# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 57a7a7d8-3cd8-50f3-92dc-e7750932a520
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2021-08-17
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 17.08.2021 D-3608/2021
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-3608-2021_2021-08-17.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-3608/2021 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 7 .  A u g u s t  2 0 2 1  

Besetzung 
 Einzelrichterin Chiara Piras, 

mit Zustimmung von Richterin Regula Schenker Senn,   

Gerichtsschreiberin Martina von Wattenwyl. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Türkei,  

(…),   

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung  

(Dublin-Verfahren);  

Verfügung des SEM vom 3. August 2021 / N (…). 

 

 

D-3608/2021 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass der Beschwerdeführer, ein türkischer Staatsangehöriger kurdischer 

Ethnie, am 20. Juli 2021 in der Schweiz um Asyl ersuchte, 

dass am 27. Juli 2021 die Personalienaufnahme (PA) stattfand,  

dass am 30. Juli 2021 ein Dublin-Gespräch durchgeführt wurde und dem 

Beschwerdeführer das rechtliche Gehör zur mutmasslichen Zuständigkeit 

Österreichs für die Durchführung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens, 

zu einer allfälligen Rückkehr dorthin sowie zum medizinischen Sachverhalt 

gewährt wurde, 

dass der Beschwerdeführer im Wesentlichen vorbrachte, die Türkei Ende 

Oktober 2018 verlassen und am 2. November 2018 in Österreich ein Asyl-

gesuch eingereicht und dort bis zum 9. März 2021 gelebt zu haben,  

dass das Asylgesuch des Beschwerdeführers durch die österreichischen 

Asylbehörden abgelehnt worden, und die dagegen erhobene Beschwerde 

letztinstanzlich abgewiesen worden sei,  

dass er erklärte, er könne nicht nach Österreich zurückehren, weil er we-

gen seines negativen Asylentscheids dem österreichischen Staat nicht ver-

traue, da dieser ihn der türkischen Polizei ausliefern wolle,  

dass der Beschwerdeführer weiter ausführte, zwecks Identitätsabklärung 

mit Ladungsbescheid vom 19. Februar 2021 vom österreichischen Bun-

desamt für Fremdwesen und Asyl vorgeladen worden zu sein, 

dass er in der Folge Österreich verlassen und sich während drei Monaten 

in Italien aufgehalten habe,  

dass er weiter geltend machte, gesund zu sein und unter keinen medizini-

schen Problemen zu leiden,  

dass die Vorinstanz am 30. Juli 2021 die österreichischen Behörden ge-

stützt auf Art. 18 Abs. 1 Bst. d der Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Eu-

ropäischen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung 

der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die 

Prüfung eines von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in ei-

nem Mitgliedstaat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig 

D-3608/2021 

Seite 3 

ist (nachfolgend: Dublin-III-VO) um Wiederaufnahme des Beschwerdefüh-

rers ersuchte,  

dass die österreichischen Behörden am 2. August 2021 dem Ersuchen der 

Vorinstanz um Wiederaufnahme gestützt auf Art. 18 Abs. 1 Bst. d Dublin-

III-VO zustimmten, 

dass das SEM mit Verfügung vom 3. August 2021 – eröffnet am 4. August 

2021 – in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b des Asylgesetzes vom 

26. Juni 1998 ([AsylG]; SR 142.31) auf das Asylgesuch nicht eintrat, die 

Wegweisung aus der Schweiz nach Österreich anordnete, den Beschwer-

deführer aufforderte, die Schweiz spätestens am Tag nach Ablauf der Be-

schwerdefrist zu verlassen und den Kanton (…) mit dem Vollzug der Weg-

weisung beauftragte, 

dass das SEM gleichzeitig feststellte, einer allfälligen Beschwerde gegen 

den Entscheid komme keine aufschiebende Wirkung zu, und die Aushän-

digung der editionspflichtigen Akten an den Beschwerdeführer verfügte, 

dass die amtliche Rechtsvertretung am 6. August 2021 ihr Mandat nieder-

legte,  

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 10. August 2021 (Datum 

Poststempel: 11. August 2021) gegen diesen Entscheid beim Bundesver-

waltungsgericht Beschwerde erhob und beantragte, der Entscheid des 

SEM sei aufzuheben und es sei auf sein Asylgesuch einzutreten, 

dass er in formeller Hinsicht beantragte, der Beschwerde sei die aufschie-

bende Wirkung zu erteilen, ihm sei die unentgeltliche Prozessführung zu 

gewähren und es sei auf einen Kostenvorschuss zu verzichten,  

dass er der Beschwerde eine Kopie der Übernahmezusicherung der öster-

reichischen Behörden vom 2. August 2021 beilegte,  

dass der Beschwerdeführer seine Beschwerde ausschliesslich damit be-

gründete, die Wegweisung nach Österreich sei rückgängig zu machen, weil 

der vorliegende Entscheid weder menschlich noch moralisch sei,  

dass die vorinstanzlichen Akten dem Bundesverwaltungsgericht am 

12. August 2021 in elektronischer Form vorlagen (vgl. Art. 109 Abs. 3 

AsylG), 

D-3608/2021 

Seite 4 

dass mit superprovisorischer Massnahme vom 12. August 2021 der Voll-

zug der Überstellung einstweilen ausgesetzt wurde,  

und zieht in Erwägung, 

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls – in der Re-

gel und auch vorliegend – endgültig über Beschwerden gegen Verfügun-

gen (vgl. Art. 5 des Bundesgesetzes über das Verwaltungsverfahren vom 

20. Dezember 1968 [VwVG]; SR 172.021) des SEM entscheidet (Art. 105 

AsylG i.V.m. Art. 31‒33 des Bundesgesetzes über das Bundesverwal-

tungsgericht vom 17. Juni 2005 [VGG]; SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht vom 17. Juni 2005 [BGG]; 

SR 173.110), 

dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105 

AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), 

dass er am 8. August 2021 als verschwunden gemeldet wurde, 

dass seine Beschwerde vom 10. August 2021 datiert und am 11. August 

2021 der Schweizerischen Post mit der Angabe der Adresse des (…) auf-

geben wurde, weshalb davon auszugehen ist, dass er weiterhin an dieser 

Adresse gemeldet ist,  

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu-

treten ist (Art. 108 Abs. 3 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG), 

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich, 

wie nachfolgend aufgezeigt wird, um eine solche handelt, weshalb das Ur-

teil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG), 

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf einen Schriftenwechsel ver-

zichtet wurde, 

dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und 

D-3608/2021 

Seite 5 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), 

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das 

SEM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen 

(Art. 31a Abs. 1‒3 AsylG), die Beurteilungskompetenz des Gerichts grund-

sätzlich auf die Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu Recht auf das 

Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 3.1; 2012/4 

E. 2.2, je m.w.H.), 

dass die Fragen der Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft und der Ge-

währung von Asyl demgegenüber nicht Gegenstand des angefochtenen 

Nichteintretensentscheides und damit auch nicht des vorliegenden Verfah-

rens bilden,   

dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asylsu-

chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des 

Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a 

Abs. 1 Bst. b AsylG) und das SEM in diesem Fall in der Regel die Wegwei-

sung aus der Schweiz verfügt und den Vollzug anordnet (Art. 44 AsylG), 

dass diesbezüglich vorliegend die Dublin-VIII-VO für die Prüfung eines von 

einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat ge-

stellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist, zur Anwendung 

kommt, 

dass gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO jeder Asylantrag von einem einzi-

gen Mitgliedstaat geprüft wird, der nach den Kriterien des Kapitels III 

(Art. 8–15 Dublin-III-VO) als zuständiger Staat bestimmt wird (vgl. auch 

Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO), 

dass das Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Mitgliedstaates ein-

geleitet wird, sobald in einem Mitgliedstaat erstmals ein Asylantrag gestellt 

wird (Art. 20 Abs. 1 Dublin-III-VO), 

dass im Fall eines sogenannten Aufnahmeverfahrens (engl.: take charge) 

die in Kapitel III (Art. 8–15 Dublin-III-VO) genannten Kriterien in der dort 

aufgeführten Rangfolge (Prinzip der Hierarchie der Zuständigkeitskriterien; 

vgl. Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO) anzuwenden sind, und dabei von der Situ-

ation in demjenigen Zeitpunkt auszugehen ist, in dem die asylsuchende 

Person erstmals einen Antrag in einem Mitgliedstaat gestellt hat (Art. 7 

Abs. 2 Dublin-III-VO), 

D-3608/2021 

Seite 6 

dass im Rahmen eines Wiederaufnahmeverfahrens (engl.: take back) 

demgegenüber grundsätzlich keine (erneute) Zuständigkeitsprüfung nach 

Kapitel III stattfindet (vgl. zum Ganzen BVGE 2017 VI/5 E. 6.2 und 8.2.1 

m.w.H.), 

dass der nach dieser Verordnung zuständige Mitgliedstaat verpflichtet ist, 

eine antragstellende Person, welche während der Prüfung ihres Antrags in 

einem anderen Mitgliedstaat einen Antrag gestellt hat oder sich im Hoheits-

gebiet eines anderen Mitgliedstaats ohne Aufenthaltstitel aufhält, nach 

Massgabe der Art. 23, 24, 25 und 29 Dublin-III-VO wiederaufzunehmen 

(Art. 18 Abs. 1 Bst. b Dublin-III-VO), 

dass ein Abgleich der Fingerabdrücke des Beschwerdeführers mit der "Eu-

rodac"-Datenbank ergab, dass dieser am 2. November 2018 in Österreich 

ein Asylgesuch eingereicht hatte, 

dass das SEM die österreichischen Behörden am 30. Juli 2021 um Wie-

deraufnahme des Beschwerdeführers ersuchte, 

dass diese dem Gesuch um Wiederaufnahme gemäss Art. 18 Abs. 1 

Bst. b Dublin-III-VO am 2. August 2021 zugestimmt haben, 

dass der Beschwerdeführer nicht bestreitet, in Österreich ein Asylgesuch 

eingereicht zu haben, und auch die grundsätzliche Zuständigkeit dieses 

Mitgliedstaates unbestritten blieb,  

dass die grundsätzliche Zuständigkeit Österreichs für die Durchführung 

des Asyl- und Wegweisungsverfahren somit gegeben ist, 

dass es sodann keine wesentlichen Gründe für die Annahme gibt, das Asyl-

verfahren und die Aufnahmebedingungen für Antragstellende in Österreich 

würden systemische Schwachstellen im Sinne von Art. 3 Abs. 2 Sätze 2 

und 3 Dublin-III-VO aufweisen, die eine Gefahr einer unmenschlichen oder 

entwürdigenden Behandlung im Sinne des Art. 4 der EU–Grundrechte-

charta mit sich bringen würden und nach Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-VO das 

Selbsteintrittsrecht auszuüben wäre, 

dass der Beschwerdeführer nicht aufzeigte, eine Überstellung nach Öster-

reich würde völkerrechtliche Normen verletzen, und er lediglich – ohne An-

gabe weiterer Gründe – ausführte, der Entscheid des SEM sei weder 

menschlich noch moralisch,  

D-3608/2021 

Seite 7 

dass er zu Protokoll gab, in Österreich alle Möglichkeiten, um seinen Asyl-

entscheid anzufechten, ausgeschöpft zu haben,  

dass jeder Mitgliedstaat abweichend von Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO be-

schliessen kann, einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder ei-

ner staatenlosen Person gestellten Antrag auf internationalen Schutz zu 

prüfen, auch wenn er nach den in dieser Verordnung festgelegten Kriterien 

nicht für die Prüfung zuständig ist (Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO), 

dass dieses sog. Selbsteintrittsrecht im Landesrecht durch Art. 29a Abs. 3 

der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1; SR 142.311) konkre-

tisiert wird und das SEM das Asylgesuch gemäss dieser Bestimmung "aus 

humanitären Gründen" auch dann behandeln kann, wenn dafür gemäss 

Dublin-III-VO ein anderer Staat zuständig wäre, 

dass der Beschwerdeführer mit seinem Vorbringen, den vorinstanzlichen 

Entscheid rückgängig zu machen, sinngemäss den Wunsch äusserte, sein 

Asylverfahren in der Schweiz durchzuführen, die Anwendung von Art. 17 

Abs. 1 Dublin-III-VO respektive Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 forderte,  

dass sein Wunsch auf Verbleib in der Schweiz an der Zuständigkeit Öster-

reichs für die Prüfung eines Asylgesuchs nichts zu ändern vermag, zumal 

die Dublin-III-VO den Schutzsuchenden kein Recht einräumt, den ihren An-

trag prüfenden Staat selber auszuwählen (vgl. auch BVGE 2010/45 

E. 8.3), 

dass Österreich Signatarstaat der Konvention zum Schutze der Menschen-

rechte und Grundfreiheiten vom 4. November 1950 (EMRK; SR 0.101), des 

Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grau-

same, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, 

SR 0.105) und des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung 

der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) sowie des Zusatzprotokolls der FK vom 

31. Januar 1967 (SR 0.142.301) ist und seinen diesbezüglichen völker-

rechtlichen Verpflichtungen nachkommt, 

dass auch davon ausgegangen werden darf, dieser Staat anerkenne und 

schütze die Rechte, die sich für Schutzsuchende aus den Richtlinien des 

Europäischen Parlaments und des Rates 2013/32/EU vom 26. Juni 2013 

zu gemeinsamen Verfahren für die Zuerkennung und Aberkennung des in-

ternationalen Schutzes (sog. Verfahrensrichtlinie) sowie 2013/33/EU vom 

26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die Aufnahme von Personen, 

die internationalen Schutz beantragen (sog. Aufnahmerichtlinie) ergeben, 

D-3608/2021 

Seite 8 

dass der Beschwerdeführer nicht darlegen konnte, die österreichischen 

Behörden hätten seinen Antrag auf internationalen Schutz unter Einhaltung 

der Regeln der erwähnten Richtlinien nicht geprüft,  

dass den Akten auch keine Gründe für die Annahme zu entnehmen sind, 

Österreich werde in seinem Fall den Grundsatz des Non-Refoulement 

missachten und ihn zur Ausreise in ein Land zwingen, in dem sein Leib, 

sein Leben oder seine Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG 

gefährdet ist oder in dem er Gefahr laufen würde, zur Ausreise in ein sol-

ches Land gezwungen zu werden, 

dass dem SEM bei der Anwendung von Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 Ermessen 

zukommt (vgl. BVGE 2015/9 E. 7 f.) und den Akten keine Hinweise auf eine 

gesetzeswidrige Ermessensausübung (vgl. Art. 106 Abs. 1 Bst. a AsylG) 

durch die Vorinstanz zu entnehmen sind,  

dass das Bundesverwaltungsgericht sich unter diesen Umständen weiterer 

Ausführungen zur Frage eines Selbsteintritts enthält, 

dass andere Gründe, die der Schweiz Anlass geben könnten oder sie gar 

verpflichten würden, von ihrem Selbsteintrittsrecht nach Art. 17 Abs. 1 

Satz 1 Dublin-III-VO Gebrauch zu machen, weder geltend gemacht werden 

noch ersichtlich sind, 

dass das SEM demnach zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b 

AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten ist und 

– weil er nicht im Besitz einer gültigen Aufenthalts- oder Niederlassungs-

bewilligung ist – in Anwendung von Art. 44 AsylG die Überstellung nach 

Österreich angeordnet hat (Art. 32 Bst. a AsylV 1),  

dass unter diesen Umständen allfällige Vollzugshindernisse gemäss 

Art. 83 Abs. 3 und 4 des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und 

Ausländer und über die Integration (AIG; SR 142.20) nicht mehr zu prüfen 

sind, da das Fehlen von Überstellungshindernissen bereits Voraussetzung 

des Nichteintretensentscheids gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG ist 

(vgl. BVGE 2015/18 E. 5.2 m.w.H.),  

dass schliesslich der Vollständigkeit halber darauf hinzuweisen ist, dass 

allfällige Verzögerungen bei der Überstellung nach Österreich aufgrund der 

herrschenden Situation im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie – 

gemäss aktuellem Kenntnisstand – lediglich temporäre Vollzugshinder-

nisse darstellen und am Ausgang des vorliegenden Verfahrens nichts zu 

D-3608/2021 

Seite 9 

ändern vermögen (vgl. Urteil des BVGer D-139/2020 vom 19. Juni 2020 

E. 9.6 m.w.H.),  

dass nach dem Gesagten die Beschwerde als offensichtlich unbegründet 

abzuweisen und die Verfügung des SEM zu bestätigen ist,  

dass das Beschwerdeverfahren mit vorliegendem Urteil abgeschlossen ist, 

weshalb sich die Anträge auf Gewährung der aufschiebenden Wirkung so-

wie auf Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses als gegen-

standslos erweisen, 

dass das mit der Beschwerde gestellte Gesuch um Gewährung der unent-

geltlichen Prozessführung abzuweisen ist, da die Begehren – wie sich aus 

den vorstehenden Erwägungen ergibt – als aussichtlos zu bezeichnen wa-

ren, weshalb die Voraussetzungen von Art. 65 Abs. 1 VwVG nicht erfüllt 

sind, 

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr.  750.– (Art. 1‒

3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädi-

gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) dem 

Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG). 

 

(Dispositiv nächste Seite)  

D-3608/2021 

Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird ab-

gewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.–  werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Chiara Piras Martina von Wattenwyl 

 

 

Versand: