# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8d00dbbc-ebb4-5bb8-a4fb-4ff3adacf549
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2021-04-27
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 27.04.2021 D-5364/2019
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-5364-2019_2021-04-27.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-5364/2019 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 7 .  A p r i l  2 0 2 1  

Besetzung 
 Richter Simon Thurnheer (Vorsitz), 

Richterin Daniela Brüschweiler, 

Richterin Nina Spälti Giannakitsas,  

Gerichtsschreiberin Andrea Beeler. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Iran,   

vertreten durch Peter D. Deutsch, Fürsprecher,  

Augsburger Deutsch & Partner,  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl;  

Verfügung des SEM vom 12. September 2019 / N (…). 

 

 

 

D-5364/2019 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer – ein iranischer Staatsangehöriger persischer Eth-

nie aus B._______ (Provinz C._______) – suchte am 10. Dezember 2014 

im damaligen Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) des SEM in 

D._______ um Asyl nach. Am 14. Januar 2015 wurde er zu seiner Person, 

zum Reiseweg sowie summarisch zu den Asylgründen befragt (Befragung 

zur Person, BzP). Am 29. Juni 2015 wurde er eingehend zu den Asylgrün-

den angehört (Anhörung). 

B.  

Anlässlich seiner Befragungen machte der Beschwerdeführer im Wesent-

lichen geltend, dass er im (…) 2008 beziehungsweise 2010 an Demonst-

rationen teilgenommen habe. Deswegen sei er während 24 Stunden fest-

gehalten und dann von der Universität ausgeschlossen worden. Er habe 

im Iran zum Christentum konvertiert. Er sei Baptist und gelte als Protestant. 

Der Pfarrer sei festgenommen worden und verschwunden. Die Kirche sei 

daraufhin geschlossen worden. Ein Freund, welcher ihn zuvor mit der Kir-

che vertraut gemacht habe, sei ebenfalls verschwunden. Vor diesem Hin-

tergrund sei er aus seinem Heimatstaat ausgereist. 

Als Beweismittel reichte der Beschwerdeführer eine "Voice of Truth", aus-

gestellt als Taufschein von der Farsi Baptist Church in Griechenland, ein. 

C.  

Mit Verfügung vom 5. November 2015 stellte die Vorinstanz fest, der Be-

schwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte sein Asylge-

such ab, wies ihn aus der Schweiz weg und ordnete den Vollzug an. 

Zur Begründung führte das SEM im Wesentlichen an, die geltend gemach-

ten Verfolgungsvorbringen hielten weder den Anforderungen an die Flücht-

lingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG (SR 142.31) noch denjenigen an die 

Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG stand. So sei die vorgebrachte Fest-

nahme mangels Intensität flüchtlingsrechtlich nicht relevant, umso weniger, 

als er eigenen Angaben zufolge in diesem Zusammenhang keine weiteren 

Benachteiligungen erlitten und den Iran Jahre nach diesem Vorfall aus ei-

nem anderen Grund verlassen habe. Dasselbe gelte für den geltend ge-

machten Ausschluss von der Universität, umso mehr, als es ihm nicht ver-

sagt gewesen sei, auf einem anderen Gebiet, nämlich als Schreiner, tätig 

zu sein. Deshalb erübrige es sich, dieses Vorbringen auf seine Glaubhaf-

tigkeit zu prüfen. Sodann sei es ihm nicht gelungen, seine Konversion zum 

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Seite 3 

Christentum im Iran glaubhaft zu machen, da offensichtlich die innere 

Überzeugung fehle und sie somit nicht nachhaltig sei, was durch die von 

ihm diesbezüglich unstimmig geschilderten Umstände bestätigt werde.  

D.  

Die gegen diese Verfügung erhobene Beschwerde hiess das Bundesver-

waltungsgericht mit Urteil D-7854/2015 vom 29. März 2017 wegen unvoll-

ständiger Feststellung des rechtserheblichen Sachverhaltes beziehungs-

weise wegen Verletzung des rechtlichen Gehörs gut und wies die Sache 

zur vollständigen Sachverhaltsabklärung und Neubeurteilung an die Vor-

instanz zurück. 

Das Gericht begründete die Rückweisung an die Vorinstanz im Wesentli-

chen damit, dass sich die Einwände des Beschwerdeführers, das SEM 

habe von ihm im Rahmen des erstinstanzlichen Verfahrens nachgereichte 

Dokumente zu seinen religiösen und exilpolitischen Aktivitäten in der 

Schweiz nicht in die Akten aufgenommen und diesen Vorbringen im Asyl-

entscheid nicht Rechnung getragen, bei einer Durchsicht der Akten als zu-

treffend erwiesen hätten. 

E.  

Mit Schreiben vom 6. August 2018 forderte die Vorinstanz den Beschwer-

deführer auf, geeignet erscheinende Beweismittel, welche die Festnahme 

der Personen sowie die Schliessung der Kirche dokumentierten, respektive 

weitere sachdienliche Unterlagen, die seine Verfolgungssituation im Iran 

darlegten, einzureichen und genaue Angaben darüber zu machen, ob ge-

gen ihn im Iran ein Verfahren eingeleitet worden sei respektive ob sich die 

festgenommenen Personen nach wie vor in Haft befänden und ob gegen 

sie ein Verfahren eingeleitet worden sei. 

F.  

Mit Eingaben vom 2. Oktober 2018 und vom 11. Oktober 2018 machte der 

Beschwerdeführer weitere Angaben zu seiner Verfolgungssituation und 

reichte einen unausgefüllten Haftbefehl beziehungsweise ein Urlaub-An-

tragsformular, ein Referenzschreiben von E._______ vom 21. Au-

gust 2018, ein Referenzschreiben vom 20. August 2018, eine Stellung-

nahme von F._______ vom 20. August 2018, ein Verzeichnis mit Quellen 

für Länderberichte betreffend verfolgte Christen, einen Bericht des Danish 

Refugee Council und des Danish Immigration Service betreffend Hauskir-

chen und Konvertiten vom Februar 2018 und einen Bericht von Middle East 

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Concern betreffend die Lage von Christen vom 28. März 2018 als weitere 

Beweismittel ein. 

G.  

Am 13. Februar 2019 wurde der Beschwerdeführer von der Vorinstanz er-

gänzend angehört (ergänzende Anhörung). Anlässlich der ergänzenden 

Anhörung reichte der Beschwerdeführer den Flyer einer Kundgebung, ein 

Schreiben von G._______ vom 10. Februar 2019 sowie den Link zu einem 

Video von ihm als weitere Beweismittel zu den Akten. 

H.  

Am 30. August 2019 heiratete der Beschwerdeführer eine Schweizer Bür-

gerin. 

I.  

Mit Verfügung vom 12. September 2019 – eröffnet am 13. September 2019 

– verneinte das SEM das Vorliegen der Flüchtlingseigenschaft beim Be-

schwerdeführer, lehnte sein Asylgesuch ab und stellte fest, dass der Ent-

scheid über den weiteren Aufenthalt in der Schweiz oder eine allfällige 

Wegweisung in die Zuständigkeit der kantonalen Migrationsbehörden falle. 

J.  

Mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 14. Oktober 2019 reichte der Be-

schwerdeführer gegen diese Verfügung eine Beschwerde beim Bundes-

verwaltungsgericht ein und beantragte in materieller Hinsicht, es sei die 

angefochtene Verfügung aufzuheben und sein Asylgesuch gutzuheissen. 

Als Beweismittel reichte der Beschwerdeführer ein von ihm verfasstes 

Schreiben vom 13. Oktober 2019, ein Schreiben seiner Ehefrau, 

H._______ vom 8. Oktober 2019 mit diversen Familienfotos sowie ein 

Schreiben von E._______ vom 9. Oktober 2019 zu den Akten. 

K.  

Mit Schreiben vom 16. Oktober 2019 bestätigte des Bundesverwaltungs-

gericht den Eingang der Beschwerde. 

L.  

Mit Eingabe vom 9. Juni 2020 orientierte die Vorinstanz das Bundesver-

waltungsgericht darüber, dass dem Beschwerdeführer gleichentags eine 

B-Bewilligung erteilt worden sei. 

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Seite 5 

M.  

Mit Zwischenverfügung vom 1. April 2021 forderte der Instruktionsrichter 

den Beschwerdeführer auf, einen Kostenvorschuss von Fr. 750.– zu leis-

ten. 

N.  

Am 12. April 2021 wurde der Kostenvorschuss fristgerecht geleistet. 

 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Für das vorliegende Verfahren gilt das bisherige Recht (vgl. Abs. 1 der 

Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom 25. September 

2015.). 

1.2 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG und entscheidet auf dem 

Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend – endgültig (Art. 83 

Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG). Der Beschwerdeführer ist als Verfü-

gungsadressat zur Beschwerdeführung legitimiert (Art. 48 VwVG). Auf die 

frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten (aArt. 108 

Abs. 1 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG 

2.  

2.1 Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rü-

gen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG (vgl. BVGE 

2014/26 E. 5). 

2.2 Gestützt auf Art. 111a Abs.2 AsylG wurde auf einen Schriftenwechsel 

verzichtet. 

3.  

Insofern der Beschwerdeführer in seiner Rechtsmitteleingabe vorbringt, die 

Vorinstanz habe die Sachverhaltsdarstellungen, welche er im Rahmen des 

ersten Beschwerdeverfahrens vorgebracht habe, in ihrem Entscheid nicht 

berücksichtigt, ist an dieser Stelle festzuhalten, dass es nicht erforderlich 

ist, dass sich die Begründung des Entscheides mit allen Parteistandpunk-

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ten einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrück-

lich widerlegt (vgl. BGE 136 I 184 E. 2.2.1). Die Vorinstanz hat sich mit den 

wesentlichen Vorbringen des Beschwerdeführers auseinandergesetzt und 

genügend differenziert aufgezeigt, von welchen Überlegungen sie sich lei-

ten liess. Schliesslich war dem Beschwerdeführer eine sachgerechte An-

fechtung möglich, wie die vorliegende Beschwerde zeigt. Eine ungenü-

gende Sachverhaltsfeststellung oder eine Verletzung der Begründungs-

pflicht ist nicht ersichtlich. 

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

4.2 Beruft sich eine Person darauf, dass durch ihre illegale Ausreise 

(sog. Republikflucht) oder durch ihr Verhalten nach der Ausreise aus dem 

Heimat- oder Herkunftsstaat (insbesondere durch exilpolitische Aktivitäten) 

eine Gefährdungssituation erst geschaffen worden ist, hat sie begründeten 

Anlass zur Furcht vor künftiger Verfolgung, wenn der Heimat- oder Her-

kunftsstaat mit erheblicher Wahrscheinlichkeit vom fraglichen Umstand er-

fahren hat und die Person deshalb bei einer Rückkehr in flüchtlingsrecht-

lich relevanter Weise verfolgt würde (vgl. Urteil des BVGer E-5232/2015 

vom 3. Februar 2015 E. 5.3). 

Solche subjektiven Nachfluchtgründe begründen zwar die Flüchtlingsei-

genschaft im Sinne von Art. 3 AsylG, führen jedoch gemäss Art. 54 AsylG 

zum Ausschluss des Asyls, unabhängig davon, ob sie missbräuchlich oder 

nicht missbräuchlich gesetzt wurden. Stattdessen werden Personen, wel-

che subjektive Nachfluchtgründe nachweisen oder glaubhaft machen kön-

nen, als Flüchtlinge vorläufig aufgenommen (vgl. BVGE 2009/28 E. 7.1 

m.w.H.). 

 

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Seite 7 

4.3 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

5.  

5.1 Zur Begründung ihrer Verfügung führte die Vorinstanz zunächst an, 

dass die Schilderungen des Beschwerdeführers zur behaupteten Gefähr-

dungssituation [im Iran] die Anforderungen an die Glaubhaftigkeit gemäss 

Art. 7 AsylG nicht zu erfüllen vermöchten. So habe er zum Beispiel anläss-

lich der BzP erklärt, er sei im (…) 1386 ([…] 2008) festgenommen und der 

Universität verwiesen worden. Im Iran sei er zum Christentum konvertiert 

und am (…) 1391 ([…] 2012) getauft worden. Die Baptisten-Kirche im Iran 

sei am (…) 1392 ([…] 2013) geschlossen worden. Der Pfarrer sei festge-

nommen worden und danach verschwunden. Der Freund, welcher ihn mit 

der Kirche bekannt gemacht habe, sei nach ein paar Tagen verhaftet wor-

den. Er habe sich während rund zweier Wochen versteckt und sei am (…) 

1392 ([…] 2013) ausgereist. Seine Schwester, die auch konvertiert sei, sei 

nach seiner Ausreise vorgeladen worden, ihr sei aber nichts zugestossen. 

Bei der Anhörung habe er demgegenüber zu Protokoll gegeben, er habe 

sich an der BzP bezüglich des Zeitpunkts des Ausschlusses von der Uni-

versität geirrt. Dies sei im (…) 1388 ([…] 2010) geschehen. Die Vorfälle im 

Zusammenhang mit der Kirche hätten sich am (…) ([…] 2012) ereignet und 

er sei am (…) 1391 ([…] 2012) ausgereist, nur um auf Vorhalt zu erklären, 

es könne auch im Jahre 1392 (2013) gewesen sein. Im Verlauf der Anhö-

rung habe er sodann ausgeführt, er habe die Kirche am (…) 1392 ([…] 

2013) mit zwei Freunden besucht. Dort seien der Pfarrer und I._______, 

die Person, die ihn mit der Kirche bekannt gemacht habe, anwesend ge-

wesen. Kurz nachdem er weggegangen sei, habe er eine SMS erhalten, 

dass die Polizei komme. Sowohl der Pfarrer als auch I._______ seien am 

selben Tag festgenommen worden. Er sei zirka eine Woche oder acht Tage 

bei seinem Cousin geblieben und dann ausgereist. Diese divergierenden 

Aussagen liessen erste Zweifel an der Glaubwürdigkeit seiner Person und 

damit am Wahrheitsgehalt seiner Asylvorbringen aufkommen. Die Erklä-

rungsversuche, wonach er im Stress gewesen sei, nur einen ungefähren 

Zeitraum genannt habe oder bei der BzP vergeblich auf einen Fehler hin-

gewiesen habe, vermöchten diese Unstimmigkeiten nicht aufzulösen. An-

lässlich der Anhörung habe er sodann erstmals erklärt, die Polizei habe zu 

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Hause bereits am Tage der Festnahme nach ihm gesucht, wobei sie einen 

Durchsuchungs- sowie Haftbefehl bei sich gehabt habe. Ausserdem seien 

die Eltern der beiden festgenommenen Freunde am Tag nach deren Fest-

nahme bei seinen Eltern gewesen, hätten herumgeschrien und ihn ange-

zeigt. Er habe selber angegeben, dass er sowohl von seiner Schwester als 

auch von einer Freundin nach seiner Ausreise aus dem Iran darüber infor-

miert worden sei, was danach passiert sei, und er beispielsweise noch im 

Iran erfahren habe, dass die Polizei ihn suche und die Eltern der beiden 

Freunde zu Hause aufgetaucht seien. Es erstaune daher, dass er bei der 

BzP auf eine entsprechende Frage nichts dergleichen erwähnt habe. Dem-

gegenüber habe er in seiner Beschwerde wiederum festgehalten, er habe 

von der Hausdurchsuchung erst in der Türkei erfahren. Aus den Akten wür-

den sich ferner keine konkreten Anhaltspunkte dafür ergeben, dass die 

Verständigung mit dem Dolmetscher nicht optimal gewesen wäre, wie er 

das in der Beschwerde moniert habe. Auch seine Erklärungsversuche, wo-

nach er als Kind Nervenkrämpfe gehabt habe und deswegen oft Sachen 

vergesse, er an der Anhörung keine Zeit gehabt habe, alles zu erklären 

oder sich habe kurzfassen müssen, vermöchten diese Unstimmigkeiten 

nicht zu erklären. Er habe sodann behauptet, dass es ein Dokument, wel-

ches die Hausdurchsuchung bestätige, und viele Beweise gegen ihn gebe. 

Er sei deshalb aufgefordert worden, verschiedene Beweismittel und Anga-

ben nachzureichen. In seiner Eingabe vom 2. Oktober 2018 habe er fest-

gehalten, dass er vergeblich alles Mögliche versucht habe, um weitere In-

formationen und Beweismittel zu erhalten, jedoch im Iran mehrere Perso-

nen über ihn erzürnt wären, so auch Familienmitglieder. Ein Bruder habe 

lediglich einen Blanko-Haftbefehl respektive ein Blanko-Urlaubs-Antrags-

formular kaufen können. Dieses Dokument hätte er nur noch mit seinem 

Namen ausfüllen müssen, was er jedoch nicht getan habe, was wiederum 

für seine Aufrichtigkeit und die Glaubhaftigkeit seiner Darlegungen spre-

che. Da es sich um eine Hauskirche gehandelt habe, gebe es ihm zufolge 

zudem keine Medienberichte. Diese Ausführungen müssten jedoch als 

Schutzbehauptung qualifiziert werden. Dass er überhaupt keine Angaben 

dazu habe machen können, was mit den angeblich festgenommenen Per-

sonen passiert sei und bis heute kein einziges Beweismittel zu den flucht-

auslösenden Ereignissen habe veranlassen können, sei ein weiteres star-

kes Indiz dafür, dass die von ihm behaupteten Vorfälle im Iran nicht statt-

gefunden hätten. Zwar habe er verschiedene, auch dem SEM bekannte, 

Unterlagen eingereicht, welche die Verfolgung von Christen im Iran beleg-

ten, gerade aber im Zusammenhang mit den von ihm geltend gemachten 

Festnahmen liege bis heute kein einziges Dokument vor. In Hinblick auf die 

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behauptete Gefährdungssituation sei der Beweiswert dieser Dokumentati-

onen als gering zu erachten und sie vermöchten die oben ausgeführten 

Zweifel am Wahrheitsgehalt seiner Schilderungen nicht auszuräumen. 

Dass er sich bis heute nicht darüber ins Bild gesetzt habe, was mit den 

festgenommenen Personen passiert sei, ob weitere Personen inhaftiert 

worden seien, ob es – auch gegen ihn – zu Anklagen und Verurteilungen 

gekommen sei, und er die behaupteten Vorfälle mit keinem einzigen Doku-

ment oder Beweismittel habe belegen können, erstaune umso mehr, als er 

erstmals anlässlich der ergänzenden Anhörung erklärt habe, es sei gegen 

ihn ein Gerichtsverfahren eröffnet worden. Gemäss Erkenntnissen des 

SEM sei es durchaus möglich, allenfalls mit Hilfe eines Anwalts, diesbe-

züglich konkrete Angaben machen zu können und entsprechende Beweis-

mittel einzureichen. Es müsse daher davon ausgegangen werden, dass es 

ein solches Gerichtsverfahren nicht gebe. Die rudimentären und vagen An-

gaben würden zudem Abklärungen vor Ort verunmöglichen.  

Die Zweifel am geltend gemachten Sachverhalt würden dadurch verstärkt, 

als seine Aussagen bezüglich der Ereignisse, die ihn zur Ausreise veran-

lasst hätten, äusserst vage und unsubstanziiert geblieben seien. Seine 

Aussagen seien durchwegs allgemein gehalten, ohne dass es ihm in ge-

nügender Weise gelungen sei, persönliche Schilderungen mit individuellen 

Aussagen zu seinen Eindrücken und Erlebnissen sowie seinen Gefühls-

vorgängen über das Geschehene zu äussern. Insgesamt falle auf, dass 

seine Darstellungen durchwegs denen eines Erzählers aus dem Blickwin-

kel eines Zuschauers ähnelten, so dass der Eindruck entstehe, er sei nie 

von den geltend gemachten Schwierigkeiten betroffen gewesen und habe 

das Gesagte nicht selbst erlebt. 

Den Akten sei auch nicht zu entnehmen, dass seine Familienangehörigen 

im Iran jemals ernsthafte Nachteile im Sinne von Art. 3 AsylG erlitten hätten 

oder ihnen konkret solche drohten. Es müsse jedoch in Kenntnis der realen 

Gegebenheiten im Iran davon ausgegangen werden, dass die Fahndungs-

behörden alles daran gesetzt hätten, etwas über seinen Verbleib oder 

seine Tätigkeiten in Erfahrung zu bringen, beziehungsweise bei einem ent-

sprechenden Verdacht auch die Familienangehörigen oder seine Mitarbei-

ter in die Ermittlungen einbezogen hätten, was aber – bis auf eine Haus-

durchsuchung, eine Vorsprache bei seinem Vermieter sowie eine Befra-

gung der Schwester – offensichtlich im vorliegenden Fall nicht geschehen 

sei, was mit einer, von ihm behaupteten oder befürchteten Gefährdungs-

lage, nicht zu vereinbaren sei. Dass der Vater nicht mehr mit ihm sprechen 

wolle, könne verschiedene Gründe haben und sei ebenfalls kein Beleg für 

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die geltend gemachten Vorfälle. Zusammenfassend ergäben sich keine 

glaubhaft dargelegten Anhaltspunkte, dass er im Zeitpunkt der Ausreise 

aus dem Iran asylrechtlich beachtliche Nachteile erlitten hätte oder ihm 

konkret solche drohten. 

