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**Case Identifier:** 9793388a-e02e-5421-819e-642ceae1f06c
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-07-02
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Steuergericht 02.07.2021 510 2021 12 (510 21 12)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_SG_001_510-2021-12_2021-07-02.pdf

## Full Text

Seite 1 

Entscheid vom 2. Juli 2021 (510 21 12) 

 

 _____________________________________________________________________  

 

Fahrkostenabzug / Kombination von öffentlichem Verkehr und Fahrrad  

 

Besetzung Steuergerichtspräsident A. Zähndler, Gerichtsschreiber D. Kambanas 
 

Parteien A.A.____ und B.A.____, 
 Rekurrenten 

  
 
gegen 
 
 

 Steuerverwaltung des Kantons Basel-Landschaft, Rheinstrasse 33, 
4410 Liestal,  
 
 Rekursgegnerin 
 
 
 

betreffend Staatssteuer 2018 
 
 

http://www.baselland.ch/main_strk-htm.277547.0.html
http://www.baselland.ch/main_strk-htm.277547.0.html
http://www.baselland.ch/main_strk-htm.277547.0.html

 

 

 
 
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Sachverhalt: 

 

A. 

Mit Steuererklärung der Staatssteuer 2018 vom 16. April 2018 deklarierten die Pflichtigen ein 

steuerbares Einkommen in Höhe von Fr. 121'968.-- und machten dabei Fahrtkosten zwischen 

Wohn- und Arbeitsstätte in Höhe von Fr. 860.-- (Abonnementskosten für öffentliche Verkehrs-

mittel in Höhe von Fr. 160.-- und ein Pauschalbetrag für das Fahrrad von Fr. 700.--) zum Abzug 

geltend. 

 

Am 5. März 2020 veranlagte die Steuerverwaltung die Pflichtigen mit einem steuerbaren Ein-

kommen von Fr. 113'944.-- und einem Steuerbetrag von Fr. 8'571.55. Unter «Abweichun-

gen/Bemerkungen» wurde u.a. angemerkt, dass eine unentgeltliche Beförderung zwischen 

Wohn- und Arbeitsstätte durch den Arbeitgeber bestehe und der geltend gemachte Abzug von  

Fr. 860.-- wurde nicht gewährt. 

 

 

B. 

Mit Schreiben vom 13. März 2020 erhoben die Pflichtigen Einsprache gegen die Veranlagungs-

verfügung. Sie führten u.a. an, dass der Pflichtige mit dem Fahrrad zum Bahnhof oder zur 

Tramhaltestelle fahren würde und anschliessend den öffentlichen Verkehr benutze. Ab und zu 

würde er auch den ganzen Weg von zu Hause bis zum Arbeitsort mit dem Fahrrad fahren.  

 

Die Steuerverwaltung wies die Einsprache mit Entscheid vom 14. Januar 2021 hinsichtlich der 

Fahrtkosten zwischen Wohn- und Arbeitsstätte ab. Die Steuerverwaltung brachte vor, dass sie 

die Ausführungen der Pflichtigen dahingehend verstehen würde, als dass der Abzug für die 

Kosten eines Fahrrads geltend gemacht werde. Entscheidend für einen zusätzlichen Abzug für 

das Fahrrad sei, ob die Fahrradfahrt, welche mit zusätzlichen Kosten verbunden sei, einen in-

neren, wirtschaftlichen Bezug zur Sphäre der Einkommenserzielung aufweise. Diese Kausalität 

liege vor, wenn der Pflichtige substantiiert und glaubhaft darlegen könne, er brauche neben den 

öffentlichen Verkehrsmitteln zusätzlich auch ein Fahrrad zur Zurücklegung des Arbeitswegs, 

weil er dadurch signifikante Zeitersparnisse oder Komfortgewinne erzielen könne. Diese erfor-

derliche Kausalität werde vorliegend nicht nachgewiesen. Eine allfällige Zeitersparnis belaufe 

sich höchstens auf wenige Minuten, weshalb nicht ersichtlich sei, wie sich der Arbeitsweg effizi-

enter oder komfortabler gestalten liesse. Ein zusätzlicher Abzug sei nicht berechtigt, wenn das 

Fahrrad (gemäss Arbeitsgeberbestätigung bei angenehmem Wetter) gelegentlich im Rahmen 

der privaten Freizeitgestaltung bzw. zu Erholungszwecken anstelle des öffentlichen Verkehrs 

verwendet werde. Diese Auslagen seien private Lebenshaltungskosten. 

 

 

C. 

Mit Eingabe vom 8. Februar 2021 erheben die Pflichtigen Rekurs und begehren, dass (1) der 

Einspracheentscheid der Steuerverwaltung vom 14. Januar 2021 betreffend die Staatssteuer 

2018 aufzuheben sei, (2) in Gutheissung der Ziffer 1 hiervor die Fahrtkosten zwischen Wohn- 

 
 
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und Arbeitsstätte gemäss Ziffer 500 der Steuererklärung 2018 in der Höhe von Fr. 860.-- als 

abzugsfähig anzurechnen und die Steuerveranlagung für die Staatssteuer anzupassen und 

(3) keine ordentlichen Kosten zu erheben seien. 

Als Begründung bringen die Rekurrenten vor, dass der Rekurrent über 75% der Arbeitswege 

mit dem Fahrrad von zu Hause aus zur Arbeitsstätte fahre. Die Ansicht der Steuerverwaltung, 

dass die Formulierung im der Einsprache beigelegten Bestätigungsschreiben «regelmässig, bei 

angenehmen Wetter täglich» auf Freizeitgestaltung schliessen lasse, sei falsch. In Ausübung 

der beruflichen Tätigkeit gehöre auch Regen zum angenehmen Wetter, nicht jedoch Schneefall, 

Eisglätte, starke Windböen und Gewitter. Weiter sei es unbestritten, dass er vom Arbeitgeber 

das U-Abo für die Werktage von Montag bis Freitag erhalte. Das diene dazu, dass täglich die 

Baustellen mit dem öffentlichen Verkehr erreicht werden könnten. Für Samstag und Sonntag 

müsse der Rekurrent die Differenz von Fr. 160.-- (der Gesamtpreis des Jahresabonnements 

beträgt Fr. 960.--) selber bezahlen, obwohl er regelmässig Einsätze am Wochenende habe. Die 

Zeitersparnis, wenn er mit dem Fahrrad zur Tramstation fahre, sei 12 Minuten und, wenn er 

direkt ins Geschäft fahre, über 25 Minuten pro Tag. Auch fahre er ab und zu von zu Hause di-

rekt auf die Baustellen und am Abend wieder zurück. Somit liege sehr wohl ein innerer, wirt-

schaftlicher Bezug zur Einkommenserzielung vor. Es sei selbstverständlich, dass das Fahrrad 

bevorzugt werde. Die Kausalität sei gegeben. Es sollte steuerrechtlich nicht abgestraft werden, 

wenn er den Berufsweg ökonomisch wie auch ökologisch bewältige. 

Das Bundesgericht sei der gleichen Auffassung. Es gehe davon aus, dass nahezu jede Fahr-

radfahrt zur Arbeitsstätte und zurück als wirtschaftlich durch die Erwerbstätigkeit veranlasst er-

achtet werde. Kein Unterschied bestehe, wenn das Fahrrad nur dazu diene, den öffentlichen 

Verkehr zu erreichen. Eine Differenzierung, ob der Berufsweg mit verschiedenartigen Ver-

kehrsmitteln bewältigt werde, finde keine Stütze. Bereits ab einer Zeitersparnis von 15 Minuten 

sei die Kausalität gegeben. Ausserdem sei mit Blick auf den verhältnismässigen geringfügigen 

Abzug insgesamt eine grosszügige Praxis zuzulassen. Die von der Steuerverwaltung ange-

wandte Praxis, wonach die Haltestelle mindestens 1,5 km entfernt liegen müsse, damit ein zu-

sätzlicher Fahrradabzug gewährt werde, habe keine Grundlage in Gesetz und Verordnung. Aus 

weiteren Urteilen gehe ebenfalls hervor, dass der Arbeitsweg nicht artrein sein müsse. 

 

Mit Vernehmlassung vom 21. Mai 2021 beantragt die Steuerverwaltung die Abweisung des Re-

kurses und vor dem Hintergrund, dass bei einer unkritischen und unbesehenen pauschalen 

Übernahme und Gewährung des zusätzlichen Fahrradabzugs im Kanton Basel-Landschaft mit 

Steuermindereinnahmen von hochgerechnet rund Fr. 3 Mio. pro Jahr zu rechnen wäre, die Be-

urteilung der Angelegenheit durch die Fünferkammer des Steuergerichts. 

Materiell verweist die Steuerverwaltung im Wesentlichen auf den Einspracheentscheid. Die in 

§ 3 Abs. 1 lit. a Ziff. 3 der Verordnung vom 13. Dezember 2005 zum Steuergesetz (VO StG; 

SGS 331.11) aufgestellten Kriterien würden sich grundsätzlich zur Abgrenzung zwischen ab-

zugsfähigen notwendigen Ausgaben der Einkommenserzielung und einer steuerlich nicht zu 

berücksichtigenden bequemen Gestaltung der privaten Lebenshaltung eignen. Insbesondere 

bei einem täglichen Zeitaufwand von 2,5 Stunden und bei mehr als 1,5 km Entfernung von der 

nächsten Haltestelle handle es sich um objektive und klare Regelungen, welche Gewähr dafür 

bieten würden, dass alle Steuerpflichtigen gleichbehandelt werden würden. 

 
 
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Die bisherige Zurückhaltung der Steuerbehörden bei der Gewährung der Fahrtkostenabzüge 

beruhe vor allem auf der Überlegung, dass der Verzicht auf die Benützung öffentlicher Ver-

kehrsmittel i.d.R. nicht auf eine arbeitsbedingte Notwendigkeit zurückzuführen sei, sondern 

überwiegend dazu diene, die private Lebenshaltung bequemer und die Freizeit sinnvoller zu 

gestalten. Eine Kombination verschiedener Verkehrsmittel sei grundsätzlich zulässig. So könne 

der Abzug dem Steuerpflichtigen für das private Fahrzeug bloss für gewisse Streckenabschnitte 

oder Tage gewährt werden. Dem Grundsatz, dass primär die öffentlichen Verkehrsmittel als 

Fahrtkosten zum Abzug zuzulassen seien, könne so Rechnung getragen werden.  

Der Pauschalabzug für die Benutzung eines Fahrrads in Höhe von bis zu Fr. 700.-- könne im 

Regelfall nicht neben dem Abzug für öffentliche Verkehrsmittel zu stehen kommen. Nur wenn 

der Fussweg zur nächsten Haltestelle 1,5km übersteige, sei der ausschliessliche Gebrauch des 

öffentlichen Verkehrs unzumutbar. Die Pauschale für das Fahrrad sei diesfalls zusätzlich ab-

zugsberechtigt. 

Im konkreten Fall sei im Lohnausweis des Rekurrenten das Feld «F» angekreuzt. Damit werde 

vom Arbeitgeber bestätigt, dass eine unentgeltliche Beförderung zwischen Wohn- und Arbeits-

stätte bestehe. Aus diesem Grund gebe es keinen Raum für einen zusätzlichen Abzug. Es be-

treffe die freie Lebensgestaltung, ob der Rekurrent an gewissen Tagen das Fahrrad direkt zum 

Arbeitsort oder zur Tramstation nutze. Dies rechtfertige indes keinen (zusätzlichen) Abzug, zu-

mal die nächste Haltestelle nur 650 m entfernt und somit quasi «vor der Haustür» liege. 

Schliesslich sei zu bemerken, dass der Steuerpflichtige den Nachweis eines Fahrradeinsatzes 

in keiner Art und Weise erbracht, sondern bloss behauptet habe. 

 

An der heutigen Parteiverhandlung halten die Parteien an ihren Anträgen und Vorbringen fest. 

 

 

 

 

Erwägungen: 

 

1.  

Das Steuergericht ist gemäss § 124 des Gesetzes über die Staats- und Gemeindesteuern 

(Steuergesetz) vom 7. Februar 1974 (StG) zur Beurteilung des vorliegenden Rekurses zustän-

dig. 

 

Die Steuerverwaltung führt in der Vernehmlassung vom 21. Mai 2021 aus, dass bei einer unkri-

tischen und unbesehenen pauschalen Übernahme und Gewährung des zusätzlichen Fahrrad-

abzugs im Kanton Basel-Landschaft mit Steuermindereinnahmen von hochgerechnet rund 

Fr. 3 Mio. pro Jahr zu rechnen sei. Angesichts der Tragweite des Entscheids sei die Beurteilung 

des Steuergerichts als Fünferkammer vorzunehmen. 

 

Die Steuerverwaltung verkennt jedoch, dass gemäss § 129 Abs. 1 StG Rekurse vom Präsiden-

ten des Steuergerichts als Einzelrichter beurteilt werden, wenn deren umstrittener Steuerbetrag 

wie im vorliegenden Fall Fr. 3'000.-- pro Steuerjahr nicht übersteigt. Bei periodischen Steuern 

 
 
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ist der umstrittene Steuerbetrag pro Steuerjahr für die Berechnung des vorstehenden Streit-

werts massgebend. Zudem liegt im vorliegenden Fall weder eine komplexe Sachverhaltsfrage 

noch eine Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung vor, die eine Überweisung des Falls an 

die Dreierkammer rechtfertigen würde (§ 129 Abs. 5 StG): Die Frage der vollumfänglichen Ab-

zugsfähigkeit der geltend gemachten Aufwendungen sowohl für das Jahresabonnement des öV 

als auch für das Fahrrad war bezüglich der direkten Bundessteuer bereits Gegenstand des Ur-

teils des Bundesgerichts [BGer] 2C_745/2017 vom 21. September 2017 sowie betreffend die 

Staatssteuer des Entscheids des Steuergerichts [StGE] vom 28. Juni 2019, 510 18 89. 

 

Da die in formeller Hinsicht an einen Rekurs zu stellenden Anforderungen erfüllt sind, ist darauf 

einzutreten. 

 

 

2.  

In materieller Hinsicht unterliegt der Beurteilung, ob die vom Rekurrenten geltend gemachten 

selbst getragenen Fahrtkosten für die öffentlichen Verkehrsmittel (öV) zwischen Wohn- und 

Arbeitsstätten von Fr. 160.-- nebst den deklarierten Kosten für das Fahrrad von Fr. 700.-- von 

der Steuerverwaltung zu Recht gestrichen wurden.  

 

Das vorliegende Verfahren betrifft freilich die Staatssteuer, jedoch sind im Rahmen der vertika-

len Steuerharmonisierung Praxis und Ausführungen zum Bundesgesetz vom 14. Dezember 

1990 über die direkte Bundessteuer (DBG; SR 642.11) analog anzuwenden. Soweit erforder-

lich, ist daher nachfolgend auf den genannten Bundesgerichtsentscheid 2C_745/2017 vom 

21. September 2017 einzugehen. 

 

2.1. Das Bundesgesetz vom 14. Dezember 1990 über die Harmonisierung der direkten Steuern 

der Kantone und Gemeinden (StHG; SR 642.14) bestimmt die von den Kantonen zu erheben-

den direkten Steuern und legt die Grundsätze fest, nach denen die kantonale Steuergesetzge-

bung zu gestalten ist. So wird in Art. 9 Abs. 1 StHG statuiert, dass von den gesamten steuerba-

ren Einkünften die zu ihrer Erzielung notwendigen Aufwendungen und die allgemeinen Abzüge 

abgerechnet werden können. Wesentliche Voraussetzung der Abziehbarkeit solcher Berufs- 

oder Erwerbsunkosten ist somit deren Notwendigkeit zur Erzielung des Erwerbseinkommens. 

Verlangt wird ein wesentlicher Zusammenhang zwischen der Ausgabe und den erzielten Ein-

künften. Der Begriff der Notwendigkeit ist dabei in einem weiten Sinn auszulegen. So verlangt 

das Bundesgericht nicht, dass die steuerpflichtige Person das Einkommen ohne die streitige 

Auslage überhaupt nicht hätte erzielen können. Als Gewinnungskosten gelten vielmehr all jene 

Aufwendungen, die für die Erzielung des Einkommens nützlich sind und nach der Verkehrsauf-

fassung im Rahmen des Üblichen liegen (REICH, in: Zweifel/Beusch [Hrsg.], Kommentar zum 

Schweizer Steuerrecht, Bundesgesetz über die Harmonisierung der direkten Steuern der Kan-

tone und Gemeinden [StHG], 3. Aufl. 2017 Basel, Art. 9 N 8 ff.; mit Verweis auf BGer 

2C_566/2008 vom 16. Dezember 2008 in: Der Steuerentscheid [StE], 2009, B 22.3 Nr. 99 

E.2.2). Ausgehend von diesen Grundsätzen werden in den Steuergesetzen von Bund und Kan-

 
 
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tonen die Kosten für Fahrten zwischen Wohn- und Arbeitsstätte regelmässig als Berufsausla-

gen zum Abzug zugelassen. 

 

Entsprechend hat auch der Baselbieter Gesetzgeber in § 29 Abs. 1 lit. a StG festgehalten, dass 

bei unselbständiger Erwerbstätigkeit die Erwerbsunkosten wie Kosten für Fahrten zwischen 

Wohn- und Arbeitsstätte bis zu einem jährlichen Maximalbetrag von Fr. 6'000.-- von den steuer-

baren Einkünften abgezogen werden können. Die Kompetenz zur Festlegung der genauen Hö-

he dieser Abzüge wurde im letzten Satz der genannten Bestimmung an den Regierungsrat de-

legiert.  

 

Dieser konkretisiert in § 3 Abs. 1 lit. a Ziff. 3 der Verordnung vom 13. Dezember 2005 zum 

Steuergesetz (Vo StG; GS 331.11) die erwähnte Bestimmung von § 29 Abs. 1 lit. a StG dahin-

gehend, dass Unselbständigerwerbende für die Kosten der Fahrten zwischen Wohn- und Ar-

beitsstätte bei Benützung eines Fahrrades, eines Motorfahrrades oder eines Motorrades mit 

gelbem Kontrollschild bis zu Fr. 700.-- pro Jahr als Erwerbsunkosten abziehen können. Der 

Nachweis höherer effektiver Kosten bleibt vorbehalten. 

 

2.2. Die Rekursgegnerin stellt sich auf den Standpunkt, die in § 3 Abs. 1 lit. a Ziff. 3 VO StG 

aufgestellten Kriterien würden sich grundsätzlich zur Abgrenzung zwischen abzugsfähigen not-

wendigen Ausgaben der Einkommenserzielung und einer steuerlich nicht zu berücksichtigen-

den bequemen Gestaltung der privaten Lebenshaltung eignen. Eine Kombination verschiedener 

Verkehrsmittel sei grundsätzlich zulässig. So könne der Abzug dem Steuerpflichtigen für das 

private Fahrzeug bloss für gewisse Streckenabschnitte oder Tage gewährt werden. Dem 

Grundsatz, dass primär die öffentlichen Verkehrsmittel als Fahrtkosten zum Abzug zuzulassen 

seien, könne so Rechnung getragen werden. § 3 Abs. 1 lit. a Ziff. 3 Vo StG schliesse aber die 

Kumulation von öffentlichem Verkehrsmittel und privatem Fahrzeug aus: Gemäss Baselbieter 

Steuerbuch, Bd. 1 - Einkommen 29 Nr. 1 könne der Pauschalabzug von Fr. 700.-- im Regelfall 

nicht neben dem Abzug für das öffentliche Verkehrsmittel erfolgen. Nur wenn der Fussweg bis 

zur nächsten Haltestelle 1,5 Kilometer übersteige, sei der ausschliessliche Gebrauch des öf-

fentlichen Verkehrsmittels als unzumutbar zu qualifizieren (www.bl.ch/steuerverwaltung). 

 

2.3. Dieser Sichtweise ist nicht zu folgen. Auf welche Weise der Berufsweg zurückgelegt wird, 

lassen Gesetz und Verordnung offen, zumal es ohnehin nicht Sache des Steuerrechts sein 

kann, Vorschriften zur Gestaltung des Berufswegs zu machen. Zwar ergibt sich insofern eine 

Präferenz für den öffentlichen Verkehr, als die Kosten des Privatfahrzeugs nur subsidiär geltend 

gemacht werden können. Damit bezwecken Verwaltung und Gerichte eine gewisse Lenkungs-

wirkung. Bei aller Präferenz werden aber weder die Kosten des privaten Fahrzeugs ausge-

schlossen noch ist überhaupt vorgesehen, dass der Arbeitsweg "artrein" - entweder aus-

schliesslich mit privatem oder öffentlichem Verkehrsmittel - zu bewältigen wäre (BGer 

2C_745/2017 vom 21. September 2017, E. 2.4.1, m.w.H.). 

 

2.4. In der Praxis, die von immer längeren Berufswegen geprägt ist, dürfte es zunehmend zu 

einem "Systembruch" oder "Split" kommen, indem hintereinander mehrere Verkehrsmittel be-

 
 
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nützt werden, um ans Ziel zu gelangen. Dieser Realität verschliesst sich das Verordnungsrecht 

nicht, zumal hierzu ohnehin keine gesetzliche Grundlage besteht. Eine derartige Einschränkung 

der Handlungsfreiheit der steuerpflichtigen Personen bedürfte in jedem Fall einer gesetzlichen 

Grundlage. Daran fehlt es, wobei eine derart künstliche Vorgabe ohnehin weder volkswirtschaft-

lich noch steuerrechtlich wünschbar wäre. Im Gegenteil kann es die Produktivität nur positiv 

beeinflussen, wenn die Werktätigen nach dem für sie kürzesten und effizientesten Arbeitsweg 

suchen. Dies schliesst nicht aus, dass grundsätzlich nur die Kosten des öffentlichen Verkehrs 

als abzugsfähig erklärt werden, kommt doch hier der Lenkungsgedanke ins Spiel. Dieser be-

deutet aber nicht, dass zwingend nur alternativ Kosten des öffentlichen oder des privaten Ver-

kehrs abziehbar wären (BGer 2C_745/2017, a.a.O., E. 2.4.2). Nichts an den bisherigen Ausfüh-

rungen ändert, dass die Fahrradpauschale von Fr. 700.--, gemessen an der Kilometerpauschale 

für Autos von Fr. 0.70, einer jährlichen Fahrleistung von 1'000 Kilometern entspricht. Es trifft 

zwar zu, dass demnach mit dem Auto an 220 Arbeitstagen je rund 4,5 Kilometer zurückgelegt 

werden könnten, sodass das Fahrrad bei einem kürzeren Arbeitsweg zu einem höheren Abzug 

führt als das Auto. Pauschalierungen und Schematisierungen sind im Abgaberecht, das ein 

Massengeschäft ist, jedoch ebenso verbreitet wie zulässig. Sie sind insbesondere dann rechts-

gleich und willkürfrei, wenn sie sich an einem Durchschnittssachverhalt orientieren. Dies ist hier 

der Fall. Der Verordnungsgeber hat sich eine bestimmte durchschnittliche Fahrleistung vor Au-

gen gehalten. Allein der Umstand, dass diese unterschritten oder übertroffen werden kann, 

schliesst die Zulässigkeit des Abzugs im Einzelfall nicht aus (BGer 2C_745/2017, a.a.O., E. 

2.4.3, m.w.H.). 

 

 

3. 

Fraglich kann zudem sein, wie es sich mit dem Erfordernis der Unzumutbarkeit einer öV-

Benutzung verhält. Unzumutbarkeit besteht praxisgemäss etwa, wenn die steuerpflichtige Per-

son gebrechlich oder kränklich ist, wenn die nächste Haltestelle eines öffentlichen Verkehrsmit-

tels weit von der Wohn- oder Arbeitsstätte entfernt ist, wenn Arbeitsbeginn und Arbeitsschluss 

zu nicht fahrplanmässigen Zeiten erfolgen oder wenn sie ganz allgemein für ihre Berufsaus-

übung auf ein Motorfahrzeug angewiesen ist. In den Fällen, die zu dieser Praxis führten, ging es 

aber durchwegs darum, ob es sich rechtfertigt, die Kosten des Autos (anstelle des öffentlichen 

Verkehrsmittels) zum Abzug zuzulassen. Diese Grenzziehung folgt insofern eigenen Gesetz-

mässigkeiten, als wie hiervor gesehen eine Präferenz für das öffentliche Verkehrsmittel besteht. 

Soweit es um die Abgrenzung zwischen Fussmarsch und Busfahrt einerseits und Fahrradfahrt 

anderseits geht, entfällt diese Bevorzugung des öffentlichen Verkehrs. Entscheidend kann mit 

Blick auf das Gesetz nur sein, ob die Fahrradfahrt, die gegenüber dem Fussmarsch mit zusätz-

lichen Kosten verbunden ist, einen inneren, wirtschaftlichen Bezug zur Sphäre der Einkom-

menserzielung aufweist (BGer 2C_745/2017, a.a.O., E. 2.5.1, m.w.H.). Entsprechend stellt sich 

die Frage von vornherein in einem andern Licht. Wenn der Fahrradabzug selbst bei einem Ar-

beitsweg von zwei Kilometern (ohne mittägliche Rückkehr) oder von lediglich einem Kilometer 

(wenn die Mittagspause zuhause verbracht wird) gewährt wird, liegt es auf der Hand, dass der 

Verordnungsgeber nahezu jede Fahrradfahrt zur Arbeitsstätte und zurück als "wirtschaftlich 

durch die Erwerbstätigkeit veranlasst" erachtet. Kein Unterschied besteht, wenn das Fahrrad 

 
 
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(nur) dazu dient, den öffentlichen Verkehr zu erreichen. Eine Differenzierung anhand dessen, 

ob der Berufsweg mit verschiedenartigen Verkehrsmitteln bewältigt wird, findet im Gesetz keine 

Stütze. Dies würde im Übrigen steuerpflichtige Personen, die nicht in Zentrumslage wohnen 

und somit nicht durchgängig auf den öffentlichen Verkehr zurückgreifen können, erheblich be-

nachteiligen (BGer 2C_745/2017, a.a.O., E. 2.5.2). Eine steuerpflichtige Person, welche den 

Bus meidet, trägt dazu bei, dass die öffentlichen Verkehrsmittel in den Stosszeiten nicht weiter 

ausgebaut werden müssen. Auch dem pauschalen Fahrradabzug darf mithin eine gewisse Len-

kungswirkung zugeschrieben werden. Es ist, auch mit Blick auf den verhältnismässig geringfü-

gigen Abzug, insgesamt eine grosszügige Praxis am Platz (BGer 2C_745/2017, a.a.O., 

E. 2.5.4). 

 

 

4. 

4.1. Für die Behauptung des Rekurrenten, er bestreite über 75% der Arbeitswege, auch bei 

Regenfall, mit der eingangs geschilderten Kombination aus Tram und Velo oder nur mit dem 

Velo, fehlt zwar ein unmittelbarer Nachweis. Nach den Regeln über die objektive Beweislast ist 

zu bestimmen, wer die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen hat, wenn das erforderliche Be-

weismass nicht erreicht wurde, d.h. der Beweis für eine rechtserhebliche Tatsache misslungen 

ist. Dabei kommt der steuerpflichtigen Person für steueraufhebende oder -mindernde Tatsa-

chen die objektive Beweislast zu, während die Steuerbehörde jene für steuerbegründende und -

erhöhende Tatsachen trifft (vgl. Entscheid des Bundesgerichts [BGE] 140 II 248, E. 3.5; 

BLUMENSTEIN/LOCHER, System des schweizerischen Steuerrechts, 7. Aufl., Zürich 2016, 

S. 519). Ein Beweis gilt als erbracht, wenn das Gericht nach objektiven Gesichtspunkten von 

der Richtigkeit einer Sachbehauptung überzeugt ist. Absolute Gewissheit kann dabei nicht ver-

langt werden. Es genügt, wenn das Gericht am Vorliegen der behaupteten Tatsache keine 

ernsthaften Zweifel mehr hat oder allenfalls verbleibende Zweifel als leicht erscheinen. Aus-

nahmen von diesem Regelbeweismass, in denen eine überwiegende Wahrscheinlichkeit als 

ausreichend betrachtet wird, ergeben sich einerseits aus dem Gesetz selbst und sind anderer-

seits durch Rechtsprechung und Lehre herausgearbeitet worden. Den Ausnahmen liegt die 

Überlegung zu Grunde, dass die Rechtsdurchsetzung nicht an Beweisschwierigkeiten scheitern 

darf, die typischerweise bei bestimmten Sachverhalten auftreten (vgl. BGE 128 III 271 E. 2b/aa 

S. 275). Die Beweiserleichterung setzt demnach eine "Beweisnot" voraus. Diese Voraussetzung 

ist erfüllt, wenn ein strikter Beweis nach der Natur der Sache nicht möglich oder nicht zumutbar 

ist, insbesondere, wenn die von der beweisbelasteten Partei behaupteten Tatsachen nur mittel-

bar durch Indizien bewiesen werden können. (BGE 130 III 321 E.2; Urteil des Bundesgerichts 

5C.175/1997 vom 17. Oktober 1997, E. 2 und 3). 

 

4.2. Die Schwierigkeit im vorliegenden Fall liegt im Nachweis, dass das Velo tatsächlich dem 

Zurücklegen des Arbeitswegs dient, bzw. dass derselbe tatsächlich (teilweise) mit dem Fahrrad 

bewältigt wird. Der Nachweis mittels Foto des Fahrrads und/oder Kaufvertrag greift zu kurz, da 

so nur das Eigentum an einem Fahrrad bewiesen werden kann. Theoretisch bestünde die Mög-

lichkeit, ergänzend zum Nachweis des Erwerbs des Fahrrads ein Fahrtenbuch zu führen, wel-

ches jedoch - um irgendeine Beweiskraft zu entwickeln - durch eine Drittperson beglaubigt wer-

http://relevancy.bger.ch/php/clir/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_date=&from_year=1954&to_year=2019&sort=relevance&insertion_date=&from_date_push=&top_subcollection_clir=bge&query_words=&part=all&de_fr=&de_it=&fr_de=&fr_it=&it_de=&it_fr=&orig=&translation=&rank=0&highlight_docid=atf%3A%2F%2F128-III-271%3Ade&number_of_ranks=0&azaclir=clir#page271

 
 
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den müsste. Einzige einigermassen verlässliche Beweismittel würden die Daten eines am Velo 

(plombiert) angebrachten sogenannten GPS-Trackers darstellen. Von einem solchen Erforder-

nis ist aber abzusehen, da ein solcher Aufwand - angesichts der Höhe des eher geringen streit-

betroffenen Pauschalabzugs - als unverhältnismässig zu erachten ist. Das Beibringen von Ser-

vicerechnungen ist ebenfalls nicht zielführend: Der mittels Quittung in Rechnung gestellte War-

tungsaufwand könnte nicht eindeutig dem zurückgelegten Arbeitsweg zugeordnet werden. Zu 

verlangen ist deshalb anstelle des Regelbeweises lediglich ein Nachweis, welcher dem Be-

weismass der hohen Wahrscheinlichkeit entspricht (Entscheid des Verwaltungsgerichts Basel-

Stadt Nr. VD.2015.149 und 150 vom 10. April 2017 in: BStP 2017, Nr. 15, S. 3 f.; vgl. LOCHER, 

Kommentar zum Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer, III. Teil, Art. 102 - 222 DBG, 

Basel 2015, Einführung zu Art. 122 ff. N 31 f.). Bezüglich der - praktisch kaum überprüfbaren - 

effektiven Fahrtkosten wendet denn auch die Steuerverwaltung diese Praxis an, indem sie näm-

lich keine Überprüfung des tatsächlichen Aufwands bei der Gewährung der Pauschale für ein 

Fahrrad oder Mofa vornimmt, wenn der Fussweg bis zur nächsten Haltestelle 1,5 Kilometer 

übersteigt. Gleiches gilt auch für den Abzug des U-Abos: Praxisgemäss wird dieser ebenfalls 

ohne Nachweis dafür gewährt, dass das Abonnement für den öffentlichen Nahverkehr für den 

Arbeitsweg benötigt und tatsächlich genutzt wird. Vielmehr wird der Abzug für das U-Abo pra-

xisgemäss sogar dann gewährt, wenn noch nicht einmal der effektive Erwerb desselben nach-

gewiesen ist und ein entsprechender Abzug auch nicht geltend gemacht wurde. Ohne diese 

Praxis beanstanden zu wollen, leuchtet ohne Weiteres ein, dass es vor diesem Hintergrund 

sehr stossend wäre, den Abzug für das Fahrrad mit Hinweis auf den fehlenden strikten Beweis 

zu verweigern, dass das Fahrrad tatsächlich zur Bewältigung des Arbeitswegs eingesetzt wur-

de. Das stattdessen anzuwendende Beweismass der hohen Wahrscheinlichkeit erachtet das 

Steuergericht im vorliegenden Zusammenhang als erfüllt an, wenn ein Steuerpflichtiger sub-

stantiiert und glaubhaft darlegt, dass er neben den öffentlichen Verkehrsmitteln zusätzlich auch 

ein Fahrrad zur Zurücklegung des Arbeitswegs gebraucht, weil er dadurch signifikante Zeiter-

sparnisse oder Komfortgewinne erzielen kann. 

 

4.3 Eine solche substantiierte Behauptung liegt hier vor: Der Pflichtige legt glaubhaft dar, dass 

die Kombination von öffentlichem Verkehr und Fahrrad für ihn zu einer massgeblichen Zeiter-

sparnis von 12 Minuten pro Arbeitstag und, wenn er direkt ins Geschäft fährt, zu einer solchen 

von über 25 Minuten pro Tag führt. Auch fährt er ab und zu von zu Hause aus direkt auf die 

Baustellen und am Abend wieder zurück. In seinen Eingaben wie auch vor den Schranken 

konnte der Rekurrent sowohl zur Fahrtzeit mit ausschliesslicher Benutzung des öffentlichen 

Verkehrs, als auch jener bei kombinierter Verwendung von Fahrrad und öV konkrete und 

schlüssige Angaben machen. Seine Angaben zur Wahl der jeweiligen öV-Haltestelle (früher 

X.____strasse, Nähe Y.____-Gebäude resp. heute Tramhaltestelle «Z.____») sind plausibel 

und nachvollziehbar. Schliesslich hat er eine Bestätigung vom 13. März 2020 des Arbeitgebers 

beigebracht, dass er regelmässig, bei angenehmen Wetter täglich, mit seinem privaten Velo zur 

Arbeit resp. zum Bahnhof oder zur Bus-Tramhaltestelle fährt. Es kann somit ohne Weiteres als 

erstellt gelten, dass der Pflichtige die besagten Strecken mit dem Fahrrad oder in Kombination 

mit dem öV zurücklegt. In diesem Zusammenhang ist zudem darauf hinzuweisen, dass das 

Bundesgericht in seinem Entscheid 2C_745/2017 bereits eine tägliche Zeitersparnis von einer 

 
 
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Viertelstunde als massgeblich bezeichnete und als nachvollziehbaren Grund für eine Kombina-

tion aus öV und Fahrrad genügen liess (E. 2.5.4 des genannten Entscheids). Diese Zeiterspar-

nis wird in casu ebenfalls erreicht bzw. gar überschritten. Nach dem Ausgeführten steht mithin 

fest, dass der Rekurrent berechtigt ist, den Pauschalabzug von Fr. 700.-- für die Benutzung des 

Fahrrads vorzunehmen. 

 

 

5.  

5.1. Wenn sich die Rekursgegnerin auf den Standpunkt stellt, dass im Lohnausweis des Rekur-

renten das Feld «F» angekreuzt sei, womit der Arbeitgeber bestätige, dass eine unentgeltliche 

Beförderung zwischen Wohn- und Arbeitsstätte bestehe, verkennt sie dabei, dass der beim Re-

kurrenten aufgerechnete Privatanteil am U-Abo in Höhe von Fr. 160.-- steuerlich nicht berück-

sichtigt wurde. 

 

5.2. Das Rechtsgleichheitsgebot (Art. 8 Abs. 1 BV) verlangt, dass Rechte und Pflichten der Be-

troffenen nach dem gleichen Massstab festzusetzen sind. Gleiches ist nach Massgabe seiner 

Gleichheit gleich und Ungleiches nach Massgabe seiner Ungleichheit ungleich zu behandeln. 

Die ungerechtfertigte Gleich- bzw. Ungleichbehandlung muss sich auf eine wesentliche Tatsa-

che beziehen (vgl. BGE 145 II 206 E. 2.4.1; HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., Rz. 572; 

TSCHANNEN/ZIMMERLI/MÜLLER, a.a.O., S. 184). Eine ungleiche Anwendung des Rechts auf ver-

gleichbare Sachverhalte kommt deshalb nur in Frage, wenn sich die zu beurteilenden Tatbe-

stände in rechtlich wesentlicher Weise unterscheiden (RICHNER/FREI/KAUFMANN/MEUTER, 

a.a.O., VB zu §§ 119-131 N 109). Im Bereich der Abgaben wird Art. 8 Abs. 1 BV insbesondere 

durch die Grundsätze der Allgemeinheit, der Gleichmässigkeit und der Verhältnismässigkeit der 

Besteuerung (Grundsatz der Besteuerung nach der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit) konkre-

tisiert (Art. 127 Abs. 2 BV). Dabei handelt es sich um ein verfassungsmässiges Individualrecht. 

Art. 127 Abs. 2 BV ist auch auf die kantonalen Abgaben anwendbar. Danach sind Personen, die 

sich in gleichen Verhältnissen befinden, in derselben Weise mit Steuern zu belasten und müs-

sen wesentliche Ungleichheiten in den tatsächlichen Verhältnissen zu entsprechend unter-

schiedlichen Steuerbelastungen führen. Die Abgabepflichtigen haben entsprechend ihrer Leis-

tungsfähigkeit bzw. den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln an die Abgabelasten beizutra-

gen. 

 

5.3. Praxisgemäss wird der Abzug für das U-Abo auch ohne Nachweis dafür gewährt, dass das 

Abonnement für den öffentlichen Nahverkehr für den Arbeitsweg benötigt und tatsächlich ge-

nutzt wird. Vielmehr wird der Abzug für das U-Abo praxisgemäss sogar dann gewährt, wenn 

noch nicht einmal der effektive Erwerb desselben nachgewiesen ist und ein entsprechender 

Abzug auch nicht geltend gemacht wurde. Dem Rekurrenten wurde im Widerspruch zu dieser 

Praxis noch nicht einmal ein reduzierter Abzug in Höhe des (unbestrittenermassen) selbst ge-

tragenen Privatanteils von Fr. 160.-- gewährt; dies mit der Begründung, der Privatanteil betreffe 

die Benutzung des öV am Wochenende bzw. in der Freizeit. 

 

 
 
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Diese Begründung vermag nicht zu überzeugen: Abgesehen davon, dass der Rekurrent vorlie-

gend glaubhaft darlegt, dass er das Abonnement teilweise auch am Wochenende aus berufli-

chen Gründen verwendet, erscheint notorisch, dass wohl sämtliche Inhaber eines U-Abos die-

ses zumindest teilweise auch privat nutzen. Ob das Abonnement vollständig privat finanziert 

wurde oder durch den Arbeitgeber (partiell) subventioniert wird, kann hier nicht entscheidend 

sein: Wenn bei rein privater Finanzierung kein Einschlag für die ausserberufliche Nutzung vor-

genommen wird, so darf der zugestandene Abzug auch bei Mitfinanzierung durch den Arbeit-

geber nicht gekürzt werden. 

 

 

6.  

Der Rekurs erweist sich damit als begründet und ist gutzuheissen, wobei neben den selbstge-

tragenen Kosten für die öffentlichen Verkehrsmittel (U-Abo) in Höhe von Fr. 160.-- die Fahrrad-

pauschale von Fr. 700.-- zum Abzug zuzulassen ist. 

 

Gemäss § 130 StG i.V.m. § 20 Abs. 1 und 3 des Gesetzes vom 16. Dezember 1993 über die 

Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (Verwaltungsprozessordnung, VPO; SGS 271) 

werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Aus-

mass auferlegt. Zufolge des vollständigen Obsiegens des Rekurrenten sind die Gerichtskosten 

in Höhe von Fr. 500.-- daher der Steuerverwaltung aufzuerlegen. Der bereits bezahlte Kosten-

vorschuss in Höhe von Fr 500.-- wird dem Rekurrenten zurückerstattet.  

 

 
 
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wird erkannt: 

 

1. 

Der Rekurs wird gutgeheissen und die Steuerverwaltung angewiesen, als Fahrtkosten zwischen 

Wohn- und Arbeitsstätte insgesamt einen Betrag von Fr. 860.-- (Fr. 160.-- für den Privatanteil 

U-Abo zuzüglich Fr. 700.-- für das Fahrrad) zum Abzug zuzulassen. 

 

2. 

Die Gerichtskosten in Höhe von Fr. 500.-- werden der Steuerverwaltung Basel-Landschaft auf-

erlegt. Der bereits bezahlte Kostenvorschuss in Höhe von Fr. 500.-- wird den Rekurrenten zu-

rückerstattet. 

 

3.  

Mitteilung an die Rekurrenten (1), die Gemeinde C.____ (1) und die Steuerverwaltung des Kan-

tons Basel-Landschaft (3).