# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d1e33418-9856-5e2d-a7d1-ba54bc652a63
**Source:** Schaffhausen (SH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-02-10
**Language:** de
**Title:** Schaffhausen Obergericht 10.02.2021 (publiziert) 63/2017/14
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SH_OG/SH_OG_001_63-2017-14_2021-02-10.pdf

## Full Text

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Ergänzungsleistungen zur Invalidenrente; Mietkosten für eine Garage; Trans-

portkosten zum nächstgelegenen medizinischen Behandlungsort – Art. 10 

Abs. 1 lit. b, Art. 14 Abs. 1 lit. e und Art. 14 Abs. 2 ELG; § 18 Abs. 2 ELV/SH. 

Mietkosten für eine Garage können auch dann nicht als Ausgabe im Sinn von 

Art. 10 Abs. 1 lit. b ELG anerkannt werden, wenn eine Person gesundheitsbedingt 

auf ein Auto (oder ein anderes Fahrzeug) angewiesen ist (E. 3.2 und 3.3). 

Für eine Übernahme der Garagenmiete als Krankheits- und Behinderungskosten 

fehlt eine hinreichende gesetzliche Grundlage (E. 4.3). 

OGE 63/2017/14 vom 28. Mai 2019 

Keine Veröffentlichung im Amtsbericht 

Sachverhalt  

A. bezieht seit 1. Juni 2012 Ergänzungsleistungen zur IV. Bei der periodischen 

Überprüfung stellte die AHV-Ausgleichskasse fest, dass der Mietvertrag nicht an-

erkannte Mietkosten für die Garage ausweist, und passte die Höhe der Ergän-

zungsleistungen entsprechend an. Dagegen erhob A. Einsprache unter Hinweis 

darauf, dass seine Garage als Abstellplatz und Vorratskammer zur Wohnung ge-

höre und der Mietzins auch ohne Garage gleich hoch sei. Die AHV-Ausgleichs-

kasse wies die Einsprache ab. Die von A. dagegen erhobene Beschwerde wies 

das Obergericht ab. 

Aus den Erwägungen 

3.1. Nach Art. 2 Abs. 1 des Bundesgesetzes über Ergänzungsleistungen zur Al-

ters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung vom 6. Oktober 2006 (ELG, 

SR 831.30) gewähren der Bund und die Kantone Personen, welche die Vorausset-

zungen nach den Artikeln 4–6 ELG erfüllen, Ergänzungsleistungen zur Deckung 

ihres Existenzbedarfs. Die jährliche Ergänzungsleistung entspricht dem Betrag, um 

den die anerkannten Ausgaben (Art. 10 ELG) die anrechenbaren Einnahmen 

(Art. 11 ELG) übersteigen (Art. 9 Abs. 1 ELG). 

3.2. Als Ausgaben sind unter anderem die Auslagen für den Mietzins einer Woh-

nung und die damit zusammenhängenden Nebenkosten bis zu einem jährlichen 

Höchstbetrag bei alleinstehenden Personen von Fr. 13'200.– anzurechnen (Art. 10 

Abs. 1 lit. b ELG). Nach Randziffer 3235.01 der vom Bundesamt für Sozialversi-

cherungen (BSV) herausgegebenen Wegleitung über die Ergänzungsleistungen 

zur AHV und IV (WEL; in der ab 1. Januar 2013 gültigen Fassung) können im Rah-

men von Art. 10 Abs. 1 lit. b ELG Kosten für Garagen nicht anerkannt werden. 

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Diese dienen nicht dem existenziellen Wohnbedürfnis. Eine ausdehnende Inter-

pretation von Art. 10 Abs. 1 lit. b ELG ist nicht zulässig, da der Gesetzgeber die 

anerkannten Ausgaben einzeln aufgezählt und abschliessend geregelt hat. Selbst 

wenn die versicherte Person krankheits- oder behinderungsbedingt auf ein Auto 

(oder auf ein anderes Fahrzeug) angewiesen ist, ändert sich nach Lehre und 

Rechtsprechung nichts daran, dass die Garage nicht zu Wohnzwecken dient. Die 

Kosten eines solchen Fahrzeugs, zu denen auch die Garagen- oder Abstellplatz-

miete gehört, stellen gemäss der Lehre (lediglich) ihrem Wesen nach Krankheits- 

oder Behinderungskosten dar (Jöhl/Usinger-Egger, in: Ulrich Meyer [Hrsg.], 

Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht, Bd XIV, Soziale Sicherheit, 3. A., Basel 

2016, N. 63 und Fn. 249, S. 1752). Das Bundesgericht scheint davon auszugehen, 

dass Fahrzeugkosten als Teil des allgemeinen Lebensbedarfs einzuordnen sind 

(BGer 9C_69/2013 vom 9. August 2013 E. 6 f. mit Hinweisen).  

3.3. Im Mietvertrag, welchen der Beschwerdeführer bei der Anmeldung am 

16. Mai 2012 als auch im Rahmen des Revisionsverfahrens am 30. März 2016 und 

15. April 2016 der Ausgleichskasse einreichte, war der Netto-Mietzins für die Ga-

rage separat ausgewiesen. In der im Einspracheverfahren am 24. Mai 2016 einge-

reichten Mietvertragsversion wurden die Kosten für Garage bzw. (neu) Garage/Ab-

stellraum als zur Wohnung gehörend und nur ein gesamthafter Mietzins aufgeführt.  

Selbst wenn diese zweite Version des Mietvertrags massgeblich wäre, müsste 

nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung eine im Rahmen des Wohnungsmiet-

vertrags als Zusatzobjekt zur Verfügung gestellte Garage von den Mietkosten in 

Abzug gebracht werden (BGer 9C_69/2013 vom 9. August 2013 E. 6 und 9 mit 

Hinweisen; vgl. auch BGer P17/05 vom 24. Oktober 2005 E. 3.1). Im Übrigen be-

stritt der Beschwerdeführer im Beschwerdeverfahren auch nicht mehr, diesen 

Raum als Garage (für sein Dreirad) zu nutzen. Demnach hat die Ausgleichskasse 

zu Recht die Abstellkosten für das Dreirad nicht als anrechenbare Mietkosten an-

erkannt. 

4.1. Der Beschwerdeführer machte erstmals im Beschwerdeverfahren geltend, 

dass er wegen seiner Herzerkrankung auf ein Dreirad angewiesen sei und dieses 

insbesondere auch zum Arztbesuch benötige. Da er dies im Einspracheverfahren 

noch nicht vorgebracht hatte, bestand für die Ausgleichskasse kein Anlass, sich in 

ihrem Entscheid vom 24. Februar 2017 zu einer allfälligen Vergütung von Trans-

portkosten zu äussern.  

4.2. Gemäss Art. 14 Abs. 1 lit. e ELG vergüten die Kantone den Bezügerinnen 

und Bezügern einer jährlichen Ergänzungsleistung ausgewiesene, im laufenden 

Jahr entstandene Kosten für Transporte zur nächstgelegenen Behandlungsstelle. 

Gestützt auf die Delegationsnorm von Art. 14 Abs. 2 ELG vergütet der Kanton 

Schaffhausen nach § 18 Abs. 2 der Verordnung über Ergänzungsleistungen zur 

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AHV und IV vom 27. November 2007 (ELV/SH, SHR 831.301) in Übereinstimmung 

mit der bundesrechtlichen Regelung ausgewiesene Transportkosten zum nächst-

gelegenen medizinischen Behandlungsort. Vergütet werden die Kosten, die den 

Preisen der öffentlichen Transportmittel für Fahrten auf dem direkten Weg entspre-

chen. Ist die versicherte Person wegen ihrer Behinderung auf die Benützung eines 

anderen Transportmittels angewiesen, so werden diese Kosten vergütet.  

4.3. Selbst wenn der Beschwerdeführer gemäss seiner Argumentation im Be-

schwerdeverfahren gesundheitsbedingt auf das Dreirad für den Transport zur 

(nächstgelegenen) ärztlichen Behandlung angewiesen wäre und demnach allen-

falls Anspruch auf die dadurch entstehenden direkten Transportkosten (im Sinn 

einer Kilometerpauschale) hätte, bestünde keine hinreichende gesetzliche Grund-

lage, um die Garagenmiete unter dem Titel Krankheits- und Behinderungskosten 

als anerkannte Ausgabe zuzulassen.