# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e6534a8b-0ba0-5c79-835b-79608d61fac4
**Source:** Appenzell Ausserrhoden (AR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 1990-01-16
**Language:** de
**Title:** Appenzell Ausserrhoden Kantonsgericht Sammlung ARGVP 16.01.1990 Verwaltung ARGVP 1990 1197
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AR_Gerichte/AR_KG_005_Verwaltung-ARGVP-199_1990-01-16.pdf

## Full Text

A. Entscheide des Regierungsrates 1197

1197

Gesetzliche Grundlage. Kein gesetzesderogierendes Gewohnheits­
recht.

Der Gemeinderat W. hat den Beitrag für den Abwasseranschluss der 
Fabrikerweiterung anhand der Assekuranz-Neubauwertsumme bemes­
sen. Nach dem Kanalisationsreglement von W. ist eine solche Bemessung 
indessen nur für Wohnbauten vorgesehen. Für Gewerbe- und Industrie­
bauten ist der Anschlussbeitrag anhand der Einwohnergleichwerte zu er­
mitteln. Die Bemessung des Beitrages für die Fabrikerweiterung ist daher 
schon von der Bemessungsgrundlage her fehlerhaft.

Die abweichende langjährige Praxis des Gemeinderates schafft kein 
Gewohnheitsrecht, fehlt es dazu doch schon an einer Gesetzeslücke, 
welche auszufüllen wäre. Für die Bildung von Gewohnheitsrecht, das eine 
ausdrückliche gesetzliche Vorschrift abändert, besteht nach einhelliger 
Lehre und Rechtsprechung kein Platz «weder dann, wenn dieses einer aus­
drücklichen Gesetzesbestimmung widersprechen würde, noch, wenn ein 
rechtspolitischer Mangel, d.h. eine unechte Lücke angenommen werden 
müsste» (BGE 94 I 305 E. 2; vgl. auch Imboden/Rhinow, Schweizerische 
Verwaltungsrechtsprechung, 6. Auflage, Basel/Stuttgart 1986, Nr. 7 B lila).

RRB 16.1.1990

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