# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4ccf53c1-3fc7-5c9c-bd6a-db64506c44d4
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-12-14
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 5. Kammer 14.12.2010 R 2010 73
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_005_R-2010-73_2010-12-14.pdf

## Full Text

R 10 73

5. Kammer 

URTEIL
vom 14. Dezember 2010

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Baubescheid und Wiederherstellungsverfügung

1. … verfügen in der Gemeinde … über ein Ferien-/Wochenendhaus auf der 

gemäss rechtskräftigem Zonenplan der Gemeinde … 1:2000 vom 5. Juli 2006 

in der Landwirtschaftszone gelegenen Parzelle Nr. 1257. Die 

grundstücksinterne Zufahrt erfolgt über einen ca. 100 m langen und 3 m 

breiten Zufahrtsweg. Am 27. Juni 2001 wies der Gemeindevorstand … ein 

Baugesuch von … um Erstellung eines Gartentors in der Zufahrt zu ihrer 

Parzelle 1257 ab. Er erwog, dass das Tor ohne angrenzenden Zaun wie ein 

Fremdkörper in der Landschaft stünde und somit gegen die Ästhetikvorschrift 

Art. 22 BG verstosse. Zudem befinde sich Parzelle 1257 ausserhalb der 

Bauzone, was die Zustimmung des Kantons erforderte. Eventuell könne 

während der Bauzeit auf der Nachbarparzelle 1252 eine provisorische Kette 

mit Vorhängeschloss montiert werden, die das Befahren und Wenden von 

Fahrzeugen auf Parzelle 1257 verhindern würde. Am 4. Juli 2001 ersuchten 

… unter anderem um Angabe, wie das Gartentor besser in das Orts- und 

Landschaftsbild eingefügt werden könnte und wie sie das ungerechtfertigte 

Eindringen auf ihr Grundstück verhindern könnten. Am 27. Juli 2001 verfügte 

der Gemeindevorstand, dass das vorgesehene Gartentor ausserhalb der 

Bauzone liege und nicht standortgebunden sei. Es sei nicht bewilligungsfähig. 

… könnten sich nicht direkt an das DIV (heute Departement für 

Volkswirtschaft und Soziales, DVS) wenden. Die Gemeinde habe Gesuche, 

bei denen die Bewilligungsvoraussetzungen nicht erfüllt seien, von sich aus 

abzulehnen. Betreffend ungerechtfertigtes Eindringen auf das Grundstück 

könnten sie ein Amtsverbot erwirken. Diese Verfügung blieb unangefochten.

Am 8. Dezember 2009 hielt die Gemeinde … vor, sie hätten auf Parzelle 1257 

ein nicht bewilligtes Gartentor erstellt und verwies auf Ablehnung des 

Baugesuches von 2001. Ihnen wurden eine Busse und die Anordnung zur 

Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes angedroht und sie wurden 

zur Stellungnahme und zur Bekanntgabe ihrer Einkommens- und 

Vermögensverhältnisse aufgefordert. Am 18. Dezember 2009 schrieb …, er 

habe mit einem vermeintlich zuständigen Gemeindevorstand (…) am Telefon 

gesprochen und ihm die Situation erläutert. … habe ihm erklärt, das geplante 

Tor sei ein adäquates Mittel. Er habe dann fälschlicherweise angenommen, 

er benötige keine Bewilligung mehr. Dies sei ein Missverständnis. Ihm gehe 

es nur darum, dass unbefugte Betreten und Befahren seines Grundstücks zu 

verhindern. Der Gemeindevorstand könnte aus Gründen der 

Verhältnismässigkeit oder des Vertrauensschutzes von der 

Wiederherstellungsanordnung absehen und eine Duldungsverfügung 

erlassen und von einer Busse absehen. Er möchte dem Gemeindevorstand 

die Situation erläutern. Er ermächtige den Gemeindevorstand, Einsicht in die 

Steuerunterlagen zu nehmen. Am 9. Juni 2010 verweigerte der 

Gemeindevorstand die Bewilligung für das erstellte Gartentor. Dieses sei zu 

entfernen und der rechtmässige Zustand wieder herzustellen. … würden mit 

einer Busse von Fr. 200.-- bestraft. Die Verfahrenskosten von Fr. 250.-- 

gingen zu ihren Lasten.

2. Dagegen erhob … am 15. Juli 2010 Beschwerde an das Verwaltungsgericht 

und beantragten die Aufhebung dieser Verfügung. Ihnen sei Gelegenheit zu 

geben, ein ordentliches Gesuch beim zuständigen Departement respektive 

der Gemeinde einzureichen. Eventualiter sei von einer Wiederherstellung des 

rechtmässigen Zustandes Abstand zu nehmen und im Sinne von Art. 145 BG 

aus Gründen der Verhältnismässigkeit und des Vertrauensschutzes von der 

Anordnung von Wiederherstellungsmassnahmen abzusehen und eine 

Duldungsverfügung zu erlassen. Sie hätten das Tor errichtet, um ihr Eigentum 

zu schützen. Es sei der kleinstmögliche Eingriff. Das Tor habe eine grössere 

Wirkung als die Kette. Es füge sich in das Orts- und Landschaftsbild ein. Es 

befinde sich auch im geöffneten Zustand zu 100 % auf ihrem Grundstück. Sie 

hätten gegen das Baugesetz verstossen. Die Behörde hätte aber mitteilen 

können, sie hätten ein formelles Baugesuch einzureichen. Sie hätten keine 

Replik auf ihre Eingabe an die Behörde erhalten und die Verfügung nehme 

ebenfalls keinen materiellen Bezug auf ihre Eingabe. Es wäre für den 

Gemeindevorstand leicht gewesen, ihnen zu erläutern, was ein BAB-

Verfahren sei. Stattdessen habe man ihnen lediglich mitgeteilt, das Tor könne 

nicht bewilligt und müsse entfernt werden. Ihr Verschulden sei höchstens 

leicht. Zudem hätten sie sich aufgrund der gesamten Umstände darauf 

verlassen können, dass eine mündliche Auskunft eines Gemeinderates 

Gültigkeit habe, die mehrfach explizit angesprochen worden sei 

(Vertrauensschutz). Sie hätten ein gewisses Verständnis dafür, dass eine 

Baubusse ausgesprochen werde. Sie könnten aber nicht nachvollziehen, 

weswegen man ihnen gesagt habe, bei sofortiger Entfernung werde keine 

Busse verfügt, beim Bestehen auf einer Verfügung werde aber eine Busse 

ausgesprochen. 

3. Die Gemeinde beantragte in ihrer Vernehmlassung die Abweisung der 

Beschwerde, soweit darauf eingetreten werden könne. Der zuständige 

Baufachvorsteher, …, habe mit den Beschwerdeführern keinen Kontakt 

gehabt und keine Zusagen gemacht. Der ehemalige Gemeinderat … sei für 

dieses Departement nicht zuständig gewesen und habe keine Zusicherungen 

abgegeben. Eine mündliche Bewilligung hätten die Beschwerdeführer somit 

nicht erhalten. Schon 2001 seien sie darauf aufmerksam gemacht worden, die 

Erstellung einer Einfriedung könne nur mittels BAB-Verfahren bewilligt 

werden. Die Beschwerdeführer hielten selber fest, dass sie gegen das 

Baugesetz verstossen hätten. Ohne BAB-Bewilligung wäre eine kommunale 

Baubewilligung nichtig. Die Gemeinde sei gezwungen gewesen, für das nicht 

zonenkonforme, nicht standortgebundene und unbewilligte Tor eine 

Wiederherstellungsverfügung zu erlassen. Weder ein Baugesuch noch ein 

BAB-Gesuch sei eingereicht worden. Für eine Duldungsverfügung wäre die 

Gemeinde ausserhalb der Bauzone nicht zuständig. Da die Gemeinde die 

Voraussetzungen für eine Bewilligung als nicht erfüllt betrachte, könnte sie ein 

allfälliges BAB-Gesuch nicht an die Fachstelle weiterleiten. Die 

Wiederherstellungsverfügung sei verhältnismässig, weil der Abbruch nicht mit 

grossen Kosten verbunden sei.

