# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d48297f2-6c60-5bfc-99f1-b29b06ae2d96
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-08-27
**Language:** de
**Title:** Kapitalleistung 2022 (Direkte Bundessteuer sowie Staats- und Gemeindesteuern)
**Docket/Reference:** DB.2024.66
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/1-db.2024.66--1-st.2024.89.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

1. Abteilung 

1 DB.2024.66 
1 ST.2024.89 

Entscheid 

 27. August 2024 

Mitwirkend: 

Abteilungsvizepräsidentin Christina Hefti, Steuerrichter Michael Ochsner, Steuerrichte-
rin Barbara Collet und Gerichtsschreiber Sven Tschalèr 

In Sachen 

A ,    

vertreten durch Curia AG,  
Grabenstrasse 15, Postfach 161, 7001 Chur,  

gegen 

Beschwerdeführerin/ 
Rekurrentin,  

K a n t o n   Z ü r i c h ,    

vertreten durch das kant. Steueramt, Zürich Nord,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Beschwerde-/ 
Rekursgegner,  

Kapitalleistung 2022 (Direkte Bundessteuer sowie Staats- und Gemeindesteuern) 

betreffend 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A. A (nachfolgend die Beschwerdeführerin/Rekurrentin), von Beruf Lehrerin an 

einer  stadtzürcherischen  Schule,  wohnte  seit  2003  mit  ihrer  Lebenspartnerin  B  in  der 

zürcherischen  Gemeinde  C.  Ihre  Freizeit  verbrachten  die  zwei  Frauen  im  Kanton 

Graubünden, wo B 2011 eine Liegenschaft erwarb.  

Im Dezember 2021 erreichte die Beschwerdeführerin/Rekurrentin das ordent-

liche Pensionierungsalter von 65 Jahren. In der Folge teilte sie der Kreisschulbehörde 

ihre  Absicht  mit,  am  Ende  des  Schuljahrs  2021/2022  altershalber  zurückzutreten.  Mit 

Austrittsverfügung  vom  25.  Januar  2022  bestätigte  die  Kreisschulbehörde  das  Aus-

scheiden der Pflichtigen aus dem Dienstverhältnis per 31. Juli 2022. 

Per 1. Mai 2022 verlegte die Beschwerdeführerin/Rekurrentin ihre Schriften in 

den  Kanton  Graubünden  an  die  Adresse  des  (Ferien-)Hauses  ihrer  Lebensgefährtin. 

Das  Guthaben aus  Altersvorsorge  von  Fr.  1'120'615.15  wurde  ihr  am  2. August  2022 

ausbezahlt.  

Per  1.  September  2022 meldete  sich die  Beschwerdeführerin/Rekurrentin  als 

Wochenaufenthalterin wiederum an die Adresse ihrer Partnerin und damit an ihre vor-

malige  Wohnadresse  in  Gemeinde  C  an,  nachdem  sie  mit  der  Schulleitung  im  Juni 

2022 vereinbart hatte, ein weiteres Jahr zu arbeiten.  

Mit  Veranlagungsverfügung  und  Einschätzungsentscheid  vom  6.  Dezember 

2022  besteuerte  das  kantonale  Steueramt  die  Kapitalleistung  getrennt  vom  übrigen 

Einkommen nach Art. 38 des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer vom 14. 

Dezember  1990 (DBG) bzw.  nach §  37  des  Steuergesetzes  des  Kantons  Zürich vom 

8. Juni 1997 (StG). 

B.  Hiergegen  erhob  die  Beschwerdeführerin/Rekurrentin  am  28.  Dezem-

ber 2022  Einsprache  und machte geltend,  für  die Besteuerung  der  Kapitalleistung  sei 

der Kanton Graubünden zuständig. 

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Am  20.  Februar  2023  unterbreitete  die  Vorinstanz  der  Beschwerdeführe-

rin/Rekurrentin  einen  unveränderten  Veranlagungs-  bzw.  Einschätzungsvorschlag. 

Nachdem  die Beschwerdeführerin/Rekurrentin  diesen abgelehnt  hatte,  wurde  die Ein-

sprache am 23. Februar 2024 abgewiesen.  

C.  Mit  Rechtsmittel  vom  21.  März  2024  beantragte  die  Beschwerdeführe-

rin/Rekurrentin vor  Steuerrekursgericht  die  Aufhebung der  Einspracheentscheide  vom 

23.  Februar  2024  bzw.  sinngemäss  die  Feststellung,  dass  sie  ihren  Wohnsitz  am 

1. Mai 2022 von Zürich in den Kanton Graubünden verlegt habe und deswegen die am 

2. August 2022 ausbezahlte Kapitalleistung durch den Kanton Graubünden zu besteu-

ern sei. Des Weiteren sei ihr eine Parteientschädigung zuzusprechen. Schliesslich er-

suchte sie um Fristerstreckung bis 12. April 2024, um eine Begründung nachzureichen. 

Nachdem  ihr  das  Steuerrekursgericht  mit  Schreiben  vom  22.  März  2024  mit-

geteilt hatte, dass Beschwerde- und Rekursfristen von Gesetzes wegen nicht erstreck-

bar  sind,  reichte  die  Beschwerdeführerin/Rekurrentin  am  25.  März  2024  noch  innert 

Rechtsmittelfrist eine begründete Rechtsmitteleingabe ein.  

Das  kantonale  Steueramt  schloss  am  27.  Mai  2024  auf  Abweisung  der 

Rechtsmittel. Die Eidgenössische Steuerverwaltung liess sich nicht vernehmen. 

Auf die weiteren Parteivorbringen wird, soweit rechtserheblich, in den nachfol-

genden Erwägungen eingegangen.  

Die Kammer zieht in Erwägung: 

1.  Kapitalzahlungen  aus  Vorsorgeeinrichtungen  sind  in  dem  Kanton  zu  be-

steuern, in dem die steuerpflichtige Person im Zeitpunkt der Fälligkeit der Leistung ih-

ren  Wohnsitz  hat  (Art.  4b  Abs.  1  i.V.m.  Art.  11  Abs.  3  des  Bundesgesetzes  über  die 

Harmonisierung  der  direkten  Steuern  der  Kantone  und  Gemeinden  vom  14.  Dezem-

ber 1990, StHG). Die Erhebung der direkten Bundessteuer hat ebenfalls im Kanton zu 

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erfolgen,  in  welchem  der  Begünstigte  im  Zeitpunkt  der  Fälligkeit  seinen  steuerrechtli-

chen Wohnsitz hat (Art. 105 Abs. 4 DBG).  

Das Reglement der BVK, bei welcher die Beschwerdeführerin/Rekurrentin ihre 

berufliche  Vorsorge  hatte,  sieht  grundsätzlich  vor,  dass  der  Anspruch  auf  Kapitalleis-

tung mit der Alterspensionierung entsteht (Art. 38 des Vorsorgereglements BVK, gültig 

ab  1.  Januar  2022,  abrufbar  unter  https://bvk.ch).  Damit  war  der  Anspruch vorliegend 

am  31.  Juli  2022,  im  Zeitpunkt  der  ordentlichen Pensionierung  der  Beschwerdeführe-

rin/Rekurrentin, fällig (R-act. 8/9), weswegen zu beurteilen ist, wo sich deren Wohnsitz 

zu diesem Zeitpunkt befand. Dabei ist auf die Rechtsprechung zu § 3 Abs. 1 und 2 StG 

betreffend persönliche Zugehörigkeit wegen Wohnsitz, mutatis mutandis, abzustellen. 

2. a) Natürliche Personen sind gemäss § 3 Abs. 1 StG aufgrund persönlicher 

Zugehörigkeit  steuerpflichtig,  wenn  sie  ihren  steuerrechtlichen  Wohnsitz  oder  Aufent-

halt  im  Kanton  haben.  Einen  steuerrechtlichen  Wohnsitz  im  Kanton  hat  eine  Person, 

wenn  sie  sich  hier  mit  der  Absicht  dauernden  Verbleibens  aufhält  oder  wenn  ihr  das 

Bundesrecht  hier  einen  besonderen  gesetzlichen  Wohnsitz  zuweist  (§ 3  Abs. 2  StG 

und Art. 3 Abs. 1 und 2 StHG; vgl. auch Art. 23 Abs. 1 ZGB, an dessen Wohnsitzbegriff 

sich derjenige im Steuerrecht anlehnt; statt vieler BGE 143 II 233, E. 2.5.1 mit Hinwei-

sen). 

