# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 090f4903-8d44-5a19-926f-295142d388b8
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-03-24
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 24.03.2022 S 2021 75
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2021-75_2022-03-24.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 21 75

2. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz von Salis

RichterIn Meisser und Pedretti

Aktuarin Maurer

URTEIL

vom 24. März 2022

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Hans Joos,

Beschwerdeführerin

gegen

Sozialversicherungsanstalt des Kantons Graubünden,

AHV-Ausgleichskasse, 

Beschwerdegegnerin

betreffend Schadenersatz nach AHVG

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I. Sachverhalt:

1. A._____, wohnhaft in B._____, war als Verwaltungsrätin der C._____ 

AG, im Handelsregister eingetragen seit 5. Januar 2016, tätig; zu Be-

ginn als Verwaltungsratspräsidentin mit Kollektivunterschrift zu zweien 

und ab dem 24. Januar 2017 als Verwaltungsratsmitglied mit Einzelun-

terschrift. Die C._____ AG war seit ihrer Gründung am 1. Januar 2016 

der AHV-Ausgleichskasse des Kantons Graubünden (nachfolgend 

AHV-Ausgleichskasse) angeschlossen. Mit Entscheid vom 14. Februar 

2019 eröffnete der Konkursrichter des Regionalgerichts D._____ den 

Konkurs über die C._____ AG, mit Konkursentscheid vom 20. Januar 

2021 wurde das Konkursverfahren abgeschlossen. Die AHV-Aus-

gleichskasse erhielt am 15. Dezember 2020 einen Verlustschein über 

CHF 8'521.75 ausgestellt.

2. Weil die offenen Forderungen der AHV-Ausgleichskasse gegenüber 

der Gesellschaft aufgrund des Konkurses nicht mehr beglichen werden 

konnten, erliess die AHV-Ausgleichskasse am 30. April 2021 gegenü-

ber A._____ gestützt auf Art. 52 AHVG eine Schadenersatzverfügung 

in der Höhe von CHF 8'521.75 für entgangene Sozialversicherungsbei-

träge sowie für Verwaltungskosten samt Verzugszinsen, Mahnge-

bühren und Betreibungskosten.

3. Am 26. Mai 2021 erhob A._____ gegen die Schadenersatzverfügung 

bei der AHV-Ausgleichskasse Einsprache mit den Anträgen auf deren 

Aufhebung und Feststellung, dass gegenüber der AHV keine absichtli-

che oder grobfahrlässige Missachtung von Vorschriften der damaligen 

Verwaltungsratspräsidentin der liquidierten C._____ AG bestehe.

4. Mit Einspracheentscheid vom 22. Juni 2021 wies die AHV-Ausgleichs-

kasse die Einsprache von A._____ mit der Begründung ab, dass der 

AHV-Ausgleichskasse aufgrund grobfahrlässiger Missachtung von Vor-

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schriften durch die Nichtbezahlung von paritätischen Sozialversiche-

rungsbeiträgen ein Schaden von CHF 8'521.75 entstanden sei, den 

A._____ als verantwortliches Organ der Gesellschaft zu ersetzen habe.

5. Dagegen erhob A._____ (nachfolgend Beschwerdeführerin) am 19. Juli 

2021 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden 

mit folgenden Anträgen:

1. Es sei die Schadenersatzverfügung gegen A._____ vom 30. April 2021 (Abr.-

Nr. 10.016.920) abzuweisen bzw. ersatzlos aufzuheben wegen eingetretener 

Verjährung und Fehlens von absichtlicher oder grobfahrlässiger Missachtung von 

Vorschriften der AHV und der Einspracheentscheid vom 22. Juni 2021 sei abzu-

weisen bzw. aufzuheben.

2. Es sei der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu erteilen.

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zzgl. MwST zulasten der AHV Aus-

gleichskasse Graubünden.

Mit separater Eingabe wurde gleichentags das Gesuch um unentgeltli-

che Rechtspflege gestellt. Die Beschwerdeführerin macht im Wesentli-

chen geltend, Zweck der C._____ AG sei die Durchführung eines Pfer-

desportanlasses in E._____ in den Jahren 2015, 2016 und 2017 gewe-

sen, wobei der Anlass im Jahr 2018 nicht mehr habe durchgeführt wer-

den können, insbesondere, weil einer der Hauptsponsoren (F._____) 

seine Zahlungen nicht mehr geleistet habe. Die C._____ AG habe die-

sen Sponsor deshalb im Mai 2018 (erfolglos) auf CHF 702'000.-- betrie-

ben. Die Gesellschaft habe dadurch ihre Schulden nicht mehr beglei-

chen können und Konkurs anmelden müssen. Aus ˮLohnforderungen 

vom Januar – Juli 2018ˮ, wie sie im Kollokationsplan der C._____ AG 

genannt seien, könne der Beschwerdegegnerin im Jahr 2018 gar kein 

Schaden mehr entstanden sein, da im Jahr 2018 keine beitragspflichti-

gen Löhne ausbezahlt worden seien. Verjährt sei die Schadenersatz-

forderung, weil der Beschwerdegegnerin aufgrund der Nichtbezahlung 

der Sozialversicherungsbeiträge innert Frist bis 2. März 2018 sowie auf-

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grund der breiten medialen Berichterstattung über das ˮAusˮ der 

C._____ AG im April 2018 (Tageszeitungen und Regionalradio/TV) ˮ un-

ter Beachtung der zumutbaren Aufmerksamkeitˮ habe bewusst sein 

müssen, dass die Beiträge nicht mehr eintreibbar waren.

Darüber hinaus bestreitet die Beschwerdeführerin auch ein Verschul-

den. Sie habe nicht absichtlich oder grobfahrlässig gehandelt. Ihr könne 

höchstens eine leichte Fahrlässigkeit vorgeworfen werden, die indes 

nicht zu einer Verantwortlichkeit führe. Die Beschwerdeführerin führt zu-

dem Exkulpations- und Rechtfertigungsgründe an. Die C._____ AG 

habe einen Finanzchef und eine Treuhänderin beschäftigt, die für das 

Beitragswesen zuständig gewesen seien, nicht hingegen die Beschwer-

deführerin als Organisationspräsidentin, deren Hauptaufgabe in der Or-

ganisation des Anlasses bestanden habe. Die Beschwerdeführerin 

habe aus ernsthaften und objektiven Gründen davon ausgehen können, 

die Sozialversicherungsbeiträge für das Jahr 2017, wie sie am 7. Fe-

bruar 2018 in Rechnung gestellt worden seien, bezahlen zu können, 

hätten doch am Grossanlass Sponsoren wie auch die Gemeinde 

E._____ ein Interesse gehabt. Das Abspringen des Sponsors F._____ 

habe niemand vorhersehen können. Zudem handle es sich bei der 

C._____ AG um keine gewinnbringende Aktiengesellschaft, hätten 

doch alle Verwaltungsräte und weitere zahlreiche Helfer 2015 und 2016 

zugunsten des Tourismus und der Verankerung von Sommerevents im 

O._____ bzw. in E._____ unentgeltlich gearbeitet oder auf Entschädi-

gungen verzichtet.

6. Mit Vernehmlassung vom 2. September 2021 beantragte die AHV-Aus-

gleichskasse (nachfolgend Beschwerdegegnerin) die Beschwerdeab-

weisung, wobei sie zur Begründung grundsätzlich auf die Ausführungen 

im angefochtenen Einspracheentscheid vom 22. Juni 2021 verwies. Er-

gänzend führte sie aus, die Beschwerdeführerin könne aus der (an-

scheinend) fehlenden Gewinnorientiertheit der C._____ AG, welche 

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grundsätzlich auch als Verein hätte existieren können, nichts zu ihren 

Gunsten ableiten, da den Mitgliedern eines Vereinsvorstandes ebenso 

wie dem Verwaltungsrat der Aktiengesellschaft eine Aufsichtspflicht zu-

komme. Der Schaden in der Höhe von CHF 8'521.75 sei ausgewiesen 

und belegt sowie von der C._____ AG im Konkursverfahren explizit an-

erkannt worden. Die Beschwerdegegnerin habe erst mit dem Ende der 

Auflagefrist vom 2. Dezember 2019 Kenntnis des Schadens erhalten, 

so dass die Schadensforderung nicht verjährt sei. Dies gelte umso 

mehr, als dass der Schaden in keinem Fall bekannt sein könne, bevor 

er überhaupt eingetreten sei. Frühest möglicher Zeitpunkt der Scha-

denskenntnis sei der Zeitpunkt der Konkurseröffnung (14. Februar 

2019). Die Beschwerdegegnerin sieht eine Verletzung der Meldepflicht 

über die Löhne, die im Jahr 2017 (im Gegensatz zum Jahr 2016) aus-

bezahlt wurden (Art. 35 Abs. 2 AHVV), sowie der Zahlungspflicht 

(Art. 14 AHVG i.V.m. Art. 34 AHVV). Sie bezeichnet das Verschulden 

der Beschwerdeführerin als grobfahrlässig, da sie mit ihrer Passivität 

der Sorgfalts- und Aufsichtspflicht einer Verwaltungsrätin nicht nachge-

kommen sei und Exkulpationsgründe nicht vorlägen. Die Beschwerde-

gegnerin bejaht weiter auch den adäquaten Kausalzusammenhang, 

womit alle vier Haftungsvoraussetzungen erfüllt seien.

7. Mit verfahrensleitender Verfügung vom 6. September 2021 erteilte die 

Instruktionsrichterin der vorliegenden Beschwerde die aufschiebende 

Wirkung (Art. 61 Ingress ATSG i.V.m. Art. 53 VRG).

8. Mit Replik vom 8. September 2021 (Poststempel 9. September 2021) 

wiederholte die Beschwerdeführerin bei gleichbleibendem Rechtsbe-

gehren im Wesentlichen die bisherigen Standpunkte und reichte ihre 

Honorarnote ein.

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9. Mit Eingabe vom 15. September 2021 (Eingang 1. Oktober 2021) ver-

zichtete die Beschwerdegegnerin auf die Erstattung einer Duplik und 

nahm Stellung zur Honorarnote der Beschwerdeführerin.

Auf die Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften und den an-

gefochtenen Einspracheentscheid wird, soweit erforderlich, in den 

nachstehenden Erwägungen eingegangen.

II. Das Gericht zieht in Erwägung:

1.1. Die zu beurteilende Beschwerde richtet sich gegen den in Anwendung 

von Art. 52 des Bundesgesetzes über die Alters- und Hinterlassenen-

versicherung (AHVG; SR 831.10) ergangenen Einspracheentscheid 

vom 22. Juni 2021, mit welchem die Beschwerdegegnerin die Einspra-

che der Beschwerdeführerin vom 26. Mai 2021 abwies. Gegen sozial-

versicherungsrechtliche Einspracheentscheide kann Beschwerde beim 

kantonalen Versicherungsgericht erhoben werden (Art. 56 Abs. 1 des 

Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs-

rechts [ATSG; SR 830.1] i.V.m. Art. 57 ATSG). Für die Beurteilung die-

ser Beschwerde ist in Abweichung zu Art. 58 Abs. 1 ATSG das kanto-

nale Versicherungsgericht örtlich zuständig, in welchem die Arbeitge-

berin ihren Wohnsitz hat bzw. bis zum Konkurs hatte (Art. 52 Abs. 5 

AHVG; KIESER, in: STAUFFER/CARDINAUX [Hrsg.], Rechtsprechung des 

Bundesgerichts zum AHVG, 4. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2020, Rz. 143 

zu Art. 52 AHVG). Nachdem die Gesellschaft vor ihrer Löschung in 

E._____ und damit im Kanton Graubünden domiziliert war, ist für die 

Beurteilung der vorliegenden Streitigkeit das Versicherungsgericht des 

Kantons Graubünden, d.h. das Verwaltungsgericht des Kantons 

Graubünden zuständig (Art. 49 Abs. 2 lit. a des Gesetzes über die Ver-

waltungsrechtspflege [VRG; BR 370.100]). Das angerufene Gericht ist 

für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde somit örtlich und sach-

lich zuständig. Als formelle und materielle Adressatin ist die Beschwer-

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deführerin vom angefochtenen Einspracheentscheid überdies unmittel-

bar berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen gerichtli-

cher Überprüfung (vgl. Art. 59 ATSG). Auf die von ihr frist- und formge-

recht eingereichte Beschwerde ist damit – vorbehältlich nachfolgender 

Erwägung 1.2. – einzutreten (Art. 60 f. ATSG).

1.2. Bei Erhebung einer Einsprache wird das Verwaltungsverfahren erst 

durch den Einspracheentscheid abgeschlossen, welcher die ursprüng-

liche Verfügung ersetzt. Für eine spätere richterliche Beurteilung sind 

denn auch grundsätzlich die tatsächlichen Verhältnisse zur Zeit des Er-

lasses des strittigen Einspracheentscheids massgebend (vgl. BGE 142 

V 337 E.3.2.1 in fine, 140 V 70 E.4.2, 133 V 50 E.4.2.2, 131 V 407 

E.2.1.2.1). Da der Einspracheentscheid vom 22. Juni 2021 an die Stelle 

der vorgängig erlassenen Schadenersatzverfügung vom 30. April 2021 

getreten ist, hat jene jede rechtliche Bedeutung verloren (vgl. BGE 132 

V 368 E.6.1; 131 V 407 E.2.1.2.1; Urteile des Bundesgerichts 

9C_66/2016 vom 10. August 2016 E.1.2, 9C_386/2013 vom 20. Sep-

tember 2013 E.4). Auf das Begehren um Aufhebung der Schadener-

satzverfügung vom 30. April 2021 ist somit nicht einzutreten (vgl. Urteil 

des Bundesgerichts 9C_648/2020 vom 21. Januar 2021 E.1.2).

1.3. In formeller Hinsicht rügt die Beschwerdeführerin die Verletzung des 

rechtlichen Gehörs. Die Beschwerdegegnerin habe ihre Begründungs-

pflicht verletzt, indem sie in der Verfügung lediglich einen Hinweis auf 

Art. 52 AHVG angebracht und erklärt habe, die Parteien müssten nicht 

angehört werden, wenn die Verfügung durch Einsprache anfechtbar sei. 

Die Beschwerdegegnerin äussert sich zu diesem Vorbringen nicht.

Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung (siehe Urteil des Bundesge-

richts 9C_187/2020 vom 11. November 2020 E.2.1.2) fliesst aus dem 

Anspruch auf rechtliches Gehör nach Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfas-

sung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV; SR 101) die Pflicht 

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der Behörden, die Vorbringen des von einem Entscheid in seiner 

Rechtsstellung Betroffenen tatsächlich zu hören, zu prüfen und in der 

Entscheidfindung zu berücksichtigen. Nicht erforderlich ist, dass sich 

die Behörden mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinanderset-

zen und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegen. Vielmehr 

können sich die Behörden auf die für einen Entscheid wesentlichen 

Punkte beschränken. Die Begründung muss so abgefasst sein, dass 

sich die Betroffenen über die Tragweite eines Entscheids Rechenschaft 

geben und ihn in voller Kenntnis der Sache an die höhere Instanz wei-

terziehen können. In diesem Sinne müssen wenigstens kurz die Über-

legungen genannt werden, von denen sich die Behörde hat leiten las-

sen und auf die sich ihr Entscheid stützt (vgl. BGE 142 I 135 E.2.1; 138 

I 232 E.5.1; 136 I 229 E.5.2). Vorliegend wird von der Beschwerdefüh-

rerin bei ihrer Verletzungsrüge auf die Schadenersatzverfügung vom 

30. April 2021 Bezug genommen (vgl. Akten der Beschwerdeführerin 

[Bf-act.] 1), nicht aber auf den angefochtenen Einspracheentscheid, 

welcher die Schadenersatzverfügung ersetzte. Hinsichtlich des ange-

fochtenen Einspracheentscheids erhebt die Beschwerdeführerin keine 

Rüge der Gehörsverletzung, so dass sich Ausführungen dazu erübri-

gen. Obiter dictum kann aber festgestellt werden, dass der angefoch-

tene Einspracheentscheid vom 22. Juni 2021 mit seiner Begründung 

den Anforderungen des rechtlichen Gehörs genügt. Es lässt sich dem 

Einspracheentscheid genügend klar entnehmen, weshalb die Be-

schwerdegegnerin nach Prüfung aller Haftungsvoraussetzungen 

gemäss Art. 52 AHVG die Einsprache der Beschwerdeführerin abwies. 

Jedenfalls war die Beschwerdeführerin, wie ihre Beschwerde zeigt, in 

der Lage, den Einspracheentscheid sachgerecht anzufechten. Dass 

dies nicht der Fall gewesen sein sollte, macht sie selber nicht geltend. 

Der Anspruch auf rechtliches Gehör ist nach dem Gesagten nicht ver-

letzt.

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2. Vorliegend geht es um die Arbeitgeberhaftung gemäss Art. 52 AHVG, 

welcher in der seit dem 1. Januar 2020 geltenden Fassung wie folgt 

lautet:

1Fügt ein Arbeitgeber durch absichtliche oder grobfahrlässige Missachtung von 

Vorschriften der Versicherung einen Schaden zu, so hat er diesen zu ersetzen.
2Handelt es sich beim Arbeitgeber um eine juristische Person, so haften subsidiär 

die Mitglieder der Verwaltung und alle mit der Geschäftsführung oder Liquidation 

befassten Personen. Sind mehrere Personen für den gleichen Schaden verant-

wortlich, so haften sie für den ganzen Schaden solidarisch.
3Der Schadenersatzanspruch verjährt nach den Bestimmungen des Obligatio-

nenrechts über die unerlaubten Handlungen.
4Die zuständige Ausgleichskasse macht den Schadenersatz durch Erlass einer 

Verfügung geltend.
5In Abweichung von Artikel 58 Absatz 1 ATSG ist für die Beschwerde das Versi-

cherungsgericht des Kantons zuständig, in welchem der Arbeitgeber seinen 

Wohnsitz hat.
6Die Haftung nach Artikel 78 ATSG ist ausgeschlossen.

In materieller Hinsicht unbestritten sind die Organstellung der Be-

schwerdeführerin als Verwaltungsratsmitglied der C._____ AG im frag-

lichen Zeitraum des Jahres 2017 (vgl. Akten der Beschwerdegegnerin 

betreffend die C._____ AG [Bg-act.–P._____] 55) und die ausgeblie-

bene Meldung der im Jahr 2017 ausbezahlten Löhne bis Januar 2018 

bzw. die ausgebliebene Zahlung der darauf erhobenen Sozialversiche-

rungsbeiträge. Bestritten werden hingegen explizit der Schaden (u.a. 

Geltendmachung der Verjährung), das Verschulden und der adäquate 

Kausalzusammenhang.

Die Arbeitgeber sind verpflichtet, von dem von ihnen ausgerichteten 

Einkommen aus unselbständiger Erwerbstätigkeit die Arbeitnehmerbei-

träge in Abzug zu bringen, mit der Ausgleichskasse abzurechnen sowie 

die erforderlichen Angaben zu machen, und die Beiträge zusammen mit 

dem Arbeitgeberbeitrag periodisch der Ausgleichskasse zu entrichten 

(Art. 14 Abs. 1 und Art. 51 AHVG, Art. 34, 35 und 36 der Verordnung 

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über die Alters- und Hinterlassenenversicherung [AHVV; SR 831.101]). 

Die Missachtung dieser Pflichten verletzt Vorschriften der Versicherung 

im Sinne von Art. 52 AHVG. Art. 52 Abs. 1 AHVG sieht eine Verschul-

denshaftung nach öffentlichem Recht vor. Damit eine Schadenersatz-

pflicht entstehen kann, müssen alle Haftungsvoraussetzungen gegeben 

sein, d.h. es muss ein Schaden eingetreten sein, der auf ein widerrecht-

liches und schuldhaftes Verhalten des verantwortlichen Organs zurück-

zuführen ist. Zudem muss zwischen dem Verhalten der belangten Per-

son und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausalzusammen-

hang gegeben sein.

3.1.1. Nachstehend sind somit die spezifischen Haftungsvoraussetzungen 

gemäss Art. 52 AHVG zu prüfen. Die Beschwerdegegnerin trägt die Be-

weislast (Art. 8 Schweizerisches Zivilgesetzbuch [ZGB; SR 210]). Die 

Beschwerdegegnerin macht einen Schaden von CHF 8'521.75 geltend, 

bestehend aus nicht bezahlten Beiträgen auf Löhnen, die im Jahr 2017 

ausbezahlt wurden (vgl. Einspracheentscheid S. 5; Bg-act.–P._____ 8, 

10, 44 und 46). Die Beschwerdeführerin verneint hingegen einen Scha-

den unter Hinweis auf den Kollokationsplan im Konkurs der C._____ 

AG über angebliche Lohnforderungen von Januar – Juli 2018. Da im 

Jahr 2018 keine beitragspflichtigen Löhne ausbezahlt worden seien, 

könne der Beschwerdegegnerin dann auch kein Schaden entstanden 

sein.

3.1.2. Die Argumentation der Beschwerdeführerin verfängt nicht. Die Erwäh-

nung von Lohnforderungen von Januar – Juli 2018 im Kollokationsplan 

im Konkurs Nr. 2190001 der C._____ AG (siehe Seite 2 des Kollokati-

onsplans [B. Ungesicherte Forderungen, 2. Klasse, Ord. Nr. 1 / 

Nr. Eing. 19]) muss aufgrund der Gesamtumstände ein Verschrieb des 

Betreibungs- und Konkursamts der Region D._____ sein, wurden diese 

Lohnforderungen doch von G._____, wohnhaft in H._____, kolloziert 

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(siehe Seite 3 des Kollokationsplans im Konkurs Nr. 2190001, C._____ 

AG [B. Ungesicherte Forderungen, 3. Klasse, Ord. Nr. 7 / Nr. Eing. 5]; 

Bf-act. 11). Da sich dies im Konkursverfahren zugetragen hat, besteht 

kein Grund, die Beschwerdegegnerin im Verfahren um Sozialversiche-

rungsbeiträge darauf zu behaften.

3.1.3. Der Schaden im Sinne von Art. 52 AHVG umfasst in erster Linie die ge-

schuldeten paritätischen AHV/IV/EO/ALV- und FAK-Beiträge sowie 

Verwaltungskosten. Hinzu kommen unbezahlt gebliebene Mahnge-

bühren, Verzugszinsen und Betreibungskosten (vgl. REICHMUTH, Die 

Haftung des Arbeitgebers und seiner Organe nach Art. 52 AHVG, 

Zürich/Basel/Genf 2008, Rz. 329 ff.; FORSTER, in: STEIGER-SACK-

MANN/MOSIMANN [Hrsg.], Recht der Sozialen Sicherheit, Basel 2014, 

Rz. 11.6; NEDI, Die Haftung der GmbH als Arbeitgeberin nach Art. 52 

AHVG und Art. 52 BVG, S. 145). In zeitlicher Hinsicht ist die Haftung 

beschränkt. Der Beitragsausstand, für den das Organ haftbar gemacht 

wird, muss im Zeitpunkt seines effektiven Austritts aufgelaufen sein 

bzw. müssen die Beitragsforderungen bis dahin fällig sein (vgl. 

FREY/MOSIMANN/BOLLINGER, AHVG-/IVG-Kommentar, Aufl. 2018, Rz. 7 

zu Art. 52 AHVG; KIESER, a.a.O., Rz. 17 ff. und 86 ff. zu Art. 52 AHVG). 

Der Schaden entsteht nicht schon mit der Fälligkeit der Beiträge, son-

dern erst in dem Zeitpunkt, in dem anzunehmen ist, dass die geschul-

deten Beiträge aus rechtlichen oder tatsächlichen Gründen nicht mehr 

erhoben werden können, sei es durch Beitragsverwirkung, sei es durch 

Zahlungsunfähigkeit der Arbeitgeberin. Zahlungsunfähigkeit wird be-

jaht, wenn der Konkurs eröffnet oder ein definitiver Verlustschein aus-

gestellt wurde (siehe BGE 141 V 487 E.2.2, 136 V 268 E.2.2 und 2.6, 

129 V 193 E.2.2; KIESER, a.a.O., Rz. 18 zu Art. 52 AHVG).

Die diesbezüglichen Ausführungen der Beschwerdeführerin über den 

Schadenseintritt spätestens mit Ablauf der verstrichenen Zahlungsfrist 

am 2. März 2018 gehen somit fehl. Die Schadenspositionen über die 

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ausstehenden Sozialversicherungsbeiträge für das Jahr 2017 – resul-

tierend aus einer beitragspflichtigen Lohnsumme von CHF 54'300.-- 

(vgl. Bf-act. 7; Bg-act.–P._____ 8 und 10) – zuzüglich Verwaltungskos-

ten, Verzugszinsen, Mahngebühren sowie Betreibungs- und Verfah-

rensspesen von gesamthaft CHF 8'521.75 sind belegt (vgl. Bf-act. 12; 

Bg-act.–P._____ 44 und 46) und von der C._____ AG im Konkursver-

fahren ausdrücklich anerkannt worden (vgl. Bg-act.–P._____ 53 S. 1). 

Aus dem Konkursverfahren resultierte ein Verlustschein vom 15. De-

zember 2020 in der Höhe von CHF 8'521.75 (vgl. Bf-act. 7; Bg-act.–

P._____ 53 S. 2). Die infrage stehenden Sozialversicherungsbeiträge 

zuzüglich Verwaltungskosten können somit im ordentlichen Bezugsver-

fahren tatsächlich nicht mehr erhoben werden.

3.1.4. Ferner wird von der Beschwerdeführerin die Verjährung geltend ge-

macht. Seit dem 1. Januar 2020 gilt neu eine drei- statt der zuvor zwei-

jährigen relativen Verjährungsfrist gemäss Art. 52 Abs. 3 AHVG i.V.m. 

Art. 60 Abs. 1 OR (Bundesgesetz betreffend die Ergänzung des 

Schweizerischen Zivilgesetzbuches [Fünfter Teil: Obligationenrecht]; 

SR 220). Die Beschwerdeführerin lässt ausführen, der Schaden sei 

spätestens mit Ablauf der verstrichenen Zahlungsfrist am 2. März 2018 

eingetreten und es hätte der Beschwerdegegnerin zu diesem Zeitpunkt 

ˮunter Beachtung der zumutbaren Aufmerksamkeitˮ bewusst sein müs-

sen, dass die Beiträge nicht mehr eintreibbar waren, so dass damit 

(sinngemäss) die dreijährige Verjährungsfrist abgelaufen sei. Gemäss 

Art. 52 Abs. 3 AHVG i.V.m. Art. 60 Abs. 1 OR verjährt die Schadener-

satzforderung, wenn sie nicht innert drei Jahren seit Kenntnis des Scha-

dens durch Erlass einer Schadenersatzverfügung geltend gemacht 

wird, auf jeden Fall aber mit Ablauf von zehn Jahren seit Eintritt des 

Schadens. Massgebend für den Beginn dieser Frist ist der Zeitpunkt, ab 

welchem die Ausgleichskasse unter Beachtung der ihr zumutbaren Auf-

merksamkeit erkennen muss, dass die tatsächlichen Gegebenheiten 

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nicht mehr erlauben, die Beiträge einzufordern, wohl aber eine Scha-

denersatzpflicht begründen können.

Die Schadenersatzforderung geht zurück auf die Veranlagungsverfü-

gung vom 10. August 2018 gemäss Art. 38 Abs. 1 AHVV, wonach die 

Ausgleichskasse die geschuldeten Beiträge durch eine Veranlagungs-

verfügung festzusetzen hat, wenn innert Frist die Arbeitgeber- oder Ar-

beitnehmerbeiträge nicht bezahlt werden. Die Veranlagungsverfügung 

erwuchs unangefochten in Rechtskraft (vgl. Bg-act.–P._____ 17, 15, 

20). Der Konkurs über die C._____ AG wurde am 14. Februar 2019 

eröffnet (vgl. Bg-act.–P._____ 29, 31); der Kollokationsplan im Konkurs-

verfahren der C._____ AG war vom 12. November 2019 – 2. Dezember 

2019 aufgelegt (vgl. Bf-act. 11; Bg-act.–P._____ 48). Darin liess die Be-

schwerdegegnerin die vorliegend geltend gemachte Schadenersatzfor-

derung in der Höhe von CHF 8'521.75 kollozieren. Die Beschwerdegeg-

nerin sieht den Beginn der Verjährungsfrist, d.h. die Schadenskenntnis 

frühestens ab Konkurseröffnung am 14. Februar 2019 bzw. im vorlie-

genden Fall ab Ende der Auflagefrist des Kollokationsplans am 2. De-

zember 2019 (siehe Beschwerdeantwort S. 3 unten mit Hinweis auf 

REICHMUTH, a.a.O., Rz. 839, wonach frühester Zeitpunkt der Schadens-

kenntnis der Zeitpunkt der Konkurseröffnung ist) und damit die Ver-

jährung als nicht eingetreten. Der Verlustschein aus dem Konkursver-

fahren datiert vom 15. Dezember 2020 (vgl. Bf-act. 7; Bg-act.–P._____ 

53 S. 2). In Anwendung des neuen Verjährungsrechts, welches zum 

Zeitpunkt der Schadenersatzverfügung vom 30. April 2021 und des an-

gefochtenen Einspracheentscheids vom 22. Juni 2021 in Kraft stand, ist 

bezüglich der ausstehenden Sozialversicherungsbeiträge zuzüglich 

Verwaltungskosten für das Jahr 2017 die Verjährung nicht eingetreten. 

Die Beschwerdegegnerin hat folglich einen einforderbaren Schaden in 

der Höhe von CHF 8'521.75 erlitten, womit die Haftungsvoraussetzung 

des Schadens erfüllt ist.

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3.2.1. Weitere Haftungsvoraussetzung für die Schadenersatzforderung ist die 

Widerrechtlichkeit bzw. Pflichtverletzung. Dabei geht es um eine dop-

pelte Prüfung: Zum einen stellt sich die Frage, ob Vorschriften der AHV 

verletzt wurden; zum anderen ist zu beantworten, ob die entsprechende 

Verletzung dem Arbeitgeber bzw. dem Organ entgegenzuhalten ist 

(Verletzung der Organpflicht; siehe dazu KIESER, a.a.O, Rz. 39 f. zu 

Art. 52 AHVG). Anwendbar sind Art. 14 Abs. 1 AHVG und Art. 51 Abs. 1 

AHVG, wonach die Beiträge vom Einkommen aus unselbständiger Er-

werbstätigkeit bei jeder Lohnzahlung in Abzug zu bringen und vom Ar-

beitgeber zusammen mit dem Arbeitgeberbeitrag periodisch zu entrich-

ten sind. Weiter zu beachten sind Art. 34 ff. AHVV. Gemäss Art. 35 

AHVV haben die Arbeitgeber im laufenden Jahr periodisch Akontobei-

träge zu entrichten; diese werden von der Ausgleichskasse auf Grund 

der voraussichtlichen Lohnsumme festgesetzt (Abs. 1). Die Arbeitgeber 

haben der Ausgleichskasse auch wesentliche Änderungen der Lohn-

summe während des laufenden Jahres zu melden (Abs. 2).

3.2.2. Die Beschwerdeführerin war ohne Zweifel als Verwaltungsratsmitglied 

formelles Organ der C._____ AG (vgl. Bg-act.–P._____ 1; REICHMUTH, 

a.a.O., Rz. 205, 631). Gleich nach dem Handelsregistereintrag im Ja-

nuar 2016 wurde die C._____ AG mit Schreiben der Beschwerdegeg-

nerin vom 25. Januar 2016 wie folgt über die AHV-Abrechnungs- und 

Beitragspflicht informiert: ˮNach Ihren Angaben im Anmeldeformular 

richtet Ihr Unternehmen keine Lohnzahlungen wie ordentliche Löhne, 

Verwaltungsratshonorare oder Tantièmen aus. Somit bezahlen Sie vor-

läufig keine Beiträge. Wenn sich Ihre unternehmerischen Verhältnisse 

verändern, informieren Sie uns bitte, damit Ihre regelmässige Beitrags-

zahlung vorbereitet werden kann.ˮ (vgl. Bg-act.–P._____ 4). Die Dar-

stellung der Beschwerdegegnerin, wonach es die C._____ AG bzw. die 

Beschwerdeführerin in Verletzung von Art. 35 Abs. 2 AHVV im Laufe 

des Jahres 2017 trotzdem unterliess, der Beschwerdegegnerin zu mel-

- 15 -

den, dass sie im Jahr 2017 – im Gegensatz zum Jahr 2016 – Löhne 

ausbezahlte, was erst mit der am 26. Januar 2018 (Eingang bei der Be-

schwerdegegnerin) für das Jahr 2017 erstatteten Lohnmeldung getan 

wurde, ist belegt (vgl. Bg-act.–P._____ 8 und 10). Damit hat sich die 

C._____ AG bzw. die Beschwerdeführerin als ihr formelles Organ wi-

derrechtlich verhalten. Dieser Umstand der Nichtmeldung und Nichtab-

rechnung der im Jahr 2017 ausbezahlten Löhne bis im Januar 2018 

sowie die Nichtbezahlung der abgerechneten Beiträge wird von der Be-

schwerdeführerin nicht bestritten. Sie stellt sich lediglich der Rechtsauf-

fassung entgegen, dass es – wie die Beschwerdegegnerin im angefoch-

tenen Einspracheentscheid ausführt – zur Pflicht gehöre, nach objekti-

ven Umständen und den persönlichen Verhältnissen dafür zu sorgen, 

dass keine Zahlungsunfähigkeit eintrete (Hinweis auf ZAK 1985 E.5 

S. 580 ff.), da bei der Verletzung dieser Pflicht auch Widerrechtlichkeit 

vorliege, wenn keine AHV-Vorschriften verletzt seien. Angesichts des in 

casu gegebenen – und unbestritten gebliebenen – Verstosses gegen 

die beitragsrechtlichen Bestimmungen von AHVG und AHVV erübrigen 

sich Weiterungen zum Vorbringen der Beschwerdeführerin.

3.2.3. Im Jahr 2017 war die Beschwerdeführerin alleiniges Verwaltungsrats-

mitglied mit Einzelunterschrift der C._____ AG (vgl. Akten der Be-

schwerdegegnerin betreffend A._____ [Bg-act.–A._____] 6 S. 1). Als 

solches traf sie die Pflicht, ihre Aufgaben mit aller Sorgfalt zu erfüllen 

und die Interessen der Gesellschaft in guten Treuen zu wahren 

(Art. 717 Abs. 1 OR). Gemäss Art. 716a Abs. 1 Ziff. 1, 3 und 5 OR hat 

der Verwaltungsrat die folgenden unübertragbaren und unentziehbaren 

Aufgaben: die Oberleitung der Gesellschaft und die Erteilung der nöti-

gen Weisungen; die Ausgestaltung des Rechnungswesens, der Finanz-

kontrolle sowie der Finanzplanung, sofern diese für die Führung der Ge-

sellschaft notwendig ist; und die Oberaufsicht über die mit der Ge-

schäftsführung betrauten Personen, namentlich im Hinblick auf die Be-

- 16 -

folgung der Gesetze, Statuten, Reglemente und Weisungen. Ange-

sichts dieser unübertragbaren und unentziehbaren Aufgaben ist die 

Verletzung der Meldepflicht (Art. 35 AHVV) und der Abrechnungs- und 

Zahlungspflicht (Art. 14 und 51 AHVG i.V.m. Art. 34 ff. AHVV) der 

C._____ AG bezüglich der Sozialversicherungsbeiträge auf den im Jahr 

2017 für die zwei Mitarbeiterinnen G._____ und I._____ (vgl. Bg-act.–

P._____ 8 S. 3) ausbezahlten Löhnen der C._____ AG als Arbeitgebe-

rin wie auch der Beschwerdeführerin als einzigem formellem Organ an-

zulasten, womit die Haftungsvoraussetzung der Widerrechtlichkeit bzw. 

Pflichtverletzung zu bejahen ist.

3.3.1. Was die Haftungsvoraussetzung des Verschuldens anbelangt, statuiert 

Art. 52 Abs. 1 AHVG eine Verschuldenshaftung aus öffentlichem Recht. 

Sowohl den Arbeitgeber wie auch das allfällige Arbeitgeberorgan muss 

ein Verschulden treffen; verlangt wird somit ein doppeltes oder zweistu-

figes Verschulden (vgl. REICHMUTH, a.a.O., Rz. 535; KIESER, a.a.O., 

Rz. 40 zu Art. 52 AHVG; BGE 136 V 268 E.3 zum qualifizierten Ver-

schulden). Art. 52 Abs. 1 AHVG setzt weiter für die Haftbarkeit des Ar-

beitgebers voraus, dass die Missachtung von Vorschriften in absichtli-

cher oder grobfahrlässiger Weise erfolgt ist. Die Abrechnungs- und Bei-

tragspflichten treffen subsidiär zur juristischen Person die natürlichen 

Personen, die eine Organstellung innehaben (BGE 114 V 219 E.3c). Es 

ist abzuwägen, ob und inwieweit eine Handlung der Unternehmung ei-

nem Organ im Hinblick auf dessen rechtliche und faktische Stellung in-

nerhalb der Firma zuzurechnen ist. Ob ein Organ schuldhaft handelt, 

hängt demnach entscheidend von der Verantwortung und den Kompe-

tenzen ab, die ihm von der juristischen Person übertragen wurden (vgl. 

NEDI, a.a.O, S. 146 ff.). Wenn auch die Sorgfaltspflicht der Organe einer 

Aktiengesellschaft grundsätzlich streng ist, ist doch das Ausmass der 

Sorgfaltspflicht nach den Verhältnissen im Einzelfall zu beurteilen (vgl. 

KIESER, a.a.O., Rz. 43 ff. zu Art. 52 AHVG). Das Mass der zu verlan-

- 17 -

genden Sorgfalt ist abzustufen entsprechend der Sorgfaltspflicht, die in 

den kaufmännischen Belangen jener Arbeitskategorie, welcher der Be-

troffene angehört, üblicherweise erwartet werden kann und muss. Die 

Differenzierung des Sorgfaltsmasstabs richtet sich nach der Organisa-

tion und Rechtsform des Arbeitgebers, sie ist nicht abhängig von der 

Branche der Gesellschaft oder der Berufsgattung des Organs (vgl. dazu 

BGE 108 V 199 E.3a; FREY/MOSIMANN/BOLLINGER, a.a.O., Rz. 4 und 

14 f. zu Art. 52 AHVG; siehe dazu auch FORSTER, a.a.O., Rz. 11.22 f.). 

Vom Verwaltungsratspräsidenten, der einziges ausführendes Organ ei-

ner Gesellschaft ist, ist ein höheres Mass an Sorgfalt zu verlangen als 

vom Organ eines Grossunternehmens, dessen Kontrollmöglichkeiten 

eingeschränkt sind. Demnach ist nicht jede Verletzung der öffentlich-

rechtlichen Aufgaben einer Arbeitgeberin ohne Weiteres als qualifizier-

tes Verschulden ihrer Organe zu werten; vielmehr wird ein Normver-

stoss von einer gewissen Schwere verlangt. Der Verwaltungsrat kann 

sich aber seiner Überwachungspflicht im Sinne von Art. 716a OR durch 

eine Delegation seiner Geschäftsführungs- und Vertretungsbefugnisse 

an Dritte nicht entledigen. Auch wenn sich das Verwaltungsratsmitglied 

auf die Überprüfung der Tätigkeit der Geschäftsleitung und des Ge-

schäftsganges beschränken darf, wird diesbezüglich verlangt, dass es 

sich laufend über den Geschäftsgang informiert, Rapporte verlangt und 

sie sorgfältig studiert, nötigenfalls ergänzende Auskünfte beizieht und 

Irrtümer abzuklären versucht. Massgebend sind dabei die gesetzlich 

nicht übertragbaren Pflichten des Verwaltungsrates (siehe dazu 

FREY/MOSIMANN/BOLLINGER, a.a.O, Rz. 15 zu Art. 52 AHVG; KIESER, 

a.a.O., Rz. 41 ff. zu Art. 52 AHVG m.H.).

3.3.2. Passivität trotz möglicher Kenntnis ausstehender Beitragszahlungen ist 

als grobfahrlässig zu bewerten. Auch der nicht geschäftsführende Ver-

waltungsrat untersteht einer strengen Aufsichts- und Kontrollpflicht. So 

ist es zulässig, den Verkehr mit der Ausgleichskasse z.B. an eine Treu-

- 18 -

handfirma zu delegieren, was aber nicht von der Überwachungspflicht 

entbindet, dass die Pflichten auch ausgeführt werden (vgl. FREY/MOSI-

MANN/BOLLINGER, a.a.O., Rz. 15 zu Art. 52 AHVG; KIESER, a.a.O., 

Rz. 95 zu Art. 52 AHVG; BGE 108 V 199 E.3; Urteil des Bundesgerichts 

9C_906/2017 vom 21. Juni 2018 E.4.2.2 mit Hinweis auf 9C_651/2012 

vom 15. Mai 2013 E.6.2). Als Kriterien der Beurteilung des Verschul-

dens werden u.a. die Organisation und Aufgabendelegierung innerhalb 

des Arbeitgebers, die Passivität des Arbeitgebers und seiner Organe, 

die Dauer der Beitragsausstände sowie die Unternehmensgrösse 

berücksichtigt (vgl. NEDI, a.a.O., S. 148). Strengere Anforderungen an 

die Überwachungs- und Kontrollpflichten gelten bei Kleinunternehmen. 

Es wird vom zuständigen Organ erwartet, über sämtliche Belange der 

Gesellschaft inklusive des Beitragswesens im Bilde zu sein, selbst 

wenn die Befugnisse delegiert wurden (vgl. NEDI, a.a.O., S. 149). Wenn 

eine Gesellschaft bei objektiver Betrachtung durch einfache und leicht 

überschaubare Betriebsverhältnisse (wenige Angestellte, einfache Ver-

waltungsstruktur) gekennzeichnet ist, so ist ein strenger Sorgfaltsmass-

stab anzulegen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_763/2018 vom 

16. Juli 2019 E.4.1.1).

3.3.3. Die Ausgleichskasse, welche feststellt, dass sie einen durch Missach-

tung von Vorschriften entstandenen Schaden erlitten hat, darf recht-

sprechungsgemäss allerdings davon ausgehen, dass die Vorschriften 

absichtlich oder mindestens grobfahrlässig verletzt wurden, sofern 

keine Rechtfertigungs- oder Exkulpationsgründe gegeben sind (siehe 

BGE 119 V 401 E.4a, 108 V 199 E.1; Urteile des Bundesgerichts 

9C_906/2017 vom 21. Juni 2018 E.4.2.3, 9C_599/2017 vom 26. Juni 

2018 E.4.2.1 ff.; vgl. FREY/MOSIMANN/BOLLINGER, a.a.O., Rz. 12 zu 

Art. 52 AHVG; NUSSBAUMER, Die Haftung des Verwaltungsrates nach 

Art. 52 AHVG [Haftung des Verwaltungsrates], in: AJP 1996, 

S. 1071 ff., 1077 f. Fn. 93 mit Hinweisen auf BGE 108 V 186 E.1b). Un-

- 19 -

erheblich ist, dass die Beiträge in Ermangelung finanzieller Mittel nicht 

bezahlt worden sind, denn für die Beurteilung der Haftbarkeit der Be-

schwerdeführerin kommt es nicht darauf an, dass die Gesellschaft nicht 

über ausreichende materielle Mittel verfügte (vgl. ZAK 1985 E.4 

S. 621 f.). Entscheidend ist vielmehr, ob sie infolge Verschuldens der 

Beschwerdeführerin nicht in der Lage war, ihrer Zahlungspflicht ge-

genüber der Ausgleichskasse nachzukommen (BGE 109 V 86 E.5f.).

Der Begriff der Grobfahrlässigkeit im Sinne von Art. 52 AHVG ist gleich 

zu verstehen wie im übrigen Haftpflicht- und Versicherungsrecht. Grob-

fahrlässig handelt, wer eine elementare Vorsichtsmassnahme missach-

tet bzw. ausser Acht lässt, was jedem verständigen Menschen in glei-

cher Lage und unter gleichen Umständen als beachtlich hätte einleuch-

ten müssen. Die Verschuldensfrage wird primär nach den Umständen 

beurteilt, die zum Zahlungsrückstand geführt haben (BGE 124 V 255 

E.3b); dabei stellt der Normverstoss von einer gewissen Schwere eine 

grobe Fahrlässigkeit im Sinne von Art. 52 AHVG dar (vgl. zum Ganzen 

KIESER, a.a.O., Rz. 41 ff. zu Art. 52 AHVG m.H.). Gemäss Urteil des 

Bundesgerichts 9C_312/2021 vom 8. November 2021 E.3.2.2. ist es – 

allenfalls abgesehen von kurzfristigen Ausständen – grobfahrlässig, 

Löhne zu bezahlen, wenn die darauf geschuldeten AHV-Beiträge nicht 

gedeckt sind. Solches Verhalten ist den verantwortlichen Organen 

grundsätzlich als qualifiziertes Verschulden zuzurechnen, was die volle 

Schadenersatzpflicht nach sich zieht, sofern ein adäquater Kausalzu-

sammenhang zwischen der schuldhaften Verletzung von Vorschriften 

und dem Schadenseintritt besteht und die Ausgleichskasse kein Mitver-

schulden trifft. Der Grund für diese Praxis liegt in der besonderen Natur 

der AHV-Beiträge, hinsichtlich welcher der Arbeitgeber die Funktion ei-

nes Vollzugsorgans ausübt (Art. 51 AHVG). Daraus resultiert eine be-

sondere Pflicht, für die ordnungsgemässe Bezahlung der Beiträge zu 

sorgen (vgl. auch KIESER, a.a.O., Rz. 48 ff. zu Art. 52 AHVG).

- 20 -

3.3.4. Die Beschwerdegegnerin macht zumindest grobfahrlässiges Verschul-

den der Beschwerdeführerin geltend, weil die C._____ AG bzw. die Be-

schwerdeführerin als deren Organ von den rechtlichen Verpflichtungen 

– gerade auch im Beitragswesen – Kenntnis haben musste und den-

noch das gebotene Handeln unterliess. Die Beschwerdeführerin wie-

derum macht bezüglich Verschulden geltend, dass sie lediglich für die 

Organisation des Anlasses, nicht aber für das Finanzielle verantwortlich 

gewesen sei, weil diesbezüglich ein Finanzchef und eine Treuhänderin 

geamtet hätten. Zudem sei die C._____ AG keine gewinnorientierte AG 

gewesen, es sei vielmehr ehrenamtlich gearbeitet worden. Ihr könne 

somit höchstens leichte Fahrlässigkeit, jedoch keine grobe Fahrlässig-

keit (geschweige denn Absicht) vorgeworfen werden, so dass kein haf-

tungsrechtlich relevantes Verschulden vorliege.

3.3.5. Die Argumentation der Beschwerdeführerin verfängt nicht. Im vorlie-

genden Fall handelt es sich bei der C._____ AG um ein kleines Unter-

nehmen mit einfacher, überschaubarer Verwaltungsstruktur. Die Be-

schwerdeführerin war als Verwaltungsrätin einziges formelles Organ 

(vgl. Bg-act.–A._____ 6 S. 1) und im Jahr 2017 arbeiteten lediglich zwei 

Angestellte für die Gesellschaft. Aufgrund ihrer alleinigen Organstellung 

bzw. ihrer Funktion als alleinige Verwaltungsrätin mit dem entsprechen-

den Pflichtenheft (Art. 717 OR und Art. 716a OR) und der einfachen, 

überschaubaren Verwaltungsstruktur, oblag ihr der Überblick über alle 

wesentlichen Belange der Firma, inklusive Beitragswesen. Zwar erhiel-

ten die beiden Angestellten ihren Lohn während des Jahres 2017, doch 

unterliess es die Beschwerdeführerin pflichtwidrig, für die Meldung der 

Löhne im Jahr 2017 an die Beschwerdegegnerin besorgt zu sein, ob-

schon die C._____ AG – kurz nach ihrem Handelsregistereintrag und 

mit der Beschwerdeführerin als Verwaltungsratspräsidentin – bereits 

mit Schreiben vom 26. Januar 2016 auf ihre Meldepflicht aufmerksam 

gemacht worden war (vgl. Bg-act.–P._____ 4). Auch war sie nicht für 

- 21 -

die periodische Abrechnung und die Bezahlung der (Akonto-)Beiträge 

besorgt, obschon sie für die Bezahlung dieser Beiträge hätte sorgen 

müssen. Indem die Beschwerdeführerin diese Sorgfaltspflicht missach-

tete, hat sie ausser Acht gelassen, ˮwas jedem verständigen Menschen 

in gleicher Lage und unter gleichen Umständen als beachtlich hätte ein-

leuchten müssenˮ. Bei pflichtgemässer Ausübung ihrer Sorgfalts-, 

Oberleitungs- und Überwachungspflichten als Verwaltungsratsmitglied 

der C._____ AG hätte die Beschwerdeführerin mit erhöhter Aufmerk-

samkeit für die Meldung und die Begleichung der ausstehenden Sozia-

lversicherungsbeiträge für die Mitarbeitenden der C._____ AG sorgen 

müssen. Es ist den Akten nichts zu entnehmen, wonach sich die Be-

schwerdeführerin jemals um diese Thematik gekümmert hätte. Diese 

Passivität stellt eine Verletzung ihrer Sorgfalts-, Oberleitungs- und 

Überwachungspflichten als Verwaltungsratsmitglied dar, welche ihr zu-

mindest als grobfahrlässiges Verhalten vorwerfbar ist. Es wurden weder 

Umstände substanziiert dargetan, welche ihr Verhalten als berechtigt 

oder entschuldbar erscheinen liessen, noch ergeben sich hierfür irgend-

welche Anhaltspunkte aus den Akten (vgl. BGE 108 V 199 E.3b). So 

greift auch nicht der Exkulpationsgrund, wonach rechtsprechungs-

gemäss die vorübergehende Nichtbezahlung der Beiträge ausnahms-

weise rechtmässig erscheint, wenn bei ungenügender Liquidität eine 

Arbeitgeberin zunächst für das Überleben des Unternehmens wesentli-

che andere Forderungen (insbesondere solche der Arbeitnehmer und 

Lieferanten) befriedigt, sofern sie auf Grund der objektiven Umstände 

und einer seriösen Beurteilung der Lage annehmen darf, sie werde die 

geschuldeten Beiträge innert nützlicher Frist nachzahlen können (BGE 

108 V 183 E.2, bestätigt in BGE 121 V 243; 132 III 523 E.4.6; vgl. Urteile 

des Bundesgerichts 9C_538/2019 vom 19. Juni 2020 E.6.2, 

9C_436/2016 vom 26. Juni 2017 E.8.2, 9C_330/2010 vom 18. Januar 

2011 E.3.4; ZAK 1992 E.4b S. 248). Eine relativ kurze Dauer des Bei-

tragsausstandes schliesst zwar ein grobes Verschulden nicht zwingend 

- 22 -

aus, kann aber für sich allein – in Abwesenheit anderer Umstände – 

nicht als grobfahrlässig gewertet werden (BGE 121 V 243 E.4b). Eine 

kurze Dauer bzw. ˮ nützliche Fristˮ in diesem Sinne ist z.B. überschritten, 

wenn die Beitragszahlungspflicht über ein Jahr lang verletzt wird (vgl. 

Urteile des Bundesgerichts 9C_436/2016 vom 26. Juni 2017 E.8.2, 

9C_311/2015 vom 9. Juli 2015 E.4.1, 9C_111/2007 vom 17. September 

2007 E.3.1), zumal wenn dabei kein gezieltes, auch in zeitlicher Hinsicht 

konkretes Sanierungskonzept vorliegt (vgl. Urteil des Eidgenössischen 

Versicherungsgerichts [EVGE] H 34/02 vom 4. März 2004 E.5.2) oder 

wenn eine Sanierung erst nach einem jahrelang defizitären Geschäfts-

gang erwartet werden kann (vgl. EVGE H 295/02 vom 2. Dezember 

2003 E.5.2.1). Nicht entschuldbar ist die Beitragsrückbehaltung, wenn 

eine Sanierung überhaupt nicht ernsthaft erwartet werden kann (vgl. 

EVGE H 28/84 vom 21. August 1985 E.3; siehe zum Ganzen: Urteil des 

Bundesgerichts 9C_330/2010 vom 18. Januar 2011 E.3.4).

Als Verwaltungsrätin und Organisationspräsidentin konnte sich die Be-

schwerdeführerin trotz Beizugs eines Finanzchefs und einer Treuhän-

derin ihrer Sorgfalts-, Oberleitungs- und Überwachungspflichten – zu 

welchen das Beitragswesen für die im Jahr 2017 ausbezahlten Löhne 

gehörte – nicht entledigen. Sie verhielt sich passiv, so dass es ihr ge-

rade im relevanten Jahr 2017 nicht aus einer ˮÜberlebens-Strategieˮ für 

die C._____ AG heraus darum ging, andere Forderungen vorzuziehen, 

weil objektive und ernsthafte Gründe bestanden hätten, die ausstehen-

den Beiträge innert nützlicher Frist bezahlen zu können. Eine Sanierung 

war in jenem Jahr 2017 kein Thema. Die Aufmerksamkeit und die Be-

reitschaft, sanierende Massnahmen zu ergreifen, liess die Beschwer-

deführerin vermissen, was umso gravierender ist, als dass der Sponsor 

F._____ seinen Sponsorenbeitrag bereits im Jahr 2016 nicht bezahlt 

hatte (vgl. Bg-act.–P._____ 49). Auch betraf der Ausstand nicht eine 

kurze Dauer, sondern das gesamte Jahr 2017.

- 23 -

3.3.6. Als Exkulpationsgrund nennt die Beschwerdeführerin den Umstand, 

dass nicht sie, sondern ein Finanzchef bzw. eine Treuhänderin für das 

Finanzielle verantwortlich gewesen sein sollen. Dazu ist festzuhalten, 

dass es zwar zulässig ist, den Verkehr mit der Ausgleichskasse z.B. an 

einen Geschäftsführer oder eine Treuhänderin zu delegieren, dass dies 

aber nicht von der Pflicht entbindet, die Einhaltung der Lohnabrechnung 

zu überwachen (vgl. BGE 108 V 199 E.3.a und 3.b; Urteile des Bundes-

gerichts 9C_619/2015 vom 13. November 2015 E.5.2, 9C_804/2011 

vom 30. November 2011). Selbst die Ehrenamtlichkeit ist kein Rechtfer-

tigungsgrund und stellt keinen Grund für eine weniger strenge Haftung 

dar. Die Ehrenamtlichkeit führt nicht dazu, dass die Organpflichten we-

niger sorgfältig wahrgenommen werden dürfen und ändert nichts daran, 

dass auf ausbezahlten Löhnen Sozialversicherungsbeiträge bezahlt 

werden müssen; sie ändert nichts an der Verantwortung gemäss Art. 52 

AHVG (vgl. KIESER, a.a.O., Rz. 63 zu Art. 52 AHVG; REICHMUTH, a.a.O., 

Rz. 719 f. m.w.H.).

3.3.7. Zu ihrer Exkulpation macht die Beschwerdeführerin überdies implizit ein 

Mitverschulden der Beschwerdegegnerin geltend, da diese von den fi-

nanziellen Schwierigkeiten der C._____ AG seit der Nichtbezahlung der 

Beiträge bis März 2018 bzw. aufgrund der breiten medialen Berichter-

stattung im Frühjahr 2018 über das ˮAusˮ der C._____ AG Kenntnis ge-

habt hätte. Nach der Rechtsprechung ist ein Mitverschulden der Aus-

gleichskasse gegeben, wenn sich die Verwaltung einer groben Pflicht-

verletzung schuldig gemacht hat, was namentlich dann der Fall ist, 

wenn sie elementare Vorschriften der Beitragsveranlagung und des 

Beitragsbezugs missachtet hat, und wenn zwischen dem rechtswidri-

gen Verhalten und dem Schaden ein adäquater Kausalzusammenhang 

besteht (vgl. KIESER, a.a.O., Rz. 34 ff. und 71 ff. zu Art. 52 AHVG; NEDI, 

a.a.O., S. 149; EVGE H 235/03 vom 2. März 2004 E.7 mit Hinweisen). 

Die Frage eines allfälligen Mit- bzw. Selbstverschuldens der Aus-

- 24 -

gleichskasse ist ohne Einfluss auf die Verpflichtung des Arbeitgebers, 

für die Beitragsabrechnung und –zahlung besorgt zu sein und vermag 

daher den Kausalzusammenhang zwischen dem pflichtwidrigen Verhal-

ten und dem eingetretenen Schaden nicht zu unterbrechen (vgl. Urteil 

des Kantonsgerichts des Kantons Luzern 5V 13 308 vom 20. Mai 2014 

E.5.3.3.1). Eine grobe Pflichtverletzung seitens der Ausgleichskasse 

kann jedoch dazu führen, dass die Ersatzpflicht in sinngemässer An-

wendung von Art. 44 Abs. 1 OR ermessensweise herabgesetzt wird, 

ohne sie jedoch ganz wegzudenken (vgl. BGE 122 V 185 E.3c). Es sind 

vorliegend aber keine Anhaltspunkte ersichtlich, wonach die Beschwer-

degegnerin elementare Vorschriften missachtet hätte, indem sie die fi-

nanziell angespannte Lage der C._____ AG im Jahr 2017 hätte erken-

nen können, denn die Lohnmeldung obliegt der Arbeitgeberin und es ist 

nicht Aufgabe der Beschwerdegegnerin, die Gesellschaft bzw. deren 

Organe auf einen drohenden Schaden aufmerksam zu machen. Vor 

diesem Hintergrund lässt sich festhalten, dass ein Mitverschulden der 

Beschwerdegegnerin und damit auch eine Reduktion der Haftung der 

Beschwerdeführerin entfallen. Die Rechtsauffassung der Beschwerde-

führerin, wonach ein Verschulden nur vorläge, wenn vorab das Geld für 

die AHV-Beiträge vorhanden gewesen wäre und diese vor den Lohn-

zahlungen hätten bezahlt werden können (siehe Beschwerde Rz. 14 

S. 7), geht fehl. Es ist somit davon auszugehen, dass die Beschwerde-

führerin ihre Pflichten zumindest grobfahrlässig verletzt hat. Damit ist 

auch die Haftungsvoraussetzung des Verschuldens zu bejahen.

3.4.1. Zwischen dem bei der Beschwerdegegnerin eingetretenen Schaden 

und dem pflichtwidrigen Verhalten des Arbeitgebers muss sodann ein 

adäquater Kausalzusammenhang bestehen (BGE 119 V 406 E.4a). Ein 

Ergebnis hat dann als adäquate Ursache eines Schadens zu gelten, 

wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach allgemeiner 

Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg in der Art des einge-

- 25 -

tretenen herbeizuführen, der Eintritt des Erfolgs durch das Ereignis also 

allgemein als begünstigt erscheint (vgl. BGE 128 V 124 E.4 f., 125 V 

456 E.5a). Daran fehlt es, wenn auch ein pflichtgemässes Verhalten 

den Schaden nicht hätte verhindern können (vgl. Urteil des Bundesge-

richts 9C_599/2017 vom 26. Juni 2018 E.4.3.1.1). Oder wenn der Aus-

gleichskasse eine grobe Pflichtverletzung wie die Missachtung elemen-

tarer Vorschriften der Beitragsveranlagung und des Beitragsbezugs 

vorzuwerfen ist, was für die Entstehung oder Verschlimmerung des 

Schadens adäquat kausal war. In diesem Fall kann der Schadenersatz 

ermessensweise herabgesetzt werden (vgl. NEDI, a.a.O., S. 151). Letz-

teres wurde indes bereits verneint (siehe oben Erwägung E.3.3.7).

3.4.2. Die Beschwerdeführerin verweist auf den fehlenden adäquaten Kausa-

lzusammenhang unter Hinweis auf die geschilderten Umstände (vgl. 

Beschwerde Rz. 14 S. 7, Rz. 19 S. 10 [z.B. Abspringen des Sponsors 

F._____, Reduktion der Sponsorengelder des Hauptsponsors J._____ 

um CHF 200'000.--, Verlegung des Austragungsorts auf die hintere 

Wiese hinter dem Hotel K._____ mit dadurch notwendigen neuen In-

vestitionen]). Die Beschwerdegegnerin bejaht dagegen den adäquaten 

Kausalzusammenhang, da die Beschwerdeführerin durch die Wahrneh-

mung ihrer Pflichten den Eintritt des Schadens hätte verhindern können.

3.4.3. Vorliegend hat trotz der geschilderten Umstände ohne Zweifel das 

pflichtwidrige Verhalten der C._____ AG bzw. der Beschwerdeführerin 

als Verwaltungsratsmitglied dazu geführt, dass Beitragszahlungen für 

die im Jahr 2017 ausbezahlten Löhne erst aufgrund der Meldung im 

Januar 2018 berechnet werden und mangels Liquidität nicht geleistet 

werden konnten. Wäre die C._____ AG bzw. die Beschwerdeführerin 

als Verwaltungsratsmitglied ihren Melde-, Abrechnungs- und Zahlungs-

pflichten rechtzeitig nachgekommen und wären die Löhne nur insoweit 

ausbezahlt worden, als die darauf geschuldeten Abgaben bei Fälligkeit 

hätten beglichen werden können, wäre der Schaden nicht eingetreten 

- 26 -

bzw. geringer ausgefallen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_789/2018 

vom 1. Mai 2019 E.3.4). Die Unterlassungen der C._____ AG bzw. der 

Beschwerdeführerin als Verwaltungsratsmitglied waren nach dem ge-

wöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung ge-

eignet, den eingetretenen Erfolg (Schaden) herbeizuführen. Der 

adäquate Kausalzusammenhang ist somit ebenfalls zu bejahen.

3.4.4. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass sämtliche Haf-

tungsvoraussetzungen gemäss Art. 52 AHVG gegenüber der Be-

schwerdeführerin erfüllt sind. Demgemäss ist die Beschwerde abzuwei-

sen, soweit darauf einzutreten ist.

3.5 In antizipierter Beweiswürdigung erübrigen sich weitere Beweismass-

nahmen wie z.B. die Einholung einer schriftlichen Auskunft der Ge-

meinde E._____ (vgl. Beschwerde Rz. 4 S. 3), da daraus keine ent-

scheidrelevanten Erkenntnisse gewonnen würden (vgl. BGE 144 V 361 

E.6.5, 136 I 229 E.5.3).

4.1. In Anwendung der geänderten Praxis des Verwaltungsgerichts (vgl. 

dazu VGU S 21 48 vom 8. Februar 2022 E.4.1. ff. und S 21 49 vom 

8. Februar 2022 E.3.1. ff.) richtet sich die Kostenpflicht und der Kosten-

rahmen von versicherungsgerichtlichen Verfahren gemäss Art. 61 

ATSG bei Verfahren mit Einleitung ab dem 1. Januar 2021 (Art. 82a 

ATSG) im Anwendungsbereich des ATSG, die nicht als Leistungsstrei-

tigkeiten im Sinne von Art. 61 lit. fbis ATSG gelten, wie insbesondere 

Beitragsstreitigkeiten, grundsätzlich nach dem kantonalen Recht und 

somit nach den allgemeinen Kostenverlegungsgrundsätzen für Rechts-

mittel- und Klageverfahren vor dem Verwaltungsgericht (Art. 72 ff. 

VRG). Die Staatsgebühr beträgt in der Regel höchstens CHF 20'000.-- 

und richtet sich nach dem Umfang und der Schwierigkeit der Sache so-

wie nach dem Interesse und der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der 

Kostenpflichtigen. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Ge-

- 27 -

richtskosten von CHF 1'000.-- grundsätzlich durch die unterliegende 

Beschwerdeführerin zu tragen (Art. 73 Abs. 1 VRG). Zu prüfen bleibt 

damit, ob das Gesuch der Beschwerdeführerin um unentgeltliche 

Rechtspflege gutzuheissen ist.

4.2. Nach Art. 29 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidge-

nossenschaft (BV; SR 101) hat jede Person, die nicht über die erforder-

lichen Mittel verfügt, Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege, wenn 

ihr Rechtsbegehren nicht aussichtslos erscheint. Soweit es zur Wah-

rung ihrer Rechte notwendig ist, hat sie ausserdem Anspruch auf einen 

unentgeltlichen Rechtsbeistand. Diese Regelung wird für das sozialver-

sicherungsrechtliche Beschwerdeverfahren in Art. 61 lit. f ATSG kon-

kretisiert. Demnach muss das Recht, sich verbeiständen zu lassen, ge-

währleistet sein. Wo die Verhältnisse es rechtfertigen, wird der Be-

schwerde führenden Person ein unentgeltlicher Rechtsbeistand bewil-

ligt (siehe auch BGE 135 I 1 E.7.1).

4.3. Aufgrund der von der Beschwerdeführerin gemachten Angaben über 

ihre finanzielle Situation ist deren Bedürftigkeit als ausgewiesen zu er-

achten. Gemäss Lohnausweis der Hotel Rest. L._____ GmbH, 

M._____, vom 16. November 2020, erzielte die Beschwerdeführerin 

von Mai bis Oktober 2020 Einnahmen von insgesamt CHF 25'144.--. 

Die Beschwerdeführerin deklarierte gegenüber der Steuerbehörde am 

5. Februar 2021, d.h. vor Erlass der Schadenersatzverfügung vom 

30. April 2021, ein steuerbares Einkommen von CHF 4'805.-- (Kanton 

und Gemeinde) bzw. CHF 14'437.-- (Bund) sowie ein steuerbares Ver-

mögen von CHF 0.--. Die Beschwerdeführerin erhielt im Jahr 2020 eine 

Prämienverbilligung in der Höhe von CHF 4'325.-- zugesprochen (vgl. 

Auszug der Helsana für die Steuererklärung 2020) und im Jahr 2021 

mutmasslich in der Höhe von CHF 4'524.--. Aus der Steuererklärung 

2020 ergibt sich zudem, dass die Beschwerdeführerin Privatschulden 

in der Höhe von CHF 9'842.-- hat und darauf Schuldzinsen von 

- 28 -

CHF 1'009.-- bezahlt. Weiter ergibt sich aus den Akten, dass die Be-

schwerdeführerin zu Beginn des Jahres 2021 offenbar arbeitslos war, 

weshalb sie sich (erfolglos) an die Arbeitslosenkasse des Kantons 

Graubünden wandte und das Sozialamt kontaktierte (vgl. Bg-act.–

A._____ 3 S. 15-17). Massgebende Veränderungen in der finanziellen 

Situation der Beschwerdeführerin, welche eine Prozessarmut aussch-

liessen würden, sind keine ersichtlich. Da die Streitsache zudem nicht 

als von vornherein aussichtslos bezeichnet werden kann und die rechts-

unkundige Beschwerdeführerin zur Wahrnehmung ihrer Rechte auf ei-

nen fachkundigen Rechtsbeistand angewiesen war, ist dem Gesuch um 

unentgeltliche Rechtspflege zu entsprechen und ihr ein unentgeltlicher 

Rechtsbeistand zu bewilligen.

4.4. Ausgangspunkt für die Kostenübernahme der Rechtsvertretung bildet 

die Honorarnote von Rechtsanwalt Dr. iur. Hans Joos vom 8. Septem-

ber 2021, worin dieser eine Entschädigung von insgesamt 

CHF 3'444.40 geltend macht (Honorar nach Zeitaufwand von 

CHF 3'105.-- [= 11.5 Std. à CHF 270.--] + Barauslagen von CHF 93.15 

+ 7.7 % MWST von CHF 246.25; vgl. Bf-act. 14).

Die Bemessung der Entschädigung der unentgeltlichen Rechtsvertre-

tung richtet sich nach kantonalem Recht (siehe BGE 131 V 153 E.6.1; 

Urteile des Bundesgerichts 9C_433/2019 vom 25. März 2020 E.4.1, 

9C_378/2016 vom 28. Juni 2016 E.3.1 und 8C_48/2016, 8C_49/2016 

vom 15. März 2016 E.4.1.1; KIESER, ATSG-Kommentar, 4. Aufl., 

Zürich/Basel/Genf 2020, Rz. 194 zu Art. 61) und damit vorliegend nach 

der Anwaltsgesetzgebung (Art. 76 Abs. 3 VRG). Nach Art. 5 Abs. 1 

Satz 1 der Verordnung über die Bemessung des Honorars der Rechts-

anwältinnen und Rechtsanwälte (Honorarverordnung [HV]; 

BR 310.250) beträgt das Honorar für den berechtigten Aufwand im Rah-

men der bewilligten unentgeltlichen Vertretung CHF 200.-- pro Stunde 

zuzüglich notwendige Barauslagen und Mehrwertsteuer. Die in der 

- 29 -

Leistungsaufstellung vom 8. September 2021 geltend gemachten 

11.5 Stunden umfassen u.a. insgesamt 5 Stunden für das Studium der 

Schadenersatzverfügung vom 30. April 2021, für die Einsprache und für 

das Studium des Einspracheentscheids vom 22. Juni 2021. Die vom 

Rechtsvertreter eingereichte Honorarnote enthält damit Positionen, die 

sich auf die Zeit vor dem vorliegenden Beschwerdeverfahren beziehen 

(Studium der Schadenersatzverfügung und Einsprache), so dass die 

Honorarnote – wie die Beschwerdegegnerin zu Recht in der Duplik an-

gemerkt hat – zu kürzen ist. Dem Rechtsvertreter sind demnach insge-

samt 7 Stunden Aufwand zuzugestehen, bestehend aus (gekürzten) 

0.5 Stunden für das Studium des Einspracheentscheides, sowie die gel-

tend gemachten 5 Stunden für das Verfassen der Beschwerdeschrift 

und weitere 1.5 Stunden für das Studium der Vernehmlassung mitsamt 

Verfassen der Replik. Die so korrigierte Honorarnote des Rechtsvertre-

ters beläuft sich demnach auf total CHF 1'553.-- (bestehend aus: 

7 Stunden à CHF 200.-- [CHF 1'400.--] zzgl. praxisgemässe 3 % Pau-

schalspesen [CHF 42.--] und 7.7 % MWST [CHF 111.--]).

4.5. Damit gehen die Gerichtskosten in der Höhe von CHF 1'000.-- sowie 

die Entschädigung im Betrag von CHF 1'553.-- für Rechtsanwalt Dr. iur. 

Hans Joos in Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege (vorläufig) 

zu Lasten der Gerichtskasse. Hinzuweisen bleibt auf den Vorbehalt in 

Art. 77 VRG, wonach die erlassenen Gerichtskosten und die Kosten für 

den unentgeltlichen Rechtsbeistand zu erstatten sind, wenn sich die 

Einkommens- oder Vermögensverhältnisse der Beschwerdeführerin 

dereinst verbessern sollten.

4.6. Der obsiegenden Beschwerdegegnerin steht keine Parteientschädi-

gung zu (vgl. Art. 61 lit. g ATSG).

5. Nach BGE 137 V 51 E.4.3 muss die Rechtsmittelbelehrung die subsi-

diäre Verfassungsbeschwerde im Sinne von Art. 85 Abs. 1 lit. a BGG 

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i.V.m. Art. 52 AHVG vorsehen, sofern die Streitwertgrenze von 

CHF 30'000.-- nicht erreicht wird, was hier der Fall ist (vgl. dazu VGU 

S 19 98 vom 24. November 2020 E.4.2 und S 18 88 vom 27. August 

2019).

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III. Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2.1. Die Gerichtskosten, bestehend aus

- einer Staatsgebühr von CHF 1'000.--

- und den Kanzleiauslagen von CHF 608.--

zusammen CHF 1'608.--

gehen zulasten von A._____.

2.2. In Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege werden die Kosten von 

CHF 1'608.-- zulasten von A._____ vorläufig von der Gerichtskasse 

übernommen.

2.3. A._____ wird in der Person von Rechtsanwalt Dr. iur. Hans Joos ein 

Rechtsbeistand auf Kosten des Staates bestellt. Dieser wird vorläufig 

durch die Gerichtskasse mit CHF 1'553.-- (inkl. Spesen und MWST) ent-

schädigt.

2.4. Wenn sich die Einkommens- oder Vermögensverhältnisse von A._____ 

gebessert haben und sie hierzu in der Lage ist, hat sie das Erlassene 

und die Kosten des Rechtsbeistands zu erstatten (Art. 77 VRG).

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilungen]