# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4cc6e600-6abe-58bd-9806-2e9c3eaf086c
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2002-04-10
**Language:** de
**Title:** Bundesgericht Strafrechtliche Abteilung 10.04.2002 6A.3/2002
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BGer/CH_BGer_006_6A-3-2002_2002-04-10.html

## Full Text

{T 0/2} 

6A.3/2002/kra 

 

                K A S S A T I O N S H O F 

                ************************* 

 

                      10. April 2002 

 

Es wirken mit: Bundesrichter Schubarth, Präsident des 

Kassationshofes, Bundesrichter Schneider, Wiprächtiger, 

Kolly, Karlen und Gerichtsschreiber Borner. 

 

                        --------- 

 

                        In Sachen 

 

S.________, Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwalt 

Stefan Galligani, Ruederstrasse 8, Schöftland, 

 

                          gegen 

 

Verwaltungsgericht des Kantons A a r g a u, 1. Kammer, 

 

                        betreffend 

                   Führerausweisentzug 

(Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen den Entscheid der 

1. Kammer des Verwaltungsgerichts des Kantons Aargau vom 

5. Dezember 2001), 

hat sich ergeben: 

 

    A.- Nach eigenen Angaben konsumierte S.________ in 

der Nacht vom 24. auf den 25. April 1999 zwischen 20.00 

Uhr und ca. 04.00 Uhr in Aarau rund 1,2 l Bier, 4 dl Cham- 

pagner und 3 dl Rotwein. Nach dem Alkoholkonsum liess er 

sich in einem Taxi nach Hause fahren und begab sich zu 

Bett. Nach 6 - 7 Stunden Schlaf setzte er sich an das 

Steuer seines Personenwagens, um seine Freundin von 

Schöftland nach Trimbach zu bringen. Um 11.50 Uhr wurde er 

einer polizeilichen Kontrolle unterzogen. Die Blutprobe 

ergab eine rückgerechnete Blutalkoholkonzentration (BAK) 

von 1,00 Promille. 

 

       S.________ besitzt den Führerausweis der Kate- 

gorie B seit dem 14. Juni 1982. Er ist ihm am 7. Juli 1988 

sowie am 7. Februar 1991 wegen Fahrens in angetrunkenem 

Zustand (FiaZ) mit Selbstunfall für die Dauer von 3 bzw. 

16 Monaten entzogen worden. 

 

    B.- Das Bezirksgericht Zofingen verurteilte 

S.________ am 28. Oktober 1999 gestützt auf Art. 91 Abs. 1 

SVG zu einer bedingten Gefängnisstrafe von 30 Tagen und 

einer Busse von Fr. 2'000.--. Das Urteil erwuchs in 

Rechtskraft. 

 

       Am 3. Juni 1999 verfügte das Strassenverkehrsamt 

des Kantons Aargau einen Führerausweisentzug von 9 Mona- 

ten. Das Departement des Innern des Kantons Aargau hiess 

am 14. Juni 2001 eine Beschwerde von S.________ teilweise 

gut und reduzierte die Entzugsdauer auf 7 Monate. Eine 

Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen diesen Entscheid wies 

das Verwaltungsgericht des Kantons Aargau am 5. Dezember 

2001 ab. 

    C.- S.________ führt eidgenössische Verwaltungs- 

gerichtsbeschwerde mit den Anträgen, es seien das Verwal- 

tungsgerichtsurteil vom 5. Dezember 2001 aufzuheben und 

die Dauer des Führerausweisentzuges auf 3 Monate festzu- 

setzen. 

 

       Das Verwaltungsgericht schliesst auf Abweisung 

der Beschwerde. Das Bundesamt für Strassen stellt den 

Antrag, die Verwaltungsgerichtsbeschwerde gutzuheissen und 

die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz 

zurückzuweisen. 

