# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d96ee3d5-c1eb-5735-b201-90c4cdd1ec48
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-09-10
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Versicherungsgericht 10.09.2025 VBE.2024.525
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_007_VBE-2024-525_2025-09-10.pdf

## Full Text

Versicherungsgericht 

2. Kammer 

 

VBE.2024.525 / ms / fi 
Art. 113 

 

 

Urteil vom 10. September 2025 
 

 

Besetzung  Oberrichterin Fischer, Vizepräsidentin  

Oberrichterin Gössi  

Oberrichter Kathriner  

Gerichtsschreiber Schweizer          

 

 
   

Beschwerde- 

führerin  

 A._____ 

     

 
   

Beschwerde-

gegnerin  

 SVA Aargau, IV-Stelle, Bahnhofplatz 3C, Postfach, 5001 Aarau   

     

 
 

Gegenstand  Beschwerdeverfahren betreffend IVG Renten 

(Verfügung vom 24. September 2024) 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Versicherungsgericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Die 1981 geborene Beschwerdeführerin meldete sich am 9. März 2023 bei 

der Beschwerdegegnerin zum Bezug von Leistungen (Berufliche Integra-

tion/Rente) der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) an. Die Be-

schwerdegegnerin tätigte daraufhin berufliche sowie medizinische Abklä-

rungen und legte die Akten dem Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) vor. 

Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren sprach sie der Beschwerde-

führerin mit Verfügung vom 24. September 2024 ab dem 1. September 

2023 eine ganze Invalidenrente in der Höhe von monatlich Fr. 1'076.00 

nebst Kinderrente zu. Ferner setzte die Beschwerdegegnerin mit Verfü-

gung vom 6. November 2024 die Nachzahlung der Rente bis September 

2024 fest. 

 

2. 

2.1. 

Mit Eingabe vom 23. Oktober 2024 erhob die Beschwerdeführerin fristge-

recht Beschwerde gegen die Verfügung vom 24. September 2024 und be-

antragte sinngemäss die Überprüfung der Rentenberechnung und Zu-

sprache einer betraglich höheren Invalidenrente.  

 

2.2. 

Mit Vernehmlassung vom 28. November 2024 beantragte die Beschwerde-

gegnerin die Abweisung der Beschwerde.  

 

2.3. 

Am 2. Dezember 2024 reichte die Beschwerdeführerin eine weitere Ein-

gabe und verschiedene Beilagen ein. 

 

2.4. 

Mit instruktionsrichterlicher Verfügung vom 28. April 2025 wurde die Be-

schwerdegegnerin aufgefordert, die der Rentenberechnung gemäss Verfü-

gung vom 24. September 2024 zugrunde liegenden vollständigen Berech-

nungsgrundlagen inklusive der entsprechenden Beilagen einzureichen.   

 

2.5. 

Mit Eingabe vom 20. Mai 2025 reichte die Beschwerdeführerin weitere Un-

terlagen zu den Akten und bestätigte sinngemäss ihre Beschwerdeanträge.  

 

2.6. 

Mit Eingaben vom 18. sowie 20. Juni 2025 reichte die Beschwerdegegnerin 

die angeforderten Unterlagen zu den Akten.  

 

  

 - 3 - 

 

 

   

Das Versicherungsgericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Die Beschwerdeführerin erhob mit Eingabe vom 23. Oktober 2024 Be-

schwerde gegen die Verfügung vom 24. September 2024, mit welcher die 

Beschwerdegegnerin ihr eine ganze Rente ab 1. September 2023 zuge-

sprochen und die betragsmässige Höhe der Invalidenrente ab 1. Oktober 

2024 festgesetzt hatte. Mit Verfügung vom 6. November 2024 setzte die 

Beschwerdegegnerin noch die betragliche Höhe der für den Zeitraum vom 

1. September 2023 bis 30. September 2024 geschuldeten Rentenbetreff-

nisse und die sich daraus ergebende Nachzahlung fest. Die im Zeitpunkt 

der Beschwerdeerhebung vom 23. Oktober 2024 noch nicht erlassene, sich 

auf die Verfügung vom 24. September 2024 stützende Verfügung vom 

6. November 2024 gilt vorliegend als mitangefochten. 

 

2. 

Strittig ist vorliegend einzig die betragsmässige Höhe der Invalidenrente. 

Der Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine ganze Rente ab dem 

1. September 2023 ist hingegen unumstritten und die Zusprache einer sol-

chen gibt aufgrund der vorliegenden Akten auch zu keinerlei Beanstan-

dungen Anlass.  

 

3. 

Die Beschwerdegegnerin ging – bei einer Beitragsdauer des Jahrgangs 

von 21 Jahren und einer angerechneten Beitragszeit von 15 Jahren – in 

Anwendung der Rentenskala 32 (Teilrente) von einem massgebenden 

durchschnittlichen Jahreseinkommen (basierend auf Beiträgen während 

15 Jahren und 1 Monat) von Fr. 26'460.00 aus (Vernehmlassungsbeilage 

[VB] 52 S. 1).  

 

Die Beschwerdeführerin macht im Wesentlichen geltend, durch den erlitte-

nen Unfall im Spital B._____ im Jahr 2016 sei ihr ein potenzieller 

monatlicher Lohnausfall im Mittel von netto Fr. 5'523.00 als 

Kunstpädagogin entstanden. Sie habe nach dem Unfallereignis im Spital 

B._____ ab November 2016 ihre akademische Laufbahn aus 

gesundheitlichen Gründen nicht wie gewünscht einschlagen können und 

habe sich diversen Eingriffen und Behandlungen unterziehen müssen. 

Ohne das Ereignis im Spital B._____ wäre sie gesund und würde eine 

Tätigkeit in der Kunstpädagogik ausüben. Die Rentenberechnung anhand 

der nach Körperschädigung ausgeübten Studentenjobs und Teilzeitstellen 

zu erheben und lediglich eine Teilrente zuzusprechen, könne sie nicht 

akzeptieren (Beschwerde S. 5 f.). 

 

 - 4 - 

 

 

4. 

4.1. 

Gemäss Art. 37 Abs. 1 IVG entsprechen die Invalidenrenten den Alters-

renten der Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV). Nach 

Art. 29bis Abs. 2 AHVG werden für die Rentenberechnung Beitragsjahre, 

Erwerbseinkommen sowie Erziehungs- oder Betreuungsgutschriften der 

rentenberechtigten Person zwischen dem 1. Januar nach Vollendung des 

20. Altersjahrs und dem 31. Dezember vor Eintritt des Versicherungsfalles 

(Referenzalter oder Tod) berücksichtigt. Die Rentenhöhe ist somit im 

Wesentlichen von der Beitragsdauer und der Beitragshöhe abhängig. 

 

4.2. 

Gemäss Art. 29quater AHVG wird die Rente nach Massgabe des durch-

schnittlichen Jahreseinkommens berechnet. Dieses setzt sich zusammen 

aus den Erwerbseinkommen (lit. a), den Erziehungsgutschriften (lit. b) und 

den Betreuungsgutschriften (lit. c). Nach Art. 29quinquies werden bei erwerbs-

tätigen Personen nur die Einkommen berücksichtigt, auf denen Beiträge 

bezahlt wurden. Gemäss Ziffer 5004 der Wegleitung des BSV über 

die Renten in der Eidgenössischen Alters-, Hinterlassenen- und Invaliden-

versicherung (RWL; in der vorliegend anwendbaren Version 18, Stand: 

1. Januar 2023) ist für die Ermittlung der einzelnen Berechnungselemente 

grundsätzlich der Zeitpunkt des Eintritts des Versicherungsfalles massge-

bend.  

 

4.3. 

Gemäss Beurteilung vom 23. Februar 2024 von Dr. med. C._____, 

Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe sowie Praktischer Arzt, bestehe 

mit der schweren Endometriose ein Gesundheitsschaden mit 

Krankheitswert. Seit dem 29. April 2022 bis auf weiteres bestehe in der 

angestammten Tätigkeit eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. Die 

Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit entspreche der Arbeitsfähigkeit in 

angestammter Tätigkeit (VB 44 S. 4). Folglich ist davon auszugehen, dass 

der Eintritt des Versicherungsfalles (vorliegend: Invalidität) per April 2023 

erfolgt ist (vgl. Art. 4 Abs. 2 IVG; BGE 136 V 369 E. 1.1 S. 371), weshalb 

die Beschwerdegegnerin zu Recht lediglich das Erwerbseinkommen 

berücksichtigt hat, auf das die Beschwerdeführerin bis April 2023 Beiträge 

bezahlt hat (Berechnungsgrundlagen act. 1 S. 3 ff.; vgl. dazu E. 4.2. 

hiervor).  

 

Ein allfälliges hypothetisches Einkommen respektive ein entgangener Ver-

dienst, der im Gesundheitsfall erzielt werden könnte, kann bei der Bemes-

sung der betraglichen Rentenhöhe nicht berücksichtigt werden, da von Ge-

setzes wegen nur das tatsächlich erzielte Einkommen zu berücksichtigen 

ist, auf dem Beiträge bezahlt wurde (vgl. E. 4.2. hiervor). Die Berechnung 

des massgebenden durchschnittlichen Jahreseinkommens erweist sich 

ausweislich der vorliegenden Akten somit als korrekt. 

 - 5 - 

 

 

 

Soweit die Beschwerdeführerin sinngemäss eine Frühinvalidität geltend 

machen will, da sie aufgrund des Ereignisses im November 2016 ihre Aus-

bildung nicht habe absolvieren können (vgl. auch Eingabe der Beschwer-

deführerin vom 2. Dezember 2024), ist auf Folgendes hinzuweisen: Die am 

D. Juni 1981 geborene Beschwerdeführerin war zum Zeitpunkt des von ihr 

geltend gemachten Ereignisses im November 2016 bereits über 25 Jahre 

alt, weshalb bereits aus diesem Grund die Anwendung der Ausnahmere-

gelung von Art. 37 Abs. 2 IVG (Rentenzuschlag für Frühinvalidität) ausser 

Betracht fällt (vgl. zum Ganzen BGE 137 V 417) und sich somit Weite-

rungen hierzu erübrigen. 

 

5. 

5.1. 

Nach dem Dargelegten erweist sich die von der Beschwerdegegnerin ver-

fügte Rentenhöhe als korrekt, weshalb die gegen die Verfügungen vom 

24. September 2024 und 6. November 2024 erhobene Beschwerde abzu-

weisen ist. 

 

5.2. 

Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Kosten 

werden nach dem Verfahrensausgang und unabhängig vom Streitwert im 

Rahmen von Fr. 200.00 bis Fr. 1'000.00 festgesetzt. Für das vorliegende 

Verfahren betragen diese Fr. 800.00. Sie sind gemäss dem Verfahrensaus-

gang der Beschwerdeführerin aufzuerlegen.  

 

5.3. 

Der Beschwerdeführerin steht nach dem Ausgang des Verfahrens 

(Art. 61 lit. g ATSG) und der Beschwerdegegnerin aufgrund ihrer Stellung 

als Sozialversicherungsträgerin (BGE 126 V 143 E. 4 S. 149 ff.) keine Par-

teientschädigung zu. 

 

 
   

Das Versicherungsgericht erkennt: 

 

1. 

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 

2. 

Die Verfahrenskosten von Fr. 800.00 werden der Beschwerdeführerin auf-

erlegt.  

 

3. 

Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.  

 

  

 - 6 - 

 

 

 

 
   

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim 

Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung 

mit Art. 90 ff. BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom sieb-

ten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli 

bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar 

(Art. 46 BGG).  

 

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 

6004 Luzern, zuzustellen. 

 

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe 

der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines 

Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweis-

mittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Hän-

den hat (Art. 42 BGG). 

 

 
   

Aarau, 10. September 2025 

 

Versicherungsgericht des Kantons Aargau 

2. Kammer 

Die Vizepräsidentin: Der Gerichtsschreiber: 

 

 

 

Fischer Schweizer