# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** abfd502d-fb9b-54cd-af40-7381749aa848
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** SB240413-O1
**Docket/Reference:** SB240413-O1
**URL:** https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/SB240413-O1.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer  

Geschäfts-Nr.: SB240413-O/U/cwo

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. B. Gut, Präsident, lic. iur. C. Maira und Ober-

richterin lic. iur. S. Fuchs sowie die Gerichtsschreiberin 

MLaw N. Hunziker

Urteil vom 8. Oktober 2025

in Sachen

A._____, 

Beschuldigter und Berufungskläger

amtlich verteidigt durch Rechtsanwältin lic. iur. X._____, 

gegen

Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl,  

Anklägerin und Berufungsbeklagte

betreffend versuchter Raub etc. und Widerruf 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichts Dietikon vom 25. Januar 2024 

(DG230017)

-   2   -

Anklage:

Die  Anklageschrift  der  Staatsanwaltschaft  Zürich-Sihl  vom  6.  Oktober  2023 

(Urk. D1/18) ist diesem Urteil beigeheftet.

Urteil der Vorinstanz:

"Es wird erkannt:

1.

Der Beschuldigte ist schuldig









des versuchten Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 

StGB, 

der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 StGB, 

des mehrfachen Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB, 

des geringfügigen Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB i.V.m. 

Art. 172ter Abs. 1 StGB.

2.

Die mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 11. Februar 2022 

bedingt ausgesprochene Freiheitsstrafe von 170 Tagen sowie die Geldstrafe von 

10 Tagessätzen zu Fr. 30.– werden widerrufen.

3.

Die mit Urteil des Bezirksgerichts Dietikon vom 2. November 2022 

(Geschäfts-Nr. GG220039-M) bedingt ausgesprochene Geldstrafe von 30 Tages-

sätzen zu Fr. 30.– wird widerrufen.

4.

Der Beschuldigte wird unter Einbezug der widerrufenen Freiheitsstrafe bestraft mit 

25 Monaten Freiheitsstrafe (wovon 3 Tage durch Haft erstanden sind) als Gesamts-

trafe sowie einer Busse von Fr. 300.–. 

5.

6.

Die Freiheitsstrafe wird vollzogen. Die Busse ist zu bezahlen. 

Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine 

Ersatzfreiheitsstrafe von 3 Tagen.

-   3   -

7.

Der Beschuldigte wird im Sinne von Art. 66a StGB für 6 Jahre des Landes verwie-

sen.

8.

Die Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener Informationssystem wird 

angeordnet.

9.

Dem Beschuldigten wird im Sinne von Art. 67b Abs. 2 lit. a StGB untersagt, mit der 

Privatklägerin 1 (B._____) in irgendeiner Weise (persönlich, telefonisch, schriftlich, 

SMS, Mail etc.) direkt oder über Drittpersonen Kontakt aufzunehmen. Das 

Kontaktverbot gilt für die Dauer von 2 Jahren. 

Missachtet der Beschuldigte das vorgenannte Verbot, kann er im Sinne von 

Art. 294 Abs. 2 StGB mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe bestraft 

werden.

10. Dem Beschuldigten wird im Sinne von Art. 67b Abs. 2 lit. b StGB untersagt, sich der 

Privatklägerin 1 (B._____) auf weniger als 100 Meter zu nähern oder sich in einem 

Umkreis von 100 Metern ihres jeweiligen Wohnortes (derzeit: C._____-strasse 1, 

D._____) aufzuhalten. Das Rayonverbot gilt für die Dauer von 2 Jahren. 

Missachtet der Beschuldigte das vorgenannte Verbot, kann er im Sinne von 

Art. 294 Abs. 2 StGB mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe bestraft 

werden.

11. Für die Dauer des Kontakt- und Rayonverbots gemäss Ziff. 9-10 wird eine Bewäh-

rungshilfe im Sinne von Art. 67b Abs. 4 StGB angeordnet.

12. Die folgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 23. Februar 

2023 als Beweismittel beschlagnahmten Gegenstände, lagernd bei der Kantons-

polizei Zürich, Asservaten Triage (Polis-Geschäfts-Nr. 84519200), werden dem 

Privatkläger 2 oder einer von ihm bevollmächtigten Person innert 3 Monaten nach 

Eintritt der Rechtskraft des Urteils auf erstes Verlangen herausgegeben: 

 Handschuhe (Asservat-Nr. A016'989'870); 

 Herrenjacke (Asservat-Nr. A016'989'881); 

 Herrenbekleidung (Asservat-Nr. A016'989'892). 

-   4   -

Sofern die Herausgabe nicht innert 3 Monaten nach Eintritt der Rechtskraft des 

Urteils verlangt wird, werden die Gegenstände durch die Lagerbehörde vernichtet. 

13. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 23. Februar 2023 als 

Beweismittel beschlagnahmte Herrenjacke (Asservat-Nr. A016'989'905), lagernd 

bei der Kantonspolizei Zürich, Asservaten Triage (Polis-Geschäfts-Nr. 84519200), 

wird dem Beschuldigten oder einer von ihm bevollmächtigten Person innert 

3 Monaten nach Eintritt der Rechtskraft des Urteils auf erstes Verlangen herausge-

geben.

Sofern die Herausgabe nicht innert 3 Monaten nach Eintritt der Rechtskraft des 

Urteils verlangt wird, wird der Gegenstand durch die Lagerbehörde vernichtet.

14. Die unter der Polis-Geschäfts-Nr. 84519200 sichergestellten Spuren und Spuren-

träger werden eingezogen und der Lagerbehörde nach Eintritt der Rechtskraft des 

Urteils zur Vernichtung überlassen: 

 A017'134'086;

 A017'134'100;

 A017'134'111;

 A017'134'122;

 A017'134'144;

 A017'167'214;

 A017'362'855. 

15. Die Privatklägerin 1 (B._____) wird mit ihrem Schadenersatzbegehren auf den Weg 

des Zivilprozesses verwiesen.

16. Der Privatkläger 2 (E._____) wird mit seinem Schadenersatzbegehren auf den Weg 

des Zivilprozesses verwiesen.

17. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 1 (B._____) Fr. 1'000.– zuzüg-

lich 5 % Zins ab 26. April 2023 als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird 

das Genugtuungsbegehren abgewiesen.

18. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 4'500.–. Über die weiteren Kosten 

(Barauslagen usw.) wird die Gerichtskasse Rechnung stellen. 

-   5   -

19. Rechtsanwältin lic. iur. X._____ wird für ihre Aufwendungen als amtliche Verteidige-

rin des Beschuldigten aus der Gerichtskasse mit Fr. 10'699.80 (inkl. Barauslagen 

und 7.7 bzw. 8.1 % Mehrwertsteuer) entschädigt.

20. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen 

diejenigen der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt.

21. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen; 

vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO. 

22. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 1 (B._____) für das gesamte 

Verfahren eine Prozessentschädigung von Fr. 2'000.– zu bezahlen.

23.

(Mitteilungen)

24.

(Rechtsmittel)"

Berufungsanträge:

(Prot. II S. 3 ff.)

a)

Der amtlichen Verteidigung des Beschuldigten:

(Urk. 82 S. 2 f. und 10 f.)

1.

Es  sei  der  Berufungskläger  schuldig  zu  sprechen  des  mehrfachen  Haus-

friedensbruchs (Dossier 2 und Dossier 3).

2.

Es sei der Berufungskläger freizusprechen vom Vorwurf des Raubversuchs 

(Dossier  1),  des  geringfügigen  Diebstahls  (Dossier  2)  und  der  einfachen 

Körperverletzung (Dossier 4).

3.

Von einem Widerruf der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat 

vom 11. Februar 2022 ausgefällten bedingten Freiheitsstrafe von 170 Tagen 

sowie Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu CHF 30.00 sei abzusehen.

4.

Von  einem  Widerruf  der  mit  Urteil  des  Bezirksgerichts  Dietikon  vom 

2. November 2022 ausgefällten bedingten Gelstrafe von 30 Tagessätzen zu 

CHF 30.00 sei abzusehen.

-   6   -

5.

Es  sei  der  Berufungskläger  mit  einer  Geldstrafe  von  20  Tagessätzen  à 

CHF 30.00 zu bestrafen, wobei die erstandene Haft von zwei Tage anzurech-

nen sei.

6.

7.

Von der Anordnung einer Landesverweisung sei abzusehen.

Von  einem  Kontakt-,  Rayon-  und  Annäherungsverbot  im  Sinne  von  Art.  67 

Abs. 2 lit. a und lit. b StGB und einer Bewährungshilfe im Sinne von Art. 67b 

Abs. 4 StGB sei abzusehen.

8.

Es  sei  davon  abzusehen,  den  Berufungskläger  zu  verpflichten,  der  Privat-

klägerin 1 CHF 1'000.00 zuzüglich 5% Zins ab 26. April 2023 als Genugtuung 

zu bezahlen.

9.

Die Kosten des Verfahrens, ausgenommen jene für die amtliche Verteidigung, 

seien dem Berufungskläger anteilmässig, d.h. zu höchstens 10%, aufzuerle-

gen.

10. Es  sei  davon  abzusehen,  den  Berufungskläger  zu  verpflichten,  der  Privat-

klägerin 1 eine Prozessentschädigung zu bezahlen.

Eventualanträge:

11. Die  mit  Strafbefehl  der  Staatsanwaltschaft  Zürich-Limmat  vom  11.  Februar 

2022  bedingt  ausgesprochene  Freiheitsstrafe  von  170  Tagen  sowie  die 

Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu CHF 30.00 seien zu widerrufen.

12. Die  mit  Urteil  des  Bezirksgerichts  Dietikon  vom  2.  November  2022  bedingt 

ausgesprochene Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu CHF 30.00 sei zu wider-

rufen.

13. Der Berufungskläger sei unter Einbezug der zu widerrufenden Freiheitsstrafe 

mit einer Freiheitsstrafe von höchstens 18 Monaten (wovon 3 Tage durch Haft 

erstanden  sind)  als  Gesamtstrafe  sowie  einer  Busse  von  CHF  300.00  zu 

bestrafen.

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14. Der Vollzug der Freiheitsstrafe sei bei Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren 

aufzuschieben.

15. Es sei von einer Landesverweisung im Sinne von Art. 66a Abs. 2 StGB abzu-

sehen.

16. Es sei der Berufungskläger zu verpflichten, der Privatklägerin 1 eine Genug-

tuung  im  Umfang  von  CHF  1'000.00  sowie  eine  Prozessentschädigung  im 

Umfang von CHF 2'000.00 zu bezahlen.

17. Ausgangsgemäss  seien  die  Kosten  des  Verfahrens  abgesehen  von  den 

Kosten der Verteidigung dem Berufungskläger aufzuerlegen.

Subeventualanträge mit Bezug auf die Landesverweisung:

18. Es  sei  der  Berufungskläger  für  5  Jahre  im  Sinne  von  Art.  66a  StGB  des 

Landes zu verweisen.

19. Es  sei  davon  abzusehen,  die  Ausschreibung  der  Landesverweisung  im 

Schengener Informationssystem anzuordnen.

b)

Der Staatsanwaltschaft:

(Urk. 67)

Bestätigung des erstinstanzlichen Entscheids.

Erwägungen:

I. Verfahrensgang / Prozessuales

A.

Verfahrensgang

1.

Der  Verfahrensverlauf  bis  zum  erstinstanzlichen  Urteil  ergibt  sich  aus  dem 

angefochtenen Entscheid (Urk. 60 S. 4 f.). Gegen das am 25. Januar 2024 durch 

die  Vorinstanz  mündlich  und  schriftlich  im  Dispositiv  eröffnete  Urteil  meldete  der 

Beschuldigte fristgerecht Berufung an (Prot. I S. 6 ff., Urk. 56). Nach Zustellung des 

schriftlich  begründeten  Entscheids  erfolgte 

rechtzeitig  mit  Eingabe  vom 

-   8   -

11. September 2024 die Berufungserklärung des Beschuldigten (Urk. 61/1, 63). Mit 

Präsidialverfügung  vom  19.  September  2024  wurde  die  Berufungserklärung  des 

Beschuldigten  in  Anwendung  von  Art. 400  Abs. 2  und  3  und  Art. 401  StPO  der 

Staatsanwaltschaft  und  der  Privatklägerschaft  zugestellt,  um  gegebenenfalls 

Anschlussberufung zu erheben oder begründet ein Nichteintreten auf die Berufung 

zu beantragen (Urk. 65). Die Staatsanwaltschaft verzichtete auf die Erhebung einer 

Anschlussberufung, beantragte die Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils und er-

suchte  um  Dispensation  von  der  Teilnahme  an  der  Berufungsverhandlung 

(Urk. 67). Die Privatklägerschaft liess sich nicht vernehmen.

2.

Am 3. April 2025 wurde auf den 16. Juni 2025 zur Berufungsverhandlung vor-

geladen  (Urk.  68).  Aufgrund  einer  krankheitsbedingten  Verhandlungsunfähigkeit 

des  Beschuldigten  wurde  die  Berufungsverhandlung  auf  dessen  Gesuch  hin  auf 

den 8. September 2025 verschoben (Urk. 74 ff.). Zur Berufungsverhandlung vom 

8. September  2025  erschien  die  amtliche  Verteidigerin,  Rechtsanwältin  lic.  iur. 

X._____. Der Beschuldigte erschien verspätet (Prot. II S. 5 f.). Vorfragen und Be-

weisanträge  waren  keine  zu  entscheiden.  Nachdem  der  Beschuldigte  anlässlich 

der Berufungsverhandlung geltend machte, das Migrationsamt habe ihm untersagt, 

zu arbeiten (Urk. 83 S. 7, 10 und 11), wurde im Anschluss an die Berufungsver-

handlung  beim  zuständigen  Migrationsamt  eine  entsprechende  schriftliche  Aus-

kunft eingeholt (Prot. II S. 7, Urk. 85 und 86/1-3) und diese hernach den Parteien 

zur freigestellten Stellungnahme zugestellt (Urk. 87). Mit Eingabe vom 29. Septem-

ber 2025 nahm die amtliche Verteidigung hierzu Stellung (Urk. 90 f.). Weitere Ver-

nehmlassungen erfolgten nicht. Das Urteil erging am 8. Oktober 2025 und wurde 

am 3. November 2025 mündlich eröffnet und erläutert (Prot. II S. 9 ff.).

B. Berufungsumfang

Die Berufung des Beschuldigten richtet sich gegen die Dispositivziffern 1, Spiegel-

striche 1, 2 und 4 (Schuldsprüche versuchter Raub, einfache Körperverletzung und 

geringfügiger Diebstahl), 2 - 3 (Widerruf), 4 - 6 (Strafe und Vollzug), 7 - 8 (Landes-

verweisung und SIS-Ausschreibung), 9 - 11 (Kontakt-, Annährungs- und Rayonver-

bot  mit  Bewährungshilfe),  17  (Genugtuung)  sowie  20  -  22  (Kostenauflage  und 

Prozessentschädigung) des vorinstanzlichen Urteils (Urk. 82 S. 2 f.). Die Disposi-

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tivziffern 1, Spiegelstrich 3 (Schuldspruch mehrfacher Hausfriedensbruch), 12 - 14 

(Herausgabe von Gegenständen und Spurenvernichtung), 15 - 16 (Schadenersatz) 

sowie 18 - 19 (Kostenfestsetzung) sind demnach in Rechtskraft erwachsen, was 

mittels Beschluss festzustellen ist. In den übrigen Punkten steht der angefochtene 

Entscheid unter Vorbehalt des Verschlechterungsverbotes (Art. 391 Abs. 2 StPO) 

grundsätzlich zur Disposition und das erstinstanzliche Urteil ist dabei umfassend zu 

prüfen (Art. 398 Abs. 2 und 3 StPO).

C. Allgemeines

Soweit nachfolgend für die tatsächliche und rechtliche Würdigung des eingeklagten 

Sachverhaltes auf die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen wird, erfolgt dies in 

Anwendung  von  Art. 82  Abs. 4  StPO,  auch  ohne  dass  dies  explizit  Erwähnung 

findet. Ferner hat sich das Gericht nicht mit jedem Parteivorbringen einlässlich aus-

einanderzusetzen, sondern kann sich auf die wesentlichen Punkte beschränken. 

Die  Entscheidbegründung  hat  dabei  die  wesentlichen  Überlegungen,  von  denen 

sich das Gericht hat leiten lassen und auf die es seinen Entscheid stützt, kurz zu 

nennen (vgl. BGE 146 IV 297 E. 2.2.7, mit weiteren Hinweisen).

A. Allgemeines

II. Schuldpunkt

1.

Im  Berufungsverfahren  steht  der  Schuldspruch  wegen  mehrfachen  Haus-

friedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB gemäss Dossier 2 und 3 nicht mehr zur 

Diskussion. Der Schuldspruch wird vom Beschuldigten anerkannt (Urk. 82 S. 6 f.). 

2.

Zu den allgemeinen Grundsätzen der Sachverhaltserstellung und der Beweis-

würdigung  wird  sodann  vorab  auf  die  Ausführungen  der  Vorinstanz  verwiesen 

(Urk. 62 S. 9 f.).

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B. Dossier 1 (versuchter Raub)

1.

Sachverhalt

1.1. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Beschuldigten vor, den Privatkläger E._____ 

am  20.  Januar  2023  mit  den  Worten  "Gib  mir  dis  Portemonnaie,  Natel  und  dini 

Chopfhörer", "und alles was du häsch" sowie "gib mir" aufgefordert zu haben, ihm 

seine persönlichen Gegenstände auszuhändigen. Als der Privatkläger E._____ die-

ser Aufforderung nicht nachgekommen sei und am Beschuldigten vorbeigegangen 

sei, habe der Beschuldigte mit seiner Faust in den Nacken des Privatklägers ge-

schlagen,  woraufhin  sich  der  Privatkläger  umgedreht  und  gesagt  habe,  der  Be-

schuldigte solle aufhören. Als sich der Privatkläger in der Folge ca. 15 - 20 Meter 

vom Beschuldigten entfernt habe, sei der Beschuldigte auf den Privatkläger zuge-

rannt, habe ihn in den Schwitzkasten genommen und mindestens einmal auf des-

sen Opferkopf geschlagen. Nachdem sich der Privatkläger aus dem Schwitzkasten 

habe  lösen  können,  habe  der  Beschuldigte  mindestens  zwei  Mal  mit  beiden 

Fäusten auf den Privatkläger eingeschlagen. All dies habe der Beschuldigte in der 

Absicht getan, möglichst viel Bargeld und weitere Wertgegenstände zu erbeuten 

(Urk. D1/18 S. 2 f.).

1.2. Die Vorinstanz erachtete den fraglichen Anklagevorwurf als erstellt und verur-

teilte den Beschuldigten wegen versuchten Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 

StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB (Urk. 62 S. 10 ff., 32 ff. und 65).

1.3. Der Privatkläger und die Staatsanwaltschaft sind mit dem Schuldspruch ein-

verstanden, während der Beschuldigte einen Freispruch beantragt. Er lässt durch 

die amtliche Verteidigung vorbringen, die DNA-Spuren auf den Kleidern des Privat-

klägers seien nur ein Nachweis dafür, dass es zwischen ihm und dem Privatkläger 

zu einem Kontakt gekommen sei. Sie seien aber kein genügender Beweis dafür, 

dass sich der Sachverhalt gemäss Anklage zugetragen habe. Und auch wenn man 

davon ausginge, dass sich der vom Privatkläger geschilderte Vorgang tatsächlich 

wie von ihm geschildert ereignet haben sollte, könnte der Vorfall nicht als versuch-

ter Raub qualifiziert werden. Die Aufforderung zur Herausgabe der Gegenstände 

sei  nämlich  nicht  unter  Anwendung  von  Gewalt  oder  Androhung  gegenwärtiger 

-   11   -

Gefahr für Leib und Leben oder nachdem der Privatkläger zum Widerstand unfähig 

gemacht worden sei bzw. dies versucht worden sei, geschehen. Nachdem sich der 

Privatkläger mit Bestimmtheit geweigert habe, die Gegenstände herauszugeben, 

sei  die  Sache  erledigt  und  abgeschlossen  gewesen.  Der  Schlag  in  den  Nacken 

stehe  in  keinem  Zusammenhang  mit  der  anfangs  geäusserten  Aufforderung  zur 

Herausgabe  der  Gegenstände,  sondern  sei  offensichtlich  eine  Reaktion  auf  den 

unsanften  Wegschubser  des  Privatklägers  beim  Vorbeigehen  (Urk. 82  S.  2  ff.). 

Seinerseits  gab  der  Beschuldigte  anlässlich  der  Berufungsverhandlung  zu 

Protokoll, es sei alles erfunden und nicht geschehen (Urk. 83 S. 12 f.).

1.4. Die Vorinstanz hat sich zutreffend zu den massgebenden Beweismitteln und 

deren Verwertbarkeit geäussert (Urk. 62 S. 10 f.). Ergänzend ist festzuhalten, dass 

die Vorinstanz dem Beschuldigten die Ergebnisse des Gutachtens des IRM vom 

24.  April  2023  betreffend  DNA-Spurenauswertung  (Urk.  D1/7/5)  vorhielt  (Prot.  I 

S. 26  f.),  womit  auch  diese  vollständig  verwertbar  sind.  Des  Weiteren  hat  die 

Vorinstanz  grundsätzlich  zutreffende  Ausführungen  zur  Glaubwürdigkeit  des 

Beschuldigten und des Privatklägers gemacht (Urk. 62 S. 11 und 14). Massgebend 

ist die Glaubhaftigkeit der konkreten Aussagen (BGE 147 IV 534 E. 2.3.3 S. 538 f., 

409 E. 5.4.3 S. 422; je mit Hinweisen).

Überzeugend gelangte die Vorinstanz zum Ergebnis, dass auf die Aussagen des 

Privatklägers abzustellen sei. Er vermöge das Kerngeschehen über das gesamte 

Verfahren hinweg konsistent und widerspruchsfrei zu schildern. Seine Aussagen 

seien  detailliert,  lebensnah  und  originell.  So  etwa  seine  Schilderung,  wonach  er 

infolge einer Abfuhr einer jungen Frau einen Umweg nach Hause genommen habe, 

wo es zum Raubüberfall des Beschuldigten kam. Übermässige Belastungen seien 

keine  auszumachen  und  der  Privatkläger  habe  ihn  selbst  belastende  Aussagen 

gemacht,  indem  er  eingeräumt  habe,  den  Beschuldigten  obszön  beschimpft  und 

sich mit Gegengewalt zur Wehr gesetzt zu haben (Urk. 62 S. 14 f.). Dieser Würdi-

gung  kann  vorbehaltlos  gefolgt  werden.  Insbesondere  ist  –  mit  der  Vorinstanz  – 

hervorzuheben, dass der Privatkläger seine Gegenwehr als stärker als die Schläge 

des Beschuldigten einstufte (Urk. 51 S. 4 ff.). Übertreibungen sind in den Schilde-

rungen  des  Privatklägers  keine  zu  finden.  Mit  der  Vorinstanz  ist  das  gesamte 

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Aussageverhalten des Privatklägers als glaubhaft zu würdigen (Urk. 62 S. 15). Er 

schildert  seine  Wahrnehmungen  frei,  lebensnah,  ohne  jedwelche  Belastungsten-

denzen  und  sachlich.  Zudem  sind  keine  Hinweise  erkennbar,  weshalb  er  falsch 

aussagen oder den Beschuldigten unnötig belasten sollte. Sodann korrespondiert 

das Gutachten des IRM vom 24. April 2023 betreffend DNA-Spurenauswertung mit 

den  Schilderungen  des  Privatklägers  (Urk.  D1/7/5).  Schliesslich  hat  der  Privat-

kläger den Beschuldigten als den Täter identifiziert (Urk. D1/4/2 F/A 49 f.), wobei 

der  Beschuldigte  selbst  –  zumindest  bis  zum  Berufungsverfahren  (vgl.  dazu  den 

nachfolgenden Abschnitt) – nicht bestritt, dass es zwischen ihm und dem Privat-

kläger zu einem Vorfall kam.

Demgegenüber  erweisen  sich  die  Aussagen  des  Beschuldigten  –  mit  der 

Vorinstanz – als ausweichend und nicht stringent. So gab er in der Untersuchung 

an, der Privatkläger habe ihm etwas zugerufen – wobei die angeblichen Ausrufe 

von Einvernahme zu Einvernahme divergieren ("oh mann, oh mann" [Urk. D1/3/1 

F/A 17] oder "Hurensohn" [Urk. D1/3/2 F/A 9] oder "Fick dich" [Prot. I S. 24]) – und 

er (der Beschuldigte) habe nichts zum Privatkläger gesagt (Urk. D1/3/1 F/A 18). Vor 

Vorinstanz gab er davon abweichend zu Protokoll, er und der Privatkläger hätten 

miteinander gesprochen bzw. verbal gestritten (Prot. I S. 24 f.). Und anlässlich der 

Berufungsverhandlung  brachte  er  eine  neue  Version  vor,  nämlich,  dass  er  den 

Privatkläger bis zur Hauptverhandlung noch nie gesehen habe (Urk. 83 S. 12). Im 

Übrigen passen die angeblichen Ausrufe des Privatklägers denn auch nicht zu den 

Schilderungen des Beschuldigten, wonach der Privatkläger Angst gehabt und von 

ihm geflohen sei, als er ihn (den Beschuldigten) gesehen habe (Urk. D1/3/1 F/A 5). 

Ebenfalls  widersprüchlich  sind  die  Aussagen  des  Beschuldigten  zur  Distanz 

zwischen ihm und dem Privatkläger. So führte er in der Untersuchung aus, sie seien 

ca.  100  Meter  voneinander  entfernt  gestanden  (Urk.  D1/3/1  F/A  20  und  39, 

Urk. D1/3/2 F/A 7), während er vor Vorinstanz angab, sie seien unmittelbar neben-

einander gestanden und möglicherweise habe der Privatkläger ihn sogar berührt 

(Prot. I S. 25). Dabei fällt im Übrigen auf, dass der Beschuldigte diese mögliche 

Berührung erstmals ins Feld führte, nachdem das Gutachten des IRM vom 24. April 

2023 betreffend DNA-Spurenauswertung vorlag, welches massgebliche Indizien für 

einen  Kontakt  zwischen  den  Kleidern  des  Privatklägers  und  dem  Beschuldigten 

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liefert. Seine Schilderungen erweisen sich somit als widersprüchlich und teilweise 

lebensfremd. Zudem scheint er seine Aussagen an den jeweiligen Ermittlungsstand 

anzupassen. Im Übrigen versucht er den Privatkläger zu diffamieren, indem er ihn 

bezichtigt, unter Drogen- und Alkoholeinfluss gestanden zu sein, obwohl keinerlei 

nachvollziehbaren Hinweise in diese Richtung bestehen. Insbesondere vermögen 

seine wenig glaubhaften Depositionen die überzeugenden Sachdarstellungen des 

Privatklägers  nicht  zu  relativieren.  Der  zur  Diskussion  stehende  Sachverhalt  ist 

deshalb,  in  Bestätigung  der  Vorinstanz,  erstellt  und  für  die  rechtliche  Würdigung 

darauf abzustellen.

2.

Rechtliche Würdigung

Die rechtliche Würdigung der Vorinstanz ist zutreffend (Urk. 62 S. 32 ff.) und gibt 

grundsätzlich  zu  keinen  Weiterungen  Anlass,  weshalb  darauf  verwiesen  werden 

kann. Insbesondere hat die Vorinstanz auch zutreffend erwogen, dass die Schwitz-

kastensituation bzw. der gewaltsame Übergriff des Beschuldigten auf den Privat-

kläger, nachdem sich dieser bereits einige Meter entfernt hatte, anders als der erste 

Schlag  gegen  den  Nacken  des  Privatklägers  von  keiner  Aneignungs-  und  Berei-

cherungsabsicht geprägt war. Vielmehr ergibt sich aus den glaubhaften Aussagen 

des Privatklägers, dass sich der Beschuldigte dadurch, dass sich der Privatkläger 

zum Beschuldigten umdrehte und ihn obszön beschimpfte, nachdem er (der Privat-

kläger) sich bereits entfernen konnte, offenbar provoziert fühlte ("Dann legte sich 

bei ihm wie ein Schalter um und er rannte zur mir und hat auf mich eingeschlagen." 

Urk. 51 S. 3, Urk. D1/4/2 S. 5). Dieser Sachverhaltsteil wäre – mit der Vorinstanz – 

rechtlich wohl als Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB zu qualifizieren, 

wobei es am hierfür notwendigen Strafantrag fehlt. Entgegen der Darstellung der 

amtlichen Verteidigung steht der erste Schlag gegen den Nacken des Privatkläger 

hingegen  eindeutig  in  unmittelbarem  Zusammenhang  zur  Aufforderung  des 

Beschuldigten auf Herausgabe der Wertgegenstände. Unmittelbar nachdem sich 

der  Privatkläger  weigerte,  der  verbalen  Aufforderung  des  Beschuldigten  auf 

Herausgabe seiner Wertgegenstände nachzukommen und versuchte, sich mithilfe 

eines Wegschubers zu entfernen, schlug der Beschuldigte dem Privatkläger mit der 

Faust gegen den Nacken. Mit diesem Faustschlag dokumentierte er, dass er für 

-   14   -

den  Fall  der  Weigerung  Gewalt  einsetzt.  Damit  bezweckte  er  mit  diesem  Faust-

schlag  offensichtlich,  den  Widerstand  des  Privatklägers  auszuschalten,  damit 

dieser den Diebstahl erduldet. Der Beschuldigte ist demnach für den Anklagesach-

verhalt  gemäss  Dossier  1  des  versuchten  Raubes  im  Sinne  von  Art.  140  Ziff.  1 

StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen.

C. Dossier 2 (geringfügiger Diebstahl)

1.

Sachverhalt

1.1. Die  Staatsanwaltschaft  wirft  dem  Beschuldigten  vor,  am  2.  März  2023  mit 

einem Grillpoulet im Wert von Fr. 11.75 die F._____ Filiale an der G._____ …, in 

… Zürich, ohne zu bezahlen verlassen zu haben, um dieses für eigene Zwecke zu 

verwenden (Urk. D1/18 S. 3).

1.2. Die Vorinstanz erachtete den fraglichen Anklagevorwurf als erstellt und verur-

teilte  den  Beschuldigten  wegen  geringfügigen  Diebstahls  im  Sinne  von  Art.  139 

Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 172ter Abs. 1 StGB (Urk. 62 S. 17 f., 36 ff. und 

65).

1.3. Die Privatklägerschaft und die Staatsanwaltschaft sind mit dem Schuldspruch 

einverstanden,  während  der  Beschuldigte  einen  Freispruch  beantragt.  Er  lässt 

durch die amtliche Verteidigung – wie schon vor Vorinstanz – vorbringen, er habe 

vergessen, das Grillpoulet zu bezahlen, weshalb er mangels Vorsatz vom Vorwurf 

des  Diebstahls  freizusprechen  sei.  Dass  er  die  viel  teureren  Zigaretten  bezahlt 

habe,  obwohl  es  sich  für  ihn  mehr  "gelohnt"  hätte,  die  Zigaretten  statt  des  Grill-

poulets zu stehen, sei ein klares Indiz dafür, dass er nicht die Absicht gehabt habe, 

das  Poulet  zu  stehlen  (Urk. 82  S.  2  und  6).  Seinerseits  gab  er  anlässlich  der 

Berufungsverhandlung zu Protokoll, er habe das Grillpoulet versehentlich in seine 

Tragtasche gesteckt. Gleichzeitig räumte er aber auch ein, das Grillpoulet wissent-

lich und willentlich nicht bezahlt zu haben (Urk. 83 S. 14 f.).

1.4. Die Vorinstanz hat sich zutreffend zu den massgebenden Beweismitteln und 

deren Verwertbarkeit geäussert (Urk. 62 S. 17).

-   15   -

1.5. Der Beschuldigte bestreitet nicht, in der obgenannten F._____ Filiale ein Grill-

poulet  behändigt  und  das  Verkaufsgeschäft  anschliessend  ohne  Bezahlung  des 

Grillpoulets verlassen zu haben (Prot.  I S. 28). Dies  deckt sich mit den weiteren 

Beweismitteln. So ergibt sich aus den drei aktenkundigen Überwachungsvideoauf-

nahmen der F._____ Filiale, wie der Beschuldigte das Grillpoulet aus dem Regal 

behändigt und anschliessend den Kassenbereich und die F._____ Filiale mit dem 

in einer Papiertragetasche der H._____ verstauten Grillpoulet verlässt, wo er von 

F._____ Mitarbeitern und einer Ladendetektivin angehalten wird (Urk. D2/3/1). So-

dann erhellt aus einer unterzeichneten Erklärung von F._____, dass ein Grillpoulet 

im Wert von Fr. 11.75 gestohlen wurde (Urk. D2/4/5). Der äussere Sachverhalt ist 

somit rechtsgenügend erstellt.

1.6. Die Vorinstanz hat das Vorbringen des Beschuldigten, wonach er vergessen 

habe, das Grillpoulet zu bezahlen, mit zutreffender Begründung als Schutzbehaup-

tung gewürdigt (Urk. 62 S. 18). Darauf wird grundsätzlich verwiesen. Den obenge-

nannten  Videoaufnahmen  lässt  sich  entnehmen,  dass  der  Beschuldigte  alleine 

unterwegs war, sein Einkauf zusammen mit dem von ihm an der bedienten Kasse 

verlangten Zigaretten gerade einmal zwei Produkte umfasste und keinerlei Hektik 

bestand. Er war überdies der einzige Kunde an der bedienten Kasse und musste 

kurz warten, als die Kassiererin die von ihm verlangten Zigaretten aus dem Regal 

nahm.  Unter  diesen  Umständen  ist  nicht  nachvollziehbar,  dass  der  Beschuldigte 

die Bezahlung des Poulets vergessen haben will. Im Übrigen bestand kein nach-

vollziehbarer Grund, das Poulet auf dem kurzen Weg bis zur Kasse in der mitge-

brachten H._____-Papiertragetasche zu verstauen, zumal das Poulet (nebst den 

an der Kasse erhältlichen Zigaretten) der einzige Einkauf war und der Beschuldigte 

dieses  sogleich  wieder  hätte  aus  der  Tasche  nehmen  und  auf  das  Kassenband 

legen  müssen.  Dass  der  Beschuldigte  das  Grillpoulet  dennoch  in  der  Einkaufs-

tasche  verstaute,  kann  nur  bedeuten,  dass  er  dies  bewusst  tat,  um  das  Produkt 

darin  zu  verstecken  und  mit  diesem  das  Verkaufsgeschäft  ohne  zu  bezahlen  zu 

verlassen. Daran ändert nichts, dass er genug Geld dabei gehabt hätte, um das 

Poulet zu bezahlen. Im Übrigen ist der Beschuldigte bereits in der Vergangenheit 

durch Ladendiebstahl in Erscheinung getreten (Urk. D2/4/2 f.), was von ihm nicht 

bestritten wird (Urk. D1/3/4 F/A 14). Schliesslich lässt sich aus dem Einwand der 

-   16   -

amtlichen  Verteidigung,  wonach  der  Beschuldigte  die  viel  teureren  Zigaretten 

bezahlt habe, nichts zu dessen Gunsten ableiten. Die Zigaretten waren im über-

wachten  Kassenbereich,  weshalb  dem  Beschuldigten  gar  nichts  anderes  übrig 

blieb,  als  diese  zu  bezahlen.  Es  bestehen  nach  dem  Gesagten  keine  rechtser-

heblichen Zweifel am inneren Sachverhalt, er ist durch das Untersuchungsergebnis 

erstellt.  Im  Übrigen  wurde  er  vom  Beschuldigten  zuletzt  auch  anerkannt 

(vgl. Ziff. II.C.1.3.).

2.

Rechtliche Würdigung

Die rechtliche Subsumption der Vorinstanz ist korrekt (Urk. 62 S. 36 ff.) und bedarf 

keiner weiteren Erläuterung. Insbesondere liegt auch der erforderliche Strafantrag 

vor  (Urk.  D2/4/1).  Überdies  stellen  weder  die  amtliche  Verteidigung  noch  der 

Beschuldigte die rechtliche Würdigung in Frage, ihre Rüge beschränkt sich einzig 

auf den (inneren) Sachverhalt. Der Beschuldigte ist in Bestätigung der Vorinstanz 

des geringfügigen Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit 

Art. 172ter Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen.

E. Dossier 4 (einfache Körperverletzung)

1.

Sachverhalt

1.1. Die  Staatsanwaltschaft  wirft  dem  Beschuldigten  vor,  der  Privatklägerin  am 

26. April 2023 in der S14 unvermittelt mit seiner Hand in das Gesicht geschlagen 

zu haben, wodurch diese eine Nasenbeinfraktur erlitten habe (Urk. D1/18 S. 4).

1.2. Die Vorinstanz erachtete den fraglichen Anklagevorwurf als erstellt und verur-

teilte den Beschuldigten wegen einfacher Körperverletzung im Sinne von Art. 123 

Ziff. 1 StGB (Urk. 62 S. 22 ff., 39 f. und 65).

1.3. Die Privatklägerin und die Staatsanwaltschaft sind mit dem Schuldspruch ein-

verstanden, während der Beschuldigte einen Freispruch beantragt. Er lässt durch 

die amtliche Verteidigung vorbringen, er sei die Person auf dem Video. Auf dem 

Video sei indes lediglich zu sehen, wie ein Mann den Gang herunterkomme und 

dabei  eine  Handbewegung  in  Richtung  eines  Vierer-Abteils  mache.  Ein  gezielter 

-   17   -

Schlag in die Richtung des Gesichts der Privatklägerin sei nicht zu erkennen, so 

dass  auch  nicht  auf  ein  Inkaufnehmen  einer  Verletzung  geschlossen  werden 

könne. Vielmehr sehe man eine ungezielte Handbewegung in Richtung des Vierer-

Abteils, ohne dass dabei mit der nötigen Vorsicht darauf geachtet werde, dass die 

im Vierer-Abteil sitzenden Personen nicht getroffen werden. Ein solches Verhalten 

sei als fahrlässige Körperverletzung im Sinne von Art. 125 StGB zu qualifizieren. 

Eine fahrlässige Körperverletzung sei jedoch nicht angeklagt, weshalb eine Verur-

teilung wegen fahrlässiger Körperverletzung nicht in Frage komme (Urk. 182 S. 7 

f.). Der Beschuldigte selbst gab anlässlich der Berufungsverhandlung zu Protokoll, 

es sei möglich, dass er die Privatklägerin "touchiert" habe, aber geschlagen habe 

er sie nicht (Urk. 183 S. 13 f.).

1.4. Die Vorinstanz hat sich zutreffend zu den massgebenden Beweismitteln und 

deren Verwertbarkeit geäussert. Die massgebenden Beweismittel, namentlich die 

Aussagen  der  Privatklägerin  (Urk.  D4/7/1-2,  Urk.  50)  und  des  Beschuldigten 

(Urk. D4/5-6,  Urk.  D1/3/4,  Prot.  I  S.  31  ff.),  die  Videoaufzeichnung  der  im  Zug 

installierten  Überwachungskamera  (Urk.  71;  vgl.  auch  Bildanhang  zu  Urk.  D4/5) 

sowie der Arztbericht vom 27. April 2023 (Urk. D4/9) wurden von der Vorinstanz 

korrekt  wiedergegeben  und  mit  zutreffendem  Fazit  gewürdigt  (Urk.  62  S.  22  ff.). 

Darauf  wird  verwiesen.  Die  widerspruchsfreie  Sachdarstellung  der  Privatklägerin 

wirkt  durch  die  diversen  nebensächlichen  Details  authentisch  und  tatsächlich 

erlebt. Ihr Schilderung, wonach der Beschuldigte sie bereits zu einem früheren Zeit-

punkt  beobachtet  und  verfolgt  habe,  wirkt  zudem  äusserst  originell.  Es  besteht 

keine Veranlassung, an ihren Depositionen zu zweifeln, zumal weder eine Aggra-

vation der Schilderung noch Falschbezichtigungsmotive gegenüber dem Beschul-

digten  erkennbar  sind.  Ihre  Schilderungen  korrespondieren  sodann  mit  den 

Erkenntnissen aus der Videoaufzeichnung der im Zug installierten Überwachungs-

kamera.  Entgegen  der  –  vor  Vorinstanz  vertretenen  –  Auffassung  der  amtlichen 

Verteidigung,  wurde  der  Privatklägerin  die  Videoaufnahme  in  der  Untersuchung 

nicht vorgehalten. Sie schilderte die Ereignisse zudem weitgehend in freier Erzäh-

lung. Im Vorfeld ihrer vorinstanzlichen Einvernahme hatte sie die Videoaufnahme 

mit ihrer Vertretung besprochen (Urk. 50 S. 3 f.), was die Glaubhaftigkeit ihrer Aus-

sagen  allerdings  nicht  massgeblich  zu  schmälern  vermag.  Weiter  ist  dem  Arzt-

-   18   -

bericht  vom  27.  April  2023  zu  entnehmen,  dass  die  Privatklägerin  eine  Nasen-

beinfraktur  aufwies  (Urk D4/9).  Was  die  Täterschaft  betrifft,  hat  der  Beschuldigte 

anlässlich seiner vorinstanzlichen Einvernahme zur Sache eingeräumt, die auf dem 

Überwachungsvideo  ersichtliche  Person  zu  sein.  Abgesehen  davon  zeigt  ein 

Vergleich zwischen der vorliegenden Videoaufnahme (Urk. 71) und den Videoauf-

nahmen  der  Überwachungskamera  von  F._____  (insbesondere  die  zweite  Auf-

nahme) betreffend den Vorfall vom 2. März 2023 (Dossier 2), dass es sich zwei-

felsfrei um dieselbe Person handelt. Die Person trägt nicht nur exakt dieselbe Klei-

dung (vgl. Jacke, Schuhe, Mütze, Hose und Rucksack), sondern weist auch diesel-

ben  physiognomischen  Züge  (Bart,  Haare,  Gesichtszüge,  Körperstatur)  auf  (vgl. 

Urk. 71 und Urk. D2/31; vgl. dazu auch Urk. D1/3/4 F/A 28). Insgesamt bestehen 

keine Zweifel daran, dass es sich beim Beschuldigten um den Täter handelt. Ent-

gegen der Darstellung der amtlichen Verteidigung bzw. des Beschuldigten ergibt 

sich sodann aus der im Sekundentakt aufgezeichneten Videoaufnahme, dass der 

Beschuldigte mit der rechten Hand eine schnelle, kräftige und gezielte Bewegung 

in Richtung der Privatklägerin getätigt haben muss, da er auf die in einem Vierer-

Abteil  rechts  am  Gang  in  seine  Richtung  sitzende  Privatklägerin  zugeht,  seine 

Einkaufstasche von seiner rechten in seine linke Hand wechselt und sich ansch-

liessend seine ursprünglich zum Boden hängende rechte Hand innerhalb von einer 

Sekunde plötzlich in Höhe seines Brustkorbes befindet, er die Privatklägerin dabei 

direkt anschaut und ihr Mobiltelefon gleichzeitig relativ weit in die verlängerte Rich-

tung seiner Handbewegung zu Boden fliegt. Erkennbar ist auch eine stark erschro-

ckene Privatklägerin (Urk. 71 ab 15:59:03). Daran vermögen die widersprüchlichen, 

ausweichenden  und  insgesamt  unglaubhaften  Aussagen  des  Beschuldigten  zur 

Frage, ob er die Privatklägerin gezielt geschlagen hat, nichts zu ändern. Es beste-

hen nach dem Gesagten keine rechtserheblichen Zweifel am eingeklagten Sach-

verhalt, er ist durch das Untersuchungsergebnis erstellt. 

2.

Rechtliche Würdigung

Die rechtliche Subsumption der Vorinstanz ist korrekt (Urk. 62 S. 39 f.) und bedarf 

keiner weiteren Erläuterung. Insbesondere liegt auch der erforderliche Strafantrag 

-   19   -

vor (Urk. D4/3). Der Beschuldigte ist in Bestätigung der Vorinstanz der einfachen 

Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 StGB schuldig zu sprechen.

A. Widerruf

III. Strafe 

Der Beschuldigte beging die heute zu beurteilenden Straftaten während laufender 

Probezeiten der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 11. Fe-

bruar 2022 und mit Urteil des Bezirksgerichts Dietikon vom 2. November 2022 aus-

gesprochenen  Strafen 

(Urk. 

73).  Angesichts 

seines 

umfangreichen 

Vorstrafenregisters  und  seiner  auch  an  der  Berufungsverhandlung  an  den  Tag 

gelegten Uneinsichtigkeit kann dem Beschuldigten keine günstige Legalprognose 

mehr gestellt werden. Die vom Beschuldigten an ihm wildfremden Personen grund-

los  verübten  Gewaltstraftaten  (versuchter  Raub  und  einfache  Körperverletzung) 

zeugen zudem von einem ausgeprägten impulsiven, hemmungslosen und unbere-

chenbaren Verhalten und belegen eine Steigerung im delinquenten Verhalten des 

Beschuldigten.  Stabilisierende  Umstände  sind  nicht  ersichtlich.  Es  ist  deshalb 

wahrscheinlich,  dass  der  Beschuldigte  erneut  straffällig  wird.  Demzufolge  sind 

– der Vorinstanz folgend (Urk. 62 S. 41 f.) – die mit Strafbefehl der Staatsanwalt-

schaft  Zürich-Limmat  vom  11. Februar  2022  bedingt  ausgesprochene  Freiheits-

strafe von 170 Tagen und die Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu Fr. 30.– sowie die 

mit  Urteil  des  Bezirksgerichts  Dietikon  vom  2. November  2022  bedingt  ausge-

sprochene Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu Fr. 30.– zu widerrufen. In Bezug auf 

die zu widerrufende Freiheitsstrafe wird unter Anwendung des Asperationsprinzips 

im Rahmen der nachfolgenden Strafzumessung für die im vorliegenden Verfahren 

zu sanktionierenden Delikte eine Gesamtstrafe zu bilden sein (vgl. Art. 46 Abs. 1 

StGB). Die Geldstrafen sind zu vollziehen.

B. Grundsätze der Strafzumessung und Wahl der Strafart

Zu den allgemeinen Grundsätzen der Strafzumessung, zur Wahl der Strafart sowie 

zum Strafrahmen kann auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwie-

sen werden (Urk. 62 S. 42-45). Es ist nochmals zu betonen, dass die Ausfällung 

-   20   -

einer erneuten Geldstrafe aus spezialpräventiver Sicht nicht zielführend ist, da der 

Beschuldigte bereits mehrfach bedingte und unbedingte Geldstrafen wie auch Frei-

heitsstrafen auferlegt erhalten hat (Urk. 73) und diese bei ihm keinen nachhaltigen 

Eindruck hinterliessen. Es ist deshalb – mit Ausnahme der Übertretung, für welche 

zwingend eine Busse auszusprechen ist – für sämtliche Delikte eine Freiheitsstrafe 

auszufällen (Art. 41 Abs. 1 lit. a StGB).

C. Gesamtfreiheitsstrafe

1.

Versuchter Raub (Dossier 1)

Schwerste Straftat ist der versuchte Raub im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 StGB, es ist 

für  sie  die  Einsatzstrafe  zu  bemessen.  Auch  wenn  ein  Faustschlag  gegen  den 

Nacken nicht bagatellisiert werden soll, ist dennoch deutlich schwerere Gewaltan-

wendung  denkbar.  Das  Tatvorgehen  ist  zudem  nicht  besonders  raffiniert  und 

bedurfte  keiner  organisatorischer  Vorkehrungen.  Verschuldenserhöhend  ist  zu 

berücksichtigen, dass der Beschuldigte die Tat abends in der Dunkelheit und an 

einem  nicht  stark  frequentierten  Ort  beging,  wodurch  der  Privatkläger  in  seinem 

Sicherheitsgefühl  erheblich  beeinträchtigt  wurde.  Das  objektive  Tatverschulden 

wiegt insgesamt – vorausgesetzt, der tatbestandsmässige Erfolg des Raubes wäre 

eingetreten – noch leicht. Bei der subjektiven Tatschwere ist anzumerken, dass der 

Beschuldigte  vorsätzlich  handelte  und  aus  finanziellen  und  somit  egoistischen 

Motiven  handelte,  ohne  dass  er  sich  in  einer  entsprechenden  Notlage  befunden 

hätte. Die objektive Tatschwere wird durch die subjektive leicht erhöht und es bleibt 

insgesamt bei einem noch leichten Tatverschulden. Die Einsatzstrafe ist damit im 

unteren  Drittel  des  bis  10  Jahre  Freiheitsstrafe  reichenden  Strafrahmens  bei 

15 Monaten einzuordnen. Dass die Straftat nicht vollendet wurde, ist überwiegend 

dem  mutigen  Auftreten  und  dem  Widerstand  des  Privatklägers  zu  verdanken.  In 

Anbetracht der nicht so intensiven Körpergewalt rechtfertigt es sich dennoch, für 

den  Versuch  eine  Reduktion  der  Freiheitsstrafe  im  Umfang  von  etwas  mehr  als 

-   21   -

einem Drittel vorzunehmen. Die von der Vorinstanz festgelegte Freiheitsstrafe von 

9 Monaten ist folglich zu übernehmen.

2.

Einfache Körperverletzung (Dossier 4)

Bei  der  Tatschwere  für  die  einfache  Körperverletzung  ist  auf  die  zutreffenden 

Ausführungen der Vorinstanz verwiesen (Urk. 62 S. 45). In objektiver Hinsicht ist 

zu ergänzen, dass weder die gut besetzte S-Bahn noch der Umstand, dass diese 

videoüberwacht  war,  den  Beschuldigten  davor  zurückschreckte,  unvermittelt  mit 

der Hand zuzuschlagen, was von besonderer Verwerflichkeit und Empathielosigkeit 

gegenüber  der  Privatklägerin  zeugt.  Die  Privatklägerin  wurde  dadurch  nicht  nur 

gedemütigt,  sondern  erlitt  auch  eine  Nasenbeinfraktur  mit  verschobener 

Nasenachse (Urk. D4/9). Es ist im Ergebnis von einem nicht mehr leichten Tatver-

schulden  auszugehen,  die  Einzelstrafe  ist  bei  8  Monaten  festzulegen  und  die 

Einsatzstrafe aspirierend um 6 Monate zu erhöhen.

3. Mehrfacher Hausfriedensbruch (Dossiers 2 und 3)

Der  Vorinstanz  kann  vorbehaltlos  gefolgt  werden,  wenn  sie  das  Tatverschulden 

unter Hinweis darauf, dass es sich bei den Straftaten um eine notwendige Begleit-

erscheinung der übrigen deliktischen Tätigkeit handelt und sich der Beschuldigte 

nicht lange in den Räumlichkeiten aufhielt, als sehr leicht qualifiziert (Urk. 62 S. 46). 

Es ist eine Einzelstrafe von je 20 Tagen festzusetzen und – mit der Vorinstanz – 

die Einsatzstrafe entsprechend um insgesamt 30 Tage zu erhöhen. 

4.

Täterkomponente

Zur Täterkomponente hat die Vorinstanz die persönlichen Verhältnisse zutreffend 

wiedergegeben, darauf wird grundsätzlich verwiesen (Urk. 62 S. 47 f.). Anlässlich 

der  Berufungsverhandlung  führte  der  Beschuldigte  aktualisierend  aus,  er  arbeite 

seit ca. zwei Jahren überhaupt nicht mehr, weil ihm das Migrationsamt untersagt 

habe, zu arbeiten. Er werde vom Sozialamt unterstützt (Urk. 83 S. 7 f. und 10 f.). 

Allerdings  ergibt  sich  aus  der  schriftlichen  Auskunft  des  Migrationsamtes  des 

Kantons Zürich vom 10. September 2025, dass dem Beschuldigten nicht untersagt 

wurde,  zu  arbeiten.  Im  Gegenteil,  der  Beschuldigte  wurde  mit  Verfügung  des 

-   22   -

Migrationsamtes  des  Kantons  Zürich  vom  24.  Oktober  2024  ausdrücklich  dazu 

angehalten, sich intensiv um eine Anstellung im ersten Arbeitsmarkt zu bemühen, 

nicht mehr selbstverschuldet Sozialhilfe zu beziehen, sich nicht mehr zu verschul-

den, sich um die Sanierung der bestehenden Schulden zu bemühen und nicht mehr 

straffällig  zu  werden,  dies  unter  Androhung  des  Widerrufs  der  Niederlassungs-

bewilligung  im  Widerhandlungsfall.  Weiter  erhellt  aus  den  migrationsrechtlichen 

Unterlagen, dass der Beschuldigte bislang rund Fr. 170'000.– Sozialhilfe bezogen 

hat (Urk. 86/2) und Verlustscheine im Gesamtbetrag von rund Fr. 25'000.– beste-

hen (Urk. 86/3). Die persönlichen Verhältnisse wirken strafzumessungsneutral. Das 

Vorleben  des  Beschuldigten  fällt  jedoch  deutlich  straferhöhend  ins  Gewicht.  Er 

wurde  in  den  letzten  zehn  Jahren  acht  Mal  straffällig,  was  zu  entsprechenden 

Vorstrafen – namentlich für Drohungen, versuchte Nötigung, einfachen Diebstahl, 

Sachbeschädigungen, Beschimpfungen und Tätlichkeiten sowie Strassenverkehrs-

delikte  –  führte.  Zudem  delinquierte  er  während  laufender  Probezeiten  (Urk.  73) 

und  laufendem  Strafverfahren.  Nur  geringfügig  ist  das  punktuelle  Teilgeständnis 

des Beschuldigten für den Hausfriedensbruch betreffend Dossier 2 und 3 strafmin-

dernd zu gewichten. Der Beschuldigte war durch die vorhandenen Beweise über-

führt, weshalb sein Geständnis die Strafuntersuchung nicht wesentlich erleichterte. 

Spürbare  Einsicht  und  Reue  ist  sodann  zu  verneinen.  Insgesamt  rechtfertigt  es 

sich, die Gesamtstrafe der Vorinstanz folgend um 4 auf 20 Monate zu erhöhen.

5.

Asperation aufgrund der widerrufenen Freiheitsstrafe

Hiezu kann vollumfänglich auf die korrekten Ausführungen der Vorinstanz verwie-

sen  werden  (Urk.  62  S.  49).  Die  für  die  vorliegenden  Straftaten  auszufällende 

Freiheitsstrafe von 20 Monaten ist aufgrund der widerrufenen, mit Strafbefehl der 

Staatsanwaltschaft  Zürich-Limmat  vom  11.  Februar  2022  ausgesprochenen 

Freiheitsstrafe  von  170  Tagen  unter  Anwendung  des  Asperationsprinzips  um 

5 Monate zu erhöhen.

-   23   -

6.

Ergebnis

Zusammenfassend ist der Beschuldigte unter Einbezug der widerrufenen Freiheits-

strafe mit einer Freiheitsstrafe von 25 Monaten als Gesamtstrafe zu sanktionieren. 

Die  im  vorliegenden  Strafverfahren  erstandene  Haft  von  2  Tagen  (Urk.  D1/11/1, 

Urk. D1/11/5) und die im Strafbefehlsverfahren 2 erstandene Haft von 4 Tagen (Urk. 

73 S. 5) sind anzurechnen (Art. 51 StGB) 

7.

Vollzug

Die Vorinstanz gelangte richtigerweise zum Schluss, dass objektiv zwar eine teil-

bedingte Strafe möglich wäre, beim Beschuldigten jedoch von einer ungünstigen 

Prognose auszugehen und die Freiheitsstrafe deshalb zu vollziehen sei (Urk. 62 

S. 50  f.).  Die  acht  Vorstrafen,  welche  den  Beschuldigten  offenbar  unbeeindruckt 

liessen,  sowie  seine  vielfältige  und  wiederholte  Delinquenz  während  laufender 

Probezeiten und laufendem Strafverfahren lassen – entgegen der amtlichen Ver-

teidigung (Urk. 82 S. 11 f.) – keinen anderen Schluss zu. Es sei zudem nochmals 

hervorgehoben  (vgl.  Ziff.  III.A.),  dass  gerade  die  vom  Beschuldigten  an  ihm 

wildfremden Personen grundlos verübten Gewaltstraftaten (versuchter Raub und 

einfache Körperverletzung) von einem ausgeprägten impulsiven, hemmungslosen 

und unberechenbaren Verhalten zeugen und eine Steigerung im delinquenten Ver-

halten des Beschuldigten belegen. Stabilisierende Umstände sind nicht ersichtlich 

und der Beschuldigte legte auch im Berufungsverfahren eine ausgeprägte Unein-

sichtigkeit an den Tag. Die Vorinstanz weist ferner zutreffend darauf hin, dass sich 

offenbar bereits die Durchführung der Bewährungshilfegespräche schwierig gestal-

tet (Urk. 49). Es ist deshalb wahrscheinlich, dass der Beschuldigte erneut straffällig 

wird. 

D. Busse für geringfügigen Diebstahl (Dossier 2)

Der Deliktswert betrug Fr. 11.75, wobei der Beschuldigte in flagranti erwischt wurde 

und ihm die Ware sogleich wieder abgenommen werden konnte. Das objektive Tat-

verschulden wiegt sehr leicht. In subjektiver Hinsicht ist davon auszugehen, dass 

die Straftat nicht von langer Hand geplant war. Die von der Vorinstanz festgelegte 

-   24   -

Busse von Fr. 300.– ist in Anbetracht der bescheidenen finanziellen Verhältnisse 

des Beschuldigten zu übernehmen.

IV. Landesverweisung
und Ausschreibung im Schengener Informationssystem

1.

Die  Vorinstanz  hat  den  Beschuldigten  in  Verneinung  eines  Härtefalles  für 

6 Jahre des Landes verwiesen mit entsprechender Ausschreibung im Schengener 

Informationssystem (Urk. 62 Dispositivziffer 7 und 8). Der Beschuldigte ist mit der 

Landesverweisung  nicht  einverstanden.  Zudem  wehrt  er  sich  gegen  eine 

Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener Informationssystem (Urk. 82 

S. 2  und  12  ff.).  Die  Staatsanwaltschaft  beantragt  im  Berufungsverfahren  die 

Bestätigung der vorinstanzlichen Anordnung (Urk. 67). 

2.

Das erstinstanzliche Urteil hat die allgemeinen Voraussetzungen der Landes-

verweisung gemäss Art. 66a StGB umfassend ausgeführt (Urk. 62 S. 52 f.), darauf 

wird vorab verwiesen.

3.

Die amtliche Verteidigung machte vor Vorinstanz geltend, es liege ein persön-

licher  Härtefall  vor  (Prot.  I  S.  46  Ergänzung  15).  Im  Berufungsverfahren  hält  die 

Verteidigung an diesem Standpunkt fest und macht ausserdem geltend, die von der 

Vorinstanz festgelegte Dauer von 6 Jahren sei unverhältnismässig hoch. Aufgrund 

der nicht sehr schwerwiegenden Taten, des langen Aufenthalts in der Schweiz und 

der  Beziehung  des  Beschuldigten  zum  in  der  Schweiz  lebenden  Sohn  sei  das 

gesetzliche Minimum von 5 Jahren angemessen. Weiter lässt der Beschuldigte ein 

Absehen von der Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener Informa-

tionssystem (SIS) beantragen. Zur Begründung bringt er vor, es bestünden keine 

Anhaltspunkte für sicherheitsrelevante Risiken für andere Schengen-Staaten. Eine 

Ausschreibung  im  SIS  hätte  die  automatische  Wirkung  eines  Einreiseverbots  in 

sämtliche Schengen-Staaten und würde zum Kontaktabbruch zu den Verwandten 

in Frankreich und zum in der Schweiz lebenden Sohn führen, obwohl der mit der 

Landesverweisung verfolgte Zweck, der Schutz der öffentlichen Sicherheit in der 

Schweiz, auch ohne SIS-Ausschreibung vollständig erreicht werden könne. Insge-

-   25   -

samt sei eine SIS-Ausschreibung nicht erforderlich, unverhältnismässig und sicher-

heitspolitisch nicht begründet (Urk. 82 S. 12 ff.).

4.

Der Beschuldigte ist tunesischer Staatsangehöriger und hat sich des versuch-

ten  Raubes  schuldig  gemacht.  Damit  liegt  eine  Anlasstat  im  Sinne  von  Art.  66a 

Abs. 1 lit. c StGB vor, weshalb der Beschuldigte grundsätzlich aus der Schweiz zu 

verweisen ist. Davon kann lediglich abgesehen werden, wenn dies für den Beschul-

digten einen schweren persönlichen Härtefall darstellen würde und die öffentlichen 

Interessen  an  der  Landesverweisung  gegenüber  den  privaten  Interessen  des 

Beschuldigten am Verbleib in der Schweiz nicht überwiegen (Art. 66a Abs. 2 StGB).

5.

Die  Vorinstanz  hat  sehr  differenziert  und  sorgfältig  eine  Härtefallprüfung 

vorgenommen und mit zutreffendem Fazit einen schweren persönlichen Härtefall 

verneint (Urk. 62 S. 53 ff.). Das Ergebnis der Vorinstanz kann ohne Relativierung 

bestätigt werden. Daran vermögen auch die Vorbringen der amtlichen Verteidigung 

nichts  zu  ändern.  Dazu  im  Einzelnen  Folgendes:  Es  ist  nicht  von  der  Hand  zu 

weisen, dass der zwölfjährige Sohn des Beschuldigten in der Schweiz lebt. Dies 

vermag  jedoch  für  sich  alleine  betrachtet  nicht  einen  persönlichen  Härtefall  zu 

begründen.  Die  Ehe  des  Beschuldigten  und  seiner  jetzigen  Ex-Ehefrau  wurde 

geschieden. Anlässlich seiner vorinstanzlichen Einvernahme zur Person gab der 

Beschuldigte zu Protokoll, er pflege zu seinem Sohn lediglich einen monatlichen 

Kontakt  von  drei  bis  vier  Stunden.  Er  habe  ein  Besuchsrecht  ein  Mal  pro  Monat 

(Prot. I S. 14 f.). Anlässlich der Berufungsverhandlung bestätigte der Beschuldigte 

sodann, dass er seinen Sohn einmal pro Monat sehe (Urk. 83 S. 6). Hierbei kann 

nicht  von  einer  massgeblichen  Betreuungsleistung  gesprochen  werden.  Zudem 

konnte  der  Beschuldigte  anlässlich  seiner  vorinstanzlichen  Einvernahme  keine 

Detailfragen über seinen Sohn und dessen Alltag, insbesondere welche Klasse er 

besuche, wie der Name der Lehrperson heisse oder in welcher Fussballmannschaft 

sein  Sohn  spiele,  beantworten  (Prot.  I  S.  14  und  17).  Ausserdem  bezahlt  der 

Beschuldigte nur unregelmässig Unterhaltsbeiträge an seinen Sohn, welche zudem 

in der Höhe stets variieren bzw. von seinem gerade erzielten Einkommen abhängen 

und unter den im Scheidungsurteil festgelegten Unterhaltsbeiträgen liegen (a.a.O. 

S. 15 f.). Anlässlich der Berufungsverhandlung gab der Beschuldigte diesbezüglich 

-   26   -

zu Protokoll, dass er gar keine Unterhaltsbeiträge leiste, wenn er nicht arbeite, und 

er arbeite seit ca. zwei Jahren nicht mehr (Urk. 83 S. 6 f. und 10 f.). Zwar besteht 

eine gewisse Beziehung des Beschuldigten zu seinem Sohn. Allerdings kann ins-

gesamt nicht von einer echten, nahen und tatsächlich gelebten engen Beziehung 

des Beschuldigten zu seinem Sohn ausgegangen werden. Entsprechend sind die 

Auswirkungen auf das Familienleben im Falle einer Ausweisung des Beschuldigten 

zu  relativieren.  Für  den  Anspruch  auf  Familienleben  genügt  es  nach  dem 

Wegweisungsrecht unter Umständen, dass der Kontakt zu den Kindern im Rahmen 

von Kurzaufenthalten oder über die modernen Kommunikationsmittel wahrgenom-

men  werden  kann  (BGer  Urteil  6B_1314/2019  vom  9.  März  2020  E. 2.3.7;  BGer 

Urteil 2C_609/2020 vom 1. Februar 2021 E. 5.5). Angesichts der heutigen Möglich-

keiten könnte der Beschuldigte bei einer Landesverweisung den Kontakt zu seinem 

zwölfjährigen Sohn ohne Weiteres per Video- und Audiotelefonie aufrecht erhalten 

und mit Besuchen während der 13-wöchigen Schulferien in seiner Heimat pflegen. 

Sodann ist der Beschuldigte in keiner Partnerschaft und seine Eltern sowie seine 

Geschwister leben allesamt in Tunesien, Jordanien oder Dubai. Fernere Verwandte 

leben in Frankreich und Italien (Prot. I S. 18, Urk. 83 S. 3 f. und 8). Es ist nach dem 

Gesagten auch unter dem Aspekt von Art. 8 EMRK kein Härtefall zu bejahen. Seit 

seiner Einreise in die Schweiz versuchte sich der Beschuldigte in verschiedenen 

bzw. wechselnden beruflichen Tätigkeiten (Urk. D1/3/4 F/A 57, Urk. D3/3 F/A 23). 

Anlässlich seiner vorinstanzlichen Einvernahme gab der Beschuldigte zu Protokoll, 

unregelmässige  Arbeitseinsätze  auf  Baustellen  über  ein  Temporärarbeitsbüro  zu 

leisten und vom Sozialamt unterstützt zu werden, wenn er zu wenig Einkommen 

generiere (Prot. I S. 9 ff.). An der Berufungsverhandlung führte der Beschuldigte 

erstmals aus, er arbeite seit ca. zwei Jahren überhaupt nicht mehr, weil ihm das 

Migrationsamt  untersagt  habe,  zu  arbeiten.  Er  werde  vom  Sozialamt  unterstützt 

(Urk. 83 S. 7 f. und 10 f.). Allerdings ergibt sich – dies sei hier nochmals betont (vgl. 

Ziff. III.C.4.) – aus der schriftlichen Auskunft des Migrationsamtes des Kantons Zü-

rich vom 10. September 2025, dass dem Beschuldigten nicht untersagt wurde, zu 

arbeiten. Im Gegenteil, der Beschuldigte wurde mit Verfügung des Migrationsamtes 

des Kantons Zürich vom 24. Oktober 2024 ausdrücklich dazu angehalten, sich in-

tensiv um eine Anstellung im ersten Arbeitsmarkt zu bemühen, nicht mehr selbst-

-   27   -

verschuldet Sozialhilfe zu beziehen, sich nicht mehr zu verschulden, sich um die 

Sanierung  der  bestehenden  Schulden  zu  bemühen  und  nicht  mehr  straffällig  zu 

werden, dies unter Androhung des Widerrufs der Niederlassungsbewilligung im Wi-

derhandlungsfall. Weiter erhellt aus den migrationsrechtlichen Unterlagen, dass der 

Beschuldigte  bislang  rund  Fr. 170'000.–  Sozialhilfe  bezogen  hat  (Urk.  86/2)  und 

Verlustscheine im Gesamtbetrag von rund Fr. 25'000.– bestehen (Urk. 86/3). Es 

erhellt nicht, weshalb der 39-jährige Beschuldigte, der in seinem Heimatland wohl-

gemerkt die Grund- und Sekundarschule besucht und anschliessend eine Ausbil-

dung als Kellner absolviert hat (vgl. Prot. I S. 19, Urk. 83 S. 4), keiner Arbeitstätigkeit 

nachgeht, obwohl nichts gegen seine Arbeitsfähigkeit spricht, in der Gastronomie 

Personalmangel herrscht, er Unterhaltverpflichtungen gegenüber seinem Sohn hat 

und er nicht einmal für seinen eigenen Lebensunterhalt aufkommt. Diese Umstände 

zeigen deutlich, dass sich der Beschuldigte bis dato in der Schweiz wirtschaftlich 

nicht  integriert  hat  und  trotz  Arbeitsfähigkeit  und  Ausbildung  nicht  willens  ist,  die 

finanzielle Verantwortung für sich und seinen Sohn zu übernehmen. Wie gesehen, 

ist er darüber hinaus verschuldet. Gegen seine Integration in der Schweiz spricht 

weiter, dass der Beschuldigte 25-jährig im Jahr 2010 in die Schweiz eingereist ist 

(Prot. I S. 18, Urk. 83 S. 5) und bereits im Jahr 2015 erstmals straffällig wurde (Urk. 

73). Hierauf folgte in regelmässigen Abständen eine Serie unterschiedlichster Straf-

taten. Insgesamt hat der Beschuldigte bereits acht Vorstrafen in der Schweiz erwirkt 

und damit seine Gleichgültigkeit gegenüber dem hiesigen Rechtssystem zum Aus-

druck  gebracht.  Überdies  belegen  die  jüngsten  Gewaltstraftaten  eine  Steigerung 

im delinquenten Verhalten des Beschuldigten. Zudem spricht der Beschuldigte trotz 

seiner  nicht  unerheblichen  Aufenthaltsdauer  in  der  Schweiz  nur  gebrochen 

Deutsch. Was das wirtschaftliche Fortkommen betrifft, so verfügt der Beschuldigte 

gemäss eigenen Angaben über eine gute Schulbildung, eine Ausbildung als Kellner 

und  berufliche  Erfahrung  in  der  Gastronomiebranche  in  Tunesien  und  in  der 

Schweiz (Prot. I S. 19, Urk. D13/4 F/A 57, Urk. 83 S. 4). Es spricht nichts dagegen, 

dass er auch in Tunesien beruflich wieder Fuss fassen könnte. Zudem leben seine 

Eltern  und  seine  Brüder  in  Tunesien,  zu  denen  er  einen  regelmässigen  telefoni-

schen Kontakt unterhält. Mit seiner Mutter telefoniert der Beschuldigte sogar täglich 

(Urk. 83 S. 3). All diese Umstände sprechen für eine positive Wiedereingliederung 

-   28   -

in Tunesien, für seine Heimatverbundenheit und seine dortige familiäre Einbindung. 

Der Beschuldigte macht nicht geltend, dass es ihm aus gesundheitlichen Gründen 

nicht möglich wäre, nach Tunesien zurückzukehren und solches ist im Sinne der 

bundesgerichtlichen Rechtsprechung auch nicht ersichtlich (vgl. Urteil des Bundes-

gerichts  6B_25/2022  vom  18.  Oktober  2023  E. 3.2.3.  mit  weiteren  Hinweisen). 

Aufgrund des Ausgeführten ist ein schwerer persönlicher Härtefall klar zu vernei-

nen. Aber selbst wenn ein solcher vorläge, würden angesichts der Schwere und 

Häufigkeit der Straffälligkeit des Beschuldigten, der jüngsten Steigerung im delin-

quenten Verhalten des Beschuldigten sowie der von ihm ausgehenden Gefahr wei-

terer  Straftaten,  insbesondere  von  Gewaltstraftaten,  namentlich  gegenüber  ihm 

wildfremden Personen (vgl. Ziff. III.A., III.C.7. sowie IV.6.), die öffentlichen Interes-

sen an der Landesverweisung die privaten Interessen des Beschuldigten am Ver-

bleib in der Schweiz überwiegen.

6.

Nach  dem  Gesagten  ist  die  von  der  Vorinstanz  angeordnete  Landesver-

weisung  zu  bestätigen.  Es  sei  nochmals  hervorgehoben,  dass  der  Beschuldigte 

acht  Vorstrafen  aufweist, welche  ihn  offenbar  unbeeindruckt  liessen,  er  während 

laufender Probezeiten und laufendem Strafverfahren erneut straffällig wurde, und 

dass gerade die vom Beschuldigten an ihm wildfremden Personen grundlos verüb-

ten Gewaltstraftaten (versuchter Raub und einfache Körperverletzung) von einem 

ausgeprägten  impulsiven,  hemmungslosen  und  unberechenbaren  Verhalten 

zeugen und eine Steigerung im delinquenten Verhalten des Beschuldigten belegen. 

Stabilisierende Umstände sind nicht ersichtlich und der Beschuldigte legte auch im 

Berufungsverfahren eine ausgeprägte Uneinsichtigkeit an den Tag (vgl. Ziff. III.A. 

und III.C.7.). Es ist deshalb wahrscheinlich, dass der Beschuldigte erneut straffällig 

wird und insbesondere durch erneute Gewaltdelikte, namentlich an ihm wildfrem-

den  Personen,  die  öffentliche  Sicherheit  und  Ordnung  erheblich  stören  wird.  Auf 

der  anderen  Seite  ist  zu  berücksichtigen,  dass  der  Beschuldigte  immerhin  die 

letzten 15 Jahre in der Schweiz gelebt hat und hier einen zwölfjährigen Sohn hat, 

zu dem er Kontakt pflegt. Angesichts dieser Umstände sind die von der Vorinstanz 

ausgesprochenen  6 Jahre  angemessen  und  entsprechend  zu  bestätigen.  Das 

gesetzliche Minimum von 5 Jahren würde demgegenüber dem Rückfallrisiko, der 

-   29   -

Schwere der Straftaten und der Gefährlichkeit des Beschuldigten nicht genügend 

Rechnung tragen.

7.1. Gemäss  bundesgerichtlicher  Rechtsprechung  dürfen  Ausschreibungen  im 

SIS gemäss dem in Art. 21 SIS-II-Verordnung verankerten Verhältnismässigkeits-

prinzip  nur  vorgenommen  werden,  wenn  die  Angemessenheit,  Relevanz  und 

Bedeutung  des  Falles  dies  rechtfertigen.  Voraussetzung  für  die  Eingabe  einer 

Ausschreibung zur Einreise- und Aufenthaltsverweigerung im SIS ist eine nationale 

Ausschreibung,  die  auf  einer  Entscheidung  der  zuständigen  nationalen  Instanz 

(Verwaltungsbehörde  oder  Gericht)  beruht;  diese  Entscheidung  darf  nur  auf  der 

Grundlage  einer  individuellen  Bewertung  ergehen  (Art.  24  Abs.  1  SIS-II-Verord-

nung). Die Ausschreibung wird eingegeben, wenn die Entscheidung nach Art. 24 

Abs. 1 SIS-II-Verordnung auf die Gefahr für die öffentliche Sicherheit oder Ordnung 

oder die nationale Sicherheit gestützt wird, die die Anwesenheit des betreffenden 

Drittstaatsangehörigen  im  Hoheitsgebiet  eines  Mitgliedstaats  darstellt  (Art. 24 

Abs. 2 Satz 1 SIS-II-Verordnung). Dies ist insbesondere bei einem Drittstaatsange-

hörigen der Fall, der in einem Mitgliedstaat wegen einer Straftat verurteilt worden 

ist,  die  mit  einer  Freiheitsstrafe  von  mindestens  einem  Jahr  bedroht  ist  (Art.  24 

Abs. 2  lit.  a  SIS-II-Verordnung).  Art.  24  Abs.  2  lit.  a  SIS-II-Verordnung  erfordert 

weder eine Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr noch 

einen Schuldspruch wegen einer Straftat, die mit einer Mindestfreiheitsstrafe von 

einem Jahr bedroht ist. Insoweit genügt, wenn der entsprechende Straftatbestand 

eine Freiheitsstrafe im Höchstmass von einem Jahr oder mehr vorsieht. Indes ist 

im Sinne einer kumulativen Voraussetzung stets zu prüfen, ob von der betroffenen 

Person  eine  Gefahr  für  die  öffentliche  Sicherheit  oder  Ordnung  ausgeht  (Art.  24 

Abs. 2 SIS-II-Verordnung). An die Annahme einer solchen Gefahr sind keine allzu 

hohen Anforderungen zu stellen. Nicht verlangt wird, dass das "individuelle Verhal-

ten  der  betroffenen  Person  eine  tatsächliche,  gegenwärtige  und  hinreichend 

schwere  Gefährdung  darstellt,  die  ein  Grundinteresse  der  Gesellschaft  berührt". 

Dass bei der Legalprognose eine konkrete Rückfallgefahr verneint und die Strafe 

bedingt ausgesprochen wurde, steht einer Ausschreibung der Landesverweisung 

im  SIS  daher  nicht  entgegen  (zum  Ganzen:  BGE  147  IV  340,  E.  4.8; 

BGer. 6B_628/2021 vom 14. Juli 2022, E. 2.2.3; 6B_834/2021 vom 5. Mai 2022, 

-   30   -

E. 2.2.2; 6B_19/2021 vom 27. September 2021, E. 5.1). Art. 24 SIS-II-Verordnung 

und  Art.  24  der  Verordnung  (EU)  2018/1861  verpflichten  die  Schengen-Staaten 

nicht zum Erlass von Einreiseverboten. Kommt es gestützt auf das nationale Recht 

wegen eines strafbaren Verhaltens im Sinne von Art. 24 Abs. 2 lit. a SIS-II-Verord-

nung  indes  zu  einer  Landesverweisung  und  sind  die  zuvor  erwähnten  Voraus-

setzungen erfüllt, d.h. ist eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit oder Ordnung im 

Sinne von Art. 24 Abs. 2 SIS-II-Verordnung zu bejahen, ist die Ausschreibung des 

Einreiseverbots im SIS grundsätzlich verhältnismässig und folglich vorzunehmen 

(BGE  147  IV  340,  E.  4.9;  146  IV  172,  E.  3.2.2).  Den  übrigen  Schengen-Staaten 

steht  es  frei,  die  Einreise  in  ihr  Hoheitsgebiet  im  Einzelfall  aus  humanitären 

Gründen  oder  Gründen  des  nationalen  Interesses  oder  aufgrund  internationaler 

Verpflichtungen dennoch zu bewilligen (vgl. Art. 6 Abs. 5 lit. c der Verordnung [EU] 

2016/399 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 9. März 2016 über den 

Schengener Grenzkodex [ABl. L 77 vom 23. März 2016 S. 1]) bzw. ein Schengen-

Visum mit räumlich beschränkter Gültigkeit auszustellen (vgl. Art. 25 Abs. 1 lit. a 

der Verordnung [EG] Nr. 810/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates 

vom  13.  Juli  2009  über  einen  Visakodex  der  Gemeinschaft  [ABl.  L  243  vom 

15. September 2009 S. 1]). Die Souveränität der übrigen Schengen-Staaten wird 

insofern durch die in der Schweiz ausgesprochene Landesverweisung, welche aus-

schliesslich für das Hoheitsgebiet der Schweiz gilt, nicht berührt (BGE 147 IV 340, 

E.  4.9;  146  IV  172,  E.  3.2.3).  Umgekehrt  garantiert  die  Nichtausschreibung  der 

Landesverweisung im SIS keinen Anspruch auf ein Aufenthaltsrecht in den übrigen 

Schengen-Staaten (BGE 147 IV 340, E. 4.9; zum Ganzen: BGer. 6B_932/2021 vom 

7. September 2022, E. 1.8.2. f., m.w.H.).

7.2. Vorliegend  erscheint  für  den  versuchten  Raub  eine  Freiheitsstrafe  von 

9 Monaten  dem  noch 

leichten  Tatverschulden  angemessen,  wobei  dieser 

Tatbestand mit einer Höchststrafe von 10 Jahren Freiheitsstrafe bedroht ist. Diese 

Verurteilung  gab  zudem  Anlass  zur  Anordnung  einer  Landesverweisung  von 

6 Jahren.  Zu  prüfen  ist,  ob  vom  Beschuldigten  eine  Gefahr  für  die  öffentliche 

Sicherheit  oder  Ordnung  ausgeht  (Art. 24  Abs. 2  SIS-II-Verordnung)  und  die 

Landesverweisung im SIS auszuschreiben ist. Nicht von Bedeutung ist hingegen, 

ob  eine  Ausschreibung  der  Landesverweisung  im  SIS  die  Ausübung  des 

-   31   -

Besuchrechts  zum  Sohn  und  Verwandtenbesuche  in  Italien  oder  Frankreich 

beeinträchtigen  würde.  Unter  Hinweis  auf  die  vorstehenden  Erwägungen  ist  von 

einer erheblichen Rückfallgefahr auszugehen, insbesondere dass der Beschuldigte 

durch erneute Gewaltdelikte, namentlich an ihm wildfremden Personen, die öffent-

liche  Sicherheit  und  Ordnung  erheblich  stören  könnte  (Ziff. 

IV.6.).  Die 

Ausschreibung  der  Landesverweisung  im  SIS  ist  somit  vorzunehmen.  Der 

Beschuldigte  ist  darauf  hinzuweisen,  dass  es  den  übrigen  Schengen-Staaten 

freisteht, die Einreise in ihr Hoheitsgebiet dennoch zu bewilligen.

V. Kontakt- und Rayonverbot

Der Beschuldigte beantragt das Absehen vom Kontakt- und Rayonverbot im Sinne 

von Art. 67b Abs. 1 und 2 lit. a und b StGB (Urk. 82 S. 2 und 9). Der vorinstanzliche 

Entscheid  wurde  bezüglich  des  Schuldspruchs  der  einfachen  Körperverletzung 

zum Nachteil der Privatklägerin bestätigt. Nachdem sich der Beschuldigte bezüg-

lich  dieses  Delikts  auch  im  Berufungsverfahren  gänzlich  uneinsichtig  gezeigt  hat 

und  er  die  ihm  fremde  Privatklägerin  gemäss  ihren  Aussagen  bereits  vor  dem 

gewalttätigen  Übergriff  einmal  verfolgt  und  angesprochen  hatte  (Urk.  D4/7/1 

F/A 14,  Urk.  D4/7/2  F/13)  sowie  angesichts  seines  –  vorstehend  im  Einzelnen 

dargelegten  (Ziff. 

IV.6.)  –  ausgeprägten 

impulsiven,  hemmungslosen  und 

unberechenbaren  Verhaltens  kann  eine  nochmalige  Kontaktaufnahme  zur  bzw. 

Verfolgung der Privatklägerin nicht ausgeschlossen werden. Daran ändert insbe-

sondere auch nichts, dass der Beschuldigte inzwischen in I._____ wohnt. Das von 

der  Vorinstanz  angeordnete  Kontakt-  und  Rayonverbot  ist  daher  mitsamt 

Bewährungshilfe zu bestätigen.

VI. Zivilansprüche

Die  amtliche  Verteidigung,  die  auf  einen  Freispruch  plädiert  hatte,  hat  sich  zum 

geltend  gemachten  Genugtuungsanspruch  der  Privatklägerin  nicht  geäussert 

(Urk. 82  S.  9).  Die  Vorinstanz  hat  die  formellen  und  materiellen  Grundlagen  zur 

Geltendmachung von Zivilansprüchen dargelegt (Urk. 62 S. 59 f.), worauf verwie-

sen  wird.  Der  vorinstanzliche  Entscheid  wurde  bezüglich  des  Schuldspruchs  der 

-   32   -

einfachen Körperverletzung zum Nachteil der Privatklägerin bestätigt. Es kann des-

halb  grundsätzlich  für  den  geltend  gemachten  Genugtuungsanspruch  der  Privat-

klägerin  auf  die  Erwägungen  im  angefochtenen  Entscheid  verwiesen  werden 

(Urk. 62 S. 61 ff.). Diese ist in Anbetracht des Eingriffs in die physische und psychi-

sche Integrität angemessen und sicherlich nicht zu hoch, zog die Nasenbeinfraktur 

doch immerhin eine bleibende leichte Verstellung der Nase nach sich (Urk. D4/9, 

Urk. 50 S. 4).

VII. Kosten- und Entschädigungsfolgen

1.

Ausgangsgemäss sind die Kosten- und Entschädigungsfolgen (Ziff. 20 - 22) 

des erstinstanzlichen Verfahrens unter Hinweis auf Art. 426 Abs. 1 StPO zu bestä-

tigen. 

2.

Die  Gerichtsgebühr  für  das  Berufungsverfahren  ist  auf  Fr.  3'600.–  festzu-

setzen (Art. 424 Abs. 1 StPO in Verbindung mit § 16 Abs. 1 und § 14 Abs. 1 GebV 

OG). 

3.

Die amtliche Verteidigung macht mit ihrer ersten Honorarnote eine Entschä-

digung  von  total  Fr.  4'546.60  geltend.  Darin  noch  nicht  berücksichtigt  sind  die 

Aufwendungen für die Berufungsverhandlung, eine zusätzliche Stellungnahme zu 

den  Unterlagen  des  Migrationsamtes  des  Kantons  Zürich  sowie  die  separate 

mündliche  Urteilseröffnung  (Urk. 81).  Mit  einer  zweiten  Honorarnote  macht  die 

amtliche  Verteidigung  weitere  Fr.  1'549.95  geltend  (Urk. 92).  Unter  Berücksich-

tigung  der  Berufungsverhandlung,  der  netto  eine  Seite  umfassenden  Stellung-

nahme  zu  den  Unterlagen  des  Migrationsamtes  des  Kantons  Zürich  und  der 

separaten mündlichen Urteilseröffnung erweist es sich als angemessen, die amt-

liche Verteidigung inklusive Weg und Nachbesprechung mit pauschal Fr. 5'800.– 

(inkl.  Barauslagen  und  MwSt.)  vorweg  aus  der  Gerichtskasse  zu  entschädigen 

(vgl. hierzu nachfolgende Ziff. VII.4.).

4.

Die Kosten des Berufungsverfahrens tragen die Parteien grundsätzlich nach 

Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Der Beschul-

digte  unterliegt  mit  seinen  Anträgen  vollständig,  während  die  Staatsanwaltschaft 

-   33   -

obsiegt. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme derjenigen der amt-

lichen Verteidigung (Art. 426 Abs. 1 und 4 StPO), sind deshalb dem Beschuldigten 

aufzuerlegen.  Die  Kosten  der  amtlichen  Verteidigung  sind  einstweilen  auf  die 

Gerichtskasse  zu  nehmen.  Es  bleibt  die  Rückzahlungspflicht  des  Beschuldigten 

unter Hinweis auf Art. 135 Abs. 4 StPO vorbehalten.

Es wird beschlossen:

1.

Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Dietikon vom 

25. Januar 2024 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist: 

"Es wird erkannt:

1.

Der Beschuldigte ist schuldig

(…)

(…) 

des mehrfachen Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB, 

(…)









2.-11.

(…)

12.

Die folgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 23. Fe-

bruar 2023 als Beweismittel beschlagnahmten Gegenstände, lagernd bei 

der Kantonspolizei Zürich, Asservaten Triage (Polis-Geschäfts-

Nr. 84519200), werden dem Privatkläger 2 oder einer von ihm bevollmäch-

tigten Person innert 3 Monaten nach Eintritt der Rechtskraft des Urteils auf 

erstes Verlangen herausgegeben: 

 Handschuhe (Asservat-Nr. A016'989'870); 

 Herrenjacke (Asservat-Nr. A016'989'881); 

 Herrenbekleidung (Asservat-Nr. A016'989'892). 

Sofern die Herausgabe nicht innert 3 Monaten nach Eintritt der Rechtskraft 

des Urteils verlangt wird, werden die Gegenstände durch die Lagerbehörde 

vernichtet. 

-   34   -

13.

Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 23. Februar 2023 

als Beweismittel beschlagnahmte Herrenjacke (Asservat-Nr. A016'989'905), 

lagernd bei der Kantonspolizei Zürich, Asservaten Triage (Polis-Geschäfts-

Nr. 84519200), wird dem Beschuldigten oder einer von ihm bevollmächtig-

ten Person innert 3 Monaten nach Eintritt der Rechtskraft des Urteils auf 

erstes Verlangen herausgegeben.

Sofern die Herausgabe nicht innert 3 Monaten nach Eintritt der Rechtskraft 

des Urteils verlangt wird, wird der Gegenstand durch die Lagerbehörde ver-

nichtet.

14.

Die unter der Polis-Geschäfts-Nr. 84519200 sichergestellten Spuren und 

Spurenträger werden eingezogen und der Lagerbehörde nach Eintritt der 

Rechtskraft des Urteils zur Vernichtung überlassen: 















A017'134'086;

A017'134'100;

A017'134'111;

A017'134'122;

A017'134'144;

A017'167'214;

A017'362'855. 

15.

Die Privatklägerin 1 (B._____) wird mit ihrem Schadenersatzbegehren auf 

den Weg des Zivilprozesses verwiesen. 

16.

Der Privatkläger 2 (E._____) wird mit seinem Schadenersatzbegehren auf 

den Weg des Zivilprozesses verwiesen.

17.

(…)

18.

Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 4'500.–. Über die weiteren 

Kosten (Barauslagen usw.) wird die Gerichtskasse Rechnung stellen. 

19.

Rechtsanwältin lic. iur. X._____ wird für ihre Aufwendungen als amtliche 

Verteidigerin des Beschuldigten aus der Gerichtskasse mit Fr. 10'699.80 

(inkl. Barauslagen und 7.7 bzw. 8.1 % Mehrwertsteuer) entschädigt.

20.-22. (…)

-   35   -

23.

(Mitteilungen)

24.

(Rechtsmittel)"

2. Mündliche Eröffnung am 3. November 2025 und schriftliche Mitteilung mit 

nachfolgendem Urteil. 

Es wird erkannt:

1.

Der Beschuldigte A._____ ist zudem schuldig







des versuchten Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 StGB i.V.m. 

Art. 22 Abs. 1 StGB, 

der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 StGB, 

des geringfügigen Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB i.V.m. 

Art. 172ter Abs. 1 StGB.

2.

Die mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 11. Februar 

2022 bedingt ausgesprochene Freiheitsstrafe von 170 Tagen sowie die 

Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu Fr. 30.– werden widerrufen und die 

Geldstrafe wird vollzogen.

3.

Die mit Urteil des Bezirksgerichts Dietikon vom 2. November 2022 

(Geschäfts-Nr. GG220039-M) bedingt ausgesprochene Geldstrafe von 

30 Tagessätzen zu Fr. 30.– wird widerrufen und vollzogen.

4.

Der Beschuldigte wird unter Einbezug der widerrufenen Freiheitsstrafe 

bestraft mit 25 Monaten Freiheitsstrafe (wovon 6 Tage durch Haft erstanden 

sind) als Gesamtstrafe sowie einer Busse von Fr. 300.–. 

5.

6.

Die Freiheitsstrafe wird vollzogen. Die Busse ist zu bezahlen. 

Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle 

eine Ersatzfreiheitsstrafe von 3 Tagen.

-   36   -

7.

Der Beschuldigte wird im Sinne von Art. 66a StGB für 6 Jahre des Landes 

verwiesen.

8.

Die Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener Informations-

system wird angeordnet.

9.

Dem Beschuldigten wird im Sinne von Art. 67b Abs. 2 lit. a StGB untersagt, 

mit der Privatklägerin B._____ in irgendeiner Weise (persönlich, telefonisch, 

schriftlich, SMS, Mail etc.) direkt oder über Drittpersonen Kontakt aufzuneh-

men. Das Kontaktverbot gilt für die Dauer von 2 Jahren. 

Missachtet der Beschuldigte das vorgenannte Verbot, kann er im Sinne von 

Art. 294 Abs. 2 StGB mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe 

bestraft werden.

10. Dem Beschuldigten wird im Sinne von Art. 67b Abs. 2 lit. b StGB untersagt, 

sich der Privatklägerin B._____ auf weniger als 100 Meter zu nähern oder 

sich in einem Umkreis von 100 Metern ihres jeweiligen Wohnortes (derzeit: 

C._____-strasse 1, D._____) aufzuhalten. Das Rayonverbot gilt für die 

Dauer von 2 Jahren. 

Missachtet der Beschuldigte das vorgenannte Verbot, kann er im Sinne von 

Art. 294 Abs. 2 StGB mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe 

bestraft werden.

11. Für die Dauer des Kontakt- und Rayonverbots gemäss Ziff. 9-10 wird eine 

Bewährungshilfe im Sinne von Art. 67b Abs. 4 StGB angeordnet.

12. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin B._____ Fr. 1'000.– zu-

züglich 5 % Zins ab 26. April 2023 als Genugtuung zu bezahlen.

13. Das erstinstanzliche Kosten- und Entschädigungsdispositiv (Ziff. 20-22) wird 

bestätigt.

14. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:

-   37   -

Fr.

Fr.

3'600.– ; die weiteren Kosten betragen:

5'800.–   amtliche Verteidigung (inkl. MwSt.)

15. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der 

amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten 

der amtlichen Verteidigung werden einstweilen auf die Gerichtskasse ge-

nommen. Die Rückzahlungspflicht des Beschuldigten bleibt gemäss Art. 135 

Abs. 4 StPO vorbehalten.

16. Mündliche Eröffnung am 3. November 2025 und schriftliche Mitteilung im 

Dispositiv an











die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten (übergeben)

die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl (versandt)

die Vertretung der Privatklägerin B._____, Rechtsanwältin lic. iur. 
Y._____, im Doppel für sich und die Privatklägerschaft (versandt)

den Privatkläger E._____ (versandt)

das Migrationsamt des Kantons Zürich (versandt)

sowie in vollständiger Ausfertigung an









die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten 

die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl 

die Vertretung der Privatklägerin B._____, Rechtsanwältin lic. iur. 
Y._____, im Doppel für sich und die Privatklägerschaft 

den Privatkläger E._____

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung 

allfälliger Rechtsmittel an











die Vorinstanz

den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 
Vollzugsdienste

das Migrationsamt des Kantons Zürich 

die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A und B

die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mittels Formular "Löschung des 
DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials"

-   38   -







in die Untersuchungsakten Nr. 2 der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat, 
unter Hinweis auf Dispositiv-Ziffer 2

das Bezirksgericht Dietikon in die Akten des Verfahrens GG220039-M, 
unter Hinweis auf Dispositiv-Ziffer 3

die Kantonspolizei Zürich, Gewaltschutz, Fachstelle Häusliche Gewalt 
Postfach, 8021 Zürich.

17. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-

sachen erhoben werden.

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 

begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der gemäss Art. 35 und 35a 

BGerR zuständigen strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichts (1000 

Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichtsgesetzes vorgeschrie-

benen Weise schriftlich einzureichen.

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes.

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer

Zürich, 8. Oktober 2025

Der Präsident:

Die Gerichtsschreiberin:

lic. iur. B. Gut

MLaw N. Hunziker