# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b7904106-e73e-51f4-8648-f74dd07743f0
**Source:** Zürich Baurekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-10-05
**Language:** de
**Title:** Umweltrecht. Lärmschutz. Hobby-Hühnerzucht innerhalb der Wohnzone. Zonenkonformität sowie Massnahmen zum Schutz der Nachbarn vor Immissionen.
**Docket/Reference:** BRGE III Nr. 0141/2017
**URL:** https://www.baurekursgericht-zh.ch/media/BRGE_III_0141_2017_888.pdf

## Full Text

BRGE III Nr. 0141/2017 vom 5. Oktober 2017 in BEZ 2018 Nr. 7 

Zu  beurteilen  war  eine  Seidenhühner-Zucht  im  Garten  eines  Einfamilien-
hauses. Das Baugrundstück lag am Rande der Wohnzone W2/30. Die Parzelle 
war  im  südlichen  Bereich  mit  dem  Wohngebäude  überstellt,  während  der 
nördliche Bereich als Garten diente. In der nördlichen Ecke des Gartens wurde 
unter einer  Pergola  ein  Hühnerhaus  erstellt,  welches  von  zehn  bis  15  Seiden-
hühnern, einem Hahn und zeitweilig von einigen Küken bewohnt wurde. 

Mit  der angefochtenen  Verfügung  wurde  unter anderem  die  nachträgliche 
Bewilligung  für  das  Hühnerhaus  und  die  damit  verbundene  Hühnerhaltung 
erteilt. Auflageweise wurden in Ziff. 4 die folgenden Auflagen statuiert: 

4.1  Zwischen 22:00 Uhr und 6:00 Uhr gilt Nachtruhe, während dieser Zeit 

sind die Tiere im Hühnerstall zu halten; 

4.2  Es darf nur ein ausgewachsener Hahn gehalten werden; 

4.3  Die Stadt X, Hochbau und Vermessung, behält sich bei Eintreten von 
Missständen  aufgrund  einer  Erhöhung  der  Anzahl  von  Hähnen  oder  sonstiger 
Intensivierung der Hühnerhaltung den Erlass einer behördlichen Anordnung vor. 

Der Rekurs wurde von direkt angrenzenden Nachbarn erhoben. 

Aus den Erwägungen: 

3.1 Die Rekurrierenden machen geltend, die umstrittene Hühnerhaltung sei 
in  der  Wohnzone  nicht  zonenkonform.  Aus  den  Baugesuchsunterlagen  gehe 
hervor, dass die private Rekursgegnerschaft mit 15 Hühnern, einem Hahn und 
einer grösseren Anzahl Küken eine Seidenhühnerzucht betreibe. Entsprechend 
könne  nicht  von  einer  hobbymässigen  Tierhaltung  zu  rein  privaten  Zwecken 
ausgegangen  werden.  Eine  über  die  private  Freizeitbeschäftigung  hinaus-
gehende  Tierhaltung  sei  jedoch  mit  der  Lage  in  einer  Wohnzone  nicht 
vereinbar.  Dies  gelte  umso  mehr,  als  das  Baugrundstück  sich  zentrumsnah  in 
einem dicht besiedelten Gebiet befinde. 

3.2  Die  Vorinstanz  stuft  die  streitbetroffene  Hühnerhaltung  als  reine  Frei-
zeitbeschäftigung  ein,  welche  dem  Wohnen  genauso  zuzuordnen  sei  wie  das 
Halten von Hunden oder das Basteln in einer Hobbywerkstatt. Bei den Seiden-
hühnern handle es sich um spezielle Hühner für Liebhaber, die für gewerbliche 
Zwecke  ungeeignet  seien.  Dagegen  spreche  weder die  Anzahl der  Tiere noch 
die Tatsache, dass diese auch gezüchtet würden. Für eine gewerbliche Hühner-
zucht würden keine Anzeichen vorliegen.  

Die private Rekursgegnerschaft bestätigt, die Zucht der Seidenhühner rein 
hobbymässig  zu  betreiben.  Bei  der  in  den  Gesuchsunterlagen  aufgeführten 
15 Seidenhühnern  handle  es  sich  um  die  Maximalzahl,  welche  nur  im  Herbst 
mit den heranwachsenden Jungtieren erreicht werde.  

3.3 Das Baugrundstück liegt gemäss geltender Bau- und Zonenordnung in 
der Wohnzone.  Entgegen  den  Ausführungen  der  Rekurrierenden  befindet  sich 

 
 
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das  Baugrundstück  auch  nicht  in  einem  dicht  besiedelten  urbanen  Gebiet, 
sondern  in  einer  von  Einfamilienhäusern  mit  grosszügigem  Umschwung  ge-
prägten Umgebung. Das nördlich angrenzende Gebiet gehört der benachbarten 
Schulanlage an, ist unüberbaut und wird zu Sport- und Landwirtschaftszwecken 
genutzt. 

Ohne  weiteres  zonenkonform  sind  in  der  Wohnzone  Bauten,  die  Wohn-
raum  enthalten,  aber  auch  solche,  die  zum  Wohnen  zusätzlich  nötig  sind,  wie 
Garagen  oder  Gartenhäuser.  Ebenso  fällt  die  Hobbynutzung  unter  den  Begriff 
der Wohnnutzung im Sinne von § 52 Abs. 1 PBG (vgl. BEZ 1998 Nr. 32).  

Hobbynutzung ist grundsätzlich als Teil der Wohnnutzung anzusehen. Das 
Wohnen  in  einer  dafür  bestimmten  Zone  wird  unter  anderem  gerade  dadurch 
charakterisiert, dass deren Bewohner im allgemeinen die Möglichkeit haben,  in 
ihren  Gärten  verschiedenen  Freizeitbeschäftigungen  nachgehen  zu  können. 
Dies  verhält  sich  auch  dann  nicht  anders,  wenn  Nutztiere  Gegenstand  der 
hobbymässigen  Beschäftigung  bilden.  Eine  hobbymässige  Hühnerhaltung  fällt 
ebenso unter den Begriff der Wohnnutzung im Sinne von § 52 Abs. 1 PBG wie 
das Halten von Haustieren oder die Ausübung sportlicher oder kreativer Tätig-
keiten und erweist sich daher als zonenkonform. 

Wann  eine  Tierhaltung  noch  als  hobbymässig  bezeichnet  werden  kann, 
hängt  von  der  Zweckbestimmung  der  Tiere  ab.  Nur  diejenige  Tierhaltung  ist 
zonenkonform,  die  rein  privaten  Zwecken,  also  der  eigenen  Freizeitbetätigung 
dient (vgl. dazu Carmen Walker Späh in pbg-aktuell, 1/2004). 

Mit  dem  bewilligten  Hühnerstall  fehlt  der  privaten  Rekursgegnerschaft  die 
Möglichkeit,  eine  für  ein  Gewerbe  nötige  Anzahl  Tiere  zu  halten.  Auch  wenn 
Seidenhühner  einer  speziellen  Gattung  angehören,  kann  doch  mit  den  ge-
züchteten  Tieren  kein  massgebliches  Einkommen  generiert  werden  (Seiden-
hühner  erzielen  gemäss  Verkaufsseiten  wie  www.tier-inserate.ch  oder 
www.anibis.ch,  besucht  am  12. September  2017,  kaum  höhere  Preise  als 
Fr. 30.--).  Es 
in  der  Wohnzone  ohne  weiteres 
zonenkonformen  Hobbytierhaltung  auszugehen,  auch  wenn  Tiere  gezüchtet 
und  allenfalls  verkauft  werden.  Allerdings  ist  zu  beachten,  dass  neben  der 
Zonenkonformität  stets  auch  die  baupolizeilichen  und  insbesondere  aufgrund 
Immissionen  bei  Tierhaltungen  auch  die  umwelt-
der  zu  erwartenden 
schutzrechtlichen Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit eine Bewilligung 
gesprochen werden kann. 

ist  deshalb  von  einer 

4.1  Die  Rekurrierenden  monieren  denn  auch  eine  Verletzung  der 
Lärmschutzvorschriften.  Das  Gackern  der  Hühner  und  insbesondere  das 
Krähen des  Hahns  würden für  die  Nachbarschaft  störende Immissionen  verur-
sachen.  Die  Lautäusserungen  des  Hahns  seien  durchdringend,  alarmierend 
und sehr laut. Zudem seien sie frühmorgens bis spätabends und öfters sogar in 
der  Nacht  zu  hören.  Die  Rekurrierenden  würden  tagsüber  durch  die  häufigen 
und  unvorhersehbaren  Schreie  des  Hahns  beeinträchtigt  und  nachts  immer 
wieder aufgeweckt. Der beantragte Standort im dicht besiedelten und urbanen 
Gebiet  erweise  sich  deshalb  aus  lärmrechtlicher  Sicht  als  nicht  bewilligungs-
fähig.  

 
 
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Zumindest  aber  seien  Massnahmen  zur  Verbesserung  des  Lärmschutzes 
zu 
treffen.  Einerseits  seien  Anpassungen  an  der  Ausstattung  des 
Hühnerhauses vorzunehmen, dessen Innenraum nur teilweise mit Schaumstoff 
ausgelegt sei und dessen Belüftung über ein offenes Fenster erfolge, wodurch 
die  Emissionen  der  Tiere  auch  bei  einem  Aufenthalt  im  Hühnerhaus  nicht 
wesentlich  vermindert  würden.  Andererseits  seien  die  auf  der  Nachtruhe-
regelung basierenden Stallzeiten ungenügend. Insbesondere sei dem erhöhten 
Ruhebedürfnis der Bevölkerung an Wochenenden und Feiertagen Rechnung zu 
tragen.  

4.2  Die  Vorinstanz  hält  bezüglich  der  Lärmimmissionen  fest,  dass  das 
Gackern  von  Hühnern  von  geringer  Intensität  sei.  Die  Lautäusserungen  des 
Hahns  seien  zwar  intensiver,  bei  Einhaltung  geeigneter  Massnahmen  jedoch 
auch  in  einer  Wohnzone  grundsätzlich  möglich.  Das  umstrittene  Hühnerhaus 
sei  zweischalig  aus  Holz  mit  dazwischenliegender  Steinwolle  erstellt  worden. 
Zudem  sei  das  Innere  gemäss  Baubeschrieb  mit  einem  schallschluckenden 
Schaumstoff ausgestattet. Zudem biete der gewählte Standort in der nördlichen 
Grundstücksecke  die  maximal  mögliche  Entfernung  zum  rekurrentischen 
Grundstück. Schliesslich hätten sich die Tiere in der Nacht im Stall aufzuhalten. 
Die angeordneten Ruhezeiten würden sich auf die Polizeiverordnung der Stadt 
X  beziehen  und  stützte  sich  damit  auf  die  das  nächtliche  Ruhebedürfnis 
regelnde Bestimmung.  

Die  private  Rekursgegnerschaft  ergänzt,  der  spezielle  Schaumstoffbelag 
bedecke  grossflächig  die  Innenwände  und  die  Decke.  Da  der  Boden-  und 
Wandbereich  durch  Kot  verunreinigt  werde,  seien  dort  einzelne  Teile  nicht  mit 
Schaumstoff  ausgelegt,  damit  die  Reinigung  möglich  sei.  Das  kleine  Fenster 
diene  hauptsächlich  der  Belichtung.  Im  Sommer  sei  es  leicht  gekippt.  Zudem 
sei  es  auf  die  von  der  rekurrentischen  Liegenschaft  abgewandten  Seite 
ausgerichtet.  Bei  objektiver  Betrachtung  könne  es  somit  zu  keiner  massge-
blichen Beeinträchtigung der rekurrentischen Liegenschaft kommen. Wenn sich 
die  Rekurrierenden  gestört  fühlten,  so  basiere  dies  auf  einer  übermässigen 
subjektiven Empfindlichkeit, auf die nicht abgestellt werden könne. Die von den 
Rekurrierenden beantragten Stallzeiten seien insbesondere am Abend nicht mit 
vernünftigem  Aufwand  umzusetzen.  Bei  Dämmerung  würden  sich  die  Tiere 
jedoch  selbständig  in  den  Stall  zurückziehen  und  das  Abschliessen  könne 
durch einen automatischen Türschliesser erfolgen.  

4.3  Die  Haltung  von  Hühnern  und  insbesondere  von  Hähnen  führt 
naturgemäss  zu  Immissionen.  Die  Tiere  erzeugen  durch  Gackern  und  Krähen 
Lärm und produzieren Mist, der auch bei regelmässiger Abfuhr für eine gewisse 
Zeit  gelagert  werden  muss.  Die  Frage,  ob  eine  konkrete  Hobbytierhaltung 
aufgrund der durch sie verursachten Immissionen durch Lärm und Geruch nicht 
ist,  betrifft  nicht  die 
oder  nur  unter  Nebenbestimmungen  zulässig 
Zonenkonformität,  sondern  ist  für  sich  anhand  der  einschlägigen  Vorschriften 
der  Umweltschutzgesetzgebung  zu  überprüfen  und 
führt  zu  grossen 
Einschränkungen. 

Vorliegend  geben  die  Lärmimmissionen  Anlass  zu  Streitigkeiten.  Gemäss 
Art. 7  Abs. 1  der  Lärmschutzverordnung  (LSV)  ist  der  aus  dem  Betrieb  neuer 

 
 
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ortsfester Anlagen resultierende Lärm so weit zu begrenzen, als dies technisch 
und betrieblich möglich sowie wirtschaftlich tragbar ist (lit. a); zudem dürfen die 
von  der  Anlage  allein  erzeugten  Lärmimmissionen  die  Planungswerte  nicht 
überschreiten 
(lit. b).  Fehlen  Belastungsgrenzwerte,  so  beurteilt  die 
Vollzugsbehörde  die  Lärmimmissionen  nach  Art. 15  USG  und  unter  Berück-
sichtigung der Art. 19 und 23 USG (Art. 40 Abs. 3 LSV).  

Die  Anzahl  der  gehaltenen  Tiere  ist  vorliegend  bereits  durch  die  geringe 
Grösse  des  Hühnerhauses  beschränkt.  Mit  Dispositiv-Ziffer 4.2  des  ange-
fochtenen  Entscheides  hat  die  Vorinstanz  zudem  festgelegt,  dass  nur  ein 
ausgewachsener Hahn gehalten werden darf. 

Neben  quantitativen  Einschränkungen  durch  Bestimmungen  der  maximal 
zulässigen  Anzahl  Tiere  können  die  Baubehörden  jedoch  im  Rahmen  des 
Umweltrechts  auch  weitere  konkrete  Massnahmen  anordnen,  um  die  Immis-
sionen in Grenzen zu halten. 

relativ 

intensiv  empfunden. 

Das  Gackern  von  Hühnern  ist  als  von  geringer  Intensität  zu  bezeichnen, 
weshalb  das  Halten  von  wenigen  Hühnern  ohne  Hahn  von  vornherein  als 
unproblematisch  erscheint.  Das  Krähen  eines  Hahnes  indessen  wird  vom 
menschlichen  Ohr  als 
Insbesondere  die 
frühmorgendlichen  Rufe  wecken  die  Nachbarn  zu  unerwünschter  Stunde. 
in  Wohngebieten  nicht 
ihre  Lautäusserungen 
Hähne  sollten  deshalb 
uneingeschränkt  verbreiten  können.  Bei  geeigneten  baulichen  Massnahmen 
und unter Berücksichtigung des konkreten Umfeldes bedeutet dies jedoch nicht, 
dass das Halten von Hähnen in der Wohnzone gänzlich zu untersagen ist. Als 
wichtigste  Massnahme  ist  die  Beschränkung  der  Zeit,  in  der  sich  die  Tiere  im 
Freien  aufhalten  -  insbesondere  der  frühen  Morgenstunden  -,  zu  betrachten. 
Verbringen Hühner und Hähne die Nacht in einem Gebäude, ist dies mit einer 
Haustierhaltung  vergleichbar,  etwa  jener  eines  Hundes,  der  sich  tagsüber 
regelmässig im Garten aufhält und dabei zeitweise bellt. Da die Hühner jedoch 
nicht  ins  Wohnhaus  geholt  werden,  sind  auch  gewisse  Anforderungen  an  das 
Hühnerhaus  zu  stellen,  damit  der  Schall  der  krähenden  Hähne  in  den 
Ruhezeiten entscheidend gedämmt wird.  

Beim  streitbetroffenen  Hühnerhaus  handelt  es  sich  um  eine  Kleinbaute 
einfacher  Ausführung,  welches  nur  verhältnismässig  dünne  Wände  aufweist, 
auch  wenn  diese  gemäss  den  Angaben  der  privaten  Rekursgegnerschaft  mit 
doppelter  Holzwand  und  einer  Isolationsschicht  ausgestattet  sein  sollten. 
Insbesondere  die  Türe  kann  nicht  als  solide  bezeichnet  werden.  Im  Vergleich 
dazu verfügte das im von den Parteien zitierten Entscheid BRKE I Nr. 0108 und 
0109/2007  (BEZ  2007  Nr. 36)  über  eine  doppelte  Holzwand  mit  8 cm  starker 
Isolationsschicht aus Steinwolle sowie über Isolierverglasung. Der Augenschein 
zeigte,  dass  auch  die  Schaumstoffbeschichtung  nur  einen  geringen  Teil  der 
Innenwände umfasst. Bei dieser Ausgangslage ist nicht gewährleistet, dass die 
Lärmimmissionen  des  Hahns  deutlich  verringert  werden,  wenn  er  sich  im 
geschlossenen Häuschen aufhält. Da eine gewisse Öffnung zur Luftversorgung 
der  Tiere  notwendig  ist,  kann  zur  deren  Wohl  nicht  auf  ein  Fenster  verzichtet 
werden.  Da  dieses  bereits  klein,  gekippt  und  auf  der  von  den  Rekurrierenden 

 
 
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abgewandten Seite angebracht ist, sind hier keine zumutbaren Verbesserungs-
möglichkeiten mehr auszumachen.  

Was die Ruhezeiten betrifft, so genügen die gemäss der Polizeiverordnung 
festgelegten  Nachtruhezeiten  von  22:00 Uhr  bis  6:00 Uhr  bei  einer 
regelmässigen  Lärmbelastung  durch  das  Halten  eines  Hahns  im  Garten  nicht. 
Diese  Zeiten  sind  auf 
in  Wohngebieten  unregelmässig  vorkommende 
Lärmimmissionen  beispielsweise  durch  Rasenmäher  oder  abendliche  Garten-
partys  ausgelegt  und  können  keine  ausreichende  Erholung  von  betroffenen 
Nachbarn  vor  täglich  und  dauernd  erfolgenden  Lärmimmissionen  gewähr-
leisten. Die Stallzeiten sind deshalb auf einen weiteren Zeitraum auszudehnen, 
solange  mit  den  Hühnern  auch  ein  Hahn  gehalten  wird.  Der  sich  damit 
ergebende  Mehraufwand  sollte  sich  mithilfe  von  automatischen  Türöffnern  für 
den Morgen und aufgrund des selbständigen Rückzuges der Tiere in der in den 
kälteren Jahreszeiten früh einsetzenden Dämmerung in Grenzen halten und ist 
hinzunehmen.  

Bei  der  Festlegung  der  verbindlich  einzuhaltenden  Nachtruhezeiten  sind 
die Interessen der Nachbarn zu berücksichtigen. Im Rahmen einer Interessen-
abwägung ist aber auch das Wohl der Tiere ist zu beachten, wobei festzuhalten 
ist, dass das Tierschutzgesetz (TSchG) keine Grundlage bietet, Nachbarn zum 
Zwecke  einer  artgerechten  Tierhaltung  belästigen  zu  dürfen.  Kann  eine 
lärmschutzrechtlichen  Auflagen  nicht  artgerecht 
Tierhaltung  unter  den 
eingerichtet werden, kann sie nicht aufrechterhalten werden.  

bis 

bzw. 

7:00 Uhr 

22:00 Uhr 

Bei der Festlegung der Stallzeiten empfehlen die im August 2012 durch die 
Baudirektion  Kanton  Zürich  zur  Stellungnahme  zur  Haltung  von  Hühnern  und 
Hähnen im Wohngebiet eingeladenen relevanten Organisationen einen Auslauf 
von 
abends 
8:00 Uhr  morgens 
(http://www.laerm.ch/dokumente/laermsorgen/Tierlaerm_Huehner_Stellungnah
men_Organisationen.pdf).  Besonders  in  den  heissen  Sommermonaten  seien 
die frühen und späten Stunden des Tages am wertvollsten für die Tiere. Dabei 
ist  für  das  menschliche  Wohlbefinden  das  Augenmerk  insbesondere  auf  die 
Morgenstunden zu richten, zumal sich die Zeiten, in denen die die Tiere in den 
Stall  treibende  Dämmerung  erst  zu  späterer  Stunde  einsetzt,  in  unseren 
Breitengraden  sehr  in  Grenzen  halten  und  entsprechend  eine  Festlegung  vor 
II. Zivilabteilung  des 
22:00 Uhr  unnötig  erscheint.  Dies  auch  wenn  die 
Bundesgerichts im Rahmen einer zivilrechtlichen Streitigkeit im Jahre 1996 ein 
Verbot,  einen  Hahn  zwischen  20:00 Uhr  und  7:00 Uhr  ins  Freie  zu  lassen,  als 
innerhalb  des  richterlichen  Ermessensspielraums  gelegen  bestätigt  hat, 
handelte  es  sich  doch  in  jenem  Fall  um  eine  Tierhaltung  in  einem  städtisch 
geprägten Wohnquartier (BGr, 5. Januar 1996, 5C.249/1994). Hingegen erweist 
sich  ein  für  Menschen  längeres  Ruhebedürfnis  als  dasjenige  eines  Hahns  in 
den  Morgenstunden  als  durchaus  plausibel,  wie  auch  eine  starke  Störung  der 
schlafenden  Nachbarn,  wenn  derselbe  frühmorgens  seine  Präsenz  durch 
Krähen markiert. Ein Freilauf eines Hahns ab 6:00 Uhr in der Früh kann somit 
als  umweltschutzrechtlich  nicht  haltbar  beurteilt  werden.  Die  Forderungen  der 
Rekurrierenden,  die  Tiere  werktags  bis  9:00 Uhr  und  am Wochenende  gar  bis 
11:00 Uhr im geschlossenen Hühnerhaus zu halten, geht hingegen klar zu weit 
und  würde  sich  unverhältnismässig  auf  das  Wohl  der  Tiere  auswirken. 

 
 
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Nachdem  auch  Handwerker  werktags  grundsätzlich  ab  7:00 Uhr  ihrer  Arbeit 
nachgehen  und  Lärm  verursachen,  erscheint  eine  morgendliche  Ruhezeit  bis 
werktags 7:00 Uhr verhältnismässig. An Wochenendtagen hingegen, an denen 
der  Grossteil  der  Bevölkerung  nicht  zur  Arbeit  geht,  rechtfertigt  sich  eine 
verlängerte Ruhezeit bis 8:00 Uhr.  

5.1  Zusammenfassend  ist  festzuhalten,  dass  die  Bewilligung  für  das 
Hühnerhaus  und  die  Hühnerhaltung  in  Bezug  auf  die  Zonenkonformität  zu 
Recht erteilt wurde. Allerdings erweisen sich die von der Vorinstanz statuierten 
Auflagen  zur  Beschränkung  der  Lärmimmissionen  als  unzureichend,  solange 
auch  ein  Hahn  gehalten  wird.  Die  Dispositiv-Ziffer  4.1  des  angefochtenen 
Entscheides  ist  deshalb  diesbezüglich  in  teilweiser Gutheissung  des  Rekurses 
wie folgt abzuändern bzw. zu ergänzen: 

4.1  Zwischen 22:00 Uhr und 6:00 Uhr gilt Nachtruhe; während dieser Zeit 
sind  die  Tiere  im  Hühnerhaus  zu  halten.  Wird  ein  Hahn  gehalten,  gilt  eine 
erweiterte  Nachtruhe  bis  7:00 Uhr  montags  bis  freitags  bzw.  8:00 Uhr  an 
Wochenendtagen. 

Der  Vorinstanz  ist  innert  zwei  Monaten  ab  Rechtskraft  dieses 
Entscheides  ein  Projekt  zum  Ausbau  der  Schallisolation  des  Hühnerhauses  in 
sämtlichen  Bereichen  (inkl.  Dach  und  Türe)  sowie  einen  Nachweis  zu  deren 
Effizienz zur Bewilligung einzureichen, sofern nicht künftig auf das Halten eines 
Hahns verzichtet wird.