# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 068ecf32-dfc0-5ba2-ae43-fd0e5ec91ad3
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2015-08-14
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 14.08.2015 D-4669/2015
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-4669-2015_2015-08-14.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung IV 

D-4669/2015 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 4 .  A u g u s t  2 0 1 5  

Besetzung 
 Einzelrichterin Daniela Brüschweiler, 

mit Zustimmung von Richter Walter Stöckli;   

Gerichtsschreiberin Sandra Sturzenegger. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren (…), 

dessen Ehefrau 

B._______, geboren (…), 

und die Kinder 

C._______, geboren (…),   

D._______, geboren (…), 

E._______, geboren (…), 

F._______, geboren (…), 

Irak,   

alle vertreten durch lic. iur. Jakob Ackermann, Rechtsanwalt,   

Beschwerdeführende,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung  

(Dublin-Verfahren);  

Verfügung des SEM vom 22. Juli 2015 / N (…). 

 

D-4669/2015 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass die Beschwerdeführenden – irakische Staatsangehörige kurdischer 

Ethnie – am 17. Juni 2015 in der Schweiz um Asyl nachsuchten, 

dass am 3. Juli 2015 die Befragungen zur Person (BzP) stattfanden und 

den Beschwerdeführenden dabei unter anderem das rechtliche Gehör zur 

mutmasslichen Zuständigkeit Ungarns für die Durchführung des Asyl- und 

Wegweisungsverfahrens sowie zu allfälligen gesundheitlichen Beeinträch-

tigungen gewährt wurde, 

dass sie dazu im Wesentlichen geltend machten, sie seien in Ungarn vier 

Tage im Gefängnis gewesen und danach aufgefordert worden, innert 

24 Stunden das Land zu verlassen, 

dass sie in Ungarn kein Asylgesuch eingereicht hätten und ihr Reiseziel die 

Schweiz gewesen sei, 

dass ihre Kinder in Ungarn keine Zukunft hätten, 

dass man sie umbringen respektive zerstückeln, aber nicht nach Ungarn 

zurückschicken könne, 

dass Kurdistan hundertmal besser als Ungarn sei und sie in Ungarn in einer 

katastrophalen Situation gewesen seien, 

dass ihnen nämlich unter Zwang die Fingerabdrücke genommen worden 

seien, 

dass sie dort mit den Kindern nicht leben könnten; ein Sohn sei (…) und 

seine (…) müssten herausoperiert werden, 

dass die Beschwerdeführerin Pollenallergikerin sei und Schwierigkeiten mit 

der Nase sowie Bauchschmerzen habe, 

dass das SEM mit Verfügung vom 22. Juli 2015 – eröffnet am 28. Juli 2015 

– in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31) auf die Asyl-

gesuche der Beschwerdeführenden nicht eintrat, deren Wegweisung aus 

der Schweiz nach Ungarn anordnete und sie aufforderte, die Schweiz (spä-

testens) am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen, 

D-4669/2015 

Seite 3 

dass es gleichzeitig feststellte, einer allfälligen Beschwerde gegen den Ent-

scheid komme keine aufschiebende Wirkung zu, und die Aushändigung 

der editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis an die Be-

schwerdeführenden verfügte, 

dass die Beschwerdeführenden mit Eingabe vom 30. Juli 2015 gegen die-

sen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erheben und 

dabei in materieller Hinsicht beantragen liessen, der angefochtene Ent-

scheid sei in den Ziff. 1 – 4 und 6 aufzuheben, 

dass auf ihre Asylgesuche einzutreten und das Asylverfahren durchzufüh-

ren sei, 

dass sie in verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragten, der Beschwerde sei 

die aufschiebende Wirkung zu erteilen und sie seien während der Dauer 

des Verfahrens in der Schweiz aufzunehmen und nicht wegzuweisen, 

dass ihnen die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren und der unter-

zeichnete Rechtsanwalt als ihr Rechtsbeistand zu ernennen sei, 

dass die vorinstanzlichen Akten am 3. August 2015 beim Bundesverwal-

tungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 1 AsylG), 

 

und zieht in Erwägung, 

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls in der Regel 

– so auch vorliegend – endgültig über Beschwerden gegen Verfügungen 

(Art. 5 VwVG) des SEM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31‒33 VGG; 

Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG), 

dass die Beschwerdeführenden am Verfahren vor der Vorinstanz teilge-

nommen haben, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt 

sind, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise 

Änderung haben und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert 

sind (Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), 

dass in der Beschwerde (1. Seite) beide Ehegatten als Beschwerdefüh-

rende aufgeführt sind, die Beschwerdeerhebung im offensichtlichen Inte-

resse der ganzen Familie liegt und deshalb im vorliegenden Fall darauf 

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Seite 4 

verzichtet werden kann (vgl. Art. 11 Abs. 2 VwVG), eine von der Ehefrau 

unterzeichnete Vollmacht nachzufordern, 

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu-

treten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG), 

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich, 

wie nachfolgend aufgezeigt wird, um eine solche handelt, weshalb der Be-

schwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 

AsylG), 

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schriften-

wechsel verzichtet wurde, 

dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), 

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das 

SEM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen 

(Art. 31a Abs. 1‒3 AsylG), die Beurteilungskompetenz der Beschwer-

deinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu 

Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2012/4 E. 2.2 

m.w.H.), 

dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asylsu-

chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des 

Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a 

Abs. 1 Bst. b AsylG), 

dass diesbezüglich die Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen 

Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien 

und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung ei-

nes von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mit-

gliedstaat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist 

(nachfolgend: Dublin-III-VO), zur Anwendung kommt, 

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Seite 5 

dass gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO jeder Asylantrag von einem einzi-

gen Mitgliedstaat geprüft wird, der nach den Kriterien des Kapitels III als 

zuständiger Staat bestimmt wird, 

dass der nach dieser Verordnung zuständige Mitgliedstaat verpflichtet ist, 

einen Antragsteller, der während der Prüfung seines Antrags in einem an-

deren Mitgliedstaat einen Antrag gestellt hat, nach Massgabe der Arti-

kel 23, 24, 25 und 29 wieder aufzunehmen (Art. 18 Abs. 1 Bst. b Dublin-III-

VO), 

dass gemäss Art. 3 Abs. 2 Sätze 2 und 3 Dublin-III-VO der die Zuständig-

keit prüfende Mitgliedstaat für die Durchführung des Asylverfahrens zu-

ständig wird, falls es sich als unmöglich erweist, einen Antragsteller in den 

eigentlich zuständigen Mitgliedstaat zu überstellen, weil es wesentliche 

Gründe für die Annahme gibt, dass das Asylverfahren und die Aufnahme-

bedingungen für Antragsteller in jenem Mitgliedstaat systemische 

Schwachstellen aufweisen, die eine Gefahr einer unmenschlichen oder 

entwürdigenden Behandlung im Sinne von Art. 4 der Charta der Grund-

rechte der Europäischen Union (ABl. C 364/1 vom 18.12.2000, nachfol-

gend: EU-Grundrechtecharta) mit sich bringen, und nach den Regeln der 

Dublin-III-VO kein anderer zuständiger Mitgliedstaat bestimmt werden 

kann, 

dass jeder Mitgliedstaat abweichend von Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO be-

schliessen kann, einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder 

Staatenlosen gestellten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch 

wenn er nach den in dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die 

Prüfung zuständig ist (Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO; sog. Selbstein-

trittsrecht), 

dass ein Abgleich der Fingerabdrücke der Beschwerdeführenden mit der 

Eurodac-Datenbank ergab, dass diese am 10. Juni 2015 in Ungarn aufge-

griffen wurden (vgl. Akten SEM A 3/2 Meldung 1) und gleichentags in der 

ungarischen Stadt G._______ ein Asylgesuch eingereicht hatten (vgl. A 3/2 

Meldung 2), 

dass die Beschwerdeführenden sowohl im vorinstanzlichen Verfahren als 

auch in der Beschwerdeeingabe geltend machen, sie hätten in Ungarn kein 

Asylgesuch eingereicht und seien dort gezwungen worden, ihre Fingerab-

drücke abzugeben, 

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dass dazu festzuhalten ist, dass die Dublin-Staaten gemäss der Verord-

nung (EU) Nr. 603/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 

26. Juni 2013 über die Einrichtung von Eurodac für den Abgleich von Fin-

gerabdruckdaten zum Zwecke der effektiven Anwendung der Verordnung 

(EU) Nr. 604/2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Bestim-

mung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Drittstaats-

angehörigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten Antrags 

auf internationalen Schutz zuständig ist und über der Gefahrenabwehr und 

Strafverfolgung dienende Anträge der Gefahrenabwehr- und Strafverfol-

gungsbehörden der Mitgliedstaaten und Europols auf den Abgleich mit Eu-

rodac-Daten sowie zur Änderung der Verordnung (EU) Nr. 1077/2011 zur 

Errichtung einer Europäischen Agentur für das Betriebsmanagement von 

IT-Grosssystemen im Raum der Freiheit, der Sicherheit und des Rechts 

(Neufassung; ABl. L 180/1 vom 29.6.2013; sog. Eurodac-Verordnung) ver-

pflichtet sind, unter anderem von Personen, die – wie die Beschwerdefüh-

renden (vgl. A 5/14 S. 9) – illegal in das Hoheitsgebiet der Dublin-Staaten 

einreisen respektive sich weiterhin illegal dort aufhalten, Fingerabdrücke 

abzunehmen,  

dass sodann der daktyloskopisch erhärtete Nachweis des Eurodac-Sys-

tems dem Vorbringen der Beschwerdeführenden, sie hätten in Ungarn kein 

Asylgesuch eingereicht, klar entgegensteht, weshalb dieser Behauptung 

nicht zu folgen ist, mithin das SEM – entgegen der entsprechenden Rüge 

in der Beschwerde – den Sachverhalt korrekt erstellt hat,  

dass das SEM die ungarischen Behörden am 6. Juli 2015 um Wiederauf-

nahme der Beschwerdeführenden gestützt auf Art. 18 Abs. 1 Bst. b Dublin-

III-VO ersuchte, 

dass die ungarischen Behörden das Übernahmeersuchen innert der in 

Art. 25 Abs. 1 Dublin-III-VO vorgesehenen Frist unbeantwortet liessen, 

dass dieser Umstand – entgegen der in der Beschwerde sinngemäss ver-

tretenen Ansicht – nicht gegen die Zuständigkeit Ungarns spricht, da mit 

unbenutztem Ablauf der zweiwöchigen Frist von Art. 25 Abs. 1 Dublin-III-

VO eben gerade die Fiktion in Abs. 2 dieses Artikels greift, wonach davon 

auszugehen ist, dass der ersuchte Staat dem Wiederaufnahmegesuch still-

schweigend stattgegeben hat und sich verpflichtet, die betreffende(n) Per-

son(en) wieder aufzunehmen, 

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Seite 7 

dass nach dem Gesagten die Zuständigkeit Ungarns für die Durchführung 

des Asyl- und Wegweisungsverfahrens grundsätzlich gegeben ist, 

dass der Umstand, dass die Beschwerdeführenden von Anfang an in die 

Schweiz wollten, nichts an der grundsätzlichen Zuständigkeit Ungarns än-

dert, zumal die Dublin-III-VO den Schutzsuchenden kein Recht einräumt, 

den ihren Antrag prüfenden Staat selber auszuwählen (vgl. BVGE 2010/45 

E. 8.3), 

dass die Beschwerdeführenden im Übrigen auch aus der Anwesenheit des 

Bruders des Beschwerdeführers in der Schweiz nichts zu ihren Gunsten 

ableiten können, zumal dieser nicht als Familienangehöriger im Sinne der 

Dublin-III-VO gilt (vgl. Art. 2 Bst. g Dublin-III-VO), 

dass das Bundesverwaltungsgericht in einer Analyse der Situation von 

Asylsuchenden in Ungarn und des dortigen Asylverfahrens unter Einbezug 

der (damals) aktuellsten Entwicklungen im Urteil E-2093/2012 vom 9. Ok-

tober 2013 Mängel festgestellt hat, jedoch zum Schluss gelangt ist, dass 

die Überstellung von Asylsuchenden nach Ungarn im Rahmen des Dublin-

Regelwerks nicht generell die Gefahr einer unmenschlichen oder erniedri-

genden Behandlung oder einer Verletzung des Prinzips des Non-Refoule-

ment mit sich bringt und daher nicht generell unzulässig ist (vgl. dort E. 9; 

vgl. zur neueren Rechtsprechung etwa die Urteile E-4434/2015 vom 

23. Juli 2015, D-3371/2015 und D-4337/2015 vom 15. Juli 2015, 

E-4074/2015 vom 14. Juli 2015, E-4082/2015 und E- 4036/2015 vom 6. Juli 

2015 oder D-3990/2015 vom 1. Juli 2015), 

dass es demnach auch im heutigen Zeitpunkt keine wesentlichen Gründe 

für die Annahme gibt, das Asylverfahren und die Aufnahmebedingungen für 

Antragsteller in Ungarn würden systemische Schwachstellen aufweisen, 

die eine Gefahr einer unmenschlichen oder entwürdigenden Behandlung 

im Sinne von Art. 4 EU-Grundrechtecharta mit sich bringen, 

dass Ungarn Signatarstaat der EMRK, des Übereinkommens vom 10. De-

zember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder er-

niedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und des Abkommens 

vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 

0.142.30) sowie des Zusatzprotokolls der FK vom 31. Januar 1967 (SR 

0.142.301) ist und seinen diesbezüglichen völkerrechtlichen Verpflichtun-

gen grundsätzlich nachkommt, 

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Seite 8 

dass auch davon ausgegangen werden darf, Ungarn anerkenne und 

schütze die Rechte, die sich für Schutzsuchende aus den Richtlinien des 

Europäischen Parlaments und des Rates 2013/32/EU vom 26. Juni 2013 

zu gemeinsamen Verfahren für die Zuerkennung und Aberkennung des in-

ternationalen Schutzes (sog. Verfahrensrichtlinie) sowie 2013/33/EU vom 

26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die Aufnahme von Personen, 

die internationalen Schutz beantragen (sog. Aufnahmerichtlinie) ergeben, 

dass unter diesen Umständen die Anwendung von Art. 3 Abs. 2 Satz 2 

Dublin-III-VO nicht gerechtfertigt ist, 

dass es zwar zutrifft, dass Asylsuchende in Ungarn vermehrt in Administ-

rativhaft genommen werden und diese Praxis teilweise kritisiert wird, 

dass jedoch seitens der Beschwerdeführenden keine entsprechende Be-

fürchtung geäussert, geschweige denn Hinweise vorgebracht wurden, wie-

so gerade sie bei einer Rückkehr nach Ungarn (wieder) Opfer einer sol-

chen Administrativhaft werden sollten und insbesondere inwiefern gerade 

in ihrem Fall eine Überschreitung der Grenze der Rechtmässigkeit zu be-

fürchten ist, 

dass in Ungarn per 1. August 2015 zwar eine Asylgesetzrevision in Kraft 

getreten ist, die auch für Dublin-Rückkehrer eine Verschärfung vorsieht, 

vorliegend aber auf die Auswirkungen dieser Gesetzesnovelle nicht einzu-

gehen ist, da für Dublin-Rückkehrer, die ihr Gesuch – wie die Beschwerde-

führenden – vor dem 1. August 2015 gestellt haben, das alte Gesetz gilt, 

dass die Beschwerdeführenden sodann mit ihren unsubstanziierten Vor-

bringen im vorinstanzlichen Verfahren – insbesondere mit der unbelegten 

Behauptung der Beschwerdeführerin, sie seien in Ungarn aufgefordert 

worden, das Land innert 24 Stunden zu verlassen – kein konkretes und 

ernsthaftes Risiko dargetan haben, die ungarischen Behörden würden sich 

weigern, sie wieder aufzunehmen und ihre Anträge auf internationalen 

Schutz unter Einhaltung der Regeln der Verfahrensrichtlinie zu prüfen, 

dass den Akten auch keine Gründe für die Annahme zu entnehmen sind, 

Ungarn werde in ihrem Fall den Grundsatz des Non-Refoulements miss-

achten und sie zur Ausreise in ein Land zwingen, in dem ihr Leib, ihr Leben 

oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist 

oder in dem sie Gefahr laufen würden, zur Ausreise in ein solches Land 

gezwungen zu werden,  

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Seite 9 

dass die Beschwerdeführenden sodann keine konkreten Hinweise für die 

Annahme dargetan haben, Ungarn würde ihnen dauerhaft die ihnen ge-

mäss Aufnahmerichtlinie zustehenden minimalen Lebensbedingungen vor-

enthalten, und sie sich bei einer vorübergehenden Einschränkung im Übri-

gen nötigenfalls an die ungarischen Behörden wenden und die ihnen zu-

stehenden Aufnahmebedingungen auf dem Rechtsweg einfordern könnten 

(vgl. Art. 26 Aufnahmerichtlinie), 

dass weitergehend – insbesondere auch hinsichtlich der gesundheitlichen 

Probleme der Beschwerdeführenden – auf die ausführlichen Erwägungen 

des SEM zur Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs der Beschwerdefüh-

renden nach Ungarn verwiesen werden kann, denen auf Beschwerde-

ebene nichts entgegengehalten wird, 

dass das Bundesverwaltungsgericht in seinem zur Publikation vorgesehe-

nen Urteil E-641/2014 vom 13. März 2015 festhielt, dem Gericht komme im 

Rahmen von Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-VO in Verbindung mit Art. 29a Abs. 3 

der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311) keine 

Beurteilungskompetenz in Bezug auf den Ermessensentscheid des SEM 

(mehr) zu, 

dass das Bundesverwaltungsgericht nur eingreife, wenn das Staatssekre-

tariat das ihm eingeräumte Ermessen über- beziehungsweise unter-

schreite oder missbrauche und damit Bundesrecht verletze, was vorlie-

gend – entgegen der Ansicht des Rechtsvertreters der Beschwerdeführen-

den, der sich diesbezüglich auf die Situation in deren Heimatland beruft – 

nicht der Fall ist,  

dass das SEM demnach zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b 

AsylG auf die Asylgesuche der Beschwerdeführenden nicht eingetreten ist 

und – weil die Beschwerdeführenden nicht im Besitz einer gültigen Aufent-

halts- oder Niederlassungsbewilligung sind – in Anwendung von Art. 44 

AsylG die Überstellung nach Ungarn angeordnet hat (Art. 32 Bst. a 

AsylV 1),  

dass unter diesen Umständen allfällige Vollzugshindernisse gemäss Art. 83 

Abs. 3 und 4 AuG (SR 142.20) nicht mehr zu prüfen sind, da das Fehlen 

von Überstellungshindernissen bereits Voraussetzung des Nichteintreten-

sentscheides gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG ist (vgl. BVGE 2010/45 

E. 10),  

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Seite 10 

dass die Beschwerde aus diesen Gründen abzuweisen ist und die Verfü-

gung des SEM zu bestätigen ist,  

dass das Beschwerdeverfahren mit vorliegendem Urteil abgeschlossen ist, 

weshalb sich der Antrag auf Gewährung der aufschiebenden Wirkung als 

gegenstandslos erweist, 

dass das mit der Beschwerde gestellte Gesuch um Gewährung der unent-

geltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG abzuwei-

sen ist, da die Begehren der Beschwerdeführenden – wie sich aus den 

vorstehenden Erwägungen ergibt – als aussichtlos zu bezeichnen waren 

und im Übrigen auch deren Bedürftigkeit nicht ausgewiesen wurde,  

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600.–(Art. 1‒

3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädi-

gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) den 

Beschwerdeführenden aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1  und 5 VwVG). 

 

(Dispositiv nächste Seite)  

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Seite 11 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne 

von Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG wird abgewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden den Beschwerdeführenden 

auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zuguns-

ten der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das SEM und die kanto-

nale Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Daniela Brüschweiler Sandra Sturzenegger 

 

 

Versand: