# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e837295a-737a-5150-94af-2d6dd5c11343
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-11-14
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsgericht 14.11.2022 B 2022/94
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VG_001_B-2022-94_2022-11-14.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/11

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: B 2022/94

Stelle: Verwaltungsgericht

Rubrik: Verwaltungsgericht

Publikationsdatum: 10.01.2023

Entscheiddatum: 14.11.2022

Entscheid Verwaltungsgericht, 14.11.2022
Baurecht. Nichteintreten auf den Rekurs. Art. 48 VRP (sGS 951.1). Die 
Begründung der Beschwerde ist Gültigkeitserfordernis. Auch wenn an ihre 
Qualität und Ausgestaltung keine grossen Anforderungen gestellt werden, 
wird doch ein gewisses Mass an Sorgfalt verlangt. Um den formellen 
Anforderungen zu genügen, braucht eine Begründung weder richtig noch 
vollständig zu sein. Sie ist ausreichend, wenn Argumente vorgebracht 
werden, nach denen ein Entscheid auf einer fehlerhaften 
Sachverhaltsfeststellung oder Rechtsanwendung beruht. Wenn sich die 
Vorbringen des Rekurrenten aber nicht auf den angefochtenen Entscheid 
bzw. dessen Motive beziehen bzw. sich nicht mit der Frage befassen, warum 
die Vorinstanz nach seiner Auffassung zu Unrecht auf das Rechtsmittel nicht 
eintrat, genügt die Begründung den Anforderungen nicht. Im konkreten Fall 
kam das Verwaltungsgericht zum Schluss, der Eingabe vom 12. Dezember 
2021 fehle es von der Begründung her gänzlich an einer Bezugnahme auf 
den Gegenstand des Baugesuchs, welches ausschliesslich eine Umnutzung 
der Liegenschaft mit gebäudeinternen Anpassungen für fünf 
Kleinwohnungen und ein Büro im Erdgeschoss des bestehenden Wohn- und 
Gewerbehauses beinhalte. Der Eingabe lasse sich nicht entnehmen, 
inwiefern das Umnutzungsgesuch gegen öffentlich-rechtliche 
Bauvorschriften verstossen sollte. Die Vorinstanz habe im angefochtenen 
Entscheid einlässlich und überzeugend begründet, dass die Rekurseingabe 
vom 12. Dezember 2021 die Anforderungen an eine zureichende 
Rekursbegründung nicht erfülle. Der angefochtene Entscheid lasse sich 
dementsprechend nicht beanstanden (Verwaltungsgericht, B 2022/94).

Entscheid vom 14. November 2022

Besetzung

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Abteilungspräsident Zürn; Verwaltungsrichterin Zindel, Verwaltungsrichter Steiner; 

Gerichtsschreiber Schmid

Verfahrensbeteiligte

B.__,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Bruno Bauer, LL.M., SwissLegal asg.advocati, 

Kreuzackerstrasse 9, 9000 St. Gallen,

gegen

Bau- und Umweltdepartement des Kantons St. Gallen, Lämmlisbrunnenstrasse 54, 

9001 St. Gallen,

Vorinstanz,

C.__ AG,

Beschwerdegegnerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Urs Pfister, Advokaturbüro Pfister, 

Bischofszellerstrasse 53, 9200 Gossau,

Politische Gemeinde A.__

Beschwerdebeteiligte,

Gegenstand

Baubewilligung (Nichteintretensentscheid)

 

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Das Verwaltungsgericht stellt fest:

A.  

Die C.__ AG, A.__, ist Eigentümerin von Grundstück Nr. X0001, Grundbuch A.__. Das 

Grundstück liegt in der Kernzone K5 (Zonenplan der Gemeinde A.__ vom 1. November 

1980) und ist mit einem Gebäude (ehemaliges Ladenlokal Z.__) überbaut. Eigentümer 

des östlich von Grundstück Nr. X0001 gelegenen Nachbargrundstücks Nr. X0002 ist 

B.__, A.__. Mit Baugesuch vom 12. Oktober 2021 beantragte die C.__ AG bei der 

Baubewilligungskommission der Gemeinde A.__ die Baubewilligung für die Umnutzung 

und den Umbau des ehemaligen Geschäftsgebäudes. Das Baugesuch umfasst die 

Erstellung von fünf Kleinwohnungen und Büroräumlichkeiten sowie von sechs 

Balkonen auf der Ostseite des Gebäudes. Innert der Auflagefrist erhob B.__ mit 

Eingabe vom 21. Oktober 2021 Einsprache gegen das Bauvorhaben. Zur Begründung 

hielt er sinngemäss fest, beim seinerzeitigen Bau des Gebäudes auf Grundstück 

Nr. X0001 sei einer Unterschreitung des Grenzabstands zugunsten dieses Grundstücks 

zugestimmt worden. Dies unter der Voraussetzung, dass der Einbahnverkehr an der 

Grenzlinie auf der Seite des Grundstücks Nr. X0001 zu erfolgen habe, ein 

Durchfahrtsrecht nur zu Gunsten des Ladenlokals bestehe, die Wegfahrt über die 

östlich der beiden Grundstücke gelegene D.__strasse zu erfolgen habe, der Eigentümer 

des Grundstücks Nr. X0001 für die Schneeräumung zu sorgen habe und die 

Unterhaltskosten für den Platz zwischen den Grundstücken zu 90 % vom Eigentümer 

des Grundstücks Nr. X0001 zu tragen seien. Seitens der Eigentümer von Grundstück 

Nr. X0001 werde dauernd gegen diese Vereinbarungen verstossen. Die Eigentümer des 

Grundstücks Nr. X0001 hätten sich entweder an die im Grundbuch eingetragenen 

Vereinbarungen zu halten oder die Fassade des bestehenden Gebäudes sei auf den 

ordentlichen Grenzabstand zurückzubauen. Ausserdem solle es bei der verglasten 

Hausfront bleiben, da die Bewohner Gegenstände aus dem Fenster werfen würden 

(act. G 10/4/8 Beilage).

A.a. 

Mit Beschluss vom 26. November 2021 erteilte die Baubewilligungskommission der 

Gemeinde A.__ die Baubewilligung für die Umnutzung und den Umbau der 

Liegenschaft auf Grundstück Nr. X0001 unter Bedingungen und Auflagen. Die drei 

südöstlich gelegenen Balkone bewilligte sie nicht mit der Begründung, dass diese den 

Grenzabstand nicht einhalten würden und die Voraussetzungen für die Erteilung einer 

Ausnahmebewilligung nicht gegeben seien. Auf die Einsprache von B.__ trat die 

A.b. 

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B.  

Baubewilligungskommission nicht ein mit der Begründung, der Einsprecher habe keine 

Rügen vorgebracht, welche im Zusammenhang mit dem zu beurteilenden Bauprojekt 

stünden. Demzufolge könne in öffentlich-rechtlicher Sicht mangels Begründung nicht 

auf die Einsprache eingetreten werden (act. G 10/1 Beilage). Gegen diesen Beschluss 

erhob B.__ mit Eingabe vom 12. Dezember 2021 Rekurs beim Bau- und 

Umweltdepartement (act. G 10/1). Dieses forderte den Rekurrenten mit Schreiben vom 

22. Dezember 2021 auf, den Rekurs mit einem Antrag, einer Darstellung des 

Sachverhalts und einer Begründung zu ergänzen. Hierbei wies sie darauf hin, dass bei 

Nichtbenützung der angesetzten Frist auf den Rekurs nicht eingetreten werde (act. G 

10/2). Nachdem B.__ innert der angesetzten Frist keine Rekursergänzung eingereicht 

und die Rekursinstanz den Schriftenwechsel mit Schreiben vom 2. Februar 2022 

abgeschlossen hatte (act. G 10/6), stellte Rechtsanwalt lic. iur. Bruno Bauer, LL.M., 

St. Gallen, mit Eingabe vom 28. Februar 2022 für B.__ die Anträge, die Verfügung 

(Beschluss) vom 26. November 2021 sei aufzuheben und die Baubewilligung sei zu 

verweigern; eventuell sei der Entscheid aufzuheben und die Angelegenheit zur 

Neubeurteilung an die Beschwerdebeteiligte zurückzuweisen (act. G 10/10). Mit 

Entscheid vom 2. Mai 2022 trat das Bau- und Umweltdepartement auf den Rekurs 

nicht ein und auferlegte B.__ die amtlichen und ausseramtlichen Kosten (act. G 2).

Gegen diesen Entscheid erhob Rechtsanwalt Bauer für B.__ mit Eingabe vom 16. Mai 

2022 Beschwerde mit dem Rechtsbegehren, der Entscheid sei aufzuheben und die 

Sache sei mit Anweisung zum Eintreten an die Vorinstanz zurückzuweisen. Unter 

Kosten- und Entschädigungsfolgen, zuzüglich Barauslagen und Mehrwertsteuer (act. G 

1). In der Beschwerdeergänzung vom 27. Juni 2022 bestätigte und begründete der 

Rechtsvertreter sein Rechtsbegehren (act. G 7).

B.a. 

In der Vernehmlassung vom 6. Juli 2022 beantragte die Vorinstanz Abweisung der 

Beschwerde. Zur Begründung verwies sie auf den angefochtenen Entscheid (act. G 9). 

Die Beschwerdebeteiligte (Baubewilligungsbehörde) teilte mit Schreiben vom 22. Juli 

2022 den Verzicht auf eine Vernehmlassung mit (act. G 12). Rechtsanwalt lic. iur. Urs 

Pfister, Gossau, stellte für die Beschwerdegegnerin (C.__ AG) das Rechtsbegehren, die 

Beschwerde sei abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei, unter Kosten- und 

Entschädigungsfolgen (act. G 13). Der Beschwerdeführer verzichtete stillschweigend 

auf eine weitere Stellungnahme (act. G 15).

B.b. 

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Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:

1.

Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59  Abs. 1 des 

Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1; VRP). Der Beschwerdeführer 

ist zur Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert (Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 

VRP). Die Beschwerde vom 16. Mai 2022 (act. G 1) entspricht in Verbindung mit der 

Beschwerdeergänzung vom 27. Juni 2022 (act. G 7) zeitlich, formal und inhaltlich den 

gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 

und 2 VRP). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2.

2.1.

Die Eingabe an die Rekursinstanz muss einen Antrag sowie eine Darstellung des 

Sachverhaltes und eine Begründung enthalten (Art. 48 Abs. 1 VRP). Fehlen Antrag, 

Darstellung des Sachverhalts, Begründung oder Unterschrift, fordert die 

Rechtsmittelinstanz den Rekurrenten gemäss Art. 48 Abs. 2 VRP unter Ansetzung einer 

Frist auf, den Rekurs zu ergänzen, und droht an, nach unbenützter Frist auf die 

Beschwerde nicht einzutreten. Hinsichtlich der Zeitbestimmungen verweist Art. 30 Abs. 

1 VRP auf die Bestimmungen der Schweizerischen Zivilprozessordnung (SR 272, 

abgekürzt ZPO), soweit das Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege selbst nichts 

anderes bestimmt. Während gesetzliche Fristen gemäss Art. 30  VRP - vorbehältlich 

einer anderen Regelung im Gesetz - bei Nichtbeachtung Verwirkungsfolge haben, wird 

die Säumnisfolge für richterliche Fristen nicht ausdrücklich geregelt. Aus Art. 48 Abs. 3 

VRP ist indessen zu schliessen, dass die richterliche Frist zur Ergänzung eines 

Rechtsmittels ebenfalls die Folge der Verwirkung nach sich zieht, wenn auf die 

Möglichkeit, im Säumnisfall auf das Rechtsmittel nicht einzutreten, hingewiesen 

worden ist. Käme dem unbenützten Ablauf nicht Verwirkungsfolge zu, so wäre auch die 

Rechtsprechung, nach welcher ein Erstreckungsgesuch zumindest am letzten Tag der 

Auf die Vorbringen in den Eingaben des vorliegenden Verfahrens wird, soweit für den 

Entscheid erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

B.c. 

bis

bis

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Frist gestellt werden muss, nicht gerechtfertigt (vgl. BGer 1C_171/2012 vom 13. Juni 

2012 E. 2; VerwGE B 2011/225 vom 14. Februar 2012 E. 4.1., 4.2. und 4.4). Ebenso 

wenig ist - soweit die Säumnisfolge angedroht worden ist - nach unbenütztem Ablauf 

der Frist im Sinn einer Notfrist eine kurze Nachfrist anzusetzen. Vielmehr greift in 

diesem Fall ohne Weiteres die angedrohte Säumnisfolge (vgl. VerwGE B 2012/21 vom 

15. Oktober 2012 E. 3.1).

Im angefochtenen Entscheid hielt die Vorinstanz unter anderem fest, bei der 

verfahrensleitenden Anordnung vom 22. Dezember 2021 (act. G 10/2) handle es sich 

um ein Standardschreiben, das den Rekurrenten nach Rekurseingang über die 

weiteren Verfahrensschritte und die dafür vorgesehenen Fristen orientieren solle. Selbst 

wenn der Beschwerdeführer den darin enthaltenen zweiten Verfahrensschritt (Bitte um 

Nachreichung eines Antrags, einer Darstellung des Sachverhalts und einer Begründung 

bis zum 7. Januar 2022) nicht verstanden haben sollte, wäre ihm zuzumuten gewesen, 

entweder beim zuständigen Sachbearbeiter der Rekursinstanz nachzufragen oder 

einen Rechtsvertreter zu konsultieren. Dass die Mandatierung erst lange nach Ablauf 

der Frist zur Nachreichung der Rekursbegründung erfolgt sei, liege im 

Verantwortlichkeitsbereich des Beschwerdeführers. Objektiv nachvollziehbare Gründe, 

die allenfalls für eine Wiederherstellung der Frist sprächen, bringe der 

Beschwerdeführer nicht vor. Solche seien auch nicht ersichtlich, weshalb die 

Rekursergänzung vom 28. Februar 2022 verspätet und darauf nicht einzutreten sei (act. 

G 2 S. 8 f.). Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers stellt diese im angefochtenen 

Entscheid überzeugend begründeten vorinstanzlichen Überlegungen im vorliegenden 

Verfahren nicht in Frage. Hiervon ist nachstehend somit auszugehen.

2.2.

2.2.1.

Allein aus der Verspätung einer Ergänzung und der Androhung, im Säumnisfall gestützt 

auf Art. 48 Abs. 3 VRP auf das Rechtsmittel nicht einzutreten, kann noch nicht ohne 

Weiteres auf die Rechtmässigkeit eines Nichteintretensentscheides geschlossen 

werden. Wird eine Nachfrist zur Ergänzung angesetzt, weil unklar ist, ob eine 

genügende Begründung vorliegt, ist nach deren unbenütztem Ablauf trotz 

entsprechender Androhung nicht unbedingt auf Nichteintreten zu erkennen. Vielmehr 

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hat die Rechtsmittelinstanz zu beurteilen, ob die ursprüngliche Eingabe den 

Anforderungen von Art. 48 Abs. 1 VRP genügt (vgl. GVP 1985 Nr. 50, VerwGE B 

2012/258 vom 12. März 2013 E. 3). Die Begründung des Rechtsmittels ist 

Gültigkeitserfordernis. Auch wenn an dessen Qualität und Ausgestaltung keine grossen 

Anforderungen gestellt werden, wird doch ein gewisses Mass an Sorgfalt verlangt. Um 

den formellen Anforderungen zu genügen, braucht eine Begründung weder richtig noch 

vollständig zu sein. Sie ist vielmehr dann ausreichend, wenn Argumente vorgebracht 

werden, nach denen ein Entscheid auf einer fehlerhaften Sachverhaltsfeststellung oder 

Rechtsanwendung beruht. Wenn sich die Vorbringen des Rekurrenten aber nicht auf 

den angefochtenen Entscheid bzw. dessen Motive beziehen resp. sich nicht mit der 

Frage befassen, warum die Vorinstanz nach seiner Auffassung zu Unrecht auf das 

Rechtsmittel nicht eintrat, genügt die Begründung den Anforderungen nicht (vgl. 

Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, 2. Aufl. 2003, Rz. 922; 

VerwGE B 2016/208 vom 24. November 2016 E. 1 m.H.; Staub/Günthardt, in: Rizvi/

Schindler/Cavelti [Hrsg.], Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege, Praxiskommentar, 

Zürich/St. Gallen 2020, N 7 zu Art. 48 VRP). Noch geringer als bei der 

Begründungspflicht sind die Anforderungen an die Darstellung des Sachverhalts (vgl. 

Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 927).

2.2.2.

Wird die Gültigkeit eines Rechtsmittels kraft ausdrücklicher gesetzlicher Bestimmung 

davon abhängig gemacht, dass es eine minimale Begründung enthält, so liegt darin 

weder eine Verweigerung des Anspruchs auf rechtliches Gehör noch kann darin ein 

überspitzter Formalismus gesehen werden (BGE 134 II 244 E. 2.4.2 mit Hinweisen auf 

weitere Rechtsprechung). Vorliegend war die Beschwerdebeteiligte 

(Baubewilligungskommission) im Beschluss vom 26. November 2021 auf die 

Einsprache des Beschwerdeführers nicht eingetreten mit der Begründung, der 

Einsprecher habe keine Rügen vorgebracht, welche im Zusammenhang mit dem zu 

beurteilenden Bauprojekt stünden. Demzufolge könne in öffentlich-rechtlicher Sicht 

mangels Begründung nicht auf die Einsprache eingetreten werden. Bei den 

Ausführungen zu Grundbucheinträgen handle es sich um privatrechtliche Einwände, 

welche innert 30 Tagen auf dem Zivilrechtsweg geltend zu machen seien (act. G 10/1 

Beilage). In der Rekurseingabe vom 12. Dezember 2021 legte der Beschwerdeführer 

sinngemäss dar, bei Erstellung des Geschäftsgebäudes auf Grundstück Nr. X0001 im 

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Jahr 1963 sei die Verschiebung des Grenzabstands zugunsten des erwähnten 

Grundstücks vereinbart worden (beigelegter Grunddienstbarkeitsvertrag vom 18. März 

1963). Später sei ohne Vorliegen einer Baubewilligung und ohne Näherbaurecht ein 

Vordach am Geschäftsgebäude erstellt worden. Durch das Parkieren von Lastwagen 

auf Grundstück Nr. X0001 und auf seinem eigenen Grundstück (Nr. X0002) werde das 

Parkieren und die Zu- und Wegfahrt auf und zu seinem Grundstück blockiert (act. G 

10/1).

2.2.3.

Zu prüfen ist, ob bzw. inwiefern sich die Rekurseingabe vom 12. Dezember 2021 mit 

der Begründung des dort angefochtenen Einspracheentscheids vom 26. November 

2021 auseinandersetzt. Die Vorinstanz führte diesbezüglich im angefochtenen 

Entscheid aus, die Rekurseingabe habe keinen (sinngemässen) Antrag enthalten. Sie 

setze sich auch nicht mit dem Nichteintretensentscheid der Vorinstanz auseinander. 

Die Eingabe beschränke sich auf materielle Ausführungen, die nicht einmal in 

Zusammenhang mit dem Baugesuch stünden. Ausführungen dazu, in welchen Punkten 

die Sachverhaltsfeststellung oder die Beweiswürdigung der Vorinstanz im 

angefochtenen Nichteintretensentscheid fehlgehe oder weshalb zu Unrecht auf die 

Einsprache nicht eingetreten worden sei, fänden sich in der Eingabe vom 

12. Dezember 2021 nicht. Sämtliche Vorgaben würden sich nicht auf den 

angefochtenen Entscheid bzw. auf dessen Motive beziehen. Stattdessen würden in der 

Eingabe die bereits in der Einspracheschrift enthaltenen Ausführungen wiederholt. 

Damit genüge die Rekurseingabe den Anforderungen an eine zureichende 

Rekursbegründung nicht (act. G 2 S. 8 und S. 10).

2.2.4.

Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers bringt vor, die Anforderungen an die 

Rekursbegründung, insbesondere wenn sie von Laien verfasst werde, seien tief und 

der damals noch nicht vertretene Beschwerdeführer habe sein Nichteinverständnis mit 

dem Nichteintretensentscheid hinreichend zum Ausdruck gebracht. Die materiellen 

Ausführungen in der Eingabe vom 12. Dezember 2021 hätten sehr wohl einen Bezug 

zum Baugesuch. Einerseits sei der unbewilligte Bau des Vordachs, anderseits die 

Verletzung des Grenzabstands durch dasselbe bzw. die darauf geplanten Balkone 

gerügt worden. Diese materiellen Einwände hätten sinngemäss auch als formelle Rüge 

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gegen das Nichteintreten auf die Einsprache zu gelten. Die verfügende Behörde sei zu 

Unrecht auf die Einsprache des Beschwerdeführers nicht eingetreten, habe aber dann 

doch den vom Beschwerdeführer (zumindest sinngemäss) monierten drei südöstlichen 

Balkonen die Bewilligung versagt. Indem der Beschwerdeführer seine Rügen vor der 

Rekursinstanz wiederholt habe, habe er hinreichend zum Ausdruck gebracht, mit dem 

Nichteintreten nicht einverstanden zu sein. Mehr könne von einem 87jährigen 

juristischen Laien - notabene in einem Verfahren, in welchem die Untersuchungs- und 

Offizialmaxime gelte - nicht erwartet werden. Nachdem die Vorinstanz über volle 

Kognition verfüge und nicht an die Rekursanträge gebunden sei, hätte sie die Frage, ob 

die verfügende Behörde zu Recht nicht auf die Einsprache des Beschwerdeführers 

eingetreten sei, unabhängig vom Antrag desselben behandeln können und müssen 

(act. G 7).

2.2.5.

Der Beschwerdeführer weist zutreffend darauf hin, dass die Anforderungen an die 

Rekursbegründung, insbesondere wenn sie von einem Laien verfasst wird, tief sind und 

dass der damals noch nicht vertretene Beschwerdeführer sein Nichteinverständnis mit 

dem Nichteintretensentscheid der Beschwerdebeteiligten hinreichend (implizit) zum 

Ausdruck brachte (act. G 7 Rz. 2). Indes fehlt es der Eingabe vom 12. Dezember 2021 

von der Begründung her gänzlich an einer Bezugnahme auf den Gegenstand des 

Baugesuchs (vgl. act. G 10/4 Beilagen), welches ausschliesslich eine Umnutzung der 

Liegenschaft auf Grundstück Nr. X0001 mit gebäudeinternen Anpassungen für fünf 

Kleinwohnungen und ein Büro im Erdgeschoss des bestehenden Wohn- und 

Gewerbehauses beinhaltet. Bauliche Erweiterungen (Volumenvergrösserungen) sind 

nicht vorgesehen, und eine Intensivierung der Nutzung (im Vergleich zum früheren 

Geschäftsgebäude) lässt sich den Akten des Baugesuchs nicht entnehmen. Die 

Erschliessung erfolgt unverändert von Norden (E.__strasse) her, während das 

Grundstück Nr. X0002 des Beschwerdeführers südlich des Wohn- und Gewerbehauses 

der Beschwerdegegnerin an der F.__strasse liegt (vgl. act. G 10/4 Beilagen). Das 

Vorbringen in der Eingabe vom 12. Dezember 2021, dass zu einem früheren Zeitpunkt 

ohne Vorliegen einer Baubewilligung und ohne Näherbaurecht ein Vordach am 

Geschäftsgebäude erstellt worden sei (act. G 10/1), vermag als solches keine 

Baurechtswidrigkeit des Umnutzungs- und Umbaugesuchs aufzuzeigen. Mithin lässt 

sich der Eingabe vom 12. Dezember 2021 nicht entnehmen, inwiefern das Baugesuch 

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gegen öffentlich-rechtliche Bauvorschriften verstossen sollte. Die Vorinstanz 

begründete im angefochtenen Entscheid einlässlich und überzeugend, dass die 

Rekurseingabe vom 12. Dezember 2021 die Anforderungen an eine zureichende 

Rekursbegründung (vgl. vorstehende E. 2.2.1) nicht erfüllt. Entsprechend lässt sich der 

angefochtene Entscheid nicht beanstanden.

3.

3.1.

Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde daher abzuweisen. Dem 

Verfahrensausgang entsprechend gehen die amtlichen Kosten des 

Beschwerdeverfahrens zulasten des Beschwerdeführers (Art. 95 Abs. 1 VRP). 

Angemessen erscheint eine Entscheidgebühr von CHF 3'000, welche mit dem vom 

Beschwerdeführer in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss verrechnet wird.

3.2.

Vorinstanz und Beschwerdebeteiligte haben keinen Anspruch auf ausseramtliche 

Entschädigung (Linder, in: Rizvi/Schindler/Cavelti [Hrsg.] a.a.O., N 20 zu Art. 98

VRP); beide stellten auch keinen Antrag. Demgegenüber ist die Beschwerdegegnerin 

für das Beschwerdeverfahren ausseramtlich zu entschädigen. Das Verwaltungsgericht 

spricht grundsätzlich Pauschalentschädigungen nach Ermessen gemäss Art. 19 und 

Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung zu (sGS 963.75, HonO). Mit Blick auf 

vergleichbare Verfahren und die konkreten Verhältnisse erscheint eine Entschädigung 

der Beschwerdegegnerin durch den Beschwerdeführer mit insgesamt CHF 3'000 und 4 

% Barauslagen (CHF 120) angemessen (Art. 19, 22 Abs. 1 Ingress und lit. b, 28  VRP), 

zuzüglich Mehrwertsteuer (vgl. Art. 29 HonO). Entgegen der Auffassung der 

Beschwerdegegnerin ist kein begründeter Anlass ersichtlich, aufgrund derer ihr eine 

ausseramtliche Entschädigung von CHF 4000 zuzusprechen wäre (act. G 13 S. 3), 

zumal die von ihr zum Vergleich angeführten Verfahren B 2021/188 vom 17. März 2022 

und B 2020/84 vom 29. April 2021 vom Umfang her nicht ohne Weiteres mit dem im 

vorliegenden Verfahren Notwendigen vergleichbar sind.

 

bis

bis

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Demnach erkennt das Verwaltungsgericht auf dem Zirkulationsweg zu Recht:

1.

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.

Der Beschwerdeführer trägt die amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens von 

CHF 3'000, unter Verrechnung mit dem von ihm in gleicher Höhe geleisteten 

Kostenvorschuss.

3.

Der Beschwerdeführer entschädigt die Beschwerdegegnerin ausseramtlich mit 

CHF 3'000 zuzüglich Barauslagen von CHF 120 und Mehrwertsteuer.

 

 

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