# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 39e6fc95-02a2-566f-adff-ed871369baf5
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2007-05-04
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 04.05.2007 E-3018/2007
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-3018-2007_2007-05-04.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-3018/2007
tem/bas/scb
{T 0/2}

Urteil vom 4. Mai 2007

Mitwirkung: Richterin Teuscher, Richter Gysi, Richter König, 
Gerichtsschreiber Bähler

D_______, geboren _______, Nigeria,
alias E_______, geboren _______, Sudan,
BFM Empfangs- und Verfahrenszentrum, Freiburgstrasse 50, 4057 Basel,
vertreten durch J________,

Beschwerdeführerin

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern-Wabern,
Vorinstanz

betreffend

Verfügung vom 24. April 2007 i.S. Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung 
/ N _______

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

2

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass die Beschwerdeführerin eigenen Angaben zufolge ihren Heimatstaat im Jahr 2001 
verliess und in Deutschland ein Asylgesuch stellte,  in welchem sie aus Angst  andere 
Ausreisegründe angegeben habe als im vorliegenden Verfahren,

dass sie am 2. März 2007 nach einem dreimonatigen Aufenthalt in Mailand mit dem Zug 
zurück nach Deutschland reisen wollte und ihr die deutschen Grenzpolizeibehörden die 
Wiedereinreise verweigerten,

dass sie am 5. März 2007 in der Schweiz um Asyl ersuchte,

dass  das  BFM  am  8.  März  2007  im  Empfangs-  und  Verfahrenszentrum  Basel  eine 
summarische Befragung und am 10. sowie 20. April 2007 eine Anhörung zu den Asyl-
gründen durchführte,

dass die Beschwerdeführerin im Wesentlichen geltend machte, in ihrem Heimatstaat Ni-
geria des Mordes an ihrem Freund beschuldigt worden zu sein und mehrere Monate in 
Polizeihaft verbracht zu haben, wo sie von den Polizisten missbraucht worden sei,

dass ihr eine Frau geholfen habe, zu fliehen, und dass sie von den Behörden als Mörde-
rin gesucht werde,

dass  die  deutschen  Behörden  dem BFM Kopien  der  Akten zu Verfügung  stellte,  aus 
welchen hervorging, dass die Beschwerdeführerin sich seit dem Jahr 1999 in Deutsch-
land aufgehalten und am 13. Februar 2001 ein Asylgesuch gestellt  hatte, welches am 
22. Januar 2002 abgelehnt wurde,

dass sich die Beschwerdeführerin im deutschen Asylverfahren als Sudanesin ausgab, 
eine Sprachanalyse jedoch ergab, dass sie mit Sicherheit aus Nigeria stammen würde,

dass das BFM mit Verfügung vom 24. April 2007 - gleichentags eröffnet - in Anwendung 
von Art. 32 Abs. 2 Bst. f  des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf 
dieses Asylgesuch nicht eintrat und die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug 
anordnete,

dass die Beschwerdeführerin mit  Eingabe vom 28.  April  2007 (Poststempel:  29.  April 
2007) gegen diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhob und 
dabei sinngemäss beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben,

dass die vorinstanzlichen Akten am 2. Mai 2007 beim Bundesverwaltungsgericht eintra-
fen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

und zieht in Erwägung,

dass das  Bundesverwaltungsgericht  endgültig  über  Beschwerden  gegen  Verfügungen 
(Art.  5  des Bundesgesetzes  vom 20.  Dezember  1968 über das Verwaltungsverfahren 
[VwVG, SR 172.021]) des BFM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31 - 34 des Bun-

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desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesverwaltungsgericht [VGG, SR 173.32]; 
Art. 83 Bst.  d Ziff.  1  des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht 
[BGG, SR 173.110]),

dass die Beschwerdeführerin legitimiert ist, weshalb auf die frist- und formgerecht einge-
reichte Beschwerde einzutreten ist  (Art.  108a AsylG sowie Art. 6 AsylG i.V.m. Art.  48 
und 52 VwVG), 

dass  mit  Beschwerde  an  das  Bundesverwaltungsgericht  die  Verletzung  von  Bundes-
recht,  die  unrichtige  oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachver-
halts und die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

dass die Beurteilung von Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide praxisgemäss 
auf die Überprüfung der Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu Recht auf das Asyl-
gesuch nicht eingetreten ist,

dass die Beurteilungszuständigkeit der Beschwerdeinstanz somit darauf beschränkt ist, 
bei  Begründetheit  des Rechtsmittels  die angefochtene Verfügung aufzuheben und die 
Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückgehen zu lassen (vgl. die zutref-
fende Praxis in  Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskom-
mission  /  EMARK 2004  Nr.  34,  Erw.  2.1.,  S.  240 f.),  weshalb  auf  das  Begehren  um 
Anerkennung als Flüchtling nicht einzutreten ist,

dass die Vorinstanz  demgegenüber  die Frage der Wegweisung sowie deren Vollzugs 
materiell geprüft hat, weshalb dem Bundesverwaltungsgericht einzig diesbezüglich volle 
Kognition zukommt,

dass die vorliegende Beschwerde - wie sich aus den nachstehenden Erwägungen ergibt 
- offensichtlich unbegründet ist, weshalb auf einen Schriftenwechsel verzichtet werden 
kann  und  der  Beschwerdeentscheid  lediglich  summarisch  zu  begründen  ist  (Art.  111 
Abs. 1 und 3 AsylG; vereinfachtes Verfahren),

dass auf ein Asylgesuch nicht eingetreten wird, wenn Asylsuchende in einem Staat der 
Europäischen Union (EU) oder des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) einen ableh-
nenden Asylentscheid erhalten haben (Art. 32 Abs. 2 Bst. f AsylG),

dass diese Bestimmung keine Anwendung findet, wenn die Anhörung Hinweise auf zwi-
schenzeitlich  eingetretene  Ereignisse  ergibt,  die  geeignet  sind,  die  Flüchtlingseigen-
schaft  zu begründen oder die für die Gewährung vorübergehenden Schutzes relevant 
sind (Art. 32 Abs. 2 Bst. f AsylG),

dass sich die Vorbringen der Beschwerdeführerin ausschliesslich auf die Zeit  vor dem 
Asylverfahren in  Deutschland  beziehen und somit  damals  hätten  vorgebracht  werden 
können,

dass dabei unbeachtlich ist, dass die Beschwerdeführerin damals unter einer falschen 
Identität auftrat, da sie aus der Verletzung ihrer Mitwirkungspflicht gegenüber den deut-
schen Asylbehörden im schweizerischen Asylverfahren keine Vorteile ableiten kann,

dass gemäss  EMARK 2006 Nr. 33 E. 6 S. 368 ff. ausnahmsweise auf das Asylgesuch 
einzutreten ist, wenn die asylsuchende Person offensichtlich Flüchtling im Sinne von Art. 
3 AsylG ist, was vorliegend angesichts der von der Vorinstanz zutreffend aufgezeigten 
Widersprüche und Ungereimtheiten in den Ausführungen der Beschwerdeführerin aus-
geschlossen werden kann,

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dass das BFM demnach in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. f AsylG zu Recht auf das 
Asylgesuch der Beschwerdeführerin nicht eingetreten ist,

dass  das  Nichteintreten  auf  ein  Asylgesuch  in  der  Regel  die  Wegweisung  aus  der 
Schweiz zur Folge hat, vorliegend die Beschwerdeführerin weder eine Aufenthaltsbewil-
ligung besitzt noch einen Anspruch auf Erteilung einer solchen hat, weshalb die verfügte 
Wegweisung im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und zu bestätigen 
ist (Art. 44 Abs. 1 AsylG, Art. 32 Bst. a Asylverordnung 1 über Verfahrensfragen [AsylV 
1, SR 142.311]; vgl. EMARK 2001 Nr. 21),

dass zu prüfen bleibt, ob es Gründe gibt, die dem Vollzug der Wegweisung entgegen-
stehen,  da im Fall  eines unzulässigen,  unzumutbaren oder unmöglichen Vollzugs das 
Anwesenheitsverhältnis nach den Bestimmungen des Bundesgesetzes über Aufenthalt 
und Niederlassung der Ausländer (ANAG; SR 142.20) über die vorläufige Aufnahme zu 
regeln ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG),

dass der Vollzug der Wegweisung in Beachtung der massgeblichen völker- und landes-
rechtlichen  Bestimmungen  zulässig  ist,  da  die  Beschwerdeführerin  keine  Verfolgung 
oder begründete Furcht vor Nachteilen darzulegen vermag, welche geeignet wäre, ihre 
Flüchtlingseigenschaft  zu  begründen,  und  auch  keine  glaubhaften  Anhaltspunkte  für 
eine  andere  menschenrechtswidrige  Behandlung  ersichtlich  sind,  die  ihr  in  ihrem tat-
sächlichen Heimat- oder Herkunftsstaat droht (Art. 14a Abs. 3 ANAG),

dass die Beschwerdeführerin bei den deutschen und schweizerischen Asylbehörden völ-
lig verschiedene Lebensgeschichten vorbrachte, welche im Weiteren erhebliche Unstim-
migkeiten enthalten und unglaubhaft sind, weshalb der Vollzug der Wegweisung in ihren 
Heimatstaat Nigeria als zumutbar zu erachten ist (vgl. Art. 14a Abs. 4 ANAG)

dass sich aufgrund der Akten schliesslich keine Hinweise auf das Vorliegen technischer 
Vollzugshindernisse ergeben, weshalb der Vollzug auch als möglich erscheint (Art. 14a 
ANAG),

dass es der Beschwerdeführerin demnach nicht gelungen ist darzutun, inwiefern die an-
gefochtene Verfügung Bundesrecht verletze, den rechtserheblichen Sachverhalt unrich-
tig oder unvollständig feststelle oder unangemessen sei (Art. 106 AsylG), weshalb die 
Beschwerde abzuweisen ist,

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600.-- (Art. 16 Abs. 1 Bst. 
a VGG i.V.m. Art. 2 und 3  des Reglements vom 11. Dezember 2006 über die Kosten 
und Entschädigungen vor  dem Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 173.320.2])  der 
Beschwerdeführerin aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2. Die  Verfahrenskosten,  bestimmt  auf  Fr.  600.--,  werden  der  Beschwerdeführerin 
auferlegt.

3. Dieses Urteil geht an:

- den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin (eingeschrieben, vorab per Tele-
fax; Beilage: Einzahlungsschein)

- die Vorinstanz,  Empfangs- und Verfahrenszentrum Basel,  (vorab per Telefax; 
Ref.-Nr. N _______)

- das Amt für Migration des Kantons Basel-Land (per Telefax)

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber:

Marianne Teuscher Simon Bähler

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