# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5cc78ff0-bbce-52a0-8bb3-9d459facc0a1
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-03-22
**Language:** de
**Title:** HWS-Distorison bei Treppensturz; kein adäquater Kausalzusammenhang.
**Docket/Reference:** UV.2015.00045
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/UV.2015.00045.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
UV.2015.00045
IV. Kammer
Sozialversicherungsrichter Hurst, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Philipp
Sozialversicherungsrichter Vogel
Gerichtsschreiber Hübscher
Urteil
vom
22. März 2016
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
vertreten durch Rechtsanwalt Ivo Baumann
Grieder
Bugada
Baumann Lerch, Rechtsanwälte
Badenerstrasse
21, Postfach, 8021 Zürich 1
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt
Rechtsabteilung
Postfach 4358, 6002 Luzern
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
X.___
, geboren 1968, arbeitete seit
1.
September 2012 in einem 20%-Pen
sum als Reinigerin für die
Y.___
AG und war in dieser Eigen
schaft bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) gegen die Folgen von Unfällen versichert (
Urk.
12/1).
Daneben war sie seit
1.
September 2008 für 7 Stunden pro Woche für die Putzfrauenagentur
Z.___
GmbH als Reinigerin tätig (
Urk.
12/8).
Am 3
0.
Januar 2014 stürzte sie bei sich zu Hause
auf der
Treppe, wobei sie sich den rechten Ellbogen und das rechte Knie
prellte
und mit dem Kopf aufschlug
(
Urk.
12/1,
Urk.
12/8
,
Urk.
12/47 S. 1
). Die Versicherte be
gab sich am folgenden Tag zu
Dr.
med.
A
.___
, Allgemeine Medizin FMH, welcher diverse Kontusionen und Distorsionen nach Treppensturz diag
nostizierte (
Urk.
12/11
S. 2
).
Die weitere Behandlung erfolgte durch die
Hausärz
tin
der Versicherten, Dr. med.
B.___
,
Allgemeine
Innere Me
di
zin FMH. Diese attestierte
der Versicherten
eine 100%ige Arbeitsun
fähigkeit ab 30. Januar 2014 (
vgl.
Urk.
12/9-10,
Urk. 12/40
)
und
verordnete Physio
therapie (
vgl.
Urk.
12/28
,
Urk.
12/37-38
,
Urk.
12/68
).
Dr.
B.___
veran
lasste
sodann
die MRI-Untersuchungen des Schädels und der Halswirbelsäule (HWS) vom
3.
und
1
0.
März 2014 in der
C.___
AG (
Urk.
12/17-18)
und die Augenuntersuchung durch
Dr.
med.
D.___
, Augenarzt FMH, speziell Augenchirurgie, vom
8.
April 2014 (
Urk.
12/50)
.
Die SUVA erbrachte Heilbehandlungs- und
Tag
geld
leistun
gen
.
In der Folge untersuchte
Dr.
med.
E.___
, Neuro
logie FMH, die Versicherte am 1
8.
August 2014 (Urk.
12/47)
.
Die SUVA-Kreisärztin
,
Dr.
med.
F.___
, Chirurgie FMH,
nahm am 2
5.
August 2014 Stellung (Urk. 12/48).
Mit Schreiben vom 5.
Septem
ber 2014
teilte
die SUVA der Versicherten
mit, dass
sie
die Heilbehandlungs- und Taggeldleistungen
rück
wirkend
per 1. September 2014 einstellen werde (
Urk.
12/49)
. Gegen die Leistungseinstellung erhoben
Dr.
B.___
und die Versi
cherte am 29.
Septem
ber beziehungsweise 10. Oktober 2014 Einwände (
Urk.
12/51,
Urk.
12/54). Die SUVA holte die ärztliche Beurtei
lung ihrer
Kreis
ärztin
vom 13.
Oktober 2014 ein (
Urk.
12/55).
Hernach verfügte
s
ie am 1
6.
Oktober 2014 die
Leistungsein
stellung
per
1.
September 2014 (
Urk.
12/56).
Ab
3.
November 2014 begab sich
X.___
zu
Frau
G.___
,
Praxis
H.___
, spe
zialisierte Physiotherapie, in Behandlung (Urk. 13/1). A
m 1
3.
November 2014
erhob
sie
gegen die Verfügung vom 1
6.
Oktober 2014
Ein
spr
ache
(
Urk.
12/59).
Ihre Kranken
ver
sicherung, die
Avanex
Versicherungen AG, erhob a
m 23.
De
zember 2014 eben
falls Ein
sprache (
Urk.
12/62), welche sie am
5.
Januar 2015 wieder zurück
zog (Urk. 12/65).
Mit Ent
scheid vom 2
6.
Januar 2015 wies die SUVA die Einsprache von
X.___
ab (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
X.___
am 2
5.
Februar 2015 Beschwerde und beantragte, in Aufhebung des angefochtenen
Einspracheentscheids
vom 2
6.
Januar 2015 seien
ihr weitere
Leistungen der Beschwerdegegnerin zuzusprechen. Eventualiter sei die Sache zur weiteren Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen (
Urk.
1 S. 2).
Mit
am
9.
März 2015 zur Post gegebener
Eingabe
reichte die Beschwerdefüh
rerin die unterzeichnete Beschwerdeschrift (
Urk.
6) sowie das Schreiben von
Dr.
B.___
vom 2
6.
Februar 2015 (
Urk.
7) ein.
Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Beschwerdeantwort vom 2
0.
Mai 2015 Abweisung der Beschwerde (
Urk.
11, unter Beilage
ihrer
Akten [
Urk.
12/1-77
und
Urk.
13/
1-
2
])
.
Die Parteien hielten
replicando
(
Urk.
22) und
duplicando
(
Urk.
25
) an ihren An
trägen fest. Mit
Verfügung vom 2
8.
Oktober 2015 wurde der Beschwerdefüh
re
rin das Doppel der Duplik zugestellt (
Urk.
26).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach
Art.
10
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) hat die ver
sicherte Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so steht ihr gemäss
Art.
16
Abs.
1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10
%
(
Art.
8 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversiche
rungsrechts [ATSG]) invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (
Art.
18
Abs.
1
UVG
). Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmass
nahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin (
Art.
19
Abs.
1 UVG).
1.2
1.2.1
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als ein
getreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Um
schreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesund
heitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der ver
sicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungs
–
anspruches
nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.2.2
Wird durch den Unfall ein krank
hafter Vorzustand verschlimmert oder über
haupt erst manifest, fällt der natür
liche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der
Gesundheits
schaden
nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/
aa
).
Die
blosse
Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht.
Da es sich
hiebei
um eine anspruch
saufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die ent
sprechende Beweislast
–
anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusam
men
hang gegeben ist
–
nicht bei der versicherten Per
son, sondern beim Unfallver
sicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76).
1.2.3
Diese Beweisgrundsätze gelten auch in Fällen mit Schleuderverletzung der
Hals
wirbelsäule
, Schädelhirntraumata und äquivalenten Verletzungen. Ist ein
Schleu
dertrauma
der Halswirbelsäule diagnostiziert und liegt ein für diese Ver
letzung typisches Beschwerdebild mit einer Häufung von Beschwerden wie dif
fuse Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit,
Visusstörungen
, Reizbar
keit, Affektlabilität, Depression, Wesensveränderung und so weiter vor, so ist der natürliche Kausal
zusammenhang zwischen dem Unfall und der danach eingetretenen Arbeits- beziehungsweise Erwerbsunfähigkeit in der Regel anzu
nehmen. Es ist zu beto
nen, dass es gemäss obiger Begriffsumschreibung für die Bejahung des natürli
chen Kausalzusammenhangs genügt, wenn der Unfall für eine bestimmte gesundheitliche Störung eine Teilursache darstellt (BGE 117 V 359 E. 4b).
1.3
1.3.1
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kau
salzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Er
folges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129
V
177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
1.3.2
Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen deckt sich die adäquate, d.h. rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch keine selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1).
1.3.3
Nach der Rechtsprechung ist bei der Beurteilung der Adäquanz von psychischen Unfallfolgeschäden wie folgt zu differenzieren: Zunächst ist abzuklären, ob die versicherte Person beim Unfall ein Schleudertrauma der Halswirbelsäule, eine dem Schleudertrauma äquivalente Verletzung (SVR 1995 UV Nr. 23 S. 67 E. 2) oder ein Schädel
Hirntrauma erlitten hat. Ist dies der Fall, sind bei Unfällen aus dem mittleren Bereich die in BGE 117 V 359 E. 6a und 382 E. 4b umschriebe
nen Kriterien anzuwenden. Andernfalls erfolgt die Adäquanzbeurteilung in den dem mittleren Bereich zuzuordnenden Fällen nach den Kriterien gemäss BGE 115 V 133 E. 6c/
aa
(siehe zur Begründung der teilweise unterschiedlichen Kri
terien: BGE 117 V 359 E. 6a, letzter Absatz).
Ergeben die Abklärungen, dass die versicherte Person ein Schleudertrauma der Halswirbelsäule, eine diesem äquivalente Verletzung oder ein
Schädel-Hirn
trauma
erlitten hat, ist zusätzlich zu beurteilen, ob die zum typischen Beschwerdebild einer solchen Verletzung gehörenden Beeinträchtigungen zwar teilweise vorliegen, im Vergleich zur psychischen Problematik aber ganz in den Hintergrund treten. Ist dies der Fall, sind für die Adäquanzbeurteilung bei Fäl
len aus dem mittleren Bereich die in BGE 115 V 133 E. 6c/
aa
für Unfälle mit psychischen Folgeschäden festgelegten Kriterien (und nicht jene für Fälle mit Schleudertrauma der Halswirbelsäule, äquivalenter Verletzung oder Schädel-Hirntrauma gemäss BGE 117 V 359 E. 6a und 382 E. 4b) massgebend (BGE 127 V 102 E. 5b/
bb
, 123 V 98 E. 2a
).
1.3.4
Die Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall und der infolge eines Schleudertraumas der Halswirbelsäule auch nach Ablauf einer ge
wissen Zeit nach dem Unfall weiterbestehenden gesundheitlichen Beeinträchtigun
gen, die nicht auf organisch nachweisbare Funktionsausfälle zurückzuführen sind, hat nach der in BGE 117 V 359 begründeten Rechtspre
chung des Bundesgerichts in analoger Anwendung der Methode zu erfolgen, wie sie für psychische Störun
gen nach einem Unfall entwickelt worden ist (vgl. BGE 123 V 98 E. 3b, 122 V 415 E. 2c). Es ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall eine massgebende Bedeu
tung für die Entstehung der Arbeits- bezie
hungsweise der Erwerbsunfähigkeit zu
kommt. Das trifft dann zu, wenn er eine gewisse Schwere aufweist oder mit ande
ren Worten ernsthaft ins Gewicht fällt. Demnach ist zunächst zu ermitteln, ob der Unfall als leicht oder als schwer zu betrachten ist oder ob er dem mittleren Bereich angehört. Auch hier ist der adä
quate Kausalzusammenhang zwischen Unfall und gesundheitlicher Beeinträch
tigung bei leichten Unfällen in der Regel ohne Weiteres zu verneinen und bei schweren Unfällen ohne Weiteres zu bejahen, wogegen bei Unfällen des mittle
ren Bereichs weitere Kriterien in die Beurteilung mit einzu
beziehen sind. Je nachdem, wo im mittleren Bereich der Unfall einzuordnen ist und abhängig davon, ob einzelne dieser Kriterien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt sind, genügt zur Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein Kriterium oder müssen mehrere herangezogen werden.
Als Kriterien nennt die Rechtsprechung hier:
-
besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des
Unfalls;
-
die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen;
-
fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung;
-
erhebliche Beschwerden;
-
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;
-
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
-
erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen.
Diese Aufzählung ist abschliessend. Anders als bei den Kriterien, die das Bundes
gericht in seiner oben zitierten Rechtsprechung (BGE 115 V 133) für die Beurtei
lung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall und einer psy
chischen Fehlentwicklung für relevant erachtet hat, wird bei der Beur
teilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall mit Schleudertrauma der Halswirbelsäule und den in der Folge eingetretenen Beschwerden auf eine Dif
ferenzierung zwischen physischen und psychischen Komponenten verzichtet, da es bei Vorliegen eines solchen Traumas nicht ent
scheidend ist, ob Beschwerden medizinisch eher als organischer und/oder psy
chischer Natur bezeichnet werden (BGE 134 V 109; RKUV 2001 Nr. U 442 S. 544 ff., 1999 Nr. U 341 S. 409 E. 3b, 1998 Nr. U 272 S. 173 E. 4a; BGE 117
V
359 E. 5d/
aa
und 367 E. 6a).
2.
2.1
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin wegen der Folgen des Unfalls vom 30. Januar 2014 über den 1. September 2014 hinaus Leistungen zu erbringen hat, mithin, ob die nach diesem Zeitpunkt geklagten Beschwerden noch in einem natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang mit dem Unfallereignis vom 30. Januar 2014 stehen.
2.2
Mit Einspracheentscheid vom 2
6.
Januar 2015 erwog die Beschwerdegegnerin,
die
SUVA-Kreisärztin
Dr.
F.___
sei in ihrer Beurteilung vom 1
3.
Oktober 2014 zum Schluss gelangt, dass sich die Be
schwerdeführerin beim Treppensturz vom 3
0.
Januar 2014 multiple Prel
lungen zugezogen habe. Prellungen würden jedoch in der Regel innerhalb von ein paar Tagen/Wochen folgenlos ausheilen, so dass die von der Beschwerde
führerin heute geklagten Beschwerden nicht mehr mit überwiegende
r
Wahr
scheinlichkeit auf das Unfallereignis
, sondern auf das bereits 2005 diagnos
tizierte
myofasziale
Schmerzsyndrom, welches nicht unfallkausal sei,
zurückzu
führen seien.
Gestützt auf diese Beurteilung sei die Leistungseinstellung per
1.
September 2014 zu Recht erfolgt (
Urk.
2 S. 5).
Mit Beschwerdeantwort vom
2
0.
Mai 2015
bringt
d
ie
Beschwerdegegnerin
sodann vor,
gemäss der orthopä
dischen Beurteilung ihrer Abteilung
Versiche
rungsme
dizin
vom 18. Mai 2015 würden sich
aus
dem aktuellen Bericht des Physio
the
rapeuten
Frau
G.___
keine
neue Gesicht
s
punkte ergeben, welche auf eine Unfallkausalität der von der Be
schwerdeführerin weiterhin geklagten Beschwer
den schliessen lassen würde
n (
Urk.
11 S. 3).
2.3
Die Beschwerdeführerin lässt demgegenüber i
m Wesentlichen vorbringen,
dass der Fallabschluss zu früh erfolgt sei (
Urk.
1 S.
2,
Urk.
22 S. 2)
. Sie leide an
eine
r
ausgeprägte
n
Kyphose mit Nackenbuckel sowie Schmerzen bei der aktiven HWS-Extension und -Rotation nach rechts. Die oberflächlichen Muskeln, ins
beson
dere der M.
sternocleidomastoideus
links sei
en
deutlich verdickt. Es bestehe eine schlechte Haltung und eine schlechte
Bewe
gungskontrolle
der HWS und des Schultergürtels.
Dass das im Jahr 2005 diagnostizierte
myofasziale
Schmerz
syn
drom
nach wie vor andauere, werde nirgends festgehalten. Es werde zudem be
stritten, dass Kontusionen oder (HWS)-Distorsionen ohne strukturelle Schä
digung innerhalb von sechs bis acht Wochen abheilen würden
(Urk. 22
S.
2).
Im vorliegenden Fall sei der Verlauf schleppend gewesen. Es gehe nicht an, irgendwelche Erfahrungs
werte zur Hand zu nehmen und die heute geklagten Beschwerden mit über
wiegender Wahr
scheinlichkeit einem vorbestehenden
myofaszialen
Schmerz
syndrom
zuzuord
nen. Die im Vordergrund stehenden Kopfschmerzen hätten nichts mit dem im Jahre 2005 letztmalig diagnostizierten
Schmerzsyn
drom
zu tun (
Urk.
22 S. 3).
3.
3.1
Bei der Untersuchung vom 3
1.
Januar 2014 erhob
Dr.
A.___
als Befund eine Kontusionsmarke am rechten Knie und am rechten
Olecranon
und stellte fest, dass die
Reklination
der HWS schmerzhaft eingeschränkt sei.
Bei der
Rönt
gen
unter
suchung
fand sich
keine Fraktur der HWS.
Er stellte die Diagnose diverse Kontu
sionen und Distorsionen nach Treppensturz (
Urk.
12/11 S. 2).
3.2
Bei der MRI-Untersuchung des Schädels vom
3.
März 2014 fanden sich keine Frakturen oder Blutungen. Als Differentialdiagnosen wurde eine symptoma
ti
sche
A
rachnoidalzyste
links sowie ein
Pseudotumor cerebri angeführt (Urk. 12/18).
Der Beurteilung zum MRI der HWS
von
Dr.
med.
I.___
, FMH Ra
diolo
gie und Allgemeine Medizin,
C.___
AG,
vom 1
0.
März 2014 ist zu entnehmen, dass eine Fraktur oder eine
ausgeprägtere
ligamentäre
Läsion ausgeschlossen werden könne. Neben
einer flachen me
dia
n
en Diskushernie der Halswirbelkörper (HWK) 5/6 und einer linksseitigen
Ret
rospondylose
HWK 6/7 ohne
Neurofor
ame
neinengung
fä
nden
sich
Wurzel
taschen
zysten
HWK
5/6 bis HWK
7/
Brustwirbel
körper
(BWK) 1
und vergrösserte
Halsl
ymphknoten unklarer Ätiologie (
Urk.
12/17).
3.3
Bei der Augenuntersuchung durch
Dr.
D.___
vom
8.
April 2014
wurde
ein nor
maler, unauffälliger altersentsprechender ophthalmologischer Status und kei
nerlei Hinweise auf eine traumatische Schädigung durch den Treppensturz
fest
gestellt
(
Urk.
12/50).
3.
4
Dr.
B.___
führte im Bericht vom
1
0.
Juli 2014 die Diagnosen (1) Treppensturz vom 3
0.
Januar 2014 mit/bei persistierendem
cervicocephalem
und
spondy
lo
gene
m
Syndrom, Differentialdiagnose: HWS-Distorsion, Status nach diversen Kontusionen, MRI Schädel und HWS März 2014: keine Frak
t
uren, (2) häufige Kopfschmerzen, Differentialdiagnose
:
Spannungstyp, Exazerbation im Rahmen der Diagnose 1 sowie (3) chronisch
myofasciales
Schmerzsyndrom der Nacken-, Schultermuskulatur, Status nach Abklärung in der Rheumatologie des
Univer
sitätsspital
s
Zürich (USZ) im Jahr 200
5
an
(
Urk.
12/42
S. 2)
.
3.5
Der Beurteilung von
Dr.
E.___
vom 1
9.
August 2014 ist zu entnehmen, dass die klinische Unter
su
chung für ein
Cervicalsyndrom
spreche. Kursorisch neuro
logisch bestünden keine Auffälligkeiten (
Urk.
12/47 S. 2).
3.
6
In ihrer ärztlichen Beurteilung vom 1
3.
Oktober 2014 hielt SUVA-Kreisärztin
Dr.
F.___
fest,
dass
durch das MRI des Schädels vom
3.
März 2014 und das MRI der HWS vom 1
0.
März 2014 aus
schliesslich degenerative/krankhafte Ver
änderungen dokumentiert worden seien. Eine strukturelle traumatische Läsion, welche auf den Treppensturz zurückzuführ
en sei, sei nicht nachweisbar. Ebenso sei eine Abklärung der ange
gebenen
Visusstörungen
bei
Dr.
D.___
erfolgt, bei welcher keinerlei Hinweise auf eine traumatische Schädigung hätten nachge
wiesen werden können. Es seien mehrere Serien Physiotherapie durchge
führt worden, ohne wirklich
e
Besserung der angegebenen Symptomatik, der Schmer
zen im Bereich der HWS und des Hinterkopfs. Am 1
8.
August 2014 sei eine neurologische Standortbestimmung durchgeführt worden, wobei klinisch die Diagnose eines
C
ervi
c
alsyndroms
gestellt und festgehalten worden sei, dass k
ursorisch neurologisch keine erwähnenswerten Auf
fälligkeiten zu beschreiben
seien
. Nach Lage der Akten sei die Beschwerdeführerin bereits im Jahr 2005 wegen eines
myofaszialen
Schmerzsyndroms mit ähn
lichen Beschwerden wie
heute im
USZ
abgeklärt und be
handelt worden. Knapp 9 Monate nach dem Unfallereignis sei es trotz regel
mäs
siger Physiotherapie zu keiner Verbesserung der subjektiven Beschwer
den, der HWS- und
Hinterkopf
schmerzen
gekommen. Anhand dieser Befunde sei davon auszugehen, dass sich die Beschwer
deführerin beim Treppensturz multiple Prellungen zugezogen habe. Prellungen würden jedoch innerhalb von ein paar Tagen/Wochen in der Regel folgenlos ausheilen. Die heute geklagten Beschwerden seien daher nicht mehr mit über
wiegender Wahrscheinlichkeit auf das Unfallereignis, sondern auf das bereits 2005 diag
nostizierte
myofasziale
Schmerzsyndrom, welches nicht
unfall
kausal
sei, zurückzuführen (
Urk.
12/55 S. 3).
3.
7
Der Physiotherapeut
Frau
G.___
führte in seinem Bericht
, welcher
im Schrei
ben von
Dr.
B.___
vom 1
5.
April 2015
wiedergegeben wurde, aus, dass die Beschwerdeführerin seit dem Treppensturz über Schmerzen
subokzipi
tal
/okzipital links frontal am Kopf sowie im Schultergürtel links klage. Der Schmerz sei sehr variabel und werde durch
HWS-Extension sowie Rotation ver
stärkt. Dazu bestünden allgemeine Dysfunktionen wie Augen- und
Lese
pro
b
leme
, Müdigkeit. Durch die Physiotherapie seien die Symptome gebes
sert wor
den. Es bestehe eine ausgeprägte Kyphose mit Nackenbuckel. Schmerzen bei der aktiven HWS-Extension sowie -Rotation nach rechts
. Die oberflächlichen Mus
keln, insbesondere der
Sterno-cleido-mastoideus
links sei
en
deutlich verdickt. Es bestehe eine schlechte Haltung und eine schlechte
Bewe
gungskon
trolle
der HWS und des Schultergürtels. Es fänden sich sehr
allody
nische
Bereiche
subok
zi
pital
/okzipital links sowie im Schultergürtel links. Es seien sicher viele zent
rale Schmerzmechanismen vorhanden, wie Gedanken, Sprache,
Allodynie
. Die Symptome, die Beschreibung und das Verhalten würden aber auch auf periphere
nozizeptive
Schmerzmechanismen hinweisen (Urk. 13/1).
3.
8
Dr.
med.
J.___
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates FMH,
Abteilung Versicherungsmedizin der SUVA,
schrieb in seiner ort
h
opädischen
Beurteilung vom 1
8.
Mai 2015, die Beschwerdeführerin habe beim Stu
r
z vom 3
0.
Januar 2014 gemäss den Akten verschiedene Kontusionen und wohl auch eine Distorsion der HWS erlitten. Kontusionen und Distorsionen würden gemäss allgemeiner Lebenserfahrung, aber auch gestützt auf die langjährigen Erfahrungen in der
orthopädisch-trau
matologischen
Praxis, innerhalb von sechs bis acht Wochen folgenlos ab
heilen (
Urk.
13/2 S. 4).
Die vom Physiotherapeut
Frau
G.___
be
schrie
benen Befunde seien unspezifische, subjektive Beschwerden, die typischerweise im Rahmen eines chronischen
myofaszialen
Schmerzsyndroms vorkommen würde
n
(
Urk.
13/2 S. 5).
4.
4.1
4.1.1
Zu prüfen ist vorab, ob die Beschwerdegegnerin mit der Leistungseinstellung per
1.
September 2014 den Fall zu Recht auf diesen Zeitpunkt hin abge
schlos
sen hat. Hinsichtlich
der
beim Sturz vom 3
0.
Januar 2014 erlittenen Prel
lungen und Schürfungen am rechten Ellbogen und am rechten Knie (
Urk.
12/8,
Urk.
12/11
S. 2
) werden zu Recht keine Beschwerden mehr geltend gemacht. Es ist
mit
Dr.
F.___
davon auszugehen, dass diese Verletzungen im Zeitpunkt der
Leistungsein
stellung
per
1.
September 2014 folgenlos verheilt waren (
Urk.
12/55 S. 3). Was die von der Beschwerdefüh
rerin weiterhin geklagten
cervico-cepha
len
/
cervico-spondy
lo
ge
nen
Beschwerden und Kopfschmerzen (vgl.
Urk.
7) be
trifft,
so ist dem Bericht von
Dr.
B.___
vom 1
0.
Juli 2014 zu entnehmen, dass die Physio
therapie und medikamentöse Analgesie bisher keine wesentliche Ab
nahme der Beschwerden mit Schulter-, Nacken- und Kopfschmerzen sowie
Be
wegungsein
schränkungen
bewirkt habe (
Urk.
12/42 S. 2). In der Folge unter
suchte die Neurologin
Dr.
E.___
die Beschwerdeführerin am 1
8.
August 2014 und
empfahl hinsichtlich des weiteren Vorgehens
den Einsatz einer zentral
antinozizeptiven
Substanz sowie Akupunktur,
Atlaslogie
oder
Cranio
sacral
the
rapie
. Sie
riet
der Beschwe
rdeführerin überdies
, ihre körperlichen Aktivitäten und Haushaltspflichten zu steige
r
n
. Einen Rehabilitationsaufenthalt bezie
hungsweise die Teilnahme an einem interdisziplinären Schmerzprogramm sei, unter anderem wegen der „Sprachbarriere“, „wahrscheinlich illusorisch“
(Urk. 12/47
S. 2
).
Dr.
F.___
hielt am 2
5.
August 2014 fest, dass
knapp sieben Monate nach dem
Un
fallereignis
ohne nachweisbare strukturelle Verletzungen und ohne sub
jektive Besserung trotz intensiver Therapie der
status
quo sine
vel
ante längst erreicht sein sollte (
Urk.
12/48).
4.1.2
Es ist
somit davon auszugehen, dass eine namhafte Besserung des Gesundheits
zu
standes im Sinne von Art. 19 Abs. 1 UVG nicht
mehr
zu erwarten war.
In diesem Zusammenhang muss der Gesundheitszustand der versicherten Person prognos
tisch und nicht aufgrund retrospektiver Feststellungen beurteilt werden (Urteil des Bundesgerichts
8C_37/2015 vom
7.
Dezember 2015 E. 4.1 mit Hin
weis).
Vorliegend führen aber auch der
Bericht des Physiotherapeuten
Frau
G.___
(
Urk.
13/1) und
das
Schreiben von
Dr.
B.___
vom 2
6.
Februar 2015 (
Urk.
7) zu keiner anderen Beurteilung.
Da nach Lage der Akten auch keine Ein
gliederungs
massnahmen der Invali
denversicherung pendent sind, ist der
Fallab
schluss
durch die Beschwerde
geg
nerin per 1. September 2014 nicht zu bean
standen
(vgl.
etwa Urteil des Bundes
gerichts
8C_527/2008
vom 27. Novem
ber 2008 E. 4.1).
Nach dem Gesagten kann der Beschwerdeführerin nicht gefolgt
werden, wenn sie den Zeitpunkt des Fallabschlusses als willkürlich bezeichnet (
Urk.
22 S. 2).
Weitere Taggeld- und Heilbehandlungsleistungen waren somit nicht geschuldet.
4.2
4.2.1
Zu prüfen bleibt der Anspruch auf Rente und Integritätsentschädigung. Weder die bildgebenden Untersuchungen des Schädel
s
und der HWS
(
Urk.
12/11,
Urk.
12/
17-18
)
noch die oph
th
al
mologische
(
Urk.
12/
50)
und neurologische
(
Urk.
12/47
)
Untersuchung ergab
en
Anhaltspunkte für frische trauma
tische Lä
sionen. Die Beschwerdeführerin
stellt sich demgegenüber auf den Standpunkt
, dass strukturelle Schädigungen vorliegen würden (E. 2.3).
Dem ist entgegenzu
halten, dass gemäss
Dr.
J.___
die
von Physiotherapeut
Frau
G.___
be
schriebene Kyphose mit Nackenbuckel nicht b
esteht. Mit überzeugender
Begründung verweist
Dr.
J.___
auf den MRI-Befund, welcher zeige, dass die Be
schwerdeführe
rin als anatomische Formvariante einen grossen Fetthöcker am
cervico-thora
calen
Übergang aufweise, die eine
Kyphosierung
, respektive einen
Nacken
buckel
vortäusche (
Urk.
13/2 S. 5).
Es kommt hinzu, dass nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung
Schmer
zen,
Druckdolenzen
, klinisch fest
stellbare Bewegungseinschränkungen,
Mus
kulaturverhärtungen
und Verspan
nungen für sich allein kein klar fassbares organisches Korrelat eines
Beschwer
debildes
zu begründen
vermögen
(vgl. etwa Urteile des Bundesgerichts U 9/05 vom 3. August 2005 E. 4, U 354/06 vom 4. Juli 2007 E. 7.2, U 328/06 vom 25. Juli 2007 E. 5.2 sowie 8C_369/2007 vom 6. Mai 2008 E. 3).
4.
2
.2
Ob die noch geklagten Beeinträchtigungen, welchen nach den vorstehenden Ausführungen kein klar fassbares unfallbedingtes organisches Korrelat zu
grun
de
liegt, in einem natürlichen Kausalzusamme
nhang zum versicherten
Un
faller
eignis
stehen (was mit Blick auf
die kreisärztliche Beurteilungen vom 25.
August 2014 [
Urk.
12/48] und 1
3.
Oktober 2014 [
Urk.
12/55] sowie
der orthopädischen Beur
teilung der Ableitung
Versicherungs
medizin
der SUVA vom 1
8.
Mai 2015 [
Urk.
13/2]
wohl eher zu verneinen
ist
), kann offen gelassen wer
den. Denn diesbezüglich ist – anders als bei
Gesundheits
schädi
gungen
mit einem klaren unfallbedingten organischen Sub
strat, bei welchen der adäquate Kausalzusammenhang in der Regel mit dem natürlichen bejaht werden kann (BGE 127 V 102 E. 5b/
bb
mit Hinweisen) – eine besondere
Adäquanz
prü
fung
vorzunehmen.
Gemäss
Dr.
J.___
hat die Beschwerdeführerin beim Sturz vom 3
0.
Januar 2014 wohl auch eine HWS-Distorsion erlitten (
Urk.
13/2 S. 4).
Hinzu kommt das von
Dr.
B.___
als Diagnose angeführte
myofasciale
Schmerz
syndrom
der Nacken- und Schultermuskultur, welche
s
bereits im Jahr 2005 im USZ abgeklärt worden sei (
Urk.
12/42 S. 2). Während Dr.
B.___
das
myofasciale
Schmerzsyndrom als chro
nisch bezeichnet (Urk.
12/42 S. 2), bestreitet die Beschwerdeführerin, dass das Schmerzsyndrom nach wie vor „andauert“ (
Urk.
22
S. 2).
Lagen bei der versicherten Person
schon vor dem Un
fall psychi
sche Be
schwer
den vor, die durch das Unfallereignis verstärkt wurden, ist der adä
quate Kausalzusammenhang nach der für psychische Fehlent
wicklungen mass
gebenden Rechtsprechung (BGE 115 V 133) zu beurteilen. Denn
diesfalls
kann nicht von einem vielschichtigen somatisch-psychischen Beschwerdebild ge
spro
chen werden, welches einer Dif
ferenzierung kaum zugäng
lich ist, weshalb die Voraussetzungen für die An
wen
dung
der
in BGE 117 V 359 ent
wickel
ten und in BGE 134 V 109 präzisierten Regeln
zum adäquaten Kausalzusam
men
hang bei Schleudertraumen
der HWS, eines
Schädelhirn
traumas
oder einer dem
Schleu
dertrauma
ähnlichen Ver
letzung
der HWS nicht erfüllt sind (
vgl.
RKUV 2000 Nr. U 397 S. 327; Urteile des Bundes
gerichts 8C_844/2010 vom 1
5.
Feb
ruar 2011
E.
4.5 und
8C_710/2011 vom
1.
Juni 2012 E. 2.2
, je mit weiteren Hinweisen).
Vor
liegend sind indes keine weiteren Abklärungen
im Zusam
menhang mit dem
myofascialen
Schmerzsyndrom der Be
schwerdefüh
rerin angezeigt,
da
auch
die Adäquanzprüfung nach der
Schleuder
trauma-Praxis
zur Verneinung der Adä
quanz führt, wie im Folgenden zu zeigen ist.
4.
2
.3
Ausgangspunkt für die Adäquanzbeurteilung bildet das (objektiv erfassbare) Unfallereignis
(vgl.
SVR 2008 UV Nr. 8 S. 2
7
E. 5.2
)
.
Die Beschwerdeführerin
führte aus
, sie habe b
eim Sturz auf der Treppe vom 3
0.
Januar 2014
die unterste Stufe der Treppe „verpasst“,
sei
initial auf die rechte Seite und dann nach hinten ge
fallen, wobei sie sich den Hinter
kopf angeschlagen habe (
Urk.
12/47 S. 1).
Aus
gehend vom augenfällige Geschehensablauf und den sich dabei ent
wickeln
den
Kräften ist dieses Unfallereignis
aller
höchstens als mittelschwerer Unfall im Bereich zu den leichten Unfällen zu qualifizierten (vgl. Urteil des Bundes
ge
richts 8C_748/2010 vom
9.
Dezember 2010 E. 4.1; Urteil des
Sozialver
siche
rungs
ge
richts
des Kantons Zürich UV.2009.00333 vom 3
1.
Januar 2011 E. 4.2).
Von den weiteren
massgeblichen
Kriterien
(E. 1.3.4)
müssten für eine Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhanges entweder ein einzelnes in besonders ausgeprägter Weise oder aber mehrere in gehäufter Weise gegeben sein. Eine Häufung der Kriterien liegt bei der hier (höchstens) gegebenen Unfallschwere vor, wenn mindestens deren vier erfüllt sind (
Urteil des Bundesgerichts 8C_748/2010 vom
9.
Dezember 2010 E. 4.2 mit weiteren Hinweisen
).
4.
2
.4
Aufgrund des bisher Ausgeführten
können die Kriterien „
besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls“, „Schwere oder besondere Art der er
littenen Verletzungen“ sowie
„ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfall
fol
gen erheblich verschlimmert“ ohne weiteres verneint wer
den.
Einzig aufgrund des Umstandes, dass
die
Beschwerdeführer
in
ihre
Schmer
zen seit dem Unfall bei verschiedenen Ärzten und
durch Physiotherapie
zu lin
dern ver
suchte, kann
sodann
noch nicht auf eine spezifische, belastende ärzt
li
che Behandlung geschlossen werden (
Urteil des Bundesgerichts 8C_910/2009 vom 13. Januar 2010 E. 4.4
). Auch
das Kriterium „schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Kompli
ka
tionen“ kann nicht bejaht werden. Nach der Recht
spre
chung des Bundesgerichts bedarf es hierzu besonderer Gründe, welche die Hei
lung beein
trächtigt haben. Die Einnahme vieler Medikamente und die Durch
führung verschiedener Therapien genügen ebenso wenig, wie der Um
stand, dass trotz regelmässiger Therapien weder eine Beschwerdefreiheit noch eine (voll
ständige) Arbeitsfähig
keit in der angestammten Tätigkeit erreicht wer
den konnten (Urteil des Bundesgerichts 8C_252/2007 vom 16. Mai 2008 E.
7.6).
Adäquanzrelevant kön
nen
zudem
nur diejenigen Beschwerden sein, die in der Zeit zwischen dem Unfall und dem Fallabschluss ohne wesentlichen Unterbruch bestehen, wobei sich deren Erheb
lichkeit nach den glaubhaften Schmerzen und nach der Beeinträchtigung beur
teilt, welche die verunfallte Person in ihrem Lebensalltag erfährt (Urteil des Bundesgerichts 8C_768/2007 vom 4. August 2008 E. 4.2).
Gemäss
Dr.
E.___
war der Beschwerdeführerin eine Steige
rung der körperlichen Aktivitäten und der Haushaltspflic
hten zumutbar (
Urk.
12/47 S. 2)
.
Das Kriterium „erheblichen Beschwerden“ ist daher zu verei
nen. Gleiches gilt für das Kriterium „
erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausge
wiesener Anstren
gungen
“. Der Arbeitsversuch der Beschwerdeführerin vom
2.
Juni 2014 wurde abgebrochen, weil ihr gekündigt worden sei (Urk.
12/42 S.
2). Dass die Beschwerdeführerin noch weitere Arbeitsversuche unternommen hätte
,
wird nicht dargetan.
Von den Adäquanzkriterien ist mithin keines gege
ben
, womit ein adäquater Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und den noch verbleibenden Beschwerden zu verneinen ist.
5.
Diese Erwägungen führen zur Abweisung der Beschwerde.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Ivo Baumann
-
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt
-
Bundesamt für Gesundheit
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDer Gerichtsschreiber
HurstHübscher