# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 166883c3-c491-55f2-b35f-93810485a6fb
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-08-20
**Language:** de
**Title:** Zürich Baurekursgericht 20.08.2021 BRGE I Nr. 0121/2021
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Baurekurs/ZH_BRK_001_BRGE-I-Nr--0121-2021_2021-08-20.pdf

## Full Text

BRGE I Nr. 0121/2021 vom 20. August 2021 in BEZ 2021 Nr. 32 

Es waren zwei Wohnhäuser geplant, welche mit einem im Firstbereich 
jeweils zugunsten einer Terrasse abgeschnittenen Mansardwalmdach 
ausgestaltet werden sollten. Die geplante Dachneigung lag im unteren 
Dachbereich jeweils allseitig bei 80°. Im oberen Dachbereich war bei den 
jeweiligen Nord- und Südfassaden eine Abflachung auf 45° und bei den 
jeweiligen West- und Ostfassaden auf 70° vorgesehen. Die Baubehörde war 
der Auffassung, die Gebäudehöhe sei an jeweils allen vier Gebäudeseiten zu 
messen und nahm folglich vier Trauffassaden an. Die Bauherrinnen rekurrierten 
gegen eine Nebenbestimmung, mit welcher die aus dieser Messweise 
entstehende Gebäudehöhenüberschreitung geheilt werden sollte. 

Aus den Erwägungen: 

5. Die Rekurrentinnen stellen sich zusammengefasst auf den Standpunkt, 
unter dem Gesichtspunkt der zulässigen Gebäudehöhe bestehe kein Anlass, 
vorliegend eine flachere Dachneigung zu verlangen. Die an der Trauf-, nicht 
aber an der Giebelseite zu messende Gebäudehöhe werde nicht überschritten. 
Durch die geforderte Anpassung würden die Dachgeschosse grundlos stärker 
begrenzt, als dies bei andern Dachformen der Fall wäre.  

6. Die vorinstanzliche Nebenbestimmung, wonach die teilweise 
Überschreitung der Gebäudehöhe um bis zu 1,45 m zu korrigieren sei, 
beispielsweise durch Abflachung der oberen, 70° steilen Dachhälften auf 45°, 
bezieht sich inhaltlich auf die jeweiligen Ost- und Westfassaden. Mit anderen 
Worten fordert die Vorinstanz damit, dass die Gebäude auch in der Süd- bzw. 
Nordansicht und damit von allen vier Gebäudeseiten her betrachtet innerhalb 
eines hypothetischen, durch einen auf der maximal zulässigen Gebäudehöhe 
angesetzten 45°-Winkel beschränkten Gebäudeprofils zu liegen kommen. 

Vernehmlassungsweise begründet die Vorinstanz die strittige 
Nebenbestimmung damit, beim Walmdach, welches im Gegensatz zum 
Satteldach nicht nur auf der Traufseite, sondern auch auf der Giebelseite 
geneigte Dachflächen habe, würden alle vier Dachseiten zur Traufe führen. Da 
die Dachflächen optisch deutlich ersichtlich von allen Seiten in Erscheinung 
träten, seien gemäss langjähriger Praxis (…) alle Gebäudeseiten als 
Trauffassaden zu behandeln; an deren Seiten bzw. Eckpunkten müsse die 
Gebäudehöhe jeweils zwingend eingehalten werden. 

7.1 Die zulässige Gebäudehöhe wird in den §§ 278 bis 280 des PBG 
geregelt. Gemäss § 280 Abs. 1 PBG wird die zulässige Gebäudehöhe von der 

jeweiligen Schnittlinie zwischen Fassade und Dachfläche auf den 
darunterliegenden gewachsenen Boden gemessen; durch einzelne, bis 1,5 m 
tiefe Rücksprünge bewirkte Mehrhöhen werden nicht beachtet.  

Die in § 280 PBG definierte Messweise der Gebäudehöhe ist auf Gebäude 
mit klassischen Schrägdächern zugeschnitten. Bei anderen Dachformen muss 
jeweils einzelfallweise eine dem Sinn und Zweck der Bestimmung über die 
Gebäudehöhe gerecht werdende Messweise ermittelt werden. In diesem Sinne 

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ist nach ständiger Rechtsprechung beispielsweise bei Flachdachbauten die 
Gebäudehöhe in Anlehnung an herkömmliche Gebäude mit Schrägdächern 
allein auf den hypothetisch zu bestimmenden Traufseiten des betreffenden 
Gebäudes zu messen, wobei die Ausrichtung des hypothetischen Dachfirstes 
und damit die hypothetische Traufseite so ermittelt wird, wie wenn beim 
betreffenden Gebäude effektiv ein Schrägdach erstellt würde. Im Regelfall 
verläuft der Dachfirst eines Schrägdachs parallel zur Gebäudelängsseite (vgl. 
zum Ganzen VB.2009.00171, E. 4.1 = BEZ 2009 Nr. 41; VGr, 11. August 2010, 
VB.2010.00126, E. 2.3; VGr, 21. März 2012, VB.2011.00535, E. 2.1.2). 

Mit der Bestimmung zur Gebäudehöhe in Zusammenhang stehen die in 
§ 281 PBG definierten Regeln zur zulässigen Dachform. Nach § 281 
Abs. 1 PBG muss der First eines Schrägdaches innerhalb von Ebenen liegen, 
die unter 45° an die Schnittlinie zwischen der Dachfläche und der zugehörigen 
Fassade angelegt werden (lit. a), höchstens aber bis zu einer oberen Ebene 

ansteigen, die unter Vorbehalt abweichender Regelungen in der Bau- und 
Zonenordnung in 7 m Höhe parallel zur Verbindung zwischen den 
massgeblichen Schnittlinien verläuft (lit. b). Gemäss § 281 Abs. 2 PBG ist 
alsdann die Gebäudehöhe auf die Ebene zu projizieren, die das Dach unter 45° 
berührt, sofern eine Dachneigung steiler als 45° ist.  

Auch die Bestimmung von § 281 PBG ist definitionsgemäss auf klassische 
Schrägdachgebäude ausgerichtet, welche einen First aufweisen. Bei Gebäuden 
ohne First, wie etwa Flachdachbauten, gibt die Bestimmung zusammen mit der 
zulässigen Gebäudehöhe jedoch ein theoretisches Profil vor, welches, 
vorbehältlich § 292 PBG, nicht durchstossen werden darf. Einzuhalten ist jene 
Profillinie, die unter 45° an die Schnittlinie zwischen der Dachfläche und der 
zugehörigen Fassade ansetzt. Auch diese Regel greift bei Flachdachbauten nur 
gegenüber der hypothetischen Traufseite, nicht gegenüber der Giebelseite 
(Christoph Fritzsche/Peter Bösch/Thomas Wipf/ Daniel Kunz, Zürcher 
Planungs- und Baurecht, 6. A., 2019, Bd. 2, S. 1185 f.).  

7.2 Bei herkömmlichen Satteldachbauten wird stets zwischen zwei Trauf- 
und zwei Giebelfassaden unterschieden. Nach der aufgezeigten 
Rechtsprechung werden selbst bei Flachdachbauten – jedenfalls, wenn sie 
einen viereckigen Grundriss aufweisen – stets je zwei hypothetische Trauf- und 
zwei hypothetische Giebelseiten definiert. Vom Grundsatz, wonach ein 
Gebäude in der Regel – zumindest hypothetisch – lediglich zwei zur 
Bestimmung der Gebäudehöhe massgebliche Traufseiten aufweist, 
wohingegen die Giebelseiten hierfür nicht massgeblich sind, ist auch im 
vorliegenden Fall nicht abzuweichen. Zusammen mit den Rekurrentinnen kann 
festgehalten werden, dass vorliegend kein sachlicher Grund ersichtlich ist, der 
es rechtfertigen würde, bei den projektierten Gebäuden von jeweils vier im 
Sinne von § 280 f. PBG massgeblichen Trauffassaden auszugehen und damit 
allseits die Einhaltung eines theoretischen Gebäudeprofils zu fordern. Wie die 
Rekurrentinnen berechtigterweise beanstanden, würden dabei die projektierten 
Dachgeschosse in ihren Volumen stärker begrenzt, als dies bei Gebäuden mit 
einem herkömmlichen Sattel- oder Mansarddach bzw. einem Attikageschoss 
der Fall wäre, bei welchen sich das Dachgeschoss uneingeschränkt bis hin zur 
Giebelfassade ausdehnen darf. Eine solche Schlechterstellung von 

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Mansardwalmdächern rechtfertigt sich nicht, zumal ein Mansardwalmdach 
durch die allseitig geneigten Dachflächen giebelseitig bereits naturgemäss 
schlanker in Erscheinung tritt als herkömmliche Satteldächer oder 
Attikageschosse. Auch führt die gewählte Dachform nicht dazu, dass dadurch 
das Dachgeschoss nicht mehr als solches erkennbar wäre; aufgrund der allseits 
vorhandenen Dachflächen ist gerade das Gegenteil der Fall. 

Die angeführte Praxis der Vorinstanz, welche im Übrigen in der 
Rechtsprechung – soweit ersichtlich – bislang keinen Niederschlag findet, 
erweist sich damit als unzulässig. 

Nach dem Gesagten geben die projektierten Gebäudehöhen weder unter 
dem Gesichtspunkt von § 280 PBG noch von § 281 PBG Grund zur 
Beanstandung.