# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 09c53b48-9a34-5e11-8648-26267992eef4
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-07-05
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 05.07.2023 E-3018/2023
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-3018-2023_2023-07-05.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-3018/2023 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  5 .  J u l i  2 0 2 3  

Besetzung 
 Einzelrichterin Esther Marti, 

mit Zustimmung von Richter Walter Lang,   

Gerichtsschreiberin Tina Zumbühl. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Pakistan,  

(…),   

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung; 

Verfügung des SEM vom 18. April 2023 / N (…). 

 

 

 

E-3018/2023 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass der Beschwerdeführer eigenen Angaben zufolge seinen Heimatstaat 

im Jahr 2019 verliess und am 9. Mai 2022 in die Schweiz einreiste, wo er 

gleichentags um Asyl nachsuchte, 

dass er anlässlich der Erstbefragung UMA (Unbegleiteter minderjähriger 

Asylsuchender) vom 7. Juli 2022 (vgl. Protokoll in den SEM-Akten {…} 

[nachfolgend A]-15) sowie der Anhörung zu den Asylgründen vom 27. Juli 

2022 (vgl. Protokoll in den SEM-Akten A21) zur Begründung des Asylge-

suchs im Wesentlichen geltend machte, dass sich seine Eltern getrennt 

hätten als er etwa zwei Jahre alt gewesen sei und er und seine Mutter zu 

seiner Tante und deren Familie nach B._______ gezogen seien, als er etwa 

11 Jahre alt gewesen sei,  

dass er in der Schule gemobbt worden sei, da seine Eltern geschieden 

seien und er ein guter Schüler gewesen sei, was zu Neid geführt habe, 

dass er mit seiner Mutter deswegen zur Polizei gegangen sei, diese aber 

nichts unternommen habe, 

dass er danach zu seinem Vater habe ziehen wollen, dieser ihn jedoch 

habe verheiraten wollen, weshalb er sich entschieden habe, Pakistan zu 

verlassen, 

dass der Beschwerdeführer eine Geburtsurkunde im Original, einen Fami-

lienregisterauszug im Original und eine Kopie eines Schuldokuments 

(«school leaving certificate») einreichte, 

dass das SEM dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 2. August 2022 

mitteilte, es werde das Gesuch im erweiterten Verfahren behandeln, 

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 2. August 2022 dem SEM die 

Adresse seiner in Pakistan wohnhaften Eltern mitteilte, 

dass die zugewiesene Rechtsvertretung das Vertretungsmandat am  

4. August 2022 niederlegte, 

dass das SEM am 10. August 2022 die Schweizer Botschaft in Islamabad 

um weitere Informationen, insbesondere über die Familie des Beschwer-

deführers, ersuchte,  

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Seite 3 

dass das Migrationsamt des Kantons C._______ dem Beschwerdeführer 

am 15. August 2022 eine Vertrauensperson zuteilte, 

dass die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde D._______ dem Be-

schwerdeführer am 17. November 2022 eine Beiständin bestellte, 

dass die HEKS Rechtsberatungsstelle für Asylrecht E._______ am 11. Ja-

nuar 2023 unter Beilage einer Vollmacht das Vertretungsmandat anzeigte, 

dass die Schweizer Botschaft in Islamabad dem SEM am 1. Februar 2023 

das Abklärungsergebnis zustellte, 

dass das SEM mit Verfügung vom 18. April 2023 (eröffnet am 25. April 

2023) die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers verneinte, sein 

Asylgesuch vom 9. Mai 2023 ablehnte sowie seine Wegweisung aus der 

Schweiz und den Vollzug anordnete, 

dass die Rechtsvertretung mit Eingabe ans SEM vom 17. Mai 2023 um 

Einsicht in die Botschaftsanfrage und die Botschaftsabklärung ersuchte, 

dass das SEM am 23. Mai 2023 die entsprechende Akteneinsicht unter 

Abdeckung der geheim zu haltenden Stellen gewährte, 

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 25. Mai 2023 gegen die Ver-

fügung des SEM vom 18. April 2023 beim Bundesverwaltungsgericht 

(BVGer) Beschwerde erhoben hat und beantragt, die angefochtene Verfü-

gung sei aufzuheben, seine Flüchtlingseigenschaft sei anzuerkennen und 

ihm sei Asyl zu gewähren, eventualiter sei er in der Schweiz vorläufig auf-

zunehmen, subeventualiter sei die Sache an die Vorinstanz zurückzuwei-

sen, 

dass in verfahrensrechtlicher Hinsicht um Gewährung der unentgeltlichen 

Prozessführung inklusive Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvor-

schusses und die Beiordnung eines amtlichen Rechtsbeistands ersucht 

wird, 

dass für die Begründung der Beschwerde auf die Akten zu verweisen ist,  

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 30. Mai 2023 eine Fürsorge-

bestätigung des F._______, datierend vom 26. Mai 2023, einreichte, 

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Seite 4 

 
und erwägt, 

dass gemäss Art. 31 VGG das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung 

von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig ist und 

auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend – endgültig 

entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG),  

dass sich das Verfahren nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG richtet, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG), 

dass der Beschwerdeführer zur Einreichung der Beschwerde legitimiert 

und auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzutreten ist 

(Art. 108 Abs. 2 AsylG; Art. 48 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG), 

dass sich die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen 

Rügen im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG richten, im Bereich des 

Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5), 

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich, 

wie nachfolgend aufgezeigt wird, um ein solches Rechtsmittel handelt, 

weshalb das Urteil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 

AsylG), 

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf einen Schriftenwechsel ver-

zichtet wurde, 

dass zunächst die formellen Rügen zu behandeln sind, da diese allenfalls 

geeignet wären, eine Kassation der angefochtenen Verfügung zu begrün-

den, 

dass der Einwand in der Beschwerde, es seien an der Anhörung zu wenig 

Pausen gemacht worden (vgl. Beschwerde E.II.1) zwar insofern berechtigt 

ist, als dass die Empfehlung, alle 30 Minuten eine Pause zu machen (vgl. 

BVGE 2014/30 E.2.3.3.4), nicht eingehalten wurde, 

dass aber einerseits zu berücksichtigen ist, dass es Sinn machen kann, 

einen Frageabschnitt zu Ende zu bringen und es sich andererseits – wie 

der Name schon sagt – dabei nur um eine Empfehlung handelt, 

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dass im Rahmen der Befragung nach 50 Minuten beziehungsweise einer 

Stunde zwei Pausen gemacht wurden, während die Rückübersetzung 

ohne Pause durchgeführt wurde und sich ein Abschnitt von über eineinhalb 

Stunden ohne Pause ergab, 

dass sich aus dem Protokoll aber insgesamt nicht ergibt, dass dies einen 

negativen Einfluss auf das Aussageverhalten des Beschwerdeführers ge-

habt hätte, zumal auch die Rechtsvertretung nur einmal zu Beginn der An-

hörung auf eine benötigte Pause hinwies (vgl. SEM-Akten A21, F44),  

dass aus dem Anhörungsprotokoll nicht erkennbar ist, dass die Anhörung 

nicht in einem kindsgerechten Rahmen stattgefunden hätte und es keinen 

Anlass gibt, das Anhörungsprotokoll für die Beurteilung des Asylgesuchs 

nicht heranzuziehen, 

dass aus den Akten ausserdem nicht ersichtlich wird, dass der Beschwer-

deführer einen Antrag gestellt hätte, um die Fachspezialistin zu wechseln, 

welcher nicht akzeptiert worden sei, und dass er diesen Einwand in der 

Beschwerde auch nicht weiter konkretisiert (vgl. Beschwerde E.II.1),  

dass die in der Beschwerde erhobenen formellen Rügen insgesamt unbe-

gründet sind, und der Eventualantrag auf Rückweisung der Sache an die 

Vorinstanz abzuweisen ist, 

dass die Schweiz Flüchtlingen grundsätzlich Asyl gewährt (Art. 2 Abs. 1 

AsylG), wobei Flüchtlinge Personen sind, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG), 

dass die Flüchtlingseigenschaft nachgewiesen oder zumindest glaubhaft 

gemacht werden muss (Art. 7 AsylG), 

dass das SEM zur Begründung der angefochtenen Verfügung im Wesent-

lichen ausführt, dass es sich beim geltend gemachten Mobbing um Über-

griffe Dritter handle und der Beschwerdeführer sich an die heimatlichen 

Behörden wenden könne, da der pakistanische Staat grundsätzlich schutz-

fähig und schutzwillig sei, 

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dass der Umstand, dass – seinen Angaben zufolge – die Polizei sein An-

liegen nicht ernst genommen habe, daran nichts ändere, da er sich bei 

einer Weigerung der Anzeigeaufnahme seitens des lokalen Polizeipostens 

zusammen mit seiner Mutter an eine höhere Instanz wenden könne, 

dass ausserdem gewisse Zweifel bestünden, ob er sich tatsächlich bereits 

an eine Polizeistelle gewandt habe, da er dies an der Erstbefragung nicht 

erwähnt habe, 

dass aus seinen Aussagen zudem geschlossen werden könne, dass er bis 

zur siebten Klasse gemobbt worden sei, aus dem eingereichten Schuldo-

kument aber hervorgehe, dass er die neunte Klasse abgebrochen habe, 

weshalb fraglich sei, ob er künftig überhaupt noch Übergriffe seitens der 

Mitschüler zu befürchten hätte, 

dass seine Aussagen in Bezug auf die beabsichtigte Verheiratung durch 

seinen Vater nicht genügend substantiiert und nicht konstant ausgefallen 

seien, 

dass die Vorkommnisse zudem keine flüchtlingsrechtlich relevante Intensi-

tät aufwiesen und er sich diesen nicht nur durch eine Flucht ins Ausland 

hätte entziehen können, zumal seine Mutter ihn wieder zu Hause aufge-

nommen hätte, 

dass sich aus den Akten auch keine konkreten Hinweise ergäben, wonach 

ihm bei einer Rückkehr flüchtlingsrechtlich relevante Nachteile drohen wür-

den, da nur seine unkonkrete Angabe vorliege, er fürchte, sein Vater tue 

ihm aufgrund der erlittenen Ehrverletzung etwas an,  

dass diese Vermutung keine flüchtlingsrechtlich relevante Verfolgung be-

gründe, 

dass das Bundesverwaltungsgericht zum Schluss kommt, dass das SEM 

mit überzeugender Begründung zur Erkenntnis gelangt ist, dass die Vor-

bringen des Beschwerdeführers insbesondere den Anforderungen von 

Art. 3 AsylG an die flüchtlingsrechtliche Beachtlichkeit nicht genügen,  

dass vorab auf die Erwägungen des SEM verwiesen werden kann (vgl. E.II 

der angefochtenen Verfügung) und es dem Beschwerdeführer nicht ge-

lingt, diesen Argumenten Stichhaltiges entgegenzusetzen, 

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dass der Beschwerdeführer erklärt, das SEM habe ihn missverstanden, 

das Mobbing habe nämlich nicht in der 7. Klasse aufgehört, vielmehr habe 

er die Schule gewechselt, sei aber auch dort gemobbt worden, weshalb er 

schliesslich die 9. Klasse habe abbrechen müssen, 

dass es sich auch dabei – unabhängig von der Dauer des Mobbings – um 

Übergriffe von Drittpersonen handelt, welche asylrechtlich nicht relevant 

sind, da gemäss konstanter Rechtsprechung davon auszugehen ist, dass 

die pakistanischen Behörden bei Übergriffen Dritter grundsätzlich schutz-

willig und schutzfähig (vgl. Urteil des BVGer E-5597/2020 vom 25. Novem-

ber 2020 E.5.3.4 m.w.H.) sind, 

dass das SEM zu Recht erwägt, dass – unabhängig von der Glaubhaf-

tigkeit des Vorbringens – eine einzige erfolglose Vorsprache bei einem Po-

lizeiposten noch nicht zur Annahme berechtige, er könne nicht auf den 

Schutz der heimatlichen Behörden zählen, zumal er sich auch an andere 

(Polizei-)Stellen hätte wenden können, 

dass auch aus seinen Aussagen, sein Vater habe ihn verheiraten wollen, 

keine asylrechtlich relevante Verfolgung erkennbar wird, da er bloss zu sei-

ner Mutter hätte zurückkehren können, um einer Verheiratung zu entgehen 

(vgl. SEM-Akten A21 F35, F79, F86),  

dass den Angaben des Beschwerdeführers ausserdem keine genügend 

klaren Indizien zu entnehmen sind, dass ihm mit beachtlicher Wahrschein-

lichkeit und in absehbarer Zeit eine Verheiratung gedroht hätte, zumal ihm 

seinen Aussagen zufolge erst Mädchen vorgestellt worden seien, aber 

nichts weiter geplant worden sei (vgl. SEM-Akten A21 F51, F68 ff., F74 ff., 

F82), 

dass es nicht genügt, eine Furcht vor Verfolgung lediglich mit Ereignissen 

oder Umständen, die sich früher oder später möglicherweise ereignen 

könnten, zu begründen, 

dass der Beschwerdeführer fürchtet, sein Vater könnte ihm nach seiner 

Rückkehr etwas antun (vgl. SEM-Akten A21 F123), wofür sich aber keine 

genügend konkreten Hinweise ergeben, zumal der Vater sich nach seiner 

Ausreise auch nicht mehr bei ihm gemeldet oder sich bei seiner Mutter 

nach ihm erkundigt habe (vgl. SEM-Akten A21 F125), 

dass ausserdem weder in Bezug auf die Probleme mit den Mitschülern 

noch bezüglich der Probleme mit seinem Vater ein asylrechtlich relevantes 

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Verfolgungsmotiv erkennbar ist und der Beschwerdeführer ohne Zweifel 

auch nicht im gesamten Staatsgebiet Pakistans mit diesen Problemen kon-

frontiert wäre, 

dass die Vorbringen insgesamt den Anforderungen an eine flüchtlings-

rechtlich relevante Verfolgung nicht genügen und das SEM sein Asylge-

such zu Recht abgelehnt hat, 

dass es sich demnach erübrigt, auf die Glaubhaftigkeit der Vorbringen wei-

ter einzugehen,  

dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein 

Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat 

(Art. 44 AsylG), vorliegend insbesondere der Kanton keine Aufenthaltsbe-

willigung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung einer solchen 

besteht (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.), weshalb die 

verfügte Wegweisung im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen 

steht und demnach vom Staatssekretariat ebenfalls zu Recht angeordnet 

wurde, 

dass das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestim-

mungen über die vorläufige Aufnahme regelt, wenn der Vollzug der Weg-

weisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich ist (Art. 44 

AsylG; Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]), 

dass beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen ge-

mäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard 

wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft gilt, das heisst, sie sind zu 

beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens 

glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.), 

dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrechtliche 

Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des 

Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenste-

hen (Art. 83 Abs. 3 AIG), 

dass der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllt und so-

mit der in Art. 5 AsylG, Art. 25 Abs. 2 BV und Art. 33 Abs. 1 des Abkommens 

vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 

0.142.30]) verankerte Grundsatz der flüchtlingsrechtlichen Nichtrückschie-

bung keine Anwendung findet, 

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dass sodann keine Anhaltspunkte für eine im Heimat- oder Herkunftsstaat 

drohende menschenrechtswidrige Behandlung im Sinne von Art. 25 Abs. 3 

BV, von Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter 

und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung 

oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK ersichtlich sind,  

dass somit der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- als auch 

der völkerrechtlichen Bestimmungen als zulässig zu bezeichnen ist, 

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar 

erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat aufgrund von Situationen 

wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage kon-

kret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AIG), 

dass trotz der teilweise angespannten Lage die allgemeine Lage in Pakis-

tan (vgl. etwa das Urteil des BVGer D-3161/2023 vom 17. April 2023 

E.12.2) nicht auf eine konkrete Gefährdung im Falle einer Rückkehr 

schliessen lässt, 

dass bei einem Wegweisungsvollzug, von welchem Kinder betroffen sind, 

das Kindswohl einen wichtigen Gesichtspunkt im Zusammenhang mit der 

Zumutbarkeitsprüfung ergibt (Art. 83 Abs. 4 AIG i.V.m. Art. 3 Abs. 1 des 

Übereinkommens vom 20. November 1989 über die Rechte des Kindes 

[KRK, SR 0.107]), 

dass das SEM den Wegweisungsvollzug unter Berücksichtigung des 

Kindswohls eingehend geprüft hat und vorab auf seine zutreffenden Erwä-

gungen verwiesen werden kann (vgl. E.III der angefochtenen Verfügung), 

dass das SEM hinsichtlich der individuellen Zumutbarkeit festhielt, die Bot-

schaftsabklärung habe seine Aussagen zu den familiären Umständen im 

Wesentlichen bestätigt, weshalb das SEM annehme, dass er in B._______ 

über ein familiäres Beziehungsnetz verfüge, 

dass gestützt auf seine Aussagen und die Botschaftsabklärung davon aus-

zugehen sei, dass er zu seiner Mutter ein gutes Verhältnis habe und zu ihr 

in ein vertrautes Umfeld zurückkehren könne, 

dass sich aus der Botschaftsabklärung zwar ergebe, dass die wirtschaftli-

che Situation seiner Mutter schwierig sei, sie jedoch von der Familie der 

Tante unterstützt werde und es insgesamt keine Hinweise dafür gebe, dass 

er in eine Existenz bedrohende Lage geraten könnte, zumal er sich bereits 

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im fortgeschrittenen Jugendalter befinde und angenommen werden könne, 

dass er bald einer Arbeitstätigkeit nachgehen und für seinen Unterhalt auf-

kommen könne, 

dass er seine medizinischen Beeinträchtigungen (Eisenmangel und de-

pressive Verstimmung) bei Bedarf auch in Pakistan behandeln lassen 

könne und der Wegweisungsvollzug insgesamt unter Berücksichtigung des 

Kindswohls zumutbar sei, 

dass für die Begründung im Detail auf die Akten zu verweisen ist, 

dass das BVGer die Einschätzung des SEM, der Beschwerdeführer könne 

zu seiner Mutter zurückehren, teilt, zumal sich in den Akten und insbeson-

dere in der Botschaftsabklärung keine Hinweise dafür finden lassen, dass 

eine Rückkehr des Beschwerdeführers zu seiner Mutter nicht dem Kinds-

wohl entsprechen würde, 

dass das SEM zu Recht feststellt, unabhängig von der wirtschaftlichen Si-

tuation der Mutter sei nicht anzunehmen ist, dass der Beschwerdeführer 

bei einer Rückkehr in eine Notlage geraten würde, da die Mutter finanziell 

unterstützt werde, 

dass der Hinweis in der Beschwerde, gemäss Botschaftsabklärung habe 

die wirtschaftliche Situation seines Vaters nicht eruiert werden können (vgl. 

ebd. E.II.2), daran nichts ändert, zumal der Beschwerdeführer zur Mutter 

zurückkehren kann, wobei sie – wie früher bereits – auf die Unterstützung 

der Familie ihrer Tante zurückgreifen kann,  

dass das Bundesverwaltungsgericht insgesamt zum Schluss kommt, dass 

der Beschwerdeführer in seinem Heimatstaat über ein tragfähiges Bezie-

hungsnetz verfügt und es ihm möglich ist, sich dem lokalen Standard ge-

mäss eine Zukunft aufzubauen, 

dass er sich seit etwas mehr als einem Jahr in der Schweiz aufhält und 

sich aus den Akten keine ausgeprägte Integration in der Schweiz ergibt, 

womit seine Hauptsozialisation – trotz seiner inzwischen etwa vierjährigen 

Landesabwesenheit – bisher in Pakistan stattfand, 

dass in Bezug auf die geltend gemachten medizinischen Beeinträchtigun-

gen des Beschwerdeführers nach konstanter Rechtsprechung des Bun-

desverwaltungsgerichts nur dann auf Unzumutbarkeit des Wegweisungs-

vollzugs geschlossen werden kann, wenn eine notwendige medizinische 

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Seite 11 

Behandlung im Heimatland nicht zur Verfügung steht und die Rückkehr zu 

einer raschen und lebensgefährdenden Beeinträchtigung des Gesund-

heitszustands der betroffenen Person führen würde, 

dass sich aus den Akten ein Eisenmangel und eine depressive Verstim-

mung ergeben (vgl. SEM-Akten A18, A20, A34), der Beschwerdeführer ge-

mäss Aktenlage aber in der Schweiz aufgrund der depressiven Verstim-

mung nicht in Behandlung ist und sich aus den Akten auch keine bevorste-

hende oder dringend empfohlene Therapie ergibt, 

dass der Beschwerdeführer zwar in der Beschwerde darauf hinweist, dass 

er einige Male bei einer Psychologin gewesen sei (vgl. Beschwerde E.II.2), 

dies allerdings nicht belegt und es für sich alleine auch nicht zur Annahme 

führt, er sei dringend auf psychiatrische Behandlung angewiesen, 

dass der Einwand in der Beschwerde, der Zugang zu adäquater psychiat-

rischer Versorgung in Pakistan sei gemäss dem Urteil des Bundesverwal-

tungsgerichts E-5039/2020 vom 15. November 2022 nicht gesichert, somit 

nichts zu bewirken vermag,  

dass das Bundesverwaltungsgericht in seiner Rechtsprechung zwar grund-

sätzlich davon ausgeht, dass eine adäquate psychiatrische Behandlung im 

öffentlichen Bereich in Pakistan nur beschränkt verfügbar ist, da das nati-

onale Budget für die psychische Gesundheitsversorgung extrem tief ist und 

es nur wenige Psychiater und Psychologen gibt, wovon die meisten in den 

Stadtzentren, nicht aber in den ländlichen Gegenden tätig sind, die beste-

henden Einrichtungen völlig überlastet sind und Patienten faktisch einen 

Grossteil der Behandlungen und Medikamente selber bezahlen müssen 

(vgl. etwa das Urteil des BVGer E-2495/2021 vom 11. April 2023 E.8.3.5 

m.w.H.), 

dass der Beschwerdeführer aus der Stadt B._______ stammt und auf ein 

familiäres Netz zurückgreifen kann, und somit auch unter den geschilder-

ten erschwerten Bedingungen der Zugang zu einer medizinischen Behand-

lung nicht ausgeschlossen scheint, sollte er tatsächlich nach seiner Rück-

kehr auf eine solche angewiesen sein, auch wenn die Behandlung allen-

falls nicht dem medizinischen Standard der Schweiz entspricht, 

dass unabhängig vom Gesagten auch naheliegend erscheint, dass es dem 

Beschwerdeführer nach einer Rückkehr in sein gewohntes Umfeld in psy-

chischer Hinsicht wieder besser geht,  

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Seite 12 

dass die Rückkehr des Beschwerdeführers nach Pakistan insgesamt dem 

Kindswohl entspricht und das SEM in Beachtung der massgeblichen Be-

stimmungen und Praxis den Wegweisungsvollzug zu Recht als zumutbar 

erachtet hat, 

dass der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers in den Heimat-

staat schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse bestehen 

(Art. 83 Abs. 2 AIG), und es dem Beschwerdeführer obliegt, bei der Be-

schaffung gültiger Reisepapiere mitzuwirken (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und 

dazu auch BVGE 2008/34 E. 12), 

dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechts-

erheblichen Sachverhalt richtig sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 

AsylG), und angemessen ist, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist, 

dass das Gesuch um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses 

mit vorliegendem Urteil gegenstandslos wird, 

dass der Antrag um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung abzu-

weisen ist, da die Beschwerdebegehren – wie sich aus den vorstehenden 

Erwägungen ergibt – als aussichtslos im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG 

zu bezeichnen waren, 

dass es damit auch an einer Voraussetzung zur Beigabe eines amtlichen 

Rechtsbeistandes fehlt (Art. 102m AsylG), weshalb auch dieses Gesuch 

abzuweisen ist, 

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten grundsätzlich dem 

Beschwerdeführer aufzuerlegen wären (Art. 63 Abs. 1 VwVG),  

dass gestützt auf Art. 6 Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 über 

die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 

(VGKE, SR 173.320.2) jedoch auf die Erhebung von Verfahrenskosten 

vom auch heute noch minderjährigen Beschwerdeführer zu verzichten ist. 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 13 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung wird abgewiesen. Es wer-

den keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Das Gesuch um Beigabe eines amtlichen Rechtsbeistandes wird abgewie-

sen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Esther Marti Tina Zumbühl 

 

 

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