# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2756724a-14b5-57c8-a295-9238a80d391b
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-11-19
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 19.11.2010 D-6229/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-6229-2010_2010-11-19.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-6229/2010/wif
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 9 .  N o v e m b e r  2 0 1 0

Einzelrichter Daniel Schmid, 
mit Zustimmung von Richter Bruno Huber;
Gerichtsschreiberin Milva Franceschi.

A._______, geboren [...], Kongo (Kinshasa),
vertreten durch lic. iur. Bernhard Jüsi, Rechtsanwalt, 
Beschwerdeführerin,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung;
Verfügung des BFM vom 30. Juli 2010 / N [...].

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-6229/2010

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass die Beschwerdeführerin eigenen Angaben zufolge ihren Heimat-
staat am 14. März 2009 verliess, via Brazzaville auf dem Luftweg nach 
Rom  gelangte  und  von  dort  herkommend  am  2.  April  2009  in  die 
Schweiz einreiste, wo sie gleichentags im Empfangs- und Verfahrens-
zentrum Z._______ um Asyl nachsuchte,

dass sie am 15. April 2010 im Transitzentrum Altstätten summarisch zu 
ihrem Reiseweg und zu den Gründen, weshalb sie ihr Land verlassen 
habe, befragt wurde, und ihr gleichentags das rechtliche Gehör im Hin-
blick auf  eine allfällige  Wegweisung  nach Belgien  (Dublin-Verfahren) 
gewährt wurde,

dass das BFM am 21. April 2009 die belgischen Behörden gestützt auf 
einen Eurodac-Treffer (Datenbank, Fingerabdruckvergleich) um Rück-
übernahme der Beschwerdeführerin ersuchte,

dass die zuständige belgische Behörde in ihrer Antwort vom 23. April  
2009 mitteilte, die Beschwerdeführerin habe am 1. Dezember 2008 an 
der belgischen Grenze um Asylgewährung ersucht,

dass  ein  Fingerabdruckvergleich  ergeben habe,  dass  diese zuvor  in 
Portugal in Erscheinung getreten sei,

dass die portugiesischen Behörden am 27. Januar 2009 einer Rück-
übernahme der Beschwerdeführerin zugestimmt hätten, worauf sie am 
5. Februar 2009 nach Lissabon transferiert worden sei,

dass somit Belgien nicht für die Behandlung des Asylgesuchs der Be-
schwerdeführerin zuständig sei,

dass das BFM am 27. April 2009 gestützt auf diese Angaben Portugal  
um Rückübernahme der Beschwerdeführerin ersuchte,

dass die  zuständige portugiesische Behörde am 12. Mai  2009 einer 
Rückübernahme der Beschwerdeführerin zustimmte,

dass das BFM der Beschwerdeführerin am 16. Juni 2009 das rechtli-
che Gehör zum Abklärungsergebnis betreffend Zuständigkeit Portugals 
gewährte und ihr  Gelegenheit  zur Stellungnahme zu einer allfälligen 
Rückführung in dieses Land gewährte,

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dass sich in den vorinstanzlichen Akten eine diesbezügliche, undatier-
te Stellungnahme der Beschwerdeführerin findet (A28/2), welche vom 
zwischenzeitlich  mandatierten  Rechtsvertreter  mit  Eingabe  vom 
24. Juni 2009 ergänzt wurde,

dass die Beschwerdeführerin in ihrer Eingabe unter anderem ausführ-
te, ihr erstes Asylgesuch sei Anfang 2009 in Portugal abgelehnt und 
sie sei von dort in ihr Heimatland zurückgeschickt worden,

dass der Rechtsvertreter ergänzend vorbrachte, die Beschwerdeführe-
rin habe in Portugal nie ein Asylverfahren durchlaufen und sei insbe-
sondere nie nach ihren Fluchtgründen befragt worden,

dass die Beschwerdeführerin am 25. Juni 2009 zwei Zeitungen im Ori-
ginal zu den Akten reichen liess, in welchen über ihren Fall geschrie-
ben worden sei,

dass  in  dieser  Eingabe  die  Befürchtung  geäussert  wurde,  die  Be-
schwerdeführerin werde ohne effektives Asylverfahren respektive ohne 
Anhörung von Portugal wieder direkt ausgeschafft,

dass gemäss einer Aktennotiz des Bundesamtes vom 29. Juni 2010 
die  Dublin-Überstellungsfrist  nach  Portugal  aufgrund  eines  internen 
Fehlers bereits seit längerem abgelaufen sei und somit das nationale 
Verfahren (wieder) aufgenommen werde,

dass die Beschwerdeführerin am 16. Juli 2010 vom Bundesamt direkt 
zu ihren Asylgründen angehört wurde,

dass die Beschwerdeführerin zur Begründung des Asylgesuchs im We-
sentlichen geltend machte, sie und ihr Freund B._______ seien für das 
"Mouvement de Libération du Congo" (MLC) tätig gewesen,

dass  B._______  anlässlich  einer  Demonstration  am  19.  März  2008 
festgenommen und erst nach zwei Wochen wieder zurückgekehrt sei,

dass sie und B._______ sich zusammen mit einem Cousin von Letzte-
rem rund ein Jahr später, am 7. März 2009, auf  den Weg zu einem 
Hochzeitsfest gemacht hätten,

dass  sie  drei  anlässlich  eines  Zwischenhalts  bei  einem Freund  von 
B._______ unter anderem über Politik diskutiert hätten, was Letzteren 

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dazu bewogen habe, eine DVD, welche er von Mitgliedern des MLC 
aus London erhalten habe, abzuspielen,

dass der ältere Bruder des Freundes von B._______, welcher im sel-
ben Haus gewohnt  habe,  die  Behörden benachrichtigt  habe,  worauf 
nach einer knappen Stunden plötzlich Soldaten gekommen seien, sie 
(die  Beschwerdeführerin),  B._______ sowie  dessen Cousin  geschla-
gen und anschliessend festgenommen hätten,

dass  sie  getrennt  worden  seien,  sie  selber  in  das  Gefängnis  von 
Y._______ gebracht und dort in der Nacht vergewaltigt worden sei,

dass  sie  am nächsten  Morgen  anlässlich  eines  Verhörs  ohnmächtig 
geworden und in der Folge zunächst in die nahe gelegene Krankensta-
tion gebracht worden sei, von wo aus man sie ins Spital [...] ver legt ha-
be,

dass ihr  ein Nachbar  und ihr  Pastor mit  Hilfe eines Krankenpflegers 
zur Flucht verholfen hätten,

dass der besagte Nachbar, ein Polizeioffizier, ihrem Freund B._______ 
ebenfalls zur Flucht verholfen und ihnen mitgeteilt habe, Letzterer wer-
de seit seiner Festnahme vom 19. März 2008 immer noch von den Be-
hörden gesucht,

dass sie beide vor diesem Hintergrund am 14. März 2009 nach Braz -
zaville  gefahren seien,  wo B._______  von Unbekannten erschossen 
worden sei und sie selber einen Flug nach Rom genommen habe,

dass das BFM das Asylgesuch der Beschwerdeführerin mit Verfügung 
vom 30. Juli  2010 – eröffnet  am 2. August  2010 – ablehnte und die 
Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug anordnete,

dass das Bundesamt zur Begründung im Wesentlichen anführte, die 
angeblich am 9. Februar 2009 erfolgte Rückschaffung der Beschwer-
deführerin von Portugal in ihren Heimatstaat entspreche mit überwie-
gender  Wahrscheinlichkeit  nicht  den  Tatsachen,  weshalb  ihre  später 
datierenden Verfolgungsvorbringen ernsthaft anzuzweifeln seien,

dass diese Zweifel aufgrund zahlreicher Unstimmigkeiten in den Aus-
sagen der Beschwerdeführerin erhärtet würden,

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dass auf die vorinstanzliche Begründung – soweit diese entscheidwe-
sentlich ist – in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen wird,

dass die Beschwerdeführerin mit Eingabe ihres Rechtsvertreters vom 
1. September 2010 gegen diesen Entscheid beim Bundesverwaltungs-
gericht  Beschwerde  erhob  und  dabei  beantragte,  die  Verfügung des 
BFM vom 30. Juli  2010 sei aufzuheben, es sei  die Flüchtlingseigen-
schaft der Beschwerdeführerin festzustellen und ihr Asyl zu gewähren, 
eventualiter sei die Unzulässigkeit oder zumindest die Unzumutbarkeit 
des Vollzugs der Wegweisung festzustellen und die vorläufige Aufnah-
me anzuordnen,

dass  ferner  in  verfahrensrechtlicher  Hinsicht  die  unentgeltliche  Pro-
zessführung zu bewilligen, auf die Erhebung eines Kostenvorschusses 
zu verzichten und der  Beschwerdeführerin in  der  Person des Unter -
zeichnenden ein unentgeltlicher Rechtsbeistand zu stellen sei,

dass mit der Rechtsmittelschrift unter anderem eine "Attestation Medi-
cale"  des "Hopital  [...]"  vom 20. August  2010 zu den Akten gereicht 
wurde,

dass auf die Begründung der Rechtsbegehren – soweit entscheidwe-
sentlich – in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen wird,

dass mit Zwischenverfügung des Gerichts vom 9. September 2010 die 
Gesuche  um Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  im Sinne 
von Art. 65 Abs. 1 und 2 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 
über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) abgewiesen und 
die  Beschwerdeführerin  aufgefordert  wurde,  bis  zum 24.  September 
2010 einen Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 600.– zu leisten,

dass die  Beschwerdeführerin  mit  Eingabe  vom 10. September  2010 
darum  ersuchen  liess,  wiedererwägungsweise  die  unentgeltliche 
Rechtspflege – zumindest betreffend Kostenvorschuss – zu gewähren,

dass mit Zwischenverfügung vom 14. September 2010 das Gesuch um 
wiedererwägungsweise  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege 
respektive Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses abge-
wiesen und die Beschwerdeführerin aufgefordert wurde, den mit Zwi-
schenverfügung vom 9. September 2010 erhobenen Kostenvorschuss 
bis zum 24. September 2010 zu leisten,

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dass auf den Inhalt der Zwischenverfügungen vom 9. und 14. Septem-
ber – soweit für den Entscheid wesentlich – in den nachfolgenden Er-
wägungen einzugehen sein wird,

dass der Kostenvorschuss am 21. September 2010 geleistet wurde,

und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden ge-
gen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 
über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG,  SR 172.021])  des  BFM  auf 
dem  Gebiet  des  Asyls  entscheidet  (Art. 105  des  Asylgesetzes  vom 
26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31] i.V.m. Art. 31-33 des Verwaltungsge-
richtsgesetzes  vom  17. Juni 2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d 
Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 2005  [BGG, 
SR 173.110]),

dass sich das Verfahren nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG 
richtet,  soweit  das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und 
Art. 6 sowie Art. 105 AsylG),

dass die  Beschwerdeführerin  durch  die  angefochtene  Verfügung  be-
sonders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung 
beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde legitimiert ist (Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ein-
zutreten ist (Art. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 VwVG),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichter li-
cher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters  entschie-
den wird (Art. 111 Bst. e AsylG), und es sich vorliegend, wie nachfol-
gend aufgezeigt, um eine solche handelt, weshalb der Beschwerdeent-
scheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

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dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrif-
tenwechsel verzichtet wurde,

dass  die  Schweiz  Flüchtlingen  grundsätzlich  Asyl  gewährt  (Art.  2 
Abs. 1  AsylG),  wobei  als  Flüchtling  eine  ausländische  Person  aner-
kannt wird, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie 
zuletzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität,  Zugehörig-
keit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen 
Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete 
Furcht  hat,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu  werden  (Art.  3  Abs. 1 
AsylG),

dass die Flüchtlingseigenschaft nachgewiesen oder zumindest glaub-
haft gemacht werden muss (Art. 7 AsylG),

dass die Flüchtlingseigenschaft  glaubhaft  gemacht ist,  wenn die Be-
hörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-
geben hält, 

dass Vorbringen insbesondere dann unglaubhaft sind, wenn sie in we-
sentlichen Punkten zu wenig  begründet  oder in  sich  widersprüchlich 
sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälsch-
te oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden,

dass in der Zwischenverfügung des Gerichts vom 9. September 2010 
die Rechtsbegehren als aussichtslos bezeichnet wurden,

