# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b255a28e-8956-5c91-bb1c-0fb29bd8de70
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-11-01
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 01.11.2016 200 2016 712
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2016-712_2016-11-01.pdf

## Full Text

200 16 712 IV
KOJ/BOC/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 1. November 2016

Verwaltungsrichter Kölliker, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Grütter, Verwaltungsrichter Ackermann
Gerichtsschreiberin Bossert

A.________
c/o Lic. iur. D.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 7. Juli 2016

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Nov. 2016, IV/2016/712, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1968 geborene A.________ (nachfolgend: Versicherter bzw. Be-
schwerdeführer) meldete sich bei der Invalidenversicherung am 31. Okto-
ber 2011 zur Früherfassung und am 6. Dezember 2011 zum Leistungs-
bezug an, dies jeweils unter Hinweis auf eine unfallbedingte Knieverletzung 
rechts (Akten der IV-Stelle Bern [nachfolgend: IVB bzw. Beschwerdegegne-
rin], Antwortbeilage [AB] 1, 9). Die IVB nahm in der Folge erwerbliche und 
medizinische Abklärungen vor (AB 11 f., 15) und holte die Akten der für das 
Unfallereignis vom 29. April 2010 zuständigen Unfallversicherung ein (AB 
13.1 - 13.3). Zudem liess die IVB den Versicherten am 27. August 2012 
durch Dr. med. B.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und 
Traumatologie des Bewegungsapparates FMH sowie für Physikalische 
Medizin und Rehabilitation FMH, begutachten, wobei die Expertise am 
4. September 2012 erstattet wurde (AB 32.1). Weiter absolvierte der Versi-
cherte vom 12. November 2012 bis 10. Februar 2013 in der Abklärungsstel-
le C.________ eine berufliche Grundabklärung (AB 49, 55). Nach 
Einholung einer Stellungnahme des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD 
[AB 65]) teilte die IVB den Abschluss der beruflichen Abklärungen mit (AB 
69). Nachdem der Versicherte, vertreten durch lic. iur. D.________, dage-
gen Einwände erhoben bzw. den Erlass einer beschwerdefähigen Verfü-
gung verlangt hatte (AB 70), teilte die IVB mit Schreiben vom 17. April 2014 
mit (AB 71), der Versicherte könne nach der Rekonvaleszenz wieder ein 
formloses Gesuch auf berufliche Massnahmen einreichen, was dieser mit 
Schreiben vom 11. August 2015 tat (AB 75). Daraufhin nahm die IVB er-
neut erwerbliche und medizinische Abklärungen vor (AB 78 f.).

Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren sprach die IVB dem Versi-
cherten mit Verfügung vom 7. Juli 2016 bei einem Invaliditätsgrad von 
100 % für die Zeit vom 1. Juni 2012 bis 28. Februar 2013 eine ganze Rente 
zu, wobei zusätzlich Verrechnungen betreffend IV- und Krankentaggelder 
vorgenommen wurden; für die anschliessende Zeit verneinte sie bei einem 
Invaliditätsgrad von 23 % den Anspruch auf eine Rente (AB 80 f., 87).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Nov. 2016, IV/2016/712, Seite 3

B.

Dagegen erhob der Versicherte unter Mithilfe von lic. iur. D.________ am 
10. August 2016 Beschwerde. Er beantragt, unter Aufhebung der ange-
fochtenen Verfügung sei ein Invaliditätsgrad aufgrund der aktuellen Akten-
lage, insbesondere aufgrund der erwähnten medizinischen Berichte, von 
100 % festzustellen (bzw. eine entsprechende Rente auszurichten). 
Gleichzeitig stellt er ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege bzw. um 
Erlass der Prozesskosten. 

Aufforderungsgemäss reichte der Beschwerdeführer am 30. August 2016 
betreffend das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege eine Bestätigung 
des zuständigen Sozialdienstes (inklusive aktuellem Budget) ein. 

Mit Beschwerdeantwort vom 14. September 2016 beantragt die Beschwer-
degegnerin die Abweisung der Beschwerde. 

Mit Verfügung vom 16. September 2016 hiess der Instruktionsrichter das 
Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege gut.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 

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zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-
cherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Angefochten ist die Verfügung vom 7. Juli 2016 (AB 87), mit welcher 
vom 1. Juni 2012 bis 28. Februar 2013 eine ganze Rente zugesprochen 
wurde. Der Beschwerdeführer beanstandet sinngemäss die Rentenbefris-
tung. In anfechtungs- und streitgegenständlicher Hinsicht liegt ein Rechts-
verhältnis vor, wenn rückwirkend eine abgestufte und/oder befristete IV-
Rente zugesprochen wird. Wird nur die Abstufung oder die Befristung der 
Leistungen angefochten, wird damit die richterliche Überprüfungsbefugnis 
nicht in dem Sinne eingeschränkt, dass die unbestritten gebliebenen Ren-
tenbezugszeiten von der richterlichen Prüfung ausgenommen blieben (BGE 
125 V 413; AHI 2001 S. 278 E. 1a). Folglich ist der Rentenanspruch des 
Beschwerdeführers umfassend zu prüfen.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 
80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur 

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Arbeitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346). Für die Beurteilung des Vorliegens 
einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitli-
chen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt 
zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 
Abs. 2 ATSG).

