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**Case Identifier:** 3bc5042f-3ab1-5f77-ac5c-a75d221b0c9e
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-08-27
**Language:** de
**Title:** Zürich Handelsgericht 27.08.2015 HG120223
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_HG_001_HG120223_2015-08-27.pdf

## Full Text

Handelsgericht des Kantons Zürich 
    
 
 

Geschäfts-Nr.: HG120223-O U/ei 

 
 
Mitwirkend: die Oberrichter Peter Helm, Präsident, und Dr. George Daetwyler, 

die Handelsrichter Franz Ramser, Michael Küttel und Daniel Schind-

ler sowie die Gerichtsschreiberin Claudia Marti 

 

Urteil vom 27. August 2015 

 
in Sachen 

 

A._____ AG,  
Klägerin 

 

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. X1._____,  

vertreten durch Rechtsanwältin MLaw X2._____,  

 

gegen 

 

1. B._____ AG,  
2. C._____ AG,  
Beklagte 

 

1 vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Y1._____ 

2 vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Y2._____ 

 

betreffend Forderung 
 

- 2 - 

Rechtsbegehren: 
(act. 1 S. 2) 

"1. Die Beklagten seien unter solidarischer Haftung zu verpflichten, 
der Klägerin Fr. 848'800.05 nebst 5 % Zins seit 28. November 
2006 leisten.  

 2. Die Beklagte 1 sei zusätzlich zu verpflichten, der Klägerin 
Fr. 45'282.00 nebst 5 % Zins seit 19. August 2005 zu leisten. 

 3. Unter gesetzlicher Kosten- und Entschädigungsfolge." 
 

Inhaltsverzeichnis 

Sachverhalt und Verfahren .................................................................................... 3 

A. Sachverhaltsübersicht ..................................................................................... 3 

B. Prozessverlauf ................................................................................................. 5 

Erwägungen .......................................................................................................... 6 

1. Zuständigkeit ................................................................................................... 6 

2. Einfache Streitgenossenschaft ........................................................................ 6 

3. Vertragliche Haftung der Beklagten 2 .............................................................. 6 
3.1. Übersicht ................................................................................................. 6 
3.2. Vertragliche Pflichten der Beklagten 2 und Qualifikation des Vertrages . 7 
3.3. Verjährungseinrede der Beklagten 2 und Mängelrüge .......................... 10 
3.4. Voraussetzungen einer vertraglichen Haftung der Beklagten 2 ............ 10 
3.5. Sorgfalts- oder Treuepflichtverletzung der Beklagten 2 ........................ 11 
3.6. Fazit ...................................................................................................... 30 

4. Vertrauenshaftung der Beklagten 2 ............................................................... 30 
4.1. Parteidarstellungen ............................................................................... 30 
4.2. Voraussetzungen .................................................................................. 31 
4.3. Subsumtion ........................................................................................... 32 
4.4. Fazit ...................................................................................................... 33 

5. Vertragliche Haftung der Beklagten 1 ............................................................ 33 
5.1. Übersicht ............................................................................................... 33 
5.2. Unbestrittener Sachverhalt und Zusammenfassung strittige Punkte ..... 34 
5.3. Qualifikation des Architektenvertrages und Pflichten der Beklagten 1 .. 36 
5.4. Voraussetzungen der vertraglichen Haftung ......................................... 48 
5.5. Verzug der Beklagten 1 mit der Planlieferung ....................................... 48 

- 3 - 

5.6. Unterlassene Überprüfung der Materialwahl und des 
Konstruktionsaufbaus des Passerellenbodens ...................................... 49 

5.7. Vorbehaltlose Weiterleitung des Faxes der Beklagten 2 und des 
Produktmerkblattes ............................................................................... 51 

5.8. Einholen der Freigabe der Beklagten 2 ................................................. 54 
5.9. Definitive Festlegung von Material und Konstruktion in der 

Ausführungsplanung ............................................................................. 56 
5.10. Schaden ................................................................................................ 60 
5.11. Hypothetischer Kausalzusammenhang ................................................. 63 
5.12. Verschulden .......................................................................................... 69 
5.13. Schadenersatzbemessung und Herabsetzungsgründe ......................... 71 
5.14. Zins ....................................................................................................... 75 
5.15. Fazit ...................................................................................................... 76 

6. Kürzung des Planerhonorars der Beklagten 1 ............................................... 76 
6.1. Parteidarstellungen ............................................................................... 76 
6.2. Rechtliche Würdigung ........................................................................... 76 
6.3. Fazit ...................................................................................................... 77 

7. Kosten- und Entschädigungsfolgen ............................................................... 77 
7.1. Gerichtskosten ...................................................................................... 77 
7.2. Parteientschädigungen ......................................................................... 78 

Dispositiv ............................................................................................................. 78 

Sachverhalt und Verfahren 

A. Sachverhaltsübersicht 

a. Die Klägerin ist eine Aktiengesellschaft mit Sitz in Zürich, die insbesondere 

die Entwicklung, Realisierung und Nutzung von Immobilien und Bauprojekten aller 

Art sowie die Planung und Ausführung von Neu- und Umbauten, insbesondere als 

Total- oder Generalunternehmung auf Rechnung Dritter, bezweckt (act. 2/1). Die 

Beklagte 1 ist ebenfalls eine Aktiengesellschaft mit Sitz in Zürich. Ihr Zweck ist die 

Erbringung von Dienstleistungen im Immobilienbereich und auf dem Gebiet der 

Planung und des Managements inklusive der Projektierung im Bauwesen (act. 

2/3). Die Beklagte 2, eine Aktiengesellschaft mit Sitz in D._____, erbringt gemäss 

Handelsregistereintrag hauptsächlich Dienstleistungen in den Bereichen Bauphy-

sik und Architektur (act. 2/4).  

- 4 - 

b. Die Klägerin war im Projekt "Büro- und Wohngebäude ..." als Totalunter-

nehmerin ("TU") tätig und zeichnete als solche gegenüber der Bauherrschaft ab 

dem Zuschlag für die TU-Submission für die Planungsleistungen entsprechend 

den massgebenden Normen und Standards und die vollständige Ausführung des 

Werkes verantwortlich. Die Ausführungs- und Ausschreibungspläne liess die Klä-

gerin durch die Beklagte 1 erbringen. Die Beklagte 2 wurde durch die Klägerin mit 

der bauphysikalischen und akustischen Beratung beauftragt. In diesen Rollen wa-

ren die Parteien insbesondere an der Planung und Konstruktion des Naturstein-

bodens in den Passerellen des 1. bis 4. OG im Innenhof des "Büro- und Wohnge-

bäudes ..." beteiligt (act. 1 S. 6; act. 15 S. 3; act. 17 S. 3 f.).  

c. Nach Inbetriebnahme des "Büro- und Wohngebäudes ..." zeigte sich, dass 

die Fugen der Natursteinböden der Passerellen des 1. bis 4. Obergeschosses 

ausplatzten, und an stark belasteten Stellen waren vereinzelt Platten mit abge-

brochenen Kanten vorhanden. Ein von den Parteien gemeinsam in Auftrag gege-

benes, für sie in Bezug auf die rein technischen Feststellungen verbindliches 

Schiedsgutachten des Gutachters Dr. E._____ zeigte, dass der Bodenaufbau 

falsch konstruiert war. Die geplante und verwendete Trittschallmatte "F._____" 

erwies sich als zu weich. Als Folge davon konnten sich die darauf liegenden Na-

tursteinplatten bei Belastung in vertikaler Richtung zu stark bewegen (act. 1 S. 4; 

act. 15 S. 3; act. 17 S. 24, 28).  

d. Die Klägerin macht gegenüber den Beklagten Schadenersatz aus Vertrag 

wegen sorgfaltswidriger Verletzung ihrer vertraglichen Pflichten in Höhe der im 

Zusammenhang mit den Sanierungsmassnahmen aufgelaufenen Kosten geltend. 

Sie bringt vor, der Konstruktionsaufbau des Bodens der Passerellen im 1. bis 4. 

Obergeschoss trage die verlangten Lasten nicht und sei daher mangelhaft. Ge-

genüber der Beklagten 1 klagt die Klägerin zudem einen Minderwert der Planer-

leistungen von pauschal 2 % des vereinbarten Honorars ein (act. 1 S. 4, 19, 27). 

Die Beklagte 1 bestreitet, dass die Voraussetzungen für eine Vertragshaftung ih-

rerseits erfüllt sind, und hält fest, dass damit auch eine Kürzung des Planerhono-

rars ausser Betracht falle (act. 15 S. 30). Auch die Beklagte 2 bestreitet, dass ein 

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Anspruch der Klägerin auf Ersatz der Sanierungskosten ihr gegenüber besteht 

(act. 17 S. 29 f.).  

B. Prozessverlauf  

a. Am 4. Oktober 2012 (Datum Poststempel) reichte die Klägerin die Klage ein 

(act. 1). Den ihr mit Verfügung vom 5. Oktober 2012 auferlegten Vorschuss für die 

Gerichtskosten leistete die Klägerin fristgerecht (act. 5). Nach Eingang der Klage-

antworten vom 21. Februar 2013 (act. 15) und vom 22. Februar 2013 (act. 17) 

fand am 6. November 2013 eine Vergleichsverhandlung statt (Prot. S. 8 ff.). Den 

anlässlich dieser Vergleichsverhandlung unter Mitwirkung der Gerichtsdelegation 

geschlossenen Vergleich (act. 21) wiederrief die Beklagte 1 mit Eingabe vom 15. 

Januar 2014 (act. 22) innert Frist.  

b. In der Folge wurde mit Verfügung vom 16. Januar 2014 ein zweiter Schrif-

tenwechsel angeordnet (act. 23). Die nunmehr anwaltlich vertretene Klägerin 

reichte ihre zweite Rechtsschrift am 19. März 2014 (act. 26) ein, die Beklagten 

anschliessend je mit Eingaben vom 24. Juni 2014 (act. 36 und 37). Die Eingaben 

wurden der Klägerin sowie den Beklagten 1 und 2 je gegenseitig mit Verfügung 

vom 26. Juni 2014 zugestellt (act. 39).  

c. Mit Verfügung vom 19. Mai 2015 wurde den Parteien Frist angesetzt, um zu 

erklären, ob sie - unter Vorbehalt der allfälligen Durchführung eines Beweisverfah-

rens - auf Durchführung einer mündlichen Hauptverhandlung verzichten, wobei 

bei Stillschweigen Verzicht auf Hauptverhandlung angenommen werde (act. 41). 

Die Klägerin erklärte mit Eingabe vom 28. Mai 2015 den Verzicht auf Durchfüh-

rung der Hauptverhandlung (act. 43), die Beklagte 2 mit Eingabe vom 1. Juni 

2015 (act. 44). Die Beklagte 1 liess sich nicht verlauten, weshalb ebenfalls Ver-

zicht auf Hauptverhandlung anzunehmen ist. Damit ist keine Hauptverhandlung 

durchzuführen.  

d. Das Verfahren erweist sich als spruchreif.  

 

- 6 - 

Erwägungen 

1. Zuständigkeit 

Das hiesige Gericht ist zur Beurteilung der vorliegenden Klage unbestrittenermas-

sen (act. 1 S. 2 f.; act. 15 S. 2; act. 17 S. 2) örtlich und sachlich zuständig (Art. 18 

ZPO und Art. 6 Abs. 1 und 2 ZPO in Verbindung mit § 44 lit. b GOG).  

2. Einfache Streitgenossenschaft 

Die Beklagten 1 und 2 sind einfache Streitgenossen, gegen die die Klägerin An-

sprüche aus gleichartigen Tatsachen erhebt (Art. 71 ZPO), und haften für die von 

der Klägerin in Rechtsbegehren Ziffer 1 eingeklagte Forderung nach klägerischer 

Darstellung solidarisch (act. 1 S. 34). Die Ansprüche gegen die Beklagten 1 und 2 

sind daher nachfolgend separat zu prüfen und erst anschliessend ist auf eine et-

waige solidarische Haftung einzugehen.  

3. Vertragliche Haftung der Beklagten 2 

3.1. Übersicht 

3.1.1. Die Klägerin beruft sich auf eine vertragliche Haftung der Beklagten 2 für 

den Schaden aus dem fehlerhaften Bodenaufbau wegen falscher bzw. unterlas-

sener Beratung bei der Konstruktion des Natursteinbodens. Sie macht geltend, 

die Beklagte 2 habe ihre Pflichten aus dem zwischen den Parteien geschlossenen 

Ingenieurvertrag verletzt, da sie die Trittschallmatte "F._____" empfohlen habe, 

ohne zu prüfen, ob diese auch die Belastungsanforderungen an den Boden bei 

den Passerellen erfüllte. Sollte keine vertragliche Haftung bestehen, stützt die 

Klägerin ihren Anspruch gegen die Beklagte 2 auf eine Vertrauenshaftung, da die 

Beklagte 2 mit ihrer vorbehaltlosen Empfehlung dieser Trittschallplatte berechtig-

tes Vertrauen erweckt und enttäuscht habe. Demgegenüber bestreitet die Beklag-

te 2, dass sie für die Prüfung der Bodenbelastungsanforderungen zuständig ge-

wesen sei, und macht geltend, sie sei nur für Fragen der Bauphysik beigezogen 

worden und in dieser Hinsicht habe die vorgeschlagene Trittschallmatte die An-

forderungen erfüllt und sei tauglich gewesen. Die Voraussetzungen einer vertrag-

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lichen Haftung seien daher nicht erfüllt. Ausserdem erhebt die Beklagte 2 die Ein-

rede der Verjährung. Zur Eventualbegründung hält die Beklagte 2 fest, sie habe 

kein berechtigtes Vertrauen erweckt und enttäuscht (vgl. zu den wesentlichen 

Parteibehauptungen im Einzelnen die nachfolgenden Erwägungen).  

3.1.2. Im Hinblick auf eine allfällige vertragliche Haftung der Beklagten 2 ist daher 

im Folgenden zu prüfen, welche vertraglichen Pflichten sie hatte, ob sie diese ver-

letzte und eine Haftung für den behaupteten Schaden der Klägerin besteht. Auf 

die im Eventualstandpunkt geltend gemachte Vertrauenshaftung und deren Vo-

raussetzungen wird in Erwägung 4. eingegangen.  

3.2. Vertragliche Pflichten der Beklagten 2 und Qualifikation des Vertrages 

3.2.1. Die Klägerin und die Beklagte 2 führen übereinstimmend aus, dass zwi-

schen ihnen gestützt auf die "Offerte bauphysikalische/akustische Beratung" vom 

12. Januar 2004 ein Ingenieurvertrag zustande gekommen ist, und verweisen 

zum Vertragsinhalt auf diese Offerte (act. 1 S. 9, act. 17 S. 4, 8).  

3.2.2. Die Klägerin bringt weiter vor, zu den Aufgabenbereichen der Beklagten 2 

habe die "Beratung während der Ausführungsplanung und Bauausführung" ge-

hört, und unter "Akustische Beratung" insbesondere die "Beihilfe und Überprüfung 

von Konstruktionsdetails Luft- und Trittschalltechnisch", sowie "Plankontrollen". 

Ferner habe sie sich vertraglich zu "Ausführungskontrollen auf der Baustelle" ver-

pflichtet. Die Beklagte 2 sei aufgrund von Position 3 der Offerte in der Pflicht ge-

wesen, die Konstruktionsdetails trittschalltechnisch zu überprüfen. Dies bedeute, 

dass sie habe beurteilen müssen, ob die Trittschallplatten die Schalleigenschaf-

ten, die geringe Einbauhöhe und die zulässigen Belastungen des Bodenaufbaus 

eingehalten hätten. Die vereinbarten Leistungen beträfen vornehmlich Beratungs-

leistungen, womit diesbezüglich Auftragsrecht zur Anwendung gelange (act. 1 S. 

9, act. 26 S. 8 f., 44).  

3.2.3. Auch die Beklagte 2 geht grundsätzlich davon aus, dass zwischen der Klä-

gerin und ihr ein Auftragsverhältnis im Sinne von Art. 394 ff. OR zustande ge-

kommen ist (act. 17 S. 31). Zum Vertragsinhalt führt sie aus, gemäss Vertrag sei 

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sie ausschliesslich für die bauphysikalische Beratung während der Ausführungs-

planung und Bauausführung zuständig gewesen. Die bauphysikalische Beratung 

habe dabei aus den Teilpositionen energetische Beratung, akustische Beratung 

und sommerlicher Wärmeschutz bestanden. Nicht zur Bauphysik zählten demge-

genüber statische Berechnungen und Themen der Materialbeschaffenheit von 

Baustoffen. Die akustische Beratung habe sich auf spezifische Aspekte be-

schränkt, nämlich auf Raumakustik, Luftschall, Trittschall und Körperschall. Die 

Beklagte 2 habe sich verpflichtet, unter diesen Gesichtspunkten bei der Überprü-

fung von Konstruktionsdetails und Plänen mitzuwirken bzw. Lieferanten zu unter-

stützen. Die Überprüfung von Konstruktionsdetails habe gemäss Offerte aus-

schliesslich unter luftschalltechnischen sowie trittschalltechnischen Aspekten er-

folgen sollen. Sie habe sich zu keinem Zeitpunkt verpflichtet, darüber hinausge-

hende Ingenieurleistungen zu erbringen. Insbesondere habe sie sich nie verpflich-

tet, Ingenieurleistungen aus anderen Fachbereichen wie beispielsweise Boden-

konstruktionen oder technische Lösungen auf ihre statische Belastbarkeit oder 

Tragfähigkeit hin zu prüfen. Die Beurteilung der Tragfähigkeit oder Belastbarkeit 

einer Bodenkonstruktion sei nicht Sache des Bauphysikers. Die Beklagte 2 weist 

daher die Behauptung zurück, dass sie auch habe prüfen müssen, ob der Boden-

aufbau "den Belastungen des Bodens" standhalte (act. 17 S. 4 f., 11 f., act. 37 S. 

20, 31). Allerdings vertritt die Beklagte 2 weiter die Auffassung, ihre einzige Leis-

tung im streitgegenständlichen Zusammenhang sei die Ablieferung der Skizze 

gemäss Fax vom 5. Juli 2004 gewesen und das Herstellen von Plänen bzw. Skiz-

zen unterstehe dem Werkvertragsrecht (act. 37 S. 17).  

3.2.4. Pflichten der Beklagten 2  

3.2.4.1. Die der Beklagten 2 im Ingenieurvertrag übertragenen Pflichten sind 

durch Auslegung desselben zu ermitteln, wobei in erster Linie auf den überein-

stimmenden tatsächlichen Willen der Parteien abzustellen ist (Art. 18 Abs. 1 OR; 

vgl. BGE 115 II 464 E. 2.c). Da die Parteien jedoch keinen übereinstimmenden 

tatsächlichen Willen behaupten, ist vom Inhalt des Vertrages aufgrund der objek-

tivierten Auslegung auszugehen. Die vertraglichen Vereinbarungen sind so aus-

zulegen, wie sie nach ihrem Wortlaut und Zusammenhang sowie den gesamten 

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Umständen, die ihnen vorausgegangen und unter denen sie abgegeben worden 

sind, verstanden werden durften und mussten (WOLFANG WIEGAND, in: Basler 

Kommentar Obligationenrecht, 5. Auflage 2011, N 11 ff zu Art. 18 OR; BGE 132 

III 24 E. 4, mit weiteren Hinweisen). Dabei hat der klare Wortlaut Vorrang vor wei-

teren Auslegungsmitteln, es sei denn, er erweise sich auf Grund anderer Ver-

tragsbedingungen, dem von den Parteien verfolgten Zweck oder weiteren Um-

ständen nur scheinbar als klar (BGE 128 III 265 E. 3.a mit weiteren Hinweisen).  

3.2.4.2. Aus dem Wortlaut der Offerte "Bauphysikalische / akustische Beratung" 

vom 12. Januar 2004 (act. 2/13), welche gemäss der Klägerin und der Beklagten 

2 dem Vertragsinhalt entspricht, ergibt sich klar, dass die Pflichten der Beklagten 

2 aus diesem Vertrag nur die energetische (act. 2/13 S. 2) und akustische (act. 

2/13 S. 3) Beratung während der Ausführungsplanung und Bauausführung sowie 

den sommerlichen Wärmeschutz (act. 2/13 S. 4) umfassen und die Beklagte 2 

von der Klägerin keine weiteren Pflichten übernommen hat. Unter der Position 3 

der akustischen Beratung, auf welche sich die Klägerin vorliegend beruft, wurde 

"Beihilfe und Ueberprüfung von Konstruktionsdetails Luft- sowie Trittschalltech-

nisch" vereinbart. Entgegen der Darstellung der Klägerin ist in dieser Position des 

Vertrages aber nach dem Wortlaut der Offerte keine Pflicht der Beklagten 2 zur 

Überprüfung der Konstruktionsdetails in Bezug auf die zulässigen Bodenbelas-

tungen vereinbart. Dieser Wortlaut des Vertrages wird bestätigt durch die Tatsa-

che, dass zur Bauphysik die Teilgebiete Wärme, Feuchtigkeit, Akustik, Brand-

schutz, Tageslicht und Klima zählen, nicht aber statische Berechnungen und die 

Materialbeschaffenheit von Baustoffen (http://de.wikipedia. org/wiki/Bauphysik, 

besucht am 25. März 2015) und es sich gemäss Überschrift der Offerte um einen 

Vertrag für "Bauphysikalische / akustische Beratung" handelt. Das Tätigkeitsge-

biet "Bauphysik" der Beklagten 2 offenbart sich sodann bereits aus deren Firma. 

Des Weiteren sind auch keine Umstände ersichtlich, aus denen sich ergeben 

könnte, dass die Beklagte 2 die Überprüfung der statischen Belastbarkeit oder 

Tragfähigkeit der Konstruktionsdetails übernommen hätte. Die Vertragsauslegung 

ergibt somit, dass sich die Beklagte 2 nur zu Beratungsleistungen im Bereich der 

Bauphysik verpflichtet hat, nicht hingegen zur Überprüfung, ob die Bodenkon-

struktion die zulässigen Belastungen des Bodenaufbaus einhält. 

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3.2.5. Qualifikation des Vertrages 

Mit den Parteien (so grundsätzlich auch die Beklagte 2, act. 17 S. 31) ist festzu-

halten, dass der Vertrag der Parteien über die Beratung in energetischer sowie 

akustischer Hinsicht sowie betreffend den sommerlichen Wärmeschutz (act. 2/13) 

als Auftragsverhältnis im Sinne von Art. 394 ff. OR zu qualifizieren ist. Die Beklag-

te 2 schuldete die (akustische) Beratung der Klägerin, unter anderem auch in 

Form der Beihilfe und Überprüfung von Konstruktionsdetails, und damit ein sorg-

fältiges Tätigwerden in deren Interesse (vgl. dazu ROLF H. WEBER, in: 

HONSELL/VOGT/WIEGAND, Basler Kommentar Obligationenrecht I, 5. Aufl. 2012, N 

28 ff. zu Art. 394 OR; GAUCH/MIDDENDORF, in: STÖCKLI/SIEGENTHALER HRSG., Die 

Planerverträge, Zürich/ Basel/Genf 2013, Rz. 1.27 ff.). Daran ändert im vorliegen-

den Zusammenhang entgegen der Beklagten 2 auch nichts, dass die behauptete 

Vertragsverletzung durch eine in Form einer Planskizze abgegebene Empfehlung 

der Beklagten 2 verursacht worden sein soll. Nur weil die Beklagte 2 ihre Bera-

tung in trittschalltechnischer Hinsicht zu diesem Aspekt in die Gestalt einer Skizze 

fasste, wird ihre Beratungsleistung nicht zu einem Werk, welches statt nach Auf-

tragsrecht nach den Regeln des Werkvertragsrechts zu beurteilen wäre. Geschul-

det war von der Beklagten 2 gemäss der massgebenden Offerte vom 12. Januar 

2004 (act. 2/13 S. 3) nicht die Erstellung von Plänen, sondern die Beratung der 

Klägerin in bauphysikalischer/akustischer Hinsicht.  

3.3. Verjährungseinrede der Beklagten 2 und Mängelrüge 

Sind allfällige Haftungsansprüche der Klägerin nach dem Auftragsrecht zu beur-

teilen, sind diese entgegen der Darstellung der Beklagten 2 (act. 37 S. 17, 26) 

weder verjährt (Art. 127 OR) noch mangels rechtsgenügender Verjährungseinre-

de verwirkt.  

3.4. Voraussetzungen einer vertraglichen Haftung der Beklagten 2  

Die Beklagte 2 haftet der Klägerin aus dem zwischen ihnen bestehenden Auf-

tragsverhältnis nach Art. 398 Abs. 2 OR für getreue und sorgfältige Ausführung 

des ihr übertragenen Geschäfts. Dabei hat die Beauftragte grundsätzlich nicht für 

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den Erfolg ihrer Tätigkeit einzustehen. Haftungsbegründend ist vielmehr eine un-

sorgfältige oder treuwidrige und den Auftraggeber schädigende Ausführung des 

Auftrages. Das Mass der Sorgfalt bestimmt sich nach objektiven Kriterien. Erfor-

derlich ist die Sorgfalt, welche eine gewissenhafte Beauftragte in der gleichen La-

ge bei der Besorgung der ihr übertragenen Geschäfte anzuwenden pflegt. Höhere 

Anforderungen sind an die Beauftragte zu stellen, die ihre Tätigkeit berufsmässig, 

gegen Entgelt ausübt. An die Spezialistin dürfen hohe Anforderungen gestellt 

werden. Es ist nach der Art des Auftrages zu differenzieren und auch den beson-

deren Umständen des Einzelfalles Rechnung zu tragen. Bestehen für eine 

Berufsart oder ein bestimmtes Gewerbe allgemein befolgte Verhaltensregeln und 

Usanzen, können sie bei der Bestimmung des Sorgfaltsmasses herangezogen 

werden (ROLF H. WEBER, in: HONSELL/VOGT/WIEGAND HRSG., a.a.O., N 27 zu Art. 

398 OR; BGE 127 III 328 E. 3, 115 II 62 E. 3 m.w.H). Zu den Nebenpflichten bzw. 

allgemeinen Treuepflichten des Beauftragten zählt sodann insbesondere die 

Pflicht zur Aufklärung und Information. Dabei sind die Anforderungen an die Auf-

klärung je nach Kenntnisstand und Erfahrung des Auftraggebers zu variieren. Im 

Baurecht hat der Unternehmer oder Planer den Bauherrn auch auf Umstände 

aufmerksam zu machen, zu deren Erfassung er vertraglich nicht ausdrücklich 

verpflichtet ist (ROLF H. WEBER, a.a.O., N 26 zu Art. 398 OR). Neben der Sorg-

falts- oder Treuepflichtverletzung ist Voraussetzung für einen Anspruch der Kläge-

rin gegen die Beklagte 2 auf Schadenersatz, dass durch diese ein Schaden natür-

lich und adäquat kausal verursacht wurde. Das Verschulden wird vermutet, doch 

steht der Exkulpationsbeweis offen (Art. 97 Abs. 1 i.V.m. Art. 398 Abs. 2 OR).  

3.5. Sorgfalts- oder Treuepflichtverletzung der Beklagten 2 

3.5.1. Darstellung der Klägerin 

3.5.1.1. Die Klägerin macht zusammengefasst geltend, die Vertragsverletzung der 

Beklagten 2 bestehe darin, dass sie für die Ausschreibung ohne Abklärungen 

vorbehaltlos eine Trittschallmatte vorgeschlagen habe, die völlig untauglich für 

den vorliegenden Gebrauch gewesen sei, sowie darin, dass sie vertrags- und 

weisungswidrig keine Prüfung des Bodenaufbaus vorgenommen habe (act. 1 S. 

33). Dieser Vorschlag sei die Ursache für den späteren Werkmangel gewesen 

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(act. 1 S. 10). Ob das Produkt in akustischer Hinsicht nicht mangelhaft sei, sei 

hier irrelevant (act. 26 S. 44). 

3.5.1.2. Im Einzelnen führt die Klägerin aus, die Beklagte 2 habe am 5. Juli 2004 

der Beklagten 1 ein Fax zugestellt mit dem Konstruktionsaufbau der Bodenbeläge 

der Passerellen. Als Trittschalldämmung habe sie "z.B. F'._____" (recte: 

"F._____") vorgeschlagen. Die Beklagte 2 habe prüfen müssen, ob die von ihr mit 

Fax vom 5. Juli 2004 vorgeschlagene Trittschalldämmplatte für den geplanten 

Bodenaufbau bzw. die Konstruktion trittschalltechnisch geeignet sei, die Schallei-

genschaften einhalte und auch den Belastungen des Bodens standhalte. Die Be-

klagte 2 sei als Bauphysikerin in der Pflicht gewesen, die Druckfestigkeit des Bo-

dens zu berücksichtigen. Sie sei aber nicht verpflichtet gewesen, die Druckfestig-

keit an sich festzulegen. Dies belege auch das Mail der Beklagten 1 vom 2. Juli 

2004, welchem zu entnehmen sei, dass die Beklagte 1 mit der Beklagten 2 in 

Kontakt gestanden habe. Dieses Mail belege, dass die Beklagte 1 offenbar drei 

Tage vor Abgabe der Empfehlung durch die Beklagte 2 veranlasst habe, dass die 

Beklagte 2 bestätige, dass diese Werte mit dem Produkt eingehalten würden. Aus 

dem E-Mail gehe hervor, dass die Beklagte 2 den Vorschlag für das Produkt 

"F._____" gemacht habe, nachdem sie offenbar die Schalleigenschaften, die ge-

ringe Einbauhöhe und die zulässigen Bodenbelastungen berücksichtigt habe. Of-

fenbar habe die Beklagte 1 die Beklagte 2 klar aufgefordert, diese Punkte bei ih-

rem Vorschlag ebenfalls zu prüfen. Die Beratungsdienstleistung habe die Beklag-

te 2 in Rechnung gestellt. Die Empfehlung der Beklagten 2 mit der Skizze des 

Bodenaufbaus und dem Vorschlag der Trittschalldämmplatte "F._____" habe sich 

nicht nur auf den akustischen Aspekt bezogen, ansonsten die Beklagte 2 klare 

Vorbehalte gemacht oder einen entsprechenden Titel gewählt hätte. Die Wahl des 

Produktes sei insbesondere auch geschehen, weil es die technisch-

bauphysikalischen Anforderungen erfüllt habe. Diese vorbehaltlose Empfehlung 

habe durchaus so verstanden werden dürfen, dass diese Trittschallmatte neben 

anderen zum vorausgesetzten Zweck geeignet gewesen sei. Es sei an den Be-

klagten gewesen, eine anwendungstechnische Beratung vorzuschlagen bzw. die 

Klägerin darauf hinzuweisen. Die Klägerin habe daher in gutem Glauben davon 

ausgehen dürfen, dass die Trittschalldämmplatte in Bezug auf die Konstruktion 

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des Bodenaufbaus geeignet und tauglich sei. Für die Klägerin habe es zu keinem 

Zeitpunkt einen Grund gegeben, die Auswahl des Produktes nochmals zu über-

prüfen (act. 1 S. 10, act. 26 S. 9, 39 ff.).  

3.5.1.3. Weiter führt die Klägerin aus, am 19. Juli 2004 habe die Planungssitzung 

Nr. 14 stattgefunden, bei welcher die Beklagte 2 anwesend gewesen sei und das 

Protokoll zugestellt erhalten habe. Im Protokoll seien unter Traktandum 3.2.2. die 

Beklagte 1 und 2 angewiesen worden, betreffend die Akustikisolationen der Pas-

serellen die Materialien zu definieren und die Detailausbildungen aufzuzeigen. Auf 

Anfrage nach dem Trittschallschutz in den Passerellen habe die Klägerin von der 

Beklagten 1 am 9. August 2004 statt fertiger Ausschreibungspläne immerhin ein 

Fax mit dem Beschrieb des "F._____"-Systems erhalten. Weil sich die Beklagte 1 

in Verzug befunden habe, sei der Klägerin nichts anderes übrig geblieben, als die 

Unternehmer-Submission gestützt auf die vorliegenden Informationen durchzufüh-

ren. Dieses pragmatische Vorgehen sei im Wissen darum erfolgt, dass die Be-

klagte 1 die definitive Konstruktion in der daran folgenden Ausführungsplanung 

würde nachreichen müssen. An der Sitzung vom 14. März 2005 sei dann gemäss 

Protokoll die Beklagte 1 angewiesen worden, mit der Beklagten 2 den Bodenauf-

bau in den Passerellen zu koordinieren und die Konstruktion abschliessend zu 

bestimmen. Die Beklagte 2 habe im Verteiler des Protokolls gestanden und das 

Protokoll zugestellt erhalten. Sie habe die Aufgabe gehabt, die Freigabe des Bo-

denaufbaus zu erteilen. Damit sei die vertragliche Pflicht der Beklagten 2, der Be-

klagten 1 bei den Konstruktionsdetails zu helfen und die Ausführungspläne zu 

kontrollieren, konkretisiert worden. In der Folge habe die Beklagte 1 den Ausfüh-

rungsplan/Werkplan Index C bezüglich Passerellen E1 - E5 (d.h. für alle Stock-

werke) geliefert. Darin sei der Bodenaufbau der Passerellen 1. - 5. OG definiert. 

Neben Natursteinplatten mit einer Stärke von 12mm sei die Dämmplatte von 

11.5 mm gemäss System "F._____" eingezeichnet und als Vermerk dazu stehe 

"gemäss Anforderungen Bauphysik bzw. gemäss Ausschreibung ..." (... = Kläge-

rin). Nachdem die Klägerin die Beklagte 1 mehrfach angewiesen habe, den Bo-

denaufbau zu prüfen, und aufgrund dieser Bestätigung auf dem Plan habe sie da-

rauf vertrauen dürfen, dass der Bodenaufbau auftrags- und weisungsgemäss mit 

der Beklagten 2 abgestimmt worden sei. Welche Abklärungen die Beklagte 1 tat-

- 14 - 

sächlich bei der Beklagten 2 getroffen habe, entziehe sich der Kenntnis der Klä-

gerin. Nicht zuletzt habe aber die Beklagte 2 die ausdrückliche vertragliche Pflicht 

gehabt und die wiederholte Weisung, bei der Konstruktion des Bodenaufbaus zu 

helfen und die Pläne zu kontrollieren. Sie habe daher nicht nur passiv darauf war-

ten können, dass sich die Beklagte 1 melden würde. Auch habe die Beklagte 2 

sämtliche relevanten Pläne erhalten, da die Klägerin diese per E-Mail im "cc" an 

die Beklagte 2 versandt habe. Wenn also die Beklagte 2 mit ihrer Empfehlung den 

Stein ins Rollen gebracht und weisungswidrig keine Prüfung vorgenommen habe, 

sei darin einerseits eine sorgfaltswidrige Empfehlung zu erblicken und anderer-

seits zum späteren Zeitpunkt eine pflichtwidrige Unterlassung. Spätestens bei der 

vertraglich geschuldeten "Ausführungskontrolle auf der Baustelle" hätte der Be-

klagten 2 auffallen müssen, dass der gewählte Bodenaufbau nicht genehmigt ge-

wesen sei (act. 1 S. 14 ff., act. 26 S. 46).  

3.5.1.4. Die Klägerin ist ferner der Auffassung, die Beklagte 2 hätte, bevor sie das 

Produkt vorbehaltlos empfohlen habe, immerhin abklären müssen, ob das Pro-

dukt für ein Büro- und Wohngebäude grundsätzlich tauglich sei und einer norma-

len Fussgängerbelastung standhalte. Das vorgeschlagene Produkt könne aber 

selbst bei einer reinen "Fussgängerbelastung" zu Zerfallserscheinungen führen. 

Der Experte halte in seiner Beurteilung fest, dass das Trittschallisolationssystem 

"F._____" in der vorliegenden Konstruktionsweise nicht geeignet gewesen sei. 

Diese Beurteilung sei unabhängig vom verwendeten Fugenmörtel erfolgt. Das 

Produkt sei an sich untauglich. Zudem habe die Herstellerfirma der Trittschall-

dämmplatte "F._____" mit Schreiben vom 14. Februar 2007 mit Verweis auf das 

technische Merkblatt festgehalten, dass die Trittschallmatte nur für den Einsatz im 

Wohn- und Innenbereich und mechanisch nicht stark belasteten Belägen geeignet 

sei. Testversuche hätten gezeigt, dass das Gewicht von Transportgeräten auf 

300 kg zu beschränken sei. Es sei daher unerheblich, ob die Beklagte 2 die Nut-

zungsvereinbarung oder anderweitige Vorgaben gekannt habe oder nicht. Die 

Beklagte 2 habe erkennen müssen, dass die gewählte Trittschallmatte für die vor-

liegend geforderte Beanspruchung ungeeignet gewesen sei. Zumindest habe sie 

einen Hinweis an die Beklagte 1 machen müssen, dass sie die Konstruktion nicht 

- 15 - 

geprüft habe, damit die Beklagte 1 dann selbst die entsprechenden Abklärungen 

hätte vornehmen können (act. 1 S. 20, act. 26 S. 39, 41, 47).  

3.5.1.5. Schliesslich macht die Klägerin zur Sorgfaltspflichtverletzung der Beklag-

ten 2 geltend, die Trittschallmatte "F._____" sei zu diesem Zeitpunkt neu und für 

alle Beteiligten unüblich gewesen und erst zum zweiten Mal in der Schweiz ein-

gesetzt worden. Offenbar sei diese Trittschallmatte von der Beklagten 2 vorge-

schlagen worden, weil mit herkömmlichen Trittschallmatten die strengen Anforde-

rungen an den Trittschallschutz gemäss den "Technisch-bauphysikalischen An-

forderungen" nicht hätten eingehalten werden können. Die dort gestellten, erhöh-

ten und unüblichen Anforderungen seien von der Beklagten 2 im Rahmen der TU-

Ausschreibung definiert worden, weshalb sie eine erhöhte Gefahr dafür geschaf-

fen habe, dass es zu einer Fehlkonstruktion kommen könne, und sie eine erhöhte 

Sorgfalt dafür getroffen habe, dass sich diese Gefahr nicht realisiere. Die Beklag-

te 2 habe aber gleichzeitig die Lösung präsentiert, wie diese strengeren Anforde-

rungen als üblich eingehalten werden könnten. Da diese Lösung neu gewesen 

sei, habe zumindest die Klägerin keine Erfahrungswerte dazu gehabt. Da diese 

Trittschalldämmplatten erst zum zweiten Mal in der Schweiz eingesetzt worden 

seien, hätten die Beklagten der Prüfung der Konstruktionsdetails in Bezug auf den 

Bodenaufbau erhöhte Aufmerksamkeit schenken müssen (act. 26 S. 42). Es sei 

nicht so, dass die Beklagte 1 auf ihr Geheiss an die Beklagte 2 herangetreten sei, 

um ihr mitzuteilen, dass die Stirnhöhen der Passerellen reduziert werden sollten 

und die Beklagte 2 deshalb die Auswahl des "F._____"-Systems vorgeschlagen 

habe. Das Produkt sei vorgeschlagen worden, um die von der Beklagten 2 selbst 

erstellten Anforderungen einzuhalten (act. 26 S. 42). Wenn ein Trittschallpegel 

von 55 dB üblich sei, dann hätte die Beklagte 2 im Rahmen der technisch-

physikalischen Anforderungen vom 13. Dezember 2003 auch einen üblichen Bo-

denaufbau mit einer entsprechenden Trittschallmatte vorschlagen können. Dies 

habe sie aber nicht getan (act. 26 S. 38). Sie habe das "F._____"-System vorge-

schlagen, da herkömmliche Trittschallmatten diese Anforderungen nicht erfüllen 

konnten (act. 26 S. 41).  

- 16 - 

3.5.2. Darstellung der Beklagten 2 

3.5.2.1. Die Beklagte 2 hält zunächst fest, sie habe bezüglich Bodenaufbau aus-

schliesslich eine luft- und trittschalltechnische Beratungsdienstleistung erbringen 

müssen. Zu etwas Anderem sei sie nicht verpflichtet gewesen. Das Produkt 

"F._____" erfülle die Anforderungen an den Trittschallschutz. In akustischer Hin-

sicht sei es deshalb nicht mangelhaft (act. 17 S. 19, act. 37 S. 25). Weiter macht 

die Beklagte 2 geltend, niemand und schon gar nicht die Klägerin als professio-

nelle Generalplanerin habe davon ausgehen können, dass sich die Beklagte 2 

bezüglich Bodenkonstruktion mit Fragen der statischen Tragfähigkeit und Belast-

barkeit auseinandersetze. Die Beklagte 2 sei dazu auch nicht in der Lage gewe-

sen, weil ihr weder die einschlägigen Vorgaben der Nutzungsvereinbarung be-

kannt gewesen seien noch habe sie gewusst, was für ein Gehbelag habe einge-

baut werden sollen. Von irgendeiner Belastbarkeit des Bodens sei überhaupt nie 

die Rede gewesen. Die Beklagte 2 sei zu keinem Zeitpunkt mit Fragen zur Bo-

denbelastbarkeit und dergleichen angegangen worden. Dementsprechend habe 

sie auch keine Veranlassung gehabt, der Klägerin mitzuteilen, dass sie als Bau-

physikerin mit statischen Fragen nichts zu tun habe. Zum Telefax-Schreiben der 

Beklagten 2 vom 5. Juli 2004 sei es gekommen, weil vorgängig die Beklagte 1 als 

Architektin an die Beklagte 2 gelangt sei und dieser mitgeteilt habe, es bestehe 

ein Problem mit der Stirnhöhe der Passerellen, es solle der Gehbelag direkt auf 

die Trittschalldämmplatten aufgebracht werden unter Weglassung des Unterlags-

bodens. Dadurch falle die Stirnhöhe der Passerellen geringer aus und diese wirke 

filigraner. Bis zu diesem Zeitpunkt sei der Einbau einer Trittschalldämmplatte mit 

aufliegendem Unterlagsboden vorgesehen gewesen. Die Beklagte 2 habe ge-

stützt auf diese Anfrage mit aller gebotenen Sorgfalt abgeklärt, welche Trittschall-

dämmplatten auf dem Markt existierten, welche den definierten Trittschallschutz 

von 55 dB gewährleisteten und auf die ein Gehbelag direkt aufgebracht werden 

könne. Die Abklärungen hätten ergeben, dass beispielsweise das Produkt 

"F._____" der Firma G._____ existiere, welches so eingebaut werden könne und 

zugleich die akustischen Anforderungen an den Trittschallschutz erfülle. Daher sei 

mit Telefax-Schreiben vom 5. Juli 2004 ein "Zum-Beispiel-Produktvorschlag" un-

- 17 - 

terbreitete und als mögliches Produkt "F._____" genannt worden. Der Vorschlag 

sei ausschliesslich unter luft- und trittschalltechnischen Gesichtspunkten erfolgt. 

Mit Ausnahme des akustischen Aspektes seien im Fax keinerlei Angaben oder 

technische Präzisierungen enthalten. Es sei sogar eine fehlerhafte Produktbe-

zeichnung verwendet worden. Auch habe kein Produktinformationsblatt beigele-

gen. Jedem fachkundigen Leser des handschriftlich verfassten, einseitigen Tele-

fax-Schreibens vom 5. Juli 2004 habe auf den ersten Blick klar sein müssen, dass 

sich der Verfasser nicht mit der Tragfähigkeit und Belastbarkeit des skizzierten 

Bodenaufbaus auseinandergesetzt und dazu auch keine Angaben gemacht habe. 

Angesichts der vertraglichen Situation mit der Beklagten 2 als Fachplanerin Bau-

physik und der Fachkenntnis der Klägerin als Totalunternehmerin könne der Be-

klagten 2 auch nicht zum Vorwurf gemacht werden, dass sie auf ihrem Fax vom 5. 

Juli 2004 nicht noch einen Vorbehalt angebracht habe. Was ohnehin gelte, müsse 

nicht vorbehalten werden. Im Zusammenhang mit dieser Abklärung und Nennung 

des Produktes "F._____" sei bloss ein geringfügiger Aufwand verrechnet worden 

(act. 17 S. 12 ff., 31, act. 37 S. 13, 21, 26).  

3.5.2.2. In Bezug auf das von der Klägerin angerufene E-Mail vom 2. Juli 2004 

führt die Beklagte 2 aus, dieses sei nur innerhalb der Beklagten 1 versandt wor-

den und nicht nach extern. Im E-Mail teile ein Mitarbeiter der Beklagten 1 seinen 

Kollegen mit, Herr H._____ von der Beklagten 2 werde einen Vorschlag für die 

Trittschalldämmung auf den Passerellen zustellen und bei diesem würden auch 

die zulässigen Belastungen berücksichtigt. Der Inhalt dieser internen Kommunika-

tion der Beklagten 1 sei falsch. H._____ von der Beklagten 2 habe nie eine solche 

Aussage gemacht und er wäre auch nicht in der Lage gewesen, Belastungswerte 

zu berichtigen, da er diese nicht gekannt habe. Nach ihrem Telefax-Schreiben 

vom 5. Juli 2004 habe die Beklagte 2 mit Bezug auf den Bodenaufbau der Pas-

serellen nie wieder etwas gehört. Sie kenne den Ausführungsplan/Werkplan nicht 

und er sei ihr nie zur Prüfung und Unterzeichnung zugestellt worden. Sie habe nie 

eine Zustimmung oder Freigabe erklärt. Es sei falsch, dass sie von der Klägerin 

mehrfach angewiesen worden sei, den Bodenaufbau zu kontrollieren. Sie habe 

nie eine solche Aufforderung erhalten, weder von der Klägerin noch von der Be-

klagten 1. Die Klägerin habe der Beklagten 2 nie irgendwelche Pläne zur Kontrolle 

- 18 - 

vorgelegt, weshalb es nie zu Plankontrollen gekommen sei. Ihr sei auch nicht an-

gezeigt worden, wann die Bodenkonstruktion zur Ausführung gelange, weshalb 

sie keine Ausführungskontrolle auf der Baustelle habe vornehmen können. Zu-

dem hätte sich eine solche, wenn sie vorgenommen worden wäre, auf den akusti-

schen Aspekt beschränkt (act. 17 S. 19, 21 f., act. 37 S. 6 f.).  

3.5.2.3. Darüber hinaus legt die Beklagte 2 dar, ursächlich für den Schaden sei 

nicht ihre Handskizze vom 5. Juli 2004, sondern der im Sommer 2005 von der 

Klägerin gefällte Entscheid, trotz fehlender Abklärungen und nicht existierender 

Freigabe den Gehbelag in den Passerellen ausführen zu lassen. Die Beklagte 1 

und insbesondere die Klägerin hätten gestützt auf das von der Beklagten 1 beige-

zogene Produktinformationsblatt stutzig werden müssen, weil darin keinerlei An-

gaben zur Punktbelastung des Systems enthalten seien. Das Produktinformati-

onsblatt sei von der Beklagten 1 beigezogen worden. Die Beklagte 2 habe nie ei-

nen Beschrieb oder ein Produktinformationsblatt an die Beklagte 1 gesandt. Auch 

hätten die Klägerin und die Beklagte 1 pflichtwidrig unterlassen, für die verwende-

ten, deutlich grösseren Platten als 1'600 cm2 eine anwendungstechnische Bera-

tung des Herstellers anzufordern, wie es im Produktinformationsblatt empfohlen 

werde. Spätestens am 9. August 2004 sei somit der Klägerin und der Beklagten 1 

bewusst gewesen, dass sie nicht über alle erforderlichen Informationen verfügt 

hätten, um die Eignung des Produkts hinsichtlich statischer Belastbarkeit beurtei-

len zu können und dass sie eine anwendungstechnische Beratung hätten beizie-

hen müssen. Dessen ungeachtet habe die Klägerin das Produkt ausgeschrieben, 

den Auftrag erteilt und die Ausführung der Arbeit veranlasst. Dafür trügen die Klä-

gerin und allenfalls die Beklagte 1 die Verantwortung. Die Beklagte 2 habe von 

der Ausschreibung keine Kenntnis gehabt. Es gereiche der Klägerin und allenfalls 

der Beklagten 1 zum Vorwurf, dass die Ausschreibung vorgenommen und sogar 

der Zuschlag erteilt worden sei im Wissen darum, dass der Bodenaufbau von 

niemandem überprüft und genehmigt worden sei und keine Systemgarantie vor-

gelegen habe. Aus dem Deckblatt des Protokolls der Planungssitzung Nr. 14 vom 

19. Juli 2004 werde ersichtlich, dass die Beklagte 2 nicht eingeladen worden sei. 

Sie sei auch nicht als Teilnehmerin vorgesehen gewesen, da nur diejenigen ein-

geladen worden seien, bei denen unter der Rubrik "Einladung" ein Kreuz gesetzt 

- 19 - 

sei. Bei der Beklagten 2 fehle ein solches. Ihr sei auch das Sitzungsprotokoll nicht 

zugestellt worden, da sie weder zum Kreis der Teilnehmer noch zu den entschul-

digten zähle und nur diese Gruppen das Protokoll erhielten. Der Beklagten 2 sei 

aber auch von Sitzungen, zu denen sie zwar eingeladen gewesen sei, an denen 

sie aber nicht habe teilnehmen können, regelmässig kein Protokoll zugestellt wor-

den. Die Beklagte 2 sei auch an der Sitzung am 14. März 2005 nicht anwesend 

gewesen und nicht eingeladen worden und habe das Protokoll nicht bekommen. 

Das Protokoll dieser Sitzung beweise, dass noch im März 2005 der Bodenaufbau 

(Stärken und Eigenschaften der Bodenplatten, Fugenbild, Mörtel etc.) noch immer 

nicht definiert gewesen seien. Die Klägerin und die Beklagte 1 seien sich dessen 

bewusst gewesen. Dementsprechend habe die Klägerin verlangt, dass nach er-

folgter Definition der Bodenaufbau noch der Beklagten 2 zur Freigabe vorgelegt 

werden müsse. Dies sei jedoch nie geschehen. Das Protokoll der Planungssit-

zung vom 14. März 2005, gemäss welchem die Klägerin von der Beklagten 1 ver-

langt habe, diese müsse die Belastbarkeit der Lösung noch abklären, beweise 

auch, dass der Klägerin bewusst gewesen sei, dass die Beklagte 2 keine Abklä-

rungen bezüglich statischer Belastbarkeit getroffen hatte, als sie am 5. Juli 2004 

den Fax an die Beklagte 1 versandt habe. Die Klägerin habe klarerweise sorg-

faltswidrig gehandelt, falls sie allein gestützt auf den Fax der Beklagten 1 vom 

9. August 2004 die Unternehmerausschreibung inklusive Leistungsverzeichnis 

durchgeführt habe, obwohl sie selber gewusst habe, dass die Belastbarkeit des 

Bodenaufbaus und die statischen Aspekte im Produktinformationsblatt nicht dar-

gestellt und auch nicht geprüft gewesen seien. Von einer vorbehaltlosen Empfeh-

lung der Beklagten 2, welche schlussendlich zum Schaden geführt haben solle, 

könne keine Rede sein (act. 17 S. 17 ff., act. 37 S. 5, 9, 23 f., 42 f.).  

3.5.2.4. Die Beklagte 2 hält ferner fest, sie habe die Trittschalldämmplatte 

"F._____" nur als "Zum-Beispiel-Produkt" genannt und zwar ausschliesslich unter 

trittschalltechnischen Aspekten. Es sei keineswegs zutreffend, dass die "F._____" 

Trittschalldämmplatte generell und für alle Fälle untauglich sei. Der von den Par-

teien beigezogene Gutachter habe lediglich das System getestet, wie es auf den 

Passerellen konkret erstellt worden sei. Dieses System habe aus Trittschall-

dämmplatte, Mörtel und Bodenplatte bestanden. Sollten bei diesem System selbst 

- 20 - 

im reinen Fussgängerbereich Abplatzungen zu verzeichnen sein, was von Seiten 

der Beklagten 2 bestritten werde, so könne daraus höchstens abgeleitet werden, 

dass der "F._____" Trittschalldämmplatte im Zusammenhang mit genau diesem 

Mörtel und diesen Bodenplatten die erforderliche Eignung abgehe. Das bedeute 

aber noch lange nicht, dass das "F._____" Produkt in Kombination mit einem an-

deren Mörtel und anderen Bodenplatten ebenfalls Abplatzungen begünstige. Dies 

sei hier von zentraler Bedeutung, da die Beklagte 2, als sie die Skizze am 5. Juli 

2004 erstellt habe, keine Kenntnis von der Bodenbelastung gehabt habe und 

auch nicht gewusst habe, welcher Mörtel und welche Bodenplatten eingesetzt 

werden sollten. Das allein zeige, dass die Beklagte 2 unter keinen Umständen da-

für haftbar gemacht werden könne, dass im konkreten Anwendungsfall die 

"F._____" Trittschalldämmplatte im Verbund mit genau diesem Mörtel, den konk-

ret ausgesuchten Bodenplatten, deren Stärke und Grösse, dem gewählten Fu-

genbild und unter den konkret auftretenden Belastungen offenbar zu wenig Fes-

tigkeit aufgewiesen haben solle. Die Beklagte 2 habe daher keine vorbehaltlose 

Empfehlung abgeben können, weil ihr nicht bekannt gewesen sei, welche weite-

ren Elemente des Bodenaufbaus zur Ausführung gelangen würden (act. 37 S. 21 

f.).  

3.5.2.5. Schliesslich ist die Beklagte 2 der Auffassung, das Argument, sie habe 

durch erhöhte und unübliche Anforderungen eine erhöhte Gefahr geschaffen, 

greife nicht. Sie habe während der Projektentwicklungsphase für die Geschoss-

trenndecken Büro/Büro mit Dokument vom 13. Dezember 2003 einen Trittschall 

von 55 dB vorgeschlagen. Dieser Trittschallpegel sei üblich, wenn die Nutzung ei-

ner Liegenschaft durch verschiedene Mieter nicht ausgeschlossen werden könne 

und gewährleistet sein müsse, dass verschiedene Mieter sich gegenseitig nicht 

akustisch störten. Die Anforderungen seien im Auftrag der damaligen Bestellerin 

definiert, von dieser geprüft und für richtig befunden worden. Sie seien auch nicht 

ungewöhnlich hoch gewesen, sondern bei solchen Bauten mit mehreren Nutzern 

üblich. Das einzige Problem habe darin bestanden, dass im Nachhinein die Be-

klagte 1 wohl auf Geheiss der Klägerin an die Beklagte 2 herangetreten sei und 

mitgeteilt habe, es sollten die Stirnhöhen der Passerellen reduziert werden, indem 

der Gehbelag direkt auf die Trittschalldämmplatten aufgebracht würden. Allfällig 

- 21 - 

dadurch geschaffene statische Probleme der Bodenkonstruktion fielen auf die 

Klägerin und die Beklagte 1 zurück (act. 17 S. 6, 15).  

3.5.3. Sorgfaltspflichtverletzung durch grundsätzlich untaugliche Empfehlung 

3.5.3.1. Die Klägerin begründet eine Sorgfaltspflichtverletzung der Beklagten 2 

zunächst damit, dass die empfohlene Trittschalldämmplatte "F._____" ihrer Mei-

nung nach für ein Büro- und Wohngebäude grundsätzlich untauglich sei und 

selbst bei reiner Fussgängerbelastung zu Zerfallserscheinungen führen könne. Es 

blieb aber einerseits unbestritten, dass die vorgegebenen Werte für den Tritt-

schallschutz durch die von der Beklagten 2 mit Fax vom 5. Juli 2004 vorgeschla-

gene Trittschalldämmplatte "F._____" eingehalten wurden. Andererseits ist diese 

Trittschalldämmplatte auch nach klägerischer Darstellung gemäss den von ihr zi-

tierten Angaben des Herstellers mit Verweisung auf das technische Merkblatt für 

den Einsatz im Wohn- und Innenbereich wie hier bei den Passerellen geeignet.  

3.5.3.2. Was sodann die von der Klägerin zitierte Feststellung des Herstellers aus 

dem Jahr 2007 betrifft, dass bei Verwendung der Trittschalldämmplatte "F._____" 

das Gewicht von Transportgeräten auf 300 kg zu beschränken sei, ist festzuhal-

ten, dass dies ebenfalls nicht bedeutet, dass die Trittschalldämmplatte "F._____" 

für ein Büro- und Wohngebäude als grundsätzlich untauglich einzustufen wäre. 

Selbstverständlich wäre eine Überprüfung der zulässigen Bodenbelastungen an-

hand der an die Passerellen gestellten Anforderungen notwendig gewesen. Zur 

Frage, ob die Beklagte 2 eine Sorgfaltspflicht verletzte, weil sie diese Prüfung 

nicht vornahm, wird auf die nachfolgende Erwägung 3.5.4. verwiesen.  

3.5.3.3. Die möglichen Zerfallserscheinungen bei reiner Fussgängerbelastung 

präzisiert die Klägerin sodann dahingehend, dass der Gutachter festgestellt habe, 

dass die Trittschalldämmplatte bei der vorliegenden Konstruktionsweise unab-

hängig vom verwendeten Fugenmörtel bereits bei reiner Fussgängerbelastung zu 

Abplatzungen führen könne. Es wurde dagegen nicht geltend gemacht, dass Ab-

platzungen bei reiner Fussgängerbelastung tatsächlich festgestellt worden seien. 

Dabei bezieht sich die Feststellung des Gutachters aber sogar nach Darstellung 

der Klägerin auf die auf den Passerellen ausgeführte Konstruktionsweise und 

- 22 - 

nicht auf eine grundsätzliche Verwendung der Trittschalldämmplatte "F._____" in 

Büro- und Wohngebäuden. Zudem behauptet die Klägerin nicht, die Trittschall-

dämmplatte "F._____" sei für eine Konstruktion, bei der der Gehbelag ohne auf-

liegenden Unterlagsboden direkt aufgebracht werde, grundsätzlich nicht geeignet 

und die Beklagte 2 habe daher eine für eine derartige Konstruktion grundsätzlich 

ungeeignete Trittschalldämmplatte empfohlen. Im Übrigen blieb unbestritten, dass 

der Bodenaufbau der Passerellen betreffend Stärken und Eigenschaften der Plat-

ten, Fugenbild, Mörtel etc. noch im März 2005 nicht definiert war, weshalb die Be-

klagte 2 bei ihrer Empfehlung im Juli 2004 diese Aspekte und damit die vorliegen-

de Konstruktionsweise nicht hätte berücksichtigen können. Schliesslich bleibt an-

zumerken, dass in dem der Klägerin damals von der Beklagten 1 zugestellten 

Produkteinformationsblatt zu "F._____" insbesondere bei der Verwendung von 

Platten, die grösser sind als 1'600 cm2, eine anwendungstechnische Beratung des 

Herstellers empfohlen war, doch die Klägerin trotz Verwendung solch grosser 

Platten auf eine Beratung verzichtete. Dies tat sie, obwohl sie für dieses Produkt 

keine Erfahrungswerte hatte und obwohl ihr das Produkteinformationsblatt mit der 

Empfehlung der anwendungstechnischen Beratung vorlag.  

3.5.3.4. Von der Empfehlung einer grundsätzlich für ein Wohn- und Bürogebäude 

untauglichen Trittschalldämmplatte durch die Beklagte 2 kann daher nicht die Re-

de sein. Somit liegt unter diesem Aspekt keine Sorgfaltspflichtverletzung der Be-

klagten 2 vor.  

3.5.4. Sorgfaltspflichtverletzung durch unterlassene Prüfung der Bodenbelastung 

3.5.4.1. Zur geltend gemacht Sorgfaltspflichtverletzung durch Unterlassung der 

Prüfung der Bodenbelastungen ist festzuhalten, dass die Beklagte 2, wie darge-

legt, nach Art. 398 Abs. 2 OR für die getreue und sorgfältige Ausführung des ihr 

übertragenen Geschäfts haftet. Im Rahmen des zwischen den Parteien vereinbar-

ten Auftragsverhältnisses verpflichtete sich die Beklagte 2 insbesondere zur Bei-

hilfe und Überprüfung von Konstruktionsdetails luft- sowie trittschalltechnisch. 

Nicht vereinbart wurde hingegen, dass die Beklagten 2 die Aufgabe übernimmt, 

die Bodenkonstruktion auf deren Belastbarkeit hin zu überprüfen oder abzuklären, 

welchen Belastungen sie stand hält (vgl. Erwägung 3.2.4.2.). Da der Beklagten 2 

- 23 - 

diese Aufgabe nicht übertragen wurde, stellt die Unterlassung der Prüfung der 

Bodenkonstruktion auf deren Belastbarkeit hin durch die Beklagte 2 auch keine 

Verletzung der Sorgfaltspflichten des ihr übertragenen Geschäfts dar, und zwar 

unabhängig davon, ob dies eine Prüfung im Zusammenhang mit dem Fax vom 5. 

Juli 2004, bei der Freigabe der Pläne oder bei der Ausführungskontrolle betrifft. 

Eine solche Verpflichtung der Beklagte 2 wurde im Rahmen des abgeschlossenen 

Auftragsverhältnisses für kein Stadium der Planung oder Bauausführung verein-

bart. Die Beklagte 2 hat somit keine Sorgfaltspflicht verletzt, weil sie die Einhal-

tung der zulässigen Bodenbelastungen durch den Bodenaufbau der Passerellen 

nicht überprüft hat.  

3.5.4.2. Aus diesem Grund hätte auch eine allfällige Feststellung der Beklagten 2 

bei der Ausführungskontrolle, dass sie keine Freigabe für den Boden erteilt hat, 

nichts geändert. Die Beklagte 2 hätte nämlich auch bei der Freigabe oder der 

Ausführungskontrolle die zulässigen Bodenbelastungen nicht prüfen müssen, und 

die geforderten Trittschallwerte wurden unstrittig eingehalten. Die Durchführung 

der Ausführungskontrolle war entsprechend nicht geeignet, den Schaden abzu-

wenden; d.h. der hypothetische Kausalzusammenhang zum Schaden ist jeden-

falls zu verneinen (vgl. zum hypothetischen Kausalzusammenhang Erwägung 

5.11.1). Daher erübrigt es sich zu prüfen, ob die Freigabe und Ausführungskon-

trolle durch die Beklagte 2 erfolgt ist.  

3.5.4.3. Weiter begründet die Klägerin die Sorgfaltspflichtverletzung der Beklagten 

2 damit, dass diese von der Beklagten 1 "offenbar" dazu aufgefordert worden sei, 

die zulässigen Belastungen bei ihrem Vorschlag für die Trittschalldämmung auf 

den Passerellen zu berücksichtigen, resp. von dieser 3 Tage vor dem Fax vom 5. 

Juli 2004 veranlasst worden sei zu bestätigen, dass die Werte mit dem Produkt 

eingehalten würden. Da die Beklagte 2 indessen eine derartige Aufforderung be-

streitet, hätte die Klägerin rechtsgenügend zu behaupten und zu beweisen, dass 

überhaupt eine solche erfolgt ist (Art. 8 ZGB). Vorab ist aber festzuhalten, dass es 

sich dabei um eine ausserhalb des Vertragsgegenstandes liegende Weisung 

handeln würde und die Klägerin nicht durch Weisungen den Leistungsumfang der 

Beklagten 2 erweitern kann. Eine solche Weisung wäre daher als Angebot zu ei-

- 24 - 

nem neuen Vertragsschluss zu sehen, welches die Beklagte 2 annehmen oder 

ablehnen konnte (ROLF H. WEBER, in: HONSELL/VOGT/WIEGAND HRSG., a.a.O., N 5 

zu Art. 397 OR). Da die Klägerin jedoch nur eine ("offenbar" erfolgte) Aufforde-

rung an die Beklagte 2 durch die Beklagte 1, nicht aber eine Annahmeerklärung in 

irgendeiner Form durch die Beklagte 2 geltend macht, was Voraussetzung für ei-

nen Vertragsschluss wäre (Art. 1 Abs. 1 OR), ist über das oben umschriebene 

Auftragsverhältnis hinaus (vgl. Erwägung 3.2.) kein Vertrag zwischen ihr (allen-

falls vertreten durch die Beklage 1) und der Beklagten 2 über die Berücksichti-

gung der zulässigen Belastungen zustande gekommen. Zudem leitet die Klägerin 

die Aufforderung an die Beklagte 2 resp. die Veranlassung der Bestätigung einzig 

aus dem internen E-Mail der Beklagten 1 vom 2. Juli 2004 (act. 16/4) ab, und sie 

ruft auch nur dieses E-Mail zum Beweis an (vgl. act. 26 S. 9, 39 und 45). Andere 

Umstände, wann oder wie eine solche Aufforderung durch die Beklagte 1 im Vor-

feld des Faxes vom 5. Juli 2004 erfolgt sein sollte, legt die Klägerin nicht dar. Zum 

E-Mail vom 2. Juli 2004 stellt die Beklagte 2 zutreffend fest, dass dieses unbestrit-

tenermassen nur intern bei der Beklagten 1 versandte E-Mail (Versand von 

…@....ch an …@....ch und an …@....ch; act. 16/4) keine Aufforderung an die Be-

klagte 2 darstellt. Es wurde nicht an die Beklagte 2 verschickt. Sodann hat das E-

Mail vom 2. Juli 2004 folgenden Inhalt (Auszug aus act. 16/4):  

 

Soweit in diesem E-Mail von einer Veranlassung zur Bestätigung der Einhaltung 

von Werten durch Herrn H._____ von der Beklagten 2 die Rede ist, bezieht sich 

dies klarerweise nicht auf die im nachfolgenden Satz auch noch erwähnte Tritt-

schalldämmung, sondern dabei geht es um die Bestätigung durch Herrn H._____, 

dass der Unternehmer, d.h. die Firma G._____, mit dem von diesem für die Un-

tersicht der Passerellen vorgeschlagenen, zuvor dargestellten System Kerami-

- 25 - 

kelemente und Dämmplatten die Werte tatsächlich einhält. Nicht erwähnt wird 

demgegenüber, dass die Beklagte 1 die Beklagte 2 (resp. Herrn H._____) veran-

lasst oder auch nur mit dieser darüber gesprochen hätte, dass die zulässigen Be-

lastungen bei deren Vorschlag für die Trittschalldämmung auf den Passerellen 

berücksichtigt werden. Vielmehr wird im E-Mail - im Anschluss an die Thematik 

der Untersicht der Passerellen - zum Vorschlag betreffend Trittschalldämmung le-

diglich im Sinne einer Feststellung angemerkt, dass diese berücksichtigt würden. 

Damit belegt das  

E-Mail vom 2. Juli 2004 entgegen der klägerischen Darstellung nicht, dass die 

Beklagte 1 die Beklagte 2 zur Berücksichtigung der zulässigen Bodenbelastungen 

aufgefordert hat. Und es wird darin auch nicht festgehalten, dass die Beklagte 1 

die Beklagte 2 zur Bestätigung der Einhaltung von Werten durch die Trittschall-

dämmung veranlasst hat. Eine Aufforderung der Beklagten 1 an die Beklagte 2 

zur Berücksichtigung der zulässigen Bodenbelastungen bei ihrem Vorschlag be-

treffend Trittschalldämmung im Vorfeld des Faxes vom 5. Juli 2004 ist damit nicht 

rechtsgenügend dargetan und bewiesen. Es ist daher nicht weiter darauf einzu-

gehen, ob aus einer solchen Aufforderung an die Beklagte 2 die Verletzung einer 

vertraglichen Sorgfaltspflicht resultieren würde.  

3.5.4.4. Ferner geht auch aus den von der Klägerin angerufenen Vermerken in 

den Sitzungsprotokollen der Sitzungen vom 19. Juli 2004 und vom 14. März 2005 

- wobei offen gelassen werden kann, ob die Beklagte 2 diese überhaupt erhalten 

hat - ebenfalls keine Weisung an die Beklagte 2 zur Überprüfung der Einhaltung 

der Bodenbelastungen hervor. Nach klägerischer Darstellung enthält nämlich das 

Protokoll vom 19. Juli 2004 nur die Weisung an die Beklagten 1 und 2, betreffend 

die Akustikisolationen der Passerellen die Materialien zu definieren und die De-

tailausbildungen aufzuzeigen, und das Protokoll vom 14. März 2005 die Anwei-

sung an die Beklagte 1, mit der Beklagten 2 den Bodenaufbau in den Passerellen 

zu koordinieren und die Konstruktion abschliessend zu bestimmen sowie die Frei-

gabe durch die Beklagte 2 einzuholen. Die Beklagte 2 wurde indessen in keinem 

der beiden hierzu angerufenen Protokolle dazu angehalten, eine über den ge-

schlossenen Architektenvertrag hinausgehende Aufgabe wahrzunehmen und die 

Einhaltung der zulässigen Bodenbelastungen zu kontrollieren. Es erging somit 

- 26 - 

auch gemäss den Protokollen keine derartige, ausserhalb des vereinbarten Ver-

tragsverhältnisses liegende Weisung an die Beklagte 2. Demzufolge ist auch nicht 

zu klären, ob eine solche Weisung an die Beklagte 2 eine Sorgfaltspflichtverlet-

zung hätte nach sich ziehen können oder ob die Beklagte 2 die Klägerin hätte da-

rauf hinweisen müssen, dass dies ausserhalb des vereinbarten Auftragsverhält-

nisses liegt.  

3.5.4.5. Auch in dieser Hinsicht liegt keine Sorgfalts- oder Treuepflichtverletzung 

der Beklagten 2 vor.  

3.5.5. Erhöhte Aufklärungspflicht wegen unüblich strengen Anforderungen 

3.5.5.1. Nach Darstellung der Klägerin und der Beklagten 2 war in der Planung für 

den Trittschallschutz bei den Passerellen ein Wert von 55 dB vorgegeben worden. 

Dieser Wert war durch die von der Beklagten 2 empfohlene Trittschalldämmplatte 

einzuhalten. Die Klägerin ist nun aber der Auffassung, dabei handle es sich um 

unüblich strenge Anforderungen, welche der Grund dafür gewesen seien, dass 

die Beklagte die Trittschalldämmplatte "F._____" vorgeschlagen habe. Nach Dar-

stellung der Beklagten waren die festgelegten Anforderungen für die vorgesehene 

Nutzung üblich, und Grund für den Vorschlag von "F._____" bildete die von der 

Klägerin verlangte geringe Höhe des Bodenaufbaus der Passerellen.  

3.5.5.2. Hierzu ist festzuhalten, dass einerseits die Anforderungen an den Tritt-

schallschutz in der Planung auf diesen Wert festgelegt wurden und sich die Be-

klagte 2 daher in ihrem Vertrag mit der Klägerin an diese Vorgabe halten musste. 

Wenn die Klägerin der Auffassung gewesen wäre, die Anforderungen seien falsch 

resp. zu streng gewesen, dann hätte sie deren Überprüfung veranlassen können. 

Das tat sie nicht. Andererseits wurde von der Klägerin in keiner Weise dargetan, 

welcher Wert ihrer Meinung nach den üblichen Anforderungen an den Trittschall-

schutz der Passerellen entsprochen hätte oder weshalb der festgelegte Wert un-

üblich wäre. Es ist auch nicht ersichtlich, dass es sich um strengere Anforderun-

gen als üblich handeln würde. Dabei geben insbesondere die in der SIA Norm 

181 "Schallschutz im Hochbau" vorgegebenen Werten einen Hinweis auf die übli-

chen Anforderungen, auch wenn von den Parteien nicht vorgebracht wurde, dass 

- 27 - 

diese SIA-Norm bei der Planung vereinbart war. Die Ermittlung der Mindestanfor-

derungen an den Trittschallschutz für die Passerellen des Neubaus bei verschie-

denen Nutzungseinheiten - verschiedene Nutzer konnten gemäss unbestrittener 

Darstellung der Beklagten 2 nicht ausgeschlossen werden - anhand der SIA-Norm 

181 würde genau den in der Planung vorgegebenen Wert von 55 dB ergeben 

(mässige Lärmbelastung in einem Korridor, geringe Lärmempfindlichkeit zufolge 

nur kurzzeitiger Benutzung, ergibt bei einem Neubau gemäss Ziffer 3.2.2.2 und 

3.2.2.3 der SIA-Norm 181 vom 1. Juni 2006 die Mindestanforderung an den 

Schutz gegen Trittschall von 55 dB; denselben Wert ergibt die Ermittlung anhand 

der ersetzten SIA-Norm 181 aus dem Jahr 1988, zumal in der geltenden SIA-

Norm 181 im Vergleich zur ersetzten zwar die Mindestanforderungen erhöht wur-

den, indessen im gleichen Umfang auch die Differenz zu den für Neubauten mas-

sgeblichen erhöhten Anforderungen angepasst wurde). Aus diesem Grund er-

scheint der hier für den Trittschallschutz der Passerellen im Neubau des Büro- 

und Wohngebäudes ... festgelegte Wert von 55 dB nicht als unüblich.  

3.5.5.3. Im Übrigen ist darauf hinzuweisen, dass die Klägerin zwar bestreitet, dass 

der Vorschlag dieses Produkts mit einem von ihr geforderten, niedrigeren Aufbau 

der Passerellen in Zusammenhang gestanden habe. Im Widerspruch dazu geht 

aber auch die Klägerin davon aus, dass bei der Konstruktion der Passerellen und 

der Auswahl der Trittschalldämmplatte eine geringe Einbauhöhe berücksichtigt 

werden musste. Damit ist zwar nicht nachgewiesen, dass die Beklagte 1 erst kurz 

vor dem 5. Juli 2004 im Auftrag der Klägerin mit dieser Vorgabe an die Beklagte 2 

herantrat, gleichwohl belegt die klägerische Darstellung das Vorbringen der Be-

klagten 2, wonach für die Passerellen eine geringe Höhe des Bodenaufbaus ver-

langt wurde und zu berücksichtigen war.  

3.5.5.4. Zusammengefasst waren keine unüblich strengen Anforderungen an den 

Schutz gegen Trittschall festgelegt. Es kann daher offen bleiben, ob unüblich 

strenge Anforderungen zu einer erhöhten Aufklärungspflicht der Beklagten 2 ge-

führt hätten. Auch hier liegt keine Sorgfaltspflichtverletzung der Beklagten 2 vor.  

3.5.6. Verletzung der allgemeinen Treuepflichten durch vorbehaltlose Empfehlung 

- 28 - 

3.5.6.1. Schliesslich ist der Vorwurf der Klägerin zu prüfen, dass die Beklagte 2 

die Klägerin durch einen Vorbehalt darauf hätte aufmerksam machen müssen, 

dass sie die Bodenbelastungen nicht geprüft habe. Grundsätzlich ist zwar davon 

auszugehen, dass die Klägerin, die die Funktion der Totalunternehmerin über-

nommen hatte und als Spezialistin (vgl. insbesondere des Gesellschaftszweck der 

Klägerin, act. 2/1) einzustufen ist, wusste, welche Aufgaben sie der Beklagten 2 

im abgeschlossenen Vertrag für den Neubau des Büro- und Wohngebäudes ... 

übertragen hatte und dass die Prüfung der zulässigen Bodenbelastungen gerade 

nicht dazu gehörte. Es war deshalb nicht bei jeder Beratungshandlung der Be-

klagten 2 ein Vorbehalt notwendig, dass diese nur im Umfang und Rahmen des 

ihr übertragenen Geschäfts erfolgt. Der Auftragnehmer kann aber aufgrund seiner 

allgemeinen Treuepflichten verpflichtet sein, den Auftraggeber über Umstände 

aufzuklären, welche zur Wahrung seiner Interessen erkennbar relevant sein kön-

nen, obwohl die Abklärung dieser Risiken nicht zum eigenen vertraglichen Aufga-

benbereich gehört. Eine Aufklärung kann unterbleiben, wenn sich der Auftragge-

ber, hier also die Klägerin, der entsprechenden Umstände bewusst ist. Diese 

Kenntnis führt nämlich dazu, dass ein allfälliges Versäumnis der Aufklärung für 

den Schaden nicht kausal ist (BEAT MESSERLI, Aufklärungspflichten im privaten 

Baurecht - Thesen und Beispiele, in: Anwaltsrevue 2008, S. 259 ff.; Urteil 

4A_71/2007 des Bundesgerichts vom 19. Oktober 2007 E. 2.5).  

3.5.6.2. Wie dargelegt, erfolgte weder eine ausserhalb des Auftragsverhältnisses 

liegende Weisung an die Beklagte 2, die zulässigen Bodenbelastungen zu be-

rücksichtigen, noch wurde behauptet, dass die Beklagte 2 von der Klägerin oder 

der Beklagten 1 auf die an die Bodenbelastung gestellten Anforderungen je hin-

gewiesen worden wäre oder dass ihr gegenüber die Anforderungen bezüglich 

Nutzlasten gemäss Nutzungsvereinbarung je thematisiert worden wären. Es wur-

de ebenfalls nicht behauptet, dass die Beklagte 2 die Nutzungsvereinbarung ge-

kannt hätte. Diese Tatsache ist jedoch entgegen der Ansicht der Klägerin rele-

vant, denn die Beklagte 2 war ohne Kenntnis der Nutzungsvereinbarung über-

haupt nicht in der Lage, die Einhaltung von deren Anforderungen zu prüfen. Und 

da die Anforderungen an die Bodenbleastung nicht einmal thematisiert wurden, 

war für sie auch nicht erkennbar, dass es für die Wahrung der Interessen der Klä-

- 29 - 

gerin relevant gewesen wäre, die Klägerin auf den Inhalt des geschlossenen Be-

ratungsvertrages hinzuweisen und darauf aufmerksam zu machen, dass sie die 

Einhaltung der verlangten Bodenbelastungen nicht geprüft hat und nicht prüfen 

würde. Die Relevanz eines solchen Vorbehalts war für die Beklagte 2 in keiner 

Weise erkennbar, und dass sie keinen Vorbehalt anbrachte, stellt deshalb keine 

Verletzung einer vertraglichen Treuepflicht dar.  

3.5.6.3. Wäre die Klägerin demgegenüber irrtümlicherweise davon ausgegangen, 

dass die Beklagte 2 auch die Angaben hätte liefern müssen, welche Belastungen 

für die Trittschalldämmplatte "F._____" zulässig sind, um diese Angaben an-

schliessend selbst anhand der Anforderungen der Nutzungsvereinbarung zu prü-

fen, dann war für die Klägerin (resp. für die Beklagte 1, die gegenüber der Beklag-

ten 2 als Vertreterin und Hilfsperson der Klägerin zu qualifizieren ist) klar ersicht-

lich, dass das Fax der Beklagten 2 vom 5. Juli 2004 (act. 2/15) keine Angaben zu 

den zulässigen Bodenbelastungen enthielt. Die Klägerin hätte dann die entspre-

chenden Angaben noch bei der Beklagte 2 verlangen müssen, wäre sie davon 

ausgegangen, dass diese sich zur Ermittlung derselben verpflichtet habe. Das ist 

aber gerade nicht geschehen.  

3.5.6.4. Ferner wusste die Klägerin gemäss ihrer eigenen Darstellung, dass sie 

über keine Erfahrungswerte für die Trittschalldämmplatte "F._____" verfügte und 

es sich dabei um ein neues Produkt handelte. Auf diesen Umstand musste die 

Beklagte 2 sie deshalb nicht zusätzlich hinweisen; die Klägerin war sich dessen 

bewusst.  

3.5.6.5. Damit hat die Beklagte 2 keine Treuepflicht verletzt, weil sie bei ihrer 

Empfehlung keinen Vorbehalt betreffend Prüfung der zulässigen Bodenbelastun-

gen anbrachte.  

3.5.7. Zusammenfassung 

Im Ergebnis ist festzuhalten, dass die Beklagte 2 keine Sorgfalts- oder Treue-

pflicht verletzt hat. Die Voraussetzungen einer vertraglichen Haftung der Beklag-

ten 2 sind somit nicht erfüllt.  

- 30 - 

3.6. Fazit  

Es ist kein vertraglicher Haftungsanspruch der Klägerin gegenüber der Beklagten 

2 gegeben. 

4. Vertrauenshaftung der Beklagten 2 

4.1. Parteidarstellungen 

4.1.1. Die Klägerin beruft sich gegenüber der Beklagten 2 alternativ auf einen 

Anspruch aus Vertrauenshaftung. Sie führt aus, selbst wenn die Beklagte 2 ge-

genüber der Klägerin keine Beratungsaufgabe in Bezug auf den Bodenaufbau 

hätte wahrnehmen müssen und deshalb keine vertragliche Haftung bestünde, hät-

ten beide Beklagten mit ihrer vorbehaltlosen Empfehlung ein Vertrauen bei der 

Klägerin geweckt und damit eine Vertrauenshaftung begründet. Die Beklagte 2 

habe aufgrund ihrer Beteiligung im vorliegenden Projekt in einer rechtlichen Son-

derverbindung mit der Klägerin gestanden. Aufgrund ihrer Fachkenntnisse aus 

der Projektentwicklungsphase habe sie in Bezug auf die Trittschalldämmplatten 

eine Empfehlung abgegeben, welche bei der Klägerin zu Recht das schutzwürdi-

ge Vertrauen geweckt habe, dass dies das richtige und insbesondere taugliche 

Produkt für den Bodenaufbau sei. Die Beklagte 2 habe dann ihre Empfehlung 

nicht an irgendwelche Vorbehalte geknüpft. Sie habe keinen Hinweis in ihrem Fax 

angebracht, wonach das Produkt bspw. nicht in Bezug auf die statische Belast-

barkeit oder für die vorliegende Konstruktion geprüft worden sei. Im Gegenteil ha-

be die Beklagte 2 die Empfehlung noch mit einer Skizze für den Bodenaufbau 

versehen, was den Anschein einer fachkundigen Empfehlung verstärkt habe. Die 

Klägerin habe daher in guten Treuen davon ausgehen dürfen, dass das vorge-

schlagene Produkt zum vorausgesetzten Zweck geeignet sei. Dass dem nicht so 

gewesen sei, sei erwiesen. Die Beklagte 2 habe für das Vertrauen, welches sie in 

der Folge missbraucht habe, einzustehen. Abschliessend sei von Relevanz, dass 

sich die Klägerin aufgrund des Umstandes, dass das Produkt sowohl von der Be-

klagten 1 als auch von der Beklagten 2 vorbehaltlos empfohlen worden sei, nicht 

veranlasst gesehen habe, das Produkt im Detail zu prüfen, zumal die Auswahl 

- 31 - 

des Produkts im Verantwortungsbereich der Beklagten 1 gelegen habe (act. 26 S. 

9, 12 ff.).  

4.1.2. Die Beklagte 2 weist die Behauptung, sie habe durch ihren Fax vom 5. Juli 

2004 bei der Klägerin ein Vertrauen geweckt und damit eine Vertrauenshaftung 

begründet, als unzutreffend zurück. Auch habe die Vorlage einer Skizze den An-

schein einer fachkundigen Erklärung nicht noch verstärkt. Es habe sich um eine 

blosse Handskizze gehandelt, die Bezeichnung "F._____" sei zudem orthogra-

phisch falsch geschrieben worden und das Produkt sei im Sinne eines "Zum-

Beispiel-Vorschlages" genannt worden. Dies alles spreche klar dagegen, dass die 

Skizze besonderes Vertrauen geweckt habe. Zudem sei die Skizze an eine Fach-

person, die Beklagte 1, gerichtet gewesen. Angesichts der geschilderten Eigen-

schaften der Handskizze, der fachlichen Ausrichtung der Beklagten 2 und der 

Tatsache, dass sie keine Kenntnis von der Nutzungsvereinbarung gehabt habe, 

habe die Klägerin zu keinem Zeitpunkt davon ausgehen können und dürfen, dass 

es sich um eine Empfehlung handle, welche ebenfalls die Bereiche Bodenbelast-

barkeit und Statik abdecke. Der Klägerin sei bewusst gewesen, dass weitere Ab-

klärungen notwendig wären. Ein schützenswertes Vertrauen, dass das vorge-

schlagene Produkt zum vorausgesetzten Zweck geeignet sei, habe es zu keinem 

Zeitpunkt gegeben. Die Beklagte 2 habe gemäss dem zustande gekommenen Be-

ratungsvertrag ausschliesslich eine akustische Beratungsdienstleistung erbringen 

müssen. Niemand und schon gar nicht die Klägerin als professionelle Generalpla-

nerin habe davon ausgehen können, dass sich die Beklagte 2 bezüglich Boden-

konstruktion mit Fragen der statischen Tragfähigkeit und Belastbarkeit auseinan-

dersetzen würde (act. 37 S. 8, 13, 15). Weiter erhebt die Beklagte 2 gegen den 

Anspruch der Klägerin die Einrede Verjährung (act. 37 S. 17).  

4.2. Voraussetzungen 

4.2.1. Gemäss Rechtsprechung des Bundesgerichts bestehen für einen Anspruch 

aus Vertrauenshaftung die folgenden, streng zu handhabenden Voraussetzungen: 

Zunächst muss zwischen dem Schädiger und dem Geschädigten eine rechtliche 

Sonderverbindung bestehen, aus welcher sich auf Treu und Glauben beruhende 

Schutz- und Aufklärungspflichten ergeben. Die Beteiligten müssen also rechtlich 

- 32 - 

in besonderer Nähe zueinander stehen. Weiter muss im Rahmen dieser rechtli-

chen Sonderverbindung durch das Verhalten der einen Partei bei der anderen ein 

schutzwürdiges Vertrauen erweckt werden. Ob sich die Erweckung berechtigter 

Erwartungen der einen Partei zurechnen lässt, muss nach den gesamten Um-

ständen des Einzelfalles geprüft werden. Grundsätzlich nicht schutzwürdig ist 

namentlich die Erwartung, dass eine andere Person ohne vertragliche Verpflich-

tung eine Leistung erbringe, zumal es dem Vertrauenden in aller Regel zumutbar 

ist, sich durch einen entsprechenden Vertragsschluss abzusichern. Sodann wird 

vorausgesetzt, dass dieses Vertrauen durch die Partei, welche es erweckt hat, in 

Verletzung von Treu und Glauben enttäuscht wird, was wiederum anhand aller 

Umstände des Einzelfalles festzustellen ist. Schliesslich muss der vertrauenden 

Partei durch das gegen Treu und Glauben verstossende Verhalten ein Schaden 

natürlich und adäquat kausal entstehen und die schädigende Partei muss ein 

Verschulden treffen, welches in Analogie zu Art. 97 Abs. 1 OR vermutet wird. Sind 

diese Voraussetzungen erfüllt, so hat die schädigende Partei den Schaden zu er-

setzen (vgl. zum Ganzen: GAUCH/SCHLUEP, Schweizerisches Obligationenrecht 

Allgemeiner Teil, 10. Aufl. 2014, N 982e ff. m.w.H.).  

4.2.2. Gestützt auf die Vertrauenshaftung ist der reine Vermögensschaden aber 

nur in jenen Situationen zu ersetzen, in denen ein Vertrag fehlt und die delikti-

schen Normen versagen, die Ablehnung der Haftung aber unbillig wäre. Alsdann 

hat die Ersatzpflicht den vertraglichen Haftungsmodalitäten zu folgen (GAUCH/ 

SCHLUEP, a.a.O., N 982l m.w.H.). 

4.2.3. Die Ansprüche aus Vertrauenshaftung verjähren gemäss Rechtsprechung 

des Bundesgericht nach Art. 60 OR und damit in einem Jahr von dem Tage hin-

weg, wo der Geschädigte Kenntnis vom Schaden und von der Person des Er-

satzpflichtigen erlangt hat, jedenfalls aber mit dem Ablaufe von zehn Jahren vom 

Tage der schädigenden Handlung an gerechnet (BGE 134 III 390 E. 4.3.3.).  

4.3. Subsumtion 

4.3.1. Ein allfälliger Anspruch der Klägerin gegenüber der Beklagten 2 aus 

Vertrauenhaftung wäre verjährt. Die Klägerin erlangte allerspätestens mit dem 

- 33 - 

gemäss klägerischer Darstellung für die Parteien verbindlichen Gutachten vom 

11. November 2009 (act. 2/37) Kenntnis vom Schaden sowie von einer möglichen 

Haftbarkeit der Beklagten 2 (die Mängelrüge der Klägerin datiert jedoch vom 22. 

Mai 2007, act. 2/48). Eine verjährungsunterbrechende Handlung (aArt. 135 OR 

resp. ab 1. Januar 2011 Art. 135 OR in Verbindung mit Art. 49 Abs. 3 SchlT ZGB) 

wurde von der Klägerin für die Zeit nach Vorliegen dieses Gutachtens nicht 

behauptet. Die Klageerhebung erfolgte erst mit Eingabe vom 4. Oktober 2012. In 

diesem Zeitpunkt war aber die einjährige Verjährungsfrist nach Art. 60 Abs. 1 OR 

in Verbindung mit Art. 49 Abs. 3 SchlT ZGB abgelaufen. Die Verjährung ist damit 

vor Klageerhebung eingetreten.  

4.3.2. Überdies ist festzuhalten, dass die Voraussetzungen für eine Vertrauens-

haftung der Beklagten 2 ohnehin nicht gegeben sind, da ein allfälliges Vertrauen 

der Klägerin in die Prüfung der zulässigen Bodenbelastungen durch die Beklagte 

2 nicht schutzwürdig wäre. Es wäre der Klägerin nämlich zumutbar gewesen, sich 

durch einen entsprechenden Vertragsschluss abzusichern. Die Erwartung, die 

Beklagte 2 würde ohne vertragliche Verpflichtung die zulässigen Bodenbelastun-

gen prüfen, war nicht schutzwürdig.  

4.4. Fazit 

Es ist auch kein Anspruch der Klägerin gegen die Beklagte 2 aus Vertrauenshaf-

tung gegeben. Ausserdem wäre ein allfälliger Anspruch der Klägerin aus Vertrau-

enshaftung gegen die Beklagte 2 verjährt. Die Klage der Klägerin gegen die Be-

klagte 2 ist daher abzuweisen.  

5. Vertragliche Haftung der Beklagten 1 

5.1. Übersicht 

5.1.1. Die Klägerin stützt ihren Anspruch auf Schadenersatz gegen die Beklagte 1 

in erster Linie auf eine vertragliche Haftung infolge Verletzung der Pflichten ge-

mäss dem zwischen den Parteien geschlossenen Architektenvertrag. Dass die 

Beklagte 1 zusätzliche, ausserhalb des Inhalts dieses Vertrages liegende Pflich-

ten übernommen und verletzt hätte, bringt die Klägerin dagegen nicht vor. Die 

- 34 - 

Beklagte 1 bestreitet einen vertraglichen Anspruch der Klägerin auf Schadener-

satz, da keine haftungsbegründenden Handlungen oder Unterlassungen ihrerseits 

auszumachen seien.  

5.1.2. Auf den von der Klägerin für den Eventualfall geltend gemachten Anspruch 

aus Vertrauenshaftung wäre sodann im Anschluss an die Prüfung des vertragli-

chen Anspruchs einzugehen, falls sich dies noch als notwendig erweisen sollte. 

5.2. Unbestrittener Sachverhalt und Zusammenfassung strittige Punkte 

5.2.1. Unbestritten ist zunächst, dass die Beklagte 1 beim Projekt "Büro- und 

Wohngebäude ..." bereits in der Projektentwicklungsphase für die (nicht am vor-

liegenden Prozess beteiligte) Bestellerin tätig war, und zwar als Generalplanerin. 

Dabei wurde im Auftrag der Beklagen 1 die Nutzungsvereinbarung vom Juni 2004 

erstellt. Der Generalplanervertrag der Beklagten 1 endete mit dem Abschluss des 

TU-Vertrages zwischen der Bestellerin und der Klägerin. Im TU-Vertrag verpflich-

tete sich die Klägerin, die Planungsleistungen entsprechend den massgebenden 

Normen und Standards zu planen und mängelfrei zu erstellen. Für die Erfüllung 

dieser Leistungen schloss die Klägerin unter anderem mit der Beklagten 1 am 23. 

September resp. 27. Oktober 2004 einen Architektenvertrag (vgl. act. 2/5). Die 

Parteien vereinbarten darin die grundsätzlich subsidiäre Anwendbarkeit der Best-

immungen der SIA-Ordnung 102 (Ausgabe 2001) nach den vorgehenden Rege-

lungen in der Vertragsurkunde samt Beilagen, dem Angebot mit Leistungsbe-

schrieb der Beklagten 1 vom 12. August 2004 und der vom SIA herausgegebenen 

Grundlagen zur Honorierung für das Jahr 2002 (act. 2/5 S. 2). Ein Auszug der SI-

A-Ordnung 102 (Ausgabe 2001) wurde zudem im Anhang (act. 2/5 S. 11 ff.) des 

Architektenvertrages als Allgemeine Vertragsbestimmungen definiert (act. 1 S. 5 

f., act. 26 S. 20; act. 15 S. 7 f.).  

5.2.2. Beim Projekt "Büro- und Wohngebäude ..." kam es unbestrittenermassen 

zu einem fehlerhaften Bodenaufbau bei den Passerellen des 1. bis 4. Stockwer-

kes, der sich nach der Abnahme des Werkes anhand von ausgeplatzten Fugen 

der Natursteinböden sowie vereinzelten Platten mit abgebrochenen Kanten an 

stark belasteten Stellen zeigte. Gestützt auf das Schiedsgutachten von Dr. 

- 35 - 

E._____ vom 10. November 2009 (act. 2/37) legen die Klägerin und die Beklagte 

1 übereinstimmend dar, dass Ursache dieser Schadhaftigkeit die eingesetzte 

Trittschalldämmplatte "F._____" war, die sich im Nachhinein als zu weich für die 

im spezifischen Gebäude zu erwartenden Punktlasten erwiesen habe (act. 1 S. 19 

f.; act. 15 S. 3, 28). Das Produkt "F._____" wurde mit Fax an die Beklagte 1 vom 

5. Juli 2004 durch den im Auftrag der Klägerin tätigen Bauphysiker, i.e. die Be-

klagte 2, vorgeschlagen und von der Beklagten 1 ebenso wie das von ihr selbst 

besorgte Produktemerkblatt an die Klägerin weitergeleitet. Das Produktemerkblatt 

erhielt die Klägerin mit Fax vom 9. August 2004 (act. 1 S. 10 f.; act. 15 S. 4). Die 

Klägerin schrieb in der Folge die Trittschalldämmplatte produktspezifisch aus, oh-

ne die Anforderungen an die Bodenbelastung gemäss Nutzungsvereinbarung in 

die Ausschreibung der Unternehmerleistungen oder dann in den Werkvertrag auf-

zunehmen (act. 26 S. 18, 28; act. 15 S. 17, act. 36 S. 10). Dabei sind sich die 

Klägerin und die Beklagte 1 einig, dass die Klägerin diese Ausschreibung mit dem 

Wissen vornahm, dass der Bodenaufbau resp. die definitive Konstruktion und Ma-

terialauswahl durch die Ausführungsplanung bestätigt werden müssten (act. 1 S. 

12, act. 26 S. 30; act. 15 S. 21).  

5.2.3. Unbestritten ist ferner, dass die Beklagte 1 die Trittschalldämmplatte 

"F._____" nicht danach überprüfte, ob deren zulässige Belastungen die Anforde-

rungen gemäss Nutzungsvereinbarung erfüllen. Abgesehen von der Weiterleitung 

des Faxes der Beklagten 2 sowie einer marginalen Durchsicht des Produkte-

merkblattes und einem kurzen Telefonat mit dem technischen Dienst des Herstel-

lers vor Weiterleitung des Merkblattes an die Klägerin befasste sie sich nicht mit 

dieser Trittschalldämmplatte (act. 26 S. 26; act. 15 S. 13, act. 36 S. 15). In die 

Ausführungspläne nahm die Beklagte 1 dann gemäss übereinstimmender Darstel-

lung der Parteien bezüglich der Trittschalldämmplatte "F._____" den Text "Sys-

tem F._____ gemäss Anforderungen Bauphysik (C._____) bzw. gemäss Aus-

schreibung ..." [Anmerkung des Gerichts: ... = Klägerin] auf (act. 1 S. 15; act. 15 

S. 16, act. 36 S. 10).  

5.2.4. Im Weiteren anerkennt die Beklagte 1, dass es sich beim E-Mail vom 22. 

Mai 2007, auf welches sich die Klägerin als Rüge beruft (act. 1 S. 20), um eine 

- 36 - 

den inhaltlichen und formellen Voraussetzungen genügende Mängelrüge hinsicht-

lich des mangelhaften Bodenaufbaus der Passerellen im 1. bis 4. Stockwerk han-

delt (act. 36 S. 19).  

5.2.5. In Bezug auf den von der Klägerin geltend gemachten Schaden akzeptiert 

die Beklagte 1 unter der Prämisse, dass die Sanierung der Böden nicht mit einer 

kostengünstigeren Variante hätte ausgeführt werden können, die von der Klägerin 

ausgesetzten Kosten der Sanierung, wobei sie auf einen Schreibfehler der Kläge-

rin (Werklohn J._____ AG CHF 80'912.80 und nicht CHF 80'921.80) aufmerksam 

macht, welcher zu einer Reduktion der Summe der Sanierungskosten um 

CHF 9.– führt. Anerkannt sind als Schadensposition auch die Kosten des 

Schiedsgutachtens (act. 36 S. 42).  

5.2.6. Strittig ist demgegenüber, welches die Pflichten der Beklagten 1 aus dem 

Architektenvertrag in Bezug auf die Bodenkonstruktion der Passerellen waren und 

ob sie diese verletzt hat. Auch kontrovers ist der Einwand der Beklagten 1, dass 

sie auch bei Prüfung der zulässigen Bodenbelastungen der Trittschalldämmplatte 

"F._____" nicht hätte erkennen können, dass diese zu weich war für die geplante 

Konstruktion. Bezüglich der geltend gemachten Schadenspositionen bestreitet die 

Beklagte 1 sodann die Kosten der Testsanierung sowie für die Mitarbeiter der 

Klägerin (act. 36 S. 42). Weiter wendet die Beklagte 1 ein, die Klägerin habe den 

aus der von dieser unterlassenen Prüfung der Tauglichkeit der Trittschalldämm-

platte "F._____" resultierenden Schaden alleine zu vertreten (act. 36 S. 39). 

5.2.7. Es sind daher die vereinbarten Pflichten der Beklagten 1 gemäss Architek-

tenvertrag vom 23. September resp. 27. Oktober 2004 zu ermitteln, der Vertrag ist 

zu qualifizieren und die anwendbaren Haftungsbestimmungen müssen geklärt 

werden. Anschliessend ist zu prüfen, ob ein vertraglicher Anspruch der Klägerin 

gegenüber der Beklagten 1 auf Schadenersatz gegeben ist.  

5.3. Qualifikation des Architektenvertrages und Pflichten der Beklagten 1 

5.3.1. Nach konstanter Rechtsprechung des Bundesgerichts ist ein Architekten-

vertrag aufgrund der darin dem Architekten übertragenen Pflichten zu qualifizie-

- 37 - 

ren. Dem Werkvertragsrecht (Art. 363 ff. OR) unterstellt ist ein Architektenvertrag 

etwa, wenn sich der Architekt darin zum Erstellen von Ausführungsplänen oder 

Kostenvoranschlägen verpflichtet. Andere Aufgaben, wie die Arbeitsvergabe und 

Bauaufsicht, werden dagegen vom Auftragsrecht (Art. 394 ff. OR) erfasst. Be-

schränkt sich der Vertrag nicht auf Arbeiten, welche nur entweder dem Werkver-

tragsrecht oder dem Auftragsrecht zuzuordnen sind, sondern umfasst er Pflichten 

beider Kategorien, ist er als gemischter Vertrag mit Elementen des Auftrags und 

Werkvertrages zu qualifizieren. Die Haftung des Architekten ist alsdann entspre-

chend der Natur der jeweiligen Pflicht nach den Regeln des Auftrags oder den 

werkvertraglichen Regeln zu prüfen (BGE 134 III 361 E. 5.1.; BGE 127 III 543 E. 

2.a) mit weiteren Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 4A_55/2012 vom 31. Juli 

2012, E. 4.5.). Welche Pflichten der Beklagten 1 im Architektenvertrag vom 23. 

September resp. 27. Oktober 2004 im Einzelnen übertragen wurden, ist zwischen 

den Parteien strittig.  

5.3.2. Darstellung der Klägerin 

5.3.2.1. Die Klägerin macht zu den Pflichten der Beklagten 1 geltend, diese habe 

sich im Architektenvertrag zur entgeltlichen Leistung der Ausschreibungs- und 

Ausführungsplanung sowie in der Ausführungsphase zur gestalterischen Leitung 

verpflichtet. Ausserdem habe sich die Beklagte 1 nach Ziffer 1.7 des Anhangs 

zum Architektenvertrag im Rahmen dieses Aufgabenbereichs zur Gesamtleitung 

gemäss Anhang Ziffer 3.4.1. verpflichtet, d.h. zur Koordination der Leistungen al-

ler Beteiligten sowie zur fachlichen und administrativen Leitung des Planerteams. 

Zu den Aufgaben der Beklagten 1 habe gemäss Ziff. 4.41 der vereinbarten SIA-

Ordnung 102 (Ausgabe 2001) gehört, die Ausschreibungspläne und -unterlagen 

mit den anderen Planern, wie etwa der Beklagten 2 als Bauphysikerin, abzustim-

men. Dazu gehöre insbesondere das Leiten und Koordinieren des Ausschrei-

bungsverfahrens aller Planer, das Ausarbeiten von Werk- und Detailplänen in ge-

eignetem Massstab soweit für die Ausschreibungen notwendig, das Abstimmen 

mit den Ausschreibungsplänen und -unterlagen der weiteren Planer, das Überprü-

fen der Materialwahl und Konstruktionen, auch mit Spezialisten, Unternehmern 

und Lieferanten (Änderungen im Einverständnis mit dem Auftraggeber), der Ein-

- 38 - 

bezug von Vorschlägen der Spezialisten sowie die Erstellung eines detaillierten 

Beschriebs von Materialien und Konstruktionen soweit für die Ausschreibung not-

wendig. Ausgeschlossen und durch die Klägerin selbst erbracht worden sei nur 

die Ausschreibung und Vergabe ohne die Ausschreibungsplanung, welche durch 

die Beklagte 1 zu erbringen gewesen sei, womit in der im Ausschluss genannten 

Ausschreibung bloss noch die in der Ausschreibungsplanung definierten Kon-

struktionen in Leistungsverzeichnisse für die Unternehmer "gegossen" würden, 

damit die Ausschreibung erfolgen könne, sowie der Abschluss der Werkverträge 

mit den Unternehmern des TU, die Bauleitung und Kostenkontrolle, Inbetrieb-

nahme, Fachplanerteil der Dokumentation, die Leitung der Garantiearbeiten und 

die Schlussrechnung (act. 1 S. 6 ff.).  

5.3.2.2. Weiter führt die Klägerin aus, gemäss Ziffer 2.1 der vereinbarten SIA-

Ordnung 246 (Ausgabe 1976) habe der Architekt den gesamten Aufbau entspre-

chend der Beanspruchung und Funktion auszulegen, womit es zu den Pflichten 

der Beklagten 1 gehöre, dafür zu sorgen, dass der Büroboden für den vereinbar-

ten und vorausgesetzten Gebrauch tauglich sei. Bei der Konstruktion habe die 

Beklagte 1 abklären müssen, welche Belastungen erwartet würden oder üblich 

seien, und gestützt darauf sei ein Bodenaufbau zu bestimmen gewesen, welcher 

den erwarteten Belastungen standhalte. Bei einer Delegation dieser Arbeiten an 

einen externen Planer habe die Beklagte 1 denselben über die entsprechenden 

Belastungen informieren müssen (act. 1 S. 8). Das E-Mail vom 2. Juli 2004 bele-

ge, dass die Konstruktion des Bodenaufbaus und die Auswahl des Materials bei 

der Beklagten 1 gelegen habe und dass sie gewusst habe, dass sie dafür verant-

wortlich sei (act. 26 S. 24). Zur Ausschreibungs- und Ausführungsplanung, welche 

die Beklagte 1 entgeltlich habe erstellen müssen, habe insbesondere die Abstim-

mung mit der Beklagten 2 als Bauphysikerin im Hinblick auf den Konstruktions-

aufbau des Natursteinbodens gehört (act. 1 S. 28). Die von der Beklagten 1 zu 

erbringende Ausschreibungsplanung habe die definierten Konstruktionen für den 

Bodenaufbau sowie einen Hinweis zum Produkt aufweisen müssen. Es stimme 

nicht, dass das Überprüfen der Materialwahl und der Konstruktionen der Klägerin 

oblegen habe. Die Beklagte sei spätestens bei der Ausführungsplanung in der 

Pflicht gewesen, die definitive Auswahl der Materialien und Konstruktionen festzu-

- 39 - 

legen, die konstruktiven Details in Bezug auf den Bodenaufbau zu bereinigen und 

den detaillierten Beschrieb der Materialien und Konstruktionen vorzunehmen (act. 

26 S. 22). Auch im Protokoll vom 14. März 2005 sei festgehalten worden, dass die 

Beklagte 1 die Pläne mit Definition Stärken und Fugen der Zementböden und Iso-

lationen inkl. Belastungen habe erarbeiten müssen (act. 26 S. 35 f.). Ausserdem 

habe die Beklagte 1 in Bezug auf ihre Grundleistungen die Gesamtleitung inne 

gehabt. Sie habe insbesondere ihre Ausschreibungs- und Ausführungspläne mit 

den weiteren Planern aufeinander abstimmen müssen. Die diesbezügliche Koor-

dination habe bei ihr gelegen (act. 26 S. 21).  

5.3.2.3. Die Klägerin hält zudem fest, dass im Architektenvertrag unter anderem 

nach SIA-Ordnung 102 die übliche Abmahnungspflicht des Architekten in Ziffer 

1.3.5 vereinbart sei sowie gemäss Ziffer 1.9 die Haftung des Architekten bei ver-

schuldet fehlerhafter Auftragserfüllung, "insbesondere bei Verletzung seiner Sorg-

falts- und Treuepflicht, bei Nichtbeachtung oder Verletzung anerkannter Regeln 

seines Fachgebietes, bei mangelnder Koordination oder Beaufsichtigung (…)" 

(act. 1 S. 6 f.). 

5.3.3. Darstellung der Beklagten 1  

5.3.3.1. Demgegenüber legt die Beklagte 1 dar, ihr sei im Rahmen des Architek-

turvertrages das Erstellen der Ausschreibungs- und der Ausführungspläne gegen 

ein entsprechendes Honorar übertragen worden. Andere Leistungen im Bereich 

der Ausschreibung und der Ausführungsplanung seien nicht Gegenstand des Ver-

trages gewesen. Die in Ziff. 4.41 der SIA-Ordnung 102 (Ausgabe 2001) unter den 

Titeln "Ausschreibung" und "Vergabe" genannten Leistungen seien bei der Kläge-

rin verblieben. Durch die in Ziff. 4.41 der SIA-Ordnung 102 enthaltenen Zuteilun-

gen und Abgrenzungen der Leistungen würden auch die Vertragspflichten der 

Beklagten 1 bestimmt (act. 15 S. 4). Die Beklagte 1 habe sich somit nicht generell 

zur Leistung der Ausschreibungs- und Ausführungsplanung verpflichtet, sondern 

nur die eigentliche Ausarbeitung der Ausschreibungs- und Ausführungspläne 

übernommen. Insbesondere seien nach Ziff. 4.4 SIA-Ordnung 102 das für den 

vorliegenden Fall entscheidende Überprüfen der Materialwahl und Konstruktionen 

auf deren Tauglichkeit hin, auch mit Spezialisten, Unternehmern und Lieferanten, 

- 40 - 

der Einbezug von Vorschlägen von Spezialisten sowie das Erstellen eines detail-

lierten Beschriebes von Materialien und Konstruktionen soweit für die Ausschrei-

bung notwendig von der Klägerin zu erbringende Leistungen (act. 15 S. 8, 10 f., 

16). Die Prüfung der Konstruktion und Belastbarkeit habe im Verhältnis zwischen 

der Klägerin und der Beklagten 1 alleine bei der Klägerin gelegen (act. 36 S. 32 

f.). Die Beauftragung der Beklagten 2 als Trittschallspezialistin durch die Klägerin 

dürfte gerade vor dem Hintergrund erfolgt sein, dass die Klägerin für die Überprü-

fung der Materialwahl und Konstruktion allenfalls unter Beizug von Spezialisten 

zuständig gewesen sei (act. 36 S. 13). Im Hinblick auf die Ausarbeitung der Aus-

schreibungspläne, die auch das Abstimmen und Koordinieren mit den Ausschrei-

bungsplänen und -unterlagen der weiteren Planer beinhalte, sei es selbstver-

ständlich gewesen, dass die Beklagte 1 auch die vom Bauphysiker vorgesehene 

Trittschalldämmung der Passerellen habe im Auge behalten müssen (act. 15 S. 

13). Die Überprüfung des Bodenaufbaus sei auch nicht im Rahmen der Ausfüh-

rungsplanung Aufgabe der Beklagten 1 gewesen (act. 15 S. 21).  

5.3.3.2. Ausserdem bestreitet die Beklagte 1, dass sie im Rahmen des vereinbar-

ten Architekturvertrages auch zur Ausübung der Gesamtleitung verpflichtet gewe-

sen sei. Sie hält fest, wenn die gemäss Vertrag anwendbare Ziff. 1.7 der SIA-

Ordnung 102 bestimme, dass die Aufgaben der Gesamtleitung in Ziff. 3.4.1 der 

Ordnung umschrieben seien, so bedeute dies nicht, dass die Gesamtleitung der 

Beklagten 1 übertragen worden sei. Sie sei im Bereich der Ausschreibung und 

Ausführungsplanung nur mit der Erstellung der entsprechenden Pläne beauftragt 

gewesen, mehr nicht. Ihre Leistungen seien eingebettet gewesen in die Realisie-

rung des Projektes auf der Grundlage des TU-Vertrages der Bestellerin mit der 

Klägerin. Beim TU-Modell liege die Gesamtleitung in aller Regel beim TU, der 

auch entscheide, welche Planerleistungen von wem erbracht werden müssten. 

Der TU sorge für die Koordination der Leistungen aller Beteiligten, für die fachli-

che und administrative Leitung des Planerteams und für die Zuteilung von Aufga-

ben an dieses Team. Daraus ergebe sich, dass vorliegend die Gesamtleitung ge-

samthaft von der Klägerin zu erbringen gewesen sei. Von einer der Beklagten 1 

im Architektenvertrag übertragenen Gesamtleitung könne nicht die Rede sein, 

- 41 - 

auch nicht im beschränkten Umfang nach dem Verständnis der Klägerin (act. 15 

S. 9).  

5.3.3.3. Die Beklagte 1 bestätigt die von der Klägerin zitierten Haftungsnormen 

des Architektenvertrages und fügt an, dass auch Art. 1.9.14 der SIA-Norm 102 zu 

zitieren sei, wonach der Architekt für die Leistung von beigezogenen selbständi-

gen Dritten, die im direkten Vertragsverhältnis zum Auftraggeber stehen, nicht 

hafte (act. 15 S. 8).  

5.3.4. Auslegung Architektenvertrag betreffend Pflichten der Beklagten 1 

5.3.4.1. Die Pflichten der Beklagten 1 sind durch Auslegung des Architektenver-

trages und seiner Bestandteile zu ermitteln. Da die Parteien sich hierzu nicht auf 

einen tatsächlich übereinstimmenden Willen berufen, ist eine normative Ausle-

gung vorzunehmen (vgl. zur normativen Auslegung Erwägung 3.2.4.1.).  

5.3.4.2. Zu den vertraglichen Vereinbarungen gehören vorliegend neben der ei-

gentlichen Vertragsurkunde des Architektenvertrages vom 23. September resp. 

27. Oktober 2004 die darin unter Ziffer 1 vereinbarten Vertragsbestandteile in der 

aufgeführten Reihenfolge. Demnach ist für den Vertragsinhalt nach der Vertrags-

urkunde das Angebot der Beklagten 1 mit Leistungsbeschrieb vom 12. November 

2003 (bereinigt am 12. August 2004), die vom SIA herausgegebenen Grundlagen 

zur Honorierung für das Jahr 2002 und sodann die SIA-Ordnung 102 (Ausgabe 

2001) massgebend, und Basis bildet der Planungsstand vom 6. Januar 2004. Zu-

dem wurde für die Bedeutung der verwendeten Begriffe die SIA-Ordnung 102 

massgebend erklärt (act. 2/5 S. 2). Das Angebot der Beklagten 1 mit Leistungs-

beschrieb vom 12. November 2003 (bereinigt am 12. August 2004) wurde von 

den Parteien nicht zu den Akten gereicht. Auch berufen sie sich zur Bestimmung 

der Pflichten der Beklagten 1 nicht auf dessen Inhalt. Die Auslegung des Architek-

tenvertrages ist daher unter Anwendung des Verhandlungsgrundsatzes (Art. 55 

Abs. 1 ZPO) nur anhand der von den Parteien angerufenen und eingereichten 

Vertragsbestandteile vorzunehmen. Keine Geltung hat dagegen die von der Klä-

gerin genannte SIA-Norm 246, zumal diese nicht als Vertragsbestandteil aufge-

führt wird.  

- 42 - 

5.3.4.3. Gemäss Ziffer 2 des Architektenvertrages (act. 2/5 S. 3) übernimmt die 

Beklagte 1 insbesondere in der Phase "Ausschreibung, Offertvergleich, Vergabe-

antrag" die "Ausschreibungspläne" sowie in der "Ausführungsplanung" die "Aus-

führungspläne". Andere Aufgaben werden der Beklagten 1 im Architektenvertrag 

in diesen Teilphasen nicht übertragen. Gemäss den Parteiausführungen sind zu-

dem im Rahmen des vorliegenden Verfahrens für die Frage der Haftung der Be-

klagten 1 für den fehlerhaften Bodenaufbau der Passerellen im 1. bis 4. Stock-

werk nur die Aufgaben der Beklagten 1 in diesen Teilphasen relevant. Ausdrück-

lich als nicht in den Leistungen der Beklagten 1 enthalten aufgeführt werden im 

Architektenvertrag "Ausschreibung und Vergabe, Werkverträge, Bauleitung und 

Kostenkontrolle, Inbetriebnahme, Fachplanerteil der Doku, Leitung der Garantie-

arbeiten und Schlussrechnung" (act. 2/5 S. 3). Welche Leistungen im Einzelnen 

unter den Ausschreibungsplänen zu verstehen sind, ist dem Architektenvertrag 

selbst nicht zu entnehmen. Dagegen werden in Ziffer 4.41 der für die Bedeutung 

der verwendeten Begriffe massgebenden SIA-Ordnung 102 (Ausgabe 2001) unter 

dem Titel "Ausschreibungspläne" als Auftragsgegenstand, Beschrieb und Visuali-

sierung im Rahmen der Grundleistungen aufgelistet (act. 2/7 S. 23):  

- Ausarbeiten von Werk- und Detailplänen in geeignetem Massstab, soweit sie 
für die Ausschreibung notwendig sind,  

- Abstimmen mit den Ausschreibungsplänen und -unterlagen der weiteren Pla-
ner. 

Demgegenüber ist gemäss Ziff. 4.41 SIA-Ordnung 102 (Ausgabe 2001) Gegen-

stand der Grundleistungen der "Ausschreibung", welche gemäss Architektenver-

trag und den übereinstimmenden Ausführungen der Parteien gerade nicht als 

Leistungen der Beklagten 1 vereinbart, sondern explizit davon ausgeschlossen 

wurden, das Folgende (act. 2/7 S. 23; Unterstreichung durch das Gericht hinzuge-

fügt):  

- Überprüfen der Materialwahl und Konstruktionen, auch mit Spezialisten, Unter-
nehmern und Lieferanten; Änderungen im Einverständnis mit dem Auftraggeber 

- Einbezug von Vorschlägen der Spezialisten 

- Erstellen eines detaillierten Beschriebes von Materialien und Konstruktionen, 
soweit für die Ausschreibungen notwendig 

- 43 - 

- Aufstellen der Pflichtenhefte mit den Preiseingabeformularen für die Arbeiten 
und Lieferungen bzw. Durchsicht der von Spezialisten erstellten entsprechen-
den Unterlagen, Gliederung der Ausschreibungsunterlagen gemäss dem Kos-
tenvoranschlag, Angabe der voraussichtlichen Ausführungstermine  

- Einladung zur Ausarbeitung von Angeboten an den mit dem Auftraggeber fest-
zulegenden Kreis von Unternehmern und Lieferanten 

- Orientieren der Unternehmer und Lieferanten unter Mitwirkung der Spezialisten 

Unter der von der Beklagten 1 übernommenen Leistung "Ausführungspläne" sind 

sodann in der SIA-Ordnung 102 (Ausgabe 2001) in Ziff. 4.51 folgende Grundleis-

tungen aufgeführt (act. 2/7 S. 25; Unterstreichung durch das Gericht hinzugefügt):  

- Erstellen der Werk- und Detailpläne im geeigneten Massstab, 

- Überprüfen der Pläne von Spezialisten, Unternehmern und Lieferanten und von 
Fabrikations- und Werkstattplänen auf die Übereinstimmung mit den Architek-
tenplänen, 

- Nachführen von technischen Eintragungen in den Koordinations- und Ausspa-
rungsplänen gemäss Angaben der Spezialisten, soweit dies nicht zu ihren Leis-
tungen gehört, 

- Leiten der Koordination der Installationspläne, 

- Definitive Auswahl der Materialien und Konstruktionen, Apparate und derglei-
chen mit dem Auftraggeber, 

- Bereinigen der architektonischen und konstruktiven Details, 

- Bereinigen des detaillierten Beschriebes von Materialien und Konstruktionen. 

Dabei ist in Ziff. 4 der SIA-Ordnung 102 eingangs festgehalten, der Beschrieb sei 

keine Checkliste, sondern die Umschreibung der in der Regel zu erbringenden 

Grundleistungen und allfällig besonders zu vereinbarender Leistungen (act. 2/7 S. 

13). Entgegen den soeben zitierten Aufzählungen in der SIA-Ordnung 102 (Aus-

gabe 2001) führt aber die Klägerin in ihrer Darstellung auch einen Teil der dort un-

ter "Ausschreibung" aufgeführten Grundleistungen als zum Aufgabenbereich der 

Beklagten 1 gehörend an. Eine derartige Aufgabenverteilung ist dem Vertrag und 

den dazugehörigen Bedingungen indessen nicht zu entnehme