat die ElCom 
in diesem Bereich noch keine konkrete Weisung erlassen und auch im Rahmen der Vernehm-
lassung  zur  Revision  StromVG  wurden  diesbezüglich  keine  präzisierenden  Bestimmungen 
aufgenommen.77 Obwohl die ElCom aufgrund ihrer allgemeinen Aufsichtspflicht zwar grund-
sätzlich  auch  über  die  Einhaltung  des  Verbots  der  Verwendung  der  Monopoldaten  wachen 
würde, schliesst dies nicht aus, dass auch die WEKO gestützt auf das KG in diesem Bereich 
tätig werden kann und auch tätig werden muss, wenn entsprechende Verstösse gegen das 
Kartellgesetz  vorliegen.  Somit  ist  in  diesem  Bereich  –  auch  aufgrund  der  verschiedenen 
Schutzobjekte – von einer parallelen Zuständigkeit von ElCom und WEKO auszugehen. 

84.  Wie vorne erwähnt, ist für die Verfolgung und Beurteilung von Widerhandlungen gegen 
das Missbrauchsverbot von Monopoldaten sodann das BFE zuständig (vgl. Rz 82). Gemäss 
der Botschaft richten sich die Strafbestimmungen in Art. 29 StromVG grundsätzlich gegen na-
türliche Personen, welche das unter Strafe gestellte Verhalten ausgeführt haben. Gemäss Art. 
6 VStR78  kann  unter  Umständen  auch  der  Geschäftsherr  oder  Arbeitgeber,  welcher  eine 
Rechtspflicht zur Verhinderung der Tat verletzt hat, neben dem Arbeitnehmer der Strafbestim-
mung unterliegen.79  

85.  Auch hier spricht die historische Auslegung von Art. 10 Abs. 2 sowie Art. 29 StromVG 
dafür, dass der Gesetzgeber mit der Schaffung dieser Bestimmungen die Vorgaben des Kar-
tellgesetzes nicht wegbedingen wollte (vgl. Rz 79 und 84). Auch die Auslegung nach Sinn und 
Zweck spricht für dieses Ergebnis. Mit den Strafnormen in Art. 29 StromVG nicht geahndet 
werden  wettbewerbsschädliche  Verhaltensweisen  der  Energieversorgungsunternehmen.  In-
sofern  kann  mit  den  Instrumenten,  welche  das  StromVG  als  Spezialgesetz  zur  Verfügung 
stellt,  nicht  sichergestellt  werden,  dass  der  Gewinn,  der  aufgrund  des  Missbrauchs  einer 
marktbeherrschenden  Stellung  erwirtschaftet  wurde,  abgeschöpft  wird.80  Insofern  bestehen 
gestützt auf das StromVG keine finanziellen Anreize, die verhindern würden, dass ein markt-
beherrschendes Unternehmen seine Stellung missbraucht, um zu seinem Vorteil den Wettbe-
werb  zu  beeinträchtigen.  Mit  einem  Strafurteil  gegen  natürliche  Personen  können  zudem  – 
anders als mit den Mitteln des Kartellgesetzes (erneute Sanktionierung bei einem  Verstoss 
gegen behördlich verfügte Verhaltensanpassungen gemäss Art. 50 KG) – keine finanziellen 
Anreize gesetzt werden, dass sich das Unternehmen künftig wettbewerbskonform verhalten 
wird. Weder in der Botschaft noch in der Parlamentsdebatte finden sich Anhaltspunkte, dass 
der Gesetzgeber mit der Schaffung von Art. 10 Abs. 2 und Art. 29 StromVG im Falle eines 
wettbewerbsschädlichen Verhaltens eines marktbeherrschenden Unternehmens davon abse-
hen wollte, dass dieses mit den Mitteln des KG sanktioniert wird.  

[…] Wie erwähnt ändert dies jedoch nichts daran, dass die WEKO zur Beurteilung dieses 

86. 
Falles ebenfalls zuständig ist. […] 

77 Vgl. http://www.evupartners.ch/informatorische-entflechtung/ (3.8.2020) mit Hinweis auf die Medien-
mittelung vom 17.10.2018 des Bundesrats zur Revision des StromVG, 
(https://www.admin.ch/gov/de/start/dokumentation/medienmitteilungen/bundesrat.msg-id-72549.html 
[3.8.2020]). 
78 Bundesgesetz vom 22.3.1974 über das Verwaltungsstrafrecht (VStrR; SR 313.0). 
79 Vgl. BBl 2004 (Fn 75) 1664. 
80 Vorbehalten bleiben das Recht auf Netzzugang und die Höhe der Netznutzungsentgelte; vgl. vorne 
Rz 79. 

18 

 
 
 
 
 
 
 
B.3  Unzulässige Verhaltensweisen marktbeherrschender 

Unternehmen 

87.  Marktbeherrschende Unternehmen verhalten sich unzulässig, wenn sie durch den Miss-
brauch ihrer Stellung auf dem Markt andere Unternehmen in der Aufnahme oder Ausübung 
des Wettbewerbs behindern oder die Marktgegenseite benachteiligen (Art. 7 Abs. 1 KG). 

88.  Als marktbeherrschende Unternehmen gelten einzelne oder mehrere Unternehmen, die 
auf einem Markt als Anbieter oder Nachfrager in der Lage sind, sich von anderen Marktteil-
nehmern (Mitbewerbern, Anbietern oder Nachfragern) in wesentlichem Umfang unabhängig 
zu verhalten (Art. 4 Abs. 2 KG). 

89.  Bevor  sich  die  Marktstellung  eines  Unternehmens  beurteilen  lässt,  ist  der  relevante 
Markt zu definieren. Dieser beurteilt sich analog zu Art. 11 Abs. 3 VKU81 nach einer sachlichen 
und räumlichen Komponente.82 

B.3.1  Relevanter Markt 

90.  Vorliegend sind grundsätzlich zwei relevante Bereiche zu unterscheiden: Zum einen der 
Bereich, aus dem die Monopoldaten stammen – der Elektrizitätsbereich (Stromverteilung und 
Stromversorgung) – und zum anderen der Bereich, in dem diese Daten anschliessend mut-
masslich verwendet wurden – der Bereich der Installation von PV-Anlagen. 

B.3.1.1  Sachlich relevanter Markt 

B.3.1.1.1.  Elektrizitätsbereich 

91.  Die WEKO  unterscheidet im Elektrizitätsbereich praxisgemäss folgende sachlich rele-
vanten Märkte: Stromerzeugung, Stromübertragung, Stromverteilung, Stromversorgung und 
Stromhandel.83  

92.  Vorliegend geht es um den Vorwurf, dass die A. AG Daten von festen Endkundinnen 
und  Endkunden  aus  den  Monopolbereichen  Netz  und  Stromversorgung  verwendet  hat,  um 
damit Werbung für die Installation von PV-Anlagen bei Einfamilienhäusern zu betreiben. Bei 
der A. AG handelt es sich um eine Netzbetreiberin.84 Als solche ist sie auf den Märkten für 
Stromverteilung und Stromversorgung tätig, weshalb nachfolgend auf diese beiden Bereiche 
näher eingegangen wird. 

93.  Der Markt für Stromverteilung umfasst die Fortleitung von Elektrizität über die regio-
nalen und überregionalen Leitungen mittlerer und/oder niedriger Spannung. Auf dem Markt für 
Stromverteilung stehen die Verteilnetzbetreiber (nachfolgend: VNB) als Anbieter den Wieder-
verkäufern (bspw. kommunale Elektrizitätswerke) und den Endkundinnen und Endkunden als 
Nachfrager gegenüber. Die WEKO hat bisher darauf verzichtet, den Markt für Stromverteilung 
weiter nach Spannungsstärken zu segmentieren.85 Als zur Versorgung von Endkundinnen und 

81 Verordnung über die Kontrolle von Unternehmenszusammenschlüssen vom 17.6.1996 (VKU; 
SR 251.4). 
82 Vgl. BGE 139 I 72, E. 9.1 (= RPW 2013/1, 127 E. 9.1), Publigroupe SA et al./WEKO; Urteil des 
BVGer B-831/2011 vom 18.12.2018, E. 229 ff., Sanktionsverfügung - DCC. 
83 Zum ganzen Abschnitt vgl. RPW 2016/3 773 f., Rz 27 ff. BKW/AEK; RPW 2015/4, 773 Rz 74 ff., 
Groupe E Celsius SA; RPW 2013/3, 334 Rz 32 ff., AET/SES; RPW 2006/3, 476 Rz 63 ff., Atel – 
EOSH-Aktiven.  
84 Vgl. [www.] (3.8.2020). 
85 Vgl. RPW 2013/3, 334 Rz 35, AET/SES. 

19 

 
 
 
 
 
 
 
Endkunden im Kanton […] zuständige Verteilnetzbetreiberin ist die A. AG auf dem Markt für 
Stromverteilung tätig. 

94.  Der  Markt  für  Stromversorgung  umfasst  die  Belieferung  von  Stromverbrauchern 
(Haushalte und Grossunternehmen) und/oder Endverteilern (Betreiber von lokalen Elektrizi-
tätsnetzen)  durch  Stromversorger.  Es  stehen  sich  angebotsseitig  die  Stromversorger  und 
nachfrageseitig die Endkundinnen und Endkunden und/oder Wiederverkäufer (bspw. kommu-
nale Elektrizitätswerke) gegenüber. 

95.  Der Markt für Stromversorgung ist in dem Sinne weiter zu segmentieren, als dass mit 
Inkrafttreten des StromVG am 1. Januar 2008 nachfrageseitig die Unterscheidung eingeführt 
wurde zwischen sog. festen Endkundinnen und Endkunden (Haushalte und Gewerbebetriebe 
mit  einem  Jahresverbrauch  von  weniger  als  100  MWh  pro  Verbrauchsstätte,  Art.  6  Abs.  2 
StromVG) und Kunden mit Netzzugang gemäss Art. 13 Abs. 1 StromVG, welche frei wählen 
können,  von  welchem  Stromversorger  sie  ihren  Strom  beziehen  wollen.  Diese  gesetzliche 
Teilliberalisierung stellt die erste Etappe in der Liberalisierung des Marktes für Stromversor-
gung dar. In einer zweiten Etappe sollen auch Endkundinnen Endkunden und mit einem Jah-
resverbrauch von weniger als 100 MWh pro Verbrauchsstätte ihren Stromversorger frei wählen 
können.86 

96.  Bei  den  festen  Endkundinnen  und  Endkunden  fallen  Stromversorger  und  VNB  grund-
sätzlich zusammen. Für diese stellt der Strom eines anderen Stromversorgers kein Substitut 
für die Belieferung durch ihren Stromversorger/VNB dar. Feste Endkundinnen und Endkunden 
und können ihren Stromversorger nicht frei wählen. Im Gegensatz dazu können andere Ver-
braucher  (Kunden  mit  einem  jährlichen  Stromverbrauch  von  mehr  als  100  MWh)  ihren 
Stromlieferanten frei wählen (sogenannte Kunden mit Netzzugang). In der Folge muss darum 
zurzeit und vor einer weiteren Liberalisierung von einem Markt für Stromversorgung von festen 
Endkundinnen und Endkunden sowie von einem Markt für Stromversorgung von Kunden mit 
Netzzugang ausgegangen werden.87  

97.  Als Verteilnetzbetreiberin ist die A. AG für die Gewährleistung der Grundversorgung für 
die  festen  Endkundinnen  und  Endkunden  in  ihrem  Netzgebiet  zuständig  (Art.  6  Abs.  1 
StromVG). Vorliegend steht die Verwendung von Adressdaten von Privathaushalten zur Dis-
kussion, welche aufgrund ihres Verbrauchs den Stromlieferanten nicht wechseln können. In-
sofern stellt der Markt für Stromversorgung von festen Endkundinnen und Endkunden 
den sachlich relevanten Markt dar. 

