# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c3a7eebb-12ac-5eae-a1c8-ac400562ff39
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-08-30
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 30.08.2019 IV 2017/306
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2017-306_2019-08-30.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2017/306

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 23.03.2020

Entscheiddatum: 30.08.2019

Entscheid Versicherungsgericht, 30.08.2019
Art. 7 ATSG; Art. 8 ATSG; Art. 28 IVG; Art. 16 ATSG: Das den Anforderungen 
der Rechtsprechung genügende Gutachten attestiert polydisziplinär eine 
Arbeitsfähigkeit von 50% (neurologisch: 60%, ophthalmologisch: 90%, 
nephrologisch 80%). Aufgrund der Anzahl, Kombination und Mannigfaltigkeit 
der Leiden und Einschränkungen ist die Restarbeitsfähigkeit nicht mehr 
verwertbar. Der Beschwerdeführer hat somit ab 1. Januar 2015 Anspruch auf 
eine ganze Rente (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. 
Gallen vom 30. August 2019, IV 2017/306).

Entscheid vom 30. August 2019

Besetzung

Versicherungsrichterinnen Michaela Machleidt Lehmann (Vorsitz), Marie-Theres Rüegg 

Haltinner und Versicherungsrichter Joachim Huber; Gerichtsschreiberin Beatrix Zahner

Geschäftsnr.

IV 2017/306

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Roland Zahner, Studer Anwälte AG, 

Hauptstrasse 11a, Postfach 2125, 8280 Kreuzlingen,

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gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.  

A.___ meldete sich am 18. Juni 2015 wegen schwerer Folgeschäden seines 

Diabetes bei der Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an (IV-act. 18).

A.a. 

Der Versicherte hatte am 3. September 2009 ein erstes Gesuch um berufliche 

Massnahmen gestellt, nachdem ihm die damalige Stelle als Industriemeister bei der 

B.___ AG aus wirtschaftlichen Gründen (Verkauf des Betriebs) nach 29 Jahren 

Betriebszugehörigkeit gekündigt worden war (vgl. Angaben Arbeitgeberin vom 

24. September 2009, IV-act. 12-1 ff., und IV-act. 83-13). Dr. med. C.___, Facharzt FMH 

für Psychiatrie und Psychotherapie, hatte den Versicherten im Auftrag des 

Krankentaggeldversicherers begutachtet und eine Anpassungsstörung mit 

vorwiegender Störung von anderen Gefühlen (ICD-10: F43.23) diagnostiziert, welche 

auf dem freien Arbeitsmarkt keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit begründe 

(Gutachten vom 7. September 2009, Fremdakten, act. 1-2 ff.). Die IV-Stelle hatte mit 

Verfügung vom 26. November 2009 einen Anspruch auf Arbeitsvermittlung verneint, da 

keine gesundheitsbedingte Beeinträchtigung bei der Stellensuche bestehe (IV-act. 16). 

Ab 5. Juli 2010 war der Versicherte als Mitarbeiter Qualitätssicherung bei der D.___ AG 

tätig (Angaben Arbeitgeberin vom 22. Juli 2015, IV-act. 32).

A.b. 

Beim Versicherten war im Jahre 2005 ein schwer einstellbarer Diabetes mellitus 

Typ 2 erstdiagnostiziert worden (Bericht der Klinik für Endokrinologie, Diabetologie, 

Osteologie und Stoffwechselerkrankungen des Kantonsspitals St. Gallen [KSSG] vom 

A.c. 

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10. Oktober 2014, IV-act. 46-2). Im November 2006 war ein akutes Koronarsyndrom 

mit minimaler Nekrose festgestellt worden und im Mai 2007 ein akut PCI/Stenting des 

mittleren RIVA bei schwerer Stenose erfolgt (Berichte der Klinik für Kardiologie des 

KSSG vom 11. Dezember 2014, IV-act. 54, und vom 28. April 2015, IV-act. 34). Seit 

einer Bursektomie wegen chronischer Bursitis olecrani im Juni / Juli 2014 hatte sich der 

Versicherte nach eigener Angabe müde, kraftlos und weniger leistungsfähig gefühlt und 

die Blutdruckwerte waren deutlich erhöht (Bericht der Klinik für Endokrinologie, 

Diabetologie, Osteologie und Stoffwechselerkrankungen des KSSG vom 10. Oktober 

2014, IV-act. 46-2). In der Klinik für Nephrologie / Transplantationsmedizin des KSSG 

war gemäss Bericht vom 30. Oktober 2014 eine chronische Niereninsuffizienz KDIGO 

Stadium G3b A3 bei hochgradigem Verdacht auf diabetische Nephropathie 

diagnostiziert worden (IV-act. 55). Im Zentrum für Schlafmedizin des KSSG hatte sich 

im Januar 2015 ein schwergradiges obstruktives Schlaf-Apnoe-Syndrom gezeigt 

(CPAP-Kurzbrief vom 3. Juli 2015, IV-act. 36). Gemäss Dr. med. E.___, Innere Medizin 

FMH, war der Versicherte ab Februar 2015 arbeitsunfähig geschrieben wegen einer 

Verschlechterung des Allgemeinzustandes mit Durchblutungsstörungen im Gehirn, 

Erhöhung der Nierenwerte sowie einer Herzgefässerkrankung (ärztliches Zeugnis vom 

25. Juni 2015, IV-act. 24). Im Bericht der Klinik für Neurologie KSSG vom 16. März 

2015 war festgehalten worden, der Versicherte beklage seit September oder Oktober 

2014 ein "nebliges Gefühl" im Kopf und sei seither gangunsicher. In Phasen 

ausgeprägter Gangunsicherheit seien ihm manchmal Koordinationsstörungen der 

rechten Hand aufgefallen, welche jeweils ca. 5 bis 15 Minuten andauerten. In letzter 

Zeit habe er häufig Arbeitsausfälle wegen der Gangunsicherheit. Diagnostiziert wurden 

mehrzeitige cerebrale Ischämien vorwiegend im Mediastromgebiet rechts 

(Erstdiagnose MRI vom 15. März 2015) sowie eine ausgeprägte vaskuläre 

Leukenzephalopathie mit klinischer Gangunsicherheit und "nebligem Gefühl" im Kopf 

und es wurde der Verdacht auf eine Polyneuropathie, am ehesten diabetisch bedingt, 

erhoben (IV-act. 50). Die neurologische Klinik des KSSG hatte den Versicherten zur 

Abklärung der festgestellten Ischämien an die Klinik für Kardiologie des KSSG 

überwiesen. Dort wurde als Diagnose eine koronare und hypertensive Herzkrankheit 

festgehalten. Der kardiopulmonale Zustand sei kompensiert. Als mögliche 

Emboliequelle wurden arteriosklerotische Plaques im Bereich des Aortenbogens in 

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Betracht gezogen (Bericht Klinik für Kardiologie KSSG vom 28. April 2015, IV-

act. 34-2 ff.).

RAD-Arzt Dr. med. F.___, Facharzt für Chirurgie FMH, nahm am 22. Juli und 

21. Oktober 2015 im Wesentlichen dahingehend Stellung, dass sich der 

Gesundheitszustand seit der Referenzsituation spätestens ab der Bescheinigung einer 

100%-igen Arbeitsunfähigkeit verändert habe (IV-act. 30-2, IV-act. 57). Auf Anfrage des 

RAD bzw. der IV-Stelle (IV-act. 59) führte Dr. E.___ am 7. Januar 2016 aus, nach wie 

vor klage der Versicherte über ausgeprägten Schwindel, ein Gefühl, "wie im Nebel zu 

sein", eine Geh-unsicherheit sowie eine Hypästhesie und Dysästhesie armbetont an 

der rechten Körperhälfte. Hingegen könne die Einstellung des Blutzuckers als 

befriedigend angesehen werden. Die Nierenfunktion sei in etwa konstant. Die Krankheit 

wie auch die Medikation führten zu einer ausgeprägten Müdigkeit, auch zu einer 

Verminderung des Antriebs, die auf eine latent bestehende Depression hindeute (IV-

act. 64-1).

A.d. 

Die IV-Stelle wies mit Mitteilung vom 8. Juni 2016 das Gesuch bezüglich 

beruflicher Massnahmen ab, da solche aufgrund des Gesundheitszustandes aktuell 

nicht möglich seien (IV-act. 77).

A.e. 

Im Auftrag der IV-Stelle wurde der Versicherte durch die Ärztliches 

Begutachtungsinstitut (ABI) GmbH Basel begutachtet (Gutachten vom 27. September 

2016; Dr. med. G.___, Allgemeine innere Medizin und Nephrologie; Dr. med. H.___, 

Psychiatrie; Dr. med. I.___, Neurologie; Dr. phil. J.___, Neuropsychologie; Dr. med. 

K.___, Rheumatologie; Dr. med. L.___, Ophthalmologie; Untersuchungen 22. bis 

24. August 2016). Der neurologische Gutachter führte aus, es ergebe sich eine Vielzahl 

qualitativer Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit. Für adaptierte körperlich leichte 

Arbeiten sei aufgrund der Verlangsamung auch bei ganztägiger Präsenz nur mit der 

Leistung von vier bis fünf Stunden eines vergleichbaren Gesunden zu rechnen. 

Neurologischerseits sei eine Arbeitsfähigkeit von 60% anzunehmen (IV-act. 83-24, 

34 f.). Die nephrologische Gutachterin attestierte für körperlich leichte bis mittelschwer 

belastende Tätigkeiten eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 20% (IV-act. 83-25, 

34) und die ophthalmologische Expertin eine solche von 10% für Tätigkeiten, welche 

ein durchschnittliches Sehvermögen erforderten (IV-act. 83-32). Aus Sicht der übrigen 

A.f. 

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Fachrichtungen wurde für leidensangepasste Tätigkeiten keine quantitative 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit attestiert. Aus polydisziplinärer Sicht wurde 

ausgeführt, für körperlich schwere und mittelschwere Tätigkeiten bestehe bleibend eine 

volle Arbeitsunfähigkeit. In einer körperlich leichten, optimal adaptierten Tätigkeit 

bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 50%, über fünf bis acht Stunden pro Tag bzw. 

vollschichtig realisierbar, je nach Möglichkeit, Pausen einzuschalten oder stundenweise 

zu arbeiten. Die Einschränkungen aus polydisziplinärer Sicht ergänzten sich 

überwiegend, seien aber bei der ausgesprochenen Polymorbidität partiell additiv (IV-

act. 83-34, 36). Die Anforderungen an eine geeignete Tätigkeit seien relativ hoch, so 

dass die Aussicht, eine solche Tätigkeit in der freien Marktwirtschaft zu finden, relativ 

gering sei (IV-act. 83-34).

RAD-Arzt Dr. F.___ würdigte am 11. Oktober 2016 das Gutachten: Die 

versicherungsmedizinischen Anforderungen seien erfüllt, es könne darauf abgestellt 

werden (IV-act. 84).

A.g. 

Im Protokoll des Assessmentgesprächs vom 3. November 2016 vermerkte die 

Eingliederungsverantwortliche, der Versicherte fühle sich subjektiv keineswegs in der 

Lage, irgendwann wieder einer beruflichen Tätigkeit nachzugehen. Auch einen 

Arbeitsversuch könne er sich nicht vorstellen, da er ja nicht einmal zu Hause "etwas 

machen" könne (IV-act. 90-3). Nach nochmaligem Gespräch mit dem Versicherten und 

mit Dr. E.___ schloss sie den Fall am 13. Dezember 2016 ab (IV-act. 90-5), worauf die 

IV-Stelle das Leistungsbegehren um berufliche Massnahmen abwies (Mitteilung vom 

3. Januar 2017, IV-act. 95).

A.h. 

Mit Vorbescheid vom 23. Januar 2017 gewährte die IV-Stelle dem Versicherten das 

rechtliche Gehör zur vorgesehenen Zusprache einer halben Rente mit Wirkung ab 

1. Januar 2016 (IV-act. 99). Mit Einwand vom 31. März 2017 liess der Versicherte 

geltend machen, er verfüge auch in einer optimal angepassten Tätigkeit über keine 

verwertbare Restarbeitsfähigkeit. Dem Gutachten sei keine nachvollziehbare 

Gesamtbeurteilung und kein ausführlicher Beschrieb der angeblich zumutbaren 

Verweistätigkeit zu entnehmen. Die aus neurologischer Sicht angegebene 

Arbeitsfähigkeit von 60% beziehe sich auf die maximale Leistungsfähigkeit vom 5 

Stunden. Es sei jedoch vom Durchschnitt von 4,5 Stunden auszugehen, so dass sich 

A.i. 

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lediglich eine Arbeitsfähigkeit von 53,9% ergebe. Unter Berücksichtigung der übrigen 

gemäss Gutachten partiell additiven Teilarbeitsunfähigkeiten resultiere eine 

Restarbeitsfähigkeit von 43,9%. Bei realistischer Betrachtungsweise könne aufgrund 

der enormen qualitativen Einschränkungen nicht mehr von einer Verwertbarkeit der 

medizinisch-theoretischen Restarbeitsfähigkeit ausgegangen werden. Somit stehe ihm 

ab 1. Januar 2016 eine ganze Rente zu. Werde dem nicht gefolgt, rechtfertige sich ein 

Tabellenlohnabzug von 20%. Damit resultiere ein Invaliditätsgrad von 65% (IV-

act. 108).

Am 11. April 2017 reichte der Versicherte eine Stellungnahme von Dr. E.___ vom 

Vortag ein (IV-act. 111-1 f.). Gemäss dieser sei er mit Sicherheit nicht arbeitsfähig. 

Einerseits liege ein Diabetes mellitus mit Polyneuropathie, Nephropathie und 

Retinopathie vor. Dies erkläre die Gefühlsstörungen in den Extremitäten sowie die 

Sehverminderung. Die ebenfalls ausgeprägte Müdigkeit sei auf die Folgen des 

Nierenschadens und der Zuckerkrankheit zurückzuführen. Daneben hätten mehrere 

kleine Hirninfarkte zu einer auch im MRI feststellbaren Veränderung geführt. Sie gehe 

einher mit ausgeprägten Schwindelzuständen und Gangunsicherheit. Auch seien die 

Gedächtnis- und kognitiven Leistungen deutlich eingeschränkt. Der Versuch der 

Eingliederung in den Arbeitsprozess sei aus medizinischen Gründen sinnlos (IV-

act. 111-3).

A.j. 

Mit Verfügung vom 25. Juli 2017 sprach die IV-Stelle dem Versicherten ab 

1. Januar 2016 eine halbe Rente zu. Das Gutachten sei durch den RAD beurteilt 

worden. Es entspreche den versicherungsmedizinischen Anforderungen, weshalb 

darauf abzustellen sei. Gesamtmedizinisch bestehe unter den genannten 

Adaptationskriterien eine Leistungsfähigkeit von 50%. Ein Teilzeitabzug sei nicht 

anzurechnen, da grundsätzlich eine volle Präsenzzeit zumutbar sei. Ein Leidensabzug 

sei nicht zu gewähren, weil auch mit den genannten Adaptationskriterien auf dem 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt genügend Tätigkeiten offenstünden. Bis zur ordentlichen 

Pensionierung verbleibe dem Versicherten genügend Zeit, um sich in eine neue 

Tätigkeit einzuarbeiten. Die zusätzlich benötigten Pausen seien in der attestierten 

Leistungsfähigkeit von 50% bereits berücksichtigt. Die Stellungnahme von Dr. E.___ 

umschreibe im Wesentlichen dieselben Symptome und Diagnosen, die bereits im 

Gutachten ausführlich und kritisch untersucht worden seien (IV-act. 114, 112).

A.k. 

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B.  

Auf Veranlassung des RAD wurde die ABI zur Stellungnahme aufgefordert (IV-

act. 119; IV-act. 120). Sie führte am 27. Oktober 2017 im Wesentlichen aus, Dr. E.___ 

erwähne keine weiteren Diagnosen und setze sich nicht mit dem Gutachten 

auseinander. Es sei nicht ersichtlich, weshalb die hausärztliche Meinung die 

polydisziplinäre gutachterliche Einschätzung in irgendeiner Weise umstossen oder 

tangieren könnte (IV-act. 126). Der RAD schloss sich dem am 7. November 2017 

vorbehaltlos an. Auf das Gutachten könne weiterhin vollumfänglich abgestützt werden 

(IV-act. 127).

A.l. 

Gegen die Verfügung vom 25. Juli 2017 lässt A.___, vertreten durch Rechtsanwalt 

lic. iur. M. Kuhn, am 31. August 2017 Beschwerde erheben. Er beantragt, die 

angefochtene Verfügung sei unter Kosten- und Entschädigungsfolge aufzuheben und 

ihm ab 1. Dezember 2015 eine ganze Invalidenrente auszurichten. Eventualiter sei die 

Angelegenheit zur weiteren Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. 

Dass bei den im Gutachten aufgeführten Diagnosen lediglich eine 50%-ige 

Arbeitsunfähigkeit resultiere, sei nicht nachvollziehbar. Ausgehend von einer 

Leistungsfähigkeit während 4,5 Stunden täglich aus neurologischer Sicht ergebe sich 

insgesamt lediglich eine Arbeitsfähigkeit von 43,9%. Die notwendige fachliche 

Qualifikation des neuropsychologischen Gutachters sei anzuzweifeln. Die 

gutachterliche Arbeitsfähigkeitsschätzung beruhe bis zum Zeitpunkt der Begutachtung 

auf einer Annahme und sei erst ab diesem Zeitpunkt überwiegend wahrscheinlich. 

Somit habe er ab 1. Dezember 2015 bis mindestens Ende Dezember 2016 Anspruch 

auf eine ganze Invalidenrente. Es stehe ihm ein Teilzeitabzug vom Invalideneinkommen 

von mindestens 10% zu; eine volle Präsenzzeit könne ihm nicht zugemutet werden. Er 

unterliege selbst für leichte Tätigkeiten zahlreichen Einschränkungen. Sodann verfüge 

er nur noch über einige Jahre zur Ausübung einer aktiven Berufstätigkeit und der 

erforderliche Berufswechsel wirke sich ebenfalls nachteilig auf den Lohn aus. 

Insgesamt erscheine ein Tabellenlohnabzug von 20% als angemessen, womit er 

Anspruch auf eine Dreiviertelsrente habe. Aufgrund der enormen qualitativen 

Einschränkungen sei die medizinisch-theoretische Restarbeitsfähigkeit nicht mehr 

verwertbar, zumal die zuletzt ausgeübte Kontrolltätigkeit in der Qualitätssicherung 

B.a. 

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aktenkundig nicht mehr zumutbar sei. Zusätzlich sei sein Alter zu berücksichtigen. Dies 

habe die Zusprache einer ganzen Rente ab 1. Dezember 2015 zur Folge (act. G 1).

Mit Beschwerdeantwort vom 17. November 2017 beantragt die 

Beschwerdegegnerin, es sei festzustellen, dass der Beschwerdeführer ab Dezember 

2015 Anspruch auf eine halbe IV-Rente habe. Im Übrigen sei die Beschwerde 

abzuweisen. Das MEDAS-Gutachten sei ausführlich abgefasst und die 

Schlussfolgerungen zusammen mit der Arbeitsfähigkeitsschätzung seien in jeder 

Hinsicht nachvollziehbar. Die Gesamtarbeitsfähigkeit von 50% sei von allen Gutachtern 

im Konsens festgelegt worden. Es gebe keine Hinweise, dass die neurologischen 

Leiden zuwenig gewichtet worden seien. Die jeweils fachärztlich festgestellten Grade 

der Arbeitsunfähigkeit dürften wegen der Wechselwirkungen nicht einfach addiert 

werden. Der Umstand alleine, dass der neuropsychologische Gutachter offenbar 

keinen fachpsychologischen Titel als Neuropsychologe aufweise, mindere die 

Beweiskraft seiner Beurteilung nicht. Der Gesundheitszustand habe sich zwischen 

Dezember 2015 und der Begutachtung vom 22. bis 24. August 2016 nicht wesentlich 

verändert, so dass die Arbeitsfähigkeitsschätzung gemäss Gutachten auch 

rückwirkend gelte. Für den Beschwerdeführer geeignet seien etwa leichtere 

Maschinenbedienungs-, Kontroll-, Sortier-, Prüf- sowie Verpackungsarbeiten, leichtere 

Arbeiten bei der Lager- und Ersatzteilbewirtschaftung, eine Beschäftigung an einem 

Empfang, als Telefonist sowie Kurier- und leichtere Lieferdienste. Der 

Beschwerdeführer könne schwergewichtig nur noch leichte Hilfstätigkeiten ausführen; 

demnach sei ein Leidensabzug von 10% vorzunehmen. Da keine bedeutenden 

weiteren gesundheitsbedingten Einschränkungen des Leistungsvermögens bestünden, 

sei ein höherer Leidensabzug nicht gerechtfertigt. Ein Teilzeitabzug sei nur 

vorzunehmen, wenn die Restarbeitsfähigkeit nur noch in einer Teilzeittätigkeit verwertet 

werden könne, was vorliegend nicht der Fall sei. Aus dem Einkommensvergleich 

resultiere ein Invaliditätsgrad von 56%. Somit habe der Beschwerdeführer ab 

Dezember 2015 Anspruch auf eine halbe Rente (act. G 6).

B.b. 

Mit Replik vom 12. Januar 2018 trägt der Beschwerdeführer vor, die 

neurologischen Einschränkungen seien polydisziplinär unzureichend berücksichtigt 

worden. Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit sei von einer Restarbeitsfähigkeit von 

höchstens 43,9% auszugehen. Die rückwirkende Einschätzung der Arbeitsfähigkeit 

B.c. 

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Erwägungen

1.  

durch die ABI-Gutachter erfülle den Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

nicht ansatzweise. Bei der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit von 50% während 

einer Präsenzzeit von fünf bis acht Stunden sei zwingend ein Teilzeitabzug 

vorzunehmen. Aufgrund der Formulierung der Gutachter könne nicht von einer 

ganztägigen Präsenzzeit ausgegangen werden (act. G 8).

Am 7. Februar 2018 reicht der Beschwerdeführer einen Bericht des M.___ vom 

11. Dezember 2017 (act. G 10.1) ein, wonach er in dieser Institution vom 31. Oktober 

bis 22. Dezember 2017 ein Einsatzprogramm über das RAV mit einem Pensum von 

50% absolviert und sich dabei herausgestellt habe, dass er den Anforderungen des 

ersten Arbeitsmarktes nicht mehr gewachsen sei (act. G 10).

B.d. 

Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) umschreibt Invalidität als voraussichtlich 

bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. 

Erwerbsunfähigkeit ist der durch die gesundheitliche Beeinträchtigung verursachte und 

nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende Verlust der 

Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt 

(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind 

ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. 

Eine Erwerbsunfähigkeit liegt nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar 

ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).

1.1. 

Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 

831.20) besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person 

mindestens zu 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60%, auf eine 

halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50%, und auf eine Viertelsrente, wenn sie 

mindestens zu 40% invalid ist. Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das 

Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 

Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 

Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum 

Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 

(Valideneinkommen, Art. 16 ATSG).

1.2. 

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Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 

Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung 

zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 

Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen). Hinsichtlich des 

Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen 

Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden 

ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen 

Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind 

(BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen; BGE 141 V 14 E. 6.3.1). Im Sinne einer Richtlinie 

ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten von externen 

Spezialärzten und -ärztinnen, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und 

Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der 

Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, volle Beweiskraft 

zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise 

sprechen (BGE 137 V 227 E. 1.3.4; BGE 125 V 353 E. 3b/bb).

1.3. 

Für die Invaliditätsbemessung ist nicht massgeblich, ob eine invalide Person unter 

den konkreten Arbeitsmarktverhältnissen vermittelt werden kann, sondern einzig, ob 

sie die ihr verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nutzen könnte, wenn ein 

Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage nach Arbeitskräften bestünde 

(ausgeglichener Arbeitsmarkt, Art. 16 ATSG). Der als ausgeglichen unterstellte 

Arbeitsmarkt umfasst auch sogenannte Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und 

Arbeitsangebote, bei welchen Behinderte mit einem sozialen Entgegenkommen 

vonseiten des Arbeitgebers rechnen können. An der Massgeblichkeit des theoretisch 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt vermag auch der Umstand nichts zu ändern, dass es für 

die versicherte Person im Einzelfall schwierig oder gar unmöglich ist, im tatsächlichen 

Arbeitsmarkt eine entsprechende Stelle zu finden. Von einer Arbeitsgelegenheit kann 

gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung nur dann nicht mehr gesprochen werden, 

wenn die zumutbare Tätigkeit nurmehr in so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie 

der ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder sie nur unter nicht 

realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre 

und das Finden einer entsprechenden Stelle daher von vornherein als ausgeschlossen 

erscheint (Urteil des Bundesgerichts vom 28. November 2014, 9C_485/2014 E. 2 und 

E. 3.3.1 mit Hinweisen). Fehlt es an einer wirtschaftlich verwertbaren 

1.4. 

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2.

Zunächst ist über die Beweistauglichkeit des ABI-Gutachtens vom 27. September 2016 

zu befinden.

Resterwerbsfähigkeit, liegt eine vollständige Erwerbsunfähigkeit vor, die einen 

Anspruch auf eine ganze Invalidenrente begründet (BGE 138 V 460 E. 3.1).

Im Sozialversicherungsrecht gilt der Untersuchungsgrundsatz. Verwaltung und 

Sozialversicherungsgericht haben von sich aus für die richtige und vollständige 

Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (BGE 122 V 158 E. 1a). 

Rechtserheblich sind alle Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den 

streitigen Anspruch so oder anders zu entscheiden ist. In diesem Rahmen haben 

Verwaltungsbehörden und das Sozialversicherungsgericht zusätzliche Abklärungen 

stets dann vorzunehmen oder zu veranlassen, wenn hierzu aufgrund der 

Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebenden Anhaltspunkte 

hinreichender Anlass besteht (BGE 117 V 282 E. 4a). Im Sozialversicherungsrecht hat 

das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, 

nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen (vgl. BGE 126 V 

360 E. 5b; BGE 125 V 195 E. 2, je mit Hinweisen).

1.5. 

Der Beschwerdeführer beschrieb den Gutachtern eine Symptomatik, die im Oktober 

und Dezember 2014 mit Anfällen bzw. Hinfallen begonnen habe. Später seien ein 

allgemeines "Nebelgefühl im Kopf", ein Taubheitsgefühl mit gelegentlich 

elektrisierendem Gefühl bzw. Schmerzen und Kraftlosigkeit an der rechten Hand bzw. 

am rechten Vorderarm bis in die Fingerspitzen, Gefühlsstörungen in der rechten 

Gesichtshälfte sowie eine ausgeprägte Gangstörung aufgrund einer leichten 

Sensibilitätsstörung an beiden Füssen aufgetreten. Die Kraft im Arm fehle, selbst 

leichte Belastungen wie das Öffnen einer Flasche seien schwierig. Für Gehstrecken 

über 300 bis 500 m fehle ihm die Energie. Treppengehen sei schwierig und 

anstrengend, er müsse sich festhalten. Seit März 2015 habe die Problematik deutlich 

zugenommen. Vorwiegend bei längerem Sitzen träten tieflumbale Rückenschmerzen 

und beim Gehen teilweise Schmerzen im lateralen Hüftbereich beidseits auf. Aus 

kardialer Sicht sei er beschwerdefrei mit Ausnahme von wenige Sekunden dauernden, 

punktförmigen, stechenden Schmerzen, die er von körperlicher Anstrengung verspüre. 

Bezüglich der operativen Exzision der Bursa olecrani links im Juni 2014 bestünden 

keine Beschwerden mehr. Gelegentlich träten Unterschenkelödeme auf. Seit anfangs 

2.1. 

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2016 leide er unter Schulterschmerzen beidseits und könne die Arme nur mit Mühe 

über die Horizontale heben. Die Schmerzen führten auch zum Erwachen zum Teil alle 

ein bis zwei Stunden und seien in den letzten acht Monaten eher progredient. Die 

Behandlung erfolge mittels lokaler Salbenapplikation (IV-act. 83-8 f., 13 f., 15, 19, 22). 

Eine Einschlaftendenz tagsüber bestehe nicht, aber eine allgemeine Müdigkeit. Er sei 

tagsüber körperlich nicht belastbar. Er könne den Garten nicht mehr besorgen, nicht 

mehr Rad fahren, habe kaum noch soziale Kontakte und Hobbys; er beschäftige sich 

mit der Zeitung, dem TV und dem Computer. Er verrichte kleinere Hausarbeiten und 

füttere die Katzen. Einkäufe seien sehr anstrengend. Die Konzentration sei auch nicht 

mehr so gut. Er fahre mit dem Auto kürzere Strecken, z.B. zum Hausarzt ins 

übernächste Dorf (IV-act. 83-9, 13, 15).

Die internistische und kardiologische Gutachterin diagnostizierte bzw. bestätigte 

(gekürzt) ein metabolisches Syndrom mit arterieller Hypertonie und bei Diabetes 

mellitus Typ 2, eine koronare und hypertensive Herzkrankheit, eine progrediente 

chronisch schwere Niereninsuffizienz KDIGO Stadium G4 A3 bei diabetischer 

Nephropathie, ein schwergradiges obstruktives Schlafapnoesyndrom (Erstdiagnose 

Januar 2015, CPAP-Behandlung seit Juli 2015) sowie einen Status nach mehrzeitigen 

zerebralen Ischämien vorwiegend im Mediastromgebiet rechts bei ausgeprägter 

vaskulärer Leukenzephalopathie (IV-act. 83-11 f., 32 f.). Sie führte aus, aus 

allgemeininternistischer Sicht stehe ein voll ausgeprägtes metabolisches Syndrom im 

Vordergrund. In diesem Kontext bestehe ein Diabetes mellitus, als dessen Folge eine 

Polyneuropathie, eine Nephropathie und eine Retinopathie aufgetreten seien. Ferner 

leide der Beschwerdeführer unter einer Mikroangiopathie (Leukenzephalopathie) sowie 

einer Makroangiopathie (koronare Herzkrankheit). Aufgrund der Aktenlage bestehe eine 

koronare und hypertensive Kardiopathie mit erhaltener linksventrikulärer Funktion bei 

nachgewiesener linksventrikulärer Hypertrophie. Der Beschwerdeführer sei bis zur 

definitiven Arbeitsniederlegung im Jahr 2014 aus kardialer Sicht voll arbeitsfähig 

gewesen und aus kardiologischer Sicht beschwerdefrei; eine Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit aus kardiologischer Sicht könne nicht bestätigt werden (IV-act. 83-12). 

Übereinstimmend damit hatte die Klinik für Kardiologie des KSSG im Bericht vom 

28. April 2015 ausgeführt, der kardiopulmonale Zustand sei kompensiert (IV-act. 34). 

Aufgrund des Diabetes mellitus seien Tätigkeiten mit einer erhöhten 

Selbstverletzungsgefahr (Arbeiten an schnellen, sich drehenden Maschinen, Begehen 

und Besteigen von Leitern und Gerüsten) sowie Schichtarbeit nicht mehr zumutbar. 

Wegen des obstruktiven Schlafapnoesyndroms, welches seit Juli 2015 suffizient 

behandelt werde, könne keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit formuliert werden. 

2.2. 

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Weitere, die Arbeitsfähigkeit tangierende Krankheiten könnten (aus internistischer und 

kardiologischer Sicht) nicht diagnostiziert werden (IV-act. 83-12 f., 34).

Der neurologische Gutachter erhob klinisch, dass der Beschwerdeführer bei 

angegebener Hyposmie Menthol nicht benannt habe. Es finde sich eine 

Mundwinkelasymmetrie zu Ungunsten von rechts (IV-act. 83-22). Er beschrieb im 

Wesentlichen ein ataktisches Gangbild bei unbemerktem mehrfachem Festhalten an 

der Wand oder am Tisch. Das Vibrationsempfinden an den Innenknöcheln sei 

vermindert. Merkfähigkeit und Aufmerksamkeit seien erhalten, es bestünden keine 

mnestischen Defizite. Antworten erfolgten oft mit zeitlicher Verzögerung, mehrfach 

seien Wortfindungsstörungen aufgefallen (IV-act. 83-23). Die aktuelle Untersuchung 

zeige eine leichte Halbseitenstörung rechts mit Mundwinkelasymmetrie, rechtsseitiger 

Hemihypästhesie und positivem Pyramidenbahnzeichen, eine Ataxie und 

Bradydiadochokinese beidseits, Wortfindungsstörungen und leichte kognitive Defizite 

(IV-act. 83-23 f.). Gemäss Bericht der Klinik für Neurologie des KSSG vom 16. März 

2015 hatten sich kernspintomographisch mehrzeitige cerebrale Ischämien im 

Mediastromgebiet rechts und eine cerebrale Ischämie in der linken 

Grosshirnhemisphäre sowie eine ausgeprägte vaskuläre Leukenzephalopathie 

dargestellt. In den elektrophysiologischen Untersuchungen hatte sich eine sensible und 

motorische, gemischt axonale und demyelisierende Polyneuropathie mit leichter 

subacuter Denervierung, passend zu einer Polyneuropathie im Rahmen eines nicht 

optimal eingestellten Diabetes mellitus, gezeigt. Der neurologische Gutachter stellte die 

Diagnosen eines zerebralen Gefässprozesses mit Zustand nach kleinen Ischämien im 

Mediagebiet links mit persistierender leichter Halbseitenstörung rechts, 

Wortfindungsstörung und kognitiven Defiziten und einer Ataxie bei Zustand nach 

zerebralen Ischämien und diabetischer Polyneuropathie (IV-act. 83-23, 32 f.). Er legte 

dar, der Diabetes mellitus habe auf neurologischem Gebiet zu einer Polyneuropathie 

geführt. Diese finde sich auch in der aktuellen Untersuchung wieder bei allerdings noch 

schwach erhältlichem ASR und fehlenden trophischen Störungen. Sie erkläre die 

Gangunsicherheit, die "Nebligkeit" und die Halbseitenstörung rechts nicht hinreichend. 

Hierfür sei, ebenfalls entsprechend den Abklärungen des KSSG, als Ursache eine 

ausgeprägte Leukenzephalopathie mit mehrzeitigen cerebralen Ischämien, vorwiegend 

im Mediastromgebiet rechts, festgestellt worden (IV-act. 83-23). Damit 

übereinstimmend war im Bericht der Klinik für Neurologie des KSSG vom 16. März 

2015 ausgeführt worden, die beschriebene Symptomatik sei am ehesten im Rahmen 

der ausgeprägten vaskulären Leukenzephalopathie zu interpretieren. Für die 

rechtsseitigen cerebralen Ischämien zeige sich anamnestisch und klinisch kein Korrelat 

(IV-act. 50-4). Der neurologische Gutachter kam zum Schluss, es ergebe sich eine 

2.3. 

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Vielzahl qualitativer Einschränkungen. Diese beträfen Tätigkeiten mit Anforderungen an 

das Gleichgewichtsvermögen, mit Absturzgefahr und mit Anforderungen an eine gute 

Feinmotorik beider Hände. Wortfindungsstörungen und leichte kognitive Defizite 

bedingten auch Einschränkungen für Arbeiten mit Publikumsverkehr oder als 

Telefonist. Für die verbleibenden körperlich leichten Arbeiten sei aufgrund der 

Verlangsamung auch bei ganztägiger Präsenz nur mit der Leistung von vier bis fünf 

Stunden eines vergleichbaren Gesunden zu rechnen. Neurologischerseits sei eine 

Arbeitsfähigkeit von 60% anzunehmen. Die Einschränkung könne ab November 2014 

angenommen werden (IV-act. 83-24, 34 f.).

Die nephrologische Gutachterin diagnostizierte eine chronisch progrediente 

schwere Niereninsuffizienz Stadium G4 A3 nach KDIGO bei diabetischer Nephropathie. 

Als renale Folgeerkrankung habe eine renale Anämie objektiviert werden können. Aus 

nephrologischer Sicht könne aktuell eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 20% 

für körperlich leicht bis mittelschwer belastende Tätigkeiten abgeleitet werden. 

Körperlich anhaltend schwere Tätigkeiten seien nicht mehr zumutbar. Die erwähnte 

Einschränkung könne seit spätestens der aktuellen Untersuchung bestätigt werden. 

Gemäss Aktenlage sei im April 2015 noch eine eGFR von 40 ml/min./1,73 m  ermittelt 

worden, so dass damals noch keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit vorgelegen 

habe (IV-act. 83-25 f.; vgl. Bericht der Klinik für Nephrologie / Transplantationsmedizin 

des KSSG vom 27. März 2015, Fremdakten, act. 2-8 ff., wo noch ein Stadium G3b A3 

der Erkrankung festgehalten worden war). Auch wenn dies im Gutachten nicht 

ausdrücklich ausgeführt wird, dürfte die Anämie zu einer Erschöpfung bzw. 

Erschöpfbarkeit führen und die attestierte Arbeitsunfähigkeit sich dadurch erklären.

2.4. 

2

Der psychiatrische Gutachter diagnostizierte eine leichte depressive Episode 

(ICD-10: F32.0; IV-act. 83-16, 33). Die als Folge des kränkend empfundenen 

Stellenverlusts im Jahre 2009 diagnostizierte Anpassungsstörung (vgl. dazu 

psychiatrisches Gutachten Dr. med. C.___ vom 7. September 2009, Fremdakten, 

act. 1-2 ff.) hält er für gut möglich. Seither habe sich der Gesundheitszustand leicht 

verschlechtert. Indes könne eine längerfristige Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer 

Sicht vor allem gemittelt über den Verlauf nicht begründet werden (IV-act. 83-17). Dies 

erscheint nachvollziehbar, da der Beschwerdeführer nicht in psychiatrisch-

psychotherapeutischer Behandlung steht und im Bericht des M.___ vom 11. Dezember 

2017 vermerkt wurde, er sei psychisch stabil (act. G 10-1 S. 3).

2.5. 

Der neuropsychologische Gutachter legte dar, das Testprofil zeige eine kognitive 

Leistungsbeeinträchtigung im Bereich der Intelligenz. Die geteilte und die selektive 

Aufmerksamkeit seien deutlich unterdurchschnittlich. Die Arbeitsgeschwindigkeit sei 

2.6. 

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reduziert. Die Frontalhirnfunktionen des planmässigen Vorgehens, der visuo-spatialen 

Konstruktionen, der phonetischen Wortfluenz, der figuralen Fluenz und der 

Merkfähigkeit für Symbole seien beeinträchtigt. Somit finde sich eine mittelschwere 

neurokognitive Störung. Die Arbeitsfähigkeitsschätzung sei in der neurologischen 

enthalten (IV-act. 83-29, 34 f.). Was die fachliche Qualifikation des 

neuropsychologischen Gutachters anbelangt, wird diese im Gutachten als 

"Neuropsychologe" aufgeführt (IV-act. 83-37). Die neuropsychologische Begutachtung 

fand im August 2016 statt. Für die neuropsychologische Begutachtung in der Invaliden- 

und Krankenversicherung wird erst seit dem 1. Juli 2017 ein Fachtitel in 

Neuropsychologie vorausgesetzt (Bundesamt für Sozialversicherungen, IV-

Rundschreiben 367 vom 21. August 2017). Damit verliert das Teilgutachten von lic. phil. 

J.___ wegen des ihm fehlenden Fachtitels nicht per se seine Beweiskraft. Es wird denn 

auch nicht bestritten, dass lic. phil. J.___ die erforderlichen Voraussetzungen, welche 

gemäss Vereinbarung vom 4. April 2012 betreffend die Durchführung von 

polydisziplinären medizinischen Gutachten nach Art. 72  der Verordnung über die 

Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) galten, bis zu deren Änderung vom 1. Juli 

2017 nicht erfüllt hätte. Gemäss SuisseMED@P-Reporting 2018 bescheinigte die 

Gutachterstelle gegenüber dem Bundesamt für Sozialversicherungen die erforderliche 

fachliche Qualifikation.

bis

Der rheumatologische Gutachter diagnostizierte ein Impingement-Syndrom 

Schulter beidseits, differenzialdiagnostisch eine partielle Frozen Shoulder beidseits, 

eine Periarthropathia coxae beidseits, anamnestisch ein intermittierendes leichtes 

Lumbovertebralsyndrom sowie einen Status nach Exzision der Bursa olecrani links 

2014 (IV-act. 83-20, 33). Klinisch entspreche das Beschwerdebild einem Impingement-

Syndrom. Klinisch finde sich ein Rundrücken und die Beweglichkeit der LWS sei 

indolent leicht vermindert. An den Hüftgelenken sei die Innenrotation beidseits 

schmerzhaft um einen Drittel vermindert unter Schmerzangabe an der lateralen 

Hüftregion bei auch Druckdolenz am Trochanter maior beidseits. Ätiologisch handle es 

sich bei den Beschwerden in der Lenden-Hüftregion um ein leichtes lumbovertebrales 

Schmerzsyndrom. Funktionell bestünden eine leicht- bis mässiggradig eingeschränkte 

allgemein-körperliche Belastbarkeit und eine mässiggradig eingeschränkte 

Belastbarkeit beider Schultergelenke (IV-act. 83-21). Aufgrund der Befunde und 

Diagnosen seien körperlich schwere Tätigkeiten nicht mehr zumutbar. Für körperlich 

leichte bis intermittierend mittelschwere Tätigkeiten bestünden keine relevanten 

Einschränkungen, wobei jedoch der Einsatz der Arme über der Horizontalen vermieden 

werden müsse (IV-act. 83-21, 34).

2.7. 

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3.

Die augenärztliche Gutachterin führte aus, es bestehe am rechten Auge mehr als 

am linken eine diabetische Makulopathie und eine beginnende Linsentrübung, die eine 

Herabsetzung der Sehschärfe und eine vermehrte Blendungsempfindlichkeit 

verursachten (IV-act. 83-32). Aktuell bestehe aufgrund der Sehschärfenminderung und 

der vermehrten Blendungsempfindlichkeit eine 10%-ige Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit für alle Tätigkeiten, die ein durchschnittliches Sehvermögen 

erforderten. Sie begründe sich durch einen erhöhten Pausenbedarf, welcher der etwas 

erhöhten Anstrengung bzw. Kompensationsleistung geschuldet sei (IV-act. 83-32, 34).

2.8. 

Zusammenfassend leidet der Beschwerdeführer unter einem Diabetes mellitus. 

Dieser führte zu einer Polyneuropathie, zu einer chronischen Niereninsuffizienz, welche 

ihrerseits eine Anämie zur Folge hat, und zu einer diabetischen Makulopathie. Daneben 

besteht eine Leukenzephalopathie, welche die klinisch objektivierte Gangunsicherheit, 

das vom Beschwerdeführer angegebene "neblige Gefühl" und die leichte 

Halbseitensymptomatik rechts erklärt (vgl. IV-act. 83-23; IV-act. 50-4). Polydisziplinär 

schätzten die Gutachter die Arbeitsfähigkeit auf 50%, realisierbar über fünf bis acht 

Stunden pro Tag (Pausen oder stundenweise Arbeit). Die Einschränkungen aus Sicht 

der einzelnen Fachgebiete seien partiell additiv (IV-act. 83-35).

2.9. 

Das Gutachten berücksichtigt die beklagten Beschwerden und die medizinischen 

Vorakten vollumfänglich. Die diagnostische Zuordnung einschliesslich Ätiologie der 

objektivierten Beschwerden erscheint nachvollziehbar und schlüssig. Die 

Arbeitsfähigkeitsschätzung erfolgt unter Einbezug der sozialen Belastungen - 

Aufwachsen ohne Vater, Enttäuschung über die Kündigung im Jahr 2009 und die 

bisher nicht eingetroffene Beschwerdefreiheit - und der Ressourcen - langjährige 

Berufserfahrung, gute Kontakte innerhalb der Familie, zur jetzigen zweiten Ehefrau, 

deren Sohn und den Enkelkindern (IV-act. 83-17 f.). Auf das Gutachten ist daher 

abzustellen. Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, aus neurologischer Sicht sei 

von einer Arbeitsfähigkeit von lediglich 54% - entsprechend einem durchschnittlichen 

Pensum von 4,5 Stunden - auszugehen und unter teilweiser Berücksichtigung der 

Arbeitsunfähigkeit aus nephrologischer und ophthalmologischer Sicht resultiere 

polydisziplinär eine Restarbeitsfähigkeit von 44%, ist anzumerken, dass vorliegend 

nicht ausschliesslich eine Bandbreite der Arbeitsfähigkeit bzw. der Leistungsfähigkeit, 

sondern einerseits ein Rendement von vier bis fünf Stunden täglich und andererseits 

eine Arbeitsfähigkeit von 60% angegeben wird. Aus dem Folgenden ergibt sich jedoch, 

dass diese Frage offen gelassen werden kann.

2.10. 

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Gemäss polydisziplinärem Konsens ist die geschätzte Einschränkung seit der 

hausärztlichen Krankschreibung im November 2014 anzunehmen und mit Sicherheit ab 

August 2016 zu bestätigen (IV-act. 83-34, 36). Fachmedizinische Abklärungen der 

Beschwerden sind ab Oktober 2014 dokumentiert (Berichte der Klinik für 

Endokrinologie, Diabetologie, Osteologie und Stoffwechselerkrankungen vom 

10. Oktober 2014, IV-act. 46, und der Klinik für Nephrologie / Transplantationsmedizin 

KSSG vom 30. Oktober 2014, IV-act. 55). Es ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 

davon auszugehen, dass damals (Oktober 2014 bis Oktober 2015) schon eine 

Arbeitsunfähigkeit von mindestens 40% bestand und das Wartejahr gemäss Art. 28 

Abs. 1 lit. b IVG im Oktober 2015 abgeschlossen war. Aufgrund der Anmeldung am 

18. Juni 2015 (IV-act. 18) besteht der Rentenanspruch ab 1. Dezember 2015 (Art. 29 

Abs. 1 und 3 IVG; vgl. Beschwerdeantwort, act. G 6, a.E.). Der Rentenbeginn am 

1. Dezember 2015 ist denn auch im Beschwerdeverfahren unbestritten 

(vgl. Beschwerdeschrift, act. G 1, und Beschwerdeantwort, act. G 6).

4.  

Im polydisziplinären Konsens schätzten die Gutachter die Arbeitsfähigkeit in einer 

adaptierten Tätigkeit schlüssig und nachvollziehbar auf medizin-theoretisch 50% und 

kamen zum Schluss, die Anforderungen an eine geeignete Tätigkeit seien relativ hoch, 

so dass die Aussicht, eine solche Tätigkeit in der freien Marktwirtschaft zu finden, 

relativ gering sei (IV-act. 83-34). Die Beschwerdegegnerin hält diese Arbeitsfähigkeit für 

verwertbar, da dem Beschwerdeführer leichtere Maschinenbedienungs-, Kontroll-, 

Sortier-, Prüf- sowie Verpackungsarbeiten, leichtere Arbeiten bei der Lager- und 

Ersatzteilbewirtschaftung, eine Tätigkeit am Empfang oder als Telefonist sowie leichte 

Kurier- und Lieferdienste zumutbar seien (Beschwerdeantwort, act. G 6- Ziff. 4). 

Während des Einsatzprogramms im M.___ vom 31. Oktober bis 22. Dezember 2017 

führte der Beschwerdeführer im 50%-Pensum eine sitzend zu verrichtende, körperlich 

leichte Tätigkeit aus (Bestücken von Insektenhotels). Die Betreuenden hielten fest, die 

Koordination und die körperliche Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers seien stark 

eingeschränkt. Der 50%igen Anwesenheit sei er nur bedingt gewachsen gewesen. Bei 

einer leichten, gleichförmigen Arbeit, welche eher als Beschäftigung bezeichnet werden 

könne, entspreche das Arbeitstempo knapp den Anforderungen. Leistungsmässig sei 

er relativ weit von den Normen einer Tätigkeit im ersten Arbeitsmarkt entfernt. Den 

Anforderungen der freien Wirtschaft sei er nicht mehr gewachsen (act. G 10.1).

4.1. 

Zum Einsatzprogramm im M.___ ist zu bemerken, dass der Beschwerdeführer nie 

zu spät erschien. Es wurden ihm eine hohe Zuverlässigkeit, Einsatzbereitschaft, 

Initiative und eine grundsätzlich positive Einstellung bescheinigt (act. G 10.1). Im 

4.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/21

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Gegensatz zu den anlässlich der Begutachtung (IV-act. 83-35) sowie gegenüber der 

Eingliederungsberaterin (IV-act. 90) gemachten Äusserungen hat sich die subjektive 

Eingliederungsbereitschaft offenbar positiv verändert. Dass er sich um seine 

Gesundheit bemüht, kommt auch im Bericht der Klinik für Endokrinologie, Diabetologie, 

Osteologie und Stoffwechselerkrankungen des KSSG vom 19. November 2015 zum 

Ausdruck, wonach er ein gutes Essverhalten pflege und den Tabakkonsum auf fünf 

Zigaretten täglich reduzieren konnte (IV-act. 64-2 ff.). Die Beurteilung des M.___ hatte 

die Leistungsabklärung zum Ziel (act. G 10.1 S. 5) und gründet nicht massgeblich auf 

subjektivem Unvermögen des Beschwerdeführers, so dass sie beweisrechtlich 

Relevanz besitzt (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 16. Oktober 2012, 9C_737/2011, 

E. 3.3, vom 28. Mai 2009, 9C_332/2009, E. 3.4, vom 20. November 2013, 

8C_142/2013, E. 3.5, vom 15. Dezember 2015, 9C_554/2015, E. 3.4 und vom 

15. Februar 2019, 9C_534/2018, E. 2.2). Zudem absolvierte der Beschwerdeführer das 

Einsatzprogramm ab Oktober 2017, also drei Monate nach Verfügungserlass und ein 

gutes Jahr nach der Begutachtung, womit keine lange Zeitspanne verging und mangels 

geltend gemachter Verschlechterung des Gesundheitszustands sowie entsprechender 

Belege die Ergebnisse des Einsatzprogramms ergänzend zum Gutachten gewertet 

werden können. Die Betreuenden des M.___ hielten fest, es hätten sich starke 

Einschränkungen gezeigt, indem der Beschwerdeführer nur sehr langsam gehen könne 

und ihm das Treppensteigen extrem schwerfalle und seine Koordination und 

körperliche Leistungsfähigkeit stark eingeschränkt seien (act. G 10.1). Diese 

Einschränkungen wurden auch von den Gutachtern beschrieben und sind in ihre 

medizinisch-theoretische Einschätzung der Arbeitsfähigkeit eingeflossen. Aus 

medizinischer Sicht ergeben sich aus dem Einsatzprogramm somit keine neuen 

Standpunkte, die weiter abzuklären wären. Bereits die Gutachter selbst stellten deren 

Verwertbarkeit im "freien" Arbeitsmarkt in Frage, was sich durch den Arbeitsversuch im 

M.___ bestätigte. Es stellt sich somit die Frage, ob auf dem als ausgeglichen zu 

betrachtenden Arbeitsmarkt Tätigkeiten angeboten werden, welche den Leiden des 

Beschwerdeführers noch besser adaptiert sind als die im M.___ ausgeübte Arbeit, 

zumal das Bestücken der Insektenhotels gewisse Anforderungen an Koordination und 

(Fein-)motorik stellen dürfte.

Der Beschwerdeführer leidet unter den Folgen eines Diabetes mellitus und einer 

durch diesen verursachten Polyneuropathie, Nephropathie und Makulapathie sowie 

unter den Auswirkungen cerebraler Ischämien und einer Leukenzephalopathie. Er ist 

beim Gehen, insbesondere auf Treppen, stark eingeschränkt. Weiter besteht eine 

Halbseitensymptomatik mit reduzierter Feinmotorik. Aufgrund des Nierenleidens ist 

seine Belastbarkeit eingeschränkt, wobei gemäss der nephrologischen Gutachterin 

4.3. 

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längerfristig mit einer weiteren Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit zu rechnen ist (IV-

act. 83-26, 34). Rheumatologisch und nephrologisch betrachtet sind ihm lediglich 

körperlich leichte bis intermittierend mittelschwere Tätigkeiten zumutbar (IV-act. 83-21, 

25). Sodann bestehen mittelschwere neurokognitive Einschränkungen, insbesondere 

auch Wortfindungsstörungen, die sich auf die Arbeitsgeschwindigkeit auswirken und 

den Beschwerdeführer für Tätigkeiten mit Publikumsverkehr ungeeignet erscheinen 

lassen (IV-act. 83-24, 29). Das Impingementsyndrom beider Schultern macht Arbeiten 

über der Horizontalen unzumutbar (IV-act. 83-21). Aus augenärztlicher Sicht ist die 

Belastbarkeit bei Tätigkeiten, die ein durchschnittliches Sehvermögen erfordern, 

eingeschränkt (IV-act. 83-32). Ausgeschlossen sind weiter Tätigkeiten mit erhöhter 

Selbstverletzungsgefahr sowie Schichtarbeiten (IV-act. 83-12).

Die bisherige Tätigkeit des Beschwerdeführers beinhaltete häufiges Gehen und 

erforderte unter anderem eine grosse Konzentration und Aufmerksamkeit (Angabe 

Arbeitgeberin vom 22. Juli 2015, IV-act. 32-7). Sie ist aufgrund der Einschränkung beim 

Gehen, aber auch wegen der neurokognitiven Beeinträchtigung (deutlich 

unterdurchschnittliche geteilte und selektive Aufmerksamkeit, IV-act. 83-29) nicht 

adaptiert. Das selbe ist für Kuriertätigkeiten anzunehmen, vorallem weil diese mit 

Gehen und Treppensteigen verbunden sind. In einer Tätigkeit an einem Empfang oder 

einer Billettkasse (beispielsweise in einem Kino) müsste der Beschwerdeführer die 

wartende (anstehende) Kundschaft zügig bedienen und insbesondere in hohem Tempo 

kassieren können, was aufgrund seiner Verlangsamung und seiner kognitiven 

Beeinträchtigung kaum möglich wäre. Selbst in Kontroll- und Überwachungstätigkeiten 

müsste er in geeigneter Weise einschreiten und sich rasch an den Ort der Störung 

begeben können, sofern dies erforderlich würde, was vor allem in Anbetracht der stark 

eingeschränkten Gehfähigkeit und auch wegen der kognitiv und ermüdungsbedingten 

Verlangsamung kaum gewährleistet wäre. In der Lager- und Ersatzteilbewirtschaftung 

wird durch die weitgehende Automatisierung ein hohes Arbeitstempo und eine hohe 

Aufmerksamkeit gefordert, welcher die eingeschränkte Belastbarkeit des 

Beschwerdeführers nicht zu genügen vermöchte. Schliesslich ist mit einer 

Verschlechterung des Zustands vor allem seitens des Nierenleidens und damit mit 

einer weiteren Zunahme der Erschöpfung bzw. Abnahme der Leistungsfähigkeit zu 

rechnen, die sämtliche in Betracht kommenden Tätigkeiten betrifft. Zusammenfassend 

ist der Beschwerdeführer in seiner Belastbarkeit, im Gehen, motorisch und kognitiv 

beträchtlich sowie auch im Sehvermögen eingeschränkt. Die Anzahl, Kombination und 

Mannigfaltigkeit der Leiden und Einschränkungen übersteigt soweit überblickbar das 

Ausmass jener Fälle, in denen das Bundesgericht die Verwertbarkeit der 

Restarbeitsfähigkeit noch bejaht hat. Das im M.___ erzielte Rendement war von jenem 

4.4. 

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5.  

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

In Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung vom 25. Juli 2017 aufgehoben und 

dem Beschwerdeführer mit Wirkung ab 1. Dezember 2015 eine ganze Rente 

zugesprochen. Zur Festsetzung und Ausrichtung der Rentenleistung wird die Sache an 

die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

eines 50%-Pensums im ersten Arbeitsmarkt "relativ weit" entfernt (act. G 10.1), so 

dass der Beschwerdeführer nicht damit rechnen kann, dass ihn selbst ein besonders 

sozial eingestellter Arbeitgeber entsprechend entlöhnen könnte bzw. eine 

hinzunehmende Lohneinbusse nicht durch Gewährung selbst des maximalen 

Tabellenlohnabzugs von 25% (vgl. BGE 126 V 80 E. 5b/bb-cc) kompensiert werden 

könnte. Die gutachterlich attestierte Arbeitsfähigkeit ist daher auch unter Annahme 

eines ausgeglichenen Arbeitsmarktes nicht verwertbar. Der Beschwerdeführer hat 

folglich ab 1. Dezember 2015 Anspruch auf eine ganze Rente.

Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung vom 25. Juli 2017 aufzuheben 

und dem Beschwerdeführer mit Wirkung ab 1. Dezember 2015 eine ganze Rente 

zuzusprechen. Zur Festsetzung und Ausrichtung der Rentenleistung ist die Sache an 

die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

5.1. 

Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint 

als angemessen. Die Beschwerdegegnerin hat ausgangsgemäss die gesamte 

Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. Der vom Beschwerdeführer geleistete 

Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist ihm zurückzuerstatten.

5.2. 

bis

Bei diesem Verfahrensausgang hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine 

Parteientschädigung. Diese ist vom Gericht ermessensweise festzusetzen, wobei 

insbesondere der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand Rechnung zu tragen 

ist (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). In der vorliegenden 

Streitsache erscheint eine Parteientschädigung von pauschal Fr. 3'500.-- 

(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) angemessen.

5.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 21/21

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2.

Die Beschwerdegegnerin hat eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. Der vom 

Beschwerdeführer geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird ihm zurückerstattet.

3.

Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung von Fr. 

3'500.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 30.08.2019
	Art. 7 ATSG; Art. 8 ATSG; Art. 28 IVG; Art. 16 ATSG: Das den Anforderungen der Rechtsprechung genügende Gutachten attestiert polydisziplinär eine Arbeitsfähigkeit von 50% (neurologisch: 60%, ophthalmologisch: 90%, nephrologisch 80%). Aufgrund der Anzahl, Kombination und Mannigfaltigkeit der Leiden und Einschränkungen ist die Restarbeitsfähigkeit nicht mehr verwertbar. Der Beschwerdeführer hat somit ab 1. Januar 2015 Anspruch auf eine ganze Rente (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 30. August 2019, IV 2017/306).

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		2025-07-19T04:44:12+0200
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