# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** cce593ef-ddb7-5b58-9b5a-0668a39a908a
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-11-07
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 07.11.2017 S 2017 50
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2017-50_2017-11-07.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 17 50

3. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz Moser
Richter Audétat, Meisser 

Aktuarin Parolini

URTEIL

vom 7. November 2017

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____,

Beschwerdeführer

gegen 

Sozialversicherungsanstalt des Kantons Graubünden,

Beschwerdegegnerin

betreffend Versicherungsleistungen nach IVG

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1. A._____ erlernte zwischen 1999 und 2003 den Beruf des Anlage- und 

Apparatebauers. Am 8. Februar 2004 erlitt er einen Spontanpneumotho-

rax links, worauf er im Kantonsspital Graubünden operiert wurde und dort 

bis zum 5. März 2004 hospitalisiert war. In der Folge war A._____ ar-

beitsunfähig bzw. arbeitslos. Am 8. März 2004 meldete er sich bei der IV-

Stelle des Kantons Graubünden (nachfolgend: IV-Stelle) zum Bezug von 

IV-Leistungen an. Die IV-Stelle übernahm die Kosten für eine Umschu-

lung zum Tontechniker. Der Abschluss der beruflichen Massnahme er-

folgte mit Mitteilung der IV-Stelle vom 10. Februar 2010.

2. Mit Verfügung vom 21. Mai 2010 verneinte die IV-Stelle den Anspruch 

von A._____ auf eine Invalidenrente. Sie begründete diesen Entscheid 

mit dem Ergebnis der Abklärungen, wonach A._____ sowohl vor Beginn 

wie auch nach Abschluss der beruflichen Massnahme in einer adaptierten 

Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig sei. Auf der Basis eines Valideneinkom-

mens von Fr. 72'502.-- (LSE 2010 [recte: 2008], Wirtschaftszweig 27, 28 

"Metallbe- und Verarbeitung", Anforderungsniveau 3, Männer) und eines 

Invalideneinkommens von Fr. 73'699.-- (LSE 2010, Zentralwert aller Wirt-

schaftszweige, Anforderungsniveau 3, Männer, 100%) resultierte ein IV-

Grad von -1.65 %, weshalb der Rentenanspruch verneint wurde. 

3. Am 9. Juli 2014 meldete sich A._____ wegen iatrogenen (durch ei-

nen/eine Arzt/Ärztin verursachten), pneumologisch bedingten physischen 

und psychischen Folgeschäden des therapierefraktären Spontanpneumo-

thorax und dessen Behandlung sowie zunehmenden physischen und 

psychischen Beeinträchtigungen seit dem 8. Februar 2004 erneut bei der 

IV-Stelle zum Bezug von IV-Leistungen an. 

4. Die IV-Stelle holte bei Prim. Univ.-Prof. Dr. med. B._____ ein monodiszi-

plinäres psychiatrisches Gutachten ein, das am 10. Februar 2016 erstattet 

wurde. Der Gutachter, der A._____ am 10. August 2015 untersuchte, 

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stellte folgende Diagnose mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit: rezi-

divierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode mit 

somatischem Syndrom, kombinierte Persönlichkeitsstörung und Konver-

sionsstörung, sowie folgende Diagnose ohne Auswirkungen auf die Ar-

beitsfähigkeit: Zustand nach schädlichem Gebrauch von Cannabis. 

Gemäss Einschätzung des Gutachters bestand bei A._____ seit Septem-

ber 2014 eine um 50 % reduzierte Leistungsfähigkeit bei ganztätiger Prä-

senz sowohl in der angestammten als auch in einer angepassten Tätig-

keit. Die verminderte Leistungsfähigkeit war gemäss Gutachter bei ganz-

tägiger Präsenz der erhöhten Ermüdbarkeit, der verminderten Konzentra-

tionsfähigkeit und dem verlangsamten Arbeitstempo geschuldet.

5. Nach der Begutachtung durch Prim. Univ.-Prof. Dr. med. B._____ wurden 

weitere Arztberichte erstattet, so namentlich: 

- Arztbericht von Dr. med. C._____ vom 19. Februar 2016 (Untersuch 

am 2. Februar 2016): Diagnose rezidivierender Spontanpneumotho-

rax beidseits, Status nach Nikotin- und Cannabisabusus. Der Arzt 

hielt fest, dass die körperliche Leistungsfähigkeit nicht pulmonal limi-

tiert sei. 

- Austrittsbericht der Psychiatrischen Dienste Graubünden, vom 25. 

April 2016: Stationärer Aufenthalt vom 30. Dezember 2015 bis zum 

15. Januar 2016. Diagnose einer rezidivierenden depressiven 

Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode, Verdacht auf kombinier-

te Persönlichkeitsstörung (anankastisch und paranoid-

querulatorisch). 

- Aktennotiz RAD-Arzt Dr. med. D._____ vom 10. Juni 2016: Bericht 

über ein von A._____ gewünschtes und mit ihm geführtes Gespräch. 

- Ergänzung von Prim. Univ.-Prof. Dr. med. B._____ vom 24. Juni 
2016: Der Bericht der Psychiatrischen Dienste Graubünden, vom 25. 

April 2016 ändere an der gutachterlichen Beurteilung nichts. 

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6. Nach durchgeführtem Vorbescheid-Verfahren sprach die IV-Stelle 

A._____ mit Verfügung vom 27. Februar 2017 gestützt auf einen IV-Grad 

von 56 % (Valideneinkommen Fr. 76'435.--, Invalideneinkommen 

Fr. 33'894.--, IV-Grad 55.65 %) eine halbe IV-Rente ab dem 1. September 

2015 zu. 

7. Dagegen erhob A._____ (nachfolgend: Beschwerdeführer) am 27. März 

2017 Beschwerde mit dem Begehren um kosten- und entschädigungsfäl-

lige Aufhebung der angefochtenen Verfügung und um Verpflichtung der 

IV-Stelle, ihm ab dem 1. Januar 2015 eine volle IV-Rente auszurichten. 

Die von ihm als Beilage zur Beschwerde ins Recht gelegte CD/DVD wur-

de ihm zurückgeschickt mit der Aufforderung, die Beweismittel in Papier-

form und mit einem Aktenverzeichnis einzureichen. Am 7. April 2017 

überbrachte A._____ dem Gericht Aktenstücke in Papierform (gelbes 

Mäppchen "medizinische Behandlung / Rechtsfall 1./IV", blaues Mäpp-

chen "Rechtsfälle 2., 3.") und eine DVD.

8. Mit Vernehmlassung vom 19. Mai 2017 beantragte die IV-Stelle (nachfol-

gend: Beschwerdegegnerin) die kostenfällige Abweisung der Beschwer-

de. 

9. In der (freigestellten) Replik vom 23. Juni 2017 bestätigte der Beschwer-

deführer seine Rechtsbegehren und hielt an seinem in der Beschwerde 

vom 27. März 2017 dargelegten Standpunkt fest.

10. Die Beschwerdegegnerin verzichtete mit Schreiben vom 28. Juni 2017 auf 

die Einreichung einer Duplik und bestätigte die Ausführungen in ihrer 

Vernehmlassung vom 19. Mai 2017.

11. Mit Schreiben vom 12. Dezember 2017 reichte der Beschwerdeführer den 

provisorischen Austrittsbericht des Kantonsspitals Graubünden vom 19. 

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November 2017 ins Recht. Die Instruktionsrichterin teilte ihm hierauf mit, 

dass das Gericht am 7. November 2017 das Urteil gefällt habe und dass 

der eingereichte ärztliche Bericht deshalb nicht mehr berücksichtigt wer-

den könne.

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften sowie 

auf die Erwägungen in der angefochtenen Verfügung wird, soweit ent-

scheidrelevant, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Nach Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversiche-

rung (IVG; SR 831.20) sind Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt 

vor dem Versicherungsgericht am Ort der IV-Stelle anfechtbar. Die Verfü-

gung der IV-Stelle des Kantons Graubünden vom 27. Februar 2017 stellt 

folglich ein taugliches Anfechtungsobjekt für ein Verfahren vor dem Ver-

waltungsgericht des Kantons Graubünden dar. Die sachliche Zuständig-

keit ergibt sich aus Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen 

Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Verbindung mit 

Art. 49 Abs. 2 lit. a des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; 

BR 370.100). Als Adressat der strittigen Verfügung ist der Beschwerde-

führer berührt und weist ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhe-

bung oder Änderung auf (Art. 59 ATSG). Auf die im Übrigen frist- und 

formgerecht (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 60 und Art. 61 ATSG) einge-

reichte Beschwerde ist somit einzutreten. 

2. Strittig und zu prüfen ist vorliegend einerseits, ob der Beschwerdeführer 

Anspruch auf eine halbe oder eine ganze Rente hat, wobei die Arbeits-

(un-)fähigkeit, die Vergleichseinkommen (Validen- und Invalideneinkom-

men) und der Abzug von den Tabellenlöhnen zu beurteilen sind, und an-

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dererseits ab welchem Zeitpunkt dem Beschwerdeführer die entspre-

chende Rente zusteht, ob ab dem 1. Januar 2015, wie er selbst geltend 

macht, oder erst ab dem 1. September 2015, wie die Beschwerdegegne-

rin verfügt hat. Bei all dem ist der Sachverhalt, wie er sich bis zum Verfü-

gungszeitpunkt am 27. Februar 2017 ergeben hat, zu berücksichtigen 

(KIESER, ATSG-Kommentar, Zürich 2015, 3. Aufl., Art. 61 Rz. 99; BGE 

143 V 295 E.4.1.3). 

3. a) Für die Beurteilung der vorliegenden Streitsache massgebend ist die 

Schweizerische Gesetzgebung, insbesondere das bereits erwähnte IVG, 

und nicht die Deutsche Gesetzgebung, wie der Beschwerdeführer in sei-

ner der Beschwerde beiliegenden Stellungnahme an die E._____ AG, 

Rechtsschutzversicherung, (20. Mai 2011 bis 22. September 2014, im 

gelben Mäppchen "medizinische Behandlung / Rechtsfall 1./IV") fälschli-

cherweise anzunehmen scheint. Dort führte er nämlich unter dem Titel 

"rechtliche Grundlagen und gutachterliche Bewertung" Zitate aus dem 

Deutschen Sozialgesetzbuch (SGB VI) zur Rentenversicherung, zur ver-

minderten Erwerbsfähigkeit, zum sozialen Entschädigungsrecht, zum 

Schwerbehindertenrecht und den entsprechenden Leistungen sowie Ta-

bellen aus dem ärztlichen Dienst der Bundesanstalt für Arbeit, Nürnberg, 

zum Leistungsvermögen an. Diese Bestimmungen kommen vorliegend 

nicht zur Anwendung, weshalb nicht weiter darauf eingegangen wird.

b) Gemäss Art. 6 und Art. 28 IVG hat, wer im Sinne des Gesetzes invalid ist, 

Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung, u.a. auch auf eine 

Invalidenrente. Nach Art. 8 Abs. 1 ATSG gilt als Invalidität die voraus-

sichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Er-

werbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit wird gemäss Art. 7 Abs. 1 ATSG 

verstanden als der durch die Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 

oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-

lung oder Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der 

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Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 

Arbeitsmarkt. Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Er-

werbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität 

und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus-

geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum 

Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid ge-

worden wäre (Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG).

Ein rentenbegründender Invaliditätsgrad liegt gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG 

vor, wenn eine versicherte Person ihre Erwerbsfähigkeit nicht durch zu-

mutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder ver-

bessern kann (lit. a), während mindestens eines Jahres ohne wesentli-

chen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % im bisherigen Beruf 

oder Aufgabenbereich eingeschränkt gewesen ist (lit. b) und nach Ablauf 

dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid ist (lit. c). Sind diese Voraus-

setzungen erfüllt, so steht der versicherten Person bei einem Invaliditäts-

grad von mindestens 40 % eine Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad 

von mindestens 50 % eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von 

mindestens 60 % eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad 

von mindestens 70 % eine ganze Rente zu (Art. 28 Abs. 2 IVG). 

c) In der angefochtenen Verfügung vom 27. Februar 2017 legte die Be-

schwerdegegnerin fest, dass dem Beschwerdeführer auf der Basis einer 

Arbeits- bzw. Leistungsfähigkeit von 50 % und eines aus einem Validen-

einkommen von Fr. 76'435.-- (LSE 2010 [recte: 2008], aufindexiert auf 

das Jahr 2016) und einem Invalideneinkommen von Fr. 33'894.-- (LSE 

2014, Zentralwert aller Wirtschaftszweige, Kompetenzniveau 1, einfache 

Tätigkeiten körperlicher und handwerklicher Art, Männer) resultierenden 

IV-Grades von 55.65 % eine halbe IV-Rente zustehe. Sie errechnete ei-

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nen ab dem 1. September 2015 geltenden Anspruch auf eine monatliche 

Rente von Fr. 710.--.

Der Beschwerdeführer macht in seiner Beschwerde vom 27. März 2017 

und in der Replik vom 23. Juni 2017 geltend, die von ihm geklagten Be-

schwerden, insbesondere der Einfluss der Lungenprobleme auf seine 

Leistungsfähigkeit und der Zusammenhang mit den psychischen Proble-

men, seien nicht zuverlässig abgeklärt worden, weshalb er die Einholung 

eines medizinischen Gutachtens verlange. Zudem sei vom Invalidenein-

kommen ein Leidensabzug von mindestens 5-15 % für das langsamere 

Arbeitstempo und die vermehrten Pausen sowie von zusätzlichen 20 % 

für die geringere Entlöhnung bei Teilzeitarbeit von Männern zu gewähren. 

Da er gemäss dem Arztbericht von Dr. med. F._____ bereits seit dem 1. 

Februar 2012 zu 50 % arbeitsunfähig sei, habe das Wartejahr am 1. Fe-

bruar 2013 geendet, am 9. Juli 2014 habe er sich bei der IV angemeldet, 

ihm stehe daher ein Rentenanspruch bereits ab dem 1. Januar 2015 zu 

und als massgebliches Vergleichsjahr müsse das Jahr 2015 herangezo-

gen werden. Die Beschwerdegegnerin habe das Valideneinkommen ein-

fach aus der Verfügung vom 21. Mai 2010 übernommen, seither seien 

sieben Jahre vergangen, weshalb dieses neu bestimmt werden müsse. 

Darüber hinaus macht der Beschwerdeführer auf den ärztlichen Bericht 

von Dr. med. G._____ vom 13. August 2014 aufmerksam, gemäss dem er 

sicher bereits ab Januar 2011 zu 100 % arbeitsunfähig sei. Sinngemäss 

weist er damit daraufhin, dass es nicht sein könne, dass er sich damals 

aus verschiedenen legitimen Gründen nicht bei der Beschwerdegegnerin 

angemeldet habe, nun jedoch für diese Jahre keine Ansprüche geltend 

machen könne. Schliesslich führt er aus, die beigelegte DVD mit allen 

Beweismitteln diene dazu, dass sich das Gericht ein vollumfängliches Bild 

über seine Argumentation und ähnlich gelagerte Rechtsfälle machen kön-

ne. 

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Die Beschwerdegegnerin hält in ihrer Vernehmlassung vom 19. Mai 2017 

an der Begründung gemäss angefochtener Verfügung vom 27. Februar 

2017 fest. Zur Arbeitsfähigkeit führt sie aus, gestützt auf die Arztberichte 

von Dr. med. C._____ vom 29. Dezember 2014 (inkl. CT Thorax vom 16. 

Dezember 2014) und vom 19. Februar 2016, des Hausarztes Dr. med. 

G._____ vom 10. Februar 2015 und auf den vom Beschwerdeführer ein-

gereichten Austrittsbericht des Kantonsspitals Graubünden vom 29. März 

2015 ergebe sich ein genügend klares Bild des somatischen, d.h. des or-

ganischen Gesundheitszustands des Beschwerdeführers. Die Lungen-

probleme seien vorhanden, diese müssten nicht weiter abgeklärt werden. 

Die körperliche Leistungsfähigkeit sei nicht pulmonal limitiert und der Zu-

sammenhang mit den psychischen Problemen sei gutachterlich abgeklärt 

worden. Die auf 50 % festgelegte Arbeitsfähigkeit sei nicht zu beanstan-

den. Das Valideneinkommen sei gestützt auf die LSE und die Nominal-

lohnentwicklung korrekt ermittelt worden, das Invalideneinkommen eben-

falls. Insbesondere sei angesichts der persönlichen Umstände des Be-

schwerdeführers richtigerweise kein Leidensabzug vorgenommen wor-

den. 

4. a) Im Sozialversicherungsrecht gilt generell das Untersuchungsprinzip. 

Demnach hat die Behörde den rechtserheblichen Sachverhalt von Amtes 

wegen abzuklären, ohne dabei an die Anträge der Parteien gebunden zu 

sein (Art. 43 Abs. 1 ATSG; vgl. auch KIESER, a.a.O., Art. 43 Rz. 13 ff.). Die 

Untersuchungspflicht gilt sowohl im Verwaltungsverfahren wie auch 

grundsätzlich im kantonalen Gerichtsverfahren (KIESER, a.a.O. Art. 43 

Rz. 28).

b) Um beurteilen zu können, in welchem Umfang und bezüglich welcher 

Tätigkeiten einem Versicherten noch eine Erwerbstätigkeit zugemutet 

werden kann, sind die Verwaltung und das im Beschwerdefall angerufene 

Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls an-

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dere Fachleute zur Verfügung stellen (BGE 132 V 93 E.4). Dabei können 

sich die IV-Stellen und im Streitfall die Sozialversicherungsgerichte auf 

die Regionalen Ärztlichen Dienste (RAD; Art. 59 Abs. 2bis Satz 1 IVG), auf 

die Berichte der behandelnden Ärztinnen und Ärzte oder auf externe me-

dizinische Sachverständige abstützen (Art. 59 Abs. 3 IVG). Das Bundes-

recht schreibt nicht vor, wie die einzelnen Beweismittel zu würdigen sind, 

vielmehr gilt für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbe-

schwerdeverfahren der Grundsatz der freien Beweiswürdigung (BGE 143 

V 124 E.2.2.2; vgl. auch Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben Versiche-

rungsträger und Sozialversicherungsgerichte die Beweise frei, d.h. ohne 

Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss 

zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Ge-

richt alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objek-

tiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterla-

gen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestat-

ten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen 

Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial 

zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht 

auf die andere medizinische These abstellt (vgl. zum Ganzen BGE 143 V 

124 E.2.2.2 und BGE 125 V 351 E.3a). 

c) Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob 

der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Unter-

suchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in 

Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurtei-

lung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der me-

dizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Ex-

perten begründet sind (BGE 134 V 231 E.5.1, BGE 125 V 351 E.3a). 

Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die 

Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten 

oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten 

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(BGE 143 V 124 E.2.2.2, BGE 125 V 351 E.3a mit Hinweisen). Dennoch 

hat es die Rechtsprechung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdi-

gung als vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen medizini-

scher Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzu-

stellen (BGE 125 V 351 E.3b). Den im Rahmen des Verwaltungsverfah-

rens eingeholten Gutachten von externen Spezialärzten, welche aufgrund 

eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in 

die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüs-

sigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Beweiswürdigung volle Beweis-

kraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverläs-

sigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 E.1.3.4, BGE 125 V 351 

E.3b/bb). In Bezug auf Berichte von Hausärzten darf und soll der Richter 

auch der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass Hausärzte mitunter 

im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen 

eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E.4.5, 

BGE 125 V 351 E.3a und 3b). Sodann kommt auch den Berichten und 

Gutachten versicherungsinterner Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als 

schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich wider-

spruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. 

(vgl. BGE 125 V 351 E.3b/ee, BGE 122 V 157 E.1c, BGE 135 V 465 

E.4.4; Urteil des Bundesgerichtes 8C_245/2011 vom 25. August 2011 

E.5.3).

d) Die Beschwerdegegnerin stützt sich bei ihrem Entscheid auf das mon-

odisziplinäre psychiatrische Gutachten von Prim. Univ-Prof. Dr. med. 

B._____, Facharzt für Psychiatrie und Neurologie, Psychotherapeut, vom 

10. Februar 2016 (Akten der Beschwerdegegnerin [Bg-act.] 118) ab. 

Demnach ist die Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers bei vollschich-

tiger Präsenz mit erhöhter Ermüdbarkeit, verminderter Konzentrations-

fähigkeit und verlangsamtem Arbeitstempo um 50 % reduziert (vgl. Bg-

act. 118, S. 28 f.). Gegen diese Einschätzung der Leistungs- bzw. Arbeits-

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fähigkeit bringt der Beschwerdeführer weder in seiner Beschwerde vom 

27. März 2017 noch in seiner Replik vom 23. Juni 2017 etwas vor. Die 

Ausführungen von Prim. Univ.-Prof. Dr. med. B._____ erweisen sich denn 

auch als umfassend, schlüssig und widerspruchsfrei und damit nachvoll-

ziehbar. Das Gutachten wurde unter Berücksichtigung sämtlicher Vorak-

ten und nach persönlicher Untersuchung des Beschwerdeführers am 10. 

August 2015 erstattet, diesem kommt damit voller Beweiswert zu (vgl. 

BGE 137 V 210 E.1.3.4, BGE 125 V 351 E.3b/bb). Weder in den Akten 

noch aus den Ausführungen des Beschwerdeführers sind konkrete Hin-

weise ersichtlich, die Zweifel an den Schlussfolgerungen von Prim. Univ.-

Prof. Dr. med. B._____ aufkommen lassen könnten. Vielmehr stellte auch 

Dr. med. D._____ in seinem Abschlussbericht vom 3. November 2016 

(Bg-act. 162, S. 13) für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit vollumfänglich 

auf dieses Gutachten ab. Zudem stimmt die Schlussfolgerung des Gut-

achters auch mit der eigenen Einschätzung des Beschwerdeführers, die 

er gegenüber dem Gutachter abgab und gemäss der er sich als noch 

höchstens zu 50 % belastbar erachtete (Bg-act. 118, S. 11), überein. Auf 

das psychiatrische Gutachten von Prim. Univ-Prof. Dr. med. B._____ vom 

10. Februar 2016 (Bg-act. 118) kann also vollumfänglich abgestellt wer-

den.

e) Der Beschwerdeführer macht in seiner Beschwerde vom 27. März 2017 

und in der Replik vom 23. Juni 2017 allerdings geltend, es sei nicht unter-

sucht worden, ob die Probleme an der Lunge Einfluss auf seine Gesund-

heit und seine Leistungsfähigkeit hätten, und ob die Lungenbeschwerden 

nicht im Zusammenhang mit den psychischen Problemen stehen würden. 

In seiner Replik (S. 3) rügt er, dass sein Gemüts- und Gesundheitszu-

stand von der Beschwerdegegnerin zu Unrecht nicht in Zusammenhang 

mit der seltenen lebensbedrohlichen Krankheit mit hoher Letalitätsrate, 

den beinahe täglich variierenden Schmerzen, den vermehrten Hautinfek-

ten, den muskulären Dystrophien und Verspannungen oder den Folgen 

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einer höchstwahrscheinlich unnötigen schweren Lungenoperation mit 

Keilresektion und der komplikationsvollen Behandlung und deren Folgen 

gesehen würden. Die mit seiner gesundheitlichen Problematik in Zusam-

menhang stehenden Erlebnisse beschrieb er auch näher in seinen ver-

schiedenen Schreiben, die sich in den Akten des Beschwerdeführers (Bf-

act. gelbes Mäppchen "medizinische Behandlung / Rechtsfall 1./IV") fin-

den. 

aa) Die Behauptung des Beschwerdeführers, dass der Zusammenhang zwi-

schen den physischen und psychischen Beschwerden nicht abgeklärt 

worden wäre, ist unzutreffend. Der Gutachter Prim. Univ.-Prof. Dr. med. 

B._____ zeigte nämlich auf, dass die gesundheitlichen Probleme 2004 mit 

einem Spontanpneumothorax begannen, dass der Beschwerdeführer 

deswegen und auch aufgrund anderer Belastungsfaktoren in einen de-

pressiven Erschöpfungszustand geraten sei und dass dieser Verlauf 

schliesslich zu einer rezidivierenden depressiven Störung geführt habe 

(vgl. Bg-act. 118, S. 26). Die psychiatrische Behandlung sei nicht sehr 

konsequent durchgeführt worden, was Ende 2015, als Reaktion auf mas-

sive Partnerschaftsprobleme, zu einem Zusammenbruch und zum Eintritt 

in die psychiatrische Klinik geführt habe. Der Gutachter erläuterte auch, 

dass die erhobenen psychischen Symptome und die funktionellen Folgen 

der beschriebenen Störungsgruppen (rezidivierende depressive Störung, 

Persönlichkeitsstörung, konversionsneurotische Tendenzen) zu einem 

chronischen depressiven Syndrom mit paranoider Ausgestaltung und so 

zu einer Verminderung des Leistungsvermögens um 50 % geführt hätten. 

Mit diesen Ausführungen ist – entgegen den Ausführungen des Be-

schwerdeführers – gesagt und auch eindrücklich dargetan, dass die we-

gen der Lungenproblematik durchgemachten und vom Beschwerdeführer 

teilweise – und nachvollziehbarerweise – auch als lebensbedrohlich erleb-

ten Vorfälle und die damit einhergehenden physischen Beeinträchtigun-

gen zusammen mit anderen belastenden Faktoren zur beschriebenen 

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psychischen Erkrankung geführt haben. Ein Zusammenhang zwischen 

physischer und psychischer Beeinträchtigung ist offensichtlich gegeben. 

Die Konsequenz daraus ist, dass der Beschwerdeführer in seiner Leis-

tungsfähigkeit zu 50 % eingeschränkt ist.

bb) Auch Dr. med. C._____, Facharzt FMH Pneumologie und Innere Medizin, 

bestätigte im Ergebnis einen Zusammenhang zwischen physischen und 

psychischen Beschwerden. Gestützt auf die durchgeführte Ergospirome-

trie bzw. Lungenfunktionsprüfung führte er nämlich bereits in seinem Be-

richt vom 29. Dezember 2014 (Bg-act. 90, S. 5) und dann wieder im Be-

richt vom 19. Februar 2016 (Bg-act. 124) aus, die körperliche Leistungs-

fähigkeit des Beschwerdeführers sei bedenklich schlecht. Dies sei jedoch 

weder auf die Lungenprobleme noch auf kardiale Einschränkungen 

zurückzuführen (Bg-act. 90 und 124). Vielmehr sei es die psychiatrische 

Erkrankung, die im Vordergrund stehe, ein Teufelskreis von Atemnot, 

Schonhaltung und ausgeprägter Dekonditionierung (Bg-act. 90 und 124). 

cc) In seiner Replik vom 23. Juni 2017 (S. 2) verweist der Beschwerdeführer 

auf den Bericht von Dr. med. G._____ vom 10. Februar 2015 (Bg-act. 93). 

Der Hausarzt Dr. med. G._____, Allgemeine Medizin FMH, behandelte 

den Beschwerdeführer seit dem Jahr 2009 (vgl. Bericht vom 13. August 

2014, Bg-act. 82) bzw. seit dem Jahr 1997 intermittierend und seit 2011 

regelmässig (vgl. Bericht vom 10. Februar 2015, Bg-act. 93). Bereits im 

Bericht vom 13. August 2014 (Bg-act. 82) schilderte Dr. med. G._____, 

dass der Beschwerdeführer seit dem im Jahr 2004 aufgetretenen und mit 

Komplikationen einhergegangenen Spontanpneumothorax an massiven 

thorakalen Schmerzattacken leide. Zudem sei im Jahr 2011 auf der rech-

ten Seite ein kleiner Spontanpneumothorax aufgetreten, der den Be-

schwerdeführer sehr stark verunsichert habe (Bg-act. 82). Die Lungen-

probleme hätten, zusammen mit weiteren unglücklichen sozialen Um-

ständen, über die Jahre zu einer Langzeit-Arbeitslosigkeit und zu einer 

- 15 -

grossen Not des Beschwerdeführers geführt, dieser sei je länger je mehr 

psychisch überfordert, leide an Panikattacken und starken depressiven 

Störungen mit teils auch akuten Wutanfällen. Eine psychiatrisch/psycho-

therapeutische Behandlung sei eingeleitet worden, weil der Beschwerde-

führer die Situation allein nicht mehr habe tragen können und dringend 

Hilfe brauche. Seiner Ansicht nach sei der Beschwerdeführer aktuell nicht 

mehr arbeitsfähig und bei keiner Arbeit einsetzbar (Bg-act. 82). Im Bericht 

vom 10. Februar 2015 (Bg-act. 93) bestätigte Dr. med. G._____, dass die 

seit 2004 bestehenden Lungenprobleme (rezidivierende Schmerzen im 

Bereich des linken Thorax, rezidivierende Pneumothoraces rechts) beim 

Beschwerdeführer eine grosse Beunruhigung und eine grosse Angst vor 

Rezidiven hervorgerufen hätten, die schliesslich mitverantwortlich für die 

Entwicklung des chronisch depressiven Zustandes seien (Bg-act. 93).

dd) Aus den Berichten von Dr. med. H._____ und Dr. med. I._____ von den 

Psychiatrischen Diensten Graubünden, Klinik Beverin, vom 16. Februar 

2015 (Bg-act. 99), von Dr. med. K._____, Fachärztin für Psychiatrie und 

Psychotherapie FMH, vom 17. März 2015 (Bg-act. 95) sowie von Dr. med. 

F._____, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 15. April 

2015 (Bg-act. 98), der den Beschwerdeführer seit November 2014 be-

handelte (vgl. Bg-act. 89), geht ebenfalls nichts Gegenteiliges hervor. 

Daran ändert nichts, dass der Beschwerdeführer den Bericht von 

Dr. med. F._____ in verschiedenen Mails an diesen selbst (13. April 

2015), an die Vertreterin der E._____ AG, Rechtsschutzversicherung, 

sowie seinen damaligen Rechtsvertreter (17. April 2015) und an die Be-

schwerdegegnerin (17. April 2015 bzw. 15. Mai 2015) kritisierte und des-

sen Unbefangenheit und Kompetenz in Frage stellte (vgl. Bf-act. gelbes 

Mäppchen "medizinische Behandlung / Rechtsfall 1./IV" sowie auch Bg-

act. 100). Ungeachtet der Kritik führte er im Mail an die Vertreterin der 

E._____ AG, Rechtsschutzversicherung, und seinen damaligen Rechts-

vertreter (17. April 2015) aus, dass die Diagnose der paranoiden Persön-

- 16 -

lichkeitsstörung seines Erachtens nur maximal – aber immerhin – zur 

Hälfte zutreffe. Damit ging aber auch der Beschwerdeführer selbst – so-

gar unter Hinweis auf den Katalog der Persönlichkeitsstörungen nach 

ICD-10 – von einer solchen und von diversen anderen, gemäss eigenen 

Aussagen viel ausgeprägteren Persönlichkeitsstörungen aus und 

bestätigte so das Vorhandensein einer weiteren psychischen Problematik, 

die zusammen mit der Lungenproblematik zu der bzw. dem sowohl vom 

Gutachter Prim. Univ.-Prof. Dr. med. B._____ als auch vom Hausarzt 

Dr. med. G._____ und vom behandelnden Psychiater Dr. med. F._____ 

festgestellten rezidivierenden depressiven Störung bzw. zum chronischen 

depressiven Syndrom geführt hat.

ee) Im Austrittsbericht der Psychiatrischen Dienste Graubünden vom 26. Ja-

nuar 2016, der an den Beschwerdeführer adressiert ist (vgl. Bf-act. gelbes 

Mäppchen "medizinische Behandlung / Rechtsfall 1./IV"), bzw. aus der 

Zusammenfassung der Krankengeschichte, datiert vom 25. April 2016 

und adressiert an Dr. med. G._____ (Bg-act. 127) wird vom stationären 

Aufenthalt des Beschwerdeführers berichtet, der vom 30. Dezember 2015 

bis zum 15. Januar 2016 dauerte. Auch hier wird die Diagnose einer rezi-

divierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode, 

sowie der Verdacht auf eine kombinierte Persönlichkeitsstörung (anan-

kastisch und paranoid-querulatorisch) gestellt. In der schriftlichen Korrek-

tur mit Stellungnahme des Beschwerdeführers vom 23. Mai 2016 (vgl. Bf-

act. gelbes Mäppchen "medizinische Behandlung / Rechtsfall 1./IV", Bg-

act. 131) nahm der Beschwerdeführer zu den einzelnen Angaben in die-

sem Bericht ausführlich Stellung und stellte zum Schluss klar, dass er die 

Nebendiagnose "paranoid-querulatorische" Persönlichkeitsstörung nicht 

akzeptieren könne. Doch auch wenn der Beschwerdeführer diese Dia-

gnose als ungerechtfertigte schwerwiegende Beschuldigung bezeichnete, 

so vermag dies weder die Angaben der Psychiatrischen Dienste 

Graubünden im Bericht vom 26. Januar 2016 (Bg-act. 127) noch die gut-

- 17 -

achterliche Feststellung von Prim. Univ.-Prof. Dr. med. B._____ zu ent-

kräften, wonach beim Beschwerdeführer eine kombinierte Persönlich-

keitsstörung mit u.a. auch paranoiden Anteilen vorliege. Zu beachten ist in 

diesem Zusammenhang zudem auch die Erklärung von Prim. Univ.-Prof. 

Dr. med. B._____ in seinem Mail vom 24. Juni 2016, dass der Bericht der 

Psychiatrischen Dienste Graubünden vom 26. Januar 2016 nichts an sei-

ner gutachterlichen Beurteilung ändere (Bg-act. 134, 135). 

ff) Unter den gegebenen Umständen ist nicht nachvollziehbar, dass der Be-

schwerdeführer nun behauptet, es sei nicht untersucht worden, ob die ge-

sundheitlichen Probleme an der Lunge Einfluss auf seine Gesundheit und 

seine Leistungsfähigkeit hätten bzw. ob die Lungenbeschwerden nicht im 

Zusammenhang mit den psychischen Problemen stehen würden (Be-

schwerde S. 3). Ein Zusammenhang zwischen physischen und psychi-

schen Beeinträchtigungen besteht vorliegend, wie erwähnt, offensichtlich, 

weshalb dazu keine weiteren Untersuchungen notwendig sind. Auch ist 

für das vorliegende Verfahren – entgegen den Ausführungen des Be-

schwerdeführers (Beschwerde S. 3, Replik S. 2 mit Hinweis auf Bg-

act. 90, S. 5 recte: S. 6 oben) – nicht entscheidend, die effektive Ursache 

der Lungenparenchymveränderung bzw. -schädigung mit Ausbildung ei-

nes Emphysems zu kennen (Lungenparenchym = Gewebe der Lunge; 

Emphysem = Überblähung der Lunge) (vgl. Bg-act. 90, S. 6). Zudem ist 

im vorliegenden Fall auch nicht zu beurteilen, ob die ursprüngliche Be-

handlung durch das Kantonsspital Graubünden anlässlich der ersten 

Hospitalisation im Zusammenhang mit dem im Februar 2004 erlittenen 

Spannungs-Pneumothorax angebracht war oder nicht, eine Kritik, die der 

Beschwerdeführer in zahlreichen seiner Schreiben immer wieder anbringt 

(vgl. Bf-act. gelbes Mäppchen "medizinische Behandlung / Rechtsfall 

1./IV"), letztmals in der Stellungnahme und Korrektur vom 23. Mai 2016 

zum Bericht der Psychiatrischen Klinik vom 26. Januar 2016 und 28. April 

2016, S. 2 (vgl. auch Bg-act. 131). Vorliegend ist entscheidend, dass der 

- 18 -

Umfang der Arbeits- bzw. Leistungsfähigkeit verlässlich eingeschätzt 

werden kann, was angesichts all der erwähnten ärztlichen Berichte ohne 

weiteres möglich ist. Diese geben ein genügend klares Bild des gesund-

heitlichen, mithin physischen und psychischen Zustands des Beschwer-

deführers ab, insbesondere bestätigen sie, dass die psychischen Beein-

trächtigungen im Vordergrund stehen, während nach Einschätzung von 

Dr. med. C._____ die Lungenproblematik allein die Leistungsfähigkeit of-

fensichtlich nicht einschränkt. Dabei spielt es keine Rolle, dass Dr. med. 

C._____ sich in seinem Bericht vom 19. Februar 2016 nicht zur Arbeits-

fähigkeit äusserte, wie der Beschwerdeführer rügt (Replik S. 2). Diese 

Einschätzung wurde seitens des Gutachters, Prim. Univ.-Prof. Dr. med. 

B._____, wie bereits erwähnt, in schlüssiger und überzeugender Art und 

Weise – und sogar in Übereinstimmung mit der eigenen Einschätzung 

des Beschwerdeführers – vorgenommen. Es war nicht die Aufgabe von 

Dr. med. C._____, sich diesbezüglich ebenfalls zu äussern.

f) Das Gericht kommt nach all dem Gesagten zum Schluss, dass eine Ver-

letzung des Untersuchungsgrundsatzes gemäss Art. 43 ATSG, wie dies 

der Beschwerdeführer geltend macht, nicht vorliegt, und – in antizipierter 

Beweiswürdigung – dass eine weitere Begutachtung nicht erforderlich ist. 

Die Beschwerdegegnerin ging damit bei der Festlegung der Erwerbsmög-

lichkeiten des Beschwerdeführers zu Recht von einer ganztägigen Ar-

beitsfähigkeit mit um 50 % reduzierter Leistungsfähigkeit sowohl in der 

angestammten wie auch in einer leidensadaptierten Tätigkeit aus. 

5. a) Gemäss Art. 16 ATSG gilt als Valideneinkommen das Erwerbseinkom-

men, das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 

geworden wäre. Massgebend ist also das ohne invalidisierenden Ge-

sundheitsschaden, mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erzielbare Er-

werbseinkommen (MEYER/REICHMUTH, Rechtsprechung des Bundesge-

richts zum IVG, Zürich, 2014, 3. Aufl., Art. 28a Rz. 47). Bei der Ermittlung 

- 19 -

des Valideneinkommens ist so konkret wie möglich vorzugehen (MEY-

ER/REICHMUTH, a.a.O., Art. 28a Rz. 47), wobei von dem vor Eintritt des 

Gesundheitsschadens zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der 

realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst auszugehen ist 

(MEYER/REICHTMUTH, a.a.O., Art. 28a Rz. 49). Ist dies nicht möglich, dann 

ist auf Erfahrungs- und Durchschnittswerte zurückzugreifen, so insbeson-

dere auf die LSE-Tabellen (MEYER/REICHMUTH, a.a.O., Art. 28a Rz. 55). 

b) In der angefochtenen Verfügung vom 27. Februar 2017 verwies die Be-

schwerdegegnerin auf ihre frühere Verfügung vom 21. Mai 2010, in der 

sie das jährliche Einkommen ohne gesundheitliche Einschränkung auf 

Fr. 72'502.-- festgesetzt hatte. Aufindexiert auf das Jahr 2016 errechnete 

sie daraus ein jährliches Valideneinkommen von Fr. 76'435.--. 

Der Beschwerdeführer rügt in seiner Beschwerde vom 27. März 2017 un-

ter Verweis auf Bg-act. 141 (Invaliditätsbemessung), die Beschwerdegeg-

nerin habe einfach das Einkommen aus dem Jahr 2010 übernommen. 

Seither seien jedoch sieben Jahre vergangen, weshalb das jährliche Ein-

kommen bestimmt werden müsse, das der Beschwerdeführer heute ohne 

gesundheitliche Einschränkungen erzielen könnte.

c) In zeitlicher Hinsicht ist bezüglich der Festlegung des Vergleichseinkom-

mens auf die Verhältnisse beim Beginn des (allfälligen) Rentenanspruchs 

abzustellen; zudem müssen eventuelle Änderungen der Vergleichsein-

kommen bis zum Zeitpunkt des Erlasses der Verfügung bzw. des Ein-

spracheentscheids berücksichtigt werden (KIESER, a.a.O., Art. 16 Rz. 12 

mit Hinweis auf BGE 129 V 222 E.4.1). 

Ausgewiesen ist, dass der Beschwerdeführer sich am 1./9. Juli 2014 (Da-

tum der Anmeldung; Eingang bei der Beschwerdegegnerin am 10. Juli 

2014, Bg-act. 71, S. 6, Bg-act. 77) bei der Beschwerdegegnerin zum Be-

- 20 -

zug von IV-Leistungen angemeldet hat. Gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG ent-

steht der Rentenanspruch frühestens nach Ablauf von sechs Monaten 

nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach Art. 29 Abs. 1 

ATSG. Vorliegend bedeutet dies, dass der Rentenanspruch des Be-

schwerdeführers frühestens ein halbes Jahr nach der Anmeldung, also 

frühestens ab Januar 2015 entstehen konnte (vgl. zum Ganzen auch un-

ten Erwägung 8c). Folglich ist beim Einkommensvergleich auf die Ver-

hältnisse des Jahres 2015 abzustellen, jedoch sind gemäss Praxis des 

Bundesgerichts (BGE 129 V 222 E.4.1) auch die Verhältnisse bis zum Er-

lass der angefochtenen Verfügung zu berücksichtigen, hier also jene im 

Jahr 2016, wurde doch die Verfügung am 27. Februar 2017 erlassen. 

d) Aus der Verfügung vom 21. Mai 2010 (Bg-act. 64, S. 2) geht hervor, dass 

sich die Ermittlung des Valideneinkommens relativ schwierig gestaltete, 

weil die in den Jahren davor vom Beschwerdeführer erzielten Einkommen 

einerseits wegen teilweiser Arbeitslosigkeit, andererseits wegen der Aus-

richtung von IV-Taggeldern während der Umschulung keine verlässliche 

Grundlage lieferten. Deshalb hatte die Beschwerdegegnerin damals auf 

die Tabellenlöhne der Schweizerischen Lohnstrukturerhebungen des 

Bundesamtes für Statistik (LSE) abgestellt. Die Beschwerdegegnerin hat-

te in jener Verfügung zwar angegeben, sie stelle auf die LSE 2010 ab, 

tatsächlich hatte sie jedoch die LSE 2008 verwendet (vgl. Bg-act. 63, 

S. 2). Gestützt auf die Tabelle TA 1 im privaten Sektor Wirtschaftszweige 

27, 28 "Metallbe- und Verarbeitung" (der in der LSE-Tabelle 2010 so nicht 

mehr aufgeführt ist) hatte sie bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 41.6 

Stunden für das Anforderungsniveau 3 (Berufs- und Fachkenntnisse vor-

ausgesetzt) bei Männern und einem monatlichen Bruttolohn (Zentralwert) 

von Fr. 5'695.-- ein auf das Jahr 2010 aufindexiertes Jahreseinkommen 

ohne Gesundheitsschaden von Fr. 72'502.18 errechnet. In der angefoch-

tenen Verfügung vom 27. Februar 2017 ging sie von dieser Zahl aus und 

indexierte diese auf das Jahr 2016 auf, was ein jährliches Validenein-

- 21 -

kommen von Fr. 76'435.43 ergab. Demgegenüber ermittelte die Be-

schwerdegegnerin das Invalideneinkommen auf der Basis der LSE 2014. 

Den Umstand, dass das eine Mal die LSE 2008 und das andere Mal die 

LSE 2014 zur Anwendung gelangte, erachtet das Gericht nicht als kor-

rekt, zumal einerseits Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidenti-

scher Grundlage erhoben werden sollen (MEYER/REICHMUTH, a.a.O., 

Art. 28a Rz. 31) und andererseits beim Abstellen auf Tabellenlöhne 

grundsätzlich immer die aktuellsten statistischen Daten zu verwenden 

sind (BGE 143 V 295 E.2.3, BGE 142 V 178 E.2.5.8.1). 

Infolgedessen ist vorliegend auch bei der Berechnung des Validenein-

kommens auf die LSE 2014 abzustellen. Dabei kann von der Tabelle TA 1 

Wirtschaftszweige 24-25 "Metallerzeugung" (Herstellung von Metaller-

zeugnissen) ausgegangen werden, was dem vormaligen und in der LSE 

2014 nicht mehr aufgeführten Wirtschaftszweig 27, 28 ("Metallbe- und 

Verarbeitung") am nächsten kommt. Was das Kompetenz- bzw. Anforde-

rungsniveau angeht, so waren in der LSE Tabelle 2008 noch die Anforde-

rungsniveaus 1-4 massgebend, wobei das von der Beschwerdegegnerin 

damals berücksichtigte Anforderungsniveau 3 Berufs- und Fachkenntnis-

se voraussetzte. In der LSE Tabelle 2014 ist nicht mehr von Anforde-

rungsniveaus die Rede, sondern von Kompetenzniveaus. Dabei werden 

im Kompetenzniveau 3 komplexe praktische Tätigkeiten mit grossem 

Wissen in einem Spezialgebiet vorausgesetzt, während das Kompetenz-

niveau 2 praktische Tätigkeiten wie Verkauf/Pflege/Datenverarbeitung 

und Administration, Bedienen von Maschinen und elektronischen 

Geräten/Sicherheitsdienst/Fahrdienst umfasst. Dem vormaligen Anforde-

rungsniveau 3 entspricht somit heute das Kompetenzniveau 2 (vgl. dazu 

KALTSUNIS-APELTSOTOU, Invalidität - Parallelität der Vergleichseinkommen, 

in: KIESER (Hrsg.), Sozialversicherungsrechtstagung 2015, S. 155), wes-

halb vorliegend auf dieses Kompetenzniveau 2 bei Männern abzustellen 

ist. Dies ergibt bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 41.7 Stunden und 

- 22 -

einem monatlichen Bruttolohn (Zentralwert) von Fr. 5'717.-- ein auf das 

Jahr 2016 aufindexiertes Jahreseinkommen ohne Gesundheitsschaden 

(Valideneinkommen) von Fr. 72'957.-- (Fr. 5'717.-- : 40 h x 41.7 h x 12 

Monate x 1.01 x 1.01). Dieser Betrag liegt tiefer als das von der Be-

schwerdegegnerin errechnete Valideneinkommen von Fr. 76'435.43, was 

letztlich aber, wie nachfolgend aufgezeigt, keinen Einfluss auf die Be-

rechnung des Invaliditätsgrades hat.

6. a) Als Invalideneinkommen gilt nach Art. 16 ATSG das Erwerbseinkommen, 

das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durch-

führung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungs-

massnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Ar-

beitsmarktlage erzielen könnte. Beim Invalideneinkommen handelt es sich 

deshalb nicht um ein tatsächliches, sondern um ein normatives Einkom-

men, das dazu dient, den invalidenrechtlich kompensationsfähigen Nach-

teil für den jeweiligen Einzelfall zu konkretisieren. Sofern die versicherte 

Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls kei-

ne neue ihr zumutbare Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so kann auf 

lohnstatistische Annahmen abgestellt werden (SIKI, in: Zürcher Studien 

zum öffentlichen Recht, Invalidität und Sozialversicherung, Zürich 2012, 

S. 166 f).

b) Für die Berechnung des Invalideneinkommens stellte die Beschwerde-

gegnerin in der angefochtenen Verfügung vom 27. Februar 2017 auf die 

LSE 2014, Zentralwert aller Wirtschaftszweige, Kompetenzniveau 1, ein-

fache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art, Männer, und da-

mit auf ein Bruttoeinkommen von Fr. 5'312.-- ab und errechnete ein jährli-

ches Invalideneinkommen bei 50%iger Leistungsfähigkeit von 

Fr. 33'225.55 bzw. ein auf das Jahr 2016 aufindexiertes jährliches Invali-

deneinkommen von Fr. 33'894.40 (Bg-act. 141). Diese Berechnung bean-

standete der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde vom 27. März 2017 

- 23 -

und in der Replik vom 23. Juni 2017 nicht. Folglich und weil das Invali-

deneinkommen korrekt ermittelt und berechnet wurde (Fr. 5'312.-- : 40 h x 

41.7 h x 12 Monate x 1.01 x 1.01 x 50 % = Fr. 33'894.40), ist bei der Be-

rechnung des Invaliditätsgrades von diesem Betrag auszugehen. Der Be-

schwerdeführer rügt diesbezüglich allerdings, dass kein Leidensabzug 

vorgenommen wurde. Da ein allfälliger Abzug Einfluss auf die Höhe des 

Invaliditätsgrades haben könnte, ist dieser Frage im Nachfolgenden 

nachzugehen.

7. a) Ein Abzug vom Tabellenlohn ist, zwar nicht automatisch, aber in aller Re-

gel, bei eingeschränkter Arbeitsfähigkeit und/oder behinderungsbedingten 

zusätzlichen Limitierungen vorzunehmen (MEYER/REICHMUTH, a.a.O., 

Art. 28a Rz. 100), mithin aber nur dann, wenn im Einzelfall genügend An-

haltspunkte dafür bestehen, dass der Versicherte wegen eines oder meh-

rerer der genannten Merkmale seine gesundheitlich bedingte (Rest-)

Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur noch mit unter-

durchschnittlichem Erwerbserfolg verwerten kann (BGE 129 V 472 

E.4.2.3, BGE 126 V 75 E.5b/aa). Die Frage, ob und in welchem Ausmass 

die Tabellenlöhne für die Ermittlung des Invalideneinkommens herabzu-

setzen sind, hängt von allen persönlichen und beruflichen Umständen des 

konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienst-

jahre, Nationalität, Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad), die 

nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen sind (BGE 126 

V 75 E.5b/aa und 5b/bb; Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons 

Graubünden S 15 02 vom 7. Januar 2016). Der Abzug vom Tabellenlohn 

darf 25 % nicht überschreiten (MEYER/REICHMUTH, a.a.O., Art. 28a 

Rz. 104, vgl. auch Rz. 100; BGE 129 V 472 E.4.2.3, BGE 126 V 75 

E.5b/cc). 

b) Der Beschwerdeführer verlangt in seiner Beschwerde vom 27. März 2017 

und in der Replik vom 23. Juni 2017 einen Leidensabzug von mindestens 

- 24 -

5-15 % für das langsamere Arbeitstempo und die vermehrten Pausen so-

wie von zusätzlichen 20 % für die geringere Entlöhnung bei Teilzeitarbeit 

von Männern.

Die Beschwerdegegnerin nahm in der angefochtenen Verfügung vom 27. 

Februar 2017 keinen Leidensabzug vor. In ihrer Vernehmlassung vom 19. 

Mai 2017 führt sie dazu aus, dass die gesundheitlichen Einschränkungen 

(verlangsamtes Arbeitstempo, zusätzlicher Pausenbedarf) bereits bei der 

Festlegung der noch zumutbaren Leistungsfähigkeit berücksichtigt wor-

den seien. Was die behaupteten Lohnnachteile bei Teilzeitarbeit von 

Männern betreffe, habe das Bundesgericht solche Nachteile verneint. Im 

Übrigen erfahre der Beschwerdeführer hinsichtlich der sonstigen persönli-

chen Verhältnisse (Ausbildung, Berufserfahrung, Nationalität und Alter) im 

Kompetenzniveau 1 keine Nachteile. Vielmehr wäre dem Beschwerdefüh-

rer durchaus auch die Ausübung von Tätigkeiten im Kompetenzniveau 2 

möglich.

c) Das Gericht kann vorliegend den Ausführungen der Beschwerdegegnerin 

folgen.

aa) Zutreffend und nicht zu beanstanden ist, dass dem Beschwerdeführer 

kein Abzug wegen gesundheitlicher Einschränkungen bei der Arbeit wie 

langsameres Arbeitstempo und Bedarf an vermehrten Pausen gewährt 

wurde. Diese Einschränkungen, die unbestrittenermassen vorhanden 

sind, sind bereits insofern berücksichtigt, als dem Beschwerdeführer beim 

Invalideneinkommen eine lediglich 50%ige Leistungsfähigkeit bei ganz-

tätiger Tätigkeit (ganztätige Präsenzzeit mit verminderter Leistung) ange-

rechnet, somit von einem Invalideneinkommen von Fr. 33'894.-- anstatt 

von Fr. 67'788.-- ausgegangen wird. Zusätzliche, behinderungsbedingte 

Limitierungen, die berücksichtigt werden müssten, sind vorliegend nicht 

ersichtlich und werden vom Beschwerdeführer (über das langsamere Ar-

- 25 -

beitstempo und den Bedarf an vermehrten Pausen hinaus) auch nicht be-

hauptet (vgl. dazu auch Urteil des Bundesgerichts 8C_419/2012 vom 21. 

September 2012 E.3.1 mit Hinweisen und BGE 142 V 178 E.2.5.9)

bb) Was die Frage des Beschäftigungsgrads betrifft, so anerkennt das Bun-

desgericht bei Männern, die aus gesundheitlichen Gründen nur noch teil-

zeitlich erwerbstätig sein können, einen Abzug vom Tabellenlohn (MEY-

ER/REICHMUTH, a.a.O., Art. 28a Rz. 107; Urteil des Bundesgerichts 

8C_419/2012 vom 21. September 2012 E.3.1; BGE 126 V 75 E.7b). Da-

gegen rechtfertigt nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung der Um-

stand, dass eine grundsätzlich vollzeitlich arbeitsfähige Person behinde-

rungsbedingt lediglich reduziert leistungsfähig ist, keinen über die Berück-

sichtigung der eingeschränkten Leistungsfähigkeit hinausgehenden Ab-

zug (Urteile des Bundesgerichts 9C_126/2011 vom 8. Juli 2011 E.5.2, 

9C_582/2011 vom 3. November 2011 E.3 und 8C_20/2012 vom 4. April 

2012 E.3.2, vgl. auch MEYER/REICHMUTH, a.a.O., Art. 28a Rz. 112). Dem 

entspricht auch die Praxis des Verwaltungsgerichts (vgl. Urteile des Ver-

waltungsgerichts S 15 04 vom 1. September 2015 E.7d und S 15 162 

vom 19. Mai 2016 E.4b mit Hinweisen).

Vorliegend erlaubt es der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers 

diesem grundsätzlich, ganztägig arbeitstätig zu sein, jedoch ist seine Leis-

tungsfähigkeit eingeschränkt. Damit ist es gerade nicht so, dass der Be-

schwerdeführer wegen seiner gesundheitlichen Einschränkungen nur 

noch teilzeitlich erwerbstätig sein könnte, wovon er bei seiner Argumenta-

tion auszugehen scheint (vgl. Beschwerde vom 27. März 2017, S. 4: Hin-

weis auf ein Pensum von 44.35 %). Ein Abzug wegen reduziertem Be-

schäftigungsgrad ist damit gestützt auf die erwähnte bundes- und verwal-

tungsgerichtliche Rechtsprechung gerade nicht zu gewähren. 

- 26 -

cc) Der Einschätzung der Beschwerdegegnerin ist auch insofern beizupflich-

ten, als dass dem Beschwerdeführer auch aufgrund seiner sonstigen per-

sönlichen Verhältnisse wie Ausbildung, Berufserfahrung, Nationalität und 

Alter im Kompetenzniveau 1 (einfache Tätigkeiten körperlicher oder 

handwerklicher Art) keine Nachteile erwachsen, und wonach ihm durch-

aus auch Tätigkeiten im Kompetenzniveau 2 (praktische Tätigkeiten wie 

Verkauf/Pflege/Datenverarbeitung und Administration/Bedienen von Ma-

schinen und elektronischen Geräten/Sicherheitsdienst/Fahrdienst) mög-

lich wären. Gesamthaft gesehen ist nach all dem Gesagten nicht zu be-

anstanden, dass die Beschwerdegegnerin keinen Abzug von den Tabel-

lenlöhnen gewährt hat.

d) Ist kein Abzug vom Tabellenlohn vorzunehmen, kann von dem von der 

Beschwerdegegnerin festgelegten und vom Beschwerdeführer nicht be-

anstandeten Invalidenlohn von Fr. 33'894.-- ausgegangen werden. Bei ei-

nem Validenlohn von Fr. 72'957.-- resultiert ein IV-Grad von 53.54 %. 

Diese Zahl ist rechnerisch auf die nächste ganze Prozentzahl auf- oder 

abzurunden (KIESER, a.a.O., Art. 16 Rz. 11), vorliegend somit auf 54 %. 

Ein Ermessensspielraum, den IV-Grad um mehrere ganze Prozentpunkte 

auf die nächste Fünfer- oder Zehnerzahl bzw. gar auf die nächste Ren-

tenstufe (Dreiviertel-Rente bei 60 %) aufzurunden, besteht nach der bun-

desgerichtlichen Rechtsprechung nicht (BGE 130 V 121 E.3.2, BGE 127 

V 129 E.4c und f). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG steht der versicherten Per-

son bei einem Invaliditätsgrad zwischen 50 % und 59 % eine halbe Rente 

zu. Der Beschwerdeführer hat demnach weder Anspruch auf eine ganze 

IV-Rente, wie er in seiner Beschwerde vom 27. März 2017 geltend macht,  

noch auf eine Dreiviertelsrente, die ab einem IV-Grad von mindestens 

60 % zuzusprechen wäre.

8. a) Gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b und c IVG hat eine versicherte Person An-

spruch auf eine Rente, wenn sie während eines Jahres ohne wesentli-

- 27 -

chen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig im Sin-

ne von Art. 6 ATSG gewesen und nach Ablauf dieses Jahres zu mindes-

tens 40 % invalid im Sinne von Art. 8 ATSG ist. Die durchschnittliche Be-

einträchtigung der Arbeitsfähigkeit während eines Jahres und die nach 

Ablauf der Wartezeit bestehende Erwerbsunfähigkeit müssen kumulativ 

und in der für die einzelnen Rentenabstufungen erforderlichen Min-

desthöhe gegeben sein, damit eine Rente im entsprechenden Umfang 

zugesprochen werden kann (Urteil des Bundesgerichts 8C_243/2011 vom 

8. Juni 2011 E.6.1 mit Hinweisen). 

b) In der angefochtenen Verfügung vom 27. März 2017 ging die Beschwer-

degegnerin von einem Rentenbeginn ab 1. September 2015 aus. Sie führ-

te dazu aus, es sei nicht entscheidend, ob der Beschwerdeführer wegen 

fehlender Information bzw. Missverständnissen mit dem Hausarzt die IV-

Anmeldung erst im Juli 2014 eingereicht habe, sondern vielmehr, ob der 

anspruchsbegründende Sachverhalt objektiv feststellbar sei oder nicht. 

Das Wartejahr sei aufgrund des psychiatrischen Gutachtens im Septem-

ber 2014 zu eröffnen, weshalb der früheste Rentenbeginn auf September 

2015 festzulegen sei.

Der Beschwerdeführer beantragt in seiner Beschwerde vom 27. März 

2017 und in der Replik vom 23. Juni 2017 die Ausrichtung der IV-Rente 

ab dem 1. Januar 2015 anstatt wie verfügt ab dem 1. September 2015. In 

seiner Replik vom 23. Juni 2017 ist in der Begründung sogar einmal von 

einem Rentenbeginn ab Januar 2013 die Rede (vgl. Replik, S. 4), ohne 

dass der Beschwerdeführer jedoch sein Rechtsbegehren entsprechend 

angepasst hätte. Der Beschwerdeführer stellt zur Begründung auf seine 

Anmeldung vom 1./9. Juli 2014 ab, auf den Arztbericht von Dr. med. 

F._____ vom 1. Januar 2014 (recte: 15. April 2015) (Bg-act. 98), gemäss 

dem er bereits seit dem 1. Februar 2012 zu 50 % arbeitsunfähig sei, so-

wie auf den Arztbericht von Dr. med. G._____ vom 13. August 2014 (Bg-

- 28 -

act. 82), gemäss dem er sicher ab Januar 2011 zu 100 % arbeitsunfähig 

sei. Sinngemäss macht der Beschwerdeführer geltend, der Umstand, 

dass er sich aus verschiedenen gesundheitlichen Gründen und rechtli-

chen Annahmen verspätet angemeldet habe, könne ihm nicht angelastet 

werden.

Die Beschwerdegegnerin äussert sich in ihrer Vernehmlassung vom 19. 

Mai 2017 nicht mehr zu diesem Punkt. Den Ausführungen im Case Re-

port (Bg-act. 162, S. 15) kann entnommen werden, dass die Beschwer-

degegnerin entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers nicht 

von einer verspäteten Anmeldung ausging und dass sie sich bei der Be-

rechnung der Wartezeit auf das Gutachten von Prim. Univ-Prof. Dr. med. 

B._____ vom 10. Februar 2016 und auf die Angaben des RAD-Arztes 

(vgl. Bericht vom 3. November 2016, Bg-act. 162, S. 13) abstützte (vgl. 

Bg-act. 162, S. 14).  

c) Der Beschwerdeführer meldete sich am 1. Juli 2014 (Poststempel 9. Juli 

2014) bei der Beschwerdegegnerin zum Bezug von IV-Leistungen an 

(Eingang bei der Beschwerdegegnerin am 10. Juli 2014, vgl. Bg-act. 71). 

Gestützt auf den seit 2008 geltenden Art. 29 Abs. 1 IVG, der eine sechs-

monatige Karenzzeit seit Geltendmachung des Leistungsanspruchs vor-

schreibt, ist damit der frühestmögliche Beginn des Rentenanspruchs des 

Beschwerdeführers der Januar 2015. Die Beschwerdegegnerin erwähnte 

in der angefochtenen Verfügung vom 27. Februar 2017 im Zusammen-

hang mit der Frage der angeblich verspäteten Anmeldung den Art. 48 

IVG, wonach Leistungen in Abweichung von Art. 24 Abs. 1 ATSG lediglich 

für die zwölf der Anmeldung vorangehenden Monate ausgerichtet würden 

(Abs. 1) und weitergehende Nachzahlungen innerhalb der fünfjährigen 

Verwirkungsfrist erbracht würden (Abs. 2), wenn die versicherte Person 

den anspruchsbegründenden Sachverhalt nicht kennen konnte (lit. a) und 

sie den Anspruch spätestens zwölf Monate, nachdem sie davon Kenntnis 

erhalten hat, geltend macht (lit. b). Auf diese Gesetzesbestimmung kann 

- 29 -

vorliegend allerdings nicht mehr abgestellt werden, weil sie im Rahmen 

der 5. IV-Revision im Jahr 2008 aufgehoben und später im Rahmen der 

IV-Revision 6a (2012) lediglich für die Bereiche Hilflosenentschädigung 

sowie medizinische Massnahmen und Hilfsmittel wieder eingeführt wurde 

(vgl. MEYER/REICHMUTH, a.a.O., Art. 48 Rz. 2, vgl. auch Botschaft zur Än-

derung des IVG, 6. IV-Revision, erstes Massnahmenpaket vom 24. Fe-

bruar 2010, S. 1907). Daran ändert auch die bundesgerichtliche Recht-

sprechung zur Übergangsregelung, wonach die Anmeldefrist anspruchs-

wahrend maximal bis Ende Juni 2008 erstreckt werden könne, nichts (vgl. 

dazu z.B. BGE 138 V 475 E.3; Urteile des Bundesgerichts 8C_233/2010 

vom 7. Januar 2011 E.4.2 und 8C_373/2008 vom 28. August 2008 E.2.1; 

Urteil des Versicherungsgerichts St. Gallen IV 2009/375 vom 6. Oktober 

2011 E.3), zumal vorliegend der Versicherungsfall nach dem 1. Januar 

2008 eingetreten ist (Inkrafttreten der 5. IV-Revision) und die Anmeldung 

nach dem 30. Juni 2008 (vgl. BGE 138 V 475 E.3) erfolgte. Im Rahmen 

der 5. IV-Revision war gleichzeitig mit der Aufhebung von Art. 48 IVG der 

Art. 29 Abs. 1 IVG eingeführt worden. Nunmehr ist dieser allein für den 

vorliegenden Streitfall massgebend, weshalb es angesichts der IV-

Anmeldung im Juli 2014 beim frühestmöglichen Rentenanspruch nach 

Ablauf der sechsmonatigen Wartezeit gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG und 

somit frühestens per 1. Januar 2015 bleibt. Zu prüfen ist lediglich, ob in 

jenem Zeitpunkt die einjährige Wartezeit gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b und c 

IVG bereits abgelaufen war oder nicht.

d/aa) Der Beschwerdeführer macht sinngemäss geltend, er sei bereits vor Sep-

tember 2014 erwerbs- bzw. arbeitsunfähig gewesen. Er verweist dabei 

auf den Bericht von Dr. med. F._____ vom 1. Januar 2014 (recte: 15. 

April 2014, Bg-act. 98), gemäss dem er seit Februar 2012 arbeitsunfähig 

sei. Richtig ist, dass Dr. med. F._____ eine paranoide Persönlichkeitss-

törung seit ca. 2004 sowie eine rezidivierende depressive Störung seit ca. 

2005 diagnostizierte und dem Beschwerdeführer wegen dessen Persön-

- 30 -

lichkeitsstörung eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit seit dem 1. Februar 

20012 (recte: 2012) attestierte. Allerdings erfolgte diese medizinische 

Einschätzung ohne weitere Begründung und ohne Angabe, worauf der 

Arzt dabei abstellte. Da der Beschwerdeführer erst seit Ende November 

2014 bei Dr. med. F._____ in Behandlung ist (vgl. Bg-act. 98, S. 1), muss 

davon ausgegangen werden, dass die ärztliche Einschätzung zum Beginn 

der angegebenen Arbeitsunfähigkeit allein aufgrund der Angaben des Be-

schwerdeführers erfolgte. Dieser gab nämlich gegenüber Dr. med. 

F._____ an, es gehe ihm schon seit Jahren schlecht (vgl. Bg-act. 98, S. 3, 

persönlich Anamnese). Unter Berücksichtigung des Umstands, dass 

Hausärzte – hier ist es der behandelnde Psychiater – mitunter im Hinblick 

auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu 

Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E.4.5, BGE 125 V 

351 E.3a und 3b), ist die medizinische Beurteilung durch Dr. med. 

F._____ (Bg-act. 98), soweit sie sich rückwirkend auf die Zeit vor Behand-

lungsbeginn (November 2014) bezieht, kein taugliches Beweismittel für 

die Frage, wann die Wartezeit nach Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG begonnen 

hat. Diesbezüglich kann daher nicht auf dessen Angaben abgestellt wer-

den.

bb) Der Hausarzt Dr. med. G._____ führte in seinem Bericht vom 13. August 

2014 (Bg-act. 82) aus, er behandle den Beschwerdeführer seit dem Jahr 

2009 bzw. gemäss Bericht vom 10. Februar 2015 (Bg-act. 93) seit dem 

Jahr 1997 intermittierend und seit 2011 regelmässig. Dr. med. G._____ 

beschrieb im Bericht vom 13. August 2014 (Bg-act. 82) u.a., dass im Jahr 

2011 auf der rechten Seite ein kleiner Spontanpneumothorax aufgetreten 

sei. Seiner Ansicht nach sei der Beschwerdeführer bei keiner Arbeit mehr 

einsetzbar und dies sicher seit Januar 2011. Im Bericht vom 10. Februar 

2015 (Bg-act. 93, S.2) schrieb Dr. med. G._____ von einer seit 2010 be-

stehenden Arbeitslosigkeit, erwähnte die Arbeitsunfähigkeit jedoch nicht. 

Auch diese medizinischen Berichte (Bg-act. 82, 93) eignen sich nicht, um 

- 31 -

am Beginn der einjährigen Wartezeit per September 2014 zu rütteln. 

Dr. med. G._____ schilderte nachvollziehbar, dass es dem Beschwerde-

führer ab dem Zeitpunkt des Berichts (August 2014, Bg-act.  82) schlecht 

ging. Die Aussage jedoch, dies sei sicher ab Januar 2011 der Fall, be-

gründete der Hausarzt mit keinem Wort und belegte sie auch nicht. Ins-

besondere legte er auch nicht dar, wie häufig er den Beschwerdeführer im 

Zeitraum davor (zwischen 2011 und August 2014) tatsächlich gesehen 

bzw. untersucht hat. Seine Behauptung ist folglich wenig zuverlässig, was 

auch die Formulierung "sicher" bestätigt. Zudem ist auch bei Dr. med. 

G._____ der Tatsache Rechnung zu tragen, dass Hausärzte, wie bereits 

erwähnt, in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen 

(BGE 135 V 465 E.4.5, BGE 125 V 351 E.3a und 3b). Folglich kann be-

züglich der Frage des Beginns der Wartezeit auch auf die Aussagen von 

Dr. med. G._____, sofern sie sich auf die Zeit vor August 2014 beziehen, 

nicht abgestellt werden. 

 

cc) Ausgewiesen ist, dass der Beschwerdeführer am 11. September 2014 

erneut einen Spontanpneumothorax erlitt und deshalb für einen Tag stati-

onär im Kantonsspital Graubünden hospitalisiert wurde (vgl. Bg-act. 84, 

S. 3, Bg-act. 162, Case Report, S. 5). Dr. med. I._____ und Dr. med. 

H._____ von den Psychiatrischen Diensten Graubünden berichteten am 

16. Februar 2015 (Bg-act. 99), dass der Beschwerdeführer dringend Hilfe 

bei ihnen gesucht habe, wobei er erklärt habe, dass er im September 

2014 einen gesundheitlichen Rückfall erlitten habe und mit seiner Le-

benssituation nicht mehr klar komme. Der Beschwerdeführer habe sich 

dann im Zeitraum vom 23. September 2014 bis zum 23. Oktober 2014 zu 

ihnen in die ambulante Behandlung begeben. Im November 2014 suchte 

der Beschwerdeführer Dr. med. F._____ auf (Bf-act. gelbes Mäppchen 

"medizinische Behandlung / Rechtsfall 1./IV", Bg-act. 89, 98), der ihm von 

da an die von Dr. med. G._____ dringend empfohlene psychia-

trisch/psychotherapeutische Behandlung zukommen liess, nachdem er 

- 32 -

eine solche bei Dr. med. K._____ bereits im August 2014 begonnen, je-

doch wieder abgebrochen hatte (Bf-act. gelbes Mäppchen "medizinische 

Behandlung / Rechtsfall 1./IV", Bg-act. 95). 

dd) Gemäss dem Gutachter Prim. Univ-Prof. Dr. med. B._____, der bei seiner 

Beurteilung auch auf die Vorakten abstellen konnte, bestehen die ge-

sundheitlichen Einschränkungen in dem von ihm angegebenen invalidisie-

renden Mass seit September 2014 (Bg-act. 118, S. 26 und 31). Zwar be-

gründete auch er diese Einschätzung nicht weiter, jedoch ist aufgrund der 

übrigen Akten ausgewiesen, dass sich die gesundheitlichen – physischen 

und psychischen – Beschwerden des Beschwerdeführers im September 

2014 zuspitzten (Bg-act. 84, S. 3, Bg-act. 99, Bg-act. 162, Case Report, 

S. 5) und dieser deshalb in jenem Zeitraum die Hilfe entsprechender 

Fachpersonen suchte. Der Einwand des Beschwerdeführers, man habe 

seit 2004 gewusst, dass er nicht mehr voll arbeitsfähig sein würde, ist 

nicht zutreffend. So führten der damalige Hausarzt Dr. med. L._____, All-

gemeine Medizin FMH, und Dr. med. M._____, FMH für Innere Medizin, 

spezialisiert auf Lungenkrankheiten, aus, die Arbeitsfähigkeit sei gegeben 

(Bg-act. 13, S. 3, und Bg-act. 21, S. 6), und auch die Beschwerdegegne-

rin ging von einer vollen Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit ab 

16. Juli 2004 (bereits vor der Umschulung) bzw. auch nach Abschluss der 

Umschulung aus (Bg-act. 61, 64). Selbst der Beschwerdeführer hatte im 

Jahr 2004 gegenüber der Arbeitslosenkasse Graubünden angegeben, zu 

100 % vermittelbar zu sein (Bg-act. 17, S. 1). 

ee) Auch der weitere Einwand des Beschwerdeführers, wonach er sich ohne 

die Rechtsfälle, die immer wiederkehrenden Nervenzusammenbrüche 

und die Erschöpfungszustände bereits im Januar 2011 angemeldet hätte, 

vermögen an der vorliegenden Beurteilung nichts zu ändern. Einerseits 

musste ihm schon aufgrund seiner Erfahrungen mit der Beschwerdegeg-

nerin im Rahmen der Umschulung (Anmeldung im März 2004, Bg-act. 2, 

- 33 -

Kostengutsprache für die Umschulung, Phase 1, im Juli 2005, Bg-act. 27) 

klar sein, dass die medizinischen Abklärungen längere Zeit in Anspruch 

nehmen würden, und dass ihm Leistungen nur zukommen würden, wenn 

er sich auch anmeldete. Immerhin war er zum damaligen Zeitpunkt bei 

der Arbeitslosenkasse gemeldet und zwischen Januar und Juni 2011 im 

Einsatzprogramm Pro Vision tätig (Bf-act. gelbes Mäppchen "medizini-

sche Behandlung / Rechtsfall 1./IV", Stellungnahme und Korrektur vom 

23. Mai 2016 zum Bericht der Psychiatrischen Klinik vom 26. Januar 2016 

und 28. April 2016, S. 4, Bg-act. 131). Später, auch in den Jahren 2013 

und 2014, führte er Korrespondenzen mit der Rechtsschutzversicherung 

und seinem Anwalt (vgl. Bf-act. gelbes Mäppchen "medizinische Behand-

lung / Rechtsfall 1./IV" sowie blaues Mäppchen "Rechtsfälle 2., 3."). Unter 

diesen Umständen ist nicht einzusehen, weshalb er nicht in der Lage ge-

wesen sein sollte, das Anmeldeformular selbst auszufüllen oder sich 

diesbezüglich entsprechende Hilfe zu holen. Dass er zwar Rechtsanwalt 

Dr. iur. Cantieni bereits am 13. August 2013 mit der Interessewahrung in 

Sachen "Versicherungsleistungen/Arbeitsrecht" betraut hat, wie der Be-

schwerdeführer ausführt, ergibt sich aus der im Recht liegenden Anwalts-

vollmacht (Bg-act. 86), jedoch geht aus der Korrespondenz in Sachen 

Rechtsfälle 2 und 3 (Bf-act. blaues Mäppchen, "Rechtsfälle 2., 3.") hervor, 

dass der Beschwerdeführer dem Rechtsvertreter sehr genaue Anweisun-

gen bezüglich der Streitsache mit der N._____ AG und in Sachen Ar-

beitszeugnis der Pro Vision (Einsatzprogramm RAV) gab, jedoch die Er-

langung von Leistungen der IV keine Erwähnung fand. Selbst wenn je-

doch ein solcher Auftrag an den Rechtsvertreter ergangen wäre, so wäre 

eine allfällige nicht erfolgte IV-Anmeldung allenfalls eine auftrags- bzw. 

haftpflichtrechtliche Frage zwischen Mandant und Rechtsanwalt/Rechts-

anwältin, die jedoch nicht das Verwaltungsgericht zu klären hätte. 

e) Nach all dem Gesagten, ist der Umstand, dass die Beschwerdegegnerin 

den Beginn der einjährigen Wartezeit auf September 2014 festlegte, nicht 

- 34 -

zu beanstanden (Bg-act. 162, S. 15). Die einjährige Wartezeit gemäss 

Art. 28 Abs. 1 lit. b und c IVG endete somit im August 2015 und der An-

spruch auf Rentenzahlung begann am 1. September 2015 (Bg-act. 162, 

S. 15). Die angefochtene Verfügung vom 27. Februar 2017 ist somit auch 

in diesem Punkt zu schützen.

9. Zusammenfassend ist demnach festzuhalten, dass der medizinisch rele-

vante Sachverhalt hinreichend abgeklärt ist, und dass das Invalidenein-

kommen von der Beschwerdegegnerin korrekt ermittelt wurde. Nach Be-

reinigung des Valideneinkommens ergibt sich ein Invaliditätsgrad von 

54 %. Da dieser unter 60 % liegt, hat der Beschwerdeführer Anspruch auf 

eine halbe und nicht auf eine Dreiviertels- oder eine volle IV-Rente. Der 

Rentenbeginn wurde richtigerweise auf den Zeitpunkt nach Ablauf der 

einjährigen Wartezeit auf den 1. September 2015 festgesetzt. Folglich ist 

die Verfügung vom 27. Februar 2017 zu bestätigen und die dagegen er-

hobene Beschwerde abzuweisen. 

10. a) Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren – in Abwei-

chung von Art. 61 lit. a ATSG – bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder 

Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung vor dem kanto-

nalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 

200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Aufgrund des Ausgangs des Verfahrens 

(vgl. Art. 73 VRG) rechtfertigt es sich im konkreten Fall, dem unterliegen-

den Beschwerdeführer die Gerichtskosten in der Höhe von Fr. 700.-- zu 

überbinden.

b) Die obsiegende Beschwerdegegnerin hat keinen Anspruch auf eine aus-

sergerichtliche Entschädigung (Art. 61 lit. g ATSG e contrario).

- 35 -

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten von Fr. 700.-- gehen zulasten von A._____ und sind innert 30 

Tagen seit Zustellung dieses Entscheides an die Finanzverwaltung des 

Kantons Graubünden, Chur, zu bezahlen.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilungen]

Dagegen Weiterzug an Bundesgericht noch hängig.