# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 732f163e-aaa2-5a23-a88c-b8c4f25f1dc0
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-11-09
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 09.11.2023 E-5824/2023
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-5824-2023_2023-11-09.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-5824/2023 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  9 .  N o v e m b e r  2 0 2 3  

Besetzung 
 Einzelrichter Lorenz Noli, 

mit Zustimmung von Richter Daniele Cattaneo,   

Gerichtsschreiber Daniel Merkli. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Burundi,   

vertreten durch Alfred Ngoyi Wa Mwanza,  

BUCOFRAS Consultation juridique pour étrangers, (…),  

Beschwerdeführerin,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung 

(Wiedererwägung);  

Verfügung des SEM vom 21. September 2023 / N (…). 

 

 

 

E-5824/2023 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass die Beschwerdeführerin am 23. November 2022 in der Schweiz um 

Asyl nachsuchte,  

dass am 22. Dezember 2022 die Personalienaufnahme (PA) stattfand,  

dass die Beschwerdeführerin nach eigenen Angaben ihren Heimatstaat am 

5. Oktober 2020 verlassen und in den Kongo gereist sei, wo sie sich zwei 

Jahre aufgehalten habe, bevor sie am 17. Oktober 2022 nach Serbien und 

am 23. November 2022 zusammen mit ihrer Schwester (vgl. N […]) in die 

Schweiz gereist sei, 

dass das SEM am 21. Dezember 2022 die kroatischen Behörden um Rück-

übernahme der Beschwerdeführerin gemäss Art. 13 Abs. 1 Dublin-Ill- VO 

(«take charge»-Verfahren) ersuchte, wobei mitgeteilt wurde, dass die 

Schwester der Beschwerdeführerin bei ihrer Einreise in die Schweiz eine 

auf «B._______» lautende Wegweisungsverfügung («removal order») be-

sessen habe und dazu angegeben habe, dass diese die Beschwerdefüh-

rerin betreffe, 

dass das SEM am 1. Februar 2023 ein persönliches Gespräch gemäss 

Art. 5 der Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments 

und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfah-

ren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von ei-

nem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat ge-

stellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist (Neufassung) (ABl. 

L 180/31 vom 29.6.2013; nachfolgend: Dublin-III-VO), führte, 

dass die Beschwerdeführerin geltend machte, sie sei zwischen dem 

18. und 20. Oktober 2022 in Serbien (als erstes europäisches Land) ein-

gereist, nach drei Tagen nach Bosnien und nach Kroatien gereist, wo sie 

sich nach mehreren vergeblichen Einreiseversuchen rund sieben Stunden 

lang aufgehalten habe, 

dass der Beschwerdeführerin das rechtliche Gehör zum Umstand gewährt 

wurde, dass ihre Schwester beim Eintritt ins Bundesasylzentrum eine Weg-

weisungsverfügung abgenommen worden sei, die auf den Namen 

«B._______» ausgestellt worden sei, 

E-5824/2023 

Seite 3 

dass die Beschwerdeführerin angab, eine Person namens «B._______» 

nicht zu kennen und nicht zu wissen, wer ihr dieses Dokument in ihre Ta-

sche gesteckt habe,  

dass ihr im Rahmen des rechtlichen Gehörs zu einem allfälligen Nichtein-

tretensentscheid und der Möglichkeit einer Überstellung nach Kroatien, 

welches gemäss Dublin-Ill-VO grundsätzlich für die Behandlung ihres Asyl-

gesuchs in Frage komme, sowie zu ihrem Gesundheitszustand gewährt 

wurde, 

dass die grundsätzliche Zuständigkeit Kroatiens von ihr nicht bestritten 

wurde, sie jedoch geltend machte, dass sie von den kroatischen Behörden 

nicht zu ihren Fluchtgründen befragt worden sei und sie auf der Strasse 

und im Wald habe übernachten müssen, im Übrigen leide sie an Asthma, 

dass das SEM am 1. Februar 2023 die kroatischen Behörden nochmals 

um Übernahme der Beschwerdeführerin ersuchte mit den ergänzenden 

Angaben, gemäss eigenen Angaben habe sie fünfmal in Kroaten einzurei-

sen versucht und ein «removal order» der kroatischen Behörden erhalten, 

die Wegweisungsverfügung, die ihre Schwester auf sich getragen habe, 

habe sich jedoch nicht auf sie bezogen,  

dass das Übernahmeersuchen am 21. Februar 2023 von den kroatischen 

Behörden unter Angabe der Personalien der Beschwerdeführerin sowie 

des Alias-Namens «B._______, geboren (…), C._______, gutgeheissen 

wurde, 

dass das SEM mit Verfügung vom 23. Februar 2023 in Anwendung von 

Art. 31a Abs. 1 Bst. b des Asylgesetzes (SR 142.31) auf das Asylgesuch 

der Beschwerdeführerin nicht eintrat und sie in Anwendung der Dublin-III-

Verordnung nach Kroatien wegwies, wobei es festhielt, einer Beschwerde 

gegen diese Verfügung komme keine aufschiebende Wirkung zu, 

dass eine gegen diesen Entscheid erhobene Beschwerde mit Urteil              

E-1263/2023 des Bundesverwaltungsgerichts vom 27. April 2023 abgewie-

sen wurde, womit der Nichteintretensentscheid vom 23. Februar 2023 in 

Rechtskraft trat, 

dass die Beschwerdeführerin kurz darauf mit Eingabe ihrer Rechtsvertre-

tung vom 31. Mai 2023 um Wiedererwägung des Nichteintretensentschei-

des vom 23. Februar 2023 ersuchte mit der wesentlichen Begründung, sie 

sei Opfer von Menschenhandel geworden, 

E-5824/2023 

Seite 4 

dass sie nach ihrer Flucht – in Begleitung ihrer Pflegemutter aus Burundi -

in den Osten der Demokratischen Republik Kongo in die Obhut von 

D._______, einem mit der Pflegemutter befreundeten Militärangehörigen, 

gekommen sei, der sie nach dem Tod der Pflegemutter zur Prostitution ge-

zwungen habe, 

dass im August 2022 ein mit D._______ befreundeter, italienischer, unter 

anderem in Kroatien, Italien und der Schweiz tätige Geschäftsmann na-

mens E._______ ihnen eine Anstellung in seinen Restaurants angeboten 

habe, 

dass sie nach Annahme dieses Angebots zusammen mit anderen Frauen 

und in Begleitung von E._______ und dessen Mitarbeitern via Serbien, 

Bosnien und Italien in die Schweiz gereist und sich auf der Reise prostitu-

iert habe,  

dass ihr im November 2022, als sie sich in Italien oder in der Schweiz auf-

gehalten hätten, die Flucht gelungen sei und sie in der Folge im Bundesas-

ylzentrum Chiasso um Asyl ersucht hätte, wobei sie im Rahmen des Dub-

lin-Gesprächs vom 1. Februar 2023 aus Furcht vor E._______, der ihr er-

klärt hatte, mit den europäischen Behörden in Kontakt zu sein, den Schwei-

zer Behörden nicht die Wahrheit gesagt hätte,   

dass das SEM die Beschwerdeführerin aufgrund dieser Angaben als po-

tenzielles Opfer von Menschenhandel identifizierte und am 31. August 

2023 im Rahmen einer Anhörung Menschenhandel (MH) erneut anhörte, 

dass sie im Wesentlichen die im Wiedererwägungsgesuch aufgeführten 

Angaben bestätigte und ergänzend angab, nicht nach Kroatien zurückkeh-

ren zu wollen, da sie befürchte, sich erneut prostituieren zu müssen, 

dass sie ausdrücklich angab, zu D._______ habe sie heute keinen Kontakt 

mehr,  

dass sie, zu ihrer Gesundheit befragt, geltend machte, Termine bei einer 

Therapeutin wahrzunehmen und die Rechtsvertretung in ihrer Eingabe 

vom 31. Mai 2023 angab, die Beschwerdeführerin sei psychisch krank und 

befinde sich in psychiatrischer Behandlung, und die Einreichung eines ent-

sprechenden ärztlichen Berichts in den nächsten Tagen in Aussicht stellte, 

dass das SEM mit Schreiben vom 21. September 2023 der Beschwerde-

führerin als potentielles Opfer von Menschenhandel (OMH) gemäss Art. 13 

E-5824/2023 

Seite 5 

des Übereinkommens vom 1. April 2013 zur Bekämpfung des Menschen-

handels (ÜBM, SR 0.311.543) eine 30-tägige Erholungs- und Bedenkzeit 

gewährte, 

dass es mit Entscheid vom 21. September 2023 (Eröffnung am 26. Sep-

tember 2023) das Wiedererwägungsgesuch ablehnte, seine Verfügung 

vom 23. Februar 2023 als rechtskräftig und vollstreckbar erklärte, eine Ge-

bühr von Fr. 600.– erhob und gleichzeitig festhielt, dass einer allfälligen 

Beschwerde keine aufschiebende Wirkung zukomme, 

dass sich die Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 26. September 2023 

an das SEM damit einverstanden erklärte, mit den Strafverfolgungsbehör-

den zusammenzuarbeiten,  

dass sie mit Eingabe ihrer Rechtsvertretung vom 23. Oktober 2023 beim 

Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhob und dabei die Aufhebung 

der angefochtenen Verfügung beantragte, 

dass auf das Asylgesuch einzutreten, eventualiter die Sache zur Neubeur-

teilung an die Vorinstanz zurückzuweisen sei, 

dass der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu erteilen und unter  

Verzicht auf das Erheben eines Kostenvorschusses die unentgeltliche Pro-

zessführung und die unentgeltliche Rechtsverbeiständung zu gewähren 

seien,  

dass der zuständige Instruktionsrichter am 25. Oktober 2023 einen super-

provisorischen Vollzugsstopp anordnete, 

dass mit Eingabe der Rechtsvertretung vom 31. Oktober 2023 ein Bedürf-

tigkeitsnachweis nachgereicht wurde,  

 
und zieht in Erwägung, 

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig 

über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des SEM entschei-

det, ausser bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor 

welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG 

[SR 142.31] i.V.m. Art. 31–33 VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG),  

E-5824/2023 

Seite 6 

dass eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG nicht 

vorliegt, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet, 

dass sich das Verfahren nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG richtet, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG), 

dass die Beschwerdeführerin am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105 

AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), 

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu-

treten ist (Art. 52 Abs. 1 VwVG), 

dass sich die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen 

Rügen im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG richten,  

dass in Anwendung von Art. 111 Abs. 1 AsylG auf die Durchführung eines 

Schriftenwechsels verzichtet wurde,  

dass sich die Beschwerde als offensichtlich unbegründet erweist und im 

Verfahren einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten 

Richters beziehungsweise einer zweiten Richterin (Art. 111 Bst. e AsylG) 

ohne Weiterungen und mit summarischer Begründung zu behandeln ist 

(Art. 111a Abs. 2 AsylG), 

dass das Gesuch um Wiedererwägung des in Rechtskraft erwachsenen 

Nichteintretensentscheides vom 23. Februar 2023 damit begründet wurde, 

dass die Beschwerdeführerin (auch) in Kroatien Opfer von Zwangsprosti-

tution geworden sei,  

dass das SEM in der angefochtenen Verfügung dieses Gesuch abwies mit 

der Begründung, dass Kroatien das Übereinkommen des Europarates zur 

Bekämpfung des Menschenhandels, das am 1. Februar 2008 in Kraft ge-

treten sei, ratifiziert habe, und es der Beschwerdeführerin obliege, die kro-

atischen Behörden über die Umstände des Menschenhandels zu informie-

ren, und im Weiteren ein Asylgesuch zu stellen, in dessen Rahmen sie, 

auch mit Unterstützung von verschiedenen Hilfsorganisationen, ebenso die 

Umstände des Menschenhandels darlegen könne, 

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Seite 7 

dass keine konkreten Hinweise dargelegt worden seien, wonach die Be-

schwerdeführerin in Kroatien einem ernsthaften Nachteil oder einer gravie-

renden Menschenrechtsverletzung gemäss Art. 3 und 4 EMRK ausgesetzt 

wäre, 

dass der Umstand, dass die Beschwerdeführerin angeblich in der Vergan-

genheit Opfer von Menschenhandel geworden sei, bei einer Überstellung 

kein ausreichender Grund für ein tatsächliches Risiko des Re-Traffickings 

darstelle (u.a. wegen fehlender Kontaktmöglichkeit), 

dass die Beschwerdeführerin gemäss der Zustimmungserklärung der kro-

atischen Behörden jedoch ohnehin nach Zagreb überstellt werde und somit 

nicht an den Ort, an welchem sie angeblich Opfer von Menschenhandel 

geworden sei, 

dass die Beschwerdeführerin anlässlich der Anhörung vom 31. August 

2023 ausdrücklich verneint habe, sich auch in der Schweiz prostituiert zu 

haben, und die von der Rechtsvertretung in der Eingabe vom 31. Mai 2023 

in Aussicht gestellten Unterlagen zum Strafverfahren in der Schweiz bis 

zum heutigen Zeitpunkt nicht eingereicht worden seien, 

dass hinsichtlich der geltend gemachten gesundheitlichen Beschwerden 

festzustellen sei, dass weder die Beschwerdeführerin noch deren Rechts-

vertretung entsprechende ärztliche Berichte eingereicht hätten, wobei in 

diesem Zusammenhang auf das Urteil E-1263/2023 des Bundesverwal-

tungsgerichts vom 27. April 2023 (vgl. 4.3.3) zu verweisen sei, worin fest-

gehalten werde, dass es Sache des Beschwerdeführers sei, die in Aussicht 

gestellten medizinischen Berichte einzureichen, 

dass auf Nachfrage des SEM beim zuständigen Migrationsamt des Kan-

tons Zürich ein Arztbericht vom 8. Juni 2023 und das medizinische Ver-

laufsblatt der ORS vom Februar 2023 bis September 2023 zugestellt wor-

den seien, 

dass letzterem zu entnehmen sei, dass die Beschwerdeführerin am 

13. Februar 2023 wegen Juckreiz am Körper, am 28. Februar 2023 betref-

fend eine gynäkologische Untersuchung und am 8. März 2023 wegen al-

lergischem Asthma und am 12. Mai 2023 wegen Schlafproblemen bei der 

Pflege vorstellig geworden sei,  

dass die Beschwerdeführerin gemäss dem ärztlichen Bericht vom 8. Juni 

2023 unter auftretender nächtlicher Paralyse mit akuter Dyspnoe und 

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Seite 8 

Juckreiz leide und eine nichtorganische Schlafstörung mit Verdacht auf 

Schlafparalyse und auf eine posttraumatische Belastungsstörung diagnos-

tiziert worden seien, 

dass die bereits in der ursprünglichen Verfügung vom 23. Februar 2023 

erwähnten Abklärungen durch die Schweizerische Botschaft in Kroatien 

ergaben hätten, dass alle Dublin-Rückkehrenden bei ihrer Ankunft über 

ihre Rechte informiert werden würden, einschliesslich des Rechts, einen 

Asylantrag zu stellen, und im Falle einer Asylgesuchseinreichung in einem 

Zentrum für Asylsuchende untergebracht werden würden, 

dass Abklärungen durch die Schweizerische Botschaft in Kroatien ergaben 

hätten, dass Dublin-Rückkehrende grundsätzlich eine angemessene Un-

terkunft, sozialstaatliche Unterstützung sowie eine Arbeitserlaubnis und zu-

dem vulnerable Dublin-Rückkehrende wie beispielsweise Personenmit 

Einschränkungen oder Familien von den kroatischen Behörden bei der Un-

terbringung, Betreuung, Schulung sowie Integration zudem besondere Un-

terstützung erhielten, 

dass gemäss der aktuellen Rechtsprechung des BVGer eine zwangsweise 

Rückweisung von Personen mit gesundheitlichen Problemen nur ganz 

ausnahmsweise einen Verstoss gegen Art. 3 EMRK darstellten (vgl. BVGE 

2011/9 E. 7), 

dass das SEM auf der Grundlage der erstellten Diagnose «Verdacht auf 

posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)» und auch unter Berücksich-

tigung des erhobenen Therapiebedarfs sowie der Schilderung von Ereig-

nissen in Burundi und auf der Reise in die Schweiz die Schwelle für eine 

drohende Verletzung von Art. 3 EMRK vorliegend als nicht erreicht erachte, 

dass keine gravierende Erkrankung vorliege, welche in Kroatien nicht an-

gemessen behandelt werden könnte, 

dass Kroatien gemäss Aufnahmerichtlinie verpflichtet sei, der Beschwer-

deführerin die erforderliche medizinische Versorgung, welche zumindest 

die Notversorgung und die unbedingt erforderliche Behandlung von Krank-

heiten und schweren psychischen Störungen umfasse, zu gewähren, und 

Asylsuchende in Kroatien einen gesetzlich verankerten Anspruch auf me-

dizinische Versorgungsleistungen hätten,  

dass somit keine Gründe vorlägen, welche die Rechtskraft der Verfügung 

vom 23. Februar 2023 beseitigen könnten, 

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Seite 9 

dass in der Beschwerde gerügt wird, die Vorinstanz habe mit dem Vorge-

hen, gleichentags mit Gewährung der Bedenk- und Erholungszeit gemäss 

Art. 13 ÜBM den angefochtenen Wiedererwägungsentscheid zu fällen, 

diese Bestimmung verletzt,  

dass sie vielmehr mit dem Entscheid bis Ablauf der gewährten Frist hätte 

zuwarten müssen, da gemäss Art. 13 während der genannten 30-tägigen 

Bedenkzeit keine Entfernungsmassnahmen vollstreckt werden dürften, 

dass das Vorgehen der Vorinstanz entgegen der Auffassung in der Be-

schwerde keine Verletzung von Art. 13 darstellt, da darin lediglich festge-

halten wird, dass während des gewährten Zeitraumes keine «aufenthalts-

beendende Massnahme (wie vorliegend die genannte Verfügung) gegen 

die Person vollstreckt werden darf», was vorliegend offensichtlich erkenn-

bar nicht erfolgt ist,  

dass diese Einschätzung durch das vom SEM in seinem Entscheid ge-

nannte Urteil C-66/21 des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) vom 20. Ok-

tober 2022 bestätigt wird, wonach der Erlass eines Dublin-Überstellungs-

entscheides während der gewährten Bedenkzeit nicht ausgeschlossen sei, 

dass somit die blosse faktische Möglichkeit eines Wegweisungsvollzugs 

keine Verletzung von Art. 13 bedeutet, 

dass in casu bei dieser ohnehin klaren Sachlage zusätzlich hinzukommt, 

dass mit der Erklärung der Beschwerdeführerin vom 26. September 2023, 

damit einverstanden zu sein, mit den Strafverfolgungsbehörden zusam-

menzuarbeiten (act 21/5), praxisgemäss die Bedenkfrist nach Art. 13 auto-

matisch frühzeitig geendet hat (auf diese Rechtsfolge wurde die Beschwer-

deführerin denn auch explizit in ihrer Anhörung hingewiesen [vgl. MH-Anh. 

F139]), so dass die Bedenkfrist in casu bereits am 26. September 2023 

endete und für die am 26. September 2023 eröffnete angefochtene Verfü-

gung somit ohnehin bereits ohne Relevanz verbliebt,  

dass sich somit die genannte Rüge als offenkundig unzutreffend erweist, 

dass in der Beschwerde im Weiteren unter Einreichung von zwei Kopien 

eines ärztlichen Berichts der F._______ vom 12. Oktober 2023 gerügt wird, 

die Vorinstanz habe den Sachverhalt nicht vollständig festgestellt, indem 

sie ohne die Einreichung der in Aussicht gestellten ärztlichen Berichte ab-

zuwarten entschieden habe,   

E-5824/2023 

Seite 10 

dass das SEM in der angefochtenen Verfügung, wie vorstehend erwähnt, 

auf der Grundlage der im ärztlichen Bericht vom 8. Juni 2023 erstellten 

Diagnose «Verdacht auf posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)» 

und auch unter Berücksichtigung des erhobenen Therapiebedarfs die 

Schwelle für eine drohende Verletzung von Art. 3 EMRK vorliegend als 

nicht erreicht erachtete mit dem weiteren Hinweis, es liege keine gravie-

rende Erkrankung vor, welche in Kroatien nicht angemessen behandelt 

werden könnte, 

dass sich diese Einschätzung als zutreffend erweist und entgegen der Auf-

fassung in der Beschwerde aufgrund der Aktenlage der medizinische 

Sachverhalt für die sich vorliegend stellenden Rechtsfragen ausreichend 

erstellt war, womit sich die Vorinstanz ohne Weiteres ein angemessenes 

Bild vom Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin machen konnte, 

dass hierbei mit Nachdruck zu betonen ist, dass es in casu nicht um einen 

Vollzug in den Heimatstaat der Beschwerdeführenden, sondern lediglich 

um die Überstellung in den zuständigen Dublin-Staat, mithin ein EU-Staat 

mit einem hohen medizinischen Entwicklungsstand, geht, 

dass hierzu festzuhalten ist, dass Kroatien über eine ausreichende medizi-

nische Infrastruktur verfügt, so dass davon ausgegangen werden darf, 

dass Betroffene Zugang zur nötigen Unterstützung erhalten, zumal Kroa-

tien aufgrund der Aufnahmerichtlinie selbst zur Behandlung schwerer psy-

chischer Störungen und gegebenenfalls zur psychologischen Betreuung 

verpflichtet ist (vgl. zum Ganzen: statt vieler: Urteil BVGer F-5543/2022 

vom 7. Dezember 2022, E. 5.4.),  

dass von zusätzlichen medizinischen Abklärungen vor diesem Hintergrund 

daher keine rechtserheblichen neuen Erkenntnisse zu erwarten gewesen 

wären (zur antizipierten Beweiswürdigung vgl. BGE 141 I 60 E. 3.3; BGE 

136 I 229 E. 5.3), weshalb auch keine Verletzung der Abklärungspflicht vor-

liegt, wobei in diesem Zusammenhang auf das Urteil E-1263/2023 des 

Bundesverwaltungsgerichts vom 27. April 2023 (vgl. 4.4.3) zu verweisen 

ist, worin bereits festgehalten wurde, dass es Sache des Beschwerdefüh-

rers sei, die in Aussicht gestellten medizinischen Berichte einzureichen, 

dass das schliesslich auf Beschwerdeebene nachgereichte ärztliche Zeug-

nis der F._______ vom 12. Oktober 2023, worin das Vorliegen einer Post-

traumatischen Belastungsstörung (PTBS) und einer schweren depressiven 

Episode ohne psychotische Symptome diagnostiziert wird, nicht zu einer 

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Seite 11 

anderen Einschätzung führt, und damit in medizinischer Hinsicht keine we-

sentlich veränderte Sachlage vorliegt, 

dass das Wiedererwägungsgesuch im Wesentlichen damit begründet 

wurde, dass die Beschwerdeführerin (auch) in Kroatien Opfer von Zwangs-

prostitution geworden sei, 

dass aufgrund der bloss sehr kurzen Aufenthaltsdauer in Kroatien von nur 

wenigen Stunden (vgl. act. 18/3, «circa sieben Stunden in Kroatien») er-

scheint es als sehr unwahrscheinlich, dass die Beschwerdeführerin wäh-

rend dieser Zeit tatsächlich dort der Zwangsprostitution hätte nachgehen 

müssen; wobei diese Frage im Lichte der nachfolgenden Ausführungen im 

Resultat offen gelassen werden kann,  

dass diese Frage nicht abschliessender Beurteilung bedarf, da Kroatien 

das Übereinkommen des Europarates zur Bekämpfung des Menschenhan-

dels ratifiziert hat, das SEM Kroatien bereits über die Einstufung als mut-

massliches Opfer sexueller Ausbeutung informiert hat und es der Be-

schwerdeführerin obliegt, die kroatischen Behörden über die Umstände 

des (allfälligen) Menschenhandels zu informieren und (im Rahmen eines 

Asylgesuches) darzulegen, 

dass bei einer Überstellung nach Kroatien (unter anderem angesichts feh-

lender Kontaktmöglichkeiten der Täter zur Beschwerdeführerin) kein tat-

sächliches Risiko besteht, erneut Opfer von Menschenhandel zu werden, 

zumal die Beschwerdeführerin gemäss der Zustimmungserklärung der kro-

atischen Behörden ohnehin nach Zagreb überstellt werden wird und somit 

nicht an den Ort, an welchem sie möglicherweise Opfer von Menschen-

handel geworden war, 

dass im Weiteren die Notwendigkeit eines Verbleibs der Beschwerdefüh-

rerin im Hinblick auf die Durchführung eines Strafverfahrens nicht erkenn-

bar ist, da in der Schweiz bis zum heutigen Zeitpunkt kein Strafverfahren 

eingeleitet wurde und die Beschwerdeführerin ohnehin ausdrücklich ver-

neinte, in der Schweiz Opfer von Menschenhandel geworden zu sein (vgl. 

MH-Anh. F124), 

dass im Lichte der voranstehenden Ausführungen die vorinstanzliche Ver-

fügung nicht zu beanstanden ist und das SEM zu Recht das Wiedererwä-

gungsgesuch der Beschwerdeführerin abgelehnt hat, 

E-5824/2023 

Seite 12 

dass demnach die Beschwerde abzuweisen und die Verfügung des SEM 

vom 24. September 2023 zu bestätigen ist, womit auch die Verfügung vom 

23. Februar 2023 (Nichteintretensentscheid im Dublin-Verfahren) weiterhin 

in Rechtskraft bleibt,  

dass mit vorliegendem Urteil der Antrag auf Verzicht auf die Erhebung ei-

nes Kostenvorschusses und das Gesuch um Gewährung der aufschieben-

den Wirkung der Beschwerde gegenstandslos geworden sind,  

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Beschwerdeführerin die Kos-

ten zu tragen (Art. 63 Abs. 1 VwVG), die bei ausserordentlichen Rechts-

mittelverfahren auf Fr. 1’500.– festzulegen sind (Art. 1-3 des Reglements 

vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-

desverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Den Gesuchen um Ge-

währung der unentgeltlichen Prozessführung und der unentgeltlichen Ver-

beiständung kann nicht stattgegeben werden, weil die Begehren als aus-

sichtslos gelten, es mithin an einer gesetzlichen Voraussetzung für die Ge-

währung der unentgeltlichen Prozessführung und der unentgeltlichen Ver-

beiständung fehlt (Art. 65 Abs. 1 VwVG).  

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

E-5824/2023 

Seite 13 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und der 

unentgeltlichen Verbeiständung werden abgewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 1’500.– werden der Beschwerdeführerin auf-

erlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

 

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Lorenz Noli Daniel Merkli 

 

 

 

 

 

Versand: