# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d315df62-ce0c-5ef2-b671-2557195f9847
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-02-13
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 13.02.2014 S 2012 47
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2012-47_2014-02-13.pdf

## Full Text

S 12 47

3. Kammer als Versicherungsgericht

URTEIL
vom 4. Dezember 2012

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend IV-Rente

1. … (nachfolgend: Beschwerdeführerin), gelernte Fotofachangestellte und Mutter 

zweier Kinder, war seit dem 1. August 2002 als Sortiererin in einem 50%-

Pensum bei der … angestellt. Daneben arbeitete sie als selbständige 

Fotografin. Am 14. März 2007 meldete sich die Beschwerdeführerin erstmals 

bei der IV-Stelle des Kantons Graubünden (nachfolgend: IV-Stelle) zum Bezug 

von IV-Leistungen an. Als Grund gab sie ein Schleudertrauma, eine 

Sehschwäche sowie die Folgen einer am 9. Juni 2006 erfolgten 

Rückenoperation an. Die erwähnten Beschwerden resultierten teilweise aus 

einem Verkehrsunfall vom 20. August 2005, in welchen die Beschwerdeführerin 

verwickelt war. Das Arbeitsverhältnis bei der … wurde per 14. April 2011 

aufgrund der gesundheitlichen Einschränkungen gekündigt. Heute ist die 

Beschwerdeführerin arbeitslos. Die Beschwerdeführerin musste sich am 23. 

Oktober 2009 und am 28. Dezember 2009 aufgrund verschiedener 

gesundheitlicher Probleme im Kantonsspital Graubünden operativ behandeln 

lassen. Anschliessend traf die IV-Stelle noch weitere Abklärungen zum 

aktuellen Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin. Zu diesem Zweck holte 

sie unter anderem ein MEDAS-Gutachten ein. Im Resultat hielt das Gutachten 

vom 30. Juni 2011 fest, dass bei der Beschwerdeführerin im Zeitraum vom 23. 

Oktober 2009 bis am 15. April 2010 von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit 

auszugehen sei. Danach sei die Beschwerdeführerin in einer angepassten 

Tätigkeit zu 40% arbeitsunfähig.

2. Mit Vorbescheid vom 22. August 2011 teilte die IV-Stelle der 

Beschwerdeführerin mit, dass sie vom 1. Oktober 2009 befristet bis 31. Juli 

2010 einen Anspruch auf eine ganze Rente, basierend auf einem 

Invaliditätsgrad von 100% habe. Ab dem 31. Juli 2010 habe die 

Beschwerdeführerin jedoch mangels eines rentenrelevanten Invaliditätsgrad 

von 26.49% nach der gemischten Bemessungsmethode (mit Gewichtung: 

Erwerbsanteil 75% [Teilinvaliditätsgrad 24,99%] und Haushalt 25% 

[Teilinvaliditätsgrad 1.5%]) keinen Anspruch auf die Gewährung von IV-

Leistungen mehr, da ihr aus ärztlicher Sicht die Ausübung ihrer bisherigen 

Tätigkeit im Ausmass von 60% auch weiterhin ab dem 16. April 2010 zumutbar 

sei. Dagegen beantragte die Beschwerdeführerin mit Einwand vom 22. 

September 2011, es sei im Anschluss an die ganze Invaliditätsrente ab dem 16. 

April 2010 eine Viertelsrente auszurichten. 

3. Mit Verfügung vom 27. Februar 2012 bestätigte die IV-Stelle ihren Vorbescheid 

vom 22. August 2011. Zur Begründung führte sie an, dass nicht ersichtlich sei, 

weshalb die Beschwerdeführerin ohne die vorliegenden gesundheitlichen 

Beeinträchtigungen 100% erwerbstätig wäre. In Bezug auf die finanzielle 

Notwendigkeit sei anzumerken, dass die Beschwerdeführerin in den Jahren 

nach der Scheidung und vor dem Unfall auch mit einem bescheidenen 

Einkommen ausgekommen sei. Auch ziele der Einwand der 

Geschlechterdiskriminierung ins Leere, da die IV-Stelle entgegen der 

Darstellung der Beschwerdeführerin auch bei Männern die gemischte Methode 

anwende. Es sei somit davon auszugehen, dass die Versicherte ohne Eintritt 

des Gesundheitsschadens nach wie vor einem Arbeitspensum von höchstens 

75% nachgehen würde.

4. Dagegen erhob die Beschwerdeführerin am 13. April 2012 Beschwerde beim 

Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden mit dem Begehren, ab dem 1. 

August 2010 eine unbefristete Viertelsrente zuzusprechen. Zur Begründung 

wiederholte sie weitgehend ihre Vorbringen im Einwand vom 22. September 

2011, wonach die gemischte Methode zu Unrecht angewendet worden sei, da 

die Beschwerdeführerin heute ohne ihren schweren Unfall und ohne ihre 

Behinderung mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zu 100% 

arbeitstätig wäre. Aufgrund beschränkter Geltung des Urteils S 11 30 und einer 

Neubeurteilung des Anspruchs auf eine IV-Rente ab Oktober 2009, sei 

besagtes Urteil nicht angefochten worden. Auch seien die Ansätze in der 

Verfügung vom 27. Februar 2012 betreffend dem Validen- und 

Invalideneinkommen nicht mehr aktuell, da die Beschwerdeführerin ihre Stelle 

als Sortiererin bei der … aus gesundheitlichen Gründen verloren habe. Zudem 

sei die Einschränkung in der Haushaltsführung hinsichtlich der Berechnung des 

Invaliditätsgrades irrelevant, da von einer Anstellung von 100% ausgegangen 

werden müsse und die gemischte Methode gar nicht zur Anwendung gelange. 

Die IV-Stelle übernehme weitgehend die Begründung im Urteil S 11 30, was 

vorderhand an der Aktualität vorbei ziele. Vorliegend gebe es keinen 

stichhaltigen Grund, die gemischte Methode anzuwenden. Vielmehr sei 

aufgrund der finanziellen Notwendigkeit, den weggefallenen Erziehungs- und 

Betreuungsaufgaben für ihre Kinder und dem heutigen familiären Umfeld von 

einer 100%igen Arbeitstätigkeit auszugehen. Insbesondere sei ihr Sohn, der 

sich in der Lehre befinde und vom Vater nur unregelmässig Unterhaltsbeiträge 

bekomme, auf ihre Unterstützung angewiesen. Zudem sei darauf hinzuweisen, 

dass vorliegend eine Anwendung der gemischten Methode 

geschlechterdiskriminierend sei, da ein Mann in einem vergleichbaren Fall einer 

100%igen Tätigkeit nachgehen könnte. Schliesslich sei in Bezug auf die 

Invalidität auf das MEDAS-Gutachten vom 30. Juni 2011 zu verweisen, da 

unbestrittenermassen eine Arbeitsunfähigkeit in angepasster Tätigkeit von 40% 

bestehe. Nach dem Gesagten stehe fest, dass der Anspruch der Versicherten 

auf eine Viertelsrente ab dem 1. August 2010 klarerweise gegeben sei.

5. In ihrer Vernehmlassung vom 4. Mai 2012 beantragte die Vorinstanz die 

Abweisung der Beschwerde mit der Begründung, es hätten sich seit der 

Beschwerde vom 13. April 2012 keine neuen rechtserheblichen Tatsachen 

ergeben, weshalb vollständig auf die Ausführungen in der angefochtenen 

Verfügung vom 27. Februar 2012 verwiesen werde.

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften und im 

angefochtenen Entscheid wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen 

eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bildet die 

Verfügung der IV-Stelle vom 27. Februar 2012. Streitig und zu prüfen ist die 

Frage, ob die Versicherte ab dem 1. August 2010 einen Anspruch auf eine 

Invalidenrente hat, wobei die Parteien bezüglich der Anwendbarkeit der 

„gemischten Methode“ uneinig geblieben sind. Unbestritten ist, dass die 

Versicherte im Zeitraum vom 1. Oktober 2009 bis am 31. Juli 2010 einen 

Anspruch auf eine ganze Invalidenrente hat. 