 

           Das Bundesgericht zieht in Erwägung: 

 

    1.- Letztinstanzliche kantonale Entscheide über Füh- 

rerausweisentzüge unterliegen der Verwaltungsgerichtsbe- 

schwerde an das Bundesgericht (Art. 24 Abs. 2 SVG). Der 

Beschwerdeführer hat als unmittelbar Betroffener ein 

schutzwürdiges Interesse an der Aufhebung des angefoch- 

tenen Entscheids, weshalb er zur Beschwerde legitimiert 

ist (Art. 24 Abs. 5 SVG). 

 

       Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde kann die Ver- 

letzung von Bundesrecht aller Stufen, also auch von Bun- 

desverfassungsrecht, sowie Überschreitung oder Missbrauch 

des Ermessens, nicht aber Unangemessenheit gerügt werden 

(Art. 104 OG). Nachdem als Vorinstanz eine richterliche 

Behörde entschieden hat, ist das Bundesgericht an die 

Feststellung des Sachverhaltes gebunden, soweit dieser 

nicht offensichtlich unrichtig, unvollständig oder unter 

Verletzung wesentlicher Verfahrensvorschriften ermittelt 

worden ist (Art. 105 Abs. 2 OG). 

 

    2.- a) Die Vorinstanz verweist zunächst auf die so 

genannte "Aargauer Praxis" der Verwaltungsbehörden. Danach 

wird ein rückfälliger Automobilist nicht wieder wie ein 

Ersttäter behandelt, auch wenn nach Ablauf eines früheren 

Entzugs wegen Fahrens in angetrunkenem Zustand mehr als 

5 Jahre verstrichen sind. Es wird vielmehr für die Bemes- 

sung der Entzugsdauer bei einem Rückfall von abgestuften 

Richtwerten ausgegangen, wobei der gesetzliche Wert von 12 

Monaten für den Rückfall innert 5 Jahren proportional zu 

den seit dem früheren Entzug verstrichenen Jahren redu- 

ziert wird, d.h. nach 6 (7, 8, 9, 10) Jahren gilt als 

Richtmass eine Entzugsdauer von 10 (8, 6, 4, 2) Monaten. 

 

       b) Das Bundesgericht hat sich mehrfach mit sol- 

chen standardisierten "Tarifen" befasst und festgehalten, 

diese verletzten Bundesrecht, wenn sie zu schematisch an- 

gewendet und die Umstände des Einzelfalls nicht mehr genü- 

gend berücksichtigt werden (BGE 124 II 44 E. 1; 123 II 63 

E. 3c). Ausgangspunkt der Bemessung einer Massnahme muss 

der vom Gesetz vorgegebene Wert sein. In Bezug auf die 

Dauer des Entzuges hat der Gesetzgeber eine klare Abstu- 

fung vorgenommen: Bei einem Rückfall innert 5 Jahren ist 

der Führerausweis mindestens für ein Jahr zu entziehen 

(Art. 17 Abs. 1 lit. d SVG), danach für mindestens zwei 

Monate (Art. 17 Abs. 1 lit. b SVG). Nach Ablauf der 5 Jah- 

re darf der Faktor Zeit nicht mehr so stark gewertet wer- 

den, ausser bei Vorfällen, die nur kurze Zeit nach Ablauf 

der fünfjährigen Frist erfolgt sind. Die Einsatzdauer muss 

so gewählt werden, dass die Entzugsdauer unter Anwendung 

der Kriterien von Art. 33 Abs. 2 VZV bis auf den gesetz- 

lichen Mindestwert hinab angepasst werden kann, wenn die 

Voraussetzungen dafür gegeben sind (Urteil des Bundesge- 

richts 6A.49/2001 vom 30. Oktober 2001, E. 2a). 

 

       c) Die Vorinstanz weist darauf hin, dass die kan- 

tonalen Behörden im Falle des Beschwerdeführers die Ent- 

zugsdauer gemäss Aargauer Praxis festgelegt hätten. Die 

angefochtene Entzugsdauer müsse nun anhand der bundesge- 

richtlichen Rechtsprechung überprüft werden, ohne dass 

dabei bereits neue Richtwerte festgelegt würden: 

 

       Auszugehen sei von der minimalen Entzugsdauer 

von 2 Monaten. Diese sei entsprechend den Kriterien des 

Art. 33 Abs. 2 VZV anzupassen. Insbesondere falle der 

Rückfall massnahmeerhöhend ins Gewicht. Grundlage für die 

Bemessung des Verschuldens bilde die Schwere der Tat. Sie 

messe sich an der Gefährlichkeit des widerrechtlichen Ver- 

haltens sowie an den konkreten Tatumständen. Zunächst 

falle für die Qualifikation des Verschuldens der Rückfall 

ins Gewicht. Dieser liege 2 Jahre über der fünfjährigen 

Rückfallsfrist, für welche das Gesetz die Mindestentzugs- 

dauer von 12 Monaten vorsehe. Der Zeitfaktor von zwei 

Jahren sei stark verschuldenserhöhend zu berücksichtigen. 

Bezüglich des Alkoholisierungsgrades und der Umstände der 

Widerhandlung gegen das Strassenverkehrsgesetz sei fest- 

zuhalten, dass die BAK von mindestens 1,00 Promille deut- 

lich über der Grenze von 0,8 Promille liege. Der Beschwer- 

deführer, den als Rückfalltäter mit einschlägigen Vorstra- 

fen ohnehin ein erhöhtes Verschulden treffe, müsse sich 

vorwerfen lassen, dass er pflichtwidrig unvorsichtig seine 

eingeschränkte Fahrtüchtigkeit nicht richtig bedacht habe. 

Es sei daher von einem schweren Verschulden des Beschwer- 

deführers auszugehen. Als weiteres Zumessungskriterium für 

die Entzugsdauer diene der Leumund als Motorfahrzeug- 

führer. Auch hier müsse die zeitliche Nähe des neuen 

Deliktes berücksichtigt werden. Der Rückfall rufe nach 

einem strengen Massstab bei der Festsetzung der Entzugs- 

dauer. Schliesslich sei nur von einer leicht erhöhten 

Massnahmeempfindlichkeit auszugehen. 

 

       Ausgehend von der Mindestentzugsdauer von 2 Mo- 

naten lasse sich festhalten, dass die konkrete schwere 

Verschuldenssituation sowie der erheblich getrübte auto- 

mobilistische Leumund unter Einschluss des Rückfalls 

innert 7 Jahren für eine massive Erhöhung sprächen. Dem- 

gegenüber lege die leicht erhöhte Massnahmeempfindlichkeit 

eine gewisse Reduktion nahe. Insgesamt erscheine damit die 

vom Departement des Innern festgelegte Entzugsdauer von 7 

Monaten als sachgerecht. Entscheidend sei dabei in erster 

Linie der einschlägig getrübte Leumund. Die mehrfachen 

bisherigen Entzüge hätten den Beschwerdeführer bislang 

nicht von seinem allzu sorglosen Umgang mit Alkohol am 

Steuer abhalten können. Die geltend gemachte kontrollierte 

Alkoholabstinenz könne nicht zu einer Reduktion der Ent- 

zugsdauer führen. 

 

       d) Der Beschwerdeführer rügt eine Verletzung von 

Bundesrecht. Er macht geltend, die Vorinstanz weiche nur 

vordergründig von ihrer alten, bundesrechtswidrigen Praxis 

ab. Im Gegensatz zur bundesgerichtlichen Rechtsprechung 

messe sie dem Faktor Zeit einen sehr hohen Stellenwert zu, 

berücksichtige sie ihn doch sowohl beim Verschulden als 

auch beim automobilistischen Leumund. Diese zwei Faktoren 

führten gemäss Vorinstanz zu einer massiven Erhöhung der 

Mindestentzugsdauer von 2 Monaten. Bezeichnenderweise 

komme sie denn auch zu keinem andern Ergebnis als das De- 

partement des Innern, welches mit dem "bewährten" Tarif- 

system gearbeitet habe. Mit dem Urteil vom 30. Oktober 

2001 habe das Bundesgericht das Tarifsystem als bundes- 

rechtswidrig erklärt. Es habe damals einen Vorfall beur- 

teilt, welcher mit dem heute zur Diskussion stehenden 

grosse Ähnlichkeit aufweise. Beide Male handle es sich um 

Rückfälle mit etwa demselben Alkoholgehalt, beide ohne Un- 

fälle, beide mit getrübtem Leumund und nicht leichtem Ver- 

schulden und beide mit erhöhter Massnahmeempfindlichkeit. 

Trotzdem wolle die Vorinstanz den Führerausweis für mehr 

als doppelt so lang entziehen, als dies das Bundesgericht 

für angemessen bezeichnet habe. 

 

       Der Beschwerdeführer macht ferner geltend, er sei 

seit dem Vorfall im Jahre 1999 nachweislich alkoholabsti- 

nent, was von der Vorinstanz zutreffend festgestellt wer- 

de. Dadurch werde aber die Erforderlichkeit der erzieheri- 

schen Sanktion stark relativiert. Die Weigerung der Vorin- 

stanz, dieses Moment bei der Bemessung der Entzugsdauer zu 

berücksichtigen, verstosse gegen Bundesrecht. 

 

       Schliesslich rügt der Beschwerdeführer, die Vor- 

instanz sei in Willkür verfallen. So leite sie ein beson- 

deres Verschulden aus dem Umstande ab, dass er bereits die 

Hinfahrt nach Trimbach auf der Autobahn N 1 zurückgelegt 

habe. Ein solcher Sachverhalt ergebe sich aber nirgends 

aus den Akten. Ebenso willkürlich habe die Vorinstanz die 

Bestätigung seines Arbeitgebers vom 17. August 2001 bezüg- 

lich der Erreichbarkeit seiner Kunden mit dem öffentlichen 

Verkehr gewürdigt. 

 

    3.- a) Es fällt auf, dass die Vorinstanz das Moment 

des Rückfalles ausserordentlich stark betont. Wiederholt 

und mit Nachdruck wird auf die Rückfälligkeit des Be- 

schwerdeführers, auf dessen einschlägige Erfahrungen be- 

ziehungsweise auf seine früheren FiaZ-Vorfälle hinge- 

wiesen. Der Rückfall und damit die zeitliche Nähe des 

neuen Delikts werden von der Vorinstanz sowohl bei der 

Gewichtung des Verschuldens als auch bei der Beurteilung 

des automobilistischen Leumundes hervorgehoben. Diese 

doppelte Berücksichtigung des gleichen Elementes bei zwei 

verschiedenen Zumessungsfaktoren im Sinne von Art. 33 Abs. 

2 VZV verletzt Bundesrecht: 

 

       Das Gesetz trägt dem Rückfall in Art. 17 Abs. 1 

lit. c sowie lit. d SVG durch eine Verschärfung der Mass- 

nahme Rechnung. Ein FiaZ-Rückfall im Sinne von Art. 17 

Abs. 1 lit. d SVG liegt vor, wenn der Führer innert 5 

Jahren seit Ablauf eines früheren Entzuges wegen FiaZ 

erneut in diesem Zustand gefahren ist. Die Mindestentzugs- 

dauer für diesen Tatbestand beträgt ein Jahr. In dieser 

Entzugsdauer sind das Fahren in angetrunkenem Zustand 

sowie die Tatsache des Rückfalls innert 5 Jahren erfasst, 

weshalb dies weder beim Verschulden noch beim Leumund zu- 

sätzlich zu Ungunsten des Betroffenen berücksichtigt wer- 

den darf (Schaffhauser, Grundriss des schweizerischen 

Strassenverkehrsrechts, Band III, Rz. 2461). Nach Ablauf 

der 5 Jahre kommt wieder Art. 17 Abs. 1 lit. b SVG zur 

Anwendung, also eine Entzugsdauer von mindestens 2 Mo- 

naten. Diese ist unter der Berücksichtigung der Zumes- 

sungskriterien von Art. 33 Abs. 2 VZV gegebenenfalls zu 

erhöhen (ebenso Bussy/Rusconi, Code suisse de la 

circulation routière: commentaire, 3. Auflage, N. 2.2 zu 

Art. 17 SVG). Der Faktor Zeit indessen darf nach Ablauf 

der 5 Jahre nicht mehr so stark gewertet werden, ausser 

bei Vorfällen, die nur kurze Zeit nach Ablauf der 

fünfjährigen Frist erfolgt sind (Urteil des Bundesgerichts 

6A.49/2001 vom 30. Oktober 2001, E. 2a). Ein solcher Fall 

ist hier nicht gegeben. 

 

       Die Bundesgerichtspraxis darf nicht dadurch um- 

gangen werden, dass das zeitliche Moment sowohl beim Ver- 

schulden als auch beim automobilistischen Leumund zu Las- 

ten des Fahrzeuglenkers gewichtet wird. Das Moment des 

Rückfalls ist im Rahmen von Art. 33 Abs. 2 VZV nur beim 

automobilistischen Leumund zu beachten, stellt dieser doch 

ein Abbild des früheren Verhaltens eines Fahrzeuglenkers 

im Verkehr dar. Die Dauer der bisherigen Fahrpraxis sowie 

die früheren Massnahmen und Strafen, d.h. die Zahl der 

erfassten, den Massnahmen und Strafen zu Grunde liegenden 

Delikte, ihre Schwere, ihre Zusammensetzung, ihre zeitli- 

che Abfolge und auch die allfällige Gleichartigkeit der 

Verkehrsdelikte stellen bei der Berücksichtigung des auto- 

mobilistischen Leumundes entscheidende Gesichtspunkte dar 

(vgl. Schaffhauser, a.a.O., Rz. 2313, S. 201). Demgegenü- 

ber sind beim Verschulden die verschiedenen Schuldformen 

(leichte Fahrlässigkeit bis Vorsatz) zu prüfen (ders., 

a.a.O., Rz. 2285 ff.). Der Rückfall ist daher - anders als 

etwa der Alkoholisierungsgrad - kein Verschuldenselement. 

 

       b) Die Vorinstanz geht zu Unrecht von einem 

schweren Verschulden des Beschwerdeführers aus. Wohl 

trifft es zu, dass FiaZ immer zu einem obligatorischen 

Führerausweisentzug führt. Auch eine Massnahme wegen FiaZ 

setzt jedoch immer ein Verschulden des Fahrzeugführers 

voraus. Dabei genügt grundsätzlich jede Art von Verschul- 

den. Vorsatz oder Fahrlässigkeit beziehen sich dabei auf 

die Angetrunkenheit bei Antritt der Fahrt. Der Fahrzeug- 

führer handelt vorsätzlich, wenn er die Fahrt antritt, ob- 

wohl er weiss oder mit der Möglichkeit rechnen muss, dass 

er angetrunken ist. Fahrlässig handelt er, wenn er im 

Zeitpunkt des Antritts der Fahrt aus pflichtwidriger Un- 

vorsichtigkeit nicht bedenkt, dass er angetrunken ist oder 

sein könnte (Schaffhauser, a.a.O., Rz. 2393 mit Hinweisen; 

BGE 117 IV 292). 

 

       Der Beschwerdeführer hat lediglich fahrlässig ge- 

handelt. Er hat nicht bedacht, dass sein Blut bei Antritt 

der Fahrt noch einen unzulässigen Alkoholwert aufweisen 

könnte. Es ist ihm nämlich zu Gute zu halten, dass er nach 

einer durchzechten Nacht mit dem Taxi nach Hause gefahren 

ist und anschliessend mehrere Stunden geschlafen hat. Erst 

etwa 7 - 8 Stunden nach Ende des Alkoholkonsums hat er 

sich ans Steuer gesetzt. Diese Tatsache lässt das Ver- 

schulden in erheblich milderem Licht erscheinen. Der Vor- 

fall unterscheidet sich diesbezüglich massgebend von den 

in früheren Jahren mit Alkohol begangenen Selbstunfällen. 

Das Verschulden ist daher weniger schwer zu gewichten. 

 

       c) Der automobilistische Leumund des Beschwerde- 

führers ist - wie die Vorinstanz zutreffend festhält - 

durch zwei Alkoholfahrten aus den Jahren 1988 und 1991 

erheblich getrübt, was bei der Festsetzung der Entzugs- 

dauer beachtet werden muss. Allerdings trägt der ange- 

fochtene Entscheid auch in diesem Zusammenhang einem 

wesentlichen Moment nicht Rechnung. Es ist unbestritten, 

dass der Beschwerdeführer seit dem 25. April 1999 alkohol- 

abstinent lebt. Diese Tatsache ist unter dem Titel "auto- 

mobilistischer Leumund" massnahmereduzierend zu berück- 

sichtigen. Gemäss Art. 30 Abs. 2 VZV dienen Warnungsent- 

züge wegen Verletzung von Verkehrsvorschriften der Besse- 

rung des Führers und der Bekämpfung von Rückfällen. Mit 

der Einhaltung einer Abstinenz hat der Beschwerdeführer 

gezeigt, dass er im Sinne des Gesetzes aus dem letzten 

Vorfall eine Lehre gezogen hat. 

 

       d) Die Dauer des Warnungsentzugs richtet sich ge- 

mäss Art. 33 Abs. 2 VZV schliesslich nach der beruflichen 

Notwendigkeit, ein Motorfahrzeug zu führen. Die Vorinstanz 

hält fest, gemäss Bestätigung des Arbeitgebers bestehe bei 

dem als Verkäufer/Innenarchitekt tätigen Beschwerdeführer 

eine erheblich gesteigerte Massnahmeempfindlichkeit, weil 

er für die Ausübung der Kundenkontakte, die ausserhalb der 

mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbaren Gegenden 

liegen, auf sein Fahrzeug angewiesen sei und dieses zeit- 

weise auch als Transportmittel für Kleinmöbel und Katalog- 

material benötige. Allerdings gelte es zu berücksichtigen, 

dass ein Grossteil der Kundschaft mit öffentlichen Ver- 

kehrsmitteln erreichbar und es dem Beschwerdeführer daher 

zuzumuten sei, sich für die Fahrten zu der übrigen Kund- 

schaft zweckdienlich zu organisieren. Es werde daher le- 

diglich von einer leicht erhöhten Massnahmeempfindlichkeit 

ausgegangen. 

 

       Diese Erwägungen sind widersprüchlich und jeden- 

falls im Ergebnis unhaltbar. Die tatsächliche Feststellung 

der Vorinstanz - Erreichbarkeit der Kundenmehrheit mit dem 

öffentlichen Verkehr - weicht klar von der Bestätigung des 

Arbeitgebers ab. Worauf die vorinstanzliche Annahme basie- 

ren soll, ist nicht ersichtlich. Damit ist die Willkürrüge 

begründet (vgl. zum Begriff der Willkür: BGE 127 I 38 E. 

2a). 

 

    4.- a) Das Strassenverkehrsamt sowie das Departement 

des Innern des Kantons Aargau haben ihre Verfügungen auf 

die dargelegte "Aargauer Praxis" gestützt. Die Vorinstanz 

überprüft die angefochtene Entzugsdauer anhand der bundes- 

gerichtlichen Rechtsprechung, welche die "Aargauer Praxis" 

als bundesrechtswidrig bezeichnet. Das Verwaltungsgericht 

gelangt zum gleichen Ergebnis wie seine Vorinstanz. Mit 

der Erhöhung der Mindestentzugsdauer von 2 Monaten auf 7 

Monate überschreitet es jedoch aus den aufgezeigten Grün- 

den sein Ermessen. Die Beschwerde ist daher begründet und 

gutzuheissen. 

 

       b) Das Bundesgericht hat in BGE 124 II 44 in 

einem ähnlich gelagerten Fall mit einer noch höheren BAK 

(1,27 Promille) und neuerlicher Fahrt in angetrunkenem 

Zustand 5 Jahre und 9 Monate nach einer ersten Massnahme 

einen Warnungsentzug von 4 Monaten verfügt. Im Entscheid 

vom 30. Oktober 2001 wurde eine Entzugsdauer von 7 Monaten 

auf 3 Monate herabgesetzt. Der damalige Beschwerdeführer 

war mit einer BAK von mindestens 1,03 Promille gefahren 

und hatte bereits drei Massnahmen aus früheren Jahren zu 

verzeichnen. Der FiaZ-Rückfall lag 6 Jahre und 11 Monate 

zurück. In der Zwischenzeit war noch eine Verwarnung wegen 

Unachtsamkeit erfolgt. 

 

       Im Lichte dieser zwei Urteile sowie der vorlie- 

genden Erwägungen erscheint eine Entzugsdauer von 3 Mona- 

ten, wie sie auch der Beschwerdeführer beantragt, als 

angemessen (Art. 114 Abs. 1 OG). 

 

    5.- a) Hebt das Bundesgericht den angefochtenen Ent- 

scheid auf, so entscheidet es selbst in der Sache oder 

weist diese zur neuen Beurteilung an die Vorinstanz zurück 

(Art. 114 Abs. 2 OG). Die entscheidwesentlichen Elemente 

liegen vor. Damit kann umgehend entschieden werden, dass 

dem Beschwerdeführer der Führerausweis für die Dauer von 

3 Monaten entzogen wird. Einzig für die Regelung der Kos- 

ten- und Entschädigungsfolgen im kantonalen Verfahren ist 

die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen. 

 

       b) Bei diesem Ausgang des Verfahrens werden keine 

Kosten erhoben (Art. 156 Abs. 1 und 2 OG). Dem Beschwerde- 

führer steht eine Parteientschädigung zu (Art. 159 Abs. 2 

OG). 

 

       Mit dem Entscheid in der Sache ist das Gesuch um 

aufschiebende Wirkung gegenstandslos. 

 

            Demnach erkennt das Bundesgericht: 

 

    1.- Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird gutgeheis- 

sen und das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons 

Aargau vom 5. Dezember 2001 aufgehoben. 

 

    2.- Dem Beschwerdeführer wird der Führerausweis für 

die Dauer von 3 Monaten entzogen. Im Übrigen wird die 

Sache zur Neuverlegung der Kosten- und Entschädigungsfol- 

gen des kantonalen Verfahrens an die Vorinstanz 

zurückgewiesen. 

 

    3.- Es werden keine Kosten erhoben. 

 

    4.- Der Kanton Aargau hat den Beschwerdeführer für 

das bundesgerichtliche Verfahren mit Fr. 2'500.-- zu ent- 

schädigen. 

 

    5.- Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer, dem 

Verwaltungsgericht, 1. Kammer, und dem Strassenverkehrsamt 

des Kantons Aargau sowie dem Bundesamt für Strassen 

schriftlich mitgeteilt. 

 

                      _____________ 

 

Lausanne, 10. April 2002 

 

               Im Namen des Kassationshofes 

            des SCHWEIZERISCHEN BUNDESGERICHTS 

                      Der Präsident: 

 

                 Der Gerichtsschreiber: