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**Case Identifier:** c0ea8c69-ed70-5863-8b4a-3b48338d9fc1
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-04-24
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 24.04.2024 200 2023 385
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2023-385_2024-04-24.pdf

## Full Text

200 23 385 ALV
WIS/BRO/STA

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil der Einzelrichterin vom 24. April 2024

Verwaltungsrichterin Wiedmer
Gerichtsschreiberin Brunner

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführer

gegen

Amt für Arbeitslosenversicherung des Kantons Bern
Rechtsdienst, Lagerhausweg 10, 3018 Bern
Beschwerdegegner

betreffend Einspracheentscheid vom 20. April 2023

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. April 2024, ALV/23/385, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1963 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) 
bezog seit längerer Zeit Leistungen der Arbeitslosenversicherung und war 
temporär bei verschiedenen Arbeitgebern im Zwischenverdienst tätig (Ak-
ten des Amtes für Arbeitslosenversicherung des Kantons Bern [AVA bzw. 
Beschwerdegegner], Dossier Arbeitslosenkasse Unia Bern [Unia; act. IIA] 
169 ff.). Die Unia eröffnete eine neue Rahmenfrist für den Leistungsbezug 
vom 9. Dezember 2021 bis 8. Dezember 2023 (vgl. act. IIA 81). Auch da-
nach arbeitete der Versicherte – mit Unterbrüchen – im Rahmen von Per-
sonalverleihverhältnissen im Zwischenverdienst (act. IIA 14 f., 21 f., 29 f., 
38 f., 42 f., 46 f., 51 f., 58 f., 62 f., 70 f., 85 f., 93 f., 99 f., 109 f., 125 ff.). 

Nachdem dem Versicherten das rechtliche Gehör gewährt worden war (Ak-
ten des AVA, Dossier Regionales Arbeitsvermittlungszentrum [RAV; act. II] 
106 ff.), stellte das AVA (RAV) den Versicherten mit Verfügung vom 
19. Januar 2023 (act. II 98 ff.) wegen erstmaliger Ablehnung einer zumut-
baren Arbeitsstelle ab dem 6. Januar 2023 für die Dauer von 38 Tagen in 
der Anspruchsberechtigung ein. Daran hielt das AVA (Rechtsdienst) mit 
Einspracheentscheid vom 20. April 2023 (act. II 43 ff.) fest. 

B.

Hiergegen erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt 
B.________, mit Eingabe vom 17. Mai 2023 Beschwerde. Er beantragt, 
unter Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheides vom 20. April 
2023 sei auf eine Einstellung in der Anspruchsberechtigung zu verzichten; 
eventualiter sei das Einstellmass auf maximal 8 Einstelltage zu reduzieren. 

Mit Beschwerdeantwort vom 20. Juni 2023 beantragt der Beschwerdegeg-
ner die Abweisung der Beschwerde. 

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Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 100 Abs. 3 des Bundesgesetzes vom 25. Juni 1982 über die 
obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung 
[AVIG; SR 837.0] i.V.m. Art. 128 Abs. 2 der Verordnung vom 31. August 
1983 über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolven-
zentschädigung [AVIV; SR 837.02]). Da auch die Bestimmungen über Frist 
(Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 
des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechts-
pflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde ein-
zutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet der Einspracheentscheid vom 20. April 
2023 (act. II 43 ff.). Streitig und zu prüfen ist die Einstellung in der An-
spruchsberechtigung wegen Ablehnung einer zumutbaren Arbeitsstelle im 
Umfang von 38 Tagen ab dem 6. Januar 2023. 

1.3 Da der Streitwert bei einer Einstelldauer von 38 Tagen und einem 
Taggeld von Fr. 208.15 (act. IIA 5) unter Fr. 20'000.-- liegt, fällt die Beurtei-
lung der Beschwerde in die einzelrichterliche Zuständigkeit (Art. 57 Abs. 1 
GSOG).

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1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Nach Art. 17 Abs. 1 AVIG müssen Versicherte, die Versicherungs-
leistungen beanspruchen wollen, mit Unterstützung des zuständigen Ar-
beitsamtes alles Zumutbare unternehmen, um Arbeitslosigkeit zu vermei-
den oder zu verkürzen. Insbesondere muss der Versicherte zur Schaden-
minderung grundsätzlich jede Arbeit unverzüglich annehmen (Art. 16 
Abs. 1 AVIG).

2.2 Nach Art. 30 Abs. 1 lit. d AVIG ist die versicherte Person in der An-
spruchsberechtigung einzustellen, wenn sie die Kontrollvorschriften oder 
die Weisungen der zuständigen Amtsstelle nicht befolgt, namentlich eine 
zumutbare Arbeit nicht annimmt. Diese Bestimmung betrifft auch die Nicht-
annahme einer selbst gefundenen Stelle. Gemäss Rechtsprechung ist der 
Einstellungstatbestand auch dann erfüllt, wenn die versicherte Person die 
Arbeit zwar nicht ausdrücklich ablehnt, es aber durch ihr Verhalten in Kauf 
nimmt, dass die Stelle anderweitig besetzt wird. Mithin erfasst der Tatbe-
stand grundsätzlich jedes Verhalten, welches das Zustandekommen eines 
Arbeitsvertrags scheitern lässt. Die arbeitslose versicherte Person hat bei 
den Verhandlungen mit dem künftigen Arbeitgeber klar und eindeutig die 
Bereitschaft zum Vertragsabschluss zu bekunden, um die Beendigung der 
Arbeitslosigkeit nicht zu gefährden (BGE 122 V 34 E. 3b S. 38; SVR 2022 
ALV Nr. 20 S. 67 E. 3.1).

2.3 Der den Sozialversicherungsprozess beherrschende Untersu-
chungsgrundsatz schliesst die Beweislast im Sinne einer Beweisführungs-
last begriffsnotwendig aus, da es Sache des Gerichts – und der verfügen-
den Behörde – ist, für die Zusammentragung des Beweismaterials besorgt 
zu sein. Die Parteien tragen mithin in diesem Verfahrensbereich in der Re-
gel eine Beweislast nur insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Ent-
scheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen geblie-
benen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift aller-

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dings erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, durch die Beweiswür-
digung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlich-
keit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 144 V 427 E. 3.2 
S. 429, 138 V 218 E. 6 S. 222; SVR 2022 ALV Nr. 27 S. 98 E. 5.1).

2.4 Die Verwaltung als verfügende Instanz und – im Beschwerdefall – 
das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn 
sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat 
das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nichts Abweichendes 
vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu 
fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhaltes genügt die-
sen Beweisanforderungen nicht. Das Gericht hat vielmehr jener Sachver-
haltsdarstellung zu folgen, die es von allen möglichen Geschehensabläufen 
als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 144 V 427 E. 3.2 S. 429; SVR 2022 
UV Nr. 41 S. 163 E. 3.3).

3.

3.1 Aufgrund der Akten steht fest und ist zu Recht unbestritten, dass 
sich der Beschwerdeführer am 9. Dezember 2022 als … bei der 
C.________ AG bewarb (act. II 116), ihm diese Tätigkeit zumutbar gewe-
sen wäre (vgl. Beschwerde S. 7 Ziff. IV/2) und er am 3. Januar 2023 von 
einer Mitarbeiterin der C.________ zur Vereinbarung eines Vorstellungsge-
spräches telefonisch kontaktiert wurde, es in der Folge indes zu keinem 
Vorstellungsgespräch und zu keinem Vertragsabschluss gekommen ist 
(act. II 106, 110; Beschwerde S. 4 Ziff. III Art. 2). Streitig ist jedoch, ob der 
Beschwerdeführer dies durch sein Verhalten in Kauf nahm (vgl. hierzu 
E. 2.2 hiervor). Den Akten ist folgendes zu entnehmen: 

3.1.1 Mit E-Mail vom 4. Januar 2023 (act. II 112 f.) teilte D.________, … 
bei der C.________, dem RAV mit, der Beschwerdeführer sei sehr frech 
gewesen und verdiene nicht nur eine Verwarnung, sondern eine Kürzung 
der Gelder. Er habe es abgelehnt, zum Bewerbungsgespräch zu kommen 
und habe frech gesagt, ihm passiere sowieso nichts. Die C.________ su-
che mehrere …. Der Beschwerdeführer hätte sofort anfangen können. Sein 
Verhalten sei einfach nur unmöglich gewesen. 

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Mit E-Mail vom 5. Januar 2023 (act. II 111) ergänzte D.________ sodann, 
die offene Stelle wäre in … gewesen. Wenn der Beschwerdeführer nicht so 
frech reagiert und ein Vorstellungsgespräch sofort abgelehnt hätte, hätte 
jedoch auch für eine Stelle im Raum … geschaut werden können. Die Mit-
arbeiterin, welche mit dem Beschwerdeführer telefoniert habe, habe ihm 
gesagt, sie werde seine Haltung melden. Darauf habe dieser geantwortet, 
sie solle dies ruhig tun. Dies habe für ihn sowieso keine Konsequenzen. Es 
sei wichtig, dass gegenüber dem Beschwerdeführer ein Machtwort gespro-
chen werde. Seine Einstellung zur Arbeit und das Ausnutzen des Systems 
bzw. der Arbeitslosenversicherung gehe gar nicht. 

Sodann erläuterte D.________ im Fragebogen zum Bewerbungsverhalten 
vom 5. Januar 2023 (act. II 109 f.), der Beschwerdeführer sei von einer 
Mitarbeiterin telefonisch kontaktiert und zum Vorstellungsgespräch einge-
laden worden, was dieser sofort frech abgelehnt habe, da er nur in … ar-
beiten möchte. 

3.1.2 Mit Zeugnis vom 6. Januar 2023 (act. II 107) attestierte Dr. med. 
E.________, Facharzt für Rheumatologie sowie Allgemeine Innere Medizin, 
eine 100%ige Arbeits- sowie eine Reiseunfähigkeit für die Zeit vom 2. bis 9. 
Januar 2023.

3.1.3 In Bezug auf den ihm zur Last gelegten Sachverhalt führte der Be-
schwerdeführer in seiner Stellungnahme vom 13. Januar 2023 (act. II 106) 
insbesondere aus, von einem Stellenantritt per 16. Januar 2023 sei nie die 
Rede gewesen. Dies hätte ihn sehr gefreut, da man normalerweise in die-
ser Jahreszeit nicht mit optimalen Wetterbedingungen rechnen könne und 
entsprechend die Auftragslage auf dem … gering sei. Es hätte ihn sehr 
gefreut, beim aktuell milden Wetter früh in die … zu starten. Die Mitarbeite-
rin der C.________ habe ihn gefragt, zu welchen Stundenlöhnen er in der 
Vergangenheit angestellt worden sei und habe ihm ein Vorstellungsge-
spräch angeboten. Er sei zu diesem Zeitpunkt jedoch krankgeschrieben 
gewesen. Grippe und Bettruhe seien sein Tagesprogramm gewesen. Die 
Beraterin der C.________ habe überhaupt kein Verständnis gezeigt und 
ihm direkt gedroht, ihn über Job-Room zu melden. Er habe ihr angeboten, 
das Vorstellungsgespräch vorerst telefonisch zu führen oder nach der 
Grippe vorbeizukommen. Sie habe ihm nicht geglaubt und aufgelegt. Leider 

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habe er die Firma trotz mehrfachen Kontaktversuchen nicht mehr erreichen 
können. Entsprechend sei er enttäuscht gewesen über die verpasste Mög-
lichkeit. 

3.1.4 Auf Nachfrage hin (act. II 102 f.) erläuterte D.________ mit E-Mail 
vom 18. Januar 2023 (act. II 101 f.), der Beschwerdeführer habe das Tele-
fonat mit F.________ geführt. Der Beschwerdeführer habe weder mitgeteilt, 
dass er krankgeschrieben gewesen sei, noch habe er ein Telefoninterview 
vorgeschlagen. Er habe die Arbeit und das Gespräch sofort abgelehnt. 
F.________ habe ihn darauf aufmerksam gemacht, dass er arbeitssuchend 
gemeldet und dies (wohl sein Verhalten) nicht korrekt sei. Er habe ihr wie-
derum frech mitgeteilt, dass dies für ihn keine Konsequenzen habe. An-
sonsten wäre der Vorfall nicht gemeldet worden. Der Beschwerdeführer 
versuche sich nun herauszureden, damit die Geldleistungen nicht gekürzt 
würden. 

3.1.5 Mit E-Mail vom 18. Januar 2023 (act. II 101) bestätigte F.________ 
sodann, der Vorfall sei so geschehen, wie von D.________ geschildert. 
Dies sei auch ihre Version. Der Beschwerdeführer habe sie definitiv nicht 
darüber informiert, dass er krank sei. Er sei wirklich sehr frech und un-
freundlich gewesen. 

3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

3.3 Sowohl die Mitarbeitenden der C.________ als auch der Beschwer-
deführer sagten aus, dass anlässlich des Telefonats vom 3. Januar 2023 
ein Vorstellungsgespräch thematisiert worden sei. Aus beider Aussagen ist 
zu schliessen, dass es in der Folge zu einer verbalen Auseinandersetzung 
gekommen ist. Hingegen divergieren die Angaben in Bezug auf die Ursa-
che dieser Spannungen. 

Die Darstellung des Beschwerdeführers, wonach er im Zeitpunkt des Tele-
fonats krank gewesen sei und deshalb nicht zum Vorstellungsgespräch 

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habe erscheinen können (act. II 106), wird durch das ärztliche Zeugnis 
(act. II 107), wonach er vom 2. bis 9. Januar 2023 voll arbeits- und reiseun-
fähig gewesen sei, untermauert. Das Attest datiert vom 6. Januar 2023 und 
wurde demnach ausgestellt, bevor ihm das per Post verschickte Schreiben 
des RAV vom 6. Januar 2023 (act. II 108) betreffend Möglichkeit zur Stel-
lungnahme bezüglich Stellenablehnung zugestellt worden sein konnte. 
Hingegen kann seine Aussage, er habe nach dem Telefonat vom 3. Januar 
2023 mehrfach versucht, die C.________ zu erreichen (act. II 106), mit der 
in den Akten liegenden Anrufliste (act. II 71) nicht bestätigt werden. 
Gemäss dieser hat der Beschwerdeführer die Nummer von F.________ 
(…; act. II 101) nach dem Telefonat vom 3. Januar 2023 nur noch einmal, 
nämlich am 12. Januar 2023 und mithin nach der Aufforderung zur Stel-
lungnahme (vgl. act. II 106, 108), gewählt. Allerdings kann nicht ausge-
schlossen werden, dass der Beschwerdeführer versuchte, die C.________ 
noch über eine andere Nummer oder mit einem anderen Telefon zu errei-
chen. 

Soweit die Beschwerdegegnerin geltend macht, die C.________ habe kein 
Interesse daran, falsche Angaben zum Gesprächsablauf zu machen (Be-
schwerdeantwort S. 3 Art. 4), ist zu wiederholen, dass es anlässlich des 
Telefonats – unbestrittenermassen – zu Spannungen gekommen ist und 
ein Missverständnis zwischen den Gesprächspartnern nicht auszuschlies-
sen ist. Ausserdem bestehen im vorliegenden Fall immerhin gewisse Hin-
weise auf eine fehlende Distanz der C.________. So verlangte 
D.________, welche das Telefonat wohl nicht persönlich hörte, vehement 
eine Sanktionierung des Beschwerdeführers respektive beliess sie es nicht 
bei einer sachlichen Beschreibung des Telefonats (er verdiene nicht nur 
eine Verwarnung, sondern eine Kürzung der Gelder [act. II 114]; bei ihm sei 
ihnen einfach wichtig, dass ein Machtwort gesprochen werde, denn seine 
Einstellung zur Arbeit und das Ausnutzen des Systems bzw. einer Arbeits-
losenversicherung gehe gar nicht [act. II 111]; aus ihrer Sicht versuche sich 
der Beschwerdeführer herauszureden, damit die Geldleistungen nicht 
gekürzt würden [act. II 102]). 

Sodann sind den Akten keine Hinweise zu entnehmen, dass es bereits vor 
dem Telefonat vom 3. Januar 2023 zu ähnlichen Vorwürfen gegen den Be-

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schwerdeführer gekommen ist. Vielmehr sind zahlreiche Zwischenverdiens-
te bei diversen Arbeitgebern ausgewiesen (act. IIA 14 f., 21 f., 29 f., 38 f., 
42 f., 46 f., 51 f., 58 f., 62 f., 70 f., 85 f., 93 f., 99 f., 109 f., 125 ff., 169 ff.), 
wobei nicht alle Arbeitsorte in der näheren Umgebung von … lagen (vgl. 
act. IIA 32, 80). Letztlich bleibt zu erwähnen, dass die Dauer des Tele-
fonats (2 Min. und 14 Sek.; act. II 71) – entgegen der Ansicht des Be-
schwerdegegners (act. II 45 Mitte) – nicht gegen (aber auch nicht zwingend 
für) die Version des Beschwerdeführers spricht. Beide Gesprächsabläufe 
scheinen innerhalb dieser Zeit denkbar. 

Unter Würdigung der gesamten Umstände ist der von der C.________ dar-
gestellte Geschehensablauf nicht der wahrscheinlichste. Demnach ist nicht 
mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (vgl. E. 2.4 
hiervor) erstellt, dass der Beschwerdeführer die fragliche Anstellung ab-
lehnte bzw. durch sein Verhalten in Kauf nahm, dass er zu keinem Vorstel-
lungsgespräch eingeladen und folglich die Stelle anderweitig besetzt wur-
de. Von weiteren Beweismassnahmen sind keine zusätzlichen (beweis-
rechtlich relevanten) Erkenntnisse in Bezug auf die dem Einstellungstatbe-
stand zugrundeliegenden Tatsachen zu erwarten. Die Folgen der Beweis-
losigkeit sind vom Beschwerdegegner zu tragen (vgl. E. 2.3 hiervor). Der 
Beschwerdeführer wurde mithin zu Unrecht (ab dem 6. Januar 2023 im 
Umfang von 38 Tagen) in der Anspruchsberechtigung eingestellt. 

3.4 Demnach ist die Beschwerde gutzuheissen und der angefochtene 
Einspracheentscheid vom 20. April 2023 aufzuheben. 

4.

4.1 In Anwendung von Art. 1 Abs. 1 AVIG i.V.m. Art. 61 lit. fbis ATSG 
(Umkehrschluss; vgl. auch BBl 2018 1639) sind keine Verfahrenskosten zu 
erheben.

4.2 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom Versicherungsgericht festge-
setzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streit-

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sache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g 
ATSG).

Entsprechend der angemessenen Kostennote von Rechtsanwalt 
B.________ vom 5. Juli 2023 ist die Parteientschädigung auf Fr. 3'791.90 
festzusetzen (Aufwand von 13.85 Stunden à Fr. 250.-- zuzüglich Auslagen 
von Fr. 58.30 sowie Mehrwertsteuer von Fr. 271.20 [7.7 % auf 
Fr. 3'520.80]). Diesen Betrag hat der Beschwerdegegner dem Beschwerde-
führer zu ersetzen.

Demnach entscheidet die Einzelrichterin:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird der angefochtene Einspracheent-
scheid des Amts für Arbeitslosenversicherung vom 20. April 2023 auf-
gehoben. 

2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3. Der Beschwerdegegner hat dem Beschwerdeführer die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 3'791.90 (inkl. Auslagen und MWST), zu er-
setzen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- Amt für Arbeitslosenversicherung des Kantons Bern, Rechtsdienst 
- Staatssekretariat für Wirtschaft – SECO

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin:

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Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.