# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 96bf3820-c2d9-5638-b5a4-edb14e3fc1f6
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-06-22
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 22.06.2009 C-4592/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-4592-2008_2009-06-22.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-4592/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 2 .  J u n i  2 0 0 9

Richter Andreas Trommer (Vorsitz), 
Richter Bernard Vaudan, 
Richterin Marianne Teuscher, 
Gerichtsschreiberin Denise Kaufmann.

A._______, 
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Verweigerung eines Visums zu Besuchszwecken.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-4592/2008

Sachverhalt:

A.
Die  1979  geborene  philippinische  Staatsangehörige  B._______  (im 
Folgenden:  Gesuchstellerin)  beantragte  am  21.  Mai  2008  bei  der 
Schweizerischen Botschaft  in Manila ein Visum für einen dreimonati-
gen Besuchsaufenthalt bei A._______ (im Folgenden: Gastgeber bzw. 
Beschwerdeführer) in X._______ (AG). Die Schweizer Vertretung lehn-
te es ab, ein Visum in eigener Kompetenz zu erteilen und leitete das 
Gesuch zur Prüfung und zum Entscheid an die Vorinstanz weiter.

B.
Zum Antrag  begrüsst,  holte  das  Migrationsamt  des  Kantons  Aargau 
beim Gastgeber ergänzende Auskünfte ein und leitete sie an die Vorin-
stanz weiter. Letztere lehnte es in einer Verfügung vom 20. Juni 2008 
ab,  das  beantragte Besuchsvisum zu erteilen. Dies im Wesentlichen 
mit der Begründung, die anstandslose und fristgerechte Wiederausrei-
se nach einem Besuchsaufenthalt könne nicht als gesichert betrachtet 
werden. Die Gesuchstellerin lebe in  einer Region, aus der als Folge 
der dort herrschenden wirtschaftlichen und soziokulturellen Verhältnis-
se ein anhaltend starker Zuwanderungsdruck festzustellen sei. Bei der 
Gesuchstellerin selbst seien weder zwingende berufliche noch gesell-
schaftliche Verpflichtungen, aber auch keine familiären Verantwortlich-
keiten erkennbar, die trotz dieser Verhältnisse besondere Gewähr für 
eine Wiederausreise bieten könnten.

C.
Mit Beschwerde vom 9. Juli 2008 (Datum des Poststempels) beantragt 
der Gastgeber beim Bundesverwaltungsgericht die Aufhebung der vor-
instanzlichen Verfügung und die Erteilung des Besuchsvisums. Zur Be-
gründung bringt  er  sinngemäss vor,  die  Vorinstanz gehe zu Unrecht 
davon aus, dass die Wiederausreise der Gesuchstellerin nach einem 
Besuchsaufenthalt  nicht  gesichert  wäre. Diese habe zwar momentan 
keine beruflichen Verpflichtungen, indessen durchaus solche familiärer 
Natur. Sie lebe zusammen mit ihrer Mutter, mehreren Brüdern und wei-
teren Verwandten in häuslicher Gemeinschaft. Der Zusammenhalt in-
nerhalb der Familie sei  in ihrer Kultur wesentlich ausgeprägter als in 
der Schweiz, und die Gesuchstellerin habe früher jeweils einen Teil ih-
res Einkommens der Gesamtfamilie zukommen lassen. Beim geplan-
ten Besuchsaufenthalt gehe es einzig darum, dass er und die Gesuch-
stellerin sich besser kennen lernen könnten. Er sei ihr erstmals im Ap-

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ril  2007 auf den Philippinen im Haus eines befreundeten Ehepaares 
begegnet. Bei einem weiteren Besuch im Dezember 2007 hätten sie 
sich verliebt. Im April 2008 habe er abermals zwei Wochen mit ihr ver-
bracht. Nun bestehe der Wunsch, dass die Gesuchstellerin einmal für 
längere Zeit in die Schweiz kommen könnte. Er werde – soweit es in 
seiner Macht liege – für eine fristgerechte Wiederausreise der Gesuch-
stellerin besorgt sein, und er wäre nötigenfalls auch bereit, nebst der 
bereits abgegebenen Garantieerklärung weitere Auflagen zu erfüllen.

D.
Die Vorinstanz hält in ihrer Vernehmlassung vom 21. August 2008 an 
der  angefochtenen  Verfügung  fest  und  schliesst  auf  Abweisung  der 
Beschwerde. Die Vorbringen und Zusicherungen des Beschwerdefüh-
rers  vermöchten  die  Zweifel  an  einer  fristgerechten  Wiederausreise 
der Gesuchstellerin nicht zu entkräften. Zwar bestehe kein Anlass, an 
dessen Integrität zu zweifeln. Ausschlaggebend sei aber, dass die Ge-
suchstellerin selbst keine erkennbaren familiären Verantwortlichkeiten 
habe  und  offensichtlich  arbeitslos  sei,  nachdem  sie  zwischen  2002 
und 2005 befristete Arbeitseinsätze in Japan geleistet habe. Es könne 
nicht ausgeschlossen werden, dass sie in der Schweiz eine Erwerbs-
möglichkeit suche. 

E.
In einer Replik vom 18. September 2008 hält der Beschwerdeführer an 
seinem Antrag und an dessen Begründung fest. Die Befürchtung, wo-
nach die Gesuchstellerin hier eine Arbeit suchen könnte, sei nicht be-
rechtigt  und auch gar nicht  realistisch. Es gehe beim beabsichtigten 
Aufenthalt  wirklich  nur  darum,  dass  sie  sich  besser  kennen  lernen 
könnten. Nur so liesse sich beurteilen, ob die Beziehung längerfristig 
halten würde. Sollte  dies der Fall  sein,  stünde einer späteren Heirat 
nichts im Wege.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht unter 
Vorbehalt der in Art. 32 VGG genannten Ausnahmen Beschwerden ge-
gen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 
1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), welche von 
einer in Art. 33 VGG aufgeführten Behörde erlassen wurden. Darunter 

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fallen u.a. Verfügungen des BFM, mit denen die Ausstellung eines Ein-
reisevisums verweigert wird. In dieser rechtlichen Materie entscheidet 
das Bundesverwaltungsgericht endgültig (Art. 83 Bst. c Ziff. 1 des Bun-
desgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Sofern  das  Verwaltungsgerichtsgesetz  nichts  anderes  bestimmt, 
richtet  sich  das  Verfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  nach 
dem VwVG (Art. 37 VGG).

1.3 Der Beschwerdeführer  ist  gemäss Art. 48 Abs. 1 VwVG zur  Be-
schwerde berechtigt. Auf  die  frist-  und formgerechte Beschwerde ist 
einzutreten (Art. 50–52 VwVG).

2.
Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung 
von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des 
Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechts-
erheblichen Sachverhaltes und – sofern nicht eine kantonale Behörde 
als  Beschwerdeinstanz  verfügt  hat  –  die  Unangemessenheit  gerügt 
werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Be-
schwerdeverfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist ge-
mäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begründung der Begehren nicht ge-
bunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den geltend 
gemachten  Gründen  gutheissen  oder  abweisen.  Massgebend  ist 
grundsätzlich  die  Rechts-  und  Sachlage  zum  Zeitpunkt  seines  Ent-
scheides (vgl. E. 1.2 des in BGE 129 II 215 teilweise publizierten Ur-
teils 2A.451/2002 vom 28. März 2003).

3.
Das  schweizerische  Ausländerrecht  kennt  weder  ein  allgemeines 
Recht auf Einreise noch gewährt es einen besonderen Anspruch auf 
Erteilung eines Visums. Die Schweiz ist  daher – wie andere Staaten 
auch – grundsätzlich nicht gehalten, Ausländerinnen und Ausländern 
die Einreise zu gestatten. Vorbehältlich völkerrechtlicher Verpflichtun-
gen handelt  es sich dabei um einen autonomen Entscheid (vgl. Bot-
schaft  zum  Bundesgesetz  über  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom 
8. März 2002, BBl 2002 3774; BGE 133 I 185 E. 2.3 S. 189).

4.
Am 1. Januar 2008 sind das Bundesgesetz vom 16. Dezember 2005 
über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20) sowie die 
dazu gehörigen  Ausführungsverordnungen  (u.a. die  Verordnung  vom 

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24. Oktober  2007  über  das  Einreise-  und  Visumverfahren  [VEV, AS 
2007  5537])  in  Kraft  getreten.  In  der  Volksabstimmung  vom  5. Juni 
2005 wurde dem Bundesbeschluss vom 17. Dezember 2004 über die 
Genehmigung  und  die  Umsetzung  der  bilateralen  Abkommen  zwi-
schen der Schweiz und der EU über die Assoziierung an Schengen 
und  an  Dublin  (SR  362)  zugestimmt.  Die  entsprechenden  Assoziie-
rungsabkommen (darunter das Abkommen vom 26. Oktober 2004 zwi-
schen der Schweizerischen Eidgenossenschaft, der Europäischen Uni-
on und der Europäischen Gemeinschaft über die Assoziierung dieses 
Staates bei der Umsetzung, Anwendung und Entwicklung des Schen-
gen-Besitzstands [SAA, SR 0.360.268.1]) sind sodann für die Schweiz 
am 12. Dezember  2008  definitiv  in  Kraft  getreten.  Seitdem  ist  die 
Schweiz verpflichtet, den übernommenen Schengen-Besitzstand anzu-
wenden und umzusetzen,  wie u.a. die Bestimmungen zur gemeinsa-
men Visapolitik, auf die verschiedentlich in EG-Rechtsakten verwiesen 
wird. Durch die Übernahme des Schengen-Besitzstandes wurden im 
AuG entsprechende  Anpassungen  notwendig  (vgl.  u.a.  Art. 2  Abs. 4 
AuG, wonach die Bestimmungen über  das Visumverfahren und über 
die Ein-  und Ausreise  nur  gelten,  sofern  das  Schengen-Recht  keine 
abweichenden Bestimmungen enthält). Im Weiteren ist  die VEV total 
revidiert worden (Verordnung vom 22. Oktober 2008 über die Einreise 
und die Visumerteilung [VEV, SR 142.204], in Kraft seit 12. Dezember 
2008). Art. 57 VEV sieht vor, dass hängige Verfahren nach dem neuen, 
übergeordneten (Schengen-)Recht fortgeführt werden.

5.
5.1 Bezüglich  der  Einreisevoraussetzungen  für  einen  Aufenthalt  von 
höchstens drei Monaten verweist Art. 2 Abs. 1 VEV auf die Verordnung 
(EG) Nr. 562/2006 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 
15. März 2006 über einen Gemeinschaftskodex für das Überschreiten 
der  Grenzen  durch  Personen  (Schengener  Grenzkodex  [SGK,  ABl. 
L 105 vom 13.04.2006, S. 1–32]). Art. 5 Abs. 1 SGK präzisiert die Ein-
reisevoraussetzungen  für  Drittstaatsangehörige. Diese  benötigen  zur 
Einreise ein oder mehrere gültige Reisedokumente und – sofern sie 
der Visumspflicht unterliegen – ein gültiges Visum (Bst. a und b). Sie 
müssen den Zweck und die Umstände ihres beabsichtigten Aufenthalts 
belegen  und  hierfür  über  ausreichende  finanzielle  Mittel  verfügen 
(Bst. c). Im Weiteren dürfen sie nicht im Schengener Informationssys-
tem  (SIS)  zur  Einreiseverweigerung  ausgeschrieben  sein  und  keine 
Gefahr für die öffentliche Ordnung, die innere Sicherheit, die öffentli-

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che Gesundheit oder die internationalen Beziehungen eines Mitglied-
staats darstellen (Bst. d und e).

5.2 Die  Einreisevoraussetzungen  gemäss  Schengener  Grenzkodex 
entsprechen im Wesentlichen Art. 5 Abs. 1 Bst. a–d AuG. Das in Art. 5 
Abs. 1 Bst. c SGK genannte Erfordernis, Zweck und Umstände des ge-
planten Aufenthalts zu belegen, wird in Art. 5 Abs. 1 AuG nicht explizit 
erwähnt. Demgegenüber verlangt Art. 5 Abs. 2 AuG, dass im Falle ei-
nes nur vorübergehenden Aufenthalts für die gesicherte Wiederausrei-
se Gewähr zu bieten ist. Dies stellt jedoch kein zusätzliches im natio-
nalen Recht verankertes Erfordernis dar und steht daher nicht im Wi-
derspruch zum Schengener Grenzkodex. Die Angabe des vorüberge-
henden Aufenthaltszwecks stellt  nämlich zugleich eine Absichtserklä-
rung dar, nach Erfüllung dieses Zwecks wieder ausreisen zu wollen. 
Erfolgen widersprüchliche oder unglaubwürdige Angaben zum Aufent-
haltszweck, so kann daraus der Schluss gezogen werden, dass der je-
weilige Gesuchsteller nicht willens ist, nach Ablauf des geplanten Auf-
enthalts den Schengenraum fristgerecht zu verlassen. In diesem Sinne 
äussert  sich auch die Gemeinsame Konsularische Instruktion an die 
diplomatischen  Missionen  und  die  konsularischen  Vertretungen,  die 
von  Berufskonsularbeamten  geleitet  werden  (GKI,  ABl.  C 326  vom 
22.12.2005, S. 1–149), die eine analoge Auslegung vornimmt. Die GKI 
verlangt  hinsichtlich  des Entscheids über  den Visumsantrag die Ein-
schätzung des Migrationsrisikos; es muss geprüft werden, "ob der An-
tragsteller die Absicht hat, in das Hoheitsgebiet der Mitgliedstaaten mit 
Hilfe  eines  zu  Touristik-,  Studien-,  Geschäfts-  bzw.  zu  Familienbe-
suchszwecken ausgestellten Visums einzuwandern und sich dort nie-
derzulassen“ (vgl. ABl. C 326, S. 10).  Die laut Art. 5 Abs. 2 SGK zur 
Glaubhaftmachung des Aufenthaltszwecks in Frage kommenden Bele-
ge werden beispielhaft in Anhang I des Schengener Grenzkodex auf-
gelistet. 

5.3 Aufgrund  der  vorstehenden  Erwägungen  ist  somit  festzuhalten, 
dass die nach Art. 5 Abs. 1 Bst. c SGK erforderliche Überprüfung des 
Aufenthaltszwecks dieselbe Fragestellung aufwirft wie die Überprüfung 
des in Art. 5 Abs. 2 AuG genannten Merkmals der gesicherten Wieder-
ausreise. Es kann daher an die bisherige Praxis und Rechtsprechung 
bezüglich des letztgenannten Merkmals angeknüpft werden. 

6.
Das Schengen-Recht nimmt eine Differenzierung in Bezug auf die Vi-

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sumspflicht  von  Drittstaatsangehörigen  vor.  Die  Verordnung  (EG) 
Nr. 539/2001  des  Rates  vom  15. März  2001  (ABl.  L 81  vom 
21.03.2001, S. 1–7) verweist in Art. 1 Abs. 1 und 2 auf die Anhänge I 
und  II,  welche  jeweils  eine  Liste  von  Drittländern  enthalten.  In  An-
hang I sind diejenigen Drittstaaten aufgelistet, deren Staatsangehörige 
beim Überschreiten der Aussengrenzen der Schengen-Mitgliedstaaten 
im Besitz eines Visums sein müssen; Anhang II dagegen führt diejeni-
gen Drittländer auf, deren Staatsangehörige von der Visumspflicht be-
freit  sind. Als  philippinische Staatsangehörige unterliegt  die Gesuch-
stellerin damit der Visumspflicht. 

7.
7.1 Zur Prüfung des Kriteriums der gesicherten Wiederausreise muss 
ein zukünftiges Verhalten beurteilt werden. Dazu lassen sich in der Re-
gel  keine gesicherten Feststellungen,  sondern  lediglich Voraussagen 
machen. Dabei sind sämtliche Umstände des konkreten Einzelfalles zu 
würdigen.

7.2 Anhaltspunkte  zur  Beurteilung der  fristgerechten Wiederausreise 
können sich aus der allgemeinen Situation im Herkunftsland der Besu-
cherin oder des Besuchers ergeben. Einreisegesuche von Bürgerinnen 
und Bürgern aus Staaten bzw. Regionen mit politisch oder wirtschaft-
lich vergleichsweise ungünstigen Verhältnissen können darauf hindeu-
ten,  dass  die persönliche Interessenlage in  solchen Fällen nicht  mit 
dem Ziel  und  Zweck  einer  zeitlich  befristeten  Einreisebewilligung  in 
Einklang steht.

7.3 Auf  den  Philippinen sind  breite  Bevölkerungsschichten  von  ver-
gleichsweise kargen wirtschaftlichen und sozialen Lebensbedingungen 
betroffen. Wiederkehrende politische Turbulenzen und die hohe Staats- 
und Auslandverschuldung haben das Land in der Entwicklung und im 
Vergleich zu den Nachbarländern zurückgeworfen. In den letzten Jah-
ren  befand  es  sich  zwar  auf  einem  stabilen  Wachstumspfad  mit 
Wachstumsraten von durchschnittlich 6%. Dennoch ist  es der Regie-
rung nicht gelungen, die Armut zu reduzieren. Nach Angaben der Welt-
bank ist der Anteil der unter der Armutsgrenze lebenden Bevölkerung 
im Gegenteil sogar von 30% im Jahr 2003 auf 33% im Jahr 2006 ange-
stiegen, und dies gegen den Trend der Südostasien-Region, in der die 
Armut  allgemein  rückläufig  ist.  Auch  die  Arbeitslosigkeit  bleibt  ein 
drängendes Problem. Im Jahr 2008 ist die Arbeitslosenrate zwar weit-
gehend stabil geblieben (7,4% geschätzt); zu den offiziellen Arbeitslo-

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sen kommen jedoch ca. 21% Unterbeschäftigte (Quelle: Länder- und 
Reiseinformationen auf der Webseite des deutschen Auswärtigen Am-
tes: www.auswaertiges-amt.de   > Länder, Reisen und Sicherheit > Phi-
lippinen  > Wirtschaft, Stand: April  2009, besucht am 15. Juni 2009). 
Entsprechend hoch ist der Anteil  jener, die zeitweise oder auf Dauer 
ins Ausland emigrieren wollen, um dort  unter günstigeren Lebensbe-
dingungen eine bessere Existenz aufbauen zu können. Sogar die Re-
gierung fördert gezielt die Entsendung von Gastarbeitern ins Ausland; 
einerseits, um den heimischen Arbeitsmarkt zu entlasten, andererseits 
auch, um Devisen zu erwirtschaften und den Inlandkonsum anzukur-
beln. Mittlerweile verlassen über 1 Mio. Menschen jährlich die Philippi-
nen, um im Ausland Arbeit zu suchen (vgl. Auswärtiges Amt, a.a.O.). 

Vor dem aufgezeigten wirtschaftlichen Hintergrund ist  –  vor allem in 
der jüngeren Bevölkerung – ein starker Migrationsdruck festzustellen. 
Dabei  gilt  auch  die  Schweiz  als  Zielland  vieler  Auswanderer  im  er-
werbsfähigen Alter, welche sich hier unter besseren Lebensbedingun-
gen eine (neue) Existenz aufbauen möchten. Die Tendenz zur Auswan-
derung wird  erfahrungsgemäss dort  noch begünstigt,  wo bereits  ein 
soziales Beziehungsnetz (Verwandte, Freunde) im Ausland besteht. Im 
Falle der Schweiz führt dies angesichts der restriktiven Zulassungsre-
gelung  nicht  selten  zur  Umgehung  ausländerrechtlicher  Bestimmun-
gen.

7.4 Bei  der Risikoanalyse sind allerdings nicht  nur solch allgemeine 
Umstände und Erfahrungen, sondern auch sämtliche Gesichtspunkte 
des  konkreten Einzelfalles zu  berücksichtigen. Obliegt  einer  gesuch-
stellenden Person im Heimatland beispielsweise eine besondere be-
rufliche,  gesellschaftliche  oder  familiäre  Verantwortung,  kann  dieser 
Umstand durchaus die Prognose für eine anstandslose Wiederausrei-
se  begünstigen. Umgekehrt  muss  bei  Personen,  die  in  ihrer  Heimat 
keine besonderen Verpflichtungen haben, das Risiko für ein fremden-
polizeilich nicht regelkonformes Verhalten (nach bewilligter Einreise zu 
einem Besuchsaufenthalt) hoch eingeschätzt werden.

8.
8.1  Bei der Gesuchstellerin handelt es sich um eine 29-jährige, ledige 
und kinderlose Frau. Zu ihren persönlichen und familiären Verhältnis-
sen ist nur gerade bekannt, dass sie zusammen mit ihrer Mutter, meh-
reren Brüdern sowie weiteren Verwandten in häuslicher Gemeinschaft 
lebt. Damit hat die Gesuchstellerin zwar familiäre Bindungen vor Ort, 

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die  –  wie  vom  Beschwerdeführer  geltend  gemacht  –  durchaus  eng 
sein  mögen. Eigentliche  Verpflichtungen,  welche  die  Gesuchstellerin 
nachhaltig  von einer  Emigration abhalten  könnten,  sind daraus aber 
nicht abzuleiten und auch sonst nicht ersichtlich. Sie ergeben sich ins-
besondere auch nicht aus dem Hinweis des Beschwerdeführers, wo-
nach die Gesuchstellerin  in  der  Vergangenheit  ihre  Familie  finanziell 
unterstützt  habe.  Eine  solche  Unterstützung  setzt  keine  persönliche 
Anwesenheit vor Ort voraus. Im Falle der Gesuchstellerin kommt hin-
zu, dass sie zurzeit offenbar gar kein Erwerbseinkommen erzielt, das 
ihr eine solche Unterstützung erlauben würde. Gemäss ihren eigenen 
Angaben im Gesuchsverfahren verrichtet die Gesuchstellerin auf selb-
ständiger Basis Gelegenheitsarbeiten (u.a. Gemüseverkauf von Tür zu 
Tür). Der Beschwerdeführer hielt in seinen schriftlichen Auskünften ge-
genüber dem Migrationsamt des Kantons Aargau fest, die Gesuchstel-
lerin sei auf Stellensuche. Sollte die Familie tatsächlich auf eine Unter-
stützung angewiesen sein, so müssten bereits darin mögliche Motive 
für eine allfällige Migration gesehen werden. Immerhin hat sich die Ge-
suchstellerin  schon  in  der  Vergangenheit  während  längerer  Zeit  im 
Ausland aufgehalten und ist dort einer Erwerbstätigkeit nachgegangen. 

8.2 Vor dem aufgezeigten Hintergrund könnte für die Gesuchstellerin 
– einmal in der Schweiz – durchaus der Anreiz oder auch nur die Hoff-
nung bestehen, hier eine wirtschaftliche Existenz zu begründen. Dass 
sie (noch) keine Landessprache spricht, könnte davon jedenfalls nicht 
ernsthaft  abhalten.  Diese  Einschätzung  lässt  sich  auch  mit  den 
Beteuerungen  des  Beschwerdeführers  und  seiner  Bereitschaft  zur 
Leistung besonderer Sicherheiten nicht grundlegend in Frage stellen. 
Denn bei der Abwägung des Risikos einer nicht fristgerechten Wieder-
ausreise ist  naturgemäss nicht so sehr die Haltung des Gastgebers, 
sondern in erster Linie das mögliche Verhalten des Gastes selbst von 
Bedeutung. Nur Letzterer ist in der Lage, hinreichend Gewähr für seine 
Rückkehrbereitschaft zu bieten. Der Gastgeber kann zwar für gewisse 
finanziellen  Risiken  im  Zusammenhang  mit  dem  Besuchsaufenthalt, 
mangels rechtlicher und faktischer Durchsetzbarkeit nicht aber für ein 
bestimmtes Verhalten  seines  Gastes  garantieren (anstelle  vieler  vgl. 
Urteile des Bundesverwaltungsgerichts C-204/2008 vom 5. März 2009 
E. 8.4 und C-3243/2007 vom 10. Juni 2008 E. 5.5). Die Integrität des 
Gastgebers – die im Falle des Beschwerdeführers nicht anzuzweifeln 
ist  – kann daher nicht ausschlaggebend sein. Der Beschwerdeführer 
scheint  sich  denn  auch,  aus  seinen  Formulierungen  zu  schliessen, 
durchaus bewusst zu sein, dass er das Verhalten seines Gastes nicht 

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nach Belieben beeinflussen kann. Besondere Auflagen,  die er  bereit 
wäre einzugehen, würden demnach wenig Sinn machen. 

8.3 Die Vorinstanz durfte vor dem allgemeinen und persönlichen Hin-
tergrund  der  Gesuchstellerin  demnach  davon  ausgehen,  dass  keine 
hinreichende Gewähr für eine fristgerechte und anstandslose Wieder-
ausreise nach einem Besuchsaufenthalt besteht. 

9.
Aus vorstehenden Erwägungen folgt, dass die angefochtene Verfügung 
im Lichte von Art. 49 VwVG nicht zu beanstanden ist. Die Beschwerde 
ist daher abzuweisen.

10.
Dem  Ausgang  des  Verfahrens  entsprechend  wird  der  unterliegende 
Beschwerdeführer  kostenpflichtig  (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die Verfah-
renskosten  sind  auf  Fr. 600.-  festzusetzen (Art.  1,  Art.  2  und Art.  3 
Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-
schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [SR 173.320.2]).

Dispositiv S. 11

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.-  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Sie werden mit dem in gleicher Höhe geleisteten Kostenvor-
schuss verrechnet. 

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Einschreiben)
- die Vorinstanz (Akten Ref-Nr. 7522062 retour)
- das Migrationsamt des Kantons Aargau.

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Andreas Trommer Denise Kaufmann

Versand:

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