# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** bd830521-6837-578e-9203-1a12f6ef9ca7
**Source:** Appenzell Ausserrhoden (AR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-01-01
**Language:** de
**Title:** Appenzell Ausserrhoden Obergericht 2. Abteilung O2S-17-14
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AR_Gerichte/AR_OG_002_O2S-17-14_nodate.pdf

## Full Text

Beschwerdeführer 
Privatkläger 

A___ 
 
vertreten durch: RA AA___ 
 

 
Beschwerdegegner 
Beschuldigter 

B___ 
 

 
Beschwerdegegnerin 
Anklägerin 

Staatsanwaltschaft Appenzell Ausserrhoden   
 
vertreten durch: StA C___, Schützenstrasse 1A, 9100 Herisau 
 

 

 

Obergericht Appenzell Ausserrhoden  
2. Abteilung  
 
Auf die vom Beschwerdeführer gegen diesen Beschluss erhobene Beschwerde an das 
Bundesgericht ist dieses mit Entscheid vom 20. November 2018 nicht eingetreten 
(6B_1123/2018). 

Beschluss vom  11. September 2 018 
 

Mitwirkende Obergerichtsvizepräsident W. Kobler 
Oberrichter R. Krapf, S. Plachel, Dr. M. Winiger 
Oberrichterin D. Sieber 
Obergerichtsschreiberin M. Epprecht 
 
 

Verfahren Nr. O2S 17 14 
 
 

Sitzungsort Trogen 
 

Gegenstand Nichtanhandnahme  
Beschwerde gegen die Verfügung der Staatsanwaltschaft  
U 17 989 vom 27. September 2017 

 

Seite 2 

Anträge 
 
 
a) des Beschwerdeführers: 
 

1. Es sei die Nichtanhandnahmeverfügung der Beschwerdegegnerin aufzuheben. 
 

2. Es sei die Beschwerdegegnerin anzuweisen, eine ordentliche Strafuntersuchung 
gemäss Anzeige des Beschwerdeführers gegen Herrn B___ zu führen und die 
Tatbestandsmässigkeit allfälliger Straftatbestände zu prüfen respektive zu 
entscheiden und zu verfügen. 
 

3. Kosten- und Entschädigungsfolgen gehen zulasten der Beschwerdegegnerin. 
 
 
b) des Beschwerdegegners: 

 
(kein Antrag) 

 
 
c) der Beschwerdegegnerin: 
 
 Die Beschwerde sei kostenpflichtig abzuweisen. 
 

 

 
Sachverhalt 

 

A. Übersicht 

 

a) A___ und D___ sel. trennten sich im März 2008. Ihre Tochter E___, geboren 1998, blieb 

bei der Mutter. In der Familienwohnung verblieb auch das von der Tochter genutzte 

Klavier. Im November 2009 kam es zur Scheidung zwischen A___ und D___ sel.. D___ 

sel. ging eine neue Ehe mit B___ ein. Am XX.XX.2014 verstarb D___ sel.. 

 

 

b) A___ reichte am 12. Juli 2017 beim Regionenposten Herisau Anzeige ein gegen B___ 

wegen Veruntreuung (act. B 9/2). Dabei machte er geltend, B___ habe ihm im Dezember 

2016 am Telefon gesagt, er habe das bei ihm untergestellte bzw. verbliebene Klavier 

weggegeben. Er habe ihn dann gemahnt und in der Folge betrieben, woraufhin B___ 

Rechtsvorschlag erhoben habe. Danach sei es zu einem Schriftenwechsel zwischen den 

von ihm eingesetzten Rechtsanwalt und B___ gekommen (act. B 9/3). 

 

 

 

Seite 3 

c) Das Verfahren U 17 989 wurde mit Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 27. September 

2017 unter Anwendung von Art. 310 Abs. 1 lit. a StPO nicht anhand genommen (Ziff. 1). 

Die Kosten gingen gemäss Ziff. 2 zu Lasten des Staates (act. B 2/2). 

 

 Der Begründung der angefochtenen Nichtanhandnahmeverfügung kann entnommen 

werden, dass die Eigentumsverhältnisse bezüglich des Klaviers völlig unklar seien. B___ 

leite aus der Scheidungsvereinbarung zwischen A___ und D___ sel. ab, dass ersterer 

keinen Anspruch mehr auf die nach der Scheidung im Besitz von D___ sel. verbliebenen 

Güter habe. Als Erbe von D___ sel. erscheine ein Eigentumsanspruch von B___ nicht 

völlig ausgeschlossen. Zudem sei auch der Eigentumsanspruch von E___ offen. Fraglich 

sei hingegen die Stellung von A___ als geschädigte Partei. Beim Streit der Parteien gehe 

es um eine rein zivilrechtliche Angelegenheit, welche auf dem Zivilrechtsweg zu klären 

sei. Hinreichende Anhaltspunkte für eine vorsätzliche Veruntreuung im Sinn von Art. 138 

StGB gebe es nicht, weshalb nicht auf die Strafanzeige einzutreten beziehungsweise die 

Strafsache durch eine Nichtanhandnahmeverfügung zu erledigen sei. 

 

 

B. Prozessgeschichte 

 

a) Gegen diese Nichtanhandnahmeverfügung liess A___ durch seinen Rechtsvertreter mit 

Eingabe vom 7. Oktober 2017 (Postaufgabe: 9. Oktober 2017) Beschwerde beim 

Obergericht Appenzell Ausserrhoden einreichen und die eingangs erwähnten Anträge 

stellen (act. B 1).  

 

 

b) Mit Verfügung vom 11. Oktober 2017 wurde A___ verpflichtet, innert 10 Tagen einen 

Kostenvorschuss von CHF 600.00 zu leisten (act. B 5). Dieser ging am 17. Oktober 2017 

bei der Gerichtskasse ein (act. B 5).  

 

 

c) Am 18. Oktober 2017 wurde der Staatsanwaltschaft sowie B___ eine Kopie der 

Beschwerdeschrift zugestellt und ihnen Gelegenheit zur Einreichung einer schriftlichen 

Stellungnahme eingeräumt (act. B 6).  

 

 

d) Der Verzicht auf eine Stellungnahme der Staatsanwaltschaft datiert vom 23. November 

2017 (act. B 8).  

 

 

Seite 4 

 

e) Am 29. November 2017 wurde dem Rechtsvertreter von A___ sowie B___ eine Kopie des 

Schreibens der Staatsanwaltschaft zugestellt und ihnen Gelegenheit gegeben, ihre 

Entschädigungsforderung einzureichen (act. B 10). Jene des Rechtsvertreters von A___ 

ging am 6. Dezember 2017 beim Obergericht ein (act. B 11 und act. B 12).  

 

 

f) Auf die Ausführungen in den vorstehend aufgeführten Eingaben kann verwiesen werden. 

Soweit für die Beurteilung der Beschwerde erforderlich, ist darauf im Rahmen der 

nachfolgenden Erwägungen einzugehen.  

 

 

C. Beschluss des Obergerichts 

 

Das Obergericht führte seine Beratung am 11. September 2018 durch und eröffnete 

seinen Beschluss anschliessend im Dispositiv.  

 

 

 

Erwägungen 

 

1. Formelles 

 

1.1 Nach Art. 26 des Justizgesetzes vom 13. September 2010 (JG, bGS 145.31) ist das 

Obergericht Berufungs- und Beschwerdeinstanz in der allgemeinen Strafrechtspflege. 

Zuständig ist vorliegend somit eine Abteilung des Obergerichts. 

 

 

1.2 Die Beschwerde ist zulässig gegen die Verfügungen und die Verfahrenshandlungen der 

Staatsanwaltschaft (Art. 393 Abs. 1 lit. a der Schweizerischen Strafprozessordnung vom 

5. Oktober 2007 (StPO, SR 312.0)). Eine Nichtanhandnahmeverfügung der 

Staatsanwaltschaft stellt eine solche Verfahrenshandlung dar (Art. 393 Abs. 1 lit. a i.V.m. 

Art. 310 und Art. 322 Abs. 2 StPO, ANDREAS J. KELLER, in: Donatsch/Hansjakob/Lieber 

[Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 2. Aufl. 2014, N. 16 zu 

Art. 393 StPO; PATRICK GUIDON, Basler Kommentar, StPO, 2. Aufl. 2014, N. 10 zu 

Art. 393 StPO). Ausschlussgründe gemäss Art. 394 StPO liegen keine vor.  

 

 

 

Seite 5 

1.3 Die Beschwerde gegen schriftlich oder mündlich eröffnete Entscheide ist innert 10 Tagen 

schriftlich und begründet bei der Beschwerdeinstanz einzureichen (Art. 396 Abs. 1 StPO). 

Vorliegend erging die Nichtanhandnahmeverfügung der Staatsanwaltschaft am 

27. September 2017 (act. B 2/2). Mit der Postaufgabe der Beschwerde am 9. Oktober 

2017 wurde die Beschwerdefrist von Art. 396 Abs. 1 StPO gewahrt (act. B 1).  

 

Auch der Kostenvorschuss wurde rechtzeitig geleistet (act. B 5). 

 

 

1.4 Legitimiert zur Anfechtung einer Nichtanhandnahmeverfügung ist jede Partei, die ein 

rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung des Entscheids hat 

(Art. 382 Abs. 1 i.V.m. Art. 310 Abs. 2 und Art. 322 Abs. 2 StPO). Parteien sind die 

beschuldigte Person, die Privatklägerschaft und im Haupt- und im Rechtsmittelverfahren 

die Staatsanwaltschaft (Art. 104 Abs. 1 StPO).  

 

Als Privatklägerschaft gilt die geschädigte Person, die ausdrücklich erklärt, sich am 

Strafverfahren als Straf- oder Zivilkläger zu beteiligen (Art. 118 Abs. 1 StPO). 

Voraussetzung für die Konstituierung als Privatklägerschaft ist somit die 

Geschädigtenstellung. Geschädigte, die sich nicht als Privatkläger im Strafpunkt 

konstituiert haben, können die Nichtanhandnahmeverfügung nicht anfechten. Die 

Konstituierung hat bis zum Abschluss des Vorverfahrens zu erfolgen (Art. 118 Abs. 3 

i.V.m. Art. 318 StPO), wobei jedoch diese Einschränkung nicht gilt, wenn die geschädigte 

Person noch keine Gelegenheit hatte, sich zur Frage der Konstituierung zu äussern, d.h. 

wenn beispielsweise bereits zu Beginn des Vorverfahrens eine Einstellung ergeht 

(LANDSHUT/BOSSHARD, in: Donatsch/Hansjakob/ Lieber [Hrsg.], Kommentar zur 

Schweizerischen Strafprozessordnung, 2. Aufl. 2014, N. 9 zu Art. 322 StPO; 

GRÄDEL/HEINIGER, Basler Kommentar, StPO, 2. Aufl. 2014, N. 6 zu Art. 322 StPO; Urteil 

des Bundesgerichts 6B_1337/2016 vom 2. Juni 2017 E. 2.1 mit Hinweisen).   

 

Der Beschwerdeführer reichte als geschädigte Person bei der Staatsanwaltschaft Anzeige 

ein und tat seine Absicht kund, als Straf- und Zivilkläger einer allfälligen 

Strafuntersuchung beizutreten (act. B 9/2), weshalb ihm insofern die 

Beschwerdelegitimation zukommt (Urteil des Bundesgerichts 1B_298/2012 vom 

27. August 2012 E. 2.1 und E. 2.2 mit Hinweisen).  

 

 In Bezug auf die von der Staatsanwaltschaft aufgeworfene Frage der Stellung des 

Beschwerdeführers als Geschädigter ist auf die Umschreibung der unmittelbaren 

Verletzung in eigenen Rechten zu verweisen. Danach ist unmittelbar verletzt und 

 

Seite 6 

geschädigt im Sinne von Art. 115 StPO, wer Träger des durch die verletzte Strafnorm 

geschützten oder zumindest mitgeschützten Rechtsgutes ist (BGE 138 IV 258 E. 2.2, 

BGE 139 IV 78 E. 3.3.3, BGE 140 IV 155 E. 3.2). Bei Straftaten gegen das Vermögen gilt 

der Inhaber des Vermögens als geschädigte Person (BGE 140 IV 166 E. 3.3.1).  

 

Wie die Staatsanwaltschaft zutreffend ausführte, stellt sich vorliegend die Frage, ob der 

Beschwerdeführer tatsächlich der Inhaber des Vermögens – hier des Klaviers – gewesen 

war. Im Sinne der Rechtsprechung zu den doppelrelevanten Tatsachen (Urteil des 

Bundesgerichts 6B_535/2017 vom 19. September 2017 E. 3.1 mit Hinweis auf BGE 141 

III 294 E. 5.1) ist vorliegend bei der Frage nach der Legitimation des Beschwerdeführers 

auf dessen Behauptung, er sei Eigentümer des Klaviers sowie auf die an ihn gerichtete 

Schlussabrechnung des Musikhauses Kupferschmid vom 15. Dezember 2008 (act. B 9/5) 

abzustellen und gestützt darauf seine Legitimation zu bejahen. Die Frage des Eigentums 

wäre erst in der Hauptsache eingehend zu prüfen. 

 

 

1.5 Mit der Beschwerde können gerügt werden: a. Rechtsverletzungen, einschliesslich 

Überschreitung und Missbrauch des Ermessens, Rechtsverweigerung und 

Rechtsverzögerung; b. die unvollständige oder unrichtige Feststellung des Sachverhalts; 

c. Unangemessenheit (Art. 393 Abs. 2 StPO). 

 

 

1.6 Neue Tatsachenbehauptungen und Beweise sind zulässig, wenn die beschwerdeführende 

Partei sie nicht schon bei der Vorinstanz hätte vorbringen können (PATRICK GUIDON, 

a.a.O., N. 16 zu Art. 393 StPO; ANDREAS J. KELLER, a.a.O., N. 15 zu Art. 396 StPO). Die 

Beschwerdeinstanz verfügt über volle Kognition, es können sämtliche Mängel der 

angefochtenen Nichtanhandnahmeverfügung gerügt werden (LANDSHUT/BOSSHARD, 

a.a.O., N. 13 zu Art. 310 StPO). Die Beschwerde wird in einem schriftlichen Verfahren 

behandelt. Heisst das Obergericht die Beschwerde gut, so fällt es einen neuen Entscheid 

oder hebt den angefochtenen Entscheid auf und weist ihn zur neuen Entscheidung an die 

Vorinstanz zurück. Bei Gutheissung einer Beschwerde gegen eine Einstellungsverfügung 

kann das Obergericht der Staatsanwaltschaft für den weiteren Gang des Verfahrens 

Weisungen erteilen (Art. 397 Abs. 1 - 3 StPO). Aufgrund der Natur der Sache ist immer 

nur kassatorisch zu entscheiden, wenn die Beschwerde gegen einen Entscheid auf 

Nichtanhandnahme, Einstellung oder Sistierung des Verfahrens gutgeheissen wird 

(ANDREAS J. KELLER, a.a.O., N. 7 zu Art. 397 StPO). Gegen Entscheide der kantonalen 

Beschwerdeinstanzen ist die Strafrechtsbeschwerde ans Bundesgericht zulässig 

 

Seite 7 

(LANDSHUT/BOSSHARD, a.a.O., N. 13 zu Art. 322 StPO; GRÄDEL/HEINIGER, a.a.O., N. 7 zu 

Art. 322 StPO).  

 

 Auf die Beschwerde ist somit einzutreten. 

 

 

2. Materielles 

 

2.1 Der Beschwerdeführer macht im Wesentlichen geltend, der Sachverhalt sei unvollständig 

und zumindest teilweise unrichtig festgestellt worden. So habe er nie behauptet, dass die 

Tochter Eigentümerin des Klaviers sei. Ferner sei er nicht angehört worden und auch 

keine Zeugen – beispielsweise seine Tochter E___ oder das Musikhaus. Es lasse sich 

nicht ohne weiteres ausschliessen, dass strafbare Handlungen gegen sein Vermögen 

stattgefunden hätten, weshalb zumindest der Tatbestand der Veruntreuung zu 

untersuchen sei (act. B 1). 

 

2.2 Die Staatsanwaltschaft verzichtete auf eine Stellungnahme und verwies auf ihre 

Begründung in der angefochtenen Nichtanhandnahmeverfügung (act. B 8). Der 

Beschwerdegegner hat sich nicht vernehmen lassen. 

 

2.3 Aus der angefochtenen Nichtanhandnahmeverfügung vom 27. September 2017 geht 

hervor, dass das auf Strafanzeige hin eröffnete Verfahren gestützt auf Art. 310 Abs. 1 lit. 

a StPO nicht anhand genommen wurde (act. B 2/2).  

 

Nach Art. 310 Abs. 1 lit. a StPO verfügt die Staatsanwaltschaft die Nichtanhandnahme, 

sobald aufgrund der Strafanzeige oder des Polizeirapports feststeht, dass die fraglichen 

Straftatbestände oder die Prozessvoraussetzungen eindeutig nicht erfüllt sind. 

 

Eine Nichtanhandnahmeverfügung kommt nur infrage, wenn keine 

Untersuchungshandlungen vorgenommen werden (LANDSHUT/BOSSHARD, a.a.O., N. 1 zu 

Art. 310 StPO; ESTHER OMLIN, Basler Kommentar, StPO, 2. Aufl. 2014, N. 8 zu Art. 310 

StPO). Art. 310 Abs. 1 lit. a StPO verlangt, dass der Verzicht auf die Verfahrensöffnung 

nur dann erfolgt, wenn die fraglichen Straftatbestände eindeutig nicht erfüllt sind, also in 

sachverhaltsmässig und rechtlich klaren Fällen. Die Situation muss sich für den 

Staatsanwalt demnach so präsentieren, dass gar nie ein Verdacht hätte angenommen 

werden dürfen oder der Anfangsverdacht vollständig entkräftet worden ist. Hingegen darf 

bei blossen Zweifeln, ob ein Straftatbestand vorliegt oder ob der Nachweis strafbaren 

Verhaltens gelingen wird, keine Nichtanhandnahme erfolgen (LANDSHUT/BOSSHARD, 

 

Seite 8 

a.a.O., N. 4f. zu Art. 310 StPO; BGE 137 IV 285 E. 2.3). Wenn eine eingehende 

rechtliche Würdigung notwendig ist (etwa bei einer Sorgfaltspflichtverletzung), besteht 

kein Raum für eine Nichtanhandnahmeverfügung (BGE 137 IV 285 E. 2.5).  

 

 

2.4 Der Beschwerdeführer stellt sich auf den Standpunkt, es liege ein genügender 

Tatverdacht für die Eröffnung einer Untersuchung wegen Veruntreuung vor. 

 

 Nach Art. 138 Abs. 1 StGB wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe 

bestraft, wer sich eine ihm anvertraute fremde bewegliche Sache aneignet, um sich oder 

einen anderen damit unrechtmässig zu bereichern oder wer ihm anvertraute 

Vermögenswerte unrechtmässig in seinem oder eines anderen Nutzen verwendet. Die 

Veruntreuung zum Nachteil eines Angehörigen oder Familiengenossen wird nur auf 

Antrag verfolgt.  

 

 Beim Tatbestand der Veruntreuung handelt es sich um ein Vorsatzdelikt, eine fahrlässige 

Tatbegehung ist nicht strafbar (Urteil des Bundesgerichts 6B_182/2016 vom 17. Juni 2016 

E. 4.2 und E. 4.3) 

 

 

2.5 Bei der Auseinandersetzung über die Frage, wer Eigentümer des Klaviers gewesen war, 

handelt es sich um eine zivilrechtliche Frage. Die Antwort auf diese Frage hat aber 

Auswirkungen auch ins Strafrecht, weil sich der Beschwerdegegner strafbar gemacht 

hätte, wenn er eine fremde Sache – vorliegend das Klavier – entsorgt hätte. Insofern liegt 

im vorliegenden Fall eben doch keine rein zivilrechtliche Frage vor.  

 

 Der Tatbestand der Veruntreuung ist vorliegend aber nicht erfüllt. Handelt der Täter in 

einer irrigen Vorstellung über den Sachverhalt, so beurteilt das Gericht die Tat zu Gunsten 

des Täters nach dem Sachverhalt, den sich der Täter vorgestellt hat (Art. 13 Abs. 1 

StGB). Ein solcher Sachverhaltsirrtum beziehungsweise Tatbestandsirrtum ist auch der 

Irrtum über Tatbestandsmerkmale. Auch wer infolge fehlerhafter Rechtsvorstellungen 

verkennt, dass eine Sache eine fremde ist, irrt über den Sachverhalt im Sinne von Art. 13 

StGB und kann den Vorsatz der Veruntreuung nicht haben (Urteil des Bundesgerichts 

6B_182/2016 vom 17. Juni 2016 E. 4.2 mit Hinweisen). Der allfällige Irrtum des 

Beschwerdegegners über die Eigentümerstellung seiner verstorbenen Ehefrau am Klavier 

und dass er als ihr Rechtsnachfolger nach der Erbteilung Eigentümer daran geworden sei, 

beruht vorliegend auf verschiedenen Umständen. Zum einen war seine verstorbene 

Ehefrau die Besitzerin des Klaviers, da das Klavier nach der Scheidung 

 

Seite 9 

unbestrittenermassen bei ihr (und ihrer Tochter) verblieb. Weiter reichte der 

Beschwerdegegner der Staatsanwaltschaft eine Rechnung/Schluss-Abrechnung Klavier 

für Tochter des Musikhauses Kupferschmid vom 30. Januar 2009 ein, welche an seine 

verstorbene Ehefrau gerichtet war (act. B 9/21-8). Zudem ging der Beschwerdegegner 

gestützt auf Ziff. 3 der Scheidungsvereinbarung vom November 2009 davon aus, dass der 

Beschwerdeführer sowie dessen Ex-Frau güterrechtlich auseinandergesetzt seien ohne 

jede weitere gegenseitige Transaktion oder Zahlung (act. B 9/21-6). Sodann spricht auch 

der Umstand, dass sich der Beschwerdeführer erst im Januar 2017 – mithin mehr als 2 

Jahre nach dem Tod seiner Ex-Frau – erstmals nachweislich an den Beschwerdegegner 

wandte, um sein Eigentum am Klavier ihm gegenüber geltend zu machen, für einen 

allfälligen Irrtum des Beschwerdegegners in Bezug auf das Eigentum am Klavier.  

 

 Im Übrigen stellt sich die Frage, ob die verstorbene Ehefrau des Beschwerdegegners das 

sich während mehr als 6 Jahre in ihrem Besitz befindende Klavier – seit der Trennung 

vom Beschwerdeführer im März 2008 bis zu ihrem Tod im Dezember 2014 – nicht 

ohnehin ersessen hat (SCHMID/HÜRLIMANN-KAUP, Sachenrecht, 5. Aufl. 2017, Rz. 1131ff.). 

Wäre dies der Fall, wäre der Beschwerdegegner zu Recht von der Eigentümerstellung 

seiner verstorbenen Ehefrau ausgegangen. 

 

 Zusammenfassend sind die Anhaltspunkte zu schwach, als dass der fragliche 

Straftatbestand hätte untersucht werden müssen und die Kritik des Beschwerdeführers an 

der Nichtanhandnahmeverfügung erweist sich als unbegründet. Die Beschwerde ist somit 

abzuweisen. 

 

 

3. Kosten und Entschädigungen 

 

3.1 Art. 428 StPO regelt die Kostentragungspflicht im Rechtsmittelverfahren. Gemäss 

dessen Abs. 1 tragen die Parteien die Kosten des Rechtsmittelverfahrens nach 

Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens. Da die Beschwerde abgewiesen wurde 

und der Beschwerdeführer somit vollumfänglich unterlegen ist, sind ihm die 

Verfahrenskosten, bestehend aus einer Gebühr von CHF 400.00 (Art. 29 Abs. 1 lit. a der 

Verordnung über die Rechtskosten und Entschädigungen in der Zivil- und 

Strafrechtspflege, Gebührenordnung, bGS 233.3), aufzuerlegen. Der vom 

Beschwerdeführer zuviel geleistete Kostenvorschuss von CHF 200.00 ist ihm von der 

Gerichtskasse zurückzuerstatten. 

 

 

Seite 10 

3.2 Der unterlegene Beschwerdeführer hat gestützt auf Art. 436 Abs. 1 i.V.m. Art. 433 Abs. 1 

StPO keinen Anspruch auf eine Entschädigung im Beschwerdeverfahren. 

 

 Der Beschwerdegegner hat im Beschwerdeverfahren obsiegt. Mangels eines 

entsprechenden Antrags, aber auch mangels Aufwandes im Verfahren, ist vorliegend 

von der Zusprechung einer Entschädigung abzusehen. 

 

 
 

Demnach beschliesst das Obergericht: 

 
1. In Abweisung der Beschwerde erwächst die Nichtanhandnahmeverfügung der Staats-

anwaltschaft Appenzell Ausserrhoden vom 27. September 2017 in Sachen Staat gegen 
B___ (Verfahren Nr. U 17 989) in Rechtskraft. 

 

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens, bestehend aus einer Gebühr von CHF 400.00, 
werden dem Beschwerdeführer auferlegt; unter Verrechnung seiner geleisteten Sicherheit 
von CHF 600.00. Die Gerichtskasse wird angewiesen, dem Beschwerdeführer vom 
geleisteten Kostenvorschuss CHF 200.00 zurückzuerstatten.  

 

3. Dem Beschwerdeführer wird im Beschwerdeverfahren keine Entschädigung 
zugesprochen. 

 

4. Dem Beschwerdegegner wird im Beschwerdeverfahren keine Entschädigung 
zugesprochen.   

 

5. Rechtsmittel:  
 Gegen diesen Beschluss kann innert 30 Tagen seit der Zustellung Beschwerde in 

Strafsachen erhoben werden. Die Zulässigkeit einer solchen Beschwerde richtet sich 
nach Art. 78 ff. Bundesgerichtsgesetz (BGG, SR 173.110). Die Beschwerde ist beim 
Schweizerischen Bundesgericht, Avenue du Tribunal fédéral 29, 1000 Lausanne 14, 
schriftlich einzureichen. Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit 
Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten; der angefochtene Entscheid 
sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind - soweit vorhanden - beizulegen 
(Art. 42 BGG). Die Beschwerde hat in der Regel keine aufschiebende Wirkung (Art. 103 
BGG). 

 

6. Zustellung am  10. Oktober 2018 an: 

- den Beschwerdeführer über seinen Rechtsvertreter 
- den Beschwerdegegner  
- die Staatsanwaltschaft (U 17 989) 

 
 
Der Obergerichtsvizepräsident: 
 
 
lic. iur. Walter Kobler 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
lic. iur. Monika Epprecht