# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6892d6d9-b3c3-52a2-938f-081542689cf1
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-11-23
**Language:** de
**Title:** Aargau Spezialverwaltungsgericht Steuern 23.11.2022 3-RV.2021.88
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_SVWG_002_3-RV-2021-88_2022-11-23.pdf

## Full Text

Spezialverwaltungsgericht 

Steuern 

 

3-RV.2021.88       
P 164 
 

 

 

 

Urteil vom 23. November 2022 
 
 

 
 

Besetzung  Präsident Heuscher  

Richter Lämmli  

Richterin Sramek  

Gerichtsschreiberin Bernhard          

 

 
 

   

Rekurrent 1 

 

Rekurrentin 2  

 A._____ 

 

B._____ 

 

beide vertreten durch Urs Vögele, Schützenhausstrasse 18, 

5314 Kleindöttingen    

   

 

 
 
 

Gegenstand  Einspracheentscheid des Steueramtes des Kantons Aargau, 

Sektion Grundstückschätzung, vom 28. April 2021 

betreffend Grundstückschätzungen 2015 

 

  

 - 2 - 

 

 

 
   

Das Gericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

A. und B. sind Eigentümer des Grundstücks Q., Parzelle aaa, X-Strasse 

22, Q. (nachfolgend Parz. aaa). Darauf befindet sich das Wohnhaus (AGV 

Nr. bbb; nachfolgend: Wohnhaus X-Strasse).  

 

2. 

Mit Verfügung vom 19. Februar 2021 legte das Kantonale Steueramt 

(KStA), Sektion Grundstückschätzung (GS), für die Parz. aaa (AGV 

Nr. bbb) folgende Werte fest: 

 
 

unüberbaut m2 

 

 

Mietwert-Total 

 

Ertragswert 

 

steuerlicher 

Verkehrswert 

 

 

Steuerwert 

 

Normmietwert 

 

Eigenmietwert 

pro Jahr 

  

49'837 

 

791'063 

 

1'022'693 

 

906'900 

 

38'378 

 

 

 

 

 

23'411 

 

Steuerwert ab Steuerperiode 2015 

 

   

Total Fr. 

 

906'900 

 

 

  

 

Eigenmietwert ab Steuerperiode 2015 

     

Total Fr. 

 

 

23'411 

 

 

 

 

Als Schätzungsgrund wurde "Wechsel von selbstgenutzt zu Fremdnutzung 

u. umgekehrt (Nutzungsänderung)" angegeben.  

 

3. 

Gegen die Verfügung vom 19. Februar 2021 liessen A. und B. Einsprache 

erheben. Sie stellten die  

 

"Anträge 
 
1) Es sei die Liegenschaft X-Strasse, Parzelle aaa als Bestandteil des 

landw. Gewerbes zu schätzen. 
 

2) Es sei eine Gesamtschätzung für den gesamten Betrieb (grünes For-
mular) zu machen. 

 
3) Allenfalls Augenschein und Besichtigung" 

 

4. 

Mit Entscheid vom 28. April 2021 wies das KStA GS die Einsprache ab. 

 

 - 3 - 

 

 

5. 

Den Einspracheentscheid vom 28. April 2021 (Zustellung an den Vertreter 

am 5. Mai 2021) liessen A. und B. mit Rekurs vom 27. Mai 2021 

(Postaufgabe gleichentags) an das Spezialverwaltungsgericht 

weiterziehen. Sie stellten die 

 

"Anträge 
 
1) Der Einspracheentscheid sei aufzuheben. 

 
2) Die Liegenschaften X-Strasse 22, wie auch die Parzelle aaa seien mit 

dem Landwirtschaftsbetrieb als Einheit zu schätzen. 
 
3) Die Schätzung habe nach der Anleitung zur Schätzung landwirtschaft-

licher Heimwesen und Liegenschaften zu erfolgen. 
 
4) Es sei ein landwirtschaftlicher Eigenmietwert festzulegen. 
 
5) Die Kosten seien auf die Staatskasse zunehmen." 

 

Auf die Begründung wird, soweit für die Entscheidung erforderlich, in den 

Erwägungen eingegangen.  

 

6. 

Das KStA GS beantragt die Abweisung des Rekurses.  

 

7. 

A. und B. haben eine Replik erstatten lassen. 

 

8. 

Das Spezialverwaltungsgericht hat Abklärungen beim Departement Finan-

zen und Ressourcen, Landwirtschaft Aargau, getätigt (Aktennotiz vom 

2. November 2022). 

 

9. 

Die Aktennotiz vom 2. November 2022 wurde dem Vertreter von A. und B. 

zur Information und allfälligen Stellungnahme zugestellt. 

 

10. 

A. und B. liessen eine Stellungnahme einreichen.  

 

  

 - 4 - 

 

 

 
   

Das Gericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Der vorliegende Rekurs betrifft die am 19. Februar 2021 vom KStA GS vor-

genommene Einzelschätzung, gültig ab der Steuerperiode 2015. Massge-

bend für die Beurteilung des Rekurses sind somit das Steuergesetz vom 

15. Dezember 1998 (StG), die Verordnung zum Steuergesetz vom 11. Sep-

tember 2000 (StGV) sowie und die Verordnung über die Bewertung der 

Grundstücke vom 4. November 1985 (VBG).  

 

2.  

2.1. 

Verheiratete, die in rechtlich und tatsächlich ungetrennter Ehe leben, üben 

die nach dem Gesetz den Steuerpflichtigen zukommenden Verfahrens-

rechte und Verfahrenspflichten gemeinsam aus (§ 21 Abs. 1 StG und § 172 

Abs. 1 StG). Nach § 172 Abs. 3 StG gelten Rechtsmittel und andere Ein-

gaben als rechtzeitig eingereicht, wenn ein Ehegatte innert Frist handelt. 

Die Ehegatten bilden im Rechtsmittelverfahren nämlich eine Art notwen-

dige Streitgenossenschaft, was beide zu Verfahrensbeteiligten macht und 

entsprechende Konsequenzen bei der Tragung der Verfahrenskosten zei-

tigt, für welche die Ehegatten solidarisch haften (AGVE 2006 S. 126; 

VGE vom 7. Dezember 2011 [WBE.2011.153]; VGE vom 8. Dezember 

2008 [WBE.2008.362], mit Hinweis auf AGVE 1998 S. 207; Kommentar 

zum Aargauer Steuergesetz, 4. Auflage, Muri-Bern 2015, § 172 StG N 3). 

  

Da keine Hinweise auf eine rechtlich oder tatsächlich getrennte Ehe der 

Rekurrenten vorliegen, wirkt der vom Ehemann veranlasste Rekurs für 

beide Ehegatten, zumal die Grundstückschätzung auch für die gemein-

same Steuerdeklaration für die Einkommens- und Vermögenssteuern gilt. 

Die Ehefrau hat demnach vorliegend ebenfalls Parteistellung mit den ge-

nannten Folgen. 

 

2.2. 

Mit der Einsprache lassen die Rekurrenten eventualiter die Durchführung 

eines Augenscheins beantragen.  

 

Die von der steuerpflichtigen Person angebotenen Beweise müssen abge-

nommen werden, soweit sie geeignet sind, die für die Veranlagung erheb-

lichen Tatsachen festzustellen (§ 174 StG). Der Anspruch des Steuerpflich-

tigen auf Abnahme solcher Beweismittel ist Ausfluss des rechtlichen Ge-

hörs. Er besteht indessen nicht unbeschränkt, sondern unter der Voraus-

setzung, dass das beantragte Beweismittel geeignet ist, eine für die Veran-

lagung wesentliche Behauptung zu erhärten. Ein Verzicht ist insbesondere 

dann geboten, wenn die Abnahme von Beweisen in Frage steht, die sich 

 - 5 - 

 

 

von vornherein als untauglich erweisen (sog. antizipierte Beweiswürdigung; 

SGE vom 23. April 2020 [3-RV.2020.3]). 

 

Wie nachfolgend detailliert ausgeführt wird (Erw. 5.2), wurde die Schätzung 

2013 mit Augenmerk auf dieselbe Problematik bereits einmal von den Ge-

richtsinstanzen ohne Augenschein geprüft (SGE vom 21. März 2019 [3-RV. 

2017.116] bestätigt durch VGE vom 12. September 2019 [WBE.2019.166] 

und Bundesgerichtsurteil vom 20. August 2020 [2C_858/2019]). Wie da-

mals ist auch heute kein Augenschein durchzuführen, da es auch im vor-

liegenden Verfahren um reine Rechtsfragen geht.  

 

3. 

3.1. 

In der Einsprache liessen die Rekurrenten ausführen, die Steuerwerte gül-

tig ab der Steuerperiode 2015 seien für das Wohnhaus X-Strasse als 

Privatliegenschaft verfügt worden, was rechtlich und fachlich nicht zutref-

fend sei. Zwar hätten die Rekurrenten im Jahr 2015 aufgrund eines Ge-

richtsentscheids den Landwirtschaftsbetrieb mit CHF 758'000.00 landwirt-

schaftlichem Ertragswert und das Wohnhaus X-Strasse mit 

CHF 600'000.00 (Bau noch nicht vollendet) angegeben. Die Rekurrenten 

hätten jedoch damals bereits verlangt, dass das Wohnhaus X-Strasse 

gemeinsam mit dem Landwirtschaftsbetrieb besteuert werde. Das Wohn-

haus X-Strasse sei ab dem 1. Januar 2015 als Geschäftsvermögen und 

Bestandteil des landwirtschaftlichen Gewerbes einzustufen. Entsprechend 

seien die Steuerwerte ab dem Jahr 2015 nach landwirtschaftlichen Kriterien 

zu bemessen. 

 

3.2. 

Im Einspracheentscheid wurde vom KStA GS ausgeführt, die Einzelschät-

zung vom 19. Februar 2021 sei mit dem Schätzungsgrund "Wechsel von 

selbstgenutzt zu Fremdnutzung u. umgekehrt (Nutzungsänderung)" verfügt 

worden. Aus technischen Gründen könne in der Eröffnung jeweils nur ein 

Schätzungsgrund angegeben werden. Auf Grund der Bauvollendung der 

Liegenschaft im Jahr 2015 bestehe jedoch der weitere Schätzungsgrund 

"Umbau / Anbau / Ausbau → Bestandesänderung" gemäss § 218 Abs. 2 

StG. 

 

Aus § 218 Abs. 2 StG folge, dass im Rahmen von Einzelschätzungen le-

diglich jene Faktoren neu zu bestimmen seien, auf die sich die Bestandes-, 

Nutzungs- oder Wertänderung auswirke. Die übrigen Parameter seien je-

weils nicht anzupassen. Dementsprechend seien die Rügemöglichkeiten 

des Steuerpflichtigen auf diese Parameter beschränkt. Mit der Einzelschät-

zung seien schliesslich nur jene Parameter angepasst resp. verändert wor-

den, welche in einem direkten Zusammenhang mit den Schätzungsgrün-

den gestanden hätten. In der Einspracheschrift seien bezüglich der Fakto-

ren, welche sich auf die Schätzungsgründe bezögen, keine Anträge gestellt 

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worden. Die in der Einspracheschrift vorgebrachten Einwendungen lägen 

nicht im Zuständigkeitsbereich des KStA GS und müssten im ordentlichen 

Veranlagungsverfahren geklärt werden. Es werde abschliessend festge-

stellt, dass die Schätzung in ihrer Gesamtheit der VBG und den örtlichen 

Wertansätzen entspreche.  

 

3.3. 

Mit Rekurs wurde ausgeführt, mit Datum vom 3. April 2018 habe der Re-

kurrent eine Nachdeklaration zur Steuererklärung 2014 und 2015 einge-

reicht. Er habe dem Regionalen Steueramt Q. geschrieben, da die 

Steuererklärungen 2014 und 2015 noch nicht definitiv veranlagt seien, 

werde um folgende Korrekturen gebeten: 

 

- das Wohnhaus X-Strasse sei Geschäfts- und nicht Privatvermögen; 

- die Schulden/Hypotheken X-Strasse Nr. ccc und Nr. ddd bei der E. seien 

Geschäftsschulden. 

 

Die Steuerkommission habe diese Begehren den Steuerjustizbehörden 

nicht mitgeteilt, obwohl das Verfahren 2014 noch nicht erledigt gewesen 

sei.  

 

Gemäss Art. 2 Abs. 2 lit a BGBB gehörten Gebäude eines landwirtschaftli-

chen Gewerbes innerhalb der Bauzone zum Geschäftsvermögen des Be-

triebes. Mit der Erklärung der Steuerpflichtigen, dass die Liegenschaften 

2014 und 2015 dem Geschäfts- und nicht Privatvermögen zugehörig seien, 

sei die rechtliche Lage klar. Das Wohnhaus X-Strasse und die Parz. aaa 

seien zum landwirtschaftlichen Ertragswert zu schätzen. Der Mietwert in 

der Schätzung für das Wohnhaus X-Strasse sei nicht landwirtschaftlich 

geschätzt worden und daher zu korrigieren. Für Landwirtschaftsbetriebe 

gelte die einheitliche Schätzung von Gebäuden und Land. Aus diesem 

Grunde sei die separate Schätzung vom 19. Februar 2021 aufzuheben, 

soweit sie das Wohnhaus X-Strasse und die Parz. aaa betreffe. Die 

gleichentags eröffnete grüne Schätzung mit Wohnhaus Nr. eee, 

Lagergebäude eee, Lagergebäude fff, Acker Wiese und Wald in der 

Gemeinde Q. sowie Acker und Wiese in der Gemeinde R. mit einem 

Gesamtwert von CHF 758'000.00 seien anerkannt. 

 

Das KStA sei nicht auf die Einsprache eingegangen. Es habe keine Ände-

rung von Selbstnutzung zu Fremdnutzung und umgekehrt stattgefunden 

habe. Eine Fremdnutzung habe nie bestanden. Richtig sei dagegen, dass 

ausserhalb der allgemeinen Neuschätzung gemäss § 218 Abs. 2 StG Ei-

genmietwert und Steuerwert nur geändert werden könnten, wenn Bestand, 

Nutzung und Wert des Grundstückes wesentlich ändern, oder wenn die 

Werte auf einer offensichtlich unrichtigen Schätzung oder auf einer unrich-

tigen Rechtsanwendung beruhten. Die neue Schätzung gelte ab Beginn der 

Steuerperiode, in der Nutzen und Wert geändert haben, bei unrichtigen 

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Werten ab dem Jahre der Einleitung der Neuschätzung. Nachdem der 

Steuerpflichtige erwiesenermassen Antrag auf Einbringung ins Geschäfts-

vermögen gestellt habe, sei per 1. Januar 2015 die Schätzung für den ge-

samten Betrieb nach landwirtschaftlichen Normen vorzunehmen. 

 

Solange die Steuerveranlagung offen sei, könnten Nachdeklarationen er-

folgen. Das Wohnhaus X-Strasse werde vom Betriebsinhaber und seiner 

Familie und dem mitarbeitenden Sohn bewohnt. Sie diene dementspre-

chend dem Landwirtschaftsbetrieb und sei gemäss Art. 2 Abs. 2 lit a BGBB 

Bestandteil des Gewerbes und somit auch Bestandteil des landwirtschaft-

lichen Geschäftsvermögens. 

 

3.4. 

In der Vernehmlassung wurde vom KStA geltend gemacht, gemäss Aus-

kunft des für die Gemeinde Q. zuständigen Landwirtschaftsexperten (LE) 

des KStA habe das Wohnhaus X-Strasse im Jahr 2015 unverändert zum 

Privatvermögen gehört. Diese Angaben seien für das KStA GS verbindlich, 

da für die Zuordnung zum Privat- oder Geschäftsvermögen die 

Steuerkommission zuständig sei. Werde diese Beurteilung später durch die 

Rechtsmittelinstanzen anders beurteilt, sei die Schätzung gemäss der 

Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts des Kantons Aargau vom 

18. Dezember 2003 (BE.2002.00391) zu revidieren. 

 

Gemäss § 51 Abs. 2 StG würden landwirtschaftlich genutzte Grundstücke 

nur zum Ertragswert besteuert, wenn sie ausserhalb der Bauzone liegen 

oder wenn sie, sofern sie innerhalb der Bauzone liegen, zum landwirt-

schaftlichen Geschäftsvermögen der Eigentümer gehören. Da sich das 

Grundstück innerhalb der Bauzone befinde und Bestandteil des Privatver-

mögens sei, sei eine Besteuerung der Parz. aaa nach landwirtschaftlichen 

Kriterien ausgeschlossen. Die Besteuerung zum Ertragswert erfolge somit 

dann, wenn die Grundstücke vom Eigentümer oder dessen Ehegatten sel-

ber bewirtschaftet werden oder – unter Beibehaltung im Geschäftsvermö-

gen des Eigentümers – an einen aktiven Landwirt verpachtet würden. Die 

Parz. aaa werde folglich richtigerweise zum Mittel aus Ertrags- und Ver-

kehrswert besteuert. 

 

3.5. 

Mit der Replik liess der Rekurrent in Ergänzung der bisherigen Ausführun-

gen geltend machen, der für die Gemeinde Q. zuständige LE KStA sei nicht 

zur Erklärung, dass Liegenschaften Privatvermögen seien, ermächtigt.  

 

Im Jahr 2014 sei die Liegenschaft noch nicht fertig erstellt gewesen. Darum 

sei auf ein Rechtsmittelverfahren verzichtet worden, was aber ausdrücklich 

keine Anerkennung dafür darstelle, dass die Liegenschaft nicht Geschäfts-

vermögen sei. Die Beurteilung, ob Geschäft- oder Privatvermögen vorliege, 

sei eine Angelegenheit der Steuerkommission. Gemäss Erwägung 2.4 des 

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Bundesgerichtsentscheids vom 4. Oktober 2008 (2C_379/2008) könne Ge-

schäftsvermögen einer selbstständig erwerbenden Person grundsätzlich 

nur sein, was sich zivilrechtlich im Eigentum des Geschäftsinhabers be-

finde. Allein daraus sei abzuleiten resp. zu vermerken, dass der Eigentümer 

und Geschäftsinhaber eine Person seien. Nach Art. 4 Abs. 1 BGBB gälten 

für Grundstücke, die für sich alleine oder zusammen mit anderen Grund-

stücken ein landwirtschaftliches Gewerbe bildeten, die besonderen Be-

stimmungen dieses Gesetzes über landwirtschaftliche Gewerbe. Die han-

delsrechtliche Aktivierung werde darauf abgestützt, dass ein Vermögens-

wert dem Unternehmen uneingeschränkt zur Verfügung stehe (Erw. 2.5 

des genannten Entscheides). Die Wohnung im Wohnhaus X-Strasse stehe 

unbestrittenermassen der Familie des Rekurrenten uneingeschränkt zur 

Verfügung.  

 

Die Einbringung ins Geschäftsvermögen sei beantragt worden. Die Steuer-

kommission sei aber in dieser Sache untätig geblieben. Sie habe somit ihre 

Pflicht der speditiven Behandlung missachtet. Gestützt auf Erwägung 2.2.3 

des Bundesgerichtsentscheids vom 13. März 2020 (2C_368/2019) sei (im 

Umkehrschluss) eine ausdrückliche Willenserklärung und das entspre-

chende Handeln in der Bilanz zu bekunden. Dies habe der Steuerpflichtige 

ausdrücklich und erwiesenermassen getan. Die Rechtsfrage, ob Ge-

schäfts-und/oder Privatvermögen vorliege, sei also mittels Feststellungs-

verfügung im Veranlagungs- und Einspracheverfahren durch die Steuer-

kommission zu beurteilen. Der Steuerpflichtige habe Anspruch auf eine 

Feststellungsverfügung. Eine Feststellungsverfügung, dass es sich ab 

1. Januar 2015 weiterhin um Privatvermögen handle, gebe es nicht. Die 

Steuerkommission hätte eine beschwerdefähige Verfügung erlassen müs-

sen. Da dem KStA GS im Zeitpunkt der Grundstückschätzung kein Ent-

scheid der Steuerkommission Q. über die Zuweisung des Wohnhauses X-

Strasse zum Geschäfts- oder Privatvermögen vorgelegen habe, stelle sich 

die Frage, ob überhaupt das gesamte Verfahren „Grundstückschätzung 

und Neuschätzung vom 19.02.2021" rechtens sei.  

 

4. 

4.1. 

Das Verwaltungsgericht hat sich im VGE vom 21. August 2013 

(WBE.2012.251) zu den Voraussetzungen einer Einzelschätzung wie folgt 

geäussert: 

 

"2. 
2.1. 
Ausserhalb der allgemeinen Neuschätzung nach § 218 Abs. 1 StG können 
die Eigenmietwerte und Vermögenssteuerwerte nur geändert werden, 
wenn Bestand, Nutzung oder Wert des Grundstückes wesentlich ändern 
oder wenn die Werte auf einer offensichtlich unrichtigen Schätzung oder 
auf einer unrichtigen Rechtsanwendung beruhen (§ 218 Abs. 2 StG). Ein-
zelschätzungen werden demnach einerseits bei wesentlichen Änderungen 
in Bezug auf den Bestand, die Nutzung oder den Wert eines Grundstücks 

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(im folgenden Änderungsschätzung) und andererseits wegen Unrichtigkeit 
(offensichtliche Unrichtigkeit, unrichtige Rechtsanwendung; im Folgenden: 
Unrichtigkeitsschätzung) durchgeführt.  

 
2.2. 
Änderungsschätzungen werden gemäss § 218 Abs. 2 StG nur dann durch-
geführt, wenn sie wesentlich sind, d.h. sich die infrage stehende Änderung 
wesentlich auf den Wert des infrage stehenden Objekts auswirkt, konkret: 
infolge der Änderung bestimmte Schwellenwerte überschritten werden 
(vgl. dazu und zu den nach der Praxis des KStA massgebenden Schwel-
lenwerten: Plüss, a.a.O., § 218 N 20 f.). Der Entscheid darüber, ob eine 
Änderungsschätzung durchzuführen ist, hängt von der ursprünglichen all-
gemeinen Schätzung ab. Dementsprechend ist, wenn sich die Frage nach 
der Durchführung sowohl einer Änderungsschätzung als auch einer Un-
richtigkeitsschätzung stellt, zunächst die Frage zu beantworten, ob letztere 
durchzuführen ist. Erweist sich nämlich das Begehren nach Durchführung 
einer Unrichtigkeitsschätzung als begründet, so wirkt sich dies notwendig 
auch auf die für die Beantwortung der Frage nach der Durchführung einer 
Änderungsschätzung anwendbaren Schwellenwerte aus (Die Unrichtig-
keitsschätzung geht in diesem Sinne sachlogisch der Änderungsschät-
zung vor). Daher ist hier zunächst zu prüfen, ob dem Begehren um Durch-
führung einer Unrichtigkeitsschätzung hätte entsprochen werden müssen." 

 

4.2. 

Das KStA GS hat eine Einzelschätzung vorgenommen und den Grund da-

für mit "Wechsel von selbstgenutzt zu Fremdnutzung u. umgekehrt (Nut-

zungsänderung)" sowie "Umbau / Anbau / Ausbau → Bestandesänderung" 

angegeben. Eine Nutzungsänderung und insbesondere die Errichtung bzw. 

Fertigstellung eines Gebäudes führen zu einer neuen Grundstückschät-

zung. Das Wohnhaus X-Strasse wurde seit den letzten Teilschätzungen 

betreffend die Jahre 2013 und 2014 (17. August 2016, 12. Juni 2017) erst 

im Jahr 2015 fertiggestellt. Folglich haben sich die Werte seit der dem 

Baufortschritt entsprechenden letzten Schätzung verändert. Es liegt zwei-

fellos ein Einzelschätzungsgrund vor. 

 

5. 

5.1. 

Das KStA GS hat das Wohnhaus X-Strasse nach nicht-landwirtschaftlichen 

Kriterien geschätzt. Der Rekurrent beantragt, die Schätzung sei auf-

zuheben und die Parzelle bzw. das Wohnhaus sei nach landwirtschaftli-

chen Kriterien zu schätzen. 

 

5.2. 

Nachfolgend ist somit zu klären, ob landwirtschaftliche oder nicht-landwirt-

schaftliche Kriterien bei der vorliegenden Schätzung anzuwenden sind. 

Diese Frage wurde zwar bereits für das Steuerjahr 2013 im Verfahren 

3-RV.2017.116 behandelt (SGE vom 21. März 2019; bestätigt durch VGE 

vom 12. September 2019 [WBE.2019.166] und Bundesgerichtsurteil vom 

20. August 2020 [2C_858/2019])  Da die Rekurrenten in der Zwischenzeit 

 - 10 - 

 

 

definitiv in das Wohnhaus X-Strasse gezogen sind (wie nachfolgend 

ausgeführt), ist eine erneute Prüfung angezeigt.  

 

6. 

6.1. 

Gemäss § 51 Abs. 4 StG werden die nicht-landwirtschaftlichen Grundstü-

cke zum Mittel aus Verkehrswert und Ertragswert besteuert. Dabei sind im 

Interesse einer rechtsgleichen Bewertung der Grundstücke die in der VBG 

festgelegten Richtlinien bei allen Bewertungen anzuwenden. Das aargaui-

sche Verwaltungsgericht hat entschieden, dass zusätzliche, in der VBG 

nicht vorgesehene Pauschalabzüge nur dann ausnahmsweise zulässig 

sind, wenn sich aus der Anwendung der VBG ein am Markt nicht erzielba-

res Schätzungsergebnis ergibt (VGE vom 10. März 2004 [BE.2003.00176]). 

Grundsätzlich sind der Vermögenssteuerwert und ein allfälliger Eigenmiet-

wert deshalb konkret nach Massgabe der VBG zu überprüfen (RGE vom 

24. April 2008 [3-RV.2007.180]).  

 

Demgegenüber werden landwirtschaftlich genutzte Grundstücke zum Er-

tragswert besteuert, wenn sie ausserhalb der Bauzone liegen oder zum 

landwirtschaftlichen Geschäftsvermögen der Eigentümerin oder des Eigen-

tümers gehören (§ 51 Abs. 2 StG; Dieser entspricht dem § 39 Abs. 2 des 

Steuergesetzes vom 13. Dezember 1983 [aStG]).  

 

6.2. 

Die Parz. aaa liegt unverändert in der Bauzone. Insoweit ist eine Festset-

zung des Vermögenssteuerwertes nach landwirtschaftlichen Kriterien nicht 

möglich. Folglich sind die weiteren Voraussetzungen von § 51 Abs. 2 StG 

zu prüfen nämlich, ob die Parz. aaa im Jahr 2015 bzw. per 31. Dezember 

2015 als landwirtschaftlich genutzt gilt und zum landwirtschaftlichen Ge-

schäftsvermögen der Rekurrenten gezählt werden kann.  

 

6.3. 

Als landwirtschaftlich genutzt gilt ein Grundstück, wenn es der landwirt-

schaftlichen, bodenabhängigen Produktion sowie Betrieben des produzie-

renden Gartenbaus dient (§ 8 Abs. 1 VBG). Als landwirtschaftlich genutzt 

gelten insbesondere Grundstücke des Gemüsebaus, Obst- und Beerenpro-

duktionsbetriebe, Rebbetriebe, Sömmerungsbetriebe, Topfpflanzenbetrie-

be, Schnittblumenbetriebe und Baumschulen, nicht jedoch solche von Hob-

bybetrieben, Geflügelfarmen, Mastbetrieben und Reitpferdestallungen 

ohne ausreichende eigene Futtermittelproduktion sowie Grundstücke, wel-

che der reinen Selbstversorgung dienen (§ 8 Abs. 2 VBG). Wohnräume von 

Gebäuden gelten insoweit als landwirtschaftlich genutzt, als sie unmittelbar 

dem landwirtschaftlichen Voll- und Zuerwerbsbetrieb dienen (§ 8 Abs. 3 

VBG). Bei Wohngebäuden von Nebenerwerbsbetrieben mit weniger als 

drei Hektaren Fläche liegt keine landwirtschaftliche Nutzung im Sinne von 

 - 11 - 

 

 

§ 39 Abs. 2 aStG vor (§ 8 Abs. 4 VBG). Die Qualifikation über die landwirt-

schaftliche Nutzung eines Grundstückes besagt nichts über dessen Zuge-

hörigkeit zum Geschäftsvermögen oder zum Privatvermögen des Eigentü-

mers (§ 8 Abs. 5 VBG). 

 

6.4. 

Das Bundesgericht entschied die Frage, ob die Parz. aaa im Sinne von 

Art. 14 Abs. 2 StHG landwirtschaftlich genutzt wird, für das Steuerjahr 2013 

wie folgt (Bundesgerichtsurteil vom 20. August 2020 [2C_858/2019], 

Erw. 2.4): 

 

"2.4 Vor Bundesgericht bringen die Steuerpflichtigen nur vor, das neue 
Haus auf dem Grundstück Nr. aaa erfülle die Voraussetzungen für eine 
Betriebsleiterwohnung und liege näher bei den zu bewirtschaftenden 
Grundstücken als das bisherige Wohnhaus auf dem Grundstück Nr. 648, 
wo die Wohnverhältnisse knapp seien; ein Neubau ausserhalb der 
Bauzone wäre raumplanungsrechtlich nicht bewilligt worden. All das än-
dert aber nichts daran, dass in der hier interessierenden Steuerperiode 
2013 das Haus nicht als Betriebsleiterwohnung diente, da die Beschwer-
deführer als Betriebsleiter bereits über eine andere Wohnung verfügten 
und nicht dargelegt ist, dass und weshalb zwei Wohnungen erforderlich 
gewesen wären. Das Grundstück Nr. aaa kann daher nicht als landwirt-
schaftlich genutzt im Sinne von Art. 14 Abs. 2 StHG betrachtet werden. 
Dafür ist unerheblich, ob das Grundstück als Geschäfts- oder Privatvermö-
gen zu qualifizieren ist. (…)" 

 

6.5. 

Das Verwaltungsgericht hat in seinem Urteil vom 12. September 2019 

(WBE.2019.166) ausgeführt: 

 

"2.2.2. 
Ein Wohngebäude bzw. das zugehörige Grundstück dient genau genom-
men niemals der landwirtschaftlichen Nutzung, sondern dem Wohnen. Als 
landwirtschaftlich genutzt werden Wohngebäude gemäss § 8 Abs. 3 VBG 
daher nur dann angesehen, wenn sie einem landwirtschaftlichen Voll- und 
Zuerwerbsbetrieb dienen, d.h. die Wohnstätte des Bewirtschafters und sei-
ner Familie sind (Urteil WBE.2009.109 vom 24. Februar 2010 E. 3.5.1.). 
 
Ihre dienende Funktion verlieren Wohngebäude dann, wenn der Bewirt-
schafter selbst seine Betriebstätigkeit einstellt, und zwar auch dann, wenn 
ein Fall des Steueraufschubs gemäss § 23 Abs. 1 lit. a StG vorliegt und 
die Betriebsliegenschaften (ausser dem Wohngebäude) weiter verpachtet 
werden. Es ist daher nur folgerichtig, wenn mit Wohngebäuden überbaute 
Grundstücke auch im Falle eines Steueraufschubs gemäss § 23 Abs. 1 
lit. a StG nur dann als landwirtschaftlich genutzt betrachtet werden, wenn 
der bzw. die Bewohner noch einen Betrieb im Sinne von Art. 8 Abs. 4 VBG 
führt bzw. führen (Urteil WBE.2009.109 vom 24 Februar 2010 E. 3.5.1.; 
vgl. auch Bernische Verwaltungsrechtsprechung [BVR] 2007, S. 314 ff.). 
Eine Besteuerung zum Ertragswert auch nach der Betriebsaufgabe hätte 
im Übrigen eine Privilegierung von Landwirten, die ihren Betrieb aufgege-
ben haben, im Vergleich mit den übrigen Eigentümern zur Folge, für die 
keine genügenden Gründe auszumachen sind." 
 

 - 12 - 

 

 

6.6. 

Die Rekurrenten sind zu Beginn des Jahres 2015 in das Wohnhaus X-

Strasse (Parz. aaa) eingezogen. Dort wohnten die Rekurrenten im fragli-

chen Jahr 2015 als Selbstbewirtschafter-Ehepaar. In diesem Punkt hat sich 

der Sachverhalt im Steuerjahr 2015 gegenüber demjenigen im Steuerjahr 

2013 verändert. Verändert hat sich auch die Nutzung des bisherigen Wohn-

hauses der Rekurrenten auf der Parz. ggg. Nach den Angaben der Rekur-

renten dient dieses noch als Arbeiterwohnung und insoweit der landwirt-

schaftlichen Nutzung.  

 

Als Folge des Umzugs stellt sich die Frage, ob das Wohnhaus X-Strasse 

nun automatisch im Sinne des BGBB als landwirtschaftliches Grundstück 

gilt, also dem Geschäftsvermögen zuzuordnen wäre (Erw. 6.7.6 hiernach).  

 

6.7. 

6.7.1. 

Gemäss Artikel 2 Abs. 1 BGBB gilt das Bundesgesetz über das bäuerliche 

Bodenrecht für Grundstücke ausserhalb einer Bauzone. Die Parz. aaa liegt 

jedoch in der Bauzone. Es ist daher zu prüfen, ob vorliegend das BGBB 

gemäss Artikel 2 Abs. 2 BGBB anwendbar ist. Danach gilt das Gesetz für 

Grundstücke mit landwirtschaftlichen Gebäuden, die in einer Bauzone lie-

gen und zu einem landwirtschaftlichen Gewerbe gehören (Art. 2 Abs. 2 lit. a 

BGBB).  

 

6.7.2. 

Das Verwaltungsgericht hat in seinem Urteil vom 12. September 2019 be-

reits festgelegt, dass kein Zweifel daran bestehe, dass der Rekurrent ein 

landwirtschaftliches Gewerbe im Sinne des BGBB (Art. 7 BGBB) betreibe 

(WBE.2019.166, Erw. 3.1.2.). Aufgrund der Aktenlage im Jahr 2015 drängt 

sich keine Änderung an dieser Einschätzung auf.  

 

6.7.3. 

Obwohl die Rekurrenten (im Gegensatz zum Steuerjahr 2013) im hier frag-

lichen Steuerjahr 2015 im Wohnhaus auf der Parz. aaa wohnten, gehört 

das Wohnhaus dennoch nicht automatisch zum landwirtschaftlichem Ge-

werbe der Rekurrenten.  

 

6.7.4. 

Im Steuerjahr 2013 wurden diverse Widersprüche im Verhalten der Rekur-

renten festgestellt (Urteil des Verwaltungsgerichts vom 12. September 

2019 [WBE.2019.166]): 

 

"3.1.3.1.  
Das Verhalten der Beschwerdeführer ist zumindest teilweise widersprüch-
lich: Zwar haben sie das Grundstück und hernach auch das Wohngebäude 
in die Buchhaltung ihres Landwirtschaftsbetriebs aufgenommen. Das 

 - 13 - 

 

 

Wohnhaus wird dort jedoch ausdrücklich als 'Privates Gebäude' bezeich-
net: Auch die Parzelle wird zwar zusammen mit anderen Parzellen unter 
der Überschrift 'Boden' in der Bilanz aufgeführt. Unter dieser Überschrift 
figurieren indessen 'Landwirtschaftlicher Boden' ebenso wie das nur als 
'Boden' bezeichnete Grundstück Nr. aaa. Auch in den von der Vorinstanz 
angeführten Schreiben haben die Beschwerdeführer bzw. hat ihr Vertreter 
zumindest anfänglich klar den Standpunkt vertreten, es handle sich beim 
Grundstück um Privatvermögen. Erst später und offenbar vor allem mit 
dem Ziel, die vermögensrechtliche Besteuerung zum Ertragswert (und 
auch die Eigenmietwertbesteuerung gemäss § 30 Abs. 3 StG) durchzuset-
zen, haben die Beschwerdeführer bzw. hat deren Vertreter die Auffassung 
geäussert, das Grundstück Nr. aaa gehöre zum Geschäftsvermögen.  
 
Ob hinsichtlich der steuerrechtlichen Zuordnung des Grundstücks zum Pri-
vat- oder Geschäftsvermögen der Vorinstanz zu folgen oder mit den Be-
schwerdeführern auf Geschäftsvermögensqualität der Liegenschaften zu 
schliessen ist, kann, wie im Folgenden darzulegen ist, offenbleiben, weil 
unabhängig davon hier – jedenfalls zurzeit – eine Besteuerung als land-
wirtschaftliches Grundstück zum Ertragswert nicht denkbar ist. Dabei ist 
insbesondere auch die Frage nicht zu beantworten, ob § 51 Abs. 2 StG 
(Beschränkung der Ertragswertbesteuerung auf zum Geschäftsvermögen 
zählende Grundstücke) – sofern bundesrechtlich die Unterstellung eines 
Wohngebäudes eines Landwirts unter das BGBB auch möglich sein sollte, 
soweit dieses nicht in die Buchhaltung aufgenommen und von einem Steu-
erpflichtigen ausdrücklich seinem Privatvermögen zugeordnet wird – mit 
Bezug auf eine solche Konstellation bundesrechtskonform ist.  

 

6.7.5. 

Die Rekurrenten haben in Kenntnis dieser Widersprüche und der daraus 

folgenden rechtlichen Qualifikationen nichts unternommen, um den Sach-

verhalt zu bereinigen. Auch in der Buchhaltung und im Jahresabschluss 

2015 des Landwirtschaftsbetriebs ist das Wohnhaus auf der Parz. aaa un-

verändert unter "Privates Wohnhaus" zu finden. Unverändert besteht für 

den Betrieb (inkl. Parz. ggg) ein Gesamtpfandrecht, wohingegen die 

Parz. aaa unverändert separat mit einer nicht landwirtschaftlichen Hypo-

thek belehnt wurde. Wie auch die Rekurrenten in ihrer Stellungnahme vom 

10. November 2022 festhalten, war dies erforderlich, da ansonsten die 

(landwirtschaftliche) Belastungsgrenze nicht eingehalten worden wäre. 

Dies korreliert auch mit dem Umstand, dass die Rekurrenten nicht geltend 

machen, dass die Hofparzelle (Parz. ggg) nicht mehr dem BGBB unterste-

hen solle.  

 

6.7.6. 

In diesem Sinne wurde auch im Steuerjahr 2013 festgehalten (Urteil des 

Verwaltungsgerichts vom 12. September 2019 [WBE.2019.166]): 

 

"3.1.3.3.  
(…) 
 
Diese Sachdarstellung der Beschwerdeführer legt nahe, dass sie beab-
sichtigen (bzw. diese Absicht schon realisiert haben), die Funktion des ur-

 - 14 - 

 

 

sprünglichen Wohnhauses auf der Parzelle Nr. ggg (und damit auch des-
sen dem Betrieb dienende Funktion als Wohnung für den Betriebsleiter 
und dessen Familie sowie allfällig betrieblich erforderliche Angestellte) zu 
verändern. Das Grundstück Nr. ggg (bzw. dessen 'Wohnteil') soll offenbar 
nicht mehr (oder nur noch teilweise) als betrieblich erforderliche 
Wohnstätte dienen. Diese Funktion soll durch das neu erstellte Wohnge-
bäude auf der Parzelle Nr. aaa übernommen werden. Allein mit dieser Ab-
sicht und selbst mit deren tatsächlicher betrieblicher Umsetzung verliert 
aber die Parzelle Nr. ggg nicht automatisch ihre Qualität als zu einem land-
wirtschaftlichen Gewerbe gehörige Parzelle gemäss Art. 2 Abs. 2 lit. a 
BGBB. Und umgekehrt erwirbt auch die Parzelle Nr. aaa mit deren tatsäch-
licher Widmung als Wohnstätte des Beschwerdeführers und seiner Familie 
als Betriebsleiter nicht zwangsläufig die Qualität als dem BGBB unterste-
hendes landwirtschaftliches Grundstück gemäss Art. 2 Abs. 2 lit. a BGBB. 
 
Damit die Parzelle Nr. ggg aus dem landwirtschaftlichen Gewerbe (ganz 
oder teilweise) ausscheidet bzw. die Parzelle Nr. aaa neu zu dessen Be-
standteil wird, bedarf es vielmehr zumindest eines entsprechenden Fest-
stellungentscheids der zuständigen Bewilligungsbehörde gemäss Art. 84 
BGBB (vgl. dazu Margret Herrenschwand/Beat Stalder, in: Schweizeri-
scher Bauernverband Treuhand und Schätzungen [Hrsg.], Das bäuerliche 
Bodenrecht, Kommentar zum BGBB, Brugg 2011, Art. 84 N 4). Die Be-
schwerdeführer machen aber nicht geltend, dass ein entsprechendes Ver-
fahren durchgeführt worden wäre oder sie ein solches zumindest eingelei-
tet hätten. Unter diesen Umständen muss aber davon ausgegangen wer-
den, dass sich im Bestand der Wohngrundstücke, welche zum landwirt-
schaftlichen Gewerbe des Beschwerdeführers gehören, bisher keine Än-
derung ergeben hat. Damit gelten für das Grundstück Nr. aaa auch nicht 
gemäss Art. 2 Abs. 2 lit. a BGBB die Vorschriften dieses Gesetzes und es 
kann daher auch in steuerlicher Hinsicht grundsätzlich nicht als landwirt-
schaftliches Grundstück qualifiziert werden, womit eine Besteuerung die-
ser Liegenschaft zum Ertragswert nicht infrage kommt." 

 

Sachverhalt und Beurteilung desselben bleiben auch im Jahr 2015 unver-

ändert. Daran ändert auch die mit Schreiben vom 3. April 2018 erklärte 

Widmung der Parz. aaa zum Geschäftsvermögen nichts. Diese Erklärung 

bleibt aufgrund des tatsächlichen Sachverhaltes unbeachtlich. 

 

6.8. 

Zusammengefasst kann somit festgehalten werden, dass die Parz. aaa mit 

dem neuen Wohnhaus, welches als Betriebsleiterwohnung genutzt werden 

soll, nicht automatisch ein dem BGBB unterstehendes landwirtschaftliches 

Grundstück gemäss Art. 2 Abs. 2 lit. a BGBB wird. 

 

6.9. 

Die Rekurrenten lassen zu Unrecht geltend machen, die Steuerkommission 

Q. hätte einen Feststellungsentscheid betreffend der Parz. aaa fällen 

müssen. Tatsächlich bedarf es für die Qualifikation als Betriebsleiter-

wohnung (und damit mittelbar der Qualifikation als Geschäftsvermögen) 

keines steuerlichen Feststellungsentscheids, sondern eines solchen der 

zuständigen Bewilligungsbehörde gemäss Art. 84 BGBB. Spätestens seit 

dem Entscheid des Verwaltungsgerichts vom 12. September 2019 

 - 15 - 

 

 

(WBE.2019.166) wussten die Rekurrenten von dieser Voraussetzung. Den-

noch haben die Rekurrenten bis heute dem Departement Finanzen und 

Ressourcen, Landwirtschaft Aargau, als zuständiger Bewilligungsbehörde 

keinen entsprechenden Antrag auf Feststellung einer Betriebsleiterwoh-

nung gestellt (Aktennotiz vom 2. November 2022). Folglich fehlt es vorlie-

gend am Erfordernis des (positiven) Feststellungsentscheids gemäss 

Art. 84 BGBB zur Umteilung der beiden Parz. ggg und aaa. Trotz Fehlens 

der erforderlichen Bewilligung beantragen sie – auch gestützt auf eine (un-

beachtliche) Widmung der Parz. aaa zu Geschäftsvermögen – die finanziell 

günstigere Grundstückschätzung nach landwirtschaftlichen Kriterien. Die-

ses widersprüchliche Verhalten kann nicht geschützt werden. 

 

Die Parz. aaa ist somit nach wie vor nicht Bestandteil des landwirtschaftli-

chen Gewerbes der Rekurrenten und wurde folglich zu Recht zum Mittel 

aus Verkehrswert und Ertragswert geschätzt.  

 

7. 

7.1. 

7.1.1. 

Als Verkehrswert eines Grundstückes gilt der Preis, welcher im Geschäfts-

verkehr mit Dritten erzielbar ist, ohne Rücksicht auf ungewöhnliche oder 

persönliche Verhältnisse (§ 12 Abs. 1 VBG). Der Verkehrswert wird gemäss 

§ 12 Abs. 2 VBG festgesetzt durch  

 

-  Gleichsetzung mit dem Kaufpreis,  

-  mittelbaren oder unmittelbaren Preisvergleich, sofern ein Kaufpreis fehlt 

oder dieser nicht dem Verkehrswert entspricht,  

-  Berechnung nach dem gewichteten Ertragswert und dem Realwert, so-

fern weder Kaufpreis noch Preisvergleich vorhanden sind.  

 

7.1.2. 

Nach der Systematik von § 12 Abs. 2 lit. a VBG steht als Kriterium für die 

Festsetzung des Verkehrswertes eines Grundstückes der Kaufpreis im Vor-

dergrund (AGVE 2007 S. 272). Da ein aktueller, ohne Rücksicht auf unge-

wöhnliche oder persönliche Verhältnisse festgesetzter Kaufpreis dem Wert 

entspricht, der im Geschäftsverkehr mit Dritten erzielbar ist (vgl. § 12 Abs. 1 

VBG), erscheint dies sachlich durchaus gerechtfertigt. Das Ziel des Ver-

kaufes einer Liegenschaft zum Verkehrswert setzt nach allgemeiner Le-

benserfahrung jedoch mindestens eine zuverlässige Schätzung oder eine 

Ausmarchung unter mehreren Kaufofferten voraus (vgl. hierzu auch die Li-

teratur zum Verkauf von Mündelgrundstücken, Basler Kommentar, Zivilge-

setzbuch I, 4. Auflage, Basel 2010, Art. 404 ZGB N 11). Haben die Ver-

tragsparteien demnach den Preis einer Liegenschaft gestützt auf unabhän-

gige Verkehrswertschätzungen vereinbart, so wird in der Regel von einer 

freien Preisbildung auf dem Markt ausgegangen (RGE vom 24. Januar 

 - 16 - 

 

 

2007 [3-RV.2004.50334]). Vorliegend kommt die vorgängig ausgeführte 

Methode nicht in Frage, da ein massgeblicher Kaufpreis fehlt. 

 

7.1.3. 

In zweiter Linie kommen nach § 12 Abs. 2 lit. b VBG Preisvergleiche zur 

Bestimmung des Verkehrswertes eines Grundstückes in Frage. Preisver-

gleiche sind in der Regel bei unüberbauten Grundstücken möglich, einge-

schränkt bei überbauten Grundstücken wie z.B. bei vergleichbaren Eigen-

tumswohnungen oder Einfamilienhäusern (vgl. RGE vom 4. August 2006 

[3-RV.2005.50129]). Vorliegend fehlen Vergleichsobjekte, weshalb kein 

Preisvergleich möglich ist.  

 

7.1.4. 

Als letzte Möglichkeit kommt nach § 12 Abs. 2 lit. c VBG die Berechnung 

nach dem gewichteten Ertragswert und dem Realwert zum Zuge. Diese 

wird in der Regel bei selbstbewohnten Einfamilienhäusern angewendet, da 

es hier häufig an einem aktuellen Kaufpreis und meistens auch an ver-

gleichbaren Objekten fehlt. Darauf ist nachfolgend abzustellen. Der Ver-

kehrswert (VW) eines Grundstückes, berechnet sich nach folgender For-

mel:  

 

VW = ([Gewichtung x Ertragswert] + Realwert) : (Gewichtung + 1). 

 

Der Realwert entspricht bei überbauten Grundstücken der Summe aus 

Zeitwert der Gebäulichkeiten und den Nebenkosten sowie dem Landwert. 

Die technische Altersentwertung ist auf Grund von Tabelle 15 des Anhangs 

zur VBG zu ermitteln (§ 14 Abs. 1 VBG). Als Ertragswert gilt in der Regel 

der kapitalisierte Mietwert eines Grundstückes (§ 15 VBG). 

 

7.2. 

Die Rekurrenten haben keine Rügen gegen die einzelnen Schätzwerte er-

hoben. Das Spezialverwaltungsgericht hat die Schätzung im Jahr 2013 ge-

prüft und die gewählten Ansätze und die Schätzung insgesamt für richtig 

befunden. Das Urteil des Spezialverwaltungsgerichtes wurde von Verwal-

tungs- und Bundesgericht geschützt (VGE vom 12. September 2019 [WBE. 

2019.166]; Bundesgerichtsurteil vom 20. August 2020 [2C_858/2019]). Ge-

stützt auf diese Urteile ist von folgenden, unveränderten Werten auszuge-

hen: 

 

Mietwert CHF 49'837.00 

Ertragswert CHF 791'063.00 

Realwert CHF 1'384'023.00 

Steuerlicher Verkehrswert überbaut CHF 1'022'693.00 

 

Gegenüber der Berechnung für das Steuerjahr 2013 hat sich einzig der 

Wert "steuerlicher Verkehrswert überbaut" von CHF 717'600.00 auf 

 - 17 - 

 

 

CHF 906'900.00 erhöht. Aufgrund des in der Zwischenzeit fertiggestellten 

Wohnhauses X-Strasse wurde nicht mehr bloss mit einer Bauvollendung 

von 75 % gerechnet, sondern mit 100 %. Dies ist nicht zu beanstanden. 

 

7.3. 

Die Schätzung des KStA GS ist zu bestätigen. Demgemäss ist der Rekurs 

abzuweisen. 

 

8. 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens haben die Rekurrenten die Kosten 

des Rekursverfahrens zu tragen (§ 189 Abs. 1 StG). Es ist keine Parteient-

schädigung auszurichten (§ 189 Abs. 2 StG). 

 

 

 

  

 - 18 - 

 

 

 
   

Das Gericht erkennt: 

 

1. 

Der Rekurs wird abgewiesen. 

 

2. 

Die Rekurrenten haben die Kosten des Rekursverfahrens, bestehend aus 

einer Staatsgebühr von CHF 1'000.00, der Kanzleigebühr von CHF 230.00 

und den Auslagen von CHF 100.00, zusammen CHF 1'330.00, zu bezah-

len. 

 

3. 

Es wird keine Parteikostenentschädigung ausgerichtet. 

 

 
 

   

Zustellung an: 

den Vertreter der Rekurrenten (2) 

das Kantonale Steueramt  

das Gemeindesteueramt Q. 

 

 

 
 

   

Rechtsmittelbelehrung  

 

Dieser Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung mit Be-

schwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Aargau angefochten 

werden. Die Beschwerde ist in doppelter Ausfertigung beim Spezialver-

waltungsgericht, Laurenzenvorstadt 9, 5001 Aarau, einzureichen. Die 

Frist steht still vom 7. Tag vor bis und mit dem 7. Tag nach Ostern, vom 

15. Juli bis und mit 15. August und vom 18. Dezember bis und mit dem 

2. Januar. Die unterzeichnete Beschwerdeschrift muss einen Antrag, wie 

der Entscheid zu ändern sei, sowie eine Begründung enthalten. Der ange-

fochtene Entscheid und als Beweismittel angerufene Urkunden sind beizu-

legen (§§ 28 und 43 f. des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 

4. Dezember 2007 [VRPG] in Verbindung mit Art. 145 Abs. 1 der Schwei-

zerischen Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 [ZPO]; §§ 187, 

196 und 198 des Steuergesetzes vom 15. Dezember 1998 [StG]). 

 

  

 - 19 - 

 

 

 
   

Aarau, 23. November 2022 

 

Spezialverwaltungsgericht 

Steuern 

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

 

Heuscher Bernhard