# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8d49d38b-1654-5713-9674-71748fd0c326
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-02-23
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 2. Kammer 23.02.2021 S 2019 130
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_002_S-2019-130_2021-02-23.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 19 130

2. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz von Salis

RichterIn Meisser, Pedretti

Aktuarin Maurer

URTEIL

vom 23. Februar 2021

in der versicherungsrechtlichen Streitsache 

A._____,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Peter Portmann,

Beschwerdeführer

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA),

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Christian Leupi,

Beschwerdegegnerin

betreffend Versicherungsleistungen nach UVG

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I. Sachverhalt:

1. A._____ war zuletzt als Plattenleger und Geschäftsführer bei der B._____ 

AG tätig und bei der SUVA obligatorisch unfallversichert. Am 19. Oktober 

2016 erlitt er in den Ferien in Italien einen Verkehrsunfall mit einem Quad-

Fahrzeug, wobei er beim Ausweichen eines entgegenkommenden 

Fahrzeugs eine Böschung hinunterstürzte, von seinem Quad fiel und 

gegen Bäume und Äste prallte. Im Rahmen der ärztlichen Erstversorgung 

in Italien wurde eine Platzwunde an der linken Stirn genäht. Die 

Erstbehandlung erfolgte am 24. Oktober 2016 durch den Hausarzt, Dr. 

med. C._____, welcher u.a. eine Commotio cerebri sowie eine HWS-

Distorsion diagnostizierte und eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit 

bescheinigte. Eine CT-Untersuchung am 25. Oktober 2016 zeigte keine 

intracranielle Blutung sowie keine Frakturen an Schädel und HWS. Der 

Neurologe Dr. med. D._____ diagnostizierte in seinem Bericht vom 19. 

Januar 2017 namentlich eine LTHV (= leichte traumatische 

Hirnverletzung) bei Verkehrsunfall, persistierende Kopfschmerzen sowie 

subjektiv Raumunsicherheit und Gedächtnisprobleme. Nachdem das am 

23. Januar 2017 durchgeführte MRI des Kopfes keinerlei posttraumatische 

Läsionen gezeigt hatte, befürwortete Dr. med. D._____ am 27. Januar 

2017 im Prinzip einen langsamen beruflichen Wiedereinstieg in nächster 

Zukunft. Am 14. Februar 2017 erfolgte zudem eine neurootologische 

Abklärung durch Dr. med. E._____, welcher weder im peripher-

vestibulären noch im cochleären System eine Störung erkannte. Im 

Zwischenbericht vom 19. Juni 2017 stellte Dr. med. C._____ bei 

diagnostizierten chronisch anhaltenden anfallsartigen 

Spannungskopfschmerzen und Schwindelbeschwerden gesamthaft einen 

stark zögerlichen Heilungsverlauf fest, befand die Prognose langfristig 

aber trotzdem als gut. In ihrer neuropsychologischen Abklärung vom 16. 

November 2017 diagnostizierten die Dres. phil. F._____ und G._____ 

unspezifische, nicht valide quantifizierbare kognitive Defizite bei Vorliegen 

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einer nicht-authentischen Leistungspräsentation. Im Bericht vom 16. 

Februar 2018 führte Dr. med. D._____ aus, er sei hinsichtlich der 

Kopfschmerzen mit der Einschätzung der Rehaklinik Bellikon, dass hier 

ein Medikamentenübergebrauch (MÜKS) vorliege, einverstanden. In 

weiteren Untersuchungen fand er keine Hinweise für eine epileptische 

Störung.

2. In ihrem Bericht vom 4. Oktober 2018 diagnostizierte Dr. med. H._____, 

Leitende Ärztin Neurologie, Parasomnien, ein Restless Legs-Syndrom, 

eine bekannte Schlafapnoe sowie multifaktorielle Durchschlafstörungen. 

Im folgenden Bericht vom 8. November 2018 wies sie nach der 

durchgeführten Polysomnographie eine vorwiegend obstruktive 

Schlafapnoe schweren Grades und nur noch einen Verdacht auf ein 

Restless Legs-Syndrom aus.

3. Am 14. Mai 2019 bestätigte der Kreisarzt Dr. med. I._____ die gesamte 

fachärztliche Abklärung der beklagten Beschwerden und das Erreichen 

des Endzustandes.

4. Mit Verfügung vom 21. Mai 2019 stellte die Schweizerische 

Unfallversicherungsanstalt (SUVA) die Versicherungsleistungen mangels 

Adäquanz der organisch nicht hinreichend nachweisbaren Beschwerden 

per 31. Mai 2019 ein.

5. Gegen diesen Entscheid erhob A._____ am 21. Juni 2019, bzw. 

ausführlich begründet am 16. September 2019, Einsprache, die mit 

Einspracheentscheid vom 1. Oktober 2019 abgewiesen wurde.

6. Dagegen liess A._____ (nachfolgend Beschwerdeführer) am 1. November 

2019 beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden Beschwerde 

erheben und neben der Aufhebung des angefochtenen 

Einspracheentscheids und der Verfügung vom 21. Mai 2019 beantragen, 

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es seien ihm die gesetzlichen Leistungen zukommen zu lassen. Eventuell 

sei eine umfassende Expertise über die erlittene Gehirnverletzung 

(insbesondere deren Schweregrad) einzuholen. Der Beschwerdeführer 

monierte im Wesentlichen, dass die bestehenden Kopfschmerzen, die 

subjektive Raumunsicherheit sowie die Konzentrations- und 

Gedächtnisprobleme seien laut Akten, insbesondere gemäss Triage der 

J._____, als unfallkausal zu betrachten. Die unfallkausale strukturelle 

Schädigung sei ohne jede Begründung verneint und die fachärztliche 

Abklärung der unfallbedingten Beschwerden (Kopfschmerzen, 

Schwindelgefühle, Konzentrations- und Erinnerungsschwächen) bestätigt 

worden, obwohl dies nicht der Fall sei. Die einzige Begründung, wonach 

eine Commotio cerebri vorliege, weshalb gemäss Urteil des 

Bundesgerichts 115 V 133 eine neue Beurteilung des Leistungsanspruchs 

vorzunehmen sei, sei nicht ausreichend. Es stehe vorliegend ein 

Unfallereignis des mittleren Schwere-Bereichs im Raum, bei dem sich die 

Frage der Adäquanz nicht alleine aufgrund des Unfalls schlüssig 

beantworten lasse, sondern vielmehr eine Würdigung der direkten und 

indirekten Folgen vorzunehmen sei, welche nur den Schluss auf eine 

Adäquanz zuliesse. Der Beschwerdeführer sei vor dem Unfall ein 

kerngesunder und fleissiger Unternehmer und Geschäftsmann ohne 

Schlafprobleme, kognitive Defizite, Kopfschmerzen, etc. gewesen. Die 

Tatsache, dass entgegen den Erwartungen sämtlicher Fachärzte die 

Schmerzsymptome und die kognitiven Defizite sich nicht abgebaut hätten, 

sondern vielmehr persistierten und teilweise zugenommen hätten, stelle 

die Diagnose einer simplen Commotio cerebri in Frage.

7. In der Beschwerdeantwort vom 16. Januar 2020 schloss die SUVA 

(nachfolgend Beschwerdegegnerin) unter Verweis auf den 

Einspracheentscheid vom 1. Oktober 2019 auf Abweisung der 

Beschwerde. Sie führte im Wesentlichen ergänzend an, dass kein 

unfallkausales, klar fassbares somatisches Korrelat vorliege, welches die 

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vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden zu erklären vermöchte. 

Es mangle somit an einer organisch unfallkausalen Grundlage, weshalb 

kein natürlicher Kausalzusammenhang zwischen den somatisch nicht 

objektivierbaren Beschwerden und dem Unfallereignis gegeben sei. Auch 

die Adäquanz liege nicht vor, so dass es damit insgesamt an einem 

Kausalzusammenhang fehle und damit spätestens ab 31. Mai 2019 keine 

Leistungspflicht mehr bestanden habe. Das Einholen einer 

psychiatrischen Expertise sei nicht angezeigt, da weder Anhaltspunkte für 

eine psychische Problematik im Krankheitssinne vorlägen noch eine 

solche etwas daran ändern könnte, dass der adäquate 

Kausalzusammenhang ohnehin verneint werden müsste.

Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften, den angefochtenen 

Entscheid sowie die übrigen Akten wird, soweit erforderlich, in den 

nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

II. Das Gericht zieht in Erwägung:

1.1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen den Einspracheentscheid 

der Beschwerdegegnerin vom 1. Oktober 2019. Gemäss Art. 1 Abs. 1 des 

Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) i.V.m. 

Art. 56 Abs. 1 und Art. 58 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den 

allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) kann 

gegen einen Einspracheentscheid innert 30 Tagen seit seiner Eröffnung 

Beschwerde an das Versicherungsgericht desjenigen Kantons erhoben 

werden, in welchem die versicherte Person im Zeitpunkt der 

Beschwerdeerhebung ihren Wohnsitz hat. Der Beschwerdeführer wohnt 

im Kanton Graubünden, womit die örtliche Zuständigkeit des 

Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden gegeben ist. Dessen 

sachliche Zuständigkeit ergibt sich aus Art. 57 ATSG i.V.m. Art. 49 Abs. 2 

lit. a des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; 

BR 370.100). Als formeller und materieller Adressat des angefochtenen 

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Einspracheentscheids ist der Beschwerdeführer davon überdies berührt 

und weist ein schutzwürdiges Interesse an dessen gerichtlicher 

Überprüfung auf (Art. 59 ATSG). Auf die im Übrigen frist- und formgerecht 

eingereichte Beschwerde ist somit – vorbehältlich nachfolgender 

Erwägung 1.2 – einzutreten (vgl. Art. 60 und 61 ATSG).

1.2. Der Beschwerdeführer beantragt die Aufhebung des angefochtenen 

Einspracheentscheids vom 1. Oktober 2019 (Akten des 

Beschwerdeführers [Bf-act.] 1, Akten der Beschwerdegegnerin [Bg-act.] 

188) sowie die Aufhebung der diesem Entscheid zugrunde liegenden 

Verfügung vom 21. Mai 2019 (Bg-act. 170). Diesbezüglich gilt es zu 

beachten, dass gemäss ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtes 

der Einspracheentscheid an die Stelle der zugrunde liegenden Verfügung 

tritt und damit alleiniger Anfechtungsgegenstand des 

Beschwerdeverfahrens bildet. Mit dem Erlass des Einspracheentscheids 

verliert die Verfügung – soweit angefochten – jede rechtliche Bedeutung 

(BGE 130 V 424 E.2.1.2.1; Urteil des Bundesgerichts 9C_539/2014 vom 

18. Dezember 2014 E.2.1). Soweit der Beschwerdeführer vorliegend also 

auch die Verfügung vom 21. Mai 2019 anficht, ist darauf nach dem 

Gesagten nicht einzutreten.

2. Streitig ist, ob die Beschwerdegegnerin die aufgrund des Unfalls vom 

19. Oktober 2016 erbrachten Leistungen zu Recht per 31. Mai 2019 

eingestellt hat.

3. Nach den Akten der Beschwerdegegnerin hat sich der Beschwerde- und 

Behandlungsverlauf wie folgt zugetragen:

3.1. Gemäss UVG-Schadenmeldung ereignete sich der Unfall am 19. Oktober 

2016 in Italien. Demgemäss war der Beschwerdeführer abends mit dem 

Quad auf einer Bergstrasse unterwegs wobei er beim Ausweichen eines 

entgegenkommenden Fahrzeugs eine Böschung hinunterstürzte, von 

http://links.weblaw.ch/de/BGE-131-V-407
http://links.weblaw.ch/de/9C_539/2014

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seinem Quad fiel und gegen Bäume und Äste prallte. Dabei erlitt er diverse 

Verletzungen, einen Schnitt links im Gesicht, eine Hirnerschütterung, 

sowie Schürfungen und Prellungen am ganzen Körper (Bg-act. 1).

3.2. Anlässlich der Erstbehandlung am 24. Oktober 2016 diagnostizierte 

Hausarzt Dr. med. C._____ gestützt auf seine Untersuchung eine 

Commotio cerebri, eine HWS-Distorsion sowie multiple Prellungen am 

Rumpf, an den oberen Extremitäten und im Beckenbereich; er beschrieb 

den unauffälligen Röntgenbefund der HWS sowie nach CT des Schädels 

und der HWS keine intracranielle Blutung oder Frakturen. Dies bestätigte 

er mit Arztzeugnis vom 9. November 2016 (Bg-act. 12). Nach Angaben 

des Beschwerdeführers lag nach dem Unfall keine Bewusstlosigkeit vor 

(Bg-act. 12). Die Therapie bestand vorerst aus Schonung und 

symptomatischer Schmerzbehandlung. Dem Beschwerdeführer wurde 

eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit rückwirkend ab 19. Oktober 2016 

zunächst bis 5. November 2016, danach verlängert bis 26. März 2017, 

bescheinigt (Bg-act. 2, 9, 12, 50).

3.3. Im Zwischenbericht vom 21. Dezember 2016 wies Dr. med. C._____ bei 

den bekannten Diagnosen darauf hin, dass der Beschwerdeführer 

anhaltende Dauerkopfschmerzen, deren Intensität jedoch abgenommen 

habe, sowie Gedächtnisprobleme beklage. Klinisch neurologisch seien 

keine Auffälligkeiten objektivierbar; bekanntlich sei die durchgeführte CT 

des Schädels am 25. Oktober 2016 unauffällig gewesen. Der Hausarzt sah 

eine volle Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers ab Januar 2017 vor; er 

erwartete keinen bleibenden Nachteil (Bg-act. 24, 28).

3.4. Dr. med. D._____, Facharzt für Neurologie, diagnostizierte am 19. Januar 

2017 namentlich eine LTHV bei Verkehrsunfall, persistierende 

Kopfschmerzen sowie subjektive Raumunsicherheit und 

Gedächtnisprobleme. Dazu hielt er fest, aufgrund der Persistenz der 

Beschwerden, der kleinen, aber bemerkbaren Defizite in der klinischen 

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Untersuchung sowie der Auffälligkeiten im EEG, sei eine MR-Diagnostik 

durchzuführen. Anders als Dr. med. C._____, der anamnestisch keine 

Bewusstlosigkeit beschrieb, soll der Beschwerdeführer gegenüber Dr. 

med. D._____ beschrieben haben, er sei kurz oder länger bewusstlos 

gewesen (Bg-act. 35).

3.5. Im am 23. Januar 2017 durchgeführten MRI des Schädels beurteilte 

Dr. med. K._____ das Gross- und Kleinhirn als unauffällig ohne fokale 

Atrophie, keine Hämosiderinartefakte oder Glioseherde und ohne 

Hinweise für ein stattgehabtes Subduralhämatom; auch die übrigen 

Befunde waren regelrecht (Bg-act. 32).

3.6. Am 27. Januar 2017 führte Dr. med. D._____ in seinem Bericht aus, 

erfreulicherweise seien im MRI des Kopfes vom 23. Januar 2017 keinerlei 

posttraumatische Läsionen darstellbar und auch kleinere strukturelle 

Verletzungen ausgeschlossen worden, weshalb die Prognose sehr gut sei. 

Die chronifizierten Kopfschmerzen seien ein Problem, weshalb weitere 

Abklärungen empfohlen würden. Dr. med. D._____ befürwortete im 

Prinzip einen langsamen beruflichen Wiedereinstieg in nächster Zukunft 

(Bg-act. 36).

3.7. Im Bericht vom 2. März 2017 stellte Dr. med. E._____, Facharzt für Hals-, 

Nasen- und Ohrenkrankheiten, eine Normakusis sowie keine 

Anhaltspunkte für peripher-vestibuläre Funktionsstörungen fest. 

Insgesamt lasse sich eine Störung weder im peripher-vestibulären noch 

im cochleären System in den durchgeführten Untersuchungen finden. 

Aufgrund der Anamnese und der Vorgeschichte handle es sich am 

ehesten um ein post-commotionelles Syndrom. Da der Patient über eine 

langsame Besserung berichte, sei davon auszugehen, dass sich dieses in 

den nächsten ein bis zwei Monaten bessern sollte. Daneben bestehe noch 

ein Unsicherheitsgefühl und Hinweise für einen Höhenschwindel, den der 

Beschwerdeführer zuvor nie gehabt hätte. Eine organische Störung liege 

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in diesem Sinne nicht vor. Es handle sich eher um eine Angststörung, die 

möglicherweise durch das Unfallereignis ausgelöst worden sei (Bg-act. 

44).

3.8. In einer biomechanischen Kurzbeurteilung (Triage) vom 20. März 2017 

hielten die Dres. L._____, M._____ und N._____ der J._____ zum 

Unfallereignis fest, aus biomechanischer Sicht ergebe sich ein 

bedeutsamer Kopfanprall. Die anschliessend an das Ereignis 

festgestellten von der HWS ausgehenden Beschwerden und Befunde 

seien durch die Kollisionseinwirkung eher erklärbar. Die Beurteilung "eher 

erklärbar" bedeute, dass die Beurteilenden aufgrund gewisser 

Unsicherheiten in der technischen Bewertung und/oder den medizinischen 

Akten in der biomechanischen Beurteilung nicht zu einem eindeutigen 

Ergebnis kämen. Die Beschwerden seien jedoch eher mit dem zur Rede 

stehenden Ereignis als durch andere Faktoren zu erklären (Bg-act. 49 

S. 3 f.).

3.9. Im Zwischenbericht vom 16. Mai 2017 berichtete Dr. med. C._____, dass 

der Beschwerdeführer anlässlich der Kontrolle vom 8. Mai 2017 immer 

noch über anhaltende Kopfschmerzen, insbesondere auch nachts 

auftretend, geklagt habe. Daneben bestünden gelegentlich auch etwas 

Schwindelbeschwerden. Am 27. März 2017 habe der Beschwerdeführer 

die Arbeit zu 50 % aufgenommen. Da die Prognose langfristig doch gut 

sein werde und therapeutisch keine weiteren Optionen ausser einer rein 

symptomatischen Therapie bestünden, hätten Dr. med. C._____ und der 

Beschwerdeführer entschieden, dass Letzterer ab dem 9. Mai 2017 die 

Arbeit wieder zu 100 % aufnehme (Bg-act. 56, 59).

3.10. Weil sich im Verlauf aber wieder anhaltend akut auftretende, 

migräneartige Kopfschmerzen zeigten, hielt Dr. med. C._____ in seiner 

Stellungnahme vom 14. Juni 2017 eine volle Arbeitsfähigkeit für nicht 

möglich. Der Beschwerdeführer müsse jeweils drei- bis viermal 

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wöchentlich den Arbeitsort wegen hochakuter Kopfschmerzen verlassen 

und sich für Stunden wieder hinlegen. Demnach bestehe rückwirkend ab 

dem 15. Mai 2017 erneut eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % (Bg-act. 61, 

64, 67).

3.11. Gemäss Zwischenbericht von Dr. med. C._____ vom 19. Juni 2017 müsse 

bei diagnostizierten chronisch anhaltenden anfallsartigen Spannungskopf-

schmerzen und Schwindelbeschwerden gesamthaft von einem stark 

zögerlichen Heilungsverlauf betreffend den Folgeschäden im 

Zusammenhang mit der erlittenen Commotio cerebri gesprochen werden. 

Langfristig dürfte die Prognose aber trotzdem gut sein (Bg-act. 65). Dem 

Beschwerdeführer bescheinigte er am 27. Oktober 2017 eine 

Arbeitsunfähigkeit von 70 % ab dem 30. Oktober 2017 (Bg-act. 129).

3.12. In ihrem neuropsychologischen Bericht vom 16. November 2017 führten 

die Dres. phil. F._____ und G._____ in anamnestischer Hinsicht aus, der 

Beschwerdeführer berichte von chronischen Kopfschmerzen. Sie würden 

jeweils unmittelbar beginnen, träten aber bei kognitiver Anstrengung 

vermehrt auf. In der Regel könne er sie mittels Einnahme von Analgetika 

gut kontrollieren. Falls keine Medikamente zur Verfügung stünden, käme 

es zu schmerzbedingter Übelkeit, manchmal gefolgt von Erbrechen. Die 

Auftretenshäufigkeit der Kopfschmerzen habe sich in den letzten ein bis 

zwei Monaten etwas verbessert. So nehme er seit ein bis zwei Monaten 

nur noch zwei- bis dreimal pro Woche Analgetika ein. Wenn er bei der 

Arbeit schwere Dinge heben müsse, komme es zu einem Schwindelgefühl 

und nach zwei bis drei Arbeitstagen öfters zu einem Gefühl der 

Überforderung. Kognitive Einschränkungen bestünden bei Schmerzen, so 

könne er sich dann schlecht konzentrieren. Seine Ehefrau bemerke 

ausserdem, dass sein Gedächtnis seit dem Unfall schlechter sei. Zur 

Symptomvalidierung führten die Dres. phil. F._____ und G._____ aus, in 

einem von zwei durchgeführten Verfahren zur Überprüfung der 

Leistungsmotivation sei es zu einer Überschreitung des Grenzwertes 

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gekommen. Zudem hätten sich klinisch Auffälligkeiten (Tendenz zum 

frühzeitigen Aufgeben, Weiterführung der Aufgaben trotz berichteter 

zunehmender Kopfschmerzen problemlos möglich) sowie 

Leistungsschwankungen in der formalen Prüfung (z.B. deutlich 

schwankende Reaktionszeiten in einer einfachen Reaktionsaufgabe) 

gezeigt. In ihrer Beurteilung führten die Dres. phil. F._____ und G._____ 

aus, formal fänden sich schwankende Leistungen und teilweise 

mittelschwere bis schwere Defizite in Teilbereichen der Aufmerksam-

keits-, Gedächtnis- und exekutiven Funktionen. Im Zusammenhang mit 

einem auffälligen Resultat in einem Performancevalidierungsverfahren 

sowie in Tests eingebettetem Indikator für eine reduzierte 

Leistungsmotivation seien die obigen Resultate jedoch als nicht valide und 

nicht repräsentativ für die effektive kognitive Leistungsfähigkeit zu 

betrachten. Die vorliegenden medizinischen Befunde (CT und MRI) 

wiesen auf keine durch den Unfall bedingte hirnorganische Schädigung 

hin. Die Prognose einer leichten traumatischen Hirnverletzung (LTHV) sei 

üblicherweise gut; in der Mehrheit der Fälle bildeten sich die kognitiven 

Defizite nach spätestens drei Monaten vollständig zurück. Anamnestisch 

ergäben sich keine psychischen Faktoren, welche die persistierenden 

Beschwerden erklären könnten. Die Dres. phil. F._____ und G._____ 

diagnostizierten unspezifische, nicht valide quantifizierbare kognitive 

Defizite bei Vorliegen einer nicht-authentischen Leistungspräsentation. 

Die Funktionsfähigkeit im Alltag und Beruf hielten sie für nicht beurteilbar. 

Im Vordergrund stünden die chronischen Kopfschmerzen und die 

eingeschränkte Konzentrationsfähigkeit. Sie empfahlen einen ärztlich 

betreuten Analgetika-Entzug, da bei über 13 Monate lang andauernden 

Kopfschmerzen und bei bis vor kurzem täglichem Konsum von 

Schmerzmedikation arzneimittelinduzierte Kopfschmerzen (MÜKS) 

möglich seien. Daneben befürworteten sie eine ambulante 

psychotherapeutische Behandlung für die Schmerzbewältigung (Bg-act. 

89 S. 6 ff.).

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3.13. Im ergotherapeutischen Bericht vom 3. Januar 2018 der Rehaklinik 

Bellikon wird berichtet, dass der Beschwerdeführer am Morgen der 

Abklärung mit Kopfschmerzen aufgewacht sei. Trotz dieser 

Kopfschmerzen sei die Fahrt mit dem Auto von 80 Minuten gut gegangen. 

Bevor das ergotherapeutische Interview habe gestartet werden können, 

habe der Beschwerdeführer ein Glas Wasser verlangt, wobei er sehr 

demonstrativ ein wasserlösliches Schmerzmedikament gegen seine 

Kopfschmerzen eingenommen und dazu erklärt habe, dass er ohne dieses 

nicht an der Abklärung teilnehmen könne. Weshalb aber der 

Beschwerdeführer bis um 8.00 Uhr nach fast 1.5 Stunden Autofahrt mit 

der Einnahme gewartet habe, sei – wie die Ergotherapeutin bemerkte – 

unklar. Der Beschwerdeführer habe folgende subjektiven Beschwerden 

genannt: Kopfschmerzen und Schmerzen im Nackenbereich, wobei diese 

schwankend seien und durchschnittlich bei 2 oder 3/10 VAS lägen, 

nächtliche Lähmungen und Vergesslichkeit. Die Beschwerden hätten in 

den Abklärungen nur teilweise beobachtet werden können und seien 

schwierig zu objektivieren. Eine 50%ige Arbeitsfähigkeit erscheine zurzeit 

angemessen und realistisch, wobei eine Steigerung angestrebt werden 

sollte (Bg-act. 89 S. 7 ff.).

3.14. In ihrem neurologischen Bericht vom 3. Januar 2018 diagnostizierte 

Dr. med. P._____, Fachärztin für Neurologie, eine LTHV und wies darauf 

hin, dass im aktuellen Verlauf die chronischen Kopfschmerzen und die 

Vergesslichkeit im Vordergrund stünden. Bezüglich Kopfschmerzen 

bestehe der Verdacht auf das Vorliegen von Medikamentenübergebrauch 

(MÜKS). Es empfehle sich ein Absetzen unter ärztlicher Kontrolle. Vom 

Patienten werde der Wunsch geäussert, das Arbeitspensum zu steigern, 

weshalb eine physio- und psychotherapeutische Behandlung empfohlen 

werde (Bg-act. 89 S. 10 ff.).

3.15. Am 11. Januar 2018 bestätigte Kreisarzt Dr. med. O._____, dass keine 

strukturelle Unfallfolge bestehe, alle geklagten Beschwerden fachärztlich 

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abgeklärt seien und auch der Endzustand erreicht sei. Aus somatischer 

Sicht sei eine volle Arbeitsfähigkeit gegeben (Bg-act. 91).

3.16. Am 16. Februar 2018 untersuchte Dr. med. D._____ den 

Beschwerdeführer erneut und führte eine EEG durch. Im Vordergrund 

stand die persistierende Kopfschmerzproblematik und der Verdacht einer 

MÜKS (Bg-act. 98). Am 21. Februar 2018 berichtete Dr. med. D._____ 

sodann, dass gemäss Schlafentzugs-EEG keine Hinweise für eine 

epileptische Störung bestünden (Bg-act. 99).

3.17. Am 17. September 2018 wies Dr. med. C._____ eine seit 30. Oktober 

2017 bestehende 70%ige Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers aus 

(Bg-act. 129).

3.18. Anlässlich der Konsultation vom 4. Oktober 2018 im Kantonsspital 

Graubünden, Departement Pneumologie/Schlafmedizin, gab der 

Beschwerdeführer an, beim Unfall nicht bzw. höchstens wenige Sekunden 

bewusstlos gewesen zu sein, es bestehe keine Amnesie für das Ereignis 

(Bg-act. 135). Nach der durchgeführten Polysomnographie bestätigte Dr. 

med. H._____ im Bericht vom 8. November 2018 die bekannte vorwiegend 

obstruktive Schlafapnoe schweren Grades. Sie erachtete einen erneuten 

Versuch einer CPAP-Therapie beim Beschwerdeführer, der dazu bereit 

war, als gerechtfertigt (Bg-act. 143).

3.19. Ab dem 1. Januar 2019 bis 30. September 2019 erachtete Dr. med. 

C._____ den Beschwerdeführer erneut als zu 50 % arbeitsunfähig (Bg-

act. 156, 158, 173, 184).

3.20. Am 14. Mai 2019 bestätigte der Kreisarzt Dr. med. I._____, dass keine 

unfallkausale strukturelle Schädigung vorliege und das bestehende 

Schlafapnoe-Syndrom nicht unfallkausal sei. Er erachtete nun alle 

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geklagten Beschwerden als fachärztlich abgeklärt und den Endzustand als 

erreicht (Bg-act. 165).

4. In casu ist im Hinblick auf die Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin 

gemäss Art. 6 UVG bei Berufs-, Nichtberufsunfällen und 

Berufskrankheiten die unfallversicherungsrechtliche Kausalität 

(natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang) der geklagten 

Beschwerden (persistierende Kopfschmerzen, Schwindelgefühl, 

Konzentrations- und Gedächtnisprobleme) zu beurteilen. Die fehlende 

Unfallkausalität der Schlafapnoe ist unbestritten. Denn nach Angaben des 

Beschwerdeführers selbst wurde bereits 2013 eine obstruktive 

Schlafapnoe festgestellt; eine CPAP-Therapie war damals nicht möglich 

(Bg-act. 35 S. 2).

4.1. Zur Abklärung des natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhangs ist 

die rechtsanwendende Behörde auf Unterlagen von medizinischen 

Fachpersonen angewiesen (BGE 122 V 157 E.1b). Die medizinischen 

Unterlagen unterliegen wie sämtliche Beweismittel in 

sozialversicherungsrechtlichen Verfahren der freien Beweiswürdigung 

(Art. 61 lit. c ATSG). Es gilt das gesamte Beweismaterial objektiv zu 

würdigen, bei sich widersprechenden medizinischen Berichten die Gründe 

anzugeben, warum auf die eine oder andere medizinische These 

abzustellen ist, und zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine 

zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten (BGE 

143 V 124 E.2.2.2). Hinsichtlich des Beweiswertes ärztlicher 

Stellungnahmen ist entscheidend, ob diese für die streitigen Belange 

umfassend sind, auf allseitigen Untersuchungen beruhen, die geklagten 

Beschwerden berücksichtigen, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) 

abgegeben wurden, in der Beurteilung der medizinischen 

Zusammenhänge und der medizinischen Situation einleuchten und in den 

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daraus gezogenen Schlussfolgerungen zu überzeugen vermögen (BGE 

135 V 465 E.4.6, 134 V 231 E.5.1, 125 V 351 E.3a). Ausschlaggebend für 

den Beweiswert ärztlicher Stellungnahmen ist folglich grundsätzlich weder 

die Herkunft eines Beweismittels noch dessen Bezeichnung als Bericht 

oder Gutachten (BGE 125 V 351 E.3a). Dennoch hat es die 

Rechtsprechung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 

lit. c ATSG) als vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen 

medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung 

aufzustellen. So kommt den Berichten und Gutachten 

versicherungsinterner Ärzte voller Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig 

erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind 

und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit sprechen. Die Tatsache 

allein, dass der befragte Arzt in einem Anstellungsverhältnis zum 

Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität 

und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer 

Umstände, welche das Misstrauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung 

objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche 

Bedeutung, welche den Arztberichten im Sozialversicherungsrecht 

zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Arztes allerdings ein strenger 

Massstab anzulegen (BGE 125 V 351 E.3b/ee). Bestehen auch nur 

geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der 

versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende 

Abklärungen vorzunehmen (BGE 145 V 97 E.8.5, 142 V 58 E.5.1 mit w.H., 

139 V 225 E.5.2).

4.2. Im Sozialversicherungsprozess tragen die Parteien in der Regel eine 

Beweislast nur insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu 

Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen 

Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift erst Platz, 

wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des im 

Verwaltungsverfahren wie auch im kantonalen 

- 16 -

Sozialversicherungsprozess geltenden Untersuchungsgrundsatzes 

aufgrund einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der 

zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu 

entsprechen (BGE 138 V 218 E.6; vgl. Urteil des Bundesgerichts 

8C_17/2017 vom 4. April 2017 E.2.2).

4.3.1. Bei der Prüfung der Kausalität ist zunächst festzuhalten, dass im Bereich 

organisch objektiv ausgewiesener Unfallfolgen die Adäquanz praktisch 

keine Rolle spielt, da sich hier die adäquate weitgehend mit der natürlichen 

Kausalität deckt (BGE 134 V 109 E.2). Im Bereich organisch nicht objektiv 

ausgewiesener Gesundheitsschäden hingegen hat die Adäquanz als 

rechtliche Eingrenzung der sich aus dem natürlichen 

Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers 

grosse Bedeutung (BGE 125 V 456 E.5c). Objektivierbar sind 

Untersuchungsergebnisse, die reproduzierbar und von der Person des 

Untersuchenden und den Angaben des Patienten unabhängig sind. Von 

organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen kann somit erst dann 

gesprochen werden, wenn die erhobenen Befunde mit apparativen 

beziehungsweise bildgebenden Abklärungen bestätigt wurden und die 

hierbei angewendeten Untersuchungsmethoden wissenschaftlich 

anerkannt sind (BGE 138 V 248 E.5.1). Sind die geklagten Beschwerden 

nicht in diesem Sinne objektiv ausgewiesen, so ist bei der Beurteilung der 

Adäquanz vom augenfälligen Geschehensablauf auszugehen, und es sind 

gegebenenfalls weitere unfallbezogene Kriterien einzubeziehen (BGE 134 

V 109 E.2.1). Hat die versicherte Person bei einem Unfall ein 

Schleudertrauma der Halswirbelsäule (HWS), eine dem Schleudertrauma 

äquivalente Verletzung oder ein Schädel-Hirn-Trauma erlitten, so ist die 

sogenannte Schleudertrauma-Rechtsprechung gemäss BGE 117 V 359 

E.6 und 134 V 109 E.10 anzuwenden und auf eine Differenzierung 

zwischen physischen und psychischen Komponenten zu verzichten. Ist die 

Schleudertrauma-Rechtsprechung nicht anwendbar, so sind grundsätzlich 

- 17 -

die Adäquanzkriterien von BGE 115 V 133 E.6c/aa anzuwenden, welche 

für psychische Fehlentwicklungen nach einem Unfall entwickelt wurden. 

Nach dieser sogenannten Psycho-Praxis werden die Adäquanzkriterien 

unter Ausschluss psychischer Aspekte geprüft (BGE 134 V 109 E.2.1 und 

6.1, Urteil des Bundesgerichts 8C_441/2010 vom 23. August 2010 E.3).

4.3.2. Vorliegendenfalls fand die Psycho-Praxis Anwendung. Dies wurde vom 

Beschwerdeführer nur insofern beanstandet, als dass er, statt auf BGE 

115 V 133 abzustellen, auf BGE 113 V 315 hinwies, welcher jedoch mit 

der objektivierenden Adäquanzprüfung gemäss jüngerem BGE 115 V 133 

nicht relevant ist, erwähnt die Regeste zu BGE 115 V 133 doch explizit, 

dass damit die Rechtsprechung gemäss BGE 113 V 307 präzisiert wird. 

Diagnostiziert wurden dem Beschwerdeführer eine Commotio cerebri 

durch den Hausarzt Dr. med. C._____ (Bg-act. 12) und eine LTHV durch 

den Neurologen Dr. med. D._____ (Bg-act. 35). Eine Contusio cerebri, 

welche unter bestimmten Umständen zur Anwendbarkeit der 

Schleudertraumapraxis führt, wird nicht substantiiert geltend gemacht und 

es finden sich dafür in den Akten keine Hinweise. Angesichts der 

Tatsache, dass weder ein HWS-Schleudertrauma mit typischem 

Beschwerdebild oder eine äquivalente Verletzung noch eine traumatische 

Hirnverletzung mit genügendem Schweregrad vorlag, welche im Rahmen 

der Adäquanzprüfung die Anwendung der Schleudertraumapraxis 

rechtfertigen würden, ist die Anwendung der Psycho-Praxis somit nicht zu 

beanstanden.

4.3.3. Wie bereits im Urteil des Verwaltungsgerichts S 20 2 vom 15. September 

2020 E.4.2.3 und 4.2.5 f. (bezüglich IV-Rentenanspruch des 

Beschwerdeführers) festgehalten, liessen sich die beklagten 

Kopfschmerzen und kognitiven Einschränkungen trotz zahlreicher 

Untersuchungen in diversen Fachdisziplinen (Neurologie, 

Neuropsychologie, ORL) nicht objektivieren bzw. hinreichend organisch 

nachweisen. Insbesondere ergab die Bildgebung (CT, MRI und EEG) 

- 18 -

keine traumatisch bedingten Verletzungen (vgl. dazu z.B. 

Abklärungsbericht Dr. med. D._____ vom 27. Januar 2017 [Bg-act. 36]). 

Auch die neurologischen, neurootologischen, neuropsychologischen und 

ergotherapeutischen Untersuchungen ergaben keine unfallbedingten 

Auffälligkeiten (vgl. Zwischenbericht Dr. med. C._____ vom 21. Dezember 

2016 [Bg-act. 24], neuropsychologischer Bericht der Dres. phil F._____ 

und G._____ vom 16. November 2017 [Bg-act. 16 S. 34 ff.], 

ergotherapeutischer Bericht vom 3. Januar 2018 [Bg-act. 89 S. 1-3]). 

Soweit der Beschwerdeführer die Diagnose einer "simplen Commotio 

cerebri" in Frage stellt bzw. die persistierenden Beschwerden auf eine 

Contusio cerebri zurückführt, wird dies nicht näher belegt und findet sich 

auch kein Anhaltspunkt dafür in den Akten. Vielmehr diagnostizierte der 

Hausarzt Dr. med. C._____ bereits anlässlich der Erstbehandlung vom 24. 

Oktober 2016 lediglich eine Commotio cerebri (Bg-act. 12). An dieser 

Beurteilung hielt der Hausarzt in der Folge auch fest, obwohl die 

Symptome beim Beschwerdeführer fortdauerten (vgl. Zwischenbericht 

vom 19. Juni 2017 [Bg-act. 65]). Diese Diagnose stützte auch Dr. med. 

D._____ bereits am 27. Januar 2017, wonach im MRI des Kopfes auch 

kleinere strukturelle Verletzungen ausgeschlossen wurden (Bg-act. 36). 

Auch die vom Beschwerdeführer beklagte Schwindelproblematik wurde 

medizinisch abgeklärt. So stellte Dr. med. E._____ in seinem Bericht vom 

2. März 2017 eine Normakusis fest und verneinte Anhaltspunkte für 

peripher-vestibuläre Funktionsstörungen. Ebenso konnte hinsichtlich des 

Unsicherheitsgefühls und des Höhenschwindels keine organische Störung 

festgestellt werden (Bg-act. 44). Der Beschwerdeführer räumte im 

Weiteren anlässlich der neurologischen Abklärung in der Klinik Bellikon 

ein, dass der Schwindel nicht im Vordergrund stünde und die Episoden 

deutlich rückläufig seien (vgl. neurologischer Bericht Dr. med. P._____ 

vom 3. Januar 2018 [Bg-act. 89 S. 11]).

- 19 -

4.3.4. Rechtsprechungsgemäss kann von organisch objektiv ausgewiesenen 

Unfallfolgen erst dann gesprochen werden, wenn die erhobenen Befunde 

mit apparativen/bildgebenden Abklärungen bestätigt wurden und die 

hierbei angewendeten Untersuchungsmethoden wissenschaftlich 

anerkannt sind (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_620/2019 vom 5. 

Februar 2020 E.6.2, 8C_749/2010 vom 6. Januar 2011 E.4.1, 

8C_889/2008 vom 9. April 2009 E.3.3.2.2; SVR 2007 UV Nr. 25 S. 81 ff; 

EVGE U 479/05 E.5.4 mit Hinweisen). Insofern die geklagten 

Beschwerden (Kopfschmerzen und kognitiven Einschränkungen) in casu 

überhaupt "organisch" imponieren, indem sie klinisch anlässlich ärztlicher 

Untersuchungen feststellbar waren, fehlt ihnen doch ein organisches 

Substrat im Sinne einer strukturellen Läsion. Die genannten Befunde 

können für sich allein nicht als klar ausgewiesenes organisches Substrat 

der Beschwerden qualifiziert werden.

4.3.5. Ausgangspunkt der Adäquanzbeurteilung entsprechend der Psycho-

Praxis bildet das objektiv erfassbare Unfallereignis. Im Rahmen einer 

objektivierten Betrachtungsweise ist zu untersuchen, ob der Unfall eher 

als leicht, als mittelschwer oder als schwer erscheint, wobei im mittleren 

Bereich gegebenenfalls eine weitere Differenzierung nach der Nähe zu 

den leichten oder schweren Unfällen erfolgt. Massgebend für die 

Beurteilung der Unfallschwere ist der augenfällige Geschehensablauf mit 

den sich dabei entwickelnden Kräften und die unmittelbar beim Unfall 

erlittenen Verletzungen (BGE 140 V 356 E.5.1, 115 V 133 E.6). Nicht zu 

berücksichtigen sind das subjektive Erleben des Unfalls durch die 

verunfallte Person und die Folgen, welche sich im Lauf der Zeit als 

Reaktion auf den Unfall entwickeln (BGE 140 V 356 E.5.3, 115 V 133 E.6). 

Vorliegend stufte die Beschwerdegegnerin den Unfall des 

Beschwerdeführers als mittelschwer im engeren Sinne ein, was vom 

Beschwerdeführer nicht bestritten wurde und nicht zu beanstanden ist (vgl. 

Urteil des Bundesgerichts 8C_627/2019 vom 10. März 2020 E.5.3.3). Die 

- 20 -

Adäquanz eines Kausalzusammenhanges wäre somit nur dann zu 

bejahen, wenn eines der relevanten Adäquanzkriterien in besonders 

ausgeprägter oder mehrere (mindestens drei) dieser Kriterien in gehäufter 

Weise erfüllt wären. Der Katalog dieser Kriterien lautet wie folgt (siehe 

Urteil des Bundesgerichts 8C_473/2019 vom 11. November 2019 

E.5.1 ff.):

- besonders dramatische Begleitumstände oder besondere 

Eindrücklichkeit des Unfalls,

- die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen, 

insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische 

Fehlentwicklungen auszulösen,

- ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung,

- körperliche Dauerschmerzen,

- ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich 

verschlimmert,

- schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen,

- Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit.

4.3.5.1. Der Berücksichtigung des Kriteriums der besonders dramatischen 

Begleitumstände oder besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls liegt der 

Gedanke zugrunde, dass solche Umstände geeignet sind, bei der 

betroffenen Person während des Unfallgeschehens oder nachher 

psychische Abläufe in Bewegung zu setzen, die an den nachfolgenden 

psychischen Fehlentwicklungen mitbeteiligt sein können. Dabei sind 

objektive Massstäbe anzuwenden. Nicht was im einzelnen Betroffenen 

beim Unfall psychisch vorgeht – sofern sich dies überhaupt zuverlässig 

feststellen liesse – soll entscheidend sein, sondern die objektive Eignung 

solcher Begleitumstände, bei Betroffenen psychische Vorgänge der 

genannten Art auszulösen. Zu beachten ist zudem, dass jedem 

mindestens mittelschweren Unfall eine gewisse Eindrücklichkeit eigen ist 

(Urteil 8C_584/2010 vom 11. März 2011 E.4.3.2 m.w.H.). Vorliegend sind 

- 21 -

keine Umstände ersichtlich, welche dem Geschehen vom 19. Oktober 

2016 eine solch besondere Dramatik oder eine solch besondere 

Eindrücklichkeit verliehen hätten. Der Quad-Unfall erfüllt dieses Kriterium 

nicht, vergleicht man, was es hierzu gemäss höchstrichterlicher 

Rechtsprechung braucht (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_473/2019 

vom 11. November 2019 E.5.1; 8C_99/2019 vom 8. Oktober 2019 E.4.4.1; 

8C_430/2016 vom 31. Oktober 2016 E.7.4; 8C_137/2014 vom 5. Juni 

2014 E.6.1; 8C_135/2012 vom 19. September 2012 E.6.1 m.H.a. weitere 

Urteile; 8C_621/2011 vom 31. Januar 2012 E.3.4.2 f. mit Kasuistik). In den 

genannten Fällen kollidierten Motorräder mit einer Geschwindigkeit 

zwischen 50 und 70 km/h mit Personenwagen, die in der Regel den Vortritt 

missachteten. Als mittelschweres Ereignis an der Grenze zu den 

schweren wurde hingegen ein Unfall qualifiziert, bei dem ein Lenker eines 

Motorrades mit einem entgegenkommenden Personenwagen kollidierte 

und beide Fahrzeuge mit rund 50 km/h unterwegs waren. Als besonders 

erschwerendes Element kam in diesem Fall dazu, dass sowohl der 

Motorradlenker als auch seine mitfahrende Freundin rund 10 m durch die 

Luft geschleudert wurden (Urteile des Bundesgerichts 8C_746/2008 vom 

17. August 2009 E.5.1.1 f. und 8C_134/2015 vom 14. September 2015 

E.5.3.1). In dieselbe Kategorie fallen Ereignisse, bei denen ein Lenker 

eines Lieferwagens am Steuer einschlief und in der Folge ungebremst mit 

einem Roller zusammenstiess (Urteil des Bundesgerichts 8C_917/2010 

vom 28. September 2011 E.5.3) oder ein Motorradlenker bei einer 

unübersichtlichen Kurve eine Kolonne überholte und dabei mit einem 

abbiegenden Traktor kollidierte (Urteil des Bundesgerichts 8C_484/2007 

vom 3. September 2008 E.6.2). Gemäss höchstrichterlicher 

Rechtsprechung zeigt sich, dass Kollisionen zwischen Motorrädern und 

Personenwagen in der Regel als mittlere Ereignisse im engeren Sinne zu 

qualifizieren sind, soweit nicht zusätzliche erschwerende Umstände wie 

beispielsweise die Beteiligung einer mitfahrenden Person, das 

Wegschleudern über mehrere Meter, die Grösse des Kollisionsfahrzeuges 

- 22 -

oder hohe Geschwindigkeiten in Betracht zu ziehen sind. Im vorliegenden 

Fall war der Beschwerdeführer jedoch weder Opfer eines 

Zusammenstosses mit einem anderen Fahrzeug geworden noch wurde er 

nach einer Kollision weggeschleudert. Die Beschwerdegegnerin hat daher 

das Ereignis vom 16.  Oktober 2016 zu Recht als Unfall mittlerer Schwere 

eingestuft.

4.3.5.2. Auch das Kriterium der Schwere oder besonderen Art der erlittenen 

Verletzungen, insbesondere ihrer erfahrungsgemässen Eignung, 

psychische Fehlentwicklungen auszulösen, ist vorliegend nicht erfüllt. Eine 

Commotio cerebri bzw. LTHV, eine Distorsion der Halswirbelsäule (HWS) 

sowie multiple Prellungen am Rumpf, an oberen Extremitäten sowie im 

Beckenbereich erfüllen dieses Kriterium rechtsprechungsgemäss nicht 

(vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_627/2019 vom 10. März 2020 E.5.2.2).

4.3.5.3. Das Kriterium der ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung 

ist nicht allein nach einem zeitlichen Massstab zu beurteilen. Von 

Bedeutung sind auch Art und Intensität der Behandlung sowie der 

Umstand, inwieweit noch eine Besserung des Gesundheitszustandes zu 

erwarten ist. Es muss, gesamthaft betrachtet, eine kontinuierliche, mit 

einer gewissen Planmässigkeit auf die Verbesserung des 

Gesundheitszustandes gerichtete ärztliche Behandlung von ungewöhnlich 

langer Dauer vorliegen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_627/2020 vom 

10. Dezember 2020 E.4.1.2). Die eigentliche Behandlung fand lediglich 

beim Hausarzt Dr. med. C._____ statt und ist bis im Juni 2017 

ausgewiesen (Bg-act. 64, 65), was einem guten halben Jahr nach dem 

Unfall entspricht. (Frühere und) Spätere ärztliche Untersuchungen stellten 

lediglich Abklärungen bzw. Verlaufskontrollen dar, nicht ärztliche 

Behandlungen, die kontinuierlich und planmässig auf die Verbesserung 

des Gesundheitszustands des Beschwerdeführers gerichtet waren. Nach 

Ansicht des Gerichts hat die Beschwerdegegnerin dieses Kriterium im 

Einspracheentscheid somit grosszügigerweise bejaht, wenn auch nur in 

- 23 -

einfacher Form und ohne dies weiter zu begründen (vgl. Bf-act. 1 S. 12; 

Bg-act. 188 S. 12).

4.3.5.4. Hinweise auf körperliche Dauerschmerzen oder eine ärztliche 

Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert hätten, 

liegen nicht vor und werden auch nicht geltend gemacht.

4.3.5.5. Aus der blossen Dauer der ärztlichen Behandlung und der geklagten 

Beschwerden darf nicht schon auf einen schwierigen Heilungsverlauf und 

erhebliche Komplikationen geschlossen werden. Es bedarf hierzu 

besonderer Gründe, welche die Genesung bis zum Fallabschluss 

beeinträchtigt 

oder verzögert haben (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_123/2018 vom 

18. September 2018 E.5.2.2.2, U 479/05 vom 6. Februar 2007 E.8.5; SVR 

2007 UV Nr. 25 S. 81 ff.). Der Umstand, dass trotz verschiedener 

Therapien keine Beschwerdefreiheit erreicht werden konnte, genügt allein 

nicht (Urteil des Bundesgerichts 8C_632/2018 vom 10. Mai 2019 E.10.3). 

Es liegen keine Umstände vor, die zur Bejahung dieses Kriteriums führen 

könnten.

4.3.5.6. Schliesslich ist auch das Kriterium des Grads und der Dauer der physisch 

bedingten Arbeitsunfähigkeit nicht erfüllt, zumal der Beschwerdeführer ab 

März 2017 im Wesentlichen wieder zu 50 % arbeitsfähig war.

4.3.6. Da mithin höchstens eines der massgeblichen Adäquanzkriterien – und 

dies in bloss einfacher Form – erfüllt ist, ist die Adäquanz eines 

Kausalzusammenhanges zwischen dem Unfallereignis vom 19. Oktober 

2016 und den geltend gemachten Beschwerden zu verneinen, was die 

Beschwerdegegnerin somit zu Recht tat.

4.3.7. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind nach der 

Rechtsprechung alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der 

- 24 -

eingetretene gesundheitliche Schaden nicht als eingetreten oder nicht als 

in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten 

gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die 

Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass 

ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher 

Störungen ist. Es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit 

anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der 

versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht 

weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene 

gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E.3.1). Ob zwischen 

einem Unfall und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher 

Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die 

rechtsanwendende Behörde im Rahmen der ihr obliegenden 

Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die 

blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung 

eines Leistungsanspruches nicht (BGE 129 V 177 E.3.1). Beweisrechtlich 

ist die Triage-Beurteilung der J._____ nach deren eigenen Angaben 

hinsichtlich der Beurteilung der Kausalität keine ausreichend abgesicherte 

Grundlage für eine juristische Auseinandersetzung (Bg-act. 49 S. 4, 

"Grenzen der Verwendbarkeit"). Dies deckt sich mit der konstanten 

bundesgerichtlichen Rechtsprechung, wonach eine unfalltechnische oder 

biomechanische Analyse gegebenenfalls gewichtige Anhaltspunkte zur 

mit Blick auf die Adäquanzprüfung relevanten Schwere des 

Unfallereignisses zu liefern vermag, gestützt auf diese Unterlagen jedoch 

keine Beurteilung des natürlichen Kausalzusammenhangs erfolgen kann 

(vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_182/2020 vom 18. Mai 2020 E.5.3, 

8C_138/2009 vom 23. Juni 2009 E.4.3.2). Solchen Unterlagen kommt 

demnach beweisrechtlich nicht erhöhtes Gewicht in dem Sinne zu, dass 

sich allein gestützt darauf eine Kausalitätsbeurteilung vornehmen liesse. 

Vielmehr sind die physikalisch ermittelten Ergebnisse von 

- 25 -

unfallanalytischen Gutachten im Rahmen einer Gesamtwürdigung aller zur 

Verfügung stehenden Beweismittel zu würdigen (vgl. Urteile des 

Bundesgerichts 8C_489/2013 vom 16. August 2013 E.3.2 m.H.a. BGE 134 

V 109 E.8.3, 8C_590/2007 vom 6. Oktober 2008 E.6.1; SVR 2009 UV 

Nr. 13 S. 52 ff.; vgl. zum Ganzen: HANS-JAKOB MOSIMANN, Der 

Stellenwert von Unfallanalyse und Biomechanik für die Rechtsprechung, 

SZS 2011 S. 549 ff.). Ob der Unfall des Beschwerdeführers am 

19. Oktober 2016 im Sinne der vorstehenden Überlegungen natürlich 

kausal war für die geklagten Beschwerden, kann angesichts der zu 

verneinenden Adäquanz ohnehin offen bleiben (vgl. BGE 135 V 465 

E.5.1).

5.1. Das Vorbringen des Beschwerdeführers, er sei bis zum Unfall ein 

kerngesunder und fleissiger Unternehmer und Geschäftsmann gewesen, 

entspricht der Argumentation "post hoc ergo propter hoc" und ist nicht 

beweisrelevant (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_8/2018 vom 23. April 

2018 E.3.2). Bezüglich den Arbeitsunfähigkeits-Bescheinigungen, welche 

allesamt auf den Hausarzt Dr. med. C._____ zurückgehen, darf der 

Erfahrungstatsache Rechnung getragen werden, dass behandelnde Ärzte 

mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in 

Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (vgl. BGE 135 V 

465 E.4.5, 125 V 351 E.3a/3b, Urteil des Bundesgerichts 8C_673/2018 

vom 13. Dezember 2018 E.3.4).

5.2. Inwiefern die leichte traumatische Hirnverletzung zu psychiatrisch 

relevanten Beschwerden geführt haben soll, wozu der Beschwerdeführer 

eine Expertise verlangt, ist nicht erkennbar, zumal die geklagten 

Beschwerden von persistierenden Kopfschmerzen, subjektiver 

Raumunsicherheit, Schwindelgefühl, Konzentrations- und 

Gedächtnisproblemen keine psychiatrischen Beschwerdebilder darstellen 

und bisher nach Aktenlage auch keine psychiatrische Behandlung 

stattfand. Im LTHV-Assessment gab der Beschwerdeführer 

- 26 -

Kopfschmerzen ("seien schwankend und lägen durchschnittlich bei 2 oder 

3/10 VAS") und Schmerzen im Nackenbereich, nächtliche Lähmungen, 

Vergesslichkeit im Alltag sowie Sorgen um die Existenz der Firma an (Bg-

act. 89 S. 6). Auch im LTHV-Assessment ergab sich bei der 

neurologischen Abklärung, dass anamnestisch keine psychischen 

Faktoren vorhanden sind, welche die persistierenden Beschwerden 

erklären könnten (Bg-act. 89 S. 13). Der Beschwerdeführer selbst 

bezeichnete anlässlich der neurologischen Untersuchung im November 

2017 seinen psychischen Zustand als gut (Bg-act. 89 S. 16). 

Neurologisch, neuropsychologisch und neurootologisch wurde der 

Beschwerdeführer umfassend abgeklärt. Was der Beschwerdeführer sich 

aus angeblich unterbliebenen Untersuchungen wie Lumbalpunktion oder 

Bluttest verspricht, insbesondere in Bezug auf eine Gehirnverletzung, 

welche mittels psychiatrischer Expertise festzustellen sein soll, erschliesst 

sich nicht. Die getätigten Abklärungen zu den geklagten Beschwerden 

erscheinen dem Gericht umfassend, vollständig und schlüssig. Zudem 

würde auch eine psychiatrische Expertise im Rahmen der 

Adäquanzprüfung gemäss Psycho-Praxis nichts daran ändern, dass die 

Adäquanz zu verneinen wäre. Die kreisärztlichen Einschätzungen der 

Dres. med. O._____ und I._____ sind zwar jeweils knapp aber angesichts 

der umfangreichen und umfassenden Abklärungen in den Bereichen 

Neurologie, Neuropsychologie und ORL nicht zu beanstanden. Auf reine 

Aktenbeurteilungen – wie diejenigen der Kreisärzte Dres. med. O._____ 

und I._____ – kann abgestellt werden, wenn ein lückenloser Befund 

vorliegt und es im Wesentlichen nur um die ärztliche Beurteilung eines an 

sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 8C_646/2019 vom 6. März 2020 E.4.3), was vorliegend 

zu bejahen ist. Der Beschwerdeführer vermag sämtlichen fach- und 

kreisärztlichen Einschätzungen keine anderslautende fachärztliche 

Meinung entgegenzuhalten, welche jene in Zweifel ziehen würden. Die 

verfügbaren Akten gestatten somit eine zuverlässige Beurteilung des 

- 27 -

streitigen Rechtsanspruchs über die gesetzlichen 

unfallversicherungsrechtlichen Leistungsansprüche.

5.3. Die Beschwerdegegnerin ist ihrer Abklärungspflicht demnach umfassend 

nachgekommen. Dass es zur rechtserheblichen Sachverhaltserstellung 

noch einer Expertise über die erlittene Gehirnverletzung, die eventuell 

beantragt wird, bedarf, ist nicht ersichtlich. Deshalb kann in antizipierter 

Beweiswürdigung auf eine solche verzichtet werden (vgl. BGE 144 V 361 

E.6.5, 136 I 229 E.5.3).

5.4. Es ist somit rechtskonform, dass die Beschwerdegegnerin am 21. Mai 

2019 die Einstellung der Versicherungsleistungen per 31. Mai 2019 sowie 

keinen weiteren Anspruch auf Versicherungsleistungen verfügte und dies 

mit Einspracheentscheid vom 1. Oktober 2019 bestätigte. Der 

Einspracheentscheid ist somit nicht zu beanstanden. Dies führt zur 

Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten ist.

6. Gemäss aArt. 61 lit. a ATSG i.V.m. Art. 83 ATSG ist das Verfahren – 

vorbehältlich der mutwilligen oder leichtsinnigen Verfahrensführung – für 

die Parteien kostenlos, weshalb vorliegend keine Kosten erhoben werden. 

Ein Parteikostenersatz wird der obsiegenden Beschwerdegegnerin nicht 

zugesprochen (vgl. Art. 61 lit. g ATSG).

III. Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

- 28 -

4. [Mitteilungen]