# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** df24dadc-7c73-53d9-9cb1-a0dbb820ff4d
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-05-13
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 13.05.2013 IV 2011/150
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2011-150_2013-05-13.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2011/150

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 13.05.2013

Entscheiddatum: 13.05.2013

Entscheid Versicherungsgericht, 13.05.2013
Art. 28 IVG. Art. 29 IVG. Würdigung medizinisches Gutachten. Bemessung 
des Invaliditätsgrads (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons 
St.Gallen vom 13. Mai 2013, IV 2011/150).

Vizepräsident Joachim Huber, Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider, 

Versicherungsrichter Martin Rutishauser; Gerichtsschreiber Marc Giger

 

Entscheid vom 13. Mai 2013

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Eliano Mussato, Bellevuestrasse 1b, Postfach, 

9401 Rorschach,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

Rente

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Sachverhalt:

A.     

A.a   A.___ meldete sich erstmals im September 2006 zum Bezug von Leistungen der 

Invalidenversicherung (Berufsberatung, Umschulung auf eine neue Tätigkeit, Rente) an 

(IV-act. 1). Seitens der Klinik B.___, wo die Versicherte sich vom 6. bis 25. April 2006 in 

einem stationären Aufenthalt befunden hatte, war am 3. Juli 2006 eine anhaltende 

somatoforme Schmerzstörung diagnostiziert worden. Der Bericht ging bis 30. April 

2006 von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit, ab dem 1. Mai 2006 von einer 50%igen 

Arbeitsunfähigkeit - nach Absprache mit dem nachbehandelnden Arzt - aus (IV-act. 

6-9). Dr. med. C.___, Allgemeine Medizin FMH, stellte in seinem Arztbericht vom 21. 

Oktober 2006 zuhanden der IV-Stelle folgende Diagnosen: Anhaltende somatoforme 

Schmerzstörung, erhebliche psychosoziale Problematik. Eine Integration in den freien 

Arbeitsmarkt sei nicht möglich, hingegen sei die Versicherte in der Lage, eine Tätigkeit 

in einem geschützten Rahmen ganztags auszuüben (IV-act. 6-2). Der Regionale 

Ärztliche Dienst Ostschweiz (RAD) empfahl am 18. Januar 2007 eine polydisziplinäre 

Begutachtung (IV-act. 12). Die IV-Stelle veranlasste am 30. April 2007 eine 

medizinische Abklärung durch die Aerztliche Begutachtungsinstitut GmbH (ABI), Basel. 

Nachdem die Versicherte nicht zum vorgesehenen Untersuchungstermin vom 18. 

September 2007 erschienen war, forderte die IV-Stelle sie mit Schreiben vom 21. 

September 2007 auf, sich bis zum 3. Oktober 2007 beim ABI zu melden, um einen 

neuen Termin zu vereinbaren. Die Versicherte wurde auf die gesetzlichen Folgen eines 

erneuten unentschuldigten Fernbleibens von der Untersuchung aufmerksam gemacht 

(IV-act. 17). Die Versicherte unterliess es, sich beim ABI zu melden. Mit Verfügung vom 

19. Oktober 2007 wies die IV-Stelle ihr Leistungsbegehren ab (IV-act. 22). Dieser 

Entscheid erwuchs unangefochten in Rechtskraft.

A.b   Im Februar 2009 meldete sich die Versicherte erneut zum Leistungsbezug 

(Massnahmen für die berufliche Eingliederung, Rente) an. Das Psychiatrische Zentrum 

Y.___ stellte am 24. August 2009 folgende Diagnosen: Anpassungsstörung, Angst und 

depressive Reaktion gemischt; Verdacht auf undifferenzierte Schizophrenie 

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(Beobachtungszeitraum weniger als ein Jahr); Somatisierungsstörung. Angesichts des 

lange andauernden Verlaufs der psychischen Störung sowie der mangelnden 

Krankheitseinsicht und der fehlenden Behandlungsbereitschaft sei die Prognose 

bezüglich der Arbeitsfähigkeit als eher ungünstig einzuschätzen (IV-act. 35). In seinem 

Verlaufsbericht vom 15. Februar 2010 hielt das Psychiatrische Zentrum Y.___ fest, der 

Gesundheitszustand der Versicherten sei stationär, die Diagnosen präsentierten sich 

unverändert. Nach wie vor bestünden starke Somatisierungstendenzen. Die Versicherte 

sei immer noch überzeugt, an einer schweren somatischen Erkrankung zu leiden, 

bezüglich der psychiatrischen Erkrankung zeige sie keine Krankheitseinsicht (IV-act. 

41).

A.c   Die IV-Stelle veranlasste am 28. Mai 2010 gestützt auf eine Stellungnahme des 

RAD eine medizinische Abklärung durch das ABI. Die Versicherte wurde am 28. 

Oktober 2008 einer polydisziplinären Begutachtung (internistischer-allgemeiner Teil 

durch PD Dr. D.___, fallführender Facharzt; psychiatrischer Teil durch Dr. med. E.___, 

FMH Psychiatrie und Psychotherapie; orthopädischer Teil durch Dr. med. F.___, FMH 

Orthopädische Chirurgie) unterzogen. Das Gutachten vom 17. November 2010 gelangt 

zum Ergebnis, bei der Versicherten bestehe für sämtliche körperlich leichten bis 

mittelschweren, wechselnd belastenden Tätigkeiten eine uneingeschränkte Arbeits- 

und Leistungsfähigkeit (IV-act. 55).

A.d   Mit Vorbescheid vom 3. Januar 2011 stellte die IV-Stelle der Versicherten die 

Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht (IV-act. 59). Dagegen erhob die 

Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Eliano Mussato, am 15. März 2011 

Einwand. Darin beantragte sie die Zusprechung einer ganzen Rente. Zur Begründung 

verwies sie im Wesentlichen auf einen Bericht von Dr. med. G.___, Facharzt für 

Psychiatrie und Psychotherapie, betreffend eine medizinische Untersuchung vom 

16. Februar 2011, welche vom Rechtsvertreter veranlasst worden war. Gemäss diesem 

Bericht liege bei der Versicherten eine paranoide coenästhetische Schizophrenie vor, 

die Arbeitsunfähigkeit betrage 100% (IV-act. 64-1ff.). Mit Schreiben vom 16. Mai 2011 

nahm der begutachtende Psychiater Dr. E.___ zum Bericht von Dr. G.___ Stellung (IV-

act. 67).

A.e   Die IV-Stelle verfügte am 24. Juni 2011 im Sinn des Vorbescheids (IV-act. 70).

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B.     

B.a   Gegen diesen Entscheid richtet sich die vorliegende Beschwerde der durch 

Rechtsanwalt Mussato vertretenen Versicherten vom 26. August 2011. Unter Kosten- 

und Entschädigungsfolge lässt sie beantragen, es sei der angefochtene Entscheid 

aufzuheben und es sei ihr eine ganze Invalidenrente zuzusprechen. Eventualiter sei die 

Angelegenheit zur Neubeurteilung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Zur 

Begründung lässt sie sinngemäss ausführen, die bei ihr vorliegende Diagnose einer 

Schizophrenie bedeute Vollinvalidität. Die IV-Stelle stütze ihren Entscheid auf das 

Gutachten des ABI bzw. die Stellungnahme des RAD, welche eine Schizophrenie in 

unzutreffender Weise verneint hätten (act. G 1). In ihrer Beschwerdeergänzung vom 28. 

September 2011 legt die Beschwerdeführerin dar, gemäss den Einschätzungen von Dr. 

G.___ sei von einer unsorgfältigen Befunderhebung durch das ABI auszugehen. Das 

Gutachten sei undifferenziert und nicht nachvollziehbar. Angesichts der zweifelhaften 

Grundlagen, auf welchen die angefochtene Verfügung beruhe, sei ihr entweder direkt 

eine ganze Rente zuzusprechen oder aber es seien in dieser Sache weitere 

Abklärungen zu tätigen. Die Versicherte legte der Beschwerdeergänzung eine 

Stellungnahme von Dr. G.___ vom 6. Juni 2011 bei (act. G 5).

B.b   In ihrer Beschwerdeantwort vom 15. November 2011 beantragt die Beschwerde­

gegnerin, die Beschwerde sei abzuweisen. Zur Begründung führt sie aus, das 

Gutachten erfülle sämtliche rechtsprechungsgemässen Kriterien der Beweistaug­

lichkeit, weshalb vollumfänglich darauf abzustellen sei. Die Einschätzungen von 

Dr. G.___ seien nicht schlüssig. Es sei hier auch der Erfahrungstatsache Rechnung zu 

tragen, dass behandelnde Ärzte aufgrund ihrer auftragsrechtlichen Stellung zugunsten 

ihrer Patienten aussagen würden (act. G 8).

B.c   Die Beschwerdeführerin verzichtete auf eine Replik (vgl. act. G 12).

 

Erwägungen:

1.      

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1.1    Zwischen den Parteien ist der Invalidenrentenanspruch der Beschwerdeführerin 

streitig.

1.2    Am 1. Januar 2008 sind mit der 5. IVG-Revision verschiedene Änderungen des 

Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) in Kraft getreten. Weil 

in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend sind, die bei 

der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestands Geltung haben (BGE 127 V 

467 E. 1), und weil bei der Beurteilung ferner auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses 

der streitigen Verfügung eingetretenen Sachverhalt abzustellen ist (BGE 121 V 366 E. 

1b), sind für den bis 31. Dezember 2007 verwirklichten Sachverhalt die altrechtlichen, 

danach die bis 31. Dezember 2011 geltenden materiellen Bestimmungen anzuwenden. 

Die am 1. Januar 2012 in Kraft getretene IV-Revision 6A ist für dieses Verfahren nicht 

von Bedeutung.

1.3    Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde 

ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbs­

unfähigkeit ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen 

Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung 

verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in 

Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG).

1.4    Nach aArt. 28 Abs. 1 IVG (heute Art. 28 Abs. 2 IVG) besteht der Anspruch auf eine 

ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf 

eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem 

Invaliditätsgrad von mindestens 50 % besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente und 

bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein Anspruch auf eine Viertelsrente. 

Nach aArt. 29 Abs. 1 IVG entsteht der Rentenanspruch frühestens in dem Zeitpunkt, in 

dem die versicherte Person mindestens zu 40 % bleibend erwerbsunfähig geworden ist 

(lit. a) oder während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 

mindestens zu 40 % arbeitsunfähig gewesen war (lit. b). Nach der ab 1. Januar 2008 

geltenden Regelung entsteht ein Anspruch nur noch nach der zweiten Variante (Art. 28 

Abs. 1 IVG). Zusätzlich muss eine Karenzzeit von sechs Monaten seit Anmeldung 

bestanden werden (Art. 29 Abs. 1 IVG).

2.      

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2.1    Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im 

Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenen­

falls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder 

der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, 

in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person 

arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von Amtes 

wegen festzustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine 

zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruchs gestatten. Hinsichtlich des 

Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen 

Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der 

Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizi­

nischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet 

sind (BGE 125 V 352 E. 3a). Bei der Würdigung von Berichten der behandelnden Ärzte 

ist nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts der Erfahrungstatsache Rechnung zu 

tragen, dass es ihrer auftragsrechtlichen Vertrauensstellung wegen mitunter vorkommt, 

dass sie in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (so etwa der 

Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 6. Dezember 2006, I 

329/06; BGE 125 V 353 E. 3b/cc; vgl. Ulrich Meyer, Rechtsprechung des 

Bundesgerichts zum IVG, S. 229 f.). Der Umstand allein, dass eine Einschätzung vom 

behandelnden Mediziner stammt, darf aber nicht dazu führen, sie als von vornherein 

unbeachtlich einzustufen (vgl. BGE vom 27. Mai 2008, 9C_24/08).

2.2    Zunächst ist die Frage zu beantworten, ob die medizinische Aktenlage eine 

rechtsgenügliche Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin erlaubt. 

Die Beschwerdegegnerin stützt die rentenablehnende Verfügung vom 24. Juni 2011 auf 

das ABI-Gutachten vom 17. November 2010 (IV-act. 55). Das Gutachten stellt keine 

Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. Unter den Diagnosen ohne Einfluss auf 

die Arbeitsfähigkeit sind aufgeführt: Anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: 

F45.4) [unspezifisches multilokuläres Schmerzsyndrom (ICD-10: R52.9); Vitamin B12-

Mangel, Tinnitus rechts. Bei der Beschwerdeführerin bestehe für sämtliche körperlich 

leichten bis mittelschweren, wechselnd belastenden Tätigkeiten eine uneingeschränkte 

Arbeits- und Leistungsfähigkeit. Lediglich körperlich schwere Tätigkeiten sollten ihr in 

Anbetracht ihrer körperlichen Konstitution nicht zugemutet werden. Berufliche 

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Massnahmen seien angesichts der fixierten Krankheits- und Invaliditätsüberzeugung 

der Beschwerdeführerin nicht sinnvoll durchführbar (act. 55-16ff.).

2.3   

2.3.1           Im Folgenden ist zu prüfen, ob bzw. inwieweit auf das interdisziplinäre Gut­

achten abgestellt werden kann. Die Beschwerdeführerin bringt in Bezug auf das 

psychiatrische Teilgutachten vor, dieses sei gemäss den Einschätzungen von Dr. G.___ 

nicht beweistauglich. Dr. G.___ habe die Schlussfolgerung des ABI, es liege keine 

Schizophrenie vor, als nicht nachvollziehbar erachtet. Dr. G.___ diagnostizierte bei der 

Beschwerdeführerin eine paranoide und coenästhetische Schizophrenie (ICD-10: F20.0 

und F20.8). Die Beschwerdeführerin leide an einer ausgeprägten wahnhaften 

Wahrnehmung. Dabei handle es sich einerseits um paranoide, andererseits aber vor 

allem um coenästhetische Wahninhalte. Diese seien gekennzeichnet durch eigene 

Körperwahrnehmungen, zum Beispiel Taubheitsgefühle, Schmerzsensationen und 

thermische Sensationen. Alle diese Symptome würden bei der Beschwerdeführerin 

vorliegen. Des Weiteren imponiere bei ihr auch die psychotische Wahrnehmung dieser 

Körpermissempfindungen, z.B. habe sie angegeben, dass die rote und gelbe 

Flüssigkeit zu viel sei und aus ihrem Hinterkopf austrete und dass man dies sehen 

könne. Die Nähe zur Somatisierungsstörung und hypochondrischen Wahrnehmung 

seien gegeben, die wahnhaften Symptome seien jedoch derart deutlich, dass es sich 

dabei ohne Zweifel um eine Form der Schizophrenie handle. Anamnestisch hätten 

diese Symptome vermutlich nach ihrer einzigen Arbeitsstelle eingesetzt, ca. im Jahr 

1998. Ebenfalls klar für eine wahnhafte Erkrankung spreche die Anamnese mit der 

sozialen Isolation der Beschwerdeführerin. Dass die fulminanten Symptome weder von 

der Klinik B.___ noch vom ABI erkannt worden seien, sei wohl auf eine fehlende 

eingehende Untersuchung zurückzuführen. Die Beschwerdeführerin sei schwierig zu 

führen, spreche oft in Rätseln und man sei im Gespräch oft geneigt, nicht genauer 

nachzuhaken, da eine normale Konversation mit ihr kaum möglich und das Gespräch 

sehr anstrengend sei. Völlig falsch sei die Feststellung des ABI, wonach das 

Neuroleptikum, welches die Beschwerdeführerin während eines Monats eingenommen 

und welches ihren Zustand nicht verändert habe, für das Fehlen einer schizophrenen 

Störung spreche (IV-act. 64-7ff.).

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2.3.2           Das ABI erörterte im Zusammenhang mit den psychopathologischen 

Befunden, die Beschwerdeführerin sei allseits orientiert und bewusstseinsklar. Die 

Aufmerksamkeit habe für die Dauer des Gesprächs durchgehend aufrecht erhalten 

werden können. Die Konzentration und die Auffassung seien ungestört gewesen. 

Merkfähigkeitsstörungen hätten sich keine gezeigt. Im formalen Gedankengang sei die 

Beschwerdeführerin geordnet gewesen. Hinweise auf Sinnestäuschungen in Form von 

Halluzinationen oder illusionären Verkennungen hätten sich nicht ergeben. Auch 

inhaltliche Denkstörungen in Form von wahnhaften Gedanken, Wahnwahrnehmungen 

oder einer systematisch wahnhaften Denkstruktur hätten nicht vorgelegen und es 

hätten keine Hinweise für Ich-Störungen in Form eines Fremdbeeinflussungserlebens 

bestanden. Anzeichen für eine hypochondrische Erlebnisverarbeitung im engeren Sinn 

seien nicht festzustellen gewesen, ebenso wenig phobische Gedankengänge. 

Zwanghafte Handlungen oder Zwangsgedanken seien bei der Beschwerdeführerin 

nicht eruierbar gewesen und sie habe keine paroxysmalen Ängste erwähnt. Circadiane 

Besonderheiten hätten sich nicht gefunden. Weiter hätten keine Hinweise für einen 

ausgeprägten sozialen Rückzug, Aggressivität, Suizidalität oder Selbstschädigung 

bestanden. Die Realitätsprüfung und die Urteilsbildung hätten sich als ungestört 

präsentiert. Anzeichen für eine mangelnde Affektsteuerung und fehlende 

Impulskontrolle hätten sich nicht  ergeben wie auch nicht für eine gestörte 

Intentionalität oder einen gestörten Antrieb. Der Selbstwert sei ausgeglichen gewesen 

(IV-act. 55-10f.). Im Zusammenhang mit der vom Psychiatriezentrum Y.___ geäusserten 

Verdachtsdiagnose einer Schizophrenie führte das ABI aus, es hätten sich keine 

Grundsymptome einer schizophrenen Erkrankung gefunden. Die Beschwerdeführerin 

zeige keine Denk- und Affektstörungen, ihre affektiven Äusserungen seien einfühlbar 

gewesen. Die betreffenden Symptome müssten indes zwingend vorhanden sein, damit 

die Diagnose einer Schizophrenie gestellt werden könnte. Dass die Beschwerdeführerin 

ihrem Ex-Mann und den Ämtern Vorwürfe mache und in ihnen den Grund für ihre 

Schwierigkeiten sehe, sei in ihrer Neigung begründet, die Umgebung für ihre 

Schwierigkeiten verantwortlich zu machen und wenig Verantwortung für sich zu 

übernehmen. Es handle sich somit nicht um eine paranoische Einstellung der Welt 

gegenüber. Es seien auch nie produktive Symptome festgestellt worden (IV-act. 

55-11f.). In seiner Stellungnahme zum Arztbericht von Dr. G.___ vom 16. Mai 2011 

bestätigte das ABI seine gutachterliche Beurteilung grundsätzlich und wies namentlich 

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erneut darauf hin, für die Diagnose einer Schizophrenie sei es zwingend notwendig, 

dass bestimmte Grundsymptome vorhanden seien, so zerfahrenes Denken oder inad­

äquate bzw. verflachte Affekte. Auch könnten Schmerzwahrnehmungen, die somatisch 

nicht zu erklären seien, nicht einfach als Symptome einer coenästhetischen 

Schizophrenie klassifiziert werden. Die Beschwerdeführerin lebe sozial schon seit jeher 

sehr zurückgezogen, verfüge kaum über Deutschkenntnisse, sei in der Schweiz total 

isoliert. Die mangelnde soziale Integration sei nicht Ausdruck einer Schizophrenie, 

sondern hänge mit der fehlenden Motivation der Beschwerdeführerin zusammen, sich 

hier zu integrieren. Sie wolle im Prinzip am liebsten in ihre Heimat zurückkehren, wenn 

sie dafür die notwendigen finanziellen Voraussetzungen hätte (IV-act. 67).

2.3.3           Vorliegend ist festzuhalten, dass die Beurteilung des ABI, weshalb bei der 

Beschwerdeführerin keine schizophrene Erkrankung vorliegen könne, schlüssig und 

nachvollziehbar erscheint. Die gestützt auf die Einschätzungen von Dr. G.___ erhobene 

Kritik der Beschwerdeführerin, das ABI habe sie nicht ausreichend erfasst, erscheint 

nicht angebracht. Die Schilderungen des ABI über den Verlauf des Gesprächs mit der 

Beschwerdeführerin präsentieren sich im Wesentlichen gleich wie jene von Dr. G.___. 

So wurde auch von Seiten des ABI beschrieben, die Beschwerdeführerin sei immer 

wieder in ihre Opferhaltung geraten, habe den Ärzten und Ämtern Vorwürfe gemacht, 

dass sie von ihnen schlecht behandelt werde. Die Beschwerdeführerin habe zum Teil 

Mühe gehabt, auf die gestellten Fragen einzugehen und sie habe sich in endlosen 

Monologen über ihr Opferdasein wiederholt. Ebenso hat die Beschwerdeführerin 

offenbar im Rahmen der orthopädischen Untersuchung von Wasser und Blut berichtet, 

welches aus ihrem Hinterkopf herausfliesse (IV-act. 55-11f.). Weiter hat das ABI in 

seiner Stellungnahme vom 16. Mai 2011 plausibel näher ausgeführt, weshalb das 

Neuroleptikum, welches die Beschwerdeführerin während eines Monats eingenommen 

habe, für das Fehlen einer psychischen Störung spreche. Demnach führten 

Neuroleptika zu einem deutlichen Rückgang der positiven Symptomatik, d.h. der 

Halluzinationen. Wenn die Beschwerdeführerin nun unter Symptomen einer 

Schizophrenie leiden würde, hätte sich die Schmerzwahrnehmung nach Einnahme der 

Neuroleptika deutlich gebessert. Produktive Symptome im Rahmen einer 

Schizophrenie liessen sich durch Neuroleptika sehr gut behandeln. Bei der 

Beschwerdeführerin habe sich indes keine Besserung gezeigt. Die Tatsache, dass die 

Schmerzwahrnehmung durch die Neuroleptika sich nicht gebessert habe, sei ein 

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eindeutiger Hinweis, dass das Symptom Schmerz nicht Ausdruck einer Schizophrenie 

sei, sondern dass es sich hierbei um psychische Überlagerungen im Rahmen einer 

Schmerzverarbeitungsstörung handle.

2.3.4           Was die Einschätzungen der Klinik B.___ und des Psychiatriezentrums 

Y.___ betrifft, so ist aufgrund derselben ebenfalls nicht von einer schizophrenen 

Erkrankung auszugehen. Die Klinik B.___ erwähnte in ihrem Bericht vom 3. Juli 2006 

nichts von einer Schizophrenie, als Diagnose gab sie einzig eine anhaltende somato­

forme Schmerzstörung an (IV-act. 6-9). Der Vorwurf der mangelhaften Untersuchung, 

welchen die Beschwerdeführerin auch gegenüber der Klinik B.___ erhebt, findet in den 

Akten keine Stütze. Das Psychiatriezentrum Y.___ wiederum führte in seinem Bericht 

vom 24. August 2009 die undifferenzierte Schizophrenie nur als Verdachtsdiagnose auf 

(IV-act. 35). Das ABI erwähnte ausserdem in seiner Stellungnahme vom 16. Mai 2011, 

das Psychiatriezentrum beschreibe keine positiven Symptome einer Schizophrenie. Die 

Erkenntnisse des Psychiatriezentrums müssen ohnehin in Frage gestellt werden, hatte 

dieses doch selber erklärt, die von ihm durchgeführte testpsychologische 

Untersuchung sei aufgrund der bei der Beschwerdeführerin bestehenden 

Einschränkungen nicht aussagekräftig.

2.3.5           Gesamthaft ist nicht ersichtlich, inwieweit die psychiatrische Beurteilung 

durch das ABI rechtsfehlerhaft sein soll. Die neuerliche Kritik an den gutachterlichen 

Einschätzungen durch Dr. G.___ in dessen Schreiben vom 6. Juni 2011 (IV-act. 77-1) 

ändert an dieser Feststellung nichts. Es findet in dem Bericht auch keine Auseinan­

dersetzung mit der Stellungnahme des ABI vom 16. Mai 2011 statt, obwohl dort 

namentlich in Bezug auf die neuroleptische Behandlung im Vergleich zum Gutachten 

vom 17. November 2010 wesentliche neue Aussagen gemacht werden. Im Ergebnis ist 

mit dem ABI-Gutachten davon auszugehen, dass bei der Beschwerdeführerin keine 

psychiatrische Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit vorliegt.

2.4    Was das orthopädische Teilgutachten betrifft, beruht dieses auf eigenständigen 

Abklärungen und ist es für die streitigen Belange umfassend. Die medizinischen 

Vorakten wurden verwertet und die von der Beschwerdeführerin geklagten 

Beschwerden berücksichtigt und gewürdigt. Bei der Beschwerdeführerin ist somit auch 

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aus orthopädischer Sicht keine Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit 

anzunehmen.

2.5    Zusammenfassend kann auf das Gutachten des ABI vollumfänglich abgestellt 

werden. Es ist somit festzustellen, dass bei der Beschwerdeführerin für sämtliche 

körperlich leichten bis mittelschweren, wechselbelastenden Tätigkeiten eine uneinge­

schränkte Arbeits- und Leistungsfähigkeit besteht.

3.      

3.1    Ausgehend von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit bleiben die erwerblichen 

Auswirkungen zu prüfen. In Bezug auf die Berechnung des Valideneinkommens ist den 

Akten zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin in ihrem Herkunftsland Serbien eine 

Anlehre als Mechanikerin absolviert habe, ohne jedoch einen zertifizierten Abschluss zu 

erlangen. Nach ihrer Einreise in die Schweiz habe sie in den Jahren 1991/92 in einer 

Metzgerei gearbeitet. Anschliessend habe sie mit Ausnahme einer einjährigen Tätigkeit 

als Reinigungskraft im Jahr 1999 nicht mehr gearbeitet. In den Jahren 2002/03 und 

2004/05 habe sie noch an Reintegrationsprojekten im Business House in Goldach 

teilgenommen, wo sie Recycling- bzw. Näharbeiten ausgeübt habe. Vorliegend ist 

festzuhalten, dass eine angestammte Tätigkeit nicht klar definiert ist. Es kann deshalb 

nicht auf ein bisher erzieltes Einkommen abgestellt werden. Das Valideneinkommen ist 

vielmehr auf derselben Grundlage wie das Invalideneinkommen zu erheben. Sind 

Validen- und Invalideneinkommen ausgehend vom selben Tabellenlohn zu berechnen, 

entspricht der Invaliditätsgrad dem Grad der Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichtigung 

des Abzugs vom Tabellenlohn (SVR 2008 IV Nr. 2, I 697/05 E. 5.4). Im Rahmen dieses 

Abzugs ist der Tatsache Rechnung zu tragen, dass persönliche und berufliche 

Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, 

Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad, Auswirkungen auf die 

Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 323 E. 3b/aa) und je nach Ausprägung die 

versicherte Person deswegen die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichen Erfolg 

verwerten kann (BGE 126 V 80 E. 5b/aa). Der Abzug darf 25% nicht übersteigen (BGE 

134 V 327 E. 5.2).

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3.2    Vorliegend ist festzustellen, dass bei einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer 

leidensadaptierten Tätigkeit auch bei Gewährung des höchstzulässigen Tabellenlohn­

abzugs von 25% offensichtlich kein rentenbegründender Invaliditätsgrad resultieren 

würde. Die von der Beschwerdegegnerin verfügte Abweisung des Rentenanspruchs 

erweist sich im Ergebnis als korrekt.

4.      

Damit ist die Beschwerde abzuweisen. Die Beschwerdeführerin hat gemäss Art. 69 

Abs. 1 IVG die Gerichtsgebühr, die angesichts des durchschnittlichen Aufwands auf 

Fr. 600.-- festgelegt wird, zu bezahlen, wobei diese durch den in gleicher Höhe geleis­

teten Kostenvorschuss gedeckt ist. Ein Anspruch auf Parteientschädigung besteht 

ausgangsgemäss nicht.

 

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

entschieden:

1.       Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.       Die Beschwerdeführerin hat eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. Der 

geleistete Kostenvorschuss in gleicher Höhe wird angerechnet.

bis

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	Art. 28 IVG. Art. 29 IVG. Würdigung medizinisches Gutachten. Bemessung des Invaliditätsgrads (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St.Gallen vom 13. Mai 2013, IV 2011/150).

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