# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 351c2933-408d-5c13-b706-7b005c27c8a1
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-01-24
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 24.01.2023 CA.2022.29
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG/CH_BSTG_001_CA-2022-29_2023-01-24.pdf

## Full Text

Beschluss vom 24. Januar 2023 
Berufungskammer 

Besetzung  Richter Andrea Blum, Vorsitzende 
Maurizio Albisetti Bernasconi und Brigitte Stump Wendt 
Gerichtsschreiberin Nathalie Hiltbrunner  

Parteien  BUNDESANWALTSCHAFT,  
vertreten durch Staatsanwalt des Bundes Werner Pfis-
ter 
 

Berufungsführerin / Anklagebehörde  
 

 
gegen 

  A.,  
erbeten verteidigt durch Rechtsanwalt Konrad Jeker  
 

Berufungsgegner / Beschuldiger  
  

Gegenstand 
 

Berufung gegen das Urteil der Strafkammer des Bun-
desstrafgerichts SK.2022.11 vom 12. September 2022 
 
Rückzug der Berufung 

  

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

Geschäftsnummer: CA.2022.29 

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Die Berufungskammer erwägt: 

1. Am 21. Januar 2022 erliess die Bundesanwaltschaft (nachfolgend: BA) einen 
Strafbefehl gegen A. (nachfolgend: Beschuldigter) wegen Ausnützens von Insi-
derinformationen (Art. 40 aBEHG bzw. Art. 154 FinfraG) und verurteilte ihn als 
Primärinsider (BA pag. 03.001-0021 ff.). Dagegen erhob der Beschuldigte am 
3. Februar 2022 fristgerecht Einsprache (BA pag. 03.001-0033). Am 1. März 
2022 erhob die BA gegen den Beschuldigten Anklage vor der Strafkammer des 
Bundesstrafgerichts wegen des Verdachts auf das Ausnützen von Insiderinfor-
mationen als Primärinsider gemäss Art. 40 aBEHG (TPF pag. 3.100.001 ff.). Mit 
Urteil vom 12. September 2022 sprach der Einzelrichter der Strafkammer den 
Beschuldigten frei vom Vorwurf des Ausnützens von Insiderinformationen, aufer-
legte ihm allerdings die Verfahrenskosten und richtete ihm keine Parteientschä-
digung aus (CAR pag. 1.100.0026).  

2. Die StPO sieht für die Einlegung der Berufung ein zweistufiges Verfahren vor: 
Nach Art. 399 Abs. 1 StPO ist die Berufung dem erstinstanzlichen Gericht innert 
10 Tagen seit Eröffnung des Urteils schriftlich oder mündlich zu Protokoll anzu-
melden. Nach Ausfertigung des begründeten Urteils übermittelt das erstinstanz-
liche Gericht die Anmeldung zusammen mit den Akten dem Berufungsgericht 
(Art. 399 Abs. 2 StPO). Damit wird das Verfahren beim Berufungsgericht rechts-
hängig und die Verfahrensleitung geht vom erstinstanzlichen Gericht auf das Be-
rufungsgericht über (vgl. EUGSTER, Basler Kommentar, 2. Aufl. 2014, Art. 399 
StPO N. 1d). Die Partei, die Berufung angemeldet hat, reicht dem Berufungsge-
richt gemäss Art. 399 Abs. 3 StPO innert 20 Tagen seit Zustellung des begrün-
deten Urteils eine schriftliche Berufungserklärung ein (vgl. Urteil des BGer 
6B_469/2015 vom 17. August 2015 E. 3). Die Berufungsanmeldung kann zurück-
gezogen werden, solange die Verfahrensleitung noch bei der Strafkammer des 
Bundesstrafgerichts liegt (vgl. Art. 328 StPO und Art. 35 des Bundesgesetzes 
über die Organisation der Strafbehörden des Bundes [StBOG, SR 173.71]) und 
das begründete Urteil noch nicht ausgefertigt und den Parteien zugestellt worden 
ist. Diesfalls wird das Verfahren abgeschrieben. Nach Eröffnung des Urteilsdis-
positivs bis zum Ablauf der Frist von 20 Tagen gemäss Art. 399 Abs. 3 StPO 
(welche durch die Zustellung des begründeten Urteils ausgelöst wird), kann die 
Partei, die Berufung angemeldet hat, stattdessen den Verzicht auf das Rechts-
mittel der Berufung erklären (vgl. Art. 386 Abs. 1 StPO; ZIEGLER/KELLER, Basler 
Kommentar, 2. Aufl. 2014, Art. 386 StPO N. 1 f.). Darauf wird das Verfahren 
ebenfalls abgeschrieben. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, innert der Frist 
von 20 Tagen (Art. 399 Abs. 3 StPO) keine Berufungserklärung einzureichen, 
worauf ein Nichteintretensentscheid ergeht (EUGSTER, a.a.O., Art. 399 StPO N. 
2). Schliesslich kann nach Einreichung einer Berufungserklärung die Berufung 
gemäss den Vorgaben von Art. 386 Abs. 2 StPO zurückgezogen werden (vgl. 

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ZIEGLER/KELLER, a.a.O., Art. 386 StPO N. 3), worauf das Verfahren abgeschrie-
ben wird.  

3. Gegen das zunächst im Dispositiv schriftlich eröffnete Urteil meldete die Bundes-
anwaltschaft am 21. September 2022 Berufung an (TPF pag. 3.940.001 f.). Das 
schriftlich begründete Urteil wurde der BA am 3. Januar 2023 zugestellt (CAR 
pag. 1.100.032) und die Strafkammer des Bundesstrafgerichts übermittelte am 
30. Dezember 2022 sämtliche Verfahrensakten an die Berufungskammer (CAR 
pag. 1.100.033). Mit Eingabe vom 18. Januar 2023 erklärte die BA den Rückzug 
ihrer Berufungsanmeldung (CAR pag. 1.100.036). Sie hat somit sinngemäss in-
nerhalb der 20-tägigen Frist gemäss Art. 399 Abs. 3 StPO auf das Rechtsmittel 
der Berufung verzichtet. Das Berufungsverfahren ist somit infolge Verzichts auf 
die Ausübung des Rechts auf Berufungserklärung abzuschreiben.  

Demgemäss ist festzustellen, dass das Urteil der Strafkammer des Bundesstraf-
gerichts SK.2021.11 vom 12. Oktober 2021 per Entscheiddatum vollumfänglich 
in Rechtskraft erwachsen ist (Art. 437 Abs. 1 lit. b und Abs. 2 StPO). 

4. Im Rechtsmittelverfahren tragen die Parteien die Kosten nach Massgabe ihres 
Obsiegens oder Unterliegens, wobei als unterliegend auch die Partei gilt, die ein 
Rechtsmittel zurückzieht (Art. 428 Abs. 1 StPO). Der Verzicht auf ein Rechtsmit-
tel kommt einem Rückzug gleich. Unterliegt die Bundesanwaltschaft, sind die 
Kosten von der Eidgenossenschaft zu tragen (SCHMID/JOSITSCH, StPO Praxis-
kommentar, 3. Aufl. 2018, Art. 428 StPO N. 3). In Anwendung von Art. 73 Abs. 1 
Iit. a und b sowie Abs. 3 lit. c StBOG i.V.m. Art. 1 Abs. 4, Art. 5 und Art. 7bis des 
Reglements des Bundesstrafgerichts vom 31. August 2010 über die Kosten, Ge-
bühren und Entschädigungen in Bundesstrafverfahren (BStKR, SR 173.713.162) 
ist eine minimale Gebühr von Fr. 200.00 festzusetzen.  

Ausgangsgemäss sind die Kosten des Berufungsverfahrens auf die Staatskasse 
zu nehmen. Dem Beschuldigten ist im Berufungsverfahren kein erkennbarer Auf-
wand entstanden, weshalb ihm keine Parteientschädigung auszurichten ist. 

  

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Die Berufungskammer erkennt: 

I. Das Berufungsverfahren CA.2022.29 wird infolge Verzichts auf die Ausübung 
des Rechts auf Berufungserklärung als gegenstandslos abgeschrieben. 

II. Es wird festgestellt, dass das Urteil der Strafkammer des Bundesstrafgerichts 
SK.2022.11 per Entscheiddatum vollumfänglich in Rechtskraft erwachsen ist. 

III. Die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 200.00 werden vom Staat getra-
gen. 

IV. Es werden keine Parteientschädigungen ausgerichtet. 

 
Im Namen der Berufungskammer 
des Bundesstrafgerichts 
 
 
Die Vorsitzende Die Gerichtsschreiberin 
 
 
Andrea Blum Nathalie Hiltbrunner 

 
 
Zustellung an (Gerichtsurkunde): 
- Bundesanwaltschaft, Herrn Staatsanwalt des Bundes Werner Pfister 
- Herrn Rechtsanwalt Konrad Jeker, unter Beilage der Eingabe der Bundesanwaltschaft 

vom 18. Januar 2023 (im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten) 
 

 
Kopie an (brevi manu): 
- Bundesstrafgericht 
 
 
Nach Eintritt der Rechtskraft mitzuteilen an: 
- Bundesanwaltschaft, Urteilsvollzug und Vermögensverwaltung (zum Vollzug) 
 
 

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Rechtsmittelbelehrung 
 
Beschwerde an das Bundesgericht 
 
Dieser Beschluss kann innert 30 Tagen nach Eröffnung der vollständigen Ausfertigung mit Beschwerde in 
Strafsachen beim Bundesgericht angefochten werden. Das Beschwerderecht und die übrigen Zulässigkeits-
voraussetzungen sind in den Art. 78-81 und 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht vom 17. Juni 
2005 (BGG) geregelt. Die begründete Beschwerdeschrift ist beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzu-
reichen. 
 
Die Fristeinhaltung bei Einreichung der Beschwerdeschrift in der Schweiz, im Ausland bzw. im Falle der elekt-
ronischen Einreichung ist in Art. 48 Abs. 1 und 2 BGG geregelt. 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
     Versand: 24. Januar 2023