# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f2305dc1-e1ca-5280-bb52-d27438bf9ae6
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2001-03-07
**Language:** de
**Title:** Bundesgericht Eidgenössisches Versicherungsgericht 07.03.2001 U 320/98
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BGer/CH_BGer_016_U-320-98_2001-03-07.html

## Full Text

[AZA 7] 

U 320/98 Tr 

 

 

IV. Kammer 

 

Bundesrichter Borella, Rüedi und Bundesrichterin Leuzinger; 

Gerichtsschreiber Krähenbühl 

 

 

Urteil vom 7. März 2001 

 

in Sachen 

 

H.________, 1969, Beschwerdeführerin, vertreten durch 

Rechtsanwalt Hans Schmidt, Ulrichstrasse 14, Zürich, 

 

gegen 

 

Winterthur Schweizerische Versicherungs-Gesellschaft, 

General Guisan-Strasse 40, Winterthur, Beschwerdegegnerin, 

vertreten durch Rechtsanwalt Kurt Alois Pfau, Stadthausstrasse 

131, Winterthur, 

 

und 

 

Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich, Winterthur 

 

 

 

A.- Die 1969 geborene H.________ schlug am 16. November 

1990 nach einem Sturz im Selbstverteidigungstraining 

mit dem Kopf auf dem Boden auf. In der Folge traten zunächst 

Nacken- und Kopfschmerzen, Schwindelerscheinungen 

sowie eine Lichtempfindlichkeit auf. Ärztlicherseits wurde 

ein Distorsionstrauma der Halswirbelsäule diagnostiziert. 

Eine anhaltende Besserung der Befindlichkeit konnte trotz 

physikalischer Therapien und medikamentöser Behandlungen 

nicht erreicht werden. 

Die Winterthur Schweizerische Versicherungs-Gesellschaft 

anerkannte ihre Haftung, kam für die Heilungskosten 

auf und richtete Taggelder aus. Nach vorangegangener Gewährung 

des rechtlichen Gehörs, welche zu einer ausführlichen 

Stellungnahme des von H.________ beigezogenen Rechtsvertreters 

vom 27. Juli 1994 führte, eröffnete die Winterthur 

der Versicherten mit Verfügung vom 7. September 1994, 

die geltend gemachten Beschwerden stünden mit dem Vorfall 

vom 16. November 1990 nicht mehr in adäquatem Kausalzusammenhang, 

weshalb die Leistungen auf den 1. April 1992 eingestellt 

würden. Daran hielt sie mit Einspracheentscheid 

vom 16. November 1994 fest. Für das Einspracheverfahren, 

nicht aber für das vorangegangene Administrativverfahren, 

wurde dem Begehren der Versicherten um unentgeltliche Verbeiständung 

entsprochen. 

B.- Die gegen den Einspracheentscheid vom 16. November 

1994 erhobene Beschwerde wies das Sozialversicherungsgericht 

des Kantons Zürich mit Entscheid vom 22. Oktober 1998 

ab, wobei es der Versicherten auch für das kantonale 

Rechtsmittelverfahren die unentgeltliche Verbeiständung gewährte. 

 

C.- Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde lässt H.________ 

die weitere Taggeldausrichtung sowie die Übernahme der 

Heilbehandlungskosten über den 31. März 1992 hinaus beantragen; 

eventuell seien eine Invalidenrente sowie eine 

Integritätsentschädigung zuzusprechen. Des Weiteren ersucht 

sie um Erstattung der Kosten einer am 10. Juni 1996 am 

Institut für Nuklearmedizin des Kantonsspitals V.________ 

mittels der Single Photon Emission Computed Tomography 

(Spect) durchgeführten Untersuchung; zudem sei ihr bereits 

für die Zeit vor Beginn des Einspracheverfahrens wie auch 

für das Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren die unentgeltliche 

Verbeiständung zu bewilligen. 

Die Winterthur lässt auf Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde 

schliessen. Das Bundesamt für Sozialversicherung 

hat sich nicht vernehmen lassen. 

Das Eidg. Versicherungsgericht zieht in Erwägung: 

 

1.- Das kantonale Gericht hat die Begriffe der für die 

Leistungspflicht der Unfallversicherung vorausgesetzten natürlichen 

(BGE 119 V 337 Erw. 1, 118 V 289 Erw. 1b, je mit 

Hinweisen) und adäquaten (BGE 125 V 461 f. Erw. 5a mit Hinweisen) 

Kausalität eines versicherten Unfallereignisses für 

eine darauf zurückgeführte gesundheitliche Schädigung zutreffend 

dargelegt. Richtig ist insbesondere, dass das Vorhandensein 

eines natürlichen Kausalzusammenhangs als Tatfrage 

- auch bei Beschwerdebildern ohne organisch nachweisbare 

Befunde nach Schleudertraumata der Halswirbelsäule 

(BGE 119 V 335) - mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein 

erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

erstellt sein muss, während die blosse Möglichkeit 

eines Zusammenhangs für die Begründung eines Leistungsanspruches 

nicht genügt (BGE 119 V 338 Erw. 1, 118 V 

289 Erw. 1b, je mit Hinweisen). Um die Beantwortung einer 

Rechtsfrage geht es demgegenüber bei der Adäquanz von Unfallfolgen 

(BGE 117 V 382 Erw. 4a mit Hinweis). 

Die Beurteilung der Adäquanz psychischer Unfallschäden 

erfolgt grundsätzlich nach Massgabe der in BGE 115 V 133 

dargelegten Methode (insbesondere BGE 115 V 138 ff. Erw. 6 

und 141 Erw. 7). Diesbezüglich kann ebenfalls auf die Ausführungen 

im kantonalen Entscheid verwiesen werden. Hat die 

versicherte Person beim Unfall ein Schleudertrauma der 

Halswirbelsäule, eine dem Schleudertrauma äquivalente Verletzung 

(SVR 1995 UV Nr. 23 S. 67 Erw. 2) oder ein Schädel-Hirntrauma 

(BGE 117 V 382 Erw. 4b) erlitten, erfolgt die 

Beurteilung der Adäquanz von nach solchen Verletzungen 

nicht selten beobachteten und insofern zum typischen Beschwerdebild 

gehörenden Beeinträchtigungen (vgl. BGE 119 V 

337 Erw. 1, 117 V 360 Erw. 4b) grundsätzlich nach den in 

BGE 117 V 366 Erw. 6a und 382 Erw. 4b aufgestellten Kriterien. 

Im Gegensatz zur Adäquanzbeurteilung bei psychischen 

Fehlentwicklungen wird dabei auf eine Differenzierung zwischen 

physischen und psychischen Komponenten verzichtet 

(BGE 117 V 367 Erw. 6a in fine). Treten die dem typischen 

Beschwerdebild zuzuordnenden Befindlichkeitsstörungen im 

Vergleich zu einer ebenfalls vorliegenden ausgeprägten psychischen 

Problematik ganz in den Hintergrund, bleiben hingegen 

die für die Adäquanzbeurteilung in BGE 115 V 138 ff. 

Erw. 6 für Unfälle mit psychischen Folgeschäden genannten 

Elemente massgebend (BGE 123 V 99 Erw. 2a). 

2.- Wie in der Vernehmlassung der Beschwerdegegnerin 

vom 25. März 1999 zutreffend dargelegt wird, liegen hinsichtlich 

des genauen Unfallherganges unterschiedliche Angaben 

vor. Feststeht einzig, dass die Beschwerdeführerin im 

Karatetraining rückwärts auf den Boden fiel und dabei offenbar 

mit dem Kopf aufschlug. Sie konnte das begonnene 

Training noch fortsetzen und suchte erst drei Tage später 

ihren Hausarzt Dr. med. H.________, auf. Dieser diagnostizierte 

am 19. November 1990 ein "Halswirbelsäulentrauma 

im Sinne eines Schleudertraumas". Die später konsultierten 

Ärzte gingen demgegenüber übereinstimmend von einem Distorsionstrauma 

der Halswirbelsäule aus, welcher Befund in 

der Folge auch von Dr. med. H.________ übernommen wurde. 

 

Nach dem Unfall vom 16. November 1990 entwickelte sich 

ein Beschwerdebild, das im Wesentlichen durch ein chronifiziertes 

Zervikalsyndrom, Kopfschmerzen, Schwindelerscheinungen, 

Licht- und Lärmempfindlichkeit, erhöhte Reizbarkeit, 

verminderte Konzentrationsfähigkeit, rasche Ermüdbarkeit, 

erhöhtes Schlafbedürfnis mit gelegentlichen Schlafstörungen 

sowie eine depressive Symptomatik geprägt ist. 

3.- In der Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird geltend 

gemacht, die Würdigung der medizinischen Akten durch die 

Vorinstanz sei hinsichtlich der somatischen Befunde selektiv 

erfolgt. Es gilt deshalb zunächst zu prüfen, ob aktenmässig 

ausgewiesene körperliche Schädigungen keine oder 

nicht hinreichend Beachtung gefunden haben. 

a) Von der Beschwerdeführerin genannt werden diesbezüglich 

im Einzelnen insbesondere zervikale Beschwerden 

sowie die vom Neurologen Dr. med. W.________, im Bericht 

vom 31. Mai 1994 erwähnten myofaszialen Triggerpunkte im 

Nacken. 

aa) Auf Grund des ärztlich dokumentierten Behandlungsverlaufs 

kann davon ausgegangen werden, dass die anlässlich 

des Vorfalls vom 16. November 1990 eingetretenen Schädigungen 

im Halswirbelsäulenbereich mit den darauf zurückgeführten 

muskulären Verspannungen in der Nacken- und Schulterregion 

im Zeitpunkt der auf Ende März 1992 erfolgten Einstellung 

der Versicherungsleistungen weitestgehend ausgeheilt 

waren. Gegenüber Dr. med. Klöti vom Medizinischen Zentrum 

in X.________ gab die Beschwerdeführerin denn auch schon im 

Dezember 1991 eine seit der letzten im Januar 1991 

erfolgten Kontrolle eingetretene deutliche Besserung der 

Schmerzsymptomatik sowie des Allgemeinzustandes an. Am 

1. März 1992 hielt der Hausarzt Dr. med. H.________ fest, 

die günstige Entwicklung halte an. Ein in der Rheuma- und 

Rehabilitations-Klinik Y.________ vorgesehener stationärer 

Aufenthalt wurde laut Auskunft des Dr. med. H.________ vom 

24. April 1992 abgebrochen, weil sich die Patientin damals 

nach ihren Ferien besser fühlte und deshalb eine Fortsetzung 

der ambulanten Therapie in der Orthopädischen 

Klinik Z.________ vorzog. 

Bezogen auf die noch vorhandenen - angesichts der lumbalen 

Befunde nicht ausschliesslich unfallbedingten - körperlichen 

Beeinträchtigungen, namentlich unter Berücksichtigung 

der zervikalen Beschwerden, erachteten die Ärzte die 

Wiederaufnahme einer geeigneten Erwerbstätigkeit ab April 

1992 praktisch einhellig als ohne wesentliche Einschränkungen 

möglich und zumutbar. Wenn der Hausarzt Dr. med. 

H.________, nachdem er diese Einschätzung zunächst geteilt 

und über Monate hinweg auch wiederholt bestätigt hatte, 

nach rund eineinhalb Jahren im September 1993 plötzlich 

rückwirkend von einem bloss noch 50 %igen Leistungsvermögen 

spricht, vermag dies, wie die Vorinstanz zu Recht festhält, 

nicht zu überzeugen. Auch dass Dr. med. L.________, die 

Arbeitsfähigkeit im angestammten Beruf als Verkäuferin in 

einem Reformhaus auf lediglich 50 % veranschlagt hat, 

ändert daran, entgegen der Argumentation in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde, 

nichts, hielt dieser Arzt in 

seiner Stellungnahme vom 31. März 1994 doch ausdrücklich 

fest, er habe keine objektive somatische Befunde feststellen 

können. Allein auf Grund des zervikalen Befundes lässt 

sich demnach gegen die erfolgte Taggeldeinstellung nichts 

einwenden. 

Nach der im Bericht des Dr. med. K.________ vom 

11. Dezember 1991 geäusserten Auffassung sollten auch die 

ambulanten physikalischen Therapien nicht mehr regelmässig, 

sondern nur noch kurzfristig und bedarfsweise durchgeführt 

werden. Dr. med. H.________ schliesslich erklärte am 

31. Juli 1992, die Physiotherapie in Z.________ sei gestoppt 

worden, weil nach übereinstimmender Ansicht der 

Patientin wie auch ihrer Therapeutin keine Besserung mehr 

erzielt wurde. Mangels Aussicht auf eine namhafte Beeinflussung 

des Gesundheitszustandes ist daher auch ein Anspruch 

auf weitere auf die Behandlung der Zervikalbeschwerden 

ausgerichtete medizinische Vorkehren zu Recht verneint 

worden. 

bb) Weiter können die vom Neurologen Dr. med. 

W.________ laut dessen Expertise vom 31. Mai 1994 gefundenen 

myofaszialen Triggerpunkte im Nacken nicht als 

zuverlässige Anzeichen eines organischen Ursprungs der bestehenden 

Kopfschmerzen interpretiert werden. Dr. med. 

W.________ selbst äusserte sich denn auch sehr zurückhaltend, 

wenn er erklärt, "die Differenzierung eines Spannungskopfwehs 

von einem eigentlichen (posttraumatischen) 

Kopfweh im engeren Sinne auf der Basis einer HWS-Distorsion" 

sei schwierig. Immerhin hielt er fest, bei seiner 

Untersuchung hätten sich auffallend wenig lokale Druckschmerzhaftigkeiten 

und/oder myofasziale Triggerpunkte der 

Schultergürtelmuskulatur finden lassen, während die Ansätze 

der Kopf-/Halsmuskulatur die typischen myofaszialen 

Triggerpunkte zeigten, die man bei langanhaltendem Spannungskopfweh 

feststellen könne; gegen ein schwerwiegendes 

und bezüglich der Pathogenese im Vordergrund stehendes 

Halswirbelsäulen-Distorsionstrauma, welches das aktuelle 

Beschwerdebild unterhält, sprächen die komplett freie Beweglichkeit 

der Halswirbelsäule und des Kopfes in sämtliche 

Bewegungsrichtungen und, nicht zuletzt, der Schmerzcharakter. 

Den neurologischen Untersuchungsbefund bezeichnete Dr. 

med. W.________ als 'normal'. 

cc) Mit der Vorinstanz ist unter diesen Umständen davon 

auszugehen, dass sich im Zeitpunkt der auf den 31. März 

1992 erfolgten Leistungseinstellung unter den in somatischer 

Hinsicht erhobenen Befunden kein vom Unfall herrührendes 

organisches Substrat mehr fand, welches für die angegebenen 

Beschwerden und eine allenfalls daraus resultierende 

Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit verantwortlich hätte 

sein können. 

b) Unbegründet ist in diesem Zusammenhang insbesondere 

auch der Einwand der Beschwerdeführerin, obschon sich angesichts 

des vom Psychiater Dr. med. X.________, am 23. Juli 

1994 in Betracht gezogenen postcommotionellen Syndroms die 

Möglichkeit einer Hirnverletzung eröffnete, seien in diese 

Richtung keine Abklärungen vorgenommen worden. 

aa) Die Annahme einer Hirnschädigung stellt im vorliegenden 

Fall nichts weiter als eine blosse, rein theoretisch 

mögliche Hypothese dar, für deren Richtigkeit sich jedoch 

keine konkreten Anhaltspunkte finden lassen. Mangels eindeutiger 

Indizien wie etwa anfänglicher Bewusstlosigkeit 

oder Amnesie sah sich der beschwerdegegnerische Unfallversicherer 

deshalb zu Recht nicht zu weiteren auf das Vorliegen 

einer organischen Hirnschädigung ausgerichteten medizinischen 

Erhebungen veranlasst. 

bb) Zum Vornherein keine entscheidrelevanten Aufschlüsse 

konnten von den Ergebnissen der von der Beschwerdeführerin 

selbst in die Wege geleiteten Abklärung mittels 

der Single Photon Emission Computed Tomography (Spect) im 

Institut für Nuklearmedizin des Spitals V.________ vom 

10. Juni 1996 erwartet werden. Diese bisher auch wissenschaftlich 

nicht anerkannte Untersuchungsmethode ist nach 

der Rechtsprechung des Eidgenössischen Versicherungsgerichts 

im Rahmen der Prüfung der natürlichen Kausalität von 

Unfallfolgen grundsätzlich nicht geeignet, den Beweis für 

das Vorliegen hirnorganischer Schädigungen zu erbringen 

(RKUV 2000 Nr. U 395 S. 316 = SVR 2001 UV Nr. 1 S. 1). 

 

cc) Anlass zur Anordnung neuropsychologischer Abklärungen 

bestand in diesem Zusammenhang ebenfalls nicht, da 

deren Ergebnisse, entgegen der in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde 

offenbar vertretenen Auffassung, zum Vornherein 

keinen direkten Nachweis hirnorganischer Schädigungen ermöglichen. 

Sie könnten lediglich zusammen mit den Erkenntnissen 

anderer medizinischer Disziplinen zur Klärung der 

Frage nach der natürlichen Kausalität von allenfalls auf 

Hirnleistungsstörungen hinweisenden Symptomen beitragen, 

die sich organisch nicht klar zuordnen lassen. Auch unter 

diesem Aspekt entfällt die Notwendigkeit neuropsychologischer 

Erhebungen indessen, wie sich aus nachstehender Erwägung 

ergibt. 

4.- a) Die von der Beschwerdeführerin geschilderten, 

organisch nicht erklärbaren Befindlichkeitsstörungen entsprechen 

zumindest teilweise dem nach Schleudertraumata der 

Halswirbelsäule, schleudertraumaähnlichen Einwirkungen und 

Schädel-Hirntraumata nicht selten beobachteten und insofern 

typischen Beschwerdebild. Nachdem ärztlicherseits wiederholt 

eine Distorsion der Halswirbelsäule diagnostiziert 

worden ist und insofern allenfalls ein zumindest in seinen 

Auswirkungen mit einem Schleudertrauma vergleichbares Ereignis 

angenommen werden könnte, stellt sich die Frage nach 

der für die Adäquanzbeurteilung massgebenden Methode 

(Erw. 1). 

Nicht zu verkennen ist dabei, dass die vorhandene 

Symptomatik zu einem grossen Teil von psychischen Komponenten 

bestimmt wird. Besonders deutlich geht dies aus den 

Ausführungen des Dr. med. W.________ vom 31. Mai 1994 hervor, 

welcher Spannungskopfweh, unterhalten durch eine signifikante 

depressive Verstimmung diagnostizierte und bezüglich 

der primär empfohlenen psychosomatischen Vorkehren 

festhielt, dass die Schmerzen nach einer mittels physikalischer 

Therapie oder lokaler Triggerpunktinfiltration allenfalls 

erreichbaren Linderung zufolge der depressiven Verstimmung 

aufrechterhalten und wieder rezidivieren würden. 

Vom Hausarzt Dr. med. H.________ wurde bereits am 13. April 

1991 auf eine depressive Krise hingewiesen und aus dessen 

Gutachten vom 5. März 1994 geht hervor, dass die 

Beschwerdeführerin zwischen Herbst 1992 und Sommer 1993 

erneut eine depressive Phase mit schmerzverstärkenden 

Verstimmungen durchlief. Wiederholt hat sich Dr. med. 

H.________ auch für psychotherapeutische Massnahmen 

eingesetzt, welche von der Versicherten jedoch abgelehnt 

wurden. Dass die Vorinstanz wie zuvor schon der beschwerdegegnerische 

Unfallversicherer davon ausgingen, dass die 

psychische Beeinträchtigung gegenüber dem übrigen Beschwerdebild 

eindeutig im Vordergrund steht, sodass die 

Kausalität nach Massgabe der gemäss BGE 115 V 133 bei psychischen 

Folgeschäden anwendbaren Regeln zu prüfen ist (BGE 

123 V 98), lässt sich unter diesen Umständen nicht beanstanden. 

 

b) Während die natürliche Kausalität, insbesondere im 

Hinblick auf die Beurteilung durch Dr. med. W.________ vom 

31. Mai 1994, noch bejaht werden kann, fehlt es für die 

weitere Leistungsberechtigung der Beschwerdeführerin am 

Anspruchserfordernis der adäquaten Kausalität. Diesbezüglich 

kann vollumfänglich auf die überzeugenden Erwägungen 

im ausführlich begründeten kantonalen Entscheid verwiesen 

werden, welchen das Eidgenössische Versicherungsgericht 

auch unter Berücksichtigung der Vorbringen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde 

nichts beizufügen hat. 

5.- Zur Erstattung der Kosten eines von einer Partei 

in Auftrag gegebenen Privatgutachtens ist der Unfallversicherer 

nur verpflichtet, wenn dieses für deren Interessenwahrung 

notwendig gewesen ist und sich der medizinische 

Sachverhalt erst auf Grund der neu beigebrachten Untersuchungsergebnisse 

schlüssig feststellen lässt (BGE 115 V 62; 

RKUV 1994 Nr. U 182 S. 47 f.). Wie bereits erwähnt (Erw. 

3b/bb), war die Durchführung der Spect-Untersuchung im 

Institut für Nuklearmedizin des Spitals V.________ vom 

10. Juni 1996 entbehrlich. Dafür kann die Beschwerdeführerin 

keine Kostenübernahme durch den Unfallversicherer beanspruchen. 

 

6.- Der heutigen Beschwerdeführerin wurde vom Unfallversicherer 

für das Einspracheverfahren und vom vorinstanzlichen 

Gericht für das kantonale Beschwerdeverfahren die 

unentgeltliche Verbeiständung gewährt. Abgelehnt haben es 

indessen beide Instanzen, ihr diese auch schon für das dem 

Einspracheverfahren vorangegangene Administrativverfahren 

zu bewilligen. In der Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird 

das Gesuch um unentgeltliche Verbeiständung ab 21. Juni 

1994, dem Zeitpunkt, in welchem die vorgesehene Verfügung 

über die beabsichtigte Leistungseinstellung angekündigt und 

zwecks Gewährung des rechtlichen Gehörs gleichzeitig eine 

Frist zur Stellungnahme eingeräumt wurde, erneuert. 

a) Nachdem das Eidgenössische Versicherungsgericht in 

BGE 117 V 408 - unter den in BGE 114 V 228 für das Anhörungsverfahren 

in der Invalidenversicherung als massgebend 

bezeichneten engen sachlichen und zeitlichen Voraussetzungen 

- einen unmittelbar aus Art. 4 BV fliessenden Anspruch 

auf unentgeltliche Verbeiständung auch im Einspracheverfahren 

nach Art. 105 Abs. 1 UVG festgestellt hat, ist in BGE 

125 V 32 ein Anspruch auf unentgeltliche Verbeiständung 

auch für das an einen Einspracheentscheid anschliessende 

Administrativverfahren bejaht worden. In Präzisierung der 

Rechtsprechung gemäss BGE 114 V 228 und 117 V 408 hat das 

Eidgenössische Versicherungsgericht festgehalten, dass die 

Gewährung der unentgeltlichen Verbeiständung nicht entscheidend 

davon abhängt, ob ein Verfahren streitige Elemente 

aufweist; auch lasse sich der Anspruch nicht unter 

Berücksichtigung der jeweils anwendbaren Verfahrensordnung 

generell zeitlich beschränken (BGE 125 V 36 Erw. 4c mit 

Hinweisen). Daraus ergibt sich, dass an der zeitlichen 

Grenze des Einspracheentscheids in der Unfallversicherung 

nicht festgehalten wird und ein Anspruch auf unentgeltliche 

Verbeiständung ausnahmsweise auch schon für das Abklärungs- 

und Verfügungsverfahren gegeben ist (vgl. auch BGE 121 I 62 

Erw. 2a/bb in fine, wonach ein Anspruch grundsätzlich für 

jedes Verfahren besteht, in welches der Gesuchsteller einbezogen 

wird oder dessen er zur Wahrung seiner Rechte bedarf). 

Aus den in BGE 114 V 234 Erw. 5a genannten Gründen 

ist an die Voraussetzungen, unter welchen eine Verbeiständung 

durch einen Rechtsanwalt sachlich geboten ist, jedoch 

ein strenger Masstab anzulegen. 

b) Im Schreiben vom 21. Juni 1994 hat der beschwerdegegnerische 

Unfallversicherer dem Anwalt der Versicherten 

die bevorstehende Leistungseinstellung in Aussicht gestellt 

und die dafür massgebenden Gründe ausführlich dargelegt. 

Gleichzeitig wurde zwecks Gewährung des rechtlichen Gehörs 

unter Ansetzung einer Frist Gelegenheit zu einer Stellungnahme 

gegeben. Es steht ausser Frage, dass eine sachliche 

Auseinandersetzung mit den aufgeworfenen sachverhaltsmässig 

und rechtlich komplexen Kausalitätsfragen die heutige Beschwerdeführerin 

überfordert hätte. Wollte sie sich zum 

vorgesehenen Abschluss des Versicherungsfalles äussern, war 

sie auf fachkundige Beratung durch ihren bereits früher 

beigezogenen Rechtsanwalt angewiesen. Für eine zweckmässige 

Umsetzung der vom Unfallversicherer mit dem direkt an den 

Anwalt der Versicherten gerichteten Schreiben vom 21. Juni 

1994 beabsichtigten Gewährung des rechtlichen Gehörs war 

die Vertretung in diesem Verfahrensstadium nicht nur geboten, 

sondern geradezu vorausgesetzt. Da die Bedürftigkeit 

als ausgewiesen gelten konnte, der vorgesehenen Leistungseinstellung 

eine erhebliche Tragweite zukam und der Standpunkt 

der Versicherten auch nicht als aussichtslos zu bezeichnen 

war, lässt sich die Verweigerung der unentgeltlichen 

Verbeiständung für die Zeit ab 21. Juni 1994 nicht 

aufrechterhalten. Der beschwerdegegnerische Unfallversicherer, 

an welchen die Sache zu diesem Zweck zurückzuweisen 

ist, wird die der Beschwerdeführerin für das Verfahren ab 

21. Juni 1994 bis zum Beginn des Einspracheverfahrens zusätzlich 

zustehende Entschädigung festzusetzen haben. 

7.- a) Soweit es im vorliegenden Verfahren um Versicherungsleistungen 

ging, sind gemäss Art. 134 OG keine Gerichtskosten 

zu erheben. Praxisgemäss ebenfalls kostenlos 

geführt werden Verfahren betreffend die Gewährung der unentgeltlichen 

Verbeiständung. 

b) Bezüglich der unentgeltlichen Verbeiständung für 

die Zeit vor dem Einspracheverfahren obsiegt die Beschwerdeführerin, 

weshalb ihr insoweit für das vorliegende Verfahren 

eine zu Lasten des Unfallversicherers gehende Parteientschädigung 

zusteht (Art. 159 Abs. 2 und 3 in Verbindung 

mit Art. 135 OG). Im Übrigen kann ihr für das Verfahren 

vor dem Eidgenössischen Versicherungsgericht die unentgeltliche 

Verbeiständung gewährt werden (Art. 152 in Verbindung 

mit Art. 135 OG), da die Bedürftigkeit aktenkundig 

ist, die Beschwerde nicht als aussichtslos zu bezeichnen 

und die Vertretung geboten war (BGE 125 V 202 Erw. 4a und 

372 Erw. 5b, je mit Hinweisen). Es wird indessen ausdrücklich 

auf Art. 152 Abs. 3 OG aufmerksam gemacht, wonach die 

begünstigte Partei der Gerichtskasse Ersatz zu leisten haben 

wird, wenn sie später dazu im Stande ist. 

 

 

Demnach erkennt das Eidg. Versicherungsgericht: 

 

I. In teilweiser Gutheissung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde 

wird der Entscheid des Sozialversicherungsgerichts 

des Kantons Zürich vom 22. Oktober 1998 insoweit 

aufgehoben, als damit die unentgeltliche Verbeiständung 

für das dem Einspracheverfahren vorangegangene 

Verfahren verweigert wird, und es wird die Sache 

an die Winterthur Schweizerische Versicherungs-Gesellschaft 

zurückgewiesen, damit diese über den Anspruch 

auf unentgeltliche Verbeiständung im Sinne der Erwägungen 

neu verfüge. Im Übrigen wird die Verwaltungsgerichtsbeschwerde 

abgewiesen. 

II. Es werden keine Gerichtskosten erhoben. 

 

III. Die Winterthur Schweizerische Versicherungs-Gesellschaft 

hat der Beschwerdeführerin für das Verfahren 

vor dem Eidgenössischen Versicherungsgericht eine 

Parteientschädigung von Fr. 500.- zu bezahlen. 

IV. Zufolge Gewährung der unentgeltlichen Verbeiständung 

wird Rechtsanwalt Hans Schmidt, Zürich, für das Verfahren 

vor dem Eidgenössischen Versicherungsgericht 

aus der Gerichtskasse eine Entschädigung (einschliesslich 

Mehrwertsteuer) von Fr. 2'000.- ausgerichtet. 

 

V. Das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich wird 

über eine Neuverlegung der Parteikosten für das kantonale 

Verfahren entsprechend dem Ausgang des letztinstanzlichen 

Prozesses zu befinden haben. 

VI. Dieses Urteil wird den Parteien, dem Sozialversicherungsgericht 

des Kantons Zürich und dem Bundesamt für 

Sozialversicherung zugestellt. 

 

 

Luzern, 7. März 2001 

 

Im Namen des 

Eidgenössischen Versicherungsgerichts 

Der Präsident der IV. Kammer: 

 

 

 

 

 

Der Gerichtsschreiber: