# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0c060164-9bb4-58e1-a64f-4c25b3f17e4a
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-01-13
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 13.01.2015 100 2013 430
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2013-430_2015-01-13.pdf

## Full Text

100.2013.430U
HER/KUN/RAP

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 13. Januar 2015

Verwaltungsrichterin Herzog, präsidierendes Mitglied
Verwaltungsrichterin Arn De Rosa, Verwaltungsrichter Daum 
Gerichtsschreiberin Kummler 

1. A.________
2. B.________

gesetzlich vertreten durch seinen Vater A.________
beide vertreten durch Rechtsanwalt …
Beschwerdeführer

gegen

Polizei- und Militärdirektion des Kantons Bern
Kramgasse 20, 3011 Bern

betreffend Familiennachzug; nachträglicher Nachzug des Sohnes durch eingebürgerten 
Vater (Entscheid der Polizei- und Militärdirektion des Kantons Bern vom 11. November 
2013; BD 135/13)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13.01.2015, Nr. 100.2013.430U, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der aus Kosovo stammende A.________ (geb. ….1958) wurde am 25. November 
2003 in der Schweiz eingebürgert. Er ist seit dem 30. Juli 1982 mit der im Heimatland 
lebenden Kosovarin C.________ verheiratet, mit welcher er sieben gemeinsame 
Kinder hat. Am 10. Oktober 2006 stellte A.________ für seine Ehefrau sowie vier 
Kinder, darunter D.________ (geb. 1991), E.________ (geb. 1993) sowie der jüngste 
Sohn F.________ (geb. 1997), beim Amt für Migration und Personenstand des 
Kantons Bern (MIP), Migrationsdienst (MIDI), ein Familiennachzugsgesuch. Die zu 
diesem Gesuch eingeforderten Unterlagen reichte er nicht ein. Am 16. Oktober 2009 
ersuchte A.________ erneut um Nachzug der Tochter D.________; die behördlichen 
Fragen zu diesem Gesuch liess er unbeantwortet. Weder das Gesuch aus dem Jahr 
2006 noch jenes aus dem Jahr 2009 schloss der MIDI förmlich ab.

Am 19. März 2012 reichte die Ehefrau für sich, E.________ und F.________ bei der 
Schweizer Botschaft in Pristina (Kosovo) den Antrag auf Erteilung eines Visums für 
den langfristigen Aufenthalt in der Schweiz zwecks Verbleibs beim Ehemann bzw. 
Vater ein. Mit Schreiben vom 19. Dezember 2012 stellte der MIDI der Ehefrau die 
Einreisebewilligung in Aussicht und teilte mit, dass hinsichtlich E.________ (separate 
Gesuchsabweisung) und F.________ der Familiennachzug gestützt auf die 
einschlägigen Bestimmungen ausser Betracht falle. A.________ hielt in der Folge 
soweit F.________ betreffend am Nachzugsgesuch fest. Nach weiteren Abklärungen 
wies der MIDI dieses Gesuch mit Verfügung vom 3. Mai 2013 ab. 

B.

Gegen diese Verfügung erhob A.________ am 3. Juni 2013 Beschwerde bei der 
Polizei- und Militärdirektion des Kantons Bern (POM). Diese beteiligte B.________ als 
notwendige Partei am Verfahren. Mit Entscheid vom 11. November 2013 wies sie das 
Rechtsmittel ab. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13.01.2015, Nr. 100.2013.430U, Seite 3

C.

Hiergegen haben A.________ und B.________ am 10. Dezember 2013 Verwal-
tungsgerichtsbeschwerde erhoben mit dem Antrag, der angefochtene Entscheid sei 
aufzuheben und der Familiennachzug sei zu bewilligen. 

Die POM beantragt mit Vernehmlassung vom 7. Januar 2014 die Abweisung der 
Beschwerde. 

Erwägungen:

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als letzte kantonale 
Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des Gesetzes vom 23. Mai 1989 
über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) zuständig. Die 
Beschwerdeführer haben am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen, sind durch den 
angefochtenen Entscheid besonders berührt und haben ein schutzwürdiges Interesse 
an dessen Aufhebung oder Änderung (Art. 79 Abs. 1 VRPG). Auf die form- und fristge-
recht eingereichte Beschwerde ist einzutreten. 

1.2 Das Verwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid auf 
Rechtsverletzungen hin (Art. 80 VRPG).

2.

Strittig ist zunächst der Zeitpunkt der Gesuchseinreichung und damit das auf den 
anbegehrten Nachzug anwendbare Recht.

2.1 Die Vorinstanz hält für den Nachzug des Sohnes das Gesuch aus dem Jahr 
2012 für massgeblich und hat dieses gestützt auf Art. 126 Abs. 3 i.V.m. Art. 47 Abs. 1 
und 4 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und 
Ausländer (AuG; SR 142.20) beurteilt. Die Beschwerdeführer bringen vor, es sei auf 
das Nachzugsgesuch vom 10. Oktober 2006 abzustellen, weil das entsprechende 
Verfahren nie förmlich abgeschlossen worden und daher immer noch hängig sei; 

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eventuell sei das Gesuch 2012 als «Fortsetzungshandlung» im Verfahren aus dem 
Jahr 2006 zu qualifizieren. Auf den anbegehrten Nachzug des Beschwerdeführers 2 
sei daher nicht das AuG, sondern dessen (günstigerer) Vorgängererlass anwendbar 
(Beschwerde S. 4 ff. und 11).

2.2 Das Gesuch vom 10. Oktober 2006 bezog sich auf den Nachzug der Ehefrau 
sowie der Kinder G.________, D.________, E.________ und F.________ (Akten 
MIDI 3D pag. 1 f.). Am 31. Oktober 2006 wurde der Beschwerdeführer 1 in diesem 
Verfahren vom MIDI schriftlich aufgefordert, den Nachweis darüber zu erbringen, dass 
seine Ehe in der Schweiz registriert und der Vermieter seiner Wohnung mit dem Zuzug 
von fünf weiteren Personen einverstanden ist (vgl. Akten MIDI 3D pag. 10). Dieser 
Aufforderung kam der Beschwerdeführer 1 nicht nach, sondern erklärte mit Schreiben 
vom 17. November 2006, seine Wohnung sei für die ganze Familie zu klein; er werde 
«nach Bestätigung des Familiennachzuges eine grössere Wohnung suchen» (Akten 
MIDI 3D pag. 11). Weitere Korrespondenz oder mündliche Vorsprachen in dieser 
Sache sind weder aktenkundig noch vorgebracht. Aktenkundig ist als Nächstes ein 
(erneutes) Nachzugsgesuch des Beschwerdeführers 1 aus dem Jahr 2009 für seine 
Tochter D.________; die behördlicherseits dazu schriftlich gestellten Fragen 
beantwortete er nicht (vgl. Akten MIDI 3D pag. 11 f., 19 f., 22). Schliesslich haben die 
Ehefrau, E.________ und F.________ im Jahr 2012 von Kosovo aus ein Visum für den 
langfristigen Aufenthalt in der Schweiz zwecks Familiennachzugs beantragt (Akten 
MIDI 3B pag. 1 ff., 7 f.). Der Beschwerdeführer 1 führte zur Begründung dieses 
Gesuchs im September 2012 aus, er habe bereits im Jahr 2006 ein Nachzugsgesuch 
gestellt, welches abgelehnt worden sei; mittlerweile sähen seine berufliche Zukunft und 
damit verbunden die Wohnverhältnisse wesentlich besser aus (Akten MIDI 3B 
pag. 11). Nachdem der MIDI die negative Beurteilung des Gesuchs soweit die zwei 
Kinder betreffend in Aussicht gestellt hatte, hielt der Beschwerdeführer 1 am 
Nachzugsbegehren hinsichtlich des Sohnes fest (E.________ hatte sich 
zwischenzeitlich verheiratet) und bestätigte seinen Wunsch, diesen nunmehr 
nachziehen zu können, nachdem das Gesuch aus dem Jahr 2006 an den 
ungenügenden Wohnverhältnissen gescheitert sei (vgl. Schreiben vom 8.1.2013, Akten 
MIDI 3B pag. 24). In der Befragung durch den MIDI am 1. März 2013 hat er sodann 
erklärt, dass er wegen der erfolglosen Wohnungssuche sowie seiner Arbeitslosigkeit 
und Sozialhilfeabhängigkeit nach einem Arbeitsunfall nicht am Gesuch 2006 
festgehalten habe (vgl. Einvernahmeprotokoll, Akten MIDI 3B pag. 30).

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2.3 Das Gesuch aus dem Jahr 2006 ist zwar nie förmlich (schriftlich) 
abgeschlossen worden (sei es durch negative Sachverfügung oder durch 
Abschreibungsverfügung). Die Beschwerdeführer können unter den gegebenen 
Umständen aber nicht mit Erfolg geltend machen, dieses Gesuch sei nach wie vor 
hängig mit der Folge, dass sich der Nachzug des Sohnes nach dem Bundesgesetz 
vom 26. März 1931 über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer (ANAG; BS 1 
S. 121, in Kraft bis 31.12.2007) richte: Erstens war der Gegenstand des Gesuchs aus 
dem Jahr 2006 ein anderer, da es mehrere Familienmitglieder betraf (E. 2.2 hiervor). 
Es ist bereits aus diesem Grund fraglich, ob die Beschwerdeführer daraus etwas zu 
ihren Gunsten ableiten können. Zweitens sind nicht nur staatliche Organe, sondern 
auch Private zum Handeln nach Treu und Glauben angehalten (Art. 5 Abs. 3 der 
Bundesverfassung [BV; SR 101]). Wie seine Erklärungen in dem im Jahr 2012 neu 
anhängig gemachten Gesuchsverfahren deutlich machen (E. 2.2 hiervor), ging der 
Beschwerdeführer 1 im Zusammenhang mit dem Nachzugsgesuch 2006 offensichtlich 
davon aus, dass er sowohl die vom MIDI gestellten Bedingungen als auch weitere 
Voraussetzungen (fehlende Fähigkeit, sich selbst oder Familienmitglieder zu erhalten) 
kaum oder nicht erfüllte. Aufgrund seiner Äusserungen steht auch eindeutig fest, dass 
er jenes Verfahren längst als abgeschlossen betrachtete. Unter diesen Umständen 
kann er sich auch als Laie nicht sechs Jahre später mit Erfolg auf fortbestehende 
Rechtshängigkeit berufen. Wohl wäre wünschbar, wenn die Ausländerbehörde in 
Konstellationen wie der vorliegenden zum Ausdruck bringen würde, dass sie das 
Verfahren als erledigt abschreiben werde, falls geforderte Unterlagen nicht innert 
bestimmter Frist eingereicht würden, und das Verfahren in der Folge gegebenfalls auch 
abschriebe. Es ist aber weder treuwidrig noch unfair, dass der MIDI im Nachgang zum 
Schreiben des Beschwerdeführers 1 vom 17. November 2006 in der Sache nichts 
mehr vorgekehrt und das Verfahren auch nicht förmlich als erledigt abgeschrieben hat. 
Dem Beschwerdeführer 1 wäre es ohne weiteres möglich und zumutbar gewesen, 
innert nützlicher Frist nochmals an den MIDI zu gelangen, wäre er tatsächlich davon 
ausgegangen, dass er sich um genügende Wohnverhältnisse erst nach bewilligtem 
Nachzug kümmern müsste, und hätte er ernsthaft am damaligen Gesuch festhalten 
wollen. Dass er durchaus zu Korrespondenz mit der Ausländerbehörde in der Lage 
war, hat er denn auch unter Beweis gestellt, indem er 2009 für eine vom Gesuch 2006 
erfasste Tochter erneut ein Nachzugsgesuch eingereicht hat. Auch dies belegt im 
Übrigen, dass er selbst von seinem ersten Gesuch längst Abstand genommen hatte, 
hätte er sich doch sonst auch für diesen Nachzug auf das Gesuch aus dem Jahr 2006 
berufen. Macht er sechs Jahre später Rechtshängigkeit jenes Gesuchsverfahrens 

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geltend, dann verhält er sich widersprüchlich und ist die Dauer vertretbaren Zuwartens 
auf eine weitere behördliche Äusserung oder einen förmlichen Verfahrensabschluss 
längst überschritten (vgl. auch VGE 2011/480 vom 2.7.2012, E. 2, betreffend Zuwarten 
mit der Anfechtung einer erkennbar negativen Beurteilung eines Nachzugsgesuchs). 
Anders als mit Beschwerde vorgebracht wird (vgl. S. 5 f.), spielt nach dem Gesagten 
auch keine Rolle, ob der MIDI die Bewilligung des Gesuchs damals zu Recht an die 
genannten zwei Bedingungen knüpfte. Wie die Vorinstanz zutreffend festgestellt hat 
(E. 2e), darf das im Jahr 2006 eingeleitete Gesuchsverfahren vielmehr als erledigt 
gelten. Die Vorinstanz hat daher zu Recht den Gesuchszeitpunkt vom 19. März 2012 
als massgebend betrachtet. Es kommen damit nicht die Bestimmungen des ANAG, 
sondern diejenigen des AuG zur Anwendung (vgl. Art. 126 Abs. 1 AuG 
[Umkehrschluss]). Die Rügen der Bundesrechtsverletzung und der falschen 
Sachverhaltsfeststellung erweisen sich insoweit als unbegründet.

3.

Strittig ist weiter, ob die Verweigerung des Nachzugs des Sohnes nach den 
Vorschriften des AuG rechtmässig ist. 

3.1 Der Beschwerdeführer 1 wurde am 25. November 2003 in der Schweiz 
eingebürgert (vgl. Akten MIDI 3B pag. 8). Nach Art. 42 Abs. 1 AuG haben ledige Kinder 
unter 18 Jahren von Schweizerinnen und Schweizern Anspruch auf Erteilung und 
Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung, wenn sie mit diesen zusammenwohnen. Der 
Anspruch auf Familiennachzug muss gemäss Art. 47 Abs. 1 AuG innerhalb von fünf 
Jahren geltend gemacht werden (Satz 1); Kinder über zwölf Jahre müssen innerhalb 
von zwölf Monaten nachgezogen werden (Satz 2). Die Fristen beginnen bei 
Familienangehörigen von Schweizerinnen und Schweizern mit deren Einreise oder der 
Entstehung des Familienverhältnisses (Art. 47 Abs. 3 Bst. a AuG). Sie beginnen 
gemäss Art. 126 Abs. 3 AuG allerdings erst mit dem Inkrafttreten des AuG am 
1. Januar 2008, sofern vor diesem Zeitpunkt die Einreise erfolgt oder das 
Familienverhältnis entstanden ist. Wurde der Nachzug innert der Fristen von Art. 47 
Abs. 1 AuG beantragt, so ist er zu bewilligen, wenn gemäss Art. 51 Abs. 1 AuG kein 
Rechtsmissbrauch oder keine Widerrufsgründe nach Art. 63 AuG gegeben sind, die 
nachziehenden Eltern das Sorgerecht haben und das Kindeswohl dem Nachzug nicht 
entgegensteht (vgl. BGE 136 II 78 E. 4.7 f. [Pra 99/2000 Nr. 70]; BGer 2C_578/2012 

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vom 22.2.2013, E. 4.1 f., 2C_174/2012 vom 22.10.2012, E. 2). Ein nachträglicher 
Familiennachzug wird hingegen nur bewilligt, wenn wichtige familiäre Gründe geltend 
gemacht werden (Art. 47 Abs. 4 Satz 1 AuG).

3.2 Der Beschwerdeführer 1 und seine Ehefrau sind für F.________ unbe-
strittenermassen sorgeberechtigt und wollen mit diesem zusammenwohnen. Mit Blick 
auf das Nachzugsgesuch vom 19. März 2012 (dazu vorne E. 2) bestreiten die 
Beschwerdeführer (die Anwendbarkeit des AuG vorausgesetzt) sodann zu Recht nicht, 
dass die Fristen von Art. 47 Abs. 1 AuG nicht eingehalten sind und daher ein 
nachträglicher Familiennachzug im Sinn von Art. 47 Abs. 4 AuG zur Diskussion steht 
(angefochtener Entscheid E. 2d und g): Der am … 1997 geborene F.________ war 
zum Zeitpunkt des Inkrafttretens des AuG am 1. Januar 2008 neun Jahre und damit 
weniger als zwölf Jahre alt (vgl. Akten MIDI 3B pag. 4 f.); die entsprechende 
Fünfjahresfrist dauerte bis Anfang 2012. F.________ wurde jedoch am … 2009 12-
jährig. Als Folge davon verkürzte sich die Nachzugsfrist auf zwölf Monate und lief im 
November 2010 ab (vgl. BGer 2C_473/2014 vom 2.12.2014, E. 4.1, 2C_205/2011 vom 
3.10.2011, E. 3.5). Zum Zeitpunkt der Einreichung des Nachzugsgesuchs im März 
2012 war sie somit abgelaufen. Die Vorinstanz hat zudem entgegen der Ansicht der 
Beschwerdeführer die Fristen nach Art. 47 AuG bzw. die materielle Nach-
zugsvoraussetzung von Art. 47 Abs. 4 AuG zu Recht zur Anwendung gebracht (vgl. 
zum Diskriminierungsvorwurf hinten E. 3.4).

3.3 Strittig ist, ob wichtige familiäre Gründe für die Bewilligung des nachträglichen 
Nachzugs im Sinn von Art. 47 Abs. 4 AuG gegeben sind.

3.3.1 Derartige Gründe liegen vor, wenn das Kindeswohl nur durch einen Nachzug in 
die Schweiz gewahrt werden kann (Art. 75 der Verordnung vom 24. Oktober 2007 über 
Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit [VZAE; SR 142.201]). Entgegen dem 
Wortlaut dieser Verordnungsbestimmung ist nach der Rechtsprechung jedoch nicht 
ausschliesslich auf das Kindeswohl abzustellen; es bedarf vielmehr einer 
Gesamtschau unter Berücksichtigung aller relevanten Elemente im Einzelfall. Dabei ist 
dem Sinn und Zweck der Fristenregelung Rechnung zu tragen, welche die Integration 
der Kinder erleichtern will, indem diese durch einen frühzeitigen Nachzug unter ande-
rem auch eine möglichst umfassende Schulbildung in der Schweiz geniessen sollen. 
Zudem geht es darum, Nachzugsgesuchen entgegenzuwirken, die erst kurz vor 
Erreichen des erwerbsfähigen Alters gestellt werden, wobei die erleichterte Zulassung 
zur Erwerbstätigkeit und nicht (mehr) die Bildung einer echten Familiengemeinschaft 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13.01.2015, Nr. 100.2013.430U, Seite 8

im Vordergrund steht. Die Bewilligung des Nachzugs nach Ablauf der Fristen hat nach 
dem Willen des Gesetzgebers die Ausnahme zu bleiben; dabei ist Art. 47 Abs. 4 Satz 1 
AuG aber so zu handhaben, dass der Anspruch auf Schutz des Familienlebens nach 
Art. 8 der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK; SR 0.101) bzw. Art. 13 
BV nicht verletzt wird (vgl. statt vieler BGer 2C_485/2013 vom 6.1.2014, E. 2.3, 
2C_97/2013 vom 26.8.2013, E. 2.3, je mit weiteren Hinweisen). Praxisgemäss liegen 
keine wichtigen familiären Gründe vor, wenn im Heimatland alternative 
Pflegemöglichkeiten bestehen, die dem Kindeswohl besser entsprechen, weil dadurch 
vermieden werden kann, dass die Kinder aus ihrer bisherigen Umgebung und dem 
ihnen vertrauten Beziehungsnetz gerissen werden. An den Nachweis der fehlenden 
Betreuungsmöglichkeit im Heimatland stellt die Rechtsprechung umso höhere 
Anforderungen, je älter das nachzuziehende Kind ist und je grösser die 
Integrationsschwierigkeiten erscheinen, die ihm hier drohen (BGE 137 I 284 E. 2.2 und 
2.3.1; BGer 2C_132/2012 vom 19.9.2012, E. 2.3.1 mit zahlreichen Hinweisen). Zu 
prüfen ist somit stets auch, ob im Heimatland alternative Betreuungsmöglichkeiten 
bestehen, die es dem Kind erlauben, dort zu bleiben, wo es aufgewachsen ist. Gerade 
Jugendliche, die bisher stets im Heimatland gelebt haben, sind nur mit Zurückhaltung 
aus ihrer bisherigen Umgebung und dem vertrauten Beziehungsnetz zu reissen (BGer 
2D_5/2013 vom 22.10.2013, E. 4.2, 2C_578/2012 vom 22.2.2013, E. 4.2; vgl. zum 
Ganzen auch VGE 2013/178 vom 2.12.2013, E. 2.3, bestätigt durch BGer 2C_17/2014 
vom 28.10.2014, 2012/397 vom 3.6.2013, E. 2.4).

3.3.2 F.________ war im Gesuchszeitpunkt über 14-jährig, im Zeitpunkt des 
vorinstanzlichen Entscheids war er bereits 16 Jahre alt. In diesem Alter ist der 
Ablösungsprozess der Kinder vom Elternhaus regelmässig weit fortgeschritten. 
Jugendliche sind in der Lage, tägliche Verrichtungen selbständig wahrzunehmen; eine 
gewisse Betreuung namentlich in schwierigen Lebenssituationen erscheint zwar 
weiterhin nötig, diese kann jedoch grundsätzlich auch von Vertrauenspersonen – auch 
ausserhalb der engeren Familie – punktuell wahrgenommen werden (vgl. BGer 
2D_5/2013 vom 22.10.2013, E. 5.3, 2C_578/2012 vom 22.2.2013, E. 5.3, 
2C_174/2012 vom 22.10.2012, E. 4.2, 2C_305/2012 vom 1.10.2012, E. 4.2). Der Be-
schwerdeführer 1 brachte zwar im Gesuchsverfahren vor, F.________ sei zu jung, um 
selbständig einen Haushalt zu führen, und als jüngstes Kind und «Muttersöhnchen» sei 
er auf die elterliche Betreuung angewiesen; die «abrupte» Trennung von der Mutter 
könnte bei ihm zu Leistungsschwierigkeiten in der Schule oder zu schwereren 
psychischen Problemen führen (vgl. Akten MIDI 3B pag. 24 f.). Abgesehen davon ist 

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aber weder geltend gemacht noch liegen Anhaltspunkte vor, dass F.________ nicht ein 
seinem Alter entsprechendes hohes Mass an Eigenständigkeit erreicht hat. Von einer 
solchen Situation ist denn auch nicht auszugehen, zumal es aufgrund der 
Mitwirkungspflicht nach Art. 90 AuG an den Beschwerdeführern wäre, eine von der 
Norm abweichende Entwicklung darzutun und entsprechend zu belegen (vgl. auch 
Art. 20 VRPG; BVR 2010 S. 541 E. 4.2.3 mit weiteren Hinweisen).

3.3.3 Die Vorinstanz ist unter einlässlicher Begründung davon ausgegangen, dass 
eine altersgemässe Betreuung in Kosovo selbst bei Wegzug der Mutter, welche bislang 
vor Ort für F.________ gesorgt hat, gewährleistet sei (E. 3b ff.). Mit den betreffenden 
Ausführungen der Vorinstanz setzen sich die Beschwerdeführer wenn überhaupt nur 
am Rand auseinander. Sie wenden zwar sinngemäss ein, die POM vereitle durch die 
Bewilligungsverweigerung das Recht des Beschwerdeführers 1 auf Familienleben, zu-
mal allenfalls die Mutter von F.________ in Kosovo bleibe, falls nicht auch dem Sohn 
der Aufenthalt in der Schweiz bewilligt werde (Beschwerde S. 10 ff.). Sie zeigen aber 
nicht auf, dass in Kosovo im Fall des Wegzugs der Mutter keine alternativen 
Betreuungsmöglichkeiten für F.________ bestehen, sich die Eltern ernsthaft um solche 
bemüht haben und warum solche nicht in Betracht kommen (vgl. zur diesbezüglich 
weitgehenden Mitwirkungspflicht BGer 2C_1116/2013 vom 10.11.2014, E. 3.3). Die 
Schlussfolgerung der POM ist denn auch nicht zu beanstanden: Die Vorinstanz hält zu 
Recht fest, dass angesichts des fortgeschrittenen Alters und der entsprechenden 
Selbständigkeit F.________s zunächst die Eltern von der Schweiz aus nicht nur 
finanzielle Unterstützung leisten, sondern auch einen wesentlichen Teil der 
Betreuungsaufgaben übernehmen und ihren Sohn in schwierigen Lebenssituationen 
unterstützen können. Hierfür stehen, wie die POM entgegen der Auffassung der 
Beschwerdeführer (vgl. Beschwerde S. 10) durchaus zutreffend erwogen hat, 
insbesondere die herkömmlichen Kommunikationsmittel zur Verfügung; abgesehen 
davon sind auch regelmässige und bei Bedarf spontane Besuche in Kosovo bzw. 
Besuche des Sohnes in der Schweiz denkbar. Es leben sodann unbestrittenermassen 
vier ältere Schwestern von F.________ in Kosovo (vgl. Vorakten MIDI 3B pag. 11 und 
30). Es ist nicht vorgebracht oder erkennbar, dass oder weshalb diese die altersmässig 
noch notwendige, punktuelle Betreuung von F.________ nicht sollten gewährleisten 
können (vgl. BGer 2C_330/2012 vom 18.10.2012, E. 4.3.1). Warum der angefochtene 
Entscheid bei dieser Ausgangslage «gespickt mit Mutmassungen und Spekulationen» 
sein soll (Beschwerde S. 11), ist nicht nachvollziehbar. Die Vorinstanz war namentlich 
auch nicht verpflichtet, die Betreuungsverhältnisse von Amtes wegen weiter abzu-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13.01.2015, Nr. 100.2013.430U, Seite 10

klären. Die Beschwerdeführer können auch nichts daraus ableiten, dass die 
Schwestern verheiratet sind und einen eigenen Haushalt führen (vgl. Akten MIDI 3B 
pag. 24; Akten POM pag. 33; VGE 2013/178 vom 2.12.2013, E. 4.3.2, bestätigt durch 
BGer 2C_17/2014 vom 28.10.2014, 2012/397 vom 3.6.2013, E. 5.2); ebenso wenig 
führt der Wunsch F.________s, nicht bei seinen Schwestern, sondern bei der Mutter 
zu leben (vgl. Akten MIDI 3B pag. 30; Akten POM pag. 33), zu einem anderen 
Ergebnis. Die POM weist schliesslich auch zu Recht darauf hin, dass selbst eine 
bezahlte Betreuung für F.________ angesichts seines Alters ohne weiteres zumutbar 
wäre, zumal er den Kontakt mit den bisherigen Bezugspersonen, namentlich den 
Eltern, auch in diesem Rahmen weiterhin pflegen könnte (vgl. hierzu etwa 
BGer 2C_578/2012 vom 22.2.2013, E. 5.3; VGE 2013/178 vom 2.12.2013, E. 4.3.3, 
bestätigt durch BGer 2C_17/2014 vom 28.10.2014, E. 3.2). Mit der Vorinstanz ist damit 
eine dem fortgeschrittenen jugendlichen Alter von F.________ entsprechende 
alternative Betreuung als gesichert zu betrachten. Die Beschwerdeführer können somit 
allein aus dem Umstand, dass ihr Sohn in Kosovo gegebenenfalls ohne die Betreuung 
der Mutter leben muss, nichts Wesentliches zu ihren Gunsten ableiten; sollte sich die 
Mutter bei dieser Ausgangslage dafür entscheiden, in Kosovo zu verbleiben, kann von 
einer «Vereitelung des ehelichen Familienlebens» keine Rede sein.

3.3.4 Mit der Vorinstanz ist zudem auf eine erhebliche Integrationsproblematik zu 
schliessen: F.________ ist in Kosovo aufgewachsen und hat dort seine gesamte 
obligatorische Schulzeit durchlaufen (vgl. Akten MIDI 3B pag. 30; unbestrittene 
Ausführungen der POM in E. 3c). Er hat in seiner Heimat weder mit 
Sprachschwierigkeiten noch mit ungewohnten kulturellen Verhältnissen zu kämpfen. 
Zur Schweiz hat er demgegenüber mit Ausnahme zu seinem Vater und einer offenbar 
hier lebenden Schwester (vgl. Akten MIDI 3B pag. 11 und 30) unbestrittenermassen 
keine Beziehung. Er bemühe sich zwar darum, per Internet Deutsch zu lernen (vgl. 
Akten MIDI 3B pag. 30). Es ist aber weder geltend gemacht noch aufgrund der 
allgemeinen Lebenserfahrung zu vermuten, dass er sich in einer Schweizer 
Landessprache verständigen könnte (vgl. auch Akten MIDI 3B pag. 11). Dass 
F.________ in der Schweiz erfolgreich eine Ausbildung absolviert und sich hier 
integriert, erscheint unter diesen Umständen kaum realistisch. Der Beschwerdeführer 1 
gab abgesehen davon vor dem MIDI zwar zu Protokoll, F.________ wolle in der 
Schweiz zunächst ein Integrationsjahr absolvieren und anschliessend einen 
handwerklichen Beruf erlernen (vgl. Akten MIDI 3B pag. 30); entsprechende 
Vorkehrungen wurden aber – anderes ist weder geltend gemacht noch ersichtlich – 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13.01.2015, Nr. 100.2013.430U, Seite 11

nicht getroffen und es liegen auch keine näheren konkreten Pläne vor. Es sind mit der 
Vorinstanz damit nicht zu vernachlässigende Integrationsschwierigkeiten zu erwarten. 
Die Beschwerdeführer selber bestreiten im Übrigen das Vorliegen einer gewissen 
Integrationsproblematik nicht (vgl. Beschwerde S. 10). Soweit sie vorbringen, es sei zu 
erwarten, dass F.________ angesichts seines Alters mit der Unterstützung der beiden 
Elternteile die Integrationsschwierigkeiten meistern werde, kann ihnen nach dem 
Gesagten nicht gefolgt werden. Abgesehen davon dürfte gerade die Unterstützung 
durch die Mutter, für welche die schweizerischen Verhältnisse wohl ebenfalls neu sind 
– anderes ist nicht vorgebracht –, insoweit keine wesentliche Hilfe sein.

3.3.5 Zusammenfassend ergibt sich was folgt: Der Wunsch des Beschwer-
deführers 1, nebst seiner Ehefrau auch F.________ in die Schweiz nachzuziehen, ist 
zwar verständlich. Der Gesetzgeber verlangt für den nachträglichen Familiennachzug 
indes wichtige Gründe, die vorliegend nicht dargetan sind: F.________ stehen in 
Kosovo seinem fortgeschrittenen jugendlichen Alter entsprechende alternative 
Betreuungsmöglichkeiten zur Verfügung. Er ist in einem Alter, das es ihm erlaubt, mit 
der Unterstützung der Eltern aus der Schweiz und punktueller Betreuung durch 
Familienangehörige oder Dritte selbständig in Kosovo zu leben. Er ist ferner in Kosovo 
sozialisiert worden, hat dort die gesamte obligatorische Schulzeit durchlaufen, kennt 
die hiesigen Gepflogenheiten nicht und verfügt über wenige Deutschkenntnisse. Seine 
Integration in die hiesigen Verhältnisse wäre daher mit grossen Schwierigkeiten 
verbunden. Bei dieser Sachlage erscheint, anders als die Beschwerdeführer geltend 
machen, eine Übersiedlung F.________s in die Schweiz auch mit Blick auf das 
Kindeswohl nicht erforderlich. Hieran ändert der Hinweis der Beschwerdeführer nichts, 
dass vorliegend der nachzuziehende Elternteil – anders als in dem von der Vorinstanz 
zitierten BGer 2C_765/2011 – in einem früheren Zeitpunkt nicht freiwillig auf ein Leben 
in der Schweiz verzichtet hat (vgl. Beschwerde S. 9 f.). Die Beschwerdeführer können 
auch nichts Wesentliches zu ihren Gunsten daraus ableiten, dass das Einreisegesuch 
von F.________ abweichend von demjenigen seiner Mutter beurteilt wurde: Für den 
Nachzug der Ehefrau des Beschwerdeführers 1 gilt anders als für den Kindernachzug 
die ordentliche Fünfjahresfrist (vgl. Art 42 Abs. 1 i.V.m. Art. 47 Abs. 1 AuG). Diese ist 
mit der Gesuchseinreichung im Jahr 2012 gewahrt; es steht daher insoweit kein 
nachträglicher Familiennachzug zur Diskussion, welcher wichtige familiäre Gründe 
voraussetzt. Von Rechts- oder Ermessensmissbrauch (vgl. Beschwerde S. 4) kann 
damit keine Rede sein. Unbehelflich ist auch das Argument, es bestehe kein Grund, 
die im AuG angelegte restriktive Einwanderungspolitik auf Schweizer Bürgerinnen und 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13.01.2015, Nr. 100.2013.430U, Seite 12

Bürger anzuwenden (vgl. Beschwerde S. 9 f., ferner S. 7 f.), da es ein Grundentscheid 
des Bundesgesetzgebers ist, den Kindernachzug auch im Fall nachzugswilliger 
Personen mit Schweizer Bürgerrecht an die Voraussetzung der wichtigen familiären 
Gründe zu knüpfen (vgl. auch E. 3.4 hiernach).

3.4 Die Beschwerdeführer können schliesslich auch nichts zu ihren Gunsten daraus 
ableiten, dass gemäss Art. 47 Abs. 2 i.V.m. Art. 42 Abs. 2 AuG – anders als in der 
vorliegenden Konstellation – für Schweizerinnen und Schweizer mit Angehörigen, 
welche im Besitz einer dauerhaften Aufenthaltsbewilligung eines Staates sind, mit dem 
ein Freizügigkeitsabkommen abgeschlossen wurde, keine (nationalen) Nachzugsfristen 
gelten (vgl. Beschwerde S. 8 f. und 11). Diese Bestimmung sollte nachzugsrechtlich 
die Gleichbehandlung von Schweizerinnen und Schweizern mit den Staatsangehörigen 
aus den EU-EFTA-Staaten sicherstellen, welche nach der damals geltenden «Akrich-
Praxis» gestützt auf Art. 3 Anhang 1 des Abkommens vom 21. Juni 1999 zwischen der 
Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits und der Europäischen Gemeinschaft 
und ihren Mitgliedstaaten andererseits über die Freizügigkeit (FZA; SR 0.142.112.681) 
ihre Angehörigen aus anderen Vertragsstaaten unabhängig von Nachzugsfristen 
nachziehen konnten. Mittlerweile wurde diese Praxis durch die «Metock-Praxis» 
abgelöst, wonach die Nachzugsregelung nach FZA auch auf Angehörige von sog. 
Drittstaaten, d.h. einem nicht der EU oder EFTA angehörenden Land, anwendbar ist 
(BGE 136 II 120 E. 3.3.1 mit weiteren Hinweisen; Thomas Hugi Yar, Von Trennungen, 
Härtefällen und Delikten – Ausländerrechtliches rund um die Ehe- und 
Familiengemeinschaft, in Alberto Achermann et al. [Hrsg.], Jahrbuch für 
Migrationsrecht 2012/2013, 2013, S. 31 ff., 46). Wie die Beschwerdeführer zutreffend 
anmerken, sind damit Schweizerinnen und Schweizer mit nachzuziehenden Drittstaats-
angehörigen nunmehr schlechter gestellt als Staatsangehörige eines EU- oder EFTA-
Staates in der gleichen Situation (sog. «Inländerdiskriminierung»). Darin liegt gemäss 
der Rechtsprechung aber keine unzulässige Ungleichbehandlung. Die sog. 
Inländerdiskriminierung wird gestützt auf Art. 190 BV aus Gründen der Gewaltenteilung 
vielmehr (vorläufig) hingenommen (vgl. BGE 136 II 120 E. 3.5) und eine gerichtliche 
Korrektur auch in der Folgerechtsprechung abgelehnt, nachdem der gesetzgeberische 
Entscheid in voller Kenntnis der Problematik im Zusammenhang mit der Behandlung 
einer parlamentarischen Initiative bestätigt wurde (vgl. BGer 2C_354/2011 vom 
13.7.2012, E. 2, 2C_1/2013 vom 16.1.2013, E. 3.1; s. auch BGer 2C_56/2012 vom 
24.9.2012, E. 5.1; ferner Thomas Hugi Yar, a.a.O., S. 47; Hansjörg Seiler, Einfluss des 
europäischen Rechts und der europäischen Rechtsprechung auf die schweizerische 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13.01.2015, Nr. 100.2013.430U, Seite 13

Rechtspflege, in ZBJV 2014 S. 265 ff., 346 f.). Für das Verwaltungsgericht ist bei 
dieser Ausgangslage nicht ersichtlich, weshalb eine entsprechende Korrektur aufgrund 
einer Ungleichbehandlung im rein inländischen Verhältnis zwischen Schweizerinnen 
und Schweizern mit Familienmitgliedern aus EU-/EFTA-Staaten einerseits (Art. 42 
Abs. 2 AuG) und solchen mit Familienmitgliedern aus Drittstaaten andererseits (Art. 42 
Abs. 1 AuG) erfolgen dürfte: Die von den Beschwerdeführern beklagte 
Ungleichbehandlung von Schweizerinnen und Schweizern resultiert unmittelbar aus 
der bundesgesetzlichen Regelung, welche gestützt auf Art. 190 BV massgebend ist. 
Eine unzulässige Ungleichbehandlung von Schweizerinnen und Schweizern, welche 
gegen den Wortlaut von Art. 47 Abs. 2 AuG zu korrigieren wäre, lässt sich daher nicht 
ausmachen. Inwiefern in diesem Verhältnis – wie die Beschwerdeführer dafür halten – 
Art. 8 Abs. 1 BV überhaupt eine Rolle spielt, kann bei diesem Ergebnis offenbleiben. 
Jedenfalls knüpft die fragliche Regelung für alle nachzugswilligen Personen mit 
Schweizer Bürgerrecht gleichermassen an die unterschiedliche Staatsangehörigkeit 
der Angehörigen an. Die Vorinstanz durfte bzw. musste nach dem Erwogenen Art. 47 
Abs. 4 AuG zur Anwendung bringen.

4. 

Der angefochtene Entscheid hält nach dem Erwogenen der Rechtskontrolle stand. Die 
Beschwerde erweist sich als unbegründet und ist abzuweisen. Bei diesem Ausgang 
des Verfahrens werden die unterliegenden Beschwerdeführer kostenpflichtig (Art. 108 
Abs. 1 VRPG). Parteikosten sind keine zu sprechen (Art. 108 Abs. 3 i.V.m. Art. 104 
VRPG). 

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht, bestimmt auf eine 
Pauschalgebühr von Fr. 3'000.--, werden den Beschwerdeführern auferlegt.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13.01.2015, Nr. 100.2013.430U, Seite 14

3. Es werden keine Parteikosten gesprochen.

4. Zu eröffnen:
- den Beschwerdeführern 
- der Polizei- und Militärdirektion des Kantons Bern
- dem Staatssekretariat für Migration 

Das präsidierende Mitglied: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begründung beim 
Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 
gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das 
Bundesgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.