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**Case Identifier:** 1e12ad59-f74c-5aec-a3d6-b152ce1810a3
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2012-04-02
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 02.04.2012 BVGE 2012/9
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_BVGE-2012-9_2012-04-02.pdf

## Full Text

Krankenversicherung 2012/9 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF 187 

 

8 Gesundheit – Arbeit – Soziale Sicherheit 
Santé – Travail – Sécurité sociale 
Sanità – Lavoro – Sicurezza sociale 

9 

Auszug aus dem Urteil der Abteilung III 
i.S. Inselspital-Stiftung gegen Beschlussorgan der interkantonalen 

Vereinbarung über die hochspezialisierte Medizin 
C–5301/2010 vom 2. April 2012 

Krankenversicherung. Hochspezialisierte Medizin (HSM). Anfech-

tung von Spitallisten. Grundsatzurteil. 

Art. 39 und Art. 53 KVG. Art. 48 VwVG. Art. 3 und Art. 12 IVHSM. 

1. Beschlüsse des HSM-Beschlussorgans können beim Bundesver-
waltungsgericht angefochten werden, obwohl Art. 53 Abs. 1 KVG 

nur Beschlüsse von Kantonsregierungen nennt (E. 1). 

2. Rechtsnatur von Spitallisten: Die Spitalliste ist als Rechtsinstitut 
sui generis zu qualifizieren. Sie besteht in erster Linie aus einem 

Bündel von Einzelverfügungen (E. 3.2). 

3. Anfechtungsgegenstand ist grundsätzlich nur die Verfügung, 
welche das die Beschwerde führende Klinik betreffende Rechts-

verhältnis regelt. Die übrigen, nicht angefochtenen Verfügungen 

einer Spitalliste erwachsen in Rechtskraft (E. 3.3). 

4. Beschwerdelegitimation Dritter: Ein Spital hat kein schutzwür-
diges Interesse daran, dass eine andere Klinik von der Spitalliste 

gestrichen oder deren Leistungsauftrag reduziert wird. Es ist 

deshalb nicht legitimiert, eine einen anderen Leistungserbringer 

betreffende begünstigende Verfügung anzufechten (E. 4.2 und 

4.3). 

5. Den nicht Beschwerde führenden Listenspitälern kommt im Be-
schwerdeverfahren grundsätzlich keine Parteistellung zu (E. 4.5). 

Assurance-maladie. Médecine hautement spécialisée (MHS). Contes-

tation des listes des hôpitaux. Arrêt de principe. 

Art. 39 et art. 53 LAMal. Art. 48 PA. Art. 3 et art. 12 CIMHS. 

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1. Les décisions de l'organe de décision MHS peuvent être contes-
tées devant le Tribunal administratif fédéral, bien que l'art. 53 

al. 1 LAMal ne mentionne que les décisions des gouvernements 

cantonaux (consid. 1). 

2. Nature juridique de la liste hospitalière: la liste des hôpitaux doit 
être qualifiée d'institution juridique sui generis, consistant prin-

cipalement en une série de décisions individuelles (consid. 3.2). 

3. En principe, seule la décision qui régit le rapport juridique de la 
clinique recourante peut constituer l'objet du recours. Les autres 

décisions de la liste des hôpitaux qui ne sont pas contestées en-

trent en vigueur (consid. 3.3). 

4. Qualité pour recourir des tiers: un hôpital n'a pas d'intérêt digne 
de protection à ce qu'un autre établissement hospitalier soit radié 

de la liste des hôpitaux ou à ce que le mandat de prestations de 

cet établissement soit réduit. Par conséquent, il n'a pas qualité 

pour attaquer une décision favorable concernant un autre four-

nisseur de prestations (consid. 4.2 et 4.3). 

5. En procédure de recours, les hôpitaux figurant sur la liste et qui 
n'ont pas formé recours n'ont en principe pas qualité de parties 

(consid. 4.5). 

Assicurazione malattie. Medicina altamente specializzata (MAS). 

Impugnazione di elenchi di ospedali. Sentenza di principio. 

Art. 39 e art. 53 LAMal. Art. 48 PA. Art. 3 e art. 12 CIMAS. 

1. Le decisioni dell'organo decisionale MAS possono essere im-
pugnate dinanzi al Tribunale amministrativo federale, benché 

l'art. 53 cpv. 1 LAMal menzioni soltanto le decisioni dei governi 

cantonali (consid. 1). 

2. Natura giuridica degli elenchi di ospedali: l'elenco di ospedali è 
un istituto giuridico sui generis. Consiste in primo luogo in un 

fascio di decisioni individuali (consid. 3.2).  

3. Oggetto d'impugnazione è di principio la sola decisione che disci-
plina il rapporto giuridico riguardante la clinica ricorrente. Le 

altre decisioni di un elenco di ospedali, non impugnate, passano 

in giudicato (consid. 3.3). 

4. Diritto di ricorrere dei terzi: un ospedale non ha un interesse 
degno di protezione a far radiare un'altra clinica dall'elenco di 

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ospedali o a ottenere la riduzione del suo mandato di prestazioni. 

Di conseguenza, non ha il diritto di ricorrere contro una deci-

sione positiva riguardante un altro fornitore di prestazioni (con-

sid. 4.2 e 4.3). 

5. Se non hanno interposto ricorso, gli altri ospedali figuranti 
nell'elenco non hanno di principio qualità di parte nella proce-

dura ricorsuale (consid. 4.5). 

 

Am 28. Mai 2010 traf das Beschlussorgan der interkantonalen Verein-

barung über die hochspezialisierte Medizin (HSM-Beschlussorgan) den 

Entscheid zur Planung der hochspezialisierten Medizin (HSM) im 

Bereich der Organtransplantationen (BBl 2010 4445, nachfolgend: HSM-

Entscheid). Gemäss Ziff. 1 Bst. e HSM-Entscheid werden Herztransplan-

tationen den Universitätsspitälern Bern, Lausanne und Zürich zugewie-

sen. Der Zuteilungsentscheid wird bis zum 31. Dezember 2013 befristet. 

Die Inselspital-Stiftung liess am 22. Juli 2010 Beschwerde beim 

Bundesverwaltungsgericht erheben und die Aufhebung des HSM-

Entscheides, soweit er die Herztransplantation betrifft, und Rückweisung 

an die Vorinstanz zur Wahrung des rechtlichen Gehörs und zum 

Neuentscheid beantragen. Eventualiter sei materiell zu entscheiden und 

es sei das Inselspital Bern als einziges Zentrum für Herztransplantationen 

festzulegen; subeventualiter sei das Inselspital Bern als Zentrum für 

Herztransplantationen festzulegen und die Angelegenheit an die Vor-

instanz zur Bestimmung des zweiten Zentrums zurückzuweisen; sub-

subeventualiter sei das Verfahren zum materiellen Neuentscheid an die 

Vorinstanz zurückzuweisen. 

Das Bundesverwaltungsgericht tritt auf die Beschwerde nicht ein. 

Aus den Erwägungen: 

1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen einen Entscheid 
des HSM-Beschlussorgans zur Planung der hochspezialisierten Medizin. 

1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 
2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 

20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 

172.021), sofern keine Ausnahme nach Art. 32 VGG vorliegt. Als Vor-

instanzen gelten die in Art. 33 VGG genannten Behörden, wobei insbe-

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sondere Instanzen des Bundes aufgeführt werden. Verfügungen 

kantonaler Instanzen sind gemäss Art. 33 Bst. i VVG nur dann beim 

Bundesverwaltungsgericht anfechtbar, wenn dies in einem Bundesgesetz 

vorgesehen ist. 

1.2 Art. 90a Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 18. März 1994 über 
die Krankenversicherung (KVG, SR 832.10) sieht vor, dass das Bundes-

verwaltungsgericht Beschwerden gegen Beschlüsse der Kantonsregie-

rungen nach Art. 53 KVG beurteilt. Zu den gemäss Art. 53 Abs. 1 KVG 

anfechtbaren Beschlüssen der Kantonsregierungen gehören namentlich 

die Spital- oder Pflegeheimlisten im Sinne von Art. 39 KVG (vgl. Urteil 

des Bundesverwaltungsgerichts C–5733/2007 vom 7. September 2009 

E. 1.1, teilweise publiziert in BVGE 2009/48 sowie Urteil des Bundes-

verwaltungsgerichts C–6062/2007 vom 20. April 2010 E. 1.1, teilweise 

publiziert in BVGE 2010/15). Zu prüfen ist, ob auch ein Entscheid des 

HSM-Beschlussorgans beim Bundesverwaltungsgericht angefochten 

werden kann. 

1.2.1 Spitalplanung ist Aufgabe der Kantone (vgl. Art. 39 Abs. 1 
Bst. e KVG; BVGE 2009/48 E. 12.1). Gemäss Art. 39 Abs. 2 KVG (in 

der seit 1. Januar 2009 gültigen Fassung) koordinieren die Kantone ihre 

Planung. Nach Art. 39 Abs. 2
bis

 KVG (in Kraft seit 1. Januar 2009) 

beschliessen die Kantone im Bereich der hochspezialisierten Medizin 

gemeinsam eine gesamtschweizerische Planung. Kommen sie dieser Auf-

gabe nicht zeitgerecht nach (vgl. auch Abs. 3 der Übergangsbestim-

mungen zur Änderung vom 21. Dezember 2007 [Spitalfinanzierung], AS 

2008 2056), so legt der Bundesrat fest, welche Spitäler für welche Leis-

tungen auf den kantonalen Spitallisten aufzuführen sind.  

1.2.2 Um die gesamtschweizerische Planung zu gewährleisten, haben 
die Kantone am 14. März 2008 die interkantonale Vereinbarung über die 

hochspezialisierte Medizin (IVHSM) beschlossen, die – nachdem alle 

Kantone beigetreten sind – am 1. Januar 2009 in Kraft getreten ist (vgl. 

< http://www.gdk-cds.ch > Themen > Hochspezialisierte Medizin > 

Grundlagen, besucht am 28. November 2011; für den Kanton Bern siehe 

Grossratsbeschluss betreffend den Beitritt zur Interkantonalen Verein-

barung über die hoch spezialisierte Medizin [IVHSM] vom 4. September 

2008 [Bernische Systematische Gesetzessammlung 811.08]). Art. 3 

IVHSM regelt Zusammensetzung, Wahl und Aufgaben des HSM-

Beschlussorgans. Das Beschlussorgan bestimmt gemäss Art. 3 Abs. 3 

IVHSM die Bereiche der hochspezialisierten Medizin, die einer schweiz-

weiten Konzentration bedürfen, und trifft die Planungs- und Zuteilungs-

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entscheide. Hierzu erstellt es eine Liste der Bereiche der hochspezia-

lisierten Medizin und der mit der Erbringung der definierten Leistungen 

beauftragten Zentren. Die Liste wird periodisch überprüft. Sie gilt als 

gemeinsame Spitalliste der Vereinbarungskantone gemäss Art. 39 KVG. 

Die Zuteilungsentscheide werden befristet (Art. 3 Abs. 4 IVHSM). Art. 9 

Abs. 1 IVHSM hält zudem fest, dass die Vereinbarungskantone ihre 

Zuständigkeit gemäss Art. 39 Abs. 1 Bst. e KVG zum Erlass der Spital-

liste für den Bereich der hochspezialisierten Medizin dem HSM-Be-

schlussorgan übertragen.  

1.2.3 Nach Art. 12 Abs. 1 IVHSM kann gegen Beschlüsse betreffend 
Festsetzung der gemeinsamen Spitalliste nach Art. 3 Abs. 3 und 4 beim 

Bundesverwaltungsgericht Beschwerde nach Art. 53 KVG geführt 

werden. Wie aus dem erläuternden Bericht zur IVHSM (verabschiedet 

zuhanden der Kantone von der Plenarversammlung der Schweizerischen 

Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren 

[GDK] am 14. März 2008, abrufbar unter < http://www.gdk-cds.ch > 

Themen > Hochspezialisierte Medizin > Grundlagen, besucht am 

28. November 2011) zu schliessen ist, soll Art. 12 Abs. 1 IVHSM nicht 

eine (im Bundesrecht nicht vorgesehene) Zuständigkeit des Bundes-

verwaltungsgerichts begründen, vielmehr wurde Art. 53 Abs. 1 KVG als 

Rechtsgrundlage betrachtet. Da Art. 53 Abs. 1 und Art. 90a KVG aus-

schliesslich Beschlüsse der Kantonsregierungen als mögliche Anfech-

tungsobjekte nennen, ist darauf näher einzugehen. 

1.2.3.1 Der alte, per 1. Januar 2007 aufgehobene Art. 53 Abs. 1 KVG 
(in der Fassung vom 18. März 1994, AS 1995 1328) sah vor, dass gegen 

die Beschlüsse der Kantonsregierung nach den Art. 39, Art. 45, Art. 46 

Abs. 4, Art. 47, Art. 48 Abs. 1–3, Art. 49 Abs. 7, Art. 51, Art. 54 und 

Art. 55 Beschwerde an den Bundesrat erhoben werden könne. Mit dem 

Inkrafttreten der neuen Bundesrechtspflege wurde diese – neu beim 

Bundesverwaltungsgericht liegende – Zuständigkeit in Art. 34 VGG (in 

der Fassung vom 17. Juni 2005, AS 2006 2197) geregelt, wobei als 

anfechtbar weiterhin Beschlüsse der Kantonsregierung nach den Art. 39, 

Art. 45, Art. 46 Abs. 4, Art. 47, Art. 48 Abs. 1–3, Art. 49 Abs. 7, Art. 51, 

Art. 54, Art. 55 und neu Art. 55a KVG aufgeführt wurden. Art. 90a KVG 

wurde mit dem Bundesgesetz vom 6. Oktober 2000 über den Allge-

meinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) eingefügt 

und regelte zunächst die Zuständigkeit der Eidgenössischen Rekurs-

kommission der Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung für 

die im Ausland wohnenden Personen betreffend Beschwerden im Zusam-

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menhang mit Art. 18 KVG (gemeinsame Einrichtung; vgl. Verordnung 

der Bundesversammlung vom 21. Juni 2002 betreffend die Änderung des 

Anhangs zum Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des Sozialver-

sicherungsrechts im Zusammenhang mit der Inkraftsetzung des Bundes-

gesetzes zum Abkommen zwischen der Schweizerischen Eidgenossen-

schaft einerseits und der Europäischen Gemeinschaft sowie ihren 

Mitgliedstaaten andererseits über die Freizügigkeit [Revision 2 des 

Anhangs zum ATSG], AS 2002 3472). Mit der am 1. Januar 2009 in 

Kraft getretenen Änderung des KVG vom 21. Dezember 2007 (Spital-

finanzierung [AS 2008 2049]) wurde Art. 34 VGG aufgehoben und 

dessen unveränderter Wortlaut in Art. 53 Abs. 1 KVG aufgenommen. Der 

neu eingefügte Art. 90a Abs. 2 KVG verweist im Wesentlichen auf 

Art. 53 Abs. 1 KVG, was durch die Systematik begründet sein dürfte, da 

Art. 53 KVG im 2. Titel, 4. Kapitel (Leistungserbringer) und nicht bei 

den Verfahrens- und Rechtspflegebestimmungen im 5. Titel steht. Für die 

vorliegend zu beurteilende Frage kommt Art. 90a Abs. 2 KVG demnach 

keine selbständige Bedeutung zu. 

1.2.3.2 Mit dem Wortlaut von Art. 53 Abs. 1 KVG (bzw. Art. 53 Abs. 1 
KVG von 1994 und Art. 34 VGG von 2005) hatten sich die Beschwerde-

instanzen bereits früher auseinanderzusetzen. In einem unveröffentlich-

ten Entscheid (Bundesratsentscheid, BRE) vom 23. Juni 1999 hat der 

Bundesrat zunächst festgehalten, dass Art. 39 KVG den Kantonen nicht 

vorschreibe, welche Behörde die Spitalplanung durchzuführen und die 

Liste zu erlassen habe. Gestützt auf die Materialien hat er weiter dar-

gelegt, dass die nach dem Wortlaut auf Beschlüsse der Kantons-

regierungen beschränkte Zuständigkeit des Bundesrates als Beschwerde-

instanz auf ein gesetzgeberisches Versehen zurückzuführen sei (BRE 

vom 23. Juni 1999 betreffend Spitalliste St. Gallen E. 4.5.2.1). Dass sich 

die Zuständigkeit der Beschwerdeinstanz nicht danach richtet, welche 

Behörde die Spitalliste erlassen hat, entspricht auch der Ansicht des 

Bundesgerichts (vgl. BRE vom 23. Juni 1999 betreffend Spitalliste 

St. Gallen E. 4.5.2.1 mit Hinweis auf den Meinungsaustausch mit dem 

Eidgenössischen Versicherungsgericht und dem Bundesgericht) und der 

Rechtsprechung gemäss BGE 134 V 45. In diesem Entscheid hatte das 

Bundesgericht die Frage zu beurteilen, ob ein gestützt auf Art. 55a KVG 

(Einschränkung der Zulassung zur Tätigkeit zulasten der Krankenver-

sicherung) ergangener Entscheid der Gesundheitsdirektion des Kantons 

Zürich (welcher vom Verwaltungsgericht bestätigt wurde) an das Bun-

desgericht weitergezogen werden könne. Das Bundesgericht hat er-

wogen, es wäre nicht zu rechtfertigen, wenn der Instanzenzug davon 

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abhinge, ob die Zulassungen gemäss kantonaler Zuständigkeitsordnung 

durch die Kantonsregierung selber erteilt werden oder ob dieser Ent-

scheid an eine Direktion delegiert worden sei. Art. 34 VGG sei daher so 

auszulegen, dass auch Beschlüsse kantonaler Direktionen oder Departe-

mente nach Art. 55a KVG mit Beschwerde beim Bundesverwaltungs-

gericht angefochten werden können (BGE 134 V 45 E. 1.3).  

1.2.3.3 Das vom Bundesrat bereits 1999 festgestellte gesetzgeberische 
Versehen wurde weder beim Erlass des VGG noch bei der KVG-Revi-

sion zur Spitalfinanzierung thematisiert (vgl. Botschaft vom 28. Februar 

2001 zur Totalrevision der Bundesrechtspflege, BBl 2001 4202, 4390 f., 

[nachfolgend: Botschaft zur Bundesrechtspflege]; Amtliches Bulletin der 

Bundesversammlung [AB] 2003 S 865, AB 2004 N 1645 [betreffend 

Art. 30 VGG]; Botschaft vom 15. September 2004 betreffend die Ände-

rung des Bundesgesetzes über die Krankenversicherung [Spitalfinan-

zierung], BBl 2004 5551, 5581; AB 2006 S 63). Abgesehen von einer 

Ergänzung bei den Verweisen entspricht der aktuell in Kraft stehende 

Art. 53 Abs. 1 KVG demjenigen von 1995. Vor diesem Hintergrund kann 

nicht angenommen werden, der Gesetzgeber habe mit (dem neuen) 

Art. 53 Abs. 1 KVG absichtlich die Möglichkeit, Beschwerde zu erhe-

ben, auf Beschlüsse von Kantonsregierungen beschränken wollen, mit 

der Folge, dass eine von einer anderen Behörde erlassene Spitalliste 

(beim Bundesverwaltungsgericht) nicht angefochten werden könnte. 

Vielmehr ist davon auszugehen, dass übersehen wurde, dass Art. 53 

Abs. 1 KVG zu präzisieren und (bspw. mit Blick auf Art. 49a Abs. 2 

KVG [wie im Meinungsaustausch mit dem Verwaltungsgericht des Kan-

tons Zug betreffend Fall C–2098/2011 erwogen]) zu ergänzen wäre. 

1.2.3.4 Art. 39 Abs. 2
bis

 KVG verpflichtet die Kantone, im Bereich der 

hochspezialisierten Medizin gemeinsam eine gesamtschweizerische Pla-

nung zu beschliessen. Das Bundesrecht schreibt den Kantonen aber nicht 

vor, in welcher Form sie diesen Beschluss zu fällen haben. Dass sie dafür 

ein durch interkantonale Vereinbarung (Konkordat) geschaffenes inter-

kantonales Organ, das mit entsprechenden Entscheidungskompetenzen 

ausgestattet ist, vorgesehen haben, erscheint jedoch naheliegend und ist 

ohne Weiteres zulässig (vgl. Art. 48 der Bundesverfassung der Schweize-

rischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 [BV, SR 101]; TOBIAS 

JAAG, in: Biaggini/Gächter/Kiener [Hrsg.], Staatsrecht, Zürich 2011, § 14 

N. 1 ff., N. 24; vgl. auch JEAN-LUC GASSMANN UND ANDERE, Schwer-

punkte und Tendenzen in der Rechtsetzung der Kantone, in: Gesetz-

gebung & Evaluation [LeGes] 2010/2, S. 231 ff., 247). Es liegt somit 

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eine im Ergebnis gleiche Konstellation vor, wie in den bereits vom 

Bundesrat und vom Bundesgericht beurteilten Fällen, in welchen gemäss 

kantonaler Zuständigkeitsordnung nicht die Kantonsregierung, sondern 

(kraft kantonalrechtlicher Übertragung der Entscheidzuständigkeit) eine 

andere Behörde für den Beschluss zuständig war. 

1.3 Zusammenfassend ergibt sich, dass Beschlüsse (im Sinne von 
Art. 39 Abs. 2

bis
 KVG) des HSM-Beschlussorgans beim Bundesverwal-

tungsgericht angefochten werden können. 

2. Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich 
gemäss Art. 37 VGG und Art. 53 Abs. 2 Satz 1 KVG grundsätzlich nach 

dem VwVG. Vorbehalten bleiben allfällige Abweichungen des VGG und 

die besonderen Bestimmungen des Art. 53 Abs. 2 KVG. In Beschwerde-

verfahren gegen Spitallistenbeschlüsse ist insbesondere Art. 53 Abs. 2 

Bst. e KVG zu beachten, wonach – in Abweichung von Art. 49 VwVG – 

die Rüge der Unangemessenheit unzulässig ist. 

3. Anfechtungsobjekt im Beschwerdeverfahren ist gemäss Art. 44 
VwVG eine Verfügung im Sinne von Art. 5 VwVG. Beschlüsse nach 

Art. 39 KVG sind kraft Art. 53 Abs. 1 KVG jedoch unabhängig davon, 

ob sie als Verfügung im Sinne von Art. 5 VwVG zu qualifizieren sind, 

beim Bundesverwaltungsgericht (bzw. früher beim Bundesrat) anfechtbar 

(zur Rechtsprechung vgl. bspw. Verwaltungspraxis der Bundesbehörden 

[VPB] 64.13 E. 1.4; siehe auch Botschaft zur Bundesrechtspflege, BBl 

2001 4391). Dem Anfechtungsobjekt kommt dennoch erhebliche Bedeu-

tung zu, weil es den möglichen Streitgegenstand begrenzt (vgl. BGE 133 

II 35 E. 2, BGE 131 V 164 E. 2.1, je mit Hinweisen). 

3.1 Nach der Praxis des Bundesrates war Anfechtungsgegenstand 
einer Beschwerde gegen einen Spitallistenbeschluss immer die gesamte 

Spitalliste, obwohl einzelne Spitäler nur so weit zur Beschwerde legiti-

miert waren, als sie ihre eigene Stellung auf der Liste rügten (vgl. E. 4.2). 

Erliess ein Kanton eine separate Verfügung, mit welcher er das Begehren 

eines Spitals um Aufnahme in die Spitalliste abwies, richtete sich daher 

eine Beschwerde nicht nur gegen diese (abweisende) Verfügung, sondern 

gegen die Spitalliste selber (vgl. BRE vom 26. März 1997 betreffend 

Spitalliste Glarus E. II. 1.2). 

3.2 Für die Bestimmung des Anfechtungsgegenstandes ist zunächst 
die Rechtsnatur von Spitallistenbeschlüssen zu klären. 

 

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3.2.1 Nach der Rechtsprechung des Bundesrates enthält ein Spital-
listenbeschluss sowohl Elemente eines Rechtssatzes als auch Elemente 

einer Verfügung. In seinem Grundsatzentscheid vom 17. Februar 1999 

(betreffend Spitalliste Zürich) hat er dazu Folgendes ausgeführt: « Die 

Spitallisten enthalten einerseits eine allgemein gültige Regelung, indem 

sie für alle Versicherten anzeigen, in welchen Spitälern sie sich zu Lasten 

der obligatorischen Krankenversicherung behandeln können lassen; dies 

nähert die Spitallisten den Rechtssätzen an. Auf der anderen Seite haben 

Spitallistenbeschlüsse auch Verfügungscharakter. Für die einzelnen Heil-

anstalten geht es im Sinne von Art. 5 Abs. 1 VwVG – je nachdem, ob die 

Heilanstalten in dem von ihnen gewünschten Umfang auf die Spitalliste 

aufgenommen worden sind oder nicht – entweder um die Begründung, 

Änderung oder Aufhebung von Rechten und Pflichten (Bst. a), um die 

Feststellung des Bestehens, Nichtbestehens oder Umfanges von Rechten 

und Pflichten (Bst. b) oder um die Abweisung von Begehren auf Begrün-

dung, Änderung, Aufhebung oder Feststellung von Rechten und Pflichten 

oder Nichteintreten auf solche Begehren (Bst. c). Der Verfügungs-

charakter tritt hier klar in den Vordergrund » (VPB 64.13 E. 1.4). 

3.2.2 In der Literatur wird die Spitalliste teilweise mit der Rechtsnatur 
des Nutzungsplans – als Institut sui generis – verglichen (PAUL RICHLI, 

Die Spitalliste – Ein Planungsinstrument mit staats- und verwaltungs-

rechtlichen Geburtsgebrechen?, in: Das Recht in Raum und Zeit, Zürich 

1998, S. 407 ff., 422; THOMAS MATTIG, Grenzen der Spitalplanung aus 

verfassungsrechtlicher Sicht, Diss. Basel 2002, Zürich/Basel/Genf 2003, 

S. 39). Nach MATTIG ist der Kreis der direkten Adressaten aber eng, 

nämlich auf die Spitäler beschränkt, weshalb die Spitalliste aus dieser 

Optik als Verfügung zu qualifizieren sei. Zum Teil wird die Spitalliste 

auch als « Bündel von Einzelverfügungen » bezeichnet (RICHLI, a.a.O., 

S. 422; BERNHARD RÜTSCHE, Neue Spitalfinanzierung und Spitalpla-

nung, Bern 2011, S. 14 Fn. 4).  

3.2.3 In BGE 126 V 172 hatte das Bundesgericht (bzw. damals Eid-
genössische Versicherungsgericht) die Frage zu beurteilen, ob gegen 

Entscheide des Bundesrates betreffend Spitallistenbeschlüsse Verwal-

tungsgerichtsbeschwerde erhoben werden könne. Zur Rechtsnatur eines 

solchen Beschlusses beziehungsweise « zum Verfügungscharakter des 

Entscheids über die Zulassung als Leistungserbringer » wurde auf Sozial-

versicherungsrecht (SVR) 1998 KV Nr. 14 (E. 1 und 3) verwiesen (BGE 

126 V 172 E. 5c). Im erwähnten Urteil ging es um die Zulassung von 

Heilbädern, welche gemäss Art. 40 Abs. 1 KVG einer Anerkennung des 

2012/9 Krankenversicherung 

 

 

196 BVGE / ATAF / DTAF 

 

Departements bedürfen. Angefochten war eine Verfügung des Eid-

genössischen Departements des Innern (EDI), in welcher die anerkannten 

Heilbäder aufgeführt wurden, nicht aber das Beschwerde führende 

Heilbad X. Dass es sich dabei um eine Verfügung im Sinne von Art. 5 

Abs. 1 VwVG handelte, wurde durch das Bundesgericht nicht in Frage 

gestellt. Ob es sich der Ansicht der Parteien, es liege eine Allgemein-

verfügung vor, anschloss, ist nicht klar. Fraglich erschien dem Gericht 

jedenfalls, dass « mit der Verfügung des EDI […] in Form einer Allge-

meinverfügung » auch hinsichtlich des vom Heilbad X. gestellten Aner-

kennungsbegehrens entschieden worden sei. Wie die angefochtene Verfü-

gung mit Bezug auf das Beschwerde führende Heilbad zu qualifizieren 

war, konnte das Gericht offenlassen, da die Sache ohnehin an das EDI 

zurückzuweisen war (SVR 1998 KV Nr. 14 E. 3).  

3.2.4 Als Allgemeinverfügungen gelten Anordnungen, die zwar einen 
Einzelfall (PIERRE TSCHANNEN/ULRICH ZIMMERLI/MARKUS MÜLLER, 

Allgemeines Verwaltungsrecht, 3. Aufl., Bern 2009, § 28 Rz. 50) bezie-

hungsweise eine konkrete Situation ordnen (ULRICH HÄFELIN/GEORG 

MÜLLER/FELIX UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 6. Aufl., 

Zürich/St. Gallen 2010, Rz. 923), sich aber an eine Vielzahl individuell 

nicht bestimmter Adressaten richten, wobei der Adressatenkreis offen 

oder geschlossen sein kann. Im Unterschied zur Individualverfügung sind 

bei der Allgemeinverfügung « nicht die einzelnen Adressaten wesentlich, 

sondern die Sache, zu welcher die Adressaten gewissermassen zufällig in 

Beziehung stehen » (TOBIAS JAAG, Die Allgemeinverfügung im schwei-

zerischen Recht, in: Schweizerisches Zentralblatt für Staats- und 

Verwaltungsrecht [ZBl] 85/1984 S. 433 ff., 439). Sind die einzelnen 

Adressaten hingegen individuell bestimmt beziehungsweise ergeht die 

Verfügung « mit Rücksicht auf einzelne Adressaten », liegt eine Indivi-

dualverfügung vor (JAAG, a.a.O., S. 438; siehe auch TSCHANNEN/ZIM-

MERLI/ MÜLLER, § 28 Rz. 55). Mit Blick auf das zweite Merkmal einer 

Allgemeinverfügung, dass ein konkreter Sachverhalt geregelt wird, ist 

die Bestimmtheit des Anordnungsobjekts entscheidend, wobei unter 

Anordnungsobjekt einzelne individuell bestimmte Sachen gegenständ-

licher oder nicht gegenständlicher Natur verstanden werden, zum Bei-

spiel eine Typenbewilligung (JAAG, a.a.O., S. 444 ff.). Allgemeinverfü-

gungen kennzeichnen sich auch durch ihre direkte Anwendbarkeit für 

eine mögliche Mehrheit von Betroffenen; es ist kein weiterer umset-

zender Hoheitsakt erforderlich (BGE 134 II 272 E. 3.2).  

 

Krankenversicherung 2012/9 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF 197 

 

3.2.5 Die Spitalliste als solche kann schon deshalb nicht als Allge-
meinverfügung qualifiziert werden, weil sie nicht einen einzelnen kon-

kreten Sachverhalt regelt. Jedem Listenspital wird ein individueller Leis-

tungsauftrag erteilt (vgl. Art. 39 Abs. 1 Bst. e KVG; Art. 58e Abs. 2 und 

3 KVV) und es sind diese in der Spitalliste aufgeführten Leistungsauf-

träge, welche den Verfügungscharakter ausmachen (vgl. auch RÜTSCHE, 

a.a.O., N. 12). Wird der Antrag eines Spitals auf Aufnahme in die Spital-

liste abgewiesen, stellt dies eine negative Verfügung dar (vgl. vorne 

E. 3.2.1; siehe auch SVR 1998 KV Nr. 14 E. 3). 

Die Spitalliste ist aber auch nicht als Bündel von Allgemeinverfügungen 

zu betrachten, denn unmittelbare Rechtswirkungen entfaltet sie nur ge-

genüber den einzelnen Spitälern, die auf der Liste aufgeführt sind oder 

welchen die Aufnahme auf die Liste verweigert wird, nicht aber gegen-

über den Krankenversicherern (vgl. BVGE 2010/51 insbes. E. 6.6–6.8; 

Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C–7165/2010 vom 24. Februar 

2011 E. 4 ff.), Versicherten (BRE vom 26. März 1997 betreffend Spital-

liste Glarus E. 1.3.1) oder Ärztinnen und Ärzten (vgl. BRE vom 26. März 

1997 betreffend Spitalliste Solothurn E. 1.3). Die Spitäler – und nur diese 

– sind somit primäre (oder materielle) Verfügungsadressaten, soweit 

ihnen ein Leistungsauftrag erteilt oder verweigert wird.  

3.2.6 Die Spitalliste ist deshalb in erster Linie als Bündel von Indivi-
dualverfügungen zu qualifizieren. Ihre Funktion erschöpft sich jedoch 

nicht darin. Art. 39 Abs. 1 Bst. e KVG statuiert zudem eine Publizitäts- 

und Transparenzvoraussetzung (vgl. Botschaft des Bundesrates vom 

6. November 1991 über die Revision der Krankenversicherung [BBl 

1992 I 167]; BVGE 2010/15 E. 4.1). Der Bundesrat hat die Spitalliste 

auch mit einem öffentlichen Register verglichen (Kranken und Unfall-

versicherung: Rechtsprechung und Verwaltungspraxis [RKUV] 4/1999 

KV 83 S. 345 E. 2.2). Es erscheint daher zutreffend, die Spitalliste als 

Rechtsinstitut sui generis zu bezeichnen. Für die Bestimmung des An-

fechtungsgegenstandes zentral ist jedoch, dass sie aus einem Bündel von 

Einzelverfügungen besteht.  

3.3 Anfechtungsgegenstand im Beschwerdeverfahren betreffend 
Spitallisten (oder anderen Listen im Sinne von Art. 39 KVG) ist demnach 

grundsätzlich nur die Verfügung, welche das die Beschwerde führende 

Klinik betreffende Rechtsverhältnis regelt. Die nicht angefochtenen Ver-

fügungen einer Spitalliste erwachsen in Rechtskraft. Im Ergebnis ent-

spricht dies der Rechtsprechung des Bundesrates, wonach die Beschwer-

deerhebung eines Leistungserbringers den Eintritt der Rechtskraft der 

2012/9 Krankenversicherung 

 

 

198 BVGE / ATAF / DTAF 

 

Spital- oder Pflegeheimliste als solche nicht zu hindern vermochte (vgl. 

BRE vom 25. November 1998 betreffend Pflegeheimliste Zürich E. 3). 

4. Nach Art. 48 Abs. 1 VwVG ist zur Erhebung der Beschwerde 
berechtigt, wer vor der Vorinstanz am Verfahren teilgenommen oder 

keine Möglichkeit zur Teilnahme erhalten hat (Bst. a), durch die ange-

fochtene Verfügung besonders berührt ist (Bst. b) und ein schutzwürdiges 

Interesse an deren Aufhebung oder Änderung hat (Bst. c). 

4.1 Die von der Beschwerdeführerin eingereichte Beschwerde rich-
tet sich nicht gegen die Verfügung, mit welcher ihr die Vorinstanz Herz-

transplantationen zugewiesen hat, sondern gegen die Aufnahme der 

beiden anderen Spitäler auf die Liste. 

4.1.1 Die Anforderungen gemäss Art. 48 Abs. 1 VwVG – welche 
Art. 89 Abs. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 

173.110) entsprechen (BGE 135 II 172 E. 2.1) – sind nach der Recht-

sprechung des Bundesgerichts besonders bedeutend bei der Beschwerde 

eines Dritten, der nicht (primärer) Verfügungsadressat ist, sondern gegen 

eine den Adressaten begünstigende Verfügung Beschwerde erhebt (Urteil 

des Bundesgerichts 2C_457/2011 vom 26. Oktober 2011 E. 3.1). Die 

Regelung soll die Popularbeschwerde ausschliessen und den Charakter 

des allgemeinen Beschwerderechts als Instrument des Individualrechts-

schutzes unterstreichen. Die Beschwerde führende Person muss durch 

den angefochtenen Entscheid stärker als ein beliebiger Dritter betroffen 

sein und in einer besonderen, beachtenswerten, nahen Beziehung zur 

Streitsache stehen. Neben der spezifischen Beziehungsnähe zur Streit-

sache muss die Beschwerde führende Person einen praktischen Nutzen 

aus einer allfälligen Aufhebung oder Änderung des angefochtenen Ent-

scheids ziehen, das heisst, ihre Situation muss durch den Ausgang des 

Verfahrens in relevanter Weise beeinflusst werden können. Das schutz-

würdige Interesse besteht darin, dass ein materieller oder ideeller 

Nachteil vermieden werden soll, den der angefochtene Entscheid mit sich 

bringen würde. Ein bloss mittelbares oder ausschliesslich allgemeines 

öffentliches Interesse berechtigt – ohne die erforderliche Beziehungsnähe 

zur Streitsache selber – nicht zur Beschwerde (BGE 135 II 172 E. 2.1, 

BGE 135 II 145 E. 6.1, BGE 133 II 249 E. 1.3.1, BGE 131 II 587 E. 2.1 

und 3). 

4.1.2 Allein der Umstand, dass ein Leistungserbringer von der Spital-
liste als solche beziehungsweise den übrigen, nicht an ihn gerichteten 

Verfügungen der Spitalliste stärker als die Allgemeinheit betroffen und in 

Krankenversicherung 2012/9 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF 199 

 

diesem Sinne besonders berührt ist, vermag die Legitimation noch nicht 

zu begründen; zusätzlich ist eine besondere, beachtenswerte, nahe Bezie-

hung zur Streitsache beziehungsweise ein schutzwürdiges Interesse 

erforderlich (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_762/2010 vom 2. Feb-

ruar 2011 E. 4.3.2). Für die Frage nach dem besonders schutzwürdigen 

Interesse sind nach der Rechtsprechung die konkreten Umstände des 

Einzelfalles von zentraler Bedeutung. In früheren Entscheiden hat das 

Bundesgericht auch festgehalten, dass es keine rechtslogisch stringente, 

begrifflich fassbare, sondern nur eine praktisch vernünftige Abgrenzung 

zur Popularbeschwerde gebe; wo diese Grenze verlaufe, sei für jedes 

Rechtsgebiet gesondert zu beurteilen (Urteil des Bundesgerichts 

2C_762/2010 vom 2. Februar 2011 E. 4.4 mit Hinweisen). 

4.2 Nach der Rechtsprechung des Bundesrates war eine einzelne 
Institution nicht berechtigt, gegen eine kantonale Spital- oder Pflege-

heimliste als solche oder gegen einen andern Leistungserbringer auf der 

Liste Beschwerde zu führen (BRE vom 17. Januar 2007 betreffend 

Pflegeheimliste Glarus E. 2, BRE vom 25. November 1998 betreffend 

Pflegeheimliste Zürich E. 3, BRE vom 23. Juni 2004 betreffend Spital-

liste Graubünden E. 1.2.1).  

4.2.1 Ein Leistungserbringer konnte nur beantragen, er sei in die Liste 
aufzunehmen, nicht aber, die Liste (als Ganzes) aufzuheben und die 

Sache zur Erarbeitung einer neuen Liste an die Vorinstanz zurückzu-

weisen (BRE vom 25. November 1998 betreffend Pflegeheimliste Zürich 

E. 3). Zudem wurden die anderen Leistungserbringer auf der Liste nicht 

als Gegenparteien, sondern lediglich als Mitbewerber, die miteinander in 

Konkurrenz stehen können, betrachtet (BRE vom 17. Januar 2007 betref-

fend Pflegeheimliste Glarus E. 2). 

4.2.2 Im Entscheid vom 23. Juni 2004 (Spitalliste Graubünden) trat 
der Bundesrat auf den Hauptantrag der Beschwerde führenden Klinik, es 

sei die Spitalliste aufzuheben, soweit dem Spital S. ein Leistungsauftrag 

in orthopädischer Chirurgie erteilt worden sei, nicht ein. Zur Begründung 

führte er aus, bei der Beurteilung der Beschwerdelegitimation sei davon 

auszugehen, dass die Spitalliste für Spitäler nur insoweit direkte Rechts-

wirkungen entfalte, als sie diese zur Tätigkeit zu Lasten der obligato-

rischen Krankenpflegeversicherung zulasse oder davon ausschliesse. Die 

besondere Beziehungsnähe beziehungsweise das schutzwürdige Interesse 

ergebe sich nicht allein daraus, dass die (Beschwerde führende) Klinik 

selbst auch über einen Leistungsauftrag in orthopädischer Chirurgie 

verfüge, denn die Zuteilung der Leistungsaufträge an die Leistungser-

2012/9 Krankenversicherung 

 

 

200 BVGE / ATAF / DTAF 

 

bringer erfolge laut Art. 39 KVG gestützt auf die kantonale Bedarfs-

planung und die Evaluation des bestehenden Angebots. Die Streichung 

des Leistungsauftrags des anderen Spitals in orthopädischer Chirurgie 

hätte somit nicht automatisch zur Folge, dass der Leistungsauftrag der 

Klinik ausgeweitet oder ihr eine grössere Bettenzahl zugewiesen würde. 

Für die Beschwerdeführerin bestehe somit kein (unmittelbarer) prak-

tischer Nutzen, den sie mittels ihres Antrags, der Leistungsauftrag des 

anderen Spitals in orthopädischer Chirurgie sei zu streichen, herbeiführen 

könnte (BRE vom 23. Juni 2004 betreffend Spitalliste Graubünden 

E. 1.2.1).  

4.2.3 Diese Rechtsprechung des Bundesrates ist nicht zu beanstanden. 
Sie ist aber wie folgt zu präzisieren: Im Rahmen des Erlasses von Spital- 

und Pflegeheimlisten ist ein in die Liste aufgenommener Leistungs-

erbringer weder als Adressat der ihn selbst betreffenden Verfügung (be-

schränkter Anfechtungsgegenstand, vgl. E. 3) befugt noch unter dem 

Titel einer Drittbeschwerde legitimiert, die einen anderen Leistungs-

erbringer betreffende begünstigende Verfügung der Liste anzufechten.  

4.3 Mit der KVG-Revision zur Spitalfinanzierung wurden unter 
anderem Art. 39 KVG betreffend Spitalplanung geändert und in Art. 53 

KVG neue Verfahrensvorschriften eingefügt. Nachfolgend ist deshalb zu 

prüfen, ob die Rechtsprechung des Bundesrates auch unter Berücksichti-

gung dieser Revision weiterzuführen ist.  

4.3.1 Im Entwurf des Bundesrates zur Änderung des KVG (Spitalfi-
nanzierung [BBl 2004 5593]) war eine dem Art. 53 Abs. 2 KVG entspre-

chende Bestimmung noch nicht vorgesehen. Erst die Kommission des 

Ständerates schlug – auch mit Blick auf den Übergang der Zuständigkeit 

zur Beschwerdebeurteilung vom Bundesrat zum Bundesverwaltungs-

gericht – Massnahmen zur Verfahrensstraffung und zur Beschränkung 

möglicher Beschwerden im Bereich Spitalplanung vor. Der Ständerat 

folgte seiner Kommission und beschloss unter anderem, dass Spital-

listenentscheide nur wegen Verletzung von Bundesrecht angefochten 

werden könnten (AB 2006 S 63 f.). Die Kommissionssprecherin verwies 

auch auf die Rechtsprechung des Bundesgerichts (vgl. BGE 133 V 123 

E. 3.3, BGE 126 V 172, BGE 132 V 6), wonach ein Spitallistenentscheid 

im Wesentlichen ein politischer Entscheid sei. Die kantonale Behörde 

verfüge beim Erlass solcher Listen über einen weiten Ermessensspiel-

raum, was zur Vermeidung von Überkapazitäten und zur Beschränkung 

der Kostensteigerung erforderlich sei (AB 2006 S 64). 

Krankenversicherung 2012/9 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF 201 

 

Im Nationalrat schlug die (obsiegende) Kommissionsmehrheit vor, die 

Kognition auf Rechts- und Tatfragen zu beschränken beziehungsweise 

die Rüge der Unangemessenheit auszuschliessen. Demgegenüber bean-

tragte Nationalrat Reto Wehrli, auf eine Kognitionsbeschränkung ganz zu 

verzichten (AB 2007 N 458). Gegen die Überprüfung der Angemessen-

heit wurde insbesondere vorgebracht, eine zeitgerechte, den Zielsetzun-

gen des KVG entsprechende, kantonale Planung sei kaum mehr möglich 

und Spitalplanung sei im Wesentlichen Ermessensbetätigung (Votum 

Nationalrat Paul Rechsteiner, AB 2007 N 460). Es wurde befürchtet, dass 

die hohe Anzahl Beschwerden, welche bei einer Angemessenheitsprü-

fung zu erwarten wäre, eine wirksame Spitalplanung torpediere (Voten 

Nationalrat Yves Guisan [Kommissionssprecher], Nationalrat Paul Rech-

steiner, AB 2007 N 460). Auch Bundesrat Pascal Couchepin setzte sich 

für eine Beschränkung der Kognition ein. In einem Rechtsstaat könne es 

nicht sein, dass ein Gericht auf einen Entscheid eines demokratisch ge-

wählten Organs zurückkomme und über die Angemessenheit entscheide: 

« Il faut dire non à la proposition Wehrli au nom du droit, au nom de la 

sécurité juridique, au nom de l'ordre démocratique! »  

Der Ständerat schloss sich in der Folge dem Nationalrat an. Die Kom-

missionssprecherin hielt zuhanden des Protokolls unter anderem fest, die 

Kantone hätten die vom Bundesrat aufzustellenden Anforderungen zu 

beachten. Wenn ein Kanton Planungsentscheide treffe, die offensichtlich 

einen Leistungserbringer benachteiligten, so liege ein Ermessensmiss-

brauch vor, der angefochten werden könne. Habe ein Kanton hingegen 

aus objektiv nachvollziehbaren Gründen einen Entscheid gefällt, so sei 

das Beschwerdeverfahren nicht möglich (AB 2007 S 763). 

Ergänzend ist noch darauf hinzuweisen, dass der Nationalrat im Zusam-

menhang mit der Beratung von Art. 39 KVG auch einen Antrag verwor-

fen hat, Leistungsaufträge nach Art. 39 Abs. 1 Bst. e KVG seien in einem 

transparenten Verfahren unter analoger Anwendung der Bestimmungen 

des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 1994 über das öffentliche Be-

schaffungswesen (BöB, SR 172.056.1) zu vergeben (AB 2007 N 426 und 

431). 

4.3.2 Aufgrund der parlamentarischen Beratungen ist davon auszu-
gehen, dass der Gesetzgeber die Beschwerdebefugnis im Bereich Spital-

listen gegenüber der bisherigen Praxis jedenfalls nicht ausdehnen wollte. 

Das Vorliegen eines schutzwürdigen Interesses ist daher weiterhin nach 

einem strengen Massstab zu beurteilen und die diesbezügliche Recht-

sprechung des Bundesrates ist fortzuführen. Ein Spital hat somit kein 

2012/9 Krankenversicherung 

 

 

202 BVGE / ATAF / DTAF 

 

schutzwürdiges Interesse daran, dass ein anderes Spital von der Spital-

liste im Sinne von Art. 39 Abs. 1 Bst. e KVG gestrichen oder dessen 

Leistungsauftrag reduziert wird, und ist deshalb nicht legitimiert, eine 

einen anderen Leistungserbringer betreffende begünstigende Verfügung 

anzufechten (vgl. E. 4.2.3). 

4.3.3 Gleiches gilt im Bereich der HSM-Listen (Art. 39 Abs. 2
bis

 

KVG). Der Umstand, dass es sich dabei um eine gesamtschweizerische 

Planung handelt, vermag keine abweichende Regelung zu rechtfertigen. 

Das Parlament hat im Wissen, dass die Kantone im Bereich der Spitzen-

medizin unterschiedliche Interessen haben und sich deshalb bei der 

gemeinsamen Planung schwertun (vgl. Votum Kommissionssprecherin 

Nationalrätin Ruth Humbel Näf, AB 2007 N 434), entschieden, dass die 

primäre Kompetenz bei den Kantonen bleiben soll und der Bund nur sub-

sidiär eingreifen kann. Die Kommissionssprecherin wies jedoch darauf 

hin, dass Art. 39 Abs. 2
bis

 und Abs. 2
ter

 (betreffend Erlass einheitlicher 

Planungskriterien durch den Bundesrat) KVG in engem Zusammenhang 

stünden. Da auch im hochspezialisierten Bereich gewisse Fallzahlen er-

reicht werden sollten, müsse der Bund die Kompetenz haben, im Inte-

resse von Qualität und Wirtschaftlichkeit Vorgaben zu machen und Min-

destfallzahlen vorzugeben (AB 2007 N 434). Wie bei den übrigen 

Spitalplanungen entscheidet auch über die HSM-Listen ein politisches 

Organ: Das HSM-Beschlussorgan setzt sich aus Mitgliedern der GDK-

Plenarversammlung zusammen, wobei den fünf Kantonen mit Universi-

tätsspital je ein Sitz (mit Stimmrecht) zusteht und die weiteren fünf Sitze 

(mit Stimmrecht) auf die übrigen Kantone verteilt werden (vgl. Art. 3 

Abs. 1 IVHSM). Das HSM-Beschlussorgan hat die gesetzlichen Bestim-

mungen (einschliesslich die Planungskriterien gemäss Art. 58a ff. der 

Verordnung vom 27. Juni 1995 über die Krankenversicherung [KVV, SR 

832.102]) und die IVHSM zu beachten; im Übrigen steht ihm jedoch – 

wie den zum Erlass der kantonalen Spitallisten zuständigen Organen – 

ein weiter Ermessensspielraum zu (BGE 132 V 6 E. 2.4.1). 

4.4 Die Beschwerdeführerin begründete ihre Beschwerdelegitima-
tion im Wesentlichen mit der Zwischenverfügung des Bundesverwal-

tungsgerichts C–2907/2008 vom 20. Oktober 2008, mit welcher das 

Gesuch um Gewährung der Parteirechte eines auf der kantonalen Spital-

liste unter anderem für den Bereich Orthopädie aufgeführten Privatspitals 

gutgeheissen wurde, nachdem ein anderes Privatspital Beschwerde er-

hoben hatte, unter anderem weil ihm im Bereich Orthopädie keine 

Leistungsaufträge mehr erteilt worden waren.  

Krankenversicherung 2012/9 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF 203 

 

4.4.1 Das Bundesverwaltungsgericht hat – namentlich gestützt auf 
BGE 127 II 264 – erwogen, die einem Unternehmen aus im Prinzip des 

freien Wettbewerbs begründeten Beeinträchtigungen erwachsenden fak-

tischen Nachteile verschafften in der Regel noch keine Legitimation zur 

Konkurrentenbeschwerde. Vorliegend würden jedoch die Konkurrenten 

durch die gesetzliche Ordnung in einem weitergehenden Masse erfasst, 

indem im Rahmen der nach Art. 39 Abs. 1 Bst. d KVG vorgeschriebenen 

bedarfsgerechten Planung bei der Erstellung der Spitalliste insbesondere 

ein Abbau von Überkapazitäten anzustreben sei und somit die Aufnahme 

eines Spitals in die Spitalliste (auch) von einer Bedürfnisprüfung ab-

hänge. Damit finde im Bereich der Spitalplanung die Wirtschaftsfreiheit 

nur beschränkt Anwendung, und der Wettbewerb könne seine Funktionen 

als Koordinations- und Steuerungsprinzip nur beschränkt entfalten. 

Wiewohl keine eigentliche Kontingentierung bestehe und die vom Kan-

ton zu treffende selektive Auswahl nicht (oder zumindest nicht vornehm-

lich) auf wirtschaftspolitischen Überlegungen beruhe, schafften die dar-

gelegten Besonderheiten doch eine spezielle Beziehungsnähe zwischen 

den Konkurrenten, die weiter gehe als in jenen Fällen, in denen ein 

Dritter in einem System des freien Wettbewerbs (ohne Geltendmachung 

einer rechtsungleichen Behandlung) lediglich die einem Konkurrenten 

erteilte Betriebsbewilligung anfechten wolle (E. 3.2.3 mit Hinweisen). 

Der zuständige Instruktionsrichter erblickte die schützenswerten Inte-

ressen eines nicht Beschwerde führenden Privatspitals einerseits darin, 

dass eine aufgrund des Beschwerdeverfahrens indizierte Revision der 

Spitalplanung insofern eine Änderung der Spitalliste mit sich bringen 

könnte, als dessen Leistungsaufträge eingeschränkt würden; andererseits 

aber auch darin, dass – sofern der Beschwerde führenden Partei zusätz-

liche Leistungsaufträge erteilt, jene des Dritten jedoch nicht geändert 

würden – sich die Versicherten fortan in beiden Privatspitälern zu Lasten 

der obligatorischen Krankenversicherung stationär behandeln lassen 

könnten und somit dem Dritten eine finanzielle Einbusse drohte. 

Die besondere Beziehungsnähe zwischen Konkurrenten beziehungsweise 

ein schutzwürdiges Interesse könne jedenfalls dann nicht abgesprochen 

werden, wenn in einem Kanton (neben einem öffentlichen Spital) 

lediglich zwei private Spitäler (desselben Bezirks) Leistungsaufträge in 

bestimmten Leistungsbereichen wahrnehmen möchten (Zwischenver-

fügung des Bundesverwaltungsgerichts C–2907/2008 vom 20. Oktober 

2008 E. 3.2.3).  

 

2012/9 Krankenversicherung 

 

 

204 BVGE / ATAF / DTAF 

 

4.4.2 Zunächst ist festzuhalten, dass sich die Zwischenverfügung des 
Bundesverwaltungsgerichts C–2907/2008 vom 20. Oktober 2008 auf 

eine andere Konstellation bezog. Zur Rechtsprechung des Bundesrates, 

wonach Streitgegenstand grundsätzlich nur die Stellung der Beschwerde 

führenden Klinik in der kantonalen (Spitalplanung und) Spitalliste sein 

könne, hat sich das Gericht darin nicht geäussert; diese behielt denn auch 

weiterhin ihre Gültigkeit (vgl. BVGE 2010/15 E. 3). In Frage gestellt 

wurde hingegen die Rechtsprechung des Bundesrates zur Parteistellung 

der (Listen-)Spitäler in Beschwerdeverfahren betreffend Spitallisten.  

4.5 Ein schutzwürdiges Interesse ist nicht nur für die Beschwerde-
legitimation, sondern generell für die Gewährung von Parteirechten 

Voraussetzung. Nachfolgend ist deshalb auch die mit der Zwischenver-

fügung des Bundesverwaltungsgerichts C–2907/2008 vom 20. Oktober 

2008 aufgeworfene Frage zu klären, ob die Rechtsprechung des Bundes-

rates zur Parteistellung der Spitäler weiterzuführen oder eine neue Praxis 

zu begründen ist.  

4.5.1 Mit BRE vom 23. Juni 1999 (betreffend Spitalliste St. Gallen) 
war die Beschwerde des Verbands der Krankenversicherer zu beurteilen, 

der nach damaliger Praxis befugt war, die Spitalliste als solche 

anzufechten (zur neuen Rechtsprechung vgl. BVGE 2010/51). Im 

Zusammenhang mit dem Antrag einer ausserkantonalen Privatklinik um 

Anerkennung der Parteistellung erwog der Bundesrat: « Wenn ein 

kantonaler Krankenkassenverband gegen eine kantonale Spitalliste 

Beschwerde beim Bundesrat führt, so können die auf die Liste gesetzten 

Spitäler unterschiedlich betroffen sein. Je nachdem, welche Anträge der 

Verband stellt, gestaltet sich auch die Rechtsstellung der Spitäler im 

Beschwerdeverfahren vor dem Bundesrat anders. Soweit der Verband 

konkret beantragt, es seien bestimmte Spitäler aus der Spitalliste zu strei-

chen oder deren Leistungsaufträge zu ändern, sind die Spitäler in beson-

derem Masse berührt, was ihnen Parteistellung im Verfahren vor dem 

Bundesrat verschafft (Art. 6 VwVG). Sie sind daher von Amtes wegen 

als Gegenparteien zu betrachten und zur Vernehmlassung zur Be-

schwerde des Verbandes einzuladen (Art. 57 Abs. 1 VwVG). Soweit der 

Verband keine konkreten Anträge gegen bestimmte Kliniken stellt, 

sondern – wie vorliegend hinsichtlich der Einbeziehung ausserkantonaler 

Leistungserbringer – die Liste wegen nicht bedarfsgerechter Planung 

anficht, sind die auf der Liste gesetzten Spitäler nicht in besonderem 

Masse betroffen und daher zur Beschwerde grundsätzlich nicht anzu-

hören. Dies gilt auch, wenn der Bundesrat die Beschwerde des Verbandes 

Krankenversicherung 2012/9 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF 205 

 

gutheisst und die Liste aufhebt (ausser bei reformatorischen Entscheiden 

oder wenn der Bundesrat konkrete Weisungen für die Behandlung be-

stimmter Kliniken erteilt). » Da der Bundesrat im vorliegenden Fall die 

Liste zurückweise, ohne konkrete Weisungen für die Behandlung be-

stimmter Kliniken zu erteilen, könnten sich die betroffenen Kliniken im 

neuen Verfahren vor der Vorinstanz äussern und ihre Interessen ohne 

Beschränkung durch den bundesrätlichen Entscheid wahrnehmen (BRE 

vom 23. Juni 1999 betreffend Spitalliste St. Gallen E. 11.2). 

4.5.2 Ein besonders schutzwürdiges Interesse und mithin die Zuerken-
nung der Parteistellung setzt unmittelbare und nicht bloss mittelbare 

Betroffenheit voraus (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_762/2010 vom 

2. Februar 2011 E. 4.4; siehe auch E. 4.1.1; BGE 127 II 264 E. 2c, BGE 

123 II 376 E. 2; Urteil des Bundesgerichts 1C_191/2011 vom 7. Sep-

tember 2011 E. 2.4.2). Eine solche lag beispielsweise in dem in BVGE 

2011/3 beurteilten Fall betreffend zwei Ausnahmezulassungen im Sinne 

von Art. 3 der Verordnung vom 3. Juli 2002 über die Einschränkung der 

Zulassung von Leistungserbringern zur Tätigkeit zu Lasten der obliga-

torischen Krankenpflegeversicherung (in Kraft bis 31. Dezember 2011, 

AS 2002 2549) vor (vgl. BVGE 2011/3 E. 3.3.2). In Beschwerde-

verfahren betreffend Spitallisten besteht hingegen in der Regel nur eine 

mittelbare Betroffenheit, zumal das Gericht angesichts der beschränkten 

Kognition kaum reformatorische Entscheide fällen kann. Ein Spital wäre 

insbesondere dann als Gegenpartei in das Verfahren einzubeziehen, wenn 

die Beschwerde führende Partei berechtigt wäre, dessen Streichung von 

der Liste oder Reduktion des Leistungsauftrages zu beantragen. Dies ist 

aber – wie bereits festgestellt – nicht der Fall. 

4.5.3 Demnach ist die Rechtsprechung des Bundesrates, wonach den 
nicht Beschwerde führenden Listenspitälern im Beschwerdeverfahren 

grundsätzlich nicht Parteistellung zukommt, vom Bundesverwaltungs-

gericht fortzuführen.  

4.5.4 (…) 

4.6 Im Ergebnis ist somit festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin 
nicht zur Beschwerdeführung legitimiert ist. Auf das Rechtsmittel ist 

deshalb nicht einzutreten. 

4.7 Das Bundesverwaltungsgericht übersieht nicht, dass die hier be-
stätigte Praxis zu unbefriedigenden Ergebnissen führen kann, beispiels-

weise wenn eine (möglicherweise) KVG-widrige Spitalliste mangels 

Legitimation gerichtlich gar nicht überprüft werden kann. Um dies zu 

2012/9 Krankenversicherung 

 

 

206 BVGE / ATAF / DTAF 

 

vermeiden, müsste jedoch der Gesetzgeber besondere Verfahrensbe-

stimmungen für den Bereich Spitallisten erlassen und zum Beispiel eine 

Behördenbeschwerde oder ein anderes besonderes Beschwerderecht im 

Sinne von Art. 48 Abs. 2 VwVG vorsehen. Für die Begründung der Be-

schwerdelegitimation nach Art. 48 Abs. 1 VwVG genügt ein allgemeines 

Interesse an der richtigen Anwendung des Bundesrechts praxisgemäss 

ebenso wenig wie allein öffentliche oder ideelle Interessen (vgl. Urteil 

des Bundesgerichts 2C_348/2011 vom 22. August 2011 E. 2.3 mit Hin-

weisen; siehe auch BVGE 2010/51 E. 6.6.3 und 6.7, sowie 4.1.1). Dem 

Gericht ist es grundsätzlich verwehrt, unbefriedigendes Recht oder einen 

rechtspolitischen Mangel zu korrigieren (vgl. BGE 129 V 381 E. 4.5 mit 

Hinweisen).