# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ec817356-113f-5242-8499-594652d88256
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-12-05
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Strafkammer 05.12.2023 SK1 2022 51
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_004_SK1-2022-51_2023-12-05.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Urteil vom 5. Dezember 2023

(Mit Urteil 6B_303/2024 vom 12. Juni 2024 hat das Bundesgericht die gegen die-
ses Urteil erhobene Beschwerde abgewiesen, soweit darauf eingetreten wurde.)

Referenz SK1 22 51

Instanz I. Strafkammer 

Besetzung Moses, Vorsitzender
Cavegn und Michael Dürst
Coray-Mosele, Aktuarin

Parteien A._____
Beschuldiger
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Erich Vogel
Bahnhofstrasse 56, 7302 Landquart 

gegen

Staatsanwaltschaft Graubünden
Rohanstrasse 5, 7001 Chur

B._____
Privatkläger

C._____
Privatklägerin

D._____
Privatklägerin
vertreten durch Rechtsanwältin MLaw Cristina Ess
Kellerhals Carrard Zürich KIG, Rämistrasse 5, Postfach, 8024 
Zürich 

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E._____
Privatklägerin

F._____
Privatklägerin
vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. Silvia Däppen
Bahnhofstrasse 8, 7000 Chur 

Gegenstand mehrfache Vergewaltigung, mehrfache Freiheitsberaubung, sexu-
elle Nötigung, mehrfache Drohung, Betrug und Urkundenfäl-
schung etc.

Anfechtungsobj. Urteil Regionalgericht Plessur vom 15.11.2021, mitgeteilt am 
14.09.2022 (Proz. Nr. 515-2021-8)

Mitteilung 15. März 2024

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Sachverhalt

A. Das Regionalgericht Plessur sprach A._____ in Bezug auf Ziffer 1.1.1 der 
Anklageschrift vom Vorwurf der Nötigung gemäss Art. 181 StGB, in Bezug auf Zif-
fer 1.1.11 der Anklageschrift vom Vorwurf der Freiheitsberaubung gemäss Art. 183 
Ziff. 1 StGB (Fahrt nach G._____) sowie in Bezug auf Ziffer 1.3 der Anklageschrift 
vom Vorwurf der mehrfachen Drohung gemäss Art. 180 Abs. 1 StGB frei. Das Ver-
fahren bezüglich mehrfache Tätlichkeiten (Ziff. 1.1.11 der Anklageschrift) stellte es 
sein. Weiter sprach es A._____ 

– der mehrfachen Vergewaltigung gemäss Art. 190 Abs. 1 StGB, 

– der mehrfachen Freiheitsberaubung gemäss Art. 183 Ziff. 1 StGB,

– der sexuellen Nötigung gemäss Art. 189 Abs. 1 StGB, 

– der Nötigung gemäss Art. 181 StGB, 

– der mehrfachen versuchten Nötigung gemäss Art. 181 StGB in Ver-
bindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB, 

– der mehrfachen Drohung gemäss Art. 180 Abs. 1 StGB, 

– des Hausfriedensbruchs gemäss Art. 186 StGB, 

– der mehrfachen Beschimpfung gemäss Art. 177 Abs. 1 StGB, 

– der Verletzung des Geheim- und Privatbereichs durch Aufnahme-
geräte gemäss Art. 179quater StGB, 

– des Betrugs gemäss Art. 146 Abs. 1 StGB sowie 

– der Urkundenfälschung gemäss Art. 251 Ziff. 1 Abs. 2 StGB 

schuldig.

B. Gegen dieses Urteil erhob A._____ (fortan Beschuldigter) Berufung.

C. Die Berufungsverhandlung fand am 25. Oktober 2023 statt. Anlässlich die-
ser beantragte der Beschuldigte, er sei vollumfänglich freizusprechen, für die zu 
Unrecht erstandene Haft sei er angemessen zu entschädigen und die Zivilklagen 
seien vollumfänglich abzuweisen – unter gesetzlicher Kosten- und Entschädi-
gungsfolgen, wobei er von jeglichen Kosten zu befreien sei.

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D. Nach Beratung wurden den Parteien das Urteil am 5. Dezember 2023 im 
Dispositiv schriftlich mitgeteilt.

Erwägungen

1. Eintreten

Gegen das angefochtene Urteil des Regionalgerichts Plessur vom 15. November 
2021 ist die Berufung zulässig (Art. 398 Abs. 1 StPO). Die Eintretensvorausset-
zungen geben zu keinen Bemerkungen Anlass. Auf die frist- und formgerecht er-
hobene Berufung ist einzutreten.

2. Umfang der Berufung

Das Berufungsgericht kann das Urteil in allen angefochtenen Punkten umfassend 
überprüfen (Art. 398 Abs. 2 StPO). Unter Vorbehalt von Art. 404 Abs. 2 StPO er-
wachsen die mit der Berufungserklärung nicht angefochtenen Punkte in Rechts-
kraft (BGer 6B_896/2020 v. 7.10.2020 E. 3; 6B_428/2013 v. 15.4.2014 E. 3.3; 
6B_694/2012 v. 27.6.2013 E. 1.3). Vorliegend sind die Einstellung des Verfahrens 
bezüglich der mehrfachen Tätlichkeiten (Ziffer 1.1.11 der Anklageschrift), die Frei-
sprüche vom Vorwurf der Nötigung gemäss Art. 181 StGB in Bezug auf Ziffer 1.1.1 
der Anklageschrift, vom Vorwurf der Freiheitsberaubung gemäss Art. 183 Ziff. 1 
StGB in Bezug auf Ziffer 1.1.11 der Anklageschrift (Fahrt nach G._____) und vom 
Vorwurf der mehrfachen Drohung gemäss Art. 180 Abs. 1 StGB in Bezug auf Ziffer 
1.3 der Anklageschrift sowie die Abschreibung der Zivilklage der D._____ und die 
Verweisung der Zivilklage von E._____ auf den Zivilweg nicht angefochten worden 
und damit in Rechtskraft erwachsen (vgl. Art. 437 StPO; Art. 402 StPO).

3. Beweiswürdigung

3.1. Die Vorinstanz hat die Grundlagen der Beweiswürdigung zutreffend ausge-
führt (act. E.1 E. 4). Darauf kann verwiesen werden. Die nachfolgenden Aus-
führungen sind daher ergänzender Natur.

3.2. Bestehen unüberwindliche Zweifel an der Erfüllung der tatsächlichen Vor-
aussetzungen der angeklagten Tat, so geht das Gericht von der für die beschul-
digte Person günstigeren Sachlage aus (Art. 10 Abs. 1 und 3 StPO). Die genannte 
Bestimmung operationalisiert den verfassungsmässigen Grundsatz der Un-
schuldsvermutung (in dubio pro reo) gemäss Art. 32 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 2 
EMRK. Sie verbietet es, bei der rechtlichen Würdigung eines Straftatbestandes 
von einem belastenden Sachverhalt auszugehen, wenn nach objektiver Würdi-

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gung der gesamten Beweise ernsthafte Zweifel bestehen, ob sich der Sachverhalt 
tatsächlich so verwirklicht hat, oder wenn eine für die beschuldigte Person günsti-
gere Tatversion vernünftigerweise nicht ausgeschlossen werden kann. Eine einfa-
che Wahrscheinlichkeit genügt somit nicht. Auf der anderen Seite kann auch keine 
absolute Gewissheit verlangt werden; abstrakte und theoretische Zweifel sind 
kaum je ganz auszuräumen (BGE 144 IV 345 E. 2.2.1). Die Beweiswürdigung als 
solche wird vom Grundsatz der freien und umfassenden Beweiswürdigung be-
herrscht, welche in Art. 10 Abs. 2 StPO normiert ist. Danach würdigt das Gericht 
die Beweise frei nach seiner aus dem gesamten Verfahren gewonnenen Überzeu-
gung. Die Organe der Strafrechtspflege sollen frei von Beweisregeln und nur nach 
ihrer persönlichen Überzeugung aufgrund gewissenhafter Prüfung der vorliegen-
den Beweise darüber entscheiden, ob sie eine Tatsache für bewiesen halten (BGE 
144 IV 345 E. 2.2.3.1).

4. Anklagesachverhalte Ziffern 1.1.1 bis 1.1.7

4.1. Der Beschuldigte und die Privatklägerin F._____ führten von Ende 2016 bis 
ca. Mitte 2018 eine Beziehung ohne gemeinsamen Haushalt. Die Staatsanwalt-
schaft wirft dem Beschuldigten in den Anklagesachverhalten Ziffern 1.1.1 bis 1.1.7 
zusammengefasst vor, F._____ im Februar 2017 auf einer gemeinsamen Auto-
fahrt der Freiheit beraubt und genötigt (wobei bezüglich Nötigung der Freispruch in 
Rechtskraft erwuchs), sie im Oktober / November 2017, im Februar 2018, Ende 
Februar / Anfang März 2018 sowie am 17. oder 18. März 2018 vergewaltigt und 
am 23. Juni 2018 zu einem Treffen mit ihrer Mutter genötigt und danach der Frei-
heit beraubt zu haben (RG act. 5). Der Beschuldigte bestreitet sämtliche Vorwürfe 
bzw. macht geltend, es habe sich um einvernehmlichen Geschlechtsverkehr ge-
handelt.

4.2. Als Beweismittel liegen die Aussagen des Beschuldigten und der Privatklä-
gerin F._____ inklusive deren schriftlichen Bericht "Meine Geschichte mit 
A._____", Chat-Unterhaltungen sowie der Bericht betreffend den Schwanger-
schaftsabbruch von F._____ im Recht. Weitere Beweismittel sind nicht vorhanden. 
Insbesondere gibt es keinerlei medizinische Arztberichte in Bezug auf die vorge-
worfenen Vergewaltigungen oder Polizeirapporte.

4.3. Die Vorinstanz gab die Aussagen von F._____ und des Beschuldigten in 
den Einvernahmen zu den einzelnen Vorfällen ausführlich wider und würdigte die-
se (act. E.1 E. 5.5 bis 5.11). Dazu ist Folgendes zu ergänzen:

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4.4. Das Strafverfahren in den Anklagepunkten 1.1.1 bis 1.1.7 nahm damit sei-
nen Anfang, dass F._____ am 24. Juli 2018 der Staatsanwaltschaft per E-Mail 
ihren schriftlichen Bericht "Meine Geschichte mit A._____" einreichte. Darin schil-
derte F._____ die Anklagesachverhalte 1.1.1 bis 1.1.4 sowie 1.1.6 bis 1.1.12 (StA 
act. 14.1). Auf die Frage, wann der Bericht geschrieben wurde, ging sie zuerst 
nicht ein (act. H.7 Frage III.39). Erst auf weitere Nachfrage gab sie an, sie habe 
den Bericht geschrieben, als sie bei einer Vertrauensperson bzw. einer Familie in 
H._____ untergekommen sei, nachdem der Beschuldigte aus der U-Haft entlassen 
worden sei (act. H.7 Fragen III.40 f.). Da der Bericht am 24. Juli 2018 eingereicht 
und der Beschuldigte erst mit Entscheid vom 2. August 2018 in U-Haft versetzt 
(StA act. 3.12) sowie am 21. September 2018 entlassen wurde (StA act. 3.27), 
kann F._____ nur die Polizeihaft des Beschuldigten am 25. Juni 2018 von 04.00 
bis 21.00 Uhr (StA act. 3.2) gemeint haben. Indes datieren weitere Vorwürfe ge-
gen den Beschuldigten bis am 11. Juli 2018, als F._____ noch in ihrem Personal-
zimmer wohnte. Der genaue Verfassungszeitpunkt bleibt damit unklar. Im Bericht 
"Meine Geschichte mit A._____" wird jeweils die zutreffende rechtliche Qualifikati-
on des geschilderten Verhaltens des Beschuldigten (Hausfriedensbruch, Verge-
waltigung, Nötigung, sexuelle Nötigung, Freiheitsberaubung, Drohung) angege-
ben. Es ist damit offensichtlich, dass der Bericht mit oder zumindest nach einge-
hender rechtlicher Beratung verfasst wurde, was F._____ auch einräumte 
(act. H.7 Fragen III.44 f.). Auch war sie ab dem 25. Juni 2018 mit der Opferhilfe in 
Kontakt (act. H.7 Frage III.39). In den Einvernahmen wurden ihr entsprechende 
Stellen im Bericht vorgehalten (StA act. 13.3 Fragen 19, 29, 90; StA act. 13.6 Fra-
gen 29, 40; StA act. 13.8 Fragen 19, 26; StA act. 3.18 Frage 1). Es liegen dem-
nach keine originären Aussagen von F._____ zu den Vorwürfen ohne mögliche 
Beeinflussung durch Dritte vor. Die Glaubhaftigkeit der Aussagen ist so schwierig 
zu überprüfen.

4.5. Bei der Befragung durch das Berufungsgericht fiel auf, dass F._____ zwar 
Angaben zu Details machte, wie die Hosen, die sie getragen hatte, aber auf die 
Aufforderung, den Ablauf der Vergewaltigungen zu schildern, ausführte, sie habe 
"einen Salat im Kopf" bzw. wisse Details nicht mehr. Nach fast sechs Jahren kön-
ne sie sich nicht an mehr erinnern, sondern nur noch, was anders gewesen sei als 
bei den andern (act. H.7 Fragen III.81 und 86). Auch in Bezug auf die Vergewalti-
gung während der Schwangerschaft, die F._____ mehr verletzt habe – wie sie 
erwähnt (act. H.7 Frage III.19) –, fehlen Schilderungen zum Kerngeschehen ("Wie 
genau es kam, weiss ich nicht. Ich weiss einfach heute, dass ich ihn geschlagen 
habe, als er dann auf mir war, an den Armen und so."; act. H.7 Frage III.20), 
während insbesondere über das Geschehen vorher – das Gespräch über die 

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Schwangerschaft, das auch der Beschuldigte erwähnt (act. H.6 Frage V.41), – 
ausführlich berichtet wurde.

4.6. F._____ trat nach dem Abschluss der Ausbildung, welche bis am 17. März 
2017 dauerte, die Arbeitsstelle in H._____ an und führte die Beziehung zum Be-
schuldigten weiter. Dies, obwohl sie dem Beschuldigte vorwirft, sie zu diesem 
Zeitpunkt bereits einmal der Freiheit beraubt und genötigt zu haben. Auch wenn 
sie nach eigenen Angaben bereits im Dezember 2016 den Arbeitsvertrag abge-
schlossen hatte (StA act. 13.19 Frage 9), hätte während der Probezeit sicherlich 
eine verkürzte Kündigungsfrist eine zeitnahe Beendigung des Arbeitsverhältnisses 
ermöglicht, um nicht eine Arbeitsstelle in unmittelbarer Nähe zum Beschuldigten 
antreten oder weiterführen zu müssen, sondern um zu ihren Eltern nach I._____ 
zurückkehren oder anderswo eine Stelle als Pflegefachfrau antreten zu können.

4.7. In den Akten befinden sich unzählige WhatsApp-Nachrichten des Beschul-
digten und von F._____ aus deren WhatsApp-Chat. Darunter sind neben Streite-
reien auch viele Nachrichten von ihr an ihn auszumachen, die Liebesbekundungen 
beinhalten (siehe auch der Vorhalt bei der staatsanwaltlichen Einvernahme vom 
25. Mai 2020 [StA act. 13.18 Fragen 18 und 26]). So schrieb F._____ am 7. April 
2018 "Du gehörst mir, du bist mein Ehemann" (ebenfalls am 20. April 2018), am 
11. April 2018 "Komm, wärm [mich] auf [und] geh", am 17. April 2018 "Ich bin total 
verrückt [nach dir]" und am 24. April 2018 "Ich bewundere dich, ich bin hingerissen 
von dir, ich krieg einen Orgasmus, ich bewundere dich, dich, deine Männlichkeit" 
(act. D.26). Am 27. April 2018 schrieb sie ihm sogar "Lass uns dieses Jahr heira-
ten". Alle diese Nachrichten schickte sie ihm zeitlich nach vier vorgeworfenen Ver-
gewaltigungen. Noch am 16. Juni 2018 schrieb sie dem Beschuldigten: "Ich kann 
nicht auf dich verzichten, aber wir können es auch nicht mit dir machen. Was soll 
werden, was soll der Mensch in so einer Situation tun" und auf seine Antwort, sie 
hätte ihn sowieso verlassen, "nein, sag das nicht so" (act. D.26). Auf die Nachricht 
vom 16. Juni 2018 angesprochen ging F._____ nicht darauf ein, sondern wieder-
holte die vorherige Frage und den Nachrichtentext (act. H.7 Fragen III.75 ff.). Auch 
bei der staatsanwaltlichen Einvernahme ging sie nicht auf die Liebesbekundungen 
ein, sondern machte Ausführungen zu ihrem Verhalten gegenüber seiner Familie 
(StA act. 13.18 Frage 18). Am 17. April 2018 kündigte der Beschuldigte an, zu ihr 
zu kommen und schrieb: "Soll ich mein Messer mitnehmen", worauf sie antworte-
te, "wie, warum". Darauf schrieb er: "Bist du bereit für eine Vergewaltigung". 
F._____ reagierte darauf mit "Man, geht’s noch. Esel." und verlangte kurz darauf, 
er solle ein Foto küssen, das sie ihm geschickt habe, wobei es sich um ein Nackt-
foto gehandelt habe (act. H.7 Fragen III.62 ff.). Als Erklärung für diese harmlos 

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wirkende Reaktion nach vier vorgeworfenen Vergewaltigungen gab F._____ an, 
sie habe gar nicht realisiert, was mit ihr passiert sei. Die Sachen, die sie dort erlebt 
habe, die Schwangerschaft und die Abtreibung – Vergewaltigungen erwähnte sie 
aber nicht –, hätten sie ganz durcheinandergebracht (act. H.7 Frage III.64). An-
lässlich der Befragung in der Berufungsverhandlung erklärte F._____ auf die von 
ihr an den Beschuldigten gesendeten Liebesbekundungen angesprochen, sie und 
der Beschuldigten seien weder zusammen noch auseinander gewesen. Ein paar 
Tage hätten sie es gut gehabt und gerade ein paar Tage wieder schlechter, dann 
am Morgen wieder gut, am Abend wieder schlechter (act. H.7 Frage III.27). Auf 
erneute Nachfrage führte sie aus, sie habe das Ganze gar nicht verarbeiten kön-
nen bzw. habe es nicht realisiert und alles verdrängt, bis die Polizei involviert ge-
wesen sei (act. H.7 Fragen III.58 f.). Gleichzeitig gab sie an, den Beschuldigten 
auf die Vergewaltigungen angesprochen zu haben – insbesondere nach der Ver-
gewaltigung während der Schwangerschaft habe sie ihm gesagt, was er für ein 
Mann sei, da sterbe jemand und er denke nur an seine Lust (act. H.7 Fra-
gen III.49 ff.). Es steht in einem gewissen Widerspruch, eine Situation nicht zu rea-
lisieren und den Täter dennoch darauf anzusprechen.

4.8. F._____ schickte dem Beschuldigten indes nicht nur Liebesbekundungen, 
sondern insbesondere am 3. März und 24. April 2018 – mithin auch nach vier vor-
geworfenen Vergewaltigungen – Nacktselfies von ihr in nicht geringer Anzahl (StA 
act. 13.18 Frage 40; StA act. 6.33; act. H.7 Fragen III.71 f.). Sie gab an, diese 
freiwillig geschickt zu haben (StA act. 13.8 Frage 58). Passend dazu führte sie in 
den Einvernahmen vom 15. August 2018 und 25. Mai 2020 aus, bis am 12. Mai 
2018 freiwilligen intimen Kontakt zum Beschuldigten, mithin "vielleicht" einmal 
wöchentlich Geschlechtsverkehr, gehabt zu haben (StA act. 13.8 Fragen 59 und 
70; siehe auch StA act. 13.18 Frage 16). Im Widerspruch zu diesen Aussagen, 
den Liebesbekundungen und Nacktselfies, welche sie noch im April 2018 an den 
Beschuldigten schickte, sagte F._____ in der Einvernahme vom 26. Juli 2018 aus, 
sie hätte den Beschuldigten am Anfang schon geliebt, aber seit September 2017 
nicht mehr (StA act. 13.3 Frage 86), und antwortete auf die Frage, ob sie nach der 
vorgeworfenen Vergewaltigung im Oktober / November 2017 freiwillig Ge-
schlechtsverkehr mit dem Beschuldigten gehabt habe, eigentlich nicht, sie hätten 
Sex gehabt, aber sie habe müssen, der Beschuldigte habe sie dazu gedrängt (StA 
act. 13.3 Frage 42). Es liegen mithin widersprüchliche Angaben zu freiwilligen in-
timen Kontakten vor.

4.9. Während sie im Untersuchungsverfahren als Datum des Beziehungsendes 
den 12. Mai 2018 angab (StA act. 13.1 Frage 1), relativierte sie dies vor Beru-

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fungsgericht und erklärte, das sei die längste Zeit gewesen, in der sie sich nicht 
getroffen hätten (act. H.7 Frage III.77). Im Frühling, Richtung Sommer 2018 sei es 
für sie definitiv fertig gewesen, sie habe die Beziehung zum Beschuldigten aber 
nicht ganz beendet, sondern sei in Kontakt geblieben (act. H.7 Fragen III.29 und 
48). Das definitive Beziehungsende bzw. wann für sie die Beziehung nicht mehr in 
Frage kam, konnte sie datumsmässig nicht definieren (act. H.7 Fragen III.47 f.), 
was erstaunt – einerseits angesichts der gewichtigen Vorwürfe, die sie gegen den 
Beschuldigten erhebt, und andererseits, zumal sie im Juni 2018 bereits mit ihrem 
neuen Partner liiert war, wie aus den von ihm eingereichten Chats hervorgeht (StA 
act. 13.26). Zum Beziehungsende befragt führte sie aus, schon im Frühling, also 
nachdem sie das Kind abgetrieben habe, hätte sie verstanden, "mit dem Mann 
wird das nichts". Sie hätten wieder so Streit gehabt. Im Frühling habe sie verstan-
den, dass sie nicht zueinander passen würden (act. H.7 Frage 48). Dies erscheint 
mehr als eine Begründung für die Beendigung einer "normalen" Beziehung, indes 
nicht einer, die von (sexueller) Gewalt geprägt ist.

4.10. F._____ stellte Ende März 2018 fest, dass sie schwanger war. In der Folge 
begab sie sich für einen Schwangerschaftsabbruch in Behandlung im Kantonsspi-
tal H._____. Trotz der mehrfachen Vergewaltigungsvorwürfen erschien F._____ 
zu den ersten zwei von drei Terminen in Begleitung des Beschuldigten (StA 
act. 6.44 Frage 3). Zu den Gründen befragt sagte aus, sie hätte gewollt, dass er 
dabei sei und er es bestätige (StA act. 13.6 Frage 16). F._____ schilderte ihre 
Notlage insofern, als dass sie die Schwangerschaft nicht austragen könne, weil sie 
noch nicht verheiratet sei und auch nicht mit ihrem Partner zusammenwohne. 
Ausserdem sei auch die finanzielle Situation noch nicht geregelt (StA act. 6.44 
Frage 5). Darüber hinaus gab sie an, dass die Schwangerschaft etwa ein Jahr zu 
früh eingetreten sei. Aus dieser Schilderung der Notlage lassen sich nicht nur kei-
ne Anhaltspunkte erkennen, die auf strafbares Verhalten des Beschuldigten 
F._____ gegenüber – insbesondere Vergewaltigungen – schliessen lassen, son-
dern erwecken die Angaben und die Begleitung durch den Beschuldigten sogar 
den Anschein, dass eine Schwangerschaft zu einem späteren Zeitpunkt trotz den 
vorgeworfenen Vergewaltigungen etc. sogar erwünscht gewesen war. Zumal der 
Beschuldigte am dritten Termin nicht dabei war, hätte sie auch dann noch die Ge-
legenheit gehabt, sich dem Betreuungspersonal anzuvertrauen und vermeintlich 
bis dahin verschwiegene Gründe für die Abtreibung – mithin eine Vergewaltigung 
– einzuräumen. Ihre Erklärung, dass sie nicht realisiert habe, dass sie vergewaltigt 
worden sei (act. H.7 Fragen III.58 f. und 89), steht – wie erwähnt – insbesondere 
in Bezug auf die vorgeworfene Vergewaltigung während der Schwangerschaft, 
mithin kurz vor dem Schwangerschaftsabbruch, im Widerspruch zu ihrer Angabe, 

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den Beschuldigten darauf angesprochen zu haben (act. H.7 Fragen III.49 ff.) und 
zur WhatsApp-Nachricht vom 28. März 2018 (act. D.26).

4.11. Am 28. März 2018, dem Tag des zweiten Termins für die Abtreibung – also 
einige Tage nach der vorgeworfenen Vergewaltigung am 17. oder 18. März 2018 
während der Schwangerschaft –, schrieb F._____ dem Beschuldigten eine Nach-
richt, welche die gerichtliche Übersetzerin ungrammatisch mit "in einem geliebten 
Moment habe ich Dreckskerl gemacht" bzw. alternativ mit "in einem Moment, in 
dem ich ihn geliebt habe, hat der Dreckskerl es gemacht" und weiter mit "ich wur-
de nicht vergewaltigt, aber habe mir von dem falschen Mann ein Kind machen las-
sen" übersetzte (act. D.26). Darauf angesprochen, führte F._____ aus, sie hätte 
sagen wollen: "Ich habe Liebe mit einem Dreckskerl gemacht. Ich habe einen 
Dreckskerl geliebt. Dann bin ich schwanger geworden. Ich wollte das Kind trotz-
dem, obwohl der Vater eben ein Dreckskerl ist. Obwohl ich vergewaltigt worden 
bin, wollte ich diese Schwangerschaft behalten." (act. H.7 Frage III.24). Diese ver-
schiedenen von ihr vorgetragenen Übersetzungsvarianten widersprechen sich in-
des diametral. Mit "Ich habe Liebe mit einem Dreckskerl gemacht. Ich habe einen 
Dreckskerl geliebt." räumte sie aber auch ein, dass sie nicht vergewaltigt worden 
sei. Dies würde auch zur genannten Schilderung der Notlage in Bezug auf die Ab-
treibung und zur Begleitung durch den Beschuldigten an diesen Terminen passen. 
Zudem fällt auf, dass F._____ die Vergewaltigung in der Schwangerschaft, Ankla-
gesachverhalt 1.1.5, in ihrem Bericht "Meine Geschichte mit A._____" nicht schil-
derte, während sie alle anderen Anklagesachverhalte chronologisch und detailliert 
beschrieb. Zur Begründung gab sie an, das habe sie vergessen oder verdrängt 
(act. H.7 Frage III.54). Dies, obwohl sie ausführte, es habe sie dort mehr verletzt, 
dass er so etwas gemacht habe, während sie schwanger gewesen sei, und ihn 
darauf ansprach (act. H.7 Fragen III.19 und 49).

4.12. Schwer einordnen lässt sich auch, dass F._____ angab, noch am 16. Juni 
2018 ein Treffen mit dem Beschuldigten gehabt zu haben. Sie sei sich nicht si-
cher, aber glaube, sie seien zusammen nach I._____ gefahren, weil ihr Vater im 
Spital gewesen sei. Die Frage, ob sie ihn gefragt habe, ob er sie nach I._____ be-
gleite, verneinte sie mit der Begründung, sie habe selber ein Auto, und meinte we-
nig überzeugend, nicht mehr zu wissen, was der Grund gewesen sei, dass er nach 
I._____ mitgekommen sei (act. H.7 Fragen III.78 f.).

4.13. Nur sieben Tag später am 23. Juni 2018 – zeitlich also nach den vorgewor-
fenen Vergewaltigungen – soll der Beschuldigte F._____ zu einem Treffen mit ih-
rer Mutter in I._____ gedrängt haben, ansonsten er sie erschiessen werde. Den-
noch übermittelte sie ihm, als sie von I._____ nach H._____ zurückkam und kei-

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nen Parkplatz fand, "hässig" eine Nachricht, dass sie jetzt keinen Parkplatz finde 
(StA act. 13.12 Frage 1). Dass sie von einem mittels Todesdrohung erzwungenen 
Treffen gezeichnet wäre, ist in dieser Verhaltensweise nicht erkennbar. Soweit 
sich die Vorinstanz auf den von F._____ eingereichten und übersetzten, undatier-
ten Chat stützt, wonach der Beschuldigte geschrieben habe, "komm, ich schwöre 
ich erschiesse dich", ist zu ergänzen, dass F._____ gemäss ihrer eigenen Über-
setzung geantwortet habe: "Erschiess mich PUNKT." (StA act. 6.23). Daraus er-
gibt sich nicht, dass sie durch die Äusserung des Beschuldigten eingeschüchtert 
oder verängstigt gewesen wäre. Das Erzwingen eines Treffens mittels Todesdro-
hung kann nicht erstellt werden. Mit der "hässigen" Nachricht nahm sie von sich 
aus und aus einem nichtig erscheinenden Grund wieder Kontakt zum Beschuldig-
ten auf, womit dieser wusste, dass sie in H._____ war, und es auf der Hand lag, 
dass er bei ihr erscheinen würde. Dass sie danach aus Furcht und gegen ihren 
Willen zu ihm ins Auto stieg, ist aufgrund des Ausgeführten mit grossen Zweifeln 
behaftet.

4.14. F._____ führte in der staatsanwaltlichen Einvernahme vom 26. Mai 2020 
aus, sie habe sich überlegt, wieso sie sich so verhalten habe. Sie denke, dass sie 
Ende 2017 nach der Vergewaltigung in eine Krise gefallen sei. Es seien wie zwei 
Stimmen gewesen. Sie hätte das Gefühl gehabt, dass sie nicht die Person sei, der 
das passiert sei. Sie sei sonst immer eine starke Frau gewesen. Sie habe nicht 
wahrhaben können, dass ihr so etwas passiert sei. Zuerst müsse man akzeptie-
ren, dass man in einer Krise stecke. Wenn man das gemacht habe, könne man 
Strategien finden, um da rauszukommen. Damals als die Polizei vor Ort gewesen 
sei, sei ihr das erste Mal bewusstgeworden, dass sie die Polizei beiziehen könne. 
In der Folge habe sie Kontakt zu anderen Stellen gefunden, wie bspw. die Opfer-
hilfe, psychotherapeutische Behandlungen oder auch mit ihrer Anwältin. Dies habe 
ihr geholfen, durch Gespräche zu akzeptieren, was überhaupt passiert sei (StA 
act. 13.19 S. 8). Auch vor Berufungsgericht gab sie zu Protokoll, sie habe immer 
gedacht, dass sie eine starke Frau sei, so etwas passiere ihr nicht – sowieso nicht 
mit einem Mann, den man heiraten wolle (act. H.7 Frage III.90). Das mag aus op-
ferpsychologischer Sicht eine mögliche Erklärung dafür sein, dass sich F._____ 
erst eineinhalb Jahre nach dem ersten Gewaltvorwurf an die Polizei wandte. Doch 
ist für die Verurteilung des Beschuldigten notwendig, dass seine Schuld bewiesen 
wird. Die hiervor ausgeführten Faktoren – insbesondere die Liebesbekundungen, 
das freiwillige Schicken von Nacktselfies und der freiwillige wöchentliche Ge-
schlechtsverkehr nach nicht weniger als vier vorgeworfenen Vergewaltigungen, 
davon eine unter Einsatz eines Rüstmesser am Hals – führen indes dazu, dass 
ernsthafte Zweifel an der Schuld des Beschuldigten bestehen, welche durch die 

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Erklärung von F._____, warum sie sich so verhalten hat, und auch unter Berück-
sichtigung dessen, dass sich Opfer von Gewalt in Partnerschaften "unlogisch" 
verhalten können, nicht dergestalt ausgeräumt werden können, wie es für eine 
strafrechtliche Verurteilung des Beschuldigten erforderlich wäre. Anders formuliert, 
kann aufgrund des Ausgeführten eine für den Beschuldigten günstigere Tatversion 
vernünftigerweise nicht ausgeschlossen werden. Daraus folgt, dass der Beschul-
digte von den Vorwürfen in den Anklagesachverhalten Ziffern 1.1.1 bis und mit 
1.1.7 in Anwendung des Prinzips in dubio pro reo freizusprechen ist.

5. Anklagesachverhalt Ziffer 1.1.8 

5.1. Dem Beschuldigten wird im Anklagesachverhalt Ziffer 1.1.8 zusammenge-
fasst vorgeworfen, sich am 24. Juni 2018 gegen Abend von F._____ in ihrem Per-
sonalzimmer eine Wunde am Arm behandeln lassen zu haben, worauf er einge-
schlafen sei. Nachdem er erwacht sei, habe er wütend nach ihrem Handy gesucht, 
sie am Hals gepackt, gewürgt und aufs Bett geworfen. Dann habe er ein Rüst-
messer vom Tisch genommen, F._____ mit einer Hand an den Haaren am Hinter-
kopf gezogen, mit der anderen die Rückenklinge des Messers quer über ihren 
Hals gezogen und ihr gedroht, sie umzubringen, falls sie ihm ihr Handy nicht gebe. 
Darauf habe er F._____ aufs Bett gestossen und sei mit seinem erigierten Penis 
zuerst durch ein Loch in ihrer Pyjamahose, welches er aufriss, vaginal in sie ein-
gedrungen, dann habe er ihr die Hose und den Tangaslip ausgezogen, sei noch-
mals in sie eingedrungen und habe den Geschlechtsverkehr bis zum Samener-
guss vollzogen, obwohl sie ihm gesagt habe, dass sie das nicht wolle und ver-
sucht habe, ihn wegzustossen (RG act. 5).

5.2. Betreffend die Aussagen des Beschuldigten und von F._____ kann auf die 
Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (act. E.1 E. 5.12). Auch dieser An-
klagesachverhalt wurde erstmals im Bericht "Meine Geschichte mit A._____" ge-
schildert, womit keine originären Aussagen vorliegen. Diesbezüglich kann auf die 
entsprechenden Erwägungen unter Ziffer 4.4 verwiesen werden.

5.3.1. F._____ liess sich am Tag darauf ärztlich abklären. Im Notfallbericht vom 
25. Juni 2018 (StA act. 13.6 Anhang) wurden der Befund "nach tätlichem Übergriff 
durch den Ex-Freund heute Morgen um 01:50 Uhr" festgehalten. Weder sind Vor-
kommnisse vor Mitternacht, also am Abend des 24. Juni 2018, erwähnt noch eine 
vorgeworfene Vergewaltigung. Festgehalten sind Flecken an verschiedenen Kör-
perstellen sowie Schürfungen. Die Kantonspolizei sandte am 19. September 2018 
im Verlaufe der polizeilichen Ermittlungen dem Kantonsspital einen Fragebogen 
zur Untersuchung von F._____ am 25. Juni 2018 zu (StA act. 6.39). Darin wurde 

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nochmals erwähnt, dass "div. kleine blaue Flecken und Kratzspuren" als Verlet-
zungen hätten festgestellt werden können. Unter "andere Bemerkungen oder 
Feststellungen" führte die Assistenzärztin dipl. med. J._____ dann erstmals auf, 
"Vergewaltigung anamnestisch bejaht; Empfehlung aus ärztlicher Sicht, dies bei 
Polizei zu melden, wurde abgegeben; seitens Patientin vorerst abgelehnt". Es 
handelt sich dabei um den einzigen Hinweis auf eine Vergewaltigung neben den 
Aussagen von F._____ in den Einvernahmen, wobei sich auch dieser auf deren 
Aussage stützt. Es fällt auf, dass keine gynäkologische Abklärung erfolgte und 
keine medizinischen Indizien, die für eine Vergewaltigung sprechen würden, fest-
gestellt und festgehalten wurden. Trotz der Empfehlung der Ärztin wandte sich 
F._____ diesbezüglich auch nicht an die Polizei.

5.3.2. Gemäss dem Kriminalrapport vom 4. Juli 2018 (StA act. 6.1) meldete sich 
F._____ am 25. Juni 2018 um 03.16 Uhr telefonisch bei der Einsatzzentrale der 
Stadtpolizei K._____. Dabei erwähnte sie jedoch keinen sexuellen Übergriff oder 
eine Vergewaltigung durch den Beschuldigten. Auch machte sie gegenüber der 
daraufhin erschienenen Polizei keine entsprechenden Andeutungen oder Bemer-
kungen. Darauf angesprochen, führte sie aus, sie habe keine Probleme gewollt. 
Der Beschuldigte habe gesagt, dass, wenn sie zur Polizei gehe, "dann so und so". 
Sie habe nicht gewollt, dass er ihr etwas antue, wenn er aus der Haft komme 
(act. H.7 Frage III.89). Auch wenn der Beschuldigte sich dahingehend geäussert 
hätte, hat sich F._____ ja dennoch von sich aus bei der Polizei gemeldet und ihr 
gegenüber auch angegeben, vom Beschuldigten ins Auto gezerrt, geschlagen und 
mit einem Rüstmesser bedroht worden zu sein (vgl. StA act. 6.1), womit die von 
ihr geäusserte Gefahr bereits dadurch bestand.

5.3.3. Auch gegenüber ihrem neuen Partner, B._____, äusserte sie in jener Nacht 
nicht, vom Beschuldigten vergewaltigt worden zu sein, sondern sprach davon, die-
ser habe sie "entführt" (StA act. 13.26 Chatverlauf zwischen F._____ und B._____ 
am 25. Juni 2018, 05.38 Uhr).

5.3.4. In Bezug auf die vorgeworfene Vergewaltigung am 24. Juni 2018 fällt weiter 
auf, dass F._____, angesprochen auf den Polizeieinsatz am frühen Morgen des 
25. Juni 2018, anlässlich der Berufungsverhandlung lediglich angab: "Er war vor-
her bei mir, vor Mitternacht. Um Mitternacht bin ich dann erst ins Bett." (act. H.7 
Frage III.30). Dass sie vor Mitternacht vergewaltigt worden sei, führte sie weder 
aus noch machte sie eine entsprechende Andeutung.

5.3.5. Auch wenn es aufgrund der detaillierten Aussagen von F._____ nicht aus-
geschlossen werden kann, weckt das Ausgeführte ernsthafte Zweifel, dass sich 

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der Sachverhalt in Bezug auf den Vorwurf der Vergewaltigung zum Nachteil von 
F._____ am 24. Juni 2018 so, wie in der Anklageschrift geschildert, zugetragen 
hat. Damit ist von der für den Beschuldigten günstigeren Variante auszugehen und 
er in Anwendung des Grundsatzes in dubio pro reo vom Vorwurf der Vergewalti-
gung in Bezug auf Anklagesachverhalt Ziffer 1.1.8 freizusprechen.

5.4.1. Anders präsentiert sich die Beweislage betreffend den Vorwurf, der Be-
schuldigte habe die Herausgabe des Handys mittels Rüstmesser forciert:

5.4.2. Auch in der Befragung anlässlich der Berufungsverhandlung schilderte 
F._____, wie der Beschuldigte nach ihrem Handy verlangt habe, immer wütender 
geworden sei, es gesucht und sie an den Haaren gepackt habe. Sie schilderte: 
"[Der Beschuldigte] zog das Rüstmesser so, aber mit der unscharfen Seite." 
(act. H.7 Frage III.86).

5.4.3. Der Beschuldigte räumte ein, F._____ an jenem Abend nach ihrem Handy 
gefragt zu haben, um die Ergebnisse der Wahlen in der Türkei anzuschauen. 
F._____ habe gesagt, dass sie ihr Handy versteckt habe. Er habe drei Mal hinter-
einander nach dem Handy gefragt. Darauf habe er geantwortet: "Okay, wenn du 
es nicht gibst, gehe ich." (act. H.6 Frage V.22). In der Konfrontationseinvernahme 
vom 18. September 2018 räumte der Beschuldigte ein, kurz vorher ihr Facebook-
Passwort geändert und die Nachrichten, welche sie anderen Männer geschrieben 
haben soll, gelesen zu haben (StA act. 13.12 Frage 11 f.). Dieses Kontrollverhal-
ten indiziert, dass der Beschuldigte von Eifersucht getrieben war. Angesichts des-
sen ist schwer vorstellbar, dass er so ruhig geblieben sein soll, als F._____ ihm 
die Herausgabe ihres Handys verweigerte. Er führte denn auch aus, es sei ihm 
immer im Kopf gewesen, wieso sie ihm das Handy nicht gegeben habe (act. H.6 
Frage V.22).

5.4.4. Dass sich der Sachverhalt mit dem Rüstmesser so, wie in der Anklage-
schrift beschrieben und von F._____ geschildert, abgespielt hat, findet zudem eine 
Stütze im Kriminalrapport vom 4. Juli 2018 (StA act. 6.1). Demgemäss erklärte 
F._____ den ausgerückten Polizisten vor Ort am frühen Morgen des 25. Juni 2018 
und damit in unmittelbarer Tatnähe, der Beschuldigte habe ihr gedroht, sie umzu-
bringen. Er habe ihr auch ein Rüstmesser drohend an den Hals gehalten. Dies 
berichtete sie den Polizisten trotz den von ihr erwähnten Befürchtungen, dass er 
ihr etwas antue, wenn er aus der Haft komme (act. H.7 Frage III.89).

5.4.5. Der Sachverhalt ist damit in Bezug auf die Bedrohung mit dem Messer 
zwecks Handyherausgabe erstellt.

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6. Anklagesachverhalt Ziffer 1.1.9

6.1. Im Anklagesachverhalt Ziffer 1.1.9 wird dem Beschuldigten zusammenge-
fasst vorgeworfen, am 25. Juni 2018 gegen 02.00 Uhr mit Hilfe eines anderen 
Mannes F._____ beim Eingang des Personalhauses, wo sie wohnte, gepackt und 
versucht zu haben, sie gegen ihren Willen in sein Auto zu stossen. Sie habe dann 
aus Angst seiner Aufforderung, sich auf den Beifahrersitz zu setzen, Folge geleis-
tet. Darauf seien sie durch die Stadt gefahren. Als F._____ während der Fahrt die 
Türe geöffnet habe, um zu fliehen, hätten sie der Beschuldigte und der Unbekann-
te festgehalten. Der Beschuldigte habe ihr zudem gedroht, sie umzubringen, wenn 
sie zur Polizei gehe (RG act. 5).

6.2. Auch dieser Anklagesachverhalt wurde erstmals im Bericht "Meine Ge-
schichte mit A._____" geschildert, indes liegen neben den Aussagen von F._____ 
und dem Beschuldigten mit den Aussagen der Zeugin L._____, dem Kriminalrap-
port sowie den Arztberichten weitere Beweismittel vor.

6.3. Betreffend die Aussagen des Beschuldigten sowie von F._____ in den Ein-
vernahmen bis vor Vorinstanz kann auf die Ausführungen im Urteil des Regional-
gerichts verwiesen werden (act. E.1 E. 5.13). Der Beschuldigte machte auch an-
lässlich der Berufungsverhandlung geltend, F._____ sei selber ins Auto gestiegen, 
er habe sie nicht reingezogen (act. H.6 Frage V.54), und wiederholte seine Sach-
verhaltsdarstellung, dass F._____ ins Auto habe einsteigen wollen, aber "rausge-
worfen" worden sei und "voll" geschrien habe (act. H.6 Frage V.51). F._____ 
machte in der Befragung anlässlich der Berufungsverhandlung detaillierte Anga-
ben zum Ablauf der frühen Nacht vom 25. Juni 2018, die mit ihren bisherigen 
Schilderungen übereinstimmen (act. H.7 Fragen III.30 ff.).

6.4. Auch betreffend die Würdigung der Aussagen kann vollumfänglich auf die 
Ausführungen im Urteil des Regionalgerichts verwiesen werden (act. E.1 E. 5.13). 

6.5. Dem Kriminalrapport (StA act. 6.1) ist zu entnehmen, dass sich F._____ um 
03.16 Uhr telefonisch bei der Einsatzzentrale der Stadtpolizei K._____ gemeldet 
und erklärt hat, dass sie vom Beschuldigten ins Auto gezerrt worden sei. Er habe 
sie nach I._____ fahren wollen und habe sie auch geschlagen. Nun sei sie wieder 
daheim. Den ausgerückten Polizisten habe sie vor Ort erklärt, der Beschuldigte sei 
auf sie zugestürmt, habe sie gepackt, sie gegen ihren Willen ins Auto gezerrt und 
ihr gesagt, dass er sie nach I._____ zu ihren Eltern bringen werde. Bei diesem 
Zerren ins Auto habe sie sich eine Hautabschürfung am Gesäss zugezogen. 
Während der Autofahrt habe er sie wiederholt mit der Hand an den Kopf geschla-

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gen und an den Haaren gezerrt. Nachdem er mit ihr in H._____ etwas herumge-
fahren sei, sei er auf mehrere Polizeifahrzeuge aufmerksam geworden und habe 
sie wieder zu ihr nach Hause gefahren. Bei diesen Angaben im Kriminalrapport 
handelt es sich um originäre Aussagen in unmittelbarer Tatnähe, die daher einen 
grossen Beweiswert haben und mit den weiteren Aussagen von F._____ korrelie-
ren. Sie hatte sich zudem trotz den vorgeworfenen Übergriffen sonst nie bei der 
Polizei gemeldet.

6.6. Im Notfallbericht vom 25. Juni 2018 (StA act. 13.6 Anhang) wurde der Be-
fund "nach tätlichem Übergriff durch den Ex-Freund heute Morgen um 01:50 Uhr" 
festgehalten. Dokumentiert sind Rötungen bzw. blaue und bräunliche Flecken so-
wie Schürfungen am Gesäss, an den Knien, am rechten Schienbein, am linken 
Oberarm, an den Handgelenken sowie am Hals. Auch im Fragebogen zur Unter-
suchung von F._____ am 25. Juni 2018, den die Kantonspolizei am 19. Septem-
ber 2018 im Verlaufe der polizeilichen Ermittlungen dem Kantonsspital zusandte 
(StA act. 6.39), wurden "div. kleine blaue Flecken und Kratzspuren" als Verletzun-
gen erwähnt. Diese Befunde korrelieren mit den Angaben von F._____, dass es 
eine körperliche Auseinandersetzung gegeben habe, und sind kompatibel mit ihrer 
Sachverhaltsdarstellung, dass der Beschuldigte versucht hätte, sie gewaltsam ins 
Auto zu zerren.

6.7.1. Die Szene beim Auto wurde von der Zeugin L._____ beobachtet. Da sie 
weder den Beschuldigten noch F._____ kennt (StA act. 13.4 Frage 1), handelt es 
sich um eine unbeteiligte Drittperson, die unter der strengen Belehrung von 
Art. 307 StGB als Zeugin befragt wurde. Ihre Glaubwürdigkeit ist demnach als 
hoch einzustufen. 

6.7.2. Gemäss Kriminalrapport meldete sich die Zeugin L._____ am 25. Juni 
2018, um 02.07 Uhr, bei der Einsatzzentrale der Kantonspolizei und erklärte, vor 
ihrer Wohnung Schreie gehört zu haben. Sie habe dann vom Balkon aus gesehen, 
wie zwei bis drei Männer eine Frau in ein Fahrzeug gezogen hätten. Die Frau ha-
be geschrien. Das Fahrzeug sei in Richtung Norden davongefahren (StA act. 6.1).

6.7.3. Betreffend die Aussagen der Zeugin L._____ anlässlich ihrer polizeilichen 
und staatsanwaltlichen Einvernahmen sowie deren Würdigung kann auf die dies-
bezüglichen Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (act. E.1 S. 50). Ent-
gegen dem Vorbringen der Verteidigung (act. H.1 S. 8 f.) machte L._____ anläss-
lich der staatsanwaltlichen Einvernahme vom 2. August 2018 sehr wohl inhaltliche 
Angaben (vgl. StA act. 13.23; act. E.1 S. 51). Insbesondere führte sie aus, eine 
Frauenstimme habe gewimmert und versucht, mit aller Kraft nicht in das Auto ge-

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zogen zu werden. Es sei ein wahnsinniges Gemenge gewesen (act. 13.23 Fra-
ge 1). Soweit die Verteidigung vorbringt, die polizeiliche Einvernahme von L._____ 
sei mangels Vorladung der Verteidigung unverwertbar und sie damit eine Verlet-
zung der Verteidigungsrechte (act. H.1 S. 9) und letztlich des Konfrontationsrechts 
geltend macht, verkennt sie die bundesgerichtliche Rechtsprechung, wonach eine 
belastende (Zeugen-)Aussage grundsätzlich verwertbar ist, wenn die beschuldigte 
Person wenigstens einmal während des Verfahrens angemessen und hinreichend 
Gelegenheit hatte, das Zeugnis in Zweifel zu ziehen und Fragen an die Belas-
tungszeugin zu stellen (BGE 140 IV 172 E. 1.3; 133 I 33 E. 3.1; 131 I 476 E. 2.2; 
129 I 151 E. 3.1, je mit Hinweisen; BGer 6B_173/2022 v. 27.4.2022 E. 1.3.1). Dem 
Beschuldigten wurde anlässlich der staatsanwaltlichen Einvernahme von L._____ 
– in welcher sie sich, wie ausgeführt, nochmals zur Sache äusserte – Gelegenheit 
geboten, ihr Ergänzungsfragen zu stellen, und er hat davon auch Gebrauch ge-
macht (StA act. 13.23 Ergänzungsfragen 2 ff.). Damit ist das Konfrontationsrecht 
gewahrt und die Einvernahmen sind beide verwertbar. Daran vermag auch nichts 
zu ändern, dass L._____ zur staatsanwaltlichen Einvernahme mit einer Perücke 
erschien (StA act. 13.23 Ergänzungsfrage 8; act. H.1 S. 8). Die Personalien waren 
dem Beschuldigten bekannt.

6.7.4. Die Zeugin L._____ hat die Szene beim Auto – ohne zu wissen, um was es 
ging – klar als bedrohend wahrgenommen, sodass sie ohne die Beteiligten zu 
kennen noch während ihren Beobachtungen umgehend die Polizei informierte. 
Dies spricht zusammen mit der emotionalen Einbettung der Aussage für eine hohe 
Glaubhaftigkeit. So sagte sie aus, sie sei sehr aufgeregt gewesen, der Polizist am 
Telefon habe versucht, sie zu beruhigen (StA act. 13.23 Frage 1). Angesprochen 
darauf, dass sie während der staatsanwaltlichen Einvernahme eine Perücke trug, 
führte sie aus, die Staatsanwältin habe ihr gesagt, dass der Beschuldigte allenfalls 
auch dabei sein werde, und sie habe die Befürchtung gehabt, dass aufgrund sei-
nes türkischen Hintergrunds ein anderer Ehrenkodex bestehe (StA act. 13.23 Er-
gänzungsfrage 8). Sie fürchtete sich somit vor dem Beschuldigten. Ihre sehr 
zurückhaltenden und vorsichtigen Aussagen sind also auch auf ihre Angst zurück-
zuführen. Zumal keinerlei Motiv für eine falsche Belastung des Beschuldigten er-
kennbar ist und sie – wie ausgeführt – unter der strengen Belehrung von Art. 307 
StGB aussagte, ist der Fakt, dass sie trotzdem bei ihren, den Beschuldigten belas-
tenden Aussagen blieb, als weiteres Indiz für den Wahrheitsgehalt ihrer Sachver-
haltsdarstellung zu werten. Die glaubhaften Aussagen der unbeteiligten Zeugin 
L._____ stützen die Sachverhaltsdarstellung der Anklage bzw. von F._____.

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6.8. Dass F._____ ausführte, nachdem sie wieder zuhause gewesen sei, habe 
sie den Beschuldigten kontaktiert und ihm gesagt, dass die Polizei ihn suche, ver-
anlasste die Verteidigung, die Frage aufzuwerfen, welches Entführungsopfer den 
Entführer anrufe und diesen vor der Polizei warne (act. H.1 S. 8). Zumal aus dem 
Kriminalrapport hervorgeht, dass F._____ im Auftrag der Polizei den Beschuldig-
ten kontaktierte (StA act. 6.1), ist der Einwand der Verteidigung nicht geeignet, 
Zweifel an der Sachverhaltsdarstellung der Anklage zu wecken.

6.9. Die Verteidigung weist indes zu Recht darauf hin, dass unterschiedliche 
Angaben in Bezug darauf bestehen, ob neben dem Beschuldigten ein weiterer 
Mann zugegen war. F._____ sagte in ihren Einvernahmen einheitlich aus, es sei 
ein zweiter, unbekannter Mann dabei gewesen und hätte dem Beschuldigten ge-
holfen, sie zu packen und ins Auto zu zerren. Zudem sei er bei der anschliessen-
den Autofahrt auf dem Rücksitz dabei gewesen (StA act. 13.3 Fragen 137 ff.; StA 
act. 13.18 Fragen 11 f.; RG act. 47 Frage 21; act. H.7 Frage III.30). Jedoch er-
wähnte sie den zweiten Mann gegenüber der Polizei (vgl. Kriminalrapport StA 
act. 6.1) und im Chat mit B._____ in jener Nacht nicht bzw. sprach nur vom Be-
schuldigten (StA act. 13.26, Nachricht vom 25. Juni 2018, 04.38 Uhr). Sie schrieb 
B._____ an jenem 25. Juni 2018, nachdem sie sich ärztlich abklären liess, aber 
auch, sie habe der Ärztin alles erzählt, auch Sachen, die sie ihm und der Polizei 
nicht habe erzählen können (StA act. 13.26, Nachricht vom 25. Juni 2018, 
19.55 Uhr). Dass eine andere Person neben dem Beschuldigten beteiligt war, sag-
te auch die Zeugin L._____ aus. Als sie – noch während sie die Szene beobachte-
te – bei der Einsatzzentrale der Polizei anrief, sprach sie von zwei bis drei Män-
nern (StA act. 6.1). Ebenso anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 2. Au-
gust 2018 (StA act. 13.4 Fragen 4 ff.). Bei ihren sehr vorsichtigen Aussagen im 
Rahmen der staatsanwaltlichen Einvernahme sagte sie zuerst aus, sie könne nicht 
sagen, wie viele Personen sie gesehen habe, da es dunkel gewesen sei, führte 
aber später aus, sie könne nicht sagen, wo die zweite und dritte Person gewesen 
seien – auf jeden Fall im Wagen (StA act. 13.23 Fragen 2 f. und Ergänzungsfra-
ge 6). Ob ein weiterer Mann zugegen war oder nicht, ändert indes nichts daran, 
dass aufgrund der verschiedenen Beweismittel erstellt werden kann, dass sich der 
Beschuldigte wie im Anklagesachverhalt geschildert verhalten hat. Dasselbe gilt, 
wenn die Verteidigung ausführte, es sei ein Widerspruch, wenn F._____ in der 
polizeilichen Einvernahme vom 26. Juli 2018 ein Signalement des zweiten Mannes 
zu Protokoll gab (StA act. 13.3 Frage 147) und zwei Jahre später ausführte, sie 
könne die Begleitperson nicht beschreiben, denn es sei dunkel gewesen und sie 
hätte diese Person nicht richtig angeschaut, da der Beschuldigte die Hauptperson 
gewesen sei und sie auf ihn geschaut habe (act. H.1 S. 11). Die Ausführungen 

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des Beschuldigten vermögen überdies nicht zu überzeugen. Insbesondere fällt bei 
seinen Aussagen vor Berufungsgericht auf, dass er sich vollkommen nach den 
Wünschen von F._____ gerichtet haben will. So führte er aus: "Sie antwortete, wir 
sollen nicht hier sprechen, sondern im Auto. Okay.", "Dann sagte sie, nicht zum 
Auto. Okay.", "Sie sagte, nein, es sei gut, wir sollen laufen. Okay." Er stellt sich 
damit so dar, dass er völlig ruhig geblieben sei. Dies, obwohl er einräumte, dass er 
nach der verweigerten Handyherausgabe kurz vorher immer darüber nachgedacht 
habe, wieso F._____ ihm ihr Handy nicht gegeben habe (act. H.6 Frage V.22), er 
sich zuhause in ihren Facebook Account eingeloggt, ihre Nachrichten kontrolliert 
und dabei festgestellt habe, dass sie mit einem anderen Mann "über Liebe" ge-
schrieben habe, worauf er sie sofort kontaktiert habe, damit sie ihm das erkläre 
(act. H.6 Frage V.51). Zusammen mit dem Vorfall kurz vorher, anlässlich welchem 
er F._____ mit dem Rüstmesser zur Herausgabe ihres Handys zwingen wollte, 
steht damit ausser Frage, dass er sich in grosser Aufregung bzw. Eifersucht be-
fand. Dies findet indes in seinen Aussagen keinerlei Niederschlag. Sogar als 
F._____ ihm gestanden habe, dem anderen Mann geschrieben zu haben, aber es 
habe nicht geklappt, da er zwei Kinder habe, und er sie sogar noch damit konfron-
tiert habe, wenn der andere Mann nicht zwei Kinder hätte, ob sie dann etwas mit 
ihm anfangen würde, und sie ihm keine Antwort auf diese Frage gegeben habe, 
stellte er es so dar, dass er sie habe nach Hause fahren wollen und geäussert ha-
be, "dann könne sie machen, was sie wolle" (act. H.6 Frage V.51). Damit lässt die 
Sachverhaltsdarstellung des Beschuldigten jegliche emotionale Einbettung ver-
missen. Sie wirkt blutleer und beschönigt, was deren Glaubhaftigkeit massiv be-
schlägt. Dass er eine PET-Flasche in der Haustüre einklemmte, weil F._____ oft 
die Schlüssel vergesse (act. H.6 Frage V.51), ist als Schutzbehauptung zu werten, 
zumal er sie in dem Moment einfach hätte fragen können, ob sie den Schlüssel 
dabei habe. Dass er sie an der Hand hielt, während sie zum Auto gegangen seien 
(act. H.6 Frage V.51), wirkt ebenso beschönigt angesichts der Gesamtsituation, 
dass er beim Lesen ihrer Facebook-Nachrichten festgestellt habe, dass sie mit 
einem anderen Mann "über Liebe" geschrieben habe, er sie zur Rede stellen und 
wenige Stunden zuvor aufgrund seiner Eifersucht ihr Handy unter Einsatz eines 
Rüstmessers herausverlangen wollte. Auch seine Schilderung der von der Zeugin 
L._____ beobachteten Szene beim Auto, F._____ habe ins Auto einsteigen wol-
len, sei aber "rausgeworfen" worden und habe "voll" geschrien, dann habe er ver-
sucht, sie aufzuheben, damit sie nicht am Boden liege (act. H.6 Frage V.51), er-
scheint konstruiert und lebensfremd.

6.10. Im Ergebnis ist der Sachverhalt gemäss Anklageschrift erstellt, mit Aus-
nahme dessen, dass der Beschuldigte F._____ gedroht habe, sie umzubringen, 

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falls sie zur Polizei gehe. Dies lässt sich mit keinen anderen Beweismitteln unter-
mauern. Insbesondere erwähnte sie dies nicht gegenüber den Polizisten in jener 
Nacht, finden sich doch keine entsprechenden Anhaltspunkte im Kriminalrapport 
(StA act. 6.1). Da die Polizisten F._____ aufforderten, den Beschuldigten zu kon-
taktieren und sie ihm dann sagte, dass die Polizei ihn suche, womit er wusste, 
dass sie mit der Polizei in Kontakt war, wäre es naheliegend gewesen, dass sie 
sich den Polizisten anvertraut hätte, dass eine solche Drohung ausgestossen wur-
de, oder sie sich zumindest geweigert hätte, den Beschuldigten zu kontaktieren. 
Es bestehen daher ernsthafte Zweifel an ihrer Sachverhaltsdarstellung, sodass in 
dubio pro reo davon auszugehen ist, dass der Beschuldigte keine entsprechende 
Äusserung gemacht hat.

7. Anklagesachverhalt Ziffer 1.1.10

7.1. Dem Beschuldigten wird im Anklagesachverhalt Ziffer 1.1.10 zusammenge-
fasst vorgeworfen, am 9. Juli 2018, um 20.00 Uhr, F._____ vor dem Personal-
haus, wo sie wohnte und zu diesem Zeitpunkt mit B._____ sprach, gedroht zu ha-
ben, sie umzubringen, falls sie etwas mit B._____ habe. Dies habe sie in Angst 
versetzt, da sie gerade angefangen habe, Letzteren kennenzulernen. Der Be-
schuldigte habe F._____ bei der Hand in Richtung Auto genommen. Weil er derart 
aggressiv und wütend gewesen sei, sei sie aus Angst gegen ihren Willen in das 
Auto eingestiegen. Weil der Beschuldigte Kopfschmerzen gehabt habe, sei 
F._____ in ihr Zimmer gegangen, habe Schmerztabletten geholt und sei – gegen 
ihren Willen, aus Angst vor dem Beschuldigten – in das Auto zurückgekehrt. Als 
sie abgelehnt habe, dem Beschuldigten nochmals eine Chance zu geben, habe er 
gedroht, sie und B._____ umzubringen. Er habe sie am Kopf gepackt, sie zwi-
schen den Beinen über den Kleidern im Intimbereich ausgegriffen und ihr einen 
Zungenkuss gegeben.

7.2. Als Beweismittel dienen die Aussagen des Beschuldigten, von F._____ und 
von B._____. Weitere Beweismittel existieren nicht. Betreffend die Aussagen kann 
auf das vorinstanzliche Urteil verwiesen werden (act. E.1 E. 5.14). Auch dieser 
Anklagesachverhalt wurde erstmals im Bericht "Meine Geschichte mit A._____" 
geschildert, womit keine originären Aussagen vorliegen. Es kann auf die diesbe-
züglichen Erwägungen unter Ziffer 4.4 verwiesen werden.