2. Als Invalidität gilt die durch einen körperlichen oder geistigen 

Gesundheitsschaden verursachte, voraussichtlich bleibende oder längere Zeit 

dauernde Erwerbsunfähigkeit (vgl. dazu: Art. 8 des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechtes [ATSG; SR 830.1] sowie Art. 

4 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Bei 

Nichterwerbstätigen wird die Unmöglichkeit, sich im bisherigen 

Aufgabenbereich zu betätigen, der Erwerbsunfähigkeit gleichgesetzt (Art. 5 

Abs. 1 IVG). Bei erwerbstätigen Versicherten erfolgt die Ermittlung der 

Invalidität in der Regel nach der Methode des Einkommensvergleiches (Art. 28a 

Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG). Bei dieser Methode wird das gegenwärtig trotz 

Behinderung noch zumutbare Erwerbseinkommen mit jenem ohne Behinderung 

verglichen, wobei die daraus resultierende Differenz in Prozenten den 

Invaliditätsgrad ergibt. Bei Nichterwerbstätigen oder noch in Ausbildung 

stehenden Versicherten stellen Art. 28a Abs. 2 IVG und Art. 27 der Verordnung 

über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) darauf ab, in welchem 

Ausmass diese Personen eingeschränkt sind, sich im bisherigen 

Aufgabenbereich zu betätigen (Betätigungsvergleich mit spezifischer Methode). 

Bei Versicherten, die teilweise erwerbstätig und teilweise im Haushalt tätig sind, 

kommt die sogenannte „gemischte Methode“ zur Anwendung (Art. 28a Abs. 3 

IVG und Art. 27bis IVV), wobei die Behinderung im Erwerbsbereich nach der 

Einkommensvergleichsmethode und die Einschränkung im Haushalt nach der 

spezifischen Methode (Betätigungsvergleich) zu erfolgen hat, was zusammen – 

je nach Gewichtung des Erwerbs-/Haushaltsanteils – den Invaliditätsgrad ergibt. 

Ist eine Versicherte danach mindestens 40% invalid, so hat sie Anspruch auf 

eine Viertelsrente, bei mindestens 50% auf eine halbe Rente, bei mindestens 

60% auf eine Dreiviertelsrente und ab 70% auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 

2 IVG). Für die Festsetzung des Invaliditätsgrades kommt es primär auf die 

wirtschaftliche Erwerbsunfähigkeit und nicht auf die medizinische 

Arbeitsunfähigkeit an (BGE 132 V 395 E. 2.1). Ohne zuverlässige und 

beweistaugliche Bestimmung der graduellen Arbeitsfähigkeit durch die Ärzte 

oder IV-Haushaltsexpertinnen ist eine seriöse Ermittlung der 

Erwerbsunfähigkeit (Invaliditätsgrad) aber zum voraus gar nicht möglich (BGE 

125 V 261 E. 4, 122 V 160 f. E. 1c, 115 V 134 E. 2). Gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG 

entsteht der Rentenanspruch frühestens nach Ablauf von 6 Monaten nach 

Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach Art. 29 Abs. 1 ATSG, jedoch 

frühestens im Monat, der auf die Vollendung des 18. Altersjahres folgt. Laut Art. 

29 Abs. 3 IVG wird die Rente vom Beginn des Monats an ausbezahlt, in dem 

der Anspruch entsteht. 

3. a) Vorliegend ist die Anwendung der richtigen Bemessungsmethode zu klären. 

Während die Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung auf die gemischte 

Methode (Erwerbstätigkeitsanteil 75%; Haushaltsanteil 25%) abstellt, ist die 

Beschwerdeführerin demgegenüber der Meinung, dass die Methode des 

Einkommensvergleichs zur Anwendung hätte kommen müssen. Praxisgemäss 

hat die IV-Stelle bei der Bemessung der Invalidität diejenige Methode 

anzuwenden, welche der Tätigkeit entspricht, die die versicherte Person im 

Zeitpunkt der massgebenden Rentenverfügung ausüben würde, wenn keine 

gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Demnach ist zu prüfen, in welchem 

Mass die Beschwerdeführerin ohne gesundheitliche Einschränkungen mit 

Rücksicht auf die gesamten Umstände erwerbstätig wäre (BGE 133 V 504 E. 

3.3 mit Hinweisen, Urteil des Bundesgerichts vom 17. Juli 2012, 9C_335/2012 

E. 3.1). Für die Beurteilung und Festlegung des von der Versicherten im 

Gesundheitsfall mutmasslich ausgeübten Aufgabenbereiches sind ausser der 

finanziellen Notwendigkeit, eine Erwerbstätigkeit wiederaufzunehmen oder 

auszudehnen, auch allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber 

Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die 

persönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen (Urteil des 

Bundesgerichts vom 17. Juli 2012, 9C_335/2012 E. 3.1). Die Frage der 

anwendbaren Methode hat sich nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum 

Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben, zu beurteilen, wobei für die 

hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten Erwerbstätigkeit 

der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (vgl. 125 V 146 E. 2c, BGE 117 V 194 E. 3b).

b) Die Beschwerdeführerin war vom 1. August 2002 bis zum Unfall am 20. August 

2005 unbestritten zu 50% als Mitarbeiterin Sortierung bei der … tätig. Entgegen 

den Ausführungen anlässlich der Haushaltabklärung vom 24. Juli 2009, dass 

sie als Gesunde heute zu 100% erwerbstätig wäre, wurde die 

Beschwerdeführerin von der IV-Stelle lediglich als Teilzeiterwerbstätige 

eingestuft, weshalb für die Ermittlung des Invaliditätsgrades die gemischte 

Methode mit einer Gewichtung des Erwerbsanteils von 75% zur Anwendung 

gelangte. Dagegen führt die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde aus, dass 

sie heute ohne ihre gesundheitlichen Beschwerden mit Sicherheit zu 100% 

arbeitstätig wäre, da sie aufgrund ihrer Situation (Scheidung, finanzielle 

Unterstützung Sohn, finanzielle Situation des Partners etc.) auf einen guten 

Verdienst angewiesen sei. Auch sei die Betreuung der Kinder inzwischen 

weggefallen, was klar für eine 100%ige Erwerbstätigkeit sprechen würde. 

Zudem sei aufgrund der heutigen familiären Verhältnisse offensichtlich, dass sie 

einer 100%igen Tätigkeit nachgehen würde. Insbesondere sei der Sohn, der 

sich zur Zeit in der Lehre befinde, auf ihre Unterstützung angewiesen. Es gebe 

somit keinen stichhaltigen Grund, wieso die Beschwerdeführerin ohne 

Behinderung nicht 100% arbeitstätig wäre. Zudem sei vorliegend die 

Anwendung der gemischten Methode mit Blick auf die Gleichstellung der 

Geschlechter inakzeptabel. 

c) Bereits im Urteil VGU S 11 30 vom 5. Juli 2011 kritisierte die 

Beschwerdeführerin die Anwendbarkeit der gemischten Methode. Dem 

damaligen Begehren konnte das Gericht nicht entsprechen. Es hielt fest, dass 

sich bei einer Gewichtung von Erwerbs- und Haushaltsbereich von 75  bzw. 25 

und einer Einschränkung im Erwerbsbereich von 33.33 (Teilinvaliditätsgrad 

24.99 ) und im Haushaltsbereich von 6  (Teilinvaliditätsgrad 1.5%) ein 

Gesamtinvaliditätsgrad von 26.49% ergebe. In Bezug auf die von der 

Beschwerdeführerin abermals angeführte finanzielle Notwendigkeit, die 

Erwerbstätigkeit auf 100% zu erweitern, ist zunächst und wie schon in VGU 11 

30 (E. 3b) dargelegt auf den Auszug aus dem individuellen Konto der 

Beschwerdeführerin bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons 

Graubünden vom 26. März 2007 zu verweisen (Durchschnittseinkommen von 

1997 bis 2005 Fr. 23‘949.30). Daraus ergibt sich, dass es ihr schon vor dem 

Unfall möglich war, mit einem bescheidenen Einkommen auszukommen. Die 

Beschwerdeführerin führt in ihrer Beschwerde veränderte Umstände im Bereich 

ihrer Erziehungs- und Betreuungspflichten an. Diese seien weggefallen, was 

wiederum auf ein Arbeitspensum von 100% schliessen lasse. Der Auffassung 

der Beschwerdeführerin ist zu entgegnen, dass zumindest in finanzieller 

Hinsicht wohl eher gewisse finanzielle Kapazitäten frei geworden sind. Die 

beiden erwachsenen Kinder sind nun ausser Haus, weshalb die wirtschaftliche 

Belastung durch ihre Kinder abgenommen haben dürfte. Im Vergleich zur 

Situation vor 1 ½ Jahren ist festzustellen, dass ihre Kinder nun finanziell 

unabhängiger sind. Dafür spricht auch der Umstand, dass ihr Sohn, welcher 

momentan seine Lehre absolviert, vom Vater mittels Unterhaltsbeiträge 

finanziell unterstützt wird. Weiter moniert die Beschwerdeführerin, die familiären 

Umstände würden klar für eine 100%-Anstellung sprechen. Sie fügt auch in 

diesem Zusammengang vor allem finanzielle Aspekte als Grund für eine 

100%ige Arbeitstätigkeit an. Die Begründung der Beschwerdeführerin vermag 

jedoch nicht zu überzeugen. Die Familienverhältnisse haben sich seit dem 

Urteil VGU S 11 30 nicht derart verändert, dass von der damaligen 

Einschätzung abgewichen werden müsste. Auch wenn die Beschwerdeführerin 

ihren Wohnsitz verlegt hat und ihre erwachsenen Kinder inzwischen nicht mehr 

zuhause wohnen, so lässt sich daraus nach der hier vertretenen Meinung keine 

andere Beurteilung in Bezug auf die finanziellen Verhältnisse der 

Beschwerdeführerin ableiten. Auch die neu angeführte pauschale Behauptung, 

es gäbe nicht einen Anhaltspunkt, der gegen eine 100%-Anstellung sprechen 

würde, erweist sich als nicht stichhaltig. Die Beschwerdeführerin kann nicht 

rechtsgenüglich darlegen, inwiefern die Situation betreffend Erwerbstätigkeit im 

Gesundheitsfall heute anders beurteilt werden sollte. Weiter macht sie geltend, 

die gemischte Methode sei geschlechterdiskriminierend. Dem ist zu entgegnen, 

dass das Bundesgericht in seiner Rechtsprechung trotz Kritik die Anwendung 

der gemischten Methode geschützt hat. Es stellte fest, dass die gemischte 

Methode weder den Anspruch auf Achtung des Privat- und Familienlebens nach 

Art. 13 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft 

(BV; SR 101) und Art. 8 der europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK; 

SR 0.101), noch die Grundsätze der Gleichbehandlung und des 

Diskriminierungsverbots gemäss Art. 8 BV verletze (BGE 137 V 334 E. 6). Es 

sei die Aufgabe des Gesetzgebers, eine Lösung vorzuschlagen, welche der 

Situation teilzeitlich erwerbstätiger Personen besser Rechnung trage 

(BGE 137 V 334 E. 7.2, übersetzt in: Die Praxis Nr. 23/2012; vgl. auch BGE 125 

V 146 E.5c/dd). Schliesslich wendet die Beschwerdeführerin ein, sie könne 

nicht auf den eigenen Verdienst verzichten, da ihr Partner die finanziellen Mittel 

für sie und ihre Kinder nicht aufbringen könne. Auch dieser Argumentation kann 

nicht gefolgt werden. Im Vergleich zu ihrer früheren familiären Situation als 

alleinerziehende Mutter lebt die Beschwerdeführerin heute in einer 

Partnerschaft, weshalb davon auszugehen ist, dass sie diesbezüglich 

zumindest in finanzieller Hinsicht nicht schlechter gestellt sein kann als früher. 

Nach dem Gesagten steht fest, dass sich die Anwendung der gemischten 

Methode im konkreten Fall als rechtens erweist. 

d) Zusammenfassend lässt sich demnach festhalten, dass die Beschwerdeführerin 

vor ihrem Unfall vom 20. August 2005 lediglich zu gut 50% erwerbstätig war. 

Aus den Akten und den Parteivorbringen ergeben sich überdies keine Hinweise, 

dass sie ihr Arbeitspensum ohne die vorliegenden gesundheitlichen 

Beeinträchtigungen auf 100% erhöht hätte. Es darf daher mit der 

Beschwerdegegnerin und wie bereits im Urteil VGU S 11 30 dargelegt davon 

ausgegangen werden, dass die Beschwerdeführerin ohne Invalidität bestenfalls 

im Umfang von 75% erwerbstätig wäre. Daher ist die gemischte Methode mit 

einer Gewichtung des Erwerbsbereichs von 75% zu Recht zur Anwendung 

gelangt.

4. Bei einer Gewichtung von Erwerbs- und Haushaltsbereich von 75% bzw. 25% 

und einer Einschränkung im Erwerbsbereich von 33.33 % (Teilinvaliditätsgrad 

24.99%) und im Haushaltsbereich von 6% (Teilinvaliditätsgrad 1.5%) ergibt sich 

somit ein Gesamtinvaliditätsgrad von 26.49%. Demnach erweist sich die 

angefochtene Verfügung vom 27. Februar 2011 als rechtens. Die 

Beschwerdeführerin hat mangels rentenrelevanten Invaliditätsgrades ab dem 1. 

August 2010 gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG keinen Rentenanspruch. Die 

Beschwerde ist deshalb vollumfänglich abzuweisen.

5. Es ist nicht ersichtlich, inwiefern mit der Befragung der von der 

Beschwerdeführerin aufgeführten Zeugen, noch neue Erkenntnisse zum 

konkreten Fall erlangt werden können, zumal diese nur das von der 

Beschwerdeführerin Geschilderte bestätigen könnten. Die Darstellung der 

Beschwerdeführerin, sie lebe in engen finanziellen Verhältnissen, wird sodann 

auch nicht in Abrede gestellt. Es kann festgehalten werden, dass kein Anlass 

besteht, weitere Abklärungen vorzunehmen, zumal nicht davon auszugehen ist, 

dass weitere Untersuchungen eine abweichende Einschätzung ergäben 

(antizipierte Beweiswürdigung, BGE 122 V 157 E. 1d).

6. Laut Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren – in Abweichung von 

Art. 61 lit. a ATSG – bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder Verweigerung 

von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. 

Diese Kosten werden je nach Verfahrensaufwand und unabhängig vom 

Streitwert im Umfang von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Angesichts des 

Ausgangs dieses Verfahrens rechtfertigt es sich vorliegend, der unterliegenden 

Beschwerdeführerin Kosten in der Höhe von Fr. 500.-- zu überbinden. Eine 

Parteientschädigung ist aufgrund dieses Ergebnisses nicht geschuldet.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten von Fr. 500.-- gehen zulasten der Beschwerdeführerin und sind 

innert 30 Tagen seit Zustellung dieses Entscheides an die Finanzverwaltung des 

Kantons Graubünden, Chur, zu bezahlen.

Dagegen Beschwerde an Bundesgericht noch hängig.