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**Case Identifier:** 95efe3a9-1802-5cc3-87d4-043d9e67c49a
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2011-11-29
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 29.11.2011 IV 2010/378
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2010-378_2011-11-29.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2010/378

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 05.11.2019

Entscheiddatum: 29.11.2011

Entscheid Versicherungsgericht, 29.11.2011
Art. 16 Abs. 2 lit. b, Art. 28 IVG und Art. 17 Abs. 1 ATSG. Beweiswert eines 
psychiatrischen Gutachtens. Frage der Eingliederung, nachdem der 
Beschwerdeführer seit Jahren eine Vollrente bezog. Rückweisung zur 
Prüfung der (erstmaligen) beruflichen Eingliederung (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 29. November 2011, IV 
2010/378).

Entscheid Versicherungsgericht, 29.11.2011

Präsidentin Lisbeth Mattle Frei, Versicherungsrichter Martin Rutishauser, a.o. 

Versicherungsrichter Christian Zingg; Gerichtsschreiberin Jeannine Bodmer

Entscheid vom 29. November 2011

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Christine Kessi, c/o procap, Froburgstrasse 4, 

Postfach, 4601 Olten,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

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betreffend

Rentenrevision (Einstellung)

Sachverhalt:

A.     

A.a   A.___ meldete sich am 2. November 1999 zum Bezug von IV-Leistungen 

(Berufsberatung, Umschulung, Arbeitsvermittlung) an (act. G 5.1/2). Gemäss dem 

Bericht der Psychotherapiestation "Villa" des Kantonsspitals Winterthur vom 26. 

November 1999 litt er unter einer protrahierten Adoleszentenkrise mit polyneurotischer 

Symptomatik (Depression, Essstörung, Somatisierungen) bei Persönlichkeit mit 

narzisstischer Problematik und Status nach sexueller Traumatisierung (ICD-10: F43.25, 

F60.8). Erste Symptome hätten sich seit 1987/88 gezeigt und seit 1992 sei eine 

erhebliche Verschlechterung eingetreten. Der Versicherte stehe seit 5. Juli 1999 in ihrer 

Behandlung und sei als Masseur/Hilfspfleger seit 1. Juli 1999 zu 100% arbeitsunfähig. 

Zuvor habe vom 15. Februar 1996 bis 6. November 1996 eine Arbeitsunfähigkeit von 

50% und vom 7. November 1996 bis 10. Januar 1997 von 100% bestanden (act. 

G 5.1/10-4). Der behandelnde Psychiater Dr. med. B.___ befand den Versicherten im 

Bericht vom 15. November 2000 in einer angepassten leichten Tätigkeit als zu 50% 

arbeitsfähig; es sei eine berufliche Umstellung notwendig und für die weitere 

Entwicklung entscheidend, dass er in einer geeigneten Tätigkeit beruflich eingegliedert 

werden könne. Seine Belastbarkeit und Eignung lasse sich am ehesten in einem 

Berufsförderungskurs feststellen (act. G 5.1/17-3). Im Ergänzungsbericht vom 

22. Januar 2001 hielt Dr. B.___ fest, dass der Versicherte nur an einer geschützten 

Stelle (z.B. Tagesklinik oder Berufsförderungskurs) zu 50% arbeitsfähig sei. Wichtig sei 

auf jeden Fall, dass versucht werde, seine Arbeitsfähigkeit noch zu fördern. In der 

freien Wirtschaft bestehe zur Zeit eine vollständige Arbeitsunfähigkeit (act. G 5.1/22).

A.b   Auf Grund einer beruflichen Abklärung in der Stiftung C.___ (vgl. act. G 5.1/37) 

resultierte gemäss dem Ergebnisbericht vom 10. Dezember 2001, dass der Versicherte 

eine Ausbildung im kaufmännischen Bereich absolvieren könnte. Voraussetzung für 

den Einstieg in die Lehre seien jedoch die Aneignung der nötigen 

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Französischkenntnisse sowie das vorgängige Absolvieren eines Arbeitstrainings (act. 

G 5.1/41-3). Am 8. Januar 2002 sprach ihm die IV-Stelle des Kantons Zürich berufliche 

Massnahmen in Form eines Vorlehrjahrs ab 7. Januar 2002 sowie einer 

käufmännischen Ausbildung zu (act. G 5.1/47-1). Der Beschwerdeführer brach die 

beruflichen Massnahmen per 25. Januar 2002 jedoch aus persönlichen Gründen ab 

(act. G 5.1/50). Weitere berufliche Massnahmen scheiterten per 6. November 2002 auf 

Grund des Gesundheitszustands des Versicherten (act. G 5.1/63).

A.c   Am 26. Mai 2003 verfügte die IV-Stelle eine ganze Invalidenrente gestützt auf 

einen Invaliditätsgrad von 100% rückwirkend ab 1. November 2002 (act. G 5.1/71).

A.d   Im April 2005 leitete die IV-Stelle des Kantons St. Gallen eine Rentenrevision ein 

(act. G 5.1/84). Gemäss dem Verlaufsbericht von Dr. med.  D.___, Allgemeine Medizin 

FMH, vom 30. Mai 2005 bestand seit geraumer Zeit keine psychiatrische Begleitung 

des Versicherten mehr; der Gesundheitszustand habe sich gemäss Angaben des 

Versicherten verbessert (act. G 5.1/88). Laut dem Bericht von Dr.  E.___, Chiropraktor 

SCG/ECU, vom 30. Mai 2005 war dem Versicherten eine Arbeitsfähigkeit in adaptierter 

Tätigkeit, d.h. ohne starke körperliche Belastung über längere Zeit und mit möglichst 

vielseitiger Arbeitseinteilung in stehender sowie sitzender Position, aus 

biomechanischer sowie orthopädischer Sicht ganztags zumutbar (act. G 5.1/89).

A.e   Vom 3. August bis 22. November 2005 und vom 30. November 2005 bis 17. 

Januar 2006 wurde der Versicherte in der Psychiatrischen Klinik Wil (KPK) 

hospitalisiert. Danach war er in ambulanter psychiatrischer Behandlung bei med. pract. 

F.___, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie (bzw. delegiert an lic. phil. G.___, 

Psychologin). Diese hielt im Bericht vom 18. Mai 2006 folgende Diagnose fest: 

Undifferenzierte Somatisierungsstörung (F45.1), Neurasthenie (F48.0), Kombinierte 

Persönlichkeitsstörung mit schizoiden und narzisstischen Zügen (F61.0), emotionale 

Vernachlässigung im Kindesalter (Z62.4) und Probleme bei sexuellem Missbrauch im 

Jugendalter durch eine Person ausserhalb der Familie (Z61.4). Die Psychiaterin befand 

den Versicherten an einer geschützten Arbeitsstelle zu 50% einsatzfähig mit der 

Möglichkeit einer Steigerung der Arbeitszeit. Der Versicherte wolle mit der IV-

Berufsberatung in Kontakt treten. Ob eine berufliche Eingliederung möglich sei, sei 

fraglich, aber der Elan des Versicherten sollte aufgenommen werden können (act. 

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G 5.1/111). Die IV-Stelle teilte dem Versicherten am 8. Juni 2006 mit, dass er 

unverändert Anspruch auf eine ganze Rente habe. Es bestehe aktuell keine 

Arbeitsfähigkeit in der freien Wirtschaft (und damit kein Anspruch auf berufliche 

Massnahmen; act. 5.1/112f.).

A.f    Im Rahmen eines weiteren im Juni 2009 von Amtes wegen eingeleiteten 

Revisionsverfahrens wurde der Versicherte am 18. Januar 2010 durch Dr. med. H.___, 

Psychiatrie und Psychotherapie FMH sowie die Fachärztin I.___, Psychiatrie und 

Psychotherapie FMH, begutachtet. Gestützt auf die Diagnose einer narzisstischen 

Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F60.8) sowie einer ohne Auswirkung auf die 

Arbeitsfähigkeit bestehenden rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig 

remittiert (ICD-10: F33.1 wohl F33.4), beurteilten die Gutachter den Versicherten in der 

angestammten Tätigkeit als Hilfspfleger und Masseur als zu 70% und in einer 

adaptierten Tätigkeit ab dem Untersuchungszeitpunkt im Januar 2010 als zu 80% 

arbeitsfähig mit einer als vorsichtig günstig einzustufenden Prognose (act. 

G 5.1/128-17f.). Gestützt darauf hielt der Regionale Ärztliche Dienst der 

Invalidenversicherung (RAD) eine deutliche Besserung des Gesundheitszustands fest 

(act. G 5.1/129).

A.g   Mit Vorbescheid vom 1. März 2010 stellte die IV-Stelle dem Versicherten in 

Aussicht, die Invalidenrente gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 20% einzustellen 

(act. G 5.1/133).

A.h   Dagegen erhob der Versicherte, vertreten durch die Beratungsstelle Pro Infirmis 

am 15. April 2010 Einwand mit den Anträgen auf eine weiterhin ganze Invalidenrente 

sowie die Gewährung beruflicher Massnahmen (act. G 5.1/139). Die IV-Stelle hielt mit 

Verfügung vom 30. August 2010 an der Einstellung der Invalidenrente fest. Berufliche 

Massnahmen hielt sie deshalb nicht für erfolgversprechend, weil den erhaltenen 

Unterlagen keine Willensäusserung entnommen werden könne, dass der Versicherte 

sich subjektiv arbeitsfähig fühle und bereit sei, sich einer beruflichen 

Wiedereingliederung zu stellen (act. G 5.1/143). Am 15. Oktober 2010 reichte der 

Versicherte der IV-Stelle ein Gesuch um Berufsberatung und Arbeitsvermittlung ein 

(act. G 5.1/150).

B.       

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B.a   Gegen die Verfügung vom 30. August 2010 richtet sich die vorliegend zu 

beurteilende Beschwerde vom 29. September 2010. Der Beschwerdeführer liess darin, 

vertreten durch die procap, deren Aufhebung und die weitere Ausrichtung einer ganzen 

Invalidenrente beantragen. Ausserdem sei dem Beschwerdeführer die unentgeltliche 

Rechtspflege und Rechtsverbeiständung zu gewähren; unter Kosten- und 

Entschädigungsfolge. Zur Begründung führte die Rechtsvertreterin aus, dass das 

Gutachten vom 5. Februar 2010 nicht als umfassend und auf allseitigen 

Untersuchungen beruhend bezeichnet werden könne. So sei entgegen der Annahme 

im Gutachten nicht von einem wöchentlichen Theologieseminartagesbesuch des 

Beschwerdeführers auszugehen und es hätte der geschilderte Tagesablauf des 

Beschwerdeführers hinterfragt werden müssen. Ausserdem hätten die Gutachter es 

unterlassen, die selber festgestellten Widersprüche während der Untersuchung zu 

hinterfragen und es sei überhaupt fraglich, ob die früher beschriebene polyneurotische 

Symptomatik nicht nur im momentanen Zustand zurückgebildet erscheine. Zudem sei 

von der Begutachtung zu erwarten gewesen, dass die neue Beziehung des 

Beschwerdeführers mit der Theologiegruppe etwas genauer unter die Lupe genommen 

werde. Auch erklärten die Gutachter nicht, weshalb sie - entgegen allen anderen 

ärztlichen Einschätzungen - die Tätigkeit als Masseur als weiterhin zumutbar 

erachteten. Schliesslich könne eine Rente grundsätzlich erst dann aufgehoben oder 

herabgesetzt werden, wenn der Rentenbezüger hinreichend eingegliedert sei. Da der 

Beschwerdeführer seit über zehn Jahren gesundheitsbedingt keine Tätigkeit im ersten 

Arbeitsmarkt mehr inne gehabt habe, wäre es für ihn unmöglich, überhaupt wieder 

Fuss zu fassen, weshalb eine Unterstützung von Seiten der Beschwerdegegnerin 

unabdingbar sei (act. G 1).

B.b   Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 11. November 

2010 die Beschwerdeabweisung. Sie stellt sich auf den Standpunkt, dass sie gestützt 

auf das aussagekräftige Gutachten zu Recht von einer bestehenden 80%igen 

Restarbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit ausgegangen sei. Zudem bestehe auf 

Grund der Tatsache, dass der Beschwerdeführer keinen Beruf erlernt habe, auch kein 

Anspruch auf Umschulung (act. G 5).

B.c   Am 16. November 2010 bewilligte das Versicherungsgericht die beantragte 

unentgeltliche Prozessführung (Befreiung von den Gerichtskosten und Bewilligung der 

unentgeltlichen Rechtsverbeiständung; act. G 6).

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B.d   In der Replik vom 1. Dezember 2010 hielt der Beschwerdeführer an seinen 

Anträgen und deren Begründung fest (act. G 8).

B.e   Die Beschwerdegegnerin hat auf eine Duplik verzichtet (act. G 10).

Erwägungen:

1.        

Umstritten ist, ob die revisionsweise Einstellung der ganzen Invalidenrente zu Recht 

erfolgt ist und sich der Sachverhalt im massgebenden Zeitraum vom 26. Mai 2003 

(Zeitpunkt der ursprünglichen Rentenverfügung, act. G 5.1/71) bis zum 30. August 

2010 (Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung, act. G 5.1/143) revisionserheblich 

verändert hat.

2.        

2.1    Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde 

ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 des Bundesgesetzes über 

den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). 

Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen oder 

geistigen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung 

verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in 

Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Nach Art. 28 

Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) besteht 

der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens 

zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60% invalid ist. 

Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente 

und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% Anspruch auf eine Viertelsrente.

2.2    Ändert sich der Invaliditätsgrad einer rentenbeziehenden Person erheblich, so 

wird die Rente gemäss Art. 17 Abs. 1 ATSG von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für 

die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben. Anlass zu einer 

Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die 

geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. 

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Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet 

dabei die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, die auf 

einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer 

Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines 

Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen 

Auswirkungen des Gesundheitszustands) beruht; vorbehalten bleibt die 

Rechtsprechung zur Wiedererwägung und prozessualen Revision (BGE 133 V 108). 

Nach der Rechtsprechung ist die Invalidenrente nicht nur bei einer wesentlichen 

Veränderung des Gesundheitszustands, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die 

erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustands 

erheblich verändert haben (BGE 130 V 349 E. 3.5). Eine bloss unterschiedliche 

Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts stellt keine 

revisionsbegründende Änderung dar (BGE 112 V 372 E. 2 mit Hinweisen). Eine 

anspruchsbeeinflussende Änderung ist zu berücksichtigen, sobald sie ohne 

wesentliche Unterbrechung 3 Monate angedauert hat (Art. 88a der Verordnung über die 

Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]).

2.3    Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im 

Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung 

zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 

Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von 

Amtes wegen festzustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel 

eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruchs gestatten. Die 

Rechtsprechung hat es mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar 

erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten 

Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (BGE 125 V 351 E. 3b). Das im 

Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholte Gutachten von externen Spezialärzten, 

die auf Grund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht 

in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen 

Ergebnissen gelangen, besitzt bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft, solange 

nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 

351 E. 3b/bb).

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3.        

3.1    Als Grundlage für die ursprüngliche Rentenzusprache dienten die Angaben der 

behandelnden Ärzte. Eine medizinische Begutachtung fand demgegenüber nicht statt. 

Laut Arztbericht von Dr. B.___ vom 11. November 2000 wurden beim Versicherten die 

Diagnosen einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung mit polyneurotischer 

Symptomatik (Depressionen, Essstörungen, multiple Somatisierungen) sowie ein Status 

nach jahrelangem sexuellem Missbrauch gestellt (act. G 5.1/17-4). Im Bericht vom 

15. November 2000 hielt Dr. B.___ fest, dass der Beschwerdeführer weder in seinen 

intellektuellen Fähigkeiten noch in der Körperkraft beeinträchtigt sei, er aber sehr rasch 

aus dem Gleichgewicht gerate, wenn er sich körperlich verausgabt habe. Auch reagiere 

er sehr empfindlich auf zwischenmenschliche Unstimmigkeiten. Die Arbeit in der 

angestammten Tätigkeit als Masseur sei für den Beschwerdeführer wegen seiner 

Vorgeschichte nicht mehr zumutbar. In einer anderen leichten Tätigkeit betrage die 

Arbeitsfähigkeit zuerst 50% und könne dann bei guter Entwicklung gesteigert werden. 

Eine schwere körperliche Arbeit komme zur Zeit nicht in Frage, weil er darauf rasch mit 

massiven Verspannungs- und Erschöpfungszuständen reagiere (act. G 5.1/17-3). Am 

22. Januar 2001 führte Dr. B.___ ergänzend aus, dass der Beschwerdeführer zur Zeit 

nur an einer geschützten Stelle zu 50% arbeitsfähig sei. In der freien Wirtschaft sei er 

vollständig arbeitsunfähig (act. G 5.1/22). Nachdem der Beschwerdeführer im Rahmen 

beruflicher Massnahmen vom 22. April bis 3. Mai 2002 eine Kurzabklärung in C.___ 

(act. G 5.1/54-1) sowie vom 13. Oktober bis 12. November 2002 ein Arbeitstraining in 

der Institution J.___ zugesprochen erhalten hatte (act. G 5.1/57), attestierte Dr. B.___ 

mit Zeugnis vom 4. Oktober 2002 eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit bis auf weiteres (act. 

G 5.1/59-3). Als Folge des Abbruchs der beruflichen Massnahmen am 6. November 

2002 aus gesundheitlichen Gründen hielt der RAD-Arzt am 25. Februar 2003 die 

Zusprache einer ganzen Rente für angemessen (act. G 5.1/64).

3.2    In den Verlaufsberichten vom 30. Mai 2005 (act. G 5.1/88) und 31. Mai 2005 (act. 

G 5.1/89) gaben Dr. D.___ und Dr. E.___ einen verbesserten Gesundheitszustand (nach 

Angaben des Versicherten) an. Es bestehe seit geraumer Zeit keine psychiatrische 

Begleitung mehr (act. G 5.1/88-1). Im Sommer 2005 kam es jedoch zu einer 

psychischen Dekompensation mit Hospitalisation in der KPK, weil die Eltern des 

Beschwerdeführers, bei welchen er bisher wohnte, in eine Alterswohnung umgezogen 

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waren. Im Bericht vom 18. Mai 2006 hielt med. pract. F.___ fest, der Beschwerdeführer 

sei aktuell voll mit sich selber, d.h. mit der Aufrechterhaltung der eigenen 

psychophysiologischen Balance beschäftigt. Daher dürfte er kaum in der Lage sein, 

seine Aufmerksamkeit über längere Zeit und verantwortungsvoll anderen Menschen 

zukommen zu lassen. Die bisherige Tätigkeit befand sie für nicht mehr zumutbar, in 

einer angepassten Tätigkeit sei er jedoch zu 50% arbeitsfähig, unter günstigen 

Umständen mit Steigerungsmöglichkeit. Zudem sei der Beschwerdeführer willig zu 

arbeiten. Seine Symptomatik zeige sich hauptsächlich auf der Ebene basaler 

körperlicher Bedürfnisse (Wärme, Sättigung) und zwar so, dass diese Bedürfnisse von 

ihm als ungeheuer drängend wahrgenommen würden und unbedingt Vorrang hätten, 

analog eines vor Hunger schreienden Säuglings, den man nicht auf "in 20min gibt's 

etwas" vertrösten könne. Werde dies von der Umgebung nicht ernst genommen (oder 

als Manipulation oder Machtkampf missverstanden) bzw. werde ihm die Möglichkeit 

genommen, sich diesbezüglich ernst zu nehmen und entsprechend zu handeln, 

versetze ihn das dermassen in Spannung, dass mit einer Verschlechterung seines 

Gesamtzustands zu rechnen sei und er anschliessend längere Zeit brauche, bis er sich 

wieder einigermassen "aufgepäppelt" habe (act. G 5.1/111). Auf Grund dieser 

gesundheitlichen Schwankungen blieb der Anspruch des Beschwerdeführers gemäss 

IV-Mitteilung vom 8. Juni 2006 weiterhin bei der bisherigen Invalidenrente (act. 

G 5.1/13).

3.3    Der angefochtenen Verfügung vom 30. August 2010 liegt in medizinischer 

Hinsicht das Gutachten des Psychiaters Dr. H.___ und der pract. psychiatrischen 

Fachärztin I.___ vom 5. Februar 2010 zu Grunde. Mit Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit diagnostizierten die Experten eine narzisstische Persönlichkeitsstörung 

(ICD-10: F60.8) und als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit stellten sie 

eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig remittiert (ICD-10: F33.4) fest. Bei 

dieser Persönlichkeitsstörung bestünden beim Beschwerdeführer nicht unerhebliche 

Defizite bezüglich der Selbstwahrnehmung, der Fremdwahrnehmung, der 

Kommunikation und der Bindung. Diese Auffälligkeiten und Defizite seien in der 

aktuellen Untersuchungssituation deutlich geworden. Sein Selbsterleben 

(Selbstwahrnehmung) erscheine vordergründig positiv, dabei aber wenig realistisch und 

ziemlich fragil. Die Fähigkeit zur Selbstkritik erscheine deutlich eingeschränkt. In der 

Konfrontation mit einem realen Gegenüber bestehe die Neigung zur Manipulation und 

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Instrumentalisierung, damit das positive (grandiose) Selbstbild aufrechterhalten werden 

könne. In Konfliktsituationen bestehe die ausgeprägte Neigung, den anderen zu 

entwerten. Die Fähigkeit, Konflikte konstruktiv zu lösen, sei deutlich eingeschränkt. Bei 

geringen Frustrationen oder Kritik durch andere komme es zu Kontaktabbruch. 

Bezugnehmend auf die früheren ärztlichen Einschätzungen kamen die Gutachter zum 

Schluss, dass ihre Diagnose einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung mit der 

Diagnose von Dr. B.___ übereinstimme. Die früher beschriebene polyneurotische 

Symptomatik mit Depression, Essstörungen und multiplen Somatisierungen, d.h. die 

damals bestehende medizinische Sachlage, die zur Rentenzusprache geführt habe, 

habe sich inzwischen vollständig zurückgebildet. Dies gehe aus den Angaben des 

Beschwerdeführers zu seinem aktuellen gesundheitlichen Zustand und den Angaben 

über seine umfangreichen Tagesaktivitäten hervor. Im Rahmen der gutachterlichen 

Untersuchung seien keine wesentlichen psychopathologischen Symptome festgestellt 

worden, einzig die Interaktion sei im Sinn von manipulativen Tendenzen auffällig (act. 

G 5.1/128-14ff.).

3.4    Im Vergleich mit den psychiatrischen Befunden 1999 und 2000 habe sich das 

Störungsbild des Beschwerdeführers in der psychiatrischen Gesamtsicht wesentlich 

gebessert. Im Einzelnen hätten sich bei ihm aktuell keine körperlichen Beschwerden 

und auch kein sozialer Rückzug feststellen lassen. Eine lähmende Müdigkeit, vermehrte 

Erschöpfung, eine Initiativlosigkeit, eine Essstörung bei einem stabilen Normalgewicht, 

Stimmungsschwankungen und auch hypochondrische Ängste hätten sich nicht mehr 

eruieren lassen. Die im Jahr 2000 beschriebene "Unfähigkeit", die einfachsten 

Angelegenheiten wegen "überwältigender Erschöpfung" zu verrichten, bestehe mit 

Sicherheit nicht mehr. Für eine wesentliche Besserung der Beschwerden und eine 

deutliche Minderung des subjektiven Leidensdrucks spreche u.a. auch die Tatsache, 

dass der Beschwerdeführer eine ambulante psychiatrisch-psychotherapeutische 

Behandlung vor anderthalb Jahren beendet habe und seither keine Psychopharmaka 

mehr einnehme. Im Rahmen der aktuellen Untersuchung schildere der 

Beschwerdeführer umfangreiche und anspruchsvolle Aktivitäten. Er schildere seine 

vielen sozialen Kontakte und habe angegeben, seinen vielfältigen Interessen und 

Hobbies ohne jegliche Einschränkungen in vollem Umfang nachgehen zu können (act. 

G 5.1/128-16f.). Die Gutachter schätzten die auf Grund der diagnostizierten 

psychischen Störung bestehenden Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit und 

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Leistungsfähigkeit als allenfalls leicht bzw. in der bisherigen Arbeitstätigkeit als 

Hilfspfleger/Masseur als zu 30% und in adaptierten Tätigkeiten als zu 20% bestehend 

ein. Sie seien bedingt durch eine leichte Einschränkung der Stress- und 

Frustrationstoleranz und eine Einschränkung der emotionalen Belastbarkeit, 

insbesondere der Konflikt- und Anpassungsfähigkeit. Der Beschwerdeführer verfüge 

jedoch über gute Konzentrationsfähigkeit, Aufmerksamkeit sowie eine bemerkenswerte 

Ausdauer und die Fähigkeit zur Durchsetzung eigener Interessen (act. G 5.1/128-17).

3.5    Es fällt auf, dass das Gutachten bezüglich der durch einen Naturheiler bzw. den 

Ausbildner des Beschwerdeführers erlittenen sexuellen Übergriffe lediglich von 

Abhängigkeiten und Ausbeutung spricht (vgl. u.a. act. G 5.1/128-8), wogegen die 

bisherigen Ärzte alle von Missbrauch ausgegangen waren (vgl. act. G 5.1/9-2, 

5.1/111-2). Zudem handelten die Gutachter die Frage der Arbeitsfähigkeit als 

Hilfspfleger ohne Auseinandersetzung mit dieser Problematik in Einheit mit der mit der 

"Ausbeutung" verknüpften angestammten Tätigkeit als Masseur ab und schätzten 

beide Tätigkeiten als im Rahmen einer 70%igen Arbeitsfähigkeit als zumutbar ein, was 

nicht überzeugt. Zwar kann der Begründung, die Tätigkeit als Hilfspfleger sei wegen 

der Anforderungen an die sozialen Kompetenzen weniger leidensadaptiert und daher 

mit einer Arbeitsunfähigkeit von 30% einzustufen, noch gefolgt werden. Die 

Einschätzung einer weiterhin bestehenden Arbeitsfähigkeit als Masseur, nachdem der 

Beschwerdeführer während seiner Ausbildung dazu im Abhängigkeitsverhältnis von 

seinem Ausbildner über mehrere Jahre sexuell missbraucht worden war, ist unter den 

gegebenen Umständen aber nicht nachvollziehbar. Im Übrigen hatten bereits der 

behandelnde Psychiater Dr. B.___ und die Psychologin G.___ eine zumutbare 

Arbeitsfähigkeit als Masseur ausgeschlossen (vgl. act. G 5.1/17-3, 5.1/111-3).

3.6    Immerhin kann mit dem RAD, welcher insbesondere die Frage einer Veränderung 

des Gesundheitszustands als klar beantwortet hielt (act. G 5.1/129), tatsächlich von 

einer Verbesserung des Gesundheitszustands ausgegangen werden. Das Gutachten ist 

ausführlich und stützt sich auf ein breites Voraktenstudium sowie eine persönliche 

testpsychologische Untersuchung des Beschwerdeführers (vgl. act. G 5.1/127) 

während mehr als drei Stunden (vgl. act. G 5.1/128-12). Wie das Bundesgericht 

mehrmals festhielt, kann es für den Aussagegehalt eines Arztberichts im Allgemeinen 

nicht auf die Dauer der Untersuchung ankommen. Massgeblich sei vielmehr, ob der 

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Bericht inhaltlich vollständig und im Ergebnis schlüssig sei (Urteil des Eidgenössischen 

Versicherungsgerichts [EVG, seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des 

Bundesgerichts] vom 17. November 2006, I 719/05, E. 3, vgl. auch Urteile vom 14. 

November 2007, I 1094/06, E. 3.1.1, vom 19. September 2006, I 192/06, E. 3 und vom 

9. August 2006, I 391/06, E. 3.2.2). Dass die Gutachter vorliegend nach der 

dreistündigen Begutachtung keinen zweiten Termin zur Fortführung ansetzten, obgleich 

der Beschwerdeführer mit seinen Ausführungen noch nicht fertig gewesen sei, vermag 

dem Beweiswert des Gutachtens nicht zu schaden. Vielmehr scheinen die beiden 

Psychiater aus den ausführlichen Erzählungen des Beschwerdeführers genügend 

Erkenntnisse gewonnen zu haben, um eine nachvollziehbare Beurteilung abgeben zu 

können. Hätten sie einen Bedarf zur Fortsetzung der Begutachtung gesehen, hätten sie 

diese durchgeführt und den Beschwerdeführer nicht um die schriftliche Nachreichung 

seiner Angaben sowie eines Tages- und Wochenplans gebeten (vgl. act. G 5.1/128-12). 

Auch hinsichtlich der gerügten Widersprüche zwischen den Angaben des 

Beschwerdeführers zu seinen Schlafgewohnheiten mit dem Tages- und Wochenablauf 

ist festzuhalten, dass die Gutachter explizit darauf hinwiesen (vgl. act. G 5.1/128-11). 

Sie führten jedoch aus, dass der Beschwerdeführer die Themen des Gesprächs selber 

vorzugeben versuchte, viele der ihm gestellten Fragen nicht beantwortete und 

stattdessen umfassend über Jahre zurückliegende Beschwerden und Probleme 

sprach. Dass in einer solchen Gesprächssituation ein Nachhaken kaum weitere 

Erkenntnisse bringt, ist daher nachvollziehbar. Entgegen den Ausführungen des 

Beschwerdeführers handelte das Gutachten den Befund der eigenen 

Selbstwahrnehmung ebenfalls genügend tief im Zusammenhang mit der 

Diagnosestellung der narzisstischen Persönlichkeitsstörung ab (vgl. oben sowie act. 

G 5.1/128-16). Auch der Vorwurf, das Gutachten hätte sich stärker mit den neuen 

Kontakten der Theologiegruppe auseinandersetzen müssen, überzeugt nicht. So ist es 

nicht Aufgabe anlässlich einer einmaligen Begutachtung, welche die Beurteilung der 

Arbeitsfähigkeit zum Ziel hat, auch noch zu untersuchen, ob der Beschwerdeführer 

durch die neu gewonnenen Kontakte möglicherweise erneut - wie schon zu seinem 

früheren älteren Massage-Ausbildner - in ein Abhängigkeitsverhältnis mit allfälligen 

negativen Auswirkungen geraten könnte. Vielmehr haben die psychiatrischen Experten 

die Tatsache der neuen Kontakte zu Recht ins Gutachten aufgenommen und 

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festgehalten, dass der Beschwerdeführer durch sie wieder einen aktiveren Anteil am 

Leben nehme.

3.7    Insgesamt kann somit darauf abgestellt werden, dass sich der 

Gesundheitszustand des Beschwerdeführers erheblich verbessert hat, womit ein 

Revisionsgrund nach Art. 17 Abs. 1 ATSG gegeben ist. Die Beschwerdegegnerin macht 

in ihrer Verfügung jedoch nicht nur einen Revisions- sondern auch einen 

Wiedererwägungsgrund gelten, letzteres wegen dem angeblich ungenügend 

abgeklärten Sachverhalt. Die Bestätigung einer revisionsweisen Rentenaufhebung 

durch die substituierte Begründung der Wiedererwägung kann nur bei Unvertretbarkeit 

der ursprünglichen Rentenzusprache erfolgen. Zweifellos ist die Unrichtigkeit, wenn 

kein vernünftiger Zweifel daran möglich ist, dass die Verfügung unrichtig war. Erscheint 

die Beurteilung der Anspruchsvoraussetzungen (einschliesslich ihrer Teilaspekte wie 

etwa die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit) vor dem Hintergrund der Sach- und 

Rechtslage, wie sie sich im Zeitpunkt der rechtskräftigen Leistungszusprechung darbot 

als vertretbar, scheidet die Annahme zweifelloser Unrichtigkeit aus. Das Gutachten 

geht weder von einer unrichtigen Diagnose noch von einer unzutreffenden Schätzung 

der Arbeitsfähigkeit aus. Allein der Umstand, dass bei der damaligen Rentenzusprache 

keine externen Gutachter beigezogen wurden, macht diese nicht unvertretbar. Damit 

entfällt ein Wiedererwägungsgrund. Nicht entscheidend ist demgegenüber, ob die 

Arbeitsfähigkeit in adaptierten Tätigkeiten tatsächlich auf längere Zeit 80% beträgt. 

Auch die Beschwerdegegnerin geht nicht von einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit 

in einer adaptierten Tätigkeit, sondern gestützt auf das psychiatrische Gutachten von 

einer 80%igen Arbeitsfähigkeit aus. In Anbetracht der im Gutachten geschilderten 

Defizite bezüglich Selbstwahrnehmung, Fremdwahrnehmung, Kommunikation und 

Bindung (vgl. act. G 5.1/128-16) mag fraglich sein, ob auf längere Sicht gesehen 

tatsächlich eine 80%ige Arbeitsfähigkeit gegeben ist. Entscheidend bleibt, dass von 

einer wesentlichen Verbesserung des Gesundheitszustands auszugehen ist, so dass 

sich nunmehr wieder die Frage der beruflichen Eingliederung stellt. Es geht mit anderen 

Worten in erster Linie darum, dort weiterzufahren, wo die IV-Stelle Zürich aufgehört hat, 

d.h. mit der Frage der beruflichen Eingliederung.

4.      

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4.1    Die IV-Stelle Zürich war bereit, dem Beschwerdeführer gestützt auf Art. 16 Abs. 2 

lit. b IVG eine erstmalige berufliche Ausbildung bzw. eine Neuausbildung zuzusprechen 

(vgl. act. G 5.1/35-4, 5.1/37-1). Gemäss Art. 16 Abs. 2 lit. b IVG besteht bei 

Neuausbildung invalider Versicherter, die nach dem Eintritt der Invalidität eine 

ungeeignete und auf die Dauer unzumutbare Erwerbstätigkeit aufgenommen haben, 

Anspruch auf Ersatz dieser Kosten, sofern die Ausbildung den Fähigkeiten der 

versicherten Person entspricht. Laut dem Bericht des Kantonsspitals Winterthur vom 

26. November 1999 hatten sich beim Beschwerdeführer bereits 1987/1988 erste 

Symptome gezeigt (act. G 5.1/10-4). Auch gemäss der Beurteilung von Dr. B.___ vom 

11. November 2000 war anzunehmen, der Beschwerdeführer hätte selbst ohne den 

nachfolgenden sexuellen Missbrauch von der Veranlagung und vom familiären Umfeld 

her ein gewisses Mass an neurotischen Problemen mitbekommen (act. G 5.1/17-6). 

Gemäss internem Dokument der IV-Stelle Zürich vom 29. März 2001 sowie ihrem 

ärztlichen Dienst vom 2. April 2001 wurde davon ausgegangen, dass der Heilpraktiker 

auch nur auf Grund der bereits vorhandenen Störungen beigezogen worden und der 

sexuelle Missbrauch erst später erfolgt war. Seine Auswirkungen seien daher nicht 

primär die Ursache für die vorhandenen Störungen gewesen, sondern hätten diese 

vielmehr verschärft. Dafür spreche auch, dass nach der vorbestehenden Diagnose des 

Kantonsspitals Winterthur einer "protrahierten Adoleszentenkrise mit polyneurotischer 

Symptomatik (Depression, Essstörungen, Somatisierungen) bei Persönlichkeit mit 

narzisstischer Problematik" davon auszugehen sei, dass diese Störung schwerwiegend 

gewesen sein müsse, ansonsten sich die einfache Herkunftsfamilie des 

Beschwerdeführers nicht in die Lage versetzt gesehen hätte, einen Heilpraktiker 

beizuziehen. Der Gesundheitsschaden des Beschwerdeführers müsse daher bereits in 

der Jugend eingetreten sein (act. G 5.1/26). Eine Erstausbildung war dannzumal somit 

noch nicht erfolgt. Gestützt darauf verfügte die IV-Stelle am 8. Januar 2002 berufliche 

Massnahmen in Form einer Neuausbildung für ein Vorlehrjahr vom 7. Januar bis 4. 

August 2002 sowie für eine kaufmännische Ausbildung vom 5. August 2002 bis 4. 

August 2005 (act. G 5.1/47-1f.).

4.2    Gemäss Art. 10 IVG entsteht der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, 

sobald solche im Hinblick auf den Gesundheitszustand der versicherten Person 

angezeigt sind. Vorliegend waren die beruflichen Massnahmen mit Verfügung vom 15. 

November 2002 auf Grund einer Verschlechterung des Gesundheitszustands des 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/18

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Beschwerdeführers per 6. November 2002 abgebrochen und die Leistungen eingestellt 

worden. Nachdem sich sein Gesundheitszustand gestützt auf das Gutachten H.___ und 

I.__ ab Januar 2010 in deutlich relevantem Ausmass verbessert hat (vgl. act. G 128/17), 

stellt sich nun die Frage, ob erneut ein Anspruch auf eine Neuausbildung besteht. 

Bisher wurde weder behauptet noch geprüft, ob hinsichtlich des Anspruchs auf 

Übernahme der Kosten einer erstmaligen beruflichen Ausbildung bzw. einer 

Neuausbildung ein Wiedererwägungstitel gegeben wäre. Dafür sind denn auch keine 

Anhaltspunkte ersichtlich. Nachdem zwischen der erstmaligen Zusprache der 

Neuausbildung bzw. ihres Abbruchs aus gesundheitlichen Gründen und der 

Verbesserung des Gesundheitszustands des Beschwerdeführers einige Zeit vergangen 

ist, ist die Angelegenheit an die Beschwerdegegnerin zur Prüfung dieser Frage 

zurückzuweisen.

5.        

5.1    Selbst wenn die Beschwerdegegnerin vorliegend zur Ansicht gelangen sollte, 

dass eine berufliche Erstausbildung bzw. eine Neuausbildung gestützt auf Art. 16 Abs. 

2 lit. b IVG nicht in Frage kommt, wäre beim Beschwerdeführer, der acht Jahre lang 

eine ganze Invalidenrente bezog, diese Rente nicht ohne vorherige Prüfung der 

beruflichen Eingliederung aufzuheben gewesen.

5.2    Gemäss Rechtsprechung ist zwar grundsätzlich von der medizinischen 

Verwertbarkeit einer verbesserten oder wiedergewonnenen Arbeitsfähigkeit auf dem 

Weg der Selbsteingliederung auszugehen (Urteil des Bundesgerichts vom 10. 

September 2010, 9C_163/2009, E. 4.2.2 mit Hinweisen). Ausnahmsweise können 

jedoch aus medizinischer oder beruflich-erwerblicher Sicht vom Gesetz vorgesehene 

Eingliederungsmassnahmen angezeigt sein, etwa in Fällen langjähriger Absenz vom 

Arbeitsmarkt und allenfalls daraus sich ergebender psychischer Probleme, eher 

schwachem Leistungsprofil hinsichtlich Wissen und intellektuellen Fähigkeiten sowie 

bei Fehlen nennenswerter beruflicher Erfahrung (Urteil des Bundesgerichts vom 30. 

August 2010, 9C_457/2010, E. 4.2 mit Hinweisen). Dagegen haben nicht gesundheitlich 

bedingte Umstände, welche einer erfolgreichen Eingliederung entgegenstehen, ausser 

Acht zu bleiben (Urteil des Bundesgerichts vom 25. Januar 2011, 9C_882/2010, E. 8.1 

mit Hinweisen).

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5.3    Das Gutachten H.___ und I.___ empfiehlt eine gestufte berufliche Eingliederung 

beginnend mit etwa 50% Leistungsfähigkeit bei voller zeitlicher Präsenz und 

Steigerung bis auf eine Leistungsfähigkeit von 80%. Die Schätzung der medizinisch-

theoretischen Arbeitsfähigkeit von 80% für jede leidensadaptierte Tätigkeit erfolgte 

zwar nicht unter dem expliziten Vorbehalt der Durchführung befähigender 

Massnahmen. Es wurde jedoch festgehalten, dass vor Beginn der beruflichen 

Eingliederung die Motivation des Beschwerdeführers nochmals gründlich geprüft 

werden sollte und auf Grund der beschriebenen Tendenzen zu manipulativem 

Verhalten zu befürchten sei, dass er bei etwaigen, seinen Vorstellungen nicht 

entsprechenden Reaktionen der Beschwerdegegnerin mit einem erneuten Vorbringen 

von Beschwerden reagieren werde (vgl. act. G 5.1/128-18f.). Da dem nunmehr 37-

jährigen Beschwerdeführer in seiner angestammten Tätigkeit als Masseur aus den 

oben dargelegten Gründen (vgl. Erwägung 3.5) eine Arbeitsfähigkeit nicht mehr 

zumutbar, und sie gemäss den Gutachtern in der lediglich während zweieinhalb Jahren 

ausgeübten Tätigkeit als Hilfspfleger (act. G 5.1/2-4) ebenfalls nicht adaptiert und 

empfehlenswert ist (vgl. act. G 5.1/128-17), muss sich der Beschwerdeführer somit 

nach elfjähriger Erwerbslosigkeit völlig neu orientieren. In Frage kommen schliesslich 

lediglich Tätigkeiten ohne besondere Anforderungen an Stress- und 

Frustrationstoleranz sowie an die sozialen Kompetenzen (act. G 5.1/128-17). Dass sich 

der Beschwerdeführer denn auch lediglich vorstellen könnte, stundenweise 

Botendienste im sozialen Bereich zu übernehmen, für andere einkaufen oder mit 

Leuten spazieren zu gehen (act. G 5.1/128-12), zeigt ebenfalls seine subjektiv fehlende 

Arbeitsperspektive und eine gewisse Hilflosigkeit. Familie oder ein unterstützendes 

Umfeld fehlen sodann gleichfalls. Gestützt darauf sowie aus den gesamten Akten wird 

damit deutlich, dass er nicht auf die Selbsteingliederung verwiesen werden kann, 

sondern dringend Hilfe benötigt. Daraus ergibt sich, dass selbst bei einer Verneinung 

des Anspruchs auf Neuausbildung gestützt auf Art. 16 Abs. 2 lit. b IVG, in diesem Fall 

ausnahmsweise vor der Rentenrevision die Eingliederungsfrage geprüft werden 

müsste. Sollte die berufliche Eingliederung erneut scheitern, so wäre bei der 

Rentenprüfung auch abzuklären, ob beim Einkommensvergleich Art. 26 IVV zur 

Anwendung gelangt.

6.      

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/18

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6.1    Nach dem Gesagten ist die Beschwerde unter Aufhebung der angefochtenen 

Verfügung vom 30. August 2010 gutzuheissen und dem Beschwerdeführer weiterhin 

eine ganze Invalidenrente auszurichten. Die Streitsache ist sodann zur Prüfung und 

allfälligen Durchführung von Eingliederungsmassnahmen an die Beschwerdegegnerin 

zurückzuweisen.

6.2    Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- 

erscheint als angemessen. Da der vorliegende Verfahrensausgang in Bezug auf die 

Kostenverlegung als vollständiges Obsiegen des Beschwerdeführers gilt, hat die 

Beschwerdegegnerin die Gerichtsgebühr zu bezahlen.

6.3    Gemäss Art. 61 lit. g Satz 1 ATSG hat eine obsiegende beschwerdeführende 

Person Anspruch auf den Ersatz ihrer Parteikosten. Die Parteientschädigung bemisst 

sich nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses. 

Sie wird vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert 

nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses 

bemessen (Art. 61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor 

Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- 

bis Fr. 12'000.--. Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers verzichtete auf das 

Einreichen einer Kostennote. Im vorliegenden Fall erscheint eine Parteientschädigung 

von Fr. 3'500.-- als angemessen.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 

VRP

entschieden:

1.     In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung vom 30. August 

2010 aufgehoben und dem Beschwerdeführer weiterhin eine ganze Invalidenrente 

ausgerichtet.

2.     Die Streitsache wird zur Prüfung und allfälligen Durchführung von 

Eingliederungsmassnahmen an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/18

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3.       Die Beschwerdegegnerin hat eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen.

4.     Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung 

von Fr. 3'500.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

 

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	Entscheid Versicherungsgericht, 29.11.2011
	Art. 16 Abs. 2 lit. b, Art. 28 IVG und Art. 17 Abs. 1 ATSG. Beweiswert eines psychiatrischen Gutachtens. Frage der Eingliederung, nachdem der Beschwerdeführer seit Jahren eine Vollrente bezog. Rückweisung zur Prüfung der (erstmaligen) beruflichen Eingliederung (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 29. November 2011, IV 2010/378).

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