# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d3460216-8871-556d-8bac-7ad14fc2a70a
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-12-05
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 1. Kammer 05.12.2023 U 2023 65
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_001_U-2023-65_2023-12-05.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

U 23 65

3. Kammer 

Vorsitz Pedretti

RichterIn von Salis und Righetti

Aktuarin Hemmi

URTEIL

vom 5. Dezember 2023

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

A._____, 

vertreten durch Berufsbeistandschaft Region Plessur, 

Beschwerdeführerin

gegen

B._____, 

Beschwerdegegnerin

betreffend Sozialhilfe

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I. Sachverhalt:

1. A._____, geboren 1975, ist irakische Staatsangehörige und lebt mit ihren 

fünf Kindern (C._____, Jahrgang 2010; D._____, Jahrgang 2012; 

E._____, Jahrgang 2014; F._____, Jahrgang 2016; G._____, Jahrgang 

2018) in einer gemeinsamen Wohnung. Die Familie H._____ wird seit 

Herbst 2010 von der B._____ wirtschaftlich und seit Sommer 2020 durch 

die I._____ unterstützt. Seit dem 1. Oktober 2020 lebt A._____ von ihrem 

Ehemann getrennt. Für die fünf Kinder bestehen seit dem 30. März 2017 

Erziehungsbeistandschaften und betreffend A._____ wurde am 

11. August 2022 eine Vertretungsbeistandschaft angeordnet.

2. Mit Leistungsentscheid der T._____, der B._____ vom 11. November 

2021 wurde die wirtschaftliche Sozialhilfe ab dem 1. Oktober 2021 erneut 

für ein Jahr verlängert. Zudem wurde A._____ die Auflage erteilt, sich – 

sobald sich ihre Wohnsituation stabilisiert habe – für die Mitarbeit in einem 

Einsatzprogramm des Werknetzes Graubünden in einem Pensum von 

40 % für die soziale Integration anzumelden. Für den Unterlassungsfall 

wurde ihr die Kürzung bzw. die ganze oder teilweise Einstellung der 

Sozialhilfeleistungen angedroht.

3. Mit Leistungsentscheid vom 10. November 2022 hiess die T._____ ein 

weiteres Verlängerungsgesuch für den Zeitraum vom 1. Oktober 2022 bis 

zum 30. September 2023 gut, wobei A._____ erneut verpflichtet wurde, 

sich – sobald sie in ihre neue Wohnung eingezogen sei – zeitnah, jedoch 

spätestens bis am 5. Januar 2023 für die Mitarbeit in einem 

Einsatzprogramm des Werknetzes Graubünden in einem Pensum von 

40 % für die soziale Integration anzumelden. Im Unterlassungsfall könne 

die wirtschaftliche Sozialhilfe gekürzt bzw. ganz oder teilweise eingestellt 

werden. 

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4. Am 18. November 2022 machte der Beistand von A._____ von der im 

Leistungsentscheid vom 10. November 2022 vorgesehenen Möglichkeit 

Gebrauch und nahm zur angeordneten Auflage per E-Mail Stellung, wobei 

er deren Aufhebung beantragte. 

5. Am 1. Dezember 2022 hielt die T._____ verfügungsweise am 

Leistungsentscheid vom 10. November 2022, namentlich an der Auflage 

betreffend Teilnahme an einem Einsatzprogramm des Werknetzes 

Graubünden für die soziale Integration in einem Pensum von 40 %, fest. 

6. Dagegen liess A._____ am 20. Dezember 2022 durch ihren Beistand 

Beschwerde an den J._____ von K._____ erheben. Letzterer wies die 

Beschwerde mit Entscheid S._____ vom 8. August 2023 ab. Zur 

Begründung wurde im Wesentlichen ausgeführt, dass sich ein reduzierter 

Arbeitseinsatz im Werknetz Graubünden als zumutbar und 

verhältnismässig erweise, weshalb die entsprechende Auflage nicht zu 

beanstanden sei.

7. Dagegen liess A._____ (nachfolgend: Beschwerdeführerin) mit Eingabe 

vom 7. September 2023 durch ihren Beistand Beschwerde beim 

Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden erheben und beantragen, 

es sei die Auflage zur Teilnahme an einem Einsatzprogramm des 

Werknetzes Graubünden für die soziale Integration gemäss Verfügung 

vom 10. November 2022 aufzuheben. In prozessualer Hinsicht wurde 

ausserdem um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung ersucht. 

Zur Begründung wurde im Wesentlichen vorgebracht, dass die 

Beschwerdeführerin zu keinem Zeitpunkt Gelegenheit gehabt habe, zur 

geplanten Auflage Stellung zu nehmen. Zudem sei eine Beschäftigung in 

einem Pensum von 40 % aufgrund der Mehrfachbelastungen und ihrer 

gesundheitlichen Situation nicht angezeigt. Es drohe die Gefahr der 

Überlastung der Beschwerdeführerin und in der Folge des gesamten 

Familiensystems. Die psychosoziale Belastung, welche bei der 

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Umsetzung der Auflage auftreten würde, wäre immens. Die 

Beschwerdeführerin komme bereits jetzt mit alltäglichen 

Herausforderungen sehr schnell an ihre Grenzen. Sie lebe in ständiger 

Angst, dass ihr die Kinder weggenommen würden, was sie in psychischer 

Hinsicht stark belaste und sich auf ihre begrenzten Ressourcen auswirke. 

Die drohende Überlastung könnte traumatisierende Folgen für die Kinder 

im Sinne von Fremdplatzierungen und damit sehr hohe Kosten für die 

öffentliche Hand zur Folge haben. Mit der Erziehung der fünf Kinder und 

dem Führen eines Haushalts verfüge die Beschwerdeführerin bereits über 

eine sinnvolle Aufgabe, welche sie fordere. Trotz des vorhandenen 

privaten und professionellen Helfernetzwerks sei die Teilnahme an einem 

Einsatzprogramm in einem Pensum von 40 % weder zumutbar noch 

verhältnismässig. Die B._____ habe es unterlassen, darzulegen, wie sie 

zum gegenteiligen Schluss gekommen sei. Es sei zudem schleierhaft, wie 

Letztere zum Ergebnis gelangt sei, dass eine Person, welche seit dem 

Jahr 2018 regelmässig zum Psychiater gehe, gesund sei. Schliesslich 

habe sich die Wohnsituation der Beschwerdeführerin aufgrund des 

befristeten Mietvertrags immer noch nicht stabilisiert.

8. Die B._____ (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) schloss in ihrer 

Vernehmlassung vom 21. September 2023 auf Abweisung der 

Beschwerde, soweit darauf eingetreten werden könne. Zur Begründung 

verwies sie im Wesentlichen auf die im Beschwerdeentscheid des J._____ 

von K._____ enthaltenen Ausführungen und vertiefte diese punktuell. 

9. In ihrer Replik vom 3. Oktober 2023 hielt die Beschwerdeführerin 

sinngemäss an ihren Anträgen fest und vertiefte ihren Standpunkt.

10. Mit einer weiteren Stellungnahme vom 4. Oktober 2023 reichte die 

Beschwerdeführerin eine E-Mail der Abteilungsleiterin der 

Kindertagesstätten des U._____ der B._____ ein.

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11. Die Beschwerdegegnerin duplizierte am 12. Oktober 2023 bei 

unveränderten Rechtsbegehren und nahm zur Replik der 

Beschwerdeführerin Stellung.

12. Die Beschwerdeführerin reichte am 31. Oktober 2023 (Poststempel) eine 

freigestellte Stellungnahme ein.

13. Hierzu nahm die Beschwerdegegnerin am 15. November 2023 Stellung.

Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften, den angefochtenen 

Entscheid sowie die übrigen Akten wird, soweit erforderlich, in den 

nachstehenden Erwägungen eingegangen.

II. Das Gericht zieht in Erwägung:

1.1. Nach Art. 49 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 

(VRG; BR 370.100) beurteilt das Verwaltungsgericht Beschwerden gegen 

Entscheide von Gemeinden, soweit diese nicht bei einer anderen Instanz 

angefochten werden können oder nach kantonalem oder 

eidgenössischem Recht endgültig sind. Der vorliegend angefochtene 

Entscheid der Beschwerdegegnerin vom 8. August 2023 ist weder 

endgültig noch kann er bei einer anderen Instanz angefochten werden. 

Folglich stellt er ein taugliches Anfechtungsobjekt für ein Verfahren vor 

dem Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden dar. Als formelle und 

materielle Adressatin des angefochtenen Entscheids ist die 

Beschwerdeführerin davon überdies berührt und sie weist ein 

schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung bzw. Änderung auf 

(Art. 50 VRG).

1.2. Es trifft zwar zu, dass bezüglich der Postulationsfähigkeit des Beistands 

der Beschwerdeführerin die bei den Akten liegende Ernennungsurkunde 

vom 11. August 2022 keine Vertretung betreffend Prozessführung vorsieht 

(vgl. beschwerdeführerische Akten [Bf-act.] 1). Allerdings verhält sich die 

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Beschwerdegegnerin widersprüchlich, wenn sie das Vorliegen dieser 

Prozessvoraussetzung im Rahmen ihres eigenen Beschwerdeverfahrens 

nicht beanstandet hat, diese nun aber im vorliegenden 

verwaltungsgerichtlichen Verfahren in Abrede stellt (vgl. Bf-act. 2, 10 und 

12). Ausserdem hat die unstreitig urteilsfähige und in ihrer 

Handlungsfähigkeit nicht eingeschränkte Beschwerdeführerin ihrem 

Beistand die Zustimmung zur Prozessführung im Sinne von Art. 416 Abs. 

2 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (ZGB; SR 210) erteilt (vgl. Bf-

act. 1 und 16; siehe hierzu auch BIDERBOST/HENKEL, in: 

GEISER/FOUNTOULAKIS [Hrsg.], Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 

6. Aufl., Basel 2018, Art. 394 Rz. 20a). Damit ist der Beistand zur 

Prozessführung für die Beschwerdeführerin berechtigt, wobei er in diesem 

Umfang gesetzlicher Vertreter ist und mit Wirkung für Letztere handeln 

kann (vgl. BIDERBOST/HENKEL, a.a.O., Art. 394 Rz. 1 und 18). Selbst wenn 

im Rahmen des vorliegenden Beschwerdeverfahrens ein Gesuch um 

Erteilung einer Ausnahmebewilligung im Sinne von Art. 15 Abs. 1 lit. c 

VRG eingereicht worden wäre, wäre dieses gutzuheissen und der 

Beistand zur Vertretung der Beschwerdeführerin zuzulassen gewesen. 

Denn in Bezug auf den beschwerdeführerischen Beistand kann nicht 

angenommen werden, dass er bereit ist, in einer unbestimmten Vielzahl 

von Fällen tätig zu werden und damit die Vertretung ohne besondere 

Beziehungsnähe zu den Vertretenen zu übernehmen. Vielmehr liegt es 

nahe, dass zwischen der Beschwerdeführerin, welche unstreitig weder 

Deutsch lesen noch schreiben kann, und ihrem Beistand, der sie seit 

August 2022 in verschiedenen Belangen unterstützt (vgl. Bf-act. 1, 3, 5, 6, 

8, 10, 12, 15 und 17), ein spezielles Vertrauensverhältnis besteht (vgl. 

Urteile des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden [VGU] U 20 46 

vom 30. September 2021 E.2.4 und U 20 92 vom 30. September 2021 

E.4.3, je mit Hinweis auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung). So 

wurde – entsprechend der Praxis des angerufenen Gerichts – denn auch 

bereits in einem anderen Fall der Sohn einer ca. 65-jährigen Frau aus dem 

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Kosovo, welcher die Sprache und die Kultur der Schweiz fremd war, in 

einem ausländerrechtlichen Verfahren als Vertreter im Sinne von Art. 15 

Abs. 1 lit. c VRG zugelassen (vgl. VGU U 13 99 vom 16. Dezember 2014). 

Auch wurde in einem weiteren Fall einem juristischen Mitarbeiter des 

Vereins BUCOFRAS (Beratung für Ausländerinnen und Ausländer) im 

Rahmen eines Beschwerdeverfahrens betreffend Sozialhilfe eine 

Ausnahmebewilligung im Sinne von Art. 15 Abs. 1 lit. c VRG erteilt, weil 

die dortige Beschwerdeführerin mit dem hiesigen Rechtssystem nicht 

vertraut war, den angefochtenen Entscheid nicht verstand und sie sich mit 

dem besagten Rechtsvertreter aufgrund seiner ebenfalls afrikanischen 

Herkunft gut verständigen konnte (vgl. VGU U 19 54 vom 1. Oktober 

2019). Somit ist von der Postulationsfähigkeit des Beistands der 

Beschwerdeführerin auszugehen. Auf die im Übrigen frist- und 

formgerecht eingereichte Beschwerde (Art. 38 Abs. 1 und 2, Art. 39 Abs. 

1 lit. b sowie Art. 52 Abs. 1 VRG) ist demnach unter Vorbehalt der 

nachfolgenden Erwägung 2.2 einzutreten.

2.1. Streitgegenstand bildet vorliegend die Frage, ob die Beschwerdegegnerin 

die Beschwerdeführerin zu Recht verpflichtet hat, sich für die Teilnahme 

an einem Einsatzprogramm des Werknetzes Graubünden in einem 

Pensum von 40 % für die soziale Integration anzumelden.

2.2. Die Beschwerdeführerin beantragt in ihrer Beschwerde die Aufhebung der 

Ziff. 5 des Leistungsentscheids der T._____ vom 10. November 2022, 

welche die vorliegend umstrittene Auflage aufführt. Dabei übersieht sie 

aber, dass der erwähnte Leistungsentscheid der T._____ im Rahmen des 

Streitgegenstands durch den Entscheid S._____ vom 8. August 2023 (vgl. 

Bf-act. 2) ersetzt worden ist (Devolutiveffekt); er gilt als inhaltlich 

mitangefochten (vgl. BGE 139 II 404 E.2.5 und 134 II 142 E.1.4; Urteile 

des Bundesgerichts 8C_665/2022 vom 15. Dezember 2022 E.1.3, 

1C_440/2019 vom 7. Januar 2020 E.1.2 und 1C_349/2019 vom 

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18. Dezember 2019 E.1.3). Insoweit ist auf die Beschwerde somit nicht 

einzutreten. 

3.1. In formeller Hinsicht macht die Beschwerdeführerin sinngemäss eine 

Verletzung des rechtlichen Gehörs geltend, weil ihr vor Erlass des 

Leistungsentscheids vom 10. November 2022 keine Gelegenheit zur 

Stellungnahme zur geplanten Auflage eingeräumt worden sei. Diese Rüge 

erweist sich als unbegründet. Mit besagtem Entscheid der T._____ wurde 

die Beschwerdeführerin verpflichtet, sich – sobald sie in ihre neue 

Wohnung eingezogen sei – zeitnah, jedoch spätestens bis am 5. Januar 

2023 für die Mitarbeit in einem Einsatzprogramm des Werknetzes 

Graubünden in einem Pensum von 40 % für die soziale Integration 

anzumelden. Gleichzeitig wurde ihr die Möglichkeit eingeräumt, eine 

schriftliche Stellungnahme innert zehn Tagen einzureichen. Falls sie 

davon Gebrauch mache, werde die T._____ die Einwendungen prüfen und 

eine neue Verfügung erlassen. Andernfalls verzichte sie auf das rechtliche 

Gehör, wobei das Recht, innert Frist direkt Beschwerde beim J._____ 

einzureichen, bestehen bleibe (vgl. Bf-act. 7 S. 2 und S. 4). Nachdem 

daraufhin die Beschwerdeführerin am 18. November 2022 zur Auflage 

Stellung genommen und deren Aufhebung beantragt hatte, hielt die 

T._____ mit Verfügung vom 1. Dezember 2022 am Leistungsentscheid 

vom 10. November 2022 fest (vgl. Bf-act. 8 und 9). Dagegen stand der 

Beschwerdeführer als Rechtsmittel die Beschwerde an den J._____ offen, 

wovon sie ebenfalls Gebrauch gemacht hat (vgl. Bf-act. 9 und 10). Auch 

konnte sich die Beschwerdeführerin im Rahmen des vorliegenden 

Beschwerdeverfahrens zur im Streit liegenden Auflage umfassend 

äussern. Eine Gehörsverletzung ist somit nicht auszumachen.

3.2. Soweit die Beschwerdeführerin zudem sinngemäss eine Verletzung des 

Anspruchs auf rechtliches Gehör rügt, indem sie vorbringt, im J._____ 

Entscheid vom 8. August 2023 sei nicht mit der gebotenen 

Begründungstiefe auf die Zumutbarkeit bzw. Verhältnismässigkeit der 

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Teilnahme an einem Einsatzprogramm eingegangen worden, kann ihr 

ebenfalls nicht gefolgt werden. Damit übersieht sie, dass die 

Beschwerdegegnerin nicht gehalten war, sich mit allen 

Parteistandpunkten einlässlich auseinanderzusetzen und jedes einzelne 

Vorbringen ausdrücklich zu widerlegen. Sie durfte sich vielmehr auf die 

wesentlichen Einwände beschränken (vgl. BGE 146 II 335 E.5.1, 141 III 

28 E.3.2.4, 141 V 557 E.3.2.1 und 134 I 83 E.4.1; PVG 2011 Nr. 31 

E.2c/aa; VGU A 22 11 vom 30. August 2022 E.3.3 sowie R 20 99 und R 

20 100 vom 30. Juni 2022 E.3.1). Die Beschwerdegegnerin hat sich denn 

auch im angefochtenen Entscheid vom 8. August 2023 mit der 

Zumutbarkeit bzw. Verhältnismässigkeit der Teilnahme an einem 

Einsatzprogramm des Werknetzes Graubünden befasst und dazu 

ausgeführt, dass die Beschwerdeführerin gesund und mit 47 Jahren noch 

relativ jung sei. So ergebe sich aus dem Arztzeugnis von Dr. med. L._____ 

vom 29. März 2023 einzig eine befristete Arbeitsunfähigkeit bis zum 

30. April 2023. Der Verlaufsbericht der I._____ vom März 2023 gelange 

zum (unbestrittenen) Ergebnis, dass die I._____ im bisherigen Rahmen 

weiter zu führen sei. Das (geschwärzte) Arztzeugnis der M._____ vom 

5. Mai 2023 stelle einzig die nicht näher begründete These auf, berufliche 

Massnahmen würden mit "sehr grosser Wahrscheinlichkeit nicht 

umgesetzt" und die "Prognose in Bezug auf eine Reintegration in einen 

Arbeitsprozess" sei "ungünstig". Dabei werde übersehen, dass es 

vorliegend um die soziale Integration der Beschwerdeführerin gehe, die 

sich als zumutbar erweise. Im Übrigen komme die Beschwerdeführerin 

ihrer gesetzlichen Mitwirkungspflicht gemäss Art. 4 des kantonalen 

Unterstützungsgesetzes (UG; BR 546.250) nicht nach. Zum einen stelle 

sie sich dezidiert gegen eine vertrauensärztliche Untersuchung. Zum 

anderen weigere sie sich, die medizinische Entbindungserklärung zu 

unterzeichnen mit dem Vorwand, diese sei "zu allgemein gehalten". Die 

Erstellung eines Fragenkatalogs zuhanden der Vertrauenspsychologin Dr. 

med. N._____ scheitere damit schon an dieser grundsätzlichen 

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Abwehrhaltung. Die Familie H._____ bzw. die Beschwerdeführerin werde 

bereits seit mehr als zwölf Jahren mit wirtschaftlicher Sozialhilfe 

unterstützt. In all diesen Jahren habe bei ihr kein spürbarer Fortschritt in 

Richtung soziale und/oder berufliche Integration erzielt werden können. 

Die persönlichen Umstände der Beschwerdeführerin seien sicher nicht 

einfach. Jedoch würden von ihr und/oder ihrem Umfeld wiederholt 

ähnliche Gründe vorgetragen, weshalb eine Integrationsmassnahme nicht 

umsetzbar oder nicht zumutbar sein soll (Trennungsproblematik des 

Ehepaars, Wohnsituation, Kinderbetreuung, Überforderung usw.). Seitens 

der T._____ seien diese Umstände stets in verhältnismässiger Weise 

berücksichtigt worden und es sei bisher beispielsweise darauf verzichtet 

worden, die bereits im November 2021 erstmals verfügte Integration 

mittels Sanktionen durchzusetzen. Zudem seien zur Verbesserung der 

persönlichen Situation der Beschwerdeführerin Kindes- und 

Erwachsenenschutzmassnahmen sowie eine weitgehende Betreuung der 

Kinder und generell eine sehr umfassende Unterstützung der Familie 

installiert worden. Es bestünden eine Beistandschaft sowie eine I._____ 

der O._____ und es sei eine Alltagsbegleitung durch die Spitex organisiert 

worden. Auch bei der Wohnungssuche bzw. beim Wohnungswechsel sei 

die T._____ der Beschwerdeführerin wiederholt unterstützend 

entgegengekommen, habe die anfallenden Mehrkosten übernommen und 

sie persönlich unterstützt. Damit habe die Wohnraumsituation zumindest 

mittelfristig gesichert und stabilisiert werden können. Schliesslich verfüge 

die Beschwerdeführerin gemäss eigenen Angaben über ein grosses 

privates Beziehungsnetz. In Anbetracht eines derart breit gefächerten 

professionellen und privaten Unterstützungsnetzes erscheine es 

widersprüchlich, wenn argumentiert werde, der Beschwerdeführerin sei 

die Teilnahme an einem Integrationsprogramm im Umfang von 

bescheidenen 40 % nicht zumutbar; dies, weil sie bei den Betreuungs- und 

Erziehungsaufgaben nicht entlastet werde und das Kindeswohl gefährdet 

sei, ihr im Alltag zu wenig Unterstützung zukomme und sie daher 

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permanent überfordert sei. Aus all diesen Gründen sei erstellt, dass die 

Auflage der T._____ nicht zu beanstanden sei und sich als zumutbar sowie 

verhältnismässig erweise (vgl. Bf-act. 2 S. 6 f.). 

Aus diesen Ausführungen erhellt, dass die Beschwerdegegnerin die 

Abweisung der Beschwerde hinreichend begründet hat. Die Überlegungen 

von denen sie sich leiten liess, können daher nachvollzogen werden. Die 

Pflicht zur Entscheidbegründung bezweckt denn auch, dass sich der 

Betroffene über die Tragweite des Entscheids Rechenschaft geben und 

diesen in voller Kenntnis der Sache an die höhere Instanz weiterziehen 

kann, falls er damit nicht einverstanden ist (vgl. BGE 145 III 324 E.6.1, 143 

III 65 E.5.2 und 142 III 433 E.4.3.2). Da vorliegend die Motive der 

Beschwerdegegnerin mit genügender Klarheit aus dem Entscheid vom 

8. August 2023 hervorgehen, war die Beschwerdeführerin denn auch in 

der Lage, diesen sachgerecht anzufechten.

4. In materieller Hinsicht ist zu prüfen, ob die Verpflichtung zur Teilnahme an 

einem Einsatzprogramm des Werknetzes Graubünden für die soziale 

Integration rechtmässig ist. Während die Beschwerdegegnerin dies im 

Umfang von 40 % für zumutbar erachtet, ist die Beschwerdeführerin der 

Ansicht, dass ihre gesundheitliche, persönliche und familiäre Situation 

eine solche Teilnahme nicht zulasse. 

5.1. Wer in Not gerät und nicht in der Lage ist, für sich zu sorgen, hat Anspruch 

auf Hilfe und Betreuung und auf die Mittel, die für ein menschenwürdiges 

Dasein unerlässlich sind (Art. 12 der Bundesverfassung der 

Schweizerischen Eidgenossenschaft [BV; SR 101]). Diese 

verfassungsmässigen Ansprüche werden durch die kantonale 

Gesetzgebung konkretisiert; jede bedürftige Person hat Anspruch auf 

persönliche und wirtschaftliche Hilfe. Gemäss Art. 1 Abs. 1 UG ist 

bedürftig, wer für seinen Lebensunterhalt und den seiner 

Familienangehörigen mit gleichem Wohnsitz nicht hinreichend oder nicht 

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rechtzeitig aus eigenen Mitteln aufkommen kann. Diese Bestimmung 

bekennt sich zum Grundsatz der Subsidiarität, welcher das 

Sozialhilferecht durchdringt. Das Subsidiaritätsprinzip betont dabei den 

ergänzenden Charakter der Sozialhilfe und verlangt vom jeweiligen 

Ansprecher, dass er alles Zumutbare zur Behebung der eigenen Notlage 

unternimmt, insbesondere die eigene Arbeitskraft einsetzt und eine 

zumutbare Erwerbstätigkeit annimmt, bevor staatliche Fürsorgeleistungen 

in Anspruch genommen werden können (vgl. BGE 139 I 218 E.3.3 und 

E.3.5 sowie 130 I 71 E.5.3; PVG 2009 Nr. 18 E.3c). Gemäss Art. 2 Abs. 1 

UG bestimmt die zuständige Sozialbehörde Art und Mass der 

Unterstützung nach dem ausgewiesenen Bedarf unter Würdigung der 

örtlichen und persönlichen Verhältnisse. Für die Bemessung der 

Unterstützung durch die zuständige Gemeinde sind gemäss Art. 1 Abs. 1 

der Ausführungsbestimmungen zum kantonalen Unterstützungsgesetz 

(ABzUG; BR 546.270) die Richtlinien der Schweizerischen Konferenz für 

Sozialhilfe (nachfolgend: SKOS-Richtlinien) einschliesslich des Kapitels 

"Praxishilfen" mit gewissen Konkretisierungen und Einschränkungen 

massgebend (vgl. VGU U 23 31 vom 27. Juni 2023 E.4.2, U 22 76 vom 

11. Januar 2023 E.5.1, U 22 33 vom 21. Juni 2022 E.3.1, U 22 1 vom 22. 

Februar 2022 E.3.1, U 21 89 vom 8. Februar 2022 E.4.1.1, U 20 38 vom 

3. Februar 2021 E.2.1.1, U 19 98 vom 7. Januar 2020 E.4.1 und U 18 57 

vom 24. Oktober 2018 E.2.1).

5.2. Beschäftigungs- und Integrationsprogramme sollen dazu beitragen, dass 

eine Ansprecherin für ihren Unterhalt, wenigstens teilweise, selber 

aufkommen kann oder zumindest die Aussichten auf eine 

Wiedereingliederung ins Erwerbsleben verbessert werden. Sie sind 

Ausdruck der der Ansprecherin obliegenden Verpflichtung zur Minderung 

ihrer Unterstützungsbedürftigkeit und des Subsidiaritätsprinzips (vgl. BGE 

139 I 218 E.4.2 und 130 I 71 E.5.4; SKOS-Richtlinien, Version vom 1. 

Januar 2023, Kapitel A.4.1.). Aus diesen Gründen sind solche 

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Anordnungen grundsätzlich zulässig, sofern die Massnahmen im Einzelfall 

zweckmässig und zumutbar sind. Was als zumutbare Arbeit gilt, wird im 

Sozialhilferecht nicht definiert, weshalb hilfsweise die 

arbeitslosenversicherungsrechtliche Umschreibung nach Art. 16 Abs. 2 

des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosenversicherung 

und die Insolvenzentschädigung (AVIG; SR 837.0) herangezogen wird 

(vgl. BGE 130 I 71 E.5.3; PVG 2009 Nr. 18 E.3c; STUDER, 

Sozialhilferechtliche Beschäftigungsverhältnisse: zwischen Subsidiarität, 

Gegenleistung und Zumutbarkeit, Analyse der schweizerischen Praxis aus 

verfassungs- und völkerrechtlicher Sicht, Diss. 2021, S. 180 und S. 183, 

abrufbar über open access [Dike-Verlag]). Eine Arbeit gilt danach 

insbesondere dann als unzumutbar, wenn sie nicht angemessen auf die 

Fähigkeiten oder auf die bisherigen Tätigkeiten des Versicherten 

Rücksicht nimmt (Art. 16 Abs. 2 lit. b AVIG), wobei ein Arbeitsangebot das 

Fähigkeits- oder Fertigkeitsniveau der betroffenen Person auch 

unterschreiten, nicht aber zu einer Überforderung führen darf (vgl. BGE 

139 I 218 E.4.4 und 130 I 71 E.5.3; STUDER, a.a.O., S. 175), oder aber 

dem Alter, den persönlichen Verhältnissen oder dem Gesundheitszustand 

nicht angemessen Rechnung trägt (Art. 16 Abs. 2 lit. c AVIG). 

6.1. Der Beschwerdegegnerin ist darin beizupflichten, dass die 

Beschwerdeführerin über gewisse erhaltene Ressourcen verfügt. So ist 

dem Bericht des behandelnden Psychiaters Dr. med. P._____ vom 5. Mai 

2023 zu entnehmen, dass bei der Beschwerdeführerin kein sozialer 

Rückzug stattgefunden hat (vgl. Bf-act. 17). Letztere räumt denn auch 

selber ein, dass sie gut vernetzt sei, ein privates und professionelles 

Helfernetzwerk habe sowie aktiv Freundschaften pflege (vgl. Beschwerde 

vom 7. September 2023 S. 2; vgl. auch Bf-act. 8 und 10 S. 1). So erhält 

die Familie H._____ unstreitig seit Sommer 2020 Unterstützung durch die 

I._____ (vgl. Bf-act. 9 S. 2 und 13 S. 1 sowie beschwerdegegnerische 

Akten [Bg-act.] 3 S. 1, 5 S. 1 und 7 S. 2). Zudem wird die 

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Beschwerdeführerin seit Anfang des Jahres 2023 durch die Spitex Chur 

im Rahmen einer ambulanten psychiatrischen Alltagsbegleitung 

unterstützt (vgl. Bf-act. 8, 10 S. 2 und 18). Auch bestehen für die fünf 

Kinder der Beschwerdeführerin seit dem 30. März 2017 

Erziehungsbeistandschaften und in Bezug auf sie selbst wurde am 11. 

August 2022 eine Vertretungsbeistandschaft errichtet (vgl. Bf-act. 1 und 9 

S. 2 sowie Bg-act. 2 S. 1). Hinzu kommt, dass die Familie H._____ bzw. 

die Beschwerdeführerin unstreitig seit mehr als 12 Jahren öffentlich-

rechtlich unterstützt wird, wobei bei Letzterer gemäss den Ausführungen 

der Beschwerdegegnerin in all diesen Jahren kein spürbarer Fortschritt in 

Richtung soziale und/oder berufliche Integration habe erzielt werden 

können (vgl. Bf-act. 2 S. 7 [E.6b] sowie Bg-act. 1). Die Weisung zur 

Teilnahme an einem Einsatzprogramm stimmt zudem grundsätzlich mit 

den Zwecken der Sozialhilfe überein, die berufliche und soziale Integration 

sowie das eigenverantwortliche Handeln der Sozialhilfeempfängerin zu 

fördern. Denn dabei ist zu berücksichtigen, dass mit der Teilnahme an 

einem Einsatzprogramm eine Sozialhilfe empfangende Person an einen 

geregelten und strukturierten Berufsalltag gewöhnt wird (vgl. VGU U 23 31 

vom 27. Juni 2023 E.5.3 und U 23 28 vom 20. Juni 2023 E.4.3). Unter 

Berücksichtigung der konkreten Umstände erweist sich die Weisung zur 

Teilnahme an einem Einsatzprogramm des Werknetzes Graubünden 

allerdings als verfrüht, zumal die gesundheitliche, persönliche und 

familiäre Situation der Beschwerdeführerin zum jetzigen Zeitpunkt – wie 

nachfolgend aufgezeigt wird – dafür noch nicht stabil genug erscheint.

6.2. Entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin kann nicht davon 

ausgegangen werden, dass die Beschwerdeführerin gesund ist. Zwar 

weist das bei den Akten liegende Arztzeugnis des Psychiaters Dr. med. 

L._____ vom 29. März 2023 lediglich eine volle Arbeitsunfähigkeit der 

Beschwerdeführerin für die Zeit vom 1. März 2023 bis zum 30. April 2023 

aus (vgl. Bg-act. 12). Allerdings stellte der behandelnde Psychiater Dr. 

- 15 -

med. P._____ in seinem fast vollständig ungeschwärzten Bericht vom 

5. Mai 2023 die Diagnosen einer rezidivierenden depressiven Störung, 

gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10: F33.1), einer 

posttraumatischen Belastungsstörung (ICD-10: F43.1) sowie einer 

chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren 

(ICD-10: F45.1) (vgl. Bf-act. 17). Bereits eine mittelgradige depressive 

Episode, welche vorliegend anhand des von Dr. med. P._____ im 

erwähnten Bericht erhobenen Befundes bzw. Psychostatus nachvollzogen 

werden kann (vgl. Bf-act. 17), führt zu wesentlichen Einschränkungen der 

Leistungsfähigkeit (vgl. DILLING/MOMBOUR/SCHMIDT, Internationale 

Klassifikation psychischer Störungen, ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch-

diagnostische Leitlinien, 9. Aufl., Bern 2014, S. 173, wonach eine Patientin 

mit einer mittelgradigen depressiven Episode nur unter erheblichen 

Schwierigkeiten soziale, häusliche und berufliche Aktivitäten fortsetzen 

kann). Insofern vermag die von der Beschwerdegegnerin vertretene 

gegenteilige Auffassung, wonach keine Arbeitsunfähigkeit vorliege, nicht 

zu überzeugen. Zudem ist davon auszugehen, dass sich die im Bericht 

von Dr. med. P._____ vom 5. Mai 2023 ausgewiesene Befundlage mit 

einer mittelgradigen Einengung und Gedankenkreisen auf die aktuelle 

Situation, einer deutlichen Beeinträchtigung der Grundstimmung, einer 

ausgeprägten Ratlosigkeit, einem reduzierten Antrieb sowie Ein- und 

Durchschlafstörungen in massgebender Weise ressourcenhemmend 

auswirkt (vgl. Bf-act. 17). Ausserdem befindet sich die Beschwerdeführerin 

seit Ende November 2018 in regelmässiger psychiatrischer Behandlung, 

wobei davon ausgegangen werden kann, dass sie auch 

psychopharmakologisch therapiert wird (vgl. Bf-act. 13 S. 3 und 17). Im 

Übrigen erachtet Dr. med. P._____ in seinem Bericht vom 1. Oktober 2023 

ein Einsatzprogramm für die soziale Integration in einem Pensum von 

40 % aus medizinischer – nicht rechtlicher – Sicht als unzumutbar (vgl. Bf-

act. 19). In ähnlicher Weise führt denn auch die dipl. Pflegefachfrau 

Psychiatrie der Spitex Chur, welche die Beschwerdeführerin seit Anfang 

- 16 -

des Jahres 2023 einmal wöchentlich im Rahmen der Alltagsbegleitung 

besucht, in ihrem Bericht vom 28. September 2023 aus, dass ein Pensum 

von 40 % unrealistisch sei. Die Beschwerdeführerin wirke während den 

Einsätzen oft psychisch instabil. Anhand der Depression Rating Scale 

(DRS) hätten sich der Wert 8 und damit deutliche Symptome einer 

möglichen Depression ergeben. Die Angst und der anhaltende Ärger 

sowie aber auch die traurige und gequälte Mimik seien Themen, welche 

im Einsatz besprochen würden (vgl. Bf-act. 18). Entgegen der Ansicht der 

Beschwerdegegnerin stellt die besagte Spitex-Mitarbeiterin keine 

Diagnose, sondern erachtet eine Depression aufgrund der vorliegenden 

Symptome lediglich als möglich bzw. nachvollziehbar. Soweit die 

Beschwerdegegnerin zudem auf die (allgemeinen) Aufgaben der Spitex 

hinweist und die von der Spitex-Mitarbeiterin gemachten Beurteilungen 

beanstandet, ist ihr entgegenzuhalten, dass es sich bei Letzterer um eine 

dipl. Pflegefachfrau mit Fachrichtung Psychiatrie handelt, wobei es sich 

um eine besondere Ausbildung im Pflegebereich handelt und dabei der 

Mensch mit einer psychischen Erkrankung im Mittelpunkt steht (vgl. 

https://www.zebi.ch/de/c/dipl-pflegefachfrau-mann-hf-in-psychiatrie.4044 

2, zuletzt besucht am 5. Dezember 2023). 

6.3. Im Weiteren bietet die Fachstelle für Arbeitsintegration Werknetz des 

Roten Kreuzes Graubünden gemäss ihrem Flyer soziale Integration mit 

praktischer Tätigkeit für sozialhilfeberechtigte Personen an (vgl. Bf-act. 4). 

Dabei geht es also im Wesentlichen um soziale Integration durch 

Vermittlung von geeigneten praktischen Tätigkeiten, wobei diesbezüglich 

aber darauf hinzuweisen ist, dass der behandelnde Psychiater Dr. med. 

P._____ im Bericht vom 5. Mai 2023 betreffend die (Re-)Integration der 

Beschwerdeführerin in einen Arbeitsprozess gerade von einer 

ungünstigen Prognose ausgeht (vgl. Bf-act. 17). Eine solche erscheint 

denn auch mit Blick auf die sich aus der Befundlage bzw. dem erhobenen 

Psychostatus gemäss besagtem Bericht heraus ergebenden wesentlichen 

https://www.zebi.ch/de/c/dipl-pflegefachfrau-mann-hf-in-psychiatrie

- 17 -

funktionellen Einschränkungen als plausibel (vgl. Bf-act. 17; vgl. auch 

vorstehend E.6.2). Zudem stimmen – entgegen der Auffassung der 

Beschwerdegegnerin – die von ihr gemachten Ausführungen zum 

Grundlagenpapier der SKOS "Fokus Soziale Integration" vom Oktober 

2023 nicht ohne Weiteres mit der vorliegend umstrittenen sozialen 

Integration überein, bei der es – wie bereits dargelegt und im Gegensatz 

zu den Ausführungen im besagten Grundlagenpapier – hauptsächlich um 

die Vermittlung von praktischen Tätigkeiten geht (vgl. Stellungnahme der 

Beschwerdegegnerin vom 15. November 2023 S. 2). 

6.4. Ferner wird die Familie der Beschwerdeführerin zwar – wie bereits 

dargelegt – durch die I._____ unterstützt (vgl. vorstehend E.6.1). 

Allerdings ist im Verlaufsbericht der I._____ vom 8. März 2023 vermerkt, 

dass die Beschwerdeführerin oft krank sei und sich die Familienbegleiterin 

um ihre körperliche sowie psychische Gesundheit sorge (vgl. Bf-act. 13 S. 

3). Auch geht daraus hervor, dass verschiedene Ziele noch nicht erfüllt 

sind, sondern diesbezüglich erst ein Prozess ersichtlich ist, und es der 

Beschwerdeführerin teilweise nach wie vor an Handlungsstrategien fehlt 

(vgl. Bf-act. 13 S. 1 ff.). Dies, obwohl die Massnahme der I._____ bereits 

mehrfach verlängert wurde, letztmals bis im Juni 2023 (vgl. Bf-act. 13 S. 1 

sowie Bg-act. 5 S. 1 und 7). Konkret ergibt sich aus dem besagten 

Verlaufsbericht, dass die Handlungsstrategien in der Erziehung und im 

Zusammenleben der Familie noch nicht gefestigt sind und teilweise sogar 

erst noch erarbeitet werden müssen. Entsprechend wurden die Eltern 

denn auch dazu angehalten, für eine respektvolle Beziehungskultur zu 

sorgen (vgl. Bf-act. 13 S. 1 ff.). Die Beschwerdeführerin ist mit der 

Wahrnehmung ihrer Erziehungsaufgaben oftmals überfordert und 

inkonsequent bei der Durchsetzung der Erziehungsmethoden (vgl. Bf-act. 

13 S. 3 ff.; vgl. auch Bf-act. 3 sowie Bg-act. 3 S. 3 ff., 4 S. 2, 5 S. 3 ff. und 

7 S. 3). Auch herrscht bei der Beschwerdeführerin häufig Ratlosigkeit in 

Bezug auf den alltäglichen Bereich sowie gesundheitliche oder schulische 

- 18 -

Fragen, da sie Deutsch weder lesen noch schreiben kann (vgl. Bf-act. 13 

S. 4 und S. 6 f.; vgl. auch Bf-act. 8 und 10 S. 1 sowie Bg-act. 3 S. 3, 4 S. 

2, 5 S. 3 f. und 7 S. 3). Zudem werden im Verlaufsbericht der I._____ vom 

8. März 2023 Schwierigkeiten bei der Haushaltsführung infolge des 

grossen Begleit- sowie Abholbedarfs der Kinder in unterschiedlichen 

Institutionen erwähnt (vgl. Bf-act. 13 S. 4; vgl. auch Bf-act. 3, 8, 10 S. 2 

und 18 sowie Bg-act. 3 S. 3 und 5 S. 3). Abgesehen davon kann dem 

angefochtenen Entscheid nicht entnommen werden, inwiefern die 

Kinderbetreuung bei einer Teilnahme der Beschwerdeführerin an einem 

Einsatzprogramm während zwei Tagen pro Woche sichergestellt wäre 

(vgl. Bf-act. 2), zumal betreffend drei Kinder die Reduktion des 

Betreuungsangebots bzw. – im Sinne einer ultima ratio – der Ausschluss 

aus der Kindertagesstätte droht (vgl. hierzu nachstehend E.6.5). 

Insbesondere vermag der getrennt lebende Vater der Kinder, der an einer 

Depression erkrankt ist und in der Vergangenheit immer wieder stationär 

behandelt werden musste, keine hinreichende Unterstützung zu leisten 

(vgl. Bf-act. 13 S. 4 f.; vgl. auch Bf-act. 10 S. 2 sowie Bg-act. 2, 3 S. 4, 4 

S. 2 und 5 S. 4). Vielmehr kümmert sich die Beschwerdeführerin – neben 

der Haushaltstätigkeit und abgesehen von "guten Tagen", an denen sich 

der Vater ein wenig am Familienleben beteiligt – allein um die 

Kinderbetreuung (vgl. Bf-act. 13 S. 4 f.; vgl. auch Bf-act. 8 und 18 sowie 

Bg-act. 3 S. 4, 4 S. 2, 5 S. 4 und 7 S. 3). Selbst wenn die 

Beschwerdeführerin nicht jeden Montag-, Dienstag- und 

Freitagnachmittag während einer bzw. zwei Stunde/n die 

Berufsbeistandschaft resp. den Hausarzt aufsuchen müsste und die 

Haushaltsführung durch Letztere von täglich zwei Stunden am Morgen als 

übertrieben angesehen würde (vgl. Bf-act. 18 [Wochenplan]), wie die 

Beschwerdegegnerin geltend macht, erscheint ohne Weiteres 

nachvollziehbar, dass die alleinerziehende und gesundheitlich 

beeinträchtigte Beschwerdeführerin bereits im Rahmen der 

Alltagsbewältigung mit fünf Kindern – wovon einige 

- 19 -

Verhaltensauffälligkeiten zeigen (vgl. hierzu nachfolgend E.6.5) und eines 

zudem an einer Entwicklungsverzögerung leidet (vgl. Bf-act. 13 S. 5; vgl. 

auch Bf-act. 3 und 8 sowie Bg-act. 5 S. 4 und 7 S. 3) – einer starken 

Belastung ausgesetzt ist. Auch hat sich die Überforderung der 

Beschwerdeführerin zuletzt anlässlich des Umzugs in die jetzige Wohnung 

der Familie im November 2022 gezeigt, welcher trotz Unterstützung von 

verschiedener Seite nicht reibungslos ablief (vgl. Bf-act. 6, 10 S. 2 und 13 

S. 3 sowie Bg-act. 4 S. 2 f. und 7 S. 3). Zudem ist mit Blick auf den lediglich 

bis Ende März 2024 laufenden Mietvertrag und der unstreitig fehlenden 

Anschlusslösung entgegen der in der Vernehmlassung vertretenen 

Auffassung der Beschwerdegegnerin nicht von einer inzwischen 

gesicherten sowie stabilisierten Wohnsituation der Familie H._____ 

auszugehen (vgl. Bf-act. 6). Insofern erscheint es plausibel, dass die 

aktuelle Wohnsituation – wie bereits in der Vergangenheit – eine 

zusätzliche Belastung für die Beschwerdeführerin darstellt (vgl. Bf-act. 10 

S. 2, 13 S. 2 und 18 sowie Bg-act. 4 S. 1 und 7 S. 2 f.). Mit dem 

Aufschieben der Auflage bis zur Stabilisierung der Wohnsituation gemäss 

Leistungsentscheid vom 11. November 2021 (vgl. Bg-act. 6 S. 2) und der 

Nichtdurchsetzung dieser Anordnung mittels Sanktionen in der Folge (vgl. 

Bf-act. 2 S. 7 [E.6b]) hat die Beschwerdegegnerin schliesslich zumindest 

implizit anerkannt, dass bereits solche Situationen zu einer grossen 

Belastung für die Beschwerdeführerin werden können. 

6.5. Sodann weist die Beiständin der fünf Kinder der Beschwerdeführerin in 

ihrer E-Mail vom 31. August 2023 an den beschwerdeführerischen 

Beistand auf die unterschiedlichen Betreuungsstrukturen hin und führt zur 

Gefährdungssituation der Kinder aus, dass die Beschwerdeführerin bei 

der Betreuung der Kinder stark eingebunden und in ihrer Rolle als Mutter 

täglich gefordert sei. Mit Blick auf das jetzt schon angespannte 

Familiensystem sei undenkbar, dass sie zusätzlich noch einer 

Erwerbstätigkeit nachgehen könne. Es sei davon auszugehen, dass eine 

- 20 -

zusätzliche Belastung der Beschwerdeführerin längerfristig dazu führen 

könnte, dass sie ihre Erziehungsaufgaben gar nicht mehr oder nicht mehr 

ausreichend wahrnehmen könnte, was im schlimmsten Fall eine 

Fremdplatzierung der Kinder oder andere Massnahmen zur Folge hätte 

(vgl. Bf-act. 3; vgl. auch Bf-act. 8 und 10 S. 3). Angesichts dieser 

möglichen Konsequenzen hat die Beschwerdeführerin denn auch Angst 

vor solchen Massnahmen (vgl. Bf-act. 13 S. 3 und 18). Zudem ist zur 

Situation der Kinder im Speziellen festzuhalten, dass die 

Betreuungspersonen der Kindertagesstätte das Verhalten der drei 

jüngsten Kinder als untragbar und unzumutbar erachten, was dazu geführt 

hat, dass sie kurzfristig für zwei Tage von der Betreuung ausgeschlossen 

wurden (vgl. Bf-act. 20; vgl. zum Verhalten der Kinder auch Bf-act. 3 und 

13 S. 5 sowie Bg-act. 3 S. 4 f. und 5 S. 4 f.). Hinsichtlich des weiteren 

Vorgehens hielt die Abteilungsleiterin der Kindertagesstätten des U._____ 

der B._____ in ihrer E-Mail vom 4. Oktober 2023 an die 

Familienbegleiterin fest, die Situation sei eingehend zu prüfen. Die 

Kindertagesstätten seien keine sozialpädagogischen Einrichtungen und 

könnten nicht das richtige Setting bieten, zumal die Betreuungspersonen 

nicht über die entsprechende und passende Ausbildung verfügten. 

Letztere hätten sich dahingehend geäussert, dass sie aufgrund der totalen 

Überforderung über eine Kündigung nachdächten. Da sich das Team 

erholen müsse, könnten alle drei Kinder zusammen nicht mehr die ganze 

Woche betreut werden (vgl. Bf-act. 20). Vor diesem Hintergrund ist mit der 

Beschwerdeführerin von einer sehr anspruchsvollen Kinderbetreuung 

auszugehen. 

6.6. Schliesslich wirft die Beschwerdegegnerin dem Beistand der 

Beschwerdeführerin vor, sich nicht an die anlässlich des am 26. Januar 

2021 stattgefundenen "Runden Tisches" getroffene Vereinbarung zu 

halten. Diesbezüglich ist festzuhalten, dass der beschwerdeführerische 

Beistand an diesem Gespräch nicht teilgenommen hat und die 

- 21 -

Beschwerdeführerin damals – entgegen der Auffassung der 

Beschwerdegegnerin – auch nicht durch Herrn Q._____ vertreten war, 

zumal dieser zu diesem Zeitpunkt der Beistand der Kinder war (vgl. Bg-

act. 4 S. 1 f.). Zudem haben sich die Teilnehmenden gemäss dem bei den 

Akten liegenden, nicht unterzeichneten, aber an die Teilnehmenden per 

E-Mail versandten Protokoll bezüglich der Situation der Familie H._____ 

zwar darauf geeinigt, in einem ersten Schritt bis Juni 2021 die 

Wohnsituation zu verbessern; in einem zweiten Schritt werde die 

Beschwerdeführerin drei Monate nach dem Einzug in die neue Wohnung 

in einem Pensum von 40 % an einer sozialen Integration teilnehmen (vgl. 

Bg-act. 4 S. 3 und 15). Dass bei diesem im Rahmen des "Runden Tisches" 

vom 26. Januar 2021 besprochenen Vorgehen im Wesentlichen lediglich 

die Wohnsituation der Familie H._____ als problematisch erachtete wurde, 

greift allerdings angesichts des hiervor Ausgeführten zu kurz. Dabei 

wurden nämlich die gesundheitlichen Probleme und familiären Umstände 

der Beschwerdeführerin völlig ausser Acht gelassen (vgl. hierzu 

vorstehend E.6.2 ff.). So äusserte denn auch die Sozialarbeiterin R._____ 

vom V._____ anlässlich des besagten Gesprächs Bedenken hinsichtlich 

der Teilnahme der Beschwerdeführerin an einer sozialen Integration im 

Werknetz zu einem Pensum von 40 % (vgl. Bg-act. 4 S. 3). Die über die 

familiäre Wohnsituation hinausgehende und viel umfassendere 

Belastungssituation der Beschwerdeführerin lässt sich somit nicht einfach 

mit einem Umzug beheben, wie anlässlich des am 26. Januar 2021 

stattgefundenen Gesprächs fälschlicherweise angenommen wurde (vgl. 

Bf-act. 4; vgl. auch vorstehend E.6.2 ff.). 

6.7. Gesamthaft betrachtet erweist sich die gesundheitliche, persönliche und 

familiäre Situation der Beschwerdeführerin zum jetzigen Zeitpunkt noch 

nicht als stabil genug für die Umsetzung der hier umstrittenen Auflage. Die 

vorliegende Angelegenheit ist allerdings mit Blick auf die Zukunft im Auge 

zu behalten. Folglich ist gestützt auf die aktuelle Aktenlage von der 

- 22 -

Unzumutbarkeit der Teilnahme an einem Einsatzprogramm des 

Werknetzes Graubünden in einem Pensum von 40 % für die soziale 

Integration auszugehen. Somit besteht auch kein Bedarf für eine 

vertrauensärztliche Untersuchung der Beschwerdeführerin, weshalb sich 

Weiterungen dazu erübrigen. 

7. Die Beschwerde erweist sich demnach als begründet und ist 

gutzuheissen, soweit darauf eingetreten werden kann, und der 

angefochtene Entscheid vom 8. August 2023 ist aufzuheben.

8.1. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten gestützt auf 

Art. 73 Abs. 1 VRG der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen, wobei sich 

eine Staatsgebühr von CHF 1'000.-- (zzgl. Kanzleiauslagen) als 

angemessen erweist (vgl. Art. 75 Abs. 2 VRG). Der nicht anwaltlich 

vertretenen Beschwerdeführerin ist praxisgemäss keine 

Parteientschädigung zuzusprechen; eine solche hat sie denn auch nicht 

anbegehrt (vgl. VGU U 20 107 vom 13. April 2021 E.14).

8.2. Das Gesuch der Beschwerdeführerin um Gewährung der unentgeltlichen 

Prozessführung für das vorliegende verwaltungsgerichtliche 

Beschwerdeverfahren wird bei diesem Verfahrensausgang 

gegenstandslos.

III. Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen, soweit darauf einzutreten ist, und der 

angefochtene Entscheid des J._____ von K._____ S._____ vom 8. August 

2023 wird aufgehoben. 

2. Die Gerichtskosten, bestehend aus

- einer Staatsgebühr von CHF 1'000.--

- und den Kanzleiauslagen von CHF 446.--

- 23 -

zusammen CHF 1'446.--

gehen zulasten der B._____.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilungen]