# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 95cb3bf2-49e0-50b7-8434-6ac441eb3b16
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-10-06
**Language:** de
**Title:** Schwere depressive Episode gilt nicht als dauerhaft, wenn Klinikärzte eine Besserung in Aussicht stellen; Überweisung der Akten zur Neuprüfung aufgrund von Hinweisen auf Verfestigung der Pathologie
**Docket/Reference:** IV.2014.00428
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2014.00428.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2014.00428
III. Kammer
Sozialversicherungsrichter Gräub, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Daubenmeyer
Sozialversicherungsrichterin Fehr
Gerichtsschreiber Sonderegger
Urteil
vom
6. Oktober 2015
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
X.___
, geboren 1967, vollzeitlich als Hausfrau und Mutter von sechs Kindern (fünf davon zu Hause,
Urk.
7/7 S. 2) tätig, mel
dete sich am 14. Juli 2013 (
Urk.
7/2) unter Hinweis auf ein Burnout bei der In
validenversicherung zur Früherfassung und am 1
2.
August 2013 (
Urk.
7/8) zum Leistungsbezug an. Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich,
IV-Stelle, nahm einen Auszug aus dem individuellen Konto (
Urk.
7/13) zu den Ak
ten, holte einen Bericht bei der Privatklinik
Y.___
(vom
2.
September 2013,
Urk.
7/14) ein und wies das
Leistungsbegehren – nach durchgeführtem
Vorbe
scheidverfahren
(
Urk.
7/
22-25) – mit Verfügung vom
2.
April 2014 (
Urk.
2) ab.
2.
Hiergegen erhob die Versicherte am 14. April 2014 (
Urk.
1) Beschwerde und ersuchte um
Zusprache
von IV-Leistungen. Die IV-Stelle schloss am 26. Mai 2014 (
Urk.
6) auf Abweisung der Beschwerde, was der Versicherten am 28. Mai 2014 (
Urk.
8) zur Kenntnis gebracht wurde. In der Folge legte sie ver
schiedentlich neue Berichte auf (
Urk.
9-14/2).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von
Ge
burtsgebrechen
, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen
Ge
sundheitsschadens
und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv be
stimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Er
werbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beein
trächtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur so
weit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen
werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.3
Bei nichterwerbstätigen Versicherten, die im Aufgabenbereich tätig sind und denen eine Erwerbstätigkeit nicht zugemutet werden kann, wird für die Bemes
sung der Invalidität in Abweichung von Art. 16 ATSG darauf abgestellt, in wel
chem Masse sie unfähig sind, sich im Aufgabenbereich zu betätigen. Art. 7
Abs.
2 ATSG ist sinngemäss anwendbar (Art. 28a
Abs.
2 IVG in Verbindung mit Art. 8
Abs.
3 ATSG; spezifische Methode; statt vieler BGE 130 V 97 E. 3.3.1). Als Aufgabenbereich der im Haushalt tätigen Versicherten gelten insbesondere die übliche Tätigkeit im Haushalt, die Erziehung der Kinder sowie gemeinnüt
zige und künstlerische Tätigkeiten (Art. 27
der Verordnung über die Invaliden
versicherung,
IVV).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256
E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
2.
2.1
Dr.
med.
Z.___
, Chefarzt und Ärztlicher Direktor, und Dipl.-Psychologin
A.___
von der Privatklinik
Y.___
berichteten am
2.
September 2013 (
Urk.
7/14) über die seit 17. Juni 2013 dauernde stationäre Behandlung.
Sie führten aus, nach der ersten Woche des Klinikaufenthaltes habe die
Beschwer
deführerin
eine erste psychische Stabilisierung erlangt, die es ihr er
mögliche, das Therapieangebot zu nutzen, was sie motiviert tue. Der stabilere Zustand erlaube
,
mit der vertieften Bearbeitung
depressogener
und
selbstüber
fordernder
Denk- und Bewältigungsmuster mit biografischem Ursprung zu be
ginnen. Die dabei gemachten positiven neuen Erfahrungen und erlernten
Be
wältigungsstrategien
seien zur Zeit noch nicht konsolidiert und könnten, wie die Erfahrungen der
Beschwerdeführerin
an den Wochenenden oder im
Stati
onsleben
zeigten, noch nicht in ihre Alltagssituation transferiert werden; sie führten vielmehr zu wiederholten psychischen Einbrüchen.
Die Fachpersonen schilderten eine verletzliche, erschöpf
t
wirkende
Beschwerde
führerin
, welche im Kontakt auskunftsbereit und freundlich sei mit Rededrang, bewusstseinsklar und allseits orientiert. Die
Beschwerdeführerin
berichte von Merkfähigkeits-, Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen, welche ob
jektiv nicht beobachtbar seien. Sie verneinten das Vorliegen von Zwängen, Wahn oder einer Ich-Störung und berichteten über ein unauffälliges inhaltliches sowie formales Denken. Im Affekt sei die
Beschwerdeführerin
deprimiert, hoff
nungslos, innerlich unruhig, im Antrieb gehemmt (morgens besser, ab Mittag schlechter). Weiter bestünden Insuffizienzgefühle, Versagens- und Zukunfts
ängste, Ein- und Durchschlafstörungen, Gedankenkreisen, Schmerzen, Verspan
nungen, Enge auf der Brust, Atemnot, Appetitlosigkeit, sozialer Rückzug, aktu
ell keine Suizidalität.
Die behandelnden Fachpersonen führten weiter aus, in depressiven
Einbrüchen
, begleitet von affektiver Instabilität, beschreibe die
Beschwerdeführerin
sichtlich bewegt ihr Befinden: „Nach dem Wochenende zu Hause bin ich total erschöpft, leer im Kopf, innerlich leer, körperlich und psychisch erschöpft, verletzlich, an
gespannt, ich muss für eine Unterhaltung richtig die Worte suchen und komme mir minderwertig vor etc.“ Im Anschluss an
solche
Phasen sei die
Beschwerde
führerin
im Antrieb gehemmt, wirke hoffnungslos, voller Selbstzweifel und
Perspektivlosigkeit
. In der Einzeltherapie sei eine Bearbeitung solche
r
Krisen im Sinne eines Erkenn
t
nisgewinns möglich und könne für Veränderungsprozesse weiter fruchtbar gemacht werden.
Die Berichtenden
legten sodann dar
, die affektive Instabilität der
Beschwerdefüh
rerin
begleitet von
depressogenen
Verarbeitungsmodi habe wie
derholt zu einer vorübergehenden
Verschlechterung
des psychischen Befindens mit geringem Selbstwerterleben geführt. Diese Instabilität könne im engmaschi
gen und tragenden Kliniksetting aufgefangen werden. Eine kombinierte psy
chotherapeutische und medikamentöse Behandlung sei zur Symptomreduktion indiziert; nach dem Klinikaufenthalt werde eine ambulante Psychotherapie dringend empfohlen.
Sodann wurde die Behandlung beschrieben: die
Beschwerdeführerin
sei statio
när eingebunden in ein integratives
mulitmodales
Behandlungsangebot mit psychotherapeutischen Behandlungen mit drei Einzelstunden und zwei Grup
pentherapien sowie medikamentöser Behandlung. Die stationäre Behandlung erfolge nach integrativem, methodenübergreifendem Ansatz mit einem indivi
duell auf die
Beschwerdeführerin
und ihre Situation fokussierten
Behandlungs
plan
. Als Behandlungsmodule würden Einzel-/Gruppenpsychotherapie,
Bezugs
personenpflege
, Ergo-/Gestaltungstherapie und körperorientierte Verfahren an
gewendet.
Die Fachpersonen diagnostizierten eine schwere depressive Episode mit somati
schem Syndrom (ICD-10 F32.2) sowie ein Erschöpfungssyndrom (ICD-10 Z73.0) und attestierten eine vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit seit
Behandlungsbe
ginn
.
Die bisherige Tätigkeit erachteten sie zu einem späteren Zeitpunkt mit langsamem Einstieg als zumutbar.
2.2
Am 5. März 2015 (
Urk.
12) stellte die Klinik
Y.___
ein Kostengutsprachegesuch (Verlängerung der seit 16. Februar 2015 laufenden stationären Behandlung) ge
genüber dem Krankenversicherer unter Hinweis auf die Diagnosen einer rezidi
vierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1), sowie ein Erschöpfungssyndrom (ICD-10 Z73.0). Es wurde ausgeführt, im Zentrum der Einzeltherapie seien zunächst die Stabilisierung und die Ent
lastung von Überforderungs- und Schuldgefühlen gestanden. Aktuell würden vertieft biographisch bedingte Verhaltensmuster (u.a. selbstschädigende
Leis
tungsbereitschaft
) und Belastungen bearbeitet, fokussiert auf das Erkennen ei
gener psychischer und physischer Grenzen und auf das Erlernen der Fähigkeit, sich abzugrenzen. Die Schwerpunkte der weiteren Therapie seien die Konsoli
dierung der Stabilität, das Erarbeiten von Strategien zum Umgang mit Stress, die vertiefte Auseinandersetzung mit dysfunktionalen Schemata, der Aufbau von Selbstakzeptanz und Selbstfürsorge samt Transfer des Erarbeiteten in den Alltag.
Nach dem Austritt
am
6. Mai 2015 (
Urk.
14/1) bei attestierter vollumfänglicher Arbeitsunfähigkeit bis 19. Mai 2015 erfolgte eine Wiedervorstellung am 5. Au
gust 2015 (
Urk.
14/2).
3.
3.1
Die
Beschwerdegegnerin
verneinte einen Rentenanspruch mit der Begründung, eine schwere depressive Episode mit somatischem Syndrom und ein
Erschöp
fungssyndrom
seien überwindbare Gesundheitsschäden. Es könne aufgrund der Diagnosen von einer vorübergehenden Einschränkung im Haushalt ausgegan
gen werden, weshalb kein Anspruch auf Leistungen bestehe.
3.2
Die
Beschwerdeführerin
brachte dagegen vor (
Urk.
1), nach knapp fünfmonati
gem Aufenthalt wegen einer schweren depressiven Episode mit somatischem Syndrom und Erschöpfungssyndrom sei sie seit Oktober 201
3
wieder zu Hause. Von November 2013 bis Februar 2014 habe sie eine Haushalthilfe während fünf
Tagen in der Woche angestellt, am Abend und an den Wochenenden habe sie ihre Familie unterstützt. Seit März 2014 sei eine Haushalthilfe für drei Tage pro Woche engagiert worden nebst einer Putzfrau und Hilfe von Kollegen. Trotz dieser Unterstützung und zahlreichen Therapien habe sie immer wieder somati
sche und psychische Rückfälle. Somit könne man nicht von einem überwind
baren Gesundheitsschaden sprechen, sie sei seit 4. März 2013 zu 100
%
krank
geschrieben (vgl. Attest von Hausärztin
med.
pract
.
B.___
, Fachärztin FMH für Innere Medizin, vom 19. Apri
l
2013,
Urk.
7/6). Sie bewirtschafte einen Haushalt mit acht Personen, davon sechs Kinder (21, 19, 15, 12,
10 und 7 Jahre) in einem 8½
-Zimmerhaus samt Garten. Eine genauere Analyse habe ergeben, dass sie vor ihrem Klinikaufenthalt mehr als 80 Stunden pro Woche gearbeitet habe und jetzt noch knapp 25 Stunden möglich seien (vgl.
Urk.
3/1).
4.
4.1
Vorwegzuschicken ist, dass eine schwere depressive Episode im Sinne von ICD-10 F32.2 grundsätzlich eine vorübergehende Störung bezeichnet (Urteil des Bundesgerichts
9C_947/2012 vom 19. Juni 2013 E. 3.2.1). Sodann werden nach der
Rechtsprechung selbst mittelgradige depressive Episoden
regelmässig
als keine von depressiven Verstimmungszuständen klar unterscheidbare andau
ernde Depression
en
betrachtet, weshalb sie in Bezug auf die
versicherungs
rechtliche
Beurteilung nicht
massgebend
sind. Leichte bis höchstens mittel
schwere psychische Störungen depressiver Natur gelten grundsätzlich als thera
peutisch
angehbar
(Urteile des Bundesgerichts 8C_68/2013 vom 14.  Mai 2013 E. 3.5 und 9C_736/2011 vom 7. Februar 2012 E. 4.2.2.1, je mit weiteren Hin
weisen). Daran ändert nichts, wenn die depressive Episode mittleren Grades vor dem Hintergrund einer rezidivierenden depressiven Störung diagnostiziert wor
den ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_213/2012 vom 13.  April 2012 E. 3.2).
Auch wenn eine invalidisierende Wirkung einer depressiven Störung nicht schlechthin
auszuschliessen
ist, bedingt deren Annahme jedoch, dass eine kon
sequente Depressionstherapie befolgt wird, deren Scheitern das Leiden als re
sistent ausweist. Fehlt es daran, ist in der Regel keine invalidisierende Wirkung des Gesundheitsschadens anzunehmen (Urteil
des Bundesgerichts
8C_842/2013 vom 11. März 2014 E. 4.2).
In Bezug auf die festgestellte Diagnose aus den Z-Kodierungen (
Erschöpfungssyn
drom
, ICD-10 Z73.0)
ist auf die Rechtsprechung zu verweisen, wonach es sich dabei um Faktoren handelt, die den Gesundheitszustand beein
flussen und zur Inanspruchnahme des Gesundheitswesens führen. Die Katego
rien Z00-Z99 sind für Fälle vorgesehen, in denen Sachverhalte als „Diagnosen" oder „Probleme" angegeben sind, die nicht als Krankheit, Verletzung oder
äussere
Ursache unter den Kategorien A00-Y89 klassifizierbar sind. Solche fal
len nicht unter den Begriff der invaliditätsrechtlich erheblichen
Gesundheitsbe
einträchtigung
en
und stellen grundsätzlich keinen invalidisierenden
Gesund
heitsschaden
dar (Urteil des Bundesgerichts 9C_537/2011 vom 28. Juni 2012
E. 3.1 mit Hinweisen).
4.2
4.2.1
Für den vorliegend massgebenden Zeitraum bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung (
2.
April 2014)
, welche die Grenze der zeitlichen
Überprüfungsbe
fugnis
darstellt (
BGE 130 V 445 E. 1.2 mit Hinweisen
),
ergibt sich, dass die Hausärztin
Dr.
B.___
mit Formularzeugnis vom 19. April 2013 ab 4. März 2013 eine vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit attestierte, ohne weitere Angaben zu machen (
Urk.
7/6). Die Fachpersonen der Privatklinik
Y.___
diagnostizierten mit Bericht vom
2.
September 2013 eine schwere depressive Episode mit soma
tischem Syndrom und gingen für die Zeit der
Hospitalisation
von einer voll
umfänglichen Arbeitsunfähigkeit aus
, wobei sie ein Wiedererlangen der Ar
beitsfähigkeit in Aussicht stellten
(E. 2.1).
Ende Oktober 2013
kehrte die
Be
schwerdeführerin
nach Hause zurück und organisierte sich mit verschiedenen Haushalthilfen (
Urk.
1).
4.2.2
Für die relevante Zeitspanne gingen die behandelnden Ärzte ab 4. März 2013 von einer vollumfänglichen Arbeitsunfähigkeit aus. Dieses erste Attest stammt allerdings von der Hausärztin, welche nicht Fachärztin für Psychiatrie und Psy
chotherapie ist und welche auch keinerlei Angaben betreffend Diagnose und Befunde machte. Die Fachpersonen der Klinik
Y.___
attestierten erst ab
Klinik
eintritt
am 17. Juni 2013 eine vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit.
Sie
erwähn
ten in ihrem Bericht vom
2.
September 2013
in diagnostischer Hinsicht
eine schwere depressive Episode mit somatischem Syndrom und damit eine gesund
heitliche Störung vorübergehender Natur. Dies zeigt sich vorliegend darin, dass die stationär behandelnden Fachpersonen ein multimodales Therapiekonzept einrichteten und davon ausgingen, dass die Beschwerdeführerin wieder in ihre Tätigkeit als Hausfrau und Mutter zurückkehren werde, ohne allerdings einen Zeitpunkt nennen zu können (
Urk.
7/14/3-4
Ziff.
1.7 und
Ziff.
1.9).
In der Folge kehrte die Beschwerdeführerin ab Oktober 2013 zurück in die bisherigen Ver
hältnisse unter Entlastung mittels Haushalthilfen.
Dieser Geschehensablauf zeigt, dass bis zum Erlass der angefochtenen Verfü
gung am
2.
April 2014 keine dauerhafte Störung
ausgewiesen
war, sondern eine
Episode, welche therapeutisch angegangen wurde. Dies brachte denn auch einen Erfolg insoweit, als die Beschwerdeführerin jedenfalls teilweise wieder einsatzfähig war.
Angesichts dieser Umstände kann bis zum
2.
April 2014 nicht vom Eintritt einer dauernden Arbeitsunfähigkeit im Sin
n
e der Rechtsprechung ausgegangen werden.
4.2.3
Damit erweist sich die angefochtene Verfügung als rechtens, was zur Abwei
sung der Beschwerde führt.
4.3
4.3.1
Eine andere Optik mag sich angesichts der Entwicklung ab dem Jahr 2015 erge
ben. Nach einem stationären Klinikaufenthalt vom 1
6.
Februar bis
6.
Mai 2015 (
Urk.
14/1) erfolgte bereits kurz später ein Wiedereintritt (
5.
August 2015,
Urk.
14/2). Mittlerweile hatte sich auch die fachärztlich gestellte Diagnose ver
ändert, wurde doch neu (
nurmehr
) eine gegenwärtig mittelgradige depressive Episode erwähnt, indes auf der Grundlage einer rezidivierenden depressiven Störung. Damit brachten die behandelnden Fachpersonen zum Ausdruck, dass die psychiatrische Pathologie weiter zu fassen ist als im Sinne einer vorüberge
henden Episode
. Dies zeigt sich denn auch darin, dass die Beschwerdeführerin nach nur drei Monaten zu Hause erneut stationär behandelt werden musste.
Weiter finden sich in den Akten Hinweise auf eine fachpsychiatrische Behand
lung der Beschwerdeführerin, vermerkte doch Chefarzt
Dr.
Z.___
von der Pri
vatklinik
Y.___
im Kurzaustrittsbericht vom
5.
Mai 2015 (
Urk.
14/1) die Nach
behandlung bei
Dr.
med.
C.___
,
Psychiatrie
und Psychotherapie. Damit zeigt sich ab Februar 2015 eine veränderte Situation mit abweichender Diagnosestellung, zweimaliger
Hospitalisation
und weiteren Therapiebemühungen
der Beschwer
deführerin
.
Ab diesem Zeitpunkt ist mithin nicht
auszuschliessen
,
dass die Pathologie als dauerhaft zu fassen ist und eine
invalidisierende Wirkung
zur Folge hat.
4.3.2
Damit
bestehen massgebliche Hinweise auf eine
Verfestigung
der Situation ab Februar 2015, weshalb sich
eine Überweisung der Akten an die
Beschwerdegeg
nerin
zwecks Abklärung der
Verhältnisse ab Februar 2015
rechtfertigt.
5.
Die Kosten des Verfahrens gemäss Art. 69
Abs.
1
bis
IVG sind auf
Fr.
4
00.-- festzu
setzen und entsprechend dem Ausgang des Verfahrens
der Beschwerde
führerin
aufzuerlegen.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
Die
Sache wird
nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils an die
Sozialversicherungsan
stalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, überwiesen, damit diese im Sinne der Erwägungen verfahre.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
400
.-- werden
der Beschwerdeführerin
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zuge
stellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
X.___
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
, unter Beilage je einer Ko
pie von
Urk.
9-14/2
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Ur
kunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDer Gerichtsschreiber
GräubSonderegger