4. Das Amt für Raumentwicklung Graubünden (ARE) beantragte in seiner 

Vernehmlassung die Abweisung der Beschwerde. Die Gemeinde habe formell 

korrekt gehandelt, als sie selber einen abschlägigen Baubescheid gefällt 

habe. Hier handle es sich nicht um eine Erneuerung im Sinne von Art. 24c 

Abs. 2 des eidgenössischen Raumplanungsgesetzes (RPG) in Verbindung 

mit Art. 42 Abs. 1 der eidgenössichen Raumplanungsverordnung (RPV), 

sondern um eine Erweiterung, weil die Erscheinung des Ferien-

/Wochenendhauses inklusive seiner Umgebung durch die Errichtung des 

Zauntores verändert werde. Eine Erweiterung gestützt auf Art. 24c RPG sei 

deshalb nicht zulässig, weil der fragliche Zaun keinen körperlichen 

Zusammenhang zum betreffenden Ferien-/Wochenendhaus aufweise. 

Zudem sei nicht zu beanstanden, dass die Gemeinde aufgrund des ihr in 

Ästhetikfragen zustehenden Ermessensspielraums das Vorhaben als 

unzulässigen Fremdkörper eingestuft und diesen nicht bewilligt habe. Ferien-

/Wochenendhäuser seien nicht standortgebunden, weswegen dazugehörige 

Nebenanlagen wie das Tor auch nicht im Sinne von Art. 24 RPG als 

standortgebunden bewilligt würden. Generell bestehe ein gewichtiges 

öffentliches Interesse an der Einhaltung der öffentlichen Ordnung. Deswegen 

dürfe bei materiell rechtswidrigen Bauten von einem Abbruchbefehl nur dann 

abgesehen werden, wenn die Abweichung vom Erlaubten sehr geringfügig sei 

und die berührten allgemeinen Interessen den dem Eigentümer aus dem 

Abbruch erwachsenden Schaden nicht rechtfertigten. Es sei klar erkennbar 

gewesen, dass Gemeinderat … zur Auskunftserteilung in dieser 

Baurechtssache nicht zuständig gewesen sei.

5. In der Replik hielten die Beschwerdeführer an ihrem Standpunkt fest. Die 

Gegenparteien verzichteten auf die Einreichung einer Duplik.

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften wird, 

soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. a) Gemäss dem - nach Art. 107 Ziff. 6 des kantonalen Raumplanungsgesetzes 

(KRG) direkt anwendbaren - Art. 94 Abs. 1 KRG hat ein Bauherr einen 

materiell vorschriftswidrigen Zustand zu beseitigen, gleichgültig, ob er für 

dessen Herbeiführung bestraft worden ist oder nicht. Damit hat der 

Gesetzgeber die Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtes zum alten KRG, 

nach welcher bloss formelle Baurechtsverletzungen keine 

Wiederherstellungsverfügung rechtfertigten, nachvollzogen. Unabdingbare 

Voraussetzung für die Anordnung einer Wiederherstellung ist also - wie sich 

der zitierten Bestimmung unschwer entnehmen lässt - das Vorliegen eines 

materiell vorschriftswidrigen Zustandes. Wenn die materielle 

Vorschriftswidrigkeit einer (oder mehrerer) baulicher Massnahmen bejaht 

werden kann, darf die Wiederherstellung grundsätzlich angeordnet werden. 

Dagegen führt eine bloss formelle Baurechtswidrigkeit nicht zur 

Wiederherstellung (vgl. PVG 2007 Nr. 30).

b) Auch bei Vorliegen einer materiellen Baurechtsverletzung sind die 

Voraussetzungen für eine Abbruchverfügung jedoch nicht vollständig erfüllt; 

solche Zwangsmassnahmen rechtfertigen sich vielmehr erst dann, wenn sie 

notwendig sind und verhältnismässig erscheinen (anstelle vieler: VGU R 99 

105 E. 3b). Die Notwendigkeit eines Eingriffes ergibt sich aus dem öffentlichen 

Interesse an der Einhaltung der verletzten Baurechtsvorschriften. Von der 

Anordnung der Beseitigung derartiger Bauten kann ausnahmsweise, bei 

Vorliegen besonderer Umstände, abgesehen werden. So kann der Abbruch 

nach der bundesgerichtlichen Praxis etwa unterbleiben, wenn die formell 

rechtswidrige Baute nachträglich bewilligt werden kann oder wenn die 

Abweichung vom Erlaubten nur unbedeutend ist oder kein ausreichendes 

öffentliches Interesse für die Beseitigung besteht, ebenso wenn der Bauherr 

in gutem Glauben angenommen hat, er sei zur Bauausführung ermächtigt, 

und der Beibehaltung des ungesetzlichen Zustandes nicht schwerwiegende 

öffentliche Interessen entgegenstehen (BGE 108 Ia 217 E. 4, 104 Ib 303 E. 

5b, 102 Ib 66f. E. 2a). Der Schutz des Vertrauens rechtfertigt sich jedoch nur, 

wenn der Bauherr die ihm nach den Umständen zumutbare Sorgfalt und 

Aufmerksamkeit hat walten lassen. Wer trotz vorhandenen und sich nach 

objektiven Massstäben aufdrängenden Zweifeln über die Tragweite einer 

Baubewilligung ohne entsprechende Abklärungen bei der verfügenden 

Behörde Bauarbeiten vornimmt, kann sich gegenüber einem Abbruchbefehl 

nicht mit Erfolg auf den Schutz seines guten Glaubens berufen (BGE vom 14. 

Februar 1979 in ZBl 80 [1979] 312 f. E. 4b). Als Grundsatz muss in diesem 

Zusammenhang gelten, dass sich der Bauwillige selber um die Zulässigkeit 

seines Tuns zu kümmern hat (vgl. PVG 1993 Nr. 29). Die Verhältnismässigkeit 

im Sinne des Übermassverbotes besagt demgegenüber, dass der Eingriff 

nicht weiter gehen darf, als es der Zweck erheischt. Mit anderen Worten ist 

das mildeste Mittel zur Erreichung des gesetzmässigen Zustandes zu wählen. 

Dementsprechend ist auf einen umfassenden Abbruch zu verzichten, wenn 

der gesetzmässige Zustand durch einen Teilabbruch erreicht werden kann. 

Werden die Notwendigkeit und die Verhältnismässigkeit im so verstandenen 

Sinne bejaht, erfolgt eine Abwägung zwischen den öffentlichen Interessen an 

der Durchsetzung der Zwangsmassnahme und den privaten Interessen am 

Festhalten am gesetzwidrigen Zustand. Auf diese Interessenabwägung kann 

verzichtet werden, wenn der Abbruchbefehl bereits an der Notwendigkeit bzw. 

der Verhältnismässigkeit im oben verstandenen Sinne scheitert. Zur Rüge, 

dass ein Abbruchbefehl nicht notwendig oder unverhältnismässig ist, werden 

sowohl der Gut- als auch der Bösgläubige zugelassen. Bösem Glauben wird 

erst bei der Interessenabwägung Rechnung getragen (BGE 108 Ia 218 E. 4b; 

VGE 264/83). Dies erhellt aus dem Umstand, dass auch der Bösgläubige vor 

nicht notwendigen und unverhältnismässigen Verwaltungshandlungen 

geschützt werden soll. Folglich ist das Verhalten, das zum Abbruchbefehl 

geführt hat, erst bei der Interessenabwägung angemessen zu 

berücksichtigen. Anders zu entscheiden führte dazu, dem Abbruchbefehl 

Strafcharakter zukommen zu lassen (vgl. Art. 95 KRG). Dies ist jedoch einer 

allfälligen Busse vorbehalten (VGU R 04 8).

c) Da generell ein gewichtiges öffentliches Interesse an der Einhaltung der 

baurechtlichen Ordnung besteht, sind jedoch kaum Fälle denkbar, in denen 

es trotz grösserer Abweichungen von den Bauvorschriften als durch ein 

schützenswertes Interesse abgedeckt erscheint, eine widerrechtliche Baute 

stehen zu lassen. Es darf deshalb bei materiell rechtswidrigen Bauten 

höchstens dann von einem Abbruchbefehl abgesehen werden, wenn die 

Abweichung sehr geringfügig ist und die berührten allgemeinen Interessen 

den aus dem Abbruch für den Eigentümer erwachsenden Schaden nicht zu 

rechtfertigen vermögen (PVG 1989 Nr. 29; BGE 111 Ib 224 E. 6b; Urs Beeler, 

Die widerrechtliche Baute, Diss. Zürich 1984, S. 79; Haller/ Karlen, 

Raumplanungs- und Baurecht, 2. Aufl., N. 924). Dem Interesse der 

Bauherrschaft am Schutze getätigter Investitionen ist dabei grundsätzlich nur 

geringes Gewicht einzuräumen (vgl. BGE 111 Ib 224 f. E. 6b: Verlust von Fr. 

2 Mio., zuzüglich Abbruchs- und Wiederherstellungskosten, bei einer 

gravierenden Baurechtswidrigkeit nicht ausreichend). In der Doktrin gehen 

beachtliche Autoren sogar davon aus, dass rein pekuniäre Interessen in 

diesem Zusammenhang generell keine Berücksichtigung finden dürfen (so 

Beeler a.a.O., S. 78). Weiter wird zudem die Ansicht vertreten, dass es selbst 

bei Geringfügigkeit der Rechtsverletzung nicht angehe, die Einhaltung klarer 

Gesetzesbestimmungen mit Berufung auf den Grundsatz der 

Verhältnismässigkeit aufzugeben. Das Verhältnismässigkeitsprinzip dürfe 

nicht dazu führen, ein zweites Mal materielle Gesichtspunkte anzuwenden; es 

gehe nicht um Kapitulation vor faktischen Zwängen, sondern um ein in 

Extremfällen gebotenes Abweichen vom starren Recht (René A. Rhinow/Beat 

Krähenmann, Schweiz. Verwaltungsrechtsprechung, Ergänzungsband, Basel 

1990, Nr. 56 B VI d, S. 174, mit zahlreichen Hinweisen). Nach bestätigter 

bundesgerichtlicher Rechtsprechung kann sich folglich selbst ein Bauherr, der 

sich nicht in gutem Glauben befindet, gegenüber dem Abbruchbefehl auf den 

Grundsatz der Verhältnismässigkeit berufen. Er muss aber in Kauf nehmen, 

dass die Behörden aus grundsätzlichen Erwägungen, nämlich zum Schutze 

der Rechtsgleichheit und der baurechtlichen Ordnung, dem Interesse an der 

Wiederherstellung des gesetzmässigen Zustandes erhöhtes Gewicht 

beimessen und die dem Bauherrn allenfalls erwachsenden Nachteile nicht 

oder nur in verringertem Masse berücksichtigen (BGE 111 Ib 224 E. 6, 108 Ia 

218 E. 4b). 

2. a) In formeller Hinsicht ist zunächst festzuhalten, dass die Gemeinde mit der 

Abweisung des Baugesuches das nach Art 87 KRG und 56 der kantonalen 

Raumplanungsverordnung (KRVO) vorgesehene Verfahren eingehalten hat. 

Danach hat die kommunale Baubehörde BAB-Gesuche von sich aus 

abzuweisen, wenn sie die Bewilligungsvoraussetzungen als nicht gegeben 

erachtet.

b) Entgegen der Ansicht des ARE und im Gegensatz zu VGU R 08 23, wo es 

ebenfalls um einen - aber vorbestehenden - Zaun ging, handelt es sich hier 

nicht um eine bestehende Baute resp. Anlage, sondern war bisher nichts 

vorhanden. Somit erübrigt sich eine Prüfung des Vorhabens aufgrund der Art. 

24a ff. RPG und insbesondere von Art. 24c RPG in Verbindung mit Art. 42 

RPV und es kommt höchstens eine Bewilligung gemäss Art. 24 RPG in Frage, 

da die Baute auf keinen Fall in der Landwirtschaftszone zonenkonform ist. 

Eine Ausnahmebewilligung nach Art. 24 RPG kann dann erteilt werden, wenn 

das Vorhaben standortgebunden ist (lit. a) und diesem keine überwiegenden 

Interessen im Sinne der bereits aufgeführten Ziele und Grundsätze der 

Raumplanung (Art. 1 und 3 RPG) entgegenstehen. Da Ferien-

/Wochenendhäuser nicht als standortgebundene Bauten gelten, können 

dazugehörige Nebenanlagen, wie das hier zur Debatte stehende Zauntor, 

auch nicht als standortgebunden bewilligt werden. Allein schon deshalb ist 

das Vorhaben der nachträglichen Erteilung einer Ausnahmebewilligung nach 

Art. 24 RPG nicht zugänglich (BGE 110 Ib 264 E. 4). Hinzu kommt, dass die 

Gemeinde das - zumindest sinngemäss gestellte - Gesuch unter Berufung auf 

die Ästhetik zu Recht abgewiesen hat, stellt doch das isoliert in der Landschaft 

stehende Tor ohne Umzäunung des Grundstücks einen Fremdkörper dar. 

Damit stehen der Bewilligungsfähigkeit auch überwiegende Interessen der 

Raumplanung entgegen. 

c) Eine nachträgliche Baubewilligung kann aber entgegen der Ansicht der 

Beschwerdeführer auch nicht aus Gründen des Vertrauensschutzes erteilt 

werden. Das in Art. 9 BV enthaltende Gebot von Treu und Glauben gilt auch 

im Verwaltungsrecht und gibt dem Bürger einen Anspruch auf Schutz des 

berechtigten Vertrauens, das er in behördliche Zusicherungen und sonstiges, 

bestimmte Erwartungen begründendes Verhalten der Behörden setzt. Es 

müssen indessen verschiedene Voraussetzungen erfüllt sein, damit sich der 

Private mit Erfolg auf Treu und Glauben berufen kann (Arthur Häfliger, Alle 

Schweizer sind vor dem Gesetze gleich, S. 221; Rohner, St. Galler 

Kommentar, N. 52 zu Art. 9 BV). So ist eine unrichtige Auskunft einer 

Verwaltungsbehörde nur bindend, wenn die Behörde in einer konkreten 

Situation mit Bezug auf bestimmte Personen gehandelt hat, wenn sie dabei 

für die Erteilung der betreffenden Auskunft zuständig war oder wenn der 

Bürger die Behörde aus zureichenden Gründen als zuständig betrachten 

durfte, wenn gleichzeitig der Bürger die Unrichtigkeit der Auskunft nicht ohne 

weiteres erkennen konnte und wenn er im Vertrauen auf die Richtigkeit der 

Auskunft Dispositionen getroffen hat, die nicht ohne Nachteil rückgängig 

gemacht werden können, sowie wenn die gesetzliche Ordnung seit der 

Auskunftserteilung keine Änderung erfahren hat (BGE 127 I 36 f. mit 

Verweisungen). Doch steht selbst dann, wenn diese Voraussetzungen alle 

erfüllt sind, nicht fest, ob der Private mit seiner Berufung auf Treu und Glauben 

durchdringen kann. Es müssen das Interesse an der richtigen Durchsetzung 

des objektiven Rechts und jenes des Vertrauensschutzes gegeneinander 

abgewogen werden. Überwiegt das öffentliche Interesse an der Anwendung 

des positiven Rechts, muss sich der Bürger diesem unterziehen (BGE 116 Ib 

187). Vorliegend wussten die Beschwerdeführer bereits aus dem 

vorangegangenen Verfahren, dass einzig der Gemeindevorstand als 

Gesamtbehörde für die Erteilung von Baubewilligungen zuständig ist. Eine 

kurze Konsultation der Website der Gemeinde hätte sie im Übrigen über die 

Zuständigkeit der Behörde ins Bild setzen können. Aus allfälligen 

Zusicherungen einzelner Vorstandsmitglieder können sie daher in guten 

Treuen keine Rechte ableiten. 

d) Vorliegend sind keine Gründe des öffentlichen Interesses oder der 

Verhältnismässigkeit ersichtlich, die eine Duldung des rechtswidrigen 

Zustandes erlauben würden. Das öffentliche Interesse verlangt im Gegenteil 

den Abbruch des als Fremdkörper isoliert in der Landschaft stehenden 

Gartentores. Da die Schleifung der Anlage mit geringen Kosten verbunden ist, 

erscheint sie offensichtlich auch als verhältnismässig. Dies gilt im Übrigen 

auch für die von der Gemeinde ausgesprochene Bagatellbusse von Fr. 200.-

-, die allein schon wegen der Verletzung formeller Bauvorschriften 

gerechtfertigt ist.

3. Bei diesem Ausgang gehen die Verfahrenskosten zulasten der 

Beschwerdeführer.

Bund, Kanton und Gemeinden sowie mit öffentlich-rechtlichen Aufgaben 

betrauten Organisationen wird gemäss Art. 78 Abs. 2 des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege (VRG) in der Regel keine Parteientschädigung 

zugesprochen, wenn sie in ihrem amtlichen Wirkungskreis obsiegen. Davon 

abzuweichen, besteht vorliegend kein Anlass.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 1'500.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 295.--

zusammen Fr. 1'795.--

gehen zulasten von … und sind innert 30 Tagen seit Zustellung dieses 

Entscheides an die Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, Chur, zu 

bezahlen.