# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 223c1fab-d685-5917-9f89-e055faafe003
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-07-20
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 20.07.2018 200 2017 1090
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2017-1090_2018-07-20.pdf

## Full Text

200 17 1090 IV
KOJ/GET/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 20. Juli 2018

Verwaltungsrichter Kölliker, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Furrer, Verwaltungsrichter Schütz
Gerichtsschreiber Germann

A.________
vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 9. November 2017

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Juli 2018, IV/17/1090, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die … geborene A.________ (nachfolgend Versicherte bzw. Beschwerde-
führerin), ausgebildete ... und zuletzt bzw. bis Ende Juli 2016 als Mitarbei-
terin in einer ... teilerwerbstätig, meldete sich im April 2016 unter Hinweis 
auf eine Hirnhautentzündung bei der Eidgenössischen Invalidenversiche-
rung (IV) zum Leistungsbezug an (Akten der IV-Stelle Bern [nachfolgend 
IVB bzw. Beschwerdegegnerin] [act. II] 19; 23 S. 2; 37 S. 9). Nachdem die 
IVB den Sachverhalt in erwerblicher Hinsicht abgeklärt und Berichte der 
behandelnden Ärzte beigezogen hatte, sprach sie der Versicherten Hilfs-
mittel in Form eines Rollstuhls mit Elektro-Hilfsantrieb zu (act. II 40 f.) und 
liess sie in der weiteren Folge durch Dr. phil. C.________, Fachpsychologe 
für Neuropsychologie FSP, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), untersu-
chen (Untersuchungsbericht vom 16. Januar 2017 [act. II 72]) sowie durch 
die Dres. med. D.________, Facharzt für Neurologie, und E.________, 
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, bidisziplinär begutachten 
(Expertise vom 2. September 2017 [act. II 97.1]). Mit Vorbescheid vom 
21. September 2017 (act. II 101) stellte die IVB der Versicherten die Ableh-
nung eines Leistungsanspruchs mit der Begründung in Aussicht, es liege 
kein invalidisierender Gesundheitsschaden im Rechtssinne vor. Daran hielt 
sie nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (act. II 103 ff.) mit Verfü-
gung vom 9. November 2017 fest (act. II 107). 

B.

Dagegen liess die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. 
B.________, mit Eingabe vom 13. Dezember 2017 Beschwerde erheben. 
Sie stellt den folgenden Antrag: 

Die Verfügung vom 9. November 2017 sei aufzuheben und zur Abklärung des 
Sachverhalts vermittels eines polydisziplinären Gutachtens (Infektiologie, 
Neurochirurgie, Onkologie, Neurologie, Neuroophtalmologie, Neurootologie, 
Neuropsychologie, Psychiatrie, Gastroenterologie, Innere Medizin) an die IV-
Stelle zurück zu weisen. Eventualiter seien der Beschwerdeführerin Eingliede-
rungsmassnahmen sowie eine ganze Rente der IV-Stelle zuzusprechen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Juli 2018, IV/17/1090, Seite 3

- unter Entschädigungsfolge -

In der Begründung macht die Beschwerdeführerin im Wesentlichen gel-
tend, die Anordnung einer separaten neuropsychologischen RAD-
Untersuchung und eines gleichzeitigen bidisziplinären Gutachtens verletze 
den Anspruch auf ein polydisziplinäres Gutachten und den Anspruch auf 
ein faires Verfahren (S. 4, Ziffer 1). Im Übrigen sei das bidisziplinäre Gut-
achten der Dres. med. D.________ und E.________ unvollständig und 
daher nicht schlüssig (S. 4 f., Ziffer 1). Schliesslich wäre es „in erster Linie 
an einem RAD-Psychiater gewesen, die Schlüssigkeit der Indikatoren 
durch den psychiatrischen Gutachter zu beurteilen“ (S. 5, Ziffer 2).

Mit Beschwerdeantwort vom 23. Januar 2018 beantragt die Beschwerde-
gegnerin die Abweisung der Beschwerde. 

Mit Eingabe vom 1. März 2018 reichte die Beschwerdeführerin diverse Be-
richte behandelnder Ärzte sowie weitere Unterlagen ein (Akten der Be-
schwerdeführerin [act. I] 18 - 27). Gleichzeitig hält sie sinngemäss an den 
beschwerdeweise gestellten Anträgen und vorgebrachten Standpunkten 
fest.

Mit Stellungnahme vom 16. April 2018 bestätigt die Beschwerdegegnerin 
ihre mit Beschwerdeantwort vom 23. Januar 2018 gestellten Rechtsbegeh-
ren sowie vorgebrachten Standpunkte.

Mit Eingabe vom 8. Mai 2018 reichte die Beschwerdeführerin weitere Un-
terlagen ein (act. I 28 - 31). Zudem stellt sie das folgende Rechtsbegehren: 

Es seien die neuroophthalmologische Abklärung vom 24. April 2018 (act. I 
28), die Literaturnachweise bezüglich Enzephalitis als Ursache einer homo-
nymen Hemianopsie und eines Blepharospasmus (act. I 29 f.) sowie bezüg-
lich der retrochiasmalen Läsion als Nervenschädigung (act. I 31) zu den Akten 
zu erkennen.

In der Begründung macht sie sinngemäss geltend, es liege ein neurologi-
sches Korrelat hinsichtlich der vom RAD festgestellten neuropsychologi-
schen Defizite vor und die Beschwerdeführerin habe Anspruch auf eine 
ganze Rente. 

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Mit Eingabe vom 4. Juni 2018 hält die Beschwerdegegnerin an ihren 
Rechtsbegehren fest. Gleichzeitig reichte sie eine Stellungnahme von Dr. 
phil. C.________ vom 30. Mai 2018 zu den Akten (in den Gerichtsakten). 

Mit Eingabe vom 20. Juni 2018 reichte die Beschwerdeführerin Schluss-
bemerkungen ein.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 9. November 2017 
(act. II 107). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführe-
rin auf Leistungen der IV und in diesem Zusammenhang insbesondere die 
Vollständigkeit der Sachverhaltsabklärung. 

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1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG). 

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer 
Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen 
Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem 
nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 
ATSG). 

2.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine 
Rente, wenn sie ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufga-
benbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnah-
men wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während 
eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 
40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf 
dieses Jahres zu mindestens 40% invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. c). 

2.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und be-
züglich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weite-
ren sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Juli 2018, IV/17/1090, Seite 6

Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99). 

3.

3.1 Im vorliegend massgebenden Beurteilungszeitraum bis zur ange-
fochtenen Verfügung vom 9. November 2017 (act. II 107) präsentierte sich 
der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin aufgrund der medizini-
schen Akten im Wesentlichen wie folgt: 

3.1.1 Vom …. bis …. 2015 war die Beschwerdeführerin im Spital 
F.________ hospitalisiert. Im Bericht vom 11. November 2015 (act. II 16 S. 
36 f.) wurden eine virale Meningitis sowie eine medikamentöse Unverträg-
lichkeit diagnostiziert. Bei Eintritt habe sich eine subfebrile, normotone und 
normokarde Beschwerdeführerin in deutlich reduziertem Allgemeinzustand 
gezeigt. Klinisch habe sich ein fraglicher Meningismus bei ansonsten un-
auffälliger, neurologischer Untersuchung präsentiert (S. 36). Nach Auftreten 
eines Hinkens sowie einer Schwäche des linken Augenlides sei die Be-
schwerdeführerin zur weiteren Abklärung ins Spital G.________ zugewie-
sen worden (S. 37).

3.1.2 Im Spital G.________ wurde mit Bericht vom 12. November 2015 
(act. II 16 S. 38 - 40) im Wesentlichen ein Verdacht auf Meningitis sowie 
ein Kavernom links in der präzentralen Region diagnostiziert (S. 38). Die 
notfallmässige Zuweisung sei bei Akzentuierung der Kopfschmerzen und 
neu aufgetretener Ptosis links auf dem Boden einer viralen Meningitis er-
folgt (S. 39 f.). Im Schädel-MRI habe sich kein Hinweis auf enzephalitische 
Herde, jedoch nebenbefundlich ein Kavernom in der präzentralen Region 
links ohne Einblutung ergeben. Hinweise auf eine Dissektion hätten sich 
nicht finden lassen (S. 40).

3.1.3 Vom …. bis …. 2015 war die Beschwerdeführerin wiederum im 
Spital F.________ hospitalisiert. Im entsprechenden Austrittsbericht vom 
26. November 2015 (act. II 16 S. 24 f.) wurde eine virale Meningitis, ein 
postpunktioneller Kopfschmerz, eine depressive Erkrankung sowie ein Ka-

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vernom links in präzentraler Region diagnostiziert. Es erfolge nun die Ver-
legung in die stationäre Rehabilitation nach  ... (S. 24). 

3.1.4 Im (die Hospitalisation vom …. bis …. 2015 betreffenden) Aus-
trittsbericht des Spitals G.________ vom 2. Dezember 2015 (act. II 16 S. 
14 - 19) wurde ein Verdacht auf virale Meningitis, ein postpunktioneller 
Kopfschmerz, eine depressive Erkrankung sowie ein Kavernom links in der 
präzentralen Region diagnostiziert (S. 14). In der Beurteilung wurde festge-
halten, bei der Beschwerdeführerin bestehe seit Anfang November der 
hochgradige Verdacht auf eine virale Meningitis. Dieser Verdacht habe auf 
dem Notfall des Spitals G.________ bestätigt werden können. Seit mehre-
ren Tagen sei es nun trotz verabreichter Antibiose und antiviraler Therapie 
zu einem progredienten Zukneifen der Augen beidseits sowie einer atak-
tisch anmutenden Bewegungsstörung und einer persistierenden Kopf-
schmerzsymptomatik gekommen. Ursächlich für die 
Beschwerdesymptomatik mit Kopfschmerzen, Lichtscheu und Meningismus 
sei die wahrscheinliche virale Meningitis bisher unklaren Erregers. Breite 
serologische Untersuchungen seien ohne eindeutigen Befund geblieben. 

Betreffend der Zunahme der Beschwerden mit aktivem Zukneifen der Au-
gen beidseits und der ataktisch anmutenden Bewegungsstörung sei aber 
klar von einer durch die Kopfschmerzen und Lichtempfindlichkeit getrigger-
ten funktionellen Komponente auszugehen. Hierfür spreche die Ablenkbar-
keit und die klare Diskrepanz der Befunde mit u.a. Unmöglichkeit des 
Augenöffnens während der Untersuchung, aber problemlos durchführba-
rem MOCA-Test und einer Ataxie im Finger-Nase-Versuch bei jedoch pro-
blemlos möglichem Baranyzeigeversuch. Die Beschwerden hätten sich im 
Verlauf gebessert, bei Austritt hätten jedoch ein leichtes Zusammenkneifen 
der Augen, eine Gangstörung, ein postural verstärkter Dauerkopfschmerz 
und eine Gang- und Standunsicherheit persistiert, so dass im weiteren Ver-
lauf eine Rehabilitation in ... geplant sei. Schliesslich sei das kleine Kaver-
nom links in der präzentralen Region nicht kontrollbedürftig (S. 14 f.).

3.1.5 Vom … bis …. 2015 war die Beschwerdeführerin in der Rehaklinik 
H.________ hospitalisiert. Im entsprechenden Austrittsbericht vom 28. De-
zember 2015 (act. II 35 S. 14 - 16) wurden eine Gleichgewichtsstörung und 
Gangunsicherheit bei Status nach viraler Meningitis und ein postpunktionel-

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ler Kopfschmerz diagnostiziert sowie als „Nebendiagnosen“ eine depressi-
ve Erkrankung (seit 10 Jahren mittels Paroxetin behandelt), ein Verdacht 
auf Morbus Crohn sowie ein Status nach Diskektomie LWK5/S1 2005 fest-
gehalten (S. 14). Die Beschwerdeführerin habe in der Physiotherapie gute 
Fortschritte erzielen können, so eine Verbesserung des Gleichgewichts, 
eine allgemeine Kräftigung sowie ein sicheres Gangbild. Sie habe bei Aus-
tritt eine Stunde spazieren können (S. 15). 

3.1.6 Am 12. Februar 2016 erfolgte am Spital G.________ eine neuro-
psychologische Untersuchung. Im entsprechenden Bericht vom 16. Februar 
2016 (act. II 16 S. 6 - 8) wurde festgehalten, im Vergleich zu entsprechen-
den Alters- und Bildungsnormen beständen mittelschwer bis schwer „rei-
chende“ Einschränkungen im Bereich der Aufmerksamkeit und des 
Gedächtnisses. Obgleich eine hirnorganische Ursache der kognitiven Min-
derleistungen nicht ausgeschlossen werden könne, sei bei Berücksichti-
gung der gesamten Anamnese und der Art und des Ausmasses der 
erwähnten neurokognitiven Befunde am ehesten von einer funktionellen 
Ursache der kognitiven Einschränkungen auszugehen. Aus diesem Grund 
werde eine psychiatrische Beurteilung empfohlen (S. 7). 

3.1.7 Im Bericht vom 8. März 2016 (act. II 16 S. 2 - 4) diagnostizierte 
med. pract. I.________ (Psychiatrische Dienste J.________), praktische 
Ärztin, kognitive Defizite bei Status nach viraler Meningitis (ICD-10 F06.9 
[S. 3]). Die Beschwerdeführerin weise in ihrer Geschichte keine psychia-
trisch relevanten Diagnosen auf. Die ambulante Behandlung vor ca. 12 
Jahren sei im Rahmen einer Anpassungsstörung mit depressiver Reaktion 
zu sehen auf Grund grosser Belastungen. Infolge des zu frühen und abrup-
ten Absetzens des Paroxetins durch die Beschwerdeführerin selber sei es 
ihr so schlecht gegangen, dass sie aus eigener Initiative für eine Woche in 
stationäre Behandlung gegangen sei. Auf Grund des aktuellen klinischen 
Bildes und auch der Auswertung des im Anschluss des Gesprächs ausge-
füllten Beck-Depressions-Fragebogens (BDI-Il mit 6 Punkten) liege keine 
Depression vor. Es lägen bei der Beschwerdeführerin keine funktionellen 
Komponenten vor (S. 4). 

3.1.8 Im Untersuchungsbericht vom 16. Januar 2017 (act. II 72) hielt der 
RAD-Arzt Dr. phil. C.________ als „Neuropsychologische Diagnose“ 

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„[w]ahrscheinlich durch funktionelle Artefakte bedingte Kognitionsstörungen 
ohne adäquates zerebrales Korrelat und ohne eigenen Krankheitswert“ fest 
(S. 10). 

Aufgrund der in der Beschwerdenvalidierung aufgezeigten Widersprüche 
und Inkonsistenzen müsse mit überwiegender Wahrscheinlichkeit von ei-
nem funktionellen Geschehen mit suboptimalem Leistungsverhalten bzw. 
Selbstlimitierung bzw. von einer symptomverstärkenden Darstellung bei der 
Ausführung der Testaufgaben ausgegangen werden. Dadurch verlören 
sämtliche erhobenen Befunde ihre Validität und ihre neuropsychologische 
Interpretierbarkeit als Ausdruck einer zerebralen Dysfunktion. Da die Be-
schwerdeführerin in zwei Beschwerdenvalidierungsverfahren die kritischen 
Grenzen lediglich leicht unterschritten und in anderen Aspekten der Be-
schwerdenvalidierung teilweise auch konsistente Befunde geliefert habe, 
könne jedoch lediglich mit überwiegender Wahrscheinlichkeit, nicht aber 
mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit von einer funktionellen 
Ursache ausgegangen werden. Neben den Ergebnissen der Beschwerden-
validierung, die eher für ein funktionelles Geschehen und gegen eine zere-
brale Ätiologie der produzierten Testdefizite sprächen, wären die 
produzierten Testdefizite auch kaum im Rahmen einer viralen Meningitis 
(ohne Enzephalitis und ohne weitere Komplikationen) schlüssig und hinrei-
chend erklärbar. 

Mit diesem Ergebnis bestätige sich die Einschätzung der Neuropsycholo-
gen des Spitals G.________, welche in ihrem Bericht vom 16. Februar 
2016 ebenfalls am ehesten von einer funktionellen Ursache der gezeigten 
kognitiven Einschränkungen ausgegangen seien (S. 10).

3.1.9 Im neurologisch-psychiatrischen Gutachten vom 2. September 
2017 (act. II 97.1) hielten die Dres. med. D.________ und E.________ die 
folgenden Diagnosen fest (S. 11 f. und 18): 

Mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit

- Verdacht auf dissoziative Sensibilitäts- und Empfindungsstörung im Sinne 
einer dissoziativen Störung (ICD-10 F44.7)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Juli 2018, IV/17/1090, Seite 10

Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 

- Zustand nach viraler Meningitis 
- Organisch nicht zuordenbare Gangstörung, Gleichgewichts- und Bewe-

gungsstörung sowie kognitive Beeinträchtigungen
- Zustand nach Diskektomie LWK5/SWK1 2004
- Spannungskopfschmerzen 
- Rezidivierend depressive Episoden, derzeit remittiert (ICD-10 F33.4)

In der Konsensbesprechung hielten die Gutachter fest, aus neurologischer 
Sicht müssten keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 
gestellt werden. In der klinisch-neurologischen Untersuchung finde sich 
eine inkonsistente Befundlage. Aus neurologischer Sicht sei als Folge der 
viralen Meningitis ab 2. November 2015 bis zum 31. Januar 2016 von einer 
100%igen und ab diesem Zeitpunkt bis zum 1. April 2016 von einer 
50%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen. Ab diesem Zeitpunkt bestehe aus 
rein neurologischer Sicht eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in der angestamm-
ten Tätigkeit als ... sowie in jeglicher anderer dem Bildungsniveau und der 
Konstitution angepassten beruflichen Tätigkeit.

Aus psychiatrischer Sicht liege auf Grund des in der neurologischen Begut-
achtung ausgeschlossenen somatischen Grundes für die Bewegungs-
störung definitiv eine dissoziative Problematik im Sinne einer dissoziativen 
Sensibilitäts- und Empfindungsstörung (ICD-10 F44.7) vor. Aus psychiatri-
scher Sicht bestehe unter Berücksichtigung der Indikatoren eine Beein-
trächtigung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 100% im 
angestammten Beruf als .... In einer Tätigkeit als ... und ... könne die Be-
schwerdeführerin aus rein psychiatrischer Sicht gesehen eine 40%ige Leis-
tung, d.h. 3.5 Stunden pro Tag, arbeiten. Eine Steigerung auf 50% sei in 
den kommenden 12 Monaten möglich. Eine „höhere“ Leistung sei ihr nicht 
zumutbar, denn sie würde schnell zu einer Dekompensation auch vor allem 
auf affektiver Ebene führen, denn die Beschwerdeführerin brauche viel 
psychische Energie, um im Gleichgewicht zu bleiben, zeige sie doch jetzt 
schon eine psychische Dekompensation in Richtung dissoziativer Sympto-
matik (S. 25).

3.1.10 PD Dr. med. K.________, Facharzt für Neurologie, hielt mit Bericht 
vom 26. Oktober 2017 (act. I 25) fest, er könne sich der Einschätzung des 
psychiatrischen Gutachters anschliessen und diagnostiziere eine funktio-

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nelle Gangstörung, d.h. eine somatoforme Störung. Die Arbeitsfähigkeit 
betrage maximal 20% in einer angepassten Tätigkeit (S. 2). 

3.1.11 Am 22. Dezember 2017 erfolgte im Spital L.________, eine infek-
tiologische Abklärung. Im entsprechenden Bericht vom 23. Januar 2018 
(act. I 23) wurde festgehalten, rückblickend betrachtet erscheine ein „un-
spezifischer“ viraler respiratorischer Infekt mit Begleitmeningitis ohne Erre-
gernachweis als am wahrscheinlichsten für die im November 2015 
geschilderte Symptomatik. Eine Kausalität zwischen der postulierten asep-
tischen Meningitis und allen dargelegten und persistierenden Beschwerden 
könne nicht bewiesen werden und sei überwiegend unwahrscheinlich. Re-
trospektiv könne eine Kausalität oder Assoziation zwischen der postulierten 
aseptischen Meningitis und den neuropsychologischen Beschwerden we-
der bewiesen noch ganz ausgeschlossen werden. Die Ursachen der gel-
tend gemachten Beschwerden blieben weiterhin unklar (S. 7). Im Übrigen 
sei das diagnostische und therapeutische Management im Spital 
F.________ und im Spital G.________ adäquat und korrekt gewesen (S. 
6).

3.1.12 Am 5. Februar 2018 erfolgte im M.________, eine neuropsycholo-
gische Untersuchung. Im entsprechenden, gleichentags verfassten Bericht 
(act. I 21) wurde festgehalten, zur Ätiologie der aktuellen neuropsychologi-
schen Ausfälle könne nicht abschliessend Stellung genommen werden. 
Festzuhalten sei, dass sich die von Dr. phil. C.________ festgestellte 
schwere Abrufstörung für sowohl verbale wie auch nonverbale Inhalte er-
heblich zurückgebildet habe, es liege vielmehr noch eine Störung des ver-
balen Lernens vor. Das in der aktuellen Untersuchung festgestellte 
Ausfallsmuster sei ätiologisch unspezifisch (S. 3). 

3.1.13 In der Beurteilung zu einem am 16. Februar 2018 durchgeführten 
MRI des Schädels wurde Folgendes festgehalten: „Vollständig regredientes 
– vormals diskretes – leptomeningeales Enhancement. Keine Hinweise auf 
stattgehabte Enzephalitis. Stationär Kavernom (Zabramski 2) und assozi-
ierte kleine DVA im Lobulus paracentralis links. Kleine DVA rechts frontal“ 
(act. I 18).

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3.1.14 Mit zu Handen der Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin ver-
fasstem Bericht vom 25. Februar 2018 (act. I 20) diagnostizierte 
N.________, praktischer Arzt und Facharzt für Psychiatrie und Psychothe-
rapie, bei welchem die Beschwerdeführerin seit November 2017 in Behand-
lung steht, eine dissoziative Bewegungs- und Sensibilitätsstörung (ICD-10 
F44.4 und F44.6), ein protrahiertes postvirales Erschöpfungssyndrom (ICD-
10 G93.3) sowie differentialdiagnostisch eine atypische depressive Episode 
(ICD-10 F32.1 [S. 1]). Die Beschwerdeführerin sei weiterhin zu 100% für 
sämtliche Tätigkeiten arbeitsunfähig. Mit grösster Wahrscheinlichkeit sei 
die schwerwiegende und sehr stark einschränkende Symptomatik authen-
tisch und nicht willentlich zu steuern (S. 2). 

3.1.15 Am 24. April 2018 erfolgte am Spital G.________ eine neurooph-
thalmologische Abklärung. Im entsprechenden, gleichentags verfassten 
Bericht (act. I 28) wurde festgehalten, im Goldmann-Gesichtsfeld zeigten 
sich diskrete linksseitige Defekte. Diese seien prinzipiell mit einer retrochi-
asmalen Läsion auf der rechten Seite kompatibel. Die Gesichtsfelddefekte 
seien so gering ausgeprägt, dass sie keine relevanten Einschränkungen 
der visuellen Funktionen darstellten. Auffälliger sei der Blepharospasmus, 
wofür jedoch kein anatomisches Korrelat vorliege. Diesbezüglich bestehe 
die Möglichkeit einer Therapie mit Botox. Angesichts der fraglichen funktio-
nellen Ätiologie und des sehr geringen Leidensdrucks sei eine solche The-
rapie nicht sinnvoll. 

3.2

3.2.1 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352; SVR 2015 IV Nr. 28 S. 86 E. 4.1).

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3.2.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352). 

3.2.3 Die in E. 3.1.11 bis 3.1.15 aufgeführten Berichte datieren zwar 
allesamt nach Erlass der angefochtenen Verfügung. Sie erlauben indes 
Rückschlüsse auf die im Zeitpunkt des Abschlusses des Verwaltungsver-
fahrens bestehende Situation und sind daher in die Beurteilung miteinzu-
beziehen (SVR 2008 IV Nr. 8 S. 25 E. 3.4).  

3.3 Die Beschwerdegegnerin stellte in der angefochtenen Verfügung 
vom 9. November 2017 (act. II 107) auf das neurologisch-psychiatrische 
Gutachten der Dres. med. D.________ und E.________ vom 2. September 
2017 (act. II 97.1) sowie auf den neuropsychologischen Untersuchungsbe-
richt von Dr. phil. C.________ vom 16. Januar 2017 (act. II 72) ab. Sowohl 
das Gutachten wie auch der Untersuchungsbericht erfüllen die allgemeinen 
beweisrechtlichen Anforderungen an medizinische Berichte (vgl. E. 3.2.2 
hiervor) und erbringen vollen Beweis. Die Vorbringen der Beschwerdefüh-
rerin vermögen daran nichts zu ändern (vgl. E. 3.4 ff. hiernach).

Gemäss dem neurologisch-psychiatrischen Gutachten der Dres. med. 
D.________ und E.________ (act. II 97.1) sind die geklagten Beschwerden 
organisch bzw. neurologisch nicht zuordenbar bzw. im Rahmen eines funk-
tionellen Geschehens zu beurteilen (S. 13), weshalb aus neurologischer 
Sicht keine Arbeitsunfähigkeit bestehe (S. 25). In psychischer Hinsicht dia-
gnostizierte Dr. med. E.________ eine dissoziative Problematik im Sinne 
einer dissoziativen Sensibilitäts- und Empfindungsstörung (ICD-10 F44.7), 
welche die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als ... um 100%, 
in einer den Leiden angepassten Tätigkeit um 40% einschränke (S. 25). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Juli 2018, IV/17/1090, Seite 14

3.4 Vorab macht die Beschwerdeführerin geltend, die Anordnung einer 
separaten neuropsychologischen RAD-Untersuchung und eines gleichzeiti-
gen bidisziplinären Gutachtens verletze den Rechtsanspruch auf ein poly-
disziplinäres Gutachten und den Anspruch auf ein faires Verfahren 
(Beschwerde, S. 4, Ziffer 1). 

Gestützt auf den auch für Private geltenden Grundsatz von Treu und 
Glauben und das Verbot des Rechtsmissbrauchs (Art. 5 Abs. 3 der 
Bundesverfassung [BV; SR 101]) sind verfahrensrechtliche Einwendungen 
so früh wie möglich, das heisst nach Kenntnisnahme eines Mangels bei 
erster Gelegenheit, vorzubringen. Es verstösst gegen Treu und Glauben, 
Mängel dieser Art erst in einem späteren Verfahrensstadium oder sogar 
erst in einem nachfolgenden Verfahren geltend zu machen, wenn der 
Einwand schon vorher hätte festgestellt und gerügt werden können. Wer 
sich auf das Verfahren einlässt, ohne einen Verfahrensmangel bei erster 
Gelegenheit vorzubringen, verwirkt in der Regel den Anspruch auf spätere 
Anrufung der vermeintlich verletzten Verfahrensvorschrift (BGE 143 V 66 E. 
4.3 S. 69). Diese Grundsätze gelten namentlich auch mit Bezug auf die 
Anordnung und die Durchführung von Begutachtungen (BGE 138 V 271 E. 
1.1 S. 275).

Wie die Beschwerdegegnerin in ihrer Beschwerdeantwort vom 23. Januar 
2018 zutreffend festhält (vgl. S. 2, Ziffer 8), hat die Beschwerdeführerin die 
angeordneten Untersuchungen bzw. Begutachtungen (vgl. act. II 54; 56) 
unbeanstandet wahrgenommen (vgl. auch act. II 87 S. 1). Sodann hat sie 
auch im Vorbescheidverfahren respektive nach Kenntnisnahme der Gut-
achten keinerlei verfahrensrechtliche Einwendungen der im vorliegenden 
Beschwerdeverfahren vorgebrachten Art geltend gemacht (vgl. act. II 
103 S. 1 - 4), weshalb die entsprechenden Rügen nach der hiervor darge-
legten Rechtsprechung verwirkt sind. 

3.5 In materieller Hinsicht kritisiert die Beschwerdeführerin insbeson-
dere das neurologische Gutachten von Dr. med. D.________ sowie den 
neuropsychologischen Untersuchungsbericht von Dr. phil. C.________. Sie 
beanstandet namentlich, deren Schlussfolgerung, die geklagten Beschwer-
den seien überwiegend wahrscheinlich funktioneller Natur, basiere auf ei-
ner ungenügenden medizinischen Abklärung bzw. es hätten weitere 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Juli 2018, IV/17/1090, Seite 15

fachmedizinische Bereiche in die Begutachtung miteinbezogen werden 
müssen.

3.6

3.6.1 In grundsätzlicher Hinsicht ist zunächst darauf hinzuweisen, dass 
die Beschwerdegegnerin die gutachtliche Abklärung nach Massgabe der 
Empfehlung des RAD im Bericht vom 17. Oktober 2016 (act. II 49) veran-
lasste, welcher eine neuropsychologische, neurologische und psychiatri-
sche Untersuchung als erforderlich erachtete (S. 2). Die Gutachter Dres. 
med. D.________ und E.________ sahen sich in der Folge denn auch oh-
ne weiteres in der Lage, den medizinischen Sachverhalt abschliessend zu 
beurteilen, lassen sich dem bidisziplinären Gutachten vom 2. September 
2017 doch keine Hinweise entnehmen, wonach die Experten die Berück-
sichtigung weiterer Fachdisziplinen als notwendig erachtet hätten. 

3.6.2 In konkreter Hinsicht ist zu den einzelnen Vorbringen im Rahmen 
des Beschwerdeverfahrens sodann Folgendes festzuhalten: 

Soweit die Beschwerdeführerin kritisiert, die Gutachter hätten keinerlei 
bildgebende Untersuchungen durchgeführt (Beschwerde, S. 4, Ziffer 1), ist 
darauf hinzuweisen, dass den Gutachtern bei der Wahl der Untersu-
chungsmethoden ein grosses Ermessen zukommt (vgl. Entscheide des 
Bundesgerichts [BGer] vom 15. Juni 2018, 8C_55/2018, E. 6.4.1 und vom 
29. Juni 2018, 9C_470/2017, E. 3.1). Wenn sich Dr. med. D.________ 
deshalb nicht veranlasst sah, weitere bildgebende Untersuchungen durch-
zuführen, so spricht dies noch nicht gegen den Beweiswert des Gutach-
tens. Davon abzurücken besteht auch vorliegend kein Anlass, zumal ein 
am 16. Februar 2018 (act. I 18) durchgeführtes MRI des Schädels keine 
wesentlichen Befundänderungen zu Tage förderte; insbesondere wurde 
abermals bestätigt, dass keine Hinweise auf eine stattgehabte Enzephalitis 
beständen und das Kavernom – welches seit jeher als asymptomatisch 
beurteilt wurde (act. II 16 S. 14), den Gutachtern im Übrigen bekannt war 
und entsprechend auch in die Beurteilung miteinfloss (vgl. act. II 97.1 S. 
12) – stationär sei. Soweit die Beschwerdeführerin in ihrer Eingabe vom 1. 
März 2018 (S. 3) unter Hinweis auf einen (ausgewählten) Fachartikel (act. I 
16) eigene Schlussfolgerungen zu ziehen respektive eine neurologische 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Juli 2018, IV/17/1090, Seite 16

Organizität der geltend gemachen Beschwerden zu belegen versucht, kann 
ihr nicht gefolgt werden, da ihr die Fachkompetenz für eine medizinische 
Beurteilung fehlt und im Übrigen der konkrete Fall massgebend ist, wozu 
sich Fachartikel naturgemäss nicht äussern. 

Was weiter die von der Beschwerdeführerin beanstandete Abklärung der 
geltend gemachten Gesichtsfeldeinschränkungen und Sehstörungen anbe-
langt (vgl. Beschwerde, S. 4, Ziffer 1 und Eingabe vom 8. Mai 2018, S. 1), 
so ergab eine entsprechende neuroophthalmologische Untersuchung am 
Spital G.________, die Gesichtsfelddefekte seien derart gering ausgeprägt, 
dass sie keine relevanten Einschränkungen der visuellen Funktionen dar-
stellten. Hinsichtlich des Blepharospasmus (Lidkrampf) wurde sodann ein 
anatomisches Korrelat ausdrücklich verneint und der Leidensdruck als sehr 
gering bezeichnet, weshalb von einer Therapie abgeraten wurde (act. I 28). 
Selbst wenn demnach (auch) ein (fragliches) organisches Korrelat für die 
geklagten Beschwerden vorläge, hätte es offensichtlich keine invalidisie-
rende Wirkung zur Folge.

Ferner ist entgegen der Beschwerdeführerin (Eingabe vom 8. Mai 2018, 
S. 2) überwiegend wahrscheinlich erstellt, dass die Meningitis nicht auch 
eine Enzephalitis zur Folge hatte. Dies wurde nicht nur von Dr. med. 
D.________ gutachterlich bestätigt (vgl. act. II 97.1 S. 12 unten), sondern 
ergibt sich auch aus den Berichten der behandelnden Ärzte. Insbesondere 
zeigte sowohl das MRI des Schädels vom 11. November 2015 (act. II 16 S. 
35, 40) wie auch – wie bereits dargelegt – jenes vom 16. Februar 2018 
(act. I 18) ausdrücklich keine Hinweise auf eine stattgehabte Enzephalitis. 

Weiter ist entgegen der Beschwerdeführerin nicht zu beanstanden, dass für 
die Abklärung des medizinischen Sachverhalts nicht auch ein Infektiologe 
oder Virologe hinzugezogen wurde (vgl. Beschwerde, S. 4, Ziffer 1). So 
ergab eine Abklärung im L.________ am 22. Dezember 2017 keinen 
Nachweis einer infektiologischen Ursache der von der Beschwerdeführerin 
geltend gemachten Beschwerden (act. I 23 S. 7). Dabei wurde auch aus-
drücklich festgehalten, dass die damalige infektiologische und mikrobiologi-
sche Diagnostik sowohl im Spital F.________ wie auch im Spital 
G.________ „adäquat und korrekt“ durchgeführt wurde (S. 6). Wenn die 
Beschwerdeführerin diese Ergebnisse unter Hinweis auf einen Internetaus-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Juli 2018, IV/17/1090, Seite 17

druck vom 14. Dezember 2017 (act. I 7) in Zweifel zieht (Eingabe vom 1. 
März 2018, S. 3), kann ihr in Anbetracht der insoweit übereinstimmenden, 
anderslautenden medizinischen Aktenlage nicht gefolgt werden. 

3.6.3 Ferner begründen auch die übrigen ins Recht gelegten Berichte 
behandelnder Ärzte keine Zweifel am Beweiswert der Schlussfolgerungen 
von Dr. med. D.________ und Dr. phil. C.________: 

So bestätigte der Neurologe PD Dr. med. K.________ mit Bericht vom 
26. Oktober 2017 das Vorliegen einer funktionellen Beschwerdeproblematik 
ausdrücklich (act. I 25 S. 2). Sodann lässt sich auch aus dem Bericht des 
Spitals M.________ zur neuropsychologischen Untersuchung vom 5. Fe-
bruar 2018 nicht überwiegend wahrscheinlich eine organische Grundlage 
der geklagten Beschwerden ableiten, wird darin doch festgehalten, dass 
das Ausfallsmuster ätiologisch unspezifisch sei respektive für die mnesti-
schen und exekutiven Defizite „theoretisch“ ein Restzustand nach Enze-
phalitis in Frage komme, eine funktionelle Genese aber ebenfalls „denkbar“ 
sei (act. I 21 S. 3). Letzteres deckt sich mit den Feststellungen im Rahmen 
der neuropsychologischen Untersuchungen im Spital G.________ im Fe-
bruar 2016 (act. II 16 S. 7) und namentlich auch mit den Ergebnissen der 
Untersuchung bei Dr. phil. C.________ (act. II 72 S. 10). Soweit aus dem 
Bericht vom 26. Oktober 2017 dennoch eine von der neurologischen Beur-
teilung abweichende Einschätzung hinsichtlich der Natur der geklagten 
Beschwerden herauszulesen wäre, bliebe darauf hinzuweisen, dass es die 
Neuropsychologie nach derzeitigem Wissensstand nicht vermag, 
selbstständig und abschliessend die Beurteilung der Genese der 
festgestellten Beschwerden vorzunehmen (BGE 119 V 335 E. 2b/bb S. 
341; Entscheid des BGer vom 14. Oktober 2015, 8C_444/2015, E. 4.4). 
Und schliesslich ergaben auch die gastroenterologischen Untersuchungen 
mit einer im Oktober 2016 durchgeführten Kolonoskopie sowie einer im 
April 2017 erfolgten anorektalen Manometrie keine Hinweise auf ein invali-
disierendes Leiden (vgl. act. II 92 S. 2 f.). 

3.7 Aus dem Dargelegten folgt, dass die (auch vom Neuropsycholo-
gen Dr. phil. C.________ postulierte) Einschätzung des Neurologen Dr. 
med. D.________, die geklagten Beschwerden seien überwiegend funktio-
neller Natur (vgl. act. II 97.1 S. 13; 72 S. 10), mit der übrigen medizinischen 

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Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Juli 2018, IV/17/1090, Seite 18

Aktenlage im Einklang steht (vgl. namentlich bereits die entsprechende 
Beurteilung im Bericht des Spitals G.________ vom 2. Dezember 2015 
[act. II 16 S. 15]). Nachdem auch die im Nachgang zur Begutachtung 
durchgeführten diversen fachmedizinischen Untersuchungen in somati-
scher Hinsicht keine wesentlichen neuen Erkenntnisse hervorgebracht ha-
ben, erweist sich der Sachverhalt als hinreichend abgeklärt, weshalb es der 
von der Beschwerdeführerin beantragten weiteren medizinischen Ab-
klärungen nicht bedarf. 

3.8 Mit Bezug auf die Arbeitsfähigkeit ergibt sich somit was folgt: 

3.8.1 In somatischer bzw. neurologischer Hinsicht besteht gestützt auf 
die überzeugende Einschätzung von Dr. med. D.________ ab April 2016 
für sämtliche Tätigkeiten eine 100%ige Arbeitsfähigkeit (act. II 97.1 S. 25). 
Daran ändern die Berichte der behandelnden Ärzte nichts: So verfügt med. 
pract. I.________ nicht über einen neurologischen Facharzttitel, weshalb 
ihre Kritik (act. I 24 S. 2) an der von Dr. med. D.________ attestierten 
100%igen Arbeitsfähigkeit nicht verfängt. Ferner stimmt PD Dr. med. 
K.________ – wie dargelegt (vgl. E. 3.6.3 vorne) – der Einschätzung von 
Dr. med. D.________, wonach eine funktionelle Beschwerdeproblematik 
vorliege, ausdrücklich zu. Die von ihm attestierte 20%ige Arbeitsfähigkeit 
begründet er denn auch mit einer somatoformen Störung (act. I 25 S. 2), 
womit auch dieser Arzt seinen Fachbereich verlässt und seine anderslau-
tende Arbeitsfähigkeitseinschätzung jene von Dr. med. D.________ nicht in 
Zweifel zu ziehen vermag. 

Ist aus somatischer Sicht eine 100%ige Arbeitsfähigkeit mit Bezug auf 
sämtliche Tätigkeiten somit erstellt, resultiert – mit Blick auf die im April 
2016 erfolgte Anmeldung (Art. 29 Abs. 1 IVG) – insoweit keine Invalidität 
(vgl. E. 2.2 vorne). 

3.8.2 In psychischer Hinsicht attestierte Dr. med. E.________ aufgrund 
der dissoziativen Problematik eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in der ange-
stammten Tätigkeit als ... bzw. eine 60%ige Arbeitsunfähigkeit in einer den 
Leiden angepassten Tätigkeit (act. II 97.1 S. 25). Zu prüfen bleibt, ob die 
medizinisch-theoretisch festgestellte Arbeitsunfähigkeit auch eine rentenre-
levante Invalidität begründet respektive rechtlich massgeblich ist.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Juli 2018, IV/17/1090, Seite 19

3.9

3.9.1 Zunächst sollen die Sachverständigen die (psychiatrische) Dia-
gnose so begründen, dass die Rechtsanwender nachvollziehen können, ob 
die klassifikatorischen Vorgaben tatsächlich eingehalten sind (BGE 143 V 
124 E. 2.2.2 S. 127, 141 V 281 E. 2.1.1 S. 285). Sodann erfolgt gemäss 
höchstrichterlicher Rechtsprechung die Prüfung, ob ein psychischer Ge-
sundheitsschaden eine rentenbegründende Invalidität zu bewirken vermag, 
anhand des für somatoforme Störungen entwickelten strukturierten norma-
tiven Prüfungsrasters (BGE 143 V 418 E. 7 S. 427 ff., 141 V 281 E. 4.1 
S. 296 ff.). Es gilt – unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer 
Belastungsfaktoren einerseits und Kompensationspotentialen (Ressourcen) 
anderseits (BGE 141 V 281 E. 3.6 S. 295) – im Regelfall nach gemeinsa-
men Eigenschaften systematisierte Standardindikatoren zu beachten 
(E. 4.1.3 S. 297 f.), welche sich in die Kategorien „funktioneller Schwere-
grad“ (E. 4.3 S. 298 f.) und „Konsistenz“ einteilen lassen (E. 4.4 S. 303 f.). 
Der Prüfungsraster ist rechtlicher Natur (E. 5 S. 304). Die Anerkennung 
eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die 
funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen 
Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüs-
sig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit 
nachgewiesen sind (E. 6 S. 308). Dies gilt für sämtliche psychischen 
Störungen (BGE 143 V 418 E. 7.2 S. 429). Dabei ist dem klaren Willen des 
Gesetzgebers gemäss Art. 7 Abs. 2 ATSG Rechnung zu tragen, wonach im 
Zuge einer objektivierten Betrachtungsweise von der grundsätzlichen „Vali-
dität“ der versicherten Person auszugehen ist (BGE 141 V 281 E. 3.7.2 S. 
295) und die materielle Beweislast für Invalidität bei ihr liegt (BGE 142 V 
106 E. 4.4 S. 110). 

3.9.2 Rechtsprechungsgemäss liegt es nicht allein in der Zuständigkeit 
der mit dem konkreten Einzelfall (gutachterlich) befassten Arztpersonen, 
abschliessend und für die rechtsanwendende Stelle (Verwaltung, Gericht) 
verbindlich zu entscheiden, ob das medizinisch festgestellte Leiden zu 
einer (andauernden oder vorübergehenden) Arbeitsunfähigkeit (bestimmter 
Höhe und Ausprägung) führt. Die Frage, ob und in welchem Umfang die 
Feststellungen in einem medizinischen Gutachten anhand der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Juli 2018, IV/17/1090, Seite 20

rechtserheblichen Indikatoren auf die Arbeitsunfähigkeit schliessen lassen, 
ist rechtlicher Natur und damit frei überprüfbar. Darum kann aus rechtlicher 
Sicht von einer medizinischen Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit in einer 
Expertise abgewichen werden, ohne dass sie ihren Beweiswert gänzlich 
einbüsste. Darin liegt weder eine Geringschätzung der ärztlichen 
Beurteilung noch eine gerichtliche Kompetenzanmassung, sondern es ist 
notwendige Folge des rein juristischen Charakters der 
sozialversicherungsrechtlichen Begriffe von Arbeits-/Erwerbsunfähigkeit 
und Invalidität (vgl. Entscheid des BGer vom 25. Juni 2018, 8C_74/2018, E. 
5.1).

3.10 Dr. med. E.________ diagnostizierte als einzige psychiatrische 
Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine dissoziative Sensibi-
litäts- und Empfindungsstörung im Sinne einer dissoziativen Störung (ICD-
10 F44.7; act. II 97.1 S. 18 und 25). Die Würdigung des invalidisierenden 
Charakters dieser Störung erfolgt daher (und seit jeher) nach Massgabe 
der im Bereich für somatoforme Störungen entwickelten Grundsätze (vgl. 
E. 3.9.1 vorne; ferner BGE 139 V 547 E. 2.2 S. 550; Entscheid des BGer 
vom 24. Februar 2014, 8C_468/2013, E. 6). Wohl hat sich Dr. med. 
E.________ – wie die Beschwerdeführerin insoweit zutreffend geltend 
macht (vgl. Beschwerde, S. 5, Ziffer 2) – zu den Indikatoren geäussert (vgl. 
act. II 97.1 S. 20 ff.). Dies entbindet Verwaltung und Gericht jedoch nicht 
davon, die Rechtsfrage nach dem Vorliegen einer Invalidität auf der Grund-
lage der medizinischen Tatsachenfeststellungen frei zu überprüfen (vgl. E. 
3.9.2 vorne). Die Ziffern 1008 und 2005 des Kreisschreibens über Invali-
dität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung (KSIH) und die Ziffern 
2081 ff. des Kreisschreibens über das Verfahren in der Invalidenversiche-
rung (KSVI) sagen entgegen der Beschwerdeführerin (vgl. Eingaben vom 
1. März 2018, S. 2 und vom 8. Mai 2018, S. 2 f.) nichts anderes. 

3.11

3.11.1 Gemäss DILLING/MOMBOUR/SCHMIDT [Hrsg.], Internationale Klassi-
fikation psychischer Störungen, ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch-
diagnostische Leitlinien, 10. Aufl., 2015, S. 219 zu F44 – F44.7), folgen die 
Symptome dissoziativer Störungen der Bewegung und der Sinnesempfin-
dung häufig den Vorstellungen des Patienten von einer körperlichen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Juli 2018, IV/17/1090, Seite 21

Krankheit, die von physiologischen oder anatomischen Gegebenheiten 
abweichen können. Zusätzlich verdeutlichen die Erhebung des psychopa-
thologischen Befundes und der sozialen Situation meist, dass die Behinde-
rung durch den Funktionsverlust dem Patienten hilft, einem unangenehmen 
seelischen Konflikt zu entgehen, oder indirekt Abhängigkeit oder Verstim-
mung auszudrücken. Obwohl die Probleme oder Konflikte anderen klar sein 
können, verleugnet die betroffene Person sie häufig und führt jegliches 
Leiden auf die Symptome oder die daraus entstehende Behinderung 
zurück. Der Grad der Behinderung, der auf diese Symptome zurückzu-
führen ist, kann von Mal zu Mal wechseln und hängt von der Zahl und von 
der Art der anwesenden Personen sowie vom emotionalen Zustand des 
Patienten ab; mit anderen Worten: neben einem zentralen und konstanten 
Kern von Symptomen mit Bewegungsverlust oder Empfindungsstörungen, 
ohne willentliche Kontrolle, kann zusätzlich aufmerksamkeitssuchendes 
Verhalten unterschiedlichen Ausmasses vorkommen. In der Regel sind 
prämorbide Auffälligkeiten in den persönlichen Beziehungen und in der 
Persönlichkeit festzustellen. 

In den diagnostischen Leitlinien wird festgehalten, es müsse ausreichend 
viel über den psychologischen und sozialen Hintergrund und die Beziehun-
gen des Patienten bekannt sein, so dass eine überzeugende Erklärung für 
das Auftreten der Erkrankung gegeben werden könne (S. 220). 

Gemäss DIMDI (ICD-10-WHO Version 2016) entwickeln sich in Bezug auf 
dissoziative Störungen (ICD-10 F44) eher chronische Störungen, 
besonders Lähmungen und Gefühlsstörungen, wenn der Beginn mit 
unlösbaren Problemen oder interpersonalen Schwierigkeiten verbunden ist. 
Sie werden als ursächlich psychogen angesehen, in enger zeitlicher 
Verbindung mit traumatisierenden Ereignissen, unlösbaren oder 
unerträglichen Konflikten oder gestörten Beziehungen. Die Symptome 
verkörpern häufig das Konzept der betroffenen Person, wie sich eine 
körperliche Krankheit manifestieren müsste. Körperliche Untersuchung und 
Befragungen geben keinen Hinweis auf eine bekannte somatische oder 
neurologische Krankheit. Zusätzlich ist der Funktionsverlust offensichtlich 
Ausdruck emotionaler Konflikte oder Bedürfnisse (vgl.: 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Juli 2018, IV/17/1090, Seite 22

www.dimdi.de/static/de/klassi/ icd10 who/kodesuche/ onlinefassun-
gen/htmlamtl2016/block-f40-f48.htm). 

3.11.2 Dr. med. E.________ diagnostizierte die dissoziative Bewegungs-, 
Sensibilitäts- und Empfindungsstörung (ICD-10 F44.7) zuerst 
verdachtsweise und gelangte erst zu einer definitiven Diagnosestellung 
„per exclusionem“ – mithin im Sinne einer Ausschlussdiagnose –, nachdem 
eine organische Grundlage für die demonstrierte Bewegungsstörung nicht 
gefunden werden konnte (act. II 97.1 S. 18 und 25). Gleichzeitig räumte der 
Gutachter ein, aufgrund der blanden Persönlichkeitsentwicklung der Be-
schwerdeführerin und fehlender negativer Lebensereignisse könne er – Dr. 
med. E.________ – keine psychodynamische Hypothese aufstellen, wie es 
zu dieser Symptomatik gekommen sei (vgl. S. 19). Auch wenn er in der 
Folge eine ödipale Verbundenheit mit ihrem im Jahr 2004 verstorbenen 
Vater (S. 16) vermutete (S. 20), so wird weder im Gutachten noch in den 
übrigen Akten ein relevanter Auslöser oder emotionaler Konflikt benannt, 
der die postulierte dissoziative Störung plausibel erklären würde. Ob unter 
diesen Umständen die Diagnose einer dissoziativen Bewegungs-, Sensibi-
litäts- und Empfindungsstörung (ICD-10 F44.7) bzw. ein 
Gesundheitsschaden im Sinne der klassifizierenden Merkmale (vgl. BGE 
143 V 418 E. 6 S. 427) als in rechtlicher Hinsicht hinreichend erstellt zu 
betrachten ist, erscheint demnach zumindest fraglich, zumal auch med. 
pract. I.________ von den psychiatrischen Diensten J.________ keine 
psychiatrische Diagnose stellte (vgl. act. II 16 S. 3) und namentlich auch 
die These des ödipalen Konflikts als fraglich bezeichnete (act. I 24 S. 1). 

Wie es sich damit verhält, braucht unter den gegebenen Umständen jedoch 
nicht abschliessend geklärt zu werden, ist doch die fehlende Organizität der 
geltend gemachten Beschwerden überwiegend wahrscheinlich erstellt und 
kommt es invalidenversicherungsrechtlich ohnehin nicht in erster Linie auf 
die Diagnose, sondern auf den Schweregrad der psychischen Symptomatik 
sowie der damit verbundenen Funktionseinschränkungen an, wobei 
sämtliche psychischen Beschwerden unter dem Blickwinkel der Invalidität 
nach denselben rechtlichen Voraussetzungen zu beurteilen sind (vgl. E. 
3.9.1 vorne). Wie nachfolgend anhand der Indikatoren zu zeigen ist, 
erlauben die auf die postulierte dissoziative Störung zurückgeführten 

http://www.dimdi.de/static/de/klassi/%20icd10%C2%A0who/kodesuche/%20onlinefassungen/htmlamtl2016/block-f40-f48.htm
http://www.dimdi.de/static/de/klassi/%20icd10%C2%A0who/kodesuche/%20onlinefassungen/htmlamtl2016/block-f40-f48.htm

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Juli 2018, IV/17/1090, Seite 23

funktionellen Auswirkungen nicht überwiegend wahrscheinlich den Schluss 
auf eine rentenbegründende Invalidität. Nachdem sich Dr. med. 
E.________ im Gutachten an den normativen Vorgaben gemäss BGE 141 
V 281 orientiert hat, kann auf das Administrativgutachten auch insoweit 
abgestellt werden. 

3.12

3.12.1 Hinsichtlich der Kategorie „funktioneller Schweregrad“ und dem 
Komplex „Gesundheitsschädigung“ (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.1 S. 298 f.) 
fällt zunächst der von Dr. med. E.________ als grotesk beschriebene Gang 
(„als ob sie betrunken wäre“) auf (act. II 97.1 S. 17). Allerdings waren die 
demonstrierten Gangstörungen bei der Begutachtung inkonsistent, hielt Dr. 
med. D.________ hierzu doch fest, „der Gang [sei] ausgesprochen unter-
schiedlich, teils ausgesprochen unsicher und ataktisch mit steifgehaltenem 
rechten Bein, sich an Gegenständen haltend, teils aber auch vollkommen 
unauffällig mit guten Mitbewegungen; dies z. B. nach dem Ankleiden oder 
auch beim Gang in den EEG-Raum“ (S. 13). Ebenso fällt auf, dass im 
Rahmen der Hospitalisation in der Rehaklinik H.________ bzw. im Rahmen 
der Physiotherapie ein „sicheres Gangbild“ habe erreicht werden und die 
Beschwerdeführerin eine Stunde habe spazieren können (act. II 35 S. 15). 
Sodann zeigte sich im Rahmen der psychiatrischen Begutachtung eine 
weitgehend blande Befundlage: Die Beschwerdeführerin war allseits orien-
tiert, die mnestischen Funktionen und (namentlich auch) die Kognition wa-
ren unauffällig, der Gedankengang kohärent. Ferner konnte der Gutachter 
kein Gedankenabreissen oder Gedankendrängen, keine Halluzinationen, 
Wahn- oder Zwangsvorstellung und keine Derealisations- oder Depersona-
lisationssymptome feststellen. Affektiv war die Beschwerdeführerin schwin-
gungsfähig, zwar ernsthaft, aber auch humorvoll und konnte lachen (act. II 
97.1 S. 17). Das gleiche Bild zeigte sich auch anlässlich der neuropsycho-
logischen Untersuchung durch Dr. phil. C.________ (vgl. act. II 72 S. 4 f.). 
Hinsichtlich der Ressourcen stellte Dr. med. E.________ lediglich bei der 
„Zuversicht“ sowie bei der „Erwartungshaltung positiv“ eine leichte Beein-
trächtigung fest, wohingegen er bei den übrigen Ressourcen Selbstwertge-
fühl, Ausgeglichenheit, Bewältigungsverhalten aktiv, Genussfähigkeit, 
Selbsteinschätzung realistisch, Fähigkeit, Ziele langfristig zu verfolgen so-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Juli 2018, IV/17/1090, Seite 24

wie hinsichtlich der Integration in sozialen Gruppen keinerlei Einschränkun-
gen feststellte (act. II 97.1 S. 18) und die persönlichen Ressourcen ent-
sprechend als gut einstufte (S. 21). Bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit 
orientierte sich Dr. med. E.________ am Mini-ICF-Rating für Aktivitäts- und 
Partizipationsbeeinträchtigungen bei psychischen Erkrankungen, wobei er 
für die Beurteilung des Fähigkeitsstatus weitere Kriterien berücksichtigte. 
Dabei stellte er bei 16 von 23 untersuchten Fähigkeiten keine, bei drei 
Fähigkeiten leichte bis mittlere und bei weiteren drei Fähigkeiten mittel-
schwere Beeinträchtigungen fest (S. 23 f.). 

Insgesamt lassen die Feststellungen im Gutachten von Dr. med. 
E.________ – unter zusätzlicher Berücksichtigung der in den Akten mehr-
fach, namentlich auch seitens der behandelnden Ärzte des Spitals 
G.________ festgestellten Inkonsistenzen (vgl. act. II 16 S. 15) – nicht den 
Schluss auf eine besonders ausgeprägte Befundlage zu. 

3.12.2 Mit Bezug auf den Indikator „Behandlungs- und 
Eingliederungserfolg oder -resistenz“ (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.2 S. 299) ist 
zunächst festzuhalten, dass zuletzt keine (behandlungsbedürftige) psychia-
trische Diagnose (vgl. act. II 97.1 S. 22) respektive die Diagnose einer dis-
soziativen Störung erstmals im Rahmen der bidisziplinären Begutachtung 
der Dres. med. D.________ und E.________ gestellt wurde. Wenn die Be-
schwerdeführerin deshalb bis zum massgeblichen Zeitpunkt der angefoch-
tenen Verfügung vom 9. November 2017 insoweit keine entsprechenden 
Behandlungen vorgenommen hat, lassen sich hieraus keine Rückschlüsse 
auf eine Behandlungsresistenz der geltend gemachten Beschwerden 
ziehen. Dasselbe gilt unter dem Blickwinkel der Eingliederung, wurden 
doch bis anhin keine Eingliederungsmassnahmen durchgeführt. Jedoch 
macht die Beschwerdeführerin diverse Beschwerden geltend, namentlich 
auch „immer wieder heftige Kopfschmerzen“ (vgl. S. 14). Dennoch nahm 
sie im massgeblichen Beurteilungszeitraum lediglich Physio- und 
„Badtherapie“ in Anspruch, darüber hinaus jedoch keine ärztlichen 
Behandlungen (S. 15). Auch nimmt sie, abgesehen von Paroxetin, welches 
ihr nach dem Tod des Vaters im Jahr … verschrieben worden sei, keine 
weiteren Medikamente ein (S. 15 f.; act. I 21 S. 2 oben). Sodann wären die 
demonstrierten Gangstörungen einer Behandlung offenbar durchaus 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Juli 2018, IV/17/1090, Seite 25

zugänglich, wie aus dem hiervor (vgl. E. 3.12.1) bereits erwähnten Bericht 
der Rehaklinik H.________ vom 28. Dezember 2015 (act. II 35 S. 14 - 16) 
hervorgeht, konnte doch während der einmonatigen Hospitalisation ein 
sicheres Gangbild und eine Verbesserung des Gleichgewichts erzielt 
werden. 

3.12.3 Sodann liegt weder in somatischer noch in psychischer Hinsicht 
eine ressourcenraubende Komorbidität (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.3 S. 300) 
vor. Insbesondere ist die in den Berichten der behandelnden Ärzte mitunter 
erwähnte depressive Störung remittiert (act. II 97.1 S. 11 f., 18). 

3.12.4 Mit Bezug auf den Komplex „Persönlichkeit“ (BGE 141 V 281 
E. 4.3.2 S. 302) ergeben sich in den Akten keinerlei Hinweise auf Defizite, 
welche im Rahmen der umfassenden Ressourcenprüfung negativ ins 
Gewicht fallen könnten. Insbesondere hat Dr. med. E.________ 
ausdrücklich festgehalten, dass weder eine Persönlichkeitsstörung noch 
akzentuierte Persönlichkeitszüge vorlägen (act. II 97.1 S. 21). Ferner ist mit 
Blick auf die Ausbildung der Beschwerdeführerin und ihre frühere Tätigkeit 
als ... von erheblichen intellektuellen Ressourcen auszugehen, die positiv 
ins Gewicht fallen. 

3.12.5 Im Weiteren weist der Komplex „Sozialer Kontext“ (BGE 141 V 281 
E. 4.3.3 S. 303) auf erhebliche Kompensationspotentiale hin, sei die (seit 
anfangs … mit einem neuen Partner in einer Zweieinhalbzimmerwohnung 
zusammenlebende [act. I 21 S. 1 unten]) Beschwerdeführerin doch sozial 
gut integriert, habe gute familiäre und ausserfamiliäre Unterstützung, sei 
kommunikationsfähig und motiviert (act. II 97.1 S. 16, 21). Ein sozialer 
Rückzug, der im Übrigen im Verhältnis zur geltend gemachten (hier 
100%igen [vgl. S. 17]) Arbeitsunfähigkeit zu beurteilen wäre (Entscheid des 
BGer vom 30. April 2018, 9C_271/2017, E. 4.6), liegt somit nicht vor.

3.12.6 Im Rahmen der Konsistenzprüfung (BGE 141 V 281 E. 4.4 
S. 303 f.) ist mit Blick auf den Indikator einer gleichmässigen 
Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen vergleichbaren 
Lebensbereichen (BGE 141 V 281 E. 4.4.1 S. 303) zunächst festzuhalten, 
dass die Beschwerdeführerin nach ihrem Umzug in eine 
Zweieinhalbzimmerwohnung den Haushalt – wenngleich angeblich mit 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Juli 2018, IV/17/1090, Seite 26

Mühe – selber erledigt (act. I 24 S. 1). Im Übrigen ist der von ihr 
geschilderte respektive konkret erfragte Tagesablauf durch Schlafen und 
Essen geprägt, jeweils morgens unterbrochen durch einen Spaziergang mit 
dem Hund (vgl. act. II 72 S. 4; 97.1 S. 16). Ein Hobby habe die 
Beschwerdeführerin nicht (S. 16). Zum Beschwerdespektrum befragt gab 
sie gegenüber Dr. med. E.________ jedoch an, sie freue sich über Vieles 
im Leben, am ..., an ..., an ..., am ... und am ... (S. 15), was die von Dr. 
med. E.________ als solche bezeichnete „Vita minima“ (S. 24) zumindest 
relativiert. Auch wenn der Alltag gemäss Angaben der Beschwerdeführerin 
mehr durch Passivität denn durch aktives Tun geprägt ist, so erweist sich 
das geschilderte Aktivitätenniveau dennoch nicht als adäquat zur von der 
Beschwerdeführerin postulierten gänzlichen Arbeitsunfähigkeit (S. 17). 

Zweifel bestehen schliesslich auch am behandlungs- und 
eingliederungsanamnestisch ausgewiesenen Leidensdruck (BGE 141 V 
281 E. 4.4.2 S. 304), nimmt die Beschwerdeführerin nach dem Dargelegten 
(vgl. E. 3.12.2 vorne) doch weder ärztliche Behandlungen in Anspruch noch 
Medikamente ein. 

3.13 Die Beschwerdeführerin macht wiederholt geltend, das funktionelle 
Geschehen erfolge unbewusst bzw. sei nicht steuerbar (vgl. Eingaben vom 
1. März 2018, S. 2 und vom 20. Juni 2018). Dr. med. E.________ bejaht im 
Bewusstsein, dass die Validierung bei der Beschwerdeführerin „nicht kon-
sistent“ sei, jedoch nicht „mit Sicherheit“ von einem bewusstseinsnahen 
und manipulativen Symptomdarstellen ausgegangen werden könne, eine 
unbewusste dissoziative Problematik (act. II 97.1 S. 20 f.). Auch der seit 
November 2017 behandelnde Psychiater med. pract. N.________ geht – 
auf konkrete Nachfrage der Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin – 
von einer nicht willentlich steuerbaren Problematik aus (act. I 20 S. 2). 

Selbst wenn dies zutrifft, ist – im Lichte der Standardindikatoren von BGE 
141 V 281 – die im bidisziplinären Gutachten der Dres. med. D.________ 
und E.________ attestierte Arbeitsunfähigkeit und folglich eine 
invalidenversicherungsrechtlich relevante Invalidität beweismässig nicht 
hinreichend erstellt, womit die gesamtgutachterlich attestierte, allein 
psychisch bedingte 100%ige Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit 
bzw. die 60%ige Arbeitsunfähigkeit in einer den Leiden angepassten 

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Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Juli 2018, IV/17/1090, Seite 27

Tätigkeit rechtlich nicht ausgewiesen und folglich nicht zu übernehmen ist. 
Dies gilt mit Bezug auf den gesamten Beurteilungszeitraum bis zum Erlass 
der angefochtenen Verfügung vom 9. November 2017, nachdem in den 
medizinischen Akten keine Hinweise für einen in psychischer Hinsicht 
wechselhaften Verlauf vorliegen (vgl. E. 3.1 vorne). 

An diesem Ergebnis ändert auch nichts, dass die Beschwerdegegnerin 
Hilfsmittel in Form eines Rollstuhls zugesprochen hat (vgl. act. II 40 f.), folgt 
das IVG doch dem System des leistungsspezifischen Versicherungsfalles 
(Art. 4 Abs. 2 IVG; BGE 126 V 241 E. 4 S. 242) und setzt die Zusprache 
einer Eingliederungsmassnahme rechtsprechungsgemäss nicht voraus, 
dass diese den für den Rentenanspruch massgebenden Invaliditätsgrad 
beeinflusst (BGE 142 V 523 E. 5.3.2 S. 532, 115 V 191 E. 5b S. 199; vgl. 
auch Entscheid des BGer vom 1. Juni 2016, 9C_231/2016, E. 2.1). 
Schliesslich kann bei diesem Ergebnis offen bleiben, ob der von der 
Beschwerdegegnerin der Invaliditätsermittlung (implizit) zugrunde gelegte 
Status einer 100%igen Erwerbstätigkeit mit Blick auf das vor Eintritt der 
gesundheitlichen Beeinträchtigung ausgeübte, allein teilzeitliche 
Erwerbspensum (act. II 19 S. 6) korrekt ist. 

3.14 Zusammenfassend ist die angefochtene Verfügung vom 9. 
November 2017 nicht zu beanstanden und die Beschwerde abzuweisen.

4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor 
dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung 
oder Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach 
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die unterliegende Beschwerdefüh-
rerin die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, zu tragen. 
Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe entnom-
men. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Juli 2018, IV/17/1090, Seite 28

4.2 Gemäss Art. 1 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 61 lit. g ATSG 
(Umkehrschluss) besteht kein Anspruch auf eine Parteientschädigung. Die 
obsiegende Beschwerdegegnerin hat als Sozialversicherungsträgerin nach 
allgemeinem sozialversicherungsrechtlichem Prozessgrundsatz keinen 
Anspruch auf eine Parteientschädigung (vgl. BGE 128 V 124 E. 5b S. 133).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe ent-
nommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwältin Dr. iur. B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Juli 2018, IV/17/1090, Seite 29

fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.