# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a8cdbe60-6711-5861-9173-7170a6d088ef
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-01-26
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 26.01.2022 UV 2021/28
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_UV-2021-28_2022-01-26.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2021/28

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 22.07.2022

Entscheiddatum: 26.01.2022

Entscheid Versicherungsgericht, 26.01.2022
Art. 6 UVG. Die Leistungseinstellung durch den Unfallversicherer erfolgte bei 
Dahinfallen der unfallkausalen Folgen zu Recht. Entsprechend resultiert 
auch kein Anspruch auf eine Rente und/oder Integritätsentschädigung 
(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 26. 
Januar 2022, UV 2021/28).

 Entscheid vom 26. Januar 2022

Besetzung

Versicherungsrichter Joachim Huber (Vorsitz), Versicherungsrichterinnen Christiane 

Gallati Schneider und Miriam Lendfers; Gerichtsschreiber Markus Lorenzi

Geschäftsnr.

UV 2021/28

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt Christian Jaeggi, advo5 Rechtsanwälte, 

Waltersbachstrasse 5, Postfach, 8021 Zürich 1,

gegen

Generali Allgemeine Versicherungen AG, Avenue Perdtemps 23, 1260 Nyon 1,

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Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Versicherungsleistungen

Sachverhalt

A.  

A.___ (nachfolgend: Versicherte) erlitt am 6. Oktober 2014 einen bei der Generali 

Allgemeine Versicherungen AG (nachfolgend: Generali) obligatorisch versicherten 

Kletterunfall (UV-act. 1). Bei anhaltenden Beschwerden unterzog sich die Versicherte 

diversen medizinischen Abklärungen (UV-act. 2 ff.; vgl. dazu ferner den Sachverhalt in 

UV 2017/35), ehe die Generali am 10. Januar 2017 die Einstellung der Leistungen per 

diesem Datum verfügte (UV-act. 93). Die dagegen erhobene Einsprache wies die 

Generali mit Entscheid vom 19. April 2017 ab (UV-act. 104).

A.a. 

Die gegen diesen Einspracheentscheid erhobene Beschwerde vom 19. Mai 2017 

(UV-act. 113) wurde mit Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen 

vom 5. März 2019 (UV 2017/35) dahingehend gutgeheissen, als er aufgehoben und die 

Streitsache zu ergänzenden Abklärungen im Sinne der Erwägungen und zu neuer 

Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen wurde. Das Gericht war zum 

Schluss gekommen, dass der Sachverhalt in mehrfacher Hinsicht nicht rechtsgenüglich 

abgeklärt worden sei und es eines polydisziplinären Gesamtgutachtens (inkl. 

psychiatrischer Exploration) bedürfe (UV-act. 125).

A.b. 

In Absprache mit dem Rechtsvertreter der Versicherten, Rechtsanwalt Christian 

Jaeggi, Zürich, veranlasste die Generali bei der asim Begutachtung (nachfolgend: 

asim), Universität Basel, ein polydisziplinäres Gutachten. Der Versicherten wurde 

Gelegenheit gegeben, Ergänzungsfragen einzureichen. Davon machte ihr 

Rechtsvertreter Gebrauch (UV-act. 131 ff.). Die Begutachtungen in den Fachrichtungen 

Innere Medizin, Neuropsychologie, Rheumatologie, Neurologie, Psychiatrie und 

Otorhinolaryngologie wurden am 28. und 29. Januar, 11. Februar, 9. März und 6. Mai 

2020 durchgeführt (UV-act. 145, 151.1); die Expertise selbst datiert vom 10. September 

A.c. 

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B.

Gegen die Verfügung vom 4. Februar 2021 erhob der Rechtsvertreter der Versicherten 

am 3. März 2021 Einsprache. Es sei die Verfügung aufzuheben und es seien der 

Einsprecherin die gesamten gesetzlich vorgesehenen Leistungen der 

Unfallversicherung für das Ereignis vom 6. Oktober 2014 zu gewähren. Es seien ihr 

insbesondere die Heilbehandlung und das Taggeld bis Fallabschluss zu gewähren. 

Weiter seien ihr nach Fallabschluss eine im Umfang noch zu bestimmende 

Invalidenrente der Unfallversicherung und eine Integritätsentschädigung zu gewähren. 

Es seien weitere medizinische Abklärungen zur Festlegung der ereignisbedingten 

Einschränkungen vorzunehmen (UV-act. 162). Mit Entscheid vom 31. März 2021 wies 

die Generali die Einsprache ab. Es bestehe auch kein Anspruch auf eine Rente oder 

Integritätsentschädigung (act. G 1.1).

C.  

2020 (UV-act. 154). Zusammengefasst kamen die Gutachter in der Konsensbeurteilung 

zum Schluss, dass die anhaltenden Beschwerden per Ende August 2017 nicht mehr 

dem Unfall vom 6. Oktober 2014 anzulasten seien (UV-act. 154.1 S. 12 f.).

Am 29. Oktober 2020 nahm der Rechtsvertreter der Versicherten zum asim-

Gutachten Stellung (UV-act. 160). Am 4. Februar 2021 verfügte die Generali gestützt 

auf das asim-Gutachten, dass die Leistungen aus der obligatorischen 

Unfallversicherung per 31. August 2017 eingestellt würden (UV-act. 161).

A.d. 

Gegen den Einspracheentscheid vom 31. März 2021 liess die Versicherte 

(nachfolgend: Beschwerdeführerin), weiterhin vertreten durch Rechtsanwalt Jaeggi, am 

29. April 2021 Beschwerde erheben und folgendes beantragen: Es sei der 

Einspracheentscheid aufzuheben und es seien der Beschwerdeführerin die gesamten 

gesetzlich vorgesehenen Leistungen der Unfallversicherung für das Ereignis vom 6. 

Oktober 2014 zu gewähren. Es seien ihr insbesondere die Heilbehandlung und das 

Taggeld bis Fallabschluss zu gewähren. Weiter seien ihr nach Fallabschluss eine im 

Umfang noch zu bestimmende Invalidenrente der Unfallversicherung und eine 

Integritätsentschädigung zu gewähren. Es seien weitere medizinische Abklärungen zur 

Festlegung der ereignisbedingten Einschränkungen vorzunehmen. Unter Kosten- und 

C.a. 

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Erwägungen

1.

Umstritten und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin aufgrund des Ereignisses 

vom 6. Oktober 2014 zu Recht die temporären Versicherungsleistungen 

(Heilbehandlung- und Taggeldleistungen) auf den 31. August 2017 eingestellt und einen 

Anspruch auf weitere Leistungen (Rente und Integritätsentschädigung) abgelehnt hat.

Entschädigungsfolgen zu Lasten von Generali (nachfolgend: Beschwerdegegnerin; act. 

G 1).

In der Beschwerdeantwort vom 26. Mai 2021 beantragte die Beschwerdegegnerin 

die vollumfängliche Abweisung der Beschwerde, unter Kosten- und 

Entschädigungsfolge zulasten der Beschwerdeführerin (act. G 3).

C.b. 

Mit Replik vom 29. Juni 2021 (act. G 5) sowie Duplik vom 25. August 2021 (act. G 

7) hielten die Parteien unverändert an ihren Anträgen und Begründungen dazu fest.

C.c. 

Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie den Inhalt der 

übrigen Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen 

eingegangen.

C.d. 

Die Unfallkausalität bildet Anspruchsvoraussetzung für sämtliche 

Versicherungsleistungen der Unfallversicherung (Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes 

über die Unfallversicherung [UVG; SR 832.20]). Eine Leistungspflicht des 

Unfallversicherers besteht demnach nur für Gesundheitsschäden, die natürlich und 

adäquat kausal mit einem versicherten Unfallereignis zusammenhängen (André Nabold, 

N 48 ff. zu Art. 6, in: Marc Hürzeler/Ueli Kieser [Hrsg.], Bundesgesetz über die 

Unfallversicherung, Kommentar zum schweizerischen Sozialversicherungsrecht, 2018 

[nachfolgend zitiert: KOSS UVG]; Irene Hofer, N 63 ff. zu Art. 6, in: Ghislaine Frésard-

Fellay/Susanne Leuzinger/Kurt Pärli [Hrsg.], Unfallversicherungsgesetz, Basler 

Kommentar, 2019 [nachfolgend zitiert: BSK UVG]; Alexandra Rumo-Jungo/André Pierre 

Holzer, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, in: Erwin Murer/Hans-Ulrich Stauffer 

[Hrsg.], Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, 4. Aufl. 

2012, S. 53 ff.). Für die Beantwortung der Tatfrage nach dem Bestehen natürlicher 

Kausalzusammenhänge im Bereich der Medizin ist das Gericht in der Regel auf 

Angaben medizinischer Sachverständiger angewiesen. Die Frage nach dem adäquaten 

1.1. 

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Kausalzusammenhang ist demgegenüber eine Rechtsfrage, die vom Gericht nach den 

von Doktrin und Praxis entwickelten Regeln zu beurteilen ist (KOSS UVG-Nabold, N 53 

zu Art. 6; BSK UVG-Hofer, N 66 zu Art. 6; Rumo-Jungo/ Holzer, a.a.O., S. 55, 58). Im 

Bereich klar ausgewiesener organischer Unfallfolgen spielt die Adäquanz als rechtliche 

Eingrenzung der aus dem natürlichen Kausalzusammenhang sich ergebenden Haftung 

des Unfallversicherers praktisch keine Rolle (vgl. BGE 117 V 365 E. 5d/bb mit 

Hinweisen auf Lehre und Rechtsprechung; BGE 118 V 291 f. E. 3a). Sind dagegen die 

Unfallfolgen organisch nicht (hinreichend) fassbar, ist eine eigenständige 

Adäquanzbeurteilung durchzuführen, bei welcher wie folgt zu differenzieren ist: 

Zunächst ist festzustellen, ob die versicherte Person beim Unfall ein Schleudertrauma, 

eine äquivalente Verletzung der Halswirbelsäule oder ein Schädel-Hirntrauma erlitten 

hat, dessen Folgen sich mit jenen eines Schleudertraumas vergleichen lassen, oder ob 

es sich um einen Unfall mit anderen somatischen Verletzungen und gesundheitlichen 

Folgen handelt. Im letzteren Fall erfolgt die Adäquanzbeurteilung psychischer 

Unfallfolgen nach den in BGE 115 V 133 ff. entwickelten Kriterien (sogenannte Psycho-

Praxis). Bei Unfällen mit Schleudertrauma oder mit einer diesem gleichgestellten 

Verletzung der Halswirbelsäule oder einem Schädel-Hirntrauma ist hingegen die 

Adäquanz gemäss BGE 117 V 359 ff., präzisiert in BGE 134 V 126 ff. E. 10, zu 

beurteilen (sogenannte Schleudertrauma-Praxis). Der Unterschied besteht darin, dass 

bei Unfällen mit Schleudertrauma oder einer äquivalenten Verletzung der 

Halswirbelsäule auf eine Differenzierung zwischen physischen und psychischen 

Unfallfolgen verzichtet wird, während bei den übrigen Unfällen für die Beurteilung der 

Adäquanz psychischer Fehlentwicklungen lediglich das Unfallereignis als solches und 

die dabei erlittenen körperlichen Gesundheitsschäden sowie deren objektive Folgen 

massgebend sind (vgl. u.a. Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG] 

vom 7. November 2002, U 377/01, E. 4.3).

Ist die Unfallkausalität einmal mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit 

nachgewiesen, so entfällt die Leistungspflicht des Unfallversicherers erst, sobald der 

Unfall nicht mehr die natürliche (und adäquate) Ursache des Gesundheitsschadens 

darstellt, wenn also Letzterer nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen 

beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der (allenfalls krankhafte) 

Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo 

ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf 

eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte 

(Status quo sine) erreicht ist. Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche 

Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von 

unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit dem im 

1.2. 

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Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich 

fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalles genügt nicht. Da es sich dabei um 

eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast – 

anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher 

Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht beim Versicherten, sondern beim 

Unfallversicherer (vgl. Rumo-Jungo/ Holzer, a.a.O., S. 54; vgl. ferner nebst vielen Urteil 

des Bundesgerichts vom 4. November 2016, 8C_594/2016, E. 2.2).

Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Danach haben die 

urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln 

sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig 

davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die 

verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs 

gestatten. Bezüglich Beweiswert eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für 

die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die 

geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese 

abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in 

der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen 

der medizinischen Fachperson begründet und nachvollziehbar sind (BGE 125 V 352 E. 

3a mit Hinweisen). Den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens formgerecht 

eingeholten Gutachten von externen Spezialärzten, welche auf Grund eingehender 

Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht 

erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist 

bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 

Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 227 E. 1.3.4). 

Widersprechen Berichte behandelnder Ärzte dem von der Verwaltung bei externen 

Spezialärzten eingeholten Gutachten, ist die unterschiedliche Natur von 

Behandlungsauftrag der therapeutisch tätigen (Fach-)Ärzte einerseits und 

Begutachtungsauftrag der amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits zu 

beachten (Urteil des EVG 18. April 2006, I 783/05, E. 2.2). Es ist deshalb nicht zulässig, 

ein medizinisches Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und 

zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte später zu 

anderslautenden Einschätzungen gelangen oder an vorgängig geäusserten 

abweichenden Auffassungen festhalten. Vorbehalten bleiben aber Fälle, in denen sich 

eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte wichtige – und 

1.3. 

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2.

Umstritten ist die Unfallkausalität der über den Leistungseinstellungszeitpunkt (31. 

August 2017) hinaus bestehenden Beschwerdeproblematik. Die Beschwerdeführerin 

beklagt weiterhin insbesondere Konzentrationsprobleme, Kopfschmerzen, 

Nackenbeschwerden und Schwindel sowie eine schnellere Ermüdung und eine 

verminderte Belastbarkeit (vgl. zur gesamten Beschwerdeproblematik im Zeitpunkt der 

Begutachtung UV-act. 154.1 S. 8 f.). Nur wenn der (natürliche und adäquate) 

Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vom 6. Oktober 2014 und den geklagten 

Beschwerden über den Leistungseinstellungszeitpunkt hinaus zu bejahen ist, stehen 

weitere temporäre Leistungsansprüche und Dauerleistungen zur Diskussion.

nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretation entspringende – Aspekte benennen, die 

im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des 

Bundegerichts vom 27. Mai 2008, 9C_24/2008, E. 2.3.2).

Die Beschwerdegegnerin veranlasste bei der asim unter anderem zur Prüfung der 

natürlichen Kausalität der Beschwerdesymptomatik ein externes polydiszplinäres 

Gutachten in den Fachrichtungen Innere Medizin, Neuropsychologie, Rheumatologie, 

Neurologie, Psychiatrie und Otorhinolaryngologie. In der Konsensbeurteilung 

diagnostizierten die Gutachter eine unfallkausale Contusio capitis rechts, 

differentialdiagnostisch eine mögliche leichte traumatische Hirnverletzung, einen Status 

nach psychiatrischen Symptomen als Nebenwirkung auf Pregabalin mit depressiven 

Symptomen und Gewichtsverlust sowie einen Status nach leichter akuter 

Belastungsreaktion. Als nicht unfallkausal qualifizierten sie unter anderem eine 

chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren, einen 

chronischen Spannungskopfschmerz, eine episodische Migräne ohne Aura 

(differentialdiagnostisch eine vestibuläre Migräne bei Verdacht auf einen 

persistierenden postural-perzeptiven Schwindel [PPPD]) sowie eine minimale 

neuropsychologische Störung (UV-act. 154.1 S. 14). Beurteilend kamen die Experten 

im interdisziplinären Konsens zum Schluss, dass die Versicherte beim Ereignis vom 6. 

Oktober 2014 überwiegend wahrscheinlich eine Contusio capitis rechts erlitten habe. 

Eine (leichte) traumatische Hirnverletzung sei höchstens möglich, aber nicht 

überwiegend wahrscheinlich. Eine unfallkausale strukturelle Schädigung des 

Zentralnervensystems und sonstige strukturelle Verletzungen am Bewegungsapparat 

seien nicht dokumentiert. Nachvollziehbar sei bei vorübergehender Verschlimmerung 

eines Vorzustands (Migräne) eine initiale Kopfschmerzsymptomatik im Sinne eines 

posttraumatischen Kopfschmerzes. Man gehe vom Vorliegen einer chronischen 

2.1. 

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Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren aus. Diese sei höchstens 

möglicherweise auf die Contusio capitis und die nachfolgenden (vorübergehenden) 

posttraumatischen Kopfschmerzen zurückzuführen. Andere Ursachen (chronische 

Spannungskopfschmerzen resp. die episodische Migräne ohne Aura) seien 

überwiegend wahrscheinlich unfallfremd. Es scheine im Verlauf zu einer (iatrogen 

unterstützten) Verfestigung eines organischen Krankheitskonzepts (fälschlicherweise 

als organischer Unfallschaden interpretiert) gekommen zu sein. Eine relevante 

psychische Störung liege weder vor noch nach dem Unfall und auch aktuell nicht vor, 

allenfalls eine gewisse Beeindruckbarkeit gegenüber ärztlichen Stellungnahmen und 

eine gewisse Überängstlichkeit. Die chronische Schmerzstörung mit somatischen und 

psychischen Faktoren erreiche nicht das Ausmass einer relevanten Beeinträchtigung 

der Leistungsfähigkeit. Die neuropsychologisch minimale Einschränkung erscheine 

grundsätzlich mit einer vollen Leistungsfähigkeit vereinbar und sei primär im Rahmen 

der Schmerzstörung zu interpretieren. Die subjektiv deutlich höhere Einschränkung (im 

Vergleich zu den effektiv objektivierbaren Einschränkungen in der 

neuropsychologischen Testung und gemäss klinischem Eindruck auch in 

mehrstündigen Untersuchungen) sei ebenfalls im Rahmen dieser Schmerzstörung resp. 

der überwertigen Interpretation von Symptomen im Rahmen des beschriebenen 

Krankheitskonzepts einzuordnen. Aus Sicht des Bewegungsapparates würden sich 

keine relevanten Funktionseinschränkungen begründen lassen. Die neurootologischen 

Befunde seien am ehesten im Rahmen einer vestibulären Migräne einzuordnen, eine 

Unfallkausalität und eine relevante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in den bisher 

ausgeübten Tätigkeiten lasse sich damit aber auch nicht begründen. Es sei von einem 

Status quo sine/ante per Ende August 2017 auszugehen (UV-act. 154.1 S. 12 f.).

Die Gutachter des asim stellten nach eigenen klinischen, bildgebenden und 

apparativen Untersuchungen (vgl. dazu UV-act. 154.1 S. 6) sowie in Würdigung der 

ergangenen medizinischen Aktenlage inklusive Bildgebung und zusätzlich eingeholter 

Untersuchungsberichte (UV-act. 154.1 S. 25 ff.) nachvollziehbar fest, dass sich keine 

organischen Unfallfolgen objektivieren liessen bzw. keine strukturellen Läsionen im 

Gehirn, im Zentralnervensystem, am Bewegungsapparat oder im Bereich der Ohren 

vorliegen würden, welche die Beschwerden erklären könnten. Im Weiteren führten sie 

schlüssig aus, dass es mangels Vorliegens geltend gemachter und dokumentierter 

Verletzungen am Schädel anlässlich des Kletterunfalls überwiegend wahrscheinlich 

lediglich zu einer Schädelprellung (Contusio capitis) und nur möglicherweise zu einer 

leichten traumatischen Hirnverletzung bzw. einem leichten Schädelhirntrauma 

gekommen sei. Von einem erlittenen klassischen Schleudertrauma, einer äquivalenten 

Verletzung der Halswirbelsäule oder einem relevanten Schädelhirntrauma ist damit 

2.2. 

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nicht auszugehen, womit sich die über den Leistungseinstellungszeitpunkt hinaus 

bestehenden Beschwerden ohne objektivierbares Korrelat auch dadurch nicht erklären 

lassen. Entsprechend leuchtet es vollumfänglich ein, dass die Gutachter die 

Beschwerden der Beschwerdeführerin, welche über den 

Leistungseinstellungszeitpunkt hinaus bestehen (vgl. dazu vorstehende E. 2), einer 

anderen, nicht unfallkausalen, Genese, zuordnen und die von den behandelnden Ärzten 

gestellten Diagnosen, welche auf eine anhaltend traumatische Genese hindeuten (vgl. 

"noch deutlich aktives postcommotionelles Syndrom", "Verdacht auf posttraumatische 

Migräne", "hirnorganisches Psychosyndrom", "Verdacht auf traumatisch bedingte 

Contusio cerebri", "Verdacht auf traumatisch bedingte Felsenbeinfraktur"; UV-act. 

154.1 S. 37 ff.), nach eingehender Auseinandersetzung und auch in Würdigung des 

Vorzustands schlüssig in Abrede stellen bzw. zumindest als nicht überwiegend 

wahrscheinlich qualifizieren. Die Berichte der behandelnden Ärzte, welche diesen 

Diagnosen zugrunde liegen, sind jedenfalls nicht geeignet, Zweifel an der 

Zuverlässigkeit der asim-Expertise zu schüren. Die in den jeweiligen Fachgebieten 

schlüssig gestellten unfallfremden Diagnosen (chronische Schmerzstörung mit 

somatischen und psychischen Faktoren, chronischer Spannungskopfschmerz, 

episodische Migräne ohne Aura [differentialdiagnostisch eine vestibuläre Migräne bei 

Verdacht auf PPPD], minimale neuropsychologische Störung) vermögen jedenfalls die 

anhaltende Symptomatik hinlänglich zu erklären. Die vom Rechtsvertreter der 

Beschwerdeführerin gegen den Beweiswert des Gutachtens vorgetragenen Einwände 

sind nicht stichhaltig. Die vorliegend relevante Frage des natürlichen 

Kausalzusammenhangs wird schlüssig begründet beantwortet, auch wenn teils – wie 

es der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin richtig ausführt (act. G 1 S. 5 Ziff. 11 f.) 

– Formulierungen gewählt wurden, welche in Beachtung des juristischen Vokabulars 

missverstanden werden könnten. Auch teilkausale Unfallfolgen werden ausdrücklich als 

nicht überwiegend wahrscheinlich vorliegend erachtet (UV-act. 154.1 S. 15). Der 

Einbezug der Vorzustände mit Kopfschmerz-/Migräneproblematik bereits vor dem 

Ereignis vom 6. Oktober 2014 (UV-act. 154.1 S. 15) und der zurückliegenden Ereignisse 

mit Kopfbeteiligung (1999: Sturz vom Pferd; 2012: Kopfanprall beim Kajakfahren; 2014: 

Kopfanprall Schiffsluke; UV-act. 154.1 S. 10) erfolgte lege artis, wobei die Beurteilung 

der Kausalität letztlich nicht entscheidend darauf gründete. Es kann damit gestützt auf 

das Gesagte auf das asim-Gutachten abgestellt werden, womit erstellt ist, dass die 

über den Leistungseinstellungszeitpunkt hinaus geklagte Symptomatik überwiegend 

wahrscheinlich nicht mehr natürlich kausal, auch nicht teilkausal, auf das in Frage 

stehende Ereignis zurückzuführen war und ist. Anders gesagt gelingt der 

Beschwerdegegnerin mit dem Gutachten mit überwiegender Wahrscheinlichkeit der 

Beweis, dass jegliche Teilursache per Leistungseinstellungszeitpunkt weggefallen ist, 

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3.  

womit ab dem 1. September 2017 keine Leistungen der Unfallversicherung mehr 

geschuldet sind.

Selbst in der Annahme, dass die vorliegende psychische bzw. somatisch nicht 

objektivierbare Problematik über den Fallabschluss hinaus weiterhin als natürlich 

(teil-)kausal zu qualifizieren wäre (ein Anhaltspunkt dafür kann in der gutachterlich 

diagnostizierten chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen 

Faktoren gesehen werden, welche gemäss ICD-10: F45.41 einen physiologischen 

Prozess oder eine körperliche Störung als Ausgangspunkt voraussetzt), resultierte 

mangels adäquaten Kausalzusammenhangs (vgl. nachfolgende Erwägungen) keine 

Leistungspflicht mehr.

3.1. 

Die Adäquanzbeurteilung hat nach der Psycho-Praxis zu erfolgen. Ein 

Schleudertrauma oder eine äquivalente Verletzung der Halswirbelsäule sind nicht 

aktenkundig. Auch die erlittene Schädelprellung bzw. die möglicherweise erlittene 

leichte traumatische Hirnverletzung führen rechtsprechungsgemäss nicht dazu, dass 

die Schleudertrauma-Praxis zur Anwendung gelangt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

vom 18. April 2016, 8C_75/2016, E. 4.2; vgl. ferner Urteil des EVG vom 13. Juni 2005, 

U 276/04, E. 2.2.1 f.). Per Einstellungszeitpunkt bestand offenkundig kein namhaftes 

Verbesserungspotenzial der auf die somatischen Unfallfolgen gerichteten ärztlichen 

Behandlung mehr, weshalb die Adäquanzprüfung zu diesem Zeitpunkt erfolgen darf 

(vgl. zum Zeitpunkt der Adäquanzbeurteilung bei Anwendung der Psycho-Praxis BGE 

134 V 116 E. 6.1).

3.2. 

Damit von einem adäquaten Kausalzusammenhang der psychischen bzw. nicht 

hinlänglich objektivierbaren Problematik auszugehen ist, müssen vorliegend, nachdem 

der Kletterunfall vom 6. Oktober 2014 höchstens als mittelschwerer Unfall im engeren 

Sinn zu qualifizieren ist (vgl. dazu die Beispiele in Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 65 ff.), 

mindestens drei Adäquanzkriterien (vgl. zu den Adäquanzkriterien BGE 115 V 138 ff. E. 

6 f.) oder eines der Kriterien ausgeprägt erfüllt sein (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 

29. Januar 2010, 8C_897/2009, E. 4.5). Bei der Prüfung der Adäquanzkriterien sind die 

Folgen der organisch nicht ausgewiesenen Beschwerden nicht in die Beurteilung 

miteinzubeziehen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 28. April 2010, 8C_903/2009, E. 

4.6; vgl. auch vorstehende E. 1.1).

3.3. 

Die Kriterien "besonders dramatische Begleitumstände oder besondere 

Eindrücklichkeit des Unfalls", "Schwere oder besondere Art der erlittenen 

Verletzungen, insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische 

3.4. 

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4.  

Zusammengefasst ist festzuhalten, dass die über den Leistungseinstellungszeitpunkt 

hinaus geklagte Beschwerdeproblematik mangels Kausalzusammenhangs 

überwiegend wahrscheinlich nicht mehr dem Ereignis vom 6. Oktober 2014 anzulasten 

ist, weshalb die Beschwerdegegnerin zu Recht die temporären 

Versicherungsleistungen per 31. August 2017 eingestellt und einen Anspruch auf eine 

Rente und eine Integritätsentschädigung verneint hat. Damit ist der angefochtene 

Einspracheentscheid vom 31. März 2021 nicht zu beanstanden und die dagegen 

erhobene Beschwerde abzuweisen. Gerichtskosten sind mangels gesetzlicher 

Grundlage im UVG keine zu erheben (vgl. dazu Art. 61 lit. f  ATSG). Ausgangsgemäss 

hat die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 61 lit. g 

ATSG).

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

Fehlentwicklungen auszulösen" und "ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen 

erheblich verschlimmert hat" können ohne weiteres verneint werden. Eine 

"ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung" und ein "schwieriger 

Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen" sind unter alleiniger Berücksichtigung 

der somatischen Problematik nicht erkennbar und diese Kriterien damit auch nicht 

erfüllt. Somit kann offenbleiben, ob die Kriterien "körperliche Dauerschmerzen" sowie 

"Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit" erfüllt sind, nachdem die 

Erfüllung dieser zwei Kriterien, welche offensichtlich nicht in besonders ausgeprägter 

Weise vorliegen, nicht für die Annahme eines adäquaten Kausalzusammenhangs 

ausreichen.

bis

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	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 26.01.2022
	Art. 6 UVG. Die Leistungseinstellung durch den Unfallversicherer erfolgte bei Dahinfallen der unfallkausalen Folgen zu Recht. Entsprechend resultiert auch kein Anspruch auf eine Rente und/oder Integritätsentschädigung (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 26. Januar 2022, UV 2021/28).

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		2024-05-26T22:04:47+0200
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