# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a29b07f3-bc4c-5e23-8c8e-ecaf666450d1
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-02-03
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 03.02.2023 E-477/2023
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-477-2023_2023-02-03.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-477/2023 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  3 .  F e b r u a r  2 0 2 3  

Besetzung du 
 Einzelrichterin Muriel Beck Kadima, 

mit Zustimmung von Richter Gérald Bovier;   

Gerichtsschreiberin Janine Sert. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Nigeria,  

(…),   

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung (beschleunigtes Verfahren);  

Verfügung des SEM vom 27. Dezember 2022 / N (…). 

 

 

 

E-477/2023 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Der Beschwerdeführer – ein nigerianischer Staatsangehöriger aus 

B._______, Bundesstaat C._______ – verliess gemäss eigenen Angaben 

seinen Heimatstaat im Oktober 2021 legal mit seinem eigenen Reisepass 

und gelangte am 28. Oktober 2021 in die Ukraine. Via Polen sei er nach 

dortigem Ausbruch des Krieges in die Schweiz geflohen, wo er am 3. März 

2022 ein Asylgesuch einreichte.  

A.b Am 9. März 2022 reichte die dem Beschwerdeführer zugewiesene 

Rechtsvertretung eine Vollmacht zu den Akten. Am 10. März 2022 fand die 

Personalienaufnahme statt. 

A.c Am 31. Mai 2022 beantragte der Beschwerdeführer im Rahmen des 

sogenannten Dublin-Gesprächs und Vorgesprächs S-Verfahren (Gewäh-

rung vorübergehenden Schutzes), sein Asylgesuch solle sistiert und das 

Gesuch stattdessen im S-Verfahren behandelt werden. 

A.d Die Kurzbefragung des Beschwerdeführers im Rahmen des S-Verfah-

rens fand am 24. Juni 2022 statt.  

A.e Das SEM lehnte das Gesuch um vorübergehenden Schutz mit Verfü-

gung vom 23. August 2022 ab, wies den Beschwerdeführer aus der 

Schweiz weg, verfügte, nach Eintritt der Rechtskraft der Verfügung vom 

23. August 2022 werde das Asylverfahren gemäss Art. 69 Abs. 4 AsylG 

wiederaufgenommen, und sistierte die Wegweisung. 

B.  

Am 15. Dezember 2022 wurde der Beschwerdeführer gemäss Art. 29 

AsylG vertieft zu seinen Asylgründen angehört. 

Dabei machte er im Wesentlichen geltend, er habe in Nigeria mit unbe-

kannten bewaffneten Personen («Unknown Gunmen»), den Fulani-Herds-

men und der Boko-Haram-Bewegung Probleme gehabt. Nachdem die 

Fulani-Herdsmen am (…) Juni 2021 die Einwohner von D._______ ange-

griffen hätten, wo er mit seinem Onkel im Haus dessen Vaters gewohnt 

habe, sei er nach B._______ geflüchtet. Dort habe er einen Drohbrief er-

halten, gemäss welchem den Einwohnern von B._______ das gleiche 

Schicksal wie denjenigen von D._______ bevorstehe. Zudem habe er er-

fahren, dass, nachdem sein Onkel nach dem Angriff in D._______ eine An-

zeige bei der Polizei erstattet habe, diese eine Untersuchung eingeleitet 

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Seite 3 

habe, gemäss welcher der Beschwerdeführer zu einer Gruppe von Jugend-

lichen gehöre, die Probleme verursache. Aber auch in E._______, wo er 

anschliessend gearbeitet und gewohnt habe, hätten die Fulani-Herdsmen 

und «Unknown Gunmen» Angriffe gegen die Einwohner verübt, wobei es 

mehrere Tote gegeben habe. Im September 2021 sei er deshalb nach 

F._______ im Bundesstaat C._______ geflüchtet. Dort habe er erfahren, 

dass nach ihm gefahndet werde. Ihm sei gesagt worden, dass egal in wel-

chem afrikanischen Land man ihn erwische, er getötet würde. Die Polizei 

habe ihm geraten, Nigeria zu verlassen. Vor diesem Hintergrund habe er 

den Entschluss zur Ausreise aus seinem Heimatstaat gefasst.  

Sein Onkel habe ihm im November 2022 berichtet, dass diese Leute sein 

Dorf erneut angegriffen hätten, worauf seine Mutter dieses verlassen und 

zu seiner verheirateten Schwester gezogen sei. 

Der Beschwerdeführer reichte die Originale seines nigerianischen Reise-

passes, eines Aufenthaltstitels aus der Ukraine, sowie einer eidesstattli-

chen Aussage (Affidavit) seines Onkels vom 27. September 2022 und ei-

nes Polizeiberichts vom 28. September 2022 betreffend die Annahme der 

eidesstattlichen Aussage zu den Akten.   

C.  

Am 22. Dezember 2022 wurde der zugewiesenen Rechtsvertretung ein 

Entwurf des Asylentscheids zur Stellungnahme unterbreitet, welche glei-

chentags beim SEM einging. 

D.  

Mit gleichentags eröffneter Verfügung vom 27. Dezember 2022 stellte das 

SEM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, 

lehnte sein Asylgesuch ab, wies ihn aus der Schweiz weg und ordnete den 

Wegweisungsvollzug an. Es verpflichtete den Beschwerdeführer überdies, 

das Staatsgebiet der Schweiz sowie den Schengen-Raum bis am Tag nach 

Eintritt der Rechtskraft der angefochtenen Verfügung zu verlassen. 

Ebenfalls gleichentags informierte die damals zugewiesene Rechtsvertre-

tung über die Beendigung des Mandatsverhältnisses. 

E.  

Am 26. Januar 2023 erhob der Beschwerdeführer gegen die Verfügung des 

SEM vom 27. Dezember 2022 Beschwerde beim Bundesverwaltungsge-

richt. Er beantragt, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die 

Sache zur erneuten Klärung des Sachverhalts und Beurteilung an die 

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Seite 4 

Vorinstanz zurückzuweisen. Eventualiter sei er als Flüchtling anzuerken-

nen und es sei ihm Asyl zu gewähren. Subeventualiter sei er vorläufig als 

Flüchtling aufzunehmen. Subsubeventualiter sei die Unzumutbarkeit be-

ziehungsweise Unzulässigkeit des Wegweisungsvollzugs festzustellen und 

er sei vorläufig aufzunehmen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht ersucht er 

um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und den Verzicht auf 

die Erhebung eines Kostenvorschusses. 

F.  

Der Eingang der Beschwerde wurde dem Beschwerdeführer am 27. Januar 

2023 bestätigt.  

Die vorinstanzlichen Akten lagen dem Bundesverwaltungsgericht gleichen-

tags in elektronischer Form vor (vgl. Art. 109 Abs. 1 AsylG). 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das Bundesverwaltungsgericht ist zuständig für die Behandlung von 

Beschwerden gegen Verfügungen des SEM im Sinne von Art. 5 VwVG. 

Dabei entscheidet das Gericht auf dem Gebiet des Asyls in der Regel und 

auch vorliegend endgültig; eine Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt 

nicht vor (vgl. Art. 105 AsylG [SR 142.31] i.V.m. Art. 31-33 VGG und Art. 83 

Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der 

Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 

Abs. 1 AsylG i.V.m. Art. 10 der Verordnung über Massnahmen im Asylbe-

reich im Zusammenhang mit dem Coronavirus [Covid-19-VO Asyl, 

SR 142.318]; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG).  

1.4 Auf die Beschwerde ist einzutreten. 

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Seite 5 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-

hend aufgezeigt wird, handelt es sich um ein solches Rechtsmittel, weshalb 

das Urteil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). 

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines 

Schriftenwechsels verzichtet. 

4.  

4.1 Der Beschwerdeführer rügt, das SEM habe seinen Anspruch auf recht-

liches Gehör verletzt. Es sei nicht gerechtfertigt, seine Asylvorbringen allein 

wegen den ungenauen Angaben und einiger angeblicher Widersprüche 

grundlegend in Frage zu stellen. Mit seinen übrigen Vorbringen habe sich 

die Vorinstanz nur sehr oberflächlich und pauschal auseinandergesetzt. 

Entgegen der Einschätzung der Vorinstanz seien seine Asylvorbringen ins-

gesamt glaubhaft ausgefallen. Allfällige Ungereimtheiten oder Widersprü-

che seien durch Verständigungsprobleme entstanden. Er habe an der 

Asylanhörung mehrmals gesagt, einige Fragen nicht verstanden zu haben.  

4.2 Hinsichtlich des Arguments, allfällige Ungereimtheiten oder Widersprü-

che seien durch Verständigungsprobleme entstanden, was der Beschwer-

deführer bereits in seiner Stellungnahme zum Entscheidentwurf vom 

22. September 2022 vorbrachte, stellt das Gericht in Übereinstimmung mit 

den Ausführungen der Vorinstanz fest, dass er anlässlich der Anhörung zu 

den Asylgründen bestätigte, die Übersetzung zu verstehen (vgl. SEM- 

Akten A30 F1, F88 und S. 14). Den Protokollen sind sodann keine Hin-

weise auf Verständigungsprobleme zu entnehmen. Wenn er etwas nicht 

verstand und die Frage wiederholt werden musste, wurde dies relativ prä-

zise protokolliert (vgl. SEM-Akten A30 F20, F55 und 82). Daraus lässt sich 

ebenfalls ableiten, dass er keine Mühe bekundet hat, mitzuteilen, wenn er 

etwas nicht verstand. Bei seiner ersten Nachfrage wurde er zudem von der 

befragenden Person ermutigt, weitere Nachfragen zu stellen, wenn er et-

was nicht verstehe (vgl. SEM-Akten A30 F21). Es besteht kein Grund zur 

Annahme, der Sachverhalt sei nicht genügend erstellt worden und es 

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Seite 6 

müsse die Sache deshalb zwecks erneuter Anhörung an das SEM zurück-

gewiesen werden.    

Ferner verpflichten die gehörsrechtlichen Begründungsanforderungen das 

SEM nicht dazu, jedes einzelne Sachvorbringen gesondert zu prüfen; es 

genügt vielmehr, dass das SEM die rechtswesentlichen Entscheidungs-

gründe nachvollziehbar darlegt, so dass die betroffene Partei in die Lage 

versetzt wird, die Verfügung gegebenenfalls sachgerecht anfechten zu 

können (vgl. BVGE 2007/30 E. 5.6; BGE 136 I 184 E. 2.2.1 und 134 I 83 

E. 4.1). Diesen Anforderungen ist mit der angefochtenen Verfügung zwei-

fellos Genüge getan. Die Vorinstanz hat in der angefochtenen Verfügung 

die wesentlichen Überlegungen genannt, von denen sie sich hat leiten las-

sen. Die angefochtene Verfügung enthält eine angemessene und hinrei-

chende Darstellung des massgeblichen Sachverhalts, die es erlaubt, die 

Erwägungen der Vorinstanz nachzuvollziehen, namentlich weshalb sie die 

Vorbringen des Beschwerdeführers als unglaubhaft erachtet. Es war dem 

Beschwerdeführer insgesamt möglich, sich ein Bild über die Tragweite des 

vorinstanzlichen Entscheides zu machen und diesen sachgerecht anzu-

fechten (vgl. BGE 129 I 232 E. 3.2). Das SEM ist damit der ihm obliegen-

den Untersuchungs- sowie der Prüfungs- und Begründungspflicht (vgl. 

Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 12 VwVG; Art. 35 Abs. 1 VwVG) in genügender 

Weise nachgekommen. Demnach kann keine Verletzung des Anspruchs 

auf rechtliches Gehör (vgl. Art. 29 Abs. 2 BV; Art. 29 VwVG) festgestellt 

werden. Dass der Beschwerdeführer die Auffassung und Schlussfolgerun-

gen der Vorinstanz hinsichtlich der Würdigung seiner Aussagen nicht teilt, 

ist keine Verletzung des rechtlichen Gehörs, sondern betrifft eine materielle 

Frage. Die formellen Rügen erweisen sich nach dem Gesagten als unbe-

gründet, weshalb der Rückweisungsantrag abzuweisen ist.  

5.  

5.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

http://links.weblaw.ch/BGE-129-I-232

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Seite 7 

5.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).  

Das Bundesverwaltungsgericht hat die Anforderungen an das Glaubhaft-

machen der Vorbringen in verschiedenen Entscheiden dargelegt und folgt 

dabei ständiger Praxis (vgl. BVGE 2015/3 E. 6.5.1 m.w.H.). 

6.  

6.1 Die Vorinstanz stufte die Vorbringen des Beschwerdeführers als nicht 

glaubhaft (Art. 7 AsylG) ein. Trotz mehrmaliger Nachfrage habe er keine 

substantiierten und nachvollziehbaren Angaben zum Übergriff vom (…) 

Juni 2021 in D._______ machen können. Er habe geantwortet, dass da-

mals nicht nur das Haus des Vaters seines Onkels überfallen, sondern 

auch andere Häuser im Dorf angegriffen worden seien. Es sei schwierig zu 

verdauen, was damals passiert sei beziehungsweise sei auch der Gouver-

neur von C._______ über den Vorfall informiert worden. Diese pauschalen, 

knappen und ausweichenden Antworten würden nicht überzeugen ange-

sichts des Umstandes, dass es sich um ein einschneidendes Erlebnis han-

deln würde. Seine Angaben zu diesem Vorfall in der Anhörung vom 15. 

Dezember 2022 seien ausserdem nicht vereinbar mit seinen diesbezügli-

chen Aussagen anlässlich der Kurzbefragung im Rahmen des S-Verfah-

rens: Er habe einerseits angeführt, vom Angriff auf D._______ von einem 

Nachbarsort aus erfahren zu haben, andererseits habe er zu diesem Punkt 

ausgesagt, er habe sich im Haus seines Onkels in D._______ selbst be-

funden, als der Angriff von Dritten verübt worden sei. Auf Vorhalt hin habe 

er diesen Widerspruch nicht plausibel aufzuklären vermocht. Seine Aus-

sage, wonach er von den Fulani-Herdmen in G._______ gesucht und ge-

funden worden sei, sei als realitätsfremd zu qualifizieren, zumal fraglich 

sei, weshalb diese (damals) die Chance nicht realisiert hätten, auf ihn zu-

zugreifen. Ausserdem habe er keine konkreten Angaben zu den Gründen 

der Suche der unkown gunmen nach ihm machen können. Ein weiterer 

Widerspruch ergebe sich in Bezug auf, wer die angebliche Anzeige bei der 

Polizei nach dem angeführten Angriff im Jahr 2021 getätigt haben soll: 

Während der Beschwerdeführer angeführt habe, sein Onkel habe die An-

zeige bei der Polizei aufgegeben, sei der eingereichten eidesstattlichen Er-

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Seite 8 

klärung seines Onkels vom September 2022 zuhanden der Polizei zu ent-

nehmen, dass der Beschwerdeführer selbst eine Anzeige getätigt habe. 

Dass die Polizei dem Beschwerdeführer im Jahr 2021 zur Ausreise aus 

Nigeria geraten haben soll, sei als realitätsfremd zu qualifizieren. Dieses 

Vorgehen der Behörden sei nicht nachvollziehbar, angesichts des Umstan-

des, dass die Polizei im Rahmen einer eingeleiteten Untersuchung heraus-

gefunden haben soll, dass er der Kopf einer Gruppe von Jugendlichen sein 

soll, die Probleme verursache. Es sei fraglich, weshalb ihm die Polizei zur 

Ausreise geraten haben soll, statt ihn aufgrund der Ergebnisse der Unter-

suchung zur Rechenschaft zu ziehen. Der Beschwerdeführer habe sich so-

dann widersprüchlich zu den Gründen geäussert, weshalb er seinen Rei-

sepass beantragt habe. Einerseits habe er zu Protokoll gegeben, er habe 

sich aufgrund der zunehmenden Probleme im Jahr 2021 entschlossen, ei-

nen Reisepass zu beantragen, was insbesondere nicht mit dem Umstand 

vereinbar sei, dass der Reisepass bereits im Jahr 2019 ausgestellt worden 

sei. Andererseits habe er angeführt, er habe dieses Reisedokument bean-

tragt, um ein Bankkonto eröffnen zu können. Schliesslich habe er nicht 

schlüssig aufzuzeigen vermocht, weshalb er sich aufgrund der angeführten 

Probleme nicht in einem anderen Bundesstaat beziehungsweise andern-

orts in Nigeria hätte niederlassen können.  

An diesen Feststellungen würden auch die von ihm eingereichten Beweis-

mittel (eine eidesstattliche Erklärung vom 27. September 2022 und eine 

Eingangsbestätigung der Polizei vom 28. September 2022 betreffend diese 

eidesstattliche Erklärung) nichts zu ändern vermögen. Die in der Erklärung 

vom 27. September 2022 enthaltenen Angaben seien teilweise nicht mit 

seinen Aussagen im Asylverfahren vereinbar. Zudem seien entsprechende 

Papiere in Nigeria leicht käuflich erwerbbar und hätten somit von vornhe-

rein nur einen geringen Beweiswert.  

6.2 Auf Beschwerdeebene hält der Beschwerdeführer dem entgegen, es 

treffe zwar zu, dass er nicht ausführlich vom Übergriff vom 21. Juni 2021 in 

D._______ erzählt habe. Dies habe aber damit zu tun, dass es ihm noch 

immer schwerfalle, darüber zu sprechen. Er habe Glück gehabt, dass er 

den Überfall überlebt habe, zumal dabei viele gestorben seien. Auf den 

angeblichen Widerspruch angesprochen, wo er sich zum Zeitpunkt des 

Überfalls befunden habe, habe er an der Anhörung vom 15. Dezember 

2022 erklärt, er habe im Rahmen der Kurzbefragung im S-Verfahren nicht 

ausführlich darlegen können, was ihm in Nigeria zugestossen sei, da es 

dabei vor allem um die Erlebnisse in der Ukraine gegangen sei. Der Über-

fall in D._______ habe im Haus des Vaters seines Onkels stattgefunden.  

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Seite 9 

Weiter sei die eidesstattliche Erklärung seines Onkels dahingehend zu ver-

stehen, dass sein Onkel die Anzeige gemacht habe und nicht der Be-

schwerdeführer. Auch habe nicht gesagt, dass er den Reisepass erst auf-

grund seiner Probleme beantragt habe, sondern bereits im Jahr 2019, um 

ein Bankkonto zu eröffnen.  

Er habe von Anfang an im S-Verfahren gesagt, wegen seinen Problemen 

in Nigeria in die Ukraine gereist zu sein. Von den Fulani-Herdsmen sei er 

zweimal angegriffen worden und habe einen Drohbrief erhalten. Das erste 

Mal habe der Überfall am 21. Juni 2021 stattgefunden, das zweite Mal hät-

ten sie in G._______ nach ihm gesucht und ihn auch gefunden. Er habe 

somit bereits asylrechtlich relevante Verfolgung erlitten und Angst, auch in 

Zukunft von den Fulani-Herdsmen verfolgt zu werden. Bei einer Rückkehr 

nach Nigeria würde ihm weitere Verfolgung und Tod drohen. Er könne auch 

nicht in anderen Landesteilen oder in einem anderen afrikanischen Land 

Schutz suchen, sie würden ihn überall finden. Dass die Polizei selber ihm 

geraten habe, das Land und den Kontinent Afrika zu verlassen, zeige, dass 

sein Heimatland weder schutzfähig noch -willig sei. Er habe somit keine 

innerstaatliche Fluchtalternative.  

7.  

7.1 Nach Prüfung der Akten kommt das Bundesverwaltungsgericht zum 

Schluss, dass die Vorinstanz zu Recht die Flüchtlingseigenschaft des Be-

schwerdeführers verneint und folglich dessen Asylgesuch abgelehnt hat. 

Die Ausführungen in der Beschwerdeschrift vermögen den Erwägungen 

des SEM nichts Stichhaltiges entgegenzusetzen. Somit kann vorab auf die 

zutreffenden Erwägungen der angefochtenen Verfügung verwiesen wer-

den.  

Ergänzend hält das Bundesverwaltungsgericht Folgendes fest: 

7.2 Hinsichtlich der widersprüchlichen Angaben zum Ausstellungsdatum 

des Reisepasses des Beschwerdeführers ist möglich, dass er sich in sei-

nen Aussagen auf die Ausstellung seines Visums für die Ukraine bezog 

und den Reisepass tatsächlich bereits zwei Jahre zuvor beantragt hatte 

(vgl. SEM-Akte A30 F43, F46 f. und F77 f.). Die weiteren Widersprüche 

vermochte er indes weder im vorinstanzlichen Verfahren noch auf Be-

schwerdeebene aufzulösen. Selbst wenn bei der Kurzbefragung vom 

24. Juni 2022 der Fokus auf den Erlebnissen in der Ukraine lag, wurde dem 

Beschwerdeführer ausreichend Zeit eingeräumt, über seine Probleme in 

Nigeria zu berichten (vgl. SEM-Akte A16 F9). Dabei schilderte er explizit, 

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Seite 10 

«mitbekommen» zu haben, dass das Nachbarsdorf D._______ überfallen 

worden sei (vgl. SEM-Akte A16 F9), was nicht auf eine persönliche Anwe-

senheit zu jenem Zeitpunkt im Nachbarsdorf hindeutet. Mit der Begrün-

dung, dass er bis heute nur schwer über diesen Vorfall sprechen könne, 

vermag er nicht ausreichend zu erklären, dass er im Widerspruch dazu, an 

der Anhörung zu den Asylgründen angab, zum Zeitpunkt des Angriffs auf 

D._______ im Haus des Vaters seines Onkels gewesen zu sein (vgl. SEM-

Akte A30 F61). Dass die eidesstattliche Erklärung seines Onkels anders zu 

lesen sei, vermag sodann die widersprüchlichen Angaben betreffend die 

Urheberschaft der Anzeige bei der Polizei ebenfalls nicht aufzulösen.  

7.3 Das Gericht stellt nicht in Abrede, dass es allgemeine Angriffe von Ban-

den auf Dörfer gegeben haben könnte, hingegen vermochte der Beschwer-

deführer keine gezielt gegen ihn gerichtete Verfolgung glaubhaft machen. 

Gemäss seinen Aussagen waren die Fulani-Herdsmen nicht nur hinter ihm, 

sondern den Dorfbewohnern her (vgl. SEM-Akte A30 F50 und 55). Die Ver-

folgung sei gegen ihn als Jugendlichen gerichtet gewesen (vgl. SEM-Akte 

A30 F61 f.). Seine Ausführungen bezüglich den «Unknown Gunmen», die 

nach ihm gefahndet hätten, blieben indes schwammig (vgl. SEM-Akte A30 

F65 f. und F72). Aus seinen Aussagen ist insbesondere nicht ersichtlich, 

inwiefern die Fulani-Herdsmen und die «Unknown Gunmen» ein derart 

grosses Interesse an ihm gehabt hätten, dass sie ihn im ganzen Land ver-

folgt hätten beziehungsweise weiterhin verfolgen würden.  

7.4 Nach dem Gesagten sind die Vorbringen des Beschwerdeführers ins-

gesamt als unglaubhaft einzustufen. Er hat nichts vorgebracht, was geeig-

net wäre, seine Flüchtlingseigenschaft zu begründen. Die Vorinstanz hat 

sein Asylgesuch somit zu Recht abgelehnt.  

8.  

8.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

(Art. 44 AsylG). 

8.2 Der Beschwerdeführer verfügt insbesondere weder über eine auslän-

derrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Ertei-

lung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht 

angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

 

E-477/2023 

Seite 11 

9.  

9.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

9.2  

9.2.1 Das SEM befand den Vollzug der Wegweisung für zulässig, zumutbar 

und möglich. Der Beschwerdeführer sei ein junger, gesunder Mann und 

verfüge über eine Schulbildung sowie eine Berufsausbildung. Er habe in 

Nigeria während mehrerer Jahre gearbeitet und mit seinem Einkommen 

seine Familie unterstützen können. Er verfüge über ein familiäres Bezie-

hungsnetz (Schwestern und Eltern) vor Ort. Zudem unterhalte er eine enge 

Beziehung zu seinem Onkel mütterlicherseits, der als Beamter arbeite. Die-

ser habe ihn in der Vergangenheit unterstützt. Es könne davon ausgegan-

gen werden, dass er dies auch in Zukunft tun werde.  

9.2.2 Auf Beschwerdeebene führt der Beschwerdeführer an, er fühle sich 

nicht gut. Er habe Schmerzen im Herz- und Brustbereich, Kopfschmerzen 

und Stress.  

9.3 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG). 

So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun-

gen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund 

nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Aus-

reise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. 

ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechts-

stellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). 

Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 

1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedri-

gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 

E-477/2023 

Seite 12 

EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender 

Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 

9.4 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend darauf 

hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur Per-

sonen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem 

Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefähr-

dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG 

verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren 

keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers in den 

Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. 

Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers 

noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Aus-

schaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit ei-

ner nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung 

ausgesetzt wäre. Gemäss der Praxis des Europäischen Gerichtshofes für 

Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses 

müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachwei-

sen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter 

oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des EGMR 

Saadi gegen Italien vom 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06, 

§§ 124–127 m.w.H.). Auch die allgemeine Menschenrechtssituation im 

Heimatstaat lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht 

als unzulässig erscheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Weg-

weisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestim-

mungen zulässig. 

9.5  Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

9.5.1 In Bezug auf Nigeria geht das Bundesverwaltungsgericht davon aus, 

dass keine Situation allgemeiner Gewalt herrscht (vgl. u.a. Urteil des 

BVGer D-1715/2021 vom 30. Mai 2022 E. 10.4.2). Zu den geltend gemach-

ten individuellen Wegweisungsvollzugshindernissen ist folgendes festzu-

halten: 

E-477/2023 

Seite 13 

9.5.2 Zunächst ist darauf hinzuweisen, dass blosse soziale und wirtschaft-

liche Schwierigkeiten, von denen die ansässige Bevölkerung im Allgemei-

nen betroffen ist, grundsätzlich nicht genügen, um eine Gefährdung im 

Sinne von Art. 83 Abs. 4 AIG darzustellen (vgl. BVGE 2008/34 E. 11.2.2).  

Wie die Vorinstanz zu Recht festgestellt hat, hat der Beschwerdeführer in 

Nigeria Familienangehörige (Eltern, Schwestern, Onkel mütterlicherseits). 

Insbesondere mit seinem Onkel steht er in Kontakt und dieser hat ihn auch 

früher schon unterstützt. Hinzu kommt, dass er über Schul- und Berufs-

bildung sowie über mehrere Jahre Berufserfahrung verfügt. Diesbezüglich 

wird in der Beschwerde auch nichts Gegenteiliges vorgebracht. Es ist somit 

nicht davon auszugehen, dass eine Rückkehr des Beschwerdeführers in 

seinen Heimatstaat zu einer andauernden existenzbedrohlichen Situation 

zu führen vermag. In Bezug auf die finanzielle Lage nach der Rückkehr 

steht dem Beschwerdeführer sodann die Möglichkeit offen, in der Schweiz 

finanzielle Rückkehrhilfe zu beantragen. Dies dürfte den Wiedereinstieg in 

Nigeria ebenfalls erleichtern. 

9.5.3 Weiter kann gemäss konstanter Praxis aus gesundheitlichen Grün-

den nur dann auf Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs im Sinne von 

Art. 83 Abs. 4 AIG geschlossen werden, wenn eine absolut notwendige 

medizinische Behandlung im Heimatland nicht zur Verfügung steht und 

eine fehlende Möglichkeit der (Weiter-)Behandlung bei einer Rückkehr zu 

einer raschen und lebensgefährdenden Beeinträchtigung des Gesund-

heitszustands, zur Invalidität oder gar zum Tod der betroffenen Person füh-

ren würde. Dabei wird als wesentlich die allgemeine und dringende medi-

zinische Behandlung erachtet, welche zur Gewährleistung einer men-

schenwürdigen Existenz absolut notwendig ist. Unzumutbarkeit liegt jeden-

falls noch nicht vor, wenn im Heimatstaat eine nicht dem schweizerischen 

Standard entsprechende medizinische Behandlung möglich ist (vgl. etwa 

BVGE 2011/50 E. 8.3, 2009/52 E. 10.1, 2009/51 E. 5.5, 2009/28 E. 9.3.1, 

2009/2 E. 9.3.2). 

9.5.4 Auf Beschwerdeebene bringt der Beschwerdeführer erstmals vor, er 

fühle sich nicht gut und habe Schmerzen im Herz- und Brustbereich, Kopf-

schmerzen und Stress. Aufgrund dieser medizinischen Vorbringen ist indes 

nicht davon auszugehen, er sei auf eine dringende medizinische Behand-

lung in der Schweiz angewiesen respektive sei bei einer Rückkehr nach 

Nigeria einer akuten Lebensgefahr ausgesetzt. In antizipierender Beweis-

würdigung (vgl. BGE 136 I 229 E. 5.3 m.w.H.) ist deshalb auch das Nach-

reichen allfälliger medizinischen Berichte nicht abzuwarten. Schliesslich ist 

E-477/2023 

Seite 14 

auf die Möglichkeit hinzuweisen, die medizinische Rückkehrhilfe der 

Schweiz (Art. 93 AsylG) in Anspruch zu nehmen.  

9.5.5 Nach dem Gesagten ist nicht davon auszugehen, der Beschwerde-

führer würde bei einer Rückkehr nach Nigeria aus individuellen Gründen 

wirtschaftlicher, sozialer oder gesundheitlicher Natur in eine existenzielle 

Notlage geraten. Der Vollzug der Wegweisung erweist sich als zumutbar. 

9.6 Schliesslich verfügt der Beschwerdeführer über einen gültigen Reise-

pass, weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeich-

nen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 

9.7 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

10.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

11.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem 

Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt 

Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 

über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 

[VGKE, SR 173.320.2]). 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

E-477/2023 

Seite 15 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.–  werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Muriel Beck Kadima Janine Sert 

 

 

Versand: