# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 52adad74-822d-5665-b8c4-247258ecbe9e
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-10-02
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Strafrecht 02.10.2018 470 18 263 (470 18 264)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_004_470-18-263_2018-10-02.pdf

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Seite 1   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, vom 

2. Oktober 2018 (470 18 263 resp. 470 18 264) 

____________________________________________________________________ 

 

Strafprozessrecht 

 

 

Verfahrenseinstellung 

 

 
Die Strafbehörden haben von Amtes wegen alle für die Beurteilung der Tat und der beschuldig-
ten Person bedeutsamen Tatsachen abzuklären. Bei Entscheiden über die Einstellung eines 
Strafverfahrens dürfen sie den Sachverhalt daher nicht wie ein urteilendes Gericht feststellen, 
es sei denn die Tatsachen sind „klar“ bzw. „zweifelsfrei“, sodass im Falle einer Anklage mit 
grosser Wahrscheinlichkeit keine abweichende Würdigung zu erwarten ist. Der Entscheid über 
die Einstellung eines Verfahrens richtet sich nach dem Grundsatz „in dubio pro duriore“. Dieser 
verlangt, dass bei konkreten Zweifeln über die Straflosigkeit bzw. betreffend Prozesshindernis-
se eine gerichtliche Beurteilung erfolgt. 
  

 
 
 

 
 
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Besetzung Präsident Enrico Rosa, Richter Stephan Gass (Ref.), Richter 

Daniel Häring; Gerichtsschreiber i.V. Michael Schmassmann 

 

Parteien A.____,  

vertreten durch B.____, 

wiederum vertreten durch Advokat Sebastian Laubscher, 

Greifengasse 1, Postfach 1644, 4001 Basel, 

Beschwerdeführerin 

  

gegen 

 

 Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft, 

Allgemeine Hauptabteilung, Grenzacherstrasse 8, Postfach, 

4132 Muttenz, 

Beschwerdegegnerin 

 

Dr. med. C.____, 

vertreten durch Advokat Dr. Christian von Wartburg,  

Hauptstrasse 104, Postfach, 4102 Binningen,  

Beschuldigter 

 

Gegenstand Verfahrenseinstellung 

Beschwerde gegen die Einstellungsverfügung der 

Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft vom 30. Juli 2018 

 
 
 

 
 
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A. A.____, die seit Geburt an infantiler Zerebralparese leidet, nahm vom 20. bis 

22. Februar 2015 an einer Veranstaltung der Vereinigung L.____ in Z. ____ teil. In der Nacht 

vom 21. auf den 22. Februar 2015 zog sie sich aus nicht geklärten Gründen blasenbildende 

Exantheme an der rechten Hand und unter der linken Brust zu. 

B. In der Folge begaben sich am 22. Februar 2015 die Leiterin der Veranstaltung, D.____, 

und der Vater, E.____, zusammen mit A.____ auf die Notfallstation des Y.____spitals wo 

A.____ ambulant versorgt wurde. Behandelnder Assistenzarzt war Dr. med. F.____, behan-

delnder Oberarzt, Dr. med. C.____. 

C. Am 23. Februar 2015 musste sich A.____ im Ambulatorium X.____ behandeln lassen, 

worauf sie vom dortigen behandelnden Arzt, Dr. med. G.____, in das W.____spital eingewiesen 

wurde. Dort wurde A.____ aufgrund der festgestellten Sepsis bei bullösen Hautläsionen an der 

rechten Hand am Handballen notoperiert und für mehrere Wochen nachbehandelt. 

D. Am 12. März 2015 stellte die Mutter der Beschwerdeführerin, B.____, Strafanzeige 

gegen Unbekannt. Am 23. Mai 2015 stellte der Vater der Beschwerdeführerin, E.____, Strafan-

trag wegen leichter Körperverletzung gegen Unbekannt. 

E. Die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft (nachfolgend: Staatsanwaltschaft) leitete 

daraufhin am 25. September 2017 gestützt auf den Erkenntnissen des Gutachtens vom 

8. Dezember 2016, welches sie an das Institut für Rechtsmedizin Basel (IRM) erteilt hatte, ein 

Strafverfahren gegen Dr. med. F.____ und Dr. med. C.____ wegen fahrlässiger schwerer Kör-

perverletzung ein. 

F. Mit Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 30. Juli 2018 wurde das Verfahren einge-

stellt. 

G. Dagegen erhob A.____ (nachfolgend Beschwerdeführerin), vertreten durch Advokat 

Sebastian Laubscher mit Postaufgabe am 8. August 2018, Beschwerde an das Kantonsgericht, 

Abteilung Strafrecht (nachfolgend: Kantonsgericht), und beantragte unter o/e Kostenfolge, es 

sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft an-

zuweisen, Anklage gegen Dr. med. F.____ bzw. Dr. med. C.____ wegen fahrlässiger schwerer 

Körperverletzung zu erheben. Ferner sei der Beschwerdeführerin die unentgeltliche Rechtspfle-

ge mit Advokat Sebastian Laubscher als unentgeltlichen Rechtsbeistand zu gewähren. 

 
 
 

 
 
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H. Mit Eingabe vom 22. August 2018 beantragte Dr. med. C.____ (nachfolgend: Beschul-

digter), Advokat Dr. Christian von Wartburg, die Beschwerde sei unter o/e Kostenfolge vollum-

fänglich abzuweisen. 

I. Die Staatsanwaltschaft (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) liess sich mit Stellung-

nahme vom 23. August 2018 vernehmen und beantragte die angehobene Beschwerde vollum-

fänglich abzuweisen unter o/e-Kostenfolge. 

 

Erwägungen 

1. Formelles 

1.1 Die Zuständigkeit des Kantonsgerichts, die vorliegende Beschwerde als Rechtsmitte-

linstanz zu beurteilen, ergibt sich aus Art. 20 Abs. 1 lit. b der schweizerischen Strafprozessord-

nung (StPO; SR 312.0) und § 15 Abs. 2 des Einführungsgesetzes zur Schweizerischen Straf-

prozessordnung (EG StPO; SGS 250). Die Beschwerde ist zulässig gegen Verfügungen und 

Verfahrenshandlungen von Polizei, Staatsanwaltschaft und Übertretungsstrafbehörden (Art. 393 

Abs. 1 lit. a StPO). Sie ist innert 10 Tagen schriftlich und begründet bei der Beschwerdeinstanz 

einzureichen (Art. 396 Abs. 1 StPO). Mit Beschwerde können Rechtsverletzungen, unvollstän-

dige oder unrichtige Feststellungen des Sachverhalts sowie Unangemessenheit gerügt werden 

(Art. 393 Abs. 2 StPO). Die Beschwerdeinstanz verfügt somit über volle Kognition (PATRICK 

GUIDON, Basler Kommentar StPO, 2. Auflage 2014, Basel Art. 393 N 15). Zur Beschwerde legi-

timiert ist jede Partei, die ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung 

eines Entscheids hat (Art. 382 Abs. 1 StPO). Die legitimierten Parteien sind im Gesetz nicht 

abschliessend aufgeführt. Der Parteibegriff ist nach Massgabe der Art. 104 StPO und Art. 105 

StPO zu verstehen. Demnach wird nebst der beschuldigten Person und der Privatklägerschaft 

auch den anderen am Verfahren beteiligten Personen die Beschwerdelegitimation zuerkannt, 

sofern sie sich am erstinstanzlichen Verfahren beteiligt haben und ein rechtlich geschütztes 

Interesse geltend machen können (Botschaft vom 21. Dezember 2005 zur Vereinheitlichung 

des Strafprozessrechts, BBl 2006, S. 1308; VIKTOR LIEBER, Zürcher Kommentar StPO, 

2. Auflage, 2014, Zürich, Art. 382 N 7; NIKLAUS SCHMID/ DANIEL JOSITSCH, Praxiskommentar 

StPO, 3. Auflage, 2018, Zürich/St. Gallen, Art. 382 N 1). 

 
 
 

 
 
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1.2 Die angefochtene Verfügung stellt ein taugliches Beschwerdeobjekt dar und die dage-

gen erhobene Beschwerde ist mit Postaufgabe vom 8. August 2018 fristgerecht erfolgt. Die Be-

schwerdeführerin ist als geschädigte Person im Sinne von Art. 105 Abs. 1 lit. a StPO durch die 

angefochtene Verfügung unmittelbar in ihren Rechten betroffen und nach Art. 105 Abs. 2 StPO 

zur Beschwerde legitimiert. Nachdem auch die anderen formellen Voraussetzungen zu keinen 

weiteren Bemerkungen Anlass geben, ist auf die Beschwerde einzutreten. 

 

2. Materielles 

2.1 Vorliegend ist die Frage zu entscheiden, ob die Staatsanwaltschaft das gegen den Be-

schuldigten geführte Strafverfahren wegen fahrlässiger schwerer Körperverletzung hat einstel-

len dürfen. 

2.2.1 Gemäss Art. 308 Abs. 1 StPO klärt die Staatsanwaltschaft in der Untersuchung den 

Sachverhalt tatsächlich und rechtlich so weit ab, dass sie das Vorverfahren abschliessen kann. 

Die Staatsanwaltschaft stellt in der Untersuchung die wesentlichen Tatsachen fest (PIERRE 

CORNU, Commentaire Romand StPO, 2. Auflage, 2018, Basel, Art. 308 N 4). Nach Beendigung 

des Untersuchungsverfahrens entscheidet sie, ob ein Strafbefehl zu erlassen, Anklage zu erhe-

ben oder das Verfahren einzustellen sei (Art. 318 Abs. 1 StPO). Eine vollständige oder teilweise 

Einstellung des Verfahrens erfolgt nach Art. 319 Abs. 1 StPO, wenn kein Tatverdacht erhärtet 

ist, der eine Anklage rechtfertigt (lit. a), kein Straftatbestand erfüllt ist (lit. b), Rechtfertigungs-

gründe einen Straftatbestand unanwendbar machen (lit. c), Prozessvoraussetzungen definitiv 

nicht erfüllt werden können oder Prozesshindernisse aufgetreten sind (lit. d) oder nach gesetzli-

cher Vorschrift auf Strafverfolgung oder Bestrafung verzichtet werden kann (lit. e). 

2.2.2 Der Entscheid über die Einstellung eines Verfahrens richtet sich nach dem Grundsatz 

„in dubio pro duriore“. Dieser verlangt, dass bei konkreten Zweifeln über die Straflosigkeit bzw. 

betreffend Prozesshindernisse eine gerichtliche Beurteilung erfolgt. Als praktischer Richtwert 

kann gelten, dass Anklage zu erheben ist, wenn eine Verurteilung wahrscheinlicher erscheint 

als ein Freispruch (BGE 143 IV 241 E. 2.2.1; 138 IV 186 E. 4.1; 138 IV 86 E. 4.1.1; BGer 

1B_184/2012 vom 27. August 2012 E. 3.3; NATHAN LANDSHUT/THOMAS BOSSHARD, Zürcher 

Kommentar StPO, 2. Auflage, 2014, Zürich, Art. 319 N 15 f.; NIKLAUS SCHMID/ DANIEL JOSITSCH, 

Praxiskommentar StPO, 3. Auflage, 2018, Zürich/St. Gallen, Art. 319 N 5). Bei schweren Delik-

 
 
 

 
 
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ten drängt sich in der Regel eine Anklageerhebung auf, wenn sich die Wahrscheinlichkeiten 

eines Freispruchs oder einer Verurteilung in etwa die Waage halten (BGE 143 IV 241 E. 2.2.1; 

138 IV 186 E. 4.1; 138 IV 86 E. 4.1.2). 

2.3.1 Die Staatsanwaltschaft führt in der angefochtenen Verfügung und ihrer Stellungnahme 

im Wesentlichen aus, dass die schwere Schädigung der Beschwerdeführerin in der geringeren 

Restbeweglichkeit ihrer rechten Hand bestehe. Der Darstellung im Gutachten des IRM vom 

8. Dezember 2016, wonach die Verschlechterung des Gesundheitszustands der Beschwerde-

führerin durch die Perforation der Blase(n), die anschliessende bakterielle Infektion im ehemali-

gen Blasengebiet am Daumenballen und die nicht adäquate Wundbehandlung auf der Notfall-

station des Y.____spitals verursacht worden sei, entspräche nicht dem Beweisergebnis. Anders 

als das Gutachten annehme, sei(en) – so das Beschwerdeergebnis – die Blase(n) über dem 

Daumenballen auf der Notfallstation noch nicht perforiert gewesen. Die diesbezüglich anders-

lautenden Aussagen von D.____ und E.____ seien widersprüchlich und würden zudem seltsam 

anmuten. Die Staatsanwaltschaft verweist sodann auf ein Foto der rechten Hand der Be-

schwerdeführerin, welches nach der Behandlung auf der Notfallstation des Y.____spitals in der 

Nacht vom 22. auf den 23. Februar 2015 aufgenommen worden sein soll. Darauf sei – so die 

Staatsanwaltschaft – nicht ersichtlich, dass die Hautblase über dem Daumenballen perforiert 

sei. Es könne jedenfalls nicht mehr geklärt werden, wo und wann die Perforation der Blase(n) 

sowie die bakterielle Infektion stattgefunden hätten, welche die Blutvergiftung und die letztlich 

bleibende Schädigung der Beschwerdeführerin bewirkt hätten. Der gegen den Beschuldigten 

bestandene Anfangsverdacht erhärte sich nicht; das gegen ihn geführte Verfahren müsse daher 

eingestellt werden. 

2.3.2 Die Beschwerdeführerin beruft sich im Wesentlichen auf das IRM-Gutachten vom 

8. Dezember 2016 und führt im Weiteren aus, dass die Interpretation des aktenkundigen Foto-

materials durch die Staatsanwaltschaft eine unqualifizierte sei und die daraus gezogene 

Schlussfolgerung im Widerspruch zu den Aussagen von D.____ sowie derjenigen des Vaters 

der Beschwerdeführerin stünden, welche zu Protokoll gegeben bzw. bestätigt hätten, dass die 

fragliche(n) Blase(n) im Y.____spital aufgeplatzt seien. 

2.4.1 Gemäss Aktenlage ist von einer schweren Körperverletzung zum Nachteil der Be-

schwerdeführerin auszugehen, die im Wesentlichen in einer geringeren Beweglichkeit ihrer 

rechten Hand besteht. Aufgrund einer ausgeprägten „Thumb-in-palm-Deformität“ kann die Be-

 
 
 

 
 
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schwerdeführerin den Daumen ihrer rechten Hand nicht mehr abspreizen, wodurch sich ihre 

spastische Verkrampfung verstärkt hat (Sprechstundenbericht ambulant vom 8. Juni 2015, 

act. 369–371). Ferner wird die Restbeweglichkeit ihrer rechten Hand allein aufgrund deren Ver-

narbung dauerhaft eingeschränkt bleiben (Arztbericht W.____spital vom 4. September 2015, 

act. 387–389, Ziff. 6). 

2.4.2 Nach Art. 125 des Schweizerischen Strafgesetzbuches (StGB; SR. 311.0) wird auf 

Antrag mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft, wer fahrlässig einen Men-

schen am Körper oder an der Gesundheit schädigt (Abs. 1). Ist die Schädigung schwer, so wird 

der Täter von Amtes wegen verfolgt (Abs. 2). Eine fahrlässige Körperverletzung kann durch 

pflichtwidrige Untätigkeit begangen werden (Art. 11 Abs. 1 StGB). Pflichtwidrig untätig bleibt, 

wer die Gefährdung oder Verletzung eines strafrechtlich geschützten Rechtsguts nicht verhin-

dert, obwohl er aufgrund seiner Rechtsstellung dazu verpflichtet wäre (Art. 11 Abs. 2 StGB). 

2.4.3 Fahrlässig handelt, wer die Folge seines Verhaltens aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit 

nicht bedenkt oder darauf nicht Rücksicht nimmt (Art. 12 Abs. 3 StGB). Ein Schuldspruch we-

gen fahrlässiger Körperverletzung gemäss Art. 125 StGB setzt voraus, dass der Täter den Er-

folg durch Verletzung einer Sorgfaltspflicht verursacht hat. Grundvoraussetzung für die Fahrläs-

sigkeitshaftung bildet die Vorhersehbarkeit des Erfolgs. Die zum Erfolg führenden Geschehen-

sabläufe müssen für den konkreten Täter mindestens in ihren wesentlichen Zügen vorausseh-

bar sein. Für die Beantwortung dieser Frage gilt der Massstab der Adäquanz. Danach muss das 

Verhalten geeignet sein, nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und den Erfahrungen des Le-

bens einen Erfolg wie den eingetretenen herbeizuführen oder mindestens zu begünstigen. Die 

Adäquanz ist dagegen zu verneinen, wenn ganz aussergewöhnliche Umstände, wie das Mitver-

schulden des Opfers, als Mitursache hinzutreten, mit denen schlechthin nicht gerechnet werden 

musste und die derart schwer wiegen, dass sie als wahrscheinlichste und unmittelbarste Ursa-

che des Erfolgs erscheinen und so alle anderen mitverursachenden Faktoren in den Hinter-

grund drängen (BGE 135 IV 56 E. 2.1). Erforderlich ist zudem, dass der Eintritt des Erfolgs 

vermeidbar war. Dabei wird ein hypothetischer Kausalverlauf untersucht und geprüft, ob der 

Erfolg bei pflichtgemässem Verhalten des Täters ausgeblieben wäre. Für die Zurechnung des 

Erfolgs genügt, wenn das Verhalten des Täters mindestens mit einem hohen Grad an Wahr-

scheinlichkeit die Ursache des Erfolgs bildete (BGE 140 II 7 E. 3.4; 135 IV 56 E. 2.1; BGer 

6B_606/2017 vom 13. November 2017 E. 2.2). Wo besondere der Unfallverhütung und der Si-

cherheit dienende Normen ein bestimmtes Verhalten gebieten, bestimmt sich das Mass der zu 

 
 
 

 
 
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beachtenden Sorgfalt in erster Linie nach diesen Vorschriften. Dies schliesst nicht aus, dass der 

Vorwurf der Fahrlässigkeit auch auf allgemeine Rechtsgrundsätze wie etwa den allgemeinen 

Gefahrensatz gestützt werden kann (BGE 135 IV 56 E. 2.1; 133 IV 158 E. 5.1; BGer 

6B_1341/2015 vom 25. Februar 2016 E. 4.3.1). 

2.5.1 Das IRM-Gutachten vom 8. Dezember 2016 kommt zum Schluss, dass „[a]us medizini-

scher Sicht (…) die Behandlung in der Notfallstation des Y.____spitals einen wesentlichen Aus-

schlag für die weitere Entwicklung der Erkrankung gegeben [hat]. Dem Notfallbericht [des 

Y.____spitals] ist zu entnehmen, dass dem behandelnden Arzt die Blasenbildung im Bereich 

des Daumenballens zwar auffiel, er ihr aber keine weitere Bedeutung beimass. (…) Im Rahmen 

der Behandlung wird die Hand zwar äusserlich desinfiziert und mit einem sterilen Verband ver-

sehen, die Gefahr einer Infektion unterhalb der grossflächigen Oberhautablösung wird jedoch 

ausser Acht gelassen. Eine adäquate Versorgung hätte darin bestanden, die absterbende Bla-

senhaut vorsichtig abzutragen und im betroffenen Bereich für eine konsequente Keimfreiheit 

(Antisepsis) zu sorgen“ (act. 485). Dieser Annahme liegt offenbar die Aussage von D.____ zu-

grunde, dass es „[z]ur Perforation der grossen Hautblase über dem Daumenballen (…) erst im 

[Y.____-]Spital gekommen [sei], wodurch gleichzeitig auch die Voraussetzung für eine erste 

bakterielle Besiedlung des Inneren der Blase gegeben war“ (act. 485). Hinsichtlich des Fotos 

der rechten Hand der Beschwerdeführerin, das nach der Behandlung auf der Notfallstation des 

Y.____spitals in der Nacht vom 22. auf den 23. Februar 2015 aufgenommen worden sein soll 

(vgl. Einvernahmeprotokoll Beschuldigter vom 10. Januar 2018, act. 599, Rz. 140–141), führt 

das IRM-Gutachten Folgendes aus: „Auf dem ersten Bild (oben links) [vgl. act. 509] sieht man 

die Innenfläche der rechten Hand, wobei der Handteller eine unterschiedlich intensive Rötung 

aufweist. Der gesamte Daumenballen wird von einer grossen, blasenartigen Oberhautabhebung 

eingenommen. Weitere, jedoch wesentlich kleinere, gleichartige Läsionen zeigen sich am 

Übergang zum Handgelenk“ (act. 481). 

2.5.2 Der Notfallbericht von Dr. med. C.____ und Dr. med. F.____ vom 22. Februar 2015 

stellt in Bezug auf die Verletzung an der Handinnenfläche fest, dass der Daumenballen teilwei-

se Blasenbildung aufweise (act. 425). Ob die fragliche(n) Blase(n) während des Aufenthalts der 

Beschwerdeführerin auf der Notfallstation offen oder geschlossen waren, wird im Notfallbericht 

nicht präzisiert. Demgegenüber gibt D.____ zu Protokoll, dass „die Blase (…) bis zum Zeit-

punkt, als wir in der Notfallstation angekommen sind, geschlossen [war]. Sie hat sich erst dort 

entleert. Erst im Y.____spital fing es an zu fliessen. Das Kissen im Y.____spital, auf welchem 

 
 
 

 
 
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Irina die Hand hatte, war voll mit Flüssigkeit. Danach kam jemand von der Notfallstation und hat 

die Hand eingebunden“ (Einvernahme vom 2. September 2015 als Auskunftsperson, act. 515, 

Rz. 59–63; vgl. auch act. 529, Rz. 370–372). Ähnliches führt der Vater der Beschwerdeführerin 

aus (auch er, wie D.____, in Unkenntnis des IRM-Gutachtens vom 8. Dezember 2016), indem 

er auf die Frage, in welchem Zustand er seine Tochter am 22. Februar 2015 in Z.____ aufge-

funden habe, Folgendes zu Protokoll gibt: „Sie war unruhig, weil sie Schmerzen hatte. Sie hatte 

eine geschwollene Hand mit einer grossen Blase. Es ist schon ein wenig Flüssigkeit aus der 

Blase gelaufen.“ (Einvernahme als Privatklägerschaft und Auskunftsperson vom 28. Mai 2015, 

act. 499, Rz. 158–159). 

2.5.3 Ein Fall klarer Straflosigkeit ist aufgrund der festgestellten Unklarheit, ob die fragli-

che(n) Blase(n) im Zeitpunkt der Behandlung im Y.____spital offen oder geschlossen war(en), 

nicht gegeben. Auch ist darauf hinzuweisen, dass bei einer unklaren Beweis- oder Rechtslage 

nicht die Staatsanwaltschaft über die Stichhaltigkeit des strafrechtlichen Vorwurfs zu entschei-

den hat, sondern das zur materiellen Beurteilung zuständige Gericht (BGE 143 IV 241 E. 2.2.1). 

Die Staatsanwaltschaft darf bei Entscheiden über die Einstellung eines Strafverfahrens den 

Sachverhalt daher nicht wie ein urteilendes Gericht feststellen, es sei denn die Tatsachen sind 

„klar“ bzw. „zweifelsfrei“, sodass im Falle einer Anklage mit grosser Wahrscheinlichkeit keine 

abweichende Würdigung zu erwarten ist. Davon kann indes nicht ausgegangen werden, wenn 

eine abweichende Beweiswürdigung durch das Gericht ebenso wahrscheinlich erscheint. Ge-

mäss den Aussagen von E.____ und D.____ sollen sich – wie bereits dargelegt – die Blasen 

während der Notfallkonsultation entleert bzw. teilentleert haben. Das IRM-Gutachten nimmt of-

fenbar (auch) deswegen eine Perforation der Blase(n) während der Konsultation im 

Y.____spital an. Auf der anderen Seite lassen sich aus dem Notfallbericht der behandelnden 

Ärzte keine gesicherten Schlüsse zum Zeitpunkt der Perforation der Blase(n) ziehen. Bei einem 

derart nicht hinreichend untersuchten Sachverhalt verbietet sich eine Einstellung des Verfah-

rens. 

2.5.4 Im Weiteren ist Folgendes festzustellen: Bei der Ernennung einer sachverständigen 

Person stehen ihre Person und das damit verbundene Vertrauen in ihre Fachkompetenz und 

Unabhängigkeit im Vordergrund, was in Art. 182, Art. 183 Abs. 1, Art. 184 Abs. 2 lit. a sowie 

Art. 185 Abs. 1 StPO zum Ausdruck kommt. Es ist folglich nicht zulässig, statt einer bestimmten 

und individualisierbaren natürlichen Person, eine juristische Person, Rechtsgemeinschaft oder 

eine Institution mit der Erstellung eines Gutachtens zu beauftragen (MARIANNE HEER, Basler 

 
 
 

 
 
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Kommentar StPO, 2. Auflage, 2014, Basel, Art. 183 N 8). Ebenfalls unzulässig ist es, Chefärzte 

als Sachverständige zu benennen, wenn die notwendigen Untersuchungen und Abklärungen 

sowie die Redaktion des Gutachtens überwiegend durch Ober- oder Assistenzärzte vorgenom-

men werden (MARIANNE HEER, a.a.O., Art. 183 N 9). Eine eigentliche Delegation bzw. Weiter-

gabe der gutachterlichen Kernaufgaben beispielsweise vom beauftragten Chef- auf einen 

Oberarzt steht einerseits unter dem Vorbehalt der Ermächtigung durch die auftraggebende 

Strafbehörde und ist andererseits im Gutachten transparent zu machen, indem der „Untergut-

achter“ im Gutachtensauftrag namentlich zu nennen und in die Pflicht zu nehmen ist (BGE 144 

IV 176 E. 4.5.2; BGer 6B_989/2017 vom 20. Dezember 2017 E. 2.3 und E. 2.5; 6B_265/2015 

vom 3. Dezember 2015 E. 4.1.2). Umgekehrt ist der bestellte Sachverständige nicht verpflichtet, 

sämtliche für die Begutachtung notwendigen Tätigkeiten selber vorzunehmen. Er kann für un-

tergeordnete Arbeiten Hilfspersonen heranziehen (BGer 6B_918/2017 vom 20. Februar 2018 

E. 3.2; 6B_989/2017 vom 20. Dezember 2017 E. 2.3; 6B_265/2015 vom 3. Dezember 2015 

E. 4.1.2 mit Hinweis). Eine solche Substitution ist wiederum im Gutachten transparent zu ma-

chen, indem Funktion sowie Art und Inhalt der Mitwirkung bzw. des konkreten Beitrags der ein-

gesetzten Personen offengelegt werden (Art. 187 Abs. 1 StPO; präzisierend BGE 144 IV 176 

E. 4.5.2; BGer 6B_989/2017 vom 20. Dezember 2017 E. 2.3; 6B_265/2015 vom 3. Dezember 

2015 E. 4.1.2; 6B_884/2014 vom 8. April 2015 E. 3.3 und E. 3.4.2). 

2.5.5 Die Staatsanwaltschaft hat am 28. April 2016 Prof. Dr. med. Dipl. phys. H.____, Direk-

torin des IRM, mit der rechtsmedizinischen Begutachtung der Beschwerdeführerin beauftragt. 

Im Auftrag wurde die Gutachterin darauf hingewiesen, dass auch allfällige von ihr beigezogene 

Mitarbeiter der Strafdrohung gemäss Art. 307 StGB unterstehen und bei einer Delegation zur 

Erstellung des Gutachtens an eine andere Person vorgängig mit der Verfahrensleitung Rück-

sprache zu nehmen sei. Vorliegend ist aktenkundig, dass das Sekretariat des IRM Basel der 

Staatsanwaltschaft mitgeteilt hat, dass Dr. med. I.____ für das Gutachten zuständig sein soll (E-

Mail der Staatsanwaltschaft vom 12. Oktober 2016, act. 461). Laut einem Telefongespräch der 

Staatsanwaltschaft mit Dr. med. I.____ soll sich jedoch herausgestellt haben, dass für die 

rechtsmedizinische Begutachtung der Beschwerdeführerin nunmehr ein anderer Arzt zuständig 

sein soll (Aktennotiz der Staatsanwaltschaft vom 12. Oktober 2016, act. 463). Fest steht, dass 

das Gutachten vom 8. Dezember 2016 von Dr. med. J.____, leitender Oberarzt, und Dr. med. 

K.____, stellvertretender Oberarzt, unterzeichnet worden ist. Aus dem Gutachten geht die 

Funktion, welche Dr. med. J.____ und Dr. med. K.____ bei der Erstellung des Gutachtens hat-

 
 
 

 
 
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ten, nicht klar hervor. Art. 187 Abs. 1 StPO schreibt jedoch ausdrücklich vor, dass der Beizug 

von weiteren Personen bei der Ausarbeitung eines Gutachtens transparent zu machen ist, in-

dem die beigezogenen Personen namentlich zu nennen sowie Art und Inhalt ihrer Mitwirkung 

bzw. ihres konkreten Beitrags anzugeben sind. Während die Übertragung der Aufarbeitung der 

Aktenlage und der Anamnese durch beigezogene fachlich qualifizierte Mitarbeiter keine unzu-

lässige Gutachtensdelegation an eine Drittperson darstellt (BGer 6B_989/2017 vom 

20. Dezember 2017 E. 2.5), verstösst es gegen das Delegationsverbot, wenn Drittpersonen die 

Grundlagen der Beurteilung sowie die Diagnose erstellen und daraus die Schlussfolgerungen 

ziehen (BGer 6B_884/2014 vom 8. April 2015 E. 3.4.2; 6B_265/2015 vom 3. Dezember 2015 

E. 6.2). Die oben erwähnten Umstände deuten darauf hin, dass Prof. Dr. med. Dipl. phys. 

H.____ mit Dr. med. J.____ und Dr. med. K.____ nicht bloss Hilfspersonen für die Erstellung 

des Gutachtens beigezogen hat. Insbesondere ist Art und Inhalt der Mitwirkung bzw. des kon-

kreten Beitrags von Dr. med. K.____ im Rahmen der Gutachtenerstellung nicht klar erkennbar. 

2.5.6 Heisst die Beschwerdeinstanz die Beschwerde gegen eine Einstellungsverfügung gut, 

so kann sie der Staatsanwaltschaft oder der Übertretungsstrafbehörde für den weiteren Gang 

des Verfahrens Weisungen erteilen (Art. 397 Abs. 3 StPO). Gestützt auf das Ausgeführte ist die 

Beschwerdegegnerin anzuweisen, aufgrund der hier festgestellten Mängel und der somit 

grundsätzlichen Unverwertbarkeit des IRM-Gutachtens vom 8. Dezember 2016 ein den festge-

legten Anforderungen genügendes rechtsmedizinisches Gutachten in Auftrag zu geben. Im 

Weiteren sind E.____ und D.____ im Hinblick auf das in Auftrag zu gebende, neue medizini-

sche Gutachten nochmals explizit und unter Vorlage des angeblich in der Nacht vom 22. Auf 

den 23. Februar 2015 aufgenommenen Fotos zum Zustand der fraglichen Blase(n) an der Hand 

der Beschwerdeführerin und deren allfälligen Entleerung zum Zeitpunkt ihrer Behandlung im 

Y.____spital (erneut) zu befragen und ihre Aussagen zu Protokoll zu nehmen.  

Werden der neuen sachverständigen Person die mit den Einvernahmen von E.____ und 

D.____ ergänzten Verfahrensakten ausgehändigt und wird diese bei deren Studium feststellen, 

dass sie bezüglich eines bestimmten, für das Gutachten relevanten Sachverhalts verschiedene 

Varianten zulassen – vorliegend betreffend die Perforation der fraglichen Blase(n) zum Tatzeit-

punkt – gebührt es nicht der sachverständigen Person, in Konkurrenz zum Gericht eine der Va-

rianten auszuwählen oder eigene Abklärungen zu treffen. Die sachverständige Person hat nicht 

den Sachverhalt zu erforschen, sondern ihn nur zu beurteilen, wie er ihr vorgegeben ist. Bleibt 

der Sachverhalt unklar, ist dies im Gutachten festzuhalten. Dabei ist bei Zweifeln nicht zuguns-

 
 
 

 
 
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ten des Beschuldigten zu befinden, sondern mit Arbeitshypothesen zu arbeiten, weil die Sach-

verhaltsfeststellung bei unklarer Beweislage in Berücksichtigung des Grundsatzes „in dubio pro 

duriore“ dem urteilenden Gericht zukommt. Insofern ist die sachverständige Person bei unklarer 

Sachlage mit der Ausfertigung eines Alternativgutachtens auf der Grundlage verschiedener 

Sachverhalte bzw. Arbeitshypothesen zu beauftragen. Dadurch wird (nachdem die Staatsan-

waltschaft alle für die Beurteilung der Tat bedeutsamen Tatsachen im Sinne der kantonsgericht-

lichen Erwägungen abgeklärt hat und soweit danach die Voraussetzungen für eine Anklageer-

hebung gegeben sind) der erkennende Richter in die Lage versetzt, in freier Beweiswürdigung, 

namentlich unter Berücksichtigung der Perspektive von E.____ und D.____ (sofern diese trotz 

Vorlage des in der Nacht vom 22. auf den 23. Februar 2015 erstellten Fotos weiterhin an ihren 

bisherigen Aussagen festhalten), die ihm richtig erscheinende Sachverhaltsvariante auszuwäh-

len (grundlegend MARC HELFENSTEIN, Der Sachverständigenbeweis im schweizerischen Straf-

prozess, Zürcher Studien zum Verfahrensrecht, Band 25, 1978, Zürich, S. 178 f.; ferner 

MARIANNE HEER, a.a.O., Art. 185 N 2 und N 18 in fine). Die Arbeitshypothesen für die sachver-

ständige Person sind demnach vorliegend u.a. dahingehend zu fassen, was eine adäquate 

Wundbehandlung gewesen wäre, wenn die fragliche(n) Blase(n) zum Zeitpunkt der Wundbe-

handlung auf der Notfallstation des Y.____spitals noch geschlossen gewesen wäre(n), und wie 

nach allgemeinen Erfahrens- oder Wissenssätzen zu verfahren gewesen wäre, wenn die fragli-

che(n) Blase(n) zu diesem Zeitpunkt perforiert bzw. aufgeplatzt gewesen wäre(n), jeweils im 

Vergleich zwischen einer gesunden mit einer wie die Beschwerdeführerin behinderten Person. 

Weiter zu klären ist, wie wesentlich die allenfalls nicht fachgerecht erfolgte Behandlung auf der 

Notfallstation des Y.____spitals für die weitere Entwicklung der Erkrankung der Beschwerdefüh-

rerin gewesen ist, und ob die behandelnden Ärzte vor dem Hintergrund des sich präsentieren-

den Behinderungsbildes nach den Regeln der ärztlichen Kunst – ungeachtet davon, ob die Bla-

se(n) auf der Notfallstation bereits voll, teilweise oder nicht entleert war(en) – prophylaktisch 

Antibiotika verschreiben oder andere Massnahmen hätten ergreifen müssen. 

Die Sache ist somit an die Staatsanwaltschaft zurückzuweisen mit der Anweisung an diese, die 

weiteren Abklärungen im Sinne der Erwägungen vorzunehmen. Alsdann ist entweder Anklage 

zu erheben oder die erneute Einstellung des Verfahrens vorzunehmen. 

3. Kosten 

 
 
 

 
 
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3.1 Die Verfahrensleitung ordnet die unentgeltliche Rechtspflege gestützt auf Art. 29 

Abs. 3 BV an, wenn eine Person nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechtsbe-

gehren nicht aussichtslos erscheint. Soweit es zur Wahrung ihrer Rechte notwendig ist, hat sie 

zudem Anspruch auf unentgeltlichen Rechtsbeistand (zuletzt BGer 6B_1039/2017 vom 

13. März 2018 E. 2.2 und E. 2.3). Die Zuständigkeit zur Bestellung der unentgeltlichen Rechts-

pflege liegt beim Präsidenten des Kantonsgerichts (Art. 136 Abs. 1 i.V.m. Art. 61 lit. c StPO 

i.V.m. § 15 Abs. 1 lit. a des EG StPO). Nachdem die entsprechenden Voraussetzungen im vor-

liegenden Fall erfüllt sind, ist der Beschwerdeführerin für das vorstehende Beschwerdeverfah-

ren die unentgeltliche Rechtspflege mit Advokat Sebastian Laubscher als unentgeltlichen 

Rechtsbeistand zu bewilligen. 

3.2.1 Gemäss Art. 428 Abs. 1 StPO tragen die Parteien die Kosten des Rechtsmittelverfah-

rens nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens. Entsprechend dem Ausgang des vor-

liegenden Verfahrens hat keine Partei gänzlich obsiegt. Obwohl die Beschwerdeführerin nur 

teilweise obsiegt hat, ist sie im Ganzen betrachtet mit ihrer Beschwerde durchgedrungen, wes-

halb die Kosten des Beschwerdeverfahrens in der Höhe von CHF 1‘500.00 zu Lasten des Staa-

tes gehen (§ 4 GebT). 

3.2.2 Dem unentgeltlichen Rechtsbeistand, Advokat Sebastian Laubscher, ist für seine Be-

mühungen im Rechtsmittelverfahren eine Entschädigung aus der Gerichtskasse zu entrichten. 

Nachdem Advokat Sebastian Laubscher keine Honorarnote eingereicht hat, ist die Entschädi-

gung von Amtes wegen gemäss § 18 Abs. 1 und 2 der Tarifordnung für die Anwältinnen und 

Anwälte (TO; SGS 178.112) nach Ermessen festzusetzen. Unter Berücksichtigung der konkre-

ten Umstände erachtet die Beschwerdeinstanz eine Entschädigung in der Höhe von pauschal 

CHF 400.00 (inklusive Auslagen) zuzüglich 7.7% Mehrwertsteuer im Betrag von CHF 30.80, 

somit total CHF 430.80, für angemessen. 

3.2.3 Den sich fakultativ am Verfahren beteiligten Beschuldigten ist im vorliegenden Be-

schwerdeverfahren mit Blick auf den Verfahrensausgang keine Parteientschädigung aus der 

Staatskasse auszurichten.  

 
 
 

 
 
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Demnach wird erkannt: 

 

://: 1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen, die Einstellungsverfü-

gung der Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft vom 30. Juli 2018 

aufgehoben und die Sache zur neuen Entscheidung an diese zurück-

gewiesen. 

 

 2. Das Gesuch der Beschwerdeführerin um Bewilligung der unentgeltli-

chen Rechtspflege mit Advokat Sebastian Laubscher als unentgeltli-

chen Rechtsbeistand wird gutgeheissen. 

 

 3. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von CHF 1‘500.00 gehen zu 

Lasten des Staats. 

 

 4. Der Beschwerdeführerin wird eine Parteientschädigung in der Höhe 

von pauschal CHF 400.00 (inkl. Auslagen) zzgl. Mehrwertsteuern von 

7.7% im Betrag von 30.80, insgesamt somit CHF 430.80, aus der 

Gerichtskasse bezahlt. 

 

 5. Dem Beschuldigten wird keine Parteientschädigung ausgerichtet. 

 

 6. 

 

Dieser Beschluss wird den Parteien schriftlich eröffnet. 

Präsident 
 
 
 
 
Enrico Rosa 

Gerichtsschreiber i.V. 
 
 
 
 
Michael Schmassmann 

 

Rechtsmittelbelehrung 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim Bundes-
gericht Beschwerde in Strafsachen nach Art. 78 ff. des Bundesgerichtsgesetzes (BGG; SR. 173.110) oder 
subsidiär Verfassungsbeschwerde nach Art. 113 ff. BGG eingereicht werden. Diese Frist kann nicht verlän-
gert werden (Art. 47 Abs. 1 BGG). Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die 
Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten (Art. 42 Abs. 1 
BGG). In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, inwiefern der angefochtene Akt Recht verletzt 
(Art. 42 Abs. 2 BGG). 

 
 
 

 
 
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