# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c4fedcec-662d-5fd3-b8ff-9b8ac40488db
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** NP240030-O4
**Docket/Reference:** NP240030-O4
**URL:** https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/NP240030-O4.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
II. Zivilkammer  

Geschäfts-Nr.: NP240030-O/U

Mitwirkend: Oberrichterin lic. iur. E. Lichti Aschwanden, Vorsitzende, 

Oberrichter Dr. M. Sarbach und Oberrichterin lic. iur. A. Strähl 

sowie Gerichtsschreiberin MLaw L. Kappeler

Urteil vom 10. Januar 2025

in Sachen

A._____ AG,

Beklagte und Berufungsklägerin

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____,

gegen

B._____ AG,

Klägerin und Berufungsbeklagte

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Y1._____,

vertreten durch Rechtsanwältin MLaw Y2._____,

betreffend Forderung

Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichtes (10. Abteilung) des Bezirks-

gerichtes Zürich vom 26. Juli 2024; Proz. FV220144

- 2 -

Rechtsbegehren:
(act. 36 S. 1 f.) 

"1. Es sei die Beklagte zu verpflichten, der Klägerin folgende verein-
nahmte geldwerte Vorteile (insbesondere Provisionen, Retrozes-
sionen, Bestandespflegekommissionen, Kick-Backs, Finder-Fees, 
Vertriebsentschädigungen etc.; nachfolgend "Retrozessionen") in 
Zusammenhang mit der Geschäftsbeziehung lautend auf C._____ 
Ltd. (RE: D._____) teilklageweise zu bezahlen (mit Nachklagevor-
behalt):

-

-

-

-

-

Fr. 1'891.33 zzgl. Zins von 5% seit 31. Dezember 2012

Fr. 2'796.84 zzgl. Zins von 5% seit 31. Dezember 2013

Fr. 4'299.70 zzgl. Zins von 5% seit 31. Dezember 2014

Fr. 6'295.91 zzgl. Zins von 5% seit 31. Dezember 2015

Fr. 6'156.57 zzgl. Zins von 5% seit 16. Dezember 2016

2.

3.

4.

5.

Es sei die Beklagte zu verpflichten, der Klägerin vollständig Re-
chenschaft über die Geschäftsführung, insbesondere über verein-
nahmte geldwerte Vorteile (insbesondere Provisionen, Retrozes-
sionen, Bestandespflegekommissionen, Kick-Backs, Finder-Fees, 
Vertriebsentschädigungen etc.; nachfolgend "Retrozessionen") in 
Zusammenhang mit der Geschäftsbeziehung lautend auf C._____ 
Ltd. (RE: D._____) abzulegen bzw. offenzulegen.

Es sei die Beklagte zu verpflichten, der Klägerin sämtliche Kun-
denkorrespondenzen und sämtliche Verträge in Zusammenhang 
mit der Geschäftsbeziehung lautend auf C._____ Ltd. (RE: 
D._____) offenzulegen bzw. herauszugeben.

Es sei die Beklagte zu verpflichten, der Klägerin die Auslagen für 
die Betreibungskosten in der Höhe von Fr. 103.30 sowie die Post-
gebühren von Fr. 2.20 zurückzuerstatten. 

Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (Letzteres zzgl. 
7.7 % MWSt.) zu Lasten der Beklagten."

Urteil des Einzelgerichtes:
(act. 49)

1.

In Gutheissung der Teilklage wird die Beklagte verpflichtet, der Klägerin den 

Betrag von Fr. 21'440.35 zu bezahlen, zuzüglich Zins von 5%







auf Fr. 1'891.33 ab dem 31. Dezember 2012;

auf Fr. 2'796.84 ab dem 31. Dezember 2013;

auf Fr. 4'299.70 ab dem 31. Dezember 2014;

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



auf Fr. 6'295.91 ab dem 31. Dezember 2015 und

auf Fr. 6'156.57 ab dem 16. Dezember 2016.

2.

Die Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin vollständig Rechenschaft über 

die Geschäftsführung, insbesondere über vereinnahmte geldwerte Vorteile 

(insbesondere Provisionen, Retrozessionen, Bestandespflegekommissio-

nen, Kick-Backs, Finder-Fees, Vertriebsentschädigungen etc.) in Zusam-

menhang mit der Geschäftsbeziehung mit der C._____ Ltd. (RE: D._____) 

abzulegen.

3.

Die Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin sämtliche Kundenkorresponden-

zen und sämtliche Verträge in Zusammenhang mit der Geschäftsbeziehung 

mit der C._____ Ltd. (RE: D._____) offenzulegen bzw. herauszugeben.

4.

5.

Die Entscheidgebühr wird auf Fr. 3'617.– festgesetzt.

Die Gerichtskosten werden der Beklagten auferlegt und mit dem von der 

Klägerin geleisteten Vorschuss verrechnet. 

6.

Die Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin eine Parteientschädigung von 

Fr. 5'020.– (inkl. Mehrwertsteuer) zu bezahlen. Zudem hat sie der Klägerin 

den von dieser geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 3'617.–, die Kosten des 

Schlichtungsverfahrens von Fr. 560.– sowie Auslagen von Fr. 105.50 zu er-

setzen. 

7./8. [Mitteilungen / Rechtsmittel]

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Berufungsanträge:

der Beklagten und Berufungsklägerin (act. 46 S. 2):

"Es sei das angefochtene Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 10. Abtei-
lung, Einzelgericht, vom 26. Juli 2024, vollumfänglich aufzuheben und 
es sei die Klage vollumfänglich abzuweisen;

eventualiter sei die Sache zur Durchführung des Beweisverfahrens und 
zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen.

Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Klägerin 
und Berufungsbeklagten."

der Klägerin und Berufungsbeklagten (act. 60 S. 2):

"1. Es sei die Berufung der Berufungsklägerin vollumfänglich abzu-

weisen, sofern darauf einzutreten sei;

2.

Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. 8.1 % 
MWST) zu Lasten der Berufungsklägerin."

Erwägungen:

I.

1.

Die Klägerin und Berufungsbeklagte (nachfolgend Klägerin) ist eine juristi-

sche Person, die die Finanzierung von Rechtsstreitigkeiten sowie den Erwerb und 

das Inkasso bei Forderungen bezweckt. Sie macht im vorliegenden Verfahren gel-

tend, die C._____ Ltd habe ihr einen Anspruch auf Herausgabe von Retrozessio-

nen abgetreten, welche die Beklagte und Berufungsklägerin (nachfolgend 

Beklagte) im Rahmen ihrer Geschäftsbeziehungen zur C._____ Ltd (nachfolgend 

Zedentin) vereinnahmt habe.

2.

Die Klägerin machte ihre Klage am 12. Oktober 2022 vor dem Einzelgericht 

im vereinfachten Verfahren des Bezirksgerichts Zürich (nachfolgend Vorinstanz) 

hängig (act. 2). In ihrer schriftlichen Stellungnahme zur Klage vom 3. Januar 2023 

machte die Beklagte geltend, auf die Klage sei nicht einzutreten, eventualiter sei 

diese abzuweisen (act. 12). Mit Verfügung vom 21. Juli 2023 wies die Vorinstanz 

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den Antrag der Beklagten auf Nichteintreten ab (act. 22). Die von der Beklagten 

dagegen erhobene Berufung wies die II. Zivilkammer des Obergerichts des Kan-

tons Zürich mit Urteil vom 8. November 2023 ab (act. 32). Am 18. April 2024 wur-

de die Hauptverhandlung durchgeführt, an welcher beide Parteien je zwei Partei-

vorträge erstatteten (Prot. Vi S. 9 ff.). Am 26. Juli 2024 erging das vorinstanzliche 

Urteil (act. 39 = act. 48/1 = act. 49). Das Dispositiv ist oben wiedergegeben.

Am 3. Oktober 2024 erhob die Beklagte Berufung (act. 46). Mit Verfügung 

vom 24. Oktober 2024 wurde ihr Frist zur Leistung eines Kostenvorschusses an-

gesetzt (act. 50), welcher am 1. November 2024 beim Gericht einging (act. 52). 

Mit Verfügung vom 7. November 2024 wurde der Klägerin Frist zur Erstattung der 

Berufungsantwort angesetzt (act. 53). Mit Eingabe vom 29. November 2024 bean-

tragte die Klägerin im Wesentlichen, die Beklagte sei zur Leistung einer Sicherheit 

für die Parteientschädigung (in Höhe von Fr. 10'400.–) zu verpflichten und es sei 

der Klägerin die mit Verfügung vom 7. November 2024 angesetzte Frist für die Er-

stattung der Berufungsantwort abzunehmen und nach Leistung der Sicherheit neu 

anzusetzen, eventualiter sei ihr die Frist für die Berufungsantwort um dreissig Ta-

ge zu erstrecken (act. 55 S. 2). Mit Beschluss vom 3. Dezember 2024 wurden die-

se Anträge abgewiesen (act. 58). Die Berufungsantwort wurde am 11. Dezember 

2024 erstattet (act. 60). Weiterungen sind nicht erforderlich. Der Beklagten ist mit 

diesem Entscheid ein Doppel dieser Eingabe zuzustellen. Das Verfahren ist 

spruchreif.

II. 

1.

Die Beklagte ist durch das angefochtene Urteil beschwert. Es handelt sich 

um einen berufungsfähigen Entscheid (Art. 308 Abs. 1 lit. a und Abs. 2 ZPO). Die 

Berufung wurde form- und fristgerecht erhoben (Art. 311 Abs. 1 ZPO; vgl. act. 41) 

und der Kostenvorschuss wurde geleistet (act. 52). Dem Eintreten auf die Beru-

fung steht nichts entgegen.

2.

Es kann mit Berufung sowohl die unrichtige Rechtsanwendung als auch die 

unrichtige Feststellung des Sachverhaltes geltend gemacht werden (vgl. Art. 310 

ZPO). Die Berufungsinstanz kann sämtliche Mängel in Tat- und Rechtsfragen frei 

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und uneingeschränkt prüfen (sog. volle Kognition in Tat- und Rechtsfragen), vor-

ausgesetzt, dass sich die Berufung erhebende Partei mit den Entscheidgründen 

der ersten Instanz auseinandersetzt und konkret aufzeigt, was am angefochtenen 

Urteil oder am Verfahren der Vorinstanz falsch gewesen sein soll (vgl. ZR 110 

[2011] Nr. 80, BGE 138 III 374 ff., E. 4.3.1 = Pra 102 [2013] Nr. 4); blosse Verwei-

se auf die Vorakten genügen nicht (vgl. ZK ZPO-REETZ/THEILER, 3. Aufl. 2016, 

Art. 311 N 36 f.). Wiederholungen des bereits vor der ersten Instanz Vorgetrage-

nen genügen den gesetzlichen Anforderungen an eine Begründung ebenso wenig 

wie allgemeine Kritik am angefochtenen Entscheid bzw. an den erstinstanzlichen 

Erwägungen (vgl. auch BGE 138 III 374 ff., E. 4 = Pra 102 [2013] Nr. 4).

Die volle Kognition der Berufungsinstanz in Rechtsfragen bedeutet aber 

nicht, dass sie gehalten wäre, von sich aus wie ein erstinstanzliches Gericht alle 

sich stellenden rechtlichen Fragen zu untersuchen, wenn der Berufungskläger 

diese vor der Berufungsinstanz nicht (mehr) vorträgt; vielmehr hat sie sich – abge-

sehen von offensichtlichen Mängeln – auf die Beurteilung der in der schriftlichen 

Berufungsbegründung erhobenen Beanstandungen zu beschränken (vgl. BGE 

142 III 413 ff., E. 2.2.4; BGer 4A_629/2017 vom 17. Juli 2018, E. 4.1.4; 

4A_418/2017 vom 8. Januar 2018, E. 2.3). Insofern gibt die Berufungsschrift 

durch die ausreichend begründet vorgetragenen Beanstandungen, d.h. die gerüg-

ten Mängel in Rechtsfragen, das Prüfprogramm vor, mit welchem sich die Beru-

fungsinstanz zu befassen hat. Innerhalb dieser Beanstandungen ist sie indes we-

der an die Begründung des Berufungsklägers noch an jene der Vorinstanz gebun-

den, sondern sie wendet das Recht von Amtes wegen an (Art. 57 ZPO). Deshalb 

kann die Berufung auch mit einer anderen Argumentation gutgeheissen oder mit 

einer von der Argumentation der Vorinstanz abweichenden Begründung abgewie-

sen werden (vgl. BGer 4A_629/2017 vom 17. Juli 2018, E. 4.1.4; 4A_397/2016 

vom 30. November 2016, E. 3.1).

Neue Tatsachen und Beweismittel dürfen nur noch berücksichtigt werden, 

wenn sie ohne Verzug vorgebracht werden und trotz zumutbarer Sorgfalt nicht 

schon vor erster Instanz vorgebracht werden konnten (Art. 317 Abs. 1 ZPO). Die-

jenige Partei, welche vor der Berufungsinstanz das Novenrecht beanspruchen 

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will, hat darzutun und zu beweisen, dass diese Voraussetzungen vorliegen. Im 

Falle unechter Noven hat sie namentlich die Gründe detailliert darzulegen, wes-

halb sie die Tatsache oder das Beweismittel nicht schon vor erster Instanz hat 

vorbringen können (vgl. BGer 5A_330/2013 vom 24. September 2013, E. 3.5.1; 

OGer ZH LB170050 vom 22. September 2017, E. II./3; LB170028 vom 30. No-

vember 2017, E. II./1.2; LB140047 vom 5. Februar 2015, E. III./1b; LB130063 vom 

17. September 2014, E. II./2; LB140014 vom 3. Juni 2014, E. III./2). Keine unzu-

lässigen Noven sind demgegenüber Vorbringen, welche bereits vor Vorinstanz 

gemacht wurden, von der Vorinstanz indes zu Unrecht infolge Verspätung nicht 

berücksichtigt wurden.

III. 

1.

Die Beklagte bringt in der Berufungsschrift vor, die Vorinstanz habe ihre Be-

hauptungen, Bestreitungen und Beweisofferten in ihrem ersten Parteivortrag zu 

Unrecht nicht berücksichtigt, weil die Vorinstanz unzutreffend davon ausgehe, der 

Aktenschluss sei bereits vor den Parteivorträgen der Parteien an der Hauptver-

handlung eingetreten. Die Vorinstanz habe daher zu Unrecht geschlossen, zwi-

schen der Zedentin und ihr sei ein Vermögensverwaltungsvertrag mit dem Inhalt 

des von der Klägerin eingereichten nicht unterzeichneten Vertrags zustande ge-

kommen. Sie, die Beklagte, habe im ersten Parteivortrag bestritten, dass sie den 

von der Klägerin eingereichten, nicht unterzeichneten Vertrag der Zedentin zuge-

stellt habe und dass die Zedentin ihr einen solchen, von der Zedentin unterzeich-

neten Vertrag zugestellt habe. Sie habe hierzu eine Beweisofferte gemacht. Die 

Vorinstanz habe diese Bestreitungen sowie den angebotenen Beweis zu Unrecht 

als verspätet nicht beachtet. Ebenso seien die übrigen Behauptungen und Be-

streitungen der Beklagten aus dem ersten Parteivortrag zu Unrecht unberücksich-

tigt geblieben (act. 46 S. 3 f.).

2.

Im vorliegend anwendbaren vereinfachten Verfahren kann die Klage schrift-

lich oder mündlich eingereicht werden, wobei eine Begründung nicht erforderlich 

ist (Art. 244 Abs. 1 und 2 ZPO). Enthält, wie vorliegend, eine schriftlich einge-

reichte Klage eine Begründung, so setzt das Gericht der beklagten Partei zu-

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nächst eine Frist zur schriftlichen Stellungnahme (Art. 245 Abs. 2 ZPO). Über die 

Rechtsnatur dieser Stellungnahme bestehen in Literatur und Rechtsprechung un-

terschiedliche Auffassungen, ebenso wie zur Frage allfälliger Säumnisfolgen, wo 

diese Stellungnahme unterbleibt (vgl. dazu LAZOPOULOS/LEIMGRUBER in: Gehri/

Jent-SØrensen/Sarbach, Schweizerische Zivilprozessordnung, 3. Aufl. 2023, 

Art. 245 N 5, N 6b; BSK ZPO-MAZAN, 4. Aufl. 2024, Art. 245 N 17 f., je mit weite-

ren Hinweisen). Die Frage, ob die schriftliche Stellungnahme im vereinfachten 

Verfahren als Klageantwort zu gelten hat, ist zwar umstritten (vgl. den Meinungs-

stand bei KUKO ZPO-FRAEFEL, 3. Aufl. 2021, Art. 245 N 4). Gemäss ständiger 

Praxis der Kammer gilt indes die Stellungnahme der beklagten Partei im verein-

fachten Verfahren nicht als Klageantwort respektive deren Ausbleiben führt nicht 

zu den Säumnisfolgen nach Art. 223 ZPO (OGer ZH NP210006 vom 29. März 

2021 E. 3.2; OGer ZH NP180002 vom 7. März 2018 E. 3.1; OGer ZH NP150010 

vom 29. Mai 2015 E. 3). Die wie die Klägerin anwaltlich vertretene Beklagte hat 

unstreitig eine schriftliche Stellungnahme abgegeben (act. 12), welcher inhaltlich 

die Qualität einer Klageantwort im Sinne von Art. 222 ZPO zukommt. Auch soweit 

diese Stellungnahme als "erster Schriftenwechsel" und insoweit als Klageantwort 

angesehen würde (obwohl sie gemäss Gesetzeswortlaut keine Klageantwort ist), 

so hätten die Parteien jedenfalls einen zweiten Vortrag mit unbeschränktem No-

venrecht zugute. Letzteres ist zwar der Vorinstanz nicht entgangen, doch ist sie 

der Ansicht, der Aktenschluss sei vorliegend noch vor den Parteivorträgen der 

Parteien an der mündlichen Hauptverhandlung eingetreten, da neue Vorbringen 

nur zu Beginn der Hauptverhandlung bzw. vor den ersten Parteivorträgen zulässig 

seien (act. 49 E. II.2. unter Berufung auf BGE 147 III 475 E. 2.3.2 f.).

Dem kann nicht gefolgt werden: Die Vorinstanz hat, wie die Beklagte in der 

Berufung zu Recht geltend macht (act. 46 S. 3 Rz. 1.2), in der Vorladung zur 

Hauptverhandlung die Parteien darauf hingewiesen, diese hätten Tatsachenbe-

hauptungen und die Beweismittel dazu mit ihrem ersten Parteivortrag abschlies-

send zu bezeichnen und ein Verzeichnis der Beweismittel einzureichen 

(act. 34/1-2 S. 2). Die Klägerin stellt dies offensichtlich zu Unrecht in Abrede 

(act. 60 Rz. 8). Der Einzelrichter hat sodann die Parteien zu Beginn der Hauptver-

handlung gefragt, ob gleich mit den Parteivorträgen begonnen werden könne oder 

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ob es vorab schon Bemerkungen gebe (Prot. Vi S. 9), worauf die Parteien erklär-

ten, für die Parteivorträge bereit zu sein (ebenda). Aus der Formulierung, ob 

gleich mit den Parteivorträgen begonnen werden könne "oder ob es vorab schon 

Bemerkungen gibt", konnten die Parteien keinesfalls schliessen, Noven wären nur 

noch in diesen schon vorab abgegebenen Bemerkungen zulässig. Die Beklagte 

war entgegen der Klägerin nicht gehalten, dagegen zu opponieren (act. 60 Rz. 8). 

Sie durfte sich vielmehr darauf verlassen, dass mit dem ersten Parteivortrag – als 

einem ihrer beiden Vorträge mit unbeschränktem Novenrecht – neue Tatsachen-

behauptungen und Beweisofferten unbeschränkt zulässig sein würden. Unabhän-

gig von der Frage, ob die begründete Klage und die schriftliche Stellungnahme 

uneingeschränkt als erster Schriftenwechsel anzusehen seien (oder ob den Par-

teien an der Hauptverhandlung noch zwei Vorträge mit unbeschränktem Noven-

recht zugestanden hätten), so hat die Vorinstanz mit der Vorladung unzweifelhaft 

zu erkennen gegeben, dass im ersten Parteivortrag Noven unbeschränkt vorge-

bracht werden könnten. Angesichts dessen ist es offensichtlich mit Art. 52 ZPO 

nicht zu vereinbaren, die Parteien zu Beginn der Verhandlung zu fragen, ob es 

"vorab schon Bemerkungen" gebe oder ob gleich mit den Parteivorträgen begon-

nen werden könne, wenn entgegen der Vorladung die Meinung ist, dass Vorbrin-

gen im ersten Parteivortrag als verspätet gelten würden. Die Vorinstanz hat die 

Vorbringen im ersten Parteivortrag zu Unrecht als verspätet erachtet.

Bei dieser Sachlage ist nicht zu überprüfen, ob sich die Vorinstanz zu Recht 

auf BGE 147 III 475 berief. Die Nichtbeachtung der beklagtischen Vorbringen im 

ersten Parteivortrag erweist sich als treuwidrig. Nur am Rande sei erwähnt, dass 

der genannte Entscheid bekanntlich auf verbreitete Kritik gestossen ist und über-

dies den Gesetzgeber auf den Plan gerufen hat: So hält nunmehr seit dem 1. Ja-

nuar 2025 Art. 229 Abs. 1 ZPO ausdrücklich fest, in der Hauptverhandlung könn-

ten neue Tatsachen und Beweismittel (falls nicht vorgängig schon zwei Schriften-

wechsel oder eine Instruktionsverhandlung stattgefunden haben) im ersten Partei-

vortrag unbeschränkt vorgebracht werden, während die alte Fassung von Art. 229 

ZPO anstatt "im ersten Parteivortrag" noch "zu Beginn der Hauptverhandlung" 

lautete. Dass die neue Gesetzesbestimmung auf das vorliegende Verfahren noch 

nicht anwendbar ist, ist ebenso klar.

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3.1. Zur Frage, ob zwischen der Zedentin und der Beklagten überhaupt ein Ver-

mögensverwaltungsvertrag zustande gekommen war, verwies die Vorinstanz im 

angefochtenen Urteil darauf, dass sich das Gericht bereits in der Verfügung vom 

21. Juli 2023 (act. 22) ausführlich dazu geäussert habe und diese Verfügung vom 

Obergericht bestätigt worden sei, weshalb es keinen Grund gebe, weshalb das 

Gericht auf diese Erwägungen im Entscheid vom 21. Juli 2023 zurückkommen 

sollte. Vielmehr sei auf die entsprechenden Ausführungen im erwähnten Ent-

scheid zu verweisen. Dementsprechend sei erstellt, dass der Vermögensverwal-

tungsvertrag so, wie er von der Klägerin (in act. 4/5) eingereicht worden sei, zwi-

schen der Zedentin und der Beklagten abgeschlossen worden sei (act. 49 S. 5 

E. III.2. unter Hinweis auf act. 22 S. 5 f. E. III./3-4).

3.2. Zu Recht bringt die Beklagte dagegen in der Berufung vor, der Zwischenent-

scheid vom 21. Juli 2023 (act. 22) beziehe sich ausschliesslich auf die Eintretens-

voraussetzung der örtlichen und sachlichen Zuständigkeit, wobei vom Zustande-

kommen des Vermögensverwaltungsvertrags als doppelrelevante Tatsache ge-

mäss den klägerischen Tatsachenbehauptungen ausgegangen worden sei 

(act. 46 S. 5). Genau dies – das Abstellen auf die entsprechenden klägerischen 

Tatsachenbehauptungen als doppelrelevante Tatsachen bei der Prüfung der Ein-

tretensfrage – hat denn die Vorinstanz selbst im Zwischenentscheid ausdrücklich 

festgehalten (act. 22 S. 6 E. III. 4.). Es ist offensichtlich unzulässig, unter Verweis 

auf die dortigen Ausführungen vom Zustandekommen des Vermögensverwal-

tungsvertrags auszugehen. Dies übersieht die Klägerin in der Berufungsantwort 

(act. 60 Rz. 11, Rz. 13 f.). Vielmehr hätte die Vorinstanz nach den von der Lehre 

und Rechtsprechung entwickelten Grundsätzen das Zustandekommen des Ver-

mögensverwaltungsvertrags zwischen der Zedentin und der Beklagten prüfen 

müssen. Sie wird dies – unter Beachtung der rechtzeitig erfolgten (oben, E. 2.) 

Bestreitungen der Beklagten im ersten Parteivortrag (act. 37 S. 1 f.) – nachzuho-

len haben. 

Ebenso wird die Vorinstanz die weiteren Behauptungen resp. Bestreitungen 

der Beklagten im ersten Parteivortrag, insbesondere auch betreffend den von der 

Beklagten geltend gemachten Verzicht auf die Weiterleitung der Retrozessionen, 

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zu beachten haben, was gegebenenfalls auch die Durchführung eines Beweisver-

fahrens erforderlich machen wird. Damit ist der Sachverhalt in wesentlichen Tei-

len zu vervollständigen. Ein reformatorischer Entscheid der Berufungsinstanz, wie 

von der Beklagten im Hauptantrag beantragt, fällt daher ausser Betracht. Die 

Streitsache ist in Gutheissung des Eventualantrags zur ordentlichen Durchführung 

des Verfahrens an die Vorinstanz zurückzuweisen (Art. 318 Abs. 1 lit. c Ziff. 2 

ZPO).

4.

Zusammenfassend ist die Berufung damit gutzuheissen und die Streitsache 

zur Durchführung des Verfahrens und zu neuer Entscheidung im Sinne der Erwä-

gungen an die Vorinstanz zurückzuweisen.

IV.

1.

Die Klägerin unterliegt vollumfänglich. Dies führt zur Kostenauflage an sie 

(Art. 106 Abs. 1 ZPO). 

2.

Die Entscheidgebühr für das Berufungsverfahren ist gemäss § 4 Abs. 1 und 

2 i.V.m. § 12 Abs. 1 und 2 GebV OG auf Fr. 3'600.– festzusetzen und der Kläge-

rin aufzuerlegen. Sie ist aus dem von der Beklagten geleisteten Vorschuss zu be-

ziehen, der Beklagten indes von der Klägerin zu ersetzen (Art. 111 Abs. 2 ZPO al-

te Fassung, vgl. Art. 407f ZPO e contrario).

3.

Die Klägerin ist sodann ausgangsgemäss zu verpflichten, der Beklagten 

eine Prozessentschädigung zu bezahlen. Diese ist in Anwendung von § 4 Abs. 1 

i.V.m. § 13 Abs. 1 und 4 AnwGebV OG auf Fr. 2'500.– festzusetzen. Ein Mehr-

wertsteuerzuschlag wurde nicht verlangt und wäre infolge der Möglichkeit des 

Vorsteuerabzugs auch nicht zu gewähren.

Es wird erkannt:

1.

In  Gutheissung  der  Berufung  wird  das  Urteil  des  Bezirksgerichts  Zürich, 

10. Abteilung – Einzelgericht, vom 26. Juli 2024 aufgehoben. Die Sache wird 

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zur Durchführung des Verfahrens und zu neuer Entscheidung im Sinne der 

Erwägungen an die Vorinstanz zurückgewiesen.

2.

Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 3'600.– festgesetzt und 

der Klägerin und Berufungsbeklagten auflegt. Sie wird aus dem von der Be-

klagten und Berufungsklägerin geleisteten Vorschuss bezogen, ist ihr jedoch 

von der Klägerin zu ersetzen.

3.

Die Klägerin und Berufungsklagte hat der Beklagten und Berufungsklägerin 

für das Berufungsverfahren eine Prozessentschädigung in der Höhe von 

Fr. 2'500.– zu leisten.

4.

Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Berufungsklägerin unter Bei-

lage eines Doppels von act. 60, und an die Vorinstanz, je gegen Empfangs-

schein, sowie an die Obergerichtskasse.

5.

Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist 

innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesge-

richt, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen 

Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG).

Dies ist ein Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 BGG.
Es handelt sich um eine vermögensrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert beträgt 
Fr. 26'905.95.
Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung.

Obergericht des Kantons Zürich
II. Zivilkammer

Die Vorsitzende:

i.V. der Gerichtsschreiber:

lic. iur. E. Lichti Aschwanden

MLaw S. Widmer

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versandt am: