# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 74aef7f4-9e7f-56f3-a4cb-6e76b761106d
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-03-24
**Language:** de
**Title:** Psychische Beschwerden nicht adäquat kausal; Ermittlung des versicherten Verdiensts gestützt auf Art. 24 Abs. 2 UVV
**Docket/Reference:** UV.2013.00156
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/UV.2013.00156.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
UV.2013.00156
IV. Kammer
Sozialversicherungsrichter Hurst, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Arnold Gramigna
Sozialversicherungsrichter Vogel
Gerichtsschreiber Hübscher
Urteil
vom
24. März 2014
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwältin Barbara Laur
Goecke Laur Reger-Wyttenbach Zürcher & Meier Rhein Rechtsanwälte
Ankerstrasse 24, Postfach 2250, 8026 Zürich
gegen
Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG
Rechtsdienst, Generaldirektion Schweiz
Postfach, 8085 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
1.1
X.___
,
geboren 1971, arbeitete vom 1. November 2000 bis 31. März 2004 (letzter effektiver Arbeitstag: 23. April 2002) bei der
Y.___
als Kadermitarbeiter und Sektorenleiter
(
Urk.
8/Z52)
und war in dieser Eigenschaft bei der
Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG (nachfolgend: Zürich)
gegen die Folgen von Unfällen versichert (
Urk.
8/Z1).
Am 23. April 2002
stürzte er mit seinem Motorrad in einer Kurve
und prallte in die Leitplanke (
Urk.
8/Z1)
. Dabei
erlitt
er
eine
zweigradig offene
distale
intraartikuläre
T
rümmerfraktur des Femurs rechts (
Urk.
8/ZM1
,
Urk.
8/ZM4
).
Die Erstver
sorgung erfolgte im Spital
Z.___
(Urk. 8/ZM1). Am folgenden Tag wurde er ins
A.___
verlegt und dort operiert (Urk. 8/ZM1, Urk. 8/ZM3).
Im selben Sp
ital erfolgte
a
m
29. April 2002 eine offene Reposition und Fixation der Fraktur
(Urk. 8/ZM2
).
D
ie
Zürich
trat auf den Schaden ein und ge
währt
e
Heilbehand
lung und Taggeld.
Wegen Pseudarthrose wurde
X.___
am
1
6
. Januar 2003
erneut
im
A.___
operiert
(
Urk.
8/ZM19
).
Vom 1
6.
April bis 2
7.
Mai 2003 befand er sich zur stationären Rehabilitation in der
B.___
(
Urk.
8/ZM23
).
Am 1. Oktober 2003 wurde
n
ein
e
Pseudarthrosen-Re
sek
tion, Re-Osteosynthese und Spon
giosaplastik
vorgenommen
(
Urk.
8/ZM34
,
Urk.
8/ZM37
Urk.
8/ZM42,
Urk.
8/ZM90.1 S. 24
)
.
Bei der Operation vom
3
1.
Oktober 2005
wurde in der
C.___
eine
Kniearthroskopie und die Osteosynthesematerial-E
ntfer
nung Femur rechts
durchgeführt
(
Urk.
8/ZM60,
Urk.
8/ZM62
).
Ab März 2005 begab sich
X.___
zur
Behandlung ins
Institut für Anästhesiologie des
A.___
(
Urk.
8/ZM67a).
Dr.
med.
D.___
,
FMH Anästhe
siologie,
Ober
ärztin Institut für Anäst
h
esiologie des
A.___
,
attestierte
X.___
am
6.
November 2006 eine 100%ige Arbeitsun
f
ähigkeit für mittelschwere Arbeiten und eine ca. 80%ige Arbeitsunfähigkeit für leichte Arbeiten (
Urk.
8/ZM72).
Wegen Kopfschmerzen konsultierte der Ver
sicherte am
7.
Januar 2008 die Neurologische Klinik und Poliklinik des
A.___
(
Urk.
8/ZM87)
.
1.2
Die Zürich gab bei der MEDAS
E.___
das Gutachten vom 23. Juni 2009 (Urk. 8/ZM90
.1-4
) in Auftrag
(
Urk.
8/Z174)
.
Gestützt auf dieses Gutachten
stellte sie m
it Verf
ügung vom
3.
Oktober 2012 die
Heilbehandlungsl
eistungen per 2
9.
Juni 2009 –
wobei auf eine Rückforderung, der über diesen Zeitpunkt hinaus erbrachten Leistungen verzichtet wurde
–
und die Taggelder per 3
0.
September 2012 ein und sprach
X.___
bei einem versicherten Verdienst von
Fr.
74‘728.10
sowie
eine
m
Invaliditätsgrad von 33
%
ab
1.
Oktober 2012 eine monatliche Invalidenrente von
Fr.
1‘644.-- (zuzüglich späterer Teuerungs
zulagen) und bei einer Inte
gritätseinbusse von 30
%
eine Entschädigung von
Fr.
32‘040.-- zu
(
Urk.
8
/
Z
265).
Am 12. Oktober 2012 erhob die Krankenkasse von
X.___
,
die Assura, vorsorg
lich Einsprache gegen diese Verfügung (Urk.
8
/
Z269
).
X.___
erhob am 5
.
November 2012
ebenfalls Einsprache
(Urk. 8
/
Z274
).
Am 1
3.
November 2012 zog die Assura ihre Einsprache wieder zurück (
Urk.
8/Z276).
Mit Entscheid vom 1
0.
Mai 2013 wies die Zürich die Einsprache von
X.___
vom
5.
November 2012 ab (
Urk.
2).
2.
Hiergegen führte
X.___
am 1
2.
Juni 2013 Beschwerde und beantragte, es seien ihm die gesetzlichen Leistungen aus UVG zu erbringen. Insbesondere seien ihm die Leistungen für unfallbedingte Heilbehandlung weiterhin zu erbringen u
nd
ihm sei auf Basis eines versicherten Verdienstes von
Fr.
75‘461.--
bei einem Invaliditätsgrad von 100 %, eventuell von mindestens 66 %
,
eine entsprechende Rente auszurichten. Weiter sei dem Beschwerdeführer eine Inte
gritätsentschädi
gung auf Basis einer Integritätseinbusse von mindestens 50 % zuzusprechen (
Urk.
1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom
6.
August 2013 be
antragte die Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7 S. 2, unter Beilage ihrer Akten,
Urk.
8/
Z1-Z292,
Urk.
8/ZM1-ZM101,
Urk.
8/ZA1-ZA340
), was dem Beschwerdeführer mit Mitteilung vom 2
0.
August 2013 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
10).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
4.
Zu ergänzen ist, dass
die Sozialversicherungsanstalt des Kantons
Zürich
, IV
Stelle,
X.___
mit Verfügungen vom 23. März 2012 vo
m
1. April 2003 bis 31. Januar 2007 eine ganze Rente und ab 1. Februar 2007 eine halbe Rente zu
sprach
. Die von
X.___
gegen diesen Entscheid am 8. Mai 2012 er
hobene Beschwerde ist Gegenstand des Prozesses IV.2012.00497 und wurde mit Urteil heutigen Datums
teilweise gutgeheissen. Die angefochten
en
Verfügungen der IV
Stelle vom 2
3.
März 2012 wurden insoweit aufgehoben, als damit die ganze Rente des Beschwerdeführers per
1.
Februar 2007 auf eine halbe Rente herab
gesetzt w
u
rd
e
, und es wurde festgestellt, dass die ganze Rente ab
1.
Juli 2009 auf eine halbe Rente herabzusetzen sei. Im Übrigen wurde die Beschwerde abgewiesen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach
Art.
10
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig (
Art.
6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs
rechts
[ATSG]
), so steht ihr gemäss
Art.
16
Abs.
1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 Prozent invalid (
Art.
8 ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (
Art.
18
Abs.
1 UVG). Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann und allfällige Ein
gliederungsmassnahmen der Invaliden
versicherung abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbe
handlung und die Taggeldleistungen dahin (
Art.
19
Abs.
1 UVG).
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt zunächst voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausal
zusamm
enhang besteht. Ursachen im Sin
ne des natürlichen Kausal
zusammen
hangs sind alle Um
stände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als einge
treten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entspre
chend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürli
chen Kau
salzusammenhangs nicht erfor
derlich, dass ein Unfall die al
lei
nige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schä
digende Ereignis zu
sammen mit anderen Bedingungen die kör
perliche oder geistige Integrität der versicherten Person beein
trächtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht wegge
dacht werden kann, ohne dass auch die ein
getretene gesund
heitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 406 E.
4.3.1, 123 V 45 E. 2b, 119 V 335 E. 1, 118 V 289 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesund
heitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang be
steht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Be
schwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Be
weis
würdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht übli
chen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinwei
sen).
1.3
1.3.1
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adä
quater Kau
salzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Er
folges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
1.3.2
Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen deckt sich die adäquate, das heisst rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausali
tät; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch keine selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1).
1.3.3
Für die Beurteilung der Frage, ob ein Unfall nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung geeignet ist, eine psychische Gesund
heitsschädigung herbeizuführen, ist nach der in BGE 115 V 133 ergan
genen Rechtsprechung auf eine weite Bandbreite von Versicherten abzustellen. Dazu gehören auch jene Versicherten, die aufgrund ihrer Veranlagung für psy
chische Störungen anfälliger sind und einen Unfall seelisch weniger gut ver
kraften als Gesunde, somit im Hinblick auf die erlebnismässige Verarbeitung des Unfalles zu einer Gruppe mit erhöhtem Risiko gehören, weil sie aus versiche
rungsmässiger Sicht auf einen Unfall nicht optimal reagieren (BGE 115 V 133 E.
4b).
Für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhanges zwischen dem Unfall und psychischen Gesundheitsschädigungen ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall für die Entstehung der Arbeits- beziehungsweise Erwerbsunfähigkeit eine massgebende Bedeutung zukommt. Dies trifft dann zu, wenn er objektiv eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt (vgl. RKUV 1996 Nr. U 264 S. 288 E. 3b; BGE 115 V 133 E. 7 mit Hinwei
sen). Für die Beurteilung dieser Frage ist an das Unfallereignis anzuknüpfen, wobei
–
ausgehend vom augenfälligen Geschehensablauf
–
folgende Einteilung vorgenommen wurde: banale beziehungsweise leichte Unfälle einerseits, schwere Unfälle anderseits und schliesslich der dazwischen liegende mittlere Bereich (BGE 115 V 133 E. 6; vgl. auch BGE 134 V 109 E. 6.1, 120 V 352 E.
5b/aa; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2).
Bei der Einteilung der Unfälle mit psychischen Folgeschäden in leichte, mittel
schwere und schwere Unfälle ist nicht das Unfallerlebnis des Betroffenen mass
gebend, sondern das objektiv erfassbare Unfallereignis (vgl. BGE 120 V 352 E.
5b/aa, 115 V 133 E. 6; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2; RKUV 2005 Nr. U 549 S.
237, 1995 Nr. U 215 S. 91).
Bei Unfällen aus dem mittleren Bereich lässt sich die Frage, ob zwischen Unfall und Folgen ein adäquater Kausalzusammenhang besteht, nicht aufgrund des Unfalles allein schlüssig beantworten. Es sind daher weitere, objektiv erfassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall im Zusammenhang stehen oder als direkte beziehungsweise indirekte Folgen davon erscheinen, in eine Gesamt
würdigung einzubeziehen. Als wichtigste Kriterien sind zu nennen:
-
besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Un
falls;
-
die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen, insbesondere ihre er
fahrungs
gemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen;
-
ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung;
-
körperliche Dauerschmerzen;
-
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;
-
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
-
Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit (BGE 134 V 109 E. 6.1, 115 V 133 E. 6c/aa).
Der Einbezug sämtlicher objektiver Kriterien in die Gesamtwürdigung ist nicht in jedem Fall erforderlich. Je nach den konkreten Umständen kann für die Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein einziges Kriterium genü
gen. Dies trifft einerseits dann zu, wenn es sich um einen Unfall handelt, wel
cher zu den schwereren Fällen im mittleren Bereich zu zählen oder sogar als Grenzfall zu einem schweren Unfall zu qualifizieren ist (vgl. RKUV 1999 Nr.
U 346 S. 428, 1999 Nr. U 335 S. 207 ff.; 1999 Nr. U 330 S. 122 ff.; SVR 1996 UV Nr. 58). Anderseits kann im gesamten mittleren Bereich ein einziges Kriterium genügen, wenn es in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist, wie zum Beispiel eine auffallend lange Dauer der physisch bedingten Arbeitsun
fä
higkeit infolge schwierigen Heilungsverlaufes. Kommt keinem Einzelkriterium besonderes beziehungsweise ausschlaggebendes Gewicht zu, so müssen mehrere unfallbezogene Kriterien herangezogen werden. Dies gilt umso mehr, je leichter der Unfall ist. Handelt es sich beispielsweise um einen Unfall im mittleren Bereich, der aber dem Grenzbereich zu den leichten Unfällen zuzuordnen ist, müssen die weiteren zu berücksichtigenden Kriterien in gehäufter oder auffal
lender Weise erfüllt sein, damit die Adäquanz bejaht werden kann. Diese Wür
digung des Unfalles zusammen mit den objektiven Kriterien führt zur Bejahung oder Verneinung der Adäquanz. Damit entfällt die Notwendigkeit, nach andern
Ursachen zu forschen, die möglicherweise die psychisch bedingte Erwerbsunfä
higkeit mitbegünstigt haben könnten (BGE 115 V 133 E. 6c/bb, vgl. auch BGE 120 V 352 E. 5b/aa; RKUV 2001 Nr. U 442 S. 544 ff., Nr. U 449 S. 53 ff., 1998 Nr. U 307 S. 448 ff., 1996 Nr. U 256 S. 215 ff.; SVR 1999 UV Nr. 10 E.
2).
1.4
Wird die versicherte Person infolge eines Unfalles zu mindestens 10
%
invalid (
Art.
8 ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Als invalid gilt, wer voraussichtlich bleibend oder für längere Zeit in seiner Erwerbsfähigkeit beeinträchtigt ist (Art. 18 Abs. 2 Satz 1 UVG). Für die Bestim
mung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die ver
sicherte Person nach Eintritt der unfallbedingten Invalidität und nach Durchführung allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 18 Abs. 2 Satz 2 UVG).
1.
5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden be
rücksichtigt, in Kenntnis der Vorak
ten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Ex
pertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2
.1
Strittig und zu prüfen ist die Höhe der Invalidenrente, des versicherten Ver
dienstes, der Integritätsentschädigung sowie, ob der Beschwerdeführer nach Festsetzung der Rente Anspruch auf Heilbehandlung (
Art.
21 UVG) hat.
2
.2
Die Beschwerdegegnerin
stellte
im angefochtenen Einspracheentscheid vom 10. Mai 2013 (
Urk.
2) auf das Gutachten der MEDAS
E.___
vom
23. Juni 2009 (Urk. 8/ZM90.1-4)
ab und führte aus
,
es
bestünden
nach wie vor natürlich kausale
Unfallfolgen
, wobei zumindest aus psychischer Sicht unfallfremde Faktoren teilursächlich seien (Urk. 2 S. 6).
Sie
prüfte die Adäquanz der psychi
schen Beschwerden des Beschwerde
führers zum Unfallereignis vom 23. April 2002 (Urk. 2 S. 6-7) und verneinte diese mit der Begründung
,
dass von den
K
riterien nach der
b
undes
gerichtliche
n Rechtsprechung höchstens zwei, nämlich „
un
gewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung
“
sowie
„
Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit
“
erfüllt seien. Diese seien jedoch nicht in besonderer Ausprägung gegeben (
Urk. 2 S. 10,
Urk.
7 S. 10).
Die
Beschwerdegegnerin
ermittelte ein Valideneinkommen von
Fr.
69‘263.-- (
Urk.
2 S. 11-12) und ein Invalidenein
kommen von
Fr.
46‘775.-- (
Urk.
2 S. 13), womit beim Einkommensvergleich ein Invaliditätsgrad von 33
%
resultierte (
Urk.
2 S.
14). Ausgehend von dem Lohn, welche
n
der Beschwerdeführer im Jahr vor dem Unfall erzielt hatte
,
errechnete sie unter Berücksichtigung der Nominal
lohnent
wicklung, der Teuerung und der Kinderzulagen einen versicherten Ver
dienst von
Fr.
73‘254.30 (
Urk.
2 S. 15). Be
züglich der Integritätsent
schädigung führte sie aus,
dass gemäss dem Gutachten der MEDAS
E.___
aus organ
medizinischer Sicht (orthopädisch-un
fall
chirurgisch und neurologisch) ein Integritätsschaden von 30
%
anzu
nehmen ist. Der psychischen Beein
trächtigung sei mangels Adäquanz nicht Rechnung zu tragen. Folglich bleibe es bei der ermittelten Integritätsentschädigung von 30
%
von
Fr.
106‘800.--, was
Fr.
32‘040.-- ergebe (
Urk.
2 S. 16).
2.
3
Der Beschwerdeführer macht demgegenüber
im Wesentlichen
geltend,
bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit durch die MEDAS
E.___
seien insbeson
dere die Ausfälle wöchentlich ein bis zweimal infolge anfallartiger, starker migräneartiger Kopfschmerzen, welche es
ihm
verun
möglichen würden, über
haupt einer Tätigkeit nachzugehen oder das Haus zu verlassen, unberücksichtigt geblieben (Urk. 1 S. 15). D
er adäquate Kausal
zusammenhang zwischen dem Unfall vom 2
3.
April 2002 und seinen psychischen Beschwerden
sei
gegeben, da vier der Adäquanzkriterien
(davon drei besonders ausgeprägt)
erfüllt seien (
Urk.
1 S. 7-13).
Ohne den Unfall hätte er im Jahr 2003 ein Bruttosalär von
Fr.
62‘400.-- erzielt (
Urk.
1 S. 17). Werde diese
s
Einkommen dem Nominal
lohn
index angepasst, errechne sich ein Valideneinkommen 2012 von
Fr.
70‘084.-- (
Urk.
1 S. 18).
Die medizinisch-theoretisch attestierte Arbeitsfähigkeit sei auf dem freien Arbeitsmarkt nicht ver
wertbar (Urk. 1 S. 16, S. 18). Folglich betrage das Invalideneinkommen
Fr.
0.-- (
Urk.
1
S. 18).
Würde d
avon ausgegangen, dass sich seine
Restarbeitsfähigkeit
(50
%
)
auf dem Arbeitsmarkt verwerten liesse, wäre bei der Bemessung des hypothe
tischen Invalideneinkom
mens von
den Tabellenlöhnen gemäss Schweizerischer Lohnstrukturerhebung
(LSE)
auszu
gehen
und davon ein Abzug von insgesamt 25
%
vorzunehmen
(
Urk.
1 S. 19). Das hypothetische Invalideneinkommen bestimme sich demgemäss mit
Fr.
23‘500.-- (
Urk.
1 S. 19). Es errechne sich ein Invaliditätsgrad von 66
%
(
Urk.
1 S. 20).
Der versicherte Verdienst betrage Fr. 75‘461.--
, denn es sei vom letzten Einkommen aus
zu
gehen, welches der Beschwerdeführer vor Eintritt der Arbeitsunfähigkeit erzielt habe (
Urk.
1 S. 16-17).
D
ie Gutachter der MEDAS
E.___
würden gesamthaft
auf einen Integritätsschaden von 50
%
schlies
sen (
Urk.
1 S. 20). Die Fortführung der psychotherapeutischen Behandlung
und die
Kosten der
Physiotherapie seien nach Massgabe von
Art.
21
UVG weiterhin von der Beschwerdegegnerin zu übernehmen (
Urk.
1 S.
20).
3.
3.1
Am Gutachten der MEDAS
E.___
vom 2
3.
Juni 2009 waren die Dr
es
. med.
F.___
,
Chefarzt,
G.___
,
Fachärztin für Orthopädie,
H.___
,
Eidg. Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie,
und
I.___
,
Neurologie FMH
,
beteiligt (
Urk.
8/ZM9
0.
1 S. 32,
Urk. 8/ZM90.2,
Urk.
8/
ZM90.3).
Sie
stütz
ten sich bei
ihrem
Gutachten
auf
die Be
fragung und Untersuchungen des Beschwerdeführers vom 27. und 29. April 2009 (Urk. 8/ZM90.1 S. 1)
,
die von der
Beschwerdegegnerin
zur Verfügung gestellten Akten
(insbes. Urk. 8/ZM90
.1
S. 4
-
16)
, die vom Beschwerdeführer mitgebrachte
n
Rönt
genbilder und Berichte sowie eine Röntgen-CD des
A.___
,
auf Berichte der Psychiatrischen Poliklinik des
A.___
,
auf das psychiatrische Konsiliar
gut
achten von
Dr.
H.___
vom 1
1.
Mai 2009 (
Urk.
8/ZM90.2)
und das neurologische Konsiliargutachten durch
Dr.
I.___
vom 2
9.
April 2009 (
Urk.
8/ZM90.3)
[
Urk.
8/ZM90.1 S. 1]. Sie
stellten
die fol
genden Diagnosen:
-
Ausgeprägtes Schmerzsyndrom am rechten Kniegelenk mit Bewegungs
ein
schränkung und radiologisch nachweisbarer Arthrose bei Status nach Motorrad-Unfall am 23. April 2002 mit
-
Erst- bis zweitgradig offener Fraktur des distalen Femurs rechts
-
Status nach Transfixation des Kniegelenks mit Fixateur externe
-
Status nach Osteosynthese mittels LISS (29. April 2002)
-
Status nach Re-Osteosynthese wegen Pseudarthrose am 16. Januar 2003
-
Status nach Pseudarthrosen-Resektion, Re-Osteosynthese und Spon
giosaplastik am 1. Oktober 2003
-
Status nach arthroskopischem Gelenk-Débridement und medialer anteri
orer und lateraler Osteosynthesematerial-Entfernung rechts am 31. Oktober 2005
-
Neurologisch: Status nach Motorrad-Unfall am 23. April 2002, mehr
frag
mentäre zweitgradig offene Femurfraktur rechts, mehrfach operiert, persistierende posttraumatische Beinschmerzen rechts, Verdacht auf Meralgia paraesthetica rechts, posttraumatische Kopfschmerzen, phäno
menologisch am ehesten Migräne ohne Aura, Verdacht auf zusätzliche analgetikainduzierte Kopfschmerz-Komponente
-
Psychiatrisch: Reaktion auf Belastung und Anpassungsstörung mit Angst und Depression gemischt mit Übergang in eine mittelgradige depressive Störung mit somatischem Syndrom und psychische und Ver
haltensstörungen durch Opioide (Urk. 8/ZM90
.1
S. 24
).
3.
2
Die Gutachter der MEDAS
E.___
hielten in ihrer Beurteilung fest, dass der Beschwerdeführer bei der körperlichen Untersuchung ein teilweise unko
ordi
niertes zackiges Gangbild mit und ohne Unterarmstützen gezeigt habe. Die Muskulatur an beiden Beinen sei gut entwickelt, werde stark kontrahiert, so dass ein
e
geordnete Untersuchung der Beweglichkeit des rechten Kniegelenks er
schwert sei
(Urk. 8/ZM90
.1
S. 25-26)
. Das Kniegelenk selbst zeige eine starke Berührungsempfindlichkeit, die Bewegung werde bis zum Bewegungsausmass Streckung/Beugung 0-0-120° durchgeführt. Die Bandstabilität sei wegen Schmerz
angabe nicht prüfbar. Die Narbenverhältnisse am rechten Bein seien reizlos, am hinteren Beckenkamm rechts bestehe bei der 16 cm langen, reizlos
en Narbe eine ausgeprägte Druck
dolenz. Auf den aktuellen
Röntgenaufnahmen
sei linksseitig ein unauffälliger Befund, rechtsseitig eine erhebliche post
trauma
ti
sche Gonarthrose sichtbar (Urk. 8/ZM90
.1
S. 26
).
Der psychiatrische Gutachter Dr.
H.___
legte in seiner Beurteilung dar, dass der Beschwerdeführer unmittelbar nach dem Unfall aufgrund der körperlichen Fol
gen bzw. Behandlungen sowie aufgrund von psychosozial auftretenden Schwierigkeiten zuerst mit einer schweren Anpassungsstörung mit Angst und Depression gemischt (ICD-10: F43.22) reagiert habe. Deren Symptome würden noch anhalten bzw. seien in eine mittelgradige depressive Stö
rung agiti
er
t
en Ausmasses, angstbetont (ICD-10: F32.11) übergegangen
(
Urk.
8/ZM90.
1
S. 19
)
. Der Unfall vom 23. April 2002 und dessen Folgen hätten den Beschwerdeführer im Allgemeinen in seinen Affekten labilisiert, er leide an starken Stimmungs
schwankungen, reagiere nervös und gereizt, sei innerlich unruhig bis agitiert, hoffnungslos, ratlos und verzweifelt. Es bestehe in seinem Verhalten zwar eine Verdeutlichungstendenz bzw. sein Verhalten sei demonstrativ und die Dar
stel
lung seiner Beschwerden wirke übertrieben, doch es bestehe derzeit eine mittel
gradige depressive Störung, derzeit angstbetont, agitierten Ausmasses, also ein chronifizierter Zustand, der zum Teil auf den besagten Unfall zurück
zu
führen sei, aber auch teilweise auf nicht-invalidisierende Faktoren wie die Ver
deutli
chungstendenz, unsichere Zukunftsperspektiven bzw. Existenzängste und nicht zuletzt der Erkrankung seiner Frau beruhe
. Komorbid seien ebenfalls psychische und Verhaltensstörungen durch ständigen Gebrauch von Opioiden (ICD-10: F11.25), welche zur Behandlung sein
er
Beschwerden indiziert seien, ihn aber in seinem psychischen Zustand zusätzlich labilisieren und zur Ner
vosität und Unruhe beitragen würden
(
Urk. 8/ZM90.1
S. 19
).
In neurologischer Hinsicht w
u
rd
e
darauf hingewiesen, dass die Kopfschmerzen gemäss der Beurteilung von Dr.
I.___
,
phänomenologisch, wie von der Neuro
logischen Klinik des
A.___
beschrieben, eine
r
Migräne ohne Aura entsprechen. Im Vordergrund stünden allerdings die Beinschmerzen rechts. Die
Hyposensibilität im gesamten rechten Bein werde
„
am ehesten im
Rahmen der starken Schmer
zen (
gemeint: nociceptive Schmerzen, orthopädisch zu beurteilen)
“
erklärt. Ein spezieller Teil des Schmerzsyndroms dürfte auf eine Meralgia paraesthetica (Hyposensibilität im Innervationsgebiet des Nervus cutaneus fermoris lateralis) rechts zurückzuführen sein. Therapeutisch seien in diesem Fall lokale Infiltra
tionen eine Alternative. Im MRI des Schädels vom 29. April 2009 würden sich keine posttraumatischen Veränderungen erkennen lassen. Die Arbeitsun
fähig
keit
werde
bezüglich der neurologischen Symptomatik auf 20 % geschätzt (Urk. 8/ZM90
.1 S. 26
).
3.
3
Weiter
hielten
die Gutachter der MEDAS
E.___
fest
, dass a
us neuro
lo
gischer Sicht sich die Beinschmerzen rechts mit Verdacht auf Meralgia para
esthe
tica und die posttraumatische Kopfschmerzen mit über
wiegende
r
Wahr
schein
lichkeit auf den Unfall vom 2
3.
April 2002 zurück
führen
liessen
.
Die von
orthopädischer Seite vorliegenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen
(schmerz
hafte Bewegungseinschränkung und Arthrose des rechten Kniegelenks) seien mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auf den Unfall vom 23. April 2002 zurückzuführen. Aus psychiatrischer Sicht seien die mittel
gradige depres
si
ve Störung mit somatischem Syndrom, zum Teil sekundär zu den kör
perlichen Unfallfolgen mit überwiegender Wahrschein
lichkeit auf den Unfall vom 23. April 2002 zurückzuführen (Urk. 8/ZM90.1 S. 27).
Zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
schrieben
die Gutachter der MEDAS
E.___
,
dass aus orthopädisch-unfallchirurgischer Sicht der vorläufige End
zustand mit dem 6. November 2006 (Bericht des Instituts für Anästhe
siologie des
A.___
)
angenommen werde. Danach bestehe eine 100%ige Arbeitsun
fähigkeit für mittelschwere Tätigkeiten und eine ca. 80%ige Arbeitsunfähigkeit für leichte Arbeiten, da auch das Sitzen starke Schmerzen verursache. Aus orthopädischer und neurologischer Sicht seien keine Gründe erkennbar, welche gegen die Durchführung von angepassten Tätigkeiten (vorwiegend sitzend ohne die Not
wendigkeit des Kniens oder Hockens und des Hebens schwerer Lasten) ab dem Begutachtungszeitpunkt sprächen (Urk. 8/ZM90
.1 S. 29
). Dem Be
schwerdeführer seien ab dem Begutachtungs
datum aus orthopädisch-
unfall
chirurgischer und neurologischer Sicht körperlich leicht
e
Tätigkeiten, vor
wiegend sitzend, mit der Möglichkeit des gelegentlichen Aufstehens und Um
hergehens zumutbar. Die Tätigkeiten sollten nur mit seltenem Bücken ein
hergehen, das Heben
von
Gewichten mit mehr als 5 kg sollte nur gelegentlich vorkommen. Eine solch adaptierte Tätigkeit wäre ganz
täg
ig bei vermindertem Rendement wegen der Notwendigkeit vermehrter Pausen (was in Prozenten ausgedrückt etwa 25 % ausmachen dürfte) zuzumuten. Psychiatrischerseits sei dem Be
schwerdeführer in seiner angestamm
ten als auch in körperlich
adaptierten Tätigkeiten eine Präsenz von ca. 80 % zumutbar mit einem Rendement von insgesamt 50 %. Somit sei ge
samt
haft eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit für eine im beschriebenen Sinn adaptierte Tätigkeit ab Begutachtungszeitpunkt anzunehmen (Urk. 8/ZM90
.1 S.
30
).
4
.
4
.1
Zu prüfen ist vorab, ob die Beschwerdegegnerin mit der Einstellung der Heilbe
handlungsleistungen per 29. Juni 2009
bzw.
d
e
r
Taggelder per 30. September 2012 (Urk.
8
/
Z
265) den Fall zu Recht auf diesen Zeitpunkt hin abgeschlossen hat.
4
.2
D
a
s Gutachten
der MEDAS
E.___
vom 2
3.
Juni 2009 (
Urk.
8/ZM90.1
-4
)
ist
schlüssig und überzeugend, weshalb
darauf
abzustellen ist.
Mit den Gutachtern der MEDAS
E.___
ist somit davon auszugehen, dass spätestens am 29. April 2009
aus organmedizinischer (orthopädischer/neuro
logischer) Sicht ein stationärer Zustand bestand (Urk. 8/ZM90.1 S. 29), mithin
keine namhafte Besserung des Gesund
heitszustandes mehr erwartet werden konnte.
Zwar
ist dem Konsiliargutachten des psychiatrische
n
Gutachters Dr.
H.___
vom 11. Mai 2009 zu entnehmen, dass
die psychischen Beschwerden
des Beschwerdeführers
weiterhin
bestehen und behandlungsbedürftig
sind
(
Urk.
8
/ZM90.2 S. 11).
Dies ist im vor
liegenden Zusammenhang aber nicht zu beachten, da
die Beschwerde
gegnerin für diese psychischen Beschwerden mangels adäquatem Kausalzusam
menhang
zum Un
fall vom 2
3.
April 2002
nicht leistungspflichtig ist
(vgl.
E.
5
.3 nach
stehend).
Allfällige behandlungsbedürftige psychische Beschwerden hindern den Fallab
schluss
somit
nicht (vgl. Rumo-Jungo/Holzer, Bundesgesetz über die Unfallver
sicherung,
4.
Auflage, Zürich/Basel/Genf 2012, S. 144 mit Hinweisen auf die Rechtsprechung).
Da keine Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung pendent sind
,
ist der Fallab
schluss
nicht zu beanstanden.
Mit Verfügung vom
3.
Oktober 2012 stellte die Beschwerdegegnerin
Heilbe
handlungsleistungen per 29. Juni 2009
–
wobei auf eine Rückforderung der über diesen Zeitpunkt hinaus erbrachten Leistungen
verzichtet
wurde
–
und die
Tag
gelder per 30. September 2012
ein
(Urk.
8/Z265
)
. Sie
ist mit ange
foch
tenem Einspracheentscheid vom 1
0.
Mai 2013 nicht davon abgewichen (
Urk.
2 S. 10). Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts bedeutet die Leistungs
ein
stellung mit Wirkung ex nunc et pro futuro kein Rückkommen auf die bisher gewährte Versicherungsleistung. Nur wenn der Unfallversicherer diese zurück
fordert, muss er den hierfür erforderlichen Rückkommenstitel der prozessualen Revision oder der Wiedererwägung ausweisen. Will er aber nicht so weit gehen, sondern die bisher zu Unrecht ausgerichteten Leistungen stehen lassen, ist Verfügungs
gegenstand nur die zukünftige Leistungseinstellung, welche – wenn materiell
rechtlich begründet und mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit nachgewiesen – der Unfallversicherer ohne Rückkommensvoraus
setzung
und damit ohne Bin
dung an früher ausgewiesene Leistungen vor
nehmen kann (BGE 130 V 380 E.
2.3.1; Urteil des Bundesgerichts 8C_616/2013 vom 28. Januar 2014 E. 3.2.1).
Vor diesem Hintergrund
ist es nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegeg
nerin eine weitere
Übernahme der Heil
behandlung
und
eine weitere
Ausrich
tung von Taggeld
über den 3
0. September 2012
hinaus
ablehnte und den Ren
tenanspruch des Beschwerdeführers prüfte.
5.
5
.1
Die
Bemessung des Invaliditätsgrades
ist ebenfalls strittig und zu prüfen
.
Sei
tens der Beschwerdegegnerin blieb
unbestritten, dass zwischen dem Unfaller
eignis vom 2
3.
April 2002 und den somatischen Be
schwerden, insbesondere den prä
do
minierenden Kniebeschwerden rechts mit Bewegungseinschränkungen und Arthrose, ein natürlicher Kausalzusam
men
hang besteht
(
Urk.
7 S. 3)
.
Sie
stellt sich
aber
auf den Standpunkt, dass nicht mit über
wiegender Wahrscheinlichkeit von unfallbedingten Kopfschmerzen ausgegan
gen werden könne
(Urk. 7 S. 3-4)
.
Dem ist entgegenzuhalten, dass d
ie
Gutachter der MEDAS
E.___
auch die
posttraumatische
n
Kopf
schmerzen
des Beschwerdeführers
als
Folge des
Unfalls vom 2
3.
April 2004 an
sehen (E.
3.1.3)
. Es kommt hinzu, dass
in deren
Ein
schätzung zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers aus somatischer
(ortho
pädischer und neurologischer)
Hinsicht –
auf welche
auch die Beschwerde
gegnerin
mit Verfügung vom
3.
Oktober 2012
abstellte
(
Urk.
8/Z265 S.
2
)
–
die Kopfschmerzen nicht explizit ausgeklammert
werden
(E.
3.1.3)
.
Damit erweist sich
aber
auch das Vorbringen des Beschwerdeführers, die Gutachter der MEDAS
E.___
hätten seine Kopfschmerzen nicht berücksichtigt (E. 2.3), als nicht
zutreffend
.
Laut dem psychiatrischen Gutachter
Dr.
H.___
ist die depres
sive Störung des Beschwerde
führers mit überwiegender Wahrschein
lichkeit Folge des Unfalls vom 2
3.
April 200
2.
Er führt
aber auch
aus, dass
bei
den
gesundh
eitlichen Störungen aus psy
chia
trischer Sicht unfallfremde Faktoren, nämlich die Verdeutlichung der vorhandenen Sympto
matik, unsichere Zukunftsperspektiven mit Existenz
ängsten, die Erkrankung der Ehefrau des Beschwerdeführers
,
mitwirken
würden
. Die vor
handene psychische Störung und die unfallfremden Faktoren wirkten im gleichen Ausmass beim Fort
bestehen der aktuellen psychischen Beschwerden mit
(
Urk.
8/ZM90.2 S. 11)
.
Ob die noc
h geklagten psychischen Beschwerden in einem natürlichen Kausal
zusam
men
hang zum versicherten Unfallereignis stehen, kann offen gelassen werden
. Denn
diesbezüglich ist – anders bei Gesundheitsschädigungen mit einem klaren unfallbedingten organischen Substrat, bei welchem der adäquate Kausalzusam
menhang in der Regel mit dem natürlichen bejaht werden kann
(
E. 1.3.2
) – eine besondere Adäquanzprüfung vorzunehmen. Diese hat vorliegend nach den in BGE 115 V 133 genannten Kriterien (Psycho-Praxis) zu erfolgen.
5
.2
Mit Verfügung vom
3.
Oktober 2012 qualifizierte die Beschwerdegegnerin das Unfallereignis vom 2
3.
April 2012 als
im mittleren Bereich der
mittelschwe
ren Unfä
ll
e liegend (
Urk.
8/Z265 S. 3).
Im angefochtenen Einspracheentscheid vom 1
0.
Mai 2013 führte sie aus, das Unfallereignis sei als mittleres Ereignis im Grenzbereich zu den leichten anzusehen (
Urk.
2 S. 7).
Der Beschwerdeführer bringt vor, dass es sich beim von ihm erlittenen Motorradunfall um ein mittle
res Ereignis im mittleren Bereich gehandelt habe (Urk. 1 S. 6).
Die
Be
stimmung des Schweregrades ei
nes Unfallereignisses erfolgt aufgrund des augenfälligen Geschehensablaufs mit den sich dabei entwickelnden Kräften, wobei eine objektivierte Betrachtungsweise anzu
wenden ist. Nicht massgebend sind die Folgen des Unfalles oder Begleitum
stände, die nicht direkt dem Unfallgeschehen zugeordnet werden können. Derartigen, dem eigentlichen Unfallgeschehen nicht zuzuordnenden Faktoren ist gegebenenfalls bei den Adä
quanzkriterien Rech
nung zu tragen. Dies gilt etwa für die – ein eigenes Kriterium bildenden – Ver
letzungen, welche sich die versi
cherte Person zuzieht, aber auch für unter dem Gesichtspunkt der besonders dramatischen Be
gleitum
stände oder besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls zu prüfenden äusseren Um
stände, wie eine
allfäl
lige Dunkelheit im Unfall
zeitpunkt oder Verletzungs- respektive gar Todesfol
gen, die der Unfall für an
dere Perso
nen nach sich zieht
(SVR 2008 UV Nr. 8 S. 27 E. 5.3.1).
Gemäss
Rapport der Kantonspolizei Zürich vom 25. April 2002
sagte der Beschwerdeführer zum Unfall aus
,
er sei mit seinem Motorrad von
Z.___
her kommend nach
J.___
gefahren.
Auf der Bergstrasse in Richtung
K.___
sei er mi
t ca. 60 km/h
gefahren
. Vor
de
r
Kurve sei ihm aufgefallen, dass auf der Fahr
bahn kleine, weisse Steine lagen, weshalb er leicht mit beiden Bremsen gebremst habe.
Er habe absichtlich nicht stark gebremst, weil er Angst gehabt habe, er könnte auf den Steinen ausrutschen. Er könne nicht mehr sagen, wie schnell er gefahren sei. Er sei aber sicher nicht zu schnell gefahren.
Nach dem Sturz sei er in die Leitplanke gerutscht und dort liegen geblieben. Das Motorrad sei noch ca. 5 m weitergerutscht und in der Mitte der Strasse zum Stillstand gekommen (Polizeirapport vom 25. April 2002, Urk. 8/amtliche Akten).
Das Bundesgericht ordnete
namentlich einen Unfall
dem mittleren Bereich
der mittelschweren Unfällen zu, bei dem der Versicherte mit einer geschätzten
Geschwindigkeit von 30 bis 40 km/h fuhr, als ein auf der Gegenspur fahrender Automobilist – in Missachtung des Vortrittsrechts der ent
gegenkommenden Verkehrsteilnehmer – links abbog und dabei die Fahrbahn des Motorradfahrers kreuzte. Der Versicherte versuchte auszuweichen, stürzte aber und rutschte mit dem Motorrad in den Personenwagen. Dabei zog er sich eine Femurschaft-Querfraktur vom mittleren zum distalen Drittel rechts zu (Urteil des Bundes
ge
richts 8C_949/2008 vom
4.
Mai 2009 E. 4.1 mit Hinweisen).
Ferner
wurden
die folgenden beiden Unfälle
vom Bundesgericht
als im mittleren Bereich der mit
telschwer
en
Unfälle
liegend
qualifiziert, wobei die Adäquanz
prüfung dort jeweils nach de
n
in
BGE 117 V 359 entwickelten und in BGE 134 V 109 präzi
sierten Regeln
(Schleudertrauma-Praxis)
erfolgte:
Ein Motor
radfahrer
war auf einem Rundkurs
mit rund 100 km/h,
nach dem Bremsen noch mit rund 80
km/h,
unterwegs, geriet in einer Rechtskurve aus der Fahrbahn in das angren
zende Kiesland
,
wurde
über den
Lenker des Motor
rades hinweg geschleudert und prallte mit dem durch einen Helm geschützten Kopf sowie der rechten Schulter auf dem Boden auf (Urteil des Bundesgerichts U 343/06 vom 1
9.
November 2007 E. 4.4).
In einer Rechtskurve verlor e
in Motorradfahrer nach einem Bremsmanöver die Herrschaft über sein Fahrzeug, geriet auf die Gegen
fahrbahn, stürzte dort und schlitterte weiter
in einen an die Strasse
angrenzen
den Grünstreifen
, wobei
die Verkehrspolizei im Nachhinein aufgrund der Spu
renlage eine Geschwindigkeit von 30 bis 37 km/h vor dem Sturz ermittelte
(Urteil des Bundesgerichts 8C_431/2011 vom 7. Februar 2012 E. 7.1).
Mit Blick auf den Ablauf des Unfallereignisses und
die
Geschwindigkeit vor dem Sturz im vorliegenden Fall sowie
auf die
bundesgerichtliche
Recht
sprechung
ist von einem im mittleren Bereich der mittleren Unfälle liegenden Ereignis auszu
gehen.
Die Adäquanz des Kausalzusammenhangs wäre somit nur dann zu beja
hen, wenn von den weiteren massgeblichen Kriterien (vgl. E. 1.3.3) entweder ein einzelnes in
besonders
ausgeprägter Weise oder aber mindestens drei in gehäufter oder auffallender Weise gegeben wären (SVR
2010 UV Nr. 25
S. 102
E. 4.5)
.
5.3
5.3.1
Der Beschwerdeführer legt nicht explizit dar, dass die Kriterien „besonders drama
tische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls“
,
„Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen“ sowie
„
ärztliche Fehl
behandlung, welche die Unfal
lfolgen erheblich verschlimmert“ ge
geben seien. Nach Lage der Akten wurde dies zu Recht nicht behauptet.
5.3.2
Hinsichtlich der
„ungewöhnlich lange
n
Dauer der ärztlichen Behandlung“
bringt der Beschwer
deführer im Wesentlichen vor
, er
habe mehrfach operiert werden
müssen
. Noch ein Jahr nach dem Unfall –
vom 1
6.
April bis 2
7.
Mai 2003
–
habe ein Reha
bilita
tionsaufenthalt in der
B.___
stattgefunden. Ein stationärer Zu
stand sei ge
mäss den medizinischen Akten erst ca. Mitte 2006 erreicht worden (
Urk.
1 S. 7)
.
Die beim Unfall vom 2
3.
April 2002 erlittene Ver
letzung wurde nach der Verlegung aus
dem
Spital
Z.___
(
Urk. 8/ZM1) ins
A.___
am 24. (Second-look, Débridement medial) und 29. April 2002 (offene Reposi
tion und Fixation der Fraktur mit Klein- und Grossfrag
ment-Schrauben sowie einem LISS)
operiert
(Urk. 8/ZM2-3).
Nach der Konsultation vom 1
6.
Oktober 2002 wurde im Bericht der Klinik für Unfallchirurgie des
A.___
fest
gehalten
, die Schmerzen seien im Zusammenhang mit der vermehrten Belastung erklärbar
(
Urk.
8/ZM11).
Das
r
echte Knie wurde
am 16. Januar 2003
erneut
operiert
(
Urk.
8/ZM1
9
).
Bei der Operation vom
1. Oktober 2003
wurde
ein
e
Pseud
arth
rosen-Re
sektion, Re-Osteosynthese und Spongiosaplastik durchgeführt (Urk. 8/ZM34, Urk. 8/ZM37 Urk. 8/ZM42, Urk. 8/ZM90.1 S. 24).
B
ezüglich
der operativen Versorgung
kann von einer Be
handlung somatisch begründbarer
Schmerzen
gesprochen werden.
In der Folge fanden sich dann aber b
ei der Röntgenuntersuchung im
A.___
vom 1
4.
November 2003 verglichen mit der Voruntersuchung vom
5.
Oktober 2003 unverändert achsengerechte Stellungs
ver
hältnisse. Das Osteosynthesemat
erial war intakt. Es wurden keine Locke
rungs
zeichen, eine gute Konsolidierung und eine voll
ständige Regredienz der Weich
teilschwellung festgestellt
(
Urk.
8/ZM
33)
.
Auch
b
ei der
Röntgenuntersu
chung
vom
4.
Juni 2004 zeigte sich gegenüber der Voruntersuchung ein weitgehend unveränderter Befund (
Urk.
8/ZM45).
Die Ärzte des
A.___
veran
lassten die CT
Untersuchung vom 2
2.
Dezember 2004
und hielten im Bericht vom 18. Januar 2005 fest, die Beschwerden des Beschwerde
führers seien primär auf die medial
betonte Gonarthrose zurückzuführen. Zurzeit seien keine chirur
gischen Mass
nahmen indiziert (
Urk.
8/ZM53).
Am 3
1.
Oktober 2005 wurde –
zur Bilanzie
rung des Schadens
im Knie –
in
der
C.___
eine Kniearthros
kopie vorgenommen und in der gleichen Sitzung eine offene Osteosynthese
material-Entfernung durchgeführt (
Urk.
8/ZM60). Zwar musste sich der Beschwer
deführer
nach dem Unfall
mehreren Operationen unterziehen,
die
Bejahung
des
Kriteri
um
s
„
ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung
“
setzt
nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts
jedoch
eine l
änger dauernde, konti
nuierli
che und zielgerichtete Be
handlung somatisch begründ
barer Schmerzen
voraus
(Urteil
e
des Bundes
gerichts
8C_179/2012 vom 8. November 2012 E. 5.2.4 mit Hinweis und
8C_605/2010 vom 9. November 2010 E. 6.2.2)
.
Ein
operative
r
Ein
griff
bei
Knie
arthroskopie hat grundsätzlich nur explorativen Charakter
(Urteil des Bundesgerichts 8C_605/2010 vom
9.
November 2010
E. 6.2.2).
Die weiter aktenkundigen
Massnahmen wie
Physiotherapie (
vgl. namentlich
Urk. 8/ZM5)
und Schmerzmedikation sowie
die
medizinischen Abklärungen und Kontroll
untersuchungen vermögen das Krite
rium
der
„ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Be
handlung“
nicht zu erfüllen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_68/2009 vom
7.
Mai 2009 E. 5.4).
Ebenso wenig wie die Behandl
ung der psychischen Be
schwerden
(Urteil des Bundes
gerichts 8C_179/2012 vom
8.
November 2010
E. 5.2.4)
.
Das Kriterium
der
„ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behand
lung“
ist somit nicht erfüllt.
Auch
bestand
„
kein
schwieriger Heilverlauf
“
und
sind
keine
„
er
hebliche
n
Komplikationen
“
eingetreten
.
