# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 48341608-5803-5a69-bbba-f5aed6a92101
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** LE240037-O8
**Docket/Reference:** LE240037-O8
**URL:** https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/LE240037-O8.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
I. Zivilkammer  

Geschäfts-Nr.: LE240037-O/U

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. A. Huizinga, Vorsitzender, Oberrichterin 

lic. iur. B. Schärer und Oberrichter lic. iur. K. Vogel

sowie Gerichtsschreiberin MLaw N. Paszehr

Beschluss und Urteil vom 29. April 2025

in Sachen

A._____, 

Gesuchsgegnerin und Berufungsklägerin

vertreten durch Avv. X1._____

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X2._____

gegen

B._____, 

Gesuchsteller und Berufungsbeklagter

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Y._____,

betreffend Eheschutz

Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichts im summarischen Verfahren 

am Bezirksgericht Bülach vom 4. Oktober 2024 (EE230072-C)

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Rechtsbegehren:

des Gesuchstellers (Urk. 3C/33 S. 1 f.):

"1. Es  sei  dem  Gesuchsteller  rückwirkend  ab  23. April  2023  das  Ge-

trenntleben zu bewilligen;

 2. Die Gesuchsgegnerin sei zu verpflichten, dem Gesuchsteller an den 
Unterhalt  von  C._____  rückwirkend  seit  23. April  2023  und  für  die 
Dauer des Getrenntlebens monatlich im Voraus angemessene Un-
terhaltsbeiträge von mindestens wie folgt zuzüglich allfällige Kinder- 
und Ausbildungszulagen zu bezahlen: 

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-

-

ab 23. April 2023 bis 31. Dezember 2023

CHF 1'139.65

ab 1. Januar 2024 bis 30. April 2024

CHF 1'078.15

ab 1. Mai 2024 für die Dauer des Getrenntlebens

CHF 1'178.50

 3. Es sei die Gesuchsgegnerin zu verpflichten, sich an den ausgewie-
senen ausserordentlichen Kinderkosten von C._____, welche nicht 
können, 
von  einem  Dritten  erhältlich  gemacht  werden 
finanziell zu 50 % zu beteiligen;

 4. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich Mehrwert-

steuerzusatz zu Lasten der Gesuchsgegnerin."

der Gesuchsgegnerin (Urk. 3C/34 S. 1):

"1. Es sei den Parteien das Getrenntleben zu bewilligen und davon Vor-

merk zu nehmen, dass sie seit dem 23. April 2023 getrennt leben;

 2. Es sei der gemeinsame Sohn, C._____, geboren am tt.mm.2010 un-

ter die Obhut des Gesuchstellers zu stellen;

 3. Es sei Ziff. 3 der Vereinbarung der Parteien vom 12. März 2024 be-
treffend  Obhut  und  persönlichem  Verkehr/Betreuung  auch  für  die 
Dauer des Scheidungsverfahrens zu genehmigen;

 4. Es sei das Begehren des Gesuchstellers gemäss Ziff. 4 insofern gut-
zuheissen als diesem der sich in der vormaligen ehelichen Wohnung 
an  der  D._____-strasse  E._____  [Ortschaft]  enthaltene  gemein-
same Hausrat sowie das Mobiliar für die Dauer des Getrenntlebens 
zur ausschliesslichen Benützung zuzuweisen ist;

 5. Es sei das Begehren des Gesuchstellers gemäss Ziff. 5 abzuweisen 
und der Gesuchsgegnerin für die Dauer des Getrenntlebens keine 
Verpflichtungen zur Zahlung von Unterhaltsbeiträgen aufzuerlegen. 
Es handelt sich dabei um Ziff. 2 der heutigen Gesuchsbegründung.

 6. Es sei das Begehren des Gesuchstellers gemäss Ziffer 6 bzw. Ziff. 3 
der heutigen Gesuchsbegründung abzuweisen und der Gesuchstel-
lerin keine Verpflichtungen aufzuerlegen, sich finanziell zu 50 % an 

- 3 -

den ausgewiesenen ausserordentlichen Kinderkosten von C._____, 
welche nicht von einem Dritten erhältlich gemacht werden können, 
finanziell zu 50 % zu beteiligen

 7. Es sei festzustellen, dass sich die Parteien gegenseitig keine per-

sönlichen Unterhaltsbeiträge zu leisten haben.

Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich Mehrwert-
steuer zulasten des Gesuchstellers."

Urteil des Einzelgerichts im summarischen Verfahren am Bezirksgericht 
Bülach vom 4. Oktober 2024:
(Urk. 3C/36 S. 19 ff. = Urk. 47 S. 19 ff.)

1.

Es wird davon Vormerk genommen, dass die Parteien seit dem 23. April 2023 

getrennt leben.

2.

Die Obhut für den Sohn C._____, geboren am tt.mm.2010 wird dem Gesuch-

steller zugeteilt.

3.

In Anbetracht der räumlichen Distanz zwischen dem Sohn C._____ und der 

Gesuchsgegnerin sowie des Alters des Sohnes, wird auf die Festlegung einer 

Besuchsregelung für den Alltag verzichtet. 

Die  Gesuchsgegnerin  ist  berechtigt,  den  Sohn  auf  eigene  Kosten  während 

den Sportferien und Herbstferien jeweils eine Woche zu sich und mich sich in 

die Ferien zu nehmen.

Die Gesuchsgegnerin ist während den Sommerferien auf eigene Kosten be-

rechtigt,  den  Sohn  während  drei  aufeinanderfolgenden  Wochen  an  ihrem 

Wohnort oder an einem anderen vereinbarten Aufenthaltsort zu betreuen. So-

fern  der  Sohn  die  Sommerferien  in  F._____  [Region  im  europäischen  Aus-

land] bei der Gesuchsgegnerin verbringt, wird die Gesuchsgegnerin verpflich-

tet,  einen  regelmässigen  Kontakt  zwischen  den  Grosseltern  väterlicherseits 

und dem Sohn sicherzustellen.

Zudem ist die Gesuchsgegnerin berechtigt, den Sohn auf eigene Kosten in 

den  Jahren  mit  ungerader  Jahreszahl  vom  24.  Dezember  bis  2.  Januar  zu 

betreuen.

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Des Weiteren ist die Gesuchsgegnerin berechtigt, den Sohn täglich zwischen 

18:30 Uhr und 21:00 Uhr per Video zu kontaktieren, soweit es dem Kindswohl 

dienlich ist und der Sohn damit einverstanden ist. 

Weiter ist die Gesuchsgegnerin berechtigt, den Sohn in den Jahren mit gera-

der Jahreszahl von Karfreitag, 10:00 Uhr, bis Ostermontag, 20:30 Uhr und in 

den  Jahren  mit  ungerader  Jahreszahl  an  Pfingstsamstag,  10:00  Uhr,  bis 

Pfingstmontag, 20:00 Uhr zu betreuen. 

Die  Gesuchsgegnerin  wird  verpflichtet,  die  Ferien/-Feiertagsbetreuung  min-

destens drei Monate vor dem geplanten Ferienbeginn bzw. den anstehenden 

Feiertragen mit dem Gesuchsteller abzusprechen. Darüber hinaus ist die Ge-

suchsgegnerin  verpflichtet,  dem  Gesuchsteller  die  jeweiligen  Adressen  der 

Ferien-/Feiertagsorte mitzuteilen, an welchen sie das Kind bringen wird. 

Eine abweichende Ausübung des Besuchsrechts ist im gegenseitigen Einver-

nehmen und unter Berücksichtigung des Kindswohls und des Kindeswillens 

zulässig.

4.

Die an der D._____-strasse 1, E._____ gelegene eheliche Wohnung wird dem 

Gesuchsteller für die Dauer des Getrenntlebens samt Hausrat und Mobiliar 

zur alleinigen Benützung zugewiesen.

5.

Die Gesuchsgegnerin wird verpflichtet, dem Gesuchsteller an die Kosten des 

Unterhalts  von  C._____  für  die  Dauer  des  Getrenntlebens  monatlich,  im 

Voraus auf den Ersten des Monats zahlbare Unterhaltsbeiträge wie folgt zu 

bezahlen: Fr. 738.– rückwirkend seit 1. August 2023 (davon Fr. 0.– als Be-

treuungsunterhalt) zuzüglich allfällige von ihr bezogenen gesetzliche oder ver-

tragliche Familienzulagen.

Damit ist der Barunterhalt von C._____ nicht gedeckt. Es fehlen monatlich die 

folgenden Beträge: vom 23. April 2023 bis zum 31. Juli 2023 Fr. 973.–, vom 

1. August 2023 bis zum 31. Dezember 2023 Fr. 235.–, vom 1. Januar 2024 

bis zum 30. April 2024 Fr. 173.– und seit dem 1. Mai 2024 Fr. 248.–.

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6.

Bei der Festsetzung der Unterhaltsbeiträge wurde von folgenden finanziellen 

Verhältnissen der Parteien ausgegangen:

Einkommen (netto, 
inkl. 13. Monatslohn):

Familienzulagen:
Betreibungsrechtli-
ches Existenzmini-
mum:
Grundbetrag:
Wohnkosten:

Krankenkasse KVG 
(abz. IPV):
Regelmässige, unge-
deckte Gesundheits-
kosten:
Fahrten zum Arbeits-
platz:
Mehrkosten auswär-
tige Verpflegung:
Familienrechtliches 
Existenzminimum:
Steuern:
Radio/TV:
Pauschale für Haus-
rat- und Haftpflicht-
versicherung: 
Kommunikationskos-
ten (inkl. Internet):
Krankenkasse VVG:
Abzahlungsraten 
Schulden:
Total:

Einnahmen abzüg-
lich Ausgaben:

Gesuchsteller:
Fr. 4'312.–

Gesuchsgegnerin:
Fr. 0.–
Ab 1.8.23: Fr. 1'706.–

Fr. 1'350.–
Fr. 850.–
Ab 1.5.24: Fr. 1'000.–
Fr. 293.–
Ab 1.1.24: Fr. 161.–
-

Fr. 128.–

Fr. 220.–

Fr. 166.–
Fr. 30.–
Fr. 30.–

Fr. 120.–

Fr. 53.–
Fr. 50.–

Fr. 3'290.–
Ab 1.1.24: Fr. 3'158.–
Ab 1.5.24: Fr. 3'308.–
Fr. 1'022.–
Ab 1.1.24: Fr. 1'154.–
Ab 1.5.24: Fr. 1'004.–

Fr. 540.–
Fr. 94.–

-

Fr. 47.–

Fr. 141.–

Fr. 99.–

-
-
-

Fr. 47.–

-
-

Fr. 968.–

Fr. -968.–
Ab 1.8.23: Fr. 738.–

C._____:

Fr. 250.–

Fr. 600.–
Fr. 425.–
Ab 1.5.24: Fr. 500.–
Fr. 110.–
Ab 1.1.24: Fr. 48.–
-

-

-

Fr. 55.–
-
-

-

Fr. 33.–
-

Fr. 1'223.–
Ab 1.1.24: Fr. 1'161.–
Ab 1.5.24: Fr. 1'236.–
Fr. -973.–
Ab 1.1.24: Fr. -911.–
Ab 1.5.24: Fr. -986.–

7.

Im Übrigen werden die Anträge der Parteien abgewiesen.

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8.

Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:

Fr.

Fr.

Fr.

3'000.– ; die weiteren Auslagen betragen:

322.50   Dolmetscherkosten

3'322.50   Total

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.

9.

Die  Gerichtskosten  werden  den  Parteien  je  zur  Hälfte  auferlegt,  jedoch  zu-

folge  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  einstweilen  auf  die  Ge-

richtskasse genommen. Die Parteien werden auf die Nachzahlungspflicht ge-

mäss Art. 123 ZPO hingewiesen.

10. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.

11.

(Schriftliche Mitteilung)

12.

(Rechtsmittel: Berufung, Frist: 10 Tage, Hinweis kein Fristenstillstand)

Berufungsanträge:

der Gesuchsgegnerin und Berufungsklägerin (Urk. 46 S. 2):

"Es sei Ziff. 5 des Dispositivs des angefochtenen Urteils aufzuheben und
 der  Berufungsklägerin  für  die  Dauer  des  Scheidungsverfahrens  kein 
 Unterhaltbeitrag für den Sohn C._____ aufzuerlegen.

 Es  sei  in  Ziff.  6  des  Dispositivs  des  angefochtenen  Urteils  der  Unter-
 haltsberechnung für die gesamte Dauer des Scheidungsverfahrens ein 
 Nettoeinkommen  der  Berufungsklägerin  von  maximal  CHF  650  zu-
 grunde zu legen."

des Gesuchstellers und Berufungsbeklagten (Urk. 53 S. 2):

"1. Die Berufung sei vollumfänglich abzuweisen.
 2. Unter Kosten und Entschädigungsfolgen zuzüglich Mehrwertsteu-

erzusatz zu Lasten der Berufungsklägerin."

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Erwägungen:

I. Sachverhalt und Prozessgeschichte

1.

Die Parteien sind verheiratet und die Eltern von G._____, geboren am tt. Sep-

tember  2001,  und  C._____,  geboren  am  tt.mm.2010.  Die  Gesuchsgegnerin  und 

Berufungsklägerin  (fortan  Gesuchsgegnerin)  zog  am  23.  April  2023  alleine  nach 

F._____ (Urk. 46 S. 6; Urk. 53 Rz. 12). Mit Eingabe vom 23. Juni 2023 machte der 

Gesuchsteller und Berufungsbeklagte (fortan Gesuchsteller) bei der Vorinstanz das 

vorliegende  Eheschutzverfahren  anhängig  (Urk. 3C/1).  Der  Prozessverlauf  des 

erstinstanzlichen Verfahrens kann dem angefochtenen Entscheid entnommen wer-

den (Urk. 47 E. 1). Seit dem 10. März 2024 ist zudem das Scheidungsverfahren 

beim Bezirksgericht Bülach hängig (Urk. 1), in dessen Rahmen sich die Parteien 

mit  Teilvereinbarung  vom  12.  März  2024  unter  anderem  über  die  Obhut  über 

C._____ und das Besuchsrecht einigten (Urk. 12). Am 4. Oktober 2024 erliess die 

Vorinstanz nebst einer Verfügung das oben aufgeführte Urteil, mit welchem sie un-

ter anderem die Gesuchsgegnerin zur Bezahlung von monatlichen Unterhaltsbei-

trägen von Fr. 738.– rückwirkend ab dem 1. August 2023 für C._____ verpflichtete 

(Urk. 47).

2.

Dagegen  erhob  die  Gesuchsgegnerin  mit  Eingabe  vom  20.  Oktober  2024 

rechtzeitig (vgl. aArt. 314 Abs. 1 ZPO und Urk. 3C/37) Berufung mit den oben auf-

geführten Anträgen (Urk. 46). Mit Verfügung vom 8. November 2024 wurde dem 

Gesuchsteller Frist zur Beantwortung der Berufung angesetzt (Urk. 52). Die recht-

zeitig eingegangene Berufungsantwort mit den oben aufgeführten Anträgen datiert 

vom 22. November 2024 (Urk. 53) und wurde der Gesuchsgegnerin mit Verfügung 

vom 25. November 2024 zugestellt (Urk. 56). Mit Eingabe vom 9. Dezember 2024 

liess sich die Gesuchsgegnerin zur Berufungsantwort vernehmen (Urk. 57). Diese 

Stellungnahme wurde dem Gesuchsteller mit Verfügung vom 6. Januar 2025 zuge-

stellt (Urk. 60). Die hierauf erfolgte Stellungnahme des Gesuchstellers vom 20. Ja-

nuar 2025 (Urk. 61) wurde der Gesuchsgegnerin am 22. Januar 2025 zur Kenntnis 

gebracht (Prot. II S. 5; Urk. 62), woraufhin sich diese mit Eingabe vom 31. Januar 

2025 vernehmen liess (Urk. 63). Ihre Stellungnahme wurde dem Gesuchsteller am 

3. Februar 2025 zur Kenntnisnahme zugestellt (Prot. II S. 6; Urk. 66). Mit Eingabe 

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vom  13.  Februar  2025  nahm  der  Gesuchsteller  hierzu  Stellung  (Urk. 67).  Seine 

Stellungnahme wurde der Gesuchsgegnerin mit Verfügung vom 17. Februar 2025 

zur Kenntnis gebracht (Urk. 68). Weitere Eingaben der Parteien erfolgten nicht.

3.

Die vorinstanzlichen Akten (inkl. den Akten des Scheidungsverfahrens, Ge-

schäfts-Nr.:  FE240057-C)  wurden  beigezogen  (Urk.  1–45).  Das  Verfahren  ist 

spruchreif, die Durchführung einer Berufungsverhandlung erscheint – entgegen der 

Ansicht der Gesuchsgegnerin (Urk. 63 S. 2) – nicht notwendig (vgl. Art. 316 Abs. 1 

ZPO, dazu nachfolgend E. II. 3).

4.

Auf  die  im  Berufungsverfahren  gemachten  Ausführungen  der  Parteien  ist 

nachfolgend  nur  insoweit  einzugehen,  als  sich  dies  für  die  Entscheidfindung  als 

notwendig erweist.

II. Prozessuales

1.

Die  Berufung  hemmt  die  Rechtskraft  nur  im  Umfang  der  Anträge  (Art. 315 

Abs. 1 ZPO). Nicht angefochten sind die Dispositivziffern 1 (Getrenntleben), 2 (Ob-

hut), 3 (Besuchsrecht), 4 (Zuteilung Wohnung) und 7 (Abweisung übrige Anträge) 

des vorinstanzlichen Urteils (Urk. 47 S. 19 ff.). Diese Ziffern sind somit in Rechts-

kraft erwachsen, was vorzumerken ist. Hinsichtlich der nicht angefochtenen Kos-

ten-  und  Entschädigungsfolgen  (Dispositivziffern  8,  9  und  10)  erfolgt  keine  Vor-

merknahme der (Teil-)Rechtskraft (Art. 318 Abs. 3 ZPO).

2.1. Mit der Berufung kann sowohl die unrichtige Rechtsanwendung als auch die 

unrichtige Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO). 

Die  Berufungsinstanz  verfügt  über  unbeschränkte  Kognition  bezüglich  Tat-  und 

Rechtsfragen, einschliesslich der Frage richtiger Ermessensausübung (Angemes-

senheitsprüfung; BGer 5A_184/2013 vom 26. April 2013 E. 3.1). Die Berufung ist 

schriftlich  und  begründet  einzureichen  (Art. 311  Abs.  1  ZPO).  Zu  dieser  Begrün-

dungsanforderung gehört, dass in der Berufungsschrift hinreichend genau aufge-

zeigt wird, inwiefern der erstinstanzliche Entscheid in den angefochtenen Punkten 

als fehlerhaft zu betrachten ist bzw. an einem der genannten Mängel leidet. Das 

setzt  (im  Sinne  einer  von  Amtes  wegen  zu  prüfenden  Eintretensvoraussetzung) 

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voraus, dass der Berufungskläger die vorinstanzlichen Erwägungen bezeichnet, die 

er  anficht,  sich  argumentativ  mit  diesen  auseinandersetzt  und  mittels  genügend 

präziser Verweisungen auf die Akten aufzeigt, wo die massgebenden Behauptun-

gen, Erklärungen, Bestreitungen und Einreden erhoben wurden bzw. aus welchen 

Aktenstellen  sich  der  geltend  gemachte  Berufungsgrund  ergeben  soll.  Die  pau-

schale Verweisung auf frühere Vorbringen oder deren blosse Wiederholung genü-

gen  nicht  (vgl.  BGE  141  III  569  E. 2.3.3;  BGE  138  III  374  E. 4.3.1;  BGer 

5A_751/2014 vom 28. Mai 2015 E. 2.1). Was nicht oder nicht in einer den gesetzli-

chen  Begründungsanforderungen  entsprechenden  Weise  beanstandet  wird, 

braucht  von  der  Rechtsmittelinstanz  nicht  überprüft  zu  werden;  diese  hat  sich  – 

abgesehen  von  offensichtlichen  Mängeln  – grundsätzlich  auf  die  Beurteilung der 

Beanstandungen zu beschränken, die in der schriftlichen Begründung formgerecht 

gegen  den  erstinstanzlichen  Entscheid  erhoben  werden  (vgl.  BGE  142  III  413 

E. 2.2.4 m.w.H.; BGer 5A_111/2016 vom 6. September 2016 E. 5.3). Diese Grund-

sätze  gelten  auch  im  Bereich  der  unbeschränkten  Untersuchungsmaxime  (BGer 

5A_800/2019 vom 9. Februar 2021 E. 5.1). 

2.2. Art. 296 ZPO statuiert für Kinderbelange in familienrechtlichen Angelegenhei-

ten den Untersuchungs- und Offizialgrundsatz. Das Gericht ist demgemäss nicht 

an die Anträge und tatsächlichen Vorbringen der Parteien gebunden und auch das 

Verbot der reformatio in peius greift nicht (vgl. BGE 137 III 617 E. 4.5.3; BSK ZPO-

Mazan/Steck, Art. 296 N 30b). Die Untersuchungsmaxime wirkt mithin umfassend, 

d.h.  zugunsten  beider  Parteien  (BGer 5A_745/2014  vom  16. März  2015  E. 2.3 

m.w.H.). Das Gericht hat alle Tatsachen, die für die Anordnungen über die Kinder 

von Bedeutung sind, von Amtes wegen zu ermitteln, wobei es die ihm bedeutsam 

scheinenden Gegebenheiten frei würdigt (BGer 5A_416/2008 vom 28.8.2008 E. 4). 

Das Sammeln des Prozessstoffes verbleibt aber auch bezüglich der Kinderbelange 

in erster Linie Sache der Parteien, welche nach dem Grundsatz von Treu und Glau-

ben  zur  Mitwirkung  verpflichtet  sind,  da  sie  den  Prozessstoff  am  besten  kennen 

(BGer  5A_219/2014  vom  26.6.2014  E. 4.2.2.;  BGer  5A_394/2008  vom  2.3.2009 

E. 2.2). Die Geltung der Untersuchungsmaxime entbindet die Parteien also weder 

von ihrer Mitwirkungspflicht noch von ihrer Behauptungs- und Substantiierungslast. 

Sie  haben  dem  Gericht  das  Tatsachenmaterial  zu  unterbreiten  sowie  Beweisan-

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träge zu stellen und Beweismittel im Rahmen des Zumutbaren einzureichen (BGE 

140 III 485 E. 3.3; BGE 128 III 411 E. 3.2.1; BGer 5A_70/2013 vom 11. Juni 2013 

E. 4.3).  In  Verfahren,  welche  der  umfassenden  Untersuchungsmaxime  unterste-

hen, sind auch im Berufungsverfahren neue Tatsachen und Beweismittel bis zur 

Urteilsberatung zu berücksichtigen (Art. 317 Abs. 1bis ZPO). 

3.1. Die Gesuchsgegnerin beantragt in ihrer Stellungnahme vom 31. Januar 2025, 

dass eine Berufungsverhandlung mit persönlicher Befragung der Parteien durch-

zuführen sei (Urk. 63 S. 2). 

3.2. Es liegt im Ermessen des Berufungsgerichts, ob es eine Verhandlung durch-

führt oder aufgrund der Akten entscheidet (Art. 316 Abs. 1 ZPO). In aller Regel wird 

das Berufungsverfahren als reiner Aktenprozess geführt. Die Berufungsinstanz hat 

die Durchführung einer mündlichen Berufungsverhandlung nach Abwägung sämt-

licher Umstände und in Berücksichtigung des bisherigen Verfahrens (erstinstanzli-

ches Verfahren und bisheriges Berufungsverfahren) anzuordnen, wenn eine solche 

als geboten erscheint. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn Beweise abzunehmen 

sind. Weiter ist denkbar, dass die bisherigen (schriftlichen) Eingaben der Parteien 

im Berufungsverfahren zu wenig Aufschluss geben für eine Beurteilung aufgrund 

der Akten, weshalb sich eine Berufungsverhandlung insbesondere zwecks Partei-

befragung (Art. 191 ZPO) aufdrängt (ZK ZPO-Hilber/Reetz, Art. 316 N 17 f.). 

3.3. Die Gesuchsgegnerin begründet ihren Antrag damit, dass die Parteien in den 

bisherigen Rechtsschriften in mancherlei Hinsicht ihre gegenseitigen Parteibehaup-

tungen bestritten hätten. Damit sich die Rechtsmittelinstanz ein persönliches Bild 

verschaffen könne und zur Klärung der Streitpunkte seien die Parteien persönlich 

zu befragen. Ferner macht die Gesuchsgegnerin geltend, an der erstinstanzlichen 

Hauptverhandlung via Videokonferenz teilgenommen zu haben, wobei die Video-

konferenzschaltung bei ihrer Befragung nicht funktioniert habe und sie daher ohne 

Videoübertragung befragt worden sei (Urk. 63 S. 2).

3.4. Die  Vorinstanz  führte  eine  mündliche  Verhandlung  durch  und  befragte  die 

Parteien persönlich (Prot. EE230072-C S. 8 ff.). Die Gesuchsgegnerin führt aus, 

keine  Einwendungen  dagegen  erhoben  zu  haben,  dass  sie  nach  Abbruch  der 

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Videokonferenz ohne Videoübertragung befragt wurde (Urk. 63 S. 2). Die Gesuchs-

gegnerin legt nicht dar, weshalb es vorliegend entscheidend wäre, dass sich die 

Berufungsinstanz auch nochmals einen persönlichen Eindruck von ihr verschafft, 

und dies ist auch nicht ersichtlich.

Des Weiteren genügt es nicht, die persönliche Befragung betreffend alle strittigen 

Tatsachen zu offerieren. Wie vorstehend gezeigt, entbindet auch die umfassende 

Untersuchungsmaxime die Parteien nicht von ihrer Behauptungs- und Substantiie-

rungslast und davon, Beweismittel zu nennen. Wie der Gesuchsteller zu Recht vor-

bringt (Urk. 67 S. 1 f.), hat die Gesuchsgegnerin ihre persönliche Befragung in ihren 

zweitinstanzlichen  Rechtsschriften  einzig  im  Zusammenhang  mit  den  Besuchs-

rechtskosten offeriert (Urk. 57 S. 4, zu Ziff. 23). Ihre Befragung hierzu ist jedoch 

nicht notwendig (siehe unten E. III. 3.6.4). Auch im Übrigen drängt sich keine per-

sönliche Befragung auf. Beide Parteien äusserten sich im Berufungsverfahren be-

reits drei Mal umfassend (Urk. 46; Urk. 53; Urk. 57; Urk. 61; Urk. 63; Urk. 67). Eine 

Berufungsverhandlung  in  diesem  Verfahrensstadium  würde  das  Verfahren  bloss 

unnötig verzögern. Ihr Antrag ist daher abzuweisen.

III. Materielle Beurteilung

1.

Ausgangslage und allgemeine Vorbemerkungen zur Unterhaltsberechnung

1.1. Gegenstand  des  vorliegenden  Berufungsverfahrens  bilden  die  Kinderunter-

haltsbeiträge für den gemeinsamen Sohn C._____. Dabei rügt die Gesuchsgegne-

rin die Anrechnung eines hypothetischen Einkommens sowie die fehlende Berück-

sichtigung von Besuchsrechtskosten in ihrem Bedarf. Sie beantragt, dass mangels 

Leistungsfähigkeit ihrerseits kein Unterhaltsbeitrag für C._____ zuzusprechen sei 

(Urk. 46). Der Gesuchsteller ersucht um Abweisung der Berufung und Bestätigung 

des vorinstanzlichen Entscheids. Er stellt sich auf den Standpunkt, dass der Ge-

suchsgegnerin gar ein höheres hypothetisches Einkommen anzurechnen und ihr 

Bedarf zu grosszügig berechnet worden sei (Urk. 53).

1.2. Für die Berechnung des Kindesunterhalts hat das Bundesgericht die zweistu-

fige Methode als verbindlich erklärt. Bei dieser werden zum einen die zur Verfügung 

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stehenden finanziellen Mittel festgestellt, wofür in erster Linie die effektiven oder 

hypothetischen Einkommen relevant sind. Zum anderen wird der Bedarf der von 

der Unterhaltsberechnung betroffenen Personen ermittelt. Schliesslich werden die 

vorhandenen Ressourcen auf die beteiligten Familienmitglieder dahingehend ver-

teilt, dass in einer bestimmten Reihenfolge das betreibungsrechtliche bzw. bei ge-

nügenden Mitteln das sog. familienrechtliche Existenzminimum der Beteiligten ge-

deckt und alsdann ein verbleibender Überschuss nach der konkreten Situation er-

messensweise verteilt wird (BGE 147 III 265 E. 6.6 und E. 7). Bei der Bedarfser-

mittlung bilden die Richtlinien für die Berechnung des betreibungsrechtlichen Exis-

tenzminimums  (Notbedarf)  nach  Art. 93  SchKG  der  Konferenz  der  Betreibungs- 

und Konkursbeamten der Schweiz vom 1. Juli 2009 (BlSchKG 2009, S. 192 ff.) den 

Ausgangspunkt, wobei in Abweichung davon für jedes Kind ein – bei den Wohn-

kosten des obhutsberechtigten Elternteils abzuziehender – Wohnkostenanteil ein-

zusetzen ist und im Übrigen auch die Fremdbetreuungskosten zu berücksichtigen 

sind. Diese beiden Positionen sowie die in den Richtlinien genannten Zuschläge 

sind zum Grundbetrag hinzuzurechnen. Relevant für das Kind sind hierbei die Kran-

kenkassenprämien, die Schulkosten sowie die besonderen Gesundheitskosten. Bei 

knappen Verhältnissen muss es für den Barunterhalt dabei sein Bewenden haben 

und auch ein allfälliger Betreuungsunterhalt ist auf der Basis des betreibungsrecht-

lichen Existenzminimums des betreuenden Elternteils zu bestimmen. Das bedeutet 

im Übrigen auch, dass sich ein allfälliger Fehlbetrag im Sinne von Art. 287a lit. c 

ZGB und Art. 301a lit. c ZPO ausschliesslich auf diese Werte bezieht (BGE 147 III 

265 E. 7.2). Ein sogenannter Mankofall kann mithin nur vorliegen, wenn das betrei-

bungsrechtliche Existenzminimum für den Bar- und/oder Betreuungsunterhalt nicht 

vollständig gedeckt werden kann. Soweit es die finanziellen Mittel der Beteiligten 

zulassen, ist jedoch der Unterhalt zwingend auf das sogenannte familienrechtliche 

Existenzminimum  zu  erweitern,  auf  welches  diesfalls  Anspruch  besteht.  Bei  den 

Elternteilen gehören hierzu die Steuern, eine Kommunikations- und Versicherungs-

pauschale,  unumgängliche  Weiterbildungskosten,  den  finanziellen  Verhältnissen 

entsprechende  statt  am  betreibungsrechtlichen  Existenzminimum  orientierte 

Wohnkosten,  Kosten  zur  Ausübung  des  Besuchsrechts  und  allenfalls  angemes-

sene  Schuldentilgung.  Beim  Barbedarf  des  Kindes  gehören  zum  familienrechtli-

- 13 -

chen Existenzminimum namentlich die Ausscheidung eines Steueranteiles, ein den 

konkreten finanziellen Verhältnissen entsprechender Wohnkostenanteil und gege-

benenfalls über die obligatorische Grundversicherung hinausgehende Krankenkas-

senprämien. Im Übrigen ist allen anderen Besonderheiten des Einzelfalles erst bei 

der Verteilung des Überschusses Rechnung zu tragen (zum Ganzen BGE 147 III 

265  E. 7.2  ff.,  m.w.H.;  Maier,  Unterhaltsfestsetzung  in  der  Praxis,  Ein  Kasuistik-

handbuch  mit  Fallbeispielen,  2023,  N 922 ff.;  FamKomm  Scheidung-Aeschli-

mann/Bähler, Anh. UB N 42 ff.).

2.

Einkommen der Gesuchsgegnerin

2.1. Erwerbseinkommen

2.1.1. Die Vorinstanz erwog, die Gesuchsgegnerin arbeite seit Oktober 2023 je-

weils an vier Morgen pro Woche in einem Tabakkiosk. Gemäss den eingereichten 

Lohnabrechnungen  belaufe  sich  ihr  durchschnittliches  monatliches  Nettoeinkom-

men auf EUR 807.–. Da sie gegenüber ihrem minderjährigen Sohn C._____ unter-

stützungspflichtig sei, seien an die Ausnützung ihrer Erwerbskraft, insbesondere in 

Anbetracht  der  engen  wirtschaftlichen  Verhältnisse  der  Familie,  besonders  hohe 

Anforderungen zu stellen. Da die Gesuchsgegnerin nicht obhutsberechtigt sei und 

C._____ lediglich während den Ferien betreue, sei ihr eine Anstellung im 100%-

Pensum klar zuzumuten. Bloss pauschale Verweise auf Arbeitslosenquoten oder 

die Behauptung, sie hätte sich drei Mal beworben, ohne dies zu belegen, vermöch-

ten nicht zu beweisen, dass das Finden einer entsprechenden Stelle sich als un-

möglich erweise. Die eingereichte Lohnabrechnung von Dezember 2023 zeige auf, 

dass es der Gesuchsgegnerin bei gutem Willen möglich sei, ein monatliches Net-

toeinkommen von EUR 1'814.85 inkl. Anteil 13. und 14. Monatslohn zu erzielen. 

Als die Gesuchsgegnerin im April 2023 die Schweiz verlassen und C._____ beim 

Gesuchsteller zurückgelassen habe, habe ihr klar gewesen sein müssen, dass sie 

nicht erwarten könne, dass der Gesuchsteller den vollen Barunterhalt sowie den 

Unterhalt  durch  Betreuung  in  natura  von  C._____  übernehme,  während  sie 

C._____ weder finanziell durch Unterhaltsbeiträge unterstütze noch einen Teil sei-

ner  Betreuung  übernehme.  Es  sei  für  sie  entsprechend  vorhersehbar  gewesen, 

dass eine Umstellung ihrer Lebensverhältnisse und das Erfordernis eines vermehr-

- 14 -

ten beruflichen Einsatzes ihrerseits gefordert sein werde und sie so bald als möglich 

eine Stelle im 100%-Pensum zu finden habe. Entsprechend sei ihr nach einer an-

gemessenen Übergangsfrist von drei Monaten seit Verlassen der Schweiz ein hy-

pothetisches Einkommen im 100%-Pensum in der Höhe von EUR 1'814.85, was 

bei einem Wechselkurs von 0.94 CHF/EUR Fr. 1'706.– entspreche, rückwirkend ab 

dem 1. August 2023 anzurechnen (Urk. 47 E. 5.2.4).

2.1.2. Die Gesuchsgegnerin ist der Ansicht, die Vorinstanz habe ihr zu Unrecht 

rückwirkend ein hypothetisches Einkommen angerechnet. Sie habe im Dezember 

2023  die  Vertretung  einer  krankheitsbedingt  ausgefallenen  Arbeitskollegin  über-

nehmen können. Aus der Übernahme dieser Vertretung alleine lasse sich nicht der 

Schluss ziehen, dass es ihr möglich sei, anstelle einer Teilzeitstelle eine Vollzeit-

stelle mit dem von ihr im Dezember 2023 verdienten Lohn zu finden. Sie habe auf 

Nachfrage  anlässlich  der  erstinstanzlichen  Parteibefragung  erklärt,  dass  es  in 

F._____  mit  Arbeitsstellen  sehr  problematisch  sei  und  sie  bereits  froh  sei,  diese 

Stelle überhaupt gefunden zu haben und hoffe, diese behalten zu können (Urk. 46 

S. 5). Seit Mitte 2024 suche sie auch über eine amtliche Arbeitsvermittlungsstelle 

eine  Vollzeitanstellung,  welche  ihr  bisher  jedoch  noch  keine  einzige  Stelle  habe 

anbieten können (Urk. 57 S. 5). Sie habe vor Vorinstanz darauf hingewiesen, dass 

die  Frauenarbeitslosenquote  gemäss  Bericht  im  H._____  [Zeitung]  vom  9.  Juni 

2023 45% betragen habe. Diese sei weder vom ebenfalls aus F._____ stammen-

den und dort vormals auch nach der Heirat noch langjährig arbeitslosen, mit den 

örtlichen Arbeitsmarktverhältnissen vertrauten Kläger noch von der Vorinstanz in 

Frage  gestellt  worden.  Solange  sich  diese  notorisch  hohe  Quote  nicht  erheblich 

verringere und sie keine reale Aussicht auf eine Vollzeitbeschäftigung habe, dürfe 

ihr kein hypothetisches Einkommen für eine Vollzeitstelle angerechnet werden. Bis 

zum  Abschluss  der  Teilscheidungsvereinbarung  unmittelbar  vor  Einreichung  der 

Scheidungsklage  im  März  2024  habe  zudem  noch  keine  Einigung  bezüglich  der 

Obhutsregelung für den gemeinsamen Sohn C._____ bestanden (Urk. 46 S. 5 f.). 

Ferner sei die Übergangsfrist angesichts dieser schwierigen Arbeitsmarktlage viel 

zu kurz. Da sie im Jahr 2015 F._____ verlassen habe, fehlten ihr derzeit vor Ort 

noch die notwendigen Kontakte, die ihr helfen könnten, zeitnah eine reguläre Voll-

- 15 -

zeitstelle zu finden. Angesichts der nach wie vor hohen Arbeitslosenquote sei un-

gewiss, ob sie bis zum Abschluss des Scheidungsverfahrens eine Vollzeitanstel-

lung finde könne. Es sei ihr deshalb während des Scheidungsverfahrens kein hy-

pothetisches Einkommen anzurechnen, eventualiter sei ihr eine Frist von mindes-

tens  einem  Jahr  ab  erstmaliger  Eröffnung  der  Umstellungsfrist  einzuräumen 

(Urk. 46 S. 5 f.).

2.1.3. Der Gesuchsteller macht geltend, die Gesuchsgegnerin habe während des 

Zusammenlebens jeweils in einem 60-70%-Pensum als Unterhaltsreinigerin gear-

beitet. Sie habe ihre Arbeitsstelle freiwillig aufgegeben und sei ohne Rücksprache 

mit ihm oder den Kindern nach F._____ ausgewandert. Sie habe sich damit nicht 

nur  ihrem  geldwerten  Unterhalt,  sondern  auch  in  krasser  Weise  ihren  elterlichen 

Pflichten, wie der Erziehung und Betreuung der Kinder entzogen. Sie habe die Aus-

wanderung  letztlich  nur  aufgrund  einer  neuen  Beziehung  geplant  und  vollzogen. 

Dieses Vorgehen sei nicht zu schützen. Zudem habe die Vorinstanz korrekt festge-

halten, dass es der Gesuchsgegnerin habe klar sein müssen, dass sie nicht erwar-

ten könne, dass er sowohl den Barunterhalt als auch den Unterhalt in natura über-

nehmen  würde,  als  sie  den  Entschluss  gefasst  habe,  die  Schweiz  zu  verlassen 

(Urk. 53 Rz. 14 f.). Nachdem sie eigenmächtig nach F._____ gezogen sei, könne 

sie auch nicht ernsthaft damit gerechnet haben, dass ihr die Obhut über C._____ 

zugesprochen würde (Urk. 53 Rz. 42). Ihr sei zudem bereits eine genügende Über-

gangsfrist gewährt worden. Sie sei offiziell am 23. April 2023 ausgewandert. Diesen 

Schritt habe sie aber offensichtlich bereits länger geplant. So habe sie sich in die-

sem Zeitpunkt bereits auf der Gemeinde und bei ihrer Krankenkasse abgemeldet 

gehabt. Ausserdem habe sie im Herbst 2022 von ihm die Überweisung des hälfti-

gen  Saldos  des  gemeinsamen  Kontos  mit  einem  Stand  von  Fr.  21'000.–  auf  ihr 

eigenes Konto verlangt (Urk. 53 Rz. 16).

2.1.4. Bei der Bemessung des Unterhaltsbeitrages ist grundsätzlich vom tatsäch-

lich erzielten Einkommen des Unterhaltspflichtigen auszugehen. Soweit dieses Ein-

kommen allerdings nicht ausreicht, um den ausgewiesenen Bedarf zu decken, kann 

ein  hypothetisches  Einkommen  angerechnet  werden,  sofern  dieses  zu  erreichen 

zumutbar  und  möglich  ist.  Dabei  handelt  es  sich  um  zwei  Voraussetzungen,  die 

- 16 -

kumulativ erfüllt sein müssen. Damit ein Einkommen überhaupt oder ein höheres 

Einkommen angerechnet werden kann, als das tatsächlich erzielte, genügt es nicht, 

dass  der  betroffenen  Partei  weitere  Anstrengungen  zugemutet  werden  können. 

Vielmehr muss es auch möglich sein, aufgrund dieser Anstrengungen ein höheres 

Einkommen zu erzielen (BGE 137 III 118 E. 2.3; BGE 147 III 265 E. 7.4).

Bei der Frage nach dem Zeitpunkt der Anrechnung eines hypothetischen Einkom-

mens gilt es zu berücksichtigen, dass dem Betroffenen eine angemessene Überg-

angsfrist einzuräumen ist, um die rechtlichen Vorgaben in die Wirklichkeit umzuset-

zen (BGE 129 III 417 E. 2.2 m.w.H.; BGer 5P.388/2003 vom 7. Januar 2004 E. 1.1). 

Dabei muss die Übergangsfrist ihrem Zweck und den Umständen angemessen sein 

(vgl. BGer 5C.138/2006 vom 18. Juli 2006 E. 3, m.w.H.). In der Regel beträgt die 

Übergangsfrist drei bis sechs Monate (OGer ZH LE150008 vom 26.10.2015 E. III. 

4.2).  Eine  rückwirkende  Anrechnung  des  hypothetischen  Einkommens  ist  nur  in 

Ausnahmefällen möglich, wenn der betroffenen Person ein unredliches Verhalten 

vorgeworfen werden kann oder wenn die geforderte Umstellung in ihren Lebens-

verhältnissen und das Erfordernis eines vermehrten beruflichen Einsatzes für sie 

vorhersehbar  gewesen  sind  (Maier,  Die  konkrete  Berechnung  von  Unterhaltsan-

sprüchen im Familienrecht, dargestellt anhand der Praxis der Zürcher Gerichte seit 

Inkraftsetzung der neuen ZPO, FamPra.ch 2014, S. 302 ff., S. 342 m.w.H.). Diese 

Voraussehbarkeit kann grundsätzlich frühestens mit der Zustellung des erstinstanz-

lichen Urteils bejaht werden (vgl. statt vieler: OGer ZH LZ180018 vom 7. Mai 2019 

E.  III.  2.1.4.5).  Ebenfalls  kann  sich  eine  rückwirkende  Anrechnung  rechtfertigen, 

wenn die betreffende Partei nach einem (selbst unfreiwilligen) Stellenwechsel eine 

Erwerbstätigkeit im erforderlichen Pensum ausübt, sich aber wissentlich mit einer 

nur ungenügend einträglichen Tätigkeit begnügt (BGer 5A_341/2011 vom 20. Sep-

tember 2011 E. 2.5.1; BGer 5A_692/2012 vom 21. Januar 2013 E. 4.3) oder eine 

bestehende  Tätigkeit  im  Wissen  um  die  Pflicht  zur  Erzielung  des  fraglichen  Ein-

kommens aufgibt (BGer 5A_720/2011 vom 8. März 2012 E. 6.1). 

Im Verhältnis zu minderjährigen Kindern sind nach der Rechtsprechung besonders 

hohe Anforderungen an die Ausnützung der Erwerbskraft der Eltern zu stellen. Dies 

gilt insbesondere in engen wirtschaftlichen Verhältnissen. Die Eltern müssen sich 

- 17 -

daher  in  beruflicher  und  unter  Umständen  auch  örtlicher  Hinsicht  so  ausrichten, 

dass sie ihre Arbeitskapazität maximal ausschöpfen können. Nach der Rechtspre-

chung  kann  deshalb  insbesondere  ein  (an  sich  zulässiger)  Wegzug  ins  Ausland 

unbeachtlich bleiben, wenn dem Unterhaltspflichtigen eine weitere Arbeitstätigkeit 

in der Schweiz zumutbar wäre (BGer 5A_90/2017 vom 24. August 2017 E. 5.3.1, 

m.w.H.).

2.1.5. Die Gesuchsgegnerin verdient derzeit in I._____ [europäischer Staat] als 

Angestellte  in  einem  Tabakkiosk  monatlich  durchschnittlich  EUR  661.–  bzw. 

Fr. 621.– (Wechselkurs von 0.94 CHF/EUR; Urk. 3/8–9; Urk. 50/1; Urk. 65/2) bei 

einem  30%-Arbeitspensum  (Prot.  FE250057-C  S.  8).  Einzig  im  Dezember  2023 

konnte sie aufgrund einer Vertretung ein Einkommen von EUR 1'814.85 bzw. ge-

rundet Fr. 1'706.– erzielen (Urk. 3/7). Mit diesen Einkünften ist sie nicht in der Lage, 

einen Unterhaltsbeitrag für C._____ zu leisten, da sie diese für die Deckung ihres 

eigenen  Bedarfs  (unten  E.  III.  3)  benötigt.  Ihre  Unterhaltspflicht  bestreitet  sie  im 

Grundsatz nicht und macht auch nicht geltend, dass ihr die Erzielung eines höheren 

Einkommens nicht zumutbar wäre. Sie stellt jedoch die reale Möglichkeit einer Ein-

kommenssteigerung aufgrund der Marktlage in F._____ in Abrede (Urk. 57 S. 5, zu 

Ziff.  35).  Wie  die  Vorinstanz  diesbezüglich  zutreffend  ausführte,  vermögen  bloss 

pauschale  Verweise  auf  Frauenarbeitslosenquoten  –  wobei  sie  diese  einmal  mit 

45% (Urk. 46 S. 5) und einmal mit fast 20% (Urk. 57 S. 4, zu Ziff. 29) beziffert – 

oder  die  Behauptung,  sie  habe  sich  mehrfach  beworben,  ohne  dies  zu  belegen, 

nicht zu beweisen, dass die Erzielung eines höheren Einkommens in F._____ un-

möglich ist. Auch führt sie nicht aus, weshalb sie sich erst Mitte 2024 bei der amtli-

chen  Arbeitsvermittlungsstelle  anmeldete.  Es  muss  daher  davon  ausgegangen 

werden, dass sich die Gesuchsgegnerin bis anhin nicht ausreichend um eine bes-

ser bezahlte Stelle bemühte. Ihr ist daher in Übereinstimmung mit der Vorinstanz 

ein hypothetisches Einkommen anzurechnen.

Was die Höhe und den Zeitpunkt anbelangt, ist zu berücksichtigen, dass der Weg-

zug  der  Gesuchsgegnerin  zu  einer  Einkommensverminderung  führte.  In  der 

Schweiz arbeitete sie als Unterhaltsreinigerin in einem 60%- bis 70%-Pensum und 

verdiente dabei monatlich zwischen Fr. 2'500.– und Fr. 3'000.– (Prot. EE230072-C 

- 18 -

S. 10; Urk. 3C/33 Rz. 21; Urk. 3C/34 Rz. 21; Urk. 53 Rz. 14). Allerdings wäre die 

Gesuchsgegnerin auch bei einem Verbleib in der Schweiz aufgrund der trennungs-

bedingten höheren Lebenshaltungskosten nicht leistungsfähig gewesen. So hätte 

bereits  ihr  betreibungsrechtliches  Existenzminimum  (Fr. 1'200.–  Grundbetrag, 

Fr. 1'400.–  geschätzte  Wohnkosten,  Fr. 130.–  geschätzte  Krankenkassenkosten 

inkl. IPV, Fr. 128.– Fahrtkosten [ZVV Monatsabo 3 Zonen, bei Wohnort E._____], 

Fr.  154.–  Kosten  auswärtige  Verpflegung  [70%  von  Fr. 220.–])  ihr  Einkommen 

überstiegen. Die Gesuchsgegnerin hat damit, entgegen der Ansicht des Gesuch-

stellers, nicht freiwillig eine bestehende Tätigkeit aufgegeben und dadurch ihre fi-

nanzielle Situation bewusst verschlechtert. Entsprechend handelte sie auch nicht 

rechtsmissbräuchlich. Auch dass sie mit dem Wegzug ihre Betreuungs- und Erzie-

hungsaufgaben gegenüber C._____ aufgab, vermag kein unredliches Verhalten zu 

begründen, das eine rückwirkende Anrechnung eines hypothetischen Einkommens 

rechtfertigen würde. Weitere Ausführungen dazu, ob die Gesuchsgegnerin beab-

sichtigte, C._____ zu sich nach F._____ zu holen oder nicht, können unterbleiben, 

denn selbst wenn sie dies nicht getan hätte, begründet der Wegzug nach I._____ 

und das Wissen um die Unterhaltspflicht für sich alleine noch keine Vorhersehbar-

keit.  Wie  erwähnt,  ist  vielmehr  erforderlich,  dass  ein  Gericht  die  Umstellung  der 

Lebensverhältnisse anordnet (oben E. III. 2.1.4). Für die Anrechnung eines rück-

wirkenden  hypothetischen  Einkommens  bleibt  im  vorliegenden  Fall  somit  kein 

Raum. Die Übergangsfrist kann demnach frühestens mit der Eröffnung des erstin-

stanzlichen Entscheids beginnen. Der Entscheid wurde der Gesuchsgegnerin bzw. 

deren Rechtsvertreter am 9. Oktober 2024 zugestellt (Urk. 3C/37). Angesichts der 

engen  finanziellen  Verhältnisse  und  da  die  Gesuchsgegnerin  bisher  überhaupt 

keine Suchbemühungen nachweisen konnte, rechtfertigt es sich, die Übergangs-

frist bis Ende Februar 2025 anzusetzen.

Betreffend die Höhe des anzurechnenden Einkommens macht die Gesuchsgegne-

rin  –  abgesehen  von  der  behaupteten  Frauenarbeitslosenquote  –  nicht  geltend, 

dass  die  Erzielung  eines  Einkommen  in  der  von  der  Vorinstanz  angerechneten 

Höhe  von  Fr. 1'706.–  nicht  realistisch  sei.  Wie  der  Gesuchsteller  zutreffend  vor-

bringt  (Urk.  53  Rz.  29),  würde  bei  Hochrechnung  ihres  aktuellen  Lohns  auf  ein 

100%-Pensum sogar ein Einkommen von ungefähr Fr. 2'000.– resultieren. Es ist 

- 19 -

daher auf das von der Vorinstanz angerechnete Einkommen abzustellen. Dieses 

hat die Gesuchsgegnerin entweder durch Aufstockung ihres Pensums bei ihrer ak-

tuellen Arbeitsstelle, durch den Antritt einer weiteren Stelle oder den Antritt einer 

gänzlich neuen Stelle zu erzielen. Der Gesuchsgegnerin ist somit ab dem 1. März 

2025 ein hypothetisches Einkommen von monatlich Fr. 1'706.– anzurechnen.

Bis dahin ist von ihren tatsächlichen Einkünften auszugehen. Unter Berücksichti-

gung ihres im Dezember 2023 erzielten Einkommens resultiert ein Durchschnitt von 

EUR 783.50 (Urk. 3/7–9; Urk. 50/1; Urk. 65/2) bzw. gerundet Fr. 737.– (Wechsel-

kurs von 0.94 CHF/EUR).

Der  Vollständigkeit  halber  ist  darauf  hinzuweisen,  dass  wohl  mit  keiner  höheren 

Leistungsfähigkeit der Gesuchsgegnerin bei einer Rückkehr in die Schweiz zu rech-

nen ist: Ausgehend von ihrem letzten Verdienst in der Schweiz und unter der An-

nahme, dass Fr. 3'000.– einem Pensum von 70% entsprechen, würde sich bei ei-

nem Pensum von 100% ein monatliches Einkommen von Fr. 4'285.– netto ergeben. 

Ihr Bedarf ist auf etwa Fr. 3'568.– zu schätzen (Fr. 1'200.– Grundbetrag, Fr. 1'400.– 

Wohnkosten, Fr. 200.– Krankenkassenkosten inkl. IPV, Fr. 128.– Fahrtkosten [ZVV 

Monatsabo 3 Zonen], Fr. 220.– Kosten auswärtige Verpflegung, Fr. 30.– Pauschale 

für  Hausrat-/Haftpflichtversicherung,  Fr. 30.–  Serafe,  Fr. 120.–  Kommunikations-

kosten,  Fr. 240.–  Steuern).  Demnach  beliefe  sich  ihre  Leistungsfähigkeit  auf 

Fr. 717.–. Ein Nettoeinkommen von Fr. 4'285.– erscheint jedoch eher hoch. So be-

trägt  der  Bruttomonatslohn  für  Gebäudereinigerinnen  (Unterhaltsreinigerin  I)  ge-

mäss Lohnbuch 2025 Fr. 3'786.– (Lohnbuch 2025, S. 491). Und auch gemäss dem 

statistischen  Lohnrechner  (Salarium,  abrufbar  unter  www.salarium.bfs.admin.ch, 

zuletzt besucht am 14. April 2025) liegt der Medianlohn für Gebäudereinigerinnen 

in der Altersgruppe der Gesuchsgegnerin in der Region Zürich bei lediglich monat-

lich  Fr. 3'950.–  brutto  (angewandte  Kriterien:  Region:  Zürich,  Branche:  Sonstige 

wirtschaftliche  Dienstleistungen  für  Unternehmen  und  Privatpersonen,  Berufs-

gruppe: Reinigungspersonal und Hilfskräfte, Stellung im Betrieb: Stufe 5 [ohne Ka-

derfunktion], Wochenstunden: 42, ohne abgeschlossene Berufsausbildung, Alter: 

44, Dienstjahre: 0, Unternehmensgrösse: Weniger als 20 Beschäftigte, Aufenthalts-

bewilligung Kat. C, 13. Monatslohn: Ja, Sonderzahlungen: Nein, Art des Vertrags: 

- 20 -

Monatslohn).  25%  verdienen  weniger  als  Fr. 3'434.–  brutto  und  25%  mehr  als 

Fr. 4'534.– brutto. Entsprechend würde eine noch geringere Leistungsfähigkeit re-

sultieren.

2.2. Mieteinnahmen in I._____

2.2.1. Die Vorinstanz erwog, vom Gesuchsteller werde vorgebracht, dass die Ge-

suchsgegnerin mindestens zwei Zimmer ihrer Liegenschaft in I._____ unterzuver-

mieten habe, um damit ein zusätzliches Einkommen von EUR 600.– monatlich zu 

generieren. Die Gesuchsgegnerin gebe an, dass die Untervermietung eines Teils 

der  Wohnung  zur  Erzielung  eines  Nebeneinkommens  nicht  möglich  sei,  da  die 

Wohnung  lediglich  eine  Küche  und  eine  Nasszelle  habe  und  somit  ihre  und  die 

Privatsphäre von allfälligen Untermietern nicht gewährleistet werden könne. Aus-

serdem  beherberge  sie  ihre  Kinder  bei  Besuchen  und  Ferienaufenthalten  in 

F._____ in der Wohnung. Vorliegend seien die Wohnkosten der Gesuchsgegnerin 

dadurch,  dass  sie  in  diesem  Eigenheim  lebe  sehr  tief  und  sie  könne  nicht  dazu 

verpflichtet werden, in einer Wohngemeinschaft zu leben. Eine Vermietung einiger 

Zimmer  ausserhalb  der  Hochsaison  wäre  zudem  wohl  kaum  möglich  und  in  den 

Sommerferien, in welchen eine Vermietung am realistischsten erscheine, benötige 

die  Gesuchsgegnerin  die  Wohnung  zur  Beherbergung  der  Kinder.  Entsprechend 

sei ihr kein Einkommen aus Vermietung anzurechnen (Urk. 47 E. 5.2.5).

2.2.2. Der Gesuchsteller macht geltend, die Gesuchsgegnerin sei Eigentümerin 

einer  grossen  Wohnung  (6.5-Zimmer,  119  Quadratmeter)  in  Strandnähe  in 

F._____. Die Saison beginne bereits früh und gehe weit in den Herbst. Zudem be-

treue die Gesuchsgegnerin C._____ nur während drei Sommerferienwochen, so-

dass sie in der übrigen Zeit nicht auf die Wohnung für die Kinderbetreuung ange-

wiesen sei. Der Marktwert werde sich auf EUR 2'146.– belaufen, sodass ein zu-

sätzliches Einkommen von EUR 600.– für die Vermietung von zwei Zimmern zu-

mindest während der Sommersaison von März bis Oktober angemessen und zu-

mutbar sei. Die Vermietung könne heutzutage einfach und flexibel über Plattformen 

wie z.B. AirBnB gestaltet werden. Der Gesuchsgegnerin sei daher mindestens das 

von  der  Vorinstanz  festgesetzte  Einkommen  von  EUR  1'814.85  anzurechnen 

(Urk. 53 Rz. 30–32).

- 21 -

2.2.3. Die Gesuchsgegnerin erwidert, die Vorinstanz habe zu Recht erkannt, dass 

die  Wohnung  nicht  über  eine  für  die  Vermietung  notwendige  separate  Nasszelle 

und Küche verfüge, sodass ihre Privatsphäre und jene der Gäste nicht gewährleis-

tet und eine Vermietung daher unzumutbar sei. Sie bestreitet den vom Gesuchstel-

ler mit der eingereichten Schätzung behauptete Marktmietwert der Wohnung und 

dass sie mit der Vermietung von zwei Zimmern EUR 600.– monatlich generieren 

könne (Urk. 57 S. 4, zu Ziff. 30 f.).

2.2.4. Entgegen der Ansicht des Gesuchstellers und in Übereinstimmung mit der 

Vorinstanz ist es der Gesuchsgegnerin nicht zuzumuten, einzelne Zimmer ihrer Ei-

gentumswohnung an Touristen zu vermieten. Dies ist mit ihrem Recht auf Privat-

sphäre  nicht  vereinbar.  Entsprechend  ist  ihr  kein  zusätzliches  Einkommen  anzu-

rechnen.

3.

Bedarf der Gesuchsgegnerin

3.1. Grundbetrag 

3.1.1. Die Vorinstanz erwog, der Gesuchsteller bringe vor, es sei ein Grundbetrag 

in der Höhe von Fr. 850.– im Bedarf der Gesuchsgegnerin zu berücksichtigen, da 

diese mit ihrem neuen Lebenspartner zusammenwohne. Die Gesuchsgegnerin hin-

gegen beteuere, dass sie keinen Partner habe und alleine wohne. Mangels gegen-

teiliger  Beweise  sei  davon  auszugehen,  dass  die  Gesuchsgegnerin  die  Liegen-

schaft in I._____ alleine bewohne. Es sei ihr daher als alleinstehende Person ein 

Grundbetrag von monatlich Fr. 1'200.– anzurechnen. Da die Lebenshaltungskosten 

in F._____ niedriger seien als in der Schweiz, seien diese an das Preisniveau (45%) 

anzupassen. Daher sei der Gesuchsgegnerin ein Grundbetrag von Fr. 540.– anzu-

rechnen (Urk. 47 E. 5.5.1).

3.1.2. Der  Gesuchsteller  macht  auch  im  Berufungsverfahren  geltend,  dass  die 

Gesuchsgegnerin  mit  ihrem  Partner  lebe,  was  ihre  Kosten  deutlich  reduziere 

(Urk. 53 Rz. 19). Dies wird von der Gesuchsgegnerin bestritten (Urk. 57 S. 4, zu 

Ziff. 19)

- 22 -

3.1.3. Der Gesuchsteller bringt keine konkreten Anhaltspunkte vor, welche auf ein 

Zusammenleben  der  Gesuchsgegnerin  mit  einem  Partner  schliessen  liessen.  Es 

hat daher bei der vorinstanzlichen Feststellung zu bleiben.

3.2. Wohnkosten

3.2.1. Die  Vorinstanz  erwog,  die  Gesuchsgegnerin  mache  Wohnkosten  in  der 

Höhe von EUR 150.– für Wasser, Elektrizität, Wohnungssteuer und Haushalt gel-

tend. Wie gross der Anteil der Stromkosten an diesem Betrag sei, welcher bereits 

durch den Grundbetrag abgedeckt ist, könne sie nicht beziffern. Annahmeweise sei 

davon auszugehen, dass sich die Stromkosten auf EUR 50.– pro Monat beliefen 

und  die  effektiven  Wohnkosten  daher  EUR  100.–  betrügen.  Dies  entspreche  bei 

einem  Wechselkurs  von  0.94  CHF/EUR  einem  Betrag  von  Fr.  94.–  pro  Monat 

(Urk. 47 E. 5.5.2).

3.2.2. Der Gesuchsteller moniert, die Wohn- und Nebenkosten seien lediglich ge-

schätzt worden und insbesondere bei der Position Stromkosten habe die Gesuchs-

gegnerin keine einschlägigen Angaben machen können (Urk. 53 Rz. 19).

3.2.3. Die  Gesuchsgegnerin  reichte  keine  Belege  betreffend  ihre  Wohn-  bzw. 

Wohnnebenkosten ein. Dass Kosten für Wasser, Elektrizität, Wohnungssteuer und 

Haushalt anfallen, wird vom Gesuchsteller jedoch zu Recht nicht bestritten. Auch 

macht er – obwohl er mit den F._____ Verhältnissen vertraut ist und offenbar auch 

die Wohnung der Gesuchsgegnerin kennt (vgl. 55/3) – nicht geltend, die von der 

Gesuchsgegnerin behaupteten Kosten seien nicht realistisch. Entsprechend hat es 

auch diesbezüglich beim vorinstanzlichen Entscheid zu bleiben.

3.3. Kosten für den Arbeitsweg

3.3.1. Die Vorinstanz erwog, die Gesuchsgegnerin bringe vor, es seien ihr für den 

Arbeitsweg  EUR  150.–  an  Benzinkosten  anzurechnen.  Der  Gesuchsteller  führe 

aus, es seien ihr maximal Fr. 100.– für Kosten für den Arbeitsweg anzurechnen. Es 

sei  davon  auszugehen,  dass  die  Gesuchsgegnerin  selbst  am  besten  beurteilen 

könne, wie hoch die Kosten seien, welche ihr monatlich für den Arbeitsweg anfielen. 

- 23 -

Entsprechend seien bei ihr EUR 150.– resp. Fr. 141.– im Bedarf zu berücksichtigen 

(Urk. 47 E. 5.5.4).

3.3.2. Der Gesuchsteller moniert auch bezüglich dieser Bedarfsposition, dass ein-

fach  auf  die  Behauptung  der  Gesuchsgegnerin  abgestellt  worden  sei  (Urk.  53 

Rz. 19).

3.3.3. Die  Gesuchsgegnerin  reichte  keine  Belege  betreffend  ihre  Benzinkosten 

für den Arbeitsweg ein und machte auch keine Angaben zu den Anzahl Kilometern, 

welche sie zurückzulegen hat oder zum Benzinpreis in F._____. Es ist ihr daher 

lediglich der vom Gesuchsteller anerkannte Betrag von Fr. 100.– anzurechnen, wo-

bei diese Kosten erst ab Aufnahme der Arbeitstätigkeit im Oktober 2023 zu berück-

sichtigen sind.

3.4. Kosten für auswärtige Verpflegung

3.4.1. Die Vorinstanz rechnete der Gesuchsgegnerin entsprechend einem 100%-

Pensum  und  angepasst  an  das  Preisniveau  von  F._____  Fr.  99.–  (45%  von 

Fr. 220.–) als Verpflegungskosten an (Urk. 47 E. 5.5.5).

3.4.2. Diese Position wurde von keiner Partei als unzutreffend gerügt. Da der Ge-

suchsgegnerin entgegen dem vorinstanzlichen Entscheid jedoch erst ab März 2025 

ein hypothetisches Einkommen in einem 100%-Pensum anzurechnen ist und sie 

bis dahin nur jeweils an vier Morgen pro Woche arbeitete (Urk. 47 E. 5.2.4), sodass 

sie sich am Mittag zu Hause verpflegen konnte, sind ihr vor März 2025 keine Mehr-

kosten für auswärtige Verpflegung anzurechnen.

3.5. Kommunikationskosten

3.5.1. Die  Vorinstanz  hielt  fest,  die  Gesuchsgegnerin  mache  Kommunikations-

kosten in der Höhe von EUR 50.– geltend. Der Gesuchsteller bringe vor, es sei ihr, 

wenn überhaupt, ein Betrag von Fr. 45.– anzurechnen. Im Sinn der Gleichbehand-

lung seien auch im Bedarf der Gesuchsgegnerin Kommunikationskosten zu berück-

sichtigen  und  zwar  in  der  Höhe  der  geltend  gemachten  EUR  50.–,  was  Fr.  47.– 

entspreche (Urk. 47 E. 5.5.6).

- 24 -

3.5.2. Der Gesuchsteller rügt, auch bei den Kosten für Kommunikation handle es 

sich um eine reine Behauptung der Gesuchsgegnerin, auf welche abgestellt wor-

den sei (Urk. 53 Rz. 19).

3.5.3. Der  Gesuchsteller  anerkannte  vor  Vorinstanz  einen  Betrag  von  Fr.  45.–. 

Angesichts der geringen Differenz hat es bei den Fr. 47.– zu bleiben.

3.6. Besuchsrechtskosten

3.6.1. Die Vorinstanz berücksichtigte im Bedarf der Gesuchsgegnerin keine Kos-

ten für die Ausübung des Besuchsrechts. Sie erwog, die Besuchskosten (Fahrkos-

ten, Verpflegung) fielen regelmässig dem Besuchsberechtigten zur Last. Die Tra-

gung der Kosten berechtige grundsätzlich nicht zur Kürzung der Kinderunterhalts-

beiträge (Urk. 47 E. 5.5.7).

3.6.2. Die Gesuchsgegnerin moniert, die Vorinstanz stütze sich auf die Kommen-

tierung des Basler Kommentars (N 20 zu Art. 273), wobei sie übersehe, dass die 

Kommentatorinnen an der gleichen Stelle auch auf Ausnahmen von diesem Grund-

satz hinwiesen, namentlich wenn die Dauer des Aufenthalts des Kindes beim be-

suchsrechtsberechtigten Elternteil das Übliche weit überschreite; ferner sei bei feh-

lender Leistungsfähigkeit des Unterhaltspflichtigen unter Umständen eine Teilung 

der Kosten angezeigt. In Mängelfällen sei schliesslich ein Ausgleich zwischen dem 

Nutzen des Besuchskontakts für das Kind und dem Interesse an der Deckung des 

Kindesunterhalts zu suchen. Die Nichtberücksichtigung im Bedarf verkenne, dass 

der regelmässige persönliche Verkehr von C._____ mit seiner Mutter insbesondere 

auch im Kindeswohl liege und insofern aus finanziellen Gründen erschwert würde, 

als sie alleine mit dem ihr von der Vorinstanz zugestandenen monatlichen Grund-

betrag von Fr. 540.– die im Rahmen von Besuchen für Reise und Betreuung anfal-

lenden Kosten für C._____ nicht zu finanzieren vermöge (Urk. 46 S. 4).

3.6.3. Kosten  für  die  Besuchsrechtsausübung  können  im  familienrechtlichen 

Existenzminimum  berücksichtigt  werden  (BGE  147  III  265  E.  7.2).  Ob  entspre-

chende Kosten berücksichtigt werden oder nicht, liegt im weiten Ermessen des Ge-

richts. In der Regel ist die Anrechnung nur gerechtfertigt, wenn mit der Ausübung 

- 25 -

des  Besuchsrechts  aufgrund  langer  Distanzen  hohe  Reiseauslagen  verbunden 

sind (BGer 5A_92/2014 vom 23. Juli 2024 E. 3.1). Ausserdem muss die Berück-

sichtigung von Besuchsrechtskosten mit Blick auf die finanzielle Lage der Eltern als 

billig erscheinen. Es dürfen nicht mittelbar die Interessen des Kindes beeinträchtigt 

werden, indem die für den Unterhalt des Kindes notwendigen Mittel für die Kosten 

der Besuchsrechtsausübung verwendet werden. In eigentlichen Mangelfällen, wo 

beide Eltern wirtschaftlich schlecht dastehen, wird ein Ausgleich gesucht werden 

müssen zwischen dem Nutzen, den das Kind aus seinem Kontakt mit dem nicht 

obhutsberechtigten Elternteil zieht, und dem Interesse an der Deckung des Kindes-

unterhalts (BGer 5A_224/2016 vom 13. Juni 2016 E. 5.3.2, m.w.H.). Ferner besteht, 

selbst  wenn  die  Besuchsrechtskosten  in  den  erweiterten  Bedarf  aufgenommen 

werden, kein bedingungsloser Anspruch darauf, dass sämtliche Aufwendungen Be-

rücksichtigung finden. Bei Flugpreisen ist von den günstigsten Tarifen auszugehen 

(Maier, Unterhaltsfestsetzung in der Praxis, Ein Kasuistikhandbuch mit Fallbeispie-

len, 2023, N 1111).

3.6.4. Ein regelmässiger Kontakt zwischen C._____ und der Gesuchsgegnerin ist 

zur  Wahrung  des  Kindeswohls  unabdingbar.  Aufgrund  der  grossen  Distanz  zwi-

schen  dem  Wohnort  der  Gesuchsgegnerin  und  demjenigen  von  C._____  ist 

die Ausübung  des  Besuchsrechts zudem  mit  vergleichsweise  hohen  Kosten  ver-

bunden, wobei die Gesuchsgegnerin offensichtlich nicht in der Lage ist, diese (aus-

schliesslich) aus dem Grundbetrag zu bezahlen. Mithin erscheint es durchaus ge-

rechtfertigt, der Gesuchsgegnerin einen gewissen Betrag für die Ausübung des Be-

suchsrechts zuzugestehen. Die Gesuchsgegnerin macht einen monatlichen Betrag 

von EUR 150.– geltend (Urk. 46 S. 4). Sie zeigt jedoch nicht auf, wie sich dieser 

zusammensetzt und dies ergibt sich auch nicht aus den von ihr eingereichten Kon-

toauszügen (Urk. 65/2). Der grösste Kostenpunkt werden die Reisekosten sein. Ein 

Direktflug von Zürich nach F._____ (Flughafen J._____) und zurück mit Swiss In-

ternational Airlines im Juli/August 2025 gibt es je nach Reisetag und Uhrzeit bereits 

ab Fr. 135.– und im Oktober 2025 ab Fr. 125.– (https://www.ebookers.ch, zuletzt 

besucht am 14. April 2025). C._____ verbringt gemäss dem vorinstanzlichen Ent-

scheid je eine Woche der Sport- und der Herbstferien sowie drei aufeinanderfol-

gende Wochen in den Sommerferien mit der Gesuchsgegnerin. Ausserdem ist jähr-

- 26 -

lich ein Besuchsrecht entweder über die Oster- oder die Pfingsttage sowie jedes 

zweite Jahr vom 24. Dezember bis am 2. Januar vorgesehen (Urk. 47 S. 19 f. Dis-

positivziffer 3), wobei die Flugpreise an diesen Tagen höher sein dürften. Bei vier-

einhalb Flügen pro Jahr à durchschnittlich Fr. 160.– resultiert ein monatlicher Be-

trag von Fr. 60.–, der im Bedarf der Gesuchsgegnerin zu berücksichtigen ist. Wei-

tere Auslagen wie Essen oder Kleidung oder höhere Flugkosten hat sie angesichts 

der engen finanziellen Verhältnissen der gesamten Familie aus ihrem Grundbetrag 

zu  leisten.  Ausserdem  sind  die  Kosten  erst  für  die  Zukunft,  bzw.  der  Einfachheit 

halber ab März 2025, anzurechnen, denn es wäre an der Gesuchsgegnerin gewe-

sen,  die  tatsächlich  bisher  angefallenen,  von  ihr  getragenen  Flugkosten  für 

C._____ zu belegen, was sie jedoch nicht getan hat. Die von ihr diesbezüglich of-

ferierte Parteiaussage (Urk. 57 S. 4, zu Ziff. 23) kann unterbleiben.

4.

Bedarf des Gesuchstellers und C._____

4.1.

 Berücksichtigung der volljährigen G._____

4.1.1. Die Gesuchsgegnerin macht geltend, die volljährige Tochter G._____ habe 

inzwischen eine Vollzeitstelle mit einem Nettolohn von rund Fr. 3'400.–, sodass sie 

ihren Unterhalt selbst zu bestreiten vermöge und der Gesuchsteller nicht auch noch 

für diese aufzukommen habe (Urk. 57 S. 4, zu Ziff. 24). Es sei zu berücksichtigen, 

dass die Tochter nach wie vor beim Gesuchsteller wohne und auch einen Teil der 

Haushaltskosten selbst trage (Urk. 57 S. 6, zu Ziff. 49).

4.1.2. Wie  der  Gesuchsteller  zu  Recht  vorbringt  (Urk.  61  Rz.  18),  hat  die  Vor-

instanz G._____ bereits insoweit berücksichtigt, als für sie ebenfalls ein Wohnkos-

tenanteil ausgeschieden wurde, was den Bedarf des Gesuchstellers und C._____ 

reduziert. Eine weitergehende Berücksichtigung von G._____ rechtfertigt sich hin-

gegen nicht. Es ist nicht die Aufgabe von G._____, den Unterhalt von C._____ mit-

zufinanzieren. Allfällige von ihr eingekaufte Lebensmittel für die Familie sind daher 

nicht zu berücksichtigen.

4.2. Steuern

- 27 -

Wie zu zeigen sein wird (unten E. III. 6), ist die Gesuchsgegnerin bis Ende Februar 

2025 nicht in der Lage, einen Unterhaltsbeitrag für C._____ zu leisten, sodass in 

dieser Zeit auch kein Steueranteil für C._____ auszuscheiden ist. Die von der Vor-

instanz  errechnete  monatliche  Steuerlast  von  C._____  von  Fr.  55.–,  welche  von 

keiner  Partei  als  unrichtig  gerügt  wird,  und  die  sich  auch  nicht  als  offensichtlich 

unzutreffend erweist, ist daher erst ab dem 1. März 2025 zu berücksichtigen.

4.3.

Im Übrigen wurden die von der Vorinstanz angerechneten Bedarfspositionen 

des Gesuchstellers und C._____ nicht als unzutreffend gerügt und diese erweisen 

sich auch nicht als offensichtlich unrichtig, sodass von diesen auszugehen ist.

5.

Übersicht finanzielle Verhältnisse

Die finanziellen Verhältnisse der Parteien und C._____ präsentieren sich demnach 

wie folgt (Änderungen zum vorinstanzlichen Entscheid fett):

Einkommen (netto, inkl. 13. 
Monatslohn):

Gesuchsteller:
Fr. 4'312.–

Gesuchsgegnerin:
Fr. 0.–
Ab 1.10.23: Fr. 737.–
Ab 1.3.25: Fr. 1'706.–

C._____:
Fr. 250.– 

Ab 1.1.25: Fr. 268.–

Familienzulagen:
Betreibungsrechtliches 
Existenzminimum:
Grundbetrag:
Wohnkosten:

Krankenkasse KVG (abz. 
IPV):

Regelmässige, ungedeckte 
Gesundheitskosten:
Fahrten zum Arbeitsplatz:
Mehrkosten auswärtige 
Verpflegung:
Familienrechtliches 
Existenzminimum:
Steuern:
Radio/TV:
Pauschale für Hausrat- und 
Haftpflichtversicherung: 
Kommunikationskosten (inkl. 
Internet):
Krankenkasse VVG:
Abzahlungsraten Schulden:
Besuchsrechtskosten:
Total:

Fr. 1'350.–
Fr. 850.–
Ab 1.5.24: Fr. 1'000.–
Fr. 293.–
Ab 1.1.24: Fr. 161.–
-

Fr. 540.–
Fr. 94.–

-

Fr. 47.–

Fr. 600.–
Fr. 425.–
Ab 1.5.24: Fr. 500.–
Fr. 110.–
Ab 1.1.24: Fr. 48.–
-

Fr. 128.–
Fr. 220.–

Ab 1.10.23: Fr. 100.–
Ab 1.3.25: Fr. 99.–

-
-

Fr. 166.–
Fr. 30.–
Fr. 30.–

Fr. 120.–

Fr. 53.–
Fr. 50.–

Fr. 3'290.–

-
-
-

Ab 1.3.25: Fr. 55.–
-
-

Fr. 47.–

-

-
-
Ab 1.3.25: Fr. 60.–
Fr. 728.–
Ab 1.10.23: Fr. 828.–

Fr. 33.–
-

Fr. 1'168.–

Ab 1.1.24: Fr. 3'158.–
Ab 1.5.24: Fr. 3'308.–

Ab 1.1.24: Fr. 1'106.–
Ab 1.5.24: Fr. 1'181.–

- 28 -

Ab 1.3.25: Fr. 1'236.–

Ab 1.3.25: Fr. 987.–

Zur Vermeidung einer Vielzahl von Unterhaltsphasen ist für die Zeit vom 1. Oktober 

2023  bis  zum  28.  Februar  2025  beim  Gesuchsteller  und  C._____  von  Durch-

schnittswerten  auszugehen.  Beim  Gesuchsteller  resultiert  ein  durchschnittlicher 

(familienrechtlicher) Bedarf von gerundet Fr. 3'270.– (3 Monate à Fr. 3'290.–, 4 Mo-

nate à Fr. 3'158.– und 10 Monate à Fr. 3'308.–) und bei C._____ von Fr. 1'161.– 

(3 Monate à Fr. 1'168.–, 4 Monate à Fr. 1'106.– und 10 Monate à Fr. 1'181.–).

6.

Konkrete Unterhaltsberechnung

6.1. Phase 1: 1. Mai 2023 bis 30. September 2023

Dem Gesamteinkommen von Fr. 4'562.– (Fr. 4'312.– Gesuchsteller und Fr. 250.– 

Kinderzulagen) stehen die betreibungsrechtlichen Existenzminima des Gesuchstel-

lers  von  Fr. 2'841.–,  der  Gesuchsgegnerin  von  Fr.  681.–  und  von  C._____  von 

Fr. 1'135.– gegenüber, womit ein Fehlbetrag von Fr. 95.– resultiert. Entsprechend 

besteht für diese Phase kein Platz, um auch die Positionen des erweiterten (famili-

enrechtlichen) Bedarfs zu berücksichtigen (BGE 147 III 265 E. 7.2). Mangels Leis-

tungsfähigkeit der Gesuchsgegnerin ist in dieser Phase kein Kinderunterhaltsbei-

trag  festzusetzen,  sondern  einzig  der  Fehlbetrag  von  Fr. 885.–  (Fr.  250.–  - 

Fr. 1'135.–) im Sinne von Art. 287a lit. c ZGB und Art. 301a lit. c ZPO festzuhalten.

- 29 -

6.2. Phase 2: 1. Oktober 2023 bis 28. Februar 2025

Dem Gesamteinkommen von Fr. 5'301.– (Fr. 4'312.– Gesuchsteller, Fr. 737.– Ge-

suchsgegnerin  und  Fr.  252.–  Kinderzulagen)  steht  ein  Gesamtbedarf  (familien-

rechtliches Existenzminimum) von Fr. 5'259.– (Fr. 3'270.– Gesuchsteller, Fr. 828.– 

Gesuchsgegnerin  und  Fr.  1'161.–  C._____)  gegenüber.  Mangels  Leistungsfähig-

keit der Gesuchsgegnerin (- Fr. 91.–) ist in dieser Phase kein Unterhaltsbeitrag für 

C._____ festzusetzen. Ein Mankofall liegt nicht vor (vgl. BGE 147 III 256 E. 7.2).

6.3. Phase 3: Ab 1. März 2025

Dem Gesamteinkommen von Fr. 6'286.– (Fr. 4'312.– Gesuchsteller, Fr. 1'706.– Ge-

suchsgegnerin  und  Fr.  268.–  Kinderzulagen)  steht  ein  Gesamtbedarf  (familien-

rechtliches Existenzminimum) von Fr. 5'570.– (Fr. 3'308.– Gesuchsteller, Fr. 987.– 

Gesuchsgegnerin  und  Fr. 1'236.–  C._____)  gegenüber.  Der  Barbedarf  von 

C._____ beläuft sich nach Abzug der Kinderzulagen auf Fr. 968.–. Die Leistungs-

fähigkeit der Gesuchsgegnerin beträgt Fr. 719.–. Entsprechend hat sie einen Kin-

derunterhalt (Barunterhalt) in dieser Höhe zu leisten. Ein Manko von C._____ ist 

nicht festzuhalten (vgl. BGE 147 III 265 E. 7.2). 

7. Grundlagen der Unterhaltsberechnung

7.1. Die Gesuchsgegnerin beantragt, es sei in Dispositivziffer 6 für die gesamte 

Dauer des Getrenntlebens ein Einkommen von ihr von Fr. 650.– im Monat festzu-

halten (Urk. 46 S. 2).

7.2. Der Deklarationspflicht gemäss Art. 301a ZPO ist Genüge getan, wenn Ein-

kommen und Vermögen jedes Elternteils und jedes Kindes aus den Erwägungen 

hervorgehen. Solches braucht nicht (erneut) im Dispositiv vermerkt zu werden. Ins 

Urteilsdispositiv müssen einzig die Kinderunterhaltsbeiträge sowie gegebenenfalls 

der zur Deckung des gebührenden Unterhalts jedes Kindes fehlende Betrag und 

die  Anpassung  an  die  Veränderung  der  Lebenshaltungskosten  aufgenommen 

werden (Botschaft Kindesunterhalt, BBl 2014 S. 529 ff., S. 581). Entsprechend er-

übrigt sich vorliegend eine Anpassung von Dispositivziffer 6 des angefochtenen Ur-

teils. Vielmehr kann diese Ziffer ersatzlos aufgehoben werden, nachdem die Ein-

- 30 -

künfte vorstehend dargetan wurden und die Parteien über kein unterhaltrelevantes 

Vermögen verfügen.

IV. Kosten- und Entschädigungsfolgen

1.

Erstinstanzliche Kosten- und Entschädigungsfolgen

Die Vorinstanz setzte die Entscheidgebühr auf Fr. 3'000.– fest, schlug die Kosten 

für die Übersetzung von Fr. 322.50 hinzu und auferlegte die Kosten den Parteien 

je  zur  Hälfte.  Die  Parteientschädigung  schlug  sie  wett  (Urk.  47  E.  6.1).  Von  den 

Parteien wird weder die Höhe der erstinstanzlichen Gerichtskosten noch deren Ver-

teilung beanstandet. Die Höhe der erstinstanzlichen Gerichtskosten erscheint an-

gemessen. Auch die Auferlegung der Kosten ist trotz der vorzunehmenden Korrek-

tur hinsichtlich der Kinderunterhaltsbeiträge nicht zu beanstanden. Demnach sind 

die erstinstanzlichen Kosten- und Entschädigungsfolgen zu bestätigen.

2.

Zweitinstanzliche  Kosten-  und  Entschädigungsfolgen  /  Prozesskostenbei-

trag / Unentgeltliche Rechtspflege

2.1.

In Anwendung von § 5 Abs. 1, § 6 Abs. 2 lit. b sowie § 12 Abs. 1 und Abs. 2 

GebV OG ist die Entscheidgebühr für das Berufungsverfahren auf Fr. 3'000.– fest-

zusetzen.

2.2. Berufungsgegenstand  bilden  einzig  die  Kinderunterhaltsbeiträge  und  damit 

ausschliesslich vermögensrechtliche Kinderbelange. Die Prozesskosten sind daher 

in Anwendung von Art. 106 ZPO nach Obsiegen und Unterliegen zu verteilen. Die 

Gesuchsgegnerin  beantragt,  dass  von  Unterhaltszahlungen  abzusehen  sei.  Der 

Gesuchsteller ersucht um Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils. Ausgehend von 

einer Gültigkeit der vorliegenden Eheschutzmassnahmen bis Ende Juni 2026 ver-

pflichtete die Vorinstanz die Gesuchsgegnerin zu Unterhaltsbeiträgen von insge-

samt Fr. 25'830.– (35 Monate à Fr. 738.–). Mit diesem Urteil wird die Gesuchsgeg-

nerin zu Unterhaltsleistungen von total Fr. 11'504.– (16 Monate à Fr. 719.–) ver-

pflichtet. Folglich obsiegt die Gesuchsgegnerin zu gerundet 55%, weshalb ihr die 

Kosten  für  das  zweitinstanzliche  Verfahren  im  Umfang  von  Fr.  1'350.–  und  dem 

Gesuchsteller im Umfang Fr. 1'650.– aufzuerlegen sind (Art. 106 Abs. 1 und Abs. 2 

- 31 -

ZPO).  Wie  sogleich  zu  zeigen  sein  wird,  ist  beiden  Parteien  die  unentgeltliche 

Rechtspflege zu gewähren (Art. 117 ZPO), sodass die Gerichtskosten einstweilen 

auf die Gerichtskasse zu nehmen sind.

2.3. Entgegen  der  Ansicht  des  Gesuchstellers  (Urk.  53  Rz.  6)  ist  offensichtlich, 

dass  sich  der  Antrag  der  Gesuchsgegnerin  betreffend  Kosten-  und  Entschädi-

gungsfolgen (Urk. 46 S. 2) auf das Berufungsverfahren als Ganzes und nicht bloss 

auf  ihren  prozessualen  Antrag  um  Prozesskostenbeitrag  bzw.  unentgeltliche 

Rechtspflege bezieht. So beantragt sie in ihrer Begründung unter Ziff. IV, dass die 

Kosten-  und  Entschädigungen  ausgangsgemäss,  eventualiter  gemäss  Art.  107 

Abs. 1 lit. c ZPO nach Ermessen zu verteilen seien. Ihre Ausführungen zum Mate-

riellen finden sich in Ziff. II und jene zur unentgeltlichen Rechtspflege in Ziff. III. Bei 

diesem Ausgang des Verfahrens ist der  Gesuchsgegnerin daher antragsgemäss 

eine (auf 10%) reduzierte Parteientschädigung zuzusprechen (Art. 106 Abs. 1 und 

Abs.  2  ZPO  i.V.m.  Art. 95  Abs. 1  lit. b  ZPO).  In  Anwendung  von  §  5  Abs. 1,  §  6 

Abs. 3, § 11 Abs. 1 und Abs. 2 sowie § 13 Abs. 1 und Abs. 2 AnwGebV ist die volle 

Entschädigung auf Fr. 4'000.– zzgl. 8.1% MwSt. (Fr. 324.–) festzusetzen. Folglich 

ist der Gesuchsteller zu verpflichten, der Gesuchsgegnerin eine reduzierte Partei-

entschädigung in der Höhe von Fr. 433.– zu bezahlen.

2.4. Beide  Parteien  ersuchen  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege 

inkl. Rechtsverbeiständung für das Berufungsverfahren (Urk. 46 S. 2; Urk. 53 S. 2).

2.5. Eine  Person  hat  Anspruch  auf  unentgeltliche  Rechtspflege,  wenn  sie  nicht 

über die erforderlichen Mittel verfügt und ihre Rechtsbegehren nicht aussichtslos 

erscheinen (Art. 117 ZPO). Für die Beurteilung der Frage, ob eine Partei als mittel-

los im Sinne von Art. 117 lit. a ZPO zu betrachten ist, muss ihre gesamte aktuelle 

wirtschaftliche Situation berücksichtigt werden. Die gesuchstellende Partei hat so-

wohl ihre Einkommens- als auch ihre Vermögensverhältnisse vollständig darzule-

gen und soweit möglich zu belegen (vgl. Art. 119 Abs. 2 ZPO). Sie hat ihre Mittel-

losigkeit glaubhaft zu machen (BK ZPO-Bühler, Art. 119 N 38). Gemäss dem soge-

nannten Effektivitätsgrundsatz darf dabei aber nur Einkommen und Vermögen be-

rücksichtigt werden, das im Zeitpunkt der Entscheidung über das Armenrechtsge-

such effektiv vorhanden und verfügbar oder wenigstens kurzfristig realisierbar ist. 

- 32 -

Jede hypothetische Einkommens- oder Vermögensaufrechnung ist daher unzuläs-

sig (BK ZPO I-Bühler, Art. 117 N 8 f.). Zu beachten ist ferner, dass aufgrund der 

Subsidiarität der unentgeltlichen Rechtspflege der Anspruch auf einen Prozesskos-

tenvorschuss bzw. -beitrag gegenüber dem Ehegatten dem Anspruch auf unent-

geltliche  Rechtpflege  vorgeht.  Eine  gesuchstellende  Partei  hat  daher  entweder 

auch einen Antrag auf Ausrichtung eines Prozesskostenvorschusses bzw. -beitra-

ges zu stellen oder aber im Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege darzulegen, 

weshalb ihrer Ansicht nach auf ein Verfahren auf Zahlung eines Prozesskostenvor-

schusses verzichtet werden kann, so dass das Gericht diese Auffassung vorfrage-

weise überprüfen kann (BGer 5D_83/2015 vom 6. Januar 2016 E. 2.1, m.w.H.). Auf 

diese Ausführungen kann verzichtet werden, wenn im konkreten Fall die Mittello-

sigkeit  des  anderen  Ehegatten  gleichsam  offensichtlich  bzw.  augenfällig  ist,  so 

dass es einem überspitzten Formalismus gleichkäme, eine formale Erörterung der 

Aussichtslosigkeit  eines  Prozesskostenvorschussgesuches  zu  verlangen  (BGer 

5A_244/2019 vom 15. April 2019 E. 4).

2.6. Die Gesuchsgegnerin stellt vorliegend zwar keinen Antrag auf Zusprechung 

eines Prozesskostenbeitrages, aus ihrer Begründung geht jedoch hervor, dass sie 

– zur Recht – davon ausgeht, der Gesuchsteller werde infolge seiner Mittellosigkeit 

keinen Prozesskostenbeitrag bezahlen können. So erzielt dieser zwar ein monatli-

ches Einkommen von Fr. 4'312.– netto (Urk. 10/3; Urk. 26/1; 50/1), welches einem 

Bedarf (seit 1. Mai 2024) von Fr. 3'308.– gegenübersteht (oben E. III. 5), den Über-

schuss von Fr. 1'004.– benötigt er jedoch zur Deckung des Bedarfs von C._____, 

da die Gesuchsgegnerin derzeit effektiv lediglich rund Fr. 621.– im Monat verdient 

(oben E. III. 2.1.5) und damit nicht einmal in der Lage ist, ihren eigenen Bedarf zu 

decken. Was das Vermögen anbelangt, verfügte der Gesuchsteller per Ende Okto-

ber 2024 über ein Bankguthaben von Fr. 19'872.– (Urk. 55/7). Dieses ist ihm ange-

sichts der finanziellen Situation als sog. "Notgroschen" zu belassen. Somit ist der 

Gesuchsteller mittellos, sodass ein Antrag der Gesuchsgegnerin um Prozesskos-

tenbeitrag auch abzuweisen gewesen wäre.

Wie vorstehend gezeigt, hat die Gesuchsgegnerin einkommensmässig als mittellos 

zu gelten, da sie mit ihrem derzeitigen Einkommen ihren Bedarf nicht zu decken 

- 33 -

vermag. Was ihr Vermögen betrifft, verfügte die Gesuchsgegnerin per Ende 2023 

bei der Bank K._____ über ein Guthaben von EUR 534.32 und bei der Postfinance 

über Fr. 134.37 (Urk. 3/8; Urk. 3/9). Da sie über kein bedarfsdeckendes Einkommen 

verfügt, ist glaubhaft, dass sie seither kein Vermögen äufnen konnte. Ihr einziger 

Vermögenswert ist somit die von ihr selbst bewohnte Liegenschaft. Angesichts ih-

res Einkommens ist jedoch offensichtlich, dass keine Belehnung möglich ist. Ein 

Verkauf ist ebenfalls nicht zumutbar. Die Gesuchsgegnerin gilt daher auch vermö-

gensmässig  als  mittellos.  Weiter  waren  ihre  Anträge  nicht  von  vornherein  aus-

sichtslos.  Da  die  Gesuchsgegnerin  als  rechtsunkundige  Person  für  die  sachge-

rechte Wahrung ihrer Rechte im vorliegenden Berufungsverfahren auf anwaltlichen 

Beistand  angewiesen  war,  ist  ihr  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen 

Rechtspflege zu bewilligen, und es ist ihr Rechtsanwalt lic. iur. X2._____ als unent-

geltlicher Rechtsbeistand zu bestellen. Die Gesuchsgegnerin ist auf die Nachzah-

lungspflicht nach Art. 123 ZPO hinzuweisen.

2.7. Der  Gesuchsteller  stellt  ebenfalls  keinen  Antrag  auf  Verpflichtung  der  Ge-

suchsgegnerin  zur  Leistung  eines  Prozesskostenbeitrags.  Er  begründete  jedoch 

ausreichend, weshalb er darauf verzichtete (Urk. 53 Rz. 46 f.). Wie vorstehend ge-

zeigt, ist die Gesuchsgegnerin ebenfalls mittellos, weshalb ein entsprechender An-

trag abzuweisen gewesen wäre. Da auch die Rechtsbegehren des Gesuchstellers 

nicht von vornherein aussichtslos waren und er als rechtsunkundige Person für die 

sachgerechte Wahrung ihrer Rechte im Berufungsverfahren auf anwaltlichen Bei-

stand angewiesen war, ist dem Gesuchsteller die unentgeltliche Rechtspflege zu 

bewilligen, und es ist ihm Rechtsanwalt lic. iur. Y._____ als unentgeltlicher Rechts-

beistand  zu  bestellen.  Der  Gesuchsteller  ist  auf  die  Nachzahlungspflicht  nach 

Art. 123 ZPO hinzuweisen.

Es wird beschlossen:

1.

Es wird vorgemerkt, dass die Dispositivziffern 1, 2, 3, 4 und 7 des Urteils des 

Einzelgerichts  im  summarischen  Verfahren  am  Bezirksgericht  Bülach  vom 

4. Oktober 2024 in Rechtskraft erwachsen sind.

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2.

Der Antrag der Gesuchsgegnerin, es sei eine mündliche Berufungsverhand-

lung durchzuführen, wird abgewiesen.

3.

Dem Gesuchsteller wird für das zweitinstanzliche Verfahren die unentgeltliche 

Rechtspflege gewährt, und es wird ihm Rechtsanwalt lic. iur. Y._____ als un-

entgeltlicher Rechtsbeistand bestellt. Der Gesuchsteller wird auf die Nachzah-

lungspflicht nach Art. 123 ZPO hingewiesen.

4.

Der Gesuchsgegnerin wird für das zweitinstanzliche Verfahren die unentgelt-

liche Rechtspflege gewährt, und es wird ihr Rechtsanwalt lic. iur. X2._____ 

als unentgeltlicher Rechtsbeistand bestellt. Die Gesuchsgegnerin wird auf die 

Nachzahlungspflicht nach Art. 123 ZPO hingewiesen. 

5.

Schriftliche Mitteilung und Rechtsmittelbelehrung mit nachfolgendem Erkennt-

nis.

Es wird erkannt:

1.

Dispositivziffer 5 des Urteils des Einzelgerichts im summarischen Verfahren 

am Bezirksgericht Bülach vom 4. Oktober 2024 wird aufgehoben und wie folgt 

ersetzt:

"5. Die Gesuchsgegnerin wird verpflichtet, dem Gesuchsteller an die Kosten 

des Unterhalts von C._____ für die Dauer des Getrenntlebens monatlich 

im Voraus auf den Ersten des Montas zahlbare Unterhaltsbeiträge wie 

folgt zu bezahlen:

Fr. 719.– ab 1. März 2025 (davon Fr. 0.– Betreuungsunterhalt) zuzüglich 

allfällige  von  ihr  bezogene  gesetzliche  oder  vertragliche  Familienzula-

gen."

Im Übrigen wird die Berufung abgewiesen.

2.

Dispositivziffer 6 des Urteils des Einzelgerichts im summarischen Verfahren 

am Bezirksgericht Bülach vom 4. Oktober 2024 wird ersatzlos aufgehoben.

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3.

Die erstinstanzliche Kosten- und Entschädigungsregelung (Dispositivziffern 8, 

9 und 10) wird bestätigt. 

4.

5.

Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 3'000.– festgesetzt.

Die Gerichtskosten für das zweitinstanzliche Verfahren werden dem Gesuch-

steller im Umfang von Fr. 1'650.– und der Gesuchsgegnerin im Umfang von 

Fr.  1'350.–  auferlegt,  jedoch  zufolge  der  beiden  Parteien  gewährten  unent-

geltlichen Rechtspflege einstweilen auf die Gerichtskasse genommen.

6.

Der  Gesuchsteller  wird  verpflichtet,  der  Gesuchsgegnerin  für  das  zweitin-

stanzliche Verfahren eine Parteientschädigung von Fr. 433.– zu bezahlen.

7.

Schriftliche  Mitteilung  an  die  Parteien,  an  das  Migrationsamt  des  Kantons 

Zürich mit Formular sowie an die Vorinstanz, je gegen Empfangsschein.

Nach  unbenutztem  Ablauf  der  Rechtsmittelfrist  gehen  die  erstinstanzlichen 

Akten an die Vorinstanz zurück.

8.

Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 

30  Tagen  von  der  Zustellung  an  beim  Schweizerischen  Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14,  einzureichen.  Zulässigkeit  und  Form  einer  solchen  Be-

schwerde  richten  sich  nach  Art. 72 ff.  (Beschwerde  in  Zivilsachen)  oder 

Art. 113 ff.  (subsidiäre  Verfassungsbeschwerde)  in  Verbindung  mit  Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG).

Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG. 

Es handelt sich um eine vermögensrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert übersteigt 
Fr. 30'000.–.

Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung.

Hinsichtlich des Fristenlaufs gelten die Art. 44 ff. BGG.

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Zürich, 29. April 2025

Obergericht des Kantons Zürich
I. Zivilkammer

Die Gerichtsschreiberin:

MLaw N. Paszehr

versandt am:
jo