# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 70eed204-bff8-54ac-bbaa-7b94b064f467
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2022-03-01
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 01.03.2022 B-2885/2021
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_B-2885-2021_2022-03-01.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung II 

B-2885/2021 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 .  M ä r z  2 0 2 2   

Besetzung 
 Richterin Kathrin Dietrich (Vorsitz), 

Richter Ronald Flury, Richter Christian Winiger,    

Gerichtsschreiberin Corine Knupp. 
 

 
 

Parteien 
 A._______ AG,   

Beschwerdeführerin,  

 
 

 
gegen 

 
 

Bundesamt für Strassen ASTRA,  

Strasseninfrastruktur, Projektmanagement,  

Vergabestelle.  

 

Gegenstand 
 Öffentliches Beschaffungswesen; 

Zuschlag betr. Projekt "GE1 PPM BE 210007 -  

Parkplatzmanagement BE - Rastplatzbewirtschaftung 

Wileroltingen; 

SIMAP-Projekt-ID 216990; 

SIMAP-Meldungsnummer 1199887. 

 

 

 

B-2885/2021 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Am 23. Februar 2021 schrieb das Bundesamt für Strassen ASTRA, 

Abteilung Strasseninfrastruktur West, Filiale Thun (im Folgenden: Verga-

bestelle), auf der Internetplattform SIMAP das Projekt "216990 - GE1 PPM 

BE 210007 - Parkplatzmanagement BE - Rastplatzbewirtschaftung Wilerol-

tigen" als Dienstleistungsauftrag im offenen Verfahren aus (Meldungsnum-

mer 1181837). Der Auftrag umfasst die Zutrittskontrolle und den Sicher-

heitsdienst auf dem Rastplatz Wileroltigen und dem provisorischen Tran-

sitplatz für ausländische Fahrende. Dabei ist die Sicherheit des Rastplat-

zes mit zwei Personen und im 24/7 Schichtbetrieb sicherzustellen (Aus-

schreibung, Ziff. 2.6). Die Arbeiten sollten in der Zeit vom 1. Mai 2021 bis 

31. Oktober 2024 ausgeführt werden (Ausschreibung, Ziff. 2.13).  

A.b Innert der bis am 12. April 2021 angesetzten Frist gingen acht Ange-

bote ein, darunter dasjenige Angebot der A._______ AG (im Folgenden: A. 

_______).  

A.c Mit Schreiben vom 15. April 2021 bestätigte die Vergabestelle den An-

bietern den Eingang ihrer Offerte unter Beilage des anonymisierten Proto-

kolls der Offertöffnung. 

A.d Am 5. Mai 2021 erteilte die Vergabestelle der B._______ AG (im Fol-

genden: Zuschlagsempfängerin) zum Preis von Fr. 1'916'880.– (exkl. 

MwSt) den Zuschlag und veröffentlichte die Zuschlagsverfügung am 1. Juni 

2021 auf der Internetplattform SIMAP (Meldungsnummer 1199887).  

A.e Mit Schreiben vom 1. Juni 2021 teilte die Vergabestelle der zweitplat-

zierten A._______ AG unter Hinweis auf die soeben erwähnte SIMAP-Pub-

likation mit, dass der Auftrag nicht an sie vergeben, sondern der Zuschlag 

an die Zuschlagsempfängerin erteilt worden sei. Zur Begründung verwies 

sie auf die beiliegende anonymisierte Auswertung der Angebote.  

B.  

Mit Eingabe vom 21. Juni 2021 erhob A._______ AG (nachfolgend: Be-

schwerdeführerin) Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht. Sie führt 

im Wesentlichen aus, mit der Bewertung beim "Zuschlagskriterium ZK2: 

Schlüsselpersonen" nicht einverstanden zu sein. In den Ausschreibungs-

unterlagen sei für die Erfüllung der Minimalanforderungen der Eidgenössi-

sche Fachausweis für Bewachung und Sicherheit (FSB) vorausgesetzt 

worden. Sie vermute, dass die Eidgenössische Berufsprüfung nicht als 

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Seite 3 

gleichwertige Ausbildung zum Eidgenössischen Fachausweis für Bewa-

chung und Sicherheit (FSB) beurteilt worden sei. Sie beantrage deshalb 

Akteneinsicht und eine ausführliche Begründung zu den bei diesem Zu-

schlagskriterium vorgenommenen Abzügen. Es sei ihr bewusst, dass sie 

auch im Falle einer Gutheissung der Beschwerde die geforderte Punktzahl 

nicht erreiche. Ihr Anliegen sei es jedoch, die Wertigkeit der Eidgenössi-

schen Berufsprüfung zu schützen.  

C.  

C.a Mit Verfügung vom 6. Juli 2021 wurde die Vergabestelle ersucht, eine 

Vernehmlassung sowie die vollständigen Akten betreffend das vorliegende 

Vergabeverfahren einzureichen. 

C.b Innert Frist reichte die Vergabestelle am 2. August 2021 ihre Stellung-

nahme ein und beantragt, auf die Beschwerde unter Kostenfolge nicht ein-

zutreten, eventualiter sei die Beschwerde abzuweisen.  

C.c Zur Begründung bringt sie im Wesentlichen vor, bei der vorliegend zu 

beschaffenden Leistung gehe es um Dienstleistungen im Bereich Sicher-

heit. Die ausgeschriebene Leistung sei der provisorischen CPC-Referenz-

nummer 873 "Investigation and security services" bzw. der Untergruppe 

"Guard Services" (prov. CPC-Referenznummer 87305) zuzuordnen, womit 

sie ausserhalb des Staatsvertragsbereichs liege. Bei Aufträgen ausserhalb 

des Staatsvertragsbereichs werde nur der sekundäre Rechtsschutz ge-

währt. Demnach könne die Beschwerdeführerin ausschliesslich die Fest-

stellung beantragen, eine Verfügung verletze Bundesrecht. Eine solche 

Feststellung habe die Beschwerdeführerin vorliegend aber nicht beantragt. 

Ebenso wenig habe sie begründet, inwiefern die fragliche Bewertung Bun-

desrecht verletze. Darüber hinaus fehle es der Beschwerdeführerin auch 

an einem schutzwürdigen Beschwerdeinteresse, da sie nicht vorbringe, der 

Zuschlag hätte an sie gehen müssen. Auf die Beschwerde sei daher nicht 

einzutreten. 

C.d In materieller Hinsicht führt die Vergabestelle aus, die Bewertung des 

EK 2 sei sachlich begründet. Sie habe weder ihre Ermessensfreiheit noch 

einen der Grundsätze des Beschaffungswesens verletzt. Die Beschwerde-

führerin habe bei EK 2 (Minimalanforderung an das Personal) alle Anfor-

derungen erfüllt. Es sei der Ausschreibung entsprechend bewertet worden, 

dass alle elf aufgeführten Schlüsselpersonen gemäss Lebenslauf über ei-

nen eidgenössischen Fachausweis verfügten und gute bis sehr gute Fran-

zösischkenntnisse hätten. Deshalb habe die Beschwerdeführerin bei EK 2 

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die Note 3 erhalten. Die Note 3 entspräche bei der vorliegend vorgenom-

menen Bewertung mit ganzen Noten von 0 bis 5 der normalen Erfüllung 

der Anforderungen. Die normale Erfüllung der Anforderungen führe nicht 

zu einer Bewertung mit der Note 5. Für eine bessere Bewertung hätte die 

Beschwerdeführerin die in den Lebensläufen erwähnten Fachausweise der 

Offerte beilegen müssen. Auch die Angabe von vergleichbaren Referenzen 

hätte zu einer noch besseren Bewertung geführt, denn die meisten der auf-

geführten Referenzprojekte seien nicht wirklich mit den ausgeschriebenen 

Aufgaben vergleichbar gewesen.  

D.  

Mit Verfügung vom 3. August 2021 erhielt die Beschwerdeführerin Gele-

genheit, eine allfällige abschliessende Stellungnahme einzureichen, wovon 

sie keinen Gebrauch machte (vgl. Verfügung vom 27. August 2021). 

E.  

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten 

wird, soweit erforderlich, in den rechtlichen Erwägungen Bezug genom-

men. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 1 des Bundesgesetzes vom 21. Juni 2019 über das öf-

fentliche Beschaffungswesen (BöB, SR 172.056.1) findet dieses Gesetz 

Anwendung auf die Vergabe öffentlicher Aufträge durch unterstellte Auf-

traggeberinnen innerhalb und ausserhalb des Staatsvertragsbereichs. 

1.2  Nach Art. 52 Abs. 1 Bst. a BöB können Verfügungen (Art. 53 BöB, 

s. E. 1.3) dieser Auftraggeberinnen (Art. 4 BöB, s. E. 1.4) beim Bundesver-

waltungsgericht angefochten werden, wenn sie Dienstleistungen betreffen, 

deren Wert den für das Einladungsverfahren massgebenden Schwellen-

wert erreichen (Ziff. 2 des Anhangs 4 BöB, s. E. 1.5 - 1.7), und der betref-

fende Auftrag nicht unter eine der Ausnahmen gemäss Art. 10 BöB fällt 

oder eine öffentliche Beschaffung gemäss Anhang 5 Ziff. 1 Bst. c und d 

BöB darstellt (Art. 52 Abs. 5 BöB, s. E. 1.8; Urteil des BVGer B-4157/2021 

vom 24. Januar 2022 E. 1.1). 

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Seite 5 

1.3 Das Bundesverwaltungsgericht ist ausschliesslich zuständig für Be-

schwerden gegen die in Art. 53 Abs. 1 BöB aufgelisteten Verfügungen, ins-

besondere gegen den Zuschlag (Art. 53 Abs. 1 Bst. e BöB). Vorliegend hat 

die Beschwerdeführerin die Zuschlagsverfügung vom 1. Juni 2021 ange-

fochten, weshalb diese Voraussetzung erfüllt ist. 

1.4 Wie soeben erwähnt, muss die angefochtene Verfügung sodann von 

einer dem Gesetz unterstellten Vergabebehörde stammen (Art. 4 BöB). Die 

Vergabestelle untersteht als Teileinheit der allgemeinen Bundesverwaltung 

dem BöB (Art. 4 Abs. 1 Bst. a BöB).  

1.5 In Ziffer 1.8 der Ausschreibung vom 23. Februar 2021 gibt die Verga-

bestelle an, dass es sich um eine "Dienstleistung" handelt. Bei der vorlie-

gend zu beschaffenden Leistung geht es um die Sicherstellung des Sicher-

heits- und Verkehrsdienstes auf dem Rastplatz Wileroltigen. Die Vergabe-

stelle unterstützt den Kanton Bern temporär bei der Zurverfügungstellung 

von Transitplätzen für Fahrende. Daher dient der Rastplatz Wileroltigen 

ausnahmsweise nicht nur der kurzzeitigen Erholung der Strassenbenützer, 

sondern teilweise auch der Beherbergung von ausländischen Fahrenden. 

Der Rastplatz wird aus Sicherheitsgründen in zwei Zonen aufgeteilt, wel-

che durch eine Barriere abgetrennt sind. Die zu beschaffende Leistung hat 

insbesondere zum Inhalt, mit zwei Personen im 24/7 Schichtbetrieb die 

Ein- und Ausfahrt in den Rastplatz zu kontrollieren sowie die Sicherheit für 

alle Benutzer zu gewährleisten (Pflichtenheft, Ziff. 1 und 2). Die Einstufung 

als Dienstleistung ist daher zutreffend.  

1.6  

1.6.1 Im Folgenden zu prüfen ist, ob diese Dienstleistung dem Staatsver-

tragsbereich untersteht, was nur dann zutrifft, wenn diese in Anhang 3 BöB 

aufgelistet ist (vgl. Art. 8 Abs. 4 BöB). Hierfür massgebend ist die Referenz-

nummer der von den Vereinten Nationen erstellten provisorischen zentra-

len Warenklassifikation (CPC prov; Urteile des BVGer B-4157/2021 

E. 1.1.3 und B-4958/2013 vom 30. April 2014 E. 1.5.2). 

1.6.2 Der Inhalt des vorliegenden Auftrages wird in Buchstabe A.a und in 

der Erwägung 1.7.2 detailliert beschrieben. Die im SIMAP aufgeführte 

CPC-Referenznummer 12 (Architektur; technische Beratung und Planung 

und integrierte technische Leistungen; Stadt und Landschaftsplanung; zu-

gehörige wissenschaftliche und technische Beratung) erweist sich dem-

nach – wie die Vergabestelle in ihrer Vernehmlassung vom 2. August 2021 

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selbst erwähnt – als offensichtlich unzutreffend. Der Vergabestelle ist zu-

zustimmen, dass der vorliegende Dienstleistungsauftrag vielmehr der prov. 

CPC-Referenznummer 87305 (Guard services) zuzuordnen ist, welche un-

ter anderem auf "security guard services, parking control und access con-

trol services" verweist (vgl. Urteil B-4889/2020 vom 28. Dezember 2020 

E. 3.3).  

1.6.3 Die prov. CPC-Referenznummer 87305 ist auf der Positivliste des An-

hangs 3 BöB nicht aufgeführt. Damit liegt die ausgeschriebene Leistung 

ausserhalb des Staatsvertragsbereichs.  

1.7  

1.7.1 Sodann bleibt zu klären, ob der Wert des zu vergebenden öffentli-

chen Auftrags den massgebenden Schwellenwert erreicht. Art. 52 Abs. 1 

Bst. a BöB setzt wie erwähnt für Dienstleistungen voraus, dass der Schwel-

lenwert für das Einladungsverfahren erreicht ist. Ausserhalb des Staatsver-

tragsbereichs beträgt der Schwellenwert für Dienstleistungen im Einla-

dungsverfahren für alle Auftraggeberinnen Fr. 150'000.–. und im offenen 

und selektiven Verfahren für Auftraggeberinnen nach Art. 4 Abs. 1 BöB 

Fr. 230'000.– (Ziff. 2 des Anhangs 4 BöB). 

1.7.2 Die Vergabestelle hat den Wert der ausgeschriebenen Leistungen 

auf ca. […] Fr. geschätzt und den Auftrag entsprechend zutreffend im offe-

nen Verfahren ausgeschrieben. Die Zuschlagsempfängerin hat den Zu-

schlag zum Preis von Fr. 1'916'880.– (exkl. MwSt) erhalten. Entsprechend 

ist der für die Zulässigkeit einer Beschwerde an das Bundesverwaltungs-

gericht massgebende Schwellenwert zweifelsfrei überschritten (Art. 52 

Abs. 1 Bst. a i.V.m. Ziff. 2 des Anhangs 4 BöB).  

1.8 Ein Ausnahmetatbestand im Sinne von Art. 10 BöB liegt nicht vor. Auch 

handelt es sich beim vorliegenden Auftrag nicht um eine öffentliche Be-

schaffung gemäss Anhang 5 Ziff. 1 Bst. c und d BöB (Art. 52 Abs. 5 BöB). 

1.9  Das Bundesverwaltungsgericht ist daher für die Beurteilung der vorlie-

genden Streitsache zuständig.  

1.10 Der vorliegende Auftrag liegt wie vorne erwähnt allerdings ausserhalb 

des Staatsvertragsbereichs, weshalb mit der Beschwerde nur die Feststel-

lung der Rechtswidrigkeit der Verfügung und die Leistung von Schadener-

satz beantragt werden kann (Sekundärrechtsschutz, Art 52 Abs. 2 und 

Art. 42 Abs. 1 BöB). Von vornherein nicht beantragt werden kann die Än-

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Seite 7 

derung oder Aufhebung der angefochtenen Verfügung (Primärrechts-

schutz; vgl. MARTIN BEYELER, Rechtsschutz, Beschaffungsvertrag und Öf-

fentlichkeitsprinzip, Baurecht 2020 S. 40 f.). 

2.  

2.1 Das BöB enthält keine spezielle submissionsrechtliche Regelung zur 

Beschwerdelegitimation, weshalb diese grundsätzlich nach dem allgemei-

nen Verfahrensrecht des Bundes zu beurteilen ist (Art. 55 BöB bzw. Art. 37 

VGG i.V.m. Art. 48 VwVG). Danach ist zur Beschwerde berechtigt, wer vor 

der Vergabestelle am Verfahren teilgenommen hat oder keine Möglichkeit 

zur Teilnahme erhalten hat (Art. 48 Abs. 1 Bst. a VwVG), durch die ange-

fochtene Verfügung besonders berührt ist (Art. 48 Abs. 1 Bst. b VwVG) und 

ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung hat 

(Art. 48 Abs. 1 Bst. c VwVG).  

Die Beschwerde dient nicht dazu, abstrakt die objektive Rechtmässigkeit 

des staatlichen Handelns zu überprüfen, sondern dem Beschwerdeführer 

einen praktischen Vorteil zu verschaffen. Auch dem Begehren um eine 

Feststellungsverfügung ist deshalb nur dann zu entsprechen, wenn der 

Gesuchsteller ein schutzwürdiges Interesse nachweist (Art. 25 Abs. 2 

VwVG). Dieses besteht darin, dass ein Nachteil abgewendet werden kann, 

wenn die Feststellungsverfügung erlassen wird. Die gesuchstellende Per-

son muss folglich nachweislich Dispositionen nicht treffen können oder sol-

che ungerechtfertigterweise unterlassen, sofern die feststellende Verfü-

gung nicht ergeht. Mithin ist auch bei der Feststellungsverfügung der prak-

tische Nutzen nachzuweisen (ISABELLE HÄNER, in Waldmann/Weissenber-

ger [Hrsg.], Praxiskommentar VwVG, 2. Aufl. 2016, Art. 25 N. 17). Im 

Vergaberecht stellt das Interesse an der Geltendmachung von Schadener-

satzansprüchen grundsätzlich ein hinreichendes Feststellungsinteresse 

dar, weshalb die Eintretensvoraussetzungen in Bezug auf ein derartiges 

Feststellungsinteresse nicht restriktiver sind, als bei einem Beschwerdebe-

gehren, das auf Aufhebung des Zuschlags und Rückweisung der Sache 

zur Neubeurteilung gerichtet ist (Urteil des BVGer B-2560/2021 vom 

11. Januar 2022 E. 1.4 m.H.). Dies setzt voraus, dass der Beschwerdefüh-

rer eine reelle Chance auf den Zuschlag gehabt hätte, denn andernfalls 

kann die Rechtswidrigkeit des Entscheids nicht kausal für den Schaden 

gewesen sein (BGE 141 II 14 E. 4.1). 

2.2 Die Beschwerdeführerin ist formell beschwert, denn sie hat am Verfah-

ren vor der Vergabestelle teilgenommen. Weil der Zuschlag nicht ihr erteilt 

wurde, ist sie durch die angefochtene Verfügung auch besonders berührt.   

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Seite 8 

2.3 Vorliegend bemängelt die Beschwerdeführerin die Bewertung bei "Zu-

schlagskriterium ZK 2 Schlüsselpersonen". Gemäss Ziff. 4.6 der SIMAP-

Publikation kommt dem EK 2 eine Gewichtung von 20% zu. Der Evalua-

tionsübersicht kann entnommen werden, dass die Beschwerdeführerin 

beim EK 2 die Note 3 und damit 60 Punkte erhalten hat. Im Weiteren geht 

aus der Evaluationsübersicht hervor, dass das Angebot der Zuschlagsemp-

fängerin insgesamt 455 Punkte und jenes der Beschwerdeführerin total 

387 Punkte erreicht hat. Selbst wenn das Bundesverwaltungsgericht zum 

Schluss kommen würde, dass das Angebot der Beschwerdeführerin beim 

EK 2 mit der Maximalnote 5 zu bewerten gewesen wäre und damit die Ma-

ximalpunktzahl von 100 erreicht hätte, hätte die Beschwerdeführerin mit 

ihrem Angebot immer noch schlechter abgeschlossen als die Zuschlags-

empfängerin (387 Punkte + 40 Punkte = 427 Punkte). Sie hätte somit auch 

bei einer Bewertung mit der Maximalnote beim EK 2 keine reelle Chance 

gehabt, den Zuschlag zu erhalten. Im Übrigen anerkennt auch die Be-

schwerdeführerin, dass sie im Falle einer Gutheissung der Beschwerde die 

geforderte Punktezahl nicht erreiche (s. Buchstabe B). 

2.4 Da die Beschwerdeführerin, selbst wenn sie mit ihren Rügen durchdrin-

gen würde, den Zuschlag selber nicht erhalten könnte, fehlt es ihr für den 

Sekundärrechtsschutz an einem schutzwürdigen Feststellungsinteresse. 

Das blosse Interesse, die Wertigkeit der Eidgenössischen Berufsprüfung 

zu schützen, begründet vorliegend kein praktisches Rechtsschutzinte-

resse. Der Beschwerdeführerin würde bei Gutheissung ihrer Begehren 

kein effektiver praktischer Vorteil erwachsen, weshalb ihre Beschwerdele-

gitimation zu verneinen ist.   

2.5 Auf die Beschwerde ist folglich nicht einzutreten. 

3.  

3.1 Das Bundesverwaltungsgericht auferlegt in der Entscheidformel die 

Verfahrenskosten der unterliegenden Partei (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Da auf 

die Beschwerde nicht einzutreten ist, gilt die Beschwerdeführerin als 

unterliegend.  Mit Blick auf den entstandenen Verfahrensaufwand, nament-

lich aufgrund der Tatsache, dass nur die Eintretensfrage zu beurteilen ist, 

sind der Beschwerdeführerin reduzierte Verfahrenskosten in Höhe von 

Fr. 1'000.– aufzuerlegen (vgl. Art. 63 Abs. 4bis VwVG; Art. 2 ff. des Regle-

ments vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor 

dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Der verbleibende 

Restbetrag des Kostenvorschusses ist der Beschwerdeführerin 

zurückzuerstatten. 

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Seite 9 

3.2 Ausgangsgemäss hat die nicht anwaltlich vertretene Beschwerdefüh-

rerin keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 64 Abs. 1 VwVG; 

Art. 7 Abs. 1 VGKE). Die (im vorliegenden Verfahren ohnehin ebenfalls 

nicht anwaltlich vertretene) Vergabestelle ist als verfügende Bundesbe-

hörde im Sinn von Art. 7 Abs. 3 VGKE nicht entschädigungsberechtigt (ELI-

SABETH LANG, Handkommentar BöB, 2020, Art. 55 N 32; GALLI/MO-

SER/LANG/STEINER, Praxis des öffentlichen Beschaffungsrechts, 

3. Aufl. 2013, Rz. 1443 m.w.H.). 

  

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Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 1'000.– werden der Beschwerdeführerin 

auferlegt. Nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Entscheids wird 

dieser Betrag dem geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 3'000.– ent-

nommen und der Differenzbetrag von Fr. 2'000.– wird der Beschwerde-

führerin auf ein von ihr zu bezeichnendes Konto zurückerstattet.  

3.  

Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, die Vergabestelle und in 

anonymisierter Form an die Zuschlagsempfängerin. 

 

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Kathrin Dietrich Corine Knupp 

 

 

  

B-2885/2021 

Seite 11 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim 

Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen 

Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundes-

gerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), sofern sich eine 

Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung stellt (Art. 83 Bst. f Ziff. 2 

BGG). Die Frist ist gewahrt, wenn die Beschwerde spätestens am letzten 

Tag der Frist beim Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Handen der 

Schweizerischen Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder 

konsularischen Vertretung übergeben worden ist (Art. 48 Abs. 1 BGG). Die 

Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, 

deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu 

enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit 

sie die beschwerdeführende Partei in Händen hat, beizulegen (Art. 42 

BGG). 

 

Versand: 7. März 2022 

 

  

B-2885/2021 

Seite 12 

Zustellung erfolgt an: 

– die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde;  

Beilage: Rückerstattungsformular) 

– die Vergabestelle (Ref-Nr. SIMAP-Projekt-ID 216990;  

Gerichtsurkunde) 

– die Zuschlagsempfängerin (A-Post; in anonymisierter Form)