# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c53a372c-748f-5a93-ab63-ab5fb4fa7a71
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-07-07
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Strafkammer 07.07.2021 SK1 2020 15
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_004_SK1-2020-15_2021-07-07.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Urteil vom 07. Juli 2021

(Mit Urteil 6B_1464/2021 vom 29. Juni 2022 hat das Bundesgericht die gegen die-
ses Urteil erhobene Beschwerde abgewiesen, soweit darauf einzutreten war.)

Referenz SK1 20 15

Instanz I. Strafkammer 

Besetzung Moses, Vorsitzender
Cavegn und Hubert
Walker, Aktuarin

Parteien A._____,
Berufungskläger
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Pius Fryberg
Quaderstrasse 8, 7000 Chur 

gegen

Staatsanwaltschaft Graubünden
Sennhofstrasse 17, 7001 Chur
Berufungsbeklagte

B._____
Privatklägerin

Gegenstand versuchte schwere Körperverletzung, mehrfacher Diebstahl, mehr-
fache Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch und Übertretung 
gegen das Betäubungsmittelgesetz

Anfechtungsobj. Urteil Regionalgericht Plessur vom 21.01.2020, mitgeteilt am 
13.03.2020 (Proz. Nr. 515-2019-44)

Mitteilung 15. November 2021

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Sachverhalt

A. Das Regionalgericht Plessur sprach A._____ mit Urteil vom 21. Januar 
2020, mitgeteilt am 13. März 2020, schuldig der versuchten schweren Körperver-
letzung gemäss Art. 122 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB, des Diebstahls gemäss 
Art. 139 Ziff. 1 StGB, der mehrfachen Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 
StGB, des Hausfriedensbruchs gemäss Art. 186 StGB sowie der Übertretung ge-
gen Art. 19a Ziff. 1 BetmG. Es bestrafte A._____ als Zusatzstrafe zum Urteil des 
Kantonsgerichts von Graubünden vom 14. November 2018 mit einer Freiheitsstra-
fe von 8 Monaten und einer Busse von CHF 200.00. Die erstandene Polizeihaft 
von 2 Tagen rechnete es an die Freiheitsstrafe an. Die Ersatzfreiheitsstrafe für die 
Busse legte das Gericht auf 2 Tage fest. Das Regionalgericht Plessur verwies 
A._____ für die Dauer von 5 Jahren des Landes, wobei es festlegte, dass die 
Landesverweisung im Schengener Informationssystem SIS auszuschreiben ist. 
Die Zivilklage der B._____ gegen A._____ wurde auf den Zivilweg verwiesen. 
A._____ wurde zur Bezahlung der Verfahrenskosten von CHF 6'526.60 verpflich-
tet. Die Entschädigung der amtlichen Verteidigung von CHF 3'000.00 (inkl. Bar-
auslagen und MwSt.) sowie die Kosten der angerechneten Polizeihaft und des 
Strafvollzugs gingen zulasten des Kantons Graubünden.

B. Gegen dieses Urteil meldete A._____ (fortan: Berufungskläger und/oder 
Beschuldigter) am 27. Januar 2020 strafrechtliche Berufung an. Die Berufungser-
klärung ans Kantonsgericht datierte vom 17. März 2020. Der Beschuldigte begehrt 
die Aufhebung der Ziff. 2a und 3 des angefochtenen Entscheids. Er beantragt eine 
Freiheitsstrafe von maximal 6 Monaten als Zusatzstrafe zum Urteil des Kantons-
gerichts von Graubünden vom 14. November 2018 und das Absehen von einer 
Landesverweisung, unter Kosten- und Entschädigungsfolge.

C. Die Staatsanwaltschaft verzichtete mit Eingabe vom 25. Mai 2020 auf eine 
Stellungnahme.

D. Am 30. Juni 2020 fragte der damalige Vorsitzender der I. Strafkammer die 
Parteien an, ob diese mit der Durchführung des schriftlichen Verfahrens gemäss 
Art. 406 Abs. 2 lit. a StPO einverstanden seien. Der Beschuldigte bejahte dies mit 
Schreiben vom 20. Juli 2020, worauf ihm Frist bis am 18. August 2020 zur Einrei-
chung der schriftlichen Berufungsbegründung angesetzt wurde.

E. Am 3. September 2020 reichte der Beschuldigte innert erstreckter Frist die 
schriftliche Begründung seiner Berufung ein. Mit Eingabe vom 9. Oktober 2020 
beantragte die Staatsanwaltschaft innert angesetzter Frist die Abweisung der Be-
rufung und nahm zur Begründung der Berufungserklärung Stellung. Der Beschul-

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digte replizierte fristgerecht am 9. Dezember 2020 nach bewilligter Erstreckung 
der freiwillig angesetzten Frist zur Replik. Mit Schreiben vom 18. Dezember 2020 
teilte die Staatsanwaltschaft mit, auf eine Stellungnahme zur Replik des Beschul-
digten zu verzichten. Auf die Inhalte der genannten Rechtsschriften wird, soweit 
erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.

F. Mit prozessleitender Verfügung vom 19. März 2021 lud der Vorsitzende der 
I. Strafkammer den Beschuldigten, die Staatsanwaltschaft sowie die Privatklägerin 
B._____ zur mündlichen Berufungsverhandlung auf den 6. Juli 2021 vor.

G. Die Berufungsverhandlung fand am 6. Juli 2021 statt. Anwesend waren der 
Beschuldigte in Begleitung seines amtlichen Verteidigers, die Staatsanwaltschaft, 
zwei Mitglieder des Amts für Justizvollzugs, vier Kantonspolizisten sowie sechs 
Besucher aus dem familiären Umfeld des Beschuldigten. Das Urteil wurde am 
7. Juli 2021 beraten und den Parteien gleichentags im Dispositiv mitgeteilt.

Erwägungen

1. Gegen das angefochtene erstinstanzliche Urteil des Regionalgerichts Ples-
sur ist die Berufung zulässig (Art. 398 Abs. 1 StPO). Die Eintretensvoraussetzun-
gen geben zu keinen Bemerkungen Anlass. Auf die Berufung ist einzutreten. 

2. Das Berufungsgericht kann das Urteil in allen angefochtenen Punkten um-
fassend überprüfen (Art. 398 Abs. 2 StPO). Unter Vorbehalt von Art. 404 Abs. 2 
StPO erwachsen die mit Berufungserklärung nicht angefochtenen Punkte in 
Rechtskraft (BGer 6B_428/2013 v. 15.04.2014, E. 3.3 und 6B_694/2012 
v. 27.06.2013, E. 1.3). Nicht angefochten wurde die vorinstanzliche Verurteilung 
im Schuldpunkt. Die Schuldsprüche betreffend die versuchte schwere Körperver-
letzung gemäss Art. 122 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB, den Diebstahl gemäss 
Art. 139 Ziff. 1 StGB, die mehrfache Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 
StGB, den Hausfriedensbruch gemäss Art. 186 StGB sowie die Übertretung gegen 
Art. 19a Ziff. 1 BetmG sind damit in Rechtskraft erwachsen (vgl. vorstehend; 
Art. 437 StPO; Art. 402 StPO). Gleiches gilt für Dispositivziffer 4, wonach die Zivil-
klage der B._____ auf den Zivilweg verwiesen wurde. Vorliegend zu beurteilen 
sind die Bemessung der Zusatzstrafe für die in Rechtskraft erwachsenen Schuld-
sprüche sowie der von der Vorinstanz ausgesprochene Landesverweis.

3. Der Beschuldigte beantragt eine Reduktion der von der Vorinstanz ausge-
sprochenen Freiheitsstrafe von 8 Monaten als Zusatzstrafe zum Urteil des Kan-
tonsgerichts von Graubünden vom 14. November 2018 auf 6 Monate Freiheitsstra-
fe. Zur Begründung ihres Antrags verwies die Verteidigung anlässlich der Beru-

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fungsverhandlung vollumfänglich auf ihre Ausführungen in der schriftlichen Beru-
fungsbegründung (act. H.1, Ziff. 1.; act. A.6). In der schriftlichen Begründung der 
Berufungserklärung vom 3. September 2020 führte die Verteidigung aus, die Vor-
instanz habe dem Umstand, dass es sich teilweise um ein Zusatzurteil handle, zu 
wenig Berücksichtigung geschenkt. Sie machte geltend, das Kantonsgericht von 
Graubünden hätte – bei Kenntnis der vom Beschuldigten am 1. Juli 2016 began-
genen versuchten schweren Körperverletzung – berücksichtigt, dass der Beschul-
digte im Zeitpunkt der Tat stark angetrunken gewesen sei, weshalb es nicht eine 
(Gesamt)Strafe von 42 Monaten ausgesprochen hätte. Dem Verschulden des Be-
schuldigten sei eine Zusatzstrafe (recte: Asperation) von 4 Monaten (statt 6 Mona-
ten) angemessen, weshalb insgesamt eine Zusatzstrafe zum Urteil des Kantons-
gerichts von 6 Monaten und eine Busse von CHF 200.00 auszusprechen sei 
(act. A.6, Ziff. 2). 

4.1.1. Sind verschiedene Straftaten zu beurteilen und liegt zwischen deren Bege-
hung eine (rechtskräftige) Verurteilung, hat der Richter die dort festgesetzte Strafe 
im neuen Verfahren zu berücksichtigen. Für diejenigen Delikte, die der Beschul-
digte vor dem früheren Urteil beging, ist zu letzterem eine Zusatzstrafe auszufällen 
(Art. 49 Abs. 2 StGB; vgl. Hans Mathys, Leitfaden Strafzumessung, 2. Aufl., Basel 
2019, N 521). Art. 49 Abs. 2 StGB soll gewährleisten, dass das in Abs. 1 veranker-
te Asperationsprinzip auch bei retrospektiver Konkurrenz zur Anwendung gelangt 
(vgl. BGE 142 IV 329 E. 1.4.1; 141 IV 61 E. 6.1.2; 138 IV 113 E. 3.4.1). Implizite 
Voraussetzung für eine Zusatzstrafe gemäss Art. 49 Abs. 2 StGB ist, dass für die 
bereits beurteilten und noch zu beurteilenden Delikte im Falle gleichzeitiger ge-
richtlicher Beurteilung eine Gesamtstrafe hätte ausgesprochen werden können 
(vgl. BGE 142 IV 265 E. 2.3.2). Sind zusätzlich zu den Delikten, die der Beschul-
digte vor dem früheren Urteil beging, auch strafbare Handlungen zu beurteilen, die 
dieser erst nach dem früheren Urteil beging, liegt eine bloss teilweise retrospektive 
Konkurrenz vor. Diese führt zu einer nur teilweisen Zusatzstrafe (vgl. Mathys, 
a.a.O., N 522). Für die Frage, ob überhaupt und in welchem Umfang das Gericht 
eine Zusatzstrafe aussprechen muss, ist auf das Datum des Urteils im ersten Ver-
fahren abzustellen. Demgegenüber ist für die Bemessung bzw. die Höhe der Zu-
satzstrafe das rechtskräftige Urteil im ersten Verfahren massgebend (BGE 129 IV 
113 E. 1.4).

4.1.2. Der Beschuldigte wurde mit (rechtskräftigem) Urteil des Kantonsgerichts 
von Graubünden vom 14. November 2018, mitgeteilt am 15. Januar 2019, der 
mehrfachen Schändung gemäss Art. 191 StGB, der sexuellen Handlungen mit 
Kindern gemäss Art. 187 Ziff. 1 StGB, der sexuellen Handlungen mit Kindern 

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gemäss Art. 187 Ziff. 4 StGB, der versuchten Gewalt und Drohung gegen Behör-
den und Beamte gemäss Art. 285 Ziff. 1 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB, des ver-
suchten Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB, der 
Erwerbstätigkeit ohne Bewilligung gemäss Art. 115 Abs. 1 lit. c AuG sowie der 
mehrfachen Widerhandlung gegen Art. 19bis BetmG schuldig gesprochen. Dafür 
wurde er mit einer unbedingten Freiheitsstrafe von 36 Monaten und einer Busse 
von CHF 300.00 bestraft (KGer GR SK1 17 14 v. 14.11.2018). Die vom Beschul-
digten gegen dieses Urteil erhobene Beschwerde wies das Bundesgericht mit Ur-
teil vom 27. August 2019 ab, soweit es darauf eintrat (BGer 6B_230/2019 v. 
27.8.2019). Das Ersturteil des Regionalgerichts Plessur datierte vom 26. Novem-
ber 2016 (vgl. act. D.20).

4.2. Die in Rechtskraft erwachsenen Delikte, die dem vorliegenden vorinstanzli-
chen Schuldspruch zugrunde liegen, beging der Beschuldigte am 1. Juli 2016 
(versuchte schwere Körperverletzung), am 6. Oktober 2016 (mehrfacher Dieb-
stahl, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch), am 2. Februar 2017 (Sachbeschä-
digung) sowie zwischen dem 14. und 15. Februar 2017 (Übertretung des Betäu-
bungsmittelgesetzeses) (vgl. StA act. 1.1.45). Somit beging er die versuchte 
schwere Körperverletzung, den mehrfachen Diebstahl, eine Sachbeschädigung 
und den Hausfriedensbruch vor dem massgebenden Ersturteil vom 26. November 
2016 (vgl. dazu E. 4.1.1) und die andere Sachbeschädigung nach diesem Urteil. 
Es liegt mithin nicht ein Fall von retrospektiver Konkurrenz vor, wie das die Vor-
instanz angenommen hat, sondern von teilweise retrospektiver Konkurrenz (vgl. 
vorstehend E. 4.1.2). Damit ist eine teilweise Zusatzstrafe zum Urteil des Kan-
tonsgerichts von Graubünden vom 14. November 2018 auszusprechen. Diese er-
gibt sich aus den noch nicht beurteilten früheren Delikten und den im Ersturteil 
bereits sanktionierten Delikten. Die neuen Taten sind hingegen losgelöst vom Er-
sturteil und von der Zusatzstrafe selbständig zu behandeln (vgl. Mathys, a.a.O., N 
522 und N 550; BGE 142 IV 265 E. 2.4.1 f.; BGE 145 IV 1 E. 1). 

4.3. Für den vorliegenden Fall bedeutet dies, dass für die versuchte schwere 
Körperverletzung vom 1. Juli 2016 sowie für den mehrfachen Diebstahl, die Sach-
beschädigung und den Hausfriedensbruch vom 6. Oktober 2016 eine Zusatzstrafe 
zum Urteil des Kantonsgerichts von Graubünden vom 14. November 2018 auszu-
sprechen ist. Hingegen ist für die am 2. Februar 2017 begangene Sachbeschädi-
gung und die Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes vom 14. und 15. Februar 
2017 eine eigenständige Strafe festzusetzen, die mit der Zusatzstrafe zu addieren 
ist (vgl. vorstehend E. 4.2; BGE 145 IV 1 E. 1).

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4.4.1. Liegen die Voraussetzungen für eine Zusatzstrafe vor, setzt das Gericht 
zunächst eine hypothetische Gesamtstrafe fest. Die gedanklich zu bildende hypo-
thetische Gesamtstrafe ist aus der rechtskräftigen Grundstrafe (für die abgeurteil-
ten Taten) und der nach freiem gerichtlichen Ermessen festzusetzenden Einzel-
strafen für die neuen Taten zu bilden. Das gerichtliche Ermessen beschränkt sich 
auf die von ihm vorzunehmende Asperation zwischen rechtskräftiger Grundstrafe 
und der für die noch nicht beurteilten Taten auszusprechenden Strafe (BGE 142 
IV 265 E. 2.4.2 m.H.). Für die Bemessung der Zusatzstrafe ist zu unterscheiden, 
ob die Grundstrafe oder die neu zu beurteilenden Delikte die schwerste Straftat 
enthalten. Im ersten Fall ist die Grundstrafe mit einem Anteil der Einzelstrafen für 
die neuen Delikte angemessen zu erhöhen. Von dieser hypothetischen Gesamts-
trafe ist die Grundstrafe abzuziehen, was die Zusatzstrafe ergibt. Liegt umgekehrt 
die schwerste Straftat der Gesamtstrafe den neuen Taten zugrunde, ist diese um 
einen angemessenen Teil der Grundstrafe zu erhöhen. Wird von dieser hypotheti-
schen Gesamtstrafe die rechtskräftige Grundstrafe abgezogen, gelangt man wie-
derum zur Zusatzstrafe (Mathys, a.a.O., N 528; BGE 142 IV 265 E. 2.4.4).

4.4.2. Aus spezialpräventiven Gründen hätte das erkennende Gericht für die in 
retrospektiver Konkurrenz begangenen Delikte ebenfalls auf eine Freiheitsstrafe 
erkannt, wenn es sämtliche Delikte gleichzeitig beurteilt hätte (vgl. hierzu die zu-
treffende Begründung der Vorinstanz in act. B.1, E. 5.3; vgl. Art. 82 Abs. 4 StPO). 
Damit sind die Voraussetzungen für die Anwendung des Asperationsprinzips, die 
auch für die Bildung der Zusatzstrafe bei der retrospektiven Konkurrenz gelten, 
erfüllt (vgl. BGE 142 IV 265; BGE 129 IV 113 E. 1.4). Gemäss bundesgerichtlicher 
Rechtsprechung und herrschender Lehre ist die schwerste Tat im Sinne von Art. 
49 Abs. 1 StGB die mit der schwersten Strafe bedrohte und nicht die nach den 
Umständen des konkreten Falles verschuldensmässig am schwersten wiegende 
Tat (BGE 142 IV 265 E. 2.4.4 m.w.H.; 136 IV 55 E. 5.8). Vorliegend ist die in die-
sem Sinne schwerste Tat deshalb nicht die in der rechtkräftigen Grundstrafe ent-
haltene Schändung i.S.v. Art. 191 StGB (Strafrahmen: Freiheitsstrafe bis 10 Jahre 
oder Geldstrafe), sondern das neu zu beurteilende Delikt der versuchten schweren 
Körperverletzung i.S.v. Art. 22 Abs. 1 StGB i.V.m. Art. 122 StGB (Strafrahmen: 
Freiheitsstrafe sechs Monate bis 10 Jahre). Die Vorinstanz wäre gehalten gewe-
sen, eine Einsatzstrafe für die versuchte schwere Körperverletzung zu bestimmen 
und diese mit einem angemessenen Teil der Grundstrafe und den festzulegenden 
Strafen für die neu zu beurteilenden Straftaten zu erhöhen (vgl. dazu exemplarisch 
BGE 142 IV 265 E. 2.4.4). Die Summe dieser Erhöhungen und die Einsatzstrafe 
ergäben zusammen die Gesamtstrafe, von der die rechtskräftige Strafe des Er-
sturteils abzuziehen wäre. Gleichzeitig wäre für die Sachbeschädigung vom 2. Fe-

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bruar 2017 eine eigenständige Strafe festzulegen, die mit der so gebildeten Zu-
satzstrafe zu kumulieren wäre. Stattdessen ging die Vorinstanz von der rechtskräf-
tigen Grundstrafe von 36 Monaten (im Sinne einer Einsatzstrafe) aus und aspe-
rierte diese mit den genannten Delikten, ohne dass sie die Strafen festlegte, wel-
che den Asperationen zugrunde lagen. Auch schenkte sie der Tatsache keine Be-
achtung, dass die Sachbeschädigung vom 2. Februar 2017 nach dem massge-
benden Ersturteil vom 26. November 2016 begangen wurde. Auch benannte die 
Vorinstanz nicht, wie viele zusätzliche Monate für den Einbruchdiebstahl und die 
Sachbeschädigung vom 6. Oktober 2016 und vom 2. Februar 2017 entfallen. 
Vielmehr setzte sie die zu asperierende Strafe für den Einbruchdiebstahl samt 
Sachbeschädigung vom 6. Oktober 2016 und für die Sachbeschädigung vom 
2. Februar 2017 auf zwei Monate fest (act. E.1, E. 5.5). 

4.4.3. Die Verteidigung stellt diese Methodik nicht in Frage. Sie ist lediglich der 
Ansicht, dass für die versuchte schwere Körperverletzung eine Asperation von vier 
(statt sechs) Monaten vorzunehmen sei, weshalb eine Zusatzstrafe zum Urteil des 
Kantonsgerichts von Graubünden von 6 (statt 8) Monaten auszusprechen sei. 
Dem Einwand des Verteidigers, das Gericht hätte den vom Beschuldigten am Ta-
tabend getrunkenen Alkohol erheblich strafmildernd berücksichtigen müssen, ist 
nicht zu folgen. Der Beschuldigte äusserte in der ersten Einvernahme vom 6. Ja-
nuar 2017 lediglich, er sei etwas mehr als angetrunken gewesen, habe aber schon 
gewusst, was er mache (StA act. 1.6.12, Frage 10). An der Konfronteinvernahme 
mit dem Opfer vom 10. April 2019, mithin über zwei Jahre später, sagte er aus, 
damals ziemlich betrunken gewesen zu sein und geschwankt zu haben 
(StA act. 1.6.17, Frage 1). Wie die Staatsanwaltschaft in ihrem Schlussbericht kor-
rekt ausführt, äusserte sich der Beschuldigte zum von ihm konsumierten Alkohol 
erstmals konkret an der Schlusseinvernahme vom 16. Juli 2019, somit 3.5 Jahre 
nach dem Vorfall. Die Staatsanwaltschaft weist zu Recht darauf hin, dass die vom 
Beschuldigten dort gemachten Angaben (2.5 bis 3 Liter Bier und bis 3 Shots) mit 
Vorsicht zu geniessen sind (StA act. 1.1.46). Von einer Verminderung der Steue-
rungs- oder Einsichtsfähigkeit des Beschuldigten durch den getrunkenen Alkohol 
kann angesichts seiner Erstaussage, er sei sich bewusst gewesen, was er mache, 
nicht die Rede sein. Die Voraussetzungen für die gesetzliche Verminderung der 
Schuldfähigkeit nach Art. 19 Abs. 2 StGB sind nicht erfüllt. Der vom Beschuldigten 
am Tatabend konsumierte Alkohol könnte, wenn überhaupt, lediglich geringfügig 
strafmildernd berücksichtigt werden, jedoch fraglos nicht mit einem Drittel, wie das 
die Verteidigung geltend machen möchte. Im Ergebnis ist deshalb die von der Vor-
instanz vorgenommene Asperation von 6 Monaten für die versuchte schwere Kör-
perverletzung – wenngleich die (unbestritten gebliebene) erstinstanzliche Strafzu-

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messung wie in Erwägung 4.4.2 abgebildet vorzunehmen gewesen wäre – für sich 
alleine betrachtet tat-, täter- und schuldangemessen. Für die richtig berücksichti-
gen Strafzumessungselemente kann auf die entsprechende Erwägung der Vorin-
stanz verwiesen werden (vgl. Art. 82 Abs. 4 StPO; act. B.1, E. 5.4). Dem Einwand 
der Verteidigung ist mithin von vornherein kein Erfolg beschieden. Zudem gilt, 
dass aufgrund der vorzunehmenden Kumulation (statt Asperation) der Strafe für 
die Sachbeschädigung vom 2. Februar 2017, die aufgrund der objektiven und sub-
jektiven Tatschwere (mutwilliges, vorsätzliches Eintreten einer Haustüre aus nich-
tigem Anlass, unter Verursachung eines Schadens von CHF 900.00 [vgl. 
StA act. 1.1.45]) einen Monat ohne Frage übersteigen würde, eine höhere teilwei-
se Zusatzstrafe resultierte als die von der Vorinstanz gesprochenen 8 Monate. Es 
greift jedoch das Verbot der reformatio in peius, wonach die Rechtsmittelinstanz 
Entscheide nicht zum Nachteil der beschuldigten oder verurteilten Person abän-
dern darf, wenn das Rechtsmittel nur zu deren Gunsten ergriffen worden ist (vgl. 
Art. 391 Abs. 2 Satz 1 StPO; vgl. auch BGE 142 IV 89 E. 2.1). Die Höhe der Zu-
satzstrafe ist damit bei 8 Monaten zu belassen, wobei diese korrekterweise als 
teilweise Zusatzstrafe zum Urteil des Kantonsgerichts von Graubünden vom 
14. November 2018 auszusprechen ist. Die von der Vorinstanz ausgesprochene 
Busse von CHF 200.00 für die Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes sowie 
die Ersatzfreiheitsstrafe von 2 Tagen bei Nichtbezahlung der Busse wurden nicht 
beanstandet. Sie sind mit Verweis auf die vorinstanzlichen Erwägungen zu 
bestätigen (act. B.1, E. 5.7.1 – E. 5.7.3;vgl. Art. 82 Abs. 4 StPO).

4.4.4. Zusammengefasst wird die vorinstanzliche Strafe für die rechtskräftigen, 
nicht angefochtenen Schuldsprüche der versuchten schweren Körperverletzung 
gemäss Art. 122 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB, des Diebstahls gemäss Art. 139 
Ziff. 1 StGB, der mehrfachen Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB, 
des Hausfriedensbruchs gemäss Art. 186 StGB und der Übertretung gegen 
Art. 19a Ziff. 1 StGB bestätigt, womit eine Freiheitsstrafe von 8 Monaten als teil-
weise Zusatzstrafe zum Urteil des Kantonsgerichts von Graubünden und eine 
Busse von CHF 200.00 zu sprechen ist.

4.5. Die Verteidigung wendet sich im Weiteren gegen die von der Vorinstanz 
ausgesprochene Landesverweisung. Einerseits bringt sie vor, dass es sich bei der 
Anlasstat für die Landesverweisung um ein Bagatelldelikt handle (Einbruchdieb-
stahl ins Restaurant C._____ mit einem Deliktsbetrag von CHF 337.40), womit das 
Interesse der Öffentlichkeit, einen solchen Straftäter von der Schweiz fernzuhal-
ten, gering sei. Der Beschuldigte stelle keine Gefahr für die öffentliche Sicherheit 
dar. Die Tatsache, dass es sich bei der Anlasstat um ein Bagatelldelikt handle, sei 

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bei der Prüfung eines Härtefalls zu berücksichtigen. Andererseits macht sie gel-
tend, das Aussprechen einer Landesverweisung würde für den Beschuldigten ei-
nen schweren persönlichen Härtefall bewirken (act. A.6, S. 4 ff.; act. H.2, Ziff. 2).

4.6.1. Die obligatorische Landesverweisung wegen einer Katalogtat im Sinne von 
Art. 66a Abs. 1 StGB greift grundsätzlich unabhängig von der konkreten 
Tatschwere (BGE 146 IV 105 E. 3.4.1; 144 IV 332 E. 1.3.3). Sie muss entspre-
chend den allgemeinen Regeln des StGB zudem grundsätzlich bei sämtlichen 
Täterschafts- und Teilnahmeformen sowie unabhängig davon ausgesprochen 
werden, ob es beim Versuch geblieben ist und ob die Strafe bedingt, unbedingt 
oder teilbedingt ausfällt (BGE 146 IV 105 E. 3.4.1; 144 IV 168 E. 1.4.1). Als An-
lasstaten einer Landesverweisung kommen angesichts des Rückwirkungsverbots 
nach Inkrafttreten der Art. 66a ff. StGB am 1. Oktober 2016 begangene Katalogta-
ten in Betracht (Art. 2 StGB). Vorliegend hat sich der Beschuldigte am 6. Oktober 
2016 des Diebstahls in Verbindung mit Hausfriedensbruch (Art. 139 StGB i.V.m. 
Art. 186 StGB) strafbar gemacht und somit eine Katalogtat im Sinne von Art. 66a 
StGB erfüllt (Art. 66a Abs. 1 lit. d StGB), womit er unabhängig von der Höhe der 
Strafe grundsätzlich für 5-15 des Landes zu verweisen ist (Art. 66a Abs. 1 StGB). 

4.6.2. Gemäss Art. 66a Abs. 2 StGB kann das Gericht ausnahmsweise von einer 
Landesverweisung absehen, wenn diese für den Ausländer einen schweren per-
sönlichen Härtefall bewirken würde und die öffentlichen Interessen an der Landes-
verweisung gegenüber den privaten Interessen des Ausländers am Verbleib in der 
Schweiz nicht überwiegen. Dabei ist der besonderen Situation von Ausländern 
Rechnung zu tragen, die in der Schweiz geboren oder aufgewachsen sind. Die 
Härtefallklausel von Art. 66a Abs. 2 StGB dient der Umsetzung des Verhältnis-
mässigkeitsprinzips (Art. 5 Abs. 2 BV; BGE 146 IV 105 E. 3.4.2; 145 IV 364 E. 3.2; 
144 IV 332 E. 3.1.2). Für einen Verzicht auf die Landesverweisung gestützt auf 
Art. 66a Abs. 2 StGB müssen die in dieser Bestimmung erwähnten Voraussetzun-
gen kumulativ erfüllt sein (BGE 146 IV 105 E. 3.4.2). Ob ein schwerer persönlicher 
Härtefall im Sinne von Art. 66a Abs. 2 StGB vorliegt, bestimmt sich anhand der 
gängigen Integrationskriterien (BGE 146 IV 105 E. 3.4.2; 144 IV 332 E. 3.3.2). Zu 
berücksichtigen sind namentlich der Grad der persönlichen und wirtschaftlichen 
Integration, einschliesslich familiäre Bindungen des Ausländers in der Schweiz 
bzw. in der Heimat, die Aufenthaltsdauer, der Gesundheitszustand und die Reso-
zialisierungschancen (vgl. Art. 31 Abs. 1 der Verordnung vom 24. Oktober 2007 
über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit [VZAE; SR 142.201]; BGE 144 IV 
332 E. 3.3.2). Ebenso ist der Rückfallgefahr und wiederholten Delinquenz Rech-
nung zu tragen. Dabei darf das Gericht auch vor dem Inkrafttreten von Art. 66a 

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StGB begangene Straftaten berücksichtigen (BGE 144 IV 332 E. 3.3.2; BGer 
6B_560/2020 v. 17.8.2020 E. 1.1.1; 6B_396/2020 v. 11.8.2020 E. 2.4.2). Der be-
sonderen Situation von in der Schweiz geborenen oder aufgewachsenen Auslän-
dern wird insofern Rechnung getragen, als dass eine längere Aufenthaltsdauer, 
zusammen mit einer guten Integration, in aller Regel als starke Indizien für ein 
gewichtiges Interesse an einem Verbleib in der Schweiz und damit für das Vorlie-
gen eines Härtefalls zu werten sind (BGE 146 IV 105 E. 3.4.4). 

Von einem schweren persönlichen Härtefall ist in der Regel bei einem Eingriff von 
einer gewissen Tragweite in den Anspruch des Ausländers auf das in Art. 13 BV 
und Art. 8 EMRK verankerte Recht auf Achtung des Privat- und Familienlebens 
auszugehen. Die Interessenabwägung im Rahmen der Härtefallklausel von 
Art. 66a Abs. 2 StGB hat sich daher an der Verhältnismässigkeitsprüfung nach 
Art. 8 Ziff. 2 EMRK zu orientieren (BGE 145 IV 161 E. 3.4). Zum durch Art. 8 
EMRK geschützten Familienkreis gehört in erster Linie die Kernfamilie, d.h. die 
Gemeinschaft der Ehegatten mit ihren minderjährigen Kindern (BGE 145 I 227 
E. 3.1; 144 I 266 E. 3.3). Andere familiäre Verhältnisse fallen in den Schutzbereich 
von Art. 8 EMRK, sofern eine genügend nahe, echte und tatsächlich gelebte Be-
ziehung besteht (BGE 144 II 1 E. 6.1). Hinweise für solche Beziehungen sind das 
Zusammenleben in einem gemeinsamen Haushalt, eine finanzielle Abhängigkeit, 
speziell enge familiäre Bindungen, regelmässige Kontakte oder die Übernahme 
von Verantwortung für eine andere Person (BGE 144 II 1 E. 6.1 S. 12; BGer 
6B_177/2020 v. 2.7.2020 E. 2.4.3 m.H.). Volljährigen Kindern kann Art. 8 EMRK 
ein Anwesenheitsrecht verleihen, wenn ein besonderes Abhängigkeitsverhältnis 
besteht, namentlich infolge von Betreuungs- oder Pflegebedürfnissen bei körperli-
chen oder geistigen Behinderungen und schwerwiegenden Krankheiten (BGE 145 
I 227 E. 3.1).

4.6.3. Die Verteidigung macht geltend, der Beschuldigte sei im Jahr 2001, im Alter 
von nicht einmal sieben Jahren, mit seiner Familie von D._____ in die Schweiz 
geflüchtet. Er halte sich bald 20 Jahre in der Schweiz auf, sei hier zur Schule ge-
gangen und habe eine Anlehre als Maurer absolviert. Seine ganze Familie lebe in 
der Schweiz. In D._____ habe der Beschuldigte keine Bekannten oder Verwand-
ten. Sein ganzes Beziehungsfeld sei in der Schweiz. Die Familienverhältnisse sei-
en intakt. Sowohl Vater wie auch Mutter wie auch seine Geschwister würden zu 
ihm stehen und ihm den nötigen Halt geben. Das zeige sich auch daran, dass sie 
an der erstinstanzlichen Hauptverhandlung und der Berufungsverhandlung per-
sönlich erschienen und den Beschuldigten begleitet hätten. Ausserdem könne der 
Beschuldigte aufgrund seiner Zugehörigkeit zur Minderheit der E._____ nicht in 

11 / 23

den D._____ zurückkehren. Er habe dort, wie seine ganze Familie, keine Sicher-
heit. Die gesamte E._____-Gemeinschaft sei aus der Gemeinde aus verschiede-
nen Gründen abgereist. Es liege eine Bestätigung des Präsidenten des Verbands 
der E._____ in der Schweiz im Recht, welche belege, dass der Beschuldigte nicht 
in den D._____ zurückkehren könne. Auf dem Grundstück in D._____, auf dem 
seine Familie gelebt habe, stehe kein Haus mehr, da das Familienhaus des Be-
schuldigten abgebrannt worden sei. Die Möglichkeit für eine Wiedereingliederung 
im Herkunftsstaat sei somit nicht gegeben (act. H.2, Ziff. 4 f.; act. H.4, S. 3. f.; 
act. A.6, Ziff. 2-7; act. A.9, Ziff. 3-8).

4.6.4. Der heute 27-jährige Beschuldigte ist nicht verheiratet und hat keine Kinder 
(act. H.3, Frage IV 2). Gemäss eigenen Angaben hat er eine Anlehre als Maurer 
abgeschlossen und arbeitete danach in "Temporärbüros". Er habe immer alle 2-3 
Monate "etwas gearbeitet". Vom Sozialamt sei er nicht lange abhängig gewesen, 
da er in den Jahren 2001 bis 2009 in der Schule gewesen sei und zwischen 2010 
und 2012 eine Anlehre als Maurer absolviert habe. Danach sei er selbständig ge-
wesen, habe alleine gewohnt und immer gearbeitet (act. H.3, Frage IV. 4; 
StA act. 1.2.20). Der Beschuldigte legte nicht dar, inwiefern er in der Schweiz eine 
genügend nahe, echte und tatsächlich gelebte familiäre Beziehung im zuvor er-
wähnten Sinne vorzuweisen hätte. Insbesondere lebte er bereits vor seinem vor-
zeitigen Strafvollzugsantritt selbständig und nicht in einem gemeinsamen Haushalt 
mit den Eltern. Eine finanzielle Abhängigkeit zu seiner Familie macht er ebenfalls 
nicht geltend. Sodann sind keine speziell engen familiären Bindungen ausgewie-
sen, weder infolge von Betreuungs- und Pflegebedürfnissen aufgrund körperlicher 
oder geistiger Behinderungen noch infolge von schwerwiegenden Krankheiten. 
Der Beschuldigte ist, abgesehen von seiner Hepatitis-B-Erkrankung (vgl. StA 
act. 1.2.6), gesund; namentlich besteht kein besonderes Abhängigkeitsverhältnis 
zu seinen Eltern und Geschwistern im Sinne der Rechtsprechung. Gefragt nach 
seinen Plänen für die Zeit nach Verbüssung seiner Freiheitsstrafe gab er an, zu 
seinem ehemaligen Arbeitgeber F._____ zurückkehren und kurzfristig bei seiner 
Familie einziehen zu wollen, bis er eine eigene Wohnung gefunden habe (act. H.3, 
Frage V. 5). Eine Verletzung des in Art. 8 EMRK verankerten Anspruchs auf Ach-
tung des Familienlebens bei einer Wegweisung ist vor dem Hintergrund der zitier-
ten Rechtsprechung nicht ersichtlich, womit sich der Beschuldigte nicht auf das 
Vorliegen eines schweren persönlichen Härtefalls gestützt auf Art. 13 BV und 
Art. 8 EMRK berufen kann.

4.6.5. Als weitere Gründe, welche die Annahme eines schweren persönlichen 
Härtefalls im Sinne von Art. 66a BV rechtfertigen könnten, bringt der Beschuldigte 

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insbesondere seine Zugehörigkeit zur Minderheit der E._____ in D._____ vor. Ge-
stützt auf eine Bestätigung des Präsidenten des D._____ E._____ Verbands vom 
16. Juli 2020 (act. B.2) macht er geltend, in D._____ keine Sicherheit zu haben. 
Auf der Bescheinigung ist zu lesen, dass die Familie des Beschuldigten im Jahr 
1998/1999 in ihrer Gemeinde G._____ ein "Sicherheitsproblem" gehabt habe, sie 
hätten ihr Zuhause "wegen Sicherheitsursache" verlassen müssen. Das Haus sei 
danach vollständig abgebrannt worden und ein Teil dieses Eigenums "von unbe-
kannten Personen usurpiert" worden. Die Familie könne nicht in ihr Land zurück-
kehren, da sie dort keine Sicherheit habe. Die gesamte E._____-Gemeinschaft sei 
aus dieser Gemeinde "aus verschiedenen Gründen" abgereist (act. B.2).

Gemäss Art. 66d Abs. 1 lit. a StGB kann der Vollzug der obligatorischen Landes-
verweisung nach Art. 66a StGB nur aufgeschoben werden, wenn der Betroffene 
ein von der Schweiz anerkannter Flüchtling ist und durch die Landesverweisung 
sein Leben oder seine Freiheit wegen seiner Rasse, Religion, Nationalität, Zu-
gehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder seiner politischen An-
schauungen gefährdet wäre; davon ausgenommen ist der Flüchtling, der sich 
gemäss Artikel 5 Absatz 2 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG; SR 
142.31) nicht auf das Rückschiebungsverbot berufen kann. Gemäss Art. 25 Abs. 3 
BV dürfen Flüchtlinge nicht in einen Staat ausgeschafft werden, in dem sie verfolgt 
werden. Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung hat das Gericht im Rahmen 
der Prüfung eines schweren persönlichen Härtefalls gemäss Art. 66a Abs. 2 StGB 
die öffentlichen und privaten Interessen gegeneinander abzuwägen. Demgegenü-
ber hat die Vollzugsbehörde – entgegen dem Wortlaut von Art. 66d StGB – kein 
Ermessen hinsichtlich der Frage, ob der Vollzug aufgeschoben wird. Sowohl aus 
dem zwingenden Charakter der völkerrechtlichen Verpflichtungen, die sich aus 
dem Rückschiebungsverbot ergeben, als auch aus der Diskussion im Vernehm-
lassungsverfahren müsse vielmehr geschlossen werden, dass in diesen Fällen der 
Vollzug zwingend aufgeschoben werden müsse (BGer 6B_423/2019 v. 17.3.2020 
E. 2.1.2). Vorliegend verfügt der Beschuldigte über die Aufenthaltsbewilligung F 
(vgl. StA act. 1.2.6; act. B.1, E. 6.4) und damit über einen Ausweis für Personen, 
die aus der Schweiz weggewiesen wurden, wobei sich aber der Vollzug der Weg-
weisung als unzulässig, unzumutbar oder unmöglich erwiesen hat. Nach dem 
Bundesgericht ist der völkerrechtlichen Verpflichtung des non-refoulement-Gebots 
sowie auch den Interessen des Betroffenen Genüge getan, wenn diesen auf der 
Ebene des Vollzugs Rechnung getragen wird, solange dies notwendig ist. Für die-
se Sichtweise spreche nicht zuletzt die gesetzliche Systematik, die die Flücht-
lingseigenschaft lediglich als Vollzugshindernis resp. als Aufschubsgrund nenne. 
Auch sei sich der Gesetzgeber der Problematik gewusst gewesen, wonach des 

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Landes verwiesene Ausländer über keinen aufenthaltsrechtlichen Status mehr 
verfügen, obwohl sie die Schweiz – aus den Vollzug hindernden Gründen – nicht 
verlassen (BGer 6B_423/2019 v. 17.3.2020 E. 2.2.2; Botschaft vom 26. Juni 2013 
zur Änderung des Strafgesetzbuchs und des Militärstrafgesetzes [Umsetzung 
von Art. 121 Abs. 3-6 BV über die Ausschaffung krimineller Ausländerinnen und 
Ausländer], BBL 2013 5975 S. 6008). Die ins Recht gelegte Bestätigung des Prä-
sidenten des D._____ E._____ Verbands H._____ vermag nicht nachzuweisen, 
dass der Beschuldigte, nachdem er vor 23 Jahren im Jahr 1998/1999 mit seiner 
Familie aus D._____ geflüchtet ist, im Jahr 2021 in seinem Land verfolgt oder ge-
fährdet wäre. Da keine aktuelle Gefahr dargelegt ist, steht der Anordnung einer 
Landesverweisung – soweit heute bestimmbar – nichts entgegen. Zusätzlich wird 
bei einem Vollzug ohnehin zu prüfen sein, ob das zwingende völkerrechtliche Ge-
bot des non-refoulment einer Ausweisung entgegensteht. Aus der eingelegten 
Bestätigung des Präsidenten des D._____ E._____ Verbands H._____ kann der 
Beschuldigte damit keinen persönlichen Härtefall dartun.

4.6.6. Der sinngemässe Einwand der Verteidigung, der Beschuldigte kenne nie-
manden in D._____ und könne dort deshalb nicht leben, zielt ins Leere. Der Be-
schuldigte ist im Alter von sieben Jahren in die Schweiz gekommen, wuchs des-
halb mehrheitlich in der Schweiz auf, besuchte hier die Schule und absolvierte 
eine Anlehre als Maurer (act. H.3, Fragen IV.4 und V.2; StA act. 1.2.20). Die lange 
Aufenthaltsdauer in der Schweiz ist somit zu seinen Gunsten zu berücksichtigen. 
Aufgrund der langen Aufenthaltsdauer wäre eine Landesverweisung zweifelsohne 
mit einer gewissen Härte für ihn verbunden. Daraus lässt sich jedoch noch kein für 
die Annahme eines Härtefalls genügend gewichtiges persönliches Interesse an 
einem Verbleib in der Schweiz ableiten. Ob ein Härtefall vorliegt, entscheidet sich 
weder anhand von starren Altersvorgaben, noch führt eine bestimmte Anwesen-
heitsdauer automatisch zur Annahme eines Härtefalls. Die Härtefallprüfung ist 
vielmehr in jedem Fall anhand der gängigen Integrationskriterien vorzunehmen 
(BGE 146 IV 105 E. 3.4.4; BGer 6B_300/2020 v. 21.8.2020 E. 3.4.2; 6B_15/2020 
v. 5.5.2020 E. 1.7.2), wobei die intendierte "massive Verschärfung" (BGE 145 IV 
55 E. 4.3) des Ausweisungsrechts nicht aus dem Auge zu verlieren ist (BGE 144 
IV 332 E. 3.3.1 und E. 3.3.3; BGer 6B_689/2019 v. 25.10.2019 E. 1.7.2). Der Be-
schuldigte legte nicht dar, in der Schweiz persönlich oder wirtschaftlich besonders 
integriert zu sein. Dies geht auch aus den Akten nicht hervor. Der Beschuldigte 
brachte des Weiteren nicht vor, in der Schweiz irgendwelche Kontakte ausserhalb 
seiner Familie zu pflegen. Er scheint keine besonderen Sozialkontakte in der 
Schweiz zu haben, weshalb von einer eher unterdurchschnittlichen sozialen Ein-
bettung und Integration auszugehen ist. Dies mag bis zu einem gewissen Grad 

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seiner seit dem 2. Dezember 2019 verbüssten Freiheitsstrafe von 36 Monaten ge-
schuldet sein. Dennoch ist auffällig, dass der Beschuldigte an der Berufungsver-
handlung lediglich seine Familie als Beziehungsnetz nannte. Er gab an in, der 
Schweiz seine Familie zu haben sowie Cousin und Cousinen in I._____. In beiden 
Ländern habe er zudem Tanten und Onkel. Auf die Frage, ob er andere Personen 
kenne, antwortete er mit Nein (act. H.3., Fragen V. 9-11). Sein beruflicher Werde-
gang bzw. seine wirtschaftliche Integration sind nicht stabil. Der Beschuldigte ab-
solvierte eine Anlehre als Maurer und weist damit keinen ordentlichen Berufsab-
schluss auf. Seine Arbeitstätigkeit war geprägt von Temporäranstellungen (StA 
act. 1.2.5, S. 2; StA act. 1.2.20; StA act. 1.2.22). Dazwischen war er abhängig von 
der Sozialhilfe (StA act. 1.2.14). Zwar kann er positiv lautende Arbeitszeugnisse 
aufweisen und sein letzter Arbeitgeber scheint bereit zu sein, ihn wiedereinzustel-
len, "sofern es die Auftragslage erlaubt" (act. B.4). Auch vermittelte der Beschul-
digte an der Berufungsverhandlung nicht den Eindruck, sich nach Verbüssung der 
Freiheitsstrafe weiterbilden zu wollen bzw. einen ordentlichen Berufsabschluss 
anzustreben. Seine Zukunftspläne beinhalten die Rückkehr zu seinem früheren 
Arbeitgeber, das Suchen einer Wohnung und das Gründen einer Familie (act. H.3, 
Fragen V. 1, 5). Angesichts seines bisherigen beruflichen Werdegangs und der 
bestehenden Schulden von mehreren Zehntausend Franken Gerichtskosten sowie 
aufgrund der bezogenen Sozialhilfe erscheint es fraglich, ob er sich erfolgreich 
und dauerhaft in den Schweizer Arbeitsmarkt integrieren würde. Eine besonders 
intensive berufliche Bindung an die Schweiz, welche einer Landesverweisung ent-
gegenstehen könnte, ist nicht vorhanden. Der Beschuldigte spricht fliessend 
J.________. Wenngleich er angibt, besser Deutsch zu sprechen, ist J.________ 
seine Muttersprache (act. H.3 Frage V.6). Mit seinen Eltern spricht er J.________, 
mit seinen Geschwistern mehrheitlich Deutsch (act. H.3 Frage V.7). Er gab gar an, 
J.________ schreiben zu können (act. H.3 Frage V.16). Der Beruf des Maurers ist 
auch im Herkunftsstaat des Beschuldigten bekannt, womit es ihm, nicht zuletzt 
aufgrund seiner intakten Kenntnisse der J.________ Sprache, grundsätzlich mög-
lich wäre, auf dem erlernten Beruf zu arbeiten.

Nach dem Ausgeführten sind keine Tatsachen vorhanden, die ein überwiegendes 
persönliches Interesse des Beschuldigten in der Schweiz nahelegen würden. Die 
in der Schweiz verbrachte Zeitdauer sowie der hiesige Schulbesuch samt Anlehre 
sprechen für sich alleine noch nicht für ein starkes Interesse an einem Verbleib in 
der Schweiz. Gleiches gilt für die familiäre und soziale Situation sowie die berufli-
che Integration des Beschuldigten. Es sind keine besonders intensiven, über eine 
normale Integration hinausgehenden privaten Bindungen gesellschaftlicher oder 
beruflicher Natur ersichtlich, im Gegenteil. Auch spricht der Gesundheitszustand 

15 / 23

des Beschuldigten nicht gegen einen Landesverweis. Mangels genügend persön-
licher Interessen liegt somit kein Härtefall im Sinne von Art. 66a Abs. 2 StGB vor. 

4.6.7. Schliesslich macht die Verteidigung geltend, der Beschuldigte habe durch 
den Strafvollzug die notwendigen Lehren gezogen. Die Vollzugsanstalt attestiere 
ihm ein freundliches und anständiges Verhalten und eine gute Arbeitsleistung. Die 
ihm abgenommenen Urinproben seien alle negativ ausgefallen, aus den bewillig-
ten Vollzugslockerungen sei er stets pünktlich und in guter Verfassung zurückge-
kehrt. Zudem habe er im Strafvollzug die Fahrprüfung bestanden und sich so die 
Grundlage geschaffen, um später in verschiedenen Berufen bzw. Arbeitsplätzen 
tätig sein zu können. Bei einer Landesverweisung würden sämtliche Resozialisie-
rungsbemühungen und –erfolge zunichtegemacht. Die Rückfallgefahr betrage 
gleich null. Der Beschuldigte zeige aufrichtige Reue und sei gewillt, ein rechtschaf-
fenes Leben zu führen. Ein persönlicher Härtefall sei zu bejahen, womit die priva-
ten Interessen des Beschuldigten am Verbleib in der Schweiz als höher zu ge-
wichten seien, als die öffentlichen Interessen an einer Landesverweisung 
(act. H.2, Ziff. 2-5; act. H.3, S. 3. f.; act. A.6, Ziff. 2-7; act. A.9, Ziff. 3-8). Die nach-
folgenden Ausführungen machen deutlich, dass auch eine Abwägung des persön-
lichen Interesses am Verbleib in der Schweiz und dem öffentlichen Interesse an 
der Fernhaltung des Beschuldigten nicht zu dessen Gunsten ausfällt.

4.6.8. Im Schweizerischen Strafregister ist der Beschuldigte mit zwei Einträgen 
verzeichnet. Am 10. Juli 2012 wurde er von der Jugendanwaltschaft des Kantons 
Graubünden wegen Angriffs mit einem Freiheitsentzug von 30 Tagen mit einer 
Probezeit von 2 Jahren und einer Busse von CHF 150.00 bestraft. Wie eingangs 
erwähnt, verurteilte ihn das Kantonsgericht von Graubünden am 14. November 
2018 wegen Vergehens gegen Art. 19 Abs. 1 lit. c BetmG, mehrfachen Vergehens 
gemäss Art. 19bis BetmG, mehrfacher Übertretung gemäss Art. 19a BetmG, Über-
tretung des Bundesgesetzes zum Schutz vor Passivrauchen, mehrfacher Schän-
dung gemäss Art. 191 StGB, sexuellen Handlungen mit einem Kind gemäss Art. 
187 Abs. 1 StGB, sexuellen Handlungen mit einem Kind (irrige Vorstellung) 
gemäss Art. 187 Abs. 4 StGB, Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte 
(Versuch) gemäss Art. 285 Abs. 1 StGB, versuchten Diebstahls gemäss Art. 139 
Abs. 1 StGB und Erwerbstätigkeit ohne Bewilligung gemäss Art. 115 Abs. 1 lit. c 
AuG zu einer Freiheitsstrafe von 36 Monaten und einer Busse von CHF 300.00 
(act. D.20). Die dem vorliegenden Verfahren zugrundeliegenden Taten der ver-
suchten schweren Körperverletzung gemäss Art. 122 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 
StGB, des Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB, der mehrfachen Sachbeschä-
digung gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB, des Hausfriedensbruchs gemäss Art. 186 

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StGB sowie der Übertretung gegen Art. 19a Ziff. 1 BetmG beging der Beschwer-
deführer in den Jahren 2016 und 2017 (StA act. 1.1.45). Noch bevor es am 
29. November 2016 zur Verurteilung wegen den Taten kam, die zum Schuld-
spruch vom 29. November 2016 (Erste Instanz) bzw. vom 14. November 2018 
(Kantonsgericht) führten, beging der Beschuldigte am 6. Oktober 2016 den als 
Anlasstat für die Landesverweisung zählenden Einbruchdiebstahl im Restaurant 
C._____. Der Beschuldigte liess sich mithin vom gegen ihn geführten Strafverfah-
ren, das in den Schuldspruch des Kantonsgerichts vom 14. November 2018 mün-
dete, sichtlich nicht beeindrucken und wurde weiter und wiederholt straffällig. Die 
durch den Beschuldigten verübten Delikte, welche zum erwähnten Schuldspruch 
führten, stellten überdies schwere Straftaten dar (mehrfache Schändungen, sexu-
elle Handlungen mit Kindern), gleiches gilt für die versuchte schwere Körperverlet-
zung vom 1. Juli 2016. Diese Straftaten, die gar Katalogtaten im Sinne von 
Art. 66a StGB darstellen, beging der Beschuldigte vor dem Inkrafttreten von 
Art. 66a StGB, womit diese nicht als Anlasstaten für eine Landesverweisung gel-
ten. Nichtsdestotrotz darf das Gericht diese vor dem Inkrafttreten von Art. 66a 
StGB begangenen Straftaten bei der Interessenabwägung zwischen den öffentli-
chen Interessen an einer Landesverweisung und den privaten Interessen des Aus-
länders am Verbleib in der Schweiz berücksichtigen (vgl. vorstehend, E. 4.6.2). 
Gemäss den unbestritten gebliebenen Feststellungen der Vorinstanz handelte der 
Beschuldigte in Bezug auf den am 6. Oktober 2016 begangenen Einbruchdieb-
stahl mit direktem Vorsatz. Der Beschuldigte gab an, den Einbruchdiebstahl aus 
Langeweile begangen zu haben (StA act. 1.7.11, Frage 8), womit mit der Vorin-
stanz festzuhalten ist, dass der Beschuldigte die Tat aus niederen Beweggründen 
und nichtigem Anlass verübte. Der Ansicht der Verteidigung, diese Anlasstat kön-
ne keinesfalls als schwer beurteilt werden (act. H.2, Ziff. 3), ist nicht zu folgen. 
Zwar betrug der Deliktsbetrag, wie die Verteidigung ausführte, lediglich 
CHF 337.40. Gleichwohl verursachte der Beschuldigte dafür einen Sachschaden 
von ca. CHF 3'500.00, um, in den Worten der Vorinstanz," an ein paar Zigaretten 
und ein Bier zu gelangen" (vgl. act. B.1, E. 5.5; StA act. 1.7.1). Damit offenbarte 
der Beschuldigte rein egoistischen Beweggründe für eine Tat, die ohne weiteres 
vermeidbar gewesen wäre, sowie seine erhebliche kriminelle Energie und gering-
fügigen Respekt vor fremdem Eigentum. Da er diese Tat – ebenso wie die ver-
suchte schwere Körperverletzung vom 1. Juli 2016, als er mit den Füssen mehr-
fach auf den Kopf und den Oberkörper eines wehrlos am Boden liegenden Opfers 
eintrat und erst aufhörte, als er durch eine Drittperson weggezerrt wurde (act. B.1, 
E. 4.1-4.4 und E. 5.4; StA act. 1.1.45) – noch während laufender Strafuntersu-
chung bzw. nach erfolgter Anklage der Staatsanwaltschaft vom 23. August 2016 
verübte, zeigte er eine ausgeprägte Einsichtslosigkeit. Die wiederholte Delinquenz 

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des Beschuldigten und die Schwere der von ihm verübten Taten lassen auf eine 
erhebliche Rückfallgefahr und Gleichgültigkeit gegenüber der Schweizerischen 
Rechtsordnung insgesamt schliessen. Dass sich der Beschuldigte seit dem (die-
sem Verfahren zugrunde liegenden) erstinstanzlichen Schuldspruch vom 21. Ja-
nuar 2020 nichts mehr zuschulden kommen liess, ist unter anderem der Tatsache 
geschuldet, dass er sich seit dem 2. Dezember 2019 im vorzeitigen Strafvollzug 
befindet. Somit kann aus dem Wohlverhalten seit der letzten Tat nichts zu seinen 
Gunsten abgeleitet werden. Aufgrund der wiederholten Delinquenz und der damit 
verbundenen hohen Rückfallgefahr ist dem Beschuldigten insgesamt eine ungüns-
tige Legalprognose zu stellen. Damit wird deutlich, dass ein erhebliches öffentli-
ches Interesse an einem Landesverweis besteht. Unter Würdigung der Gesamts-
ituation ergibt sich, dass die persönlichen Interessen des Beschuldigten an einem 
Verbleib in der Schweiz angesichts dessen wiederholter Delinquenz und der damit 
verbundenen hohen Rückfallgefahr sowie angesichts der eher schwachen fami-
liären und sozialen Beziehungen in der Schweiz das öffentliche Interesse an ei-
nem Landesverweis vorliegend nicht überwiegen. Daran ändert der Einwand der 
Verteidigung nichts, dass es sich beim Anlassdelikt um einen Einbruchdiebstahl 
mit geringer Deliktsbeute handelte. Dass der Beschuldigte seine Lehren aus dem 
Strafvollzug gezogen habe und künftig ein rechtschaffenes Leben führen möchte, 
wie das die Verteidigung ausführte, wird ihm für eine Reintegration in D._____ 
zugutekommen. 

4.6.9. Die Vorinstanz hat den Landesverweis auf das gesetzliche Minimum von 5 
Jahren begrenzt. Das Berufungsgericht erachtet diese Dauer als angemessen. Zur 
Begründung wird auf die zutreffende Erwägung der Vorinstanz verwiesen (act. B.1 
E. 6.12; Art. 82 Abs. 4 StPO). Sodann stellt die Anordnung der Landesverweisung 
nach Art. 66a f. StGB eine Sanktion dar, weshalb sowohl bei der Anordnung wie 
auch bei der Festlegung der Dauer das Verschlechterungsverbot zu beachten ist 
(BGer 6B_1031/2019 v. 1.9.2020 E. 3.7; 6B_572/2019 v. 8.4.2020 E. 3.3.4). Die 
von der Vorinstanz ausgesprochene Landesverweisung von 5 Jahren ist demnach 
zu bestätigen.

4.7. Zusammengefasst liegt kein schwerer persönlicher Härtefall im Sinne von 
Art. 66a Abs. 2 StGB vor. Die öffentlichen Interessen an einer Landesverweisung 
sind zudem höher zu gewichten als das private Interesse des Beschwerdeführers 
am Verbleib in der Schweiz. Einer Landesverweisung des Beschuldigten stehen 
mithin sowohl weder Art. 66a Abs. 2 StGB noch Art. 8 Ziff. 2 EMRK entgegen. Es 
bleibt festzuhalten, dass die Landesverweisung für den Beschuldigten zweifelsoh-
ne eine gewisse Härte darstellt. Dieser mit der Wiedereingliederung in D._____ 

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verbundenen Herausforderung wird mit der Ansetzung der Landesverweisung auf 
die gesetzliche Minimalfrist von fünf Jahren Rechnung getragen.

4.8.1. Spricht das Gericht eine Landesverweisung aus, muss es bei Drittstaatsan-
gehörigen unabhängig von einem entsprechenden Antrag der Staatsanwaltschaft 
zwingend auch darüber befinden, ob die Landesverweisung im Schengener Infor-
mationssystem SIS auszuschreiben ist. Es hat die Frage der Ausschreibung der 
Landesverweisung im SIS materiell zu beurteilen und im Dispositiv des Strafurteils 
zwingend zu erwähnen, ob die Ausschreibung vorzunehmen ist oder ob darauf 
verzichtet wird (BGE 146 IV 172 E. 3.2.4). Gemäss bundesgerichtlicher Recht-
sprechung hat die Ausschreibung der Landesverweisung im SIS lediglich Vollzug-
scharakter und stellt keine Sanktion dar (BGE 146 IV 172 E. 3.3.4). Das Bundes-
gericht hat sich in BGE 146 IV 172 mit den Voraussetzungen für die Ausschrei-
bung der Landesverweisung im SIS im Sinne von Art. 21 und 24 der Verordnung 
(EG) Nr. 1987/2006 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 20. De-
zember 2006 über die Einrichtung, den Betrieb und die Nutzung des Schengener 
Informationssystems der zweiten Generation (nachfolgend: SIS-II-Verordnung) 
befasst.

Ausschreibungen im SIS dürfen gemäss dem in Art. 21 der SIS-II-Verordnung 
verankerten Verhältnismässigkeitsprinzip nur vorgenommen werden, wenn die 
Angemessenheit, Relevanz und Bedeutung des Falles dies rechtfertigen. Voraus-
setzung für die Eingabe einer Ausschreibung zur Einreise- und Aufenthaltsverwei-
gerung im SIS ist eine nationale Ausschreibung, die auf einer Entscheidung der 
zuständigen nationalen Instanz (Verwaltungsbehörde oder Gericht) beruht; diese 
Entscheidung darf nur auf der Grundlage einer individuellen Bewertung ergehen 
(Art. 24 Ziff. 1 SIS-II-Verordnung). Die Ausschreibung wird eingegeben, wenn die 
Entscheidung nach Art. 24 Ziff. 1 SIS-II-Verordnung auf die Gefahr für die öffentli-
che Sicherheit oder Ordnung oder die nationale Sicherheit gestützt wird, die die 
Anwesenheit des betreffenden Drittstaatsangehörigen im Hoheitsgebiet eines Mit-
gliedstaats darstellt (Art. 24 Ziff. 2 Satz 1 SIS-II-Verordnung). Dies ist insbesonde-
re bei einem Drittstaatsangehörigen der Fall, der in einem Mitgliedstaat wegen 
einer Straftat verurteilt worden ist, die mit einer Freiheitsstrafe von mindestens 
einem Jahr bedroht ist (Art. 24 Ziff. 2 lit. a SIS-II-Verordnung). 

4.8.2. In einem Entscheid aus dem Jahr 2021 hat das Bundesgericht festgehalten, 
dass Art. 24 Ziff. 2 lit. a SIS-II-Verordnung weder eine Verurteilung zu einer Frei-
heitsstrafe von mindestens einem Jahr voraussetzt, noch einen Schuldspruch we-
gen einer Straftat, die mit einer Mindestfreiheitsstrafe von einem Jahr bedroht ist. 
Die Voraussetzung von Art. 24 Ziff. 2 lit. a SIS-II-Verordnung ist vielmehr erfüllt, 

19 / 23

wenn der entsprechende Straftatbestand eine Freiheitsstrafe im Höchstmass von 
einem Jahr oder mehr vorsieht. Indes ist im Sinne einer kumulativen Vorausset-
zung stets zu prüfen, ob von der betroffenen Person eine Gefahr für die öffentliche 
Sicherheit oder Ordnung ausgeht. Damit wird dem in Art. 21 SIS-II-Verordnung 
verankerten Verhältnismässigkeitsprinzip Rechnung getragen. An die Annahme 
einer solchen Gefahr sind jedoch keine allzu hohen Anforderungen zu stellen. 
Nicht verlangt wird, dass das "individuelle Verhalten der betroffenen Person eine 
tatsächliche, gegenwärtige und hinreichend schwere Gefährdung darstellt, die ein 
Grundinteresse der Gesellschaft berührt" (BGer 6B_1178/2019 v. 10.3. 2021 
E. 4.5 und 4.7.2). Ebenso wenig setzt Art. 24 Ziff. 2 SIS-II-Verordnung die Verur-
teilung zu einer "schweren" Straftat voraus, sondern es genügen eine oder mehre-
re Straftaten, die einzeln betrachtet oder in ihrer Gesamtheit von einer "gewissen" 
Schwere sind, unter Ausschluss von blossen Bagatelldelikten. Entscheidend ist 
zudem nicht das Strafmass, sondern in erster Linie die Art und Häufigkeit der 
Straftaten, die konkreten Tatumstände sowie das übrige Verhalten der betroffenen 
Person (BGer 6B_1178/2019 v. 10.3. 2021 E. 4.8).

4.8.3. Unter Berücksichtigung der abgebildeten Rechtsprechung ist festzuhalten, 
dass sowohl beim Diebstahl als auch beim Hausfriedensbruch eine Freiheitsstrafe 
im Höchstmass von einem Jahr oder mehr vorgesehen sind (Art. 139 Ziff. 1 StGB; 
Art. 186 StGB). Zudem geht vom Beschuldigten eine Gefahr für die öffentliche Si-
cherheit und Ordnung aus. Wie obenstehend ausgeführt, wurde der Beschuldigte 
wiederholt straffällig und es hielten ihn auch eine laufende Strafuntersuchung und 
gerichtliche Verurteilungen nicht von der Verübung weiterer, zum Teil schwerer 
Straftaten ab (vgl. dazu vorstehend E. 4.6.8). Die Art und Häufigkeit der vom Be-
schuldigten vor dem Einbruchdiebstahl vom 6. Oktober 2016 begangenen Strafta-
ten, die konkreten Tatumstände des Einbruchdiebstahls und das gesamte Verhal-
ten des Beschuldigten, der auch nach der erstinstanzlichen Hauptverhandlung und 
Verurteilung vom 29. November 2016 am 2. Februar 2017 eine weitere Sachbe-
schädigung beging, führt in ihrer Gesamtheit betrachtet zur verlangten Schwere 
und der Bejahung einer Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung im Sin-
ne der Rechtsprechung. Die Voraussetzungen von Art. 24 Ziff. 2 und Art. 21 SIS-
II-Verordnung sind damit erfüllt. 

4.8.4. Kommt es gestützt auf das nationale Recht wegen eines strafbaren Verhal-
tens im Sinne von Art. 24 Ziff. 2 lit. a SIS-II-Verordnung zu einer Landesverwei-
sung und ist eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit oder Ordnung im Sinne von 
Art. 24 Ziff. 2 SIS-II-Verordnung zu bejahen, ist die Ausschreibung des Einreise-
verbots im SIS grundsätzlich verhältnismässig und folglich vorzunehmen (BGE 

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146 IV 172 E. 3.2.2). Den übrigen Schengen-Staaten steht es frei, die Einreise in 
ihr Hoheitsgebiet im Einzelfall aus humanitären Gründen oder Gründen des natio-
nalen Interesses oder aufgrund internationaler Verpflichtungen dennoch zu bewil-
ligen. Die Souveränität der übrigen Schengen-Staaten wird insofern durch die in 
der Schweiz ausgesprochene Landesverweisung, welche ausschliesslich für das 
Hoheitsgebiet der Schweiz gilt, nicht berührt. Mit anderen Worten gilt die mit einer 
Ausschreibung im SIS einhergehende Einschränkung der Bewegungsfreiheit im 
Schengenraum nicht absolut, da die übrigen Schengen-Staaten die Einreise in ihr 
Hoheitsgebiet im Einzelfall bei Vorliegen besonderer Gründe dennoch bewilligen 
können (BGE 146 IV 172 E. 3.2.3; BGer 6B_1178/2019 v. 10.3.2021 E. 4.9 
m.w.H.; BGer 6B_509/2019 v. 29.8.2019 E. 3.3). Der Rüge der Verteidigung, von 
einer Ausschreibung im SIS sei abzusehen, weil der Beschuldigte dann nicht ein-
mal nach I._____ zu seinen Verwandten gehen könne (act. H.4, S. 4), ist vor dem 
Hintergrund dieser Rechtslage ebenfalls kein Erfolg beschieden. Angesichts des 
nach erfolgter Verurteilung wegen den in Erwägung 4.6.8 erwähnten Delikten aus 
nichtigem Anlass begangenen Einbruchdiebstahls und der im Zusammenhang mit 
der Landesverweisung bejahten Gefahr für die öffentliche Ordnung ist die Aus-
schreibung der Landesverweisung im SIS vielmehr verhältnismässig und damit 
rechtskonform.

5. Nach dem Ausgeführten ist die Landesverweisung von fünf Jahren im 
Schengener Informationssystem SIS auszuschreiben.

6.1. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird die beschuldigte Person kosten-
pflichtig (Art. 426 Abs. 1 StPO). Entsprechend gehen die Kosten des erstinstanzli-
chen Verfahrens zulasten des Berufungsklägers. Diese setzen sich zusammen 
aus den Gerichtskosten von CHF 3'600.00 und den Kosten der amtlichen Verteidi-
gung von CHF 3'000.00 (act. B.1, E. 10, E. 10.2). Letztere werden gemäss 
Art. 426 Abs. 1 StPO einstweilen aus der Gerichtskasse des Regionalgerichts 
Plessur bezahlt. Vorbehalten bleibt die Rückerstattungspflicht nach Art. 135 Abs. 4 
lit. a StPO. Ebenfalls zulasten des Berufungsklägers gehen die Untersuchungs-
kosten der Staatsanwaltschaft in Höhe von CHF 2'926.60 (RG act. 3). 

6.2. Im Berufungsverfahren tragen die Parteien die Kosten nach Massgabe ih-
res Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Der Beschuldigte dringt 
mit seinem Antrag auf Senkung der vorinstanzlichen Zusatzstrafe von 8 auf 6 Mo-
naten sowie auf Aufhebung der ausgesprochenen Landesverweisung nicht durch, 
weshalb ihm die Kosten des Berufungsverfahrens aufzuerlegen sind. Diese wer-
den in Anwendung von Art. 7 VGS (BR 350.210) in Verbindung mit Art. 424 Abs. 1 
StPO auf CHF 4'000.00 festgesetzt. Die Kosten der amtlichen Verteidigung für das 

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Berufungsverfahren, die ebenfalls Teil der Verfahrenskosten bilden (Art. 422 Abs. 
1 und Art. 422 Abs. 2 lit. a StPO), gehen ebenfalls zulasten des Beschuldigten. 
Die im Berufungsverfahren eingereichte Honorarnote des amtlichen Verteidigers in 
Höhe von 24.25 Stunden ist der Schwierigkeit und Bedeutung des Falles ange-
messen, weshalb die amtliche Verteidigung antragsgemäss mit CHF 5'380.15 (in-
kl. 3% Spesen und 7.7% MwSt.) zu entschädigen ist. Diese Kosten sind einstwei-
len aus der Gerichtskasse des Kantonsgerichts zu bezahlen. Sobald es die wirt-
schaftlichen Verhältnisse des Beschuldigten gestatten, ist er verpflichtet, diese 
Kosten dem Kanton zurückzuzahlen (vgl. Art. 135 Abs. 4 lit. a StPO). 

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Demnach wird erkannt:

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Regionalgerichts Plessur vom 
21. Januar 2020, mitgeteilt am 13. März 2020 (Proz. Nr. 515-2019-44), wie 
folgt in Rechtskraft erwachsen ist:

1. A._____ ist schuldig:

- der versuchten schweren Körperverletzung gemäss Art. 122 StGB i.V.m. 
Art. 22 Abs. 1 StGB,

- des Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB,
- der mehrfachen Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB,
- des Hausfriedensbruchs gemäss Art. 186 StGB,
- der Übertretung gegen Art. 19a Ziff. 1 BetmG.

2. […]

3. […]

4. Die Zivilklage der B._____ gegen A._____ wird auf 
den Zivilweg verwiesen.

5. […]

6. […]

7. [Vormerkung Berufungsanmeldung und Modalitäten derselben]

8. [Mitteilungen]

2. A._____ wird mit einer Freiheitsstrafe von 8 Monaten als teilweise Zusatz-
strafe zum Urteil des Kantonsgerichts von Graubünden vom 14. November 
2018 und mit einer Busse von CHF 200.00 bestraft.

3. Die erstandene Polizeihaft von 2 Tagen sowie der seit dem 2. Dezember 
2019 erstandene Strafvollzug werden an die Freiheitsstrafe angerechnet. 

4. Die Ersatzfreiheitsstrafe für die Busse beträgt 2 Tage. Sie tritt an Stelle der 
Busse, soweit diese schuldhaft nicht bezahlt wird.

5. A._____ wird für 5 Jahre aus der Schweiz verwiesen. Die Landesverweisung 
ist im Schengener lnformationssystem SIS auszuschreiben.

6. Die Untersuchungskosten von CHF 2'926.60 gehen zulasten von A._____. 

7.1. Die Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens von CHF 6'600.00 (Gerichtskos-
ten von CHF 3'600.00, Kosten der amtlichen Verteidigung von CHF 3'000.00) 
gehen zulasten von A._____.

7.2. Die Kosten der amtlichen Verteidigung im erstinstanzlichen Verfahren wer-
den einstweilen aus der Gerichtskasse des Regionalgerichts Plessur bezahlt. 

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Vorbehalten bleibt die Rückerstattungspflicht von A._____ gemäss Art. 135 
Abs. 4 lit. a StPO. 

8.1. Die Kosten des Berufungsverfahrens von CHF 9'380.15 (Gerichtskosten 
CHF 4'000.00, Kosten der amtlichen Verteidigung CHF 5'380.15) gehen zu-
lasten von A._____.

8.2. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden einstweilen aus der Gerichts-
kasse des Kantonsgerichts bezahlt. Vorbehalten bleibt die Rückerstattungs-
pflicht des Beschuldigten nach Art. 135 Abs. 4 StPO.

9. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 78 ff. BGG Beschwerde in 
Strafsachen an das Bundesgericht geführt werden. Die Beschwerde ist dem 
Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, schriftlich innert 30 Ta-
gen seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in der 
gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Zuläs-
sigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen und das 
Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 78 ff. und 90 ff. BGG.

10. Hinsichtlich des Entschädigungsentscheids kann der amtliche Verteidiger 
gemäss Art. 135 Abs. 3 lit. b StPO und Art. 37 Abs. 1 StBOG (SR 173.71) 
Beschwerde an das Bundesstrafgericht erheben. Die Beschwerde ist dem 
Bundesstrafgericht, Viale Stefano Franscini 7, Postfach 2720, 6501 Bellinzo-
na, schriftlich innert 10 Tagen seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung 
der Entscheidung in der gemäss Art. 385 StPO in Verbindung mit Art. 39 
Abs. 1 StBOG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Zulässigkeit, 
die Beschwerdegründe, die weiteren Voraussetzungen und das Verfahren 
der Beschwerde gelten die Art. 393 ff. StPO.

11. Mitteilung an: