# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 569c6d37-1753-5df7-9c52-8536761c8c62
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-02-21
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 21.02.2013 IV 2011/96
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2011-96_2013-02-21.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2011/96

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 21.02.2013

Entscheiddatum: 21.02.2013

Entscheid Versicherungsgericht, 21.02.2013
Art. 28 IVG. Rentenanspruch. Rückweisung zur psychiatrischen 
Begutachtung und erneuter interdisziplinärer Würdigung (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St.Gallen vom 21. Februar 2013, IV 
2011/96).

Vizepräsidentin Marie-Theres Rüegg Haltinner, a.o. Versicherungsrichterin Gertrud 

Condamin-Voney, Versicherungsrichterin Marie Löhrer; Gerichtsschreiber Philipp 

Geertsen

 

Entscheid vom 21. Februar 2013

in Sachen

A.____,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Duri Poltera, Hadwigstrasse 6a, 9000 St. Gallen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

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Rente

 

Sachverhalt:

A.     

A.a   A.____ meldete sich gemäss Anmeldebestätigung im Mai 2009 zum Bezug von IV-

Leistungen an, da er seit sieben Jahren psychisch krank sei (act. G 4.1 und G 4.2). Der 

behandelnde Arzt der Clienia Littenheid AG, Privatklinik für Psychiatrie und 

Psychotherapie, wo der Versicherte zur stationären Behandlung vom 25. November bis 

5. Dezember 2008 (vgl. hierzu Austrittsbericht vom 16. Dezember 2008, act. 

G 4.22-8 ff.) und vom 1. Juni bis 10. Juli 2009 (vgl. hierzu Austrittsbericht vom 9. Juli 

2009, act. G 4.22-14 f.) weilte, berichtete am 23. Juni 2009, der Versicherte leide mit 

Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit an einer rezidivierenden depressiven Störung, 

gegenwärtig mittelgradige depressive Episode (ICD-10: F33.1), und an einer 

Benzodiazepinabhängigkeit (ICD-10: F13.2). Des Weiteren bestehe ein Verdacht auf 

eine Angststörung. Diese Leiden bestünden seit mindestens 5 Jahren (act. G 4.18). 

Vom 18. bis 20. April 2009 wurde der Versicherte auf der Krisenstation des 

Psychiatrischen Zentrums St. Gallen behandelt, welches als Diagnose eine 

Benzodiazepinabhängigkeit angab (act. G 4.22.12 f.).

A.b   Die behandelnde Dr. med. B.____, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, 

diagnostizierte eine Benzodiazepinabhängigkeit (ICD-10: F13.24), ein 

Alkoholabhängigkeitssyndrom (ICD-10: F10.26), einen Verdacht auf eine bipolare 

affektive Störung, gegenwärtig mittelgradig depressive Episode (ICD-10: F31.31) sowie 

eine Persönlichkeits- und Verhaltensstörung nach Sedativa und Alkohol (ICD-10: 

F13.71). Für die angestammte Tätigkeit als Chauffeur bescheinigte sie dem 

Versicherten ab 1. Mai 2009 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Andere Tätigkeiten seien 

dem Versicherten zurzeit nicht zumutbar (Bericht vom 20. August 2009, act. G 4.22). 

Dr. med. C.____, Allgemeinmedizin und Chirurgie, stellte im Bericht vom 11. September 

2009 folgende Diagnosen: eine akute Psychose, einen Hirnparenchymdefekt links mit 

anschliessender Visusminderung, ein linksbetontes beidseitiges Impingement-Syndrom 

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beider Schultern, ein rezidivierendes lumbosacrales Schmerzsyndrom und eine 

Depression. Der Versicherte sei für jegliche Tätigkeiten zu 100% arbeitsunfähig (act. 

G 4.26).

A.c   Der seit 1. September 2009 ambulant behandelnde Dr. med. D.____, Facharzt für 

Psychiatrie und Psychotherapie FMH, diagnostizierte eine rezidivierende depressive 

Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode mit somatischen Symptomen (ICD-10: 

F33.11, F33.2) sowie eine generalisierte Angststörung (ICD-10: F41.1). Ohne 

Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestünden eine intermittierende Akzentuierung der 

emotional instabilen Persönlichkeitszüge (ICD-10: Z73.1) sowie ein Benzoabusus 

(ICD-10: F13.25). Der Versicherte sei zu 100% arbeitsunfähig (Bericht vom 

18. September 2009, act. G 4.27).

A.d   Am 10. März 2010 wurde der Versicherte orthopädisch-psychiatrisch im 

Medizinischen Gutachtenzentrum St. Gallen (MGSG) untersucht. Im Gesamtgutachten 

vom 1. April 2010 stellten die Experten folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die 

Arbeitsfähigkeit: eine Osteochondrose und Unkarthrose C3-7 und foraminale 

Diskushernie C4/5 rechts mit mässiger Spondylarthrose und leichter 

Nervenwurzelkompression C5 rechts sowie Diskushernie C5/6 beidseits foraminal mit 

mässiger Spondylarthrose und leichter Kompression der Nervenwurzel C6 beidseits; 

eine Diskushernie L5/S1 mit Kompression der Nervenwurzel S1 links bei conjoint root 

L5/S1 links; eine Adipositas; eine rezidivierende depressive Störung mit leichten bis 

mittelgradigen depressiven Episoden, bestehend seit etwa 2006 (ICD-10: F33.0, 

F33.10) sowie psychische und Verhaltensstörungen durch Sedativa oder Hypnotika mit 

Abhängigkeitssyndrom, bestehend seit etwa 2004 (ICD-10: F10.2). Ohne Auswirkung 

auf die Arbeitsfähigkeit sei u.a. ein Zustand nach rezidivierendem Alkoholabusus 

(ICD-10: F10.00). Für die angestammte Tätigkeit bescheinigten die Gutachter eine 

100%ige Arbeitsunfähigkeit. Für eine leidensangepasste Tätigkeit habe von Mai 2008 

bis November 2009 eine 60%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden und ab Dezember 2009 

verfüge der Versicherte aufgrund der verbesserten psychischen Situation über eine 

70%ige Arbeitsfähigkeit (act. G 4.44). Der RAD-Arzt hielt das MGSG-Gutachten in der 

Stellungnahme vom 16. Juli 2010 für beweiskräftig (act. G 4.49).

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A.e   Gestützt auf die gutachterlich bescheinigte 70%ige Arbeitsfähigkeit für 

leidensangepasste Tätigkeiten und unter Gewährung eines 10%igen 

Tabellenlohnabzugs ermittelte die IV-Stelle im Feststellungsblatt vom 5. August 2010 

einen Invaliditätsgrad von 47% (act. G 4.53). In der Stellungnahme zum 

Feststellungsblatt vom 12. August 2010 empfahl der zuständige Mitarbeiter der IV-

Stelle ein Triagegespräch mit dem RAD, da eine leichte depressive Episode in der 

Regel zu keiner "rententangierenden" Invalidität führe und die bescheinigte 30%ige 

Arbeitsfähigkeit daher näherer Abklärung bedürfe (act. G 4.56). Anlässlich der 

Besprechung mit dem RAD kamen die Beteiligten zum Schluss, dass von einer 

100%gen Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten auszugehen sei (ELAR-

Notiz vom 17. August 2010, act. G 4.57).

A.f    Am 17. August 2010 reichte Dr. B.____ das Formular E 213, "Ausführlicher 

ärztlicher Bericht", der IV-Stelle ein. Sie diagnostizierte eine rezidivierende depressive 

Störung, mittelgradige Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10: F33.11), eine 

Borderline Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F60.31), ein Alkoholabhängigkeitssyndrom 

mit einem episodischen Substanzgebrauch (ICD-10: F26), ein Benzodiazepin-

Abhängigkeitssyndrom mit einem ständigen Substanzgebrauch (ICD-10: F13.25). Der 

Krankheitsverlauf sei sich verschlechternd. Für leichte körperliche Tätigkeiten in einem 

geschützten Rahmen verfüge der Versicherte über eine 50%ige Arbeitsfähigkeit (act. 

G 4.63 und -61).

A.g   Mit Vorbescheid vom 19. August 2010 stellte die IV-Stelle dem Versicherten auf 

der Grundlage einer 100%igen Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten in 

Aussicht, das Rentenbegehren abzuweisen (act. G 4.60). Am 31. August 2010 reichte 

der Versicherte der IV-Stelle eine E-Mail von Dr. B.____ vom 31. August 2010 ein, worin 

sie sich zum Gesundheitszustand des Versicherten äusserte (act. G 4.64). Gegen den 

Vorbescheid vom 19. August 2010 erhob der Versicherte am 20. September 2010 

Einwand. Er beantragte darin die Zusprache einer ganzen IV-Rente ab Mai 2009. 

Eventualiter seien weitere medizinische Abklärungen vorzunehmen (act. G 4.66). In der 

Stellungnahme vom 26. Januar 2011 vertrat der RAD die Auffassung, der Versicherte 

verfüge unter Weglassung der Suchtproblematik für leidensangepasste Tätigkeiten 

über eine 100%ige Arbeitsfähigkeit (act. G 4.69).

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A.h   Die IV-Stelle verfügte am 2. Februar 2011 die Abweisung des Rentengesuchs (act. 

G 4.70).

B.     

B.a   Gegen diese Verfügung richtet sich die Beschwerde vom 2. März 2011. Der 

Beschwerdeführer beantragt darin unter Kosten- und Entschädigungsfolge deren Auf­

hebung sowie die Zusprache einer ganzen IV-Rente mit Wirkung ab Mai 2009. 

Eventualiter sei die Sache zur Vornahme weiterer medizinischer Abklärungen an die 

Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Zur Begründung bringt er im Wesentlichen vor, 

dass das psychiatrische Teilgutachten nicht überzeuge. Ferner sei ein 

Tabellenlohnabzug von mindestens 15% bei der Bestimmung des 

Invalideneinkommens zu berücksichtigen. Schliesslich macht der Beschwerdeführer 

geltend, dass die IV-Anmeldung am 13. Mai 2008 erfolgt sei (act. G 1).

B.b   Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 11. April 2011 

die Abweisung der Beschwerde. Sie stellt sich darin unter Hinweis auf die 

Einschätzungen des RAD auf den Standpunkt, dass das Gutachten in der Tat zu 

wünschen übrig lasse. Mit der Suchtproblematik könne eine Reduktion der 

Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers nicht begründet werden. Da auch das 

depressive Leiden des Beschwerdeführers keine invalidisierende Wirkung habe, sei 

lediglich die somatisch bescheinigte 10%ige Arbeitsunfähigkeit bei der Bestimmung 

des Invalideneinkommens zu berücksichtigen. Das Valideneinkommen sei zu hoch 

ermittelt worden. Es sei ein Prozentvergleich vorzunehmen, wobei selbst bei einem 

Tabellenlohnabzug von 15% kein rentenrelevanter Invaliditätsgrad resultiere (act. G 4).

B.c   Der Beschwerdeführer hat auf eine Replik verzichtet (vgl. act. G 6).

B.d   Am 23. April 2012 reicht der Beschwerdeführer einen Kurzaustrittsbericht der 

Klinik für Neurologie des Kantonsspitals St. Gallen (KSSG) vom 31. August 2011 ein, 

wo er wegen unerwünschten Arzneimittelnebenwirkungen vom 29. bis 31. August 2011 

hospitalisiert war, sowie einen Austrittsbericht der Clienia Littenheid AG vom 18. April 

2012, wo sich der Beschwerdeführer vom 8. bis 30. März 2012 erneut in stationärer 

Behandlung befand (act. G 7). Mit Schreiben vom 19. November 2012 legt der 

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Beschwerdeführer einen Kurzaustrittsbericht des Departements Innere Medizin des 

KSSG vom 6. November 2012 ins Recht, wo er vom 4. bis 6. November 2012 

hospitalisiert war. Der dort behandelnde Arzt diagnostizierte eine schwere depressive 

Störung (ICD-10: F33.2), aktuell: erneute psychische Dekompensation sowie einen 

Status nach Thrombosierung Vena saphena magna beidseits (09/2012; act. G 9).

Erwägungen:

1.      

Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist der Rentenanspruch 

des Beschwerdeführers.

1.1    Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder 

teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen 

Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Die Invalidität kann Folge von 

Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über 

die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch 

Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte 

und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise 

Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 

Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Gemäss ständiger Rechtsprechung begründen 

Alkohol- oder Drogensucht für sich allein keine Invalidität, sondern nur in Verbindung 

mit einem die Erwerbsfähigkeit beeinträchtigenden geistigen, körperlichen oder 

psychischen Gesundheitsschaden mit Krankheitswert, der zur Sucht geführt hat oder 

als deren Folge eingetreten ist (vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts I 313/06 vom 6. 

Februar 2007, E. 2.3 mit Hinweisen).

1.2    Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 

Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung 

zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 

Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen 

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Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche 

Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 

261 E. 4 mit Hinweisen). Für das gesamte Verwaltungs- und 

Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der freien 

Beweiswürdigung. Danach haben Versicherungsträger und Sozialversicherungsgericht 

die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 

pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist 

entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen 

Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 

Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen 

Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und 

ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit 

Hinweisen).

1.3    Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, 

wenn die versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, 

wenn sie mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 

50% besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von 

mindestens 40% ein Anspruch auf eine Viertelsrente.

1.4    Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. 

Danach haben Gericht und Verwaltung von Amtes wegen für die richtige und 

vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (Urteil des 

Bundesgerichts vom 1. April 2011, 8C_73/2011, E. 4.1). Wenn der entscheidrelevante 

Sachverhalt ungenügend abgeklärt wurde, kann das Gericht die Angelegenheit zu 

neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen.

2.      

Zunächst ist im Hinblick auf den frühest möglichen Beginn eines allfälligen 

Rentenanspruchs (Art. 29 Abs. 1 IVG) der umstrittene Zeitpunkt der IV-Anmeldung zu 

bestimmen. Der Beschwerdeführer bringt vor, die Anmeldung sei am 13. Mai 2008 

erfolgt, die Anmeldebestätigung hingegen erst am 18. Mai 2009 (act. G 1, S. 4). Zwar 

lässt der Schriftzug der Jahresangabe durch den Beschwerdeführer einen gewissen 

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Interpretationsspielraum zu (2008 oder 2009?). Dem Beschwerdeführer ist allerdings 

entgegenzuhalten, dass die IV-Anmeldung mehrere Angaben enthält, die sich auf einen 

Zeitpunkt nach dem 13. Mai 2008 beziehen (vgl. etwa Dauer Arbeitslosigkeit ab 1. Juni 

2008 bis heute, act. G 4.1-5; Behandlung bei Dr. C.____ vom 23. April 2009 bis auf 

weiteres, act. G 4.1-6). Es ist daher ohne weiteres - mit der Eingangsbestätigung durch 

die Beschwerdegegnerin - davon auszugehen, dass die IV-Anmeldung am 13. Mai 

2009 erfolgt ist.

3.      

Zu prüfen bleibt damit der Rentenanspruch des Beschwerdeführers. Die 

Beschwerdegegnerin stützte sich bei der rentenabweisenden Verfügung vom 

2. Februar 2011 auf das Triagegespräch mit dem RAD vom 17. August 2010 (act. 

G 4.57) sowie die RAD-Stellungnahme vom 26. Januar 2011 (act. G 4.69).

3.1    In diesem Zusammenhang ist festzustellen, dass sowohl die Beschwerdegegnerin 

("In der Tat lässt das bemängelte Gutachten zu wünschen übrig.", act. G 4, S. 3, Ziff. 2; 

zur Kritik der unzureichenden Suchtabklärung siehe RAD-Stellungnahme vom 26. 

Januar 2011, act. G 4.69; vgl. auch act. G 4.57 mit Hinweis u.a. auf die 

Rentenbegehrlichkeit und fehlende Motivation des Beschwerdeführers) als auch der 

Beschwerdeführer (fehlende gesundheitliche Verbesserung, Widersprüche zur 

medizinischen Voraktenlage, instabiler Gesundheitszustand, act. G 1, S. 2 f.) die 

gutachterliche Beurteilung der Arbeitsfähigkeit für nicht beweiskräftig halten. Dabei 

bezieht sich die Kritik einzig auf das psychiatrische Teilgutachten.

3.1.1           Der Sichtweise der Parteien bezüglich der fehlenden Aussagekraft des 

psychiatrischen Teilgutachtens ist zu folgen. Gegen den psychiatrischen Teil des 

Gutachtens spricht die lediglich oberflächliche Abklärung der Suchtproblematik. Allein 

aufgrund der im Zusammenhang mit der allfälligen Benzodiazepin- und Alkoholsucht 

beschriebenen "mangelnden Krankheitseinsicht, des Bagatellisierungs- und 

Verleugnungsverhaltens" (act. G 4.44-37) hätte sich eine vertiefte Untersuchung 

aufgedrängt, zumal die Beschwerdegegnerin durch die suchtspezifische Fragestellung 

gerade auf die Bedeutung dieses Aspekts aufmerksam machte. Zudem mutet es als 

widersprüchlich an, wenn die nach der gutachterlichen Diagnosestellung seit etwa 

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2006 bestehende rezidivierende depressive Störung Ursache für das seit etwa 2004 

bestehende Abhängigkeitssyndrom mit psychischen Störungen und 

Verhaltensstörungen sein soll (act. G 4.44-43 f. Ziffer 8.1 und 9.7). Das psychiatrische 

Gutachten vermag somit keine verlässliche Grundlage für die 

Arbeitsfähigkeitsbeurteilung zu bilden, weshalb offen gelassen werden kann, ob die 

übrige Kritik zutrifft (etwa Widerspruch zur medizinischen Voraktenlage, act. G 1, 

S. 2 f.).

3.1.2           Die vom somatischen Gutachter vorgenommene 

Arbeitsfähigkeitsschätzung wurde vom Beschwerdeführer nicht kritisiert (vgl. act. G 1). 

Auch die Beschwerdegegnerin hält diese Beurteilung für beweiskräftig (act. G 4). Es 

ergeben sich auch keine Hinweise, die den Beweiswert des somatischen 

Teilgutachtens erschüttern.

3.2    Die Einschätzungen des RAD vom 17. August 2010 (act. G 4.57) und vom 

26. Januar 2011 (act. G 4.69) vermögen das Fehlen einer beweiskräftigen 

psychiatrischen Arbeitsfähigkeitsbeurteilung nicht zu kompensieren. Sie beruhen nicht 

auf einer eigenständigen Untersuchung. Ferner stützt sich auch der RAD nicht auf 

Ergebnisse eines Benzoscreenings oder einer EGT/CDT, deren Fehlen er dem 

psychiatrischen Gutachter vorwirft. Des Weiteren scheint bei der RAD-Stellungnahme 

und den darin gemachten Vorwürfen der Selbstlimitation und Rentenbegehrlichkeit 

nicht berücksichtigt worden zu sein, dass die vom Beschwerdeführer geklagten 

Schmerzen (die Nackenschmerzen und die "abnormen Untersuchungsbefunde" der 

Halswirbelsäule sowie die lumbalen Schmerzen) objektiviert werden konnten (act. 

G 4.44-26). Eine schlüssige Auseinandersetzung mit den zahlreichen Einschätzungen 

der behandelnden psychiatrischen Fachpersonen ist in den RAD-Beurteilungen nicht 

enthalten. Schliesslich begründet der RAD-Arzt auch nicht nachvollziehbar, weshalb er 

zunächst die gutachterliche Beurteilung - trotz der von ihm bereits damals aufgezeigten 

Mängel - für voll beweiskräftig ("Beide GA […] genügen in vollem Umfang den 

versicherungsmedizinischen Anforderungen […]", Stellungnahme vom 16. Juli 2010, 

act. G 4.49), später aber für nicht nachvollziehbar hielt (Stellungnahme vom 26. Januar 

2011, act. G 4.69). Vor diesem Hintergrund bestehen erhebliche Zweifel an der 

Arbeitsfähigkeitsbeurteilung durch den RAD. Die Sache ist daher - wie vom 

Beschwerdeführer beantragt (act. G 1) - an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, 

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damit sie eine erneute psychiatrische Begutachtung in Auftrag gebe. Die zu 

beauftragende psychiatrische Fachperson wird nach Vornahme der Begutachtung 

zusammen mit dem somatischen Gutachter des MGSG eine interdisziplinäre 

Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit vorzunehmen haben. Schliesslich hat die 

Beschwerdegegnerin erneut über den Rentenanspruch des Beschwerdeführers zu 

befinden. Je nach Ergebnis des Gutachtens wird die Beschwerdegegnerin zu prüfen 

haben, ob zur Überwindung einer die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigenden 

Suchtsymptomatik Massnahmen der Schadenminderung im Rahmen von Art. 21 ATSG 

anzuordnen sind.

4.      

Da sich die Angelegenheit als noch nicht spruchreif erweist, ist die umstrittene Frage 

nach der korrekten Bestimmung der Vergleichseinkommen offen zu lassen.

5.      

5.1    In teilweiser Gutheissung der Beschwerde ist die angefochtene Verfügung vom 

2. Februar 2011 aufzuheben. Die Sache ist zur ergänzenden Abklärung und zu neuer 

Verfügung im Sinn der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

5.2    Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint 

als angemessen. Die Rückweisung zur Neubeurteilung gilt praxisgemäss als volles 

Obsiegen (BGE 132 V 215 E. 6.2). Somit unterliegt die Beschwerdegegnerin 

vollumfänglich. Sie hat deshalb die gesamte Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu 

bezahlen. Der geleistete Kostenvorschuss des Beschwerdeführers von Fr. 600.-- ist 

ihm zurückzuerstatten.

5.3    Bei diesem Verfahrensausgang hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine 

Parteientschädigung. Diese ist vom Gericht ermessensweise festzusetzen, wobei 

insbesondere der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand Rechnung zu tragen 

ist (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). Der Rechtsvertreter 

des Beschwerdeführers hat auf die Einreichung einer Honorarnote verzichtet. Der 

bis

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Bedeutung und dem Aufwand der Streitsache angemessen erscheint eine 

Parteientschädigung von pauschal Fr. 3'500.-- (inklusive Barauslagen und 

Mehrwertsteuer).

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

entschieden:

1.       In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung vom 

2. Februar 2011 aufgehoben. Die Sache wird zur ergänzenden Abklärung und zu neuer 

Verfügung im Sinn der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2.       Die Beschwerdegegnerin bezahlt eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--. Dem 

Beschwerdeführer wird der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- zurückerstattet.

3.       Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung 

von Fr. 3'500.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

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