# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** bc2acadf-24b8-5d78-ad68-cc964b841b4b
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2020-08-14
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 14.08.2020 BB.2020.196
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG/CH_BSTG_001_BB-2020-196_2020-08-14.pdf

## Full Text

Beschluss vom 14. August 2020 
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter 

Cornelia Cova, Vorsitz, 

Giorgio Bomio-Giovanascini und Stephan Blättler, 

Gerichtsschreiber Stephan Ebneter 

   
 

Parteien 

  

A., 

 

Beschwerdeführer 

 

 gegen 

   

BUNDESANWALTSCHAFT,  

 

Beschwerdegegnerin 

 

 

 

Gegenstand  Nichtanhandnahmeverfügung (Art. 310 i.V.m. 

Art. 322 Abs. 2 StPO); unentgeltliche Rechtspflege 

im Beschwerdeverfahren (Art. 29 Abs. 3 BV) 

  

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: BB.2020.196 

Nebenverfahren: BP.2020.60  

 

 

 

- 2 - 

 

 

 

Die Beschwerdekammer hält fest, dass: 

 

- A. mit als «Eingabe Strafanzeigen gemäss Beilagen + Revisionsgesuch + 

Untersuchungsforderung/Strafanzeigen» betitelter Eingabe datiert vom 

23. April 2020 an die Bundesanwaltschaft (nachfolgend «BA») gelangte 

(Verfahrensakten SV.20.0510, Reiter 1); 

 

- die BA am 19. Mai 2020 verfügte, die Strafanzeige werde – soweit eine Bun-

deszuständigkeit vorliege – nicht anhand genommen (act. 1.1; Verfahrens-

akten SV.20.0510, Reiter 2); 

 

- A. mit als «Beschwerde gg. Nichtanhandnahme v. 19.5.2010 [sic] / 

SV.20.0510 und Strafanzeige gegen Bundesanwalt [sic] B.» datiert vom 

5. Juni 2020 (Poststempel: 7. Juni 2020) an die Beschwerdekammer des 

Bundesstrafgerichts gelangt und zahlreiche Anträge stellt (act. 1); 

 

- die BA auf entsprechendes Ersuchen (act. 2) hin am 11. Juni 2020 die Ver-

fahrensakten übermittelte (act. 3). 

 

 

 

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass: 

 

- gegen eine Nichtanhandnahmeverfügung der Bundesanwaltschaft die Be-

schwerde an die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts innert zehn 

Tagen zulässig ist (Art. 310 Abs. 2 i.V.m. Art. 322 Abs. 2 StPO und Art. 37 

Abs. 1 StBOG); 

 

- zur Beschwerde die Parteien legitimiert sind, sofern sie ein rechtlich ge-

schütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung des angefochtenen 

Entscheides haben (Art. 310 Abs. 2 i.V.m. Art. 322 Abs. 2 und Art. 382 Abs. 1 

StPO); 

 

- die geschädigte Person somit grundsätzlich nur insoweit zur Beschwerde le-

gitimiert ist, als sie sich im Sinne der Art. 118 f. StPO als Privatklägerschaft 

konstituiert hat bzw. als sie – was gerade bei der Nichtanhandnahmeverfü-

gung der Fall sein kann – noch keine Gelegenheit hatte, sich als Privatklä-

gerschaft zu konstituieren (vgl. hierzu u.a. den Beschluss des Bundesstraf-

gerichts BB.2016.24 vom 7. Juni 2016 E. 1.2 mit Hinweisen); 

 

- 3 - 

 

 

 

- die Staatsanwaltschaft eine Untersuchung eröffnet, wenn sich aus den Infor-

mationen und Berichten der Polizei, aus der Strafanzeige oder aus ihren ei-

genen Feststellungen ein hinreichender Tatverdacht ergibt (Art. 309 Abs. 1 

lit. a StPO); 

 

- sie auf die Eröffnung verzichtet, wenn sie sofort eine Nichtanhandnahmever-

fügung oder einen Strafbefehl erlässt (Art. 309 Abs. 4 StPO); 

 

- der Beschwerdeführer in seiner Eingabe vom 23. April 2020 insbesondere 

erklärt, dass er «[e]ntsprechend den zwei beiliegendem [sic] Dossiers […] 

Strafanzeige gegen eine Vielzahl an Staatsanwält-, Ober- und Bundesrich-

terInnen aufgrund systematischer Benachteiligung etc.» erstatte; er seiner 

Eingabe gemäss Beilagenverzeichnis inbesondere ein «Dossier 1, Gröbst-

fahrlässiges Verhalten Polizei, Staatsanwaltschaft, OGer», ein «Dossier 2, 

Strafanzeigen im Kontext des Strafbefehlsverfahrens 2011-024-692» und 

ein «Dossier 3, Strafanzeigen im Kontext der Untersuchungen gg. C. / D. AG 

(ehem. E. GmbH)» beilegte (Verfahrensakten SV.20.0510, Reiter 1); 

 

- die BA mit den Verfahrensakten SV.20.0510 drei weisse unverschlossene 

Kuverts übermittelte, die entsprechend dem Beilagenverzeichnis der Ein-

gabe vom 23. April 2020 beschriftet sind; soweit ersichtlich das Dossier 1 ein 

Beilagenverzeichnis und einen Stoss von Dokumenten enthält; soweit er-

sichtlich das Dossier 2 ein Schreiben mit durchgestrichenem Adressaten da-

tiert vom 23. April 2020 betreffend «Revisionsgesuch gg. Strafbefehl 2011-

024-692 vom 17. November 2011», ein an die BA adressiertes Schreiben 

datiert vom 23. April 2020 betreffend «Strafanzeige Art. 312 StGB Amtsmiss-

brauch, Art. 314 StGB Ungetreue Amtsführung, Art. 317 StGB Urkundenfäl-

schung im Amt, Art. 305 StGB Begünstigung» und einen Stoss von Doku-

menten enthält; soweit ersichtlich das Dossier 3 ein an die BA adressiertes 

Schreiben datiert vom 23. April 2020 betreffend «Strafanzeige Art. 312 StGB 

Amtsmissbrauch, Art. 314 StGB Ungetreue Amtsführung, Art. 317 StGB Ur-

kundenfälschung im Amt, Art. 305 StGB Begünstigung, etc» und einen Stoss 

von Dokumenten enthält; 

 

- den erwähnten Eingaben wie auch der Beschwerde des Beschwerdeführers 

kein konkreter Sachverhalt entnommen werden kann, der einen hinreichen-

den Tatverdacht begründen könnte; es im Übrigen nicht Aufgabe der Straf-

verfolgungsbehörde ist, ob allenfalls in Beilagen Sachverhaltselemente zu 

finden sind, welche einen Tatverdacht begründen könnten (OBERHOLZER, 

Grundzüge des Strafprozessrechts, 4. Aufl. 2020, N. 1763 mit Hinweis); 

 

- 4 - 

 

 

 

- sodann in Bezug auf Strafanzeigen gegen kantonale Staatsanwältinnen und 

Staatsanwälte oder Richterinnen und Richter ohnehin keine Bundeszustän-

digkeit anzunehmen ist; 

 

- die Beschwerdegegnerin daher zu Recht keine Strafuntersuchung eröffnet 

hat; 

 

- nach dem Gesagten sich die Beschwerde als offensichtlich unbegründet er-

weist, weshalb sie ohne Schriftenwechsel abzuweisen ist, soweit darauf ein-

zutreten ist (vgl. Art. 390 Abs. 2 StPO im Umkehrschluss); 

 

- soweit der Beschwerdeführer seine Eingabe datiert vom 5. Juni 2020 als 

Strafanzeige gegen den Stellvertretenden Bundesanwalt verstanden wissen 

will, er darauf hinzuweisen ist, dass Straftaten grundsätzlich bei der zustän-

digen Strafverfolgungsbehörde anzuzeigen sind (vgl. Art. 12, 301 Abs. 1 

StPO); von einer entsprechenden Weiterleitung vorliegend abgesehen wird; 

 

- der Beschwerdeführer um unentgeltliche Rechtspflege ersucht; 

 

- dieses Gesuch infolge der Aussichtslosigkeit der Beschwerde abzuweisen 

ist (vgl. Art. 29 Abs. 3 BV); 

 

- bei diesem Ausgang des Verfahrens der Beschwerdeführer die Kosten zu 

tragen hat (vgl. Art. 428 Abs. 1 StPO); 

 

- die Gerichtsgebühr auf Fr. 500.– festzusetzen ist (vgl. Art. 73 StBOG und 

Art. 5 und 8 Abs. 1 BStKR); 

 

 

- 5 - 

 

 

 

und erkennt: 

 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist. 

 

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen. 

 

3. Die Gerichtsgebühr von Fr. 500.– wird dem Beschwerdeführer auferlegt. 

 

 

Bellinzona, 18. August 2020 

 

Im Namen der Beschwerdekammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

Die Vizepräsidentin: Der Gerichtsschreiber:  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zustellung an 

 

- A. 

- Bundesanwaltschaft 

 

 

 

 

Rechtsmittelbelehrung 

Gegen diesen Entscheid ist kein ordentliches Rechtmittel gegeben.