# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2c753773-e070-5b1f-92d4-e3a76c205178
**Source:** Schwyz (SZ)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-01-26
**Language:** de
**Title:** Schwyz Verwaltungsgericht 3. Kammer 26.01.2023 III 2022 161
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SZ_Verwaltungsgericht/SZ_VG_001_III-2022-161_2023-01-26.pdf

## Full Text

Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz
Kammer III

III 2022 161

Entscheid vom 26. Januar 2023 

Besetzung Dr.iur. Vital Zehnder, Vizepräsident
lic.iur. Karl Gasser, Richter
Irene Thalmann, Richterin
MLaw Manuel Gamma, Gerichtsschreiber

Parteien A.________,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt MLaw B.________,

gegen

1. Amt für Migration, Steistegstrasse 13, Postfach 454, 
6431 Schwyz,

2. Regierungsrat des Kantons Schwyz, Bahnhofstrasse 9, Post-
fach 1260, 6431 Schwyz,
Vorinstanzen,

Gegenstand Ausländerrecht (Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung und 
Wegweisung)

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Sachverhalt:

A. A.________ (Jg. 1984, Staatsangehörige von Jamaika) und C.________ 
(Jg. 1965) schlossen am 25. November 2015 die Ehe (AFM-act. 59 [Paginierung 
nicht übereinstimmend mit Aktenverzeichnis]). Am 29. Januar 2018 beantragte 
A.________ ein Visum für den langfristigen Aufenthalt in der Schweiz zwecks 
Wohnsitznahme bei ihrem Schweizer Ehegatten in der Schweiz (AFM-act. 22, 
19). Am 8. August 2018 stellte C.________ ein Gesuch um Familiennachzug für 
seine Ehefrau A.________ sowie deren Tochter aus einer früheren Beziehung, 
D.________ (geb. ____2005; AFM-act. 57). Nachdem C.________ das Gesuch 
betreffend D.________ zwischenzeitlich zurückgezogen hatte (vgl. AFM-act. 84), 
wurden am 2. November 2018 für A.________ die Ermächtigung zur Visumertei-
lung und die Einreiseerlaubnis ausgestellt (AFM-act. 88). A.________ reiste in 
der Folge am 30. November 2018 in die Schweiz ein und ihr wurde am 6. De-
zember 2018 eine Aufenthaltsbewilligung (Ausweis B) als Familienangehörige 
(Familiennachzug mit Erwerbstätigkeit) erteilt (AFM-act. 90). Diese Aufenthalts-
bewilligung wurde letztmals am 12. September 2019 mit Gültigkeit bis zum 
29. November 2021 verlängert (AFM-act. 94). 

B. Am 31. Oktober 2019 reiste die Tochter von A.________, D.________, im 
Familiennachzug zu ihrer Mutter in die Schweiz ein (vgl. AFM-act. 104, 175; an-
gefochtener RRB Sachverhalt lit. A i.f.). Mit Beschluss Nr. IIA/020/22/2022 vom 
19. Mai 2021 (AFM-act. 102) hat die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde 
(KESB) E.________ A.________ das Aufenthaltsbestimmungsrecht für 
D.________ vorsorglich und rückwirkend per 29. April 2021 und mit Beschluss 
Nr. IIA/002/43/2021 vom 6. Oktober 2021 definitiv entzogen; D.________ wurde 
in einem Jugendheim untergebracht (vgl. AFM-act. 111 = 147 Sachverhalt Ziff. 1 
und Beschluss Ziff. 1 insbesondere), wobei deren Aufenthaltsort der Kindsmutter 
anfänglich nicht mitgeteilt worden war (AFM-act. 99 Erw. 17). Die mit erstgenann-
tem KESB-Beschluss angeordnete Beistandschaft nach Art. 308 Abs. 1 f. ZGB 
wurde mit dem Zweitgenannten erweitert, weil mit diesem auch das Vertretungs-
recht von A.________ für D.________ im Bereich bzgl. Ausbildung, Gesundheit 
und Administration sowie die Verwaltung des Einkommens und Vermögens ent-
zogen wurde (vgl. zum Ganzen angefochtener RRB Sachverhalt lit. B). 

C. Am 1. Oktober 2021 ersuchte A.________ um Verlängerung ihrer Aufent-
haltsbewilligung. Unter Zivilstand führte sie an, seit dem 20. August 2021 gericht-
lich getrennt zu sein und in einem vom Ehegatten getrennten Haushalt zu woh-
nen (AFM-act. 113). 

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In der Stellungnahme zum Gesuch um Bewilligungsverlängerung vom 5. Oktober 
2021 (AFM-act. 104), welche zusammen mit dem Verlängerungsgesuch dem 
AFM am 15. Oktober 2021 zuging, hielt das Einwohneramt des Bezirks 
F.________ u.a. fest, C.________ habe am 15. Juli 2021 mitgeteilt, dass er zur 
Zeit bei den Eltern wohne, jedoch wieder nach F.________ zurückkehren werde, 
sobald seine Ehefrau ausgezogen sei, und dass ein Zusammenwohnen nicht 
mehr möglich sei. Im Rahmen der Gewährung des rechtlichen Gehörs zeigte das 
AFM A.________ am 3. November 2021 an, es erwäge, den Widerruf Aufent-
haltsbewilligung sowie die Wegweisung aus der Schweiz zu verfügen (AFM-
act. 115; 121). Nachdem A.________ hierzu mit Schreiben vom 25. Januar 2022 
Stellung nehmen liess (AFM-act. 134), holte das AFM bei der Amtsbeistandschaft 
G.________ einen Bericht ein (AFM-act. 139). Am 5. April 2022 reichte die Be-
rufsbeiständin H.________ einen entsprechenden Bericht ein unter Beilage u.a. 
einer Stellungnahme der I.________ AG, Kinder- und Jugendpsychiatrie 
J.________, vom 28. März 2022 (AFM-act. 151, 141). Am 1. Juni 2022 liess 
A.________ auf das Schreiben des AFM vom 4. Mai 2022 hin erneut eine Stel-
lungnahme einreichen (AFM-act. 153, 160). Am 7. Juli 2022 erfolgte eine Ergän-
zung zu diesem Schreiben vom 1. Juni 2022 (AFM-act. 164). 

D. Mit Verfügung vom 21. Juli 2022 verfügte das AFM die Nichtverlängerung 
der Aufenthaltsbewilligung von A.________. Sie wurde aus der Schweiz wegge-
wiesen und verpflichtet, das Land spätestens 30 Tage nach Rechtskraft der Ver-
fügung zu verlassen. Die Kosten der Verfügung von total Fr. 810.-- wurden 
A.________ auferlegt (AFM-act. 176). 

E. Dagegen liess A.________ am 11. August 2022 Verwaltungsbeschwerde 
beim Regierungsrat des Kantons Schwyz erheben (AFM-act. 185 = Vi-act. I-01). 
Dieser entschied mit Beschluss (RRB) Nr. 732/2022 vom 27. September 2022 
(VB 168/2022; versendet am 4.10.2022) wie folgt: 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.
2. Die Verfahrenskosten (inkl. Kanzleikosten) im Betrag von Fr. 1500.-- werden 

der Beschwerdeführerin auferlegt.
3. Parteientschädigungen werden keine zugesprochen.
4. Das Gesuch der Beschwerdeführerin um unentgeltliche Rechtspflege und 

Rechtsverbeiständung wird wie folgt gutgeheissen: (…). 
(5.-7. Rechtsmittelbelehrung; Zustellung). 

F. Am 25. Oktober 2022 lässt A.________ beim Verwaltungsgericht des Kan-
tons Schwyz fristgerecht Beschwerde erheben mit den Rechtsbegehren:

1. Der angefochtene Beschwerdeentscheid (VB 168/2022) vom 4. Oktober 2022 
sei aufzuheben. 

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2. Das Migrationsamt des Kantons Schwyz sei anzuweisen, die Aufenthaltsbewil-
ligung der Beschwerdeführerin zu verlängern. 

3. Eventualiter ist die Sache zu neuer Beurteilung an die Vorinstanz zurückzuwei-
sen.

4. Es sei der Beschwerdeführerin die unentgeltliche Prozessführung zu bewilligen 
und in der Person des Unterzeichnenden ein unentgeltlicher Rechtsbeistand zu 
bestellen. 

5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge (zzgl. MwSt.) zulasten der Vorinstanz. 

E. Das AFM teilt am 15. November 2022 seinen Verzicht auf eine Vernehm-
lassung mit. Am 16. November 2022 beantragt das Sicherheitsdepartement, die 
Beschwerde sei unter Kostenfolge zulasten der Beschwerdeführerin abzuweisen. 
Mit unaufgeforderter Eingabe vom 3. Januar 2023 lässt sich die Beschwerdefüh-
rerin erneut vernehmen. 

Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.1 In der Verfügung vom 21. Juli 2022 führt das AFM aus (AFM-act. 176), die 
Beschwerdeführerin könne keinen Anspruch auf ein Aufenthaltsrecht gestützt auf 
Art. 50 Abs. 1 lit. a AIG ableiten. Der Zeitraum des Zusammenlebens in ehelicher 
Gemeinschaft in der Schweiz habe am 30. November 2018 mit der Einreise der 
Beschwerdeführerin begonnen und habe spätestens am 20. August 2021 mit der 
gerichtlichen Trennung geendet. Die in Art. 50 Abs. 1 lit. a AIG statuierte Dreijah-
resfrist sei somit nicht erfüllt. Eine Prüfung der Integration erübrige sich, da die 
Voraussetzungen gemäss Art. 50 Abs. 1 lit. a AIG kumulativ zu erfüllen seien 
(Erw. 3.1). Das AFM prüfte in der Folge das Vorliegen eines sog. nachehelichen 
Härtefalles (vgl. Erw. 3.2). Anhaltspunkte für einen Eheschluss nicht aus freiem 
Willen würden keine bestehen (Erw. 3.2.1). Anzeichen für physische Gewalt er-
gäben sich weder aus den Akten noch werde solches behauptet; sinngemäss 
verneinte das AFM auch das Vorliegen von psychischer Gewalt bzw. häuslicher 
Oppression; die Beschwerdeführerin habe hierfür auch keine Nachweise er-
bracht, sodass kein diesbezüglicher Härtefall vorliege (Erw. 3.2.2). Die Rückkehr 
nach Jamaika werde soweit ersichtlich keine starke Gefährdung der sozialen 
Wiedereingliederung zur Folge haben und weitere wichtige persönliche Gründe, 
die einen weiteren Aufenthalt in der Schweiz erforderlichen machen würden, sei-
en weder ersichtlich noch würden solche von der Beschwerdeführerin geltend 
gemacht (Erw. 3.2.3 und 3.2.5). In der Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilli-
gung bestehe keine Verletzung von Art. 8 EMRK (Erw. 5.5) und das Kindeswohl 
von D.________ werde nicht tangiert, sodass die Beschwerdeführerin aus der 
KRK nichts zu ihren Gunsten ableiten könne. Die Nichtverlängerung der Aufent-

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haltsbewilligung und die Wegweisung der Beschwerdeführerin seien zudem ver-
hältnismässig (Erw. 8 lit. iv). 

1.2 Im angefochtenen RRB erwog der Regierungsrat im Wesentlichen und 
sinngemäss, das AFM habe den Bericht der Beiständin vom 5. April 2022 sowie 
den Brief der Psychologin K.________ vom 28. März 2022 der Beschwerdeführe-
rin nicht zugestellt. Das AFM sei in der angefochtenen Verfügung jedoch umfas-
send auf diese beiden Berichte eingegangen und habe daraus zitiert. Dem Re-
gierungsrat komme umfassende Kognition zu und im regierungsrätlichen Verfah-
ren hätte die Beschwerdeführerin sodann Einsicht in die Akten nehmen können. 
In diesem Sinne sei die Verletzung des rechtlichen Gehörs als im Beschwerde-
verfahren geheilt zu betrachten (Erw. 2.3 f.). 

Unbestrittenermassen habe die eheliche Wohngemeinschaft weniger als drei 
Jahre gedauert, sodass die in Art. 50 Abs. 1 lit. a AIG statuierte Dreijahresfrist 
nicht erfüllt sei (Erw. 3.4). 

Der Beschwerdeführerin gelinge es nicht, die vor Regierungsrat erstmals geltend 
gemachte bzw. behauptete systematische Unterdrückung und psychische Ge-
waltanwendung glaubhaft darzulegen (Erw. 4.2 und 4.2.1). Offenbar habe die Po-
lizei einige Male an den Familienwohnort ausrücken müssen. Der ins Recht ge-
legte Polizeirapport vom 9. Dezember 2020 beziehe sich allerdings auf eine Aus-
einandersetzung zwischen dem Ehemann und der Tochter der Beschwerdeführe-
rin, sodass er kein hinreichender Beleg für die angebliche systematische Unter-
drückung und psychische Gewaltanwendung seitens des Ehemannes sei. Das-
selbe gelte für das nach Eröffnung der angefochtenen Verfügung ins Feld geführ-
te Arztzeugnis von Dr.med. L.________ vom 11. August 2022 (Erw. 4.2.2). 

Auch für die Behauptung, der leibliche Vater der Tochter habe mehrfach geäus-
sert, er werde sie umbringen, wenn sie ohne die Tochter nach Jamaika zurück-
kehre, lege die Beschwerdeführerin keine Belege ins Recht. Die berufliche und 
soziale Wiedereingliederung in Jamaika dürfte nicht gefährdet sein; enge Bezie-
hungen zur Schweiz habe die Beschwerdeführerin nicht geknüpft. Gegenteiliges 
bringe sie nicht vor. Es könne auf die vorinstanzlichen Erwägungen verwiesen 
werden (Erw. 4.3). Es ergebe sich, dass die Beschwerdeführerin keinen An-
spruch auf Verlängerung ihrer Aufenthaltsbewilligung habe (Erw. 4.4). 

Die Beschwerdeführerin bringe nicht vor, ihr Recht auf Achtung des Privat- und 
Familienlebens gemäss Art. 8 Ziff. 1 EMRK sei verletzt worden bzw. sie bringe 
nichts gegen die entsprechenden Erwägungen des AFM vor. Trotzdem sei kurz 
darauf einzugehen (Erw. 5). Das AFM habe zutreffend erkannt, dass D.________ 
unter der bundesgerichtlichen Rechtsprechung (Urteil 2C_800/2018 vom 

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12.2.2020 Erw. 5.2) einen gefestigten Aufenthaltsanspruch habe, aus welchem 
die Beschwerdeführerin ggf. einen Aufenthaltsanspruch aus Art. 8 EMRK ablei-
ten könne. Die Sachverhalte seien aber insoweit nicht vergleichbar, als dass der 
Beschwerdeführerin das Aufenthaltsbestimmungsrecht definitiv und nicht bloss 
vorsorglich entzogen und zudem ihre elterliche Sorge eingeschränkt worden sei. 
D.________ stehe zudem kurz vor der Volljährigkeit Ende Juni 2023. Gemäss 
Beiständin sei die Aufhebung der Kindesschutzmassnahme vor Erreichen der 
Volljährigkeit unrealistisch. Aus den Akten würde sich weder in affektiver noch in 
wirtschaftlicher Hinsicht eine enge Beziehung oder Abhängigkeit zwischen der 
Beschwerdeführerin und der Tochter ergeben (Erw. 5.4). Es ergebe sich, dass 
bei der Beschwerdeführerin keine wichtigen persönlichen Gründe vorliegen wür-
den, die ihren Aufenthalt in der Schweiz erforderlich machen würden und sie 
könne auch aus Art. 8 Ziff. 1 EMRK keinen Anspruch auf eine Aufenthaltsbewilli-
gung ableiten (Erw. 5.5). 

Von einer erfolgreichen Integration könne nicht die Rede sein; eine soziale und 
wirtschaftliche Wiedereingliederung im Heimatstaat sei nicht gefährdet. Sie habe 
im Übrigen nicht glaubhaft darlegen können, dass sie bei einer Rückkehr nach 
Jamaika einer konkreten Gefahr für Leib und Leben ausgesetzt wäre (Erw. 6.2). 
Das öffentliche Interesse an einer Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung 
überwiege insgesamt die persönlichen Interessen der Beschwerdeführerin an ei-
nem Verbleib in der Schweiz deutlich. Die Nichtverlängerung und die Wegwei-
sung seien verhältnismässig (Erw. 6.3). 

1.3 Die Beschwerdeführerin rügt vor Verwaltungsgericht, es sei zwar zutref-
fend, dass die systematische Unterdrückung der Beschwerdeführerin in der Stel-
lungnahme vom 25. Januar 2022 nicht im Detail geschildert worden sei. Es sei 
aber geltend gemacht worden, dass es aufgrund von schwerwiegenden Proble-
men zwischen der Beschwerdeführerin und dem Ehemann zur Trennung ge-
kommen sei. Aus dem Umstand, dass die psychische Oppression erst im regie-
rungsrätlichen Verfahren im Detail vorgebracht worden sei, könne nicht ge-
schlossen werden, dass diese nicht stattgefunden habe. Ferner sei unzutreffend, 
dass die Beschwerdeführerin keine Belege hierfür ins Recht gelegt habe. Im 
Zeugnis von Dr.med. L.________ gebe der behandelnde Arzt wieder, was die 
Beschwerdeführerin ihm am 29. März 2021 geschildert habe. Daraus gehe her-
vor, dass der Ehemann die Beschwerdeführerin mittels Isolation und Drohungen 
in einem Abhängigkeitsverhältnis zu sich gehalten und eine Integration bewusst 
verunmöglicht habe. Die Beschwerdeführerin sei psychisch aufgrund systemati-
scher Unterdrückung durch ihren Ehemann erkrankt und ihr sei es unmöglich 
gewesen, weiterhin in der ehelichen Beziehung zu verbleiben. Die erwähnten 

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Ausführungen seien nicht nachgeschoben worden (S. 5 3. Abschnitt). Auch we-
gen den im Raum stehenden tätlichen und sexuellen Übergriffen von 
C.________ auf D.________ sei der Beschwerdeführerin ein weiteres Zusam-
menleben mit dem Ehemann nicht zumutbar gewesen; hierauf gehe die Vorin-
stanz aber nicht ein (S. 6 2. Abschnitt). 

Der Beschwerdeführerin könne nicht zugemutet werden, ohne die fremdplatzierte 
Tochter nach Jamaika zurückzukehren. Der leibliche Vater der Tochter habe ge-
droht, der Beschwerdeführerin etwas anzutun, sollte sie ohne seine Tochter nach 
Jamaika zurückkommen. Der Beschwerdeführerin sei es nach der Trennung 
schnell gelungen, sich in der Schweiz zu integrieren; sie habe rasch eine Ar-
beitsstelle gefunden, sodass sie den Lebensunterhalt finanzieren könne. Die Ge-
fahr der Sozialhilfebedürftigkeit sei hypothetischer Natur. Sie habe zudem soziale 
Kontakte geknüpft und so ein kleines Beziehungsnetz aufbauen können. Nicht 
nachvollziehbar sei, wie die Vorinstanz darauf komme, die Beschwerdeführerin 
könne sich mit der hiesigen Kultur und dem Rechtssystem nicht identifizieren. Die 
Kontakte in ihr Heimatland seien abgebrochen (S. 6 3. Abschnitt). 

Es sei auch im Interesse von D.________ und damit im Kindeswohl, dass die 
Beschwerdeführerin bis auf Weiteres in der Schweiz verbleiben könne. Es sei 
nicht ausgeschlossen, dass die Beschwerdeführerin und ihre Tochter wieder zu-
einander finden würden (S. 6 i.f.). 

Hinsichtlich des Eventualantrags macht die Beschwerdeführerin geltend, das 
AFM habe seine Verfügung in wesentlichen Teilen auf eine Stellungnahme der 
Beiständin sowie auf einen Brief der Psychologin von D.________ gestützt, ohne 
dass diese Unterlagen der Beschwerdeführerin je zugestellt worden seien. Den 
Ausführungen des Regierungsrats, wonach die Verletzung des Anspruchs auf 
rechtliches Gehör geheilt worden sei, könne nicht gefolgt werden. Im Minimum 
hätte erwartet werden können, dass zur Heilung des Anspruchs die beiden Ak-
tenstücke unter Ansetzung einer Frist zur Stellungnahme zugestellt würden. Oh-
ne Einsicht könne nicht abschliessend beurteilt werden, ob der wesentliche Inhalt 
in der Verfügung des AFM abgebildet werde. Selbst wenn dem so sein sollte, lä-
ge eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör vor, da der Beschwer-
deführerin nicht die Möglichkeit geboten worden sei, bei der Beweiserhebung 
mitzuwirken. So wären aus Sicht der Beschwerdeführerin wesentliche Fragen an 
die beiden befragten Personen zu stellen gewesen, welche soweit ersichtlich 
nicht gestellt worden seien (S. 7 f. lit. B). 

In der beim Gericht am 4. Januar 2023 eingegangen Eingabe vom 3. Januar 
2023 weist die Beschwerdeführerin darauf hin, dass sich eine "wesentliche Ver-
änderung der Sachlage ergeben" habe: Ende November 2022 habe die fremd-

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platzierte Tochter mit der Beschwerdeführerin Kontakt aufgenommen und ein 
persönliches Treffen gewünscht. Seit dem hierauf folgenden Treffen, bei welchen 
sich die beiden seit langem wieder gesehen hätten und sich hätten austauschen 
können, seien die Beschwerdeführerin und ihre Tochter wieder in regelmässigem 
Kontakt. D.________ habe die Beschwerdeführerin bereits mehrfach auch bei ihr 
zuhause besucht; es habe eine Annäherung stattgefunden und es werde wieder 
eine persönliche Beziehung zueinander gepflegt, weshalb vor diesem Hinter-
grund die Wegweisung der Beschwerdeführerin eine Verletzung des Rechts auf 
Familienleben darstellen würde, zumal kein Widerrufsgrund vorliege, der einen 
Eingriff rechtfertigen würde. 

2.1 Es ist zwischen den Parteien unbestritten, dass sich die Nichtverlängerung 
der Aufenthaltsbewilligung sowie die Wegweisung der Beschwerdeführerin mit 
jamaikanischer Staatsbürgerschaft nach dem Bundesgesetz über die Auslände-
rinnen und Ausländer und über die Integration (Ausländer- und Integrationsge-
setz, AIG; SR 142.20) vom 16. Dezember 2005 richtet (vgl. angefochtener RRB 
Erw. 1; VGE III 2021 159 vom 20.12.2021 Erw. 2.1 m.H.a. VGE 2018 177 vom 
12.2.2019 Erw. 1.2.3 f.). 

2.2 Ausländische Ehegatten von Schweizerinnen und Schweizern haben An-
spruch auf Erteilung und Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung, wenn sie mit 
diesen zusammenwohnen (Art. 42 Abs. 1 AIG). Das Erfordernis des Zusammen-
wohnens nach den Artikeln 42 - 44 AIG besteht nicht, wenn für getrennte Wohn-
orte wichtige Gründe geltend gemacht werden und die Familiengemeinschaft 
weiter besteht (Art. 49 AIG). Nach Auflösung der Ehe oder der Familiengemein-
schaft besteht der Anspruch des Ehegatten und der Kinder auf Erteilung und Ver-
längerung der Aufenthaltsbewilligung nach den Art. 42 AIG weiter, wenn (lit. a) 
die Ehegemeinschaft mindestens drei Jahre bestanden hat und die Integrations-
kriterien nach Art. 58a AIG erfüllt sind; oder (lit. b) wichtige persönliche Gründe 
einen weiteren Aufenthalt in der Schweiz erforderlich machen (Art. 50 Abs. 1 
AIG). Wichtige persönliche Gründe nach lit. b können namentlich vorliegen, wenn 
die Ehegattin oder der Ehegatte Opfer ehelicher Gewalt wurde oder die Ehe nicht 
aus freiem Willen geschlossen hat oder die soziale Wiedereingliederung im Her-
kunftsland stark gefährdet erscheint (Art. 50 Abs. 2 AIG). Hat sich die ausländi-
sche Person nur für kürzere Zeit in der Schweiz aufgehalten und keine engen 
Beziehungen zum Land geknüpft, besteht kein Anspruch auf einen weiteren Ver-
bleib, sofern sie sich ohne besondere Probleme wieder im Herkunftsland integrie-
ren kann (vgl. Urteil BGer 2C_682/2021 vom 3.11.2021 Erw. 3 m.w.H.).

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2.3.1 Nach der Rechtsprechung ist jede Form ehelicher bzw. häuslicher Gewalt, 
sei sie körperlicher oder psychischer Natur, ernst zu nehmen (vgl. BGE 138 II 
229 Erw. 3.2). Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung bedeutet eheliche 
Gewalt systematische Misshandlung mit dem Ziel, Macht und Kontrolle auszuü-
ben (vgl. BGE 138 II 229 Erw. 3.2.1). Die häusliche Gewalt physischer oder psy-
chischer Natur muss von einer gewissen Dauer, Konstanz und Intensität sein 
(vgl. Urteil BGer 2C_585/2020 vom 22.3.2021 Erw. 3.2.1). Psychische bzw. so-
zio-ökonomische Druckausübung wie dauerndes Beschimpfen, Erniedrigen, Dro-
hen und Einsperren kann einen für die Annahme eines nachehelichen Härtefalls 
relevanten Grad an unzulässiger Oppression erreichen. Dies ist praxisgemäss 
der Fall, wenn die psychische Integrität des Opfers bei einer Aufrechterhaltung 
der ehelichen Gemeinschaft schwer beeinträchtigt würde (vgl. BGE 138 II 229 
Erw. 3.2.2; Urteil BGer 2C_423/2020 vom 26.8.2020 Erw. 2.2). 

2.3.2 Ein Anspruch nach Art. 50 Abs. 1 lit. b AIG wird praxisgemäss nicht bereits 
durch eine einmalige tätliche Auseinandersetzung begründet, in deren Folge der 
Ausländer in psychischem Ausnahmezustand und mit mehreren Kratzspuren im 
Gesicht einen Arzt aufsucht (vgl. Urteil BGer 2C_690/2010 vom 25.1.2011 Erw. 
3.2). Das Gleiche gilt, wenn der Ehepartner den Ausländer nach einem Streit aus 
der Wohnung weist, ohne dass das Opfer körperliche oder psychische Schäden 
erleidet (vgl. Urteil BGer 2C_358/2009 vom 10.12.2009 Erw. 4.2 und 5.2) oder 
bei einer einmaligen Auseinandersetzung, die zu Aufregung, verbalen Attacken 
und Hämatomen sowie einem kleinen Kratzer unter einem Auge geführt hat (vgl. 
Urteil BGer 2C_958/2017 vom 21.2.2018 Erw. 4.2.5). Nicht jede unglückliche, be-
lastende und nicht den eigenen Vorstellungen entsprechende Entwicklung einer 
Beziehung begründet bereits einen nachehelichen Härtefall und ein weiteres An-
wesenheitsrecht in der Schweiz. Der blosse Umstand, dass die Ehe schlecht ver-
läuft, genügt hierfür jedenfalls nicht (vgl. Urteil BGer 2C_474/2014 vom 7.8.2015 
Erw. 3.1 mit Hinweis auf BGE 138 II 229 Erw. 3.2.2). Die anhaltende, erniedri-
gende Behandlung muss derart schwer wiegen, dass von der betroffenen Person 
unter Berücksichtigung sämtlicher Umstände vernünftigerweise nicht erwartet 
werden kann, dass sie einzig aus bewilligungsrechtlichen Gründen die Ehe auf-
rechterhält und in einer ihre Menschenwürde und Persönlichkeit verneinenden 
Beziehung verharrt (vgl. BGE 138 II 229 Erw. 3.2.2; Urteil BGer 2C_922/2019 
vom 26.2.2020 m.H.). Häusliche Gewalt physischer oder psychischer Natur muss 
somit von einer gewissen Konstanz bzw. Intensität sein (vgl. Urteil BGer 
2C_423/2020 vom 26.8.2020 Erw. 2.2). Je nach Intensität kann allerdings bereits 
ein einziger Vorfall häusliche Gewalt begründen. Das trifft vor allem zu, wenn die 
betroffene Person Opfer schwerer Gewalt (vgl. Urteil BGer 2C_1085/2017 vom 
22.5.2018 Erw. 3.1) oder eines Mordversuchs (vgl. Urteil BGer 2C_460/2017 

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vom 23.3.2018 Erw. 3.2) durch den Ehegatten geworden ist (vgl. zum Ganzen 
auch: VGE III 2021 159 vom 20.12.2021 Erw. 2.4.1). 

Die Definition der ausländerrechtlich relevanten ehelichen bzw. häuslichen Ge-
walt schliesst nicht aus, dass auch Kinder von Gewalt (mit-)betroffen sind (vgl. 
Caroni, in: Caroni/Gächter/Thurnherr, Stämpflis Handkommentar zum Bundesge-
setz über die Ausländerinnen und Ausländer, Art. 50 N 32, 36). 

2.4 Die Gewährung eines Aufenthaltsrechts für Opfer ehelicher Gewalt nach 
Art. 50 Abs. 1 lit. b AIG soll verhindern, dass eine von ehelicher Gewalt betroffe-
ne Person nur deshalb in einer für sie objektiv unzumutbaren ehelichen Gemein-
schaft verbleibt, weil die Trennung für sie nachteilige ausländerrechtliche Folgen 
zeitigen würde (vgl. BGE 138 II 229 Erw. 3.2.2). Kommt es in einer solchen Si-
tuation zur Trennung, transformiert sich der vormals aus der ehelichen Bezie-
hung abgeleitete Aufenthaltsanspruch in einen selbständigen Aufenthaltsan-
spruch. Ausgehend vom dargelegten Normzweck ist für die Annahme eines 
nachehelichen Härtefalls bei häuslicher Gewalt vorauszusetzen, dass ein hinrei-
chend enger Zusammenhang zwischen der ehelichen Gewalt und der Trennung 
besteht (vgl. Urteil BGer 2C_423/2020 vom 26.8.2020 Erw. 2.2.2). 

2.5 Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass die ausländische Person, welche 
geltend macht, Opfer ehelicher oder häuslicher Gewalt geworden zu sein, bei 
den Feststellungen des entsprechenden Sachverhalts eine weitreichende Mitwir-
kungspflicht trifft (vgl. Art. 90 AIG; BGE 138 II 229 Erw. 3.2.3). Sie muss die ehe-
liche Gewalt bzw. häusliche Oppression und deren Schwere in geeigneter Weise 
glaubhaft machen (Arztberichte oder psychiatrische Gutachten, Polizeirapporte, 
Berichte/Einschätzungen von Fachstellen [Frauenhäuser, Opferhilfe usw.], 
glaubhafte Zeugenaussagen von weiteren Angehörigen oder Nachbarn). Somit 
fallen auch glaubwürdige Zeugenaussagen von Angehörigen und Nachbarn als 
Beweismittel in Betracht (vgl. Urteil BGer 2C_241/2018 vom 20.11.2018 Erw. 
4.2), insbesondere, wenn sie ohne grossen Aufwand zu beschaffen sind (vgl. 
Spescha Marc, Migrationsrecht, 5. Auflage, Zürich 2019, Art. 50 AIG N. 27). In 
diesem Fall trifft die Bewilligungs- bzw. die Beschwerdeinstanz im Rahmen der 
Untersuchungsmaxime eine eigenständige Abklärungspflicht. Allgemein gehalte-
ne Behauptungen oder Hinweise auf punktuelle Spannungen genügen hierzu 
nicht; wird häusliche Gewalt in Form psychischer Oppression behauptet, muss 
vielmehr die Systematik der Misshandlung bzw. deren zeitliches Andauern und 
die daraus entstehende subjektive Belastung objektiv nachvollziehbar konkreti-
siert und beweismässig unterlegt werden (vgl. BGE 142 I 152 Erw. 6.2; Urteil 
BGer 2C_682/2021 vom 3.11.2021 Erw. 4.2.2). Dasselbe gilt, soweit damit ver-
bunden geltend gemacht wird, bei einer Rückkehr in die Heimat erweise sich die 

11

soziale Wiedereingliederung als stark gefährdet. Auch hier genügen allgemeine 
Hinweise nicht; die befürchtete Beeinträchtigung muss im Einzelfall aufgrund der 
konkreten Umstände glaubhaft erscheinen. Nur in diesem Fall und beim Beste-
hen entsprechender Beweisanträge, die nicht in antizipierter Beweiswürdigung 
abgewiesen werden können, wobei aber allfälligen sachinhärenten besonderen 
Beweisschwierigkeiten Rechnung zu tragen ist, rechtfertigt es sich, ein auslän-
derrechtliches Beweisverfahren durchzuführen (vgl. BGE 138 II 229 Erw. 3.2.3). 

2.6.1 Der Anspruch auf rechtliches Gehör im Sinne von Art. 29 Abs. 2 der Bun-
desverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV; SR 101) vom      
18. April 1999 umfasst den Anspruch, dass die Behörde die Vorbringen des in 
seiner Rechtsstellung Betroffenen tatsächlich hört, sorgfältig und ernsthaft prüft 
und in der Entscheidfindung berücksichtigt. Daraus folgt die grundsätzliche 
Pflicht der Behörden, ihren Entscheid zu begründen. Dabei ist es nicht erforder-
lich, dass sich eine Behörde mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinan-
dersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt. Vielmehr kann sie 
sich auf die für den Entscheid wesentlichen Punkte beschränken. Die Begrün-
dung eines Verwaltungsakts oder Entscheids muss so abgefasst sein, dass der 
Betroffene ihn gegebenenfalls sachgerecht anfechten kann. Das ist nur möglich, 
wenn sich sowohl der Betroffene als auch die Rechtsmittelinstanz über die Trag-
weite des Entscheids ein Bild machen können. In diesem Sinne müssen wenigs-
tens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich die Behörde hat lei-
ten lassen und auf die sich ihr Entscheid stützt (vgl. BGE 136 I 229 Erw. 5.2; 
Bundesgerichtsurteile 9C_257/2011 vom 25.8.2011 Erw. 5.1; 9C_101/2011 vom 
21.7.2011 Erw. 6.1; 1P.40/2004 vom 26.10.2004 Erw. 2.2 mit Hinweisen). 

2.6.2 Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung folgt aus dem Anspruch auf 
ein faires Verfahren und dem rechtlichen Gehör das Recht der Parteien, Einsicht 
in die Akten eines hängigen Verfahrens zu nehmen und sich dazu zu äussern 
(Art. 29 Abs. 1 und 2 BV, Art. 6 Ziff. 1 EMRK). Das Akteneinsichtsrecht bezieht 
sich grundsätzlich auf sämtliche verfahrensbezogenen Akten; ausgenommen 
sind praxisgemäss rein interne Akten, die ausschliesslich für die interne Mei-
nungsbildung bestimmt sind und denen kein Beweischarakter zukommt (BGE 
125 II 473 Erw. 4a). Nicht erforderlich ist, dass die Akten den Entscheid in der 
Sache tatsächlich beeinflussen können. Die Einsicht in die Akten, die für ein be-
stimmtes Verfahren erstellt oder beigezogen wurden, kann demnach nicht mit der 
Begründung verweigert werden, die betreffenden Dokumente seien für den Ver-
fahrensausgang belanglos; vielmehr muss es dem Betroffenen selber überlassen 
sein, die Relevanz der Akten zu beurteilen (BGE 132 V 387 Erw. 3.2). Damit die 
Beteiligten die Möglichkeit haben, ein Akteneinsichtsgesuch zu stellen, müssen 

https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F125-II-473%3Ade&number_of_ranks=0#page473
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12

sie über den Beizug neuer entscheidwesentlicher Akten informiert werden. Dies 
gilt jedenfalls für Akten, welche sie nicht kennen und auch nicht kennen können 
(Urteil BGer 1C_170/2011 vom 18.8.2011 Erw. 2.2). 

3. Unbestrittenermassen hat die Beschwerdeführerin mit ihrem Ehemann in 
der Schweiz weniger als drei Jahre - d.h. vom 30. November 2018 (Einreise der 
Beschwerdeführerin in die Schweiz zu ihrem Ehemann) bis spätestens 20. Au-
gust 2021 (Gerichtliche Trennung) und mithin zwei Jahre und rund neun Monate 
- zusammengelebt (vgl. vorstehend Ingress lit. A und C). Anzufügen ist, dass ei-
nerseits C.________ am 15. Juli 2021 mitgeteilt hatte, bei den Eltern zu wohnen 
(vgl. vorstehend Ingress lit. C), und dass anderseits gemäss der gerichtlich ge-
nehmigten Trennungsvereinbarung die Ehegatten seit dem 29. April 2021 ge-
trennt leben (Vi-act. I-01/Beilage 6 Erw. 2), sodass die tatsächliche Trennung 
schon früher erfolgte. Die Mindestdauer von drei Jahren ist damit so oder anders 
nicht erreicht, sodass die Vorinstanzen zu Recht nicht gehalten waren, das ku-
mulative Erfordernis der Erfüllung der Integrationskriterien zu prüfen (vgl. Verfü-
gung des AFM vom 21.7.2022 Erw. 3.1). Die Beschwerdeführerin hat keinen An-
spruch auf eine Aufenthaltsbewilligung gestützt auf Art. 50 Abs. 1 lit. a AIG. Dies 
wird von der Beschwerdeführerin zu Recht nicht bestritten. 

4. Die Beschwerdeführerin macht indes geltend, sie sei Opfer ehelicher Ge-
walt, namentlich i.S.v. psychischer Oppression, geworden, weshalb ein wichtiger 
persönlicher Grund im Sinne von Art. 50 Abs. 1 lit. b AIG i.V.m. Art. 50 Abs. 2 
AIG vorliege, der ihren Aufenthalt in der Schweiz zu begründen vermöge (vgl. 
oben Erw. 1.3). 

Nachfolgend gilt es zu beurteilen, ob die Beschwerdeführerin Opfer ehelicher 
Gewalt wurde und - falls ja - ob diese die geforderte Intensität im oberwähnten 
Sinne erreichte (vgl. vorstehend Erw. 2.3.1 f.). 

4.1 Konkret führt die Beschwerdeführerin vor Verwaltungsgericht in sachver-
haltmässiger Hinsicht (Beschwerde S. 3 f.) und zusätzlich zum Vorerwähnten 
(Erw. 1.3) aus, das eheliche Zusammenleben sei anfänglich grundsätzlich gut 
verlaufen. Allerdings habe der Ehemann die Beschwerdeführerin an der Integra-
tion in der Schweiz hindern wollen, um sie in einer Abhängigkeit ihm gegenüber 
zu halten. Dies habe sich darin geäussert, dass er ihr verboten habe, einen 
Deutschkurs zu besuchen oder eine Arbeit aufzunehmen, wodurch die Be-
schwerdeführerin sozial isoliert und finanziell abhängig hätte bleiben sollen. Habe 
sich die Beschwerdeführerin hiergegen aufgelehnt, habe der Ehemann gedroht, 
er würde dafür sorgen, dass die Beschwerdeführerin die Schweiz ohne ihre 
Tochter verlassen müsse und erklärte ihr, Ausländer hätten in der Schweiz keine 

13

Rechte und dass man ihr ohnehin nicht glauben würde. Er habe die Beschwerde-
führerin damit psychisch stark unter Druck gesetzt. Sodann habe sich der Ehe-
mann in die Erziehung von D.________ eingemischt und letztere manipuliert, 
was vermehrt zu Auseinandersetzungen zwischen der Beschwerdeführerin und 
ihrem Ehemann geführt habe; deshalb sei es zu mehreren Interventionen durch 
die Kantonspolizei Schwyz (KAPO) gekommen und anschliessend an eine sol-
che sei die Beschwerdeführerin am 5. Dezember 2020 per fürsorgerischer Un-
terbringung in die Klinik Oberwil eingeliefert worden. Am 8. Dezember 2020 sei 
es zu einer weiteren Intervention der KAPO gekommen, wobei die allein bei ih-
rem Stiefvater zurückgebliebene D.________ geäussert habe, anlässlich eines 
Streits mit dem Stiefvater Opfer von Tätlichkeiten geworden zu sein; gleichzeitig 
habe sie angegeben, vom Stiefvater in der Vergangenheit sexuell belästigt wor-
den zu sein. Trotzdem sei die Beschwerdeführerin nach dem Klinikaustritt zum 
Ehemann zurückgekehrt, insbesondere weil sie den Verlust der Aufenthaltsbewil-
ligung gefürchtet habe. In der Folge sei es wieder zu heftigen Auseinanderset-
zungen zwischen dem Ehemann und der Beschwerdeführerin gekommen. Die 
immer heftiger werdenden Auseinandersetzungen hätten namentlich D.________ 
stark zugesetzt; im April 2021 sei der Beschwerdeführerin das Aufenthaltsbe-
stimmungsrecht über D.________ entzogen und diese in einem Heim fremdplat-
ziert worden. Kurz darauf sei der Ehemann ausgezogen. 

4.2.1 Es ist ein Polizeieinsatz im häuslichen Bereich vom 8. Dezember 2020 am 
Wohnort des Ehepaares des Beschwerdeführers im Sinne eines vorliegenden 
Rapports aktenkundig (Vi-act. I/01/3) mit den Beteiligten C.________ und 
D.________. Gemäss Sachverhaltsbeschrieb sei es zuhause zu einer verbalen 
Auseinandersetzung zwischen den Beteiligten gekommen, wobei D.________ 
angab, ihr Stiefvater habe sie angeschrien und ihr ein Handy angeworfen. 
D.________ habe nach dem Streit ihre Freundin informiert, deren Vater 
D.________ am Bahnhof abgeholt und die Polizei informiert habe. Aufgrund des 
Handywurfes habe D.________ über Schmerzen am rechten Oberschenkel ge-
klagt. Am Ende der Erkundungen habe sie sodann plötzlich angegeben, 
C.________ habe sie in der Vergangenheit schon mehrfach (mindestens 2 x) un-
sittlich am Po angefasst. C.________ habe bestätigt, dass er verbal lauter ge-
worden sei; Tätlichkeiten wie Handy anwerfen oder ähnliches seien nicht pas-
siert; er sei dem Streit aus dem Weg gegangen und habe im Keller Wäsche ge-
macht. 

Der Polizei gegenüber sagte D.________ u.a. aus, sie wolle nicht mehr nach 
Hause; ihr Stiefvater habe sie in der Vergangenheit schon zweimal sexuell beläs-
tigt; einmal habe er ihr auf den Po gehauen; zuhause habe er auch schon einmal 

14

an den Po greifen wollen, sie habe da aber noch ausweichen können; sie habe 
Angst, dass er das wieder mache. 

Im Rapport wird sodann angeführt, dass die Familie A.+C.________ im Jahr 
2020 nun bereits drei Ausrückungen im ähnlichen Rahmen verursacht habe 
(1.5.2020 sowie 5.12.2020). 

4.2.2 Für die genannten weiteren Ausrückungen sind soweit ersichtlich keine Po-
lizeirapporte aktenkundig. Aus dem Beschluss Nr. IIA/028/22/2021 vom 19. Mai 
2021 der KESB E.________ geht indes immerhin hervor, dass die Intervention 
der KAPO vom 5. Dezember 2020 deshalb ausgelöst worden war, weil es zwi-
schen der Beschwerdeführerin und C.________ eine Auseinandersetzung gege-
ben habe (vgl. AFM-act. 102 Sachverhalt Ziff. 5). Letzterer habe die Polizei alar-
miert; er habe sich von der Beschwerdeführerin bedroht gefühlt; die Beschwerde-
führerin sei weinend am Boden gewesen und habe geschrien (vgl. AFM-act. 99 
Erw. 12). Für die Ausrückung am 1. Mai 2020 finden sich - wie erwähnt - weder 
ein entsprechender Polizeirapport in den Akten noch sonst weitergehende Anga-
ben zu diesem Vorfall; auch wird diesbezüglich von der Beschwerdeführerin 
nichts Substantielles zu den damaligen konkreten Umständen geltend gemacht. 

4.2.3 Nach dem Gesagten ergibt sich als Zwischenfazit, dass den aktenkundigen 
Angaben zu den Polizeieinsätzen keine Hinweise auf eine ausländerrechtlich re-
levante eheliche oder häusliche Gewalt im Verhältnis zwischen der Beschwerde-
führerin und ihrem Ehemann zu entnehmen sind. Bezüglich des rapportmässig 
dokumentierten Vorfalls vom 8. Dezember 2020 gilt es mit dem Regierungsrat 
(Erw. 4.2.2) festzuhalten, dass sich die der Ausrückung der KAPO zugrundelie-
gende Auseinandersetzung zwischen C.________ und der Tochter der Be-
schwerdeführerin zugetragen hatte; mithin bestehen insofern keine Anhaltspunk-
te für eine systematische Unterdrückung und psychische Gewaltanwendung sei-
tens des Ehemannes der Beschwerdeführerin gegenüber. Solche Anhaltspunkte 
ergeben sich auch nicht aus den beiden anderen Interventionen der KAPO. Zum 
einen sind diesbezüglich keine Rapporte aktenkundig; zum andern ergibt sich 
auch aus der im KESB-Beschluss Nr. IIA/028/22/2021 vom 19. Mai 2021 ange-
führten Zusammenfassung des Rapports bzgl. des Vorfalles am 5. Dezember 
2020 nichts, woraus die Beschwerdeführerin etwas ableiten könnte. Im Gegenteil 
wird erwähnt, dass es der Ehemann war, welcher sich bedroht gefühlt und die 
Polizei alarmiert habe; inwiefern dies unzutreffend wäre, legt die Beschwerdefüh-
rerin nicht dar. 

4.3 Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin vermag das zu den Ak-
ten gereichte Arztzeugnis ebenso wenig aufzuzeigen, dass die Beschwerdefüh-

15

rerin von ihrem Ehemann systematische Unterdrückung und psychische Gewalt-
anwendung erfahren hat. Das ins Recht gelegte Arztzeugnis vom 11. August 
2021 (Vi-act. I/01/4) des Allgemeinmediziners (FMH) Dr.med. L.________ gibt im 
Wesentlichen lediglich die Schilderungen der Beschwerdeführerin wieder (vgl. 
VGE III 2022 171 vom 25.11.2022 Erw. 3.5). Der Arzt hält in der Folge fest, dass 
"Insgesamt […] im Verlauf der Gespräche der Eindruck" entstanden sei, dass die 
Beschwerdeführerin mittels "relativer Isolation" und Drohungen in grösstmögli-
cher Abhängigkeit gehalten worden sei und ihr eine Integration stark erschwert 
bis verunmöglicht worden sei, woraus schliesslich eine Anpassungsstörung mit 
depressiver Reaktion resultiert habe. 

Sofern sich diesem Arztzeugnis überhaupt eine eigentliche ärztliche Diagnose-
stellung auf der Basis konkreter medizinischer Untersuchungen entnehmen lässt, 
so erweist sich diese als vage. Unklar bleibt namentlich, wie der "entstandene 
Eindruck" in medizinischer Hinsicht einzuordnen ist. Von einer gesicherten Dia-
gnose, die im Übrigen in zeitlicher Hinsicht nicht konkretisiert wird, scheint auch 
die Beschwerdeführerin selber nicht auszugehen (vgl. Beschwerde S. 5, wonach 
"offenbar" eine Anpassungsstörung vorliege). Wenn das Arztzeugnis sodann 
(z.B.) anführt, die Gespräche mit der Schule und ihrer Tochter seien komplett an 
ihr vorbei und nur über ihren Ehemann gelaufen, so steht dies in diametralem 
Widerspruch zu den Ausführungen der Klassenlehrperson vom 2. November 
2020 (vgl. AFM-act. 100 Ziff. 7), wonach anlässlich eines Gesprächs nur die Be-
schwerdeführerin gesprochen habe. Dies erschüttert die Glaubwürdigkeit der 
wiedergegebenen Ausführungen der Beschwerdeführerin einerseits - zumal kei-
ne Gründe ersichtlich sind, an der Korrektheit der Ausführungen der Klassenlehr-
person zu zweifeln - und letztlich auch diejenige des Arztzeugnisses an sich. 

Anzufügen ist, dass eine fachärztliche Diagnosestellung soweit ersichtlich nicht 
aktenkundig ist. Namentlich wurden keine Zeugnisse/Arztberichte o.Ä. betreffend 
die fürsorgerische Unterbringung in der Klinik M.________ im Dezember 2020 zu 
den Akten gereicht - entgegen der Ankündigung in der Verwaltungsbeschwerde 
vom 11. August 2022 (S. 5 oben). Nach dem Gesagten erweist sich das Arzt-
zeugnis von Dr.med. L.________ als nicht beweiswertig. Vor diesem Hintergrund 
kann somit grundsätzlich offen bleiben, ob die Vorinstanzen zu Recht von einem 
nachgeschobenen Vorbringen/Zeugnis ausgegangen waren (vgl. Beschwerde 
S. 5 i.f.; angefochtener RRB Erw. 4.2.2 i.f.; Vernehmlassung des AFM vom 
31.8.2022, S. 2 3. Abschnitt). Zumindest nicht von vornherein von der Hand zu 
weisen ist ein möglicher Konnex der Angaben der Beschwerdeführerin bzw. des 
Arztzeugnisses vom 11. August 2021 zum ausländerrechtlichen Verfahren mit 
der zeitlich vorher ergangenen Nichtverlängerungs- und Wegweisungsverfügung. 
In diesem Zusammenhang machen die Vorinstanzen an den eben zitierten Stel-

16

len zu Recht auch geltend, dass die Beschwerdeführerin vor der Erstinstanz kei-
ne ärztlichen Zeugnisse/Berichte beigebracht hatte, was angesichts der geltend 
gemachten psychischen Oppression wenig verständlich ist. 

4.4 Vor Verwaltungsgericht macht die Beschwerdeführerin losgelöst von den 
erwähnten Interventionen der KAPO sowie des Arztzeugnisses, aus welchen sie 
wie erwähnt nichts zu ihren Gunsten abzuleiten vermag, grundsätzlich keine wei-
teren substantiierten Ausführungen zur angeblichen systematischen psychischen 
Gewalt. Soweit sie auf die Stellungnahme vom 25. Januar 2022 verweist, so hält 
die Beschwerdeführerin selber zutreffend fest, dass sie damals ausführte, es sei 
zu "Spannungen" zwischen ihr und dem Ehemann gekommen, welche zu mehre-
ren polizeilichen Interventionen geführt hätten; diese Spannungen führte die Be-
schwerdeführerin insbesondere darauf zurück, dass sich der Ehemann immer 
mehr in die Erziehungsangelegenheiten eingemischt habe (vgl. AFM-act. 133; 
Beschwerde S. 5). Darin aber ist ebenso wenig eine systematische Unterdrü-
ckung bzw. psychische Gewalt zu erblicken, wie im Umstand der (erst) vor Re-
gierungsrat geltend gemachten Problematik der/ des Rollenverteilung/-verständ-
nisses, worauf die Vorinstanzen zu Recht hinweisen (vgl. angefochtener RRB 
Erw. 4.2.1; Stellungnahme des AFM vom 31.8.2022, S. 2). Im Übrigen verhält es 
sich bei der Behauptung, Opfer systematischer psychischer Gewalt geworden zu 
sein, so, dass es die Beschwerdeführerin unterlässt, trotz ihrer Mitwirkungspflicht 
ihre Ausführungen zu konkretisieren bzw. zu belegen; nebst den Auseinander-
setzungen, welche zu KAPO-Interventionen geführt hatten, bzw. den entspre-
chenden Berichten hierzu, mangelt es an der konkreten Bezeichnung weiterer 
Vorfälle. Dass die Ehe seit einiger Zeit problembehaftet war, kann zwar als unbe-
stritten gelten. Es zeitigt sich ein Bild einer anfänglich "grundsätzlich gut" harmo-
nierenden Ehe (vgl. Beschwerde S. 3), welche in der Folge einen unglücklichen 
Verlauf nahm, in welchem die Probleme Überhand nehmen und sich die Ehe-
partner in Spannungen bzw. Auseinandersetzungen konfrontiert sehen. Dass 
dies mitunter belastend ist, gerade auch, wenn die Situation den eigenen Vorstel-
lungen einer Ehe widersprechen, ist nachvollziehbar. Es kann dies jedoch nicht 
gleichgesetzt werden mit häuslicher Gewalt im Sinne einer unzulässigen Op-
pression (vgl. oben Erw. 2.3.1 ff.; VGE III 2021 159 vom 20.12.2021 Erw. 2.4.5). 
Es bleibt insoweit unbelegt, dass die Beschwerdeführerin Opfer psychischer oder 
physischer Gewalt war. 

Für dieses Ergebnis spricht im Übrigen auch, dass die (frühere) Rechtsvertreterin 
der Beschwerdeführerin am 12. Juli 2021 ausgeführt hatte, die Ehescheidung sei 
vor Gericht rechtshängig, die Aufenthaltsbewilligung der Mutter wie der Tochter 

17

laufe im kommenden Herbst ab und eine Erneuerung der Aufenthaltsbewilligung 
sei nicht realistisch (vgl. Vi-act. 145 Erw. 8). 

4.5.1 Im Rahmen des oberwähnten KAPO-Einsatzes am 8. August 2020 (Bf-act. 
3 [Rapport vom 9.8.2020]) machte D.________ geltend, von ihrem Stiefvater se-
xuell belästigt worden zu sein. Dass in diesem Zusammenhang ein Strafverfah-
ren eröffnet worden oder ein Strafurteil ergangen wäre, wird weder geltend ge-
macht noch ergibt sich dies aus den Akten. Dies stünde indes einer Härtefallbe-
willigung grundsätzlich nicht entgegen, da für die Anwendung von Art. 50 Abs. 1 
lit. b AIG praxisgemäss keine strafrechtliche Verurteilung vorausgesetzt wird (vgl. 
VGE III 2022 11 vom 28.4.2022 Erw. 4.1).

4.5.2 Zu Recht macht die Beschwerdeführerin sinngemäss geltend, sie habe be-
reits vor Regierungsrat diese Beschuldigung der sexuellen Übergriffe als Grund 
für einen nachehelichen Härtefall geltend gemacht (Beschwerde S. 6; vgl. Vi-act. 
I-01 S. 5; vgl. auch bereits Stellungnahme vom 25.1.2022 im erstinstanzlichen 
Verfahren = AFM-act. 133 2. Abschnitt i.f.). Ebenso zu Recht macht die Be-
schwerdeführerin geltend, dass der Regierungsrat im angefochtenen Entscheid 
nicht auf dieses Vorbringen eingegangen ist. Diesem vorinstanzlichen Vorgehen 
kann nicht gefolgt werden. 

4.5.3 Zu erinnern ist, dass sich die Definition der häuslichen Gewalt auch auf 
(mit-)betroffene Kinder erstreckt (vgl. oben Erw. 2.3.2). Nach Auffassung des 
Verwaltungsgerichts kann im Umstand, dass ein minderjähriges Kind einer aus-
ländischen Person von dessen Ehepartner bzw. Stiefvater sexuell belästigt (bzw. 
dieser entsprechend beschuldigt) wird, grundsätzlich ein wichtiger persönlicher 
Grund i.S.v. Art. 50 Abs. 1 lit. b AIG erblickt werden. Es rechtfertigt sich in einer 
solchen Konstellation eine analoge Anwendung der Rechtsprechung wie bei 
Ehegatten, die Opfer schwerer Gewalt geworden sind (vgl. oben Erw. 2.3.2). 
Auch in der Lehre wird postuliert, dass Kindern und dem betroffenen Elternteil 
der weitere Aufenthalt in der Schweiz erlaubt sein muss, wenn es sich um Gewalt 
gegen die eigenen Kinder handelt und im Interesse des Kindeswohls eine Tren-
nung vom gewalttätigen Elternteil erfolgt (vgl. Caroni, a.a.O., Art. 50 N 36 m.H.a. 
Raselli/Hausammann/Möckli/Urwyler, in: Uebersax et al. [Hrsg.], Ausländerrecht, 
2. A., Rz. 16.59). Wie ausgeführt, soll die Gewährung des nachehelichen Aufent-
halts nach Art. 50 Abs. 1 lit. b AIG verhindern, dass eine Person die eheliche 
Gemeinschaft trotz ehelicher Gewalt deshalb aufrecht erhalten muss, um keine 
für sie nachteilige ausländerrechtliche Folgen zeitigen zu müssen (vgl. oben Erw. 
2.4). Derselbe Schutz muss auch zur Anwendung gelangen, wenn das Kind be-
troffen ist. Es kann nicht sein, dass der Ehegatte trotz sexueller Belästigung des 

18

Kindes die eheliche Gemeinschaft mit dem Täter aufrechterhält, nur weil die 
Trennung nachteilige ausländerrechtliche Folgen zeitigen würde. 

4.5.4 Aus den vorliegenden Akten geht nicht hervor, dass die Vorinstanzen hin-
sichtlich der Beschuldigung der sexuellen Belästigung gegenüber D.________ 
weitere Abklärungen vorgenommen hätten. Diesbezüglich wären die Vorinstan-
zen aber - unbesehen der grundsätzlichen Mitwirkungspflicht der Beschwerde-
führerin - angesichts der dünnen Aktenlage gehalten gewesen, eigene Sachver-
haltsabklärungen anzustellen, wie bspw. die Befragung/Auskunftseinholung 
von/bei D.________, von Zeugen oder namentlich auch von involvierten Fach- 
und Betreuungspersonen (insbesondere Frauenhaus; Klinik M.________) sowie 
ggf. das Einverlangen von (weiteren) Amtsberichten (vgl. Art. 97 AIG; Art. 77 
Abs. 5 ff. VZAE; vgl. auch Urteil BGer 2C_561/2021 vom 22.11.2021 Erw. 3.3; 
VGE III 2022 11 vom Erw. 4.4.2 i.V.m. 4.3.2), um zu klären, ob i.S. der Anschul-
digungen von D.________ gegen den Stiefvater, welche von der Beschwerdefüh-
rerin als wichtiger persönlicher Grund i.S.v. Art. 50 Abs. 1 lit. b AIG geltend ge-
macht werden, im konkreten Fall häusliche Gewalt im ausländerrechtlich relevan-
ten Sinne vorlag oder nicht. Und ebenso ist zu klären, ob und in welchem Zu-
sammenhang die Trennung mit diesen Anschuldigungen stand. Grundsätzlich ist 
nicht ersichtlich, warum es sich bei den von D.________ am 8. Dezember 2020 
spontan zu Protokoll gegebenen Anschuldigungen nicht um zumindest glaubhaf-
te Aussagen handeln sollte. 

4.5.5 Nach dem unter den vorstehenden Ziffern Ausgeführten ist festzuhalten, 
dass es sich beim Umstand der im Raum stehenden sexuellen Belästigung ge-
genüber D.________ um ein wesentliches Sachverhaltselement handelt, welches 
in die Erwägungen der Vorinstanz(en) hätte einfliessen müssen. Im angefochte-
nen Entscheid findet jedoch nicht ansatzweise eine Auseinandersetzung damit 
statt. Die Vorinstanz hätte sich mit der Frage befassen müssen, ob die Anschul-
digungen von D.________ gegenüber ihrem Stiefvater in ausländerrechtlich rele-
vanter Weise Auswirkungen auf den Verbleib der Beschwerdeführerin in der 
Schweiz zeitigen könnte. Die Vorinstanz hat es damit unterlassen, sich mit einem 
entscheidwesentlichen Umstand auseinanderzusetzen, womit sie ihre Begrün-
dungspflicht bzw. den Anspruch der Beschwerdeführerin auf rechtliches Gehör 
verletzt hat. 

4.6 Zusammenfassend haben es die Vorinstanzen folglich zu Unrecht unterlas-
sen, weitere Sachverhaltsabklärungen vorzunehmen. Indem die Vorinstanzen ei-
gene Sachverhaltsabklärungen unterlassen haben, haben sie den Untersu-
chungsgrundsatz sowie den Anspruch auf rechtliches Gehör der Beschwerdefüh-
rerin verletzt. 

19

5.1 Trotz Aufhebung des angefochtenen Entscheids aufgrund des oben Er-
wähnten rechtfertigt es sich aus prozessökonomischen Gründen, auch auf die 
weiteren Einwände in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde einzugehen. 

5.2 Soweit die Beschwerdeführerin hinsichtlich Art. 50 Abs. 2 AIG bzw. Art. 96 
AIG sinngemäss geltend macht, ihre soziale Wiedereingliederung in Jamaika er-
scheine stark gefährdet oder dass eine Rückkehr unzumutbar bzw. unverhält-
nismässig sei, kann diesen weiteren Vorbringen nicht gefolgt werden. Es kann 
diesbezüglich zunächst auf die zutreffenden Ausführungen im angefochtenen 
Regierungsratsbeschluss verwiesen werden, welchen vollumfänglich beizupflich-
ten ist (Erw. 4.3; 6.2). 

5.2.1 Soweit sie vortragen lässt, der leibliche Vater von D.________ habe damit 
gedroht, ihr etwas anzutun, sollte sie ohne seine Tochter nach Jamaika zurück-
kommen, so handelt es sich um eine unbehilfliche Wiederholung von bereits vor-
instanzlich geltend Gemachtem. Trotz der regierungsrätlichen Erwägung, hierfür 
keine Belege ins Recht gelegt zu haben, unterlässt es die Beschwerdeführerin 
auch vor Gericht, dieses Vorbringen mit Belegen zu untermauern. Im Übrigen 
konkretisiert sie die angebliche(n) Drohung(en) weder in zeitlicher Hinsicht, noch 
macht sie geltend, wie diese übermittelt worden seien. Ebenso wenig führt sie 
aus, weshalb sie keine entsprechenden Unterlagen zu den Akten reicht. 

5.2.2 Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin ist es ohne Weiteres 
nachvollziehbar, wenn der Regierungsrat festhält, die Beschwerdeführerin könne 
sich mit der hiesigen Kultur und dem Rechtssystem nicht identifizieren. Entspre-
chende Angaben machte die damalige Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin 
am 12. Juli 2021 gegenüber der KESB (vgl. AFM-act. 145 Erw. 8.1). Diese Aus-
sagen muss sich die Beschwerdeführerin als ihre Eigenen zu ihren Ungunsten 
entgegenhalten lassen. Dies zumal in Anbetracht dessen, als dass gar die Rede 
davon war, mit dem Leben in der Schweiz überfordert zu sein. Daran, dass die 
Beschwerdeführerin in der Lage wäre, ihren Lebensunterhalt zu finanzieren, be-
stehen erhebliche Zweifel. Dies zeigt sich einerseits bereits im Ersuchen um un-
entgeltliche Rechtspflege. Anderseits aber kann auch nicht gesagt werden, sie 
habe sich beruflich erfolgreich integriert (Arbeitsaufnahme erst im Sommer 2022 
mit Kündigung per Ende August 2022; in der Folge neue Stelle angenommen, in-
des angeblich ohne [bis 15.11.2022] ausgestellte Lohnabrechnungen; seit No-
vember angestellt bei N.________, ohne fest zugesicherte Arbeitsstunden und 
ohne dass [damit] ein aktuelles Einkommen bestimmt werden könnte [zum Gan-
zen URP-act. 2 i.f.]). Selbst wenn schliesslich die Kontakte in ihr Heimatland ab-
gebrochen sein sollten, ist angesichts der nur kurzen Aufenthaltsdauer in der 
Schweiz nicht davon auszugehen, dass die Wiedereingliederung im Heimatland 

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gefährdet wäre, wobei auch insoweit mit in die Waagschale gelegt werden muss, 
dass sie noch unlängst am 12. Juli 2021 festhalten liess, dass sie sich in Jamaika 
auskenne, dort selbstbestimmt und unabhängig für sich (und ihre Tochter) sor-
gen könne und schliesslich die kulturellen (und partnerschaftlichen) Konflikte und 
Schwierigkeiten in ihrer Heimat Jamaika nicht habe; die Hoffnungs- und Ausweg-
losigkeit würden entsprechend bei einer Rückkehr entfallen (vgl. AFM-act. 145 
Erw. 8). 

5.2.3 Grundsätzlich beizupflichten ist sodann der Beurteilung, dass zwischen der 
Beschwerdeführerin und ihrer Tochter keine intensiv gelebte Beziehung besteht 
bzw. zuletzt bestand, dass die Beziehung gar zutiefst zerrüttet sei (vgl. angefoch-
tener RRB Erw. 5.4 f.). Diese vorinstanzliche Beurteilung lässt sich aufgrund der 
vorliegenden Akten, namentlich anhand des bei der Beiständin eingeholten Be-
richts sowie des Berichts der Psychologin K.________ - welche die Beiständin ih-
rem Schreiben beigelegt hatte - nachvollziehen. Es ist demzufolge nicht zu bean-
standen, wenn der Regierungsrat unter Bezugnahme auf die einschlägige bun-
desgerichtliche Rechtsprechung (vgl. angefochtener RRB Erw. 5.2 f. m.H. u.a. 
auf Urteil BGer 2C_800/2018 vom 12.2.2020) und insbesondere die ihm vorlie-
genden Akten einen Aufenthaltsanspruch aus Art. 8 EMRK verneint hatte. 

Hieran vermögen die Vorbringen in der Beschwerde (S. 6 unten) nichts zu än-
dern. Diese erweisen sich als von hypothetischer Natur. Im Übrigen zeigt die Be-
schwerdeführerin beschwerdeweise auch keine Bemühungen auf, um von sich 
aus das offensichtlich zerrüttete Verhältnis - welches mitunter zuletzt geprägt war 
von durch die Beschwerdeführerin abgeblockten Kontaktversuchen - zwischen 
ihr und ihrer Tochter zu heilen. 

Ebenso wenig vermag die Beschwerdeführerin mit ihren Einwänden vom 3. Ja-
nuar 2023 (vgl. oben Erw. 1.3 in fine) diesbezüglich etwas zu ihren Gunsten ab-
zuleiten. Ihre Vorbringen, wonach sinngemäss Ende November 2022 die Tochter 
den Kontakt zu ihr gesucht habe und seither wieder regelmässiger Kontakt be-
stehe, mithin die Beschwerdeführerin und ihre Tochter eine persönliche Bezie-
hung zueinander pflegten, erweisen sich als durch nichts belegte Behauptungen. 
Belege - zu denken wäre etwa an eine Bestätigung der Institution, in welcher die 
Tochter fremdplatziert ist -, welche diese Ausführungen untermauern würden, 
reicht die Beschwerdeführerin keine ein. Grundsätzlich liegt es aber an der aus-
ländischen Person, im Rahmen ihrer Mitwirkungspflicht nach Art. 90 AIG die 
massgeblichen sachverhaltlichen Umstände nicht nur zu behaupten, sondern 
auch zu belegen (vgl. Urteile BGer 2C_377/2020 vom 15.7.2020 Erw. 3.4.2; 
2C_436/2020 vom 2.7.2020 Erw. 4.3.2; VGE III 2022 6 vom 30.3.2022 Erw. 4.3; 
oben Erw. 2.5). Vorliegend erübrigen sich diesbezüglich weitere Abklärungen. 

21

Denn da die Sache ohnehin an das Amt für Migration zurückzuweisen ist, drängt 
es sich auf, diese von der Beschwerdeführerin am 3. Januar 2023 aufgezeigte 
und von ihr so benannte "wesentliche Veränderung der Sachlage" in die weiteren 
Abklärungen miteinzubeziehen. 

5.2.4 Schliesslich kann offen bleiben, wie es sich abschliessend mit der geltend 
gemachten Verletzung des rechtlichen Gehörs verhält (vgl. Beschwerde S. 8), da 
die Sache ohnehin an die Vorinstanz zurückzuweisen ist, damit diese unter Ge-
währung des beschwerdeführerischen Gehörsanspruches weitere Abklärungen 
tätigt. Im Rahmen dieser weiteren Abklärung drängt es sich namentlich auf, auch 
bei der Beiständin von D.________ - unter Einbezug allfälliger "wesentlichen 
Fragen" (vgl. Beschwerde S. 8) i.S. der beschwerdeführerischen Auffassung - 
ergänzende Auskünfte einzuholen. Anzufügen ist indes, dass das AFM unbestrit-
tenermassen den bei der Beiständin eingeholten Bericht vom 5. April 2022 (unter 
Beilage u.a. eines Briefes der Psychologin K.________ vom 28.3.2022) der Be-
schwerdeführerin nicht zugestellt hatte. Insofern erkannte der Regierungsrat zu-
recht auf eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör, zumal die Be-
schwerdeführerin aufgrund der ausgebliebenen Information über den Beizug die-
ser entscheidwesentlichen Akten nicht die Möglichkeit hatte, diesbezüglich ein 
Akteneinsichtsgesuch zu stellen (vgl. angefochtener RRB Erw. 2.3 f.; oben 
Erw. 2.6.2). Ebenfalls zu Recht erkennt der Regierungsrat, dass diese Verletzung 
des Gehörsanspruchs im Verwaltungsbeschwerdeverfahren als Geheilt zu be-
trachten ist, zumal es der anwaltschaftlich vertretenen Beschwerdeführerin offen 
gestanden hätte, im weiteren Verlauf ein Einsichtsgesuch zu stellen. Dies hat sie 
indes - auch vor Verwaltungsgericht - offenkundig unterlassen (vgl. statt vieler 
VGE I 2011 82 vom 14.9.2011 Erw. 2.1). 

6. Zusammenfassend ergibt sich somit, dass der angefochtene Beschluss des 
Regierungsrates Nr. 732/2022 vom 27. September 2022 sowie die Verfügung 
des AFM vom 21. Juli 2022 auf ungenügenden Sachverhaltsfeststellungen beru-
hen, da unklar ist, ob und in welchem Ausmass die Beschwerdeführerin zumin-
dest indirekt - aufgrund möglicher sexueller Belästigung ihrer Tochter durch ihren 
Ehemann - von häuslicher Gewalt im ausländerrechtlichen Sinne betroffen war 
und folglich, ob ein wichtiger persönlicher Grund im Sinne der Härtefallklausel 
von Art. 50 Abs. 1 lit. b AIG vorliegt. Dies wäre dann der Fall, wenn es für die Be-
schwerdeführerin aufgrund erwiesener sexueller Belästigung der Tochter durch 
den Ehemann/Stiefvater unzumutbar war, in ehelicher Gemeinschaft mit ihm wei-
terzuleben. In Gutheissung der Beschwerde ist die Angelegenheit daher zur wei-
teren Sachverhaltsabklärung - unter Einbezug der Sachverhaltsdarstellung 

22

gemäss der beschwerdeführerischen Eingabe vom 3. Januar 2023 (oben 
Erw. 5.2.3) - und neuem Entscheid an das Amt für Migration zurückzuweisen. 

7.1 Praxisgemäss gilt die Rückweisung der Angelegenheit an die Vorinstanz 
zur ergänzenden Abklärung und zu neuem Entscheid (mit noch offenem Aus-
gang) für die Frage der Auferlegung der Gerichtskosten wie auch der Zuspre-
chung einer Parteientschädigung als vollständiges Obsiegen der beschwerde-
führenden Partei und zwar unabhängig davon, ob die Rückweisung überhaupt 
beantragt, oder ob das entsprechende Begehren im Haupt- oder Eventualantrag 
gestellt wird (vgl. statt vieler VGE II 2018 73 vom 19.9.2018 Erw. 5.3.1 m.w.H.). 

7.2.1 Dem Verfahrensausgang entsprechend sind daher die Kosten des verwal-
tungsgerichtlichen Beschwerdeverfahrens von insgesamt Fr. 1'500.-- (Gerichts-
gebühr, Kanzleikosten und Barauslagen) dem Kanton Schwyz aufzuerlegen, da 
er mit seinen Anträgen im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren unter-
legen ist.

7.2.2 Dem Obsiegen entsprechend hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf ei-
ne Parteientschädigung zulasten der Vorinstanzen. Sie wird in Beachtung des 
kantonalen Gebührentarifs für Rechtsanwälte vom 27. Januar 1975 (GebTRA; 
SRSZ 280.411), welcher für das Honorar im Verfahren vor Verwaltungsgericht in 
§ 14 einen Rahmen von Fr. 300.-- bis Fr. 8'400.-- vorsieht, und unter Beachtung 
der in § 2 des Gebührentarifs enthaltenen Kriterien, in Ausübung des pflicht-
gemässen Ermessens auf Fr. 1'500.-- (inkl. MwSt und Barauslagen) festgelegt. 

7.2.3 Das Begehren um unentgeltliche Rechtsverbeiständung und 
-prozessführung wird diesfalls gegenstandslos (vgl. dazu VGE III 2018 22 vom 
23.3.2018 Erw. 5.2.1).

7.3 Mit der Beschwerdegutheissung und Aufhebung des angefochtenen Ent-
scheides sind auch Dispositiv Ziff. 2-4 des vorinstanzlichen Entscheids hinsicht-
lich der Kosten- und Entschädigungsfolgen aufgehoben und ist die regierungsrät-
liche Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege gegenstandslos geworden. 
Die vom Regierungsrat auf Fr. 1'500.-- (inkl. Kanzleikosten) festgesetzten Kosten 
des Verwaltungsbeschwerdeverfahrens sind neu dem Kanton Schwyz aufzuerle-
gen. Überdies ist der Beschwerdeführerin für das regierungsrätliche Verfahren 
eine Parteientschädigung zuzusprechen, welche in Beachtung von § 15 GebTRA 
- und der vorinstanzlichen Festsetzung im Rahmen der wie erwähnt gegen-
standslos gewordenen unentgeltlicher Rechtspflege - auf Fr. 1'600.-- (inkl. Bar-
auslagen und MwSt) festgesetzt wird. 

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Demnach erkennt das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde werden der Entscheid des Regierungsra-
tes (RRB) Nr. 732/2022 vom 27. September 2022 sowie die Verfügung des 
Amtes für Migration Nr. SZ ________ vom 21. Juli 2022 aufgehoben und 
die Sache im Sinne der Erwägungen zur weiteren Sachverhaltsabklärung 
sowie zu erneutem Entscheid an das Amt für Migration zurückgewiesen. 

2.1 Die Kosten des regierungsrätlichen Verfahrens (inklusive Kanzleikosten) 
von insgesamt Fr. 1'500.-- werden neu dem Kanton auferlegt. 

2.2 Der Kanton hat der beanwalteten Beschwerdeführerin für das regierungs-
rätliche Beschwerdeverfahren eine Parteientschädigung (inklusive Baraus-
lagen und MwSt) von insgesamt Fr. 1'600.-- zu entrichten.

3.1 Die Kosten des verwaltungsgerichtlichen Verfahrens (Gerichtsgebühr, 
Kanzleikosten und Barauslagen) von insgesamt Fr. 1'500.-- werden dem 
Kanton Schwyz auferlegt. Betreffend diese auf den Kanton entfallenden 
Verfahrenskosten wird auf die kantonsinterne Verrechnung verzichtet. 

3.2 Der beanwalteten Beschwerdeführerin wird für das verwaltungsgerichtliche 
Verfahren zu Lasten des Kantons eine Parteientschädigung (inklusive Bar-
auslagen und MwSt) von Fr. 1'500.-- zugesprochen. 

4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung Beschwerde* 
in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten beim Bundesgericht, 1000 Lau-
sanne 14, erhoben werden, sofern das Bundesrecht oder das Völkerrecht 
einen Bewilligungsanspruch einräumt (Art. 42 und 82ff., insbesondere Art. 
83 lit. c Ziffer 2 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht, BGG, SR 
173.110).

Soweit die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nicht 
zulässig ist, kann innert 30 Tagen seit Zustellung Verfassungsbeschwerde* 
erhoben und die Verletzung von verfassungsmässigen Rechten gerügt 
werden (Art. 113ff. BGG). Bei gleichzeitiger ordentlicher Beschwerde sind 
beide Rechtsmittel in der gleichen Rechtsschrift einzureichen.  

24

5. Zustellung an:
- den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin (2/R)
- das Amt für Migration (EB)
- das Sicherheitsdepartement, Rechts- und Beschwerdedienst (EB)
- den Regierungsrat (EB)
- und das Staatssekretariat für Migration SEM, 3003 Bern (A).

Schwyz, 26. Januar 2023

Im Namen des Verwaltungsgerichts

Der Vizepräsident:

Der Gerichtsschreiber:

*Anforderungen an die Beschwerdeschrift 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache (Deutsch, Französisch, Italienisch, Ru-
mantsch Grischun) abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der 
Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form 
darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt. Die Urkunden, auf die 
sich die Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 
hat; der angefochtene Entscheid ist beizulegen.

Versand: 1. Februar 2023