# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5b6a2120-98b7-5919-a2ce-4e2506b15634
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-01-21
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 21.01.2014 SB130343
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB130343_2014-01-21.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer    
 
 

 
 

Geschäfts-Nr.: SB130343-O/U/cs 
 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. Spiess, Präsident, Oberrichterin Dr. Janssen und 

Ersatzoberrichterin lic. iur. Mathieu sowie die Gerichtsschreiberin 

lic. iur. Aardoom 

 

Urteil vom 21. Januar 2014 

 

in Sachen 

 

Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich,  
vertreten durch Staatsanwältin lic. iur. B. Groth,  

Anklägerin und Erstberufungsklägerin 

 

gegen 

 

1. A._____,  
Beschuldigter, Privatkläger und Berufungsbeklagter 

2. B._____,  
Beschuldigter, Privatkläger und Zweitberufungskläger 

 

1 amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 

2 amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. Y._____ 

 

betreffend versuchte schwere Körperverletzung etc. 
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 4. Abteilung, vom 
13. Mai 2013 (DG130006) 

 

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Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 9. Januar 

2013 (Urk. 41) ist diesem Urteil beigeheftet.  

Urteil der Vorinstanz: 

1. Der Beschuldigte A._____ ist nicht schuldig und wird freigesprochen. 

2. Der Beschuldigte B._____ ist schuldig der mehrfachen einfachen 

Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 und Ziff. 2 Abs. 2 

StGB, teilweise in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB, sowie der Drohung 

im Sinne von Art. 180 StGB. 

3. Der Beschuldigte B._____ wird bestraft mit 6 Monaten Freiheitsstrafe, 

wovon bis und mit heute 21 Tage durch Haft erstanden sind. 

4. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird nicht aufgeschoben. 

5. Der Privatkläger A._____ wird mit seinem Schadenersatzbegehren auf den 

Weg des Zivilprozesses verwiesen. 

6. Der Privatkläger B._____ wird mit seinem Schadenersatzbegehren auf den 

Weg des Zivilprozesses verwiesen. 

7. Die Gerichtsgebühr betreffend den Beschuldigten A._____ fällt ausser 

Ansatz; die übrigen ihn betreffenden Kosten, inklusive die Kosten der 

amtlichen Verteidigung, werden auf die Gerichtskasse genommen. 

8. Die Gerichtsgebühr betreffend den Beschuldigten B._____ wird festgesetzt 

auf: 

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Fr. 2'100.– ; die weiteren ihn betreffenden Kosten betragen: 

Fr. 1'036.25   Kosten der Kantonspolizei 

Fr. 3'000.–   Gebühr Anklagebehörde 

Fr.     Kanzleikosten 

Fr. 1'506.20   Auslagen Untersuchung 

Fr.     amtliche Verteidigung (ausstehend) 

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.  

9. Die den Beschuldigten B._____ betreffenden Kosten der Untersuchung und 

des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen diejenigen der amtlichen 

Verteidigung, werden ihm auferlegt.  

10. Die Kosten der amtlichen Verteidigung des Beschuldigten B._____ werden 

auf die Gerichtskasse genommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung 

gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO.  

11. Dem Beschuldigten A._____ wird eine Umtriebsentschädigung von 

Fr. 12'000.– für die erlittene Haft aus der Gerichtskasse zugesprochen. 

Dem Beschuldigten A._____ wird eine Genugtuung für die erlittene Haft von 

Fr. 2'000.– aus der Gerichtskasse zugesprochen.  

Das Verrechnungsrecht des Staates bleibt vorbehalten. 

Berufungsanträge: 

a) Der Vertreterin der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich:  

(Urk. 114 S. 1) 

1. Der Beschuldigte A._____ sei der versuchten schweren 

Körperverletzung im Sinne von Art. 122 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 

StGB schuldig zu sprechen.  

2. Der Beschuldigte A._____ sei mit 36 Monaten Freiheitsstrafe zu 

bestrafen.  

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3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe sei im Umfang von 18 Monaten zu 

vollziehen. Im Umfang von 18 Monaten sei die Freiheitsstrafe 

aufzuschieben und die Probezeit auf zwei Jahre festzusetzen.  

4. Die erstandene Haft sei dem Beschuldigten anzurechnen.  

5. Die Kosten seien vollumfänglich dem Beschuldigen aufzuerlegen.  

b) Der Verteidigung des Beschuldigten 1: 

(Urk. 115 S. 1) 

Abweisung der Berufung der  

− Staatsanwaltschaft, sowie von 

− B._____ 

Bestätigung des Urteils des BG Zürich vom 13.05.2013 

Übernahme der Kosten sowie der Verteidigung auf die Staatskasse  

c) Der Verteidigung des Beschuldigten 2: 

(Urk. 116 S. 1 f.) 

1. Das Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 13. Mai 2013 sei 

aufzuheben.  

2. Der Beschuldigte B._____ sei freizusprechen.  

3. Der Beschuldigte A._____ sei schuldig zu sprechen und angemessen 

zu bestrafen.  

4. Dem Beschuldigten B._____ sei eine angemessene Entschädigung für 

die erstandene Haft auszurichten und es sei ihm eine angemessene 

Genugtuung zuzusprechen.  

5. Sämtliche Kosten (inkl. derjenigen der 1. Instanz und der amtlichen 

Verteidigung) seien auf die Staatskasse zu nehmen. 

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Erwägungen: 

1. Prozessverlauf 

1.1. Mit Urteil vom 13. Mai 2013 wurde A._____, Beschuldigter 1, vom Vorwurf 

der versuchten schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 Abs. 1 und 

Abs. 2 StGB freigesprochen. Mit gleichem Urteil wurde B._____, Beschuldigter 2, 

der mehrfachen einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 

und Ziff. 2 Abs. 2 StGB, teilweise in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB, sowie 

der Drohung im Sinne von Art. 180 StGB schuldig gesprochen. B._____ wurde 

mit 6 Monaten Freiheitstrafe bestraft und der Vollzug der Freiheitsstrafe wurde 

nicht aufgeschoben. A._____ und B._____ wurden mit ihren 

Schadenersatzbegehren auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen. Schliesslich 

wurden A._____ eine Umtriebsentschädigung von Fr. 12'000.– sowie eine 

Genugtuung von Fr. 2'000.– für die erlittene Haft aus der Gerichtskasse 

zugesprochen (Urk. 100). 

1.2. Gegen dieses Urteil meldete die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich, 

nachfolgend Staatsanwaltschaft, rechtzeitig Berufung an (Urk. 93). Ebenso erhob 

der Beschuldigte B._____ rechtzeitig Berufung (Prot. I S. 17; Urk. 96). Die 

Berufungserklärungen der Staatsanwaltschaft und des Beschuldigten B._____ 

gingen ebenfalls rechtzeitig ein (Urk. 101; Urk. 102). Der Beschuldigte 1 

verzichtete auf Anschlussberufung (Urk. 105). Beweisanträge wurden von keiner 

Partei gestellt. Die Berufungsverhandlung fand am 21. Januar 2014 statt (Prot. II 

S. 5 ff.). 

2. Berufungserklärungen 

2.1. Mit Berufungserklärung vom 23. Juli 2013 beschränkte die 

Staatsanwaltschaft die Berufung auf den Freispruch des Beschuldigten A._____, 

die Bemessung der Strafe bezüglich des Beschuldigten A._____ sowie die 

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Kosten-, Entschädigungs- und Genugtuungsfolgen betreffend den Beschuldigten 

A._____ (Urk. 101).  

2.2. Der Beschuldigte B._____ verlangt die Aufhebung des vorinstanzlichen 

Urteils. Konkret beantragt er, er sei freizusprechen und der Beschuldigte A._____ 

sei schuldig zu sprechen und angemessen zu bestrafen. Sodann beantragt er 

eine angemessene Entschädigung sowie eine Genugtuung für die erstandene 

Haft. Schliesslich seien die Kosten inkl. derjenigen seiner amtlichen Verteidigung 

auf die Staatskasse zu nehmen (Urk. 102; Urk. 116). 

2.3. In der Berufungsschrift ist anzugeben, welche Abänderungen des 

erstinstanzlichen Urteils verlangt werden (Art. 399 Abs. 3 lit. b). Gemäss Art. 402 

StPO hat die Berufung im Umfang der Anfechtung aufschiebende Wirkung. 

Nachdem die Urteilsdispositivziffern 5 und 6 (Zivilansprüche), 8 

(Kostenaufstellung betreffend den Beschuldigten B._____) und 10 (amtliche 

Verteidigung des Beschuldigten B._____) nicht angefochten worden sind, ist 

festzustellen, dass das vorinstanzliche Urteil in diesem Umfang in Rechtskraft 

erwachsen ist. 

3. Sachverhalt 

3.1. Die Vorinstanz kam zum Schluss, dass sich der Beschuldigte B._____ durch 

sein Verhalten der Drohung im Sinne von Art. 180 StGB sowie der mehrfachen 

einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 und Ziff. 2 Abs. 2 

StGB, teilweise in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB, schuldig gemacht habe. 

Hinsichtlich des Beschuldigten A._____ ist die Vorinstanz der Auffassung, dass 

sich dieser bei seinen Handlungen, die zu den Verletzungen an Schultern, Brust 

und Fingern beim Beschuldigten 2 geführt haben, auf den Rechtfertigungsgrund 

der Notwehr im Sinne von Art. 15 StGB berufen könne (Urk. 100). 

3.2. Die Staatsanwaltschaft bringt in der Berufung vor, dass die Vorinstanz 

unrichtigerweise davon ausgehe, dass der vom Beschuldigten A._____ mit dem 

Messer in den Oberarm des Beschuldigten B._____ ausgeführte Stich nur den 

Tatbestand der einfachen Körperverletzung erfülle. Der Messerstich in die 

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Schulter wäre als versuchte schwere Körperverletzung im Sinne von Art. 122 Abs. 

1 und 2 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB zu qualifizieren. Sodann habe der Beschuldigte 

A._____ bei der Verwendung des Messers die Grenzen einer den Umständen 

angemessenen Abwehr offensichtlich überschritten und damit einen 

Notwehrexzess begangen (Urk. 101; Urk. 114). Damit kritisiert die 

Staatsanwaltschaft die rechtliche Würdigung der Vorinstanz. Zum von der 

Vorinstanz festgestellten Sachverhalt bringt die Staatsanwaltschaft keine 

Einwände vor.  

3.3. Demgegenüber kritisiert der Beschuldigte B._____ die 

Sachverhaltsfeststellungen der Vorinstanz. Er bestreitet, dem Beschuldigten 

A._____ gedroht zu haben. Es sei auch nicht richtig, dass er ihn zuerst mit den 

Fäusten geschlagen habe. Er habe sich erst mit den Fäusten gewehrt, nachdem 

der Beschuldigte A._____ ihn mit dem Messer angegriffen und verletzt habe (Urk. 

7/8; Urk. 85 S. 6). Anlässlich der Berufungsverhandlung gab er an, der 

Beschuldigte A._____ hätte ihn zuerst zweimal gestossen und versucht, ihn 

anzugreifen. Er - der Beschuldigte B._____ - habe sich dann verteidigt und ihn 

zurückgestossen. In dem Moment habe der Beschuldigte A._____ ihn sofort mit 

dem offenen Messer angegriffen (Prot. II S. 19). Es ist daher nachfolgend 

aufgrund der vorhandenen Beweismitteln zu prüfen, ob der eingeklagte resp. der 

von der Vorinstanz festgestellte Sachverhalt erstellt werden kann.  

3.4. Als Beweismittel liegen neben den Aussagen der Beschuldigten A._____ 

und B._____ (Urk. 6/1, 6/2 = 7/6, 6/3, 7/1, 7/4, 7/5, 7/7, 7/8) die Aussagen des 

Beteiligten C._____ (Urk. 8/1, 8/2, 8/3, 8/4 = 6/2 = 7/6), der Zeugen D._____ 

(Urk. 9/1-2), E._____ (Urk. 9/3-4) und F._____ (Urk. 9/5-6), eine 

Fotodokumentation des Forensischen Instituts Zürich (Urk. 10/3), ein Kurzbericht 

und ein ärztlicher Befund des Stadtspitals Triemli betreffend den Beschuldigten 

B._____ (Urk. 11/1, 11/5), ein Gutachten zur körperlichen Untersuchung des 

Beschuldigten B._____ (Urk. 11/6) sowie ein ärztlicher Befund des Centre 

Hospitalier Universitaire Vaudois (CHUV) betreffend den Beschuldigten A._____ 

vor (Urk. 12/8-9).  

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3.5. Mit den Grundsätzen der Beweiswürdigung, insbesondere der Würdigung 

von Aussagen, sowie der Glaubwürdigkeit der vorgenannten Personen hat sich 

die Vorinstanz ausführlich und korrekt befasst, so dass darauf zu verweisen ist 

(Urk. 100 S. 8 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO).  

3.6. Schliesslich hat die Vorinstanz auch die Aussagen der einvernommenen 

Personen zutreffend wiedergegeben, worauf ebenfalls zu verweisen ist (Art. 82 

Abs. 4 StPO).  

3.7. Der Beschuldigte B._____ bestreitet insbesondere, dem Beschuldigten 

A._____ gedroht zu haben, sowie den von der Vorinstanz festgestellten Ablauf 

des Vorfalls. Die Vorinstanz hat sich sehr sorgfältig und ausführlich mit den 

Aussagen der Beteiligten und den weiteren Beweismitteln auseinandergesetzt. 

Diesen sorgfältigen und ausführlichen Erwägungen der Vorinstanz gibt es im 

Prinzip nichts beizufügen. Es ist deshalb auf diese zu verweisen (Art. 82 Abs. 4 

StPO). Die folgenden Punkte sind entscheidend: 

3.7.1. Wie die Vorinstanz – nach, hier nicht zu wiederholender (Art. 82 Abs. 4 

StPO), ausführlicher Auseinandersetzung mit den einzelnen Aussagen – 

zutreffend festhält, sind die Aussagen des Beschuldigten A._____ sehr konstant, 

sowohl hinsichtlich der Vorgeschichte als auch hinsichtlich der Drohung, und 

werden seine Aussagen in wesentlichen Teilen auch durch die Zeugenaussagen 

gestützt. Seine Aussagen erscheinen deshalb glaubhaft, weshalb auf sie 

abgestellt werden kann. Die Aussagen der Zeugen, bei denen keine Verhältnisse 

zu den Beschuldigten bestehen, die die Glaubwürdigkeit der Zeugen 

beeinträchtigen könnten, wirken insgesamt und je für sich betrachtet stimmig und 

nachvollziehbar und sind darum ebenfalls als glaubhaft zu qualifizieren. Auf deren 

Aussagen kann deshalb abgestellt werden. Demgegenüber sind die Aussagen 

des Beschuldigten B._____ nicht in sich stimmig und widersprechen teilweise den 

Beobachtungen der Zeugen, so dass sie wenig glaubhaft sind. Schliesslich sind 

auch die Aussagen des Beteiligten C._____ in sich und im Verhältnis zu den 

Aussagen der Zeugen und auch des Beschuldigten B._____ widersprüchlich und 

daher wenig glaubhaft. 

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3.7.2. Die Behauptung des Beschuldigten B._____, dass der Beschuldigte 

A._____ unvermittelt von hinten auf ihn eingestochen habe (Urk. 7/1 S. 6; Urk. 7/4 

S. 3.; Urk. 7/5 S. 4; Urk. 7/6 S. 5), wurde weder von den Zeugen noch vom 

Beteiligten C._____ bestätigt. Der Beteiligte C._____ führte sogar aus, er habe 

den Beschuldigten A._____ darauf hingewiesen, ob er wisse, dass er ein Messer 

in der Hand habe (Urk. 7/6 S. 20). Der Zeuge F._____ erklärte, während der 

Schlägerei habe einer der beiden ein Messer oder ein Sackmesser 

hervorgenommen. Der andere sei etwas zurückgelaufen und habe Respekt vor 

dem Messer gezeigt (Urk. 9/6 S. 4). Sämtliche Zeugen bestätigten sodann, dass 

vor dem Messereinsatz ein Gerangel resp. eine Schlägerei stattgefunden habe. 

Anhaltspunkte für einen Angriff des Beschuldigten A._____ mit dem Messer aus 

dem Nichts liegen keine vor. Jedoch wird von sämtlichen Zeugen bestätigt, dass 

es – entgegen den Beteuerungen des Beschuldigten B._____ (Urk. 7/1 S. 9 f.; 

Urk. 7/5 S. 5; Urk. 7/6 S. 5; Urk. 7/8 S. 3; Urk. 85 S. 11) – bereits vor dem 

Messereinsatz durch den Beschuldigten A._____ zu einer körperlichen 

Auseinandersetzung zwischen den Beschuldigten A._____ und B._____ 

gekommen war und der Beschuldigte A._____ das Messer erst während der 

Auseinandersetzung hervornahm.  

3.7.3. Der Beschuldigte B._____ sagte zunächst – übereinstimmend mit der 

Aussage des Zeugen F._____ (Urk. 9/5 S. 1) – aus, dass er einen weiteren Stich 

des Beschuldigten A._____ habe abwehren und dessen Messer habe ergreifen 

wollen (Urk. 7/1 S. 6). Später erklärte er, er habe nicht versucht, dem 

Beschuldigten A._____ das Messer aus der Hand zu nehmen (Urk. 7/4). In einer 

weiteren Einvernahme führte er dann wieder aus, er habe den Beschuldigten 

A._____ am Handgelenk festhalten wollen. Als sich dieser losgerissen habe, habe 

er ihn mit dem Messer an seiner Hand verletzt (Urk. 7/6 S. 5 f.). 

3.7.4. Der Beschuldigte A._____ erklärte in sämtlichen Einvernahmen, dass er 

grosse Angst gehabt habe (Urk. 6/1 S. 4, S. 15; Urk. 6/2 S. 16; Urk. 6/3 S. 3; 

Urk. 84 S. 4, S. 7) und dass er sich nur habe verteidigen wollen (Urk. 6/1 S. 6 f., 

S. 11; Urk. 6/2 S. 16; Urk. 6/3 S. 3; Urk. 84 S. 4, S. 7). Sämtliche Zeugen 

bestätigten diese Aussage. So erklärte der Zeuge D._____, der Beschuldigte 

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B._____ habe den Beschuldigten A._____ bedroht. Dieser habe sich einfach 

wehren müssen. Der Beschuldigte A._____ habe Angst gehabt. Das sage er 

wirklich. Der habe Angst gehabt (Urk. 9/2 S. 5). Der Zeuge E._____ führte aus, er 

glaube der Beschuldigte A._____ habe sich gewehrt. Derjenige mit dem Messer 

habe immer wieder zurückweichen wollen. Der andere sei immer wieder laut 

geworden und auf ihn zugegangen (Urk. 9/4 S. 4). Auf die Frage, ob er sagen 

könne, ob die Person mit dem Messer angegriffen habe oder ob sie sich verteidigt 

habe, sagte der Zeuge E._____, er habe es vorher gesagt, der mit dem Messer 

habe immer wieder versucht, wegzukommen. Er habe nicht verstanden, was 

gerufen worden sei (Urk. 9/4 S. 6 f.). Der Zeuge F._____ gab auf die Frage, was 

der Beschuldigte A._____ mit dem Messer getan habe, an, es sei schwierig zu 

sagen in einer Schlägerei. Irgendwie angreifen, aber richtig sagen, dass er 

angegriffen habe, könne er auch nicht sagen. Er habe mit dem Messer keine 

Bewegungen gemacht. Er habe es ruhig in der Hand gehalten. Er habe keine 

Stichbewegung gesehen. Auf die Frage, ob die Person mit dem Messer 

angegriffen oder sich verteidigt habe, sagte er, er würde sagen, von beidem 

etwas (Urk. 9/6 S. 4 f.). Der ärztliche Befund des Stadtspitals Triemli vom 5. 

Oktober 2012 hält hinsichtlich der Verletzungen des Beschuldigten B._____ im 

Brustbereich fest, dass einerseits eine Stichverletzung mit einer Eindringtiefe von 

wenigen Millimetern direkt über dem Brustbein gelegen und andererseits eine 

weitere kleine Schnittwunde, welche aber nicht senkrecht, sondern schräg zur 

Hautoberfläche verlaufe, mit einer Eindringtiefe von wenigen Millimetern, 

bestehen würde (Urk. 11/5 S. 1). Das Gutachten der körperlichen Untersuchung 

des Instituts für Rechtsmedizin der Universität Zürich vom 26. November 2012 

führt eine über dem mittleren Brustbeindrittel, rechtsseitig, ca. 2,5 cm lange 

halbmondförmige, glattrandige, adaptierbare Wunde ohne Gewebebrücken, 

Wundgrund nicht einsehbar, an, sowie eine im mittleren Brustbeindrittel links 

bestehende tangentiale, bis in das Unterhautfettgewebe reichende ca. 2 x 1,4 cm 

messende glattrandige, adaptierbare Wunde (Urk. 11/6). Entgegen der 

Auffassung des Verteidigers des Beschuldigten B._____ (Urk. 116 S. 10) stützt 

dies die Aussage des Beschuldigten A._____, wonach die Verletzungen im 

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Brustbereich im Gerangel zustande gekommen seien und er keine gezielten 

Stichbewegungen gegen die Brust des Beschuldigten B._____ ausgeführt habe.  

3.7.5. Der Beschuldigte A._____ gab an, dass er vom Beschuldigten B._____ 

einen Faustschlag ins Gesicht erhalten habe (Urk. 6/1 S. 4 f.; Urk. 6/2 S. 15). Der 

Zeuge F._____ führt aus, dass die Personen mit Fäusten und den Füssen 

aufeinander losgegangen seien (Urk. 9/6 S. 3). Der ärztliche Bericht des CHUVs 

bestätigt, dass der Beschuldigte A._____ anlässlich der Untersuchung am 15. 

September 2012 eine leichte Schwellung am "arcus superciliaris" (=Stirnbein) 

sowie eine leichte Rötung auf Höhe Jochbein rechts aufwies. Sodann war das 

Abtasten der Knochen auf Ebene "arcus superciliaris" rechts und Jochbein rechts 

schmerzhaft (Urk. 12/9).  

3.7.6. Dementsprechend ist mit der Vorinstanz von dem von ihr zutreffend 

festgestellten Sachverhalt auszugehen. 

4. Rechtliche Würdigung 

4.1. Rechtliche Würdigung des Verhaltens des Beschuldigten B._____ 

4.1.1. Drohung im Sinne von Art. 180 StGB 

4.1.1.1. Der Drohung macht sich schuldig, wer jemanden durch schwere Drohung 

in Schrecken oder Angst versetzt (Art. 180 Abs. 1 StGB). Bei der Drohung im 

Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB handelt es sich um ein Antragsdelikt. Wie die 

Vorin-stanz zutreffend ausführt, ist die Strafanzeige vom 3. Oktober 2012 

(Urk. 23/1) als Strafantrag zu qualifizieren und erfolgte der Strafantrag innert der 

Frist von Art. 31 StGB.  

4.1.1.2. Die Tathandlung der schweren Drohung erschöpft sich in der 

Ankündigung eines künftigen Übels, welches Schrecken oder Angst erzeugt. 

„Schrecken“ ist eine heftige Erschütterung des Gemüts, die meist durch das 

plötzliche Erkennen einer Gefahr oder Bedrohung ausgelöst wird, während 

„Angst“ ein beklemmendes, banges Gefühl ist, bedroht zu sein (BSK Strafrecht II-

Delnon/Rüdy, Art. 180 N 12). Nach Lehre und Rechtsprechung soll nur diejenige 

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Drohung als schwer gelten, die ein verständiger Mensch mit durchschnittlicher 

Belastbarkeit als solche empfindet. Die Anforderungen an die schwere Drohung 

sind hoch anzusetzen. Allgemein anerkannt ist, dass die schwere Drohung von 

einschneidenderem Gewicht sein muss als die Androhung ernstlicher Nachteile 

im Sinne von Art. 181 StGB. Konsequenterweise verlangt die schwere Drohung, 

dass die Täterschaft dem Opfer einen schweren Nachteil ankündigen oder in 

Aussicht stellen muss (BSK Strafrecht II-Delnon/Rüdy, Art. 180 N 19, N 21; BGE 

106 IV 129). Nicht relevant ist, ob die Drohung ernst gemeint war oder der 

Drohende zur Verwirklichung des angedrohten Übels überhaupt fähig ist. 

Entscheidend ist, dass sie als ernst gemeint in Erscheinung tritt (BSK Strafrecht 

II-Delnon/Rüdy, Art. 180 N 14a ff.; BGE 106 IV 125). Schliesslich muss der 

Bedrohte die Verwirklichung des angedrohten Übels befürchten. Dies bedeutet 

einerseits, dass er die Zufügung des Übels für möglich hält oder tatsächlich damit 

rechnet, und andererseits, dass der angedrohte Nachteil von solcher Schwere ist, 

dass er Schrecken und Angst auszulösen vermag (BSK Strafrecht II-

Delnon/Rüdy, Art. 180 N 23). 

4.1.1.3. Der Beschuldigte B._____ sagte zum Beschuldigten A._____, dass er 

dessen Gesicht so zerstören würde, dass ihn seine Mutter nicht mehr erkennen 

würde. Damit stellte der Beschuldigte B._____ dem Beschuldigten 1 ein schweres 

Übel in Aussicht, nämlich das Entstellen dessen Gesichts. Aufgrund der sich im 

Gange befindenden Auseinandersetzung trat diese Aussage als ernst gemeint in 

Erscheinung und durfte der Beschuldigte A._____ die Zufügung dieses Übels für 

möglich halten. Es ist deshalb unerheblich, dass der Beschuldigte B._____ gar 

kein Messer auf sich trug und ob die Drohung ernst gemeint war. Der 

Beschuldigte A._____ wurde sodann durch die Drohung gemäss seinen 

glaubhaften Aussagen (Urk. 6/2 S. 14; Urk. 84 S. 4) in Angst versetzt.  

4.1.1.4. In subjektiver Hinsicht ist vorsätzliches Handeln erforderlich, wobei 

Eventualvorsatz genügt. Was der Täter wusste, wollte und in Kauf nahm, betrifft 

so genannte innere Tatsachen. Bei Fehlen eines Geständnisses des Täters muss 

aus äusseren Umständen auf jene inneren Tatsachen geschlossen werden. Wer 

eine solche Drohung in einer tätlichen Auseinandersetzung ausspricht, will dem 

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Bedrohten ein schweres Übel in Aussicht stellen und ihn damit in Angst und 

Schrecken versetzen. Zumindest nimmt der Drohende bei einer solchen willentlich 

und wissentlich ausgesprochenen Drohung in Kauf, dass der Bedrohte in Angst 

und Schrecken versetzt wird. Demnach ist auch der subjektive Tatbestand zu 

bejahen. 

4.1.1.5. Wie die Vorinstanz zutreffend festhält, liegen keine Rechtfertigungs- und 

Schuldausschlussgründe vor. Insbesondere bestand keine Notwehrlage, da vor 

der Drohung kein Angriff von Seiten des Beschuldigten A._____ auf die 

körperliche Integrität des Beschuldigten B._____ ausgegangen war. 

4.1.1.6. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass sich der Beschuldigte B._____ 

der Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB schuldig gemacht hat.  

4.1.2. Faustschlag 

4.1.2.1. Die Vorinstanz sprach den Beschuldigten B._____ im Zusammenhang mit 

den Faustschlägen der (mehrfachen) einfachen Körperverletzung im Sinne von 

Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB schuldig. Die Tathandlung bestehe in den 

Faustschlägen, welche gegen das Gesicht des Beschuldigten A._____ ausgeführt 

worden seien (Urk. 100 S. 21). Schliesslich führt die Vorinstanz an, dass auch 

hinsichtlich der Faustschläge nach Einsatz des Messers kein 

Rechtfertigungsgrund vorgelegen habe (Urk. 100 S. 21). Die Anklageschrift führt 

an, dass der Beschuldigte A._____ den Beschuldigten B._____ weggestossen 

habe, der daraufhin mit den Fäusten auf den Beschuldigten A._____ losgegangen 

sei und ihm einen Schlag ins Gesicht versetzt habe. Faustschläge nach dem 

Messereinsatz durch den Beschuldigten A._____ werden dem Beschuldigten 

B._____ in der Anklageschrift sodann nicht vorgehalten (Urk. 41 S. 4). Nach dem 

in Art. 9 StPO verankerten Anklagegrundsatz bestimmt die Anklage das 

Prozessthema. Gegenstand des gerichtlichen Verfahrens können mithin nur 

Sachverhalte sein, die dem Angeklagten in der Anklageschrift vorgeworfen 

werden. Diese muss die Person des Angeklagten sowie die ihm zur Last gelegten 

Delikte in ihrem Sachverhalt so präzise umschreiben, dass die Vorwürfe im 

objektiven und subjektiven Bereich genügend konkretisiert sind 

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(Umgrenzungsfunktion). An diese Anklage ist das Gericht gebunden. Die Anklage 

fixiert somit das Verfahrens- und Urteilsthema (Immutabilitätsprinzip). Die 

Fixierung des Verfahrensgegenstands setzt der Untersuchung eine feste Grenze 

und macht der beschuldigten Person deutlich, gegen welchen Vorwurf sie sich zu 

verteidigen hat (Bger-Urteil 6B_640/2011 vom 14. Mai 2012; Wohlers in 

Donatsch/Hansjakob/Lieber, Kommentar zur Schweizerischen 

Strafprozessordnung, Art. 9 N 8 ff.). Demnach kann dem Beschuldigten B._____ 

lediglich der vor dem Messereinsatz durch den Beschuldigten A._____ erstellte 

Faustschlag vorgehalten werden. 

4.1.2.2. Der einfachen Körperverletzung macht sich schuldig, wer vorsätzlich 

einen Menschen in anderer Weise an Körper und Gesundheit schädigt (Art. 123 

Abs. 1 Ziff. 1 StGB). Der Tatbestand der einfachen Körperverletzung im Sinne von 

Art. 123 Abs. 1 Ziff. 1 StGB ist ein Antragsdelikt. Wie die Vorinstanz zutreffend 

ausführt, ist die Strafanzeige vom 3. Oktober 2012 (Urk. 23/1) als Strafantrag zu 

qualifizieren und erfolgte der Strafantrag innert der Frist von Art. 31 StGB. 

4.1.2.3. Die körperliche Integrität ist dann i.S. einer Körperverletzung 

beeinträchtigt, wenn innere oder äussere Verletzungen oder Schädigungen 

zugefügt werden, die mindestens eine gewisse Behandlung und Heilungszeit 

erfordern. Auf blosse Tätlichkeiten ist zu erkennen, wenn Schürfungen, 

Kratzwunden, Quetschungen oder bloss blaue Flecken offensichtlich so harmlos 

sind, dass sie in kürzester Zeit vorübergehen und ausheilen (BSK Strafrecht II-

Roth/Berkemeier, Art. 123 N 4). Als leichte Fälle sind die Angriffe auf die 

körperliche Integrität des Menschen in der untersten "Bandbreite" des 

Grundtatbestands zu werten. Sowohl die Abgrenzung nach dem Grundtatbestand 

wie auch nach den Tätlichkeiten ist schwierig (BSK Strafrecht II-

Roth/Berkenmeier, Art. 123 N 8). 

4.1.2.4. Art. 123 StGB erfasst gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung 

diejenigen Schädigungen am menschlichen Körper, die nicht als schwer i.S. von 

Art. 122 StGB zu qualifizieren sind. Diese Bestimmung schützt sowohl die 

physische als auch die psychische Integrität. Diese Rechtsgüter sind verletzt bei 

bedeutenden Beeinträchtigungen der körperlichen Integrität, wie z.B. einer 

- 15 - 

Injektionsverabreichung oder einer Totaltonsur. Verboten sind weiter das 

Hervorrufen oder Verschlimmern eines krankhaften Zustandes oder das 

Verzögern der Genesung. Diese Zustände können sowohl durch äussere als auch 

durch innere Verletzungen hervorgerufen werden, die normalerweise ohne 

Komplikationen heilen wie z.B. durch Frakturen, Hirnerschütterungen, 

Quetschungen, Schrammen und Kratzwunden in Folge von Schlägen, Stössen 

und ähnlichem, ausser wenn diese lediglich eine vorübergehende Störung 

bewirken und ohne Einfluss auf das Wohlbefinden bleiben. Entspricht hingegen 

die Störung – wenn auch nur vorübergehender Art – einem krankhaften Zustand, 

so ist sie als einfache Körperverletzung zu qualifizieren. Handelt es sich um 

Quetschungen, Schrammen, Kratzwunden und durch Schläge oder ähnliches 

verursachte Prellungen, ist eine Unterscheidung zwischen Tätlichkeit und 

einfacher Körperverletzung heikel. In der Rechtsprechung wurde ein Schlag ins 

Gesicht, welcher eine Schramme und eine Prellung an der Nase bewirkte, als 

Tätlichkeit qualifiziert (BGE 72 IV 21). Gleiches galt für eine Quetschung am Arm 

und ein Schmerzempfinden im Kiefer ohne Prellung (BGE 107 IV 43 E. d). Ein mit 

brutaler Gewalt ins Gesicht geführter Faustschlag hingegen, der geeignet war, 

schwere Quetschungen, gar einen Kiefer-  

oder Nasenbeinbruch oder das Abbrechen eines Zahnes zu bewirken, wurde als 

einfache Körperverletzung qualifiziert (BGE 74 IV 83). Gleiches wurde 

angenommen bei Verletzungen infolge mehrerer Faustschläge und Fusstritte, die 

bei einem der Opfer Spuren in der Augengegend und eine Quetschung der 

Unterlippe, beim andern Quetschungen des Unterkiefers, eine Rippenquetschung 

und Schrammen an Unterarm und Hand hinterliessen (BGE 103 IV 7). Wenn der 

Angriff auf die körperliche Unversehrtheit sich lediglich in Prellungen, 

Quetschungen oder Kratzwunden manifestiert, bestimmt sich die Abgrenzung 

zwischen Tätlichkeit und einfacher Körperverletzung nach dem Mass des 

verursachten Schmerzes (BGE 107 IV 43 E. c). In Anwendung dieser vorzitierten 

Ausführungen kam das Bundesgericht im Entscheid BGE 119 IV 25 zum Schluss, 

dass ein Bluterguss, der auf einen Riss in den Blutgefässen zurückzuführen sei 

und normalerweise mehrere Tage sichtbar sei, als Körperverletzung qualifiziert 

werden müsse (BGE 119 IV 25 E. 2).  

- 16 - 

4.1.2.5. Der Beschuldigte A._____ suchte am 15. September 2012, also drei Tage 

nach dem Vorfall, das Notfallzentrum des Centre Hospitalier Universitaire Vaudois 

(CHUV) auf. Dieses stellte eine leichte Schwellung am "arcus superciliaris" 

(Stirnbein) rechts sowie eine leichte Rötung auf Höhe Jochbein rechts, jedoch 

keine Wunde im Gesicht fest (Urk. 12/9). Anlässlich der Einvernahme vom 

18. September 2012 konnte keine Verletzung im Gesicht mehr festgestellt werden 

(Urk. 6/1 S. 5). Auf die Frage, ob er verletzt worden sei, erwähnte er 

Rückenschmerzen, aber keine Schmerzen im Gesicht oder am Kopf (Urk. 6/1 S. 

4). Aufgrund dieses Beschwerdebildes kann hinsichtlich des objektiven 

Tatbestands nicht von einer einfachen Körperverletzung ausgegangen werden. 

Die Verletzung führte nur zu einer leichten Schwellung mit auf die konkrete Stelle 

begrenzten Schmerzen (Urk. 12/9), und klang innert weniger Tage vollständig ab. 

4.1.2.6. In subjektiver Hinsicht muss jedoch aufgrund des Sachverhaltes davon 

ausgegangen werden, dass der Beschuldigte B._____ dem Beschuldigten 

A._____ eine Verletzung zufügen wollte, die mindestens eine solche Intensität 

erreicht, die eine gewisse Behandlung und Heilungszeit erfordert. Wie beim 

vollendeten Delikt genügt auch beim Versuch eventualvorsätzliches Handeln 

(BSK Strafrecht I-Niggli/Maeder, Art. 22 N 2). Dem Schlag ging eine 

Auseinandersetzung zwischen den Beschuldigten A._____ und B._____ voraus 

und es herrschte eine eher aggressive Stimmung zwischen den Beteiligten. Der 

Beschuldigte B._____ führte sodann selber aus, dass er ein sehr guter Thai-

Boxer sei (Urk. 7/1 S. 9), weshalb auch von einer gewissen Intensität des 

Schlages ausgegangen werden muss, insbesondere auch, weil der Schlag im 

Rahmen einer aggressiven Stimmung erfolgte. Sodann weiss der Beschuldigte 

B._____ als Thai-Boxer, dass Schläge gegen das Gesicht sogar zu sehr 

schweren Verletzungen führen können. Wird im Wissen um dies ein Schlag 

gegen das Gesicht ausgeführt, nimmt der Schlagende zumindest in Kauf, dem 

anderen eine Verletzung im Sinne einer einfachen Körperverletzung zuzufügen. 

Nachdem der Beschuldigte B._____ alles getan hat, was für die Herbeiführung 

des tatbestandsmässigen Erfolges der einfachen Körperverletzung im Sinne von 

Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB notwendig ist, nämlich einen Schlag gegen das 

- 17 - 

Gesicht des Beschuldigten A._____, liegt ein vollendeter Versuch vor (Art. 22 

Abs. 1 StGB).  

4.1.2.7. Der vom Beschuldigten B._____ gegen das Gesicht des Beschuldigten 

A._____ ausgeführte Schlag ist deshalb als versuchte einfache Körperverletzung 

im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB zu 

qualifizieren. 

4.1.2.8. Wie die Vorinstanz zutreffend ausführte, liegen bezüglich des vor dem 

Messereinsatz erfolgten Faustschlages weder Rechtfertigungsgründe noch 

Schuldausschlussgründe vor. Insbesondere rechtfertigt das Wegstossen des 

Beschuldigten B._____ durch den Beschuldigten A._____ nach der vom 

Beschuldigten B._____ ausgesprochenen Drohung keinen Schlag ins Gesicht. 

4.1.2.9. Zusammenfassend ist deshalb festzuhalten, dass sich der Beschuldigte 

B._____ durch den Faustschlag der versuchten einfachen Körperverletzung im 

Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB schuldig gemacht hat. 

4.1.3. Steinwürfe 

4.1.3.1. Die Vorinstanz verurteilte den Beschuldigten B._____ aufgrund der von 

diesem ausgeführten Steinwürfe nach dem Beschuldigten A._____ wegen 

einfacher Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 2 Abs. 2 StGB resp. wegen 

versuchter einfacher Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 2 Abs. 2 i.V.m. 

Art. 22 Abs. 1 StGB. 

4.1.3.2. Das erkennende Gericht ist nicht gehindert, das in der Anklageschrift 

umschriebene tatsächliche Geschehen anders zu würdigen als die 

Anklagebehörde dies in der Anklageschrift getan hat, solange die tatsächlichen 

Umstände, die zur Subsumtion unter einen Straftatbestand benötigt werden, in 

der Anklageschrift vollständig aufgeführt sind (Wohlers in 

Donatsch/Hansjakob/Lieber, Kommentar zur Schweizerischen 

Strafprozessordnung, Art. 9 N 20 ff.). 

- 18 - 

4.1.3.3. Hinsichtlich des Tatbestands der einfachen Körperverletzung kann auf die 

Ausführungen in Ziffer 4.1.2.2. ff. verwiesen werden. 

4.1.3.4. Bezüglich der Qualifikation des ersten Steinwurfs kann sodann auf die 

zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 

StPO). Zurecht subsumiert sie die vom Beschuldigten A._____ durch den 

Steinwurf erlittene Verletzung unter den Tatbestand der einfachen 

Körperverletzung im Sinne von Art. 123 StGB. Die Verletzung kann nicht mehr als 

geringfügig bezeichnet werden. Sie erforderte eine gewissen Behandlung und 

Heilungszeit. So litt der Beschuldigte A._____ auch anlässlich der Einvernahme 

vom 18. September 2012 noch an Rückenschmerzen. Anlässlich der ärztlichen 

Untersuchung vom 15. September 2012 im CHUV stellte dieses sehr starke 

Schmerzen beim Abtasten der Wirbel 3 bis 10 fest. Sodann war in der Mitte des 

Rückens der Abdruck des Steins deutlich ersichtlich ("Paravertebrale Rötung-

Abdruck in Form eines quadratischen Umrisses 10x10 cm in der Mitte des 

Rückens"; Urk. 12/9), welches Verletzungsbild entgegen der Auffassung des 

Verteidigers des Beschuldigten B._____ durchaus zum ihm vorgeworfenen 

Sachverhalt passt (Urk. 116 S. 9). Dem Beschuldigten A._____ wurden vom 

CHUV Schmerzmittel und Muskelrelaxantien (Arzneimittel, die eine 

vorübergehende Entspannung der Skelettmuskulatur bewirken) verschrieben 

(Urk. 12/9). Sodann ist auch die Qualifikation des Wurfes des ca. 10x10cm 

grossen und rund 2 kg schweren Pflastersteins (vgl. Urk. 15/1 und Urk. 10/3 S. 

56) als Gebrauch eines gefährlichen Gegenstands im Sinne von Art. 123 Abs. 2 

Ziff. 2 StGB und die Bejahung des diesbezüglichen Eventualvorsatzes zutreffend. 

Ergänzend ist anzufügen, dass bei einem Wurf eines Pflastersteins aus 

unmittelbarer Nähe gegen eine Person auch das hohe Risiko besteht, diese 

Person am Kopf zu treffen und damit eine erhebliche Kopfverletzung zu bewirken. 

Wer einem anderen Menschen einen Pflasterstein aus kurzer Distanz nachwirft, 

hält es deshalb nicht nur für möglich und nimmt es zumindest in Kauf, dass er 

hierdurch Verletzungen wie die Eingetretenen verursacht, sondern er nimmt auch 

in Kauf, dass beim Betroffenen eine schwerere Körperverletzung eintreten könnte. 

Auch eine allenfalls eingeschränkte Sehkraft (vgl. Urk. 7/6 S. 6) würde daran 

nichts ändern. Im Gegenteil, wirft man einen Pflasterstein in Richtung einer 

- 19 - 

Person, die man gar nicht so genau sieht, erhöht sich, mangels Möglichkeit, den 

Wurf zu zielen, die Gefahr, diese Person am Kopf zu treffen. Handelt man im 

Wissen um die Unmöglichkeit, genau zielen zu können, nimmt man zumindest in 

Kauf, die Person auch am Kopf oder am Rücken zu treffen. Zutreffend hält 

sodann die Vorinstanz fest, dass der Beschuldigte B._____ mit der Aussage, er 

habe den Wurf des Steins mit der Absicht ausgeführt, den Beschuldigten A._____ 

an der Flucht zu hindern (Urk. 7/4 S. 6), klar zum Ausdruck brachte, erhebliche 

Verletzungen des Beschuldigten A._____ in Kauf genommen zu haben; denn nur 

eine erhebliche Verletzung des Beschuldigten A._____ hätte diesen von der 

Flucht abhalten zu vermögen. 

4.1.3.5. Auch hinsichtlich des zweiten Steinwurfs kann auf die zutreffenden 

Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO), welchen 

es unter Verweis auf obige Ausführungen (Ziff. 4.1.3.4.) nichts anzufügen gibt. 

4.1.3.6. Wie die Vorinstanz schliesslich ebenfalls zutreffend ausführte, sind keine 

Rechtfertigungs- und Schuldausschlussgründe ersichtlich. Insbesondere ist eine 

Notwehrlage zu verneinen, da sich der Beschuldigte A._____ bereits auf der 

Flucht befand, und dies vom Beschuldigten B._____ auch so wahrgenommen 

worden war. So führte der Beschuldigte B._____ aus, er habe mit dem Steinwurf 

den Beschuldigten A._____ an der Flucht hindern wollen (Urk. 7/4 S. 6).  

4.1.3.7. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass sich der Beschuldigte B._____ 

durch die beiden Steinwürfe der einfachen Körperverletzung im Sinne von 

Art. 123 Ziff. 2 Abs. 2 StGB und der versuchten einfachen Körperverletzung im 

Sinne von Art. 123 Ziff. 2 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB schuldig 

gemacht hat.  

4.1.4. Fazit in Bezug auf den Beschuldigten B._____ 

Der Beschuldigte B._____ hat sich durch sein Verhalten der Drohung im Sinne 

von Art. 180 Abs. 1 StGB, der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 

Ziff. 2 Abs. 2 StGB sowie der mehrfachen versuchten einfachen Körperverletzung 

- 20 - 

im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 und Ziff. 2 Abs. 2 StGB in Verbindung mit 

Art. 22 Abs. 1 StGB schuldig gemacht. 

4.2. Rechtliche Würdigung des Verhaltens des Beschuldigten A._____ 

4.2.1. Vorbemerkungen 

4.2.1.1. Wie die Vorinstanz zutreffend ausführt, erlitt der Beschuldigte B._____ 

weder lebensgefährliche Verletzungen, noch wurde sein Körper, ein wichtiges 

Organ oder Glied verstümmelt oder unbrauchbar gemacht, noch wurde eine 

andere Tatbestandsvariante von Art. 122 StGB erfüllt, weshalb das Vorliegen 

einer schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 StGB zu verneinen ist. 

4.2.1.2. Die Staatsanwaltschaft qualifizierte das Verhalten des Beschuldigten 

A._____ als versuchte schwere Körperverletzung im Sinne von Art. 122 in 

Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB. Die Vorinstanz verneinte hinsichtlich der 

Verletzung der Schulter und der Finger das Vorliegen des subjektiven 

Tatbestands der versuchten schweren Körperverletzung. Es qualifizierte die 

Verletzung an der Schulter und an den Fingern als einfache Körperverletzungen. 

Hinsichtlich der Verletzungen im Brustbereich bejahte die Vorinstanz den 

Tatbestand der versuchten schweren Körperverletzung. In der Folge bejahte die 

Vorinstanz, dass sich der Beschuldigte A._____ auf den Rechtfertigungsgrund der 

Notwehr im Sinne von Art. 15 StGB berufen könne und sprach es den 

Beschuldigten A._____ vom Vorwurf der versuchten schweren Körperverletzung 

bzw. der einfachen Körperverletzung frei (Urk. 100 S. 25 ff.).  

4.2.1.3. Es ist deshalb nachfolgend zunächst zu prüfen, unter welche Tatbestände 

die Handlungen des Beschuldigen A._____ zu subsumieren sind. Im Anschluss 

daran soll dann für alle Handlungen gemeinsam geprüft werden, ob sich der 

Beschuldigte A._____ auf einen Rechtfertigungs- oder Schuldausschlussgrund 

berufen kann. 

4.2.2. Verletzung an der Schulter 

- 21 - 

4.2.2.1. Die Staatsanwaltschaft bringt vor, dass ein Messerstich in die Schulter 

bzw. in den Oberarm eines Menschen auch mit einer kurzen Klinge geeignet sei, 

wichtige Strukturen derart zu verletzen, dass die Bewegung des Armes hätte 

eingeschränkt oder der Arm sogar hätte unbrauchbar werden können (Urk. 101 S. 

2; Urk. 114 S. 2).  

4.2.2.2. Wie die Vorinstanz zutreffend ausführt, setzt der subjektive Tatbestand 

der versuchten schweren Körperverletzung voraus, dass der Beschuldigte mit 

Wissen und Willen hinsichtlich aller objektiven Tatbestandsmerkmalen gehandelt 

hat, wobei Eventualvorsatz genügt (vgl. BSK Strafrecht II-Roth/Berkemeier, 

Art. 122 N 25). Eventualvorsatz wird angenommen, wenn sich dem Täter der 

Erfolg seines Verhaltens als so wahrscheinlich aufdrängt, dass sein Verhalten 

vernünftigerweise nur als Inkaufnahme des Erfolges ausgelegt werden kann (BSK 

Strafrecht I-Niggli/Maeder, Art. 12 N 53 m.w.H.). 

4.2.2.3. Gemäss Bericht des Stadtspitals Triemli ist die Messerstichverletzung an 

der Schulter in keiner unmittelbaren Nachbarschaft von lebenswichtigen Organen 

erfolgt. Die Stichverletzung betraf keine Gefässe oder Nervenbündel (Urk. 11/5). 

Es muss davon ausgegangen werden, dass der Beschuldigte A._____ mit einem 

sog. "Sackmesser" mit einer ca. 5 cm langen Klinge zustach. Der Beschuldigte 

A._____ stach in Verteidigungsabsicht in den äusseren Oberarm. Im 

Zusammenhang mit dem Einsatz von Schusswaffen und Messern wird immer 

wieder gesagt, diese hätten sich beim Einsatz als Notwehrmittel nicht gegen den 

Oberkörper und den Kopf zu richten, sondern gegen die Arme oder Beine (vgl. 

z.B. 6B_239/2009 vom 13. Juli 2009, E. 4.4). Dass der Beschuldigte A._____ 

besondere Kenntnisse im Zusammenhang mit dem Aufbau des menschlichen 

Körpers hat oder über einlässliche Erfahrung im Einsatz von Messern verfügt, 

kann nicht angenommen werden. Nachdem sodann der Beschuldigte A._____ mit 

einer relativ kurzen Klinge in Verteidigungsabsicht (Urk. 6/3 S. 3; act. 84 S. 8) 

gegen den Oberarm des Beschuldigten B._____ stach, kann deshalb – selbst 

wenn mit der Staatsanwaltschaft davon ausgegangen würde, dass auch der 

Einsatz eines Messers mit einer kurzen Klinge grundsätzlich geeignet wäre, 

wichtige Strukturen derart zu verletzen, dass die Bewegung des Armes hätte 

- 22 - 

eingeschränkt oder der Arm sogar hätte unbrauchbar werden können – nicht als 

erstellt gelten, dass der Beschuldigte A._____ eine derart schwere Verletzung des 

Beschuldigten B._____ in Kauf genommen hatte, da sich für ihn der Eintritt einer 

solchen schweren Verletzung als wahrscheinlich aufdrängen musste. Aufgrund 

der festgestellten Verletzung ist denn auch eine besondere Heftigkeit des Stichs 

zu verneinen. Sodann gab der Beschuldigte A._____ an, nur gegen den Arm 

geschlagen zu haben und nicht gegen die Brust. Er habe den Beschuldigten 

B._____ nicht an der Brust verletzen wollen (Urk. 6/1 S. 15; Urk. 6/2 S. 16).  

4.2.2.4. Dementsprechend ist mit der Vorinstanz davon auszugehen, dass der 

subjektive Tatbestand von Art. 122 StGB in Bezug auf die Verletzung an der 

Schulter nicht erfüllt ist, weshalb sich der Beschuldigte A._____ hinsichtlich des 

Stichs in die Schulter nicht gemäss Art. 122 in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB 

schuldig gemacht hat. 

4.2.2.5. Nachdem der Beschuldigte A._____ dem Beschuldigten B._____ die 

Verletzung an der Schulter (gemäss eigenen Angaben) wissentlich und willentlich 

zugefügt hatte (Urk. 6/1 S. 15; Urk. 6/2 S. 16; act. 6/3 S. 3; act. 84 S. 8), bleibt zu 

prüfen, ob sich der Beschuldigte A._____ der einfachen Körperverletzung im 

Sinne von Art. 123 StGB schuldig gemacht hat. Der hierfür erforderliche 

Strafantrag liegt vor (Urk. 7/7 S. 2). Im Weiteren kann auf die zutreffenden 

Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO). Anzufügen 

bleibt, dass sich der Vorsatz resp. Eventualvorsatz auch auf die 

Qualifikationsmerkmale von Art. 123 Ziff. 2 StGB beziehen muss (BSK Strafrecht 

II-Roth/Berkemeier, Art. 123 N 36). Demnach muss der Täter zumindest in Kauf 

nehmen, dass die konkrete Art und Weise der Verwendung des Tatmittels die 

Gefahr einer schweren Schädigung im Sinne von Art. 122 StGB mit sich bringt. 

Dies ist gestützt auf obige Ausführungen (vgl. Ziffer 4.2.2.3.) zu verneinen. 

4.2.2.6. Demnach ist mit der Vorinstanz davon auszugehen, dass hinsichtlich der 

vom Beschuldigten A._____ dem Beschuldigten B._____ zugefügten Verletzung 

an der Schulter sowohl der objektive als auch der subjektive Tatbestand der 

einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB zu bejahen 

ist. 

- 23 - 

4.2.3. Verletzungen an den Fingern 

4.2.3.1. Hinsichtlich der Verletzungen an den Fingern verneinte die Vorinstanz 

das Vorliegen des subjektiven Tatbestands des Art. 122 StGB. Es kann 

diesbezüglich auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen 

werden (Art. 82 Abs. 4 StPO). Damit hat sich der Beschuldigte A._____ 

hinsichtlich dieser Verletzungen nicht der versuchten schweren Körperverletzung 

im Sinne von Art. 122 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB schuldig 

gemacht. 

4.2.3.2. Die Vorinstanz würdigt das Verhalten des Beschuldigten A._____ 

hinsichtlich der Verletzungen an den Fingern als einfache Körperverletzung im 

Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB. Es kann auf deren zutreffenden 

Ausführungen verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StGB). Ergänzend und 

präzisierend ist anzufügen, dass der Beschuldigte B._____ durch den Einsatz des 

Messers durch den Beschuldigten A._____ eine Verletzung erlitt, die eine 

gewisse Behandlung und Heilungszeit erforderte und deshalb nicht mehr als 

geringfügig bezeichnet werden kann. So erlitt der Beschuldigte B._____ an zwei 

Fingern je eine oberflächliche Fingerkuppenamputation (Urk. 11/1; Urk. 11/5).  

4.2.3.3. Demnach ist mit der Vorinstanz davon auszugehen, dass hinsichtlich der 

vom Beschuldigten A._____ dem Beschuldigten B._____ zugefügten 

Verletzungen an den Fingern sowohl der objektive als auch der subjektive 

Tatbestand der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 

StGB zu bejahen ist. 

4.2.4. Verletzungen an der Brust 

4.2.4.1. Der Beschuldigte B._____ erlitt an der Brust eine ca. 2 cm lange, wenige 

Millimeter tiefe klaffende Wunde mit Sickerblutung sowie eine kleine, wenige 

Millimeter tiefe Schnittwunde, welche schräg zur Hautoberfläche verlief. Diese 

Verletzungen lagen in unmittelbarer Nähe von Herz und Lunge. Eine unmittelbare 

Lebensgefahr bestand jedoch zu keinem Zeitpunkt (Urk. 11/1; Urk. 11/5). Bei der 

Stichverletzung an der Brustvorderwand hätte jedoch eine nur gering grössere 

- 24 - 

Eindringtiefe mit Eröffnung der Brusthöhle zu einer Lebensgefahr geführt 

(Urk. 11/6).  

4.2.4.2. Die Vorinstanz prüfte in der Folge, ob der Beschuldigte A._____ eine 

lebensgefährliche Verletzung zumindest in Kauf genommen hatte und kam zum 

Schluss, dass sich auch demjenigen, der in einem solchen Gerangel zwar keine 

Stichbewegungen, aber in Brust- und Kopfhöhe Abwehrbewegungen macht, der 

Eintritt des tatbestandsmässigen Erfolges, d.h. der lebensgefährlichen 

Verletzungen, als so wahrscheinlich aufdränge, dass sein Verhalten 

vernünftigerweise nur als Inkaufnahme dieses Erfolges gewertet werden könne. 

Die Verletzungen seien in unmittelbarer Nachbarschaft von lebenswichtigen 

Organen, nämlich von Herz und Lunge, gelegen gewesen. Eine nur gering 

grössere Eindringtiefe mit Eröffnung der Brusthöhle hätte bereits zu einer 

Lebensgefahr geführt. Folglich sei davon auszugehen, dass der Beschuldigte 

A._____ mit Eventualvorsatz hinsichtlich lebensgefährlicher Verletzungen im 

Brustbereich gehandelt habe (Urk. 100 S. 29 f.). Dieser Auffassung ist 

zuzustimmen. Ergänzend ist zu den Ausführungen der Vorinstanz noch 

anzufügen, dass der Beschuldigte A._____ auf die Frage, was passieren könne, 

wenn man jemandem mit einem Messer in den Oberkörper steche, antwortete: "er 

wird sterben" (Urk. 6/1 S. 11). Im Übrigen kann auf die zutreffenden Ausführungen 

der Vorinstanz verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO). Mit den vorgenommenen 

Abwehr- und Schutzbewegungen auf Brust- und Kopfhöhe hat der Beschuldigte 

A._____ zur Verwirklichung des Tatbestandes unmittelbar angesetzt und damit 

die Grenze zum Versuch überschritten.  

4.2.4.3. Demnach ist mit der Vorinstanz davon auszugehen, dass hinsichtlich der 

vom Beschuldigten A._____ dem Beschuldigten B._____ zugefügten 

Verletzungen an der Brust der subjektive Tatbestand der schweren 

Körperverletzung im Sinne von Art. 122 Abs. 1 StGB zu bejahen ist und die 

Handlung des Beschuldigten A._____ als versuchte schwere Körperverletzung im 

Sinne von Art. 122 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB zu qualifizieren 

ist.  

4.2.5. Rechtfertigungsgrund 

- 25 - 

4.2.5.1. Der Beschuldigte A._____ machte in allen Einvernahmen und auch 

anlässlich der Hauptverhandlung vor Vorinstanz geltend, er habe sich nur zu 

verteidigen versucht (Urk. 6/1 S. 2, S. 4, S. 6 f., S. 11; Urk. 6/3 S. 3; Urk. 84 S. 4, 

S. 6).  

4.2.5.2. Wird jemand ohne Recht angegriffen oder unmittelbar mit einem Angriff 

bedroht, so ist der Angegriffene und jeder andere berechtigt, den Angriff in einer 

den Umständen angemessenen Weise abzuwehren (Art. 15 StGB).  

4.2.5.3. Ein Angriff ist jede durch menschliches Verhalten drohende Verletzung 

rechtlich geschützter Interessen. Unmittelbar ist der Angriff, wenn die 

Rechtsgutverletzung entweder bereits im Gang, also gegenwärtig ist und noch 

andauert  

oder unmittelbar droht. Die Bedrohung durch einen Angriff ist unmittelbar, wenn 

sie aktuell und konkret ist, mit einem Angriff ernstlich zu rechnen ist und jedes 

weitere Zuwarten die Verteidigungschancen gefährdet (BSK Strafrecht I-

Seelmann, Art. 15 N 4, N 6). Gemäss erstelltem Sachverhalt hatte der 

Beschuldigte B._____ dem Beschuldigten A._____ gedroht, ihm das Gesicht zu 

zerstören und hatte er mindestens einen Faustschlag gegen das Gesicht des 

Beschuldigten A._____ ausgeführt, bevor dieser das Messer hervornahm. Ein 

Faustschlag gegen den Kopf ist auf eine Verletzung der körperlichen Integrität 

des Gegenübers gerichtet. Auch nach dem Stich in die Schulter liess der 

Beschuldigte B._____ nicht vom Beschuldigten A._____ ab, sondern ging erneut 

auf diesen los. Aufgrund der erfolgten Drohung und insbesondere auch aufgrund 

des bereits ausgeführten Faustschlages gegen seinen Kopf musste der 

Beschuldigte A._____ ernstlich mit einem erneuten Angriff gegen seine 

körperliche Integrität rechnen. Demnach ist mit der Vorinstanz sowohl die 

Voraussetzung des (unmittelbaren) Angriffs als auch die Verletzung eines 

notwehrfähigen Individualrechtsgutes zu bejahen. Zutreffend führt die Vorinstanz 

sodann an, dass der Angriff durch den Beschuldigten B._____ rechtswidrig war. 

Wie ausgeführt machte sich der Beschuldigte B._____ durch den Faustschlag der 

versuchten einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 in 

- 26 - 

Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB schuldig. Ein Rechtfertigungsgrund lag nicht 

vor (vgl. Ziffer 4.1.2.7. f.). 

4.2.5.4. Der sich in einer Notwehrlage Befindliche ist berechtigt, den Angriff in 

einer angemessenen Weise abzuwehren (Art. 15 StGB). Der Angriff muss durch 

eine den Umständen angemessene Weise abgewehrt werden, damit die Abwehr 

nach Art. 15 StGB gerechtfertigt ist. Angemessenheit im Sinne des Gesetzes 

bedeutet zweierlei: Subsidiarität (Erforderlichkeit) und Verhältnismässigkeit im 

engeren Sinn. Damit wird sowohl eine Proportionalität der Angriffs- und 

Verteidigungsmittel als auch der betroffenen Rechtsgüter verlangt, wobei das 

Vorliegen einer Verteidigungssituation dazu führt, dass das gerettete Gut 

keineswegs überwiegen oder auch nur von genau gleichem Gewicht sein muss. 

Subsidiär ist die Abwehr, wenn das mildeste Abwehrmittel angewandt wird. Dabei 

muss aber nicht das mildeste schlechthin, sondern das mildeste unter denjenigen 

Mitteln, die den Angriff mit Sicherheit sofort beenden, angewendet werden. Dies 

kann unter Umständen ein recht massives Mittel sein, wenn andere gleich sichere 

und schnell wirkende Mittel nicht zur Verfügung stehen. Die Entscheidung über 

das subsidiäre (erforderliche) Mittel kann nur aufgrund der konkreten Umstände 

vorgenommen werden. Dabei sind auch subjektive Faktoren wie Personen, 

Örtlichkeit, Art und Mittel des Angriffs, Fertigkeiten des Verteidigers, zur 

Verfügung stehende Möglichkeiten etc. zu berücksichtigen. Es besteht jedoch 

kein Erfordernis der Subsidiarität zu anderen nicht direkt der Abwehr dienenden 

Mitteln. Das heisst zum Beispiel, dass der Angegriffene nicht fliehen muss. Weiter 

muss eine Verhältnismässigkeit im engeren Sinn gegeben sein. Das heisst, dass 

das angegriffene und das durch die Abwehr beeinträchtigte Rechtsgut objektiv 

nicht in einem krassen Missverhältnis zueinander stehen dürfen. Somit darf das 

beeinträchtigte Interesse gegenüber dem geschützten nicht unverhältnismässig 

überwiegen. An die Abwägung der Gütersituation sind aber nicht allzu hohe 

Anforderungen zu stellen. Besondere Zurückhaltung ist bei der Verwendung von 

gefährlichen Gegenständen zur Abwehr geboten, da deren Einsatz stets die 

Gefahr schwerer oder gar tödlicher Verletzungen mit sich bringt. Angemessen ist 

die Abwehr, wenn der Angriff nicht mit weniger gefährlichen und zumutbaren 

Mitteln hätte abgewendet werden können, der Täter womöglich gewarnt worden 

- 27 - 

ist und der Abwehrende vor der Benutzung des gefährlichen Werkzeugs das 

Nötige zur Vermeidung einer übermässigen Schädigung vorgekehrt hat (BSK 

Strafrecht I-Seelmann, Art. 15 N 9 ff.; BGE 136 IV 49; 6B_239/2009 vom 13. Juli 

209, E. 4.3). 

4.2.5.5. Die Vorinstanz kam – nach Auseinandersetzung mit den hiervor 

dargelegten Grundsätzen des Notwehrrechts – zum Schluss, dass sich der 

Beschuldigte A._____ auf den Rechtfertigungsgrund der Notwehr im Sinne von 

Art. 15 StGB berufen kann. Es kann auf deren zutreffenden Ausführungen 

verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO). Die nachfolgenden Ausführungen 

verstehen sich als Zusammenfassung und teilweise Ergänzung der 

vorinstanzlichen Erwägungen. 

4.2.5.6. Wie bereits ausgeführt, befand sich der Beschuldigte A._____ in einer 

Notwehrsituation, als er sich mit dem Messer zur Wehr setzte. Zwar wurde der 

Beschuldigte A._____ direkt nur von einer Person angegriffen. Jedoch stand der 

Beteiligte C._____ während der Auseinandersetzung stets neben dem 

Beschuldigten B._____. Der Beschuldigte B._____ erschien zusammen mit dem 

Beteiligten C._____ am Bahnhof …. Sodann ging der tätlichen 

Auseinandersetzung zwischen den Beschuldigten A._____ und B._____ eine 

Auseinandersetzung zwischen dem Beteiligten C._____ und dem Beschuldigten 

A._____ voraus, in welche sich der Beschuldigte B._____ einmischte. So gaben 

denn auch die Zeugen D._____ und E._____ an, dass drei Personen an der 

Auseinandersetzung beteiligt gewesen seien (Urk. 9/2 S. 4; Urk. 9/4 S. 4). Somit 

ist erstellt, dass der Beteiligte C._____ keine neutrale Stellung eingenommen 

hatte. Auch wenn der Beteiligte C._____ nicht aktiv in das Geschehen eingriff, 

konnte und durfte der Beschuldigte A._____ deshalb davon ausgehen, dass auch 

dieser sich jederzeit an der Auseinandersetzung bzw. dem Angriff gegen ihn hätte 

beteiligen können. Sodann waren der Beschuldigte B._____ und der Beteiligte 

C._____ dem Beschuldigten A._____ körperlich überlegen, so wird in den 

Zeugenaussagen hinsichtlich des Beschuldigten A._____ durchwegs von "dem 

Kleinen" gesprochen (Urk. 9/2; Urk. 9/4; Urk. 9/6). Der Beschuldigte B._____ ist 

rund 10 bis 15 cm grösser als der Beschuldigte A._____ (Urk. 84 S. 10) und der 

- 28 - 

Beteiligte C._____ ist mit einer Körpergrösse von ca. 1,90 m (Urk. 32/1) nochmals 

etwas grösser. Demnach lag, so wie sich die Situation für den Beschuldigten 

A._____ präsentierte, eine Übermachtsituation auf Seiten des Angreifenden vor.  

4.2.5.7. Der Beschuldigte B._____ führte gegen das Gesicht des Beschuldigten 

A._____ mindestens einen Faustschlag aus und er machte keine Anstalten, vom 

Beschuldigten A._____ abzulassen. Der Angriff gestaltete sich damit insgesamt 

keineswegs als harmlos, sondern war heftig. Insbesondere Schläge gegen den 

Kopf können zu lebensgefährlichen Verletzungen führen, was allgemein bekannt 

ist. Auch wenn der Beschuldigte A._____ keine Kenntnisse davon hatte, dass es 

sich beim Beschuldigten B._____ um einen Thai-Boxer handelte, durfte er 

aufgrund der Heftigkeit des Angriffs insbesondere auch gegen seinen Kopf 

befürchten, allenfalls erheblich verletzt zu werden. Diese Befürchtung durfte der 

Beschuldigte A._____ auch deshalb haben, weil sich Berichte über Vorfälle, in 

welchen der oder die Täter auch noch auf das am Boden liegende Opfer 

einschlagen, und dabei auch gegen den Kopf, häufen und heutzutage leider nicht 

mehr nur ganz seltene Vorfälle sind.  

4.2.5.8. Anfänglich wurde die Auseinandersetzung zwischen dem Beschuldigten 

A._____ und B._____ mit den Fäusten/Händen geführt. Erst nach dem 

Faustschlag ins Gesicht griff der Beschuldigte A._____ zum Messer. Aufgrund der 

sich steigernden Intensität des Angriffs und der Übermacht auf Seiten der 

Angreifer sowie auch aufgrund der körperlichen Unterlegenheit des Beschuldigten 

A._____ war dieser nicht gehalten, die Auseinandersetzung mit blossen Händen 

und Füssen weiter zu führen bzw. weiter zu versuchen, den Angriff mit blosser 

Körpergewalt abzuwehren. Aufgrund der gegebenen Situation war eine Abwehr 

mit blossem Körpereinsatz für den Beschuldigten A._____ aussichtslos. Der 

Messereinsatz als solcher erscheint deshalb vorliegend nicht von vornherein als 

unzulässig. 

4.2.5.9. Der Beschuldigte A._____ setzte zur Abwehr ein Sackmesser mit einer 

ca. 5 cm langen Klinge ein. Dieses Messer zeigte er dem Beschuldigten B._____, 

der das Messer zur Kenntnis nahm (Urk. 9/6 S. 4). Der Beschuldigte A._____ 

hatte somit den Einsatz des Messers angedroht resp. den Beschuldigten B._____ 

- 29 - 

gewarnt. Obwohl der Beschuldigte B._____ das Messer zur Kenntnis genommen 

hatte, liess er jedoch in der Folge nicht vom Beschuldigten A._____ ab, sondern 

ging wieder auf diesen los. Selbst nach dem Stich in die Schulter liess der 

Beschuldigte B._____ nicht vom Beschuldigte A._____ ab, sondern ging weiter 

mit den Fäusten auf diesen los (Urk. 7/8 S. 3). Nach dem Stich in die Schulter 

machte der Beschuldigte A._____ keine aktiven Stichbewegungen mehr gegen 

den Beschuldigten B._____. Er hielt "lediglich" noch die Hand, mit welcher er das 

Messer hielt, schützend vor seinen Kopf. Wie der Zeuge E._____ ausführte, 

wollte der Beschuldigte A._____ immer wieder zurückweichen. Der andere sei 

immer wieder laut geworden und auf den Beschuldigten A._____ zugegangen. 

Der Beschuldigte A._____ habe immer wieder versucht, wegzukommen (Urk. 9/4 

S. 4, S. 7). Dass der Beschuldigte A._____ in dieser Situation beim erneuten 

Angriff des Beschuldigten B._____ das Messer nicht fallen liess, kann ihm nicht 

angelastet werden. Wie ausgeführt, konnte von ihm aufgrund der konkreten 

Situation nicht verlangt werden, sich nur mit Körpergewalt zu wehren. Sodann 

konnte auch nicht verlangt werden, dass der Beschuldigte A._____ in dieser 

Situation in dem Moment, als der Beschuldigte B._____ nach dem Messer griff, 

dieses einfach losliess. So wie sich die Situation für den Beschuldigten A._____ 

präsentierte, durfte er befürchten, dass der Beschuldigte 2, wenn dieser in den 

Besitz des Messers kommen würde, dieses gegen ihn einsetzen würde. Dies 

insbesondere, nachdem der Beschuldigte B._____ dem Beschuldigten A._____ 

zu Beginn der Auseinandersetzung angedroht hatte, diesem das Gesicht zu 

zerstören und sich der Beschuldigte B._____ immer noch in einer Angriffhaltung 

befand und der Beschuldigte A._____ deshalb auch dessen Handlungen nicht als 

reine Verteidigungsaktionen auffassen musste. So ging der Beschuldigte B._____ 

trotz des Umstands, dass sich der Beschuldigte A._____ zurückzuziehen 

versuchte, immer wieder auf diesen los. Der Zeuge E._____ sprach sogar davon, 

dass der Beschuldigte B._____ nach dem Stich in die Schulter komplett 

ausgerastet sei (Urk. 9/3).  

4.2.5.10. Der erste und einzige gezielte Messerstich erfolgte in den Oberarm / die 

Schulter des Beschuldigten B._____. Wie ausgeführt, musste der Beschuldigte 

A._____ nicht davon ausgehen, dass er dem Beschuldigten B._____ schwere 

- 30 - 

Verletzungen zufügt (vgl. Ziffer 4.2.2.3. f.). Dasselbe gilt für die 

Schnittverletzungen an den Fingern. Die Abwehrhandlung des Beschuldigten 

A._____ ist deshalb unter Berücksichtigung der konkreten Situation als 

erforderlich und angemessen zu betrachten. 

4.2.5.11. Hinsichtlich der Verletzungen im Brustbereich muss aufgrund der 

konkreten Situation davon ausgegangen werden, dass die Abwehrhandlung des 

Beschuldigten A._____ trotz der Gefahr von lebensgefährlichen Verletzungen in 

Anbetracht dessen, dass er sich auch lebensgefährlichen Verletzungen 

ausgesetzt betrachten durfte, angemessen und erforderlich war.  

4.2.5.12. Zusammenfassend ist deshalb festzuhalten, dass der Einsatz des 

Messers, insbesondere auch der aktive Stich gegen die Schulter und das Halten 

des Messers schützend vor das Gesicht, was in der Folge zu den 

Brustverletzungen des Beschuldigten B._____ führte, zur erfolgreichen Abwehr 

des Angriffs erforderlich war und unter dem Gesichtspunkt der drohenden 

Rechtsgüterverletzungen auch das Verhältnis zu dessen Schwere berücksichtigt 

wurde.  

4.2.5.13. Schliesslich hält die Vorinstanz zutreffend fest, dass der Beschuldigte 

A._____ im Verteidigungswillen gehandelt hatte. Anhaltspunkte, die das Gegenteil 

vermuten lassen, bestehen keine. Insbesondere stützt die Aussage des Zeugen 

E._____, der Beschuldigte A._____ habe versucht wegzukommen (Urk. 9/4 S. 7), 

die konstanten Aussagen des Beschuldigten A._____, er habe sich nur 

verteidigen wollen. 

4.2.6. Zusammenfassend ist deshalb festzuhalten, dass sich der Beschuldigte 

A._____ bei seinen Handlungen, die zu den Verletzungen an Schulter, Brust und 

Fingern des Beschuldigten B._____ führten, auf den Rechtfertigungsgrund der 

Notwehr im Sinne von Art. 15 StGB berufen kann. Somit ist er nicht schuldig und 

deshalb ist er vom Vorwurf der versuchten schweren Körperverletzung bzw. der 

einfachen Körperverletzung freizusprechen und das vorinstanzliche Urteil 

diesbezüglich zu bestätigen.  

- 31 - 

5. Strafe 

5.1. Vorbemerkung 

5.1.1. Nachdem der Beschuldigte A._____ freizusprechen ist, beschränken sich 

die Ausführungen zur Strafe auf den Beschuldigten B._____. 

5.1.2. Die Ausführungen der Vorinstanz zur Vorgehensweise, zum Strafrahmen 

und zu den Strafzumessungsregeln sind zutreffend, weshalb darauf zu verweisen 

ist (Art. 82 Abs. 4 StPO).  

5.1.3. Sodann ist folgende Ergänzung resp. Korrektur zum vorinstanzlichen Urteil 

anzubringen: Sämtliche vom Beschuldigten B._____ begangenen Delikte – 

Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB und einfache Körperverletzung im 

Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 und Ziff. 2 Abs. 2 StGB – werden mit 

Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft. Dennoch ist in 

Anwendung der bundesgerichtlichen Rechtsprechung vorab der Strafrahmen für 

die schwerste Straftat zu bestimmen und alsdann die Einsatzstrafe für die 

schwerste Tat innerhalb dieses Strafrahmens festzusetzen (BGE 136 IV 55). 

Nachdem bei sämtlichen Straftaten der abstrakte Strafrahmen gleich hoch ist, ist 

von der konkret am schwersten wiegenden Straftat auszugehen. Dies ist 

vorliegend die (vollendete) einfache Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 2 

Abs. 2 StGB. Die aufgrund des schwersten Delikts festgelegte Einsatzstrafe ist 

sodann unter Einbezug der anderen Straftaten in Anwendung des 

Asperationsprinzips angemessen zu erhöhen (und allenfalls wegen wesentlicher 

Täterkomponenten zu verändern). 

5.1.4. Weiter ist zusammenfassend nochmals festzuhalten, dass keine Umstände 

vorliegen, die eine Erweiterung des ordentlichen Strafrahmens der schwersten 

anzuwendenden Strafbestimmung nach oben oder unten rechtfertigen würden 

(BGE 136 IV 55 ff.). Die Strafschärfungsgründe der mehrfachen Tatbegehung und 

der Deliktsmehrheit sowie der Strafmilderungsgrund des Versuchs sind daher bei 

der Verschuldensbewertung straferhöhend bzw. strafmindernd zu 

berücksichtigen. Der ordentliche Strafrahmen beträgt Freiheitsstrafe bis zu drei 

Jahren oder Geldstrafe. 

- 32 - 

5.2. Einfache Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 2 Abs. 2 StGB 

5.2.1. Zur objektiven Tatschwere der einfachen Körperverletzung ist – wie die  

Vorinstanz zutreffend festhält – hervorzuheben, dass sich der Beschuldigte 

B._____ eines gefährlichen Gegenstands im Sinne von Art. 123 Ziff. 2 Abs. 2 

StGB bediente und der Steinwurf aus geringer Distanz erfolgte. In der Tat und der 

Tatausführung offenbarte der Beschuldigte B._____ sodann einige kriminelle 

Energie: Der Steinwurf erfolgte, als der Beschuldigte A._____ flüchtete, und damit 

für den Beschuldigten A._____ unvorhersehbar in den Rücken. Sodann ist zu 

berücksichtigen, dass die zugefügte Verletzung beim Beschuldigten A._____ zu 

sehr starken Schmerzen im Rücken führte (Urk. 12/9). Insgesamt erscheint das 

objektive Tatverschulden an der Grenze zu nicht mehr leicht. Aufgrund der 

objektiven Tatschwere rechtfertigt es sich, eine einstweilen hypothetische 

Einsatzstrafe von 120 Tagessätzen oder 4 Monaten Freiheitsstrafe festzulegen.  

5.2.2. Hinsichtlich der subjektiven Tatschwere gilt es mit der Vorinstanz einerseits 

zu beachten, dass der Beschuldigte B._____ (eventual)vorsätzlich gehandelt hat, 

andererseits dem Steinwurf keine Planung vorausging, sondern dieser auf einem 

spontanen Entschluss beruhte. Sodann muss zugunsten des Beschuldigten 

B._____ berücksichtigt werden, dass der Steinwurf erfolgte, nachdem er durch 

das Messer an Schulter, Brust und Finger verletzt worden war. Diesbezüglich 

muss aber auch beachtet werden, dass sich der Beschuldigte B._____ vorgängig 

in eine bis dahin wörtliche Auseinandersetzung zwischen dem Beschuldigten 

A._____ und dem Beteiligten C._____ eingemischt hatte, ohne dass dafür ein 

Grund ersichtlich ist. Insgesamt ist von einer noch leichten subjektiven 

Tatschwere auszugehen. 

5.2.3. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass das an der Grenze 

zum nicht mehr leichten objektive Tatverschulden durch die subjektive 

Tatkomponente leicht abgeschwächt wird. Insgesamt erscheint das Verschulden 

des Beschuldigten B._____ als noch leicht. Die hypothetische Einsatzstrafe ist 

unter Berücksichtigung der objektiven und subjektiven Tatschwere auf 90 

Tagessätze oder 3 Monate Freiheitsstrafe festzusetzen. 

- 33 - 

5.3. Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB 

5.3.1. Zur objektiven Tatschwere der Drohung ist festzuhalten, dass der 

Beschuldigte B._____ dem Beschuldigten A._____ die Entstellung seines 

Gesichts und damit eine schwere Körperverletzung im Sinne von Art. 122 StGB 

androhte. Nachdem die Drohung im Rahmen einer – wenn auch zu diesem 

Zeitpunkt noch nicht tätlichen – Auseinandersetzung erfolgte, war sie sehr ernst 

zu nehmen, zumal der Beschuldigte A._____ nicht erkennen konnte, dass es sich 

nur um Worte handelte. Insgesamt erscheint das objektive Tatverschulden als 

nicht mehr leicht.  

5.3.2. Bezüglich der subjektiven Tatschwere ist zu beachten, dass der 

Beschuldigte B._____ (eventual)vorsätzlich handelte und er sich in eine 

Angelegenheit einmischte, die ihn eigentlich gar nichts anging. Für ihn gab es 

keinen Grund, in die (rein wörtliche) Auseinandersetzung zwischen dem 

Beschuldigten A._____ und dem Beteiligten C._____ einzugreifen. 

Dementsprechend ist auch die subjektive Tatschwere als nicht mehr leicht 

einzustufen. 

5.3.3. Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass von einem nicht mehr 

leichten Tatverschulden auszugehen ist. 

5.4. Versuchte einfache Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 

i.V.m. Art. 22 Abs. 2 StGB 

5.4.1. Hinsichtlich der objektiven Tatschwere der versuchten einfachen 

Körperverletzung durch den Faustschlag ist festzuhalten, dass von einem 

vollendeten Versuche auszugehen ist, da der Beschuldigte B._____ alles 

Erforderliche zur Erfolgsverwirklichung getan hatte und es einzig und allein dem 

Zufall zu verdanken ist, dass der Faustschlag nur zu einer Beeinträchtigung im 

Sinne einer Tätlichkeit führte. Weiter ist zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte 

B._____ als Thai-Boxer die Gefahren gezielter Schläge ins Gesicht kannte. Dass 

der Erfolg nicht eingetreten ist, ist deshalb nur minim zugunsten des 

Beschuldigten B._____ zu berücksichtigen. Zu beachten ist sodann, dass der 

- 34 - 

Beschuldigte B._____ den Faustschlag gegen eine ihm physisch unterlegene 

Person richtete. Insgesamt ist von einem noch leichten objektiven Tatverschulden 

auszugehen. 

5.4.2. In subjektiver Hinsicht ist auch hier zu berücksichtigen, dass der 

Beschuldigte B._____ (eventual)vorsätzlich handelte und dass er sich in eine 

Angelegenheit einmischte, die ihn eigentlich gar nichts anging. Für ihn gab es 

keinen Grund, in die (rein wörtliche) Auseinandersetzung zwischen dem 

Beschuldigten A._____ und dem Beteiligten C._____ einzugreifen. In subjektiver 

Hinsicht ist daher von einer nicht mehr leichten Tatschwere auszugehen. 

5.4.3. Insgesamt ist aber für die versuchte einfache Körperverletzung aufgrund 

des Faustschlags von einem noch leichten Tatverschulden auszugehen. 

5.5. Versuchte einfache Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 2 Abs. 2 

i.V.m. Art. 22 Abs. 2 StGB 

5.5.1. Hinsichtlich der objektiven Tatschwere der versuchten einfachen 

Körperverletzung aufgrund des (zweiten) Steinwurfs ist zu beachten, dass sich 

der Beschuldigte B._____ eines gefährlichen Werkzeugs im Sinne von Art. 123 

Ziff. 2 Abs. 2 StGB bediente. In der Tat und der Tatausführung offenbarte der 

Beschuldigte sodann einige kriminelle Energie: Der Steinwurf erfolgte, als der 

Beschuldigte A._____ flüchtete, und war für den Beschuldigten A._____ nicht 

vorhersehbar. Da der Beschuldigte B._____ alles Erforderliche zur 

Erfolgsverwirklichung getan hatte und es einzig und allein dem Zufall zu 

verdanken ist, dass der Steinwurf zu keinen Verletzungen führte, ist der Umstand, 

dass der Erfolg nicht eingetreten ist, nur minim zugunsten des Beschuldigten 

B._____ zu berücksichtigen. Insgesamt erscheint das objektive Tatverschulden 

knapp als noch leicht. 

5.5.2. Hinsichtlich der subjektiven Tatschwere gilt es einerseits zu beachten, dass 

der Beschuldigte B._____ (eventual)vorsätzlich gehandelt hat, andererseits dem 

Steinwurf keine Planung vorausging, sondern dieser auf einem spontanen 

Entschluss beruhte. Sodann muss zugunsten des Beschuldigten B._____ 

- 35 - 

berücksichtigt werden, dass der Steinwurf erfolgte, nachdem der Beschuldigte 

B._____ durch das Messer an Schulter, Brust und Finger verletzt worden war. 

Diesbezüglich muss aber auch beachtet werden, dass sich der Beschuldigte 

B._____ vorgängig in eine bis dahin wörtliche Auseinandersetzung zwischen dem 

Beschuldigten A._____ und dem Beteiligten C._____ einmischte, ohne dass dafür 

ein Grund ersichtlich ist. Insgesamt ist für sich allein betrachtet die subjektive 

Tatschwere als noch leicht einzustufen. 

5.5.3. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass das Verschulden des 

Beschuldigten 2 als noch leicht anzusehen ist. 

5.6. Fazit 

Ausgehend von einer hypothetischen Einsatzstrafe von 90 Tagessätzen resp. 3 

Monaten Freiheitsstrafe für das schwerste Delikt der einfachen Körperverletzung 

im Sinne von Art. 123 Ziff. 2 Abs. 2 StGB rechtfertigt es sich im Rahmen einer 

Gesamtbetrachtung unter Beachtung des Asperationsprinzips, die genannte 

Einsatzstrafe unter Einbezug der Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB und 

der mehrfachen versuchten Körperverletzungen im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 

Abs. 1 und Ziff. 2 Abs. 2 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB, um 45 Tagessätze resp. 1 ½ 

Monate Freiheitsstrafe auf 135 Tagessätze resp. 4 ½ Monate Freiheitsstrafe zu 

erhöhen.  

5.7. Täterkomponente 

5.7.1. Betreffend Vorleben und persönliche Verhältnisse kann auf die Aussagen 

bei der Polizei (Urk. 35/6) und anlässlich der Schlusseinvernahme (Urk. 7/8 

S. 4 f.), die Ausführungen des Beschuldigten anlässlich der Haupt- sowie der 

Berufungsverhandlung (Urk. 85 S. 2 ff.; Prot. II S. 11 ff. ) sowie die Ausführungen 

der Vorinstanz verwiesen werden. Daraus geht nichts hervor, was bei der 

Strafzumessung straferhöhend oder -mindernd zu berücksichtigen wäre. 

5.7.2. Wie die Vorinstanz zutreffend ausführt, sind die zahlreichen, teilweise 

einschlägigen Vorstrafen des Beschuldigten B._____, so insbesondere jene vom 

17. Februar 2006 (u.a. wegen einfacher Körperverletzung und Nötigung), 3. 

- 36 - 

September 2007 (u.a. wegen Tätlichkeiten), 13. November 2007 (u.a. wegen 

Tätlichkeiten), 9. Mai 2008 und 29. Juni 2009 (Urk. 35/1) straferhöhend zu 

berücksichtigen. Er rechtfertigt sich deshalb, die Einsatzstrafe um 60 Tagessätze 

resp. 2 Monate Freiheitsstrafe zu erhöhen. 

5.7.3. Wie die Vorinstanz sodann zutreffend ausführt, zeigte sich der Beschuldigte 

B._____ weder einsichtig noch geständig. Das Nachtatverhalten gibt vorliegend 

keinen Anlass zu einer Strafminderung oder -erhöhung. Schliesslich sind auch 

keine Umstände ersichtlich, die im Rahmen der Strafempfindlichkeit zu 

berücksichtigen wären. 

5.7.4. Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass die Einsatzstrafe gestützt 

auf die Täterkomponente um 60 Tagessätze resp. 2 Monate Freiheitsstrafe zu 

erhöhen ist. 

5.8. In Würdigung aller massgeblicher Strafzumessungskriterien erscheint, 

ausgehend von der im Rahmen der Tatkomponenten festgesetzten Einsatzstrafe 

von 135 Tagessätzen resp. 4 ½ Monate Freiheitsstrafe und der straferhöhend zu 

berücksichtigenden Täterkomponente, die von der Vorinstanz festgelegte 

Freiheitsstrafe von 6 Monaten nicht als zu hoch. Nachdem die Staatsanwaltschaft 

ihre Berufung auf den Freispruch des Beschuldigten A._____ beschränkte (Urk. 

101), darf der Entscheid der Vorinstanz nicht zum Nachteil des Beschuldigten 

B._____ abgeändert werden. Der Beschuldigte B._____ hat bereits 21 Tage 

durch Haft erstanden. Einer Anrechnung steht dabei nichts entgegen (Art. 51 

StGB). 

5.9. Wahl der Sanktionsart 

5.9.1. Die Vorinstanz kam nach zutreffender Wiedergabe der bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung zum Schluss, dass sich vorliegend aufgrund der einschlägigen 

Vorstrafen des Beschuldigten B._____ eine Freiheitsstrafe als angemessen 

erweise. Zu beachten sei, dass er sich weder durch seine zahlreichen Vorstrafen 

noch durch den damit im Zusammenhang stehenden Strafvollzug vor erneuter 

Delinquenz habe abhalten lassen. Folglich bestehe eine offensichtliche 

- 37 - 

Unmöglichkeit, den Beschuldigten B._____ mit einer milderen Sanktionsart als 

einer Freiheitsstrafe von weiterer Delinquenz abzuhalten. Eine Geldstrafe erweise 

sich deshalb vorliegend insbesondere im Hinblick auf die präventive Effizienz der 

Sanktion als unzweckmässig, weshalb eine Freiheitsstrafe auszusprechen sei 

(Urk. 100 S. 44).  

5.9.2. Es kann auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen 

werden (Art. 82 Abs. 4 ZPO), welchen nichts beizufügen ist. Es rechtfertigt sich 

somit, insbesondere im Hinblick auf die präventive Effizienz der Sanktion, eine 

Freiheitsstrafe auszusprechen.  

5.10. Strafvollzug 

5.10.1. Die objektive Voraussetzung für die Gewährung des bedingten 

Strafvollzugs nach Art. 42 Abs. 1 StGB ist gegeben, weshalb grundsätzlich eine 

günstige Prognose zu vermuten ist, welche widerlegt werden kann. Hinsichtlich 

der Vor-aussetzungen für einen Strafaufschub kann auf die zutreffenden 

Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO). 

5.10.2. Die Vorinstanz kam jedoch zum Schluss, dass Anhaltspunkte für eine 

Wiederholungsgefahr vorliegen würden, weshalb dem Beschuldigten B._____ 

vorliegend keine günstige Prognose gestellt werden könne und demzufolge die 

Freiheitstrafe zu vollziehen sei. 

5.10.3. Wie die Vorinstanz zutreffend ausführt, verfügt der Beschuldigte B._____ 

nicht nur über diverse Vorstrafen, sondern auch über einschlägige Vorstrafen 

(Urk. 35/1), weshalb nicht von einer einmaligen Entgleisung ausgegangen werden 

kann. Sodann hat sich der Beschuldigte B._____ in der Vergangenheit weder von 

den ausgefällten bedingten Strafen noch von den unbedingten Strafen und dem 

damit teilweise im Zusammenhang stehenden Freiheitsentzug beeindrucken 

lassen. Schliesslich zeigte sich der Beschuldigte B._____ auch weder einsichtig 

noch reuig. Es muss deshalb davon ausgegangen werden, dass eine bedingt 

ausgesprochene Strafe nicht genügen wird, um den Beschuldigten B._____ in 

Zukunft nachhaltig von deliktischem Verhalten abzuhalten. Es ist deshalb mit der 

- 38 - 

Vorinstanz festzuhalten, dass dem Beschuldigten B._____ unter diesen 

Umständen keine günstige Prognose im Sinne von Art. 42 Abs. 1 StGB gestellt 

werden kann, weshalb die auszufällende Freiheitsstrafe zu vollziehen ist.  

6. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

6.1. Ausgangsgemäss ist das erstinstanzliche Kostendispositiv bezüglich des 

Beschuldigten A._____ (Ziffer 7), die Kostenauflage bezüglich des Beschuldigten 

B._____ (Ziffer 9) und das Entschädigungs- und Genugtuungsdispositiv bezüglich 

des Beschuldigten A._____ (Ziffer 11) zu bestätigen (Art. 423 StPO; Art. 426 

Abs. 1 StPO). 

6.2. Im Berufungsverfahren erfolgt die Kostenverlegung nach Obsiegen und 

Unterliegen (Art. 428 Abs. 1 StPO). Sowohl die Staatsanwaltschaft als auch der 

Beschuldigte B._____ unterliegen mit ihren Berufungen. Die Staatsanwaltschaft 

erhob Berufung hinsichtlich des Freispruchs des Beschuldigten A._____, der 

Beschuldigte B._____ erhob Berufung sowohl hinsichtlich des Freispruchs des 

Beschuldigten A._____ als auch hinsichtlich der ihn betreffenden Verurteilung. Es 

rechtfertigt sich deshalb, dem Beschuldigten B._____ die Kosten des 

Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der amtlichen Verteidigung, zu 

zwei Dritteln aufzuerlegen und zu einem Drittel auf die Gerichtskasse zu nehmen. 

Die Kosten der amtlichen Verteidigung des Beschuldigten B._____ sind auf die 

Gerichtskasse zu nehmen, unter Rückzahlungsvorbehalt im Sinne von Art. 135 

Abs. 4 StPO im Umfang von zwei Dritteln. 

6.3. Schliesslich sind die Kosten der amtlichen Verteidigung des Beschuldigten 

A._____ auf die Gerichtskasse zu nehmen.  

 

Das Gericht beschliesst: 

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 4. Abteilung, 

vom 13. Mai 2013 bezüglich der Dispositivziffern 5 und 6 (Zivilansprüche), 8 

- 39 - 

(Kostenaufstellung betreffend den Beschuldigten B._____) und 10 (amtliche 

Verteidigung des Beschuldigten B._____) in Rechtskraft erwachsen ist. 

2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil. 

 

Das Gericht erkennt: 

1. Der Beschuldigte A._____ wird vollumfänglich freigesprochen.  

2. Der Beschuldigte B._____ ist schuldig 

− der Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB 

− der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 2 Abs. 2 

StGB 

− der versuchten einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 

Ziff. 1 Abs. 1 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB 

− der versuchten einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 

Ziff. 2 Abs. 2 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB. 

3. Der Beschuldigte B._____ wird bestraft mit 6 Monaten Freiheitsstrafe, 

wovon 21 Tage durch Untersuchungshaft erstanden sind. 

4. Die Freiheitsstrafe wird vollzogen. 

5. Das erstinstanzliche Kostendispositiv bezüglich des Beschuldigten A._____ 

(Ziff. 7) wird bestätigt. 

6. Die erstinstanzliche Kostenauflage bezüglich des Beschuldigten B._____ 

(Ziff. 9) wird bestätigt. 

7. Das Entschädigungs- und Genugtuungsdispositiv bezüglich des 

Beschuldigten A._____ (Ziff. 11) wird bestätigt. 

- 40 - 

8. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 4'000.00 ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 3'330.00   amtliche Verteidigung (Beschuldigter A._____) 

Fr. 4'200.00   amtliche Verteidigung (Beschuldigter B._____) 
 

9. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden, mit Ausnahme derjenigen der 

amtlichen Verteidigungen, zu zwei Dritteln dem Beschuldigten B._____ 

auferlegt und zu einem Drittel auf die Gerichtskasse genommen.  

10. Die Kosten der amtlichen Verteidigungen werden auf die Gerichtskasse 

genommen. Das Rückforderungsrecht des Staates hinsichtlich der Kosten 

der amtlichen Verteidigung des Beschuldigten B._____ bleibt im Umfang 

von zwei Dritteln vorbehalten. 

11. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten (und Privatklägers) A._____ (übergeben) 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten (und Privatklägers) B._____ (übergeben) 

− die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich (übergeben) 

sowie in vollständiger Ausfertigung an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten (und Privatklägers) A._____  

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten (und Privatklägers) B._____  

− die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich 

- 41 - 

 

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung 

allfälliger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz 
− den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 

Vollzugsdienste (betreffend den Beschuldigten B._____) 
− das Migrationsamt des Kantons Zürich  
− die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A (betreffend den 

Beschuldigten B._____) 
− die Koordinationsstelle VOSTRA zur Entfernung der Daten gemäss 

Art. 12 Abs. 1 lit. d VOSTRA mittels Kopie von Urk. 34/2 (betreffend 
den Beschuldigten A._____) 

− die KOST Zürich mit dem Formular "Löschung des DNA-Profils und 
Vernichtung des ED-Materials" zwecks Löschung des DNA-Profils 
(betreffend den Beschuldigten A._____) 

− die Kantonspolizei Zürich, KIA-ZA, mit separatem Schreiben gemäss 
§ 54a Abs. 1 PolG (betreffend den Beschuldigten A._____). 

12. Rechtsmittel:  

Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des 

Bundesgerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

- 42 - 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des 

Bundesgerichtsgesetzes. 

 
 

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer 

 
 

Zürich, 21. Januar 2014 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

Oberrichter lic. iur. Spiess 
 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. Aardoom 
 

 
 

	Urteil vom 21. Januar 2014
	 Anklage:
	Urteil der Vorinstanz:
	1. Der Beschuldigte A._____ ist nicht schuldig und wird freigesprochen.
	2. Der Beschuldigte B._____ ist schuldig der mehrfachen einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 und Ziff. 2 Abs. 2 StGB, teilweise in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB, sowie der Drohung im Sinne von Art. 180 StGB.
	3. Der Beschuldigte B._____ wird bestraft mit 6 Monaten Freiheitsstrafe, wovon bis und mit heute 21 Tage durch Haft erstanden sind.
	4. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird nicht aufgeschoben.
	5. Der Privatkläger A._____ wird mit seinem Schadenersatzbegehren auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen.
	6. Der Privatkläger B._____ wird mit seinem Schadenersatzbegehren auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen.
	7. Die Gerichtsgebühr betreffend den Beschuldigten A._____ fällt ausser Ansatz; die übrigen ihn betreffenden Kosten, inklusive die Kosten der amtlichen Verteidigung, werden auf die Gerichtskasse genommen.
	8. Die Gerichtsgebühr betreffend den Beschuldigten B._____ wird festgesetzt auf:
	Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
	9. Die den Beschuldigten B._____ betreffenden Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen diejenigen der amtlichen Verteidigung, werden ihm auferlegt.
	10. Die Kosten der amtlichen Verteidigung des Beschuldigten B._____ werden auf die Gerichtskasse genommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO.
	11. Dem Beschuldigten A._____ wird eine Umtriebsentschädigung von Fr. 12'000.– für die erlittene Haft aus der Gerichtskasse zugesprochen. Dem Beschuldigten A._____ wird eine Genugtuung für die erlittene Haft von Fr. 2'000.– aus der Gerichtskasse zuges...
	Berufungsanträge:
	1. Der Beschuldigte A._____ sei der versuchten schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen.
	2. Der Beschuldigte A._____ sei mit 36 Monaten Freiheitsstrafe zu bestrafen.
	3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe sei im Umfang von 18 Monaten zu vollziehen. Im Umfang von 18 Monaten sei die Freiheitsstrafe aufzuschieben und die Probezeit auf zwei Jahre festzusetzen.
	4. Die erstandene Haft sei dem Beschuldigten anzurechnen.
	5. Die Kosten seien vollumfänglich dem Beschuldigen aufzuerlegen.
	Abweisung der Berufung der
	 Staatsanwaltschaft, sowie von
	 B._____
	Bestätigung des Urteils des BG Zürich vom 13.05.2013
	Übernahme der Kosten sowie der Verteidigung auf die Staatskasse

	1. Das Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 13. Mai 2013 sei aufzuheben.
	2. Der Beschuldigte B._____ sei freizusprechen.
	3. Der Beschuldigte A._____ sei schuldig zu sprechen und angemessen zu bestrafen.
	4. Dem Beschuldigten B._____ sei eine angemessene Entschädigung für die erstandene Haft auszurichten und es sei ihm eine angemessene Genugtuung zuzusprechen.
	5. Sämtliche Kosten (inkl. derjenigen der 1. Instanz und der amtlichen Verteidigung) seien auf die Staatskasse zu nehmen.
	Erwägungen:
	1. Prozessverlauf
	1.1. Mit Urteil vom 13. Mai 2013 wurde A._____, Beschuldigter 1, vom Vorwurf der versuchten schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 Abs. 1 und Abs. 2 StGB freigesprochen. Mit gleichem Urteil wurde B._____, Beschuldigter 2, der mehrfachen einfa...
	1.2. Gegen dieses Urteil meldete die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich, nachfolgend Staatsanwaltschaft, rechtzeitig Berufung an (Urk. 93). Ebenso erhob der Beschuldigte B._____ rechtzeitig Berufung (Prot. I S. 17; Urk. 96). Die Berufungserkläru...

	2. Berufungserklärungen
	2.1. Mit Berufungserklärung vom 23. Juli 2013 beschränkte die Staatsanwaltschaft die Berufung auf den Freispruch des Beschuldigten A._____, die Bemessung der Strafe bezüglich des Beschuldigten A._____ sowie die Kosten-, Entschädigungs- und Genugtuungs...
	2.2. Der Beschuldigte B._____ verlangt die Aufhebung des vorinstanzlichen Urteils. Konkret beantragt er, er sei freizusprechen und der Beschuldigte A._____ sei schuldig zu sprechen und angemessen zu bestrafen. Sodann beantragt er eine angemessene Ents...
	2.3. In der Berufungsschrift ist anzugeben, welche Abänderungen des erstinstanzlichen Urteils verlangt werden (Art. 399 Abs. 3 lit. b). Gemäss Art. 402 StPO hat die Berufung im Umfang der Anfechtung aufschiebende Wirkung. Nachdem die Urteilsdispositiv...

	3. Sachverhalt
	3.1. Die Vorinstanz kam zum Schluss, dass sich der Beschuldigte B._____ durch sein Verhalten der Drohung im Sinne von Art. 180 StGB sowie der mehrfachen einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 und Ziff. 2 Abs. 2 StGB, teilweise...
	3.2. Die Staatsanwaltschaft bringt in der Berufung vor, dass die Vorinstanz unrichtigerweise davon ausgehe, dass der vom Beschuldigten A._____ mit dem Messer in den Oberarm des Beschuldigten B._____ ausgeführte Stich nur den Tatbestand der einfachen K...
	3.3. Demgegenüber kritisiert der Beschuldigte B._____ die Sachverhaltsfeststellungen der Vorinstanz. Er bestreitet, dem Beschuldigten A._____ gedroht zu haben. Es sei auch nicht richtig, dass er ihn zuerst mit den Fäusten geschlagen habe. Er habe sich...
	3.4. Als Beweismittel liegen neben den Aussagen der Beschuldigten A._____ und B._____ (Urk. 6/1, 6/2 = 7/6, 6/3, 7/1, 7/4, 7/5, 7/7, 7/8) die Aussagen des Beteiligten C._____ (Urk. 8/1, 8/2, 8/3, 8/4 = 6/2 = 7/6), der Zeugen D._____ (Urk. 9/1-2), E.__...
	3.5. Mit den Grundsätzen der Beweiswürdigung, insbesondere der Würdigung von Aussagen, sowie der Glaubwürdigkeit der vorgenannten Personen hat sich die Vorinstanz ausführlich und korrekt befasst, so dass darauf zu verweisen ist (Urk. 100 S. 8 ff.; Art...
	3.6. Schliesslich hat die Vorinstanz auch die Aussagen der einvernommenen Personen zutreffend wiedergegeben, worauf ebenfalls zu verweisen ist (Art. 82 Abs. 4 StPO).
	3.7. Der Beschuldigte B._____ bestreitet insbesondere, dem Beschuldigten A._____ gedroht zu haben, sowie den von der Vorinstanz festgestellten Ablauf des Vorfalls. Die Vorinstanz hat sich sehr sorgfältig und ausführlich mit den Aussagen der Beteiligte...
	3.7.1. Wie die Vorinstanz – nach, hier nicht zu wiederholender (Art. 82 Abs. 4 StPO), ausführlicher Auseinandersetzung mit den einzelnen Aussagen – zutreffend festhält, sind die Aussagen des Beschuldigten A._____ sehr konstant, sowohl hinsichtlich der...
	3.7.2. Die Behauptung des Beschuldigten B._____, dass der Beschuldigte A._____ unvermittelt von hinten auf ihn eingestochen habe (Urk. 7/1 S. 6; Urk. 7/4 S. 3.; Urk. 7/5 S. 4; Urk. 7/6 S. 5), wurde weder von den Zeugen noch vom Beteiligten C._____ bes...
	3.7.3. Der Beschuldigte B._____ sagte zunächst – übereinstimmend mit der Aussage des Zeugen F._____ (Urk. 9/5 S. 1) – aus, dass er einen weiteren Stich des Beschuldigten A._____ habe abwehren und dessen Messer habe ergreifen wollen (Urk. 7/1 S. 6). Sp...
	3.7.4. Der Beschuldigte A._____ erklärte in sämtlichen Einvernahmen, dass er grosse Angst gehabt habe (Urk. 6/1 S. 4, S. 15; Urk. 6/2 S. 16; Urk. 6/3 S. 3; Urk. 84 S. 4, S. 7) und dass er sich nur habe verteidigen wollen (Urk. 6/1 S. 6 f., S. 11; Urk....
	3.7.5. Der Beschuldigte A._____ gab an, dass er vom Beschuldigten B._____ einen Faustschlag ins Gesicht erhalten habe (Urk. 6/1 S. 4 f.; Urk. 6/2 S. 15). Der Zeuge F._____ führt aus, dass die Personen mit Fäusten und den Füssen aufeinander losgegangen...
	3.7.6. Dementsprechend ist mit der Vorinstanz von dem von ihr zutreffend festgestellten Sachverhalt auszugehen.

	4. Rechtliche Würdigung
	4.1. Rechtliche Würdigung des Verhaltens des Beschuldigten B._____
	4.1.1. Drohung im Sinne von Art. 180 StGB
	4.1.1.1. Der Drohung macht sich schuldig, wer jemanden durch schwere Drohung in Schrecken oder Angst versetzt (Art. 180 Abs. 1 StGB). Bei der Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB handelt es sich um ein Antragsdelikt. Wie die Vorin-stanz zutreffen...
	4.1.1.2. Die Tathandlung der schweren Drohung erschöpft sich in der Ankündigung eines künftigen Übels, welches Schrecken oder Angst erzeugt. „Schrecken“ ist eine heftige Erschütterung des Gemüts, die meist durch das plötzliche Erkennen einer Gefahr od...
	4.1.1.3. Der Beschuldigte B._____ sagte zum Beschuldigten A._____, dass er dessen Gesicht so zerstören würde, dass ihn seine Mutter nicht mehr erkennen würde. Damit stellte der Beschuldigte B._____ dem Beschuldigten 1 ein schweres Übel in Aussicht, nä...
	4.1.1.4. In subjektiver Hinsicht ist vorsätzliches Handeln erforderlich, wobei Eventualvorsatz genügt. Was der Täter wusste, wollte und in Kauf nahm, betrifft so genannte innere Tatsachen. Bei Fehlen eines Geständnisses des Täters muss aus äusseren Um...
	4.1.1.5. Wie die Vorinstanz zutreffend festhält, liegen keine Rechtfertigungs- und Schuldausschlussgründe vor. Insbesondere bestand keine Notwehrlage, da vor der Drohung kein Angriff von Seiten des Beschuldigten A._____ auf die körperliche Integrität ...
	4.1.1.6. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass sich der Beschuldigte B._____ der Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB schuldig gemacht hat.
	4.1.2. Faustschlag
	4.1.2.1. Die Vorinstanz sprach den Beschuldigten B._____ im Zusammenhang mit den Faustschlägen der (mehrfachen) einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB schuldig. Die Tathandlung bestehe in den Faustschlägen, welche gegen d...
	4.1.2.2. Der einfachen Körperverletzung macht sich schuldig, wer vorsätzlich einen Menschen in anderer Weise an Körper und Gesundheit schädigt (Art. 123 Abs. 1 Ziff. 1 StGB). Der Tatbestand der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Abs. 1 Z...
	4.1.2.3. Die körperliche Integrität ist dann i.S. einer Körperverletzung beeinträchtigt, wenn innere oder äussere Verletzungen oder Schädigungen zugefügt werden, die mindestens eine gewisse Behandlung und Heilungszeit erfordern. Auf blosse Tätlichkeit...
	4.1.2.4. Art. 123 StGB erfasst gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung diejenigen Schädigungen am menschlichen Körper, die nicht als schwer i.S. von Art. 122 StGB zu qualifizieren sind. Diese Bestimmung schützt sowohl die physische als auch die ...
	4.1.2.5. Der Beschuldigte A._____ suchte am 15. September 2012, also drei Tage nach dem Vorfall, das Notfallzentrum des Centre Hospitalier Universitaire Vaudois (CHUV) auf. Dieses stellte eine leichte Schwellung am "arcus superciliaris" (Stirnbein) re...
	4.1.2.6. In subjektiver Hinsicht muss jedoch aufgrund des Sachverhaltes davon ausgegangen werden, dass der Beschuldigte B._____ dem Beschuldigten A._____ eine Verletzung zufügen wollte, die mindestens eine solche Intensität erreicht, die eine gewisse ...
	4.1.2.7. Der vom Beschuldigten B._____ gegen das Gesicht des Beschuldigten A._____ ausgeführte Schlag ist deshalb als versuchte einfache Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB zu qualifizieren.
	4.1.2.8. Wie die Vorinstanz zutreffend ausführte, liegen bezüglich des vor dem Messereinsatz erfolgten Faustschlages weder Rechtfertigungsgründe noch Schuldausschlussgründe vor. Insbesondere rechtfertigt das Wegstossen des Beschuldigten B._____ durch ...
	4.1.2.9. Zusammenfassend ist deshalb festzuhalten, dass sich der Beschuldigte B._____ durch den Faustschlag der versuchten einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB schuldig gemacht hat.
	4.1.3. Steinwürfe
	4.1.3.1. Die Vorinstanz verurteilte den Beschuldigten B._____ aufgrund der von diesem ausgeführten Steinwürfe nach dem Beschuldigten A._____ wegen einfacher Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 2 Abs. 2 StGB resp. wegen versuchter einfacher Kö...
	4.1.3.2. Das erkennende Gericht ist nicht gehindert, das in der Anklageschrift umschriebene tatsächliche Geschehen anders zu würdigen als die Anklagebehörde dies in der Anklageschrift getan hat, solange die tatsächlichen Umstände, die zur Subsumtion u...
	4.1.3.3. Hinsichtlich des Tatbestands der einfachen Körperverletzung kann auf die Ausführungen in Ziffer 4.1.2.2. ff. verwiesen werden.
	4.1.3.4. Bezüglich der Qualifikation des ersten Steinwurfs kann sodann auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO). Zurecht subsumiert sie die vom Beschuldigten A._____ durch den Steinwurf erlittene Verletzu...
	4.1.3.5. Auch hinsichtlich des zweiten Steinwurfs kann auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO), welchen es unter Verweis auf obige Ausführungen (Ziff. 4.1.3.4.) nichts anzufügen gibt.
	4.1.3.6. Wie die Vorinstanz schliesslich ebenfalls zutreffend ausführte, sind keine Rechtfertigungs- und Schuldausschlussgründe ersichtlich. Insbesondere ist eine Notwehrlage zu verneinen, da sich der Beschuldigte A._____ bereits auf der Flucht befand...
	4.1.3.7. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass sich der Beschuldigte B._____ durch die beiden Steinwürfe der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 2 Abs. 2 StGB und der versuchten einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff...
	4.1.4. Fazit in Bezug auf den Beschuldigten B._____
	Der Beschuldigte B._____ hat sich durch sein Verhalten der Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB, der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 2 Abs. 2 StGB sowie der mehrfachen versuchten einfachen Körperverletzung im Sinne von Art....
	4.2. Rechtliche Würdigung des Verhaltens des Beschuldigten A._____
	4.2.1. Vorbemerkungen
	4.2.1.1. Wie die Vorinstanz zutreffend ausführt, erlitt der Beschuldigte B._____ weder lebensgefährliche Verletzungen, noch wurde sein Körper, ein wichtiges Organ oder Glied verstümmelt oder unbrauchbar gemacht, noch wurde eine andere Tatbestandsvaria...
	4.2.1.2. Die Staatsanwaltschaft qualifizierte das Verhalten des Beschuldigten A._____ als versuchte schwere Körperverletzung im Sinne von Art. 122 in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB. Die Vorinstanz verneinte hinsichtlich der Verletzung der Schulter...
	4.2.1.3. Es ist deshalb nachfolgend zunächst zu prüfen, unter welche Tatbestände die Handlungen des Beschuldigen A._____ zu subsumieren sind. Im Anschluss daran soll dann für alle Handlungen gemeinsam geprüft werden, ob sich der Beschuldigte A._____ a...
	4.2.2. Verletzung an der Schulter
	4.2.2.1. Die Staatsanwaltschaft bringt vor, dass ein Messerstich in die Schulter bzw. in den Oberarm eines Menschen auch mit einer kurzen Klinge geeignet sei, wichtige Strukturen derart zu verletzen, dass die Bewegung des Armes hätte eingeschränkt ode...
	4.2.2.2. Wie die Vorinstanz zutreffend ausführt, setzt der subjektive Tatbestand der versuchten schweren Körperverletzung voraus, dass der Beschuldigte mit Wissen und Willen hinsichtlich aller objektiven Tatbestandsmerkmalen gehandelt hat, wobei Event...
	4.2.2.3. Gemäss Bericht des Stadtspitals Triemli ist die Messerstichverletzung an der Schulter in keiner unmittelbaren Nachbarschaft von lebenswichtigen Organen erfolgt. Die Stichverletzung betraf keine Gefässe oder Nervenbündel (Urk. 11/5). Es muss d...
	4.2.2.4. Dementsprechend ist mit der Vorinstanz davon auszugehen, dass der subjektive Tatbestand von Art. 122 StGB in Bezug auf die Verletzung an der Schulter nicht erfüllt ist, weshalb sich der Beschuldigte A._____ hinsichtlich des Stichs in die Schu...
	4.2.2.5. Nachdem der Beschuldigte A._____ dem Beschuldigten B._____ die Verletzung an der Schulter (gemäss eigenen Angaben) wissentlich und willentlich zugefügt hatte (Urk. 6/1 S. 15; Urk. 6/2 S. 16; act. 6/3 S. 3; act. 84 S. 8), bleibt zu prüfen, ob ...
	4.2.2.6. Demnach ist mit der Vorinstanz davon auszugehen, dass hinsichtlich der vom Beschuldigten A._____ dem Beschuldigten B._____ zugefügten Verletzung an der Schulter sowohl der objektive als auch der subjektive Tatbestand der einfachen Körperverle...
	4.2.3. Verletzungen an den Fingern
	4.2.3.1. Hinsichtlich der Verletzungen an den Fingern verneinte die Vorinstanz das Vorliegen des subjektiven Tatbestands des Art. 122 StGB. Es kann diesbezüglich auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO). ...
	4.2.3.2. Die Vorinstanz würdigt das Verhalten des Beschuldigten A._____ hinsichtlich der Verletzungen an den Fingern als einfache Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB. Es kann auf deren zutreffenden Ausführungen verwiesen werden ...
	4.2.3.3. Demnach ist mit der Vorinstanz davon auszugehen, dass hinsichtlich der vom Beschuldigten A._____ dem Beschuldigten B._____ zugefügten Verletzungen an den Fingern sowohl der objektive als auch der subjektive Tatbestand der einfachen Körperverl...
	4.2.4. Verletzungen an der Brust
	4.2.4.1. Der Beschuldigte B._____ erlitt an der Brust eine ca. 2 cm lange, wenige Millimeter tiefe klaffende Wunde mit Sickerblutung sowie eine kleine, wenige Millimeter tiefe Schnittwunde, welche schräg zur Hautoberfläche verlief. Diese Verletzungen ...
	4.2.4.2. Die Vorinstanz prüfte in der Folge, ob der Beschuldigte A._____ eine lebensgefährliche Verletzung zumindest in Kauf genommen hatte und kam zum Schluss, dass sich auch demjenigen, der in einem solchen Gerangel zwar keine Stichbewegungen, aber ...
	4.2.4.3. Demnach ist mit der Vorinstanz davon auszugehen, dass hinsichtlich der vom Beschuldigten A._____ dem Beschuldigten B._____ zugefügten Verletzungen an der Brust der subjektive Tatbesta