2.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine Ren-
te, wenn sie ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines 
Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % 
arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses 
Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. c). Gemäss Art. 
28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Rente, wenn die versi-
cherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn 
sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 
50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad 
von mindestens 40 % ein solcher auf eine Viertelsrente.

Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 IVG frühestens nach Ablauf 
von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach 
Art. 29 Abs. 1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollendung 
des 18. Altersjahres folgt (Abs. 1).

2.3 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

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2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99). 

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft 
eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auf-
trag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern des-
sen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 
351 E. 3a S. 352).

2.5 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352; SVR 2015 IV Nr. 28 S. 86 E. 4.1).

2.6

2.6.1 Nach der Rechtsprechung sind bei der rückwirkenden Zusprechung 
einer abgestuften oder befristeten Rente die Revisionsbestimmungen (Art. 
17 Abs. 1 ATSG; Art. 88a Abs. 1 der Verordnung über die Invalidenversi-

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cherung vom 17. Januar 1961 [IVV; SR 831.201]) analog anwendbar, weil 
noch vor Erlass der ersten Rentenverfügung eine anspruchsbeeinflussende 
Änderung eingetreten ist mit der Folge, dass dann gleichzeitig die Ände-
rung mitberücksichtigt wird (Entscheide des Bundesgerichts [BGer] vom 
5. Mai 2011, 9C_996/2010 / 9C_1005/2010, E. 8, und vom 16. Juni 2009, 
8C_87/2009, E. 2.2).

2.6.2 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf 
Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufge-
hoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentli-
che Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den 
Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. 
Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des 
Gesundheitszustandes revidierbar (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 10).

2.6.3 Wird rückwirkend eine abgestufte oder befristete Rente zugespro-
chen, sind einerseits der Zeitpunkt des Rentenbeginns und anderseits der 
in Anwendung der Dreimonatsfrist von Art. 88a Abs. 1 IVV festzusetzende 
Zeitpunkt der Rentenherabsetzung oder -aufhebung die massgebenden 
Vergleichszeitpunkte (BGer 8C_87/2009, E. 2.2).

2.6.4 Bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, 
sich im Aufgabenbereich zu betätigen, ist die anspruchsbeeinflussende 
Änderung für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem 
Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass 
sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu 
berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Mona-
te angedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird (Art. 88a 
Abs. 1 IVV).

3.

Den Akten ist in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen das Folgende zu 
entnehmen:

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3.1 Der orthopädische Chirurg Dr. med. B.________ führte im Gutach-
ten vom 27. August (unterzeichnet am 4. September) 2012 (nachfolgend: 
Gutachten vom 27. August/4. September 2012 [AB 32.1]) die folgenden 
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit auf (AB 32.1/12):

 Kniekontusion rechts (ICD-10: S80.0) seit dem 29. April 2010.
 Medialer Meniskusriss (ICD-10: M23.33) und periartikuläres Meniskusganglion 

(ICD-10: M23.03) Knie rechts mit Knorpelläsion am medialen Femurkondylus 
und retropatellär (ICD-10: M23.8) seit dem 18. Juni 2010:
18. Juni 2010: Diagnostische Kniearthroskopie rechts, Teilmeniskektomie me-
dial, extraartikuläre Resektion eines Meniskusganglions des Kniegelenks 
rechts.
15. August 2011: Diagnostische Kniearthroskopie rechts, mit erneuter Plicare-
sektion, sparsames Knorpeldebridement medialer Femurcondylus. Pridie Boh-
rung Trochlea und erneute Teilresektion des medialen Meniskus. 
Valgisationsosteotomie Tibia (Tomofix medial) rechts.

 Korrekturverlust und Pseudoarthrose Tibia rechts (ICD-10: T81.9) seit dem 
14. März 2012:
18. Mai 2012: Diagnostische Kniearthroskopie rechts, Fibulaosteotomie und 
Osteosynthese laterales Tibiaplateau mittels 3-Loch Drittelrohrplatte (Entnah-
me von Beckenkammspongiosa ipsilateral). Erneute Valgisationsosteotomie 
aufklappend Tibia rechts und Fixierung mittels Tomofix-Platte 4-Loch. 

Dr. med. B.________ hielt fest (AB 32.1/13 ff.), es bestünden Knieschmer-
zen und eine Funktionsverminderung bei einem Zustand nach Knieprellung 
und dreifacher Knieoperation rechts. Die letzte Intervention sei vor drei Mo-
naten vorgenommen worden und es bestünden noch zum Teil übliche 
postoperative Symptome. Zusätzlich seien sekundäre belastungsabhängi-
ge Schmerzen in anderen Gelenken (Hüfte links und dem Handgelenk 
links) sowohl anamnestisch wie auch bei der Untersuchung gefunden wor-
den. Die Fähigkeit, das Kniegelenk zu belasten, sei eingeschränkt. Arbei-
ten, die das Knien und Kauern verlangten, könnten nicht durchgeführt 
werden. Gegenwärtig bestehe eine Einschränkung von 5kg beim repetiti-
ven Heben und Tragen. Es sei vorauszusehen, dass nach einer Heilungs-
phase von bis zu sechs Monaten postoperativ noch eine Hebe- und 
Trageinschränkung von Gewichten bestehen bleibe (bis 10 - 15kg). Zur 
Frage, in welchem zeitlichen Rahmen die bisherige Tätigkeit noch zumut-
bar sei, gab Dr. med. B.________ an, gegenwärtig sei der Beschwerdefüh-
rer zu 100 % arbeitsunfähig, im Rahmen einer Reoperation für eine 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Nov. 2016, IV/2016/712, Seite 9

Achsenkorrektur. Es sei bei einem üblichen postoperativen Verlauf zu er-
warten, dass eine probatorische Teilarbeitswiederaufnahme sechs bis acht 
Monate nach der Operation möglich sei. Arbeiten, die das Knien und Kau-
ern verlangten, die das Besteigen von Leitern und Gerüsten benötigten 
sowie solche Arbeiten, wo schwere Lasten getragen werden müssten, soll-
ten nicht mehr durchgeführt werden. Es sei wahrscheinlich, dass eine Ver-
minderung der Leistungsfähigkeit dennoch bestehe, vor allem im Bereich 
des repetitiven Lastentragens und in kalter Umgebung (Kältelager). Der 
Beschwerdeführer könne seine verbleibenden Fähigkeiten in einer anderen 
Tätigkeit besser verwerten. Nach der Rehabilitationsphase könne eine vor-
wiegend sitzende Tätigkeit, ohne das Tragen und Heben von grossen Ge-
wichten, zu 100 % durchgeführt werden, sofern der Beschwerdeführer nicht 
in der Kälte arbeiten müsse. Zumutbar sei Gewichte bis maximal 15kg he-
ben, repetitiv 5 - 10kg heben und tragen; Laufen bis 30 Minuten, Stehen bis 
zu 30 Minuten, Sitzen bis zu 60 Minuten und wechselhafte Tätigkeiten, teils 
sitzend, teils stehend und laufend. Es sollte keine Arbeit in der Kälte, kein 
Knien oder Kauern, keine grossen Lasten heben, keine repetitiven Lasten 
tragen ausgeführt werden. Leidensangepasste Tätigkeiten seien acht 
Stunden pro Tag zumutbar; sofern die Forderungen respektiert würden, sei 
ein voller Einsatz ohne Leistungsfähigkeitsverminderung möglich. 

3.2 Dr. med. E.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und 
Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, gab im Verlaufsbericht vom 
6. März 2013 (AB 56) einen stationären Gesundheitszustand an und attes-
tierte ab dem 4. Februar 2011 eine 100 %-ige Arbeitsunfähigkeit. Dr. med. 
E.________ hielt fest, es bestehe eine Schmerzhaftigkeit des rechten 
Kniegelenks, welche den gelegentlichen Einsatz von Gehstöcken erfordere. 
Die bisherige Erwerbstätigkeit sei nicht mehr zumutbar, dies liege vor allen 
Dingen daran, dass die Arbeit rein körperlich mit Heben und Tragen schwe-
rer Gegenstände bzw. längerem Laufen verbunden sei. Es seien rein sit-
zende Tätigkeiten sowie Tätigkeiten mit geringer Gehdistanz möglich. 
Tragen sollte vermieden werden, ebenso Gewichte heben. Die Stehdauer 
betrage insgesamt maximal zwei Stunden, die Sitzdauer sei unbeschränkt. 
Die Gehstrecke sei auf wenige Meter zu begrenzen. Ansonsten könnte ein 
Einsatz zu 100 % erfolgen. Der Beschwerdeführer werde schwere und 
mässige körperliche Arbeit nicht mehr ausführen können. Eine neue Ar-

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beitsstelle müsste vor allen Dingen Tätigkeiten im Sitzen wie z.B. Überwa-
chungstätigkeiten beinhalten.

3.3 Der RAD-Arzt Dr. med. F.________, Facharzt für Orthopädische 
Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, gab in der 
Stellungnahme vom 15. April 2013 an (AB 65), aus rein orthopädischer 
Sicht liessen sich die persistierenden Einschränkungen – wie vom Be-
schwerdeführer während der Grundabklärung geltend gemacht – medizi-
nisch nicht begründen. Dies werde auch vom behandelnden Orthopäden 
Dr. med. E.________ in seinem Bericht vom 6. März 2013 klar dokumen-
tiert, wo in einer angepassten, vorwiegend sitzenden Tätigkeit explizit eine 
100 %-ige Arbeitsfähigkeit attestiert werde. Aufgrund des störenden Osteo-
synthesematerials liessen sich allenfalls noch Einschränkungen für rein 
stehende/gehende Tätigkeiten medizinisch begründen. Die vom Beschwer-
deführer geltend gemachte Einschränkung, dass das rechte Bein dauernd 
hochgelagert werden müsse – dies auch insbesondere für sitzende Tätig-
keiten – lasse sich definitiv medizinisch nicht begründen. Dies aufgrund der 
Tatsache, dass das Hochlagern des Beines im Sitzen zu einer Knickbildung 
im Bereich der abfliessenden Blut- und Lymphgefässachse und damit zu 
einer Stauung und Zunahme der peripheren Schwellung führe. Entspre-
chend sei das Hochlagern des Beines kontraproduktiv und müsse vermie-
den werden. Auch der andauernde Stockgebrauch sei schlussendlich 
kontraproduktiv, indem der muskuläre Wiederaufbau behindert werde und 
sich muskuläre Defizite nicht abbauen liessen. Insgesamt scheine beim 
Beschwerdeführer eine erhebliche Selbstlimitierung/Aggravation wenn nicht 
gar Simulation vorzuliegen. Bezüglich des Berichts der Grundabklärung 
durch die Abklärungsstelle C.________ vom 6. März 2013 müsse davon 
ausgegangen werden, dass rein auf die subjektiven Einschränkungen des 
Beschwerdeführers bezüglich der eigenen Leistungsfähigkeit abgestellt 
worden sei und nicht auf objektive Parameter. Am Zumutbarkeitsprofil von 
Dr. med. B.________ im Gutachten vom 27. August/4. September 2012 
könne festgehalten werden. Der Beschwerdeführer könnte mit überwiegen-
der Wahrscheinlichkeit von einer Entfernung des Osteosynthesematerials 
profitieren. Unabhängig davon könne aber von einer 100 %-igen Arbeits-
fähigkeit in angepasster Tätigkeit ausgegangen werden. 

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3.4 Dr. med. G.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin 
FMH, hielt im Bericht vom 3. November 2015 (AB 79) fest, aktuell bestün-
den ständige Schmerzen am proximalen Unterschenkel, neu morgendliche 
Schmerzen an der rechten Hüfte, Anlaufschmerz bis 20 Minuten bis das 
Gehen einigermassen normal sei. Zudem immer wieder Wadenkrämpfe 
rechts, welche nur mit warmem Wasser gelöst werden könnten, trotz Ein-
nahme grosser Magnesiummengen; zudem gebe es Sensibilitätsstörungen 
des rechten Unterschenkels. In der bisherigen Tätigkeit als … attestierte 
Dr. med. G.________ zirka ab Juni 2010 eine 100 %-ige Arbeitsunfähigkeit. 
Bezüglich einer leidensangepassten Tätigkeit sei auf die vorangegangen 
Berichte und das Gutachten vom 27. August/4. September 2012 zu verwei-
sen bzw. wechselbelastende Tätigkeiten (mit Über-Kopf-Arbeiten sowie 
Heben und Tragen bis zu einer Gewichtslimite von 12kg) seien ganztags 
zumutbar.

3.5 In der Stellungnahme vom 7. August 2016 (Akten des Beschwerde-
führers, Beschwerdebeilage [BB] 5) gab Dr. med. G.________ an, der Inva-
liditätsgrad des Beschwerdeführers sei zum heutigen Zeitpunkt wie auch 
bisher (im Prinzip seit dem „Antrag auf Rentenanspruch“) sicherlich deutlich 
höher als 23 %. Seine Verweise auf das Gutachten vom 27. August/4. Sep-
tember 2012 im Bericht vom 3. November 2015 würden viele Punkte betref-
fen (Diagnosen und Operationen, Untersuchungsbefunde usw.) und 
insbesondere den unveränderten Zustand bezüglich der Arbeitsunfähigkeit 
von 100 %. Sicher verweise er nicht auf eine Zumutbarkeit, sollte dies den-
noch passiert oder als solches verstanden worden sein, dann sei dies ein 
Fehler gewesen. Es möge sein, dass der pauschale Verweis zum Teil un-
klar und zweideutig sei, aber im Punkt 1.9 (mit der Wiederaufnahme der 
beruflichen Tätigkeit bzw. Erhöhung der Einsatzfähigkeit könne nicht ge-
rechnet werden) werde unmissverständlich und klar (evtl. indirekt) auf die 
100 %-ige Arbeitsunfähigkeit hingewiesen. Der Beschwerdeführer zeige 
weiterhin ein schwerwiegendes körperliches Leiden mit ständigen Schmer-
zen im rechten Knie, eine ständige Behinderung in der Funktion des rech-
ten Beines mit Schonhinken (mit und ohne Stockentlastung) und somit eine 
hochgradige Arbeitsunfähigkeit, sowohl in aufrechter Haltung wie auch im 
Sitzen. Sicherlich könne ein IV-Entscheid im Jahr 2016 nicht auf Mutmas-
sungen eines Untersuchungsberichtes (betreffend) eines mehrfach (bzw. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Nov. 2016, IV/2016/712, Seite 12

noch frisch) operierten Patienten im August 2012 abgestellt werden. Tatsa-
che sei, dass der Gesundheitszustand seit dem Untersuchungstag des 
Gutachtens (27. August/4. September 2012) nie eine Besserung erfahren 
habe.

3.6 Dr. med. H.________ hielt im Bericht vom 11. August 2016 (BB 6) 
fest, seit dem 10. März 2016 befinde sich der Beschwerdeführer in ambu-
lanter psychiatrischer Behandlung. Aus psychiatrischer Sicht leide er an 
einer Anpassungsstörung mit depressiven Reaktionen bei psychosozialer 
Belastungssituation, Status nach einem Arbeitsunfall ICD-10: F43.21 / 
F43.0. Es bestehe ein Verdacht auf eine emotionale instabile Persönlich-
keitsstörung impulsiver Typ ICD-10: F60.30. Im Verlauf habe sich sein psy-
chischer Zustand deutlich verschlechtert. Er habe keine geregelte Tages-
struktur mehr gehabt und habe depressive Symptome wie Antriebslosigkeit, 
Gedankenkreisen und Zukunftsängste entwickelt. Seine kognitiven Funkti-
onen seien reduziert. Seine Persönlichkeit habe sich deutlich verändert. Er 
weise massive Probleme in zwischenmenschlichen Kontakten auf. Der Be-
schwerdeführer sei impulsiv, gereizt und angespannt. Er wirke ungepflegt, 
desinteressiert, dekonzentriert, motivationslos und blicke pessimistisch in 
die Zukunft. Aus psychiatrischer Sicht sei er zu 50 % arbeitsunfähig. 

4.

4.1 In medizinischer Hinsicht macht der Beschwerdeführer insbesonde-
re geltend (Beschwerde S. 6 ff.), das Gutachten von Dr. med. B.________ 
vom 27. August/4. September 2012 sei noch in der Rehabilitationsphase 
erstellt worden und man könne nicht mit Bestimmtheit davon ausgehen, 
dass der Beschwerdeführer eine 100 %-ige Arbeitsfähigkeit wiedererlangen 
werde. Der Prognose von Dr. med. B.________ (gesicherte Besserung 
innert sechs bis acht Monaten) schliesse sich Dr. med. G.________ nicht 
an, der Gesundheitszustand habe nie eine Besserung erfahren. Gemäss 
Dr. med. G.________ liege der Invaliditätsgrad deutlich höher als 23 % und 
für einen IV-Entscheid könne nicht eine Prognose als Basis dienen. Zudem 
sei in der angefochtenen Verfügung der psychische Gesundheitszustand 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Nov. 2016, IV/2016/712, Seite 13

zu wenig beachtet worden, der Beschwerdeführer befinde sich in psychia-
trischer Behandlung.

4.2 Das Gutachten von Dr. med. B.________ vom 27. August/4. Sep-
tember 2012 (AB 32.1) erfüllt die an den Beweiswert einer medizinischen 
Expertise gestellten Anforderungen (vgl. E. 2.4 hiervor). Das Gutachten ist 
voll beweiskräftig, da es – beruhend auf allseitigen Untersuchungen und 
unter Berücksichtigung der geklagten Beschwerden – die streitigen Punkte 
umfassend abhandelt und in Kenntnis der Vorakten abgegeben wurde. 
Weiter leuchtet es in der medizinischen Beurteilung ein und die darin gezo-
genen Schlussfolgerungen werden eingehend begründet.

4.3 Der Anspruch auf eine ganze Rente ab dem 1. Juni 2012 ist ge-
stützt auf die Angaben im Gutachten von Dr. med. B.________ vom 27. 
August/4. September 2012 (AB 32.1/14), wonach eine volle Arbeitsunfähig-
keit für jegliche Tätigkeiten ab dem 19. Mai 2011 (Beginn Wartejahr [vgl. E. 
2.2 hiervor]) bestand, sowie die Rentenanmeldung im Dezember 2011 (AB 
9) bzw. die sechsmonatige Frist gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG (vgl. E. 2.2 
hiervor) nicht zu beanstanden.

Ab Ende der vom Gutachter Dr. med. B.________ auf sechs Monate post-
operativ (d.h. nach der Operation vom 18. Mai 2012 [AB 29]) bezeichneten 
Heilungsphase (AB 32.1/14) ist von einer Besserung auszugehen und da-
mit per 18. November 2012 ein Revisionsgrund erstellt (vgl. E. 2.6.2 hier-
vor). Auf diese Einschätzung kann auch mit Blick auf die weiteren 
Arztberichte abgestellt werden, zumal diese keine anderen Schlüsse zulas-
sen. 

4.4 Soweit der Beschwerdeführer einen verbesserten Gesundheitszu-
stand und eine damit einhergehende berufliche Leistungsfähigkeit bestrei-
tet, kann ihm nicht gefolgt werden. Die angefochtene Verfügung vom 7. Juli 
2016 (AB 87) basiert entgegen seiner Darstellung nicht nur auf dem Gut-
achten von Dr. med. B.________ vom 27. August/4. September 2012 (AB 
32.1). Vielmehr flossen in die Entscheidung auch die bestätigenden Berich-
te des Dr. med. E.________ vom 6. März 2013 (AB 56), des RAD-Arztes 
Dr. med. F.________ vom 15. April 2013 (AB 65) sowie des Dr. med. 
G.________ vom 3. November 2015 (AB 79) ein, in welchem der behan-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Nov. 2016, IV/2016/712, Seite 14

delnde Arzt auf das Gutachten von Dr. med. B.________ verweist und die 
dortigen Schlüsse bestätigt. Dieser Bericht vom 3. November 2015 (AB 79) 
ist klar; Dr. med. G.________ verweist nicht nur in Ziff. 1.7 in allgemeiner 
Weise auf das Gutachten von Dr. med. B.________ vom 27. August/4. 
September 2012 (AB 32.1), sondern bezeichnet auf dem Zusatzblatt (AB 
79/5) in unmissverständlicher Art und Weise angepasste wechselbelasten-
de Tätigkeiten (mit Über-Kopf-Arbeiten sowie Heben und Tragen bis zu 
einer Gewichtslimite von 12kg) als ganztags zumutbar. Der weitere Bericht 
von Dr. med. G.________ vom 7. August 2016 (BB 5) ändert daran nichts: 
Soweit darin erwähnt wird, der Invaliditätsgrad sei sicher höher als 23 %, ist 
festzuhalten, dass die Bemessung des Invaliditätsgrades eine Rechtsfrage 
und damit nicht Sache des Arztes ist. Sodann wird im Bericht nicht begrün-
det und es ist auch nicht einzusehen, weshalb die Kniebeschwerden des 
Beschwerdeführers eine sitzende Tätigkeit verunmöglichen sollen. Im Übri-
gen umfasst das Zumutbarkeitsprofil nicht nur rein stehende oder rein sit-
zende, sondern wechselbelastende Tätigkeiten (vgl. AB 32.1/14 f.). 

Weiter ändert auch der Bericht von Dr. med. H.________ vom 11. August 
2016 (BB 6) nichts: Darin wird eine Anpassungsstörung mit depressiven 
Reaktionen bei psychosozialer Belastungssituation aufgeführt. Wie die Be-
schwerdegegnerin zutreffend festgehalten hat (Beschwerdeantwort S. 2 
Ziff. 5), kommt einer Anpassungsstörung gemäss Rechtsprechung wohl 
Krankheitswert zu, es handelt sich jedoch um ein vorübergehendes und 
damit nicht invalidisierendes psychisches Leiden (Entscheid des BGer vom 
9. August 2010, 8C_322/2010, E. 5.2). Dies umso mehr, als die Diagnose 
im Zusammenhang mit einer – invalidenversicherungsrechtlich (grundsätz-
lich) unbeachtlichen (BGE 139 V 547 E. 3.2.2 S. 552, 127 V 294 E. 5a S. 
299; SVR 2012 IV Nr. 52 S. 189 E. 3.2, 2010 IV Nr. 19 S. 59 E. 5.2) – psy-
chosozialen Belastungssituation gestellt wurde. Zudem stellt Dr. med. 
H.________ allein eine Verdachtsdiagnose (emotionale instabile Persön-
lichkeitsstörung impulsiver Typ ICD-10: F60.30), womit ebenfalls kein inva-
lidisierender psychischer Gesundheitsschaden erstellt ist.

Ebenso nichts ändert der Verlauf der beruflichen Abklärung in der Ab-
klärungsstelle C.________ (AB 55), da diese durch subjektive Faktoren 
mitbeeinflusst worden sein kann (vgl. Entscheid des BGer vom 19. Mai 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Nov. 2016, IV/2016/712, Seite 15

2016, 9C_646/2015, E. 4.4), was hier der Fall gewesen ist. So konnten die 
den Beschwerdeführer begleitenden Fachpersonen keine Aussagen zur 
Motivation des Beschwerdeführers machen, da er aufgrund der (medizi-
nisch nicht nachvollziehbaren [AB 65/4 Mitte]) Hochlagerung seines rech-
ten Beines fast liegend in seinem Stuhl sass und diese zurücklehnende 
Körperhaltung verbunden mit einem eher langsamen Arbeitstempo eine 
Einschätzung der Verhaltensweisen mit Rückschlüssen auf die Motivation 
erschwerte (AB 55/4). 

Dem Zumutbarkeitsprofil entsprechende Tätigkeiten (vgl. AB 32.1/14 f.) 
sind dem Beschwerdeführer demnach ganztags zumutbar. 

4.5 Soweit der Beschwerdeführer geltend macht (Beschwerde S. 8), 
eine Tätigkeit gemäss dem von der Beschwerdegegnerin angenommen 
Zumutbarkeitsprofil sei für eine 48-jährige gesundheitlich stark angeschla-
gene und zudem nicht ausgebildete Person nahezu unmöglich zu finden, 
es handle sich hierbei vielmehr um einen nur theoretisch existierenden Ar-
beitsplatz, ist darauf hinzuweisen, dass das trotz der gesundheitlichen Be-
einträchtigung zumutbarerweise erzielbare Einkommen bezogen auf einen 
ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu ermitteln ist. Dieser theoretische und abs-
trakte Begriff dient dazu, den Leistungsbereich der Invalidenversicherung 
von jenem der Arbeitslosenversicherung abzugrenzen. Ein ausgeglichener 
Arbeitsmarkt ist gekennzeichnet durch ein gewisses Gleichgewicht zwi-
schen Angebot und Nachfrage nach Arbeitskräften und weist einen Fächer 
verschiedenster Tätigkeiten auf und zwar sowohl bezüglich der dafür ver-
langten beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen wie auch hinsicht-
lich des körperlichen Einsatzes. Dabei ist nicht von realitätsfremden 
Einsatzmöglichkeiten auszugehen. Es können nur Vorkehren verlangt wer-
den, die unter Berücksichtigung der gesamten objektiven und subjektiven 
Gegebenheiten des Einzelfalles zumutbar sind. An die Konkretisierung von 
Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten sind jedoch rechtspre-
chungsgemäss keine übermässigen Anforderungen zu stellen (BGE 138 V 
457 E. 3.1 S. 459; SVR 2008 IV Nr. 62 S. 205 E. 5.1). Von einer Arbeitsge-
legenheit im Sinne von Art. 16 ATSG kann aber dort nicht mehr gespro-
chen werden, wo die zumutbare Tätigkeit nur in so eingeschränkter Form 
möglich ist, dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Nov. 2016, IV/2016/712, Seite 16

oder dass sie nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines durch-
schnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden einer entspre-
chenden Stelle daher von vornherein als ausgeschlossen erscheint (SVR 
2011 IV Nr. 6 S. 18 E. 4.2.4, 2008 IV Nr. 62 S. 205 E. 5.2).

Das von Dr. med. B.________ formulierte Zumutbarkeitsprofil (AB 32.1/14 
f.), wonach eine vorwiegend sitzende Tätigkeit ohne das Tragen und He-
ben von grossen Gewichten zu 100 % durchgeführt werden kann und bei 
welchem es zumutbar ist, Gewichte bis maximal 15kg zu heben, repetitiv 5 
- 10kg zu heben und zu tragen, bis zu 30 Minuten zu Laufen, bis zu 30 Mi-
nuten zu Stehen und bis zu 60 Minuten zu Sitzen sowie wechselhafte 
Tätigkeiten, teils sitzend, teils stehend und laufend auszuüben und welches 
Arbeit in der Kälte, Knien oder Kauern, grosse Lasten heben sowie repetitiv 
Lasten tragen ausschliesst, ist nicht dermassen eingeschränkt, dass nicht 
mehr von einer Arbeitsgelegenheit im Sinne von Art. 16 ATSG gesprochen 
werden könnte. Solche leichte wechselbelastende Tätigkeiten sind auf dem 
ausgeglichenen Arbeitsmarkt vorhanden.

5.

Es bleibt auf den Revisionszeitpunkt bzw. den Eintritt der gesundheitlichen 
Verbesserung hin (18. November 2012 [vgl. E. 4.3 hiervor]) mittels Ein-
kommensvergleich den Invaliditätsgrad zu bestimmen. 

5.1 Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfol-
gen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig 
möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf 
sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt. 
Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen ziffernmässig nicht genau ermit-
telt werden können, sind sie nach Massgabe der im Einzelfall bekannten 
Umstände zu schätzen und die so gewonnenen Annäherungswerte mitein-
ander zu vergleichen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; 
BGE 128 V 29 E. 1 S. 30, 104 V 135 E. 2b S. 136).

5.1.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Nov. 2016, IV/2016/712, Seite 17

nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30, 134 V 322 E. 
4.1 S. 325).

5.1.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 139 V 592 E. 2.3 S. 593; SVR 2014 IV Nr. 37 S. 
133 E. 7.1). Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsscha-
dens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätig-
keit aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne 
gemäss den vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohnstruktur-
erhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3 S. 593; 
SVR 2014 IV Nr. 37 S. 133 E. 7.1).

Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, 
die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich 
zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern 
lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurch-
schnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit ei-
nem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 
S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in welchem Ausmass 
Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und 
beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Ein-
schränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Be-
schäftigungsgrad). Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invaliden-
einkommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, 
wobei der Abzug auf insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen ist (BGE 
135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327).

5.2 Vorliegend ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer im 
Gesundheitsfall weiterhin bei der I.________ AG als … und … tätig wäre, 
womit für das Valideneinkommen auf das dort erzielte Einkommen abzu-
stellen ist. Die Beschwerdegegnerin hat in der angefochtenen Verfügung 
vom 7. Juli 2016 (AB 87) auf das gemäss IK-Auszug im Jahr 2009 erzielte 
Einkommen von Fr. 80‘115.-- abgestellt (AB 12, 78), wobei dieser Betrag 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Nov. 2016, IV/2016/712, Seite 18

nicht nur das Einkommen bei der I.________ AG von Fr. 67‘407.--, sondern 
zusätzlich auch den Verdienst bei der J.________ AG von Fr. 12‘708.-- 
umfasst. Für das Jahr 2010 ist dem IK-Auszug bis zum Unfall vom 29. April 
2010 kein Einkommen dieser Arbeitgeberin zu entnehmen. Es kann offen 
bleiben, ob der Beschwerdeführer diesen Nebenverdienst im Gesundheits-
fall auch weiterhin erzielt hätte. Selbst wenn dies zu Gunsten des Be-
schwerdeführers zu bejahen wäre, würde ein nicht rentenbegründender 
Invaliditätsgrad resultieren. Dies ergibt sich aus dem in der angefochtenen 
Verfügung (AB 87/5 f.) vorgenommenen Einkommensvergleich, welcher zu 
Recht ein aufgrund statistischer Daten ermitteltes Invalideneinkommen (vgl. 
E. 5.1.2 hiervor) von Fr. 61‘918.-- berücksichtigt (LSE 2012, Tabelle TA1, 
Kompetenzniveau 1, Männer, Fr. 5‘210.-- monatlich, Fr. 62‘520.-- jährlich, 
angepasst an die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit im Bereich Total 
im Jahr 2012 von 41.7 h [Fr. 62‘520.-- : 40 h x 41.7 h] = Fr. 65‘177.--, unter 
Berücksichtigung eines leidensbedingten Abzuges [vgl. E. 5.1.2 hiervor] 
von 5 %), womit der Invaliditätsgrad 23 % beträgt (100 / Fr. 80‘115.-- x 
[Fr. 80‘115.-- - Fr. 61‘918.--] = 22.71 %; zu den Rundungsregeln vgl. BGE 
130 V 121 E. 3.2 und 3.3 S. 123). Selbst ein leicht höherer leidensbedingter 
Abzug (der allerdings hier nicht gerechtfertigt erscheint und auch nicht gel-
tend gemacht wird) vermöchte am Ergebnis nichts zu ändern.

Schliesslich ist der Zeitpunkt der Renteneinstellung drei Monate nach Ein-
tritt der gesundheitlichen Verbesserung (vgl. E. 2.6.4 und 4.3 hiervor) per 
Ende Februar 2013 nicht zu beanstanden.

5.3 Nach dem Dargelegten ist die Beschwerde abzuweisen.

6.

6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Nov. 2016, IV/2016/712, Seite 19

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, werden vorlie-
gend dem unterliegenden Beschwerdeführer zur Bezahlung auferlegt. Auf-
grund der Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege (vgl. Verfügung 
vom 16. September 2016) ist der Beschwerdeführer – unter Vorbehalt der 
Nachzahlungspflicht gemäss Art. 113 VRPG i.V.m. Art. 123 der Schweize-
rischen Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 (ZPO; SR 272) – von 
der Pflicht zur Zahlung der Verfahrenskosten zu befreien.

6.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf eine 
Parteientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 61 lit. g ATSG). 

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen 
Rechtspflege wird der Beschwerdeführer – unter Vorbehalt der Nach-
zahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO – jedoch von der Zahlungspflicht 
befreit.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- A.________
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Nov. 2016, IV/2016/712, Seite 20

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.