# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 01a37664-6128-5f6f-9e44-e738fd6978c0
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-11-07
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 07.11.2022 200 2021 640
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2021-640_2022-11-07.pdf

## Full Text

200 21 640 UV
MAK/BOC/STA

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 7. November 2022

Verwaltungsrichterin Mauerhofer, Kammerpräsidentin
Verwaltungsrichter Jakob, Verwaltungsrichter Loosli
Gerichtsschreiberin Bossert

A.________
vertreten durch B.________ AG
Beschwerdeführer

gegen

Branchen Versicherung Genossenschaft
Sihlquai 255, Postfach, 8031 Zürich
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. C.________
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 19. Juli 2021 (Schaden-Nr. …)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Nov. 2022, UV/21/640, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1990 geborene A.________ (nachfolgend: Versicherter bzw. Be-
schwerdeführer) war beim D.________ angestellt und dadurch bei der 
Branchen Versicherung Genossenschaft (nachfolgend: Branchen Versiche-
rung bzw. Beschwerdegegnerin) obligatorisch gegen Berufs-, Nichtberufs-
unfälle sowie Berufskrankheiten versichert, als er sich am 30. März 2021 
bei einem … das rechte Knie bei einer … von einem … verdrehte. Am 3. 
April 2021 unterzog er sich einem operativen Eingriff am rechten Knie (Ak-
ten der Branchen Versicherung [act. II] K1, K2/2, M2). Nachdem die Bran-
chen Versicherung den Versicherten zum Unfallhergang befragt (act. II K2) 
und eine Stellungnahme ihres beratenden Arztes, Dr. med. E.________, 
Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungs-
apparates, eingeholt hatte (act. II M5), verneinte sie mit Verfügung vom 23. 
Juni 2021 (act. II K4) ihre Leistungspflicht, da kein Unfallgeschehen vorlie-
ge und die Körperschädigung mit über 50 % Wahrscheinlichkeit auf eine 
Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sei. Die dagegen erhobene 
Einsprache (act. II K5) wies die Branchen Versicherung mit Einspracheent-
scheid vom 19. Juli 2021 ab (Akten des Versicherten [act. I] 2). 

B.

Dagegen erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwältin 
F.________ von der B.________ AG, am 14. September 2021 Beschwer-
de. Er beantragt, unter Aufhebung des angefochtenen Entscheides seien 
ihm die gesetzlichen Sozialversicherungsleistungen gemäss dem Bundes-
gesetz vom 20. März 1981 über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) 
für die Folgen des Ereignisses vom 30. März 2021 in vollem Umfang aus-
zurichten. Eventualiter sei der Einspracheentscheid im Sinne der Be-
schwerderügen zur Vornahme weiterer (Sachverhalts-)Abklärungen und 
Neuverfügung an die Vorinstanz zurückzuweisen, alles unter Kosten- und 
Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerin.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Nov. 2022, UV/21/640, Seite 3

Mit Beschwerdeantwort vom 18. Oktober 2021 beantragt die Beschwerde-
gegnerin, vertreten durch Rechtsanwalt und Notar Dr. C.________, die 
Abweisung der Beschwerde.

Der Beschwerdeführer hält mit (unaufgeforderter) Replik vom 2. November 
2021 an den beschwerdeweise gestellten Rechtsbegehren fest.

Mit Duplik vom 22. November 2021 hält die Beschwerdegegnerin sinn-
gemäss an dem in der Beschwerdeantwort gestellten Antrag fest. Diese 
Eingabe wurde dem Beschwerdeführer mit prozessleitender Verfügung 
vom 23. November 2021 zur Kenntnisnahme zugestellt.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 6. 
Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 
ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des 
kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege 
[VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

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1.2 Angefochten ist der Einspracheentscheid vom 19. Juli 2021 (act. I 
2). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf Unfallversicherungsleistun-
gen im Zusammenhang mit dem Ereignis vom 30. März 2021. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 
80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1

2.1.1 Die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen Unfallversi-
cherung setzt grundsätzlich das Vorliegen eines Berufsunfalles, eines 
Nichtberufsunfalles oder einer Berufskrankheit voraus (Art. 6 Abs. 1 UVG). 
Unfall ist die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines 
ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine 
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit 
oder den Tod zur Folge hat (Art. 4 ATSG).

2.1.2 Der äussere Faktor ist ungewöhnlich, wenn er – nach einem objek-
tiven Massstab – nicht mehr im Rahmen dessen liegt, was für den jeweili-
gen Lebensbereich alltäglich und üblich ist. Das Merkmal des 
Ungewöhnlichen macht den alltäglichen Vorgang zum einmaligen Vorfall. 
Einwirkungen, die aus alltäglichen Vorgängen resultieren, taugen in aller 
Regel nicht als Ursache einer Gesundheitsschädigung. Liegt der Grund 
somit allein im Innern des Körpers, ist Krankheit gegeben. Daran ändert die 
blosse Auslösung des Gesundheitsschadens durch einen äusseren Faktor 
nichts; Unfall setzt vielmehr begrifflich voraus, dass das exogene Element 
so ungewöhnlich ist, dass eine endogene Verursachung ausser Betracht 
fällt (BGE 134 V 72 E. 4.1 S. 76 und E. 4.1.1 S. 77). Das Begriffsmerkmal 
der Ungewöhnlichkeit bezieht sich nicht auf die Wirkung des äusseren Fak-
tors, sondern nur auf diesen selber. Ohne Belang für die Prüfung der Un-

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gewöhnlichkeit ist insoweit, dass der äussere Faktor allenfalls schwerwie-
gende, unerwartete Folgen nach sich zog. Ausschlaggebend ist also, dass 
sich der äussere Faktor vom Normalmass an Umwelteinwirkungen auf den 
menschlichen Körper abhebt. Ungewöhnliche Auswirkungen allein begrün-
den keine Ungewöhnlichkeit (BGE 134 V 72 E. 4.3.1 S. 79; SVR 2021 UV 
Nr. 12 S. 60 E. 4.2, 2020 UV Nr. 3 S. 9 E. 3).

Ein gesteigertes Abgrenzungsbedürfnis besteht dort, wo der Gesundheits-
schaden seiner Natur nach auch andere Ursachen als eine plötzliche schä-
digende Einwirkung haben kann, also keine gesicherte Zuordnung zum 
exogenen Faktor erlaubt. Dies gilt nach der Rechtsprechung insbesondere 
dann, wenn die Gesundheitsschädigung erfahrungsgemäss auch als allei-
nige Folge von Krankheit, insbesondere von vorbestandenen degenerati-
ven Veränderungen eines Körperteils, innerhalb eines durchaus normalen 
Geschehensablaufs auftreten kann. In solchen Fällen muss die unmittelba-
re Ursache der Schädigung unter besonders "sinnfälligen" Umständen ge-
setzt worden sein. Somit wird eine Einwirkung ohne offensichtliche 
Schadensneigung erst durch das Hinzukommen eines zusätzlichen Ereig-
nisses zum ungewöhnlichen äusseren Faktor. Es bedarf – neben den übli-
chen auf den Körper einwirkenden Kräften – eines schadensspezifischen 
Zusatzgeschehens, damit ein Unfall angenommen werden kann (BGE 134 
V 72 E. 4.3.2 und 4.3.2.1 S. 80).

2.1.3 Das Merkmal des ungewöhnlichen äusseren Faktors kann auch in 
einer unkoordinierten Bewegung bestehen. Bei Körperbewegungen gilt 
dabei der Grundsatz, dass das Erfordernis der äusseren Einwirkung ledig-
lich dann erfüllt ist, wenn ein in der Aussenwelt begründeter Umstand den 
natürlichen Ablauf einer Körperbewegung gleichsam "programmwidrig" 
beeinflusst hat. Bei einer solchen unkoordinierten Bewegung ist der unge-
wöhnliche äussere Faktor zu bejahen; denn der äussere Faktor – Verände-
rung zwischen Körper und Aussenwelt – ist wegen der erwähnten 
Programmwidrigkeit zugleich ein ungewöhnlicher Faktor (BGE 130 V 117 
E. 2.1 S. 118; SVR 2021 UV Nr. 21 S. 102 E. 3.3). Dies trifft beispielsweise 
dann zu, wenn die versicherte Person stolpert, ausgleitet oder an einem 
Gegenstand anstösst oder wenn sie, um ein Ausgleiten zu verhindern, eine 
reflexartige Abwehrhaltung ausführt oder auszuführen versucht (SVR 2021 

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UV Nr. 10 S. 54 E. 4.2; RKUV 2004 U 502 S. 183 E. 4.1, 1999 U 345 S. 
422 E. 2b).

2.2

2.2.1 Gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG erbringt die Versicherung ihre Leistun-
gen auch bei folgenden Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend 
auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind: Knochenbrüche (lit. 
a), Verrenkungen von Gelenken (lit. b), Meniskusrisse (lit. c), Muskelrisse 
(lit. d), Muskelzerrungen (lit. e), Sehnenrisse (lit. f), Bandläsionen (lit. g), 
Trommelfellverletzungen (lit. h).

2.2.2 Nach Meldung einer Listenverletzung gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG hat 
der Unfallversicherer die genauen Begleitumstände abzuklären. Ist die Lis-
tenverletzung auf ein Unfallereignis im Sinne von Art. 4 ATSG zurückzu-
führen, so ist der Unfallversicherer solange leistungspflichtig, bis der Unfall 
nicht mehr die natürliche und adäquate Ursache darstellt, der Gesundheits-
schaden also nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen 
beruht. Sind hingegen nicht sämtliche Kriterien des Unfallbegriffs nach Art. 
4 ATSG erfüllt, so wird der Unfallversicherer für eine Listenverletzung nach 
Art. 6 Abs. 2 UVG in der seit 1. Januar 2017 geltenden Fassung grundsätz-
lich leistungspflichtig, sofern er nicht den Nachweis dafür erbringt, dass die 
Verletzung vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen ist 
(BGE 146 V 51 E. 9.1 S. 70).