dass zur Begründung unter anderem angeführt wurde, die vorinstanzli-
chen Ausführungen in Bezug auf die geltend gemachte Rückschaffung 
der  Beschwerdeführerin  durch die portugiesischen Behörden dürften 
zu schützen sein (vgl. angefochtene Verfügung Ziff. I/1 S. 4 3. Absatz), 

dass folglich auch – wie in der Beschwerde beantragt – keine weiteren 
Abklärungen bei  den portugiesischen  Behörden  erforderlich  erschie-
nen,

dass die Aussage der Beschwerdeführerin,  sie habe kein Papier  auf 
sich  getragen,  als  sie  von  Portugal  nach  Angola  zurückgekehrt  sei 
(vgl. Akten BFM A38 S. 8 F51), nicht glaubhaft sein dürfte,

dass  eine  (zwangsweise)  Rückführung  von Portugal  nach  Angola  in 
diesem Fall – d.h. ohne dass die Beschwerdeführerin selber Identitäts-

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papiere auf sich getragen hätte – wohl in Begleitung stattgefunden ha-
ben dürfte, die Beschwerdeführerin indessen an keiner Stelle von den 
"ausschaffenden Beamten" (vgl. Beschwerde S. 5 unten) erzählt habe 
(vgl. diesbezüglich auch A38 F56 S. 8),

dass die angebliche Rückkehr in den Heimatstaat auch aus den ande-
ren von der Vorinstanz angeführten Gründen nicht glaubhaft erschie-
nen,

dass  die  Beschwerdeführerin  ferner  ausgeführt  habe,  sie  sei  am 
9. März 2009 ("Ich kann das nicht vergessen.") ins "[...]" gebracht und 
anschliessend in das Spital "[...]" verlegt worden (vgl. A38 S. 15 F136 
und S.16 F147) respektive sie sei  "in der Nacht vom 9. auf  den 10. 
März 2009", als sie im "[...]" gewesen sei, in das genannte Spital ge-
bracht worden (vgl. A1 S. 6 f.),

dass in der mit  der Beschwerde eingereichten "Attestation Medicale" 
des "Hospital [...]" bestätigt werde, die Beschwerdeführerin sei "dans 
la nuit du 08 auch 09 Mars 2009" im Spital angekommen,

dass sich diese Bestätigung nicht mit den vorgenannten Angaben im 
Asylverfahren vereinbaren liessen,

dass in der "Attestation Medicale" sodann ausgeführt werde, die Be-
schwerdeführerin  sei  "dans  un  état  d'inconscience"  eingeliefert  wor-
den, was sich ebenfalls nicht mit den Angaben der Beschwerdeführe-
rin decke, gemäss welchen sie im "[...]" ohnmächtig gewesen sei (vgl. 
A38 S. 16 F145),

dass diese Widersprüche die Unglaubhaftigkeit  der  Rückkehr  in  den 
Heimatstaat bekräftigen dürften,

dass vor dem Hintergrund einer unglaubhaften Rückkehr den Asylvor-
bringen die Grundlage entzogen sein dürften,

dass sodann keine Veranlassung bestehe, weitere – in der Beschwer-
de beantragte – medizinische Abklärungen anzuordnen respektive ei -
nen Arztbericht  abzuwarten und der  diesbezügliche Antrag abzuwei-
sen sei (vgl. Beschwerde S. 7),

dass der Rechtsvertreter in seiner Eingabe vom 10. September 2010 
(Wiedererwägungsgesuch betreffend unentgeltliche Rechtspflege und 

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Kostenvorschusserhebung) den vorstehenden Erwägungen im Wesent-
lichen unter anderem entgegensetzte,  die "Attestation Medicale"  des 
"Hopital  [...]"  stamme immerhin von einer  medizinischen Fachperson 
aus der Heimat der Beschwerdeführerin und enthalte keine objektiven 
Fälschungsmerkmale,

dass es "ein gerüttelt Mass an Argwohn" brauche, um in einer Asylbe-
schwerde solche Widersprüche zu suchen, nur weil mit Bezug auf das 
Datum der  Einlieferung ein  Tag Differenz  zu  den erinnerten  mündli-
chen Vorbringen bestehe und der Zeitpunkt der Ohnmacht anders ge-
schildert werde,

dass ferner eine "derart oberflächliche Beurteilung des Falles" nur mit 
dem "Vorurteil «Afrikabeschwerde»"zu erklären sei,

dass in der Zwischenverfügung des Gerichts vom 14. September 2010 
(Abweisung  des  Wiedererwägungsgesuchs  betreffend  unentgeltliche 
Rechtspflege  und  Kostenvorschusserhebung)  unter  anderem  festge-
halten  wurde,  bei  der  Begründung  der  Eingabe  vom 10. September 
2010 dürfte  es  sich  um appellatorische Kritik  handeln,  welche keine 
veränderte Sachlage herbeizuführen vermöge,

dass die Zwischenverfügung vom 9. September 2010 im Übrigen wei-
tere Begründungselemente hinsichtlich der festgestellten Aussichtslo-
sigkeit der Rechtsbegehren enthalte (siehe ebenda S. 2 unten und S. 3 
oben),

dass  in  Bezug auf  die  Unglaubhaftigkeit  der  Asylvorbringen der  Be-
schwerdeführerin an dieser Stelle vorab auf die vorinstanzlichen Erwä-
gungen in der angefochtenen Verfügung und auf die hiervor wiederge-
gebenen Zwischenverfügungen vom 9. und 14. September 2010 ver-
wiesen werden kann,

dass  sich  zwischenzeitlich  keine  andere  Beurteilung  aufzudrängen 
vermag,

dass lediglich im Sinne einer Ergänzung anzufügen ist, dass die Be-
schwerdeführerin  anlässlich  der  einlässlichen  Anhörung  durch  das 
Bundesamt vom 16. Juli 2010 erklärte, sie habe eine Freundin, welche 
portugiesische Verwandte und einen Onkel habe, der bei der portugie-
sischen Botschaft arbeite,

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dass diese Freundin vorgeschlagen habe, in  Portugal Ferien zu ma-
chen (A38 F23 S. 4),

dass sie weder in Belgien noch in Portugal ein Asylgesuch gestellt ha-
be (A38 F27 und F29 S. 4 f.),

dass sich diese Angaben nicht mit der Stellungnahme der Beschwer-
deführerin  zum Abklärungsergebnis  betreffend  Dublin-Verfahren  ver-
einbaren lassen, wonach ihr Asylgesuch in Portugal abgelehnt worden 
sei (vgl. A28/2),

dass die Asylvorbringen der Beschwerdeführerin aufgrund der vorste-
henden  Erwägungen  als  offensichtlich  unglaubhaft  zu  bezeichnen 
sind,

dass bei  dieser  Sachlage auf  die weiteren Ausführungen in  der  Be-
schwerde nicht näher eingegangen werden muss, da sie nicht zu einer 
anderen Sichtweise zu führen vermögen,

dass es der Beschwerdeführerin somit offensichtlich nicht gelingt, die 
Flüchtlingseigenschaft nachzuweisen oder zumindest glaubhaft zu ma-
chen,  weshalb  das  Bundesamt  das  Asylgesuch  zu  Recht  abgelehnt 
hat,

dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge 
hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend der Kanton keine Aufenthaltsbe-
willigung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung einer sol-
chen besteht  (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der  Schweizeri-
schen Asylrekurskommission [EMARK] 2001 Nr. 21), weshalb die ver-
fügte  Wegweisung  im  Einklang  mit  den  gesetzlichen  Bestimmungen 
steht und demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzli-
chen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern re-
gelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar 
oder nicht möglich ist  (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bun-
desgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]), 

dass  bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen 
gemäss ständiger Praxis des Bundesverwaltungsgerichts und der vor-

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maligen Schweizerischen Asylrekurskommission ARK der gleiche Be-
weisstandard  wie  bei  der  Flüchtlingseigenschaft  gilt,  das  heisst,  sie 
sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls 
wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Ueber-
sax/Rudin/Hugi  Yar/Geiser,  Ausländerrecht,  2. Auflage,  Basel  2009, 
Rz. 11.148), 

dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrecht li-
che  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin 
oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK, 
SR 0.142.30]),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig 
ist, da es der Beschwerdeführerin nicht gelungen ist, eine asylrechtlich 
erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, wes-
halb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen 
Non-Refoulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet 
und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung 
ersichtlich sind, die im Heimat- oder Herkunftsstaat droht,

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumut-
bar erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizini-
scher Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass das Bundesverwaltungsgericht den Vollzug der Wegweisung nach 
Kongo (Kinshasa)  unter  Berücksichtigung der  allgemeinen Lage und 
beim Vorliegen bestimmter Voraussetzungen grundsätzlich als zumut-
bar erachtet (vgl. EMARK 2004 Nr. 33 E. 8.1 - 8.3 S. 232 ff., vgl. auch 
Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  E-1177/2010  vom  24. März 
2010, D-7028/2008 vom 14. Juni 2010 und D-1005/2010 vom 24.  Au-
gust 2010),

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dass diese Voraussetzungen vorliegend erfüllt sind, da die Beschwer-
deführerin eigenen Angaben zufolge seit  dem Jahr 2002 bis zu ihrer 
Ausreise im März 2009 ihren Wohnsitz in Kinshasa hatte und dort auf 
einem Markt als Verkäuferin von Kinderkleidern erwerbstätig war ("So 
habe ich mich durchgeschlagen"; vgl. A1 S. 2),

dass ferner ein Onkel sowie andere Verwandte der Beschwerdeführe-
rin in Kinshasa wohnten (vgl. A1 S. 1 und A38 F63 S. 9) und weitere 
nahe Angehörige im Heimatstaat leben (vgl. A1 S. 3), womit sie über 
ein familiäres Beziehungsnetz verfügt,  welches sie bei einer Wieder-
eingliederung unterstützen kann,

dass  der  Beschwerdeführerin  schliesslich  gemäss  eigenen  Angaben 
am 12. Juni 2009 im Inselspital Bern aus dem Bauch "gutartige Tumo-
re" entfernt wurden (A28/2),

dass sie anlässlich der Anhörung vom 16. Juli 2010 angegeben hat, es 
gehe ihr (gesundheitlich) gut (vgl. A38 F174 S. 18), und seither keine 
Arztberichte  Eingang  in  die  Akten  gefunden  haben,  weshalb  davon 
auszugehen ist, dass im heutigen Zeitpunkt keine medizinischen Voll-
zugshindernisse vorliegen,

dass sich im Übrigen das mit  Zwischenverfügung vom 9. September 
2010 abgewiesene Gesuch um Anordnung weiterer medizinischer Ab-
klärungen  vordergründig  nicht  auf  die  Unterleibsschmerzen  der  Be-
schwerdeführerin bezog (vgl. mit  der Beschwerde eingereichte Kopie 
eines  Schreibens  des  Rechtsvertreters  an  Dr. med. C._______  vom 
20. August 2010),

dass somit weder allgemeine noch individuelle Unzumutbarkeitsgrün-
de gegen den Vollzug der Wegweisung sprechen,

dass der Vollzug der Wegweisung der Beschwerdeführerin in den Hei -
matstaat schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse beste-
hen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es der Beschwerdeführerin obliegt, bei 
der  Beschaffung  gültiger  Reisepapiere  mitzuwirken  (Art. 8  Abs. 4 
AsylG),

dass  nach  dem Gesagten  der  vom Bundesamt  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen ist,

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dass es der Beschwerdeführerin demnach nicht gelungen ist,  darzu-
tun,  inwiefern die angefochtene Verfügung Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt 
oder unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde ab-
zuweisen ist, 

dass  bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von Fr. 600.– 
(Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2]) der Beschwerdeführerin aufzuerlegen und mit dem in 
dieser Höhe am 21. September 2010 geleisteten Kostenvorschuss zu 
verrechnen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.– werden  der  Beschwerdeführerin 
auferlegt und mit dem am 21. September 2010 in dieser Höhe geleis-
teten Kostenvorschuss verrechnet.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin (Einschreiben)
- das BFM, Abteilung Aufenthalt,  mit  den Akten Ref.-Nr. N [...]  (per 

Kurier; in Kopie)
- [die zuständige kantonale Behörde] (in Kopie)

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Daniel Schmid Milva Franceschi

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