# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2d7bbeec-bf88-5f8e-aa2e-254de8a456c7
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-11-17
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsbehörden Bau- und Verkehrsdirektion 17.11.2016 120 2016 15
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_BVD/BE_VB_001_120-2016-15_2016-11-17.pdf

## Full Text

ENTSCHEID
DER

BAU-, VERKEHRS- UND ENERGIEDIREKTION 

RA Nr. 120/2016/15 Bern, 17. November 2016

in der Beschwerdesache zwischen

Herrn A.________
Beschwerdeführer 1

Frau B.________
Beschwerdeführerin 2

und

Baupolizeibehörde der Gemeinde Köniz, Bauinspektorat, Landorfstrasse 1, 3098 Köniz

betreffend die Verfügung der Baupolizeibehörde der Gemeinde Köniz vom 10. Februar 
2016 (Baugesuch Nr. 17'983; Abbruch und Wiederaufbau Stöckli, Holzschnitzelheizung)

I. Sachverhalt

1. Die Beschwerdeführenden reichten am 14. November 2014 bei der Gemeinde Köniz 

ein Baugesuch ein für den Abbruch und Wiederaufbau des Stöcklis (Gebäude Nr. 71) auf 

Parzelle Köniz Grundbuchblatt Nr. C.________, den Anbau einer Holzschnitzelheizung und 

eines Holzschnitzelbunkers an das Gebäude Nr. 73a sowie das Erstellen eines 

Nahwärmeverbunds mit den Parzellen Köniz Grundbuchblatt Nrn. D.________ und 

E.________. Die Parzelle Köniz Grundbuchblatt Nr. C.________ liegt in der 

Landwirtschaftszone und im kommunalen Ortsbildschutzgebiet Nr. 3.4 F.________. Das 

Stöckli ist im kantonalen Bauinventar als erhaltenswert eingestuft. Mit Gesamtentscheid 

vom 21. Mai 2015 erteilte die Gemeinde Köniz die Baubewilligung.

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2. Am 12. Januar 2016 führte die Gemeinde zusammen mit dem Amt für Gemeinden 

und Raumordnung (AGR) die Schlussabnahme durch. Dabei stellte sie zahlreiche 

Abweichungen vom bewilligten Stöckli fest. Mit Wiederherstellungsverfügung vom 

10. Februar 2016 forderte die Gemeinde Köniz die Beschwerdeführenden auf, innert 60 

Tagen folgende Massnahmen zur Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands 

umzusetzen:
Bastelraum Untergeschoss:
- Der Raum ist vom Heizungssystem abzutrennen.

- Das abgetrennte Heizsystem muss plombiert werden.

- Die Fensterfläche an der westlichen Fassade ist auf 5 % der zugehörenden Zimmerfläche zu 

redimensionieren mittels Ersatz der Glasfläche durch ein lichtundurchlässiges Material oder durch 

eine fix installierte Blende.

- Die Trennwand zwischen Wohnung und Bastelraum ist in Massivbauweise auszuführen.

Kellerraum Untergeschoss (Nordostecke)
- Der Raum ist vom Heizungssystem abzutrennen.

- Das abgetrennte Heizsystem muss plombiert werden.

- Die Fensterfläche an der nördlichen Fassade ist auf 5 % der zugehörenden Zimmerfläche zu 

redimensionieren mittels Ersatz der Glasfläche durch ein lichtundurchlässiges Material oder durch 

eine fix installierte Blende.

- Der Durchgang zwischen Wohnung und Kellerraum ist zu schliessen und der Keller ist neu von der 

Seite Technik/Waschen/Trocknen her zu erschliessen.

Fassadenveränderungen
- Vor den Dachgeschossfenstern sind fixe Blenden anzubringen.

- Die Holzverkleidungen der Fassaden ist gemäss dem genehmigten Plan Fassaden und Schnitt 

(Datum Bauinspektorat vom 30.04.2015) anzupassen.

Die Gemeinde wies auf die Möglichkeit, ein nachträgliches Baugesuch einzureichen, hin 

und drohte gleichzeitig die Ersatzvornahme bei Nichtbefolgung an. Die 

Beschwerdeführenden reichten kein nachträgliches Baugesuch ein.

3. Gegen diese Verfügung reichten die Beschwerdeführenden am 29. Februar 2016 

Beschwerde bei der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern (BVE) ein. Sie 

beantragen, den direkten Zugang zwischen der Wohnung und dem Kellerraum in der 

Nordostecke im Untergeschoss beibehalten und die Fassaden des Anbaus im Bereich des 

Untergeschosses auf allen drei Seiten mit Verputz statt Holzverschalung belassen zu 

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dürfen. Dies entspreche der Situation vor dem Abbruch und Neubau und den Vorgaben der 

Baubehörde.

4. Das Rechtsamt, welches die Beschwerdeverfahren für die BVE leitet1, holte die 

Vorakten und eine Stellungnahme der Gemeinde ein. Danach führte es im Beisein des 

Beschwerdeführers 1 und dessen Vaters, je einer Vertretung der Gemeinde und des AGR 

sowie einer Delegation der kommunalen Bau- und Planungskommission einen 

Augenschein mit Instruktionsverhandlung durch. Die Verfahrensbeteiligten erhielten 

Gelegenheit, sich zum Protokoll des Augenscheins zu äussern und Schlussbemerkungen 

einzureichen. Die Beschwerdeführenden reichten mit Schreiben vom 27. Juni 2016 bei der 

Gemeinde eine "Projektänderung für die Kleinwohnung im Untergeschoss Gebäude Nr. 71" 

ein. Aufgrund des Zusammenhangs der nachträglichen Projektänderung mit der 

angefochtenen Wiederherstellungsverfügung sistierte das Rechtsamt das 

Beschwerdeverfahren mit dem Einverständnis der Beteiligten bis zum Entscheid über die 

Projektänderung.

Mit Gesamtentscheid vom 27. September 2016 erteilte die Gemeinde die Baubewilligung 

für die genannte Projektänderung. Das Rechtsamt nahm das Verfahren wieder auf und gab 

den Verfahrensbeteiligten Gelegenheit, zum Fortgang des Verfahrens Stellung zu nehmen 

und erneut Schlussbemerkungen einzureichen.

5. Auf die Rechtsschriften und das Ergebnis des Augenscheins wird, soweit für den 

Entscheid wesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

II. Erwägungen

1. Sachurteilsvoraussetzungen

Gemäss Art. 49 Abs. 1 BauG2 können baupolizeiliche Verfügungen nach Art. 45 bis 48 

BauG innert 30 Tagen seit Eröffnung mit Beschwerde bei der BVE angefochten werden. 

1 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau-, Verkehrs- und 
Energiedirektion (OrV BVE; BSG 152.221.191)
2 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721)

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Die Beschwerdeführenden sind als Adressaten durch die angefochtene Verfügung 

beschwert und daher zur Beschwerde legitimiert. Auf ihre form- und fristgerecht 

eingereichte Beschwerde ist einzutreten.

2. Streitgegenstand

a) Anfechtungsobjekt ist die Verfügung der Vorinstanz. Der Streitgegenstand braucht 

sich nicht mit dem Anfechtungsobjekt zu decken, kann aber auch nicht über dieses 

hinausgehen. Die Parteien können den Streitgegenstand im Verlauf des Verfahrens nicht 

erweitern, sondern nur einschränken.3

b) Anfechtungsobjekt ist die Wiederherstellungsverfügung vom 10. Februar 2016. Von 

den Beschwerdeführenden angefochten – und damit Streitgegenstand – sind einzig die 

Anordnungen betreffend Kellerraum im Untergeschoss (Nordostecke) und betreffend 

Fassadenveränderungen. Die weiteren Anordnungen sind nicht angefochten; insofern ist 

die Wiederherstellungsverfügung vom 10. Februar 2016 rechtskräftig. Dies betrifft 

insbesondere die Anordnungen betreffend den Bastelraum im Untergeschoss in der 

Südwestecke.

3. Kellerraum im Untergeschoss (Nordostecke)

a) Im Untergeschoss des Stöcklis wurden mit Gesamtentscheid vom 21. Mai 2015 u.a. 

eine Einzimmerwohnung und in der Nordostecke ein Kellerraum mit direktem Zugang aus 

der Einzimmerwohnung bewilligt. Entgegen der Baubewilligung wurde der Kellerraum in 

der Nordostecke wärmegedämmt und an die Heizung angeschlossen. Zur Unterbindung 

einer möglichen – aber nicht bewilligten und nicht bewilligungsfähigen – Wohnnutzung im 

Kellerraum ordnete die Gemeinde u.a. das Schliessen des direkten Durchgangs zwischen 

Wohnung und Kellerraum in der Nordostecke an. Während des Beschwerdeverfahrens 

reichten die Beschwerdeführenden bei der Gemeinde eine nachträgliche Projektänderung 

ein, mit der sie die Umnutzung des Kellerraums in der Nordostecke zu einem Zimmer 

beantragen. Im Gegenzug verringerten sie die Fläche der Einzimmerwohnung im 

Untergeschoss zugunsten des als unbewohnt geltenden Bastelraums in der Südwestecke 

3 Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 72 N. 6 bis 8

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des Untergeschosses. Die Gemeinde erteilte mit Gesamtentscheid vom 27. September 

2016 die Baubewilligung.

b) Mit der Bewilligung der Umnutzung des ursprünglich als Keller bewilligten Raums in 

der Nordostecke des Untergeschosses zu einem Zimmer fällt die angefochtene 

Wiederherstellungsverfügung im entsprechenden Umfang von Gesetzes wegen dahin 

(Art. 46 Abs. 2 Bst. d BauG). Das Beschwerdeverfahren kann in Bezug auf den Kellerraum 

in der Nordostecke des Untergeschosses als erledigt vom Geschäftsverzeichnis 

abgeschrieben werden (Art. 39 VRPG4). 

Das Stöckli wird erst mit der Umsetzung der Projektänderung baurechtskonform. Sofern 

die Projektänderung noch nicht umgesetzt ist, ist es an der Gemeinde als 

Baupolizeibehörde eine Frist zur Umsetzung zu setzten und die Einhaltung zu kontrollieren. 

4. Fehlende Holzverschalung am Anbau im Bereich des Untergeschosses

a) Das Stöckli ist ein Ersatzbau für ein als erhaltenswert bezeichnetes Baudenkmal in 

einem Ortsbildschutzgebiet und in der Landwirtschaftszone. Beim abgebrochenen Stöckli 

handelte es sich gemäss Beschreibung im Bauinventar um einen einfachen, 4-achsigen 

Riegbau unter steilem Viertelwalmdach mit Seitenlauben mit säulenförmigen Pfosten. Es 

ist unbestritten, dass das vorbestehende Stöckli auf der Nordseite einen Holzschopf 

aufwies. Die Gemeinde und ihre Bau- und Planungskommission verlangten im 

Baubewilligungsverfahren, dass sich das äussere Erscheinungsbild des Neubaus daran 

orientiert. In der Folge lehnte die Gemeinde das zunächst projektierte durchgehende 

Sockelgeschoss bzw. Untergeschoss ab und verlangte ein Gebäude, das sich optisch in 

einen Haupt- und einen Anbauteil gliedert.5 Zudem verlangte sie eine einheitliche 

Materialisierung.6 Gemäss diesen Vorgaben einigten sich Gemeinde und Bauherrschaft 

anlässlich einer Begehung darauf, dass der nordseitige Gebäudeteil unter dem Pultdach 

dreiseitig mit einer vertikalen Holzverschalung verkleidet wird.7 

4 Gesetz vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21)
5 Vorakten, Plan West-Fassade vom 14. November 2014 (P-1)
6 Gesamtentscheid vom 21. Mai 2015, Ziffer 5.3
7 Vorakten, pag. 52; Protokoll des Augenscheins vom 10. Juni 2016, S. 2 (Votum Beschwerdeführer 1)

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Entsprechend sahen die bewilligten Pläne folgenden Stöcklineubau vor: Das Stöckli weist 

ein Viertelwalmdach und nordseitig ein quer zum Hauptdach stehendes Pultdach auf. Das 

Ober- und Dachgeschoss sind als Riegbau ausgeführt, während das Erd- und 

Untergeschoss hell-braun verputzt sind. Der nordseitige Gebäudeteil unter dem Pultdach 

ist auf der West-, Nord- und Ostfassade mit einer grau-braunen Holzverschalung bedeckt. 

Dadurch wirkt dieser nordseitige Teil wie ein Anbau, obwohl es sich aufgrund des 

durchgehenden Grundrisses konstruktiv und baurechtlich nicht um einen solchen handelt. 

b) Bei der Bauausführung wurde die vorgesehene Holzverkleidung im Untergeschoss 

auf der West-, Nord- und Ostfassade weggelassen. Es ist unbestritten, dass die 

Fassadengestaltung damit nicht der mit Gesamtentscheid vom 21. Mai 2015 erteilten 

Baubewilligung entspricht. Es liegt ein formell rechtswidriger Zustand vor.

c) Wird ein Bauvorhaben ohne Baubewilligung oder in Überschreitung einer 

Baubewilligung ausgeführt oder werden bei der Ausführung eines bewilligten Vorhabens 

Vorschriften missachtet (sog. formelle Rechtswidrigkeit), so setzt die Baupolizeibehörde 

eine angemessene Frist zur Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands unter 

Androhung der Ersatzvornahme (Art. 46 Abs. 1 und 2 BauG). Mit der 

Wiederherstellungsverfügung ist dem Betroffenen Gelegenheit zur Einreichung eines 

nachträglichen Baugesuchs zu geben.8 Aber auch beim Fehlen eines nachträglichen 

Baugesuchs haben die Rechtsmittelinstanzen wenigstens summarisch zu prüfen, ob das 

Vorhaben gegen einschlägige Vorschriften verstösst (sog. materielle Rechtswidrigkeit). 

Nach der Praxis des Verwaltungsgerichts gilt es als unverhältnismässig, eine an sich 

bewilligungsfähige Baute oder Anlage bloss wegen Fehlens der Baubewilligung beseitigen 

zu lassen.

d) Die Beschwerdeführenden haben für die von der Baubewilligung abweichende 

Fassadengestaltung kein nachträgliches Baugesuch eingereicht. Sie beantragen aber, die 

Holzverkleidung wie ausgeführt belassen zu können und sie machen geltend, die 

Richtlinien der Baubehörde seien eingehalten. Der untergeordnete Anbau mit Pultdach 

entspreche demjenigen vor dem Abbruch des alten Stöcklis und setze sich auch so gut 

vom Stöckli ab. Sinngemäss machen die Beschwerdeführenden damit geltend, die 

8 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, a.a.O., Art. 46 N. 3 und 14 ff.

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tatsächlich ausgeführte Fassadengestaltung sei bewilligungsfähig bzw. materiell nicht 

rechtswidrig.

e) Für einen Ersatzbau für ein als erhaltenswert bezeichnetes Baudenkmal in einem 

Ortsbildschutzgebiet und in der Landwirtschaftszone bestehen besondere Anforderungen 

an die Gestaltung. So ist der Abbruch erhaltenswerter Baudenkmäler nach der kantonalen 

Baugesetzgebung nur zulässig, wenn die Erhaltung unverhältnismässig ist; im Falle einer 

Neubaute ist das Baudenkmal durch ein gestalterisch ebenbürtiges Objekt zu ersetzen 

(Art. 10b Abs. 3 BauG). Das Gemeindebaureglement hält sodann fest, dass Neubauten 

anstelle von Bauten, die für Ortsbild oder Landschaft besonders bedeutsam waren, 

entsprechend hohen Anforderungen genügen müssen (Art. 20 Abs. 2 GBR9). Für das 

Ortsbildschutzgebiet gilt ferner, dass die das Quartier prägende bauliche und 

aussenräumliche Struktur zu erhalten beziehungsweise sinngemäss zu erneuern ist. Neu- 

und Umbauten haben sich bezüglich Stellung, Volumen und Gestaltung ins Ortsbild 

einzufügen. Bauten sind so zu gestalten, dass sich zusammen mit ihrem näheren und 

weiteren Umfeld eine gute Gesamtwirkung ergibt (Art. 16 in Verbindung mit Art. 14 GBR). 

Zu beachten ist sodann die Lage in der Landwirtschaftszone. Während das AGR für die 

Wohnung der Eltern und für die Wohnung der Grossmutter des Beschwerdeführers 1 die 

Zonenkonformität mit der Landwirtschaftszone feststellte, erteilte es für die zonenfremde 

Mietwohnung im Obergeschoss eine Ausnahmebewilligung nach Art. 24c RPG10.11 Für 

Ausnahmebewilligungen nach Art. 24c RPG gilt der Grundsatz der Wesensgleichheit, das 

heisst es ist die Identität der Baute zu wahren (siehe Art. 42 RPV12).13

Gefordert ist damit ein dem abgebrochenen Stöckli gestalterisch ebenbürtiges Objekt, das 

sich in das Ortsbild einfügt und mit dem näheren und weiteren Umfeld eine gute 

Gesamtwirkung ergibt. Darüber hinaus muss die Identität des abgebrochenen Stöcklis 

gewahrt bleiben.

f) Anlässlich des Augenscheins vom 10. Juni 2016 erklärten die Vertreter der Bau- und 

Planungskommission der Gemeinde, ein Verzicht auf die mit der Bewilligung verlangte 

9 Baureglement der Gemeinde Köniz vom 7. März 1993
10 Bundesgesetz vom 22. Juni 1979 über die Raumplanung (Raumplanungsgesetz, RPG; SR 700)
11 Vorakten, pag. 98
12 Raumplanungsverordnung des Bundesrates vom 28. Juni 2000 (RPV; SR 700.1)
13 Peter Hänni, Planungs-, Bau- und besonderes Umweltschutzrecht, 6. Aufl., Bern 2016, S. 207 mit Hinweisen

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durchgehende Holzschalung sei ästhetisch nicht akzeptabel. Das Stöckli mit Anbau 

bestehe in der ausgeführten Form aus einem Satteldach, einem Querdach, einer 

Verschalung und einer weissen Wand. Es weise damit vier unterschiedliche gestalterische 

Elemente auf, die nicht zusammen passten. Je mehr das Holz mit der Zeit 

witterungsbedingt nachdunkle, desto grösser werde der Kontrast zwischen dem weissen 

Sockelgeschoss und der Holzverschalung. Dadurch würden diese beiden Elemente optisch 

stark voneinander getrennt, so dass die Holzverschalung wie eine "schwebende Kiste" 

wirken werde.14 Zudem werde der Anbau dadurch optisch grösser erscheinen und aus der 

Distanz und insbesondere von der Strasse her nicht mehr als Schopf, sondern als 

gewöhnlicher Wohnanbau wahrgenommen.15 Sei der ehemalige Schopf nicht mehr 

erkennbar, fehle es an der Wesensgleichheit der Baute zum abgebrochenen Stöckli. Eine 

Verschalung der gesamten Fassade inklusive des Sockelgeschosses sei zwingend 

erforderlich.16 Auch die Vertreterin des AGR sowie der Vertreter der Gemeinde hoben die 

Bedeutung der Wahrung der Identität des abgebrochenen Stöcklis bzw. die 

Wesensgleichheit im Zusammenhang mit der Holzverschalung hervor.17

g) Das Rechtsamt der BVE konnte sich am Augenschein selbst einen Eindruck vom 

ausgeführten Bauvorhaben verschaffen. Es handelt sich beim Stöckli im Bereich des 

Dachgeschosses sowie des 1. Obergeschosses um einen Riegbau, während das 

Erdgeschoss und das Untergeschoss hell verputzt sind. Der nördliche Teil des Stöcklis 

unter dem Pultdach ist auf der West-, Nord- und Ostseite im Bereich des Erdgeschosses 

und des 1. Obergeschosses mit Holz verschalt.18 Das Erscheinungsbild auf der 

Westfassade ist insbesondere vom hell verputzten Erd- und Untergeschoss und der 

unvollständig ausgeführten Holzverschalung geprägt. Der mit Holz verschalte Bereich wird 

optisch vom Stöckli getrennt, ohne allerdings die gestalterisch geforderte Unterteilung in 

einen Haupt- und einen Nebenbau zu verwirklichen. Der Unterschied zwischen 

Holzverschalung und hell verputzter Fassade wird mit zunehmender witterungsbedingter 

Abdunklung der Holzverschalung stärker. Es ist nachvollziehbar, wenn ein Vertreter der 

Bau- und Planungskommission der Gemeinde gestalterisch von einer "schwebenden Kiste" 

14 Protokoll des Augenscheins vom 10. Juni 2016, S. 4 (Voten Herr G.________)
15 Protokoll des Augenscheins vom 10. Juni 2016, S. 4 (Votum Herr H.________)
16 Protokoll des Augenscheins vom 10. Juni 2016, S. 4 (Votum Herr H.________)
17 Protokoll des Augenscheins vom 10. Juni 2016, S. 3 (Votum Frau I.________), S. 5 (Voten Frau I.________, 
Herr J.________)
18 Fotodokumentation des Augenscheins vom 10. Juni 2016, Fotos 1–5

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sprach.19 Zudem wirkt das Stöckli mit dem durchgehend verputzten Untergeschoss auf der 

Westfassade lang und mächtig. Diese Wirkung wird dadurch verstärkt, dass das 

bestehende Terrain entlang der Westfassade weiter abgetragen wurde als bewilligt. Es ist 

daher ein grösserer Teil der Fassade des Untergeschosses sichtbar und zudem das 

Fenster des Bastelraums in der Südwestecke des Untergeschosses, welches zudem 

grösser als bewilligt erstellt wurde.20 Das Gebäude wirkt insgesamt eher wie ein 

gewöhnliches Wohnhaus als wie ein Stöckli. Es handelt sich nicht um ein dem 

abgebrochenen Stöckli ebenbürtiges Objekt; die verlangte Wesensgleichheit ist nicht 

gewahrt. Zudem entsteht keine gute Gesamtwirkung. Es liegt damit auch materiell ein 

rechtswidriger Zustand vor.

5. Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands

a) Die Beschwerdeführenden bringen vor, auf die Holzverschalung im Bereich des 

Untergeschosses des Anbaus sei auf Anraten des ausführenden Fachmannes verzichtet 

worden. Bei bodennäherer Montage würde der untere Teil unter der Witterung stark leiden 

und müsste innert kurzer Zeitperioden kostenaufwändig saniert werden. Die nachträgliche 

Montage sei unverhältnismässig. Es sei eine Hecke gepflanzt worden, welche den 

beanstandeten Teil verdecke und dem öffentlichen Interesse an der Ästhetik genüge. Sie 

fänden die Holverschalung unschön und könnten darin keinen Nutzen für das Ortsbild 

erkennen.

b) Die Wiederherstellungsverfügung muss im öffentlichen Interesse liegen, 

verhältnismässig sein und darf den Vertrauensgrundsatz nicht verletzen. Eine 

Wiederherstellungsmassnahme ist verhältnismässig, wenn sie geeignet ist, das 

angestrebte Ziel zu erreichen, nicht weiter geht, als zur Herstellung des rechtmässigen 

Zustands nötig ist und die Belastung für die pflichtige Person in einem vernünftigen 

Verhältnis zum verfolgten Ziel steht.21

19 Protokoll des Augenscheins vom 10. Juni 2016, S. 4 (Voten Herr G.________)
20 Vorakten, Plan West-Fassade vom 14. November 2014, revidiert am 30. Januar 2015 (P-18); 
Fotodokumentation des Augenscheins vom 10. Juni 2016, Foto 1
21 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art. 46 
N. 9; BVR 2013 S. 85 E. 5.1

RA Nr. 120/2016/15 10

c) An der Einhaltung der Bauvorschriften besteht allgemein ein erhebliches öffentliches 

Interesse. Wie oben dargelegt, wirkt das Stöckli aufgrund der fehlenden Holzverschalung 

wie ein gewöhnliches Wohnhaus. Die Identität mit dem abgebrochenen Stöckli ist nicht 

gegeben und es wirkt zu mächtig. Diese Wirkung kann mit der gemäss 

Wiederherstellungsverfügung verlangten Ergänzung der Holzverschalung korrigiert 

werden. Das Stöckli und der nordseitige Teil unter dem Pultdach werden mit der 

Holzverschalung optisch klar getrennt. Das Untergeschoss wirkt damit weniger lang und 

das Stöckli insgesamt weniger mächtig. Dies stellt nicht nur eine Verbesserung für die 

Gesamtwirkung dar, sondern es wird auch das abgebrochene Stöckli mit dem Holzschopf 

wiedererkennbar. Die Holzverschalung stellt damit eine geeignete Massnahme zur 

Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands dar.

Die vorgenommene Bepflanzung kann das Erscheinungsbild nicht herstellen; es handelt 

sich – wie die Vertreter der kommunalen Bau- und Planungskommission am Augenschein 

treffend ausführten – lediglich um Verschleierungsmassnahmen.22 Es sind auch keine 

anderen für die Beschwerdeführenden günstigeren Massnahmen, wie beispielsweise ein 

anderer Farbanstrich, zielführend.23 Ebenso wenig genügt es, die Holzverschalung nur auf 

der Westfassade zu vervollständigen. Die Holzverschalung ist damit auch erforderlich.

Die zu verschalende Fläche ist nicht gross und zudem leicht zugänglich; die 

Holzverschalung kann direkt an der Fassade montiert werden. Weder der Arbeits- noch der 

Materialaufwand sind erheblich. Der Beschwerdeführer 1 bezifferte die Kosten für das 

Anbringen der Holzverschalung auf Fr. 5'000.00 bis Fr. 7'000.00.24 Ein solcher Betrag ist 

angesichts des bedeutenden Interesses an der Ästhetik und am Ortsbildschutz ohne 

weiteres zumutbar. Daran ändert auch nichts, dass die Holzverschalung witterungsbedingt 

dunkler wird und allenfalls mit der Zeit faul wird. Die Holzverschalung hat einzig eine 

Funktion in Bezug auf die Ästhetik und eine alters- und witterungsbedingte Veränderung 

der Holzverschalung und der Farbe ist nicht unerwünscht.25 Für die Bausubstanz des 

Stöcklis und die Wohnhygiene ist hingegen unerheblich, ob das Holz verwittert. Es ist 

daher auch nicht erforderlich, dass das Holz in kurzen Zeitintervallen ersetzt wird. Zu 

beachten ist sodann, dass die Beschwerdeführenden im baurechtlichen Sinn nicht als 

22 Protokoll des Augenscheins vom 10. Juni 2016, S. 4 (Voten Herr G.________ und Herr H.________)
23 Protokoll des Augenscheins vom 10. Juni 2016, S. 6 (Votum Herr G.________)
24 Protokoll des Augenscheins vom 10. Juni 2016, S. 5 (Votum Beschwerdeführer 1)
25 Protokoll des Augenscheins vom 10. Juni 2016, S. 4 (Votum Herr H.________)

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gutgläubig gelten. Sie haben die Holzverschalung so ausgeführt, wie sie diese ursprünglich 

geplant hatten, obwohl sie im Baubewilligungsverfahren mit der Gemeinde eine 

Holzverschalung bis zum Untergeschoss vereinbart hatten.26 Das Anbringen der 

Holzverschalung stellt eine verhältnismässige  Massnahme dar.

d) Die Gemeinde hat die Frist für die Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands 

auf 60 Tage seit Eröffnung der Wiederherstellungsverfügung festgesetzt. Diese Frist ist in 

der Zwischenzeit abgelaufen und muss neu angesetzt werden. Die Beschwerdeführenden 

haben die Wiederherstellungsfrist nicht beanstandet und sie scheint für die einfach 

umzusetzende Holzverschalung angemessen. Die Wiederherstellungsfrist wird daher neu 

auf den 31. Januar 2017 festgesetzt.

6. Zusammenfassung und Kosten

a) Die Beschwerdeführenden haben mit ihrer nachträglichen Projektänderung dafür 

gesorgt, dass das Beschwerdeverfahren in Bezug auf den Kellerraum in der Nordostecke 

abgeschrieben werden kann. Zudem ist die Wiederherstellungsverfügung in Bezug auf die 

fehlende Holzverschalung zu bestätigen. Damit unterliegen die Beschwerdeführenden. Sie 

haben die Verfahrenskosten zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG).

b) Die Verfahrenskosten im Beschwerdeverfahren bestehen aus einer Pauschalgebühr. 

Für besondere Untersuchungen, Gutachten und dergleichen können zusätzliche Gebühren 

erhoben werden (Art. 103 Abs. 1 VRPG). Die Pauschalgebühr wird festgesetzt auf 

Fr. 1'200.00 (Art. 103 Abs. 2 VRPG in Verbindung mit Art. 19 Abs. 1 und Art. 20 Abs. 1 

GebV27). Für den Augenschein vom 10. Juni 2016 wird in Anwendung von Art. 20 Abs. 1 

GebV eine zusätzliche Gebühr von Fr. 300.00 erhoben. Die Verfahrenskosten im 

Beschwerdeverfahren betragen somit Fr. 1'500.00.

c) Parteikosten werden keine gesprochen (Art. 104 Abs. 1 und 4 VRPG).

III. Entscheid

26 Vorakten, Plan West-Fassade vom 14. November 2014 (P-1); Vorakten, pag. 52
27 Verordnung vom 22. Februar 1995 über die Gebühren der Kantonsverwaltung (Gebührenverordnung, GebV; 
BSG 154.21)

RA Nr. 120/2016/15 12

1. Das Beschwerdeverfahren RA Nr. 120/2016/15 wird als erledigt vom 

Geschäftsverzeichnis abgeschrieben, soweit es den Kellerraum im Untergeschoss 

(Nordostecke) betrifft.

2. Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen und die Wiederherstellungsverfügung 

der Gemeinde Köniz vom 10. Februar 2016 betreffend Fassadenveränderung 

bestätigt. Die Frist für die Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands für die 

Fassadenveränderungen wird auf den 31. Januar 2017 festgelegt.

3. Die Verfahrenskosten von Fr. 1'500.00 werden den Beschwerdeführenden zur 

Bezahlung auferlegt. Die Beschwerdeführenden haften solidarisch für den gesamten 

Betrag. Eine separate Zahlungseinladung folgt, sobald dieser Entscheid in 

Rechtskraft erwachsen ist.

4. Es werden keine Parteikosten gesprochen.

IV. Eröffnung

- Frau B.________ und Herrn A.________, eingeschrieben

- Baupolizeibehörde der Gemeinde Köniz, Bauinspektorat, eingeschrieben

- Amt für Gemeinden und Raumordnung (AGR), z.H. Frau Kathrin Berger, per Kurier

BAU-, VERKEHRS- UND 

ENERGIEDIREKTION

Die Direktorin

Barbara Egger-Jenzer

Regierungsrätin

RA Nr. 120/2016/15 13