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**Case Identifier:** 5cebccb9-6734-5430-b16f-2d4c777590b1
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-09-19
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Strafrecht 19.09.2023 460 22 113 (460 2022 113)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_004_460-22-113_2023-09-19.pdf

## Full Text

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Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, vom 
19. September 2023 (460 22 113)  
____________________________________________________________________ 
 
 
Strafrecht  
 
 
Strafzumessung  
 
 
Besetzung Präsident Dieter Eglin, Richter Stephan Gass (Ref.),  

Richterin Susanne Afheldt; Gerichtsschreiber Pascal Neumann 
 

Parteien Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft,  
Hauptabteilung Allgemeine Delikte,  
Grenzacherstrasse 8, Postfach, 4132 Muttenz,  
Anklagebehörde und Anschlussberufungsklägerin 
 
A.____,  
gesetzlich vertreten durch B.____,  
vertreten durch Rechtsanwalt Ulrich Kurmann,  
Industriestrasse 13c, Postfach, 6302 Zug,  
Privatkläger 
 
C.____,   
vertreten durch Rechtsanwalt Ulrich Kurmann,  
Industriestrasse 13c, Postfach, 6302 Zug,  
Privatklägerin  
 
D.____,  
Privatklägerin 

  
gegen 
 

 E.____,  
vertreten durch Advokat Silvio Bürgi, Gitterlistrasse 8,  
Postfach 215, 4410 Liestal,  
Beschuldigter und Berufungskläger 
 

Gegenstand Mehrfache fahrlässige schwere Körperverletzung etc.  
(Neubeurteilung 460 19 210) 
Berufung und Anschlussberufung gegen das Urteil des Strafgerichts 
Basel-Landschaft vom 25. April 2019  

 
 
 

 
 
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(...) 
 
 
Erwägungen 

 

 

1. Formalien und Verfahrensgegenstand  

 

1.1  Formalien  

 

Die Zuständigkeit der Dreierkammer des Kantonsgerichts, Abteilung Strafrecht, als Berufungs-

instanz zur Beurteilung der vorliegenden Angelegenheit ergibt sich aus Art. 21 Abs. 1 lit. a StPO 

sowie aus § 15 Abs. 1 lit. a EG StPO. Nachdem die Staatsanwaltschaft sowie E.____ bereits an 

der ersten kantonsgerichtlichen Hauptverhandlung teilgenommen haben, und das Bundesge-

richt zwischenzeitlich mit Urteil vom 20. Juli 2022 (BGer 6B_25/2021) den entsprechenden Ent-

scheid des Kantonsgerichts vom 2. Juni 2020 in teilweiser Gutheissung der Beschwerde in 

Strafsachen des Beschuldigten aufgehoben und die Sache zur neuen Entscheidung an das 

hiesige Gericht zurückgewiesen hat, sind in casu nunmehr ohne weitere Prüfung der formellen 

Voraussetzungen die Rechtsmittel der beiden Parteien erneut ‒ aber ausschliesslich in Bezug 

auf den vom Bundesgericht aufgeworfenen Punkt der Strafzumessung ‒ zu würdigen.  

 

1.2 Verfahrensgegenstand  

 

a) Das Gericht, an welches zurückgewiesen wird, ist an die rechtlichen Erwägungen im 

Rückweisungsentscheid gebunden. Setzt sich die Rückweisungsinstanz über die verbindlichen 

Erwägungen des bundesgerichtlichen Urteils hinweg, liegt Rechtsverweigerung vor, was ohne 

Weiteres zur Aufhebung des zweiten Entscheides führt. Dabei beschlägt die Verbindlichkeit 

sowohl Punkte, bezüglich deren keine Rückweisung erfolgt (die also bereits definitiv entschie-

den worden sind), wie auch diejenigen Erwägungen, welche den Rückweisungsauftrag um-

schreiben (ULRICH MEYER, in: Basler Kommentar, Bundesgerichtsgesetz, Basel 2008, N 18 zu 

Art. 107 BGG; mit Verweis auf die Praxis). Im Falle eines bundesgerichtlichen Rückweisungs-

entscheids darf sich die mit der neuen Entscheidung befasste untere Instanz von Bundesrechts 

 
 
 

 
 
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wegen nur noch mit jenen Punkten befassen, die das Bundesgericht kassiert hat. Die anderen 

Teile des Urteils haben Bestand und sind in das neue Urteil zu übernehmen. Entscheidend ist 

dabei die materielle Tragweite des bundesgerichtlichen Entscheids. Die neue Entscheidung der 

kantonalen Instanz ist somit auf diejenige Thematik beschränkt, die sich aus den bundesge-

richtlichen Erwägungen als Gegenstand der neuen Beurteilung ergibt. Das Verfahren wird nur 

insoweit neu in Gang gesetzt, als dies notwendig ist, um den verbindlichen Erwägungen des 

Bundesgerichts Rechnung zu tragen (BGE 143 IV 214 E. 5.2.1; BGer 7B_8/2021 vom 25. Au-

gust 2023 E. 2.2; 6B_676/2012 vom 27. Dezember 2022 E. 1.3.1; je mit Hinweisen). Aufgrund 

der Bindungswirkung bundesgerichtlicher Rückweisungsentscheide hat die mit der Neubeurtei-

lung befasste kantonale Instanz nach ständiger Rechtsprechung die rechtliche Beurteilung, mit 

der die Zurückweisung begründet wird, ihrer Entscheidung zugrunde zu legen. Es ist ihr, abge-

sehen von allenfalls zulässigen Noven, verwehrt, der Beurteilung des Rechtsstreits einen ande-

ren als den bisherigen Sachverhalt zu unterstellen oder die Sache unter rechtlichen Gesichts-

punkten zu prüfen, die im Rückweisungsentscheid ausdrücklich abgelehnt oder überhaupt nicht 

in Erwägung gezogen worden sind (BGE 143 IV 214 E. 5.3.2).  

 

b) Bezogen auf den vorliegenden Fall bedeutet dies, dass gestützt auf den Rückweisungs-

entscheid des Bundesgerichts vom 20. Juli 2022 in casu ausschliesslich die Strafzumessung 

Gegenstand der richterlichen Würdigung im zweiten Berufungsverfahren bildet. Nicht mehr zu 

beurteilen sind demgegenüber namentlich ‒ angesichts einerseits des Verzichts der Staatsan-

waltschaft auf eine Anfechtung des ersten kantonsgerichtlichen Urteils vom 2. Juni 2020 sowie 

andererseits der vom Bundesgericht verworfenen Rügen des Beschuldigten, soweit auf dessen 

Beschwerde in Strafsachen einzutreten gewesen ist ‒ die im ersten Berufungsverfahren ergan-

genen Erkenntnisse des Kantonsgerichts zu den Schuldpunkten, mithin die Verurteilung wegen 

fahrlässiger schwerer Körperverletzung, mehrfacher fahrlässiger einfacher Körperverletzung, 

mehrfachen Fahrens ohne Berechtigung, Nichttragens der Sicherheitsgurte, Konsums von Be-

täubungsmitteln, einfacher Verletzung der Verkehrsregeln sowie pflichtwidrigen Verhaltens bei 

einem Unfall. Die entsprechenden Erwägungen gelten als integrierender Bestandteil des vorlie-

genden Urteils. Gleichermassen nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens bilden mangels 

Anfechtung bzw. aufgrund des abschlägigen Entscheids des Bundesgerichts sowie des teilwei-

se akzessorischen Charakters zu den erfolgten Verurteilungen die vom Kantonsgericht bestätig-

ten Erkenntnisse des Strafgerichts betreffend Rückgabe der beschlagnahmten Personenwagen 

(Dispositiv-Ziffer 3), Verweisung der Zivilforderungen der Privatklägerschaft auf den Zivilweg 

 
 
 

 
 
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(Dispositiv-Ziffer 4) sowie die erstinstanzliche Kostenverteilung (Dispositiv-Ziffern 5 und 6). In 

Bezug auf die Vollziehbarerklärung der Vorstrafen (Dispositiv-Ziffer 2 des strafgerichtlichen Ur-

teils vom 25. April 2019) ist hingegen unter Verweis auf den zutreffenden Einwand des Be-

schuldigten (vgl. unten E. 2.1.b) festzuhalten, dass der entsprechende Widerruf gestützt auf 

Art. 46 Abs. 5 StGB, nachdem seit dem Ablauf der Probezeit mehr als drei Jahre vergangen 

sind, nicht mehr verhängt werden darf, womit diese Anordnung von Amtes wegen aufzuheben 

ist. Gestützt auf diese Erwägungen ist schliesslich zu konstatieren, dass der rechtserhebliche 

Sachverhalt sowie die darauf fussenden rechtlichen Subsumptionen nur noch insoweit darzule-

gen sind, als dies im Zusammenhang mit der Strafzumessung erforderlich erscheint.  

 

 

2. Ausführungen der Parteien  

 

2.1 Darlegungen des Beschuldigten  

 

(...)    

 

2.2 Vorbringen der Staatsanwaltschaft  

 

(...)   

 

 

3. Strafzumessung  

 

3.1 Vorbemerkungen  

 

(...)  

 

3.2 Dogmatische Erwägungen  

 

a) Das Berufungsgericht fällt ‒ soweit es auf das Rechtsmittel eintritt ‒ ein neues Urteil, wel-

ches das erstinstanzliche ersetzt (Art. 408 StPO; BGE 143 IV 408 E. 6.1; 142 IV 89 E. 2.1; 

BGer 6B_848/2020 vom 3. Dezember 2020 E. 2.2). Angesichts der Natur der Berufung als re-

 
 
 

 
 
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formatorisches Rechtsmittel hat das Kantonsgericht eine eigene Strafe festzusetzen und nach-

vollziehbar zu begründen. Nach der Praxis des Bundesgerichts kann es sich nicht mit einer 

Überprüfung der erstinstanzlichen Strafzumessungserwägungen anhand der Einwände des 

Beschwerdeführers begnügen (BGE 141 IV 244 E. 1.3.3). Die Möglichkeit, im Rechtsmittelver-

fahren auf die Begründung der Erstinstanz zu verweisen, ändert daran nichts (BGE 141 IV 244 

E. 1.3.3; BGer 6B_848/2020 vom 3. Dezember 2020 E. 2.2; 6B_502/2019 vom 27. Februar 

2020 E. 3.3.1 und 3.4; 6B_798/2020 vom 16. September 2020 E. 2; je mit Hinweisen).  

 

b) Nach Art. 47 StGB misst das Gericht die Strafe innerhalb des massgebenden Strafrah-

mens nach dem Verschulden des Täters zu. Es berücksichtigt das Vorleben und die persönli-

chen Verhältnisse sowie die Wirkung der Strafe auf das Leben des Täters (Abs. 1). Das Ver-

schulden wird nach der Schwere der Verletzung oder Gefährdung des betroffenen Rechtsguts, 

nach der Verwerflichkeit des Handelns, den Beweggründen und Zielen des Täters sowie da-

nach bestimmt, wie weit der Täter nach den inneren und äusseren Umständen in der Lage ge-

wesen ist, die Gefährdung oder Verletzung zu vermeiden (Abs. 2).   

 

c) Das Gericht bewertet das Verschulden ausgehend von der objektiven Tatschwere. Diese 

ist zunächst danach zu bestimmen, wie stark das betroffene Rechtsgut beeinträchtigt worden 

ist. Dabei sind das Ausmass des Erfolgs, die Gefährdung, das Risiko sowie die Art und Weise 

des Tatvorgehens zu berücksichtigen. Von Bedeutung sind auch die Intensität der durch die Tat 

und Tatausführung offenbarten kriminellen Energie sowie die Grösse des Tatbeitrags bei meh-

reren Tätern und die hierarchische Stellung (HANS WIPRÄCHTIGER / STEFAN KELLER, in: Basler 

Kommentar, Strafrecht I, 4. Auflage, Basel 2019, N 91 ff. zu Art 47 StGB). Bei der Beurteilung 

der subjektiven Tatschwere bilden namentlich die Beweggründe und Ziele des Täters, der bei 

der Tat aufgewendete Wille, das Motiv sowie das Mass an Entscheidungsfreiheit massgebende 

Strafzumessungskriterien (WIPRÄCHTIGER / KELLER, a.a.O., N 115 ff. zu Art. 47 StGB). Das Ge-

richt hat die objektive Tatschwere zu bewerten und in den Urteilserwägungen anzugeben, ob 

diese aufgrund der Beurteilung der subjektiven Tatschwere reduziert, bestätigt oder erhöht wer-

den soll. Dabei muss es gemäss Art. 50 StGB festhalten, welche die für die Strafzumessung 

erheblichen Umstände sind und wie es diese gewichtet. Hierzu muss das Gericht in seinem 

Urteil darlegen, welche verschuldensmindernden und welche verschuldenserhöhenden Gründe 

im konkreten Fall gegeben sind, um so zu einer Gesamteinschätzung des Tatverschuldens zu 

gelangen (BGE 144 IV 313 E. 1.2; 136 IV 55 E. 5.5). Es liegt im Ermessen des Sachgerichts, in 

 
 
 

 
 
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welchem Umfang es die verschiedenen Strafzumessungsfaktoren berücksichtigt. Es muss nicht 

auf Umstände ausdrücklich eingehen, die es – ohne dass dies ermessensverletzend wäre – bei 

der Strafzumessung als nicht massgebend oder nur von geringem Gewicht erachtet 

(BGer 6P.66/2006 vom 16. Februar 2007 E. 4). Auch ist das Gericht nicht gehalten, in Zahlen 

oder Prozenten anzugeben, wie es die einzelnen Strafzumessungskriterien berücksichtigt (BGE 

144 IV 313 E. 1.2; 136 IV 55 E. 5.6). Allerdings muss das Gericht das Gesamtverschulden qua-

lifizieren und die Gesamteinschätzung des Tatverschuldens im Urteil ausdrücklich benennen, 

wobei von einer Skala denkbarer Abstufungen nach Schweregrad auszugehen ist (sehr leicht, 

leicht, nicht mehr leicht, mittelschwer, schwer, sehr schwer). Im Übrigen betont das Bundesge-

richt in seiner Rechtsprechung, dass die Formulierung des Verschuldens und die Festsetzung 

des Strafmasses auch begrifflich im Einklang stehen müssen (BGer 6B_1096/2010 vom 7. Juli 

2011 E. 4.1; 6B_859/2013 vom 2. Oktober 2014 E. 4.2 f.).  

 

d) In einem zweiten Schritt ist die (hypothetische) Strafe, die diesem Verschulden entspricht, 

innerhalb des zur Verfügung stehenden Strafrahmens zu bestimmen. Die so ermittelte Strafe 

kann dann gegebenenfalls in einem dritten Schritt aufgrund wesentlicher Täterkomponenten, 

d.h. tatunabhängiger Strafzumessungsfaktoren, erhöht oder reduziert werden (BGE 136 IV 55 

E. 5.7; 134 IV 132 E. 6.1).  

 

e) Hat der Täter durch eine oder mehrere Handlungen die Voraussetzungen für mehrere 

gleichartige Strafen erfüllt, so verurteilt ihn das Gericht gemäss Art. 49 Abs. 1 StGB zu der Stra-

fe der schwersten Straftat und erhöht sie angemessen. Es darf jedoch das Höchstmass der 

angedrohten Strafe nicht um mehr als die Hälfte erhöhen. Dabei ist es an das gesetzliche 

Höchstmass der Strafart gebunden. Die Vorschrift von Art. 49 Abs. 1 StGB legt somit die 

Rechtsfolgen fest, die einen Täter treffen, der denselben Straftatbestand mehrfach oder mehre-

re verschiedene Straftatbestände verletzt hat. Die Vorschrift regelt das methodische Vorgehen 

der Strafzumessung im Konkurrenzfall aber nur rudimentär; ihr selbst lässt sich nicht entneh-

men, wann die Voraussetzungen gleichartiger Strafen erfüllt sind, was die schwerste Straftat ist 

und wie diese zu ermitteln und erhöhen ist (BGE 144 IV 217 E. 3.2).  

 

f) Die Bildung einer Gesamtstrafe im Sinne von Art. 49 Abs. 1 StGB ist nur bei gleichartigen 

Strafen möglich. Geldstrafe und Freiheitstrafe sind keine gleichartigen Strafen im Sinne von Art. 

49 Abs. 1 StGB. Ungleichartige Strafen sind kumulativ zu verhängen. Das Gericht kann auf eine 

 
 
 

 
 
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Gesamtfreiheitsstrafe nur erkennen, wenn es im konkreten Fall für jeden einzelnen Norm-

verstoss eine Freiheitsstrafe ausfällen würde (sogenannte konkrete Methode). Dass die anzu-

wendenden Strafbestimmungen abstrakt gleichartige Strafen vorsehen, genügt nicht (BGE 144 

IV 313 E. 1.1.1; 144 IV 217 E. 2.2; 142 IV 265 E. 2.3.2; 138 IV 120 E. 5.2; BGer 6B_112/2020 

vom 7. Oktober 2020 E. 3.2).  

 

g) Bei der Bildung der Gesamtstrafe nach Art. 49 Abs. 1 StGB ist in einem ersten Schritt 

anhand der abstrakten Strafdrohung des Gesetzes der Strafrahmen für die schwerste Straftat 

zu ermitteln. Sind mehrere Straftatbestände mit gleichem Strafrahmen zu beurteilen, ist von 

derjenigen Straftat auszugehen, die im konkreten Fall die höchste Strafe nach sich zieht (HANS 

MATHYS, Leitfaden Strafzumessung, 2. Auflage, Basel 2019, N 485). Die tat- und täterange-

messene Strafe ist grundsätzlich innerhalb des ordentlichen Strafrahmens der (schwersten) 

anzuwendenden Strafbestimmung festzusetzen. Dieser Rahmen ist vom Gesetzgeber in aller 

Regel sehr weit gefasst worden, um sämtlichen konkreten Umständen Rechnung zu tragen. 

Entgegen einer auch in der Praxis verbreiteten Auffassung wird der ordentliche Strafrahmen 

durch Strafschärfungs- oder Strafmilderungsgründe nicht automatisch erweitert, worauf dann 

innerhalb dieses neuen Rahmens die Strafe nach den üblichen Zumessungskriterien festzuset-

zen wäre. Der ordentliche Rahmen ist nur zu verlassen, wenn aussergewöhnliche Umstände 

vorliegen und die für die betreffende Tat angedrohte Strafe im konkreten Fall zu hart oder zu 

milde erscheint (BGE 136 IV 55 E. 5.8).  

 

h) In einem zweiten Schritt hat das Gericht die Einsatzstrafe für die schwerste Tat innerhalb 

des betreffenden gesetzlichen Strafrahmens nach der objektiven und subjektiven Tatschwere 

bzw. den Tatkomponenten festzusetzen (BGE 144 IV 313 E. 1.1.2; 127 IV 101 E. 2b). Dabei hat 

das Gericht eine vorläufige Gesamteinschätzung im Sinne einer hypothetischen Einsatzstrafe 

vorzunehmen, wobei das Verschulden im Rahmen einer Skala denkbarer Abstufungen nach 

Schweregrad (sehr leicht, leicht, nicht mehr leicht, mittelschwer, schwer, sehr schwer) zu be-

stimmen und in der Begründung des Urteils zu nennen ist (BGE 136 IV 55 E. 5.7).  

i) In einem dritten Schritt sind die übrigen Delikte – wiederum anhand der Tatschwere bzw. 

den Tatkomponenten entsprechend den vorstehenden Ausführungen – zu beurteilen, wobei für 

jede zusätzliche Straftat, derentwegen der Beschuldigte verurteilt wird, unter Berücksichtigung 

des jeweiligen Verschuldens eine hypothetische Einzelstrafe zu ermitteln ist. Mithin sind für jede 

 
 
 

 
 
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(zusätzliche) konkrete Tat die angemessene Strafhöhe sowie die passende Strafart zu bestim-

men (BGE 144 IV 217 E. 4.1 und E. 4.3; 144 IV 313 E 1.1.1 und E. 1.4; BGer 6B_59/2020 vom 

30. November 2020 E. 4.4; 6B_1071/2019 vom 5. November 2020 E. 3.3.2). Anschliessend ist 

zu prüfen, aus welchen der festgelegten Einzelstrafen eine Gesamtstrafe zu bilden ist bzw. Ge-

samtstrafen zu bilden sind. Soweit für mehrere zu beurteilende Straftaten jeweils gleichartige 

Strafen als angemessen erscheinen, ist unter Berücksichtigung des Asperationsprinzips eine 

hypothetische Gesamtstrafe für sämtliche dieser Delikte festzulegen (Art. 49 Abs. 1 StGB; BGE 

144 IV 217 E. 4.1 und E. 4.3; 144 IV 313 E. 1.4; BGer 6B_59/2020 vom 30. November 2020 

E. 4.4). Bei der Bemessung der Gesamtstrafe müssen die einzelnen Straftaten innerhalb des 

(allenfalls erweiterten) Strafrahmens gesamthaft gewürdigt werden. Dabei sind namentlich das 

Verhältnis der einzelnen Taten untereinander, ihr Zusammenhang, ihre grössere oder geringere 

Selbstständigkeit sowie die Gleichheit oder Verschiedenheit der verletzten Rechtsgüter und die 

Begehungsweisen zu berücksichtigen. Der Gesamtschuldbeitrag des einzelnen Deliktes wird 

dabei geringer zu veranschlagen sein, wenn die Delikte zeitlich, sachlich und situativ in einem 

engen Zusammenhang stehen (BGE 144 IV 217 E. 3.5.4; BGer 6B_523/2018 vom 23. August 

2018 E. 1.2.2).  

 

j) Die einzelnen Tathandlungen müssen vor der Bildung einer allfälligen Gesamtstrafe in 

einem selbstständigen Schritt vorab gewürdigt werden (BGer 6B_998/2019 vom 20. November 

2020 E. 4.2.4). Die enge Verknüpfung der einzelnen Delikte entbindet nicht von dieser Vorge-

hensweise (BGer 6B_619/2019 vom 11. März 2020 E. 3.4). Wenngleich bei der Bemessung der 

hypothetischen Gesamtstrafe die einzelnen Straftaten in einem selbstständigen Schritt gewür-

digt werden müssen, ist bei Vorliegen einer Tatserie eine punktuelle Kategorisierung gleichge-

lagerter Delikte (z.B. nach Schadenshöhe oder Tatvorgehen) nicht ausgeschlossen. Sie hat 

sich aber immer am Mass des der konkreten Tat immanenten Verschuldens zu orientieren. Eine 

gemeinsame Bewertung unterschiedlicher Taten widerspricht der Gesamtstrafenbildung nach 

dem Asperationsprinzip (BGer 6B_998/2019 vom 20. November 2020 E. 4.2.4).  

 

k) Gelangt das Gericht nach der sogenannten konkreten Methode im Rahmen der Strafzu-

messung bei der Festsetzung selbstständiger Einzelstrafen für den einzelnen Gesetzesverstoss 

auf 180 Strafeinheiten (bzw. 360 Strafeinheiten gemäss dem in casu gestützt auf Art. 2 Abs. 2 

StGB anwendbaren, bis zum 31. Dezember 2017 gültigen milderen Recht) oder weniger, ist 

ausser einer Freiheitsstrafe auch die Ausfällung einer Geldstrafe möglich (Art. 34 Abs. 1 StGB). 

 
 
 

 
 
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Mit der Bestimmung von Art. 41 StGB hat der Gesetzgeber für Strafen unter sechs Monaten 

eine gesetzliche Prioritätsordnung zu Gunsten nicht freiheitsentziehender Sanktionen eingeführt 

(GORAN MAZZUCCHELLI, in: Basler Kommentar, Strafrecht I, 4. Auflage, Basel 2019, N 36a zu 

Art. 41 StGB, mit Hinweisen; BGE 137 IV 312 E. 2.4; 134 IV 97 E. 4.2.2; 134 IV 82 E. 4.1). So 

kann das Gericht statt auf eine Geldstrafe auf eine Freiheitsstrafe nur erkennen, wenn eine sol-

che geboten erscheint, um den Täter von der Begehung weiterer Verbrechen oder Vergehen 

abzuhalten, oder wenn eine Geldstrafe voraussichtlich nicht vollzogen werden kann (Art. 41 

Abs. 1 lit. a und lit. b StGB). Mithin ist die Wahl der Freiheitsstrafe anstelle einer Geldstrafe nä-

her zu begründen (Art. 41 Abs. 2 StGB). Vorbehalten bleibt die Freiheitsstrafe anstelle einer 

nicht bezahlten Geldstrafe (Art. 41 Abs. 3 StGB). Bei der Wahl der Sanktionsart ist als wichtigs-

tes Kriterium die Zweckmässigkeit einer bestimmten Sanktion, ihre Auswirkungen auf den Täter 

und sein soziales Umfeld sowie ihre präventive Effizienz zu berücksichtigen (BGE 134 IV 97 

E. 4.2; 134 IV 82 E. 4.1).  

 

l) Nach der Festlegung der hypothetischen Gesamtstrafe(n) für sämtliche Delikte sind 

schliesslich die Täterkomponenten zu berücksichtigen. Bei der Bestimmung der Täterkompo-

nenten kann es sich rechtfertigen, die einzelnen Aspekte gesamthaft für sämtliche begangenen 

Taten zu würdigen, sofern diese für alle Delikte in gleicher oder vergleichbarer Weise Geltung 

beanspruchen (BGer 6B_865/2009 vom 25. März 2010 E. 1.6.1; 6B_496/2011 vom 

19. November 2021 E. 4.2). Die Täterkomponenten umfassen die persönlichen Verhältnisse 

und das Vorleben, insbesondere frühere Strafen oder Wohlverhalten, sowie das Verhalten nach 

der Tat und im Strafverfahren, insbesondere Reue und Einsicht oder ein Geständnis 

(WIPRÄCHTIGER / KELLER, a.a.O., N 92 ff. zu Art. 47 StGB). 

 

m) Hat das Gericht eine Tat zu beurteilen, die der Täter begangen hat, bevor er wegen einer 

anderen Tat verurteilt worden ist, so bestimmt es die Zusatzstrafe in der Weise, dass der Täter 

nicht schwerer bestraft wird, als wenn die strafbaren Handlungen gleichzeitig beurteilt worden 

wären (Art. 49 Abs. 2 StGB). Die Bestimmung will im Wesentlichen das Asperationsprinzip auch 

bei retrospektiver Konkurrenz gewährleisten. Der Täter, der mehrere gleichartige Strafen ver-

wirkt hat, soll nach einem einheitlichen, für ihn relativ günstigen Prinzip der Strafschärfung beur-

teilt werden, unabhängig davon, ob die Verfahren getrennt durchgeführt werden oder nicht. Der 

Täter soll damit trotz Aufteilung der Strafverfolgung in mehrere Verfahren gegenüber jenem 

 
 
 

 
 
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Täter, dessen Taten gleichzeitig beurteilt worden sind, nicht benachteiligt und so weit als mög-

lich auch nicht bessergestellt werden (BGE 138 IV 113 E. 3.4.1; 142 IV 265 E. 2.3.1).  

 

n) Die Rechtsprechung stellt für die Frage, ob überhaupt und in welchem Umfang (d.h. ganz 

oder teilweise) das Gericht eine Zusatzstrafe aussprechen muss, auf das Datum der ersten 

Verurteilung im ersten Verfahren ab (sogenanntes Ersturteil, bei welchem es sich oftmals, aber 

nicht zwingend um das erstinstanzliche Urteil handelt). Demgegenüber ist für die Bemessung 

bzw. die Höhe der Zusatzstrafe das rechtskräftige Urteil im ersten Verfahren massgebend. Das 

Gericht muss sich in einem ersten Schritt somit fragen, ob die neue Tat vor der ersten Verurtei-

lung im ersten Verfahren begangen worden ist. Bejaht es dies, hat es eine Zusatzstrafe auszu-

sprechen, für deren Bemessung es in einem zweiten Schritt prüfen muss, ob der Schuldspruch 

und das Strafmass des ersten Urteils rechtskräftig sind. Verneint es die erste Frage, ist das 

neue Delikt mit einer selbstständigen Strafe zu ahnden. Für die Beantwortung der ersten Frage 

(Anwendbarkeit des Asperationsprinzips) ist unerheblich, ob später das erste Urteil (mangels 

Berufung oder nach Abweisung eines kassatorischen Rechtsmittels) oder dasjenige der 

Rechtsmittelinstanz in Rechtskraft erwächst oder ob nach einer Kassation des erst- oder zweit-

instanzlichen Urteils gar neu entschieden werden muss. Massgebend ist das Datum des Erstur-

teils. Auf das Datum des Ersturteils ist auch abzustellen, wenn dieses später im Rechtsmittel-

verfahren reformiert wird (BGE 138 IV 113 E. 3.4.2 f.; MATHYS, a.a.O., N 525).  

 

o) Liegen die Voraussetzungen für eine Zusatzstrafe vor, setzt das Gericht zunächst eine 

hypothetische Gesamtstrafe fest. Es hat sich zu fragen, welche Strafe es ausgesprochen hätte, 

wenn es sämtliche Delikte gleichzeitig beurteilt hätte. Dabei hat es nach den Grundsätzen von 

Art. 49 Abs. 1 StGB zu verfahren. Bei retrospektiver Konkurrenz hat das Gericht ausnahmswei-

se mittels Zahlenangaben offenzulegen, wie sich die von ihm zugemessene Strafe quotenmäs-

sig zusammensetzt (JÜRG-BEAT ACKERMANN, in: Basler Kommentar, Strafrecht I, 4. Auflage, 

Basel 2019, N 167 zu Art. 49 StGB, mit Hinweisen; BGE 142 IV 265 E. 2.3.3). Liegt der Ge-

samtstrafe der neu zu beurteilenden Taten die schwerste Straftat zugrunde, ist diese um die 

Grundstrafe angemessen zu erhöhen, wobei die infolge Asperation eintretende Reduzierung 

der rechtskräftigen Grundstrafe von der Strafe für die neu zu beurteilenden Delikte abzuziehen 

ist und die Zusatzstrafe ergibt (ACKERMANN, a.a.O., N 169 zu Art. 49 StGB, mit Hinweisen; 

BGE 142 IV 265 E. 2.4.4).  

 

 
 
 

 
 
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p)  Laut Art. 106 StGB ist der Höchstbetrag der Busse CHF 10'000.-- (Abs. 1). Für den Fall, 

dass die Busse schuldhaft nicht bezahlt wird, spricht das Gericht im Urteil eine Ersatzfreiheits-

strafe von mindestens einem Tag und höchstens drei Monaten aus (Abs. 2). Das Gericht be-

misst Busse und Ersatzfreiheitsstrafe je nach den Verhältnissen des Täters so, dass dieser die 

Strafe erleidet, die seinem Verschulden angemessen ist (Abs. 3).  

 

3.3 Konkrete Erwägungen  

 

a) Hinsichtlich der konkreten Strafzumessung bringt der Beschuldigte vor, gestützt auf die 

vom Kantonsgericht (im ersten Berufungsverfahren) verhängten und vom Bundesgericht bestä-

tigten Schuldsprüche sei eine angemessene bedingte Geldstrafe sowie eine Busse (in jeweils 

nicht definierter Höhe) auszusprechen. Demgegenüber begehrt die Staatsanwaltschaft die Be-

stätigung des im ersten Berufungsverfahren vom Kantonsgericht ausgesprochenen Strafmas-

ses. Infolgedessen sei der Beschuldigte zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von 20 Monaten, 

wovon acht Monate unbedingt und zwölf Monate bedingt, bei einer Probezeit von vier Jahren für 

den bedingten Teil der Strafe, sowie zu einer Busse von CHF 800.-- (bzw. zu einer Ersatzfrei-

heitsstrafe von acht Tagen bei schuldhafter Nichtbezahlung der Busse) zu verurteilen.  

 

b) In casu ist zu konstatieren, dass der Beschuldigte in Berücksichtigung des Urteils des 

Bundesgerichts vom 20. Juli 2022 (6B_25/2021), welches in diesbezüglicher Abweisung der 

Beschwerde in Strafsachen des Beschuldigten vom 8. Januar 2021 ‒ soweit hierauf einzutreten 

gewesen ist ‒ im Ergebnis sämtliche Schuldsprüche gemäss dem Urteil des Kantonsgerichts 

vom 2. Juni 2020 bestätigt hat, wegen fahrlässiger schwerer Körperverletzung, mehrfacher fahr-

lässiger einfacher Körperverletzung, mehrfachen Fahrens ohne Berechtigung, Nichttragens der 

Sicherheitsgurte, Konsums von Betäubungsmitteln, einfacher Verletzung der Verkehrsregeln 

sowie pflichtwidrigen Verhaltens bei Unfall zu verurteilen und entsprechend zu bestrafen ist. Die 

Deliktsmehrheit gemäss Art. 49 Abs. 1 StGB führt zwar nicht zu einer Erhöhung des Strafrah-

mens, ist aber innerhalb des ordentlichen Rahmens strafschärfend zu gewichten. Zu beachten 

ist sodann, dass der Beschuldigte mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft des Kantons Solothurn 

vom 3. Januar 2023 wegen Führens eines Motorfahrzeugs ohne erforderlichen Führerausweis, 

Fahrens ohne Haftpflichtversicherung, ohne Fahrzeugausweis und ohne Kontrollschilder sowie 

wegen Nichttragens des Schutzhelmes durch den Führer eines Kleinmotorrades rechtskräftig 

zu einer bedingten Geldstrafe von 50 Tagessätzen zu je CHF 110.--, bei einer Probezeit von 

 
 
 

 
 
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drei Jahren, und zu einer Busse von CHF 1'500.-- (bzw. zu einer Ersatzfreiheitsstrafe von 15 

Tagen bei schuldhafter Nichtbezahlung der Busse) verurteilt worden ist, nachdem er sämtliche 

der vorliegend zu beurteilenden Delikte begangen hatte. Infolgedessen ist in Anwendung von 

Art. 49 Abs. 2 StGB zum genannten Strafbefehl eine Zusatzstrafe auszusprechen. Nicht zu fol-

gen ist in diesem Zusammenhang der Ansicht des Beschuldigten, wonach der genannte Straf-

befehl im vorliegenden Verfahren nicht zu berücksichtigen sei (vgl. oben E. 2.1.c). Vielmehr ist 

festzustellen, dass dieser gemäss den entsprechenden Sendungsinformationen der Post am 

6. Januar 2023 von der bevollmächtigen Ehefrau des Beschuldigten entgegengenommen wor-

den ist, womit die Zustellung als rechtsgültig erfolgt gilt (vgl. Art. 85 Abs. 3 StPO), zumal die 

sinngemässe Unterstellung des Beschuldigten, wonach seine Ehefrau ihm den Strafbefehl vor-

enthalten haben könnte, völlig unsubstantiiert bleibt.  

 

c) Den Vorgaben des Bundesgerichts folgend hat das Kantonsgericht zunächst den Straf-

rahmen nach der abstrakt schwerwiegendsten Straftat zu bestimmen. Vorliegend weisen so-

wohl die Tatbestände der fahrlässigen einfachen Körperverletzung und der fahrlässigen schwe-

ren Körperverletzung (Art. 125 Abs. 1 und Abs. 2 StGB) wie auch derjenige des Fahrens ohne 

Berechtigung (Art. 95 Abs. 1 SVG) den nämlichen abstrakten Strafrahmen ‒ Freiheitsstrafe bis 

zu drei Jahren oder Geldstrafe (von mindestens drei Tagessätzen [Art. 34 Abs. 1 StGB]) ‒ auf. 

Demgegenüber sehen das Nichttragen der Sicherheitsgurte (Art. 3a Abs. 1 VRV i.V.m. Art. 96 

VRV), die einfache Verletzung der Verkehrsregeln (Art. 90 Abs. 1 SVG), das pflichtwidrige Ver-

halten bei Unfall (Art. 92 Abs. 1 SVG) sowie der Konsum von Betäubungsmitteln (Art. 19a Ziff. 1 

BetmG) als Sanktionsrahmen lediglich eine Busse in der Höhe von maximal CHF 10'000.-- 

(Art. 106 Abs. 1 StGB) vor. Unter Berücksichtigung aller relevanten Faktoren ist in concreto die 

fahrlässige schwere Körperverletzung zweifellos als das schwerwiegendste Delikt zu erachten, 

weshalb für diese Straftat eine Einsatzstrafe festzusetzen ist.  

 

d) Bei der Festlegung der Einsatzstrafe für den Tatbestand der fahrlässigen schweren Kör-

perverletzung (Art. 125 Abs. 2 StGB) zum Nachteil von A.____ ist auf der Seite der objektiven 

Tatkomponenten zu Ungunsten des Beschuldigten zu würdigen, dass diesem ein grober 

Verstoss gegen die jedem Teilnehmer am motorisierten Verkehr obliegenden Sorgfaltspflichten 

anzulasten ist, indem er ‒ ohne dass bei seinem Auto ein technischer Mangel und ohne dass 

bei ihm selbst eine medizinische Ursache vorgelegen hätte, mithin die Unfallursache aus-

schliesslich in mangelnder Aufmerksamkeit zu finden ist ‒ am 27. Februar 2017 um 12:49 Uhr 

 
 
 

 
 
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auf der Autobahn A2 in Richtung Bern/Luzern auf der Höhe von Kilometer 19.413 auf dem 

Normalstreifen mit einer Geschwindigkeit von rund 109 km/h in das im Stauende stehende 

Fahrzeug von D.____, gelenkt durch C.____, geprallt ist und dadurch beim im fraglichen Wagen 

sitzenden Geschädigten, geboren am 8.____, unmittelbare lebensbedrohliche Verletzungen in 

Form eines schweren Schädelhirntraumas mit einem diffusen Hirnödem, einer undislozierten 

Fraktur des Hinterhauptbeines oberhalb des Kleinhirns, einer Blutung unter der harten Hirnhaut 

im linken Stirnbereich sowie im rechten Schläfenbereich, eines leichten Thoraxtraumas, einer 

Lungenprellung, einer posttraumatischen Hypophyseninsuffizienz, Diabetes, eines Multiorgan-

versagens sowie einer Nekrose verursacht hat. Hinzu kommen als weitere Folgen monatelange 

Aufenthalte in Spitälern und Rehabilitationszentren, bleibende Schädigungen im Sinne von 

Narbenbildungen, Entwicklungsverzögerungen und Sprachproblemen beim Opfer. Obgleich der 

genaue Grund für die Unaufmerksamkeit nicht hat eruiert werden können, sind dem Beschuldig-

ten zumindest keine entlastenden Umstände anzurechnen. Vielmehr hätte aufgrund der Tatsa-

chen, wonach zum Unfallzeitpunkt gute Verhältnisse (schönes Wetter, trockene Strasse und 

freie Sicht) geherrscht haben sowie alle stehenden Fahrzeuge Warnblinker eingeschaltet hat-

ten, bei entsprechender Aufmerksamkeit und angepasster Geschwindigkeit der Unfall mitsamt 

den vorgängig beschriebenen, äusserst gravierenden Verletzungsfolgen ohne Weiteres vermie-

den werden können. Zu Gute zu halten ist dem Beschuldigten in allgemeiner Form lediglich, 

dass er offenbar durch das Stauende überrascht worden ist und mit der gefahrenen Geschwin-

digkeit von 109 km/h auf der Autobahn unter normalen Verhältnissen grundsätzlich nicht zu 

schnell gefahren wäre. In Anbetracht des Ausgeführten ist die objektive Tatschwere nach Da-

fürhalten des Kantonsgerichts als mittelschwer einzustufen. Die subjektiven Tatkomponenten 

sind beim vorliegend zu beurteilenden Fahrlässigkeitsdelikt neutral zu gewichten, womit die 

subjektive Schwere der Tat keinen Einfluss auf das objektive Tatverschulden hat. Infolgedessen 

ist das Tatverschulden bezüglich des vorliegenden Anklagepunktes als mittelschwer zu werten, 

was unter Beachtung des abstrakten Strafrahmens zu einer Einsatzstrafe von 300 Strafeinhei-

ten führt. In Bezug auf die Wahl der Sanktionsart ist festzustellen, dass gestützt auf Art. 2 

Abs. 2 StGB in Anwendung der bis zum 31. Dezember 2017 gültigen, milderen Bestimmung 

von Art. 34 Abs. 1 StGB bei diesem Strafmass theoretisch die Verhängung einer Geldstrafe 

möglich wäre. Angesichts der zahlreichen und in Bezug auf Strassenverkehrsdelikte teilweise 

einschlägigen Vorstrafen, des daraus resultierenden schlechten automobilistischen Leumundes 

(vgl. hierzu unten lit. p/cc) und der als Folge hiervon manifestierten Unbelehrbarkeit des Be-

schuldigten sowie angesichts des in concreto festgestellten mittelschweren Verschuldens und 

 
 
 

 
 
Seite 14   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

der überaus schwerwiegenden Rechtsgutverletzung kommt allerdings in casu, nachdem bei der 

Wahl der Sanktionsart als wichtigstes (aber nicht ausschliessliches) Kriterium die Zweckmäs-

sigkeit einer bestimmten Sanktion, ihre Auswirkungen auf den Täter und sein soziales Umfeld 

sowie ihre präventive Effizienz zu berücksichtigen ist, bei der vorliegend zu beurteilenden Tat-

handlung als schuldangemessene Sanktion fraglos nur eine Freiheitsstrafe in Betracht. Im Re-

sultat ist damit für die fahrlässige schwere Körperverletzung eine hypothetische Einsatzstrafe 

von zehn Monaten Freiheitsstrafe festzusetzen.  

 

e) Bei der Ermittlung der Einzelstrafe für die fahrlässige einfache Körperverletzung (Art. 125 

Abs. 1 StGB) betreffend C.____ ist unter Verweis auf die vorstehenden Erwägungen (oben 

lit. d), welche in casu gleichermassen Gültigkeit haben, festzuhalten, dass der Beschuldigte mit 

dem vorgängig beschriebenen Verhalten neben den schweren Schädigungen von A.____ auch 

die Verletzungen von dessen Mutter, C.____, zu verantworten hat, welche als Platzwunde am 

Kopf, Prellungen am Brustwirbelkörper und am linken Unterschenkel, Schädelhirn- und Be-

schleunigungstrauma, Verstärkung der Symptome eines vorbestehenden HWS-

Distorsionstraumas, Schmerzsyndrom sowie als Anpassungsstörung mit Angst und Depression 

gemischt diagnostiziert worden sind. Gestützt auf die bereits vorgängig dargelegte, ihm anzu-

lastende und zum Unfall mit insgesamt drei geschädigten Personen führende grobe Sorgfalts-

pflichtverletzung ist auch hier mit nämlicher Begründung die objektive Tatschwere als mittel-

schwer einzustufen. Ebenso sind die subjektiven Tatkomponenten gleichermassen neutral zu 

gewichten, womit das Tatverschulden hinsichtlich des vorliegenden Anklagepunktes als mittel-

schwer zu werten ist. In Gewichtung aller verschuldensrelevanten Faktoren resultiert für diesen 

Anklagepunkt eine Einzelstrafe von 120 Strafeinheiten. Angesichts der Höhe dieser Einzelstrafe 

wäre als Strafart eine Geldstrafe möglich. Allerdings steht erstens in Beachtung der Tatsache, 

wonach die konkret zu beurteilende Tathandlung bloss ein weiteres Resultat des gleichen Le-

benssachverhaltes darstellt, wie er bereits vorgängig unter lit. d zu prüfen und mit einer Frei-

heitsstrafe zu sanktionieren gewesen ist, sowie zweitens unter Berücksichtigung der ebenfalls 

vorstehend definierten präventiven Effizienz abermals ohne Zweifel fest, dass in concreto wie-

derum eine schuldangemessene Freiheitsstrafe zu verhängen ist. Demnach ist für die fahrlässi-

ge einfache Körperverletzung betreffend C.____ eine hypothetische Einzelstrafe von vier Mona-

ten Freiheitsstrafe anzuordnen. Angesichts der Gleichartigkeit der beiden Strafen sowie unter 

Beachtung des überaus engen zeitlichen, sachlichen und situativen Zusammenhangs der ein-

 
 
 

 
 
Seite 15   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

zelnen Delikte untereinander ist die hypothetische Einsatzstrafe von zehn Monaten Freiheits-

strafe um drei Monate zu asperieren.   

 

f) Bei der Bestimmung der Einzelstrafe für die fahrlässige einfache Körperverletzung 

(Art. 125 Abs. 1 StGB) betreffend D.____ ist wiederum unter Verweis auf die vorstehenden Dar-

legungen (oben lit. d und lit. e), welche in casu gleichermassen Gültigkeit haben, zu erwägen, 

dass der Beschuldigte mit dem vorgängig beschriebenen Verhalten auch für die Verletzungen 

von D.____ ‒ eine Gehirnerschütterung, eine Rissquetschwunde am Kopf, ein HWS-

Distorsionstrauma sowie eine Unterschenkelkontusion links ‒ verantwortlich zu machen ist, 

welche in einer knapp zweimonatigen Arbeitsunfähigkeit von 100 % resultiert haben. Gestützt 

auf die soeben monierte, ihm anzulastende und zum Unfall mit insgesamt drei geschädigten 

Personen führende grobe Sorgfaltspflichtverletzung ist auch hier mit nämlicher Begründung die 

objektive Tatschwere als mittelschwer einzustufen. Ebenso sind die subjektiven Tatkomponen-

ten gleichermassen neutral zu gewichten, womit das Tatverschulden hinsichtlich des vorliegen-

den Anklagepunktes als mittelschwer zu werten ist. In Gewichtung aller verschuldensrelevanten 

Faktoren führt dies für diesen Anklagepunkt zu einer weiteren Einzelstrafe von 90 Strafeinhei-

ten. Angesichts der Höhe dieser Einzelstrafe wäre als Strafart eine Geldstrafe möglich. Aller-

dings steht erstens in Beachtung der Tatsache, wonach die konkret zu beurteilende Tathand-

lung wiederum nur ein weiteres Resultat des gleichen Lebenssachverhaltes darstellt, wie er 

bereits vorgängig unter lit. d und lit. e zu prüfen und jeweils mit einer Freiheitsstrafe zu sanktio-

nieren gewesen ist, sowie zweitens unter Berücksichtigung der ebenfalls vorstehend definierten 

präventiven Effizienz abermals ohne Zweifel fest, dass in concreto eine schuldangemessene 

Freiheitsstrafe zu verhängen ist. Demnach ist für die fahrlässige einfache Körperverletzung be-

treffend D.____ eine hypothetische Einzelstrafe von drei Monaten Freiheitsstrafe anzuordnen. 

Angesichts der Gleichartigkeit aller bisherigen Strafen sowie unter Beachtung des überaus en-

gen zeitlichen, sachlichen und situativen Zusammenhangs der einzelnen Delikte untereinander 

erfolgt eine weitere Asperation der hypothetischen Einsatzstrafe um zwei Monate Freiheitsstra-

fe. Dies ergibt im Resultat für die drei fahrlässigen Körperverletzungsdelikte zusammen eine 

tatbezogene hypothetische Gesamtfreiheitsstrafe von fünfzehn Monaten.  

 

g) Bei der Festsetzung der Einzelstrafen für den Vorwurf des mehrfachen Fahrens ohne Be-

rechtigung (Art. 95 Abs. 1 SVG) ist zunächst darauf hinzuweisen, dass die zu bewertenden Tat-

handlungen in einem äusserst engen Konnex zueinander stehen. Nach erfolgter Einzelaspera-

 
 
 

 
 
Seite 16   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

tion der entsprechenden Einheiten in jeweiliger Bewertung der objektiven Tatschwere ist zu 

veranschlagen, dass der Beschuldigte in der Zeit vom 11. Mai 2017 bis zum 18. Mai 2017 täg-

lich (ausser am Wochenende) von seinem Wohnort am X.____weg 5.____ in Y.____ an seinen 

Arbeitsort in Z.____ und wieder zurück gefahren ist, obwohl ihm nach dem Unfall vom 27. Feb-

ruar 2017 der erforderliche Führerausweis mit Wirkung per 11. Mai 2017 vorsorglich entzogen 

worden ist. Gestützt hierauf ist die objektive Tatschwere jeweils noch als leicht einzustufen. In 

subjektiver Hinsicht ist dem Beschuldigten vorzuwerfen, dass er jeweils zumindest eventualvor-

sätzlich gehandelt hat, was allerdings in concreto neutral zu gewichten ist, weshalb die subjekti-

ve Schwere der Tat das objektive Tatverschulden jeweils nicht relativiert. Unter Berücksichti-

gung des Asperationsprinzips ergibt dies für die mehrfache Tatbegehung im Ergebnis ‒ nach-

dem jeweils keine Veranlassung besteht, von der primär auszufällenden Geldstrafe abzuwei-

chen ‒ eine bei den Geldstrafen als Einsatzstrafe zu definierende hypothetische Sanktion von 

insgesamt 60 Tagessätzen.  

 

h) Im Rahmen der Bestimmung der Einzelstrafe für den Vorwurf des Führens eines Motor-

fahrzeugs ohne erforderlichen Führerausweis bzw. des Fahrens ohne Berechtigung (Art. 95 

Abs. 1 lit. a SVG) gemäss dem rechtskräftigen Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Solothurn 

vom 3. Januar 2023 ist zu erwägen, dass dem Beschuldigten zur Last zu legen ist, am 15. No-

vember 2022 um 21:15 Uhr in Y.____ ein Kleinmotorrad E-Trotinett gelenkt zu haben, wofür er 

bei einer Geschwindigkeit von über 30 km/h (gemessene Höchstgeschwindigkeit 45 km/h) ei-

nen Führerausweis der Kategorie A1 benötigt hätte, worüber er aber zum Tatzeitpunkt nicht 

verfügt hat. In Anbetracht hiervon ist die objektive Tatschwere als leicht zu qualifizieren. In sub-

jektiver Hinsicht ist dem Beschuldigten vorzuwerfen, dass er zumindest eventualvorsätzlich ge-

handelt hat, was in concreto neutral zu gewichten ist, womit die subjektive Schwere der Tat das 

objektive Tatverschulden nicht relativiert. Unter Berücksichtigung des Asperationsprinzips er-

folgt im Ergebnis ‒ nachdem wiederum keine Veranlassung besteht, von der vorrangig auszu-

fällenden Geldstrafe abzuweichen ‒ eine Erhöhung der hypothetischen Einsatzstrafe von ins-

gesamt 60 Tagessätzen um zehn Tagessätze.  

 

i) Bei der Festlegung der Einzelstrafe für den Vorwurf des Fahrens ohne Haftpflichtversiche-

rung (Art. 96 Abs. 2 SVG) gemäss dem rechtskräftigen Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Solo-

thurn vom 3. Januar 2023 ist davon auszugehen, dass der Beschuldigte am 15. November 

2022 um 21:15 Uhr in Y.____ das fragliche Kleinmotorrad E-Trotinett mit einer Geschwindigkeit 

 
 
 

 
 
Seite 17   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

von über 30 km/h (gemessene Höchstgeschwindigkeit 45 km/h) gelenkt hat, ohne über eine 

vorgeschriebene Haftpflichtversicherung zu verfügen. Diesbezüglich ist die objektive Tatschwe-

re wiederum als leicht zu qualifizieren und die subjektive Schwere der Tat vermag dieses nicht 

zu beeinflussen. Im Ergebnis hat dies in Anwendung des Asperationsprinzips und nachdem als 

Strafart lediglich eine Geldstrafe in Betracht kommt eine weitere Erhöhung der hypothetischen 

Einsatzstrafe um fünf Tagessätze zur Folge. Dies ergibt im Resultat für alle Delikte, welche 

nach dem Strassenverkehrsgesetz ein Vergehen darstellen und mit einer Geldstrafe zu sankti-

onieren sind, eine tatbezogene hypothetische Gesamtgeldstrafe von 75 Tagessätzen.  

 

j) Zu sanktionieren sind sodann in casu das Nichttragen der Sicherheitsgurte (Art. 3a Abs. 1 

VRV i.V.m. Art. 96 VRV), die einfache Verletzung der Verkehrsregeln (Art. 90 Abs. 1 SVG), das 

pflichtwidrige Verhalten bei Unfall (Art. 92 Abs. 1 SVG) sowie der Konsum von Betäubungsmit-

teln (Art. 19a Ziff. 1 BetmG) gestützt auf die Verurteilungen im kantonsgerichtlichen Verfahren, 

und in die Strafzumessung einzufliessen haben ferner das Fahren ohne Ausweis und Kontroll-

schilder (Art. 96 Abs. 1 lit. a SVG) sowie das Nichttragen des Schutzhelmes durch den Führer 

eines Kleinmotorrades (Art. 3b Abs. 1 VRV i.V.m. Art. 96 VRV) gemäss dem rechtskräftigen 

Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Solothurn vom 3. Januar 2023, welche allesamt Übertretun-

gen darstellen, womit jeweils nur eine Busse als Strafe möglich ist. Nach Auffassung des Kan-

tonsgerichts stellt dabei nach Gewichtung aller relevanten Faktoren das pflichtwidrige Verhalten 

nach einem Unfall das schwerwiegendste Delikt dar, weshalb hierfür eine weitere Einsatzstrafe 

festzulegen ist. Diesbezüglich steht fest, dass der Beschuldigte am 18. Mai 2017 als Lenker 

eines Lieferwagens in einer engen Quartierstrasse in Y.____ einem entgegenkommenden 

Fahrzeug ausgewichen ist, dabei einen parkierten Lieferwagen beschädigt und sich im An-

schluss vom Unfallort entfernt hat, ohne den entsprechenden Schaden dem Geschädigten oder 

der Polizei zu melden (vgl. unten lit. l). In Anbetracht hiervon ist die objektive Tatschwere noch 

als leicht zu werten, worauf die subjektive Schwere der Tat keinen Einfluss hat. Gestützt hierauf 

ist unter Beachtung des abstrakten Strafrahmens sowie der ebenfalls in die Bemessung ein-

fliessenden finanziellen Verhältnisse des Beschuldigten (Art. 106 Abs. 3 StGB; vgl. unten 

lit. p/aa) eine hypothetische Einsatzstrafe in Form der Busse in der Höhe von CHF 350.-- fest-

zulegen.  

 

k) In Bezug auf den Vorwurf des Nichttragens der Sicherheitsgurte ist zu erwägen, dass der 

Beschuldigte anlässlich des von ihm am 27. Februar 2017 verursachten Unfalles den fraglichen 

 
 
 

 
 
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Lieferwagen ohne die Sicherheitsgurte zu tragen gelenkt hat. Die objektive Tatschwere hierbei 

ist als leicht zu werten und die subjektive Schwere der Tat hat hierauf keinen Einfluss. Unter 

Berücksichtigung des Asperationsprinzips ergibt dies eine Erhöhung der hypothetischen Ein-

satzstrafe um CHF 200.--.   

 

l) Hinsichtlich des Vorwurfs der einfachen Verletzung der Verkehrsregeln gilt, dass der Be-

schuldigte am 18. Mai 2017 als Lenker eines Lieferwagens in einer engen Quartierstrasse in 

Y.____ einem entgegenkommenden Fahrzeug ausgewichen und dabei in eine Parklücke gefah-

ren ist, wobei er infolge Nichtbeherrschens seines Fahrzeuges mit der rechten Fahrzeugseite 

einen parkierten Lieferwagen an dessen linker vorderer Seite touchiert hat (vgl. oben lit. j). Die 

objektive Tatschwere hierbei ist wiederum als leicht zu werten und die subjektive Schwere der 

Tat hat hierauf keinen Einfluss. Unter Berücksichtigung des Asperationsprinzips ergibt dies eine 

weitere Erhöhung der hypothetischen Einsatzstrafe um CHF 200.--.   

 

m) Im Hinblick auf den Vorwurf des Konsums von Betäubungsmitteln ist zu bemerken, dass 

der Beschuldigte zu einem Zeitpunkt mehrere Stunden vor dem Unfall am 27. Februar 2017 an 

einem unbekannt gebliebenen Ort eine nicht bekannte Menge an Kokain konsumiert hat. Dieser 

Konsum hat keinen nachweisbaren Einfluss auf den genannten Unfall gehabt. Infolgedessen ist 

die objektive Tatschwere wiederum als leicht zu werten und die subjektive Schwere der Tat hat 

hierauf keinen Einfluss. Unter Berücksichtigung des Asperationsprinzips ergibt dies eine weitere 

Erhöhung der hypothetischen Einsatzstrafe um CHF 200.--.   

 

n) Bezüglich des Vorwurfs des Fahrens ohne Ausweis und Kontrollschilder gemäss dem 

rechtskräftigen Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Solothurn vom 3. Januar 2023 ist davon aus-

zugehen, dass der Beschuldigte am 15. November 2022 um 21:15 Uhr in Y.____ das fragliche 

Kleinmotorrad E-Trotinett mit einer Geschwindigkeit von über 30 km/h (gemessene Höchstge-

schwindigkeit 45 km/h) ohne Fahrzeugausweis und ohne Kontrollschilder gelenkt hat. Hierbei ist 

die objektive Tatschwere wiederum jeweils als leicht zu werten und die subjektive Schwere der 

Tat hat darauf keinen Einfluss. Unter Berücksichtigung des Asperationsprinzips ergibt dies eine 

weitere Erhöhung der hypothetischen Einsatzstrafe um insgesamt CHF 300.--.   

 

o) In Bezug auf das Nichttragen des Schutzhelmes durch den Führer eines Kleinmotorrades 

gemäss dem rechtskräftigen Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Solothurn vom 3. Januar 2023 

 
 
 

 
 
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ist zu konstatieren, dass der Beschuldigte am 15. November 2022 um 21:15 Uhr in Y.____ das 

fragliche Kleinmotorrad E-Trotinett mit einer Geschwindigkeit von über 30 km/h (gemessene 

Höchstgeschwindigkeit 45 km/h) gelenkt hat, ohne den erforderlichen Schutzhelm zu tragen. 

Diesbezüglich ist die objektive Tatschwere als sehr leicht zu werten und die subjektive Schwere 

der Tat hat darauf keinen Einfluss. Unter Berücksichtigung des Asperationsprinzips ergibt dies 

eine weitere Erhöhung der hypothetischen Einsatzstrafe um CHF 150.--, was im Ergebnis zu 

einer tatbezogenen hypothetischen Gesamtbusse von CHF 1'400.-- führt.  

 

p) 

aa) In einem nächsten Schritt ist zu prüfen, ob diese tatbezogenen hypothetischen Gesamt-

strafen aufgrund der besonderen Täterkomponenten ‒ umfassend die Faktoren Vorleben, per-

sönliche Verhältnisse, Nachtatverhalten und Verhalten im Strafverfahren ‒ anzupassen sind. In 

diesem Zusammenhang ist zu erwägen, dass der Beschuldigte am 2.____ im Kosovo geboren 

und im Kreise seiner Familie aufgewachsen ist. In der Schweiz verfügt er über eine Niederlas-

sungsbewilligung C. Der Beschuldigte ist verheiratet, lebt aber von seiner Frau getrennt, hat 

keine Kinder und wohnt gemäss seinen Angaben vor Kantonsgericht zur Zeit mit seinem Vater 

und einem Bruder zusammen in Y.____ (Protokoll KG S. 2). Mit seiner Tätigkeit bei der F.____ 

AG verdient er knapp CHF 6'000.-- brutto pro Monat; nennenswerte Schulden oder Vermögen 

sind nicht ausgewiesen. Hinsichtlich des Gesundheitszustandes des Beschuldigten liegen keine 

gesicherten Umstände vor, welche Anlass zu besonderen Bemerkungen geben würden. Eine 

erhöhte Strafempfindlichkeit ist ebenfalls nicht zu erkennen. Dies alles ist soweit neutral zu wer-

ten.  

 

bb) Gemäss Art. 48 lit. d StGB mildert das Gericht die Strafe, wenn der Täter aufrichtige Reue 

betätigt, namentlich den Schaden, soweit es ihm zuzumuten war, ersetzt hat. Diese Bestim-

mung setzt nicht die Tatschuld, wohl aber das Strafbedürfnis herab. Mit dem Hinweis auf die 

Zumutbarkeit und die Betätigung der Reue verlangt das Gesetz eine besondere Anstrengung 

seitens des Fehlbaren, die er freiwillig und uneigennützig, weder nur vorübergehend noch allein 

unter dem Druck des drohenden oder hängigen Strafverfahrens, erbringen muss. Der Täter 

muss Einschränkungen auf sich nehmen und alles daran setzen, das geschehene Unrecht wie-

der gut zu machen. Es braucht mithin zweierlei, nämlich aufrichtige Reue und (namentlich) Er-

satz des Schadens (WIPRÄCHTIGER / KELLER, a.a.O., N 30 zu Art. 48 StGB, mit Hinweisen). Im 

vorliegenden Fall ist nicht aktenkundig, dass der Beschuldigte alles daran gesetzt hätte, das 

 
 
 

 
 
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Geschehene wieder gut zu machen und insbesondere den entstandenen Schaden zu ersetzen. 

Der genannte Strafmilderungsgrund findet somit keine Anwendung. Demgegenüber wirkt sich 

im Sinne einer leichten Strafminderung zu Gunsten des Beschuldigten aus, dass dieser erwie-

senermassen mehrfach den Kontakt zur Opferfamilie gesucht und den Gesundheitszustand des 

schwerverletzten A.____ erfragt sowie von sich aus wiederholt seine tiefe Betroffenheit zum 

Ausdruck gebracht hat. Diese Minderung betrifft ausdrücklich nur die vom Kantonsgericht in 

casu zu beurteilenden Körperverletzungsdelikte, nicht aber die Widerhandlungen gegen das 

Strassenverkehrs- und das Betäubungsmittelgesetz und von vornherein nicht die aufgrund der 

retrospektiven Konkurrenz im Rahmen der vorliegenden Strafzumessung ebenfalls zu berück-

sichtigenden Delikte gemäss dem rechtskräftigen Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Solothurn 

vom 3. Januar 2023.  

 

cc) Was auf der anderen Seite substanziell negativ ins Gewicht fällt, ist die Tatsache, dass 

der Beschuldigte mehrfach vorbestraft ist und insgesamt sechs Führerausweisentzüge zu ge-

wärtigen hatte. Im vorliegenden Verfahren vorzuhalten sind ihm ‒ abgesehen vom schlechten 

automobilistischen Leumund ‒ allerdings nur noch zwei Vorstrafen. So ist er mit Urteil des 

Amtsgerichtspräsidiums Olten-Gösgen vom 15. Oktober 2013 wegen Verletzung der Verkehrs-

regeln nach Art. 90 Abs. 1 SVG und Irreführung der Rechtspflege gemäss Art. 304 Ziff. 1 StGB 

zu einer bedingt vollziehbaren Geldstrafe von 25 Tagessätzen zu je CHF 80.--, bei einer Probe-

zeit von vier Jahren, sowie zu einer Busse von CHF 250.-- verurteilt worden. Weiter ist er mit 

Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Solothurn vom 27. November 2013 wegen Nötigung gemäss 

Art. 181 StGB, Verletzung der Verkehrsregeln nach Art. 90 Ziff. 1 SVG und mehrfacher grober 

Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 90 Ziff. 2 SVG zu einer teilbedingt vollziehbaren 

Geldstrafe von 100 Tagessätzen zu je CHF 110.--, wovon 50 Tagessätze bedingt vollziehbar 

bei einer Probezeit von vier Jahren, sowie zu einer Busse von CHF 100.-- verurteilt worden. Die 

Tatsache, dass der Beschuldigte die in casu zu beurteilenden Delikte aus dem Jahre 2017 nicht 

einmal vier Jahre nach den zitierten Entscheiden und damit innerhalb der jeweiligen Probezeit 

begangen hat, ist als Ausdruck einer offensichtlichen Unbelehrbarkeit und Gleichgültigkeit ge-

genüber fremden Rechtsgütern ebenfalls signifikant straferhöhend zu berücksichtigen, zumal 

die im rechtskräftigen Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Solothurn vom 3. Januar 2023 beur-

teilten Delikte wiederum Straftaten aus dem Bereich des Strassenverkehrsgesetzes betreffen.  

 

 
 
 

 
 
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dd) In Anbetracht dieser Erwägungen erweisen sich aufgrund der besonderen Täterkompo-

nenten die folgenden Erhöhungen der jeweiligen tatbezogenen hypothetischen Gesamtstrafen 

als angezeigt: bei der Freiheitsstrafe um drei Monate auf insgesamt 18 Monate, bei der Geld-

strafe um 15 Tagessätze auf total 90 Tagessätze und bei der Busse um CHF 300.-- auf nun-

mehr CHF 1'700.--.  

 

q) 

aa) Zu prüfen ist sodann, ob tat- und täterunabhängige Strafzumessungsfaktoren (Zeitablauf 

gemäss Art. 48 lit. e StGB; Verletzung des Beschleunigungsgebotes nach Art. 5 StPO) zu be-

rücksichtigen sind. Gemäss der Strafzumessungsregel von Art. 48 lit. e StGB mildert das Ge-

richt die Strafe, wenn das Strafbedürfnis in Anbetracht der seit der Tat verstrichenen Zeit deut-

lich vermindert ist und der Täter sich in dieser Zeit wohl verhalten hat. Der Strafmilderungs-

grund infolge langen Zeitablaufs im Sinne von Art. 48 lit. e StGB ist in jedem Fall zu berücksich-

tigen, wenn zwei Drittel der Verjährungsfrist verstrichen sind (BGE 140 IV 145 E. 3.1; BGer 

6B_56/2017 vom 19. April 2017 E. 3.1). Für die Berechnung ist der Zeitpunkt des Sachurteils 

massgebend (BGE 140 IV 145 E. 3.1; 132 IV 1 E. 6.2.1; BGer 6B_1074/2020 vom 3. Februar 

2021 E. 3.2). Nach Art. 97 Abs. 1 lit. c StGB verjährt die Strafverfolgung in zehn Jahren, wenn 

die für die Tat angedrohte Höchststrafe eine Freiheitsstrafe von drei Jahren ist. Gestützt auf 

Art. 97 Abs. 1 lit. d StGB beträgt die Strafverfolgungsverjährungsfrist bei Übertretungen sieben 

Jahre. Nachdem sich die im kantonsgerichtlichen Verfahren zu sanktionierenden Delikte am 

27. Februar 2017 sowie im Zeitraum zwischen dem 11. Mai 2017 und dem 18. Mai 2017 zuge-

tragen haben, steht fest, dass der Strafmilderungsgrund von Art. 48 lit. e StGB in Bezug auf die 

mit einer Busse zu bestrafenden Übertretungen anwendbar ist, nicht jedoch im Hinblick auf die 

mit einer Geld- oder Freiheitsstrafe zu ahndenden Vergehen, bei welchen mit heutigem Datum 

noch keine zwei Drittel der zehnjährigen Verfolgungsverjährungsfrist abgelaufen sind, was um-

so mehr gilt, als sich der Beschuldigte angesichts des neuerlichen Strafbefehls der Staatsan-

waltschaft Solothurn vom 3. Januar 2023 offenbar in der Zwischenzeit auch nicht wohl verhalten 

hat. Unter diesem Titel ist daher bloss hinsichtlich der Übertretungen eine zwingende Reduktion 

der tat- und täterbezogenen hypothetischen Gesamtbusse angezeigt. Ungeachtet hiervon ist 

aber nicht zu verkennen, dass aufgrund der verstrichenen Zeit seit der jeweiligen Deliktsbege-

hung auch zwei Drittel der zehnjährigen Verfolgungsverjährungsfrist in Kürze erreicht sein wer-

den, weshalb sich dem Zweck der zu prüfenden Bestimmung folgend in Bezug auf die zu sank-

tionierenden Vergehen zufolge Zeitablaufs ebenfalls eine angemessene Minderung der tat- und 

 
 
 

 
 
Seite 22   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

täterbezogenen hypothetischen Gesamtstrafen rechtfertigt. Nach Dafürhalten des Kantonsge-

richts ist demzufolge die hypothetische Gesamtfreiheitsstrafe um zwei Monate auf nunmehr 

16 Monate herabzusetzen, die hypothetische Gesamtgeldstrafe um fünf Tagessätze auf 85 Ta-

gessätze und die hypothetische Gesamtbusse um CHF 200.-- auf CHF 1'500.--.  

 

bb) Das Beschleunigungsgebot (Art. 5 StPO, Art. 29 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 1 EMRK) ver-

pflichtet die Behörden, das Strafverfahren voranzutreiben, um die beschuldigte Person nicht 

unnötig über die gegen sie erhobenen Vorwürfe im Ungewissen zu lassen. Es gilt für das ganze 

Verfahren. Welche Verfahrensdauer angemessen ist, hängt praxisgemäss (vgl. zum Ganzen 

BGer 6B_1168/2020 vom 11. Oktober 2022 E. 2.4.2) von den konkreten Umständen ab, die in 

ihrer Gesamtheit zu würdigen sind. Kriterien sind etwa die Schwere des Tatvorwurfs, die Kom-

plexität des Sachverhalts, die gebotenen Untersuchungshandlungen, die Schwierigkeit und 

Dringlichkeit der Sache, das Verhalten der Behörden und dasjenige der beschuldigten Person 

sowie die Zumutbarkeit für diese. Es ist im Sinne einer Gesamtbetrachtung zu prüfen, ob die 

Strafbehörden das Verfahren innert angemessener Frist geführt haben. Eine Verletzung des 

Beschleunigungsgebots führt nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zu einer Strafre-

duktion, zu einer Strafbefreiung bei gleichzeitiger Schuldigsprechung oder in extremen Fällen ‒ 

als ultima ratio ‒ zur Einstellung des Verfahrens (BGE 143 IV 49 E. 1.8.2; 133 IV 158 E. 8, mit 

Hinweisen). In casu ist festzustellen, dass in Bezug auf die vorzunehmende Gesamtbetrachtung 

in Beachtung der Schwere der Tatvorwürfe sowie der Komplexität und der Erheblichkeit des 

Sachverhaltes namentlich unter Berücksichtigung der Tatsache, wonach sich das Kantonsge-

richt nach der Rückweisung des Verfahrens durch das Bundesgericht nunmehr zum zweiten 

Mal mit der Angelegenheit zu befassen hat, keine unangemessene Verfahrensverzögerung zu 

erkennen ist. Gleichermassen sind auch betreffend die einzelnen Verfahrensabschnitte keine 

krassen, eine Sanktion rechtfertigende Zeitlücken (Unfallzeitpunkt am 27. Februar 2017, Ankla-

geschrift vom 17. April 2018, erstinstanzliches Urteil vom 25. April 2019, erstes Berufungsurteil 

vom 2. Juni 2020, Bundesgerichtsurteil vom 20. Juli 2022, zweites Berufungsurteil vom 19. Sep-

tember 2023) ersichtlich. Demnach liegt kein Verstoss gegen das Beschleunigungsgebot und 

folglich auch keine Verletzung des Rechts des Beschuldigten auf ein faires Verfahren nach 

Art. 6 Abs. 1 EMRK vor. 

 

r) Gemäss den vorstehenden Erwägungen erweist sich in Würdigung sämtlicher Tat- und 

Täterkomponenten sowie der tat- und täterunabhängigen Strafzumessungsfaktoren eine hypo-

 
 
 

 
 
Seite 23   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

thetische Gesamtfreiheitsstrafe von 16 Monaten, eine hypothetische Gesamtgeldstrafe von 

85 Tagessätzen sowie eine hypothetische Gesamtbusse in der Höhe von CHF 1'500.-- als an-

gemessen. Die Höhe des einzelnen Tagessatzes ist gestützt auf das vom Beschuldigten im 

vorliegenden Verfahren ausgewiesene Einkommen von CHF 5'950.-- brutto pro Monat auf einen 

Betrag von CHF 110.-- festzusetzen. Von diesen hypothetischen Gesamtstrafen sind die 

rechtskräftigen Grundstrafen gemäss dem Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Solothurn vom 

3. Januar 2023 ‒ bedingte Geldstrafe von 50 Tagessätzen zu je CHF 110.--, bei einer Probezeit 

von drei Jahren, sowie Busse von CHF 1'500.--, mit einer Ersatzfreiheitsstrafe von 15 Tagen ‒ 

in Abzug zu bringen, was im Ergebnis zu einer definitiven Zusatzstrafe von 16 Monaten Frei-

heitsstrafe, 35 Tagessätzen Geldstrafe zu je CHF 110.-- sowie einer Busse von CHF 0.-- zum 

genannten Entscheid führt.  

 

s) Bei diesem Strafmass ist der bedingte Strafvollzug nach Art. 42 Abs. 1 StGB möglich. 

Diesbezüglich bestimmt Art. 42 Abs. 1 StGB, dass das Gericht den Vollzug einer Geldstrafe 

oder einer Freiheitsstrafe von höchstens zwei Jahren in der Regel aufschiebt, wenn eine unbe-

dingte Strafe nicht notwendig erscheint, um den Täter von der Begehung weiterer Verbrechen 

oder Vergehen abzuhalten. Bei Kumulation von ungleichartigen Strafen ist jede Strafe für sich 

zu betrachten. Für die Vollzugsfrage ist damit nicht auf die sich aus Freiheitsstrafe und Geld-

strafe zusammensetzende Gesamtdauer abzustellen. Die Prüfung der Bewährungsaussichten 

des Täters ist anhand einer Gesamtwürdigung aller wesentlichen Umstände vorzunehmen. In 

die Beurteilung einzufliessen haben neben den Tatumständen das Vorleben und der Leumund 

sowie alle weiteren Tatsachen, die gültige Schlüsse auf den Charakter des Täters und die Aus-

sichten seiner Bewährung zulassen. Die persönlichen Verhältnisse sind bis zum Zeitpunkt des 

Entscheids, also bis zum Urteilsdatum, miteinzubeziehen (ROLAND M. SCHNEIDER / ROY GARRÉ, 

in: Basler Kommentar, Strafrecht I, 4. Auflage, Basel 2019, N 1 und N 46 zu Art. 42 StGB, mit 

zahlreichen Hinweisen). In casu ist festzustellen, dass in Würdigung aller relevanten Faktoren 

im Sinne des Gesetzes keine schlechte Prognose (mehr) zu stellen ist. So datieren die beiden 

einschlägigen Vorstrafen aus dem Jahre 2013 (betreffend Tatzeiträume aus dem Jahre 2012), 

die vorliegend zu sanktionierenden Straftaten, bei welchen es sich um Fahrlässigkeitsdelikte 

handelt, sind im Februar und Mai 2017 begangen worden, und seither hat sich der Beschuldigte 

‒ abgesehen von den mittels des Strafbefehls vom 3. Januar 2023 beurteilten Delikten, welche 

aber nach dem Verständnis des Kantonsgerichts bloss eigentliche Bagatellen umfassen ‒ 

nichts mehr zu Schulde kommen lassen. In diesem Zusammenhang ist auch zu erwähnen, dass 

 
 
 

 
 
Seite 24   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

er offenbar nunmehr komplett auf das Führen eines Motorfahrzeuges verzichtet, was ange-

sichts der Tatsache, wonach sich sämtliche Delikte (Vorstrafen, aktuelle Taten und Verstösse 

gemäss dem Strafbefehl vom 3. Januar 2023) im Bereich von Zuwiderhandlungen gegen das 

Strassenverkehrsgesetz verorten lassen, zur Annahme einer positiven Prognose beiträgt. Aus-

serdem verfügt der Beschuldigte über eine gesicherte Arbeitsstelle und ist dadurch in der Lage, 

ein Erwerbseinkommen zu erzielen; relevante Schulden oder Betreibungen sind ebenfalls nicht 

ausgewiesen. Demnach ist dem Beschuldigten gestützt auf die im Ergebnis nicht negative Le-

galprognose der bedingte Vollzug sowohl der Freiheitsstrafe als auch der Geldstrafe zu gewäh-

ren. Den letztlich nicht vollends auszuräumenden Zweifeln an der Legalbewährung ist mit einer 

leicht erhöhten Probezeit von jeweils drei Jahren Rechnung zu tragen.  

 

t) Zusammenfassend ist somit der Beschuldigte mit vorliegendem Urteil der fahrlässigen 

schweren Körperverletzung, der mehrfachen fahrlässigen einfachen Körperverletzung, des 

mehrfachen Fahrens ohne Berechtigung, des Nichttragens der Sicherheitsgurte, des Konsums 

von Betäubungsmitteln, der einfachen Verletzung der Verkehrsregeln sowie des pflichtwidrigen 

Verhaltens bei Unfall schuldig zu erklären und ‒ als Zusatzstrafe zum Strafbefehl der Staatsan-

waltschaft des Kantons Solothurn vom 3. Januar 2023 ‒ zu einer bedingt vollziehbaren Frei-

heitsstrafe von 16 Monaten, bei einer Probezeit von drei Jahren, zu einer bedingt vollziehbaren 

Geldstrafe von 35 Tagessätzen zu jeweils CHF 110.--, bei einer Probezeit von drei Jahren, so-

wie zu einer Busse in der Höhe von CHF 0.-- zu verurteilen. Nachdem die schuldangemessene 

Busse nach Abzug des in casu zu berücksichtigenden, rechtskräftigen Strafbefehls der Staats-

anwaltschaft Solothurn vom 3. Januar 2023 null beträgt, entfällt die Auferlegung einer Ersatz-

freiheitsstrafe gemäss Art. 106 Abs. 2 StGB im Falle der schuldhaften Nichtbezahlung der Bus-

se.  

 

 

4. Kostenfolge  

 

4.1 Strafgericht  

 

Nach Art. 428 Abs. 3 StPO befindet die Rechtsmittelinstanz, soweit sie selber einen neuen Ent-

scheid fällt, auch über die von der Vorinstanz getroffene Kostenregelung. Nachdem der Be-

schuldigte gestützt auf die entsprechenden Schuldsprüche bereits mit Urteil des Strafgerichts 

 
 
 

 
 
Seite 25   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

vom 25. April 2019 in Anwendung von Art. 426 Abs. 1 StPO zur Tragung von 95 % der erstin-

stanzlichen Verfahrenskosten, resultierend aus den Kosten des Vorverfahrens in der Höhe von 

CHF 33'476.45 und der Gerichtsgebühr im Umfang von CHF 8'000.--, sowie nach Art. 135 

Abs. 4 StPO zur Rückzahlung der Kosten der amtlichen Verteidigung von CHF 5'639.75 im 

nämlichen Verhältnis verurteilt worden ist, besteht angesichts der mittels des Urteils des Bun-

desgerichts vom 20. Juli 2022 bestätigten Schuldsprüche gemäss dem ersten Berufungsurteil 

des Kantonsgerichts vom 2. Juni 2020 im vorliegenden Neubeurteilungsverfahren keine Veran-

lassung, an der strafgerichtlichen Kostenverteilung eine Änderung vorzunehmen.  

 

4.2 Kantonsgericht  

 

a) 

aa) Laut Art. 428 Abs. 1 StPO tragen die Parteien nach Massgabe ihres Obsiegens oder Un-

terliegens die Kosten des Rechtsmittelverfahrens. Hinsichtlich der ordentlichen Kosten des ers-

ten Berufungsverfahrens (Nr. 460 19 210) ‒ in welchem der Beschuldigte überwiegend unterle-

gen ist ‒ in der Höhe von CHF 9'100.-- (beinhaltend eine Gebühr von CHF 9'000.-- sowie Aus-

lagen von CHF 100.--) gilt zufolge der Bestätigung der verurteilenden Erkenntnisse des Kan-

tonsgerichts gemäss Urteil vom 2. Juni 2020 durch das Urteil des Bundesgerichts vom 20. Juli 

2022, dass diese unverändert im Verhältnis von 90 % (= CHF 8'190.--) zu Lasten des Beschul-

digten zu 10 % (= CHF 910.--) zu Lasten des Staates zu verteilen sind.  

 

bb) Gleichermassen unverändert bleibt, dass dem Rechtsvertreter des Beschuldigten, Advo-

kat Silvio Bürgi, zufolge Bewilligung der amtlichen Verteidigung für das erste Berufungsverfah-

ren (Nr. 460 19 210) ein Honorar in der Höhe von CHF 4'060.60 (inklusive Auslagen und 

CHF 290.30 Mehrwertsteuer) zu Lasten des Staates ausgerichtet wird. Diesbezüglich wird fest-

gestellt, dass dem amtlichen Verteidiger das Honorar für das erste Berufungsverfahren mit Da-

tum vom 27. November 2020 bereits ausbezahlt worden ist. Der Beschuldigte ist zur Rückzah-

lung der Entschädigung der amtlichen Verteidigung für das erste Berufungsverfahren an den 

Kanton im Umfang von 90 % (= CHF 3'654.55) verpflichtet, sobald es seine wirtschaftlichen 

Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 lit. a StPO).  

 

 

 

 
 
 

 
 
Seite 26   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

b) 

aa) Demgegenüber gehen die ordentlichen Kosten des vorliegenden Neubeurteilungsverfah-

rens in der Höhe von CHF 7'600.-- (beinhaltend eine Gebühr von CHF 7'500.-- sowie Auslagen 

von CHF 100.--), welches deshalb nötig geworden ist, weil das Bundesgericht das erste Urteil 

des Kantonsgerichts vom 2. Juni 2020 in teilweiser Gutheissung der Beschwerde in Strafsa-

chen des Beschuldigten aufgehoben und die Angelegenheit zur neuen Entscheidung an das 

hiesige Gericht zurückgewiesen hat, zu Lasten des Staates.   

 

bb) Ausserdem wird dem Rechtsvertreter des Beschuldigten, Advokat Silvio Bürgi, für das 

vorliegende Neubeurteilungsverfahren zufolge Bewilligung der amtlichen Verteidigung unter 

Berücksichtigung dessen Honorarnoten vom 30. Mai 2023 und 8. September 2023 sowie unter 

Anrechnung eines Aufwandes von zweieinhalb Stunden für die Parteiverhandlung vom 30. Mai 

2023 ein Honorar in der Höhe von insgesamt CHF 3'310.90 (inklusive Hauptverhandlung, 

Nachbesprechung, Auslagen und CHF 236.70 Mehrwertsteuer) zu Lasten des Staates ausge-

richtet. Hier entfällt die Rückzahlungsverpflichtung des Beschuldigten.  

 

  

 
 
 

 
 
Seite 27   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Demnach wird erkannt: 

 
://: I. Das Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft vom 25. April 2019, 

lautend:  

 

"1.a) E.____ wird der mehrfachen fahrlässigen schweren Körperver-

letzung, der fahrlässigen einfachen Körperverletzung, des 

Nichttragens der Sicherheitsgurte, des Konsums von Betäu-

bungsmitteln, der einfachen Verletzung der Verkehrsregeln 

sowie des pflichtwidrigen Verhaltens bei Unfall schuldig erklärt 

und verurteilt 

 

 zu einer Freiheitsstrafe von 22 Monaten, sowie 

 

 zu einer Busse von Fr. 800.00, 

 im Falle schuldhafter Nichtbezahlung der Busse tritt an deren 

Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 8 Tagen, 

 

 in Anwendung von Art. 125 Abs. 1 und 2 StGB, Art. 3a Abs. 1 

VRV (i.V.m. Art. 96 VRV), Art. 90 Abs. 1 SVG (i.V.m. Art. 31 

Abs. 1 SVG), Art. 92 Abs. 1 i.V.m. Art. 51 Abs. 3 SVG, Art. 19a 

Ziff. 1 BetmG, Art. 40 StGB, Art. 49 Abs. 1 StGB sowie 

Art. 106 StGB. 

 

b)  E.____ wird vom Vorwurf des mehrfachen Fahrens ohne Be-

rechtigung gemäss Ziff. 2 der Anklageschrift freigesprochen. 

 

2.  Die gegen E.____ am 15. Oktober 2013 vom Amtsgericht 

Olten-Gösgen bedingt ausgesprochene Geldstrafe von 25 Ta-

gessätzen zu je Fr. 80.00 sowie die am 27. November 2013 

von der Staatsanwaltschaft Solothurn bedingt ausgesprochene 

Geldstrafe von 50 Tagessätzen zu je Fr. 110.00 werden in 

Anwendung von Art. 46 Abs. 1 StGB für vollziehbar erklärt. 

 

3.  (...)  

 

  

4.  Die unbezifferte Zivilforderung von C.____ und B.____ wird in 

Anwendung von Art. 126 Abs. 2 lit. b StPO auf den Zivilweg 

verwiesen. 

 
 
 

 
 
Seite 28   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

 

5.  Die Verfahrenskosten bestehen aus den Kosten des Vorver-

fahrens von Fr. 33'476.45 und der Gerichtsgebühr von 

Fr. 8'000.00. E.____ trägt in Anwendung von Art. 426 Abs. 1 

StPO 95% der Verfahrenskosten. 5% der Verfahrenskosten 

gehen zu Lasten des Staates.  

 

 Wird kein Rechtsmittel ergriffen und kein begründetes Urteil 

verlangt (Art. 82 Abs. 2 StPO), wird die strafgerichtliche Ge-

bühr auf Fr. 4'000.00 ermässigt (§ 4 Abs. 1 GebT). 

 

6.  Die Kosten des amtlichen Verteidigers von E.____, Advokat 

Silvio Bürgi, in Höhe von  

 

 Honorar inkl. Auslagen u. 7,7% MwSt.     Fr. 4'670.45 

 HV (inkl. 7,7% MwSt.)                              Fr.    969.30 

 Total                                                        Fr. 5'639.75 

 

 werden unter Vorbehalt der Rückzahlungsverpflichtung von 

E.____ im Umfang von 95% nach Art. 135 Abs. 4 StPO aus 

der Gerichtskasse entrichtet." 
 

wird in teilweiser Gutheissung sowohl der Berufung des Beschuldig-

ten als auch der Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft in den 

Ziffern 1.a), 1.b) und 2. wie folgt neu gefasst:   

 

1.a) E.____ wird der fahrlässigen schweren Körperverletzung, der 
mehrfachen fahrlässigen einfachen Körperverletzung, des 
mehrfachen Fahrens ohne Berechtigung, des Nichttragens 
der Sicherheitsgurte, des Konsums von Betäubungsmitteln, 
der einfachen Verletzung der Verkehrsregeln sowie des 
pflichtwidrigen Verhaltens bei Unfall schuldig erklärt und ‒ als 
Zusatzstrafe zum Strafbefehl der Staatsanwaltschaft des 
Kantons Solothurn vom 3. Januar 2023 ‒ verurteilt  

 
 zu einer bedingt vollziehbaren Freiheitsstrafe von 16 Mo-

naten, bei einer Probezeit von 3 Jahren,  
 
 zu einer bedingt vollziehbaren Geldstrafe von 35 Tages-

sätzen zu jeweils CHF 110.--, bei einer Probezeit von 

 
 
 

 
 
Seite 29   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

3 Jahren,  
 
 sowie zu einer Busse in der Höhe von CHF 0.--, 
  
 in Anwendung von Art. 125 Abs. 1 und Abs. 2 StGB, Art. 3a 

Abs. 1 VRV (i.V.m. Art. 96 VRV), Art. 90 Abs. 1 SVG (i.V.m. 
Art. 31 Abs. 1 SVG), Art. 92 Abs. 1 SVG (i.V.m. Art. 51 Abs. 2 
SVG), Art. 95 Abs. 1 SVG, Art. 19a Ziff. 1 BetmG, Art. 34 
Abs. 1 und Abs. 2 StGB, Art. 42 Abs. 1 StGB, Art. 44 Abs. 1 
StGB, Art. 48 lit. e StGB, Art. 49 Abs. 1 und Abs. 2 StGB so-
wie Art. 106 StGB. 

 

1.b) aufgehoben.  

 

2. Die gegen E.____ am 15. Oktober 2013 vom Amtsgericht 
Olten-Gösgen bedingt ausgesprochene Geldstrafe von 25 Ta-
gessätzen zu je CHF 80.-- sowie die am 27. November 2013 
von der Staatsanwaltschaft Solothurn bedingt ausgesprochene 
Geldstrafe von 50 Tagessätzen zu je CHF 110.-- werden in 
Anwendung von Art. 46 Abs. 5 StGB für nicht vollziehbar er-
klärt.   

 

Im Übrigen wird das vorinstanzliche Urteil unverändert zum 

Bestandteil dieses Urteils erklärt.  

 

 II. Die ordentlichen Kosten des ersten Berufungsverfahrens (Nr. 460 19 

210) in der Höhe von CHF 9'100.-- (beinhaltend eine Gebühr von 

CHF 9'000.-- sowie Auslagen von CHF 100.--) werden im folgenden 

Verhältnis aufgeteilt: 90 % (= CHF 8'190.--) zu Lasten des Beschul-

digten und 10 % (= CHF 910.--) zu Lasten des Staates. 

 

Die ordentlichen Kosten des vorliegenden Neubeurteilungsverfah-

rens in der Höhe von CHF 7'600.-- (beinhaltend eine Gebühr von 

CHF 7'500.-- sowie Auslagen von CHF 100.--) gehen zu Lasten des 

Staates.  

 

 
 
 

 
 
Seite 30   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

 

 

III. Zufolge Bewilligung der amtlichen Verteidigung wird dem Rechtsver-

treter des Beschuldigten, Advokat Silvio Bürgi, für das erste Beru-

fungsverfahren (Nr. 460 19 210) ein Honorar in der Höhe von 

CHF 4'060.60 (inklusive Auslagen und CHF 290.30 Mehrwertsteuer) 

zu Lasten des Staates ausgerichtet.  

 

Es wird festgestellt, dass dem amtlichen Verteidiger das Honorar für 

das erste Berufungsverfahren mit Datum vom 27. November 2020 

bereits ausbezahlt worden ist.  

 

Der Beschuldigte ist zur Rückzahlung der Entschädigung der amtli-

chen Verteidigung für das erste Berufungsverfahren an den Kanton 

im Umfang von 90 % (= CHF 3'654.55) verpflichtet, sobald es seine 

wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 lit. a StPO). 

 

Für das vorliegende Neubeurteilungsverfahren wird dem Rechtsver-

treter des Beschuldigten, Advokat Silvio Bürgi, zufolge Bewilligung 

der amtlichen Verteidigung ein Honorar in der Höhe von insgesamt 

CHF 3'310.90 (inklusive Hauptverhandlung, Nachbesprechung, 

Auslagen und CHF 236.70 Mehrwertsteuer) zu Lasten des Staates 

ausgerichtet. 

 

 

Präsident 
 
 
 
 
Dieter Eglin 

Gerichtsschreiber 
 
 
 
 
Pascal Neumann 

 
 
 
Dieser Entscheid ist rechtskräftig.