Zur Bejahung dieses Kriteriums
wären besondere Gründe, welche die Heilung beeinträchtigt haben, erforderlich (Urteil des Bundesgerichts 8C_68/2009 vom 7. Mai 2009
E. 5.4 mit Hinweis). Die Einnahme vieler Medikamente
und die Durchführung verschiedener Therapien etwa genügen ebenso wenig
wie der Umstand, dass trotz regel
mässiger Therapien weder eine Beschwerdefreiheit noch eine (vollständige) Arbeitsfähigkeit in der angestam
mten Tätigkeit erreicht werden konnte (Urteil des Bundesgericht
s
8C_957/2008
vom
1.
Mai 2009 E. 4.3.2 mit Hinweis).
Es genügt also nicht
, dass der Beschwerdeführer mehrfach operiert werden musste
und dass
er
Schmerz
medikamente einnehmen musste
.
Be
sondere Gründe
werden weder vom Beschwerdeführer dargetan (Urk. 1 S. 10-11) noch sind sie den medizinischen Akten zu entnehmen.
5.3.3
Weiter macht der Beschwerdeführer geltend, es bestünden
„körperliche Dauer
schmerzen“,
da er bis heute an stark ausgeprägten, stets vor
handen
en
Schmer
zen im Knie und im Bereich des Beckens und an post
traumatischen migräni
formen, an
fallartigen und sehr starken Kopfschmerzen leide. Die Schmerzen seien somatisch bedingt und medizinisch erklärbar und nachvollziehbar (
Urk.
1 S. 9).
Die Gutachter der MEDAS
E.___
diag
nostizierten ein ausgeprägtes Schmerzsyndrom am rechten Kniegelenk mit Bewegungseinschränkung und radiologisch nachweis
barer Arthrose bei Status nach Motorradunfall (E. 3.1.1).
Auch sind beim Beschwerdeführer psychische Beschwerden aufgetreten, welche weiterhin bestehen. Bereits bei der Unter
suchung im
A.___
vom 18. Juni 2004 klagte er nicht nur über persistierende belastungsabhängige Beschwer
den im Bereich des rechten Kniegel
enks sowie gelegentlich Einklem
mungs
erscheinun
gen sondern auch über Depression und Verlust an Selbstwertgefühl (Urk. 8/ZM47).
Bezüglich der Schmerzen im Becken ist fest
zuhalten
, dass
von der neurologischen Gutach
terin nur
vom
Verdacht auf Meralgia paraesthetica rechts
gesprochen wurde
, welche die Beinschmerzen höchstens teilweise erklär
ten
(E.
5
.1). Wegen der Kopf
schmerzen
begab sich der Beschwerdeführer erst am
7.
Januar 2008 zur Untersuchung
ins
A.___
(
Urk.
8/ZM87). Das Kriterium „kör
perliche Dauer
schmerzen“ ist
daher
nicht erfüllt.
5.3.4
Schliesslich sieht der Beschwerdeführer
auch das Kriterium
„Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit“
als
gegeben
an, wobei er insbesondere auf die Einschätzung der
Gutachter der MEDAS
E.___
Bezug nimmt (
Urk.
1 S. 11).
Freilich bestand beim Be
schwerdeführer seit dem Unfall keine andauernde
vollständige
Arbeitsunfähigkeit
aus somatischen Gründen
.
Die Ärzte des
A.___
haben dem Beschwerde
führer
für den Zeitraum
vom 3
1.
Juli bis 3
0.
September 2004 eine 50%ige Arbeits
fähigkeit attestiert (
Urk.
8/ZM47)
.
Dem Bericht
der
C.___
vom
1. Februar 2006
ist zu entnehmen, dass
für
eine teilweise sitzende Tätigkeit eine 50%ige Arbeits
fähigkeit vorstellbar
wäre
(Urk. 8/ZM63). Diese Aussage wurde mit Schreiben der Ärzte der
C.___
vo
m 10. April 2006
insofern
präzisiert
,
als dass
eine 50%ige Arbeits
fä
higkeit
für einen über
w
iegend sitzenden Beruf von
eine
r Umschulung und der
be
ruflichen Quali
fizierung
abhängig gemacht wurde
(Urk. 8/ZM64).
Dr.
D.___
führte in ihrem Bericht vom 3
0.
Mai 2006
–
unter Einbezug der psychischen Beschwerden
–
aus,
dass dem Beschwerdeführer
sitzende Tätigkei
ten im Rahmen von 30
%
mög
licherweise zugemutet werden könnten, dafür würde e
r
aber wohl eine Um
schulung benötigen
(
Urk.
8/ZM67a). Die Ärzte
der
C.___
berichteten am
12. Juni 2006
, es sei gegenüber der Untersu
chung im Januar 2006 eine ge
wisse Besserung eingetreten. Ab
6.
April 2006 werde eine 50%ige Arbeitsfähigkeit in einem angepassten Beruf (überwiegend sitzend, keine Zwangshaltung des Kniegelenks, kein vermehrtes Treppen- oder Leiternsteigen) als möglich erachtet
(
Urk.
8/ZM68)
.
Die Gutachter der MEDAS
E.___
führen zur Frage nach der vorübergehenden Arbeitsfähigkeit während der Behand
lungsphase aus, aus orthopädisch-unfallchirurgischer Sicht werde der vorläufige Endz
ustand mit dem
6.
November 2006 (Bericht des Insti
tuts für Anästhe
siologi
e des
A.___
)
angenommen. Danach bestehe eine 100%ige Arbeits
unfähigkeit
für mittelschwere Tätigkeiten und eine ca. 80%ige Arbeits
un
fähigkeit für leichte Tätigkeiten, da auch das Sitzen starke Schmerzen verur
sache (
Urk.
8/ZM90.1
S. 29). Eingedenk dessen und
nachdem
das Bundes
ge
richt
das Kriterium „Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähig
keit“
praxisgemäss als nicht erfüllt ansieht, wenn die körperlichen Einschrän
kungen die
Ausübung einer angepassten Tätigkeit im Rahmen einer vollen Arbeitsfä
higkeit zulassen (Urteil des Bundesgericht 8C_657/2012 vom 18. Oktober 2012
mit Hinweis
auf RKUV 2001 Nr. U 442 S. 544) ist dieses Kriterium
erfüllt, jedoch nicht in
besonders
ausge
prägter Weise.
5.3.5
Nach
dem Gesagten ist
von den massgeblichen Kriterien nur das Kriterium „Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähig
keit“ gegeben, jedoch nicht in besonders ausgeprägter Weise. Mangels adäquate
n
Kausalzu
sam
men
hang
s
mit dem versicherten Unfallereignis ist die Beschwerdegegnerin für die psychischen Beschwerden
des Beschwerdeführers
nicht leistungspflichtig.
5.4
5.4.1
Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers (
Urk.
1 S. 17) sind der versicherte Verdienst und das Valideneinkommen – wie auch der für die Überentschädi
gungsberechnung massgebende mutmasslich entgangene Verdienst – nicht iden
tisch (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_316/2010 vom
6.
August 2010 E.
5).
5.4.
2
Hinsichtlich des Valideneinkommens stellte die Beschwerdegegnerin auf den AHV-Brutto
lohn des Beschwerdeführers des Monats März 2002 von Fr. 4‘707.-- ab. Der Be
schwerdeführer macht unter Hinweis
auf
die Angaben seiner früheren Arbeitgeberin (Urk. 3/10) geltend, sein Bruttomonatslohn hätte im Jahr 2003 Fr. 4‘800.-- betragen. Wie die Beschwerdegegnerin aber zur Recht festhält, lässt sich diese über dem Nominallohnindex liegende Lohnentwicklung insoweit nicht nachvollziehen, als im Arbeitgeberfrage
bogen
zuhanden
der Invaliden
versicherung (Urk. 3/10) hierzu keine begründeten Angaben gemacht werden. Auch kann diese überdurchschnittliche Lohnentwicklung anhand der Einträge im IK-Auszug vom 19. Dezember 2011 (Urk. 8/Z216) nicht bestätigt werden. Da die ehemalige Arbeitgeberin bereits im Jahre 2006 infolge Konkurses aufgelöst wurde, besteht keine Möglichkeit, die mutmassliche Lohnentwicklung nachzu
fragen (vgl.
Urk.
8/
Z
265 S. 4). Es ist somit nicht zu beanstanden, wenn die Beschwerdegeg
nerin anhand des effektiv zuletzt ausbezahlten Lohnes und unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung für Männerlöhne (2002: 1933, 2012: 2188; Tabelle T39 [Entwicklung der Nominallöhne, der Kon
sumenten
preise und der Reallöhne] des Bundesamtes für Statistik, Die Volks
wirtschaft 1/2-2014,
Tabelle
B10.3, S. 95) ein Valideneinkommen 2012 von Fr. 69‘263.-- ermittelt hat (Urk. 2 S. 12).
Im Übrigen würde auch unter der Annahme, der Beschwerdeführer hätte ohne den Unfall im Jahre 2003
Fr.
4‘800.
--
monatlich erzielt, kein höherer Invalidi
tätsgrad resultieren (Valideneinkommen:
Fr.
69‘730.
--
[
Fr.
62‘400.
--
: 1958 x 2188
]
; Invalideneinkommen:
Fr. 46‘684.--
[vgl. E. 5.4.
3
]; Invaliditätsgrad 33
%
).
5.4.3
Dem
Vorbringen des Beschwerdeführers
,
seine medizinisch
attestierte Arbeitsfä
higkeit sei nicht mehr verwertbar (
Urk.
1 S. 13-16,
S. 18),
kann
nicht gefolgt werden
, begründet er dies doch weitgehend mit seinen psychischen Be
schwer
den und den behaupteten wöchentlichen Ausfällen, welche medizinisch aller
dings nicht objektiviert worden sind
. Die Beschwerdegegnerin
(
Urk.
2
S.
13
)
und – im Sinne einer Eventualbegründung –
auch
der Beschwerdeführer
(
Urk.
1 S.
19)
stellen bezüglich des Invalideneinkommens auf die Tabellenlöhne gemäss
LSE des Bundesamtes für Statistik ab.
Dabei ist von dem in der LSE 2010 (S. 26, Tabelle TA1) für Arbeitnehmer des Anfor
derungsniveaus 4 (einfache und repe
titive Tätigkeiten) im Privaten Sektor (Total) angegebenen Bruttomonats
lohn von Fr. 4'901.-- auszugehen (Lohn, über dem beziehungsweise unter dem sich 50 % aller Lohnangaben befinden [soge
nannter Zentralwert], unter anteils
mässiger Berücksichtigung des 13. Monats
lohnes und standardisiert auf 40
Wochenstunden). Unter Berücksichtigung der im Jahr 2010 geltenden betriebs
üblichen wöchentlichen Arbeitszeit von 41,6 S
tunden sowie der Nominallohn
entw
icklung für
Männer
löhne von 2
150
Punkten im Jahr 20
10
auf 2
188
Punkte im J
ahr 20
12
(Die Volkswirtschaft 1
/2-2014
, Tabelle B9.2 und B10.3, S. 9
4
f.) resultiert ein Einkommen von Fr.
62‘245
.
52
(Pensum 100 %). Bei eine
r
um 25
%
reduzierten Leistung bei vollem
Pensum
(Arbeitsfähigkeit
aus orthopädisch-unfallchirurgischer und neurologischer Sicht, vgl.
E. 3.3)
ent
spricht dies einem jährlichen
Invali
dene
inkommen
2012
von Fr.
46‘684
.--
.
Zu prüfen ist, ob ein (behinderungsbedingter oder anderweitig begründeter) Abzug vom Tabellenlohn vorzunehmen ist. Der Beschwerdeführer hält einen leidens
bedingten Abzug von
insgesamt 25
%
für angemessen
.
Er macht geltend, d
ass Männer in Teilzeitan
stellungen erheblich schlechter
entlöhnt würden als Mitarbeiter in vollen Pen
sen. Ferner
könne er
nur noch vorwiegend sitzende, wechselbelastende Arbeiten mit langen
Pausen ausführen, und sein Arbeitstempo sei verlangsamt
. Zudem sei mit steten Ausfällen (ein bis mehrmals wöchentlich) bei Schmerzex
azerba
tionen zu rechnen
, verbunden mit einem stark erhöh
ten Risiko von Arbeitslo
sigkeit mit entsprechendem Lohnausfall (
Urk.
1 S. 19).
Die Beschwerdegegnerin
hat
mit Verfügung vom
3. Oktober 2012
beim Invaliden
einkommen einen
Abzug
vom Tabellenlohn
vom
5
%
für den Beschäftigungs
grad und 5
%
auf
grund des Umstandes, dass de
r
Beschwerde
führer
vorwiegend noch sitzende Tätigkeiten
verrichten kann, vor
genommen
(
Urk.
8/Z265
S. 4-5
)
.
Wie sie im Einspracheentscheid indes zu Recht ausführte (
Urk.
2 S. 13), rechtfertigt der Umstand, dass die versicherte Person zwar ganztags arbeitsfähig, hierbei aber nur reduziert leistungsfähig ist, grundsätzlich keinen Abzug vom Tabellenlohn (SVR 2012 IV Nr. 17 S. 78; Urteil des Bundes
gerichts 9C_796/2013 vom 2
8.
Januar 2014 E. 3.1.2 und 9C_382/2012 vom 2
5.
Juni 2012 E. 3.2.1 mit Hin
weisen). Dem Beschwerdeführer ist aus ortho
pädischer und neurologischer Sicht grundsätzlich eine volle Präsenzzeit möglich. Der gesundheitsbedingten Leis
tungseinschränkungen (vermehrter Pausenbedarf) wurde bei der Bemessung der Arbeitsfähigkeit mit der Reduktion von 25 % bereits erschöpfend Rechnung getragen. Darin eingeschlossen ist der zu erwartende schmerzbedingte Ausfall. Ein weiterer Abzug infolge der behaupteten, medizinisch allerdings nicht objek
tivierten ein- bis zweimaligen
Ausfällen pro Wochen wegen Kopfschmerzen, ist daher nicht angezeigt. Damit ergibt sich ein hypothetisches Invalideneinkom
men von Fr. 46‘684.-- (Stand 2012).
5.4.
4
Beim Einkommensvergleich (Valideneinkommen: Fr. 69‘263.--, Invalidenein
kommen
:
Fr.
4
6
‘
684
.--)
resultiert
eine Erwerbseinbusse
von
Fr.
2
2
‘
579
.-- bzw. ein
Invaliditäts
grad von gerundet 3
3
%
(3
2
,
59
%
).
Damit hat der Beschwerde
führer ab dem
1.
Oktober 2012 Anspruch auf eine Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad von 3
3
%
.
5.5
5.5.1
Strittig und zu prüfen ist weiter der versicherte Verdienst.
5.5.
2
Die Renten werden gemäss
Art.
15
Abs.
1 UVG nach dem versicherten Verdienst bemessen. Als versicherter Verdienst gilt der nach der Bundesgesetzgebung über die AHV massgebende Lohn mit unter anderem der Abweichung, dass Familien
zulagen, die als Kinder-, Ausbildungs- oder Haushaltzulagen im orts- oder branchenüblichen Rahmen gewährt werden, ebenfalls als versicherter Verdienst gelten (
Art.
22
Abs.
2 lit. c der Verordnung über die Unfall
versicherung [UVV]). Als Grundlage für die Bemessung der Renten gilt der innerhalb eines Jahres vor dem Unfall bei einem oder mehreren Arbeitgebern bezogene Lohn, einschliess
lich noch nicht ausbezahlter Lohnbestandteile, auf die ein Rechtsanspruch besteht (
Art.
22
Abs.
4 erster Satz UVV). Der Bundesrat ist nach
Art.
15
Abs.
3 letzter Satz UVG befugt, in Sonderfällen Bestimmungen über den versicherten Verdienst zu erlassen, namentlich bei langdauernder Taggeldberechtigung (lit.
a). Solche Sonderfälle sind in Bezug auf die Rentenberechnung in
Art.
24 UVV umschrieben. Einschlägig ist vorliegend
Art.
24
Abs.
2 UVV: Beginnt die Rente mehr als fünf Jahre nach dem Unfall oder dem Ausbruch der Berufskrankheit, so ist der Lohn massgebend, den der Versicherte ohne den Unfall oder die Berufskrankheit im Jahre vor dem Rentenbeginn bezogen hätte, sofern er höher ist als der letzte vor dem Unfall oder dem Ausbruch der Berufs
krankheit erzielte Lohn. Diese Bestimmung bezweckt lediglich die Anpassung der Rente an die normale Lohnentwicklung (BGE 123 V 45 E. 3c S. 50) im angestammten Tätig
keitsbereich. Andere den versicherten
Verdienst
beein
flussen
de Änderungen in den erwerblichen Verhältnissen werden nicht berück
sichtigt (BGE 127 V 165 E.
3b S. 171). Der vor dem Unfall bezogene Lohn ist dabei an die geschlechts
spe
zifisch ausgewiesene Nominallohnentwicklung im angestammten Tätigkeits
be
reich anzupassen und nicht auf die Lohnentwicklung beim konkreten Arbeitge
ber (
BGE 137 V 406 E. 5.2 = Pra. 2012 S. 242 E. 5.2
; Urteil des Bundes
gerichts 8C_316/2010 vom
6.
August 2010 E. 4.3).
5.5.
3
Die frühere Arbeit
geberin des Beschwerdeführers teilte der Beschwerdegegnerin mit Schreiben vom 2
1.
Oktober 2003 mit, dass dessen AHV-pflichtiger Brutto
lohn im Jahr vor dem Unfall bzw. von April 2001 bis März 2002
Fr.
60‘703.20 zuzüglich Kinderzulagen von
Fr.
3‘600.-- betragen habe (Urk.
8/Z50). Der Beschwerdeführer bezieht sich demgegenüber auf den Fra
gebogen für den Arbeitgeber zu
ha
nden der
IV-Stelle, welchen seine ehemalige Arbeitgeberin am 1
5.
Mai 2003 ausgefüllt hat (
Urk.
1 S. 16,
Urk.
3/3).
Wie oben ausgeführt, sind diese Angaben irrelevant, unabhängig davon
,
dass auch keine konkreten Anhaltspunkte dafür bestehen, dass der Beschwerdeführer ab 2003 Anspruch auf einen höheren (über der Nominallohnanpassung liegenden) Lohn gehabt hätte (E. 5.4.1).
Bezüglich des AHV-pflichtigen Bruttolohns des Beschwerde
führers von April 2001 bis März 2002 ist diesem Fragebogen nichts anderes zu entnehmen, als der Beschwerdegegnerin am 21.
Oktober 2003 mitgeteilt wurde.
Es ist auf de
n
von der ehemaligen Arbeitgeberin des Beschwerdeführers ange
ge
ben
en
Lohn von Fr. 60‘703.20 abzustellen.
N
achdem zwischen dem Renten
beginn per
1.
Oktober 2012 und dem Unfall vom 2
3.
April 2002 mehr als fünf Jahre vergangen sind
, ist der AHV-pflichtige
Bruttolohn im Jahr vor dem Unfall (
April 2001 bis und mit März 2002
) von
Fr. 60‘703.20
der allgemeinen statisti
schen Nominal
lohnentwicklung im angestammten Tätigkeitsbereich anzupassen (BGE 137 V 406 E. 5.2 = Pra. 2012 S. 242 E. 5.2; Urteil des Bundesgerichts 8C_316/20
10 vom
6.
August 2010 E.
4.3.1). Zu Recht
weist die Beschwerde
gegnerin in ihrem Einspracheentscheid daraufhin, dass die Anpassung an die Nominal
lohnentwicklung bei richtiger Auslegung von
Art.
24
Abs.
2 UVV sich auf das Vorjahr (Kalenderjahr) vor dem Unfall bezieht; dies zwingend im Hinblick auf
Art.
44
Abs.
2 UVV (vgl. jedoch die nicht näher begründete Berechnung des Bundesgerichts im Urteil
8C_316/20
10 vom
6.
August 2010 E. 4.3.1). Demzufolge berechnet sich ausgehend von Fr. 60‘7
0
3.20 (Basis April 2001 bis und mit März 2002) und
unter der Berücksichtigung der Nominallohnentwick
lung im Gastgewerbe (2002: 111.3, 2010: 124.9; 2011: 100.0 [Index Basis 2010=100] Tabelle T1_93_1: Nominallohnindex 2002-2010; Tabelle T1.10: Nominal- und Reallohnindex 2011-2012 des Bundesamtes für Statistik)
ein
hypothetischer
versicherter
Verdienst 2011 vo
n Fr. 68‘120.6
6.
Die zwei Töchter des Beschwerdeführers sind am
4.
April 1997 bzw.
9.
November 2000 geboren (
Urk.
8/ZM90.1 S. 25, Familienbüchlein). Unter Berücksichtigung der Kinderzu
lagen (
Art.
22
Abs.
2 lit. b UVV) im Umfang von
Fr. 200.-- und Fr.
250.
-- (ab Vollendung des 12. Altersjahres; vgl. § 4
Abs.
1 und 2 des kantonalen Ein
führungsgesetzes zum Bundesgesetz über die Familienzulagen)
pro Monat bzw.
Fr.
5‘400.-- pro Jahr resultiert ein
versicherter
Verdienst von
Fr. 73‘520.66
(2011
)
.
Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers lässt sich auch aus der
Verfügung betreffend Überentschädigung vom 2
9.
Februar 2012 (
Urk.
3/9)
kein höherer versicherter Verdienst
ableiten
.
Wie bereits ausgeführt ist der versicherte Ver
dienst nicht identisch mit dem mutmasslich
entgangenen Verdie
nst ab 2
3.
April 2002, welcher sich nach Art. 69 Abs. 4 ATSG bestimmt
, mithin
unter Berück
sichtigung aller Einkünfte
, die ohne das schädigende Ereignis tatsächlich erzielt worden wären
, einschliesslich der durch den Versicherungsfall verursachten Mehrkosten und allfälliger Einkommenseinbussen von Angehörigen (vgl. hierzu auch BGE 139 V 108).
5.
5.4
Bei einer Invalidität (E. 5.4.3) von 33 % errechnet sich eine Jahresrente von Fr. 19‘409.45 bzw. monatlich Fr. 1‘617.45.
Damit erfolgte die Korrektur im Einspracheentscheid (verfügungsweise wurde die monatliche Rente noch mit Fr. 1‘644.-- beziffert) grundsätzlich zu Recht (vgl. Urk. 2 S. 15). Infolge Abweisung der Einsprache verblieb das monatliche Rentenbetreffnis indes bei Fr. 1‘644.--, was angesichts des Urteils 8C_316/2010 vom 6. August 2010 nicht zu beanstanden ist. Die Überent
schädigungs
berech
nung bzw. die Berechnung der Komplementärrente ist nicht Gegenstand des angefochtenen Einspracheentscheids. Es bleibt daher bei der Feststellung, dass ohne Berücksichtigung einer allfälligen Überentschädigung berechnete monat
liche Rentenbetreffnis Fr. 1‘644.-- ab 1. Oktober 2012 beträgt.
6.
6.1
Zu prüfen bleibt schliesslich die Höhe der Integritätsentschädigung bzw. die Bemessung des Integritätsschadens.
6.
2
Nach Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine ange
mes
sene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall eine dau
ernde erhebliche Schädigung der körperlichen oder geistigen Integrität erleidet. Die Integritätsentschädigung wird in Form einer Kapitalleistung gewährt. Sie darf den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten Jahresver
dienstes nicht übersteigen und wird entsprechend der Schwere des Integritäts
schadens abge
stuft (Art. 25 Abs. 1 UVG).
Gemäss Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung der Ent
schädi
gung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36 UVV Gebrauch gemacht. Abs. 1 dieser Vorschrift bestimmt, dass ein Integritätsschaden als dauernd gilt, wenn er voraussichtlich während des ganzen Lebens mindestens in gleichem Umfang besteht. Er ist erheblich, wenn die körperliche oder geistige Integrität, unabhän
gig von der Erwerbsfähigkeit, augenfällig oder stark beeinträchtigt wird.
Gemäss Abs. 2 gelten für die Bemessung der Integri
tätsentschädigung die Richtlinien des Anhanges 3. Fallen mehrere körperliche oder geistige Inte
gri
tätsschäden aus einem oder mehreren Unfällen zusammen, so wird die Integri
tätsentschädigung nach der gesamten Beeinträchtigung fest
gesetzt (Abs. 3).
Die Bemessung der Integritätsentschädigung richtet sich laut Art. 25 Abs. 1 UVG nach der Schwere des Integri
tätsschadens. Diese beurteilt sich nach dem medizinischen Befund. Bei gleichem medizinischen Befund ist der Integri
täts
schaden für alle Versicherten gleich; er wird abstrakt und egalitär bemessen. Die Integritätsentschädigung der Unfallversicherung unterscheidet sich daher von der privat
rechtlichen Genugtuung, mit welcher der immaterielle Nach
teil indivi
duell unter Würdigung der besonderen Umstände bemessen wird. Es lassen sich im Gegensatz zur Bemessung der Genugtuungssumme im Zivilrecht (vgl. BGE 112 II 131 E. 2) ähnliche Unfallfolgen miteinander ver
gleichen und auf medizi
nischer Grundlage allgemein gültige Regeln zur Be
messung des Integritätsscha
dens aufstellen; spezielle Behinderungen der Be
troffenen durch den Integritäts
schaden bleiben dabei unberücksichtigt. Die Bemessung des Integritätsschadens hängt somit nicht von den besonderen Um
ständen des Einzelfalles ab; auch geht es bei ihr nicht um die Schätzung erlittener Unbill, sondern um die medi
zinisch-theoretische Ermittlung der Beeinträchtigung der körper
lichen oder geistigen Integrität, wobei subjektive Faktoren ausser Acht zu lassen sind (BGE 115 V 147 E. 1, 113 V 218 E. 4b mit Hinweisen; RKUV 2001 Nr. U 445 S. 555 ff.).
6.
3
Hinsichtlich der
Integritätsentschädigung
stützten sich sowohl der Beschwerde
führer
(
Urk.
1 S. 20)
als auch die Beschwerdegegnerin
(
Urk.
2 S. 16)
auf die Ein
schätzung der Gutachter der MEDAS
E.___
.
Diese
bezifferten die Inte
gri
tätseinbusse aus organmedizinischer Sicht (orthopädisch-unfallchirurgisch und neurologisch) mit
30
%
(
Urk.
8/ZM90.1 S. 31). Hierauf ist abzustellen, auch wenn gemäss
Tabelle 2 (Integritätsschaden bei Funktionsstöru
ng an den unteren Extremitäten)
der
Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (
SUVA
) ein 30%iger Integritätsschaden etwa bei einem steifen Knie anzunehmen ist.
Anlässlich der
Begutachtung in der MEDAS
E.___
war
die Beweglichkeit des rechten Knies wegen starker muskulärer Abwehrspannung
(bei gut entwi
ckelter Ober- und Unterschenkelmuskulatur) nur erschwert möglich (
Urk.
8/ZM90.1 S.
17). Jedenfalls wurde
aber
kein steifes Knie festgestellt. Weil die Beschwerde
gegnerin für die psychischen Beschwerden des Beschwerde
führers mangels Unfall
kausalität nicht leistungspflichtig ist, ist auch keine Integritätsent
schädigung aufgrund eines psychischen Integritätsschadens geschuldet
. Dem
nach hat der Beschwerdeführer bei einer Integritätseinbusse von 30 % auf
grund
der somatischen Unfallfolgen Anspruch auf eine Integritäts
entschädigung von Fr. 32‘040.--
.
7.
Schliesslich beantragt der Beschwerdeführer, die Beschwerdegegnerin habe auch
nach Festsetzung der Rente
gestützt auf Art. 21 UVG
Heilbehandlung
s
leistun
gen zu erbringen
.
Hierzu nahm die Beschwerdegegnerin im ange
fochtenen Einspracheentscheid vom 1
0.
Mai 2013 (
Urk.
2)
zwar nicht explizit Stellung, m
angels adäquatem Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vom 2
3.
April 2002 und
den psychischen Beschwerden besteht
indes
so oder anders keine
Leistungs
pflicht der Beschwerde
gegnerin bezüglich der Therapie dieser
Beschwerden. Die Gutachter der MEDAS
E.___
benennen weder aus neu
rologischer (
Urk.
8/ZM90.1 S. 28) noch orthopädisch-unfallchirurgischer Sicht (
Urk.
8/ZM90.1 S. 31)
Heilbehandlungsmassnahmen
,
welche der Beschwerde
führer zur Erhaltung seiner verbleibenden Erwerbsfähigkeit
dauernd bedürfte (
Art.
21
Abs.
1 lit. c UVG).
Art.
21
Abs.
1 lit.
a, b und d UVG sind
nicht ein
schlägig.
Es besteht somit kein Anspruch auf Heilbehandlung nach Fest
setzung der Rente.
Vorbehalten bleibt das Rückfallsrecht.
8.
Diese Erwägungen führen
im Ergebnis
zur
Abweisung
der Beschwerde.
Das Gericht erkennt:
1.
Die Beschwerde wird
abgewiesen.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3
.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwältin Barbara Laur
-
Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG
-
Bundesamt für Gesundheit
4
.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu ent
halten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDer Gerichtsschreiber
HurstHübscher