# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1aee2d90-fbdd-5f55-8b75-4e0168c4e5c8
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-03-29
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 29.03.2021 IV 2019/69
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2019-69_2021-03-29.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2019/69

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 29.11.2021

Entscheiddatum: 29.03.2021

Entscheid Versicherungsgericht, 29.03.2021
Art. 7 ATSG; Art. 8 ATSG; Art. 28 IVG: Gestützt auf ein für beweiskräftig 
befundenes Gutachten ist die Beschwerdeführerin zu 100 % arbeitsfähig. Die 
Gutachter fanden verschiedene Diskrepanzen und Inkonsistenzen. 
Objektivierte Befunde, welche sie nicht berücksichtigten, gehen aus den 
Berichten der behandelnden Ärzte nicht hervor (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 29. März 2021, IV 
2019/69). Bestätigt durch Urteil des Bundesgerichts 9C_280/2021.

Entscheid vom 29. März 2021

Besetzung

Präsidentin Marie Löhrer, Versicherungsrichterinnen Michaela Machleidt Lehmann und 

Corinne Schambeck; Gerichtsschreiberin Beatrix Zahner

Geschäftsnr.

IV 2019/69

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt Marcel Strehler, MLaw, S-E-K Advokaten, 

Zürcherstrasse 310, 8500 Frauenfeld,

gegen

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IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

IV-Leistungen

Sachverhalt

A.  

A.___ (nachfolgend: Versicherte) meldete sich am 26. Januar 2017 erneut bei der 

Invalidenversicherung (IV-Stelle) zum Leistungsbezug an (IV-act. 46). Die Versicherte 

war vom 1. Januar 2001 bis zum 30. April 2015 als Mitarbeiterin (Maschinenbedienerin 

Ablängerei) im B.___ bis zum 31. Juli 2004 zu 100 % und ab 1. August 2004 im 50 %-

Pensum angestellt gewesen (Angaben Arbeitgeberin vom 14. März 2017, IV-act. 63). 

Am 17. Januar 2014 hatte sie sich aufgrund eines infiltrativen Adenokarzinoms der 

Zervix einer radikalen Hysterektomie unterziehen müssen (Operationsbericht 

Frauenklinik des Kantonsspitals St. Gallen [KSSG], IV-act. 17-3 ff.; Austrittsbericht vom 

3. Februar 2014, IV-act. 17-1 ff.). Ein erstes Gesuch vom 20. September 2014 (IV-

act. 7) war gestützt auf einen Konsiliarbericht von Dr. med. C.___, FMH Innere Medizin, 

speziell Rheumatologie, vom 19. Januar 2015 (Fremdakten, act. 6-2 ff.) und ein 

psychiatrisches Gutachten von Dr. med. D.___, Psychiatrie und Psychotherapie, 

Polydisziplinäre medizinische Abklärungen (PMEDA) vom 3. Februar 2015 (Fremdakten, 

act. 6-7 ff.), beide zuhanden des Krankentaggeldversicherers, mit unangefochten 

gebliebener Verfügung vom 20. Juli 2015 (IV-act. 42) abgewiesen worden.

A.a. 

RAD-Arzt Dr. med. E.___, Psychiatrie und Psychotherapie, nahm am 6. Februar 

2017 Stellung, aus den eingereichten Berichten zu einer vom 14. bis 23. März 2016 

durchgeführten multimodalen Schmerztherapie (Austrittsbericht Klinik für 

Rheumatologie KSSG vom 30. März 2016, IV-act. 48) sowie von Dr. med. F.___, FMH 

Psychiatrie und Psychotherapie, vom 10. Januar 2017 (IV-act. 47) ergebe sich keine 

wesentliche Veränderung des Gesundheitszustandes im Vergleich zum 

Referenzzeitpunkt (IV-act. 53). Daraufhin stellte die IV-Stelle der Versicherten mit 

A.b. 

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Vorbescheid vom 6. Februar 2017 in Aussicht, auf das neue Gesuch nicht einzutreten 

(IV-act. 56).

Gegen diesen Vorbescheid erhob die Versicherte am 22. Februar 2017 Einwand 

(IV-act. 57) und reichte am 29. März 2017 einen Bericht der Klinik für Rheumatologie 

KSSG vom 16. März 2017 (IV-act. 65) sowie Arztberichte von PD Dr. med. G.___, 

Dermatologie und Venerologie, vom 31. Januar 2017 (IV-act. 66-2) und vom 23. März 

2017 (IV-act. 66-1) ein, wonach Diagnosen gestellt worden seien - namentlich eine 

Nickel- und Kobaltallergie -, die bis anhin noch nicht berücksichtigt worden seien (IV-

act. 64). In Würdigung weiterer Berichte von Dr. F.___ vom 28. Oktober 2017 (IV-

act. 87) und der Klinik für Angiologie KSSG vom 7. November 2017 (IV-act. 86) nahm 

RAD-Ärztin Dr. med. H.___, Praktische Ärztin, am 15. Februar 2018 Stellung, gemäss 

telefonischer Auskunft von Dr. I.___, Allgemeine Innere Medizin FMH, seien weder 

klinisch noch angiologisch irgendwelche Auffälligkeiten an Armen und Händen 

feststellbar. In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit liege aufgrund des chronischen, 

toxisch-irritativen Handekzems keine Arbeitsfähigkeit mehr vor. In einer adaptierten 

körperlich leichten und wechselbelastenden Tätigkeit ohne Zwangshaltungen der 

Wirbelsäule bestehe eine ganztägige Arbeitsfähigkeit. Der psychische 

Gesundheitszustand habe sich nach versicherungspsychiatrischer Beurteilung vom 

6. Februar 2017 nicht verändert. Hinweise auf neue medizinische Aspekte oder eine 

Intensivierung der Therapie lägen nicht vor (IV-act. 84). Gestützt darauf kündigte die IV-

Stelle der Versicherten mit Vorbescheid vom 21. Februar 2018 die vorgesehene 

Abweisung des Leistungsbegehrens hinsichtlich beruflicher Massnahmen und Rente 

an. Die Versicherte sei in einer adaptierten Tätigkeit voll arbeitsfähig. Eine 

Einschränkung bei der Stellensuche bestehe nicht (IV-act. 90). Mit Einwand vom 

5. April 2018 legte die Versicherte einen Bericht von Dr. F.___ vom 22. März 2018 (IV-

act. 93-3 ff.) ins Recht, wonach die Kriterien einer posttraumatischen 

Belastungsstörung (PTBS) erfüllt seien (IV-act. 93-1 ff.). Diesem waren medizinische 

und polizeiliche Berichte betreffend Vorfälle häuslicher Gewalt in den Jahren 1998 und 

2003 beigelegt (IV-act. 93-6 ff.).

A.c. 

Im Auftrag der IV-Stelle wurde die Versicherte durch das Medizinisches Zentrum 

Römerhof (MZR) polydisziplinär begutachtet (Gutachten vom 31. Oktober 2018; 

Dr. med. J.___, Allgemeine Innere Medizin; Dr. med. K.___, Psychiatrie und 

A.d. 

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Psychotherapie; Dr. med. L.___, Orthopädische Chirurgie, Schwerpunkt Rheumatologie 

[D; Rheumatologie sowie orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 

Bewegungsapparates], Dr. sc. hum. dipl. psych. M.___, Neuropsychologie; 

Untersuchungen 20. Juni sowie 3., 4. und 24. Juli 2018; IV-act. 113). Die Gutachter 

beschrieben Inkonsistenzen und ein theatralisch anmutendes Verhalten der 

Versicherten (IV-act. 113-4 f.; IV-act. 113-7 ff.). Sie kamen zum Schluss, aus 

internistischer und orthopädisch-traumatologischer Sicht bestünden keine funktionellen 

Einschränkungen (IV-act. 113-6). Die neuropsychologische Symptomvalidierung habe 

auf ein aggravierendes Verhalten hingewiesen, weshalb nicht beurteilt werden könne, 

ob hier funktionelle Einschränkungen bestünden (IV-act. 113-6). Aus psychiatrischer 

Sicht sei aufgrund zahlreicher Diskrepanzen hinsichtlich einer PTBS lediglich eine 

Verdachtsdiagnose möglich. Aktuell sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit von 

einer depressiven Episode, gegenwärtig remittiert (ICD-10: F32.4) auszugehen. Zudem 

bestehe eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren 

(IV-act. 113-5). Die psychischen Leiden seien als leicht zu beurteilen, so dass sie keine 

funktionellen Einschränkungen bewirkten (IV-act. 113-7). Die Versicherte sei - unter 

Vorbehalt von Tätigkeiten mit Gefährdungspotential, da kognitive Störungen nicht 

ausgeschlossen werden könnten - vollumfänglich arbeitsfähig (IV-act. 113-9 f.).

Nach Einholung einer Stellungnahme von RAD-Ärztin Dr. H.___ vom 13. November 

2018 (IV-act. 114) gewährte die IV-Stelle der Versicherten mit Vorbescheid vom 

gleichen Tag erneut das rechtliche Gehör zur vorgesehenen Abweisung des 

Leistungsbegehrens hinsichtlich beruflicher Massnahmen und Rente (IV-act. 117). 

Gestützt auf einen weiteren Bericht von Dr. F.___ vom 28. November 2018 (IV-

act. 122-5 ff.) erhob die Versicherte am 7. Dezember 2018 Einwand und machte 

geltend, die Diagnosekriterien einer PTBS seien erfüllt und diese wirke sich auf die 

Arbeitsfähigkeit aus, weshalb diesbezüglich weitere medizinische Abklärungen zu 

tätigen seien. Die im psychiatrischen Gutachten angeführten Diskrepanzen bestünden 

nur vermeintlich. Im psychiatrischen Gutachten fänden sich erhebliche 

Ungenauigkeiten und die Feststellungen der behandelnden Psychiaterin seien 

unberücksichtigt geblieben (IV-act. 122-1 ff.).

A.e. 

Der Einwand wurde der Gutachterstelle zur Stellungnahme unterbreitet (IV-

act. 124), worauf diese am 30. Januar 2019 im Wesentlichen äusserte, der Bericht von 

A.f. 

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B.  

Dr. F.___ vom 28. März 2018 sei im Gutachten eingehend gewürdigt worden (IV-

act. 125). RAD-Ärztin Dr. H.___ nahm am 12. Februar 2019 abschliessend Stellung, an 

der RAD-Stellungnahme vom 13. November 2018, basierend auf dem Gutachten vom 

31. Oktober 2018, könne festgehalten werden (IV-act. 126).

Mit Verfügung vom 13. Februar 2019 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren in 

Bezug auf berufliche Massnahmen und Rente ab. Mit dem Einwand vom 7. Dezember 

2018 würden keine entscheidrelevanten Fakten geltend gemacht. Der medizinische 

Sachverhalt sei mit dem Gutachten umfassend abgeklärt und die Einschätzung der 

behandelnden Psychiaterin hinreichend berücksichtigt worden. Aus 

versicherungsmedizinischer Sicht bestehe eine volle Arbeitsfähigkeit für eine körperlich 

leichte und wechselbelastende Tätigkeit ohne Zwangshaltungen der Wirbelsäule. Es 

bestehe somit kein Anspruch auf berufliche Massnahmen und Rentenleistungen (IV-

act. 128).

A.g. 

Mit Beschwerde vom 18. März 2019 beantragt A.___, vertreten durch 

Rechtsanwältin MLaw S. Appert, die Verfügung vom 13. Februar 2019 sei unter 

Kosten- und Entschädigungsfolge aufzuheben und es sei ihr eine ganze Invalidenrente 

zuzusprechen. Eventualiter sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, weitere 

fachärztliche medizinische Abklärungen vorzunehmen; subeventualiter seien ihr 

mindestens eine halbe Rente zuzusprechen und berufliche Massnahmen anzuordnen. 

In prozessualer Hinsicht beantragt sie die Sistierung des Verfahrens bis zum Vorliegen 

des Berichts über eine fachärztliche Untersuchung in der Klinik N.___. Die 

Beschwerdegegnerin sei in der angefochtenen Verfügung inhaltlich nicht auf ihre 

Einwände vom 7. Dezember 2018 eingegangen. Ihr Verhalten anlässlich der 

polydisziplinären Begutachtung sei durch ihre psychiatrischen Erkrankungen geprägt 

gewesen, die sich auf sämtliche Teilgutachten auswirkten und entsprechend zu 

würdigen seien. Die trotz der zahlreichen Diagnosen attestierte Arbeitsfähigkeit von 

100 % sei nicht nachvollziehbar. Es werde verkannt, dass ihr die bisherige Tätigkeit 

aufgrund eines toxisch-irritativen Handekzems nicht mehr zumutbar sei. Das Resultat 

der neuropsychologischen Testung sei nicht auf Aggravation, sondern auf mangelndes 

Sprachverständnis und fehlenden Umgang mit Computern zurückzuführen; auch habe 

B.a. 

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sie fehlerfreie Testergebnisse erzielt. Es lägen erhebliche neuropsychologische 

Einschränkungen vor, was selbst von den Gutachtern nicht ausgeschlossen worden 

sei. Die psychiatrischen Diagnosen könnten nicht als leicht beeinträchtigend beurteilt 

werden. Gemäss ihrer behandelnden Psychiaterin Dr. F.___ leide sie unter einer 

komplexen posttraumatischen Belastungsstörung (Überweisungsschreiben vom 

12. März 2019, act. G 1.3) und sei zu 100 % arbeitsunfähig (Schreiben vom 13. März 

2019, act. G 1.4). Es seien eine neuropsychologische und eine psychiatrische 

Untersuchung hinsichtlich der posttraumatischen Belastungsstörung vorgesehen 

(act. G 1).

Die Beschwerdegegnerin schliesst sich am 13. Mai 2019 dem Sistierungsantrag 

der Beschwerdeführerin an (act. G 4).

B.b. 

Am 14. Mai 2019 reicht die Beschwerdeführerin dem Versicherungsgericht einen 

Bericht vom 9. Mai 2019 über das Indikationsgespräch in der Klinik N.___ ein, wonach 

eine relative Indikation für eine Traumatherapie bestehe (act. G 6 und act. G 6.1). Die 

Präsidentin sistiert am 20. Mai 2019 das Verfahren (act. G 7).

B.c. 

Die Beschwerdeführerin reicht am 31. Mai 2019 dem Versicherungsgericht einen 

Bericht vom 7. Mai 2019 über eine testpsychologische Untersuchung durch die 

Psychodiagnostik der Psychiatrie O.___ (act. G 8.1) sowie einen Bericht der 

behandelnden Psychiaterin Dr. F.___ vom 29. Mai 2019 (act. G 8.2) ein, wonach sie 

Computerarbeiten meide (act. G 8). Am 24. Juli 2019 legt sie den Bericht der Klinik 

N.___ vom 17. Juli 2019 über die stationäre Therapie in der Traumatherapiestation vom 

4. Juni bis 2. Juli 2019 (act. G 10.1) ins Recht und beantragt die Aufhebung der 

Sistierung und die Gutheissung der Beschwerdeanträge (act. G 10). Die Präsidentin 

hebt die Sistierung am 6. August 2019 auf (act. G 11).

B.d. 

Mit Beschwerdeantwort vom 27. September 2019 beantragt die 

Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Behandelnde Ärztinnen und 

Ärzte würden im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen 

mitunter eher zugunsten ihrer Patienten aussagen. Da die psychiatrische Gutachterin 

bezüglich der Diagnose einer PTBS mehrere Diskrepanzen erkannt habe, welche diese 

bei objektiver Betrachtung nicht als gesichert erscheinen lassen würden, habe sie 

B.e. 

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nachvollziehbar bloss eine entsprechende Verdachtsdiagnose anerkannt. Ob die 

diagnostischen Kriterien vollumfänglich oder bloss im Sinne einer Verdachtsdiagnose 

erfüllt seien, sei letztlich nicht entscheidend. Massgebend seien vielmehr die konkreten 

funktionellen Auswirkungen auf das Leistungsvermögen. Die psychiatrische 

Gutachterin sei in Berücksichtigung des strukturierten Beweisverfahrens 

nachvollziehbar zum Ergebnis gelangt, dass die Beschwerdeführerin aus 

psychiatrischer Sicht in ihrer Arbeitsfähigkeit nicht eingeschränkt sei. Die 

psychiatrische Begutachtung sei lege artis erfolgt und trage unausweichlich 

Ermessenszüge. Die abweichende Beurteilung der behandelnden Psychiaterin 

begründe keine Zweifel am psychiatrischen Teilgutachten. Der Bericht der Klinik N.___ 

vom 17. Juli 2019 sei durch zwei Psychologinnen ohne Kenntnis der Vorakten verfasst 

worden. Der Bericht vom 7. Mai 2019 betreffend die testpsychologische Untersuchung 

vom 1. Mai 2019 stelle das lege artis erstellte neuropsychologische Gutachten nicht in 

Frage. Der behandelnde Dermatologe habe am 23. März 2017 berichtet, aktuell gebe 

es bezüglich der Hände wenig Probleme. Deshalb habe kein Anlass zu einer 

dermatologischen Begutachtung bestanden. Ohnehin sei für die Beurteilung des 

Rentenanspruchs die 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Verweistätigkeit 

massgebend (act. G 14).

Mit Replik vom 24. Dezember 2019 macht die neu durch Rechtsanwalt MLaw M. 

Strehler vertretene Beschwerdeführerin geltend, entgegen der Ansicht der 

Beschwerdegegnerin hätten die Gutachter die Arbeitsfähigkeit anders beurteilt, als sie 

dies unter Annahme einer vorliegenden PTBS getan hätten. Dem Austrittsbericht der 

Klinik N.___ vom 17. Juli 2019 sei zu entnehmen, dass sie teilweise körperlich oder auf 

Grund von traumatischen Erlebnissen von den Therapieprogrammen überfordert 

gewesen sei. Im mit Replik eingereichten Bericht der Klinik N.___ vom 17. Dezember 

2019 über ein Indikationsgespräch bezüglich einer zweiten Phase einer Traumatherapie 

(act. G 20.1) werde die Diagnose bestätigt (act. G 20).

B.f. 

