# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0e46abb0-9249-563b-a4ab-d7dda41da0b7
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-10-28
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 28.10.2021 200 2020 764
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2020-764_2021-10-28.pdf

## Full Text

200 20 764 IV
KNB/PRN/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 28. Oktober 2021

Verwaltungsrichter Knapp, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Ackermann, Verwaltungsrichter Jakob
Gerichtsschreiberin Prunner

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 9. September 2020

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Okt. 2021, IV/20/764, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1964 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
meldete sich im Februar 2009 bei der IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwer-
degegnerin) zum Leistungsbezug an (Akten der IVB, Antwortbeilage [AB] 
2). In der Folge veranlasste die IVB unter anderem zwei Berichte des Regi-
onalen Ärztlichen Dienstes (RAD) vom 8. Dezember 2009 (AB 23) und 
8. Februar 2010 (AB 24) sowie einen Abklärungsbericht Haushalt vom 
11. Februar 2010 (AB 25) und stellte mit Vorbescheid vom 15. Februar 
2010 bei einem nach der gemischten Methode ermittelten Invaliditätsgrad 
von 8% die Abweisung des Rentenbegehrens in Aussicht (AB 26). Auf den 
hiergegen erhobenen Einwand (AB 33) hin holte die IVB Stellungnahmen 
des Abklärungsdienstes vom 29. März 2010 (AB 35) sowie des RAD vom 
16. Juni 2010 (AB 36) ein und verfügte am 22. Juni 2010 wie angekündigt 
(AB 37). Dies blieb unangefochten.

B.

Im April 2019 meldete sich die Versicherte erneut zum Bezug von Leistun-
gen der Invalidenversicherung an. Als Art der gesundheitlichen Beeinträch-
tigung gab sie eine (erneute) Operation am rechten Fuss bzw. Sprungge-
lenk an (AB 38). Nachdem die Versicherte entsprechende medizinische 
Unterlagen eingereicht hatte (vgl. AB 43), holte die IVB insbesondere einen 
Bericht des RAD vom 8. Januar 2020 (AB 66, S. 3 ff.) sowie einen Ab-
klärungsbericht Haushalt/Erwerb vom 28. Mai 2020 (AB 70) ein. Nach 
durchgeführtem Vorbescheidverfahren (AB 71, 73, 78) verneinte die IVB 
nach Einholung von zwei Berichten des RAD vom 12. August 2020 (AB 82, 
S. 2 ff.; 83, S. 3 f.) am 9. September 2020 bei einem in Anwendung der 
gemischten Methode (Erwerb: 75%, Haushalt: 25%) ermittelten Invali-
ditätsgrad von 3% den Anspruch auf eine Invalidenrente (AB 85).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Okt. 2021, IV/20/764, Seite 3

C.

Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwältin 
C.________, am 9. Oktober 2020 beim Verwaltungsgericht des Kantons 
Bern Beschwerde und stellte folgende Rechtsbegehren:

1. Die Verfügung der IVB vom 9. September 2020 sei aufzuheben 
und der Beschwerdeführerin sei rückwirkend seit 12. Oktober 
2019 eine ganze Invalidenrente zuzüglich Zins seit wann rechtens 
auszurichten.

2. Eventualiter sei die Verfügung der IVB vom 9. September 2020 
aufzuheben und es sei ein gerichtliches Gutachten einzuholen 
und gestützt darauf eine Neubeurteilung des Leistungsanspruchs 
vorzunehmen.

- Unter Kosten- und Entschädigungsfolge -

Zur Begründung brachte die Beschwerdeführerin im Wesentlichen vor, auf 
die Beurteilungen des RAD könne nicht abgestellt werden; die Einschät-
zungen des behandelnden Arztes, welcher von einer 50%-igen Arbeitsun-
fähigkeit in einer angepassten Tätigkeit ausgehe, würden klarerweise Zwei-
fel an deren Zuverlässigkeit erwecken. Weiter könne die Beschwerdeführe-
rin die Resterwerbsfähigkeit in Anbetracht ihres Alters nicht mehr verwerten 
und das Invalideneinkommen sei nicht richtig bemessen worden. Ferner 
seien auch die Einschränkungen im Haushalt nicht korrekt ermittelt worden. 
Schliesslich rügte sie in mehrfacher Hinsicht eine Verletzung des rechtli-
chen Gehörs.

Mit Beschwerdeantwort vom 25. November 2020 beantragte die Be-
schwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde.

Am 30. April 2021 teilte die Rechtsvertreterin dem Verwaltungsgericht mit, 
dass Rechtsanwalt B.________ das Mandat übernehme.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Okt. 2021, IV/20/764, Seite 4

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Angefochten ist die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 
9. September 2020 (AB 85). Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch 
der Beschwerdeführerin.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Okt. 2021, IV/20/764, Seite 5

2.

2.1 Vorab rügt die Beschwerdeführerin in formeller Hinsicht eine Verlet-
zung des Anspruchs auf rechtliches Gehör, indem sie vorbringt, ihre frist- 
und formgerechten Einwände seien zunächst gar nicht gehört worden. 
Nachdem dieser Mangel durch Erlass der neuen, angefochtenen Verfü-
gung behoben worden sei, sei wiederum eine Verletzung des rechtlichen 
Gehörs zustande gekommen, indem die zwei neuen RAD-Berichte vom 
12. August 2020, auf welche sich die angefochtene Verfügung stütze, der 
Beschwerdeführerin nicht vorgängig zur Stellungnahme zugestellt worden 
seien. Zudem sei die mit Einwand geltend gemachte Hauptrüge der 
(Nicht-)Verwertbarkeit der Resterwerbsfähigkeit in der angefochtenen Ver-
fügung nicht thematisiert worden (Beschwerde, S. 6).

2.2

2.2.1 Die Parteien haben Anspruch auf rechtliches Gehör. Der Anspruch 
auf rechtliches Gehör umfasst alle Befugnisse, die einer Partei einzuräu-
men sind, damit sie in einem Verfahren ihren Standpunkt wirksam zur Gel-
tung bringen kann. Die Partei muss ganz allgemein zu Fragen tatsächlicher 
Natur, die für die Entscheidung der Streitsache erheblich sind, angehört 
werden. Der Anspruch auf rechtliches Gehör besteht und ist zu gewähren, 
wenn eine Verwaltungs- oder Gerichtsbehörde ihren Entscheid mit einer 
Rechtsnorm oder einem Rechtsgrund zu begründen beabsichtigt, die oder 
der im bisherigen Verfahren nicht herangezogen wurde, auf die sich die 
beteiligten Parteien nicht berufen haben und mit deren Erheblichkeit im 
konkreten Fall sie nicht rechnen konnten (BGE 131 V 9 E. 5.4.1 S. 26; ARV 
2019 S. 279 E. 3.2.3; SVR 2009 AHV Nr. 8 S. 27 E. 3.2). Der Anspruch auf 
rechtliches Gehör gebietet sodann, dass die Behörde die Parteien über 
neue, dem Dossier beigefügte Beweismittel informiert, die für die Ent-
scheidfindung massgebend sind. Unter Umständen kann es allerdings 
genügen, wenn sie die Akten zur Verfügung der Parteien hält (BGE 128 V 
272 E. 5b bb S. 278; SVR 2008 UV Nr. 1 S. 2 E. 3.2). 

Die Begründungspflicht ist wesentlicher Bestandteil des Anspruchs auf 
rechtliches Gehör. Sie soll verhindern, dass sich die Behörde von unsachli-
chen Motiven leiten lässt, und den Betroffenen ermöglichen, die Verfügung 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Okt. 2021, IV/20/764, Seite 6

gegebenenfalls sachgerecht anzufechten. Dies ist nur möglich, wenn so-
wohl die betroffene Person als auch die Rechtsmittelinstanz sich über die 
Tragweite des Entscheids ein Bild machen können. In diesem Sinne müs-
sen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich 
die Behörde hat leiten lassen und auf welche sich ihre Verfügung stützt. 
Dies bedeutet indessen nicht, dass sie sich ausdrücklich mit jeder tat-
beständlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinander-
setzen muss. Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentli-
chen Gesichtspunkte beschränken (BGE 136 I 229 E. 5.2 S. 236, 124 V 
180 E. 1a S. 181; SVR 2020 AHV Nr. 2 S. 5 E. 4, 2017 KV Nr. 6 S. 30 E. 
5).

2.2.2 Nach der Rechtsprechung kann eine nicht besonders schwerwie-
gende Verletzung des rechtlichen Gehörs als geheilt gelten, wenn die be-
troffene Person die Möglichkeit erhält, sich vor einer Beschwerdeinstanz zu 
äussern, die sowohl den Sachverhalt wie die Rechtslage frei überprüfen 
kann. Die Heilung eines allfälligen Mangels soll aber die Ausnahme bleiben 
(BGE 137 I 195 E. 2.3.2 S. 197, 126 V 130 E. 2b S. 132; SVR 2019 IV 
Nr. 65 S. 210 E. 4.3).

Von einer Rückweisung der Sache zur Gewährung des rechtlichen Gehörs 
an die Verwaltung ist im Sinne einer Heilung des Mangels selbst bei einer 
schwerwiegenden Verletzung des rechtlichen Gehörs abzusehen, wenn 
und soweit die Rückweisung zu einem formalistischen Leerlauf und damit 
zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem (der Anhörung 
gleichgestellten) Interesse der betroffenen Partei an einer beförderlichen 
Beurteilung der Sache nicht zu vereinbaren wären (BGE 137 I 195 E. 2.3.2 
S. 197; SVR 2019 AHV Nr. 7 S. 20 E. 3.1.1, 2013 IV Nr. 26 S. 76 E. 4.2).

2.3 Zunächst ist darauf hinzuweisen, dass die Einwände der Beschwer-
deführerin vom 31. Juli 2020 (AB 78) zum Vorbescheid vom 5. Juni 2020 
(AB 71), welche sich mit der Verfügung vom 5. August 2020 (AB 77) kreuz-
ten, von der Beschwerdegegnerin sehr wohl gehört bzw. berücksichtigt 
worden sind. So hat die Beschwerdegegnerin die Verfügung vom 5. August 
2020 bereits am 7. August 2020 annulliert (AB 79) und die mit dem Ein-
wand eingereichten medizinischen Akten dem RAD zur Stellungnahme 
zugestellt (vgl. Berichte des RAD vom 12. August 2020 [AB 82 f.]). Gestützt 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Okt. 2021, IV/20/764, Seite 7

darauf erliess sie am 9. September 2020 die neue bzw. angefochtene Ver-
fügung (AB 85). Dies wird denn auch von der Beschwerdeführerin aner-
kannt, weshalb insoweit von einer Verletzung des rechtlichen Gehörs nicht 
gesprochen werden kann. Der Umstand, dass die RAD-Berichte vom 
12. August 2020 (AB 82, S. 2 ff.; 83, S. 3 f.) der Beschwerdeführerin vor 
Erlass der angefochtenen Verfügung vom 9. September 2020 nicht zur 
Stellungnahme zugestellt worden sind, ist nicht bestritten (vgl. Beschwer-
deantwort vom 25. November 2020; in den Gerichtsakten). Vorliegend ha-
ben sich die RAD-Ärzte allerdings lediglich zu den eingereichten Berichten 
des behandelnden Arztes geäussert und es wurden keine neuen Aspekte 
behandelt (vgl. BGE 132 V 387 S. 390 E. 5.2). Selbst wenn von einer Ver-
letzung des rechtlichen Gehörs auszugehen wäre, würde es sich bloss um 
eine leichte Verletzung desselben handeln: In diesem Zusammenhang war 
es der Beschwerdeführerin möglich, sich (im Rahmen einer umfassenden 
Beschwerde) vor einer Beschwerdeinstanz zu äussern, die sowohl den 
Sachverhalt wie die Rechtslage frei überprüfen kann. Somit hätte eine all-
fällige Verletzung des rechtlichen Gehörs als geheilt zu gelten (vgl. E. 2.2.2 
hiervor). Eine Rückweisung der Sache käme einem formalistischen Leer-
lauf gleich, die zu einer unnötigen weiteren Verzögerung führte, was mit 
dem Prinzip des raschen Verfahrens nicht vereinbar und somit auch nicht 
im Interesse der Beschwerdeführerin wäre.

Der Rüge, die Verwaltung habe das rechtliche Gehör verletzt, da sie sich 
nicht einlässlich mit der geltend gemachten (Nicht-)Verwertbarkeit der 
Resterwerbsfähigkeit der Beschwerdeführerin auseinandergesetzt habe, 
kann schliesslich ebenfalls nicht gefolgt werden. Die Beschwerdegegnerin 
nahm in der Verfügung vom 9. September 2020 (AB 85) Bezug auf die 
Einwände der Beschwerdeführerin und legte dar, warum sie einen Renten-
anspruch verneint hat. Dabei beschränkte sie sich zulässigerweise auf die 
wesentlichen Gesichtspunkte (vgl. E. 2.2.1 hiervor) und verwies auf die 
Abklärungsergebnisse. Der Beschwerdeführerin war es denn auch ohne 
Weiteres möglich, eine ausführlich begründete Beschwerde einzureichen. 
Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs resp. der Begründungspflicht ist 
somit auch diesbezüglich nicht erfolgt. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Okt. 2021, IV/20/764, Seite 8

3.

3.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

3.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach Ab-
lauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b und 
c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Rente, 
wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine Dreivier-
telsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad 
von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem 
Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein solcher auf eine Viertelsrente.

3.3 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird bei einer erwerbs-
tätigen versicherten Person das Erwerbseinkommen, das sie nach Eintritt 
der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und 
allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit 
bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt 
zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 
geworden wäre (Art. 16 ATSG).

Nach Art. 28a Abs. 3 IVG wird bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbs-
tätig sind, für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Wa-
ren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so wird die Invalidität für 
diese Tätigkeit gestützt auf einen Betätigungsvergleich ermittelt (Art. 28a 
Abs. 2 IVG). In diesem Falle sind der Anteil der Erwerbstätigkeit und der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Okt. 2021, IV/20/764, Seite 9

Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditäts-
grad in beiden Bereichen zu bemessen (sog. gemischte Methode; BGE 145 
V 370 E. 4.1 S. 373, 144 I 21 E. 2.1 S. 23).

Bei Teilerwerbstätigen, die sich zusätzlich im Aufgabenbereich nach Art. 7 
Abs. 2 IVG betätigen, werden für die Bestimmung des Invaliditätsgrads der 
Invaliditätsgrad in Bezug auf die Erwerbstätigkeit und der Invaliditätsgrad in 
Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich summiert (Art. 27bis Abs. 2 
der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung [IVV; 
SR 831.201]). Die Berechnung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Er-
werbstätigkeit richtet sich nach Art. 16 ATSG. Dabei sind Validen- und In-
valideneinkommen auf der Grundlage einer hypothetischen Vollzeittätigkeit 
zu ermitteln (BGE 145 V 370). Die prozentuale Erwerbseinbusse wird 
schliesslich anhand des Beschäftigungsgrads, den die Person hätte, wenn 
sie nicht invalid geworden wäre, gewichtet (Art. 27bis Abs. 3 IVV). Für die 
Berechnung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Betätigung im Aufga-
benbereich wird der prozentuale Anteil der Einschränkungen bei der 
Betätigung im Aufgabenbereich im Vergleich zur Situation, wenn die versi-
cherte Person nicht invalid geworden wäre, ermittelt. Er wird anhand des 
Anteils des Aufgabenbereichs gewichtet (Art. 27bis Abs. 4 IVV).

3.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 IV 
Nr. 27 S. 87 E. 4.2.1). 

3.5

3.5.1 Wird ein Gesuch um Revision eingereicht, so ist darin glaubhaft zu 
machen, dass sich der Grad der Invalidität oder der Hilflosigkeit oder die 
Höhe des invaliditätsbedingten Betreuungsaufwands oder Hilfebedarfs des 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Okt. 2021, IV/20/764, Seite 10

Versicherten in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat 
(Art. 87 Abs. 2 IVV). Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invali-
ditätsgrades verweigert, so wird eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn 
die Voraussetzung nach Abs. 2 erfüllt ist (Art. 87 Abs. 3 IVV, vgl. auch BGE 
130 V 343 E. 3.5.3 S. 351). Erheblich ist eine Sachverhaltsänderung, wenn 
angenommen werden kann, der Anspruch auf eine Invalidenrente (oder 
deren Erhöhung) sei begründet, falls sich die geltend gemachten Umstände 
als richtig erweisen sollten (SVR 2014 IV Nr. 33 S. 121 E. 2).

3.5.2 Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung oder das Revisionsge-
such ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewis-
sern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung 
des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist. Stellt sie fest, dass 
der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine 
Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls 
hat sie zusätzlich noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, 
um nunmehr eine rentenbegründende (bzw. anspruchsrelevant höhere) 
Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall 
obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 
198 E. 3a S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1).

3.5.3 Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invali-
ditätsgrad erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuan-
meldungsverfahren – analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG 
– durch Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten mate-
riellen Beurteilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit 
demjenigen zur Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 
S. 112; 130 V 71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

3.5.4 Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Ren-
tenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter 
Berücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlag-
gebenden Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Invali-
ditätsschätzungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b 
S. 200; SVR 2019 IV Nr. 39 S. 124 E. 5).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Okt. 2021, IV/20/764, Seite 11

4.

4.1 Die Beschwerdegegnerin ist auf die Neuanmeldung eingetreten, 
womit die Eintretensfrage gerichtlich nicht zu beurteilen ist (BGE 109 V 108 
E. 2b S. 114). Indes ist zu prüfen, ob eine für den Leistungsanspruch po-
tentiell relevante Veränderung in den tatsächlichen Verhältnissen eingetre-
ten ist, wobei der Sachverhalt im Zeitpunkt der Verfügung vom 22. Juni 
2010 (AB 37) mit demjenigen im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung 
vom 9. September 2020 (AB 85) zu vergleichen ist (vgl. E. 3.5.3 hiervor).

4.2 Infolge des Statuswechsels von 80% Erwerb und 20% Haushalt im 
Jahr 2010 (AB 25, S. 5) zu 75% Erwerb und 25% Haushalt im Jahr 2020 
(AB 70, S. 5) ist grundsätzlich ein Revisions- resp. Neuanmeldungsgrund 
erstellt, der eine freie Prüfung zur Folge hat (vgl. E. 3.5.4 hiervor). Da auch 
bei freier Prüfung ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad resultiert, 
kann letztlich offen bleiben, ob diese Differenz einen Revisionsgrund dar-
stellt oder ob aus medizinischer Sicht ein Revisions- resp. Neuanmel-
dungsgrund besteht.

4.3 Zum gesundheitlichen Zustand und zur Arbeitsfähigkeit der Be-
schwerdeführerin ist den medizinischen Akten im Wesentlichen Folgendes 
zu entnehmen:

4.3.1 Dr. med. D.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und 
Traumatologie des Bewegungsapparates, E.________ AG, diagnostizierte 
im Bericht vom 24. September 2019 einen Status nach supramalleolärer 
Domosteotomie rechts am 12. Februar 2019 (AB 62, S. 2). Bezüglich der 
Arbeitsfähigkeit würde die Beschwerdeführerin gerne zurück in den ... ge-
hen. Dies habe sie jedoch seit zehn Jahren aufgrund der Beschwerden 
nicht mehr durchgeführt. Zuletzt habe sie vor zwei Jahren als ... gearbeitet. 
Er denke nicht, dass die Rückkehr in einen ganztags stehenden Beruf rea-
listisch sei. Hierfür habe er auch eine Arbeitsunfähigkeit bis am 30. No-
vember 2019 attestiert (AB 62, S. 3).

4.3.2 Im Bericht vom 8. Januar 2020 diagnostizierte der RAD-Arzt Dr. 
med. F.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, mit Auswirkun-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Okt. 2021, IV/20/764, Seite 12

gen auf die Arbeitsfähigkeit einen Status nach Débridement und supramal-
leolärer Korrekturosteotomie Tibia rechts (Domosteotomie) am 12. Februar 
2019 bei Rückfuss-Vargus mit beginnender OSG-Arthrose medial betont 
und einen Status nach Rekonstruktion des Retinaculum extensorum IV. 
Fach mit der Sehne des EDQ wegen postoperativer Insuffizienz des Reti-
naculums und ECU-Luxation rechts vom 17. September 2008 (AB 66, S. 
3). Zumutbar seien körperlich leichte Tätigkeiten in vorwiegend sitzender 
Position ganztags über 8.5 Stunden ohne weitere Leistungsminderung. Zu 
vermeiden seien vorwiegendes Stehen und Gehen, anhaltende Zwangshal-
tungen, Hocken, Kauern und Knien, Gehen auf unebenem Gelände, länge-
res Abwärtsgehen, Hinunterspringen, Steigen auf Leitern und Gerüste, 
häufiges Treppensteigen sowie Kälte-, Nässe- und Zugluftexposition. Zu 
vermeiden seien zudem Tätigkeiten, bei welchen die rechte Hand in Exten-
sion gehalten würde und in dieser Position Kraft angewendet werden müs-
se wie stossen, Haltearbeit (z.B. ..., Gewichte über Hüfthöhe anheben, ...). 
Gewichte tragen (passiv am Arm hängend) sei bis 10 kg zumutbar. Auf-
grund der objektiven Befunde sei eine Verschlechterung des Gesundheits-
zustandes seit dem 12. Februar 2019 ausgewiesen. Da die angestammte 
Tätigkeit im ... inkl. ... gemäss Aktenlage vorwiegend stehend und gehend 
ausgeführt worden sei (diesbezüglich lägen vom letzten Arbeitgeber jedoch 
keine konkreten Informationen vor), könne diese Tätigkeit der Beschwerde-
führerin nicht mehr zugemutet werden. Das angepasste Leistungsprofil 
gelte spätestens seit dem 8. August 2017 (AB 66, S. 6).

4.3.3 Im Bericht vom 23. Juni 2020 diagnostizierte Dr. med. D.________ 
eine posttraumatische Arthrose OSG rechts (AB 78, S. 7). Die Arbeitsun-
fähigkeit sei bis Ende September attestiert worden. Die Beschwerdeführe-
rin werde nicht mehr im angestammten Beruf als ... arbeiten können. Den 
zuletzt durchgeführten Beruf als ... werde sie realistischerweise ebenfalls 
nur sehr eingeschränkt durchführen können. In einer leichten, wechselbe-
lastenden Tätigkeit wäre sie zumindest teilweise einsetzbar (AB 78, S. 8).

Im Bericht vom 22. Juli 2020 zu Handen der Rechtsanwältin der Beschwer-
deführerin ergänzte Dr. med. D.________, die Gehstrecke sei auf sehr kur-
ze Distanzen limitiert. Zudem bestehe ein Anlaufschmerz. Aus diesem 
Grund seien Tätigkeiten mit häufig wechselnder Belastung (wiederholtes 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Okt. 2021, IV/20/764, Seite 13

Aufstehen und Hinsitzen) nicht ideal. Ebenso führe längeres Stehen an Ort 
und Stelle ebenfalls zu einer Schmerzexazerbation. In einer mehrheitlich 
sitzenden Tätigkeit könnte ein Arbeitsversuch mit 50% durchgeführt werden 
und bei entsprechendem Verlauf möglicherweise gesteigert werden (AB 78, 
S. 11).

4.3.4 Der RAD-Arzt Dr. med. G.________, Facharzt für Orthopädische 
Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, führte im Bericht 
vom 12. August 2020 aus, anhand der im Rahmen der Anhörung einge-
reichten medizinischen Akten könne weiterhin an der Beurteilung des RAD 
vom 8. Januar 2020 festgehalten werden. Vorwiegend oder ausschliesslich 
in sitzender Position zu erbringende Tätigkeiten seien der Beschwerdefüh-
rerin mit den vom RAD am 8. Januar 2020 formulierten Einschränkungen 
zumutbar (AB 83, S. 4). 

Gestützt auf diese RAD-interne Stellungnahme führte Dr. med. F.________ 
im Bericht vom gleichen Tag aus, es könne weiterhin am formulierten an-
gepassten Leistungsprofil festgehalten werden (AB 82, S. 3). 

4.4 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Okt. 2021, IV/20/764, Seite 14

gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens ent-
schieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen 
zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und 
Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind 
ergänzende Abklärungen vorzunehmen. Insbesondere sind die von der 
versicherten Person aufgelegten Berichte der behandelnden Ärztinnen und 
Ärzte mitzuberücksichtigen. Wird die Schlüssigkeit der Feststellungen der 
versicherungsinternen Fachpersonen durch einen nachvollziehbaren Be-
richt eines behandelnden Arztes in Zweifel gezogen, so genügt der pau-
schale Hinweis auf dessen auftragsrechtliche Stellung (BGE 125 V 351 
E. 3a cc S. 353) nicht, um solche Zweifel auszuräumen. Vielmehr wird das 
Gericht entweder ein Gerichtsgutachten anzuordnen oder die Sache an 
den Versicherungsträger zurückzuweisen haben, damit dieser im Verfahren 
nach Art. 44 ATSG eine Begutachtung veranlasst (BGE 142 V 58 E. 5.1 
S. 65, 139 V 225 E. 5.2 S. 229, 135 V 465 E. 4.4 - 4.6 S. 469). 

Auch reine Aktengutachten können beweiskräftig sein, sofern ein lückenlo-
ser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die fachärztliche Beur-
teilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht, mit-
hin die direkte ärztliche Befassung mit der versicherten Person in den Hin-
tergrund rückt. Dies gilt grundsätzlich auch in Bezug auf Berichte und Stel-
lungnahmen Regionaler Ärztlicher Dienste (SVR 2020 IV Nr. 38 S. 134 
E. 4.3).

4.5 Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei Erlass der vorliegend an-
gefochtenen Verfügung auf die Berichte der RAD-Ärzte vom 8. Januar und 
12. August 2020 (AB 66, S. 3 ff.; 82, S. 2 ff.; 83, S. 3 f.). Diese erfüllen die 
Voraussetzungen der Rechtsprechung an den Beweiswert medizinischer 
Berichte (vgl. E. 4.4 hiervor) und erbringen vollen Beweis.

Der RAD-Arzt Dr. med. F.________ führte im Bericht vom 8. Januar 2020 
schlüssig und überzeugend aus, dass aufgrund der Beschwerden am rech-
ten Handgelenk sowie am rechten Fuss eine verminderte Belastbarkeit 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Okt. 2021, IV/20/764, Seite 15

besteht für körperlich mittelschwere bis schwere Tätigkeiten sowie für vor-
wiegend stehende und gehende Tätigkeiten, Hocken, Kauern und Knien, 
Gehen auf unebenem Gelände, längeres Abwärtsgehen, Hinunterspringen, 
Steigen auf Leitern und Gerüste, häufiges Treppensteigen sowie Kälte-, 
Nässe und Zugluftexposition und für Tätigkeiten, bei welchen die rechte 
Hand in Extension gehalten werden und in dieser Position Kraft angewen-
det werden muss (AB 66, S. 5). Körperlich leichte Tätigkeiten in vorwiegend 
sitzender Position erachtete er als ganztags über 8.5 Stunden ohne weitere 
Leistungsminderung zumutbar. Die angestammte Tätigkeit sei nicht mehr 
möglich. Dieses Zumutbarkeitsprofil besteht (spätestens) seit dem 8. Au-
gust 2017 (AB 66, S. 6; vgl. dazu erste fusschirurgische Beurteilung durch 
Dr. med. H.________, Fachärztin für Orthopädische Chirurgie und Trauma-
tologie des Bewegungsapparates [AB 50, S. 19]).

An dieser Beurteilung vermögen die Einschätzungen des behandelnden Dr. 
med. D.________ keine auch nur geringen Zweifel zu erwecken. Im Bericht 
vom 23. Juni 2020 führte Dr. med. D.________ – in weitgehender Überein-
stimmung mit dem RAD – aus, die angestammte Tätigkeit als ... bzw. ... sei 
nicht mehr bzw. nur noch sehr eingeschränkt zumutbar. Soweit er weiter 
darlegt, die Beschwerdeführerin sei in einer leichten, wechselbelastenden 
Tätigkeit zumindest teilweise einsetzbar (AB 78, S. 8), ist zu erwähnen, 
dass sich der behandelnde Arzt weder konkret zu Art und Umfang der Ein-
schränkung äussert noch darlegt, weshalb eine leichte Tätigkeit mit Blick 
auf die Fussbeschwerden nicht ohne zeitliche Einschränkungen möglich 
sein sollte. Im Bericht vom 22. Juli 2020 zu Handen der Rechtsanwältin der 
Beschwerdeführerin gibt Dr. med. D.________ an, die Gehstrecke sei auf 
sehr kurze Distanz limitiert und es bestehe ein Anlaufschmerz (AB 78, S. 
11). Dies wird nicht bestritten bzw. vom RAD-Arzt Dr. med. G.________ am 
12. August 2020 als nachvollziehbar bezeichnet (AB 83, S. 3). Wenn Dr. 
med. D.________ daraus ableitet, dass Tätigkeiten mit häufig wechselnder 
Belastung nicht ideal seien und auch längeres Stehen an Ort und Stelle zu 
einer Schmerzexazerbation führe (AB 78, S. 11), wiederspricht dies dem 
Zumutbarkeitsprofil von Dr. med. F.________ nicht. Im Gegenteil erachtete 
dieser doch gerade Tätigkeiten vorwiegend im Sitzen als zumutbar. Dr. 
med. D.________ widerspricht damit vielmehr seinem eigenen Zumutbar-
keitsprofil vom Juni 2020, als er mit Blick auf eine angepasste Tätigkeit 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Okt. 2021, IV/20/764, Seite 16

noch von einer wechselbelastenden Arbeit ausging. Schliesslich lässt sich 
aus dem Bericht des behandelnden Arztes vom 22. Juli 2020 keine attes-
tierte (bleibende) 50%-ige Arbeits(un)fähigkeit entnehmen. Dr. med. 
D.________ schlug bloss einen Arbeitsversuch von vorerst 50% vor. Er 
führte allerdings selber an, dass dieses Pensum bei entsprechendem Ver-
lauf (möglicherweise) gesteigert werden könne (AB 78, S. 11). Insofern 
widerspricht er dem RAD nicht bzw. schätzt die Arbeits(un)fähigkeit in einer 
angepassten Tätigkeit nicht abschliessend ein. Im Übrigen führt er auch im 
Bericht vom 22. Juli 2020 nicht näher aus, weshalb die Beschwerdeführerin 
in einer angepassten Tätigkeit nur eingeschränkt bzw. nicht ganztags arbei-
ten könnte, zumal auch über keine Ruheschmerzen berichtet wird (vgl. AB 
83, S. 3).

4.6 Nach dem Dargelegten ist erstellt, dass der Beschwerdeführerin aus 
somatischer Sicht eine angepasste, körperlich leichte Tätigkeit in vorwie-
gend sitzender Position ganztags über 8.5 Stunden ohne weitere Leis-
tungsminderung zumutbar ist. Die angestammte Tätigkeit als ... bzw. im ... 
inkl. ... ist nicht mehr zumutbar. Bei dieser Sachlage erübrigen sich weitere 
medizinische Abklärungen (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 122 V 157 
E. 1d S. 162).

5.

Sowohl im Rahmen einer erstmaligen Prüfung des Rentenanspruchs als 
auch anlässlich einer Rentenrevision stellt sich unter dem Gesichtspunkt 
von Art. 8 ATSG die Frage nach der anwendbaren Invaliditätsbemes-
sungsmethode (Art. 16 ATSG sowie Art. 28a Abs. 2 und 3 IVG). Ob eine 
versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig Erwerbstätige oder als 
Nichterwerbstätige einzustufen ist – was je zur Anwendung einer anderen 
Methode der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich, Betätigungs-
vergleich, gemischte Methode) führt –, ergibt sich aus der Prüfung, was sie 
bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche 
Beeinträchtigung bestünde (BGE 141 V 15 E. 3.1 S. 20). Entscheidend ist 
nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicherten Person im 
Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Okt. 2021, IV/20/764, Seite 17

sie hypothetisch erwerbstätig wäre (BGE 144 I 28 E. 2.3 S. 30; SVR 2019 
IV Nr. 3 S. 7 E. 5.1).

In der angefochtenen Verfügung vom 9. September 2020 (AB 85) stützt 
sich die Beschwerdegegnerin massgeblich auf den Abklärungsbericht 
Haushalt/Erwerb vom 28. Mai 2020 (AB 70). Darin wurde die Beschwerde-
führerin zu 75% als Erwerbstätige und zu 25% als Hausfrau eingestuft 
(AB 70, S. 4 f. Ziff. 3.4 und 4). Die Beschwerdeführerin gab anlässlich der 
Erhebung vom 11. Mai 2020 an, dass sie ohne gesundheitliche Einschrän-
kungen (auch aus finanziellen Gründen und da ihr Partner 80% arbeite) 
70% bis 80% arbeiten würde (AB 70, S. 4 Ziff. 3.4). Die Beschwerdegegne-
rin hat mit Blick auf diese Angaben und die gesamten Umstände zu Recht 
den Status für den erwerblichen Bereich auf durchschnittlich 75% festge-
legt. Dies wird von der Beschwerdeführerin nicht bestritten. Der Invali-
ditätsgrad ist somit anhand der gemischten Methode (vgl. E. 3.3 hiervor) zu 
bestimmen (vgl. E. 6 f. hiernach).

6.

Zunächst ist die Einschränkung im Erwerbsbereich nach der allgemeinen 
Methode des Einkommensvergleichs zu bestimmen (vgl. E. 2.3 hiervor).

6.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110, 134 V 322 E. 
4.1 S. 325; SVR 2017 IV Nr. 52 S. 157 E. 5.1).

Lässt sich aufgrund der tatsächlichen Verhältnisse das ohne gesundheitli-
che Beeinträchtigung realisierbare Einkommen nicht hinreichend genau 
beziffern, ist auf statistische Werte wie die Lohnstrukturerhebungen (LSE) 
abzustellen. Auf sie darf jedoch im Rahmen der Invaliditätsbemessung nur 
unter Mitberücksichtigung der für die Entlöhnung im Einzelfall gegebenen-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Okt. 2021, IV/20/764, Seite 18

falls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren abgestellt werden 
(BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110; SVR 2019 UV Nr. 40 S. 153 E. 6.2.3).

6.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296).

Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine 
oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge-
nommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den 
vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen LSE herangezogen werden 
(BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 297; SVR 2019 IV Nr. 28 S. 88 E. 5.1.3).

Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, 
die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich 
zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern 
lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurch-
schnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit ei-
nem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 
S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in welchem Ausmass 
Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und 
beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Ein-
schränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Be-
schäftigungsgrad). Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalidenein-
kommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wo-
bei der Abzug auf insgesamt höchstens 25% zu begrenzen ist (BGE 135 V 
297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2018 IV Nr. 46 S. 148 
E. 3.3). Zu beachten ist, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medi-
zinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen 
nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen 
und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen 
dürfen (BGE 146 V 16 E. 4.1 S. 20).

6.3 Der frühestmögliche Rentenbeginn ist unter Berücksichtig des War-
tejahres (Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG) und Neuanmeldung im April 2019 (AB 38; 
Art. 29 Abs. 1 IVG) der 1. Oktober 2019. Auf diesen Zeitpunkt hin ist ein 
Einkommensvergleich durchzuführen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Okt. 2021, IV/20/764, Seite 19

6.4 Die Beschwerdeführerin hat keine Berufsausbildung (vgl. AB 2, 
S. 5) und arbeitete vom 1. April 2004 bis am 30. April 2007 in einem Teil-
zeitpensum als ... für die I.________ S.A. (vgl. AB 2, S. 6; 70, S. 4). Vom 1. 
April 2007 bis am 31. Mai 2008 war sie ebenfalls als ... (Aushilfe) in einem 
Teilzeitpensum für die J.________ GmbH tätig; diese Anstellung wurde aus 
betrieblichen Gründen (Schliessung bzw. Übergabe des Restaurants) 
durch die Arbeitgeberin gekündigt (AB 9, S. 1 ff., 14). Vom 1. Februar 2016 
bis am 28. Februar 2018 arbeitete sie sodann (in einer dem Handleiden 
angepassten Teilzeittätigkeit) als ... für die K.________ AG. Diese Stelle 
wurde ihr ebenfalls aus betrieblichen Gründen (Schliessung) gekündigt (AB 
47, S. 2 f.; vgl. auch AB 46). Es ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 
davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin ohne Gesundheitsscha-
den immer noch im ... arbeiten würde (vgl. dazu auch AB 70, S. 4 Ziff. 3.4). 
Da ihr die letzte Stelle im ... bei der J.________ GmbH aus invaliditäts-
fremden Gründen gekündigt wurde, ist für das Valideneinkommen aller-
dings nicht auf das dort zuletzt erzielte Einkommen, sondern auf die LSE 
abzustellen (vgl. E. 6.1 hiervor). Die Beschwerdegegnerin bemass das Va-
lideneinkommen zu Recht anhand der Tabelle TA1_tirage_skill_level der 
LSE 2018, Ziff. 55-56: Gastgewerbe/Beherbergung und Gastronomie, 
Kompetenzniveau 1 (einfache Tätigkeit körperlicher oder handwerklicher 
Art). Der massgebliche monatliche Bruttolohn für Frauen beträgt dabei Fr. 
4'019.--. Angepasst an die betriebsübliche Arbeitszeit von 42.3 Stunden 
(Bundesamt für Statistik [BFS], Betriebsübliche Wochenarbeitszeit nach 
Wirtschaftsabteilungen [BUA], Zeile 56: Gastronomie) und aufindexiert auf 
das Jahr 2019 (BFS, Tabelle T1.2.15, Nominallohnindex, Frauen, Wirt-
schaftszweig Ziff. 55/56, Indices 2018 bzw. 2019) resultiert ein Validenein-
kommen von Fr. 50'600.-- (Fr. 4’019 x 12 : 40 x 42.3 : 101.7 x 100.9).

6.5

6.5.1 Bezüglich der Berechnung des Invalideneinkommens ist vorab zu 
prüfen, ob die Beschwerdeführerin aufgrund ihres Alters sowie ihrer ge-
sundheitlichen Einschränkungen auf dem freien Arbeitsmarkt noch vermit-
telbar ist (Beschwerde, S. 9 f. Ziff. 3).

6.5.2 Erwerbslosigkeit aus invaliditätsfremden Gründen vermag keinen 
Rentenanspruch zu begründen. Die Invalidenversicherung hat nicht dafür 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Okt. 2021, IV/20/764, Seite 20

einzustehen, dass Versicherte infolge ihres Alters, wegen mangelnder 
Ausbildung oder Verständigungsschwierigkeiten keine entsprechende Ar-
beit finden; die hieraus sich ergebende "Arbeitsunfähigkeit" ist nicht invali-
ditätsbedingt (BGE 107 V 17 E. 2c S. 21; AHI 1999 S. 238 E. 1).

Das fortgeschrittene Alter wird, obgleich an sich ein invaliditätsfremder Fak-
tor, in der Rechtsprechung als Kriterium anerkannt, welches zusammen mit 
weiteren persönlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu führen kann, 
dass die einer versicherten Person verbliebene Resterwerbsfähigkeit auf 
dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt realistischerweise nicht mehr nachge-
fragt wird, und dass ihr deren Verwertung auch gestützt auf die Selbstein-
gliederungslast nicht mehr zumutbar ist. Der Einfluss des Lebensalters auf 
die Möglichkeit, das verbliebene Leistungsvermögen auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, lässt sich nicht nach einer allgemei-
nen Regel bemessen, sondern hängt von den Umständen des Einzelfalls 
ab. Massgebend können die Art und Beschaffenheit des Gesundheitsscha-
dens und seiner Folgen, der absehbare Umstellungs- und Einarbeitungs-
aufwand und in diesem Zusammenhang auch Persönlichkeitsstruktur, vor-
handene Begabungen und Fertigkeiten, Ausbildung, beruflicher Werdegang 
oder Anwendbarkeit von Berufserfahrung aus dem angestammten Bereich 
sein. Fehlt es an einer wirtschaftlich verwertbaren Resterwerbsfähigkeit, 
liegt eine vollständige Erwerbsunfähigkeit vor, die einen Anspruch auf eine 
ganze Invalidenrente begründet (BGE 145 V 2 E. 5.3.1 S. 16, 138 V 457 
E. 3.1 S. 460; SVR 2020 IV Nr. 5 S. 20 E. 7.1).

Die Möglichkeit, die verbliebene Arbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt zu verwerten, hängt nicht zuletzt davon ab, welcher Zeitraum 
der versicherten Person für eine berufliche Tätigkeit und vor allem auch für 
einen allfälligen Berufswechsel noch zur Verfügung steht. Massgeblicher 
Stichtag für die Beantwortung der Frage nach der Verwertbarkeit der 
(Rest-)Arbeitsfähigkeit bei vorgerücktem Alter ist der Zeitpunkt, in welchem 
die medizinische Zumutbarkeit einer (Teil)Erwerbstätigkeit feststeht. Dies 
ist der Fall, sobald die medizinischen Unterlagen diesbezüglich eine zuver-
lässige Sachverhaltsfeststellung erlauben (BGE 146 V 16 E. 7.1 S. 25, 138 
V 457 E. 3.2 S. 460 und E. 3.3 S. 462; SVR 2020 IV Nr. 5 S. 20 E. 7.1 und 
Nr. 44 S. 156 E. 4.2).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Okt. 2021, IV/20/764, Seite 21

6.5.3 Zum Zeitpunkt der Erstellung der Aktenbeurteilungen der RAD-Ärzte 
vom 12. August 2020 (AB 82 f.), auf die es hinsichtlich der Frage der Ver-
wertbarkeit der (Rest-)Arbeitsfähigkeit bei vorgerücktem Alter ankommt 
(BGE 143 V 431 E. 4.5.1 S. 433, 138 V 457 E. 3.3 S. 462; SVR 2017 IV 
Nr. 85 S. 266 E. 2.2.2), war die Beschwerdeführerin gut 56 Jahre alt. Mithin 
verblieb ihr bis zum Erreichen des ordentlichen Rentenalters noch eine 
Aktivitätsdauer von beinahe acht Jahren, weshalb nicht ersichtlich ist, dass 
ihr allein aus Altersgründen keine Erwerbstätigkeit mehr zugemutet werden 
könnte. Kommt hinzu, dass sie bis Ende 2017 bzw. bis im Februar 2018 
einer Erwerbstätigkeit nachging (vgl. AB 47, S. 2) und damit die Abstinenz 
vom Arbeitsmarkt nicht von relevanter Dauer ist. Zudem gilt es zu beach-
ten, dass Hilfsarbeiten auf dem hypothetisch ausgeglichenen Arbeitsmarkt 
altersunabhängig nachgefragt werden (Entscheid des Bundesgerichts 
[BGer] vom 15. März 2017, 8C_14/2017, E. 6.3). Des Weiteren ist das hier 
massgebende Zumutbarkeitsprofil, wonach körperlich leichte Tätigkeiten 
vorwiegend in sitzender Position zumutbar sind, nicht derart eingeschränkt, 
dass eine entsprechende Arbeitsgelegenheit auf dem ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt praktisch nicht existierte oder dass sie nur unter nicht realisti-
schem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich 
wäre und das Finden einer entsprechenden Stelle daher von vornherein als 
ausgeschlossen erschiene. Vielmehr ist davon auszugehen, dass der für 
die Invaliditätsbemessung als ausgeglichen zu betrachtende Arbeitsmarkt 
(Art. 16 ATSG) leichte Kontroll-, Überwachungs- oder administrative Tätig-
keiten und dergleichen anbietet (vgl. Entscheid des BGer vom 7. April 
2015, 9C_728/2014, E. 7). Ferner kommt der verbliebenen Restarbeits-
fähigkeit erhebliches Gewicht zu, denn diese liegt in einer adaptierten 
Tätigkeit bei 100% ohne Einschränkungen der Leistungsfähigkeit (AB 66, 
S. 6). Die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit ist damit entgegen der 
Auffassung der Beschwerdeführerin zu bejahen.

6.6 Da die Beschwerdeführerin ihre Restarbeitsfähigkeit nicht verwertet, 
ist das Invalideneinkommen gestützt auf die Zahlen der LSE (vgl. E. 6.2 
hiervor) zu ermitteln. Ausgehend von der Tatsache, dass die Beschwerde-
führerin in einer angepassten Tätigkeit zu 100% arbeitsfähig ist (vgl. E. 4.6 
hiervor), ist es vorliegend nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegeg-
nerin das Invalideneinkommen gestützt auf das Total des Kompetenzni-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Okt. 2021, IV/20/764, Seite 22

veaus 1 (einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art), 
Tabelle TA1_tirage_skill_level der LSE 2018, festgelegt hat, zumal der Be-
schwerdeführerin verschiedene Verweistätigkeiten in diversen Tätigkeits-
gebieten offen stehen. Der massgebliche monatliche Bruttolohn für Frauen 
beträgt Fr. 4‘371.--. An die betriebsübliche Wochenarbeitszeit von 
41.7 Stunden (BFS, BUA, Total) angepasst und auf das massgebende Jahr 
2019 aufgerechnet, resultiert daraus ein Einkommen von Fr. 55'219.-- 
(Fr. 4‘371.-- x 12 : 40 x 41.7 : 101.7 x 102.7 [BFS, Tabelle T1.2.15, Nomi-
nallohnindex, Frauen, Total, Indices 2018 bzw. 2019]) im Jahr.

Der von der Beschwerdegegnerin zugestandene behinderungsbedingte 
Abzug von 10% (AB 70, S. 6) – was zu einem Invalideneinkommen von 
Fr. 49'697.-- führt – trägt allen einkommensbeeinflussenden Aspekten 
genügend Rechnung, zumal beide Vergleichseinkommen auf statistischen 
Grössen beruhen und die invaliditätsfremden Gesichtspunkte damit ausser 
Betracht fallen (vgl. Entscheid des BGer vom 19. Januar 2009, 
8C_42/2008, E. 5). Ein anderweitiger persönlicher oder beruflicher Um-
stand, der einen höheren Abzug rechtfertigte, ist nicht ersichtlich (vgl. dazu 
auch E. 6.5.3 hiervor). Der Umstand, dass im Abklärungsbericht Haushalt 
vom 11. Februar 2010 bei der Berechnung des Invalideneinkommens ein 
Abzug vom Tabellenlohn in der Höhe von 15% gewährt wurde (AB 25, 
S. 5), ist nicht massgebend. So wurde der Abklärungsbericht im Jahr 2010 
bzw. der darin vorgenommene Einkommensvergleich gestützt auf eine an-
dere (gesundheitliche) Ausgangslage vorgenommen und kann daher im 
vorliegenden Verfahren nicht herangezogen werden. Doch selbst ausge-
hend von einem – vorliegend zu hohen – Abzug vom Tabellenlohn von 
20% (Beschwerde, S. 12), was zu einem Invalideneinkommen von 
Fr. 44'175.-- führt, würde kein rentenbegründender Invaliditätsgrad resultie-
ren (vgl. E. 8 hiernach). 

6.7 Bei einem Valideneinkommen von Fr. 50'600.-- und einem Invali-
deneinkommen von zumindest Fr. 44'175.-- (Differenz Fr. 6'425.--) resultiert 
eine erwerbliche Einschränkung von maximal 12.70%, was – ausgehend 
von einem Status 75% Erwerb – einer gewichteten Einschränkung von 
höchstens 9.53% (12.70% x 0.75) entspricht.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Okt. 2021, IV/20/764, Seite 23

7.

In einem weiteren Schritt sind die Einschränkungen und der daraus sich 
ergebende Invaliditätsgrad im Aufgabenbereich zu prüfen.

7.1 Für den Beweiswert eines Abklärungsberichts sind verschiedene 
Faktoren zu berücksichtigen: Es ist wesentlich, dass der Bericht von einer 
qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis der örtlichen und räumli-
chen Verhältnisse sowie der aus den medizinischen Diagnosen sich erge-
benden Beeinträchtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Anga-
ben der versicherten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Mei-
nungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext 
schliesslich muss plausibel begründet und bezüglich der einzelnen Ein-
schränkungen angemessen detailliert sein und in Übereinstimmung mit den 
an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft all dies zu, ist der Ab-
klärungsbericht voll beweiskräftig. Das Gericht greift in das Ermessen der 
die Abklärung tätigenden Person nur ein, wenn klar feststellbare Fehlein-
schätzungen vorliegen. Das gebietet insbesondere der Umstand, dass die 
fachlich kompetente Abklärungsperson näher am konkreten Sachverhalt ist 
als das im Beschwerdefall zuständige Gericht (BGE 140 V 543 E. 3.2.1 
S. 547, 130 V 61 E. 6.2 S. 63; SVR 2018 IV Nr. 69 S. 224 E. 3.2).

7.2 Der Abklärungsbericht Haushalt/Erwerb vom 28. Mai 2020 (AB 70) 
erfüllt die Anforderungen der Rechtsprechung (vgl. E. 7.1 hiervor) und 
überzeugt. Die Feststellungen der fachkundigen Abklärungsperson basie-
ren auf eigenen, vor Ort und in Anwesenheit der Beschwerdeführerin 
durchgeführten Erhebungen und berücksichtigen die bestehenden gesund-
heitlichen Einschränkungen. Der Abklärungsbericht ist zudem hinsichtlich 
der Gewichtung der Tätigkeitsbereiche ausreichend detailliert und den Ein-
schränkungen sowie den Angaben der Beschwerdeführerin wurde ange-
messen Rechnung getragen (AB 70, S. 8 ff. Ziff. 7). Es liegen keine klaren 
Fehleinschätzungen der Abklärungsperson vor, die entscheidwesentlich 
sind. Insbesondere wird zu Recht auf die Schadenminderungspflicht der 
Beschwerdeführerin selber und der Familienangehörigen – insbesondere 
des Lebenspartners, welcher in einem 80%-Pensum arbeitet – verwiesen, 
zumal deren Unterstützungspflicht weiter geht als die ohne Gesundheits-
schädigung üblicherweise zu erwartende Unterstützung (BGE 133 V 504 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Okt. 2021, IV/20/764, Seite 24

E. 4.2 S. 509; SVR 2011 IV Nr. 11 S. 30 E. 5.5; vgl. auch Bundesamt für 
Sozialversicherungen [BSV], Kreisschreiben über Invalidität und Hilflosig-
keit in der Invalidenversicherung [KSIH], Rz. 3090). Von einer übermässi-
gen Schadenminderungspflicht des Lebenspartners (Beschwerde, S. 13 
oben) kann nicht gesprochen werden. Vor diesem Hintergrund kann der 
Beschwerdeführerin nicht gefolgt werden, wenn sie die Einschätzungen in 
den Bereichen „Wohnungs- und Hauspflege“, „Einkauf und weitere Besor-
gungen“ und „Wäsche- und Kleiderpflege“ rügt (Beschwerde, S. 12 f. Ziff. 
5). Zwar trifft es zu, dass der erwachsenen, nicht im gleichen Haushalt le-
benden Tochter der Beschwerdeführerin keine Schadenminderungspflicht 
zukommt. Jedoch ist es diesbezüglich dem Lebenspartner zumutbar, die 
Beschwerdeführerin (manchmal) zum Grosseinkauf zu begleiten, insbe-
sondere wenn sie schwere Dinge braucht. Der Umstand, dass der Lebens-
partner der Beschwerdeführerin nicht gerne zum Grosseinkauf geht, kann 
mit Blick auf die Schadenminderungspflicht vorliegend nicht berücksichtigt 
werden (vgl. AB 70, S. 10 „Einkauf und weitere Besorgungen“). Zudem ist 
es der Beschwerdeführerin zumutbar, Hilfsmittel wie eine Haushaltleiter 
(AB 70, S.  9) einzusetzen sowie die Arbeiten aufzuteilen bzw. langsam 
und mit Pausen zu erledigen (vgl. Rz. 3090 und 8013 KSIH).

Nach dem Gesagten besteht für das Gericht kein Anlass, in das Ermessen 
der Verwaltung einzugreifen. Damit ist davon auszugehen, dass die Be-
schwerdeführerin unter Berücksichtigung der Mitwirkungspflicht ihres Le-
benspartners und ihrer Schadenminderungspflicht im Bereich Haushalt zu 
1.9% eingeschränkt ist, was ausgehend von einem Status von 25% Haus-
halt (vgl. E. 5 hiervor) einer gewichteten Einschränkung von 0.48% (1.9 x 
0.25) entspricht. 

8.

Nach dem Dargelegten beträgt die gewichtete Einschränkung im erwerbli-
chen Bereich höchstens 9.53% und im Haushalt 0.48%, sodass ein IV-
Grad von gerundet höchstens 10% (zur Rundung: BGE 130 V 121 E. 3.2 
und 3.3 S. 123) resultiert. Es besteht folglich kein Anspruch auf eine IV-
Rente (vgl. E. 2.2 hiervor).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Okt. 2021, IV/20/764, Seite 25

Dementsprechend ist die angefochtene Verfügung vom 9. September 2020 
(AB 85) nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde ab-
zuweisen.

9.

9.1 Gemäss aArt. 69 Abs. 1bis IVG in der bis 31. Dezember 2020 gültig 
gewesenen und hier anwendbaren Fassung (vgl. Art. 82a ATSG) ist das 
Beschwerdeverfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitig-
keiten um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen kosten-
pflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig 
vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die unterliegende Beschwerdefüh-
rerin die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss 
gleicher Höhe entnommen.

9.2 Es besteht kein Anspruch auf eine Parteientschädigung (Umkehr-
schluss aus Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Okt. 2021, IV/20/764, Seite 26

- IV-Stelle Bern (inkl. Eingabe vom 30. April 2021)
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.