2.2.3 Für die Anwendung von Art. 6 Abs. 2 UVG ist kein äusserer Faktor 
und damit kein unfallähnliches sinnfälliges Ereignis oder eine allgemein 
gesteigerte Gefahrenlage im Sinne der Rechtsprechung zu aArt. 9 Abs. 2 
der Verordnung vom 20. Dezember 1982 über die Unfallversicherung 
(UVV; SR 832.202; in Kraft bis 31. Dezember 2016) mehr vorausgesetzt. 
Insoweit führt grundsätzlich bereits die Tatsache, dass eine in Art. 6 Abs. 2 
lit. a - h UVG genannte Körperschädigung vorliegt, nunmehr zur Vermu-
tung, es handle sich hierbei um eine unfallähnliche Körperschädigung, die 
vom Unfallversicherer übernommen werden muss. Indessen ergibt sich aus 
der in Art. 6 Abs. 2 UVG vorgesehenen Möglichkeit des Gegenbeweises 
weiterhin die Notwendigkeit der Abgrenzung der vom Unfallversicherer zu 
übernehmenden unfallähnlichen Körperschädigung von der abnützungs- 

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und erkrankungsbedingten Ursache einer Listenverletzung und damit letzt-
lich zur Leistungspflicht des Krankenversicherers. Insoweit ist die Frage 
nach einem initialen erinnerlichen und benennbaren Ereignis – nicht zuletzt 
auch aufgrund der Bedeutung eines zeitlichen Anknüpfungspunktes – auch 
nach der UVG-Revision relevant. Lässt sich nach Eingang der Meldung im 
Rahmen der Abklärungspflicht (Art. 43 Abs. 1 ATSG) kein initiales Ereignis 
erheben oder lediglich ein solches ganz untergeordneter resp. harmloser 
Art, so vereinfacht dies zwangsläufig in aller Regel den Entlastungsbeweis 
des Unfallversicherers. Denn bei der in erster Linie von medizinischen 
Fachpersonen zu beurteilenden Abgrenzungsfrage ist das gesamte Ursa-
chenspektrum der in Frage stehenden Körperschädigung zu berücksichti-
gen. Nebst dem Vorzustand sind somit auch die Umstände des erstmaligen 
Auftretens der Beschwerden näher zu beleuchten. Die verschiedenen Indi-
zien, die für oder gegen Abnützung oder Erkrankung sprechen, müssen 
aus medizinischer Sicht gewichtet werden. Damit der Entlastungsbeweis 
gelingt, hat der Unfallversicherer gestützt auf beweiskräftige ärztliche Ein-
schätzungen – mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 
– nachzuweisen, dass die fragliche Listenverletzung vorwiegend, d.h. im 
gesamten Ursachenspektrum zu mehr als 50 %, auf Abnützung oder Er-
krankung zurückzuführen ist. Besteht das Ursachenspektrum einzig aus 
Elementen, die für Abnützung oder Erkrankung sprechen, so folgt daraus 
unweigerlich, dass der Entlastungsbeweis des Unfallversicherers erbracht 
ist und sich weitere Abklärungen erübrigen (BGE 146 V 51 E. 8.6 S. 69). 

2.3 Zur Klärung der Leistungspflicht des Unfallversicherers, insbeson-
dere der Frage der natürlichen Kausalität, ist die Verwaltung (und im Be-
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und 
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. 
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu be-
urteilen (vgl. BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 
IV Nr. 27 S. 87 E. 4.2.1).

2.4 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 

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medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

2.5 Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt 
Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar be-
gründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre 
Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b ee S. 354). Soll ein Versi-
cherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden wer-
den, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. 
Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssig-
keit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzen-
de Abklärungen vorzunehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1 S. 65).

2.6 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

3.

Den Akten ist zum Ereignishergang und in medizinischer Hinsicht im We-
sentlichen das Folgende zu entnehmen:

3.1 Im Austrittsbericht des Spitals G.________ vom 6. April 2021 (act. II 
M1) im Zusammenhang mit der Hospitalisation vom 3. bis zum 4. April 
2021 wurde die folgende Diagnose aufgeführt:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Nov. 2022, UV/21/640, Seite 9

Luxierte Korbhenkel-Meniskusläsion mit Partialruptur der hinteren Aufhängung 
Knie rechts
 Status nach TME (Teilmeniskektomie) Innenmeniskus rechts 2012, anamnes-

tisch primär Naht mit Re-Ruptur

Es wurde die folgende Operation durchgeführt:

Kniegelenksarthroskopie, Resektion von Narbengewebe, Vorbereitung für eine 
transossäre Refixation mit schlussendlich 3 x all-inside Meniskusnaht Kniegelenk 
rechts

Es habe ein komplikationsloser postoperativer Verlauf vorgelegen. Es sei 
zu einer schnellen Mobilisation unter physiotherapeutischer Anleitung ge-
kommen. Der Beschwerdeführer habe in gutem Lokal- und Allgemeinzu-
stand nach Hause entlassen werden können. 

3.2 Im Fragebogen zum Unfallhergang (act. II K2) hielt der Beschwer-
deführer am 9. April 2021 zum Ablauf des Ereignisses vom 30. März 2021 
fest, während der … bei einem … habe sich das rechte Knie bei einer … 
von einem … verdreht. Es sei zu einem direkten Schmerz und einer direk-
ten Blockade des rechten Kniegelenks gekommen. Die Frage, ob bei die-
sem Ereignis etwas Aussergewöhnliches vorgefallen sei, verneinte der 
Beschwerdeführer.

3.3 Der Bericht des Spitals G.________ vom 16. April 2021 (act. II M4 
i.V.m. act. II M3) nannte dieselbe Diagnose wie der Austrittsbericht vom 6. 
April 2021 (vgl. E. 3.1). Zur Anamnese vom 31. März 2021 bzw. zu den 
Angaben des Beschwerdeführers wurde festgehalten, es sei am Vortag 
beim … zu einer Kniedistorsion gekommen, eine Belastung sei danach 
nicht mehr möglich gewesen. Es hätten eine Schwellung und Schmerzen 
vor allem medialseits bestanden. Für die aktuellen Beschwerden komme 
ein Unfall in Frage. Der Beschwerdeführer habe nicht bereits vorher unter 
ähnlichen Beschwerden gelitten, ausser dass er 2012 eine Teilmeniskek-
tomie medial gehabt habe. Am 3. April 2021 sei eine Kniegelenksarthro-
skopie, Resektion von Narbengewebe, eine Vorbereitung für eine 
transossäre Refixation mit schlussendlich 4 x all-inside Meniskusnaht am 
Kniegelenk rechts durchgeführt worden. Es wurde vom 3. April bis 30. Mai 
2021 eine 100 %-ige Arbeitsunfähigkeit attestiert. Die Arbeitsaufnahme 
könne noch nicht festgelegt werden.

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3.4 Der beratende Arzt der Beschwerdegegnerin, Dr. med. E.________, 
hielt in der Stellungnahme vom 30. Mai 2021 (act. II M5) fest, es liege eine 
Listenverletzung bzw. ein Meniskusriss gemäss Art. 6 Abs. 2 lit. c UVG vor. 
Vorwiegend und überwiegend wahrscheinlich sowie in bekannter Manier 
sei hier der vernarbte und bereits 2021 (richtig: 2012) genähte Innenmenis-
kus (Bericht Dr. med. H.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie 
und Traumatologie des Bewegungsapparates, vom 16. April 2021 [act. II 
M4]) erneut eingerissen. Dies entspreche auch der intraoperativen Befund-
erhebung mit Resektion von Narbengewebe eines eingeschlagenen Korb-
henkels an ehemaliger Nahtstelle, um eine Refixation zu ermöglichen.

3.5 Im Bericht von Dr. med. I.________, Facharzt für Orthopädische 
Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, vom Spital 
G.________ vom 8. September 2021 (Akten des Beschwerdeführers [act. I] 
3) zu Handen der Rechtsvertretung des Beschwerdeführers wurde festge-
halten, es liege eine Verrenkung von Gelenken (Zerrung des dorsomedia-
len Kapselbandapparates) sowie ein Meniskusriss mit luxiertem 
Korbhenkelfragment des Innenmeniskus vor. Auf die Frage, ob die fragliche 
Listenverletzung vorwiegend, d.h. im gesamten Ursachenspektrum zu mehr 
als 50 % auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sei oder nicht, 
wurde festgehalten, die beiden Verletzungen am Kniegelenk rechts seien 
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eine Unfallfolge und durch die Knie-
gelenksdistorsion bei der … nach einem … beim … am 30. März 2021 be-
dingt. Der Beschwerdeführer habe bereits 2012 eine mediale 
Meniskusläsion am rechten Knie erlitten, ebenfalls mit luxiertem Korbhen-
kelfragment. Bereits damals sei diese Verletzung durch einen Unfall verur-
sacht worden. Es sei eine arthroskopische Meniskusnaht erfolgt. Nach 
Angaben des Beschwerdeführers habe man später nochmals ein Stück des 
Meniskus entfernen müssen. In den neuen MRI-Bildern zeige sich erneut 
ein basisnaher, langstreckiger Längsriss mit Dislokation mit Verletzung der 
hinteren Aufhängung des Innenmeniskus. Auch intraoperativ bestätige sich 
ein frischer Riss und im MRI vom 1. April 2021 zeige sich zudem eine Zer-
rung des dorsomedialen Kapselbandapparates sowie ein fokales Kno-
chenmarksoedem am medialen Tibiaplateaurand. Zudem werde vom 
Beschwerdeführer klar beschrieben, dass er sich das Knie bei der … ver-
dreht habe und er sofort einschiessende Schmerzen erlitten habe mit Blo-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Nov. 2022, UV/21/640, Seite 11

ckade des Gelenks. Das Knie zeige weder im MRI noch intraoperativ Zei-
chen einer chronischen Abnützung, auch MR-tomografisch gebe es im late-
ralen Meniskus keine Anhaltspunkte für eine mukoide Degeneration (als 
Zeichen einer Abnützung).

3.6 Der beratende Arzt der Beschwerdegegnerin, Dr. med. E.________, 
hielt in der Stellungnahme vom 29. September 2021 (act. II 2) fest, es lä-
gen gesicherte Körperschädigungen gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG vor, näm-
lich Meniskusrisse. Diese seien vorwiegend (> 50 %) auf Abnützung oder 
Erkrankung zurückzuführen. Vorliegend sei es beim gemeldeten Vor-
kommnis anlässlich des … beim … am 30. März 2021 zu einer Rezidivme-
niskusläsion am lnnenmeniskus des rechten Knies gekommen. Es sei hier 
2012 bereits eine Naht am Innenmeniskus erfolgt und gemäss Dr. med. 
I.________ am 8. September 2021 nochmals vor dem Vorkommnis 2021 
eine Meniskusresektion ("Nach Angaben des Patienten habe man später 
nochmals ein Stück des Meniskus entfernen müssen."). Zweifelsfrei handle 
es sich bei einem erneut genähten Innenmeniskus um einen Locus minoris 
resistenciae, dessen Rezidivrupturwahrscheinlichkeit hoch sei. Vorliegend 
werde eine Mitbeteiligung des dorsomedialen Kapselbandapparates er-
wähnt, dessen Befundung auf die MRT-Befundung ohne intraoperative 
Erwähnung von Dr. med. I.________ am 8. September 2021 angebracht 
werde. Unzweifelhaft und überwiegend wahrscheinlich sei das rechte Knie 
des Beschwerdeführers bandstabil gewesen. Traumatische Meniskusrisse 
setzten gewisse Begleitverletzungen voraus. Gemäss gutachterlich eta-
blierter Literatur nach SCHÖNENBERGER/MEHRTENS/VALENTIN, Arbeitsunfall 
und Berufskrankheit, Rechtliche und medizinische Grundlagen für Gutach-
ter, Sozialverwaltung, Berater und Gerichte, 9. und aktuelle Aufl. 2017, S. 
655, sei die traumatische Meniskusläsion nur möglich, wenn die physiologi-
schen Bewegungs- und Belastungsgrenzen überschritten würden. Dann 
jedoch werde gefordert, dass auch schützende Strukturen wie der Kapsel-
bandapparat mitgeschädigt seien. Dies sei hier intraoperativ und klinisch 
nicht dokumentiert und anamnestisch und klinisch nicht der Fall gewesen 
(… beim …). Die Erwähnung von Dr. med. I.________, dies sei in der 
MRT-Untersuchung befundet worden, entspreche keinem erkennbaren 
klinischen Korrelat beziehungsweise einer erkennbaren Therapie bei Band-
verletzungen. Somit seien hier das Innen- und Aussenband sowie die 

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Kreuzbänder eindeutig nicht verletzt gewesen. Eine Mitbeteiligung bei vor-
bestehendem Meniskusschaden, welcher erstmals 2012 genäht worden 
sei, sei bezüglich der dorsalen Anheftung des Innenmeniskus an die Kap-
sel ein typischer Begleitbefund bei derartigen Rissformen. Dies stelle ana-
tomisch keinen eigenständigen Bandschaden dar. Somit bilde diese 
Mitbeteiligung der "hinteren Aufhängung" – intraoperativ erwähnt – keinen 
eigenständigen Bandschaden in Bezug auf das Innenband und erfülle we-
der die Kriterien eines lnnenbandschadens aus medizinisch anatomischer 
Sicht, noch versicherungsmedizinisch die Kriterien der Diagnose einer un-
fallähnlichen Körperschädigung (UKS) gemäss lit. g (von Art. 6 Abs. 2 
UVG). Die von der Rechtsschutzversicherung angebrachte UKS-Diagnose 
der "Verrenkung von Gelenken", somit einer Luxation, habe mit Sicherheit 
hier nicht vorgelegen. Nun müsse gemäss dem Schreiben von Dr. med. 
I.________ keine mukoide Degeneration vorliegen, sondern die Vernar-
bung eines bereits genähten lnnenmeniskus stelle eine erhebliche 
Schwachstelle dar, welche physiologischen Belastung sehr oft nicht ge-
wachsen sei, so wie hier beim …. Die fehlende Bandverletzung lasse es 
versicherungsmedizinisch gemäss obiger Literaturquelle nicht zu, hier das 
geschilderte Vorkommnis zu über 50 % für den Rezidivriss verantwortlich 
zu erkennen. Dieser gehe vielmehr auf den erkrankungsbedingten vernarb-
ten Vorzustand nach bereits erfolgter Naht (und ggf. zusätzlicher Resekti-
on) loco idem vorwiegend bis überwiegend wahrscheinlich zurück. In 
Studienergebnissen werde festgestellt, dass Langzeitresultate nach Menis-
kusnähten geringe Erfolgsaussichten aufwiesen. Da vorliegend die erste 
Meniskusnaht fest zehn Jahre zuvor erfolgt sei, eine Schwachstelle darstel-
le und eine eigenständige, das Knie destabilisierende Bandverletzung ge-
fehlt habe, sei der Rezidivmeniskusriss nach dem … beim … am rechten 
Knie des Beschwerdeführers vorwiegend auf den Vorzustand – wie oben 
erläutert – zurückzuführen. 

3.7 In der E-Mail vom 31. Oktober 2021 (Akten des Beschwerdeführers 
[act. Ia] 4) führte Dr. med. I.________ aus, er habe die alten OP-Berichte 
aus dem KG-Archiv organisiert. Der Innenmeniskus Knie rechts sei 2012 
bereits verletzt gewesen. Er sei genäht worden (vgl. Operationsbericht des 
Spitals G.________ vom 1. Juni 2012 [act. Ia 6]), sei in der Folge aber nicht 
angeheilt. Das verletzte Stück sei entfernt worden (genau wie es der Be-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Nov. 2022, UV/21/640, Seite 13

schwerdeführer stets erwähnt habe; vgl. den zweiten Operationsbericht des 
Spitals G.________ vom 17. August 2012 [act. Ia 7]). Damit sei also klar 
dokumentiert, dass es sich nicht um einen alten Riss in der bestehenden 
Narbe handeln könne. Es sei ein neuer Riss im Restmeniskus gewesen. In 
der Beurteilung des beratenden Arztes werde zudem irreführend eine Ent-
fernung von Narbengewebe erwähnt an der ehemaligen Nahtstelle. So ste-
he das im OP-Bericht nicht geschrieben, sondern Entfernung von 
Narbengewebe rund um das Portal (das sei die Stelle im Knie, wo die Kap-
sel eingeschnitten werde, um mit dem Arthroskop bzw. Instrumenten in das 
Gelenk zu gelangen). Dort seien nach zwei Voroperationen logischerweise 
Vernarbungen vorhanden. Der Riss sei frisch gewesen, dort an der Menis-
kusbasis seien keine Vernarbungen gewesen. Falsch sei auch, dass Me-
niskusverletzungen eine "gewisse Begleitverletzung" voraussetzten (vor 
allem nicht bei sehr gut trainierten und aufgedehnten Patienten oder z.B. 
bei Hyperlaxizität). Die "klinisch oder intraoperativ" geforderte Dokumenta-
tion von Begleitverletzungen um die Meniskusruptur als traumatisch zu 
beweisen, könne er ebenfalls nicht nachvollziehen. Der radiologische 
Nachweis reiche. Die Therapie der Begleitverletzung erfolge durch die Ru-
higstellung und Teilbelastung. Hätte der Beschwerdeführer auch eine Rup-
tur des vorderen Kreuzbandes erlitten, wäre diese Verletzung gleichzeitig 
behandelt worden. Allerdings müsse ja nicht jede Begleitverletzung auch 
direkt mitversorgt werden – wie eben in diesem Fall (Kapselzerrung, Tibia-
plateau). Der wichtigste Fakt sei, dass es ein frischer Riss im Restmenis-
kus sei. Das alte Fragment sei im August 2012 entfernt worden.

4.

4.1 Der Beschwerdeführer verdrehte sich während einer … bei einem 
… das rechte Knie bei einer … von einem …; dabei ist nichts Ausserge-
wöhnliches vorgefallen (act. II K2). Der Unfallbegriff ist vorliegend nicht 
erfüllt, denn gemäss Rechtsprechung fehlt es bei einem … mit einer nor-
malen … an der Programmwidrigkeit im Bewegungsablauf (Entscheide des 
Bundesgerichts [BGer] vom 29. April 2013, 8C_802/2012, E. 6 [Physiothe-
rapeutin verdreht sich bei der … das linke Knie, als sie einem Patienten 
Sprünge vorzeigt, dies bei fehlender Programmwidrigkeit im Bewegungsab-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Nov. 2022, UV/21/640, Seite 14

lauf], und 4. Februar 2013, 8C_909/2012, E. 4.1 und 4.2 [Volleyballspielerin 
verletzt sich das linke Knie bei einer normalen … nach einem …, wobei 
sich kein Vertreten oder Umknicken ereignete]; Entscheid des Eidgenössi-
schen Versicherungsgerichts [EVG, heute BGer] vom 17. Oktober 2006, 
U137/06, E. 3 [Gleitschirmflieger verdreht sich bei einer normalen bis fei-
nen Ladung das rechte Knie]). Dass der Unfallbegriff vorliegend nicht erfüllt 
ist, wird vom Beschwerdeführer denn auch nicht bestritten (Beschwerde S. 
3 II./B./Ziff. 3). 

4.2 Was die unfallähnliche Körperschädigung betrifft, ist zunächst zu 
erwähnen, dass im Beschwerdeverfahren erstmals vorgebracht wird (Be-
schwerde S. 5 II./B./Ziff. 7), es sei nicht nur eine, sondern es seien zwei 
Listenverletzungen gegeben (Verrenkung von Gelenken bzw. Zerrung des 
dorsomedialen Kapselbandapparates und Meniskusriss). 

4.2.1 Der behandelnde Arzt, Dr. med. I.________, führte im Bericht vom 
8. September 2021 (act. I 3) unter anderem aus, das Knie zeige weder im 
MRI vom 1. April 2021 (welches sich im Übrigen nicht in den Akten befin-
det) noch intraoperativ Zeichen einer chronischen Abnützung, auch MR-
tomographisch gebe es im lateralen Meniskus keine Anhaltspunkte für eine 
mukoide Degeneration (als Zeichen einer Abnützung). Es zeige sich eine 
Zerrung des dorsomedialen Kapselbandapparates sowie ein fokales Kno-
chenmarksoedem am medialen Tibiaplateaurand. 

4.2.2 Der beratende Arzt der Beschwerdegegnerin, Dr. med. E.________, 
führte im (lite pendete eingeholten) Bericht vom 29. September 2021 (act. II 
2) aus, bei einem erneut genähten Innenmeniskus handle es sich um einen 
"locus minoris resistencia[e]", dessen Rezidivrupturwahrscheinlichkeit hoch 
sei. Zudem seien die schützenden Strukturen wie der Kapselbandapparat 
nicht mitgeschädigt. Somit sei die Verletzung überwiegend wahrscheinlich 
auf den vernarbten Vorzustand zurückzuführen. 

4.2.3 Mit E-Mail vom 31. Oktober 2021 (act. Ia 4) erklärte Dr. med. 
I.________, es handle sich um einen neuen Riss im Restmeniskus. Die 
Beurteilung des beratenden Arztes gebe den Inhalt des OP-Berichtes ver-
fälscht wieder. Die Ausführungen zum Narbengewebe und zur Erforderlich-
keit der Entfernung desselben seien unrichtig. Ebenso die Beurteilung des 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Nov. 2022, UV/21/640, Seite 15

beratenden Arztes bezüglich der Erforderlichkeit von dokumentierten Be-
gleitverletzungen. 

4.2.4 Beratende Ärzte eines Versicherungsträgers sind, was den Be-
weiswert ihrer ärztlichen Beurteilung angeht, versicherungsinternen Ärzten 
gleichzusetzen (Entscheid des BGer vom 15. April 2021, 8C_672/2020, E. 
2.3). Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und 
Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind 
ergänzende Abklärungen vorzunehmen (vgl. E. 2.5 hiervor).

Die beiden Berichte von Dr. med. I.________ vom 8. September 2021 (act. 
I 3) und 31. Oktober 2021 (act. Ia 4) wecken Zweifel an den Beurteilungen 
des beratenden Arztes Dr. med. E.________ vom 30. Mai 2021 (act. II M5) 
und 29. September 2021 (act. II 2). Anhand der aktuellen Aktenlage ist da-
her nicht abschliessend zu beurteilen, ob die Beschwerdegegnerin den 
Entlastungsbeweis zu erbringen vermag, wonach die fragliche(n) Listenver-
letzung(en) vorwiegend bzw. zu mehr als 50 % auf Abnützung oder Erkran-
kung zurückzuführen ist (bzw. sind [vgl. E. 2.2.2 und 2.2.3 hiervor]). Zudem 
wird die Beweiskraft der Einschätzung des Dr. med. E.________ durch den 
Umstand geschwächt, dass er seine Beurteilung ohne Kenntnis der medi-
zinischen Unterlagen aus dem Jahr 2012 (act. Ia 5 - 7) abgegeben hat. Wie 
bereits erwähnt (vgl. E. 4.2.1), fehlt auch das von Dr. med. I.________ im 
Bericht vom 8. September 2021 (act. I 3) erwähnte MRI vom 1. April 2021 
in den Akten. 

4.2.5 Infolge eines nicht hinreichend abgeklärten Sachverhaltes ist der 
angefochtene Einspracheentscheid vom 19. Juli 2021 (act. I 2) in Gutheis-
sung der Beschwerde aufzuheben. Die Sache geht antragsgemäss zurück 
an die Beschwerdegegnerin, damit sie ein externes Gutachten veranlasse. 
Darin werden die Gutachter darzulegen haben, ob die Listenverletzung(en) 
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit vorwiegend auf eine degenerative 
oder krankhafte Ursache zurückgeht (bzw. zurückgehen). Anschliessend 
hat die Beschwerdegegnerin neu zu verfügen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Nov. 2022, UV/21/640, Seite 16

5.

5.1 In Anwendung von Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. fbis ATSG 
(Umkehrschluss; vgl. auch BBl 2018 1639) sind keine Verfahrenskosten zu 
erheben.

5.2 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom Versicherungsgericht festge-
setzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streit-
sache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g 
ATSG).

Gemäss der Praxis des Verwaltungsgerichts wird der Parteikostenersatz 
bei gemeinnützig tätigen Rechtsberatungsstellen sowie Rechtsschutzversi-
cherungen, Gewerkschaften und Berufsverbänden aufgrund eines allge-
meingültigen pauschalisierten Stundenansatzes festgesetzt, welcher im 
konkreten Fall mit dem gebotenen Aufwand multipliziert wird. Der Stunden-
ansatz wird je nach fachlicher Qualifikation der Vertretung festgelegt, wobei 
als fachlich qualifizierte Vertretung diejenige durch Juristinnen und Juristen 
sowie durch eidgenössisch diplomierte Sozialversicherungsexpertinnen 
und -experten gilt. Als fachlich nicht qualifizierte Vertretung gelten alle übri-
gen Parteivertreterinnen und -vertreter (vgl. Rundschreiben der Sozialver-
sicherungsrechtlichen Abteilung und der Abteilung für französischsprachige 
Geschäfte des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Dezember 
2009, abrufbar unter www.justice.be.ch). Im Falle der Vertretung durch 
Rechtsschutzversicherungen, Gewerkschaften und Berufsverbände wird 
der Stundenansatz bei einer fachlich qualifizierten Vertretung auf Fr. 180.-- 
und bei einer fachlich nicht qualifizierten Vertretung auf Fr. 100.-- festge-
legt.

Vorliegend wurde der Beschwerdeführer durch Rechtsanwältin F.________ 
von der B.________ AG vertreten. Diese macht mit Kostennote vom 2. 
November 2021 einen Aufwand von 13.33 Stunden bzw. ein Honorar von 
Fr. 3'332.50 zuzüglich Auslagen von Fr. 25.70 und Mehrwertsteuer von Fr. 
258.60 (7.7 % von Fr. 3'358.20), total Fr. 3'616.80 geltend. Der darin ent-
haltene Aufwand für die unaufgefordert eingereichte Replik ist zu entschä-
digen, weil replicando der entscheidwesentliche Hinweis erfolgte in Form 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Nov. 2022, UV/21/640, Seite 17

der Stellungnahme von Dr. med. I.________ vom 31. Oktober 2021 (act. Ia 
4) bzw. die Beschwerdegegnerin den Sachverhalt nicht rechtsgenüglich 
abgeklärt und so Veranlassung zur Einreichung der Replik inklusive Vorla-
ge des erwähnten Berichtes gegeben hat (vgl. sinngemäss BGE 125 V 373 
E. 2b S. 375; SVR 2018 IV Nr. 77 S. 257 E. 8, 2016 UV Nr. 24 S. 77 E. 6.1; 
Entscheid des BGer vom 8. April 2020, 8C_641/2019, E. 3.2). Der geltend 
gemachte Aufwand vom 13.33 Stunden ist folglich nicht zu beanstanden. 
Die Parteientschädigung wird somit auf Fr. 2'399.40 (13.33 h x Fr. 180.--) 
zuzüglich Auslagen von Fr. 25.70 und Mehrwertsteuer von Fr. 186.75 
(7.7 % von Fr. 2'425.10), total Fr. 2'611.85, festgesetzt. Diesen Betrag hat 
die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer zu ersetzen. 

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird der angefochtene Einspra-
cheentscheid der Branchen Versicherung Genossenschaft vom 19. Juli 
2021 aufgehoben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurück-
gewiesen, damit sie – nach Vornahme der Abklärungen im Sinne der 
Erwägungen – neu verfüge.

2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 2'611.85 (inkl. Auslagen und MWST), zu 
ersetzen.

4. Zu eröffnen (R):
- B.________ AG z.H. des Beschwerdeführers
- Rechtsanwalt Dr. C.________ z.H. der Beschwerdegegnerin 
- Bundesamt für Gesundheit

Die Kammerpräsidentin: Die Gerichtsschreiberin:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Nov. 2022, UV/21/640, Seite 18

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.