# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 320e4e3e-8ee3-5181-ae00-9264e433c773
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-03-26
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 26.03.2021 SK 2020 211
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2020-211_2021-03-26.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

1. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

1re Chambre pénale

Urteil
SK 20 211 + 212

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 26. März 2021

Besetzung Oberrichterin Falkner (Präsidentin i.V.), Oberrichter Vicari, Ober-
richterin Sanwald
Gerichtsschreiberin Baronian

Verfahrensbeteiligte A.________
amtlich verteidigt durch Fürsprecherin B.________

Beschuldigter/Berufungsführer

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

 

Gegenstand Fälschung von Ausweisen, versuchtes Erschleichen eines Aus-
weises, Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrsgesetz, 
etc. sowie Widerrufsverfahren

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Emmental-
Oberaargau (Kollegialgericht) vom 30.01.2020 (PEN 2019 106)

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Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Das Regionalgericht Emmental-Oberaargau (Kollegialgericht in Dreierbesetzung) 
fällte am 30. Januar 2020 folgendes Urteil (pag. 1954 ff.): 

I. 

A.________ wird freigesprochen:

von der Anschuldigung der einfachen Verkehrsregelverletzung, angeblich begangen am 
12.05.2017 in Y.________, durch Inverkehrbringen eines Fahrzeuges in nicht vorschriftsgemässem 
Zustand;

ohne Ausrichtung einer Entschädigung und ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten.

II. 

A.________ wird schuldig erklärt:

1. der Fälschung von Ausweisen, festgestellt am 22.12.2017 in Bern (Gesuchseinreichung), be-
gangen zu einem unbekannten Zeitpunkt in C.________(Ortschaft);

2. des versuchten Erschleichens eines Ausweises, festgestellt am 22.12.2017 in Bern (Ge-
suchseinreichung), begangen zu einem unbekannten Zeitpunkt in C.________(Ortschaft);

3. des Führens eines Motorfahrzeuges in angetrunkenem Zustand mit qualifizierter Blutal-
koholkonzentration, mehrfach begangen

3.1. am 12.05.2017 von C.________(Ortschaft) Richtung Zürich, festgestellt in Y.________;

3.2. am 16./17.10.2017 von C.________(Ortschaft) nach Z.________ und 
D.________(Ortschaft), festgestellt in D.________(Ortschaft);

3.3. am 10.08.2019 in C.________(Ortschaft); 

4. der Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung der Fahrunfähigkeit, mehrfach und 
teilweise versucht begangen

4.1. am 15.07.2017 in Z.________;

4.2. am 16./17.10.2017 in D.________(Ortschaft) (Versuch);

4.3. am 10.08.2019 in C.________(Ortschaft);

5. des Führens eines Motorfahrzeuges ohne Führerausweis, mehrfach begangen 

5.1. vom 30.04.2017 bis 25.09.2017 durch 32 Fahrten von C.________(Ortschaft) nach 
M.________ und zurück;

5.2. am 12.05.2017 von C.________(Ortschaft) Richtung Zürich, festgestellt in Y.________;

5.3. am 15.07.2017 von C.________(Ortschaft) nach Z.________, festgestellt in Z.________;

5.4. am 23.07.2017 in Z.________;

5.5. am 16./17.10.2017 von C.________(Ortschaft) nach Z.________ und 
D.________(Ortschaft), festgestellt in D.________(Ortschaft);

3

5.6. am 10.08.2019 in C.________(Ortschaft);

6. der missbräuchlichen Verwendung von Kontrollschildern, festgestellt am 12.05.2017 in 
Y.________;

7. des Führens eines Motorfahrzeuges ohne Versicherungsschutz, festgestellt am 12.05.2017 
in Y.________;

8. der einfachen Verkehrsregelverletzung, mehrfach wie folgt: 

8.1. Nichtbeachten eines polizeilichen Haltezeichens, begangen am 12.05.2017 in 
Y.________; 

8.2. Nichtbeherrschen des Fahrzeugs, begangen am 15.07.2017 in Z.________;

8.3. Pflichtwidriges Verhalten bei einem Unfall mit Sachschaden, begangen am 15.07.2017 in 
Z.________;

8.4. Überschreiten der Höchstgeschwindigkeit innerorts um 18 km/h, begangen am 
23.07.2017 in Z.________;

8.5. Nichtanpassen der Geschwindigkeit an die Strassenverhältnisse, begangen am 
16./17.10.2017 in D.________(Ortschaft);

8.6. Pflichtwidriges Verhalten bei einem Unfall mit Sachschaden, begangen am 
16./17.10.2017 in D.________(Ortschaft);

8.7. Nichttragen des Sicherheitsgurtes, begangen am 16./17.10.2017 in 
D.________(Ortschaft);

8.8. Nichtbeherrschen des Fahrzeugs, begangen am 10.08.2019 in C.________(Ortschaft);

8.9. Pflichtwidriges Verhalten bei einem Unfall mit Sachschaden, begangen am 10.08.2019 in 
C.________(Ortschaft);

9. der Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz durch Konsum von Cannabis, 
festgestellt am 16./17.10.2017 in D.________(Ortschaft);

10. des Ungehorsams gegen eine amtliche Verfügung, begangen am 07.09.2018 in M.________;

und in Anwendung der 
Art. 34, 40 aStGB, 47, 49 Abs. 1 und 2, 66abis, 106, 252, 292 StGB,
Art. 27 Abs. 1, 31 Abs. 1, 32 Abs. 1, 51 Abs. 1 und 3, 90 Abs. 1, 91 Abs. 2 lit. a, 91a 
Abs. 1, 91a Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB, 92 Abs. 1, 95 Abs. 1 lit. a, 96 Abs. 2, 97 Abs. 1 lit. 
a, 97 Abs. 1 lit. d SVG i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB,
Art. 3a, 4a Abs. 1 lit. a, 96 VRV,
Art. 1 lit. a, 2 lit. a der Verordnung der Bundesversammlung über Alkoholgrenzwerte im Strassenver-
kehr,
Art. 19a BetmG,
Art. 21 und 24 der Verordnung (EG) Nr. 1987/2006 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 
20. Dezember 2006 über die Einrichtung, den Betrieb und die Nutzung des Schengener Informations-
systems der zweiten Generation (SIS II),
Art. 20 ff. N-SIS-Verordnung,
Art. 426 ff. StPO

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verurteilt:

1. Zu einer Freiheitsstrafe von 26 Monaten.

2. Zu einer Geldstrafe von 2 Tagessätzen zu CHF 30.00, ausmachend total CHF 60.00, als Zu-
satzstrafe zum Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Emmental-Oberaargau vom 20.07.2017.

3. Zu einer Übertretungsbusse von CHF 2‘150.00, teilweise als Zusatzstrafe zum Strafbefehl der 
Staatsanwaltschaft Emmental-Oberaargau vom 20.07.2017. Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuld-
hafter Nichtbezahlung wird auf 21 Tage festgesetzt.

4. Zu einer Landesverweisung von 3 Jahren.

Es wird die Ausschreibung der Landesverweisung (Einreise- und Aufenthaltsverweigerung) im 
Schengener Informationssystem angeordnet.

5. Zu den Verfahrenskosten, sich zusammensetzend aus Gebühren von CHF 14‘324.00 und Aus-
lagen von CHF 5‘359.90, insgesamt bestimmt auf CHF 19‘683.90 (ohne Kosten für die amtliche 
Verteidigung).

Gebühren Untersuchung CHF 6’824.00
Gebühren Gericht CHF 7’500.00
Total CHF 14’324.00

Entschädigung Zeugen CHF 190.00
Auslagen Untersuchung CHF 3’669.90
Auftritt Staatsanwaltschaft CHF 1’500.00
Total CHF 5’359.90

Total Verfahrenskosten CHF 19’683.90

Die Gebühren setzen sich zusammen aus:

Die Auslagen setzen sich zusammen aus:

III. 

1. Der A.________ mit Urteil des Obergerichts des Kantons Bern vom 23.01.2017 für eine teilbe-
dingte Strafe von 24 Monaten im Umfang von 18 Monaten gewährte bedingte Vollzug wird 
nicht widerrufen.

2. A.________ wird verwarnt.

3. Die Verfahrenskosten für das Widerrufsverfahren von CHF 300.00 werden A.________ aufer-
legt.

4. Auf die Ausrichtung einer Entschädigung wird verzichtet.

IV.

Die amtliche Entschädigung und das volle Honorar für die amtliche Verteidigung von A.________ 
durch Fürsprecherin B.________ werden wie folgt bestimmt:

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Stunden Satz
Honorar Anwältin 62.53 200.00 CHF 12’506.00
Honorar Praktikant 1.00 100.00 CHF 100.00

CHF 733.60
Mehrwertsteuer 7.7% auf CHF 13’339.60 CHF 1’027.15
Total, vom Kanton Bern auszurichten CHF 14’366.75

volles Honorar Anwältin 62.53 250.00 CHF 15’382.50
volles Honorar Praktikant 1.00 125.00 CHF 125.00

CHF 733.60
Mehrwertsteuer 7.7% auf CHF 16’241.10 CHF 1’250.55
Total CHF 17’491.65

nachforderbarer Betrag CHF 3’124.90

Auslagen MWSt-pflichtig

Auslagen MWST-pflichtig

Der Kanton Bern entschädigt Fürsprecherin B.________ für die amtliche Verteidigung von 
A.________ mit CHF 14‘366.75. 
A.________ hat dem Kanton Bern die ausgerichtete amtliche Entschädigung zurückzuzahlen und 
Fürsprecherin B.________ die Differenz von CHF 3‘124.90 zwischen der amtlichen Entschädigung 
und dem vollen Honorar zu erstatten, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 
Abs. 4 StPO).

V.

Weiter wird beschlossen:

Schriftlich zu eröffnen:
- den Parteien

Schriftlich mitzuteilen (nach Eintritt der Rechtskraft):
- der Koordinationsstelle Strafregister
- dem Amt für Justizvollzug (AJV), Bewährungs- und Vollzugsdienste (BVD)
- dem Amt für Migration und Personenstand (MIP), Migrationsdienst (MIDI; 

Art. 82 VZAE)
- dem Obergericht des Kantons Bern (SK 16 259)
- dem Verwaltungsgericht des Kantons Bern (100.2019.296)

2. Berufung

Gegen dieses Urteil meldete A.________ (nachfolgend: Beschuldigter), amtlich 
verteidigt durch Fürsprecherin B.________, mit Eingabe vom 7. Februar 2020 (pag. 
1966) form- und fristgerecht die Berufung an. Die schriftliche Urteilsbegründung 
des Regionalgerichts Emmental-Oberaargau datiert vom 11. Mai 2020 (pag. 1975 
ff.) und wurde den Parteien mit Verfügung vom 11. Mai 2020 (pag. 1973 f.) zuge-
stellt. Mit Eingabe vom 29. Mai 2020 (pag. 2098 ff.) erklärte Fürsprecherin 
B.________ im Namen und Auftrag des Beschuldigten form- und fristgerecht die 
Berufung (pag. 2098 ff.). Angefochten wurden die Schuldsprüche gemäss Ziff. II. 
1., II. 2., II. 3.3., II. 4.1. und 4.3., II. 5.1-5.5., II. 8.1-8.9., II. 9., II. 10., sowie die 
Sanktion, Bemessung der Strafe, die Verurteilung zu einer Landesverweisung und 
deren Ausschreibung im Schengener Informationssystem (nachfolgend: SIS).

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Mit Verfügung vom 2. Juni 2020 (pag. 2103 f.) gewährte die Verfahrensleitung der 
Generalstaatsanwaltschaft die Gelegenheit, innert Frist Anschlussberufung zu er-
klären oder begründet ein Nichteintreten auf die Berufung zu beantragen. Mit Ein-
gabe vom 5. Juni 2020 verzichtete die Generalstaatsanwaltschaft auf die Erklärung 
der Anschlussberufung und machte auch keine Nichteintretensgründe geltend 
(pag. 2106 f.). 

Mit Eingabe vom 22. März 2021 (pag. 2284 ff.) beschränkte Fürsprecherin 
B.________ namens des Beschuldigten die Berufung auf die Sanktion (Strafzu-
messung sowie die ausgesprochene Landesverweisung) mit Ausnahme der Über-
tretungsbusse.

3. Oberinstanzliche Beweisergänzungen

In der Berufungserklärung vom 29. Mai 2020 (pag. 2098 ff.) stellte Fürsprecherin 
B.________ den Beweisantrag, die Ehefrau des Beschuldigten sei zu den persönli-
chen Verhältnissen der Familie als Zeugin/Auskunftsperson einzuvernehmen und 
stellte gleichzeitig die Einreichung weiterer Dokumente in Aussicht (pag. 2101).

Nachdem die Generalstaatsanwaltschaft mit Schreiben vom 5. Juni 2020 (pag. 
2106) auf eine Stellungnahme zu den Beweisanträgen verzichtete, wurde mit Be-
schluss vom 8. Juni 2020 (pag. 2108 f.) der Antrag auf Einvernahme der Ehefrau, 
E.________, gutgeheissen. 

Von Amtes wegen erfolgten in oberer Instanz folgende Beweisergänzungen:
- aktueller Leumundsbericht (datierend vom 12. Februar 2021, pag. 2184 ff.)
- Auszug aus dem Betreibungsregister (datierend vom 12. Februar 2021 pag. 

2187)
- Akten der burgerlichen Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (bKESB) ab 

Juni 2019 (pag. 2125 ff. und 2196 ff.)
- Schreiben des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern (datierend vom 4. März 

2021, pag. 2262)
- Strafregisterauszug (datierend vom 5. März 2021, pag. 2264 ff.)
- Bestätigung betreffend Sozialhilfebezug des Sozialamts M.________ (datierend 

vom 12. März 2021, pag. 2269)

Mit Schreiben vom 17. März 2021 (pag. 2272) reichte Fürsprecherin B.________ 
den Arbeitsvertrag (datierend vom 11. Januar 2021, pag. 2273 f.), das Arbeits-
zeugnis (datierend vom 4. März 2021, pag. 2275) sowie den Einsatzvertrag (datie-
rend vom 18. November 2021, pag. 2276) des Beschuldigten zu den Akten. 

Mit Schreiben vom 22. März 2021 (pag. 2284) reichte Fürsprecherin B.________ 
den Mietvertrag für die Wohnung in F.________ (datierend vom 19. März 2021, 
pag 2287 f.), den Antrag zur Prämienverbilligung (datierend vom 26. Februar 2021, 
pag. 2289), den Whatsapp-Verkehr betreffend Schäden in der Wohnung (pag. 
2290) sowie den UBS-Kontoauszug (datierend vom 21. März 2021, pag. 2291) zu 
den Akten. 

Schliesslich wurden die von Fürsprecherin B.________ anlässlich der oberinstanz-
lichen Verhandlung vom 25. März 2021 eingereichten Unterlagen (Sprechstunden-

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bericht datierend vom 24. März 2021, pag. 2318 f.; Übertrittsentscheid datierend 
vom 22. März 2021, pag. 2320; Übertrittsprotokoll datierend vom 19. März 2021, 
pag. 2321) zu den Akten erkannt. 

Weiter wurde der Beschuldigte und die Zeugin E.________ an der Berufungsver-
handlung vom 8. April 2021 erneut einvernommen (pag. 2299 ff.).

