# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8071d41e-8d4f-5b3f-8246-779c450ba53d
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-10-29
**Language:** de
**Title:** Einstellung in der Anspruchsberechtigung wegen ungenügender Arbeitsbemühungen während der Kündigungsfrist; Abweisung.
**Docket/Reference:** AL.2020.00204
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/AL.2020.00204.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
AL.2020.00204
II. Kammer
Sozialversicherungsrichterin Sager als Einzelrichterin
Gerichtsschreiber Volz
Urteil
vom
2
9.
Oktober 2020
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
gegen
Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA)
Abteilung Arbeitslosenversicherung
Stampfenbachstrasse
32, Postfach, 8090 Zürich
Beschwerdegegner
Sachverhalt:
1.
X.___
, geboren 1963, war
vom
1.
März 1985 bis 3
1.
März 2020 als Direktor Logistik/HR/Finanzen bei der
Y.___
AG
tätig (
Urk
7/26 Ziff. 2 f.)
und war
vom 2
0.
Juni 1995 bis 3
0.
August 2016
gleichzeitig
Mitglied des Verwaltungsrats dieser Gesellschaft (vgl. Auszug aus Handelsregister
betref
fend
Y.___
AG
). Am
5.
März 2020 stellte
er
sich
beim Regionalen Arbeits
ver
mittlungszentrum (RAV) für die Zeit ab 1.
April 2020
der Arbeitsvermittlung im U
mfang eines Arbeitspensums von 100
% zur Verfügung (Urk.
7/28
) und meldete sich am
1
0.
März 2020
bei der Arbeitslosenkasse des Kantons Zürich zum Bezug von Leistungen der Arbeitslosenversicherung an (Urk. 7/
27
).
Mit Verfügung vom
1
4.
April 2020
(Urk. 7/
1
) stellte das
Amt für Wirtschaft und Arbeit
(
AWA
)
den
Versicherte
n
wegen ungenügender Nachweise persönlicher Arbeitsbemühungen
für die letzten drei Monate der Kündigungsfrist beziehungs
weise für die Zeit
vom 1.
Januar
bis 31.
März 2020
für 11 Tage ab 1.
April 2020
in der Anspruchsberechtigung ein. Die
vom
Versicherten am
2
1.
April 2020
dagegen erhobene Einsprache (Urk. 7/
4
) wies das AWA mit Entscheid vom
1
0.
Juli 2020 (Urk. 7/3
= Urk. 2) ab.
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom
1
0.
Juli 2020 (Urk. 2) erhob der
Versicherte am
1
5.
Juli 2020
(Urk. 1) Beschwerde und beantragte
sinngemäss
dessen Aufhe
bung sowie eine ungekürzte Ausrichtung der Arbeitslosenentschädigung ab 1.
April 2020
.
Mit Beschwerdeantwort vom
8.
September 2020
(Urk. 6) beantragte das AWA die Abweisung der Beschwerde, wovon
dem Beschwerdeführer
am
3
0.
September 2020
Kenntnis gegeben wurde (Urk. 8).
Die Einzelrichterin
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Da der Streitwert Fr. 3
0’000.-- nicht übersteigt, fällt die Beurteilung der
Beschwerde
in die einz
elrichterliche Zuständigkeit (§ 11 Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht
,
GSVGer
, in der ab 1.
Juni 2020 geltenden Fas
sung
).
1.2
Nach Art. 17 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosenver
sicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG) muss die versicherte Person, die Versicherungsleistungen beanspruchen will, mit Unterstützung des zuständi
gen Arbeitsamtes alles Zumutbare unternehmen, um Arbeitslosigkeit zu vermei
den oder zu verkürzen. Insbesondere ist sie verpflichtet, Arbeit zu suchen, nöti
genfalls auch ausserhalb ihres bisherigen Berufes. Sie muss ihre Bemühungen nachweisen können.
