# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fa6e5b1d-4ae9-5424-b209-c62d96516d43
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-12-17
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 17.12.2008 B-2046/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_B-2046-2008_2008-12-17.pdf

## Full Text

Abtei lung II
B-2046/2008/heh/wyl/san
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 7 .  D e z e m b e r  2 0 0 8

Richter Hans-Jacob Heitz (Vorsitz), 
Richterin Vera Marantelli, Richterin Eva Schneeberger, 
Gerichtsschreiber Stefan Wyler.

D._______,
Beschwerdeführer,

gegen

Schweizerischer Nationalfonds zur Förderung der 
wissenschaftlichen Forschung SNF,
Vorinstanz.

Forschungsgesuch.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

B-2046/2008

Sachverhalt:

A.
Mit Verfügung vom 29. Februar 2008 lehnte der Schweizerische Natio-
nalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (SNF, Vorin-
stanz) das Gesuch von D._______ (Beschwerdeführer) um finanzielle 
Unterstützung des Forschungsprojekts „Influence of coat colour on the 
behaviour of two domestic cat breeds“ ab. Zur Begründung führte die 
Vorinstanz an, der Beschwerdeführer verfüge über keine ausreichen-
den  wissenschaftlichen  Vorleistungen  (Publikationen  als  Erst-  und 
Letztautor in peer-reviewed Zeitschriften) auf dem engeren Fachgebiet 
des Gesuchs.

B.
Der Beschwerdeführer reichte  am 31. März 2008 gegen diese Verfü-
gung eine Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht ein und bean-
tragte darin Folgendes:

„Es geht zu diesem Zeitpunkt nicht mehr darum, Forschungsgelder vom SNF 
zu «erzwingen», sondern Missstände in der Behandlung von Forschungsge-
suchen und in der Kommunikation mit den Gesuchstellenden zu korrigieren, 
insbesondere für zukünftige Gesuchsteller. Nichtsdestotrotz liegt meiner Mei-
nung nach in diesem Fall eine Verletzung des SNF «Reglement über die Ge-
währung von Beiträgen» vom 2. Mai 2001 vor.“

C.
Am 2. Juni 2008 liess sich die Vorinstanz vernehmen und beantragte 
die Abweisung der Beschwerde unter Kostenfolge. Sie wies zunächst 
darauf hin, der Beschwerdeführer stelle kein Rechtsbegehren, sondern 
verlange  die  Beseitigung  von  angeblich  bestehenden  Missständen 
beim SNF. Im Übrigen hielt die Vorinstanz an ihrer Verfügung fest und 
machte weitere Angaben zu den Abweisungsgründen.

D.
Mit Replik vom 7. Juli 2008 legte der Beschwerdeführer seine Begeh-
ren wie folgt dar:

„Missstände in der Behandlung von Forschungsgesuchen und in der Kommu-
nikation mit den Gesuchstellenden; Verletzung des SNF «Reglement über die 
Gewährung von Beiträgen» vom 2. Mai 2001.“

Der Beschwerdeführer macht geltend, seine wissenschaftliche Vorleis-
tung sei falsch beurteilt worden und die Vorinstanz habe sein Projekt 
zu Unrecht nicht expertisieren lassen.

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E.
Am 11. August 2008 reichte die Vorinstanz ihre Duplik ein und hielt da-
rin an der Beschwerdeabweisung fest.

F.
Mit  Instruktionsverfügung vom 5. Oktober 2008 teilte  das Bundesver-
waltungsgericht dem Beschwerdeführer mit,  die gestellten Rechtsbe-
gehren liessen die nötige Klarheit vermissen und es sei nicht ersicht-
lich,  welche persönlichen Ziele der Beschwerdeführer mit  seiner Be-
schwerde  verfolge.  Das  Bundesverwaltungsgericht  forderte  den  Be-
schwerdeführer in der Folge auf, seine Beschwerde zu verbessern und 
klare Anträge zu stellen.

G.
Mit  Schreiben  vom 11. November 2008  formulierte  der  Beschwerde-
führer seine Anträge wie folgt:

„1)  Der  Schweizerische  Nationalfonds,  bzw. sein  nationaler  Forschungsrat, 
wird verurteilt, bewusst oder unbewusst seine Sorgfaltspflicht bei der Anwen-
dung  seines  «Reglements  über  die  Gewährung  von  Beiträgen»  vom 
2. Mai 2001,  bei  der  Behandlung  des  ursprünglichen  Gesuches  des  Be-
schwerdeführers vom 28. September 2006 (Gesuch Nr. 315100-116791) ver-
letzt zu haben;

2)  Der  Schweizerische  Nationalfonds,  bzw.  sein  nationaler  Forschungsrat, 
wird  verurteilt,  bewusst  oder  unbewusst  im Brief  an  den  Beschwerdeführer 
vom 04. Mai 2007, zumindest teilweise falsche Angaben gemacht zu haben, 
welche den Gesuchsteller (Beschwerdeführer) dazu bewogen haben, mit sei-
nem Brief  vom 14. Mai 2007 sein ursprüngliches Gesuch zur  Überarbeitung 
zurückzuziehen;

3)  Der  Schweizerische  Nationalfonds,  bzw.  sein  nationaler  Forschungsrat, 
wird aufgefordert, auf seine Verfügung vom 29. Februar 2008 (Ablehnung des 
überarbeiteten Gesuchs Nr. 3100A0-119983) zurückzukommen (ein Rückkom-
mensantrag), und dem Beschwerdeführer nachträglich die Gelegenheit zu ge-
ben, das erwähnte Gesuch zurückzuziehen.“

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
Der Entscheid der Vorinstanz vom 29. Februar 2008 ist eine Verfügung 
im Sinne von Art. 5 Abs. 1 Bst. c  des Bundesgesetzes über das Ver-
waltungsverfahren  vom  20. Dezember 1968  (VwVG,  SR  172.021). 
Dieser kann gemäss Art. 31 i.V.m. Art. 33 Bst. h des Verwaltungsge-
richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) und im Rahmen 
der  allgemeinen  Bestimmungen  über  die  Bundesverwaltungsrechts-
pflege  mit  Beschwerde  beim  Bundesverwaltungsgericht  angefochten 

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werden (Art. 37. ff. VGG i.V.m. Art. 44 ff. VwVG). Die vorliegende Be-
schwerde ist rechtzeitig eingegangen und der Kostenvorschuss wurde 
fristgerecht geleistet (Art. 50 und Art. 63 Abs. 4 VwVG). Der Beschwer-
deführer hat am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen, ist vom an-
gefochtenen Entscheid besonders berührt und hat ein schützwürdiges 
Interesse an der Aufhebung oder Änderung der angefochtenen Verfü-
gung (Art. 48 Abs. 1 Bst. a-c VwVG).

2.
Eine begründete Beschwerdeschrift  hat unter anderem die Begehren 
(Anträge) auf Aufhebung oder Abänderung der Verfügung zu enthalten 
(Art. 52 Abs. 1 VwVG). Es stellt sich vorliegend zunächst die Frage, ob 
der Beschwerdeführer ausreichend klare und behandelbare Beschwer-
debegehren gestellt hat.

2.1 Aus  der  Beschwerde  muss  der  unmissverständliche  Wille  einer 
Person hervorgehen, die Änderung einer bestimmten, sie betreffenden 
und mittels Verfügung geschaffenen Rechtslage anzustreben. Sie hat 
hierzu einen präzisen Antrag grundsätzlich bereits in ihrer Beschwer-
deschrift  zu  stellen  (ANDRÉ MOSER,  in:  Christoph  Auer/Markus 
Müller/Benjamin  Schindler,  Kommentar  zum Bundesgesetz  über  das 
Verwaltungsverfahren  [VwVG],  Zürich/St.  Gallen  2008,  Art. 52  N 13; 
ANDRÉ MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER,  Prozessieren vor dem 
Bundesverwaltungsgericht,  Basel  2008,  Rz. 2.211;  LAURENT MERZ,  in: 
Marcel  Alexander  Niggli/Peter  Übersax/Hans  Wiprächtiger,  Basler 
Kommentar,  Bundesgerichtsgesetz,  Basel  2008,  Art. 42  N 15).  Das 
Begehren kann sich nicht nur aus den Anträgen alleine ergeben son-
dern  auch  aus  der  Begründung  hervorgehen,  immerhin  braucht  die 
Begründung aber sachbezogen zu sein und muss zumindest sinnge-
mäss auf einen zulässigen Beschwerdegrund schliessen lassen (ANDRÉ 
MOSER, a.a.O., Art. 52 N 3 und 7; LAURENT MERZ, a.a.O., Art. 42 N 18).

2.2 Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, es bestünden Miss-
stände bei der Behandlung von Gesuchen und in der Kommunikation 
mit  Gesuchstellern, oder ausführt,  die Vorinstanz habe durch falsche 
oder irreführende Angaben den Beschwerdeführer veranlasst, für ihn 
nachteilige Handlungen vorzunehmen (i.c. Rückzug seines ersten Ge-
suchs), handelt es sich um aufsichtsrechtliche Rügen für deren Beur-
teilung das Bundesverwaltungsgericht nicht zuständig ist. Das Bundes-
verwaltungsgericht  ist  Beschwerde-  und  nicht  Aufsichtsinstanz  des 
SNF. Auf die Beschwerde ist  deshalb in Bezug auf  diese Vorbringen 
nicht einzutreten.

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Übrig bleibt das Vorbringen, die Vorinstanz habe bei der Gesuchsbeur-
teilung ihr Reglement über die Gewährung von Beiträgen verletzt. Die-
ses gilt es im Folgenden zu prüfen.

2.3  Der Beschwerdeführer macht mit dieser Rüge implizit die Verlet-
zung von Bundesrecht geltend, was als individueller Beschwerdegrund 
gilt  und grundsätzlich durch das Bundesverwaltungsgericht  überprüft 
wird (vgl. Art. 49 VwVG). Jedoch kann der Beschwerdeführer nicht nur 
vorbringen, die Vorinstanz habe ihr Reglement verletzt, sondern er hat 
auch  hier  aufzuzeigen,  inwiefern  das  Reglement  verletzt  wurde  und 
was  er  aus  der  angeblichen  Reglementsverletzung  für  sich  ableiten 
will (vgl. E. 2.1).

Aus der Beschwerde, der Replik sowie der Beschwerdeverbesserung 
vom 11. November 2008 ergibt sich, dass der Beschwerdeführer heute 
keinen finanziellen Beitrag vom SNF erwartet und diesen auch nicht 
mehr erhalten will. Darüber hinaus bringt der Beschwerdeführer nichts 
vor,  was  auch  nur  konkludent  oder  sinngemäss  darauf  schliessen 
liesse, er  suche einen neuen oder anderen Entscheid in der bzw. in 
seiner Sache. Es wird daher für das Bundesverwaltungsgericht weder 
nachvollziehbar noch ist substantiiert dargelegt, was der Beschwerde-
führer mit einem Entscheid erreichen will. Der Beschwerdeführer ver-
hält  sich  denn  auch  widersprüchlich,  wenn  er  zwar  an  seiner  Be-
schwerde festhält, also einen Entschied in der Sache anstrebt, hinge-
gen keinen Beitrag  mehr  erhalten  will  (vgl. lit. B  vorne). Schliesslich 
hat  der  Beschwerdeführer  auch  auf  explizite  Aufforderung  des  Bun-
desverwaltungsgerichts  hin,  seine  Beschwerde  zu  verbessern,  ent-
sprechend  klare  Rechtsbegehren  zu  stellen  und  seine  persönlichen 
Ziele darzulegen, keine sachbezogenen Anträge gestellt.

2.4 Die vorliegende Streitsache ist damit einer Beurteilung durch das 
Bundesverwaltungsgericht  nicht  zugänglich,  weshalb  auf  die  Be-
schwerde insgesamt nicht einzutreten ist.

3.
Selbst wenn auf die Beschwerde einzutreten wäre, müsste diese auf-
grund  der  Aktenlage  abgewiesen  werden.  Der  Vorinstanz  steht  zu-
nächst betreffend der Beurteilung der Förderungswürdigkeit von For-
schungsgesuchen resp. bei der Vergabe von Beiträgen ein erheblicher 
Ermessensspielraum zu (vgl. BVGE 2007/37 E. 2.1 und E. 2.2; Urteil 
des Bundesverwaltungsgerichts B-2258/2006 vom14. April 2008 E. 3). 
Aufgrund des ihr  zustehenden weiten Ermessensspielraums ist  nicht 

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zu beanstanden, wenn sie zum Schluss kommt, beim Beschwerdefüh-
rer lägen in den Jahren 2002 bis 2007 mit 0,6 Veröffentlichungen pro 
Jahr zu wenige wissenschaftliche Publikationen vor, weshalb dessen 
Gesuch  offensichtlich  unbegründet  und  auf  eine  weitere  Expertisie-
rung zu verzichten sei  (vgl. Art. 17 und 18 Beitragsreglement). Dass 
der Beschwerdeführer sein ursprüngliches Projekt im Sinne der Kritik 
der  Vorinstanz  (Redimensionierung,  thematische  Eingrenzung  und 
bessere Begründung; vgl. Schreiben vom 4. Mai 2008, S. 2) verbessert 
und angepasst hat, ändert daran nichts, denn die Überarbeitung des 
Projekts steht in keinem Zusammenhang mit der Anzahl wissenschaft-
licher Publikationen.

Schliesslich sind auch die Vorwürfe unhaltbar, die Vorinstanz habe un-
gebührlich lange Zeit für ihren Entscheid in Anspruch genommen. Die 
Vorinstanz  legt  schlüssig  und nachvollziehbar  dar,  wie  die  Prozesse 
bei der Gesuchsbeurteilung ablaufen und in welchem Rahmen sich der 
Zeithorizont bei der Behandlung einzelner Gesuche bewegt. Dass sich 
dieser Prozess insbesondere dann, wenn nur im Nebenamt tätige Ent-
scheidträger  zu  befinden haben,  über  einige Zeit  hinzieht,  ist  weder 
stossend  noch  aussergewöhnlich  und  entspricht  einer  verhältnis-
mässigen Verfahrensdauer.

4.
Auf die Beschwerde, die sich selbst bei einer materiellen Prüfung als 
unbegründet erwiese, ist daher nicht einzutreten.

5.
Ausgangsgemäss werden die Kosten des Verfahrens dem Beschwer-
deführer auferlegt (Art. 63 VwVG). Eine Parteientschädigung kann ihm 
bei  diesem  Verfahrensausgang  nicht  zugesprochen  werden  (Art. 64 
Abs. 5 VwVG i.V.m. Art. 16 Abs. 1 Bst. a VGG und Art. 7 Abs. 1  des 
Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigun-
gen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).

6.
Dieser Entscheid kann nicht mit  Beschwerde in öffentlich-rechtlichen 
Angelegenheiten  beim  Schweizerischen  Bundesgericht  angefochten 
werden (Art. 82 i.V.m. Art. 83 Bst. k des Bundesgerichtsgesetzes vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 800.-  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt und mit dem geleisteten Kostenvorschuss verrechnet. 

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Einschreiben; Beschwerdebeilagen zurück)
- die  Vorinstanz  (Ref-Nr.  31OOAO-119983;  Einschreiben;  Vorakten 

zurück)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Hans-Jacob Heitz Stefan Wyler

Versand: 18. Dezember 2008

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