# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7b691ee2-2d4d-5ade-b83f-1be6f67e3871
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-12-08
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 08.12.2008 D-6842/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-6842-2008_2008-12-08.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-6842/2008
scd/bah/wif
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  8 .  D e z e m b e r  2 0 0 8

Richter Daniel Schmid (Vorsitz), 
Richter Thomas Wespi, Richter Walter Lang, 
Gerichtsschreiber Christoph Basler.

A._______ ,
Sri Lanka,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung; 
Verfügung des BFM vom 1. Juli 2008 / N (...)

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-6842/2008

Sachverhalt:

A.
A.a Der Beschwerdeführer, ein ethnischer Tamile mit Wohnsitz in der 
Nordprovinz, ersuchte mit an die Schweizerische Botschaft in Colom-
bo gerichteter Eingabe vom 13. Juli 2007 um die Erteilung einer Einrei-
sebewilligung in die Schweiz und Asylgewährung. Dem in tamilischer 
Sprache verfassten Schreiben, welches am 20. Juli 2007 bei der Bot-
schaft einging, lagen eine englischsprachige Übersetzung und die Ko-
pie eines Polizeirapports vom 12. Juni 2007 bei.

A.b Der Beschwerdeführer machte in seiner Eingabe im Wesentlichen 
geltend, er habe einen kleinen Videoverleih betrieben. Mitglieder der 
"Liberation Tigers of Tamil Eelam" (LTTE), die bei ihm Videos ausgelie-
hen hätten, seien zur Karuna-Fraktion übergelaufen und hätten ihn als 
Unterstützer der LTTE bezeichnet. Sie hätten ihn gesucht und von ihm 
verlangt, dass er seinen Laden bis zum 16. Mai 2007 schliesse. In der 
Nacht des 18. Mai 2007 sei er von Karuna-Leuten aufgesucht worden, 
die ihn gewarnt und ihm den Tod angedroht hätten. Sie hätten ihm ge-
sagt, er habe seinen Laden bis zum 25. Mai 2007 zu schliessen, an-
sonsten  es  ihm  wie  dem  vorherigen  Ladenbesitzer  ergehen  werde. 
Dieser  sei  von  Unbekannten  angeschossen  worden  und  nur  knapp 
dem Tod entronnen. Er (der Beschwerdeführer) habe den Laden ge-
schlossen, werde aber nach wie vor gesucht. Er habe die Vorfälle bei 
der Polizei angezeigt, ohne indessen anzugeben, dass die Übergriffe 
von den Karuna-Leuten ausgegangen seien, zumal die Sicherheitsbe-
hörden mit der Karuna zusammenarbeiteten.

A.c Die Schweizerische Botschaft in Colombo forderte den Beschwer-
deführer am 15. August 2007 auf, eine detaillierte Eingabe über seine 
Vorbringen sowie allfällige Beweismittel und Kopien seiner Identitäts-
papiere nachzureichen.

A.d Am 14. September 2007 bestätigte der Beschwerdeführer seine 
im Schreiben vom 13. Juli 2007 gemachten Asylgründe und übermittel-
te diverse Beweismittel (vgl. S. 2 seiner Eingabe).

A.e Mit Schreiben vom 12. November 2007 überwies die Schweizeri-
sche  Botschaft  dem  BFM  die  vom  Beschwerdeführer  eingereichten 
Unterlagen (Eingang BFM: 20. November  2007). Sie  merkte  an,  der 

Seite 2

D-6842/2008

Beschwerdeführer sei  nicht befragt worden, da er die Anforderungen 
zur Gewährung von Asyl nicht erfülle.

A.f Der Beschwerdeführer wandte sich am 30. Dezember 2007 an die 
Schweizerische Botschaft und teilte dieser mit, er müsse sich verste-
cken, da er von der Karuna-Fraktion gesucht werde. Am 17. Oktober 
2007 sei er von Bewaffneten bei seiner Grossmutter gesucht worden. 
Da sie bedroht worden sei, habe sie seinen Aufenthaltsort preisgege-
ben. Sie sei bewusstlos geworden und in ein Spital gebracht worden, 
wo sie verstorben sei. Er habe nicht an ihrer Beerdigung teilnehmen 
können.

B.
B.a Mit  Verfügung vom 18. März  2008 wies  das  BFM das Einreise- 
und Asylgesuch ab. 

B.b Die  Schweizerische  Botschaft  in  Colombo  teilte  dem  BFM  am 
2. April 2008 mit, die Verfügung vom 18. März 2008 sei am 31. März 
2008 an den Beschwerdeführer übermittelt worden (Einschreiben mit 
Empfangsbestätigung).

B.c Der  Beschwerdeführer  teilte  der  Schweizerischen  Botschaft  am 
10. April  2008 mit,  er  sei  von der Karuna-Fraktion am 18. Mai  2007 
auch aufgefordert worden, der Karuna beizutreten. Nachdem er seinen 
Laden geschlossen habe, sei er mehrmals gesucht worden. Er sei von 
der Karuna in einem Schreiben vom 15. Februar 2008, das an den Ort 
seines Versteckes adressiert  gewesen sei,  aufgefordert  worden, sich 
bei ihr zu melden. Am 26. Februar 2008 seien die Karuna-Leute zu ihm 
gekommen  und  hätten  ihn  mitgenommen.  Man  habe  ihn  in  einem 
Raum der Karuna-Büros festgehalten. Am 30. März 2008 sei ihm von 
dort die Flucht gelungen. Er sei nach B.________ geflüchtet, wo er bei 
Freunden wohne. Er könne die Verletzungen, die er erlitten habe, nicht 
behandeln lassen. Dem Schreiben lagen zwei Fotografien und mehre-
re Beweismittel bei (vgl. act. A10/12).

B.d Am 22. April  2008 wandte sich der Beschwerdeführer erneut an 
die Schweizerische Vertretung. Seinem Schreiben lag ein Zeitungsaus-
schnitt mit Übersetzung in englischer Sprache bei.

B.e Das BFM hob seine Verfügung vom 18. März 2008 mit Verfügung 
vom 8. Mai 2008 auf. Das Asylverfahren wurde wieder aufgenommen.

Seite 3

D-6842/2008

C.
C.a Am 17. Juni 2008 wurde der Beschwerdeführer von der Schweize-
rischen Botschaft in Colombo befragt. Er machte im Wesentlichen gel-
tend, die "Thamil Makkal Viduthalai Pulikal" (TMVP) wolle ihn zum Bei-
tritt zwingen und drohe ihm Konsequenzen an, falls er sich nicht füge. 
Zurzeit  lebe er  bei  einer  Tante in  der  Nähe von  B.________. Er  sei 
Sympathisant der LTTE, habe dieser mehrfach Hilfe geleistet und sei 
im Jahre 2005 bei der "Tamil Rehabilitation Organisation" (TRO) ange-
stellt gewesen. 

C.b Mit  Schreiben  vom 17.  Juni  2008  überwies  die  Schweizerische 
Botschaft dem BFM das Befragungsprotokoll (Eingang BFM: 24. Juni 
2008).

D.
Mit Verfügung vom 1. Juli 2008 wies das BFM das Einreise- und Asyl-
gesuch ab.

E.
Der Beschwerdeführer wandte sich mit  einem in tamilischer Sprache 
abgefassten Schreiben vom 27. Juli  2008, dem die Kopie eines Aus-
weises der TMVP beilag, an das BFM. Das Schreiben konnte vorerst 
niemandem zugeordnet werden, da darauf weder der korrekte Name 
des  Beschwerdeführers  noch  eine  Verfahrensnummer  angeführt  wa-
ren.

F.
Das BFM übermittelte dem Bundesverwaltungsgericht am 29. Oktober 
2008 das Schreiben vom 27. Juli 2008 und ersuchte dieses um Prü-
fung, ob es sich dabei um eine Beschwerde handle.

G.
Der  Instruktionsrichter  stellte  mit  Schreiben  vom  31.  Oktober  2008 
fest, das Schreiben sei an das BFM adressiert und erst rund elf Wo-
chen  nach  Eingang  an  das  Bundesverwaltungsgericht  weitergeleitet 
worden. Er ersuchte das BFM, das Schreiben möglichst rasch in eine 
Amtssprache übersetzen zu lassen.