Die Arbeitssuche hat gezielt zu erfolgen, in der Regel in Form einer ordentlichen Bewerbung (Art. 26 Abs. 1 der Verordnung über die obligatorische Arbeitslosen
versicherung und die Insolvenzentschädigung, AVIV). Die versicherte Person hat ihre Arbeitsbemühungen ohne besondere Aufforderung durch eine Amtsstelle oder durch vorgängige Abgabe eines Merkblattes vorzunehmen (Urteil des Bun
desgerichts 8C_21/2015 vom 3. März 2015 E. 3.5 mit Hinweisen).
1.3
Gemäss Art. 30 Abs. 1
lit
. c AVIG ist die versicherte Person in der Anspruchsbe
rechtigung einzustellen, wenn sie sich persönlich nicht genügend um zumutbare Arbeit bemüht. Dieser Einstellungsgrund ist schon dann gegeben, wenn die ver
sicherte Person vor Eintritt der Arbeitslosig
keit ihren Obliegenheiten nicht nach
gekommen ist. Sie hat sich daher bereits während der Kündigungsfrist oder bei einem im vornherein befristeten Arbeitsverhältnis vor dessen Beendigung von sich aus, das heisst ohne besondere Aufforderung durch eine Amtsstelle oder Abgabe eines Merkblattes um einen neuen Arbeitsplatz zu bewerben (BGE 139 V 524 E. 4.2; Urteile des Bundesgerichts 8C_21/2015 vom 3. März 2015, E. 3.5, und 8C_917/2013 vom 4. März 2014, E. 2.1, je mit Hinweisen, sowie Urteil des Bun
desgerichts 8C_271/2011 vom 14. Juni 2011 E. 2.2). Die Pflicht zur Stellen
suche dauert auch bei einer vorübergehenden Ort- oder Landes
abwesenheit fort (Urteil des Bundesgerichts 8C_21/2015 vom 3. März 2015 E. 3.4 mit Hinweis).
1.4
Bei der Beurteilung der Frage, ob sich eine versicherte Person genügend um zumutbare Arbeit bemüht hat, ist nicht nur die Quantität, sondern auch die Qua
lität ihrer Bewerbungen von Bedeutung (BGE 139 V 524 E. 2.1.4, und 124 V 225 E. 4a je mit Hinweisen).
Dabei kommt es nicht auf den Erfolg der Arbeitsbemühungen an, sondern viel
mehr auf die Tatsache und Intensität derselben (BGE 124 V 225 E. 6; Urteil des Bundesgerichts C 16/07 vom 22. Februar 2007 E. 3.1). Die Arbeitsbemühungen müssen zudem umso intensiver sein, je weniger Aussicht eine versicherte Person hat, eine Stelle zu finden (vgl. Barbara Kupfer Bucher, Bundesgesetz über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung, 5. Auf
lage, Zürich/Basel/Genf 2019, S. 132).
Betreffend Quantität der persönlichen Arbeitsbemühungen können zwar keine eindeutigen Zahlenwerte angegeben werden, in der Regel müssen aber mindes
tens zehn bis zwölf geeignete Arbeitsbemühungen je Kontrollperiode nachgewie
sen werden (BGE 139 V 524 E. 2.1.4; Urteil des Bundesgerichts 8C_917/2013 vom 4. März 2014 E. 2.2).
Eine in qualitativer Hinsicht genügende Suchbemühung setzt voraus, dass mit dem möglichen Arbeitgeber tatsächlich ein Kontakt zustande kommt. Ist eine telefonische Kontaktnahme nicht möglich, hat zwingend eine schriftliche Bewer
bung zu erfolgen oder die versicherte Person hat selber im Betrieb vorzusprechen (Urteil des Bundesgerichts C 275/05 vom 6. November 2006 E. 3.2). Qualitativ nicht genügend ist die blosse Anmeldung bei einem Stellenvermittlungsbüro (vgl. Barbara Kupfer Bucher, a.a.O., S. 222 mit Hinweis). Qualifizierte Berufsleute dür
fen zudem ihre Suchbemühungen nur zu Beginn der Arbeitslosigkeit auf den bis
herigen Berufszweig beschränken (BGE 139 V 524 E. 2.1.3).
1.5
Grundsätzlich sanktioniert Art. 30 Abs. 1
lit
. c AVIG eine Verletzung der in Art. 17 Abs. 1 AVIG statuierten Schadenminderungspflicht, insbesondere der Pflicht, sich genügend um Arbeit zu bemühen. Diese Verknüpfung soll Arbeitslose zur Stellensuche anspornen und eine missbräuchliche Beanspruchung der Arbeitslosenversicherung verhindern. Die Einstellung in der Anspruchsberechti
gung bezweckt eine angemessene Mitbeteiligung der versicherten Person an jenem Schaden, den sie durch ihr pflichtwidriges Verhalten der Arbeitslosenver
sicherung natürlich und adäquat kausal verursacht hat (BGE 124 V 225 E. 2b mit weiteren Hinweisen). Kern der Pflicht, alles Zumutbare zu unternehmen, um Arbeitslosigkeit zu vermeiden oder zu verkürzen, sind die persönlichen Arbeits
bemühungen der versicherten Person selbst, die in der Regel streng beurteilt wer
den.
Dabei stehen
sowohl die Tatsache als auch die Intensität, nicht aber der Erfolg dieser Bemühungen im Vordergrund (BGE 133 V 89 E. 6.1.1).
1.6
Nach der Rechtsprechung (Urteil des Bundesgerichts C 50/06 vom 23. Mai 2006 E. 2.
1
) stellt die Pflicht zur Vornahme persönlicher Arbeitsbemühungen eine ele
mentare Verhaltensregel dar, die auch ohne vorgängige Aufklärung oder - im Falle ungenügender Arbeitsbemühungen - Verwarnung seitens der Verwaltung befolgt werden muss, was sich schon daraus ergibt, dass die versicherte Person bereits vor Eintritt der Arbeitslosigkeit ihren diesbezüglichen Obliegenheiten nachkommen und sich schon während der Kündigungsfrist um einen neuen Arbeitsplatz bewerben muss (Urteil des Bundesgerichts C 144/05 vom 1. Dezem
b
er 2005 E. 5.2.1 mit Hinweisen), wobei
die Pflicht der Versicherungsleistungen beanspruchenden Person zur persönlichen Arbeitssuche für die Zeit vor der Anmeldung bei der zuständigen Amtsstelle
sich
direkt aus der in
Art.
17
Abs.
1
AVIG verankerten allgemeinen Schadenminderungspflicht
ergibt
(BGE 139 V 524
E. 4.2
).
Aus diesem Grunde vermag eine versicherte Person nichts zu ihren Guns
ten abzuleiten, wenn ihr der Berater oder die Berate
rin des RAV nicht bereits bei der Anmeldung zur Arbeitsvermittlung bekanntgibt, wie viele Bewerbungen von ihr monatlich erwartet werden (Urteile des Bundes
gerichts C 50/06 vom 23. Mai 2006 E. 2.1 und C 14/06 vom 6. September 2006 E. 2.2).
1.7
Gemäss Art. 26 Abs. 2 Satz 1 AVIV muss die versicherte Person den Nachweis der Arbeitsbemühungen für jede Kontrollperiode spätestens am fünften Tag des folgenden Monats oder am ersten auf diesen Tag folgenden Werktag einreichen. Als Kontrollperiode gilt jeder Kalendermonat (Art. 27a AVIV). Die Arbeitsbemü
hungen werden nach Art. 26 Abs. 2 Satz 2 AVIV nicht mehr berücksichtigt, wenn die versicherte Person die Frist verstreichen lässt und keinen entschuldbaren Grund geltend macht. Die Einstellung erfolgt, ohne dass eine zusätzliche Frist gewährt werden müsste. Unerheblich ist, dass die Nachweise später erbracht wer
den, zum Beispiel in einem
Einspracheverfahren
(vgl. BGE 139 V 164 E. 3.2).
Die zuständige Amtsstelle hat die Arbeitsbemühungen der versicherten Person monatlich zu überprüfen (Art. 26 Abs. 3 AVIV).
2.
2.1
Der Beschwerdegegner ging
im angefochtenen
Einspracheentscheid
vom
1
0.
Juli
2020 (
Urk.
7/1)
davon aus, dass der Beschwerdeführer für die
letzten drei Monate der Kündigungsfrist von sechs Monaten (vgl.
Urk.
7/26
Ziff.
11) beziehungsweise für die Zeit vom
1.
Januar bis 3
1.
März 2020
insgesamt 16 Arbeitsbemühungen nachgewiesen habe,
weshalb eine Einstellung in der Anspruchsberechtigung wegen ungenügender persönlicher Arbeitsbemühungen gerechtfertigt sei (S. 2).
2
.2
Der Beschwerdeführer brachte
hiegegen
vor, dass er
zusätzlich zu den nachge
wiesenen Arbeitsbemühungen
im
Rahmen eines «Networking» frühere Geschäfts
partner und Lieferanten telefonisch darauf angesprochen habe, dass er eine Stelle suche
. Sodann habe er auch
einen regionalen Wirtschaftsanlass besucht.
Zudem habe ihm d
ie Beraterin des RAV mitgeteilt, dass er lediglich fünf bis sechs Arbeitsbemühungen im Monat nachweisen müsse (
Urk.
1
und
Urk.
7/4
).
3.
3.1
Gemäss
den
vom Beschwerdeführer
am
3
1.
März 2020
ausgefüllten Nachweisfor
mular
en
für
die Monate Januar bis März 2020 (
Urk.
7/2) hat er für den
Monat
Januar 2020
sechs, für den Monat Februar 2020 fünf und für den Monat März
2020 fünf Arbeitsbemühungen nachgewiesen.
Den ausgefüllten Nachweisformu
laren (
Urk.
7/2) ist zu entnehmen, dass sie am
3.
April 2020
und somit rechtzeitig (vorstehend E. 1.7)
beim RAV eintrafen.
3.2
Dem prozessorientierten Beratungsprotokoll (Urk. 7/
24 S. 2
) ist zu entnehmen, dass der
Besc
hwerdeführer
anlässlich
der telefonischen
Beratungsgespräch
e
vom
1
7.
März,
vom
7.
April und
vom
2.
Juni 2020 v
om
RAV darauf hin
gewiesen wurde,
dass er
ab April 2020 bis auf Weiteres lediglich mindestens fünf bis sechs Arbeitsbemühungen nachzuweisen habe.
Dabei handle es sich um eine «
Corona-Massnahme
»
beziehungsweise
um eine
Massnahme
,
womit einer
erschwerten Stellensuche während der
Covid-19
-
Pandemie
Rechnung getragen werden soll.
3.3
Demzufolge steht fest, dass
der Beschwerdeführer für die Zeit von Januar bis März 2020 insgesamt 16 Arbeitsbemühungen nachgewiesen hat
.
Da die Pflicht zur Vor
nahme persönlicher Arbeitsbemühungen gemäss der erwähnten Rechtsprechung (vorstehend E.
1.6
) eine
ele
mentare Verhaltensregel dar
stellt
, die auch ohne vor
gängige Aufklärung oder
Verwarnung seitens der Verwaltung befolgt werden muss,
kann der Beschwerdeführer aus dem Umstand, dass ihm die Beraterin des RAV bei der Anmeldung zur
Arbeitsvermittlung nicht bekannt gegeben hat
, wie viele Bewerbungen von ihm während der
letzten drei Monate der
Kündigungsfrist beziehungsweise
für die Zeit von
Januar bis März 2020 monatlich erwartet wer
den, nichts zu seinen Gunsten ableiten.
Da
praxisgemäss in der Regel mindestens zehn bis zwölf geeignete Arbeitsbemühungen je Kontrollperiode nachgewiese
n werden müssen (vorstehend E.
1.4
), ist
vielmehr
nicht zu beanstanden, dass das RAV und die Beschwerdegegnerin von einem Quantitativ in diesem Umfang aus
gingen.
3.4
Der Beschwerdeführer kann auch aus dem Umstand, dass die Beraterin des RAV anlässlich der telefonischen Beratungsgespräche vom 1
7.
März,
7.
April und
2.
Juni 2020 von ihm für die Zeit ab April 2020 lediglich noch fünf bis sechs Arbeitsbemühungen im Monat
erwartet
e,
nichts zu seinen Gunsten ableiten.
Denn dabei handelt
e
es sich um eine Massnahme, um den erschwerten Verhältnissen auf dem Ar
beitsmarkt infolge der Covid-19-
Pandemie gerecht zu werden.
Dies
bezüglich
ist davon auszugehen, dass es - mit einer zeitlichen Verzögerung -
erst
nach
Inkrafttreten der
Verordnung 2 über Massnahmen zur Bekämpfung des
Coronavirus
(COVID-19; COVID-19-Verordnung 2; SR 818.101.24), in Kraft gestanden vom 1
3.
März bis 2
2.
Juni 2020,
und die darin statuierten
Verbote
und
Vorgaben im Hinblick
auf
Veranstaltungen, Menschenan
sammlungen im öffent
lichen Raum,
öffentlich zugänglichen Einrichtung
en
oder
Betriebe
zu einer Erschwerung der Stellensuche
gekommen ist.
Demnach
kann der Beschwerdefüh
rer aus dem Umstand, dass das RAV von ihm
für die Zeit
ab April 2020
(bezie
hungsweise allenfalls bereits ab 1
5.
März 2020)
lediglich noch den Nachweis von fünf bis sechs monatlichen Arbeitsbemühungen erwartete, für den streitigen Zeit
raum von Januar bis März 2020 nichts zu seinen Gunsten ableiten
, zumal selbst unter Berücksichtigung der Erleichterungen ab Mitte März 2020 mit den getätig
ten 16 persönlichen Arbeitsbemühungen die quantitativen Anforderungen nicht erfüllt werden
. Da die Erleichterungen in Bezug auf die quantitativen Erforder
nisse mit den Covid-19 Massnahmen zusammenhingen, können diese nicht bereits ab Januar 2020 berücksichtigt werden
(vgl.
COVID-19-Verordnung 2
;
Urk.
7/24 S. 2)
.
3.5
De
n
Nachweisformular
en
für
die Monate Januar bis März 2020
(Urk. 7/
2
) ist
sodann zu ent
nehmen, dass es sich bei den vom Beschwerdeführer nachgewiese
nen Stellenbemühungen zum grössten Teil um
durch
per
sönliche Vorsprache erfolgt
e Bewerbungen
und nicht um
brieflich o
d
er
elektronisch getätigte Arbeits
bemühungen handelte. Es dürfte sich
dabei
daher überwiegend nicht um
Stellen
bewerbungen auf konkrete, offenstehende Stellen
gehandelt haben.
Dies gilt auch für die mit Einsprache vom 2
1.
April 2020 angeführten Suchbemühungen
und Anstrengungen
(
Urk.
7/4), welche ausserdem als verspätet eingereicht zu qualifi
zieren wären (vgl.
Urk.
7/24 S. 2).
Dabei bleibt festzuhalten, dass es sich beim Networking
– ergänzend – durchaus um sinnvolle und empfehlenswerte Vorkeh
ren
handelt
. Sie stellen aus arbeitslosenversicherungsrechtlicher Sicht jedoch keine genügende Arbeitsbemühung dar, hat sich doch eine versicherte Person gezielt, in der Regel in Form einer ordentlichen Bewerbung auf eine offene Stelle, um Arbeit zu bemühen (Art. 26 Abs. 1 AVIV; vgl.
Chopard
, Die Einstellung in der Anspruchsberechtigung, Zürich 1998, S. 141; Kupfer Bucher, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum AVIG, 5. Auflage 2019, S. 222
; Urteil des
Bundesgerichts
C
57/05 vom 1. März 2006 E. 3.2
).
Aus diesem Grunde
handelte
es sich bei den vom Beschwerdeführer
für die Monate Januar bis März 2020
nachgewiesenen Arbeitsbemühungen überwiegend
um
auch
in qualitativer Hinsicht ungenügende Arbeitsbemühungen
.
4.
4.1
Für die
letzten drei Monate der sechsmonatigen Kündigungsfrist vom
1.
Oktober 2019 bis 3
1.
März 2020 (vgl.
Urk.
7/26
Ziff.
10)
beziehungsweise für die
Zeit
von Januar bis März 2020
hat der Beschwerdeführer daher
lediglich insgesamt
16
Arb
eitsbemühungen nachgewiesen.
Da, wie bereits erwähnt (
vorstehende
E.
1.4
), das
Quantitativ der Bewerbungen nach den konkreten Umständen beurteilt wird, wobei in der Praxis durchschnittlich zehn bis zwölf
Stellenbewerbungen pro Monat in der Regel als genügend erachtet werden, erweisen sich die für die Zeit vom 1.
Januar bis 3
1.
März 2020 nachgewiesenen 16
Arbeitsbemühungen in quantitativer Hinsicht als ungenügend.
Darüber hinaus ist, wie bereits erwähnt (vorstehend E.
3.5
), davon auszugehen, dass es sich bei den nachgewiesenen
16
Arbeitsbemühungen
zusätzlich
überwiegend
auch
um in qualitativer Hinsicht ungenügende Stellenbemühungen handelte.
4.2
Anhaltspunkte auf konkrete Umstände,
welche im massgebenden Zeitraum aus
nahmsweise geringere Anforderungen an die
Arbeitsbemühungen rechtfertigten, sind den Akten nicht zu entnehmen. Insbesondere
war der Beschwerdeführer, welcher über eine langjährige Berufserfahrung verfügt, bisher nicht in einem
spe
zielle
n Beruf
mit einem
besonders
kleinen Stellenangebot
(vgl.
BGE 139
V
524
E.
2.1.3) tätig.
5
.
Nach Gesagtem steht fest, dass der Beschwerdeführer
im Zeitraum von
Januar bis März 2020 weder
in quantitativer Hinsicht
noch in qualitativer Hinsicht
in genü
gendem Masse Arb
eitsbemühungen nachgewiesen hat, und dass er d
amit den Tatbestand der ungenügenden Arbeitsbemühungen nach Art. 30 Abs. 1
lit
. c AVIG in Verbindung mit Art. 26 Abs. 1 und Abs. 2 AVIV erfüllt
hat
, weshalb eine Einstellung in der Anspruchsberechtigung grundsätzlich zu Recht erfolgte.
6
.
6
.1
Zu prüfen bleibt die Dauer der Einstellung, insbesondere der Grad des dafür mass
gebenden Verschuldens.
6
.2
Die Dauer der Einstellung bemisst sich nach dem Grad des Verschuldens (Art. 30 Abs. 3 AVIG) und beträgt 1 bis 15 Tage bei leichtem, 16 bis 30
Tage bei mittel
schwerem und 31
bis 60 Tage bei schwerem Verschulden (Art. 45 Abs. 3 AVIV).
Für die Festsetzung der Einstellungsdauer kommt es rechtsprechungsgemäss auf die nach dem Gesamtverhalten der versicherten Person zu beurteilende Schwere ihres Verschuldens an (Urteil des Bundesgerichts 8C_40/2019 vom 30. Juli 2019 E. 5.6).
6
.3
Gemäss dem Einstellraster für KAST/RAV des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO; AVIG-Praxis ALE, Ziff. D72; www.treffpunkt-arbeit.ch) ist bei jeder Ein
stellung
das
Gesamtverhalten der versicherten Person zu berücksichtigen. Gemäss der Ziff. D79 der AVIG-Praxis ALE ist zu unterscheiden zwischen Verstössen während der Kündigungsfrist einerseits und während der Kontrollperiode ander
seits. In diesen beiden Kategorien ist jeweils zunächst massgeblich, ob die
Arbeitsbemühungen ungenügend waren oder gänzlich fehlten. Die Dauer der Ein
stellung hängt bei den Verstössen während der Kündigungsfrist (ungenügende und fehlende Bemühungen) ab von der Dauer der Kündigungsfrist. Bei ungenü
genden Arbeitsbemühungen während einer dreimonatigen Kündigungsfrist ist gemäss Ziff. D79 AVIG-Praxis ALE ein leichtes Verschulden anzunehmen und eine Einstellung in der Anspruchsberechtigung im Umfang von 9 bis 12 Tagen anzuordnen.
6
.4
Verwaltungsweisungen richten sich an die Durchführungsstellen und sind für das Sozialversicherungsgericht nicht verbindlich. Dieses soll sie bei seiner Entschei
dung aber berücksichtigen, sofern sie eine dem Einzelfall angepasste und gerecht werdende Auslegung der anwendbaren gesetzlichen Bestimmungen zulassen. Das Gericht weicht also nicht ohne triftigen Grund von Verwaltungsweisungen ab, wenn diese eine überzeugende Konkretisierung der rechtlichen Vorgaben darstel
len. Insofern wird dem Bestreben der Verwaltung, durch interne Weisungen eine rechtsgleiche Gesetzesanwendung zu gewährleisten, Rechnung getragen (BGE 133 V 587 E. 6.1; 133 V 257 E. 3.2 mit Hinweisen; vgl. BGE 133 II 305 E. 8.1).
6
.5
Nach der Rechtsprechung (BGE 141 V 365 E. 4.1) ist grundsätzlich nicht zu beanstanden, dass gemäss dem Einstellraster des SECO beziehungsweise gemäss Ziff. D79 AVIG-Praxis ALE bei fehlenden Arbeitsbemühungen während der Kün
digungsfrist die Einstelldauer proportional zur Dauer der Kündigungszeit erhöht wird. Denn mit Blick auf die Praxis, wonach in der Regel zehn bis zwölf Stellen
bewerbungen pro Monat verlangt werden (BGE 139 V 524 E. 2.1.4), erscheint es als gerechtfertigt, dass sich die Länge der Zeitspanne, während der sich die ver
sicherte Person in Nachachtung der in Art. 17 Abs. 1 AVIG statuierten Scha
den
minderungspflicht (BGE 139 V 524 E. 2.1.1) um zumutbare Arbeit bemühen muss, auf die Höhe der Sanktion auswirkt, wenn sie ihrer Obliegenheit in keiner Weise nachkommt. Der Einstellraster entbindet die Verwaltung und die Gerichte indes nicht von der Pflicht,
das
Verhalten der versicherten Person unter Berück
sichti
gung aller wesentlichen Umstände des Einzelfalles, das heisst der objektiven und subjektiven Gegebenheiten (BGE 130 V 125 E. 3.5), zu würdigen und eine dem Verschulden angemessene Sanktion festzusetzen (Urteil des Bundesgerichts 8C_285/2011 vom 22. August 2011 E. 3.2.1).
6
.6
Vorliegen
d vermag das Gesamtverhalten des Beschwerdeführers
ein Abweichen vom Einstellraster beziehungsweise von Ziff. D79 AVIG-Praxis ALE nicht zu rechtfertigen. In Würdigung der gesamten Umstände ist daher nicht zu beanstan
den, dass der Beschwerdegegner das Verhalten de
s
Beschwerdeführe
r
s
im Bereich
des leicht
en Verschuldens einstufte und
ihn
in Übereinstimmung mit der obener
wähnten Verwaltungspraxis (vorstehend E. 7.3) für elf Tage in der Anspruchsbe
rechtigung einstellte.
Demzufolge ist die Beschwerde abzuweisen.
Die Einzelrichterin erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
X.___
unter Beilage einer Kopie von
Urk.
7/24
-
Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA)
-
seco
- Direktion für Arbeit
-
Arbeitslosenkasse des Kantons Zürich, Geschäftsstelle Zürich City, Militärstrasse 76, 8004 Zürich
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundesge
setzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizu
legen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Die EinzelrichterinDer Gerichtsschreiber
SagerVolz