# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 590f0ffa-70f5-5292-82ce-40d3ffad518a
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2012-04-24
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 24.04.2012 S 2012 8
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2012-8_2012-04-24.pdf

## Full Text

S 12 8
2. Kammer als Versicherungsgericht

URTEIL
vom 24. April 2012

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Versicherungsleistungen nach UVG

1. Die Beschwerdeführerin ... geboren 1950, war als Verwaltungsdirektorin des 

Spitals ... bei der ... Versicherungs-Gesellschaft AG obligatorisch 

unfallversichert, als am 17. Januar 1994 ein ihr entgegenkommendes Fahrzeug 

auf der schneebedeckten Fahrbahn ins Schleudern geriet und seitlich in ihr 

Fahrzeug prallte. Sie erlitt ein HWS-Schleudertrauma, eine Hirnerschütterung, 

eine Parese des VII. Hirnnervs mit Hörsturz links, eine Kieferfraktur mit 

Zahnschäden und eine Quetschung am Fuss. Leider konnte sie sich von den 

Unfallfolgen nicht erholen und musste ihre bisherige berufliche Tätigkeit 

niederlegen. Von 1996 bis 1999 war sie in einem Teilzeitpensum als 

selbständige Unternehmensberaterin tätig, seither kann sie nicht mehr arbeiten.

2. Die Versicherung kam für die Heilungskosten auf und zahlte Taggeld bis Ende 

März 1998. Die Invalidenversicherung (IV) sprach der Beschwerdeführerin mit 

Verfügung vom 3. Mai 1996 mit Wirkung ab Januar 1995 aufgrund eines 

Invaliditätsgrades von 50% eine halbe IV-Rente zu. Die Versicherung sprach ihr 

mit Verfügung vom 19. Juni 1998 eine Integritätsentschädigung und eine UVG-

Rente basierend auf einem Invaliditätsgrad von 72% und einem versicherten 

Verdienst von Fr. 97'200.-- zu, beginnend am 1. April 1998. Diese Verfügung 

erwuchs unangefochten in Rechtskraft.

3. Die IV erhöhte die IV-Rente mit Verfügung vom 18. Mai 2006 revisionsweise auf 

eine ganze Rente. Dabei wurde ein Invaliditätsgrad von 83% angenommen und 

der Beginn des Anspruchs auf Juli 2004 festgelegt. Mit Schreiben vom 13. Juni 

2006 machte die Beschwerdeführerin die Versicherung auf diese Erhöhung 

aufmerksam. Sie legte die IV-Verfügung vom 18. Mai 2006 in Kopie bei und 

äusserte die Erwartung, dass auch die UVG-Rente entsprechend erhöht werde. 

Mit Schreiben vom 31. Juli 2006 antwortete die Versicherung, gemäss ihren 

Akten sei eine unfallkausale Verschlechterung ihrer Resterwerbsfähigkeit nicht 

belegt und damit auch kein Revisionsgrund vorhanden. Hinzu komme, dass ihre 

aktuelle UVG-Rente mit Teuerungszulagen bereits heute praktisch der maximal 

möglichen Komplementärrente in Ergänzung zur IV-Rente entspreche. Mit 

Schreiben vom 27. Oktober 2006 ersuchte die Beschwerdeführerin die 

Versicherung erneut, die UVG-Rente der revidierten IV-Rente anzupassen. 

Gleichzeitig veranlasste sie, dass der Versicherung das Gutachten der ... vom 

2. März 2006 zugestellt wurde. Auf dieses Gutachten hatte sich die 

Rentenrevision durch die IV abgestützt; es schliesst auf eine Arbeitsfähigkeit 

von 30% in der bisherigen und in einer angepassten Tätigkeit seit Juli 2002. Am 

8. November 2006 erliess die Versicherung eine 

„Rentenanpassungsverfügung“. Sie sprach der Beschwerdeführerin ausgehend 

von einem versicherten Verdienst von Fr. 104'101.20 eine UVG-

Komplementärrente rückwirkend ab dem 1. Juli 2004 zu. Diese Verfügung 

erwuchs unangefochten in Rechtskraft.

4. Mit Schreiben vom 15. April 2010 teilte die Beschwerdeführerin der 

Versicherung mit, ihre Tochter habe die Ausbildung abgeschlossen und die IV 

habe die bisher bezahlte Kinderrente per Ende März 2010 eingestellt. Sie bat 

um entsprechende Anpassung der Komplementärrente. Mit Verfügung vom 17. 

Juni 2010 sprach die Versicherung der Beschwerdeführerin ab dem 1. April 

2010 ausgehend von einem Invaliditätsgrad von 72% eine UVG-Normalrente 

von Fr. 5'371.-- monatlich zu. Da der Grenzbetrag gemäss Art. 20 Abs. 2 UVG 

mit den Rentenleistungen der IV unterschritten werde, komme inskünftig die 

UVG-Normalrente zur Auszahlung. Die Beschwerdeführerin erhob dagegen 

Einsprache und rügte, es sei von einem Invaliditätsgrad von 83% auszugehen 

und die Rentenberechnung sei zu berichtigen. Die hiergegen erhobene 

Einsprache wies die Versicherung mit Entscheid vom 21. November 2011 ab. 

5. Gegen diesen Entscheid erhob die Beschwerdeführerin am 9. Januar 2010 

Beschwerde ans Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden. Sie beantragte, 

der angefochtene Entscheid sei aufzuheben, und es sei festzustellen, dass sie 

Anspruch auf eine Rente basierend auf einem Invaliditätsgrad von 83% habe. 

Zur Begründung machte sie geltend, die Versicherung ziehe ihre rechtskräftige 

Verfügung vom 8. November 2006 implizit in Wiedererwägung, obwohl die 

Voraussetzungen für eine Wiedererwägung nicht erfüllt seien. Mit der 

Verfügung vom 8. November 2006 sei der Invaliditätsgrad von bisher 72% auf 

83% heraufgesetzt worden. Dies ergebe sich aus den Umständen und daraus, 

dass die Rente nach der Anpassung höher gewesen sei als zuvor. Wäre nicht 

ein Invaliditätsgrad von 83% angenommen worden, so wäre gar keine 

Komplementärrente zu leisten gewesen, da dies falls die 

Überversicherungsgrenze gar nicht erreicht worden wäre.

6. Die Versicherung beantragte die Abweisung der Beschwerde. Sie hielt an ihrer 

Sichtweise fest und machte geltend, mit der Verfügung vom 8. November 2006 

sei keine Rentenrevision, sondern bloss eine Anpassung der Rente aufgrund 

der veränderten IV-Rente erfolgt. Dabei sei irrtümlich eine Komplementärrente 

anstatt der eigentlich gebotenen, knapp tiefer liegenden Normalrente 

zugesprochen worden. Aus der vorangehenden Korrespondenz lasse sich nicht 

ableiten, dass der Invaliditätsgrad erhöht worden sei. Dieser sei durch die 

Verfügung vom 8. November 2006 nicht verändert worden, so dass die 

vorliegend streitige Verfügung letztere nicht in Wiedererwägung ziehe.

Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften und auf den 

angefochtenen Entscheid wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen 

eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Die Beschwerdeführerin beantragt, es sei festzustellen, dass sie Anspruch auf 

eine Rente basierend auf einem Invaliditätsgrad von 83% habe. Dieses 

Feststellungsbegehren verfolgt ein schutzwürdiges Interesse im Sinne von Art. 

59 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1), hat doch das Bundesgericht in 

BGE 115 V 416 E.3 grundsätzlich festgehalten hat, dass die Versicherten ein 

Rechtsschutzinteresse an der Feststellung eines höheren Invaliditätsgrades 

haben, wenn es um eine Invalidenrente der Unfallversicherung geht, welche als 

Komplementärrente gewährt wird oder zu gewähren wäre, und dies auch in 

jenen Fällen, in denen sich ein höherer Invaliditätsgrad nicht unmittelbar auf die 

Höhe der Rente auswirkt. Weil somit die Voraussetzung des 

Rechtsschutzinteresses ebenso wie die übrigen formellen Voraussetzungen 

erfüllt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

2. Beschwerdegegenstand ist die Frage, ob die Beschwerdegegnerin der 

Beschwerdeführerin zu Recht ausgehend von einem Invaliditätsgrad von 72% 

eine UVG-Normalrente von Fr. 5'371.-- monatlich ab dem 1. April 2010 

zugesprochen hat. Um diese Frage zu beantworten, ist zunächst zu klären, 

welcher Invaliditätsgrad der vorangehenden, unangefochten in Rechtskraft 

erwachsenen Verfügung vom 8. November 2006 zu Grunde lag, 

beziehungsweise worüber die Beschwerdegegnerin damals effektiv verfügt 

hatte. 

3. Die Verfügung vom 8. November 2006 hat folgenden Wortlaut: „Wir beziehen 

uns auf oben erwähnten Unfall, Ihr Schreiben vom 27. Oktober 2006, die neue 

Rentenverfügung der IV vom 18. Mai 2006 sowie das ...-Gutachten vom 2. März 

2006 und erlassen folgende RENTENANPASSUNGS-VERFÜGUNG: Gestützt 

auf die erwähnten neuen Daten der IV sowie unsere bisherige Rentenverfügung 

vom 19. Juni 1998 ändert sich die UVG-Rente ab dem 1. Juli 2004. Für die 

Anpassung ist der versicherte Verdienst zur Zeit des Rentenbeginns 1998, also 

Fr. 97'200.-- (UVG-Maximallohn) massgebend. Es ergibt sich folgende neue, 

maximal mögliche UVG-Komplementärrente zur IV-Rente: ab 1. Juli 2004 Fr. 

5'056.-- monatlich, ab 1. Januar 2005 Fr. 5'113.-- monatlich.“

4. Der Wortlaut dieser Verfügung ist nicht klar; es wird nicht erwähnt, ob der 

Berechnung der bisherige UVG-Invaliditätsgrad von 72% oder der neue IV-

Invaliditätsgrad von 83% gemäss Verfügung der IV vom 18. Mai 2006 zu 

Grunde gelegt worden ist. Während die Beschwerdeführerin sich für einen 

Invaliditätsgrad von 83% ausspricht, geht die Beschwerdegegnerin von einem 

solchen von 72% aus. Welche Sichtweise zutrifft, wird im Folgenden untersucht. 

Dabei wird in erster Linie darauf abgestellt, bei welcher Sichtweise sich der 

Verfügungsinhalt als gesetzeskonform erweist. Massgebend sind dabei die 

Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 

832.20), insbesondere Art. 15 UVG über den versicherten Verdienst und Art. 20 

UVG über die Höhe der Invalidenrente. Gemäss Art. 20 Abs. 1 UVG beträgt die 

Invalidenrente bei Vollinvalidität 80% des versicherten Verdienstes; bei 

Teilinvalidität wird sie entsprechend gekürzt. Gemäss Art. 20 Abs. 2 UVG wird 

der Versicherten eine Komplementärrente gewährt, wenn sie Anspruch auf eine 

Rente der IV oder der AHV hat; die Komplementärrente entspricht in 

Abweichung von Artikel 69 ATSG der Differenz zwischen 90 Prozent des 

versicherten Verdienstes und der Rente der IV oder der AHV, höchstens aber 

dem für Voll- oder Teilinvalidität vorgesehenen Betrag. Der Zweck von Art. 20 

Abs. 2 UVG liegt in der Vermeidung von Überentschädigung (BGE 112 V 39 E. 

3b). 

5. Bis im Juli 2004 hatte die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine halbe IV-Rente 

der Invalidenversicherung bei einem Invaliditätsgrad von 50% (Verfügung der IV 

vom 3. Mai 1996) sowie Anspruch auf eine Normalrente der Unfallversicherung 

bei einem Invaliditätsgrad von 72% (Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 

19. Juni 1998). Ab Juli 2004 hatte die Beschwerdeführerin gestützt auf die 

Verfügung der IV vom 18. Mai 2006 Anspruch auf eine ganze IV-Rente bei 

einem Invaliditätsgrad von 83%. Für die Neuberechnung der UVG-Rente 

präsentierten sich die Eckdaten wie folgt:
2004 2005

Versicherter Verdienst Fr. 97'200.00 Fr. 97'200.00

Versicherter Verdienst inkl. Teuerungszulage: Fr. 104’101.20 Fr. 105'559.20

Überversicherungsgrenze (Art. 20 Abs. 2 UVG): Fr. 93'691.10 Fr. 95’003.30 

IV-Rente Fr. 33'024.00 Fr. 33'648.00

Geht man, wie dies die Beschwerdegegnerin tut, davon aus, dass der für die 

UVG-Rente massgebliche Invaliditätsgrad nach wie vor bei 72% lag, so ergibt 

sich für 2004 eine UVG-Normalrente von Fr. 59'962.30 (Fr. 104'101.20 x 0.8 x 

0.72), für 2005 eine solche von Fr. 60'802.10 (Fr. 105'559.20 x 0.8 x 0.72). Die 

Summe der IV- und UVG-Rente beträgt so Fr. 92'986.30 (2004) beziehungsweise 

Fr. 94'450.10 (2005). Mit diesen Werten wird die Überversicherungsgrenze von 

Fr. 93'691.10 (2004) und Fr. 95’003.30 (2005) nicht erreicht. Dies bedeutet, dass 

unter der Annahme eines Invaliditätsgrades von 72% eine Normalrente und nicht 

eine Komplementärrente hätte zugesprochen werden müssen.

Geht man hingegen von einem Invaliditätsgrad von 83% aus, so ergibt sich für 

2004 eine UVG-Normalrente von Fr. 69’123.20 (Fr. 104'101.20 x 0.8 x 0.83), für 

2005 eine solche von Fr. 70'091.30 (Fr. 105'559.20 x 0.8 x 0.83).

Die Summe der IV- und UVG-Rente liegt so bei Fr. 102'147.20 (2004) und bei Fr. 

103’739.30 (2005), so dass die Überversicherungsgrenze deutlich überschritten 

wird und eine Komplementärrente geboten ist. 

Die Verfügung vom 8. November 2006 spricht klar und eindeutig von einer „UVG-

Komplementärrente“. Die Beschwerdegegnerin errechnete gestützt auf Art. 20 

Abs. 2 UVG für das Jahr 2004 eine Komplementärrente von Fr. 60'667.10 

(monatlich Fr. 5'056.00), für das Jahr 2005 eine solche von Fr. 61'355.30 

(monatlich Fr. 5'113.00). Damit ist die Verfügung nur dann als gesetzeskonform 

zu betrachten, wenn man einen Invaliditätsgrad von 83% zu Grunde legt. Bei 

einem Invaliditätsgrad von bloss 72% wäre die Überversicherungsgrenze wie 

gezeigt nicht erreicht, und es wäre statt der von der Beschwerdegegnerin ab 1. 

Juli 2004 bezahlten Komplementärrente die Normalrente von geringerer Höhe 

geboten gewesen.

6. Bei der Auslegung des streitigen Verfügungsinhaltes ist weiter zu 

berücksichtigen, in welchem Zusammenhang die Verfügung steht. 

Ausgangspunkt ist dabei die revisionsweise Erhöhung der IV-Rente auf eine 

ganze Rente basierend auf einem Invaliditätsgrad von 83% mit Verfügung der 

zuständigen IV-Stelle vom 18. Mai 2006. Mit Schreiben vom 13. Juni 2006 

stellte die Beschwerdeführerin der Beschwerdegegnerin diese IV-Verfügung in 

Kopie zu und äusserte die Erwartung, dass auch die UVG-Rente entsprechend 

erhöht werde. Mit Schreiben vom 31. Juli 2006 antwortete die 

Beschwerdegegnerin, gemäss ihren Akten sei eine unfallkausale 

Verschlechterung der Resterwerbsfähigkeit nicht belegt und damit auch kein 

Revisionsgrund vorhanden. Mit Schreiben vom 27. Oktober 2006 ersuchte die 

Beschwerdeführerin die Beschwerdegegnerin erneut, die UVG-Rente der 

revidierten IV-Rente anzupassen, und am 6. November 2011 wurde der 

Beschwerdegegnerin auf Veranlassung der Beschwerdeführerin das Gutachten 

der ... zugestellt, auf welches sich die Rentenrevision durch die IV abgestützt 

hatte. Am 8. November 2006 erliess die Beschwerdegegnerin dann die 

umstrittene Verfügung. Dieser Ablauf, zusammen mit dem expliziten Hinweis im 

Verfügungstext auf „Ihr Schreiben vom 27. Oktober 2006, die neue 

Rentenverfügung der IV vom 18. Mai 2006 sowie das ...-Gutachten vom 2. März 

2006“ spricht für die Sichtweise der Beschwerdeführerin. Diese Sichtweise wird 

auch bestätigt durch einen späteren Briefwechsel. Mit Schreiben vom 31. 

Oktober 2009 informierte die Beschwerdeführerin darüber, dass die IV die 

Rentenrevision fälschlicherweise mit Wirkung ab Juli 2004 statt ab Juli 2002 

vorgenommen habe, und sie bat die Beschwerdegegnerin um entsprechende 

Anpassung der UVG-Rente. Mit Schreiben vom 9. November 2009 antwortete 

die Beschwerdegegnerin: „Bezüglich der Rentensituation ist zu sagen, dass wir 

die Anpassung unserer Leistungen nur überprüfen können, wenn eine neue 

Verfügung der IV und eine entsprechende Zahlung vorliegt. Daher wurde 

unsere Anpassung analog der IV auch ab 1. Juli 2004 vorgenommen.“ Eine 

„Anpassung analog der IV“ kann vernünftigerweise nur in dem Sinne 

verstanden werden, dass der Invaliditätsgrad der IV von 83% übernommen 

wurde. 

7. Die Beschwerdegegnerin argumentiert, eine Rentenrevision sei nicht 

Gegenstand der Verfügung vom 8. November 2006 gewesen; weder finde sich 

ein Hinweis auf die diesbezüglichen rechtlichen Grundlagen, noch fänden sich 

Ausführungen zum Invaliditätsgrad beziehungsweise einer Änderung 

desselben. Dieses Argument ist nicht stichhaltig. Die Verfügung enthält nämlich 

überhaupt keine rechtlichen Grundlagen und auch keine 

Gesetzesbestimmungen, welche die Sichtweise der Beschwerdegegnerin 

stützen würden. Ausführungen zum Invaliditätsgrad finden sich zwar in der Tat 

nicht. Im Verfügungstext findet sich aber folgender Verweis: “Gestützt auf die 

erwähnten neuen Daten der IV …“. Bezöge sich dieser Verweis nur auf die 

neue Rentenhöhe, wäre nicht von „die Daten“ in der Mehrzahl die Rede. Diese 

Aussage kann sinnvollerweise nur so verstanden werden, dass mit den neuen 

Daten der IV die neue Rentenhöhe und der neue Invaliditätsgrad gemeint sind.

Die Beschwerdegegnerin macht weiter geltend, eine Rentenrevision könne 

nicht in dem Umstand erblickt werden, dass irrtümlich eine Komplementärrente 

zugesprochen worden sei, obwohl die ordentliche Rente knapp unter diesem 

Betrag gelegen habe. Dies sei offensichtlich von der verfügenden Instanz 

übersehen worden. Auch dieses Vorbringen ist unbehelflich, ist es doch 

äusserst unwahrscheinlich, dass tatsächlich ein Irrtum vorliegt. Die Frage, ob 

die Überversicherungsgrenze angesichts einer erhöhten IV-Rente erreicht 

werde, lässt sich aufgrund einer einfachen Berechnung beantworten (vgl. 

vorstehend Erw. 4 und 5) und gehört zu den Abklärungen, welche von einem 

Sachbearbeiter der Unfallversicherung routinemässig durchzuführen sind. 

Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass der UVG-Invaliditätsgrad mit der 

Verfügung vom 8. November 2006 implizit auf 83% festgelegt wurde.

8. Die Verfügung vom 17. Juni 2010 und der angefochtene Einspracheentscheid 

gehen von einem Invaliditätsgrad von 72% aus. Damit weichen sie wesentlich 

von dem in formell rechtskräftiger Weise festgelegten Invaliditätsgrad von – wie 

soeben dargelegt - 83% ab. Eine Herabsetzung des Invaliditätsgrades von 83 

auf 72% wäre nur dann korrekt, wenn die Voraussetzungen für eine 

Wiedererwägung erfüllt wären. Gemäss Art. 53 Abs. 2 ATSG kann der 

Versicherungsträger auf formell rechtskräftige Verfügungen oder 

Einspracheentscheide zurückkommen, wenn diese zweifellos unrichtig sind und 

wenn ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist. Eine zweifellose 

Unrichtigkeit liegt nach der Lehre dann vor, wenn kein vernünftiger Zweifel 

daran möglich ist, dass eine Unrichtigkeit vorliegt, wenn also nur ein einziger 

Schluss – eben derjenige auf die Unrichtigkeit – möglich ist (U. Kieser, ATSG-

Kommentar, 2. Auflage, 2009, N 31 ff. zu Art. 53, S 677 f.). Im vorliegenden Fall 

ist die Voraussetzung der zweifellosen Unrichtigkeit klarerweise nicht erfüllt, hat 

sich doch gezeigt, dass die UVG-Rente in der Verfügung vom 8. November 

2006 korrekt berechnet wurde. Hinzu kommt, dass die angefochtene Verfügung 

keinerlei Hinweise darauf enthält, dass sie die Verfügung vom 8. November 

2006 bezüglich Invaliditätsgrad in Wiedererwägung ziehen würde, und dass die 

Beschwedegegnerin gar keine Wiedererwägung geltend macht. 

Somit ergibt sich, dass die Beschwerdegegnerin zu Unrecht von einem 

Invaliditätsgrad von 72% anstatt von einem solchen von 83% ausgegangen ist. 

Sie wird somit die Rente neu zu berechnen haben, wobei von einem 

Invaliditätsgrad von 83% auszugehen ist.

9. Die Beschwerdeführerin hatte mit ihrer Einsprache gegen die Verfügung vom 

17. Juni 2010 auch gerügt, dass die Teuerung beim versicherten Verdienst 

nicht richtig berücksichtigt worden sei. Diese Rüge war teilweise berechtigt und 

die Beschwerdegegnerin korrigierte den versicherten Verdienst im hier 

angefochtenen Einspracheentscheid entsprechend auf Fr. 104'101.20. Sie 

stützte sich dabei auf die Rechtsprechung des Bundesgerichtes, wonach die 

Komplementärrente beim Hinzutritt oder Wegfall von Kinderrenten der AHV/IV 

zwar neu festzusetzen ist (Art. 33 Abs. 2 lit. a der Verordnung über die 

Unfallversicherung [UVV; SR 832.202]), jedoch auf den 

Berechnungsgrundlagen, wie sie beim erstmaligen Zusammentreffen der UVG-

Rente mit Renten der AHV oder IV bestanden haben (BGE 122 V 338 E. 4b). 

Vorliegend trafen die IV- und die UVG-Rente ab Juli 2004 erstmals in einer 

Weise zusammen, welche die Zusprache einer Komplementärrente nötig 

machte. Damals lag der Versicherte Verdienst bei Fr. 104'101.20 (Fr. 97'200.-- 

plus Teuerungszulage von 7.1 %). Zu Recht hat die Beschwerdegegnerin auch 

die IV-Rente zu dem Betrag eingesetzt, wie er 2004, nun aber unter Abzug der 

Kinderrente, geschuldet war. Dieses Vorgehen und die damit vorgenommene 

Korrektur ist somit richtig und wird von der Beschwerdeführerin vor Gericht 

auch nicht beanstandet. 

Gemäss Art. 20 Abs. 2 UVG darf die Komplementärrente höchstens dem für 

Voll- oder Teilinvalidität vorgesehen Betrag entsprechen. Die 

Beschwerdegegnerin hat somit noch zu berechnen, welche UVG-Normalrente 

ab dem 1. April 2010 bei einem Invaliditätsgrad von 83% geschuldet wäre, und 

ob eine Normal- oder eine Komplementärrente zuzusprechen ist.

10. Nach dem Gesagten ist somit festzustellen, dass die Beschwerdeführerin ab 

dem 1. April 2010 Anspruch auf eine UVG-Rente basierend auf einem 

Invaliditätsgrad von 83% hat. Der angefochtene Entscheid erweist sich somit 

als nicht rechtmässig, und die dagegen erhobene Beschwerde ist gutzuheissen. 

11. a) Gerichtskosten werden keine erhoben, da das kantonale Beschwerdeverfahren 

in Sozialversicherungsstreitigkeiten gemäss Art. 61 lit. a ATSG grundsätzlich 

kostenlos ist. 

b) Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Person 

Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom Versicherungsgericht 

festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der 

Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. Vorliegend 

ist die Beschwerdeführerin durch eine Rechtsanwältin vertreten, welche 

innerhalb der Hilfsorganisation ... tätig ist. Nach der Rechtsprechung des 

Bundesgerichtes ist der Entschädigungsrahmen bei einer gemeinnützigen 

Organisation zwischen Fr. 130.-- und Fr. 180.-- pro Stunde anzusetzen; dies 

schliesse eine Gewinnerzielung der Organisation weitgehend aus und sichere 

die Kostendeckung (BG-Urteil 9C_415/2009 vom 12. August 2009, E. 5.4). 

Nach der Praxis des Verwaltungsgerichts wird deshalb Anwälten, die innerhalb 

einer Hilfsorganisation tätig sind, nicht der volle Anwaltstarif sondern nur Fr. 

160.-- pro Stunde entschädigt (VGU S 09 127 E. 3a). Vorliegend hat die 

Anwältin  der ... eine Honorarnote eingereicht, welche den korrekten 

Stundenansatz von Fr. 160.-- aufweist. Allerdings enthält die Honorarnote 

Positionen, welche nicht mit dem Beschwerdeverfahren, sondern mit dem 

vorausgehenden Einspracheverfahren zusammenhängen. Gemäss Art. 52 Abs. 

3 ATSG werden Parteientschädigungen im Rahmen des Einspracheverfahrens 

in der Regel nicht ausgerichtet. Vorliegend gibt es keinen Grund, von dieser 

Regel abzuweichen. Entschädigungsrelevant sind damit alle Positionen mit 

Datum vom oder nach dem 22. November 2011 (Eingang 

Einspracheentscheid), das heisst 6.60 Stunden. Die geltend gemachten 

Auslagen von total Fr. 127.-- für das Einsprache- und Beschwerdeverfahren 

werden im Umfang von 2/3, die Reisespesen im vollen Umfang von Fr. 65.-- 

anerkannt. Es ergibt sich somit eine aussergerichtliche Entschädigung von total 

Fr.1'296.90 (inkl. MWSt von 8%).

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird im Sinne der Erwägungen gutgeheissen, der 

angefochtene Entscheid vom 21. November 2011 wird aufgehoben und es wird 

festgestellt, dass die Beschwerdeführerin ab dem 1. April 2010 Anspruch auf 

eine Rente der Unfallversicherung basierend auf einem Invaliditätsgrad von 

83% hat. Die Beschwerdegegnerin wird die Rente auf dieser Basis neu zu 

berechnen haben.

2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3. Die ... Versicherungs-Gesellschaft AG entschädigt ... mit Fr.1'296.90 (inkl. 

MWST).