Mit Duplik vom 10. Januar 2020 trägt die Beschwerdegegnerin vor, es würden im 

Bericht der Klinik N.___ vom 17. Dezember 2019 keine wichtigen Aspekte genannt, die 

im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben seien, denn die 

Diagnose einer PTBS sei schon von Dr. F.___ gestellt worden, von deren Berichten die 

Gutachterstelle Kenntnis gehabt habe (act. G 22).

B.g. 

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Erwägungen

1.

Die Beschwerdegegnerin hat eine erhebliche Änderung des Invaliditätsgrad gemäss 

Art. 87 Abs. 2 und 3 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) 

als glaubhaft gemacht erachtet, indem sie auf das Gesuch vom 26. Januar 2017 (IV-

act. 46) eingetreten ist und schliesslich eine Begutachtung angeordnet hat. Da ein 

Rentenanspruch mit rechtskräftig gewordener Verfügung vom 20. Juli 2015 

abgewiesen worden war (IV-act. 42), besteht ein allfälliger Rentenanspruch aufgrund 

der Neuanmeldung frühestens ab 1. Juli 2017 (Art. 29 Abs. 1 und 3 des 

Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]; BGE 142 V 550 f. 

E. 3.1 f.; Urteil des Bundesgerichts vom 18. Februar 2016, 9C_942/2015, E. 3.3.3).

2.  

Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) umschreibt Invalidität als voraussichtlich 

bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. 

Erwerbsunfähigkeit ist der durch die gesundheitliche Beeinträchtigung verursachte und 

nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende Verlust der 

Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt 

(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind 

ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. 

Eine Erwerbsunfähigkeit liegt nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar 

ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).

2.1. 

Ein invalidenversicherungsrechtlich relevanter Gesundheitsschaden setzt eine auf 

objektivierten Beschwerden beruhende fachärztlich gestellte Diagnose nach einem 

wissenschaftlich anerkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 130 V 396 E. 5.3 und 

E. 6, BGE 141 V 289 E. 3.2; Urteil des Bundesgerichts vom 22. Februar 2016, 

8C_1/2016, E. 4.3). Erforderlich ist zudem, dass die geltend gemachten Beschwerden 

objektiviert werden können und sich auf die Arbeits- bzw. Erwerbsfähigkeit auswirken 

(vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 30. November 2017, 8C_350/2017, E. 5.4, und 

vom 27. März 2015, 8C_673/2014, E. 5.1.1; BGE 143 V 427 E. 6). Für somatisch 

unklare Beschwerdebilder (somatoforme Schmerzstörung und gleichgestellte 

Diagnosen) sowie psychische Erkrankungen wie namentlich Depressionen ist der 

Beweis nach dem strukturierten Verfahren mittels Indikatoren zu führen (vgl. dazu BGE 

141 V 281 und BGE 143 V 428, E. 7.1). Der Beweis für eine lang andauernde und 

2.2. 

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erhebliche gesundheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit kann nur dann als geleistet 

betrachtet werden, wenn die Prüfung der massgeblichen Beweisthemen im Rahmen 

einer umfassenden Betrachtung ein stimmiges Gesamtbild einer Einschränkung in allen 

Lebensbereichen (Konsistenz) für die Bejahung einer Arbeitsunfähigkeit zeigt (BGE 143 

V 427, E. 6).

Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 

Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung 

zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 

Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen). Hinsichtlich des 

Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen 

Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden 

ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen 

Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind 

(BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen; BGE 141 V 14 E. 6.3.1). Im Sinne einer Richtlinie 

ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten von externen 

Spezialärzten und -ärztinnen, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und 

Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der 

Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, volle Beweiskraft 

zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise 

sprechen (BGE 137 V 227 E. 1.3.4; BGE 125 V 353 E. 3b/bb).

2.3. 

Im Sozialversicherungsrecht gilt der Untersuchungsgrundsatz. Verwaltung und 

Sozialversicherungsgericht haben von sich aus für die richtige und vollständige 

Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (BGE 122 V 158 E. 1a). 

Rechtserheblich sind alle Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den 

streitigen Anspruch so oder anders zu entscheiden ist. In diesem Rahmen haben 

Verwaltungsbehörden und das Sozialversicherungsgericht zusätzliche Abklärungen 

stets dann vorzunehmen oder zu veranlassen, wenn hierzu aufgrund der 

Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebender Anhaltspunkte 

hinreichender Anlass besteht (BGE 117 V 282 E. 4a). Im Sozialversicherungsrecht hat 

das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, 

nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen (vgl. BGE 126 V 

360 E. 5b; BGE 125 V 195 E. 2, je mit Hinweisen).

2.4. 

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3.  

Zu prüfen ist die Beweistauglichkeit des Gutachtens des MZR vom 31. Oktober 

2018 (IV-act. 113). Dabei ist vor allem das psychiatrische Teilgutachten umstritten.

3.1. 

Die Beschwerdeführerin schilderte den Gutachtern, 1996 sei sie, im sechsten 

Monat schwanger, von ihrem Ehemann verprügelt worden. Nachdem sie im Jahre 2003 

von ihrem Ehemann erneut geschlagen und mit dem Tod bedroht worden sei, sei die 

Trennung erfolgt. Die Morddrohungen kämen ihr immer wieder hoch. Seit 2006 sei sie 

in psychiatrischer Behandlung, werde wegen chronischer Kopfschmerzen, die auf 

Tätlichkeiten ihres Ehemannes zurückgingen, abgeklärt und habe als alleinerziehende 

Mutter in einer 50 %-Anstellung als Maschinenbedienerin funktioniert. Die 

Krebsdiagnose Ende 2013 habe sie in eine Depression gestürzt und zu einem 

Wiederaufflammen des seit Kindheit bekannten Asthmas geführt. Seither fühle sie sich 

enorm müde und erschöpft. Neu seien Magen- und Gallensteinbeschwerden, 

Rückenbeschwerden und eine chronische Verstopfung hinzugekommen. Sie fühle sich 

aufgrund von Konzentrationsstörungen, Kraftlosigkeit und Nervosität in ihrer 

Lebensqualität stark eingeschränkt (IV-act. 113-25, 29). Sie habe Probleme mit den 

Fingermittelgelenken beider Hände, Schmerzen vom Nacken bis zum Gesäss, in 

beiden Kniegelenken, beiden Vorder- und Mittelfüssen, Fersen, beiden Schultern und 

an beiden Unterarminnenseiten. Die Rückenschmerzen strahlten in den Kopf, in beide 

Schultern und in beide Beine bis in die Zehen aus. Betroffen sei die rechte Körperseite, 

in letzter Zeit aber auch die linke. Sie hätten im Verlauf zugenommen. Die ständigen 

Schmerzen in den Schultern, an den Unterarminnenseiten bestünden seit 15, in den 

Füssen seit zehn und in den Knien seit drei Jahren. Weiter berichtet sie über 

Gefühllosigkeit des Oberkörpers und komplette Taubheit der Hände bis auf die 

Daumen (IV-act. 113-40 ff., 58, 73). Seit zwei Jahren leide sie an Gelenksschmerzen, 

Intensität 7 von 10 auf der visuellen analogen Schmerzskala (VAS; IV-act. 113-25, 29). 

Weiter leide sie an Schlafstörungen mit Albträumen (IV-act. 58, 72) sowie Schwäche- 

bzw. Schwindelanfällen, aufgrund derer sie zwei- bis dreimal wöchentlich hinfalle (IV-

act. 113-70).

3.2. 

Aus internistischer Sicht konnte das berichtete seit Kindheit bestehende Asthma 

nicht objektiviert werden, da trotz mehrmaliger Instruktion die kleine 

Lungenfunktionsprüfung nicht möglich gewesen sei (IV-act. 113-34 f.). Es liessen sich 

internistisch keine funktionellen Einschränkungen begründen (IV-act. 113-36). Die 

orthopädische Gutachterin liess Röntgenbilder beider Handgelenke/Hände, 

Sprunggelenke, der Halswirbelsäule, der Schultergelenke, der Brust- und 

Lendenwirbelsäule, des Beckens sowie der Kniegelenke und Füsse anfertigen. Diese 

3.3. 

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zeigten unter anderem eine vermehrte Kyphosierung der Brustwirbelsäule mit ventraler 

und lateraler Syndesmophytenbildung im mittleren BWS-Bereich (etwa BWK 5 bis 10), 

degenerative Veränderungen der Facettengelenke LWK 5/SWK 1 beidseits, ein gering 

verschmälerter kranialer Gelenkspalt des linken Hüftgelenkes und einen geringgradig 

verminderten medialen und lateralen Gelenkspalt im linken stärker als im rechten Knie 

(IV-act. 113-48 ff.). Sie diagnostizierte unter anderem ein pseudoradikuläres 

Lumbalsyndrom beidseits bei Facettengelenksarthrose LWK 5/SWK 1 beidseits, ein 

Zerviko-Thorakalsyndrom ohne behinderungsrelevantes Korrelat und eine initiale 

Gonarthrose beidseits und Coxarthrose links (IV-act. 113-51). Die Diagnose einer 

Fibromyalgie könne nicht bestätigt werden, da die Versicherte an einem 

pseudoradikulären Lumbalsyndrom beidseits bei Facettengelenksarthrose LWK 5/

SWK 1 beidseits, einem Zerviko-Thorakal-Syndrom, einer initialen Gonarthrose 

beidseits und einer Coxarthrose links leide (IV-act. 113-54). Die ubiquitären 

Druckschmerz- und Schmerzangaben der Wirbelsäule liessen sich mit den 

altersentsprechenden radiologischen Befunden vom 20. Juni 2018 nicht erklären. 

Hinweise auf eine Reizung zervikaler, thorakaler oder lumbaler Nervenwurzeln hätten 

nicht bestanden. Die degenerativen Veränderungen der Facettengelenke LWK 5/SWK 1 

beidseits erklärten gelegentliche belastungsabhängige Rückenschmerzen, bedingten 

jedoch keine relevanten Funktionseinschränkungen (IV-act. 113-51). Die angegebenen 

Beschwerden im Bereich der Hände und Füsse und die als vermindert demonstrierte 

Kraftentfaltung beider Hände seien aus orthopädisch-traumatologischer Sicht nicht 

nachvollziehbar (IV-act. 113-52). Die initialen degenerativen Veränderungen der 

Kniegelenke und des linken Hüftgelenkes hätten keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit 

(IV-act. 113-52). Die orthopädische Expertin führte aus, während der Untersuchung sei 

die Beschwerdeführerin zweimal in theatralisch anmutender Weise auf den Fussboden 

gesunken, sie habe gestöhnt, die Lendenwirbelsäule verrenkt und bei der 

Rückwärtsbewegung der Arme erheblich gegengespannt und geschluchzt. Die 

Beweglichkeit der Hals- und Lendenwirbelsäule und der so genannte Schürzengriff 

seien spontan uneingeschränkter gewesen als in der Untersuchung (IV-act. 113-44 ff., 

51). Sämtliche Waddell-Zeichen als Hinweis auf eine nichtorganische Pathologie seien 

positiv gewesen. Es bestünden massive Verdeutlichungstendenzen und der Verdacht 

auf ein Aggravationsverhalten (IV-act. 113-51).

Die neuropsychologische Gutachterin führte aus, beide Teile des 

Symptomvalidierungstests hätten Werte ergeben, die extrem weit unter denen lagen, 

die bei motivierter Mitarbeit zu erreichen seien. Es habe ein aggravierendes Verhalten 

beobachtet werden können (IV-act. 113-61). Die Testergebnisse waren im Einzelnen 

mehrheitlich unterdurchschnittlich bis weit unterdurchschnittlich (vgl. IV-act. 113-61 f.). 

3.4. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/17

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Es sei höchst wahrscheinlich, dass die Versicherte beim Symptomvalidierungstest 

aggravierte Reaktionen gezeigt habe. Die eklatanten mnestischen Funktionsverluste 

hätten nicht dem im Gespräch gewonnenen Eindruck entsprochen. Es seien 

Inkonsistenzen bei der Bearbeitung unterschiedlicher Tests aufgefallen. Die 

verlangsamten Reaktionszeiten hätten eine Variabilität aufgewiesen, die 

neuropsychologisch nicht erklärbar sei (IV-act. 113-65). Inwieweit bessere Ergebnisse 

möglich gewesen wären, könne wegen der Aggravation nicht beurteilt werden. Daher 

könnten die Ergebnisse der Tests nicht inhaltlich ausgewertet und allfällige tatsächliche 

und spezifische Defizite differenzialdiagnostisch nicht festgestellt werden (IV-

act. 113-66). Diese Beurteilung wurde durch die zweite neuropsychologische 

Untersuchung vom 1. Mai 2019 bestätigt: Auch hier wurden Resultate erzielt, die eine 

reduzierte Anstrengungsbereitschaft als wahrscheinlich erscheinen liessen, weshalb die 

Authentizität der rein neurokognitiven Defizite aus neuropsychologischer Sicht in Frage 

gestellt werden müsse. Somit lasse sich die Arbeitsfähigkeit aus neuropsychologischer 

Sicht nicht valide einschätzen. Die psychiatrische Symptomatik vermöge die auffälligen 

Werte in einem Performanzvalidierungstest nicht vollumfänglich zu erklären, weshalb 

eine Aggravationstendenz wahrscheinlich sei (Bericht Psychiatrie O.___ vom 7. Mai 

2019, act. G 8.1). Die behandelnde Psychiaterin Dr. F.___ führt die Testergebnisse auf 

sprachliche Schwierigkeiten, eine ausgeprägte Schamproblematik (Stellungnahme vom 

13. März 2019, act. G 1.4) und auf eine Angst der Beschwerdeführerin, an einem PC zu 

arbeiten, zurück (Stellungnahme vom 29. Mai 2019, act. G 8.2). Hierzu ist zu bemerken, 

dass die neuropsychologische Begutachtung in Anwesenheit eines professionellen 

Übersetzers stattfand (IV-act. 113-57). Der Intelligenztest war gar sprachfrei  (IV-

act. 113-61) und lag trotzdem im unterdurchschnittlichen Bereich. Eine 

computergestützte Durchführung ist (lediglich) bei der Testung der attentionalen 

Funktionen ausdrücklich vermerkt (IV-act. 113-62). Zudem kann angenommen werden, 

dass die neuropsychologische Untersucherin aufgrund ihrer Fachkenntnisse in der 

Lage gewesen wäre, eine Blockade der Beschwerdeführerin gegenüber Computern zu 

erkennen und die in diesen Tests erzielten Ergebnisse entsprechend zu würdigen. 

Schliesslich hielt die neuropsychologische Gutachterin fest, die eklatanten mnestischen 

Funktionsverluste hätten nicht dem im Gespräch gewonnenen Eindruck entsprochen 

(IV-act. 113-65). Ähnlich führte die psychiatrische Gutachterin aus, die 

Beschwerdeführerin habe mit gleichbleibender Konzentrationsspanne aufmerksam das 

Gespräch verfolgt. Sie habe teilweise leicht verzögert klar und präzise geantwortet und 

Lebensgeschichte und Beschwerden fliessend geschildert, was auf ganz unauffällige 

mnestische Funktionen hindeute. Im Gespräch hätten sich keine Hinweise auf relevante 

kognitive Schwierigkeiten gefunden (IV-act. 113-80 f.). Das neuropsychologische 

Gutachten erscheint damit nachvollziehbar und überzeugend.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/17

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Die psychiatrische Gutachterin diagnostizierte eine chronische Schmerzstörung mit 

somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10: F45.41), eine Bulimia nervosa und 

eine depressive Episode, gegenwärtig remittiert (ICD-10: F32.4; IV-act. 113-86). Für die 

Diagnose einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung seien die Kriterien einer 

hartnäckigen Forderung nach medizinischen Untersuchungen, von andauernden, 

schweren und quälenden Schmerzen sowie der Verbindung zu einem emotionalen 

Konflikt oder einer psychosozialen Belastung nicht erfüllt (IV-act. 113-90). In Bezug auf 

eine posttraumatische Belastungsstörung stellte die psychiatrische Gutachterin 

lediglich eine Verdachtsdiagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit und brachte 

zu einzelnen Diagnosekriterien Vorbehalte aufgrund von Diskrepanzen an: So habe die 

Beschwerdeführerin angegeben, seit ihrer Hochzeit 1994 unter Flashbacks zu leiden, 

habe aber dennoch bis im Jahr 2003 mit ihrem Ehemann zusammengelebt und erst im 

Jahr 2006 psychiatrische Hilfe und bislang keine traumaspezifische Therapie in 

Anspruch genommen. Untypisch sei, dass die Symptomatik trotz jahrelanger 

ambulanter psychischer Behandlung als weitgehend stabil und unveränderlich im 

Zeitablauf geschildert werde. Weiter gebe sie Todesängste vor ihrem Ehemann an, 

obwohl die Trennung auf dessen Initiative hin erfolgt sei. Ein Vermeidungsverhalten sei 

nicht ausgewiesen. Trotz seit Jahren bestehender posttraumatischer Symptomatik sei 

sie bis zum Jahr 2014 nie arbeitsunfähig gewesen (IV-act. 113-86 ff.). Ähnlich bemerkte 

auch der internistische Gutachter, die Schilderungen der Beschwerdeführerin, gerne 

arbeiten zu wollen, grosse Angst vor ihrem Ehemann zu haben, sich zu schämen und 

sich nicht aus dem Haus zu trauen, widerspreche dem Verhalten in der Freizeit und 

dass sie nach wie vor in der Nähe des einstigen Ehemannes wohne (IV-act. 113-36).

3.5. 

Die behandelnde Psychiaterin hatte am 28. März 2018 dargelegt, die 

Diagnosekriterien einer PTBS seien ihrer Ansicht nach erfüllt. Die Beschwerdeführerin 

habe sich gegenüber ihrem Vater schuldig gemacht, indem sie ihren Lohn nicht der 

Familie habe zukommen lassen und ihren Ehemann geheiratet habe, obwohl der Vater 

gegen die Ehe gewesen sei. Hieraus habe sich ein so genanntes traumatisches 

Introjekt entwickelt, ein Sich-Schuldig- und Bestraft-Fühlen, wobei es durch die 

Krebsdiagnose zu einer Retraumatisierung gekommen sei (vgl. IV-act. 93-3 f.). 

Ergänzend führte sie in ihrer Stellungnahme vom 28. November 2018 zum Gutachten 

aus, eine allfällige Aggravation sei Ausdruck der Erkrankung der Beschwerdeführerin im 

Sinne einer konkretistischen Form, Leiden zu vermitteln. Durch die Therapie würden die 

Flashbacks nicht verschwinden, sondern es werde ein besserer Umgang damit erlernt. 

Das Trauma sei ein Aspekt ihrer Therapie. Die Ängste hätten die Beschwerdeführerin 

gerade daran gehindert, sich von ihrem Ehemann zu trennen. Nachdem sie von ihm 

verlassen worden sei, habe sie in ihrem Selbstverständnis absolut keinen Wert mehr 

3.6. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/17

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und sei die Gefahr, getötet zu werden, noch höher. Sie verlasse die Wohnung alleine 

ausschliesslich, um in die Therapie zu gehen, dort könne sie davon ausgehen, dass 

jemand reagieren würde, falls sie nicht erscheinen würde. Die Gutachterin sei zu 

konkretistisch vorgegangen und habe ihre Innenwelt nicht verstanden (IV-act. 122-5 f.). 

In einer weiteren Stellungnahme vom 13. März 2019 betonte sie, während allen 

Therapiesitzungen sei bei ihr nie der leiseste Verdacht einer Aggravation aufgekommen 

(act. G 1.4). Auch während des stationären Aufenthaltes in der Klinik N.___ vom 4. Juni 

bis 2. Juli 2019 und in einem Indikationsgespräch zu einer zweiten Phase der 

Traumatherapie wurden die Diagnose einer komplexen posttraumatischen 

Belastungsstörung (ICD-10: F43.1) und eine grundsätzlich eindeutige Indikation zu 

einer ätiologieorientierten und störungsspezifischen Traumatherapie bestätigt. Im 

Eintrittsbefund wurde unter anderem festgehalten, es bestünden ein Hyperarousal mit 

Nervosität, Schlafstörungen, Reizbarkeit und Lautwerden, ein ausgeprägtes 

Vermeidungsverhalten auf kognitiver und Verhaltensebene, Einschränkungen der 

Emotionsregulation und ein verändertes Selbstbild mit Schuld- und Schamgefühlen, 

starke Hinweise auf Somatisierung sowie dissoziative Amnesien, dissoziative 

Bewegungsstörungen und selten dissoziative Ohnmachtsanfälle (Berichte Klinik N.___ 

vom 17. Juli 2019, act. G 10.1, und vom 17. Dezember 2019, act. G 20.1, wobei 

letzterer auch durch eine Fachärztin unterzeichnet wurde).

Der Gutachterin lagen die Akten über die Vorfälle von 1998 und 2003 vor (IV-

act. 93-6 ff.). Ebenso waren ihr die seit Kindheit vorhandenen lebensgeschichtlichen 

Belastungen der Beschwerdeführerin bekannt. In den Berichten von Dr. F.___ vom 

28. November 2018 und der Klinik N.___ werden keine mit einer posttraumatischen 

Belastungsstörung assoziierten Symptome beschrieben, welche die 

Beschwerdeführerin nicht auch gegenüber der Gutachterin geschildert hätte oder die 

insbesondere im Bericht von Dr. F.___ vom 28. März 2018 nicht erwähnt worden 

wären. Im Unterschied zur behandelnden Psychiaterin und zur Klinik N.___ prüfte die 

Gutachterin die Konsistenz der geltend gemachten Beschwerden vertieft und mass den 

von ihr aufgeführten Diskrepanzen höheres Gewicht zu. Dies entspricht ihrer Aufgabe 

als Gutachterin, wonach für die Arbeitsfähigkeitsschätzung nur mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit objektivierte Beeinträchtigungen der Arbeitsfähigkeit berücksichtigt 

werden dürfen. Hinzuweisen ist in diesem Zusammenhang auf die unterschiedliche 

Aufgabe und Optik der behandelnden und der begutachtenden Fachpersonen (vgl. 

dazu BGE 124 I 175, E. 4, Urteile des Bundesgerichts vom 27. September 2017, 

8C_295/2017, E. 6.4.2, vom 24. November 2015, 9C_353/2015, E. 4.1 und vom 

29. September 2009, 9C_661/2009, E. 3.2). Was die depressiven Episoden anbelangt, 

diagnostizierte die behandelnde Psychiaterin diese gemäss Bericht vom 28. Oktober 

3.7. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/17

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2017 als leichtgradig (IV-act. 87). Im Bericht vom 22. März 2018 (IV-act. 93-3 ff.) und 

vom 28. November 2018 (IV-act. 122-5 ff.) äusserte sie sich nicht dazu. Erst im Bericht 

der Klinik N.___ vom 17. Juli 2019 (act. G 10.1) ist wieder von einer mittelgradigen 

depressiven Episode die Rede. Dieser Ablauf legt nahe, dass hier im Zeitpunkt der 

Begutachtung (Juni/Juli 2018) eine Remission vorlag. Im neuropsychologischen Bericht 

vom 7. Mai 2019 wurde denn auch eine Exazerbation aufgrund des Todes des Vaters 

der Beschwerdeführerin drei Wochen vor der Untersuchung am 1. Mai 2019 in Betracht 

gezogen (act. G 8.1). Somit ist überwiegend wahrscheinlich, dass eine relevante 

Verschlechterung der depressiven Symptomatik erst nach Erlass der angefochtenen 

Verfügung vom 13. Februar 2019 eintrat. Die in den Berichten der Klinik N.___ 

erwähnten dissoziativen Störungen (act. G 10.1; act. G 20.1) sind bislang diagnostisch 

noch nicht erfasst oder gar therapeutisch angegangen worden. Die 

Beschwerdeführerin hatte anlässlich der psychiatrischen Begutachtung zwar 

angegeben, "in letzter Zeit" öfters zu stürzen (IV-act. 113-70), einen entsprechenden 

Befund konnte die Gutachterin jedoch offenbar nicht erheben (IV-act. 113-80 ff.). In der 

orthopädischen Begutachtung kam es allerdings zu zweimaligem demonstrativ 

langsamem Sinken auf den Fussboden, das die Gutachterin als theatralisch anmutend 

bzw. Aggravationsverhalten beschrieb (IV-act. 113-45, 51). Auch hier ist eine 

Verschlechterung des Gesundheitszustandes bis zum Zeitpunkt der angefochtenen 

Verfügung nicht plausibel.

Die psychiatrische Gutachterin befand, die Fähigkeit zur Anpassung an Regeln und 

Routinen, zur Planung und Strukturierung von Aufgaben, die Flexibilität/ 

Umstellungsfähigkeit, die Anwendung fachlicher Kompetenzen, die Entscheidungs- 

und Urteilsfähigkeit seien nicht beeinträchtigt, die Durchhaltefähigkeit sei leicht, die 

Selbstbehauptungsfähigkeit, die Kontaktfähigkeit zu Dritten, die Gruppenfähigkeit, die 

Fähigkeit zu familiären bzw. intimen Beziehungen, zu Spontan-Aktivitäten und zur 

Selbstpflege seien nicht und die Verkehrsfähigkeit sei leicht beeinträchtigt (IV-

act. 113-82 ff.). Mehrfach berichtete die Beschwerdeführerin, sie absolviere 

Physiotherapie, MTT, Wassertherapie und nehme Analgetika ein (IV-act. 113-41 f., 76). 

Die psychiatrische Gutachterin führte aus, die Beschwerdeführerin verfüge über 

Kontakte zu Angehörigen und treffe Leute in der Kirche. Es gebe keine Hinweise für 

einen ausgewiesenen sozialen Rückzug (IV-act. 113-78). Als Ressource sei das gute 

soziale Umfeld zu werten. Ressourcenhemmend seien teilweise dysfunktionale 

Bewältigungsstrategien. Auch ein sekundärer Krankheitsgewinn mit vermehrter 

Zuwendung und Unterstützung durch ihre Kinder sei als möglicher aufrechterhaltender 

Faktor für die Störung zu diskutieren (IV-act. 113-93). Zur Konsistenz hielten sowohl die 

orthopädische als auch die neuropsychologische Gutachterin fest, die Angaben der 

3.8. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/17

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4.  

Beschwerdeführerin seien vage geblieben und nicht konstant gewesen (IV-

act. 113-41 f., 60). Die fehlende Inanspruchnahme orthopädisch-traumatologischer 

Behandlungen und die fehlende Einnahme von Novalgin seien diskrepant zu den 

angegebenen starken Schmerzen (IV-act. 113-54). Auch dass die Waddellzeichen alle 

positiv waren, spricht gegen eine Konsistenz der geltend gemachten Beschwerden 

(vgl. IV-act. 113-9). Die psychiatrische Gutachterin hielt fest, die Angaben seien leicht 

verzögert, klar und präzise erfolgt (IV-act. 113-80). Die geltend gemachten 

Beschwerden und Einschränkungen konnten sodann - wie bereits dargelegt - nur 

teilweise objektiviert werden. So berichtete die Beschwerdeführerin von auch während 

der Untersuchung stattfindenden Flashbacks, ohne dass für die Gutachterin eine 

vegetative Erregung oder emotionale Anspannung ersichtlich wurde (vgl. IV-

act. 113-71). Im kognitiven Bereich fielen der psychiatrischen und der 

neuropsychologischen Gutachterin in der Untersuchungssituation keine Defizite auf (IV-

act. 113-60, 81). Die von der psychiatrischen Gutachterin in Bezug auf das Vorliegen 

einer posttraumatischen Belastungsstörung aufgezeigten Diskrepanzen betreffen vorab 

das Vermeidungsverhalten in Bezug auf die Angst vor einer Begegnung der 

Beschwerdeführerin mit ihrem früheren Ehemann oder mit seinen Angehörigen. Selbst 

wenn sich diese Unstimmigkeiten durch die Argumente der behandelnden Psychiaterin 

teilweise entkräften liessen, scheint die posttraumatische Symptomatik die 

Beschwerdeführerin nicht in allen Lebensbereichen einzuschränken. Es wird nicht 

beschrieben, dass sie Angst vor sämtlichen unbekannten Menschen, 

Menschenansammlungen oder Männern hätte; sofern sie sich vor ihrem ehemaligen 

Ehemann und seinen Angehörigen in Sicherheit wähnt, bewirkt die posttraumatische 

Symptomatik keine wesentlichen funktionellen Einschränkungen. Insgesamt wurden die 

im Rahmen des strukturierten Beweisverfahrens massgeblichen Standardindikatoren 

hinreichend erörtert und haben kein konsistentes Bild gleichmässiger funktioneller 

Einschränkungen in sämtlichen Lebensbereichen ergeben. Ein 

invalidenversicherungsrechtlich relevanter Gesundheitsschaden ist somit nicht mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen. Damit ist mit dem RAD von einer 

vollumfänglichen Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit auszugehen, weshalb die 

Beschwerdegegnerin zu Recht sowohl berufliche Massnahmen als auch 

Rentenleistungen abgelehnt hat.

Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen.4.1. 

Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

4.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/17

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Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.

Die Beschwerdeführerin hat eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen; diese ist 

durch den in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss gedeckt.

Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- 

erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem 

Ausgang des Verfahrens entsprechend ist sie vollumfänglich der Beschwerdeführerin 

aufzuerlegen und durch den von ihr geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 600.-- 

gedeckt. Die Beschwerdeführerin hat bei diesem Verfahrensausgang keinen Anspruch 

auf eine Parteientschädigung (vgl. Art. 61 lit. g ATSG).

bis

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	Entscheid Versicherungsgericht, 29.03.2021
	Art. 7 ATSG; Art. 8 ATSG; Art. 28 IVG: Gestützt auf ein für beweiskräftig befundenes Gutachten ist die Beschwerdeführerin zu 100 % arbeitsfähig. Die Gutachter fanden verschiedene Diskrepanzen und Inkonsistenzen. Objektivierte Befunde, welche sie nicht berücksichtigten, gehen aus den Berichten der behandelnden Ärzte nicht hervor (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 29. März 2021, IV 2019/69). Bestätigt durch Urteil des Bundesgerichts 9C_280/2021.

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