# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 427702cb-51d6-5dfa-8c72-fde02063c59a
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-09-28
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 28.09.2011 D-1207/2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-1207-2011_2011-09-28.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

Abteilung IV
D­1207/2011

U r t e i l   v om   2 8 .   S ep t embe r   2 0 1 1

Besetzung Richter Fulvio Haefeli (Vorsitz),
Richterin Christa Luterbacher, Richter Gérald Bovier,
Gerichtsschreiber Gert Winter.

Parteien A._______, geboren (…),
und deren Kinder
B._______, geboren (…),
C._______, geboren (…),
Türkei, 
vertreten durch lic. iur. Florian Wick, Rechtsanwalt, 
(…), 
Beschwerdeführerinnen, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM
vom 19. Januar 2011 / N _______.

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Sachverhalt:

A. 

A.a.  Eigenen  Angaben  zufolge  verliess  die  Beschwerdeführerin  den 
Heimatstaat zusammen mit  ihren beiden minderjährigen Töchtern am 6. 
September 2010 auf dem Luftweg und gelangte am 15. September 2010 
via  (…)  unkontrolliert  in  die  Schweiz,  wo  sie  noch  gleichentags  im 
Empfangs­  und  Verfahrenszentrum  (EVZ)  D._______  ein  Asylgesuch 
einreichte. Anlässlich der Befragung vom 23. September 2010 zur Person 
(BzP) im EVZ D._______ sowie der Direktanhörung vom 11. Januar 2011 
durch  das  BFM  machte  die  Beschwerdeführerin  zur  Begründung  ihres 
Asylgesuchs  im  Wesentlichen  geltend,  sie  sei  im  Jahre  1997  in  die 
Schweiz  eingereist  und  habe  im  Jahre  2000  oder  2001  ihren Ehemann 
(P.)  geheiratet.  In  der  Folge  habe  sie  in  der  Schweiz  zwei  Töchter 
geboren.  Ihre  Schwiegereltern  hätten  erst  ein  Jahr  nach  ihrer  Hochzeit 
erfahren, dass sie Alevitin sei. Im Jahre 2005 sei sie mit ihrem Ehemann 
und ihren Töchtern in die Türkei gereist. Danach habe ihr Ehemann nicht 
mehr  in  die  Schweiz  zurückkehren  wollen.  Die  Beschwerdeführerin  sei 
alsdann mit ihren beiden Kindern ohne Ehemann nochmals für kurze Zeit 
in  die  Schweiz  gekommen.  Nach  ihrer  Rückkehr  in  die  Türkei  sei  sie 
wegen Eheproblemen zu ihrem Vater gezogen. Da ihre Eltern von Anfang 
an  gegen  ihre  Ehe  mit  P.  gewesen  seien,  hätten  sie  die 
Beschwerdeführerin wieder zu P. zurückgeschickt. Dieser habe sie dann 
während  sechs Monaten  immer wieder  geschlagen.  Das Ehepaar  habe 
schliesslich  eine  räumliche  Trennung  im  Haus  vorgenommen.  Vor  ca. 
zwei Jahren sei ihr Ehemann wieder in die Schweiz gereist. Nach seinem 
Weggang habe niemand mehr sie mit  ihren beiden Kindern gewollt. Sie 
sei  zwischen beiden Familien hin­ und hergeschoben worden. Sie habe 
für sich eine Wohnung mieten wollen, doch sei niemand bereit gewesen, 
eine  Wohnung  an  eine  geschiedene  Frau  zu  vergeben.  Ihre 
Schwiegereltern  hätten  sie  wegen  ihrer  Glaubenszugehörigkeit 
beschimpft und im ganzen Dorf verbreitet, sie habe aus dem Haus von P. 
ein Freudenhaus gemacht und sei eine Hure. Daraufhin sei sie für einige 
Monate  zu  ihrer  Schwester  nach  E._______  gezogen.  Ihr  Vater  habe 
ihrer  Schwester  daraufhin  angedroht,  sie  zu  verstossen,  wenn  sie  die 
Beschwerdeführerin weiterhin bei  sich beherbergen würde.  In der Folge 
sei  sie erneut  ins Dorf  in das Haus  ihres Ehemanns zurückgekehrt. Am 
29. Oktober 2009 habe sie sich scheiden lassen. Von 2008 bis 2009 habe 
sie zusammen mit einer Freundin eine kleine Pistazienplantage betrieben 
und  sich  ab  Oktober  2009  bis  Februar  2010  bei  ihrer  Schwester  in 

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E._______  aufgehalten. Diese Veränderung  habe wiederum Drohungen 
ihres  Vaters  ausgelöst,  ihre  Schwester  zu  verstossen,  falls  sie  die 
Beschwerdeführerin  bei  sich  beherberge.  Im  März  2010  sei  der  Neffe 
ihres Ehemanns  um  zwei Uhr morgens  zu  ihr  gekommen  und  habe  ihr 
vorgeworfen,  sie  habe  einen  Mann  bei  sich.  Er  habe  jedes  Zimmer 
durchsucht  und  die  Beschwerdeführerin  geschlagen.  Sie  habe  diesen 
Übergriff anzeigen wollen, doch habe ihr Cousin sie unter Androhung von 
Gewalt  genötigt,  dies  zu  unterlassen.  Im  Jahre  2010  sei  sie  zu  ihrer 
Schwester  nach F._______ gegangen.  Ihr Vater  und  ihre Brüder hätten 
diese massiv  bedroht  und  von  ihr  verlangt,  die Beschwerdeführerin  aus 
dem Haus  zu werfen.  Sie  habe  keine Chance  gehabt,  als  geschiedene 
Frau  ein  normales  Leben  zu  führen.  Aus  diesen Gründen  habe  sie  am
6.  September  2010  die  Türkei  verlassen  und  sei  von  E._______  nach 
G._______  geflogen.  Nach  mehrtägigem  Aufenthalt  in  (…)  sei  sie  am
15. September 2010 mit dem Auto nach D._______ chauffiert worden.

A.b.  Die  Beschwerdeführerin  reichte  ihre  eigene  Identitätskarte  sowie 
diejenigen ihrer beiden Töchter sowie zwei Zivilregisterauszüge ein.

A.c. Zur Untermauerung ihrer Vorbringen reichte sie das Scheidungsurteil 
(Beweismittel  1)  und  zwei  Dokumente  bezüglich  der  Namensänderung 
ihrer Töchter zu den Akten (Beweismittel 2 und 3).

B. 
Mit  Verfügung  vom  19.  Januar  2011  –  eröffnet  am  21.  Januar  2011  ­ 
stellte  das  BFM  fest,  die  Beschwerdeführenden  erfüllten  die 
Flüchtlingseigenschaft nicht, und lehnte die Asylgesuche ab. Gleichzeitig 
ordnete  es  die Wegweisung  aus  der  Schweiz  und  den  Vollzug  an.  Zur 
Begründung hielt  die Vorinstanz  im Wesentlichen  fest,  in Bezug auf die 
geltend gemachten Übergriffe und Befürchtungen sei  festzustellen, dass 
die türkische Regierung im Rahmen eines auf mehrere Jahre angelegten 
Aktionsprogramms  mit  Aufklärungskampagnen,  TV­Spots  und  einer 
landesweiten  Telefon­Hotline  gegen  Ehrenmorde  und  häusliche  Gewalt 
vorgehen wolle. Zudem solle zur Lösung dieser Probleme auch mit nicht­
staatlichen  Organisationen  zusammengearbeitet  werden.  Ein  weiterer 
Pfeiler sei die Religionsbehörde, die Aufklärungsarbeit  in den Moscheen 
leisten solle. Auf gesetzlicher Ebene sehe das neue türkische Strafgesetz 
für  Ehrenmorde  Strafverschärfungen  statt  wie  vorher  Strafmilderungen 
vor.  Der  türkische  Staat  lasse  somit  klar  den  Willen  erkennen, 
Ehrendelikte  und  häusliche  Gewalt  zu  bekämpfen.  Die  türkischen 
Behörden  verfügten  mit  ihren  Sicherheitskräften  auch  über  die  Mittel 

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dazu.  Zwar  stünden  die  Bemühungen  der  türkischen  Behörden  zum 
Schutz der betroffenen Frauen noch in ihren Anfängen, doch wäre es der 
Beschwerdeführerin möglich und zumutbar gewesen, sich beim Staat um 
Schutz zu bemühen. Der türkische Staat sei grundsätzlich willens und in 
der  Lage,  der Beschwerdeführerin  auf Anfrage  hin  effektiven Schutz  im 
Falle etwaiger Bedrohungen und/oder Gewaltanwendungen zu gewähren. 
Die  Beschwerdeführerin  habe  jedoch  davon  Abstand  genommen,  von 
dieser  Möglichkeit  Gebrauch  zu  machen,  dies  mit  der  Begründung,  ihr 
Schwager habe ihr versichert, sie nicht mehr zu behelligen. Ihre weiteren 
Schwierigkeiten  mit  ihren  Verwandten  seien  persönlicher  Natur  und 
ebenfalls  nicht  asylrelevant.  Es  lägen  zudem  keine  konkreten  Hinweise 
vor,  wonach  die  Beschwerdeführerin  nach  ihrer  Rückkehr  in  die  Türkei 
seitens ihrer Verwandten einer ernsthaften Gefährdung ausgesetzt wäre. 
Abgesehen  davon  seien  ihre  Ausführungen  zum  Teil  widersprüchlich, 
weshalb bezüglich der Glaubhaftigkeit der geltend gemachten Probleme 
mit  ihren Verwandten  auch  Zweifel  angebracht  seien.  So  habe  sie  sich 
unter  anderem widersprüchlich  hinsichtlich  ihres  Aufenthaltes  bei  ihrem 
Vater geäussert. Anlässlich der BzP habe sie zu Protokoll gegeben, vom 
April  bis  Juni  2010  bei  diesem  gewohnt  zu  haben.  In  der  Anhörung 
hingegen  wolle  sie  fünf  Monate  bei  ihrem  Vater  verbracht  haben.  Auf 
Vorhalt hin habe sie wiederum gemeint, dass sie von März bis Ende Juni 
2010 beim Vater gelebt habe. Wenig nachvollziehbar sei beispielsweise 
auch  ihre Darlegung,  dass  ihr Vater  einerseits  ihren Schwestern  drohe, 
falls  sich  diese  weiterhin  um  die  Beschwerdeführerin  kümmerten,  die 
Beschwerdeführerin jedoch andererseits bei sich aufgenommen und habe 
wohnen lassen. Die Vorbringen der Beschwerdeführerin hielten somit den 
Anforderungen  an  die  Flüchtlingseigenschaft  gemäss  Art.  3  und  7  des 
Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998  (AsylG,  SR 142.31)  nicht  stand. 
Demzufolge  erfülle  sie  die  Flüchtlingseigenschaft  nicht,  weshalb  das 
Asylgesuch  abzulehnen  sei.  Dementsprechend  könne  auch  der 
Grundsatz  der  Nichtrückschiebung  gemäss  Art.  5  Abs.  1  AsylG  nicht 
angewendet  werden.  Ferner  ergäben  sich  aus  den  Akten  keine 
Anhaltspunkte dafür, dass der Beschwerdeführerin und ihren Töchtern im 
Falle  einer  Rückkehr  in  den  Heimatstaat  mit  beachtlicher 
Wahrscheinlichkeit  eine  durch  Art.  3  der  Konvention  vom  4. November 
1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 
0.101)  verbotene  Strafe  oder  Behandlung  drohe.  Schliesslich  sprächen 
auch  keine  individuellen  Gründe  gegen  die  Zumutbarkeit  der  Rückkehr 
der  Beschwerdeführerin  und  ihrer  Töchter.  Zum  einen  verfügten  sie  in 
ihrem  Heimatstaat  über  angemessenen  Wohnraum,  da  die 
Beschwerdeführerin  im Haus  ihres  Ex­Mannes  (P.),  der  in  der  Schweiz 

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lebe,  wohnen  könne.  Ausserdem  unterstütze  sie  dieser  auch  finanziell. 
Wie in den Erwägungen festgestellt, fänden sich in den Ausführungen der 
Beschwerdeführerin  im  Zusammenhang  mit  den  Problemen  mit  ihren 
Verwandten  Ungereimtheiten  und  Widersprüche,  weshalb  berechtigte 
Zweifel  bezüglich  ihrer  Vorbringen  angebracht  seien.  Es  sei  deshalb 
davon  auszugehen,  dass  die  Beschwerdeführerin  in  ihrem  Heimatstaat 
nicht  völlig  auf  sich  alleine  gestellt  sei,  sondern  auch  über  ein 
verwandtschaftliches  und  soziales  Beziehungsnetz  verfüge,  auf  das  sie 
sich  gegebenenfalls  abstützen  könne.  Offenbar  pflege  die 
Beschwerdeführerin  eine  gute  Beziehung  zu  ihrem  Ex­Mann.  Die 
Rechtsvertretung  habe  einen  Kantonswechsel  der  Beschwerdeführerin 
namentlich damit begründet, dass sie und ihre Kinder das Familienleben 
mit P. pflegen wollten. Deshalb könne auch davon ausgegangen werden, 
dass  allenfalls  bestehende  Probleme  mit  den  Verwandten  angegangen 
werden könnten und eine annehmbare Lösung gefunden werden könne. 
Die  Beschwerdeführerin  habe  auch  Arbeitserfahrung.  Gemäss  ihren 
Angaben  habe  sie  ein  Einkommen  aus  einer  kleinen  Pistazienplantage 
erzielen können. Ausserdem sei der Vollzug der Wegweisung  technisch 
möglich und praktisch durchführbar.

C. 

C.a. Mit Beschwerde vom 21. Februar 2011 liess die Beschwerdeführerin 
die  Aufhebung  der  angefochtenen  Verfügung  und  die  Gewährung  von 
Asyl in der Schweiz für sich und ihre Kinder beantragen. Eventualiter sei 
von  einer  Wegweisung  abzusehen  und  die  vorläufige  Aufnahme  der 
Beschwerdeführerin und ihrer Kinder anzuordnen; allenfalls sei die Sache 
zur  Prüfung  von  Wegweisungsvollzugshindernissen  an  die  Vorinstanz 
zurückzuweisen.  Auf  die  Begründung  wird,  soweit  wesentlich,  in  den 
nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

C.b. Zur Untermauerung ihrer Vorbringen reichte die Beschwerdeführerin 
diverse Beweismittel zu den Akten: einen Bericht von BBC News mit dem 
Titel  "Turkish  girl  was  buried  alive",  einen  "Shadow  NGO  Report  on 
Turkey's Sixth Periodic Report to the Committee on the Elimination of Dis­
crimination  against  Women",  einen  Bericht  von  Freedom  House,  einen 
Bericht  der  UK  Border  Agency  zur  Türkei,  einen  Bericht  mit  dem  Titel 
"Turkey  2010  Progress  Report",  die  Fotokopie  einer  Landkarte,  einen 
Auszug aus Wikipedia zur Stadt H._______, eine Meldebestätigung vom 
24. November 2009, ein Kindergarten­ sowie ein Schulzeugnis.

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D. 

D.a. Mit Zwischenverfügung vom 28. Februar 2011  forderte der  Instruk­
tionsrichter  des  Bundesverwaltungsgerichts  die  Beschwerdeführenden 
auf,  bis  zum  15.  März  2011  einen  Kostenvorschuss  von  Fr.  600.­  zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

D.b.  Der  einverlangte  Kostenvorschuss  wurde  am  13.  März  2011 
geleistet.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 

1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 
gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 
1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021).  Das  BFM 
gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz 
des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das  Sachgebiet  betreffende 
Ausnahme  im  Sinne  von  Art. 32  VGG  liegt  nicht  vor.  Das 
Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die  Beurteilung  der 
vorliegenden  Beschwerde  und  entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls 
endgültig,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des 
Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht 
(Art. 105  AsylG;  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2. Das  Verfahren  richtet  sich  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem 
BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 
AsylG).

1.3.  Die  Beschwerde  ist  frist­  und  formgerecht  eingereicht.  Die 
Beschwerdeführerinnen  haben  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz 
teilgenommen, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt 
und  haben  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung 
beziehungsweise  Änderung.  Sie  sind  daher  zur  Einreichung  der 

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Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 
sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2. 
Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3. 

3.1.  Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich  Asyl.  Flüchtlinge  sind  Personen,  die  in  ihrem Heimatstaat 
oder  im Land,  in dem sie zuletzt wohnten, wegen  ihrer Rasse, Religion, 
Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder 
wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt 
sind  oder  begründete  Furcht  haben,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu 
werden. Als  ernsthafte Nachteile  gelten  namentlich  die Gefährdung  des 
Leibes,  des  Lebens  oder  der  Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen 
unerträglichen  psychischen  Druck  bewirken.  Den  frauenspezifischen 
Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG).

3.2.  Wer  um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft 
nachweisen  oder  zumindest  glaubhaft  machen.  Diese  ist  glaubhaft 
gemacht,  wenn  die  Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender 
Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere 
Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich 
widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich 
auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt  werden  (Art. 7 
AsylG).

4. 

4.1.  Zur  Begründung  ihrer  Beschwerdeschrift  macht  die 
Beschwerdeführerin  im  Wesentlichen  geltend,  mit  dem  Schutz  von 
Frauen und Kindern vor familiären Repressalien sei es in der Türkei, wie 
die  zahlreichen  Beweismittel  belegten,  nach  wie  vor  nicht  weit  her. 
Dementsprechend könne derzeit keineswegs von einer  funktionierenden 
und  effizienten  Schutzstruktur  des  türkischen  Staates  gegen  häusliche 
Gewalt  und  Ehrenmorde  gesprochen  werden.  Zudem  hätten  die  völlige 
Ausstossung  aus  der  eigenen  Familie  und  derjenigen  des  Ehemannes 
sowie  die  erlittene Gewalt,  die Nachstellungen  und  die  Ausweglosigkeit 
traumatisierende Auswirkungen  auf  die  Beschwerdeführerin  gehabt.  Sie 

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leide  heute  an Migräne  und  Schlaflosigkeit,  weshalb  sie  Antidepressiva 
einnehmen  müsse.  Ein  entsprechendes  Arztzeugnis  werde  sobald 
erhältlich nachgereicht. Die traumatisierte Beschwerdeführerin habe denn 
auch darauf hingewiesen, dass sie Mühe habe, das Ganze nochmals zu 
erzählen, wobei es  ihr  jeweils  immer sehr schlecht gehe. Komme es bei 
traumatisierenden Erfahrungen zu Störungen der Gedächtnisleistung, so 
könnten  sich  diese  auf  Logik,  Widerspruchsfreiheit  und  Konsistenz  der 
Aussagen auswirken. Dies sei bei der Würdigung der von der Vorinstanz 
aufgelisteten  Widersprüche  und  Unstimmigkeiten  gebührend  zu 
berücksichtigen.  So  habe  die  Beschwerdeführerin  beispielsweise 
anlässlich der BzP gesagt,  sie habe von April bis Juni 2010 beim Vater 
gewohnt,  während  sie  demgegenüber  in  der  Direktanhörung  von  fünf 
Monaten gesprochen habe. Diesbezüglich habe die Beschwerdeführerin 
ausdrücklich  darauf  hingewiesen,  dass  sie  sich  auf  Grund  der 
traumatisierenden Erlebnisse und der häufigen Wohnortswechsel nicht an 
jedes  chronologische  Detail  erinnern  könne.  Die  Vorinstanz  überdehne 
hier die Voraussetzungen an die Glaubhaftigkeit,  zumal es sich bei den 
geltend gemachten zeitlichen Widersprüchen  jedenfalls nicht um wirklich 
wesentliche Details  handle.  In  einer Gesamtsicht  könnten  die  zeitlichen 
Unregelmässigkeiten  ihrer  Darstellung  kein  erhebliches  Gewicht 
beanspruchen,  weshalb  diese  Abweichungen  auch  nicht  die 
Glaubhaftigkeit der von der Beschwerdeführerin geschilderten Tatsachen 
zu  beeinträchtigen  vermöchten.  Schliesslich  bringe  die  Vorinstanz  noch 
vor,  es  sei  wenig  nachvollziehbar,  dass  der  Vater  gegenüber  den 
Schwestern Drohungen ausgesprochen habe  für den Fall, dass sie sich 
weiter um die Beschwerdeführerin kümmerten, dann aber diese trotzdem 
bei  sich  habe  wohnen  lassen.  Das  sei  jedoch  kein Widerspruch,  wenn 
man  die  Hintergründe  in  Betracht  ziehe.  Es  sei  nämlich  die 
Schwiegermutter (recte: Stiefmutter), die im Hause des Vaters das Sagen 
habe. Obwohl er die Schwestern der Beschwerdeführerin vorher bedroht 
habe,  habe  die  Stiefmutter  schliesslich  gegenüber  dem  Vater  die 
Aufnahme  der  Beschwerdeführerin  durchgesetzt.  Nach  dem  Gesagten 
sei  der  Beschwerdeführerin  und  ihren  Kindern  Asyl  zu  gewähren.  Im 
Übrigen sei in casu der Wegweisungsvollzug im Hinblick auf Art. 8 EMRK 
unzulässig,  weil  der  vormalige  Ehemann  und  Vater  ein  gefestigtes 
Aufenthaltsrecht in der Schweiz habe. Ebenfalls unter dem Gesichtspunkt 
von Art. 8 EMRK sei zu präzisieren, dass es nach der Wiedervereinigung 
der Familie im Kanton I._______ für die Kinder nicht mehr zumutbar sei, 
in die Türkei zurückzukehren, zumal sie bereits die Schule besuchten und 
die  Beziehung  zu  ihrem  Vater  pflegten.  Auch  Art.  3  der 
Kinderrechtskonvention  sei  in  diesem  Zusammenhang  zu 

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berücksichtigen. Besonders bedeutsam sei des Weiteren die Verstossung 
der Beschwerdeführerin durch ihre eigene Familie wie auch diejenige des 
Kindsvaters.  Unter  diesen  Umständen  könne,  entgegen  den 
Ausführungen  der  Vorinstanz,  von  einem  verwandtschaftlichen  und 
sozialen  Beziehungsnetz  keine  Rede  sein.  Es  sei  davon  auszugehen, 
dass  die  Beschwerdeführerin  und  ihre  Kinder  in  der  Türkei  erhebliche 
Wiedereingliederungsschwierigkeiten  haben  würden.  Zudem  entspreche 
es dem Kindeswohl am besten, wenn die Kinder mit dem Vater und der 
Mutter zusammen in der Schweiz das Familienleben pflegen könnten.

4.2. 

4.2.1.  Die  Flüchtlingseigenschaft  gemäss  Art.  3  AsylG  erfüllt  eine 
asylsuchende  Person  nach  Lehre  und  Rechtsprechung  dann,  wenn  sie 
Nachteile  von  bestimmter  Intensität  erlitten  hat  beziehungsweise  mit 
beachtlicher  Wahrscheinlichkeit  und  in  absehbarer  Zukunft 
begründeterweise  befürchten  muss,  welche  ihr  gezielt  und  aufgrund 
bestimmter  Verfolgungsmotive  durch  Organe  des  Heimatstaates  oder 
durch  nichtstaatliche  Akteure  zugefügt  worden  sind  beziehungsweise 
zugefügt  zu  werden  drohen  (vgl.  Entscheide  des  Schweizerischen 
Bundesverwaltungsgerichts  [BVGE]  2008/4  E.  5.2,  Entscheidungen  und 
Mitteilungen  der Schweizerischen Asylrekurskommission  [EMARK]  2006 
Nr. 18 E. 7 und 8, EMARK 2005 Nr. 21 E. 7). Aufgrund der Subsidiarität 
des  flüchtlingsrechtlichen  Schutzes  setzt  die  Anerkennung  der 
Flüchtlingseigenschaft  zudem  voraus,  dass  die  betroffene  Person  in 
ihrem Heimatland keinen ausreichenden Schutz  finden kann (vgl. BVGE 
2008/12  E.  7.2.6.2,  BVGE  2008/4  E.  5.2,  EMARK  2006  Nr.  18  E.  10, 
EMARK  2005  Nr.  21  E.  7.3  und  E.  11.1,  EMARK  2000  Nr.  15  E.  7a). 
Ausgangspunkt  für  die  Beurteilung  der  Flüchtlingseigenschaft  ist  die 
Frage nach der  im Zeitpunkt der Ausreise vorhandenen Verfolgung oder 
begründeten Furcht vor einer solchen. Entscheidend ist aber die Situation 
im  Zeitpunkt  des  Asylentscheides.  Veränderungen  der  objektiven 
Situation  im  Heimatstaat  zwischen  Ausreise  und  Asylentscheid  sind 
deshalb  zu  Gunsten  und  zu  Lasten  der  das  Asylgesuch  stellenden 
Person zu berücksichtigen (vgl. BVGE 2008/4 E. 5.4, EMARK 2000 Nr. 2 
E. 8a).

4.2.2. 

4.2.2.1  Begründete  Furcht  vor  Verfolgung  liegt  vor,  wenn  konkreter 
Anlass  zur  Annahme  besteht,  es  habe  im  Zeitpunkt  der  Ausreise  eine 

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Verfolgung  bestanden  beziehungsweise  eine  solche werde  sich  –  auch 
aus  heutiger  Sicht  –  mit  ebensolcher  Wahrscheinlichkeit  in  absehbarer 
Zukunft  verwirklichen.  Eine  bloss  entfernte  Möglichkeit  künftiger 
Verfolgung genügt nicht; es müssen konkrete  Indizien vorliegen, welche 
den Eintritt der erwarteten – und aus einem der vom Gesetz aufgezählten 
Motive erfolgenden – Nachteile als wahrscheinlich und dementsprechend 
die  Furcht  davor  als  realistisch  und  nachvollziehbar  erscheinen  lassen 
(vgl. EMARK 2005 Nr. 21 E. 7, EMARK 2004 Nr. 1 E. 6a).

4.2.2.2  Demgegenüber  ist  in  casu  die  Wahrscheinlichkeit  künftiger 
Verfolgung  im  Heimatstaat  als  weit  entfernte  Eventualität  einzustufen, 
weil  die  Vorbringen  der  Beschwerdeführerin  weitgehend  unglaubhaft 
erscheinen.  Auch  in  der  Beschwerdeschrift  wird  nicht  bestritten,  dass 
wesentliche  Vorbringen  der  Beschwerdeführerin  in  chronologischer 
Hinsicht  widersprüchlich  ausgefallen  sind.  Die  zahlreichen,  von  der 
Vorinstanz  aufgelisteten  Unstimmigkeiten  werden  in  der  Beschwerde 
jedoch  mit  den  traumatisierenden  Erfahrungen  der  Beschwerdeführerin 
beziehungsweise mit Störungen ihrer Gedächtnisleistung "erklärt". Dieses 
Vorbringen  vermag  indessen  nicht  zu  einer  veränderten 
Betrachtungsweise  zu  führen,  stellen  doch  beispielsweise  die 
Wohnsitznahme  in  E._______  oder  der  dortige  sechsmonatige 
Aufenthalt,  der  auf  Beschwerdeebene  noch mit  Beweisen  (Beweismittel 
10 und 11) untermauert wird, per se keine traumatischen Ereignisse dar. 
Die  Beschwerdeführerin  muss  sich  dementsprechend  bei  ihren 
widersprüchlichen,  die  Chronologie  betreffenden  Erklärungen,  die 
typischerweise  einen  sicheren  Schluss  auf  die  Unglaubhaftigkeit  der 
geltend  gemachten  Verfolgungssituation  ermöglichen,  behaften  lassen. 
Darüber  hinaus  ist  in  diesem Zusammenhang  anzumerken,  dass  in  der 
Beschwerde vom 21. Februar 2011 in Aussicht gestellt wurde, es werde – 
sobald  erhältlich  –  ein  Arztbericht  nachgereicht  werden,  der  sich  zum 
Gesundheitszustand  der  Beschwerdeführerin  auslassen  werde. 
Mittlerweile  ist  etwa  ein  halbes  Jahr  seit  der  Beschwerdeeingabe 
verstrichen,  ohne  dass  beim  Bundesverwaltungsgericht  ein 
entsprechender  Bericht  eingegangen  wäre.  Schliesslich  bleibt  zu 
erwähnen,  dass  das Vorbringen  in  der Beschwerde,  die Stiefmutter  der 
Beschwerdeführerin habe im Hause des Vaters das Sagen und letzteren 
gezwungen,  die  Beschwerdeführerin  aufzunehmen,  insofern  nicht  zu 
einer  veränderten  Betrachtungsweise  zu  führen  vermag,  als  inskünftig 
eine  rechtzeitige  Einweihung  der  Stiefmutter  die  Schwestern  der 
Beschwerdeführerin  vor  allfälligen  Drohungen  des  Vaters  bewahren 
würde,  sollte  die  Beschwerdeführerin  bei  einer  von  ihnen  Unterschlupf 

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suchen  wollen.  Von  begründeter  Furcht  könnte  bei  solcher  Sachlage 
keine Rede sein.

4.2.3. Nachteilen, die Frauen zugefügt werden oder zugefügt zu werden 
drohen,  liegt ein flüchtlingsrechtlich relevantes Motiv  im Sinne von Art. 3 
Abs. 1 AsylG dann zugrunde, wenn diese Nachteile  in diskriminierender 
Weise  an  das  Merkmal  des  (weiblichen)  Geschlechts  anknüpfen  (vgl. 
dazu EMARK 2006 Nr. 32 E. 8). Dies ist etwa der Fall, wenn in Ländern 
mit  weit  verbreiteten  traditionell­konservativen  Wertvorstellungen  von 
Zwangsheirat  oder  Ehrenmord  bedrohte  Frauen  und  Mädchen  nicht 
denselben  staatlichen  Schutz  erhalten,  mit  dem  im  Allgemeinen 
männliche  Opfer  von  privater  Gewalt  rechnen  können  (vgl.  Urteil  D­
4289/2006 vom 11. September 2008 E. 6.4).

4.2.4.  Es  stellt  sich  die  Frage,  ob  die  Beschwerdeführerin  als 
geschiedene,  allenfalls  von  beiden  Familien  verstossene  Frau  in  der 
Türkei  seitens  der  Behörden  und  Institutionen  Schutz  gegen  häusliche 
Gewalt  und Ehrenmorde  erlangen  kann  oder  ob  sie  (subsidiär)  auf  den 
internationalen Schutz durch Asylgewährung angewiesen ist.

4.2.5. Wie die Vorinstanz zu Recht festgestellt hat, haben die türkischen 
Behörden grosse Anstrengungen zur Bekämpfung von häuslicher Gewalt 
und  von  Ehrenmorden  unternommen  (vgl.  Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts  E­4654/2010  vom 12. August  2010 E.  6.3.3 
S. 11) und in den vergangenen Jahren bei der faktischen Wahrnehmung 
frauenspezifischer  Schutzanliegen  erhebliche  Fortschritte  erzielen 
können,  beispielsweise  durch  die  Bereitstellung  von  zahlreichen 
Frauenhäusern  oder  die  Ansiedlung  gefährdeter  Frauen  an  einem 
anderen  Ort  und  unter  einer  neuen  Identität  (vgl.  Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts D­6838/2008 vom 4. März 2009 E. 4.3.4); die 
Beschwerdeführerin hat somit auch faktisch die Möglichkeit, anderswo als 
beim  Vater  (bzw.  der  Stiefmutter)  zu  wohnen,  wenn  dies  aus 
Sicherheitsgründen  opportun  erschiene.  Es  ist  anzunehmen,  dass  die 
Beschwerdeführerin  zu  ihrem  Schutz  staatliche  wie  auch  private 
Angebote  nutzen  kann, weshalb  ihre Vorbringen  den Anforderungen an 
eine  Gefährdung  im  Sinne  von  Art.  3  AsylG  nicht  standzuhalten 
vermögen.  Zudem  ist  davon  auszugehen,  dass  sie  wie  schon  in  der 
Vergangenheit  bei  einem  Grossteil  ihrer  Verwandtschaft  weiterhin 
Rückhalt finden wird, weshalb sie sich nicht in einer Bedrohungssituation 
wiederfinden  wird,  der  sie  nur  durch  Aufenthalt  in  einem  Drittstaat 
entgehen kann.

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4.2.6.  Angesichts  der  aufgezeigten  Sachlage  erübrigt  es  sich,  auf  die 
weiteren  Ausführungen  in  der  Beschwerde  oder  die  Beweismittel  im 
Einzelnen  einzugehen,  da  diese  nicht  geeignet  sind,  zu  einer  anderen 
rechtlichen  Würdigung  der  Aktenlage  zu  führen.  In  Würdigung  der 
gesamten Umstände ist somit festzustellen, dass die Beschwerdeführerin 
einen flüchtlingsrechtlich bedeutsamen Sachverhalt weder nachgewiesen 
noch  glaubhaft  gemacht  hat.  Die  Feststellung  des  BFM,  sie  erfülle  die 
Flüchtlingseigenschaft  nicht,  ist  dementsprechend  zu  bestätigen.  Das 
BFM hat die Asylgesuche zu Recht abgelehnt.

5. 

5.1. Lehnt  das Bundesamt  das Asylgesuch  ab  oder  tritt  es  darauf  nicht 
ein,  so  verfügt  es  in  der  Regel  die Wegweisung  aus  der  Schweiz  und 
ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit 
der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

5.2.  Die  Beschwerdeführenden  verfügen  weder  über  eine 
ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf 
Erteilung  einer  solchen,  zumal  die Beschwerdeführerin  als  geschiedene 
Ehefrau  aus  Art. 8  EMRK  nichts  zu  ihren  Gunsten  ableiten  kann.  Die 
Wegweisung  wurde  demnach  zu  Recht  angeordnet.  (Art. 44  Abs. 1 
AsylG;  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen 
Asylrekurskommission [EMARK] 2001 Nr. 21). Dies gilt in analoger Weise 
auch  für  die minderjährigen  Töchter  der  Beschwerdeführerin  und  deren 
Ex­Ehemann, können diese doch aus den Art. 43 ff. des Bundesgesetzes 
vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer  (AuG, 
SR 142.20) nichts zu ihren Gunsten ableiten, weil auch ihr Vater P. nicht 
über kein gefestigtes Aufenthaltsrecht  in der Schweiz verfügt. Bei dieser 
Sachlage erübrigt sich eine Prüfung, ob die Familienbeziehung zwischen 
dem Vater und seinen Töchtern eng genug wäre, um im Hinblick auf Art. 
8 EMRK relevant zu sein.

6. 

6.1.  Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 
nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach 
den  gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von 
Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG).

Bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen  gilt 
gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  und  seiner 

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Vorgängerorganisation  ARK  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der 
Flüchtlingseigenschaft, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte 
Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. 
WALTER  STÖCKLI,  Asyl,  in:  Uebersax/Rudin/Hugi  Yar/Geiser  [Hrsg.], 
Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148).

6.2. Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 
der  Schweiz  einer Weiterreise  der  Ausländerin  oder  des  Ausländers  in 
den  Heimat­,  Herkunfts­  oder  einen  Drittstaat  entgegenstehen  (Art.  83 
Abs. 3 AuG).

So  darf  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land 
gezwungen  werden,  in  dem  ihr  Leib,  ihr  Leben  oder  ihre  Freiheit  aus 
einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie 
Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden 
(Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom 
28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]).

Gemäss  Art. 25  Abs. 3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR 101),  Art. 3  des 
Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere 
grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf niemand der Folter 
oder  unmenschlicher  oder  erniedrigender  Strafe  oder  Behandlung 
unterworfen werden.

6.3.  Die  Vorinstanz  wies  in  ihrer  angefochtenen  Verfügung  zutreffend 
darauf hin, dass das Prinzip des  flüchtlingsrechtlichen Non­Refoulement 
nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es den 
Beschwerdeführenden  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich  erhebliche 
Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der  in Art. 5 
AsylG  verankerte  Grundsatz  der  Nichtrückschiebung  im  vorliegenden 
Verfahren  keine  Anwendung  finden.  Eine  Rückkehr  der 
Beschwerdeführenden in den Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt 
von Art. 5 AsylG rechtmässig.

Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen der Beschwerdeführerin 
noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass die Beschwerdeführenden 
für den Fall einer Ausschaffung  in den Heimatstaat dort mit beachtlicher 
Wahrscheinlichkeit  einer  nach Art. 3  EMRK  oder  Art. 1  FoK  verbotenen 
Strafe  oder  Behandlung  ausgesetzt  wären.  Gemäss  Praxis  des 

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Europäischen  Gerichtshofes  für  Menschenrechte  (EGMR)  sowie  jener 
des  UN­Anti­Folterausschusses  müssten  die  Beschwerdeführerinnen 
eine  konkrete  Gefahr  ("real  risk")  nachweisen  oder  glaubhaft  machen, 
dass  ihnen  im  Fall  einer  Rückschiebung  Folter  oder  unmenschliche 
Behandlung  drohen würde  (vgl.  EGMR  [Grosse  Kammer],  Saadi  gegen 
Italien,  Urteil  vom  28. Februar  2008,  Beschwerde  Nr. 37201/06, 
§§ 124 – 127,  mit  weiteren  Hinweisen).  Auch  die  allgemeine 
Menschenrechtssituation  im Heimatstaat  lässt  den Wegweisungsvollzug 
zum  heutigen  Zeitpunkt  klarerweise  nicht  als  unzulässig  erscheinen. 
Nach  dem Gesagten  ist  der  Vollzug  der Wegweisung  sowohl  im  Sinne 
der asyl­ als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig.

6.4.    Gemäss  Art. 83  Abs. 4  AuG  kann  der  Vollzug  für  Ausländerinnen 
und  Ausländer  unzumutbar  sein,  wenn  sie  im  Heimat­  oder 
Herkunftsstaat  auf  Grund  von  Situationen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg, 
allgemeiner  Gewalt  und  medizinischer  Notlage  konkret  gefährdet  sind. 
Wird  eine  konkrete  Gefährdung  festgestellt,  ist  –  unter  Vorbehalt  von 
Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren.

6.4.1.  Es  bestehen  keine  Anhaltspunkte  dafür,  dass  die 
Beschwerdeführenden  aufgrund  der  allgemeinen  Lage  in  der  Türkei  bei 
einer Rückkehr in eine existenzbedrohende Situation geraten könnten. In 
der  Türkei  besteht  keine  Situation  generalisierter  Gewalt,  die  sich  über 
das ganze Staatsgebiet oder weite Teile desselben erstrecken würde.

6.4.2.  Einer  Rückkehr  der  Beschwerdeführenden  stehen  auch  keine 
überwiegenden  individuellen  Gründe  wirtschaftlicher,  sozialer  oder 
gesundheitlicher Natur entgegen.

Die Beschwerdeführerin wird nämlich nach  ihrer Rückkehr nicht auf sich 
allein  gestellt  sein.  Sie  kann  ihren  Lebensunterhalt  wie  schon  vor  ihrer 
Ausreise  mit  den  Alimenten  ihres  vormaligen  Ehegatten  bestreiten  und 
gegebenenfalls  mit  der  Führung  einer  Plantage  etwas  dazu  verdienen, 
weshalb  sie  auch  nicht  mit  einer  einschneidenden  Einschränkung  ihrer 
Lebensführung  zu  rechnen  hat.  Zudem  verfügt  sie  im Heimatstaat  über 
ein soziales Beziehungsnetz, das sie in der Vergangenheit nach eigenen 
Angaben  materiell  unterstützte,  weshalb  davon  ausgegangen  werden 
kann, es werde auch  in der Zukunft nicht an der Bereitschaft  fehlen, die 
Beschwerdeführerin nötigenfalls zu unterstützen. Und sie wird sich an die 
zuständigen  Behörden  beziehungsweise  an  eine 
Nichtregierungsorganisation  wenden  können,  wo  sie  Beratung, 

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Unterstützung  und  notfalls  Schutz  finden  wird.  Die  Beschwerdeführerin 
muss  demnach  nicht  damit  rechnen,  nach  der  Rückkehr  mit  einer 
existenziellen  Notlage  konfrontiert  zu  werden.  Blosse  soziale  und 
wirtschaftliche Schwierigkeiten, von denen die ansässige Bevölkerung im 
Allgemeinen  betroffen  ist,  begründen  im  Übrigen  ohnehin  keine 
Gefährdung im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG (vgl. EMARK 2005 Nr. 24 E. 
10.1).  Schliesslich  können  die  Kinder  der  Beschwerdeführerin,  welche 
lediglich  die  türkische  Staatsangehörigkeit  besitzen,  aus  Art.  3  des 
Übereinkommens  vom 20. November  1989 über  die Rechte des Kindes 
(SR 0.107) kein Aufenthaltsrecht in der Schweiz ableiten, selbst wenn ihr 
Vater  ein  gefestigtes  Aufenthaltsrecht  in  der  Schweiz  haben  sollte  (vgl. 
das  in  der  Beschwerde  zitierte  Urteil  des  Bundesgerichts  2C_353/2008 
vom 27. März 2009). Da die Kinder, wie sich aus den Akten ergibt, in der 
Türkei eingeschult wurden und erst am 6. September 2010 in die Schweiz 
einreisten,  ist  es  ihnen  auch  ohne  Weiteres  zuzumuten,  den 
Schulunterricht inskünftig wieder in der Türkei zu absolvieren.

Die  Türkei  verfügt  über  effiziente  gesundheitliche  Institutionen  mit 
Fachpersonal,  wo  die  Beschwerdeführerin  die  allenfalls  angezeigten 
Behandlungen  (Migräne,  Schlaflosigkeit,  posttraumatische 
Belastungsstörung  usw.)  vornehmen  lassen  kann.  Der  Vollzug  der 
Wegweisung erweist sich somit nicht als unzumutbar. 

6.5.  Schliesslich  obliegt  es  den  Beschwerdeführenden,  sich  bei  der 
zuständigen  Vertretung  des  Heimatstaates  die  für  eine  Rückkehr 
notwendigen  Reisedokumente  zu  beschaffen  (vgl.  Art. 8  Abs. 4  AsylG 
und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 – 515), weshalb der Vollzug 
der  Wegweisung  auch  als  möglich  zu  bezeichnen  ist  (Art. 83  Abs. 2 
AuG).

6.6. Zusammenfassend  hat  die  Vorinstanz  den Wegweisungsvollzug  zu 
Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten 
fällt  eine  Anordnung  der  vorläufigen  Aufnahme  ausser  Betracht  (Art. 83 
Abs. 1 – 4 AuG).

7. 
Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung 
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und 
vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art. 106  AsylG).  Die 
Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

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8. 
Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  sind  die  Kosten  den 
Beschwerdeführerinnen  aufzuerlegen  (Art. 63  Abs. 1  VwVG),  auf 
insgesamt  Fr. 600.­  festzusetzen  (Art.  1  –  3  des  Reglements  vom  21. 
Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR  173.320.2])  und mit  dem  am  13. 
März 2011 in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss zu verrechnen.

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.­  werden  den  Beschwerdeführenden 
auferlegt  und  mit  dem  am  13.  März  2011  in  gleicher  Höhe  geleisteten 
Kostenvorschuss verrechnet.

3. 
Dieses  Urteil  geht  an  die  Beschwerdeführenden,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Fulvio Haefeli Gert Winter

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