# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a5794927-e1b9-5be3-b71b-5acf9fc26a4e
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-10-02
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 02.10.2008 A-1703/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-1703-2006_2008-10-02.pdf

## Full Text

Abtei lung I
A-1703/2006
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 .  O k t o b e r  2 0 0 8

Richter Thomas Stadelmann (Vorsitz), Markus Metz, 
Pascal Mollard, 
Gerichtsschreiber Keita Mutombo.

X._______ AG, Kunstoffe und Kunstharze, ...,
vertreten durch ...,
Beschwerdeführerin,

gegen

Oberzolldirektion (OZD),
Hauptabteilung Zolltarif und, Aussenhandelstatistik, 
Monbijoustrasse 40, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Lenkungsabgabe auf flüchtigen organischen 
Verbindungen (VOC); Abgabe für das Jahr 2003.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

A-1703/2006

Sachverhalt:

A.
Die X._______ AG verfügt über eine Bewilligung der Eidgenössischen 
Oberzolldirektion  (OZD)  zum  Bezug  von  vorläufig  abgabebefreiten 
flüchtigen organischen Verbindungen (VOC) im Rahmen des Verpflich-
tungsverfahrens gemäss  Art. 21  Abs. 1  der  Verordnung  vom 12. No-
vember  1997  über  die  Lenkungsabgabe  auf  flüchtigen  organischen 
Verbindungen (VOCV, SR 814.018). Bei der Kontrolle der VOC-Bilanz 
der X._______ AG für das Geschäftsjahr 2003 konstatierte die OZD, 
dass auf vier Ausfuhrdeklarationen die VOC-Menge erst nach erfolgter 
Ausfuhrabfertigung eingetragen und auf einer weiteren Ausfuhrdekla-
ration die VOC-Menge gestrichen worden war. 

B.
Mit  Schreiben  vom  28. Januar  2005  forderte  die  OZD  von  der 
X._______  AG  für  eine  VOC-Menge  von  12'073.2  kg  die 
Lenkungsabgabe nach. Anstatt der von der X._______ AG in der VOC-
Bilanz  als  nachzubezahlende  Lenkungsabgabe  angegebenen 
Fr. 188'605.-- wurden ihr von der OZD mit Verfügung desselben Tages 
Fr. 221'568.-- in Rechnung gestellt. Gegen diese Rechnungsverfügung 
erhob die X._______ AG am 2. Februar 2005 Einsprache.

C.
Mit Entscheid vom 23. März 2005 wies die OZD diese Einsprache ab. 
Zur Begründung wurde im Wesentlichen ausgeführt, dass auf vier Aus-
fuhrdeklarationen der  Beschwerdeführerin  die  VOC-Menge erst  nach 
der  Ausfuhrabfertigung  eingetragen bzw. in  einem Fall  diese Menge 
anlässlich  der  Ausfuhrabfertigung  durchgestrichen  worden  war  und 
deswegen das Ausfuhrzollamt davon habe ausgehen können, dass die 
ausgeführten  Produkte  keine  VOC  enthalten.  Damit  habe  die 
X._______ AG keinen Anspruch auf die Anrechnung der nicht zur Aus-
fuhr angemeldeten VOC-Mengen als befreiten Ausgang in der VOC-Bi-
lanz, weshalb sie für diese Menge die Lenkungsabgabe nachbezahlen 
müsse. In der Rechtsmittelbelehrung dieses Entscheids der OZD wur-
de  als  zuständige  Beschwerdeinstanz  das  Eidgenössische 
Finanzdepartement (EFD) angegeben.

D.
Gegen diesen Einspracheentscheid der OZD liess die X._______ AG 
(Beschwerdeführerin)  am  22. April  2005  Beschwerde  an  das  EFD 
führen mit dem Antrag, die Verfügung der OZD vom 28. Januar 2005 

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und  der  Einspracheentscheid  vom 23. März  2005  seien  aufzuheben 
und  die  VOC-Bilanz  für  das  Jahr  2003  mit  einem  Totalbetrag  von 
Fr. 188'605.-- gemäss Deklaration zu bestätigen – alles unter Kosten- 
und Entschädigungsfolge zu Lasten der Eidgenössischen Zollverwal-
tung (EZV). Die Beschwerde wurde namentlich damit begründet, dass 
in den Zollformularen ein Vermerk auf Lieferscheine/Rechnungen an-
gebracht  gewesen  sei,  aus  welchen  unter  anderem  die  fraglichen 
VOC-Mengen ersichtlich waren. Massgebend sei nicht alleine das vom 
Spediteur  ausgestellte  Ausfuhrformular.  Die  Ausfuhr  der  strittigen 
VOC-Menge sei belegt und der Nachweis für die Korrektheit der VOC-
Bilanz damit erbracht.

E.
Auf Aufforderung des EFD vom 20. Mai 2005 erstattete die OZD dem 
EFD am 20. Juni 2005 ihre Vernehmlassung, in welcher sie auf Abwei-
sung der Beschwerde schloss. Dazu nahm die (nach wie vor vertrete-
ne)  Beschwerdeführerin  mit  Eingabe an das EFD vom 21. Juli  2005 
Stellung  und  beantragte  in  Ergänzung  ihres  Hauptantrags  für  den 
Eventualfall, die ganze Angelegenheit sei zur erneuten Prüfung an die 
Vorinstanz zurückzuweisen.

F.
Mit Schreiben vom 9. August 2005 legte das EFD die Beschwerdesa-
che der Eidgenössischen Zollrekurskommission (ZRK) zum Meinungs-
austausch über die Frage der Zuständigkeit  vor. Während es die An-
sicht  vertrat,  die  ZRK sei  für  die  Behandlung  der  Beschwerde  vom 
22. April  2005 zuständig,  soweit  die  Ein-  oder  Ausfuhr  betroffen sei, 
bestritt die Beschwerdeführerin deren Zuständigkeit. Mit Zwischenent-
scheid vom 22. September 2005 erkannte der damalige Vizepräsident 
der  ZRK,  dass  diese  zur  materiellen  Beurteilung  der  besagten  Be-
schwerde zuständig sei.

G.
Mit  Schreiben vom 5. Februar 2007 teilte das Bundesverwaltungsge-
richt  den  Parteien  mit,  dass  es  das  hängige  Beschwerdeverfahren 
übernommen habe.

Auf die weiteren Begründungen in den Eingaben der Parteien wird – 
soweit entscheidwesentlich – im Rahmen der nachfolgenden Erwägun-
gen eingegangen.

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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss Zwischenentscheid der ZRK vom 22. September 2005 im 
Verfahren ZRK 2005-100 war die ZRK zuständig zur materiellen Beur-
teilung der  vorliegenden Beschwerde (oben Bst. F). Das Bundesver-
waltungsgericht übernimmt, sofern es zuständig ist, die Ende 2006 bei 
der ZRK hängigen Rechtsmittel. Die Beurteilung erfolgt nach neuem 
Verfahrensrecht  (Art. 53  Abs. 2  des  Bundesgesetzes  vom  17. Juni 
2005 über das Bundesverwaltungsgericht [Verwaltungsgerichtsgesetz, 
VGG, SR 173.32]). Soweit das VGG nichts anderes bestimmt, richtet 
sich  gemäss dessen Art. 37 das  Verfahren nach dem Bundesgesetz 
vom 20. Dezember  1968 über  das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 
172.021). Das Bundesverwaltungsgericht  ist  zur Behandlung der Be-
schwerde  sachlich  wie  funktional  zuständig  (Art. 31  und  33  Bst. d 
VGG).

1.2 Am 1. Mai 2007 sind das Zollgesetz vom 18. März 2005 (ZG, SR 
631.0)  sowie  die  dazugehörige  Verordnung  vom  1. November  2006 
(ZV, SR 631.01) in Kraft  getreten. Auf Zollveranlagungsverfahren, die 
zu diesem Zeitpunkt hängig waren, findet nach Art. 132 Abs. 1 ZG das 
bisherige  Recht  Anwendung.  Das  vorliegende  Verfahren  untersteht 
deshalb dem (alten) Zollgesetz vom 1. Oktober 1925 (aZG, AS 42 287 
und BS 6 465).

1.3 Die Beweiswürdigung endet mit dem richterlichen Entscheid darü-
ber, ob eine rechtserhebliche Tatsache als erwiesen zu gelten hat oder 
nicht. Der Beweis ist geleistet, wenn das Gericht gestützt auf die freie 
Beweiswürdigung zur Überzeugung gelangt ist, dass sich der rechtser-
hebliche Sachumstand verwirklicht  hat. Gelangt  das Gericht  nicht zu 
diesem Ergebnis, kommen die Beweislastregeln zur Anwendung; es ist 
zu  Ungunsten desjenigen zu urteilen,  der  die  Beweislast  trägt  (statt 
vieler: Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-1469/2006 vom 7. Mai 
2008 E. 1.4, A-1373/2006 vom 16. November 2007 E. 2.1, je mit weite-
ren  Hinweisen).  Die  Abgabebehörde  trägt  die  Beweislast  für  Tatsa-
chen, welche die Abgabepflicht als solche begründen oder die Abga-
beforderung erhöhen, d.h. für die abgabebegründenden und -mehren-
den Tatsachen. Demgegenüber ist der Abgabepflichtige für die abga-
beaufhebenden  und  -mindernden  Tatsachen  beweisbelastet,  d.h.  für 
solche Tatsachen, welche Abgabebefreiung oder Abgabebegünstigung 
bewirken  (statt  vieler:  Urteil  des  Bundesgerichts  vom  14. Juli  2005, 
veröffentlicht  in  Archiv  für  Schweizerisches  Abgaberecht  [ASA]  75 

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S. 495 ff. E. 5.4; Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-1469/2006 
vom 7. Mai 2008 E. 1.4, A-1373/2006 vom 16. November 2007 E. 2.1, 
je mit Hinweisen). Eine vom Abgabepflichtigen zu beweisende Tatsa-
che stellt etwa die abgabebefreite Verwendung dar, d.h. beispielsweise 
der  Export  der  VOC  im  Rahmen  des  sog.  Verpflichtungsverfahrens 
(siehe dazu unten E. 2.2.3).

2.
2.1 Jede Warenein- oder -ausfuhr über die schweizerische Zollgrenze 
unterliegt  grundsätzlich  der  Zollpflicht  (Art. 1  Abs. 1  aZG).  Gemäss 
Art. 1 Abs. 2 aZG umfasst die Zollpflicht die Befolgung der Vorschriften 
für den Verkehr über die Grenze (Zollmeldepflicht) und die Entrichtung 
der gesetzlichen Abgaben (Zollzahlungspflicht). Die Zollzahlungspflicht 
umfasst  auch  die  Verbindlichkeit  zur  Entrichtung  der  Abgaben  und 
Kosten,  die  gestützt  auf  andere  als  zollrechtliche  Erlasse  durch  die 
Zollverwaltung zu erheben sind (Art. 10 aZG). Solches gilt namentlich 
für die VOC-Abgabe.

2.2 Die VOC-Abgabe hat ihre gesetzliche Grundlage in Art. 35a und 
Art. 35c  des  Umweltschutzgesetzes  vom 7. Oktober  1983 (USG, SR 
814.01) und wird in der Verordnung vom 12. November 1997 über die 
Lenkungsabgabe auf flüchtigen organischen Verbindungen (VOCV, SR 
814.018) näher ausgeführt.

2.2.1 VOC sind organische Verbindungen mit einem Dampfdruck von 
mindestens  0.1  mbar  bei  20°C  oder  mit  einem  Siedepunkt  von 
höchstens  240°C  bei  1013.25  mbar  (Art. 1  VOCV).  Abgabeobjekte 
gemäss  Art. 2  VOCV sind  die  VOC der  Stoff-Positivliste  (Anhang 1) 
sowie  die  VOC  in  eingeführten  Gemischen  und  Gegenständen  der 
Produkte-Positivliste  (Anhang 2).  Der  Abgabesatz  beträgt  Fr.  2.--  je 
Kilogramm  VOC bis  31. Dezember  2002,  Fr. 3.--  ab  1. Januar  2003 
(Art. 7  VOCV;  vgl.  hierzu  auch  Entscheid  der  ZRK  vom  5. Februar 
2003,  veröffentlicht  in  Verwaltungspraxis  der  Bundesbehörden [VPB] 
67.76 E. 2b).

2.2.2 Wer VOC einführt  oder wer als Hersteller solche Stoffe in Ver-
kehr bringt  oder selbst  verwendet,  hat  dem Bund grundsätzlich eine 
Lenkungsabgabe zu entrichten (Art. 35a Abs. 1 USG). Abgabepflichtig 
sind  die  bei  der  Einfuhr  nach  dem  Zollgesetz  Zahlungspflichtigen 
sowie  die  Hersteller  und  Erzeuger  im  Inland  (Art. 35c  Abs. 1  Bst. a 
USG).  Soweit die Ein- oder Ausfuhr betroffen ist, findet für die Erhe-
bung und Rückerstattung der Abgabe und auf das Verfahren die Zoll-

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gesetzgebung sinngemäss Anwendung (Art. 3 VOCV in Verbindung mit 
Art. 35c Abs. 3 USG).

2.2.3 Von der Abgabe befreit sind nach Art. 35a Abs. 3 USG flüchtige 
organische  Verbindungen,  die  als  Treib-  oder  Brennstoffe  verwendet 
werden (Bst. a), durch- oder ausgeführt werden (Bst. b), oder so ver-
wendet  oder  behandelt  werden,  dass  die  Verbindungen  nicht  in  die 
Umwelt  gelangen können (Bst. c). Gestützt  auf  Art. 21 Abs. 1 VOCV 
kann die OZD Personen eine Bewilligung zum Bezug von vorläufig ab-
gabebefreiten  VOC  erteilen,  wenn  sie  sich  verpflichten,  insgesamt 
jährlich mindestens 50 t VOC entweder so zu verwenden oder so zu 
behandeln, dass sie nicht in die Umwelt gelangen können (Bst. a) oder 
zu exportieren (Bst. b) (sog. Verpflichtungsverfahren). Werden von Per-
sonen, die über eine solche Bewilligung für das Verpflichtungsverfah-
ren verfügen, VOC so verwendet, dass sie nicht von der Abgabe be-
freit  sind,  muss  die  Abgabe  nachbezahlt  werden  (Art. 22  Abs. 2 
VOCV).

2.3 Das  Zollverfahren  ist  vom  Selbstdeklarationsprinzip  bestimmt 
(Art. 24  aZG).  Dem  Zollpflichtigen  obliegt  die  Verantwortung  für  die 
rechtmässige  und  richtige  Deklaration  seiner  grenzüberschreitenden 
Warenbewegungen. Er ist verpflichtet, den vorschriftsgemässen Abfer-
tigungsantrag zu stellen (Art. 31 Abs. 1 aZG). Damit  überbindet  das 
Zollgesetz  dem Zollmeldepflichtigen  die  volle  Verantwortung  für  den 
eingereichten  Abfertigungsantrag  und  stellt  hohe  Anforderungen  an 
seine Sorgfaltspflicht; namentlich wird von ihm eine vollständige und 
richtige Deklaration der Ware verlangt (vgl. Urteile des Bundesgerichts 
2A.566/2003 vom 9. Juni 2004 E. 2.4, vom 7. Februar 2001, publiziert 
in ASA 70 S. 334 E. 2c mit  Hinweisen; Entscheid der ZRK 2003-027 
vom 18. November  2003  E. 3a,  bestätigt  im  unveröffentlichten  Urteil 
des Bundesgerichts 2A.1/2004 vom 31. März 2004 E. 2.1; Urteile des 
Bundesverwaltungsgerichts A-2631/2007 vom 11. August 2008 E. 2.2, 
A-3044/2008  vom 20. Juni  2008,  A-1716/2006  vom 7. Februar  2008 
E. 2.2,  A-1680/2006  vom  26. November  2007  E. 2.2;  Entscheid  der 
ZRK vom 28. Oktober 2003, veröffentlicht in ASA 73 S. 576 E. 3c).

2.4 Das zuständige Zollamt überprüft die vom Zollmeldepflichtigen ge-
mäss  Art. 31  Abs. 1  aZG  abzugebende  Zolldeklaration  lediglich  auf 
ihre formelle Richtigkeit, Vollständigkeit und auf ihre Übereinstimmung 
mit den Begleitpapieren (Art. 34 Abs. 2 aZG). Die angenommene Zoll-
deklaration  ist  für  den  Aussteller  verbindlich  und  bildet  vorbehältlich 

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der Revisionsergebnisse die Grundlage für die Festsetzung des Zolls 
und  der  weiteren  Abgaben  (Art. 35  Abs. 2  aZG;  vgl.  hierzu  und 
namentlich zum Beschwerderecht gemäss Art. 109 Abs. 2 aZG: Urteil 
des Bundesverwaltungsgerichts A-1680/2006 vom 26. November 2007 
E. 2.4). Sie darf nur ersetzt, ergänzt, berichtigt oder vernichtet werden, 
wenn vor Anordnung einer Revision und vor Ausstellung des Zollaus-
weises darum nachgesucht  wird (Art. 49 Abs. 2 der  Verordnung vom 
10. Juli 1926 zum Zollgesetz [aZV, AS 42 339 und BS 6 514]; vgl. zum 
Ganzen:  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-2651/2007  vom 
11. August  2008 E. 2.3,  A-1757/2006 vom 21. Juni 2007 E. 2.5; Ent-
scheide der  ZRK vom 13. Februar  2002,  veröffentlicht  in  VPB 66.56 
E. 2a, vom 28. Oktober 2003, veröffentlicht in VPB 68.51 E. 3b). Die 
nach  Art. 35  aZG  angenommene  Zolldeklaration  ist  unter  Vorbehalt 
einer Revision nach Art. 36 aZG auch für die Zollbehörde verbindlich.

3.
3.1 Im vorliegenden  Fall  macht  die  Beschwerdeführerin  geltend,  sie 
könne zu keiner Nachzahlung der vollständig und fristgerecht  einge-
reichten VOC-Bilanz veranlasst werden, zumal sie für alle deklarierten 
Ausfuhren  der  VOC-Bilanz  2003  den  Nachweis  der  Ausfuhr  anhand 
der "gesamten Ausfuhrdokumente" schlüssig und lückenlos "nachge-
wiesen" habe. Aus den Unterlagen, d.h. insbesondere ihrem "Original-
Ausfuhrdokument" für die jeweilige Lieferung, das von der (beauftrag-
ten) Speditionsfirma entsprechend übernommen und auf ein separates 
Zollformular übertragen und vom Zoll abgestempelt worden sei, erge-
be sich "sowohl das identische Datum des Absender, des Empfängers, 
der Produktebezeichnung, der Inhaltsangabe und des Gewichtes". Ein-
zige Differenz sei die im übertragenen Formular der Spediteurin ent-
weder nicht explizit aufgeführte oder in einem Fall nachträglich durch-
gestrichene VOC-Menge in Kilogramm. Diese sei aber aus ihrem "Ori-
ginal-Ausfuhrdokument", dem Lieferschein und der Rechnung, welche 
sie allesamt der Spediteurin mitgegeben habe, klar ersichtlich. Damit 
habe sie den Nachweis für die Korrektheit der VOC-Bilanz dadurch er-
bracht, dass die Ausfuhr der VOC klar und eindeutig erwiesen sei. Der 
rein  formelle  Fehler  der  Spediteurin,  die  VOC-Menge  in  Kilogramm 
nicht  explizit  im  übertragenen  Zollformular  aufzuführen,  könne  nicht 
dazu  führen,  dass  ihr  nun  der  Nachweis  der  Ausfuhr  dieser  VOC-
Menge mit den Ausfuhrdokumenten für das ausgeführte VOC verwei-
gert werden dürfe.

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Dieser Argumentation der Beschwerdeführerin kann sich das Bundes-
verwaltungsgericht aus folgenden Gründen nicht anschliessen:

3.1.1 Vorweg ist  nochmals  darauf  hinzuweisen,  dass  namentlich  für 
die Erhebung der VOC-Abgabe und auf das Verfahren die Zollgesetz-
gebung sinngemäss Anwendung findet, soweit – wie vorliegend – die 
Ein- oder Ausfuhr betroffen ist (oben E. 2.2.2). Damit hat auch die Be-
schwerdeführerin die im Rahmen des Verpflichtungsverfahrens (oben 
E. 2.2.3)  mittels  VOC-Bilanz  behauptete  exportierte  VOC-Menge  (in 
kg)  den Anforderungen  der  Zollgesetzgebung  entsprechend nachzu-
weisen (oben E. 1.3). Ein solcher Ausfuhrnachweis kann im Zollverfah-
ren – vorbehältlich der Bewilligung für die sog. vereinfachte Ausfuhrre-
gelung (VAR; siehe sogleich  2. Absatz)  –  nur  (zoll-)amtlich  erfolgen, 
d.h. mittels angenommener Zolldeklaration. Denn wie erwähnt ist  die 
angenommene Zolldeklaration für den Aussteller verbindlich und bildet 
vorbehältlich der Revisionsergebnisse die Grundlage für die Festset-
zung des Zolls und der weiteren Abgaben (oben E. 2.2.2). 

Verfügt eine exportierende Firma über eine Bewilligung (der OZD) für 
die Ausfuhr im Verfahren "vereinfachte Ausfuhrregelung (VAR)", so er-
folgt die Ausfuhrabfertigung anstelle der amtlichen Ausfuhrdeklaration 
(Form. 11.030)  mittels  eines  vereinfachten  Ausfuhrbelegs  ihrer  Wahl 
(Faktura, Ladeliste usw.), an welchem neben weiteren Angaben insbe-
sondere auch der VAR-Beleg anzubringen ist. Im Unterschied zur re-
gulären Ausfuhr mittels dem besagten amtlichen Formular sind im Ver-
fahren VAR keine zusätzlichen Angaben bezüglich  VOC erforderlich. 
Für die Kontrolle der VOC-Bilanz müssen die ausgeführten VOC-Men-
gen jedoch plausibel  nachgewiesen werden können (vgl. VAR-Doku-
mentation "Vereinfachung der Exportformalitäten"  der  OZD, Ausgabe 
September 2007, S. 6 ff. sowie Anhang 2 zum VAR-Bewilligungsmuster 
der OZD, Ziffer 15, beides online auf der Website der EZV > Zollinfor-
mation  Firmen  >  Zollverfahren  >  VAR >  "VAR-Dokumentation"  bzw. 
"VAR-Bewilligunsmuster, Anhänge", besucht am 26.9.2008).

3.1.2 Unbestrittenermassen hat  die  von der  Beschwerdeführerin  be-
auftragte Speditionsfirma (in vier Fällen) auf den eigens ausgefüllten 
und  dem  Ausfuhrzollamt  vorgelegten  Zollformularen  (Form. 11.030) 
"aus  unerklärlichen  Gründen",  wie  die  Beschwerdeführerin  ausführt, 
im Feld Nr. 44 des Formulars, worin "Besondere Vermerke" anzubrin-
gen sind, die VOC-Menge (in kg) nicht angebracht bzw. (in einem Fall) 
die  zunächst  angebrachten  VOC-Angaben  (handschriftlich)  wieder 

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durchgestrichen.  Damit  aber  hatte  das  Ausfuhrzollamt  –  worauf  die 
Vorinstanz  zu  Recht  hinweist  –  keinen  Anlass,  die  entsprechenden 
Ausfuhrdeklarationen (allenfalls) gestützt auf Art. 36 aZG in Revision 
zu ziehen, zumal gemäss den Deklarationen keine VOC-Abgaben auf 
dem Spiel standen. Als aktenkundig erweist sich zudem, dass die Be-
schwerdeführerin  weder  zu  irgendeinem  Zeitpunkt  die  Berichtigung 
bzw.  Ergänzung  der  Ausfuhrdeklarationen  beantragt  noch  eine  Be-
schwerde  gegen  die  streitigen  Zollabfertigungen  innerhalb  der  Frist 
gemäss Art. 109 Abs. 2 aZG eingereicht hat. Infolgedessen wurden die 
fünf angenommenen und hier  zu beurteilenden Zolldeklarationen der 
Beschwerdeführerin  aufgrund  von  Art. 35  Abs. 2  aZG  verbindlich 
(E. 2.4).  In  diesem  Zusammenhang  scheint  die  Beschwerdeführerin 
die Tragweite der ihr gestützt auf das Selbstdeklarationsprinzip oblie-
genden Verantwortung für die eingereichten Abfertigungsanträge und 
der gestellten Anforderungen an ihre Sorgfaltspflicht zu verkennen. Die 
vollständige und richtige Deklaration der Ware, mithin namentlich die 
korrekte  Angabe  der  exportierten  VOC-Menge  (in  kg)  wäre  aus-
schliesslich in ihrem Interesse gelegen. Die Beschwerdeführerin kann 
im vorliegenden Verfahren die laut eingereichter VOC-Bilanz exportier-
te VOC-Menge nicht anderweitig nachweisen, zumal sie den Akten zu-
folge auch über keine Bewilligung für die Ausfuhr im Verfahren "verein-
fachte Ausfuhrregelung (VAR)" (vgl. oben E. 3.1.1, 2. Absatz) verfügt, 
was sie denn auch nicht behauptet. Damit muss sich die Beschwerde-
führerin die auf den entsprechenden Ausfuhrdeklarationen gemachten 
Angaben bzw. die versäumte Deklaration der  allenfalls  ausgeführten 
VOC-Mengen  (in  kg)  entgegenhalten  lassen.  Dies  im  Übrigen  völlig 
unabhängig des Umstandes, dass sie für die Ausfuhr eine Speditions-
firma zwischengeschaltet hat. Denn beauftragt die Beschwerdeführerin 
eine  Drittperson  (Spediteurin)  mit  der  Zoll(-ausfuhr-)deklaration,  hat 
sie  als  Auftraggeberin  für  das  Verhalten  dieser  Hilfsperson  (nach 
Art. 101 des Obligationenrechts vom 30. März 1911 [OR, SR 220]) um-
fassend  und  wie  für  ihr  eigenes  einzustehen.  Dies  gilt  im  Übrigen 
auch, wenn der Hilfsperson eine unmissverständliche Weisung erteilt 
wurde;  auch  allfälliges  fehlerhaftes  bzw.  schuldhaftes  Verhalten  der 
Hilfsperson ist der Beschwerdeführerin zuzurechnen (vgl. dazu Urteile 
des  Bundesverwaltungsgerichts  A-1716/2006  vom  7. Februar  2008 
E. 3.2.1 und A-1680/2006 vom 26. November 2007 E. 3.2.1, je mit wei-
teren Hinweisen).

3.2 Die  Beschwerdeführerin  macht  des  Weiteren  geltend,  bereits  in 
früheren  einzelnen  Fällen  solche  präzisierende  Angaben  im  (amtli-

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chen) Zollformular nachträglich aufgrund der Angaben in ihrem eige-
nen  "Original-Ausfuhrdokument"  (Speditionsauftrag),  auf  dem  Liefer-
schein und der Rechnung gemacht und daraus eine Übung entwickelt 
zu haben, die bisher toleriert worden sei. Daraus ergebe sich nicht nur 
eine Übung, sondern auch ein Verhalten nach Treu und Glauben. Ent-
sprechend dürfe die Rechtsauffassung der EZV keinen Rechtsschutz 
finden, da sie klar gegen Treu und Glauben verstosse und offensicht-
lich überspitzten Formalismus darstellen würde.

3.2.1 Was  das  Abstellen  auf  den  verfassungsmässigen  Schutz  von 
Treu  und  Glauben  anbelangt,  muss  (erneut)  auf  das  Selbstdeklara-
tionsprinzip  und  die  Eigenverantwortung  der  Beschwerdeführerin  für 
die richtige und mit der nötigen Sorgfalt vorgenommenen Ausfuhrde-
klaration  sowie  insbesondere  für  die  vollständige  und  vorschriftsge-
mässe Abfertigung verwiesen werden (oben E. 2.3). Diese Verantwor-
tung kann sie (grundsätzlich) weder auf die von ihr beauftragte Spedi-
tionsfirma abschieben (E. 3.2.1 in fine), geschweige denn auf die EZV. 
Eine  Berufung  auf  Treu  und  Glauben  würde  darüber  hinaus  schon 
daran scheitern, dass von der Beschwerdeführerin keine konkrete Ver-
trauensgrundlage genannt wird. Daran vermag auch der (im Ergebnis 
unbelegte) Verweis der Beschwerdeführerin auf angeblich "frühere ein-
zelne Fälle",  in welchen das nachträgliche Anbringen von VOC-Men-
gen (in kg) auf dem bereits zollamtlich gestempelten Ausfuhrdokument 
von der EZV toleriert worden sei, nichts zu ändern. Denn die nachge-
reichten  (originalen)  Ausfuhrdeklarationsformulare  aus  den  Jahren 
2001 und 2002 (Beschwerdebeilagen 17 bis 23) beweisen zum einen 
nicht,  dass die (behaupteten) Korrekturen vor der Lochung und Prü-
fung durch die OZD angebracht worden sind (Beschwerdebeilagen 17 
und 18). Zum anderen geht es (in den übrigen Belegen) um Rücker-
stattungen  von  (offenbar)  bereits  anlässlich  der  Einfuhr  entrichteten 
Abgaben für  VOC, wobei  die  jeweils  deklarierte  (Ausfuhr-)Menge an 
VOC in  einem Fall  nur  marginal  erhöht  und in  allen  anderen Fällen 
sogar reduziert  worden war, womit der Rückerstattungsanspruch ver-
ringert wurde. Mithin ist eine Auskunft, eine Zusicherung oder ein an-
deres Verhalten, in das sie hätte vertrauen dürfen, weder belegt noch 
ersichtlich. Vielmehr weist der Umstand, dass die Beschwerdeführerin 
auf  dem  Speditions-Auftragsformular  unter  "Besondere  Vermerke" 
(selber) jeweils feinsäuberlich die entsprechende VOC-Menge (in kg) 
angab, darauf hin, dass sie um die Notwendigkeit des (zollamtlichen) 
Nachweises für (abgabebefreite) Exporte wusste. Auf jeden Fall hätte 
das Feststellen von unvollständigen Angaben (VOC-Menge in kg) auf 

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den jeweils zurückgesandten abgestempelten Zollformularen nach An-
sicht des Bundesverwaltungsgerichts dringenden Anlass für eine Inter-
vention von Seiten der Beschwerdeführerin (in Form einer Anweisung 
der Speditionsfirma für zukünftige Deklarationen, von Berichtigungsan-
trägen bzw. Beschwerden zuhanden der EZV etc.) geben sollen. Für 
den Umstand, dass ihr die abgestempelten Zollformulare von den (be-
auftragten) Spediteuren angeblich teilweise "erst  nach massiver  Ver-
zögerung"  oder  nach  "telefonischer  Nachforderung"  geliefert  worden 
seien, hat sie selber einzustehen (vgl. oben E. 3.1.2 in fine). Demnach 
konnte die Beschwerdeführerin nicht in guten Treuen davon ausgehen, 
der Nachweis der ausgeführten VOC-Menge könne auch nachträglich 
mittels anderen Dokumenten als den vom Zollamt angenommen und 
damit  verbindlich  gewordenen Ausfuhrdeklarationen  erbracht  werden 
(ausführlich zum Vertrauensschutz statt  vieler: Urteil  des Bundesver-
waltungsgerichts A-5449/2007 vom 10. Januar 2008 E. 2.1). 

3.2.2 Infolgedessen  kann  vorliegend  –  entgegen  der  Ansicht  der 
Beschwerdeführerin – weder von überspitztem Formalismus noch von 
Willkür  die  Rede  sein,  wenn  für  den  Nachweis  der  laut  VOC-Bilanz 
exportierten  VOC-Menge  einzig  auf  die  entsprechenden  (zollamtlich 
gestempelten) Ausfuhrdeklarationen abgestellt  wird. Denn schon aus 
Gründen der Gesetzmässigkeit, Rechtssicherheit und Rechtsgleichheit 
könnte es nicht angehen, wenn eine (zollamtlich) angenommene und 
mangels durchgeführter Revision (sowohl für den Exporteur wie auch 
für die Zollbehörde) im Sinne der Zollgesetzgebung verbindlich gewor-
dene Ausfuhrdeklaration nach Ablauf  der 60-tägigen Beschwerdefrist 
mittels anderweitigen (privaten) Belegen dennoch widerlegt, korrigiert 
oder ergänzt  werden könnte (vgl. oben E. 2.4). Diesfalls würde auch 
das bereits  seit  über  30 Jahren angewandte  Verfahren "vereinfachte 
Ausfuhrregelung" (dazu oben E. 3.1.1, 2. Absatz) keinen Sinn machen 
und  obsolet  werden.  Im  Ergebnis  erweist  sich  die  Haltung  der  Vor-
instanz somit als rechtmässig.

4.
Nach dem Gesagten ist  die  Beschwerde vollumfänglich abzuweisen. 
Die Verfahrenskosten in  Höhe von Fr. 1'500.--  sind der Beschwerde-
führerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und mit dem geleisteten 
Kostenvorschuss gleicher Höhe zu verrechnen. Bei diesem Verfahrens-
ausgang  bleibt  für  die  Ausrichtung  einer  Parteientschädigung  kein 
Raum (Art. 64 Abs. 1 VwVG und Art. 7  des Reglements vom 21. Fe-

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bruar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesver-
waltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die Verfahrenskosten von Fr. 1'500.-- werden der Beschwerdeführerin 
auferlegt.  Sie  werden  mit  dem  geleisteten  Kostenvorschuss  von 
Fr. 1'500.-- verrechnet.

3.
Eine Parteientschädigung wird nicht ausgerichtet.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. ...; Gerichtsurkunde)

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Thomas Stadelmann Keita Mutombo

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Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich-rechtli-
chen Angelegenheiten geführt  werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die 
Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begeh-
ren,  deren Begründung mit  Angabe der  Beweismittel  und die Unter-
schrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel 
sind, soweit sie die beschwerdeführende Partei in Händen hat, beizu-
legen (vgl. Art. 42 BGG).

Versand: 

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