# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d4f2603e-c72c-574a-80f2-2ca4dbf1ec53
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-09-26
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Versicherungsgericht 26.09.2023 VBE.2023.161, VBE.2023.194
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_007_VBE-2023-161--VBE-20_2023-09-26.pdf

## Full Text

Versicherungsgericht 

3. Kammer 

 

 

VBE.2023.161, VBE.2023.194 / sb / fi  
Art. 89 

 

 

Urteil 26. September 2023 
 

 

Besetzung  Oberrichterin Gössi, Präsidentin  

Oberrichterin Fischer  

Oberrichterin Peterhans  

Gerichtsschreiber Berner  

 

 
   

Beschwerde-

führer  

 A._____  

unentgeltlich vertreten durch lic. iur. Petra Kern, Rechtsanwältin, 

Inclusion Handicap, Grütlistrasse 20, 8002 Zürich  

 

 
   

Beschwerde-

gegnerin  

 SVA Aargau, IV-Stelle, Bahnhofplatz 3C, Postfach, 5001 Aarau  

 

 
   

Beigeladene   B._____  

 

 
 

Gegenstand  Beschwerdeverfahren betreffend IVG Renten 

(Verfügungen vom 27. Februar 2023 und 27. März 2023) 
 

  

 - 2 - 

 

 

 

   

Das Versicherungsgericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Der 1972 geborene Beschwerdeführer meldete sich am 7. August 2020 bei 

der Beschwerdegegnerin zum Bezug von Leistungen (Rente, berufliche 

Massnahmen) der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) an, nach-

dem seine diversen vorangegangenen Leistungsbegehren jeweils nicht zur 

Zusprache einer Invalidenrente geführt hatten. Die Beschwerdegegnerin 

klärte daraufhin die gesundheitliche sowie erwerbliche Situation ab und 

hielt Rücksprache mit ihrem internen Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD). 

Mit Vorbescheid vom 31. August 2022 stellte sie dem Beschwerdeführer 

die Zusprache einer Viertelsrente mit Wirkung ab dem 1. April 2021 in Aus-

sicht. Unter Berücksichtigung der dagegen am 27. September und 27. Ok-

tober 2022 vom Beschwerdeführer erhobenen Einwände sprach die Be-

schwerdegegnerin diesem mit Verfügung vom 27. Februar 2023 mit Wir-

kung ab dem 1. April 2021 eine halbe Rente zu und setzte die betragliche 

Höhe der Rentenbetreffnisse ab dem 1. April 2023 fest. Mit Verfügung vom 

27. März 2023 setzte sie die betragliche Höhe der Nachzahlung der für die 

Periode vom 1. April 2021 bis 31. März 2023 geschuldeten Rentenbetreff-

nisse fest und ordnete die Drittauszahlung eines Teils des nachzuzahlen-

den Betrages an zwei Krankentaggeldversicherer an.  

 

2. 

2.1. 

Gegen die Verfügung vom 27. Februar 2023 erhob der Beschwerdeführer 

am 24. März 2023 fristgerecht Beschwerde und stellte folgende Anträge: 

 

"1. 
Die Verfügung vom 27. Februar 2023 sei aufzuheben. 
 
2. 
Dem Beschwerdeführer sei mit Wirkung ab 1. April 2021 eine Dreiviertels-
rente zuzusprechen. 
 
3. 
Dem Beschwerdeführer sei die unentgeltliche Rechtspflege (unentgeltli-
che Prozessführung und unentgeltliche Rechtsverbeiständung) zu gewäh-
ren. 
 
4. 
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdegegne-
rin." 

 

Die Beschwerde wurde vom Versicherungsgericht unter der Verfahrens-

nummer VBE.2023.161 erfasst. 

 

 - 3 - 

 

 

 

2.2. 

Mit einer weiteren Beschwerde vom 21. April 2023 gegen die Verfügung 

vom 27. März 2023 beantragte der Beschwerdeführer – neben deren Auf-

hebung und der Vereinigung dieses Verfahrens mit dem Beschwerdever-

fahren VBE.2023.161 – im Wesentlichen das Gleiche wie mit seiner Be-

schwerde vom 24. März 2023. Die Beschwerde wurde vom Versicherungs-

gericht unter der Verfahrensnummer VBE.2023.194 erfasst. 

 

2.3. 

Mit Vernehmlassung vom 19. Mai 2023 beantragte die Beschwerdegegne-

rin im Beschwerdeverfahren VBE.2023.161 und mit Vernehmlassung vom 

5. Mai 2023 im Beschwerdeverfahren VBE.2023.194 die Abweisung der je-

weiligen Beschwerde. 

 

2.4. 

Am 23. Mai 2023 verfügte die Instruktionsrichterin die Vereinigung der bei-

den Verfahren VBE.2023.161 sowie VBE.2023.194. 

 

2.5. 

Mit instruktionsrichterlicher Verfügung vom 23. Mai 2023 wurde die beruf-

liche Vorsorgeeinrichtung des Beschwerdeführers zum Verfahren beigela-

den und ihr Gelegenheit zur Stellungnahme eingeräumt, worauf diese mit 

Eingabe vom 14. Juni 2023 verzichtete. 

 

2.6. 

Mit Verfügung ebenfalls vom 23. Mai 2023 wurde dem Beschwerdeführer 

die unentgeltliche Prozessführung und die unentgeltliche Rechtsverbei-

ständung in der Person von Rechtsanwältin lic. iur. Petra Kern gewährt.  

 

2.7. 

Mit Eingabe vom 26. Mai 2023 hatte der Beschwerdeführer zwischenzeit-

lich weitere Dokumente zu den Akten gereicht und neu sinngemäss bean-

tragt, die ab dem 1. April 2021 beantragte Dreiviertelsrente sei vorüberge-

hend für einen nicht genauer bezeichneten Zeitraum in den Jahren 2022 

und 2023 auf eine ganze Rente zu erhöhen. 

 

 
   

Das Versicherungsgericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

1.1. 

Die Beschwerdegegnerin begründete die Zusprache der halben Rente da-

mit, dass der Beschwerdeführer unter Berücksichtigung seiner gesundheit-

lichen Beeinträchtigungen noch in der Lage sei, zu 50 % einer angepassten 

Tätigkeit nachzugehen und damit ein 53 % unter dem Valideneinkommen 

liegendes Salär zu erzielen (Vernehmlassungsbeilagen [VB] 71, S. 2 f.). 

 - 4 - 

 

 

 

Der Beschwerdeführer stellt sich demgegenüber im Wesentlichen auf den 

Standpunkt, die Beschwerdegegnerin sei bei der Bemessung des Invalidi-

tätsgrades von einem zu niedrigen Validen- und einem zu hohen Invaliden-

einkommen ausgegangen. Bei korrekter Festsetzung der Vergleichsein-

kommen resultiere ein Invaliditätsgrad von 62 % und damit ein Anspruch 

auf Dreiviertels- beziehungsweise – vorübergehend aufgrund seiner von 

Anfang März 2022 bis Ende März 2023 bestandenen gänzlichen Arbeits-

unfähigkeit in jeglicher Tätigkeit – gar auf eine ganze Rente. 

 

1.2. 

Streitig und nachfolgend zu prüfen ist demnach, ob die Beschwerdegegne-

rin den Invalidenrentenanspruch des Beschwerdeführers mit Verfügungen 

vom 27. Februar und 27. März 2023 (VB 71 und VB 77) zutreffend festge-

setzt hat. 

 

2. 

2.1. 

Vorgängig ist auf Folgendes hinzuweisen: Der Beschwerdeführer hat sich 

in der Vergangenheit bereits mehrfach zum Bezug von IV-Leistungen an-

gemeldet. Letztmals wurde durch die damals zuständige IV-Stelle des Kan-

tons Zürich ein Anspruch auf eine Invalidenrente mit Verfügung vom 

27. Juli 2018 (VB 9.24) verneint (bestätigt durch Urteil des Sozialversiche-

rungsgerichts des Kantons Zürich IV.2018.00796 vom 29. November 2019 

in VB 9.4). Es handelt sich demnach beim hier zu beurteilenden Leistungs-

begehren vom 7. August 2020 (VB 1) um eine Neuanmeldung, weshalb 

insbesondere massgebend wäre, ob seit der letzten materiellen Prüfung 

des Rentenanspruchs eine wesentliche Änderung in den tatsächlichen Ver-

hältnissen eingetreten ist, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit 

den Rentenanspruch zu beeinflussen (vgl. statt vieler BGE 134 V 131 E. 3 

S. S. 132 f. und 133 V 108 E. 5 S. 110 ff.), wovon die Parteien – wenn auch 

implizit – übereinstimmend ausgehen. Nach Lage der Akten gibt dies zu 

keinerlei Weiterungen Anlass. 

 

2.2. 

Am 1. Januar 2022 sind die Änderungen betreffend Weiterentwicklung der 

IV (WEIV) in Kraft getreten. Weder dem IVG noch der IVV sind besondere 

Übergangsbestimmungen betreffend die Anwendbarkeit dieser Änderun-

gen im Hinblick auf nach dem 1. Januar 2022 beurteilte mögliche An-

sprüche des Zeitraums bis zum 31. Dezember 2021 zu entnehmen. Es sind 

daher nach den allgemeinen übergangsrechtlichen Grundsätzen jene Be-

stimmungen anzuwenden, die bei der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden 

oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestands Geltung haben beziehungs-

weise hatten (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_136/2021 vom 7. April 

2022 E. 3.2.1 mit Hinweis unter anderem auf BGE 144 V 210 E. 4.3.1 

 - 5 - 

 

 

 

S. 213). Da vorliegend im Sinne des Nachfolgenden Leistungen mit An-

spruchsbeginn vor dem 1. Januar 2022 streitig sind, ist für deren Beurtei-

lung die bis zum 31. Dezember 2021 geltende Rechtslage massgebend. 

 

3. 

3.1. 

Anspruch auf eine Rente haben Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder 

die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare 

Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern 

können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durch-

schnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind 

und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) 

sind (Art. 28 Abs. 1 IVG). 

 

3.2. 

Der Versicherungsträger und das Gericht (vgl. Art. 61 lit. c in fine ATSG) 

haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisre-

geln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwer-

deverfahren bedeutet dies, dass das Gericht alle Beweismittel, unabhängig 

davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entschei-

den hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des 

streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander 

widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 

ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-

ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 

abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352; vgl. auch BGE 132 V 393 E. 2.1 

S. 396). Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entschei-

dend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Un-

tersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in 

Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurtei-

lung der medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen Situation 

einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind 

(BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232 und 125 V 351 E. 3a S. 352). Ausschlagge-

bend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines 

Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag ge-

gebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 351 E. 3a 

S. 352 und 122 V 157 E. 1c S. 160 f.). Dennoch hat es die Rechtsprechung 

mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar erachtet, in 

Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richt-

linien für die Beweiswürdigung aufzustellen (BGE 125 V 351 E. 3b S. 352). 

 

3.3. 

Auch wenn die Rechtsprechung den Berichten versicherungsinterner me-

dizinischer Fachpersonen stets Beweiswert zuerkannt hat, kommt ihnen 

praxisgemäss nicht dieselbe Beweiskraft wie einem gerichtlichen oder 

einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG vom Versicherungsträger in Auftrag 

 - 6 - 

 

 

 

gegebenen Gutachten zu (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352 und 122 V 157 

E. 1c S. 160). Zwar lässt das Anstellungsverhältnis der versicherungsinter-

nen Fachperson zum Versicherungsträger alleine nicht schon auf 

mangelnde Objektivität und Befangenheit schliessen (BGE 125 V 351 

E. 3b/ee S. 353). Soll ein Versicherungsfall jedoch ohne Einholung eines 

externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung 

strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an 

der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen 

Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 

V 465 E. 4.4 S. 469 und 122 V 157 E. 1d S. 162). 

