# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e46d96d8-ca4f-5b0d-a04f-81f862a9ed7b
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-06-16
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 16.06.2008 E-5190/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-5190-2006_2008-06-16.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-5190/2006/frk

{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 6 .  J u n i  2 0 0 8

Kurt Gysi (Vorsitz), Richterin Gabriela Freihofer, 
Richter Jean-Pierre Monnet,
Gerichtsschreiberin Barbara Balmelli.

A._______, geboren am (...)
Kamerun,
vertreten durch Daniel Weber, Fürsprecher,
(...),
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM, vormals Bundesamt für 
Flüchtlinge, BFF), Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 
17. März 2005 / N_______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-5190/2006

Sachverhalt:

A.
Eigenen  Angaben  zufolge  verliess  der  Beschwerdeführer  Kamerun 
am 28. Juli 2003 und gelangte am 31. August 2003 in die Schweiz, wo 
er am 2. September 2003 ein Asylgesuch einreichte. Am 3. September 
2003 wurde der Beschwerdeführer in der Empfangsstelle Kreuzlingen 
befragt. Das B._______ hörte ihn am 24. September 2003  zu seinen 
Asylgründen  an.  Im  Wesentlichen  machte  der  Beschwerdeführer 
geltend,  vor  drei  Monaten  habe  er  den  Schweizer  Journalisten  X. 
kennen  gelernt  und  durch  ihn  seine  homosexuellen  Neigungen 
entdeckt. Er sei mit X. eine Beziehung eingegangen. Als er X. seinen 
Eltern vorgestellt  und sie über seine Homosexualität  orientiert  habe, 
habe ihn sein Vater verstossen. In der Folge habe das ganze Dorf von 
seiner  Beziehung  erfahren  und  begonnen,  ihn  zu  meiden  sowie  mit 
Steinen nach ihm und seinem Partner zu werfen.  Bis zum Verlassen 
des Heimatlandes am 28. Juli  2003 habe er  sich  deshalb  bei  X. im 
Hotel aufgehalten. Gemeinsam seien sie in die Schweiz gereist. Hier 
habe ihm X. eine Mobil-Telefonnummer gegeben und ihm mitgeteilt, er 
werde  sich  nach  seiner  Rückkehr  aus  den  USA  bei  ihm  melden. 
Seither habe er nichts mehr von ihm gehört. Auch habe er X. über das 
Mobiltelefon nicht erreichen können. Er befürchte, bei einer Rückkehr 
nach Kamerun von seiner Familie umgebracht zu werden.

B.
Mit  Verfügung  vom 30.  November  2004  -  eröffnet  am  2.  Dezember 
2004 - trat das BFF auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers ge-
stützt auf Art. 32 Abs. 2 Bst. a aAsylG nicht ein und ordnete gleichzei-
tig  dessen  Wegweisung  sowie  deren  Vollzug  aus  der  Schweiz  an. 
Gegen  diese  Verfügung  reichte  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe 
vom  3.  Dezember  2004  Beschwerde  bei  der  damals  zuständigen 
Schweizerischen Asylrekurskommission (ARK) ein und beantragte, die 
Verfügung des BFF sei aufzuheben. Mit Urteil  vom 24. Februar 2005 
hiess die ARK die Beschwerde gut, hob die Verfügung der Vorinstanz 
vom 30. November 2004 auf und wies die Sache zur Neubeurteilung 
an die Vorinstanz zurück.

C.
Mit Verfügung vom 17. März 2005 - eröffnet am 18. März 2005 - stellte 
das BFM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft 
nicht, und lehnte das Asylgesuch ab. Gleichzeitig ordnete es die Weg-

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weisung aus der Schweiz und deren Vollzug an. Gegen diesen Ent-
scheid reichte der Beschwerdeführer am 13. April 2005 (Poststempel) 
bei der damals zuständigen ARK Beschwerde ein und beantragte, die 
Verfügung vom 17. März 2005 sei aufzuheben. Er sei als Flüchtling an-
zuerkennen und es sei ihm Asyl zu erteilen. Eventualiter sei er vorläu-
fig  aufzunehmen. Auf  die Erhebung eines Kostenvorschusses sei  zu 
verzichten. Mit Urteil vom 20. April 2005 wies die ARK die Beschwerde 
ab. Das gegen diesen Entscheid eingereichte Revisionsgesuch hiess 
die ARK mit Urteil  vom 22. Dezember 2005, wegen Vorliegens eines 
neuen  erheblichen  Beweismittels  (Privatgutachten  von  Dr.  med. 
C._______,  Arzt  für  Allgemeine  Medizin,  Facharzt  FMH  Psychiatrie 
und Psychotherapie, vom 17. Juli 2005) gut und nahm das Beschwer-
deverfahren wieder auf.

D.
Das BFM beantragte in der Vernehmlassung vom 27. März 2006 die 
Abweisung der Beschwerde. Mit Zwischenverfügung vom 4. April 2006 
unterbreitete  der  damals  zuständige  Instruktionsrichter  der  ARK die 
Vernehmlassung  dem  Beschwerdeführer  zur  Stellungnahme.  Innert 
der angesetzten Frist reichte der Beschwerdeführer die Replik ein.

E.
Mit  Schreiben  vom 20.  April  2006  gab  der  Rechtsvertreter  des  Be-
schwerdeführers die Kostennote vom 20. April 2006 zu den Akten.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005  (VGG,  SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungs-
gericht Beschwerden gegen Verfügungen nach  Art. 5 des Bundesge-
setzes  vom  20. Dezember 1968  über  das  Verwaltungsverfahren 
(VwVG, SR 172.021). Das Bundesamt für Migration (BFM) gehört  zu 
den Behörden  nach  Art. 33  VGG und ist  daher  eine  Vorinstanz  des 
Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnah-
me im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungs-
gericht  ist  daher  zuständig  für  die Beurteilung der  vorliegenden Be-
schwerde und entscheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 des 
Asylgesetzes  vom  26. Juni 1998  [AsylG,  SR 142.31];  Art. 83  Bst. d 

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Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 2005  [BGG, 
SR 173.110]).

1.2 Das Bundesverwaltungsgericht hat am 1. Januar 2007 die Beurtei-
lung der bei der ARK hängigen Rechtsmittel übernommen. Das neue 
Verfahrensrecht ist anwendbar (vgl. Art. 53 Abs. 2 VGG).

1.3 Die  Beschwerde  ist  form-  und  fristgerecht  eingereicht.  Der  Be-
schwerdeführer  ist durch die angefochtene Verfügung besonders be-
rührt  und hat  ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung be-
ziehungsweise  Änderung.  Der  Beschwerdeführer ist daher  zur  Ein-
reichung der Beschwerde legitimiert (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 
und 50 ff. VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.  
3.1 Gemäss  Art.  2  Abs.  1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person aner-
kannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt 
wohnte,  wegen  ihrer  Rasse,  Religion,  Nationalität,  Zugehörigkeit  zu 
einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen ihrer  politischen An-
schauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete 
Furcht hat,  solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte 
Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung  von  Leib,  Leben  oder 
Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen  unerträglichen  psychischen 
Druck bewirken (Art. 3 AsylG).

3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachwei-
sen oder zumindest  glaubhaft  machen. Diese ist  glaubhaft  gemacht, 
wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrschein-
lichkeit  für  gegeben hält. Unglaubhaft  sind insbesondere Vorbringen, 
die in  wesentlichen Punkten zu wenig begründet  oder in sich wider-
sprüchlich  sind,  den  Tatsachen  nicht  entsprechen  oder  massgeblich 
auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 
AsylG).

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4.  
4.1 Das BFM lehnte das Asylgesuch ab, da die Vorbringen des Be-
schwerdeführers den Anforderungen an das Glaubhaftmachen gemäss 
Art. 7 AsylG nicht standhielten. Die Aussagen betreffend seines Part-
ners  X. seien wenig  überzeugend ausgefallen. So habe er  nicht  ge-
wusst, wie alt sein Partner und für wen er als Journalist tätig gewesen 
sei. Ebenso wenig habe er Angaben zur Familie seines Partners oder 
dessen Wohnsitz in der Schweiz machen können. Auch seien die Aus-
sagen betreffend das Vorstellen von X. bei der Familie des Beschwer-
deführers  wenig  überzeugend  und  detailliert  ausgefallen. Zudem sei 
der Beschwerdeführer nicht in der Lage gewesen, die vermeintlichen 
Beleidigungen im Zusammenhang mit seinem Coming-Out konkret und 
detailliert  darzutun.  Sodann  habe  der  Beschwerdeführer  -  trotz  ent-
sprechender  Aufforderung  -  keine  Bestätigung  von  seinem  angeb-
lichen  Partner  eingereicht.  Diese  Zweifel  an  der  Glaubhaftigkeit  der 
Vorbringen  würden  weiter  durch  die  unterschiedlichen  Angaben  des 
Beschwerdeführers zu seinem letzten Aufenthaltsort vor der Ausreise 
gestärkt. Schliesslich sei der eingereichte Auszug aus dem kameruni-
schen Strafgesetzbuch betreffend Homosexualität  nicht  geeignet,  die 
geltend gemachten Neigungen des Beschwerdeführers zu belegen. 

4.2 In der Rechtsmitteleingabe vom 13. April 2005 wird an der Glaub-
haftigkeit  der  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  festgehalten  und 
ausgeführt,  das  BFM habe es  unterlassen,  vertiefter  abzuklären,  ob 
asylrelevante  Fluchtgründe  vorliegen  würden.  Der  Beschwerdeführer 
sei  sich  erst  wenige Monate  vor  der  Einreise  in  die  Schweiz  seiner 
sexuellen Neigung bewusst geworden. Er sei daher anlässlich der kan-
tonalen  Anhörung  nicht  in  der  Lage  gewesen,  Details  seiner  homo-
sexuellen Beziehung zu schildern. Zu diesem Zeitpunkt habe er noch 
nicht  gewusst,  dass  homosexuelle  Kontakte  in  seinem  Heimatland 
unter  Strafe  stehen  würden.  Hätte  er,  wie  ihm  von  der  Vorinstanz 
unterstellt, seine Fluchtgeschichte erfunden, hätte er wohl kaum seine 
sexuelle  Neigung „erfunden“. Sodann habe X. offenbar nicht  die Ab-
sicht gehabt, die Beziehung zu ihm aufrecht zu erhalten. Dazu passe 
auch, dass er gegenüber dem jungen und unerfahrenen Beschwerde-
führer nichts über seine privaten Verhältnisse erzählt habe. Die Naivi-
tät des Beschwerdeführers spreche für seine Glaubwürdigkeit. 

Weiter stehe unbestrittenermassen fest, dass in Kamerun Homosexua-
lität strafbar sei. Es bestehe daher keine innerstaatliche Fluchtalterna-
tive. Entsprechend könnten bei Übergriffen durch Private die Behörden 

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auch  nicht  um  Schutz  angegangen  werden.  Bei  einer  unfreiwilligen 
Rückkehr  sei  der  Beschwerdeführer  gezwungen,  seine  sexuelle 
Neigung dauernd und vollständig zu unterdrücken, ein Umstand,  der 
von niemandem erwartet werden könne. Solange die Strafandrohung 
im  Heimatland  andauere,  habe  der  Beschwerdeführer  daher 
begründete Furcht vor künftiger Verfolgung. 

4.3 Das BFM führt  in der Vernehmlassung aus, gemäss dem Privat-
gutachten von Dr. med. C._______ habe der Beschwerdeführer eine 
homosexuelle  Identität,  praktiziere  diese  und  verkehre  in  den  ent-
sprechenden Kreisen in der Schweiz. Dieses Gutachten stelle jedoch 
keinen Beweis dafür dar, dass der Beschwerdeführer in Kamerun sei-
tens der heimatlichen Behörden aufgrund seiner Homosexualität  be-
langt worden sei. Insbesondere habe der Beschwerdeführer im Verlau-
fe des Verfahrens jegliche Schwierigkeiten  mit  den heimatlichen Be-
hörden  verneint.  Sodann  sei  festzuhalten,  dass  das  kamerunische 
Strafgesetzbuch unter Art. 347 die abstrakte Strafandrohung für homo-
sexuelle  Handlungen  kenne.  Diese  würde  indes  nur  homosexuelle 
Handlungen betreffen, die in Kamerun verübt und den dortigen Behör-
den bekannt worden seien, sei es aufgrund einer Anzeige oder eines 
eingeleiteten Strafverfahrens. Auf den Beschwerdeführer treffe dies in-
des  nicht  zu.  Sodann  sei  den  kamerunischen  Behörden  die  in  der 
Schweiz  gelebte  Homosexualität  des  Beschwerdeführers  nicht  be-
kannt. Daher würden sich aus dem eingereichten Privatgutachten auch 
keine  Hinweise  auf  eine  begründete  Furcht  vor  künftiger  Verfolgung 
entnehmen lassen. Im Übrigen werde auf die beiden Urteile der ARK 
in den Entscheidungen und Mitteilungen der ARK [EMARK] 1996 Nr. 
29 und 30 verwiesen.

4.4 In  der  Replik  wird  ausgeführt,  der  Vorinstanz  sei  insoweit  zuzu-
stimmen,  als  das  eingereichte  Privatgutachten  keinen  Beweis  dafür 
enthalte, dass der Beschwerdeführer aufgrund seiner Homosexualität 
in der Vergangenheit  in Kamerun seitens der Behörden belangt wor-
den sei. Solches habe der Beschwerdeführer auch nie behauptet und 
diese Frage sei bisher kein Beweisthema gewesen. Im Übrigen irre die 
Vorinstanz, wenn sie dem Beschwerdeführer unterstelle, er habe seine 
Homosexualität "vornehmlich" in der Schweiz entdeckt. Der Beschwer-
deführer habe im Rahmen des Asylverfahrens klar und deutlich darge-
legt, dass er sich in seiner Heimat der Homosexualität bewusst worden 
sei  und  sie  auch  dort  erstmals  praktiziert  habe.  Es  sei  gerade  die 
Offenlegung seiner  Homosexualität  gegenüber  der  Familie  gewesen, 

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die zur Flucht geführt habe. Nicht nur die Familie, sondern das gesam-
te Dorf habe davon gewusst und ihn geächtet. Aus der Sicht des Be-
schwerdeführers  wäre es lediglich eine Frage der Zeit gewesen, bis 
die kamerunischen Behörden von seiner Neigung erfahren hätten. Es 
sei durchaus möglich, dass ihn jemand aus der Familie oder dem Dorf 
angezeigt  habe. Im  Übrigen  habe  der  Beschwerdeführer  erst  in  der 
Schweiz davon erfahren, dass Homosexualität in Kamerun unter Strafe 
stehe. Sodann treffe die vorinstanzliche Feststellung nicht zu, wonach 
das  kamerunische  Strafgesetzbuch  nur  homosexuelle  Handlungen 
sanktioniere,  die  in  Kamerun verübt  worden seien. Solches sei  dem 
Gesetz nicht zu entnehmen und widerspreche auch den internationa-
len  Gepflogenheiten,  wenn  Straftaten  nur  dort  abgeurteilt  werden 
könnten, wo sie verübt worden seien. Überdies führe das BFM keine 
Quellen für seine Behauptung an. Auch sei es eine reine Behauptung 
seitens des BFM, dass in Kamerun keine Strafanzeige gegen den Be-
schwerdeführer  eingereicht  worden  sei.  Entsprechende  Abklärungen 
seien jedenfalls seitens des BFM nicht getätigt worden. Der Beschwer-
deführer  könne  sich  gut  vorstellen,  dass  seine  Homosexualität  den 
kamerunischen  Behörden  inzwischen  bekannt  geworden  sei.  Er 
schliesse insbesondere nicht aus, dass jemand aus der Familie oder 
dem Dorf Anzeige erstattet habe. Die Furcht vor zukünftiger Verfolgung 
sei im Lichte der Rechtslage in Kamerun begründet, zumal das Gesetz 
für  homosexuelle  Handlungen  Strafen  bis  zu  fünf  Jahren  androhe. 
Schliesslich sei die Behauptung der Vorinstanz, die ARK habe in meh-
reren Urteilen bei  Homosexuellen eine begründete Furcht  vor Verfol-
gung  verneint,  wenn  die  Homosexualität  erst  in  der  Schweiz  gelebt 
worden sei, nicht nachvollziehbar.

5.
5.1 Nach  der  weiterhin  zutreffenden  Praxis  der  ARK ist  die  Flücht-
lingseigenschaft glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhanden-
sein mit  überwiegender Wahrscheinlichkeit  für  gegeben hält. Vorbrin-
gen  sind  dann  glaubhaft,  wenn  sie  genügend  substanziiert,  in  sich 
schlüssig und plausibel sind; sie dürfen sich nicht in vagen Schilderun-
gen  erschöpfen,  in  wesentlichen  Punkten  nicht  widersprüchlich  sein 
oder der inneren Logik entbehren und auch nicht den Tatsachen oder 
der allgemeinen Erfahrung widersprechen. Darüber hinaus muss der 
Gesuchsteller  persönlich  glaubwürdig  erscheinen.  Glaubhaftmachen 
bedeutet ferner - im Gegensatz zum strikten Beweis - ein reduziertes 
Beweismass  und  lässt  durchaus  Raum  für  gewisse  Einwände  und 
Zweifel an den Vorbringen des Gesuchstellers. Es ist auf eine objekti-

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vierte Sichtweise abzustellen (vgl. die weiterhin zutreffende Praxis der 
ARK in EMARK 1993 Nrn. 11 und 21, 1994 Nr. 5 sowie 1996 Nrn. 27 
und 28).

5.2 Im  Rahmen  des  Revisionsverfahrens  hat  der  Beschwerdeführer 
mittels  des  eingereichten  Privatgutachtens  seine  Homosexualität 
glaubhaft  gemacht  (vgl.  Urteil  der  ARK  vom  22.  Dezember  2005). 
Allein aufgrund dieser Tatsache ist indes nicht zwingend zu schliessen, 
dass  die  Asylvorbringen  des  Beschwerdeführers  insgesamt  auch 
glaubhaft sind. Wie bereits das BFM in der angefochtenen Verfügung 
und die ARK im Urteil  vom 20. April  2005 festgestellt  haben, weisen 
die Aussagen des Beschwerdeführers Unstimmigkeiten auf. Nament-
lich  äusserte  sich  der  Beschwerdeführer  unsubstanziiert  und  ohne 
Realkennzeichen hinsichtlich seines Coming-Outs, des Vorstellens sei-
nes Partners bei der Familie und den nachfolgenden Benachteiligun-
gen seitens der Dorfbevölkerung. In Anbetracht dessen, dass es sich 
dabei um besonders einschneidende Vorkommnisse im Leben des Be-
schwerdeführers handelt, welche ihn immerhin zur Ausreise aus dem 
Heimatland veranlassten, dürften von ihm diesbezüglich ohne weiteres 
substanziiert und von persönlicher Betroffenheit gekennzeichnete Aus-
sagen erwartet werden. An dieser Feststellung vermag auch der Ein-
wand in der Rechtsmitteleingabe, der Beschwerdeführer sei sich erst 
seit wenigen Monaten seiner sexuellen Neigung bewusst, nichts zu än-
dern. Insoweit bestehen ernsthafte Zweifel an der Beziehung des Be-
schwerdeführers zu X., insbesondere aber am geltend gemachten Vor-
stellen bei der Familie des Beschwerdeführers sowie den daraufhin er-
littenen Belästigungen. Diese Zweifel werden weiter bestärkt durch die 
unvereinbaren  Angaben  des  Beschwerdeführers  zu  seinem  letzen 
Wohnsitz im Heimatstaat und den Umständen der Ausreise. So führte 
er anlässlich der Erstbefragung aus, er sei  mit X. bis in die Schweiz 
gereist, wo sie sich getrennt hätten (A1, S. 5). Demgegenüber gab er 
anlässlich der kantonalen Anhörung zu Protokoll,  X. hätte ihn bereits 
früher verlassen und ein Freund von X. habe ihn in die Schweiz beglei-
tet (A9 S. 8). Zu diesen bereits vom BFM aufgezeigten Unstimmigkei-
ten hat der Beschwerdeführer in der Rechtsmitteleingabe im Einzelnen 
nicht Stellung genommen. Mit dem blossen, nicht näher substanziier-
ten  Festhalten  an der  Glaubhaftigkeit  der  Vorbringen in  der  Rechts-
mitteleingabe vermag der Beschwerdeführer diese Unstimmigkeiten in 
seinen Aussagen jedenfalls nicht zu entkräften. 

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5.3 Der  Beschwerdeführer  macht  weiter  geltend,  Homosexualität 
stehe in Kamerun unter Strafandrohung. Bei einer Rückkehr habe er 
daher begründete Furcht vor künftiger Verfolgung.

5.3.1 Nach Lehre und Rechtsprechung erfüllt eine asylsuchende Per-
son  die  Flüchtlingseigenschaft  im Sinne  von Art. 3  AsylG,  wenn sie 
Nachteile  von bestimmter  Intensität  erlitten  hat  beziehungsweise mit 
beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft berechtig-
terweise befürchten muss, welche ihr gezielt und aufgrund bestimmter, 
in Art. 3 Abs. 1 AsylG aufgezählter Verfolgungsmotive zugefügt worden 
sind beziehungsweise zugefügt zu werden drohen, ohne dass im Hei-
matstaat effektiver Schutz geboten würde (vgl. die weiterhin zutreffen-
de Praxis der ARK in EMARK 2006 Nr. 18 E. 10 S. 201 ff.). Begründe-
te Furcht  vor Verfolgung im Sinne von Art. 3  Abs. 1 AsylG liegt  vor, 
wenn konkreter Anlass zur Annahme besteht, letztere hätte sich - aus 
der Sicht im Zeitpunkt der Ausreise - mit beachtlicher Wahrscheinlich-
keit und in absehbarer Zeit verwirklicht beziehungsweise werde sich - 
auch aus heutiger Sicht - mit ebensolcher Wahrscheinlichkeit in abseh-
barer Zukunft verwirklichen. Eine bloss entfernte Möglichkeit künftiger 
Verfolgung genügt nicht; es müssen konkrete Indizien vorliegen, wel-
che den Eintritt der erwarteten Benachteiligung als wahrscheinlich und 
dementsprechend die Furcht davor als realistisch und nachvollziehbar 
erscheinen lassen. Massgeblich kann indes nicht allein sein, was ein 
vernünftig  denkender,  besonnener  Mensch  angesichts  geschehener 
oder  drohender  Verfolgungshandlungen  zu  Recht  empfunden  hätte. 
Vielmehr ist  diese rein objektive Betrachtungsweise zusätzlich  durch 
das von der betroffenen Person selbst bereits Erlebte und das Wissen 
um Konsequenzen  in  vergleichbaren  Fällen  zu  ergänzen.  Dabei  hat 
eine Person, die bereits früher staatlicher Verfolgung ausgesetzt war, 
objektive Gründe für eine ausgeprägtere Furcht, selbst wenn die frühe-
re Verfolgung für sich allein mangels der erforderlichen Intensität keine 
flüchtlingsrechtliche Relevanz aufweisen sollte  (vgl. die weiterhin zu-
treffende Praxis der ARK in EMARK 2005 Nr. 21 E. 7 S. 193 f., 2004 
Nr. 1 E. 6a S. 9). Die erlittene Verfolgung beziehungsweise die begrün-
dete Furcht vor künftiger Verfolgung muss zudem sachlich und zeitlich 
kausal  für  die  Ausreise  aus  dem  Heimat-  oder  Herkunftsstaat  und 
grundsätzlich auch im Zeitpunkt des Asylentscheids noch aktuell sein. 
Im Übrigen muss feststehen, dass die von einer Verfolgung bedrohte 
asylsuchende Person über keine innerstaatliche Fluchtalternative ver-
fügt  (vgl.  zum  Ganzen  EMARK  2005  Nr. 7  E. 7.1  S. 69 f.;  ALBERTO 

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ACHERMANN/CHRISTINA HAUSAMMANN,  Handbuch  des  Asylrechts,  2. Aufl., 
Bern/Stuttgart 1991, S. 108).

5.3.2 Vorliegend ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer gemäss 
seinen eigenen Angaben vor der Ausreise aus dem Heimatland keine 
Schwierigkeiten mit den heimatlichen Behörden hatte (vgl. A1 S. 5, A9 
S.  9).  Weiter  ist  aufgrund  der  Akten  davon  auszugehen,  dass  die 
Homosexualität  des  Beschwerdeführers  den  heimatlichen  Behörden 
nicht bekannt ist. Dieser Schluss wird in der Replik zwar bestritten und 
ausgeführt,  es seien diesbezüglich keine Abklärungen vor Ort vorge-
nommen worden. Wie bereits vorstehend dargelegt, sind die Vorbrin-
gen des Beschwerdeführers bezüglich des Vorstellens seines Partners 
bei der Familie und die in diesem Zusammenhang geltend gemachten 
Benachteiligungen seitens der Familie und der Dorfbevölkerung nicht 
glaubhaft. Sodann  sind den Akten keine Hinweise dafür  zu entneh-
men, dass Angehörige des Beschwerdeführers oder die Dorfbevölke-
rung eine entsprechende Anzeige eingereicht hätten. Namentlich hat 
der Beschwerdeführer im Rahmen der ihm obliegenden Mitwirkungs-
pflicht  (vgl.  Art.  8  AsylG)  bis  heute  keinen  Beleg  für  ein  gegen  ihn 
eingeleitetes Strafverfahren eingereicht. Bei dieser Sachlage bestand 
keine  Veranlassung,  Abklärungen  vor  Ort  vorzunehmen.  Insoweit 
vermag der Beschwerdeführer aus diesem Einwand nichts zu seinen 
Gunsten abzuleiten.

5.3.3 In  den  meisten  afrikanischen  Staaten,  so  auch  in  Kamerun, 
leben  Homosexuelle  in  der  Illegalität.  Nach  den  Erkenntnissen  des 
Bundesverwaltungsgerichts ist Homosexualität in Kamerun indes nicht 
illegal. Allerdings werden  homosexuelle Handlungen gestützt auf Art. 
347 des kamerunischen Strafgesetzbuches geahndet und mit Gefäng-
nis zwischen sechs Monaten und fünf Jahren bestraft. Strafrechtliche 
Verfolgungen werden jedoch nur selten eingeleitet. Im Dezember 2005 
veröffentlichte  die  römisch-katholische  Kirche  in  Kamerun  eine  Er-
klärung, in der Homosexualität verurteilt wurde. Diese Erklärung löste 
landesweit  eine  aggressive  Pressekampagne  aus,  die  sich  gegen 
Homosexuelle  richtete.  Anfangs  2006  starteten  drei  kamerunische 
Boulevardblätter eine Hetzkampagne gegen Homosexuelle, wobei Lis-
ten mit Namen diverser Persönlichkeiten aus Politik, Kirche und Privat-
wirtschaft veröffentlicht und die betroffenen Personen als vermeintlich 
Homosexuelle  "geoutet"  wurden.  Zu  Verurteilungen  der  Genannten 
kam es in  der  Folge jedoch nicht. Gemäss dem Jahresbericht  2007 
von amnesty international  (ai)  Deutschland wurden im Februar 2006 

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zwei  Männer  wegen  homosexueller  Handlungen  zu  einem Jahr  Ge-
fängnis verureilt. Im März 2006 wurden vier Frauen wegen angeblich 
lesbischer  Beziehungen verhaftet  und zu  drei  Jahren Gefängnis  auf 
Bewährung verureilt.  Im Mai  2005  wurden zwei  Minderjährige  sowie 
neun  weitere  Personen  wegen  gleichgeschlechtlicher  sexueller  Be-
ziehungen  verhaftet.  Die  beiden  Minderjährigen  kamen  im  Februar 
2006 ohne Gerichtsverfahren frei. Beim Prozess  im Juni 2006 gegen 
die übrigen Angeklagten wurden zwei  freigesprochen und sieben zu 
einer zehnmonatigen Gefängnisstrafe verurteilt,  welche sie allerdings 
nicht antreten mussten, da ihnen die Zeit der Untersuchungshaft ange-
rechnet  wurde.  Weiter  ist  dem  Bundesverwaltungsgericht  bekannt, 
dass  in  Yaounde und  Douala  Schwulen-Szenen  mit  entsprechenden 
Lokalen geduldet werden. Vor diesem Hintergrund und der doch zahl-
reichen homosexuellen Menschen in Kamerun, ist davon auszugehen, 
dass es offenbar in der Praxis nur selten zu Strafverfolgungen kommt. 
Nach Ansicht des Bundesverwaltungsgerichts ist daher nicht von einer 
systematischen Verfolgung Homosexueller im Sinne des Asylgesetzes 
auszugehen. Bei  dieser  Sachlage  und  dem Umstand,  dass  der  Be-
schwerdeführer  den  heimatlichen  Behörden  nicht  als  Homosexueller 
bekannt ist, kann nicht auf das Vorliegen begründeter Furcht vor künf-
tiger Verfolgung geschlossen werden. Insoweit vermag der Beschwer-
deführer  auch  aus  dem  Verweis  auf  die  beiden  Urteile  der  ARK  in 
EMARK 1996 Nr. 29 und 30 nichts für sich abzuleiten. Es erübrigt sich, 
darauf näher einzugehen.

5.3.4 Zusammenfassend ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer 
keine Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG glaubhaft machen konnte 
und  nicht  als  Flüchtling  anerkannt  werden  kann.  Aufgrund  der  vor-
stehenden Erwägungen erübrigt es sich, auf die weiteren Ausführun-
gen in der Rechtsmitteleingabe einzugehen, da sie am festgestellten 
Ergebnis  nichts  zu  ändern  vermögen.  Mangels  erfüllter  Flüchtlings-
eigenschaft  ist  dem  Beschwerdeführer  das  nachgesuchte  Asyl  zu 
Recht nicht gewährt worden.

6.  
6.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 
ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und 
ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Ein-
heit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

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6.2 Der  Beschwerdeführer  verfügt  weder  über  eine  ausländerrechtli-
che  Aufenthaltsbewilligung  noch  über  einen  Anspruch  auf  Erteilung 
einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet 
(Art. 44 Abs. 1 AsylG; EMARK 2001 Nr. 21). 

7.
7.1 Ist  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar 
oder  nicht  möglich,  so  regelt  das  Bundesamt  das  Anwesenheitsver-
hältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Auf-
nahme von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bun-
desgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]).

7.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtun-
gen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Auslän-
ders in den Heimat-, Herkunfts- oder in einen Drittstaat entgegenste-
hen (Art. 83 Abs. 3 AuG). 

So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen  werden,  in  dem ihr  Leib,  ihr  Leben  oder  ihre  Freiheit  aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK,  SR 
0.142.30]).

Gemäss  Art.  25  Abs.  3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Über-
einkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grau-
same,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK,  SR  0.105)  und  der  Praxis  zu  Art.  3  der  Konvention  vom 
4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfrei-
heiten (EMRK, SR 0.101)  darf  niemand der  Folter  oder unmenschli-
cher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden.

7.3 Die  Vorinstanz  wies  in  der  angefochtenen  Verfügung  zutreffend 
darauf hin, dass der Grundsatz der Nichtrückschiebung nur Personen 
schützt,  die  die  Flüchtlingseigenschaft  erfüllen  (vgl.  MARIO GATTIKER, 
Das Asyl- und Wegweisungsverfahren, 3. Aufl., Bern 1999, S. 89). Da 
es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erheb-
liche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann das 
in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Re-

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foulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine 
Rückkehr  des  Beschwerdeführers  nach  Kamerun  ist  demnach  unter 
dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig.

Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdefüh-
rers  noch  aus  den  Akten  Anhaltspunkte  dafür,  dass  er  für  den  Fall 
einer Ausschaffung nach Kamerun dort  mit  beachtlicher Wahrschein-
lichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder 
Behandlung ausgesetzt  wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Ge-
richtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Fol-
terausschusses  müsste  der  Beschwerdeführer  eine  konkrete  Gefahr 
("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer 
Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde 
(vgl.  EMARK  2001  Nr.  16  S.  122,  mit  weiteren  Hinweisen;  EGMR, 
Bensaid gegen Grossbritannien, Urteil  vom 6. Februar 2001, Recueil 
des arrêts et décisions 2001-I, S. 327 ff.). Auch wenn, wie vorstehend 
dargelegt,  die  Lage  der  Homosexuellen  in  Kamerun  angespannt  ist 
und es in der Vergangenheit  zu einzelnen Verurteilungen gekommen 
ist,  kommt die Gefahr,  eine solche Verurteilung zu gewärtigen,  nicht 
einem  „real  risque“  gleich.  Sodann  lässt  auch  die  allgemeine  Men-
schenrechtssituation in Kamerun den Wegweisungsvollzug zum heuti-
gen Zeitpunkt klarerweise nicht als unzulässig erscheinen. Nach dem 
Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- 
als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig.

7.4 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen 
und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunfts-
staat  auf  Grund von Situationen wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner 
Gewalt  und medizinischer Notlage konkret  gefährdet  sind. Wird eine 
konkrete Gefährdung festgestellt, ist - unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 
7  AuG -  die  vorläufige  Aufnahme  zu  gewähren  (vgl.  Botschaft  zum 
Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom 8. März 
2002, BBl 2002 3818).

Vorliegend ist der Vollzug als zumutbar zu erachten, weil keine Hinwei-
se  dafür  bestehen,  dass  der  Beschwerdeführer  bei  einer  Rückkehr 
nach  Kamerun  einer  konkreten  Gefährdung  ausgesetzt  wäre.  Es  ist 
nicht in Abrede zu stellen, dass der Beschwerdeführer bei einer Rück-
kehr  aufgrund  seiner  Homosexualität  mit  gewissen  gesellschaftlich-
sozialen Schwierigkeiten konfrontiert  werden könnte. Indes hat  der  - 
soweit  den Akten zu entnehmen ist  -  gesunde Beschwerdeführer bis 

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zu  seiner  Ausreise  im  Jahre  2003,  mithin  26  Jahre,  in  seinem 
Heimatstaat  gelebt  und  als  Kleinhändler  gearbeitet.  Bei  dieser 
Sachlage  ist  davon  auszugehen,  dass  er  über  ein  soziales 
Beziehungsnetz  verfügt,  welches  ihm  eine  Reintegration  erleichtern 
kann. Blosse soziale  und wirtschaftliche Schwierigkeiten,  von denen 
die  ansässige  Bevölkerung  im  Allgemeinen  betroffen  ist,  genügen 
nicht, um eine Gefahr im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG darzustellen 
(vgl. die weiterhin zutreffende Praxis der ARK in EMARK 1996 Nr. 2 S. 
12  f.  und  1994  Nr.  19  E.  6b  S. 148  f.).  Sodann  steht  es  dem  Be-
schwerdeführer frei und ist ihm zuzumuten, sich an einem anderen als 
seinem  bisherigen  Wohnort  niederzulassen.  Der  Vollzug  der 
Wegweisung  des  Beschwerdeführers  nach  Kamerun  erweist  sich 
demnach als zumutbar.

7.5 Schliesslich  obliegt  es  dem  Beschwerdeführer,  sich  bei  der  zu-
ständigen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwen-
digen Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG), weshalb 
der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 
83 Abs. 2 AuG).

8.
Insgesamt ist die durch die Vorinstanz verfügte Wegweisung zu bestä-
tigen. Die Vorinstanz hat deren Vollzug zu Recht als zulässig, zumut-
bar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten fällt  eine Anordnung 
der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1-4 AuG).

9.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Be-
schwerde ist daher abzuweisen.

10.
Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  werden  die  Kosten  dem  Be-
schwerdeführer auferlegt (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG) und auf insge-
samt Fr. 600.-- festgelegt (Art. 1 - 3 des Reglements vom 21. Februar 
2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwal-
tungsgericht [VGKE, SR 173.320.2].

(Dispositiv: nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.--  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers (Einschreiben; Beilage: 
Einzahlungsschein)

- das  BFM,  Abteilung  Aufenthalt  und  Rückkehrförderung,  mit  den 
Akten Ref.-Nr. N_______ (per Kurier; in Kopie)

- das B._______ (in Kopie)

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Kurt Gysi Barbara Balmelli

Versand: 

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