# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e10a2ab1-1081-5d63-9b8d-d52a7c3bfec3
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-12-05
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 05.12.2023 S 2022 105
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2022-105_2023-12-05.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 22 105

2. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz Zanolari Hasse

RichterIn von Salis und Righetti

Aktuarin ad hoc Zindel

URTEIL

vom 5. Dezember 2023

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____, 

vertreten durch Rechtsanwältin MLaw Diane Günthart, 

Beschwerdeführerin

gegen

B._____ AG, 

Beschwerdegegnerin

betreffend Versicherungsleistungen nach UVG

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I. Sachverhalt:

1. A._____, Jahrgang 1995 und wohnhaft in C._____, war als 

wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für D._____ der Universität 

L._____ (Kanton L._____) angestellt und über ihre Arbeitgeberin 

obligatorisch bei der B._____ AG (nachfolgend B._____) gegen die Folgen 

von Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert. Am 3. Februar 2022 

meldete die Arbeitgeberin einen (Bagatell-)Unfall mit folgendem Inhalt: 

Unfall beim Trampolinspringen vom 9. Januar 2022; Verletzung 512- Knie 

Rechts; Schädigung-4 Prellung. 

2. Am 19. März 2023 beschrieb A._____ das Ereignis vom 9. Januar 2022 

im Fragebogen der Versicherung mit "Trampolinspringen im M._____: kein 

besonderes Ereignis. Nach 1.5h leichte Knieschmerzen, wurden gegen 

Abend immer schlimmer." Zudem ist dem genannten Formular zu 

entnehmen, dass am 25. Januar 2022 die Erstbehandlung durch Dr. med. 

E._____, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, stattfand, anlässlich 

welcher eine Knochenkontusion am lateralen Tibiakopf diagnostiziert 

wurde. Gleichzeitig attestierte Dr. med. E._____ vom 26. Januar 2022 bis 

zum 28. Februar 2022 einen 100%ige Arbeitsunfähigkeit (nachfolgend 

AUF). Es folgten weitere Untersuchungen und Behandlungen durch Dr. 

med. E._____ sowie Dr. med. F._____, Facharzt für Orthopädische 

Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates. 

3. Mit formlosem Schreiben vom 28. März 2022 lehnte die B._____ die 

Erbringung von Leistungen nach UVG für das Ereignis vom 9. Januar 2022 

ab und hielt fest, das Ereignis stelle keinen Unfall dar und es liege keine 

Listenverletzung vor. 

4. Mit E-Mail vom 8. April 2022 teilte A._____ der B._____ mit, dass sie mit 

dem Schreiben nicht einverstanden sei, da es sich gemäss 

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Dr. med. E._____ und Dr. med. F._____ um einen Unfall handle. 

Daraufhin holte die B._____ beim beratenden Arzt Dr. med. G._____, 

ebenfalls Facharzt für Orthopädie und Traumatologie des 

Bewegungsapparates, eine Stellungnahme ein, in welcher er festhielt, ein 

tibiales Bone bruise sei keine Listendiagnose.

5. Mit formlosem Schreiben vom 2. Mai 2022 lehnte die B._____ erneut ab, 

für das Ereignis vom 9. Januar 2022 Versicherungsleistungen nach UVG 

zu erbringen, woraufhin A._____ am 10. Mai 2022 eine Verfügung 

verlangte. 

6. Mit Verfügung vom 25. Mai 2022 lehnte die B._____ formell ihre 

Leistungspflicht ab und bestätigte, das Ereignis vom 9. Januar 2022 sei 

weder als Unfall noch als Listenverletzung zu qualifizieren. 

7. Dagegen erhob A._____ am 8. Juni 2022 vorsorglich Einsprache und 

beantragte, es sei die Verfügung vom 25. Mai 2022 aufzuheben sowie 

festzustellen, dass die Leistungspflicht der B._____ aufgrund des 

Ereignisses vom 9. Januar 2022 gegeben sei. Die B._____ setzte 

daraufhin Frist bis zum 28. Juli 2022 zur Ergänzung der Begründung der 

Einsprache. 

8. Mit begründeter Einsprache vom 22. Juli 2022 beantragte A._____, es sei 

die Verfügung vom 25. Mai 2022 aufzuheben sowie festzustellen, dass die 

Leistungspflicht der B._____ aufgrund des Ereignisses vom 9. Januar 

2022 gegeben sei und die B._____ zu verpflichten, sämtliche gemäss 

UVG vorgesehenen Leistungen seit dem 9. Januar 2022 zu erbringen. 

Eventualiter sei die B._____ zu verpflichten, weitere medizinische 

Abklärungen bzw. Untersuchungen vorzunehmen. Als Beilage reichte 

A._____ einen Bericht ihrer beratenden Vertrauensärztin, Dr. med. 

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H._____, Fachärztin für Chirurgie, ein, demgemäss eine Listendiagnose 

vorliege und diese nicht vorwiegend auf Abnützung zurückzuführen sei. 

9. Zur erneuten Prüfung der Tatfrage holte die B._____ einen weiteren 

Bericht beim beratenden Arzt Dr. med. I._____, Facharzt für 

Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, 

ein. Der Versicherungsmediziner schloss in seiner Stellungnahme vom 5. 

September 2022, es liege keine Listendiagnose vor, und selbst wenn von 

einer solchen ausgegangen werden würde, wäre sie auf Abnützung im 

Sinne einer temporären Strukturüberlastung zurückzuführen. 

10. Mit Einspracheentscheid vom 22. September 2022 wies die B._____ die 

Einsprache vom 8. Juni 2022 respektive vom 22. Juli 2022 ab und 

bestätigte ihre Verfügung vom 25. Mai 2022.

11. Dagegen erhob A._____ (nachfolgend Beschwerdeführerin) am 

10. Oktober 2022 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons 

Graubünden und stellte die folgenden Anträge: 

1. Der Einspracheentscheid vom 22.09.2022 sei aufzuheben und es 

seien der Beschwerdeführerin die Leistungen zuzusprechen.

2. eventualiter sei die Sache an die Beschwerdegegnerin zwecks 

Einholung eines orthopädischen und radiologischen Gutachtens 

zurückzuweisen, damit sie hernach nochmals über die gesetzlichen 

Ansprüche der Beschwerdeführerin entscheide; 

unter Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerin. 

12. Begründend führte die Beschwerdeführerin an, in Würdigung der 

medizinischen Diagnose sei auf eine Listenverletzung zu erkennen. MR-

tomografisch sei eine Knochenkontusion diagnostiziert worden. Eine 

degenerative oder krankhafte Ursache sei nicht ansatzweise dokumentiert 

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oder beschrieben, weshalb eine solche ausgeschlossen werden könne. 

Dr. med. H._____ habe in ihrer Stellungnahme vom 4. Juli 2022 

festgehalten, dass ein Bone bruise immer Folge eines Traumas im 

medizinischen, aber nicht im juristischen Sinne sei. Eine Knochenprellung 

sei eine Knochenverletzung. Diese Knochenverletzung entstehe durch 

eine direkte stumpfe Gewalteinwirkung. Eine Knochenprellung sei 

eindeutige Folge eines medizinischen Unfallgeschehens. Es handle sich 

um Mikrofrakturen des spongiösen Knochens mit Einblutungen, Ödemen 

und Reparaturprozessen. Eine Knochenprellung lasse sich nur mit Hilfe 

eines MRI diagnostizieren. Bei der Beurteilung und Interpretation des MRI-

Befunds in Zusammenhang mit einem Unfallereignis seien die langen 

Intervalle, in denen eine Knochenprellung im MRI nachweisbar sei, in 

Erwägung zu ziehen. Weil eine Knochenprellung Mikrofrakturen darstelle 

und die Beschwerdeführerin am 9. Januar 2022 eine Mikrofraktur am 

rechten posterolateralen Schienbein erlitten habe, liege eine 

Listendiagnose vor. Wenn eine Listendiagnose vorliege, dürfe nicht 

gefragt werden, ob das Ereignis an sich geeignet gewesen sei, die 

Listendiagnose zu verursachen. Bei einer Listendiagnose stelle sich die 

Kausalitätsfrage nicht wie beim Unfall. Die dazu gemachten Aussagen von 

Dr. med. I._____ seien verfehlt. Es frage sich vielmehr, ob eine 

Verschlimmerung eines krankhaften Vorzustandes oder die 

Verschlimmerung von Abnützungserscheinungen mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden könne. Es entspreche der 

medizinischen Evidenz, dass die diagnostizierte Verletzung nur 

ereignisgebunden entstanden sein könne. Die Diagnose entspreche einer 

Mikrofrakturierung [recte: Mikrofraktur] und sei daher als Listendiagnose 

zu verstehen. Da keine degenerative oder krankhafte Ursache vorliege, 

könne sich die B._____ auch nicht von der Leistungspflicht befreien.

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13. In ihrer Vernehmlassung vom 25. Oktober 2022 beantragte die B._____ 

(nachfolgend Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde 

sowie die Bestätigung des angefochtenen Entscheids. Einleitend stellt sie 

sich auf den Standpunkt, die Beschwerdeführerin habe mit vorsorglicher 

Einsprache vom 8. Juni 2022 ein Feststellungsbegehren gestellt und das 

Leistungsbegehren erst mit der Einsprachebegründung vom 22. Juli 2022 

nachgeschoben, weshalb die Beschwerdegegnerin gar nicht auf das 

verspätete Leistungsbegehren der Beschwerdeführerin hätte eintreten 

dürfen. Bezüglich der medizinischen Tatfrage über das Vorliegen einer 

Listenverletzung sei in Würdigung der medizinischen Akten im 

Wesentlichen auf die schlüssigen und nachvollziehbaren Ausführungen 

des Versicherungsmediziners abzustellen. Dr. med. I._____ habe das 

Knochenmarködem als primär unspezifisch und überwiegend 

wahrscheinlich idiopathisch bewertet, d.h. unbekannter Ursache. Mangels 

morphologischer Zeichen handle es sich mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit nicht um ein Trauma und damit auch nicht um eine 

Knochenprellung. Demgegenüber sei insbesondere die Stellungnahme 

von Dr. med. H._____ nicht schlüssig, nicht nachvollziehbar, basiere nicht 

auf vollständigen Akten und sei daher unglaubhaft und unzuverlässig. Es 

bestünden keine Zweifel an der Stellungnahme von Dr. med. I._____. Die 

Beschwerdegegnerin sei im Einspacheentscheid vom 22. September 

2022 sinngemäss zutreffend zum Ergebnis gelangt, dass sich am 9. 

Januar 2022 kein Unfallereignis zugetragen habe, die Beschwerdeführerin 

keine Knochenprellung erlitten habe und die angeblichen Mikrofrakturen 

nicht erwiesen seien. Selbst wenn die Mikrofrakturen erwiesen wären, 

wären diese mangels eines Traumas (vorwiegend) auf (temporäre) 

Abnutzung zurückzuführen. 

14. Die Beschwerdeführerin replizierte am 1. November 2022 bei 

unveränderten Rechtsbegehren und wiederholte ihren Standpunkt. 

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Ergänzend führte sie an, die Beschwerdegegnerin verkenne, dass das 

sozialversicherungsrechtliche Verfahren von der Offizialmaxime 

beherrscht werde und nicht von der Dispositionsmaxime. Zudem gelte der 

Untersuchungsgrundsatz und die Entscheidinstanz sei nicht an die 

Anträge gebunden, weshalb die Formulierung der Anträge nicht von 

entscheidender Bedeutung sei. Die Unzulässigkeit eines ergänzenden 

Rechtsbegehrens im Einspracheverfahren sei nicht mit dem Verbot des 

überspitzten Formalismus vereinbar, zumal in der vorsorglichen 

Einsprache ausdrücklich eine Ergänzung der Rechtsbegehren nach 

Erhalte der Akten vorbehalten worden sei. In materieller Hinsicht masse 

sich die Beschwerdegegnerin Wissen sowie Beurteilungen an, was sach- 

und fachfremd sei, und würdige das von Dr. med. I._____ Geschriebene 

als einzige Wahrheit in völliger Unkenntnis der medizinischen 

Definitionsfrage. Weshalb die Beschwerdegegnerin davon ausgehe, dass 

das Trampolinspringen von eineinhalb Stunden zu einer Überlastung des 

rechten Knies führen soll, sei weder begründet noch zutreffend, sondern 

anmassend.

15. Die Beschwerdegegnerin hielt duplicando mit Eingabe vom 30. März 2022 

an ihren gestellten Begehren und ihrer Begründung fest. Die 

Offizialmaxime befreie vor allem rechtskundige Parteien resp. 

rechtskundig vertretene Parteien nicht davon, einen rechtmässigen Antrag 

zu stellen; dazu gehöre bei einem Feststellungsantrag ein schutzwürdiges 

Feststellungsinteresse darzutun und die Subsidiarität des 

Feststellungsantrags zu beachten. Die Beschwerdeführerin lege nicht dar, 

weshalb die Würdigung der Beschwerdegegnerin sach- und fachfremd sei. 

Die Beschwerdeführerin weise darauf hin, dass Dr. med. H._____ die 

Stellungnahme von Dr. med. I._____ per dato nicht widerlege. Folglich 

bestehe kein Grund, an der Stellungnahme von Dr. med. I._____ zu 

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zweifeln. Man könne davon ausgehen, dass eineinhalb Stunden 

Trampolinspringen ein Knie überlaste.

Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtschriften und die übrigen 

Akten wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen 

eingegangen.

II. Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen den Einspracheentscheid 

der Beschwerdegegnerin vom 22. September 2022. Gemäss Art. 1 Abs. 1 

des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) i.V.m. 

Art. 56 Abs. 1 und Art. 58 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) kann 

gegen einen Einspracheentscheid Beschwerde an das 

Versicherungsgericht desjenigen Kantons erhoben werden, in welchem 

die versicherte Person im Zeitpunkt der Beschwerdeerhebung ihren 

Wohnsitz hat. Die Beschwerdeführerin wohnt im Kanton Graubünden, 

womit die örtliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts des Kantons 

Graubünden gegeben ist. Dessen sachliche Zuständigkeit ergibt sich aus 

Art. 57 ATSG i.V.m. Art. 49 Abs. 2 lit. a des kantonalen Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100). Als im Einspracheverfahren 

materiell unterlegene, formelle und materielle Adressatin des 

angefochtenen Einspracheentscheids ist die Beschwerdeführerin 

überdies berührt und weist ein schutzwürdiges Interesse an dessen 

Überprüfung auf (Art. 59 ATSG). Auf die zudem frist- und formgerecht 

eingereichte Beschwerde (Art. 60 und Art. 61 lit. b ATSG) ist unter 

Berücksichtigung der nachfolgenden Ausführungen einzutreten.

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2. Innerhalb des Anfechtungsgegenstandes bilden die von der 

beschwerdeführenden Person gestellten Anträge den Streitgegenstand 

(BGE 130 V 501 E.1.1 mit Hinweisen). Vorliegend beantragt die 

Beschwerdeführerin im Hauptbegehren, der Einspracheentscheid vom 

22. September 2022 sei aufzuheben und es seien der Beschwerdeführerin 

die Leistungen zuzusprechen. Die Beschwerdegegnerin beantragt, die 

Beschwerde sei abzuweisen und der Einspracheentscheid zu bestätigen. 

In ihrer Begründung führt sie aus, auf die Einsprache hätte sie mangels 

rechtsgenüglich gestelltem Leistungsbegehren nicht eintreten dürfen. Das 

ist insofern widersprüchlich, jedoch nicht weiter von Bedeutung, da für die 

Eingrenzung des Streitgegenstandes die Anträge der Beschwerdeführerin 

massgebend sind.

2.1. Zunächst und von Amtes wegen zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin 

zu Recht auf die Einsprache eingetreten ist oder nicht. Bejahendenfalls 

(die Vorinstanz ist zu Recht auf die Einsprache eingetreten) prüft das 

Verwaltungsgericht den angefochtenen Einspracheentscheid auch in 

materieller Hinsicht; verneinendenfalls (die Vorinstanz ist zu Unrecht auf 

die Einsprache eingetreten) kann es von einer solchen Prüfung (zumindest 

im Umfang der in der Einsprache erhobenen Rügen) absehen und der 

angefochtene Entscheid wäre schon aus diesem Grunde aufzuheben 

(BGE 140 V 22 E.4; 136 V 7 E.2; Urteile des Bundesgerichts 8C_296/2019 

vom 9. Oktober 2019 E.2.1; 8C_515/2016 vom 22. Juni 2017 E.2.1.). 

2.2. Mit ihrer vorsorglichen Einsprache vom 8. Juni 2022 beantragte die 

Beschwerdeführerin, es seien ihr sämtliche Akten sowie das Bildmaterial 

zuzustellen und ein weiterer Schriftenwechsel unter Ansetzung einer 

angemessenen Nachfrist zu gewähren, und behielt sich die Ergänzung 

und Abänderung der Anträge vor. Mit Schreiben vom 9. Juni 2022 setzte 

die Beschwerdegegnerin eine Nachfrist zur nachträglichen Begründung 

der Einsprache und verband die Nachfrist gestützt auf Art. 52 ATSG i.V.m. 

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mit Art. 10 Abs. 5 der Verordnung über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSV; SR 830.11) mit der Androhung, dass 

bei unbenutztem Ablauf nicht auf die Einsprache eingetreten werde. Nach 

Erhalt der Begründung der Einsprache vom 22. Juli 2022 trat die 

Beschwerdegegnerin sodann auf die Einsprache ein. 

2.3. Gemäss Art. 52 Abs. 1 Satz 1 ATSG kann gegen Verfügungen innerhalb 

einer Frist von 30 Tagen bei der verfügenden Stelle Einsprache erhoben 

werden. Diese gesetzliche Frist kann nicht erstreckt werden (Art. 40 

Abs. 1 ATSG). Ist die gesuchstellende Person oder ihre Vertretung 

unverschuldeterweise abgehalten worden, binnen Frist zu handeln, so 

wird diese wiederhergestellt, sofern sie unter Angabe des Grundes innert 

30 Tagen nach Wegfall des Hindernisses darum ersucht und die 

versäumte Rechtshandlung nachholt (Art. 41 ATSG).

2.4. Gemäss Art. 10 Abs. 1 ATSV müssen Einsprachen ein Rechtsbegehren 

und eine Begründung enthalten. Genügt die Einsprache diesen 

Anforderungen nicht oder fehlt die Unterschrift, so setzt der Versicherer 

eine angemessene Frist zur Behebung des Mangels an und verbindet 

damit die Androhung, dass sonst auf die Einsprache nicht eingetreten wird 

(Art. 10 Abs. 5 ATSV). Sind die Eintretensvoraussetzungen nicht erfüllt, 

wird das Einspracheverfahren mit einem Nichteintretensentscheid 

abgeschlossen (BGE 142 V 152 E.2.2 m.H.). Aufgrund der 

grammatikalischen Identität von Art. 61 lit. b Satz 2 ATSG und Art. 10 Abs. 

5 ATSV gelten die Anforderungen an eine Eingabe im 

Beschwerdeverfahren auch für Eingaben im Einspracheverfahren (BGE 

142 V 152 E.2.3. mit Hinweisen). Der Bezug liegt darin begründet, dass 

für das Einspracheverfahren nicht strengere formelle Anforderungen 

gelten können als für das nachfolgende Gerichtsverfahren (KIESER, 

Kommentar zum Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des 

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Sozialversicherungsrechts ATSG, 4. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2020, Art. 52 

N 37 ATSG).

2.5. Die vorsorgliche Einsprache vom 8. Juni 2022 enthielt in materieller 

Hinsicht zwei Rechtsbegehren: Einerseits den Antrag um Aufhebung der 

angefochtenen Verfügung (Gestaltungsbegehren) und auf der anderen 

Seite den Antrag um Feststellung der Leistungspflicht 

(Feststellungsbegehren). Das Leistungsbegehren erfolgte mit Einreichung 

der Begründung der Einsprache am 22. Juli 2022 im Rahmen der 

gewährten Nachfrist. 

2.6. Der Anwendungsbereich der Nachfristansetzung erstreckt sich zum einen 

auf die in Art. 61 lit. b ATSG ausdrücklich erfassten Elemente. Aus dem in 

lit. a des Art. 61 ATSG verankerten Grundsatz des einfachen Verfahrens 

(bzw. dem daraus abgeleiteten Verbot des überspitzten Formalismus; 

BGE 120 V 413 E.4b, 5 und 6; KIESER, a.a.O., Art. 61 N 94 und 97) ist 

zudem zu folgern, dass diese auch bei weiteren formellen 

Eintretensvoraussetzungen, die nachträglich noch erfüllt werden können, 

vorzunehmen ist. Namentlich hat eine Nachfrist dann zu erfolgen, wenn 

eine Begründung oder ein Begehren gänzlich fehlt (vgl. BGE 119 V 264 

E.2.a; zum Sinn der Nachfrist BGE 142 V 249 E.6). Eine Nachfrist ist dann 

nicht zu gewähren, wenn die Eingabe die grundsätzlichen 

Formerfordnernisse erfüllt (SVR 2010 KV Nr. 7; Urteil des Bundesgerichts 

9C_707/2009 vom 18. Dezember 2009 E.2.2). Der Sinn der Nachfrist 

schützt die rechtsunkundige Partei davor, erst kurz vor Ablauf der 

Anfechtungsfrist in Unkenntnis der formellen Anforderungen eine 

namentlich ungenügend begründete Beschwerdeschrift einreichen zu 

müssen. Sie soll - bei klar bekundetem Anfechtungswillen - nicht deshalb 

um die Rechtsmittelmöglichkeit gebracht werden (BGE 134 V 162 E.5.1). 

Eine Nachfrist ist daher grosszügig zu gewähren (BOLLINGER, in: Frésard-

Fellay/Klett/Leuzinger-Naef [Hrsg.], Basler Kommentar, Allgemeiner Teil 

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des Sozialversicherungsrechts, Basel 2019, Art. 61 N 33). Indes liegt ein 

offensichtlicher Missbrauch vor, wenn ein Anwalt oder eine sonstige 

rechtskundige Person eine bewusst mangelhafte Rechtsschrift einreicht, 

um damit eine Nachfrist zu erwirken (BGE 142 V 152 E.5.2; vgl. auch Urteil 

des Bundesgerichts 8C_217/2021 vom 7. Juli 2021 E.4.2). Damit wären 

der Sinn und Zweck der Nachfrist entleert, weshalb eine solches Verhalten 

keinen Rechtschutz verdient, mithin rechtmissbräuchlich ist. 

Rechtsmissbrauch liegt hingegen nicht vor, wenn aufgrund der Sachlage 

eine rechtsgenügliche Beschwerdebegründung praktisch nicht ohne 

Aktenkenntnis möglich ist, die rechtsunkundige Partei, welche selber die 

Akten nicht besitzt, in gutem Glauben erst kurz vor Ablauf der 

Beschwerdefrist einen Rechtsvertreter mandatiert, und diesem weder eine 

rechtzeitige Aktenbeschaffung noch eine sonstige hinreichende 

Beurteilung des Sachverhalts (z.B. aufgrund eines Instruktionsgesprächs 

mit dem Klienten) möglich ist. In solchen Fällen muss es als genügend 

betrachtet werden, wenn der Rechtsvertreter unverzüglich die Akten 

einholt und nach deren Eingang die innert Frist vorsorglich eingereichte 

Beschwerde mit einer Begründung ergänzt (BGE 134 V 162 E.5.2). 

Ausschlaggebend für die Beantwortung der Frage, ob der 

Rechtsvertretung ein rechtsmissbräuchliches Verhalten anzulasten sei, 

sind die konkreten Umstände (Urteile des Bundesgerichts 9C_152/2019 

vom 6. Mai 2019 E.3.2, 9C_248/2010 vom 23. Juni 2010 E.3.3, in: SVR 

2011 IV Nr. 7 S. 19).

2.7. Die Beschwerdeführerin stellte im Rahmen der vorsorglichen Einsprache 

vom 8. Juni 2022 in materieller Hinsicht mehrere Begehren, namentlich 

ein Gestaltungsbegehren um Aufhebung der angefochtenen Verfügung 

vom 25. Mai 2022 sowie ein Feststellungsbegehren um Feststellung der 

Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin. Es ist aktenkundig, dass der 

Beschwerdeführerin zu jenem Zeitpunkt und auch später noch nicht alle 

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Akten vorlagen (vgl. auch Bg-act. 55), um ihre Einsprache zu begründen, 

weshalb sie prozessualiter um die Gewährung einer Nachfrist zur 

Begründung der Einsprache ersuchte. Sodann gewährte die 

Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin eine Nachfrist zur 

nachträglichen Begründung der Einsprache (Bg-act. 52). Die 

angefochtene Verfügung wurde der Beschwerdeführerin frühestens am 

26. Mai 2022 zugestellt. Die per 1. Juni 2022 mandatierte 

Rechtsschutzversicherung erhob im Namen der Beschwerdeführerin am 

8. Juni 2022 vorsorglich Einsprache, mithin mindestens 26 Tage vor 

Ablauf der Einsprachefrist. Die Beschwerdeführerin hat demnach in keiner 

Weise rechtsmissbräuchlich eine Nachfrist erwirkt.

2.8. Unbestrittenermassen wurden das Gestaltungsbegehren sowie das 

Feststellungsbegehren durch die Beschwerdeführerin rechtzeitig innert 

der 30-tägigen Einsprachefrist gestellt. Rechtsprechungsgemäss müssen 

die Begehren so gestellt werden, dass sie zum Urteil erhoben werden 

können. Nur wer einen materiellen Antrag formuliert, der erhält ein 

reformatorisches Urteil, sofern der entscheidenden Instanz 

reformatorische Entscheidbefugnis zukommt; umgekehrt darf sich ein 

Begehren nicht nur auf Aufhebung bzw. Rückweisung beschränken (BGE 

137 II 313 E.1.3). Im Sozialversicherungsrecht gilt es zusätzlich zu 

berücksichtigen, dass einer versicherten Person beim Erfüllen von 

Voraussetzungen ein anspruchsbegründender Status zukommen kann 

und daraus bei den am Rechtsverhältnis Beteiligten (Versicherer und 

Versicherte) bestimmte Rechte und Pflichten entstehen können (vgl. LANZ, 

Leistungen und Grundsätze im Hilfsmittelrecht der schweizerischen 

Sozialversicherung, Zürich/Basel/Genf 2016 [= SzS 33], S. 67). Der 

Versicherer ist gemäss Art. 12 Abs. 1 ATSV an das Begehren der 

Einsprache führenden Person nicht gebunden; er kann die Verfügung zu 

Gunsten oder zu Ungunsten der Einsprache führenden Partei abändern. 

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Daraus fliesst die Befugnis der Beschwerdegegnerin, im 

Einspracheverfahren Entscheide zu fällen, die von der ursprünglichen 

Verfügung abweichen. 

2.9. Art. 29 Abs. 1 BV verbietet überspitzten Formalismus als besondere Form 

der Rechtsverweigerung. Eine solche liegt vor, wenn für ein Verfahren 

rigorose Formvorschriften aufgestellt werden, ohne dass die Strenge 

sachlich gerechtfertigt wäre, wenn die Behörde formelle Vorschriften mit 

übertriebener Schärfe handhabt oder an Rechtsschriften überspannte 

Anforderungen stellt und den Rechtsuchenden den Rechtsweg in 

unzulässiger Weise versperrt. Wohl sind im Rechtsgang prozessuale 

Formen unerlässlich, um die ordnungsgemässe und rechtsgleiche 

Abwicklung des Verfahrens sowie die Durchsetzung des materiellen 

Rechts zu gewährleisten. Nicht jede prozessuale Formstrenge steht 

demnach zu Art. 29 Abs. 1 BV im Widerspruch. Überspitzter Formalismus 

ist nur gegeben, wenn die strikte Anwendung der Formvorschriften durch 

keine schutzwürdigen Interessen gerechtfertigt ist, zum blossen 

Selbstzweck wird und die Verwirklichung des materiellen Rechts in 

unhaltbarer Weise erschwert oder verhindert (BGE 130 V 177 E.5.4.1). 

Vorliegend ist bereits bei einer allfälligen Gutheissung des 

Gestaltungsbegehrens die Rechtsfolge die Aufhebung der angefochtenen 

Verfügung und die Versicherung ist von Gesetzes wegen zur Leistung 

verpflichtet. Es wäre somit von der Vorinstanz überspitzt formalistisch, auf 

das Gestaltungs- jedoch nicht auf das Leistungsbegehren einzutreten, 

welches im Rahmen einer nicht rechtsmissbräuchlich erwirkten Nachfrist 

gestellt worden ist und sich im Gesamtkontext einfügt.

2.10. Insbesondere im Sozialversicherungsrecht verbietet es der soziale 

Charakter der Gesetzgebung, dass sich ein Versicherer von seiner 

Leistungspflicht befreien kann, indem er bei materieller Begründetheit des 

Hauptbegehrens die Subsidiarität von Feststellungsbegehren bemüht. Im 

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konkreten Fall ergibt sich aus dem Gesamtzusammenhang der 

Beschwerdeschrift, dass die Beschwerdeführerin die Zusprache von 

Leistungen aus UVG verlangt. Die von der Beschwerdeführerin im 

Einspracheverfahren gestellten Anträge können demnach nach Treu und 

Glauben als Leistungsbegehren in dem Sinne entgegengenommen 

werden, dass die angefochtene Verfügung aufzuheben ist und die 

Versicherung gemäss ihrer gesetzlichen Leistungspflicht die der 

Beschwerdeführerin zustehenden Leistungen – sofern materiell gegeben 

– zuspricht (vgl. Urteile des Bundesgerichts 4A_383/2013 vom 2. 

Dezember 2013 E.3.2.3; 8C_4/2022 vom 4. Mai 2022 E. 1.3.2 und 

9C_344/2020 vom 22. Februar 2021 E.1.1 ff.; BGE 105 II 149 E.2c). Ein 

solches Begehren wurde im Urteil des Bundesgerichts 1C_141/2021 vom 

8. Juli 2021 (E.1) ohne Weiteres als zulässig erachtet. Die 

Beschwerdegegnerin ist somit zu Recht auf die Einsprache eingetreten.

Auf die Beschwerde ist folglich einzutreten.

3. Die Beschwerdeführerin erkennt, dass das Ereignis vom 9. Januar 2022 

keinen Unfall im Sinne von Art. 4 ATSG darstellt. Streitig und im 

Beschwerdeverfahren zu prüfen ist somit einzig, ob eine Listenverletzung 

im Sinne von Art. 6 Abs. 2 lit. a UVG vorliegt. 

3.1. Nach Art. 6 Abs. 2 UVG ist der Unfallversicherer auch bei bestimmten 

Körperschädigungen (Listenverletzung gemäss lit. a-h) leistungspflichtig, 

sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung 

zurückzuführen sind. Der Zweck des Instituts der unfallähnlichen 

Körperverletzung besteht darin, die oft schwierige Abgrenzung zwischen 

Unfall und Krankheit zugunsten des Versicherten zu vermeiden (vgl. BGE 

139 V 327 E.3.1, 123 V 43 E.2b), spielen doch bei Eintritt eines solchen 

Gesundheitsschadens praktisch immer krankheits- und/oder degenerative 

(Teil-)Ursachen mit (vgl. BGE 146 V 51 E.8.4, 129 V 466 E.2.1 mit 

- 16 -

Hinweisen; Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden 

[VGU] S 2022 29 E.3.3.1).

3.2. Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zur Neuregelung der 

unfallähnlichen Körperschädigung in der am 1. Januar 2017 in Kraft 

getretenen Bestimmung von Art. 6 Abs. 2 UVG gilt es dabei Folgendes zu 

beachten: Für die Anwendung von Art. 6 Abs. 2 UVG ist kein äusserer 

Faktor und damit kein unfallähnliches sinnfälliges Ereignis oder eine 

allgemein gesteigerte Gefahrenlage im Sinne der Rechtsprechung zu aArt. 

9 Abs. 2 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202, 

in der bis 31. Dezember 2016 geltenden Fassung) mehr vorausgesetzt. 

Insoweit führt grundsätzlich bereits die Tatsache, dass eine in Art. 6 Abs. 

2 lit. a-h UVG genannte Körperschädigung vorliegt, nunmehr zur 

Vermutung, es handle sich hierbei um eine unfallähnliche 

Körperschädigung, die vom Unfallversicherer übernommen werden muss. 

Indessen ergibt sich aus der in Art. 6 Abs. 2 UVG vorgesehenen 

Möglichkeit des Gegenbeweises weiterhin die Notwendigkeit der 

Abgrenzung der vom Unfallversicherer zu übernehmenden 

unfallähnlichen Körperschädigung von der abnützungs- und 

erkrankungsbedingten Ursache einer Listenverletzung und damit letztlich 

zur Leistungspflicht des Krankenversicherers. Insoweit ist die Frage nach 

einem initialen erinnerlichen und benennbaren Ereignis auch nach der 

UVG-Revision relevant. Zu betonen ist aber, dass der Unfallversicherer 

bei Vorliegen einer Listenverletzung grundsätzlich in der Pflicht steht, 

Leistungen zu erbringen, solange er nicht den Nachweis für eine 

vorwiegende Bedingtheit durch Abnützung oder Erkrankung erbringt. Dies 

setzt voraus, dass er im Rahmen seiner Abklärungspflicht (vgl. Art. 43 Abs. 

1 ATSG) nach Eingang der Meldung einer Listenverletzung die 

Begleitumstände der Verletzung genau abklärt. Lässt sich dabei kein 

initiales Ereignis erheben oder lediglich ein solches ganz untergeordneter 

- 17 -

resp. harmloser Art, so vereinfacht dies zwangsläufig in aller Regel den 

Entlastungsbeweis des Unfallversicherers. Denn bei der in erster Linie von 

medizinischen Fachpersonen zu beurteilenden Abgrenzungsfrage ist das 

gesamte Ursachenspektrum der in Frage stehenden Körperschädigung zu 

berücksichtigen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C:22/2019 vom 24. 

September 2019 E.8.6). Nebst dem Vorzustand sind somit auch die 

Umstände des erstmaligen Auftretens der Beschwerden näher zu 

beleuchten. Die verschiedenen Indizien, die für oder gegen Abnützung 

oder Erkrankung sprechen, müssen aus medizinischer Sicht gewichtet 

werden. Damit der Entlastungsbeweis gelingt, hat der Unfallversicherer 

gestützt auf beweiskräftige ärztliche Einschätzungen – mit dem 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit – nachzuweisen, dass 

die fragliche Listenverletzung vorwiegend, d.h. im gesamten 

Ursachenspektrum zu mehr als 50 %, auf Abnützung oder Erkrankung 

zurückzuführen ist. Der Begriff "vorwiegend" wird nicht näher definiert. 

Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zum Nachweis von 

Berufskrankheiten gemäss Art. 9 Abs. 1 UVG, die auch im 

Anwendungsbereich von Art. 6 Abs. 2 UVG Geltung hat, ist eine 

"vorwiegende" Verursachung von Krankheiten durch schädigende Stoffe 

oder bestimmte Arbeiten nur dann gegeben, wenn diese mehr wiegen als 

alle andern mitbeteiligten Ursachen, mithin im gesamten 

Ursachenspektrum mehr als 50 % ausmachen (vgl. BGE 146 V 51 

E.8.2.2.1, 119 V 200 E.2a mit Hinweis; HOFER, in: Frésard-

Fellay/Leuzinger/Pärli [Hrsg.], Basler Kommentar, 

Unversicherungsgesetz, Basel 2019, Art. 6 N 58). Demnach ist der 

Gegenbeweis des Unfallversicherers erbracht, wenn die Listendiagnose 

zu mehr als 50 % auf "Abnützung oder Erkrankung" beruht (vgl. 

BGE 146 V 51 E.8.2.2.1; GEHRING, in: Kieser/Gehring/Bollinger [Hrsg.], 

Kommentar KVG UVG, Zürich 2018, Art. 6 UVG N 8 und 11; NABOLD, in: 

Frésard-Fellay/Leuzinger/Pärli, Basler Kommentar UVG-

- 18 -

Unfallversicherungsgesetz, Basel 2019, Art. 6 N 44; HÜSLER, Erste UVG-

Revision, in: SZS 1/2017, S. 26, 34). Besteht das Ursachenspektrum 

einzig aus Elementen, die für Abnützung oder Erkrankung sprechen, so 

folgt daraus unweigerlich, dass der Entlastungsbeweis des 

Unfallversicherers erbracht ist und sich weitere Abklärungen erübrigen 

(zum Ganzen BGE 146 V 51 E.8.6; vgl. auch Urteile des Bundesgerichts 

8C_679/2022 vom 6. April 2023 E.3, 8C_593/2021 vom 6. Januar 2022 

E.2.3, 8C_630/2020 vom 28. Januar 2021 E.3.2 und 8C_267/2019 vom 

30. Oktober 2019 E.6 mit weiteren Hinweisen). Nach GEHRING ist der 

Begriff der "Abnützung" mit Abrieb, Verschleiss und in fachlich-

medizinischer Terminologie "Usur" gleichzusetzen (vgl. GEHRING, a.a.O., 

Art. 6 UVG N 9 f.). Dies führt zum Ausschluss derjenigen Sachverhalte, 

bei denen Körperschädigungen durch wiederkehrende, immer gleiche 

Belastungen entstehen. Folgen solcher Vorgänge sollen nach der 

Wertung des Gesetzgebers nicht von der Unfallversicherung übernommen 

werden (BGE 146 V 51 E.8.2.2.2).

3.3. Die Frage nach einem initialen erinnerlichen und benennbaren Ereignis 

bleibt gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung auch nach der 

Revision des UVG relevant (Urteil des Bundesgerichts 8C_382/2020 vom 

3. Dezember 2020 E.3.2). 

3.4. Ein Knochenbruch i.S.v. Art. 6 Abs. 2 lit. a UVG kann auf Abnützung und 

auf Erkrankung oder auf ein Trauma, welches kein Unfallereignis nach 

Art. 6 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 1 Abs. 1UVG i.V.m. Art. 4 ATSG darstellt, 

zurückzuführen sein. Die Frage nach einem anfänglichen erinnerlichen 

und benennbaren Ergebnis ist daher (mit) massgebend, um zu beurteilen, 

ob ein Knochenbruch vorwiegend auf Abnützung und auf Erkrankung 

zurückzuführen ist und damit der sog. Entlastungsbeweis gelingt. Im 

Übrigen lässt sich der mangelnde Nachweis eines die Merkmale des 

Unfalls erfüllenden Ereignisses nur selten durch medizinische 

- 19 -

Feststellungen ersetzen. Diesen kommt im Rahmen der Beweiswürdigung 

für oder gegen das Vorliegen eines unfallmässigen Geschehens in der 

Regel nur die Bedeutung von Indizien zu (BGE 134 V 72 E.4.3.2.2 m.w.H.; 

Urteil des Bundesgerichts 8C_225/2019 vom 20. August 2019 E.3.4).

4.1. Zur Klärung der Leistungspflicht des Unfallversicherers ist die Verwaltung 

(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 

und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen 

haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand 

zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen (vgl. BGE 140 V 193 E.3.2, 

132 V 93 E.4). Dem Gericht liegen die folgenden medizinischen Akten vor:

• Erstkonsultation Dr. med. E._____ vom 25. Januar 202 (Dokumentation 

Stand 11. August 2022 [Bg-act. 79]): Am 9. Januar 2022 beim 

Trampolinspringen zunehmend Schmerzen am rechten Knie, konnte 

das Knie kaum mehr belasten, keine Schwellung initial, erst im Laufe 

der Zeit gegen Abend. Ibuprofeneinnahme ohne Effekt. Diagnose: 

Knieschmerzen rechts, Differentialdiagnose Meniskusläsion. 

Veranlassung MRI. 

• MRI-Bericht von Dr. med. J._____, K._____, vom 31. Januar 2022 (Bg-

act. 25): Knochenkontusion der posterolateralen Tibia, angrenzend an 

das proximale Tibiofibulargelenk. Keine Fraktur, keine 

Kniebinnenverletzung. 

• Verlaufskontrolle von Dr. med. E._____ vom 15. Februar 2022 

(Dokumentation Stand 11. August 2022 [Bg-act. 79]): Schmerzen klar 

besser. Diagnose: Knochenkontusion Tibiakopf medial.

• Verlaufskontrolle von Dr. med. E._____ vom 11. März 2022 

(Dokumentation Stand 11. August 2022 [Bg-act. 79]): Mit Entlastung viel 

besser, seit Arbeit wieder Schmerzen, v.a. abends. Diagnose gleich. 

- 20 -

• Bericht von Dr. med. E._____ vom 18. März 2022 (Bg-act. 12, 20): 

Datum der Erstbehandlung: 25. Januar 2022, Anamnese: Beim 

Trampolinspringen akuter Zwick im Knie rechts, konnte Knie kaum mehr 

bewegen; Befund: Knie re: Streck- und Beugedefizit, kein Erguss, 

Druck- und Klopfdolenz am Tiabiakopf lateral. Röntgenbefund: keine 

ossären Läsionen; Diagnose: Knochenkontusion lateral Tibiakopf; AUF 

100% vom 26. Januar 2022 bis am 28. Februar 2022. 

• Bericht von Dr. med. F._____ vom 23. März 2022, Beurteilung 

anlässlich der Sprechstunde vom 22. März 2022 (Bg-act. 17 f.): Die 

Patientin habe immer noch relativ starke Beschwerden und sei im Alltag 

eingeschränkt. Das Trauma liege rund drei Monate zurück. Die 

Beschwerden hätten eigentlich schon deutlich abnehmen sollen. Die 

Diagnose eines Zustandes nach einer Kniegelenksdistorsion am 9. 

Januar 2022 mit einer Knochenkontusion/Bonebruise am rechten 

postlateralen Schienbeinplateau (dem behandelnden Arzt lagen die 

MRI-Bilder vom 31. Januar 2023 nicht vor. Anmeldung Verlaufs-MRI). 

• (Kurz)Beurteilung vom Versicherungsarzt G._____, Facharzt für 

Orthopädie und Traumatologie, vom 25 April 2022 (Bg-act. 33 f.): Ein 

tibiales "Bone-Bruise" als Knochenkontusion ohne sonstige strukturelle 

Veränderungen (Menisken, Muskeln, Bänder) ist als UKS-Diagnose 

nicht gelistet. Anmerkung zu Bildausschnitt MRI vom 31. Januar 2022: 

Radiologisch als "Bone-bruise" befundete Knochenveränderung eher 

krankhaft idiopathisch imponierend.

• Beurteilung von der Vertrauensärztin Dr. med. H._____ vom 

4. Juli 2022 (Bg-act. 64): die Beschwerdeführerin sei gemäss 

handschriftlichem Sachverhalt am 9. Januar 2022 beim 

Trampolinspringen gewesen und habe nach eineinhalb Stunden leichte 

Knieschmerzen verspürt. Diese seien gegen Abend immer schlimmer 

geworden. Gemäss handschriftlichem Sachverhalt habe sich keine 

Kniedistorsion ereignet, wie mit orthopädischem Arztbericht vom 23. 

- 21 -

März 2022 durch Dr. med. F._____ geltend gemacht worden sei. Im 

MRI-Bericht vom 31. Januar 2022 sei am rechten posterolateralen 

Schienbein, angrenzend an die Gelenkfläche des proximalen 

Tibiofibulargelenks, eine Knochenkontusion dokumentiert worden. Es 

seien keine Begleitverletzungen vorgelegen. Im Rahmen der 

Konsultation vom 22. März 2022 bei Dr. med. F._____ sei ein Verlaufs-

MRI angemeldet worden. Dieses liege nicht vor. Es liege auch kein 

radiologischer Befund vor. Ein Bone bruise sei definitionsgemäss Folge 

eines Traumas. Es handle sich um Mikrofrakturen des spongiösen 

Knochens mit Einblutung, Ödemen und Reparaturprozessen (Verweis 

auf Rangger C, Goost H, Kabir K, Burger C: Bone bruise: 

Morphologische Veränderungen und klinische Relevanz, August 2006, 

Trauma und Berufskrankheit 8[2], DOI:10.1007/s10039-006-1134-y, 

abgerufen am 10. Oktober 2023). Eine Knochenprellung sei in der 

Regel innerhalb von drei bis sechs Monaten im MRI regredient. Es sei 

eine Kontroll-MRI geplant gewesen. Die Kontroll-MRI sei durch die 

Versicherung aber nicht abgewartet worden. Eine Regredienz des Bone 

bruise nach drei Monaten weise mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 

auf eine traumatische Ursache hin. Da es sich bei einem Bone bruise 

um Mikrofrakturen des Knochens handle, gehöre die Verletzung in die 

Listendiagnose der Knochenbrüche (lit. a). Der Ereignismechanismus 

"Trampolinspringen" erkläre sowohl das Auftreten als auch die 

Lokalisation des Bone bruise. Beim Trampolinspringen seien die Knie 

beim Abstossen in der Regel gebeugt. Die Belastung liege daher 

insbesondere dorsal (Bg-act. 65). Dr. med. H._____ kommt 

zusammenfassend zum Schluss, es liege eine Listendiagnose i.S.v. Art. 

6 Abs. 2 lit. a UVG vor, diese sei nicht vorwiegend auf Abnützung 

zurückzuführen (Bg-act. 66).

- 22 -

• E-Mail von Dr. med. F._____ vom 26. Juli 2022 (Bg-act. 73-74): die 

Beschwerdeführerin habe einen vereinbarten Termin im April 2022 für 

das Verlaufs-MRI abgesagt.

• Beurteilung vom Versicherungsarzt Dr. med. I._____ vom 5. September 

2022 (Bg-act. 85-88): Aus medizinischer Sicht lasse sich festhalten, 

dass gemäss den eigenen Schilderungen der Beschwerdeführerin das 

Trampolinspringen am 9. Januar 2022 von seinem Ablauf her 

vollkommen unauffällig verlaufen sei und insbesondere keine einzelne 

Sequenz benannt werden könne, bei der es zum Auftreten von 

Beschwerden am rechten Kniegelenk gekommen sei. Ein Trauma im 

medizinischen Sinne lasse sich somit ausschlissen (Bg-act. 87). 

Da der Begriff "Bone bruise" übersetzt Knochenprellung bedeute, liege 

es auf der Hand, ein Trauma als dessen Ursache anzusehen. Damit sei 

dieser grundsätzlichen Aussage von Dr. med. H._____ 

selbstverständlich nicht zu widersprechen. Im MRI des rechten 

Kniegelenks vom 31. Januar 2022 sei aber primär ein 

Knochenmarksödem am lateralen Schienbeinplateau zu erkennen. Die 

Ursache dieses Knochenmarksödems müsse analysiert werden. Dabei 

könne vorliegend eine Kontusion/Prellung als Ursache weitgehend 

ausgeschlossen werden. Die Lokalisation und die Art des 

Knochenmarksödem seien für eine Knochenprellung nicht typisch. Es 

könne nur vermutet werden, dass die MRI-Bilder vom 31. Januar 2022 

Dr. med. H._____ nicht zur eigenen Ansicht zur Verfügung standen, da 

ihr das ansonsten hätte auffallen müssen. Selbst wenn man davon 

ausginge, die erkennbaren Veränderungen seien die Folge eines 

einzelnen Traumas - was allerdings bereits deshalb auszuschliessen 

sei, weil es anamnestisch von der Beschwerdeführerin selbst 

ausgeschlossen worden sei - wäre die Argumentation von Dr. med. 

H._____ nicht stichhaltig. Entgegen ihren Angaben seien auch bei 

fokalen Knochenmarködemen als Folge einer Knochenprellung 

- 23 -

keineswegs zwingend Mikrofrakturen zu finden. Die bildgebend 

sichtbaren Veränderungen seien im Wesentlichen vielmehr auf das 

Einfliessen von Gewebeflüssigkeit und/oder Blut zurückzuführen, 

während strukturelle Veränderungen der Knochenbälkchen nicht obligat 

seien. Zusammenfassend basiere die Argumentation von Dr. med. 

H._____ auf der Hypothese, die Veränderungen im Knochenmark des 

lateralen Schienbeinplateaus seien Folgen eines einzelnen Traumas. 

Die Beschwerdeführerin habe ein einzelnes Trauma jedoch verneint. 

Wenn man sich zudem am heutigen Stand der traumabiologischen 

Erkenntnisse orientiere, sei ein einzelnes Trauma auch aufgrund des 

morphologischen Erscheinungsbildes im MRI vom 31. Januar 2022 

überwiegend wahrscheinlich ausgeschlossen. Wären die sichtbaren 

Veränderungen die Folge des eineinhalbstündigen 

Trampolinspringens, müsste zweifelsfrei von einer Abnützung im Sinne 

einer temporären Überlastung gesprochen werden. Es sei vorliegend 

jedenfalls definitiv nicht nachgewiesen, dass das bildgebend sichtbare 

Knochenmarködem Mikrofrakturen des Knochens enthalte (Bg-act. 87- 

88).

Insgesamt habe die Beschwerdeführerin nach eineinhalb Stunden 

Trampolinspringen am 9. Januar 2022 Schmerzen an ihrem rechten 

Kniegelenk verspürt. Auf entsprechende Nachfrage habe sie explizit 

einen einzelnen Vorfall verneint. Die Beschwerden hätten in der Folge 

zugenommen und hätten sich anfangs akzentuiert. In einem MRI vom 

31. Januar 2022 zeige sich als einziger pathologische Befund ein 

Knochenmarködem im lateralen Tibiaplateau. Dieses habe sich von 

seiner Morphologie her nicht schlüssig auf ein stattgefundenes Trauma 

zurückführen lassen und müsse am ehesten als idiopathisch 

angesehen werden. Trotz konsekutiver Entlastung des rechten Beins 

persistierten die Schmerzen am rechten Kniegelenk und seien 

zunehmend auch auf der medialen Seite aufgetreten. Dies lasse an eine 

- 24 -

Ausbreitung des Knochenmarködems denken, zu deren Nachweis aber 

ein weiteres MRI notwendig gewesen wäre, welches auf Wunsch der 

Beschwerdeführerin nicht sattgefunden habe. Aus medizinischer Sicht 

lasse sich das Vorliegen eines Traumas als Ursache für die vorliegende 

Problematik ausschliessen. Es liege auch keine Listendiagnose nach 

Art. 6 Abs. 2 UVG vor. Selbst wenn man von einer solchen ausginge, 

wäre sie auf Abnützung im Sinne einer temporären Strukturüberlastung 

zurückzuführen, da sie mangels eines einzelnen Traumas 

ausschliesslich auf die repetitiven Bewegungen beim 

Trampolinspringen zurückführen wäre (Bg-act. 88).

4.2. Der Sachverhalt erhellt, dass auf ein Ereignis vom 9. Januar 2022 zu 

schliessen ist. Das wird auch nicht von der Beschwerdegegnerin 

bestritten. Fraglich ist indes, ob es sich dabei um ein initiales erinnerliches 

und benennbares Ereignis handelt. Bejahendenfalls hat die 

Beschwerdegegnerin nachzuweisen, dass der Befund ganz 

untergeordneter resp. harmloser Natur ist, mithin kein Knochenbruch 

darstellt. Entscheidend ist in diesem Sinne die Frage, ob dieses Ereignis 

aus medizinischer Sicht als Trauma einzustufen ist, was vom Unfallbegriff 

gemäss UVG abzugrenzen ist und nur durch einen Mediziner beantwortet 

werden kann (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts U 199/03 

vom 10. Mai 2004 E.1, nicht publ. in: BGE 130 V 380; Urteil 8C_242/2021 

vom 2. November 2021 E.4 m.w.H.). Zur Beantwortung dieser Frage stellt 

die Beschwerdegegnerin auf die Aktenbeurteilung des 

Versicherungsmediziners Dr. med. I._____ ab. Dieser kommt der 

Beweiswert versicherungsinterner ärztlicher Feststellungen zu. Es ist 

deshalb zu prüfen, ob mindestens geringe Zweifel an ihrer Zuverlässigkeit 

und Schlüssigkeit bestehen.

4.3. Die Beschwerdeführerin bringt in ihrer Beschwerde zur Beurteilung von 

Dr. med. I._____ vor, die durch den Versicherungsmediziner gemachten 

- 25 -

Aussagen zur Kausalitätsfrage seien aus juristischer Sicht verfehlt. Implizit 

führt sie aus, dass die Fragestellung nicht korrekt gewesen sei. Es sei 

dahingehend zu fragen gewesen, ob eine Verschlimmerung eines 

krankhaften Vorzustandes oder die Verschlimmerung von 

Abnützungserscheinungen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 

ausgeschlossen werden könne. Es entspreche der medizinischen 

Evidenz, dass die diagnostizierte Verletzung nur ereignisgebunden 

entstanden sein kann. Die Diagnose entspreche einer Mikrofraktur und sei 

daher als Listenverletzung zu verstehen. Eine degenerative krankhafte 

Ursache sei weder dokumentiert noch beschrieben, weshalb auch nicht 

davon ausgegangen werden könne. Dieser Argumentation kann aufgrund 

der folgenden Überlegungen nicht gefolgt werden.

4.4. Dr. med. I._____ lagen für seine Beurteilung sämtliche Fallakten vor und 

er konnte einen lückenlosen Befund zur Frage der Qualifikation des 

Ereignisses vom 9. Januar 2022 erstellen. Da es sich um die fachärztliche 

Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts 

handelt, rückt die ärztliche Befassung mit der Beschwerdeführerin in den 

Hintergrund, weshalb die Aktenbeurteilung von Dr. med. I._____ in dieser 

Hinsicht beweiskräftig ist. Augenfällig ist, dass Dr. med. I._____ als erster 

Mediziner von einem Knochenmarködem spricht, während der 

behandelnde Arzt Dr. med. E._____, der Versicherungsmediziner Dr. 

med. G._____ und die Vertrauensärztin Dr. med. H._____ von einer 

Knochenkontusion resp. einem Bone bruise sprechen. Diese Begriffe gilt 

es im Rahmen der Beweiswürdigung einzuordnen.

4.5. Dr. med. I._____ hält fest, dass die Beurteilung zum MRI, wonach es sich 

um eine Knochenkontusion handle, nachvollzogen werden könne, jedoch 

zu präzisieren sei. Die sichtbaren Veränderungen am lateralen 

Tibiaplateau würden primär einem Ödem des Knochenmarks 

entsprechen, das nicht per se einer bestimmten Ätiologie zuzuordnen sei. 

- 26 -

Zwar komme eine Kontusion als Auslöser infrage, wozu passen würde, 

dass die Veränderungen ganz dorsal am Tibiaplateau stärker ausgeprägt 

seien als weiter ventral. Es stelle sich allerdings die Frage, welche Art von 

Trauma stattgefunden haben müsste, um genau an dieser Lokalisation 

Veränderungen zu führen. Nach medizinischen Ausführungen zu 

möglichen Konstellationen schlussfolgert der Versicherungsmediziner, es 

bestünden morphologisch keine Zeichen eines stattgehabten Traumas; 

insbesondere seien auch die oberflächlichen Konturen aller abgebildeten 

Knochen intakt, womit die typischen Kriterien einer Fraktur nicht erfüllt 

seien (Bg-act. 85 f.). Diesbezüglich bestehe Einigkeit mit dem Radiologen 

Dr. med. J._____, der ebenfalls das "Fehlen einer Kniebinnenläsion" und 

"keine Fraktur" beschreibt. Das Trampolinspringen insgesamt als Trauma 

einzustufen, entspreche aus medizinischer Sicht einer kaum zulässigen 

Dehnung des Begriffs. Andernfalls müsste jegliche nicht ganz alltägliche 

Bewegung/Belastung als Trauma angesehen werden. Im konkreten Fall 

sei auch zu beachten, dass keine relevanten Schmerzen bei der 

Beschwerdeführerin während des Trampolinspringens und schon gar nicht 

bei einem einzelnen Sprung auftraten, sondern erst im Anschluss daran 

mit einer Akzentuierung am Abend und in den folgenden Tagen (Bg-act. 

87). Diese Schlussfolgerungen des Versicherungsmediziners, dass 

Trampolinspringen kein Trauma ist und der Befund die Kriterien einer 

Fraktur nicht erfüllt, erscheint aufgrund der Akten zulässig und 

nachvollziehbar.

4.6. Ein körperliches Trauma liegt im medizinischen Sinne nur dann vor, wenn 

ein akut entstandener körperlicher Schaden mit Gewebezerstörung durch 

äussere Einwirkung (mechanisch, thermisch, chemisch, aktinisch) und 

entsprechender Funktionsstörung diagnostiziert wird (vgl. NABOLD, 

Sportunfall – ein Blick auf die Rechtsprechung, in: Unfall? 

Novembertagung 2015 zum Sozialversicherungsrecht, Zürich/St. Gallen 

- 27 -

2016, S. 65 ff., S. 73 mit weiterem Hinweis). Eine Leistungspflicht nach 

UVG setzt demnach voraus, dass die Störung vorwiegend auf ein Trauma 

im medizinischen Sinn zurückzuführen ist (NABOLD, a.a.O., Art. 6 N 45); ob 

hier wiederum ein gewisser äusserer Faktor einbezogen werden müsste, 

ist in der Literatur (noch) nicht klar. Ebenfalls von der Leistungspflicht der 

Unfallversicherungen ausgeschlossen sind diejenigen Sachverhalte, bei 

denen Körperschädigungen durch wiederkehrende, immer gleiche 

Belastungen entstehen (GEHRING, in: Gehring/Ueli/Bollinger, KVG/UVG 

Kommentar: Bundesgesetz über die Krankenversicherung, die 

Unfallversicherung und über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts [ATSG], mit weiteren Erlassen, OFK, Zürich 

2018, Art. 6 N 9). In der Literatur ist diesbezüglich bei unzweckmässigem 

oder übertriebenen Training von einem Ermüdungsbruch oder einer 

Stressfraktur die Rede, erzeugt von einer allgemeinen 

Überbeanspruchung. Alsdann liegt eine „unvollständige Fraktur, durch 

Mikrotraumen infolge ungewohnter Überbeanspruchung bei gleichzeitigen 

Reparationsvorgängen" vor (Pschyrembel - Klinisches Wörterbuch, 266. 

Auflage, Berlin 2014, S. 628; DEBRUNNER, Orthopädie, Orthopädische 

Chirurgie, 4. Auflage, L._____ 2002, S. 630).

4.7. Eine Diagnose des Ermüdungsbruchs oder einer Stressfraktur liegt i.c. 

nicht vor resp. wurde von keinem der behandelnden oder beurteilenden 

Mediziner diagnostiziert. Dr. med. I._____ führt schliesslich aus, dass 

selbst wenn von einer UKS ausgegangen werde, wäre diese auf 

Abnützung im Sinne einer temporären Strukturüberbelastung 

zurückzuführen, da sie mangels eines einzelnen Traumas nur auf die 

repetitive Bewegung beim Trampolinspringen zurückzuführen wäre (Bg-

act. 88). Im Lichte der soeben ausgeführten Literatur ist diese 

Einschätzung des Versicherungsmediziners schlüssig und begründet. Der 

Schluss des Versicherungsmediziners, wonach trotz konsekutiver 

- 28 -

Entlastung des rechten Beines persistierende Schmerzen an eine 

Ausbreitung des Knochemarködems zu denken sei, zu deren Nachweis 

aber weitere MRI notwendig gewesen seien, diese aber auf Wunsch der 

Beschwerdegegnerin sistiert worden seien, ist im Lichte des Gesagten 

nachvollziehbar und widerspruchsfrei. Eine Regredienz, wie sie zu 

erwarten wäre, lässt sich aus den Akten effektiv nicht entnehmen (insb. 

Verlaufsbericht Dr. med. F._____ [Bg-act. 17 f.]). Zum 

Beurteilungszeitpunkt hätte die Frage, ob eine Regredienz binnen drei bis 

sechs Monaten stattgefunden hat, auch nicht mehr bildgebend 

beantworten können.

4.8. Zusammenfassend ist der aktenbasierende Bericht des 

Versicherungsmediziners umfassend, detailliert und einleuchtend. Der 

Versicherungsmediziner geht auf jedes der Aktenstücke sorgfältig ein und 

setzt sich auch mit dem - seiner Beurteilung entgegenstehenden - Bericht 

von Dr. med. H._____ auseinander. Er begründet überzeugend und 

nachvollziehbar, dass die Beschwerden der Beschwerdeführerin nicht auf 

eine Knochenfraktur im Sinne von Art. 6 Abs. 1 lit. a UVG zurückzuführen 

sind, sondern auf eine temporäre Strukturüberbelastung nicht 

traumatischer Natur. Diese sind am ehesten idiopathischer Natur, was sich 

mit der Einschätzung des Versicherungsmediziners Dr. med. G._____ 

deckt. Der medizinische Sachverhalt zeigt auf, dass ein erinnerliches 

Trauma im medizinischen Sinne nicht gegeben ist. Im Lichte dessen 

erweist sich der Bericht des erstbehandelnden Arztes, wonach die 

Beschwerdeführerin beim Trampolinspringen einen akuten Zwick im 

rechten Knie verspürt habe (Bg-act. 12 und 20), als unzutreffend und 

widerspricht auch den eigenen Akten, wonach beim Trampolinspringen die 

Schmerzen zugenommen hätten (Bg-act. 79). Ebenfalls als unzutreffend 

erweist sich auch der Befund von Dr. med. F._____, der von einer 

Kniedistorsion spricht.

- 29 -

4.9. Entgegen der impliziten Kritik der Beschwerdeführerin, es sei dem 

Versicherungsmediziner die falsche Frage gestellt worden, ist zu erhellen, 

dass mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit kein 

initiales erinnerliches Ereignis vorliegt. Damit erübrigt sich die Frage, ob 

eine degenerative krankhafte Ursache vorgelegen hat.

4.10. Vor diesem Hintergrund vermag auch die von der Beschwerdeführerin im 

Einspracheverfahren beigebrachte Beurteilung von Dr. med. H._____ 

keine Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit von Dr. med. 

I._____ zu begründen. Dr. med. H._____ geht - wie der 

Versicherungsmediziner - bei ihrer Beurteilung davon aus, dass die 

Schmerzen erst nach eineinhalb Stunden Trampolinspringen eingesetzt 

hätten; zunächst leicht, im Verlauf des Abends immer stärker werdend. 

Den Ausführungen von Dr. med. H._____, wonach es auf der Hand liege, 

dass bei einem Bone bruise, übersetzt Knochenprellung, ein Trauma als 

dessen Ursache anzusehen sei, kann der Versicherungsmediziner nicht 

widersprechen. Er ergänzt indes diesen Befund differenziert und führt an, 

dass für das im MRI ersichtlich Knochenmarködem eine 

Kontusion/Prellung als dessen Ursache ausgeschlossen werden könne, 

da hierfür die Lokalisation und die Art des Ödems nicht typisch seien (Bg-

act. 87). Diese ergänzende Einschätzung findet in den medizinischen 

Akten keinen Widerspruch und zeigt auf, dass die Beurteilung von Dr. 

med. H._____ in dieser Hinsicht zu kurz greift. Aufgrund des nicht 

regredienten Verlaufs der Schmerzen der Beschwerdeführerin erweist 

sich die Schlussfolgerung von Dr. med. H._____, dass aufgrund der 

Regredienz des Bone bruise nach drei Monaten mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit auf eine traumatische Ursache hinweise, als 

unzutreffend. Im Übrigen kann gesagt werden, dass Dr. med. H._____ im 

Weiteren das Vorliegen einer UKS mit dem Ereignismechanismus 

begründet. Dem Unfallmechanismus wird keine übergeordnete Bedeutung 

- 30 -

mehr beigemessen (vgl. dazu Urteile des Bundesgerichts 8C_672/2020 

vom 15. April 2021 E.4.1.3; 8C_59/2020 vom 14. April 2020 E.5.4; 

8C_167/2021 vom 16. Dezember 2021 E.4.1; 8C_593/2021 vom 6. Januar 

202 E.5.2.3).

4.11. Zusammengefasst vermag die Einschätzung von Dr. med. H._____ keine 

Zweifel an der Schlussfolgerung des Versicherungsmediziners Dr. med. 

I._____ zu begründen. 

5. Selbst wenn im vorliegenden Fall der Beurteilung von Dr. med. H._____ 

gefolgt würde, ist die Beschwerde abzuweisen. Einerseits kommt im 

Streitfall eine direkte Leistungszusprache einzig gestützt auf die Angaben 

der behandelnden Ärztinnen und Ärzte nicht infrage (vgl. BGE 135 V 465 

E.4.5). Auf der anderen Seite hat das Verwaltungsgericht von Graubünden 

bis dato die Frage, ob ein Bone bruise (Mikrofraktur oder Knochenprellung 

[Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts U 258/04 vom 23. 

November 2006 E.4]) überhaupt unter dem Begriff der UKS subsumiert 

werden kann, offen gelassen (vgl. VGU S 10 181 E.3.e). In der 

Rechtsprechung anderer kantonaler Versicherungsgerichte zu aArt. 9 

Abs. 2 UVV resp. Art. 6 Abs. 2 lit. a UVG wurde ein Bone bruise nicht als 

Knochenbruch im Sinne einer UKS qualifiziert, wenn die Schädigung nicht 

durch ein singuläres Trauma, sondern vielmehr durch chronisch-repetitive 

Einwirkung verursacht worden ist (vgl. Urteil Sozialversicherungsgericht 

Zürich UV.2014.00078 vom 31. März 2015 E.3.5 und 5.2; vgl. Urteil 

Sozialversicherungsgericht Basel-Stadt UV.2018.53 vom 24. Juli 2019 

E.4.5.3 zur Stressfraktur als Form von Bone bruise). Dass im vorliegenden 

Fall kein medizinisches Trauma vorliegt, sondern eine temporäre 

Strukturüberbelastung, welche eineinhalbstündigem repetitivem 

Trampolinspringen zuzuschreiben ist, würde auch ein allenfalls daraus 

resultierender Bone bruise keiner UKS entsprechen.

- 31 -

6. Lässt die vorhandene Aktenlage nach dem Gesagten eine zuverlässige 

Beurteilung des massgebenden medizinischen Sachverhaltes zu, so ist 

dem Eventualantrag der Beschwerdeführerin, wonach die Sache an die 

Beschwerdegegnerin zurückzuweisen sei und weitere orthopädischen 

sowie radiologischen Gutachten einzuholen seien, abzuweisen. Der 

Anspruch auf rechtliches Gehör umfasst zwar das Recht, Beweisanträge 

zu stellen, und die Pflicht der Behörde zur Beweisabnahme. Beweise sind 

im Rahmen dieses verfassungsmässigen Anspruchs indessen nur über 

jene Tatsachen abzunehmen, die für die Entscheidung der Streitsache 

erheblich sind. Gelangt das Gericht bei pflichtgemässer Beweiswürdigung 

zur Überzeugung, dass die vorhandenen Unterlagen ein zuverlässiges 

Bild des relevanten Sachverhaltes ergeben und dieser demnach 

hinreichend abgeklärt ist, kann auf ein beantragtes Beweismittel verzichtet 

werden. Die damit verbundene antizipierte Beweiswürdigung ist nach 

konstanter bundesgerichtlicher Rechtsprechung zulässig (BGE 141 I 60 

E.3.3; 136 I 229 E.5.3). In diesem Sinne erübrigen sich weitere 

Abklärungen, wie die Einholung eines Gutachtens, weil davon keine 

entscheidwesentlichen Erkenntnisse zu erwarten wären. 

7. Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerdegegnerin zu Recht 

auf die Beurteilung von Dr. med. I._____ abgestellt hat. Der medizinische 

Sachverhalt erweist sich vor diesem Hintergrund als genügend abgeklärt, 

sodass auf die Einholung weiterer Beweismittel verzichtet werden kann. 

Es ist davon auszugehen, dass die durch die Beschwerdeführerin 

beklagten Beschwerden keine UKS im Sinne von Art. 6 Abs. 2 lit. a UVG 

darstellen, da mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

kein Trauma erinnerlich ist. Demnach ist die erfolgte Leistungsablehnung 

durch die Beschwerdegegnerin nicht zu beanstanden. Der 

Einspracheentscheid vom 22. September 2022 ist damit zu bestätigen.

- 32 -

Im Lichte des Gesagten erweist sich die Beschwerde als unbegründet und 

ist entsprechend abzuweisen.

8. Gemäss Art. 61 lit. fbis ATSG sind Verfahren vor dem kantonalen 

Versicherungsgericht bei Streitigkeiten über Leistungen kostenpflichtig, 

wenn dies im jeweiligen Einzelgesetz vorgesehen ist. Art. 105 ff. UVG 

sehen keine generelle Kostenpflicht vor. Damit sind 

unfallversicherungsrechtliche Beschwerdeverfahren über Leistungen in 

der Regel weiterhin kostenlos. Vorbehalten bleibt die Kostenauflage 

infolge mutwilligen oder leichtsinnigen Verhaltens (Art. 1 Abs. 1 UVG 

i.V.m. Art. 61 lit. fbis in fine ATSG), was in casu nicht zutrifft. Somit sind für 

das vorliegende Verfahren keine Kosten zu erheben. Ein 

Parteikostenersatz steht der obsiegenden Beschwerdegegnerin gemäss 

Art. 61 lit. g ATSG nicht zu.

III. Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilungen]