# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9c3a80fa-20be-519a-a500-70aef2be8d6a
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2005-08-29
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Strafkammer 29.08.2005 SB 2005 27
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_004_SB-2005-27_2005-08-29.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Tribunale cantonale dei Grigioni
Dretgira chantunala dal Grischun

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 29. August 2005 Schriftlich mitgeteilt am: 
SB 05 27 (nicht mündlich eröffnet)

Urteil 
Kantonsgerichtsausschuss

Vorsitz Vizepräsident Schlenker
RichterInnen Rehli und Riesen-Bienz 
Aktuar ad hoc Hitz

——————

In der strafrechtlichen Berufung

des Z., Berufungskläger, vertreten durch lic. iur. Patric Caduff, c/o Advocatur Dieter 
R. Marty, Postfach 528, Alexanderstrasse 8, 7002 Chur,

gegen

das Urteil des Bezirksgerichtsausschusses Hinterrhein vom 19. April 2005, mitge-
teilt am 1. Juli 2005, in Sachen des Berufungsklägers

betreffend Fahren in angetrunkenem Zustand,

hat sich ergeben:

2

A. Z. ist zusammen mit fünf Schwestern bei seinen Eltern in G. aufge-
wachsen. Als er 15 Jahre alt war, liessen sich die Eltern scheiden. In F. besuchte er 
während sieben Jahren die Primar- und während drei Jahren die Realschule. An-
schliessend begann er bei der Garage H. in Chur eine zweijährige Lehre als Auto-
monteur, die er jedoch nicht abschloss. Dann arbeitete er von 1984 bis 1988 bei der 
Firma I. in Chur. Von 1988 bis 1990 betrieb er in Chur selbständig einen Fahrzeu-
goccasionshandel. Von 1991 bis 1992 arbeitete er als Zuschneider beim J. Von 
1992 bis 1998 war er bei der Firma K. als Aufzugsmonteur tätig. Aus gesundheitli-
chen Gründen verliess er diesen Betrieb und ging danach keiner geregelten Arbeit 
mehr nach. In der Folge bezog er während zwei Jahren Arbeitslosenunterstützung. 
Seit Oktober 2000 ist Z. in F. bzw. G. wohnhaft. Er betrieb dort zunächst eine Gärt-
nerei/Hanfanbau; heute hat sich seine Tätigkeit auf die Bauarbeit verlagert. Sein 
monatliches Einkommen beläuft sich auf ca. Fr. 4'500.-. Vermögen hat er keines, 
jedoch Schulden in der Höhe von ca. Fr. 30'000.-. Z. ist ledig und Vater von drei 
Kindern. Er hat monatliche Unterhaltsbeiträge in der Höhe von Fr. 2'100.- zu leisten. 
Das Besuchsrecht wird regelmässig ausgeübt.

B. Im Schweizerischen Zentralstrafregister ist Z. wie folgt verzeichnet:

06. November 1997 Kreisgerichtsausschuss Chur
Fahren in angetrunkenem Zustand und versuchte 
Vereitelung der Blutprobe; 90 Tage Gefängnis

14. Dezember 1998 Kreispräsident Rhäzüns
Vergehen gegen das Bundesgesetz über die 
Betäubungsmittel (BetmG) und Übertretung des 
BetmG; sechs Tage Gefängnis bedingt vollzieh-
bar mit zwei Jahren Probezeit

23. Oktober 2001 Kreispräsident Ilanz
Vergehen gegen das BetmG; 10 Tage Gefängnis 
bedingt vollziehbar mit einer Probezeit von drei 
Jahren und einer Busse von Fr. 200.-

12. Januar 2004 Kantonsgericht Graubünden
Verbrechen gegen das BetmG und Übertretung 
des BetmG (mehrfache Begehung); 15 Monate 
Gefängnis, bedingt vollziehbar mit fünf Jahren 
Probezeit und Busse von Fr. 100.-

C. Im SVG-Massnahmenregister (ADMAS) weist Z. folgende Einträge 
auf:

19. März 1987 zwei Monate Führerausweisentzug wegen Ange-
trunkenheit und Geschwindigkeit

3

22. Mai 1990 13 Monate Führerausweisentzug wegen Ange-
trunkenheit

12. Februar 1998 16 Monate Führerausweisentzug wegen Ange-
trunkenheit

D. Z. wurde im Zusammenhang mit dem vorliegenden Strafverfahren 
psychiatrisch begutachtet. In ihrem Gutachten vom 4. Januar 2005 gelangt L., 
Oberärztin Forensischer Dienst der Psychiatrischen Klinik S., O., zur Beurteilung, 
die Zurechnungsfähigkeit von Z. sei zum Tatzeitpunkt voll erhalten gewesen. Dieser 
sei nicht trunksüchtig, habe aber Probleme im Umgang mit Alkohol. Zur Verhütung 
einer allfälligen Rückfallgefahr erscheine die Einweisung in eine Trinkerheilanstalt 
oder eine andere Heilanstalt sowie eine ambulante Behandlung nicht zweckmässig. 
Z. sei selber der Ansicht, keine Therapien wegen Alkoholproblemen zu benötigen, 
d.h. nicht therapiebedürftig zu sein. Empfehlenswert sei, eine psychiatrisch-psycho-
therapeutische Behandlung oder Suchtberatung für die Dauer von mindestens ei-
nem Jahr durchzuführen und mittels Schutzaufsicht gemäss Art. 41 Ziffer 2 Abs. 1 
StGB zu kontrollieren.

E. Mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 3. Februar 
2005 wurde Z. des vorsätzlichen Fahrens in angetrunkenem Zustand gemäss Art. 
91 Abs. 1 SVG und des Nichtmitführens des Führerausweises gemäss Art. 99 Ziffer 
3 SVG angeklagt. Der Anklage liegt gemäss Anklageschrift, ebenfalls vom 3. Fe-
bruar 2005, folgender Tatbestand zugrunde:

„Am 23. Juni 2004 begab sich Z. um ca. 01.00 Uhr in die M. in N., wo 
er bis ca. 03.15 Uhr Whisky konsumierte. In der Folge beabsichtigte 
er mit seinem Fahrzeug BMW 525 l, Kennzeichen R., von N. über P. 
nach O. zu gelangen. Auf der Hauptstrasse in N., im Bereich des „G.s“, 
wurde der Angeklagte von der Polizei kontrolliert, welche bei ihm 
Mundalkoholgeruch feststellte sowie, dass er den Führerausweis nicht 
mitführte. Die Auswertung der in der Folge angeordneten Blutprobe 
durch das Institut für Rechtsmedizin des Kantonsspitals St. Gallen, er-
gab für die rechtlich relevante Zeit einen Mindestblutalkoholgehalt von 
2.53 Gewichtspromille.“

F. Die Staatsanwaltschaft Graubünden stellte in der Ergänzung zur An-
klageschrift vom 3. Februar 2005 folgenden Antrag:

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 „1. Z. sei des vorsätzlichen Fahrens in angetrunkenem Zustand 
gemäss Art. 91 Abs. 1 SVG und des Nichtmitführens des Füh-
rerausweises gemäss Art. 99 Ziff. 3 SVG schuldig zu sprechen.

2. Dafür sei er mit 6 Monaten Gefängnis und Fr. 20.-- Busse zu be-
strafen. 

3. Die mit Urteil des Kantonsgerichts Graubünden vom 12. Januar 
2004 bedingt ausgesprochene Gefängnisstrafe von 15 Monaten 
sei zu widerrufen.

4. Kostenfolge sei die gesetzliche.“

G. An der Hauptverhandlung vor dem Bezirksgerichtsausschuss Hin-
terrhein vom 19. April 2005 nahmen Z. als Angeklagter sowie dessen privater Ver-
teidiger teil. Aus den Akten wurden insbesondere die Anklageschrift (inkl. Ergän-
zung), das Protokoll der Einvernahme von Z. vom 23. Juni 2004, der Rapport der 
Kantonspolizei Graubünden vom 27. Juni 2004, die untersuchungsrichterlichen Ein-
vernahmeprotokolle von Z. vom 12. August 2004 und vom 25. Januar 2005, die 
Leumundsberichte, das Gutachten des Psychiatrischen Dienstes Graubünden vom 
6. Januar 2005 sowie die Aktennotiz betr. verbüsste Freiheitsstrafen vom 24. Januar 
2005 ganz oder teilweise verlesen.

Anlässlich der Befragung durch den Präsidenten bezeichnete sich Z. selber 
als nicht alkoholabhängig und als nicht therapiebedürftig. Der Strafvollzug wäre für 
ihn der berufliche Ruin, nachdem es wieder langsam aufwärts gehe. In Chur be-
treibe er neu eine Bar. Auch die Ausübung des Besuchsrechts seiner Kinder wäre 
gefährdet oder zumindest stark erschwert. Mit der kontrollierten Alkoholabstinenz – 
als Voraussetzung für die Wiedererhaltung des Führerausweises – habe er noch 
nicht begonnen. Den Führerausweis möchte er jedoch wieder haben.

Der Rechtsvertreter von Z. erklärte in seinem Plädoyer, er sei vom Antrag 
der Staatsanwaltschaft Graubünden überrascht, obschon dies bereits die vierte Ver-
urteilung wegen Fahrens in angetrunkenem Zustand sei. Die letzte diesbezügliche 
Verurteilung liege nun doch bereits acht Jahre zurück. Im psychiatrischen Gutach-
ten werde die Zurechnungsfähigkeit bejaht. Damit sei wohl die Zurechnungsfähig-
keit vor dem Alkoholkonsum gemeint. Das Urteil des Kantonsgerichts Graubünden 
vom 12. Januar 2004 dürfe nicht allzu stark gewichtet werden, weil kein Weiterzug 
dieses umstrittenen Urteils erfolgt sei und zudem ein völlig anderes Delikt zu beur-
teilen gewesen sei. Z. habe die Wirkung der von ihm angeblich getrunkenen zwei 
Whisky unterschätzt, aber doch gezögert, ob er noch fahren dürfe oder nicht. An-
schliessend beantragte der Rechtsvertreter 90 Tage Gefängnis ohne Probezeit und 

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den Verzicht auf den Widerruf der 15 Monate Gefängnis gemäss Urteil des Kan-
tonsgerichts Graubünden vom 12. Januar 2004.

H. Mit Urteil vom 19. April 2005, mitgeteilt am 1. Juli 2005, erkannte der 
Bezirksgerichtsausschuss Hinterrhein was folgt:

 „1. Z. ist schuldig des vorsätzlichen Fahrens in angetrunkenem Zu-
stand gemäss Art. 91 Abs. 1 SVG und des Nichtmitführens des 
Führerausweises gemäss Art. 99 Ziff. 3 SVG.

2. Dafür wird Z. mit vier Monaten Gefängnis und mit einer Busse 
von CHF 20.00 bestraft.

3. Die mit Urteil des Kantonsgerichtes Graubünden vom 12. Januar 
2004 bedingt ausgesprochene Gefängnisstrafe von 15 Monaten 
Gefängnis wird widerrufen.

4. Die Kosten des Verfahrens, bestehend aus:
Untersuchungskosten der Staatsanwaltschaft CHF 2'383.40
Gerichtsgebühren CHF 2'650.00
total CHF 5'033.40

===========
gehen zulasten von Z..

5. (Rechtsmittelbelehrung)
6. (Mitteilung).“

Zur Begründung wurde ausgeführt, dass das Verschulden von Z. schwer 
wiege. Trotz dreimaliger Verurteilung wegen Fahrens in angetrunkenem Zustand in 
den Jahren 1987, 1990 und 1997 habe er wieder ein Fahrzeug mit einem Blutalko-
holgehalt von 2.53 Gewichtspromille gelenkt, obschon er genau gewusst habe, dass 
er in seinem damaligen Zustand eigentlich kein Fahrzeug mehr hätte lenken dürfen. 
Z. habe aus seinen früheren Verurteilungen nicht die notwendigen Lehren gezogen 
und zeige mit seinem Verhalten eine bedenkliche Verantwortungslosigkeit gegenü-
ber anderen Strassenbenützern sowie mangelnde Achtung vor den Bestimmungen 
des Strassenverkehrsrechts. Zur Begründung des Widerrufs der bedingt ausge-
sprochenen Gefängnisstrafe gemäss Urteil des Kantonsgerichts von Graubünden 
vom 12. Januar 2004 wurde ausgeführt, dass vorliegend die Voraussetzungen für 
eine günstige Prognose sowohl in objektiver als auch in subjektiver Hinsicht nicht 
erfüllt seien, zumal die neue Strafe über der in der Regel geltenden Grenze von drei 
Monaten liege und eine erforderliche begründete Bewährungsaussicht fehle.

I. Gegen dieses Urteil erhob Z. mit Eingabe vom 25. Juli 2005 Berufung 
an den Kantonsgerichtsausschuss Graubünden. Seine Rechtsbegehren lauten:

 „1. Das angefochtene Urteil sei aufzuheben.

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2. Z. sei mit 3 Monaten Gefängnis zu bestrafen.
3. Auf den Widerruf der 15 Monate Gefängnis, gemäss Urteil des 

Kantonsgerichts Graubünden vom 12. Januar 2004, sei zu ver-
zichten.

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Vorin-
stanz.“

Zur Begründung macht Z. geltend, dass vorliegend der Zusammenhang der 
beiden Delikte bei einem Verzicht auf den Widerruf berücksichtigt werden sollte, 
handle es sich doch beim ersten Delikt um einen Verstoss gegen das BetmG und 
beim zweiten Delikt um einen Verstoss gegen das SVG. Was die Bewährungsaus-
sicht betreffe, müsse bemerkt werden, dass der letzte Führerausweisentzug nun 
doch schon acht Jahre zurückliege und das psychiatrische Gutachten eine Zurech-
nungsfähigkeit bejahe. Ebenfalls wäre ein Strafvollzug für Z. der berufliche Ruin und 
die Ausübung des Besuchsrechts seiner Kinder wäre gefährdet oder zumindest 
stark erschwert. Deshalb könne eine günstige Prognose gestellt werden.

J. Das Bezirksgericht Hinterrhein verwies mit Schreiben vom 15. August 
2005 betreffend der nunmehr eingetretenen Unmöglichkeit der Gewährung der 
Rechtswohltat des bedingten Strafvollzuges auf das Urteil der Strafkammer des 
Kantonsgerichts von Graubünden vom 12. Januar 2004, mitgeteilt am 25. Juni 2004. 

Die Staatsanwaltschaft Graubünden beantragte in ihrer Stellungnahme vom 
8. August 2005 die Abweisung der Berufung unter Hinweis auf die Akten und das 
angefochtene Urteil.

Auf die Ausführungen im angefochtenen Urteil sowie die Begründungen in 
der Rechtsschrift wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen ein-
gegangen.

Der Kantonsgerichtsausschuss zieht in Erwägung :

1. a) Gegen Urteile und Beschlüsse der Bezirksgerichte und ihrer Aus-
schüsse, sowie gegen Verfügungen der Bezirksgerichts- und Kreispräsidenten 
(ausgenommen Untersuchungshandlungen, prozessleitende Verfügungen und 
Strafmandate) können der Verurteilte und der Staatsanwalt beim Kantonsgerichts-
ausschuss Berufung einreichen. Die Berufung ist innert 20 Tagen seit der schriftli-
chen Eröffnung des angefochtenen Entscheides einzureichen. Sie ist zu begründen 
und hat darzutun, welche Mängel des erstinstanzlichen Entscheides oder Gerichts-

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verfahrens gerügt werden und ob das ganze Urteil oder lediglich Teile davon ange-
fochten werden (vgl. Art. 141 ff. StPO). 

b) Diesen Anforderungen vermag die im Übrigen form- sowie fristgerecht 
eingereichte Berufung vom 25. Juli 2005 zu genügen, weshalb auf sie einzutreten 
ist.

2. Für das Berufungsverfahren ist zu beachten, dass dem Kantonsge-
richtsausschuss als Berufungsinstanz grundsätzlich eine umfassende, uneinge-
schränkte Kognition zukommt (auch mit Bezug auf Ermessensfehler, obschon er 
sich bei deren Überprüfung eine gewisse Zurückhaltung auferlegt). Der Kantonsge-
richtsausschuss überprüft das vorinstanzliche Urteil grundsätzlich nur im Rahmen 
der in der Berufung oder Anschlussberufung gestellten Anträge. Wenn die Akten-
lage die Beurteilung zulässt und keine Verletzung des rechtlichen Gehörs vorliegt, 
oder der Mangel geheilt ist, entscheidet der Kantonsgerichtsausschuss in der Sache 
selber (vgl. Art. 146 Abs. 2 StPO e contrario). Die Rückweisung an die Vorinstanz 
bildet die Ausnahme (vgl. Padrutt, Kommentar zur Strafprozessordnung des Kan-
tons Graubünden, 2. Aufl., Chur 1996, S. 375 ff., mit Hinweisen).

3. Der Berufungskläger beantragt in seiner Berufung vom 25. Juli 2005, 
dass die von der Vorinstanz unbedingt ausgesprochene Gefängnisstrafe von vier 
Monaten auf deren drei zu reduzieren sei. 

a) Gemäss Art. 91 Abs. 1 SVG wird mit Gefängnis oder Busse bestraft, 
wer in angetrunkenem Zustand ein Motorfahrzeug führt, wobei Angetrunkenheit als 
in jedem Fall als erwiesen gilt, wenn der Fahrzeugführer eine Blutalkoholkonzentra-
tion von (damals) 0.8 oder mehr Gewichtspromillen aufweist oder eine Alkohol-
menge im Körper hat, die zu einer solchen Blutalkoholkonzentration führt (vgl. Art. 
2 Abs. 2 VRV i.V.m. Art. 55 Abs. 1 SVG). Massgebend für die Tatbestandserfüllung 
von Art. 91 Abs. 1 SVG ist der im Zeitpunkt der Fahrt im Körper insgesamt vorhan-
dene Alkohol, wobei gleichgültig ist, ob dieser Alkohol im erwähnten Zeitpunkt be-
reits vollständig ins Blut übergegangen ist oder nicht (vgl. Giger, SVG-Kommentar, 
6. Aufl., Zürich 2002, S. 252/253). 

Der Berufungskläger ist geständig, am 23. Juni 2004 mit einem Mindestblut-
alkoholgehalt von 2.53 Gewichtspromille ein Fahrzeug gelenkt zu haben. Zudem 
führte er keinen Führerausweis mit sich. 

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b) Gemäss Art. 63 StGB ist bei der Strafzumessung vom Verschulden 
des Angeklagten auszugehen, wobei das Vorleben, die Beweggründe sowie die 
persönlichen Verhältnisse zu berücksichtigen sind. 

Wie aus den Akten hervorgeht, wurde der Berufungskläger bereits 1987, 
1990 und 1997 wegen Fahrens in angetrunkenem Zustand verurteilt. Am 23. Juni 
2004 lenkte er nun erneut ein Fahrzeug und zwar unter massivem Alkoholeinfluss, 
dies, obwohl er gemäss eigenen Aussagen genau wusste, dass er in seinem dama-
ligen Zustand kein Fahrzeug mehr hätte lenken dürfen und deshalb vorerst auch 
zögerte. Die Auswertung des Rechtsmedizinischen Instituts des Kantonsspitals St. 
Gallen ergab für die rechtlich relevante Zeit einen Mindestblutalkoholgehalt von 2.53 
Gewichtspromille. 

c) Ausgangspunkt für die Strafzumessung bildet vorliegend der in Art. 91 
Abs. 1 SVG vorgesehene Strafrahmen von Gefängnis oder Busse. Das Verschulden 
des Berufungsklägers wiegt schwer. Ihm war schon bei Trinkbeginn bekannt, dass 
er wahrscheinlich mit seinem Fahrzeug nach Hause kehren würde. Wenn er seine 
Trinkgewohnheiten nicht entsprechend ausrichtete, ist ihm vorzuwerfen, dass er 
sich bewusst bei einer Blutalkoholkonzentration von 2.53 Gewichtspromille und da-
mit in einem fahruntüchtigen Zustand ans Steuer seines Fahrzeuges gesetzt hat, 
obwohl es für ihn ein leichtes gewesen wäre, auf diese Fahrt zu verzichten und sich 
auf eine andere Weise nach Hause zu begeben. Ins Gewicht fällt, dass der Beru-
fungskläger anlässlich der untersuchungsrichterlichen Einvernahme vom 12. Au-
gust 2004 zu Protokoll gab, dass er sich nicht in sehr guter Verfassung befunden 
habe, als er sein Fahrzeug bestieg. Den Grund könne er nicht genau angeben, doch 
wahrscheinlich sei es eine Kombination von Müdigkeit und Alkohol gewesen. Wenn 
er dennoch Auto fuhr, setzte er andere Verkehrsteilnehmer erheblichen Gefahren 
aus. Auch wenn der Verkehr zur Nachtzeit erfahrungsgemäss schwächer ist als bei 
Tag, muss bedacht werden, dass angetrunkene Fahrzeugführer nachts noch stär-
ker behindert werden, da ihre Blendempfindlichkeit grösser, ihre Wahrnehmungs-
fähigkeit stärker herabgesetzt und das Blickfeld eingeschränkt ist (vgl. BGE 104 IV 
37 f.; Urteil des Kantonsgerichtsausschusses von Graubünden vom 19. April 1999 
in Sachen T., SB 99 22). Dies gilt bei einer Blutalkoholkonzentration von 2.53 Ge-
wichtspromille umso mehr. Erheblich straferhöhend ist zu berücksichtigen, dass 
sich der Berufungskläger in einem strassenverkehrsrechtlichen Rückfall befindet 
und einschlägig vorbestraft ist. Es ist mit aller Deutlichkeit darauf hinzuweisen, dass 
er am 11. Mai 1996 bereits das dritte Mal ein Fahrzeug mit einer Blutalkoholkonzen-
tration von 0.94 Gewichtspromille geführt hat und dafür vom Kreisgerichtsaus-

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schuss Chur am 6. November 1997 zu 90 Tagen Gefängnis verurteilt wurde. Zudem 
wurde ihm der Führerausweis für 16 Monate entzogen. Vorliegend hat der Beru-
fungskläger seine Verantwortungslosigkeit gegenüber den anderen Verkehrsteil-
nehmern somit bereits zum vierten Mal an den Tag gelegt. Zudem wirkt strafer-
höhend, dass Z. nach dem Verfahren vom 12. Januar 2004 vor dem Kantonsgericht 
Graubünden (Z. nahm an der Verhandlung teil und das Urteil wurde mündlich eröff-
net), bereits am 23. Juni 2004 erneut straffällig wurde. Strafschärfend wirken sich 
der Rückfall gemäss Art. 67 StGB (der Berufungskläger verbüsste durch Leistung 
gemeinnütziger Arbeit vom 2. bis 10. November 2001 zwei Gefängnisstrafen) sowie 
das Zusammentreffen mehrerer strafbarer Handlungen gemäss Art. 68 StGB aus. 
Strafmindernd wirken sich das Geständnis und sein grundsätzlich guter allgemeiner 
Leumund aus. Strafmilderungsgründe liegen keine vor.

Die von der Vorinstanz ausgesprochene Gefängnisstrafe von vier Monaten 
erscheint dem Kantonsgerichtsausschuss von Graubünden vorliegend aufgrund der 
Würdigung sämtlicher Strafzumessungsgründe und in Anlehnung an die Praxis bei 
ähnlich gelagerten Fällen als angemessen und eine Reduktion der Strafe auf drei 
Monate Gefängnis ist nicht angezeigt, zumal der Kantonsgerichtsausschuss Ermes-
sensfragen nur mit Zurückhaltung überprüft und nicht ohne Not in das Ermessen 
der Vorinstanz eingreift. Somit kann festgehalten werden, dass die Berufung in die-
sem Punkt unbegründet und daher abzuweisen ist.

d) Zu prüfen bleibt, ob dem Berufungskläger allenfalls der bedingte Straf-
vollzug gewährt werden kann. Objektive Voraussetzung bildet dazu gemäss Art. 41 
Ziffer 1 Abs. 1 und 2 StGB, dass eine Freiheitsstrafe von weniger als 18 Monaten 
ausgesprochen wurde und der Verurteilte in den letzten fünf Jahren vor der Tat 
keine Zuchthaus- oder Gefängnisstrafe von mehr als drei Monaten wegen eines 
vorsätzlich begangenen Vergehens oder Verbrechens verbüsst hat (vgl. Rehberg, 
Strafrecht II, 6. Aufl., Zürich 1994, S. 93). Dies kann vorliegend ohne weiteres bejaht 
werden. In subjektiver Hinsicht kann der Richter die Strafe aufschieben, wenn Vor-
leben und Charakter des Verurteilten erwarten lassen, er werde dadurch von weite-
ren Verbrechen oder Vergehen abgehalten. In diesem Sinne ist zu prüfen, ob dem 
Berufungskläger eine günstige Prognose für sein künftiges Wohlverhalten gestellt 
werden kann. Dabei ist für die Bewährungsaussichten in erster Linie der Grundsatz 
der Spezialprävention massgebend, wobei aber nicht einzelnen Umständen eine 
vorrangige Bedeutung beizumessen ist, sondern auch bei Strassenverkehrsdelikten 
nebst den Tatumständen das Vorleben und der Leumund sowie alle weiteren Tat-
sachen, die gültige Schlüsse auf den Charakter des Berufungsklägers und seine 

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Aussichten auf Bewährung zulassen, in die Beurteilung miteinzubeziehen sind, um 
aufgrund einer Gesamtwürdigung zu entscheiden, ob der Verurteilte für dauerndes 
Wohlverhalten Gewähr bietet oder nicht (vgl. BGE 123 IV 112; 118 IV 100 f.; PKG 
1993 Nr. 24). Aufgabe des Richters ist die Prüfung, ob dem Verurteilten trotz unsi-
cherer Zukunftsaussichten aufgrund der Gesamtumstände nochmals Vertrauen ge-
schenkt werden soll (vgl. Albrecht, Der bedingte Strafvollzug bei Alkohol am Steuer, 
in: SJZ 1988 S. 97 ff., S. 101). Kann der Richter entsprechendes Vertrauen mit 
Begründung gewinnen, soll der Vollzug der Strafe aufgeschoben werden (vgl. SB 
99 22).

Unter dem Gesichtspunkt des Vorlebens ist massgebend, dass sich der Be-
rufungskläger im strassenverkehrsrechtlichen Rückfall befindet. Er ist am 6. Novem-
ber 1997 zwar das letzte, aber zum dritten Mal wegen Fahren in angetrunkenem 
Zustand durch den Kreisgerichtsausschuss Chur zu 90 Tagen Gefängnis verurteilt 
worden und musste seinen Führerschein bereits zum dritten Mal wegen Angetrun-
kenheit für 16 Monate abgeben. Vorliegend lenkte der Berufungskläger unter mas-
sivem Alkoholeinfluss wiederum ein Fahrzeug und setzte sich somit bewusst über 
gesetzliche Vorschriften hinweg und nahm erneut die Gefährdung anderer Ver-
kehrsteilnehmer in Kauf, obwohl es für ihn ein leichtes gewesen wäre, das strafbare 
Verhalten zu vermeiden. Bereits zu Trinkbeginn wusste der Berufungskläger, dass 
er mit grosser Wahrscheinlichkeit mit dem Auto nach Hause fahren würde. Daraus 
ist ersichtlich, dass die, auch wenn schon fast acht Jahre zurückliegend, vor dem 
neuen Delikt ausgesprochene Gefängnisstrafe von 90 Tagen und der Führeraus-
weisentzug von 16 Monaten sowie die früheren Verurteilungen und Führerausweis-
entzüge ihre Wirkung verfehlten und keinen Eindruck auf den Berufungskläger ge-
macht haben. Es ist demnach davon auszugehen, dass ihn diese Strafen nur wenig 
zu warnen vermochten. Die Umstände der erneuten Tat können ein Anzeichen für 
Rücksichtslosigkeit bilden und zusammen mit dem Vorleben Anlass zu negativer 
Bewertung der Bewährungsaussichten geben (vgl. BGE 101 IV 330). Dem Beru-
fungskläger waren die Wirkungen des konsumierten Alkohols angesichts der eige-
nen Erfahrung bekannt, so dass er sich mit dem erneuten Verstoss gegen das 
Strassenverkehrsgesetz ohne Zweifel ein bedeutendes Mass an Hemmungs- und 
Rücksichtslosigkeit vorwerfen lassen muss. Der Berufungskläger zeigt denn auch 
offensichtlich bei Fahren in angetrunkenem Zustand eine diesbezügliche Charak-
terschwäche. Es ist nicht ersichtlich, wie dieses Manko im Hinblick auf ein weiteres 
Verhalten im Strassenverkehr zu einer günstigen Prognose führen soll. Auch der 
Entzug des Führerausweises auf unbestimmte Zeit kann eine ungünstige Prognose 
nicht abwenden, selbst wenn dieser den Berufungskläger, wie er selber ausführt, 

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hart treffen wird. Der im Februar 1998 ausgesprochene Entzug des Führerauswei-
ses für 16 Monate - und übrigens auch die früheren Führerausweisentzüge - hat 
gerade aufgezeigt, dass damit ein künftiges Wohlverhalten bei ihm nicht bewirkt 
werden kann. Folglich bekommen in der Gesamtwürdigung die Anhaltspunkte für 
eine negative Prognose ein deutliches Übergewicht. Echtes Vertrauen, dass trotz 
dreimaliger Delinquenz auf gleichem Gebiet aufgrund der Umstände beim vierten 
Mal Aussicht auf Bewährung besteht, kann bei dieser Konstellation jedenfalls nicht 
mehr begründet werden. Einen Vertrauen begründenden Tatbeweis in Form einer 
kontrollierten Alkoholabstinenz hat Z. - wie er vor Vorinstanz zugestand - zudem 
bislang nicht erbracht. In dieser Hinsicht ist davon auszugehen, dass Z. einer nach-
drücklichen Zurechtweisung bedarf, um auf den automobilistisch rechten Weg zu 
finden. Die von der Vorinstanz ausgesprochene unbedingt zu vollziehende Gefäng-
nisstrafe von vier Monaten erscheint dem Kantonsgerichtsausschuss von Graubün-
den aufgrund der Ausführungen und der Gesamtwürdigung der für und wider den 
bedingten Strafvollzug sprechenden Umstände als gerechtfertigt. 

4. Weiter bringt der Berufungskläger vor, dass von einem Widerruf der 
mit Urteil des Kantonsgerichts von Graubünden vom 12. Januar 2004 bedingt aus-
gesprochenen Gefängnisstrafe von 15 Monaten abzusehen sei. 

a) Begeht der Verurteilte während der Probezeit ein Verbrechen oder 
Vergehen, so lässt der Richter die Strafe vollziehen (vgl. Art. 41 Ziffer 3 Abs. 1 
StGB). Wenn begründete Aussicht auf Bewährung besteht, kann der Richter in 
leichten Fällen stattdessen, je nach den Umständen, den Verurteilten verwarnen, 
zusätzliche Massnahmen nach Art. 41 Ziffer 2 StGB anordnen und die im Urteil be-
stimmte Probezeit um höchstens die Hälfte verlängern (vgl. Art. 41 Ziffer 3 Abs. 2 
StGB). Für ein Absehen vom Widerruf der Gewährung des bedingten Strafvollzuges 
müssen somit eine positive Prognose betreffend dem künftigen Wohlverhalten und 
kumulativ ein „leichter Fall“ gegeben sein. Bei der Frage, ob ein Delikt als „leichter 
Fall“ zu qualifizieren ist, kommt nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung dem 
Strafmass die massgebliche Bedeutung zu (vgl. BGE 122 IV 156 E. 3c) Durch die 
Bestimmung eines Strafmasses sollte in der Regel über die Schwere der neuen Tat 
schon entschieden sein und die objektiven und subjektiven Umstände, soweit sie 
das Verschulden und damit schlussendlich die Strafe für das spätere Delikt beein-
flussen konnten, sind dabei bereits miteinbezogen. Es erscheint deshalb nicht hin-
derlich, für die Beurteilung eines leichten Falles grundsätzlich auf ein bestimmtes 
Strafmass abzustellen (vgl. PKG 1994 Nr. 28). Dem Bedürfnis einerseits, keine fixe 
Grenze für die Bestimmung des leichten Falles festzulegen, andererseits die Ge-

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samtheit der Tatumstände zu konkretisieren, ist in dem Sinne Rechnung zu tragen, 
dass eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Monaten in der Regel als leicht im Sinne 
von Art. 41 Ziffer 3 Abs. 2 StGB bezeichnet wird. Diese Grenze von drei Monaten 
ist aber keine starre Regel, von der im Einzelfall nicht abgewichen werden könnte. 
Ausnahmen sind bei besonderen (objektiven oder subjektiven) Umständen möglich, 
die nicht bereits für den Schuldspruch oder die Bemessung der Strafe bestimmend 
waren. Für die Annahme eines leichten Falles trotz einer Strafe von mehr als drei 
Monaten kann beispielsweise sprechen, dass der nachträgliche Vollzug der aufge-
schobenen Strafe für den Täter eine unverhältnismässige Härte bedeuten würde, 
dass sich der Rückfall erst gegen Ende der Probezeit ereignet hat oder dass seit 
der neuen Verfehlung verhältnismässig lange Zeit verstrichen ist, in der der Verur-
teilte sich wohlverhalten hat (vgl. BGE 117 IV 97 E. 3c, S. 102 f.). Ein Abweichen 
von der Regel ist auch möglich, wenn die Vorstrafe und die neue Verurteilung zwei 
völlig verschiedene Deliktsbereiche betreffen (vgl. Roland M. Schneider, Basler 
Kommentar, StGB I, Art. 1-110 StGB, Basel 2003, N. 234 zu Art. 41 StGB; SJZ 
1996, 130, Nr. 12). Die Annahme eines leichten Falles kommt jedoch nur in Be-
tracht, wenn die Freiheitsstrafe in der Nähe von drei Monaten liegt (vgl. BGE 122 IV 
97, 156 E. 3c). Das Bundesgericht hat bei einer fünf monatigen Gefängnisstrafe die 
Hypothese eines leichten Falles noch in Betracht gezogen (vgl. Urteil 6S.340/1999 
vom 11.10.1999, E. 2 und 6S.830/1997 vom 2.3.1998, E. 1c, zitiert in Roland M. 
Schneider, Basler Kommentar, a.a.O., N 235 zu Art. 41 StGB), bei einer Gefäng-
nisstrafe von sieben Monaten das Vorliegen eines leichten Falles jedoch verneint 
(vgl. BGE 122 IV 156 E. 3c). Ist kein leichter Fall gegeben, so ist die Gewährung 
des bedingten Strafvollzuges zwingend zu widerrufen und die Strafe ist zu vollzie-
hen (vgl. BGE 122 IV 156, Regeste). 

b) Auch in leichten Fällen darf nur dann von der Anordnung des Vollzu-
ges abgesehen werden, wenn begründete Aussicht auf Bewährung besteht. Dies 
bedingt ebenfalls eine günstige Prognose im Sinne von Art. 41 Ziffer 1 StGB, wobei 
die Wirkungen einer zweiten, vollziehbaren Strafe obligatorisch zu berücksichtigen 
sind (vgl. BGE 117 IV 106; BGE 116 IV 178; Rehberg, a.a.O., S. 105). Der Richter 
hat demnach zusätzlich eine Prognose über das künftige Verhalten des Verurteilten 
zu stellen, wobei nach konstanter Lehre und Rechtsprechung auf die gleichen Um-
stände abzustellen ist wie beim Prognoseentscheid gemäss Art. 41 Ziffer 1 StGB 
(vgl. BGE 98 IV 78 f.; PKG 1994 Nr. 28). Die Prognose muss demnach den Schluss 
erlauben, der Verurteilte werde sich dauernd, nicht nur während der Probezeit, be-
währen. Wenn Umstände, wie z. B. erneutes Verüben eines gleichartigen Delikts 

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die Bewährungsaussichten berühren, sind sie deshalb unter diesem Aspekt zu wür-
digen, und zwar auch wenn der Fall an sich leichter wäre.

c) Vorliegend ist zu beachten, dass der Berufungskläger die Tat vom 23. 
Juni 2004 während der mit Urteil der Strafkammer des Kantonsgerichts von 
Graubünden vom 12. Januar 2004 festgesetzten fünfjährigen Probezeit begangen 
hat. Es stellt sich nun die Frage, ob beide Strafen zu vollziehen sind oder ob bei 
dieser Konstellation nur die Gefängnisstrafe von vier Monaten zu vollziehen ist. Das 
Bundesgericht hat die bessernde Wirkung kurzer Freiheitsstrafen in BGE 116 IV 
100 zwar in Frage gestellt, gleichzeitig aber betont, dass der Vollzug kurzer Frei-
heitsstrafen gerade bei sozial integrierten Verurteilten, die sich noch nie im Straf-
vollzug befunden haben, eine Schock- und Warnwirkung hinterlassen könnte. Nach 
der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist bei der Beurteilung der Bewährungs-
aussichten die mögliche Warnwirkung der neuen zu vollziehenden Strafe mitzu-
berücksichtigen. Gleiches gilt umgekehrt in Bezug auf die Wirkung des Vollzuges 
einer Strafe aufgrund des Widerrufes des bedingten Strafvollzuges (vgl. BGE 116 
IV 178; 116 IV 97; 100 IV 196). 

Vorliegend wurde der Berufungskläger für seine neue Tat mit einer unbeding-
ten Freiheitsstrafe von vier Monaten Gefängnis bestraft. Diese Strafe wurde auf-
grund eines strassenverkehrsrechtlichen Rückfalls, erneutes Fahren in angetrunke-
nem Zustand, ausgesprochen. Angesichts der klaren Sachverhaltslage und unter 
Würdigung der gesamten Umstände kann festgehalten werden, dass die verhängte 
Freiheitsstrafe alle rechtlich relevanten Tatumstände und damit insbesondere auch 
die Schwere des Verschuldens des Berufungsklägers miterfasst. Es sind keine An-
haltspunkte ersichtlich, wonach das festgesetzte Strafmass von vier Monaten Ge-
fängnis für die Beurteilung eines leichten Falles nicht beiziehbar sein sollte. Wie 
oben ausgeführt, ist eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Monaten in der Regel als 
leicht im Sinne von Art. 41 Ziffer 3 Abs. 2 StGB zu qualifizieren, wobei Ausnahmen 
möglich sind und eine Abweichung zulässig ist, wenn die neue Verurteilung zwei 
verschiedene Deliktsbereiche betrifft. Der Berufungskläger wurde mit Urteil der 
Strafkammer des Kantonsgerichts von Graubünden am 12. Januar 2004 wegen Wi-
derhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz zu 15 Monaten Gefängnis unter 
der Gewährung des bedingten Strafvollzuges mit einer Probezeit von fünf Jahren 
verurteilt. Diese Verurteilung betraf somit einen anderen Deliktsbereich als das vor-
liegend zu beurteilende Delikt. Mit dem erneuten Verstoss gegen das Strassenver-

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kehrsgesetz am 23. Juni 2004 delinquierte der Berufungskläger wie bereits erwähnt 
innerhalb der von der Strafkammer des Kantonsgerichts festgesetzten Probezeit 
von fünf Jahren. Die letzte Verurteilung wegen Verletzung der Bestimmungen des 
Strassenverkehrsgesetzes durch den Berufungskläger datiert vom 6. November 
1997. Bis zum Zeitpunkt der erneuten Delinquenz am 23. Juni 2004 ist der Beru-
fungskläger zumindest aus strassenverkehrsrechtlicher Sicht nicht straffällig in Er-
scheinung getreten. Auch wenn die von der Vorinstanz ausgesprochene und vom 
Kantonsgerichtsausschuss von Graubünden bestätigte Freiheitsstrafe von vier Mo-
naten Gefängnis über der Grenze von drei Monaten für die Annahme eines leichten 
Falles liegt, kann unter Berücksichtigung der Tatsache, dass es sich vorliegend um 
keinen erneuten Verstoss gegen das Betäubungsmittelgesetz handelt von einem 
„leichten Fall“ im Sinne von Art. 41 Ziffer 3 Abs. 2 StGB gesprochen werden. 

Zu beurteilen ist nun, ob für das künftige Verhalten des Berufungsklägers 
eine günstige Prognose gestellt werden kann, ob also Charakter und Vorleben die 
Bewährung erwarten lassen. Wie oben ausgeführt (vgl. Erwägung 3. c)), kann dem 
Berufungskläger unter den vorliegenden Umständen keine günstige Prognose ge-
stellt werden, die für einen bedingten Strafvollzug der viermonatigen Gefängniss-
trafe sprechen würde. Gegen einen Widerruf der bedingt ausgesprochenen Gefäng-
nisstrafe von 15 Monaten kann aber angeführt werden, dass vorliegend immerhin 
davon ausgegangen werden kann, dass der Berufungskläger durch den bereits vier-
ten Vorfall betreffend Fahren im angetrunkenen Zustand nun aber doch geprägt sein 
wird, zumal ihm die Rechtswohltat des bedingten Strafvollzuges für sein erneutes 
Delinquieren nicht mehr gewährt werden kann. Den Umstand, dass die viermona-
tige Gefängnisstrafe vollzogen wird, darf der Kantonsgerichtsausschuss von 
Graubünden bei der Prognosestellung miteinbeziehen. Dem Vollzug der viermona-
tigen Gefängnisstrafe kommt - auch mit Blick auf das soziale Umfeld des Berufungs-
klägers - eine starke Schock- und Warnwirkung zu. Er führt ein eigenes Geschäft 
und kann aufgrund seines guten Leumundes (vgl. den Leumundsbericht vom 9. Mai 
2003, S. 2) als sozial integriert betrachtet werden. Desweitern wurde dem Beru-
fungskläger der Führerausweis auf unbestimmte Zeit entzogen, was sich bei seiner 
Berufsausübung stark auswirken wird (vgl. Einvernahmeprotokoll des Untersu-
chungsrichteramtes Chur vom 12. August 2004, S. 2). Ebenfalls erschwert ist das 
Besuchsrecht seiner Kinder. Es ist mit anderen Worten davon auszugehen, dass 
ihn der Vollzug der viermonatigen Gefängnisstrafe zweifelsohne beeindrucken wird 
und er derart deutlich gewarnt werden wird, dass er sich nach dem Strafvollzug in 
Zukunft wohl verhalten wird. Es bestehen demnach durchaus Aussichten, dass er 
seine Lehre nun endgültig ziehen wird. Unter diesen Umständen kann vom Gericht 

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die Überzeugung einer günstigen Prognose über ein nach dem Strafvollzug künfti-
ges Wohlverhalten gewonnen werden. Von einem Vollzug der mit Urteil der Straf-
kammer des Kantonsgerichts von Graubünden vom 12. Januar 2004 bedingt aus-
gesprochenen Gefängnisstrafe von 15 Monaten kann daher entgegen der Meinung 
der Vorinstanz abgesehen werden. Die Probezeit bleibt auch bei Absehen eines 
Widerrufs weiterhin aufrechterhalten. Die Berufung erweist sich daher in diesem 
Punkt als begründet und wird gutgeheissen. Die Ziffer 3 des vorinstanzlichen Urteils 
vom 19. April 2005 wird aufgehoben. 

5. Verzichtet der Richter bei Vorliegen der Voraussetzungen auf den Wi-
derruf der bedingt aufgeschobenen Strafe, so muss er eine Ersatzmassnahme an-
ordnen (vgl. BGE 100 IV 197, 199 E. 4; 110 IV 5; Roland M. Schneider, Basler 
Kommentar, a.a.O., N. 244 zu Art. 41 StGB). Wie bereits ausgeführt, kann der Rich-
ter gemäss Art. 41 Ziffer 3 Abs. 2 StGB anstelle des Strafvollzuges u.a. die im Urteil 
bestimmte Probezeit um höchstens die Hälfte verlängern. Dem Verurteilten soll 
noch einmal eine Bewährungschance gegeben werden, wobei die Verlängerung der 
Probezeit erst mit der Urteilseröffnung beginnt. Die Verlängerung der Probezeit darf 
erst im Verfahren betreffend Widerruf des bedingten Strafvollzuges im Sinne einer 
Ersatzmassnahme in Verbindung mit der Verwarnung Platz greifen, wobei die 
Dauer der Probezeit auch bei mehreren Verlängerungen die ursprüngliche Probe-
zeit nicht um mehr als die Hälfte überschreiten darf (vgl. Roland M. Schneider, Bas-
ler Kommentar, a.a.O., N. 247 ff. zu Art. 41 StGB; Stefan Trechsel, Schweizerisches 
Strafgesetzbuch, Kurzkommentar, 2. Aufl., Zürich 1997, N. 57 f.). Dem Berufungs-
kläger wurde mit Urteil der Strafkammer des Kantonsgerichts von Graubünden vom 
12. Januar 2004 der bedingte Strafvollzug bei einer Probezeit von fünf Jahren ge-
währt. Eine Verlängerung der Probezeit um zweieinhalb Jahre wäre somit gemäss 
Art. 41 Ziffer 3 Abs. 2 StGB zulässig, zumal die Höchstdauer der Probezeit von fünf 
Jahren gemäss Art. 41 Ziffer 1 Abs. 3 StGB bei einer Verlängerung unberücksichtigt 
bleiben kann (vgl. sinngemäss dazu BGE 104 IV 145, 147, E. 2, wo die Probezeit 
insgesamt sechs Jahre betrug). Der Kantonsgerichtsausschuss von Graubünden 
erachtet vorliegend eine Verlängerung der Probezeit um zwei Jahre als angemes-
sen, zumal das Verschulden des Berufungsklägers wie bereits ausgeführt schwer 
wiegt, da er sich in einem strassenverkehrsrechtlichen Rückfall befindet und er er-
neut mit einem massiven Blutalkoholgehalt ein Fahrzeug gelenkt und eine erhebli-
che Gefährdung der anderen Verkehrsteilnehmer geschaffen hat. Er hat somit in 
grober Weise gegen die Bestimmungen des Strassenverkehrsgesetzes verstossen, 
dies um so mehr, als er um die Folgen seines Handelns wusste und es für ihn ein 
leichtes gewesen wäre, auf die Fahrt zu verzichten. Die Probezeit wird somit auf 

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insgesamt sieben Jahre verlängert. Zudem muss der Berufungskläger bei erneuter 
Widerhandlung innerhalb der Probezeit damit rechnen, dass der bedingte Strafvoll-
zug für die mit Urteil der Strafkammer des Kantonsgerichts von Graubünden vom 
12. Januar 2004 bedingt ausgesprochene Gefängnisstrafe von 15 Monaten wider-
rufen würde.

6.a) Bezüglich der Kosten des Berufungsverfahrens ist zu beachten, dass 
der Berufungskläger den Antrag auf Aufhebung des vorinstanzlichen Urteils in den 
Punkten der Reduktion der Strafe von vier auf drei Monaten und den Verzicht auf 
den Widerruf der bedingt ausgesprochenen Strafe von 15 Monaten Gefängnis 
gemäss Urteil der Strafkammer des Kantonsgerichts von Graubünden vom 12. Ja-
nuar 2004 gestellt hat und damit nur im letzten Punkt durchgedrungen ist. Es er-
scheint daher angemessen, die Kosten des Berufungsverfahrens je zur Hälfte dem 
Kanton Graubünden und dem Berufungskläger aufzuerlegen.

b) Zur Aussprechung einer ausseramtlichen Entschädigung ist auszu-
führen, dass die Rechtsmittelinstanz dem Verteidiger eine solche zusprechen kann 
(vgl. Art. 160 Abs. 4 StPO). Demgegenüber gewährleisten weder das Bundesrecht 
noch die EMRK einen Anspruch auf Parteientschädigung für den in einem Strafver-
fahren obsiegenden Rechtsmitteleinleger (vgl. BGE 105 Ia 127 = Pra. 68 1979 Nr. 
241; Urteil des Kantonsgerichtsausschusses von Graubünden vom 29. September 
1999 in Sachen U., SB 99 63; Padrutt, a.a.O., S. 412). Bei der Zusprechung einer 
ausseramtlichen Entschädigung zu Lasten des Staates ist vor allem bei leichten 
Fällen auf dem Gebiete des Strassenverkehrsstrafrechts Zurückhaltung geboten 
(vgl. PKG 1977 Nr. 63, 1975 Nr. 58). Ob eine solche in Frage kommt, ist nach den 
Umständen des Einzelfalles zu entscheiden (vgl. Padrutt, a.a.O., S. 412). In Würdi-
gung der Berufungsbegründung erscheint dem Kantonsgerichtsausschuss von 
Graubünden eine reduzierte ausseramtliche Entschädigung in Höhe von Fr. 300.- 
als angemessen, hat doch der Berufungskläger - wie dargelegt - nur teilweise ob-
siegt.

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Demnach erkennt der Kantonsgerichtsausschuss :

1. Die Berufung wird teilweise gutgeheissen und Ziffer 3 des angefochtenen Ur-
teils wird aufgehoben.

2. Von einem Widerruf des mit Urteil des Kantonsgerichts Graubünden vom 12. 
Januar 2004 für die Strafe von 15 Monaten Gefängnis, mit einer Probezeit 
von fünf Jahren, gewährten bedingten Vollzuges wird abgesehen. Die Pro-
bezeit wird jedoch um zwei Jahre auf sieben Jahre verlängert.

3. Die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 1'200.- gehen je zur Hälfte zu 
Lasten von Z. und des Kantons Graubünden, welcher Z. für das Berufungs-
verfahren mit Fr. 300.- zu entschädigen hat.

4. Gegen dieses Urteil kann, sofern Verletzung eidgenössischen Rechts gel-
tend gemacht werden will, Nichtigkeitsbeschwerde an den Kassationshof des 
Schweizerischen Bundesgerichts geführt werden. Diese ist dem Bundesge-
richt innert 30 Tagen seit Zustellung der vollständigen Ausfertigung des Ent-
scheides in der in Art. 273 des Bundesgesetzes über die Bundesstrafrechts-
pflege (BStP) vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Beschwerdele-
gitimation und die weiteren Voraussetzungen der Nichtigkeitsbeschwerde 
gelten die Art. 268 ff. BStP.

5. Mitteilung an:

__________

Für den Kantonsgerichtsausschuss von Graubünden 
Der Vizepräsident: Der Aktuar ad hoc: