# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 19b374c2-7c9e-5597-b1c7-6d779236d5c4
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-09-20
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 20.09.2011 E-2923/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-2923-2008_2011-09-20.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

Abteilung V
E­2923/2008

U r t e i l   v om   2 0 .   S ep t embe r   2 0 1 1

Besetzung Richterin Regula Schenker Senn (Vorsitz),
Richter Walter Lang, Richter François Badoud,
Gerichtsschreiber Rudolf Raemy.

Parteien A._______,
und B._______,
Kolumbien,
vertreten durch (…)
Beschwerdeführende,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), 
Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz.

Gegenstand Asyl und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 1. April 2008 / N (…).

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Sachverhalt:

A. 
Die  Beschwerdeführenden  ersuchten  – zusammen mit  C._______,  dem 
Ehemann der Beschwerdeführerin, von welchem sie getrennt lebt und der 
nicht der Vater  (…)  ist – am 20. September 2007 durch Vermittlung des 
Internationalen  Komitees  des  Roten  Kreuzes  (IKRK)  bei  der  Schweizer 
Botschaft  in  Bogotá  um  Asyl  nach.  Diese  übermittelte  die  schriftlichen 
Asylgesuche  mitsamt  den  dazu  eingereichten  Unterlagen  gleichentags 
dem BFM.

B. 
Das BFM bewilligte den Beschwerdeführenden (und C._______) am (…) 
2007 die Einreise in die Schweiz zur Durchführung der Asylverfahren. Die 
Beschwerdeführenden reisten am (…) 2008, C._______ am (…) 2008, in 
die Schweiz ein.

C. 
Am  18. Februar  2008 wurden  die  Beschwerdeführerin  (und C._______) 
im  Empfangs­  und  Verfahrenszentrum  (…)  zu  ihren  Ausreise­  und 
Asylgründen  angehört.  Am  19. März  2008  führte  das  BFM  eine  direkte 
Anhörung durch.

D. 
Mit  Eingabe  vom  11. März  2008  reichte  die  Beschwerdeführerin 
(zusammen mit C._______) weitere Beweismittel zu den Akten.

E. 
Das  BFM  wies  mit  Verfügung  vom  1. April  2008  die  Asylgesuche  der 
Beschwerdeführenden  und  von  C._______  ab  und  ordnete  die 
Wegweisung  und  deren  Vollzug  an.  Zur  Begründung  machte  es  im 
Wesentlichen  geltend,  ihre  Vorbringen  genügten  den Anforderungen  an 
die Glaubhaftigkeit nicht.

F. 
Am 10. April 2008 wurde die Verfügung vom 1. April 2008 von der Post 
mit dem Vermerk "nicht abgeholt" an das BFM zurückgeschickt.

G. 
Die  Beschwerdeführenden  stellten  am  5. Mai  2008  durch  ihren 
Rechtsvertreter  beim  Bundesverwaltungsgericht  ein  "Gesuch  um 
Verlängerung der Rekursfrist".

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H. 
Das  BFM  schickte  dem  Rechtsvertreter  der  Beschwerdeführenden  am 
6. Mai 2008 antragsgemäss eine Kopie der Verfügung vom 1. April 2008.

I. 
Das Bundesverwaltungsgericht hielt mit Zwischenverfügung vom 14. Mai 
2008  fest,  die  Eingabe  vom  5.  Mai  2008  werde  als 
verbesserungsbedürftige  Beschwerde  entgegen  genommen,  die 
Beschwerdeführenden  könnten  den  Ausgang  des  Verfahrens  in  der 
Schweiz  abwarten  und  forderte  sie  unter  Fristgewährung  zur 
Verbesserung sowie zur Einzahlung eines Kostenvorschusses auf.

J. 
Die  Beschwerdeführenden  reichten  mit  Eingabe  vom  21. Mai  2008 
(Datum Poststempel 23. Mai 2008) eine Beschwerdeverbesserung unter 
Beilage  zahlreicher  Beweismittel  ein  und  bezahlten  gleichentags  den 
Kostenvorschuss. In ihrer Beschwerde beantragten sie die Aufhebung der 
angefochtenen  Verfügung,  die  Zuerkennung  der  Flüchtlingseigenschaft 
sowie  die  Asylgewährung.  Die  Beschwerdeführerin  sei  zu  einer  neuen 
Befragung  vorzuladen.  Eventualiter  sei  die  angefochtene  Verfügung 
aufzuheben  und  die  Sache  zur  Neubeurteilung  an  die  Vorinstanz 
zurückzuweisen. Subeventualiter sei die Unzulässigkeit des Vollzugs der 
Wegweisung festzustellen und die vorläufige Aufnahme zu gewähren.  In 
verfahrensrechtlicher Hinsicht wurde die Gewährung der unentgeltlichen 
Rechtspflege  und  Rechtsverbeiständung  sowie  der  Verzicht  auf  die 
Erhebung eines Kostenvorschusses beantragt.

K. 
Mit  Eingabe  vom  24. Mai  2008  reichten  die  Beschwerdeführenden 
weitere Beweismittel zu den Akten.

L. 
Mit Urteil vom 5. Juni 2008 trat das Bundesverwaltungsgericht auf die von 
C._______  eingereichte  Beschwerde  vom  22. Mai  2008  zufolge 
Nichteinhaltung der Beschwerdefrist nicht ein (…). C._______ kehrte am 
(…) 2008 nach Kolumbien zurück.

M. 
Das Bundesverwaltungsgericht  gewährte  den Beschwerdeführenden mit 
Zwischenverfügung  vom  16. Juni  2011  die  Möglichkeit  der  Einreichung 

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einer  ergänzenden  Stellungnahme  unter  Beilage  allfälliger  Beweismittel 
bis zum 1. Juli 2011. Sie enthielten sich einer Eingabe.

N. 
Das  Bundesverwaltungsgericht  forderte  die  Beschwerdeführenden  mit 
Zwischenverfügung vom 24. August 2011 zur Übersetzung der von ihnen 
im Beschwerdeverfahren  eingereichten  fremdsprachigen Dokumente  bis 
zum  13. September  2011  auf.  Dabei  wurden  die  Beschwerdeführenden 
darauf  hingewiesen,  dass  nicht  übersetzt  gebliebene  fremdsprachige 
Dokumente keine Beachtung  im Verfahren  finden könnten und  letzteres 
gestützt auf die bestehende Aktenlage fortgeführt werde.

O. 
Die  Beschwerdeführenden  reichten  am  9. September  2011  eine 
Übersetzung eines Briefes  vom 19. Mai  2008 zu den Akten und wiesen 
darauf  hin,  dass  sie  sich  unter  Berücksichtigung  des  Umfangs  der 
Dokumente,  der  hohen  Kosten  und  der  knappen  Frist  auf  die 
Übersetzung der wichtigsten Dokumente beschränkten.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 

1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 
gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 
1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021).  Das  BFM 
gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz 
des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das  Sachgebiet  betreffende 
Ausnahme  im  Sinne  von  Art. 32  VGG  liegt  nicht  vor.  Das 
Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die  Beurteilung  der 
vorliegenden  Beschwerde  und  entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls 
endgültig,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des 
Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht 
(Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83 
Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG, 
SR 173.110]).

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1.2. Das  Verfahren  richtet  sich  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem 
BGG,  soweit  das  AsylG  nichts  anderes  bestimmt  (Art. 37  VGG  und 
Art. 6 AsylG).

1.3.  Die  Beschwerde  ist  frist­  und  formgerecht  eingereicht.  Die 
Beschwerdeführenden  haben  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz 
teilgenommen, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt 
und  haben  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung 
beziehungsweise  Änderung.  Sie  sind  daher  zur  Einreichung  legitimiert 
(Art. 108  AsylG  sowie  Art. 105  Abs. 1  AsylG  i.V.m.  Art.  37  VGG  und 
Art. 48 Abs. 1 und Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2. 
Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3. 

3.1.  Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich  Asyl.  Flüchtlinge  sind  Personen,  die  in  ihrem Heimatstaat 
oder  im Land,  in dem sie zuletzt wohnten, wegen  ihrer Rasse, Religion, 
Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder 
wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt 
sind  oder  begründete  Furcht  haben,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu 
werden. Als  ernsthafte Nachteile  gelten  namentlich  die Gefährdung  des 
Leibes,  des  Lebens  oder  der  Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen 
unerträglichen  psychischen  Druck  bewirken.  Den  frauenspezifischen 
Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG).

3.2.  Wer  um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft 
nachweisen  oder  zumindest  glaubhaft  machen.  Diese  ist  glaubhaft 
gemacht,  wenn  die  Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender 
Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere 
Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich 
widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich 
auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt  werden  (Art. 7 
AsylG).

4. 
Vorab  ist  festzustellen, dass die Beschwerdeführenden auf Aufforderung 
des  Gerichts  vom  24. August  2011  einzig  das  als  Beweismittel 

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eingereichte Schreiben vom 19. Mai 2008 (…) in deutscher Übersetzung 
einreichten. Die weiteren von den Beschwerdeführenden als Beweismittel 
eingereichten  fremdsprachigen  Dokumente  können  daher 
androhungsgemäss  (vgl.  Zwischenverfügung  vom  24. August  2011)  im 
vorliegenden Verfahren keine Berücksichtigung finden.

5. 

5.1. Zur Begründung ihres Asylgesuches machte die Beschwerdeführerin 
bei der Vorinstanz  im Wesentlichen geltend, aufgrund der Probleme von 
C._______ sei  ihr  Leben und dasjenige  (…)  in Gefahr. Der Hauptgrund 
ihrer  Probleme  seien  jene  von  C._______  gewesen.  Eine  zusätzliche 
Ursache  sei  ihre  Arbeit  bei  der  Nichtregierungsorganisation  (NGO) 
D._______  gewesen,  welche  sich  um  den  Fall  der  E._______  vor  der 
interamerikanischen Menschenrechtskommission gekümmert habe.

Sie  habe  C._______  im  Juni  2006  kennengelernt,  als  er  bei  der 
D._______,  wo  sie  als  (…)  tätig  gewesen  sei,  vorgesprochen  habe. 
Geheiratet hätten sie am (…), nachdem sie ein Jahr lang verlobt gewesen 
seien. Seit  Januar  (…) sei  sie  verfolgt worden; beispielsweise wenn sie 
(…) zur Schule gebracht habe. Es seien die gleichen Männer gewesen, 
die  auch  C._______  bedroht  hätten.  Diese  hätten  ihr  gezeigt,  dass  sie 
bewaffnet  seien,  sie  angehalten  und  ihr  gesagt,  sie  wüssten,  wo  sie 
wohne.  Ihr  sei  zudem  mit  dem  Tod  gedroht  worden.  Wegen  den 
Drohanrufen und den Verfolgungen habe sie Anzeige erstattet. Nachdem 
sie  erfahren  habe,  dass  C._______.  eine  Beziehung  zu  einer  anderen 
Frau gehabt habe, habe sie ­ bereits vor ihrer Ausreise aus Kolumbien ­ 
die Scheidung beantragt (vgl. vorinstanzliche Akten A 13 und A 21).

5.2.  Den  Aussagen  von  C._______  lässt  sich  im  Wesentlichen 
entnehmen,  dass  er  als  (…)  in  einem  von  der  nationalen  Polizei 
geleiteten  Spital  tätig  gewesen  sei,  dabei  einen  Finanzskandal  bei  der 
Polizei  aufgedeckt  und  diesbezüglich  mehrere  Anzeigen  bei 
verschiedenen  Behörden  eingereicht  habe.  Deswegen  habe  er 
telefonische Morddrohungen erhalten und werde von der Policia nacional 
und von Paramilitärs gesucht und verfolgt. Mit Hilfe von D._______ und 
durch Vermittlung  des  IKRK habe  er  ein Asylgesuch  für  sich  und  seine 
Familie eingereicht. Die Beschwerdeführerin habe er geheiratet, weil ihm 
D._______  gesagt  habe,  dies  sei  für  ihn  die  einzige  Möglichkeit, 
Kolumbien  möglichst  rasch  zu  verlassen  und  ihm  nur  geholfen  werden 
könne,  wenn  er  verheiratet  sei.  Im  Heimatland  lebten  seine 

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Lebenspartnerin  mit  einem  gemeinsamen  sowie  einem  weiteren  Kind. 
Dessen  Vater  habe  sein  Kind  nicht  ausreisen  lassen  wollen,  so  dass 
C._______ nicht mit  seiner Lebenspartnerin  in die Schweiz habe  reisen 
können.  Aus  diesen  Gründen  habe  er  eingewilligt,  die 
Beschwerdeführerin zu heiraten.

5.3.  Zur  Begründung  seiner  Verfügung  führte  das  BFM  aus,  die 
Vorbringen  der  Beschwerdeführerin  und  von  C._______  genügten  den 
Anforderungen an die Glaubhaftigkeit nicht. Sie seien als der allgemeinen 
Erfahrung oder der Logik des Handelns widersprechend, nachgeschoben 
sowie  widersprüchlich  zu  qualifizieren  und  basierten  auf  untauglichen 
Beweismitteln.  Insbesondere  sei  realitätsfremd,  dass  C._______  von 
D._______  gesagt  worden  sei,  für  einen  alleinstehenden  Mann  sei  es 
schwierig,  Kolumbien  zu  verlassen.  Auffällig  sei  weiter,  dass  die 
Beschwerdeführerin  und C._______ am gleichen Tag geheiratet  hätten, 
an  dem  sie  den  Fragebogen  für  die  Schweizer  Vertretung  in  Bogotá 
unterzeichnet  und  nach  der  Ankunft  in  der  Schweiz  die  Scheidung 
beantragt  hätten.  Dies  lasse  den  Verdacht  aufkommen,  die 
Beschwerdeführerin  und  C._______  hätten  lediglich  zum  Zweck  der 
Einreise in die Schweiz geheiratet.

Weiter stellte die Vorinstanz  fest, die Beschwerdeführerin habe erstmals 
in  der Schweiz  angegeben,  (…)  von D._______ gewesen  zu  sein. Weil 
sie dies nicht bereits bei der Vertretung in Bogotá geltend gemacht habe, 
komme der Verdacht  auf,  sie  habe  bei  der Unterstützung  des Gesuchs 
durch  D._______  einen  gewissen  Einfluss  ausgeübt.  Diese  Annahme 
werde dadurch erhärtet, dass die Aussagen von C._______ bezüglich der 
geltend  gemachten  Übergriffe  nicht  mit  den  Inhalten  der 
Bestätigungsschreiben  von  D._______  übereinstimmten.  Zudem 
enthielten  die  Unterstützungsschreiben  von  D._______  datums­  und 
unterschriftsmässige  Ungereimtheiten.  Vor  diesem  Hintergrund  könnten 
sie  nicht  als  beweistauglich  qualifiziert  werden,  und  es  müsse 
angenommen  werden,  es  handle  sich  entweder  um 
Gefälligkeitsschreiben  oder  um  Fälschungen,  so  dass  die  geltend 
gemachte Verfolgungssituation nicht geglaubt werden könne.

Als  nachgeschoben  bezeichnete  das  BFM  das  Vorbringen  der 
Beschwerdeführerin, wonach sie aufgrund  ihrer Arbeit  bei D._______  in 
Kolumbien Schwierigkeiten gehabt habe, da sie bei der Anhörung im EVZ 
eindeutig zu Protokoll gegeben habe, ausser den Problemen wegen ihres 
Ehemannes keine weiteren Verfolgungen im Heimatland erlebt zu haben. 

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Ebenfalls  als  verspätet  seien  die  Vorbringen  von  C._______  zu 
beurteilen, wonach er überdies von Paramilitärs gesucht und dass auf ihn 
ein Anschlag ausgeübt worden sei, zumal er dies erstmals anlässlich der 
Bundesanhörung vorgebracht habe. Schliesslich wies die Vorinstanz auf 
gewisse Widersprüche  in den Vorbringen von C._______ hin und stellte 
fest, dass sich die Beschwerdeführerin und C._______ bezüglich seiner 
Verfolgungssituation in Bogotá ebenfalls widersprochen hätten.

5.4.  In  ihrer  Beschwerde  führte  die  Beschwerdeführerin  aus,  dass  die 
Vorinstanz  den  Sachverhalt  im  Wesentlichen  zutreffend 
zusammengefasst  habe,  rügte  indessen,  dass  sich  diese  bei  der 
Befragung beziehungsweise Anhörung der Beschwerdeführerin zu strikte 
an  die  Verfolgungsgründe  von  C._______  gehalten  habe,  ohne  zu 
berücksichtigen, dass die Beschwerdeführerin selber in ihrem Heimatland 
ebenfalls verfolgt worden sei. Sie habe kaum die Möglichkeit gehabt, ihre 
eigenen  Gesuchsgründe  darzulegen.  Die  meisten  der  vom  BFM 
festgestellten  Widersprüche  würden  sich  aus  den  Aussagen  von 
C._______ ergeben. Dieser habe die Heirat mit der Beschwerdeführerin 
nur  angestrebt,  damit  er  in  die  Schweiz  einreisen  könne,  um 
anschliessend  seinen  gehbehinderten  Sohn,  den  er  kurz  vor  seiner 
Ausreise  anerkannt  habe,  in  die  Schweiz  zu  holen.  Sie  aber  habe 
C._______ aus Liebe geheiratet und die Scheidung eingereicht, nachdem 
sie erfahren habe, dass er eine Beziehung zu einer anderen Frau habe.

Weiter  rügt  die  Beschwerdeführerin,  dass  der  Befragungsstil  der 
Anhörungsperson  des  BFM  vermuten  lasse,  dass  diese  nicht  gewillt 
gewesen  sei,  ihr  unvoreingenommen  zuzuhören.  Ferner  sei  ihr  nicht 
genügend  Gelegenheit  geboten  worden,  über  ihre  Tätigkeit  bei 
D._______  und  die  Mitgliedschaft  bei  der  E._______  zu  sprechen. 
Dadurch sei  das  rechtliche Gehör nicht  gewahrt worden, und es müsse 
ihr  folglich  die  Möglichkeit  gegeben  werden,  sich  nochmals  ausführlich 
über ihre Verfolgungsgründe zu äussern. 

Zum  Beweis  einer  eigenen  Verfolgung  reichte  die  Beschwerdeführerin 
mehrere  Bestätigungsschreiben  von  D._______  zu  den  Akten.  Dem 
Vorhalt  der  Vorinstanz,  wonach  die  Bestätigungsschreiben  von 
D._______  nicht  beweistauglich  seien,  hielt  sie  entgegen,  dass 
C._______ die Unterschriften zu seinen eigenen Gunsten gefälscht habe.

6. 
Vorab  ist  auf  die  Rüge  des  Vorliegens  eines  schwerwiegenden 

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Verfahrensfehlers,  der  Verletzung  des  rechtlichen  Gehörs,  einzugehen, 
indem  der  Beschwerdeführerin  von  der  Vorinstanz  nicht  ausreichend 
Gelegenheit  gewährt  worden  sei,  ihre  eigenen  Asylgründe  vorzutragen. 
Zudem  lasse  das  Verhalten  der  befragenden  Person  des  BFM  die 
Vermutung  aufkommen,  dass  diese  nicht  gewillt  gewesen  sei,  ihr 
unvoreingenommen  zu  begegnen  und  sie  (die  Beschwerdeführerin) 
deshalb nochmals anzuhören sei. 

6.1.  Im Verwaltungsverfahren und  im spezifischen Asylverfahren gilt der 
Untersuchungsgrundsatz,  das  heisst  die  Behörde  stellt  den 
rechtserheblichen Sachverhalt von Amtes wegen fest (Art. 6 AsylG i.V.m. 
Art. 12  VwVG;  vgl.  Art. 106  Abs. 1  Bst. b  AsylG).  Die  behördliche 
Untersuchungspflicht  wird  durch  die  den  Asylsuchenden  gestützt  auf 
Art. 8  AsylG  auferlegte  Mitwirkungspflicht  eingeschränkt,  wobei  sie 
insbesondere  ihre  Identität  offenzulegen  und  bei  der  Anhörung  der 
Behörde  alle  Gründe  mitzuteilen  haben,  die  für  die  Asylgewährung 
relevant sein könnten (BVGE 2009/50 E. 10.2.1 S. 734, BVGE 2008/24 E. 
7.2  S.  356  f.  BVGE  2007/21  E.  11.1.3  S. 250).  Was  die  daraus 
resultierenden Anforderungen an die mündliche Anhörung gemäss Art. 29 
AsylG und die entsprechende Gewährung des rechtlichen Gehörs betrifft, 
so  soll  die  Anhörung  immerhin  Gewähr  dafür  bieten,  dass  die 
asylsuchende  Person  ihre  Asylgründe  vollständig  darlegen  kann,  und 
diese von der Asylbehörde korrekt erfasst werden, wobei die mündliche 
Befragung  insbesondere  auch  dazu  dient,  gezielte  Rückfragen  zur 
Erhebung  des Sachverhalts  zu  stellen  und Missverständnisse  zu  klären 
(vgl.  BVGE  2008/24  E. 7.2  S. 356  f.,  BVGE  2007/30  E. 5.5.1  und  5.5.2 
S. 365  f.; WALTER KÄLIN,  Grundriss  des  Asylverfahrens,  Basel/Frankfurt 
a.M.1990, S. 256 f.).

6.2. Aus  den Akten  ergibt  sich,  dass  die Beschwerdeführerin  anlässlich 
der  Befragung  im  EVZ  vom  18. Februar  2008  ausreichend Gelegenheit 
gehabt hat, zu begründen, warum sie  ihr Heimatland verliess und  in die 
Schweiz  kam.  Dabei  hat  sie  – auch  auf  Nachfrage  hin –  ausdrücklich 
festgehalten,  einzig  wegen  der  Probleme  von  C._______  sei  ihr  Leben 
und  dasjenige  ihres  Kindes  in  Gefahr  gewesen.  Nach  erfolgter 
Rückübersetzung  hat  sie  die  Vollständigkeit  und  Korrektheit  ihrer 
protokollierten Aussagen  unterschriftlich  bestätigt  (vgl.  A13/9 S. 4 f.  und 
7).

In Übereinstimmung mit der Beschwerdeführerin ist festzustellen, dass es 
bei  ihrer  Anhörung  vom  19. März  2008  zu  einem wesentlichen  Teil  um 

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C._______ und ihr Verhältnis zu ihm ging. Aus dem Protokoll ergibt sich 
aber auch, dass die Beschwerdeführerin bei dieser Anhörung, wenn auch 
von  der  befragenden  Person  teilweise  in  etwas  harscher  Weise 
kommentiert,  über  ihre  eigenen  Verfolgungsgründe  ebenfalls  aussagen 
konnte (vgl. vorinstanzliche Akten A 21/8 S. 7). Gesamthaft ergeben sich 
aus  den  vorinstanzlichen  Akten  keine  Hinweise,  dass  sich  weitere 
Abklärungen  aufgedrängt  hätten.  Überdies  hat  die  bei  der  Anhörung 
anwesende  Hilfswerksvertretung  keine  weiteren 
Sachverhaltsabklärungen  angeregt  oder  Einwände  zu  Protokoll 
angebracht  (vgl.  A 21/8,  letzte  Seite).  Der  Vorhalt,  die  Vorinstanz  habe 
die  eigenen  Verfolgungsvorbringen  der  Beschwerdeführerin  nur 
ungenügend  abgeklärt,  sich  in  der  angefochtenen  Verfügung  nicht 
rechtsgenüglich damit befasst, und dadurch das rechtliche Gehör verletzt, 
stösst demnach  ins Leere. Von der beantragten ergänzenden Anhörung 
der Beschwerdeführerin kann abgesehen werden. 

7. 
Die  Beschwerdeführerin  rügt  weiter,  ihre  Vorbringen  seien  von  der 
Vorinstanz zu Unrecht als unglaubhaft qualifiziert worden.

7.1.  Nach  eingehender  Prüfung  der  Akten  schliesst  sich  das 
Bundesverwaltungsgericht  der  Ansicht  der  Vorinstanz  an,  dass  die 
Vorbringen der Beschwerdeführerin  in einer Gesamtwürdigung aufgrund 
realitätsfremder,  nachgeschobener  und  widersprüchlicher  Angaben  als 
unglaubhaft  erachtet  werden  müssen.  Die  Vorinstanz  hat  in  der 
angefochtenen  Verfügung  die  Unglaubhaftigkeit  überzeugend  und 
rechtskonform  dargelegt.  Diese  Erkenntnisse  vermögen  die 
Beschwerdeführenden  in  ihrer  Rechtsmitteleingabe  nicht  umzustossen, 
zumal  ihnen  nichts  hinreichend  Stichhaltiges  entgegengesetzt  wird. 
Insbesondere  ist  als  nachgeschoben  und  mithin  unglaubhaft  zu 
bezeichnen, dass die Beschwerdeführerin aufgrund ihrer Tätigkeit als (…) 
bei D._______  in Kolumbien Probleme gehabt habe. Abgesehen davon, 
dass  sie  sich  diesbezüglich  auch  auf  Beschwerdeebene  nur  wenig 
substanziiert  und  pauschal  äussert,  ist  festzustellen,  dass  sie  bei  der 
Anhörung  vom  18. Februar  2008  unmissverständlich  zu  Protokoll 
gegeben  hat,  ausser  den Problemen wegen  ihres  Ehemannes  keinerlei 
weitere  Schwierigkeiten  in  Kolumbien  gehabt  zu  haben.  Die 
Vollständigkeit  und  Korrektheit  ihrer  protokollierten  Aussagen  hat  sie 
– wie  bereits  erwähnt –  nach  der  Rückübersetzung  unterschriftlich 
bestätigt, so dass sie sich darauf behaften lassen muss (vgl. A13/9 S. 7). 
Weiter  ergeben  sich  auch  aus  den  bei  der  Schweizer  Vertretung  in 

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Seite 11

Bogotá eingereichten umfangreichen Unterlagen keine Hinweise auf eine 
Gefährdungslage  der  Beschwerdeführerin  aufgrund  ihrer  Aktivitäten  bei 
D._______. Die Beschwerdeführerin vermag denn – soweit übersetzt und 
im vorliegenden Verfahren zu beachten (vgl. dazu oben E. 4) – auch aus 
den  mit  der  Beschwerde  eingereichten  Beweismitteln  nichts  zu  ihren 
Gunsten  abzuleiten.  Dabei  fällt  insbesondere  ins  Gewicht,  dass  die 
Bestätigungsschreiben  von  D._______  bereits  von  der  Vorinstanz  zu 
Recht  als  Gefälligkeitsschreiben  oder  Fälschungen  bezeichnet  worden 
sind,  was  denn  von  der  Beschwerdeführerin  auch  nicht  ernsthaft 
bestritten wird. Vor diesem Hintergrund ist das Bestätigungsschreiben der 
(…) vom 19. Mai 2008 ebenfalls als blosses Gefälligkeitsschreiben ohne 
Beweiswert  zu  betrachten.  Weiter  kann  davon  ausgegangen  werden, 
dass die D._______ – als Arbeitgeberin der Beschwerdeführerin – bereits 
bei  der  Asylgesuchseinreichung  bei  der  Botschaft  auf  eine  für  die 
Beschwerdeführerin  aus  ihrer  Arbeit  resultierende  Gefährdungslage 
hingewiesen  hätte.  Zur  Vermeidung  unnötiger  Wiederholungen 
– insbesondere auch  in Bezug auf  die Unglaubhaftigkeit  der Vorbringen 
von C._______ – kann sodann auf die zu bestätigenden Erwägungen  in 
der angefochtenen Verfügung verwiesen werden.

7.2. Zusammenfassend kommt das Bundesverwaltungsgericht daher zum 
Schluss,  dass  das  BFM  die  Flüchtlingseigenschaft  der 
Beschwerdeführenden zu Recht verneint und die Asylgesuche abgelehnt 
hat.

8. 

8.1. Lehnt  das Bundesamt  das Asylgesuch  ab  oder  tritt  es  darauf  nicht 
ein,  so  verfügt  es  in  der  Regel  die Wegweisung  aus  der  Schweiz  und 
ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit 
der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

8.2.  Die  Beschwerdeführenden  verfügen  weder  über  eine 
ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf 
Erteilung  einer  solchen.  Die  Wegweisung  wurde  demnach  zu  Recht 
angeordnet  (Art. 44 Abs. 1 AsylG; Entscheidungen und Mitteilungen der 
Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2001 Nr. 21).

9. 

9.1.  Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 
nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach 

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den  gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von 
Ausländern  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des  Bundesgesetzes 
vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer  [AuG, 
SR 142.20]).

Bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen  gilt 
gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  und  seiner 
Vorgängerorganisation  ARK  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der 
Flüchtlingseigenschaft, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte 
Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. 
WALTER  STÖCKLI,  Asyl,  in:  Uebersax/Rudin/Hugi  Yar/Geiser  [Hrsg.], 
Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148).

9.2. Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 
der  Schweiz  einer Weiterreise  der  Ausländerin  oder  des  Ausländers  in 
den  Heimat­,  Herkunfts­  oder  einen  Drittstaat  entgegenstehen  (Art.  83 
Abs. 3 AuG).

So  darf  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land 
gezwungen  werden,  in  dem  ihr  Leib,  ihr  Leben  oder  ihre  Freiheit  aus 
einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie 
Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden 
(Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom 
28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]).

Gemäss  Art. 25  Abs. 3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR 101),  Art. 3  des 
Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere 
grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK,  SR 0.105)  und  der  Praxis  zu  Art. 3  der  Konvention  vom 
4. November 1950 zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten 
(EMRK,  SR 0.101)  darf  niemand  der  Folter  oder  unmenschlicher  oder 
erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden.

9.3.  Die  Vorinstanz  wies  in  ihrer  angefochtenen  Verfügung  zutreffend 
darauf hin, dass das Prinzip des  flüchtlingsrechtlichen Non­Refoulement 
nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es den 
Beschwerdeführenden  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich  erhebliche 
Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der  in Art. 5 
AsylG  verankerte  Grundsatz  der  Nichtrückschiebung  im  vorliegenden 
Verfahren  keine  Anwendung  finden.  Eine  Rückkehr  der 

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Beschwerdeführenden  nach  Kolumbien  ist  demnach  unter  dem  Aspekt 
von Art. 5 AsylG rechtmässig.

Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen der Beschwerdeführerin 
noch  aus  den  Akten  Anhaltspunkte  dafür,  dass  sie  für  den  Fall  einer 
Ausschaffung nach Kolumbien mit  beachtlicher Wahrscheinlichkeit  einer 
nach  Art. 3  EMRK  oder  Art. 1  FoK  verbotenen  Strafe  oder  Behandlung 
ausgesetzt  wären.  Gemäss  Praxis  des  Europäischen  Gerichtshofes  für 
Menschenrechte  (EGMR)  sowie  jener  des  UN­Anti­Folterausschusses 
müssten  die  Beschwerdeführenden  eine  konkrete  Gefahr  ("real  risk") 
nachweisen  oder  glaubhaft  machen,  dass  ihnen  im  Fall  einer 
Rückschiebung  Folter  oder  unmenschliche  Behandlung  drohen  würde 
(vgl.  EGMR  [Grosse  Kammer],  Saadi  gegen  Italien,  Urteil  vom 
28. Februar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124 – 127, mit weiteren 
Hinweisen).  Auch  die  allgemeine  Menschenrechtssituation  im 
Heimatstaat  lässt  den  Wegweisungsvollzug  zum  heutigen  Zeitpunkt 
klarerweise nicht als unzulässig erscheinen. Nach dem Gesagten ist der 
Vollzug  der  Wegweisung  sowohl  im  Sinne  der  asyl­  als  auch  der 
völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig.

9.4. Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 
Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat­ oder Herkunftsstaat auf 
Grund  von  Situationen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner  Gewalt  und 
medizinischer  Notlage  konkret  gefährdet  sind.  Wird  eine  konkrete 
Gefährdung  festgestellt,  ist  –  unter  Vorbehalt  von  Art. 83  Abs. 7  AuG – 
die vorläufige Aufnahme zu gewähren.

9.4.1. Nach den Erkenntnissen  des Bundesverwaltungsgerichts  ist  nicht 
davon  auszugehen,  in  Kolumbien  herrsche  generell,  mithin  in  allen 
Regionen,  eine  Situation  allgemeiner  Gewalt.  Die  allgemeine 
Sicherheitslage hat sich seit dem Amtsantritt von Präsident Uribe im Jahr 
2002  zumindest  in  einigen  Teilen  des  Landes  verbessert.  Als  unsicher 
sind  vor  allem  die  Departemente  im  Westen  und  Süden  des  Landes 
(Nariño,  Chocó,  Putumayo,  Cauca,  Valle  del  Cauca,  Guaviare  und 
Caquetá) zu betrachten. Die Beschwerdeführerin stammt hingegegen aus 
dem  zentral  gelegenen  Departement  Cundinamarca,  welche  das 
Hauptstadtgebiet  (Distrito  Capital  Santa  Fe  de  Bogotá)  umschliesst.  Zu 
beachten ist ferner, dass im Jahr 2003 der Demobilisierungsprozess von 
Paramilitärs  in  Gang  gesetzt  und  im  Jahr  2006  offiziell  abgeschlossen 
wurde.  Selbst  wenn  nicht  davon  ausgegangen  werden  kann,  alle 
Paramilitärs  hätten  sich  der  Demobilisierung  angeschlossen  und 

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zwischenzeitlich  auch  bereits  neue  paramilitärische  oder 
paramilitärähnliche  Gruppierungen  entstanden  sind,  kann  heute  nicht 
(mehr)  von einer Situation  gesprochen werden, welche den Vollzug  der 
Wegweisung als generell unzumutbar erscheinen lassen würde.

9.4.2.  In  den  Akten  finden  sich  sodann  auch  keine  konkreten 
Anhaltspunkte wonach die Beschwerdeführerin bei einer Rückkehr nach 
Kolumbien  aus  individuellen  Gründen  wirtschaftlicher,  sozialer  oder 
gesundheitlicher  Natur  einer  konkreten  Gefährdung  ausgesetzt  wäre. 
Gemäss ihren eigenen Ausführungen verfügt sie unter anderem über eine 
gute  Ausbildung  und  ein  intaktes  soziales  Netz  im  Heimatstaat  (vgl. 
Beschwerde S.  7 Pkt  5.3,  vorinstanzliche Akten A 13 S. 3).  Vor  diesem 
Hintergrund  ist davon auszugehen, sie sei  in der Lage, ein genügendes 
Erwerbseinkommen  für sich und  ihr Kind zu erwirtschaften. Überdies  ist 
anzunehmen,  dass  sie  in  Kolumbien  über  einen  Freundes­  und 
Bekanntenkreis  verfügt,  welcher  sie  bei  einer  Rückkehr  – sofern 
erforderlich –  unterstützen  könnte.  Gesundheitliche  Beeinträchtigungen 
werden von der (…)­jährigen Beschwerdeführerin weder für sich noch für 
ihr Kind geltend gemacht. Es bestehen somit keine Anzeichen dafür, dass 
die  Beschwerdeführenden  bei  einer  Rückkehr  nach  Kolumbien  in  eine 
existenzbedrohende  Situation  geraten  würden.  Nach  dem  Gesagten 
erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch als zumutbar.

9.5.  Die  Beschwerdeführenden  sind  sodann  im  Besitz  von  gültigen 
heimatlichen  Reisepässen,  weshalb  der  Vollzug  der  Wegweisung  auch 
als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG).

9.6. Zusammenfassend  hat  die  Vorinstanz  den Wegweisungsvollzug  zu 
Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten 
fällt  eine  Anordnung  der  vorläufigen  Aufnahme  ausser  Betracht  (Art. 83 
Abs. 1 – 4 AuG).

10.

Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung 
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und 
vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art. 106  AsylG).  Die 
Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

11.

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11.1.  In  ihrer Beschwerdeverbesserung vom 23. Mai 2008 ersuchten die 
Beschwerdeführenden  um Gewährung  der  unentgeltlichen Rechtspflege 
und Rechtsverbeiständung. Zur Begründung wurde geltend gemacht, sie 
seien  mittellos  und  ihr  Verfahren  erscheine  nicht  als  von  vornherein 
aussichtslos.  Weiter  seien  sie  in  rechtlicher  und  sprachlicher  Hinsicht 
nicht  in  der  Lage,  ihre  Sache  selber  zu  vertreten  und  die  in  der 
Beschwerde  zur  Diskussion  gestellten  Fragen  seien  für  sie  von 
beachtlicher  Bedeutung.  Zum  Beweis  ihrer  Bedürftigkeit  stellten  die 
Beschwerdeführenden  die  Nachreichung  einer  entsprechenden 
Bestätigung "in den nächsten Tagen" in Aussicht.

11.2. Gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG befreit die Beschwerdeinstanz nach 
Einreichung der Beschwerde eine Partei, die nicht über die erforderlichen 
Mittel verfügt, auf Antrag von der Bezahlung der Verfahrenskosten, sofern 
ihr Begehren nicht aussichtslos erscheint. Der bedürftigen Partei wird  in 
einem für sie nicht aussichtslosen Verfahren von der Beschwerdeinstanz 
ein Anwalt bestellt, wenn es zur Wahrung ihrer Rechte notwendig ist (vgl. 
Art. 65 Abs. 2 VwVG).

11.3.  Aus  den  Akten  ergibt  sich,  dass  die  Beschwerdeführenden  am 
23. Mai  2008  – dem  Tag  der  Einreichung  ihrer 
Beschwerdeverbesserung – den vom Bundesverwaltungsgericht bis zum 
29. Mai 2008 einverlangten Kostenvorschuss einbezahlt haben, weshalb 
das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  gemäss 
Art. 65 Abs. 1 VwVG als gegenstandslos geworden abzuschreiben ist.

11.4.  Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltliche 
Rechtsverbeiständung  im  Sinne  von  Art.  65  Abs. 2  VwVG  ist 
– unabhängig von den Fragen der Prozessaussichten und der sachlichen 
Notwendigkeit  einer  Rechtsverbeiständung –  mangels  ausgewiesener 
prozessualer  Bedürftigkeit  der  Beschwerdeführenden  und  fristgerechter 
Leistung des Kostenvorschusses abzuweisen.

11.5.  Die  Beschwerdeführenden  sind  im  vorliegenden  Verfahren 
unterlegen, weshalb sie vollumfänglich kostenpflichtig werden (vgl. Art. 63 
Abs. 1 VwVG).  Die  ihnen  aufzuerlegenden  Verfahrenskosten  sind  auf 
insgesamt  Fr. 600.  –  festzusetzen  (Art.  1  –  3  des  Reglements  vom 
21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR  173.320.2])  und  mit  dem  am 
23. Mai  2008  in  gleichem  Umfang  einbezahlten  Kostenvorschuss  zu 
verrechnen.

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(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  wird  als 
gegenstandslos geworden abgeschrieben.

3. 
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtsverbeiständung 
wird abgewiesen.

4. 
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.–  werden  den  Beschwerdeführenden 
auferlegt.  Sie  sind  durch  den  in  gleicher  Höhe  geleisteten 
Kostenvorschuss gedeckt und werden mit diesem verrechnet.

5. 
Dieses  Urteil  geht  an  die  Beschwerdeführenden,  das  BFM  und  die 
kantonale Behörde.

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber:

Regula Schenker Senn Rudolf Raemy

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