# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4ee66721-31b8-57fa-8805-de48661da3c2
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-09-02
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 02.09.2025 D-5210/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-5210-2025_2025-09-02.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
 
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-5210/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 .  S e p t e m b e r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Einzelrichterin Jeannine Scherrer-Bänziger, 

mit Zustimmung von Richterin Camilla Mariéthoz Wyssen;   

Gerichtsschreiberin Anna Dürmüller Leibundgut. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

B._______, geboren am (…), 

Türkei,   

vertreten durch lic. iur. Sonja Nabholz,  

Beschwerdeführende,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 13. Juni 2025 / N (…). 

 

 

 

D-5210/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Die Beschwerdeführenden suchten am 21. Oktober 2022 in der 

Schweiz um Asyl nach.  

A.b Am 24. Februar 2023 trat das SEM auf die Asylgesuche gestützt auf 

Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31) nicht ein und verfügte die Weg-

weisung nach Österreich sowie den Wegweisungsvollzug. Die dagegen er-

hobene Beschwerde wies das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil  

D-1255/2023 vom 9. März 2023 ab. 

B.  

B.a Infolge ungenutzten Ablaufs der Überstellungsfrist hob das SEM den 

Dublin-Entscheid vom 24. Februar 2023 mit Verfügung vom 29. Juni 2023 

auf und nahm das nationale Asylverfahren wieder auf. 

B.b Am 15. Februar 2024 hörte das SEM die Beschwerdeführenden zu ih-

ren Asylgründen an, und am 19. Februar 2024 erfolgte die Zuteilung ins 

erweiterte Verfahren. 

B.c Zur Begründung ihres Asylgesuchs machte die Beschwerdeführerin 

geltend, sie sei türkische Staatsangehörige kurdischer Ethnie. Ursprüng-

lich stamme sie aber aus dem Iran. Ihre Familie habe sie im Jahr (…) mit 

einem türkischen Mann zwangsverheiratet. Es sei bloss eine religiöse Hei-

rat gewesen, da ihr Mann bereits eine andere Ehefrau gehabt habe. Zu-

nächst habe sie – während eines Gefängnisaufenthaltes ihres Ehemannes 

– einige Jahre bei dessen Verwandten gelebt und das Haus nicht alleine 

verlassen dürfen. Später habe sie zusammen mit ihrem Mann, seiner ers-

ten Ehefrau und deren Kinder in C._______ (Provinz Hakkari) gewohnt. In 

der Folge habe sie drei Söhne geboren: D._______ (Jg. […]), E._______ 

(Jg. […]) und den Beschwerdeführer (Jg. […]). Ihr Ehemann sei in mafiösen 

Strukturen als Drogenschmuggler tätig und deswegen viermal für jeweils 

mehrere Jahre im Gefängnis gewesen. Sie habe die Kinder daher alleine 

aufziehen und für ihren Lebensunterhalt sorgen müssen. Obwohl sie Anal-

phabetin sei, sei ihr dies gelungen, indem sie sich als (…) selbständig ge-

macht habe. Nach dem Umzug nach F._______ habe sie dort ein grösse-

res Geschäft eröffnet und auch zwei Angestellte gehabt. Als ihr Mann wäh-

rend der Pandemie aus der letzten (12-jährigen) Haft entlassen worden sei, 

sei er ebenfalls zu ihnen nach F._______ gezogen. Ihr Ehemann sei ge-

walttätig und habe sie als sein Eigentum betrachtet. Wenn er zuhause ge-

wesen sei, habe er sie wie eine Sklavin gehalten. Er habe sie regelmässig 

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beschimpft und einmal auch am Hals gepackt. Im Winter (…) sei sie mit 

dem Beschwerdeführer (ihrem jüngsten Sohn) nach G._______ zu ihren 

älteren Söhnen gegangen, welche dort Arbeit gefunden hätten. Sie habe 

beabsichtigt, nicht mehr nach Hause zurückzukehren. Kurz nach der An-

kunft sei sie jedoch von einem vermummten Mann angerempelt und ge-

warnt worden, sie solle auf sich aufpassen. Dieser Vorfall habe sie sehr 

verängstigt. Sie habe nicht nur Angst um ihr Leben gehabt, sondern sich 

gleichzeitig Sorgen gemacht, dass ihre Söhne im Falle ihrer Tötung Blutra-

che üben und dadurch wiederum selber verfolgt werden könnten. Daher 

seien sie und der Beschwerdeführer zu ihrem Ehemann nach F._______ 

zurückgekehrt. Ungefähr im August (…) habe sie gehört, wie ihr Ehemann 

jemandem am Telefon gesagt habe, er werde sie töten. Als er am (…) nach 

C._______ gegangen sei, um einen Behördentermin wahrzunehmen, sei 

sie zusammen mit dem Beschwerdeführer nach G._______ geflüchtet und 

von dort aus am (…) ausgereist. Ihr Ehemann habe sich einige Tage nach 

ihrer Ausreise telefonisch bei den beiden Söhnen in G._______ nach ihr 

erkundigt und Todesdrohungen ausgestossen. Die beiden Söhne hätten 

daraufhin ihre Telefonnummern gewechselt und auch ihre Nachnamen ge-

ändert. Bei einer Rückkehr in die Türkei befürchte sie, von ihrem Ehemann 

umgebracht zu werden.  

B.d Der Beschwerdeführer führte seinerseits aus, die Probleme hätten 

nach der Haftentlassung seines Vaters begonnen. Der Vater sei wütend 

gewesen, dass die Beschwerdeführerin gearbeitet habe, und habe sie 

ständig beschimpft. Einmal habe er sie am Hals gepackt, und zuletzt habe 

er mehrmals gedroht, sie umzubringen. Der Vater habe auch ihn häufig 

beschimpft. Wenn sie nicht ausgereist wären, hätte er ihnen vermutlich et-

was angetan. Er fürchte sich vor seinem Vater und wolle daher nicht in die 

Türkei zurückkehren.  

B.e Die Beschwerdeführenden reichten im Verlauf des vorinstanzlichen 

Verfahrens folgende Unterlagen zu den Akten (Kopien, soweit nicht anders 

vermerkt): die Identitätskarte der Beschwerdeführerin (Original), einen pro-

visorischen Personalausweis des Beschwerdeführers, zwei ärztliche Be-

richte vom 8. Februar 2024 und 6. Juni 2025, mehrere ärztliche Unterlagen 

aus der Türkei sowie einen Online-Artikel vom 7. Februar 2002 betreffend 

den Ehemann der Beschwerdeführerin.  

C.  

Mit Verfügung vom 13. Juni 2025 – gleichentags eröffnet – verneinte das 

SEM die Flüchtlingseigenschaft der Beschwerdeführenden, lehnte die 

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Asylgesuche ab, verfügte die Wegweisung aus der Schweiz und ordnete 

den Vollzug an.  

D.  

Die Beschwerdeführenden fochten diesen Entscheid mit Beschwerde vom 

14. Juli 2025 beim Bundesverwaltungsgericht an. Sie beantragten, die an-

gefochtene Verfügung sei aufzuheben und sie seien als Flüchtlinge anzu-

erkennen und es sei ihnen Asyl zu gewähren. Eventuell sei infolge Unzu-

lässigkeit und/oder Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs die vorläu-

fige Aufnahme anzuordnen. In prozessualer Hinsicht ersuchten sie um Ge-

währung der unentgeltlichen Prozessführung (inkl. Verzicht auf die Erhe-

bung eines Kostenvorschusses) und unentgeltliche Verbeiständung.  

Der Beschwerde lagen die angefochtene Verfügung sowie ein Schulbericht 

vom 18. Juni 2025 bei (Kopien).  

E.  

Am 15. Juli 2025 bestätigte das Bundesverwaltungsgericht den Eingang 

der Beschwerde. Die vorinstanzlichen Akten lagen dem Bundesverwal-

tungsgericht gleichentags in elektronischer Form vor (vgl. Art. 109 Abs. 2 

AsylG).  

 
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet auf dem Gebiet des Asyls 

in der Regel – so auch hier – endgültig über Beschwerden gegen Verfü-

gungen (Art. 5 VwVG) des SEM (Art. 105 AsylG [SR 142.31] i.V.m. Art. 31–

33 VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Das Verfahren richtet sich nach dem 

VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes be-

stimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.2 Die Beschwerdeführenden sind als Verfügungsadressaten zur Be-

schwerdeführung legitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und form-

gerecht eingereichte Beschwerde (Art. 105 und 108 Abs. 2 AsylG sowie 

Art. 52 Abs. 1 VwVG) ist einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5).  

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Seite 5 

3.  

3.1 Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterli-

cher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungs-

weise einer zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie 

nachstehend aufgezeigt, handelt es sich um eine solche, weshalb das Ur-

teil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). 

3.2 Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines 

Schriftenwechsels verzichtet. 

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder ihren politi-

schen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begrün-

dete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 

AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Lei-

bes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträg-

lichen psychischen Druck bewirken. Den frauenspezifischen Fluchtgrün-

den ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält (Art. 7 AsylG).  

5.  

5.1 Das SEM führte zur Begründung seines Entscheids aus, die geltend 

gemachte Zwangsheirat im Jahr (…) sei schon deshalb nicht asylrelevant, 

weil dies nicht der ausschlaggebende Grund für die Ausreise gewesen sei. 

Grund für die Ausreise seien vielmehr die im Verlauf der Ehe erlittenen 

Nachteile respektive die Furcht vor künftigen Nachteilen gewesen. Bei der 

geltend gemachten Verfolgung durch den Ehemann/Vater handle es sich 

indes um eine Verfolgung durch eine Drittperson, und der türkische Staat 

sei grundsätzlich als schutzfähig und schutzwillig zu erachten (Verweis auf 

die Rechtsprechung des BVGers, namentlich das Referenzurteil  

E-1948/2018 vom 12. Juni 2018 E. 5.2.2 ff.). Zwar habe die Türkei das 

Übereinkommen des Europarates zur Verhütung und Bekämpfung von Ge-

walt gegenüber Frauen und häuslicher Gewalt vom 11. Mai 2011 (Istanbul-

Konvention; SR 0.311.35) gekündigt, aber es könne bisher nicht von einem 

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faktischen Wegfall der bisherigen rechtlichen Möglichkeiten zur Schutzin-

anspruchnahme ausgegangen werden. Im Übrigen sei der Schutz vor Ge-

walt gegenüber Frauen in der Türkei auch gesetzlich verankert, und es 

gebe im ganzen Land verschiedene Angebote für betroffene Frauen (Frau-

enberatungsstellen, Notfallstationen, eine Hotline etc.). Von häuslicher Ge-

walt betroffene Personen könnten sich – abgesehen von der Polizei – ins-

besondere an die ŞÖNİM-Zentren wenden (Zentren zur Prävention und 

Überwachung von Gewalt), von welchen es in jeder Provinz mindestens 

eines gebe. Aus den Akten gehe nicht hervor, dass die türkischen Behör-

den der Beschwerdeführerin jemals Schutz verweigert oder unzureichen-

den Schutz gewährt hätten. Sie habe sich eigenen Angaben zufolge nie an 

die Behörden gewendet. Demnach habe sie die Möglichkeit, im Heimatland 

Schutz zu erhalten, nicht ausgeschöpft. Es sei ihr indes zuzumuten, staat-

lichen Schutz in Anspruch zu nehmen, zumal ihr Ehemann den Behörden 

offensichtlich schon nachteilig bekannt sei und sie selber nicht als misslie-

bige Person gelte. Obwohl sie Analphabetin sei, sei sie selbständig er-

werbstätig gewesen und habe ihren Kindern eine Ausbildung ermöglicht. 

Sie habe im Rahmen ihrer Geschäftsgründung Kontakt zu Behörden auf-

genommen und sich ihrem Ehemann widersetzt. Entsprechend sei ihr auch 

zuzumuten, die staatlichen Behörden um Schutz zu ersuchen. Allenfalls 

könnte sie sich dabei von ihren erwachsenen Söhnen oder auch vom 

ŞÖNİM-Zentrum in F._______ unterstützen lassen. Es sei davon auszuge-

hen, dass sie auf die Unterstützung ihrer beiden in G._______ wohnhaften 

Söhne zählen könne. Sie könnte sich zusammen mit dem Beschwerdefüh-

rer demnach auch in G._______ niederlassen und die dortige Schutzinfra-

struktur in Anspruch nehmen, falls sie nicht nach F._______ zurückkehren 

wolle. Der Umstand, dass der Ehemann/Vater derzeit möglicherweise 

ebenfalls dort lebe, sei nicht relevant, da G._______ eine Grossstadt mit 

mehreren Millionen Einwohnern sei und der Ehemann/Vater die Adresse 

der Söhne offenbar nicht kenne. Da die Beschwerdeführenden nach dem 

Gesagten die Möglichkeit hätten, im Heimatstaat Schutz zu erhalten, seien 

die geltend gemachten Asylvorbringen flüchtlingsrechtlich nicht relevant, 

weshalb die Asylgesuche abzulehnen seien. 

5.2 In der Beschwerde wird entgegnet, die Beschwerdeführerin befürchte, 

Opfer eines Ehrenmordes zu werden, da sie sich ihrem Ehemann wider-

setzt und vor ihm geflohen sei. Aufgrund des konservativen Familienver-

ständnisses der Regierungspartei werde Gewalt an Frauen schon seit Län-

gerem kaum bekämpft. Der Austritt der Türkei aus der Istanbul-Konvention 

sei der vorläufige Tiefpunkt dieser Entwicklung. Unter diesen Umständen 

könne nicht davon ausgegangen werden, dass der türkische Staat bei 

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häuslicher Gewalt gegen Frauen schutzwillig sei. Die Beschwerdeführerin 

sei aufgrund der Zwangsheirat in der fremden Familie absolut isoliert ge-

wesen. Zudem sei sie Analphabetin. Daher habe sie keine Hilfe von aussen 

mobilisieren können. Wenn sie die Behörden kontaktiert hätte, hätte sie 

überdies mit schweren Konsequenzen bis hin zum Ehrenmord rechnen 

müssen. Daher sei ihr die Schutzsuche in der Türkei nicht zumutbar gewe-

sen. Auch in Istanbul hätte sie nicht Schutz finden können, da Ehrenmord 

und Blutfehde zeitlich und örtlich unbegrenzt andauerten. Bezeichnender-

weise hätten ihre Söhne ihre Nachnamen und die Telefonnummern wech-

seln müssen. Die Beschwerdeführenden seien in der Türkei unerträgli-

chem psychischen Druck ausgesetzt gewesen. Ein weiterer Verbleib sei 

ihnen nicht zuzumuten gewesen. Sie seien als Flüchtlinge anzuerkennen, 

und es sei ihnen Asyl zu gewähren.  

6.  

6.1 Wie bereits das SEM zutreffend festgestellt hat, ist die im Jahr (…) er-

folgte Zwangsheirat schon deswegen nicht asylrelevant, weil die Be-

schwerdeführerin offensichtlich nicht deswegen ausgereist ist, sondern 

aufgrund der namentlich seit der letzten Haftentlassung ihres Ehemannes 

erlittenen häuslichen Gewalt in Form von Beschimpfungen, Tätlichkeiten 

und Todesdrohungen und der Furcht vor einer weiteren Eskalation der Si-

tuation. Dem SEM ist ferner beizupflichten, dass die geltend gemachten 

erlittenen beziehungsweise befürchteten Nachteile als Verfolgung durch 

eine private Drittperson zu qualifizieren sind, was von den Beschwerdefüh-

renden auch nicht bestritten wird. 

6.2 Das Bundesverwaltungsgericht hat in gefestigter Praxis die grundsätz-

liche Schutzbereitschaft und Schutzfähigkeit des türkischen Staates im 

Umgang mit Opfern geschlechtsspezifischer Gewalt bejaht und festge-

stellt, dass in der Türkei eine entsprechende Schutzinfrastruktur bestehe, 

insbesondere in städtischen Gebieten. Obwohl in der letzten Zeit eine Zu-

nahme von Gewalt gegenüber Frauen festgestellt wurde und die Türkei per 

1. Juli 2021 aus der Istanbul-Konvention ausgetreten ist, kann im heutigen 

Zeitpunkt nicht bereits von einem faktischen Wegfall der bisherigen recht-

lichen Möglichkeiten zur Schutzinanspruchnahme ausgegangen werden 

(vgl. zum Ganzen das Urteil BVGer E-1948/2018 vom 12. Juni 2018 E. 5.2 

[als Referenzurteil publiziert] sowie D-4231/2025 vom 16. Juli 2025 S. 6, 

D-3520/2025 vom 10. Juli 2025 E. 6.1, E-2530/2024 vom 15. August 2024 

E. 7.2, m.w.H., und D-8238/2024 vom 1. Juli 2025 E. 6.2). 

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Seite 8 

6.3 Es handelt sich bei der Beschwerdeführerin um eine (…)-jährige Frau, 

welche den Akten zufolge in der Türkei ungefähr 15 Jahre lang und bis zur 

Ausreise ein eigenes Geschäft als (…) betrieb. Sie führte demnach keines-

wegs ein isoliertes Leben. Infolge ihrer Geschäftstätigkeit ist vielmehr da-

von auszugehen, dass sie sowohl Kontakte zu Kunden als auch zu Liefe-

ranten und Behörden unterhielt. Sie hatte zudem zwei Angestellte und un-

ternahm eigenen Angaben zufolge mehrmals zusammen mit einer Kollegin 

Reisen in den Iran, um dort Waren für ihr Geschäft einzukaufen (vgl. A64 

F33). Im Weiteren ist festzustellen, dass die Beschwerdeführerin zwei er-

wachsene Söhne hat, welche in G._______ wohnen und arbeiten. Der eine 

ist Arzt, der andere ist in der Pharmabranche tätig. Aus den Akten geht 

hervor, dass die Beschwerdeführerin zu diesen beiden Söhnen ein sehr 

gutes Verhältnis hat und auch von der Schweiz aus täglich mit ihnen in 

Kontakt steht (vgl. A64 F61). Bei dieser Sachlage ist es ihr ohne weiteres 

zuzumuten, die türkischen Sicherheitsbehörden um Schutz zu ersuchen 

beziehungsweise Anzeige zu erstatten, sollte sie bei einer Rückkehr in die 

Türkei von ihrem (nota bene mehrfach vorbestraften) Ehemann – zu wel-

chem sie seit ihrer Ausreise im Oktober (…) keinerlei Kontakt mehr hatte – 

erneut behelligt und bedroht werden beziehungsweise konkret befürchten, 

Opfer eines Ehrenmordes zu werden. Dies hat sie in der Vergangenheit 

unterlassen, obwohl nichts darauf schliessen lässt, dass ihr die Behörden 

adäquaten Schutz verweigert hätten. Wie das SEM zutreffend erwogen 

hat, hat die Beschwerdeführerin zudem die Möglichkeit, sich an ein lokales 

ŞÖNİM-Zentrum zu wenden oder die Hilfe von anderweitigen, auf den 

Schutz und die Unterstützung von Frauen spezialisierten Einrichtungen 

(wie die bereits vom SEM genannten Frauenberatungsstellen, Opferhilfe-

gruppen etc.) in Anspruch zu nehmen. Sollte sie aufgrund ihres Analpha-

betismus Mühe haben, die genannten Behörden und Einrichtungen zu kon-

taktieren, kann sie sicherlich auf die Hilfe ihrer beiden Söhne zählen. Den 

Beschwerdeführenden ist es im Übrigen auch ohne weiteres zuzumuten, 

bei einer Rückkehr in die Türkei in G._______ Wohnsitz zu nehmen, wo 

sie direkt von der Unterstützung der beiden Söhne/Brüder profitieren könn-

ten und wo die Schutzinfrastruktur besser ausgebaut ist als in F._______. 

Insgesamt ist daher festzustellen, dass es den Beschwerdeführenden, na-

mentlich der Beschwerdeführerin, zuzumuten ist, sich bei einer anhalten-

den Verfolgung durch ihren Ehemann (oder anderen Personen aus dessen 

Umfeld) an die heimatlichen Sicherheitsbehörden und/oder anderweitigen 

Schutzeinrichtungen zu wenden, welche – mangels gegenteiliger konkreter 

Hinweise – auch im vorliegenden, individuellen Fall als schutzfähig und -

willig zu erachten sind. Sie sind daher nicht auf den Schutz durch die 

Schweiz angewiesen. 

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Seite 9 

6.4 Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Vorbringen der Be-

schwerdeführenden nicht geeignet sind, die Flüchtlingseigenschaft zu be-

gründen. Die Vorinstanz hat somit zu Recht die Flüchtlingseigenschaft ver-

neint und die Asylgesuche abgelehnt. 

7.  

7.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an (Art. 44 AsylG). 

7.2 Die Beschwerdeführenden verfügen insbesondere weder über eine 

ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf 

Erteilung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht ange-

ordnet (Art. 44 AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

8.  

8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]).  

In Bezug auf die Geltendmachung von Wegweisungshindernissen gilt ge-

mäss ständiger Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Be-

weisstandard wie bei der Flüchtlingseigenschaft, das heisst, sie sind zu 

beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens 

glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

8.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG). 

8.2.1 So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land 

gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem 

Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, 

zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 

AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über 

die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 

Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen 

Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behand-

lung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf 

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Seite 10 

niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder 

Behandlung unterworfen werden. 

8.2.2 Da es den Beschwerdeführenden nicht gelungen ist, eine flüchtlings-

rechtlich erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, 

findet der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im 

vorliegenden Verfahren keine Anwendung. Eine Rückkehr in den Heimat-

staat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. 

Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen der Beschwerdeführenden 

noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie für den Fall einer Aus-

schaffung in die Türkei dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit – im Sinne 

eines «real risk» (vgl. dazu das Urteil des EGMR Saadi gegen Italien vom 

28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06, §§ 124–127 m.w.H.) – einer 

nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung aus-

gesetzt wären. Auch wenn sich die allgemeine Menschenrechtssituation in 

der Türkei in den letzten Jahren (namentlich seit dem Putschversuch im 

Jahr 2016) verschlechtert hat, lässt sie den Wegweisungsvollzug im heuti-

gen Zeitpunkt ebenfalls nicht als unzulässig erscheinen. 

8.3 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren.  

8.3.1 In der Türkei herrscht keine Situation allgemeiner Gewalt (vgl. Refe-

renzurteil des BVGer E-4103/2024 vom 8. November 2024 E. 13.2; Urteil 

des BVGer D-3131/2021 vom 29. Januar 2025 E. 9.4.2). Der Vollzug der 

Wegweisung der Beschwerdeführenden in die Türkei ist daher als generell 

zumutbar zu erachten. 

8.3.2 Es sind auch keine individuellen Gründe ersichtlich, welche einem 

Vollzug der Wegweisung entgegenstehen könnten. Die Beschwerdeführe-

rin war vor der Ausreise seit rund 16 Jahren als selbständige (…) erwerbs-

tätig und konnte damit den Lebensunterhalt ihrer Familie und die Ausbil-

dung ihrer Kinder finanzieren. Es ist davon auszugehen, dass sie diese 

Tätigkeit bei einer Rückkehr in die Türkei wieder aufnehmen kann. Im Wei-

teren verfügen die Beschwerdeführenden über zwei Söhne/Brüder in 

G._______, welche sie bei Bedarf unterstützen und notfalls auch beherber-

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Seite 11 

gen könnten. Es ist daher nicht davon auszugehen, dass sie bei einer 

Rückkehr in die Türkei aus wirtschaftlichen oder sozialen Gründen in eine 

existenzielle Notlage geraten würden. Hinsichtlich der im vorinstanzlichen 

Verfahren geltend gemachten medizinischen Probleme hat das SEM zu-

treffend darauf verwiesen, dass die bei der Beschwerdeführerin diagnosti-

zierten psychischen und physischen Leiden (namentlich PTBS und Knie-

beschwerden) sowie die Magenprobleme des Beschwerdeführers ohne 

weiteres in der Türkei adäquat weiterbehandelt werden können. Der Be-

schwerde sind diesbezüglich keine Einwände zu entnehmen. Demnach be-

stehen auch keine medizinischen Wegweisungsvollzugshindernisse. So-

weit in der Beschwerde geltend gemacht wird, der Beschwerdeführer sei 

in der Schweiz bereits gut verwurzelt, weshalb eine Rückschaffung in die 

Türkei das Kindeswohl gefährden würde, ist festzustellen, dass er im Zeit-

punkt der Ausreise aus der Türkei (…) Jahre alt war. Inzwischen hält er sich 

seit 2 Jahren und 10 Monaten in der Schweiz auf. Seine Sozialisation hat 

damit überwiegend in der Türkei stattgefunden, weshalb von einer prob-

lemlosen Reintegration auszugehen ist. Mangels anderweitiger konkreter 

Anhaltspunkte ist zudem davon auszugehen, dass seine Mutter nach wie 

vor seine Hauptbezugsperson ist und er in der Schweiz über keine nen-

nenswerten Aussenbeziehungen verfügt. Ungeachtet der geltend gemach-

ten erfolgreichen Integrationsbemühungen ist daher nicht von einer Ver-

wurzelung in der Schweiz beziehungsweise einer Entwurzelung im Falle 

der Rückkehr in die Türkei auszugehen. Aus Sicht des Kindeswohls spricht 

somit ebenfalls nichts gegen den Vollzug der Wegweisung.  

8.3.3 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung als 

zumutbar. 

8.4 Schliesslich obliegt es den Beschwerdeführenden, sich bei der zustän-

digen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen 

Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch 

BVGE 2008/34 E. 12 S. 513–515), weshalb der Vollzug der Wegweisung 

auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 

8.5 Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Vorinstanz den Wegwei-

sungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet hat. 

Eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme fällt damit ausser Betracht 

(Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

 

D-5210/2025 

Seite 12 

9.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und auch sonst nicht zu beanstanden ist 

(Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist demnach abzuweisen. 

10.  

10.1 Das Beschwerdeverfahren ist mit dem vorliegenden Urteil abge-

schlossen. Der Antrag, es sei auf die Erhebung eines Kostenvorschusses 

zu verzichten, ist damit gegenstandslos geworden. 

10.2 Die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und 

amtliche Verbeiständung sind abzuweisen, da sich die Beschwerdebegeh-

ren als aussichtslos erwiesen haben.  

10.3 Demzufolge sind die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 750.– den 

Beschwerdeführenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG; Art. 1‒3 des 

Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen 

vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

D-5210/2025 

Seite 13 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.- werden den Beschwerdeführenden 

auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zuguns-

ten der Gerichtskasse zu überweisen. 

3.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das SEM und die kanto-

nale Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Jeannine Scherrer-Bänziger Anna Dürmüller Leibundgut 

 

 

Versand: