# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 022379e0-6c21-50a0-89bc-17327237a61b
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-12-20
**Language:** de
**Title:** Direkte Bundessteuer 2006 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2006
(2. Rechtsgang)
**Docket/Reference:** DB.2013.204
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/StRG_DB_2013_204_qr.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

1. Abteilung 

1 DB.2013.204 
1 ST.2013.233 

Entscheid 

 20. Dezember 2013 

Mitwirkend: 

Abteilungsvizepräsident Walter Balsiger, Steuerrichter Anton Tobler, Steuerrichter Mi-
chael Ochsner und Gerichtsschreiberin Barbara Collet 

1.  A ,    

Steuergemeinde C,   

2.  B ,    

Steuergemeinde C,   

Nr. 1 vertreten durch D,  

In Sachen 

gegen 

Beschwerdeführer/
Rekurrenten,  

1.  S c h w e i z e r i s c h e   E i d g e n o s s e n s c h a f t ,    

2.  S t a a t   Z ü r i c h ,    

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Stadt Zürich,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Beschwerdegegnerin,  

Rekursgegner,  

Direkte Bundessteuer 2006 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2006  
(2. Rechtsgang) 

betreffend 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A.  A  und  B  (nachfolgend  der/die  Pflichtige  bzw.  zusammen  die  Pflichtigen) 

waren im Kalenderjahr 2006 noch verheiratet, zusammenlebend und damit unbestritte-

nermassen gemeinsam steuerpflichtig.  

Im  Rahmen  der  Veranlagung  bzw.  Einschätzung  für  die  Steuerperiode  2006 

nahm die Steuerkommissärin gegenüber der Selbstdeklaration verschiedene Aufrech-

nungen vor; dabei ging sie insbesondere davon aus, die Bruttoeinkünfte des Pflichtigen 

aus unselbstständiger Erwerbstätigkeit (Salär der  E AG, F) hätten nicht wie deklariert 

rund  Fr. 200'000.-,  sondern  Fr.  600'000.-  betragen.  Gegen  diese  Aufrechnungen  be-

schritt  der  Pflichtige  den  Rechtsmittelweg.  Das  dabei  angerufene  Steuerrekursgericht 

hiess  dessen  Beschwerde  bzw.  Rekurs  am  21.  Dezember  2011  (1 DB.2011.230  und 

1 ST.2011.309) aus formellen Gründen teilweise gut und wies die Sache an das kanto-

nale Steueramt zurück. Letzteres vor dem Hintergrund, dass  sich die Pflichtigen zwar 

per 2008 getrennt hatten, dies aber nicht dazu hätte führen dürfen,  die beiden schon 

per 2006 nicht mehr gemeinsam als Steuersubjekte zu erfassen.  

Mit  neuer  Veranlagungsverfügung  bzw.  neuem  Einschätzungsentscheid  für 

die  Steuerperiode  2006  vom  24.  Januar  2012  korrigierte  die  Steuerkommissärin  im 

2. Rechtsgang  das  formelle  Versehen.  An  den  materiellen  Aufrechnungen  des 

1. Rechtsgangs hielt sie fest und eröffnete dergestalt den nunmehr gemeinsam erfass-

ten Pflichtigen die folgenden Steuerfaktoren: 

Staats- und Gemeindesteuer  

Direkte  Bundessteuer

                    Fr. 

             Fr. 

Steuerbares Einkommen 

Satzbestimmendes Einkommen 

Steuerbares Vermögen 

Satzbestimmendes Vermögen 

567'100.- 

601'300.- 

646'000.- 

646'000.-. 

569'600.- 

604'000.- 

B.  Mit  Einsprachen vom  24.  Februar  2012  liess  der  Pflichtige  die  Rechtmäs-

sigkeit  der  Aufrechnungen  erneut  bestreiten  und  zudem  die  Durchführung  einer  Ein-

spracheverhandlung verlangen. In der Folge wurde er am 9. April 2013 zu einer steu-

erbehördlichen Anhörung eingeladen. Unter Bezugnahme auf die Letztere liess er der 

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Steuerbehörde  mit  Eingabe  vom  20.  April  2012  noch  verschiedene  Unterlagen  nach-

reichen.  

Das kantonale Steueramt hiess in der Folge die Einsprachen mit Entscheiden 

vom  22.  August  2013  teilweise  gut.  Durchzudringen  vermochte  der  Pflichtige  dabei 

aber lediglich in Bezug auf betragsmässig unbedeutende Nebenpunkte; insbesondere 

die erwähnte Lohnaufrechnung von  rund Fr. 400'000.- wurde hingegen  bestätigt bzw. 

wurden  die  Einsprachen  insoweit  abgewiesen.  Insgesamt  wurden  die  Steuerfaktoren 

wie folgt leicht nach unten korrigiert: 

Staats- und Gemeindesteuer  

Direkte  Bundessteuer

                    Fr. 

             Fr. 

Steuerbares Einkommen 

Satzbestimmendes Einkommen 

Steuerbares Vermögen 

Satzbestimmendes Vermögen 

564'500.- 

598'600.- 

645'000.- 

645'000.-. 

567'000.- 

601'300.- 

C.  Hiergegen  liess  der  Pflichtige  am  23.  September  2013  Beschwerde  und 

Rekurs erheben und beantragen, das steuerbare und satzbestimmende Einkommen in 

Berücksichtigung eines Lohns von CHF 199'980.- (exkl. Privatanteil Auto) sowie unter 

Berücksichtigung  des  Abzugs  von  Sozialversicherungsabgaben  und  weiterer  Abzüge 

gemäss  Steuerdeklaration  2006  festzusetzen.  Zudem  wurde  die  Zusprechung  einer 

Parteientschädigung verlangt. Alle anderen in den Einspracheentscheiden im Rahmen 

von  Nebenpunkten  bestätigten  steuerbehördlichen  Aufrechnungen  wurden  ausdrück-

lich anerkannt.   

Das  kantonale  Steueramt  schloss  mit  Beschwerde-/Rekursantwort  vom 

10. Oktober 2013 unter Verweis auf die Erwägungen in den Einspracheentscheiden auf 

Abweisung  der  Rechtsmittel.  Die  Eidgenössische  Steuerverwaltung  liess  sich  nicht 

vernehmen. Auch von der Pflichtigen ging keine Stellungnahme ein. 

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Die Kammer zieht in Erwägung: 

1. Mit Präsidialverfügung vom 30. September 2013 wurde die Pflichtige einge-

laden, sich zu den Rechtsmitteln des mittlerweile von ihr geschiedenen Ehemanns ver-

nehmen  zu  lassen;  dies  mit  der  Androhung,  dass  bei  Säumnis  davon  ausgegangen 

werde, sie schliesse sich den Anträgen des Letzteren an.  

Nachdem  die  Pflichtige  nicht  reagiert  hat,  nimmt  sie  damit  an  der  Seite  des 

Pflichtigen  an  den  vorliegenden  Rechtsmittelverfahren  teil.  Mit  dieser  Parteistellung 

gehen  alsdann  entsprechende  prozessuale  Rechtsfolgen  einher  (insb.  Kostenfolgen; 

vgl. nachstehend E. 5b). 

2.  a)  Umstritten  ist  im  vorliegenden  2.  Rechtsgang  allein  noch,  ob  bei  der 

Festlegung der  Einkommenssteuerfaktoren  für  die Steuerperiode 2006  von  Bruttoein-

künften  des  pflichtigen  Ehemanns  aus  unselbstständiger  Erwerbstätigkeit  im  Bereich 

von Fr. 200'000.- oder von Fr. 600'000.- auszugehen ist.  

b) Die unterschiedlichen Auffassungen der Parteien über das vom Pflichtigen 

per 2006 bezogene Salär beruhen auf folgendem Hintergrund: 

aa)  Beide  Pflichtige  sind  deutsche  Staatsangehörige.  Nach  dem  Zuzug  aus 

Deutschland  arbeitete der  Pflichtige  während des ganzen Kalenderjahrs  2006 bei der 

von ihm mitbeherrschten E AG, F, deren Tätigkeitsbereich die G von H sowie die I von 

J  namentlich  in  den  Bereichen  K  und  L  umfasst.  Sein  Lohn  wurde  zunächst  an  der 

Quelle besteuert. Nachdem dieser den für das Quellensteuerverfahren massgeblichen 

Schwellenwert von Fr. 120'000.- p.a. überschritten hatte, war nachträglich eine Veran-

lagung  bzw.  Einschätzung  im  ordentlichen  Verfahren  durchzuführen.  In  der  Folge 

reichte der Pflichtige eine Steuererklärung 2006 ein. Dieser legte er einen auf ihn aus-

gestellten  Lohnausweis  der  E  AG  bei,  welcher  für  die  Beschäftigungsdauer  1.1.  - 

31.12.2006  einen  Nettolohn  von  Fr.  189'653.-  sowie  Repräsentationsspesen  von 

Fr. 12'000.-  aufführte;  das Total  dieser  beiden  Positionen  (=  Fr. 201'653.-)  deklarierte 

er unter den Einkünften aus unselbstständiger Erwerbstätigkeit.  

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Der Lohnausweis  datiert vom 25. Januar 2008 und  ist vom Pflichtigen selbst 

unterzeichnet worden;  letzteres  offenkundig  aufgrund  seiner  Funktion  als  einzelzeich-

nungsberechtigter Verwaltungsratspräsident der E AG. Die Steuererklärung selbst hat 

der Pflichtige mit Datum vom 1. Mai 2008 unterzeichnet; ausgedruckt wurde diese je-

doch am 14. Juli 2008 und bei der Steuerbehörde ging sie am 15. Juli 2008 ein. Beige-

legt war der Deklaration ein vom 1. Juli 2008 datierendes Begleitschreiben, in welchem 

der Pflichtige darauf hinwies, dass er seit April 2008 von seiner Ehefrau getrennt lebe 

und diese sich  auf Anraten ihres Anwalts weigere,  die Deklaration mit zu unterschrei-

ben. Indes habe er alle Werte richtig erfasst, weil ihm alle erforderlichen Belege noch 

vorgelegen hätten. 

bb)  Im  Zeitpunkt  dieser  Deklaration  (Juli  2008)  befanden  sich  die  Pflichtigen 

offenkundig  bereits  im  Eheschutzverfahren  vor  Bezirksgericht  C.  Der  dort  zuständige 

Eheschutzrichter erstattete nämlich der Steuerbehörde am 11. August 2008 eine "An-

zeige  der Wahrscheinlichkeit  einer  unvollständigen  Versteuerung";  dabei  hielt  er  fest, 

dass sich im Eheschutzverfahren folgender Sachverhalt präsentiert habe:  

A sei zusammen mit seinem Geschäftspartner M an der E AG beteiligt; beide 

hielten  je  50%  der  Aktien.  Gemäss  Arbeitsvertrag  zwischen  A  und  der  E  AG  vom 

… 2005 sei ein Jahresbruttolohn von Fr. 600'000.- vereinbart worden. Dieser Lohn sei 

offenbar teilweise auch ausbezahlt worden; jedenfalls sei eine entsprechende Lohnab-

rechnung  vom  Oktober  2006  aktenkundig.  Nach  Darstellung  von  A  im  Eheschutzver-

fahren sei die E AG später  in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten und sei deshalb 

an  der  "VR-Sitzung"  vom  …  2006  eine  Lohnreduktion  auf  Fr. 200'000.-  beschlossen 

worden. Eine weitere Lohnreduktion auf Fr. 72'000.- soll sodann an der "GV-Sitzung" 

vom … 2007 erfolgt sein.  

Diese Darstellung kontrastiere mit der unbestrittenen Tatsache, dass A und B 

trotz angeblicher Schwierigkeiten der E AG stets einen ausgesprochen hohen Lebens-

standard  gehabt hätten.  Nach Angaben  der  Ehefrau  seien  pro  Monat  Fr.  18'000.-  bis 

25'000.- ausgegeben worden, was A nicht bestritten habe. Unbestrittenermassen wür-

den  beide  Luxusfahrzeuge  fahren  und  eine  luxuriöse  4.5-Zimmer-Eigentumswohnung 

mit erlesener Möblierung bewohnen. A habe angeführt, dass die Parteien "auf Pump" 

gelebt  hätten  und  der  luxuriöse  Lebensstil  mittels  Darlehensaufnahme  bei  der  E AG 

finanziert worden sei; es bestünden sehr hohe Schulden aus Darlehen und Kontokor-

rent. Gemäss Saldobestätigung der E AG vom … 2008 betrage die Schuld von A per 

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… 2008 insgesamt Fr. 1'377'037.-. All dies sei nicht plausibel. Es sei schwer nachvoll-

ziehbar, weshalb die offensichtlich florierende E AG – andernfalls sie nicht Darlehen in 

Millionenhöhe  hätte  gewähren  können  –  A  in  seiner  Eigenschaft  als  massgebender 

Aktionär,  Verwaltungsratspräsident  mit  Einzelunterschrift  und  leitender  Angestellter 

Darlehen gewährt und nicht Lohn ausbezahlt habe. Es bestehe daher die Wahrschein-

lichkeit einer unvollständigen Versteuerung.  

Seiner Anzeige legte der Eheschutzrichter den  erwähnten Arbeitsvertrag und 

die  Lohnabrechnung  für  den  Monat  Oktober  2006  bei.  Beide  Pflichtigen  bzw.  deren 

Anwälte bediente er sodann mit einer Kopie der Anzeige.  

cc) Neben dieser Anzeige hatte die Steuerkommissärin sodann auch Kenntnis 

vom  Schreiben  der  E  AG  vom  25.  Januar  2008,  welches  diese  (unterzeichnet  vom 

Pflichtigen)  der  Dienstabteilung  Quellensteuer  des  kantonalen  Steueramts  sowie  der 

Ausgleichskasse  F  hatte  zukommen  lassen.  In  diesem  war  ausgeführt  worden,  man 

habe  "aufgrund  einer  Kombination  aus  Dummheit  und  administrativem  Unvermögen 

falsche  Bruttolohnangaben  für  das  Kalenderjahr  2006  angemeldet;  es  seien  Löhne, 

Darlehen und Spesen vermischt worden". Im Schreiben an die Quellensteuerabteilung 

wurde dabei der korrigierte Lohn des Pflichtigen mit Fr. 205'890.80 brutto angegeben. 

dd) Gestützt auf diesen Aktenstand forderte die Steuerkommissärin mit Aufla-

ge  vom  14.  August  2008  bzw.  Mahnungen  vom  18.  September  und  14.  Novem-

ber 2008 insbesondere den lückenlosen Auszug aller Zahlungsein- und ausgänge pro 

2006  auf  dem  Salärkonto  des  Pflichtigen,  wobei  Zahler  und  Begünstigter  ersichtlich 

sein müssten oder allenfalls mit weiteren referenzierten Belegen nachzuweisen seien.  

ee)  Der  Pflichtige  reagierte  mit  Schreiben  vom  8.  Dezember  2008,  wobei  er 

einleitend  auf  seine  Schwierigkeiten  im  Zusammenhang  mit  der  Trennung/Scheidung 

von seiner Ehefrau ab Frühjahr 2008, aber auch mit seinem Ausscheiden bei der E AG 

per Ende 2007/Anfang 2008 hinwies. Die verlangten Kontoauszüge reichte er ein. So-

dann nahm er zur Situation betreffend "Löhne/Darlehen" wie folgt Stellung:  

Im  Dezember  2005  seien  für  ihn  und  seinen  ehemaligen  Geschäftspartner 

Löhne  von  jeweils  Fr.  600'000.-  vereinbart  worden,  weil  zwei  sehr  grosse  Geschäfte 

durch die E AG getätigt worden seien. Bald habe sich jedoch herausgestellt, dass dem 

Unternehmen  die  vereinnahmten  Gelder  nicht  mit  Sicherheit  verbleiben  würden.  Bei 

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beiden Geschäften habe es nämlich erhebliche Probleme gegeben, wobei noch immer 

Rechtsstreitigkeiten im Gang seien. Aus diesem Grund hätten er und sein Geschäfts-

partner  bereits  im  Januar  2006  beschlossen,  die  Löhne  entsprechend  anzupassen. 

Weil sie beide jedoch einerseits gerne höhere Löhne bezogen hätten und andrerseits 

keine wirkliche Buchhaltung geführt hätten, habe es einige Zeit gebraucht, um den Be-

schluss umzusetzen. Dies zeige sich in den Überweisungen (auf  seinem  Salärkonto), 

welche  sehr  unregelmässig  seien.  Konsequent  umgesetzt  hätten  sie  den  Beschluss 

erst, als sie von der Revisionsstelle darauf aufmerksam gemacht worden seien, dass 

dieser erstens umzusetzen sei und sie (gemeint wohl die E AG) zweitens in finanzielle 

Probleme  geraten  könnten.  So  seien  dann  Darlehensverträge  für  zu  viel  bezogene 

Zahlungen abgeschlossen und auch eine entsprechende Zinspflicht festgelegt worden. 

Die Rückzahlung der zu viel bezahlten Gelder und die Bezahlung der Zinsen seien in 

zwei Schritten erfolgt. Zum einen seien ab Oktober 2006 keine Löhne mehr ausbezahlt 

worden  bzw.  seien  diese  laufend  mit  den  Darlehen  verrechnet  worden.  Zum  andern 

hätten  beide  Geschäftspartner  per  2007  eine  Rückzahlung  in  der  Höhe  von 

Fr. 197'000.- getätigt. Wäre es – wovon der Scheidungsanwalt seiner Ehefrau ausge-

gangen sei – um Lohn und nicht um ein Darlehen gegangen, so hätte er, der Pflichtige, 

doch  keine  Gelder  zurückbezahlt  und  dies  bereits  vor  der  von  seiner  Ehefrau  ge-

wünschten  Trennung.  Entgegen  den  Behauptungen  der  Letzteren  sei  die  E  AG,  aus 

welcher er im Januar 2008 als Aktionär um im September 2008 dann auch als Mitarbei-

ter ausgeschieden sei, keine reiche Firma mit Umsätzen in Millionenhöhe. Diese habe 

vielmehr erhebliche finanzielle Probleme. Schon bei seinem Ausscheiden habe es Li-

quiditätsprobleme  gegeben und  nach  Aussagen von  Dritten  sollen  mittlerweile  Betrei-

bungen, Zahlungsbefehle und Konkursandrohungen in siebenstelliger Höhe vorliegen. 

Von einer reichen Firma zu sprechen, sei damit lächerlich. Auch 2008 habe er im Übri-

gen  einen  erheblichen  Teil  des  Darlehens  zurückbezahlt,  was  wiederum  gegen  Lohn 

spreche.  

ff)  Die  Pflichtige  beantworte  die  Auflage  mit  Schreiben  vom  7.  Januar  2009 

ihrerseits dahingehend, dass sie keine Auskunft geben könne, weil sie sich mit ihrem 

Ehemann  im Trennungsprozess befinde  und  dieser  sämtliche  Unterlagen  und  Ordner 

in ihrer Abwesenheit sowie ohne ihr Wissen aus der Wohnung entfernt habe. Im Übri-

gen  sei  sie  Hausfrau  und  Mutter  und  könnten  deshalb  die  gestellten  Fragen  ohnehin 

nur von ihrem Ehemann beantwortet werden.  

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gg)  Im  Rahmen  der  Veranlagung  bzw.  Einschätzung  im  1.  Rechtsgang  ging 

die  Steuerkommissärin  gestützt  auf  dieses  Untersuchungsergebnis  und  insbesondere 

die auf dem Salärkonto des Pflichtigen ersichtlichen Zahlungsflüsse davon aus, diesem 

sei  per  2006  ein Lohn  in der  Höhe  von  Fr.  600'000.-  zugeflossen.  Nachdem  sich der 

Pflichtige  einspracheweise  gegen  diese  Sichtweise  zur  Wehr  gesetzt  hatte,  wobei  er 

abermals auf die  Lohnanpassung, die Lohnumwandlung in Darlehen sowie  auf Darle-

hensrückzahlungen hatte verweisen lassen, führte die Steuerkommissärin im Einspra-

cheverfahren  ergänzende  Untersuchungshandlungen  durch.  Dabei  verlangte  sie  mit 

Auflage  vom  21.  März  2011  bzw.  Mahnung  vom  12.  Mai  2011  eine  Auflistung  seiner 

sämtlichen  Darlehen  bei  der  E  AG  samt  Detailangaben 

(Datum  der  Zah-

lung/Rückzahlung, Betrag, Währung). Weiter sei der vollständige Geldfluss aller Darle-

hen und Lohnzahlungen inkl. Rückzahlungen mittels Bankbelegen nachzuweisen; dazu 

gehörten auch vollständige Auszüge der Darlehens- und Privatkonti (Kontokorrent) bei 

der E AG. Der Pflichtige liess in der Folge mit Eingabe vom 31. August 2011 zahlreiche 

Unterlagen  einreichen  und  hierzu  weitere  Erklärungen  abgeben.  Dabei  wies  er  auch 

darauf hin, dass mittlerweile das Obergericht (im Eheschutzverfahren) den deklarierten 

tieferen  Lohn  von  rund  Fr. 200'000.-  bestätigt  habe.  Hiervon  gehe  nunmehr  auch  die 

Pflichtige aus, weshalb sie die Auflageantwort mit unterzeichnet habe.  

Die  Steuerkommissärin  blieb  im  Rahmen  der  Einspracheentscheide  vom 

19. September 2011 bei ihrer Auffassung, wonach dem Pflichtigen nicht der deklarierte 

Lohn von  rund  Fr.  200'000.-,  sondern  ein  solcher von  rund  Fr.  600'000.-  zugeflossen 

sei.  

hh) Im 2. Rechtsgang ging es – wie bereits erwähnt – vorab um formelle Kor-

rekturen  bzw.  die  gemeinsame  Erfassung  beider  Ehegatten  als  Steuersubjekte.  Im 

Rahmen der Wiederholung des Einspracheverfahrens fand jedoch noch eine Anhörung 

des  Pflichtigen  und  dessen  Vertreters  statt  und  wurden  in  diesem  Zusammenhang 

noch  Unterlagen  nachgereicht,  welche  sich  grossmehrheitlich  bereits  bei  den  Verfah-

rensakten  befanden.  An  der  steuerbehördlichen  materiellen  Auffassung  änderte  dies 

nichts  und  so  wurde  im  Rahmen  der  nunmehr  angefochtenen  Einspracheentscheide 

vom  22.  August  2013  wiederum  am  Lohnzufluss  von  Fr. 600'000.-  (brutto)  festgehal-

ten.  

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3. a) Steuerbar sind alle Einkünfte aus privatrechtlichem oder öffentlichrechtli-

chem  Arbeitsverhältnis  mit  Einschluss  der  Nebeneinkünfte  wie  Entschädigungen  für 

Sonderleistungen, Provisionen, Zulagen, Dienstalters- und Jubiläumsgeschenke, Grati-

fikationen,  Trinkgelder,  Tantiemen  und  andere  geldwerte  Vorteile  (Art.  17  Abs.  1  des 

Bundesgesetzes  über die  direkte  Bundessteuer vom 14.  Dezember  1990,  DBG;  § 17 

Abs. 1 des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997, StG). 

b)  Nach  allgemeiner  Beweislastregel  haben  die  Steuerbehörden  den  Nach-

weis zu erbringen, dass ein Steuerpflichtiger bestimmte Einkünfte erzielt hat, da es sich 

hierbei  um  einen  steuerbegründenden  Umstand  handelt.  Der  Nachweis  eines  Rein-

vermögenszuflusses begründet dabei die natürliche Vermutung, dass dieser steuerba-

res Einkommen darstellt. 

c) Nach ständiger Doktrin und Praxis gilt Einkommen steuerrechtlich in jenem 

Zeitpunkt  als  zugeflossen  und  erzielt,  in  welchem  der  Steuerpflichtige  eine  Leistung 

vereinnahmt  oder  einen  festen  Anspruch  darauf  erworben  hat,  über  welchen  er  tat-

sächlich verfügen kann. Voraussetzung des steuerauslösenden Zuflusses ist demnach 

ein  abgeschlossener  Rechtserwerb,  welcher  Forderungs-  oder  Eigentumserwerb  sein 

kann  (BGr,  19.  Juli  1993  =  StE  1995  B  72.13.22  Nr.  31  =  ASA  64,  137;  Rei-

mann/Zuppinger/Schärrer, Kommentar zum Zürcher Steuergesetz, 2. Band, 1963, Vor-

bemerkungen zu §§ 19 - 32 N 19 und 21). 

Der Forderungserwerb ist vielfach Vorstufe des Eigentumserwerbs (BGE 113 

Ib  23  E.  2e).  Erwirbt  der  Steuerpflichtige  eine  Forderung,  so  wird  diese  i.d.R.  bereits  

im  Zeitpunkt  des  Forderungserwerbs  besteuert  und  nicht  erst  dann,  wenn  die  

(Geld-)Leistung  erbracht  wird  (BGr,  11.  Februar  2000  =  StE  2000  B  23.41  Nr.  3  mit 

Verweisungen).  Fälligkeit  der  Leistung  ist  nicht  in  jedem  Fall  Voraussetzung  des  

Einkommenszuflusses, unter Umständen ist der steuerrechtlich relevante Forderungs-

erwerb schon vor dem Fälligkeitstermin abgeschlossen (Markus Reich, in: Kommentar 

zum Schweizerischen Steuerrecht, Band I/2a, 2. A., 2008, Art. 16 N 35 DBG).  

Allerdings  wird  der  Forderungserwerb  nur  dann  als  einkommensbildend  be-

trachtet, wenn die Erfüllung nicht als unsicher erscheint (BGr, 21. Oktober 1996 = StE 

1997 B 101.2 Nr. 19, E. 4a = ASA 66, 377; Blumenstein/Locher,  System des Steuer-

rechts,  6.  A.,  2002,  S.  267  f.).  Liegt  Unsicherheit  vor,  wird  auf  den  Zeitpunkt  der  tat-

sächlichen Erfüllung – bei einer Geldschuld also die Zahlung – abgestellt. Dies ist vor-

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ab  dann  der  Fall,  wenn  der  Schuldner  zahlungsunfähig  oder  nicht  zahlungswillig  ist 

(vgl.  Markus  Weidmann,  Einkommensbegriff  und  Realisation,  1996,  S.  197;  Ernst  

Känzig, Wehrsteuer [Direkte Bundessteuer], I. Teil, 2. A., 1982, Art. 21 N 7 und Art. 41 

N  2).  Ein  in  diesem  Sinn  von  der  Rechtsprechung  anerkannter  Anwendungsfall  liegt 

etwa vor, wenn der Arbeitgeber bei Liquiditätsschwierigkeiten den Lohn nicht auszahlt, 

sondern zur Gutschrift auf einem Arbeitnehmerkonto Zuflucht nehmen muss. Materiell 

handelt sich hierbei um eine Stundung oder eine Darlehensgewährung im Umfang der 

gutgeschriebenen Lohnsumme. Da durch das Unvermögen des Arbeitgebers zu zahlen 

die Erfüllung gefährdet wird, ist in diesem Fall auf den Zeitpunkt der effektiven Zahlung 

abzustellen (Weidmann, S. 197 f. und 209; RB ORK 1946 Nr. 2).  

4.  a)  Auszugehen  ist  zunächst davon, dass dem  Pflichtigen  gemäss  Arbeits-

vertrag,  welchen  er  am  …  2005  mit  der  E  AG  abgeschlossenen  hatte,  ab  1.  Janu-

ar 2006 ein Jahreslohn von Fr. 600'000.- brutto zustand.  

b)  Der  Pflichtige  macht  nun  aber  geltend,  dieser  Lohn  sei  bereits  anlässlich 

der Verwaltungsratssitzung vom … 2006 auf Fr. 200'000.- angepasst worden. Ein ent-

sprechendes  Protokoll  zu  dieser  Sitzung  hat  er  vorgelegt;  gezeichnet  ist  dieses  von 

ihm  selbst  und  M,  dessen  Aktionärsdirektorensalär  in  gleicher Weise  angepasst  wor-

den ist. Beigebracht hat er zudem eine  ebenfalls vom  … 2006 datierende Ergänzung 

zum Arbeitsvertrag, in welcher das Jahresgehalt neu auf Fr. 200'000.- brutto fixiert ist. 

c)  Wäre  gemäss  den  vorerwähnten  Dokumenten  bereits  Mitte  Januar  2006 

verbindlich  eine  massive  Reduktion  des  ursprünglich  vereinbarten  Bruttosalärs  von 

Fr. 600'000.-  auf  Fr. 200'000.-  beschlossen  worden,  so  wäre  zu  erwarten,  dass  dem 

Pflichtigen  schon  ab  Januar  2006  ein  auf  letzterem  Jahressalär  basierender  Monats-

lohn  ausbezahlt  worden  wäre.  Diesen  Anschein  versuchte  der  Pflichtige  im  Rahmen 

der Deklaration offensichtlich auch zu erwecken, indem er mit dieser undatierte monat-

liche  Lohnabrechnungen mit  Betreffnissen von  Fr. 16'665.-  brutto    bzw.  Fr.  12'903.65 

netto  einreichte;  auch  der vorgelegte  Lohnausweis  2006  entspricht dem  angepassten 

tieferen Lohn. Diese Lohndokumente wurden indes nachträglich erstellt und widerspie-

geln nicht die tatsächlichen Vorkommnisse:  

Aktenkundig hat der Pflichtige nämlich noch für den Monat Oktober 2006 eine 

Lohnabrechnung erhalten (datierend vom … 2006 und damit aus der Zeit = Originalab-

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1 ST.2013.233 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
  
 
 
 
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rechnung),  welche  einen  Bruttolohn  von  Fr.  50'000.-  und  einen  Nettolohn  von 

Fr. 33'516.35  ausweist.  Mithin  ist  davon auszugehen,  dass  ihm  jedenfalls  bis  und mit 

Oktober 2006 auf Basis des ursprünglich vereinbarten höheren Jahressalärs ein Netto-

lohn von Fr. 33'516.35 ausbezahlt worden ist (Jahres-Bruttosalär Fr. 600'000.- ./. 12 = 

Monats-Bruttosalär  Fr. 50'000.-  =  Monats-Nettosalär  Fr.   33'516.35).  Dies  bestätigt 

denn auch ein Blick in das steuerbehördlich einverlangte Salärkonto des Pflichtigen bei 

der N, in welchem folgende Eingänge von Lohnzahlungen der E AG aufgeführt sind: 

Datum 

Inhalt 

             Auszahlung (netto) 

              Bruttolohn 

12.4.2006 

Lohn Januar-März 

100'555.95 

            Fr. 

6.6.2006 

Lohn April/Mai 

27.6.2006 

Lohn Juni 

25.7.2006 

Lohn Juli 

25.8.2006 

Lohn August 

25.9.2006 

Lohn September 

25.10.2006  Lohn Oktober 

Total 

67'025.80 

33'516.35 

33'516.35 

33'516.35 

33'516.35 

33'516.35 

      Fr. 

150'000.- 

100'000.- 

50'000.- 

50'000.- 

50'000.- 

50'000.- 

50'000.- 

500'000.- 

In den Monaten November und Dezember sind  keine Zahlungseingänge mehr 

ersichtlich. Auf das Salärkonto abstellend ist dem Pflichtigen damit pro 2006 ein Lohn in 

der Höhe von Fr. 500'000.- brutto zugeflossen. Die Steuerbehörde geht insoweit zu Un-

recht von Fr. 600'000.- aus, weil sie – nicht nachvollziehbar – einen im Salärkonto nicht 

ersichtlichen weiteren Zahlungseingang über brutto Fr. 100'000.- (netto Fr. 67'026.-) vom 

…  2006 auflistet.  Dass  dem  Pflichtigen  in  der  Zeit  zwischen  Januar  und  Oktober  2006 

ein Bruttolohn von Fr. 500'000.- ausbezahlt worden ist, ergibt sich sodann auch aus den 

aktenkundigen  Quellensteuerabrechnungen  für  diese  Monate,  welche  mit  der  obenste-

henden Auflistung übereinstimmen. 

Bei  dieser  Aktenlage  ist  steuerbehördlich  der  Nachweis  erbracht,  dass  der 

Pflichtige  im  Kalenderjahr  2006  insgesamt  10  Monatslöhne  à  Fr. 50'000.-  (brutto)  ver-

einnahmt und damit ein Bruttojahressalär von mindestens Fr. 500'000.- erzielt hat. Damit 

obliegt es einerseits dem Pflichtigen nachzuweisen, dass dem nicht so ist bzw. die frag-

lichen Lohnüberweisungen der E AG auf sein Salärkonto in Wirklichkeit nicht bzw. nicht 

vollumfänglich  als  Lohn  qualifizierten  (nachfolgend  lit.  d).  Andrerseits  ist  ein  höheres 

Bruttosalär von Fr. 600'000.- allein aufgrund der Zahlungsflüsse nicht nachgewiesen; ob 

dem  Pflichtigen  pro 2006 weitere Fr.  100'000.-  (naheliegenderweise  die  auf  dem  Ende 

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1 ST.2013.233 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
               
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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2005 vereinbarten Salär basierenden  Löhne November und Dezember 2006) zugeflos-

sen sind, wird aber noch zu untersuchen sein (nachfolgend lit. f). 

d) Nach dem bereits Gesagten hilft dem Pflichtigen die angerufene Lohnanpas-

sung  anlässlich  der  Verwaltungsratssitzung  vom  …  2006  nicht  weiter.  Zwar  ist  davon 

auszugehen, dass in KMU-Verhältnissen, wo Aktionärsdirektoren für die eigene Gesell-

schaft  tätig  sind,  diese  ihre  Saläre im  Rahmen der obligationenrechtlichen  Bestimmun-

gen (vgl. Art. 322 ff. OR) verhältnismässig einfach anpassen können und dabei Anpas-

sungen  insbesondere  mit  dem  (guten  oder  schlechten)  Geschäftsgang  einher  gehen. 

Indes  müssen  sich  solche  vertragliche  Anpassungen  selbstredend  auch  im  gelebten 

Sachverhalt spiegeln, was hier nicht der Fall ist:  

aa) Soweit die Verwaltungsratssitzung im Januar 2006 tatsächlich stattgefunden 

hat,  wäre  aufgrund  der  vom  Pflichtigen  über  sein  Salärkonto  vereinnahmten  Lohnzah-

lungen davon auszugehen, dass die beschlossene Lohnreduktion durch neuerliche An-

passung im Sinn  einer Rückkehr zum ursprünglichen Vertrag wieder zurückgenommen 

worden  ist.  Daraufhin  deutet  auch die  Aussage  des  Pflichtigen, die  Lohnauszahlungen 

bis  Oktober  2006  auf  Basis  der  Jahresentlöhnung  von  brutto  Fr. 600'000.-  gründeten 

darin,  dass  er  und  sein  Geschäftspartner  eben  "gerne  höhere  Löhne  bezogen  hätten" 

(vgl. vorstehend E. 2.b.ee).  

Wenn  gemäss  Salärkonto  des  Pflichtigen  in  den  Monaten  November  und  De-

zember  2006  keine  Löhne  der  E  AG  mehr  überwiesen  worden  sind,  legt  dies  den 

Schluss nahe, dass verbindlich erst zu dieser Zeit beschlossen worden sein konnte, auf-

grund  des  Geschäftsgangs  den  ursprünglich  vereinbarten  Jahresbruttolohn  von 

Fr. 600'000.-  nach  unten  anzupassen.  Eine  Reduktion  des  Bruttolohns  unter  den  für 

10 Monate bereits ausbezahlten  Betrag von  Fr.  500'000.-  kam  zu  diesem  Zeitpunkt  in-

des  nicht  mehr  in  Frage.  Hat  nämlich  ein  Einkommenszufluss  einmal  stattgefunden, 

kann  dieser  –  jedenfalls  was  die  steuerlichen  Folgen  anbelangt  –  durch  nachträgliche 

Vereinbarung  der  Parteien  nicht mehr  rückgängig gemacht werden.  Verzichtet  also  ein 

Aktionärsdirektor Ende Jahr wegen schlechtem Geschäftsgang auf ihm bereits zugeflos-

senen Lohn, so liegt im entsprechenden Umfang eine Kapitaleinlage zur Sanierung der 

Unternehmung vor. Soweit der Sanierer – wie vorliegend der Pflichtige – die Unterneh-

mensbeteiligung  im  Privatvermögen  hält,  qualifizieren  solche  Sanierungsmassnahmen 

als  private  Mittelverwendung  ohne  einkommenssteuerrechtliche  Wirkung 

(Rich-

ner/Frei/Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum DBG, 2. A., 2009, Art. 58 N 67 DBG, 

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1 ST.2013.233 

 
 
 
 
 
 
 
 
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und Kommentar zum Zürcher Steuergesetz, 3. A., 2013, §  64  N 154 StG). Ein solcher 

Fall kann demnach nicht mit demjenigen einer zum Voraus vereinbarten Gehaltsvermin-

derung gleich gesetzt werden (vgl. StRK I, 17. Juni 2005, 1 ST.2005.62).  

bb)  Der  Pflichtige  beharrt  beschwerde-  und  rekursweise  indes  auf  seiner  Dar-

stellung  einer  per  Januar  2006  verbindlich  beschlossenen  Lohnreduktion  und  hält  den 

für das Gegenteil sprechenden Lohneingängen auf seinem Salärkonto bis und mit Okto-

ber 2006 Folgendes entgegen:  

Die  E  AG  sei  durch  Streitfälle  in  Zusammenhang  mit  seinen  beiden  einzigen 

Grossprojekten im Jahr 2006 in finanzielle Bedrängnis geraten. Einerseits habe ein Ver-

tragspartner  sein  Projekt  gekündigt.  Andrerseits  sei  das  im  O  vorgesehene  P  von  R 

mehrmals verschoben worden (etwa vom … 2006 auf den … 2006, wie ein Bericht aus 

dem Tages  Anzeiger  vom  …  2006  belege);  schliesslich  sei  es  gänzlich  abgesagt wor-

den, denn bekanntlich sei R per 2007 an seinem S gestorben. Vor diesem Hintergrund 

hätten die von der E AG getätigten Zahlungen an ihre Aktionärsdirektoren die finanziel-

len Möglichkeiten der Gesellschaft weit überstiegen und seien sie gemäss Verwaltungs-

ratsbeschluss  vom  …  2006  denn  auch  nicht  vertragskonform  gewesen.  Es  habe  von 

daher Einigkeit bestanden, dass die Zahlungen der E AG an die beiden Verwaltungsräte 

im Zeitraum von Januar bis Oktober 2006, soweit  den angepassten Lohn übersteigend, 

zurückzubezahlen  und  insoweit  nur  als  Darlehen  zu  verstehen  gewesen  seien.  Nach 

dem  Intervenieren  der  Revisionsstelle  der  E  AG  sei  auf  Basis  aller  Verträge  und  Be-

schlüsse  der  Gesellschaft  eine  Tabelle  "Korrekturbuchungen  2006"  erarbeitet  worden. 

Ausgehend vom unbestrittenen Bruttobetrag von Fr. 500'000.- seien dem Pflichtigen per 

2006  Lohnnetto-  und  Darlehenszahlungen  von  zusammen  Fr.  335'163.50  zugeflossen. 

Der Lohnanteil für 12 Monate habe netto Fr. 152'632.- bzw. brutto (inkl. Privatanteil Au-

to)  Fr.  205'890.80  betragen.  Der  Darlehensanteil  habe 

in  der  Differenz  von 

Fr. 182'530.90  bestanden.  Für  diese  Darlehenszahlungen  liege  denn  auch  ein  Darle-

hensvertrag vom … 2006 vor. Auch in der Buchhaltung der E AG sei das Darlehen mit 

diesem Betrag erfasst worden; dies neben anderen verzinslichen Darlehen, welcher der 

Pflichtige schon früher von der E AG erhalten habe. Nach der Lohnzahlung für das Jahr 

2006 von Fr. 152'632.- (netto) seien bis zum Ausscheiden des Pflichtigen aus der E AG 

keine weiteren Lohnzahlungen mehr erfolgt; die "Löhne als Forderungen" seien jedoch 

mit  den  "Kontokorrenten  (also  der  Darlehensschuld)"  verrechnet  worden,  so  dass  sich 

die  Schuld  des  Pflichtigen verringert  habe.  Auf  den Lohnabrechnungen  sei  deshalb ab 

November  2006  die  Bemerkung  "Bezahlung  mittels  Verrechnung"  angebracht  worden. 

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1 ST.2013.233 

 
 
 
 
 
 
 
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Im Zeitpunkt seines Ausscheidens bei der E AG per September 2008 habe der Pflichtige 

in Bezug auf seine dortigen Schulden "tabula rasa" gemacht. Die Gesamtschuld per 30. 

September 2008 – bestehend aus den verschiedenen Darlehen (soweit nicht amortisiert) 

und den Kontokorrentsaldi – habe sich dabei auf Fr. 1'229'601.05 belaufen. Im Rahmen 

eines  Schuldübernahmevertrags  vom  …  2008  habe  M  den  Pflichtigen  dann  zwar  von 

dessen  Schuld  gegenüber  der  E  AG  befreit;  damit  sei  der  Pflichtige  jedoch  Schuldner 

gegenüber M geworden. Diesem habe er alsdann im November 2008 einen Betrag von 

Fr. 929'601.05 zurückbezahlt. Das Geld habe er zuvor  per 2008 bei der T AG abgeho-

ben  und  in  einem  privaten  Tresor  verwahrt  gehabt.  Die  Rückzahlung  der  Darlehens-

schuld  habe  in  Anwesenheit  eines gewissen  U  stattgefunden.  Heute  schulde  Pflichtige 

M noch immer die Restsumme von Fr. 300'000.-.  

cc)  Will  der  Pflichtige  dergestalt  die  Lohnzahlungen  von  Januar  bis  Okto-

ber 2006  als  Darlehen verstanden haben,  hat  er  dies  nachzuweisen.  Gelungen  ist ihm 

dies nicht: 

aaa)  Zunächst hat er  die  finanziellen  Verhältnisse der  E  AG, welche sich  zwi-

schen  Dezember  2005  und  Januar  2006  dermassen verschlechtert  haben  sollen,  dass 

eine Kürzung der Aktionärsdirektorenlöhne auf einen Drittel  notwendig wurde, nicht an-

satzweise offengelegt.  

Auszugehen ist davon, dass die E AG im Jahr 2006 im Vorjahresvergleich eine 

Umsatzsteigerung  von  Fr.  4.3  Mio.  auf  Fr.  9.2  Mio.  verzeichnete.  Ein  schlechter  Ge-

schäftsgang  müsste  sich  damit  auf  der  Seite  des  Geschäftsaufwands  dokumentieren. 

Diesbezüglich wurden jedoch lediglich zwei Ereignisse vage angesprochen. Dabei wur-

de  das  eine  Ereignis  ("Absage  eines  Projekts  durch  einen  Vertragspartner")  weder  in 

zeitlicher noch in inhaltlicher Hinsicht näher substanziiert. Was sodann den Auftritt von R 

im O anbelangt, datiert der beigelegte Zeitungsartikel betreffend die Verschiebung des P 

vom  … 2006; Auswirkungen auf den  Geschäftsgang per Anfang 2006  sind daher nicht 

möglich. Im Übrigen hatte R gemäss Internetrecherchen noch im Februar 2006 (V) einen 

letzten grossen Auftritt und wurde sein S erst im Juli 2006 entdeckt. Insgesamt ist damit 

in keiner Art und Weise nachvollziehbar, wieso ein vom April auf September 2006 ver-

schobenes und letztlich abgesagtes P die im W tätige  E AG per Anfang 2006 in finan-

zielle Schwierigkeiten hätte bringen können.  

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Damit  fehlt  es  zunächst  an  einem  nachgewiesenen  Grund  für  eine  massive  

Lohnreduktion bereits per Januar 2006.  

bbb)  In  keiner  Art  und Weise  nachvollziehbar  ist  sodann  die  Behauptung,  vor 

dem Hintergrund der finanziellen Schwierigkeiten der E AG per Anfang 2006 qualifizier-

ten die ausbezahlten Löhne (Januar bis Oktober 2006) im Teilbetrag von Fr. 182'530.90 

als Darlehen.   

Ganz allgemein ist dazu zunächst festzuhalten, dass eine Gesellschaft, die sich 

in  finanziellen  Schwierigkeiten  befindet  und  deswegen  ihren  Aktionärsdirektoren  den 

vereinbarten Lohn nicht mehr bezahlen kann, diesen in der Folge auch keine Aktivdarle-

hen  ausrichtet;  vielmehr  resultieren  aus  Sicht  der  Gesellschaft  in  solchen  Situationen 

häufig nur Passivdarlehen, indem der (gefährdete) Lohn auf dem Kontokorrent des Akti-

onärsdirektors gutgeschrieben, aber nicht ausbezahlt wird.  

Wäre im Übrigen – wie behauptet – am … 2006 tatsächlich ein entsprechender 

Darlehensvertrag abgeschlossen worden, so folgte daraus, dass die ganzen Anpassun-

gen  eben  nicht  Anfang,  sondern  erst  Ende  2006  vorgenommen  worden  sind.  Insoweit 

läge damit  auch keine Darlehensgewährung per Jahresschlussbilanz  vor, sondern eine 

steuerlich  nicht  zulässige  Umqualifikation  von  unter  dem  Jahr  bereits  ausbezahltem 

Lohn in ein Darlehen.  

Der  angesprochene  Darlehensvertrag  datiert  nun  aber  gar  nicht  vom  31.  De-

zember 2006; per dieses Datum erfolgte lediglich die Einbuchung einer "Lohnkorrektur" 

im Betrag von Fr. 182'530.90 in der Buchhaltung der E AG. Die Letztere wurde gemäss 

Angaben des Pflichtigen per 2006 nicht korrekt geführt und ist dementsprechend nach-

träglich erstellt worden; das Visum der Revisionsstelle datiert  denn auch vom … 2008. 

Die Verbuchung des Differenzbetrags zwischen dem tatsächlich ausbezahlten höheren 

Lohn  (brutto  Fr.  500'000.-)  und  dem verfochten  tieferen  Lohn  (brutto  Fr. 200'000.-)  per 

Bilanzabschluss  31.  Dezember  2006  geschah  mithin  in  einem  Zeitpunkt,  in  welchem 

sich der Pflichtige bereits im Eheschutzverfahren befand und er naheliegenderweise aus 

trennungs- bzw. scheidungsbedingten Gründen wohl ein Interesse an einer tieferen Sa-

larierung  hatte.  Der  Buchungstext  "Lohnkorrektur"  spricht  im  Übrigen  eindeutig  für  ein 

nachträgliches  Abändern  von  bereits  geflossenem  Lohn  und  nicht  für  eine  Darlehens-

gewährung. 

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Ein Darlehensvertrag über den Betrag von Fr. 182'500.- existiert jedoch eben-

falls und wurde der Steuerbehörde auch eingereicht; dieser datiert jedoch nicht wie be-

hauptet vom … 2006, sondern vom … 2006. Zu Recht weist die Vorinstanz darauf hin, 

dass  per  letzterem  Datum  im  Kalenderjahr  2006  noch  gar  kein  Monatslohn  geflossen 

war und  also nicht feststand, wieviel Lohn  per 2006 zuviel ausbezahlt worden war. Die 

Gewährung eines Darlehens über diesen Betrag per … 2006 hätte im Übrigen aber auch 

nicht zur Folge haben können, dass danach das gleiche Darlehen – versteckt in Monats-

Nettolöhnen  –  tranchenweise  nochmals  ausgerichtet  worden  wäre.  Der  Versuch  des 

Pflichtigen, diese Widersprüche beschwerde- und rekursweise zu klären, erweist sich als 

unbehelflich. So lässt er einerseits geltend machen, der Darlehensvertrag vom … 2006 

über Fr. 182'500.- sei wohl aus Versehen eingereicht worden und habe aber ohnehin nur 

historische  Bedeutung,  nachdem  das  Darlehen  im  Mai  2007  ja  zurückbezahlt  worden 

sei; massgebend sei der Vertrag vom … 2006, welcher der Vorinstanz ebenfalls vorlie-

ge, wie diese im Einspracheentscheid des 1. Rechtsgang bestätigt habe. Soweit die Vor-

instanz  in  letzterem  Entscheid  einen  Darlehensvertrag  vom  …  2006  mit  einem  Betrag 

vom Fr. 182'530.90 erwähnte, stellte sie offensichtlich auf die besagte Verbuchung des 

(angeblichen) Darlehens bei der  E AG  ab und ändert dies nichts daran, dass  ihr allein 

ein Darlehensvertrag vom … 2006 vorgelegt worden ist; letzteres unter Bezugnahme auf 

die  Auflage,  sämtliche  Darlehen  des  Pflichtigen  bei  der  E AG  im  Detail  nachzuweisen, 

und also keineswegs "aus Versehen".  

Mit der Vorinstanz ist demnach davon auszugehen, dass der Darlehensvertrag 

vom  …  2006  nachträglich  erstellt  worden  sein  muss.  Dabei  müssen  entgegen  der  vo-

rinstanzlichen  Ansicht  nicht  zwingend  Steuerumgehungsgründe  ausschlaggebend  ge-

wesen  sein,  sondern  könnte  die  Sache  auch  einen  unterhaltsrechtlichen  Hintergrund 

haben. Daran ändert nichts, dass der Pflichtige im Einspracheverfahren des 1. Rechts-

gang  darauf verwies,  dass  das  Obergericht  im Eheschutzverfahren den Bruttolohn von 

Fr. 200'000.- bestätigt habe. Einerseits ging es in letzterem Verfahren um die Festlegung 

der Unterhaltsansprüche der pflichtigen Ehefrau; insoweit war auf die nachhaltigen Ver-

dienstmöglichkeiten  und  nicht  bloss  auf  den  Lohn  2006  abzustellen.  Das  Obergericht 

stellte im Übrigen fest, dass die von A behaupte Lohnreduktion per 2006 aufgrund der 

vorhandenen Unterlagen nicht prüfbar sei.  Indes stellten Unterlagen aus den Folgejah-

ren  2007  bis  2009  Indizien  für  die  von  A  behaupteten  finanziellen  Schwierigkeiten  der 

E AG dar. Diese seien aber nicht derart schwerwiegend, als dass sie die von A verfoch-

tene  Reduktion  des  Einkommens  auf  Fr.  4'857.90  pro  Monat  zu  begründen und  schon 

gar nicht glaubhaft zu machen vermöchten; plausibel und glaubhaft sei gestützt auf die-

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se  Unterlagen  indes  eine  Reduktion  auf  Fr. 200'000.-  brutto  pro  Jahr.  Das  Obergericht 

schloss  damit  keineswegs  aus,  dass  der  Pflichtige  per  2006  deutlich  mehr  als 

Fr. 200'000.- brutto verdient hatte; indes ging es gestützt auf die Akten des Eheschutz-

verfahrens  davon  aus,  dass  die  Lohnhöhe  2006  aufgrund  der  Geschäftsgangentwick-

lung in der Folge nicht gehalten werden konnte, und erachtete es von daher einen Brut-

tolohn  von  Fr. 200'000.-  als  sachgerechte  Basis 

für  die  Festlegungen  der 

Unterhaltsansprüche. 

e)  Nach  alledem  ist  als  Zwischenergebnis  festzuhalten,  dass  dem  Pflichtigen 

nach  Massgabe  des  Mitte  Dezember  2005  abgeschlossenen  Arbeitsvertrags  per  2006 

bis  und mit  Ende  Oktober  ein Bruttolohn von  Fr.  500'000.-  (=  10  Monatslöhne à  brutto 

Fr. 50'000.-) zugeflossen ist.  

f)  Zu  prüfen  bleibt  die  Entlöhnung  für  die  Monate  November  und  Dezem-

ber 2006. Mit Blick auf die gesamten Umstände im vorliegenden Fall und insbesondere 

auch die Feststellungen im vorerwähnten Beschluss des Obergerichts ist davon auszu-

gehen, dass finanzielle Schwierigkeiten bei der E AG nicht anfangs, jedoch gegen Ende 

2006 auftauchten. Eine (auf dem Arbeitsvertrag vom Dezember 2005 basierende) Aus-

zahlung von weiteren Bruttolöhnen in der Höhe von Fr. 50'000.- war offenbar nicht mög-

lich, weshalb die beiden Aktionärsdirektoren ihren Jahreslohn auf den ihnen bereits aus-

bezahlten  Betrag  von  Fr.  500'000.-  brutto  beschränkten.  Abzustellen  ist  in  der 

gegebenen Situation damit nicht auf den ursprünglichen Arbeitsvertrag, sondern auf den 

effektiven Zahlungsfluss und diesbezüglich steht fest, dass dem Pflichtigen für die Mo-

nate  November  und  Dezember  keine  Löhne  mehr  ausgerichtet  worden  sind.  Entspre-

chende Löhne wurden auch nicht in den Folgejahren nachbezahlt und die E AG hat die-

se auch nicht auf einem Arbeitnehmerkonto gutgeschrieben. Bei dieser Lage der Dinge 

bleibt es damit beim Jahressalär von Fr. 500'000.- brutto, was denn auch – wie bereits 

erwähnt – mit den ursprünglichen Quellensteuerabrechnungen übereinstimmt.  

g) Auch wenn die E AG gegen Ende 2006 in finanzielle Schwierigkeiten geriet, 

so  konnte  deswegen  nach  dem  Gesagten  steuerlich  bereits  ausbezahlter  Lohn  per  Bi-

lanzabschluss  nicht  nachträglich  in  ein  Darlehen  umqualifiziert  werden.  In  diesem  Zu-

sammenhang  lässt  der  Pflichtige  beschwerde-  und  rekursweise  geltend  machen,  die 

wirtschaftliche Leistungsfähigkeit eines Steuerpflichtigen dürfe nicht nur einzelfallweise, 

etwa im Rahmen von monatlichen Lohnabrechnungen betrachtet werden, sondern müs-

se die Beurteilung die gesamte Steuerperiode erfassen, weshalb Zuflüsse durch Abgän-

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1 ST.2013.233 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
- 18 - 

ge  neutralisiert  werden  könnten.  Dem  ist  entgegen  zu  halten,  dass  der  Pflichtige  über 

den ihm zwischen Januar und Oktober 2006 ausbezahlten Lohn uneingeschränkt und im 

vollen Umfang hat verfügen können; der Einkommenszufluss als faktischer Vorgang war 

damit  abgeschlossen  und  seine  wirtschaftliche  Leistungsfähigkeit  zu  dieser  Zeit  hatte 

sich  entsprechend  erhöht.  Die  Berücksichtigung  von  späteren  Rückleistungen  wider-

spricht  dieser  –  nach herrschender  Lehre und  Rechtsprechung massgebenden  –   zeit-

punktbezogenen Betrachtungsweise (vgl. StRG, 27. Januar 2012, 1 DB.2011.2008).  

Wenn  der  Pflichtige Lohnzuflüsse  unter  dem  Jahr  (Löhne  Januar  bis Oktober) 

durch  Lohnabgänge  gegen  Ende  Jahr  (Umwandlung  dieser  Löhne  in  Darlehen)  kom-

pensieren  will,  geht  er  im  Übrigen  selber  davon  aus,  dass  keine  Lohnanpassung  per 

Anfang 2006 stattgefunden hat.  

h)  Zusammenfassend  lässt  sich  festhalten,  dass  bei  der  Festsetzung  der  Ein-

kommenssteuerfaktoren  von  einem  nachgewiesenen  Bruttolohn  2006  des  Pflichtigen 

von Fr. 500'000.- auszugehen ist.  

Im  Ergebnis  sind  damit  die  Einkommensteuerfaktoren  –  basierend auf  der  vo-

rinstanzlichen (im Grundsatz unbestrittenen) Berechnung – wie folgt nach unten zu kor-

rigieren: 

Ausbezahlter Bruttolohn 

500'000.-  

statt 600'000.- 

Fr. 

Fr. 

Privatanteil Geschäftswagen 

11'532.- 

Verdeckte Gewinnausschüttung 

15'494.- 

Putzfrau laut Kontokorrent 

6'769.- 

Pauschalspesen 

Bruttolohn  

./. AHV/IV/EO (5.05%) 

./.ALV (0.1653 %) 

./. UVG/NBU (1.146%) 

BVG  

Nettolohn 

12'000.-                           

545'795.- 

statt 645'795.- 

27'563.- 

903.- 

6'255.- 

3'752.- 

507'322.- 

statt 600'961.- 

Dieser  reduzierte  Nettolohn  führt  nach  Vornahme  der  gebotenen  Steueraus-

scheidung zu folgenden Einkommensteuerfaktoren: 

1 DB.2013.204 
1 ST.2013.233 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
  
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
- 19 - 

Staats- und Gemeindesteuer  

Direkte  Bundessteuer

                    Fr. 

             Fr. 

Steuerbares Einkommen 

Satzbestimmendes Einkommen 

471'000.- 

504'600.- 

473'500.- 

507'300.-. 

i)  Fragen  lässt  sich allenfalls  noch,  ob dem  Pflichtigen  im  Zusammenhang mit 

Darlehen, welche er von der E AG erhalten und angeblich nach 2006 wieder zurückbe-

zahlt  hat,  weitere  Einkünfte  zugeflossen  sind.  Dies  wäre  bei  Vorliegen  von  simulierten 

Darlehen  der  Fall,  betrifft  indes  nicht  die  hier  im  Streit  liegende  Steuerperiode  2006, 

sondern  wird  steuerbehördlich  in  den  Folgeperioden  zu  prüfen  sein.  Soweit  dabei  die 

behauptete Restschuld des Pflichtigen gegenüber M von Fr. 300'000.- ein Thema wäre, 

entspricht dieser Betrag (wohl nicht  zufällig) gerade der vorliegend bestätigten Einkom-

mensaufrechnung  (Auszahlung  E AG  an den  Pflichtigen von  Fr. 500'000.-  =  Bruttolohn 

und nicht Darlehen im Umfang von Fr. 300'000.-), so dass insoweit die Sache ausgegli-

chen wäre.   

5.  a)  Nach  alledem  sind  die  Beschwerde  und  der  Rekurs  teilweise  gutzuheis-

sen. 

b) Ausgangsgemäss sind die Kosten des Verfahrens den Parteien anteilsmäs-

sig aufzuerlegen (Art. 144 Abs. 1 DBG und § 151 Abs. 1 StG). Den Pflichtigen ist auf-

grund  ihres  überwiegenden  Unterliegens  keine  Parteientschädigung  zuzusprechen 

(Art. 144 Abs. 4 DBG i.V.m. Art. 64 Abs. 1 des Bundesgesetzes über das Verwaltungs-

verfahren  vom  20.  Dezember  1968  bzw.  §  152  StG  i.  V.  m.  §  17  Abs.  2  des  Verwal-

tungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959/8. Juni 1997, VRG). 

Demgemäss erkennt die Kammer: 

1.  Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. Die Beschwerdeführer werden für die 

direkte Bundessteuer wie folgt veranlagt (Tarif gemäss Art. 214 Abs.  2 DBG; Ver-

heiratetentarif):  

1 DB.2013.204 
1 ST.2013.233 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
- 20 - 

Steuerperiode 

2006 

steuerbar 

satzbestimmend 

Einkommen 

Fr. 

473'500.- 

507'300.-. 

2.  Der  Rekurs  wird  teilweise  gutgeheissen.  Die  Rekurrenten  werden  für  die  Staats- 

und Gemeindesteuern wie folgt eingeschätzt (Tarif gemäss § 35 Abs. 2 bzw. § 47 

Abs. 2 StG; Verheiratetentarif): 

Steuerperiode 

Einkommen 

Vermögen 

2006 

steuerbar 

satzbestimmend 

Fr. 

471'000.- 

504'600.- 

Fr. 

645'000.- 

645'000.-. 

[…] 

1 DB.2013.204 
1 ST.2013.233