# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b5ae24d0-ede9-577e-9001-65826699a4fb
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-05-22
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 22.05.2020 200 2020 140
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2020-140_2020-05-22.pdf

## Full Text

200 20 140 UV
KOJ/BOC/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 22. Mai 2020

Verwaltungsrichter Kölliker, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Furrer, Verwaltungsrichter Loosli
Gerichtsschreiberin Bossert

A.________
Beschwerdeführer

gegen

Vaudoise Allgemeine Versicherungs-Gesellschaft AG
Place de Milan, 1001 Lausanne
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 8. Januar 2020

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Mai 2020, UV/20/140, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1996 geborene A.________ (nachfolgend: Versicherter bzw. Be-
schwerdeführer) war über seine Arbeitgeberin obligatorisch bei der Vaudoi-
se Allgemeine Versicherungs-Gesellschaft AG (nachfolgend: Vaudoise 
bzw. Beschwerdegegnerin) gegen Berufs- und Nichtberufsunfälle sowie 
Berufskrankheiten versichert, als er am 12. Oktober 2018 bei seiner Arbeit 
als ... beim … demontieren mit dem rechten Fuss gegen einen … trat und 
danach Schmerzen im rechten Knie verspürte (Akten der Vaudoise, Ant-
wortbeilage [AB] 24). Die Vaudoise nahm beim Versicherten Abklärungen 
zum Hergang des erwähnten Ereignisses vor (AB 22) und der Versicherte 
unterzog sich am 7. Januar 2019 am rechten Knie einem operativen Eingriff 
(AB 15). Nachdem die Vaudoise das Dossier ihrem beratenden Arzt vorge-
legt hatte (AB 7), verneinte sie mit Verfügung vom 14. Juni 2019 (AB 5) im 
Zusammenhang mit dem Ereignis vom 12. Oktober 2018 ihre Leistungs-
pflicht, da einerseits aufgrund fehlender Ungewöhnlichkeit des Ereignisses 
kein Unfall im Rechtssinne vorliege und andererseits auch keine unfallähn-
liche Körperschädigung gegeben sei, da der operierte Meniskusriss vor-
wiegend auf die krankheitsbedingte Osteochondritis zurückzuführen sei. 
Die dagegen erhobene Einsprache (AB 4) wies die Vaudoise mit Einspra-
cheentscheid vom 8. Januar 2020 (AB 3) ab. 

B.

Dagegen erhob der Versicherte am 15. Februar 2020 Beschwerde. Er be-
antragt sinngemäss, unter Aufhebung des angefochtenen Einspracheent-
scheides sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, im Zusammenhang 
mit dem Ereignis vom 12. Oktober 2018 die gesetzlichen Versicherungs-
leistungen zu erbringen.

Mit Beschwerdeantwort vom 11. März 2020 beantragt die Beschwerdegeg-
nerin die Abweisung der Beschwerde.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Mai 2020, UV/20/140, Seite 3

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 
ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des 
kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege 
[VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. 

1.2 Angefochten ist der Einspracheentscheid vom 8. Januar 2020 
(AB 3). Streitig und zu prüfen ist der Leistungsanspruch des Beschwerde-
führers betreffend die Meniskusverletzung am rechten Knie.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Am 1. Januar 2017 sind die Änderung vom 25. September 2015 des 
Bundesgesetzes vom 20. März 1981 über die Unfallversicherung (UVG; 
SR 832.20) und die Änderung vom 9. November 2016 der Verordnung vom 

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20. Dezember 1982 über die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) in 
Kraft getreten. Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem In-
krafttreten der Änderung vom 25. September 2015 des UVG ereignet ha-
ben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen 
sind, werden nach bisherigem Recht gewährt (Abs. 1 der Übergangsbe-
stimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG). Das hier 
interessierende Ereignis hat sich am 12. Oktober 2018 und damit nach dem 
1. Januar 2017 ereignet, womit der vorliegende Fall anhand der ab dem 
1. Januar 2017 gültigen Bestimmungen zu beurteilen ist.

2.2 Die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen Unfallversi-
cherung setzt grundsätzlich das Vorliegen eines Berufsunfalles, eines 
Nichtberufsunfalles oder einer Berufskrankheit voraus (Art. 6 Abs. 1 UVG). 
Unfall ist die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines 
ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine 
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit 
oder den Tod zur Folge hat (Art. 4 ATSG).

2.3

2.3.1 Gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG erbringt die Versicherung ihre Leistun-
gen auch bei folgenden Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend 
auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind: Knochenbrüche 
(lit. a), Verrenkungen von Gelenken (lit. b), Meniskusrisse (lit. c), Muskelris-
se (lit. d), Muskelzerrungen (lit. e), Sehnenrisse (lit. f), Bandläsionen (lit. g), 
Trommelfellverletzungen (lit. h).

2.3.2 Nach Meldung einer Listenverletzung gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG hat 
der Unfallversicherer die genauen Begleitumstände abzuklären. Ist die 
Listenverletzung auf ein Unfallereignis im Sinne von Art. 4 ATSG 
zurückzuführen, so ist der Unfallversicherer solange leistungspflichtig, bis 
der Unfall nicht mehr die natürliche und adäquate Ursache darstellt, der 
Gesundheitsschaden also nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden 
Ursachen beruht. Sind hingegen nicht sämtliche Kriterien des Unfallbegriffs 
nach Art. 4 ATSG erfüllt, so wird der Unfallversicherer für eine 
Listenverletzung nach Art. 6 Abs. 2 UVG in der seit 1. Januar 2017 
geltenden Fassung grundsätzlich leistungspflichtig, sofern er nicht den 

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Nachweis dafür erbringt, dass die Verletzung vorwiegend auf Abnützung 
oder Erkrankung zurückzuführen ist (Entscheid des Bundesgerichts [BGer] 
vom 24. September 2019, 8C_22/2019 [zur Publikation vorgesehen], E. 
9.1).

2.3.3 Für die Anwendung von Art. 6 Abs. 2 UVG ist kein äusserer Faktor 
und damit kein unfallähnliches sinnfälliges Ereignis oder eine allgemein 
gesteigerte Gefahrenlage im Sinne der Rechtsprechung zu aArt. 9 Abs. 2 
UVV mehr vorausgesetzt. Insoweit führt grundsätzlich bereits die Tatsache, 
dass eine in Art. 6 Abs. 2 lit. a - h UVG genannte Körperschädigung 
vorliegt, nunmehr zur Vermutung, es handle sich hierbei um eine 
unfallähnliche Körperschädigung, die vom Unfallversicherer übernommen 
werden muss. Indessen ergibt sich aus der in Art. 6 Abs. 2 UVG 
vorgesehenen Möglichkeit des Gegenbeweises weiterhin die Notwendigkeit 
der Abgrenzung der vom Unfallversicherer zu übernehmenden 
unfallähnlichen Körperschädigung von der abnützungs- und 
erkrankungsbedingten Ursache einer Listenverletzung und damit letztlich 
zur Leistungspflicht des Krankenversicherers. Insoweit ist die Frage nach 
einem initialen erinnerlichen und benennbaren Ereignis – nicht zuletzt auch 
aufgrund der Bedeutung eines zeitlichen Anknüpfungspunktes – auch nach 
der UVG-Revision relevant. Lässt sich nach Eingang der Meldung im 
Rahmen der Abklärungspflicht (Art. 43 Abs. 1 ATSG) kein initiales Ereignis 
erheben oder lediglich ein solches ganz untergeordneter resp. harmloser 
Art, so vereinfacht dies zwangsläufig in aller Regel den Entlastungsbeweis 
des Unfallversicherers. Denn bei der in erster Linie von medizinischen 
Fachpersonen zu beurteilenden Abgrenzungsfrage ist das gesamte 
Ursachenspektrum der in Frage stehenden Körperschädigung zu 
berücksichtigen. Nebst dem Vorzustand sind somit auch die Umstände des 
erstmaligen Auftretens der Beschwerden näher zu beleuchten. Die 
verschiedenen Indizien, die für oder gegen Abnützung oder Erkrankung 
sprechen, müssen aus medizinischer Sicht gewichtet werden. Damit der 
Entlastungsbeweis gelingt, hat der Unfallversicherer gestützt auf 
beweiskräftige ärztliche Einschätzungen – mit dem Beweisgrad der 
überwiegenden Wahrscheinlichkeit – nachzuweisen, dass die fragliche 
Listenverletzung vorwiegend, d.h. im gesamten Ursachenspektrum zu mehr 
als 50 %, auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen ist. Besteht das 

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Ursachenspektrum einzig aus Elementen, die für Abnützung oder 
Erkrankung sprechen, so folgt daraus unweigerlich, dass der 
Entlastungsbeweis des Unfallversicherers erbracht ist und sich weitere 
Abklärungen erübrigen (BGer 8C_22/2019, E. 8.6). 

3.

Den Akten ist in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen das Folgende zu 
entnehmen:

3.1 Im Bericht des Spitals B.________ vom 18. Oktober 2018 (AB 23) 
wurde zur MR-Untersuchung des rechten Knies folgende Beurteilung ab-
gegeben: Osteochondrale Läsion am medialen Femurcondylus (Grad IIb). 
Winzige horizontale Abhebung im Innenmeniskushinterhorn ohne Kontakt 
mit der Unter- oder Oberfläche, für einen Meniskusriss eher unwahrschein-
lich.

3.2 Dr. med. C.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, führ-
te im Bericht vom 27. Oktober 2018 (AB 20) die folgenden Diagnosen auf:

Distorsionstrauma Knie rechts 12. Oktober 2018 
 Osteochondrale Läsion am medialen Femurcondylus (Grad lIb) 
Kniedistorsion links 
 V.a. abgeheilte Osteochondrosis dissecans medialer Femurcondylus links
 Radiärer Riss lateraler Meniskus
Neurodermitis

Dr. med. C.________ hielt fest, der Beschwerdeführer sei ... und habe am 
letzten Freitag … demontiert, welche sich nicht gelöst hätten, weshalb er 
habe dagegen treten müssen. Er habe einen akuten Stich in der Kniekehle 
rechts verspürt. Danach seien Blockaden bei jedem Schritt aufgetreten. Der 
linke Meniskus sei schon vor einem Jahr operiert worden. Es seien Menis-
kuszeichen am lateralen Gelenkspalt vorhanden und das MRI habe eine 
osteochondrale Läsion am medialen Femurcondylus (Grad IIb) gezeigt.

3.3 Im Bericht vom 9. November 2018 (AB 19) führte Dr. med. 
D.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 
Bewegungsapparates, die folgenden Diagnosen auf:

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 Knie rechts: Osteochondrosis dissecans Typ Ilb medialer Femurcondylus 
 Verdacht auf mediale Meniskusläsion

Dr. med. D.________ hielt fest, der Beschwerdeführer habe ein Distorsi-
onstrauma des rechten Kniegelenkes bei der Arbeit als … erlitten, als er bei 
der Demontage der … wegen einer sich nicht lösenden … gegen das … 
getreten und hierbei einen einschiessenden Schmerz in das rechte Kniege-
lenk verspürt habe. Unter kurzfristiger Schonung und Arbeitsunfähigkeit sei 
es zu einer langsamen Besserung der Symptomatik gekommen, wobei der 
Beschwerdeführer immer noch Beschwerden über dem dorsolateralen 
Kniegelenkskompartiment verspüre. Zur Beurteilung und zum Procedere 
hielt Dr. med. D.________ fest, im MRI zeige sich ein osteochondrales 
Fragment in der Hauptbelastungszone, aktuell noch insitu und im Verbund 
erhalten, zusätzlich eine möglicherweise symptomatische Läsion des me-
dialen Meniskus. In den sagittalen Schichten sei nicht eindeutig eine Me-
niskusläsion zu erkennen, obwohl die Meniskussubstanz sehr inhomogen 
wirke. Dies müsste intraoperativ verifiziert werden. Zusätzlich habe er dem 
Beschwerdeführer empfohlen, so rasch wie möglich eine Refixation des 
osteochondralen Fragmentes anzustreben. Dies sollte über ein offenes 
Verfahren erfolgen, da das Fragment zuerst entfernt, anschliessend ange-
frischt und wieder reponiert werden müsse, gegebenenfalls mit Spongiosa-
plastik zur Verbesserung der Heilungschancen. Alternativ könnte 
ansonsten eine Defektauffüllung und Deckung mit einem Ersatzknorpel 
respektive autologem Knorpeltransplantat erfolgen, ferner wäre auch ein 
OATS möglich. Ein provisorischer Operationstermin sei für den 7. Januar 
2019 in der Klinik E.________ vereinbart worden, da vorgängig wohl inner-
betrieblich keine längere Absenz möglich sei. Postoperativ sei mit einem 
Arbeitsausfall von zirka drei bis vier Monaten zu rechnen, als …. Bis dahin 
habe er dem Beschwerdeführer einen Unloader verordnet, welcher das 
Kniegelenk valgisieren und somit das mediale Kniegelenkskompartiment 
entlasten solle. Es werde keine Arbeitsunfähigkeit attestiert.

3.4 Im Bericht vom 21. Dezember 2018 (AB 17) führte Dr. med. 
D.________ die gleichen Diagnosen auf wie im Bericht vom 9. November 
2018 (AB 19). Er gab an, der Beschwerdeführer habe nun mit der ange-
passten Schiene arbeiten können, verspüre hiermit nahezu keine Be-
schwerden. Beim Weglassen der Schiene sei jedoch weiterhin ein zum Teil 

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stechender Schmerz im Bereich des medialen Kniegelenkskompartimentes 
vorhanden. Zur Beurteilung und zum Procedere gab Dr. med. D.________ 
an, er habe mit dem Beschwerdeführer die verschiedenen Therapieoptio-
nen besprochen. Geplant sei primär eine Kniegelenksarthroskopie, eventu-
ell in Kombination mit einer Meniskussanierung im Sinne einer 
Teilmeniskektomie oder einer Meniskusnaht. Im zweiten Schritt wäre dann 
eine offene Refixation des osteochondralen Fragmentes nach vorheriger 
Anfrischung und Spongiosaplastik oder – falls dies nicht möglich sein sollte 
– eine Defektdeckung mit Spongiosa und anschliessender Deckung mit 
Kunstknorpel (AMIC) vorgesehen. Der Beschwerdeführer sei mit beiden 
Verfahren einverstanden. Postoperativ sei mit einem Arbeitsausfall von 
sicherlich vier Monaten zu rechnen als …. Der Eingriff sei für den 7. Januar 
2019 in der Klinik E.________ vorgesehen. Er werde den Beschwerdefüh-
rer in einigen Tagen nochmalig sehen, da noch ein Orthoradiogramm zur 
Bestimmung der Belastungsachse durchgeführt werde. Klinisch sei die 
Beinachse relativ gerade. Es werde keine Arbeitsunfähigkeit attestiert.

3.5 Im Austrittsbericht vom 17. Januar 2019 (AB 14) im Zusammenhang 
mit dem Aufenthalt in der Klinik E.________ vom 7. bis 12. Januar 2019 
wurde zu der am 7. Januar 2019 durchgeführten Operation Folgendes an-
gegeben:

 Knie rechts: Diagnostische Arthroskopie 
 Mediale Meniskusnaht und Teilmeniskektomie
 Offene Refixation des osteochondralen Fragmentes

Dr. med. D.________ hielt fest, postoperativ habe initial eine erhöhte 
Schmerzlage bestanden, so dass die Mobilisation nur unter Ausbau der 
antalgischen Medikation habe erfolgen können. Im Verlauf jedoch dann 
zunehmende Regredienz der Beschwerden, so dass die Schmerzmedikati-
on habe abgebaut werden können und die Mobilisation auf der Kinetec-
Schiene bis zum Auftritt auf 90° habe gesteigert werden können. Die 
Belastung mit Fussgewicht erfolge problemlos, es bestünden reizlose 
Wundverhältnisse bei liegenden Fäden und keine Thrombosezeichen.

3.6 Der beratende Arzt der Beschwerdegegnerin, Dr. med. F.________, 
Facharzt für Chirurgie, führte im Bericht vom 5. Juni 2018 (richtig: 2019; 
AB 7) die folgenden Diagnosen auf:

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 Medialer Meniskusriss
 Osteochondritis dissecans mediales Femurcondyl rechts

Die Frage, ob es sich vorliegend um eine Listenverletzung gemäss Art. 6 
Abs. 2 UVG handle, bejahte Dr. med. F.________ und gab an, es liege ein 
Meniskusriss vor. Die Frage, ob diese Verletzung überwiegend wahrschein-
lich auf degenerative Veränderungen oder eine Krankheit zurückzuführen 
sei, verneinte er. Zusätzlich bemerkte er, die Operation sei mehrheitlich 
wegen der krankheitsbedingten Osteochondritis erfolgt. Die Meniskusläsion 
sei nur partiell gewesen und sei refixiert worden. Die Behandlungsdauer 
wegen dem Meniskus betrage maximal drei bis vier Monate und die Ar-
beitsunfähigkeit zirka acht Wochen.

3.7 Im ärztlichen Zeugnis vom 13. Februar 2020 (Akten des Beschwer-
deführers, Beschwerdebeilage [BB] 1) bescheinigte Dr. med. D.________, 
dass es sich bei der Behandlung des Beschwerdeführers seines Erachtens 
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit um eine Unfallfolge handle.

3.8 Am 9. März 2020 (AB 1) beantwortete Dr. med. F.________ die 
Frage, ob die Hauptindikation für die Operation die Osteochondritis disse-
cans gewesen sei und ob man bei dieser Gelegenheit den Meniskus 
genäht habe, mit ja und gab an, dies werde auch durch den MRI-Bericht 
vom 18. Oktober 2018 belegt, da dort nur von einer winzigen Läsion ge-
sprochen worden sei. Falls sich der Riss bis zur Operation verstärkt habe, 
dann sei auch die Veränderung im Sinne der Osteochondritis daran mitbe-
teiligt.

4.

4.1 Zu den hier vorliegenden Diagnosen ist festzuhalten, dass die Os-
teochondrosis (bzw. Osteochondritis) dissecans ätiologisch klar krankheits-
bedingt ist (G. BERRSCHE/H. SCHMITT, Osteochondrosis dissecans am 
Kniegelenk, in: Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin, 66. Jahrgang, 
10/2015, S. 275 - 282). Zu prüfen ist somit einzig die Leistungspflicht be-
treffend Meniskusriss. Dieser stellt eine Listenverletzung gemäss Art. 6 
Abs. 2 UVG (lit. c) dar, was zu Recht unbestritten ist (vgl. AB 7).

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4.2 Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung (BGer 8C_22/2019, 
E. 8.5), sind die Leistungsvoraussetzungen gemäss Art. 6 Abs. 1 (Unfall) 
und Abs. 2 (Listenverletzung) UVG unabhängig voneinander und ist jeder 
Tatbestand einzeln zu prüfen. 

Was die Leistungspflicht nach Art. 6 Abs. 1 UVG betrifft, wird diese von der 
Beschwerdegegnerin bestritten, weil nicht sämtliche Unfallmerkmale (vgl. 
E. 2.2 hiervor) gegeben seien. Ob diese Auffassung zutrifft, kann offen 
bleiben: Soweit entgegen der Beschwerdegegnerin davon ausgegangen 
wird, dass die Unfallmerkmale gegeben sind, ist gleichzeitig auch das Be-
stehen eines natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen dem Ereignis 
vom 12. Oktober 2018 und dem fraglichen Meniskusriss als mit überwie-
gender Wahrscheinlichkeit erstellt zu erachten, zumal dies von ärztlicher 
Seite mehrfach bestätigt (vgl. E. 3 hiervor) und im Übrigen auch von der 
Beschwerdegegnerin nicht in Frage gestellt wird. Damit ist ihre Leistungs-
pflicht gestützt auf Art. 6 Abs. 1 UVG zu bejahen. Wird demgegenüber mit 
der Beschwerdegegnerin angenommen, dass nicht sämtliche Kriterien des 
Unfallbegriffs nach Art. 4 ATSG erfüllt sind, ist die Leistungspflicht nach 
Art. 6 Abs. 2 UVG zu prüfen (vgl. BGer 8C_22/2019, E. 9.1); wie nachfol-
gend (vgl. E. 4.3 f. hiernach) aufzuzeigen ist, führt diese Prüfung ebenfalls 
zum Ergebnis, dass die Beschwerdegegnerin leistungspflichtig ist.

4.3 Es ist zu Recht unbestritten, dass es sich beim fraglichen Meniskus-
riss um eine Listenverletzung handelt (vgl. E. 4.1 hiervor) und dieselbe – im 
Sinne eines zeitlichen Anknüpfungspunkts (vgl. E. 2.3.3 hiervor) – in Zu-
sammenhang mit dem Ereignis vom 12. Oktober 2018 steht.

Der Beschwerdegegnerin gelingt der Entlastungsbeweis gemäss Art. 6 
Abs. 2 UVG (vgl. E. 2.3.1 - 2.3.3 hiervor) nicht. Sie macht solches auch gar 
nicht geltend, sondern beruft sich vielmehr darauf, dass die Operation vom 
7. Januar 2019 hauptsächlich wegen der Osteochondritis dissecans durch-
geführt worden sei und es einzig wegen der Listenverletzung nicht zu einer 
Operation gekommen wäre (Einspracheentscheid vom 8. Januar 2020 
[AB 3], S. 4 Ziff. 2.5; vgl. auch Beschwerdeantwort vom 11. März 2020, 
S. 2). Dies greift indessen zu kurz, zumal keine entsprechenden Angaben 
des Operateurs aktenkundig sind. Im Gegenteil hält dieser im Bericht vom 
9. November 2018 (AB 19) fest, dass gemäss MRI die Meniskussubstanz 

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sehr inhomogen wirke und eine Meniskusläsion nicht eindeutig zu erken-
nen sei, was intraoperativ verifiziert werden müsste. Zusätzlich habe er 
dem Beschwerdeführer empfohlen, so rasch wie möglich eine Refixation 
des osteochondralen Fragmentes anzustreben. Aus diesen Angaben folgt, 
dass ein Eingriff am Knie auch aufgrund der Meniskusproblematik indiziert 
war (übereinstimmend damit: EVALOTTA SAMUELSSON, Neuregelung der 
unfallähnlichen Körperschädigung, SZS 2018 S. 344, wonach die diagnos-
tische Arthroskopie zu den Standarduntersuchungen bei persistierenden 
Kniebeschwerden mit Verdacht auf Meniskusläsionen nach MRI-Befunden 
gehört). Im Bericht vom 21. Dezember 2018 (AB 17) hielt Dr. med. 
D.________ denn auch explizit fest, dass aus diesem Grund primär eine 
Kniegelenksarthroskopie geplant sei und in einem zweiten Schritt dann die 
offene Refixation des osteochondralen Fragmentes vorgenommen werde 
(AB 7). 

4.4 Soweit die Beschwerdegegnerin unter Bezugnahme auf BGE 116 V 
145 E. 4d S. 152 geltend macht (Beschwerdeantwort vom 11. März 2020, 
S. 2), eine Leistungspflicht des Unfallversicherers bestehe nur dann, wenn 
die Listendiagnose den Hauptbefund unter mehreren Diagnosen darstelle, 
ist zu bemerken, dass dieser Entscheid nicht einschlägig ist: Dort geht es 
um ein gesamthaftes klinisches Bild, das sich mit mehreren Diagnosen 
umschreiben lässt, während hier zwei klar auseinanderzuhaltenden Dia-
gnosen bzw. Gesundheitsschäden vorliegen.

4.5 Nach dem Dargelegten ist die Beschwerdegegnerin im Zusammen-
hang mit dem Ereignis vom 12. Oktober 2018 für die Folgen der Meniskus-
verletzung leistungspflichtig, wobei sie die Leistungen betraglich 
festzusetzen haben wird. Die Beschwerde ist folglich unter Aufhebung des 
angefochtenen Einspracheentscheides vom 8. Januar 2020 gutzuheissen 
und die Akten gehen an die Beschwerdegegnerin zum weiteren Vorgehen 
im Sinne der Erwägungen.

5.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Mai 2020, UV/20/140, Seite 12

5.1 In Anwendung von Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. a ATSG sind 
keine Verfahrenskosten zu erheben.

5.2 Trotz seines Obsiegens hat der nicht vertretene Beschwerdeführer 
nach konstanter Praxis keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung, da 
der Aufwand zur Wahrung seiner Interessen den Rahmen dessen nicht 
überschritten hat, was der Einzelne üblicher- und zumutbarerweise zur Be-
sorgung seiner persönlichen Angelegenheiten auf sich zu nehmen hat (vgl. 
BGE 127 V 205 E. 4b S. 207).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird der angefochtene Einspra-
cheentscheid der Vaudoise Allgemeine Versicherungs-Gesellschaft AG 
vom 8. Januar 2020 aufgehoben und die Sache an die Beschwerde-
gegnerin zurückgewiesen zum weiteren Vorgehen im Sinne der Erwä-
gungen.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch wird eine Parteien-
tschädigung zugesprochen.

3. Zu eröffnen (R):
- A.________
- Vaudoise Allgemeine Versicherungs-Gesellschaft AG
- Bundesamt für Gesundheit

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Mai 2020, UV/20/140, Seite 13

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.