# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b6c35ac2-20c0-56c3-a200-9686dbb91dda
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-07-03
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 03.07.2023 F-2107/2022
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-2107-2022_2023-07-03.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-2107/2022 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  3 .  J u l i  2 0 2 3  

Besetzung 
 Richterin Regula Schenker Senn (Vorsitz), 

Richterin Claudia Cotting-Schalch, 

Richter Yannick Antoniazza-Hafner, 

Gerichtsschreiber Stefan Weber. 
 

 
 

Parteien 
 A._______, 

vertreten durch lic. iur. Monique Bremi, 

Rechtshilfe Asyl und Migration, 

Beschwerdeführerin,   
 

 
gegen 

 
 

Staatssekretariat für Migration SEM, 

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

  
 

 
 

Gegenstand 
 Nationales Visum aus humanitären Gründen; 

Verfügung des SEM vom 6. April 2022. 

 

 

 

F-2107/2022 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Am (...) respektive (...) beantragte die Beschwerdeführerin afghani-

scher Herkunft bei der Schweizer Botschaft in Teheran die Ausstellung ei-

nes humanitären Visums (vgl. SEM act. 5/204 f.). 

A.b Mit Formularverfügung vom 13. Januar 2022 verweigerte die Botschaft 

die Ausstellung des Visums (vgl. SEM act. 6/216). 

A.c Dagegen erhob die Beschwerdeführerin am 11. Februar 2022 Einspra-

che. Dabei führte sie im Wesentlichen an, ein (Nennung Person) der Tali-

ban habe sie zu Beginn des Jahres (...) zur Frau nehmen wollen. Sie habe 

das auf keinen Fall gewollt, worauf ihr (Nennung Verwandter) den (Nen-

nung Person) unter dem Vorwand, sie müsse ihre kranke (Nennung Ver-

wandte) pflegen, solange die anderen Töchter noch zur Schule gehen wür-

den, hingehalten habe. Die Gesuchstellerin habe stattdessen im (Nennung 

Zeitpunkt) in Afghanistan den in der Schweiz mit (Nennung Bewilligung) 

lebenden B._______ geheiratet. Ein Familiennachzug in die Schweiz sei 

nicht gelungen. Nachdem der (Nennung Person) von der Heirat erfahren 

habe, sei sie zunächst mündlich bedroht und schliesslich am (...) im Auftrag 

des (Nennung Person) zusammen mit ihrem (Nennung Verwandter) aus 

Rache entführt worden. Nach einer (Nennung Dauer) Haft und einer Löse-

geldzahlung hätten sie die Taliban wieder gehen lassen. Seit ihrer Freilas-

sung lebe sie versteckt bei verschiedenen Verwandten respektive sei sie 

mit ihrem (Nennung Verwandter) zu ihrer (Nennung Verwandte) nach 

C._______ gegangen. Auch nach der Freilassung sei die Familie vom 

(Nennung Person) der Taliban weiterhin telefonisch bedroht worden. Die 

ganze Familie sei im (Nennung Zeitpunkt) von D._______ nach C._______ 

geflohen. Mit Hilfe des (Nennung Verwandter) sei sie zirka (...) in den Iran 

gereist. 

B.  

Mit Entscheid vom 6. April 2022 wies die Vorinstanz die Einsprache der 

Beschwerdeführerin vom 11. Februar 2022 ab. 

C.  

Mit Eingabe vom 6. und Ergänzung vom 13. Mai 2022 erhob die Beschwer-

deführerin gegen diesen Entscheid Beschwerde beim Bundesverwaltungs-

gericht. Sie beantragte, es seien der Entscheid des SEM vom 6. April 2022 

sowie die Verfügung der Botschaft in Teheran vom 13. Januar 2022 aufzu-

heben und die Vorinstanz sei anzuweisen, ihr ein humanitäres Visum zu 

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erteilen sowie die sofortige Einreise in die Schweiz zu gestatten. Eventua-

liter sei die Sache zur hinreichenden Abklärung des rechtserheblichen 

Sachverhalts an die Vorinstanz zurückzuweisen. Anschliessend sei das 

Asylverfahren in der Schweiz durchzuführen, ihr die Flüchtlingseigenschaft 

zuzuerkennen und Asyl zu gewähren. In prozessualer Hinsicht sei ihr die 

unentgeltliche Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG zu bewil-

ligen, ihre Rechtsvertreterin als unentgeltliche Rechtsbeiständin zu ernen-

nen und auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten. Sodann 

sei ihr im Sinne einer vorsorglichen Massnahme nach Art. 56 VwVG unver-

züglich die Einreise in die Schweiz zu bewilligen 

D.  

Mit Zwischenverfügung vom 31. Mai 2022 wies die Instruktionsrichterin das 

Gesuch um unverzügliche Einreise in die Schweiz ab. Das Gesuch um Ge-

währung der unentgeltlichen Prozessführung hiess sie gut, verzichtete auf 

die Erhebung eines Kostenvorschusses und wies das Begehren um Ge-

währung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung ab. Weiter ersuchte 

sie die Vorinstanz um Einreichung einer Vernehmlassung. 

E.  

Das in der als "Beweismittel- und Begründungsergänzung" betitelten Ein-

gabe vom 13. Juni 2022 gestellte Gesuch um Wiedererwägung der Zwi-

schenverfügung vom 31. Mai 2022 und um den Erlass vorsorglicher Mass-

nahmen zur Einreise wies die Instruktionsrichterin mit Zwischenverfügung 

vom 21. Juni 2022 ab. 

F.  

In ihrer Vernehmlassung vom 28. Juni 2022 hielt die Vorinstanz an ihrer 

Verfügung fest und beantragte die Abweisung der Beschwerde. 

G.  

Die Beschwerdeführerin replizierte mit Eingabe vom 16. August 2022. 

H.  

In ihren Eingaben vom 29. September, 14. Dezember 2022, 25. Januar, 

8. März 2023 und 8. Juni 2023 machte die Beschwerdeführerin ergän-

zende Ausführungen und reichte jeweils weitere Beweismittel ein. 

I.  

Auf die eingereichten Beweismittel wird – soweit erheblich – in den Erwä-

gungen eingegangen. 

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Seite 4 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Von der Vorinstanz erlassene Einspracheentscheide betreffend huma-

nitäre Visa sind mit Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht anfecht-

bar (vgl. Art. 31 ff. VGG i.V.m. Art. 5 VwVG). In diesem Bereich entscheidet 

das Bundesverwaltungsgericht endgültig (Art. 83 Bst. c Ziff. 1 BGG).  

1.2 Die Beschwerdeführerin ist zur Beschwerde berechtigt (vgl. Art. 48 

Abs. 1 VwVG). Auch die übrigen Sachurteilsvoraussetzungen sind erfüllt, 

weshalb auf die Beschwerde – unter Vorbehalt von E. 1.4 – einzutreten ist 

(Art. 50 Abs. 1 VwVG und Art. 52 Abs. 1 VwVG). 

1.3 In der vorliegenden Angelegenheit entscheidet das Bundesverwal-

tungsgericht endgültig (Art. 83 Bst. c Ziff. 1 BGG). 

1.4 Gegenstand des Beschwerdeverfahrens kann grundsätzlich nur sein, 

was Gegenstand des erstinstanzlichen Verfahrens war oder nach richtiger 

Gesetzesauslegung hätte sein sollen (BVGE 2009/54 E. 1.3.3). Auf das 

Rechtsbegehren in Ziffer 4 der Beschwerdeschrift, es sei in der Schweiz 

das Asylverfahren durchzuführen und festzustellen, dass die Beschwerde-

führerin die Flüchtlingseigenschaft erfülle und es sei ihr Asyl zu gewähren, 

ist nicht einzutreten. Diese Fragen waren nicht Gegenstand der angefoch-

tenen Verfügung, weshalb dieses Begehren eine unzulässige Erweiterung 

des Streitgegenstandes darstellt. 

2.  

Mit Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht können die Verletzung 

von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Er-

messens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheb-

lichen Sachverhaltes und die Unangemessenheit gerügt werden  

(Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet das Bundesrecht 

von Amtes wegen an. Es ist gemäss Art. 62 Abs. 4 VwVG nicht an die Be-

gründung der Begehren gebunden und kann die Beschwerde auch aus an-

deren als den geltend gemachten Gründen gutheissen oder abweisen. 

3.  

3.1 Die Beschwerdeführerin rügt, die Vorinstanz habe ihren Anspruch auf 

rechtliches Gehör verletzt, indem sie den eingereichten Beweismitteln in 

pauschaler Weise die Beweiskraft abgesprochen habe. 

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Seite 5 

3.2 Gemäss Art. 29 VwVG haben die Parteien Anspruch auf rechtliches 

Gehör, welcher als Mitwirkungsrecht alle Befugnisse umfasst, die einer 

Partei einzuräumen sind, damit sie in einem Verfahren ihren Standpunkt 

wirksam zur Geltung bringen kann (vgl. BGE 144 I 11 E. 5.3; BVGE 

2009/35 E. 6.4.1). Mit dem Gehörsanspruch korreliert die Pflicht der Be-

hörden, die Vorbringen tatsächlich zu hören, ernsthaft zu prüfen und in ih-

rer Entscheidfindung angemessen zu berücksichtigen. Nicht erforderlich 

ist, dass sich die Begründung mit allen Parteistandpunkten einlässlich aus-

einandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt  

(vgl. BGE 143 III 65 E. 5.2). 

Dieser verfahrensrechtlichen Anforderung ist die Vorinstanz vorliegend 

nachgekommen. So hat sie nach Prüfung und Würdigung der Parteivor-

bringen sowie der zur Stützung derselben eingereichten Beweismittel hin-

reichend nachvollziehbar aufgezeigt, von welchen Überlegungen sie sich 

leiten liess. Die Vorinstanz bestreitet in der angefochtenen Verfügung nicht, 

dass die Beschwerdeführerin und ihr (Nennung Verwandter) im Jahr (...) 

auf Anordnung eines (Nennung Person), dessen Heiratsantrag sie zuvor 

abgelehnt hatte, entführt und nach einer Lösegeldzahlung wieder freige-

lassen wurden ("Unabhängig der Beurteilung der Glaubhaftigkeit der Aus-

führungen der Antragstellerin, …" vgl. angefochtene Verfügung S. 4). Folg-

lich ist nicht erkennbar, worin die mangelnde respektive unzureichende 

Würdigung der entsprechenden Beweismittel zum Beleg dieser Entführung 

(Nennung Beweismittel; (vgl. SEM act. 1/11-18, 1/31) bestehen soll. Die 

auf Seite 13 der Rechtsmitteleingabe erwähnten Verweise auf die Recht-

sprechung des Bundesverwaltungsgerichts zur Beweiswürdigung von Do-

kumenten aus Ländern, bei denen Probleme bei der Prüfung von deren 

Echtheit bestehen, bleiben daher vorliegend unbehelflich. Eine Verletzung 

des rechtlichen Gehörs liegt nicht vor. 

3.3 Dementsprechend verfängt die in diesem Zusammenhang erhobene 

sinngemässe Rüge einer Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes ge-

mäss Art. 12 VwVG nicht, wonach das SEM zum Beweiswert von Beweis-

mitteln aus Afghanistan eine Länderkontextanalyse hätte durchführen sol-

len. Die gesuchstellende Person muss die sie betreffende ernsthafte Ge-

fährdung selber belegen können beziehungsweise liegt das Beweismass 

gegenüber demjenigen im Asylverfahren höher (vgl. Urteil des BVGer  

E-5105/2014 vom 13. Oktober 2014 E. 3.4 m.H.). Im Rahmen der Prüfung 

eines humanitären Visums muss offensichtlich davon ausgegangen wer-

den können, dass die betroffene Person im Heimat- oder Herkunftsstaat 

unmittelbar, ernsthaft und konkret an Leib und Leben gefährdet sei. 

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Seite 6 

Dadurch ergibt sich ein abgeschwächter Untersuchungsgrundsatz (vgl. Ur-

teil D-5815/2014 vom 11.  Februar 2015 E. 4.5). Dieser wird ergänzt durch 

die Mitwirkungspflicht der Partei (Art. 13 Abs. 1 Bst. a VwVG). Indem die 

Vorinstanz zum Zeitpunkt der Verfügung bei der Gesuchstellerin gestützt 

auf die damalige Aktenlage nicht von einer unmittelbaren und konkreten 

Bedrohung ausging, hat sie den Untersuchungsgrundsatz nicht verletzt. 

3.4 Die formellen Rügen erweisen sich als unbegründet. Es besteht keine 

Veranlassung, die Sache zur Sachverhaltsfeststellung an die Vorinstanz 

zurückzuweisen. Das diesbezügliche Eventualbegehren ist abzuweisen. 

4.  

4.1 Als Staatsangehörige Afghanistans unterliegt die Beschwerdeführerin 

der Visumspflicht gemäss Art. 9 der Verordnung vom 15. August 2018 über 

die Einreise und die Visumerteilung (VEV, SR 142.204). Mit ihrem Gesuch 

beabsichtigt sie einen längerfristigen Aufenthalt, weshalb es nicht nach den 

Regeln zur Erteilung von Schengen-Visa, sondern nach den Bestimmun-

gen des nationalen Rechts zu prüfen ist (vgl. BVGE 2018 VII/5 E. 3.5 und 

E. 3.6.1). 

4.2 Gemäss Art. 4 Abs. 2 VEV kann in Abweichung von den allgemeinen 

Einreisevoraussetzungen (vgl. Art. 4 Abs. 1 VEV) in begründeten Fällen 

aus humanitären Gründen ein Visum für einen längerfristigen Aufenthalt 

erteilt werden. Ein solcher Fall liegt insbesondere vor, wenn die betreffende 

Person im Herkunftsstaat unmittelbar, ernsthaft und konkret an Leib und 

Leben gefährdet ist. Praxisgemäss werden humanitäre Visa nur unter sehr 

restriktiven Bedingungen ausgestellt (vgl. BVGE 2015/5 E. 4.1.3). Diese 

werden dann als erfüllt angesehen, wenn bei einer Person aufgrund der 

konkreten Umstände offensichtlich davon ausgegangen werden muss, 

dass sie sich im Heimat- oder Herkunftsstaat in einer besonderen Notsitu-

ation befindet, die ein behördliches Eingreifen zwingend erforderlich macht 

und es rechtfertigt, ihr – im Gegensatz zu anderen Personen in derselben 

Lage – ein Einreisevisum zu erteilen. Dies kann etwa bei akuten kriegeri-

schen Ereignissen oder aufgrund einer konkreten individuellen Gefähr-

dung, die sie mehr als alle anderen Personen betrifft, gegeben sein. Befin-

det sich die betroffene Person bereits in einem Drittstaat (BVGE 2018 VII/5 

E. 3.6.3) oder ist sie nach einem Aufenthalt in einem solchen freiwillig in ihr 

Heimat- oder Herkunftsland zurückgekehrt (vgl. Urteil des BVGer  

D-4658/2017 vom 7. Dezember 2018 E. 4.3) und hat sie die Möglichkeit, 

sich erneut in den Drittstaat zu begeben, ist in der Regel davon auszuge-

hen, dass keine Gefährdung mehr besteht. Das Visumsgesuch ist unter 

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Berücksichtigung der aktuellen Gefährdung, der persönlichen Umstände 

der betroffenen Person und der Lage im Heimat- oder Herkunftsland sorg-

fältig zu prüfen. Dabei können auch weitere Kriterien wie das Bestehen von 

Bindungen zur Schweiz und die hier bestehenden Integrationsaussichten 

oder die Unmöglichkeit, in einem anderen Land um Schutz nachzusuchen, 

berücksichtigt werden (vgl. BVGE 2018 VII/5 E. 3.6.3; Urteil des BVGer  

F-4658/2017 vom 7. Dezember 2018 E. 3.2 f.). 

5.  

5.1 Die Vorinstanz führt zur Begründung ihres Entscheids an, die Be-

schwerdeführerin vermöge keine Gründe für eine unmittelbare, ernsthafte 

und konkrete Gefährdung an Leib und Leben nachzuweisen. Dies zeige 

sich vorliegend auch dadurch, dass das SEM bereits vorgängig, mithin im 

Jahr (...) vorfrageweise um die Chancenbeurteilung für ein humanitäres Vi-

sum angefragt worden sei. Im Gesuch werde die vorgebrachte Gefähr-

dungslage erneut im Wesentlichen mit der Entführung im Jahr (...) unter-

mauert. Neue Vorbringen würden nicht geltend gemacht. Auch seien die 

eingereichten Unterlagen und Fotos nicht auf deren Echtheit verifizierbar. 

Sodann lasse der Umstand, dass der (Nennung Verwandter) bereit sei, 

seine (Nennung Verwandte) alleine Im Iran zurückzulassen, ebenfalls den 

Schluss zu, dass vorliegend auch von Seiten der engsten Familienange-

hörigen nicht von einer drohenden Gefahr für die Beschwerdeführerin aus-

gegangen werde. Im Weiteren bestehe in der Schweiz für Mitglieder der 

Kernfamilie die Möglichkeit eines Familiennachzugs gemäss den ordentli-

chen ausländerrechtlichen Bestimmungen. Daher müssten vielmehr in die-

sem Bereich die notwendigen Vorkehrungen getroffen werden, damit die 

entsprechenden Bedingungen erfüllt würden. Das humanitäre Visum stelle 

kein Ersatzinstrument für ein ordentliches Familiennachzugsverfahren dar.

  

Selbst im Fall einer Abschiebung der sich im Iran aufhaltenden Beschwer-

deführerin seien dem Gesuch keine offensichtlichen Hinweise und Anhalts-

punkte zu entnehmen, wonach sie in Afghanistan unmittelbar an Leib und 

Leben bedroht wäre. Das Vorhandensein einer subjektiven Furcht vor dem 

Taliban-Regime und insbesondere dem (Nennung Person) der Taliban in-

folge des Umsturzes sei zwar nachvollziehbar, genüge jedoch den Anfor-

derungen an die Erteilung eines Einreisevisums nicht. Die Echtheit der ein-

gereichten Unterlagen und Fotos zur Entführungsgeschichte könne nicht 

überprüft werden; den Beweismitteln komme daher kein Beweiswert zu. Es 

seien keine Belege oder Unterlagen eingereicht worden, welche eine ge-

zielte Fahndung der Taliban nach der Beschwerdeführerin belegen 

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Seite 8 

würden. Es liege somit keine unmittelbare und offensichtliche Gefährdung 

vor. Daran ändere auch der geltend gemachte Bezug zur Schweiz nichts. 

5.2 Die Beschwerdeführerin wendet in ihrer Rechtsmitteleingabe zunächst 

dagegen ein, es bestünden keine Hinweise, die gegen die Glaubhaftigkeit 

ihrer Ausführungen sprechen würden. Sodann habe die Vorinstanz das 

Vorliegen einer unmittelbaren Gefährdungslage zu Unrecht verneint. Die 

Ansicht des SEM, wonach sich im neuen Gesuch die Gefährdungslage 

wiederum massgeblich auf die Entführung im Jahr (...) stütze und keine 

neuen Vorbringen angeführt würden, sei unzutreffend. Die Machtüber-

nahme der Taliban im August 2021 stelle eine relevante, erhebliche Verän-

derung dar, in der sich die Gefährdungsprofile erheblich verschärft hätten. 

Die Verfolgung durch den in Frage stehenden (Nennung Person) stelle sich 

angesichts des Zusammenbruchs des rechtsstaatlichen Systems und der 

verbreiteten Rachehandlungen gegen frühere Feinde für sie noch gefährli-

cher dar. Weiter sei ihr (Nennung Verwandter) in D._______ verhaftet wor-

den, als er das Geld der Getreideernte habe abholen wollen, zumal es ihm 

nicht gelungen sei, unerkannt zu bleiben. Informanten des (Nennung Per-

son) hätten ihren (Nennung Verwandter) eine (Nennung Dauer) inhaftiert, 

misshandelt und unter anderem nur unter der Bedingung freigelassen, 

dass er sie den Taliban aushändige. Zur zielgerichteten konkreten und un-

mittelbaren Gefahr, in Afghanistan erneut Opfer von Rachehandlungen zu 

werden, kämen erschwerend die systemische Gewalt und Menschen-

rechtsverletzungen hinzu. Zu gewichten sei überdies gemäss Rechtspre-

chung des Bundesverwaltungsgerichts (mit Verweis auf das Urteil  

F-4792/2021 vom 30. März 2022) die Beziehungsnähe zur Schweiz, wo ihr 

Ehemann und ihre (Nennung Verwandte) lebten. Ihr (Nennung Verwandter) 

befinde sich mit ihr noch im Iran, überlege jedoch angesichts der nicht mehr 

möglichen Verlängerungen ihrer Visa ohne sie nach E._______ zu gehen. 

Diese Drohung scheine vor allem bezweckt zu haben, ihren in der Schweiz 

lebenden, (...) Ehemann zu zwingen, zu ihr in den Iran zu reisen. Das sei 

ihm jedoch aus (Nennung Grund) nicht möglich. Im Weiteren stelle der Iran 

kein sicherer Drittstaat dar, da eine erhebliche Gefahr der Deportation be-

stehe. Insgesamt befinde sie sich in einer besonderen Notsituation, die ein 

behördliches Eingreifen zwingend erforderlich mache und die Erteilung ei-

nes Einreisevisums rechtfertige. 

5.3 In ihrer Vernehmlassung hält die Vorinstanz fest, es sei unklar, inwie-

weit die geltend gemachte Verhaftung des (Nennung Verwandter) und des 

(Nennung Verwandter) der Beschwerdeführerin einen Zusammenhang mit 

der verweigerten Eheschliessung mit dem (Nennung Person) aufweisen 

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Seite 9 

würden. Nach der Entführung der Beschwerdeführerin und ihres (Nennung 

Verwandter) im Jahr (...) sei das geforderte Lösegeld bezahlt und die Ent-

führten seien wieder freigelassen worden. Es sei nicht nachvollziehbar, 

dass nun erneut und rund (Nennung Zeitpunkt) später der (Nennung Ver-

wandter) und der (Nennung Verwandter) der Beschwerdeführerin aus die-

sem Grund verhaftet worden sein sollen. Insgesamt erscheine es wenig 

glaubhaft, dass die Beschwerdeführerin nach wie vor aufgrund der verwei-

gerten Ehe verfolgt werde. Von einer konkreten und unmittelbaren Gefahr 

ihrer Person in Afghanistan sei daher nicht auszugehen. Demnach ändere 

auch der Umstand, wonach sie in der Zwischenzeit zusammen mit ihrem 

(Nennung Verwandter) nach Afghanistan deportiert worden sei, nichts. 

Auch in Berücksichtigung der zweifellos schwierigen Lage der Beschwer-

deführerin, welche sich seit der Machtübernahme der Taliban nicht verbes-

sert haben dürfte, sei vorliegend nicht von einer besonderen Notsituation, 

die ein behördliches Eingreifen zwingend erforderlich mache, auszugehen. 

5.4 In ihrer Replik bringt die Beschwerdeführerin zunächst relevante neue 

Sachverhaltsentwicklungen vor: So sei ihr (Nennung Verwandter) und ihr 

(Nennung Verwandter) am (...) durch den Geheimdienst der Taliban ver-

haftet worden und der (Nennung Verwandter) seither in D._______ inhaf-

tiert. Nach Angaben der Familie handle es sich um eine Verhaftung unter 

falschem Vorwand, um ihrer Familie zu schaden. Daraufhin seien die übri-

gen Familienangehörigen in C._______ in ein anderes Haus umgezogen. 

Sie und ihr (Nennung Verwandter) hätten sich nach Erhalt dieser Nachricht 

nach C._______ begeben und würden seither mit (Nennung Verwandte) 

dort leben. Ferner sei sie anlässlich der Deportation (Nennung Dauer) in-

haftiert und während dieser Zeit sehr schlecht behandelt worden. Die Ver-

haftung ihres (Nennung Verwandter) zeuge davon, dass sie auch (Nen-

nung Dauer) nach ihrer Entführung noch immer mit Verfolgung in Afghanis-

tan zu rechnen habe. Der (Nennung Person) habe die "Ehrverletzung" nicht 

hingenommen und versuche nun alles, um ihre Familie zu zerstören. Ent-

gegen der vorinstanzlichen Ansicht seien sodann ihre Vorbringen glaub-

haft, da eine Vielzahl von Umständen wie auch die eingereichten Beweis-

mittel dafür sprechen würden. 

6.  

Materiell ist zu prüfen, ob konkrete Anhaltspunkte für das Bestehen einer 

unmittelbaren, ernsthaften und konkreten Gefährdung der Beschwerdefüh-

rerin an Leib und Leben vorliegen, welche ein behördliches Eingreifen 

zwingend erforderlich machen würde (vgl. E. 4.2). 

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Seite 10 

6.1 Vorweg ist festzuhalten, dass die Glaubhaftigkeit der Ausführungen der 

Beschwerdeführerin zum wesentlichen Motiv ihres Einreisegesuchs (Nen-

nung Motiv) von der Vorinstanz nicht bestritten wurde (vgl. auch E. 3.2). 

Demnach erübrigt es sich, auf die entsprechenden Ausführungen auf Be-

schwerdeebene zur Glaubhaftigkeit und die zum Beleg dieser Gescheh-

nisse eingereichten Beweismittel näher einzugehen. Nachdem sich die Be-

schwerdeführerin den Akten zufolge nicht mehr im Drittstaat Iran aufhält, 

sondern in ihre Heimat deportiert wurde, besteht auch keine Veranlassung, 

sich zu einer möglichen Gefährdung ihrer Person im Iran zu äussern. 

6.2 Sodann lassen sich gemäss gefestigter Praxis des Bundesverwal-

tungsgerichts bei der Beurteilung der Sicherheitslage in Afghanistan Grup-

pen von Personen definieren, die aufgrund ihrer Exponiertheit einem er-

höhten Verfolgungsrisiko ausgesetzt sind. Dazu gehören unter anderem 

Personen, die der afghanischen Regierung oder der internationalen Ge-

meinschaft nahestehen oder als Unterstützer derselben wahrgenommen 

werden, sowie westlich orientierte oder der afghanischen Gesellschafts-

ordnung aus anderen Gründen nicht entsprechende Personen (vgl. bspw. 

Urteil des BVGer D-2161/2021 vom 12. Januar 2022 E. 7.2 ff.; 

E-2802/2014 vom 15. Januar 2015 E. 5.3.3, D-3394/2014 vom 26. Oktober 

2015 E. 4.6, E-3520/2014 vom 3. November 2015 E. 7.3 und E-2285/2018 

vom 14. Mai 2020 E. 6.2). Dazu gehören unter anderem auch (ehemalige) 

Angehörige der Sicherheitskräfte (ANDSF) oder zivile Beschäftigte der in-

ternationalen Sicherheitskräfte (Ortskräfte) sowie Zivilpersonen, die als 

Unterstützer solcher Gruppen betrachtet werden (vgl. dazu Urteil  

D-1728/2022 vom 10. Mai 2022 E. 7.3). Die Beschwerdeführerin verfügt 

klarerweise über kein derartiges Risikoprofil; sodann hat sie sich auch nicht 

in Organisationen engagiert, welche beispielsweise die Förderung von af-

ghanischen Frauen zum Ziel haben, wodurch sie in den Fokus der Taliban 

hätte geraten können. Soweit sie demnach aus persönlichen Gründen im 

Visier eines einzelnen (Nennung Person) steht, weil sie diesen nicht gehei-

ratet habe, weist die dargelegte Sachverhaltsschilderung nicht auf eine un-

mittelbare, ernsthafte und konkrete Gefährdung ihrer Person hin. Die Vor-

instanz hat diesbezüglich mit zutreffender Begründung festgehalten, dass 

es als wenig nachvollziehbar zu erachten sei, dass (Nennung Zeitpunkt) 

nach der bezahlten Lösegeldforderung für die Freilassung der Beschwer-

deführerin und ihres (Nennung Verwandter) nun erneut Angehörige von ihr 

(Nennung Verwandte) im (Nennung Zeitpunkt) verhaftet worden sein sollen 

(vgl. Beschwerdeschrift S. 6 f.). Obwohl der (Nennung Verwandter) in der 

Haft geschlagen, bedroht und schliesslich aufgrund einer Lösegeldzahlung 

nach (Nennung Zeitpunkt) wieder freigelassen worden sei, sei er im (...) 

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Seite 11 

erneut nach D._______ zurückgekehrt. Dort hätten ihn die Taliban am (...) 

verhaftet (vgl. Replik Ziffn. 1.2 ff.). Mittlerweile habe er sich freikaufen kön-

nen und halte sich getrennt von seinen Kindern in C._______ respektive 

an verschiedenen Orten im Land auf (vgl. Beweismitteleingabe vom 

8. März 2023, Ziff. 2. f.; Beweismitteleingabe vom 8. Juni 2023, Ziff. 1). 

Weiter sei (Nennung Verwandter) – der im (...) nach (Nennung Dauer) Haft 

wieder entlassen worden sei – in der Zwischenzeit aus unbekannten Grün-

den ebenfalls nach D._______ zurückgekehrt, dort spitalreif geschlagen 

und aufgefordert worden, nicht mehr zurückzukommen; inzwischen be-

finde sich (Nennung Verwandter) wieder in C._______ beziehungsweise 

verstecke sich an wechselnden Orten in Afghanistan (vgl. Beweismittelein-

gabe vom 8. März 2023, Ziff. 5; Beweismitteleingabe vom 8. Juni 2023, Ziff. 

4). Unbesehen des Umstandes, dass es logisch nicht nachvollziehbar er-

scheint, weshalb der (Nennung Verwandter) und (Nennung Verwandter) 

trotz ihrer vorgängigen Erfahrungen ([...]) wieder nach D._______ zurück-

gekehrt sein und sich dadurch bewusst dem hohen Risiko einer neuerli-

chen Gefahr für Leib und Leben ausgesetzt haben wollen, hat die Be-

schwerdeführerin keinerlei Beweismittel vorgelegt, welche den von ihr an-

geführten Grund für diese Übergriffe – Rache des (Nennung Person) – zu 

belegen vermöchten. Weder die mit der Replik eingereichten (Nennung Be-

weismittel) oder die mit den weiteren Beweismitteleingaben ins Recht ge-

legten Unterlagen ([...]) vermögen zu belegen, dass der (Nennung Ver-

wandter) oder (Nennung Verwandter) tatsächlich zum besagten Zeitpunkt 

und Ort wegen der Beschwerdeführerin wiederholt inhaftiert oder verprü-

gelt wurden oder (Nennung Verwandter) sich deswegen in Spitalpflege be-

geben musste. Den Anklagedokumenten ist denn auch ein gänzlich ande-

rer Grund der Festnahme des (Nennung Verwandter) (Nennung Grund) zu 

entnehmen; daran vermag auch der Einwand, wonach es sich dabei nach 

Ansicht der Familie um eine konstruierte Anklage handle (vgl. Replik Ziff. 

1.9), nichts zu ändern. Im Übrigen liegen weder konkrete Hinweise vor 

noch wird geltend gemacht, dass der (Nennung Verwandter) und (Nennung 

Verwandter) nach ihrer Rückkehr nach C._______ weiterhin im Fokus der 

Taliban gestanden hätten respektive Behelligungen ausgesetzt worden wä-

ren oder solche befürchten müssten. 

6.3 Weiter ist zum Aufenthaltsort der Beschwerdeführerin festzuhalten, 

dass sie sich den Akten zufolge nach ihrer Deportation aus dem Iran (Nen-

nung Zeitpunkt) zunächst in F._______ aufhielt (vgl. Beweismitteleingabe 

vom 13. Juni 2022) und nach Erhalt der Nachricht der Verhaftung ihres 

(Nennung Verwandter) in D._______ am (...) zusammen mit (Nennung Ver-

wandter) nach C._______ reiste, wo sie seither zusammen mit ihrer 

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(Nennung Verwandte) bei einer (Nennung Verwandte) lebe (vgl. Replik Ziff. 

1.13; Beweismitteleingabe vom 14. Dezember 2022 S. 1). In ihrer Beweis-

mitteleingabe vom 25. Januar 2023 führte sie sodann an, sie lebe – wie 

bereits früher mitgeteilt – aktuell versteckt bei ihrem (Nennung Verwand-

ter). Da die Taliban in jüngster Zeit drei Mal auf der Suche nach ihrer Per-

son beim erwähnten (Nennung Verwandter) vorbeigekommen seien, habe 

dieser ihren in der Schweiz lebenden Ehemann aufgefordert, sie an der 

iranischen Grenze abzuholen, da es keine Möglichkeit mehr gebe, sich ir-

gendwo in Afghanistan zu verstecken. Weiter führte sie in ihrer Beweismit-

teleingabe vom 8. März 2023 an, sie habe sich nach den Suchbemühungen 

der Taliban bei ihrem (Nennung Verwandter) in der Zwischenzeit zusam-

men mit ihren (Nennung Verwandte) und dem (Nennung Verwandter) für 

einige Wochen illegal nach E._______ begeben. Aufgrund der hohen Ge-

fahr einer Deportation und der vielen polizeilichen Razzien in diesem Land 

sei sie wieder nach Afghanistan zurückgekehrt, wo sie nun in einem ande-

ren Haus zusammen mit ihrem (Nennung Verwandter) lebten. Ihr Ehemann 

sende ihrem (Nennung Verwandter) Geld dafür. In der Beweismittelein-

gabe vom 8. Juni 2023 hält sie schliesslich dazu fest, sie halte sich nach 

wie vor im Haus ihres (Nennung Verwandter) versteckt und führe dort den 

Haushalt.  

 

In diesem Zusammenhang fällt zunächst auf, dass die Ausführungen der 

Beschwerdeführerin zur Person, bei welcher sie sich versteckt halte, un-

einheitlich ausgefallen sind. Einerseits will sie mit einem Teil ihrer Verwand-

ten seit (...) bei einer (Nennung Verwandte) in C._______ leben (vgl. Replik 

Ziff. 1.13; Beweismitteleingabe vom 14. Dezember 2022 S. 1), um ande-

rerseits in der Beweismitteleingabe vom 25. Januar 2023 anzugeben, sie 

halte sich – wie bereits früher mitgeteilt – bei einem (Nennung Verwandter) 

auf. Auch gemäss der Beweismitteleingabe vom 8. Juni 2023 sei sie noch 

immer bei diesem (Nennung Verwandter) versteckt. Sodann erstaunt, dass 

sie offenbar (Nennung Dauer) unbehelligt bei Verwandten in C._______ 

gelebt haben will, die Taliban nun aber im (...) auf der Suche nach ihr plötz-

lich drei Mal innert kurzer Zeit beim (Nennung Verwandter) vorbeigekom-

men sein sollen. Erstaunlich ist dabei auch, dass sie von den Taliban nie 

entdeckt wurde; der Ablauf dieser Suchen wird denn auch nicht ansatz-

weise konkretisiert (vgl. Beweismitteleingabe vom 25. Januar 2023 Ziff. 1). 

Die Beschwerdeführerin macht weiter nicht geltend, dass ihre Kernfamilie 

in C._______ bislang irgendeiner Repression seitens der Taliban ausge-

setzt gewesen sei. Gegen eine unmittelbare und konkrete Gefährdung 

spricht zudem der Umstand, dass es ihrer Familie offensichtlich immer wie-

der möglich ist, sich – unter anderem mit finanzieller Hilfe des in der 

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Seite 13 

Schweiz lebenden Ehemannes der Beschwerdeführerin – in unterschiedli-

chen Häusern in C._______ aufzuhalten, um nötigenfalls einer möglichen 

Gefahr durch die Taliban auszuweichen. Sie verfügt in C._______ über 

eine Unterkunft und erhält Unterstützung durch ihre Angehörigen. Das Ge-

richt verkennt nicht, dass sich die Beschwerdeführerin in einer schwierigen 

und belastenden Situation befindet. Jedoch vermögen ihre Darlegungen 

und die vorliegenden Unterlagen insgesamt keine unmittelbare, ernsthafte 

und konkrete Gefährdung ihrer Person zu begründen. Auch die vorhande-

nen Bindungen zur Schweiz vermögen an dieser Einschätzung nichts zu 

ändern. Ein bestehendes soziales Netz in der Schweiz beziehungsweise 

die im vorliegenden Fall hier lebenden Verwandten (Nennung Verwandte) 

genügen nicht für die Erteilung eines humanitären Visums nicht, wenn wie 

in casu keine unmittelbare und konkrete Gefährdungslage gegeben ist. 

7.  

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin die Vor-

aussetzungen für die Ausstellung eines humanitären Visums zwecks Ein-

reise in die Schweiz nicht erfüllt. Die angefochtene Verfügung erweist sich 

somit im Lichte von Art. 49 VwVG als rechtmässig. Die Beschwerde ist ab-

zuweisen, soweit darauf einzutreten ist.  

8.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten der Beschwerde-

führerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Das mit der Beschwerde ge-

stellte Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wurde 

jedoch mit Zwischenverfügung vom 31. Mai 2022 gutgeheissen. Es sind 

daher keine Verfahrenskosten aufzuerlegen.  

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 14 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin und die Vorinstanz. 

 

 

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: 

  

Regula Schenker Senn Stefan Weber 

 

 

 

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