 

4. 

4.1. 

In ihren Verfügungen vom 27. Februar und vom 27. März 2023 stützte sich 

die Beschwerdegegnerin in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen auf 

eine Stellungnahme von RAD-Arzt Dr. med. C._____, Facharzt für 

Physikalische Medizin und Rehabilitation sowie für Rheumatologie, vom 

20. Juni 2022. Dieser hielt zusammengefasst fest, im Vordergrund stünden 

in somatischer Hinsicht ein entzündlich-rheumatisches Rücken- und 

Darmleiden im Sinne einer enteropathischen Spondylarthritis bei Morbus 

Crohn sowie ein degenerativ bedingtes Nackenleiden im Sinne eines 

zervikoradikulären Reizsyndroms C5 und C6 rechts (VB 55, S. 2). 

Körperlich belastende (Lager-)Tätigkeiten seien seit September 2019 

ungünstig und kämen seit April 2020 andauernd nicht mehr in Frage. Auch 

die gelernte Tätigkeit als Koch und die "jahrelang ausgeübte Tätigkeit als 

Metzger" seien seit September 2019 nicht mehr zumutbar (VB 55, S. 3). 

Aus rheumatologischer Sicht könne die Einschätzung von 

Dr. med. D._____, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin sowie für 

Rheumatologie, in dessen Bericht vom 16. Februar 2022 (vgl. VB 50, 

S. 6 ff.) übernommen werden, wonach der Beschwerdeführer für leichte 

wechselbelastende Tätigkeiten ohne das Tragen von Lasten von mehr als 

10 kg und mit der Möglichkeit "für stehende, sitzende und Arbeiten im 

Gehen" zu 50 % arbeitsfähig sei. Aus psychiatrischer und 

gesamtmedizinischer Sicht könne dem Bericht von Dr. med. E._____, 

Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, und der Psychologin 

F._____, Psychiatriezentrum G._____, vom 21. Juni 2021 (vgl. VB 34, 

S. 4 ff.) gefolgt werden, wonach aufgrund der Kombination von psy-

chiatrischen und diversen somatischen Befunden eine Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit von 50 % bestehe. Insgesamt sei damit seit November 

2020 von einer Arbeitsfähigkeit von 50 % für leichte wechselbelastende Tä-

tigkeiten ohne das Tragen von Lasten von mehr als 10 kg und ohne Über-

kopfarbeiten, monoton-repetitiven Tätigkeiten, Zwangshaltung und Nässe- 

oder Kälteexposition auszugehen (VB 55, S. 4). 

 

 - 7 - 

 

 

 

4.2. 

Der Beschwerdeführer stellt die Beurteilung von RAD-Arzt 

Dr. med. C._____ nicht grundsätzlich in Frage, was nach Lage der Akten 

denn auch zu keinerlei Weiterungen Anlass gibt. Er machte aber mit 

Eingabe vom 26. Mai 2023 geltend, es habe vom 2. März 2022 bis 31. März 

2023 eine volle Arbeitsunfähigkeit bestanden. Dem kann indes nicht gefolgt 

werden. Die vom Beschwerdeführer mit Eingabe vom 26. Mai 2023 zum 

Nachweis der von ihm für die genannte Periode behaupteten vollen 

Arbeitsunfähigkeit verurkundeten medizinischen Unterlagen beziehen sich 

auf die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit beziehungsweise 

enthalten jedenfalls fast ausschliesslich Arbeitsfähigkeitseinschätzungen, 

in denen keine Differenzierung zwischen der angestammten 

beziehungsweise zuletzt ausgeübten Tätigkeit und einer angepassten 

Verweistätigkeit vorgenommen wurde. Vielmehr handelt es sich in der 

Mehrzahl um unbegründete ärztliche Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen. 

Die Sprechstundenberichte des Kantonsspitals H._____ vom 10. Juni, 

26. September, 18. Oktober und 3. November 2022 enthalten keine 

Angaben zur Arbeitsfähigkeit und auch keine von RAD-Arzt 

Dr. med. C._____ in seiner Stellungnahme vom 20. Juni 2022 nicht 

berücksichtigten Umstände. Im Sprechstundenbericht des Kantonsspitals 

H._____ vom 8. August 2022 wurde ausgeführt, der Beschwerdeführer sei 

"retrospektiv vom 01.08. bis einschliesslich 05.09.2022 noch […] 

arbeitsunfähig geschrieben worden". Auch hier fehlt es jedoch an einer 

Differenzierung zwischen der angestammten beziehungsweise zuletzt 

ausgeübten Tätigkeit und einer angepassten Tätigkeit. Im Bericht des 

Kantonsspitals H._____ vom 24. November 2022 an die 

Krankentaggeldversicherung wurde schliesslich angegeben, zum 

"aktuellen Zeitpunkt" seien "die Beschwerden unter Belastung soweit 

exazerbierend, dass keine Arbeiten, auch in angepasster Umgebung, 

durchgeführt werden" könnten. Dies erscheint weder plausibel noch 

einleuchtend, wurde doch schon im Sprechstundenbericht vom 3. Novem-

ber 2022 und daraufhin auch im fraglichen Bericht vom 24. November 2022 

ausgeführt, eine am 26. Oktober 2022 im Bereich der Lendenwirbelsäule 

durchgeführte Infiltration habe zu einer deutlichen Schmerzlinderung ge-

führt, die aber nach wenigen Stunden "verflogen" sei. Eine Exazerbation, 

welche zur im Bericht vom 24. November 2022 nunmehr attestierten vollen 

Arbeitsunfähigkeit für sämtliche Tätigkeiten geführt haben soll, ist damit ge-

rade nicht nachvollziehbar objektiviert. Vielmehr scheinen subjektive Anga-

ben des Beschwerdeführers einzige Grundlage der geänderten Arbeitsun-

fähigkeitsbeurteilung des Kantonsspitals H._____ gewesen zu sein, finden 

sich doch im Bericht vom 24. November 2022 keine Hinweise auf eine 

Veränderung der objektiven Befundlage. Subjektive Klagen genügen indes 

rechtsprechungsgemäss zur Begründung eines 

invalidenversicherungsrechtlich relevanten Gesundheitsschadens nicht 

(vgl. statt vieler BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195 und Urteile des 

 - 8 - 

 

 

 

Bundesgerichts 8C_624/2017 vom 6. Februar 2018 E. 7.1 sowie 

8C_101/2014 vom 3. April 2014 E. 5.1).  

 

4.3. 

Die vom Beschwerdeführer mit Eingabe vom 26. Mai 2023 verurkundeten 

Dokumente sind damit zusammengefasst nicht geeignet, auch nur geringe 

Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der Stellungnahme von 

RAD-Arzt Dr. med. C._____ vom 20. Juni 2022 zu begründen. Diese ist 

damit als beweiskräftig anzusehen und es ist auf die dortige Beurteilung 

der Arbeitsfähigkeit abzustellen. 

 

5. 

5.1. 

Grundlage der Zusprache der halben Rente mit den hier angefochtenen 

Verfügungen der Beschwerdegegnerin vom 27. Februar und vom 27. März 

2023 bildet ein von der Beschwerdegegnerin errechneter Invaliditätsgrad 

von 53 %. Dabei nahm sie gestützt auf die Angaben einer früheren Arbeit-

geberin des Beschwerdeführers und unter Berücksichtigung der Nominal-

lohnentwicklung von 2015 bis 2021 von 105.1/103.2 per 2021 ein Validenein-

kommen von Fr. 66'198.00 als "Fachverkäufer Fleisch" an, nachdem sie in 

ihrem Vorbescheid vom 31. August 2022 noch die Tätigkeit als Lagermitar-

beiter als für die Bemessung des Valideneinkommens massgebend erach-

tet hatte (vgl. VB 57, S. 2 ff.). Das Invalideneinkommen bemass sie gestützt 

auf die Tabellenlöhne der schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) 

des Jahres 2020 des Bundesamtes für Statistik (BFS), Tabelle TA1, Kom-

petenzniveau 1, Männer, Total, und unter Berücksichtigung einer betriebs-

üblichen wöchentlichen Arbeitszeit von 41.7 Stunden, der Nominallohnent-

wicklung von 2020 bis 2021 von 106.8/106.0, der Arbeitsfähigkeit von 50 % und 

unter Gewährung eines leidensbedingten Abzugs von 5 % mit 

Fr. 31'028.00.  

 

Der Beschwerdeführer macht hinsichtlich der Festsetzung des Validenein-

kommens geltend, bereits im Mai 2013 voll arbeitsunfähig geworden zu 

sein, zu diesem Zeitpunkt ein Einkommen von jährlich Fr. 74'352.00 erwirt-

schaftet und diese Anstellung aus gesundheitlichen Gründen verloren zu 

haben, weshalb das Valideneinkommen unter Berücksichtigung der Nomi-

nallohnentwicklung per 2021 auf Fr. 78'148.00 festzusetzen sei. Bezüglich 

des Invalideneinkommens macht der Beschwerdeführer geltend, ange-

sichts seiner gesundheitlichen Beeinträchtigungen und der Zumutbarkeit 

einer Verweistätigkeit lediglich noch im Teilzeitpensum sei ein leidensbe-

dingter Abzug von 10 % zu gewähren. 

 

5.2. 

5.2.1. 

Das Valideneinkommen ist dasjenige Einkommen, das die versicherte Per-

son erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG). 

 - 9 - 

 

 

 

Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist rechtsprechungsgemäss 

entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des Beginns eines 

allfälligen Rentenanspruchs nach dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdienen würde, und nicht, 

was sie bestenfalls verdienen könnte (BGE 131 V 51 E. 5.1.2 S. 53 und 

128 V 174 E. 4a S. 174; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 9C_488/2008 

vom 5. September 2008 E. 6.4). Dabei wird in der Regel am zuletzt erziel-

ten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung an-

gepassten Verdienst angeknüpft, da erfahrungsgemäss die bisherige Tä-

tigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen 

von diesem Erfahrungssatz müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 

erstellt sein (BGE 135 V 58 E. 3.1 S. 59; vgl. auch BGE 135 V 297 E. 5.1 

S. 300 f., 134 V 322 E. 4.1 S. 325 f. und 129 V 222 E. 4.3.1 S. 224). Erst 

wenn es nicht möglich ist, zur Bestimmung des Valideneinkommens vom 

zuletzt vor Invaliditätseintritt erzielten Lohn auszugehen, oder wenn sonst 

konkrete Anhaltspunkte für dessen Bestimmung fehlen, ist auf Erfahrungs- 

und Durchschnittswerte zurückzugreifen (SVR 2009 IV Nr. 27 S. 75, 

9C_93/2008 E. 6.3.2). Bei der Ermittlung des Valideneinkommens ist auf 

konkrete Lohnauskünfte des früheren Arbeitgebers abzustellen, wenn an-

genommen werden kann, dass die versicherte Person im Gesundheitsfall 

mit überwiegender Wahrscheinlichkeit weiterhin beim selben Arbeitgeber 

tätig wäre (vgl. hierzu auch Urteil des Bundesgerichts 8C_783/2017 vom 

20. Juni 2018 E. 3.2 mit Hinweisen unter anderem auf das in RKUV 2005 

S. 112 ff. publ. Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts U 66/02 

vom 2. November 2004 E. 4.1.1).  

 

5.2.2. 

Den Akten ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer im Jahr 1992 das 

Eidgenössische Fähigkeitszeugnis (EFZ) als Koch erlangte (vgl. VB 4, 

S. 6). Diesen Beruf übte er in der Folge von März 1993 bis Februar 1994 

aus (vgl. das Arbeitszeugnis vom 28. Februar 1994 in VB 9.109, S. 1). Von 

Dezember 1995 bis September 1999 war er für die damalige I._____ AG 

(vgl. das Arbeitszeugnis vom 4. Dezember 1998 in VB 9.109, S. 13), und 

von Oktober 1999 bis Mai 2010 für die J._____ an diversen Standorten als 

Fachverkäufer Fleischwaren/Fische tätig (vgl. das Arbeitszeugnis vom 

28. Mai 2010 in VB 9.109, S. 12). Von Juni 2010 bis Februar 2012 arbeitete 

er für die heutige K._____ AG, als Metzer und Fleischverkäufer (vgl. das 

Arbeitszeugnis vom 29. Februar 2012 in VB 9.109, S. 11), ehe er von März 

2012 bis Oktober 2013 für die heutige L._____ AG als Metzger tätig wurde 

(vgl. das Arbeitszeugnis vom 31. Oktober 2013 in VB 9.109, S. 10). Von 

Mai 2014 bis April 2015 war er wiederum bei der J._____ als Metz-

ger/Fachverkäufer Fleisch mit Einsatz in verschiedenen Filialen angestellt 

(vgl. das Arbeitszeugnis vom 24. April 2015 in VB 9.109, S. 8 f.; siehe zum 

Ganzen ferner den Lebenslauf in VB 9.109, S. 6 f., und den Auszug aus 

dem individuellen Konto des Beschwerdeführers vom 18. August 2020 in 

 - 10 - 

 

 

 

VB 8). Anschliessend wurde ihm durch die IV im Rahmen einer Umschu-

lung im Frühling 2016 eine Grundausbildung in Lagerlogistik (vgl. VB 4, 

S. 5) inklusive Staplerfahrerausweis (vgl. VB 4, S. 4) finanziert (vgl. zum 

Gazen die entsprechende Kostengutsprache der IV-Stelle des Kantons Zü-

rich vom 26. Januar 2016 in VB 9.106). 

 

5.2.3. 

Nach seiner Ausbildung zum Koch EFZ war der Beschwerdeführer dem-

nach lediglich rund ein Jahr in diesem Beruf tätig. Danach arbeitete er – mit 

gewissen kürzeren Unterbrüchen – während rund zwei Jahrzehnten als 

Verkäufer von Fleisch- und Fischwaren beziehungsweise als (ungelernter) 

Metzger. Es liegt damit eine langjährige bewusste und freiwillige Abkehr 

vom gelernten Beruf des Kochs zugunsten einer Tätigkeit als Metzer be-

ziehungsweise Verkäufer vor, weshalb diese als angestammte Tätigkeit zu 

qualifizieren ist (vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_320/2020 vom 6. Au-

gust 2020 E. 3.2.2 und 8C_737/2018 vom 17. April 2019 E. 4.2). Nicht als 

weiterer Berufswechsel in diesem Sinne ist indes die Aufnahme der Tätig-

keit als Lagermitarbeiter nach Umschulungsmassnahmen durch die IV an-

zusehen, übte der Beschwerdeführer doch lediglich während einer ver-

gleichsweise kurzen Periode und in zeitlich beschränktem Rahmen derar-

tige Tätigkeiten aus. Zudem handelte es sich (zumindest teilweise) um be-

fristete Arbeitsverhältnisse (vgl. zum Ganzen insb. die Lohnabrechnungen 

und Einsatzverträge in VB 17, S. 5, und VB 9.26 sowie den Arbeitgeberfra-

gebogen vom 29. Dezember 2020 in VB 20.1; siehe ferner Urteil des Bun-

desgerichts 9C_887/2017 vom 7. Juni 2018 E. 4.3). 

 

5.2.4. 

Das Arbeitsverhältnis als Metzger bei der heutigen L._____ AG wurde von 

der Arbeitgeberin per 31. Oktober 2013 aufgelöst (vgl. VB 9.128, S. 1). 

Nach Lage der Akten und den eigenen Angaben des Beschwerdeführers 

bestanden zum damaligen Zeitpunkt psychische Beschwerden. Diese 

konnten indes gemäss dem von der Krankentaggeldversicherung eingehol-

ten Gutachten von Dr. med. M._____, Facharzt für Psychiatrie und Psycho-

therapie, vom 13. Mai 2014, welcher keine psychiatrischen Diagnosen 

stellte (vgl. VB 9.135, S. 8 f.), nicht objektiviert werden. Der Beschwerde-

führer berichtete denn auch vielmehr von zahlreichen (invalidenversiche-

rungsrechtlich nicht relevanten; vgl. statt vieler BGE 127 V 294 E. 5a 

S. 299 f. und Urteile des Bundesgerichts 8C_582/2017 vom 22. März 2018 

E. 5.5, 9C_917/2012 vom 14. August 2013 E. 3.2, 9C_936/2012 vom 

7. Juni 2013 E. 3.4.3 sowie 9C_210/2012 vom 9. Juli 2012 E. 4.2 und 

MEYER/REICHMUTH, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversi-

cherungsrecht, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung [IVG], 

4. Aufl. 2022, N. 31 zu Art. 4 IVG mit Hinweisen) psychosozialen Belas-

tungsfaktoren als Grund für die von ihm damals beklagte Symptomatik (vgl. 

VB 9.135, S. 6; siehe ferner die Angaben des Beschwerdeführers gegen-

 - 11 - 

 

 

 

über der Krankentaggeldversicherung im Rahmen eines Erstabklärungsge-

sprächs vom 20. Juni 2013 in VB 9.155, S. 4, sowie im Care-Management-

Bericht vom 11. Oktober 2013 in VB 9.153, S. 2). Es kann demnach nicht 

davon ausgegangen werden, dass zum Zeitpunkt des Verlusts der Anstel-

lung bei der heutige L._____ AG bereits ein 

invalidenversicherungsrechtlich relevanter Gesundheitsschaden und als 

Folge davon eine massgebende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit 

bestanden haben. So konnte der Beschwerdeführer denn auch – nach 

Unterstützung durch die IV-Stelle das Kantons Zürich mittels 

Frühinterventionsmassnahmen – wieder eine Tätigkeit im Bereich 

Fleischverkauf/Metzgerei aufnehmen (vgl. das Verlaufsprotokoll der 

Eingliederungsberatung der IV-Stelle des Kantons Zürich vom 2. Oktober 

2014 in VB 9.128, S. 1), weshalb die IV-Stelle des Kantons Zürich mangels 

eines erheblichen und dauerhaften Gesundheitsschadens einen 

Invalidenrentenanspruch mit Verfügung vom 11. November 2014 verneinte 

(VB 9.126). Anders verhielt es sich hingegen zum Zeitpunkt des Verlusts 

der im Mai 2014 aufgenommenen Tätigkeit bei der J._____ zufolge per 

Ende April 2015 erfolgter Kündigung durch die Arbeitgeberin (vgl. hierzu 

die Angaben der Arbeitgeberin vom 9. Oktober 2015 in VB 9.115, S. 1). 

Damals war eine Rückkehr in die "lebensmittelverarbeitende Industrie" 

sowohl als Metzger als auch als Verkäufer der Morbus-Crohn-Erkrankung 

wegen nicht mehr möglich, was denn auch zu Umschulungsmassnahmen 

der damals zuständigen IV-Stelle des Kantons Zürich führte (vgl. hierzu den 

Bericht von Dr. med. N._____, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, 

vom 22. Dezember 2015 in VB 9.111, S. 6 ff., das Verlaufsprotokoll 

Eingliederungsberatung vom 26. Januar 2016 in VB 9.104, S. 1 und den 

dortigen Verlaufseintrag vom 12. Januar 2015 in VB 9.104, S. 3, sowie die 

Stellungnahme von RAD-Arzt med. pract. O._____, Facharzt für 

Neurologie, vom 6. Dezember 2017 in VB 9.39, S. 3 f.). Es ist damit 

nachvollziehbar, dass die Beschwerdegegnerin in ihren Verfügungen vom 

27. Februar und vom 27. März 2023 zur Bemessung des Valideneinkom-

mens auf den in dieser Anstellung erwirtschafteten Lohn abstellte. Dieser 

betrug gemäss Angaben der Arbeitgeberin vom 9. Oktober 2015 im Jahr 

2015 Fr. 65'000.00 (VB 9.115, S. 3). Bei der Tätigkeit als "Fachverkäufer 

Fleisch" (VB 9.115, S. 2) handelt es sich um eine Tätigkeit im Detailhandel 

(vgl. den Code 472200, "Detailhandel mit Fleisch und Fleischwaren", der 

Allgemeine Systematik der Wirtschaftszweige [NOGA] 2008). Die Be-

schwerdegegnerin hat daher auch zutreffend die Nominallohnentwicklung 

von 2015 bis 2021 der Abteilungen 45 bis 47 gemäss der LSE-Tabelle 

T1.1.10, Nominallohnindex, Männer, von 105.1/103.2 zur Anwendung gebracht 

und das Valideneinkommen per 2021 korrekt auf Fr. 66'196.70 bezie-

hungsweise gerundet Fr. 66'198.00 festgesetzt. 

 

 - 12 - 

 

 

 

5.3. 

Der Beschwerdeführer bringt vor, es sei ihm beim Invalideneinkommen ein 

leidensbedingter Abzug von 10 % statt von 5 % zu gewähren. Die von die-

sem zur Begründung eines leidensbedingten Abzugs angeführten RAD-

ärztlich attestierten gesundheitlichen Einschränkungen fanden jedoch bei 

der Bemessung der Arbeitsfähigkeit in der angestammten und einer ange-

passten Tätigkeit respektive im angegebenen Profil der zumutbaren Tätig-

keiten (vgl. vorne E. 4.1.) bereits hinreichend Berücksichtigung, weshalb 

sie nicht zusätzlich in die Bemessung eines allfälligen leidensbedingten Ab-

zugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Ge-

sichtspunkts führen dürfen (vgl. statt vieler BGE 146 V 16 E. 4.1 S. 20 mit 

Hinweis). Aufgrund des relativ weit gefassten Profils zumutbarer Verweistä-

tigkeiten kann jedenfalls nicht angenommen werden, dass der Beschwer-

deführer selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeiten in sei-

ner Leistungsfähigkeit (zusätzlich) eingeschränkt wäre und folglich (auch) 

bei Tätigkeiten im tiefsten Kompetenzniveau 1 weitere finanzielle Nachteile 

gewärtigen müsste. Der LSE-Tabellenlohn umfasst denn auch im tiefsten 

Kompetenzniveau eine Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigkei-

ten, weshalb selbst bei Verweisung auf lediglich leichte Tätigkeiten nicht 

grundsätzlich Veranlassung für einen leidensbedingten Abzug besteht (vgl. 

statt vieler SVR 2021 IV Nr. 8 S. 23, 8C_393/2020 E. 4.2, SVR 2018 IV 

Nr. 45 S. 144, 9C_833/2017 E. 5.1 und Urteil des Bundesgerichts 

8C_250/2020 vom 8. November 2022 E. 5.3.2). Zu berücksichtigen ist fer-

ner, dass ein Alter von knapp 49 Jahren, wie der Beschwerdeführer es zum 

Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns im April 2021 aufwies, sich 

statistisch gesehen gar lohnerhöhend auswirkt (vgl. die Tabelle T17 der 

LSE 2020; siehe ferner statt vieler BGE 146 V 16 E. 7.2.1 S. 16 f. und 

SVR 2021 IV Nr. 7 S. 19, 8C_151/2020 E. 6.3.3). Gleiches gilt für die Na-

tionalität des über das Schweizer Bürgerrecht verfügenden Beschwerde-

führers (vgl. die Tabelle T12_b der LSE 2020; VB 2). Den weiteren Akten 

sind – neben einer leichten Lohneinbusse zufolge der Teilerwerbstätigkeit 

(vgl. die Tabelle T18 der LSE 2020) – keine anderen einen Abzug begrün-

denden Umstände zu entnehmen, weshalb der von der Beschwerdegeg-

nerin gewährte Abzug von 5 % insgesamt (vgl. zur gesamthaften 

Schätzung SVR 2021 IV Nr. 7 S. 19, 8C_151/2020 E. 6.3.2, SVR 2020 IV 

Nr. 50 S. 171, 9C_663/2019 E. 4, und SVR 2017 IV Nr. 91 S. 284, 

8C_320/2017 E. 3.3.1) nicht zu beanstanden ist, zumal auch Abzüge von 

weniger als 10 % zulässig sind (vgl. Urteil des Bundesge-

richts 8C_220/2018 vom 14. November 2018 E. 5.2 mit Verweis auf Urteil 

des Bundesgerichts 8C_657/2012 vom 18. Oktober 2012 E. 5). Im Gegen-

teil erweist sich der von der Beschwerdegegnerin gewährte Abzug ange-

sichts einer Lohneinbusse von rund 4.1 % wegen Teilerwerbstätigkeit als 

eher grosszügig, hat die höchstrichterliche Rechtsprechung doch in ver-

schiedenen Fällen Lohneinbussen von "gut 4 %" (vgl. SVR 2021 IV Nr. 7 

S. 19, 8C_151/2020 E. 6.3.2.), von 4.1 % respektive 4.9 % (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 8C_699/2017 vom 26. April 2018 E. 3.1) und sogar von 

 - 13 - 

 

 

 

5.85 % (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_12/2017 28. Februar 2017 

E. 5.5.2) nicht als überproportional beurteilt und einen Abzug folglich ver-

weigert. Wie es sich damit genau verhält, kann aber mangels Relevanz 

letztlich offen bleiben. 

 

5.4. 

Bei einem Valideneinkommen von Fr. 66'198.00 und einem Invalidenein-

kommen von Fr. 31'028.00 resultiert der von der Beschwerdegegnerin er-

rechnete Invaliditätsgrad von (gerundet) 53 %. Dies vermag einen An-

spruch auf eine halbe Rente zu vermitteln (vgl. Art. 28 Abs. 2 IVG).  

 

6. 

6.1. 

Mit Verfügung vom 27. März 2023 entschied die Beschwerdegegnerin, vom 

aufgrund der rückwirkenden Zusprache einer Viertelsrente nachzuzahlen-

den Betrag von total Fr. 23'475.00 der P._____ AG Fr. 7'875.05 und der 

QA._____, Fr. 899.95 und Fr. 11.620.00 als Drittauszahlung auszurichten 

(VB 77, S. 2). Der Beschwerdeführer macht mit Beschwerde vom 21. April 

2023 geltend, "mit den Drittauszahlungen an die beiden Krankentaggeld-

versicherungen […] nicht vollends einverstanden" zu sein. Mit Eingabe vom 

26. Mai 2023 reichte er zudem je ein Schreiben der QA._____ vom 3. Mai 

2023 und der QB._____ AG vom 9. Mai 2023 zu den Akten, wonach die 

[QA._____/QB._____] (nunmehr) davon auszugehen scheint, dass sie 

keinen Anspruch auf (Teile) der Nachzahlung der rückwirkend 

zugesprochenen Invalidenrente habe. Dazu führte der Beschwerdeführer 

aus, mit der "Drittauszahlung an die Krankentaggeldversicherung 

QA._____ nicht vollends einverstanden" zu sein, wie "in [der] Beschwerde 

vom 21. April 2023 ausgeführt". 

 

6.2. 

In den Akten finden sich – abgesehen von Korrespondenz betreffend Ak-

teneinsicht und einem unbegründeten "Verrechnungsantrag – Taggeldver-

sicherung nach VVG" der QB._____ AG vom 27. Dezember 2022 (VB 63) 

keinerlei Unterlagen zu den mit Verfügung vom 27. März 2023 

angeordneten Drittauszahlungen an die QA._____. Eine Beurteilung deren 

Rechtmässigkeit ist damit mangels hinreichender Aktenführung durch die 

Beschwerdegegnerin aktuell nicht möglich. Diese ist daher darauf auf-

merksam zu machen, dass sie verpflichtet ist, ein vollständiges Aktendos-

sier über das Verfahren zu führen, um gegebenenfalls ordnungsgemäss 

Akteneinsicht gewähren und bei einem Weiterzug eines von ihr erlassenen 

Entscheids diese Unterlagen an die Rechtsmittelinstanz weiterleiten zu 

können. Sie hat dabei alles in den Akten festzuhalten, was zur Sache ge-

hört (BGE 124 V 372 E. 3b S. 376 und 115 Ia 97 E. 4c S. 99) und die Voll-

ständigkeit der Akten sicherzustellen (SVR 2011 IV Nr. 44 S. 131, 

8C_319/2010 E. 2.2.1). Gemäss Art. 46 ATSG sind dabei alle Unterlagen, 

die massgeblich sein können, systematisch (d.h. chronologisch, paginiert 

 - 14 - 

 

 

 

und in der Regel mit einem Aktenverzeichnis erschlossen) zu erfassen. 

Verlangt wird eine Aktenführung nach allgemeinen, sachgerechten und 

zweckmässigen Kriterien, welche es erlaubt, den Weg der Entscheidfin-

dung nachzuvollziehen (vgl. UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 4. Aufl. 2020, 

N. 22 f. zu Art. 46 ATASG mit Hinweis auf SVR 2011 IV Nr. 44 S. 131, 

8C_319/2010 E. 2.2.2; vgl. zum ferner SVR 2016 AHV Nr. 16 S. 45, 

9C_329/2016 E. 4.2). Vor diesem Hintergrund ist die Sache daher an die 

Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie – nach Vervollständigung 

der Akten und unter Berücksichtig der beiden vorerwähnten Schreiben vom 

3. und 9. Mai 2023 – über die Drittauszahlungsansprüche der QA._____ 

neu entscheide.  

 

7. 

7.1. 

Nach dem Dargelegten ist die Beschwerde vom 24. März 2023 gegen die 

Verfügung vom 27. Februar 2023 abzuweisen. Die Verfügung vom 

27. März 2023 ist in teilweiser Gutheissung der dagegen erhobenen Be-

schwerde vom 21. April 2023 aufzuheben und die Sache zur weiteren Ab-

klärung im Sinne der Erwägungen und zur Neuverfügung betreffend Dritt-

auszahlungsansprüche der QA._____ an die Beschwerdegegnerin 

zurückzuweisen. 

 

7.2. 

Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Kosten 

werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im 

Rahmen von Fr. 200.00 bis Fr. 1'000.00 festgesetzt. Für das vorliegende 

(vereinigte) Verfahren betragen diese Fr. 800.00 und sind gemäss dem 

Verfahrensausgang zu drei Vierteln, d.h. zu Fr. 600.00, dem Beschwerde-

führer und zu einem Viertel, d.h. zu Fr. 200.00, der Beschwerdegegnerin 

aufzuerlegen (§ 31 Abs. 2 VRPG; vgl. Urteil des Bundesgerichts 

8C_449/2016 vom 2. November 2016 E. 3.2 mit Verweis auf Urteile des 

Bundesgerichts 9C_94/2010 vom 26. Mai 2010 E. 4.3 und 9C_672/2008 

vom 23. Oktober 2008 E. 5.2.1). Da dem Beschwerdeführer die unentgelt-

liche Rechtspflege bewilligt wurde, sind die auf ihn entfallenden Kosten 

einstweilen vorzumerken.  

 

7.3. 

Ausgangsgemäss hat der im Beschwerdeverfahren VBE.2023.194 teil-

weise obsiegende (vgl. dazu BGE 132 V 215 E. 6.1 S. 235 mit Hinweisen) 

und im Beschwerdeverfahren VBE.2023.161 unterliegende Beschwerde-

führer zu Lasten der Beschwerdegegnerin Anspruch auf Ersatz eines Vier-

tels der (für beide Beschwerdeverfahren gesamthaft) richterlich festgesetz-

ten Parteikosten von Fr. 3'200.00, Fr. 800.00 ausmachend (Art. 61 lit. g 

ATSG). Die Beschwerdegegnerin hat diese Parteikosten der unentgeltli-

chen Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers zu bezahlen. Die verblei-

 - 15 - 

 

 

 

benden drei Viertel der Parteikosten, d.h. Fr. 2'400.00, werden der unent-

geltlichen Rechtsvertreterin nach Eintritt der Rechtskraft des versiche-

rungsgerichtlichen Urteils aus der Obergerichtskasse zu vergüten sein 

(Art. 122 Abs. 1 lit. a ZPO i.V.m. § 34 Abs. 3 VRPG). 

 

7.4. 

Es wird ausdrücklich auf Art. 123 ZPO verwiesen, wonach eine Partei, der 

die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, zur Nachzahlung der der 

Rechtsvertreterin ausgerichteten Entschädigung verpflichtet ist, sobald sie 

dazu in der Lage ist.  

 

 
   

Das Versicherungsgericht erkennt: 

 

1. 

Die Beschwerde vom 24. März 2023 wird abgewiesen.  

 

2. 

In teilweiser Gutheissung der Beschwerde vom 21. April 2023 wird die Ver-

fügung vom 27. März 2023 insoweit aufgehoben, als damit zwei Drittaus-

zahlungen an die QA._____ angeordnet werden, und die Sache wird zur 

weiteren Abklärung im Sinne der Erwägungen und zur Neuverfügung 

betreffend eine allfällige Drittauszahlung eines Teils des nachzuzahlenden 

Betrages an die QA._____ an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.  

 

3. 

Die Verfahrenskosten von Fr. 800.00 werden zu drei Vierteln, Fr. 600.00 

ausmachend, dem Beschwerdeführer und zu einem Viertel, Fr. 200.00 aus-

machend, der Beschwerdegegnerin auferlegt. Zufolge Bewilligung der un-

entgeltlichen Rechtspflege werden die dem Beschwerdeführer auferlegten 

Verfahrenskosten einstweilen vorgemerkt. 

 

4. 

Die Parteientschädigung wird richterlich auf Fr. 3'200.00 festgesetzt. 

 

Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, der unentgeltlichen Rechtsver-

treterin des Beschwerdeführers einen Viertel der Parteientschädigung, 

Fr. 800.00 ausmachend, zu bezahlen.  

 

Die Obergerichtskasse wird gestützt auf § 12 Anwaltstarif angewiesen, der 

unentgeltlichen Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers, lic. iur. Petra 

Kern, Rechtsanwältin, Zürich, nach Eintritt der Rechtskraft drei Viertel des 

Honorars, Fr. 2'400.00 ausmachend, auszurichten. 

  

 - 16 - 

 

 

 

   

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim 

Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung 

mit Art. 90 ff. BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom sieb-

ten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli 

bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar 

(Art. 46 BGG).  

 

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 

6004 Luzern, zuzustellen. 

 

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe 

der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines 

Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweis-

mittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Hän-

den hat (Art. 42 BGG). 

 

 
   

Aarau, 26. September 2023 

 

Versicherungsgericht des Kantons Aargau 

3. Kammer 

Die Präsidentin: Der Gerichtsschreiber: 

 

 

 

Gössi Berner