# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8cabbe0d-c3ec-5fbb-93ba-36d2348cf85c
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-07-02
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 02.07.2010 E-5033/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-5033-2009_2010-07-02.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-5033/2009
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 .  J u l i  2 0 1 0

Richterin Regula Schenker Senn (Vorsitz), 
Richter Fulvio Haefeli, Richter François Badoud;
Gerichtsschreiber Rudolf Raemy.

A._______,
Kosovo,
vertreten durch (...),

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 27. Juli 2009 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-5033/2009

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass die Beschwerdeführerin am 13. Oktober 2002 - als (...) - erstmals 
in der Schweiz um Asyl nachsuchte,

dass die  Eltern  der  Beschwerdeführerin  am 3. Januar  2003  für  sich 
und zwei ihrer Kinder in der Schweiz Asylgesuche stellten (N (...)),

dass das BFM mit Verfügung vom 15. Mai 2003 die Asylgesuche der 
Beschwerdeführerin  und  ihrer  Eltern  ablehnte,  ihre  Flüchtlingseigen-
schaft verneinte und die Wegweisung sowie deren Vollzug anordnete,

dass  die  damals  zuständige  Schweizerische  Asylrekurskommission 
(ARK)  mit  Urteil  vom 16. Juli  2003  auf  eine  gegen  diese  Verfügung 
erhobene Beschwerde nicht eintrat,

dass die Eltern der Beschwerdeführerin für sich und ihre Kinder in der  
Folge erfolglos mehrere Wiedererwägungsgesuche in Bezug auf den 
Vollzug der Wegweisung stellten,

dass die Beschwerdeführerin und die übrigen Familienmitglieder vom 
Kanton Bern als seit dem 18. März 2005 verschwunden gemeldet wor-
den sind,

dass die Beschwerdeführerin am 18. Februar 2007 (gleichzeitig mit ih-
ren Eltern und mehreren Geschwistern) ein zweites Asylgesuch in der 
Schweiz stellte,

dass das BFM mit Zwischenverfügung vom 13. März 2007 die vorsorg-
liche Wegweisung der Beschwerdeführerin nach Frankreich anordnete,

dass  die  Beschwerdeführerin  am  16. März  2007  beim  Bundesver-
waltungsgericht  gegen  diese  Zwischenverfügung  Beschwerde  ein-
reichte,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  mit  Zwischenverfügung  vom 
22. März 2007 unter anderem das Gesuch der Beschwerdeführerin um 
Wiederherstellung  der  aufschiebenden  Wirkung  der  Beschwerde ab-
wies und sie zur Zahlung eines Kostenvorschusses aufforderte,

dass  die  vorsorgliche  Wegweisung  der  Beschwerdeführerin  nach 
Frankreich am 26. März 2007 vollzogen wurde,

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dass das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil vom 17. April 2007 auf 
die  Beschwerde  vom  16. März  2007  mangels  Zahlung  des  ein-
geforderten Kostenvorschusses nicht eintrat,

dass das BFM das Asylgesuch der Beschwerdeführerin vom 18. Fe-
bruar 2007 gemäss einer am 20. April  2007 erstellten internen Notiz 
nach dem Vollzug der vorsorglichen Wegweisung nach Frankreich als 
gegenstandslos geworden abschrieb,

dass das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil vom 5. Juni 2007 auf ein 
gegen  das  Urteil  vom 17. April  2007  eingereichtes  Revisionsgesuch 
vom 23. April 2007 nicht eintrat,

dass die Beschwerdeführerin eigenen Angaben zufolge nach dem Voll-
zug der vorsorglichen Wegweisung Frankreich wieder verlassen habe 
und nach Kosovo zurückgekehrt sei,

dass  sie  ihr  Heimatland am 2. Oktober  2008 erneut  verlassen habe 
und am 5. Oktober 2008 in  der  Schweiz ein  drittes Mal  um Asyl  er-
suchte,

dass sie am 13. Oktober 2008 im Empfangs- und Verfahrenszentrum 
(...) zu  ihren  Ausreise-  und  Asylgründen  befragt  wurde  und  am 
28. Oktober 2008 eine direkte Anhörung durch das BFM erfolgte,

dass die Beschwerdeführerin zur Begründung ihres Asylgesuchs vom 
5. Oktober  2008  im  wesentlichen  geltend  machte,  sie  sei  ungefähr 
zwei Monate nachdem sie im März 2007 vorsorglich von der Schweiz 
nach  Frankreich  weggewiesen  worden  sei,  nach  Kosovo  zurück-
gekehrt,

dass es im Jahre 2008 zu familiären und Problemen mit der Mafia ge -
kommen sei,

dass sie von der Familie ihres Lebenspartners (N (...)  aufgrund ihrer 
Roma-Zugehörigkeit  nicht  akzeptiert  und  von  der  Mafia  nach  einem 
Überfall  mitgenommen,  in  einem  Privathaus  festgehalten  und  zur 
Prostitution gezwungen worden sei,

dass ihr mit Hilfe einer Putzfrau die Flucht aus diesem Haus gelungen 
sei, worauf sie das Heimatland verlassen habe,

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dass  das  BFM mit  Verfügung  vom 27. Juli  2009  in  Anwendung  von 
Art. 32  Abs. 2  Bst. e  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni 1998  (AsylG, 
SR 142.31) auf das Asylgesuch nicht eintrat und die Wegweisung aus 
der Schweiz sowie den Vollzug anordnete,

dass  das  BFM  zur  Begründung  im  Wesentlichen  anführte,  die  am 
13. Oktober  2002  und  am  18. Februar  2007  eingeleiteten  Asylver-
fahren der Beschwerdeführerin seien rechtskräftig abgeschlossen,

dass die Vorbringen der Beschwerdeführerin zu den familiären Proble-
men unsubstanziiert und trotz mehrmaligem Nachfragen stereotyp und 
zu allgemein ausgefallen seien,

dass  sie  ferner  den  Übergriff  durch  die  Mafia,  die  Festhaltung  im 
Privathaus  und  die  geltend  gemachte  Zwangsprostitution  nicht 
detailliert und nachvollziehbar habe darstellen können,

dass  somit  weder  die  Beziehung  zu  ihrem Lebenspartner  noch  die 
Entführung und die daraus resultierende Zwangsprostitution geglaubt 
werden  könnten,  so  dass  es  sich  erübrige,  auf  weitere  Unglaub-
haftigkeitselemente in ihren Vorbringen einzugehen,

dass sich mithin aus den Akten keine Hinweise ergeben würden, dass 
nach  dem  Abschluss  der  ersten  beiden  Verfahren  Ereignisse  ein-
getreten seien,  die geeignet  seien,  die Flüchtlingseigenschaft  zu be-
gründen  oder  die  für  die  Gewährung  vorübergehenden  Schutzes 
relevant seien,

dass die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 7. August 2009 gegen 
die  vorinstanzliche  Verfügung  vom  27.  Juli  2009  beim  Bundesver-
waltungsgericht  Beschwerde  erhob  und  beantragte,  es  sei  auf  ihr 
Asylgesuch einzutreten,  ihre Flüchtlingseigenschaft  festzustellen und 
ihr Asyl zu gewähren,

dass eventualiter die Unzulässigkeit und die Unzumutbarkeit des Voll-
zugs der Wegweisung festzustellen seien und die vorläufig Aufnahme 
anzuordnen sei,

dass subeventualiter das Dossier zur Neubeurteilung an das BFM zu-
rückzuweisen sei,

dass ihr die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren sei,

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dass die vorinstanzlichen Akten am 11. August 2009 beim Bundesver-
waltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

dass  im  vorliegenden  Verfahren  auch  die  Akten  des  ersten 
Asylverfahrens der Beschwerdeführerin (N (...)) beigezogen wurden,

dass die Beschwerdeführerin gemäss einer Mitteilung der zuständigen 
kantonalen Behörde vom 19. August  2009 seit  dem 12. August  2009 
unbekannten Aufenthalts war,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  die  Rechtsvertreterin  der  Be-
schwerdeführerin mit Zwischenverfügung vom 1. September 2009 auf-
forderte, den Aufenthaltsort der Beschwerdeführerin bekannt zu geben 
und eine aktuelle Erklärung der Beschwerdeführerin einzureichen, aus 
welcher ein fortbestehendes Rechtsschutzinteresse hervorgehe, unter 
Androhung,  bei  ungenutzter  Frist  werde  das  Verfahren  als  gegen-
standslos geworden abgeschrieben,

dass die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 9. September 2009 ihre 
Aufenthaltsadresse mitteilte und mit Eingabe vom 23. September 2009 
eine Erklärung zu ihrem fortbestehenden Rechtsschutzinteresse ein-
reichte,

und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden ge-
gen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 
über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG,  SR 172.021])  des  BFM  ent-
scheidet  (Art. 105  AsylG  i.V.m.  Art. 31-34  des  Verwaltungsgerichts-
gesetzes vom 17. Juni 2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst.  d  Ziff.  1 
des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass sich das Verfahren nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG 
richtet, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 6 AsylG),

dass die  Beschwerdeführerin  durch  die  angefochtene  Verfügung  be-
sonders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung 
beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde legitimiert ist (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 
Abs. 1 VwVG),

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dass somit auf die im Übrigen form- und fristgerecht eingereichte Be-
schwerde - unter Vorbehalt nachfolgender Einschränkung - einzutreten 
ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 VwVG),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art. 32-35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Be-
schwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass  sich  die  Beschwerdeinstanz  - sofern  sie  den  Nichteintretens-
entscheid als unrechtmässig erachtet - einer selbständigen materiellen 
Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und die Sache zu 
neuer  Entscheidung  an  die  Vorinstanz  zurückweist  (vgl.  Ent-
scheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurs-
kommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.),

dass  somit  auf  das  Begehren,  es  sei  die  Flüchtlingseigenschaft  der 
Beschwerdeführerin festzustellen und ihr Asyl zu gewähren nicht ein-
zutreten ist,

dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung und des Vollzugs mate-
riell prüft, weshalb dem Bundesverwaltungsgericht diesbezüglich volle 
Kognition zukommt,

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrif-
tenwechsel verzichtet wurde,

dass gemäss Art. 32 Abs. 2 Bst. e AsylG auf  Asylgesuche nicht  ein-
getreten wird, wenn Asylsuchende in der Schweiz bereits ein Asylver-
fahren erfolglos durchlaufen haben oder während des hängigen Asyl -
verfahrens  in  den  Heimat-  oder  Herkunftsstaat  zurückgekehrt  sind, 
ausser  es  gebe  Hinweise,  dass  in  der  Zwischenzeit  Ereignisse  ein-
getreten  sind,  die  geeignet  sind,  die  Flüchtlingseigenschaft  zu  be-
gründen,  oder  die  für  die  Gewährung  vorübergehenden  Schutzes 
relevant sind,

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dass gemäss konstanter und nach wie vor gültiger Praxis der ARK im 
Nachgang  zu  einem  erfolglos  durchlaufenen  Asylverfahren  ein-
gereichte  Gesuche  um  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft  und 
Gewährung  von  Asyl,  in  denen  keine  Revisionsgründe  geltend  ge-
macht werden, nach der Bestimmung von Art. 32 Abs. 2 Bst. e AsylG 
zu behandeln  sind,  wobei  das  erfolglose  Durchlaufen eines Asylver-
fahrens  in  der  Schweiz  nicht  mehr  und  nicht  weniger  bedeutet,  als 
dass  in  einem  ersten  – beziehungsweise  vorangehenden –  Asylver-
fahren  rechtskräftig  festgestellt  oder  implizit  davon  ausgegangen 
worden ist,  der Gesuchsteller  sei  nicht  Flüchtling (vgl. EMARK 2006 
Nr. 20 E. 2.1, 1998 Nr. 1 E. 5 S. 9),

dass allein  bei  dieser  engen Auslegung des Begriffs  "Asylverfahren" 
sich ein logischer Zusammenhang ergibt zum weiteren Erfordernis der 
Glaubhaftmachung  von  in  der  Zwischenzeit  eingetretenen,  für  die 
Flüchtlingseigenschaft  relevanten  Ereignissen,  worunter  ausschliess-
lich seit Eintritt der Rechtskraft entstandene Gründe zu verstehen sind, 
ergibt (vgl. EMARK a.a.O.),

dass  sich  vorliegend  aus  den  Akten  der  Beschwerdeführerin  ergibt, 
dass  bisher  erst-  und  letztmals  mit  Urteil  der  ARK  vom  2003  die 
Flüchtlingseigenschaft  der  Beschwerdeführerin  rechtskräftig  verneint 
wurde,

dass  im  (zweiten)  Asylverfahren  der  Beschwerdeführerin,  welches 
durch ihr  Gesuch vom 18. Februar  2007 eingeleitet  wurde,  aufgrund 
der  vorsorglichen  Wegweisung  nach  Frankreich  weder  rechtskräftig 
festgestellt  noch  implizit  davon  ausgegangen  wurde,  sie  sei  nicht 
Flüchtling,  und  entsprechend  die  Zwischenverfügung  des  BFM vom 
13. März  2007  betreffend  die  vorsorgliche  Wegweisung  denn  auch 
nicht  – auch nicht  implizit –  mit  der  fehlenden Flüchtlingseigenschaft 
der Beschwerdeführerin begründet wurde,

dass das zweite Asylgesuch der Beschwerdeführerin nach dem Voll-
zug der vorsorglichen Wegweisung von der Vorinstanz vielmehr als ge-
genstandslos geworden abgeschrieben wurde, folgerichtig ohne dass 
gleichzeitig über ihre Flüchtlingseigenschaft befunden wurde,

dass vor diesem Hintergrund im dritten Asylverfahren der Beschwerde-
führerin – eingeleitet durch das Gesuch vom 5. Oktober 2008 – bei ei-
ner gestützt auf Art. 32 Abs. 2 Bst. e AsylG erlassenen Verfügung mit-
hin  sämtliche  Ereignisse  beziehungsweise  geltend  gemachten  Vor-

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bringen der Beschwerdeführerin seit  Eintritt  der Rechtskraft  der Ver-
fügung vom 15. Mai 2003 zu berücksichtigen gewesen wären, zumal 
zu diesem Zeitpunkt letztmals das Fehlen ihrer Flüchtlingseigenschaft 
festgestellt wurde (vgl. dazu EMARK 1998 Nr. 1 E. 5 b S. 9),

dass die Vorinstanz in ihrer Verfügung vom 27. Juli 2009 indessen le-
diglich  die  Vorbringen  der  Beschwerdeführerin  erwähnte  und  einer 
Prüfung unterzog, welche sie für die Zeit seit der Rückkehr aus Frank-
reich in den Kosovo im Jahre 2007 geltend gemacht hatte, und die für 
die Zeit zuvor – bis zurück zur letztmaligen Feststellung des Fehlens 
ihrer Flüchtlingseigenschaft, mithin auch die im (zweiten) Asylgesuch 
vom  18. Februar  2007 –  vorgetragenen  Ereignisse  weder  in  tatbe-
ständlicher noch in rechtlicher Hinsicht berücksichtigte oder abklärte,

dass das BFM damit  im zur Zeit  hängigen dritten Asylverfahren den 
rechtserblichen Sachverhalt nicht vollständig erstellt beziehungsweise 
abgeklärt hat,

dass  die  angefochtene  Verfügung  daher  vollumfänglich  aufzuheben 
und  die  Sache  zur  vollständigen  Sachverhaltsfeststellung  und  an-
schliessenden Neubeurteilung an das BFM zurückzuweisen ist,

dass  das  BFM  überdies  darauf  hinzuweisen  ist,  dass  bei  einer  all -
fälligen erneuten Anordnung eines Wegweisungsvollzugs die vom Bun-
desverwaltungsgericht entwickelten Kriterien in Bezug auf den Vollzug 
der  Wegweisung  von  Angehörigen  von  Minderheiten  in  den  Kosovo 
(vgl. dazu unter  anderem BVGE 2007/10)  in  geeigneter  Form abzu-
klären und zu berücksichtigen sein werden,

dass bei  diesem Ausgang des Verfahrens keine Verfahrenskosten zu 
erheben sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und damit  das Gesuch der  Be-
schwerdeführerin um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im 
Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG als gegenstandslos zu betrachten ist,

dass  der  obsiegenden  und  vertretenen  Beschwerdeführerin  in  An-
wendung  von  Art. 64  VwVG  und  Art. 7  des  Reglements  über  die 
Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht vom 
21. Februar 2008 (VGKE, SR 173.320.2) eine Entschädigung für  die 
ihr notwendigerweise erwachsenen Parteikosten zuzusprechen ist,

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dass diese unter Berücksichtigung der gesamten Aktenlage sowie aller 
in Betracht zu ziehenden Bemessungsfaktoren von Amtes wegen auf 
Fr. 250.– (inkl. Auslagen) festzusetzen ist.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird gutgeheissen, soweit darauf eingetreten wird.

2.
Die angefochtene Verfügung wird aufgehoben und das Verfahren wird 
im Sinne der Erwägungen an das BFM zurückgewiesen.

3.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

4.
Das  BFM wird  angewiesen,  der  Beschwerdeführerin  eine  Parteient-
schädigung in der Höhe von Fr. 250.– (inkl. Auslagen) auszurichten.

5.
Dieses Urteil  geht  an die  Rechtsvertreterin  der  Beschwerdeführerin, 
das BFM sowie die kantonale Behörde.

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber:

Regula Schenker Senn Rudolf Raemy

Versand:

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