Ist  ein steuerrechtlicher Wohnsitz einmal  ordnungsgemäss  begründet,  so  be-

steht  er  grundsätzlich fort,  solange  die betreffende  Person nicht äusserlich erkennbar 

ihre  Absicht,  ihn  aufzugeben,  kundtut  (Richner/Frei/Kaufmann/Rohner,  Kommentar 

zum Zürcher Steuergesetz, 4. A., 2021, § 3 N 9 StG, mit Hinweisen).  

b)  aa)  Nach  ständiger  bundesgerichtlicher  Rechtsprechung  ist  das  Kriterium 

der Absicht dauernden Verbleibens in Art. 23 Abs. 1 ZGB und Art. 3 Abs. 2 StHG nicht 

so zu verstehen, als dass es auf den inneren Willen des Steuerpflichtigen ankäme. Der 

Wohnsitz bestimmt sich vielmehr alleine nach der Gesamtheit der objektiven, für Dritte 

erkennbaren  Tatsachen,  in  denen  sich  eine  Absicht  dauernden  Verbleibens  der  be-

troffenen  Person  manifestiert  (vgl.  grundlegend BGE  97  II  1,  E. 3;  vgl.  statt  vieler 

auch BGE 143 II 233, E. 2.5.2). Er liegt demnach dort, wo sich im Licht dieser Tatsa-

chen objektiv  betrachtet der Mittelpunkt  der  Lebensinteressen  der  betroffenen  Person 

befindet.  Ob  sich  die  relevanten  äusseren  Tatsachen  verwirklicht  haben,  ist  eine  

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Tatfrage;  die  Bestimmung  des  Lebensmittelpunkts  und  damit  des  Wohnsitzes  auf  

Basis  der  festgestellten  Tatsachen  ist  hingegen  eine  Rechtsfrage  (statt  vieler 

BGE 136 II 405, E. 4.3). 

bb)  Pflegt  eine  Person  Kontakte  zu  mehreren  Orten,  ist  für  die  Bestimmung 

des steuerrechtlichen Wohnsitzes darauf abzustellen, zu weBhem Ort sie die stärksten 

Beziehungen unterhält (vgl. statt vieler BGE 138 II 300, E. 3.2). Ausgangspunkt ist der 

gewöhnliche Aufenthaltsort der betroffenen Person. Die persönlichen, familiären, beruf-

lichen  und  gesellschaftlichen  Interessen  einer  Person  können sie  aber  so  eng  mit  ei-

nem anderen Ort verbinden, dass dieser als Lebensmittelpunkt erscheint, obschon die 

betroffene Person dort weniger Zeit verbringt. Relevant sind in diesem Zusammenhang 

etwa der gewöhnliche Aufenthaltsort der Familienmitglieder (Ehegatten, Kinder, Eltern 

und  Geschwister),  die  ausserfamiliären  sozialen  Beziehungen  (z.B.  Teilnahme  am 

Vereinsleben), die berufliche Stellung des Steuerpflichtigen und die Wohnverhältnisse 

an den verschiedenen Orten. Auf diese Kriterien ist auch abzustellen, wenn sich eine 

Person gleich oder annähernd gleich oft an mehreren Orten aufhält. Die verschiedenen 

Kriterien sind  in Abhängigkeit  der  persönlichen Situation  der  betroffenen Person (z.B. 

Alter) zu gewichten und im Rahmen der gebotenen Gesamtbetrachtung gegeneinander 

abzuwägen,  um  den  steuerrechtlichen  Wohnsitz  per  Jahresende  zu  bestimmen.  Die 

tatsächlichen  Verhältnisse  zu  einem  früheren  oder  späteren  Zeitpunkt  sind  zwar  nicht 

unmittelbar  relevant,  können  aber  als  Indizien  berücksichtigt  werden  (zum  Ganzen 

BGr, 28. Dezember 2021, 2C_55/2021, E. 4.2.3 mit Hinweisen). 

cc)  Für  Personen,  die  sich  unter  der  Woche  typischerweise  zu  Erwerbszwe-

cken  an  einem Ort  aufhalten, jedoch  wöchentlich  an  einen  anderen  Ort zurückkehren 

(sog.  Wochenaufenthalter),  lassen  sich  aus  der  bundesgerichtlichen  Rechtsprechung 

gewisse  Fallkonstellationen  herauskristallisieren.  Bei  verheirateten  Personen,  die  sich 

unter  der  Woche  aufgrund  ihrer  Erwerbstätigkeit  nicht  bei  ihrer  Familie  aufhalten, 

überwiegen die persönlichen und familiären Interessen am Familienort in der Regel die 

beruflichen  Interessen  am  Arbeitsort,  sodass  sich  ihr  Lebensmittelpunkt  regelmässig 

am  Familienort  befindet  (BGr,  28.  Dezember  2021,  2C_55/2021,  E.  4.2.4  mit  Hinwei-

sen  mit  Hinweisen).  Das  Steuerdomizil  von  verheirateten  leitenden  Angestellten  liegt 

hingegen am Arbeitsort, sofern sie dort über eine Wohngelegenheit verfügen und nicht 

täglich  an  den  sich  vom  Arbeitsort  unterscheidenden  Familienort  zurückkehren.  Dies, 

da davon ausgegangen wird, dass ihre geschäftlichen Interessen einen überwiegenden 

Teil ihrer Gesamtinteressen darstellen (Richner/Frei/Kaufmann/Rohner, § 3 N 42 f. und 

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49 mit Hinweisen). Auch bei verheirateten Personen, die in nichtleitender Stellung einer 

unselbständigen  Erwerbstätigkeit  nachgehen,  befindet  sich  ihr  Hauptsteuerdomizil  re-

gelmässig am  Arbeitsort,  sofern  dieser mit  dem Wochenaufenthaltsort  zusammenfällt, 

da  ihre  materiellen  und  ideellen  Lebensinteressen  insoweit  übereinstimmen.  Bei  kin-

derlosen  Ehepartnern  gilt  dies  selbst  dann,  wenn  ihre  Beziehungen  zu  einem  regel-

mässig  aufgesuchten  Wochenendaufenthaltsort  intensiver  sind  als  zu  einer  gewöhnli-

chen  Zweitwohnung,  z.B.  wenn  sie  aus  dem  Ort  stammen,  dort  regelmässig  mit  den 

Eltern  zusammenleben  und  ihren  gemeinsamen  Freundes-  und  Bekanntenkreis  pfle-

gen (BGr,  30. Oktober  2019,  2C_533/2018,  E.  2.4.2 f.  und  5.  Juni  2002, 2P.26/2000, 

E. 3a, je mit  Hinweisen, auch  zum  Folgenden). Anders  verhält  es  sich, wenn Arbeits- 

und Wochenaufenthaltsort getrennt sind, so dass die materiellen und ideellen Lebens-

interessen auseinanderfallen, insbesondere bei Pendlern. Hier befindet sich der Mittel-

punkt der Lebensverhältnisse allgemein an dem Ort, wo die steuerpflichtige Person mit 

ihrem  Ehepartner  bzw.  mit  ihrer  Familie  während  der  Woche  wohnt  und  von  wo  sie 

regelmässig zur Arbeit geht. Dieser Wohnort hat den Vorrang gegenüber allen anderen 

Aufenthaltsorten,  insbesondere  aber  auch  gegenüber  dem  reinen  Arbeitsort,  an  weB-

hem sich die Person nur zum Erwerbszweck aufhält. Diese Gewichtung trifft grundsätz-

lich auf kinderlose Ehepaare ebenfalls zu. Das Übergewicht des Wochenaufenthaltsor-

tes gilt vor allem dann, wenn dort die üblichen gesellschaftlichen Beziehungen gepflegt 

werden und das Feriendomizil den Charakter der typischen, in der Regel nachträglich 

erworbenen Zweitwohnung hat.  

c) Bei der Feststellung des Hauptsteuerdomizils geht es darum, aufgrund von 

objektiven,  äusseren  Umständen  auf 

innere  Tatsachen  zu  schliessen 

(BGr, 

30. Oktober 2019, 2C_533/2018, E. 2.2.2). Über den steuerrechtlichen Wohnsitz kann 

dabei in der Regel kein klarer Beweis geführt werden, sondern es ist aufgrund von In-

dizien  eine  Gewichtung  vorzunehmen.  Dabei  sind  sämtliche  Berufs-,  Familien-  und 

Lebensumstände  der  betroffenen  Person  zu  berücksichtigen  (vgl.  statt  vieler  BGr, 

29. August  2016,  2C_510/2016,  E. 2.2,  mit  weiteren  Hinweisen).  Massgebend  ist  die 

Gesamtheit der objektiven, äusseren Umstände. Auf die Erklärungen der steuerpflichti-

gen  Person  oder  die  bloss  affektive  Bevorzugung  eines  Orts  kommt  es  nicht  an. 

Gleichermassen spielt das polizeiliche Domizil oder das Hinterlegen der Schriften und 

die Ausübung politischer Rechte an einem bestimmten Ort keine entscheidende Rolle. 

Diese  Merkmale  können  allerdings  Indizien  für  den  steuerrechtlichen  Wohnsitz  einer 

Person bilden, wenn auch deren übriges Verhalten für diesen Ort spricht. Der steuer-

rechtliche Wohnsitz ist insofern nicht frei wählbar (vgl. statt vieler BGE 132 I 29, E. 4.1 

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und zum Ganzen BGr, 30. Oktober 2019, 2C_533/2018, E. 2.2.2 mit weiteren Hinwei-

sen). 

3. a) Die Beschwerdeführerin/Rekurrentin führt aus, aufgrund ihrer Hobbies im 

Zusammenhang mit den Bergen, der Natur, dem Goldgraben, Steine suchen etc. seit 

über 20 Jahren mit ihrer Freundin B ihre Freizeit im Kanton Graubünden verbracht zu 

haben (R-act. 7, auch zum Folgenden). Anfangs hätten sie dabei in Hotels übernach-

tet.  Danach  hätten  sie  eine  Ferienwohnung  für  die  Sommerferien  gesucht  und  später 

jeweils für die gesamte Sommersaison eine Wohnung gemietet. Das Interesse der Be-

schwerdeführerin/Rekurrentin an den Bergen und Mineralien zeige sich unter anderem 

an der seit Jahren abonnierten Zeitschrift "Schweizer Strahler". 

2003  hätten  die  Beschwerdeführerin/Rekurrentin  und  B  aufgrund  der  Tatsa-

che, dass sie ihre Freizeit stets in Graubünden verbracht hätten, beschlossen, während 

der  Woche  in  einer  gemeinsamen  Wohnung  in  Gemeinde  C  zu  leben.  Im  Kanton 

Graubünden hätten sie eine Mietwohnung für das ganze Jahr gefunden. In dieser Zeit 

seien  die  Beschwerdeführerin/Rekurrentin  und  B  jeweils  am  Montagmorgen  nach  Zü-

rich  zur  Arbeit  gefahren  und  nach  dem  letzten  Wochenarbeitstag  sofort  an  den  ge-

meinsamen Wohnsitz in Graubünden zurückgekehrt, um das Wochenende dort zu ver-

bringen. 2011 habe B eine Liegenschaft im Kanton Graubünden erworben, wo sie und 

die Beschwerdeführerin/Rekurrentin seitdem ihre gesamte Freizeit und sämtliche Feri-

en verbrächten, sodass sich deren Lebensmittelpunkt seit vielen Jahren dort befinde.  

Aufgrund  der  bevorstehenden  Pensionierung  per  Ende  Schuljahr  2021/2022 

habe  die  Beschwerdeführerin/Rekurrentin  ihren  Wohnsitz  und  ihre  Schriften  per 

1. Mai 2022 von Gemeinde C in den Kanton Graubünden verlegt, um sich dort definitiv 

niederzulassen. Seither bezahle sie auch die Radio- und Fernsehgebühren an die Se-

rafe  AG  in der  bündner Wohngemeinde.  Die Gemeinde  C  habe  infolge des  Wegzugs 

am  12. Mai  2022  neue Steuerrechnungen für  die  Staats-  und Gemeindesteuern  2022 

erlassen. Mithin sei der Wegzug steuerlich anerkannt worden. Auch von der Kantons-

polizei  Zürich  sei  die  Beschwerdeführerin/Rekurrentin  mit  Schreiben  vom  3.  August 

2022 aufgefordert worden, Führer- und Fahrzeugausweis infolge des Wohnortwechsels 

umschreiben zu lassen.  

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Die  Auszahlung  der  Pensionskasse  sei  am  2.  August  2022  erfolgt.  Trotz  der 

mehrfach  angemeldeten  Adressänderung habe die BVK  die ausgerichtete Kapitalleis-

tung  irrtümlicherweise  an  das  kantonale  Steueramt  Zürich  statt  an  die  Steuerverwal-

tung des Kantons Graubünden gemeldet, was letztlich wohl Auslöser der vorliegenden 

Besteuerung gewesen sei.  

Nach erfolgter Wohnsitzverlegung sei die Schulleitung auf die Beschwerdefüh-

rerin/Rekurrentin  zugegangen  und  habe  sie  aufgrund  des  akuten  Lehrermangels  er-

sucht, von August 2022 bis Juli 2023 noch ein Schuljahr anzuhängen. Während dieses 

ungeplanten Verlängerungsjahrs habe sich die Beschwerdeführerin/Rekurrentin wiede-

rum in der Gemeinde C als Wochenaufenthalterin und Untermieterin von  B gemeldet. 

Seit Beendigung des Schuljahrs 2022/2023 sei sie wiederum einzig und allein im Kant-

ton Graubünden angemeldet, ohne dass sie die Wohnung in Gemeinde C noch benut-

zen würde.  

b)  Das  kantonale  Steueramt  erwog,  lediglich  drei  Wochen  nach  der  Auszah-

lung der Kapitalleistung habe sich die Beschwerdeführerin/Rekurrentin unter derselben 

Adresse  wieder  als  Wochenaufenthalterin  angemeldet,  um  ihre  bisherige  Tätigkeit 

nahtlos weiterzuführen (R-act. 3, auch zum Folgenden). Somit habe sich an den bishe-

rigen  Wohnverhältnissen  seit  2005  nichts  geändert.  In  Anbetracht  der  gesamten  Um-

stände und aufgrund der Steuerersparnis liege es nah, dass das absonderliche Vorge-

hen  einzig  mit  der  Absicht,  Steuern  zu  sparen,  gewählt  worden  sei,  was  zudem  den 

Tatbestand der Steuerumgehung erfülle.  

4. Die Situation der Beschwerdeführerin/Rekurrentin ist mit jener einer verhei-

rateten,  kinderlosen  Person  zu  vergleichen,  lebt  sie  doch  seit  2003  mit  ihrer  Lebens-

partnerin  B  in  einem  gefestigten  Konkubinat.  2003  zogen  die  beiden  Frauen,  die  bis 

dahin je ihre eigene Wohnung in Zürich hatten, zusammen in eine gemeinsame Woh-

nung in der Gemeinde C, wo sie sich fortan im Verlaufe der Woche aufhielten, um ihrer 

jeweiligen Arbeit nachzugehen (R-act 7). Die gesamte Freizeit – so die Pflichtige – hät-

ten sie im Kanton Graubünden verbracht.  

Obschon vorliegend keine Beweise für letztere Aussage erbracht wurden (was 

nicht zu beanstanden ist, wurden doch keine von der Vorinstanz einverlangt), kann für 

die  rechtliche  Würdigung  ohne  Weiteres  auf  die  Ausführungen  der  Beschwerdeführe-

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rin/Rekurrentin  abgestellt  werden,  da  deren  Freizeitaufenthalte  –  wie  nachfolgend  ge-

zeigt wird – für die Beurteilung nicht relevant sind.  

a) Bei einem Konkubinatspaar, welches sich während der Woche gemeinsam 

am  Arbeitsort  und  an  den  Wochenenden  sowie  in  den  Ferien  an  einem  anderen  Ort 

aufhält, liegt der Wohnsitz nach der zitierten bundesgerichtlichen Rechtsprechung am 

Wochenaufenthalts-/Arbeitsort, an welchem die materiellen Interessen der steuerpflich-

tigen Person (mithin die Arbeit) mit den ideellen Interessen (Familie in einem weiteren 

Sinn)  zusammenfallen.  Dies  hat  die  Beschwerdeführerin/Rekurrentin  richtig  erkannt, 

macht  sie  doch  geltend,  bis  1.  Mai  2022  in  Gemeinde  C  wohnhaft  gewesen  zu  sein. 

Auf diesen Zeitpunkt meldetet sie sich dann im Kanton Graubünden an. Indessen be-

steht  ein  einmal  ordnungsgemäss  begründeter  Wohnsitz  grundsätzlich  solange  fort, 

wie die betreffende Person nicht die äusserlich erkennbare Absicht kundtut, ihn aufzu-

geben. Die äusserliche Erkennbarkeit bedingt eine Veränderung der Lebensumstände. 

Bleiben  diese  unverändert,  vermag  auch  eine  Verlegung  der  Schriften  keinen  neuen 

Wohnsitz  zu  begründen.  Ob  per  1.  Mai  2022  eine  tatsächliche  Veränderung  der  Le-

bensumstände der Beschwerdeführerin/Rekurrentin stattgefunden hat, ist nachfolgend 

zu prüfen.  

b) Die Sommerferien für das Schuljahr 2021/2022 begannen am 18. Juli 2022 

(R-act. 15). Bis zu diesem Zeitpunkt musste sich die zu 100% arbeitstätige Beschwer-

deführerin/Rekurrentin  weiterhin  an  Wochentagen  zusammen  mit  B  in  Gemeinde  C 

aufhalten. Dass sich vor Abschluss des Schuljahrs, nach welchem die Beschwerdefüh-

rerin/Rekurrentin ordentlich pensioniert wurde, etwas an deren Lebensumstände geän-

dert hätte, wird weder behauptet, noch ergeben sich aus den Akten diesbezüglich An-

haltspunkte.  Vielmehr  lässt  sich  ihren  Schilderungen  entnehmen,  dass  sich  erst  nach 

Ende des Schuljahrs etwas hätte geändert haben sollen. Damit wurde aber der Wohn-

sitz  –  entgegen  der  Meinung  der  Beschwerdeführerin/Rekurrentin  –  nicht  per 

1. Mai 2022 in den Kanton Graubünden verlegt, sondern war sie (vorerst) weiterhin in 

Gemeinde  C  wohnhaft,  wo  auch  ihre  Lebenspartnerin  weiterhin  wohnte  (R-act.  8/20), 

und bestand höchstens die Absicht, ihren Wohnsitz nach Ende des Schuljahrs in den 

Kanton Graubünden zu verlegen.  

Bereits anfangs Juni 2022 – somit immer noch während des laufenden Schul-

jahrs  2021/2022  –  wurde  die Beschwerdeführerin/Rekurrentin  angefragt,  ob  sie bereit 

sei, noch ein weiteres Jahr zu unterrichten (R-act. 7 S. 6). Aktenkundig ist, dass sie am 

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14.  Juni  2022  bereits  zugesagt  hatte  (R-act.  8/17).  Bevor  somit  das  Schuljahr  über-

haupt  zu  Ende  war  und  sich  die  Lebensumstände  aufgrund  dessen  allenfalls  hätten 

(wahrnehmbar) verändern können, hatte sich die Beschwerdeführerin/Rekurrentin dazu 

entschlossen,  den  status  quo  (Wochentage  in  Zürich  mit  B  aufgrund  der  Arbeit,  Wo-

chenende und Ferien mit B im Kanton Graubünden) bis (mindestens) Ende des Schul-

jahrs  2022/2023  weiterzuführen.  Damit  wurde  aber  auch  nach  Ende  des  Schuljahrs 

2021/2022  kein  Wohnsitz  im  Kanton  Graubünden  begründet,  hielt  sich  doch  die  Be-

schwerdeführerin/Rekurrentin  nach  wie  vor  (noch)  nicht  mit  der  Absicht  dauernden 

Verbleibens  dort  auf  und  fielen  doch  ihre  materiellen  und  ideellen  Lebensinteressen 

wie zuvor und ununterbrochen in Gemeinde C zusammen.  

Die  Beschwerdeführerin/Rekurrentin  mag  mit  anderen  Worten  zwar  die  Ab-

sicht  gehabt  haben,  nach  dem  Schuljahr  2021/2022  ihren  Wohnsitz  in  den  kanton 

Graubünden  zu  verlegen,  hat  sich  aber  noch  bevor  die  Sommerferien begonnen  hat-

ten, dazu entschlossen, dieses Vorhaben um mindestens ein Jahr zu verschieben.  

Zusammenfassend  befand  sich  der  Wohnsitz  der  Beschwerdeführe-

rin/Rekurrentin damit am 31. Juli 2022 weiterhin im Kanton Zürich. 

c)  An  dieser  Würdigung  vermögen  die  von  der  Beschwerdeführe-

rin/Rekurrentin eingereichten Belege ihrer Anwesenheit in Graubünden (Mitgliedschaft 

SVSMF,  Bewilligung  zum  Befahren  von  Gemeindestrassen,  Garage-/Waschturm-/ 

Serafe-  und Steuerrechnungen,  Strafantrag  sowie Adressänderung  Führer-  und  Fahr-

zeugausweis, vgl. R-act 8/3-8, 8/11-13 und 8/22) nichts zu ändern, zumal diese nicht in 

Abrede gestellt werden.  

d)  Sofern  schliesslich die Beschwerdeführerin/Rekurrentin geltend  macht,  die 

Gemeinde C habe infolge ihres Wegzugs am 12. Mai 2022 neue Steuerrechnungen für 

die Staats- und Gemeindesteuern 2022 erlassen und insofern  den Wegzug steuerlich 

anerkannt, ist dem Folgendes entgegenzuhalten:  

aa)  Sinngemäss  beruft  sich  die  Beschwerdeführerin/Rekurrentin  auf  Vertrau-

ensschutz.  Eine  behördliche  Auskunft/Zusicherung  ist  unter  folgenden  kumulativen 

Voraussetzungen  bindend  (Richner/Frei/Kaufmann/Rohner,  VB  zu  Art.  109-121  N 58 

DBG, und VB zu §§ 119-131 N 61 StG): 

1 DB.2024.66 
1 ST.2024.89 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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1.  Wenn die Behörde in einer konkreten Situation mit Bezug auf bestimmte Per-

sonen  gehandelt  hat  und  sich  die  Auskunft  auf  einen  genau  umschriebenen 

Sachverhalt bezogen hat und vorbehaltlos erteilt worden ist.  

2.  Wenn  die Behörde für  die  Erteilung der  betreffenden  Auskunft zuständig  war 

oder wenn der Bürger sie aus zureichenden Gründen als zuständig betrachten 

durfte. 

3.  Wenn der Bürger die Unrichtigkeit der Auskunft nicht ohne Weiteres erkennen 

konnte. 

4.  Wenn er im Vertrauen auf die Richtigkeit der Auskunft Dispositionen getroffen 

hat, die nicht ohne Nachteil rückgängig gemacht werden können. 

5.  Wenn die gesetzliche Ordnung seit der Auskunftserteilung keine Änderung er-

fahren hat.  

bb) Die Abrechnung der Gemeinde C (die "Auskunft", R-act. 8/12) betraf indes 

nicht die vorliegend streitige Kapitalleistung aus Vorsorge, deren Besteuerungszustän-

digkeit sich anhand der Verhältnisse im Zeitpunkt der Fälligkeit (31. Juli 2022) beurteilt, 

sondern die übrigen, separat davon zu veranlagenden Staats- und Gemeindesteuern, 

bei welchen die Steuerpflicht für das ganze Jahr dort besteht, wo sich der Wohnsitz der 

steuerpflichtigen  Person  per  31.  Dezember  befunden  hat.  Mit  anderen  Worten  bezog 

sich die "Auskunft" nicht auf das vorliegende Verfahren. Weiter datiert die Abrechnung 

vom  12.  Mai  2022.  Zu  diesem  Zeitpunkt  wusste  die  Beschwerdeführerin/Rekurrentin 

nach eigener Darstellung noch nicht, dass sie ihre Pläne noch vor der Verlegung des 

Wohnsitzes ändern würde, sodass auch der Gemeinde C diese wesentliche Informati-

on  vorenthalten  blieb.  Schliesslich  hat  die  Beschwerdeführerin/Rekurrentin  aufgrund 

dieser Abrechnung auch keine Dispositionen getroffen, weswegen ihr die implizite An-

erkennung der Gemeinde C auch keine Nachteile verursacht hat.  

cc)  Zusammenfassend  kann  damit  die  Beschwerdeführerin/Rekurrentin  aus 

der Abrechnung der Gemeinde C vom 12. Mai 2022 nichts zu ihren Gunsten ableiten.  

5.  Die  Beschwerde  und  der  Rekurs  sind  nach  dem  Gesagten  abzuweisen. 

Ausgangsgemäss sind die Kosten des Verfahrens der Beschwerdeführerin/Rekurrentin 

aufzuerlegen (Art. 144 Abs. 1 DBG und § 151 Abs. 1 StG) und steht ihr keine Partei-

entschädigung zu (Art. 144 Abs. 4 DBG i.V.m. Art. 64 Abs. 1 - 3 des Bundesgesetzes 

1 DB.2024.66 
1 ST.2024.89 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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über  das  Verwaltungsverfahren  vom  20. Dezember  1968  und  §  152  StG  i.V.m.  §  17 

Abs. 2 VRG). 

Demgemäss erkennt die Kammer: 

1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  Der Rekurs wird abgewiesen. 

[…] 

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1 ST.2024.89