# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 98cba44d-68a5-5061-820a-d568324fa35c
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-07-29
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 29.07.2015 200 2014 1174
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2014-1174_2015-07-29.pdf

## Full Text

200 14 1174 UV und
200 14 1180 UV (2)
GRD/LUB/ARJ

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 29. Juli 2015

Verwaltungsrichter Grütter, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Matti, Verwaltungsrichter Kölliker
Gerichtsschreiber Lüthi

A.________
vertreten durch Fürsprecher Dr. iur. B.________
Beschwerdeführer 1

C.________ Versicherungen AG 
vertreten durch Fürsprecher D.________
Beschwerdeführerin 2

gegen

Schweizerische Mobiliar Versicherungsgesellschaft AG 
Direktion Bern, Bundesgasse 35, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 6. November 2014 (90.11.040383)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Juli 2015, UV/14/1174, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1993 geborene A.________ (nachfolgend Versicherter bzw. Be-
schwerdeführer 1) begann am 13. September 2010 eine Lehre als …-… bei 
E.________ in … und war dadurch bei der Mobiliar Versicherungsgesell-
schaft AG (Mobiliar bzw. Beschwerdegegnerin) obligatorisch gegen die 
Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten versichert (Akten der Mobiliar, 
Antwortbeilage [AB] Register [Reg.] 2/1). Am 12. August 2011 begab sich 
der Versicherte bei Dr. med. F.________, Facharzt für Allgemeine Innere 
Medizin FMH, in Behandlung wegen seit Anfang Juli 2011 auftretendem 
Reizhusten, einer Anstrengungsdyspnoe und vermehrtem Niesen vor allem 
bei der Arbeit mit Mehl (AB Reg. 3/7, 9). Eine anschliessende Untersu-
chung im Spital G.________ ergab die Diagnose eines beginnenden 
Bäckerasthmas (Bericht Spital G.________ vom 12. September 2011 
[AB Reg. 3/5 f.]). Nachdem das Lehrverhältnis auf den 31. August 2011 
aufgelöst worden war, setzte der Versicherte die Lehre ab dem 27. Sep-
tember 2011 bei der H.________ in … fort (AB Reg. 1/3, 7). Diese war bei 
der C.________ Versicherungen AG (nachfolgend C.________ bzw. Be-
schwerdeführerin 2) als obligatorischer Unfallversicherung angeschlossen 
(AB Reg. 1/8 ff.). Mit Schadenmeldung UVG (undatiert; Eingangsstempel 
12. Oktober 2011; AB Reg. 2/1) wurde der Mobiliar mitgeteilt, dass beim 
Versicherten der Verdacht auf eine Berufskrankheit (Atembeschwerden, 
evtl. Mehlstauballergie) bestehe. Die Mobiliar nahm in der Folge medizini-
sche Abklärungen vor (AB Reg. 1/4 f., Reg. 3/7 ff.) und liess die Akten der 
I.________ zum Erlass einer Nichteignungsverfügung zukommen 
(AB Reg. 1/27). Mit Verfügung vom 9. Mai 2014 (AB Reg. 1/51 f.) erklärte 
die I.________ den Versicherten rückwirkend auf den 13. September 2013 
für die Tätigkeit als …-… als nicht geeignet.

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B.

Nach diverser Korrespondenz betreffend die Zuständigkeit zwischen der 
Mobiliar und der C.________ (AB Reg. 1/30 f., 34 – 39, 43) lehnte Erstere 
mit Verfügung vom 24. Juni 2014 (AB Reg. 1/53 f.) ihre Leistungspflicht 
aufgrund fehlender Zuständigkeit ab. Sie brachte vor, die Gefährdung habe 
beim letzten Arbeitgeber des Versicherten bestanden und dementspre-
chend sei die C.________ betreffend Berufskrankheit leistungspflichtig. 
Dagegen erhob der Versicherte, vertreten durch Fürsprecher Dr. iur. 
B.________, am 9. Juli 2014 vorsorglich Einsprache (AB Reg. 1/57 f.) und 
bestätigte bzw. begründete diese mit Schreiben vom 26. August 2014 
(AB Reg. 1/64). Die C.________ erhob am 18. August 2014 ebenfalls Ein-
sprache (AB Reg. 1/61 ff.). Mit Entscheid vom 6. November 2014 
(AB Reg. 1/80 - 89) wies die Mobiliar die Einsprachen ab und stellte ihre 
Leistungspflicht per 27. September 2011 ein.

C.

Hiergegen erhob der Versicherte, wiederum vertreten durch Fürsprecher 
Dr. iur. B.________, am 8. Dezember 2014 Beschwerde mit den Anträgen, 
der Einspracheentscheid sei aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei 
anzuweisen, die gesetzlichen Leistungen aus der Unfallversicherung zu 
erbringen. Dies unter Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwerdegeg-
nerin. Zur Begründung führt er namentlich aus, die gesundheitlichen Be-
schwerden seien erstmals im Juli 2011 aufgetreten, als er als Lernender 
bei E.________ angestellt und damit bei der Beschwerdegegnerin versi-
chert gewesen sei. Der Stellenwechsel per Ende September 2011 ändere 
nichts daran. Für die Leistungspflicht sei das versicherungsrechtliche Ver-
hältnis im Zeitpunkt des Ausbruchs der Berufskrankheit massgebend.

Mit Eingabe vom 8. Dezember 2014 erhob auch die C.________, nunmehr 
vertreten durch Fürsprecher D.________, Beschwerde mit den Anträgen, 
der Einspracheentscheid sei aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei 
zu verpflichten, dem Beschwerdeführer 1 die gesetzlichen Leistungen aus 
der obligatorischen Unfallversicherung für die Berufskrankheit zu erbringen. 
Sie führt im Wesentlichen aus, der Beschwerdegegnerin stehe die Befugnis 

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nicht zu, über die Leistungspflicht der Beschwerdeführerin 2 zu befinden. 
Eine solche Anordnung gegenüber einem gleichrangigen Unfallversicherer 
sei nichtig. Nach dem Willen des Gesetzgebers müsse auch in Bezug auf 
Berufskrankheiten primär die Verursachung und nicht die Gefährdung 
massgebend sein. Die Berufskrankheit sei während der Lehrtätigkeit in der 
E.________ ausgebrochen. Verursachung und Ausbruch könnten somit 
eindeutig zugeordnet werden und fielen unter die Versicherungsdeckung 
der Beschwerdegegnerin.

Mit prozessleitender Verfügung vom 11. Dezember 2014 vereinigte der 
Instruktionsrichter die beiden Verfahren.

Mit Beschwerdeantwort vom 9. Februar 2015 beantragte die Beschwerde-
gegnerin die Abweisung der erhobenen Beschwerden. Sie führt aus, der 
Einspracheentscheid enthalte für die Beschwerdeführerin 2 keine verbindli-
che Anordnung. Es sei aufgrund der bundesgerichtlichen Rechtsprechung 
zulässig, die Einstellung der eigenen Leistungen mit der nicht gegebenen 
Zuständigkeit zu begründen. Eine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin 
habe längstens bis am 27. September 2011 bestanden, da ab diesem Da-
tum die Gefährdung in der Tätigkeit des Beschwerdeführers 1 bei der Ver-
sicherungsnehmerin der Beschwerdeführerin 2 bestanden habe. Alleine die 
mehlexponierte Tätigkeit bei der H.________ sei für den Beschwerdeschub 
nach dem 27. September 2011 ursächlich und nicht mehr die frühere Tätig-
keit des Beschwerdeführers 1 bei der E.________.

In ihren Schlussbemerkungen vom 17. März bzw. 22. Juni 2015 hielten der 
Beschwerdeführer 1 wie auch die Beschwerdeführerin 2 an den gestellten 
Anträgen und ihren Ausführungen fest.

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Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer 1 wie auch die Beschwerdeführerin 2 sind im vor-
instanzlichen Verfahren mit ihren Anträgen nicht durchgedrungen, durch 
den angefochtenen Entscheid berührt und haben ein schutzwürdiges Inter-
esse an dessen Aufhebung, weshalb sie zur Beschwerde befugt sind 
(Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gegeben (Art. 58 ATSG). Da 
auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b 
ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Ver-
waltungsrechtspflege vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten 
sind, ist auf die Beschwerden einzutreten.

1.2 Das Verwaltungsverfahren stellt eine Einheit dar, die das Verfü-
gungs- und das Einspracheverfahren umfasst. Bei Erhebung einer Einspra-
che wird das Verwaltungsverfahren erst durch den Einspracheentscheid 
abgeschlossen, welcher die ursprüngliche Verfügung ersetzt (BGE 131 V 
411 f. E. 2.1.2 und 2.1.2.1). Der (materielle) Einspracheentscheid tritt an 
die Stelle der angefochtenen Verfügung (UELI KIESER, Kommentar zum 
ATSG, 2. Aufl. 2009, Art. 52 N. 39).

Die Beschwerdegegnerin lehnte mit Verfügung vom 24. Juni 2014 
(AB Reg. 1/53 f.) ihre Leistungspflicht mit der Begründung ab, die letzte 
Gefährdung habe bei H.________ stattgefunden, womit die C.________ 
als deren obligatorische Unfallversicherung für die Berufskrankheit zustän-
dig sei. Nach erfolgten Einsprachen stellte die Beschwerdegegnerin mit 
Einspracheentscheid vom 6. November 2014 (AB Reg. 1/80 - 89) dagegen 
ihre Leistungen aus der obligatorischen Unfallversicherung auf den 

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27. September 2011 ein. Sie anerkennt damit ihre Leistungspflicht bis zu 
diesem Zeitpunkt.

Hinsichtlich der Leistungspflicht zwischen den Unfallversicherern war die 
Beschwerdegegnerin nicht berechtigt, in ihrer Verfügung vom 24. Juni 2014 
(AB Reg. 1/53 f.) die Leistungspflicht der Beschwerdeführerin 2 zuzuwei-
sen. Dem Unfallversicherer steht diesbezüglich keine Weisungsbefugnis 
zu. Vielmehr ist dazu, namentlich bei einem negativen Kompetenzkonflikt, 
das Bundesamt für Gesundheit (BAG) zuständig (vgl. Art. 78a UVG; 
Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 6. Juni 2014, 8C_886/2013, 
E. 3.7.3). Dies schliesst indessen nicht aus, dass der seiner Ansicht nach 
nicht leistungspflichtige Unfallversicherer gegenüber der versicherten Per-
son eine Leistungseinstellungsverfügung bzw. einen entsprechenden Ein-
spracheentscheid erlässt (vgl. BGE 125 V 324).

Anfechtungsobjekt im vorliegenden Beschwerdeverfahren bildet der Ein-
spracheentscheid vom 6. November 2014 (AB Reg. 1/80 - 89), welcher 
aufgrund des reformatorischen Charakters die ursprüngliche Verfügung 
ersetzt. Die Beschwerdegegnerin stellt im Einspracheentscheid ihre Leis-
tungen auf den 27. September 2011 ein, da sie sich ab diesem Zeitpunkt 
nicht mehr als zuständig erachtet. Eine Zuweisung der Leistungspflicht wird 
damit nicht angeordnet. Streitig und zu prüfen ist deshalb, ob die Be-
schwerdegegnerin zu Recht ihre Leistungspflicht über den 27. September 
2011 hinaus abgelehnt hat.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen Unfallversi-
cherung setzt grundsätzlich das Vorliegen eines Berufsunfalles, eines 

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Nichtberufsunfalles oder einer Berufskrankheit voraus (Art. 6 Abs. 1 des 
Bundesgesetzes über die Unfallversicherung vom 20. März 1981 [UVG; 
SR 832.20]).

2.2 Als Berufskrankheiten gelten gemäss Art. 9 Abs. 1 UVG Krankhei-
ten (vgl. Art. 3 ATSG), die bei der beruflichen Tätigkeit ausschliesslich oder 
vorwiegend durch schädigende Stoffe oder bestimmte Arbeiten verursacht 
worden sind. Der Bundesrat erstellt eine Liste dieser Stoffe und Arbeiten 
sowie der arbeitsbedingten Erkrankungen. Gestützt auf diese Delegations-
norm und Art. 14 der Verordnung über die Unfallversicherung vom 20. De-
zember 1982 (UVV; SR 832.202) hat der Bundesrat in Anhang 1 zur UVV 
eine Liste der schädigenden Stoffe und der arbeitsbedingten Erkrankungen 
erstellt. Nach der Rechtsprechung ist eine "vorwiegende" Verursachung 
von Krankheiten durch schädigende Stoffe oder bestimmte Arbeiten gege-
ben, wenn diese mehr wiegen als alle anderen mitbeteiligten Ursachen, 
mithin im gesamten Ursachenspektrum mehr als 50 % ausmachen (BGE 
133 V 421 E. 4.1 S. 425, 119 V 200 E. 2a S. 200; SVR 2011 UV Nr. 5 S. 17 
E. 2.2). Soweit nichts anderes bestimmt ist, sind Berufskrankheiten gemäss 
Art. 9 Abs. 3 UVG von ihrem Ausbruch an einem Berufsunfall gleichgestellt. 
Sie gelten als ausgebrochen, sobald der Betroffene erstmals ärztlicher 
Behandlung bedarf oder arbeitsunfähig ist (Art. 6 ATSG).

2.3 Nach Art. 73 Abs. 1 Satz 2 UVG ist bei Berufskrankheiten der Versi-
cherer zu Leistungen verpflichtet, bei dem die Versicherung bestanden hat, 
als der Versicherte zuletzt durch schädigende Stoffe oder bestimmte Arbei-
ten oder durch berufliche Tätigkeiten gefährdet war. Bei Berufskrankheiten, 
die in mehreren, bei verschiedenen Versicherern versicherten Betrieben 
verursacht wurden (Art. 73 Abs. 3 lit. d UVG), ist gemäss Art. 102 Abs. 1 
UVV der Versicherer des Betriebes leistungspflichtig, bei dem der Versi-
cherte zur Zeit der letzten Gefährdung beschäftigt war.

Ist die berufliche Verschlimmerung einer vorbestehenden, nicht versicher-
ten Gesundheitsschädigung temporärer Natur, so dauert die Leistungs-
pflicht des Unfallversicherers bis zum vollständigen Abklingen der Ver-
schlimmerung. Bei einem Schubleiden trifft die Leistungspflicht den Unfall-
versicherer, wenn und insoweit durch eine bei ihm versicherte Tätigkeit neu 
ein Krankheitsschub verursacht wird (vgl. RKUV 1994 U 202 S. 273).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Juli 2015, UV/14/1174, Seite 8

3.

3.1 Unbestritten ist, dass der von einer Nichteignungsverfügung für die 
Tätigkeit als …-… betroffene Beschwerdeführer 1 seit Anfang Juli 2011 an 
einer Erkrankung der Atmungsorgane (allergische Rhinopathie und begin-
nendes Bäckerasthma; AB Reg. 3/6, 15) und somit an einer Berufskrank-
heit nach Art. 9 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 14 UVV und Ziff. 2 lit. b Anhang 1 
UVV litt, zu deren Behandlung er erstmals am 12. August 2011 Dr. med. 
F.________ aufsuchte (AB Reg. 3/9). Die Berufskrankheit gilt demnach am 
12. August 2011 als ausgebrochen (vgl. E. 2.2 hiervor). Zu jenem Zeitpunkt 
stand der Beschwerdeführer 1 in einem Lehrverhältnis mit E.________, 
welches am 31. August 2011 endete. Die Beschwerdegegnerin als obliga-
torischer Unfallversicherer des Betriebes von E.________ stellte mit Ein-
spracheentscheid vom 6. November 2014 (AB Reg. 1/80 - 89) ihre Leistun-
gen auf den 27. September 2011 - dem Datum des Beginns des neuen 
Lehrverhältnisses bei der H.________ - ein. 

3.2 Aufgrund der Akten ist erstellt, dass der Beschwerdeführer 1 be-
dingt durch seine Ausbildung zum …-… bei beiden Arbeitgebern Stäuben 
von Mehl ausgesetzt und damit jeweils gefährdet war. Aus dem Bericht des 
G.________ vom 12. September 2011 geht hervor, dass es seit ca. sechs 
Wochen ausschliesslich bei der Arbeit mit Mehlkontakt zu Niesen, Fliess-
schnupfen, thorakaler Enge und pfeifender Atmung komme. 
Ohne Mehlexposition komme es jeweils nach ca. 30 Minuten zur Erholung. 
Ausserhalb von Mehlkontakten hätte der Patient bis anhin keine Atem-
notanfälle und auch keine rhinokonjunktivitische Beschwerden bemerkt 
(AB Reg. 3/5 f.). Dr. med. F.________ führte in seinem Bericht vom 
15. November 2011 aus, es bestehe zunehmend eine Anstrengungs-
dyspnoe, Reizhusten und vermehrtes Niesen, vor allem bei der Arbeit mit 
Mehl (AB Reg. 3/7). Im Bericht des Spitals G.________ vom 12. Februar 
2014 hielt Dr. med. J.________, Facharzt für Allergologie und klinische 
Immunologie und Allgemeine Innere Medizin FMH, alsdann fest, der Versi-
cherte habe seine Lehre bis zum Abschluss im Herbst 2013 unter einer 
Medikation mit nasalen und inhalativen Kortikosteroiden sowie inhalativen 
Bronchodilatatoren fortgeführt. Trotzdem und trotz Tragen einer Schutz-
maske bei Mehlkontakt habe dieser unter starken Fliessschnupfenbe-

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schwerden, Atemnot und auch Husten gelitten (AB Reg. 3/14 f.). Der Be-
schwerdeführer 1 selbst bestätigte mit Schreiben vom 15. März 2014 ge-
genüber der Beschwerdegegnerin, vom 27. September 2011 bis 12. Sep-
tember 2014 den Asthmaspray Symbiocort 200 und den Mundschutz ver-
wendet zu haben, um die Lehre erfolgreich abschliessen zu können 
(AB Reg. 3/17).

Gestützt auf die medizinischen Berichte ergibt sich zudem, dass kein stän-
dig bestehendes Beschwerdebild vorgelegen hat, sondern die Beschwer-
den einzig bei gefährdendem Mehlkontakt aufgetreten sind. Anlässlich der 
ambulanten Untersuchung vom 7. September 2011, welche zeitlich be-
trachtet zwischen den beiden Arbeitsverhältnissen statt fand, sprach 
Dr. med. J.________ denn auch von einem beschwerdefreien Intervall 
(AB Reg. 3/5 f.).

3.3 In Bezug auf die hier zu beurteilende Leistungspflicht der Be-
schwerdegegnerin bedeutet dies, dass sie für jene Krankheitsschübe bis zu 
deren Abklingen leistungspflichtig war, welche sich einstellten, als der Be-
schwerdeführer 1 bei E.________ gearbeitet hat aber noch in keinem an-
deren ihn wiederum gefährdenden Betrieb tätig war und der Krankheits-
schub auf die berufliche Gefährdung zurückgeführt werden konnte (vgl. 
RKUV 1994 U 202 S. 275 E. 4c).

Indem die Beschwerdegegnerin mit Einspracheentscheid vom 6. November 
2014 (AB Reg. 1/80 - 89) die Leistungen aus der obligatorischen Unfallver-
sicherung auf den 27. September 2011 einstellte, anerkennt sie bis zum 
besagten Datum ihre Leistungspflicht und Zuständigkeit. Da das Arbeits-
verhältnis zwischen dem Beschwerdeführer 1 und E.________ am 31. Au-
gust 2011 endete und bis zum Beginn des neuen Arbeitsverhältnisses am 
27. September 2011 ein beschwerdefreier Intervall bestand, war für die 
Beschwerden nach dem 27. September 2011 die Mehlexposition bei der 
H.________ ursächlich. Die Gefährdung infolge des Mehlkontaktes 
während des ersten Lehrverhältnisses führte auch nicht zu einer dauernden 
(richtunggebenden) Leidensverschlimmerung. In Anbetracht der Begrün-
dung des neuen Arbeitsverhältnisses und der damit verbundenen Mehlex-
position ist erstellt, dass ab diesem Zeitpunkt erneut Gefährdungen be-
standen haben, die zu weiteren Krankheitsschüben führten.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Juli 2015, UV/14/1174, Seite 10

Demzufolge hat die Beschwerdegegnerin entgegen den Ausführungen des 
Beschwerdeführers 1 und der Beschwerdeführerin 2 ihre Leistungen zu 
Recht auf den 27. September 2011 eingestellt. An dieser Beurteilung ver-
mag auch das Vorbringen der Beschwerdeführerin 2, das Abstellen auf den 
Wortlaut von Art. 77 Abs. 1 Satz 2 UVG widerspreche dem Grundgedanken 
des Sozialversicherungsrechts wie auch dem Sinn und Zweck der Rege-
lung (Beschwerde S. 9 f. Rz. 24), nichts zu ändern, zumal aufgrund der 
bundesgerichtlichen Rechtsprechung kein Anlass besteht, vom klaren 
Wortlaut der erwähnten Bestimmung abzuweichen (vgl. dazu Entscheide 
des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; heute BGer] vom 
18. Februar 2002 U 52/00, E. 2.b und vom 17. Januar 2005 U 20/04, 
E. 3.3).

3.4 Nach dem Dargelegten ist der angefochtene Einspracheentscheid 
vom 6. November 2014 (AB Reg. 1/80 - 89) nicht zu beanstanden und die 
dagegen erhobenen Beschwerden sind als unbegründet abzuweisen.

4.

4.1 Verfahrenskosten sind keine zu erheben (Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. 
Art. 61 lit. a ATSG).

4.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht weder für den unter-
liegenden Beschwerdeführer 1, die unterliegende Beschwerdeführerin 2 
noch für die obsiegende Beschwerdegegnerin ein Anspruch auf eine Par-
teientschädigung (Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG; BGE 126 V 
143 E. 4a S. 150).

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Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerden werden abgewiesen.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch eine Parteientschä-
digung zugesprochen.

3. Zu eröffnen (R):
- Fürsprecher Dr. iur. B.________ z.H. des Beschwerdeführers 1 (mit-

samt Kopie der Schlussbemerkungen der Beschwerdeführerin 2)
- Fürsprecher D.________, z.H. der Beschwerdeführerin 2 (mitsamt 

Kopie der Schlussbemerkungen des Beschwerdeführers 1)
- Schweizerische Mobiliar Versicherungsgesellschaft AG 

Direktion Bern (mitsamt Kopie der Schlussbemerkungen des Be-
schwerdeführers 1 und der Beschwerdeführerin 2)

- Bundesamt für Gesundheit

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.