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**Case Identifier:** f8586363-c3f5-51d2-899d-6848de2975fe
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-02-25
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 25.02.2025 SK.2024.51
**Docket/Reference:** SK.2024.51
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_SK-2024-51_2025-02-25

## Full Text

Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte (Art. 285 StGB);;Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte (Art. 285 StGB);;Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte (Art. 285 StGB);;Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte (Art. 285 StGB)

Urteil vom 25. Februar 2025 
Strafkammer 

Besetzung 

 

Bundesstrafrichterin Sylvia Frei, Einzelrichterin 

Gerichtsschreiber Tornike Keshelava  

 

Parteien 

 

BUNDESANWALTSCHAFT, vertreten durch Staatsanwäl-

tin des Bundes Nathalie Guth, 

 

und 

 

als Privatklägerschaft: 

 

1. B., c/o Fortuna Rechtsschutz-Versicherungs-Gesell-

schaft AG, 

2. C., vertreten durch Rechtsanwalt Miro Prskalo, 

3. D., vertreten durch Rechtsanwalt Miro Prskalo, 

 

 

gegen 

  A. 

Gegenstand 

 

Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte 

 

  

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

Geschäftsnummer:  SK.2024.51 

- 2 - 

SK.2024.51 

Anträge der Bundesanwaltschaft: 

1. A. sei gemäss berichtigtem Strafbefehl der Bundesanwaltschaft vom 21. Au-

gust 2024 (zum Strafbefehl vom 24. Januar 2024) zu verurteilen und zu bestrafen 

(vgl. Prozessgeschichte, lit. C und H). 

2. Die Kosten des Verfahrens, bestehend aus den Kosten des Vorverfahrens in der 

Höhe von Fr. 1'000.– und den gerichtlich zu bestimmenden Kosten des Haupt-

verfahrens, seien A. aufzuerlegen. 

Anträge der Privatkläger C. und D.: 

1. A. sei der Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte zum Nachteil von 

C. und D., begangen am 3. November 2022, schuldig zu sprechen. 

2. A. sei angemessen zu bestrafen. 

3. A. sei zur Bezahlung der Verfahrenskosten und zu einer gerichtlich festzusetzen-

den Parteientschädigung zu verurteilen. 

Antrag des Beschuldigten A. (sinngemäss): 

A. sei vom Vorwurf der Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte, angeblich 

begangen am 3. November 2022, freizusprechen. 

 

 

  

- 3 - 

SK.2024.51 

Prozessgeschichte: 

A. Am 5. Mai 2022 ging bei der Bundesanwaltschaft eine Strafanzeige der Fortuna 

Rechtsschutz-Versicherungs-Gesellschaft AG gegen A. wegen Gewalt und Dro-

hung gegen Behörden und Beamte (Art. 285 StGB) sowie weiterer Delikte im 

Zusammenhang mit einem Vorfall vom 31. März 2022 am Bahnhof Meilen ein. 

Die mutmasslich geschädigte Person, B., konstituierte sich als Privatkläger im 

Strafpunkt gegen A. 

B. Am 1. Februar 2023 gingen bei der Bundesanwaltschaft zwei weitere Strafanzei-

gen der Fortuna Rechtsschutz-Versicherungs-Gesellschaft AG gegen A. wegen 

Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte und weiterer in Frage kom-

mender Delikte ein. Die Anzeigen bezogen sich auf einen Vorfall, der sich am 

3. November 2022 anlässlich einer Fahrausweiskontrolle im Zug Nr. […] auf der 

Strecke Uetikon – Meilen ereignet hatte. Die mutmasslich geschädigten Perso-

nen, C. und D., konstituierten sich als Privatkläger im Strafpunkt gegen A. 

C. Mit Strafbefehl vom 24. Januar 2024 sprach die Bundesanwaltschaft A. wegen 

Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte zum Nachteil von B., began-

gen am 31. März 2022, sowie zum Nachteil von C. und D., begangen am 3. No-

vember 2022, schuldig und bestrafte ihn, teilweise in Zusatz zum Urteil des Be-

zirksgerichts Lenzburg vom 2. Juni 2022, mit einer Geldstrafe von 90 Tagessät-

zen à Fr. 30.–, bedingt vollziehbar bei einer Probezeit von 3 Jahren, sowie einer 

Verbindungsbusse von Fr. 450.–, bei schuldhaftem Nichtbezahlen derselben er-

satzweise mit einer Freiheitsstrafe von 15 Tagen. Die Bundesanwaltschaft ver-

zichtete auf den Widerruf der mit Urteil des Bezirksgerichts Lenzburg vom 

2. Juni 2022 bedingt ausgesprochenen Geldstrafe von 120 Tagessätzen, verlän-

gerte hingegen die Probezeit um ein Jahr. A. wurden die Verfahrenskosten von 

Fr. 500.– auferlegt. 

D. Am 6. Februar 2024 erhob A. Einsprache gegen den Strafbefehl. 

E. Daraufhin eröffnete die Bundesanwaltschaft am 15. Februar 2024 eine Strafun-

tersuchung gegen A. wegen Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte 

im Zusammenhang mit den Vorfällen vom 31. März 2022 und 3. November 2022 

(Geschäftsnummer SV.22.0598). 

F. Am 28. April 2024 reichte A. bei der Bundesanwaltschaft Strafanzeige gegen D. 

und C. wegen falscher Anschuldigung, Verleumdung, evtl. übler Nachrede ge-

genüber Strafbehörden im Zusammenhang mit dem Vorfall vom 3. Novem-

ber 2022 ein. Zudem erklärte er, sich als Privatkläger im Straf- und Zivilpunkt 

gegen die Beanzeigten am Strafverfahren zu beteiligen. 

G. Am 1. Mai 2024 dehnte die Bundesanwaltschaft die Strafverfolgung auf D. und 

C. wegen falscher Anschuldigung und Verleumdung aus. Am 21. August 2024 

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SK.2024.51 

verfügte sie die Abtrennung der gegen D. und C. geführten Strafuntersuchung 

vom Verfahren SV.22.0598 und deren Weiterführung unter einer separaten Ge-

schäftsnummer. 

H. Nach Abnahme von weiteren für die Beurteilung der Einsprache erforderlichen 

Beweisen im Verfahren SV.22.0598 entschied die Bundesanwaltschaft, materiell 

am Strafbefehl vom 24. Januar 2024 festzuhalten (Art. 355 Abs. 1 und 3 lit. a 

StPO), wobei sie am 21. August 2024 einen redaktionell berichtigten Strafbefehl 

erliess. 

I. Am 9. September 2024 überwies die Bundesanwaltschaft gestützt auf Art. 356 

Abs. 1 StPO den berichtigten Strafbefehl vom 21. August 2024 als Anklageschrift 

dem hiesigen Gericht zwecks Durchführung eines Hauptverfahrens. 

J. Am 25. Februar 2025 fand die Hauptverhandlung in Anwesenheit des Beschul-

digten, des Privatklägers C. sowie dessen und des Privatklägers D. gemeinsa-

men Rechtsvertreters am Sitz des Bundesstrafgerichts statt. Die Bundesanwalt-

schaft und der Privatkläger B. hatten auf eine Teilnahme an der Hauptverhand-

lung verzichtet; der Privatkläger D. war an der Hauptverhandlung krankheitshal-

ber nicht anwesend. Gleichentags eröffnete die Einzelrichterin das Urteil und be-

gründete es mündlich. 

K. Am 5. März 2025 verlangte der Rechtsvertreter der Privatkläger C. und D. die 

schriftliche Begründung des Urteils.  

Die Einzelrichterin erwägt: 

1. Formelles 

1.1 Zuständigkeit 

Die Bundesgerichtsbarkeit ist vorliegend gestützt auf Art. 23 Abs. 1 lit. h StPO 

gegeben.  

Die Kompetenz der Einzelrichterin der Strafkammer des Bundesstrafgerichts 

ergibt sich aus Art. 19 Abs. 2 lit. b StPO i.V.m. Art. 36 Abs. 2 des Bundesgesetzes 

über die Organisation der Strafbehörden des Bundes vom 19. März 2010 

(StBOG; SR 173.71). 

1.2 Gültigkeit des Strafbefehls und der Einsprache 

Hinsichtlich der Gültigkeit des Strafbefehls und der Einsprache, die das Gericht 

vorfrageweise zu prüfen hat (Art. 356 Abs. 2 StPO), ist Folgendes anzumerken: 

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SK.2024.51 

Die Einsprache vom 6. Februar 2024 gegen den Strafbefehl vom 24. Januar 2024 

erfolgte fristgerecht i.S.v. Art. 354 Abs. 1 lit. a StPO. Der von der Bundesanwalt-

schaft am 21. August 2024 erlassene redaktionell berichtigte Strafbefehl ist be-

züglich des Schuldspruchs, der Sanktionen und der Kostenregelung identisch mit 

dem ursprünglichen Strafbefehl. Bei dieser Sachlage erstreckt sich die Einspra-

che vom 6. Februar 2024 auf den berichtigten Strafbefehl vom 21. August 2024 

(vgl. BGE 145 IV 438 E. 1.5.4). 

Im Übrigen geben die Prozessvoraussetzungen keinen Anlass zu Bemerkungen. 

1.3 Eingeschränkte Begründungspflicht 

Gemäss Art. 82 Abs. 1 StPO verzichtet das erstinstanzliche Gericht auf eine 

schriftliche Begründung, wenn es das Urteil mündlich begründet (lit. a) und nicht 

eine Freiheitsstrafe von mehr als zwei Jahren, eine Verwahrung nach Art. 64 

StGB, eine Behandlung nach Art. 59 StGB oder, bei gleichzeitig zu widerrufen-

den bedingten Sanktionen, einen Freiheitsentzug von mehr als zwei Jahren aus-

spricht (lit. b). Gemäss Art. 82 Abs. 2 StPO stellt das Gericht den Parteien nach-

träglich ein begründetes Urteil zu, wenn eine Partei dies innert 10 Tagen nach 

Zustellung des Dispositivs verlangt (lit. a) oder eine Partei ein Rechtsmittel er-

greift (lit. b). Verlangt nur die Privatklägerschaft ein begründetes Urteil oder er-

greift sie allein ein Rechtsmittel, so begründet das Gericht das Urteil nur in dem 

Masse, als dieses sich auf das strafbare Verhalten zum Nachteil der Privatklä-

gerschaft und auf deren Zivilansprüche bezieht (Art. 82 Abs. 3 StPO). 

Vorliegend sind keine Strafen oder Massnahmen i.S.v. Art. 82 Abs. 1 lit. b StPO 

ausgesprochen worden (vgl. Urteilsdispositiv). Das Urteil wurde in der Hauptver-

handlung vom 25. Februar 2025 den anwesenden Parteien eröffnet und durch 

die Einzelrichterin gemäss Art. 82 Abs. 1 lit. a StPO mündlich begründet. Von 

den Parteien haben nur die Privatkläger D. und C. mit Schreiben ihres Rechts-

vertreters vom 5. März 2025 gemäss Art. 82 Abs. 2 lit. a StPO die Zustellung der 

schriftlichen Urteilsbegründung verlangt (SK 2.553.001). Ein Rechtsmittel i.S.v. 

Art. 82 Abs. 2 lit. b StPO wurde von keiner Partei ergriffen. Bei dieser Sachlage 

wird das (inzwischen in Rechtskraft erwachsene) Urteil gemäss Art. 82 Abs. 3 

StPO nur in dem Masse begründet, als es sich auf die angeklagte Tat des Be-

schuldigten zum Nachteil der Privatkläger D. und C. bezieht. 

2. Materielles 

2.1 Anklagevorwurf 

Vorfall vom 3. November 2022 

Die Bundesanwaltschaft wirft dem Beschuldigten den folgenden Sachverhalt vor: 

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SK.2024.51 

Am 3. November 2022 sei der Beschuldigte im Zug Nr. […] auf der Strecke 

Uetikon – Meilen gefahren. Anlässlich der von der SBB-Zugbegleiterin E. durch-

geführten Fahrausweiskontrolle, bei welcher er ein gültiges Ticket habe vorwei-

sen können, habe der Beschuldigte vor Ort sein Generalabonnement verlängern 

wollen. In der Folge sei noch der SBB-Zugbegleiter D. in Begleitung des Auszu-

bildenden C. dazugestossen. Die drei SBB-Zugbegleiter hätten versucht, dem 

Beschuldigten zu erklären, dass es nicht möglich sei, eine Abo-Verlängerung im 

Zug vorzunehmen, und er sich ans Kundenzentrum in Brig wenden solle. Darauf-

hin sei der Beschuldigte wütend geworden und habe erklärt, dass er bereits am 

Schalter gewesen sei und er dort ebenfalls ans Kundenzentrum in Brig verwiesen 

worden sei. Im Verlaufe der Diskussion habe der Beschuldigte ohne weiteren 

Anlass angefangen, die Zugbegleiter zu bedrohen, indem er in ihre Richtung ge-

äussert habe, dass er sie alle kaputt- und totschlagen werde. Verbunden mit der 

verbalen Drohung sei er zunehmend aggressiv immer näher auf die Zugbegleiter 

zugegangen. Aufgrund der als bedrohlich und ausweglos empfundenen Lage 

habe der Zugbegleiter D. die SBB-Transportpolizei angefordert. Als der Beschul-

digte dies mitbekommen habe, habe er versucht, der zwischenzeitlich ebenfalls 

dazugestossenen SBB-Zugbegleiterin F. deren mobiles Kontrollgerät aus der 

Hand zu reissen. Erneut habe er den anwesenden Zugbegleitern dabei Schläge 

angedroht. Er habe den Zugbegleitern gegenüber zudem erklärt, dass er eine 

grosse Menge Drogen in seinem Rucksack habe und er diese nicht kampflos 

aufgeben werde. Beim Aussteigen an der Haltestelle Meilen habe der Beschul-

digte noch heftig gegen die auf dem Perron befindlichen Werbeschilder geschla-

gen und habe sich in unbekannte Richtung entfernt. 

2.2 Standpunkt des Beschuldigten 

Der Beschuldigte bestreitet den Vorwurf (vgl. unten E. 2.4.1.3). 

2.3 Rechtliches 

2.3.1 Drohung gegen Behörden und Beamte 

2.3.1.1 Nach Art. 285 Ziff. 1 StGB wird bestraft, wer eine Behörde, ein Mitglied einer 

Behörde oder einen Beamten durch Gewalt oder Drohung an einer Handlung, 

die innerhalb ihrer Amtsbefugnisse liegt, hindert, zu einer Amtshandlung nötigt 

oder während einer Amtshandlung tätlich angreift. 

2.3.1.2 Geschütztes Rechtsgut von Art. 285 StGB ist das Funktionieren staatlicher Or-

gane. Angriffsobjekt ist nicht der handelnde Beamte, sondern die Amtshandlung 

als solche. Träger der Amtsgewalt, gegen deren Amtshandlungen sich die Tat 

richten muss, sind Beamte und Behörden sämtlicher Gemeinwesen (Bund, Kan-

tone, Bezirke, Kreise, Gemeinden) und deren Körperschaften und Anstalten 

(HEIMGARTNER, Basler Kommentar, 4. Aufl., Basel 2019, vor Art. 285 StGB N. 3). 

Gemäss Art. 285 Ziff. 1 Abs. 2 StGB gelten u.a. auch Angestellte von 

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SK.2024.51 

Unternehmen nach dem Eisenbahngesetz vom 20. Dezember 1957 und dem 

Personenbeförderungsgesetz vom 20. März 2009 als Beamte. 

2.3.1.3 Die Bestimmung stellt mehrere Tatvarianten unter Strafe, u.a. die (vorliegend re-

levante) Hinderung einer Amtshandlung mittels Drohung. Eine Amtshandlung 

hindert, wer den Amtsträger in der Weise behindert, dass die Amtshandlung un-

terbleibt oder ihre Durchführung in nicht unerheblicher Weise verzögert oder er-

schwert wird (Urteile des Bundesgerichts 6B_1262/2021 vom 23. März 2022 E. 2; 

6B_361/2017 vom 2. November 2017 E. 2.3.1). Das Tatmittel der Drohung ent-

spricht nach der Rechtsprechung der Androhung ernstlicher Nachteile gemäss 

dem Tatbestand der Nötigung von Art. 181 StGB. Sie muss demnach wie bei der 

Nötigung schwer genug sein, um eine verständige Person in der Lage des Be-

troffenen gefügig zu machen. Die erforderliche Intensität ist von Fall zu Fall und 

nach objektiven Kriterien festzulegen (Urteile des Bundesgerichts 6B_1262/2021 

vom 23. März 2022 E. 2; 6B_780/2021 vom 16. Dezember 2021 E. 4.1). 

2.3.1.4 Der subjektive Tatbestand verlangt Vorsatz, Eventualvorsatz genügt (Art. 12 

Abs. 1 und 2 StGB). Dem Täter muss bewusst sein, dass es sich bei seinem 

Gegenüber möglicherweise um einen Amtsträger handelt. Zudem muss sich sein 

Vorsatz auch auf die Amtshandlung beziehen, d.h. der Täter muss um das mög-

liche Vorliegen einer Amtshandlung wissen, wobei auch hier Eventualvorsatz 

ausreicht. Die Handlung des Täters muss weiter vom Willen getragen sein, den 

Amtsträger an der Amtshandlung zu hindern (Urteil des Bundesgerichts 

6B_132/2008 vom 13. Mai 2008 E. 3.3; HEIMGARTNER, a.a.O., Art. 285 StGB 

N. 23 sowie Art. 286 StGB N. 15). 

Der Täter muss zudem wissen, dass seine Handlungsweise gewaltsam oder dro-

hend ist (HEIMGARTNER, a.a.O., Art. 285 StGB N. 23). 

2.3.2 Hinderung einer Amtshandlung 

2.3.2.1 Wer eine Behörde, ein Mitglied einer Behörde oder einen Beamten an einer 

Handlung hindert, die innerhalb ihrer Amtsbefugnisse liegt, wird mit Geldstrafe 

bis zu 30 Tagessätzen bestraft (Art. 286 al. 1 StGB). 

2.3.2.2 In Bezug auf das Angriffsobjekt sowie die Amtshandlung wird auf E. 2.3.1.2 f. 

verwiesen. Ergänzend zur Amtshandlung Folgendes: Der Täter hindert die Amts-

handlung i.S.v. Art. 286 StGB, wenn er sie ohne Anwendung von Gewalt oder 

Drohung derart beeinträchtigt, dass sie nicht reibungslos durchgeführt werden 

kann. Das aktive Störverhalten bedarf einer gewissen Intensität (HEIMGARTNER, 

a.a.O., Art. 286 StGB N. 7) 

2.3.2.3 In Bezug auf den subjektiven Tatbestand wird auf E. 2.3.1.4, erster Abschnitt, 

verwiesen. 

  

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SK.2024.51 

2.4 Beweismittel 

2.4.1 Als Beweismittel liegen die Aussagen des Beschuldigten, der Privatkläger D. und 

C. sowie die von der SBB-Transportpolizei eingereichten Videoaufnahmen des 

Vorfalls durch zwei Überwachungskameras im Zug vor. 

