# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 69e95e1f-b4cd-52ee-8b58-7564784bf797
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-07-05
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 05.07.2021 UV 2020/41
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2020-41_2021-07-05.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2020/41

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 11.01.2022

Entscheiddatum: 05.07.2021

Entscheid Versicherungsgericht, 05.07.2021
Art. 6 UVG: Rückweisung der Streitsache zu ergänzenden Abklärungen 
bezüglich der Frage, ob sich der Beschwerdeführer bei einem Treppensturz 
mit Kontusion der linken Schulter eine neue, traumatisch bedingte 
Rotatorenmanschettenläsion zugezogen hat (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 5. Juli 2021, UV 2020/41).

Entscheid vom 5. Juli 2021

Besetzung

Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider (Vorsitz), Versicherungsrichter 

Joachim Huber und Versicherungsrichterin Miriam Lendfers; Gerichtsschreiberin Katja 

Blättler

Geschäftsnr.

UV 2020/41

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Fürsprecher Marco Büchel, LL.M., K & B Rechtsanwälte, 

Freudenbergstrasse 24, 9242 Oberuzwil,

gegen

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Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 

4358, 6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Versicherungsleistungen

Sachverhalt

A.  

A.___ war bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (nachfolgend: Suva) 

obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert, als er am 18. Januar 2019 beim 

Hinuntergehen einer Treppe stürzte und dabei die linke Schulter anschlug (vgl. Suva-

act. 2 f., 9). Der Unfall vom 18. Januar 2019 geschah infolge eines Umknickens des 

instabilen rechten Sprunggelenks. Der Versicherte war am 26. Juli 2002 vier Meter in 

die Tiefe gestürzt und hatte sich dabei eine Malleolarfraktur rechts Typ C sowie eine 

Trümmerfraktur des rechten Olecranons zugezogen (Suva-act. 9, 38-2, 64-1).

A.a. 

Die Erstbehandlung der Schulterverletzung links fand am 24. Januar 2019 (bzw. 

gemäss Angaben des Versicherten am 19. Januar 2019; vgl. Suva-act. 9-2) bei Dr. 

med. B.___, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 

Bewegungsapparates, statt. In der klinischen Untersuchung erhob Dr. B.___ eine 

Konturverbreiterung über dem AC-Gelenk, welches indolent war, und eine 

glenohumeral eingeschränkte Beweglichkeit mit deutlich subacromialem Reiben mit 

Verdacht auf eine Subscapularis-/Supraspinatus-sehnenverletzung im Sinne einer 

Zerrung/aktivierten Tendinopathie bei schmerzhafter Abduktion. In der 

Röntgenuntersuchung zeigte sich in der rechten (richtig wohl: linken) Schulter 

Flüssigkeit im Subdeltoidalbereich links mit deutlichem Acromionsporn und lateraler 

Claviculaverbreiterung (Suva-act. 14-3, 60). Bei einer am 25. Januar 2019 im 

Landesspital C.___ durchgeführten MR-Untersuchung der linken Schulter zeigte sich 

eine mild aktivierte bzw. traumatisierte geringe AC-Gelenksarthrose mit milder 

Ergussbildung mit geringen subchondralen Ödemzonen, keine signifikante Einengung 

A.b. 

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des Subacromialraums bei down sloping eines Typ III Acromion bei kleiner 

Spornbildung anteroinferior und milder Flüssigkeitsmarkierung der Bursa subacromialis 

mit möglicher Impingementsymptomatik, ein ca. 10 x 15 mm grosser interstitieller 

Partialriss der Supraspinatussehne ventral am tendoossären Übergang und zudem eine 

ca. drei Millimeter breite bursaseitige Avulsion bei hier zusätzlicher Defektbildung der 

oberflächlichen bursaseitigen Fasern (Suva-act. 4).

Mit Schreiben vom 26. Februar 2019 informierte der Rechtsvertreter des 

Versicherten, Rechtsanwalt Dr. iur. Th. Struth, Vaduz (FL), die Suva darüber, dass eine 

Operation am linken Schultergelenk erforderlich sei, welche am 1. Juli 2019 in D.___ 

durchgeführt werde (Suva-act. 5). Mit Schreiben vom 6. März 2019 teilte die Suva dem 

Versicherten mit, dass sie zu den Versicherungsleistungen noch nicht endgültig 

Stellung nehmen könne. Sobald sie die Abklärungen durchgeführt habe, werde er über 

ihre Leistungspflicht orientiert (Suva-act. 6; vgl. zu den Abklärungen der Suva Suva-act. 

8 ff.).

A.c. 

Mit E-Mail vom 26. April 2019 ersuchte Rechtsanwalt Struth die Suva um 

Bestätigung der Übernahme der Kosten der bevorstehenden Operation an der linken 

Schulter (Suva-act. 12-1). Mit Schreiben vom 6. Mai 2019 teilte Dr. B.___ der Suva mit, 

dass sich die Schulteroperation wegen einer Operation des rechten oberen 

Sprunggelenks verzögert habe. Die Indikation zur Operation in Bezug auf das 

Schultergelenk bestehe in einer erheblichen, aktiven AC-Gelenksarthrose und einer 

Einschränkung im Subacromialraum mit einer Impingementsymptomatik. Geplant sei 

eine Schulterarthoskopie mit subacromialer Dekompression sowie eventuell eine 

laterale Clavicularesektion (Suva-act. 18-1).

A.d. 

Am 20. Mai 2019 befand Suva-Kreisarzt Dr. med. E.___, Facharzt für Orthopädie, 

der Schaden, welcher am 1. Juli 2019 operiert werden sollte, sei nicht mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit auf den Unfall vom 18. Januar 2019 zurückzuführen, 

sondern durch krankhafte Veränderungen des Schultergelenks verursacht. Bei einer 

vorübergehenden Verschlimmerung eines degenerativ-krankhaften Vorzustandes 

spielten die Unfallfolgen im Beschwerdebild sechs bis acht Wochen nach dem 

Unfallereignis überwiegend wahrscheinlich keine Rolle mehr (Suva-act. 19). Am 7. Juni 

2019 beurteilte Dr. E.___, dass sich in der am 25. Januar 2019 durchgeführten 

A.e. 

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B.  

Kernspintomographie (vgl. Suva-act. 18) - also zeitnah nach dem Kontusionsereignis 

vom 18. Januar 2019 - kein Nachweis struktureller Traumafolgen an der linken Schulter 

gezeigt habe (Suva-act. 24).

Mit Verfügung vom 17. Juni 2019 teilte die Suva mit, sie richte für die Folgen des 

Nichtberufsunfalls an der rechten und linken Schulter vom 18. Januar 2019 

Versicherungsleistungen aus. Sie müsse den Fall jedoch per 15. März 2019 

abschliessen und die Versicherungsleistungen auf diesen Zeitpunkt einstellen. Für die 

Operation vom 1. Juli 2019 könne sie deshalb nicht mehr aufkommen (Suva-act. 33).

A.f. 

Mit Schreiben vom 1. Juli 2019 ersuchte Dr. B.___ die Suva um eine erneute 

Beurteilung der Akten. Er führte aus, mit sehr grosser Wahrscheinlichkeit sei die 

linksseitige Schultergelenks-AC-Degeneration, welche mittels eines operativen Eingriffs 

saniert werden sollte, durch die langfristige Überbeanspruchung der linken oberen 

Extremität verursacht. Die Überbeanspruchung sei erfolgt, da das rechte 

Ellbogengelenk unfallbedingt nur beschränkt belastbar sei. Seines Erachtens seien 

deshalb auch die Frühdegenerationszeichen des linken Schultergelenks auf das frühere 

Unfallereignis (des Jahres 2002) zurückzuführen (Suva-act. 37). Am 8. August 2019 

verneinte Suva-Kreisarzt Dr. med. F.___, Facharzt für orthopädische Chirurgie, indirekte 

Folgen des Unfalls vom 26. Juli 2002 im Bereich der linken Schulter (Suva-act. 39; vgl. 

auch Beurteilung von Dr. E.___; Suva-act. 38). Die Suva teilte Dr. B.___ mit Schreiben 

vom 7. August 2019 mit, sie sei nicht leistungspflichtig (Suva-act. 40).

A.g. 

Mit Eingabe vom 13. August 2019 erhob Rechtsanwalt Struth für den Versicherten 

Einsprache gegen die Verfügung vom 17. Juni 2019 und erklärte, dass dieser mit dem 

angekündigten Abschluss des Falles und der Nichtübernahme der Kosten der von Dr. 

B.___ geplanten Operation an der linken Schulter nicht einverstanden sei (Suva-act. 

43).

B.a. 

Am 7. Oktober 2019 reichte Dr. med. G.___, Facharzt für orthopädische Chirurgie 

und Traumatologie des Bewegungsapparates, einen Bericht über eine Untersuchung 

des Versicherten vom 2. Oktober 2019 ein. Darin beurteilte er, dass der Riss der 

Supraspinatussehne sicherlich nicht auf eine Überlastung im Zusammenhang mit der 

B.b. 

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eingeschränkten Funktion des rechten Arms zurückzuführen sei. Es sei höchstens 

möglich, dass die Unterseitenläsion der Supraspinatussehne links durch den 

Treppensturz entstanden sei und dies die derzeitigen Beschwerden erkläre (Suva-act. 

49).

Mit seiner Einsprachebegründung vom 11. Dezember 2019 reichte der Rechts­

vertreter des Versicherten unter anderem einen Untersuchungsbericht über eine am 16. 

Oktober 2019 in der Radiologie Z.___, Diagnose Zentrum H.___, durchgeführte MR-

Untersuchung des linken Schultergelenks ein. Er hielt fest, dass die Untersuchung 

durch Dr. G.___ sowie die MR-Abklärung klar ergeben hätten, dass die bestehenden 

Beschwerden des Versicherten nicht auf einen degenerativen Vorzustand der linken 

Schulter zurückzuführen seien, sondern ihre Ursache in einem Riss der 

Supraspinatussehne hätten, den sich der Versicherte beim Treppensturz am 18. Januar 

2019 zugezogen habe. Es sei auszuschliessen, dass der Riss der Supraspinatussehne 

durch eine Überlastung der linken Schulter oder des linken Arms verursacht worden sei 

(Suva-act. 52). Zusammen mit der Einsprachebegründung reichte der Rechtsvertreter 

des Versicherten ausserdem einen Bericht von Dr. B.___ vom 21. Oktober 2019 ein, 

worin sich dieser zum Untersuchungsbericht von Dr. G.___ vom 7. Oktober 2019 bzw. 

zum MR-Untersuchungsergebnis vom 16. Oktober 2019 geäussert hatte (Suva-act. 

52-10 f.).

B.c. 

Auf Nachfrage der Suva erklärte Kreisarzt Dr. E.___ am 9. Januar 2020, dass sich 

durch die eingereichten Untersuchungsberichte nichts an seiner Stellungnahme vom 6. 

Juni 2019 (Suva-act. 24) und an derjenigen von Dr. F.___ vom 7. August 2019 (Suva-

act. 39) ändere (Suva-act. 57).

B.d. 

Am 23. Januar 2020 beauftragte die Suva Prof. Dr. med. I.___, Stadtspital Waid 

und Triemli, Zürich, unter Vorlage der Röntgenbilder vom 24. Januar 2019 sowie der 

MR-Bilder vom 25. Januar und 16. Oktober 2019 mit einer radiologischen 

Zweitbefundung (Suva-act. 61). In seinem fachradiologischen Gutachten vom 7. 

Februar 2020 stellte Prof. I.___ fest, dass der Verlauf der Befunde deutlich mache, dass 

zwischen den Untersuchungen vom 25. Januar und 16. Oktober 2019 eine 

Veränderung im Sinne eines Heilungsprozesses stattgefunden habe, weshalb er zum 

Schluss komme, dass ein Zusammenhang der dokumentierten 

B.e. 

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C.  

Supraspinatussehnenläsion mit dem Trauma möglich sei. Zusätzlich zeige der Verlauf 

der Untersuchungen, dass eine Traumatisierung des AC-Gelenks stattgefunden habe 

(Suva-act. 62).

Im Auftrag der Suva (vgl. Suva-act. 63) beurteilte Dr. E.___ den Schadenfall am 19. 

Februar 2020 erneut (Suva-act. 64).

B.f. 

Mit Schreiben vom 4. Mai 2020 fragte Dr. B.___ bei der Suva an, inwieweit die 

linksseitige Schulterverletzung über die Suva abgerechnet und die Schulterarthroskopie 

links mit Dekompressionseingriff am 18. Mai 2020 durchgeführt werden könne (Suva-

act. 66).

B.g. 

Mit Einspracheentscheid vom 14. Mai 2020 wies die Suva die Einsprache des 

Versicherten ab (Suva-act. 70).

B.h. 

Dagegen erhob der Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer), vertreten durch 

Fürsprecher M. Büchel, Oberuzwil, am 12. Juni 2020 die vorliegende Beschwerde. 

Dieser beantragte darin, der Einspracheentscheid vom 14. Mai 2020 sei aufzuheben 

und es seien dem Beschwerdeführer über den Zeitpunkt vom 15. März 2019 hinaus die 

gesetzlichen Leistungen zu erbringen, insbesondere für die Operation vom 1. Juli 2019; 

alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge (act. G1). Am 10. Juli 2020 reichte der 

Rechtsvertreter des Beschwerdeführers eine Beschwerdebegründung ein. Er hielt darin 

an seinen Anträgen fest und präzisierte, die Suva (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) 

habe dem Beschwerdeführer insbesondere Kostengutsprache für die medizinisch 

indizierte Schulterarthroskopie links mit Dekompressionseingriff bei Dr. B.___ (gemäss 

Kostengutsprachegesuch vom 4. Mai 2020) zu erteilen. Weiter machte er geltend, die 

Beschwerdegegnerin habe das rechtliche Gehör des Beschwerdeführers verletzt, da 

sie ihm die kreisärztliche Stellungnahme vom 19. Februar 2020 (vgl. Suva-act. 64) vor 

Erlass des Einspracheentscheids nicht zugestellt habe (act. G3).

C.a. 

Mit Beschwerdeantwort vom 12. November 2020 beantragte die 

Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (act. G9).

C.b. 

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Erwägungen

1.  

In der Replik vom 15. Dezember 2020 hielt der Rechtsvertreter des 

Beschwerdeführers an seinen Beschwerdeanträgen fest (act. G11). Er reichte eine von 

vier Experten (Prof. Dr. med. J.___, Prof. Dr. med. K.___, Prof. Dr. med. L.___, Prof. Dr. 

med. M.__) im Namen der Expertengruppe Schulter- und Ellbogenchirurgie der 

Schweizerischen Gesellschaft für Orthopädie und Traumatologie Swiss Orthopaedics 

verfasste, auf den 1. Oktober 2020 datierte Stellungnahme (nachfolgend zitiert: 

Expertengruppe Schulter- und Ellbogenchirurgie) zum Urteil des Bundesgerichts vom 

22. Oktober 2019, 8C_446/2019, ein (act. G11.1).

C.c. 

Mit Duplik vom 7. Januar 2021 hielt die Beschwerdegegnerin an ihrem Antrag fest 

(act. G13).

C.d. 

Nach Aufforderung der Verfahrensleitung (act. G15) reichte Fürsprecher M. Büchel 

am 10. Februar 2021 ein Schreiben vom 12. Juni 2020 mit Fragenkatalog an Dr. B.___ 

sowie eine Beurteilung desselben vom 18. Juni 2020 ein. Zudem teilte er mit, der 

Beschwerdeführer habe die geplante Operation (am 18. Mai 2020) durch Dr. B.___ 

mangels Kostengutsprache durch die Beschwerdegegnerin nicht durchführen lassen 

(act. G16, G16.1 f.). Die Beschwerdegegnerin reichte am 1. März 2021 eine 

Stellungnahme von Kreisarzt Dr. E.___ vom 25. Februar 2021 ein (act. G18, G18.1). 

C.e. 

In formeller Hinsicht ist zu prüfen, ob der Anspruch des Beschwerdeführers auf 

das rechtliche Gehör verletzt wurde. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers sieht 

eine Gehörsverletzung darin, dass die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer die 

Beurteilung von Dr. E.___ vom 19. Februar 2020 (Suva-act. 64) nicht zur Stellungnahme 

habe zukommen lassen, obwohl sie sich im angefochtenen Einspracheentscheid vor 

allem auf diese abgestützt habe. Durch die Verweigerung des rechtlichen Gehörs sei 

der Beschwerdeführer einer Instanz verlustig gegangen. Der angefochtene 

Einspracheentscheid sei deshalb allein unter diesem Gesichtspunkt aufzuheben und 

der Fall zur Neuprüfung des Sachverhalts an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen 

(act. G3).

1.1. 

Gemäss Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen 

Eidgenossenschaft (BV; SR 101) haben Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör. Das 

1.2. 

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rechtliche Gehör dient einerseits der Sachaufklärung, andererseits stellt es ein 

persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht beim Erlass eines Entscheids dar, welcher 

in die Rechtsstellung einer Person eingreift. Dazu gehört insbesondere deren Recht, 

sich vor Erlass des in ihre Rechtsstellung eingreifenden Entscheids zur Sache zu 

äussern, erhebliche Beweise beizubringen, Einsicht in Akten zu nehmen, mit 

erheblichen Beweisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung wesentlicher 

Beweise entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, 

wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen (BGE 132 V 370 f. E. 3.1, 129 

II 504 E. 2.2, 127 I 56 E. 2b, je mit Hinweisen). Für den Bereich der 

Sozialversicherungen regelt Art. 42 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) den Anspruch der Parteien auf rechtliches 

Gehör. Danach müssen die Parteien nicht angehört werden vor Verfügungen, die durch 

Einsprache anfechtbar sind. Spätestens im Einspracheverfahren hat die Verwaltung 

aber die allgemeinen Grundsätze des rechtlichen Gehörs zu wahren und folglich der 

versicherten Person oder ihrem Vertreter Einsicht in die Akten zu gewähren, auf deren 

Grundlage sie den Einspracheentscheid abstützt (BGE 132 V 389 E. 4.1 mit Hinweis). 

Nach Art. 47 Abs. 1 lit. b ATSG steht das Recht auf Akteneinsicht den Parteien für die 

Daten zu, die sie benötigen, um einen Anspruch oder eine Verpflichtung nach einem 

Sozialversicherungsgesetz zu wahren oder zu erfüllen oder um ein Rechtsmittel gegen 

eine auf Grund desselben Gesetzes erlassene Verfügung geltend zu machen, sofern 

überwiegende Privatinteressen gewahrt bleiben.

Wie das Versicherungsgericht bereits in früheren Entscheiden befand (vgl. dies­

bezüglich Urteil vom 6. April 2011, IV 2009/280, E. 1.1, bestätigt durch Urteil des 

Bundesgerichts vom 5. August 2011, 9C_436/2011; Urteil vom 3. November 2015, UV 

2014/86, E. 2), verschafft das rechtliche Gehör einen Anspruch darauf, sich zu den 

tatsächlichen Fragen äussern zu können. Die Sachverhalts- bzw. Beweiswürdigung 

gehört indes nicht zur Sachverhaltsermittlung, sondern zur Rechtsanwendung. Wie der 

Beweiswert eines medizinischen Aktenstücks einzuschätzen ist, stellt demnach eine 

Frage rechtlicher Natur dar. Dient die Stellungnahme des versicherungsmedizinischen 

Dienstes nur dazu, dem mit der Sachverhaltswürdigung betrauten Sachbearbeiter zu 

helfen, indem diesem medizinisches Fachwissen zur Verfügung gestellt wird, findet 

keine Ergänzung des Sachverhalts statt. Eine solche erfolgt lediglich dann, wenn die 

Stellungnahme des versicherungsmedizinischen Dienstes eine neue medizinische 

Erkenntnis, die weder den bisherigen Akten noch allfälligen von der versicherten 

Person eingereichten neuen Arztzeugnissen entnommen werden kann, enthält. In 

diesem Fall besteht ein Anspruch auf die Gewährung des rechtlichen Gehörs. 

1.3. 

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2.

Vorliegend anerkannte die Beschwerdegegnerin eine Leistungspflicht im 

Zusammenhang mit dem Unfall vom 18. Januar 2019 mit Beteiligung der linken 

Schulter. Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist die 

Rechtsmässigkeit der Einstellung der Versicherungsleistungen per 15. März 2019. 

Geprüft wurde von der Beschwerdegegnerin auch ihre Leistungspflicht bezüglich der 

Schulterproblematik links im Zusammenhang mit einem früheren Unfall vom 26. Juli 

2002. Dies im Sinne einer indirekten Unfallfolge durch eine Überbelastung der linken 

Schulter infolge einer unfallbedingt eingeschränkten Belastbarkeit des rechten 

Hingegen lässt die reine Mitwirkung bei der Würdigung der medizinischen Beweismittel 

keinen Anspruch auf rechtliches Gehör entstehen.

Vorliegend hatte Dr. E.___ vor seiner Beurteilung vom 19. Februar 2020 (Suva-act. 

64) und vor Erlass der Verfügung vom 17. Juni 2019 (Suva-act. 33) bereits zwei andere 

entscheidrelevante, interne Stellungnahmen bezüglich der Kausalität der 

Schulterproblematik links abgegeben (Suva-act. 19, 24). Aus den Darlegungen in der 

Verfügung ging der Inhalt der kreisärztlichen Beurteilung in Bezug auf das Vorliegen 

einer unfallkausalen Schulterproblematik links hervor und war erkennbar, dass die 

Beschwerdegegnerin auf diese kreisärztliche Beurteilung abstellte. Es ist nicht 

aktenkundig, ob der damalige Rechtsvertreter des Beschwerdeführers vor Erhebung 

der Einsprache Akteneinsicht verlangte, doch wäre eine solche ohne Weiteres möglich 

gewesen. In seiner ärztlichen Beurteilung vom 19. Februar 2020 hat Dr. E.___ keine 

neuen medizinischen Erkenntnisse dargelegt, sondern lediglich den Bericht von Dr. 

B.___ vom 17. Januar 2020 (Suva-act. 60) und das fachradiologische Gutachten von 

Prof. I.___ vom 7. Februar 2020 (Suva-act. 62) gewürdigt. Die Würdigung beschränkte 

sich im Wesentlichen auf die Wiedergabe der im genannten Bericht von Dr. B.___ vom 

17. Januar 2020 enthaltenen Ergebnisse seiner Erstuntersuchung vom 24. Januar 2019 

(vgl. Suva-act. 60). Im Weiteren äusserte sich Dr. E.___ zu den Ergebnissen der MR-

Untersuchungen vom 25. Januar und 16. Oktober 2019 (vgl. Suva-act. 52, 60). In der 

zusammenfassenden Schlussfolgerung machte Dr. E.___ schliesslich auch keine 

neuen, relevanten medizinischen Aussagen. Das Dokument enthielt also keine 

medizinischen Informationen, die dem Beschwerdeführer nicht schon vorher 

zugänglich gewesen wären. Dem Beschwerdeführer war die kreisärztliche 

Kausalitätsbeurteilung im Grundsatz also bekannt. Dadurch, dass die 

Beschwerdegegnerin den Inhalt des Dokuments erst im Einspracheentscheid festhielt, 

hat sie folglich den Anspruch des Beschwerdeführers auf rechtliches Gehör nicht 

verletzt.

1.4. 

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Ellbogens (vgl. dazu Suva-act. 9, 37 f.). Dr. F.___ und Dr. G.___ verneinten 

übereinstimmend eine solche Kausalität (Suva-act. 39, 49). Nachdem die Akten eine 

solche nicht nahelegen und auch der Beschwerdeführer im vorliegenden Verfahren eine 

diesbezügliche Kausalität nicht mehr geltend macht, erübrigt sich die vertiefte Prüfung 

dieser Frage.

3.  

Gestützt auf Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; 

SR 832.20) hat der Unfallversicherer bei Vorliegen eines Unfalls (vgl. dazu Art. 4 ATSG) 

für einen Gesundheitsschaden nur insoweit Leistungen zu erbringen, als dieser in 

einem natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang zum versicherten Ereignis 

steht (André Nabold, N 48 ff. zu Art. 6, in: Marc Hürzeler/Ueli Kieser [Hrsg.], 

Bundesgesetz über die Unfallversicherung, Kommentar zum schweizerischen 

Sozialversicherungsrecht, 2018 [nachfolgend zitiert: KOSS UVG]; Irene Hofer, N 63 ff. 

zu Art. 6, in: Ghislaine Frésard-Fellay/Susanne Leuzinger/Kurt Pärli [Hrsg.], 

Unfallversicherungsgesetz, Basler Kommentar, 2019 [nachfolgend zitiert: BSK UVG]; 

Alexandra Rumo-Jungo/André Pierre Holzer, Bundesgesetz über die 

Unfallversicherung, in: Erwin Murer/Hans-Ulrich Stauffer [Hrsg.], Rechtsprechung des 

Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, 4. Aufl. 2012, S. 53 ff.). Für die 

Beantwortung der Tatfrage nach dem Bestehen natürlicher Kausalzusammenhänge im 

Bereich der Medizin ist das Gericht in der Regel auf Angaben ärztlicher Experten oder 

Expertinnen angewiesen. Die Frage nach dem adäquaten Kausalzusammenhang ist 

demgegenüber eine Rechtsfrage, die vom Gericht nach den von Doktrin und Praxis 

entwickelten Regeln zu beurteilen ist (KOSS UVG-Nabold, N 53, 59 zu Art. 6; BSK 

UVG-Hofer, N 66, 74 zu Art. 6; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 55, 58; BGE 122 V 158 f. 

E. b mit zahlreichen Hinweisen; SZS 2018 S. 357 f.). Bei physischen Unfallfolgen spielt 

indessen die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der aus dem natürlichen 

Kausalzusammenhang sich ergebenden Haftung des Unfallversicherers praktisch keine 

Rolle (BGE 118 V 291 f. E. 3a).

3.1. 

Ist es durch einen Unfall zu keinen neuen unfallbedingten strukturellen Schäden 

gekommen, trifft er aber auf einen vorgeschädigten Körper, kommt eine unfallkausale 

Gesundheitsschädigung höchstens als vorübergehende oder richtungsgebende 

Verschlimmerung des Vorzustandes in Betracht. Die Leistungspflicht des 

Unfallversicherers bei einem durch einen Unfall verschlimmerten oder überhaupt 

manifest gewordenen Vorzustand entfällt erst, wenn der Unfall nicht (mehr) die 

natürliche oder adäquate Ursache des Gesundheitsschadens darstellt, wenn also 

Letzterer nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft 

3.2. 

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dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall 

bestanden hat (Status quo ante), oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem 

schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften oder andersartig geschädigten 

Vorzustandes auch ohne den Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo 

sine) erreicht ist (vgl. zum Ganzen RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 f. E. 3b, mit Hinweisen; 

Urteil des Bundesgerichts vom 6. August 2008, 8C_101/2008, E. 2.2; Rumo-Jungo/

Holzer, a.a.O., S. 54). Von einer richtungsgebenden Verschlimmerung spricht die 

Rechtsprechung nur dann, wenn medizinischerseits feststeht, dass weder der Status 

quo ante noch der Status quo sine je wieder erreicht werden können (Rumo-Jungo/

Holzer, a.a.O., S. 54; Urteil des Bundesgerichts vom 25. Oktober 2007, 8C_467/2007, 

E. 3.1). Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss 

das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines 

Gesundheitsschadens mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit 

nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht (BGE 

129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen; Thomas Locher/Thomas Gächter, Grundriss des 

Sozialversicherungsrechts, 4. Aufl. 2014, § 70 N. 58 f.; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 

4).

Da es sich bei der Einstellung von Versicherungsleistungen um eine 

anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die Beweislast für den Wegfall der vom 

Unfallversicherer zunächst anerkannten natürlichen Kausalität - anders als bei der 

Frage, ob ein leistungsbegründender Kausalzusammenhang überhaupt je gegeben war 

- nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 2000 Nr. U 

363 S. 46 E. 2 mit Hinweisen; BGE 117 V 261 f. E. 3b; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 

54 f.). Allerdings tragen die Parteien im Sozialversicherungsrecht in der Regel eine 

Beweislast nur insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten 

jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten 

wollte. Diese Beweisregel greift erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im 

Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer Beweiswürdigung einen 

Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der 

Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 138 V 222 E. 6 mit Hinweisen; Rumo-Jungo/Holzer, 

a.a.O., S. 4, 55). Nach der telefonischen Unfallmeldung durch den Beschwerdeführer 

(Suva-act. 2) und Eingang von zwei medizinischen Berichten (Suva-act. 3 f.) teilte die 

Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer am 6. März 2019 mit, dass sie zu den 

Versicherungsleistungen noch nicht endgültig Stellung nehmen könne und weitere 

Abklärungen tätigen werde (Suva-act. 6). Eine Anerkennung einer Leistungspflicht 

erfolgte nach Durchführung verschiedener Abklärungen (vgl. Suva-act. 8 f., 19, 24) 

3.3. 

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erstmals mit der Verfügung vom 17. Juni 2019 (Suva-act. 33). Diese beinhaltet 

einerseits die Anerkennung einer Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin für eine 

vorübergehende Verschlimmerung eines degenerativen Vorzustandes für acht Wochen 

bzw. bis 15. März 2019 und andererseits eine Verneinung einer Leistungspflicht für die 

Operation vom 1. Juli 2019. Die Beschwerdegegnerin stützte sich dabei auf die 

Beurteilung von Kreisarzt Dr. E.___, der befunden hatte, dass die Operation aufgrund 

eines degenerativen Vorzustands und nicht infolge einer strukturellen Traumafolge 

indiziert sei und dass bei einer vorübergehenden Verschlimmerung eines degenerativ-

krankhaften Vorzustandes sechs bis acht Wochen nach dem Unfallereignis Unfallfolgen 

im Beschwerdebild überwiegend wahrscheinlich keine Rolle mehr spielten (vgl. Suva-

act. 19, 24). Aus dem Gesagten ist zu folgern, dass die Beschwerdegegnerin die 

Beweislast für den Nachweis des Dahinfallens einer vorübergehenden Verletzung zu 

tragen hat, während hinsichtlich der Frage, ob sich der Beschwerdeführer beim Unfall 

vom 18. Januar 2019 eine strukturelle Verletzung zugezogen hat, aufgrund welcher eine 

Schulteroperation geplant worden war, der Beschwerdeführer beweisbelastet ist.  

Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die 

urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, 

sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig 

davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die 

verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs 

gestatten. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der 

Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, 

auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der 

Anamnese abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen 

Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und 

ob die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind. Ausschlaggebend für den 

Beweiswert eines ärztlichen Gutachtens ist grundsätzlich weder die Herkunft eines 

Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen 

Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a mit 

Hinweisen). Insofern kann rechtsprechungsgemäss auch Berichten und Gutachten, 

welche die Versicherungen während des Administrativverfahrens von ihren eigenen 

Ärzten und Ärztinnen einholen, Beweiswert beigemessen werden. Auf deren Ergebnis 

kann jedoch nicht abgestellt werden, wenn auch nur geringe Zweifel an ihrer 

Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit bestehen. In diesem Fall sind ergänzende 

Abklärungen vorzunehmen (BGE 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4, 4.6 f.; Urteil des 

3.4. 

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4.  

Bundesgerichts vom 16. September 2014, 8C_385/2014, E. 4.2.2; SVR 2018 IV Nr. 4, 

S. 12, E. 3.2).

Für die Annahme unfallkausaler somatischer Restfolgen wird grundsätzlich eine 

strukturelle Läsion bzw. eine schlecht verheilte strukturelle Läsion als objektivierbares 

Korrelat verlangt. Objektivierbar sind Ergebnisse, die reproduzierbar und von der 

Person des Untersuchenden und den Angaben des Patienten bzw. der Patientin 

unabhängig sind. Folglich kann von objektiv ausgewiesenen organisch-strukturellen 

Unfallfolgen dann gesprochen werden, wenn die erhobenen Befunde mit - 

wissenschaftlich anerkannten - apparativen/bildgebenden Abklärungen (wie Röntgen, 

MRT, CT, EEG) bestätigt werden (vgl. BGE 134 V 121 E. 9, 134 V 232 E. 5.1 mit 

Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts vom 28. Oktober 2009, 8C_216/2009, E. 2; SVR 

2007 UV Nr. 25 S. 81 E. 5.4 mit Hinweisen [U 479/05]).

4.1. 

Dr. B.___ berichtete der Beschwerdegegnerin am 30. Januar 2019 über die am 24. 

Januar 2019 erfolgte Erstbehandlung. Er führte aus, die Bewegungen in der Abduktion 

und Elevation der linken Schulter seien in der seitlichen und vorderen Anhebung 

schmerzhaft eingeschränkt gewesen. Die Untersuchung habe eine Konturverbreiterung 

über dem AC-Gelenk gezeigt. Dieses sei indolent gewesen, glenohumeral sei die 

Beweglichkeit eingeschränkt gewesen mit deutlich subacromialem Reiben mit 

klinischem Verdacht auf eine Subscapularis-/Supraspinatusverletzung im Sinne einer 

Zerrung oder aktivierten Tendinopathie bei schmerzhafter Abduktion. Die rechte (richtig 

wohl: linke) Schulter habe im konventionell radiologischen Röntgenbild Flüssigkeit im 

Subdeltoidalbereich links mit deutlichem Acromionsporn und lateraler 

Claviculaverbreiterung gezeigt. Er habe deshalb eine MR-Untersuchung veranlasst, 

welche am 25. Januar 2019 durchgeführt worden sei. Er empfehle eine abwartende 

Haltung mit medikamentöser Optimierung. Falls die Beschwerden in vier bis sechs 

Wochen weiterhin vorhanden seien, sei die subacromiale Impingementsymptomatik 

anzugehen (Suva-act. 14-3). Am 25. Januar 2019 hatte Dr. med. N.__, Facharzt für 

Radiologie, Landesspital C.___, die erwähnte MR-Untersuchung der linken Schulter 

durchgeführt. Er hatte beurteilt, es liege eine mild aktivierte bzw. traumatisierte geringe 

AC-Gelenksarthrose vor. Es bestehe keine signifikante Einengung des 

Subacromialraums bei down sloping eines Typ III Acromions. Bei milder 

Flüssigkeitsmarkierung der Bursa subacromialis sei jedoch eine 

Impingementsymptomatik möglich (Differentialdiagnose: Posttraumatisch?). Weiter 

habe sich ein ca. 10 x 15 mm breiter interstitieller Partialriss der Supraspinatussehne 

ventral am tendoossären Übergang gezeigt (CID-Läsion). Es bestehe zudem eine ca. 3 

4.2. 

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mm breite Partialruptur bursaseitig im Sinne einer kleinen Reverse-PASTA-Läsion. Die 

übrige Rotatorenmanschette sei intakt und die lange Bizepssehne regelrecht (Suva-act. 

4).

Beim Beschwerdeführer bestand damit unbestritten bereits vor dem Unfall vom 18. 

Januar 2019 eine degenerative Veränderung des AC-Gelenks (vgl. act. G16.2; vgl. auch 

Suva-act. 18). Im Folgenden ist jedoch zu prüfen, ob der Beschwerdeführer beim Unfall 

vom 18. Januar 2019 neue, strukturelle Gesundheitsschäden erlitten hat. Er lässt 

geltend machen, er habe sich die diagnostizierte Läsion der Rotatorenmanschette links 

anlässlich des Unfalls zugezogen (act. G3, G11). Die Beschwerdegegnerin stellt sich 

dagegen, wie bereits erwähnt (vgl. E. 3.3), auf den Standpunkt, es sei lediglich zu einer 

vorübergehenden Verschlimmerung des Vorzustandes gekommen (act. G9, G13). 

Entgegen den Ausführungen von Kreisarzt Dr. E.___ vom 20. Mai und 7. Juni 2019 

(Suva-act. 19, 24) sollte die ursprünglich geplante Schulterarthroskopie gemäss Dr. 

B.___ nicht nur der Behandlung der AC-Gelenks-Arthrose, sondern auch der 

Dekompression und damit der Entlastung der Supraspinatussehne dienen (vgl. act. 

G16.1). Zur Beantwortung der Frage des Anspruchs auf Versicherungsleistungen über 

den 15. März 2019 hinaus und insbesondere auf Übernahme der Operationskosten 

durch die Beschwerdegegnerin ist damit die Ursächlichkeit des 

Supraspinatussehnenrisses entscheidend.

4.3. 

Kreisarzt Dr. E.___ beurteilte am 20. Mai und 7. Juni 2019, der Schaden, welcher 

ursprünglich am 1. Juli 2019 hätte operiert werden sollen, sei mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit nicht auf den Unfall vom 18. Januar 2019 zurückzuführen (Suva-act. 

19, 24). Am 14. Februar 2020 befand Dr. E.___ schliesslich, es sei davon auszugehen, 

dass das Unfallereignis lediglich zu einer vorübergehenden Traumatisierung einer 

bereits vorbestehenden Degeneration am linken AC-Gelenk geführt, diese jedoch nicht 

verursacht habe und deshalb die von Dr. B.___ vorgesehene operative Versorgung des 

linken AC-Gelenks nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf den Unfall vom 18. 

Januar 2019 zurückzuführen sei (Suva-act. 64). Dr. E.___ stellt sich damit auf den 

Standpunkt, die vom Beschwerdeführer anlässlich seines Unfalls vom 18. Januar 2019 

unbestritten erlittene Kontusion der linken Schulter (vgl. Suva-act. 2 f., 9) habe nur zu 

einer vorübergehenden Verschlimmerung eines Vorzustandes führen, jedoch nicht die 

beschriebene Verletzung der Rotatorenmanschette auslösen können.

4.4. 

 4.5. 

Insbesondere für Rotatorenmanschettenläsionen werden in medizinischen 

Fachartikeln konkrete Verletzungsmechanismen beschrieben, welche zu einer 

4.5.1. 

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traumatischen Sehnenruptur führen können. Als potenziell geeignete 

Verletzungsmechanismen werden namentlich genannt: das Abscheren des 

Sehnenansatzes von innen, sobald der maximal zulässige Rotationswinkel 

überschritten ist und der Sehnenansatz mit dem Pfannenrand in Konflikt gerät 

(sogenanntes inneres Impingement), z.B. bei einer Schulter(sub)luxation; die passive 

Traktion, z.B. nach unten (beim Versuch einen schweren fallenden Gegenstand 

aufzufangen), ventral oder medial; die exzentrische Belastung angespannter Anteile der 

Rotatorenmanschette, z.B. bei passiv forcierter Aussen- oder Innenrotation bei 

anliegendem oder abgespreiztem Arm, z.B. bei einem Sturz vom Gerüst nach vorn mit 

dem Versuch, den Fall durch Festhalten abzufangen (Alexandre Lädermann/ Bernhard 

Jost/Dominik Weishaupt/Didier Elsig/Matthias Zumstein, Revidierte 

Unterscheidungskriterien, Degenerative oder traumatische Läsionen der 

Rotatorenmanschette in: Swiss Medical Forum, Ausgabe 2019/15-16, S. 260-267, zu 

finden unter: https://www. researchgate.net/publication/332331925_Degenerative 

_oder_traumatische_Lasionen_der _Rotatorenmanschette, [Download full-text PDF], 

abgerufen am 21. Juni 2021 [nachfolgend zitiert: Swiss Medical Forum]; S2e-Leitlinie 

"Rotatorenmanschette", Version vom März 2017, zu finden unter: https://

www.awmf.org/uploads/tx_szleitlininen/

033-041l_S2e_Rotatorenmanschette_2017-04-02.pdf, abgerufen am 21. Juni 2021 

[nachfolgend zitiert: AWMF-Leitlinien]).

Das Bundesgericht gab in seinem Urteil vom 22. Oktober 2019, 8C_446/2019, E. 

5.2.2 f., die vorgenannten Unfallmechanismen wieder und ging gestützt auf eine 

weitere Publikation davon aus, dass die direkte Krafteinwirkung auf die Schulter (Sturz, 

Prellung, Schlag) ein ungeeigneter Hergang für eine Rotatorenmanschettenschädigung 

sei, da die Rotatorenmanschette durch den knöchernen Schutz der Schulterhöhe 

(Acromion) und durch den Delta-Muskel gut abgeschirmt sei. Das Versicherungsgericht 

des Kantons St. Gallen hat in seinen früheren Entscheiden gestützt auf das 

vorgenannte Bundesgerichtsurteil ein direktes Anpralltrauma der Schulter als 

bedeutsamen Faktor gegen eine traumatische Genese einer 

Rotatorenmanschettenläsion gewertet. In der Stellungnahme vom 1. Oktober 2020 

widerspricht nun die Expertengruppe Schulter- und Ellbogenchirurgie (act. G11.1) der 

Auffassung des Bundesgerichts und gelangt zum Schluss, dass ein direktes 

Schultertrauma durchaus zu einer Rotatorenmanschettenruptur führen könne. Die 

Expertengruppe Schulter- und Ellbogenchirurgie gibt an, die aktuelle, internationale 

Literatur nochmals genau gesichtet und systematisch nach Artikeln gesucht zu haben, 

die über akute, rein traumatisch bedingte Rotatorenmanschettenrupturen berichteten. 

4.5.2. 

https://www

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Sie führt die von ihr durchgesehenen Artikel an und hält fest, ihnen könne 

zusammenfassend entnommen werden, dass ein direktes Schultertrauma durchaus ein 

überwiegend wahrscheinlicher Mechanismus für eine akute/traumatische 

Rotatorenmanschettenruptur sein könne und sogar einer der häufigsten Mechanismen 

sei. Das Bundesgerichtsurteil sei demgegenüber nicht wissenschaftlich begründet, 

basiere auf einer veralteten Expertenmeinung und ignoriere aktuelle, auf neuester 

Literatur basierende Meinungen von Schulterexperten. Wenn das Bundesgericht seine 

Entscheide auf aktuellste wissenschaftliche Erkenntnisse höchstmöglicher Evidenz 

abstütze, könne das fragliche Bundesgerichtsurteil nicht als richtungsweisend 

angesehen werden. Bereits in dem im Swiss Medical Forum veröffentlichten Artikel (S. 

263) hatten Experten, darunter wiederum Mitglieder der Expertengruppe Schulter- und 

Ellbogenchirurgie, ihre Meinung kundgetan, wonach eine Rotatorenmanschettenläsion 

nicht nur durch die in fünf Studien beschriebenen, sondern auch durch andere 

Verletzungsmechanismen, namentlich auch durch ein Direkttrauma der Schulter, 

entstehen könne. Zur Begründung im Bundesgerichtsurteil - die Rotatorenmanschette 

sei durch das darüber liegende Schulterdach (Acromion) und den Deltoideusmuskel vor 

einer Gewalteinwirkung geschützt - führt die Expertengruppe in der Stellungnahme 

vom 1. Oktober 2020 aus, dass diese Hypothese in keinem der von ihr gesichteten 

Artikel durch eine biomechanische oder klinische Studie untermauert werde. Das 

Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen hat zwar, wie gesagt, in seinen früheren 

Entscheiden hinsichtlich Verletzungsmechanismus auf die obgenannte 

bundesgerichtliche Rechtsprechung abgestellt. Es hat jedoch den Artikel im Swiss 

Medical Forum im Rahmen der Kausalitätsbeurteilung von 

Rotatorenmanschettenläsionen grundsätzlich als wegweisend erachtet. Angesichts 

dessen, dass der Nachweis des natürlichen Kausalzusammenhangs im Bereich der 

Medizin in der Regel basierend auf Angaben ärztlicher Experten oder Expertinnen zu 

erbringen ist (vgl. Erwägung 3.1) und die Expertengruppe Schulter- und 

Ellbogenchirurgie in ihrer Stellungnahme vom 1. Oktober 2020 (act. G11.1) die bereits 

im Swiss Medical Forum (S. 263) von einigen ihrer Experten geäusserte Meinung 

nochmals bekräftigt hat, wonach bei einem Direkttrauma der Schulter ohne explizit 

ausgestreckten Arm ebenfalls eine Rotatorenmanschettenläsion entstehen könne, hat 

das Versicherungsgericht in seinen Entscheiden UV 2020/22 vom 20. April 2021 und 

UV 2019/24 vom 21. April 2021 festgehalten, es sehe keinen Grund, künftig nicht auch 

die plausible und nachvollziehbare Stellungnahme der Expertengruppe Schulter- und 

Ellbogenchirurgie vom 1. Oktober 2020 zu berücksichtigen.

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Das Bundesgericht hat in seinen erst nach diesen Entscheiden publik 

gewordenen Urteilen vom 7. April 2021, 8C_740/2020, E. 4, und 15. April 2021, 

8C_672/2020, E. 4, ebenfalls auf die Stellungnahme der Expertengruppe Schulter- und 

Ellbogenchirurgie vom 1. Oktober 2020 Bezug genommen. Dabei hat es darauf 

hingewiesen, dass deren Meinungsäusserung wissenschaftlich nicht belegt sei und die 

Frage, ob und inwiefern Anpralltraumen geeignet seien, Rotatorenmanschettenläsionen 

zu verursachen, in der medizinischen Literatur kontrovers diskutiert werde. Es sei nicht 

Aufgabe des Bundesgerichts, den Expertenstreit hinsichtlich des Nachweises der 

Unfallkausalität von Rotatorenmanschettenläsionen zu entscheiden. Zur Beurteilung 

der Unfallkausalität werde dem Kriterium des Unfallmechanismus keine übergeordnete 

Bedeutung mehr beigemessen (vgl. dazu auch Urteil des Bundesgerichts vom 14. April 

2020, 8C_59/2020, E. 5.3. f.). Es gehe vielmehr darum, die einzelnen Kriterien, die für 

oder gegen eine traumatische Genese der Verletzung sprächen, aus medizinischer 

Sicht gegeneinander abzuwägen und den Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die 

Wahrscheinlichkeit für sich habe, der Wahrheit zu entsprechen. Dabei gelte es etwa, 

die bildgebenden Befunde, die Vorgeschichte, den Unfallhergang, den Primärbefund 

und den Verlauf zu berücksichtigen (Urteile des Bundesgerichts vom 7. April 2021, 

8C_740/2020, E. 4.2, und vom 15. April 2020, 8C_672/2020, E. 4.1.3).

4.5.3. 

Der Beschwerdeführer erlitt am 18. Januar 2019 ein Direkttrauma der linken 

Schulter (vgl. Suva-act. 2 f.). Vorliegend kann offenbleiben, ob dieses - entsprechend 

der genannten neueren wissenschaftlichen Literatur (vgl. act. G11.1) - grundsätzlich 

geeignet war, die Rotatorenmanschettenläsion zu verursachen. Dies, zumal der 

Unfallmechanismus laut bundesgerichtlicher Rechtsprechung nur ein (aber immerhin) 

bedeutsames Merkmal darstellt und - wie sich aus den nachfolgenden Erwägungen 4.6 

ff. ergibt - der medizinische Sachverhalt auch hinsichtlich weiterer bedeutsamer 

Kriterien nicht spruchreif abgeklärt wurde, weshalb eine Rückweisung an die 

Beschwerdegegnerin notwendig ist. 

4.5.4. 

An der Beurteilung von Dr. E.___ werden durch widersprechende Einschätzungen 

von anderen Ärzten Zweifel geweckt. Am 16. Oktober 2019 führte Dr. med. O.__, 

Radiologie FMH, ein Arthro-MR der Schulter links durch. Er beurteilte, im Vergleich mit 

dem Befund vom 25. Januar 2019 sei die Supraspinatusläsion knochennahe etwas 

kleiner geworden, aber noch deutlich zu erkennen. Die kleine bursaseitige Läsion an 

der Infraspinatussehne sei unverändert. Nun zeigten sich deutliche tendinistische 

Zeichen der distalen Supraspinatussehne und wahrscheinlich ein Impingement 

aufgrund der Veränderungen im Acromion. Es liege eine Bursitis subacromialis und 

subdeltoidea vor (Suva-act. 52-9). Am 7. Februar 2020 erstellte Dr. I.___ ein 

4.6. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/21

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fachradiologisches Gutachten zu den Ergebnissen der MR-Untersuchungen vom 25. 

Januar und 16. Oktober 2019. In diesem Gutachten befand er, auffallend an der 

Untersuchung vom 25. Januar 2019 sei, dass es im Bereich des AC-Gelenks wenig 

Knochenmarksödem gegeben habe, welches im Verlauf nicht mehr nachweisbar 

gewesen sei. Dies deute darauf hin, dass ein Trauma an der linken Schulter 

stattgefunden habe. Ebenfalls auffallend sei, dass der distale Supraspinatussehnen-

Ansatz in der Untersuchung vom 25. Januar 2019 vermehrt Signal gezeigt habe und 

auch der Erguss in der Bursa subacromiale/subdeltoidea verglichen mit der späteren 

Untersuchung grösser gewesen sei. Der Verlauf dieser Befunde mache deutlich, dass 

zwischen den Untersuchungen eine Veränderung im Sinne eines Heilungsprozesses 

stattgefunden habe. Deshalb komme er aus radiologischer Perspektive zum Schluss, 

dass ein Zusammenhang der dokumentierten Supraspinatussehnen-Läsion mit dem 

Trauma möglich sei. Zusätzlich zeige der Verlauf der Untersuchungen, dass eine 

Traumatisierung des AC-Gelenks stattgefunden habe (Suva-act. 62). Im Gegensatz zu 

Dr. O.__ und Prof. I.___ führte Dr. E.___ am 19. Februar 2020 aus, im Rahmen der MR-

arthrographischen Verlaufskontrolle am 16. Oktober 2019 habe sich ein 

vergleichsweise unveränderter Befund am AC-Gelenk und eine vergleichsweise wenig 

ausgeprägte Tendinose der distalen Supraspinatussehne gezeigt. Er begründete diese 

Interpretation des Ergebnisses der MR-Untersuchung nicht weiter und schlussfolgerte, 

es sei davon auszugehen, dass das Unfallereignis vom 18. Januar 2019 lediglich zu 

einer vorübergehenden Traumatisierung einer bereits vorbestehenden Degeneration am 

linken AC-Gelenk geführt, diese aber nicht verursacht habe (Suva-act. 64). Er setzte 

sich nicht vertieft mit der abweichenden Einschätzung von Prof. I.___ auseinander. Die 

Beurteilung von Dr. E.___ ist damit nicht nachvollziehbar. Die plausiblen Überlegungen 

von Prof. I.___ reichen zwar nicht aus, um die Unfallkausalität der 

Schulterbeschwerden mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachzuweisen. Sie stellen 

die Einschätzung von Dr. E.___ aber zumindest in Frage. Dasselbe gilt für die 

Beurteilung von Dr. G.___ vom 7. Oktober 2019. Dieser hatte ausgeführt, der Riss der 

Supraspinatussehne sei sicher nicht auf eine Überlastung des linken Arms (infolge der 

eingeschränkten Belastbarkeit des Ellbogens rechts) zurückzuführen (inzwischen 

unbestritten, vgl. E. 2). Dies insbesondere, weil diese Sehne sehr empfindlich sei und 

auch im Alter des Beschwerdeführers schon gewisse Menschen "in natürlicher Weise" 

einen solchen Riss hätten. Er sehe höchstens die Möglichkeit, dass der Riss durch den 

Treppensturz entstanden sei und die derzeitigen Probleme erkläre (Suva-act. 49).

Nachdem Dr. B.___ anfänglich davon ausgegangen war, dass die Schulter­

beschwerden links, insbesondere die AC-Degeneration, durch eine langfristige 

Überbeanspruchung der linken oberen Extremität bedingt seien (Suva-act. 37, vgl. 

4.7. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 19/21

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sinngemäss auch Suva-act. 18), führte er am 9. Oktober 2019 aus, die 

Supraspinatussehnenverletzung sei möglicherweise posttraumatisch nach dem letzten 

Unfallereignis (Suva-act. 52-11). Nach Durchführung der MR-Untersuchung hielt Dr. 

B.___ am 21. Oktober 2019 fest, der Muskelsehnendefekt habe sich verkleinert. Dies 

lasse eine traumatische Verletzung im Januar postulieren und nicht eine 

Langzeitdegeneration durch Überlastung. Der Beschwerdeführer habe zwar eine gute 

muskuläre Rekonvaleszenz durchgemacht, jedoch bleibe weiterhin ein Impingement 

bestehen, welches mittels einer Schulterarthroskopie zu beheben wäre (Suva-act. 

52-10). Dr. B.___ hielt am 4. Mai 2020 sodann fest, es liege eine traumatische 

Rotatorenmanschettenverletzung vor und die diesbezüglichen Beschwerden verliefen 

progressiv. Er bitte um Kostengutsprache für die bereits seit Januar 2019 geplante 

Schulterarthroskopie links mit Dekompressionseingriff (Suva-act. 66). Am 18. Juni 2020 

führte Dr. B.___ aus, die Läsion der Supraspinatussehne sei mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit teilweise auf das Unfallereignis zurückzuführen. Dies ergebe sich 

insbesondere aus dem Vergleich der beiden MR-Untersuchungen, die einen 

Heilungsverlauf dokumentierten. Ohne Unfall wären die Symptomatik der 

Supraspinatussehne und das Impingement deutlich geringer ausgefallen oder in 

diesem Lebensabschnitt gar nicht aufgetreten. Wie sich das AC-Gelenk entwickelt 

hätte, lasse sich leider nicht postulieren (act. G16.2). Die neueren Beurteilungen von Dr. 

B.___ sprechen damit auch mindestens für eine Mitverursachung der 

Rotatorenmanschettenläsion durch den Unfall und stellen die Einschätzung von Dr. 

E.___ ebenfalls in Frage.

Weiter kann auch mit Blick auf die zeitliche Komponente eine traumatische 

Verursachung der Schulterbeschwerden nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden. Der Beschwerdeführer begab sich zwar 

nicht am Unfalltag, aber bereits einen oder wenige Tage danach (je nach Angaben am 

19. oder 24. Januar 2019; vgl. Suva-act. 9-2, 60) erstmals in Behandlung bei Dr. B.___. 

Dieser erhob den bereits erwähnten Befund (vgl. E. 4.1) und stellte klinisch den 

Verdacht auf eine Subscapularis-/Suprapinatusverletzung, weshalb er eine MR-

Untersuchung veranlasste (vgl. Suva-act. 14). Diese wurde sodann am 25. Januar 2019 

durchgeführt und erbrachte unter anderem den Nachweis einer mild aktivierten bzw. 

traumatisierten geringen AC-Gelenksarthrose sowie eines Partialrisses der 

Supraspinatussehne ventral und einer Partialruptur bursaseitig (Suva-act. 4). Die 

Beurteilung von Dr. E.___ vom 7. Juni 2019, wonach damals bildmorphologisch kein 

Nachweis struktureller Traumafolgen gefunden worden sei (Suva-act. 24), ist damit 

insofern nicht ohne Weiteres nachvollziehbar, als Dr. E.___ die 

Rotatorenmanschettenläsion nicht als traumatisch betrachtete. Neben der als 

4.8. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 20/21

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5.

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der medizinische Sachverhalt nicht spruchreif 

abgeklärt ist. An der Beurteilung von Dr. E.___ bestehen Zweifel und dem Gericht ist es 

nicht möglich, mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu 

beurteilen, ob die vorliegende Läsion der Rotatorenmanschette mindestens teilweise 

auf den Unfall vom 18. Januar 2019 zurückzuführen ist. Angesichts des Gesagten wäre 

die Beschwerdegegnerin gestützt auf den Untersuchungsgrundsatz (Art. 43 Abs. 1 

ATSG) zur Einholung einer Begutachtung verpflichtet gewesen (BGE 135 V 470 E. 4.4). 

Die Angelegenheit ist zur Veranlassung einer verwaltungsexternen Begutachtung an die 

Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

6.  

traumatisiert bezeichneten AC-Gelenksarthrose ist auch eine traumatische Genese des 

genannten Partialrisses bzw. der Partialruptur, wie bereits ausgeführt, nicht 

auszuschliessen. Allein aus der Tatsache, dass die Läsionen erstmals nach dem Unfall 

festgestellt wurden, kann zwar nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 

geschlossen werden, dass die Beschwerden kausal durch den Unfall verursacht 

worden wären, da die Formel "post hoc ergo propter hoc", nach ständiger 

Rechtsprechung für sich allein nicht ergiebig ist (vgl. SVR 2009 UV Nr. 13 

[8C_590/2007], S. 52 E. 7.2.4 mit weiteren Hinweisen; BGE 119 V 340 E. 2b/bb). Die 

zeitnah nach dem Unfall erstmals festgestellte strukturelle Verletzung ist aber immerhin 

als Indiz für eine Unfallkausalität zu werten.

Die Beschwerde ist dahingehend gutzuheissen, dass der Einspracheentscheid 

vom 14. Mai 2020 (Suva-act. 70) aufzuheben und die Streitsache zu ergänzenden 

Abklärungen im Sinn der Erwägungen und anschliessender neuer Verfügung an die 

Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist.

6.1. 

Gerichtskosten sind keine zu erheben (aArt. 61 lit. a ATSG in der bis 31. Dezember 

2020 gültigen, für das vorliegende Verfahren gemäss Art. 83 ATSG noch anwendbaren 

Fassung).

6.2. 

Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Partei 

Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom 

Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In 

der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach 

Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung (HonO; sGS 963.75) pauschal Fr. 1'500.-- bis 

6.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 21/21

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St.Galler Gerichte

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1. Die Beschwerde wird dahingehend gutgeheissen, dass der Einspracheentscheid 

vom 14. Mai 2020 aufgehoben und die Streitsache zu ergänzenden Abklärungen im 

Sinn der Erwägungen und anschliessender neuer Verfügung an die 

Beschwerdegegnerin zurückgewiesen wird.

2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung 

von Fr. 3'500.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

Fr. 15'000.--. Vorliegend erscheint der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand 

für die Beschwerdeführung entsprechend eine pauschale Parteientschädigung von 

Fr. 3'500.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 05.07.2021
	Art. 6 UVG: Rückweisung der Streitsache zu ergänzenden Abklärungen bezüglich der Frage, ob sich der Beschwerdeführer bei einem Treppensturz mit Kontusion der linken Schulter eine neue, traumatisch bedingte Rotatorenmanschettenläsion zugezogen hat (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 5. Juli 2021, UV 2020/41).

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