# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 18413c4a-cf27-525f-bc76-5bd8bd9b4a69
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2024-07-01
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 01.07.2024 BG.2024.33
**Docket/Reference:** BG.2024.33
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_BG-2024-33_2024-07-01

## Full Text

Anfechtung des Gerichtsstands (Art. 41 Abs. 2 StPO);;Anfechtung des Gerichtsstands (Art. 41 Abs. 2 StPO);;Anfechtung des Gerichtsstands (Art. 41 Abs. 2 StPO);;Anfechtung des Gerichtsstands (Art. 41 Abs. 2 StPO)

Beschluss vom 1. Juli 2024 
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter 
Roy Garré, Vorsitz, 
Miriam Forni und Felix Ulrich, 
Gerichtsschreiber Stephan Ebneter 
 
 

   
 Parteien  A.,  
 

Beschwerdeführer 
 

 gegen 
   

1. KANTON OBWALDEN, Staatsanwaltschaft,  
 
2. KANTON ZÜRICH, Oberstaatsanwaltschaft,  
 

Beschwerdegegner 
 
 
 

Gegenstand  Anfechtung des Gerichtsstands 
(Art. 41 Abs. 2 StPO) 

  

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: BG.2024.33 
 
 
 
 

- 2 - 

 

 

Die Beschwerdekammer hält fest, dass: 
 

- A. offenbar am 24. März 2024 bei der Oberstaatsanwaltschaft des Kantons 
Zürich Strafanzeige gegen B. («Staatsanwalt»), C. («von der Kriminalpolizei 
OW»), D. («Richter und Kollegen die am Verfahren beteiligt waren») und E. 
(«Strafvollstreckungsbehörde OW») wegen «Amtswillkür und Amtsmiss-
brauch sowie der Freiheitsberaubung» erstattete (vgl. act. 2); 
 

- die Strafanzeige im Zusammenhang mit dem seit der Festnahme des 
Beschwerdeführers am 8. Dezember 2022 andauernden Vollzug einer Frei-
heitsstrafe von 3 Jahren aus dem Urteil des Kantonsgerichts Obwalden 
SG 11/010/II vom 20. November 2013 steht; 
 

- die Staatsanwaltschaft des Kantons Obwalden (nachfolgend «StA OW») mit 
«Verfügung Verfahrensübernahme vom 19. April 2024 (Art. 39 ff. StPO)» das 
Verfahren von der Staatsanwaltschaft des Kantons Zürich übernahm, weil 
die Straftat in ihrem Zuständigkeitsbereich verübt worden sei (Art. 31 Abs. 1 
StPO); 
 

- A. mit als «Beschwerde gegen die Verfügung der Verfahrensübernahme 
durch die Staatsanwaltschaft Obwalden vom 19. April 2024, eingegangen 
am 23. April 2024» betitelter Eingabe vom 24. April 2024 (Posteingang 
29. April 2024) an die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts ge-
langte (vgl. act. 2); 
 

- die Beschwerdekammer (unter der Geschäftsnummer UZ.2024.19) mit 
Schreiben vom 29. April 2024 die Eingabe gestützt auf die Rechtsprechung, 
wonach die Einigung der Strafbehörden über den Gerichtsstand interner 
Natur ist und nicht direkt angefochten werden kann, zuständigkeitshalber an 
die StA OW weiterleitete; 
 

- die StA OW mit Schreiben vom 3. Mai 2024 A. namentlich Folgendes mit-
teilte: seiner Eingabe vom 24. April 2024 an die Beschwerdekammer sei im 
Wesentlichen zu entnehmen, dass er darum ersuche, die Verfahrensführung 
aufgrund Kollusions- und Vertuschungsgefahr der StA OW zu entziehen und 
eine Staatsanwaltschaft eines anderen Kantons mit der Verfahrensüber-
nahme zu beauftragen, es bestehe ein Interessenkonflikt, weil ein Ermitt-
lungsverfahren gegen Amtsträger in den eigenen Reihen geführt werden 
müsse und die Gefahr eines Missbrauchs bestehe; daraus gehe hervor, dass 
er nicht eine konkrete andere Strafbehörde als die StA OW als örtlich zustän-
dig erachte, sondern die Unabhängigkeit der StA OW anzweifle; er werde 
ersucht, ein allfälliges Ausstandsbegehren bis spätestens 17. Mai 2024 ein-
zureichen (act. 1.1); 
 

- 3 - 

 

 

- A. mit als «Ergänzung zu meiner Beschwerde vom 24. April 2024» betitelter 
Eingabe vom 17. Juni 2024 (Posteingang: 19. Juni 2024) erneut an die Be-
schwerdekammer gelangt und u.a. «nach wie vor die Zuständigkeit der 
Staatsanwaltschaft Obwalden» beanstandet (act. 1); 
 

- die Beschwerdekammer eine Kopie der Akten des Geschäfts UZ.2024.19 
beizog (act. 2). 
 
 
 
Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass: 
 

- die Einigung zwischen den kantonalen Strafbehörden bzw. zwischen der 
Bundesanwaltschaft und den kantonalen Strafbehörden über die Zuständig-
keit interner Natur ist und nicht direkt angefochten werden kann (TPF 2013 
179 E. 1); 
 

- eine Partei, welche die Zuständigkeit der mit dem Strafverfahren befassten 
Behörde anfechten will, dieser unverzüglich die Überweisung des Falles an 
die zuständige Strafbehörde zu beantragen hat (Art. 41 Abs. 1 StPO); 
 

- die mit dem Antrag befasste Behörde – sofern dies nicht bereits geschehen 
ist – einen Meinungsaustausch im Sinne von Art. 39 Abs. 2 StPO einzuleiten 
oder ihre eigene Zuständigkeit direkt durch Verfügung zu bestätigen hat 
(TPF 2013 179 E. 1.1); 
 

- gegen die (nach einem allfälligen Meinungsaustausch) getroffene Entschei-
dung über den Gerichtsstand sich die Parteien innert zehn Tagen beschwe-
ren können (Art. 41 Abs. 2 StPO); 
 

- die StA OW mit Schreiben vom 3. Mai 2024 zwar keine formelle Verfügung 
über den Antrag des Beschwerdeführers um Überweisung des Falles an die 
zuständige Behörde erlassen hat; 
 

- das Schreiben der StA OW vom 3. Mai 2024 aber nur so ausgelegt werden 
kann, dass sie ihre eigene (sachliche und örtliche) Zuständigkeit bestätigt; 
 

- insoweit ein zulässiges Anfechtungsobjekt vorliegt und die Beschwerdekam-
mer zur Behandlung der dagegen erhobenen Beschwerde vom 17. Juni 2024 
zuständig ist; 
 

- 4 - 

 

 

- offenbleiben kann, ob auch die übrigen Eintretensvoraussetzungen (insbe-
sondere die Einhaltung der Beschwerdefrist) erfüllt sind, weil die Beschwer-
de – wie nachfolgend aufgezeigt – ohnehin abzuweisen ist, soweit auf sie 
einzutreten ist; 
 

- soweit der Beschwerdeführer Anträge stellt, die über das Anfechtungsobjekt 
hinausgehen (namentlich Einleitung eines Ermittlungsverfahrens, Aufhe-
bung des Urteils vom 20. November 2013, Entlassung aus der Haft), darauf 
nicht eingetreten werden kann; 
 

- der Beschwerdeführer sinngemäss beantragt, es sei ein vom ordentlichen 
Gerichtsstand abweichender Gerichtsstand zu bestimmen, weil die Strafbe-
hörden des Kantons Obwalden befangen seien; 
 

- vom ordentlichen Gerichtsstand abgewichen werden kann, wenn der 
Schwerpunkt der deliktischen Tätigkeit oder die persönlichen Verhältnisse 
der beschuldigten Person es erfordern oder andere triftige Gründe vorliegen 
(Art. 38 Abs. 1 StPO); 
 

- es sich dabei um prozessökonomische Gründe oder um Zweckmässigkeits-
überlegungen handeln muss; 
 

- die allfällige Befangenheit von in Strafbehörden tätigen Personen keinen 
Grund im Sinne von Art. 38 Abs. 1 StPO darstellt, der ein Abweichen vom 
ordentlichen Gerichtsstand rechtfertigt; 
 

- allfällige Ausstandsgründe vielmehr in einem Ausstandsverfahren gemäss 
den Bestimmungen der Art. 56 ff. StPO geltend zu machen sind (vgl. zum 
Ganzen Beschluss des Bundesstrafgerichts BG.2020.52 vom 20. Januar 
2021); 
 

- die offensichtlich unbegründete Beschwerde ohne Schriftenwechsels abzu-
weisen ist, soweit auf sie einzutreten ist (vgl. Art. 390 Abs. 2 StPO e contra-
rio); 
 

- soweit der Beschwerdeführer für das vorliegende Beschwerdeverfahren um 
unentgeltliche Rechtspflege ersucht, dieses Gesuch infolge Aussichtslosig-
keit der Beschwerde abzuweisen ist (vgl. Art. 136 Abs. 1 StPO); 
 

- vorliegend mangels nennenswerten Aufwands ausnahmsweise keine Ge-
richtsgebühr zu erheben ist (vgl. Art. 73 Abs. 2 StBOG sowie Art. 5 BStKR); 
 

- 5 - 

 

 

und erkennt: 
 
1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist. 
 
2. Es wird keine Gerichtsgebühr erhoben. 

 
 

Bellinzona, 1. Juli 2024 
 
Im Namen der Beschwerdekammer 
des Bundesstrafgerichts 
 
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:  
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Zustellung an 
 
- A. (Zustellung gegen Empfangsbestätigung) 
- Staatsanwaltschaft des Kantons Obwalden (unter Beilage einer Kopie der 

Eingabe von A. vom 17. Juni 2024 [mitsamt Beilage]) 
- Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich (unter Beilage einer Kopie der 

Eingabe von A. vom 17. Juni 2024 [mitsamt Beilage]) 
 
 
 
 
Rechtsmittelbelehrung 

Gegen diesen Entscheid ist kein ordentliches Rechtsmittel gegeben.