# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** bb90f900-2c7e-5963-b24d-90ef386366aa
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-09-06
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 06.09.2011 D-4397/2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-4397-2011_2011-09-06.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

Abteilung IV
D­4397/2011

U r t e i l   v om   6 .   S ep t embe r   2 0 1 1

Besetzung Einzelrichter Bendicht Tellenbach,
mit Zustimmung von Richterin Christa Luterbacher;
Gerichtsschreiber Daniel Merkli.

Parteien A._______ geboren am (…) 
Afghanistan,
vertreten durch Doris Schweighauser, Bündner 
Beratungsstelle für Asyl Suchende, (…) 
Beschwerdeführerin, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung
(Dublin­Verfahren); 
Verfügung des BFM vom 28. Juli 2011 / N________

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Das Bundesverwaltungsgericht,

in Anwendung

des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31),

des  Bundesgesetzes  vom  20.  Dezember  1968  über  das 
Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021),

des  Bundesgesetzes  vom  17.  Juni  2005  über  das 
Bundesverwaltungsgericht (VGG, SR 173.32),

des  Bundesgesetzes  vom  17.  Juni  2005  über  das  Bundesgericht 
(BGG, SR 173.110),

des  Bundesgesetzes  vom  16.  Dezember  2005  über  die  Ausländerin­
nen und Ausländer (AuG, SR 142.20),

der  Konvention  vom  4.  November  1950  zum  Schutze  der 
Menschenrechte  und  Grundfreiheiten  (Europäische 
Menschenrechtskonvention [EMRK, SR 0.101]),

des  Abkommens  vom  28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der 
Flüchtlinge (Flüchtlingskonvention [FK, SR 0.142.30]),

des  Übereinkommens  vom  20. November  1989  über  die  Rechte  des 
Kindes (KRK, SR 0.107),

des Abkommens vom 26. Oktober 2004 zwischen der Schweizerischen 
Eidgenossenschaft  und  der  Europäischen  Gemeinschaft  über  die 
Kriterien  und Verfahren  zur Bestimmung des  zuständigen Staates  für 
die Prüfung eines in einem Mitgliedstaat oder in der Schweiz gestellten 
Asylantrags  (Dublin­Assoziierungsabkommen  [DAA,  SR 
0.142.392.68]),

der  Verordnung  (EG) Nr.  343/2003  des Rates  vom  18. Februar  2003 
zur  Festlegung  der  Kriterien  und  Verfahren  zur  Bestimmung  des 
Mitgliedstaats,  der  für  die  Prüfung  eines  von  einem 

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Drittstaatsangehöri­gen  in  einem  Mitgliedstaat  gestellten  Asylantrags 
zuständig ist (Dublin­II­VO),

der  Verordnung  (EG)  Nr.  1560/2003  der  Kommission  vom                   
2. September 2003 mit Durchführungsbestimmungen zur Dublin­II­VO 
(DVO Dublin),

des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschä­
digungen vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2),

stellt fest und erwägt, 

dass die Beschwerdeführerin am 14. April 2011  in der Schweiz um Asyl 
nachsuchte, 

dass sie im Rahmen der summarischen Befragung vom 27. April 2011 im 
B.________  unter  anderem  angab,  afghanische  Staatsangehörige  zu 
sein  und  2004  in  Pakistan,  wo  sie  sich  seit  ihrem  zweiten  Lebensjahr 
aufgehalten habe,  von  ihrem Onkel  väterlicherseits und dessen Söhnen 
mit  einem  zwanzig  Jahre  älteren  afghanischen  Staatsangehörigen  mit 
Flüchtlingsstatus  in  Italien zwangsverheiratet worden zu sein  (vgl. BFM­
Protokoll A5 S. 6),

dass  ihre Cousins  ihr  in  Afghanistan  einen Pass mit  einem  gefälschten 
Geburtsdatum hätten ausstellen lassen (vgl. A5 S. 5 f.),

dass  sie  in  der  Folge  im  Rahmen  des  Familiennachzugsverfahrens mit 
einem  Einreisevisum  in  Italien  eingereist  und  sich  dort  bis  zu  ihrer 
Ausreise  –  ohne  in  die  Flüchtlingseigenschaft  ihres  Ehemannes 
einbezogen  zu  werden  –  mit  einer  Aufenthaltsbewilligung  in  C.______ 
aufgehalten habe (vgl. A5 S. 5),

dass  ihr Ehemann sie  in den  letzten zwei Jahren regelmässig psychisch 
unter Druck gesetzt und wochenlang eingesperrt habe (vgl. A5 S. 7 und 
8),

dass sie den  italienischen Ausländerbehörden mitgeteilt  habe, dass das 
im  Reisepass  eingetragene  Geburtsdatum  gefälscht  sei,  diese  sich 
indessen  zur  Änderung  des  Geburtsdatums  nicht  bereit  erklärt  hätten 
(vgl. A5 S. 8, 10),

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dass sie am 14. April 2011 ohne Dokumente in die Schweiz gereist sei,

dass  das  BFM  der  Beschwerdeführerin  im  Rahmen  der  summarischen 
Befragung  vom  27.  April  2011  das  rechtliche Gehör  zu  einer  allfälligen 
Wegweisung nach Italien gewährte (vgl. A5 S. 9),

dass die Beschwerdeführerin geltend machte, ihr gewalttätiger Ehemann 
werde  sie  in  Italien  finden  und  töten  und  im  übrigen  nähmen  die 
italienischen  Behörden  die  Schwierigkeiten  der  Flüchtlinge  nicht  ernst 
(vgl. A5 S. 9), 

dass das BFM am 17. Juni 2011 in Anwendung von Art. 9 Abs. 1 Dublin­
II­VO  die  italienischen  Behörden  um  Rückübernahme  der 
Beschwerdeführerin ersuchte (vgl. A16),

dass die  italienischen Behörden am 14. Juli 2011 einer Rückübernahme 
der  Beschwerdeführerin  –  und  mit  Schreiben  vom  27.  Juli  2011 
angesichts der besonderen Umstände einer Überstellung nach Rom statt 
nach Mailand – zustimmten (vgl. A21; A24),

dass  das BFM mit  –  am  4.  August  2011  eröffneter  – Verfügung  vom 
28.  Juli 2011  in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG auf das 
Asylgesuch  der  Beschwerdeführerin  vom  14.  April  2011  nicht  eintrat 
und die Wegweisung der Beschwerdeführerin  aus der Schweiz  sowie 
den  Wegweisungsvollzug  nach  Italien  anordnete,  wobei  die 
Überstellung  –  vorbehältlich  einer  allfälligen  Unterbrechung  oder 
Verlängerung  (Art.  19f  Dublin­II­VO)  –  bis  spätestens  am  14.  Januar 
2012 zu erfolgen habe,

dass  gleichzeitig  festgestellt  wurde,  einer  allfälligen  Beschwerde 
komme keine aufschiebende Wirkung zu (Art. 107a AsylG),

dass die Beschwerdeführerin mit Eingabe  ihrer Rechtsvertreterin vom 
9.  August  2011  an  das  Bundesverwaltungsgericht  gegen  diesen  Ent­
scheid  frist­  und  formgerecht  Beschwerde  erhob  und  in 
verfahrensrechtlicher  Hinsicht  unter  anderem  darum  ersuchte,  es  sei 
im  Sinne  einer  vorsorglichen  Massnahme  der  Beschwerde  die 
aufschiebende  Wirkung  zu  erteilen  und  es  sei  die  unentgeltliche 
Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG zu gewähren,

dass  in  der  Beschwerde  unter  anderem  geltend  gemacht  wurde,  die 
Beschwerdeführerin  habe  von  den  italienischen  Behörden  bisher  keine 

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Unterstützung  gegen  ihren  gewalttätigen  Ehemann  erhalten  und  da 
dieser  sowohl  in  Mailand  als  auch  in  Rom  über  ein  grosses 
Beziehungsnetz  verfüge,  sei  ihr  Schutz  selbst  dann  nicht  gewährleistet, 
wenn  die  Überstellung  der  Beschwerdeführerin  nach  Rom  statt  nach 
Mailand erfolge, 

dass  im Weiteren unter Einreichung eines Auszuges aus einem Bericht 
der SFH vom Mai 2011 geltend gemacht wurde, der Beschwerdeführerin 
als verletzlicher Person sei eine Rückkehr nach  Italien nicht zuzumuten, 
da  dort  eine  entsprechende Unterbringung  und medizinische Betreuung 
nicht gewährleistet sei, eine Einschätzung, die durch die Tatsache, dass 
die  Beschwerdeführerin  in  Italien  über  eine  Aufenthaltsbewilligung 
verfüge, nicht in Frage gestellt werde, 

dass  die  Beschwerdeführerin  im  Weiteren  grosse  Angst  habe,  nach 
Afghanistan abgeschoben zu werden, 

dass  der  zuständige  Instruktionsrichter  mit  Zwischenverfügung  vom 
17.  August  2011  die  Gesuche  um  Erteilung  der  aufschiebenden 
Wirkung  der  Beschwerde  und  um  Gewährung  der  unentgeltlichen 
Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 abwies und unter Androhung 
des Nichteintretens im Unterlassungsfall einen Kostenvorschuss in der 
Höhe von Fr. 600.­ mit Zahlungsfrist bis zum 29. August 2011 erhob,

dass  ein  an  das  BFM  gerichtetes  Gesuch  vom  23.  August  2011  um 
Erstreckung  der  Ausreisefrist  am  25.  August  2011  beim 
Bundesverwaltungsgericht eingelangte,

dass  am  26.  August  2011  der  erhobene  Kostenvorschuss  geleistet 
wurde,

dass  die  Rechtsvertreterin  mit  auf  den  26.  August  2011  datierter, 
zuhanden  der  Schweizerischen  Post  am  27.  August  2011 
aufgegebener  Eingabe  an  das  Bundesverwaltungsgericht  unter 
Einreichung eines weiteren Auszuges aus einem Bericht der SFH vom 
Mai  2011  und  Auszügen  aus  dem  Internet  zur  allgemeinen  Situation 
von Frauen in Afghanistan um wiedererwägungsweise Gewährung der 
aufschiebenden  Wirkung  der  Beschwerde  und  Gutheissung  des 
Gesuches  um Gewährung  der  unentgeltlichen Rechtspflege  im Sinne 
von  Art.  65  Abs.  1  VwVG  unter  Rückerstattung  des  geleisteten 
Kostenvorschusses ersuchte,

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dass darin unter Bezugnahme auf die Zwischenverfügung vom 27. Juli 
2011  darauf  hingewiesen  wurde,  die  Beschwerdeführerin  habe – 
insbesondere  aufgrund  der  patriarchalischen  Strukturen,  welche  in 
ihrem Leben klar dominierend gewesen seien – bisher keinen Mut zur 
Anzeige gegen ihren Ehepartner gehabt, zumal sehr ungewiss sei, ob 
der Beschwerdeführererin danach überhaupt geholfen worden wäre, 

dass  die  jährlich  erneuerbare  Aufenthaltsbewilligung  der 
Beschwerdeführerin  in  Italien  in  der  für  die  Beschwerdeführerin 
zuständigen  Questura  in  C._____,  dem  Aufenthaltsort  des 
Ehemannes,  ausgestellt  worden  sei,  und  diese  Questura  –  mangels 
anderer Anhaltspunkte  in  den Akten  – weiterhin  für  die Verlängerung 
der  Bewilligung,  die  nur  durch  persönliches  Vorsprechen  beantragt 
werden  könne,  zuständig  sei,  weshalb  der  Ehemann  der 
Beschwerdeführerin  die  Möglichkeit  habe,  ihrer  anlässlich  der 
Verlängerung des Ausweises wieder habhaft zu werden, 

dass daher  das BFM aufzufordern  sei,  von Amtes wegen die  nötigen 
Abklärungen  bezüglich  der  jährlich  erneuerbaren 
Aufenthaltsbewilligung  der  Beschwerdeführerin  in  Italien,  deren 
Verlängerung und der Zuständigkeit  der Questura  für  die Ausstellung 
der Bewilligung vorzunehmen, 

dass  schliesslich  alleinstehende  Frauen  in  Italien  nicht  zu  den 
verletzlichen Personen mit damit verbundener besonderer Behandlung 
gehörten, 

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  endgültig  über  Beschwerden  ge­
gen Verfügungen  (Art.  5  VwVG)  des BFM  auf  dem Gebiet  des Asyls 
entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des 
Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht 
(Art.105 AsylG i.V.m. Art. 31­33 VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG),

dass  die  Beschwerde  frist­  und  formgerecht  eingereicht  wurde,  die 
Beschwerdeführerin  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders 
berührt  ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung 
beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der 
Beschwerde legitimiert ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG sowie Art. 105 AsylG 
i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 und 52 VwVG),

dass mit  Beschwerde  die Verletzung  von Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 

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und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art.  106  Abs.  1 
AsylG),

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art.  32­35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der 
Beschwerdeinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt  ist, ob die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass sich die Beschwerdeinstanz – sofern sie den Nichteintretensent­
scheid  als  unrechtmässig  erachtet  –  einer  selbständigen  materiellen 
Prüfung  enthält,  die  angefochtene  Verfügung  aufhebt  und  die  Sache 
zu  neuer  Entscheidung  an  die  Vorinstanz  zurückweist  (vgl. 
Entscheidun­gen  und  Mitteilungen  der  [vormaligen]  Schweizerischen 
Asylrekurs­kommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.),

dass  über  offensichtlich  unbegründete  Beschwerden  in 
einzelrichterlicher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten 
Richters oder einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e 
AsylG),

dass  es  sich  vorliegend, wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um eine  solche 
handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu 
begründen ist (vgl. Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass  auf  Asylgesuche  in  der  Regel  nicht  eingetreten  wird,  wenn 
Asylsuchende  in  einen  Drittstaat  ausreisen  können,  welcher  für  die 
Durchführung des Asyl­ und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich 
zuständig ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG),

dass  die  Vorinstanz  gestützt  auf  Art.  9  Abs.  1 Dublin­II­VO  zu Recht 
Italien  für  die  Prüfung  des  am  14.  April  2011  in  der  Schweiz 
eingereichten Asylgesuchs der Beschwerdeführerin erachtet hat, 

dass die  italienischen Behörden dem Ersuchen der Schweizer Behör­
den um Rückübernahme der Beschwerdeführerin zustimmten und sich 
damit  zur  Behandlung  des  Asylgesuches  der  Beschwerdeführerin  als 
zuständig erklärten, 

dass Italien Signarstaat der FK und der EMRK ist und keine konkreten 
Anhaltspunkte  vorliegen,  wonach  sich  Italien  nicht  an  die  daraus 
resultierenden völkerrechtlichen Verpflichtungen hält,

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dass  sich  die  Beschwerdeführerin  wegen  ihres  gewalttätigen 
Ehemannes  bisher  nicht  ausdrücklich  an  die  zuständigen  Behörden 
gewendet,  sondern  lediglich  um  Korrektur  des  im  Reisepass  falsch 
eingetragenen Geburtsdatums ersucht hat, weshalb die Behauptung in 
der  Beschwerde,  die  Beschwerdeführerin  habe  hinsichtlich  ihres 
gewalttätigen Ehemannes von den italienischen Behörden bisher keine 
Unterstützung erhalten, nicht zutrifft, 

dass  die  Erklärung  auf  Beschwerdeebene,  wonach  die 
Beschwerdeführerin  insbesondere  aufgrund  der  patriarchalischen 
Strukturen,  welche  in  ihrem  Leben  klar  dominierend  gewesen  seien, 
bisher  keinen Mut  zur Anzeige  gegen  ihren Ehepartner  gehabt  habe, 
keinen objektiven Hinderungsgrund darstellt, 

dass  somit  mangels  gegenteiliger  konkreter  Anhaltspunkte  mit  dem 
BFM von der Schutzfähigkeit und –willigkeit der italienischen Behörden 
auszugehen ist,

dass  an  dieser  Einschätzung  die  blosse  Behauptung,  es  sei  sehr 
ungewiss,  ob der Beschwerdeführerin  bei  allfälliger Einreichung einer 
Anzeige geholfen worden wäre, nichts zu ändern vermag, 

dass  das  BFM  die  italienischen  Behörden  schriftlich  über  die 
Zugehörigkeit  der  Beschwerdeführerin  zu  einer  verletzlichen 
Personengruppe  informiert  hat,  diese  angesichts  der  besonderen 
Umstände der Überstellung der Beschwerdeführerin nach Rom statt nach 
Mailand  zustimmten  und  zusicherten,  dass  die  Beschwerdeführerin  in 
Rom von einer Mitarbeiterin der Organisation D._____ abgeholt werde,

dass somit eine besondere Behandlung der Beschwerdeführerin durch 
die italienischen Behörden hinreichend gewährleistet ist, 

dass  es  Sache  der  italienischen  Behörden  sein  wird,  der 
Beschwerdeführerin  im Rahmen  ihrer Möglichkeiten den notwendigen 
Schutz zu gewähren und in diesem Zusammenhang das BFM mangels 
Zuständigkeit  keine  Pflicht  trifft,  Abklärungen  bezüglich  Modalitäten 
der Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung in Italien vorzunehmen, 

dass  daher  der  entsprechende  Antrag  auf  Beschwerdeebene 
abzulehnen ist, 

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dass  es  vorliegend  der  Beschwerdeführerin  nicht  gelungen  ist,  eine 
einzelfallspezifische  besondere  Verletzlichkeit  nachzuweisen,  aufgrund 
derer geschlossen werden könnte, ihr drohe in Italien eine unmenschliche 
Behandlung im Sinne von Art. 3 EMRK,

dass  zusammenfassend  festzustellen  ist,  dass  einer  Überstellung  der 
Beschwerdeführerin  nach  Italien  weder  völkerrechtliche  Verpflichtungen 
der  Schweiz  noch  humanitäre  Gründe  entgegenstehen,  weshalb  die 
Souveränitätsklausel  (Art.  3  Abs.  2  Dublin­II­VO)  nicht  zur  Anwendung 
gelangt und folglich das BFM zu Recht in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 
Bst. d AsylG auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch  in der Regel die Wegwei­
sung aus der Schweiz zur Folge hat (Art. 44 Abs.1 AsylG), vorliegend 
der Kanton keine Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein An­
spruch auf Erteilung einer solchen besteht (vgl. EMARK 2001 Nr. 21), 
weshalb  die  verfügte  Wegweisung  im  Einklang  mit  den  gesetzlichen 
Bestimmungen  steht  und  demnach  vom  Bundesamt  zu  Recht  ange­
ordnet wurde,

dass im Rahmen des Dublin­Verfahrens, bei dem es sich um ein Über­
stellungsverfahren  in den  für die Prüfung des Asylgesuches zuständi­
gen  Staat  handelt,  systembedingt  kein  Raum  bleibt  für  Ersatzmass­
nahmen im Sinne von Art. 44 Abs. 2 AsylG i.v.m. Art. 83 Abs. 1 AuG,

dass  eine  entsprechende Prüfung  –  soweit  notwendig  –  vielmehr  be­
reits  im  Rahmen  des  Dublin­Verfahrens  stattfinden  muss  (vgl.  vor­
stehende Erwägungen),

dass  in  diesem  Sinne  die  Vorinstanz  den  Vollzug  der  Wegweisung 
nach Italien zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtete,

dass  die  Beschwerdeführerin  demnach  nicht  darzutun  vermag, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt 
oder  unangemessen  ist  (Art.  106  AsylG),  weshalb  die  Beschwerde 
abzuweisen ist,

dass  mit  Ergehen  des  vorliegenden  Urteils  der  mit  Eingabe  vom 
27. August  2011  gestellte  Antrag  nach  wiedererwägungsweiser 
Wiederherstellung  der  aufschiebenden  Wirkung  der  Beschwerde 
gegenstandslos wird,

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dass  der  zuständige  Instruktionsrichter  mit  Zwischenverfügung  vom 
17.  August  2011  das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen 
Rechtspflege  im  Sinne  von  Art.  65  Abs.  1  VwVG  wegen 
Aussichtslosigkeit der Rechtsbegehren abwies,

dass die mit nachträglich eingereichter Eingabe vom 27. August 2011 
geltend  gemachten  Gründe,  wie  vorstehend  ausgeführt,  an  dieser 
Einschätzung nichts zu ändern vermögen, weshalb der darin gestellte 
Antrag, das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege 
im  Sinne  von  Art.  65  Abs.  1  VwVG  sei  wiedererwägungsweise 
gutzuheissen – und  folglich der bereits geleistete Kostenvorschuss  in 
der Höhe von Fr. 600.­ zurückzuzahlen – abzulehnen ist,

dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr.  600.­ 
(Art.  16  Abs.  1  Bst.  a  VGG  i.V.m.  Art.  2  und  3  VGKE)  der 
Beschwerdeführerin aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG), welche 
durch  den  am  26. August  2011  geleisteten  Kostenvorschuss  in 
gleicher Höhe gedeckt sind,

dass  schliesslich  das  am  25.  August  2011  beim 
Bundesverwaltungsgericht eingelangte, an das BFM gerichtete Gesuch 
vom 23. August 2011 um Erstreckung der Ausreisefrist der Vorinstanz 
zuständigkeitshalber zur weiteren Behandlung überwiesen wird.

(Dispositiv nächste Seite)

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Seite 11

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.  
Das Gesuch um wiedererwägungsweise Gewährung der unentgeltlichen 
Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG wird abgewiesen. 

3. 
Die  Verfahrenskosten  von  Fr.  600.­  werden  der  Beschwerdeführerin 
auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  durch  den  geleisteten  Kostenvorschuss  in 
gleicher Höhe gedeckt.

4. 
Das  am  25.  August  2011  beim  Bundesverwaltungsgericht  eingereichte 
Gesuch vom 23. August 2011 um Erstreckung der Ausreisefrist wird dem 
BFM zuständigkeitshalber zur weiteren Behandlung überwiesen. 

5. 
Dieses  Urteil  geht  an  die  Rechtsvertreterin  der  Beschwerdeführenden, 
das BFM und die zuständige kantonale Behörde.

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Bendicht Tellenbach Daniel Merkli

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