# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8e3d8f51-830b-5146-b3bc-b0d6f538ffb9
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-01-23
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 23.01.2014 UV 2012/99
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2012-99_2014-01-23.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2012/99

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 23.01.2014

Entscheiddatum: 23.01.2014

Entscheid Versicherungsgericht, 23.01.2014
Art. 6 UVG: Verneinung der Kausalität zwischen Unfall und einige Monate 
später radiologisch festgestellten LWK- und BWK-Frakturen bei echtzeitlich 
fehlender Erhebung solcher Frakturen (Entscheid des Versicherungsgerichts 
des Kantons St. Gallen vom 23. Januar 2014, UV 2012/99).

Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider (Vorsitz), Versicherungsrichterin 

Miriam Lendfers, Versicherungsrichter Joachim Huber, Gerichtsschreiberin Della 

Batliner

Entscheid vom 23. Januar 2014

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Rainer Braun, Oberdorfstrasse 6, Postfach 29, 

8887 Mels,

gegen

AXA Versicherungen AG, General Guisan Strasse 41, Postfach 357, 8401 Winterthur,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

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Versicherungsleistungen

Sachverhalt:

A.      

A.a  Laut Police der AXA Versicherungen AG (nachfolgend: AXA) sind die Angestellten 

der B.___ AG seit 1. Januar 2006 bei der AXA obligatorisch gegen die Folgen von 

Unfällen versichert (act. G 1.6). Mit Unfallmeldung vom 3. Juni 2009 wurde der AXA 

gemeldet, dass sich A.___, die bei der B.___ AG mit einem Pensum von ca. 85% als 

Geschäftsführerin tätig sei, am 6. Oktober 2008 an der Hüfte verletzt und sich einen 

Bruch des 3. und 4. Lendenwirbels sowie eine Rückenmarkschädigung zugezogen 

habe. Als Sachverhalt wurde festgehalten, "Linker Fuss durch offene Tür. Tür ging zu 

und klemmte die versicherte Person ein. Frau A.___ zog sich zurück und drehte nach 

rechts ab." Im Weiteren wurde eine Arbeitsunfähigkeit infolge Schmerzen seit Oktober 

2008 vermerkt (act. SA). Gemäss Internet-Auszug des Handelsregisters des Kantons 

St. Gallen vom 3. August 2009 war A.___ seit 1994 nicht mehr als Geschäftsführerin bei 

der B.___ AG eingetragen (act. A3). Anlässlich einer Besprechung vom 3. August 2009 

mit der AXA gab A.___ an, sie habe am 6. Oktober 2008 einen Termin für eine 

Röntgenuntersuchung bei Dr. med. C.___, MR Institut, gehabt. Beim Betreten seiner 

Praxis mit dem Gehstock in der rechten Hand habe sich plötzlich unerwartet von links 

die automatische Glastür geschlossen. Diese sei an der Aussenseite des linken 

Unterschenkels gegen sie gestossen. Der Gehstockknauf habe ihre rechte Hüfte 

getroffen, worauf sie das Gleichgewicht verloren habe, nach hinten gestürzt und mit 

der rechten Hüfte und dem Hinterkopf auf den Boden geprallt sei (act. A5).

A.b  Nach Durchführung von Abklärungen betreffend die beruflichen/geschäftlichen 

Verhältnisse von A.___ bzw. der B.___ AG und den Ereignishergang vom 6. Oktober 

2008 sowie nach Vornahme medizinischer Abklärungen eröffnete die AXA A.___ mit 

Verfügung vom 19. Juni 2012, dass diese im Unfallzeitpunkt nicht als Arbeitnehmerin 

im Sinne von Art. 10 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) bzw. Art. 1a des Bundesgesetzes über die 

Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) gegolten habe, weshalb eine Leistungspflicht aus 

der obligatorischen Unfallversicherung verneint werde (act. A21).

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B.    

Die gegen diese Verfügung erhobene Einsprache vom 14. Juli 2012 (act. A28) wies die 

AXA, nachdem sie weitere medizinische Abklärungen getätigt - insbesondere eine 

Beurteilung ihres beratenden Arztes Dr. med. D.___, Spezialarzt FMH Chirurgie, vom 

28. August 2012 eingeholt - hatte (act. M17, M19), mit Einspracheentscheid vom 15. 

November 2012 ab. Die AXA legte dar, dass eine weitere Prüfung der 

Versicherteneigenschaft von A.___ in der Unfallversicherung bzw. ihre UVG-

Versicherungsdeckung mangels Unterlagen und aufgrund widersprüchlicher Aussagen 

nicht möglich gewesen sei, weshalb auf diesen Punkt nicht weiter eingegangen werde. 

Die Leistungsablehnung sei jedoch unabhängig davon wegen des fehlenden 

Kausalzusammenhangs zwischen den geltend gemachten Beschwerden im LWK-

Bereich und dem Unfall vom 6. Oktober 2008 zu bestätigen (act. A33).

C.      

C.a  Gegen diesen Einspracheentscheid liess A.___ durch Rechtsanwalt lic. iur. R. 

Braun, Mels, mit Eingabe vom 14. Dezember 2012 Beschwerde erheben. Der 

Rechtsvertreter beantragte, der angefochtene Einspracheentscheid sei aufzuheben und 

der Beschwerdeführerin seien für den Unfall vom 6. Oktober 2008 die versicherten 

Leistungen auszurichten, unter Kosten- und Entschädigungsfolge (act. G 1).

C.b  In der Beschwerdeantwort vom 28. Februar 2013 beantragte die 

Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde (act. G 5).

C.c  Mit Replik vom 30. April 2013 hielt der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin an 

seinen Anträgen fest (act. G 10). Mit Duplik vom 3. Juli 2013 bestätigte die 

Beschwerdegegnerin ihrerseits ihr Rechtsbegehren (act. G 14).

C.d  Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften und die Ausführungen in 

den übrigen Akten wird, soweit entscheidnotwendig, in den nachfolgenden 

Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:

1.       

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1.1   Gemäss Art. 1a Abs. 1 UVG sind die in der Schweiz beschäftigten Arbeitnehmer, 

einschliesslich Heimarbeiter, Lehrlinge, Praktikanten, Volontäre sowie die in Lehr- oder 

Invalidenwerkstätten tätigen Personen, obligatorisch versichert. Als Arbeitnehmer i.S. 

von Art. 1a Abs. 1 UVG gilt, wer eine unselbständige Erwerbstätigkeit i.S. des 

Bundesgesetzes über die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHVG; SR 831.10) 

ausübt (Art. 1 der Verordnung über die Unfallversicherung [UVV; SR 832.202]).

1.2   Für eine Leistungspflicht des Unfallversicherers ist sodann - wie die 

Beschwerdegegnerin im angefochtenen Einspracheentscheid zutreffend darlegte (E. 

2.3) - ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang zwischen Unfall und in 

dessen Folge eingetretener Gesundheitsschädigung erforderlich (Art. 6 Abs. 1 UVG; 

BGE 129 V 181 E. 3.1 f.). Die Beurteilung des natürlichen Kausalzusammenhangs 

erfolgt aufgrund der Feststellungen bei den medizinischen Untersuchungen und ist 

Aufgabe des Arztes oder der Ärztin. Demgegenüber obliegt es dem Gericht, die Frage 

nach dem adäquaten Kausalzusammenhang zu beantworten (BGE 123 III 110 und 112 

V 30; PVG 1984 Nr. 82, 174). Bei physischen Unfallfolgen hat allerdings die Adäquanz 

gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch keine selbständige 

Bedeutung (BGE 118 V 291 f. E. 3a).

1.3   Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben die urteilenden Instanzen die 

Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 

pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig davon, von wem sie 

stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren 

Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. 

Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die 

streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die 

beklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) 

abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in 

der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen 

des Experten oder der Expertin begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert 

des ärztlichen Gutachtens ist grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels 

noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als 

Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen). Auch den Berichten 

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versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte kann rechtsprechungsgemäss Beweiswert 

beigemessen werden, sofern sie schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet 

sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit 

bestehen (BGE 135 V 467 ff. E. 4 und BGE 125 V 353 f. E. 3b/ee, je mit Hinweisen; 

RKUV 1991 Nr. U 133 S. 312 f. E. 1b).

1.4   Weiter ist der Sozialversicherungsprozess vom Untersuchungsgrundsatz 

beherrscht. Danach haben die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht von 

Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen 

Sachverhalts zu sorgen. Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet 

sein Korrelat in den Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 125 V 195 E. 2, 122 V 158 

E. 1a, je mit Hinweisen; vgl. BGE 130 I 183 f. E. 3.2). Der Untersuchungsgrundsatz 

schliesst die Beweislast im Sinn der Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. Im 

Sozialversicherungsprozess tragen mithin die Parteien die Beweislast nur insofern, als 

im Fall der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus 

dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Bei der Frage, ob ein 

leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang überhaupt jemals gegeben 

ist, ist die versicherte Person beweisbelastet (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 E. 3b; A. 

Rumo-Jungo/A. P. Holzer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum 

Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/

Basel/Genf 2012, S. 54 f.). Die Verwaltung als verfügende Instanz und - im 

Beschwerdefall - das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, 

wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat das 

Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nichts Abweichendes vorsieht, nach dem 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit 

eines bestimmten Sachverhalts genügt für die Begründung eines Leistungsanspruchs 

nicht (BGE 129 V 181 E. 3.1 und 117 V 360 E. 4a, je mit Hinweisen; Th. Locher, 

Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 3. Aufl. Bern 2003, S. 451 f.).

2.       

2.1   Am 29. April 2009 trat die Beschwerdeführerin notfallmässig wegen ausgeprägten 

superinfizierten Unterschenkelulzera beidseits und schmerzbedingter Immobilisation 

ins Spital G.___ ein, wo sie sich bis 18. Mai 2009 auf der Geriatrischen Abteilung 

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aufhielt (act. M8). An diesem Tag erfolgte sodann die elektive Zuweisung zur 

Rehabiliation ins Spital E.___. Bei Eintritt klagte die Beschwerdeführerin über 

Schmerzen in den infizierten Beinen sowie über Rücken- und Hüftschmerzen und eine 

gelegentliche Dyspnoe. Am 20. Mai 2009 wurde ein Röntgenbild der LWS angefertigt, 

wobei sich ein Deckplatteneinbruch bei LWK 3 und wahrscheinlich bei LWK 2 zeigte. 

Hierauf wurde am 22. Mai 2009 eine CT-Untersuchung der LWS durchgeführt, welche 

eine instabile LWK-3-Fraktur, Abrisse der Kostotransversalfortsätze beidseits und 

begleitende Frakturen im LWK 1 und 2 sowie eine sagittal durch die Bogenwurzel BWK 

2 rechts verlaufende Fraktur und eine Mehrfachfraktur des Kostotransversalfortsatzes 

rechts zutage brachte (act. M1). Im Jahr 2005 war bei der Beschwerdeführerin im 

Kantonsspital St. Gallen eine instabile Berstungsfraktur LWK 1 mit einer Vertebroplastie 

behandelt worden (act. M10).

2.2   Wie die nachfolgenden Erwägungen zeigen, hat die Beschwerdegegnerin im 

angefochtenen Einspracheentscheid vom 15. November 2012 ihre Leistungspflicht 

zwischen dem Unfallereignis vom 6. Oktober 2008 und der im Mai 2009 bei der 

Beschwerdeführerin im Spital E.___ radiologisch festgestellten sowie am 3. Juni 2009 

gemeldeten WK-Frakturen gestützt auf Art. 6 UVG bzw. mangels Kausalität - zu Recht 

abgelehnt. Eine Prüfung der Versicherteneigenschaft der Beschwerdeführerin und mit 

anderen Worten die Frage, ob für die Beschwerdeführerin im Unfallzeitpunkt (6. 

Oktober 2008) eine UVG-Versicherungsdeckung bestanden hat (vgl. Erwägung 1.1), 

konnte bzw. kann damit offen gelassen werden.

3.       

3.1   Die Beschwerdegegnerin hat die natürliche Kausalität gestützt auf die 

Beurteilungen ihres beratenden Arztes Dr. D.___ vom 28. August und 16. Oktober 2012 

(act. M17, M19) verneint. In seiner Beurteilung vom 28. August 2012 hielt Dr. D.___ auf 

die Frage, ob die LWK-3-Fraktur mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eine Folge des 

Sturzes vom 6. Oktober 2008 sei, fest, dass die Röntgen- und CT-Befundung vom 20. 

bzw. 22. Mai 2009 eine frische Fraktur des LWK 3 und von Anteilen des LWK 2 

erwähne. Wären diese Frakturen auf das Ereignis vom 6. Oktober 2008 zurückzuführen, 

wären zumindest die Frakturen der Kostotransversalfortsätze und der Bogenwurzel des 

BWK 2 bis zum Mai 2009 weitgehend verheilt gewesen. Da dies nicht der Fall sei, sei 

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die Wahrscheinlichkeit gross, dass die zur Diskussion stehenden Frakturen, 

insbesondere diejenige des LWK 3, nur möglicherweise mit dem Ereignis vom 6. 

Oktober 2008 zusammenhängen würden. Es wäre auch mit einer wesentlich stärkeren 

Schmerzproblematik initial nach dem Ereignis vom 6. Oktober 2008 zu rechnen 

gewesen, was zu einer schnellen Abklärung geführt hätte. Es erscheine ihm wesentlich, 

von Dr. med. F.___, prakt. Arzt, detaillierte medizinische Angaben dazu einzuverlangen, 

wie sich der Zustand der Beschwerdeführerin anlässlich der Erstkonsultation vom 16. 

Oktober 2008 und im Winterhalbjahr 2008/2009 präsentiert habe (act. M17). Die 

Beschwerdegegnerin hatte den Hausarzt der Beschwerdeführerin zur Beurteilung ihrer 

Leistungsabklärung bereits am 26. Juli 2012 um Beantwortung verschiedener Fragen 

ersucht (act. M9). Dr. F.___ hatte am 7. August 2012 geantwortet, dass die 

Beschwerdeführerin nach dem 6. Oktober 2008 erstmals am 16. Oktober 2008 wieder 

in seiner Sprechstunde gewesen sei. In Bezug auf die Frage, wann die 

Beschwerdeführerin erstmals über Beschwerden im LWS-Bereich geklagt habe, 

verwies er auf einen Arztbericht des Kantonsspitals St. Gallen vom 29. Januar 2005 

betreffend die dort im Jahr 2005 mit einer Vertebroplastie behandelte LWK-1-Fraktur 

(vgl. act. M10 f.). Auf die Frage, ob von ihm eine Behandlung/Abklärung der LWS 

durchgeführt/veranlasst worden sei, gab Dr. F.___ die Auskunft, dass die 

Beschwerdeführerin seit Ende Oktober 2008 dauernd über Kreuz- und 

Rückenschmerzen geklagt habe und deshalb auch praktisch bis zum heutigen Tag eine 

massive Schmerzmedikation benötigt habe, wenngleich auch in deutlich geringeren 

Mengen (act. M12). Auf Grund der Beurteilung von Dr. D.___ vom 28. August 2008 

ersuchte nun die Beschwerdegegnerin Dr. F.___ mit Schreiben vom 3. September 2012 

um Beantwortung der vom beratenden Arzt angeregten Frage (act. M14). Dr. F.___ 

berichtete am 27. September 2012, dass die Beschwerdegegnerin seit 1985 Patientin 

in seiner Ordination sei. Sie habe unter anderem seit vielen Jahren über Rücken-, 

Gelenks- und Kreuzschmerzen geklagt. Auf die Anfrage der Beschwerdegegnerin vom 

26. Juli 2012 könne er keine konkrete Antwort geben. Fakt sei, dass die 

Beschwerdeführerin nach einem Sturz in der Ordination von Dr. C.___ vermehrt über 

Rückenschmerzen geklagt habe. In einer Röntgenuntersuchung nach dem Unfall hätten 

keinerlei frische Frakturhinweise gefunden werden können. Die Art der Behandlung sei 

konservativ und der Verlauf dem Alter entsprechend gewesen (act. M15). Gestützt auf 

diese weiteren Angaben hielt Dr. D.___ am 16. Oktober 2012 abschliessend fest, dass - 

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nachdem eine Röntgenkontrolle nach dem Ereignis vom 6. Oktober 2008 keine frische 

Wirbelfraktur ergeben habe - davon auszugehen sei, dass die im Mai oder Juni 2009 

festgestellten Frakturen im Bereich des BWK 2 und LWK 3 nicht in einen kausalen 

Zusammenhang mit dem Ereignis vom 6. Oktober 2008 zu stellen seien. Im Übrigen 

hätten solche Frakturen bereits initial zu ausserordentlich heftigen, bedrohlichen 

Rückenschmerzen geführt und werde die am 22. Mai 2009 mittels CT festgestellte 

LWK-3-Fraktur als frisch bezeichnet. Eine Fraktur, die auf den Unfall vom 6. Oktober 

2008 zurückzuführen wäre, würde sich anders darstellen (act. M19).

3.2   Der Umstand, dass Dr. D.___ seine Beurteilungen ausschliesslich aufgrund der 

Akten abgegeben und die Beschwerdeführerin nicht selbst untersucht hat, steht deren 

Beweiswert nicht entgegen (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts vom 27. Juni 2012, 

8C_681/2011, E. 4.1 mit Hinweisen; PVG 1996, 265 E. 3b; RKUV 1988 Nr. U 56 S. 371). 

Der beratende Arzt legte in seiner Beurteilung vom 28. August 2012 die Anamnese 

lückenlos dar, womit davon auszugehen ist, dass er seine Beurteilungen in Kenntnis 

der Vorakten abgegeben hat. Mit Blick auf die Rechtsprechung (in RKUV 1988 Nr. U 56 

S. 366 publ. E. 5b von BGE 114 V 109; Urteile des Bundesgerichts vom 1. Februar 

2010, 8C_792/2009, E. 5, und 26. Januar 2010, 8C_833/2009, E. 5.1) ist der Fokus 

hinsichtlich Beweiswert einer reinen Aktenbeurteilung darauf zu legen, dass für die 

ärztliche Beurteilung genügend Unterlagen von persönlichen Untersuchungen 

vorliegen. Überzeugen müssen die in der Aktenbeurteilung gestützt darauf gezogenen 

Schlussfolgerungen. Wie die nachfolgenden Erwägungen (Erwägung 4) zeigen, ist dies 

im konkreten Fall gegeben.

4.       

4.1   Die Ausführungen von Dr. D.___ basieren bzw. beziehen sich auf die im Rahmen 

einer Kausalitätsbeurteilung massgebenden Beurteilungskriterien - den Unfallhergang, 

die ursprünglich gestellte Unfalldiagnose mit den ereignisnah aufgetretenen 

Beschwerden und die im Mai 2009 im Spital E.___ erhobenen Diagnosen bzw. die 

jeweiligen Ergebnisse der radiologischen Untersuchungen, wie auch auf den zeitlichen 

Ablauf.

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4.2   Hinsichtlich des replicando vorgebrachten Einwands des Rechtsvertreters der 

Beschwerdeführerin, die Beschwerdegegnerin habe in der Beschwerdeantwort den 

Unfallhergang unrichtig dargestellt, ist zunächst festzuhalten, dass den Einzelheiten, 

wie sie sich beim Durchgehen durch die Schiebetür in die Praxis von Dr. C.___ 

abgespielt haben, keine massgebende Bedeutung zukommt. Entscheidend ist - und 

davon gehen sowohl die Beschwerdegegnerin als auch Dr. D.___ ausgegangen -, dass 

die Beschwerdeführerin von der unerwartet sich schliessenden Schiebetür getroffen 

worden und in der Folge gestürzt ist. Selbst wenn die Beschwerdeführerin sowohl auf 

die rechte Hüfte als auch auf den Rücken geprallt sein sollte, lassen sich daraus - wie 

die nachfolgenden Erwägungen zeigen (Erwägung 4.3 f.) - keine überwiegend 

wahrscheinlich natürlich kausalen Unfallfolgen im Bereich der LWS ableiten. Zwar 

vermag ein Sturz auf den Rücken eine strukturelle Läsion zu verursachen, doch ist eine 

solche keineswegs eine zwingende Folge. Insofern ist letztlich entscheidend, welche 

Verletzungen die verunfallte Person im konkreten Fall tatsächlich erlitten hat.

4.3   Die bei einem Unfall erlittene, radiologisch erhobene Unfalldiagnose bildet 

zwangsläufig den massgebenden Ausgangspunkt für die Annahme traumatischer 

Gesundheitsschäden. Entgegen der Darstellung des Rechtsvertreters der 

Beschwerdeführerin in der Replik belegen die Akten, dass bei der Beschwerdeführerin 

noch am Unfalltag vom 6. Oktober 2008 nicht nur eine Röntgenuntersuchung der 

Hüfte, sondern auch eine solche der LWS in der Praxis von Dr. C.___ durchgeführt 

worden war. Dr. C.___ bestätigte ebensolches anlässlich seiner Besprechung mit der 

Beschwerdegegnerin vom 4. August 2009. Die Röntgenaufnahmen seien bei der 

Beschwerdeführerin und in seinem Archiv. Möglicherweise sei die LWS-

Röntgenuntersuchung aufgrund des Ereignisses vom 6. Oktober 2008 erstellt worden. 

Wegen der fehlenden Zuweisungsdiagnose von Dr. F.___ lasse sich dies aber nicht 

mehr so ohne weiteres feststellen (act. A6). Dr. F.___ hielt in seiner Stellungnahme vom 

27. September 2012 fest, dass in einer Röntgenuntersuchung nach dem Unfall keinerlei 

frische Frakturhinweise hätten gefunden werden können (act. M15). Nachdem die 

radiologischen Untersuchungen im Spital E.___ vom 20. und 22. Mai 2009 eindeutige 

Läsionen im Bereich der LWK hervorgebracht haben, bezieht sich die Aussage von Dr. 

F.___ offensichtlich auf die von Dr. C.___ erklärte ereignisnahe Röntgenuntersuchung. 

Im Regelfall zeigt sich eine Verletzung, insbesondere eine Fraktur, unmittelbar nach 

dem Unfall - ohne Ablauf einer möglichen Heilungsdauer - am deutlichsten. Insofern 

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erscheint es ohne weiteres logisch, dass eine Verletzung, sofern sie durch den Unfall 

vom 6. Oktober 2008 verursacht worden wäre, bereits auf den echtzeitlichen 

Röntgenbildern hätte erkennbar sein müssen. Der Umstand ursprünglich fehlender 

Frakturzeichen im Bereich der LWK bzw. erstmals im Mai 2009 erhobener Frakturen im 

Bereich LWK 3 und 2 sowie BWK 2 ist - wie von Dr. D.___ in seiner Beurteilung vom 16. 

Oktober 2012 aufgezeigt - das zentrale und schlüssige Argument gegen das 

überwiegend wahrscheinliche Vorliegen kausaler Unfallfolgen. Zwar wurde im Spital 

E.___ am 22. Mai 2009 ergänzend eine CT-Untersuchung der LWS durchgeführt. Doch 

hatte bereits die konventionelle Röntgenuntersuchung vom 20. Mai 2009 erstmals 

einen Deckplatteneinbruch bei LWK 3 und wahrscheinlich der LWK 2 hervorgebracht. 

Der dargelegte, Zweifel an einer Unfallkausalität begründende, zeitliche Ablauf wird 

durch die Bezugnahme von Dr. D.___ auf eine - wären die fraglichen Frakturen 

unfallkausal - zwischenzeitlich eingetretene Heilung zumindest der Frakturen der 

Kostotransversalfortsätze und der Bogenwurzel des BWK bis zum Mai 2009 zusätzlich 

bekräftigt. Untermauert wird die Annahme lediglich möglicherweise mit dem Ereignis 

vom 6. Oktober 2008 zusammenhängender LWK- und BWK-Frakturen auch durch den 

im Bericht des Spitals E.___ vom 15. Juni 2009 angeführten Zusatz zur LWK-3-Fraktur-

Diagnose "wahrscheinlich frisch". Diese Formulierung mit der klaren Bedeutung "neu" 

fügt sich in den zeitlichen Ablauf mit der am Unfalltag ergebnislosen Röntgenkontrolle 

bzw. der erstmaligen Befundung der Frakturen im Mai 2009 ein. Bedeutende, die hier 

aufgeführten Fakten in Frage stellende Brückensymptome, welche auf unfallkausale 

WK-Frakturen hinweisen würden, liegen keine vor.

4.4   Die Beschwerdeführerin gab anlässlich ihrer Besprechung mit der 

Beschwerdegegnerin vom 12. August 2009 an, unmittelbar nach dem Ereignis vom 6. 

Oktober 2008 und in den folgenden Monaten gedacht zu haben, sie habe sich bloss 

eine Prellung am Rücken zugezogen. Sie habe sofort nach dem Ereignis 

Rückenschmerzen verspürt, welche angehalten hätten (vgl. dazu auch act. M12). Vom 

6. Oktober bis Februar 2009 habe sie gehen können. Danach nicht mehr. Bis zur 

Feststellung der Frakturen habe sie angenommen, dass die Ursache der im Februar 

2009 eingetretenen Gehunfähigkeit ihre ereignisfremden offenen Wunden an beiden 

Beinen gewesen seien. Da sie sich an kein anderes sinnfälliges Ereignis erinnern könne 

als an dasjenige vom 6. Oktober 2008, führe sie nun aber die LWK-Frakturen auf den 

vorgenannten Sturz zurück (act. A5). Dass man sich infolge eines Sturzes auf den 

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Rücken eine Prellung mit nachfolgenden Schmerzen zuziehen kann, ist ohne weiteres 

denkbar. LWK- und BWK-Frakturen hätten jedoch laut Dr. D.___ initial nach dem 

Unfallereignis zu ausserordentlich heftigen, bedrohlichen Rückenschmerzen geführt 

(act. M19). Die im Februar 2009 eingetretene Gehunfähigkeit bzw. die im Mai 2009 

aufgrund einer schmerzbedingten Immobilisation erfolgte notfallmässige Zuweisung an 

das Spital G.___ (vgl. act. M8) stellen gerade eine massgebende Veränderung des 

Gesundheitszustands dar, die sich mit der Aussage von Dr. D.___ deckt. Aufgrund des 

von der Beschwerdeführerin geschilderten und in den medizinischen Akten bestätigten 

Sachverhalts kann damit gesagt werden, dass erst nach einer mehrmonatigen 

Latenzzeit solche, der Beschreibung von Dr. D.___ entsprechende Beschwerden 

aufgetreten sind. Allein gestützt auf die von der Beschwerdeführerin nach dem Sturz 

vom 6. Oktober 2008 beschriebenen Rückenschmerzen kann keine überwiegend 

wahrscheinliche Unfallverursachung der Frakturen angenommen werden. Anzufügen 

bleibt, dass die Erforschung der tatsächlichen Ursache eines Gesundheitsschadens 

nicht Sache der obligatorischen Unfallversicherung ist. Sie hat lediglich abzuklären, ob 

zwischen den geltend gemachten Beschwerden und einem versicherten Ereignis - 

konkret demjenigen vom 6. Oktober 2008 - ein natürlicher Kausalzusammenhang 

besteht. Die Frage nach weiteren möglichen Ursachen - Osteoporose oder ein anderes, 

vorliegend jedoch nicht geltend gemachtes Unfallereignis - bzw. dem genauen 

Zeitpunkt der Frakturbildung muss nicht beantwortet werden.

4.5   Zusammenfassend ist mithin festzuhalten, dass in den Akten - abgesehen vom 

zeitlichen Zusammenfallen des Unfalls vom 6. Oktober 2008 und der nachfolgenden

Rückenschmerzen - keine Anhaltspunkte zu finden sind, welche eine Unfallkausalität 

der LWK- und BWK-Frakturen mehr als nur möglich erscheinen lassen. Die 

Beweisführung, dass Gesundheitsschädigungen unfallbedingt sein müssten, weil sie 

nach dem Unfall aufgetreten seien ("post hoc ergo propter hoc"), ist nach ständiger 

Rechtsprechung für sich allein nicht ergiebig (vgl. SVR 2009 UV Nr. 13 [8C_590/2007] 

S. 54 E. 7.2.4 mit Hinweisen; A. Maurer, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, 2. 

Aufl. Bern 1989, S. 460 N 1205). Auch die vom Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin 

in der Replik vom 30. April 2013 (act. G 10) angeführte Rechtsprechung (Urteile des 

Bundesgerichts: 4A_329/2012 und 4A_333/2012) führen zu keinem anderen Schluss. 

Mit den in jeder Hinsicht überzeugenden Beurteilungen von Dr. D.___ steht der 

überwiegend wahrscheinliche Beweis fest, dass zwischen den im Mai 2009 erhobenen 

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LWK- und BWK-Frakturen und dem Unfallereignis vom 6. Oktober 2008 kein 

natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Demgemäss ist ein Anspruch der 

Beschwerdeführerin, sofern denn überhaupt eine Versicherungsdeckung bestehen 

würde, auf diesbezügliche Leistungen der Beschwerdegegnerin abzuweisen.

5.    

Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen. Gerichtskosten 

sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).

Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 

VRP

entschieden:

1.      Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.      Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 23.01.2014
	Art. 6 UVG: Verneinung der Kausalität zwischen Unfall und einige Monate später radiologisch festgestellten LWK- und BWK-Frakturen bei echtzeitlich fehlender Erhebung solcher Frakturen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 23. Januar 2014, UV 2012/99).

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