2.4.1.1 Aussagen des Privatklägers D. 

D. führte in seinem Wahrnehmungsbericht vom 26. Januar 2023 aus, der Be-

schuldigte habe, während Frau E. sein Billett kontrolliert habe, eine Verlängerung 

seines Generalabonnements verlangt. Er (D.) und der Auszubildende C. seien 

zur Kontrolle dazugestossen. Frau E. habe sie nach der Telefonnummer des 

Kundenzentrums Brig gefragt. Der Beschuldigte sei daraufhin wütend geworden 

und habe ihnen erklärt, dass er bereits am Schalter gewesen und dort ans Kun-

denzentrum in Brig verwiesen worden sei. Unterdessen sei eine unbekannte 

männliche Person hinzugekommen, die dem Beschuldigten das Billett habe zah-

len wollen. Frau E. habe dieser Person gesagt, dass der Beschuldigte ein gülti-

ges Billett habe. Danach habe der Beschuldigte angefangen, sie (die Zugbeglei-

ter) ohne Grund aufs Übelste zu bedrohen. Er habe gesagt, dass er sie kaputt- 

und totschlagen würde. Der Beschuldigte sei ihnen sehr nahegekommen. Er (D.) 

habe sich zutiefst bedroht und eingeschüchtert gefühlt. Er habe Angst gehabt, 

weil die Situation ausweglos erschienen und der Beschuldigte immer aggressiver 

geworden sei. Aus diesem Grund habe er die Transportpolizei angerufen. Als der 

Beschuldigte dies mitbekommen habe, habe er mit Gewalt versucht, ihrer zwi-

schenzeitlich dazugestossenen Kollegin F. das Kontrollgerät aus der Hand zu 

reissen. Er habe ihnen wieder mit Schlägen gedroht. Er habe ihnen auch erzählt, 

dass er Drogen in seinem Rucksack habe und diese nicht kampflos aufgeben 

werde. In Meilen sei der Beschuldigte ausgestiegen und habe am Bahnhof mit 

voller Kraft gegen die Schilder geschlagen (BA 5.2.5). 

In der Einvernahme bei der Bundesanwaltschaft vom 8. August 2024 schilderte 

D. den Tatablauf wie folgt: Er und seine Kollegen hätten im Zug auf der Strecke 

in Richtung Meilen eine Stichkontrolle durchgeführt. Herr C. und er seien unten 

in der ersten Klasse am Kontrollieren gewesen. Er habe gehört, dass eine lautere 

Diskussion zwischen dem Beschuldigten und Frau E. stattgefunden habe. Der 

Beschuldigte sei auf sie zugekommen, er sei etwas angespannt gewesen. Herr 

C. und er hätten noch nicht gewusst, worum es gehe. Sie seien dazu gestossen, 

um abzusichern, wie es üblich sei. Der Beschuldigte habe ihnen die Situation 

erklärt. Es sei um die Zahlung seines Generalabonnements gegangen. Sie hät-

ten ihm erklärt, dass sie «das» im Zug nicht machen könnten, u.a. aus daten-

schutzrechtlichen Gründen. Sie hätten den Beschuldigten auf das Kundencenter 

Brig verwiesen. Plötzlich sei es aus einem nicht nachvollziehbaren Grund «eine 

Aggressionsstufe nach oben» gegangen. Der Beschuldigte sei sehr aggressiv 

gewesen und habe sich aufgebaut. Sie seien so geschult, dass sie in solchen 

Momenten merken würden, hier hätten sie es mit einer Aggression zu tun. Er 

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habe sich in diesem Moment extrem eingeschüchtert gefühlt. Nachher seien die 

berühmten Sätze «Ich schlage euch tot und kaputt» gefallen. Der Beschuldigte 

habe ihnen mit körperlicher Gewalt gedroht, das heisse bei der SBB, sofort ein 

Anruf bei der SBB-Transportpolizei. Sie hätten auch nicht gewusst, was sich im 

Rucksack des Beschuldigten befinde, es hätte alles darin sein können. In diesem 

Moment habe er die Transportpolizei angerufen. Unterdessen sei Frau F. gekom-

men und habe versucht, den Beschuldigten zu beruhigen. Danach sei es zum 

Griff des Beschuldigten nach dem mobilen Kontrollgerät von Frau F. gekommen. 

Sie seien kurz vor Meilen gewesen und er (D.) sei am Telefonieren mit der Trans-

portpolizei gewesen. Er sei sehr eingeschüchtert gewesen und habe gezittert. 

Der Beschuldigte habe gesagt, er werde seinen Rucksack nicht kampflos aufge-

ben, was ihnen herzlich egal gewesen sei. In der Zwischenzeit habe sich ein 

Kunde eingemischt, der dem Beschuldigten das Billett habe zahlen wollen. Er 

(D.) habe diesem Kunden erklärt, dass es nicht darum gehe. Als sie in Meilen 

angekommen seien, sei der Beschuldigte, der sehr wütend gewesen sei, ausge-

stiegen, habe auf die Werbetafeln geschlagen und sei davongelaufen (BA 

13.2.10 f.). Bezüglich des Vorwurfs des versuchten Wegreissens des mobilen 

Kontrollgeräts der Zugbegleiterin F. wurde D. eine Videosequenz vorgehalten, 

auf der zu sehen ist, wie sich die Zugbegleiter vom Beschuldigten wegbewegen 

und dieser ihnen von hinten folgt. D. führte dazu aus, Frau F. sei bei ihm gestan-

den, er sei unten bei der Treppe gestanden. Er glaube sich zu erinnern, dass der 

Beschuldigte mit der rechten Hand nach dem Handgelenk von Frau F. gegriffen 

habe; es habe zu 100 % eine Berührung «von Haut zu Haut» stattgefunden. Für 

die Zugbegleiter sei es eine ultimative Stresssituation, wenn der Beschuldigte mit 

der ausgestreckten Hand auf sie zukomme. Er habe in diesem Moment nicht 

gewusst, dass der Beschuldigte «nur» das Kontrollgerät von Frau F. greifen 

wollte (BA 13.2.12). Auf Vorhalt einer anderen Videosequenz, auf der zu sehen 

ist, wie der Beschuldigte seinen Rucksack vom Rücken nimmt, diesen öffnet und 

nach ca. 15 Sekunden wieder anzieht, sagte D. aus, er wisse nicht, weshalb der 

Beschuldigte seinen Rucksack geöffnet und ihnen gezeigt habe. Er könne nur 

sagen, dass wenn jemand in einer solchen Rage sei und einen Rucksack öffne, 

wisse man nicht, was diese Person rausholen wolle. Sie hätten oft solche Fälle 

auch mit Waffen. Er wisse nicht, ob der Beschuldigte ihnen zeigen wollte, dass 

er nichts habe. Auf Frage, ob der Beschuldigte dabei etwas gesagt habe, gab D. 

an, er habe einfach gesagt, er habe den Rucksack voller Gras (BA 13.2.12 f.). 

Dazu befragt, ob der Vorfall Nachwirkungen auf ihn gehabt habe, sagte D. aus, 

er habe 3 – 4 Tage nach dem Vorfall nicht gut geschlafen. Es beschäftige einen 

auch 2 Jahre nach dem Vorfall noch, vor allem, wenn man auf derselben Strecke 

unterwegs sei (BA 13.2.13). An einer anderen Stelle sagte er dazu von sich aus, 

es sei ihm wichtig zu sagen, der Vorfall habe für ihn Nachwirkungen gehabt, we-

gen seiner Angst. Es habe für ihn einen Stein ins Rollen gebracht, so dass er 

sich beruflich umorientieren werde. Er wolle zwar weiterhin bei der SBB arbeiten, 

aber nicht mehr im Zug (BA 13.2.11). Auf Frage, ob er durch das Verhalten des 

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Beschuldigten an der Ausübung seiner beruflichen Tätigkeit, namentlich der ord-

nungsgemässen Durchführung weiterer Ticketkontrollen im Zug, gehindert wor-

den sei, führte D. aus, ja, weil sie in so einer Situation zuerst ein Debriefing ma-

chen würden, um aufzuarbeiten, was passiert sei. Sie hätten im Zug nicht mehr 

weiterkontrolliert. Sie seien danach, ca. 45 Minuten nach dem Vorfall, ins Depot 

gefahren, um Meldungen zu schreiben. Er wisse nicht mehr, wo das Ende der 

Kontrollstrecke geplant gewesen sei, es sei aber nicht in Meilen gewesen (BA 

13.2.13 f.). 

2.4.1.2 Aussagen des Privatklägers C. 

C. hielt in seinem Wahrnehmungsbericht vom 23. November 2022 fest, der Be-

schuldigte habe mit Frau E. bezüglich seines Generalabonnements diskutiert, als 

er dazugestossen sei. Sie hätten dem Beschuldigten erklären wollen, dass sie 

ihm bei dieser Angelegenheit im Zug nicht helfen könnten. Der Beschuldigte habe 

sich als Opfer des Systems bezeichnet. Plötzlich habe er sie angeschrien: «Ich 

schlage euch tot, ihr wisst sowieso nichts.» Nachdem der Beschuldigte sie be-

droht habe, habe sein Berufsbildner D. dem Beschuldigten gesagt, dass er jetzt 

die Polizei anrufen werde, was dem Beschuldigten offensichtlich nicht gepasst 

habe. Er (C.) habe Angst gehabt, dass der Beschuldigte ihn angreifen und ver-

letzen würde. Er sei sehr nahe beim Beschuldigten gestanden. Danach habe der 

Beschuldigte über seinen Rucksack geredet und ihnen den Inhalt gezeigt; er 

wisse nicht, warum. Als der Beschuldigte in Meilen ausgestiegen sei, sei er froh 

gewesen, dass der Beschuldigte seine Wut an einer Werbeanzeige, auf die er 

eingeschlagen habe, ausgelassen habe und nicht an ihm (BA 5.2.11). 

In der Einvernahme bei der Bundesanwaltschaft vom 8. August 2024 führte C. 

auf Vorhalt seiner Aussagen im Wahrnehmungsbericht vom 23. November 2022 

aus, er habe Angst gehabt und sei wie eingefroren gewesen; er habe nicht ge-

wusst, wie zu reagieren sei. Nach dem Satz des Beschuldigten «Ich schlage euch 

tot» habe er sich gedacht, «Was mache ich hier?». Er sei dann froh gewesen, 

als Herr D. gesagt habe, sie würden bedroht und würden deshalb die Transport-

polizei anrufen. Er habe nur darauf gewartet, dass sie oder der Beschuldigte wür-

den aussteigen können (BA 13.3.10). Den Tatablauf schilderte C. wie folgt: Als 

sie zur Kontrolle dazugestossen seien, sei es schon ein bisschen lauter als üblich 

gewesen. Er sei acht Monate in der Ausbildung gewesen und habe so etwas 

noch nie erlebt. Er habe eine Stimme gehört, die immer lauter geworden sei. Er 

habe dann gesehen, dass der Beschuldigte versucht habe, Frau F. das Kontroll-

gerät wegzunehmen. Er habe aber nicht genau gesehen, wie der Beschuldigte 

das Kontrollgerät mit der Hand wegnehmen wollte. Als der Beschuldigte den 

Rucksack geöffnet und gesagt habe «Ich gebe das nicht kampflos her», sei er 

(C.) verwirrt gewesen und habe nicht gewusst, warum er ihnen das gesagt habe. 

Dann sei der Satz «Ich schlage euch tot» gefallen. Daraufhin habe Herr D. die 

Transportpolizei angerufen. Der Beschuldigte habe dann auf die Werbetafel ge-

schlagen und er sei sehr froh gewesen, dass der Beschuldigte weg gewesen und 

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der Zug abgefahren sei (BA 13.3.10 f.). Die Frage, ob er vom Beschuldigten ne-

ben der Äusserung «Ich schlage euch tot» anderweitig bedroht worden sei, ver-

neinte C. Auf Frage, inwiefern sich der Beschuldigte den anderen Zugbegleitern 

gegenüber aggressiv verhalten habe, sagte C. aus, es sei einfach die Haltung 

und die laute und aggressive Stimme des Beschuldigten gewesen. Es sei auf 

alles ausgerichtet gewesen. Man habe nicht gewusst, wo er sich umdrehen und 

wen er anschreien würde. Im Weiteren wurde C. die oben erwähnte Videose-

quenz vorgehalten, auf der zu sehen ist, wie sich die Zugbegleiter vom Beschul-

digten wegbewegen und dieser ihnen von hinten folgt. Auf Frage, weshalb der 

Beschuldigte ihnen gefolgt sei, gab C. an, definitiv, um das Handy (d.h. das mo-

bile Kontrollgerät der Zugbegleiterin F.) wegzunehmen. Auf Nachfrage führte C. 

aus, er habe gesehen, dass der Beschuldigte mit der Hand zum Handy gegangen 

sei; dann habe sich Frau F. umgedreht und er habe es nicht mehr gesehen (BA 

13.3.11). Auf Frage, wie er sich während des Vorfalls gefühlt habe, sagte C. aus, 

er habe Angst gehabt, weil er nicht gewusst habe, was jetzt passieren werde. Er 

habe die Situation nicht verstanden. Es habe auch wenig Platz gegeben bzw. der 

Beschuldigte sei sehr nahe gewesen. Auf Frage, ob der Vorfall Nachwirkungen 

auf ihn gehabt habe, gab C. an, es habe ihn noch drei Tage lang beschäftigt. Das 

Arbeiten sei nicht mehr wie vorher gewesen, wenn er in den Zug eingestiegen 

sei, um den Regionalverkehr zu kontrollieren. Auf Frage, ob er durch das Verhal-

ten des Beschuldigten an der Ausübung seiner beruflichen Tätigkeit, namentlich 

der ordnungsgemässen Durchführung weiterer Ticketkontrollen im Zug, gehin-

dert worden sei, gab C. an, er habe keine Kontrolle mehr durchführen können, 

obwohl solche geplant gewesen wäre (BA 13.3.12 f.). 

2.4.1.3 Aussagen des Beschuldigten 

In der Einvernahme bei der Bundesanwaltschaft vom 8. August 2024 sagte der 

Beschuldigte aus, die Anschuldigungen der Privatkläger seien frei erfunden. Er 

sei körperlich nicht sehr gross, die Zugbegleiter seien zu fünft gewesen. Er sei 

keine Person, die anderen den Tod androhen würde. Auf der Videoaufnahme 

sehe man, dass er die Zugbelgleiter nicht körperlich bedrohe; man sehe auch 

nicht, dass sie eingeschüchtert wären (BA 13.1.18). Zum Ablauf des Vorfalls äus-

serte sich der Beschuldigte wie folgt: Er sei in Männedorf eingestiegen und nach 

einiger Zeit sei Frau E. gekommen, um sein Billett zu kontrollieren. Sie hätten 

darüber gesprochen, dass sein Generalabonnement immer wieder fälschlicher-

weise gesperrt werde und ihm weder am Schalter noch im Kundencenter Brig 

weitergeholfen werde. Er habe die Kontrolleurin gefragt, ob sie ihm nicht damit 

helfen könne. Als die Herren C. und D. dazugestossen seien, sei er eventuell ein 

bisschen lauter geworden. Etwas später sei auch der hilfsbereite Herr dazuge-

kommen, der am Vorbeilaufen gewesen sei. Die Zugbegleiter hätten ihm (dem 

Beschuldigten) gesagt, sie könnten bezüglich seines Problems nichts machen. 

Man werde immer an eine andere Stelle weitergeleitet, niemand wolle das Prob-

lem lösen. 40 Sekunden, bevor Herr D. die Transportpolizei angerufen habe, 

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SK.2024.51 

habe er (der Beschuldigte) noch mit Frau E. gesprochen, während Herr D. dem 

hilfsbereiten Herrn gesagt habe, er solle gehen. Es habe aus seiner Sicht keinen 

Grund dafür gegeben, dass Herr D. die Transportpolizei angerufen habe. Er habe 

nur gesagt, jemand solle endlich die Verantwortung übernehmen. Er habe Frau 

E. zudem gesagt, sie solle versuchen, das Kundencenter Brig anzurufen. Sie 

habe gemeint, sie könne das nicht und sei nicht zuständig. Sie habe ihn angelo-

gen, er wisse, dass sie dort anrufen könne. Er sei schockiert gewesen, dass sie 

die Transportpolizei angerufen hätten. Er sei zu Herrn D. gegangen und habe 

ihm gesagt, es gebe keinen Grund dazu. Dann sei ihm ein Licht aufgegangen. 

Da er gerne Gras rauche, habe er gedacht, sie würden deswegen die Transport-

polizei anrufen. Er habe ihnen gesagt, er stinke vielleicht ein bisschen nach Gras, 

aber er habe bestimmt keinen Rucksack voller Drogen. Es habe aus seiner Sicht, 

abgesehen vom leichten Grasgeruch, keinen Grund gegeben, die Transportpoli-

zei anzurufen. Der einzige Grund sei der Verdacht gewesen, dass er Gras im 

Rucksack habe. Das sei seine Logik in diesem Moment gewesen. Er habe den 

Rucksack aufgemacht und gezeigt, dass er dort seinen Laptop und eine Wasser-

flasche habe. Das habe er gemacht, als er gesehen habe, was diese Gruppe für 

ein Konfliktpotenzial biete. Alle hätten gegen ihn agiert, er sei in der Defensive 

gewesen (BA 13.1.18 f.). Auf entsprechende Fragen verneinte der Beschuldigte, 

den Privatklägern C. und D. sowie den weiteren Zugbegleitern gedroht zu haben, 

sie alle kaputt- und totzuschlagen, oder sonstige Drohungen ausgesprochen zu 

haben. Er glaube, er habe in seinem Leben niemals jemandem gedroht. Er gehe 

Konflikten aus dem Weg. Er habe lediglich die Kompetenz der Zugbegleiter und 

ihre Hilfsbereitschaft in Frage gestellt. Dazu befragt, weshalb die Privatkläger ihn 

falsch beschuldigen sollten, gab der Beschuldigte an, Herr D. habe vorschnell 

reagiert, indem er die Transportpolizei angerufen habe. Wenn man die Polizei 

anrufe, müsse man auch einen Bericht schreiben. Herr C. würde ihn auf Anwei-

sung von Herrn D. beschuldigen und habe wahrscheinlich die Situation falsch 

aufgenommen (BA 13.1.20 f.). Weiter bestritt der Beschuldigte, versucht zu ha-

ben, der Zugbegleiterin F. das mobile Kontrollgerät aus der Hand zu reissen. Es 

habe keinen Grund gegeben, warum er dies hätte machen sollen. Auf Vorhalt der 

Videosequenz, auf der zu sehen ist, wie sich die Zugbegleiter vom Beschuldigten 

wegbewegen und dieser ihnen von hinten folgt, führte der Beschuldigte aus, ret-

rospektiv sei er zu nah an Frau F. und den Mann ihr gegenüber gegangen. Aber 

man sehe auf der Videoaufnahme, dass sein Arm angelehnt sei. Er sei eventuell 

etwas aufgewühlt gewesen. Er habe Herrn D. gesagt, es gebe keinen Grund, die 

Transportpolizei anzurufen, und er solle endlich auflegen. In diesem Moment sei 

bei ihm ein Licht aufgegangen, dass der Grund für den Anruf an die Transport-

polizei der Grasgeruch sein könnte (BA 13.1.22). Weiter sagte der Beschuldigte 

aus, es tue ihm leid, wenn die Privatkläger D. und C. sich aufgrund seines Ver-

haltens eingeschüchtert gefühlt und Angst gehabt hätten. Er habe das nicht be-

wirken wollen. Er habe sich auch bedroht gefühlt, insbesondere durch die Reak-

tion von Herrn D. und Herrn C. Die Gruppe als Ganzes habe auf ihn bedrohend 

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SK.2024.51 

gewirkt, wie ein Rudel. Er habe sich verteidigen wollen. Er mache keinen Kampf-

sport, «prügle» sich nicht und habe niemandem gedroht (BA 13.1.23). 

In der Hauptverhandlung wiederholte der Beschuldigte auf Vorhalt des Anklage-

vorwurfs, es seien haltlose Anschuldigungen. Er habe in seinem ganzen Leben 

noch nie eine Todesdrohung ausgesprochen (SK 2.731.005).  

2.4.1.4 Videoaufnahmen 

Die bei den Akten liegenden Videoaufnahmen (BA 5.2.13) sind ohne Ton; sie 

zeigen den Vorfall vom 3. November 2022 aus zwei verschieden Perspektiven. 

Auf den Videoaufnahmen ist Folgendes zu sehen: 

Um 09:26:45 Uhr steigt der Beschuldigte in den doppelstöckigen Zug ein und hält 

sich in der Folge auf der Einstiegsplattform im Zwischenstock in der Ecke auf. 

Um 09:28:10 Uhr tritt die Zugbegleiterin E. an ihn heran und kontrolliert den Fahr-

ausweis. Der Beschuldigte spricht zu ihr. Ab ca. 09:28:42 Uhr stossen die Zug-

begleiter D. und C., vom unteren Stock kommend, dazu. Der Beschuldigte tritt 

ihnen ein-zwei Schritte entgegen und spricht in der Folge zu den drei Zugbeglei-

tern. Ab ca. 09:29:26 Uhr stossen die Zugbegleiterin F. und ein weiterer Zugbe-

gleiter (fortan: der fünfte Zugbegleiter), vom oberen Stock kommend, dazu. F. 

bleibt vor der Treppe zum oberen Stock stehen, der fünfte Zugbegleiter hält sich 

vor der Treppe zum unteren Stock auf; die beiden beteiligen sich vorerst nicht 

am Gespräch. Um ca. 09:30:15 Uhr stösst ein weiterer Mann (der «hilfsbereite 

Herr» gemäss dem Beschuldigten; fortan: die unbekannte Drittperson), der mut-

masslich am Vorbeigehen war, dazu. Er beteiligt sich kurz am Gespräch und 

bleibt auf der Einstiegsplattform stehen. Um ca. 09:31:30 Uhr begibt sich D., 

nachdem er dem Beschuldigten etwas gesagt hat, mit dem Mobiltelefon am Ohr 

zum unteren Stock. F. begibt sich ebenfalls in Richtung des unteren Stocks, sie 

bleibt vor der Treppe neben dem fünften Zugbegleiter stehen. Der Beschuldigte 

eilt ihr nach und tritt an sie seitlich von hinten unmittelbar heran. Sie dreht sich 

um, es kommt zu einem Wortwechsel zwischen ihr und dem Beschuldigten. C. 

steht während dem vor der Treppe zum oberen Stock und beobachtet das Ge-

schehen mit dem Beschuldigten und F. von hinten von der Seite. Unterdessen 

(um ca. 09:31:50 Uhr) kommt vom oberen Stock ein weiterer Mann auf die Ein-

stiegsplattform. Es findet ein kurzer Wortwechsel zwischen diesem Mann und der 

erwähnten unbekannten Drittperson statt, worauf (um ca. 09:32:02 Uhr) sich der 

Erstgenannte wieder zum oberen Stock begibt. Der Beschuldigte diskutiert wäh-

renddessen weiter mit F. und C. Er nimmt seinen Rucksack vom Rücken, öffnet 

diesen und zeigt ihn F. und C. Danach schliesst er den Rucksack und zieht ihn 

wieder an. Anschliessend bewegt er sich weg von den Zugbegleitern zur Zugtür 

und spricht kurz mit der erwähnten unbekannten Drittperson. Danach spricht er 

noch einmal während ca. 5 – 6 Sekunden mit F. von einer Distanz von ca. 2 Me-

tern. Um 09:30:00 öffnet sich die Zugtür und der Beschuldigte steigt aus. 

  

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2.4.2 Beweis- und rechtliche Würdigung 

2.4.2.1 Der Anklagesachverhalt ist mit Ausnahme der im Folgenden zu thematisierenden 

Punkte unbestritten und erstellt. Der Beschuldigte bestreitet, den Zugbegleitern 

D. und C. Schläge angedroht resp. ihnen gesagt zu haben, er werde sie kaputt- 

und totschlagen. Weiter bestreitet er, versucht zu haben, der Zugbegleiterin F. 

deren mobiles Kontrollgerät aus der Hand zu reissen. Schliesslich bestreitet er, 

den Zugbegleitern gesagt zu haben, er habe Drogen in seinem Rucksack und 

werde diese nicht kampflos aufgeben. 

2.4.2.2 Was der Beschuldigte in Bezug auf den Inhalt des Rucksacks gesagt hat, ist für 

die Beurteilung des Anklagevorwurfs belanglos. Die in der Anklageschrift er-

wähnte Äusserung stellt offensichtlich keine Drohung dar. Die fragliche Äusse-

rung wurde auch von den Privatklägern D. und C. nicht als Drohung wahrgenom-

men. Dies geht klar aus ihren Aussagen hervor. 

2.4.2.3 In Bezug auf den Vorwurf, der Beschuldigte habe versucht, der Zugbegleiterin F. 

ihr mobiles Kontrollgerät aus der Hand zu reissen, ergibt sich das Folgende: 

Die Videoaufnahmen sind diesbezüglich nicht ergiebig. Auf einer Videoaufnahme 

sind F. und der Beschuldigte während der fraglichen Szene von hinten zu sehen, 

auf der anderen Videoaufnahme befindet sich F. ausserhalb des Bilds. Ein (ver-

suchtes) Greifen des Beschuldigten nach dem Mobilgerät von F. ist auf den Vi-

deoaufnahmen nicht erkennbar. Aussagen von F. liegen nicht vor. C. sagte zwar 

aus, dass der Beschuldigte mit der Hand zum Mobilgerät gegangen sein soll. Aus 

seinen Aussagen geht aber auch hervor, dass er die Szene nicht vollständig be-

obachten konnte. Gemäss Aussagen von D. soll der Beschuldigte mit der rechten 

Hand nach der Hand von F. gegriffen haben, es habe «zu 100 %» eine Berührung 

stattgefunden; er sei in diesem Moment neben ihr gestanden. D. war während 

der fraglichen Szene am Telefonieren mit der Transportpolizei. Es lässt sich nicht 

ausschliessen, dass er in der Stresssituation, in der er sich gemäss eigenen Aus-

sagen befand, das Geschehnis, das sich in Sekundenschnelle abgespielt hat, 

nicht richtig erfasste. Es ist möglich, dass der Beschuldigte F. an der Hand be-

rührt hat, um sie auf sich aufmerksam zu machen, ohne die Absicht zu haben, 

ihr das Mobilgerät aus der Hand zu reissen. Hierfür spricht auch der Umstand, 

dass er, nachdem sich F. umgedreht hat, keine Anstalten gemacht hat, das Mo-

bilgerät zu behändigen. Dies ist auf den Videoaufnahmen ersichtlich. Bei der ge-

gebenen Beweislage ist der Anklagesachverhalt in diesem Punkt nicht rechtsge-

nügend erstellt. 

2.4.2.4 Hinsichtlich des Vorwurfs, der Beschuldigte habe den Zugbegleitern D. und C. 

angedroht, sie kaputt- und totzuschlagen, ist Folgendes festzuhalten:  

Bei den Billetkontrolleuren handelt es sich um exponierte Amtsträger, die ge-

schult sind im Umgang mit renitenten Personen. Dementsprechend sind die 

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SK.2024.51 

Anforderungen an die Intensität der Drohung bei dieser Kategorie von Beamten 

relativ hoch (HEIMGARTNER, a.a.O., Art. 285 StGB N. 11). Im vorliegenden Fall 

stand der Beschuldigte fünf Zugbegleitern (drei männlichen und zwei weiblichen 

Personen) gegenüber. Er ist von durchschnittlicher Statur. Auf den Videoaufnah-

men ist ein physisch aggressives Verhalten seinerseits nicht erkennbar. Konkrete 

Anhaltspunkte, dass er eine Waffe oder andere gefährliche Gegenstände bei sich 

hatte, lagen nicht vor. In der gegebenen Konstellation war eine allfällige Drohung, 

die anwesenden Zugbegleiter kaputt- bzw. totzuschlagen nicht geeignet, einen 

verständigen Menschen mit einigermassen normaler psychischer Belastbarkeit 

gefügig zu machen. Betrachtet man im Weiteren die Körpersprache und die Mi-

mik der fünf Zugbegleiter auf den Videoaufnahmen, erweckt es nicht den An-

schein, dass sie angespannt oder erschreckt sind. Die Zugbegleiterin F. zum Bei-

spiel beschäftigt sich mit ihrem Mobilgerät und schaut zwischendurch kurz auf. 

Dies lässt nicht auf eine Verängstigung schliessen. Der Privatkläger D. dreht sich, 

als er im Begriff ist, die Transportpolizei anzurufen, mit dem Rücken zum Be-

schuldigten und bewegt sich normalen Schrittes von ihm weg. Für eine Person, 

die sich fürchtet, geschlagen zu werden, bzw. sich ernsthaft bedroht fühlt, ist ein 

solches Verhalten untypisch. Unter den dargelegten konkreten Umständen sind 

die inkriminierten Äusserungen nicht als Drohung i.S.v. Art. 285 StGB zu qualifi-

zieren. Es kann daher offenbleiben, ob der Beschuldige die fraglichen Äusserun-

gen tatsächlich getätigt hat. 

2.4.2.5 Nach dem Gesagten erfüllt das zur Diskussion stehende Verhalten des Beschul-

digten den Tatbestand der Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte 

nicht. 

2.4.2.6 Der Anklagesachverhalt lässt sich im Übrigen auch nicht unter den Tatbestand 

der Hinderung einer Amtshandlung subsumieren. Gemäss Anklage sollen die 

Zugbegleiter namentlich durch die inkriminierten Drohungen des Beschuldigten 

und das versuchte Wegreissen des mobilen Kontrollgeräts der Zugbegleiterin F. 

an der Ausübung ihrer beruflichen Pflichten gehindert worden sein. Nachdem 

diese Elemente nicht erstellt sind, ist nicht ersichtlich, auf welche Weise der Be-

schuldigte sonst die Beamten an der Ausübung ihrer Amtsbefugnisse gehindert 

haben soll.  

2.4.3 Fazit 

Der Beschuldigte ist vom Vorwurf der Gewalt und Drohung gegen Behörden und 

Beamte im Zusammenhang mit dem Vorfall vom 3. November 2022 freizuspre-

chen. 

  

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SK.2024.51 

Die Einzelrichterin erkennt: 

1. A. wird schuldig gesprochen der Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte 

(Art. 285 Ziff. 1 StGB), begangen am 31. März 2022. 

2. In Bezug auf den Vorfall vom 3. November 2022 wird A. vom Vorwurf der Gewalt und 

Drohung gegen Behörden und Beamte freigesprochen. 

3. A. wird in Zusatz zum Urteil des Bezirksgerichts Lenzburg vom 2. Juni 2022 bestraft 

mit einer Geldstrafe von 20 Tagessätzen à Fr. 30.–, bedingt vollziehbar bei einer Pro-

bezeit von 2 Jahren. 

4. Die Verfahrenskosten betragen Fr. 2'000.– (bestehend aus den Gebühren für das 

Vor- und das Hauptverfahren von je Fr. 1'000.–). Hiervon werden A. Fr. 1'000.– auf-

erlegt. 

Wird seitens von A. keine schriftliche Begründung des Urteils veranlasst, so reduzie-

ren sich die von ihm zu tragenden Verfahrenskosten auf Fr. 750.–. 

5. Es werden keine Entschädigungen zugesprochen. 

Dieses Urteil wird in der Hauptverhandlung eröffnet und durch die Einzelrichterin mündlich 

begründet. Den anwesenden Parteien wird das Urteilsdispositiv ausgehändigt, den nicht 

anwesenden Parteien wird es schriftlich zugestellt.  

Im Namen der Strafkammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

 

 

Die Einzelrichterin  Der Gerichtsschreiber 

 

 

 
  

- 17 - 

SK.2024.51 

Zustellung an: 

− Bundesanwaltschaft, Staatsanwältin des Bundes Nathalie Guth 

− Rechtsanwalt Miro Prskalo 

− A.  

 
 
Mitteilung an: 

− Bundesanwaltschaft, Urteilsvollzug 

 

 

Hinweis: Das Urteil ist rechtskräftig (Art. 437 Abs. 1 lit. a StPO). 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Versand: 10. Dezember 2025