# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0bfa6cbe-0d3f-506b-8fa9-2e5dd0b4eada
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2022-11-29
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 29.11.2022 B-356/2022
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_B-356-2022_2022-11-29.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung II 

B-356/2022 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 9 .  N o v e m b e r  2 0 2 2  

Besetzung 
 Richter Christian Winiger (Vorsitz), 

Richter Jean-Luc Baechler, Richterin Vera Marantelli,    

Gerichtsschreiber Thomas Reidy. 
 

 
 

Parteien 
 A._______,  

Beschwerdeführer,  

 
 

 
gegen 

 
 

Bundesamt für Zivildienst ZIVI,  

Regionalzentrum Aarau,  

Bahnhofstrasse 29, Postfach, 5000 Aarau,    

Vorinstanz.  

 
 

 
 

Gegenstand 
 Gesamtdauer der ordentlichen Zivildienstleistungen. 

 

 

 

B-356/2022 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A._______ (nachfolgend: Beschwerdeführer) absolvierte vom 10. bis 11. 

April 2017 die Rekrutierung im Rekrutierungszentrum Windisch. Im Jahr 

2018 leistete er die Rekrutenschule. In den Jahren 2019 (15. Juli bis 2. 

August) und 2020 (27. Januar bis 19. Februar) leistete der 

Beschwerdeführer jeweils einen Wiederholungskurs. Vom 17. März bis 26. 

April 2020 und vom 8. bis 27. November 2020 leistete er Assistenzdienste 

zur Unterstützung der zivilen Behörden im Rahmen der Massnahmen zur 

Bekämpfung der Covid-19-Pandemie. Gemäss Eintrag im Dienstbüchlein 

wurden dem Beschwerdeführer von den geleisteten 41 Diensttagen für den 

ersten Assistenzdienst (17. März bis 26. April 2020) 38 Diensttage 

angerechnet. Im Personalinformationssystem der Armee (nachfolgend: 

PISA) wurden für die Absolvierung dieses ersten Assistenzdienstes nur 14 

Diensttage angerechnet. Für den zweiten Assistenzdienst (8. bis 27. 

November 2020) stimmen die Einträge im Dienstbüchlein und im Pisa 

überein (Anrechung von jeweils 18 Diensttagen). 

B.  

Am 8. Dezember 2021 reichte der Beschwerdeführer über das 

Kundensystem E-ZIVI ein Gesuch um Zulassung zum Zivildienst ein. Er 

besuchte am 15. Dezember 2021 den Einführungstag und bestätigte das 

Gesuch in der Folge frist- und formgerecht.  

Mit Verfügung des Bundesamtes für Zivildienst ZIVI, Regionalzentrum 

Aarau (nachfolgend: Vorinstanz) vom 17. Dezember 2021 wurde der 

Beschwerdeführer zum Zivildienst zugelassen. Gestützt auf die Angaben 

im PISA setzte die Vorinstanz die Gesamtdauer der ordentlichen 

Zivildienstleistungen auf 66 Diensttage fest (Dispositiv-Ziffer 2).  

Mit E-Mail vom 20. Dezember 2021 ersuchte der Beschwerdeführer die 

Vorinstanz um Anpassung der Diensttage gemäss den Angaben in seinem 

Dienstbüchlein. Das Regionalzentrum verwies den Beschwerdeführer 

daraufhin an die Abteilung Personelles der Armee des Eidgenössischen 

Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport, um die 

Anzahl anrechenbarer Diensttage im PISA allenfalls anpassen zu lassen.  

Am 7. Januar 2022 teilte der Beschwerdeführer der Zentralstelle des 

Bundesamts für Zivildienst (nachfolgend: Zentralstelle) telefonisch mit, die 

Abteilung Personelles der Armee habe die Auskunft erteilt, dass ihm nicht 

alle Diensttage des ersten Assistenzdienstes angerechnet werden 

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könnten, da er im Jahr 2020 bereits einen Wiederholungskurs geleistet 

habe. Eine Grundlage für dieses Vorgehen habe man ihm nicht nennen 

können. 

In der Folge wies die Zentralstelle den Beschwerdeführer unter anderem 

darauf hin, dass das Bundesamt für Zivildienst nicht von den Angaben im 

PISA abweichen könne.  

C.  

Am 20. Januar 2022 erhob der Beschwerdeführer gegen die Zulassungs-

verfügung vom 17. Dezember 2021 Beschwerde an das 

Bundesverwaltungsgericht. Der Beschwerdeführer beantragt, es seien ihm 

alle Diensttage gemäss Dienstbüchlein anzurechen und entsprechend die 

Gesamtdauer seiner Zivildienstleistung auf 30 Diensttage (anstatt 66 

Diensttage) zu reduzieren. Zur Begründung macht er im Wesentlichen 

geltend, gemäss Medienmitteilung des Bundesrates gelte ein Einsatz im 

Assistenzdienst als ordentlicher Wiederholungskurs. Würden 

Armeeangehörige im Assistenzdienst mehr Diensttage leisten, als ein 

ordentlicher Wiederholungskurs umfasse, so werde gemäss 

Medienmitteilung maximal ein Wiederholungskurs darüber hinaus 

angerechnet. Die Medienmitteilung sei so zuverstehen, dass Diensttage im 

Assistenzdienst bis zu zwei Wiederholungskursen angerechnet würden.  

D.  

Am 17. Februar 2022 reichte die Vorinstanz ihre Vernehmlassung samt 

Vorakten ein und beantragt die Abweisung der Beschwerde. Zur 

Begründung bringt sie im Wesentlichen vor, sie sei nicht zuständig für die 

Anpassung von sich allenfalls als unzulässig erweisenden Einträgen im 

PISA. Sie habe nach Durchsicht der Bundesratsbeschlüsse und der 

dazugehörigen Botschaften zu den Assistenzdiensten aus dem Jahr 2020 

mit der Abteilung Personelles der Armee Kontakt aufgenommen, um zu 

klären, ob die Anzahl der geleisteten Diensttage des Beschwerdeführers 

unter Berücksichtigung der einschlägigen Rechtsgrundlagen im PISA 

korrekt eingetragen worden sei. Die Abteilung Personelles der Armee habe 

dazu erklärt, aufgrund des ersten Bundesratsbeschlusses seien im 

Assistenzdienst nur dann 38 Diensttage anzurechnen, wenn keine anderen 

Dienstleistungen vor diesem absolviert worden seien. Auf Nachfrage der 

Vorinstanz habe die Abteilung Personelles der Armee eine Beilage zum 

Operationsbefehl eingereicht und dargelegt, die Befehlsgebung sei von 

ihrer Seite pflichtgetreu umgesetzt worden. Da die Voristanz die im PISA 

vorgenommenen Eintragungen zu übernehmen habe, erweise sich die in 

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der angefochtenen Verfügung vorgenommene Festlegung der 

Gesamtdauer der Zivildienstleistungen als korrekt auf die gesetzlich 

vorgesehenen Datenquellen abgestützt. Vor dem Hintergrund, dass die 

Abteilung Personelles der Armee als zuständige Behörde die Richtigkeit 

der Angaben im PISA ausdrücklich bestätigt habe, bestehe kein Spielraum 

für eine Anpassung von Dispostiv-Ziffer 2 der angefochtenen Verfügung.  

E.  

Die Vernehmlassung der Vorinstanz wurde dem Beschwerdeführer mit Ver-

fügung vom 22. Februar 2022 zur Kenntnis gebracht. Dieser liess sich da-

rauf nicht mehr vernehmen. 

F.  

Auf die weiteren Vorbringen der Verfahrensbeteiligten wird, soweit rechts-

erheblich, in den folgenden Erwägungen eingegangen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Die Verfügung der Vorinstanz vom 17. Dezember 2021 kann nach 

Art. 63 Abs. 1 des Zivildienstgesetzes vom 6. Oktober 1995 (ZDG; SR 

824.0) im Rahmen der allgemeinen Bestimmungen über die Bundesver-

waltungsrechtspflege mit Beschwerde vor dem Bundesverwaltungsgericht 

angefochten werden (Art. 5 Abs. 1 Bst. a und Art. 44 ff. des Verwaltungs-

verfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 [VwVG; SR 172.021] i.V.m. 

Art. 31 ff. und Art. 37 ff. des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 

2005 [VGG; SR 173.32]).  

1.2 Als Adressat ist der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfü-

gung vom 17. Dezember 2021 besonders berührt und er hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung. Der Beschwerde-

führer ist daher beschwerdeberechtigt (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Die Be-

schwerdefrist wurde eingehalten (Art. 66 Bst. b ZDG). Ebenso sind die An-

forderungen an Form und Inhalt der Beschwerdeschrift (Art. 52 Abs. 1 

VwVG) erfüllt. Die übrigen Sachurteilsvoraussetzungen (Art. 47 ff. VwVG) 

liegen ebenfalls vor. Auf die Beschwerde ist daher einzutreten. 

 

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Seite 5 

2.  

2.1 Jeder Schweizer ist verpflichtet, Militärdienst zu leisten. Das Gesetz 

sieht einen zivilen Ersatzdienst vor (Art. 59 Abs. 1 BV). Militärdienstpflich-

tige, die den Militärdienst mit ihrem Gewissen nicht vereinbaren können, 

leisten gemäss Art. 1 ZDG auf Gesuch hin einen länger dauernden zivilen 

Ersatzdienst (Zivildienst), welcher grundsätzlich 1,5-mal so lange wie die 

Gesamtdauer der noch nicht geleisteten Ausbildungsdienste nach der Mi-

litärgesetzgebung dauert. Für zivildienstpflichtige Personen, die höhere 

Unteroffiziere oder Offiziere waren, dauert er 1,1-mal so lange. Für Spezi-

alfälle, insbesondere frühere Fachoffiziere und Kader, die den praktischen 

Dienst noch nicht geleistet haben, regelt der Bundesrat, wie die Dauer des 

Zivildienstes zu berechnen ist (Art. 8 Abs. 1 ZDG). Die Zivildienstpflicht be-

ginnt, sobald der Entscheid für die Zulassung zum Zivildienst rechtskräftig 

geworden ist. Gleichzeitig endet die Militärdienstpflicht (Art. 10 Abs. 1 

ZDG).  

2.2 Die Anzahl der zu leistenden Tage Ausbildungsdienst ist im Bundesge-

setz vom 3. Februar 1995 über die Armee und die Militärverwaltung (MG; 

SR 510.10) und in der Verordnung vom 22. November 2017 über die Mili-

tärdienstpflicht (VMDP; SR 512.21) geregelt. Gemäss Art. 42 Abs. 2 MG 

i.V.m. Art. 47 Abs. 1 Bst. a Ziff. 1 VMDP leisten Soldaten und Gefreite 245 

Tage Ausbildungsdienst.  

Gemäss Art. 43 Abs. 1 MG i.V.m. Art. 48 ff. VMDP werden die Ausbildung 

und die Vorbereitungsdienste für Einsätze im In- und Ausland besoldet und 

an die Ausbildungsdienstpflicht angerechnet. In Art. 67 MG ist sodann der 

Assistenzdienst zur Unterstützung ziviler Behörden geregelt. Art. 65a Abs. 

1 MG hält fest, dass auch Einsätze im Assistenzdienst besoldet und an die 

Ausbildungsdienstpflicht angerechnet werden. Gemäss Art. 65a Abs. 3 MG 

kann der Bundesrat bei einem grösseren Truppenaufgebot oder bei länger 

dauernden Einsätzen anordnen, dass der Assistenzdienst nicht oder nur 

teilweise an die Ausbildungsdienstpflicht angerechnet wird.  

2.3 Zur Berechnung der ordentlichen Zivildienstleistungen übernimmt das 

ZIVI die Angaben aus dem Personalinformationssystem der Armee (PISA) 

über die Gesamtdauer der noch nicht geleisteten Ausbildungsdienste nach 

der Militärgesetzgebung (Art. 8 Abs. 1 ZDG i.V.m. Art. 27 der Verordnung 

über den zivilen Ersatzdienst vom 11. September 1996 [Zivildienstverord-

nung, ZDV; SR 824.01]).  

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3.  

3.1 Streitig und näher zu prüfen ist im Folgenden, ob der vom Beschwer-

deführer vom 17. März bis 26. April 2020 geleistete erste Assistenzdienst 

mit 38 Diensttagen (was dem Eintrag im Dienstbüchlein des Beschwerde-

führers entspricht) oder mit 14 Diensttagen (was dem Eintrag im PISA ent-

spricht) anrechenbar ist. Unbestritten geblieben ist dagegen, dass der 

zweite Assistenzdienst, den der Beschwerdeführer vom 8. bis 27. Novem-

ber 2020 geleistet hat, vollständig mit 18 Diensttagen anrechenbar ist.  

3.2 Die Vorinstanz weist zunächst zu Recht darauf hin, dass sie zur Be-

rechnung der Dauer der ordentlichen Zivildienstleistungen grundsätzlich an 

die im PISA gespeicherte Gesamtdauer der noch nicht geleisteten Ausbil-

dungsdienste nach der Militärgesetzgebung gebunden ist. Die auf Art. 8 

Abs. 1 ZDG i. V. m. Art. 27 ZDV gestützte Berechnung von 44 zu leistenden 

Militärdiensttagen multipliziert mit dem Faktor 1,5 erweist sich daher als 

formal korrekt (vgl. E. 2.3 hiervor).  

3.3 Der Beschwerdeführer bezieht sich in seiner Beschwerde mehrfach auf 

eine Medienmitteilung des Bundesrates vom April 2020. Es kann hier offen 

gelassen werden, welchen Wortlaut diese Medienmitteilung genau aufwies 

bzw. ob eine Medienmitteilung in der vorliegenden Konstellation überhaupt 

eine genügende Vertrauensgrundlage für den Beschwerdeführer bilden 

kann. Wie im Folgenden aufzuzeigen ist, erweist sich diese Frage nicht als 

entscheidrelevant, da die Beschwerde ohnehin – gestützt auf die vorhan-

denen Materialien – gutzuheissen ist.  

4.  

4.1 Am 6. März 2020 hat der Bundesrat die Covid-19-Pandemie als grosse 

Gefahr für die öffentliche Gesundheit in der Schweiz eingestuft und das 

Eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und 

Sport (VBS) beauftragt, zur Unterstützung der Kantone im Rahmen der 

Gesundheitsversorgung bis zu 800 Angehörige der Armee im Assistenz-

dienst längstens bis zum 27. März 2020 einzusetzen. Aufgrund der Lage 

am 16. März 2020 und in Anbetracht ihrer absehbaren Entwicklung zeigte 

sich, dass der Bedarf an Leistungen der Armee im Bereich Gesundheit in 

den folgenden Tagen und Wochen markant steigen und das Gesundheits-

wesen über das Ende des vom Bundesrat genehmigten Engagements hin-

aus Unterstützung benötigen würde. Deshalb beschloss der Bundesrat am 

16. März 2020, zur Unterstützung der Bekämpfung des neuen Coronavirus 

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den Einsatz von bis zu 8’000 Armeeangehörigen im Assistenzdienst bis 

zum 30. Juni 2020 aufrechtzuerhalten (BBl 2020 1959). 

4.2 Mit Bundesbeschluss vom 5. Mai 2020 über den Assistenzdienst der 

Armee zur Unterstützung der zivilen Behörden im Rahmen der Massnah-

men zur Bekämpfung der Covid-19-Pandemie (BBl 2020 4669) hat die 

Bundesversammlung – gestützt auf Art. 173 Abs. 1 Bst. h BV und Art. 70 

Abs. 2 MG – den Einsatz von maximal 8’000 Armeeangehörigen im Assis-

tenzdienst zur Unterstützung der zivilen Behörden der Kantone und des 

Bundes im Rahmen der Massnahmen zur Bekämpfung der Covid-19-Pan-

demie bis zum 30. Juni 2020 genehmigt.  

4.3 In Bezug auf die Frage der Anrechenbarkeit der geleisteten Assistenz-

dienste kann der Botschaft vom 22. April 2020 zum Bundesbeschluss über 

den Assistenzdienst der Armee zur Unterstützung der zivilen Behörden im 

Rahmen der Massnahmen zur Bekämpfung der Covid-19-Pandemie (BBl 

2020 3447) in Ziff. 2.2.3 Folgendes entnommen werden (Hervorhebung 

durch das Gericht): 

«[…] Gestützt auf Artikel 65a Absatz 3 MG hat der Bundesrat am 16. März 2020 

beschlossen, dass im Assistenzdienst maximal die Dauer eines ordentlichen Wie-

derholungskurses (19 Tage) an die Ausbildungsdienstpflicht angerechnet wird, 

den oder die Armeeangehörige im laufenden Jahr in jedem Fall zu leisten hätte. 

Angesichts der besonderen Belastungen, denen die Truppe im laufenden Einsatz 

ausgesetzt ist, hat der Bundesrat am 22. April 2020 beschlossen, dass der Einsatz 

im Assistenzdienst als ordentlicher Wiederholungskurs gilt. Leisten Armeeange-

hörige im Assistenzdienst mehr Diensttage, als ein ordentlicher Wiederholungs-

kurs umfasst, so wird ihnen maximal ein Wiederholungskurs darüber hinaus ange-

rechnet. Diese Regelung soll im Interesse der Leistungs- und Einsatzbereitschaft 

der Armee für allfällige künftige Einsätze kein Präjudiz darstellen.» 

4.4 Weiter kann der Botschaft vom 18. November 2020 zum Bundesbe-

schluss über den Assistenzdienst der Armee zur Unterstützung des zivilen 

Gesundheitswesens im Rahmen der Massnahmen zur Bekämpfung der 

zweiten Welle der Covid-19-Epidemie (BBl 2020 8805) in Bezug auf die 

Frage der Anrechenbarkeit der geleisteten Assistenzdienste in Ziff. 2.3 Fol-

gendes entnommen werden (Hervorhebung durch das Gericht): 

«Artikel 65a Absatz 3 MG gibt dem Bundesrat die Kompetenz, zu beschliessen, 

dass im Assistenzdienst maximal die Dauer eines ordentlichen Wiederholungskur-

ses (19 Tage) angerechnet wird, den die Armeeangehörigen im laufenden Jahr in 

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jedem Fall zu leisten hätten. Angesichts der besonderen Belastungen, denen die 

eingesetzte Truppe bereits während des Einsatzes in der ersten Welle der Covid-

19-Epidemie ausgesetzt war, hatte der Bundesrat im April 2020 beschlossen, dass 

den Armeeangehörigen, die im Assistenzdienst mehr Diensttage leisten, als ein 

ordentlicher Wiederholungskurs umfasst, maximal ein Wiederholungskurs darüber 

hinaus angerechnet wird (38 Tage). Für den erneuten Assistenzdiensteinsatz der 

Armee im Rahmen der zweiten Welle der Covid-19-Epidemie hat der Bundesrat 

beschlossen, dass wiederum maximal 38 Diensttage anrechenbar sein sollen, un-

abhängig davon, wie viele Einsatztage bereits im Assistenzdiensteinsatz im Rah-

men der ersten Welle der Covid-19-Epidemie angerechnet wurden.» 

4.5 Aufgrund der oben zitierten Erwägungen aus den Botschaften des Bun-

desrats vom 22. April 2020 (E. 4.3) sowie vom 18. November 2020 (E. 4.4) 

ergibt sich somit, dass der Abteilung Personelles der Armee in Bezug auf 

ihre Vorgehensweise betreffend die PISA-Einträge des Beschwerdeführers 

nicht gefolgt werden kann: 

4.5.1 Der Beschwerdeführer hat vom 27. Januar bis 19. Februar 2020 ei-

nen ordentlichen Wiederholungskurs absolviert, welcher unbestrittener-

massen mit 24 Diensttagen vollumfänglich anrechenbar ist. Sodann hat er 

vom 17. März bis 26. April 2020 den ersten Assistenzdienst absolviert. Die-

ser gilt gemäss Beschluss des Bundesrats vom 22. April 2020 als ordentli-

cher Wiederholungskurs. Da er damit im ersten Assistenzdienst mehr 

Diensttage geleistet hat, als ein ordentlicher Wiederholungskurs umfasst, 

ist ihm – gestützt auf den erwähnten Beschluss des Bundesrats – maximal 

ein Wiederholungskurs darüber hinaus anzurechnen, was exakt den gel-

tend gemachten 38 Diensttagen entspricht. Richtigerweise – wenn auch 

inkonsequent – hat denn auch die Abteilung Personelles der Armee den 

zweiten Assistenzdienst des Beschwerdeführers vom 8. bis 27. November 

2020 vollumfänglich mit 18 Diensttagen im PISA angerechnet.  

4.5.2 Der Argumentation der Abteilung Personelles, wonach nur dann voll-

umfänglich 38 Diensttage angerechnet werden könnten, wenn zeitlich zu-

vor kein anderer Dienst geleistet worden sei, kann somit offensichtlich nicht 

gefolgt werden. Soweit sich die Abteilung Personelles der Armee dabei auf 

die als «intern» bezeichnete Beilage 10.00 zum Operationsbefehl vom 29. 

April 2020 Ziff. 4.1.2 (Beilage 14 der Vernehmlassung der Vorinstanz) ab-

stützt, ist ihr Folgendes zu entgegnen: Das Recht bildet Grundlage und 

Schranke staatlichen Handelns (Art. 5 Abs. 1 BV). Diese Verfassungsnorm 

statuiert den Vorbehalt und den Vorrang des Rechtssatzes. Ersterer ver-

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langt insbesondere, dass sich behördliche Akte auf eine hinreichend be-

stimmte generell-abstrakte Norm stützen. Letzterer, dass sich rechtsan-

wendende Organe an das geltende Recht halten und rechtsetzende Or-

gane die Normenhierarchie beachten. Durch den Vorbehalt des Rechtssat-

zes sollen die Rechtssicherheit im Sinn der Vorhersehbarkeit sowie die 

Rechtsgleichheit verwirklicht werden (BVGE 2021 IV/5 E. 6.1; Urteil des 

BVGer B–1897/2022 vom 15. September 2022 E. 5.1 mit weiteren Hinwei-

sen). Die Beilage zu einem militärischen Operationsbefehl erfüllt die Vor-

aussetzungen an einen Rechtssatz im oben beschriebenen Sinne nicht 

und kann in keinem Fall den hier anwendbaren Bundesbeschlüssen vor-

gehen.  

4.5.3 Im Ergebnis führt dies dazu, dass dem Beschwerdeführer im Jahr 

2020 auch der erste Assistenzdienst vollumfänglich mit 38 Diensttagen an-

zurechnen ist. Dies ergibt ein Total von 225 Diensttagen, die der Beschwer-

deführer seit seiner Rekrutierung 2017 absolviert hat. Daraus folgt, dass 

der Beschwerdeführer noch 20 (anstatt 44) Militärdiensttage zu leisten hat. 

5.  

Die Beschwerde erweist sich nach dem Ausgeführten als begründet und 

ist gutzuheissen. Die Dispositiv-Ziffer 2 der angefochtenen Verfügung vom 

17. November 2021 ist aufzuheben und die Sache zur Neuberechnung der 

Gesamtdauer der ordentlichen Zivildienstleistungen im Sinne der E. 4.5.3 

an die Vorinstanz zurückzuweisen. 

6.  

Gemäss Art. 65 Abs. 1 ZDG ist das Verfahren vor dem Bundesverwaltungs-

gericht kostenlos, sofern es sich nicht um mutwillige Beschwerdeführung 

handelt; Parteientschädigungen werden keine ausgerichtet. Im vorliegen-

den Fall sind deshalb weder Kosten zu erheben noch Entschädigungen 

zuzusprechen. 

7.  

Gegen Entscheide auf dem Gebiet des Zivildienstes ist die Beschwerde an 

das Bundesgericht unzulässig (Art. 83 Bst. i des Bundesgerichtsgesetzes 

vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).  

  

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Seite 10 

 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen und die Sache im Sinne der Erwägun-

gen an die Vorinstanz zurückgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, die Vorinstanz und an das 

Bundesamt für den Zivildienst ZIVI, Zentralstelle. 

 

 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Christian Winiger Thomas Reidy 

 

 

Versand: 30. November 2022 

 

  

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Seite 11 

 

Zustellung erfolgt an: 

– den Beschwerdeführer (Einschreiben; Beilagen: Beschwerdebeilagen 

zurück) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr. 164201; Einschreiben) 

– das Bundesamt für den Zivildienst ZIVI, Zentralstelle, Malerweg 6, 

3600 Thun (Einschreiben; Beilagen: Vorakten zurück)