# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1cbd1257-1f96-5fc7-b8e9-669825fb8c80
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-10-11
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 11.10.2021 720 21 239/273
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-21-239-273_2021-10-11.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 11. Oktober 2021 (720 21 239 / 273) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Invalidenversicherung 

 

 

Begutachtung: Stichhaltige Gründe, die für eine Wiederholung der Zufallszuweisung  

oder den Austausch der Gutachter sprechen würden, liegen nicht vor. 

 
 
 
Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Gerichtsschreiber Pascal Acrémann 

 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Ana Dettwiler, Advoka-
tin, Fischmarkt 12, 4410 Liestal 

  
 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, 
Beschwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff Gutachten 
 
 
 
A.1 Die 1961 geborene A.____ meldete sich am 7. März 2018 bei der Invalidenversiche-
rung (IV) zum Leistungsbezug an. Nach Abklärung der Verhältnisse und Konsultation des Regi-
onalen Ärztlichen Dienstes (RAD) sprach ihr die IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) für den 
Zeitraum vom 1. September 2018 bis 31. Mai 2019 eine befristete Viertelsrente zu (Verfügung 
vom 2. Oktober 2019). Die hiergegen erhobene Beschwerde hiess das Kantonsgericht, Abtei-
lung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht), mit Urteil vom 4. Januar 2021 (KVGE 720 19 
357 / 01) in dem Sinne gut, als es die Verfügung der IV-Stelle vom 2. Oktober 2019 aufhob und 

 

 
 
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diese anwies, über die Vergabeplattform SuisseMed@P eine polydisziplinäre Begutachtung der 
Versicherten in den Disziplinen Psychiatrie, Rheumatologie, Neurologie und Kardiologie anzu-
ordnen. 
 
A.2 Mit Schreiben vom 14. Januar 2021 informierte die IV-Stelle die Rechtsvertreterin der 
Versicherten, Advokatin Ana Dettwiler, darüber, dass eine umfassende medizinische Untersu-
chung in den Disziplinen Allgemeine Innere Medizin, Psychiatrie, Rheumatologie, Neurologie 
und Kardiologie durchgeführt werde. Die Wahl der Gutachterstelle erfolge nach dem Zufalls-
prinzip gemäss Art. 72bis der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) vom 17. Januar 
1961. Mit E-Mail vom 9. Februar 2021 teilte das SuisseMED@P-Team der IV-Stelle mit, dass 
der Auftrag der PMEDA Polydisziplinäre Medizinische Abklärungen AG (PMEDA) zugeteilt wor-
den sei. Am 15. Februar 2021 zeigte die IV-Stelle Advokatin Ana Dettwiler an, dass die Exper-
tise durch die PMEDA mit den Gutachtern Dr. med. B.____, Facharzt für Allgemeine Innere 
Medizin, Dr. med. C.____, FMH Kardiologie und Allgemeine Innere Medizin, Dr. med. D.____, 
FMH Neurologie, Dr. med. E.____, Fachärztin für Neurologie sowie Psychiatrie und Psychothe-
rapie, und Dr. med. F.____, Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabilitation, erfolgen 
werde. Am 1. März 2021 äusserte diese gegen die Begutachtung durch die PMEDA grundsätz-
liche Bedenken und machte gegen die Dres. B.____, D.____, E.____ und F.____ Ausstands-
gründe geltend. Am 17. April 2021 nahm der medizinische Leiter der PMEDA, Prof. Dr. med. 
G.____, FMH Neurologie, zu den Einwänden der Versicherten Stellung. In Kenntnis dieser Stel-
lungnahme wiederholte die Beschwerdeführerin am 30. April 2021 ihre Bedenken gegen die 
Dres. B.____, D.____, E.____ und F.____ und beantragte, ein anderes Begutachtungsinstitut 
zu beauftragen resp. die Gutachterstelle neu auszulosen. Am 6. Mai 2021 teilte die IV-Stelle 
Advokatin Dettwiler mit, dass sie an der geplanten Begutachtung festhalte. Im Schreiben vom 
20. Mai 2021 bedauerte diese den Entscheid und betonte, dass Dr. F.____ kein Facharzt für 
Rheumatologie sei. Gleichzeitig ersuchte sie die IV-Stelle um Erlass eines anfechtbaren Zwi-
schenentscheids. Mit Zwischenverfügung vom 20. Juli 2021 hielt die IV-Stelle an der geplanten 
Begutachtung durch die PMEDA und an Dr. F.____ als Gutachter fest. 
 
B. Gegen diese Verfügung erhob A.____, weiterhin vertreten durch Advokatin Dettwiler, 
am 20. August 2021 Beschwerde beim Kantonsgericht. Sie beantragte, in Gutheissung der Be-
schwerde sei die Zwischenverfügung vom 20. Juli 2021 aufzuheben und die Beschwerdegegne-
rin anzuweisen, die Zuweisung der polydisziplinären Begutachtung nach dem Zufallsprinzip via 
SuisseMED@P zu wiederholen; unter o/e-Kostenfolge. Sie rügte eine Verletzung des rechtli-
chen Gehörs, da sich die IV-Stelle mit ihren Einwendungen nicht vollständig, eigenständig und 
sachgerecht auseinandergesetzt habe. Zudem würden das Vorgehen der PMEDA im Vorfeld 
der Begutachtung, die Profile der vorgeschlagenen Gutachter und die Äusserungen des medi-
zinischen Leiters der PMEDA vom 17. April 2021 erhebliche Zweifel an einer sachgerechten, 
fachkundigen und sorgfältigen Begutachtung wecken. 
 
C. In ihrer Vernehmlassung vom 7. September 2021 schloss die IV-Stelle auf Abweisung 
der Beschwerde.  
 
 

 

 
 
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Die Präsidentin zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 
1.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) 
vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versiche-
rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anfechtungsobjekt des vorliegenden 
Verfahrens bildet eine Zwischenverfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche 
Zuständigkeit des Kantonsgerichts zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die 
Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das 
Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Be-
schwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur Be-
handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die – im Übrigen form- und fristgerecht 
erhobene – Beschwerde vom 20. August 2021 ist einzutreten. 
 
1.2 Gemäss § 1 Abs. 3 lit. g VPO entscheidet die präsidierende Person der Abteilung durch 
Präsidialentscheid über Beschwerden gegen selbständig anfechtbare prozess- und verfahrens-
leitende Verfügungen gemäss Art. 52 Abs. 1 ATSG. Bei der vorliegend angefochtenen Zwi-
schenverfügung der IV-Stelle vom 20. Juli 2021 handelt es sich um eine solche verfahrenslei-
tende Verfügung im Sinne der genannten Bestimmung. Die Beurteilung der vorliegenden Be-
schwerde fällt somit in die Kompetenz der präsidierenden Person des Kantonsgerichts. 
 
2.1 Die Beschwerdeführerin bringt in formeller Hinsicht vor, dass sich die Beschwerdegeg-
nerin in der angefochtenen Zwischenverfügung mit ihren Einwänden nicht vollständig, eigen-
ständig und sachgerecht auseinandergesetzt habe. Damit rügt sie eine Verletzung des rechtli-
chen Gehörs. Sollte sich diese Rüge als begründet erweisen, kann dies zur Aufhebung des an-
gefochtenen Entscheids führen, ohne dass die Angelegenheit materiell geprüft würde. Die be-
treffenden Einwände sind deshalb vorab zu prüfen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 3. Juni 
2009, 8C_951/2008, E. 3). 
 
2.2 Gemäss Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft 
(BV) vom 18. April 1999 haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör. In Konkretisierung 
dieses verfassungsrechtlichen Gehörsanspruchs statuiert Art. 49 Abs. 3 des Bundesgesetzes 
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 die 
grundsätzliche Pflicht der Versicherungsträger, ihre Verfügungen zu begründen, wenn sie den 
Begehren der Parteien nicht voll entsprechen. Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs kann – 
auf Antrag oder von Amtes wegen – die Aufhebung des angefochtenen Verwaltungsakts und 
die Rückweisung der Sache zu neuer Entscheidung unter Wahrung der Verfahrensrechte der 
betroffenen Partei zur Folge haben. Davon kann ausnahmsweise abgesehen werden, wenn die 
Rechtsmittelinstanz in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht über uneingeschränkte Kognition 
verfügt und wenn die Rückweisung zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen 
Verzögerungen führen würde, die mit dem Interesse der betroffenen Partei an einer beförderli-
chen Beurteilung der Sache nicht zu vereinbaren wären (vgl. BGE 132 V 387 E. 5.1 mit Hin-
weis). 
 

 

 
 
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2.3 Die IV-Stelle scheint aufgrund der Eingabe der Beschwerdeführerin vom 20. Mai 2021 
davon ausgegangen zu sein, dass deren Bedenken gegen die Gutachter Dres. B.____, D.____ 
und E.____ ausgeräumt und einzig noch die Eignung der PMEDA und insbesondere von 
Dr. F.____ als Gutachter streitig waren. In der Folge beschränkte sie sich in der angefochtenen 
Zwischenverfügung vom 20. Juli 2021 auf die Beurteilung dieser Rügen. Dieses Vorgehen ist 
jedoch nicht rechtskonform, stellte doch die Versicherte die Eignung der Dres. B.____, D.____ 
und E.____ als medizinische Experten auch nach Erhalt der Erklärung von Prof. Dr. G.____ in 
Frage (vgl. Schreiben vom 30. April 2021) und bedauerte in ihrer Eingabe vom 20. Mai 2021 
den Entscheid der IV-Stelle, trotz der vorgebrachten Einwände an der Begutachtung durch die 
PMEDA festzuhalten. Wohl rügte sie in dieser Eingabe im Wesentlichen das Vorgehen der 
PMEDA und bemängelte die Wahl von Dr. F.____ als rheumatologischen Experten. Bei dieser 
Sachlage kann aber entgegen der Auffassung der IV-Stelle nicht davon ausgegangen werden, 
dass die Bedenken der Beschwerdeführerin gegen die Dres. B.____, D.____ und E.____ aus-
geräumt waren. Eine entsprechende eindeutige Erklärung der Versicherten liegt jedenfalls nicht 
vor. Vielmehr erneuerte die Beschwerdeführerin in der vorliegenden Beschwerde ihre Einwände 
gegen die Dres. B.____, D.____ und E.____ und die IV-Stelle räumte in ihrer Vernehmlassung 
vom 7. September 2021 selbst ein, dass die Beschwerdeführerin «die vorgeschlagenen Gut-
achter, allem voran Dr. F.____» abgelehnt habe. Da es die IV-Stelle unterliess, sich in der an-
gefochtenen Zwischenverfügung vom 20. Juli 2021 auch mit den Einwänden der Versicherten 
gegen die Dres. B.____, D.____ und E.____ auseinanderzusetzen, leidet der angefochtene 
Entscheid an einem Begründungsmangel und beinhaltet insoweit eine Gehörsverletzung. 
Nachdem nun aber dem Kantonsgericht sowohl in tatsächlicher wie auch in rechtlicher Hinsicht 
uneingeschränkte Kognition zukommt und die Beschwerdeführerin ihre Einwände ohne Ein-
schränkungen vorbringen konnte, steht einer Heilung des Begründungsmangels der Zwischen-
verfügung nichts im Wege. Sie drängt sich geradezu auf, da eine Rückweisung der Streitsache 
zur Heilung des Begründungsmangels lediglich einen verfahrensmässigen Leerlauf zur Folge 
hätte und die dadurch verbundene Verzögerung des Verfahrens auch nicht im Interesse der 
Parteien ist. 
 
3.1 Materiell streitig und zu prüfen ist, ob die Kritik der Beschwerdeführerin an der Zuteilung 
des Begutachtungsauftrags an die PMEDA als solche und an die Dres. B.____, D.____, E.____ 
und F.____ im Besonderen fundiert ist. 
 
3.2 Art. 43 Abs. 1 ATSG statuiert die Sachverhaltsabklärung von Amtes wegen, wobei es im 
Ermessen des Versicherungsträgers liegt, darüber zu befinden, mit welchen Mitteln diese zu 
erfolgen hat. Im Rahmen der Verfahrensleitung kommt ihm ein grosser Ermessensspielraum 
bezüglich Notwendigkeit, Umfang und Zweckmässigkeit von medizinischen Erhebungen zu. 
Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechtslage. Gestützt auf den Untersu-
chungsgrundsatz ist der Sachverhalt soweit zu ermitteln, dass über den Leistungsanspruch zu-
mindest mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit entschieden werden kann. 
 
3.3 Die Gutachterwahl bei polydisziplinären MEDAS-Begutachtungen hat immer nach dem 
Zufallsprinzip zu erfolgen (Art. 72bis Abs. 2 IVV; BGE 138 V 271 E. 1.1, 139 V 349 E. 5.2). In 
einem ersten Schritt teilt die IV-Stelle der versicherten Person mit, dass eine Expertise einge-

 

 
 
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holt werden soll; zugleich gibt sie ihr die Art der vorgesehenen Begutachtung (poly- oder mono- 
bzw. bidisziplinär) sowie die vorgesehenen Fachdisziplinen und Gutachterfragen bekannt 
(vgl. auch Rz. 2077 ff. des Kreisschreibens über das Verfahren in der Invalidenversicherung 
[KSVI], gültig ab 1. Januar 2010; Stand 1. Januar 2018). In einem zweiten Schritt teilt die IV-
Stelle der versicherten Person die mittels Zufallszuweisung (durch die vom Bundesamt für So-
zialversicherungen [BSV] entwickelte Vergabeplattform SuisseMED@P, über welche der ge-
samte Verlauf der Gutachtenseinholung gesteuert und kontrolliert wird; vgl. SuisseMED@P: 
Handbuch für Gutachter- und IV-Stellen = Anhang V KSVI) zugeteilte Gutachterstelle und die 
Namen der Sachverständigen inklusive Facharzttitel mit. In der Folge hat die Versicherte die 
Möglichkeit, materielle oder formelle personenbezogene Einwendungen geltend zu machen 
(vgl. BGE 139 V 349 E. 5.2.2). Dieses Zuweisungsmodell soll generelle, aus den Rahmenbe-
dingungen des Gutachterwesens fliessende Abhängigkeits- und Befangenheitsbefürchtungen 
neutralisieren (vgl. BGE 139 V 349 E. 5.2.2.1). Nur bei stichhaltigen Einwendungen gegen be-
zeichnete Sachverständige ist die Zufallszuweisung allenfalls zu wiederholen bzw. zu modifizie-
ren, indem die Beteiligten beispielsweise übereinkommen, an der ausgelosten MEDAS festzu-
halten, dabei aber eine Arztperson nicht mitwirken zu lassen. Bei erneuter Nichteinigkeit ist eine 
Zwischenverfügung zu erlassen. Auch nach Einführung der Zuweisungsplattform Suisse-
MED@P haben sich die Beteiligten mit Einwendungen auseinanderzusetzen, die sich aus dem 
konkreten Einzelfall ergeben, insoweit sind Konsensbestrebungen weiterhin nicht hinfällig 
(vgl. BGE 139 V 349 E. 5.2.1, 5.2.2 und 5.2.2.1; Urteil des Bundesgerichts vom 6. August 2013, 
9C_475/2013, E. 2.1). 
 
4.1 Die Beschwerdeführerin macht geltend, dass die PMEDA als Institution fragwürdig sei, 
da sie unter anderem im Vergleich zu anderen Begutachtungsinstitutionen überdurchschnittlich 
häufig in Verweistätigkeiten eine 100%ige Arbeitsfähigkeit attestiere und neurologische Gutach-
ten ohne entsprechende Fachkompetenz erstelle. Zudem halte der medizinische Leiter der 
PMEDA Vortragsveranstaltungen zur Vermeidung ungerechtfertigter IV-Leistungen ab und set-
ze Gutachterinnen und Gutachtern ohne Bezug zur Schweiz ein. Konkret bestünden auch er-
hebliche Bedenken gegen die Dres. B.____, D.____, E.____ und F.____. 
 
4.2 Gemäss den materiell unverändert von Art. 58 aBV in Art. 30 Abs. 1 BV überführten, 
ebenfalls in Art. 6 Ziff. 1 EMRK enthaltenen Garantien hat der Einzelne Anspruch darauf, dass 
seine Sache von einem unparteilichen, unvoreingenommenen und unbefangenen Gericht ohne 
Einwirken sachfremder Umstände entschieden wird. Liegen bei objektiver Betrachtungsweise 
Gegebenheiten vor, die den Anschein der Befangenheit und der Gefahr der Voreingenommen-
heit zu begründen vermögen, ist die Garantie verletzt. Nach der Rechtsprechung des Bundes-
gerichts wird diese Verfahrensgarantie sinngemäss auch auf das Erfordernis der Unabhängig-
keit und Unparteilichkeit von Sachverständigen angewendet. In BGE 123 V 175 wurde die Un-
abhängigkeit der MEDAS als Institution grundsätzlich bejaht. Ferner ist auf die Rechtsprechung 
hinzuweisen, wonach nur die für eine Behörde tätigen Personen befangen sein können, nicht 
aber die Behörde als solche. Ausstandsbegehren gegen sämtliche Mitglieder einer Behörde 
sind nur zulässig, wenn gegen jedes einzelne Mitglied spezifische Ausstandsgründe geltend 
gemacht werden, die über die Kritik hinausgehen, die Behörde als solche sei befangen. Ent-
sprechendes gilt auch hinsichtlich einer MEDAS (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 8. August 

 

 
 
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2007, I 874/06, E. 4.1, vom 29. August 2011, 9C_418/2010, E. 1; BGE 137 V 210 E. 1.3.3, je-
weils mit weiteren Hinweisen). Gemäss Art. 44 ATSG kann die versicherte Person den Gutach-
ter aus triftigen Gründen ablehnen. Darunter fallen die eigentlichen gesetzlichen Ausstands-
gründe (Art. 36 Abs. 1 ATSG) sowie weitere Aspekte wie etwa die fehlende Sachkenntnis. An-
gesichts der überragenden Bedeutung von Gutachten bei sozialversicherungsrechtlichen Leis-
tungsentscheiden ist ein hoher Massstab an die Unparteilichkeit von Sachverständigen zu legen 
(vgl. BGE 122 V 162; UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 4. Auflage 2020, N. 51 zu Art. 44 ATSG). 
 
4.3 Die generell gehaltene Kritik der Beschwerdeführerin an die PMEDA als Institution, wo-
nach diese im Vergleich zu anderen Begutachtungsinstitutionen überdurchschnittlich häufig in 
Verweistätigkeiten eine 100 %ige Arbeitsfähigkeit attestiere und neurologische Gutachten nicht 
lege artis erstelle, wird nicht belegt und stellt daher keinen Grund dar, um die Zufallszuweisung 
zu wiederholen. Dasselbe gilt hinsichtlich der Kritik am medizinischen Leiter der PMEDA, wo-
nach dieser befangen sei und Gutachterinnen und Gutachtern ohne Bezug zur Schweiz einset-
ze. Ferner liegen keine konkreten Befangenheitsgründe gegen ihn und die eingesetzten medi-
zinischen Experten vor, welche über eine pauschale Ablehnung hinausgehen. Wenn sie mo-
niert, der PMEDA-Experte Dr. B.____ verfüge nicht über eine Berufsausübungsbewilligung (vgl. 
dazu Art. 34 f. des Bundesgesetzes vom 23. Juni 2006 über die universitären Medizinalberufe 
[Medizinalberufegesetz, MedBG]), ist ihr entgegenzuhalten, dass Ziff. 3 Abs. 3 des Anhangs 1 
zur Mustervereinbarung zwischen dem Bundesamt für Sozialversicherungen und medizinischen 
Gutachterstellen lediglich verlangt, dass die Experten über die zur Ausübung ihrer Tätigkeit 
notwendigen Bewilligungen verfügen. Mit Blick auf die Begutachtung schreibt das Bundesrecht 
keine Berufsausübungsbewilligung vor (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 27. April 2016, 
9C_121/2016, E. 4.3). Dass der Experte einer solchen aus einem anderen Grund bedurft hätte, 
wird nicht dargelegt. Weiter begründet die Tatsache, dass die PMEDA-Expertin Dr. E.____ 
(bloss) über eine beschränkte Berufsausübungsbewilligung in der Schweiz verfügt, keine Zwei-
fel an deren fachlicher Qualifikation. Insbesondere bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass 
sie mit den hiesigen Rechtsbegriffen zu wenig vertraut sein könnte. Ebenso wenig sind Hinwei-
se darauf dargetan oder ersichtlich, dass es ihr an den grundlegenden Kenntnissen der hiesi-
gen Lebensverhältnisse fehlen würde, namentlich der Gegebenheiten in der Arbeitswelt, so sich 
diese denn überhaupt in wesentlicher Weise von denjenigen ihres Herkunftslandes unterschei-
den mögen. Eine praktische Tätigkeit in der Schweiz wird von den medizinischen Experten nicht 
verlangt (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom Urteil vom 19. Mai 2020, 8C_767/2019, E. 3.3.3). 
Weiter ist entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin nicht ersichtlich, wie die Tatsache, 
dass Dr. D.____ für mehrere Begutachtungsinstitute tätig ist, ein Verstoss gegen das in 
Art. 71bis Abs. 2 IVV verankerte Zufallsprinzip ist oder sonstwie Bedenken hinsichtlich seiner 
Unabhängigkeit resp. Unvoreingenommenheit begründen soll. Soweit die Beschwerdeführerin 
schliesslich bemängelt, dass Dr. F.____ nicht über einen Facharzttitel für Rheumatologie, son-
dern über einen solchen für Physikalische Medizin und Rehabilitation verfüge, trifft zwar zu, 
dass es zur Beurteilung sozialversicherungsrechtlicher Leistungsansprüche verlässlicher medi-
zinischer Entscheidungsgrundlagen bedarf (vgl. BGE 134 V 231 E. 5.1) und der Beweiswert 
einer spezialärztlichen Expertise u.a. davon abhängt, ob die begutachtende Person über die 
entsprechende Fachausbildung verfügt. Für die Eignung einer Ärztin oder eines Arztes als Gut-
achterperson in einer bestimmten medizinischen Disziplin ist daher ein entsprechender, dem 

 

 
 
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Nachweis der erforderlichen Fachkenntnisse dienender spezialärztlicher Titel der berichtenden 
oder zumindest der den Bericht visierenden Arztperson erforderlich (vgl. Urteil des Bundesge-
richts vom 26. Januar 2011, 9C_547/2010, E. 2.2). Die Tatsache, dass das rheumatologische 
Teilgutachten nicht von einem Facharzt für Rheumatologie, sondern von einem solchen für 
Physikalische Medizin und Rehabilitation erstellt wird, vermag aber die Beweistauglichkeit des 
Gutachtens nicht von Vornherein in Frage zu stellen. Vielmehr führte der medizinische Leiter 
der PMEDA am 17. April 2021 nachvollziehbar aus, dass die Fachärzte für Rheumatologie und 
für Physikalische Medizin gleichwertig und äquivalent sind. Eine anderslautende medizinisch 
fundierte Meinung liegt nicht vor. Daher ist nicht ersichtlich, weshalb Dr. F.____ mit seiner spe-
zialmedizinischen Hauptkompetenz als Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabilitation 
nicht in der Lage sein soll, die gesundheitlichen Beschwerden und die damit einhergehende 
Arbeitsfähigkeit der Versicherten kompetent zu beurteilen. Ob sein Gutachten die inhaltlichen 
und beweismässigen Anforderungen an eine zu erstattende ärztliche Expertise erfüllt, wird im 
Rahmen eines allfälligen Hauptverfahrens zu entscheiden sein. 
 
5. Im Ergebnis ist folglich festzuhalten, dass die Wahl der Gutachterstelle korrekterweise 
über die Plattform SuisseMED@P nach dem Zufallsprinzip erfolgt ist. Dass die PMEDA als 
Gutachterstelle ausgelost wurde, ist deshalb hinzunehmen. Stichhaltige Gründe, die für eine 
Wiederholung der Zufallszuweisung oder den Austausch der Dres. B.____, D.____, E.____ und 
F.____ als Gutachter resp. Gutachterin sprechen würden, liegen ebenfalls nicht vor. Die Be-
schwerde ist deshalb abzuweisen. 
 
6. Es bleibt über die Kosten zu befinden. Gemäss Art. 69 Abs. 1bis Satz 1 IVG ist das Be-
schwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-
Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach 
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 
Fr. 1'000.-- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfah-
rensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrenskosten in Berücksichtigung des 
bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 400.-- fest. Vorliegend ist die Beschwerde-
führerin unterliegende Partei, weshalb sie die Verfahrenskosten zu tragen hat. Diese werden 
mit dem geleisteten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 400.-- verrechnet. Eine Parteient-
schädigung wird bei diesem Ausgang des Verfahrens nicht zugesprochen. 
 
7. Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG) vom 17. Juni 
2005 ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht zuläs-
sig gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Selbständig eröffnete Zwischenent-
scheide sind – mit Ausnahme der Zwischenentscheide über die Zuständigkeit und über Aus-
standsbegehren (vgl. Art. 92 BGG) – nur mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegen-
heiten anfechtbar, wenn sie einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil bewirken können 
(Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endent-
scheid herbeiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläu-
figes Beweisverfahren ersparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG). Beim vorliegenden Entscheid 
handelt es sich um einen selbständig eröffneten Zwischenentscheid im Sinne des BGG. Dem-
nach ist gegen ihn eine Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundes-

 

 
 
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gericht nur unter den in Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Voraussetzungen zulässig. Ob diese 
erfüllt sind, entscheidet das Bundesgericht. Die nachstehende Rechtsmittelbelehrung erfolgt 
unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. 
 

 

Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 400.-- werden der Beschwer-
deführerin auferlegt und mit dem geleisteten Kostenvorschuss in der 
Höhe von Fr. 400.-- verrechnet. 

 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. 
 

 

 

 
 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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