4. Oberinstanzliche Anträge der Parteien

Fürsprecherin B.________ stellte und begründete namens und im Auftrag des Be-
schuldigten anlässlich der oberinstanzlichen Verhandlung vom 25. März 2021 fol-
gende Anträge (pag. 2322):

1. Es sei festzustellen, dass der Freispruch, die Schuldsprüche gemäss Urteil vom 30.01.2020 des 
Regionalgerichts Emmental-Oberaargau Ziff. I., Ziff. II 1 bis 10 und III. in Rechtskraft erwachsen 
sind. Ebenfalls ist die Busse für die Übertretungen in Rechtskraft erwachsen.

2. Der Beschuldigte sei zu seiner Freiheitsstrafe von 10 Monaten zu verurteilen. Der Vollzug der 
Freiheitsstrafe sei aufzuschieben unter Ansetzung einer Probezeit von 3 Jahren.

3. Der Beschuldigte sei zu einer Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu je CHF 20, ausmachend CHF 
3600.00 zu verurteilen. Der Vollzug der Geldstrafe sei aufzuschieben unter Ansetzung einer Pro-
bezeit von 3 Jahren.

4. Es sei von einer Landesverweisung abzusehen.

5. Die erstinstanzlichen Verfahrenskosten seien dem Beschuldigten aufzuerlegen und das Honorar 
der amtlichen Verteidigung sei gemäss erstinstanzlicher Kostennote festzusetzen, soweit der Kos-
ten- und Entschädigungspunkt nicht bereits in Rechtskraft erwachsen ist.

6. Die oberinstanzlichen Verfahrenskosten und Parteikosten (gemäss heute eingereichter Honorar-
note) seien dem Staat aufzuerlegen ev. das Honorar der amtlichen Verteidigung sei gemäss Ho-
norarnote festzusetzen.

Die Anträge der Generalstaatsanwaltschaft im Berufungsverfahren lauteten wie 
folgt (Hervorhebungen im Original, pag. 2327 f.):

I.

Es sei festzustellen, dass das erstinstanzliche Urteil des Regionalgerichts Emmental-Oberaargau 
(Kollegialgericht in Dreierbesetzung) vom 30. Januar 2020 in Rechtskraft erwachsen ist hinsichtlich 

1. des Freispruchs von der Anschuldigung der einfachen Verkehrsregelverletzung, angeblich be-
gangen am 12.05.2017 in Y.________ durch Inverkehrbringen eines Fahrzeuges in nicht vor-
schriftsgemässem Zustand, ohne Ausrichtung einer Entschädigung und ohne Ausscheidung von 
Verfahrenskosten; 

2. der Schuldsprüche wegen Fälschung von Ausweisen und versuchten Erschleichens eines 
Ausweises, festgestellt am 22.12.2017, Führens eines Motorfahrzeuges in angetrunkenem 
Zustand mit qualifizierter Blutalkoholkonzentration, mehrfach begangen am 12.05.2017, 
16./17.10.2017 und 10.08.2019, Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung der Fahrun-
fähigkeit, begangen am 15.07.2017, 16./17.10.2017 (Versuch) und 10.08.2019, Führens eines 

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Motorfahrzeuges ohne Führerausweis, mehrfach begangen am 30.04.2017-25.09.2017, 
12.05.2017, 15.07.2017, 23.07.20107, 16./17.10.2017 und 10.08.2019, missbräuchlicher Ver-
wendung von Kontrollschildern, festgestellt am 12.05.2017, Führens eines Motorfahrzeugs 
ohne Versicherungsschutz, festgestellt am 12.05.2017, einfacher Verkehrsregelverletzung, 
mehrfach begangen durch Nichtbeachten eines polizeilichen Haltezeichens am 12.05.2017, 
Nichtbeherrschen des Fahrzeuges am 15.07.2017, pflichtwidriges Verhalten bei einem Unfall mit 
Sachschaden am 15.07.2017, Überschreiten der Höchstgeschwindigkeit innerorts um 18 km/h am 
23.07.2017, Nichtanpassen der Geschwindigkeit an die Strassenverhältnisse am 16./17.10.2017, 
pflichtwidriges Verhalten bei einem Unfall mit Sachschaden am 16./17.10.2017, Nichttragen des 
Sicherheitsgurtes am 16./17.10.2017, Nichtbeherrschen des Fahrzeuges am 10.08.2019 und 
pflichtwidriges Verhalten bei einem Unfall mit Sachschaden am 10.08.2019, Widerhandlung ge-
gen das Betäubungsmittelgesetz durch Konsum von Cannabis, festgestellt am 
16./17.10.2017 und Ungehorsams gegen eine amtliche Verfügung, begangen am 07.09.2018; 

3. der Verurteilung zu einer Busse von CHF 2'150.00, teilweise als Zusatzstrafe zum Urteil der 
Staatsanwaltschaft Emmental-Oberaargau vom 20.07.2017 (Ersatzfreiheitsstrafe von 21 Tagen); 

4. des Nicht-Widerrufs der A.________ mit Urteil des Obergerichts des Kantons Bern vom 
23.01.2017 für eine teilbedingte Strafe von 24 Monaten im Umfang von18 Monaten gewährten be-
dingten Vollzug, der Verwarnung und der Auferlage der Verfahrenskosten an A.________.

II.

A.________ sei gestützt auf die rechtskräftigen Schuldsprüche in Anwendung von Art. 34, 40 aStGB, 
22 Abs. 1, 47, 49 Abs. 1 und 2, 66abis, 106, 252, 292 StGB, Art. 31, 51, 91 Abs. 2 lit. a, 91a Abs. 1, 
95 Abs. 1 lit. a, 96 Abs. 2, 97 Abs. 1 lit. a+d SVG, Art. 1 lit. a, 2 lit. a Verordnung der Bundesversamm-
lung über Alkoholgrenzwerte im Strassenverkehr, Art. 426 ff. StPO

zu verurteilen:

1. zu einer Freiheitsstrafe von 26 Monaten; 

2. zu einer Geldstrafe von 2 Tagessätzen zu je CHF 50.00, ausmachend total CHF 100.00, als Zu-
satzstrafe zum Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Emmental- Oberaargau vom 20.07.2017; 

3. zu einer Landesverweisung von 3 Jahren (mit Ausschreibung der Einreise- und Aufenthaltsver-
weigerung im Schengener Informationssystem); 

4. zur Bezahlung der erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten (inkl, eine angemessene Ge-
bühr gemäss Art. 21 VKD).

III.

Im Weiteren sei zu verfügen: 

1. Das Honorar der amtlichen Verteidigerin sei gerichtlich zu bestimmen (Art. 135 StPO). 
2. Das Urteil sei gemäss Art. 82 VZAE dem Migrationsdienst mitzuteilen.

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5. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Das Berufungsgericht überprüft das erstinstanzliche Urteil nur in den angefochte-
nen Punkten (Art. 404 Abs. 1 der Schweizerischen Strafprozessordnung [StPO; SR 
312.0]). 

Der Beschuldigte focht das erstinstanzliche Urteil nur teilweise an (dazu Ziff. 2 hier-
vor); er beschränkte seine Berufung auf die Strafzumessung – mit Ausnahme der 
Übertretungsbusse – sowie auf die ausgesprochene Landesverweisung. 

Aufgrund der nur teilweisen Anfechtung des erstinstanzlichen Urteils kann festge-
halten werden, dass der Freispruch gemäss Ziff. I und die Schuldsprüche gemäss 
Ziff. II des erstinstanzlichen Urteils in Rechtskraft erwachsen sind. Ferner ist die 
Verurteilung zu einer Übertretungsbusse von CHF 2'150.00, der Verzicht auf den 
Widerruf sowie die erstinstanzliche Festsetzung der amtlichen Entschädigung von 
Fürsprecherin B.________ in Rechtskraft erwachsen. Von der Kammer neu zu 
überprüfen sind mithin die Strafzumessung – unter Ausschluss der rechtskräftigen 
Übertretungsbusse – sowie die Landesverweisung (samt Ausschreibung im SIS). 

Die Kammer verfügt bei der Überprüfung der angefochtenen Punkte über volle Ko-
gnition (Art. 398 Abs. 2 StPO). Aufgrund der alleinigen Berufung des Beschuldigten 
darf das Urteil nicht zu seinem Nachteil abgeändert werden; es ist das Verschlech-
terungsverbot (Verbot der «reformatio in peius») zu beachten (Art. 391 Abs. 2 
StPO).

II. Sachverhalt, Beweiswürdigung und rechtliche Würdigung

6. Vorbemerkungen 

Sämtliche Schuldsprüche blieben unangefochten und sind in Rechtskraft erwach-
sen. Es ist damit oberinstanzlich von dem durch die Vorinstanz jeweils als erwiesen 
erachteten Sachverhalt auszugehen, worauf verwiesen werden kann (pag. 1983 ff., 
S. 9 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Ebenso kann bezüglich der recht-
lichen Würdigung auf die erstinstanzlichen Erwägungen verwiesen werden (pag. 
2018 ff., S. 44 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Zur Beantwortung der 
sich stellenden Fragen bezüglich der Strafzumessung und der Landesverweisung 
ist es dennoch notwendig, sich ein Bild über die deliktischen Handlungen des Be-
schuldigten zu machen. Kurz zusammengefasst ist von folgenden deliktischen 
Handlungen des Beschuldigten auszugehen.

7. Fälschung von Ausweisen/versuchtes Erschleichen eines Ausweises

Der Beschuldigte reichte beim Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt (nachfolgend: 
SVSA) eine Fotografie eines auf ihn lautenden französischen Führerausweises so-
wie eine entsprechende Bestätigung der «G.________» ein. Mit den eingereichten 
Dokumenten – welche sich in der Folge als Fälschungen erwiesen – wollte der Be-
schuldigte das SVSA über den Bestand seiner Fahrberechtigung in Frankreich täu-
schen und gestützt darauf einen schweizerischen Führerausweis erlangen. Es 
konnte nicht ermittelt werden, ob der Beschuldigte die Dokumente selbst fälschte 

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oder fälschen liess. Der Beschuldigte wusste allerdings, dass es sich um Fäl-
schungen handelte. 

8. Mehrfaches Führen eines Motorfahrzeuges ohne Führerausweis

Der Beschuldigte führte in der Zeit vom 30. April 2017 bis am 25. September 2017 
(durch 32 Fahrten von C.________(Ortschaft) nach M.________ und zurück) sowie 
in der Zeit bis zum 10. August 2019 (vgl. nachfolgende Vorfälle [Ziff. 9-14]) mehr-
fach ein Fahrzeug, im Wissen darum, dass er über keinen gültigen Führerausweis 
verfügte.  

9. Vorfall vom 12. Mai 2017

Der Beschuldigte fuhr am 12. Mai 2017 um ca. 01:30 Uhr mit einer minimalen Blut-
alkoholkonzentration (nachfolgend: BAK) von 1.86 Gewichtspromille mit dem Auto 
von C.________(Ortschaft) in Richtung Zürich. Als der Beschuldigte mittels klar er-
sichtlichem Haltezeichen der Polizei zum Anhalten aufgefordert wurde, fuhr er ei-
nen Bogen um den vor ihm stehenden Polizisten und setzte seine Fahrt in Richtung 
Z.________ fort. Nach einer kurzen Verfolgung durch die Polizei hielt der Beschul-
digte an, stieg aus dem Fahrzeug aus und wollte seine Flucht zu Fuss fortsetzen, 
wobei er in der Folge durch die Polizei mittels Handfesseln arretiert werden konnte. 
Der Beschuldigte führte in der besagten Nacht einen Subaru Legacy 1.8 4WD, an 
welchem die Kontrollschilder eines auf ihn lautenden Land Rovers angebracht wa-
ren. 

Der Beschuldigte wurde aufgrund dessen des Führens eines Motorfahrzeuges in 
angetrunkenem Zustand mit qualifizierter BAK, des Führens eines Motorfahrzeuges 
ohne Führerausweis (vgl. Ziff. 8 hiervor), der missbräuchlichen Verwendung von 
Kontrollschildern, des Führens eines Motorfahrzeuges ohne Versicherungsschutz 
sowie des Nichtbeachtens eines polizeilichen Haltezeichens (einfache Verkehrsre-
gelverletzung) schuldig erklärt.

10. Vorfall vom 15. Juli 2017

Der Beschuldigte verursachte am 15. Juli 2017 einen Parkschaden und verliess – 
ohne diesen der Polizei oder dem Geschädigten zu melden – den Unfallort, obwohl 
er davon ausgehen musste, dass die Polizei aufgrund der zum Unfall führenden 
Umstände eine Blutprobe angeordnet hätte.

Der Beschuldigte wurde in der Folge des Führens eines Motorfahrzeuges ohne 
Führerausweis (vgl. Ziff. 8 hiervor), dem Nichtbeherrschen des Fahrzeuges, des 
pflichtwidrigen Verhaltens bei einem Unfall mit Sachschaden und der Vereitelung 
von Massnahmen zur Feststellung der Fahrunfähigkeit schuldig erklärt. 

11. Vorfall vom 23. Juli 2017

Der Beschuldigte wurde innerorts mit einer Geschwindigkeitsüberschreitung von 18 
km/h gemessen und in der Folge der Überschreitung der Höchstgeschwindigkeit 
innerorts um 18 km/h (einfache Verkehrsregelverletzung) sowie des Führens eines 
Motorfahrzeuges ohne Führerausweis (vgl. Ziff. 8 hiervor) schuldig erklärt. 

11

12. Vorfall vom 16./17. Oktober 2017
Am 16. bzw. 17. Oktober 2017 um ca. 00:00 Uhr fuhr der Beschuldigte – ohne den 
Sicherheitsgurt zu tragen – mit einer minimalen, rückgerechneten BAK von 1.9 
Gewichtspromille (inkl. Mischkonsum mit Cannabis) mit dem Auto von seinem Do-
mizil in Richtung Z.________. Auf der Rückfahrt kam der Beschuldigte von der 
Strasse ab und beschädigte dabei einen Weidezaun (Sachschaden ca. CHF 
100.00). Der Beschuldigte fuhr ungehindert weiter und prallte aufgrund der nicht 
angepassten Geschwindigkeit in eine Nische in der angrenzenden ansteigenden 
Böschung. Das Fahrzeug wurde anlässlich des Unfalls beschädigt und kam seitlich 
auf der Fahrbahn zu liegen. Der Beschuldigte verliess den Unfallort ohne den Un-
fall dem Geschädigten oder der Polizei zu melden, obwohl er davon ausgehen 
musste, dass die Polizei aufgrund der zum Unfall führenden Umstände eine Blut-
probe angeordnet hätte. Ferner unterliess er es, die Unfallstelle entsprechend zu 
sichern. 

Der Beschuldigte wurde gestützt auf diesen Vorfall des Führens eines Motorfahr-
zeuges in angetrunkenem Zustand mit qualifizierter BAK, des Führens eines Motor-
fahrzeuges ohne Führerausweis (vgl. Ziff. 8 hiervor), der Nichtanpassung der Ge-
schwindigkeit an die Strassenverhältnisse (einfache Verkehrsregelverletzung), des 
pflichtwidrigen Verhaltens bei einem Unfall mit Sachschaden (einfache Verkehrsre-
gelverletzung), der versuchten Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung der 
Fahrunfähigkeit, des Nichttragens des Sicherheitsgurtes (einfache Verkehrsregel-
verletzung) sowie der Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz durch 
Konsum von Cannabis schuldig erklärt. 

13. Ungehorsam gegen eine amtliche Verfügung

Der Beschuldigte kehrte am 7. September 2018 trotz zweifacher mündlicher poli-
zeilicher Wegweisung aus dem Kulturverein H.________ wiederholt an den besag-
ten Ort zurück. Gestützt darauf wurde der Beschuldigte des Ungehorsams gegen 
eine amtliche Verfügung schuldig erklärt. 

14. Vorfall vom 10. August 2019
Am 10. August 2019 fuhr der Beschuldigte mit dem ihm überlassenen Personen-
wagen von J.________ (Fahrzeughalterin) mit einer minimalen, rückgerechneten 
BAK von 1.65 Gewichtspromille von der I.________(Strasse) in 
C.________(Ortschaft) zur Gatoil-Tankstelle in M.________. J.________ befand 
sich als Beifahrerin ebenfalls im Fahrzeug. Der Beschuldigte verursachte in der 
Folge auf der K.________ einen Unfall, wobei sich der Personenwagen infolge 
Nichtbeherrschen des Fahrzeuges um 180 Grad drehte und mit dem Heck eines 
parkierten Personenwagens kollidierte. Durch die Kollision entstand ein Sachscha-
den. Der Beschuldigte verliess in der Folge den Unfallort ohne diesen dem Ge-
schädigten oder der Polizei zu melden, obwohl er davon ausgehen musste, dass 
die Polizei aufgrund der zum Unfall führenden Umstände eine Blutprobe angeord-
net hätte.

Der Beschuldigte wurde infolgedessen des Führens eines Motorfahrzeuges in an-
getrunkenem Zustand mit qualifizierter BAK, des Führens eines Motorfahrzeuges 

12

ohne Führerausweis (vgl. Ziff. 8 hiervor), des Nichtbeherrschen des Fahrzeuges 
(einfache Verkehrsregelverletzung) und des pflichtwidrigen Verhaltens bei einem 
Unfall mit Sachschaden (einfache Verkehrsregelverletzung) schuldig erklärt. 

III. Strafzumessung

15. Anwendbares Recht

Vorweg ist im Rahmen der Strafzumessung jeweils die Frage des anwendbaren 
Rechts zu klären, sofern ein oder mehrere Sachverhalte zu beurteilen sind, die sich 
vor Inkrafttreten des StGB in seiner aktuellen Fassung ereignet haben (Art. 2 Abs. 
1 StGB). Am 1. Januar 2018 sind die revidierten Bestimmungen des allgemeinen 
Teils des StGB in Kraft getreten. Hat der Täter ein Verbrechen oder Vergehen vor 
Inkrafttreten des neuen Strafgesetzbuches begangen, erfolgt die Beurteilung aber 
erst nachher, so ist gemäss Art. 2 Abs. 2 StGB das neue Gesetz anzuwenden, 
wenn dieses für ihn das mildere ist. Der Vergleich der Schwere verschiedener 
Strafnormen ist nach der sog. konkreten Methode vorzunehmen, wonach umfas-
sende Beurteilungen des Sachverhalts nach altem und nach neuem Recht ge-
genüberzustellen sind. Anzuwenden ist in Bezug auf ein und dieselbe Tat nur ent-
weder das alte oder das neue Recht (BGE 134 IV 82 E. 6.2). Ausschlaggebend ist, 
nach welchem der beiden Rechte der Täter für die gerade zu beurteilende Tat bes-
ser wegkommt (vgl. zum Ganzen Trechsel/Vest, in: Trechsel/Pieth [Hrsg.], Schwei-
zerisches Strafgesetzbuch Praxiskommentar, 3. Aufl. 2018, N 11 zu Art. 2 StGB mit 
Hinweisen; Andreas Donatsch, Schweizerisches Strafgesetzbuch, 19. Aufl., Zürich 
2013, S. 34 N 10 sowie BGE 126 IV 5 S. 8 – je mit Hinweisen). Der Gesetzesver-
gleich hat sich ausschliesslich nach objektiven Gesichtspunkten zu richten (BGE 
134 IV 82, E. 6.2.2). Sind im Übrigen die Sanktionen im Einzelfall gleichwertig, so 
ist altes Recht anzuwenden (Popp/Keshelava, in: Basler Kommentar zum Straf-
recht, Bd. I, 4. Aufl. 2018, N 20 zu Art. 2 StGB mit weiteren Hinweisen).

Die neu eingetretenen Änderungen des Sanktionenrechts haben vor allem den 
Anwendungsbereich der Geldstrafe eingeschränkt und denjenigen der Freiheits-
strafe ausgeweitet. Die Vorinstanz hat diesbezüglich Folgendes zutreffend festge-
halten (pag. 2040, S. 66 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung):

Weiter sieht der neue Art. 34 Abs. 1 StGB vor, dass die Geldstrafe höchstens 180 und nicht mehr 360 
Tagessätze beträgt. Zudem beläuft sich gemäss dem neuen Art. 40 Abs. 1 StGB die 
Mindestfreiheitsstrafe auf drei Tage und nicht mehr auf sechs Monate. Schliesslich setzt nach dem 
neuen Art. 41 Abs. 1 StGB das Erkennen auf Freiheits- statt auf Geldstrafe alternativ statt kumulativ 
voraus, dass eine Freiheitsstrafe geboten erscheint, um den Täter von der Begehung weiterer 
Verbrechen oder Vergehen abzuhalten oder eine Geldstrafe voraussichtlich nicht vollzogen werden 
kann. Da diese Änderungen für den Beschuldigten grundsätzlich nicht milder sind, ist jedenfalls für 
Taten vor dem 31.12.2017 das alte Gesetz (Art. 34, 40 und 41 aStGB) anzuwenden (Art. 2 Abs. 2 
StGB e contrario). Da im konkreten Fall – soweit keine Übertretungen vorliegen und eine Geldstrafe 
nicht zwingend zusätzlich auszusprechen ist – eine Freiheitsstrafe auszusprechen ist, hat das 
anwendbare Recht im Ergebnis keine Auswirkungen auf Schuldsprüche oder Sanktionen.

13

Der Beschuldigte hat die vorliegend zu beurteilenden Delikte in der Zeit vom 30. 
April 2017 bis am 10. August 2019 – mithin vor und nach Inkrafttreten des Strafge-
setzbuches in seiner Fassung vom 1. Januar 2018 – verübt. Die Vorinstanz hat 
diesbezüglich korrekt festgehalten, dass die Strafandrohungen für die begangenen 
Delikte unverändert geblieben sind (pag. 2040, S. 66 der erstinstanzlichen Urteils-
begründung). Für die Vorfälle vom 7. September 2018 (Ungehorsam gegen eine 
amtliche Verfügung) und vom 10. August 2019 (Führen eines Motorfahrzeuges oh-
ne Führerausweis; Nichtbeherrschen des Fahrzeuges; pflichtwidriges Verhalten bei 
einem Unfall mit Sachschaden) sind die am 1. Januar 2018 in Kraft getretenen Be-
stimmungen des allgemeinen Teils des StGB anzuwenden, während für die restli-
chen Delikte grundsätzlich zu prüfen wäre, ob das neue Recht aufgrund der in Art. 
34 Abs. 1 StGB vorgesehenen Höchstgrenze von 180 Tagessätzen Geldstrafe 
nicht milder wäre. Wie nachfolgend aufzuzeigen ist, ist indes in Übereinstimmung 
mit der Vorinstanz die Ausfällung einer Freiheitsstrafe angezeigt, sofern es sich 
nicht um eine Übertretung handelt und eine Geldstrafe nicht zwingend auszuspre-
chen ist. Auch daraus erscheint in der konkreten Anwendung das neuere Recht 
ebenfalls nicht als das mildere.

16. Überprüfung durch die Kammer 

Die Strafkammern des Obergerichtes verfügen als Berufungsgericht über umfas-
sende Kognition in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht (Art. 398 Abs. 2 und 3 
StPO). Das gilt auch für die Strafzumessung, doch sind die Kammern bei gleich-
bleibenden Schuldsprüchen und vergleichbarer Gewichtung der übrigen Strafzu-
messungsfaktoren bezüglich einer allfälligen Abweichung von der durch die Vorin-
stanz festgelegten Sanktion zurückhaltend, da die erstinstanzlichen Gerichte von 
allen Aspekten des beurteilten Falles einen unmittelbaren Eindruck gewinnen und 
in bestimmten Deliktskategorien über eine reiche Praxis mit vielen Vergleichsmög-
lichkeiten verfügen. Für gleiche Schuldsprüche ist daher in solchen Fällen eine Kor-
rektur im Strafmass durch die Kammer nur angezeigt, wenn wesentliche Tat- oder 
Täterkomponenten unberücksichtigt geblieben oder falsch gewürdigt worden sind 
oder wenn seit dem erstinstanzlichen Urteil wesentliche, die Strafzumessung be-
einflussende Änderungen eingetreten sind.

17. Grundlagen der Strafzumessung

Für die allgemeinen Grundlagen zur Strafzumessung – insbesondere betreffend die 
Gesamtstrafenbildung und die Strafart – kann vorab auf die zutreffenden Aus-
führungen der Vorinstanz verwiesen werden (pag. 2038 f., S. 64 f. der erstinstanzli-
chen Urteilsbegründung). 

Ergänzend ist festzuhalten, dass die Richtlinien für die Strafzumessung des Ver-
bands Bernischer Richterinnen und Richter, Staatsanwältinnen und Staatsanwälte 
(VBRS) zur Orientierung bei der Strafzumessung dienen.

18. Strafrahmen und Strafart

Der Beschuldigte hat sich unter anderem der Fälschung von Ausweisen, des Er-
schleichens eines Ausweises, des Führens eines Motorfahrzeuges in angetrunke-

14

nem Zustand mit qualifizierter BAK, der Vereitelung von Massnahmen zur Feststel-
lung der Fahrunfähigkeit, des Führens eines Motorfahrzeuges ohne Führerausweis, 
der missbräuchlichen Verwendung von Kontrollschildern und des Führens eines 
Motorfahrzeuges ohne Versicherungsschutz schuldig gemacht. 

Vorliegend lässt sich die schwerste Straftat nicht anhand der abstrakten Strafan-
drohungen bestimmen, sehen doch sämtliche Vergehen eine Freiheitsstrafe bis zu 
drei Jahren oder eine Geldstrafe vor. Folglich ist für die Festlegung des schwersten 
Delikts auf die konkreten Umstände abzustellen. Die konkreten Umstände berück-
sichtigend, kommen als schwerste Straftaten die Vorfälle vom 12. Mai 2017 sowie 
vom 16./17. Oktober 2017 des Führens eines Motorfahrzeuges in angetrunkenem 
Zustand mit qualifizierter BAK in Betracht. Aufgrund der geplanten langen Strecke 
und der hohen BAK erachtet die Kammer – in Übereinstimmung mit der Vorinstanz 
– das Führen eines Motorfahrzeuges in angetrunkenem Zustand mit einer qualifi-
zierten BAK von 1.86 Gewichtspromille vom 12. Mai 2017 von 
C.________(Ortschaft) in Richtung Zürich (festgestellt in Y.________) als schwers-
te Straftat. Die Einsatzstrafe ist somit anhand des Vorfalls vom 12. Mai 2017 (vgl. 
Ziff. 9 hiervor) zu bestimmen. 

Es liegen keine ausserordentlichen Umstände vor, die ausnahmsweise zu einem 
Abweichen vom ordentlichen Strafrahmen führen würden. Die angemessene Strafe 
ist daher vorliegend innerhalb des ordentlichen Strafrahmens festzulegen. 

Die Vorinstanz beurteilte einleitend genannte Delikte gemeinsam und sprach hier-
für im Rahmen einer Gesamtbetrachtung eine Einheitsstrafe bzw. eine Gesamtfrei-
heitsstrafe aus. Die Verteidigung rügte zusammenfassend, dass eine Geldstrafe 
nicht ausgeschlossen werden könne, zumal der Beschuldigte nun eine Arbeitsstelle 
angetreten habe und über ein monatliches Einkommen verfüge. Somit könne er ei-
ne Geldstrafe grundsätzlich bezahlen (vgl. Parteivortrag, pag. 2310). Eine negative 
Vollstreckungsprognose im Sinne von Art. 41 Abs. 1 lit. b StGB müsse verneint 
werden, da der Beschuldigte arbeite und alles daran setze, seine Schulden abzu-
bauen. Auch bei Mittellosigkeit dürfe die Vollziehbarkeit einer Geldstrafe nicht ohne 
Weiteres als unwahrscheinlich gelten (vgl. Parteivortrag, pag. 2311). Es bleibt so-
mit zu prüfen, ob sich in Übereinstimmung mit der Vorinstanz eine Gesamtfreiheits-
strafe aufdrängt oder ob eine Geldstrafe auszusprechen ist. 

Der Beschuldigte weist zahlreiche Vorstrafen im Bereich des Strassenverkehrs auf 
(pag. 2264 ff.). Darunter Verurteilungen wegen mehrfachen Fahrens in fahrunfähi-
gem Zustand mit qualifizierter BAK, Führen eines Motorfahrzeuges ohne erforderli-
chen Führerausweis und einfacher Verkehrsregelverletzungen. Der Beschuldigte 
wurde dafür jeweils zu unbedingt zu vollziehenden Geldstrafen verurteilt. Die Ver-
teidigung bringt diesbezüglich – und in Abweichung zur Vorinstanz (pag. 2042, S. 
68 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung) – zu Recht vor, dass der Beschuldigte 
erstmals erstinstanzlich aufgrund von Strassenverkehrsdelikten zu einer Freiheits-
strafe verurteilt worden ist (vgl. Parteivortrag, pag. 2310). Zwar wurde er am 23. 
Januar 2017 zu einer Freiheitsstrafe von 24 Monaten, davon bedingt vollziehbar 18 
Monate mit einer Probezeit von 3 Jahren, verurteilt (pag. 2265 f.). Die Freiheitsstra-
fe wurde allerdings wegen Vergewaltigung ausgesprochen und nicht aufgrund der 
im gleichen Verfahren abgeurteilten Strassenverkehrsdelikte, welche mit einer 

15

Geldstrafe geahndet wurden (vgl. Urteil des Obergerichts vom 23. Januar 2017 SK 
16 259, E. 10).

Der Beschuldigte zeigte sich von den bisher ausgesprochenen unbedingten Gelds-
trafen vollkommen unbeeindruckt. So delinquierte er nur wenige Monate nach sei-
ner letzten Verurteilung vom 23. Januar 2017 (unter anderem wegen Fahren in 
fahrunfähigem Zustand mit qualifizierter BAK) ungehindert weiter. Im Übrigen zeig-
te auch das laufende Strafverfahren keinerlei Wirkung, verübte der Beschuldigte 
doch auch währenddessen weitere Delikte im Bereich des Strassenverkehrs. Auf-
grund dessen ist eine blosse Geldstrafe nach der Auffassung der Kammer nicht 
geeignet, den Beschuldigten künftig davon abzuhalten, weitere Delikte zu begehen. 
Daran ändert auch die Tatsache seiner neuen Arbeitsstelle nichts. Aus dem Betrei-
bungsregisterauszug des Beschuldigten (pag. 2187 ff.) erhellt, dass per 12. Febru-
ar 2021 über 116 Verlustscheine in der Höhe von gesamthaft CHF 200'178.93 auf-
geführt sind. Darunter sind auch diverse Verlustscheine der Staatsanwaltschaft 
Emmental-Oberaargau verzeichnet, was darauf hindeutet, dass der Beschuldigte 
seine bisherigen Geldstrafen nicht bezahlt hat. Hinzu treten die hohen Sozialhilfe-
schulden der Familie, die aus ihrer langjährigen Sozialhilfeabhängigkeit herrühren 
und den Schuldenberg der Familie weiter ansteigen lassen (pag. 2269). Trotz der 
neuen Anstellung des Beschuldigten ist eine Geldstrafe mit Blick auf die hohen 
Schulden und die laufenden Kosten der Familie nicht zweckmässig. Eine Geldstra-
fe würde zudem vor allem das Familienbudget belasten. All dies führt dazu, dass 
für die im vorliegenden Fall zu sanktionierenden Delikte je für sich allein eine Frei-
heitsstrafe die einzig zweckmässige und effiziente Sanktion ist. Für sämtliche vom 
Beschuldigten begangenen Vergehen sind somit Freiheitsstrafen auszufällen, wo-
durch einer Gesamtfreiheitsstrafenbildung nichts im Wege steht. Dabei hindert 
auch Art. 41 Abs. 1 aStGB das Gericht nicht daran, auf Einzelfreiheitsstrafen von 
weniger als sechs Monaten zu erkennen, wenn die daraus zu bildende Gesamtstra-
fe sechs Monate übersteigt (Urteil des Bundesgerichts vom 30. April 2018 
6B_483/2016 E. 4.3).

19. Einsatzstrafe: Führen eines Motorfahrzeuges in angetrunkenem Zustand mit 
qualifizierter BAK vom 12. Mai 2017 

19.1 VBRS-Richtlinien

Die VBRS-Richtlinien gehen von folgendem Referenzsachverhalt aus 
(VBRS-Richtlinien, S. 16): Gutbeleumdeter Beschuldigter besucht mit dem Auto ei-
ne Wirtschaft und fährt nach Wirtschaftsschluss über eine Strecke von 4 - 8 km 
nach Hause. Vorstrafen: 2-3 Verkehrsübertretungen (ohne FiaZ). In Bezug auf die-
sen Referenzsachverhalt sehen die Richtlinien für das Fahren mit qualifizierter BAK 
ab 1.8 Gewichtspromille 100 Strafeinheiten vor. Die einschlägigen Vorstrafen sind 
nachfolgend erst im Rahmen der Täterkomponenten zu berücksichtigen (vgl. Ziff. 
21 hiernach).

19.2 Objektive Tatschwere

Der zu beurteilende Sachverhalt ist nicht gänzlich mit dem Referenzsachverhalt 
vergleichbar. Der Beschuldigte legte vorliegend eine Distanz von ungefähr 20 km 
(von seinem Domizil in C.________(Ortschaft) bis zur Anhaltung auf der 

16

L.________(Strasse) in Y.________) mit einer minimalen BAK von 1.86 Gewichts-
promille zurück. Zu berücksichtigen ist, dass der Beschuldigte vorhatte bis nach 
Zürich zu seinem Bruder zu fahren, wobei seine geplante Fahrt durch die polizeili-
che Anhaltung bereits in Y.________ unterbrochen wurde. Bei der alkoholisierten 
Fahrt entstand weder ein Personen- noch Sachschaden, allerdings hatte die – 
wenn auch kurze –  Fluchtfahrt des Beschuldigten eine erhöhte abstrakte Gefähr-
dung zur Folge. 

In Anbetracht der gesamten Umstände wiegt das Tatverschulden des Beschuldig-
ten innerhalb des ordentlichen Strafrahmens leicht. Im Vergleich zum Referenz-
sachverhalt der VBRS-Richtlinien liegt aufgrund der deutlich längeren zurückgeleg-
ten Strecke, der leicht höheren BAK sowie der Fluchtfahrt ein erhöhtes Verschul-
den vor. Eine Strafe von 150 Tagen bzw. 5 Monaten Freiheitsstrafe scheint – in 
Übereinstimmung mit der Vorinstanz – angemessen. 

19.3 Subjektive Tatschwere

Der Beschuldigte war sich seiner Fahrunfähigkeit bewusst und entschied sich den-
noch dafür, die Fahrt nach Zürich anzutreten. Er handelte direktvorsätzlich, was 
sich vorliegend neutral auswirkt.

Zu den Beweggründen hat die Vorinstanz zutreffend festgehalten, dass der Be-
schuldigte seinem Bruder das Auto überbringen wollte, woraus sich nichts zu sei-
nen Gunsten ableiten lässt (pag. 2047, S. 73 der erstinstanzlichen Urteilsbegrün-
dung). Auch die Beweggründe und Ziele der Tat wirken sich somit neutral aus.  

Schliesslich wäre es für den Beschuldigten ein Leichtes gewesen die alkoholisierte 
Fahrt zu unterlassen bzw. seinem Bruder das Fahrzeug an einem anderen Tag zu 
übergeben. Die Tat wäre ohne Weiteres vermeidbar gewesen, was sich allerdings 
neutral auswirkt. 

19.4 Fazit Einsatzstrafe

Aus vorerwähnten Gründen wiegt das gesamte Tatverschulden des Beschuldigten 
für die schwerste Straftat – in Relation zum weiten Strafrahmen bis zu drei Jahren 
Freiheitsstrafe – leicht. Für das Tatverschulden erscheint der Kammer eine Ein-
satzstrafe von 150 Strafeinheiten bzw. 5 Monaten Freiheitsstrafe als schuldange-
messen. 

20. Asperation aufgrund der weiteren Schuldsprüche

20.1 Fälschung von Ausweisen

20.1.1 VBRS-Richtlinien

Die VBRS-Richtlinien gehen wiederum von einem Referenzsachverhalt aus 
(VBRS-Richtlinien, S. 50): Der Täter fälscht eine ID, um so den Zutritt zu einem für 
ihn gesperrten Spielcasino zu erlangen. In Bezug auf diesen Referenzsachverhalt 
sehen die Richtlinien für die Fälschung von Ausweisen 20 Strafeinheiten vor. Je 
nach Häufigkeit des Gebrauchs oder bei aufwändiger Fälschung ist die Strafe ent-
sprechend zu erhöhen. 

17

20.1.2 Objektive und subjektive Tatschwere

Der Beschuldigte reichte beim SVSA eine Fotografie eines auf ihn lautenden 
französischen Führerausweises sowie eine entsprechende Bestätigung der 
«G.________» ein, wobei es sich bei beiden Dokumenten um Fälschungen handel-
te. Die Vorinstanz hat diesbezüglich richtigerweise festgehalten, dass aufgrund der 
Verwendung von zwei gefälschten Dokumenten – mit Blick auf den Referenzsach-
verhalt – eine Erhöhung der Strafe angezeigt ist (pag. 2047, S. 73 der erstinstanzli-
chen Urteilsbegründung). 

Der Beschuldigte handelte direktvorsätzlich. Er reichte die beiden gefälschten Do-
kumente bewusst beim SVSA ein, um in der Folge einen schweizerischen Füh-
rerausweis zu erlangen. Dabei wäre es für ihn ein Leichtes gewesen, den Füh-
rerausweis auf legale Weise zu erwerben bzw. die dafür erforderlichen Prüfungen 
abzulegen. Die Tat wäre somit ohne Weiteres vermeidbar gewesen. Insgesamt ist 
in Bezug auf den weiten Strafrahmen (Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren) von einem 
leichten Tatverschulden auszugehen. Die Kammer schliesst sich der Vorinstanz an, 
wonach – im Vergleich zum Referenzsachverhalt leicht erhöht – von 30 Tagen 
Freiheitsstrafe ausgegangen werden kann. 

20.2 Asperation

Von den hiervon erwähnten 30 Tagen Freiheitsstrafe sind 20 Tage zu asperieren. 

20.3 Versuchtes Erschleichen eines Ausweises

20.3.1 VBRS-Richtlinien

Die VBRS-Richtlinien sehen für das Erschleichen von Ausweisen oder Bewilligun-
gen eine Strafe von 12 Strafeinheiten sowie eine Verbindungsbusse von mindes-
tens CHF 200.00 vor (VBRS-Richtlinien, S. 8). 

20.3.2 Objektive und subjektive Tatschwere (inkl. Berücksichtigung Versuch)

Der Beschuldigte versuchte mit den gefälschten Dokumenten einen schweizeri-
schen Führerausweis zu erlangen (vgl. Ziff. 20.1.2. hiervor). Die Vorinstanz ist mit 
Blick auf den weiten Strafrahmen zu Recht von einem leichten Verschulden ausge-
gangen. Hinzu tritt, dass die Tatbegehung vorliegend im Versuchsstadium blieb. 
Dass es dem Beschuldigten trotz seiner Bemühungen schliesslich nicht gelang ei-
nen schweizerischen Führerausweis zu erlangen, ist einzig darauf zurückzuführen, 
dass den Behörden das Fehlen der entsprechenden Anspruchsvoraussetzungen 
aufgefallen ist. Unter diesen Umständen rechtfertigt sich gestützt auf Art. 22 Abs. 1 
aStGB eine Strafminderung von 12 auf 10 Tage Freiheitsstrafe.

20.3.3 Asperation

Zumal das versuchte Erschleichen eines Ausweises vorliegend in einem engen 
Sachzusammenhang mit der Fälschung von Ausweisen steht, ist der Vorinstanz 
zuzustimmen, wonach die 10 Tage Freiheitsstrafe mit ½ – somit mit 5 Tagen – zu 
asperieren sind. 

18

20.4 Führen eines Motorfahrzeuges in angetrunkenem Zustand mit qualifizierter 
BAK vom 16./17. Oktober 2017

20.4.1 VBRS-Richtlinien

Betreffend der in den VBRS-Richtlinien empfohlenen Strafe sowie den Referenz-
sachverhalt, kann auf die Ausführungen in Ziff. 19.1 hiervor verwiesen werden. 

20.4.2 Objektive und subjektive Tatschwere

Die Fahrt vom 16./17. Oktober 2017 mit einer qualifizierten BAK von 1.9 Gewichts-
promille übersteigt tendenziell das Verschulden des Normsachverhalts der VBRS-
Richtlinien. Der Beschuldigte legte eine deutlich längere Strecke in alkoholisiertem 
Zustand zurück, wobei die BAK von 1.9 Gewichtspromille – in Relation zum Ver-
gleichswert der VRBS-Richtlinien von 1.8 Gewichtspromille – ebenfalls erhöht war. 
Hinzu tritt, dass der Beschuldigte einen Mischkonsum mit Cannabis aufwies. Der 
Beschuldigte verursachte einen Sachschaden (Beschädigung Weidezaun) und fuhr 
in der Folge ungehindert weiter, bis er nach ca. 250 Metern in eine Nische in der 
angrenzenden ansteigenden Böschung prallte. Durch den Aufprall wurde das Fahr-
zeug zurück auf die Fahrbahn geschleudert. Wie die Vorinstanz richtigerweise fest-
gehalten hat, handelte es sich bei der Fahrbahn um eine schwach befahrene aber 
kurvenreiche Strasse, die durch einen dichten Wald führt und keine Strassenbe-
leuchtung aufweist (pag. 2048 f., S. 74 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). 
Dass das Verhalten des Beschuldigten zu keinen weiteren Sach- oder Personen-
schäden führte, ist einzig dem Zufall zu verdanken. Im Ergebnis ist – mit Blick auf 
den weiten Strafrahmen – von einem leichten objektiven Verschulden auszugehen. 

Der Beschuldigte begann gemäss eigenen Aussagen um 22:00 Uhr zu Hause Al-
kohol – konkret ein Liter Bier sowie 2-3 dl Whiskey – zu konsumieren. Er war sich 
seiner Fahrunfähigkeit bewusst und entschied sich dennoch dafür, ein Fahrzeug zu 
lenken, womit er direktvorsätzlich handelte. Zudem wäre es für ihn ein Leichtes 
gewesen, die alkoholisierte Fahrt zu unterlassen, äusserte er doch selbst, dass er 
nur kurz das Auto habe probieren wollen, um zu schauen ob die Pumpe funktionie-
re (pag. 155, Frage 99). Die Tat wäre in Anbetracht dessen ohne Weiteres ver-
meidbar gewesen. Insgesamt wirken sich diese Umstände neutral auf das subjekti-
ve Tatverschulden aus. 

Die Kammer schliesst sich der Vorinstanz an, wonach – aufgrund der zurückgeleg-
ten deutlich längeren Strecke, der höheren BAK (inkl. Mischkonsum mit Cannabis) 
sowie der Verursachung eines Sachschadens – eine Strafe von 150 Tagen bzw. 5 
Monaten Freiheitsstrafe angemessen erscheint. 

20.4.3 Asperation

Von den hiervon erwähnten 150 Tagen Freiheitsstrafe sind 100 Tage zu asperie-
ren. 

19

20.5 Führen eines Motorfahrzeuges in angetrunkenem Zustand mit qualifizierter 
BAK vom 10. August 2019

20.5.1 VBRS-Richtlinien

Betreffend den Referenzsachverhalt, kann auf die Ausführungen in Ziff. 19.1 hier-
vor verwiesen werden. In Bezug auf diesen Referenzsachverhalt sehen die Richtli-
nien für das Fahren mit qualifizierter BAK ab 0.8 Gewichtspromille 25 Strafeinhei-
ten vor (VBRS-Richtlinien, S. 16).

20.5.2 Objektive und subjektive Tatschwere

Die Vorinstanz führte zum objektiven Tatverschulden betreffend das Führen eines 
Motorfahrzeuges in angetrunkenem Zustand mit qualifizierter BAK vom 10. August 
2019 Folgendes aus (pag. 2049 f., S. 75 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegrün-
dung):

Das Ausmass der Gefährdung der betroffenen Rechtsgüter ist auch beim Vorfall vom 10.08.2019 
nicht zu vernachlässigen, aber insgesamt etwas geringer als bei den anderen beiden Vorfällen. Der 
Beschuldigte fuhr mit einer Blutalkoholkonzentration von 0.8 Gewichtspromille mit dem Fahrzeug von 
J.________ um 21:45 Uhr in M.________, als sich dieses drehte und mit dem Heck eines korrekt par-
kierten Fahrzeugs kollidierte. Im Unterschied zu den Vorfällen vom 12.05.2017 und 16./17.10.2017 
fuhr der Beschuldigte eine wesentlich kürzere Strecke von rund 2-3 km, was das Verschulden leicht 
mindert. Dies wird allerdings dadurch relativiert, dass der Beschuldigte einen Unfall mit Sachschaden 
verursacht hat, was sich wiederum verschuldenserhöhend auswirkt. Weiter wies der Beschuldigte ei-
ne tiefere Alkoholisierung als bei den übrigen Vorfällen auf, was deutlich verschuldensmindernd zu 
werten ist. Ferner ist zu berücksichtigen, dass der Unfall den Beschuldigten nicht davon abhielt, 
zunächst weiterzufahren, was sein Verhalten zusätzlich verwerflich macht und das Verschulden leicht 
erhöht. Die Tat erfolgte sodann eher spontan.

Das objektive Tatverschulden wiegt vorliegend noch leicht und weniger schwer als bei den beiden 
Vorfällen vom 12.05.2017 und 16./17.10.2017. Gestützt auf die objektiven Tatkomponenten erschei-
nen 3 Monate Freiheitsstrafe als angemessen. 

Den Ausführungen ist insofern zuzustimmen, als im vorliegenden Fall ein – im Ver-
gleich zum Normsachverhalt der VBRS-Richtlinien – erhöhtes Verschulden vorliegt. 
Leicht Verschuldensmindernd fällt zunächst die (im Vergleich zum Referenzsach-
verhalt) relativ kurze zurückgelegte Strecke von rund 3 km ins Gewicht. Ergänzend 
ist festzuhalten, dass sich der Beschuldigte nicht allein im Auto befand, sondern 
J.________ (Fahrzeughalterin) als Beifahrerin anwesend war, was sich verschul-
denserhöhend auswirkt. Hinzu kommt, dass der Beschuldigte das Fahrzeug bereits 
auf dem Hinweg zur Tankstelle (alkoholisiert) lenkte. Die alkoholisierte Fahrt führte 
schliesslich zu einem Sachschaden und zu einer zumindest abstrakten Gefähr-
dung, was verschuldenserhöhend zu berücksichtigen ist. Der Vorinstanz ist ferner 
zuzustimmen, dass in Anbetracht der gesamten Umstände – mit Blick auf den wei-
ten Strafrahmen – von einem leichten objektiven Verschulden auszugehen ist. 
Zwar weicht der Vorfall vom Referenzsachverhalt ab, allerdings erachtet die Kam-
mer aufgrund der kurzen zurückgelegten Strecke und der minimalen BAK von 0.8 
Gewichtspromille – in Abweichung zur Vorinstanz – eine Erhöhung der empfohle-
nen 25 Strafeinheiten auf 45 Strafeinheiten als angemessen. 

20

Betreffend das subjektive Tatverschulden kann festgehalten werden, dass es sich 
zwar um eine spontane, allerdings direktvorsätzliche Tat des Beschuldigten handel-
te. Er konsumierte anlässlich des Barbecues Alkohol und war sich seiner Fahrun-
fähigkeit bewusst. Schliesslich wäre es für ihn ohne Weiteres möglich gewesen, die 
alkoholisierte Fahrt zu unterlassen und den relativ kurzen Weg zur Tankstelle zu 
Fuss zu bestreiten. Die Tat wäre mithin durchaus vermeidbar gewesen. Diese Um-
stände wirken sich in Bezug auf das subjektive Tatverschulden neutral aus.  

20.5.3 Asperation

Asperiert erscheinen für das Führen eines Motorfahrzeuges in angetrunkenem Zu-
stand mit qualifizierter BAK 30 Tage Freiheitsstrafe als angemessen.

20.6 Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung der Fahrunfähigkeit vom 15. 
Juli 2017

20.6.1 VBRS-Richtlinien

Die VBRS-Richtlinien sehen für die Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung 
der Fahrunfähigkeit mit einem Motorfahrzeug ohne Unfall oder mit einem 
Bagatellunfall wie Parkschaden, Zaun gestreift oder Schleichweg benutzt eine Re-
ferenzstrafe von 12 Strafeinheiten sowie eine Verbindungsbusse von mindestens 
CHF 800.00 vor (VBRS-Richtlinien, S. 17).

20.6.2 Objektive und subjektive Tatschwere

Die Vorinstanz führte betreffend die Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung 
der Fahrunfähigkeit vom 15. Juli 2017 Folgendes aus (pag. 2050, S. 76 der erstin-
stanzlichen Urteilsbegründung):

Der Beschuldigte verursachte am 15.07.2017 in Z.________ einen Parkschaden mit seinem Fahrzeug 
Peugeot F 806 am korrekt parkierten Audi D A4. Der Sachschaden am anderen Auto belief sich auf 
ca. CHF 2‘000.00. Dabei handelt es sich um einen Bagatellunfall. Der Beschuldigte verliess den Un-
fallort, obwohl er nach dem Unfall davon ausgehen musste bzw. wusste, dass die Polizei aufgrund der 
zum Unfall führenden Umstände eine Blutprobe angeordnet hätte. Er wollte die Durchführung einer 
entsprechenden Massnahme verhindern. Der Beschuldigte handelte direktvorsätzlich. Die Tat wäre 
auch ohne weiteres vermeidbar gewesen.

Unter Berücksichtigung der Tatkomponenten und der Referenzstrafe gemäss VBRS-Richtlinien erach-
tet das Gericht für die Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung der Fahrunfähigkeit vom 
15.07.2017 eine Strafe von 12 Tagen Freiheitsstrafe als verschuldensangemessen. Diese wird im 
Umfang von 7 Tagen Freiheitsstrafe asperierend berücksichtigt.

Diese Ausführungen überzeugen vollumfänglich. Auch die Kammer erachtet dem-
nach eine Strafe gemäss Referenzsachverhalt der VBRS-Richtlinien von 12 Tagen 
Freiheitsstrafe als angemessen. 

20.6.3 Asperation

Von den hiervon erwähnten 12 Tagen Freiheitsstrafe sind 8 Tage zu asperieren. 

21

20.7 Versuchte Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung der Fahrunfähigkeit 
vom 16./17. Oktober 2017

20.7.1 VBRS-Richtlinien

Die VBRS-Richtlinien sehen für die Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung 
der Fahrunfähigkeit mit einem Motorfahrzeug mit bedeutendem Unfall oder kras-
sem Fahrfehler eine Referenzstrafe von 35 Strafeinheiten sowie eine Verbindungs-
busse von mindestens CHF 800.00 vor (VBRS-Richtlinien, S. 17).

20.7.2 Objektive und subjektive Tatschwere (inkl. Berücksichtigung Versuch)

Der Beschuldigte verursachte zwei Unfälle. Zunächst kam er von der Strasse ab 
und beschädigte dabei einen Weidezaun, was ihn allerdings nicht davon abhielt 
seine Fahrt fortzusetzen. Anschliessend prallte er in eine Nische in der angrenzen-
den ansteigenden Böschung. Die Tatsache, dass es nicht bei bloss einem Unfall 
blieb, ist verschuldenserhöhend zu berücksichtigen. Schliesslich kam das Fahrzeug 
– nachdem es sich um 90° im Gegenuhrzeigersinn und ca. 220° im Uhrzeigersinn 
drehte – ca. 20 Meter nach der Kollision zum Stillstand, wobei es seitlich auf der 
Strasse zu liegen kam. Die Kammer stimmt mit der Vorinstanz überein, wonach es 
sich um einen bedeutenden Unfall handelte, die auf krasse Fahrfehler des Be-
schuldigten zurückzuführen sind. Diese Umstände sind im Vergleich zum Refe-
renzsachverhalt verschuldenserhöhend zu werten. 

Der Beschuldigte verliess in der Folge die Unfallstelle, obwohl er wusste, dass die 
Polizei aufgrund der zum Unfall führenden Umstände eine Blutprobe angeordnet 
hätte. Er handelte direktvorsätzlich. Zudem wäre die Tat ohne Weiteres vermeidbar 
gewesen. 

Auch die Kammer erachtet aufgrund des erheblichen – in Relation zum weiten 
Strafrahmen aber leichten – Verschuldens des Beschuldigten eine Strafe von 50 
Tagen Freiheitsstrafe als angemessen. 

Die Tatbegehung blieb vorliegend im Versuchsstadium. Dass die Atemalkoholpro-
be überhaupt noch durchgeführt werden konnte, ist darauf zurückzuführen, dass 
ein Anwohner die Polizei alarmierte. Unter diesen Umständen rechtfertigt sich ge-
stützt auf Art. 22 Abs. 1 aStGB eine Strafminderung um 10 Tage auf 40 Tage Frei-
heitsstrafe.

20.7.3 Asperation

Zumal die versuchte Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung der Fahrun-
fähigkeit in einem engen Sachzusammenhang mit dem Führen eines Motorfahr-
zeuges in angetrunkenem Zustand mit qualifizierter BAK steht, ist der Vorinstanz 
zuzustimmen, wonach die 40 Tage Freiheitsstrafe mit ½ – somit mit 20 Tagen – zu 
asperieren sind. 

20.8 Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung der Fahrunfähigkeit vom 10. 
August 2019

20.8.1 VBRS-Richtlinien

Betreffend der in den VBRS-Richtlinien empfohlenen Strafe kann auf die Aus-
führungen in Ziff. 20.7.1 hiervor verwiesen werden. 

22

20.8.2 Objektive und subjektive Tatschwere

Der Beschuldigte verursachte mit dem Personenwagen von J.________ einen Un-
fall, der einen Sachschaden in der Höhe von insgesamt CHF 7'000.00 (pag. 1593) 
zur Folge hatte, weshalb nicht mehr von einem Bagatellunfall gesprochen werden 
kann. Der Beschuldigte stieg in der Folge aus dem Fahrzeug und begutachtete den 
Schaden bevor er weiter in Richtung M.________ fuhr (pag. 1592). Er handelte di-
rektvorsätzlich, da er trotz Kenntnis des Unfalls und des entstandenen Schadens 
den Unfallort verliess, im Wissen darum, dass die Polizei aufgrund der zum Unfall 
führenden Umstände eine Blutprobe angeordnet hätte. Schliesslich war die Tat oh-
ne Weiteres vermeidbar. Diese Umstände fallen verschuldenserhöhend ins Ge-
wicht. 

Die Kammer schliesst sich der Vorinstanz an, wonach das Verschulden – im Ver-
gleich zum Referenzsachverhalt – leicht schwerer wiegt und damit eine Strafe von 
40 Tagen Freiheitsstrafe angemessen erscheint. 

20.8.3 Asperation

Zumal die versuchte Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung der Fahrun-
fähigkeit in einem engen Sachzusammenhang mit dem Führen eines Motorfahr-
zeuges in angetrunkenem Zustand mit qualifizierter BAK steht, ist der Vorinstanz 
zuzustimmen, wonach die 40 Tage Freiheitsstrafe mit ½ – somit mit 20 Tagen – zu 
asperieren sind. 

20.9 Mehrfaches Führen eines Motorfahrzeuges ohne Führerausweis

20.9.1 VBRS-Richtlinien

Die VBRS-Richtlinien sehen für das Führen eines Motorfahrzeuges ohne Füh-
rerausweis eine Referenzstrafe von 18 Strafeinheiten sowie eine Verbindungsbus-
se von mindestens CHF 300.00 vor (VBRS-Richtlinien, S. 9).

20.9.2 Fahrten vom 30. April 2017 bis 25. September 2017 (objektive und subjektive 
Tatschwere inkl. Asperation)

Der Beschuldigte lenkte im fraglichen Zeitraum (30. April 2017 bis 25. September 
2017) einen Personenwagen, obwohl er über keinen Führerausweis verfügte. Dies 
tat er ungefähr zweimal wöchentlich, indem er seine Frau zum Einkaufen von 
C.________(Ortschaft) nach M.________ fuhr. Die Vorinstanz ging zu Gunsten des 
Beschuldigten von einem Zeitraum von ungefähr vier Monaten sowie insgesamt 32 
Fahrten aus. Die dabei jeweils durch den Beschuldigten zurückgelegte Strecke be-
lief sich auf rund 6 km. In Bezug auf das Rechtsgut der Verkehrssicherheit ist von 
einem leichten objektiven Verschulden auszugehen. 

Der Beschuldigte handelte vorsätzlich. Er wusste, dass er über keinen Führeraus-
weis verfügte. Dennoch entschied er sich abermals dafür, ein Fahrzeug zu lenken 
und die Strecke von jeweils ca. 6 km zurückzulegen. Auch wenn der Beschuldigte 
anlässlich dieser Fahrten keine konkrete Unfallgefahr bewirkt hat, hat er durch das 
Fahren ohne Führerausweis ein Risiko geschaffen, welches ohne Weiteres ver-
meidbar gewesen wäre. In Relation zum weiten Strafrahmen ist insgesamt noch 
von einem leichten subjektiven Tatverschulden auszugehen. 

23

Die Kammer schliesst sich der Vorinstanz an, wonach – entsprechend den VBRS-
Richtlinien – pro Fahrt von 18 Tagen Freiheitsstrafe ausgegangen werden kann. 
Der Vorinstanz ist ferner zuzustimmen, wonach zu Gunsten des Beschuldigten le-
diglich die erste Fahrt mit 2/3 – somit 12 Tagen – zu asperieren ist. Die weiteren 31 
Fahrten werden jeweils mit 4 Tagen Freiheitsstrafe asperiert. Insgesamt ist für die 
32 Fahrten ohne Führerausweis somit eine Strafe von 136 Tagen Freiheitsstrafe 
angemessen. 

20.9.3 Fahrten vom 12. Mai 2017, 15. Juli 2017, 23. Juli 2017, 16./17. Oktober 2017 
und 10. August 2019 (objektive und subjektive Tatschwere inkl. Asperation)

Bezüglich der Täterkomponenten kann auf obenstehende Ausführungen verwiesen 
werden (Ziff. 20.9.2 hiervor). Für die Fahrten vom 12. Mai 2017, 15. Juli 2017, 23. 
Juli 2017, 16./17. Oktober 2017 und 10. August 2019 erscheinen der Kammer Stra-
fen von jeweils 18 Tagen Freiheitsstrafe als angemessen.

Da die Fahrt vom 12. Mai 2017 in einem engen Sachzusammenhang mit dem 
Führen eines Motorfahrzeuges in angetrunkenem Zustand mit qualifizierter BAK, 
der missbräuchlichen Verwendung von Kontrollschildern sowie des Führens eines 
Motorfahrzeuges ohne Versicherungsschutz steht, sind die 18 Tage Freiheitsstrafe 
mit ½ – somit mit 9 Tagen – zu asperieren. Die Fahrt vom 15. Juli 2017 ist aufgrund 
des Sachzusammenhangs zur Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung der 
Fahrunfähigkeit ebenfalls mit ½ – somit 9 Tagen Freiheitsstrafe – zu asperieren. 
Die Fahrt vom 23. Juli 2017 ist mangels Zusammenhangs zu anderen Straftaten 
mit 2/3 – somit 12 Tagen Freiheitsstrafe – zu asperieren. Schliesslich sind die Fahr-
ten vom 16./17. Oktober 2017 sowie vom 10. August 2019 aufgrund ihres Zusam-
menhangs zur Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung der Fahrunfähigkeit 
ebenfalls mit ½ – somit je 9 Tagen Freiheitsstrafe – zu asperieren.

Zusammengefasst resultiert für die Fahrten ohne Führerausweis eine Strafe von 48 
Tagen Freiheitsstrafe. 

20.10 Missbräuchliche Verwendung von Kontrollschildern

20.10.1 VBRS-Richtlinien

Die VBRS-Richtlinien sehen für die missbräuchliche Verwendung von Kontrollschil-
dern (Ausweise oder Kontrollschilder, die nicht für das Fahrzeug bestimmt sind) ei-
ne Strafe von 6 Strafeinheiten sowie eine Verbindungsbusse von mindestens CHF 
200.00 vor (VBRS-Richtlinien, S. 8).

20.10.2 Objektive und subjektive Tatschwere

Der Beschuldigte führte in der Nacht vom 12. Mai 2017 einen Subaru Legacy 1.8 
4WD, an welchem die Kontrollschilder eines auf ihn lautenden Land Rovers ange-
bracht waren. Der Beschuldigte brachte die Kontrollschilder am Subaru an, um zu 
seinem Bruder nach Zürich fahren zu können. Er handelte damit direktvorsätzlich. 
Es wäre für ihn ein Leichtes gewesen, die Tat zu unterlassen. Die Kammer 
schliesst sich der Vorinstanz an, wonach eine Strafe von 6 Tagen Freiheitsstrafe 
angemessen erscheint. 

24

20.10.3 Asperation

Zumal die Tat in einem engen Sachzusammenhang mit dem Führen eines Motor-
fahrzeuges in angetrunkenem Zustand mit qualifizierter BAK, der Vereitelung von 
Massnahmen zur Feststellung der Fahrunfähigkeit und des Führens eines Motor-
fahrzeuges ohne Versicherungsschutz steht, ist der Vorinstanz zuzustimmen, wo-
nach die 6 Tage Freiheitsstrafe mit ½ – somit mit 3 Tagen – zu asperieren sind.

20.11 Führen eines Motorfahrzeuges ohne Versicherungsschutz

20.11.1 VBRS-Richtlinien und Vorbemerkungen

Die VBRS-Richtlinien sehen für das Führen eines Motorfahrzeuges ohne Versiche-
rungsschutz eine Strafe von 12 Strafeinheiten sowie eine Verbindungsbusse von 
CHF 200.00 vor (VBRS-Richtlinien, S. 8). Ferner sieht Art. 96 Ziff. 2 Abschnitt 1 
SVG vor, dass mit einer Freiheitsstrafe eine Geldstrafe zu verbinden ist. 

20.11.2 Objektive und subjektive Tatschwere

Die Vorinstanz führte betreffend das Führen eines Motorfahrzeuges ohne Versiche-
rungsschutz Folgendes aus (pag. 2054, S. 80 der erstinstanzlichen Urteilsbegrün-
dung):

Der Beschuldigte fuhr mit dem Fahrzeug Subaru Legacy 1.8 4 WD am 12.05.2017 von 
C.________(Ortschaft) nach Y.________ (wobei er geplant hatte, bis nach Zürich zu fahren), obwohl 
das Fahrzeug seit dem 17.06.2015 nicht mehr in Verkehr gebracht worden war und über keinen Ver-
sicherungsschutz verfügte. Der Beschuldigte handelte direktvorsätzlich. Die Tat wäre ohne weiteres 
vermeidbar gewesen. Unter Berücksichtigung der Tatkomponenten und der VBRS-Richtlinien er-
scheinen 12 Strafeinheiten angemessen. Da gemäss Art. 96 Abs. 2 SVG mit der Freiheitsstrafe zwin-
gend eine Geldstrafe zu verbinden ist, erachtet es das Gericht als angemessen, von den 12 Strafein-
heiten 2 Strafeinheiten als 2 Tagessätze Geldstrafe vorzusehen.

Diese Ausführungen überzeugen vollumfänglich. Auch die Kammer erachtet dem-
nach eine Strafe gemäss Referenzsachverhalt der VBRS-Richtlinien von 12 Tagen 
Freiheitsstrafe als angemessen. Davon werden 2 Tage als 2 Tagessätze Geldstra-
fe ausgesprochen.

20.11.3 Asperation

Zumal die Tat in einem engen Sachzusammenhang mit dem Führen eines Motor-
fahrzeuges in angetrunkenem Zustand mit qualifizierter BAK, des Führens eines 
Motorfahrzeuges ohne Führerausweis und des Führens eines Motorfahrzeuges 
ohne Versicherungsschutz steht, ist der Vorinstanz zuzustimmen, wonach die ver-
bleibenden 10 Tage Freiheitsstrafe mit ½ – somit mit 5 Tagen – zu asperieren sind.

20.12 Fazit Asperation

Die Einsatzstrafe von 150 Strafeinheiten bzw. 5 Monaten Freiheitsstrafe für das 
Führen eines Motorfahrzeuges in angetrunkenem Zustand mit qualifizierter BAK 
vom 12. Mai 2017 ist somit aufgrund der weiteren Schuldsprüche wegen Fälschung 
von Ausweisen um 20 Tage, versuchtem Erschleichen eines Ausweises um 5 Ta-
ge, Führen eines Motorfahrzeuges in angetrunkenem Zustand mit qualifizierter 
BAK vom 16./17. Oktober 2017 um 100 Tage, Führen eines Motorfahrzeuges in 
angetrunkenem Zustand mit qualifizierter BAK vom 10. August 2019 um 30 Tage, 

25

Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung der Fahrunfähigkeit vom 15. Juli 
2017 um 8 Tage, versuchter Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung der 
Fahrunfähigkeit vom 16./17. Oktober 2017 um 20 Tage, Vereitelung von Mass-
nahmen zur Feststellung der Fahrunfähigkeit vom 10. August 2019 um 20 Tage, 
mehrfachen Führens eines Motorfahrzeuges ohne Führerausweis um insgesamt 
184 Tage (136 Tage + 48 Tage), der missbräuchlichen Verwendung von Kontroll-
schildern um 3 Tage sowie des Führens eines Motorfahrzeuges ohne Versiche-
rungsschutz um 5 Tage zu erhöhen. 

Zur Einsatzstrafe von 150 Tagen Freiheitsstrafe sind damit 395 Tage zu asperie-
ren, was einer asperierten Tatkomponentenstrafe von 545 Tagen – und damit 18 
Monaten Freiheitsstrafe – entspricht. Weiter erachtet die Kammer eine Geldstrafe 
von 2 Tagessätzen als dem Verschulden des Beschuldigten angemessen. 

21. Täterkomponenten

21.1 Vorleben und persönliche Verhältnisse

Für das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse bis zum erstinstanzlichen Ur-
teil kann auf die korrekten Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (pag. 
2055 f., S. 81 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). 

Zu den persönlichen Verhältnissen ist zu bemerken, dass der Beschuldigte über 
die Firma N.________AG, vom 18. November 2020 bis zum 28. Februar 2021, 
temporär als Fahrradmechaniker arbeitete, darunter auch als Montagemitarbeiter 
bei der O.________AG, bei welcher er ab 1. März 2021 eine Festanstellung erhielt. 
Aufgrund der Berufstätigkeit des Beschuldigten konnte die Familie per 31. Dezem-
ber 2020 nun auch ihre langjährige Sozialdienstabhängigkeit beenden (pag. 2269). 
Der Beschuldigte erzielt ein Bruttoeinkommen von CHF 4'350.00 (exkl. 13. Monats-
lohn; pag. 2273). Ferner ist er darum bemüht, seine hohen Schulden in den Griff zu 
bekommen und hat sich diesbezüglich bereits an eine Schuldenberatungsfirma 
gewandt. Gemäss des anlässlich der Hauptverhandlung eingereichten Sprechstun-
deberichts von Prof. Dr. P.________ (pag. 2318) erwartet die Familie ihr drittes 
Kind (positiver Schwangerschaftstest am 22. März 2021 in der fünften Schwanger-
schaftswoche). Darüber hinaus hat die Familie per 1. Mai 2021 eine neue Famili-
enwohnung in F.________ bezogen, welche sich in der Nähe des Arbeitsorts des 
Beschuldigten befindet. 

Die aktuelle Entwicklung im Leben des Beschuldigten ist insgesamt erfreulich, wirkt 
sich aber strafzumessungstechnisch neutral aus. Es sind keine besonderen Um-
stände ersichtlich, welche sich darüber hinaus strafmindernd auswirken würden. 
Das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse sind damit neutral zu gewichten. 

21.2 Vorstrafen

Der Beschuldigte wurde in der Vergangenheit bereits mehrmals rechtskräftig und 
einschlägig verurteilt. Die Vorinstanz fasste die Vorstrafen wie folgt zusammen 
(pag. 2055, S. 81 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung):

Der Beschuldigte weist sechs Vorstrafen auf, wovon vier einschlägig sind (p. 1695 ff.). So wurde er 
am 01.09.2014 von der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl u.a. wegen Fahrens in fahrunfähigem Zustand 

26

(qualifizierte Atemalkohol- oder Blutalkoholkonzentration), begangen am 13.04.2014, u.a. zu einer 
Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu CHF 30.00 verurteilt. Am 17.02.2016 wurde er sodann von der re-
gionalen Staatsanwaltschaft Emmental-Oberaargau wegen Führens eines Motorfahrzeugs ohne er-
forderlichen Führerausweis und einfacher Verkehrsregelverletzung, begangen am 24.08.2015, zu ei-
ner Geldstrafe von 15 Tagessätzen zu CHF 50.00 und einer Busse von CHF 120.00 verurteilt. Weiter 
verurteilte ihn das Obergericht des Kantons Bern am 23.01.2017 u.a. wegen Fahrens in fahrunfähi-
gem Zustand (qualifizierte Atemalkohol- oder Blutalkoholkonzentration), begangen am 30.07.2014, 
u.a. zu einer Geldstrafe von 150 Tagessätzen zu CHF 40.00. In diesem Urteil wurde der Beschuldigte 
zudem wegen Vergewaltigung, begangen am 26.09.2014, zu einer Freiheitsstrafe von 24 Monaten, 
davon bedingt vollziehbar 18 Monate mit einer Probezeit von 3 Jahren, verurteilt. Schliesslich wurde 
der Beschuldigte am 20.07.2017 von der regionalen Staatsanwaltschaft Emmental-Oberaargau we-
gen weiterer SVG-Delikte zu einer Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu CHF 60.00 und einer Busse von 
CHF 100.00 verurteilt. Das Vorleben des Beschuldigten wirkt sich bezüglich der Vorstrafen deutlich 
straferhöhend aus, da sie einschlägig und von einer gewissen Schwere sind und nicht weit zurück lie-
gen (vgl. MATHYS, Leitfaden Strafzumessung, 2. Aufl. 2019, N 320). Der Beschuldigte zeigte sich 
zudem von den bisherigen Verurteilungen sichtlich unbeeindruckt und offenbarte eine enorme Gleich-
gültigkeit gegenüber dem Strafsystem. So delinquierte er weiter nach rechtskräftigen Urteilen, 
während laufender Strafuntersuchung und sogar nach Anklageerhebung. Insbesondere betreffend 
das Fahren in angetrunkenem Zustand mit qualifizierter Blutalkoholkonzentration und das Fahren oh-
ne Führerausweis ist zu bemerken, dass der Beschuldigte gänzlich unbelehrbar erscheint und sich 
um die gesetzlichen Regelungen komplett foutiert. Die zahlreichen Vorstrafen und die fortlaufende 
Delinquenz während des Strafverfahrens sind deutlich straferhöhend zu berücksichtigen.

Nach konstanter Praxis sind grundsätzlich alle Vorstrafen straferhöhend zu berück-
sichtigen. Liegen sie nicht weit zurück und sind sie einschlägig, fallen sie umso 
mehr ins Gewicht; denn erneute Delinquenz auf dem gleichen Gebiet indiziert eine 
besondere Unbelehrbarkeit und Uneinsichtigkeit (Urteil des Bundesgerichts 
6B_694/2012 vom 27. Juni 2013 E. 2.3.4).

Die Vorinstanz kam zum Schluss, dass sich die mehrfachen und grösstenteils ein-
schlägigen Vorstrafen deutlich straferhöhend auswirken. Dem schliesst sich die 
Kammer an. 

21.3 Verhalten nach der Tat und im Strafverfahren

Für das Verhalten nach der Tat und im Strafverfahren kann vorab auf die korrekten 
Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (pag. 2056, S. 82 der erstinstanzli-
chen Urteilsbegründung).

Der Beschuldigte fiel im Strafverfahren durch seine unkooperative, aufbrausende, 
aggressive und völlig uneinsichtige Art auf. Ferner delinquierte er sowohl während 
und in Kenntnis einer laufenden Probezeit als auch während eines hängigen Straf-
verfahrens. Dies zeigt eine ausgeprägte Einsichtslosigkeit. Dem Beschuldigten wa-
ren die Folgen strafbaren Handelns bekannt. Dass er sich ungeachtet dessen er-
neut strafbar machte, weist auf eine zusätzliche Unbelehrbarkeit hin, was strafer-
höhend ins Gewicht fällt. Seit August 2019 sind allerdings keine weiteren Vor-
kommnisse verzeichnet. Das Verhalten des Beschuldigten und seine wiederholte 
Delinquenz sind straferhöhend zu berücksichtigen.

27

Ein Geständnis kann nach der Rechtsprechung bei der Beurteilung des Nachtatver-
haltens zugunsten des Täters berücksichtigt werden, wenn es auf Einsicht in das 
begangene Unrecht oder auf Reue schliessen lässt oder der Täter dadurch zur Ta-
taufdeckung über den eigenen Tatanteil beiträgt. Mit der Berücksichtigung des Ge-
ständnisses wird dem Umstand Rechnung getragen, dass dieses zur Vereinfa-
chung und Verkürzung des Verfahrens und zur Wahrheitsfindung beitragen kann. 
Erleichtert das Geständnis die Strafverfolgung indes nicht, etwa weil der Täter nur 
aufgrund einer erdrückenden Beweislage oder gar erst nach Ausfällung des erstin-
stanzlichen Urteils geständig geworden ist, ist eine Strafminderung nicht ange-
bracht (Urteile des Bundesgerichts 6B_1248/2017 vom 21. Februar 2019 E. 7.5.4; 
6B_523/2018 vom 23. August 2018 E. 2.3.2; 6B_687/2016 vom 12. Juli 2017 E. 
1.5.2; je mit Hinweisen). In der Nichtanfechtung von Schuldsprüchen im Beru-
fungsverfahren kann nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung kein eine 
Strafreduktion rechtfertigendes Geständnis erblickt werden (Urteile des Bundesge-
richts 6B_24/2012 vom 19. April 2012 E. 2.4.3; 6B_974/2009 vom 18. Februar 
2010 E. 5.4; je mit Hinweisen).

Anlässlich der Berufungsverhandlung gab der Beschuldigte zu Protokoll, er habe 
vor der ersten Instanz gesagt, er habe vieles nicht gemacht. Er habe aus Angst aus 
der Schweiz weg zu müssen und seine Familie zu verlieren, gelogen. Das Jahr 
Therapie habe ihm geholfen. Er habe gemerkt, was er alles verloren habe. Er habe 
seine Familie gewonnen. Deshalb habe er entschieden, dass es nichts bringe, zu 
lügen. Er könne nicht weiter lügen (pag. 2307, Z. 9 ff.). Das Geständnis des Be-
schuldigten erfolgte zu spät und ist aufgrund dessen als – immerhin teilweise – 
prozesstaktisch abzutun. Dem Beschuldigten kann somit kein Geständnisrabatt zu-
gutegehalten werden. 

Der Beschuldigte hat sich oberinstanzlich für alle seine Fehler entschuldigt (pag. 
2316). Darin lässt sich zumindest eine gewisse Einsicht erkennen, dass seine Ta-
ten nicht gut waren. Fraglich ist allerdings, ob er bereute eine derartige Gefahr für 
die Mitmenschen geschaffen zu haben, zumal er sich diesbezüglich nicht äusserte. 
Vielmehr geht die Kammer aufgrund der vom Beschuldigten gemachten Aussagen 
davon aus, dass er die Taten insbesondere deshalb bereute, weil ihm die Konse-
quenzen der drohenden Gefängnisstrafe sowie der Landesverweisung bewusst 
wurden. Die angebliche Reue und Einsicht des Beschuldigten sind deshalb neutral 
zu gewichten. 

21.4 Strafempfindlichkeit

Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichts ist eine erhöhte Strafempfind-
lichkeit nur bei aussergewöhnlichen Umständen zu bejahen, da die Verbüssung ei-
ner Freiheitsstrafe für jede arbeitstätige und in ein familiäres Umfeld eingebettete 
Person mit einer gewissen Härte verbunden ist (Urteile des Bundesgerichts 
6B_216/2017 vom 11. Juli 2017 E. 2.3; 6B_748/2015 vom 29. Oktober 2015 E. 1.3; 
6B_1159/2014 vom 1. Juni 2015 E. 4.4; je mit Hinweisen). Solche Umstände sind 
vorliegend nicht ersichtlich. Die Strafempfindlichkeit des Beschuldigten ist deshalb 
als neutral zu beurteilen.

28

21.5 Fazit Täterkomponenten

Die Täterkomponenten wirken sich aufgrund der mehrheitlich einschlägigen Vor-
strafen sowie der weiteren Delinquenz des Beschuldigten deutlich straferhöhend 
aus. Die Kammer erachtet für die Täterkomponenten eine Straferhöhung um 175 
Tage bzw. 6 Monate Freiheitsstrafe als angemessen.

22. Fazit Gesamtstrafe/Zusatzstrafe

Die asperierte Tatkomponentenstrafe von 18 Monate Freiheitsstrafe ist somit um 6 
Monate auf 24 Monate Freiheitsstrafe zu erhöhen.

Die anhand der Tatkomponenten festgesetzte Geldstrafe von 2 Tagessätzen ist 
aufgrund der Täterkomponenten um 1 Tagessatz auf 3 Tagessätze Geldstrafe zu 
erhöhen. Die Vorinstanz hat betreffend die vorliegend auszufällende Zusatzstrafe 
Folgendes festgehalten (pag. 2057, S. 83 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung):

Der Beschuldigte wurde bereits mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Emmental-Oberaargau vom 
20.07.2017 u.a. zu einer Geldstrafe von 20 Tagessätzen verurteilt (p. 1697). Folglich ist wie erwähnt 
eine Zusatzstrafe zu bilden. Die Grundstrafe stellt die schwerere Straftat dar, weshalb sie aufgrund 
der neuen Strafe (gedanklich) angemessen zu erhöhen ist. Vorliegend rechtfertigt es sich, die neue 
Strafe von 3 Tagessätzen (gedanklich) im Umfang von 2 Tagessätzen zur Grundstrafe von 20 Tages-
sätzen zu asperieren. Von dieser (gedanklich) gebildeten Gesamtstrafe von 22 Tagessätzen ist die 
Grundstrafe von 20 Tagessätzen abzuziehen. Daraus resultiert die auszusprechende Zusatzstrafe 
von 2 Tagessätzen.

Die Kammer schliesst sich den zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz an. Folg-
lich sind 2 Tagessätze Geldstrafe als Zusatzstrafe zum Strafbefehl der Staatsan-
waltschaft Emmental-Oberaargau vom 20. Juli 2017 auszusprechen. 

23. Tagessatzhöhe

Das Gericht bestimmt die Höhe des Tagessatzes nach den persönlichen und wirt-
schaftlichen Verhältnissen des Täters im Zeitpunkt des Urteils, namentlich nach 
dem Einkommen und Vermögen, dem Lebensaufwand, allfälligen Familien- und 
Unterstützungspflichten sowie nach dem Existenzminimum (Art. 34 Abs. 2 aStGB). 
Ein Tagessatz beträgt in der Regel mindestens CHF 30.00 und höchstens CHF 
3‘000.00. Ausnahmsweise, wenn die persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnis-
se des Täters dies gebieten, kann der Tagessatz bis auf CHF 10.00 gesenkt wer-
den.

Die Vorinstanz ging davon aus, dass der Beschuldigte über kein Erwerbseinkom-
men verfügte und legte den Tagessatz auf das reguläre Minimum von CHF 30.00 
fest (pag. 2057 f., S. 83 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Die berufliche 
Situation des Beschuldigten hat sich seit dem erstinstanzlichen Urteil verändert. So 
hat er zwischenzeitlich eine Festanstellung erhalten (vgl. Ausführungen in Ziff. 21.1 
hiervor), bei welcher er ein Bruttoeinkommen von CHF 4'350.00 (exkl. 13. Monats-
lohn; pag. 2273) erzielt, was einem monatlichen Nettoeinkommen von ungefähr 
CHF 4'000.00 (inkl. Anteil 13. Monatslohn) entspricht. Unter Anwendung eines 
Pauschalabzugs von 25% sowie weiterer Unterstützungsabzüge für die Ehepartne-

29

rin (15%) des Beschuldigten sowie die beiden gemeinsamen Kinder (1. Kind 15%; 
2. Kind 12.5%) resultiert ein Tagessatz von CHF 50.00.

24. Bedingter/Teilbedingter Vollzug/Verbindungsbusse

Das Gericht schiebt den Vollzug einer Geldstrafe oder Freiheitsstrafe von höchs-
tens zwei Jahren in der Regel auf, wenn eine unbedingte Strafe nicht notwendig 
erscheint, um den Täter von der Begehung weiterer Verbrechen oder Vergehen 
abzuhalten (Art. 42 Abs. 1 StGB). Wurde der Täter innerhalb der letzten fünf Jahre 
vor der Tat zu einer bedingten oder unbedingten Freiheitsstrafe von mehr als sechs 
Monaten verurteilt, so ist der Aufschub nur zulässig, wenn besonders günstige Um-
stände vorliegen (Art. 42 Abs. 2 StGB). 

Für die Zulässigkeit des bedingten Vollzugs von Freiheitsstrafen ist entscheidend, 
dass diese die Höchstgrenze von zwei Jahren nicht übersteigen. Für die Vollzugs-
frage ist nicht auf die sich aus Freiheitsstrafe und Geldstrafe zusammensetzende 
Gesamtdauer abzustellen. Vielmehr sind die Geldstrafe und die Freiheitsstrafe je 
für sich zu betrachten (SCHNEIDER/GARRÉ, in: Basler Kommentar, Strafrecht, 4. 
Aufl. 2019, N 1 zu Art. 42 StGB). Sind die Voraussetzungen von Art. 42 Abs. 2 
StGB erfüllt, so ist der Ausschluss des bedingten Strafvollzugs die Regel. Die Ver-
mutung einer günstigen Prognose bzw. des Fehlens einer ungünstigen Prognose 
gilt in diesem Fall nicht. Vielmehr kommt der früheren Verurteilung zunächst die 
Bedeutung eines Indizes für die Befürchtung zu, dass der Täter weitere Straftaten 
begehen könnte. Besonders günstige Umstände können aber für eine gute Pro-
gnose sprechen. Solche Umstände liegen etwa vor, wenn die frühere und spätere 
Tat nicht demselben Verhaltensmuster entsprechen oder wenn in der Zwischenzeit 
eine deutlich positive Wandlung der Lebensumstände des Täters eingetreten ist. 
Die Gewährung des bedingten Strafvollzugs kommt nur in Betracht, wenn eine Ge-
samtwürdigung aller massgebenden Faktoren den Schluss zulässt, dass trotz der 
Vortat begründete Aussicht auf Bewährung besteht (vgl. SCHNEIDER/GARRÉ, a.a.O., 
N 97 zu Art. 42 StGB).

Das Gericht hat bei einem Strafmass von mindestens einem Jahr und höchstens 
drei Jahren Freiheitsstrafe die Möglichkeit, eine Freiheitsstrafe teilweise aufzu-
schieben, wenn dies notwendig ist, um dem Verschulden des Täters genügend 
Rechnung zu tragen und eine vollumfänglich unbedingte Strafe nicht notwendig er-
scheint, um den Täter von der Begehung weiterer Verbrechen oder Vergehen ab-
zuhalten (Art. 43 Abs. 1 StGB). Damit eine teilbedingte Strafe verhängt werden 
kann, müssen die materiellen Voraussetzungen für die Gewährung des bedingten 
Strafvollzugs gemäss Art. 42 StGB erfüllt sein. Erst wenn das Gericht die Anwen-
dung zunächst einer bedingten und anschliessend einer teilbedingten Strafe ver-
neint hat, kommt eine unbedingte Strafe zum Zuge (SCHNEIDER/GARRÉ, a.a.O., N 
11 zu Art. 43 StGB). Ist keine fünfjährige straffreie Zeit im Sinne von Art. 42 Abs. 2 
StGB gegeben, ist eine teilbedingte Strafe nur möglich, wenn «besonders günstige 
Umstände» vorliegen. Die Kriterien sind die gleichen wie für eine bedingte Strafe 
im Sinne von Art. 42 StGB. Entweder liegen besonders günstige Umstände vor, 
und es ist daher eine bedingte Strafe zu verhängen, oder solche Umstände liegen 

30

nicht vor, weshalb weder eine bedingte noch eine teilbedingte Strafe in Frage 
kommen kann (SCHNEIDER/GARRÉ, a.a.O., N 13 zu Art. 43 StGB mit Hinweisen). 

Die von der Kammer ausgefällte Gesamtfreiheitsstrafe von 24 Monaten erfüllt die 
formelle Voraussetzung für die Gewährung sowohl des bedingten als auch des teil-
bedingten Strafvollzugs im Sinne von Art. 42 Abs. 1 und Art. 43 Abs. 1 StGB. Der 
Beschuldigte wurde mit Urteil des Obergerichts des Kantons Bern vom 23. Januar 
2017 – und damit innerhalb der letzten fünf Jahre – zu einer Freiheitsstrafe von 24 
Monaten, davon 18 Monate bedingt vollziehbar mit einer Probezeit von drei Jahren 
verurteilt (pag. 2265 ff.). Für den (teilweisen) Aufschub des Vollzugs der Freiheits-
strafe müssen damit besonders günstige Umstände vorliegen. 

Diese sind beim Beschuldigten zu verneinen. Er ist mehrfach einschlägig vorbe-
straft. Zwar ist zu bemerken, dass der Beschuldigte mit Urteil vom 23. Januar 2017 
der Vergewaltigung schuldig gesprochen wurde – was nicht demselben Verhal-
tensmuster wie die vorliegend zu beurteilenden Taten entspricht – allerdings wurde 
der Beschuldigte mit gleichem Urteil des Fahrens in fahrunfähigem Zustand mit 
qualifizierter BAK verurteilt. Der Beschuldigte wurde diesbezüglich sowohl im Jahr 
2014 als auch in drei der aktuell zu beurteilenden Fälle verurteilt. Hinzu kommt, 
dass er diese Taten nur wenige Monate nach seiner Verurteilung vom 23. Januar 
2017 beging und auch während des laufenden Strafverfahrens im Strassenverkehr 
weiterdelinquierte. Bis zur erstinstanzlichen Hauptverhandlung wurde zudem deut-
lich, dass in Bezug auf die Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrsgesetz 
Einsicht und Reue gänzlich fehlten. Unter diesen Umständen kann nicht von einer 
günstigen Entwicklung des Beschuldigten gesprochen werden. Ungeachtet dessen 
sind beim Beschuldigten durchaus auch positive Tendenzen festzustellen. So hat 
er sich seit dem Vorfall vom 10. August 2019 – und damit seit beinahe zwei Jahren 
– bewährt. Er konnte seine Sozialdienstabhängigkeit mit einer neuen Festanstel-
lung beenden, befindet sich in Therapie, bemüht sich seine Schuldenlage zu ver-
bessern, hat eine neue Familienwohnung in der Nähe seines Arbeitsortes bezogen 
und wird demnächst zum dritten Mal Vater. Diese sich erst kürzlich abzeichnenden 
positiven Tendenzen sind nach der Ansicht der Kammer allerdings nicht ausrei-
chend, um bei der Frage des Aufschubs der neu ausgesprochenen Freiheitsstrafe 
besonders günstige Umstände zu begründen. Als Folge dessen ist dem Beschul-
digten sowohl der bedingte als auch der teilbedingte Vollzug der Freiheitsstrafe zu 
verweigern. Die Freiheitsstrafe von 24 Monaten ist unbedingt auszusprechen. 

Eine Verbindungsbusse ist vorliegend aufgrund des Verschlechterungsverbots so-
wie der Tatsache, dass bereits eine unbedingte Freiheitsstrafe ausgesprochen 
wird, nicht angezeigt. 

25. Gesamtbusse für Übertretungen/Zusatzstrafe/Widerruf

Der Vollständigkeit halber ist darauf hinzuweisen, dass die Übertretungsbusse von 
CHF 2'150.00, teilweise als Zusatzstrafe zum Strafbefehl der Staatsanwaltschaft 
Emmental-Oberaargau vom 20. Juli 2017, in Rechtskraft erwachsen ist (vgl. Ziff. I. 
5. hiervor). 

31

Ferner ist der Nicht-Widerruf des mit Urteil des Obergerichts des Kantons Bern 
vom 23. Januar 2017 gewährten bedingten Vollzugs in Rechtskraft erwachsen (vgl. 
Ziff. I. 5. hiervor). 

IV. Landesverweisung 

26. Allgemeine Grundlagen zur fakultativen Landesverweisung

In Bezug auf die theoretischen Grundlagen der Landesverweisung kann zunächst 
auf die zutreffenden allgemeinen Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden 
(pag. 2065 ff., S. 91 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). 

Gemäss Art. 66abis StGB kann das Gericht einen Ausländer für 3-15 Jahre des 
Landes verweisen, wenn er wegen eines Verbrechens oder Vergehens, das nicht 
von Art. 66a StGB (obligatorische Landesverweisung) erfasst wird, zu einer Strafe 
verurteilt oder gegen ihn eine Massnahme nach den Artikeln 59-61 StGB oder Art. 
64 StGB angeordnet wird. 

Der Richter soll nach Ermessen somit auch bei weniger schwereren Delikten eine 
Landesverweisung anordnen können (Bertossa, in: Trechsel/Pieth [Hrsg.], Praxis-
kommentar StGB, 3. Aufl. 2018, N. 2 zu Art. 66abis StGB).  Anlasstat muss somit 
ein Verbrechen oder Vergehen sein, das nicht von Art. 66a StGB erfasst ist (Ber-
tossa, a.a.O., N. 2 zu Art. 66abis StGB). 

Die nicht obligatorische Landesverweisung gemäss Art. 66abis StGB zielt insbeson-
dere auf Kriminaltouristen und Wiederholungstäter. Die gesetzgeberische Wertung, 
welche in Art. 66a StGB vorgibt, bei welchen Delikten zwingend eine Landesver-
weisung zu verhängen ist, impliziert, dass bei den übrigen Verbrechen und Verge-
hen grundsätzlich eine erhebliche Schwere vorliegen und im Einzelfall die negative 
Legalprognose aus spezialpräventiver Sicht diese Massnahme indizieren muss 
(vgl. HEIMGARTNER, in: Donatsch et al. [Hrsg.], OF-Kommentar StGB/JStG, 20. 
Aufl. 2018, N. 1 zu Art. 66abis StGB; Amtl. Bulletin Ständerat 2014 S. 1237 und S. 
1253). Obwohl bei der Anordnung einer fakultativen Landesverweisung im Sinne 
von Art. 66abis StGB die Höhe der Strafe laut dem Gesetzestext nicht massgebend 
ist, soll sie gemäss der Botschaft zur Landesverweisung erst ab einer Mindeststrafe 
von 6 Monaten die Regel darstellen (vgl. Botschaft vom 26. Juni 2013 zur Ände-
rung des Strafgesetzbuchs und des Militärstrafgesetzes, BBl 2013, S. 6001 f.). Die-
se Mindeststrafgrenze soll jedoch gleichzeitig nicht absolut gelten und das Gericht 
soll bereits bei einer tieferen Strafe eine Landesverweisung aussprechen können, 
wenn die öffentlichen Interessen an der Landesverweisung die privaten Interessen 
an einem Verbleib im Land überwiegen (BBl 2013, S. 6028). 

Eine Landesverweisung ist a priori nur dann zulässig, wenn sie mit den Grund- und 
Menschenrechten und dabei insbesondere mit Art. 8 der Konvention zum Schutze 
der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK; SR. 0.101) zu vereinbaren ist 
(BUSSLINGER/UEBERSAX, Härtefallklausel und migrationsrechtliche Auswirkun-
gen der Landesverweisung, in: plädoyer 05/16 S. 96 ff., S. 100). Art. 8 Ziff. 1 EMRK 
sieht vor, dass jede Person das Recht auf Achtung ihres Privat- und Familienle-
bens, ihrer Wohnung und ihrer Korrespondenz hat. Weiter wird in Ziff. 2 dieser Be-

32

stimmung festgehalten, dass eine Behörde in die Ausübung dieses Rechts nur ein-
greifen darf, soweit der Eingriff gesetzlich vorgesehen und in einer demokratischen 
Gesellschaft notwendig ist für die nationale oder öffentliche Sicherheit, für das wirt-
schaftliche Wohl des Landes, zur Aufrechterhaltung der Ordnung, zur Verhütung 
von Straftaten, zum Schutz der Gesundheit oder der Moral oder zum Schutz der 
Rechte und Freiheiten anderer. Bei der Interessenabwägung im Rahmen von Art. 8 
Ziff. 2 EMRK sind sodann sowohl die Schwere des durch den Ausländer begange-
nen Delikts, die Dauer seines Aufenthalts in der Schweiz sowie die Auswirkungen 
einer Landesverweisung auf die primär betroffene Person sowie deren familiäre Si-
tuation zu berücksichtigen (Urteil des Bundesgerichts 6B_506/2017 vom 14. Fe-
bruar 2018 E. 2.1; BGE 135 II 377 E. 4.3).

Im Rahmen einer Verhältnismässigkeitsprüfung sind also die sicherheitspolizeili-
chen Interessen der Schweiz an einer Fernhaltung gegen das private Interesse des 
Beschuldigten an einem Verbleib in der Schweiz abzuwägen. Ausschlaggebende 
Faktoren zur Ermittlung des öffentlichen Interesses sind dabei insbesondere die 
Schwere des Delikts und des Verschuldens, das Ausmass der Rückfallgefahr und 
die Frage, ob es sich um wiederholte resp. erneute Straffälligkeit handelt. Hinsicht-
lich des privaten Interesses am Verbleib in der Schweiz sind namentlich die Anwe-
senheitsdauer, die familiären Verhältnisse (vgl. Art. 13 BV und Art. 8 EMRK), die 
Arbeits- und Ausbildungssituation, die Persönlichkeitsentwicklung, der Grad der In-
tegration und die Resozialisierungschancen zu berücksichtigen (vgl. BUSSLIN-
GER/UEBERSAX, Härtefallklausel und migrationsrechtliche Auswirkungen der 
Landesverweisung, in: plädoyer 5/16, S. 100 f.; BERGER, Umsetzungsgesetzge-
bung zur Ausschaffungsinitiative, in: Jusletter vom 7. August 2017, Rz. 96 und 
134). Bei allen Aspekten ist der Fokus einerseits auf die Situation in der Schweiz 
und andererseits auf die Situation im Heimatland zu legen. Gegen den Vollzug 
sprechende Umstände (vgl. Art. 66d StGB) sind bereits bei der Prüfung der Lan-
desverweisung zu beachten. Zudem sind die verfassungsrechtlichen und völker-
rechtlichen Bestimmungen einzuhalten.

27. Vorbringen der Verteidigung

Die Verteidigung brachte anlässlich der Berufungsverhandlung vor, es sei von einer 
Landesverweisung abzusehen, zumal das private Interesse des Beschuldigten an 
einem Verbleib in der Schweiz das öffentliche Interesse an einer Ausweisung 
überwiege. Der Beschuldigte sei im Jahr 2008, im Alter von 23 Jahren, in die 
Schweiz eingereist. Er spreche gut Deutsch und verstehe Dialekt. Der Beschuldigte 
sei nun ein aktiver und präsenter Vater und mache alles, dass es seinen Töchtern 
gut gehe. Ein telefonischer Kontakt oder sporadische Ferienbesuche seien 
unzureichend, um das Verhältnis zu seinen Kindern aufrechterhalten zu können. 
Ferner sei nun noch ein drittes Kind unterwegs, weshalb die Kinder ihren Vater 
bräuchten. Es sei keine Alternative, dass der Beschuldigte zu seiner Familie nach 
Q.________(Ortschaft) gehe. Er wolle, dass seine Kinder in der Schweiz 
aufwachsen und eine gute Ausbildung geniessen.

Der Beschuldigte arbeite schichtweise, sodass er zu den Kindern schauen könne, 
da seine Frau spät von ihrer Lehrstelle nach Hause komme. Durch die Verkürzung 

33

seines Arbeitswegs könne er die Kindern nun noch besser betreuen. Im Weiteren 
sei positiv zu bemerken, dass die Familie seit Januar 2021 nicht mehr durch den 
Sozialdienst unterstützt werde. Der Lebensmittelpunkt des Beschuldigten befinde 
sich in der Schweiz. Ausserdem sei davon auszugehen, dass der Beschuldigte 
keine Gefährdung mehr darstelle. Sämtliche zu beurteilenden Delikte seien in 
Verbindung mit dem Autofahren verübt worden und der Beschuldigte verfüge über 
kein Fahrzeug mehr (vgl. Parteivortrag, pag. 2311 f.).

28. Vorbringen der Generalstaatsanwaltschaft

Die Generalstaatsanwaltschaft beantragte gestützt auf Art. 66abis StGB die 
Verhängung einer fakultativen Landesverweisung für 3 Jahre. Sie brachte 
anlässlich der Berufungsverhandlung vor, dass zu viele Argumente für eine 
Landesverweisung sprächen. Der Beschuldigte weise sechs Urteile mit total 16 
Delikten auf. Die Strassenverkehrsdelikte hätten Dritte zudem nicht nur abstrakt, 
sondern auch konkret gefährdet. Der Beschuldigte sei erst als 23-jähriger in die 
Schweiz gekommen und könne in sein Herkunftsland zurückkehren. Er verfüge im 
Herkunftsland über ein Haus und eine Ausbildung als Elektroingenieur. Der Vater 
des Beschuldigten sowie weitere Verwandte befänden sich in 
Q.________(Ortschaft). Dabei spiele es keine Rolle, dass er zu diesen keinen 
Kontakt pflege. 

Ferner sprächen die massiven Schulden des Beschuldigten für eine 
Landesverweisung. Er sei zudem seit Jahren Sozialhilfeempfänger und auch sonst 
sei seine Integration in der Schweiz nicht besonders erfolgreich gewesen. So sei er 
in den letzten Jahren immer wieder straffällig geworden, habe kaum soziale 
Kontakte und auch die Beziehung zu seiner Ehefrau sei von zahlreichen Auf und 
Abs gezeichnet. Weiter für die Landesverweisung spreche, dass dem 
Beschuldigten die Niederlassungsbewilligung zunächst vom MIDI (neu: Amt für 
Bevölkerungsdienste) und anschliessend von der POM (neu: Sicherheitsdirektion 
des Kantons Bern) entzogen worden sei. Für den Beschuldigten spreche einzig 
seine Beziehung zu den beiden Kindern, wobei aus den Akten noch immer nicht 
hervorgehe, wie eng die Beziehung tatsächlich sei. Es sei stets die Ehefrau des 
Beschuldigten, die mit den Kindern die Aufgaben mache, die Termine der Töchter 
koordiniere, die Kinder am Morgen per Telefon begleite oder mit ihnen am Tisch zu 
Abend esse. Zudem lägen wiederholt Gefährdungsmeldungen vor, wobei die letzte 
Gefährdungsmeldung vom Vermieter stamme, mit dem es auch anderweitige 
Probleme gebe. Die Einschätzungen der Heilpädagogin und der Vermieterin 
stammten allerdings von den Erzählungen der Kinder. Daraus habe sich ergeben, 
dass die Kinder zu Hause oft am Handy seien und nicht gemeinsam am Tisch 
gegessen werde. Der Vater sei aufbrausend und unberechenbar, was auch von 
den Kindern so erlebt werde. Gemäss den Berichten sei das Verhältnis zwischen 
dem Beschuldigten und den Kindern nicht derart innig, dass er ihre 
Hauptbezugsperson darstelle. 

Die Schwangerschaft könne zudem nicht als Grund für einen Verzicht auf die 
Aussprechung einer Landesverweisung herangezogen werden. Der Beschuldigte 
und seine Frau hätten gewusst, dass dem Beschuldigten die 

34

Niederlassungsbewilligung entzogen worden sei und eine Landesverweisung 
drohe. Damit hätten sie in Kauf genommen, dass das Kind allenfalls ohne Vater 
aufwachsen müsse. Hinzu komme, dass die Interessenabwägung bereits durch die 
Ausländerbehörden gemacht worden sei (vgl. Entscheide vom 19.09.2018 des 
MIDI sowie vom 05.08.19 der POM), welche ebenfalls zum Schluss gelangt seien, 
dass eine Ausweisung zu verfügen sei. Ferner stehe die Einnahme von 
Medikamenten einer Landesverweisung nicht entgegen (vgl. Parteivortrag, pag. 
2313 f.).

29. Erwägungen der Kammer

29.1 Vorbemerkungen

Intertemporalrechtlich sind die neuen Bestimmungen über die Landesverweisung 
gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung aufgrund des Rückwirkungsverbots 
nur anwendbar, wenn das auslösende Delikt nach dem 1. Oktober 2016 begangen 
wurde (Urteil des Bundesgerichts 6B_1043/2017 vom 14. August 2018 E 3.1.2; 
2C_573/2018 vom 1. Februar 2019 E. 3.1). Gestützt auf vor dem 1. Oktober 2016 
begangene Straftaten darf mithin nicht eine Landesverweisung ausgesprochen 
werden, allerdings kann bei der Prüfung eines Härtefalles (Art. 66a Abs. 2 StGB) 
die Integration und Rückfallgefahr bzw. die Verhältnismässigkeit der Landesver-
weisung generell beurteilt werden. Ebenso dürfen vor dem 1. Oktober 2016 began-
gene Delikte zwar nicht Anlass zu einer nicht-obligatorischen Landesverweisung 
(Art. 66abis StGB) geben, wohl aber mitberücksichtigt werden bei der Prüfung, ob 
eine solche verhältnismässig ist (Urteil des Bundesgerichts 2C_468_2019 E. 5.2 
mit Hinweisen). 

Die Vorinstanz hält somit zutreffend fest, dass zur Beurteilung der Verhältnismäs-
sigkeit auch die vor dem 1. Oktober 2016 begangenen Verbrechen und Vergehen 
berücksichtigt werden dürfen. 

29.2 Öffentliches Interesse an einer Fernhaltung des Beschuldigten 

Bezüglich der Schwere der vorgeworfenen Delikte sowie der Vorstrafen kann auf 
die umfassenden und korrekten Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden 
(pag. 2070 ff., S. 96 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung):

Betreffend das öffentliche Interesse fällt zunächst ins Gewicht, dass der Beschuldigte sich im vorlie-

genden Verfahren der Fälschung von Ausweisen, des versuchten Erschleichens eines Ausweises, 

des mehrfahren Fahrens in angetrunkenem Zustand mit qualifizierter Blutalkoholkonzentration, der 

mehrfachen und teilweise versuchten Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung der Fahrunfähig-

keit, des mehrfachen Fahrens ohne Führerausweis, der missbräuchlichen Verwendung von Kontroll-

schildern, des Fahrens ohne Versicherungsschutz, zahlreicher Verletzungen von Verkehrsregeln, des 

Konsums von Cannabis und des Ungehorsams gegen eine amtliche Verfügung schuldig gemacht hat, 

wobei es sich weitgehend um Vergehen handelt. Der Beschuldigte wurde u.a. zu einer Freiheitsstrafe 

von 26 Monaten für die vorliegenden Delikte verurteilt. Festzuhalten ist, dass es sich dabei nicht um 

Gewalt-, Sexual- oder Betäubungsmitteldelikte handelte. Der Beschuldigte hat aber in erheblichem 

Ausmass die Rechtsgüter der Verkehrssicherheit sowie mittelbar von Leib und Leben der Strassen-

benützer und deren Eigentum gefährdet. Dass der Beschuldigte mit den zahlreichen Widerhandlun-

gen gegen das Strassenverkehrsgesetz keine Personen (ausser sich) verletzt hat, ist letztlich weitge-

35

hend dem Zufall zu verdanken. Gerade mit seinen Fahrten in stark alkoholisiertem Zustand hat der 

Beschuldigte erhebliche Risiken für Leib und Leben und damit eine grosse Gefahr für weitaus 

schlimmere Folgen als die bereits eingetretenen geschaffen. Das Verschulden wurde im Rahmen der 

einzelnen Delikte grundsätzlich jeweils noch als leicht eingestuft, ist aber insoweit zu relativieren, als 

der Beschuldigte derart viele Straftaten begangen hat, dass insgesamt ein Strafmass im oberen Be-

reich des ordentlichen Strafrahmens ausgefällt werden musste. 

Weiter fallen auch die zahlreichen Vorstrafen des Beschuldigten in der Schweiz erheblich negativ ins 

Gewicht. Der Beschuldigte ist einschlägig im Bereich der Strassenverkehrsdelikte vorbestraft. Aller-

dings sind auch Gewaltdelikte im Strafregister aufgeführt. Entgegen der Auffassung der Verteidigung 

darf das Gericht auch vor dem Inkrafttreten der Bestimmungen zur Landesverweisung begangene 

Straftaten berücksichtigen, um der Rückfallgefahr und der wiederholten Delinquenz Rechnung zu tra-

gen (Urteil BGer 6B_1070/2018 vom 14.08.2019 E. 6.2.2). So wurde der Beschuldigte am 16.11.2010 

wegen Hehlerei und Übertretung des Personenbeförderungsgesetztes zu einer Geldstrafe von 20 Ta-

gessätzen zu CHF 20.00, bedingt vollziehbar mit einer Probezeit von 2 Jahren, und einer Busse von 

CHF 280.00 bestraft. Weiter wurde er am 06.05.2013 wegen Gewalt und Drohung gegen Behörden 

und Beamte und Sachbeschädigung zu einer Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu CHF 60.00 und einer 

Busse von CHF 100.00 verurteilt. Diese Strafe hielt ihn auch nicht davon ab, innert kurzer Zeit wieder 

zu delinquieren. Am 01.09.2014 wurde der Beschuldigte u.a. wegen Fahrens in fahrunfähigem Zu-

stand (qualifizierte Atemalkohol- oder Blutalkoholkonzentration) u.a. zu einer Geldstrafe von 30 Ta-

gessätzen zu CHF 30.00 verurteilt. Zudem wurde er am 17.02.2016 wegen Führens eines Motorfahr-

zeugs ohne erforderlichen Führerausweis und einfacher Verkehrsregelverletzung mit einer Geldstrafe 

von 15 Tagessätzen zu CHF 50.00 und einer Busse von CHF 120.00 bestraft. Auch diese Strafen 

liessen den Beschuldigten offensichtlich unbeeindruckt. Das Obergericht des Kantons Bern verurteilte 

ihn am 23.01.2017 u.a. wegen Vergewaltigung und Fahrens in fahrunfähigem Zustand (qualifizierte 

Atemalkohol- oder Blutalkoholkonzentration) u.