# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7b092983-5b46-590f-bdc2-e362a9a721ea
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-07-28
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 28.07.2017 IV 2015/150
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2015-150_2017-07-28.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2015/150

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 05.05.2020

Entscheiddatum: 28.07.2017

Entscheid Versicherungsgericht, 28.07.2017
Art. 29 Abs. 1 ATSG, Art. 29bis IVV; Neuanmeldung zum Bezug von 
Leistungen von der Invalidenversicherung nach erfolgter Renteneinstellung 
innert dreier Jahre. Abstellen auf das neu eingeholte bidisziplinäre 
Gutachten. Traumatische Ereignisse in der Kind-/Jugendzeit können im Alter 
zur Reaktivierung depressiver Symptomatik führen (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 28. Juli 2017, IV 
2015/150).

Entscheid Versicherungsgericht, 28.07.2017

Entscheid vom 28. Juli 2017

Besetzung                                                                      

Präsident Joachim Huber, Versicherungsrichter Ralph Jöhl, Ver-

sicherungsrichterin Michaela Machleidt Lehmann; Gerichtsschreiber Markus Jakob        

   

Geschäftsnr.                                                                                                                  

IV 2015/150           

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

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vertreten durch Fürsprecher lic. iur. Daniel Küng, Anwaltskanzlei

St. Jakob, St. Jakob Strasse 37, 9000 St. Gallen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand                                                                   

Rente

Sachverhalt

A.   

A.a  A.___ (nachfolgend Versicherte bzw. Beschwerdeführerin), studierte in B.___ 

Literatur und war danach während dreier Jahre als Lehrerin tätig. Nach ihrer Einreise 

als Flüchtling in die Schweiz im Jahr 1986 war sie als Fabrikationsmitarbeiterin, als 

Serviceangestellte und ab 1. Januar 1990 als Pflegeassistentin im Kantonsspital St. 

Gallen (nachfolgend: KSSG) tätig (IV-act. 3 S. 3 ff., 6, 7, 21 S. 2, 24).

A.b  Zwischen Herbst 2008 und Frühjahr 2009 traten bei der Versicherten 

gesundheitliche Probleme in Form einer Depression und einer Angststörung auf (IV-act. 

5 S. 7). Vom 26. Mai bis zum 1. September 2009 wurde eine stationäre Behandlung in 

der Klinik C.___ durchgeführt. Die anschliessende Weiterbetreuung erfolgte am 

Psychiatrischen Zentrum St. Gallen (IV-act. 23). Die Ärzte Dr. med. D.___ und Dr. med. 

E.___ diagnostizierten u.a. eine rezidivierende depressive Störung, aktuell schwere 

depressive Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10: F33.2) seit mindestens 

Herbst 2008 (IV-act. 21 S. 1). Am 24. Dezember 2009 reichte die Versicherte erstmals 

einen Antrag zum Bezug von Leistungen von der Invalidenversicherung ein (IV-act. 5).

A.c  Nach einem wegen Überforderung gescheiterten Wiedereingliederungsversuch trat 

die Versicherte am 29. Dezember 2009 erneut zur Behandlung in die Klinik C.___ ein. 

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Im Arztbericht vom 2. April 2010 diagnostizierten Dr. med. Dipl.-Psych. F.___ und lic. 

phil. G.___ eine rezidivierende depressive Störung, bei Eintritt mittelgradig bis schwere 

depressive Episode (ICD-10: F33.1/2; IV-act. 26, 41). Am 30. April 2010 wurde die 

Versicherte aus der Klinik entlassen (IV-act. 30, 40). Ab 1. Mai 2010 nahm sie ihre 

bisherige Tätigkeit als Pflegeassistentin in einem 30%-Pensum bei einer 

Leistungsminderung von 25% wieder auf (IV-act. 42). Mit Schreiben vom 24. August 

2010 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass zurzeit keine beruflichen 

Eingliederungsmassnahmen notwendig seien, da sie in einem 50%-Pensum im KSSG 

arbeite (IV-act. 46).

A.d  In den Arztberichten vom 9. und 13. September 2010 erklärten Dr. med. H.___, 

Oberarzt, und med. prakt. I.___, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, 

Psychiatrisches Zentrum J.___, dass bei der Versicherten eine psychische Behinderung 

im Sinn eines schweren depressiven Syndroms mit psychotischen Symptomen 

vorliege. Dabei stünden im Vordergrund Konzentrationsstörungen, 

Aufmerksamkeitsmangel sowie eine erschwerte und verminderte Auffassungsgabe. Sie 

gingen aktuell und anhaltend von einer Arbeitsunfähigkeit von 50% mit einer 

Leistungsminderung von 30% aus (IV-act. 47). Per 1. Oktober 2010 erfolgte aus 

gesundheitlichen Gründen eine Teil-Invaliditätspensionierung der Versicherten durch 

die Versicherungskasse des Staatspersonals des Kantons St. Gallen (IV-act. 58, 67 S. 9 

und 13 ff.). Im Schreiben vom 22. Oktober 2010 erklärte die Arbeitgeberin gegenüber 

der IV-Stelle, dass die Versicherte aktuell in einem 50%-Arbeitspensum arbeite, jedoch 

nur eine Leistung von 25% bezogen auf ein 100%-Pensum erbringe (IV-act. 54).

A.e  Am 17. Januar 2011 wurde die Versicherte im Auftrag der IV-Stelle von med. prakt. 

K.___, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, psychiatrisch begutachtet. 

Im Gutachten vom 28. Januar 2011 (IV-act. 56) diagnostizierte sie mit Auswirkung auf 

die Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte bis 

allenfalls mittelgradige depressive Episode (ICD-10: F33.0 / F33.1) als deutliche 

Teilremission einer zuvor beschriebenen mittelgradigen bis schweren Episode sowie 

ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit akzentuierte Persönlichkeitszüge mit 

abhängigen und histrionischen Anteilen (ICD-10: Z73.1). Sie ging aktuell von einer 

30%igen Arbeitsunfähigkeit sowohl in der angestammten Tätigkeit als Pflegeassistentin 

als auch in einer leidensangepassten Tätigkeit aus. Die aktuelle Tätigkeit stufte sie 

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dabei als eine leidensangepasste Tätigkeit ein. Bei adäquater psychiatrisch-

psychotherapeutischer Behandlung erachtete sie eine Minderung der 

Arbeitsunfähigkeit auf unter 20% als möglich.

A.f  Am 23. Januar 2011 informierte der Case Manager  von L.___ die IV-Stelle über die 

aktuelle Situation (IV-act. 58). Die Versicherte sei im Psychiatrischen Zentrum J.___ 

eingebunden und werde zudem im Spital M.___ mit Elektrokrampftherapie (EKT) unter 

Anästhesie behandelt. Aktuell arbeite die Versicherte 4 ½ Stunden an 5 Tagen pro 

Woche. Die erzielte Leistung betrage 30%. Da die Versicherte diverse Aufgaben nicht 

wahrnehmen könne, sei sie nicht wie eine sonstige Pflegeassistentin einsetzbar. Ihr 

werde ein Soziallohn von Fr. 1'400.- pro Monat bezahlt.

A.g  Mit Vorbescheid vom 2. August 2011 teile die IV-Stelle der Versicherten mit, dass 

sie ab 1. Juni 2010 Anspruch auf eine ganze Rente und ab 1. September 2010 

Anspruch auf eine halbe Rente habe. Per 31. Dezember 2010 werde die Rente wieder 

eingestellt (IV-act. 63). Die Versicherte erhob dagegen am 8. August 2011 Einwand, 

welchen sie am 12. September 2011 einlässlich begründete (IV-act. 65, 67). Mit 

Verfügung vom 22. Dezember 2011 sprach die IV-Stelle der Versicherten 

Rentenleistungen gemäss Vor-bescheid zu (IV-act. 71, 74, 75).

B.   

B.a  Mit Beschwerde vom 18. Januar 2012 beantragte die Versicherte, vertreten durch 

Fürsprecher lic. iur. Daniel Küng, St. Gallen, die Verfügungen der IV-Stelle vom 22. 

Dezember 2011 aufzuheben, soweit eine weitergehende Leistungspflicht der 

Versicherten verneint werde, und die Zusprache einer ganzen Invalidenrente ab 

spätestens Mai 2010 (IV-act. 79 S. 2 ff.). In der Beschwerdeantwort vom 29. Februar 

2012 beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde (IV-act. 85). Am 1. März 

2012 reichte der Rechtsvertreter der Versicherten dem Versicherungsgericht zwei 

Arztberichte von med. prakt. N.___, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, 

St. Gallen, vom 6. und 27. Februar 2012 ein, die der IV-Stelle am 8. März 2012 zur 

Kenntnisnahme zugestellt wurden (IV-act. 86 f.). Mit Replik vom 29. März 2012 hielt die 

Versicherte an ihren bisherigen Rechtsbegehren fest und reichte einen weiteren 

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Arztbericht von med. prakt. N.___ vom 22. März 2012 ein (IV-act. 90 f.). Die IV-Stelle 

verzichtete auf die Einreichung einer Duplik (IV-act. 92).

B.b  Per 1. Oktober 2012 erhielt die Versicherte von L.___ einen unbefristeten 

Arbeitsvertrag mit einem 30%-Pensum. Finanziert wurde der Lohn von Fr. 1'487.- pro 

Monat durch die Sozialstelle (IV-act. 97).

B.c  Mit Entscheid vom 23. Dezember 2013 (IV 2012/20) hob das Versicherungsgericht 

die Rentenverfügungen vom 22. Dezember 2011 auf und sprach der Versicherten für 

den Zeitraum vom 1. Juni 2010 bis 30. April 2011 eine ganze Rente zu (IV-act. 98). 

Begründet wurde der Entscheid insbesondere damit, dass sich anhand der Aktenlage 

der Verlauf der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin nahtlos eruieren lasse. Im 

psychiatrischen Gutachten von med. prakt. K.___ vom 28. Januar 2011 sei der 

schwankende Verlauf mit leichten, mittelgradigen und zeitweise auch schweren 

depressiven Symptomen im Zeitraum zwischen Frühjahr 2009 und Herbst 2010 gut 

ersichtlich. Die ab Januar 2011 bestehende Arbeitsunfähigkeit von noch ca. 30% sei 

von der Gutachterin in nachvollziehbarer Weise anhand der sorgfältig erhobenen 

Befunde begründet worden. Die Rente sei in Anwendung von Art. 88a der Verordnung 

über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) deshalb per 30. April 2011 

einzustellen. Zu den Berichten von med. prakt. N.___ wurde erklärt, dass diese nicht 

hätten berücksichtigt werden können, soweit sie den Gesundheitszustand der 

Versicherten nach Erlass der Verfugung (22. Dezember 2011) betreffen. Der Entscheid 

erwuchs unangefochten in formelle Rechtskraft.

C.  

C.a Am 22. Februar 2014 forderte der Rechtsvertreter der Versicherten die IV-Stelle 

auf, im Neuanmeldungsverfahren zum Bezug von Leistungen der 

Invalidenversicherung, gestellt am 10. Januar 2012 (vgl. IV-act. 76), fortzufahren (IV-act. 

100). Am 14. März 2014 kontaktierte der Case Manager von L.___ die IV-Stelle und bat 

um Informationen betreffend dem pendenten Neuanmeldungsverfahren (IV-act. 110). 

Am 18. März 2014 stellte der Rechtsvertreter der Versicherten der IV-Stelle einen 

Bericht von med. prakt. N.___ vom 13. März 2014 zu. Der Facharzt erklärte, dass die 

Versicherte weiterhin bei ihm in Behandlung sei. Er diagnostizierte eine mittelgradige 

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bis schwergradige Depression ab Behandlungsbeginn bei ihm am 1. Februar 2012. 

Aktuell liege eine schwergradige depressive Episode vor (IV-act. 111).

C.b Mit Vorbescheid vom 13. Mai 2014 stellte die IV-Stelle der Versicherten ein 

Nichteintreten in Aussicht (IV-act. 119). Der Rechtsvertreter der Versicherten erhob 

dagegen am 3. Juni 2014 Einwand. Zur Begründung führte er aus, dass sich der 

Gesundheitszustand der Versicherten wesentlich verschlechtert habe und verwies 

diesbezüglich auf den beigelegten Arztbericht von med. prakt. N.___ vom 23. Mai 2014 

(IV-act. 121). In der Stellungnahme vom 11. Juli 2014 erachtete die RAD-Ärztin Dr. 

med. P.___ einen veränderten psychischen und somatischen Gesundheitsschaden im 

Vergleich zum Referenzzeitpunkt des Gutachtens vom Januar 2011 als plausibel. Es 

bedürfe einer bidisziplinären Begutachtung (IV-act. 124).

C.c Die IV-Stelle beauftragte daraufhin am 23. Juli 2014 das Institut für Forensisch-

Psychologische Begutachtung, St. Gallen, mit der Erstellung eines bidisziplinären 

Gutachtens (Psychiatrie und Orthopädie; IV-act. 125 f.). Die Begutachtung erfolgte am 

17. Oktober 2014 durch Dr. med. Q.___, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und 

Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, zertifizierter medizinischer Gutachter 

SIM, und Dr. med. R.___, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, 

zertifizierte medizinische Gutachterin SIM. Im Gutachten vom 22. November 2014 (IV-

act. 131) wurden diagnostiziert eine komplexe posttraumatische Belastungsstörung 

(PTBS; ICD-10: F43.8), eine rezidivierende depressive Störung (sekundär), gegenwärtig 

mittelgradige Episode (F33.1), eine Achillodynie beidseits (M76.6), rechtsbetont, 

Knieschmerzen links (M25.56), am ehesten bei beginnender Retropatellär-Arthrose 

(M17.1), eine Periarthropathia humero-scapularis rechts (M75.0) und Schwellungen im 

Bereich der Fingergelenke (M25.44) bei Verdacht auf Psoriasis-Arthropathie (IV-act. 

131 S. 55). Die psychiatrische Gutachterin erachtete eine relevante Verschlechterung 

des Gesundheitszustandes der Versicherten seit der Begutachtung durch med. prakt. 

K.___ im Januar 2011 als nachgewiesen (vgl. IV-act. 131 S. 47 f., 51 und 59). In der 

Stellungnahme vom 4. Dezember 2014 erachtete die RAD-Ärztin Dr. P.___ das 

Gutachten vom 22. November 2014 als beweiskräftig (IV-act. 136).

C.d Mit Vorbescheid vom 25. März 2015 kündigte die IV-Stelle an, dass die Versicherte 

keinen Anspruch auf eine IV-Rente habe, da der ermittelte Invaliditätsgrad von 37% 

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unter dem minimalen anspruchsbegründenden Invaliditätsgrad von 40% liege (IV-act. 

142). Im Arztbericht vom 8. April 2015 (Eingang IV-Stelle 13. April 2015) erklärte med. 

prakt. N.___, dass die volle Arbeitsunfähigkeit nicht alleine auf der posttraumatischen 

Belastungsstörung, sondern auch auf der festgestellten schwergradigen depressiven 

Episode beruhe, die im Rahmen einer rezidivierenden depressiven Störung bestehe (IV-

act. 146).

C.e Am 15. April 2015 verfügte die IV-Stelle gemäss Vorbescheid (IV-act. 145). Im 

Schreiben vom 20. April 2015 führte die IV-Stelle aus, dass der Rentenanspruch nicht 

aus medizinischen, sondern aus juristischen Gründen abgelehnt worden sei (IV-act. 

149).

D.  

D.a Mit Beschwerde vom 8. Mai 2015 (act. G 1) beantragte der Rechtsvertreter der 

Beschwerdeführerin die Aufhebung der Verfügung vom 15. April 2015 und die 

Zusprache einer ganzen Invalidenrente ab wann rechtens, spätestens ab August 2012, 

unter gesetzlicher Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der 

Beschwerdegegnerin.

D.b Mit Schreiben vom 27. Mai 2015 (act. G 4) reichte der behandelnde Psychiater 

med. prakt. N.___ Arztberichte vom 6. Februar und 22. März 2012 (act. G 4.1, G 4.2), 

vom 13. März, 23. Mai und 16. September 2014 (act. G 4.3 - G 4.5) sowie vom 8. und 

21. April 2015 (act. G 4.6, G 4.7) ein.

D.c Mit Beschwerdeantwort vom 15. Juni 2015 schloss die Beschwerdegegnerin auf 

Abweisung der Beschwerde (act. G 6). Zur Begründung führte sie insbesondere an, 

dass keine invalidenversicherungsrechtlich relevante Gesundheitsstörung in Form einer 

PTBS vorliegen könne, da der Lebensverlauf der Beschwerdeführerin und die 

Latenzzeit dagegen sprächen. Die Berichte des Facharztes med. prakt. N.___ erachtete 

die Beschwerdeführerin gleichfalls als nicht überzeugend, zumal er als behandelnder 

Arzt nicht unbefangen sei.

D.d Mit Replik vom 20. Juli 2015 (act. G 11) hielt der Rechtsvertreter der 

Beschwerdeführerin an den Rechtsbegehren gemäss Beschwerdeschrift fest und 

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reichte den Arztbericht von med. prakt. N.___ vom 1. Juli 2015 (act. G 11.1) ein. Die 

Beschwerdegegnerin verzichtete auf die Einreichung einer Duplik (vgl. act. G 13).

Erwägungen

1.   

1.1  Die Beschwerdeführerin erhielt gestützt auf ihre erstmalige Anmeldung zum Bezug 

von Leistungen der Invalidenversicherung im Jahr 2009 vom 1. Juni 2010 bis 30. April 

2011 eine ganze Rente der Invalidenversicherung (IV-act. 5, 98). Auf die Neuanmeldung 

vom 10. Januar 2012 (IV-act. 76) trat die Beschwerdegegnerin ein und veranlasste 

unter anderem eine bidisziplinäre Begutachtung durch das Institut für Forensisch-

Psychologische Begutachtung (Gutachten vom 22. November 2014, IV-act. 131). Die 

Gutachter stellten gegenüber dem Zeitpunkt der erstmaligen Begutachtung (17. Januar 

2011) einen verschlechterten Gesundheitszustand und eine gänzliche 

Arbeitsunfähigkeit fest. Die Beschwerdegegnerin verneinte mit Verfügung vom 15. April 

2015 (IV-act. 145) einen Rentenanspruch.

1.2  Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist der mit Schreiben 

vom 10. Januar 2012 (und Erinnerungsschreiben vom 22. Februar 2014) neu 

angemeldete Anspruch auf Leistungen (insbesondere Rente) der Invalidenversicherung 

(vgl. IV-act. 76, 100).

2.   

2.1  Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde 

ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes 

über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). 

Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, 

geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung 

und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten 

auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 

Der Grad der für einen allfälligen Rentenanspruch massgebenden Invalidität wird 

gemäss Art. 16 ATSG durch einen Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das 

Einkommen, das die versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach der 

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Durchführung der notwendigen und zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei 

ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in 

Beziehung gesetzt wird zum Einkommen, das die versicherte Person erzielen könnte, 

wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen).

2.2  Die Rentenabstufungen nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die 

Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) geben bei einem Invaliditätsgrad von 

mindestens 40% Anspruch auf eine Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von 

mindestens 50% Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von 

mindestens 60% Anspruch auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von 

mindestens 70% Anspruch auf eine ganze Rente.

2.3  Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im 

Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung 

zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 

Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Hinsichtlich des Beweiswerts eines 

Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, 

auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden 

berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der Darlegung der 

medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation 

einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 125 V 

352 E. 3a).

2.4  Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. 

Danach haben Gericht und Verwaltung von Amtes wegen für die richtige und 

vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen.

3.   

Vorweg ist die Frage zu beantworten, ob der medizinische Sachverhalt rechtsgenüglich 

abgeklärt worden ist. Informationen zum relevanten früheren Gesundheitszustand 

(medizinischer Referenzzeitpunkt) liefert das im vorangehenden 

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Rentenprüfungsverfahren eingeholte psychiatrische Gutachten von med. prakt. K.___ 

vom 28. Januar 2011 (IV-act. 56). Über den weiteren Verlauf des 

Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin bzw. über ihre Arbeitsfähigkeit 

informiert insbesondere das von der Beschwerdegegnerin eingeholte bidisziplinäre 

Gutachten vom 22. November 2014 (IV-act. 131). Weitere (ergänzende) Erkenntnisse 

liefern die Arztberichte des behandelnden Psychiaters med. prakt. N.___, die 

Stellungnahmen des RAD sowie die Schreiben des Case Managers des KSSG.

4.   

Zunächst sind die somatischen Leiden und die daraus resultierenden Einschränkungen 

der Arbeitsfähigkeit zu beurteilen.

4.1  Festzustellen ist, dass im ersten Rentenprüfungsverfahren (Anmeldung am 24. 

Dezember 2009; Rentenverfügungen vom 22. Dezember 2011) orthopädische Leiden 

nicht Gegenstand der Abklärungen waren und folglich auch keinen Einfluss auf die 

Arbeitsfähigkeitsbeurteilung bzw. den ermittelten Invaliditätsgrad hatten. Erst med. 

prakt. N.___ wies im Arztbericht vom 13. März 2014 (IV-act. 111) darauf hin, dass die 

Beschwerdeführerin ausser den psychischen Beschwerden auch körperliche 

Einschränkungen habe und erwähnte dabei eine Fraktur des rechten Fusses, welche im 

Jahr 2012 habe saniert werden müssen. Im Rahmen der aktuellen 

Rentenanspruchsprüfung veranlasste die Beschwerdegegnerin daraufhin auch eine 

orthopädische Begutachtung.

4.2  Der orthopädische Gutachter Dr. Q.___ erklärte gestützt auf die Untersuchung vom 

17. November 2014 und die ihm vorgelegten MRI- und Röntgenbilder, dass die 

Beschwerdeführerin vor allem Beschwerden im Bereich beider Achillessehnen 

(Diagnose: Achillodynie beidseits [M76.6], rechtsbetont) und, weniger ausgeprägt, am 

linken Kniegelenk (Diagnose: Knieschmerzen links [M25.56], am ehesten bei 

beginnender Retropatellär-Arthrose), aufweise, so dass die Absolvierung längerer 

Gehstrecken und das Überwinden von Höhendifferenzen (Treppen, Leitern, Gerüste) 

eingeschränkt sei. Ausserdem sei die Beweglichkeit der rechten Schulter über die 

Horizontalebene vermindert (Diagnose: Periarthropathia humero-scapularis rechts 

[M75.0]). Wegen der beidseitigen Fingerbeschwerden seien feinmotorische Arbeiten 

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nur im begrenzten Umfang möglich (Diagnose: Schwellungen im Bereich der 

Fingergelenke [M25.44] bei Verdacht auf Psoriasis-Arthropathie; IV-act. 131 S. 28 ff.). 

Basierend auf den erhobenen Befunden erachtete der Gutachter die 

Beschwerdeführerin in der angestammten Tätigkeit als Pflegehelferin als nicht mehr 

arbeitsfähig ab Mitte des Jahres 2012 (Zeitpunkt der operativen Behandlung der 

Achillodynie). Dagegen sei der Beschwerdeführerin eine leidensangepasste Tätigkeit 

(wechselbelastende körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeit ohne Absolvierung 

längerer Gehstrecken, ohne Überwinden von Höhendifferenzen [Treppen, Leitern, 

Gerüste], ohne Notwendigkeit von Arbeiten über der Horizontalebene [vor allem rechts] 

und ohne hohe Ansprüche an die Feinmotorik) ganztägig zumutbar. Die 

Leistungsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit betrage knapp 90% mit 

Gültigkeit ab dem Tag der Begutachtung, wahrscheinlich jedoch bereits seit Mitte des 

Jahres 2012 (IV-act. 131 S. 34 und 57).

4.3  Die Einschätzungen des orthopädischen Gutachters sind nachvollziehbar und 

schlüssig. Da von den Parteien auch keine Einwände diesbezüglich vorgebracht 

worden sind, ist auf das Anforderungsprofil an eine leidensangepasste Tätigkeit sowie 

auf die Arbeitsfähigkeitseinschätzung abzustellen bzw. sind diese in der 

Gesamtwürdigung mit zu berücksichtigen.

5.   

Des Weiteren sind die psychischen Leiden und die daraus resultierenden 

Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit zu prüfen.

5.1  In den Rentenverfügungen vom 22. Dezember 2011 (IV-act. 71, 74, 75) berief sich 

die Beschwerdegegnerin hinsichtlich des medizinischen Sachverhaltes primär auf das 

psychiatrische Gutachten von med. prakt. K.___ vom 28. Januar 2011 (IV-act. 56). Der 

medizinische Referenzzeitpunkt für die psychischen Leiden ist folglich der 

Gesundheitszustand am Tag der Begutachtung (11. Februar 2011). Die Gutachterin 

diagnostizierte damals mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende 

depressive Störung, gegenwärtig leichte bis allenfalls mittelgradige depressive Episode 

(ICD-10: F33.0 / F33.1) als deutliche Teilremission einer zuvor beschriebenen 

mittelgradigen bis schweren Episode und ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 

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akzentuierte Persönlichkeitszüge mit abhängigen und histrionischen Anteilen (ICD-10: 

Z73.1). Die Arbeitsunfähigkeit schätzte sie spätestens ab dem Tag der Begutachtung 

(11. Januar 2011) auf ca. 30% (IV-act. 56 S. 18). Die Beschwerdegegnerin ermittelte 

daraufhin einen Invaliditätsgrad von 30% mit Gültigkeit ab 1. Januar 2011 (IV-act. 71). 

Die Beweiskraft der gutachterlichen Einschätzungen wurde durch das 

Versicherungsgericht mit Entscheid vom 23. Dezember 2013 (IV 2012/20) bestätigt. Der 

Entscheid erwuchs unangefochten in Rechtskraft.

5.2  Am 17. Oktober 2014 untersuchte die psychiatrische Gutachterin Dr. R.___ die 

Beschwerdeführerin während 2 ½ Stunden. Die Gutachterin stellte basierend auf einer 

umfassenden und detaillierten Anamnese (IV-act. 131 S. 37-41), den Erkenntnissen aus 

der persönlichen Untersuchung und denjenigen aus den testdiagnostischen 

Untersuchungen vom 3. und 6. November 2014, durchgeführt von lic. phil. S.___ und 

M. Sc. T.___ (IV-act. 131 S. 43-46), ihre Befunde, Diagnosen und 

Arbeitsfähigkeitsbeurteilung (IV-act. 131 S. 42, 46-49).

5.2.1      Aus dem Gutachten wird ersichtlich, dass Dr. R.___ der Zugang zur 

Beschwerdeführerin gelang. Sie konnte damit relevante neue Erkenntnisse zu den 

Ursachen der psychischen Leiden gewinnen, welche ihr eine fundierte Beurteilung der 

gesundheitlichen Situation und die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit ermöglichten. So 

legte die Gutachterin nachvollziehbar dar, dass der heutige gesundheitliche Zustand 

der Beschwerdeführerin im Wesentlichen durch traumatische Ereignisse in der Kindheit 

und in der Jugendzeit in B.___ geprägt wird. Sie war damals über Jahre psychischer, 

körperlicher und sexueller Gewalt durch den Vater, einen Schwager und einen Onkel 

ausgesetzt gewesen. Zudem erfuhr sie körperliche bzw. emotionale Vernachlässigung. 

Die Beschwerdeführerin schilderte, dass ihr als Frau auferlegt worden sei, zu 

schweigen und das Leid zu erdulden. Ihren Schwestern sei es nicht anders ergangen, 

ebenso ihrer Mutter, welche bereits mit 13 Jahren ihr erstes Kind zur Welt gebracht 

habe. Aufgrund ihrer liberalen Einstellung und den geänderten Verhältnissen 

(Machtwechsel, Repressionen durch den Staat) habe sie B.___ im Jahr 1986 verlassen 

und sei als Flüchtling in die Schweiz gekommen. Ab dem Jahr 1990 habe sie als 

Pflegeassistentin/-helferin im KSSG gearbeitet. Mit 36 Jahren habe sie einen Mann 

kennengelernt, mit welchem sie eine längere Beziehung gehabt habe. Sie habe die 

Beziehung beendet, weil der Partner drogensüchtig war, sie finanziell ausgenützt und 

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regelmässig vergewaltigt habe. Diese Zeit und die Trennung seien psychisch belastend 

gewesen. In ihrem Beruf habe sie sich über Jahre hinweg wohl gefühlt. Nach rund 15 

bis 17 Jahren Einsatz auf der Kinderstation sei sie auf die Krebsstation (Abteilungen 

Kardiologie und Onkologie) versetzt worden. Dort habe sie zunehmend Mühe 

bekommen, mit dem Schicksal der Patienten (Leidensweg, Tod) umzugehen. Zwischen 

Herbst 2008 und Frühjahr 2009 sei es zum Auftreten einer Depression und 

Angststörung gekommen. Kurz zuvor hätten sich der Schwager und ihr Neffe suizidiert. 

Dies alles habe zu einem Wiedererinnern an die traumatischen Ereignisse in der 

Kindheit, in der Jugend und im frühen Erwachsenenalter geführt. Massive Scham- und 

Schuldgefühle hätten es ihr bisher verunmöglicht, über die traumatischen Ereignisse 

wirklich zu sprechen, obschon sie seit Jahren in psychiatrischer Behandlung sei (zwei 

mehrmonatige Aufenthalte in der Klinik C.___, ambulante Behandlungen im 

Psychiatrischen Zentrum J.___ und beim Psychiater med. prakt. N.___). Ihre 

Symptomatik sei bisher immer als Depression bezeichnet worden. Aufgrund der 

Schwere der depressiven Symptomatik sei Ende 2010/Anfang 2011 eine 

Elektrokrampftherapie unter Narkose in die Wege geleitet worden. Diese habe jedoch 

jeweils nur kurzfristig geholfen. Zurzeit sei sie in Behandlung beim Psychiater med. 

prakt. N.___ sowie bei ihrer Hausärztin Dr. med. U.___.

5.2.2      Die ergänzend durchgeführten umfangreichen testdiagnostischen 

Untersuchungen (Testbatterie zur Aufmerksamkeitsprüfung [TAP], Symptom-Checkliste 

[SCL-90-R], Beck-Depressions-Inventar [BDI], Impact of Event Scale - revidierende 

Form [IES-R], Persönlichkeitsstil- und Störungsinventar [PSSI], Testbatterie zur 

forensischen Neuropsychologie [TBFN] und Rey-Memory-Test) ergaben eine hohe 

subjektive Symptombelastung, wobei neben depressiven Symptomen auch eine 

deutliche posttraumatische Symptomatik in Form von Intrusionen, Vermeidung und 

Übererregbarkeit erhoben worden seien. Auch im Rahmen der Persönlichkeitstests 

hätten sich vermeidende Tendenzen im Sinn eines starken sozialen Rückzugs 

abgebildet. Von der Beschwerdeführerin im Bereich der Aufmerksamkeit berichtete 

Defizite seien im Rahmen der neuropsychologischen Testverfahren ebenfalls 

festgestellt worden. Es habe sich ein vermindertes Aufmerksamkeitsniveau sowie eine 

eingeschränkte Aufmerksamkeitskapazität bei gleichzeitig leicht erhöhter Ablenkbarkeit 

gezeigt. Zudem hätten sich Hinweise auf Einschränkungen des Arbeitsgedächtnisses 

(Bereitstellung von relevanten Informationen) ergeben. Die festgestellten Störungen der 

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Aufmerksamkeitsfunktion könnten Ausdruck der depressiven Symptomatik und der 

Traumafolgestörung sein. Spezifische Hinweise auf allfällige Simulations- oder 

Aggravationstendenzen hätten sich im Rahmen der Testdiagnostik nicht ergeben.

5.2.3      Zur Krankheitsgeschichte führte die Gutachterin aus, dass bisher bei der 

Beschwerdeführerin eine depressive Störung, Angst und Panik diagnostiziert worden 

seien. Lediglich zwischen den Zeilen habe es Hinweise auf eine Traumafolgestörung 

gegeben. So seien im Austrittsbericht der Klinik C.___ vom April 2010 neben 

depressiven Symptomen auch starke Ängste, Versündigungs- und Schuldideen 

beschrieben worden. Im Juni 2010 habe das psychiatrische Zentrum J.___ von einer 

schweren, therapieresistenten Depression, Schuld- und Versündigungswahn und 

gelegentlich suizidalen Gedanken berichtet. Ende 2010/Anfang 2011 seien sogar einige 

Elektrokrampftherapien durchgeführt worden, welche jedoch nur kurzfristig geholfen 

hätten. Die Begutachtung durch Dr. K.___ im Januar 2011 habe parallel zur 

Elektrokrampftherapie stattgefunden. Die Behandlungen hätten zwar zu einer 

kurzfristigen, jedoch nicht zu einer längerfristigen Gesundheitsverbesserung geführt (IV-

act. 131 S. 48 und 58).

5.2.4      Gutachterin Dr. R.___ diagnostizierte mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine 

komplexe posttraumatische Belastungsstörung (PTBS; ICD-10: F43.8) und eine 

rezidivierende depressive Störung (sekundär), gegenwärtig mittelgradige Episode 

(F33.1). Sie wies darauf hin, dass die Versicherte seit der Kindheit schweren 

Traumatisierungen ausgesetzt gewesen sei. Die depressive Symptomatik sei eine Folge 

davon und nach wie vor in einem mittleren Schweregrad vorhanden.

 

5.2.5      Spätestens ab dem Untersuchungsdatum (17. Oktober 2014) sei aufgrund der 

klinischen und testpsychologischen Befunde keine Arbeitsfähigkeit mehr in der freien 

Wirtschaft gegeben. Eine Eingliederung im beschützten Rahmen sei jedoch möglich. 

Die Gutachterin empfahl eine stationäre Behandlung in einer traumaspezifischen Klinik 

(IV-act. 131 S. 47 f., 51 und 57).

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5.3  Bei der Würdigung der gutachterlichen Beurteilung fällt ins Gewicht, dass sie auf 

eigenständigen Abklärungen beruht und für die streitigen Belange umfassend ist. Die 

medizinischen Vorakten wurden verwertet und die von der Beschwerdeführerin 

geklagten Beschwerden berücksichtigt und gewürdigt. Die gutachterlich erhobenen 

Befunde wurden zudem durch umfangreiche testdiagnostische Untersuchungen 

ergänzt. Die gestellten Diagnosen (PTBS und rezidivierende depressive Störung, 

gegenwärtig mittelgradige Episode) leuchten in der Darlegung der medizinischen 

Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein. Die 

Attestierung einer gänzlichen Arbeitsunfähigkeit (aus psychiatrischen Gründen) in der 

freien Wirtschaft - und damit auch für leidensadaptierte Tätigkeiten, welche aufgrund 

der somatischen Einschränkungen in Betracht zu ziehen gewesen wären, - vermag 

aufgrund der erhobenen detaillierten Befunde und insbesondere der detailliert 

beschriebenen Funktionseinschränkungen (vgl. IV-act. 131 S. 42-44, S. 48 f.) und der 

gestellten Diagnosen gleichfalls zu überzeugen. Weiter bestehen keine Anhaltspunkte 

dafür, dass objektiv wesentliche Tatsachen nicht berücksichtigt worden wären. Die 

unterschiedlichen Einschätzungen im Vergleich zum früheren Gutachten von Dr. K.___ 

vom Januar 2011 lassen sich erklären und stehen damit auch nicht dem Beweiswert 

des aktuellen Gutachtens entgegen (vgl. IV-act. 131 S. 49-50, S. 52). Ferner ergeben 

sich keine Anhaltspunkte aus dem Gutachten für ein nicht kunstgerechtes Vorgehen 

der psychiatrischen Gutachterin.

5.4  Am 4. Dezember 2014 nahm die RAD-Ärztin Dr. P.___ Stellung zum bidisziplinären 

Gutachten vom 22. November 2014 (IV-act. 136). Sie erachtete das Gutachten als 

umfassend, ausführlich, konsistent, widerspruchsfrei und nahvollziehbar. Sie bestätigte 

die im Gutachten erhobenen Diagnosen. Die bisherigen Verdachtsmomente auf ein 

suboptimales Leistungsverhalten bzw. auf relevante Inkonsistenzen hätten 

testpsychologisch endgültig ausgeschlossen werden können. Im Übrigen benennt sie 

darin keine objektiven Aspekte, die im Rahmen der Begutachtung ausser Acht 

gelassen worden sind.

5.5  Nachfolgend ist auf die Einwände der Beschwerdegegnerin einzugehen.

5.5.1      In der Beschwerdeantwort (act. G 6 S. 3 f.) macht die Beschwerdegegnerin im 

Wesentlichen geltend, dass die volle Arbeitsunfähigkeit im bidisziplinären Gutachten 

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vorwiegend aus der PTBS abgeleitet werde. Begründet werde diese mit Ereignissen 

aus der Kindheit der Beschwerdeführerin. Eine PTBS dürfe jedoch nur nach einem 

belastenden Ereignis mit aussergewöhnlicher Bedrohung oder katastrophenartigem 

Ausmass gestellt werden, die bei fast jeder Person tiefe Verzweiflung hervorrufen 

würde. Geltend gemacht worden seien gewalttätige und wohl auch sexuelle Übergriffe 

in der Kindheit durch ihren Vater. Diese Angaben seien jedoch nicht belegt durch 

echtzeitliche medizinische Akten oder amtliche Berichte, was aber erforderlich sei. 

"Zudem fehlen Angaben, was sich genau abgespielt hat." Eine PTBS breche in der 

Regel mit einer Verzögerung von wenigen Wochen bis Monaten nach einem Trauma 

aus und lediglich bei wenigen Personen nehme die Störung über die Jahre hinweg 

einen chronischen Verlauf. Im vorliegenden Fall betrüge die Latenzzeit bei der 60-

jährigen Beschwerdeführerin somit rund 50 Jahre. Dieser Umstand spreche klar gegen 

eine PTBS.

5.5.2      Festzustellen ist, dass eine PTBS häufig verbunden ist mit Angst, Depression 

und Suizidgedanken. Nebst der Diagnose posttraumatische Belastungsstörung ist 

denn auch bei andauernder oder schwerer ausgeprägter depressiver Symptomatik 

unabhängig vom Auslöser eine depressive Episode (F32) zu klassifizieren (vgl. HEIDI 

MÜSSIGBRODT/SILKE KLEINSCHMIDT/ANGELA SCHÜRMANN/HARALD J. 

FREYBERGER/HORST DILLING, Psychische Störungen in der Praxis, Leitfaden zur 

Diagnostik und Therapie in der Primärversorgung nach dem Kapitel V (F) der ICD-10, 5. 

Aufl. Bern 2014, S. 89 f.; vgl. auch die Ausführungen der Gutachterin zum Entstehen 

einer PTBS und zu den Überschneidungen mit anderen psychischen Erkrankungen, IV-

act. 131 S. 47, S. 55). Beide genannten Diagnosen können (unabhängig voneinander) 

eine invalidenversicherungsrechtlich relevante Arbeitsunfähigkeit begründen. 

Vorliegend wurden beide Diagnosen von der psychiatrischen Gutachterin gestellt und 

sind deshalb grundsätzlich zu berücksichtigen bzw. im Verfahren zu würdigen.

5.5.3      Entgegen der Argumentation der Beschwerdegegnerin beziehen sich die 

traumatischen Ereignisse nicht nur auf die Kindheit, sondern auch auf die Jugendzeit 

und wohl auch auf das frühe Erwachsenenalter der Beschwerdeführerin, als sie noch in 

B.___ lebte. Aktenkundig sind Gewaltakte und sexuelle Übergriffe über Jahre hinweg 

ausgeführt von zumindest drei männlichen Verwandten (Vater, Onkel, Schwager). 

Selbst die Mutter (beim ersten Kind 13 Jahre alt) konnte diese Übergriffe offensichtlich 

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nicht verhindern. In B.___ war die Beschwerdeführerin zudem ab Ende der 70-ziger 

Jahre konfrontiert mit staatlicher Repression im Zusammenhang mit dem 

Machtwechsel und dem B.___-V.___ Krieg. So wurde ihre Wohnung zweimal 

durchsucht. Wegen ihrer "liberalen Einstellung" sei ihr untersagt worden, weiterhin als 

Lehrerin tätig zu sein. Die willkürlichen Hinrichtungen von Studenten hätten sie 

geängstigt. Dass die Beschwerdeführerin nicht wie von der Beschwerdegegnerin 

verlangt über echtzeitliche Dokumente der Vorkommnisse verfügt, ist unter den 

geschilderten Verhältnissen nachvollziehbar und kaum verwunderlich und kann ihr 

deshalb auch nicht zum Vorwurf gemacht werden. Zum Vorwurf der fehlenden 

Angaben darüber, was sich genau abgespielt habe, ist anzumerken, dass die 

Beschwerdegegnerin ergänzende Angaben bzw. Erläuterungen bei der

psychiatrischen Gutachterin hätte einfordern können.

5.5.4      Des Weiteren ergeben sich weder aus den Akten noch den Ausführungen der 

Beschwerdegegnerin Hinweise, die Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Angaben der 

Beschwerdeführerin entstehen lassen.

5.5.5      Zur Diagnosestellung posttraumatische Belastungsstörung ist anzumerken, 

dass nebst Naturkatastrophen und Kriegsereignissen u.a. auch eine Vergewaltigung, 

der Verlust der sozialen Stellung oder des sozialen Bezugsrahmens auslösende 

Ereignisse für eine PTBS sein können. Am häufigsten seien akute PTBS, welche 

meistens innerhalb weniger Monate abklingen würden. Es gebe jedoch auch 

chronische Verläufe, sodass eine andauernde Persönlichkeitsänderung nach 

Extrembelastung stattfinde. Gemäss der Fachliteratur kann es jedoch auch im Alter zu 

Reaktivierungen depressiver Symptome kommen, wenn Kompensationsmöglichkeiten 

durch den Beruf, durch gesellschaftliche und Freizeitaktivitäten nachlassen und die 

Abwehrkräfte gegen psychische Traumafolgen geringer werden. Es entspreche zudem 

den natürlichen psychischen Vorgängen des Älterwerdens, sich an Jugend und 

Heranwachsen zurückzuerinnern. Frühere Erfahrungen kehren in das Bewusstsein 

zurück. Dieser alterstypische Rückblick auf das eigene Leben kann die Traumatisierung 

durch Extrembelastungen in der Jugend reaktivieren und zu einer Verschlimmerung der 

psychischen Störung führen (vgl. NORBERT NEDOPIL/JÜRGEN LEO MÜLLER, 

Forensische Psychiatrie, Klinik, Begutachtung und Behandlung zwischen Psychiatrie 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/25

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und Recht, 4. Aufl. Stuttgart/New York 2012, S. 202 ff.). Es kann 

rechtsprechungsgemäss deshalb nicht angehen, die medizinisch ausgewiesene 

Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung nur deshalb in Zweifel zu ziehen, 

weil diese erst mit einer Latenz von mehreren Jahren aufgetreten ist (Urteil des 

Bundesgerichts vom 6. Februar 2015, 8C_538/2014, E. 4.2.1). Vor diesem Hintergrund 

und der ausführlichen Befunderhebung durch die Psychiaterin überzeugen - in 

Anbetracht der wiederholten traumatischen Ereignisse, des stabilisierenden Effekts der 

sehr erfüllenden langjährigen Tätigkeit als Pflegehelferin auf der Kinderstation, der 

Zäsur durch die Arbeitsplatzverlegung auf die Krebsstation und die damit verbundene 

tägliche Konfrontation mit menschlichem Leiden und Tod, der Suizide von Verwandten, 

des fortgeschrittenen Alters der Beschwerdeführerin - die gutachterlichen Diagnosen 

wie auch die attestierte Arbeitsunfähigkeit in der freien Wirtschaft, zumal auch keine 

gegensätzlichen fachärztlichen Berichte bzw. Gutachten vorliegen bzw. im Verfahren 

eingereicht wurden.

5.6  Es ist somit davon auszugehen, dass die im bidisziplinären Gutachten gestellten 

Diagnosen zu Recht erhoben wurden. Die Beschwerdegegnerin hat der Bestimmung 

des Invaliditätsgrades in der angefochtenen Verfügung für die Zeit ab Begutachtung 

vom 17. Oktober 2014 folglich zu Unrecht nicht die - vom RAD bestätigte - 

gutachterliche Leistungsfähigkeitsbeurteilung zugrunde gelegt.

5.7  Hinsichtlich des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit im relevanten 

Zeitraum vor der bidisziplinären Begutachtung vom 17. Oktober 2014 geben die 

Arztberichte des Psychiaters med. prakt. N.___ Auskunft. Bei ihm ist die 

Beschwerdeführerin seit dem 1. Februar 2012 in Behandlung.

5.7.1      Bei der Würdigung der Berichte behandelnder medizinischer Fachpersonen ist 

gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung der Erfahrungstatsache Rechnung zu 

tragen, dass diese Personengruppe im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche 

Vertrauensstellung in Zweifelsfällen mitunter eher zugunsten ihrer Patienten aussagen 

dürften (BGE 125 V 353 E. 3b/cc). Dabei handelt es sich um eine Richtlinie, die als 

solche mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG) vereinbar ist 

(BGE 125 V 352 E. 3b). Bei der Abschätzung des Beweiswerts im Rahmen einer freien 

und umfassenden Beweiswürdigung dürfen allerdings auch die potentiellen Stärken der 

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Berichte behandelnder medizinischer Fachpersonen nicht vergessen werden. Der 

Umstand allein, dass eine Einschätzung vom behandelnden Mediziner stammt, darf 

nicht dazu führen, sie als von vornherein unbeachtlich einzustufen; die einen längeren 

Zeitraum abdeckende und umfassende Betreuung durch behandelnde medizinische 

Fachpersonen bringt oft wertvolle Erkenntnisse hervor.

5.7.2      Im Arztbericht vom 6. Februar 2012 diagnostizierte der Facharzt eine 

mittelgradig bis schwergradig depressive Episode (ICD-10: F32.1 resp. F32.3). Die 

Arbeitsfähigkeit in der damaligen Tätigkeit schätzte er auf 30%. Er empfahl eine 

ambulante psychiatrische Behandlung durchzuführen und die medikamentöse 

Behandlung neu aufzustellen (IV-act. 87 S. 1-4). Bei gleichbleibender Diagnose ging er 

in den Arztberichten vom 27. Februar (IV-act. 87 S. 6 ff.) und 22. März 2012 (IV-act. 91) 

von einer Arbeitsunfähigkeit von zumindest 80% ab dem 1. Februar 2012 aus. Im 

Arztbericht vom 13. März 2014 (IV-act. 111) führte er aus, dass sich der 

Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin seit der Begutachtung vom 17. Januar 

2011 durch med. prakt. K.___ wesentlich verschlechtert habe. So bestehe nun eine 

schwergradig depressive Episode. Im Arztbericht vom 23. Mai 2014 (IV-act. 121 S. 3 ff.) 

attestierte der Facharzt eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit ab dem 5. November 2013. Im 

Weiteren wies er erneut darauf hin, dass der Gesundheitszustand der 

Beschwerdeführerin beim Erstgespräch am 1. Februar 2012 wesentlich schlechter war 

als der im Gutachten von med. prakt. K.___ im Januar 2011 beschriebene.

5.7.3      In Kenntnis des Gutachtens vom 22. November 2014 erklärte med. prakt. 

N.___ im Arztbericht vom 8. April 2015, dass die volle Arbeitsunfähigkeit nicht alleine 

auf der posttraumatischen Belastungsstörung, sondern auch auf der festgestellten 

schwergradigen depressiven Episode beruhe, welche im Rahmen einer rezidivierenden 

depressiven Störung bestehe (IV-act. 146). Im Arztbericht vom 1. Juli 2015 bestätigte 

med. prakt. N.___ bei gleichbleibender Diagnose die andauernde 100%ige 

Arbeitsunfähigkeit für alle Tätigkeiten (act. G 11.1 S. 3).

5.7.4      Was die Arztberichte von med. prakt. N.___ anbelangt, so gilt es festzustellen, 

dass sich daraus relevante, nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretation entspringende 

Gesichtspunkte ergeben, denen im bidisziplinären Gutachten vom 22. November 2014 

nur begrenzt Rechnung getragen werden konnte. So liefern die Arztberichte 

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Erkenntnisse zum (psychischen) Gesundheitszustand und der Arbeitsfähigkeit der 

Beschwerdeführerin im Zeitraum ab erfolgter Neuanmeldung (10. Januar 2012) bis zur 

bidisziplinären Begutachtung (17. Oktober 2014). Die späteren Arztberichte vom 8. 

April (IV-act. 146) und 1. Juli 2015 (act. G 11.1) würdigen und ergänzen zudem das 

Gutachten vom 22. November 2014 hinsichtlich der nachfolgenden Zeit bis zum Erlass 

der angefochtenen Verfügung vom 15. April 2015.

5.7.5      Gegen die Arztberichte von med. prakt. N.___ führt die Beschwerdegegnerin 

insbesondere Resultate aus der früheren Begutachtung der Beschwerdeführerin durch 

med. prakt. K.___ am 17. Januar 2011 ins Feld (act. G 6). Dabei lässt sie jedoch 

unerwähnt, dass in dem von ihr eingeholten neuen bidisziplinären Gutachten vom 22. 

November 2014 die Psychiaterin Dr. R.___ erklärte: "Retroperspektiv sind die 

Beurteilungen der Arbeitsunfähigkeit von Dr. N.___ - bezogen auf den Schweregrad der 

Erkrankung - plausibel" (vgl. IV-act. 131 S. 48, 51 und 57). Zudem wies die Gutachterin 

wiederholt darauf hin, dass die frühere Begutachtung durch med. prakt. K.___ im 

Januar 2011 parallel zu einer Elektrokrampftherapie im Spital M.___ stattgefunden 

habe. Ausserdem gelang es med. prakt. K.___ im Gegensatz zu Dr. R.___ offensichtlich 

nicht, eine Vertrauensbasis zur Beschwerdeführerin aufzubauen, so dass sie bereit 

gewesen wäre, über die posttraumatischen Erlebnisse in der Kindheit und Jugendzeit 

zu berichten. So finden sich im Gutachten diesbezüglich lediglich Aussagen wie "Sie 

habe ein liebevolles Elternhaus gehabt." "Nach ihren Angaben hatte sie ein gutes 

Elternhaus und eine schöne, glückliche Kindheit." (IV-act. 56 S. 9 und 15). Die 

Arbeitsfähigkeitseinschätzungen von med. prakt. N.___ decken sich zudem mit den 

Informationen des Case Managers von L.___ zur Arbeitsfähigkeit bzw. zur 

Einsetzbarkeit der Beschwerdeführerin (vgl. bspw. Telefongesprächsnotiz vom 23. 

März 2011, IV-act. 58; neuer Arbeitsvertrag per 1. Oktober 2012, IV-act. 109; 

Auskunftsbegehren, IV-act. 110) und der erfolgten Teil-Invalidenpensionierung im 

Umfang von 70% (vgl. IV-act. 67 S. 9 ff.). Festzuhalten ist, dass die 

Arbeitsfähigkeitseinschätzungen von med. prakt. N.___ nachvollziehbar und schlüssig 

sind. Es liegen ausserdem keine medizinischen Berichte für die Zeit ab dem 1. Februar 

2012 vor, die eine andere Einschätzung rechtfertigen würden, weshalb darauf 

abzustellen ist.

6.   

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Aufgrund des Gesagten ist zusammenfassend festzuhalten, dass die 

Beschwerdeführerin ab Behandlungsbeginn bei med. prakt. N.___ am 1. Februar 2012 

zumindest zu 70% und ab dem Tag der bidisziplinären Begutachtung am 17. Oktober 

2014 zu 100% arbeitsunfähig war sowohl in der angestammten Tätigkeit als auch in 

jeder anderen Tätigkeit in der freien Wirtschaft.

7.   

Nachfolgend ist der frühestmögliche Anspruchsbeginn auf eine Invalidenrente zu 

bestimmen.

7.1  Die Beschwerdeführerin erhielt wegen eines psychischen Leidens eine ganze 

Invalidenrente bis 30. April 2011 (vgl. IV-act. 98). Da ab dem 1. Mai 2011 keine 

(Dauer)Leistungen seitens der Invalidenversicherung mehr gewährt wurden und auch 

keine Leistungsanspruchsprüfung pendent war, bedurfte es für die Geltendmachung 

eines erneuten Anspruchs auf Leistungen der Invalidenversicherung einer 

Neuanmeldung (vgl. Art. 29 Abs. 1 ATSG).

7.2  Die Neuanmeldung erfolgte durch den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin mit 

Schreiben vom 10. Januar 2012 (IV-act. 76). Dass die Neuanmeldung gemäss 

Beschwerdegegnerin erst am 22. Februar 2014 erfolgt sein soll, zumindest wird dieses 

Datum in den Rechtsschriften der Beschwerdegegnerin als Anmeldedatum verwendet 

(vgl. act. G 6), kann nicht als zutreffend erachtet werden, denn selbst formlose oder 

auch fehlerhafte Anmeldungen sind hinsichtlich der Fristwahrung in Bezug auf die 

Geltendmachung von Leistungen ausreichend (vgl. Art. 29 Abs. 3 ATSG; BGE 133 V 

579 E. 4.3.1). Beim Schreiben vom 22. Februar 2014 handelte es sich denn auch nur 

um ein Erinnerungsschreiben mit der Aufforderung, das Neuanmeldungsverfahren 

fortzusetzen (vgl. IV-act. 100). Als (Neu-) Anmeldezeitpunkt gilt folglich der 10. Januar 

2012.

7.3  Gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG entsteht der Rentenanspruch frühestens nach Ablauf 

von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach Art. 29 Abs. 

1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollendung des 18. Altersjahrs folgt. 

Da sich die 19__ geborene Beschwerdeführerin am 10. Januar 2012 zum Bezug von IV-

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Leistungen neu anmeldete, kann ein Rentenanspruch frühestens ab 1. Juli 2012 

entstehen (BGE 142 V 547).

7.4  Die Rentenanspruchsvoraussetzung gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. a IVG ist vorliegend 

erfüllt, denn Eingliederungsmassnahmen zur Reintegration der Beschwerdeführerin in 

den ersten Arbeitsmarkt sind angesichts des Fehlens eines Eingliederungspotenzials 

nicht angezeigt (siehe zur fehlenden Eingliederungsfähigkeit und zur fehlenden 

Arbeitsfähigkeit in der freien Wirtschaft seit spätestens dem 17. Oktober 2014 IV-act. 

131 S. 57 und S. 58).

7.5  Im Weiteren setzt der Anspruch auf eine Rente grundsätzlich voraus, dass die 

versicherte Person nach Ablauf des Wartejahres zu mindestens 40 Prozent invalid im 

Sinne von Art. 8 ATSG ist (vgl. Art. 28 Abs. 1 lit. c IVG). Im Art. 29bis IVV wird als lex 

specialis für den Fall, dass eine Rente nach Verminderung des Invaliditätsgrades 

aufgehoben wurde, dieser jedoch in den folgenden drei Jahren wegen einer auf das 

dasselbe Leiden zurückzuführende Arbeitsunfähigkeit erneut ein rentenbegründendes 

Ausmass erreicht, festgelegt, dass bei der Berechnung der Wartezeit nach Art. 28 Abs. 

1 lit. b IVG früher zurückgelegte Zeiten anzurechnen sind. Die Beschwerdeführerin 

erhielt bis zur Einstellung per 30. April 2011 eine ganze Invalidenrente. Die 

Neuanmeldung am 10. Januar 2012 erfolgte daher innert der Dreijahresfrist. Die frühere 

Rente wurde wegen eines psychischen Leidens gewährt. Auch die aktuelle 

Arbeitsunfähigkeit ist mitbegründet durch ein psychisches Leiden, welches an 

Intensität bzw. Schwere zugenommen hat, sodass erneut ein rentenbegründendes 

Ausmass erreicht wurde. Demzufolge bedarf es vorliegend keiner erneuten Bestehung 

einer Wartezeit.

7.6  Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der frühestmögliche Anspruchsbeginn 

auf eine Invalidenrente der 1. Juli 2012 ist (vgl. Art. 29 Abs. 3 IVG).

8.   

Nachfolgend sind der Invaliditätsgrad anhand eines Einkommensvergleiches und der 

Rentenanspruch zu bestimmen.

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8.1  Da vorliegend mangels gegenteiliger Hinweise davon auszugehen ist, dass die 

Beschwerdeführerin als Gesunde weiterhin im gleichen Umfang in ihrer bisherigen 

Tätigkeit als Pflegeassistentin weitergearbeitet hätte, bildet das zuletzt vor Eintritt des 

Gesundheitsschadens erzielte Einkommen einen wichtigen Anhaltspunkt für die 

Bestimmung des Valideneinkommens. Gemäss den vorliegenden Akten hätte der 

Jahreslohn der Beschwerdeführerin als Pflegeassistentin im Jahr 2012 Fr. 69'132.- 

betragen (vgl. IV-act. 141 S. 2, 145 S. 2).

8.2  Im Jahr 2012 erzielte die Beschwerdeführerin in der leidensangepassten Tätigkeit 

bei L.___ (noch) einen Lohn von Fr. 1'487.- pro Monat bzw. Fr. 19'331.- pro Jahr (vgl. 

IV-act. 107, 109). Selbst in einer anderen leidensangepassten Tätigkeit hätte die 

Beschwerdeführerin gemäss den statistischen Tabellenlöhnen des Bundesamtes für 

Statistik (LSE 2012, TA 1, Kompetenzniveau 1, Total, Frauen) bei einem Arbeitspensum 

von 30% und (noch) ohne Berücksichtigung eines Leidensabzuges mit Fr. 15'432.- pro 

Jahr (Fr. 4'112.- x 12 Monate / 40 Std. x 41.7 Std. x 0.3) weniger verdient als in der 

damaligen Tätigkeit bei L.___.

8.3  Für die Zeit ab Juli 2012 ist deshalb höchstens von einem Invalideneinkommen von 

Fr. 19'331.- und damit von einem Invaliditätsgrad von 72 % ([Fr. 69'132.- - Fr. 

19'331.-] / Fr. 69'132.-) auszugehen. Demzufolge besteht für die Zeit ab 1. Juli 2012 ein 

Anspruch auf eine ganze Rente der Invalidenversicherung. Anzufügen bleibt, dass die 

Beschwerdeführerin diese Tätigkeit im Jahr 2014 aufgegeben hat (IV-act. 131 S. 26) 

und ihr seit 17. Oktober 2014 für sämtliche Tätigkeiten in der freien Wirtschaft eine 

vollständige Arbeitsunfähigkeit bescheinigt wird (IV-act. 131 S. 58).

9.   

9.1  In Gutheissung der Beschwerde ist die Verfügung vom 15. April 2015 aufzuheben. 

Der Beschwerdeführerin ist ab 1. Juli 2012 eine ganze Rente der Invalidenversicherung 

zuzusprechen. Zur Festsetzung der Rentenhöhe ist die Sache an die 

Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

9.2  Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.- bis Fr. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 24/25

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1'000.- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.- erscheint in 

der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Der unterliegenden 

Beschwerdegegnerin sind die Gerichtskosten in der Höhe von Fr. 600.- aufzuerlegen. 

Der Beschwerdeführerin wird der von ihr geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.- 

zurückerstattet.

9.3  Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei 

Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom 

Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In 

der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 

22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.- bis Fr. 12'000.-. Im hier zu 

beurteilenden Fall ist eine Parteientschädigung Fr. 3'500.- (inklusive Barauslagen und 

Mehrwertsteuer) angemessen.

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.   

In Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung der IV-Stelle vom 15. April 2015 

aufgehoben und der Beschwerdeführerin mit Wirkung ab 1. Juli 2012 eine ganze Rente 

zugesprochen. Zur Festsetzung der Rentenhöhe wird die Sache an die 

Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2.   

Die Beschwerdegegnerin hat die Gerichtskosten von Fr. 600.- zu bezahlen. Der 

Beschwerdeführerin wird der von ihr geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.- 

zurückerstattet.

3.   

Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung von Fr. 

3'500.- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 25/25

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	Entscheid Versicherungsgericht, 28.07.2017
	Art. 29 Abs. 1 ATSG, Art. 29bis IVV; Neuanmeldung zum Bezug von Leistungen von der Invalidenversicherung nach erfolgter Renteneinstellung innert dreier Jahre. Abstellen auf das neu eingeholte bidisziplinäre Gutachten. Traumatische Ereignisse in der Kind-/Jugendzeit können im Alter zur Reaktivierung depressiver Symptomatik führen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 28. Juli 2017, IV 2015/150).

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