# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 496cf7b1-9e89-5f0c-906b-7e33517b8beb
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-11-07
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 07.11.2025 E-6835/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-6835-2025_2025-11-07.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-6835/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  7 .  N o v e m b e r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Richter Kaspar Gerber (Vorsitz), 

Richterin Nina Spälti Giannakitsas,  

Richterin Roswitha Petry,    

Gerichtsschreiberin Jessica Püringer. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Kamerun,   

vertreten durch Dr. iur. Barbara Kammermann,  

Zürcher Beratungsstelle für Asylsuchende (ZBA),  

(…),  

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Vollzug der Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 7. August 2025. 

 

 

 

E-6835/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Der Beschwerdeführer suchte am 8. Oktober 2023 in der Schweiz um 

Asyl nach und wurde dem Bundesasylzentrum (BAZ) der Region 

B._______ zugewiesen. Am 10. November 2023 wurden die Personenda-

ten aufgenommen. Am 19. Januar 2024 erfolgte die vertiefte Anhörung zu 

seinen Asylgründen (Protokoll in den SEM-Akten […] [A]19). Mit Verfügung 

vom 30. Januar 2024 teilte das SEM das Asylgesuch des Beschwerdefüh-

rers dem erweiterten Verfahren zu.  

A.b Zur Begründung seines Asylgesuchs machte er im Wesentlichen gel-

tend, aus C._______ zu stammen und dort bis zur Ausreise gelebt zu ha-

ben. Er habe zwei Jahre lang die staatliche Schule und nebenbei die Ko-

ranschule besucht. Sein Vater sei Kameruner gewesen und die Mutter Ni-

gerianerin. Sein Vater sei aber 2015 von der Boko Haram in D._______ 

umgebracht worden, weshalb er (der Beschwerdeführer) die Schule aus 

finanziellen Gründen habe verlassen müssen. Wenig später sei auch seine 

Mutter aus unbekannten Gründen verstorben. Danach habe er bei einer 

Nachbarin gewohnt und auf einem Markt gearbeitet. Nach einigen Monaten 

habe der Ehemann der Nachbarin ihn jedoch weggeschickt, woraufhin er 

zusammen mit einem «Grand-Frère» namens «E._______» auf der 

Strasse gelebt und hinter der Schule oder auf dem Markt geschlafen habe. 

«E._______» habe dubiose Geschäfte gemacht und sei eines Tages plötz-

lich verschwunden. Daraufhin sei er (der Beschwerdeführer) von dessen 

Freunden nach «E._______» Verbleib gefragt worden. Da er ihnen seinen 

Aufenthaltsort nicht habe nennen können, sei er von diesen bedroht wor-

den. Seine Nachbarin, die Verwandte im F._______ habe, habe ihm ge-

sagt, er könne mit diesen Verwandten nach D._______ reisen. Er habe 

danach auf dem Markt Geld gestohlen und sei 2020 nach D._______ ge-

reist. Von dort aus sei er über den F._______ nach G._______ gekommen, 

wo er in zwei Gefängnissen inhaftiert worden sei. Im ersten Gefängnis 

habe er Zwangsarbeit verrichten müssen. Es sei ihm jedoch gelungen, von 

beiden Orten zu entkommen und nach H._______ zu fliehen. Von dort aus 

sei er Ende (…) 2023 nach I._______ gereist und schliesslich am 8. Okto-

ber 2023 in die Schweiz gelangt.  

Zur Untermauerung seiner Identität und seiner Vorbringen reichte der Be-

schwerdeführer, jeweils in Kopie, seine Geburtsurkunde, zwei Berichte des 

psychosozialen Dienstes (PSD) der (…) (Asyl-Organisation B._______) 

E-6835/2025 

Seite 3 

vom (…) 2024 und vom (…) 2025 sowie einen Bericht der Jugendpsychia-

terin Dr. J._______ vom (…) 2025 zu den Akten. 

B.  

Am 3. Juni 2024 gelangte das SEM mit verschiedenen Fragen zum Le-

benslauf des Beschwerdeführers an die Schweizerische Botschaft in 

Dakar. Diese Anfrage blieb unbeantwortet, weil sie versehentlich nach 

Dakar statt nach Yaoundé gesandt worden war (vgl. Aktennotiz vom 

31. Juli 2025).  

C.  

Mit Eingabe vom 13. Juni 2025 reichte der damalige Rechtsvertreter einen 

Verlaufsbericht vom Verein (…) vom 7. April 2025 sowie eine Beratungs-

bestätigung des PSD vom 20. Februar 2025 nach, erkundigte sich gleich-

zeitig nach dem Verfahrensstand und behielt sich vor, eine Rechtsverzö-

gerungsbeschwerde beim Bundesverwaltungsgericht einzureichen, sollte 

nicht innert der nächsten drei Monate ein Entscheid ergehen. Das SEM 

antwortete mit Schreiben vom 9. Juli 2025. 

 

D.  

Mit Verfügung vom 7. August 2025 (gleichentags eröffnet) verneinte das 

SEM die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers, lehnte sein Asyl-

gesuch ab und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz sowie deren Voll-

zug an.   

E.  

Mit Eingabe vom 8. September 2025 (Aufgabezeitpunkt gemäss Sen-

dungsverfolgung) erhob der Beschwerdeführer gegen diese Verfügung Be-

schwerde beim Bundesverwaltungsgericht und beantragte, die Verfügung 

des SEM vom 7. August 2025 sei in den Dispositivziffern 3-5 aufzuheben 

und die Vorinstanz sei anzuweisen, die vorläufige Aufnahme anzuordnen. 

Eventualiter sei die Sache zur rechtsgenüglichen Sachverhaltsabklärung 

und zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. In verfahrens-

rechtlicher Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen Pro-

zessführung inklusive Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses 

sowie um Beiordnung der unterzeichnenden Juristin als amtliche Rechts-

beiständin. 

F.  

Das Bundesverwaltungsgericht bestätigte den Eingang der Beschwerde 

am 10. September 2025.  

E-6835/2025 

Seite 4 

 

G.  

Mit Zwischenverfügung vom 26. September 2025 stellte das Bundesver-

waltungsgericht fest, der Beschwerdeführer könne den Ausgang des Ver-

fahrens einstweilen in der Schweiz abwarten und hiess die Gesuche um 

unentgeltliche Prozessführung sowie um amtliche Rechtsverbeiständung 

gut. Gleichzeitig wurde das SEM unter ausdrücklichem Hinweis auf Art. 58 

Abs. 1 VwVG eingeladen, eine Vernehmlassung einzureichen. 

H.  

Mit Eingabe vom 1. Oktober 2025 liess sich die Vorinstanz fristgerecht ver-

nehmen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls – in der Regel und auch vorliegend – end-

gültig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der 

Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 

Abs. 2 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Be-

schwerde ist daher einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Bereich des Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 

2014/26 E. 5). 

 

E-6835/2025 

Seite 5 

3.  

Gegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bilden die Anord-

nung der Wegweisung und der Vollzug (Dispostivziffer 3-5). Die Flücht-

lingseigenschaft und das Asyl (Dispositivziffer 1-2) sind nicht mehr zu prü-

fen, nachdem diese mangels Anfechtung in Rechtskraft erwachsen sind. 

4.  

4.1 In der Beschwerde werden formelle Rügen erhoben, welche vorab zu 

beurteilen sind, da sie allenfalls geeignet sein könnten, zur Rückweisung 

der Sache an die Vorinstanz zu führen. Namentlich rügt der Beschwerde-

führer eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör respektive die 

Verletzung der Begründungspflicht. 

4.2 Der Anspruch auf rechtliches Gehör nach Art. 29 Abs. 2 BV verlangt, 

dass die verfügende Behörde die Vorbringen des Betroffenen tatsächlich 

hört, sorgfältig und ernsthaft prüft und in der Entscheidfindung berücksich-

tigt, was sich entsprechend in der Entscheidbegründung niederschlagen 

muss (Art. 35 Abs. 1 VwVG). Im Asylverfahren sind die Anforderungen an 

die Begründungsdichte regelmässig hoch, wiegen die rechtlich geschütz-

ten Interessen der Betroffenen doch allgemein schwer (vgl. PATRICK SUT-

TER, in: Kommentar VwVG, 2. Aufl. 2019, Art. 32 VwVG, Rz. 3). Die Be-

hörde kann sich in ihrer Argumentation zwar auf die für den Entscheid we-

sentlichen Gesichtspunkte beschränken; sie darf aber nur diejenigen Argu-

mente stillschweigend übergehen, die für den Entscheid erkennbar un-

behelflich sind. In diesem Sinne müssen wenigstens kurz die Überlegun-

gen genannt werden, von denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf 

die sich ihr Entscheid stützt (vgl. dazu BVGE 2009/35 E. 6.4.1 m.w.H.; BGE 

143 III 65 E. 5.2 m.w.H.).  

4.3 Zur Begründung ihres ablehnenden Entscheids führte die Vorinstanz 

hinsichtlich der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs im Wesentlichen 

aus, die Vorbringen des Beschwerdeführers zu seiner Biografie würden 

den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit nicht standhalten. Vielmehr sei 

davon auszugehen, dass er noch Eltern und Verwandte in Kamerun habe, 

auf die er sich bei einer Rückkehr stützen könne. Da er seine angeblich 

fehlende Schulbildung und die schlechte soziale Situation auf den Tod sei-

ner Eltern zurückführe, müssten auch diese Umstände bezweifelt werden. 

Was seine gesundheitlichen Probleme angehe, so seien diese wohl auch 

in Kamerun behandelbar. Seine psychischen Probleme könnten im Hôpital 

(…) in K._______ sowie von privaten Psychiatern behandelt werden. Sollte 

er diese Behandlung benötigen, so wäre es ihm zumutbar, sich in 

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Seite 6 

K._______ niederzulassen, falls in C._______ keine Behandlung möglich 

wäre. Selbst unter Berücksichtigung dieser Beschwerden sei deshalb eine 

Rückkehr zumutbar. Aus den Akten gehe zudem nicht vor, dass selbst ohne 

Behandlung bei ihm in absehbarer Zeit eine rasche und lebensgefähr-

dende Verschlechterung seines gesundheitlichen Zustands eintreten 

würde. 

4.4 Der Beschwerdeführer begründet seinen Eventualantrag auf Rückwei-

sung damit, dass die Vorinstanz seine Angaben mehrfach als «vage» und 

wenig realistisch» qualifiziere, ohne sich substanziell mit seinen Vorbringen 

auseinanderzusetzen. Eine solche Etikettierung ohne fallbezogene Argu-

mente genüge der Begründungspflicht (Art. 35 Abs. 1 VwVG) nicht und 

verunmögliche eine sachgerechte Anfechtung. Die Vorinstanz zeige keinen 

konkreten Widerspruch in den Vorbringen des Beschwerdeführers auf, 

gleichwohl stütze sie eine negative Gesamtsicht auf pauschale Zweifel. 

Das verletze das rechtliche Gehör, weil die Vorinstanz – obschon die rele-

vanten Ereignisse den Beschwerdeführer im Alter von acht bis elf Jahren 

getroffen hätten – keinen kindgerechten Prüfungsmassstab anlege und die 

Bewertung schematisch bleibe. Aussagepsychologisch relevante Faktoren 

(Affektkongruenz, spezifische Ortsangaben, Konstanz der Kernaussagen, 

usw.) würden nicht erkennbar in die Abwägung eingestellt, sodass die ge-

forderte einzelfallbezogene Gesamtwürdigung fehle.  

4.5 In ihrer Vernehmlassung hielt die Vorinstanz betreffend den Vorwurf der 

Verletzung der Begründungspflicht fest, dass im Asylpunkt auf die fehlende 

Glaubwürdigkeit der Vorbringen nicht näher eingegangen worden sei, weil 

die fehlende Asylrelevanz offensichtlich sei. Sodann hielt das SEM fest, 

dass beispielsweise im zweiten Vorbringen bezüglich der Probleme mit 

«E._______» festgestellt worden sei, dass erhebliche Zweifel an der 

Glaubhaftigkeit der Vorbringen bestünden. Bezüglich des Wegweisungs-

punkts würden sich aber andere Fragen stellen, nämlich Fragen zur Zu-

mutbarkeit des Wegweisungsvollzugs. Grundsätzlich sei festzuhalten, 

dass selbst wenn alle Aussagen des Beschwerdeführers zuträfen der Voll-

zug der Wegweisung für einen volljährigen jungen Mann trotz gewisser 

Schwierigkeiten zumutbar wäre. Eine Prüfung der Glaubwürdigkeit der Bi-

ographie käme jedoch zum Schluss, dass erhebliche Zweifel an der Dar-

stellung des Beschwerdeführers an seinem Lebenslauf bestehe, was umso 

mehr für die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs spreche. Es könne 

deshalb keine Rede davon sein, dass das SEM «widersprüchlich» argu-

mentiert habe. Es gebe deshalb auch keinen Anlass für das SEM, seine 

Verfügung vom 7. August 2025 in Wiedererwägung zu ziehen. 

E-6835/2025 

Seite 7 

 

5.  

5.1 Das Gericht gelangt nach Prüfung der Aktenlage zur Erkenntnis, dass 

eine Verletzung der Begründungspflicht durch die Vorinstanz vorliegend zu 

bejahen ist.  

5.2 Zwar bilden die Flüchtlingseigenschaft und das Asyl (Dispositivziffer 1-

2) wie gesehen nicht Streitgegenstand (E. 3). Dennoch hat das Bundes-

verwaltungsgericht für die Prüfung der Anträge des Beschwerdeführers die 

gesamte Aktenlage zu prüfen, zumal das SEM betreffend die (streitige) Zu-

mutbarkeit des Wegweisungsvollzugs mit der «Glaubhaftigkeit» der ent-

sprechenden beschwerdeführerischen Angaben argumentiert. 

5.3 Die Vorinstanz vermag mit der in der angefochtenen Verfügung vorge-

nommenen Glaubhaftigkeitsprüfung (vgl. SEM-Akte A41 Ziff. III, Abs. 2) der 

Begründungsdichte und Begründungsqualität nicht zu genügen. So reicht 

es nicht aus, bloss einzelne, beliebig ausgewählt erscheinende Unstimmig-

keiten zu benennen, ohne sich eingehend mit der gesamten Aktenlage res-

pektive den einzelnen Aussagen auseinanderzusetzen. Zwar hat die Vor-

instanz in Bezug auf den Beschwerdeführer eine Erstbefragung (vgl. A16) 

und später eine ausführliche, vertiefte Anhörung (vgl. A19) durchgeführt, 

was sich insbesondere in einem 11 Seiten umfassenden Protokoll mit den 

Antworten auf fast 100 gestellte Fragen niederschlägt. Jedoch wäre gerade 

vor dem Hintergrund einer solchen Aktenlage zu erwarten gewesen, dass 

sich die Vorinstanz vertieft und breit abgestützt mit den dortigen Sachvor-

bringen des Beschwerdeführers auseinandersetzt und ihre Einschätzung 

solide, umfassend und auf die entsprechenden Stellen abgestützt sowie 

rechtsgenügend begründet. Entsprechendes liegt jedoch mit der auffallend 

knapp gehaltenen Begründungsdichte in der angefochtenen Verfügung 

nicht vor. Indes hat sie – unter implizierter Annahme der Unglaubhaftigkeit 

der Vorbringen des Beschwerdeführers – lediglich pauschal festgehalten, 

dass seine Aussagen «unrealistisch», «vage» oder «nachgeschoben» 

sind, wobei die Auseinandersetzung des SEM mit den Aussagen des Be-

schwerdeführers ebenso oberflächlich wie selektiv ausfiel. Zudem ist auf 

den Widerspruch in der Argumentation der Vorinstanz hinzuweisen, wo-

nach einerseits die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers mit der 

Begründung verneint wurde, der Tod seiner Eltern respektive dessen Aus-

wirkungen seien nicht asylrelevant (vgl. SEM-Akte A41 Ziff. II, S. 4), das-

selbe Vorbringen jedoch andererseits bei der Wegweisung und dem Voll-

zug als unglaubhaft qualifiziert wurde (Ziff. III, S. 5). Hierzu ist sodann 

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Seite 8 

anzumerken, dass die Vorinstanz im Zusammenhang mit den Fluchtvor-

bringen des Beschwerdeführers zwar einen Vorbehalt betreffend deren 

Glaubhaftigkeit äussert (vgl. SEM-Akte A41, Ziff. II, S. 5), dieser sich jedoch 

ausschliesslich auf die Aussagen des Beschwerdeführers zu den geltend 

gemachten Drohungen bezieht. 

5.4 Zusätzlich vermag die von der Vorinstanz vorgenommene Glaubhaftig-

keitsprüfung beziehungsweise die in der angefochtenen Verfügung vorlie-

gende Begründungsdichte auch aus anderen Gründen nicht zu überzeu-

gen. So etwa, wenn sie vollumfänglich dem Beschwerdeführer anlastet, er 

habe kaum etwas zum Tod seines Vaters, zu dessen damaligem Arbeitge-

ber oder dem Arbeitsort sagen können. Ein Blick ins Protokoll der vertieften 

Anhörung lässt dies jedenfalls nicht ohne weiteres erkennen (A19); abge-

sehen davon, dass die in der Verfügung angegebene Stelle nicht korrekt 

ist (A19 S. 3 nicht S. 6; vgl. SEM-Akte A41 Ziff. III Absatz 2 oben) sowie an 

anderem Ort zwar auf das zugehörige Protokoll verwiesen wird, jedoch 

ohne die entsprechende Stelle zu benennen (vgl. SEM-Akte A41 Ziff. III 

Absatz 2 Mitte), wären bei entsprechenden Unklarheiten durchaus Nach-

fragen angebracht gewesen. Als offensichtlich haltlos können die Vorbrin-

gen jedenfalls nicht bezeichnet werden, zumal er sowohl in der Erstbefra-

gung (vgl. A16 S. 6) als auch in der Anhörung jeweils konsistente Antworten 

dazu gab (vgl. A19 S. 3). Es erübrigt sich aber an dieser Stelle, näher da-

rauf einzugehen. Sodann ist zu berücksichtigen, dass der Beschwerdefüh-

rer – wie in der Beschwerde zutreffend festgestellt – während dieser rele-

vanten Ereignisse erst zwischen 8 und 11 Jahre alt und bei der Befragung 

und der Anhörung noch minderjährig war, womit ein entsprechender, kind-

gerechter Prüfungsmassstab bei der Beurteilung der Glaubhaftigkeit daher 

durchaus zu erwarten gewesen wäre.  

6.  

Nach dem Gesagten hat das SEM die für die Beurteilung der Zumutbarkeit 

des Wegweisungsvollzugs relevanten individuellen Umstände des Be-

schwerdeführers – wie sich aus den obigen Ausführungen (vgl. E. 5.1 ff.)  

ergibt – weder hinreichend begründet noch entsprechend gewürdigt. Damit 

hat es seine Begründungspflicht, namentlich den Anspruch des Beschwer-

deführers auf rechtliches Gehör verletzt.  

7.  

7.1 Gemäss Art. 61 Abs. 1 VwVG entscheidet das Bundesverwaltungsge-

richt in der Sache selbst oder weist diese ausnahmsweise mit verbindlichen 

Weisungen an die Vorinstanz zurück. Eine Kassation und Rückweisung an 

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Seite 9 

die Vorinstanz ist insbesondere angezeigt, wenn weitere Tatsachen festge-

stellt werden müssen und ein umfassendes Beweisverfahren durchzufüh-

ren ist. Die in diesen Fällen fehlende Entscheidungsreife kann grundsätz-

lich zwar auch durch die Beschwerdeinstanz selbst hergestellt werden, 

wenn dies im Einzelfall aus prozessökonomischen Gründen angebracht er-

scheint; sie muss dies aber nicht (vgl. BVGE 2012/21 E. 5 m.w.H.). Eine 

Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör führt – angesichts des for-

mellen Charakters des Gehörsanspruchs unabhängig davon, ob die ange-

fochtene Verfügung bei korrekter Verfahrensführung im Ergebnis anders 

ausgefallen wäre – grundsätzlich ebenfalls zur Kassation und Rückwei-

sung der Sache an die Vorinstanz. Die Heilung von Gehörsverletzungen 

aus prozessökonomischen Gründen ist auf Beschwerdeebene nur mög-

lich, sofern das Versäumte nachgeholt wird, der Beschwerdeführer dazu 

Stellung nehmen kann und der Beschwerdeinstanz für die konkrete Streit-

frage die freie Überprüfungsbefugnis in Bezug auf Tatbestand und Rechts-

anwendung zukommt sowie die festgestellte Verletzung nicht schwerwie-

gender Natur ist und die fehlende Entscheidungsreife durch die Beschwer-

deinstanz mit vertretbarem Aufwand hergestellt werden kann (vgl. BVGE 

2014/22 E. 5.3 m.w.H.). 

7.2 Das Vorgehen der Vorinstanz, im Rahmen der Anhörungen weder 

durch weitergehende oder gezielte Fragen die Grundlagen zu einer hinrei-

chenden Prüfung der Glaubhaftigkeit zu schaffen, noch in der angefochte-

nen Verfügung die festgestellte Unglaubhaftigkeit hinreichend zu begrün-

den, stellen eine fehlende umfassende Würdigung der Gesamtsituation 

des Beschwerdeführers dar und erschweren in massgeblicher Weise die 

Anfechtung der Verfügung. 

8.  

Eine Heilung des festgestellten Mangels und ein reformatorischer Ent-

scheid durch das Bundesverwaltungsgericht sind vorliegend daher nicht 

angezeigt, zumal es sich um eine schwerwiegende Verletzung handelt, die 

eine vernünftige Prozesserledigung der Rechtsmittelinstanz verunmögli-

chen.  Es ist nicht Aufgabe des Bundesverwaltungsgerichts, die mangelnde 

Begründung der angefochtenen Verfügung nachzuliefern und die Ver-

säumnisse des SEM auf Beschwerdeebene systematisch zu beheben und 

damit die Vorinstanz gleichsam von einer sorgfältigen Verfahrensführung 

zu entbinden, zumal dem Beschwerdeführer durch ein solches Vorgehen 

eine Instanz verloren ginge (vgl. zum Ganzen BVGE 2009/53 E. 7.3). Eine 

Heilung dieser Gehörsverletzung fällt sodann schon deswegen nicht in Be-

tracht, weil das SEM auf Vernehmlassungsstufe zu den berechtigten 

E-6835/2025 

Seite 10 

Einwänden in der Beschwerde und in der Verfügung vom 26. September 

2025 – trotz ausdrücklichem Hinweis des Bundesverwaltungsgerichts auf 

Art. 58 VwVG – nur teilweise und ungenügend Stellung bezogen hat. Daran 

vermag auch der pauschale Hinweis im Rahmen der Vernehmlassung, 

dass der Vollzug der Wegweisung selbst dann zumutbar wäre, wenn die 

Aussagen zutreffen würden, nichts zu ändern, zumal auch diese Behaup-

tung unbegründet blieb. Bei dieser Sachlage ist die angefochtene Verfü-

gung aus formellen Gründen aufzuheben und die Sache in Anwendung von 

Art. 61 Abs. 1 VwVG an die Vorinstanz zurückzuweisen. Diese ist anzuwei-

sen, die individuellen Umstände des Beschwerdeführers einer vertieften 

Gesamtbeurteilung zu unterziehen und dabei seinen Entscheid rechts-

genüglich zu begründen. In der Folge wird das SEM erneut über die An-

ordnung und den Vollzug der Wegweisung zu entscheiden haben. 

9.  

Nach dem Gesagten ist die Beschwerde insofern gutzuheissen, als die Ver-

fügung vom 7. August 2025 in den noch nicht in Rechtskraft erwachsenen 

Dispositivziffern 3-5 aufzuheben und die Sache zur Behebung des festge-

stellten Mangels sowie zur Neubeurteilung an das SEM zurückzuweisen 

ist. Angesichts der Rückweisung der Sache erübrigt es sich, auf die weite-

ren (materiellen) im Verlauf des Beschwerdeverfahrens geltend gemachten 

Vorbringen, Anträge und die als Beweismittel eingereichten Dokumente 

einzugehen, weil sie ebenfalls Gegenstand des wiederaufzunehmenden 

erstinstanzlichen Verfahrens sein werden und das SEM sich damit zu be-

fassen haben wird. Es ist darauf hinzuweisen, dass durch den vorliegen-

den Kassationsentscheid der Frage der Glaubhaftigkeit der Vorbringen 

nicht vorgegriffen wird.  

10.  

10.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten zu erheben 

(Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG). 

10.2 Dem vertretenen Beschwerdeführer ist angesichts seines Obsiegens 

in Anwendung von Art. 64 VwVG und Art. 7 des Reglements vom 21. Feb-

ruar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwal-

tungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) eine durch das SEM auszurichtende 

Entschädigung für die ihm notwendigerweise erwachsenen Parteikosten 

zuzusprechen. Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers hat mit Ein-

gabe vom 8. September 2025 eine Kostennote eingereicht. Die einge-

reichte Honorarnote erscheint den Verfahrensumständen angemessen. 

E-6835/2025 

Seite 11 

Daher ist dem Beschwerdeführer zulasten des SEM eine Parteientschädi-

gung von insgesamt Fr. 2’165.– (inkl. Auslagen) auszurichten.  

(Dispositiv nächste Seite) 

  

E-6835/2025 

Seite 12 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen, soweit die Aufhebung der vorinstanz-

lichen Verfügung beantragt wird. 

2.  

Die Verfügung des SEM vom 7. August 2025 wird in den Dispositivziffern 

3-5 aufgehoben. Die Akten werden zur Neubeurteilung im Sinne der Erwä-

gungen an die Vorinstanz zurückgewiesen. 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

4.  

Das SEM wird angewiesen, den Beschwerdeführenden für das Verfahren 

vor dem Bundesverwaltungsgericht eine Parteientschädigung von insge-

samt Fr. 2’165.– zu entrichten. 

5.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Kaspar Gerber Jessica Püringer 

 

 

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