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**Case Identifier:** 6a77e7c3-b645-51e9-8cb8-c95148cae8fc
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-08-08
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 08.08.2023 200 2023 47
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2023-47_2023-08-08.pdf

## Full Text

200 23 47 IV
KNB/SHE/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil des Einzelrichters vom 8. August 2023

Verwaltungsrichter Knapp
Gerichtsschreiber Schnyder

A.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern 
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

B.________
Beigeladene

betreffend Verfügung vom 16. Dezember 2022

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Aug. 2023, IV/23/47, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1967 geborene A.________ (nachfolgend: Versicherter bzw. Be-
schwerdeführer) meldete sich im November 2011 bei der IV-Stelle Bern 
(nachfolgend: IVB bzw. Beschwerdegegnerin) zum Leistungsbezug an. 
Nach diversen den Parteien bekannten Verwaltungs- und Gerichtsverfah-
ren (vgl. zum Ganzen u.a. Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons 
Bern [VGer] vom 8. September 2020, IV/2020/434 [Akten der IVB {act. II} 
106, Sachverhalt]) stellte die IVB dem Versicherten mit Vorbescheid vom 
22. Juni 2022 (act. IIA 285) in Aussicht, gestützt auf einen Invaliditätsgrad 
von 100% rückwirkend ab dem 1. Juni 2012 eine ganze Invalidenrente zu-
zusprechen. Am 16. Dezember 2022 (act. IIA 301/2) verfügte die IVB 
entsprechend dem Vorbescheid. Bezüglich der aufgelaufenen 
Rentenbetreffnisse vom 1. Juni 2012 bis 31. Dezember 2022 entschied sie, 
diese wie folgt auszuzahlen:

- Versicherter: Fr. 165'341.55
- Sozialdienst C.________: Fr. 143'419.80
- B.________: Fr. 19'642.65

B.

Am 22. Januar 2023 erhob A.________ gegen die Verfügung vom 
16. Dezember 2022 mit folgenden Rechtsbegehren Beschwerde: 

„1. Hauptantrag: Die Rückforderung der B.________ sei mangels 
Überentschädigung abzuweisen und der strittige Betrag von CHF 
19‘642.65 sei folglich nicht an die B.________, sondern an den 
Versicherten zu überweisen.

2. Folgeantrag: Bei Gutheissung des Hauptantrages sei die daraus 
entstehende Zinsdifferenz von CHF 5‘037.- an den Versicherten zu 
überweisen.

3. Verspätungsantrag: Dem Beschwerdeführer sei auf die fällige Summe 
(aus Hauptantrag und Folgeantrag) von CHF 24‘679.65 ein 
Verspätungszins von 5% seit dem 16. Dezember 2022 zuzusprechen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Aug. 2023, IV/23/47, Seite 3

4. Kostenantrag: Die Verfahrenskosten seien bei Obsiegen des 
Beschwerdeführers der B.________, der Ausgleichskasse oder der 
IVBE aufzuerlegen - oder den Verursachern anteilig aufzuerlegen. Bei 
Unterliegen des Beschwerdeführers seien ihm ausnahmsweise keine 
Verfahrenskosten aufzuerlegen.“

Mit Beschwerdeantwort vom 6. März 2023 schloss die 
Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde, soweit darauf 
einzutreten sei. Der Eingabe beigelegt war eine Stellungnahme der 
Ausgleichskasse des Kantons Bern (nachfolgend AKB) vom 27. Februar 
2023 bezüglich Rechtzeitigkeit der Beschwerde, Verrechnung 
aufgelaufener Rentenzahlungen mit der B.________ sowie Verjährung 
einer allfälligen Forderung der B.________.

Mit prozessleitender Verfügung vom 6. April 2023 lud der zuständige 
Instruktionsrichter die B.________ (nachfolgend Beigeladene) zum 
Verfahren bei und räumte ihr Gelegenheit zur Stellungnahme ein. 

Die Eingabe der Beigeladenen ging am 24. Mai 2023 beim 
Verwaltungsgericht ein. Darin schloss diese auf Abweisung der 
Beschwerde.

Mit prozessleitender Verfügung vom 25. Mai 2023 schloss der 
Instruktionsrichter das Beweisverfahren (Ziff. 2). Er verwies dabei auf die 
Stellungnahme der Beigeladenen vom 24. Mai 2023 und den Umstand, 
dass es vorliegend einzig um die sozialversicherungsrechtliche Frage der 
direkten Verrechnung / Drittauszahlung mit der nachträglich 
zugesprochenen Invalidenrente gehe. Den Beizug der Akten betreffend ein 
zwischen dem Beschwerdeführer und der Beigeladenen hängigen 
Verfahrens vor Zivilgericht erachtete er nicht als erforderlich. Gleichzeitig 
setzte er den Parteien Termin zur allfälligen Stellungnahme (Ziff. 3). 

Am 11. Juni 2023 nahm der Beschwerdeführer Stellung zur 
prozessleitenden Verfügung vom 25. Mai 2023 und stellte folgende 
Rechtsbegehren:

„1. Dispositivziffer 2 der Verfügung vom 25. Mai 2023 sei insofern 
abzuändern, als dass wegen des Mitwirkungsrechts neue Tatsachen 
und Beweismittel im Zusammenhang mit der Rückforderung / 
Drittauszahlung zum Entscheid zugelassen sind und die zivilen Akten 

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zu editieren seien. Es sei bei Nichtzulassung ein begründeter, 
anfechtbarer Zwischenentscheid zu erlassen.

2. Die Rechtsbegehren der Beschwerdegegnerin vom 6. Mai 2023 und der 
Beigeladenen vom 23. Mai 2023 seien abzuweisen; die 
Rechtsbegehren des Beschwerdeführers vom 22. Januar 2023 seien 
gutzuheissen.“

Mit prozessleitender Verfügung vom 19. Juni 2023 stellte der 
Instruktionsrichter der Beschwerdegegnerin und der Beigeladenen je eine 
Kopie der Stellungnahme des Beschwerdeführers vom 11. Juni 2023 zu. 
Weiter wies er den Antrag des Beschwerdeführers, die „zivilgerichtlichen 
Verfahrensakten“ seien zu editieren und damit Ziff. 2 der prozessleitenden 
Verfügung vom 25. Mai 2023 abzuändern, ab. Das Beweisverfahren blieb 
geschlossen. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des Ver-
waltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 6. Ok-
tober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist ge-
geben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die 
Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da unter Berücksichtigung des 
Fristenstillstandes auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 ATSG i.V.m. 
Art. 38 Abs. 4 lit. c ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die 

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Verwaltungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die 
Beschwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsgegenstand bildet die Verfügung der 
Beschwerdegegnerin vom 16. Dezember 2022 (act. IIA 301/2), mit welcher 
diese dem Beschwerdeführer rückwirkend ab 1. Juni 2012 gestützt auf 
einen Invaliditätsgrad von 100% eine ganze Rente zusprach und 
gleichzeitig die Nachzahlung / Drittauszahlung / Verrechnung der vom 1. 
Juni 2012 bis 31. Dezember 2022 aufgelaufenen Rentenbetreffnisse an 
den Beschwerdeführer (Fr. 165‘341.55), den Sozialdienst C.________ (Fr. 
143‘419.80) sowie die Beigeladene (Fr. 19‘642.65) regelte. Vorliegend 
einzig angefochten und hier zu prüfen ist die vorgesehene Drittauszahlung 
an die Beigeladene (vgl. auch Beschwerde S. 2, S. 5 Ziff. 7, S. 8 Ziff. 11). 
Der Rest der Verfügung blieb unbeanstandet (insbesondere der 
Invaliditätsgrad, der Rentenbeginn und die Rentenhöhe sowie die 
Rentennachzahlungen an den Beschwerdeführer und die Drittauszahlung 
an den Sozialdienst C.________) und ist in Rechtskraft erwachsen. Dies 
bildet somit nicht Thema des vorliegenden Verfahrens. 

1.3 Angesichts der Höhe der im Streit liegenden Drittauszahlung der 
Beschwerdegegnerin an die Beigeladene im Umfang von Fr. 19‘642.65 (die 
Zinsen werden gemäss Art. 91 Abs. 1 der Schweizerischen Zivilprozess-
ordnung vom 19. Dezember 2008 [ZPO; SR 272] i.V.m. Art. 57 Abs. 1 
GSOG nicht hinzugerechnet) erreicht der Streitwert nicht den Betrag von 
Fr. 20'000.--, weshalb die Beurteilung der Beschwerde in die einzelrichterli-
che Zuständigkeit fällt (Art. 57 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 
80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Am 1. Januar 2022 ist die Änderung vom 19. Juni 2020 des IVG 
(Weiterentwicklung der IV) und weiterer Erlasse (insbesondere des ATSG) 
in Kraft getreten (AS 2021 705). In zeitlicher Hinsicht sind – vorbehältlich 

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besonderer übergangsrechtlicher Regelungen – grundsätzlich diejenigen 
Rechtssätze massgeblich, die bei der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden 
oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 148 V 
162 E. 3.2.1 S. 166, 144 V 210 E. 4.3.1 S. 213). Die angefochtene 
Verfügung datiert vom 16. Dezember 2022 (act. IIA 301/2), womit sie nach 
dem Inkrafttreten der IVG-Änderung vom 19. Juni 2020 erging. Da die 
entsprechenden Gesetzes- und Verordnungsartikel (vgl. E. 2.2 ff. hiernach) 
durch die Weiterentwicklung der IV nicht geändert wurden, erübrigen sich 
jedoch weitere Ausführungen zum anwendbaren Recht. 

2.2 Der Anspruch auf Leistungen ist gemäss Art. 22 Abs. 1 ATSG 
weder abtretbar noch verpfändbar. Jede Abtretung oder Verpfändung ist 
nichtig. Nach Art. 22 Abs. 2 ATSG können Nachzahlungen von Leistungen 
des Sozialversicherers jedoch wie folgt abgetreten werden: 

a. dem Arbeitgeber oder der öffentlichen oder privaten Fürsorge, soweit 
diese Vorschussleistungen leisten;

b. einer Versicherung, die Vorleistungen erbringt.

2.3 Arbeitgeber, Einrichtungen der beruflichen Vorsorge, 
Krankenversicherungen, öffentliche und private Fürsorgestellen oder 
Haftpflichtversicherer mit Sitz in der Schweiz, welche im Hinblick auf eine 
Rente der Invalidenversicherung Vorschussleistungen erbracht haben, 
können verlangen, dass die Nachzahlung dieser Rente bis zur Höhe ihrer 
Vorschussleistung verrechnet und an sie ausbezahlt wird. Vorbehalten 
bleibt die Verrechnung nach Art. 20 des Bundesgesetzes vom 20. Dezem-
ber 1946 über die Alters- und Hinterlassenenversicherung [AHVG; SR 
831.10]). Die bevorschussenden Stellen haben ihren Anspruch mit 
besonderem Formular frühestens bei der Rentenanmeldung und 
spätestens im Zeitpunkt der Verfügung der IV-Stelle geltend zu machen 
(Art. 85bis Abs. 1 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die 
Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]). 

Nach Abs. 2 von Art. 85bis IVV gelten als Vorschussleistungen:

a. freiwillige Leistungen, sofern die versicherte Person zu deren 
Rückerstattung verpflichtet ist und sie der Auszahlung an die 
bevorschussende Stelle schriftlich zugestimmt hat;

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b. vertraglich oder aufgrund eines Gesetzes erbrachte Leistungen, soweit 
aus dem Vertrag oder dem Gesetz ein eindeutiges 
Rückforderungsrecht infolge der Rentennachzahlung abgeleitet werden 
kann. 

Die Nachzahlung darf der bevorschussenden Stelle höchstens im Betrag 
der Vorschussleistungen und für den Zeitraum, in welchem sie erbracht 
worden ist, ausbezahlt werden (Art. 85bis Abs. 3 IVV).

2.4 Um von einem eindeutigen Rückforderungsrecht nach Art. 85bis Abs. 
2 lit. b IVV sprechen zu können, muss der direkte Anspruch gegenüber der 
Invalidenversicherung vertraglich oder normativ festgehalten sein. Richtet 
sich ein in den allgemeinen Versicherungsbedingungen zu einer kollektiven 
Krankentaggeldversicherung enthaltenes Rückforderungsrecht nur gegen 
den Versicherten selbst, nicht aber auch gegen Sozialversicherungsträger, 
die ebenfalls Leistungen erbringen, besteht diesen gegenüber keine direkte 
Rückforderungsmöglichkeit (Entscheid des Eidgenössischen 
Versicherungsgerichts [EVG; heute Bundesgericht {BGer}] vom 11. 
Oktober 2004, I 317/03, E. 5.2 mit Hinweisen). 

3.

3.1 Aufgrund der Akten ist erstellt (vgl. etwa Akten der AKB [act. IIC] 
31/6, 52/3 ff.; Akten der Beigeladenen [act. III] 4), und wird vom 
Beschwerdeführer zu Recht nicht bestritten (vgl. etwa act. IIC 45/1 Ziff. 4,), 
dass ihm die Beigeladene in der Zeit vom 1. Juni 2012 bis 28. Juni 2013 
(vgl. auch act. IIC 49/2) basierend auf einer Arbeitsunfähigkeit von 100% 
bis 30. September 2012 und von 55% ab 1. Oktober 2012 
Krankentaggelder von insgesamt Fr. 100‘365.75 ausbezahlte. Bereits mit 
Schreiben vom 12. Dezember 2011 (act. IIC 11) meldete die Beigeladene 
bei der Beschwerdegegnerin den Anspruch auf Verrechnung einer 
allfälligen Rückforderung mit den voraussichtlichen Nachzahlungen von 
Leistungen der eidgenössischen Invalidenversicherung an und bat diese, 
die AKB über ihr Verrechnungsrecht zu informieren. Nachdem die 
Beschwerdegegnerin am 22. Juni 2022 (act. IIC 13) die rückwirkende 
Zusprache einer ganzen Invalidenrente ab 1. Juni 2012 in Aussicht gestellt 
hatte und am 5. September 2022 (act. IIC 22) die AKB gebeten hatte, die 

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Geldleistungen zu berechnen sowie die Verfügung zu erstellen und zu 
versenden, stellte die Beigeladene am 24. Oktober 2022 (act. IIC 31) bei 
der AKB für die Zeit vom 1. Juni 2012 bis zum 29. Juli 2013 einen 
Verrechnungsantrag im Umfang von Fr. 20‘805.15. Die Verrechnung zeigte 
sie dem Beschwerdeführer mit Schreiben vom 25. Oktober 2022 an (act. 
IIC 31/6). Neben der konkreten Berechnung des Rückforderungs- / 
Verrechnungsbetrags wurde der Beschwerdeführer darauf hingewiesen, 
dass „entgegenkommenderweise“ vollständig auf eine Anrechnung der 
Kinderrenten zur Invalidenrente verzichtet werde. Am 1. November 2022 
(act. IIC 33) stellte die Beigeladene bei der AKB einen neuen, diesmal für 
die Zeit vom 1. Juni 2012 bis 28. Juni 2013 begrenzten und auf Fr. 
19‘642.65 reduzierten, Rückforderungs- / Verrechnungsantrag. In der Folge 
äusserte sich der Beschwerdeführer diverse Male (vgl. etwa 6. Oktober 
2022 [act. IIC 39], 13. Oktober 2022 [act. IIC 54], 27. Oktober 2022 [act. IIC 
47], 1. November 2022 [act. IIC 45], 7. November 2022 [act. IIC 49], 30. 
November 2022 (act. IIC 53) zur Sache und machte geltend, der 
Rückforderungs- / Verrechnungsanspruch der Beigeladenen sei verwirkt 
bzw. der von ihr berechnete Betrag falsch und belaufe sich auf maximal 
Fr. 9‘280.--. 

3.2 Die ehemalige Arbeitgeberin des Beschwerdeführers, die 
D.________ AG, schloss mit der Beigeladenen einen Vertrag betreffend 
eine „Kollektive Krankentaggeldversicherung nach VVG“ ab. Als 
Vertragsbeginn wurde der 1. Januar 2012 und als Vertragsablauf der 31. 
Dezember 2013 festgelegt. Vereinbart wurde ein Krankentaggeld von 90% 
der versicherten Lohnsumme während 730 Tagen pro Fall abzüglich einer 
Wartefrist von 180 Tagen (Kader) bzw. 30 Tagen (dem 
Gesamtarbeitsvertrag unterstelltes Personal) pro Fall. Schliesslich wurde 
die Anwendbarkeit der Allgemeinen Versicherungsbedingungen für die 
kollektive Taggeldversicherung (Ausgabe 2006; nachfolgend AVB) 
vereinbart (Akten der Beigeladenen [act. III] 2]). 

Gemäss den vorliegend anwendbaren AVB (act. III 1) kann die 
Beigeladene – falls der Rentenanspruch einer staatlichen oder 
betrieblichen Versicherung noch nicht feststeht – das versicherte Taggeld 
freiwillig bevorschussen. In diesem Fall fordert die Beigeladene die zuviel 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Aug. 2023, IV/23/47, Seite 9

erbrachten Leistungen ab Beginn des Rentenanspruchs zurück. Hierbei 
steht es ihr frei, diese Rückforderungen bei der versicherten Person oder 
bei dem die Rente auszahlenden Versicherungsträger zu stellen. Die 
allfällige Bevorschussung erfolgt deshalb unter dem ausdrücklichen 
Vorbehalt der Rückforderung anlässlich der Rentennachzahlung. Die 
Rückforderung erfolgt im Umfang der für die gleiche Zeit zugesprochenen 
Rente. Die versicherte Person tritt im Umfang der Vorleistungen der 
Beigeladenen ihre Ansprüche gegenüber den anderen 
Versicherungsträgern an die Beigeladene ab (Ziff. 28; kursiv 
hervorgehoben durch das Gericht).

3.3 Die vorliegende Prüfung der Rechtmässigkeit der strittigen Drittaus-
zahlung muss sich auf die spezifischen Fragen der Nachzahlung von Leis-
tungen des Sozialversicherers – hier der Invalidenversicherung - an eine 
bevorschussende Dritte beschränken (vgl. u.a. Beschwerdeantwort Ziffer 3, 
mit Hinweis auf den Entscheid des EVG vom 21. Oktober 2004, I 296/03, 
E. 4.2). Dies mit Blick auf die entsprechenden sozialversicherungsrechtli-
chen Bestimmungen sowie der dazu ergangenen höchstrichterlichen 
Rechtsprechung (vgl. dazu im IV-Bereich namentlich vorstehend E. 2.4). 
Weitergehende Fragen hinsichtlich der Kollektiven Krankentaggeldversi-
cherung nach dem Bundesgesetz vom 2. April 1908 über den Versiche-
rungsvertrag (Versicherungsvertragsgesetz, VVG; SR 221.229.1) betreffen 
das parallel geführte Verfahren – zwischen dem Beschwerdeführer und der 
Beigeladenen – vor Zivilgericht. Bei dieser Ausgangslage erübrigt es sich, 
die Akten des zivilrechtlichen Verfahrens beizuziehen.

Vorliegend sprach die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer nach 
Ablauf des Wartejahres (Art. 28 IVG) rückwirkend ab 1. Juni 2012 
basierend auf einem Invaliditätsgrad von 100% eine ganze Invalidenrente 
zu (act. IIA 301/2). Die Beigeladene bezahlte gemäss Ziff. 28 ihrer AVB in 
der hier streitigen Zeit ab 1. Juni 2012 im Sinne einer freiwilligen 
Bevorschussung (vgl. Stellungnahme der Beigeladenen vom 23. Mai 2023 
S. 3 f. Ziff. 1) Taggelder im Umfang von insgesamt Fr. 100‘365.75. Dies ist 
aufgrund der Akten erstellt und wir von den Parteien nicht bestritten. 
Ebenfalls nicht bestritten ist, dass die Beigeladene die Rückforderung bzw. 
Drittauszahlung – wie in den AVB vorgesehen (Ziff. 28) – nicht höher als im 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Aug. 2023, IV/23/47, Seite 10

Umfang der für die gleiche Zeit zugesprochenen Invalidenrenten geltend 
macht (1. Juni 2012 bis 28. Juni 2013; ohne Einbezug der Kinderrenten 
und ab Oktober 2012 bloss im Umfang einer halben Invalidenrente). 
Gemäss Ziff. 28 der AVB besteht das erforderliche eindeutige, direkte 
Rückforderungsrecht gegenüber dem Sozialversicherungsträger (vgl. 2.4 
vorstehend) und die Beigeladene nahm dies vorliegend allein teilweise – im 
Umfang von Fr. 19‘642.65 – wahr.

Damit sind die Voraussetzungen nach Art. 85bis IVV (vgl. E. 2.3 f. hiervor) 
für die Drittauszahlung an die Beigeladene erfüllt. 

3.4 Soweit der Beschwerdeführer schliesslich eine Verwirkung des 
Rückforderungsanspruchs geltend macht ist ihm nicht zu folgen. Bei 
rückwirkender Zusprechung einer Invalidenrente wird die Verwirkungsfirst 
erst dann ausgelöst, wenn die Rentenverfügung in Rechtskraft erwächst 
(vgl. diesbezüglich BGE 127 V 484 E. 3b/dd S. 490 sowie Entscheid des 
BGer vom 22. Oktober 2013, 8C_138/2013, E. 4.4.1). Die Frist wurde 
vorliegend mit Einreichung des Verrechnungsantrags am 24. Oktober 2022 
(act. IIC 31) und damit bereits vor Erlass der Rentenverfügung so oder 
anders gewahrt.

3.5 Nach dem Dargelegten ist die angefochten Verfügung vom 16. 
Dezember 2022 (act. IIA 301) hinsichtlich der hier einzig streitigen 
Drittauszahlung an die Beigeladene nicht zu beanstanden. Die dagegen 
erhobene Beschwerde ist abzuweisen.

4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 500.--, werden entspre-
chend dem Ausgang des Verfahrens dem Beschwerdeführer zur Bezah-

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lung auferlegt. Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss von 
Fr. 800.-- entnommen. Die Restanz von Fr. 300.-- ist dem Beschwerdefüh-
rer nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils zurückzuerstatten.

4.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf eine 
Parteientschädigung (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG 
[Umkehrschluss]).

Demnach entscheidet der Einzelrichter:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 500.-- werden dem Beschwerdeführer zur 
Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss von 
Fr. 800.-- entnommen. Die Restanz von Fr. 300.-- wird ihm nach Eintritt 
der Rechtskraft dieses Urteils zurückerstattet.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- A.________
- IV-Stelle Bern  
- B.________ 
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

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Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen 
Begründung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde 
in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.