H.
Am  19.  November  2008  ging  beim  Bundesverwaltungsgericht  eine 
Übersetzung des Schreibens vom 27. Juli 2008 ein. Der Beschwerde-

Seite 4

D-6842/2008

führer ersucht darin um die Erteilung einer Einreisebewilligung und die 
Gewährung von Asyl.

I.
Die Schweizerische Botschaft  in Colombo übermittelte dem BFM am 
15. November 2008 (Eingang BFM: 25. November 2008; Eingang Bun-
desverwaltungsgericht: 26. November 2008) weitere vom Beschwerde-
führer eingereichte Dokumente.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt  das Bundesverwaltungsge-
richt Beschwerden gegen Verfügungen nach  Art. 5 des Bundesgeset-
zes vom 20. Dezember 1968 über  das Verwaltungsverfahren (VwVG, 
SR 172.021). Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und 
ist  daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das 
Sachgebiet  betreffende  Ausnahme  im  Sinne  von  Art.  32  VGG  liegt 
nicht  vor. Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die 
Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet in diesem 
Bereich  endgültig  (Art. 105  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni 1998 
[AsylG, SR 142.31];  Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes 
vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Das Bundesverwaltungsgericht ist zum Schluss gelangt,  dass es 
sich bei der Eingabe vom 27. Juli 2008 um eine Beschwerde gegen die 
Verfügung  vom 1.  Juli  2008  handelt.  Die  Beschwerde  ist  form-  und 
fristgerecht eingereicht. Der Beschwerdeführer ist durch die angefoch-
tene Verfügung berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren 
Aufhebung beziehungsweise Änderung.  Er ist  daher  zur  Einreichung 
der Beschwerde legitimiert (Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 6 AsylG i.V.m. 
Art. 48 Abs. 1 und Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

Seite 5

D-6842/2008

3.
Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines 
Schriftenwechsels verzichtet.

4.  
4.1 Das Bundesamt kann ein im Ausland gestelltes Asylgesuch ableh-
nen,  wenn  die  asylsuchenden  Personen  keine  Verfolgung  glaubhaft 
machen können oder ihnen die Aufnahme in einem Drittstaat zugemu-
tet  werden  kann  (Art.  3,  Art.  7  und  Art.  52  Abs. 2  AsylG). Gemäss 
Art. 20 Abs. 2 AsylG bewilligt das Bundesamt Asylsuchenden die Ein-
reise zur Abklärung des Sachverhaltes,  wenn ihnen nicht  zugemutet 
werden kann,  im Wohnsitz-  oder  Aufenthaltsstaat  zu bleiben oder  in 
ein anderes Land auszureisen. Gestützt auf Art. 20 Abs. 3 AsylG kann 
das Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) schweize-
rische Vertretungen ermächtigen, Asylsuchenden die Einreise zu be-
willigen, die glaubhaft machen, dass eine unmittelbare Gefahr für Leib 
und Leben oder für die Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 
AsylG bestehe.

4.2 Bei  diesem Entscheid  gelten  restriktive  Voraussetzungen  für  die 
Erteilung einer Einreisebewilligung, wobei den Behörden ein weiter Er-
messensspielraum zukommt. Neben der erforderlichen Gefährdung im 
Sinne  von  Art.  3  AsylG  sind  namentlich  die  Beziehungsnähe  zur 
Schweiz, die Möglichkeit  der Schutzgewährung durch einen anderen 
Staat,  die Beziehungsnähe zu anderen Staaten, die praktische Mög-
lichkeit und objektive Zumutbarkeit zur anderweitigen Schutzsuche so-
wie  die  voraussichtlichen  Eingliederungs-  und  Assimilationsmöglich-
keiten in Betracht zu ziehen (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der 
Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK]  1997  Nr.  15 
E. 2.e.- g. S. 131 ff.; die dort akzentuierte Praxis hat nach bloss redak-
tionellen  Änderungen  bei  der  letzten  Totalrevision  des  Asylgesetzes 
nach wie vor Gültigkeit).

5.  
5.1 Das  BFM  begründete  seinen  Entscheid  im  Wesentlichen  damit, 
dass den Akten keine Hinweise auf dem Beschwerdeführer seitens der 
heimatlichen Behörden drohende ernsthafte Nachteile zu entnehmen 
seien. Sollte er sich in seinem Herkunftsgebiet weiterhin einer Verfol-
gung ausgesetzt sehen, oder sollten ihm die srilankischen Behörden 
keinen ausreichenden Schutz gewähren können, habe er die Möglich-
keit, sich durch einen Wohnortswechsel innerhalb Sri Lankas den Ma-

Seite 6

D-6842/2008

chenschaften seiner Verfolger zu entziehen. Die von ihm geltend ge-
machten  Nachteile  liessen  sich  aus  lediglich  regional  beschränkten 
Verfolgungsmassnahmen  ableiten.  Auch  angesichts  der  aktuellen 
Situation in Sri Lanka könne nicht von einer generellen Unzumutbar-
keit einer Wohnsitznahme im Süden und Westen des Landes gespro-
chen werden.

5.2 In der Beschwerde wird geltend gemacht,  der Beschwerdeführer 
sei am 2. Juli 2008 von zwei Personen aufgesucht und mitgenommen 
worden. Er sei zu einem Mann gebracht worden, der ihn aufgefordert 
habe, der Karuna-Fraktion beizutreten. Aus Furcht habe er dieser For-
derung nachgegeben. Er sei zu einem Ausbildungslager mitgenommen 
und  anschliessend  als  Sicherheitsangestellter  beim  Büro  von 
C.________  eingesetzt  worden;  man  habe  ihm  den  Namen 
"D.________" und einen Mitgliederausweis gegeben. Am 17. Juli 2008 
habe man seinen Angehörigen gestattet, ihn zu besuchen. So habe er 
von der Ablehnung seines Asylgesuchs erfahren. Bei der Karuna habe 
man Vertrauen zu ihm und er könne sich frei bewegen. Man müsse ihn 
nur informieren, wann er zur Schweizerischen Botschaft nach Colom-
bo kommen solle, von wo aus man ihn in die Schweiz schicken könne.

6.
6.1 Nach  Prüfung  der  Akten  gelangt  das  Bundesverwaltungsgericht 
zum Schluss,  dass  die  Vorinstanz  im Ergebnis  zutreffend feststellte, 
der  Beschwerdeführer  sei  in  Sri  Lanka  keiner  landesweiten  Gefähr-
dungssituation  ausgesetzt  und  daher  auf  den  Schutz  der  Schweiz 
nicht  angewiesen. Wie  das  BFM zu Recht  ausführte,  ist  die  Sicher-
heitslage  auch  in  der  Wohnregion  des  Beschwerdeführers, 
B.________,  als  kritisch  einzustufen. Die  dortige  Situation  ist  einer-
seits  von wieder  aufgeflammten Kampfhandlungen zwischen der  sri-
lankischen Armee und Verbänden der LTTE, anderseits von gewalttäti-
gen Auseinandersetzungen zwischen den  verfeindeten Gruppen  des 
ehemaligen LTTE-Kommandanten für  den Osten  – Karuna-Fraktion  – 
und der LTTE im Norden geprägt (vgl. BVGE 2008/2 E. 7.1 und 7.2). 
Vor diesem Hintergrund erscheint es möglich, dass der Beschwerde-
führer, wie andere Bewohner seiner Heimatgegend, von der Karuna-
Fraktion bedroht bzw. rekrutiert wurde. Aufgrund der eigenen Angaben 
des Beschwerdeführers ist jedoch festzustellen, dass er sich frei be-
wegen und von der Karuna-Fraktion, die offenbar mittlerweile Vertrau-
en in ihn hat, absetzen kann. Da es ihm angeblich ohne grössere Pro-
bleme möglich wäre, sich zur Schweizerischen Botschaft in Colombo 

Seite 7

D-6842/2008

zu begeben, ist  zu schliessen,  dass er  aus dem Gebiet  seines Hei-
matlandes, das unter dem Einfluss der Karuna-Fraktion steht, wegge-
hen und sich in einer anderen Region niederlassen kann. Angesichts 
seines  Persönlichkeitsprofils  ist  nicht  davon auszugehen,  dass  er  in 
diesen Teilen seines Heimatlandes von Angehörigen der Karuna-Frak-
tion  gesucht  und  behelligt  würde.  Ebenso  wenig  ist  zu  befürchten, 
dass er mit den srilankischen Behörden in Konflikt geraten würde, da 
er bisher keinerlei Probleme mit den staatlichen Sicherheitsbehörden 
hatte. 

6.2 Nachdem nicht von einer asylrechtlich relevanten Gefährdungssi-
tuation auszugehen ist, braucht auf die Frage nach der Beziehungsnä-
he zur Schweiz, die nach den Akten als klar nicht gegeben anzusehen 
ist,  oder  anderen potenziellen  Zufluchtstaaten nicht  eingegangen zu 
werden.

6.3 Aufgrund des Gesagten ist zusammenfassend festzuhalten, dass 
der Beschwerdeführer aufgrund der Akten keine aktuelle Gefährdung 
im Sinne flüchtlingsrechtlich relevanter Nachteile und auch keine kon-
kreten Hinweise auf  eine künftige  Verfolgung darzulegen vermochte. 
Es erübrigt sich daher, auf die bereits bei der Vorinstanz eingereichten 
Beweismittel näher einzugehen, zumal diese lediglich den von ihm gel-
tend gemachten Sachverhalt  belegen sollen. Auch die im Laufe des 
Beschwerdeverfahrens eingereichten Beweismittel – ein Teil der über-
mittelten Dokumente wurde bereits zu einem früheren Verfahrenszeit-
punkt eingereicht – vermögen zu keiner anderen Würdigung zu führen. 
Immerhin ist darauf hinzuweisen, dass der Beschwerdeführer sich bei 
der Schweizerischen Botschaft in Colombo meldete und ein Schreiben 
derselben  vom  31.  Oktober  2008  vorwies,  in  welchem  festgehalten 
wurde, es sei  ihm Asyl gewährt  worden und er dürfe in die Schweiz 
einreisen. Gemäss einer Aktennotiz einer Botschaftsangestellten vom 
10. November 2008 handelt es sich bei diesem Schreiben um eine Fäl-
schung. Der  Beschwerdeführer  habe ihr  gegenüber  gesagt,  er  habe 
nicht  gewusst,  dass  es  sich  bei  dem Schreiben um eine  Fälschung 
handle. Aufgrund dieser  Ausgangslage bestehen gewisse Zweifel  an 
der Authentizität  der anderen eingereichten Beweismittel. Angesichts 
der rechtlichen Würdigung des geltend gemachten Sachverhalts, erüb-
rigt sich indessen eine vertiefte Prüfung der Echtheit der eingereichten 
Beweismittel.  Zusammenfassend  ist  festzustellen,  dass  die  vom Be-
schwerdeführer geltend gemachten Übergriffe durch die Karuna-Frakti-
on nicht derart zu sein scheinen, dass ihm der Verbleib im Heimatstaat 

Seite 8

D-6842/2008

nicht zugemutet werden könnte (vgl. Art. 20 Abs. 2 AsylG). Unter die-
sen Umständen hat  die  Vorinstanz  dem Beschwerdeführer  zu Recht 
die Erteilung der Einreisebewilligung verweigert  und das Asylgesuch 
abgewiesen.

7.
Aus den obigen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfü-
gung  Bundesrecht  nicht  verletzt,  den  rechtserheblichen  Sachverhalt 
richtig  und  vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (vgl.  Art.  106 
Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist daher abzuweisen.

8.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten von Fr. 600.– 
an sich  dem Beschwerdeführer  aufzuerlegen (Art. 63  Abs. 1 VwVG); 
aus  verwaltungsökonomischen  Gründen  ist  indessen  in  Anwendung 
von Art. 6 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  (VGKE, 
SR 173.320.2) auf die Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten. 

(Dispositiv nächste Seite) 

Seite 9

D-6842/2008

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer durch Vermittlung der Schweizerischen Bot-
schaft in Colombo (per EDA-Kurier)

- die schweizerische Vertretung in Colombo, mit  der Bitte um Eröff-
nung dieses Urteils an den Beschwerdeführer sowie um Zustellung 
der Empfangsbestätigung an das Bundesverwaltungsgericht ad acta 
(ad (...); per EDA-Kurier)

- das BFM, Abteilung Aufenthalt und Rückkehrförderung, mit den Ak-
ten Ref.-Nr. N (...) (per Kurier; in Kopie)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Daniel Schmid Christoph Basler

Versand:

Seite 10