7.3. B._____ war damals der neue Partner von F._____ und ist ihr heutiger 
Ehemann. Auch er erstattete Strafanzeige gegen den Beschuldigten. Diese Um-
stände sind bei der Würdigung seiner Aussagen zu berücksichtigen. Er sagte aus, 
F._____ sei nicht nochmals aus dem Auto ausgestiegen, bevor dieses weggefah-

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ren sei (StA act. 13.27 Frage 16). Dies steht im Widerspruch zu den Aussagen 
von F._____ und dem Beschuldigten, welche beide angaben, sie hätte das Auto 
nochmals verlassen – sei es, um Tabletten zu holen oder das Zimmer abzusch-
liessen. Zumal beide übereinstimmend und konstant diese Sachverhaltsdarstel-
lung äusserten, ist davon auszugehen, dass F._____ das Auto des Beschuldigten 
verlassen hat und in ihr Zimmer ging. Dass sie diese Gelegenheit nicht ergriff, um 
– gegebenenfalls mit Hilfe von B._____, der ja noch in der Nähe war – dem Be-
schuldigten fernzubleiben, sich zu verstecken oder die Polizei zu informieren, ist 
angesichts dessen, dass sie bereits am 25. Juni 2018 vom Beschuldigten gegen 
ihren Willen im Auto mitgenommen wurde und ihr die Polizei dort half, geeignet, 
ernsthafte Zweifel an ihrer Sachverhaltsdarstellung zu wecken. Auch nachträglich 
wandte sie sich nicht an die Polizei, obwohl sie nun durch die Vorkommnisse am 
25. Juni 2018 zu dieser und zur Opferhilfe Kontakt hatte und sie dem Beschuldig-
ten nicht nur Freiheitsberaubung, sondern auch 
sexuelle Nötigung und das Äussern von Todesdrohungen vorwarf. Auch B._____ 
erzählte sie danach nichts davon, andernfalls er es in seiner Einvernahme mindes-
tens ansatzweise erwähnt hätte. Aufgrund dieser Zweifel ist von der für den Be-
schuldigten vorteilhafteren Sachverhaltsvariante auszugehen, wonach sich 
F._____ entschied, mitzugehen und daher wieder in sein Auto einstieg sowie kein 
Ausgreifen im Intimbereich bzw. Zungenküsse erfolgten und keine Todesdrohun-
gen ausgestossen wurden.

8. Anklagesachverhalt Ziffer 1.1.11

8.1.1. Im Anklagesachverhalt Ziffer 1.1.11 wird dem Beschuldigten zusammenge-
fasst vorgeworfen, F._____ am 10. Juli 2018, um 08.00 Uhr, als sie sich wegen 
der Rückzahlung eines Darlehens getroffen hätten, gedrängt zu haben, in sein 
Auto zu steigen, worauf er vereinbarungswidrig und gegen ihren Willen Richtung 
G._____ gefahren sei. Er habe sie mehrmals bedroht – auch mit der Andeutung, 
ein Messer dabei zu haben –, weswegen sie aus Angst davor bei ihm verblieben 
sei. Auch habe er ihr gedroht, sie umzubringen.

Da F._____ den zuvor geänderten Code vergessen habe, seien sie zu zwei Mobil-
telefongeschäften gefahren, um ihr Handy zu entsperren. Dann habe der Beschul-
digte sie zu sich nach Hause gefahren. Dort habe er die Wohnungstüre verschlos-
sen, F._____ an die Wand gestossen, auf das Sofa gedrückt und als Schlampe 
beschimpft. Auch habe er ihr ein Fleischmesser gegen den Bauch gehalten. 
Nachdem er ihr ein strittiges Grundstückspapier zugeworfen und die Wohnungstü-
re geöffnet habe, sei sie nach draussen gerannt. Der Beschuldigte sei ihr mit dem 
Auto gefolgt und habe sie aufgefordert, ins Auto zu steigen, ansonsten er sie um-

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bringen werde. Sie seien dann noch zu einem Mobiltelefongeschäft, zur M._____ 
und an den Wohnort von F._____ gefahren (RG act. 5).

8.1.2. Die Vorinstanz stellte das Verfahren bezüglich der mehrfachen Tätlichkeiten 
ein und sprach den Beschuldigten vom Vorwurf der Freiheitsberaubung auf der 
Fahrt nach G._____ frei, was in Rechtskaft erwuchs und damit nicht mehr zu beur-
teilen ist.

8.2. Als Beweismittel dienen die Aussagen des Beschuldigten und von F._____. 
Weitere Beweismittel existieren nicht. Betreffend die Aussagen kann auf das vor-
instanzliche Urteil verwiesen werden (act. E.1 E. 5.15). Die Vorwürfe gemäss An-
klagesachverhalt wurden erstmals mit dem Bericht "Meine Geschichte mit 
A._____" geschildert. In der Folge wurden F._____ bei den Befragungen diese 
Ausführungen vorgehalten (StA act. 13.6 Fragen 40 ff.). Es liegen entsprechend 
keine originären Aussagen vor. Die Glaubhaftigkeit der Aussagen kann so nicht 
überprüft werden. Diesbezüglich kann auf die Erwägungen in Ziffer 4.4 verwiesen 
werden. 

8.3. Betreffend die Freiheitsberaubungen ist Folgendes zu erwähnen: Aus den 
WhatsApp-Chats geht hervor, dass F._____ dem Beschuldigten am frühen Mor-
gen des 10. Juli 2018 schrieb, sie komme um 08.00 Uhr zum Parkplatz der Post 
und der Beschuldigte könne ihr dort CHF 2'000.00 geben (StA act. 9.1 S. 54). Sie 
verabredete sich also mit ihm alleine, obwohl sie ihm mehrfache Freiheitsberau-
bung vorwarf, wobei sie bezüglich derjenigen am Vortag sogar angab, sie hätte 
extrem Angst gehabt, nachdem, was alles passiert sei, und gedacht, sie komme 
nicht mehr frei (StA act. 13.6 Frage 32). Die Eintreibung einer ihr zustehenden 
Forderung wäre auch über den Rechtsweg ohne ein weiteres Treffen mit dem Be-
schuldigten möglich gewesen. Die Einschränkung der Bewegungsfreiheit auf der 
Fahrt zum und im G._____ sah bereits die Vorinstanz als nicht erstellt an. Warum 
F._____ nach den Besuchen von Mobiltelefongeschäften wieder zum Beschuldig-
ten ins Auto stieg, führte sie zunächst nicht aus ("Dann sind wir zu A._____ nach 
Hause gefahren."; StA act. 13.6 Frage 53). In der staatsanwaltlichen Einvernahme 
erklärte sie dann, da der Beschuldigte gesagt habe, dass er von ihr auch nichts 
wolle, sei sie zu ihm nach Hause mitgegangen (StA act. 13.18 Frage 38). Insofern 
war sie da freiwillig mitgefahren. Als er daraufhin alleine in die M._____ gegangen 
sei, führte sie aus, sie sei im Auto geblieben (StA act. 13.18 Frage 38). Auch hier 
ist nicht dargelegt, wieso sie nicht die Möglichkeit gehabt haben soll, dem Be-
schuldigten zu entkommen. Betreffend die Fahrt von der Wohnung des Beschul-
digten weg führte sie im Bericht (StA act. 13.3 Anhang) und in der Einvernahme 
vom 18. August 2018 (StA act. 13.8 Frage 3) aus, er habe sie aufgefordert, einzu-

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steigen, was sie aus Angst gemacht habe, während sie bei der staatsanwaltlichen 
Einvernahme vom 25. Mai 2020 (StA act. 13.18 Frage 38) angab, der Beschuldig-
te sei, als sie sich geweigert habe, in sein Auto zu steigen, ausgestiegen, habe sie 
genommen und auf den Beifahrersitz geworfen. Mithin liegen uneinheitliche Dar-
stellungen des Geschehens vor.

8.4. Anhaltspunkte, die die Sachverhaltsdarstellung von F._____ stützen könn-
ten, finden sich auch in den WhatsApp-Chats nicht. Im Gegenteil scheint die Kon-
versation trotz den geschilderten, höchst dramatischen Vorgängen in der Woh-
nung des Beschuldigten (Drohung mit Fleischmesser am Bauch, versuchte Ver-
gewaltigung etc.) alltäglich. Denn, als der Beschuldigte sie ab 14.20 Uhr kontak-
tierte, schrieb sie ihm, sie schlafe, er solle auch schlafen gehen (StA act. 9.1 
S. 68) und um 21.35 Uhr liess sie ihn wissen, dass sie jetzt aufgewacht sei und 
sich bereitmache (StA act. 9.1 S. 69). F._____ informierte weder die Polizei noch 
nahm sie Kontakt zur Opferberatung auf, obwohl sie seit dem Vorfall am 25. Juni 
2018 die jeweiligen Kontaktpersonen kennengelernt hatte und sie ausführte, 
nachdem sie die Frage der Ärztin am 25. Juni 2018 bejaht habe, dass sie verge-
waltigt worden sei, und es der Opferhilfe erzählt habe, habe es eine Kettenreakti-
on gegeben. Sie sei ins interdisziplinäre Gespräch mit den Leuten gekommen, sei 
davon wach geworden (act. H.7 Frage III.90).

8.5. Insgesamt besteht zwar die Wahrscheinlichkeit, dass sich der Sachverhalt 
gemäss der Darstellung von F._____ abgespielt hat, indes drängen sich aufgrund 
des Ausgeführten Zweifel in einem Umfang auf, die dazu führen, dass der Be-
schuldigte in Anwendung des Grundsatzes in dubio pro reo von den Vorwürfen 
freizusprechen ist.

9. Anklagesachverhalt Ziffer 1.1.12

9.1. Dem Beschuldigten wird im Anklagesachverhalt Ziffer 1.1.12 zusammenge-
fasst vorgeworfen, am 11. Juli 2018 F._____ durch ihre Zimmertüre als "Schlam-
pe" bezeichnet zu haben. Später habe er das Zimmer gegen ihren Willen betreten 
und trotz Aufforderung nicht verlassen. Als F._____ mit dem Vater des Beschul-
digten telefoniert habe, habe er gegen ihren Willen Videoaufnahmen davon ge-
macht (RG act. 5).

9.2. Als Beweismittel dienen die Aussagen des Beschuldigten und von F._____. 
Weitere Beweismittel existieren nicht. Betreffend die Aussagen der polizeilichen, 
staatsanwaltlichen und erstinstanzlichen Einvernahmen kann auf das vor-
instanzliche Urteil verwiesen werden (act. E.1 E. 5.16).

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9.3. Dass F._____ den Beschuldigten trotz den massiven Vorwürfen der mehr-
fachen Vergewaltigung und Freiheitsberaubung – insbesondere jener am Tag zu-
vor (Anklagesachverhalt Ziffer 1.1.11) –, wieder in ihr Zimmer gelassen und mit 
ihm dort gemeinsam einen Film angeschaut hatte – wie sie ausführte (StA 
act. 13.8 Frage 29) –, erweckt grosse Zweifel, dass eine solche Beschimpfung 
stattfand und sich der Beschuldigte gegen den Willen von F._____ in ihrem Zim-
mer aufhielt. Der Anklagesachverhalt kann in dieser Hinsicht nicht erstellt werden.

9.4. Was die Videoaufnahmen anbelangt, ist der Beschuldigte geständig. An-
lässlich der Befragung vor der Vorinstanz sagte er aus, er habe das Handy ge-
nommen für ein Video und sie habe mit seinem Vater telefoniert wegen des Gel-
des. Er habe gesagt, dass alles bezahlt sei. Er habe ein Video gemacht und sie 
habe ihm das Handy weggenommen (RG act. 48 Frage 55). Damit ist erstellt, 
dass er F._____ filmte.

10. Anklagesachverhalt Ziffer 1.2.1

10.1. Im Anklagesachverhalt 1.2.1 wird dem Beschuldigten zusammengefasst 
vorgeworfen, er habe am 9. Juli 2018 F._____ gesagt, er werde B._____ "ficken 
und umbringen". Später habe er ihr eine Chat-Nachricht geschrieben, dass er sie 
"nehmen und dem anderen Jungen das Leben" nehmen werde. Diese Nachricht 
habe F._____ B._____ weitergeleitet, was der Beschuldigte in Kauf genommen 
habe (RG act. 5).

10.2. Als Beweismittel dienen die Aussagen des Beschuldigten, von F._____ und 
B._____ sowie der Screenshot der Chat-Nachricht. Weitere Beweismittel existie-
ren nicht.

10.3. Betreffend die Aussagen der polizeilichen, staatsanwaltlichen und erstin-
stanzlichen Einvernahmen kann auf das vorinstanzliche Urteil verwiesen werden 
(act. E.1 E. 5.17).

10.4. Durch den Screenshot der Chat-Nachricht ist belegt, dass der Beschuldigte 
F._____ geschrieben hat, "ich werde dich nehmen und dem anderen Jungen das 
Leben" (StA act. 11.2 Beilage 1). Der Anklagesachverhalt ist diesbezüglich erstellt.

10.5. Was die mündliche Äusserung des Beschuldigten gegenüber B._____ an-
belangt, er werde ihn "ficken und umbringen", fällt auf, dass Letzterer dies in sei-
ner Strafanzeige vom 26. September 2018 so schilderte (StA act. 11.2 S. 2), auf 
Vorhalt bei der polizeilichen Einvernahme vom 16. Oktober 2018 bestätigte (StA 
act. 13.14 Frage 25), aber in der staatsanwaltlichen Einvernahme vom 15. Juli 

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2020 bei der freien Schilderung der Geschehnisse am 9. Juli 2018 nicht erwähnte, 
sondern auf Nachfrage, ob der Beschuldigte ihn bedroht habe, vage ausführte, der 
Beschuldigte habe mit aggressiver Stimme "Schlechtes wie Hurensohn" auf Tür-
kisch gesagt (StA act. 13.27 Fragen 10 f.). Die Aussagen von B._____, der da-
mals schon der neue Partner von F._____ war, was – wie erwähnt – bei der Wür-
digung seiner Aussagen zu berücksichtigen ist, divergieren damit inhaltlich mit 
dem Anklagesachverhalt. F._____ sprach vage davon, der Beschuldigte hätte 
B._____ "bedroht" (StA act. 13.18 Frage 33). Damit lässt sich der diesbezügliche 
Anklagesachverhalt nicht erstellen.

11. Anklagesachverhalt Ziffer 1.2.2

11.1. Dem Beschuldigten wird im Anklagesachverhalt Ziffer 1.2.2 zusammenge-
fasst vorgeworfen, am 10. Juli 2018 B._____ am Telefon beschimpft und bedroht 
zu haben. Weiter habe er, nachdem er das Datum des Kennenlernens von 
F._____ und B._____ erfahren habe, Letzterem gesagt, dass er Besuch von ihm 
kriegen und das noch werde bezahlen müssen. Anlässlich eines weiteren Tele-
fonats habe er B._____ aufgefordert, nach H._____ zu kommen, wo er ihn auf die 
Stirn küssen werde. Sodann habe der Beschuldigte B._____ telefonisch mitgeteilt, 
er werde ihn erschiessen, und habe ihn als "ehrenlosen Menschen", "Hurensohn" 
und "Zuhälter" beschimpft (RG act. 5).

11.2. Als Beweismittel dienen die Aussagen des Beschuldigten und von B._____. 
Weitere Beweismittel existieren nicht. Betreffend die Aussagen der polizeilichen, 
staatsanwaltlichen und erstinstanzlichen Einvernahmen kann auf das vor-
instanzliche Urteil verwiesen werden (act. E.1 E. 5.17).

11.3. Der Beschuldigte räumte ein, B._____ gesagt zu haben, er werde seine 
Stirn küssen (act. H.6 Frage V.67). Der Anklagesachverhalt lässt sich insofern er-
stellen.

11.4. Dass der Beschuldigte B._____ als "Hurensohn", "ehrenlosen Menschen" 
und "Zuhälter" betitelt sowie bemerkt habe, er werde Besuch von ihm kriegen und 
ihn erschiessen, bestätigte Letzterer bei der polizeilichen Einvernahme vom 
16. Oktober 2018 nur auf Vorhalt (StA act. 13.14 Fragen 32, 39 und 49). Auch bei 
der staatsanwaltlichen Einvernahme bestätigte B._____ lediglich, dass ihn der 
Beschuldigte mündlich beschimpft habe. Ergänzungen hatte er keine anzubringen 
(StA act. 13.27 Frage 26). Auf dieser Grundlage lässt sich dieser Anklagesachver-
halt nicht rechtsgenügend erstellen.

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12. Anklagesachverhalt Ziffer 1.4 

12.1. Schliesslich wird dem Beschuldigten im Anklagesachverhalt Ziffer 1.4 zu-
sammengefasst vorgeworfen, am 26. März 2020 für sein Einzelunternehmen 
N._____ im Formular "COVID-19-KREDIT (Kreditvereinbarung)" unter Ziffer 3 im 
Feld "Block 1", "Umsatzerlös" ("Definitiver Umsatzerlös 2019; wenn nicht vorhan-
den, provisorischer Umsatzerlös 2019; wenn auch nicht vorhanden, Umsatzerlös 
2018"), einen Umsatzerlös von CHF 700'000.00 angegeben zu haben, wobei es 
sich um den von ihm geschätzten Umsatzerlös für das Jahr 2020 gehandelt habe 
und er gewusst habe, dass er im Jahr 2019 mit CHF 18'570.10 einen weit geringe-
ren Umsatz erzielt gehabt habe. Zudem habe der Beschuldigte unter Ziffer 4 des 
Formulars erklärt, den gewährten Kreditbetrag ausschliesslich zur Sicherung sei-
ner laufenden Liquiditätsbedürfnisse zu verwenden, er aufgrund der COVID-19-
Pandemie namentlich hinsichtlich seines Umsatzes wirtschaftlich erheblich beein-
trächtigt sei und alle Angaben vollständig und wahrheitsgetreu seien. Seine 
Schätzung des Umsatzerlöses habe der Beschuldigte auf eine Vereinbarung mit 
der O._____ GmbH über den Verkauf von Pistazien und Baklava, statt wie vorge-
geben auf die dreifache Nettolohnsumme des Kreditnehmers gestützt. Er habe 
bereits zum damaligen Zeitpunkt gewusst, dass die Schätzung demnach falsch 
gewesen sei, da sie nicht auf der dreifachen Nettolohnsumme beruht habe. Auch 
habe er gewusst, dass die Schätzung nicht realistisch gewesen sei, da er sich da-
bei auf eine unverbindliche Vereinbarung mit der O._____ GmbH gestützt habe, 
deren erste Bestellung erst am 30. April 2020 hätte eintreffen sollen, und er auf-
grund der bisherigen Geschäftserfahrung gewusst habe, dass ein solcher Umsatz 
nicht erreichbar sei. Der Beschuldigte habe vorsätzlich einen viel zu hohen Um-
satz angegeben, um einen möglichst hohen COVID-19-Kredit zu erlangen. Der 
Beschuldigte habe zudem bereits bei der Unterzeichnung der Kreditvereinbarung 
am 26. März 2020 beabsichtigt, den Kreditbetrag teilweise für private Zwecke zu 
gebrauchen. So habe er am 15. April 2020 CHF 19'200.00 vom Kredit auf ein tür-
kisches Konto zuhanden seines Bruders P._____ überwiesen, damit dieser ein 
Stück Land in der Türkei habe kaufen können. Am 20. April 2020 habe der Bruder 
das Geld zurücküberwiesen (RG act. 5).

12.2. Es kann auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen wer-
den (act. E.1 E. 5.19 S. 81 f.). Ergänzende Ausführungen erfolgen im Rahmen der 
rechtlichen Würdigung.

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13. Fazit

Zumal sich der Sachverhalt gemäss Anklageschrift Ziffer 1.1.1 (in Bezug auf die 
Freiheitsberaubung), Ziffern 1.1.2 bis 1.1.7, Ziffer 1.1.8 (in Bezug auf die Verge-
waltigung), Ziffer 1.1.9 (in Bezug auf die versuchte Nötigung), Ziffer 1.1.10, Ziffer 
1.1.11, Ziffer 1.1.12 (in Bezug auf den Hausfriedensbruch und die Beschimpfung), 
Ziffer 1.2.1 (in Bezug auf eine Drohung) und Ziffer 1.2.2 in Bezug auf die Be-
schimpfungen nicht erstellen lässt, ist der Beschuldigte von den entsprechenden 
Vorwürfen freizusprechen.

14. Rechtliche Würdigung

14.1. Drohung mit Rüstmesser zwecks Handyherausgabe

Betreffend Anklagesachverhalt Ziffer 1.1.8, wonach der Beschuldigte F._____ mit 
dem Rüstmesser zur Herausgabe ihres Handys anhalten wollte, kann auf die zu-
treffende rechtliche Würdigung der Vorinstanz verwiesen werden (act. E.1 E. 6.5), 
wonach sich der Beschuldigte der versuchten Nötigung gemäss Art. 181 StGB in 
Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB schuldig gemacht hat. 

14.2. Freiheitsberaubung

14.2.1. In Bezug auf die Freiheitsberaubung in der Nacht vom 25. Juni 2018 (An-
klagesachverhalt Ziffer 1.1.9) kann ebenfalls auf die zutreffende rechtliche Würdi-
gung der Vorinstanz verwiesen werden (act. E.1 E. 6.2). Ergänzend ist Folgendes 
festzuhalten:

14.2.2. Ins Leere zielt der Hinweis der Verteidigung, F._____ habe B._____ ge-
schrieben, der Beschuldigte habe sie ins Auto schmeissen wollen, womit er es 
aber nicht getan habe, sondern sie sei freiwillig zum Beschuldigten ins Auto ge-
stiegen (act. H.1 S. 10 f.). Richtig ist, dass es dem Beschuldigten zuerst nicht ge-
lang, F._____ unter Anwendung von physischer Gewalt in das Auto zu zwingen, 
und sie danach auf seine Aufforderung hin einstieg. So auch die Anklageschrift. 
Von Freiwilligkeit kann indes angesichts der Situation nicht gesprochen werden. 
Der Beschuldigte – wenn nicht auch ein zweiter Mann – wollte sie kurz vorher ge-
waltsam ins Auto zwingen. Bei diesem Gerangel beim Auto zog sie sich am Ge-
säss, an den Knien, am rechten Schienbein, am linken Oberarm, an den Handge-
lenken sowie am Hals Rötungen bzw. blaue und bräunliche Flecken und damit 
Blessuren zu (vgl. Notfallbericht vom 25. Juni 2018; StA act. 13.6 Anhang). Ange-
sichts dessen wusste sie, was passiert, wenn sie sich nochmals widersetzen wür-
de. Zudem befand sich der Beschuldigte, weil er ihre Facebook-Nachrichten mit 

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dem anderen Mann gelesen hatte, in Eifersucht. Vor dieser Kulisse erreichte die 
psychische Einwirkung des Beschuldigten auf F._____, um sie zum Einsteigen in 
das Auto zu bewegen, eine ausreichende Zwangsintensität, um den Tatbestand 
zu erfüllen, so dass sich der Beschuldigte der Freiheitsberaubung gemäss Art. 183 
Ziff. 1 StGB schuldig gemacht hat.

14.3. Handyvideo

Betreffend die rechtliche Würdigung des Anklagesachverhalts Ziffer 1.1.12, wo-
nach der Beschuldigte F._____ in ihrem Zimmer beim Telefonieren filmte, kann 
auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (act. E.1 
E. 6.9). Der Beschuldigte hat sich der Verletzung des Geheim- und Privatbereichs 
durch Aufnahmegeräte gemäss Art. 179quater StGB schuldig gemacht.

14.4. "dem Jungen das Leben nehmen"

Ebenfalls kann für den Anklagesachverhalt Ziffer 1.2.1, gemäss welchem der Be-
schuldigte F._____ schrieb, er werde "sie nehmen und dem Jungen das Leben", 
auf die vorinstanzlichen Ausführungen verwiesen werden (act. E.1 E. 6.6). Dies-
bezüglich ist zu ergänzen, dass offensichtlich war, dass der Beschuldigte mit 
"Junge" B._____ meinte. Der Beschuldigte hatte B._____ tags zuvor mit F._____ 
gesehen. Sie erklärte ihm, bei B._____ handle es sich um einen Kollegen ihres 
Cousins, der ihr ein Bett gebracht habe (act. H.6 Frage V.56). Diese Erklärung 
schluckte er jedoch nicht, sondern reagierte mit grosser Eifersucht, indem er 
B._____ angab, er sei der Verlobte von F._____ und dessen Autonummer fotogra-
fierte, um die Halterdaten in Erfahrung zu bringen (act. H.6 Frage V.56). Zwar be-
stritt er, gewusst zu haben, dass F._____ und B._____ zu diesem Zeitpunkt in ei-
ner Beziehung waren (act. H.6 Frage V.62), indes lässt sich dies aufgrund seiner 
weiteren Aussagen erstellen, gab er doch an, im Juli, dem einzigen Mal, dass er 
B._____ begegnet sei, habe er gesehen, dass F._____ mit B._____ zusammen 
sei (act. H.6 Fragen V.12 und 63). Damit war für den Beschuldigten offensichtlich, 
dass F._____ und B._____ privaten Kontakt pflegten, und es musste ihm klar sein, 
dass F._____ eine solche Nachricht B._____ weiterleiten werde.

Im Ergebnis hat sich der Beschuldigte der Drohung gemäss Art. 180 Abs. 1 StGB 
schuldig gemacht.

14.5. "auf die Stirn küssen"

14.5.1. Was die Äusserung des Beschuldigten gegenüber B._____ anbelangt, er 
werde in "auf die Stirn küssen", ist unklar, was damit genau gemeint ist. Während 

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der Beschuldigte ausführte, das bedeute "ich gratuliere dir", "Gratulation" (act. H.6 
Frage V.67), führte B._____ aus, damit sei in der Türkei ein Kopfschuss gemeint 
(StA act. 13.14 Frage 45).

14.5.2. Der objektive Tatbestand der Drohung gemäss Art. 180 Abs. 1 StGB setzt 
voraus, dass der Drohende seinem Opfer ein künftiges Übel ankündigt oder in 
Aussicht stellt. Erforderlich ist ein Verhalten, das geeignet ist, die geschädigte 
Person in Schrecken oder Angst zu versetzen. Dabei ist grundsätzlich ein objekti-
ver Massstab anzulegen, wobei in der Regel auf das Empfinden eines vernünfti-
gen Menschen mit einigermassen normaler psychischer Belastbarkeit abzustellen 
ist. Bei der Beurteilung sind namentlich die Umstände sowie die Vorgeschichte der 
Äusserung zu berücksichtigen (BGer 6B_425/2023 v. 14.8.2023 E. 2.3.1; 
6B_196/2018 v. 19.9.2018 E. 1.1.2 und 1.2.1).

14.5.3. Die genannte Äusserung fiel bei einem Telefongespräch zwischen dem 
Beschuldigten und B._____. Nach Darstellung von Letzterem hatte der Beschul-
digte ihm gesagt, er solle nach H._____ kommen, wenn er ein Mann sei, dann 
werde er ihn auf die Stirn küssen (StA act. 11.2 S. 4). Der Beschuldigte legte es so 
dar, dass B._____ ihn aufgefordert habe, den ausstehenden Betrag des Darle-
hens F._____ zu bezahlen, sonst könne er jemanden organisieren, der bei ihm 
vorbeikäme, worauf der Beschuldigte gesagt habe, wenn B._____ komme, werde 
er seine Stirn küssen (act. H.6 Frage V.67). Der Gesamtkontext, in welchem die 
Äusserung fiel, ist somit davon geprägt, dass der aktuelle und vorherige Partner 
von F._____ aufeinanderprallten, und kann damit als aufgeheizt umschrieben 
werden. Das Empfinden eines vernünftigen Menschen, um der allgemeinen For-
mel des Bundesgerichts zu folgen, würde in diesem Kontext wohl bei der Inaus-
sichtstellung eines Stirnkusses auf ein weniger freundliches Verhalten schliessen, 
indes lässt sich diese Äusserung objektiv nicht als ein künftiges Übel bzw. schwe-
re Drohung, wie vom Gesetz gefordert, interpretieren. Der Tatbestand der Dro-
hung gemäss Art. 180 Abs. 1 StGB ist mit dieser Äusserung nicht erfüllt, womit der 
Beschuldigte freizusprechen ist.

14.6. COVID-19-Kredit-Betrug

14.6.1. Des Betrugs nach Art. 146 Abs. 1 StGB macht sich strafbar, wer in der Ab-
sicht, sich oder einen anderen unrechtmässig zu bereichern, jemanden durch Vor-
spiegelung oder Unterdrückung von Tatsachen arglistig irreführt oder in einem 
Irrtum arglistig bestärkt und so den Irrenden zu einem Verhalten bestimmt, wo-
durch dieser sich selbst oder einen anderen am Vermögen schädigt.

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14.6.2. Nicht jede Täuschung genügt zur Erfüllung des Betrugstatbestands, viel-
mehr verlangt das Gesetz einschränkend, dass die Täuschung arglistig zu sein 
hat. Arglist ist nach ständiger bundesgerichtlicher Rechtsprechung gegeben, wenn 
der Täter ein ganzes Lügengebäude errichtet oder sich besonderer Machenschaf-
ten oder Kniffe bedient. Bei einfachen falschen Angaben ist das Merkmal erfüllt, 
wenn deren Überprüfung nicht oder nur mit besonderer Mühe möglich oder nicht 
zumutbar ist, sowie dann, wenn der Täter den Getäuschten von der möglichen 
Überprüfung abhält oder nach den Umständen voraussieht, dass dieser die Über-
prüfung der Angaben aufgrund eines besonderen Vertrauensverhältnisses unter-
lassen werde. Arglist scheidet aus, wenn der Getäuschte den Irrtum mit einem 
Mindestmass an Aufmerksamkeit hätte vermeiden können. Dabei sind die jeweili-
ge Lage und die Schutzbedürftigkeit des Betroffenen im Einzelfall entscheidend. 
Arglist scheidet lediglich aus, wenn die grundlegendsten Vorsichtsmassnahmen 
nicht beachtet werden. Entsprechend entfällt der strafrechtliche Schutz nicht bei 
jeder Fahrlässigkeit des Getäuschten, sondern nur bei Leichtfertigkeit, welche das 
betrügerische Verhalten des Täters in den Hintergrund treten lässt. Die zum Aus-
schluss der Strafbarkeit des Täuschenden führende Opferverantwortung kann nur 
in Ausnahmefällen bejaht werden (BGE 142 IV 153 E. 2.2.2). Damit Arglist des 
Betrügers zu verneinen ist, bedarf es auch bei Banken einer geradezu leichtferti-
gen Verhaltensweise, wie etwa die Akzeptanz einer offensichtlich abgeänderten 
Urkunde – z.B. eine handschriftliche Abänderung von Zahlen einer in Maschinen-
schrift gehaltenen Urkunde. Bei einem Kreditbetrug täuscht der Borger beim Ab-
schluss des Darlehensvertrags über seine Rückzahlungsfähigkeit, d.h. seine Kre-
ditwürdigkeit und demzufolge die Sicherheit der Forderung, bzw. über seinen 
Rückzahlungswillen. Der Vermögensschaden ist gegeben und der Betrug somit 
vollendet, wenn der Borger entgegen der beim Darleiher geweckten Erwartungen 
im Zeitpunkt der Kreditgewährung dermassen wenig Gewähr für eine vertrags-
gemässe Rückzahlung des Geldes bietet, dass die Darlehensforderung erheblich 
gefährdet und infolgedessen in ihrem Wert wesentlich herabgesetzt ist (BGer 
6B_219/2021 v. 19.4.23 E. 4.2).

14.6.3. Vorab kann auf die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden 
(act. E.1 E. 6.10). Ergänzend ist Folgendes auszuführen: 

14.6.4. Der Beschuldigte gab im Formular "COVID-19-KREDIT (Kreditvereinba-
rung)" im Feld "Block 1" auf der Zeile für die Angabe "700,000" an (StA act. 16.4). 
Da direkt darunter "Definitiver Umsatzerlös 2019; wenn nicht vorhanden, provisori-
scher Umsatzerlös 2019; wenn auch nicht vorhanden, Umsatzerlös 2018" steht, 
erweckte der Beschuldigte mit seiner Angabe den Eindruck, er habe einen definiti-

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ven oder provisorischen Umsatzerlös im Jahr 2019 bzw. 2018 in der Höhe von 
CHF 700'000.00 erwirtschaftet. Zudem kreuzte er an, den Kredit ausschliesslich 
zur Sicherung der laufenden Liquiditätsbedürfnisse der Kreditnehmerin zu ver-
wenden sowie, dass er aufgrund der COVID-19-Pandemie namentlich hinsichtlich 
seines Umsatzes wirtschaftlich erheblich beeinträchtigt sei und alle Angaben 
vollständig seien und der Wahrheit entsprächen. Bei dieser Täuschung handelt es 
sich um eine einfache Falschangabe (vgl. auch nachfolgende Ausführungen).

14.6.5. Der Beschuldigte unterhielt mit der kreditgebenden Bank eine Geschäfts-
beziehung. Ob es sich dabei um ein besonderes Vertrauensverhältnis handelt, 
aufgrund dessen voraussehbar war, dass eine Überprüfung unterbleiben werde, 
kann offenbleiben. Es bestand Kraft der Verordnung zur Gewährung von Krediten 
und Solidarbürgschaften in Folge des Coronavirus (COVID-19-Solidar-
bürgschaftsverordnung) vom 25. März 2020 (SR 951.261; fortan COVID-19-SBüV) 
eine Solidarbürgschaft für die Bankkredite durch Bürgschaftsorganisationen (Art. 3 
Abs. 1 COVID-19-SBüV). Ein Vertrauensverhältnis mit der D._____ ist zu vernei-
nen. Die COVID-19-SBüV sah vor, dass formlos Bankkredite bis zur Höhe von 
CHF 500'000.00 zur Abfederung der Auswirkungen des Coronavirus gewährt wür-
den (Art. 2 und Art. 3 Abs. 1 COVID-19-SBüV). Es sollte ein rascher unbürokrati-
scher Zugang zu Liquidität geschaffen werden als Teil des Massnahmenpakets 
des Bundesrates zur Abfederung der wirtschaftlichen Folgen des Coronavirus, 
basierend auf Selbstdeklaration (Erläuterungen zur Verordnung zur Gewährung 
von Krediten und Solidarbürgschaften in Folge des Coronavirus [COVID-19-
Solidarbürgschaftsverordnung], S. 1 ff.). Gemäss Anhang 1 zur COVID-19-SBüV, 
Ziffer 2.3, verweigerte die Bank die Kreditgewährung, wenn der Antrag des Kredit-
nehmers nicht vollständig ausgefüllt worden war. War der Antragsteller Bankkunde 
und waren gemäss Selbstdeklaration die Voraussetzungen für einen COVID-
Kredit erfüllt, leitete sie das Kreditgesuch der D._____ weiter, welche die Gesuche 
auf Vollständigkeit und formelle Korrektheit überprüfte. Bereits mit dem Versand 
an die D._____ galt die Bürgschaft als genehmigt und die Bank konnte die Mittel 
sofort zur Verfügung stellen. Weitergehende Kreditprüfungen wurden nicht ge-
macht (Erläuterungen zur Verordnung zur Gewährung von Krediten und Solidar-
bürgschaften in Folge des Coronavirus; S. 4; Art. 11 Abs. 1 und 3 COVID-19-
SBüV). Eine nähere Überprüfung war damit explizit nicht vorgesehen, weil dies 
angesichts der grossen Anzahl an Gesuchen und der beabsichtigten raschen un-
bürokratischen Hilfe in der Notsituation schlicht nicht möglich und zumutbar gewe-
sen wäre. Insofern ist die Arglist in Bezug auf die Umsatzangabe, das Bestehen 
einer Beeinträchtigung durch die Pandemie und die Richtigkeit der Angaben zu 
bejahen. Der Wille, den Kreditbetrag nur für Liquiditätsbedürfnisse zu verwenden, 

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ist als innere Tatsache einer Überprüfung nicht zugänglich, wonach dessen Vor-
spiegelung – analog zum Leistungswillen – als grundsätzlich arglistig im Sinne von 
Art. 146 StGB gelten muss.

14.6.6. Eine Leichtfertigkeit, die das betrügerische Verhalten des Beschuldigten in 
den Hintergrund treten lassen würde, kann angesichts der konkreten Umstände, in 
denen die Kredite gewährt wurden, nicht erblickt werden. Die dargelegte Notsitua-
tion, in der rasche unbürokratische Hilfe für das Überleben vieler Unternehmen 
von höchster Notwendigkeit war, wirkt sich entscheidend auf die Frage der Opfer-
mitverantwortung aus. Die Verhältnisse erforderten eine schnelle und unbürokrati-
sche Kreditvergabe, wie sie in der vorerwähnten Verordnung zur Gewährung von 
Krediten und Solidarbürgschaften in Folge des Coronavirus, welche sich auf das 
Bundesgesetz über die Finanzhilfen an Bürgschaftsorganisationen für KMU und 
auf die Verordnung vom 12. Juni 2015 über die Finanzhilfen an Bürgschaftsorga-
nisationen für KMU stützte, verankert wurde. Die von der Bank und der Solidar-
bürgschaftsorganisation auf eine formale Vollständigkeitskontrolle beschränkte 
Überprüfung des Kreditantrags des Beschuldigten stand damit in Einklang mit gel-
tendem Recht. Dass die Angabe eines Umsatzerlöses für das Jahr 2018 oder 
2019 in der Höhe von CHF 700'000.00 mit dem Kontostand des Beschuldigten 
nicht korrelierte, vermag daran nichts zu ändern, dass eine Überprüfung im gel-
tenden Recht nicht vorgesehen und aufgrund der riesigen Anzahl der eingehen-
den Kreditanträge auch innert angemessener Frist nicht möglich war. Der Be-
schuldigte hätte zudem durchaus noch Beziehungen zu anderen Banken haben 
können. Die rasche Auszahlung der Nothilfekredite war nur möglich, indem den 
Kreditnehmern ein besonderes Vertrauen entgegengebracht wurde. Dass die 
Bank die Angaben des Beschuldigten auf dem Kreditformular inhaltlich nicht über-
prüfte, ist vor dem skizzierten Hintergrund nicht als leichtfertige Verletzung zumut-
barer Selbstschutzmöglichkeiten zu werten (vgl. auch Urteil OGer AG 
SST.2022.90 v. 22.11.2022 S. 14).

14.6.7. Für den Beschuldigten war vorhersehbar, dass die Bank seine Angaben 
auf dem Formular keiner Prüfung unterziehen werde. Dies auch ohne Kenntnis der 
Verordnungsbestimmungen. Einerseits erschliesst sich das aus dem Formular 
selber. So musste ja bei der Antragstellung lediglich mit Ankreuzen zugesichert 
werden, dass alle Angaben vollständig seien und der Wahrheit entsprächen. Wei-
ter waren keinerlei Belege vorzuweisen oder dem Formular beizulegen. Damit 
wusste der Beschuldigte ganz klar, dass eine Überprüfung seiner Angabe bezüg-
lich des geschätzten Umsatzerlöses – wie er meinte, angegeben zu haben – gar 
nicht möglich war. Andererseits war auch damit zu rechnen, dass bei einer Gross-

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bank wie der Hausbank des Beschuldigten eine riesige Anzahl solcher Kreditge-
suche eingehen würden und eine Überprüfung derer innert weniger Tage schlicht 
unmöglich war. Dies wurde im Übrigen auch in den Medien bereits im Vorfeld des 
Erlasses der genannten Verordnung eingehend thematisiert. Dass eine nähere 
Überprüfung der Angaben im Formular nicht erfolgen werde und zudem auch nicht 
zumutbar bzw. unmöglich war, stellte daher bereits im Zeitraum des Verordnungs-
erlasses eine notorische Tatsache dar (vgl. Urteil OGer ZH SB210497 v. 
10.2.2022 S. 11).

14.6.8. Dass es sich bei seiner Angabe im Feld "Block 1" weder um den definitiven 
oder provisorischen Umsatzerlös 2019 noch um den Umsatzerlös 2018 handelte, 
welcher in dieser Zeile einzutragen gewesen wäre, bestreitet der Beschuldigte 
nicht. Er führte konstant aus, bei den von ihm angegebenen CHF 700'000.00 
handle es sich um den von ihm geschätzten Umsatzerlös für das Jahr 2020 (StA 
act. 16.20 Fragen 18 und 20; StA act. 16.33 Frage 5; act. H.6 Frage V.78). Er ha-
be den Antrag wahrheitsgemäss ausgefüllt und nur aus Versehen CHF 700'000.00 
im Feld "Block 1" statt "Block 2" eingetragen (StA act. 16.20 Frage 21). Gemäss 
Formular ist "Block 2" auszufüllen, falls keine Angaben zu "Block 1" vorhanden 
sind. In "Block 2" sind zwei Zeilen auszufüllen. Eine für die Nettolohnsumme – 
darunter steht "Geschätzte Nettolohnsumme für ein Geschäftsjahr" – und eine für 
den geschätzten Umsatzerlös – darunter steht "Geschätzter Umsatzerlös = 3 x 
angegebene Nettolohnsumme; min. CHF 100'000, max. CHF 500'000". Selbst 
wenn der Beschuldigte irrtümlich den Betrag im Feld "Block 1" statt "Block 2" ein-
getragen hätte, steht dennoch fest, dass es sich bei den von ihm angegebenen 
CHF 700'000.00 nicht um die (dreifache) Nettolohnsumme handelte, gab er doch – 
wie ausgeführt – an, die CHF 700'000.00 seien der geschätzte Umsatzerlös für 
das Jahr 2020 aufgrund von Zusagen von Abnehmern in der Schweiz bzw. auf-
grund eines Vertrages, dass er monatlich oder wöchentlich Ware organisieren 
müsse, sowie anderer, eigener Kunden (StA act. 16.20 Fragen 18 und 20; StA 
act. 16.33 Fragen 10 und 13; StA act. 16.35 Frage 1; act. H.6 Frage V.78). Dass 
sich der Beschuldigte darauf berief, die Bank habe ihm erklärt, er könne, wenn – 
wie bei ihm – die Gründung des Unternehmens erst im Jahr 2019 erfolgte sei und 
noch keine Zahlen vorlägen, den geschätzten Umsatz für das Jahr 2020 angeben 
(act. H.1 S. 21), hilft ihm nicht weiter. Er hat doch nicht behauptet – was im Übri-
gen aufgrund des expliziten Hinweises im Formular auch unglaubhaft wäre –, die 
Bank habe ihm angegeben, der geschätzte Umsatzerlös könne aufgrund von Auf-
trägen berechnet werden, wie er es nach seinen Angaben gemacht hat. Im Formu-
lar steht klar und direkt beim entsprechenden Feld, wie der geschätzte Umsatzer-
lös bei fehlenden Geschäftszahlen für die Jahre 2018 und 2019 zu berechnen war. 

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Von einem Geschäftsmann kann erwartet werden, dass er die entsprechenden 
klaren Angaben direkt unter der auszufüllenden Zeile zur Kenntnis nimmt. Bereits 
deswegen muss ihm daher klar gewesen sein, dass seine Angabe von 
CHF 700'000.00 nicht korrekt war. 

14.6.9. Darüber hinaus durfte der Beschuldigte nicht davon ausgehen, dass er – 
ohne den Lockdown – im Jahr 2020 einen Umsatz von CHF 700'000.00 hätte er-
zielen können. Der Beschuldigte gab an, er sei ab dem 3. Juni 2019 bis zum 
5. März 2020 zu 100% arbeitsunfähig gewesen (StA act. 16.20 Frage 2) wegen 
Rückenleiden (StA act. 16.20 Frage 6) bzw. psychischen Problemen wie auch sol-
chen mit dem Rücken und dem Nacken (StA act. 16.33 Frage 14). Angesichts sol-
cher gesundheitlicher Probleme, bei welchen der Genesungszeitpunkt sehr 
schwierig abzusehen ist und welche bis am 5. März 2020 eine 100%ige Arbeitsun-
fähigkeit verursacht haben, konnte und durfte er keine vollkommen uneinge-
schränkte Einsatzfähigkeit für den Rest des Jahres 2020 annehmen. Trotzdem will 
der Beschuldigte am 14. Januar 2020 und damit noch während der damals beste-
henden vollen Arbeitsunfähigkeit mit der O._____ GmbH einen Vertrag abge-
schlossen haben, "dass er monatlich oder wöchentlich Ware organisieren müsse", 
womit er ungefähr CHF 650'000.00 Umsatz erzielt hätte (act. H.6 Frage V.78). 
Dies allein weckt bereits grosse Zweifel. Darüber hinaus ist dem Vertragstext zu 
entnehmen, dass die O._____ GmbH "jeden Monat regelmässig 3 Tonnen Pista-
zien" [ob geschält  oder mit Schale geht aus dem Wortlaut nicht hervor] und 
"1 Tonne Baklava kaufen" werde, wobei die erste Bestellung am 30. April 2020 
eintreffen werde. Aufgrund dieses Wortlauts könnte der Vertrag auch als Ab-
sichtserklärung verstanden werden. Gemäss Angaben von R._____ von der 
O._____ GmbH habe er dann nur Ware für ca. CHF 4'000.00 bis CHF 5'000.00 
beim Beschuldigten bezogen (StA act. 16.34 Frage 19), was gegen einen verbind-
lichen Kaufvertrag spricht. Der Beschuldigte hat denn auch nicht auf Erfüllung ge-
klagt. Q._____ bestätigte zwar, dass er einen entsprechenden Vertrag mit dem 
Beschuldigten abgeschlossen hätte (StA act. 16.34 Fragen 10 f.), konnte aber we-
der Namen von möglichen Kunden für die monatliche Menge von nicht weniger als 
drei Tonnen Pistazien und einer Tonne Baklava nennen (StA act. 16.34 Frage 15) 
noch liess seine finanzielle Situation eine solche Verpflichtung zu. Der Mietvertrag 
für seine Geschäftsräume wurde ihm zehn Tage nach dem angeblichen Vertrags-
abschluss mit dem Beschuldigten bereits auf den 29. Februar 2020 gekündigt (StA 
act. 16.27). Aufgrund der kurzen Kündigungsfrist sowie der vereinbarten fixen 
Dauer des Mietvertrages bis am 30. September 2023 (StA act. 16.26) muss es 
sich um eine Zahlungsverzugskündigung nach Art. 257d OR gehandelt haben. 
Demnach war die O._____ GmbH im Zeitpunkt des Vertragsabschlusses mit dem 

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Beschuldigten bereits im Zahlungsrückstand mit der Miete und musste auch mit 
Kündigungsandrohung abgemahnt worden sein. Dass die O._____ GmbH in fi-
nanzieller Schieflage und dem Verlust des Geschäftslokals vor Augen einen ver-
bindlichen Vertrag abschliesst, der sie verpflichtet, Pistazien in grossen Mengen 
und zum ähnlichen Preis, wie sie Supermärkte dem Endverbraucher anbieten, zu 
kaufen, ist äusserst zweifelhaft. Zudem fällt auf, dass der Beschuldigte in der ers-
ten Einvernahme vom 11. Juli 2020 ausführte, er sei aufgrund von Zusagen von 
Abnehmern – also nicht nur ein Abnehmer –, welche ihm zugesichert hätten, im 
Jahr 2020 grössere Mengen türkische Pistazien und Süssigkeiten abzukaufen, auf 
den Betrag von CHF 700'000.00 gekommen (StA act. 16.20 Frage 20), während er 
dann in der Einvernahme vom 12. Oktober 2020 plötzlich davon sprach, er hätte 
"einen grossen Auftrag" gehabt, und ausführte, es hätte bereits eine schriftliche 
Abmachung bestanden (StA act. 16.33 Frage 10).

14.6.10. Dass der Beschuldigte zu Recht habe davon ausgehen dürfen und müs-
sen, dass alles seine Richtigkeit habe, wie die Verteidigung ausführte (act. H.1 
S. 22), findet angesichts des Ausgeführten keine Stütze. Vielmehr lässt sich erstel-
len, dass der Beschuldigte zumindest in Kauf nahm, dass seine Angabe in Bezug 
auf den geschätzten Umsatzerlös nicht der Wahrheit entsprach. Zumal er – wie 
ausgeführt – nicht darauf vertrauen konnte, dass er den Umsatz gestützt auf den 
Vertrag mit der O._____ GmbH erzielen werde, er keine weiteren Kunden nennen 
konnte und bis am 5. März 2020 arbeitsunfähig war, wusste er zum Zeitpunkt der 
Antragsstellung am 26. März 2020 auch, dass es nicht der Wahrheit entsprach, 
wenn er angab, er sei aufgrund der COVID-19-Pandemie hinsichtlich seines Um-
satzes erheblich beeinträchtigt. Hinzu kommt, dass dem Beschuldigten angesichts 
der finanziellen Lage und der fehlenden Aufträge im Zeitpunkt der Kreditge-
währung keine ernsthafte Rückzahlungsmöglichkeit und daher auch kein Rück-
zahlungswille attestiert werden kann. Indem sich der Beschuldigte dennoch einen 
Kreditbetrag über CHF 70'000.00 auszahlen liess, war die Darlehensforderung 
erheblich gefährdet. Der Beschuldigte nahm damit zumindest in Kauf, dass die 
Kreditgeberin einen Vermögensausfall erleiden würde.

14.6.11. Es ist erstellt und unbestritten, dass der Beschuldigte mit dem Formular 
zusicherte, den Kreditbetrag ausschliesslich zur Sicherung der laufenden Liqui-
ditätsbedürfnisse der Kreditnehmerin, seinem Einzelunternehmen N._____, zu 
verwenden. Aus den Kontoauszügen ist ersichtlich, dass er bis am 6. Mai 2020 
insgesamt über CHF 33'000.00 in Bar vom Konto abhob (StA act. 16.9). Davon 
zwei Mal einen Betrag von CHF 10'000.00 am 2. und 8. April 2020 (StA act. 16.9 
S. 6 f.). Dazu befragt, führte er anlässlich der polizeilichen Befragung vom 11. Juli 

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2020 aus, das habe er nicht mehr präsent (StA act. 16.20 Frage 36), während er 
dann anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 12. Oktober 2020 geltend 
machte, er habe damit Rechnungen bezahlt und einen Teil in die Türkei geschickt, 
um Gewürze zu kaufen (StA act. 16.33 Frage 22). Es bestehen jedoch keine Quit-
tungen oder Rechnungen, welche die Verwendung des Geldes belegen könnten, 
obwohl der Beschuldigte einerseits aufgefordert wurde, Belege über die Verwen-
dung des Kreditbetrages einzureichen, und er andererseits auch in Aussicht stell-
te, Belege betreffend die Bargeldbezüge in der Höhe von CHF 10'000.00 einzurei-
chen (StA act. 16.20 Fragen 31 und 36; StA act. 16.33 Frage 22). Dass er Bargeld 
bezog, um Rechnungen zu bezahlen und in die Türkei zu schicken, ist darüber 
hinaus unglaubhaft, gab er doch selber an, er verfüge über ein Konto in der Tür-
kei, auf welches er von der Schweiz aus überweise und dann Personen in der 
Türkei bezahle (StA act. 16.33 Frage 25). Angesichts dessen, dass der Beschul-
digte – wie aus den Kontoauszügen und auf dem Geschäftsabschluss 2019 (StA 
act. 16.32) ersichtlich – private und geschäftliche Ausgaben vermischte und er 
zum damaligen Zeitpunkt grosse finanzielle Probleme bzw. viele Schulden hatte, 
wie sein Betreibungsregisterauszug (StA act. 16.15) und der am 2. Dezember 
2020 über ihn eröffnete (Privat-)Konkurs belegen, ist zu schliessen, dass er mit 
den Bargeldbezügen zumindest einen Teil des Kreditbetrages für private Zwecke 
verwendet hat und dies auch bereits bei der Antragstellung beabsichtig hatte. Ein 
Indiz für Letzteres ist auch darin zu erblicken, dass vor dem Eingang des Kreditbe-
trages am 31. März 2020 der Kontostand lediglich CHF 7.98 betrug und bereits 
am 18. Mai 2020 wieder auf CHF 206.21 gesunken war. Der Beschuldigte räumte 
auch ein, vom Kreditbetrag CHF 19'200.00 auf das türkische Konto seines Onkels 
überwiesen zu haben, damit sein Bruder P._____ damit ein Grundstück in der 
Türkei habe kaufen können (StA act. 16.20 Frage 33). Aus dem Kontoauszug ist 
ersichtlich, dass dieser Betrag fünf Tage später zurücküberwiesen wurde (StA 
act. 16.9 S. 5). Dies ändert indes nichts daran, dass er damit Teile des Kreditbe-
trages auch für Liquiditätsbedürfnisse verwendet hat, die keinen Bezug zu seinem 
Geschäft bzw. der Kreditnehmerin N._____ hatten. In der Verwendung des Kredits 
für private Liquiditätsbedürfnisse manifestiert sich die Bereicherungsabsicht des 
Beschuldigten.

14.6.12. Nach dem Ausgeführten ist hinreichend erstellt, dass der Beschuldigte im 
Bewusstsein handelte, mit der Angabe eines Umsatzerlöses von CHF 700'000.00 
einen zu hohen Kreditbetrag zu erhalten. Dies schliesst den von der Verteidigung 
vorgebrachten Rechtsirrtum im Sinne von Art. 21 StGB (act. H.1 S. 22) aus. Fer-
ner führte die Verteidigung nicht aus und erschliesst sich auch nicht, inwiefern sich 

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der Beschuldigte über die Rechtswidrigkeit von unzutreffenden Angaben zum Um-
satzerlös etc. geirrt habe soll.

14.6.13. Der Beschuldigte hat sich daher des Betrugs gemäss Art. 146 Abs. 1 
StGB schuldig gemacht.

14.7. Urkundenfälschung

14.7.1. Es kann auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen wer-
den (act. E.1 E. 6.11) – mit folgenden Ergänzungen:

14.7.2. Wie ausgeführt, gewährte die D._____ den Kredit auf Gesuch hin gestützt 
auf die Selbstdeklaration des Antragsstellers. Dies explizit ohne weitergehende 
Prüfung als betreffend die Vollständigkeit der Angaben und Voraussetzungen 
gemäss Formular (insbesondere vor dem 1. März 2020 gegründete Unternehmen, 
kein Konkurs- oder Liquidationsverfahren; vgl. Art. 3 Abs. 1 COVID-19-SBüV), 
zumal eine solche die beabsichtigte rasche und unbürokratische Soforthilfe verei-
telt hätte. Der Antragsteller bestätigte schriftlich, dass alle Angaben im eingereich-
ten Gesuchsformular vollständig und wahr seien (vgl. Art. 11 Abs. 1 und 2 COVID-
19-SBüV). Aufgrund dessen kommt den im Antrag gemachten Angaben – im Ge-
gensatz zu einer einfachen schriftlichen Lüge – erhöhte Glaubwürdigkeit zu, wo-
durch der Erklärung des Antragstellers seitens der Bank bzw. der D._____ beson-
deres Vertrauen entgegengebracht wurde. Die Urkundenqualität der COVID-19-
Kreditanträge ist daher zu bejahen (vgl. Urteil OGer ZH SB210497 v. 10.2.2022 
S. 14; Urteil OGer AG SST.2022.90 v. 22.11.2022 S. 17).

14.7.3. Indem der Beschuldigte im Formular für den COVID-Kredit einen für die 
Kreditsumme massgeblichen Umsatzerlös für das Jahr 2018 bzw. 2019 von 
CHF 700'000.00 angab, obwohl dies nicht zutraf und auch nicht dem geschätzten 
Umsatzerlös entsprach, welcher die dreifache Lohnsumme betragen hätte, beur-
kundete er eine rechtserhebliche Tatsache falsch. Dasselbe gilt für die falsche 
Bestätigung, dass der Kreditbetrag nur für Liquiditätsbedürfnisse der Kreditnehme-
rin N._____ verwendet werde, eine aufgrund der COVID-19-Pandemie namentlich 
hinsichtlich des Umsatzes erhebliche wirtschaftliche Beeinträchtigung vorlag und 
alle Angaben der Wahrheit entsprechen. Denn andernfalls wäre der Kredit nicht 
gewährt worden.

14.7.4. In Bezug auf den subjektiven Tatbestand kann auf die Ausführungen zum 
Betrug verwiesen werden, wonach erstellt ist, dass es für den Beschuldigten vor-
hersehbar war, dass seine Angaben im Formular nicht überprüft würden bzw. eine 
Überprüfung nicht möglich bzw. nicht zumutbar war. Da er auch ankreuzte, dass 

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alle Angaben vollständig und wahrheitsgemäss seien, und wusste, dass gestützt 
darauf – ohne Einreichung von weiteren Unterlagen – die Auszahlung des Kredits 
erfolgte, musste ihm auch klar sein, dass seine Angaben im Formular einen höhe-
ren Stellenwert hatten als anderweitige schriftliche Auskünfte. Die erhöhte Glaub-
würdigkeit der Angaben im Formular war ihm also im Sinne einer Parallelwertung 
in der Laiensphäre bewusst. Durch die Angabe eines Umsatzerlöses von 
CHF 700'000.00 beabsichtigte er bzw. nahm er zumindest in Kauf, die Bank darü-
ber zu täuschen, dass ihm ein Kreditbetrag von CHF 70'000.00 zusteht, um da-
durch diesen Betrag ausbezahlt zu erhalten und mitunter für private Zwecke zu 
verwenden. Der Beschuldigte erfüllte damit auch den subjektiven Tatbestand und 
ist der Urkundenfälschung im Sinne von Art. 251 Ziffer 1 StGB schuldig zu spre-
chen.

14.8. Fazit

Im Ergebnis hat sich der Beschuldigte der versuchten Nötigung gemäss Art. 181 
StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB (Anklagesachverhalt Ziffer 1.1.8), der 
Freiheitsberaubung gemäss Art. 183 Ziff. 1 StGB (Anklagesachverhalt Ziffer 
1.1.9), der Verletzung des Geheim- und Privatbereichs durch Aufnahmegeräte 
gemäss Art. 179quater StGB (Anklagesachverhalt Ziffer 1.1.12), der Drohung 
gemäss Art. 180 Abs. 1 StGB (Anklagesachverhalt Ziffer 1.2.1) sowie des Betrugs 
gemäss Art. 146 Abs. 1 StGB und der Urkundenfälschung gemäss Art. 251 Ziff. 1 
Abs. 2 StGB (Anklagesachverhalt Ziffer 1.4) schuldig gemacht.

15. Strafzumessung

15.1. Grundlagen

Die zu beurteilenden Straftaten wurden alle nach dem 1. Januar 2018 begangen. 
Insofern kommt uneingeschränkt das ab diesem Zeitpunkt in Kraft gesetzte Sank-
tionenrecht zur Anwendung. Betreffend die Theorie zur Strafzumessung kann auf 
die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (act. E.1 E. 7.1.1).

15.2. Strafart

15.2.1. Sowohl beim Betrug gemäss Art. 146 Abs. 1 StGB wie auch bei der Ur-
kundenfälschung gemäss Art. 251 Ziff. 1 Abs. 2 StGB und der Freiheitsberaubung 
gemäss Art. 183 Ziff. 1 StGB handelt es sich um mit Freiheitsstrafe bis zu fünf 
Jahren oder Geldstrafe bewehrte Verbrechen. Die Straftatbestände der Nötigung 
gemäss Art. 181 StGB, der Drohung gemäss Art. 180 Abs. 1 StGB und der Verlet-
zung des Geheim- und Privatbereichs durch Aufnahmegeräte gemäss 

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Art. 179quater StGB sehen einen abstrakten Strafrahmen von Freiheitsstrafe bis zu 
drei Jahren oder Geldstrafe vor. Entsprechend kommen für alle vorliegend rele-
vanten Straftatbestände Geld- oder Freiheitsstrafe in Betracht.

15.2.2. Nach Art. 41 Abs. 1 StGB kann das Gericht statt auf eine Geldstrafe auf 
eine Freiheitsstrafe erkennen, wenn (lit. a) eine solche geboten erscheint, um den 
Täter von der Begehung weiterer Verbrechen oder Vergehen abzuhalten oder 
(lit. b) eine Geldstrafe voraussichtlich nicht vollzogen werden kann. Es hat die 
Wahl der Freiheitsstrafe näher zu begründen (Art. 41 Abs. 2 StGB). Wenn sowohl 
eine Geldstrafe wie eine Freiheitsstrafe in Betracht kommen und beide Strafarten 
in äquivalenter Weise das Verschulden sanktionieren, ist generell dem Verhält-
nismässigkeitsprinzip folgend der Geldstrafe die Priorität einzuräumen (BGer 
6B_1153/2021 v. 29.3.2023 E. 2.3.3 m.w.H.).

15.2.3. Hinweise, dass eine Geldstrafe voraussichtlich nicht vollzogen werden 
kann, ergeben sich vorliegend nicht. Der Beschuldigte ist arbeitstätig. Ebenso er-
geben sich keine Anhaltspunkte, die auf eine Notwendigkeit der Verhängung einer 
Freiheitsstrafe hindeuten, um den Beschuldigten von der Begehung weiterer Straf-
taten abzuhalten. Wie aufzuzeigen sein wird, rechtfertigt sich indes angesichts der 
Tatschwere für den Betrug und die Urkundenfälschung die Ausfällung einer Frei-
heitsstrafe, weil die verschuldensangemessene Sanktion über dem Maximum von 
180 Tagessätzen Geldstrafe liegt (Art. 34 Abs. 1 StGB), während für die weiteren 
Straftaten eine Geldstrafe als angemessene Sa