# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 88a30901-7a62-54ac-9893-a6dea5dfa245
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-11-13
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 13.11.2025 C-5771/2022
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-5771-2022_2025-11-13.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
 
 

 

 

  

 

 Abteilung III 

C-5771/2022 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 3 .  N o v e m b e r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Richter Christoph Rohrer (Vorsitz), 

Richterin Caroline Bissegger, Richterin Caroline Gehring, 

Gerichtsschreiberin Barbara Scherer. 
 

 
 

Parteien 
 A._______, (Deutschland),   

vertreten durch lic. iur. Matthias Steiner, Rechtsanwalt,  

Beschwerdeführer,  

  
 

 
gegen 

 
 

IV-Stelle für Versicherte im Ausland (IVSTA),  

Vorinstanz.  

  
 

 
 

Gegenstand 
 Invalidenversicherung, Rentenrevision 

(Verfügung vom 9. November 2022). 

 

 

 

C-5771/2022 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Der deutsche Staatsangehörige A._______ (nachfolgend: Versicherter 

oder Beschwerdeführer), geboren am (…) 1983 und Vater von zwei Kin-

dern, geboren 2002 und 2005, lebt in Deutschland. Er ist gelernter Tro-

ckenbaumonteur und arbeitete nach seiner Ausbildung bei verschiedenen 

Arbeitgebern auch als Produktionsmitarbeiter und Fahrer (vgl. Lebenslauf; 

Akten der kantonalen IV-Stelle [im Folgenden: IV-act.] 15.1). Zuletzt war er 

als Grenzgänger bei der B._______ in (…) vom 1. Juni 2009 bis 30. No-

vember 2011 als Chauffeur der Kategorie C angestellt; sein letzter Arbeits-

tag war der 6. Juni 2011 (vgl. Zeugnis vom 30. November 2011 [IV-act. 15.2 

S. 1]; Fragebogen für Arbeitgebende, ausgefüllt und unterzeichnet am 

14. Dezember 2011 [IV-act. 7.1 S. 2 ff.]). Der Versicherte hat von 2006 bis 

2011, während 3 Jahren und 10 Monaten, Beiträge an die schweizerische 

obligatorische Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (AHV/IV) 

bezahlt (vgl. Verfügung vom 16. April 2014; IV-act. 96 S. 5 und 7). 

A.b Am 12. Dezember 2011 (Posteingang) meldete sich der Versicherte 

bei der C._______ (nachfolgend: kantonale IV-Stelle) zum Bezug einer be-

ruflichen Integration/Rente an, da er wegen einer LWS-Operation ab Juni 

2011 100% arbeitsunfähig sei (IV-act. 4).  

Die kantonale IV-Stelle nahm in der Folge medizinische und erwerbliche 

Abklärungen vor und hat mit Verfügung vom 22. April 2013 den Anspruch 

auf berufliche Massnahmen abgelehnt (IV-act. 48 S. 2 ff.).  

Um den Rentenanspruch des Versicherten zu überprüfen, hat die IV-Stelle 

auf Empfehlung des Regionalen Ärztlichen Dienstes (nachfolgend: RAD; 

vgl. Stellungnahmen vom 29. Mai und 13. Juni 2013 des RAD; IV-act. 51 

S. 2 ff. und 55) eine polydisziplinäre medizinische Begutachtung in den 

Fachgebieten Innere Medizin, Neurologie, Orthopädie und Psychiatrie or-

ganisiert, welche bei der PMEDA in Zürich am 21. August 2013 stattfand. 

Nachdem die kantonale IV-Stelle, gestützt auf die Meinung des RAD 

(vgl. Aktennotiz vom 21. Oktober 2013; IV-act. 66), die zwei behandelnden 

Ärzte des Versicherten mit Schreiben vom 24. Oktober 2013 gebeten hat, 

eine stationäre Diagnostik und Therapie gemäss dem Gutachten vom 

15. Oktober 2013 der PMEDA einzuleiten (IV-act. 67 und 68), und sie 

hierzu vom Hausarzt des Versicherten Zusicherungen erhielt (vgl. Akten-

notiz bzw. Schreiben vom 29. Oktober 2013 sowie vom 5., 10. und 11. März 

2014 [IV-act. 69, 84, 87 und 90; vgl. auch Schreiben vom 14. November 

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2013 dieses Hausarztes [IV-act. 74 S. 2]), sprach die IV-Stelle für Versi-

cherte im Ausland (nachfolgend: IVSTA oder Vorinstanz) mit Verfügung 

vom 16. April 2014 dem Versicherten rückwirkend ab dem 1. Juni 2012 eine 

ganze Invalidenrente sowie eine Kinderrente zu (IV-act. 96 S. 3 ff., vor al-

lem auch S. 9). Die IV-Stelle stützte sich dabei auf die Schlussfolgerungen 

der Gutachter der PMEDA, die der RAD bestätigt hatte (vgl. Beurteilung 

vom 21. Oktober 2013; IV-act. 65). Die Experten gaben im Gutachten vom 

15. Oktober 2013 als Diagnosen mit Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit 

ein CRPS (M89.0; Complex regional pain syndrom, auf Deutsch, komple-

xes regionales Schmerzsyndrom) sowie ein lumbales Vertebralsyndrom 

mit Wurzelkompression L5 links und lumbaler Bandscheibenoperation an 

und bescheinigten eine dauernde vollständige Arbeitsunfähigkeit in der an-

gestammten und erlernten Tätigkeit sowie eine vollständige Arbeitsunfä-

higkeit in einer angepassten Tätigkeit. Letztere sollte nach erfolgter leitlini-

engerechter Therapie neu bewertet werden (IV-act. 63.1, insbesondere 

S. 30 ff.]). 

B.  

B.a Am 1. Juni 2015 leitete die kantonale IV-Stelle von Amtes wegen ein 

Rentenrevisionsverfahren ein und verschickte an den Versicherten ihren 

Fragebogen (IV-act. 104). 

B.b Nachdem erste wirtschaftliche und medizinische Auskünfte zusam-

mengetragen worden sind, wurde auf Vorschlag des RAD (vgl. Beurteilung 

vom 22. Juli 2016; IV-act. 119 S. 2 ff.) eine polydisziplinäre medizinische 

Verlaufsbegutachtung, wie zuvor in den Fachgebieten Innere Medizin, 

Neurologie, Orthopädie und Psychiatrie, in Auftrag gegeben. Diese erfolgte 

nach Aufforderung des Versicherten zur Mitwirkung vom 1. November 2016 

(IV-act. 139; vgl. auch Schreiben vom 28. Juli 2016 und Mitteilungen vom 

2. September und 17. November 2016; IV-act. 120, 124 und 143) am 5. Ja-

nuar 2017 bei der medexperts ag in St. Gallen. Die Schlussfolgerungen der 

Experten, die im Gutachten vom 16. Februar 2017 unverändert zum Vor-

gutachten eine vollständige Arbeitsunfähigkeit in jeglicher Tätigkeit aus 

neurologischer und orthopädischer Sicht attestierten (IV-act. 146, insbe-

sondere S. 49 ff.), wurden vom RAD am 13. März 2017 bestätigt (IV-

act. 149 S. 2 ff.).  

B.c Mit Schreiben vom 17. Oktober 2017 (IV-act. 153) teilte die kantonale 

IV-Stelle dem anwaltlich vertretenen Versicherten mit, dass die erneuten 

medizinischen Abklärungen ergeben haben, dass sich der 

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Gesundheitszustand seit der Rentenzusprache nicht wesentlich verändert 

habe, weshalb grundsätzlich weiterhin Anspruch auf eine ganze Rente be-

stehe. Andererseits führte die IV-Stelle aus, dass der Versicherte seit meh-

reren Jahren in keiner fachärztlichen Behandlung gewesen sei und dass 

keine stationäre Behandlung stattgefunden habe, die bereits bei der erst-

maligen Rentenzusprache diskutiert worden sei und von den Gutachtern 

empfohlen werde. Damit könne eine Symptom-Verbesserung des 

Schmerzsyndroms angestrebt und im weiteren Verlauf eine berufliche Wie-

dereingliederung geprüft werden. Unter anderem auf Anregung der Perso-

nalvorsorgestiftung der D._______ (nachfolgend: Pensionskasse; vgl. Ak-

tennotiz vom 23. Mai 2017; IV-act. 151) forderte die kantonale IV-Stelle den 

Versicherten daher unter Androhung der Folgen von Art. 21 Abs. 4 ATSG 

auf, sich in ein spezialisiertes, multimodales Schmerzzentrum zur stationä-

ren Behandlung und zur Beurteilung und Umsetzung eines Behandlungs-

konzeptes zu begeben (IV-act. 153).  

Nachdem vorerst eine tagesstationäre algesiologische Diagnostik (Asses-

sment) vom 7. Mai 2018 im interdisziplinären Schmerzzentrum des Univer-

sitäts-Klinikums E._______ (IV-act. 180 S. 4 ff.) zu keiner weiteren Be-

handlung geführt hatte (vgl. Schreiben des Schmerzzentrums vom 2. Ok-

tober 2018; IV-act. 180 S. 3), wurde der Versicherte vom 11. bis 29. März 

2019, jeweils an den Wochentagen, im interdisziplinären Schmerzzentrum 

tagesstationär behandelt (s. Bescheinigung vom 29. März 2019 [IV-

act. 196 S. 3] und Entlassbrief vom 29. März 2019 [IV-act. 196 S. 10 ff. = 

IV-act. 298]). 

B.d Die Pensionskasse konnte auf Anfrage zur ärztlichen Situation am 

9. August 2019 Stellung nehmen und hat eine polydisziplinäre Begutach-

tung in der Schweiz beantragt (vgl. IV-act. 199).  

B.e Die kantonale IV-Stelle lud den Versicherten mit Schreiben vom 6. Sep-

tember 2019 zu einer rheumatologischen Untersuchung im RAD ein (vgl. 

IV-act. 201). Der anwaltlich vertretene Versicherte hat die Notwendigkeit 

und Adäquatheit einer solchen neuen Begutachtung angezweifelt und ver-

schiedene Fragen aufgeworfen (vgl. Aktennotiz vom 7. September 2019; 

Schreiben vom 23. September und 2. Oktober 2019 IV-act. 204, 206, 208 

und 209), woraufhin die IV-Stelle, gestützt auf die Stellungnahme des RAD 

(Stellungnahme vom 11. Oktober 2019; IV-act. 210), mit Schreiben vom 

17. Oktober 2019 an der vorgesehenen Untersuchung festhielt und gege-

benenfalls den Erlass einer Verfügung in Aussicht stellte (IV-act. 212). 

Nach einem weiteren Schriftenwechsel zwischen den verschiedenen 

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Beteiligten (vgl. Schreiben vom 22., 23. und 30. Oktober sowie vom 7. und 

11. November 2019; IV-act. 213 bis 219) wurde der Versicherte am 26. No-

vember 2019 im RAD in (…) rheumatologisch untersucht. Im ärztlichen Be-

richt vom 26. November 2019 hielt der Gutachter fest, dass die Arbeitsfä-

higkeit des Versicherten aufgrund der nicht schlüssigen Untersuchung 

nicht beurteilt werden könne (vgl. IV-act. 221 S. 2 ff.).  

B.f Mit Verfügung vom 7. Oktober 2020 wies die IVSTA das Gesuch des 

Versicherten um Gewährung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung im 

Verwaltungsverfahren ab (IV-act. 215 und 234 S. 2 ff.). 

B.g Auf Vorschlag des RAD (vgl. Stellungnahmen vom 17. Januar und 

27. April 2020; IV-act. 235 S. 2 f. und 251 S. 2 ff.) wurden die Abklärungen 

fortgesetzt und weitere medizinische Dokumente einverlangt. Gleichzeitig 

hat die Pensionskasse wiederholt zu den neuen Akten Stellung genommen 

und an ihrem Antrag auf Durchführung einer polydisziplinären Begutach-

tung festgehalten (vgl. E-Mail vom 24. Februar 2020, Schreiben vom 

12. Mai und 6. Juli 2020; IV-act. 250 S. 3, 257 und 263). 

B.h Auf Empfehlung des RAD (Stellungnahme vom 10. November 2020; 

IV-act. 264) leitete die kantonale IV-Stelle mit Schreiben vom 12. Novem-

ber 2020 eine erneute polydisziplinäre medizinische Begutachtung des 

Versicherten in den Fachgebieten Allgemeine Innere Medizin, Neurologie, 

Psychiatrie, Orthopädie/Rheumatologie, Neuropsychologie und Infektiolo-

gie in die Wege (IV-act. 265; vgl. auch Mitteilung vom 8. Oktober 2021 [IV-

act. 317]). Der anwaltlich vertretene Versicherte hat die Durchführung die-

ser erneuten Begutachtung in Frage gestellt sowie Zusatzfragen formuliert 

und Wünsche geäussert (vgl. vor allem Schreiben vom 23. Dezember 2020 

und 20. Januar, 24. Juni und 28. Oktober 2021; IV-act. 270, 274, 310 und 

320). Er beantragte ausserdem den Beizug eines Rheumatologen für die 

Beurteilung seiner Schmerzproblematik (vgl. E-Mail und Schreiben vom 

18. und 28. Oktober 2021; IV-act. 318 und 320). Mit Zwischenverfügung 

vom 12. November 2021 hielt die IV-Stelle an der vorgesehenen Begutach-

tung inkl. Fragebogen fest und lehnte die Anträge sowie Zusatzfragen des 

Versicherten ab (IV-act. 323 S. 2 ff.). Auf neues Ersuchen desselben 

(vgl. Schreiben vom 13. Dezember 2021; IV-act. 327) unterbreitete sie den 

Gutachtern am 16. Dezember 2021 eine Zusatzfrage (IV-act. 329). Nach-

dem der Versicherte bezüglich des Abklärungsortes der vorgesehenen 

neuropsychologischen Begutachtung – in (…) anstatt in (…) – Fragen auf-

warf (vgl. E-Mail vom 17. Januar 2022 und Schreiben vom 7. Februar 2022; 

IV-act. 335 und 341; vgl. auch Aktennotiz und Antwortschreiben der 

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kantonalen IV-Stelle vom 20. Januar 2022 [IV-act. 336 und 337]), wurde die 

neuropsychologische Begutachtung von der Gutachterstelle am 17. Feb-

ruar 2022 ersatzlos gestrichen, da keine Indikation für diese zusätzliche 

Untersuchung bestehe (IV-act. 344; vgl. auch E-Mail vom 9. Februar 2022 

[IV-act. 342]).  

B.i Die interdisziplinäre Begutachtung fand am 16. Februar 2022 im ABI 

(Ärztliches Begutachtungsinstitut GmbH) in Basel statt. Die Experten ha-

ben im Gutachten vom 19. März 2022 (IV-act. 349 S. 3 ff.) als Diagnosen 

mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hauptsächlich ein ausgeprägtes kom-

plex-regionales Schmerzsyndrom (CRPS) Typ 1 (G65.4) sowie ein chroni-

sches lumbogluteales Schmerzsyndrom links (M54.5/M79.65/Z98.8) ge-

stellt. In der bisherigen Tätigkeit bestehe eine vollständige Arbeitsunfähig-

keit und in einer angepassten Tätigkeit liege eine 50%-ige Arbeitsfähigkeit 

vor (IV-act. 349 S. 10 ff.). Der RAD, der das Gutachten würdigte, kam zum 

Schluss, dass die medizinisch-gutachterlichen Beurteilung qualitativ ein-

wandfrei sei und gesamthaft eine Verbesserung des Gesundheitszustan-

des und der Arbeitsfähigkeit gegenüber dem Vorzustand (Verfügung vom 

16. April 2014) glaubhaft gemacht habe (Stellungnahme vom 28. Juni 

2022; IV-act. 353 S. 2 ff.). 

B.j Mit Vorbescheid vom 18. Juli 2022 (IV-act. 355) stellte die kantonale IV-

Stelle dem Versicherten in Aussicht, dass seine bisherige Rente auf eine 

53%-ige Rente herabgesetzt werde. Zur Begründung führte die IV-Stelle 

die Ausführungen des RAD an, wonach im Vergleich zum Vorzustand eine 

Verbesserung des Gesundheitszustandes ausgewiesen sei. Sie erklärte 

ebenfalls die Berechnung des Invaliditätsgrades von 53%. Für das Validen-

einkommen, das Fr. 65'538.- betrage, habe sie auf das zuletzt erzielte Ein-

kommen abgestellt und dieses indexiert. Für die Bestimmung des Invali-

deneinkommens, welches Fr. 30'757.- betrage, habe sie die Schweizeri-

sche Lohnstrukturerhebung 2018 herangezogen, das Einkommen inde-

xiert, der 50%-igen Leistungsfähigkeit Rechnung getragen und wegen der 

Teilzeitarbeit zusätzlich einen Abzug von 10% vorgenommen. 

Der Versicherte liess gegen diesen Vorentscheid Einwand erheben und be-

antragte hauptsächlich die weitere Ausrichtung einer ganzen Invaliden-

rente und eventualiter die Durchführung einer neuen pluridisziplinären me-

dizinischen Begutachtung unter Einschluss eines rheumatologischen Teil-

gutachtens (vgl. Schreiben vom 14. Oktober 2022 [IV-act. 367]; vgl. auch 

Schreiben vom 14. und 21. September 2022 [IV-act. 360 und 362). 

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B.k Mit Verfügung vom 9. November 2022 der IVSTA, welche die Verfü-

gung vom 7. November 2022 ersetzte (IV-act. 370 S. 2 ff.), wurde die bisher 

ausgerichtete ganze Rente ersetzt, laut der Vorinstanz durch eine halbe 

Rente, die für den Versicherten Fr. 458.- und für sein Kind Fr. 184.- betrage. 

Die Herabsetzung erfolge vom ersten Tag des zweiten der Zustellung der 

Verfügung folgenden Monats an. Zudem wurde einer allfälligen Be-

schwerde die aufschiebende Wirkung entzogen. In ihrer Begründung führte 

die IVSTA hauptsächlich aus, dass der Versicherte mit seinen Einwänden 

keine neuen entscheidrelevanten Tatsachen geltend gemacht habe, wes-

halb am Vorbescheid vollumfänglich festgehalten werde. Wie mit dem Vor-

bescheid hat die IV-Stelle mittels des gleichen Einkommensvergleichs ei-

nen Invaliditätsgrad von 53% ermittelt (IV-act. 371 S. 3 ff.).  

B.l Mit Verfügung vom 18. Januar 2023 wurde das neue Gesuch um Ge-

währung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung im Verwaltungsverfah-

ren des Versicherten abgewiesen (IV-act. 375). 

C.  

C.a Am 9. Dezember 2022 liess der Versicherte Beschwerde gegen die 

Verfügung vom 9. November 2022 der Vorinstanz beim Bundesverwal-

tungsgericht führen. Er beantragte unter Kosten- und Entschädigungsfolge 

hauptsächlich die Aufhebung der angefochtenen Verfügung, die weitere 

Ausrichtung einer ganzen Invalidenrente und eventualiter die Durchfüh-

rung einer neuen pluridisziplinären medizinischen Begutachtung unter Ein-

schluss eines rheumatologischen Teilgutachtens. Zur Begründung brachte 

der Versicherte im Wesentlichen vor, dass das ABI-Gutachten nicht be-

weistauglich sei, weil insbesondere die orthopädischen und neurologi-

schen Teilgutachten unklar und widersprüchlich seien und zudem kein 

Rheumatologe beigezogen wurde, der sein CRPS und seine Schmerzen 

hätte beurteilen können. Ausserdem sei das ABI-Gutachten revisionsrecht-

lich unbeachtlich. Der Beschwerdeführer kritisierte weiter die Berechnung 

des Invaliditätsgrades (Akten im Beschwerdeverfahren [nachfolgend: 

BVGer-act.] 1). 

C.b Mit Zwischenverfügung vom 22. Juni 2023 hat das Bundes-

verwaltungsgericht in Gutheissung des Gesuchs um Gewährung der 

unentgeltlichen Rechtspflege auf die Erhebung von Verfahrenskosten 

verzichtet und in Gutheissung des Gesuchs um unentgeltliche 

Verbeiständigung dem Beschwerdeführer für das vorliegende Verfahren 

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Rechtsanwalt Matthias Steiner als gerichtlich bestellten Anwalt beigeordnet 

(BVGer-act. 14).  

C.c Mit Vernehmlassung vom 17. August 2023 beantragte die Vorinstanz 

die Abweisung der Beschwerde (vgl. BVGer-act. 17). Dabei hat sie sich auf 

die Stellungname der kantonalen IV-Stelle vom 14. August 2023 bezogen, 

welche die Abweisung der Beschwerde beantragt hat und dabei auf die 

Ausführungen in der angefochtenen Verfügung und auf die Akten hinwies. 

C.d Mit Verfügung vom 22. August 2023 wurde der Schriftenwechsel 

vorbehältlich weiterer Instruktionsmassnahmen abgeschlossen (BVGer-

act. 18).  

C.e Auf die zusätzlichen Vorbringen der Parteien sowie die eingereichten 

Beweismittel wird in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen, soweit 

sie für die Entscheidfindung erforderlich sind. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

Das Bundesverwaltungsgericht ist zur Behandlung der vorliegenden 

Beschwerde zuständig (Art. 31, 32 und 33 Bst. d des Bundesgesetzes vom 

17. Juni 2005 über das Bundesverwaltungsgericht [VGG; SR 173.32]; 

Art. 69 Abs. 1 Bst. b des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die 

Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Der Beschwerdeführer ist als 

direkter Adressat der angefochtenen Verfügung durch diese besonders 

berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder 

Abänderung, weshalb er zur Erhebung der Beschwerde legitimiert ist 

(Art. 59 des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen 

Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]; Art. 48 Abs. 1 des 

Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren 

[VwVG; SR 172.021]). Die Beschwerde wurde zudem frist- und 

formgerecht eingereicht (Art. 60 ATSG; Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 

Abs. 1 VwVG) und mit Zwischenverfügung vom 22. Juni 2023 das Gesuch 

um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege gutgeheissen. Da hiermit 

sämtliche Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf die Beschwerde 

einzutreten. 

2.  

2.1. Das Bundesverwaltungsgericht prüft die Verletzung von Bundesrecht 

einschliesslich der Überschreitung oder des Missbrauchs des Ermessens, 

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Seite 9 

die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen 

Sachverhalts sowie die Unangemessenheit (Art. 49 VwVG). Es ist gemäss 

dem Grundsatz der Rechtsanwendung von Amtes wegen nicht an die 

Begründung der Begehren der Parteien gebunden (vgl. Art. 62 Abs. 4 

VwVG).  

2.2. Das Verwaltungsverfahren wie auch der Sozialversicherungsprozess 

vor dem Bundesverwaltungsgericht sind vom Untersuchungsgrundsatz 

beherrscht (vgl. Art. 43 Abs. 1 ATSG; Art. 12 VwVG). Danach hat die 

Verwaltung und im Beschwerdeverfahren das Gericht von Amtes wegen für 

die richtige und vollständige Abklärung des erheblichen Sachverhalts zu 

sorgen (vgl. BGE 144 V 427 E. 3.2; 137 V 210 E. 1.2.1 und 2.1.1; 136 V 

376 E. 4.1.1). Dieser Grundsatz gilt indessen nicht unbeschränkt und findet 

sein Korrelat in den Mitwirkungspflichten der Partei (vgl. Art. 43 Abs. 3 

ATSG; BGE 125 V 195 E. 2 und 122 V 158 E. 1a, je mit weiteren 

Hinweisen).  

3.  

3.1. Das Sozialversicherungsgericht stellt bei der Beurteilung einer 

Streitsache in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der 

streitigen Verwaltungsverfügung (hier: 9. November 2022) eingetretenen 

Sachverhalt ab (BGE 144 V 224 E. 6.1.1; 132 V 215 E. 3.1.1).  

3.2. In zeitlicher Hinsicht sind – vorbehältlich besonderer übergangs-

rechtlicher Regelungen – grundsätzlich diejenigen Rechtssätze mass-

geblich, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes 

Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1; 144 V 210 E. 4.31). Am 1. Januar 

2022 sind die Änderung vom 19. Juni 2020 des IVG und des ATSG 

(Weiterentwicklung der IV [AS 2021 705; BBl 2020 5535]; Botschaft des 

Bundesrates vom 15. Februar 2017 [BBl 2017 2535]) sowie die Änderun-

gen vom 3. November 2021 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die 

Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201; AS 2021 706) in Kraft getreten. 

Die Vorinstanz, welche vorliegend die ab dem 1. Juni 2012 ausgerichtete 

ganze Invalidenrente des Versicherten herabsetzte, macht einen 

Revisionsgrund bzw. eine massgebende Änderung der tatsächlichen 

Verhältnisse geltend. Liegt die im Rahmen einer Rentenrevision relevante 

Änderung vor dem 1. Januar 2022, finden – entsprechend den erwähnten 

allgemeinen intertemporalrechtlichen Grundsätzen – die Bestimmungen 

des IVG und diejenigen der IVV in der bis 31. Dezember 2021 geltenden 

Fassung Anwendung. Liegt die massgebende Änderung nach dem 

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31. Dezember 2021, werden die Bestimmungen des IVG und diejenigen 

der IVV in der ab 1. Januar 2022 geltenden Fassung angewendet (vgl. 

Kreisschreiben des BSV über Invalidität und Rente in der 

Invalidenversicherung [KSIR] Rz. 9102). Der Zeitpunkt einer solchen 

Änderung bestimmt sich nach Art. 88a IVV (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

[im Folgenden: BGer] 8C_55/2023 vom 11. Juli 2023 E. 2.2).  

3.3. Der Beschwerdeführer ist deutscher Staatsangehöriger und war in der 

Schweiz als Grenzgänger bei der AHV/IV versichert (vgl. IV-act. 96 S. 5 

und 7). Damit gelangen vorliegend das Freizügigkeitsabkommen vom 

21. Juni 1999 (FZA, SR 0.142.112.681) und die Regelwerke der 

Gemeinschaft zur Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit 

gemäss Anhang II des FZA, insbesondere die für die Schweiz am 1. April 

2012 in Kraft getretenen Verordnungen (EG) Nr. 883/2004 

(SR 0.831.109.268.1) und Nr. 987/2009 (SR 0.831.109.268.11), zur 

Anwendung (vgl. Art. 80a Abs. 1 IVG). Seit dem 1. Januar 2015 sind auch 

die durch die Verordnungen (EU) Nr. 1244/2010 (AS 2015 343), 

Nr. 465/2012 (AS 2015 345) und Nr. 1224/2012 (AS 2015 353) erfolgten 

Änderungen in den Beziehungen zwischen der Schweiz und den EU-

Mitgliedstaaten anwendbar. Nach Art. 46 Abs. 3 der Verordnungen (EG) 

Nr. 883/2004 ist eine vom Träger eines Staats getroffene Entscheidung 

über den Grad der Invalidität eines Antragstellers für den Träger eines 

anderen betroffenen Staates nur dann verbindlich, wenn die in den 

Rechtsvorschriften dieser Staaten festgelegten Definitionen des Grads der 

Invalidität in Anhang VII dieser Verordnung als übereinstimmend anerkannt 

sind, was für das Verhältnis zwischen Deutschland und der Schweiz 

(ebenso wie für das Verhältnis zwischen den übrigen EU-Mitgliedstaaten 

und der Schweiz) nicht der Fall ist. Infolgedessen beurteilt sich das 

Vorliegen einer anspruchserheblichen Invalidität auch im Anwendungsbe-

reich des FZA und der Koordinierungsvorschriften allein nach schweizeri-

schem Recht (vgl. BGE 130 V 253 E. 2.4; Urteil des BGer 8C_111/2020 

vom 15. Juli 2020 E. 2; 9C_317/2014 vom 16. Juni 2014 E. 2). 

4.  

Anfechtungsobjekt und somit Begrenzung des Streitgegenstandes des 

vorliegenden Beschwerdeverfahrens (vgl. BGE 134 V 418 E. 5.2; 131 V 

164 E. 2.1) bildet die Verfügung vom 9. November 2022, mit welcher die 

bisher ausgerichtete ganze Invalidenrente des Versicherten und seines 

Kindes für die Zukunft, d.h. vom ersten Tag des zweiten der Zustellung der 

Verfügung folgenden Monats an, auf monatlich Fr. 458.- beziehungsweise 

C-5771/2022 

Seite 11 

Fr. 184.- reduziert wurde (IV-act. 371 S. 3 ff.). Streitig und zu prüfen ist 

somit, ob diese Rentenreduktion zu Recht erfolgt ist. 

5.  

5.1. Gemäss Art. 40 Abs. 2 IVV ist bei Grenzgängern die IV-Stelle, in deren 

Tätigkeitsgebiet der Grenzgänger eine Erwerbstätigkeit ausübt, zur 

Entgegennahme und Prüfung der Anmeldung zuständig. Dies gilt auch für 

ehemalige Grenzgänger, sofern sie bei der Anmeldung ihren ordentlichen 

Wohnsitz noch in der benachbarten Grenzzone haben und der 

Gesundheitsschaden auf die Zeit ihrer Tätigkeit als Grenzgänger 

zurückgeht. Die Verfügungen werden von der IVSTA erlassen.  

5.2. Der Versicherte war vor dem Eintritt des Gesundheitsschadens als 

Grenzgänger in (…) (im Kanton C._______) erwerbstätig und wohnte, 

namentlich auch im Zeitpunkt des Beginns der Rentenrevision, in (…) (vgl. 

ausgefüllter Revionsfragebogen vom 9. Juni 2015 [IV-act. 108]) und damit 

im nahen Grenzraum zur Schweiz. Als die strittige Verfügung vom 

9. November 2022 getroffen wurde, lebte der Versicherte in (…), das sich 

immer noch im nahen Grenzraum zur Schweiz befindet. Zudem leidet der 

Versicherte an einem Gesundheitsschaden, der auf die Zeit seiner Tätigkeit 

als Grenzgänger zurückgeht. Unter diesen Umständen war die kantonale 

IV-Stelle zur Prüfung der Rentenrevision zuständig, währenddem die 

angefochtene Verfügung zu Recht von der IVSTA erlassen wurde. 

6.  

6.1. Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde 

ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Die Invalidi-

tät kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 

Abs. 1 IVG) und gilt als eingetreten, sobald sie die für die Begründung des 

Anspruchs auf die jeweilige Leistung erforderliche Art und Schwere erreicht 

hat (Art. 4 Abs. 2 IVG).  

Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geisti-

gen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Be-

handlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der 

Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 

Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer 

Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen 

Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem 

nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 

C-5771/2022 

Seite 12 

ATSG). Arbeitsunfähigkeit ist die durch eine Beeinträchtigung der körperli-

chen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teil-

weise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare 

Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in 

einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Art. 6 ATSG). 

6.2. Anspruch auf eine Invalidenrente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG 

Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgaben-

bereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 

wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (Bst. a), während ei-

nes Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 

40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind (Bst. b) und nach Ablauf 

dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (Bst. c).  

6.3. Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 

ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines 

Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, 

das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 

Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei 

ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Einkommen mit 

Invalidität), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen 

könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Einkommen ohne 

Invalidität). Der Invaliditätsgrad ergibt sich aus der Einkommensdifferenz 

(allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 137 V 334 

E. 3.1.1; 130 V 343 E. 3.4.2; Urteil des BGer 8C_536/2017 vom 5. März 

2018 E. 5.1).  

6.4. Nach aArt. 28 Abs. 2 IVG, in der bis zum 31. Dezember 2021 gültig 

gewesenen Fassung (AS 2007 5129; BBl 2005 4459), wurde die Rente 

nach dem Invaliditätsgrad wie folgt abgestuft: ein Invaliditätsgrad von min-

destens 40 % gab Anspruch auf eine Viertelsrente, ein Invaliditätsgrad von 

mindestens 50 % Anspruch auf eine halbe Rente, ein Invaliditätsgrad von 

mindestens 60 % Anspruch auf eine Dreiviertelsrente und ein Invaliditäts-

grad von mindestens 70 % Anspruch auf eine ganze Rente. 

Der neue Art. 28b IVG, in Kraft seit dem 1. Januar 2022, sieht vor, dass die 

Höhe des Rentenanspruchs in prozentualen Anteilen an einer ganzen 

Rente festgelegt wird (Abs. 1). Bei einem Invaliditätsgrad von 50–69 % ent-

spricht der prozentuale Anteil dem Invaliditätsgrad (Abs. 2). Bei einem In-

validitätsgrad ab 70 % besteht Anspruch auf eine ganze Rente (Abs. 3). 

C-5771/2022 

Seite 13 

Bei einem Invaliditätsgrad zwischen 40–49 % erhöht sich der Rentenan-

spruch linear von einem Anteil von 25–47.5 % (Abs. 4). Laufende Renten-

leistungen werden in das neue stufenlose Rentensystem überführt, sofern 

die Voraussetzungen gemäss den Übergangsbestimmungen des IVG zur 

Änderung vom 19. Juni 2020 erfüllt sind (vgl. BBl 2017 2535, 2679). Für 

Rentenbezügerinnen und -bezüger, deren Rentenanspruch vor Inkrafttre-

ten dieser Änderung am 1. Januar 2022 entstanden ist und die – wie vor-

liegend der Beschwerdeführer, der 1983 geboren ist – bei Inkrafttreten die-

ser Änderung das 55. Altersjahr noch nicht vollendet haben, bleibt der bis-

herige Rentenanspruch solange bestehen, bis sich der Invaliditätsgrad 

nach Art. 17 Abs. 1 ATSG ändert (Bst. b Abs. 1 der Übergangsbestimmun-

gen des IVG zur Änderung vom 19. Juni 2020). 

6.5. Art. 29 Abs. 4 IVG bestimmt, dass wenn der Invaliditätsgrad weniger 

als 50 % beträgt, die entsprechenden Renten nur an Versicherte 

ausbezahlt werden, die ihren Wohnsitz und ihren gewöhnlichen Aufenthalt 

(Art. 13 ATSG) in der Schweiz haben (Art. 29 Abs. 4 IVG). Diese 

Einschränkung gilt jedoch nicht für die Staatsangehörigen eines 

Mitgliedstaates der EU und der Schweiz, sofern sie in einem Mitgliedstaat 

der EU Wohnsitz haben (Art. 4 und 7 VO [EG] 883/2004; vgl. BGE 130 V 

253 E. 2.3 und E. 3.1). 

7.  

7.1. In der angefochtenen Verfügung begründete die Vorinstanz die Herab-

setzung der Invalidenrente mit einer Verbesserung des Gesundheitszu-

stands des Versicherten. Sie macht damit das Vorliegen eines Revisions-

grundes im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG geltend. 

7.2. Art. 17 Abs. 1 ATSG sieht vor, dass wenn der Invaliditätsgrad einer 

Rentenbezügerin oder eines Rentenbezügers sich um mindestens fünf 

Prozentpunkte ändert (Bst. a) oder auf 100 % erhöht (Bst. b), die Invaliden-

rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft erhöht, herab-

gesetzt oder aufgehoben wird. 

Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsäch-

lichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den In-

validitätsgrad und damit den Anspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist 

die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes re-

vidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebenem Gesundheits-

zustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder 

C-5771/2022 

Seite 14 

Aufgabenbereich von Bedeutung; dazu gehört die Verbesserung der Ar-

beitsfähigkeit aufgrund einer Angewöhnung oder Anpassung an die Behin-

derung. Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im 

Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen 

Kontext unbeachtlich (vgl. BGE 144 I 103 E. 2.1; 141 V 9 E. 2.3; 130 V 343 

E. 3.5; vgl. auch Urteile des BGer 9C_477/2022 vom 18. Januar 2023 

E. 2.1; 9C_353/2020 vom 5. Mai 2021 E. 2.2). Liegt ein Revisionsgrund 

vor, ist der Rentenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht um-

fassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilun-

gen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).  

Als zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung der Frage, ob bis zum Ab-

schluss eines Rentenrevisionsverfahrens eine anspruchsrelevante Ände-

rung des Invaliditätsgrades eingetreten ist, dient die letzte Beurteilung, wel-

che auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruches mit rechtskonfor-

mer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und – bei Anhaltspunkten 

für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen eines Gesundheits-

schadens – Durchführung eines Einkommensvergleichs beruht. Dabei 

braucht es sich nicht um eine formelle Verfügung (Art. 49 ATSG) zu han-

deln (BGE 133 V 108 E. 5.4; 130 V 343 E. 3.5.2; Urteile des BGer 

9C_477/2022 vom 18. Januar 2023 E. 2.2; 8C_236/2022, 8C_301/2022 

vom 4. Oktober 2022 E. 7.2; s. auch Urteil des BGer 9C_162/2020 vom 

16. September 2020 E. 4.1). 

7.3. Bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit ist die anspruchsbeein-

flussende Änderung für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung 

von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen werden 

kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird; in jedem Fall ist 

sie zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei 

Monate angedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird 

(vgl. Art. 88a Abs. 1 IVV).  

7.4. Die Herabsetzung oder Aufhebung einer Rente erfolgt in der Regel auf 

das Ende des der Zustellung der Verfügung folgenden Monats (Art. 88bis 

Abs. 2 Bst. a IVV; vgl. auch Art. 85 Abs. 2 IVV). 

8.  

8.1. Bei der Beurteilung der Arbeits(un)fähigkeit stützen sich die Verwal-

tung und im Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen, die von ärztlichen 

und gegebenenfalls auch anderen Fachleuten zur Verfügung zu stellen 

C-5771/2022 

Seite 15 

sind. Ärztliche Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und 

dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tä-

tigkeiten die versicherte Person arbeitsfähig ist (vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3; 

143 V 418 E. 6; 132 V 93 E. 4; 125 V 256 E. 4; siehe auch BGE 140 V 193 

E. 3.2 und Hinweise). Die endgültige Beurteilung der Frage, welche Ar-

beitsleistung der versicherten Person noch zugemutet werden kann, ob-

liegt jedoch der Verwaltung (im Beschwerdefall dem Gericht), welche die 

medizinischen Unterlagen im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes frei 

überprüft (vgl. BGE 148 V 49 E. 6.2.1; 144 V 50 E. 4.3; 140 V 193 E. 3.2; 

Urteil des BGer 9C_618/2019 vom 16. März 2020 E. 7.1). 

8.2. Sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, gilt im Sozial-

versicherungsrecht der Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlich-

keit (BGE 143 V 168 E. 2; 138 V 218 E. 6). Die blosse Möglichkeit eines 

bestimmten Sachverhalts genügt dieser Beweisanforderung nicht. Der So-

zialversicherungsträger als verfügende Instanz und im Beschwerdefall das 

Gericht haben vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die sie 

von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdi-

gen (BGE 144 V 427 E. 3.2; 138 V 218 E. 6; 126 V 353 E. 5b; 125 V 193 

E. 2 je mit Hinweisen). Sie dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen 

annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind (Urteil des BGer 

8C_494/2013 vom 22. April 2014 E. 5.4.1, nicht publiziert in: BGE 140 V 

220). 

9.  

Vorliegend hat die Vorinstanz zu Recht festgehalten, dass die Verfügung 

vom 16. April 2014 (IV-act. 96 S. 3 ff.) Ausgangspunkt bildet für die Beur-

teilung der Frage, ob bis zur umstrittenen Verfügung vom 9. November 

2022 eine anspruchsrelevante Änderung des Invaliditätsgrades im Sinne 

des Art. 17 ATSG eingetreten ist. Mit dieser rentenzusprechenden Verfü-

gung vom 16. April 2014, die in Rechtskraft erwachsen ist, wurde zuletzt 

eine materielle und umfassende Prüfung des Rentenanspruches vorge-

nommen. Das im Juni 2015 eingeleitete Revisionsverfahren wurde erst mit 

der angefochtenen Verfügung abgeschlossen. Insbesondere hatte das 

Schreiben vom 17. Oktober 2017 (IV-act. 153), mit welchem die kantonale 

IV-Stelle dem Versicherten nach der Begutachtung bei der medexperts ag 

am 5. Januar 2017 unter anderem mitteilte, dass die erneuten medizini-

schen Abklärungen ergeben haben, dass sich der Gesundheitszustand seit 

der Rentenzusprache nicht wesentlich verändert habe, weshalb grundsätz-

lich weiterhin Anspruch auf eine ganze Rente bestehe, das Rentenrevisi-

onsverfahren noch nicht beendet. Im Gegenteil wurde der Versicherte mit 

C-5771/2022 

Seite 16 

dem Schreiben gleichzeitig aufgefordert, sich in eine stationäre Behand-

lung in ein spezialisiertes, multimodales Schmerzzentrum zu begeben, um 

eine Symptom-Verbesserung des Schmerzsyndroms zu erreichen und im 

weiteren Verlauf eine berufliche Wiedereingliederung prüfen zu können. 

Das Schreiben vom 17. Oktober 2017 stellt demnach keinen Verwaltungs-

akt dar, der als Vergleichsbasis herangezogen werden könnte.  

Nachfolgend wird zuerst der Sachverhalt dargelegt, wie er sich am 16. April 

2014 darstellte (vgl. nachfolgende E. 10). Dieser ist dann mit dem Sach-

verhalt, der bis zum 9. November 2022 vorlag, als die umstrittene Verfü-

gung gefällt wurde, zu vergleichen (vgl. unten E. 11 f., insbesondere 

E. 12.5). 

10.  

Die Verfügung vom 16. April 2014 (IV-act. 96 S. 3 ff.) beruhte hauptsächlich 

auf der Beurteilung der polydisziplinären Begutachtung der PMEDA, wel-

che am 21. August 2013 stattfand.  

Im Gutachten vom 15. Oktober 2013 (IV-act. 63.1) erwähnten die Gutach-

ter, Dr. G._______, Facharzt für Innere Medizin und Nephrologie, 

Prof. Dr. H._______, Facharzt für Neurologie, Dr. I._______, Facharzt für 

Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, 

und Dr. J._______, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, in der 

Konsensbeurteilung (S. 30 ff. der IV-act. 63.1) als Diagnosen mit Ein-

schränkungen der Arbeitsfähigkeit ein CRPS (M89.0) sowie ein lumbales 

Vertebralsyndrom, welches eine schmerzhafte Einschränkung der Beweg-

lichkeit und Belastbarkeit begründe, mit Wurzelkompression L5 links und 

lumbaler Bandscheibenoperation. Obwohl die Gutachter auch eine Anpas-

sungsstörung (F43.2) und einen Analgetika- (Opiat-) und Sedativa-Fehlge-

brauch festhielten, haben diese keine Funktionseinschränkungen bzw. Ein-

schränkungen der Arbeitsfähigkeit begründet (vgl. S. 31, Ziff. 1). Insbeson-

dere bescheinigten die Gutachter, dass keine eigenständige psychiatrische 

Erkrankung mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit bestanden habe (S. 30). 

Bezüglich der Arbeitsfähigkeit bestätigten die Gutachter, dass in der ange-

stammten und erlernten Tätigkeit aufgrund des spinalen Defektsyndroms 

nach stattgehabter Spinalwurzelkompression und nachfolgender Opera-

tion mit dem assoziierten verbliebenen klinischen Defektsyndrom (lumba-

les Vertebralsyndrom mit paravertebralem Hartspann und eingeschränkter 

Beweglichkeit) sowie einer biologisch plausiblen verminderten Belastbar-

keit der Wirbelsäule (und des linken Kniegelenks) eine dauernde Arbeits-

unfähigkeit von 100% vorliege (S. 30). In einer angepassten Tätigkeit 

C-5771/2022 

Seite 17 

bestehe retrospektiv und für den definierten Zeitraum ab Juni 2012 (Ablauf 

der Wartezeit) ebenfalls eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. Eine dauer-

hafte generelle Arbeitsunfähigkeit könne diesbezüglich jedoch noch nicht 

mit der gebotenen Wahrscheinlichkeit attestiert werden. Es bestünden be-

treffend das komplexe regionale Schmerzsyndrom, das nicht leitlinienge-

recht behandelt worden sei, Besserungsaussichten und obwohl diese 

Schmerzsyndrome grundsätzlich geeignet seien, die Arbeitsfähigkeit er-

heblich zu beeinträchtigen, sei deren Ausmass variabel. Die Experten emp-

fahlen deshalb, die Restarbeitsfähigkeit nach erfolgter leitliniengerechter 

Therapie und dokumentierter Verhaltensbeobachtung neu zu bewerten 

(per Ende 2013). Sieschlugen dazu eine stationäre Behandlung und Ver-

haltensbeobachtung mit einer Opiat-Entgiftung und -entwöhnung sowie 

Etablierung einer leitliniengerechten Therapie unter psychiatrischer und 

neurologischer Führung vor, um die individuelle Beeinträchtigung und ver-

bleibende Funktionsfähigkeit, ohne Interferenz eines Opiatfehlgebrauchs 

(potentielle Sucht, Beschwerdebegründung im Rahmen des Opiatfehlge-

brauchs), bewerten zu können. Die Voraussetzungen zu einer Willensan-

strengung und Mitarbeit in der empfohlenen stationären Diagnostik und 

Therapie sei als gegeben, bzw. zumutbar anzusehen (S. 30 bis 32).  

Am 21. Oktober 2013 bestätigte Dr. K._______ des RAD diese Schlussfol-

gerungen des Gutachtens, das die geforderten Qualitätskriterien erfülle. 

Die angestammte Tätigkeit sei seit Juni 2011 nicht mehr zumutbar. Auch in 

einer anderen Tätigkeit bestehe aktuell eine vollständige Arbeitsunfähigkeit 

(IV-act. 65). Der RAD-Arzt erachtete ausserdem eine Auflage zur stationä-

ren Behandlung vertretbar (IV-act. 66).  

Die zwei behandelnden Ärzte des Versicherten wurden dann mit Schreiben 

vom 24. Oktober 2013 gebeten, eine stationäre Diagnositk und Therapie 

gemäss Gutachten vom 15. Oktober 2013 einzuleiten (IV-act. 67 und 68). 

Nachdem die kantonale IV-Stelle hierzu Zusicherungen vom Hausarzt er-

hielt (IV-act. 69, 84, 87 und 90), hat die IVSTA mit Verfügung vom 16. April 

2014 (IV-act. 96 S. 3 ff., vor allem S. 9) dem Versicherten rückwirkend, 

nach Ablauf der gesetzlichen Wartefrist von einem Jahr seit der bestehen-

den Arbeitsunfähigkeit (vgl. Art. 28 Abs. 1 Bst. b IVG), ab dem 1. Juni 2012 

eine ganze Invalidenrente aufgrund eines Invaliditätsgrades von 100% 

ausgerichtet (vgl. aArt. 28 Abs. 2 IVG; vgl. auch Art. 29 Abs. 3 IVG). Ange-

sichts des am 12. Dezember 2011 gestellten Rentenantrags war im Juni 

2012 auch die 6-monatige Frist nach Art. 29 Abs. 1 IVG abgelaufen.  

11.  

C-5771/2022 

Seite 18 

11.1. Bei Erlass der vorliegend angefochtenen Verfügung vom 9. Novem-

ber 2022 lagen der IV-Stelle zuerst hauptsächlich folgende medizinische 

Unterlagen vor: 

11.1.1. Mit der Bestätigung vom 18. Juni 2015 teilte Dr. L._______, der 

Hausarzt, mit, dass der Versicherte weiterhin an einem CRPS Stadium III 

leide und eine bleibende 100%-ige Arbeits- und Erwerbsfähigkeit (recte: 

Erwerbsunfähigkeit) bestehe (IV-act. 110). Im Arztbericht vom 23. März 

2016 präzisierte dieser Arzt, dass sich der komplexe Gesundheitszustand 

aus physischer und psychischer Sicht deutlich verschlechtert habe und 

dass die Erkrankung eine absolute Arbeitsunfähigkeit begründe, insbeson-

dere weil der chronische Schmerz eine Schmerzdosierung von 2x60 mg 

Morphium und 1x800 mg Ibuprofen bedürfe, um ein Existieren und Überle-

ben auf niedrigstem Niveau zu gewährleisten (IV-act. 116 S. 4 ff.).  

11.1.2. Am 22. Juli 2016 schlug Dr. K._______ des RAD, Facharzt für All-

gemein Medizin, das Durchführen einer Verlaufsbegutachtung vor (IV-

act. 119 S. 2 ff.; vgl. auch die vorangehende Stellungnahme vom 18. Ja-

nuar 2016; IV-act. 112 S. 2 ff.). 

11.1.3. Mit Schreiben vom 8. September 2016 kritisierte Dr. L._______ die 

vorgesehene neue Begutachtung des Versicherten, die medizinisch nicht 

verantwortbar sei. Der Versicherte benötige eine ständige tägliche Pflege 

von 10-14 Stunden sowie einen Spezialtransport (IV-act. 129). Im Schrei-

ben vom 17. Oktober 2016 teilte der Arzt mit, dass schmerzbedingt keine 

physiotherapeutische Behandlung durchgeführt werden könne und die 

schmerztherapeutischen Massnahmen durch lokale Injektionstherapie in 

regelmässigen Abständen, zwei bis drei Behandlungen pro Monat, erfol-

gen. Die aktuelle Medikation sei immer noch 2x60 mg Morphin und 

1x800 mg Ibuprofen (IV-act. 134). 

11.1.4.  Mit seiner Antwort vom 25. Oktober 2016 hielt der RAD-Arzt die 

vorgesehene ambulante polydisziplinäre Begutachtung als zumutbar und 

empfahl eine Anreise des Versicherten mit dem Rot-Kreuz-Fahrdienst (IV-

act. 137 S. 2 f.). 

11.1.5. Der Versicherte wurde polydisziplinär in der medexperts ag, in 

St. Gallen, am 5. Januar 2017 von Dr. M._______, Fachärztin Allgemeine 

Innere Medizin, Dr. N._______, Fachärztin für Psychiatrie und Psychothe-

rapie, Dr. O._______, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trauma-

tologie des Bewegungsapparates, Dr. P._______ und P._______, 

C-5771/2022 

Seite 19 

Fachärztin für Neurologie bzw. Assistenzärztin Neurologie, untersucht. Im 

Bericht vom 16. Februar 2017 (IV-act. 146), der die Teilgutachten der Fach-

ärzte enthielt (S. 26 ff. des Gutachtens), stellten die Experten in der haupt-

gutachterlichen Beurteilung und polydisziplinären Zusammenfassung fol-

gende Diagnosen:  

Hauptdiagnosen mit Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit 

1. Komplex regionales Schmerzsyndrom (Morbus Sudeck) Typ I der linken 

unteren Extremität 

– Fortgeschrittene muskuläre Atrophie, mit sudomotorischer Störung 

(kälterer Hauttemperatur mit livider Verfärbung des Hautkolorit, 

verminderter Behaarung und Nagelwachstum) 

– Zustandsbild nach Arthroskopie des linken Kniegelenkes mit Plica- 

und Hoffateilresektion sowie Knorpel-/und Meniskusglättung im 

medialen Kompartiment (3. Dezember 2012) 

2. Chronisches lumbovertebrales Schmerzsyndrom mit radikulärem/pseudo-

radikulärem Schmerzsyndrom a.e. Nervenwurzel L5 links ohne höhergra-

diger sensomotorischer Ausfälle bei 

– Degenerativen Veränderungen ossärer (M47.86) und diskogener 

(M51.8) Art bei 

– Zustandsbild nach Dekompression L4/L5 links (24. Juni 2011) 

– Status nach Röntgenentzündungsbestrahlung an der unteren LWS 

(28. Februar/1. März 2012) 

– Zustandsbild nach Infiltration der Fazettengelenke L4/L5 beidseits 

(23. April 2012) 

– Zustandsbild nach frustraner PDK-Einlage (24. April 2012 

– Status nach Denervation der Fazettengelenke L5/L5 (recte: L4/L5) 

beidseits (11. Juli 2012) 

Nebendiagnosen ohne wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit 

1. Migräne ohne Aura. 

Die Gutachter präzisierten, dass entsprechend der klinisch objektivierba-

ren Befunde aktuell ein im Vergleich zur ersten Begutachtung deutlich pro-

gredientes Störbild vorliege, wobei sich insbesondere in Bezug auf das 

komplexe regionale Schmerzsyndrom ein deutlich fortgeschrittenes De-

fektsyndrom der linken unteren Extremität mit progredientem neuropathi-

schen Schmerzsyndrom zeige. Der Versicherte sei sowohl in der ange-

stammten Tätigkeit als Gipser, als auch in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit 

als LKW-Chauffeur im Transportwesen (körperlich zumindest mittel-

schwere Tätigkeit) aus neurologischer und orthopädischer Sicht ab Juni 

2011, als die Rückenschmerzen behandlungsbedürftig wurden, zu 100% 

C-5771/2022 

Seite 20 

arbeitsunfähig. Bezüglich der Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkei-

ten führten die Experten aus, dass im PMEDA-Gutachten seinerzeit eben-

falls festgehalten worden sei, dass der Versicherte in jeglicher Tätigkeit 

eine volle Arbeitsunfähigkeit ab Juni 2011 aufweise. Die Experten unterstri-

chen, dass aus internistischer Sicht keine Arbeitsunfähigkeit bestehe und 

auch als psychiatrischer Sicht liege wie bereits 2013 keine Arbeitsunfähig-

keit vor; die Anpassungsstörung, die im Gutachten vom 15. Oktober 2013 

diagnostiziert worden sei, könne als remittiert betrachtet werden. Die Gut-

achter führten noch aus, dass sich aus neurologischer Sicht bezüglich des 

chronischen und insbesondere neuropathischen Schmerzsyndroms eine 

neuerliche stationäre Beurteilung und Umsetzung eines Behandlungskon-

zepts durch ein spezialisiertes, multimodales Schmerzzentrums empfehle. 

Im Rahmen des aktuellen Krankheitsstadiums könne jedoch lediglich eine 

Symptomverbesserung des Schmerzsyndroms angestrebt werden, eine 

funktionelle Verbesserung mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bzw. 

eine Verbesserung derselben sei unwahrscheinlich. 

11.1.6. Dr. K._______ des RAD, der das polydisziplinäre Gutachten wür-

digte, meinte in seiner Stellungnahme vom 13. März 2017, dass aus kriti-

scher, versicherungsmedizinischer Sicht offene Fragen zum tatsächlichen 

Ausmass der schmerzbedingten Einschränkungen bestünden. Er folgte 

aber der Einschätzung der Gutachter, die den Versicherten fachärztlich un-

tersucht haben, und bestätigte, dass weiterhin eine vollständige Arbeitsun-

fähigkeit für alle Tätigkeiten bestehe (IV-act. 149 S. 2 ff.).  

11.2. Infolge der Fortsetzung der Abklärungen wurden insbesondere die 

folgenden neuen medizinischen Berichte eingereicht: 

11.2.1. Die deutsche Rentenversicherung hat zwei ärztliche Gutachten in 

Auftrag gegeben. Im orthopädischen Gutachten vom 25. September 2014 

(IV-act. 244 S. 26 ff.; IV-act. 261 S. 29 ff. für eine bessere Leserlichkeit) hat 

Dr. R._______, Facharzt für Orthopädie/Chirurgie (vgl. IV-act. 306 S. 19) 

als Diagnosen 1. eine Belastungsminderung linkes Bein bei Morbus Su-

deck (M56.4), 2. chronische Lumbalgien bei Zustand nach Bandscheiben-

OP L4/L5 links im Juni 2011 (M54.4) sowie 3. Zustand nach Arthroskopie 

des linken Kniegelenks mit Innenmeniskusteilresektion im Dezember 2012 

(M23.3) festgehalten. Er notierte als negatives Leistungsbild die Ge-

brauchsfähigkeit der Hände, häufiges Bücken, Ersteigen von Treppen, Lei-

tern und Gerüsten, Heben, Tragen und Bewegen von Lasten, Gang- und 

Standsicherheit sowie Zwangshaltungen und folgerte, dass der Versicherte 

derzeit nicht einmal leichte körperliche Tätigkeiten ausüben könne, 

C-5771/2022 

Seite 21 

weshalb eine Erwerbsunfähigkeitsrente auf Zeit zugesprochen werden und 

eine Nachuntersuchung in 1-2 Jahren erfolgen solle. Dr. S._______, Fach-

arzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie, hat in seinem Gutach-

ten vom 14. Oktober 2014 die gleichen Diagnosen und das gleiche nega-

tive Leistungsbild beschrieben. Er folgerte, dass der Versicherte aufgrund 

eines chronifizierten komplexen regionalen Schmerzsyndroms des linken 

Beins nicht in der Lage sei, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen (IV-

act. 244 S. 35 ff. und 261 S. 3 ff.).  

11.2.2. Laut dem Gutachten vom 23. Mai 2017 zur Feststellung der Pfle-

gebedürftigkeit weise der Versicherte seit dem 1. Januar 2017 einen Pfle-

gegrad 3 auf. Einschränkungen und Pflegeaufwände bestanden in den Mo-

dulen «Mobilität», «Kognitive und kommunikative Fähigkeiten», «Verhal-

tensweisen und psychische Problemlagen», «Selbstversorgung», «Bewäl-

tigung und selbständiger Umgang mit krankheits- oder therapiebedingten 

Anforderungen und Belastungen» sowie «Gestaltung des Alltagslebens 

und sozialer Kontakte» (IV-act. 244 S. 4 ff.).  

11.2.3. Am 7. Mai 2018 nahm der Versicherte an einer tagesstationären 

algesiologischen Diagnostik (Assessment) im Universitäts-Klinikum 

E._______ teil. Im Bericht vom 9. Mai 2018 (IV-act. 180 S. 4 ff.) wurden 

folgende Diagnosen gestellt: 1. chronische Schmerzstörung mit somati-

schen und psychischen Faktoren (F45.41), 2. chronische Thorakolumbal-

gien und Glutealgien links mit pseudoradikulärer Schmerzausstrahlung la-

teraler Oberschenkel links (M54.5), 3. schmerzhaft eingeschränkte LWS-

Beweglichkeit (M99.03), 4. erworbener Beckenhochstand links (M95.5), 

5. CRPS-Typ I linker Unterschenkel, Fuss und Zehen seit 2012 nach Knie-

arthroskopie (M89.06), 6. Schulter-Nacken-Schmerzen beidseits mit Hin-

terkopfschmerzen (M54.2), 7. Muskelatrophie des linken Beins (M62.50), 

8. Haltungsdefizit mit Belastungsstand rechts und Schon-/Flexionshaltung 

(R29.3), 9. Entlastungshinken links mit kurzer Belastung der linken Ferse 

(R26.8), 10. eingeschränkte Kniebeweglichkeit links (M99.06), 11. Hyper-

tonus des Schulter-Nacken-Bereichs, der unteren Rumpf- und Glutealmus-

kulatur, des Tractus iliotibialis links sowie der Waden beidseits linksbetont 

(M62.88), 12. Verwendung von Unterarmstützen (Z99.8), 13. Anpassungs-

störung (F43.2), 14. Ein- und Durchschlafstörung (F51.0) und 15. Klage-

verfahren im April 2018 beendet (Z59.8). Als Vordiagnosen wurde zudem 

1. eine HIV-Positivität (ED 2016, Stadium CDC C3), Zustand nach 

Pneumocystis jirovecii-Pneumomie und Mundsoor im Juli 2016 (Z86.1) so-

wie 2. ein Zustand nach zweimaligen Bandscheibenoperationen LWK 4/5 

2011 (Neurochirurgie im Hause, Teilhernilaminektomie und Nukleotomie 

C-5771/2022 

Seite 22 

von links) und 2012 erwähnt. Der Bericht gab die Anamnese, die Schmer-

symptomatik und den Untersuchungs- und Aufnahmebefund wieder. Es sei 

in Übereinstimmung mit den Versicherten, der eine sehr gute psychische 

Verfassung habe, beschlossen worden, keinen teilstationären Aufenthalt 

zu beginnen und die Behandlung ambulant vorzusetzen. Laut dem Schrei-

ben vom 2. Oktober 2018 des Universitäts-Klinikums habe die tagesstatio-

näre ASS zu keiner weiteren Behandlung geführt (IV-act. 180 S. 3). 

11.2.4. Mit Schreiben vom 25. Oktober und 9. November 2017 sowie vom 

28. März und 22. Juni 2018 gab Dr. L._______ Auskunft über die Behand-

lung des Versicherten im Schmerzzentrum des Universitäts-Klinikums 

E._______ (IV-act. 154, 155, 159 und 165 S. 2) und im Schreiben vom 

7. Februar 2019 teilte dieser Arzt mit, dass eine Behandlung im Schmerz-

zentrum vom 11. bis 29. März 2019 (drei Wochen) erfolgen werde (IV-

act. 191). Im Schreiben, das gleichentags an die T._______ verschickt 

wurde, äusserte sich der Hausarzt zur Notwendigkeit der verordneten Can-

nabinoiden Substanzen. Bis dato sei eine Monotherapie mit Morphium er-

folgreich durchgeführt worden, andere Arzneimittel zur Schmerztherapie 

sollen jetzt aber eingesetzt und die Morphindosierung reduziert werden (IV-

act. 294 S. 30). 

11.2.5. Der Versicherte hat am 11. März 2019 an einer tagesstationären 

multidisziplinären algesiologischen Diagnostik (Assessment) und vom 

12. bis 29. März 2019, jeweils an den Wochentagen, an einer tagesstatio-

nären Behandlung im interdisziplinären Schmerzzentrum des Universitäts-

Klinikums E._______ teilgenommen. Im Entlassbrief vom 29. März 2019 

(IV-act. 196 und 298 für eine bessere Leserlichkeit) wurden die bereits im 

Bericht vom 9. Mai 2018 genannten Diagnosen aufgeführt (vgl. oben 

E. 12.2.3). Der Versicherte habe am multimodalen Therapieprogramm für 

chronisch Schmerzkranke mit intensiver medizinischer und psychothera-

peutischer Betreuung mitgemacht. Es seien zahlreiche Edukationseinhei-

ten bezüglich der Medikation, die zum Teil umgestellt wurde, und der mul-

tifaktoriellen Krankheitsgenese sowie eingrenzende diagnostische Unter-

suchungen, die beschrieben wurden, erfolgt. Der Versicherte habe vom 

multimodalen Therapiesetting profitieren können, vor allem von physiothe-

rapeutischen Behandlungen und detonisierenden Massnahmen gegen die 

HWS- und Schulterschmerzen. Die Umsetzung von Verhaltensänderungen 

sei dringend erforderlich, hierbei insbesondere die Entlastung der Schul-

tergelenke bei längeren Ausflügen z.B. durch die Benutzung eines Roll-

stuhls. Die regelmässige Durchführung von Eigenübungen zur Kräftigung 

und Dehnung der Muskulatur und Stabilisierung der Haltung, unterstützt 

C-5771/2022 

Seite 23 

durch Physiotherapie als Intervalltherapie mit Fortsetzung der Trigger-

punktbehandlungen, wurde auch empfohlen (vgl. auch die Bescheinigung 

vom 29. März 2019; IV-act. 196 S. 10).  

11.2.6. Im Bericht vom 23. Mai 2019 des Schmerzzentrums des Universi-

täts-Klinikums E._______ wurde über die ambulante Wiedervorstellung 

des Versicherten vom 10. Mai 2019 berichtet. Der Hauptdruckschmerz auf 

das Iliosakralgelenk links sei diagnostisch infiltriert worden, was jedoch 

keine Schmerzlinderung gebracht habe. Eine Teststimulation sei bespro-

chen worden. Der Versicherte stehe jedoch invasiven Massnahmen eher 

zurückhaltend gegenüber (IV-act. 243 S. 2 f.).  

11.2.7. Mit Schreiben vom 25. Mai 2019 teilte Dr. L._______ mit, dass er 

die im Schmerzzentrum begonnen Infiltrationstherapien fortführen, die phy-

siotherapeutischen Folgebehandlung überwachen sowie die Massnahmen 

zur Schmerzmittelreduktion mit dem Versicherten besprechen und realisie-

ren werde (IV-act. 196 S. 2). Im Schreiben vom 22. Oktober 2019 berichtete 

der Hausarzt, dass der Versicherte für die rheumatologische Begutachtung 

im RAD einen Fremdtransport benötige (IV-act. 214). 

11.2.8. Der Versicherte wurde am 26. November 2019 im RAD (…) von 

Dr. U._______, Facharzt für Innere Medizin mit Zusatz Rheumatologie, un-

tersucht. Laut Bericht vom 26. November 2019 sollte dabei nach klinischer 

Befunderhebung eine reine Standortbestimmung über den Gesundheits-

zustand des Versicherten erfolgen. Der RAD-Facharzt stellte als rheuma-

tologische Diagnosen insbesondere ein CRPS des gesamten linken Beins 

mit Allodynie, Schweissneigung, keine trophische Störung der Haut sowie 

ein lumbospondylogenes Syndrom links mit/bei Status nach Diskushernie-

Operation L5/S1 im Jahr 2011. Bezüglich der unteren Extremität (linke 

Hüfte, linkes Knie und linker Fuss) sei wegen den starken Schmerzen keine 

schlüssige Untersuchung möglich gewesen, weshalb er unter diesen Be-

dingungen die Arbeitsfähigkeit aus rheumatologischer Sicht nicht habe be-

urteilen können (IV-act. 221). 

11.2.9. Laut dem Schreiben vom 23. Januar 2020 des Universitäts-Klini-

kums E._______ seien im Schmerzzentrum Fachärzte der unterschied-

lichsten Fachrichtungen tätig, darunter auch Fachärzte für Neurologie (IV-

act. 243 S. 1). 

11.2.10. Im Bericht vom 23. Februar 2020 gab Dr. L._______ unter ande-

rem an, dass die Diagnose der CRPS auf Grundlage wissenschaftlicher 

C-5771/2022 

Seite 24 

Kautelen erfolgt sei. Er teilte weiter die aktuelle Medikation mit – Ibuprofen 

800 mg 3x1, Cannabis zur Inhalation 3 x 1 gr. täglich, Novamin 500 mg 

1x1, Apydan extent 300 mg 2x1 – und informierte, dass jegliche Form der 

physiotherapeutischen Behandlungen und Therapien wegen extremer 

Schmerzhaftigkeit und Reizüberflutung abgebrochen werden musste (IV-

act. 246). 

11.2.11. Der RAD wurde mehrmals eingeladen, die medizinischen Unter-

lagen zu würdigen. Dr. V._______, Facharzt für orthopädische Chirurgie 

und Traumatologie, beantragte dabei die Vornahme weiterer Abklärungen 

(vgl. Beurteilungen vom 9. Oktober 2018, 11. Oktober 2019, 17. Januar und 

27. April 2020; IV-act. 182 S. 2 ff., 210 S. 2 ff., 235 S. 2 f. und 251 S. 2 ff.). 

11.3. Danach wurden noch die folgenden medizinischen Berichte vorge-

legt: 

– Im Bericht vom 9. Oktober 2012 informierte Dr. PD W._______, Chef-

arzt der Klinik für Orthopädische Chirurgie, dass eine Indikation zur 

Arthroskopie mit Innenmeniskusteilresektion gegeben sei (IV-act. 256 

S. 4 f.; zum OP-Bericht vom 3. Dezember 2012 vgl. IV-act. 256 S. 2 f.). 

– Im ärztlichen Befundbericht vom 28. Juli 2013 zum Rentenantrag bei 

der (deutschen) Rentenversicherung bescheinigte Dr. L._______ auf-

grund der bekannten Diagnosen eine Arbeitsunfähigkeit seit Juni 2011 

(IV-act. 306 S. 5 ff.). 

– Gemäss dem Gutachten vom 7. Mai 2015 zur Feststellung der Pflege-

bedürftigkeit weise der Versicherte ab Oktober 2013 einen Pflege-

grad 2 auf (IV-act. 306 S. 8 ff.). 

– Im Bericht vom 6. August 2015 teilte Dr. L._______ mit, dass die isoki-

netische Kraftmessung des Kniestreckers und -beugers im linken Bein 

wegen grosser Schmerzen nicht möglich gewesen sei (IV-act. 306 

S. 7). Im Schreiben vom 25. Juli 2016 berichtete er über die erfolgten 

Behandlungen nach der Wirbelsäulenoperation (IV-act. 294 S. 26).  

– In der sozialmedizinischen Leistungsbeurteilung vom 15. September 

2015 hat die beratende Ärztin, Dr. X._______, angegeben, dass eine 

Besserung in absehbarer Zeit unwahrscheinlich sei (IV-act. 306 

S. 18 ff., insbesondere S. 22). 

C-5771/2022 

Seite 25 

– Im Sachverständigengutachten vom 14. August 2017 zuhanden des 

Landgerichts F._______ führte Prof. Dr. Y._______ aus, dass die Ent-

wicklung eines CRPS keine seltene Komplikation einer Operation sei 

und die Mehrheit der Fälle trete dabei nach Frakturen und orthopädi-

schen Operationen auf. Auch nach kleinen und einfachen Operationen 

könne sich ein CRPS entwickeln, das nicht im Verhältnis zur Grösse 

des Eingriffs stehe. Gerade dieses Missverhältnis zwischen einem 

scheinbar kleinen Trauma und der Grösse der Schmerzen und Dys-

funktionalität sei ein Charakteristikum des CRPS, welches vorliegend 

eine schicksalshafte Folge des operativen Eingriffs bzw. der operativen 

Noxe und nicht Folge der Anästhesie sei (IV-act. 313 S. 2 ff.).  

11.4.  

11.4.1. Am 10. November 2020 empfahl Dr. V._______ des RAD die 

Durchführung eines polydisziplinierten Gutachtens (IV-act. 264). 

11.4.2. Mit Schreiben vom 4. Dezember 2020 stellte sich Dr. L._______ 

gegen die neue Begutachtung (IV-act. 270 S. 5).  

11.4.3. Dr. V._______ äusserte sich am 11. März 2021 zu den Einwänden 

des Versicherten gegen die vorgesehene neue Begutachtung und hat 

seine Empfehlung aufrechterhalten sowie parallel zum Gutachterauftrag 

neue Abklärungen empfohlen (IV-act. 280 S. 2 ff.).  

11.4.4. Der Versicherte wurde am 16. Februar 2022 im ABI in Basel poly-

disziplinär untersucht. Die Vorinstanz hat sich in der angefochtenen Verfü-

gung hauptsächlich auf das ABI-Gutachten vom 19. März 2022 (IV-

act. 349) bezogen sowie auf die Beurteilung vom 28. Juni 2022 des 

Dr. V._______, der meinte, dass die medizinisch-gutachterliche Beurtei-

lung des ABI qualitativ einwandfrei sei und gesamthaft eine Verbesserung 

des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit gegenüber dem Vor-

zustand (Verfügung vom 16. April 2014) glaubhaft gemacht habe (IV-

act. 353 S. 2 ff.; s. unten E. 12). 

11.5. Im Dossier befanden sich ausserdem noch nachfolgende Doku-

mente: 

– Der Revisionsfragebogen, den der Versicherte am 9. Juni 2015 unter-

schrieb und in welchem er mitteilte, dass er weiterhin zu 100% arbeits-

unfähig sei und Hilfslosigkeit in verschiedenen Lebensverrichtungen 

angab (IV-act. 108). 

C-5771/2022 

Seite 26 

– Der deutsche Schwerbehindertenausweis des Versicherten, welcher 

ab dem 29. September 2016 unbefristet gültig ist (IV-act. 244 S. 19 f.). 

– Der Rentenbescheid vom 12. Dezember 2014 der deutschen Renten-

versicherung mit welchem dem Versicherten eine Rente wegen voller 

Erwerbsminderung vom 1. Januar 2012 bis 31. Dezember 2015 zuge-

sprochen wurde (IV-act. 263 S. 6) sowie die Mitteilung vom 18. Mai 

2021 der deutschen Rentenversicherung wonach eine Rente wegen 

voller Erwerbsminderung ab dem 1. Januar 2016 auf Dauer gewährt 

worden sei (IV-act. 306 S. 2; vgl. auch Rentenbescheid vom 10. Januar 

2020 [IV-act. 244 S. 24]). 

12.  

12.1. Nachfolgend ist zu prüfen, ob das im Verfahren nach Art. 44 ATSG 

eingeholte ABI-Gutachten vom 19. März 2022 sowie die Stellungnahme 

vom 28. Juni 2022 des Dr. V._______ des RAD, auf welche sich die Vo-

rinstanz in ihrer umstrittenen Verfügung stützte, beweistauglich sind.  

12.2.  

12.2.1. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entschei-

dend, dass dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen 

Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt 

und in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist. Die Be-

urteilung der medizinischen Zusammenhänge sowie der medizinischen Si-

tuation hat zudem einleuchtend und die Schlussfolgerungen der Expertin-

nen und Experten begründet zu sein (BGE 143 V 124 E. 2.2.2; 134 V 231 

E. 5.1; 125 V 351 E. 3a). Weiter muss eine begutachtende medizinische 

Fachperson über die notwendigen fachlichen Qualifikationen verfügen 

(vgl. Urteile des BGer 9C_546/2018 vom 17. Dezember 2018 E. 4.3 mit 

Verweis auf BGE 137 V 210; 9C_555/2017vom 22. November 2017 E. 3.1 

mit Hinweisen).  

12.2.2. Geht es um psychische Erkrankungen sind für die Beurteilung der 

Arbeitsfähigkeit grundsätzlich systematisierte Indikatoren beachtlich, die – 

unter Berücksichtigung leistungshindernder Belastungsfaktoren einerseits 

und Ressourcen (Kompensationspotentialen) anderseits – erlauben, das 

tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 

281 E. 2, E. 3.4–3.6 und 4.1; vgl. auch BGE 143 V 418 E. 6 ff.). Ausgangs-

punkt der Prüfung und damit erste Voraussetzung bildet eine 

C-5771/2022 

Seite 27 

psychiatrische, fachgerecht gestellte Diagnose (vgl. BGE 141 V 281 E. 2.1; 

143 V 418 E. 6 und E. 8.1).  

12.2.3. Den von Versicherungsträgern im Verfahren nach Art. 44 ATSG ein-

geholten Gutachten von externen medizinischen Sachverständigen, wel-

che aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie 

nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Be-

funde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, kommt bei der Beweiswürdi-

gung rechtsprechungsgemäss volle Beweiskraft zu, solange nicht konkrete 

Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (vgl. BGE 137 

V 210 E. 2.2.2; 135 V 465 E. 4.4; 125 V 351 E. 3b/bb).  

12.2.4. Berichte behandelnder Ärzte sind aufgrund deren auftragsrechtli-

chen Vertrauensstellung zum Patienten mit Vorbehalt zu würdigen. Dies 

gilt für den allgemein praktizierenden Hausarzt wie den behandelnden 

Spezialarzt (Urteil des BGer 8C_787/2013 vom 14. Februar 2014 E. 3.3.2 

mit Hinweisen auf BGE 125 V 351 E. 3b/cc).  

12.2.5. Es ist dem Sozialversicherungsgericht nicht verwehrt, einzig oder 

im Wesentlichen gestützt auf Berichte versicherungsinterner medizinischer 

Fachpersonen zu entscheiden. In solchen Fällen sind an die Beweiswürdi-

gung jedoch strenge Anforderungen in dem Sinne zu stellen, dass bei auch 

nur geringen Zweifeln an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztli-

chen Feststellungen ergänzende Abklärungen vorzunehmen sind 

(BGE 145 V 97 E. 8.5; 139 V 225 E. 5.2). Die Stellungnahmen des regio-

nalen ärztlichen Dienstes (RAD) und des medizinischen Dienstes der IV-

STA sind als versicherungsinterne Berichte zu würdigen (vgl. betreffend 

RAD: Urteile des BGer 9C_159/2016 vom 2. November 2016 E. 2.2 f.; 

8C_197/2014 vom 3. Oktober 2014 E. 4).  

12.3.  

12.3.1. Die Experten des ABI, Dr. Z._______, Facharzt für Allgemeine In-

nere Medizin, Dr. Aa._______, Facharzt für Psychiatrie und Psychothera-

pie, Dr. Bb._______, Facharzt für Orthopädische Chirurgie, 

Dr. Cc._______, Facharzt für Neurologie, sowie Dr. Dd._______, Facharzt 

für Infektiologie, haben in ihrem Gutachten vom 19. März 2022 einleitende 

Bemerkungen zur Abwicklung des Gutachtensauftrags gemacht (IV-act. 

349 S. 7 ff.) und dann ihre interdisziplinären Konsensbeurteilung dargestellt 

(S.10 ff. der IV-act.). Sie erwähnten dabei folgende Diagnosen (S. 11 f.): 

 

C-5771/2022 

Seite 28 

Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit 

1. Ausgeprägtes komplex-regionales Schmerzsyndrom (CRPS) Typ 1 

(G65.4) 

– Persistierendes Schmerzsyndrom mit Dystrophie am linken Bein mit 

klinisch klaren trophischen Veränderungen 

– Bei Zustand nach BOP 2011 bei Lumbovertebralsyndrom (M54.5) mit 

Wurzelkompression L5 links (G54.4) 

– Zustand nach Spinalanästhesie bei Knieoperation 

– Status nach arthroskopischer Teilresektion des Hoffa’schen Fettge-

webekörpers, Resektion einer Plica infra- und mediopatellaris sowie 

Glättung des aufgefaserten Innenmeniskushinterhornes und der me-

dialen Femurkondyle bei Chondromalazie Grad I am 3. Dezember 

2012 (Kreiskrankenhaus Ee._______, Deutschland) 

2. Chronisches lumbogluteales Schmerzsyndrom links (M54.5/M79.65/ 

Z98.8) 

– Status nach Dekompression eines Bandscheibenvorfalles LWK4/5 

links am 24. Juni 2011 (Neurochirurgie, Universitätsklinikum 

E._______, Deutschland) 

– Status nach Infiltration und Denervation der Fazettengelenke LWK4/5 

beidseits am 11. Juli 2012 (Kreiskrankenhaus Ff._______, Deutsch-

land) 

– Status nach diagnostischer Infiltration des linken Iliosakralgelenkes 

am 10. Mai 2019 (Universitätsklinikum E._______, Deutschland) 

– Radiologisch breitbasige Diskusprotrusion LWK4/5 mit im Verlauf 

nicht mehr nachweisbarem Sequester, mögliche Affektion der Ner-

venwurzel L5 links, hypertrophe tieflumbale Fazettengelenke und ge-

ringe Degeneration der Iliosakralgelenke (MRI 12. Juni 2018 und 

24. Februar 2022) 

Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit 

1. HIV-Infektion Stadium CDC 3, ED Juli 2016 (B24) 

– Status nach Pneumocystis jirovecii-Pneumonie und Mundsoor Juli 

2016 

– Aktuell klinisch keine Hinweise für HIV-assoziierte Infektkomplikatio-

nen 

2. Chronischer Nikotinkonsum, schädlicher Gebrauch (D17.1). 

Die Experten präzisierten, dass weder aus allgemeininternistischer, noch 

aus infektiologischer und psychiatrischer Sicht Diagnosen mit Einfluss auf 

die Arbeitsfähigkeit vorliegen. Bezüglich der Arbeitsfähigkeit des Versicher-

ten bestätigten die Experten, dass aus orthopädischer und neurologischer 

Sicht in der angestammten Tätigkeit seit der Rentenzusprache von 2012 

C-5771/2022 

Seite 29 

weiterhin eine vollständige Arbeitsunfähigkeit bestehe. In einer körperlich 

leichten, sitzenden Tätigkeit sei die Arbeitsunfähigkeit 50%. Diese sei 

durch die neurologischen und orthopädischen Einschränkungen begründet 

– 50%-ige Arbeitsunfähigkeit aus neurologischer Sicht und 30%-ige Ar-

beitsunfähigkeit aus orthopädischer Sicht – die sich nicht addieren, son-

dern ergänzen, weil diesbezüglich dieselbe Symptomatik beschrieben 

werde und die gleichen Zeitabschnitte zum Einlegen vermehrter Pausen 

verwendet werden können. Die Restarbeitsfähigkeit des Versicherten von 

50% könne bei der bestehenden Befundlage mit Sicherheit ab ihren Unter-

suchungen im Februar 2022 bestätigt werden. Die Experten wiesen zudem 

darauf hin, dass in den letzten Jahren keine gravierenden Befundänderun-

gen eingetreten seien, was auch dahingehend interpretiert werden könne, 

dass seit 2014 die gleiche Arbeitsfähigkeit bestehe wie von ihnen festge-

stellt (S. 13). Die Arbeitsfähigkeit könne durch medizinische Massnahmen 

realistischerweise kaum verbessert werden. Aus neurologischer Sicht 

könne aber eine Therapiemodifikation mit Einsatz schmerzmodulierender 

Medikamente vorgeschlagen werden (S. 13). Die Experten führten noch 

an, dass in der Konsensbeschreibung sich zudem die Frage gestellt habe, 

ob eine Alltagsbeobachtung eine weitere Erhellung der Sachlage erbringen 

könnte (S. 13). 

12.3.2. Die Gutachter haben im Gutachten die vorhandenen Akten in chro-

nologischer Reihenfolge sowie einen Auszug der wichtigsten Vordokumen-

ten aufgeführt (IV-act. 349 S. 20 ff.). Die Laborzusatzuntersuchung vom 

22. Februar 2022 lag dem Gutachten bei (IV-act. 349 S. 71 f.). 

12.3.3. Die Experten haben in ihren jeweiligen Teilgutachten ausführlich 

die Befragung des Versicherten beschrieben. Der Versicherte habe sich 

über konstante chronische lumbale Rückenschmerzen seit der Rücken-

operation 2011 mit Ausstrahlungen links übers Gesäss bis in den linken 

Oberschenkel beklagt (S. 24). Die Schmerzen seien wie ein Pressluftham-

mer (S. 31). Infolge einer Fehlhaltung sei 2012 das linke Knie operiert wor-

den, danach seien «eine Million Nadelstiche» aufgetreten (S. 38). Seitdem 

sei er körperlich sehr eingeschränkt (S. 32). Bis vor ca. 1,5 Jahren sei er 

an Stöcken kurz gehfähig gewesen, wegen zunehmenden Beschwerden in 

der linken Hüfte und in den Handgelenken brauche er seither einen Roll-

stuhl (S. 24 f. und 49). In seinem behindertengerechten Haus könne er nur 

noch zwei bis drei Meter zurücklegen, er belaste dabei nur das rechte Bein, 

links lediglich die Ferse. Ohne Krücken könne er nicht stehen. Er müsse 

im Übrigen regelmässig, nach wenigen Minuten, zwischen sitzender und 

liegender Position wechseln (S. 38). Er wache wegen der Schmerzen in 

C-5771/2022 

Seite 30 

der Nacht häufig auf und seine Auffassungsgabe habe sich in den letzten 

Jahren verschlechtert (S. 32 f.). Er werde von seiner Lebenspartnerin und 

deren Mutter betreut, auch in der Pflege der unteren Körperhälfte (S. 57), 

und seine Lebenspartnerin komme für den gesamten Haushalt auf. Er ver-

bringe den Tag zum grossen Teil im Garten, wo er die Umgebung be-

obachte und Tiere fotografiere, er sehe auch oft fern, löse Kreuzworträtsel, 

beschäftige sich am Computer und an seiner Spielkonsole (S. 25 f. und 

39). Er gehe keiner psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung 

nach und nehme keine psychopharmakologische Medikamente ein 

(S. 31 f.). Gegen die Schmerzen nehme er täglich Cannabis, bedarfsweise 

auch (3 x 800 mg) Ibuprofen und (1-3 x 50) Novalgin. Die noch vor zwei bis 

drei Jahren verwendeten starken Medikamente seien auf Magen und Herz 

gegangen (S. 38 und 49). Einmal wöchentlich konsultiere er seinen Haus-

arzt sowie eine Physiotherapie. Er habe zuhause eine Spiegeltherapie be-

stritten und beübe den Oberkörper mittels Gummiband und kleiner Hanteln 

(S. 38). Der Versicherte sei zur Untersuchung im Rollstuhl gekommen und 

habe während der Exploration wegen seiner Schmerzen auf einer Behand-

lungsliege gelegen. Es kam mehrfach zu Schmerzäusserungen, wenn er 

seine Lage veränderte (S. 33). Er habe sich auch aus dem Liegen spontan 

aufgerichtet und sei am Rande der Liege gesessen (S. 40).  

12.3.4. Im Teilgutachten der allgemeinen internistischen Medizin (IV-act. 

349 S. 24 ff.) führte Dr. Z._______ aus, dass der allgemeininternistische 

Befund grösstenteils unauffällig sei, die Haut am linken Unterschenkel und 

Fuss aber auffällig sehr kühl sei (S. 26 der IV-act. 349). Der Experte hat 

aus allgemeininternistischer Sicht keine Diagnose mit Einfluss auf die Ar-

beitsfähigkeit gestellt. Auch retrospektiv fänden sich keine Hinweise für 

eine lang andauernde Arbeitsunfähigkeit aufgrund einer allgemeininternis-

tischen Diagnose (S. 27). 

12.3.5. Im psychiatrischen Teilgutachten (IV-act. 349 S. 30 ff.) hielt 

Dr. Aa._______ einen völlig unauffälligen psychopathologischen Befund 

fest und stellte keine psychiatrische Diagnose mit Einfluss auf die Arbeits-

fähigkeit, insbesondere bestehe keine affektive Erkrankung, keine Psy-

chose, keine Persönlichkeitsstörung und es lägen keine Hinweise für eine 

Suchterkrankung vor (S. 33 f. des IV-act.). Gemäss dem Experten beste-

hen aktuell und retrospektiv keine Anhaltspunkte für eine verminderte Ar-

beitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht (S. 35). Der Versicherte verfüge 

über gute persönliche Ressourcen, um seinen Problemen angemessen be-

gegnen zu können und positiv in die Zukunft zu blicken (S. 34). 

C-5771/2022 

Seite 31 

12.3.6. Im orthopädischen Teilgutachten (IV-act. 349 S. 37 ff.) hat 

Dr. Bb._______ seine Untersuchungsbefunde sowie den schriftlichen Be-

fund der letzten MRI vom 24. Februar 2022 der LWS nativ aufgeführt (S. 

39 ff.). Er hielt in der Beurteilung fest, dass sich der Versicherte bezüglich 

des Bewegungsapparates äusserst eingeschränkt und hilflos präsentiere. 

Unablässig sei es zu massivsten Beschwerdeäusserungen im unteren Rü-

ckenabschnitt sowie an der linken unteren Extremität gekommen. Die be-

klagten Beschwerden liessen sich auf rein orthopädischer Ebene aber 

nicht vollständig begründen. An der linken unteren Extremität beständen 

zwar klare trophische, mit einem CRPS vereinbare Störungen, an der Len-

denwirbelsäule und den Iliosakralgelenken lägen aber keinesfalls höher-

gradige Veränderungen vor, die das beklagte invalidisierende Geschehen 

erklären können. Ausserdem seien die Gebrauchsspuren am rechts getra-

genen Schuh, der ein bis eineinhalb Jahre alt sei – den linken Schuh habe 

der Versicherte nicht mitgeführt (S. 40) – und die deutlich vermehrte 

palmare Beschwielung der beiden Hände mit dem völlig passiven Lebens-

stil und der langandauernden Schonung kaum vereinbar. Der Experte hat 

auch den undatierten Bericht von Prof. Dr. Gg._______, Facharzt für Or-

thopädie und Unfallchirurgie, Sportmedizin und Physikalische Therapie, 

der eine letzte Kontrolle im Februar/März 2013 erwähnte (vgl. IV-act. 49 

S. 2 ff.), das PMEDA-Gutachten vom 15. Oktober 2013 (IV-act. 63) sowie 

das Gutachten der medexperts vom 16. Februar 2017 (vgl. oben E. 11.1.5) 

gewürdigt und folgte weder der Einschätzung des Prof. Dr. Gg._______, 

wonach eine vollständige Arbeitsunfähigkeit selbst für angepasste Tätig-

keiten bestehe, noch der Beurteilung der Gutachter der medexperts, wo-

nach tendenziell aufgrund der Verschlechterung der trophischen Störun-

gen an der linken unteren Extremität und deren Einschränkungen, eine 

Verschlechterung des Gesundheitszustandes eingetreten sei. Er sei aber 

mit den Experten der PMEDA der Meinung, dass bei der früher ausgeübten 

Tätigkeit eine vollständige Arbeitsunfähigkeit vorliege und der Versicherte 

längere Zeit beobachtet werden sollte (S. 43 f.). Dr. Bb._______ hat da-

nach seine orthopädischen Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit 

gestellt, die in der Konsensbeurteilung aufgeführt wurden, und zudem ei-

nen Verdacht auf Schmerzausweitung geäussert (S. 45). In der bisherigen 

Tätigkeit bestehe eine bleibende und vollständige Arbeitsunfähigkeit seit 

dem Wirbelsäuleneingriff vom 24. Juni 2011. Für körperlich sehr leichte, 

sitzende Verrichtungen unter Wechselbelastung bestehe eine Arbeitsfähig-

keit von 70% bei ganztägigem Pensum mit um 30% reduzierter Leistung 

aufgrund eines vermehrten Pausenbedarfs. Das wiederholte Heben und 

Tragen von Lasten über 5 kg sollte dabei vermieden werden. Es könne 

C-5771/2022 

Seite 32 

davon ausgegangen werden, dass seit mehreren Jahren diese Arbeitsfä-

higkeit von 70% vorliege (S. 46). 

12.3.7. Im neurologischen Teilgutachten (IV-act. 349 S. 48 ff.) führte 

Dr. Cc._______ die von ihm erhobenen neurologischen Untersuchungsbe-

funde auf (S. 50 f.). Er erwog in der medizinischen Beurteilung (S. 51 f.), 

dass eine Hypotrophie des linken Beins vorliege, vor allem des Unter-

schenkels, die Seitendifferenz der Beine sei eindeutig und andererseits 

seien die Teilinnervierungen sowohl am Ober- wie auch am Unterschenkel 

klar erkennbar. Am CRPS seit 2012 sowie am chronischen Verlauf dessel-

ben bestehe zudem keinen Zweifel. Weiter erwog der Gutachter, dass zwar 

ein persistierendes Schmerzsyndrom plausibel sei und die verminderte 

Gebrauchsfähigkeit des Beins ein organisches Korrelat habe, dessen In-

tensität, beziehungsweise dessen völlige Gebrauchsunfähigkeit aber sehr 

zweifelhaft sei. Sie sei neurologisch-organisch nur unvollständig erklärbar 

und eine hochgradige Einschränkung im Alltag mit Pflegebedürftigkeit nicht 

nachvollziehbar. Beim gegenwärtigen Zustand sollte das Bein zumindest 

als Hilfsbein oder Standbein eingesetzt werden können. Demgegenüber 

würden allerdings die beklagten massiven Schmerzen stehen, die als rein 

subjektives Symptom nur begrenzt verifizierbar seien. Der Experte erwog 

weiter, dass der Versicherte zu Beginn der Untersuchung massiv allodyne 

Zonen am gesamten Bein angegeben, im Lauf der Untersuchung aber 

dann eine Vielzahl von Berührungen, zum Teil auch leichten Druck, zuge-

lassen habe. Laut dem Experten könnte eine eingehende Fremdanamnese 

oder eine Fremdbeobachtung zur Abschätzung der Restressourcen sinn-

voll sein. Der Aussage im neurologischen Teil des medexperts-Gutachtens, 

wonach kein Hinweis für Aggravation bestehe, konnte der Experte so nicht 

zustimmen. In diesem Zusammenhang wies er auch auf die Inkonsisten-

zen im orthopädischen Gutachten hin (abgelaufene Sohle). Weiter führte 

der Experte aus, dass tatsächlich keine leitliniengerechte Therapie erfolgt 

sei. Ob eine solche Massnahme tatsächlich zu einer deutlichen Besserung 

führen könnte, bleibe offen. Ab 2019 halte er es für unwahrscheinlich 

(S. 51 f.). Der Experte meinte aber, dass sich eine Therapiemodifikation 

und die Gabe schmerzmodulierender Medikamente regelrecht aufdränge 

(S. 53 und 54). Er hat dann die Diagnosen mit Einfluss auf Arbeitsfähigkeit, 

die auch in der Konsensbeurteilung erwähnt wurden, angegeben. Ausser-

dem liege eine mögliche Symptomausweitung vor (S. 52 f.). Betreffend die 

Arbeitsfähigkeit meinte der Experte, dass der Versicherte keine schweren 

oder mittelschweren körperlichen Arbeiten mehr verrichten könne. Sit-

zende, körperlich leichte Tätigkeiten seien jedoch bis zu 50%, zumindest 

C-5771/2022 

Seite 33 

seit Januar 2020, möglich. Es bestehe wegen den Schmerzen ein erhöhter 

Pausenbedarf.  

12.3.8. Im infektiologischem Teilgutachten (IV-act. 349 S. 55 ff.) gab 

Dr. Dd._______ an, dass der Versicherte auf spezielles Nachfragen hin 

keine Infektionsprobleme oder gehäufte Infektionen angegeben habe, 

auch nicht, an einer HIV-Infektion zu leiden (S. 56). Der Experte gibt weiter 

seine Untersuchungsbefunde an. Laut Labor sei der HIV-Screening Test 

reaktiv (S. 58), weshalb der Gutachter bestätigte, dass eine HIV-Infektion 

vorliege, wobei diese vom Versicherten verneint werde. Der Grund dafür 

sei unklar (S. 58 f.). Die HIV-Infektion scheine aber mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit keinen relevanten Einfluss auf die aktuelle und im Vor-

dergrund stehende Gesundheitsproblematik mit Schmerzen im Rücken 

und im linken Bein zu tun zu haben und es bestehe aus infektiologischer 

Sicht keine Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit (S. 60). Aufgrund der un-

klaren aktuellen HIV-Situation empfahl der Experte eine fachärztliche-in-

fektiologische Abklärung und Betreuung, falls dies nicht bereits geschehen 

sei (S. 61). 

12.4.  

12.4.1. Der Beschwerdeführer hat mehrere Einwände gegen das orthopä-

dische Teilgutachten von Dr. Bb._______ vorgebracht, welches unklar, un-

sachlich und widersprüchlich sei und den Anforderungen an ein Gutachten 

nicht gerecht werde.  

Der Beschwerdeführer kritisierte dabei folgende Beschreibungen der Un-

tersuchungsbefunde (IV-act. 349 S. 40 f.) und Beurteilungen des Experten 

(S. 42 ff. der IV-act.): «bei der Untersuchung der Wirbelsäule, zeigt er [der 

Versicherte] unter Gegenhalten eine erheblich bis vollständig einge-

schränkte Beweglichkeit sämtlicher Abschnitte» (S. 42 der IV-act.), «Die 

Schmerzäusserungen [bei der Untersuchung der Wirbelsäule] sind weder 

reproduzierbar noch korrespondieren sie mit den verbalen Angaben» 

(S. 40), «Unablässig kommt es zu massivsten Beschwerdeäusserungen im 

unteren Rückenabschnitt sowie an der linken unteren Extremität» (S. 43), 

«beidseits deutlich vermehrte palmare Beschwielung» (S. 41) und «ver-

mehrte Beschwielung der Hände» (S. 43). Der anwaltlich vertrete Be-

schwerdeführer liess vorbringen, dass diese Aussagen des Experten Män-

gel aufzeigten. Die Formulierungen des Experten würden Fragen aufwer-

fen und mehrere Interpretationsmöglichkeiten zulassen. So erkläre zum 

Beispiel die Formulierung «zeigt er [der Versicherte]» nicht, was darunter 

C-5771/2022 

Seite 34 

zu verstehen sei und er frage sich unter anderem, ob der Experte damit 

meine, dass er versucht habe, die Bewegung durchzuführen und endgra-

dig Schmerzen angegeben habe? Bezüglich den «verbalen Angaben», 

fragte sich der Beschwerdeführer unter anderem, ob er auch nonverbale 

Schmerzäusserungen von sich gegeben habe? Tatsächlich hatte der Ex-

perte im vorherigen Satz non-verbale Reaktionen angegeben (S. 40). Zu-

dem wandte der Beschwerdeführer ein, dass quantitative und zeitliche An-

gaben wie «unablässig» belegt und begründet sein müssten. Weiter er-

kläre der Gutachter nicht, was eine «vermehrte» Beschwielung bedeute. 

Diese Kritik am orthopädischen Gutachten erweist sich jedoch als unbe-

gründet und gibt lediglich die subjektiven Auslegungen des Beschwerde-

führers wieder. Die Angaben und Feststellungen des Experten sind klar, 

sachlich und beruhen auf einer fachärztlichen Untersuchung und dabei auf 

dem Wissen und den Erfahrungen des medizinischen Experten. Ausser-

dem hat der Beschwerdeführer die Beurteilung des Gutachters betreffend 

die linke Extremität nicht richtig wiedergegeben. Der Gutachter führte aus, 

dass es sich um die linke «untere» Extremität handelt (S. 43). Entgegen 

der Behauptung des Versicherten liegt kein Widerspruch in den Untersu-

chungsbefunden vor. Auch andere Wiedersprüche können im Teilgutach-

ten nicht festgestellt werden.  

Der Beschwerdeführer rügte weiter, dass der Experte bei der Untersu-

chung der Wirbelsäule einmal von «Schmerzgebaren» gesprochen habe 

(vgl. IV-act. 349 S. 40) und kritisierte allgemein, dass der Gutachter die 

Schmerzangaben in Frage stellte. Dem ist entgegenzuhalten, dass die 

Überprüfung der Authentizität geklagter Beschwerden, unter anderem un-

ter Berücksichtigung des Verhaltens des Versicherten, wozu auch Gebaren 

gehören, die laut Duden «ein (auffälliges) durch bestimmte Bewegungen 

und Handlungen gekennzeichnetes Verhalten und Benehmen» sind, zu 

den Kernaufgaben einer Begutachtung gehört (vgl. Urteile des BGer 

9C_867/2018 vom 28. Mai 2019 E. 5.2.1; 8C_817/2014 vom 27. April 2015 

E. 4.4.2). Dr. Bb._______ war als medizinischer Experte jedenfalls gehal-

ten, die geklagten Beschwerden zu würdigen und auf bestehende Diskre-

panzen hinzuweisen (vgl. Urteile des BGer 9C_232/2022 vom 4. Oktober 

2022 E. 4.1.1; 9C_179/2022 vom 24. August 2022 E. 6.2 und 9C_226/2020 

vom 13. August 2020 E. 4.1.2, je mit Hinweisen). Dem Beschwerdeführer, 

der in diesem Zusammenhang gar von «Argwohn» des Begutachters 

sprach, d.h. von Bedenken/Misstrauen/Skepsis/Zweifel (vgl. Duden), aber, 

zu Recht, keine Voreingenommenheit oder Parteilichkeit des Experten gel-

tend gemacht hat, kann nicht gefolgt werden.  

C-5771/2022 

Seite 35 

Entgegen der Behauptungen des Beschwerdeführers hat der Experte zu-

dem seine Beurteilung der Diagnosen und Arbeitsfähigkeiten, die auf den 

klinischen und der bildgebenden Untersuchung (MRI der LWS nativ vom 

24. Februar 2022) beruhen, erklärt. Seine Ausführungen sind nachvollzieh-

bar. Er attestierte eine Restarbeitsfähigkeit von 70% für leichte, sitzende 

Tätigkeiten, da sich die beklagten Beschwerden und die im Alltag geltend 

gemachten Einschränkungen auf rein orthopädischer Ebene nicht vollstän-

dig begründen liessen. So sollen an der linken unteren Extremität zwar klar 

trophische, mit einem CRPS vereinbare Störungen bestehen, an der Len-

denwirbelsäule und Iliosakralgelenken aber keinesfalls höhergradige, das 

beklagte invalidisierende Geschehen erklärende Veränderungen. Der Gut-

achter erwähnte auch, dass die Gebrauchsspuren des [rechten] Schuh-

werks (der linke Schuh wurde zur Untersuchung nicht mitgebracht) und 

insbesondere die Beschwielung der Hände mit dem vom Versicherten an-

gegebenen völlig passiven Lebensstil kaum vereinbaren seien. Aufgrund 

des Verfahrensausgangs braucht auf die vom Beschwerdeführer dagegen 

erhobene Kritik nicht weiter eingegangen zu werden. Es sei einzig darauf 

hingewiesen, dass die Beschreibung des Tagesablaufs nicht auf völlige 

Passivität schliessen lässt – der Versicherte bewegt sich mit Krücken und 

Rollstuhl fort – sodass das Vorhandensein von gewissen Gebrauchsspuren 

plausibel erscheint und im Übrigen in vergleichbarer Weise bereits im Gut-

achten vom 16. Februar 2017 der medexperts ag beschrieben wurden 

(vgl. diskrete Beschwielung der Handinnenflächen sowie rechts eine 

leichte Fussbeschwielung und links keine Beschwielung; IV-act. 146 

S. 34 f.). 

12.4.2. Der Beschwerdeführer beanstandete ebenfalls das neurologische 

Teilgutachten. Auch dessen Schlussfolgerungen seien unklar bzw. wider-

sprüchlich.  

Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers liegt jedoch kein Wider-

spruch darin, dass Dr. Cc._______ einerseits das Vorliegen eines CRPS 

bestätigte, andererseits, wie bereits der orthopädische Experte, gewisse 

Zweifel an der Intensität der Schmerzen äusserte. Wie bereits festgehal-

ten, gehört es zur Aufgabe des medizinischen Experten, die geklagten Be-

schwerden zu würdigen, auf allfällige Diskrepanzen hinzuweisen und eine 

Beurteilung aus medizinisch-gutachterlicher Sicht vorzunehmen (vgl. oben 

E. 12.4.1). Der Experte führt hierzu in seiner Beurteilung zu Recht aus, 

dass Schmerzen subjektiv und nur begrenzt verifizierbar seien (IV-act. 349 

S. 52). Gemäss der Rechtsprechung genügen für die Begründung einer 

(teilweisen) Arbeitsunfähigkeit die Angaben der versicherten Person für 

C-5771/2022 

Seite 36 

sich alleine daher nicht. Die Schmerzangaben müssen durch damit korre-

lierende, fachärztlich schlüssig feststellbare Befunde hinreichend erklärbar 

sein (BGE 143 V 124 E. 2.2.2). Dazu hat Dr. Cc._______, wie zuvor der 

orthopädische Gutachter, festgehalten, dass die Intensität beziehungs-

weise die völlige Gebrauchsunfähigkeit des linken Beins neurologisch-or-

ganisch nur unvollständig erklärbar und die hochgradige Einschränkung im 

Alltag mit Pflegebedürftigkeit, welche der Versicherte angab, nicht nach-

vollziehbar sei. Zur Erklärung führte er dazu weiter an, dass der Versi-

cherte, trotz angegebenen massiven allodynen Zonen am gesamten Bein, 

im Verlauf der Untersuchung eine Vielzahl von Berührungen und leichten 

Druck zugelassen habe. Die vom Gutachter attestierte Restarbeitsfähigkeit 

von 50% ist angesichts dieser Erläuterungen nachvollziehbar. Wenn der 

Neurologe in seiner Beurteilung schliesslich auch die Möglichkeit einer 

schwerwiegenden dissoziativen Bewegungsstörung erwähnte, die nicht 

oder nur begrenzt aus eigener Willensanstrengung überwunden werden 

könne (vgl. S. 52), kann der Beschwerdeführer auch daraus nichts zu sei-

nem Gunsten ableiten. Insbesondere bedeutet dies nicht, dass die Antwor-

ten des neurologischen Experten widersprüchlich wären. Der Experte hat 

diesbezüglich lediglich eine Hypothese formuliert i.S. einer möglichen 

Symptomausweitung (ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit, vgl. S. 53). 

Die Diagnose einer dissoziativen Bewegungsstörung (vgl. ICD-10 F 44.4) 

haben die ABI-Gutachter jedoch nicht gestellt, ebenso wenig die behan-

delnden Ärzte des Versicherten.  

12.4.3. Der Versicherte bemängelte weiter, dass bei der polydisziplinären 

Untersuchung kein Rheumatologe beigezogen worden sei, welcher als zu-

ständiger Facharzt das CRPS und seine schmerzbedingten Auswirkungen 

auf die Arbeitsfähigkeit hätte bewerten können.  

Die Vorinstanz hatte dazu bereits mit Zwischenverfügung vom 12. Novem-

ber 2021 Stellung genommen und den Antrag des Beschwerdeführers auf 

Beizug eines Rheumatologen abgewiesen (IV-act. 323 S. 2 ff.). Sie hat sich 

diesbezüglich auch ausführlich in der angefochtenen Verfügung geäussert 

(IV-act. 371 S. 3 ff., insbesondere S. 7 f.). Mit der Vorinstanz ist dabei auf 

die Rechtsprechung des Bundesgerichts hinzuweisen, wonach es letztlich 

den Fachärzten der Gutachterstelle obliegt, über die Erforderlichkeit weite-

rer Abklärungen bzw. die Beteiligung weiterer Disziplinen zu entscheiden 

(BGE 139 V 349 E. 3.3; Urteile des BGer 9C_361/2020 vom 26. Februar 

2021 E. 4.4; 9C_547/2019 vom 14. Oktober 2019 E. 5.1.3; 8C_125/2016 

vom 4. November 2016 E. 4.3.2). Die Vorinstanz hat ausserdem die Auf-

gabengebiete der Rheumatologie und Orthopädie umschrieben. Das 

https://www.swisslex.ch/doc/unknown/07b486f4-4aec-4101-ae01-e1a33f96e82c/citeddoc/9d54559e-9b25-4d47-b994-88691420a96b/source/document-link
https://www.swisslex.ch/doc/unknown/07b486f4-4aec-4101-ae01-e1a33f96e82c/citeddoc/9d54559e-9b25-4d47-b994-88691420a96b/source/document-link

C-5771/2022 

Seite 37 

Bundesgericht hat dazu festgehalten, dass sich die beiden medizinischen 

Fachdisziplinen mit dem Bewegungsappart beschäftigen und nicht für un-

terschiedliche Konzepte stehen, wie ein Gesundheitsschaden und dessen 

Folgen zu betrachten seien (vgl. Urteil des BGer 9C_134/2011 vom 6. Juni 

2011 E. 3.3; vgl. auch BVGer C-2073/2017 vom 29. August 2019 E. 5.3.1). 

Das Bundesgericht hat dann auch wiederholt festgehalten, dass (chroni-

sche) Schmerzen am Bewegungsapparat sowohl Gegenstand der Rheu-

matologie als auch der Orthopädie bilden (Urteile des BGer 8C_682/2017 

vom 14. Februar 2018 E. 6.2; 9C_688/2016 vom 16. Februar 2017 

E. 3.5; 8C_835/2014 vom 16. Januar 2015 E. 3.3; vgl. auch BVGer              

C-2073/2017 vom 29. August 2019 E. 5.3.1). Weil vorliegend ausserdem 

ausgewiesen ist, dass das CRPS als schicksalshafte Folge des orthopädi-

schen Eingriffs am Knie vom 3. Dezember 2012 eingetreten ist (vgl. Sach-

verständigengutachten vom 14. August 2017 von Prof. Dr. Y._______; 

vgl. oben E. 11.3), war Dr. Bb._______ als Facharzt für orthopädische Chi-

rurgie durchaus befähigt, zu den Beschwerden und Schmerzen des Versi-

cherten, die ausdrücklich in seiner Beurteilung berücksichtigt wurden, be-

weistauglich Stellung zu nehmen. Bei den früheren Begutachtungen bei 

der PMEDA (IV-act. 63) und medexperts (IV-act. 146) wurde übrigens auch 

ein Orthopäde, und nicht ein Rheumatologe, beigezogen, um die Schmer-

zen des Versicherten fachärztlich zu beurteilen, ohne dass der Beschwer-

deführer die Schlussfolgerungen dieser Gutachten deshalb in Frage ge-

stellt hätte. Der Beschwerdeführer kann auch nichts zu seinen Gunsten 

ableiten, dass Dr. U._______, Rheumatologe des RAD, der ihn am 26. No-

vember 2019 untersucht hat, zur Arbeitsfähigkeit nicht Stellung nehmen 

konnte (IV-act. 221).  

12.4.4. Als Zwischenergebnis kann somit festgestellt werden, dass die Ex-

perten des ABI, Dr. Z._______, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, 

Dr. Aa._______, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, 

Dr. Bb._______, Facharzt für Orthopädische Chirurgie, Dr. Cc._______, 

Facharzt für Neurologie, und Dr. Dd._______, Facharzt für Infektiologie, 

über die notwendigen fachlichen Qualifikationen verfügen, um zu den Lei-

den und Schmerzen des Versicherten beweistauglich Stellung nehmen zu 

können. Ihr Gutachten beruht ausserdem auf einer umfassenden Abklä-

rung des Gesundheitszustandes des Versicherten. Die Gutachter hatten 

Kenntnis der Vorakten, detaillierte Befragungen und Anamneseerhebun-

gen durchgeführt und die erforderlichen persönlichen Untersuchungen und 

Zusatzuntersuchungen vorgenommen (vgl. MRI der Lendenwirbelsäule 

vom 24. Februar 2022, das der Versicherte auf Antrag der Gutachter vor-

nehmen liess [vgl. IV-act. 348 und 349 S. 41] und Laboruntersuchung vom 

https://www.swisslex.ch/doc/unknown/97ab0be5-5b67-4ee4-a485-a1e303d0c191/citeddoc/fd34c9d1-b2f3-4ab9-9326-244275b7b0ff/source/document-link
https://www.swisslex.ch/doc/unknown/97ab0be5-5b67-4ee4-a485-a1e303d0c191/citeddoc/fd34c9d1-b2f3-4ab9-9326-244275b7b0ff/source/document-link
https://www.swisslex.ch/doc/unknown/ac53851e-5f8b-42eb-beeb-5886a9069d6d/citeddoc/fc884bb1-4d40-4db8-8be6-2e6f65262a3b/source/document-link
https://www.swisslex.ch/doc/unknown/ac53851e-5f8b-42eb-beeb-5886a9069d6d/citeddoc/fc884bb1-4d40-4db8-8be6-2e6f65262a3b/source/document-link
https://www.swisslex.ch/doc/unknown/2cb20d1e-072e-45d9-b8c2-2063dbdb5ca9/citeddoc/3c83faa7-314d-42f4-8c3c-84fe92a4eed6/source/document-link
https://www.swisslex.ch/doc/unknown/2cb20d1e-072e-45d9-b8c2-2063dbdb5ca9/citeddoc/3c83faa7-314d-42f4-8c3c-84fe92a4eed6/source/document-link
https://www.swisslex.ch/doc/unknown/3e4ce094-a787-45a7-b2fc-1b1b3ae3b7bd/citeddoc/f6f77465-8d77-4821-9c9e-ee19f4779191/source/document-link

C-5771/2022 

Seite 38 

22. Februar 2022 [IV-act. 349 S. 71 f.]). Dabei setzten sich die Gutachter 

auch mit den geklagten Beschwerden sowie mit dem Verhalten des Be-

schwerdeführers auseinander. Die Untersuchungen der Gutachter mit 

Anamneseerhebung, Symptomerfassung und Verhaltensbeobachtung als 

wichtigste Grundlage gutachtlicher Feststellungen und Schlussfolgerun-

gen sind somit fachgerecht durchgeführt worden (vgl. Urteil des BGer 

9C_867/2018 vom 28. Mai 2019 E. 5.2.1). Es wurde dargelegt, dass ent-

gegen der Ansicht des Beschwerdeführers die Angaben der Gutachter 

hierzu klar, sachlich und widerspruchsfrei waren. Die Gutachter haben sich 

ebenfalls mit den Beurteilungen der Vorgutachten auseinandergesetzt und 

dazu Stellung genommen. Weiter wurden die Bewertung der medizini-

schen Situation sowie die medizinischen Zusammenhänge einleuchtend 

dargelegt. Die Schlussfolgerungen der Gutachter bezüglich der Diagnosen 

und Arbeitsfähigkeit des Versicherten, die in der interdisziplinären Kon-

sensbeurteilung aufgenommen wurden, sind ausserdem ausführlich be-

gründet und nachvollziehbar. Sie präzisierten, dass sich die orthopädi-

schen und neurologischen Einschränkungen nicht addieren, weil diesbe-

züglich dieselbe Symptomatik beschrieben werde und die gleichen Zeitab-

schnitte zum Einlegen vermehrter Pausen verwendet werden können. Ins-

gesamt erfüllt das ABI-Gutachten somit grundsätzlich die Anforderungen 

der Rechtsprechung an einen vollen Beweiswert. Dr. V._______ des RAD 

hat dies in seiner Würdigung vom 28. Juni 2022 zu Recht bestätigt (IV-

act. 353 S. 2 ff.). Dem Beschwerdeführer, welcher das Gegenteil behaup-

tet, kann nicht gefolgt werden. Er konnte insbesondere keine Widersprüche 

oder wesentliche unberücksichtigte Elemente geltend machen, die gegen 

die Zuverlässigkeit des polydisziplinären Gutachtens des ABI sprechen 

würden (vgl. BGE 148 V 49 E. 6.2.1; 137 V 210 E. 2.2.2; 135 V 465 E. 4.4; 

Urteile des BGer 9C_232/2022 vom 4. Oktober 2022 E. 4.1.2; 

9C_748/2013 vom 10. Februar 2014 E. 4.1.1).  

12.5.  

12.5.1. Der Beschwerdefrüher kritisiert weiter die Annahme der Vorinstanz, 

dass im Vergleich zum Vorzustand eine Verbesserung seines Gesund-

heitszustandes ausgewiesen sei. Konkret ist deshalb nachfolgend zu prü-

fen, ob sich der Gesundheitszustand des Versicherten seit der Verfügung 

vom 16. April 2014, als die rentenzusprechende Verfügung gefällt wurde, 

tatsächlich massgebend verändert hat und somit ein Revisionsgrund im 

Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG vorliegt. 

C-5771/2022 

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12.5.2. Der Beweiswert eines zwecks Rentenrevision erstellten Gutach-

tens – wie dies vorliegend der Fall ist – hängt wesentlich davon abhängt, 

ob sich das Gutachten ausreichend auf das Beweisthema – erhebliche Än-

derung(en) des Sachverhalts – bezieht. Einer für sich allein betrachtet voll-

ständigen, nachvollziehbaren und schlüssigen medizinischen Beurteilung, 

die im Hinblick auf eine erstmalige Beurteilung der Rentenberechtigung be-

weisend wäre, mangelt es daher in der Regel am rechtlich erforderlichen 

Beweiswert. Vorbehalten bleiben Sachlagen, in denen es evident ist, dass 

die gesundheitlichen Verhältnisse sich verändert haben. Dabei ist zu be-

rücksichtigen, dass weder eine im Vergleich zu früheren ärztlichen Ein-

schätzungen ungleich attestierte Arbeitsunfähigkeit noch eine unterschied-

liche diagnostische Einordnung des geltend gemachten Leidens genügt, 

um auf einen verbesserten Gesundheitszustand zu schliessen; notwendig 

ist vielmehr eine veränderte Befundlage (Urteile des BGer 8C_553/2021 

vom 13. April 2023 E. 4.2.4; 8C_441/2023 vom 25. Juli 2013 E. 6.1.2 mit 

Hinweisen).  

12.5.3. Die Experten des ABI, die eine Restarbeitsfähigkeit des Versicher-

ten in einer angepassten Tätigkeit von 50% bescheinigten, haben bei der 

Beantwortung der Frage, wie der zeitliche Verlauf dieser Arbeitsfähigkeit 

sei, festgehalten, dass bei der bestehenden Befundlage die Arbeitsfähig-

keit mit Sicherheit ab den aktuellen Untersuchungen im Februar 2022 be-

stätigt werden könne. Sie haben weiter darauf hingewiesen, dass in den 

letzten Jahren keine gravierenden Befundänderungen eingetreten seien 

und dies auch dahingehend interpretiert werden könne, dass die jetzige 

Arbeitsfähigkeit seit 2014 bestehe. Indem die Experten somit präzisierten, 

dass keine wesentliche Änderung der Befundlage seit der Verfügung vom 

16. April 2014 eingetreten ist und die jetzige Arbeitsfähigkeit bereits seit 

2014 besteht, als die rentenzusprechende Verfügung erlassen wurde, ha-

ben die Experten grundsätzlich keine revisionsrechtliche Verbesserung 

des Gesundheitszustandes des Versicherten festgestellt.  

12.5.4. Gestützt auf die Stellungnahme vom 28. Juni 2022 von 

Dr. V._______ (IV-act. 353 S. 2 ff.) vertritt die Vorinstanz demgegenüber 

den Standpunkt, dass mit den medizinisch-gutachterlichen Beurteilungen 

gesamthaft eine Verbesserung des Gesundheitszustandes gegenüber 

dem Vorzustand (Verfügung vom 16. April 2014) mit ebensolcher Verände-

rung der Auswirkungen auf die A