Insofern er geltend gemacht habe, dass er im Jahr 2008 respektive 2010 

wegen einer Kundgebung 24 Stunden festgehalten und in der Folge von 

der Universität ausgeschlossen worden sei, handle es sich selbst bei 

Wahrunterstellung dieser Vorfälle nicht um eine Verfolgung im Sinne von 

Art. 3 AsylG. Er habe auch nicht geltend gemacht, dass jenes Ereignis wei-

tere ernsthafte Folgen gehabt habe oder ihm deswegen konkrete Nachteile 

drohten. Das Vorbringen sei somit asylrechtlich nicht relevant.  

Betreffend seine Vorbringen, er engagiere sich in der Schweiz politisch und 

religiös sei zu prüfen, ob seine Konversion zum Christentum, die Art der 

Glaubensausübung und seine Aktivitäten geeignet seien, bei einer Rück-

kehr in den Iran eine flüchtlingsrelevante Verfolgung zu bewirken. Eine 

Würdigung seiner Aussagen und der eingereichten Beweismittel zu seiner 

Konversion sowie seiner Glaubensausübung lasse nicht den Schluss zu, 

dass die heimatlichen Behörden davon Kenntnis erhalten hätten. Es be-

stünden keine Hinweise, dass er über seine Kirchenbesuche hinaus eine 

missionarische Tätigkeit entfaltet habe, die ihn öffentlich bekannt gemacht 

hätte. Bezüglich seiner zwei- bis dreimaligen Kundgebungsteilnahmen und 

der Unterzeichnung einer Petition an den Bundesrat sowie an die iranische 

Botschaft sei festzuhalten, dass zwar bekannt sei, dass sich die iranischen 

Behörden grundsätzlich für die Aktivitäten ihrer Staatsangehörigen im Aus-

land interessierten. Es sei jedoch davon auszugehen, dass sie sich bei die-

ser Überwachung auf Personen konzentrierten, die mit ihren politischen 

oder religiösen Aktivitäten aus der Masse der regimekritischen Staatsan-

gehörigen hervorträten und als ernsthafte Bedrohung für das iranische Re-

gime wahrgenommen würden. Seine blosse Teilnahme an zwei bis drei 

Kundgebungen sowie die Unterzeichnung zweier Petitionen vermöchten 

keine Furcht vor flüchtlingsrelevanter Verfolgung bei einer Rückkehr in den 

Iran objektiv zu begründen. Den Akten seien keine konkreten Hinweise da-

rauf zu entnehmen, dass er sich in qualifizierter Weise betätigt hätte. 

Ebenso wenig sei erkennbar, dass er eine spezielle Funktion innegehabt 

hätte. Sein Verhalten in der Schweiz sei, insgesamt betrachtet, nicht ge-

eignet, ein ernsthaftes Vorgehen der iranischen Behörden zu bewirken. Zu-

dem bestünden keine Anhaltspunkte für die Annahme, im Iran wären gegen 

ihn aufgrund der geltend gemachten Aktivitäten behördliche Massnahmen 

eingeleitet worden. Demnach könne nicht davon ausgegangen werden, 

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dass er als konkrete Bedrohung für die iranischen Behörden wahrgenom-

men und deshalb verfolgt würde. Es sei sodann nicht per se in Frage zu 

stellen, dass er sich in der Schweiz in einem christlichen Umfeld bewege. 

Den Akten seien indes keine Hinweise zu entnehmen, wonach er sich im 

Zusammenhang mit seiner christlichen Gesinnung in besonderer Weise 

exponiert hätte. Somit und in Ermangelung anderweitiger Hinweise in den 

Akten sei zu schliessen, dass es sich bei ihm um ein einfaches Mitglied 

einer christlichen Vereinigung handle. Von einer konkreten Gefahr, dass er 

den iranischen Behörden aufgrund seiner Konversion besonders aufgefal-

len wäre, sei daher nicht auszugehen. Dies, zumal er, wie bereits darge-

legt, zum Zeitpunkt seiner Ausreise aus dem Iran nicht unter Beobachtung 

der iranischen Behörden gestanden habe. Sowohl von der Frequenz als 

auch von der Qualität her seien seine Aktivitäten nicht geeignet, ihm das 

Profil eines gewichtigen und staatsgefährdenden Exilaktivisten zu verlei-

hen. Auch könne vorliegend von einer aktiven, fast missionierende Züge 

annehmenden Glaubensausübung nicht die Rede sein. Insgesamt bestehe 

kein Grund zur Annahme, dass er aufgrund seiner Taufe als Christ und sei-

ner Glaubensausübung bei einer Rückkehr in den Iran mit beachtlicher 

Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft eine Verfolgung zu befürch-

ten hätte. Es sei auch nicht anzunehmen, dass die heimatlichen Behörden 

in Kenntnis seiner gering profilierten exilpolitischen Tätigkeiten in der 

Schweiz seien. Er verfüge mithin nicht über ein politisches Profil, dass ihn 

bei einer Rückkehr in den Iran einer konkreten Gefährdung nach Art. 3 

AsylG aussetzen würde. Nach dem Gesagten hielten die entsprechenden 

Vorbringen den Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft gemäss 

Art. 3 AsylG nicht stand.  

5.2 In seiner Rechtsmitteleingabe bringt der Beschwerdeführer dagegen 

vor, dass es sich bei den von der Vorinstanz vorgehaltenen Widersprüchen 

bloss um Unvollständigkeiten oder unwesentliche Abweichungen handle. 

Der Ausschluss von der Universität habe im (…) 1388 ([…] 2010) stattge-

funden. Die unkorrekte Angabe im Rahmen der BzP habe er gleich zu Be-

ginn der Anhörung korrigiert. Dieser Ungenauigkeit sei somit keine ent-

scheidende Bedeutung zuzumessen. Die Vorfälle in der Hauskirche hätten 

am (…) 1392 ([…] 2013) stattgefunden. Auch diese anfängliche Unsicher-

heit betreffend die Jahresangabe sei direkt während der Anhörung berich-

tigt worden. Zudem seien die Fragen (…) und (…) aus dem Kontext geris-

sen gestellt worden und es scheine, dass die Mitarbeiterin des SEM ihn 

absichtlich in einen Widerspruch habe verwickeln wollen. Die Ausreise aus 

dem Iran habe am (…) 1392 ([…] 2013) stattgefunden. Zu den Ereignissen 

in der Familie sei er durch seine Schwester in Kenntnis gesetzt worden, 

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eine detaillierte Schilderung habe er jedoch erst in der Türkei erhalten. Im 

Zeitpunkt der Befragung habe er über genauere Informationen verfügt. 

Rückblickend zu beurteilen, wann man genau welche Informationen erhal-

ten habe, erweise sich als sehr schwierig. Diesem Umstand habe die Vo-

rinstanz keine Rechnung getragen. Die Vorinstanz werfe ihm vor, ihm Rah-

men der BzP nichts davon erzählt zu haben. Die Frage habe sich auf die 

familiäre Situation nach seiner Ausreise bezogen. Es sei zutreffend und 

entspreche auch seinen Aussagen, dass seine Familie keine Probleme ge-

habt habe nach seiner Ausreise. Den Durchsuchungs- und Haftbefehl habe 

er nicht vorlegen können, da diese Dokumente gemäss den Schilderungen 

seiner Schwester vom Vater vernichtet worden seien. Informationen zu 

Bruder J._______ zu beschaffen sei ebenfalls nicht möglich gewesen, da 

er dessen Familie nicht kenne und mit ihnen deshalb keinen Kontakt auf-

nehmen könne.  

Vorliegend werde von der Vorinstanz die Authentizität seiner Konversion 

zu Recht nicht in Frage gestellt. Zwar treffe es zu, dass er sich erst nach 

seiner Flucht aus dem Iran vertieft mit der christlichen Religion auseinan-

dergesetzt habe. Wie den Vorakten jedoch entnommen werden könne, 

folge er dem Glauben an Jesus Christus aus Überzeugung und mit tiefer 

Hingabe. Missionieren sei im Iran äusserst problematisch. Gemäss dem 

iranischen Strafgesetzbuch seien entsprechende Tätigkeiten verboten. 

Aufgrund der sich daraus ergebenden Gefährdung würden Glaubensge-

meinschaften im Iran in der Regel vom Missionieren absehen. Für jeden 

Christen sei der Glaube untrennbar mit dessen Verkündung verbunden. 

Wie den Akten zu entnehmen sei, gelte das auch für ihn. Er habe wieder-

holt ausgeführt, dass für ihn das Treffen mit anderen Gläubigen zum Christ-

sein gehöre und es auch das Ziel sei, Muslimen das Wort Gottes wieder-

zugeben. Seit er in der Schweiz sei, gehe er regelmässig in die Kirche, 

helfe bei Hauskreisen und Gottesdiensten und spreche aktiv mit Muslimen 

über den Glauben. Dies gehöre zu seinem Glaubensverständnis dazu und 

würde er entsprechend im Iran weiterführen. Die vorliegend relevante 

Frage, was das Missionieren für ihn genau für eine Bedeutung habe, sei 

vom SEM ferner nie ausdrücklich gestellt worden. Seine Missionierungstä-

tigkeit in Bezug auf Muslime, insbesondere auf solche aus dem Iran, stelle 

ein zentrales Merkmal seiner religiösen Überzeugung und damit seiner 

christlichen Identität dar. Aus diesem Grund könne von ihm nicht erwartet 

werden, dass er auf die Verkündigung seines Glaubens verzichte, um eine 

– nach dem zuvor Gesagten wahrscheinliche und flüchtlingsrechtlich rele-

vante – Verfolgung im Iran zu vermeiden. Bei einer Rückkehr in den Iran 

wäre er mit überwiegender Wahrscheinlichkeit bereits wegen der für ihn 

D-5364/2019 

Seite 13 

unverzichtbaren Missionierungstätigkeit einer flüchtlingsrechtlich relevan-

ten Gefährdung des Leibes, des Lebens und der Freiheit ausgesetzt. Des 

Weiteren könne auch nicht gänzlich ausgeschlossen werden, dass seine 

Hinwendung zum christlichen Glauben und seine missionarische Tätigkeit 

in der Schweiz den iranischen Behörden zur Kenntnis gelangt sei. Es sei 

bekannt, dass die iranischen Behörden vor der Überwachung ihrer Staats-

bürger im Ausland nicht zurückschreckten. Dies könne insbesondere bei 

politisch aktiven Iranern relevant sein. Es liessen sich auch Hinweise dafür 

finden, dass konvertierte Iraner von ihrem Heimatstaat überwacht würden. 

Aufgrund seiner christlichen Tätigkeit sei er bereits mit verschiedenen ira-

nisch- und afghanisch-stämmigen Personen in Kontakt gekommen. Als en-

gagierter Christ habe er das Ziel, gerade Menschen aus dem Iran für Jesus 

zu gewinnen. Zudem müsse beachtet werden, dass er der iranischen Re-

volutionsgarde angehört habe. Angesichts dessen sei es nicht unwahr-

scheinlich, dass die iranischen Behörden über seine Konversion und seine 

missionarische Tätigkeit (auch gegenüber muslimischen Landsleuten) Be-

scheid wüssten und sich die Verfolgungsgefahr ihm gegenüber bei einer 

Rückkehr in den Iran dadurch erhöhen würde. 

Zusätzlich zu den genannten staatlichen Repressionen gegen Christen 

könne für Konvertiten eine weitere Gefährdung dann entstehen, wenn sie 

ins Visier radikaler Muslime gerieten, welche den Abfall vom Islam als ein 

mit dem Tod zu bestrafendes Vergehen betrachten würden. Eine ähnliche 

Gefährdung für die physische Unversehrtheit von Konvertiten könne aus 

dem Kreis der Familie entstehen, wenn einer solchen radikale Muslime an-

gehörten, zumal die iranischen Behörden aufgrund ihrer fehlenden Schutz-

bereitschaft mit erheblicher Wahrscheinlichkeit keinen Einsatz zugunsten 

des betreffenden christlichen Konvertiten leisteten respektive inoffiziell sol-

che Übergriffe dulden würden. Die Vorinstanz habe in ihrem Entscheid 

nicht berücksichtigt, ob dem Beschwerdeführer auch Verfolgung von nicht-

staatlichen Akteuren im Iran drohen könnte. Hierbei sei zu berücksichtigen, 

dass er, wie bereits ausgeführt, eine aktive, allenfalls gar missionierende 

Züge annehmende Glaubensausübung lebe. Dass die Schutzwillig- und 

Schutzfähigkeit des iranischen Staates nicht gegeben sei, habe er bereits 

dargelegt. Weiter habe er bereits darauf hingewiesen, dass er aus einer 

strenggläubigen Familie stamme, strenggläubiger Muslim gewesen sei und 

im Islam den Wissensstand eines Mullahs (Gelehrter im Islam) gehabt 

habe. Gerade bei der Konversion eines solch strenggläubigen Muslim wie 

ihm sei davon auszugehen, dass ihm im Iran ernsthafte Nachteile drohten.  

 

D-5364/2019 

Seite 14 

6.  

6.1 Nachfolgend ist zu prüfen, ob das SEM zu Recht die Flüchtlingseigen-

schaft des Beschwerdeführers verneint und sein Asylgesuch abgelehnt 

hat. 

6.2  

6.2.1 Zunächst kommt das Bundesverwaltungsgericht in Übereinstimmung 

mit der Vorinstanz zum Schluss, dass es dem Beschwerdeführer nicht ge-

lungen ist, die Ereignisse im Iran vor der Ausreise glaubhaft zu machen. 

Es kann mit nachfolgenden Ergänzungen zwecks Vermeidung von Wieder-

holungen auf die zutreffenden vorinstanzlichen Erwägungen verwiesen 

werden (vgl. E. 5.1).  

6.2.2 Wie die Vorinstanz zu Recht bemerkt hat, hat der Beschwerdeführer 

in den Befragungen für die Schliessung der Hauskirche, die Festnahme 

der Person, die ihn mit der Kirche bekannt gemacht habe, sowie die Aus-

reise unterschiedliche Daten angegeben, und sich zur Dauer, die er sich 

vor der Ausreise versteckt gehalten habe, unterschiedlich geäussert. Ent-

gegen den Ausführungen auf Beschwerdeebene handelt es sich bei den 

von der Vorinstanz festgestellten Widersprüchen nicht bloss um "Unvoll-

ständigkeiten oder unwesentliche Abweichungen", sondern um Diskrepan-

zen in wesentlichen Kernelementen der ausreisebegründenden Ereig-

nisse. Wie bereits von der Vorinstanz bemerkt, vermögen die diesbezügli-

chen Erklärungsversuche des Beschwerdeführers nicht zu überzeugen. 

Dafür, dass er in der BzP lediglich einen ungefähren Zeitraum von zwei 

Wochen, in dem er sich versteckt habe, genannt haben will, finden sich im 

entsprechende Protokoll keine Hinweise, zumal er für die Schliessung der 

Hauskirche und seine Ausreise exakte Daten angab ([…]). Auch dass er 

während der BzP unter Stress gesetzt worden beziehungsweise dass ihm 

gesagt worden sei, er solle alles zusammenfassen, geht aus dem Protokoll 

nicht hervor. Schliesslich ist dem Beschwerdeführer auch entgegenzuhal-

ten, dass er die Vollständigkeit und die Wahrheit seiner Aussagen unter-

schriftlich bestätigt hat ([…]). Auch dafür, dass es dem Beschwerdeführer 

aufgrund von Nervenkrämpfen im Kindesalter ([…]) nicht möglich gewesen 

sein soll, kohärente und substanziierte Angaben zu seinen Asylgründen zu 

machen, ergeben sich keine Anhaltspunkte, zumal die Anhörungsproto-

kolle zu keinem Zeitpunkt den Eindruck entstehen lassen, der Beschwer-

deführer wäre nicht mehr in der Lage gewesen, den Fragen zu folgen und 

seine Asylgründe schlüssig darzulegen. Im Hinblick auf den Widerspruch 

betreffend das Datum des Ausschlusses von der Universität ist dem Be-

schwerdeführer zwar zugute zu halten, dass es sich hierbei nicht um einen 

D-5364/2019 

Seite 15 

ausreisebegründenden Vorfall handelte, der Widerspruch also nicht ein 

zentrales Vorbringen betrifft. Indessen mutet es seltsam an, dass der Be-

schwerdeführer für diese Diskrepanz unterschiedliche Erklärungen angibt. 

So soll ihm einerseits ein Fehler bei der Datenumrechnung unterlaufen 

sein, was angesichts des Umstandes, dass im BzP Protokoll die Daten 

(auch) nach iranischem Kalender angegeben wurden ([…]), wenig glaub-

haft scheint. Auch dass es anlässlich der BzP Verständigungsschwierigkei-

ten mit der Dolmetscherin gegeben haben soll, führt zu keinem anderen 

Ergebnis. Der Beschwerdeführer gab anlässlich der Befragung an, er habe 

die Dolmetscherin sehr gut verstanden ([…]). Angesichts dessen vermag 

das zwei Wochen später via Betreuung erhobene Vorbringen ([…]), wel-

ches nun auf Beschwerdeebene wiederholt wird, an der Berücksichtigung 

der anlässlich der BzP gemachten Angabe nichts zu ändern. Die Behaup-

tungen, dass sich die Dolmetscherin beziehungsweise der Sachbearbeiter 

geweigert hätten, anlässlich der BzP einen von ihm bemerkten Fehler zu 

korrigieren, finden schliesslich ebenfalls keinen Rückhalt im entsprechen-

den Protokoll.  

Der Einwand des Beschwerdeführers, die Fragen (…) und (…) in der An-

hörung seien aus dem Kontext gerissen gestellt worden und es scheine, 

die Sachbearbeiterin habe ihn absichtlich in einen Widerspruch verwickeln 

wollen, geht ebenfalls fehl. In der vorangehenden Frage (…) setzte der Be-

schwerdeführer die Beantragung des von ihm als Beweismittel eingereich-

ten Führerausweises von sich aus zeitlich in Bezug zu "diesen Vorfällen" 

([…]), weshalb die darauffolgende Frage, wann sich diese Vorfälle ereignet 

hätten, als naheliegend erscheint, versuchte die Sachbearbeiterin doch of-

fenkundig zu ermitteln, in welcher zeitlichen Abfolge die Beantragung des 

Führerausweises beziehungsweise dessen Erhalt, die vom Beschwerde-

führer bezeichneten Vorfälle und die Ausreise stattgefunden haben sollen, 

zumal sich aufgrund der Übersetzung des Führerausweises offensichtlich 

Widersprüche zu den Angaben des Beschwerdeführers ergaben ([…]). In 

dieser Hinsicht wäre vom Beschwerdeführer zu erwarten gewesen, dass 

er zumindest zum Zeitpunkt der ausreiseauslösenden Vorfälle beziehungs-

weise seiner Ausreise übereinstimmende Angaben machen könnte.   

Sodann hat der Beschwerdeführer erstmals während der Anhörung geltend 

gemacht, er sei am Tag der Festnahmen in der Hauskirche von der Polizei 

gesucht worden, wobei letztere einen Durchsuchungs- sowie Haftbefehl 

bei sich gehabt habe ([…]). Auch gab er an, er habe bereits im Iran erfah-

ren, dass er gesucht werde ([…]), weshalb es erstaunt, dass er in der BzP 

D-5364/2019 

Seite 16 

auf die entsprechenden Fragen hin nichts davon erwähnte ([…]). Der Ein-

wand des Beschwerdeführers, die entsprechende Frage in der BzP habe 

sich lediglich auf die familiäre Situation nach seiner Ausreise bezogen, ver-

mag nicht vollends zu überzeugen, da der Beschwerdeführer gegen Ende 

der BzP auch gefragt wurde, ob es Gründe gebe, die er noch nicht erwähnt 

habe und die gegen eine Rückkehr sprechen würden. Es wäre zu erwarten 

gewesen, er hätte zumindest an dieser Stelle erwähnt, dass er durch die 

Polizei gesucht worden sei beziehungsweise gesucht werde. Ferner 

machte der Beschwerdeführer im ersten Beschwerdeverfahren in der 

Rechtsmitteleingabe im Widerspruch zu seinen Angaben in der Anhörung 

dann geltend, er habe von diesen Ereignissen erst in der Türkei erfahren 

(vgl. a.a.O. […]), während er im vorliegenden Verfahren wiederum vor-

bringt, er sei zwar von seiner Schwester von den Ereignissen in Kenntnis 

gesetzt worden, habe eine detaillierte Schilderung aber erst in der Türkei 

erhalten. 

Wie von der Vorinstanz sodann zu Recht bemerkt, mutet es seltsam an, 

dass der Beschwerdeführer keine Beweismittel betreffend die Ereignisse 

im Iran einzureichen vermochte. Dass der Vater aus Unmut über den Be-

schwerdeführer den Durchsuchungs- und Haftbefehl zerrissen haben soll, 

scheint angesichts des Umstandes, dass besagtes Dokument über zwei 

Jahre nach seiner Ausreise offensichtlich noch vorhanden war (vgl. die Be-

schwerde vom 2. Dezember 2015, […]), wenig überzeugend, zudem wies 

das SEM zutreffend auf andere Möglichkeiten der Beweismittelbeschaf-

fung hin. Auch hat der Beschwerdeführer nicht nur von diesem Dokument 

gesprochen, sondern "viele Beweise" erwähnt, die gegen ihn vorliegen 

würden ([…]). 

Der Vollständigkeit halber bleibt festzuhalten, dass auch aus den auf Be-

schwerdeebene eingereichten Schreiben von Drittpersonen nichts zu 

Gunsten der Glaubhaftigkeit der Ausreisegründe des Beschwerdeführers 

abgeleitet werden kann, zumal die Schreiben offensichtlich auf den Anga-

ben des Beschwerdeführers beruhen respektive nicht ersichtlich ist, dass 

die Drittpersonen, die vom Beschwerdeführer geltend gemachte Vorverfol-

gung persönlich wahrgenommen hätten.  

6.2.3 Nach dem Gesagten haben sich die geltend gemachten Vorfälle im 

Zusammenhang mit christlichen Aktivitäten im Iran als unglaubhaft erwie-

sen. Es ist dem Beschwerdeführer mithin nicht gelungen, asylrelevante 

Vorfluchtgründe glaubhaft darzulegen. Es bleiben indessen allfällige sub-

jektive Nachfluchtgründe zu prüfen.  

D-5364/2019 

Seite 17 

6.3  

6.3.1 Bei einer christlichen Glaubensausübung von iranischen Asylsuchen-

den im Ausland ist gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts die 

christliche Überzeugung der betreffenden Personen im Einzelfall, soweit 

möglich, einer näheren Überprüfung zu unterziehen (vgl. BVGE 2009/28 

E. 7.3.4 f.; Urteil des BVGer D-6908/2019 vom 18. September 2020 E. 6.3, 

D-7222/2013 vom 31. Oktober 2014 E. 6.5, m.w.H.). Allein der Übertritt 

vom muslimischen Glauben zum Christentum führt grundsätzlich zu keiner 

individuellen staatlichen Verfolgung im Iran. Eine christliche Glaubensaus-

übung vermag unter Umständen dann flüchtlingsrechtlich relevante Mass-

nahmen auszulösen, wenn sie in der Schweiz aktiv und sichtbar nach aus-

sen praktiziert wird und im Einzelfall davon ausgegangen werden muss, 

dass das heimatliche Umfeld von einer solchen aktiven, gar missionierende 

Züge annehmenden Glaubensausübung erfährt. Eine Verfolgung durch 

den iranischen Staat kommt erst dann zum Tragen, wenn der Glaubens-

wechsel aufgrund aktiver oder missionierender Tätigkeiten bekannt wird 

und zugleich Aktivitäten des Konvertiten vorliegen, die vom Regime als An-

griff auf den Staat angesehen werden. Bei Konversionen im Ausland muss 

daher bei der Prüfung im Einzelfall neben der Glaubhaftigkeit der Konver-

sion auch das Ausmass der öffentlichen Bekanntheit für die betroffene Per-

son in Betracht gezogen werden (vgl. Urteil des BVGer D-6037/2019 vom 

29. April 2020, E. 6.3.1). 

6.3.2 Es ist sodann bekannt, dass die iranischen Behörden die politischen 

Aktivitäten ihrer Staatsbürger im Ausland überwachen. Jedoch ist im Ein-

zelfall zu prüfen, ob durch die exilpolitischen Aktivitäten eine ernsthafte Ge-

fahr im Sinne des Asylgesetzes entsteht. Gemäss Praxis des Bundesver-

waltungsgerichts konzentrieren sich die iranischen Behörden auf die Erfas-

sung von Personen, welche über die massentypischen, niedrigprofilierten 

Erscheinungsformen exilpolitischer Proteste hinaus Funktionen wahrneh-

men und/oder Aktivitäten unternommen haben, die sie aus der Masse der 

mit dem Regime Unzufriedenen herausheben und als ernsthafte und po-

tentiell gefährliche Regimegegner erscheinen lassen. Dabei kann ohne 

weiteres davon ausgegangen werden, dass die iranischen Sicherheitsbe-

hörden zwischen tatsächlich politisch engagierten Regimekritikern und 

Exilaktivisten, die mit ihren Aktionen in erster Linie die Chancen auf ein 

Aufenthaltsrecht zu erhöhen versuchen, zu unterscheiden vermögen (vgl. 

BVGE 2009/28 E. 7.4.3).  

6.3.3 Der Beschwerdeführer macht geltend, er engagiere sich in der 

Schweiz politisch und religiös.  

D-5364/2019 

Seite 18 

Vorliegend wird – mit Blick auf die eingereichten Beweismittel – nicht in 

Frage gestellt, dass sich der Beschwerdeführer in Griechenland hat taufen 

lassen und sich in der Schweiz an christlichen Aktivitäten beteiligt bezie-

hungsweise sich in einem christlichen Umfeld bewegt. An dieser Stelle ist 

zunächst festzuhalten, dass die Taufe und der regelmässige Besuch christ-

licher Veranstaltungen in der Schweiz keine aktive Glaubensausübung im 

Sinne der genannten Rechtsprechung darstellen (vgl. u.a. Urteile 

D-3667/2016 E. 3.2.6 und D-2496/2018 E. 5.5). Sodann führte der Be-

schwerdeführer in der ergänzenden Anhörung aus, er habe einen (kleinen) 

Hauskreis organisiert, sei aber "einfach der Verantwortliche" ([…]). Aus den 

eingereichten Beweismitteln geht sodann hervor, dass es sich um eine 

Gruppe von bereits konvertierten Leuten handelt (vgl. das Schreiben von 

E._______ vom 9. Oktober 2019, S. 2), weshalb diesbezüglich nicht von 

einer missionierenden Tätigkeit auszugehen ist. Der Beschwerdeführer 

führte in der ergänzenden Anhörung ferner aus, er sei während eines Got-

tesdienstes, der einmal pro Monat abgehalten werde, für die Zeremonien 

verantwortlich. Er vermochte aber dazu – wie auch zu seiner Tätigkeit im 

Hauskreis – auf Nachfrage selber keine substanziierten Angaben zu ma-

chen, sondern sah sich veranlasst, bei seiner Begleitperson nachfragen zu 

wollen, da ihm nichts Konkretes einfiel ([…]). Wenn der Beschwerdeführer 

schliesslich vorbringt, er spreche besonders gerne mit farsisprachigen 

Menschen über Jesus und den Glauben (vgl. das auf Beschwerdeebene 

eingereichte Schreiben vom 13. Oktober 2019), ist festzuhalten, dass das 

gelegentliche Führen von privaten Gesprächen keine subjektiven Nach-

fluchtgründe zu begründen vermag. Die Ausbildung, die der Beschwerde-

führer abgeschlossen hat und bei der es sich laut eingereichter Beweismit-

tel um eine Schulung für christliche Leiter mit Migrationshintergrund han-

delt (vgl. das Schreiben von E._______ vom 9. Oktober 2019, s. 2), be-

zeichnete der Beschwerdeführer von sich aus als "Kleinigkeit" ([…]), wes-

halb nicht davon auszugehen ist, dass es sich um eine Tätigkeit von zent-

raler Bedeutung handelt. Die Ausführungen des (…) in seinem Schreiben 

vom 20. August 2018 vermögen an dieser Einschätzung nichts zu ändern. 

Schliesslich kann auch alleine aufgrund des Umstandes, dass der Be-

schwerdeführer Administrator einer WhatsApp-Gruppe sei, in welcher 

christliche Inhalte geteilt würden ([…]), nicht darauf geschlossen werden, 

dass er seinen Glauben in exponierter Weise auslebt.  

Im Weiteren ist nicht davon auszugehen, dass die Konversion des Be-

schwerdeführers im Iran öffentlich bekannt geworden ist. Zwar kann davon 

ausgegangen werden, dass die Familie des Beschwerdeführers vom Glau-

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Seite 19 

benswechsel erfahren hat ([…]) und es kann nicht ausgeschlossen wer-

den, dass sie nicht völlig damit einverstanden ist. Indessen haben die An-

gehörigen den Beschwerdeführer bis heute nicht denunziert, obwohl es 

sich gemäss den Angaben des Beschwerdeführers um eine strenggläubige 

Familie handeln soll. Auch haben sie (…) (vgl. das Schreiben von 

H._______ vom 8. Oktober 2019), weshalb davon auszugehen ist, dass 

sie sich mit der Situation zumindest arrangiert haben. Eine Denunziations-

gefahr ist demnach nicht ersichtlich. Im Übrigen ist darauf hinzuweisen, 

dass, selbst wenn die iranischen Behörden von der Konversion bereits 

Kenntnis erlangt haben sollten (was aufgrund der Petition des Beschwer-

deführers und des Begleitschreibens vom 15. August 2015 an den irani-

schen Botschafter nicht auszuschliessen ist), die diskrete und private Glau-

bensausübung im Iran grundsätzlich möglich ist (vgl. Urteil des BVGer D-

4399/2017 vom 15. März 2018 E. 6.3). Nach dem zuvor Dargelegten 

kommt das Gericht zudem entgegen der Beschwerde zum Schluss, dass 

das aktive Missionieren für den Beschwerdeführer kein zentrales Element 

seiner religiösen Identität darstellt, weshalb bei einer hypothetischen Rück-

kehr in den Iran die diskrete Glaubensausübung für ihn nicht als unerträg-

licher psychischer Druck im Sinne von Art. 3 Abs. 2 AsylG zu qualifizieren 

wäre. Zusammenfassend ist nicht davon auszugehen, dass die iranischen 

Behörden ein Interesse daran hätten, den Beschwerdeführer bei einer all-

fälligen Rückkehr in den Iran allein aufgrund seiner Konversion zum Chris-

tentum zu verfolgen. Demnach kann dem Beschwerdeführer keine ent-

sprechende, flüchtlingsrechtlich relevante Verfolgungsfurcht zuerkannt 

werden. 

6.3.4 Der Beschwerdeführer, der, wie bereits dargelegt, vor seiner Ausreise 

nicht in asylrelevanter Weise in den Fokus der iranischen Behörden gera-

ten ist, verfügt auch über ein niedriges politisches Profil. So hat er gemäss 

eigenen Angaben lediglich an zwei bis drei Demonstrationen ([…]) teilge-

nommen. Aufgrund der Akten kann nicht geschlossen werden, dass er sich 

im Rahmen der Teilnahme an diesen Kundgebungen beziehungsweise der 

Organisation einer dieser Demonstrationen in besonderer Weise und über 

das Mass der anderen Personen hinaus exponiert oder eine in der Öffent-

lichkeit erkennbar wichtige Führungsposition innegehabt hätte. Auf dem 

Flyer der Demonstration, die er organisiert haben will, ist er lediglich als 

Mitglied eines fünfköpfigen Komitees abgebildet und wird nicht namentlich 

genannt ([…]). Das niederschwellige politische Profil des Beschwerdefüh-

rers wird sodann auch durch die im vorgängigen Beschwerdeverfahren ein-

gereichten Fotos unterstrichen, auf welchen ersichtlich ist, dass sich sein 

D-5364/2019 

Seite 20 

Auftritt nicht von demjenigen der anderen Kundgebungsteilnehmer unter-

scheidet, indem er beispielsweise inmitten von anderen Leuten Transpa-

rente hält. Darüber hinaus vermag auch die Unterzeichnung von Petitionen 

beziehungsweise offenen Briefen an den iranischen Botschafter sowie den 

Bundesrat (vgl. die im letzten Beschwerdeverfahren mit Eingabe vom 29. 

Oktober 2015 eingereichten Beweismittel) zu keiner erheblichen Schärfung 

des Profils zu führen, zumal diese lediglich die Sorge um die Situation der 

Christen im Iran ausdrücken respektive die Einhaltung der Menschen-

rechte oder die Freilassung von inhaftierten Aktivisten fordern und nicht als 

politisch besonders heikel zu beurteilen sind. 

6.3.5 Nach dem Gesagten ist insgesamt nicht davon auszugehen, dass der 

Beschwerdeführer sich durch sein kirchliches oder politisches Engagement 

besonders exponiert hätte. Er kann sich folglich nicht auf das Vorliegen 

subjektiver Nachfluchtgründe berufen. 

6.4 Zusammenfassend gelangt das Gericht zum Schluss, dass die Vor-

instanz zu Recht die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers ver-

neint und dessen Asylgesuch abgelehnt hat. 

7.  

7.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

(Art. 44 AsylG). 

7.2 Gemäss Art. 32 Abs. 1 Bst. a der Asylverordnung 1 vom 11. August 

1999 (AsylV 1, SR 142.311) wird die Wegweisung aus der Schweiz nicht 

verfügt, wenn die asylsuchende Person im Besitz einer gültigen Aufent-

halts- oder Niederlassungsbewilligung ist. 

7.3 Der Beschwerdeführer ist seit dem 30. August 2019 mit einer Schwei-

zerbürgerin verheiratet. Unter diesen Umständen stellte das SEM in der 

angefochtenen Verfügung zu Recht fest, dass er gestützt auf Art. 42 ff. AIG 

einen Anspruch auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung hat und die 

Frage der Wegweisung in die Zuständigkeit der kantonalen Migrationsbe-

hörden fällt. Diese hätten im Fall einer Wegweisungsverfügung auch die 

Frage der Zulässigkeit, der Zumutbarkeit und der Möglichkeit des Wegwei-

sungsvollzugs zu prüfen. Inzwischen wurde dem Beschwerdeführer vom 

zuständigen Kanton sodann die Aufenthaltsbewilligung erteilt (vgl. Sach-

verhalt Bst. H sowie L). 

D-5364/2019 

Seite 21 

8.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt und auch sonst nicht zu beanstanden ist (Art. 106 

Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist abzuweisen. 

9.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem 

Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt 

Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 

über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 

[VGKE, SR 173.320.2]). Der einbezahlte Kostenvorschuss ist zur Bezah-

lung der Verfahrenskosten zu verwenden. 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 22 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Der einbezahlte Kostenvorschuss wird zur Bezahlung der Verfahrens-

kosten verwendet. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Simon Thurnheer Andrea Beeler 

 

 

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