# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3adeebd4-5c29-5dca-9db7-b371fe0e66b3
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-05-23
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 23.05.2008 D-1433/2007
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-1433-2007_2008-05-23.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-1433/2007/teb/huj
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 3 .  M a i  2 0 0 8

Richter Bendicht Tellenbach (Vorsitz), 
Richter Daniel Schmid, Richter Martin Zoller,
Gerichtsschreiber Jürg Hünerwadel.

A._______, dessen Ehefrau B._______, und die Kinder 
C._______, D._______, E._______, F._______, 
G._______, und H._______, Kolumbien, c/o schweizeri-
sche Vertretung in Bogotá,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 
3003 Bern,
Vorinstanz.

Einreisebewilligung und Asyl; Verfügung des BFM vom 
21. Dezember 2006.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-1433/2007

Sachverhalt:

A.
Mit bei der schweizerischen Vertretung in Bogotá eingereichter Einga-
be vom 1. September 2006 ersuchte der Beschwerdeführer für sich, 
seine Ehefrau und die (teils  gemeinsamen,  teils  aus erster  Ehe des 
Beschwerdeführers stammenden) Kinder um Gewährung von Asyl  in 
der Schweiz. Zur Begründung machte er im Wesentlichen geltend, er 
und  seine  Familie  stammten  aus  I._______,  wo  er  im  Bergbau 
gearbeitet  habe  und  freundschaftliche  Beziehungen  zu  Angestellten 
der öffentlichen Sicherheitsorgane pflege. Aus diesem Grund würden 
ihn  Angehörige  der  FARC  (Fuerzas  Armadas  Revolucionarias  de 
Colombia) als Informanten beschuldigen und ihn und seine Familie seit 
Monaten verfolgen. Sie seien ehrenhafte Personen, die stets nur in der 
Landwirtschaft  und  im  Bergbau  gearbeitet  hätten  und  welche  mit 
friedlichen Mitteln die bäuerliche Bevölkerung organisiert  hätten,  um 
Entwicklungsprojekte  zu  initiieren;  für  die  aufständischen 
Gruppierungen  gälten  ihre  Friedensbemühungen  indessen  als 
verwerflich. Er bitte daher die schweizerischen Behörden um Schutz 
für sich und seine Familie.

Zur Stützung ihrer Vorbringen reichten die Beschwerdeführer mehrere 
Beweismittel (in Kopie) zu den Akten, darunter eine Bittschrift des Be-
schwerdeführers  vom  11.  Juli  2006  an  den  kolumbianischen  Innen- 
und Justizminister,  ein  entsprechendes Antwortschreiben des Innen- 
und Justizministeriums vom 18. August 2006, ein Protokoll im Zusam-
menhang  mit  einer  vom Beschwerdeführer  bei  der  kolumbianischen 
Generalstaatsanwaltschaft  eingereichten  Strafanzeige,  drei  den  Be-
schwerdeführer betreffende Drohschreiben der "Frente 21" der FARC-
EP,  und  ein  Schreiben  der  kolumbianischen  Polizei  vom  3.  August 
2006 an den Beschwerdeführer.

B.
Am 17. Oktober 2006 reichten die Beschwerdeführer in der Folge den 
ihnen von der schweizerischen Vertretung abgegebenen Fragebogen 
zu den Akten. Gemäss ihren Angaben haben sie bislang weder bei ei-
ner schweizerischen Amtsstelle noch bei einer Behörde eines anderen 
Staates um Schutz nachgesucht. Sie haben ferner ihren Heimatstaat 
noch nie verlassen und verfügen ausserhalb Kolumbiens weder über 
familiäre noch anderweitige Beziehungen.

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C.
Die schweizerische Vertretung in Bogotá übermittelte die Akten in der 
Folge am 7. November 2006 zuständigkeitshalber an das BFM.

