# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 00c39dce-02b3-554b-b33a-a8328d242c70
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-08-24
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 24.08.2010 D-1005/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-1005-2010_2010-08-24.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-1005/2010/wif
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 4 .  A u g u s t  2 0 1 0

Einzelrichter Daniel Schmid, 
mit Zustimmung von Richter Thomas Wespi;
Gerichtsschreiberin Jacqueline Augsburger.

A._______, geboren [...], Kongo (Kinshasa),
Beschwerdeführerin,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung;
Verfügung des BFM vom 22. Januar 2010 / N [...].

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-1005/2010

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass die Beschwerdeführerin eigenen Angaben zufolge ihren Heimat-
staat im September 2008 Richtung Uganda verliess, von wo aus sie 
am 21. Dezember 2009 via Brüssel und Mailand nach Europa gelangte 
und am 24. Dezember 2009 in die Schweiz einreiste, wo sie gleichen-
tags um Asyl nachsuchte,

dass sie im Empfangs- und Verfahrenszentrum Z._______ anlässlich 
der  Kurzbefragung  vom  7.  Januar  2010  sowie  der  Anhörung  vom 
20. Januar  2010  zur  Begründung  des  Asylgesuchs  im  Wesentlichen 
geltend machte, ihr Vater habe als [...] beim "[...]" in Kinshasa gearbei-
tet und sei im September 2008 nach R._______ versetzt worden, wo-
hin sie ihm zusammen mit ihrer Mutter und ihrem Kind gefolgt sei,

dass in der Nacht vom 25. November 2008 rund 20 Soldaten von Lau-
rent Nkunda Batua (Rebellen des Nationalkongresses zur Verteidigung 
des Volkes [CNDP]) in ihre Wohnung eingedrungen seien,  Geld ver-
langt und den Schmuck der Mutter genommen hätten,

dass sie selber und ihre Mutter anschliessend vor den Augen ihres Va-
ters vergewaltigt worden seien,

dass sie in der Folge von ihren Eltern und ihrem Kind getrennt und in 
den "Virunga-Park" gebracht worden sei, wo sie den Soldaten fortan 
"als Sexobjekt" habe dienen müssen,

dass sie eines Tages versucht  habe zu flüchten, ein Soldat  sie aber 
daran  gehindert  und  dabei  zu  Fall  gebracht  habe,  sodass  sie  ohn-
mächtig geworden sei,

dass sie erst  am 30. Dezember  2008 im Spital  "X._______" ihr  Be-
wusstsein wiedererlangt habe,

dass sie dort  eine Ordensschwester ("Florence") kennen gelernt und 
sich ihr anvertraut habe,

dass diese bei ihr (der Beschwerdeführerin) zuhause nach den Eltern 
und ihrem Kind gesucht  habe,  aber  dort  niemanden gefunden habe 
und alles durcheinander gewesen sei,

Seite 2

D-1005/2010

dass  die  Ordensschwester  der  Meinung  gewesen  sei,  sie  (die  Be-
schwerdeführerin) sei in Gefahr, weshalb sie sie nach ihrer Entlassung 
aus dem Spital am 21. Februar 2009 ins "C._______" in [...]/Uganda – 
ein Zentrum für  Flüchtlinge – gebracht habe, wo der Leiter des Hei-
mes, P._______, ihre Reise ins Ausland organisiert und bezahlt habe,

dass das BFM das Asylgesuch der Beschwerdeführerin mit Verfügung 
vom 22.  Januar  2010,  welche  der  Beschwerdeführerin  gleichentags 
persönlich ausgehändigt wurde, ablehnte und die Wegweisung aus der 
Schweiz sowie den Vollzug anordnete,

dass das BFM zur Begründung im Ergebnis anführte, die Vorbringen 
der Beschwerdeführerin hielten den Anforderungen an die Glaubwür-
digkeit  (recte:  Glaubhaftigkeit)  gemäss Art.  7  des  Asylgesetzes vom 
26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31)  nicht stand, weshalb ihre Asylrele-
vanz nicht geprüft werden müsse,

dass vor diesem Hintergrund der Vollzug der Wegweisung überdies als 
zulässig, zumutbar und möglich zu erachten sei,

dass die  Beschwerdeführerin  mit  Eingabe vom 18. Februar 2010 ge-
gen diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde er-
hob und beantragte, der Asylentscheid des BFM sei aufzuheben und 
ihr sei Asyl zu gewähren; eventualiter sei sie vorläufig in der Schweiz 
aufzunehmen,

dass in verfahrensrechtlicher Hinsicht sinngemäss um Fristansetzung 
zwecks Beibringens von Beweismitteln sowie um Gewährung der un-
entgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 des Bundesge-
setzes  vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren 
(VwVG, SR 172.021) ersucht wurde,

dass mit der Beschwerde unter anderem eine Bestätigung ("to whom it  
may concern") des "C._______" in [...]/Uganda vom 9. Dezember 2009 
eingereicht wurde,

dass mit Zwischenverfügung vom 3. März 2010 das sinngemässe Ge-
such um Fristansetzung für  das Beibringen von Beweismitteln sowie 
um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege zufolge Aussichtslo-
sigkeit  der Rechtsbegehren abgewiesen und der Beschwerdeführerin 
Frist für das Leisten eines Kostenvorschusses bis zum 19. März 2010 
angesetzt wurde,

Seite 3

D-1005/2010

dass die  Beschwerdeführerin  mit  Eingabe vom 12. März  2010 unter 
Beilage diverser Beweismittel (Abklärungen durch die Swiss-Exile [fünf 
E-Mails umfassend] sowie ein Arztbericht vom 10. März 2010 [welcher 
nachgereicht  wurde])  wiedererwägungsweise um Gewährung der un-
entgeltlichen Rechtspflege ersuchte,

dass mit Zwischenverfügung vom 17. März 2010 dieses Gesuch abge-
wiesen und der Beschwerdeführerin eine Nachfrist zur Bezahlung des 
ausstehenden Kostenvorschusses angesetzt wurde,

dass der Kostenvorschuss am 17. März 2010 – mithin innerhalb der or -
dentlich angesetzten Frist – geleistet wurde,

dass die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 5. Mai 2010 einen wei -
teren Arztbericht vom 29. April 2010 sowie die Kopie einer von ihr aus-
gefüllten "Tracing request Red Cross" vom 26. April 2010 zu den Akten 
reichte,

dass die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 18. Mai 2010 dem Ge-
richt mitteilte, sie versuche nach wie vor Beweismittel aus dem Kongo 
und  aus  Uganda  (bezüglich  der  Versetzung  des  Vaters  nach 
R._______ sowie des Spitals "X._______" respektive "Y._______") zu 
erhalten und werde bis Anfang Juni 2010 mitteilen, was die Recher-
chen ergeben hätten,

und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgül-
tig über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des BFM ent-
scheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31-33 des Verwaltungsgerichtsge-
setzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32];  Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass sich das Verfahren nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG 
richtet, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG, Art. 6 
sowie Art. 105 AsylG),

dass die  Beschwerdeführerin  durch  die  angefochtene  Verfügung  be-
sonders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung 
beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde legitimiert ist (Art. 48 Abs. 1 VwVG),

Seite 4

D-1005/2010

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ein-
zutreten ist (Art. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 VwVG),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichter li-
cher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  bezie-
hungsweise einer zweiten Richterin entschieden wird (Art.  111 Bst. e 
AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt,  um eine 
solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu 
begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf einen Schriftenwechsel 
verzichtet wurde,

dass  die  Schweiz  Flüchtlingen  grundsätzlich  Asyl  gewährt  (Art.  2 
Abs. 1  AsylG),  wobei  als  Flüchtling  eine  ausländische  Person  aner-
kannt wird, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie 
zuletzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität,  Zugehörig-
keit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen 
Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete 
Furcht  hat,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu  werden  (Art.  3  Abs. 1 
AsylG),

dass die Flüchtlingseigenschaft nachgewiesen oder zumindest glaub-
haft gemacht werden muss (Art. 7 AsylG),

dass die Flüchtlingseigenschaft  glaubhaft  gemacht ist,  wenn die Be-
hörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-
geben hält, 

dass Vorbringen insbesondere dann unglaubhaft sind, wenn sie in we-
sentlichen Punkten zu wenig  begründet  oder in  sich  widersprüchlich 
sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälsch-
te oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden,

dass der geltend gemachte fast sechsmonatige Aufenthalt in der in der 
Demokratischen  Republik  Kongo  gelegenen  Stadt  R._______  und 
damit auch die dort  behaupteten Vergewaltigungen durch Soldaten – 

Seite 5

D-1005/2010

wie das BFM zur  Recht  feststellte  – als  unglaubhaft  zu qualifizieren 
sind,

dass die Beschwerdeführerin namentlich die Stadt R._______ – auch 
auf Nachfrage der Befragerin hin – fälschlicherweise in Uganda ansie-
delte,

dass  auf  Beschwerdeebene  zwar  eingeräumt  wird,  die  Stadt 
R._______ liege nicht in Uganda, sondern in der Demokratischen Re-
publik Kongo, aber gleichzeitig kritisiert wird, ein solcher Irrtum könne 
nicht  mit  einem  Widerspruch  verglichen  werden,  Irrtum  sei  etwas 
Menschliches  und  es  sei  unverhältnismässig,  diesen  Irrtum der  Be-
schwerdeführerin als so gravierend anzulasten, dass alle ihre Vorbrin-
gen unglaubhaft seien,

dass diese Ausführungen nicht geeignet sind, die zutreffenden Erwä-
gungen  der  Vorinstanz  zu  entkräften,  auf  welche  an  dieser  Stelle 
zwecks Vermeidung von Wiederholungen verwiesen werden kann,

dass die Beschwerdeführerin anlässlich der Befragung zur Person vom 
7. Januar 2010 sowie der Anhörung vom 20. Januar 2010 zudem nicht 
in der Lage war, den geltend gemachten fünfwöchigen Aufenthalt  im 
Soldatencamp im Virunga-Nationalpark und die dort angeblich erfolg-
ten zahlreichen Vergewaltigungen durch Rebellen-Soldaten über Allge-
meinplätze hinaus auch nur einigermassen detailliert  zu beschreiben 
["Dort diente ich ihnen als Freudeobjekt" (A1 S. 5); "Dort war ich ein 
Sex-Objekt.  Alle  Männer  konnten  mit  mir  tun,  was  sie  wollten"  (A6 
S. 5)],

dass  die  Beschwerdeführerin  ferner  selbst  bei  Unterstellung  der 
Glaubhaftigkeit  ihrer Vorbringen in Kinshasa – wo sie eigenen Anga-
ben zufolge bis im September 2008 unbehelligt gelebt hat – über eine 
innerstaatliche Flucht- respektive Schutzalternative verfügt (vgl.  hierzu 
WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Uebersax/Rudin/Hugi/Yar/Geiser [Hrsg.], Aus-
länderrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.20; Handbuch zum Asyl- und 
Wegweisungsverfahren,  Schweizerische  Flüchtlingshilfe  SFH  [Hrsg.], 
Bern/Stuttgart/Wien  2009,  S. 189;  Entscheidungen  und  Mitteilungen 
der  Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK]  1996  Nr. 1 
S. 1 ff.),

Seite 6

D-1005/2010

dass die Beschwerdeführerin, welche Verfolgung durch im Osten des 
Kongo (Kinshasa) agierende Rebellen geltend macht, in Kinshasa of -
fensichtlich keine Behelligungen von dieser Seite zu befürchten hat,

dass die auf Beschwerdeebene eingereichte Bestätigung des Flücht-
lingszentrums  ("C._______")  in  [...]  vom  9.  Dezember  2009  of-
fensichtlich  nicht  geeignet  ist,  die  Glaubhaftigkeit  der  Vorbringen  zu 
unterstreichen, werden doch darin Sicherheitsprobleme der Beschwer-
deführerin in [...]/Uganda, aufgrund derer sie sich in Lebensgefahr be-
finde, als Grund für ihre Ausreise angegeben,

dass  der  Leiter  des  Zentrums,  P._______,  im  Rahmen  der  durch 
Swiss-Exile  getätigten  Abklärungen  auf  Nachfrage  (E-Mail  vom 
22. Februar 2010) unter anderem erklärte, die Beschwerdeführerin sei 
aufgrund  des  Missbrauchs  ("exactions"),  welchen  sie  in  R._______ 
seitens der in diesem Teil der RDC herrschenden Rebellen ("régner la 
loi") erlitten habe, in einem schlimmen, posttraumatischen Zustand im 
"C._______" eingetroffen,

dass P._______ weiter ausführte, er wisse aus sicherer Quelle ("à des 
source sûres"), dass die Beschwerdeführerin  Uganda habe verlassen 
müssen, um ihre Haut zu schützen ("où sa peau peut être protégée") 
und in den Genuss einer würdigen ("digne") medizinischen Betreuung 
zu kommen,

dass auch diese unsubstanziierten und wenig konkreten Angaben eine 
flüchtlingsrechtlich  relevante  Gefährdung  der  Beschwerdeführerin  in 
Kongo (Kinshasa) –  namentlich in  der  Hauptstadt  Kinshasa –  offen-
sichtlich nicht als überwiegend wahrscheinlich erscheinen lassen,

dass sodann im unter anderem zum Beleg der Glaubhaftigkeit der Vor-
bringen ("dass ich massiv traumatisiert bin und dass ich evt. auch die-
se  Erlebnisse  verdrängen  will";  siehe  Beschwerde  vom 18.  Februar 
2010 S. 8) eingereichten Arztbericht vom 29. April  2010 von lic. phil. 
M._______, Psychologin, bei der Beschwerdeführerin aufgrund derer 
Angaben eine posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10:F43.1) bei 
aktuell  mittelgradig  depressiver  Episode  (ICD-10:F32.1)  sowie  eine 
Zerrüttung der Familie (Verschwinden oder Tod von Familienangehöri-
gen, ICD-10:Z63.4) diagnostiziert wurde,

dass die Beurteilung der Glaubhaftigkeit der Vorbringen eine Rechts-
frage ist, deren Beantwortung – wie im Übrigen auch die Beweiswürdi-

Seite 7

D-1005/2010

gung  –  Aufgabe  des  Richters  respektive  der  Richterin  ist  (EMARK 
1996  Nr. 16  E. 3e.bb  S. 144,  EMARK  1999  Nr. 5  E.  4f.bb  S. 31  f., 
EMARK 2002 Nr. 13 E. 6c S. 115 f.),

dass der ärztliche Bericht angesichts der vom Bundesverwaltungsge-
richt als nicht glaubhaft qualifizierten Asylvorbringen nicht geeignet ist,  
zu  einer  anderen  Beurteilung  zu  führen,  sondern  zu  schliessen  ist, 
dass der diagnostizierten posttraumatischen Belastungsstörung ande-
re Ursachen zugrunde liegen,

dass  schliesslich  die  weiteren,  wiederholt  in  Aussicht  gestellten  Be-
weismittel  (namentlich die Abklärungen beim Arbeitgeber  des Vaters 
["..."]  und  die  Informationen  über  das  Spital  "X._______"  respektive 
"Y._______")  zu  keiner  anderen  Würdigung  des  geltend  gemachten 
Sachverhalts  zu  führen  vermöchten  (antizipierte  Beweiswürdigung; 
vgl. BVGE 2008/24 E. 7.2 S. 356 f. mit weiteren Hinweisen),

dass es sich aufgrund vorstehender Erwägungen erübrigt, auf die wei-
teren Ausführungen in der Rechtsmitteleingabe einzugehen, weil diese 
mangels  Stichhaltigkeit  nicht  geeignet  sind,  eine andere Beurteilung 
herbeizuführen,

dass es der Beschwerdeführerin somit nicht gelingt, die Flüchtlingsei-
genschaft  nachzuweisen oder  zumindest  glaubhaft  zu machen,  wes-
halb das Bundesamt das Asylgesuch zu Recht abgelehnt hat,

dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge 
hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend der Kanton keine Aufenthaltsbe-
willigung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung einer sol-
chen besteht (vgl. EMARK 2001 Nr. 21), weshalb die verfügte Wegwei-
sung im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und dem-
nach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzli-
chen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern re-
gelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar 
oder nicht möglich ist  (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bun-
desgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]), 

Seite 8

D-1005/2010

dass  bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen 
gemäss ständiger  Praxis  des Bundesverwaltungsgerichts  und seiner 
Vorgängerorganisation  ARK der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der 
Flüchtlingseigenschaft gilt, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der 
strikte  Beweis  möglich  ist,  und  andernfalls  wenigstens  glaubhaft  zu 
machen (vgl. STÖCKLI, a.a.O., Rz. 11.148), 

dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrecht li-
che  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin 
oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK, 
SR 0.142.30]),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig 
ist, da es der Beschwerdeführerin nicht gelungen ist, eine asylrechtlich 
erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, wes-
halb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen 
Non-Refoulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet 
und – wie sich dies aus den vorstehenden Erwägungen ergibt – auch 
keine Anhaltspunkte  für  eine menschenrechtswidrige Behandlung im 
Sinne von Art. 3 EMRK ersichtlich sind, die im Heimat- oder Herkunfts-
staat droht,

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumut-
bar erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizini-
scher Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass das Bundesverwaltungsgericht den Vollzug der Wegweisung nach 
Kongo (Kinshasa)  unter  Berücksichtigung der  allgemeinen Lage und 
beim Vorliegen bestimmter Voraussetzungen grundsätzlich als zumut-
bar erachtet (EMARK 2004 Nr. 33 E. 8.1 - 8.3 S. 232 ff., vgl. auch Ur-
teile des Bundesverwaltungsgerichts E-1177/2010 vom 24. März 2010 
und D-7028/2008 vom 14. Juni 2010),

Seite 9

D-1005/2010

dass diese Voraussetzungen vorliegend erfüllt  sind, da die über eine 
neunjährige Schulbildung verfügende (vgl. A1 S. 2) Beschwerdeführe-
rin aus der Hauptstadt Kinshasa stammt, wo sie eigenen Angaben zu-
folge geboren ist  und bis kurz vor ihrer Ausreise ununterbrochen ge-
lebt hat (vgl. A1 S. 1),

dass sodann mit der Vorinstanz festzustellen ist, dass die Beschwerde-
führerin aufgrund ihrer unglaubhaften Asylvorbringen – insbesondere 
im Zusammenhang mit dem angeblichen Aufenthalt in R._______ – in 
Kinshasa über ein familiäres Beziehungsnetz verfügen dürfte,

dass letztlich die Frage nach dem Vorhandensein eines Beziehungs-
netzes  –  wie  das BFM zutreffend ausgeführt  hat  (vgl.  angefochtene 
Verfügung Ziff. II/2 S. 5) – jedoch nicht abschliessend geprüft werden 
kann,

dass  nämlich  die  behördliche  Untersuchungspflicht  nach  Treu  und 
Glauben ihre Grenzen an der Mitwirkungspflicht  der beschwerdefüh-
renden Person findet (Art. 8 AsylG), die im Übrigen auch die Substan-
ziierungslast trägt (Art. 7 AsylG),

dass schliesslich  die  psychischen Probleme der  Beschwerdeführerin 
(siehe oben) grundsätzlich auch in Kinshasa behandelt werden können 
(vgl. ALEXANDRA GEISSER,  Auskunft  der  SFH-Länderanalyse,  DRC: Psy-
chiatrische Versorgung, Bern, 10. Juni 2009 sowie EMARK 2003 Nr. 24 
E. 5a und b),

dass somit weder allgemeine noch individuelle Unzumutbarkeitsgrün-
de gegen den Vollzug der Wegweisung sprechen,

dass der Vollzug der Wegweisung der Beschwerdeführerin in den Hei -
matstaat schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse beste-
hen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es der Beschwerdeführerin obliegt, bei 
der  Beschaffung  gültiger  Reisepapiere  mitzuwirken  (Art. 8  Abs. 4 
AsylG),

dass  nach  dem Gesagten  der  vom Bundesamt  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen ist,

dass es der Beschwerdeführerin demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzen,  den 
rechtserheblichen Sachverhalt  unrichtig oder unvollständig feststellen 

Seite 10

D-1005/2010

oder  unangemessen  sein  sollte  (Art. 106  AsylG),  weshalb  die 
Beschwerde abzuweisen ist, 

dass  bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von Fr. 600.– 
(Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2]) der Beschwerdeführerin aufzuerlegen und mit dem am 
17. März 2010 in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss zu ver-
rechnen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

Seite 11

D-1005/2010

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.– werden  der  Beschwerdeführerin 
auferlegt und mit dem am 17. März 2010 in gleicher Höhe geleisteten 
Kostenvorschuss verrechnet.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführerin (Einschreiben)
- das BFM, Abteilung Aufenthalt,  mit  den Akten Ref.-Nr. N [...]  (per 

Kurier; in Kopie)
- [die zuständige kantonale Behörde] (in Kopie)

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Daniel Schmid Jacqueline Augsburger

Versand:

Seite 12