# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7c10b500-084a-5857-a1e2-2f34d95d8c7e
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-11-21
**Language:** de
**Title:** Zug Verwaltungsgericht Sozialversicherungsrechtliche Kammer 21.11.2022 S 2021 29
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Verwaltungsgericht/ZG_VG_001_S-2021-29_2022-11-21.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS ZUG

SOZIALVERSICHERUNGSRECHTLICHE KAMMER

Mitwirkende Richter: lic. iur. Adrian Willimann, Vorsitz
lic. iur. Jacqueline Iten-Staub und Dr. iur. Matthias Suter
Gerichtsschreiberin: lic. iur. Claudia Meier

U R T E I L  vom 21. November 2022
gemäss § 29 der Geschäftsordnung

in Sachen

A.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Zug, Baarerstrasse 11, Postfach, 6302 Zug
Beschwerdegegnerin 

betreffend

Invalidenversicherung 
(Rente)

S 2021 29

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Urteil S 2021 29

A. Die 1977 geborene A.________ erlitt am 31. Januar 2016 einen Verkehrsunfall als 
Beifahrerin. Unter Hinweis auf seither bestehende Nackenschmerzen, Schleudertrauma 
und Migräne meldete sie sich am 20. August 2018 bei der IV-Stelle Zug zum 
Leistungsbezug an (IV-act. 1). Daraufhin zog die IV-Stelle Zug die Akten des involvierten 
Autoinsassen- und Haftpflichtversicherers bei und tätigte Abklärungen in erwerblicher und 
medizinischer Hinsicht. Insbesondere liess sie die Versicherte in der MEDAS medexperts 
ag polydisziplinär begutachten (MEDAS-Gutachten vom 9. Oktober 2020 [IV-act. 42/2–
74]). Gestützt darauf teilte sie der Versicherten mit Vorbescheid vom 11. Dezember 2020 
(IV-act. 48) die beabsichtigte Verneinung eines Rentenanspruchs mit und verfügte am 
28. Januar 2021 im angekündigten Sinne (IV-act. 54).

B. Dagegen erhob A.________ am 25. Februar 2021 (Datum des Poststempels) 
Beschwerde mit dem sinngemässen Rechtsbegehren um Zusprechung einer 
Invalidenrente. Im Wesentlichen macht sie eine Verschlechterung ihrer Gesundheit seit 
dem Unfall geltend (act. 1).

C. Mit Verfügung vom 8. April 2021 wurde das Gesuch der Beschwerdeführerin vom 
6. April 2021 um unentgeltliche Prozessführung für das vorliegende Verfahren bewilligt 
(act. 5).

D. Mit Vernehmlassung vom 11. Mai 2021 schloss die Verwaltung unter Hinweis auf 
das eingeholte Gutachten auf Abweisung der Beschwerde (act. 6).

E. Replicando macht die Beschwerdeführerin neu Unkorrektheiten bei der 
Übersetzung während der Begutachtung sowie die Nichtberücksichtigung von 
Beschwerden und Untersuchungsbefunden geltend. Darüber hinaus beruft sie sich erneut 
auf eine Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes (act. 8). Die Beschwerdegegnerin 
dagegen verneint duplicando eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes der 
Beschwerdeführerin zwischen Begutachtung und Verfügungserlass (act. 10).

F. In der Folge legte die Beschwerdeführerin verschiedene medizinische 
Stellungnahmen ins Recht, welche das Verwaltungsgericht der Beschwerdegegnerin zur 
Kenntnisnahme zustellte (act. 12 ff. und BF-act. 5 ff.).

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Urteil S 2021 29

Das Verwaltungsgericht erwägt:

1. Am 1. Januar 2021 sind die am 21. Juni 2019 verabschiedeten, geänderten 
Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Kraft getreten. Am 1. Januar 2022 ist 
weiter das revidierte Bundesgesetz über die Invalidenversicherung in Kraft getreten (IVG; 
SR 831.20; Weiterentwicklung der IV, Änderung vom 19. Juni 2020). Das 
Sozialversicherungsgericht stellt bei der Beurteilung eines Falles grundsätzlich auf den bis 
zum Zeitpunkt des Erlasses der strittigen Verfügung eingetretenen Sachverhalt ab; in 
zeitlicher Hinsicht sind, vorbehältlich abweichender Übergangsbestimmungen, diejenigen 
Rechtssätze massgebend, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden 
Tatbestandes Geltung hatten (vgl. etwa BGE 147 V 278 E. 2.1; 144 II 326 E. 2.1.1; 131 V 
9 E. 1; 129 V 354 E. 1, je mit Hinweisen). Der hier angefochtene Entscheid erging am 
28. Januar 2021; die zu beurteilende Beschwerde wurde am 25. Februar 2021 der Post 
übergeben. Anwendbar sind demnach die ab 1. Januar 2021 gültigen Normen des ATSG 
und die bis 31. Dezember 2021 gültigen Normen des IVG sowie der Verordnung über die 
Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201). Etwas anderes ergibt sich auch nicht aus 
Art. 82a ATSG (Übergangsbestimmung zur Änderung vom 21. Juni 2019), der ebenfalls 
vorsieht, dass für im Zeitpunkt des Inkrafttretens der Änderung vom 21. Juni 2019 beim 
erstinstanzlichen Gericht hängige Beschwerden das bisherige Recht gilt.

2. Das Verwaltungsgericht beurteilt als einzige kantonale Instanz Beschwerden aus 
dem Bereich der Sozialversicherung (Art. 57 ATSG in Verbindung mit § 77 Abs. 1 des 
Gesetzes über den Rechtsschutz in Verwaltungssachen [Verwaltungsrechtspflegegesetz; 
VRG; BGS 162.1] und § 12 Abs. 1 lit. a des Einführungsgesetzes zu den Bundesgesetzen 
über die Alters- und Hinterlassenenversicherung und die Invalidenversicherung [EG 
AHVIVG; BGS 841.1]). Die örtliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts des Kantons 
Zug ist vorliegend gestützt auf Art. 69 Abs. 1 lit. a IVG – Zuständigkeit am Ort der IV-
Stelle – gegeben, stammt doch die angefochtene Verfügung von der IV-Stelle Zug. Die 
Verfügung datiert vom 28. Januar 2021 (BF-act. 1) und ist frühestens am Folgetag im 
Herrschaftsbereich der Beschwerdeführerin eingetroffen. In Anwendung von Art. 69 Abs. 1 
lit. a IVG ist dagegen direkt Beschwerde beim zuständigen Versicherungsgericht 
einzureichen. Die Beschwerdeschrift wurde am 25. Februar 2021 der Post übergeben und 
ging am darauffolgenden Tag beim Verwaltungsgericht ein. Damit ist die 30-tägige Frist 
gemäss Art. 60 Abs. 1 ATSG gewahrt. Die Beschwerdeführerin ist von der angefochtenen 

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Urteil S 2021 29

Verfügung direkt betroffen und zur Beschwerde legitimiert. Die Beschwerdeschrift enthält 
einen verständlichen Antrag und eine Begründung. Damit ist den formellen Anforderungen 
Genüge getan, weshalb auf die Beschwerde einzutreten ist. Die Beurteilung erfolgt auf 
dem Zirkulationsweg gemäss § 29 der Geschäftsordnung des Verwaltungsgerichtes (GO 
VG; BGS 162.11).

3.
3.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder 
teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, 
Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch 
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte 
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise 
Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer 
Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung 
zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver 
Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).

3.2 Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die:
a. ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, 

nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten 
oder verbessern können;

b. während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und

c. nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.

Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Viertelsrente, 
bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem 
Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem 
Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).

3.3 Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in 
Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. 
Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität 
und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 

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Urteil S 2021 29

Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum 
Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog. 
Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, 
dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau 
ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der 
Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des 
Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).

3.4 Bei nichterwerbstätigen Versicherten, die im Aufgabenbereich tätig sind und 
denen eine Erwerbstätigkeit nicht zugemutet werden kann, wird für die Bemessung der 
Invalidität in Abweichung von Art. 16 ATSG darauf abgestellt, in welchem Masse sie 
unfähig sind, sich im Aufgabenbereich zu betätigen. Art. 7 Abs. 2 ATSG ist sinngemäss 
anwendbar (Art. 28a Abs. 2 IVG in Verbindung mit Art. 8 Abs. 3 ATSG; spezifische 
Methode; statt vieler BGE 141 V 15 E. 3.2). 

3.5 Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im 
Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität 
nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so wird 
die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a Abs. 2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind 
der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten 
oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der 
Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen 
(Art. 28a Abs. 3 IVG); dies ist die gemischte Methode der Invaliditätsbemessung (vgl. 
BGE 141 V 15 E. 3.2 mit Hinweisen). 

3.6 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls 
auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der 
Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in 
welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig 
ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige 
Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten 
Person noch zugemutet werden können (BGE 115 V 133 E. 2 mit Hinweisen).

3.7 Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, 

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auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) 
abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der 
Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der 
Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a; 122 V 157 E. 1c).

4. Im MEDAS-Gutachten vom 9. Oktober 2020 (IV-act. 42/2–74) wurden folgende 
Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit gestellt (IV-act. 42/6):

- Chronische Kopfschmerzen multifaktorieller Genese (ICD-10 G44.8)
- ätiologisch posttraumatischer Kopfschmerz, Kopfschmerzen bei Analgetika-

Übergebrauch, chronische Migräne ohne Aura

- Zervikozephales Syndrom (ICD-10 M53.0) mit degenerativen Veränderungen 
vorwiegend ossärer Art (ICD-10 M47.82) im Bereich der Halswirbelsäule nach 
Distorsionstrauma der Halswirbelsäule Ende Januar 2016 (ICD-10 S13.4)

- Myofasziales Schmerzsyndrom im Bereich des Nackens und der linken oberen 
Extremität (ICD-10 M79.81)

- Impingement-Symptomatik im Bereich der linken Schulter (ICD-10 M75.4) bei MRI-
mässig nachgewiesenem Labrumriss (ICD-10 M75.6)

- Sonstige somatoforme Störungen, psychisch verursachter Schwindel (ICD-10 F45.8)

Keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit massen die Gutachter folgenden weiteren 
Diagnosen zu (IV-act. 42/6):

- Dyspeptische Beschwerden, unter PPI beschwerdefrei

- Funktioneller Schwindel/Gang- und Standstörung

- Unspezifischer Kreuzschmerz (ICD-10 M54.5)

- Generalisierte Hyperlaxität (ICD-10 M35.7)

- Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 
F45.41)

- Depressive Episode, remittiert (ICD-10 F32.4)

Im Rahmen der interdisziplinären Gesamtbeurteilung hielten die Gutachter fest, dass aus 
orthopädischer Sicht ein Zustandsbild nach Distorsionstrauma der Halswirbelsäule mit 
Schmerzen, Schwindel und weiteren diffusen vegetativen Symptomen vorliegt. Die 
konventionellen Röntgenaufnahmen der Halswirbelsäule zeigten geringgradige 
degenerative Veränderungen ossärer Art mit diskret verschmälerten 
Zwischenwirbelräumen im Sinne einer Diskopathie. Auf den Funktionsaufnahmen lasse 
sich keine Instabilität erkennen. Unter den gegebenen Umständen sei der 
Gesundheitsschaden an der Halswirbelsäule aus orthopädischer Sicht als leichtgradig 

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anzusehen. Bezüglich der linksseitigen Schulterproblematik habe eine labrum- und eine 
SLAP-Läsion nachgewiesen werden können. Unter konservativer Therapie habe sich die 
Situation deutlich gebessert. Aktuell bestünden Schmerzen, jedoch keine relevante 
Bewegungseinschränkung. Unter diesen Umständen sei der Gesundheitsschaden an der 
linken Schulter ebenfalls als leichtgradig anzusehen (IV-act. 42/5). 

Inkongruent zu den anamnestischen Angaben seien aktenanamnestisch bereits vor dem 
Akzelerations-/Dezelerations-Unfall mit dem Personenwagen im Januar 2016, der von der 
Beschwerdeführerin als ausschliesslich symptomauslösend bezeichnet worden sei, eine 
lokale Schmerzproblematik sowie Schwindel dokumentiert. Seither sei die 
Beschwerdeführerin aufgrund persistierender Kopf- und Nackenschmerzen sowie 
Schwindel alltagsrelevant eingeschränkt. Letzterer sei im interdisziplinären Zentrum 
B.________ als posttraumatischer Schwindel klassifiziert und ätiologisch als sekundär 
somatoform sowie differenzialdiagnostisch als vestibuläre Migräne eingestuft worden (vgl. 
dazu die Sprechstundenberichte vom 5. Oktober 2016 [IV-act. 13/18–20], 6. Dezember 
2017 [IV-act. 13/15–16], 4. September 2018 [IV-act. 13/10–11] und 5. September 2019 
[IV-act. 26]). Klinisch-neurologisch hätten sich aktenanamnestisch im longitudinalen 
Verlauf keine Hinweise auf eine peripher-vestibuläre Unterfunktion ergeben, so auch nicht 
bei der Untersuchung. Die geklagte Schwindelprovokation in allen Provokationsmanövern 
sei keinem Bogengang zuzuordnen. Die Beschwerden seien bezüglich Dynamik, 
Auslösern und Begleitsymptomen nicht einer zentralen oder peripher-vestibulären 
organischen Genese zuzuordnen. Zudem präsentiere sich klinisch am Untersuchungstag 
eine als funktionell einzustufende Gang- und Standstörung, sodass gesamthaft von einem 
funktionellen Schwindel auszugehen sei. Die Kriterien der Headache Classification 
Committee of the International Headache Society (IHS) für einen posttraumatischen 
Kopfschmerz, einen Kopfschmerz bei Analgetika-Übergebrauch sowie auch für eine 
chronische Migräne ohne Aura seien erfüllt. Aufgrund der Häufigkeit und Dauer der 
Beschwerden seien auch die jeweiligen Kriterien für einen chronischen Kopfschmerz 
erfüllt. Dies sei kongruent zu der Einschätzung der behandelnden Ärzte. 

Aus allgemein-internistischer Sicht fanden die Gutachter keine Erkrankungen von 
Relevanz und mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (IV-act. 42/5).

Mit Bezug auf die psychischen Beschwerden führten sie aus, es könne die Diagnose von 
sonstigen somatoformen Störungen, psychisch verursachter Schwindel, gestellt werden. 
Die von Dr. med. C.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, genannte 

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mittelgradige depressive Episode sei aktenanamnestisch nachvollziehbar und aktuell 
remittiert (IV-act. 42/5).

Im Rahmen der Konsistenzprüfung gaben die Gutachter an, dass die Angaben der 
Beschwerdeführerin vor allem bezüglich der Situation am Achsenskelett schwierig 
nachvollziehbar seien. Die Beschwerden im Bereich des linken Schultergelenkes im Sinne 
von bewegungs- und belastungsabhängigen Schmerzen und einer Einschränkung der 
aktiven Beweglichkeit könnten hingegen nachvollzogen werden. Die angegebene 
Makropsie bei Nahsicht und die Schwindelsymptomatik am Folgetag einer Liftfahrt seien 
neurologisch-organisch nicht erklärt. Nicht plausibel seien die Untersuchungsergebnisse, 
so die Angabe von Schwindel in den Provokationsmanövern aller Bogengänge und die 
funktionelle Standstörung (IV-act. 42/8).

Bis 1. April 2019 verneinten die Gutachter eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Aus 
psychiatrischer Sicht sei die Arbeitsfähigkeit während der vom 2. April 2019 bis 2. März 
2020 dauernden mittelgradigen depressiven Episode für jegliche Tätigkeit zu 50 % 
eingeschränkt gewesen. Anschliessend habe die Einschränkung bis zur Begutachtung am 
9. September 2020 langsam abgenommen. Seit dem 10. September 2020 bestehe eine 
orthopädisch und neurologisch begründete Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in der 
angestammten Tätigkeit [als Schneiderin] von 10–20 %. In angepassten, leichten bis 
mittelschweren Tätigkeiten ohne repetitive Bewegungen, Überkopfbewegungen im linken 
Schultergelenk, Heben oder Tragen von Lasten über 10 kg, repetitive oder brüske 
Bewegungen des Kopfes, bestehe eine orthopädisch begründete Leistungsminderung von 
10 %. Weiter sollte die Beschwerdeführerin wegen des Schwindels keine Tätigkeiten 
ausführen, bei denen sie auf Leitern oder Gerüste steigen, Auto fahren, alleine arbeiten, 
lange stehen oder laufen müsse (IV-act. 42/8).

5.
5.1 Das MEDAS-Gutachten vom 9. Oktober 2020 (IV-act. 42/2–74) entspricht den 
praxisgemässen Anforderungen an den Beweiswert einer Expertise (vgl. dazu BGE 134 V 
231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a; 122 V 157 E. 1c). So ist es für die streitigen Belange 
umfassend, beantwortet es doch die Frage nach den gesundheitlichen Beeinträchtigungen 
und der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin aus orthopädischer, neurologischer, 
psychiatrischer und internistischer Sicht. Weiter beruht es auf eingehenden fachärztlichen 
Untersuchungen in den genannten Disziplinen. Die Gutachter schilderten ausführlich die 
von der Beschwerdeführerin erwähnten Leiden und Einschränkungen sowie die klinisch 

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und bildgebend erhobenen Befunde. Sie setzten sich detailliert damit sowie mit dem 
Verhalten und der Lebensgeschichte der Beschwerdeführerin auseinander. Die Expertise 
wurde in Kenntnis der umfangreichen Vorakten abgegeben (IV-act. 42/60–73). 
Insbesondere setzten sich die Gutachter soweit nötig mit den Befunderhebungen und 
Stellungnahmen der die Beschwerdeführerin behandelnden Ärzte und Therapeuten, 
insbesondere der Psychiaterin Dr. C.________, auseinander. Weiter leuchtet sie in der 
Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation ein. In diesem Sinne vermögen sowohl die gestellten Diagnosen als auch die mit 
Bezug auf die psychischen Beschwerden in genügender Beachtung der 
Standardindikatoren (vgl. dazu IV-act. 42/53) erfolgte Arbeitsfähigkeitseinschätzung zu 
überzeugen. Auf das Gutachten kann somit abgestellt werden. 

5.2 Die Beschwerdeführerin macht geltend, dass sich ihre Gesundheit seit dem Unfall 
verschlechtert habe (act. 1 und 8). Dies entspricht den Feststellungen der Gutachter, 
welche ihre Diagnosen auf die nach dem Unfall eingetretene gesundheitliche 
Verschlechterung beziehen, und ist somit nicht geeignet, Zweifel an den 
Schlussfolgerungen der Gutachter auftreten zu lassen. Daran vermögen auch die im Laufe 
des Beschwerdeverfahrens ins Recht gelegten Stellungnahmen der behandelnden Ärzte, 
insbesondere diejenigen der Psychiaterin Dr. C.________, nichts zu ändern. Denn die 
unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag der therapeutisch tätigen (Fach-)Person 
einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten 
anderseits lässt nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu 
stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden 
Arztpersonen bzw. Therapiekräfte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. 
Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die 
anderslautenden Einschätzungen wichtige und nicht rein subjektiver Interpretation 
entspringende Aspekte benennen, die bei der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt 
geblieben sind (BGer 8C_871/2018 vom 25. März 2019 E. 4.4; 8C_677/2014 vom 
29. Oktober 2014 E. 7.2 mit Hinweisen). Solche Aspekte sind hinsichtlich des MEDAS-
Gutachtens vom 9. Oktober 2020 nicht auszumachen.

5.3 Wenn die Beschwerdeführerin sodann die unkorrekte Übersetzung oder die 
Nichtberücksichtigung all ihrer Beschwerden und Untersuchungen rügt (act. 8), ist ihr 
entgegenzuhalten, dass das MEDAS-Gutachten vom 9. Oktober 2020 keinerlei Hinweise 
auf Missverständnisse zufolge unkorrekter Übersetzung enthält. Inkongruenzen ergeben 
sich auch nicht aus einem Vergleich der im Gutachten wiedergegebenen Beschwerden mit 

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den Angaben der behandelnden Ärzte. Die Beschwerdeführerin selbst nennt keinen 
konkreten Übersetzungsfehler im Gutachten. Unter diesen Umständen ist auf diese 
pauschal gehaltene Rüge nicht weiter einzugehen.

6. Die Beschwerdegegnerin qualifiziert die Beschwerdeführerin gestützt auf deren 
Angaben anlässlich der Abklärung vor Ort als im Gesundheitsfall je zu 50 % erwerbstätig 
und im Aufgabenbereich Haushalt tätig (vgl. dazu Bericht vom 14. Januar 2020 [IV-act. 27 
insb. S. 4]). Obwohl die Beschwerdeführerin seit ihrer Einreise in die Schweiz kurz nach 
der Heirat noch nie erwerbstätig war (vgl. IV-act. 1 und 3), ist die vorgenommene 
Qualifikation unter anderem angesichts der von der Abklärungsperson festgestellten 
angespannten finanziellen Situation der Familie nachvollziehbar und nicht zu 
beanstanden.

7. Im Bericht vom 14. Januar 2020 (IV-act. 27) ermittelte die Abklärungsperson eine 
Behinderung von 5,65 %, welche mit Einschränkungen bei der mit 1,05 % gewichteten 
Grossreinigung der Küche und der mit 4,6 % gewichteten Reinigung der Böden samt der 
gründlichen Wohnungsreinigung begründet wurde. 

Diese Feststellungen erscheinen angemessen und wurden von der Beschwerdeführerin 
nicht beanstandet, weshalb der Bericht, welcher auch die Übrigen von der 
Rechtsprechung aufgestellten Kriterien für den Beweiswert eines Abklärungsberichts 
erfüllt, eine zuverlässige Entscheidungsgrundlage darstellt (vgl. dazu u.a. BGer 
8C_748/2019 vom 7. Januar 2020 E. 5.2 mit Hinweisen).

Demzufolge ist von einer Behinderung von rund 6 % in dem mit 50 % gewichteten Anteil 
der Tätigkeit im Haushaltsbereich auszugehen, was einem Teilinvaliditätsgrad von 3 % 
entspricht.

8. Die Einschränkung im Erwerbsbereich hat die Beschwerdegegnerin anhand eines 
Einkommensvergleichs bestimmt. Das mit der Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ab 
2. April 2019 eröffnete Wartejahr (vgl. E. 3.2) endete per 1. April 2020. Für die 
Bestimmung des anschliessenden Rentenanspruchs ist bei einer Arbeitsfähigkeit in 
angepasster Tätigkeit von 50 % ein erster Einkommensvergleich durchzuführen (vgl. 
E. 3.3). Angesichts der Tatsache, dass die Beschwerdeführerin in der Schweiz nie 
erwerbstätig war, darf für das Validen- und das Invalideneinkommen dieselbe 
Bemessungsgrundlage herangezogen werden, womit sich deren genaue Ermittlung 

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erübrigt: der Invaliditätsgrad entspricht dem Grad der Arbeitsunfähigkeit, dies unter 
Berücksichtigung eines allfälligen Abzugs vom Tabellenlohn (Prozentvergleich; vgl. BGer 
8C_295/2017 vom 27. September 2017 E. 6.5 und 8C_628/2015 vom 6. April 2016 
E. 5.3.5). Die Beschwerdegegnerin hat in der angefochtenen Verfügung vom 28. Januar 
2021 ausgehend von einer Arbeitsfähigkeit von 50 %, bei einem mit 50 % gewichteten 
Anteil der Erwerbstätigkeit, auf einen Invaliditätsgrad von 25 % geschlossen, was 
angemessen erscheint und von der Beschwerdeführerin nicht bemängelt wurde.

9. Bei einem Gesamtinvaliditätsgrad von 28 % (3 % + 25 %) nach Ablauf des 
Wartejahres am 1. April 2020 verneinte die Beschwerdegegnerin den Anspruch der 
Beschwerdeführerin auf eine Invalidenrente zu Recht, weshalb die Beschwerde 
abzuweisen ist.

10. Der Beschwerdeführerin ist mit Verfügung vom 8. April 2021 die unentgeltliche 
Prozessführung gewährt worden (act. 5), weshalb ihr für das vorliegende Verfahren in 
Abweichung von Art. 69 Abs. 1bis IVG keine Kosten aufzuerlegen sind. Eine 
Parteientschädigung ist ihr nicht zuzusprechen, zumal sie mit ihrer Beschwerde 
vollumfänglich unterliegt.

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Demnach erkennt das Verwaltungsgericht:
__________________________________

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der schriftlichen Eröffnung 
beim Schweizerischen Bundesgericht in Luzern Beschwerde in öffentlich-recht-
lichen Angelegenheiten eingereicht werden.

5. Mitteilung an die Beschwerdeführerin (mit ausführlicher Rechtsmittelbelehrung), 
an die IV-Stelle des Kantons Zug sowie an das Bundesamt für 
Sozialversicherungen, Bern.

Zug, 21. November 2022

Im Namen der
SOZIALVERSICHERUNGSRECHTLICHEN KAMMER
Der Vorsitzende

Die Gerichtsschreiberin

versandt am