# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4e77c507-8bf8-5a0a-9e35-7b7956646baf
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-10-12
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 12.10.2020 UV 2020/21
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2020-21_2020-10-12.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2020/21

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 12.05.2021

Entscheiddatum: 12.10.2020

Entscheid Versicherungsgericht, 12.10.2020
Art. 24 UVG, Art. 36 UVV. Suva-Tabelle 15 "Integritätsschaden bei 
unfallbedingten Zahnschäden" ist vereinbar mit Anhang 3 zur UVV. Kann ein 
Zahnschaden mittels Zahnkronen und Kompositeckenaufbauten vollständig 
versorgt werden, ist keine Integritätsentschädigung geschuldet (Entscheid 
des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 12. Oktober 2020, UV 
2020/21).

Entscheid vom 12. Oktober 2020

Besetzung

Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider (Vorsitz), Versicherungsrichter 

Joachim Huber und Versicherungsrichterin Miriam Lendfers; a.o. Gerichtsschreiberin 

Melanie Rickenbach

Geschäftsnr.

UV 2020/21

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Roland Zahner, Studer Zahner Anwälte AG, 

Hauptstrasse 11a, Postfach 2125, 8280 Kreuzlingen,

gegen

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SWICA Versicherungen AG, Römerstrasse 37,

Postfach, 8401 Winterthur,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Versicherungsleistungen / Integritätsentschädigung

Sachverhalt

A.  

A.___ (nachfolgend: Versicherter) war als Koch bei der B.___ tätig und dadurch bei 

der SWICA Versicherungen AG (nachfolgend: SWICA) obligatorisch gegen die Folgen 

von Berufs- und Nichtberufsunfällen sowie von Berufskrankheiten versichert, als er am 

11. Februar 2018 bei einem tätlichen Angriff im Gesicht verletzt wurde (UV-act. 18, 23). 

Der Versicherte erlitt unter anderem drei Kronenfrakturen ohne Pulpabeteiligung sowie 

eine Kronenfraktur mit Pulpabeteiligung (UV-act. 3). Die definitiven zahnärztlichen 

Behandlungen wurden von November 2018 bis und mit Februar 2019 durchgeführt und 

umfassten mehrere Kompositaufbauten, eine Wurzelbehandlung sowie drei 

Zirkonkronen (vgl. UV-act. 3-4, 7, 33). Ab Juni 2018 befand sich der Versicherte zudem 

in psychiatrischer Behandlung bei Dr. med. C.___, Facharzt für Psychiatrie und 

Psychotherapie der eine Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion 

diagnostizierte (ICD-10: F43.21; UV-act. 18-1). Die SWICA anerkannte ihre gesetzliche 

Leistungspflicht für die zahnärztliche und die psychiatrische Behandlung (UV-act. 7, 11, 

20, 41 ff. und 77-2). Dr. C.___ berichtete am 29. Januar 2019, dass die psychiatrischen 

Behandlungen per Ende 2018 abgeschlossen worden seien (UV-act. 25).

A.a. 

Auf Anfrage des Vertreters des Versicherten, Rechtsanwalt lic. iur. R. Zahner, 

St. Gallen, vom 13. Februar 2019 veranlasste die SWICA am 6. März 2019 bei Dr. med. 

dent. D.___ eine Aktenbeurteilung zur Abklärung des Integritätsschadens (UV-act. 29, 

34 f). Unter Berücksichtigung der Aktenbeurteilung vom 30. Mai 2019 wurde der 

Versicherte am 12. Juni 2019 darüber informiert, dass die SWICA die Leistungspflicht 

per sofort terminieren werde (UV-act. 51 f.). Aufgrund des dagegen erhobenen 

A.b. 

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B.  

C.  

Einwandes vom 27. Juni 2019 (UV-act. 61) veranlasste die SWICA erneut eine 

Aktenbeurteilung bei Dr. D.___ (UV-act. 64), welche dieser am 10. September 2019 

abgab (UV-act. 68). In den vorgenannten Aktenbeurteilungen hielt Dr. D.___ fest, dass 

die zahnärztlichen Behandlungen abgeschlossen seien und keine namhafte Besserung 

mehr zu erwarten sei und unter Berücksichtigung der Suva-Tabelle 15 

"Integritätsschäden bei unfallbedingten Zahnschäden" kein Anspruch auf eine 

Integritätsentschädigung bestehe (UV-act. 51-3 ff., 68-3 ff.).

Mit Verfügung vom 23. September 2019 nahm die SWICA den Fallabschluss per 

11. Juni 2019 vor, stellte die vorübergehenden Versicherungsleistungen – 

Heilbehandlungen und Taggelder – ein und verneinte einen Anspruch auf 

Integritätsentschädigung betreffend Zahnschaden (UV-act. 71-3).

A.c. 

Gegen diese Verfügung liess der Versicherte, weiterhin vertreten durch 

Rechtsanwalt Zahner, am 14. Oktober 2019 Einsprache erheben und beantragen, es 

sei die Verfügung vom 25. September 2019 (richtig: 23. September 2019) betreffend 

Ablehnung Integritätsentschädigung aufzuheben und es seien weitere medizinische 

Abklärungen vorzunehmen. Eventualiter sei dem Versicherten die ihm zustehende 

Integritätsentschädigung auszurichten (UV-act. 72).

B.a. 

Mit Entscheid vom 17. Februar 2020 wies die SWICA die Einsprache des 

Versicherten ab (UV-act. 77).

B.b. 

Gegen den Einspracheentscheid vom 17. Februar 2020 liess der Versicherte 

(nachfolgend: Beschwerdeführer) durch Rechtsanwalt Zahner mit Eingabe vom 

17. März 2020 Beschwerde erheben. Dieser beantragte, der Einspracheentscheid sei 

betreffend Ablehnung der Integritätsentschädigung aufzuheben und es sei dem 

Beschwerdeführer die ihm zustehende gesetzliche Leistung aus der Unfallversicherung 

auszurichten. Eventualiter seien weitere medizinische Abklärungen vorzunehmen; alles 

unter Kosten- und Entschädigungsfolge (act. G 1).

C.a. 

Die SWICA (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) beantragte am 4. Mai 2020 die 

Abweisung der Beschwerde (act. G 3).

C.b. 

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Erwägungen

1.

Vorliegend streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin den Anspruch auf 

Integritätsentschädigung mit Einspracheentscheid vom 17. Februar 2020 zu Recht 

abgelehnt hat (vgl. UV-act. 77-5). Sie stützte sich dabei auf die zahnmedizinischen 

Aktenbeurteilungen von Dr. D.___ vom 30. Mai 2019 und 10. September 2019 (UV-act. 

51, 68).

2.  

Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers verzichtete auf die Einreichung einer 

Replik (act. G 5).

C.c. 

Gemäss Art. 24 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; 

SR 832.20) hat die versicherte Person Anspruch auf eine angemessene 

Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall eine dauernde erhebliche 

Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität erleidet. Art. 36 

Abs. 1 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) bestimmt, dass 

ein Integritätsschaden als dauernd gilt, wenn er voraussichtlich während des ganzen 

Lebens mindestens in gleichem Umfang besteht (Satz 1); er ist erheblich, wenn die 

körperliche, geistige oder psychische Integrität, unabhängig von der Erwerbsfähigkeit, 

augenfällig oder stark beeinträchtigt wird (Satz 2).

2.1. 

Laut Art. 25 Abs. 1 UVG wird die Integritätsentschädigung in Form einer 

Kapitalleistung gewährt. Sie wird entsprechend der Schwere des Integritätsschadens 

abgestuft, wobei sie den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten 

Jahresverdienstes nicht übersteigen darf. Nach Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der 

Bundesrat die Bemessung der Entschädigung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36 

UVV Gebrauch gemacht. Gemäss Abs. 2 dieser Vorschrift gelten für die Bemessung 

der Integritätsentschädigung die Richtlinien des Anhangs 3. Darin hat der Bundesrat in 

einer als gesetzmässig erkannten, nicht abschliessenden Skala (BGE 113 V 219 E. 2a; 

RKUV 1988 Nr. U 48 S. 236 E. 2a mit Hinweisen) häufig vorkommende und typische 

Schäden prozentual gewichtet (BGE 124 V 29 E. 1b).

2.2. 

Für die im Anhang 3 zur UVV genannten Integritätsschäden entspricht die 

Entschädigung im Regelfall dem angegebenen Prozentsatz des Höchstbetrages des 

versicherten Verdienstes (Ziff. 1 Abs. 1). Die Entschädigung für spezielle oder nicht 

2.3. 

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aufgeführte Integritätsschäden wird nach dem Grad der Schwere vom Skalenwert 

abgeleitet. Das gilt auch für das Zusammenfallen mehrerer körperlicher, geistiger und 

psychischer Integritätsschäden (Ziff. 1 Abs. 2). Integritätsschäden, die gemäss der 

Skala 5% nicht erreichen, geben keinen Anspruch auf Entschädigung (Ziff. 1 Abs. 3). 

Demgemäss ist davon auszugehen, dass ein Schaden erheblich im Sinne von Art. 24 

Abs. 1 UVG ist, wenn er den Wert von mindesten 5% erreicht (Thomas Frei, N 24 zu 

Art. 24, in: Marc Hürzeler/Ueli Kieser [Hrsg.], Bundesgesetz über die 

Unfallversicherung, Kommentar zum schweizerischen Sozialversicherungsrecht, 2018, 

[nachfolgend zitiert: KOSS UVG]). Die völlige Gebrauchsunfähigkeit eines Organs wird 

dem Verlust gleichgestellt; bei teilweisem Verlust und teilweiser Gebrauchsunfähigkeit 

wird der Integritätsschaden entsprechend geringer, wobei die Entschädigung jedoch 

ganz entfällt, wenn der Integritätsschaden weniger als 5% des Höchstbetrages des 

versicherten Verdienstes ergäbe (Ziff. 2).

Weiter legt Anhang 3 der UVV fest, dass der Integritätsschaden – mit Ausnahme 

der Sehhilfen – ohne Hilfsmittel zu beurteilen ist (Ziff. 1 Abs. 4). Somit ist für die 

Bemessung des Schadens der unkorrigierte Zustand massgebend. Dies gilt gemäss 

konstanter Rechtsprechung des Bundesgerichts auch für die Versorgung mit 

implantierten Prothesen, sogenannten Endoprothesen (Urteile des Eidgenössischen 

Versicherungsgerichts [EVG] vom 4. September 2001, U 40/01, E. 4, 4. September 

2003, U 313/02, E. 3 f., und 18. Juli 2005, U 56/05, E. 2.2.2 f.; Urteile des 

Bundesgerichts vom 28. April 2008, 8C_600/2007, E. 2.1.2, und 26. Juni 2009, 

8C_962/2008, E. 3.2). Zweck der Integritätsentschädigung ist ein gewisser Ausgleich 

für körperliche oder geistige Schädigungen (KOSS UVG-Frei, N 28 zu Art. 25). Diese 

Schädigung besteht unabhängig von Ausgleichsmöglichkeiten durch Hilfsmittel (BGE 

115 V 147 E. 3b).

2.4. 

Die medizinische Abteilung der Suva hat in Weiterentwicklung der bundesrätlichen 

Skala zusätzliche Bemessungsgrundlagen in tabellarischer Form (sog. Feinraster) 

erarbeitet. Diese in den Mitteilungen der Medizinischen Abteilung der SUVA Nr. 57 bis 

59 herausgegebenen Tabellen (teilweise geändert und ergänzt in den Mitteilungen Nr. 

60, 62 und 66) sind, soweit sie lediglich Richtwerte enthalten, mit denen die 

Gleichbehandlung aller Versicherten gewährleistet werden soll, mit dem Anhang 3 zur 

UVV vereinbar (BGE 124 V 32 E. 1c, 116 V 157 E. 3a mit Hinweis). Auch andere 

Unfallversicherer können auf die genannten Tabellen abstellen (KOSS UVG-Frei, N 15 

zu Art. 25).

2.5. 

Trotz des Feinrasters der Suva-Tabellen gibt es Integritätsschäden, die sich nicht 

direkt einer Position der Skala von Anhang 3 zur UVV oder der Suva-Tabellen zuordnen 

2.6. 

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3.  

lassen. In diesen Fällen ist in direkter oder analoger Anwendung von Ziff. 1 Abs. 2 von 

Anhang 3 zur UVV der Grad der Schwere für spezielle oder nicht aufgeführte 

Integritätsschäden vom Skalenwert bzw. von Positionen der Suva-Tabellen abzuleiten. 

Zuerst ist mithin zu prüfen, ob ein Integritätsschaden in der Skala von Anhang 3 zur 

UVV figuriert. Falls dies nicht zutrifft, ist in den Suva-Tabellen eine passende Position 

zu suchen. Bei negativem Ausgang der Suche ist schliesslich die Schwere des 

Integritätsschadens mittels Vergleichs zu den Werten in der Skala von Anhang 3 zur 

UVV oder der Suva-Tabellen abzuleiten (KOSS UVG-Frei, N 17 f. zu Art. 25).

Die Skala der Integritätsentschädigung des Anhangs 3 zur UVV weist einer 

schweren Beeinträchtigung der Kaufähigkeit den Wert von 25% zu. Diese Bemessung 

bildet den Anknüpfungspunkt der Suva-Tabelle 15. Diese enthält für unfallbedingte 

Zahnschäden weitere Präzisierungen (Suva-Tabelle 15, Ziff. 1). So wird für Kronen oder 

feste Brücken eine Integritätsentschädigung ausgeschlossen, da weder eine relevante 

Beeinträchtigung der Kaufähigkeit noch eine augenscheinliche Veränderung im 

sichtbaren Zahnbereich resultiert (Ziff. 2). Bei abnehmbaren Prothesen hingegen sieht 

Ziff. 4 Integritätsschadenswerte für verschiedene Sachverhalte vor (vgl. Max B. Berger, 

N 32 zu Art. 25, in: Ghislane Frésard-Fellay/Susanne Leuzinger/Kurt Pärli (Hrsg.), 

Unfallversicherungsgesetz, Basler Kommentar, 2019 [nachfolgend zitiert: BSK UVG]).

2.7. 

Verwaltung und Gericht sind für die Beurteilung der einzelnen Integritätseinbussen 

auf ärztliche Sachverständige angewiesen. Die Schwere des Integritätsschadens 

beurteilt sich einzig nach deren medizinischem Befund (KOSS UVG-Frei, N 5 zu Art. 25; 

BSK UVG-Berger, N 13 zu Art. 25). Dem Gericht ist es nicht möglich, die Beurteilung 

aufgrund der aktenkundigen Diagnosen selber vorzunehmen, da die Ausschöpfung des 

in den Tabellen offen gelassenen Bemessungsspielraums entsprechende 

Fachkenntnisse voraussetzt und von einem medizinischen Laien eine zuverlässige 

Zuordnung nicht erwartet werden kann (Urteil des Bundesgerichts vom 23. April 2007, 

U 121/06, E. 4.2).

3.1. 

Die Schätzung der Integritätseinbusse einer versicherten Person ist ein 

Ermessensentscheid. Bei dessen Überprüfung geht es um die Frage, ob der Entscheid, 

den die Behörde nach dem ihr zustehenden Ermessen im Einklang mit den allgemeinen 

Rechtsprinzipien in einem konkreten Fall getroffen hat, nicht zweckmässigerweise 

anders hätte ausfallen sollen. Das Sozialversicherungsgericht darf sein Ermessen nicht 

ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es muss sich auf 

3.2. 

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4.  

Gegebenheiten abstützen können, welche seine abweichende Ermessensausübung als 

naheliegender erscheinen lassen (vgl. BGE 126 V 81 E. 6).

Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der 

Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, 

auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) 

abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in 

der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen 

in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 134 V 157 E. 5.1).

3.3. 

Gelangt der Rechtsanwender im Rahmen der freien Beweiswürdigung zur 

Auffassung, es lägen keine schlüssigen medizinischen Angaben zum Vorliegen eines 

Integritätsschadens vor, kann dies Aktenergänzungen in medizinischer Hinsicht 

bedingen (vgl. SVR 2009 UV Nr. 27 S. 97, Urteil des Bundesgerichts vom 4. Februar 

2009, 8C_459/2008, E. 2.3; Urteil des EVG vom 23. April 2007, U 121/06, E. 4.2; zum 

Zusammenwirken ärztlicher Einschätzung und juristischer Wertung bei der Bemessung 

der Integritätseinbusse vgl. auch Thomas Frei, Die Integritätsentschädigung nach 

Art. 24 und 25 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung, Diss. Freiburg 1998, 

S. 68 ff.). Auch wenn weitere Erhebungen schon bei geringen Zweifeln an den 

Aussagen versicherungsinterner Expertisen von der Rechtsprechung verlangt werden 

(BGE 135 V 465 E. 4.4 mit Hinweis auf BGE 122 V 157 E. 1d), können solche trotz 

gewisser verbleibender Unsicherheiten unterbleiben, wenn ihnen mittels kritischer 

gerichtlicher Würdigung medizinischer Erkenntnisse begegnet werden kann. 

Zeitaufwändige und oftmals kostenintensive Vorkehren lassen sich so vermeiden, ohne 

dass unberechtigte Beeinträchtigungen der Rechtslage einer versicherten Person in 

Kauf genommen werden müssten oder gar ungerechtfertigte Leistungsverweigerungen 

zu befürchten wären (Urteil des Bundesgerichts vom 5. April 2017, 8C_809/2016, 

E. 3.2.2).

3.4. 

Dr. D.___ nimmt die Bemessung des Integritätsschadens im konkreten Fall anhand 

der Suva-Tabelle 15 vor. Gemäss Ansicht des Beschwerdeführers ist diese Tabelle 

nicht mit Ziff. 1 Abs. 4 des Anhangs 3 zur UVV vereinbar. Hierzu führt er 

bundesgerichtliche Rechtsprechung zu Endoprothesen an, bei denen die Beurteilung 

des Integritätsschadens nach dem unkorrigierten Zustand erfolgt (Urteil des EVG vom 

4. September 2001, U 40/01; vgl. act. G 1 Ziff. II/2). Im Weiteren erwähnt der 

Beschwerdeführer einen Entscheid des Kantonsgerichts Luzern, wonach für die 

Bemessung des Integritätsschadens bei Zahnschäden vom unkorrigierten Zustand 

4.1. 

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5.  

ohne Implantate oder Kompositeckaufbauten ausgegangen wurde (LGVE 2018 III Nr. 4; 

5V 17 209). Insgesamt erachtet es der Beschwerdeführer mit Blick auf diese 

konkretisierende Rechtsprechung für nötig, eine neue medizinische Beurteilung zu 

veranlassen, die den unkorrigierten Zustand berücksichtigt (vgl. act. G 1 Ziff. II/3.1).

Die Beschwerdegegnerin argumentiert, die Zahnkronenversorgung stelle eine 

Heilbehandlung dar (act. G 1.2/Ziff. 3.4; act. G 3/Ziff. 2.2) und nicht ein Hilfsmittel. 

Deshalb sei für die Beurteilung der Integritätsentschädigung der Zustand im Zeitpunkt 

des Fallabschlusses massgebend, also jener mit der Zahnkronenversorgung (act. 

G 1.2/Ziff. 3.10). Zur Anwendung der Suva-Tabelle 15 bringt sie vor, diese beziehe sich 

in Ziff. 2 auf Heilbehandlungen und in Ziff. 4 auf Hilfsmittel (abnehmbare 

Zahnprothesen). Wenn die Suva-Tabelle 15 also für Kronen/feste Brücken keinen 

(erheblichen) Integritätsschaden vorsehe, sei dies mit Ziff. 1 Abs. 4 des Anhangs 3 zur 

UVV vereinbar (act. G 3/Ziff. 2.5). Zur bundesgerichtlichen Rechtsprechung äussert sie, 

die Ausdehnung des Hilfsmittelbgriffs auf implantierte Prothesen sei begrenzt auf den 

expliziten Fall von U 40/01, E. 4c (act. G 3/Ziff. 2.3).

4.2. 

In Ziff. 1 Abs. 4 des Anhangs 3 zur UVV ist ausdrücklich festgehalten, dass nur bei 

Sehhilfen die Integritätseinbusse mit dem Hilfsmittel ermittelt werden soll. Ein 

Hilfsmittel ist definitionsgemäss ein Gegenstand, dessen Gebrauch den Ausfall 

gewisser Teile oder Funktionen des menschlichen Körpers zu ersetzen vermag (BGE 

115 V 147 E. 3b). Zusätzlich muss der Gegenstand ohne strukturelle Änderung 

ablegbar und wieder verwendbar sein. Dieses gilt nicht nur für den Gegenstand, 

sondern auch für den menschlichen Körper und dessen Integrität. So erfüllt ein 

Gegenstand, der durch einen eigentlichen chirurgischen Eingriff eingesetzt wird und auf 

gleiche Weise wieder zu ersetzen ist, den Hilfsmittelbegriff im Sinne des Gesetzes nicht 

(vgl. Urteil des EVG vom 4. September 2001, U 40/01, mit Hinweis auf BGE 115 V 147 

E. 3c). Das EVG hielt in U 40/01 fest, dass bei Endoprothesen die Bemessungsregel für 

Hilfsmittel analog angewandt wird, obwohl Endoprothesen die Hilfsmitteldefinition nicht 

erfüllen (E. 2c). Es führt weiter aus, dass zur Beurteilung des Integritätsschadens "auf 

den medizinischen Befund vor der Korrektur abzustellen und der mit Hilfsmitteln oder 

implantierten Prothesen erzielbare Ausgleich nicht zu berücksichtigen" ist (E. 3c). In 

Bezug auf das Urteil U 40/01 des EVG ist der Auffassung des Beschwerdeführers zu 

folgen. Die analoge Anwendung der Hilfsmittelregelung auf Endoprothesen ist jedoch 

nicht begrenzt auf den Fall von U 40/01, wie die Beschwerdegegnerin behauptet. Dies 

geht deutlich aus E. 4c des genannten Entscheides hervor. Die Ausdehnung auf 

Endoprothesen entspricht konstanter bundesgerichtlicher Rechtsprechung (vgl. E. 2.4). 

5.1. 

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Hingegen vermag das Urteil LGVE 2018 III Nr. 2, 5V 17 209 dem Beschwerdeführer 

nicht weiterzuhelfen. Soweit in diesem Entscheid von implantierten Zahnprothesen und 

abnehmbaren Zahnprothesen die Rede ist, ist zwar die Bemessung, wie zuvor 

dargelegt, nach dem unkorrigierten Zustand angezeigt. Bei Zahnkronen und 

Kompositaufbauten bleibt jedoch, entgegen den dortigen Erwägungen, Raum für eine 

differenzierte Betrachtungsweise, da es sich bei Zahnkronen und 

Kompositeckaufbauten weder um implantierte noch abnehmbare Prothesen handelt.

Ziffer 2 der Suva-Tabelle 15 enthält eine Regelung bezüglich Kronen, feste 

Brücken und gut sitzende Prothesen. Auf den ersten Blick besteht eine Divergenz 

zwischen dieser und Ziff. 1 Abs. 4 des Anhangs 3 zur UVV, da in Ziffer 2 vom 

korrigierten Zustand ausgegangen wird. Kronen, feste Brücken und gut sitzende 

Prothesen erfüllen jedoch weder den Hilfsmittelbegriff noch den Endoprothesenbegriff. 

Ausserdem ist bei diesen Arten von Zahnersatz die Kaufähigkeit und der sichtbare 

Zahnbereich in der Regel ganz wiederhergestellt oder zumindest nur unerheblich 

eingeschränkt. Die Unerheblichkeit eines reinen Zahnersatzes in Bezug auf die 

Kaufähigkeit und die augenscheinliche Veränderung im sichtbaren Zahnbereich ergibt 

sich auch im Vergleich zu Ziffer 4 derselben Tabelle, wo eine Oberkiefer-Totalprothese 

die Erheblichkeitsschwelle von 5% knapp erreicht, eine Schaltprothese oder eine 

Teilprothese mit Frontersatz jedoch nicht (2 resp. 4%). Der Vergleich mit einem 

Gesundheitsschaden, der eine Versorgung mit Endoprothese erfordert, führt zum 

selben Schluss. Somit ist auch mit Blick auf die Gleichbehandlung der versicherten 

Personen festzuhalten, dass ein Zahndefekt, der einen Zahnersatz wie eine Krone oder 

eine Kompositeckaufbaute erfordert, von geringerer Bedeutung ist, als ein Zahndefekt, 

der einen vollständigen Funktionsersatz braucht. Es rechtfertigt sich nach dem 

Gesagten, die Differenzierung von festen Zahnersätzen und abnehmbaren Prothesen in 

Suva-Tabelle 15 zuzulassen. Dies steht nicht im Widerspruch zu Ziff. 1 Abs. 4 des 

Anhangs 3 zur UVV.

5.2. 

Es ist somit nicht zu beanstanden, dass sich Dr. D.___ bei seiner Beurteilung des 

Zahnschadens auf Suva-Tabelle 15 Ziff. 2 zu Kronen und festen Brücken stützte. 

Weiter sind in Bezug auf seine Beurteilungen vom 30. Mai 2019 und 10. September 

2019 (UV-act. 51-3 ff., 68-3 ff.) entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers 

(act. G 1 Ziff. II/3.2) keine konkreten sachlichen Fehler erkennbar, welche die 

Einschätzung der Höhe des Integritätsschadens in Bezug auf die Beeinträchtigung der 

Kaufähigkeit oder eines augenscheinlichen Zahndefekts im sichtbaren Zahnbereich in 

Frage stellen und ein Abweichen davon rechtfertigen würden. Dr. D.___ schätzt den 

Integritätsschaden auf 0% (UV-act. 68). Der Einschätzung kann gefolgt werden. Sie 

5.3. 

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6.

Angesichts der vorangehenden Erwägungen ist die Verneinung einer 

Integritätsentschädigung für den vollständig behandelten Zahnschaden durch die 

Beschwerdegegnerin nicht zu beanstanden. Inwiefern hier weitere Abklärungen 

erforderlich oder gerechtfertigt sein sollten, wird weder vom Rechtsvertreter des 

Beschwerdeführers dargelegt noch ergeben sich diesbezügliche Anhaltspunkte aus 

den Akten. Des Weiteren ist davon auszugehen, dass eine weiterführende medizinische 

Abklärung zu keinem anderen Resultat führen würde. Die Beurteilung konnte gestützt 

auf die Akten vorgenommen werden. Eine Feststellung des unbehandelten Zustandes 

nach bereits erfolgter zahnmedizinischer Behandlung ist im Übrigen gar nicht denkbar 

(vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 31. Oktober 2014, 8C_561/2014, E. 2.3). Der 

entsprechende Antrag des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers ist folglich 

abzuweisen.

7.  

Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde gegen den 

Einspracheentscheid vom 17. Februar 2020 abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu 

erheben. Ausgangsgemäss hat der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine 

Parteientschädigung.

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

wurde unter Bezugnahme auf die relevante Bestimmung in SUVA-Tabelle 15 anhand 

der erhobenen Befunde schlüssig begründet und lässt sich aufgrund der Aktenlage 

ohne Weiteres nachvollziehen. Es liegt auch keine widersprechende ärztliche 

Beurteilung vor, welche Zweifel an dieser Einschätzung erwecken würde.

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		2025-07-19T03:26:16+0200
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