D.
Das  BFM  verweigerte  den  Beschwerdeführern  mit  Verfügung  vom 
21. Dezember 2006 die Einreise in die Schweiz und lehnte deren Asyl-
gesuch ab. Zur Begründung führte es aus, es sei den Beschwerdefüh-
rern möglich, von den Behörden ihres Heimatstaates Schutz zu erhal-
ten. Der kolumbianische Staat verfüge grundsätzlich über eine funktio-
nierende und effiziente Schutzinfrastruktur und bekämpfe die Aktivitä-
ten der Guerilla im Rahmen des Möglichen. Zudem handle es sich bei 
den Beschwerdeführern nicht um landesweit bekannte Persönlichkei-
ten, weshalb nicht davon auszugehen sei,  dass ihre Verfolger sie an 
einem beliebigen Wohnort in Kolumbien ausfindig machen wollten und 
könnten. Den Beschwerdeführern stehe daher die Möglichkeit einer in-
nerstaatlichen Fluchtalternative offen. Im Übrigen hätten sie keine be-
sonders nahen Beziehungen zur Schweiz geltend gemacht,  weshalb 
es ihnen zuzumuten sei, in einem anderen Land um Schutz nachzusu-
chen, insbesondere in einem der Nachbarstaaten Kolumbiens, welche 
die Flüchtlingskonvention und das entsprechende Zusatzprotokoll rati-
fiziert  hätten und sich grundsätzlich an das Gebot des Non-Refoule-
ment von Art. 33 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechts-
stellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) halten würden. Vor diesem 
Hintergrund  sei  den Beschwerdeführern  die  Einreise  in  die  Schweiz 
nicht zu bewilligen und ihr Asylgesuch abzuweisen.

E.
Mit  an  die  schweizerische  Vertretung  in  Bogotá  gerichteter  Eingabe 
vom 6. Februar  2007 (Posteingang bei  der  Botschaft  am 7. Februar 
2007) erhoben die Beschwerdeführer gegen die Verfügung des BFM 
vom 21. Dezember 2006 Beschwerde, welche in der Folge zuständig-
keitshalber  an  das  Bundesverwaltungsgericht  weitergeleitet  wurde 
(Posteingang beim Bundesverwaltungsgericht: 26. Februar 2007). Zur 
Begründung ihrer Beschwerde brachten die Beschwerdeführer im We-
sentlichen vor, ihre Situation in Kolumbien sei angesichts der psychi-
schen Traumatisierung und der Panik, in welcher sie leben müssten, 
absolut hoffnungslos. Sie verlangten von der Schweizerischen Regie-
rung nicht anderes als einen sicheren Ort zum leben.

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F.
In ihrer Vernehmlassung vom 18. März 2008 – welche den Beschwer-
deführern zur Kenntnis gebracht  wurde – hielt  die Vorinstanz an der 
angefochtenen Verfügung fest und beantragte die Abweisung der Be-
schwerde.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005 (VGG, SR 173.32)  beurteilt  das Bundesverwaltungsgericht  Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 
20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 
172.021),  sofern  keine  Ausnahme  nach  Art.  32  VGG  vorliegt.  Als 
Vorinstanzen gelten die in Art. 33 und 34 VGG genannten Behörden. 
Dazu gehören Verfügungen des BFM gestützt auf das Asylgesetz; das 
Bundesverwaltungsgericht  entscheidet  in  diesem  Bereich  endgültig 
(Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 
83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, 
SR 173.110]). Gemäss ständiger Praxis erstreckt sich sodann die Zu-
ständigkeit der Beschwerdeinstanz aufgrund des engen sachlichen Zu-
sammenhangs auch auf die Verweigerung der Einreisebewilligung im 
Sinne von Art. 20 Abs. 2 AsylG (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen 
der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2000 Nr. 12).

1.2 Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrich-
tige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachver-
halts  und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  (Art.  106  Abs.  1 
AsylG).

1.3 Die Beschwerde ist nicht in einer Amtssprache des Bundes abge-
fasst. Auf die Ansetzung einer Frist zur Beschwerdeverbesserung kann 
indessen verzichtet werden, da der in Spanisch verfassten Beschwer-
deeingabe genügend klare, sinngemässe Rechtsbegehren und deren 
Begründung zu entnehmen sind und ohne weiteres darüber befunden 
werden kann.

1.4 Der  Zeitpunkt  der  Eröffnung der  angefochtenen Verfügung steht 
mangels Vorliegens einer Empfangsbestätigung nicht fest. Angesichts 

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der Tatsache, dass die Beweislast für die Zustellung an die Partei der 
eröffnenden  Behörde  obliegt  (vgl.  Fritz  Gygi,  Bundesverwaltungs-
rechtspflege, 2. Aufl.,  Bern 1983, S. 61) ist daher zugunsten der Be-
schwerdeführer davon auszugehen, dass ihre am 7. Februar 2007 bei 
der  schweizerischen  Vertretung  in  Bogotá  eingelangte  Beschwerde 
rechtzeitig erfolgt ist.

2.
Die  Beschwerde  ist  somit  –  abgesehen vom sprachlichen  Mangel  – 
form-  und  fristgerecht  eingereicht;  die  Beschwerdeführer  sind  legiti-
miert (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 und 50 und 52 ff. VwVG). Auf die Be-
schwerde ist mithin einzutreten.

3.

3.1 In formeller Hinsicht ist zunächst festzuhalten, dass gemäss Art. 
19 AsylG ein Asylgesuch im Ausland bei einer schweizerischen Vertre-
tung gestellt werden kann, welche es mit einem Bericht an das Bun-
desamt überweist  (Art. 20 Abs. 1 AsylG). Die schweizerische Vertre-
tung führt mit der asylsuchenden Person in der Regel eine Befragung 
durch (Art. 10 Abs. 1 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 über 
Verfahrensfragen  [AsylV 1,  SR  142.311]).  Ist  dies  nicht  möglich,  so 
wird  die  asylsuchende  Person  von  der  Vertretung  aufgefordert,  ihre 
Asylgründe schriftlich festzuhalten (Art. 10 Abs. 2 AsylV 1). Das Bun-
desverwaltungsgericht  hat  in  Auslegung  dieser  Bestimmungen  in  ei-
nem Entscheid  vom 27. November  2007 i.S. E-6148/2006 (publiziert 
unter BVGE 2007/30) erkannt, dass sich die Unmöglichkeit einer Be-
fragung aus organisatorischen oder kapazitätsmässigen Gründen bei 
der jeweiligen Vertretung, aus faktischen Hindernissen im betreffenden 
Land oder aus bei der asylsuchenden Person liegenden persönlichen 
Gründen ergeben kann (vgl. BVGE a.a.O. E. 5.2 und 5.3). Da die An-
hörung der Sachverhaltserstellung sowie der Gewährung des rechtli-
chen Gehörs dient (vgl. BVGE a.a.O. E. 5.5), ist die asylsuchende Per-
son bei gegebener Unmöglichkeit einer Anhörung unter Hinweis auf ih-
re Mitwirkungspflicht in einem individualisierten Schreiben mittels kon-
kreter Fragen aufzufordern, ihre Asylgründe schriftlich festzuhalten; ein 
standardisiertes Schreiben vermag diesen Anforderungen damit in al-
ler Regel nicht zu genügen (BVGE a.a.O. E. 5.4). Allerdings kann sich 
eine Befragung beziehungsweise eine schriftliche Sachverhaltsabklä-
rung erübrigen, wenn der Sachverhalt bereits aufgrund des eingereich-
ten Asylgesuchs als entscheidreif erstellt erscheint; der asylsuchenden 

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Person ist aber diesfalls immerhin im Sinne des rechtlichen Gehörs die 
Gelegenheit  zu  geben,  sich  zu einem abzusehenden negativen Ent-
scheid  zumindest  schriftlich  zu  äussern  (BVGE  a.a.O.  E.  5.7). 
Schliesslich ist  das Bundesamt in jedem Fall gehalten, das Absehen 
von einer Befragung in der Verfügung über das Asylgesuch zu begrün-
den (BVGE a.a.O. E. 5.6 sowie 5.7).

3.2

3.2.1 Im vorliegenden  Fall  wurden  die  Beschwerdeführer  weder  von 
der schweizerischen Vertretung in  Bogotá zu ihrem Asylgesuch vom 
1. September 2006 befragt, noch wurden sie mittels eines individuali-
sierten Schreibens zur weiteren Konkretisierung ihrer Asylgründe auf-
gefordert. Der ihnen von der Vertretung zugestellte Fragebogen genügt 
den oben erwähnten Anforderungen an eine schriftliche Sachverhalts-
abklärung nicht, da er ausschliesslich Fragen zu persönlichen Lebens-
daten, Sprachkenntnissen, Auslandaufenthalten beziehungsweise Kon-
takten zu ausländischen Botschaften, und verwandtschaftlichen Bezie-
hungen ausserhalb Kolumbiens enthält; diese Fragen sind zwar für die 
Beurteilung eines Asylgesuches aus dem Ausland durchaus auch von 
Belang (vgl. dazu untenstehende E. 4.2), stehen jedoch in keinem Be-
zug zu den eigentlichen Asylgründen.

Angesichts der ausführlichen schriftlichen Begründung des Asylgesu-
ches in  der  Eingabe der  Beschwerdeführer  vom 1. September  2006 
sowie den gleichzeitig eingereichten Beweismitteln, aus welchen sich 
insgesamt alle entscheidrelevanten Informationen in Bezug auf die Ur-
heber und Aktualität der Verfolgung sowie die von den Beschwerdefüh-
rern unternommenen Schritte zum Erhalt innerstaatlichen Schutzes er-
geben, erscheint indessen der rechtserhebliche Sachverhalt genügend 
abgeklärt, so dass sich eine Befragung beziehungsweise eine schriftli-
che Aufforderung zu weiteren Konkretisierungen der Angaben erübrig-
ten; insoweit  hat das Bundesamt demnach den gesetzlichen Bestim-
mungen Genüge getan.

3.2.2 Nach  der  obenstehend  zitierten  Rechtsprechung  des  Bundes-
verwaltungsgerichts hätte das BFM bei dieser Sachlage indessen ei-
nerseits den Beschwerdeführern Gelegenheit geben müssen, sich zum 
abzusehenden  negativen Entscheid  zu  äussern,  und andererseits  in 
der Verfügung vom 21. Dezember 2006 den Verzicht  auf eine Befra-
gung begründen müssen. Die Nichtbeachtung dieser Grundsätze stellt 

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eine Verletzung des rechtlichen Gehörs dar, welche angesichts dessen 
formeller  Natur  grundsätzlich zur  Aufhebung der  angefochtenen Ver-
fügung führen würde (vgl. dazu EMARK 2004 Nr. 28 E. 7e S. 184 f.).

3.2.3 Das Bundesamt stellt  sich diesbezüglich in seiner Vernehmlas-
sung vom 18. März 2008 auf den Standpunkt, die angefochtene Verfü-
gung datiere vom 21. Dezember 2006 und sei in Beachtung der zu die-
sem Zeitpunkt üblichen Praxis bei der Behandlung von Asylgesuchen, 
welche bei der schweizerischen Vertretung in Bogotá eingereicht wor-
den  seien,  ergangen.  Die  damalige  Praxis  sei  von  der  Schweizeri-
schen Asylrekurskommission (ARK) über Jahre hinweg in zahlreichen 
Fällen  geschützt  worden  und  auch  das  Bundesverwaltungsgericht 
habe in zwei Verfahren die jeweiligen Beschwerden abgewiesen, ob-
wohl den Beschwerdeführern das rechtliche Gehör betreffend den Ver-
zicht  auf  eine  Anhörung beziehungsweise  eine schriftliche  Aufforde-
rung  zur  Konkretisierung  der  Asylgründe  nicht  gewährt  worden  sei. 
Ferner würde im vorliegenden Fall  in  materieller  Hinsicht  angesichts 
der  klaren  Sachlage  auch  bei  einer  nachträglichen  Gewährung  des 
rechtlichen Gehörs kein anderes Ergebnis resultieren.

3.2.4 Dem BFM ist darin zuzustimmen, dass – soweit ersichtlich – zu-
nächst die ARK und seit dem 1. Januar 2007 auch das Bundesverwal-
tungsgericht als deren Nachfolgeorganisation die Praxis des Bundes-
amtes  im  Zusammenhang  mit  der  Frage  der  Anhörung  von  asylsu-
chenden Personen, welche ihr Asylgesuch bei einer schweizerischen 
Vertretung im Ausland stellten,  nie gerügt  hat. Mit  dem Urteil  BVGE 
2007/30 vom 27. November 2007 ist das bisherige Vorgehen des Bun-
desamtes indessen als nicht rechtskonform zu bezeichnen; die Vorins-
tanz ist aufgrund der gesetzlichen Bestimmungen gehalten, das recht-
liche Gehör zu gewähren. Die Aufhebung eines Entscheides des BFM, 
vor dessen Ausfällung das Bundesamt diesem Erfordernis nicht nach-
gekommen ist, erscheint allerdings dennoch nicht in jedem Fall zwin-
gend. Namentlich in Fällen, in welchen das BFM den erstinstanzlichen 
Entscheid betreffend die Fragen der Einreisebewilligung und des Asyls 
vor  Bekanntsein  des  genannten  Urteils  des  Bundesverwaltungsge-
richts  getroffen  hat,  kann  es  angezeigt  erscheinen,  den  Verfahrens-
mangel zu heilen (vgl. dazu EMARK 1999 Nr. 3 E. 3c S. 20 f.), sofern 
aufgrund der Akten davon ausgegangen werden kann, dass der asyl-
suchenden Person in materieller Hinsicht kein Nachteil erwachsen ist; 
diese  Voraussetzung  ist  gegeben,  wenn  der  entscheidwesentliche 
Sachverhalt aufgrund der schriftlichen Begründung des Asylgesuches 

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und allfälliger Beweismittel als hinreichend erstellt zu erachten ist und 
der  asylsuchenden  Person  zumindest  auf  Beschwerdeebene  die 
Möglichkeit  offenstand,  sich  nochmals  einlässlich  zu  ihren Asylgrün-
den zu äussern.

3.3 Im  vorliegenden  Fall  sind  die  Voraussetzungen  für  eine  Heilung 
der festgestellten Verletzung des rechtlichen Gehörs erfüllt; die Verfü-
gung des BFM datiert vom 21. Dezember 2006, mithin einem Zeitpunkt 
lange  vor  dem  Entscheid  BVGE  2007/30,  und  der  rechtserhebliche 
Sachverhalt ist angesichts der Aktenlage – wie in E. 3.2.1 ausgeführt – 
als erstellt zu bezeichnen. Ferner hatten die Beschwerdeführer im vor-
liegenden  Beschwerdeverfahren  –  in  welchem  ihnen  unter  anderem 
die Vernehmlassung des BFM vom 18. März 2008 zugestellt wurde – 
Gelegenheit,  ihre Asylgründe erneut  ausführlich darzulegen,  was sie 
auch getan haben. Bei dieser Sachlage ist von einer Kassation der an-
gefochtenen Verfügung abzusehen und in materieller Hinsicht zu prü-
fen, ob das BFM den Beschwerdeführern zu Recht die Einreise in die 
Schweiz verwehrt und ihr Asylgesuch abgewiesen hat.

4.

4.1 Das BFM kann  ein  im Ausland gestelltes  Asylgesuch  ablehnen, 
wenn die asylsuchenden Personen keine Verfolgung glaubhaft machen 
können oder ihnen die Aufnahme in einem Drittstaat zugemutet wer-
den kann (vgl. Art. 3, Art. 7 und Art. 52 Abs. 2 AsylG). Gemäss Art. 20 
Abs. 2 AsylG bewilligt das BFM Asylsuchenden die Einreise zur Abklä-
rung des Sachverhaltes, wenn ihnen nicht zugemutet werden kann, im 
Wohnsitz- oder Aufenthaltsstaat zu bleiben oder in ein anderes Land 
auszureisen.

4.2 Bei diesem Entscheid sind die Voraussetzungen zur Erteilung ei-
ner Einreisebewilligung grundsätzlich restriktiv zu umschreiben, wobei 
den  Behörden  ein  weiter  Ermessensspielraum zukommt.  Neben  der 
erforderlichen Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG sind namentlich 
die Beziehungsnähe zur  Schweiz,  die Möglichkeit  der  Schutzgewäh-
rung  durch  einen  anderen  Staat,  die  Beziehungsnähe  zu  anderen 
Staaten, die praktische Möglichkeit und objektive Zumutbarkeit zur an-
derweitigen Schutzsuche sowie die voraussichtlichen Eingliederungs- 
und Assimilationsmöglichkeiten in Betracht zu ziehen (vgl. die weiter-
hin zutreffende Praxis der ARK in EMARK 1997 Nr. 15, insbesondere 
S. 131 ff., welcher angesichts bloss redaktioneller Änderungen bei der 
letzten  Totalrevision  des  Asylgesetzes  nach  wie  vor  Gültigkeit  hat). 

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Ausschlaggebend  für  die  Erteilung  der  Einreisebewilligung  ist  dabei 
die  Schutzbedürftigkeit  der  betroffenen Personen (vgl. EMARK 1997 
Nr. 15 E. 2c S. 130), mithin die Prüfung der Fragen, ob eine Gefähr-
dung im Sinne von Art. 3 AsylG glaubhaft  gemacht wird und ob der 
Verbleib  am Aufenthaltsort  für  die  Dauer  der  Sachverhaltsabklärung 
zugemutet werden kann.

5.

5.1 Nach  Prüfung  der  Akten  gelangt  das  Bundesverwaltungsgericht 
zunächst zum Schluss, dass die Vorinstanz zutreffend festgestellt hat, 
die Beschwerdeführer hätten in ihrem Gesuch keine besonders nahen 
Beziehungen zur Schweiz geltend gemacht. Im Weiteren hat das Bun-
desamt zu Recht erwogen, dass es den Beschwerdeführern zuzumu-
ten sei, in einem anderen Land um Asylgewährung nachzusuchen (vgl. 
Art. 52 Abs. 2 AsylG). So sind beispielsweise die Nachbarstaaten Bra-
silien,  Ecuador,  Panama und  Peru  Vertragsparteien  sowohl  des  Ab-
kommens über die Rechtsstellung der Flüchtlinge vom 28. Juli  1951 
als auch des betreffenden Zusatzprotokolls vom 31. Januar 1967; Ve-
nezuela wiederum hat zwar das Abkommen selbst nicht ratifiziert, wohl 
aber das Protokoll. Diese Länder verfügen mit Ausnahme Venezuelas 
über  ein  eigenes,  gesetzlich  geregeltes  Verfahren  zur  Anerkennung 
von Flüchtlingen. Zudem halten  sie  sich  gemäss  den Erkenntnissen 
des Bundesverwaltungsgerichts grundsätzlich an das Gebot des Non-
Refoulement von Art. 33 FK, auch wenn als Einschränkung festgestellt 
werden muss, dass es in den Grenzgebieten – insbesondere denjeni-
gen zu Panama und Venezuela – in den letzten Jahren zu unkontrol-
lierten Rückschiebungen durch die Grenzbehörden gekommen ist. Für 
die  praktische  Möglichkeit  und  die  Zumutbarkeit  der  anderweitigen 
Schutzsuche spricht im Weiteren die Möglichkeit der visumsfreien Ein-
reise nach Brasilien, Ecuador und Peru sowie der Umstand, dass jähr-
lich mehrere tausend kolumbianische Staatsangehörige in den Nach-
barländern – namentlich in Ecuador – um Asyl ersuchen und dort zu 
einem  beträchtlichen  Teil  auch  tatsächlich  als  Flüchtlinge  anerkannt 
werden.  Insgesamt  ergeben  sich  keine  Anhaltspunkte,  die  darauf 
schliessen liessen, es sei den Beschwerdeführern praktisch unmöglich 
oder objektiv unzumutbar, sich in einen anderen Staat, insbesondere 
einen der Nachbarstaaten Kolumbiens, zu begeben (vgl. EMARK 2004 
Nr. 20 sowie 1997 Nr. 15, Erw. 2f, S. 132). Dies umso mehr, als aus 
den  Akten  ersichtlich  ist,  dass  es  sich  bei  den  Beschwerdeführern 
nicht um landesweit  bekannte Persönlichkeiten handelt,  die aufgrund 

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ihrer besonders exponierten Stellung auch bei  einer Flucht ins nahe 
Ausland allenfalls befürchten müssten, weiterhin verfolgt zu werden.

5.2 Bei dieser Sachlage kann letztlich offen bleiben, ob sich die Be-
schwerdeführer  den  Bedrohungen  durch  die  FARC  allenfalls  durch 
eine innerstaatliche Wohnsitzverlegung entziehen könnten.

5.3 Nach dem Gesagten ist zusammenfassend festzuhalten, dass die 
Beschwerdeführer aufgrund der Akten über keine Beziehungsnähe zur 
Schweiz verfügen, hingegen die Möglichkeit der anderweitigen Schutz-
suche  haben.  Unter  diesen  Umständen  hat  die  Vorinstanz  den  Be-
schwerdeführern  zu  Recht  die  Erteilung der  Einreisebewilligung ver-
weigert und das Asylgesuch abgewiesen.

6.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Be-
schwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

7.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten von Fr. 600.-- 
an sich den Beschwerdeführern aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG); 
aus verwaltungsökonomischen Gründen wird indessen in Anwendung 
von Art. 6 des Reglements vom 11. Dezember 2006 über die Kosten 
und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht vom (VGKE, 
SR 173.320.2) auf die Erhebung von Verfahrenskosten verzichtet.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Es werden keine Kosten erhoben.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführer, durch die schweizerische Vertretung in Bo-
gotá

- die schweizerische Vertretung in Bogotá, mit der Bitte um Eröffnung 
dieses  Urteils  an  die  Beschwerdeführer  sowie  um Zustellung  der 
Empfangsbestätigung an das Bundesverwaltungsgericht ad acta

- das BFM, Abteilung Aufenthalt und Rückkehrförderung, mit den Ak-
ten (per Kurier; in Kopie. Wir weisen Sie darauf hin, dass die Tochter 
C._______  [vgl. A2,  S. 1]  noch  nicht  in  Auper  erfasst  wurde  und 
bitten Sie, dies nachzuholen)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Bendicht Tellenbach Jürg Hünerwadel

Versand:

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