# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c2527375-58eb-52ca-8636-0de8d9e8650d
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2026-01-20
**Language:** de
**Title:** 2C_744/2025 20.01.2026
**Docket/Reference:** 2C_744/2025
**URL:** https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=show_document&highlight_docid=aza%3A%2F%2F20-01-2026-2C_744-2025&print=yes&zoom=

## Full Text

Bundesgericht
Tribunal fdral
Tribunale federale
Tribunal federal
2C_744/2025
Urteil vom 20. Januar 2026
II. ffentlich-rechtliche Abteilung
Besetzung
Bundesrichterin Aubry Girardin, Prsidentin,
Gerichtsschreiberin Ivanov.
Verfahrensbeteiligte
1. A.A.________,
wohnhaft in Afghanistan,
2. B.A.________,
wohnhaft in Afghanistan,
Beschwerdefhrer,
beide vertreten durch C.A.________,
gegen
Migrationsamt des Kantons Zrich,
Berninastrasse 45, 8090 Zrich,
Sicherheitsdirektion des Kantons Zrich,
Rekursabteilung,
Neumhlequai 10, Postfach, 8090 Zrich.
Gegenstand
Einreise zum Verbleib beim Vater,
Beschwerde gegen die Verfgung des Verwaltungs- gerichts des Kantons Zrich, 2. Abteilung, Einzelrichter,
vom 14. November 2025 (VB.2025.00635).
Erwgungen:
1.
1.1. Die afghanischen Staatsangehrigen A.A.________ (geb. 2001) und B.A.________ (geb. 2000) sind Geschwister und leben in Afghanistan. Ihr Vater reiste am 5. Dezember 2001 in die Schweiz ein und verfgt mittlerweile ber eine Niederlassungsbewilligung. Am 17. Februar 2025 beantragte er die Einreisebewilligung fr A.A._____ ___ und B.A.________.
Mit zwei separaten Verfgungen vom 21. Mai 2025 wies das Migrationsamt des Kantons Zrich sowohl das Gesuch von A.A.________ als auch jenes von B.A.________ ab.
Dagegen erhoben A.A.________ und B.A.________ jeweils Rekurs bei der Sicherheitsdirektion des Kantons Zrich. Mit Entscheid vom 26. August 2025 vereinigte die Sicherheitsdirektion die beiden Rekursverfahren, trat auf den Rekurs von A.A.________ nicht ein und wies jenen von B.A.________ ab.
1.2. Gegen den Entscheid der Sicherheitsdirektion erhoben A.A.________ und B.A.________ Beschwerde an das Verwaltungsgericht des Kantons Zrich und stellten unter anderem ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege.
Mit Prsidialverfgung vom 30. September 2025 wies das Verwaltungsgericht unter anderem das Gesuch um Gewhrung der unentgeltlichen Prozessfhrung und Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistands wegen Aussichtslosigkeit der Beschwerde ab (Dispositiv-Ziff. 3). Zugleich setzte es den Beschwerdefhrern - unter Androhung des Nichteintretens - eine Frist von 20 Tagen zur Leistung eines Kostenvorschusses an (Dispositiv-Ziff. 4).
1.3. Mit Verfgung des Einzelrichters vom 14. November 2025 trat das Verwaltungsgericht, 2. Abteilung, auf die Beschwerde androhungsgemss nicht ein, weil der Kostenvorschuss nicht geleistet worden sei.
1.4. Mit Eingabe vom 29. Dezember 2025 erheben A.A.________ und B.A.________ Beschwerde an das Bundesgericht und beantragen, es sei die Verfgung des Verwaltungsgerichts vom 14. Dezember 2025 aufzuheben, es sei die Beschwerde unter Bercksichtigung eines Hrtefalls sowie humanitrer und menschenrechtlicher Grnde zu behandeln, es sei das Migrationsamt anzuweisen, ihnen Einreisebewilligungen zu erteilen und es sei das Verwaltungsgericht anzuweisen, auf die Beschwerde einzutreten. Prozessual ersuchen sie um unentgeltliche Rechtspflege, eventualiter um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses, subeventualiter um Ratenzahlung, wobei unklar bleibt, ob sich diese Antrge auf das bundesgerichtliche oder das vorinstanzliche Verfahren beziehen.
Es wurden keine Instruktionsmassnahmen angeordnet.
2.
2.1. Angefochten ist ein Nichteintretensentscheid eines oberen kantonalen Gerichts auf dem Gebiet des Auslnderrechts und somit in einer ffentlich-rechtlichen Angelegenheit. Auf dem Gebiet des Auslnderrechts ist die Beschwerde in ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten im Zusammenhang mit Bewilligungen ausgeschlossen, auf die weder das Bundesrecht noch das Vlkerrecht einen Anspruch einrumen oder Abweichungen von den Zulassungsvoraussetzungen betreffen (Art. 83 lit. c Ziff. 2 und Ziff. 5 BGG). Fr das Eintreten gengt, wenn der Betroffene in vertretbarer Weise dartun kann, dass ein potenzieller Anspruch auf die beantragte Bewilligung besteht, soweit dessen Vorliegen nicht offensichtlich ist (vgl. BGE 147 I 268 E. 1.2.7; 137 I 305 E. 2.5; 136 II 177 E. 1.1). Die Unzulssigkeit gilt aufgrund der Einheit des Verfahrens auch in Bezug auf Nichteintretensentscheide (vgl. BGE 145 II 168 E. 3; 138 II 501 E. 1.1; 137 I 371 E. 1.1; Urteil 2C_267/2023 vom 13. Juni 2023 E. 1.1).
In der Sache geht es um die Erteilung von Einreisebewilligungen an die Beschwerdefhrer zum Verbleib bei ihrem in der Schweiz niederlassungsberechtigten Vater. Weil die Beschwerdefhrer volljhrig sind, fllt ein Anspruch auf Erteilung von Aufenthaltsbewilligungen gesttzt auf Art. 43 AIG (SR 142.20) ausser Betracht. Um gesttzt auf die Beziehung zum Vater einen potenziellen Bewilligungsanspruch aus dem Recht auf Achtung des Familienlebens gemss Art. 8 Ziff. 1 EMRK ableiten zu knnen, msste ein besonderes Abhngigkeitsverhltnis vorliegen (vgl. BGE 144 II 1 E. 6.1; Urteil 2C_91/2024 vom 20. August 2024 E. 1.2.4). Ein solches ist weder geltend gemacht worden noch ersichtlich. Vielmehr ist gesttzt auf die aktenkundigen Verfgungen des Verwaltungsgerichts und die Beschwerdeschrift davon auszugehen, dass lediglich die Erteilung von Hrtefallbewilligungen und somit von Ermessensbewilligungen zur Diskussion steht. Folglich drfte die Beschwerde in ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten ausgeschlossen sein. Die Frage braucht indessen nicht abschliessend geklrt zu werden, da die Zulssigkeit der Beschwerde in ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nichts am Verfahrensausgang ndern wrde.
2.2. Nach Art. 42 BGG haben Rechtsschriften an das Bundesgericht die Begehren, deren Begrndung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Die Begrndung hat sachbezogen zu sein; die beschwerdefhrende Partei hat in gezielter Auseinandersetzung mit den fr das Ergebnis des angefochtenen Entscheids massgeblichen Erwgungen plausibel aufzuzeigen, welche Rechte bzw. Rechtsnormen die Vorinstanz verletzt haben soll (BGE 148 IV 205 E. 2.6; 140 III 86 E. 2 mit Hinweisen). Ficht die beschwerdefhrende Partei einen Nichteintretensentscheid an, haben sich ihre Rechtsbegehren und deren Begrndung zwingend auf die vorinstanzlichen Erwgungen zu beziehen, die zum Nichteintreten gefhrt haben (Urteile 2C_171/2025 vom 1. April 2025 E. 2.3; 2C_204/2023 vom 26. April 2023 E. 2.2; 2C_130/2023 vom 22. Mrz 2023 E. 2.1). Die Anwendung kantonalen Rechts prft das Bundesgericht - von hier nicht zutreffenden Ausnahmen ( Art. 95 lit. c-e BGG ) abgesehen - nur auf Bundesrechtsverletzungen, namentlich auf Willkr hin (BGE 149 IV 183 E. 2.4; 143 I 321 E. 6.1; 141 I 105 E. 3.3.1). In Bezug auf die Verletzung von Grundrechten, einschliesslich des Willkrverbots, und von kantonalem Recht gilt eine qualifizierte Rge- und Begrndungspflicht (Art. 106 Abs. 2 BGG, welcher gemss Art. 117 BGG auch im Verfahren der subsidiren Verfassungsbeschwerde anwendbar ist; vgl. BGE 149 I 248 E. 3.1; 143 II 283 E. 1.2.2; 141 I 36 E. 1.3).
3.
3.1. Streitgegenstand vor Bundesgericht ist einzig die Frage, ob das Verwaltungsgericht auf die bei diesem erhobene Beschwerde zu Recht nicht eingetreten ist. Nicht Streitgegenstand sind die materiellen Aspekte der Angelegenheit. Auf den Antrag, es sei das Migrationsamt anzuweisen, die Einreisebewilligungen zu erteilen, ist daher bereits aus diesem Grund nicht einzutreten.
3.2. Das Verwaltungsgericht ist gesttzt auf das kantonale Verfahrensrecht ( 15 Abs. 2 lit. a i.V.m. 65a Abs. 2 des kantonalen Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG/ZH; LS 175.2]) auf die Beschwerde der Beschwerdefhrer nicht eingetreten, weil diese den verlangten Prozesskostenvorschuss nicht geleistet htten.
3.3. Die Beschwerdefhrer bestreiten nicht, dass sie den vom Verwaltungsgericht verlangten Kostenvorschuss nicht bezahlt htten. Sie bringen indessen vor, dass sie ber kein Einkommen verfgen wrden und werfen der Vorinstanz insbesondere vor, dass diese ihr Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Verbeistndung zu Unrecht abgewiesen habe.
3.4. Diesbezglich ist festzuhalten, dass das Gesuch der Beschwerdefhrer um unentgeltliche Rechtspflege und Verbeistndung im vorinstanzlichen Verfahren mit separat erffneter Verfgung der Abteilungsprsidentin vom 30. September 2025 abgewiesen wurde (vgl. Dispositiv-Ziff. 3). Gegen diese Verfgung wurde - soweit ersichtlich - keine Beschwerde erhoben, doch kann sie grundstzlich zusammen mit dem Endentscheid angefochten werden (Art. 93 Abs. 3 BGG; vgl. u.a. Urteile 1C_80/2025 vom 30. April 2025 E. 1; 5A_654/2019 vom 14. Mai 2020 E. 1.2.2; jeweils mit Hinweisen).
3.5. Die Vorinstanz hat die kumulativ zu erfllenden Voraussetzungen dargelegt, unter welchen das kantonale Recht einen Anspruch auf unentgeltliche Prozessfhrung und auf Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistands einrumt, d.h. wenn dem Betroffenen die ntigen Mittel fehlen und dessen Begehren nicht offensichtlich aussichtslos erscheinen ( 16 Abs. 1 und 2 i.V.m. 70 VRG/ZH; vgl. auch Art. 29 Abs. 3 BV).
In Bezug auf die Beschwerdefhrerin hat die Vorinstanz erwogen, dass sie sich in ihrer Beschwerde an das Verwaltungsgericht mit den Grnden htte auseinandersetzen mssen, die zum Nichteintreten der Sicherheitsdirektion auf ihren Rekurs gefhrt htten, was sie jedoch unterlassen habe, sodass ihre Beschwerde den Begrndungsanforderungen von 54 Abs. 1 VRG/ZH nicht gengt habe. Auch der Beschwerdefhrer habe sich nicht rechtsgengend mit der Begrndung der Sicherheitsdirektion befasst, die zur Abweisung seines Rechtsmittels gefhrt habe, so insbesondere, dass in seinem Fall lediglich die Erteilung einer Ermessensbewilligung gesttzt auf Art. 30 Abs. 1 lit. b AIG infrage komme und dass solche Hrtefallbewilligungen primr auf Personen zugeschnitten seien, die bereits in der Schweiz gelebt htten, was aber bei ihm nicht der Fall sei. In der Folge ist das Verwaltungsgericht gesttzt auf eine summarische Prfung zum Schluss gelangt, dass die Beschwerde der Beschwerdefhrer offensichtlich aussichtslos erscheine und hat das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Verbeistndung abgewiesen.
3.6. Die Beschwerdefhrer setzen sich nicht sachbezogen mit den Erwgungen der Vorinstanz auseinander, die zur Abweisung ihres Gesuchs um unentgeltliche Rechtspflege gefhrt haben. Im Wesentlichen beschrnken sie sich darauf, zu behaupten, dass ihr Rechtsmittel nicht aussichtslos gewesen sei, da die Sicherheits- und Menschenrechtslage in Afghanistan nachweislich unzumutbar sei und einen klaren Hrtefall darstelle. Damit vermgen sie indessen nicht rechtsgengend aufzuzeigen, dass die vorinstanzliche summarische Prfung der Erfolgsaussichten ihrer Beschwerde Recht verletze (Art. 42 Abs. 2 und Art. 106 Abs. 2 BGG ). Im brigen gengen die nicht weiter substanziierten Behauptungen, dass die Abweisung des Gesuchs um unentgeltliche Rechtspflege zu einer Verweigerung des Zugangs zum Gericht fhre und die Nichtprfung ihrer materiellen Begehren gegen "fundamentale rechtsstaatliche Prinzipien, gegen die Menschenrechte sowie die Achtung der Menschenwrde" verstosse, den qualifizierten Anforderungen an die Begrndung von Verfassungsrgen nicht (Art. 106 Abs. 2 BGG).
Damit enthlt die Beschwerde offensichtlich keine rechtsgengende Begrndung, soweit sie sich gegen die Prsidialverfgung vom 30. September 2025 richtet, mit welcher das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Verbeistndung abgewiesen wurde.
3.7. Im brigen legen die Beschwerdefhrer nicht substanziiert dar (Art. 106 Abs. 2 BGG), dass die Vorinstanz das kantonale Verfahrensrecht willkrlich angewendet oder sonstwie verfassungsmssige Rechte verletzt htte, indem sie von den Beschwerdefhrern - nach Abweisung des Gesuchs um unentgeltliche Rechtspflege - einen Kostenvorschuss verlangt und mangels Leistung desselben auf das Rechtsmittel nicht eingetreten ist. Die Ausfhrungen der Beschwerdefhrer betreffend die angebliche Nichtbercksichtigung der Hrtefallgrnde, der humanitren Aspekte und ihrer familiren Verhltnisse bei der Beurteilung ihres Einreisegesuchs durch das Migrationsamt beziehen sich auf die materiellen Aspekte der Angelegenheit und gehen somit am Streitgegenstand vorbei (vgl. E. 3.1 hiervor). Gleich verhlt es sich mit den Hinweisen auf die allgemeine Sicherheits- und Menschenrechtslage in Afghanistan.
4.
4.1. Im Ergebnis entbehrt die Beschwerde offensichtlich einer rechtsgengenden Begrndung. Es ist darauf mit Entscheid der Abteilungsprsidentin als Einzelrichterin im vereinfachten Verfahren nach Art. 108 BGG (Abs. 1 lit. b) nicht einzutreten.
4.2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege - sollte sich dieses berhaupt auf das bundesgerichtliche Verfahren beziehen - wird infolge offensichtlicher Aussichtslosigkeit des Rechtsmittels abgewiesen ( Art. 64 Abs. 1 und 2 BGG ), was ebenfalls einzelrichterlich geschehen kann (Art. 64 Abs. 3 BGG). Umstndehalber wird indessen auf die Erhebung von Gerichtskosten verzichtet (Art. 66 Abs. 1 Satz 2 BGG). Parteientschdigungen sind nicht geschuldet (Art. 68 Abs. 3 BGG).
Demnach erkennt die Prsidentin:
1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.
2.
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.
3.
Es werden keine Gerichtskosten erhoben.
4.
Dieses Urteil wird den Verfahrensbeteiligten, dem Verwaltungsgericht des Kantons Zrich, 2. Abteilung, Einzelrichter, und dem Staatssekretariat fr Migration mitgeteilt.
Lausanne, 20. Januar 2026
Im Namen der II. ffentlich-rechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Die Prsidentin: F. Aubry Girardin
Die Gerichtsschreiberin: D. Ivanov