98.  Somit handelt es sich in der vorliegenden Vorabklärung beim Markt für Stromverteilung 
und beim Markt für Stromversorgung von festen Endkundinnen und Endkunden um sachlich 
relevante Märkte. 

B.3.1.1.2.  Märkte im Bereich Installation von PV-Anlagen 

99.  Die WEKO hat in ihrer Praxis einen Markt für die Installation von Photovoltaikanla-
gen in Erwägung gezogen.88 Dieser umfasst im Allgemeinen Leistungen im Bereich Montage, 
Anschluss  und  Inbetriebnahme  von  PV-Anlagen,  In-  und  Aufdach  sowie  in  Fassaden  inte-
grierte Systeme. Auf der Nachfrageseite können grundsätzlich private Gebäudeeigentümer, 

86 Vgl. RPW 2013/3, 334 Rz 38, AET/SES. 
87 Vgl. RPW 2013/3, 334 Rz 39, AET/SES. 
88 Vgl. RPW 2018/4, 861 Rz 17, Bouygues Construction SA/Alpiq InTec AG/Kraftanlagen München 
GmbH. 

20 

 
 
 
 
 
 
 
Gewerbe-,  Industrie-  und  Energieversorgungsunternehmen  sowie  die  öffentliche  Hand  ste-
hen.89  

100.  Für die vorliegende Beurteilung kann offen bleiben, ob der Unterhalt bzw. die Reparatur 
von PV-Anlagen einen separaten Markt darstellt oder wie beim Markt für Elektroinstallationen90 
dem gleichen Markt zugerechnet werden kann.  

101.  Nebst der Installation von PV-Anlagen an sich bietet die A. AG in diesem Bereich auch 
sog. Paket- bzw. Komplettlösungen an, welche unter anderem die Beratung, die Abwicklung 
von Gesuchen, die Installation und die Versicherung der Anlage mitumfassen.91 

102.  Aufgrund der speziellen Eigenschaft von solchen Paketlösungen, dass diverse verschie-
dene Vertragsleistungen aus einer Hand erfolgen, rechtfertigt es sich, diese separat abzugren-
zen. Solche Komplettlösungen wurden bis anhin dem Markt für Anlagen-Contracting zuge-
wiesen. Dieser umfasst die Planung, den Bau, die Finanzierung und den Betrieb von Anlagen 
(z. B. Wärmepumpenheizungen, Pellet- und Holzschnitzelheizungen, fossil befeuerte Heizun-
gen und Kälteanlagen oder Photovoltaikanlagen) aus einer Hand durch einen sog. Contrac-
tor.92 

103.  Vorliegend steht das «X»-Angebot der A. AG zur Diskussion, d. h. die Installation von 
PV-Anlage im Rahmen von Paketlösungen für Privatkunden. Dementsprechend erscheint es 
angezeigt,  für  die  Zwecke  der  vorliegenden  Vorabklärung  einen  Markt  für  PV-Anlagen-
Contracting  abzugrenzen.  Eine  abschliessende  Marktabgrenzung  ist  an  dieser  Stelle  aller-
dings nicht notwendig, da die Monopoldaten vorliegend nicht aus dem Bereich PV-Anlagen-
Contracting bzw. Installation von PV-Anlagen stammen, sondern mutmasslich in diesem Be-
reich zum Zwecke der Werbung verwendet wurden. Dies bedeutet, dass sich somit «lediglich» 
die  Auswirkungen  des  potentiell  kartellrechtswidrigen  Verhaltens  in  diesem  Bereich  gezeigt 
hätten.93 Entsprechend kann die exakte Marktabgrenzung für diesen Bereich offen bleiben.  

104.  Zusammenfassend  sind  für  die  Beurteilung  der  vorliegenden  Vorabklärung  folgende 
Märkte relevant: der Markt für Stromverteilung, der Markt für Stromversorgung von festen End-
kundinnen und Endkunden und der Markt für PV-Anlagen-Contracting bzw. der Markt für die 
Installation von PV-Anlagen.  

B.3.1.2  Räumlich relevanter Markt 

105.  Der räumliche Markt umfasst das Gebiet, in welchem die Marktgegenseite die den sach-
lichen Markt umfassenden Waren oder Leistungen nachfragt oder anbietet (Art. 11 Abs. 3 Bst. 
b VKU). 

89 Vgl. RPW 2017/2, 316 Rz 65, Energiedienst Holding AG/Hälg & Co. AG/Inretis Beteiligungen AG. 
90 Der Markt für Elektroinstallationen umfasst praxisgemäss das Erstellen und die Reparatur von Anla-
gen und Einrichtungen, welche der energetischen Versorgung dienen. Dazu gehören die Verlegung 
von Leitungen, die Montage von Schaltkästen und Anschlüssen für Strom, Telefonanlagen, Internet, 
Alarmanlagen, Telematik, Radio und Fernsehen sowie die Reparatur der genannten Anlagen und die 
Durchführung von Sicherheitsüberprüfungen; vgl. RPW 2018/4, 860 Rz 8, Bouygues Construction 
SA/Alpiq InTec AG/Kraftanlagen München GmbH; RPW 2017/2, 316 Rz 61, Energiedienst Holding 
AG/Hälg & Co. AG/Inretis Beteiligungen AG. 
91 Vgl. [www.] (16.6.2020); Anzeige B vom 7.1.2019, Beilage 9. 
92 Vgl. RPW 2018/4, 860 Rz 12, Bouygues Construction SA/Alpiq InTec AG/Kraftanlagen München 
GmbH; Vgl. RPW 2017/2, 316 Rz 69, Energiedienst Holding AG/Hälg & Co. AG/Inretis Beteiligungen 
AG; RPW 2016/3, 775 Rz 51, BKW/AEK. 
93 Vgl. Urteil des BVGer B-831/2011 vom 18.12.2018, E. 820, Sanktionsverfügung – DCC.  

21 

 
 
 
 
 
 
 
B.3.1.2.1.  Elektrizitätsbereich 

106.  Der räumliche Markt für Stromverteilung entspricht gemäss Praxis der WEKO der ge-
ografischen Ausdehnung der jeweiligen Verteilnetze. Als Folge bildet jedes Verteilnetz einen 
separaten  Markt,  womit  dem  VNB  in  seinem  Netzgebiet  jeweils  ein  Marktanteil  von  100 % 
zukommt.94 

107.  Der Markt für Stromversorgung von festen Endkundinnen und Endkunden ist räum-
lich identisch wie der Markt für Stromverteilung abzugrenzen, da die festen Endkundinnen und 
Endkunden  als  Folge  des  fehlenden  Netzzugangs  ihren  Strom  ausschliesslich  vom  lokalen 
Stromversorger,  an  dessen  Netz  sie  angeschlossen  sind,  beziehen  können.  Der  räumliche 
Markt  entspricht  daher  der  geografischen  Ausdehnung  des  jeweiligen  Verteilnetzes,  womit 
dem zuständigen Stromversorger ein Marktanteil von 100 % zukommt.95  

B.3.1.2.2.  Märkte im Bereich Installation von PV-Anlagen 

108.  In früheren Entscheiden hat die WEKO erwogen, ob der räumlich relevante Markt für die 
Installation von Photovoltaikanlagen national oder regional abzugrenzen sei. Die WEKO ten-
dierte zu einer regionalen Marktabgrenzung, liess die Frage aber offen.96  

109.  Auch  beim  Markt  für  Anlagen-Contracting  hat  die  WEKO  in  Erwägung  gezogen,  den 
Markt in räumlicher Hinsicht national oder regional abzugrenzen.97  

110.  Die  vom  Sekretariat  befragten  Unternehmen  gaben  mehrheitlich  an,  regional  tätig  zu 
sein.98 Die A. AG selbst nennt den deutschsprachigen Raum als ihr Tätigkeitsgebiet, wobei ihr 
Produkt «X» in der Regel in einem Umkreis von ca. 60 bis 100 km um […] angeboten werde.99 
Zu beachten ist überdies, dass es vorliegend um Aufträge von Privatkunden für ihre Einfamili-
enhäuser, also eher um kleinere Aufträge geht und dass die Wirtschaftlichkeit dieser Aufträge 
mit zunehmender Distanz zwischen dem Sitz des Installationsunternehmens und dem Reali-
sierungsort des Auftrages grundsätzlich sinkt.100 Entsprechend ist für die vorliegende Beurtei-
lung von einer regionalen Marktabgrenzung auszugehen, welche nebst dem Kanton […] auch 
die umliegenden Kantone und das grenznahe Ausland umfasst. 

B.3.2  Marktstellung 

111.  Nach Art. 4 Abs. 2 KG gelten als marktbeherrschende Unternehmen einzelne oder meh-
rere Unternehmen, die auf einem Markt als Anbieter oder Nachfrager in der Lage sind, sich 
von anderen Marktteilnehmern (Mitbewerbern, Anbietern oder Nachfragern) in wesentlichem 
Umfang  unabhängig  zu  verhalten,  insbesondere,  wenn  diese  keine  zumutbaren  Ausweich-
möglichkeiten  haben;  entscheidend  ist  die  Möglichkeit  des  unabhängigen  Verhaltens  eines 
Unternehmens  in  einem  bestimmten  Markt.  Marktbeherrschende  Unternehmen  können  in 

94 Vgl. RPW 2016/3, 776 Rz 57, BKW/AEK; RPW 2015/4, 783 Rz 92, Groupe E Celsius SA. 
95 Vgl. RPW 2016/3, 776 Rz 58, BKW/AEK; RPW 2015/4, 783 Rz 94, Groupe E Celsius SA. 
96 Vgl. RPW 2018/4, 863 Rz 39, Bouygues Construction SA/Alpiq InTec AG/Kraftanlagen München 
GmbH; Vgl. RPW 2017/2, 319 Rz 89, Energiedienst Holding AG/Hälg & Co. AG/Inretis Beteiligungen 
AG. 
97 Vgl. RPW 2018/4, 863 Rz 36, Bouygues Construction SA/Alpiq InTec AG/Kraftanlagen München 
GmbH; RPW 2017/2, 319 Rz 90, Energiedienst Holding AG/Hälg & Co. AG/Inretis Beteiligungen AG; 
RPW 2016/3, 777 Rz 68, BKW/AEK. 
98 Vgl. Stellungnahmen […], jeweils Antwort auf Frage 3. 
99 Vgl. Stellungnahme A. AG vom 25.5.2020, Antwort zu Frage 2. 
100 Vgl. RPW 2018/4, 863 Rz 39, Bouygues Construction SA/Alpiq InTec AG/Kraftanlagen München 
GmbH. 

22 

 
 
 
 
 
 
 
wichtigen  Belangen  entscheidende  Wettbewerbsvariablen  ohne  Rücksicht  auf  Mitbewerber 
bzw. Kundschaft nach eigenem Gutdünken festlegen. Mit der Änderung des Kartellgesetzes 
im Jahre 2003 hat der Gesetzgeber zudem verdeutlicht, dass nicht allein auf Marktstrukturda-
ten  abzustellen  ist,  sondern  auch  konkrete  Abhängigkeitsverhältnisse  zu  prüfen  sind.  Eine 
marktbeherrschende Stellung lässt sich nicht anhand fixer Kriterien bestimmen, sondern ist im 
Einzelfall mit Blick auf die konkreten Verhältnisse auf dem relevanten Markt zu entscheiden. 
Die Lehre hat dazu verschiedene Beurteilungskriterien entwickelt.101  

112.  Auf dem Markt für Stromverteilung und dem Markt für Stromversorgung von festen End-
kundinnen und Endkunden verfügte die A. AG zum Zeitpunkt der Verwendung der Adressda-
ten  über  einen  Marktanteil  von  100 %  und  ist  daher  in  diesen  Bereichen  als  marktbeherr-
schend  zu  qualifizieren.  Somit  bestand  zum  Zeitpunkt  des  allenfalls  missbräuchlichen 
Verhaltens in den betreffenden Märkten keine Konkurrenz. Da sich an diesen Umständen in 
absehbarer Zeit nichts ändern wird, ist auch keine potentielle Konkurrenz in diesen Bereichen 
ersichtlich.  

113.  Die  A.  AG  hat  möglicherweise  ihre  marktbeherrschende  Stellung  auf  den  Märkten  für 
Stromverteilung und Stromversorgung an feste Endkundinnen und Endkunden ausgenutzt, um 
ihre  Position  in  den  Bereichen  Installation  von PV-Anlagen  und  PV-Anlagen-Contracting  zu 
verbessern. Das potentiell kartellrechtswidrige Verhalten der A. AG fand somit nicht auf den 
Märkten für Installation von PV-Anlagen und dem PV-Anlagen-Contracting statt. Die Feststel-
lung  der  Marktbeherrschung  der  A. AG  ist  in  diesen  Bereichen  daher  nicht  notwendig.  Das 
Verhalten hat allerdings mutmasslich seine Auswirkungen in diesen Bereichen entfaltet. Die 
Marktstellung der A. AG könnte somit im Zusammenhang mit der Prüfung der Auswirkungen 
des potentiell kartellrechtswidrigen Verhaltens von Bedeutung sein. Es kann an dieser Stelle 
nach hinten verwiesen werden (vgl. hinten Rz 141 ff.). 

114.  Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die A. AG auf dem Markt für Stromverteilung 
und auf dem Markt für Stromversorgung an feste Endkundinnen und Endkunden als marktbe-
herrschend zu qualifizieren ist. Die Marktstellung der A. AG auf den nachgelagerten Märkten 
für PV-Anlagen kann vorliegend offengelassen werden, da die Wettbewerbsverhältnisse auf 
diesen Märkten nicht im Vordergrund stehen. 

B.3.3  Unzulässige Verhaltensweisen nach Art. 7 KG 

115.  Zwecks Prüfung ob die vorliegend zur Diskussion stehende Verhaltensweise Anhalts-
punkte für einen Verstoss gegen Art. 7 KG liefert, werden nachfolgend in erster Linie einige 
allgemeine Ausführungen zu Art. 7 KG gemacht (vgl. Abschnitt B.3.3.1.). Es folgt ein kurzer 
Abschnitt betreffend die bisher im Bereich Monopoldatenmissbrauch von der WEKO bzw. dem 
Sekretariat beurteilten Fälle (vgl. Abschnitt B.3.3.2). Danach wird geprüft, ob vorliegend einer 
der  Regeltatbestände  von  Art.  7  Abs.  2  KG  erfüllt  sein  könnte  (vgl.  Abschnitt  B.3.3.3)  und 
schliesslich,  ob  die  Generalklausel  von  Art.  7  Abs.  1  KG  auf  den  vorliegenden  Sachverhalt 
Anwendung findet (vgl. Abschnitt B.3.3.4). 

B.3.3.1  Allgemeines zu Art. 7 KG 

116.  Gemäss  der  Generalklausel  von  Art. 7  Abs. 1  KG  verhalten  sich  marktbeherrschende 
Unternehmen unzulässig, wenn sie durch den Missbrauch ihrer Stellung auf dem Markt andere 

101 Vgl. zum Ganzen BGE 139 I 72, E. 9.3.1 (= RPW 2013/1, 129 E. 9.3.1), Publigroupe SA et 
al./WEKO, m. w. H.; Urteil des BVGer B-831/2011 vom 18.12.2018, E. 402 ff., Sanktionsverfügung - 
DCC; Urteil des BVGer, RPW 2015/3, 626 ff. Rz 310 ff., Sanktionsverfügung – Preispolitik Swisscom 
ADSL, m. w. H. 

23 

 
 
 
 
 
 
 
Unternehmen in der Aufnahme oder Ausübung des Wettbewerbs behindern oder die Marktge-
genseite benachteiligen. Das Kartellrecht verbietet eine marktbeherrschende Stellung nicht, 
und eine solche ist für sich allein auch nicht missbräuchlich, besteht doch der Sinn des Wett-
bewerbs gerade darin, durch Markterfolg und internes Wachstum eine dominierende Stellung 
zu erreichen.102 Das marktbeherrschende Unternehmen trägt jedoch eine besondere Verant-
wortung für sein Marktverhalten, weshalb dem marktbeherrschenden Unternehmen gewisse 
Verhaltensweisen untersagt sind. Zum Tatbestandselement der Marktbeherrschung in Art. 7 
Abs. 1 KG muss daher als zusätzliches Element eine unzulässige Verhaltensweise hinzutre-
ten.  Solche  Verhaltensweisen  setzen  ihrerseits  einen  Missbrauch  voraus:  Missbraucht  wird 
danach die marktbeherrschende Stellung, welche es einem Unternehmen erlaubt, sich unab-
hängig  von  anderen  Marktteilnehmern  zu  verhalten.  Das  missbräuchliche  Verhalten  richtet 
sich entweder gegen konkurrierende Unternehmen oder gegen die Marktgegenseite (d. h. Lie-
feranten oder Abnehmer des behindernden Unternehmens).103 

117.  Durch den Missbrauch werden einerseits andere Unternehmen (i. d. R. aktuelle oder po-
tentielle Konkurrenten; in einem ersten Schritt allerdings auch andere Marktteilnehmer) in der 
Aufnahme  (d. h.  durch  Errichtung  von  Marktzutrittsschranken)  oder  Ausübung  des  Wettbe-
werbs behindert (Behinderungsmissbrauch); unter den Begriff der Behinderung der Ausübung 
des Wettbewerbs lässt sich eine Vielzahl von Formen subsumieren: disziplinierende Behinde-
rung,  die  marktliche  Errungenschaften  von  Konkurrenten  zu  zerstören  sucht,  die  preisliche 
Behinderung  und  die  strategische Behinderung,  die  andere  Wettbewerbsparameter  als  den 
Preis betrifft. Bei der Behinderung sowohl in der Aufnahme als auch der Ausübung des Wett-
bewerbs spielt es keine Rolle, ob sich diese auf dem Markt des Marktbeherrschers oder auf 
einem vor- bzw. nachgelagerten Markt aktualisiert. Durch den Missbrauch wird sodann ande-
rerseits die Marktgegenseite (d. h. Lieferanten oder Abnehmer des behindernden Unterneh-
mens) benachteiligt (Benachteiligungs- bzw. Ausbeutungsmissbrauch), indem dieser ausbeu-
terische Geschäftsbedingungen oder Preise aufgezwungen werden. Charakteristisch für die 
Kategorie des Ausbeutungsmissbrauchs ist das Streben des marktbeherrschenden Unterneh-
mens nach ökonomischen Vorteilen durch eine Beeinträchtigung der Interessen von Handels-
partnern und Verbrauchern unter Ausnutzung seiner marktbeherrschenden Stellung. Behinde-
rungsmissbrauch  umfasst  dagegen  sämtliche  Massnahmen  beherrschender  Unternehmen 
ausserhalb eines fairen Leistungswettbewerbs, die sich unmittelbar gegen aktuelle und poten-
tielle Wettbewerber (Konkurrenten und Handelspartner) richten und diese in ihren Handlungs-
möglichkeiten  auf  dem  beherrschten  Markt  oder  benachbarten  Märkten  einschränken.  Ge-
wisse Verhaltensweisen von marktbeherrschenden Unternehmen können zugleich behindernd 
und benachteiligend (ausbeutend) sein; insofern ist es grundsätzlich irrelevant, ob eine zu be-
urteilende Verhaltensweise den Begriffen Behinderungs- bzw. Ausbeutungsmissbrauch zuge-
wiesen werden kann, welchen ohnehin nur heuristischer Wert zukommt. Massgebend ist aber 
allemal, dass die Missbräuchlichkeit (einschliesslich der Wettbewerbsschädigung) der stritti-
gen Verhaltensweise aufgrund der Einzelfallanalyse festgestellt wird.104 

118.  Verdeutlicht werden die Behinderung und Benachteiligung nach Art. 7 Abs. 1 KG durch 
einen Beispielkatalog in Art. 7 Abs. 2 KG. Ob die darin aufgeführten Verhaltensweisen miss-

102 Vgl. Urteil des BGer 2C_985/2015 vom 9.12.2019, E. 4.1., Sanktionsverfügung - Preispolitik 
Swisscom ADSL, vgl. auch BGE 139 I 72, E. 10.1.1 (= RPW 2013/1, 130 f. E. 10.1.1), Publigroupe SA 
et al./WEKO. 
103 Vgl. Urteil des BGer 2C_985/2015 vom 9.12.2019, E. 4.1., Sanktionsverfügung - Preispolitik 
Swisscom ADSL; BGE 139 I 72, E. 10.1.1 (= RPW 2013/1, 130 f. E. 10.1.1), Publigroupe SA et 
al./WEKO, m. w. H.; RPW 2016/4, 996 f. Rz 606, Sport im Pay-TV. 
104 Vgl. Urteil des BGer 2C_985/2015 vom 9.12.2019, E. 4.2., Sanktionsverfügung – Preispolitik 
Swisscom ADSL; BGE 139 I 72, E. 10.1.1 ff. (= RPW 2013/1, 130 f. E. 10.1.1), Publigroupe SA et 
al./WEKO; RPW 2016/4, 997 Rz 607 f., Sport im Pay-TV. 

24 

 
 
 
 
 
 
 
bräuchlich sind, ist allerdings im Zusammenhang mit Art. 7 Abs. 1 KG zu beurteilen. Mit ande-
ren Worten ist im Einzelfall zu prüfen, ob eine Verhaltensweise nach Art. 7 Abs. 2 KG eine 
Behinderung bzw. Benachteiligung i.S. des Art. 7 Abs. 1 KG darstellt. Insofern indizieren die 
Tatbestände von Abs. 2 nicht per se eine unzulässige Verhaltensweise, weshalb anhand des 
dualen Prüfungsmusters zu eruieren ist, ob ein unzulässiges Verhalten vorliegt: In einem ers-
ten Schritt sind die Wettbewerbsverfälschungen (d.h. Behinderung bzw. Benachteiligung von 
Marktteilnehmern) herauszuarbeiten und in einem zweiten Schritt mögliche Rechtfertigungs-
gründe  («legitimate  business  reasons»)  zu  prüfen.  Unzulässiges  Verhalten  liegt  dann  vor, 
wenn kein sachlicher Grund für die Benachteiligung bzw. Ausbeutung oder die Behinderung 
vorliegt. Solche Gründe liegen insbesondere dann vor, wenn sich das betreffende Unterneh-
men auf kaufmännische Grundsätze (z. B. Verlangen der Zahlungsfähigkeit des Vertragspart-
ners) stützen kann. Massstab für die Frage, ob es sich um zulässige oder unzulässige Verhal-
tensweisen handelt, bildet einerseits der Institutionen- und andererseits der Individualschutz 
oder mit anderen Worten die Gewährleistung von wirksamem Wettbewerb.105 

119.  Für die Auslegung von Art. 7 KG kann auf die Literatur und Praxis zu Art. 102 des Ver-
trags über die Arbeitsweise der Europäischen Union106 gegriffen werden, wie das Bundesge-
richt in BGE 139 I 72 bereits festgehalten hat: Da die unzulässigen Verhaltensweisen markt-
beherrschender  Unternehmen  nach  Art.  7  KG  im  Wesentlichen  parallel  zu  Art.  102  AEUV 
geregelt sind, kann für die Auslegung und Praxis des Art. 7 KG ohne Weiteres auch die Aus-
legung und Praxis zu Art. 102 AEUV berücksichtigt werden. Liegen also gleiche Sachlagen 
vor, so kann primär davon ausgegangen werden, dass sie gleich beurteilt werden sollen. Da-
von geht implizit auch das Abkommen vom 17. Mai 2013 zwischen der Schweizerischen Eid-
genossenschaft und der Europäischen Union über die Zusammenarbeit bei der Anwendung 
ihres Wettbewerbsrechts (SR 0.251.268.1) im dritten Erwägungsgrund aus, da «die Systeme 
der Schweiz und der [Europäischen] Union für die Durchsetzung des Wettbewerbsrechts auf 
denselben Grundsätzen beruhen und vergleichbare Vorschriften enthalten».107 

B.3.3.2  Frühere Fälle im Zusammenhang mit der Verwendung von Monopoldaten 

120.  In Bezug auf das vorliegend grundsätzlich zur Diskussion stehende Verhalten, nämlich 
die Verwendung von Daten aus dem Monopolbereich im Allgemeinen, hat die WEKO bzw. das 
Sekretariat  in  der  Vergangenheit  bereits  mehrfach  festgehalten,  dass  die  Verwendung  von 
Monopoldaten im Allgemeinen einen Verstoss gegen Art. 7 KG darstellen könnte.108 

121.  Für den vorliegenden Fall gilt es zu betonen, dass die allenfalls kartellrechtlich unzuläs-
sige Verhaltensweise aufgrund des voraussichtlich nachweisbaren Sachverhalts darin liegen 
würde, dass einmalig maximal 1 250 Adressdaten zur Versendung von Werbeschreiben be-
nutzt  wurden.  Es  bestehen  damit  in  Bezug  auf  den  konkreten  Sachverhalt  diverse  Unter-
schiede zu den früheren Fällen: Vorliegend kann nicht davon ausgegangen werden, dass die 
A. AG weitere Daten zur Bewerbung ihrer Produkte verwendet hat. Es steht ebenfalls nicht zur 
Diskussion, dass die A. AG die Werbeschreiben zusammen mit anderer Korrespondenz aus 
dem Monopolbereich wie insbesondere dem Netzbereich versandt hat. Auch handelte es sich 
nicht um eine flächendeckende Werbemassnahme, sondern es wurden einzelne Kundinnen 

105 Vgl. Urteil des BGer 2C_985/2015 vom 9.12.2019, E. 4.1., Sanktionsverfügung – Preispolitik 
Swisscom ADSL; BGE 139 I 72, E. 10.1.1 f. (= RPW 2013/1, 130 f. E. 10.1.1 f.), Publigroupe SA et 
al./WEKO; RPW 2016/4, 997 Rz 609 f., Sport im Pay-TV. 
106 AEUV; ABl. C 115/47 vom 9.5.2008. 
107 Vgl. Urteil des BGer 2C_985/2015 vom 9.12.2019, E. 4.3., Sanktionsverfügung – Preispolitik 
Swisscom ADSL, m. w. H. 
108 Vgl. RPW 2014/1, 101 f. Rz 146 ff., Eignerstrategie Energie Wasser Bern (ewb); RPW 2011/4, 503 
Rz 166 f., Gebäudeversicherung Bern (GVB); RPW 2013/2, 213 Rz 43, Verfügung vom 18.3.2013 in 
Sachen Tele 2 vs. Swisscom. 

25 

 
 
 
 
 
 
 
und  Kunden  angeschrieben.  Schliesslich  geht  es  vorliegend  auch  nicht  um  die  Gewährung 
von Rabattmöglichkeiten bzw. um das Anbieten von Kombiprodukten, sondern – wie erwähnt 
– ausschliesslich um die einmalige Verwendung von maximal 1 250 Adressen. 

B.3.3.3  Regeltatbestände gemäss Art. 7 Abs. 2 KG 

122.  Vorliegend ist nicht ersichtlich, dass einer der Regeltatbestände gemäss Art. 7 Abs. 2 
KG erfüllt sein könnte.  

123.  So steht vorliegend insbesondere auch nicht der Vorwurf im Raum, die A. AG hätte die 
Daten nicht in gleicher Weise auch Dritten offengelegt und damit Handelspartner diskriminiert, 
wie  dies  etwa  schon  in  anderen  ähnlich  gelagerten  Fällen  der  Fall  war  (vgl. vorne  Rz 120 
m. w. H.). Aufgrund der regulatorischen Vorgaben in Art. 10 Abs. 2 StromVG ist es der A. AG 
ohnehin untersagt, Daten aus dem Monopolbereich weiterzugeben (vgl. vorne Rz 82 und hin-
ten Rz 134). 

124.  Denkbar wäre vorliegend höchstens ein Verstoss gegen Art. 7 Abs. 2 Bst. e KG, wonach 
die Einschränkung der Erzeugung, des Absatzes oder der technischen Entwicklung eine miss-
bräuchliche Verhaltensweise darstellt. Unter «Einschränkung des Absatzes» im Sinne von Art. 
7 Abs. 2 Bst. e KG fallen insbesondere Verhaltensweisen eines marktbeherrschenden Unter-
nehmens, welche darauf abzielen, das Marketingspektrum der Konkurrenz zu verringern und 
dadurch deren Marktzugang künstlich zu beschränken, ohne dass dies eine Folge der norma-
len Marktentwicklung bzw. des normalen Leistungswettbewerbs wäre. Der Begriff der «Ein-
schränkung»  erfasst  dabei  nur  Verhaltensweisen,  die  Produkte  oder  Dienstleistungen  von 
Konkurrenten des Marktbeherrschers entweder weniger attraktiv oder weniger absetzbar ma-
chen.  Die  Einschränkung  des  Absatzes  kann  verschiedene Formen  annehmen.  Das  Unter-
nehmen  kann  mit  bilateralen  Handlungen,  meistens  in  Verträgen  mit  Handelspartnern  oder 
Dritten,  den  Absatz  von  Konkurrenten  einschränken,  wie  z. B.  in  Form  von  Rabatten.109  So 
kann ein marktbeherrschendes Unternehmen seinen Geschäftspartnern Vorzugskonditionen 
anbieten. Dadurch wird für die Geschäftspartner der Anreiz geschaffen, von diesen günstigen 
Konditionen  zu  profitieren  und  auf  Alternativangebote  zu  verzichten,  was  eine  Absatzein-
schränkung der Konkurrenz bewirkt.110 

125.  Verhaltensweisen, welche die Produkte oder Dienstleistungen des beherrschenden Un-
ternehmens zweckmässiger oder besser verfügbar machen oder die Behinderung von Kon-
kurrenten, die auf höherwertige Leistungen des marktbeherrschenden Unternehmens zurück-
zuführen  sind,  dürfen  demgegenüber  nicht  unter  die  Bestimmung  fallen,  selbst  wenn  dabei 
zwangsläufig  eine  Einschränkung  im  Sinne  des  Gesetzeswortlauts  vorliegt.111  Vorliegend 
könnte die A. AG durch die Verwendung der Monopoldaten allenfalls einfacher einen Erstkon-
takt zu potentiellen Kundinnen und Kunden für Ihr Produkt «X» herstellen. Anders ausgedrückt 
konnte sie sich durch die Verwendung der Monopoldaten allenfalls besser selber vermarkten. 
Dadurch kann der Absatz der Konkurrenten zwar potentiell eingeschränkt werden, dies ist aber 
eben nicht auf eine Verhaltensweise zurückzuführen, welche die Produkte oder Dienstleistun-
gen von Konkurrenten weniger absetzbar macht. Vielmehr wäre dies höchstens eine Folge 
davon, dass das marktbeherrschende Unternehmen aufgrund der Nutzung der Monopoldaten 

109 Vgl. MARC AMSTUTZ/BLAISE CARRON in: Basler Kommentar, Kartellgesetz, Amstutz/Reinert (Hrsg.), 
2010, (nachfolgend: BSK KG), Art. 7 KG N 443 m. w. H. 
110 Vgl. BSK KG-AMSTUTZ/CARRON (Fn 109), Art. 7 KG N 446.  
111 Vgl. RPW 2016/1 125 Rz 455, Online-Buchungsplattformen für Hotels, m. w. H.; LUCA 
STÄUBLE/FELIX SCHRANER, in: DIKE Kommentar, Bundesgesetz über Kartelle und andere Wettbe-
werbsbeschränkungen, Zäch et al. (Hrsg.), 2018, (nachfolgend: DIKE KG), Art. 7 N 464 ff. 

26 

 
 
 
 
 
 
 
zielgerichteter Werbung betreiben kann und in diesem Sinne eine bessere Ausgangssituation 
hat, um den angeschriebenen Kundinnen und Kunden ein Angebot unterbreiten zu können.  

126.  Würde man Art. 7 Abs. 2 Bst. e KG hingegen weit auslegen, das heisst so weit, dass 
vom  Tatbestand  jegliche  Einschränkung  des  Absatzes  von  Konkurrenten  umfasst  würde, 
würde dieser Tatbestand quasi in jedem Fall zur Anwendung gelangen, da grundsätzlich jedes 
missbräuchliche Verhalten eines marktbeherrschenden Unternehmens zumindest indirekt zur 
Folge hat oder haben soll, dass der Absatz der Konkurrenten sinkt. Daher könnte der Tatbe-
stand von Art. 7 Abs. 2 Bst. e KG vorliegend wohl nicht herangezogen werden. Die Verwen-
dung von Monopoldaten wäre daher eher als eigenständige Form eines potentiell missbräuch-
lichen Verhaltens durch ein marktbeherrschendes Unternehmen gemäss Art. 7 Abs. 1 KG zu 
qualifizieren. 

B.3.3.4  Tatbestand von Art. 7 Abs. 1 KG 

127.  Gemäss der Generalklausel von Art. 7 Abs. 1 KG verhalten sich marktbeherrschende 
Unternehmen unzulässig, wenn sie durch den Missbrauch ihrer Stellung auf dem Markt andere 
Unternehmen in der Aufnahme oder Ausübung des Wettbewerbs behindern oder die Marktge-
genseite benachteiligen.  

128.  Damit der Tatbestand von Art. 7 Abs. 1 KG erfüllt wird, müssen nach Auffassung des 
Sekretariats  ausgehend  vom  BVGer  Urteil  i. S.  DCC  im  vorliegenden  Fall  folgende  Tatbe-
standsmerkmale vorliegen: 

  Es liegt eine missbräuchliche Verhaltensweise vor. 

  Die Verhaltensweise ist geeignet, den Wettbewerb zu behindern.  

  Die  missbräuchliche  Verhaltensweise  lässt  sich  nicht  durch  «Legitimate  Business 

Reasons» begründen.  

129.  Ob eine Verhaltensweise missbräuchlich im Sinne von Art. 7 Abs. 1 KG ist, kann nur 
zusammen mit der Frage beantwortet werden, ob diese Verhaltensweise im Allgemeinen über-
haupt geeignet ist, den Wettbewerb zu behindern (vgl. hinten Rz 132 und 136). Deshalb kön-
nen diese beiden Kriterien grundsätzlich nicht losgelöst voneinander betrachtet werden.  

B.3.3.4.1.  Vorliegen einer missbräuchlichen Verhaltensweise 

130.  Die Missbräuchlichkeit einer Verhaltensweise ist stets aufgrund einer Einzelfallanalyse 
festzustellen.112 

131.  Wie bereits erwähnt (vgl. vorne Rz 117), fallen unter den Begriff des Missbrauchs sämt-
liche  Massnahmen  beherrschender  Unternehmen  ausserhalb  eines  fairen  Leistungswettbe-
werbs, die sich unmittelbar gegen aktuelle und potentielle Wettbewerber (Konkurrenten und 
Handelspartner)  richten  und  diese  in  ihren  Handlungsmöglichkeiten  auf  dem  beherrschten 
Markt oder benachbarten Märkten einschränken. Ziel der in Art. 7 KG statuierten Verhaltens-
regeln für marktbeherrschende Unternehmen ist es, Wettbewerber sowie auf der Marktgegen-
seite agierende Marktteilnehmer davor zu schützen, dass sie durch nicht leistungsbezogene 
Verhaltensweisen marktbeherrschender Unternehmen in ihrer Handlungsfreiheit beeinträch-
tigt werden.113  

112 Vgl. BGE 139 I 72 E. 10.1.1, STÄUBLE/SCHRANER, DIKE-KG (Fn 111), Art. 7 N 75 ff. 
113 Vgl. STÄUBLE/SCHRANER, DIKE-KG (Fn 111), Art. 7 N 7. 

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132.  Der  EuGH  erachtet  ein  unternehmerisches  Verhalten  dann  als  missbräuchlich  i. S. v. 
Art. 102 AEUV, wenn «die Aufrechterhaltung des auf dem Markt noch bestehenden Wettbe-
werbs oder dessen Entwicklung durch die Verwendung von Mitteln behinder[t wird], welche 
von den Mitteln eines normalen Produkt- oder Dienstleistungswettbewerbs auf der Grundlage 
der Leistungen der Marktbürger abweichen».114 Die Frage nach der Missbräuchlichkeit einer 
Verhaltensweise kann demzufolge immer nur unter Berücksichtigung ihrer konkreten wettbe-
werblichen  Auswirkungen  –  bzw.  ihrer  Eignung  dazu  –  erfolgen.  Eine  allgemeingültige  Be-
griffsdefinition ist hierzu weder erforderlich noch geeignet. Denn durch eine zu enge Umschrei-
bung der Missbräuchlichkeit bestünde die Gefahr, dass Verhaltensweisen nicht von Art. 7 KG 
erfasst würden, die gemessen an ihren Auswirkungen wettbewerbswidrig wären.115 Umgekehrt 
muss dies aber auch bedeuten, dass ein auf den ersten Blick allenfalls missbräuchlich erschei-
nendes Verhalten nicht wettbewerbswidrig sein kann, wenn das konkrete Verhalten nicht ge-
eignet ist, den Wettbewerb zu beeinträchtigen. 

133.  Der  Begriff  «missbräuchlich»  ist  somit  gleichbedeutend  mit  «wettbewerbswidrig».116 
Folglich  ist  eine  Verhaltensweise  grundsätzlich  dann  missbräuchlich,  wenn  sich  das  betref-
fende  Unternehmen  unter  Wettbewerbsbedingungen  nicht  identisch  verhalten  könnte,  ohne 
gleichzeitig einen Wettbewerbsnachteil zu riskieren.117  

134.  Die Nutzung von eigenen Daten stellt an sich kein missbräuchliches Verhalten im Sinne 
von Art. 7 Abs. 1 KG dar. Der Umstand, dass geschäftsrelevante Informationen unternehmens-
intern ausgetauscht werden, stellt vielmehr einen üblichen und kartellrechtlich grundsätzlich 
unbedenklichen Vorgang dar.118 Das missbräuchliche Verhalten könnte im vorliegenden Zu-
sammenhang  allenfalls  darin  erblickt  werden,  dass  die  A.  AG  einen  Informationsvorsprung 
nutzte, der ihr lediglich durch die Verwendung der Netzdaten bzw. der Daten aus dem Bereich 
der Grundversorgung – also aus Monopolbereichen – zukommt und insofern nicht auf einer 
leistungsbezogenen Verhaltensweise beruht, da sie sich die Monopolstellung nicht selbst er-
arbeitet hat. Dass die Verwendung von Monopoldaten […] grundsätzlich nicht erlaubt ist, ergibt 
sich auch bereits aus Art. 10 Abs. 2 StromVG, welcher ausdrücklich festhält, dass wirtschaft-
lich sensible Informationen, die aus dem Betrieb der Elektrizitätsnetze gewonnen werden, nicht 
für andere Tätigkeitsbereiche genutzt werden dürfen. Dies könnte dahingehend ausgelegt wer-
den, dass es sich bei der Verwendung von Monopoldaten […] um eine missbräuchliche Ver-
haltensweise im Sinne von Art. 7 Abs. 1 KG handelt.  

B.3.3.4.2.  Eignung zur Wettbewerbsbehinderung und Kausalzusammenhang 

a)  Allgemeine Ausführungen  

135.  Gemäss  der  Praxis  der  WEKO  liegt  eine  missbräuchliche  Verhaltensweise  nicht  erst 
dann  vor,  wenn  andere  Unternehmen  von  der  Aufnahme  oder  Ausübung  des  Wettbewerbs 
ausgeschlossen werden. Es genügt, eine Behinderung, welche den wirksamen Wettbewerb 
einschränkt.119 Demzufolge ist es für das Vorliegen des Kriteriums einer Wettbewerbsverfäl-
schung bereits ausreichend, dass sich gewisse nachteilige Einwirkungen auf den Wettbewerb 
ergeben können.120 

114 Vgl. EuGH vom 13.2.1979, 85/76, Hoffmann-La Roche gegen Kommission, Slg. 1979, 461 Rz 91. 
115 Vgl. STÄUBLE/SCHRANER, DIKE-KG (Fn 111), Art. 7 N 74 . 
116 Vgl. BGE 139 I 72 E. 8.2.3. 
117 Vgl. STÄUBLE/SCHRANER, DIKE-KG (Fn 111), Art. 7 N 75, m. w. H. 
118 Vgl. RPW 2014/1, 102 Rz 147, Eignerstrategie Energie Wasser Bern (ewb). 
119 Vgl. RPW 2016/4, 1002 Rz 652, Sport im Pay-TV. 
120 Vgl. dazu auch Urteil des BVGer B-831/2011 vom 18.12.2018, E. 1156, Sanktionsverfügung – 
DCC. 

28 

 
 
 
 
 
 
 
136.  Bei  der  Beurteilung,  ob  ein  Verhalten  missbräuchlich  im  Sinne  von  Art.  7  Abs. 1  sein 
könnte, muss zuerst aufgezeigt werden, inwiefern dieses grundsätzlich geeignet ist, den Wett-
bewerb zu behindern. Nur dann kann überhaupt qualifiziert werden, ob ein wettbewerbswidri-
ges und damit missbräuchliches Verhalten vorliegt. Konkret bedeutet dies, dass zuerst anhand 
einer ökonomischen Schädigungstheorie aufgezeigt werden müsste, dass das in Rede ste-
hende Verhalten – die Verwendung von Monopoldaten – im Allgemeinen überhaupt geeignet 
ist, den Wettbewerb zu verfälschen bzw. beschränken.  

137.  In einem weiteren Schritt wäre dann zu beurteilen, ob das zur Diskussion stehende Ver-
halten im konkreten Einzelfall geeignet war, den Wettbewerb zu verfälschen bzw. beschrän-
ken. Da die Eignung zur Wettbewerbsverfälschung in Bezug auf die konkrete Verhaltensweise 
der  A.  AG  –  wie  nachfolgend  aufgezeigt  wird  (vgl.  hinten  Rz  146  ff.)  – nicht  bejaht  werden 
kann, kann vorliegend darauf verzichtet werden, anhand einer ökonomischen Schädigungs-
theorie aufzuzeigen, inwiefern die Verwendung von Monopoldaten im Allgemeinen überhaupt 
geeignet ist, den Wettbewerb zu verfälschen.  

138.  Für  die  Erfüllung  des  Tatbestandsmerkmals  der  Wettbewerbsverfälschung  müssen 
keine tatsächlichen Auswirkungen nachgewiesen werden. Massgeblich ist die Wahrscheinlich-
keit einer Schädigung und nicht der Nachweis einer tatsächlich eingetretenen Schädigung.121 
Art. 7 KG statuiert weder die Voraussetzung, dass nachteilige Einwirkungen auf den Wettbe-
werb tatsächlich eintreten müssen, noch die Voraussetzung, dass die konkreten tatsächlichen 
Auswirkungen im Rahmen einer ex post-Betrachtung zu berücksichtigen sind. Massgebend ist 
vielmehr  allein  das  Potential  des  jeweiligen  wirtschaftlichen  Verhaltens  eines  marktbeherr-
schenden  Unternehmens  zur  Herbeiführung  einer  weiteren  Beeinträchtigung  des  Wettbe-
werbs,  der  aufgrund  der  Stellung  des  marktbeherrschenden  Unternehmens  bereits  ge-
schwächt ist.122 Es genügt somit der Nachweis einer potentiellen wettbewerbsschädigenden 
Wirkung, durch die zumindest ebenso leistungsfähige Wettbewerber wie das beherrschende 
Unternehmen verdrängt werden könnten,123 wobei die wettbewerbsschädigende Wirkung nicht 
rein hypothetischer Natur sein darf.124 

139.  Für  die  Verwirklichung  einer  Wettbewerbsverfälschung  gemäss  Art.  7  KG  ist  es  auch 
nicht erforderlich, dass die nachteiligen Folgen auf den Wettbewerb durch das missbräuchliche 
Verhalten eine bestimmte Erheblichkeitsschwelle überschreiten.125 

140.  Schliesslich muss zwischen dem missbräuchlichen Verhalten, d.h. dem Missbrauch der 
marktbeherrschenden Stellung, und seinen wettbewerbswidrigen Auswirkungen ein kausaler 
Zusammenhang  bestehen.126  Dieser  Bezug  ist  unverzichtbar,  weil  ansonsten  ungesichert 
bleibt,  ob  die  Wettbewerbsbeeinträchtigung  dem  marktbeherrschenden  Unternehmen  zuzu-
rechnen ist, was sowohl ökonomisch als auch rechtsstaatlich nicht hinzunehmen ist. Wie die-
ser Kausalzusammenhang in der Praxis zu erstellen ist, hängt von den konkreten Umständen 

121 Vgl. Urteil des BVGer B-831/2011 vom 18.12.2018, E. 1207, Sanktionsverfügung – DCC. 
122 Vgl. Urteil des BVGer B-831/2011 vom 18.12.2018, E. 1406, Sanktionsverfügung – DCC. 
123 Vgl. EuGH, EU:C:2015:651, Post Danmark II, Ziff. 66; EuGH, EU:C:2011:83, TeliaSonera Sverige, 
Rz 64. 
124 Vgl. EuGH, EU:C:2015:651, Post Danmark II, Ziff. 65. 
125 Vgl. Urteil des BVGer B-831/2011 vom 18.12.2018, E. 1146, Sanktionsverfügung – DCC. 
126 Vgl. RPW 2016/1, 124, Rz 448, Online-Buchungsplattformen für Hotels; vgl. in diesem Sinne auch 
BGE 129 II 497, E. 6.1.; BSK KG- AMSTUTZ/CARRON (Fn 109), Art. 7 KG N 21; STÄUBLE/SCHRANER, 
DIKE-KG (Fn 111), Art. 7 N 30. 

29 

 
 
 
 
 
 
 
des Einzelfalls ab; eine allgemein gültige Regel besteht nicht.127 Ein monokausaler Nachweis 
des Eintritts von tatsächlichen Auswirkungen ist jedoch nicht notwendig.128 

b)  Vorliegend fehlende Eignung zur Wettbewerbsbehinderung und fehlende Kau-

salität 

141.  In Bezug auf die Frage nach der Eignung zur Wettbewerbsverfälschung ist vordergrün-
dig zu unterscheiden, ob Monopoldaten im Allgemeinen geeignet sind den Wettbewerb zu 
verfälschen, ob Adressdaten aus dem Monopolbereich im Allgemeinen geeignet sind den 
Wettbewerb zu verfälschen und schliesslich ob der konkret vorliegende Sachverhalt geeig-
net war bzw. ist den Wettbewerb zu verfälschen (vgl. vorne Rz 136 f.).  

142.  Die Verwendung von Monopoldaten im Allgemeinen könnte grundsätzlich durchaus 
zu Wettbewerbsverfälschungen führen. Es ist jedoch für jeden Einzelfall gesondert festzustel-
len, ob dies auch auf die konkrete Verhaltensweise zutrifft. Daten wie Kontaktdaten, aber vor 
allem Daten, welche etwa Auskunft über die Eigenschaften, das Verhalten und die Interessen 
von Kundinnen und Kunden geben, können gezielt dazu verwendet werden, um diese zu steu-
ern und deren Kaufverhalten zu beeinflussen. Wenn nun solche Daten nur dem marktbeherr-
schenden Unternehmen zur Verfügung stehen und deren Wettbewerber nicht über diese Da-
ten  verfügen  und  auch  nicht  die  Möglichkeit  haben,  an  diese  Daten  zu  gelangen,  kann  die 
Nutzung dieser Daten durch das marktbeherrschende Unternehmen geeignet sein, den Wett-
bewerb zu verfälschen. Es ist dabei allerdings zu unterscheiden, ob die benutzten Daten für 
Dritte ebenfalls zugänglich bzw. erhältlich sind oder ob es sich um Daten handelt, die in dieser 
Form nur dem Inhaber zur Verfügung stehen und von Wettbewerbern nicht beschafft werden 
können. Weiter ist für jeden Einzelfall gesondert zu berücksichtigen, welche konkreten Daten 
verwendet wurden, wie oft und wie viele Daten verwendet wurden und zu welchem Zweck sie 
genau genutzt wurden. 

143.  In diesem Zusammenhang ist auf den Bundesgerichtsentscheid «Glarnersach»129 hin-
zuweisen. Dieses Urteil wurde in der Literatur kontrovers diskutiert und hat teils zu Kritik ge-
führt.130 Im betreffenden Entscheid hatte das Bundesgericht im Rahmen einer abstrakten Nor-
menkontrolle  insbesondere  die  Konformität  des  Glarner  Gesetzes  über  die  Kantonale 
Sachversicherung  mit  der  Bundesverfassung  und  dem  internationalen  Recht  zu  beurteilen. 
Dem Urteil lag folglich keine gestützt auf das Kartellgesetz ergangene Verfügung der WEKO 
zu Grunde. Ebenso wenig äusserte sich das Bundesgericht darin dazu, welche Voraussetzun-
gen für einen Verstoss gegen das Kartellgesetz erfüllt sein müssen. Das Bundesgericht hielt 
vielmehr fest, dass die Glarnersach uneingeschränkt dem Wettbewerbsrecht und insbeson-
dere dem Kartellgesetz unterstehe. Sollte die Glarnersach durch ihre Geschäftstätigkeit gegen 

127 Vgl. BSK KG- AMSTUTZ/CARRON (Fn 109), Art. 7 KG N 21. 
128 Vgl. Urteil des BVGer B-831/2011 vom 18.12.2018, E. 1211, Sanktionsverfügung – DCC. 
129 BGE 138 I 378. 
130  Vgl.  PETER  HÄNNI/ANDREAS  STÖCKLI,  Schweizerisches  Wirtschaftsverwaltungsrecht,  Bern  2013, 
N 1694  ff.  (zit.  Hänni/Stöckli);  GIOVANNI  BIAGGINI,  Urteilsbesprechung  zum  Bundesgerichtsentscheid 
«Glarnersach», in: ZBl 113/2012, 665-674; RAPHAEL KRAEMER/ANDREAS STÖCKLI, Grenzenlose Staats-
wirtschaft? Bemerkungen zum Bundesgerichtsurteil «Glarnersach» vom 3. Juli 2012, recht 2013 28-45 
(zit.  KRAEMER/STÖCKLI);  STEPHAN FUHRER,  Anmerkungen zu  privatversicherungsrechtlichen Entschei-
dungen des Bundesgerichts, HAVE  2012 429-437; PETER HETTICH,  Entscheidbesprechung  des  Bun-
desgerichtsurteils  vom  3.  Juli  2012,  AJP  2012  1467-1471;  ANDREAS  ABEGG/MARCO  FREI,  Eintritt  des 
Staates in den Wettbewerb, Eine funktionale Sicht auf die Bundesgerichtsentscheide Glarnersach (138 
I 378) und Publicom AG (143 II 425), recht 2018 142-154; MARKUS SCHOTT, Der «Wettbewerb der Sys-
teme», Überlegungen zu einem obiter dictum des Bundesgerichts im Fall Glarnersach (BGE 138 I 378), 
in: Mehr oder weniger Staat? Festschrift für Peter Hänni zum 65. Geburtstag, Bern 2015, 387-396. 

30 

 
 
 
 
 
 
 
wettbewerbsrechtliche Bestimmungen verstossen, so könne ein solches Verhalten mit den da-
für vorgesehenen Mitteln des Kartellgesetzes geahndet werden.131 

144.  Gemäss  herrschender  Lehre  und  Rechtsprechung  ist  es  zwar  grundsätzlich  zulässig, 
dass öffentliche Unternehmen privatwirtschaftlich tätig werden. Allerdings muss diese privat-
wirtschaftliche Staatstätigkeit auf einer gesetzlichen Grundlage beruhen, im öffentlichen Inte-
resse liegen sowie verhältnismässig und wettbewerbsneutral ausgestaltet sein.132 Bei der Be-
urteilung  der  Wettbewerbsneutralität  des  Glarner  Gesetzes  kam  das  Bundesgericht  zum 
Schluss, dass die Glarnersach zwar faktisch einen gewissen Wettbewerbsvorteil habe, indem 
sie infolge ihres Monopols für die Gebäudeversicherung bereits von Gesetzes wegen mit allen 
Gebäudeeigentümern im Kontakt stehe und deshalb bei der Akquisition für andere Versiche-
rungszweige gegebenenfalls bereits vorhandene Daten nutzen oder Kombiprodukte anbieten 
könne. Eine rechtliche Bevorzugung der Glarnersach bestehe in dieser Hinsicht freilich nicht. 
Die faktische Bevorzugung dürfte zudem bescheiden sein, da sie sich auf den Anfangskontakt 
beschränke. Eine ins Gewicht fallende Wettbewerbsverzerrung sei unter diesen Umständen 
nicht zu erwarten.133 In der Literatur wurden diese Ausführungen kritisch aufgenommen. So 
wurde  etwa  angemerkt,  dass  gerade  im  Versicherungswesen  der  vom  Bundesgericht  be-
schriebene «Anfangskontakt» von entscheidender Bedeutung sei. So würden die meisten Ver-
sicherungsnehmer – nicht zuletzt aus Gründen der Bequemlichkeit – möglichst sämtliche Ver-
sicherungen nach Möglichkeit bei demselben Versicherungsunternehmen abschliessen. Dies 
werde  von  den  Versicherungsunternehmen  auch  dadurch  unterstützt,  dass  Kombiprodukte 
angeboten bzw. Rabatte beim Abschluss mehrerer Versicherungen gewährt würden. Zudem 
dürfe bei der Beurteilung einer allfälligen Verletzung des Grundsatzes der Wettbewerbsneut-
ralität nicht zwischen rechtlicher und faktischer Bevorzugung unterschieden werden. Vielmehr 
seien sowohl rechtliche als auch faktische Privilegierungen problematisch.134 

145.  Nach Auffassung des Sekretariats verhält es sich nicht so, dass die Verwendung von 
einen  Anfangskontakt  ermöglichenden  Daten  aus  einem  gesetzlichen  Monopolbereich  aus 
kartellrechtlicher  Sicht  per  se  unproblematisch  wäre.  Je  nach  den  konkreten  Verhältnissen 
kann ein solches Verhalten die Tatbestandmerkmale von Art. 7 Abs. 1 KG erfüllen. Je nach 
Dienstleitung,  für  die  mittels  Adressdaten  aus  einem  Monopolbereich  geworben  wird,  kann 
nämlich bereits die Ermöglichung eines Erstkontakts zu nicht zu vernachlässigenden Wettbe-
werbsvorteilen führen. Wesentlich für die kartellrechtliche Beurteilung ist zudem, über welchen 
Zeitraum und in welchem Ausmass Adressendaten aus dem Monopolbereich für die Akquisi-
tion in benachbarten Dienstleistungsmärkten verwendet wurden. Weiter ist zu berücksichtigen, 
ob Konkurrenten in den Dienstleistungsmärkten in zumutbarer Weise die Möglichkeit hatten, 
sich die betreffenden Adressdaten ebenfalls zu beschaffen. Ein weiterer relevanter Aspekt ist 
beispielsweise die Kostenersparnis aufgrund der Verwendung der Adressdaten. Die Verwen-
dung von Adressdaten aus dem Monopolbereich im Allgemeinen kann somit durchaus 
geeignet sein, den Wettbewerb zu verfälschen. 

146.  Wie  bereits  mehrfach  ausgeführt  wurde,  bestehen  aufgrund  der  Akten  Anhaltspunkte 
dafür, dass die A. AG vorliegend Adressdaten aus dem Monopolbereich verwendet hat. 
Es  liegen  jedoch  keine  Hinweise  vor,  dass  die  A.  AG  auch  anderweitige  Monopoldaten  für 

131 Vgl. BGE 138 I 378 E. 9.4. 
132 Vgl. BGE 138 I 378 E. 6.3.2; HÄNNI/STÖCKLI (Fn 130), N 1717 ff.; RHINOW/SCHMID/BIAGGINI/ UHLMANN, 
Öffentliches  Wirtschaftsrecht,  2. Aufl.  Basel  2011,  §  18  N  53  ff.;  PIERRE  TSCHANNEN/ULRICH 
ZIMMERLI/MARKUS MÜLLER,  Allgemeines  Verwaltungsrecht,  4.  Aufl.,  Bern  2014,  §  10  N  24  f.;  STEFAN 
VOGEL, Der Staat als Marktteilnehmer: Voraussetzungen der Zulässigkeit wirtschaftlicher Tätigkeit des 
Gemeinwesens in Konkurrenz zu Privaten, Diss. Zürich 2000, 116 ff. 
133 Vgl. BGE 138 I 378 E. 9.4. 
134 Vgl. KRAEMER/STÖCKLI (Fn 132), 39. 

31 

 
 
 
 
 
 
 
Werbemassnahmen o. ä. benutzt hat. Diese Adressdaten können grundsätzlich auch von Drit-
ten bei Adresshändlern erworben werden. Folglich ist ein Wettbewerber ebenfalls in der Lage, 
solche Daten zu verwenden, um damit den gleichen Effekt zu erzielen. Zudem kann davon 
ausgegangen werden, dass Wettbewerber diesbezüglich auch in qualitativer Hinsicht nicht be-
nachteiligt würden und der von der A. AG verwendete Datensatz in der gleichen Qualität am 
Markt eingekauft werden könnte (vgl. vorne Rz 35). Der einzige Unterschied in Bezug auf die 
Nutzung der zur Diskussion stehenden Adressen zwischen der A. AG und deren Wettbewer-
bern besteht somit darin, dass Dritte für die Nutzung der Adressen etwas bezahlen müssten, 
während sie von der A. AG «gratis» genutzt werden konnten. Die Monopolstellungen im Strom-
bereich haben somit zu einem Informationsvorsprung der A. AG geführt, welcher ihr zu einem 
Minderaufwand  gegenüber  deren  Konkurrenzunternehmen  verholfen  hätten,  falls  diese  die 
gleiche Werbemassnahme hätten ergreifen wollen. Dieser Minderaufwand beinhaltet sodann 
aber lediglich die Beschaffung der Adressen. Anderweitige Unterschiede sind nicht ersichtlich; 
insbesondere hat die A. AG die Werbung auch nicht zusammen mit anderer Korrespondenz 
aus den Monopolbereichen – wie etwa der Stromrechnung – versandt.  

147.  Das Werbeschreiben nahm sodann nicht Bezug auf irgendwelche Eigen- und Besonder-
heiten der Angeschriebenen, sondern richtete sich grundsätzlich an jedermann, der Interesse 
an einer PV-Anlage haben könnte und lud zu einer entsprechenden Informationsveranstaltung 
ein. Es wurden zudem höchstens 1 250 Personen angeschrieben, das heisst es wurden «nur» 
1 250 Adressen für ein einmaliges und unspezifisches Werbeschreiben verwendet (vgl. Rz 50 
ff). Bringt man dies in Relation zu den […] A. AG Stromkunden und dem noch um ein Vielfa-
ches grösseren potentiellen Kundenkreis für die Installation von PV-Anlagen im Tätigkeitsge-
biet der A. AG (Radius von 60 bis 100 km um […]; vgl. vorne Rz 110), so kann auch nicht von 
einer flächendeckenden Aktion gesprochen werden. Zudem ist weder ein dauerhaftes noch 
ein systematisches Vorgehen der A. AG zu erkennen; die A. AG spricht in diesem Zusammen-
hang gar von einem Versehen (vgl. vorne Rz 44).  

148.  Es stellt sich sodann die Frage, ob ein Werbeschreiben überhaupt geeignet sein kann, 
jemanden dazu zu bewegen, eine PV-Anlage zu kaufen und installieren zu lassen. Mit anderen 
Worten ist fraglich, ob ein Werbeschreiben überhaupt kausal für den Kaufentscheid einer PV-
Anlage sein kann. Zumindest für den vorliegenden Einzelfall erscheint dies höchst unwahr-
scheinlich. Es ist vielmehr davon auszugehen, dass sich die Kundinnen und Kunden aus meh-
reren verschiedenen Gründen für das Produkt «X» der A. AG entschieden haben. Hervorzu-
heben ist dabei insbesondere auch, dass das Produkt im Frühjahr 2016 neu auf dem Markt 
erschienen war und in vielseitiger Hinsicht beworben wurde (vgl. Rz 61 f.). Die A. AG ist den 
Privatkunden im A. AG-Stromversorgungsgebiet zudem bereits als Stromlieferantin und Netz-
betreiberin bekannt und geniesst als staatsnahes Unternehmen ein gewisses Vertrauen und 
Ansehen. Im Übrigen lässt sich im Nachhinein kaum mehr rekonstruieren, weshalb sich eine 
Kundin oder ein Kunde für «X» und nicht für das PV-Produkt eines anderen Wettbewerbers 
entschieden  hat.  Es  erscheint  aber  am  wahrscheinlichsten,  dass  es  eine  Kombination  ver-
schiedener Faktoren gewesen sein wird, die zur Wahl des Produkts «X» bzw. des Unterneh-
mens A. AG geführt haben könnte. Ein einziges Werbeschreiben ist schliesslich auch nach 
der allgemeinen Lebenserfahrung kaum geeignet, eine Kundin oder einen Kunden zu über-
zeugen, eine PV-Anlage für mehrere tausend Franken zu kaufen. Bei einer PV-Anlage handelt 
es  sich  um  eine  erhebliche  Investition,  welche  in  aller  Regel  auf  reiflicher  Überlegung  und 
umfassenden Abklärungen beruht. Auch kann davon ausgegangen werden, dass die Durch-
schnittskundin resp. der Durchschnittskunde bei Investitionen in dieser Höhe in der Regel Of-
ferten von verschiedenen Anbietern einholt. Das Schreiben der A. AG hat bei den Kundinnen 
und Kunden bestenfalls den Stein ins Rollen gebracht, sich überhaupt über die Anschaffung 
einer  PV-Anlage  Gedanken  zu  machen.  Selbst  wenn  das  Werbeschreiben  somit  zu  einem 
Anfangskontakt zwischen potentiellen Kundinnen und Kunden und der A. AG geführt haben 
sollte, kann daraus nicht der Schluss gezogen werden, dass das Schreiben ursächlich für den 
Kaufentscheid einer Kundin resp. eines Kunden war. 

32 

 
 
 
 
 
 
149.  Eine Verhaltensweise braucht zwar nicht monokausal für die Wettbewerbsverfälschung 
zu sein (vgl. vorne Rz 140), dennoch muss sich die Wettbewerbsverfälschung auf das fragliche 
unzulässige Verhalten zurückführen lassen, was vorliegend nicht möglich scheint. Auch die 
Konkurrentinnen der A. AG gingen wohl nicht davon aus, dass ein einziges Werbeschreiben 
genügt, um eine Kundin oder einen Kunden zum Kauf einer PV-Anlage zu bewegen. Andern-
falls würde wohl jedes in diesem Bereich tätige Unternehmen Adressen einkaufen, um Wer-
beschreiben  zu  verschicken,  wenn  effektiv  eine  realistische  Chance  bestehen  würde,  dass 
eine nicht unerhebliche Anzahl der angeschriebenen Personen allein gestützt auf ein solches 
nicht personalisiertes Schreiben eine PV-Anlage kaufen würde. Die Konkurrenten von A. AG 
haben […].135 Auch bei der A. AG war das Werbeschreiben nur eine von zahlreichen weiteren 
Werbemassnahmen für «X» (vgl. Rz 61 f.). Zusammenfassend ist daher davon auszugehen, 
dass die fraglichen Werbeschreiben der A. AG nicht kausal für den Kaufentscheid einer Kundin 
oder  eines Kunden  für das  PV-Produkt  «X»  waren  bzw.  sein  konnten.  Insofern  fehlt  es  am 
Nachweis der Kausalität zwischen dem mutmasslich kartellrechtswidrigen Verhalten (Verwen-
dung  von  Adressdaten  aus  dem  Monopolbereich)  und  dessen  potentiellen  Auswirkungen 
(Wahl der A. AG als Beauftragte). 

150.  Ginge man davon aus, dass das vorliegende Werbeschreiben für den Entscheid zur In-
stallation einer PV-Anlage kausal sein könnte, stellt sich weiter die Frage, ob dieser Umstand 
geeignet wäre, den Wettbewerb zu verfälschen. Dabei ist in erster Linie zu beachten, dass 
auch die Konkurrenzunternehmen der A. AG bei Bedarf die Möglichkeit gehabt hätten, Adres-
sen von potentiellen Kundinnen und Kunden für PV-Anlagen einzukaufen, um anschliessend 
ebenfalls Werbeschreiben zu versenden. Im Gegensatz zur A. AG, welche aufgrund ihrer Mo-
nopolstellung im Strombereich bereits über die entsprechenden Adressen verfügte, hätten die 
Konkurrenten für die Benutzung solcher Adressen in gleicher Menge und Qualität jedoch rund 
CHF 2 900.– bezahlen müssen (vgl. Rz 54 ff.). Bei den Wettbewerbern der A. AG im Bereich 
Installation von PV-Anlagen handelt es sich in aller Regel nicht um Kleinstunternehmen, wel-
che nicht in der Lage wären, rund CHF 2 900.– für eine Werbeaktion auszugeben. Setzt man 
diesen Betrag ins Verhältnis zu den Kosten für andere Werbemassnahmen in der Höhe von 
mehreren tausend Franken und zum Umsatz, der bereits mit dem Verkauf von wenigen PV-
Anlagen generiert werden kann, zeigt sich, dass alleine der Umstand, dass ein Unternehmen 
gegenüber einem Konkurrenzunternehmen einen Minderaufwand von CHF 2 900.– hat, in die-
sen Grössenverhältnissen nicht geeignet ist, den Wettbewerb zu verfälschen. Auch zeigt sich 
anhand der vorliegenden Umsatzzahlen, dass die Einführung von «X» zwar Wirkungen auf 
das Wettbewerbsumfeld hatte, diese Wirkungen aber von sehr kurzfristiger Natur waren und 
die  A.  AG  bereits  zwei  Jahre  nach  dem  Markteintritt  mit  erheblichen  Umsatzeinbussen  zu 
kämpfen hatte, sodass sie dieses Geschäftsfeld per Juni 2020 ganz aufgegeben hat (Rz 69 
und  73).  Insgesamt  zeigt  sich  damit,  dass  das  voraussichtlich  nachweisbare  Verhalten  der 
A. AG – der Versand der Werbeschreiben durch Verwendung von maximal 1 250 Adressen 
aus  dem  Monopolbereich  –  nicht  geeignet  war,  (ebenso  leistungsfähige)  Wettbewerber  wie 
das  beherrschende  Unternehmen  auf  den  relevanten  Märkten  zu  behindern  (vgl.  vorne 
Rz 138). Denn auch die Konkurrenten der A. AG wären durchaus in der Lage gewesen, mit 
relativ geringfügigen finanziellen Mitteln gleichartige Werbemassnahmen zu ergreifen, falls sie 
sich davon einen positiven Effekt versprochen hätten.  

151.  Schliesslich bleibt anzumerken, dass sich die kartellrechtliche Betrachtung nicht nur auf 
das Werbeschreiben an sich fokussieren darf, sondern auch die Gesamtumstände berücksich-
tigt werden müssen. So führte etwa ein Wettbewerber im Zusammenhang mit der Beantwor-
tung des Auskunftsbegehrens des Sekretariats vom 3. März 2020 aus, dass es durch die Wer-
bung für die «X»-PV-Anlagen zur einer «Marktbelebung» gekommen sei, weshalb nicht gesagt 
werden  könne,  dass  ihn  das  Verhalten  der  A.  AG  effektiv  Kundinnen und  Kunden  gekostet 

135 Vgl. Stellungnahmen […], jeweils Antwort auf Frage 4.  

33 

 
 
 
 
 
 
 
hätte.136  Daraus  erhellt,  dass  die  Werbemassnahmen  der  A.  AG  allenfalls  ebenso  geeignet 
waren, potentiellen Kundinnen und Kunden, die Installation einer PV-Anlage schmackhaft zu 
machen, diese Kundinnen und Kunden sich dann aber letztendlich nicht für «X», sondern für 
die PV-Anlage eines Konkurrenzunternehmens entschieden. Insofern könnten das zur Diskus-
sion stehende Werbeschreiben sowie die von der A. AG lancierten Werbemassnahmen ins-
gesamt auch zu einer Belebung des Marktes geführt haben, von welcher nicht nur die A. AG, 
sondern auch ihre Wettbewerber profitiert haben. Darauf deuten auch die vorliegenden Um-
satzzahlen hin, welche im Jahr 2017 einen erheblichen Anstieg des Gesamtmarktvolumens 
aufzeigen (vgl. vorne Rz 69).  

c)  Fazit 

152.  Insgesamt ist damit festzuhalten, dass Anhaltspunkte dafür bestehen, dass es sich bei 
den in Rede stehenden Daten um maximal 1 250 Adressen gehandelt hat, welche einmalig für 
die  Versendung  eines  Werbeschreibens  verwendet  wurden.  Die  entsprechenden  Adressen 
hätten auch von Dritten für rund CHF 2 900.– bei einem beliebigen Adresshändler eingekauft 
werden können. Damit wären die Konkurrenten der A. AG in der Lage gewesen, die gleiche 
Werbemassnahme für ihre eigenen Produkte und Dienstleistungen zu ergreifen. Ein einziges 
Werbeschreiben dürfte kaum ursächlich für den Kaufentscheid einer PV-Anlage im Wert von 
mehreren tausend Franken gewesen sein. Es erscheint vielmehr als überwiegend wahrschein-
lich, dass eine Kombination verschiedener Faktoren wie diverse Werbemassnahmen, Anse-
hen und Bekanntheit des Anbieters, Einholen und Vergleich von verschiedenen Offerten etc. 
zum Entscheid eines Käufers für die eine oder andere PV-Anlage geführt hat. Selbst wenn 
schliesslich  von  einer  solchen  Ursächlichkeit  zwischen  Werbeschreiben  und  Kaufentscheid 
auszugehen wäre, wäre der vorliegende Sachverhalt nicht geeignet, den Wettbewerb zu be-
schränken. Jeder Konkurrent der A. AG wäre in der Lage gewesen durch den Einsatz von rund 
CHF 2 900.– den gleichen Effekt zu erzielen. Allein der Umstand, dass die A. AG gegenüber 
ihren  Konkurrenten  einen  Minderaufwand  von  CHF  2 900.–  hatte,  ist  bei  den  vorliegenden 
Gegebenheiten nicht geeignet, den Wettbewerb zu verfälschen. 

B.3.4  Ergebnis 

153.  Die vorangehenden Ausführungen zeigen, dass zurzeit keine Anhaltspunkte dafür vor-
liegen, dass sich die A. AG durch die Verwendung von Adressen aus dem Monopolbereich im 
Sinne von Art. 7 KG unzulässig verhalten hätte. Dementsprechend ist die Vorabklärung ohne 
Folgen einzustellen. 

C 

Zusammenfassung 

154.  Die Vorabklärung hat im Wesentlichen Folgendes ergeben: 

  Das potentiell kartellrechtswidrige Verhalten – die Verwendung von Adressmonopol-
daten – fand auf den Märkten für Stromverteilung und für Stromversorgung von festen 
Endkundinnen und Endkunden statt. Auf diesen Märkten ist die A. AG als marktbe-
herrschend zu qualifizieren. Eingesetzt wurden die Adressmonopoldaten in den Be-
reichen Installation von PV-Anlagen und PV-Anlagen-Contracting, wobei die Marktstel-
lung in diesen Bereichen offengelassen werden kann.  

 

Im Frühling/Sommer 2016 versendete die A. AG das Werbeschreiben «[…]», um damit 
auf ihr im März 2016 neu lanciertes PV-Produkt «X» hinzuweisen. Es kann nachträglich 

136 Vgl. […] Stellungnahme F. GmbH vom 21.4.2020, Antwort auf Frage 9.  

34 

 
 
 
 
 
 
 
nicht mehr eruiert werden, wie viele Privatpersonen im Rahmen dieser Aktion tatsäch-
lich angeschrieben wurden. Gemäss den Angaben der A. AG seien insgesamt maximal 
1 250 Adressen aus ihren Monopolbereichen verwendet worden.  

  Hinweise  auf  die  Verwendung  von  Monopoldaten  im  Zusammenhang  mit  weiteren 
Werbeschreiben oder sonstigen Aktionen liegen dem Sekretariat nicht vor. Die A. AG 
macht geltend, dass es sich bei der Werbeaktion für «X» im Frühling/Sommer 2016 um 
ein einmaliges Versehen gehandelt habe. Zudem habe die A. AG aufgrund dieses 
Vorfalls ihre Compliance Massnahmen bereits im Spätsommer 2016  verbessert und 
diese würden ständig auf den neusten Stand gebracht. 

 

Insgesamt lässt sich im Bereich der Installation von PV-Anlagen für Privatkunden der 
erfolgreiche Markteintritt der A. AG im Jahr 2016 anhand der erzielten Umsätze erken-
nen. Aus den Zahlen geht jedoch nicht hervor, dass sich diese Umsätze und die damit 
einhergehende kurzfristige Verbesserung der Marktstellung auf das zur Diskussion ste-
hende Werbeschreiben für das Produkt «X» zurückführen lassen. Bereits im Jahr 2018 
hatte  die  A.  AG  mit  starken  Umsatzeinbussen  zu  kämpfen.  Zwischenzeitlich  hat  die 
A. AG das gesamte Geschäftsfeld «Energiedienstleistungen» und damit «X» u.a. […] 
eingestellt. 

  Die Verwendung von Monopoldaten im Allgemeinen könnte grundsätzlich durchaus 
zu  Wettbewerbsverfälschungen  führen.  Es  ist  jedoch  für  jeden  Einzelfall  gesondert 
festzustellen, ob dies auch auf die konkrete Verhaltensweise zutrifft. Daten wie Kon-
taktdaten, aber vor allem Daten, welche etwa Auskunft über die Eigenschaften, das 
Verhalten und die Interessen von Kundinnen und Kunden geben, können gezielt dazu 
verwendet  werden,  um  diese  zu  steuern  und  deren  Kaufverhalten  zu  beeinflussen. 
Wenn nun solche Daten nur dem marktbeherrschenden Unternehmen zur Verfügung 
stehen  und seine  Konkurrenten  nicht  über  diese  Daten  verfügen  und auch  nicht  die 
Möglichkeit haben, an diese Daten zu gelangen, kann die Nutzung dieser Daten durch 
das marktbeherrschende Unternehmen geeignet sein, den Wettbewerb zu verfälschen.  

  Auch die Verwendung von Adressdaten aus dem Monopolbereich im Speziellen 

kann grundsätzlich geeignet sein, den Wettbewerb zu verfälschen. 

  Ein einziges Werbeschreiben dürfte kaum ursächlich für den Kaufentscheid einer PV-
Anlage im Wert von mehreren tausend Franken gewesen sein. Es erscheint vielmehr 
als überwiegend wahrscheinlich, dass eine Kombination verschiedener Faktoren wie 
diverse Werbemassnahmen, Ansehen und Bekanntheit des Anbieters, Einholen und 
Vergleich von verschiedenen Offerten etc. zum Entscheid einer Käuferin bzw. eines 
Käufers für die eine oder andere PV-Anlage geführt hat.  

  Selbst wenn von einer solchen Ursächlichkeit zwischen Werbeschreiben und Kaufent-
scheid  auszugehen  wäre,  wäre  der  vorliegende  Sachverhalt  nicht  geeignet,  den 
Wettbewerb zu verfälschen. Die A. AG hat vorliegend maximal 1 250 Adressen aus 
dem  Monopolbereich  verwendet,  um  damit  einmalig  ein  Werbeschreiben  für  ihr  PV-
Produkt «X» zu versenden. Die entsprechenden Adressen hätten auch von Dritten für 
rund  CHF  2 900.–  bei  einem  beliebigen  Adresshändler  eingekauft  werden  können. 
Jede Konkurrentin der A. AG wäre somit in der Lage gewesen durch den Einsatz von 
rund CHF 2 900.– den gleichen Effekt zu erzielen. Allein der Umstand, dass die A. AG 
gegenüber ihren Konkurrentinnen einen Minderaufwand von CHF 2 900.– hatte, ist bei 
den vorliegenden Gegebenheiten nicht geeignet, den Wettbewerb zu verfälschen. 

  Zurzeit bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass sich die A. AG durch die Verwen-
dung von Adressen aus dem Monopolbereich im Sinne von Art. 7 KG unzulässig ver-
halten haben könnte. Dementsprechend ist die Vorabklärung ohne Folgen einzustel-
len. 

35 

 
 
 
 
 
 
D 

Schlussfolgerungen 

Das Sekretariat der Wettbewerbskommission, gestützt auf den bekannten Sachverhalt und 
die vorangehenden Erwägungen, 

1. 

2. 

3. 

4. 

stellt fest, dass keine Anhaltspunkte dafür bestehen, dass eine unzulässige Wettbe-
werbsbeschränkung vorliegt; 

beschliesst, die Vorabklärung ohne Folgen einzustellen;  

teilt den Beteiligten die Einstellung der Vorabklärung mit; 

beschliesst, diesen Schlussbericht zu publizieren. 

36