# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 30899fbb-19af-594b-a9da-8751f32b5f36
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-09-03
**Language:** de
**Title:** Zürich Baurekursgericht 03.09.2021 BRGE I Nr. 0130/2021
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Baurekurs/ZH_BRK_001_BRGE-I-Nr--0130-2021_2021-09-03.pdf

## Full Text

BRGE I Nr. 0130/2021 vom 3. September 2021 in BEZ 2021 Nr. 33 

Das Bauvorhaben umfasste die Erstellung eines Mehrfamilienhauses mit 
20 Wohnungen anstelle des bestehenden Wohnhauses. Die rekurrierenden 
Nachbarn machten geltend, das Attikageschoss sei abstandswidrig, weil der 
Mehrhöhenzuschlag nicht beachtet worden sei. 

Aus den Erwägungen: 

3.4.3 Kantonalrechtlich gilt gemäss § 270 Abs. 1 PBG ein Grenzabstand 
von 3,5 m. «Der Abstand von 3,5 m gilt ohne Rücksicht auf Lage und Tiefe der 
beteiligten Grundstücke innerhalb von 20 m ab der Verkehrsbaulinie oder der 
sie ersetzenden Baubegrenzungslinie; ab 12 m über dem massgebenden 
Terrain vergrössert er sich weiter hinten und rückwärtig um das Mass der 
Mehrhöhe, unter Vorbehalt der Bestimmungen für Hochhäuser, jedoch 

höchstens auf 16,5 m» (Abs. 2). 

Mit der «Mehrhöhe» ist nicht die Gebäudemehrhöhe gemeint, ansonsten 
wäre es naheliegend gewesen, die Bestimmung von § 270 Abs. 2 PBG 
‒ analog § 260 Abs. 2 PBG – so zu formulieren, dass sich der Abstand «bei 
einer Gebäudehöhe von mehr als 12 m um das Mass der Mehrhöhe» 
vergrössert. Der Grenzabstand, mithin die Entfernung zwischen Fassade und 
massgebender Grenzlinie (§ 260 Abs. 1 PBG), ist in der gesamten Vertikalen 
der Fassade einzuhalten, abstandsprivilegierte Vorsprünge vorbehalten (§ 260 
Abs. 3 PBG). § 270 Abs. 2 PBG bestimmt, dass sich der Abstand von der 
Grenzlinie zur Fassade, gemessen oberhalb von 12 m über dem gewachsenen 
Boden, vergrössert. Trifft eine horizontale Linie auf dieser Höhe auf eine 
Fassade, ist der betreffende erweiterte Grenzabstand einzuhalten. Dies 
unabhängig davon, ob es sich um eine Trauf- oder um eine Giebelfassade 
handelt; der Grenzabstand ist gegenüber allen Fassaden einzuhalten. Der 
Mehrhöhenzuschlag leitet sich nicht aus der Gebäudehöhe ab, sondern ist 
abhängig von der horizontalen Ebene über dem gewachsenen Boden, in der 
der Abstand gemessen wird. Mithin beschreibt die fragliche Bestimmung eine 
Profillinie (so auch die Bezeichnung in der Skizze zu § 270 und 278 ff. PBG im 
Anhang der Allgemeinen Bauverordnung [ABV] in der vor 1. März 2017 
geltenden Fassung), innerhalb der sich die grenzabstandspflichtigen Fassaden 
befinden müssen. Daraus erhellt, dass sich aus der Messweise der 
Gebäudehöhe (§ 280 Abs. 1 PBG) nicht ableiten lässt, an rückwärtigen 
Giebelfassaden gelte für den Grenzabstand kein Mehrhöhenzuschlag (vgl. auch 
Christoph Fritzsche/Peter Bösch/Thomas Wipf/Daniel Kunz, Zürcher Planungs- 
und Baurecht, 6. A., 2019, Bd. 2, S. 1072 f.). Auch Sinn und Zweck des 
Mehrhöhenzuschlags – Verlagerung des Bauvolumens zum Strassenraum hin 
zugunsten von Freiraum im rückwärtigen Bereich – legen nahe, dass es nicht 
darauf ankommen kann, ob es sich bei der rückwärtigen Fassade um eine 
Trauf- oder Giebelfassade handelt. 

Für diese Auffassung spricht im Weiteren, dass die Bestimmung von § 270 
Abs. 2 PBG mit der Änderung vom 14. September 2015 (Harmonisierung der 
Baubegriffe, in Kraft seit 1. März 2017) unverändert geblieben ist und nach wie 
vor den Begriff der Mehrhöhe enthält, während in den Bestimmungen von 

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§ 278 ff. PBG anstelle der Gebäudehöhe die Fassadenhöhe getreten ist, die 
auch giebelseitig gemessen wird (s. § 278 ff. PBG in der seit 1. März 2017 in 
Kraft stehenden Fassung). Zwar ist neu für den Grenzabstand die Entfernung 
zwischen «Fassadenlinie» und Grundstücksgrenze massgebend (§ 260 Abs. 1 
PBG in der revidierten Fassung). Wie jedoch aus der (gegenüber der alten 
Fassung unveränderten) Figur 7.9 zu § 270 Abs. 2 PBG im Anhang der 
revidierten Fassung der ABV ersichtlich ist, wird der Abstand dadurch 
eingehalten, dass die Baute im Bereich, wo sie die Höhe von 12 m 
überschreitet, zurückversetzt wird. Die Fassadenlinie ist hier nicht massgebend, 
sondern der Abstand der Fassade in der jeweiligen Höhe von der senkrecht 
durch die Grenzlinie führenden Ebene. 

Folglich ist beim vorliegend streitbetroffenen Gebäude an der 
(rückwärtigen) Südfassade, bei der es sich um eine hypothetische 
Giebelfassade handelt, ebenfalls ein Mehrhöhenzuschlag anzuwenden. Das 

Attikageschoss, welches an der Südfassade bis zum darunterliegenden 5. 
Obergeschoss vorstösst, muss deshalb um bis zu ca. 2,5 m zurückversetzt 
werden. Dies erscheint ohne besondere Schwierigkeiten machbar, indem die 
innere Raumaufteilung des Attikageschosses umdisponiert wird. Die 
Auswirkungen auf das Erscheinungsbild des Gebäudes sind von 
untergeordneter Natur und erfordern keine Neubeurteilung durch die 
Baubehörde. Somit führt dieser Mangel nicht zur Aufhebung der 
Baubewilligung, sondern in teilweiser Gutheissung des Rekurses zu einer 
entsprechenden Nebenbestimmung.