# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7905cf2b-0520-5bda-840d-3f53d992a837
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-09-10
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 10.09.2008 E-5931/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-5931-2006_2008-09-10.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-5931/2006
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 0 .  S e p t e m b e r  2 0 0 8

Richterin Marianne Teuscher (Vorsitz),
Richter Hans Schürch, Richter François Badoud,
Gerichtsschreiber Marco Abbühl.

A._______,
alias B._______, dessen Ehefrau
C._______,
alias D._______, und deren gemeinsames Kind 
E._______,
Elfenbeinküste,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung;
Verfügung des BFM vom 2. Mai 2006 / N_______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-5931/2006

Sachverhalt:

A.
Eigenen Angaben zufolge verliess der Beschwerdeführer seinen Hei-
matstaat am 19. März 2006 unter Verwendung eines gefälschten Rei-
sepasses über den Flughafen von Abidjan und reiste am gleichen Tag 
über den Flughafen Genf illegal in die Schweiz ein. Am 20. März 2006 
stellte er im Empfangszentrum F._______ ein Asylgesuch, wo am 27. 
März 2006 die Erstbefragung stattfand. Am 11. April 2006 erfolgte die 
direkte  Bundesanhörung.  Dabei  brachte  der  Beschwerdeführer  im 
Wesentlichen  vor,  er  sei  ivorischer  Staatsangehöriger  mit  letztem 
Wohnsitz  in  Abidjan. Vor dem Krieg  habe  er  zusammen mit  seinem 
Grossvater in G._______ auf den Feldern gearbeitet. Nach dem Tode 
seines  Grossvaters  habe  er  mit  seinem Vater  Lebensmittel  auf  dem 
Markt in Abidjan verkauft. Er habe nie eine Schule besucht. Zu Beginn 
des Krieges habe sich sein Vater  in  G._______ der Rebellengruppe 
MPC(I) angeschlossen und sechs Monate später und seine Schwester 
Jeannette nach Abidjan geschickt, wo er für sie im Quartier H._______ 
ein  Haus  gemietet  habe.  Ihren  Lebensunterhalt  hätten  sie  mit  dem 
Geld  bestritten,  welches  ihnen  ihr  Vater  monatlich  durch  einen 
Mittelsmann habe zukommen lassen. Zu seiner Mutter, welche sich in 
Mali  befinde,  habe er  seit  der  Scheidung der  Eltern  keinen  Kontakt 
mehr. Im Jahre 2003 habe er seine künftige Ehefrau (die Beschwerde-
führerin)  getroffen und drei  Monate später  hätten sie bereits zusam-
mengelebt.  Im  Januar  2005  hätten  die  Leute  im  Quartier  begonnen 
herumzuerzählen, dass sein Vater ein Rebell sei. Er habe seinen Vater 
kontaktiert und dieser habe ihm zugesagt, eine neue Bleibe für sie zu 
finden. Am 22. oder 23. Dezember 2005 sei er von Militärs zu Hause 
aufgegriffen, misshandelt und nach seinem Vater gefragt worden. Sie 
hätten  ihm einen  Arm  gebrochen  und  ihn  in  der  „Gosse“  zurückge-
lassen.  Später  sei  er  mit  eingegipstem  Arm  im  Centre  Hospitalier 
Universitaire (CHU) von H._______ aufgewacht. Am nächsten Morgen 
sei er von einem Mann aufgesucht worden. Dieser habe ihm erklärt, 
sein Vater habe ihn geschickt, um ihn nach Burkina Faso zu bringen. 
Sie seien am Morgen mit dem Wagen losgefahren und hätten Burkina 
Faso gegen 20 Uhr erreicht. In einer Stadt namens I._______ nahe der 
Grenze  habe  er  seinen  Vater  getroffen.  Dieser  habe  ihn  zu  einem 
älteren Mann geschickt, welcher ihm den Gips abgenommen und ihn 
gepflegt habe. Er habe seine Ehefrau während seines Aufenthaltes in 
Burkina Faso mangels Telefon nicht kontaktieren können. Anfang März 
2006 sei er mit dem gleichen Begleiter mit dem Wagen wieder nach 

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Abidjan  zurückgekehrt.  Auf  ihrem  Weg  hätten  sie  mehrere 
Strassenkontrollen  sowohl  des  Militärs  als  auch  der  Rebellen  ohne 
Probleme  passiert.  In  Abidjan  habe  er  sich  nach  Hause  begeben. 
Bereits  eine  Woche  später  sei  er  von  Leuten  des  Centre  de 
Commandement  des  Opérations  de  Sécurité  (CECOS)  zu  Hause 
abgeholt worden. Als man ihn bei einem Zwischenhalt allein im Wagen 
zurückgelassen  habe,  sei  er  in  einem  unbeobachteten  Augenblick 
geflüchtet, worauf die Bewacher das Feuer auf ihn eröffnet hätten. Er 
habe gespürt, wie die Kugeln ihn im Rücken getroffen hätten, doch sei 
er  dank der Magie und der Amulette des alten Mannes aus Burkina 
Faso  unverletzt  geblieben.  Er  habe  sich  auf  der  Suche  nach  dem 
Onkel seiner Frau in J._______ befunden, als er einen Anruf auf sein 
Mobiltelefon erhalten habe. Ein Mann habe ihm mitgeteilt,  dass sein 
Vater  im  Januar  beim  Angriff  auf  das  Militärcamp  Akouédo  getötet 
worden sei und er aus diesem Grund gesucht werde. Der unbekannte 
Anrufer habe ihn zu einem Haus geschickt, wo er sich während zwei 
oder drei  Tagen bis zu seiner Ausreise aufgehalten habe. Der  Mann 
habe seine Ausreise organisiert und ihm zugesichert, sich später um 
seine  Schwester  und  um  seine  Ehefrau  zu  kümmern.  Mit  einem 
gefälschten Reisepass habe er seinen Heimatstaat schliesslich am 19. 
März 2006 über den Flughafen von Abidjan verlassen. Abgesehen von 
den geschilderten Übergriffen habe er nie irgendwelche Probleme mit 
den  Behörden  gehabt.  Er  befürchte  im  Falle  einer  Rückkehr  in  den 
Heimatstaat von den Militärs getötet zu werden. 

B.
Eigenen  Angaben  der  Beschwerdeführerin  zufolge verliess  sie  ihren 
Heimatstaat am 27. März 2006 mit Hilfe gefälschter Reisepapiere über 
den Flughafen von Abidjan und reiste via Frankreich am 28. März 2006 
illegal  in  die  Schweiz  ein,  wo  sie  am  gleichen  Tag  im 
Empfangszentrum F._______ ein Asylgesuch stellte. Am 3. April 2006 
fand in der Empfangsstelle F._______ die Erstbefragung statt und am 
11. April 2006 erfolgte die direkte Bundesanhörung. Dabei brachte sie 
im Wesentlichen vor, sie stamme aus der Republik Elfenbeinküste mit 
letztem Wohnsitz in Abidjan. Sie sei in K._______ geboren, jedoch in 
H._______,  Abidjan,  bei  ihrer  Grossmutter  aufgewachsen.  Im  Jahre 
2002  sei  sie  nach  K._______  zurückgekehrt,  um  dort  ihren 
Schulabschluss  zu  machen.  Nach  nur  zwei  Monaten  sei  jedoch  ihr 
Vater im September 2002 beim Angriff auf K._______ getötet worden, 
weshalb sie wieder nach H._______ zurückgekehrt sei. Dort habe sie 
ihren  zukünftigen  Ehegatten  (den  Beschwerdeführer)  getroffen. 

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Nachdem sie nach Brauch geheiratet hätten, habe sie am 18. Januar 
2005 den gemeinsamen Sohn zur Welt  gebracht. Bald habe sich  im 
Quartier  das  Gerücht  verbreitet,  ihr  Schwiegervater  sei  ein  Rebell, 
weshalb sie Probleme mit  ihrer  Schwester  bekommen habe. Am 22. 
Dezember 2006 seien Angehörige der Forces Armées Nationales de 
Côte  d'Ivoire  (FANCI)  nach  Hause  gekommen  und  hätten  ihren 
Ehemann  verhaftet  und  misshandelt.  Sie  habe  das  Haus  fluchtartig 
verlassen,  sich  zu  Fuss  zu  ihrer  Grossmutter  begeben,  wo sie  sich 
anschliessend während ein oder zwei Monaten aufgehalten habe. Sie 
habe  während  dieser  Zeit  weder  zum  Ehemann  noch  zu  dessen 
Schwester  Kontakt  gehabt. Auf Drängen ihrer  Grossmutter  sei  sie  in 
das gemeinsame Haus zurückgekehrt, wohin Anfang März 2006 auch 
ihr Ehemann und eine Woche später dessen Schwester zurückgekehrt 
seien. Weil ihr Schwiegervater beim Angriff in Akouédo getötet worden 
sei,  hätten  Angehörige  der  FANCI  ihren Ehemann erneut  zu  Hause 
aufgesucht und verhaftet. Sie sei davongerannt und habe sich zu ihrer 
Tante  nach  J._______  begeben.  Danach  sei  sie  nicht  mehr  in  das 
gemeinsame Haus zurückgekehrt und habe auch keinen Kontakt mehr 
zu ihrer Schwägerin gehabt. Nachdem ihre Tante verstorben sei, habe 
sie  mit  deren  Ehegatten  und  den  vier  Söhnen  zusammengelebt. 
Schliesslich habe ein Freund ihres Schwiegervaters sie in J._______ 
aufgesucht, die notwendigen Papiere für ihre Ausreise organisiert und 
sie bis in die Schweiz begleitet. Im Empfangszentrum F._______ habe 
sie  am  Tag  nach  ihrer  Ankunft  völlig  unerwartet  ihren  Ehegatten 
getroffen.  Die  Beschwerdeführerin  brachte  sodann  vor,  sie  habe 
persönlich  nie  irgendwelche  Probleme  mit  den  Behörden  im 
Heimatstaat gehabt und macht demzufolge keine eigenen Fluchtgrün-
de geltend. Für den Fall einer Rückkehr in den Heimatstaat fürchte sie 
um die Zukunft ihres Kindes.

C.
Mit Verfügung vom 2. Mai 2006 lehnte das BFM die Asylgesuche der 
Beschwerdeführer mangels Glaubhaftigkeit der Vorbringen ab und ver-
fügte die Wegweisung aus der Schweiz sowie deren Vollzug.

D.
Mit Beschwerde vom 23. Mai 2006 beantragten die Beschwerdeführer, 
es sei  die Verfügung des BFM vom 2. Mai 2006 aufzuheben, es sei 
ihre  Flüchtlingseigenschaft  festzustellen  und  es  sei  ihnen  das 
nachgesuchte  Asyl  zu  gewähren.  Es  sei  die  Unzulässigkeit, 
Unzumutbarkeit  und Unmöglichkeit  des Wegweisungsvollzugs festzu-

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stellen und die vorläufige Aufnahme anzuordnen. In prozessualer Hin-
sicht  beantragten  sie  implizit  die  Gewährung  der  unentgeltlichen 
Rechtspflege  unter  Beiordnung  eines  amtlichen  Anwalts  sowie  den 
Verzicht auf Erhebung eines Kostenvorschusses. Auf die Begründung 
wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in den Erwägungen einge-
gangen.

E.
Mit Zwischenverfügung vom 30. Mai 2006 verlegte die zuständige Inst-
ruktionsrichterin  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission  (ARK) 
den Entscheid  über  das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen 
Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG auf  einen späteren Zeit-
punkt und lehnte gleichzeitig das Gesuch um Beiordnung eines amtli-
chen Anwalts im Sinne von Art. 65 Abs. 2 VwVG ab. Auf die Erhebung 
eines Kostenvorschusses wurde antragsgemäss verzichtet.

F.
Mit Strafmandat des Untersuchungsrichteramts III Bern-Mittelland vom 
2. Juni 2006 wurde der Beschwerdeführer wegen Vergehen gegen das 
Bundesgesetz vom 3. Oktober 1951 über die Betäubungsmittel und die 
psychotropen Stoffe (BetmG, SR 812.121) zu einer bedingten Gefäng-
nisstrafe von 7 Tagen verurteilt, wobei der bedingte Strafvollzug unter 
Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren gewährt wurde.

G. In seiner Vernehmlassung vom 6. Juni 2006 beantragte das BFM 
die Abweisung der Beschwerde.

H.
Mit  Strafbefehl des Bezirksamts Brugg vom 11. Februar 2008 wurde 
der  Beschwerdeführer  wegen  mehrfachen  Widerhandlungen  gegen 
das  BetmG,  mehrfacher  Missachtung  einer  Eingrenzungsverfügung, 
Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte sowie wegen mehr-
fachem Ungehorsam gegen amtliche Verfügungen zu einer unbeding-
ten Freiheitsstrafe von 90 Tagen und einer Busse von Fr. 500.-- verur-
teilt. 

I.
Mit  Urteil  des  Untersuchungsrichteramts  III  Bern-Mittelland  vom 29. 
April  2008 wurde der Beschwerdeführer wegen Missachtung der Ein- 
oder Ausgrenzung und Hehlerei zu einer Freiheitsstrafe von 50 Tagen 
verurteilt.

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J.
Der  Beschwerdeführer  trat  am  9.  Juni  2008  in  die  Haftanstalt 
L._______ ein, wo er seither eine 90-tägige Freiheitsstrafe verbüsst. Er 
wird  voraussichtlich  am  9.  September  2008  bedingt  aus  dem 
Strafvollzug entlassen. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt  das Bundesverwaltungsge-
richt Beschwerden gegen Verfügungen nach  Art. 5 des Bundesgeset-
zes vom 20. Dezember 1968 über  das Verwaltungsverfahren (VwVG, 
SR 172.021). Das Bundesamt für Migration (BFM) gehört zu den Be-
hörden nach  Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundes-
verwaltungsgerichts. Eine  das  Sachgebiet  betreffende  Ausnahme im 
Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht 
ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde 
und entscheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 des Asylgeset-
zes  vom 26. Juni 1998  [AsylG,  SR 142.31];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Das Bundesverwaltungsgericht hat am 1. Januar 2007 die Beurtei-
lung der bei der ARK hängigen Rechtsmittel übernommen. Das neue 
Verfahrensrecht ist anwendbar (vgl. Art. 53 Abs. 2 VGG).

1.3 Die  Beschwerde  ist  form-  und  fristgerecht  eingereicht.  Die  Be-
schwerdeführer  sind durch  die  angefochtene  Verfügung  berührt  und 
haben ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungs-
weise  Änderung.  Die  Beschwerdeführer  sind  daher  zur  Einreichung 
der Beschwerde legitimiert (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 und 52 
VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

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3.  

3.1 Gemäss  Art.  2  Abs.  1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person aner-
kannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt 
wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu ei-
ner  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  ihrer  politischen  An-
schauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete 
Furcht hat,  solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte 
Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung  von  Leib,  Leben  oder 
Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen  unerträglichen  psychischen 
Druck bewirken; den frauenspezifischen Fluchtgründen ist  Rechnung 
zu tragen (Art. 3 AsylG).

3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachwei-
sen oder zumindest  glaubhaft  machen. Diese ist  glaubhaft  gemacht, 
wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrschein-
lichkeit  für  gegeben hält. Unglaubhaft  sind insbesondere Vorbringen, 
die in  wesentlichen Punkten zu wenig begründet  oder in sich wider-
sprüchlich  sind,  den  Tatsachen  nicht  entsprechen  oder  massgeblich 
auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 
AsylG).

4.  

4.1 Im Wesentlichen hielt die Vorinstanz zur Begründung ihres ableh-
nenden Entscheides fest, die Beschwerdeführer hätten im Verlaufe des 
Verfahrens  zu  wesentlichen  Punkten  unterschiedliche  Angaben  ge-
macht. So sei der Beschwerdeführer nicht in der Lage gewesen, den 
Beginn seiner Probleme in Abidjan zeitlich widerspruchsfrei einzuord-
nen und auch seinen Aufenthalt  in Burkina Faso habe er hinsichtlich 
Zeitpunkt und Dauer nicht übereinstimmend darzulegen vermocht. So-
dann würden die Aussagen der Beschwerdeführer zum Vorfall vom 22. 
Dezember  2005 bezüglich  Zeitpunkt  und Aufenthaltsort  der  betroffe-
nen Personen erheblich voneinander abweichen. Die Beschwerdefüh-
rer seien schliesslich auch auf Vorhalt der entsprechenden Aussagen 
nicht in der Lage gewesen, diese Widersprüche plausibel aufzulösen. 
Weiter würden die gemachten Vorbringen in wesentlichen Punkten den 
gesicherten  Erkenntnissen  des BFM widersprechen. Die  Schilderun-
gen  des  Beschwerdeführers  zu  den  Umständen  seiner  Flucht  nach 
Burkina Faso und seiner späteren Rückkehr nach Abidjan würden sich 
nicht mit den zu diesem Zeitpunkt herrschenden tatsächlichen Gege-

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benheiten vereinbaren lassen. Insbesondere sei nicht nachvollziehbar, 
wie  der  Beschwerdeführer  dabei  die  zahlreichen  Polizei-  und 
Identitätskontrollen ohne Dokumente habe passieren können. Auch die 
Aussage  der  Beschwerdeführerin,  die  Rückkehr  des 
Beschwerdeführers  nach  Abidjan  Anfang  März  2006  sei  zeitlich  mit 
dem Angriff  auf  das Militärlager Akouédo zusammengefallen,  müsse 
als  tatsachenwidrig  bezeichnet  werden,  zumal  der  genannte  Angriff 
tatsächlich  bereits  zwei  Monate  früher  stattgefunden  habe.  Darüber 
hinaus  würden  die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  diverse 
wirklichkeitsfremde Elemente enthalten, weshalb diese in wesentlichen 
Punkten  der  allgemeinen  Erfahrung  oder  der  Logik  des  Handelns 
wiedersprechen  würden.  So  seien  die  Schilderungen  des 
Beschwerdeführers,  die  aus  Burkina  Faso  mitgebrachten  Amulette 
hätten  ihn  vor  Schussverletzungen  bewahrt,  als  unglaubhaft  zu 
bezeichnen.  Auch  sei  nicht  nachvollziehbar,  weshalb  der 
Beschwerdeführer sich nach seiner Flucht nach Burkina Faso freiwillig 
in  den  vermeintlichen  Verfolgerstaat  zurück  begeben  habe,  zumal 
tatsächlich  verfolgte  Personen  in  der  Regel  bestrebt  seien,  bei  der 
ersten  sich  bietenden  Gelegenheit  Schutz  vor  Verfolgung  zu 
beantragen.  Des  Weiteren  könne  nicht  geglaubt  werden,  der 
Beschwerdeführer  habe  sich  sowohl  im  Dezember  2005  aus  dem 
Centre Hospitalier  Universitaire (CHU) von H._______ entfernen,  als 
auch  im  März  2006  auf  die  geschilderte  Art  aus  dem  Gewahrsam 
seiner  Verfolger  entkommen  können,  zumal  das  beschriebene 
Verhalten  der  Sicherheitskräfte  in  keiner  Weise  dem  tatsächlichen 
Vorgehen der ivorischen Behörden bei Personen entspreche, welche 
der  Unterstützung  der  Rebellen  verdächtigt  würden.  Im  Übrigen  sei 
nicht  nachvollziehbar,  weshalb  die  Verfolgungsmassnahmen  gegen 
den Beschwerdeführer erst im Dezember 2005 eingesetzt hätten, da 
sein  Vater  sich  bereits  im  September  2002  den  Rebellen 
angeschlossen  habe  und  er  sich  bereits  seit  dem Frühjahr  2003  in 
Abidjan  aufgehalten  habe.  Die  in  wesentlichen  Punkten  zu  wenig 
konkret,  detailliert  und  differenziert  dargelegten  –   und  damit  nicht 
hinreichend  begründeten  –   Vorbringen  würden  schliesslich  den 
Eindruck  vermitteln,  dass  die  Beschwerdeführer  das  Geschilderte 
nicht selbst erlebt hätten. Der Beschwerdeführer sei nicht in der Lage 
gewesen, detaillierte Aussagen zu den Umständen seiner behaupteten 
illegalen  Ausreise  aus  seinem  Heimatstaat,  insbesondere  bezüglich 
Fluggesellschaft  oder  Flugroute,  zu  machen.  Dabei  handle  es  sich 
aber  um  grundlegende  Kenntnisse,  die  von  jedem  Passagier, 
unabhängig  seines  Bildungsstandes,  zu  erwarten  seien.  Aufgrund 

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seiner  diesbezüglich  wenig  detailliert  ausgefallenen  Aussagen  setze 
sich  der  Beschwerdeführer  dem  begründeten  Verdacht  aus,  die 
tatsächlichen Motive sowie den Weg seiner Ausreise zu verbergen. Die 
Vorbringen  der  Beschwerdeführer  würden  insgesamt  den 
Anforderungen  an  die  Glaubhaftigkeit  gemäss  Art.  7  AsylG  nicht 
standhalten, so dass ihre Asylrelevanz nicht geprüft werden müsse. 

4.2 Aus  der  Rechtsmitteleingabe  vom  23.  Mai  2006  ergibt  sich  als 
Rüge die Verletzung von Bundesrecht, indem zu Unrecht auf Unglaub-
haftigkeit der Vorbringen geschlossen worden sei. Anlässlich der direk-
ten Bundesanhörung habe der Beschwerdeführer  zu Protokoll  gege-
ben, die Leute hätten im Dezember 2005 angefangen ihn zu beschul-
digen, womit er die anlässlich der Kurzbefragung gemachte Aussage 
korrigiert  habe.  Ebenso  habe  er  anlässlich  der  direkten  Anhörung 
erklärt,  wer bei seiner Verhaftung am 22. Dezember 2005 anwesend 
gewesen  sei.  Es  sei  nachvollziehbar,  dass  er  die  Ereignisse  vom 
Dezember  2005  beziehungsweise  März  2006  verwechselt  und  zu-
nächst  unzutreffende  Aussagen  gemacht  habe,  weshalb  hier  keine 
Zweifel aufkommen dürften. Er sei Ende Dezember 2005 nach Burkina 
Faso gegangen und Anfang März  2006 zurückgekommen. Dies  ent-
spreche einer Zeitspanne von zwei Monaten und damit seiner Aussage 
von einem Monat und ein paar Wochen, weshalb auch hier kein Wider-
spruch vorliege. Er habe anlässlich der Anhörungen dargelegt, wie er 
und sein Begleiter die Kontrollen zwischen Abidjan und Burkina Faso 
passiert  hätten. Er  habe keine Papiere  auf  sich  getragen und wisse 
nicht,  wie  sein  Begleiter  an  den  Kontrollposten  jeweils  mit  den 
Beamten besprochen habe. Zudem sei er nicht nach einer detaillierten 
Wegbeschreibung gefragt worden, weshalb ihm nicht entgegengehal-
ten werden dürfe, er habe dazu nur knappe Angaben gemacht. Dass 
er  den Namen der  Rebellengruppe mit  MPC statt  MPCI  angegeben 
habe, sei sodann auf seine unverständliche Aussprache und damit auf 
ein Missverständnis zurückzuführen. Sein Glaube an Zauberelemente 
sei kulturell bedingt und dies könne vom BFM nicht gewertet werden. 
Er sei im März 2006 nach Abidjan zurückgekehrt, weil sein Vater ihm 
und  seiner  Familie  ein  neues  Haus  in  einem  anderen  Ort  habe 
besorgen wollen und er die Hoffnung gehabt habe, durch einen Umzug 
seine Sicherheit wiederherstellen zu können. Zudem hätten sich seine 
Frau und sein Kind in Abidjan aufgehalten. Erst vor Ort habe er durch 
das Militär vom Tod seines Vaters erfahren und realisiert, dass es dort 
für ihn keine Sicherheit mehr gebe. Dass seine Flucht im März 2006 
geglückt sei, sei schliesslich auf glückliche Umstände zurückzuführen. 

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Zusammenfassend  sei  festzuhalten,  dass  sich  aus  ihren  Vorbringen 
keine Widersprüche ergeben würden, die sie nicht erklären könnten. 
Sie würden die Asylvoraussetzungen erfüllen, weshalb ihnen Asyl zu 
gewähren sei.

4.3 Eine  Prüfung  der  vorliegenden  Akten  lässt  das  Bundesverwal-
tungsgericht zum Schluss kommen, dass die Vorinstanz zu Recht ei-
nen negativen Asylentscheid gefällt hat. In den nachstehenden Erwä-
gungen wird auf einige Widersprüche und Ungereimtheiten in zentra-
len Punkten der Aussagen der Beschwerdeführer näher eingegangen. 

4.4 Grundsätzlich sind Vorbringen dann glaubhaft, wenn sie genügend 
substanziiert, in sich schlüssig und plausibel sind. Sie dürfen sich nicht 
in vagen Schilderungen erschöpfen, in wesentlichen Punkten nicht wi-
dersprüchlich sein oder der inneren Logik entbehren und auch nicht 
den Tatsachen oder der allgemeinen Erfahrung widersprechen. Darü-
ber hinaus muss die asylsuchende Person persönlich glaubwürdig er-
scheinen, was insbesondere dann nicht der Fall ist, wenn sie ihre Vor-
bringen  auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abstützt,  aber 
auch  dann,  wenn  sie  wichtige  Tatsachen  unterdrückt  oder  bewusst 
falsch darstellt, im Laufe des Verfahrens Vorbringen auswechselt, stei-
gert oder unbegründet nachschiebt, mangelndes Interesse am Verfah-
ren zeigt oder die nötige Mitwirkung verweigert  (vgl. Entscheidungen 
und Mitteilungen der ARK [EMARK] 2004 Nr. 1 E. 5a S. 4 f.).

4.5

4.5.1 Einleitend ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführer bis heute 
keine Reise- oder Identitätspapiere eingereicht haben und damit ihre 
Identität nicht zweifelsfrei feststeht. Sie haben sodann keine erkennba-
ren Anstrengungen unternommen, sich entsprechende Papiere zu be-
schaffen,  obschon  sie  sowohl  anlässlich  der  Empfangsstellenbefra-
gung als auch im Rahmen der kantonalen Anhörung auf seine diesbe-
zügliche Mitwirkungspflicht aufmerksam gemacht wurden (vgl. A1/ S. 
6, A2/ S. 6, A11/ S. 2 und 4 sowie A12/ S. 2 und 4). Gemäss eigenen 
Angaben  besass  der  Beschwerdeführer  in  seinem  Heimatstaat  eine 
„attestation  d'identité“  und  ist  folgedessen  bei  den  Behörden  regist-
riert.  Der  Beschwerdeführer  trug  bei  der  Empfangsstellenbefragung 
sodann  verschiedene  Telefonnummern  und  Visitenkarten  von 
Freunden sowie von Bekannten seines Vaters in Abidjan auf sich (vgl. 
A1/  S.  5),  was  den  Schluss  zulässt,  dass  er  nach  wie  vor  über 
Kontakte  im  Heimatstaat  verfügt.  Es  wäre  ihm  folgedessen  möglich 

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und zumutbar gewesen, sich über diese Kontakte die nötigen Papiere 
zu beschaffen, was er jedoch nicht getan hat. Dieses Verhalten lässt 
bereits gewisse Zweifel an seiner Glaubwürdigkeit aufkommen. 

4.5.2 Aus den Aussagen der Beschwerdeführers ergeben sich in zent-
ralen Punkten zahlreiche Widersprüche und Ungereimtheiten. So hat 
der  Beschwerdeführer  anlässlich  der  direkten  Bundesanhörung  zu 
Protokoll  gegeben, ein Freund seines Vaters habe ihn im März 2006 
auf sein Mobiltelefon angerufen und ihm mitgeteilt, sein Vater sei beim 
Angriff auf das Militärcamp Akouédo im Januar 2006 getötet worden, 
was auch der Grund für die erneute Verfolgung durch die Behörden sei 
(vgl. A11/ S. 13 f.). Gemäss gesicherten Erkenntnissen des Bundes-
verwaltungsgerichts fand der Angriff  auf das Militärcamp in Akouédo 
am  2.  Januar  2006  statt.  Es  ist  vorliegend  nicht  nachvollziehbar, 
weshalb der Beschwerdeführer erst mehr als zwei Monate später vom 
Tod seines Vaters erfahren haben will, zumal der Freund seines Vaters 
mit  diesem in ständigem Kontakt  stand und er  selbst  wie  auch sein 
Vater auf dem Mobiltelefon erreichbar waren (vgl. A11/ S. 13). Zudem 
setzt  sich  der  Beschwerdeführer  damit  in  Widerspruch  zu  seinen 
Ausführungen in der Beschwerde, wo er geltend macht, er habe erst 
durch das Militär vom Tod seines Vaters erfahren (vgl. Beschwerde S. 
4).  Zu  den  Umständen  seiner  Flucht  im  März  2006  sagte  der 
Beschwerdeführer anlässlich der direkten Bundesanhörung aus, er sei 
von  Leuten  der  Sicherheitsbehörde  Sicos  (recte  CECOS)  zu  Hause 
verhaftet und in einem Wagen weggebracht worden. In einem unbeob-
achteten Augenblick habe er den Wagen verlassen und die Flucht er-
greifen  können  (vgl.  A11/  S.  12).  Abweichend  davon  sagte  die  Be-
schwerdeführerin  anlässlich  der  direkten  Bundesanhörung  aus,  der 
Beschwerdeführer  sei  sowohl  im Dezember  2005  als  auch  im März 
2006 von Angehörigen der Forces Armées Nationales de Côte d'Ivoire 
(FANCI) verhaftet und mitgenommen worden. Bei dem Centre de Com-
mandement des Opérations de Sécurité (CECOS) handelt es sich so-
dann um eine Elite-Schnelleingreiftruppe, welche 2005 gestützt auf ein 
Präsidialdekret geschaffen wurde und mit modernen Waffen, Fahrzeu-
gen und Geräten ausgerüstet ist. Vor diesem Hintergrund erscheint es 
wenig  plausibel,  dass  diese  den  Beschwerdeführer  unbewacht  und 
ohne Fesseln im Wagen zurückgelassen und ihm so die Flucht ermög-
licht  haben. Im Übrigen sind die vom Beschwerdeführer im Rahmen 
der Empfangsstellenbefragung zu Protokoll  gegebenen Aussagen, er 
sei bei seiner Flucht von Kugeln im Rücken getroffen worden, jedoch 
dank der magischen Amulette unverletzt geblieben (vgl. A1/ S. 6 und 

Seite 11

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A11/  S.  13),  als  völlig  unglaubhaft  zu  bezeichnen.  Für  das 
Bundesverwaltungsgericht  ist  sodann  nicht  nachvollziehbar,  weshalb 
der  Beschwerdeführer  im  März  2006  in  sein  Haus  nach  Abidjan 
zurückgekehrt  ist,  zumal  er  damit  rechnen  musste,  dort  erneut  von 
Sicherheitsbeamten  gesucht  zu  werden.  Ebensowenig  ist 
nachvollziehbar,  weshalb  er  seinen  Heimatstaat  mit  gefälschten 
Papieren  über  den  streng  kontrollierten  Flughafen  von  Abidjan 
verlassen  und  sich  damit  einem  erheblichen  Entdeckungsrisiko 
ausgesetzt hat. Der Beschwerdeführer war sodann nicht in der Lage, 
in  seiner  Beschwerdeschrift  die  von  der  Vorinstanz  aufgezeigten 
Widersprüche aufzulösen beziehungsweise plausibel  zu erklären. So 
erklärte  er  unter  anderem,  er  habe  sich  während  ca. 2  Monaten  in 
Burkina Faso aufgehalten, was seiner Aussage von einem Monat und 
ein paar Wochen entspreche. Eigenen Angaben zufolge hat sich der 
Beschwerdeführer  jedoch vom 23. Dezember  2005 bis  Anfang März 
2006 in Burkina Faso aufgehalten, was einer Zeitspanne von mehr als 
zwei  Monaten  entspricht.  Im  Übrigen  kann  auf  die  zutreffenden 
Erwägungen  der  Vorinstanz  verwiesen  werden,  ohne  diese  im 
Einzelnen zu wiederholen.

4.5.3 Aufgrund der vorstehenden Erwägungen erübrigt es sich, auf die 
weiteren Ausführungen in der Beschwerde einzugehen, weil sie am Er-
gebnis  nichts  ändern  können.  Zusammenfassend  ist  festzustellen, 
dass die Beschwerdeführer keine Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG 
glaubhaft machen und sie daher nicht als Flüchtlinge anerkannt wer-
den  können.  Mangels  erfüllter  Flüchtlingseigenschaft  ist  ihnen  zu 
Recht das nachgesuchte Asyl nicht gewährt worden

5.  

5.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 
ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und 
ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Ein-
heit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

5.2 Die Beschwerdeführer verfügen weder über eine ausländerrechtli-
che Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung ei-
ner  solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht  angeordnet 
(Art. 44 Abs. 1 AsylG; EMARK 2001 Nr. 21). 

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6.

6.1 Ist  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar 
oder  nicht  möglich,  so  regelt  das  Bundesamt  das  Anwesenheitsver-
hältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Auf-
nahme von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bun-
desgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]).

6.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtun-
gen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Auslän-
ders in den Heimat-, Herkunfts- oder in einen Drittstaat entgegenste-
hen (Art. 83 Abs. 3 AuG). 

So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus ei-
nem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Ge-
fahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 
5  Abs.  1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK,  SR 
0.142.30]).

Gemäss  Art.  25  Abs.  3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Über-
einkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grau-
same,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK,  SR  0.105)  und  der  Praxis  zu  Art.  3  der  Konvention  vom 
4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und 
Grundfreiheiten  (EMRK,  SR  0.101)  darf  niemand  der  Folter  oder 
unmenschlicher  oder  erniedrigender  Strafe  oder  Behandlung 
unterworfen werden.

6.3 Die Vorinstanz wies in  ihrer  angefochtenen Verfügung zutreffend 
darauf hin, dass der Grundsatz der Nichtrückschiebung nur Personen 
schützt,  die  die  Flüchtlingseigenschaft  erfüllen  (vgl.  MARIO GATTIKER, 
Das Asyl- und Wegweisungsverfahren, 3. Aufl., Bern 1999, S. 89). Da 
es  den  Beschwerdeführern  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich  er-
hebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft  zu machen, kann 
das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-
Refoulements  im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  finden. 
Eine Rückkehr der Beschwerdeführer in den Heimatstaat ist demnach 
unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig.

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Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen der Beschwerdeführer 
noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie für den Fall einer 
Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlich-
keit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder 
Behandlung ausgesetzt wären. Gemäss Praxis des Europäischen Ge-
richtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Fol-
terausschusses müssten die Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr 
("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihnen im Fall ei-
ner  Rückschiebung  Folter  oder  unmenschliche  Behandlung  drohen 
würde  (vgl.  EMARK  2001  Nr.  16  S.  122,  mit  weiteren  Hinweisen; 
EGMR, Bensaid gegen Grossbritannien, Urteil  vom 6. Februar 2001, 
Recueil des arrêts et décisions 2001-I, S. 327 ff.). Auch die allgemeine 
Menschenrechtssituation  im  Heimatstaat lässt  den Wegweisungsvoll-
zug zum heutigen Zeitpunkt klarerweise nicht als unzulässig erschei-
nen. Nach dem Gesagten ist  der Vollzug der Wegweisung sowohl im 
Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig.

6.4 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen 
und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunfts-
staat  auf  Grund von Situationen wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner 
Gewalt  und medizinischer Notlage konkret  gefährdet  sind. Wird eine 
konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 
7  AuG –  die  vorläufige  Aufnahme zu  gewähren  (vgl.  Botschaft  zum 
Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom 8. März 
2002, BBl 2002 3818).

6.5

6.5.1 In Bezug auf die gegenwärtige allgemeine Menschenrechtslage 
in der Elfenbeinküste kann auf die vom Bundesverwaltungsgericht vor-
genommene Einschätzung der Lage in seinem Urteil  vom 28. Januar 
2008 (D-4477/2008 E. 8.2 und 8.3) verwiesen werden. Das Bundesver-
waltungsgericht  stellte  darin  fest,  dass  im Rahmen des Abkommens 
von Ougadougou vom März 2007, welches - im Unterschied zu frühe-
ren Übereinkommen - die wichtigsten politischen Akteure in der Regie-
rung  vereint,  die  politische  Lage  deutlich  stabilisiert  werden  konnte. 
Insbesondere sieht  es eine positive Entwicklung der allgemeinen Si-
cherheits-  und  Menschenrechtslage  und  kommt  insgesamt  zum 
Schluss, dass in der Elfenbeinküste keine Kriegs- oder Bürgerkriegssi-
tuation  und  auch  keine  Situation  allgemeiner  Gewalt  herrsche. Zum 
heutigen  Zeitpunkt  müsse  deshalb  nicht  mehr  von  einer  generellen 

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Unzumutbarkeit der Rückkehr in die südöstlichen Provinzen der Elfen-
beinküste ausgegangen werden. Als grundsätzlich zumutbar erachtete 
das  Bundesverwaltungsgericht  die  Rückkehr  von  jungen,  gesunden 
Männern nach Abidjan, wenn sie bereits vor ihrer Ausreise dort gelebt 
haben oder aber dort  über ein familiäres Netz verfügen. Stammt die 
asylsuchende  Person  jedoch  aus  dem  Westen  oder  Norden  des 
Landes  und  verfügt  diese  über  keinen  Bezug  zu  Abidjan,  so  hat  in 
jedem Fall  eine  einzellfallweise,  detaillierte  Analyse  der  allgemeinen 
Lage  im  Herkunftsort  und  der  persönlichen  Situation  zu  erfolgen. 
Insbesondere  ist  der  Situation  von  Angehörigen  sogenannter 
Vulnerable  Groups  (wie  beispielsweise  unbegleitete  Minderjährige, 
Alleinerziehende,  Alte  und  Kranke)  bei  der  Beurteilung  der 
Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs Rechnung zu tragen.

6.5.2 Der Beschwerdeführer hat  eigenen Angaben zufolge von 2003 
bis zu seiner Ausreise im März 2006 in Abidjan gelebt. Die Beschwer-
deführerin  ihrerseits  gab zu Protokoll,  sie  sei  in  K._______ geboren 
und danach bei  ihrer  Grossmutter  in  Abidjan aufgewachsen und hat 
dort  auch  die  Schule  besucht.  Die  Beschwerdeführer  haben  somit 
nachweislich mehrere Jahre – davon fast drei Jahre im gleichen Haus 
–  in  Abidjan  gelebt  und  dürften  sich  –  entgegen  ihren  eigenen 
Aussagen  –  ein  weitreichendes  freundschaftliches  Beziehungsnetz 
aufgebaut  haben.  Zudem  verfügt  die  Beschwerdeführerin  mit  ihrem 
Onkel in J._______ (vgl. A11/  S. 13),  der Familie  ihrer  verstorbenen 
Tante,  ihrer  Schwester  sowie ihrer  Grossmutter  im Heimatstaat  über 
ein verwandtschaftliches Beziehungsnetz, auf welches sie sich bei der 
Rückkehr in ihr Heimatland werden stützen können. Sodann ist davon 
auszugehen, dass die Personen, welche den Beschwerdeführern die 
Ausreise  organisiert  und  finanziert  haben,  diesen  auch  bei  ihrer 
Rückkehr behilflich sein werden. 

Nach dem Gesagten erweist sich Vollzug der Wegweisung auch als zu-
mutbar.

6.6 Schliesslich  obliegt  es  den Beschwerdeführern,  sich  bei  der  zu-
ständigen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwen-
digen Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG), weshalb 
der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 
83 Abs. 2 AuG).

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7.
Insgesamt ist die durch die Vorinstanz verfügte Wegweisung zu bestä-
tigen. Die Vorinstanz hat deren Vollzug zu Recht als zulässig, zumut-
bar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten fällt  eine Anordnung 
der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1-4 AuG).

8.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Be-
schwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

9.
Da  die  Beschwerdebegehren  nicht  als  zum  vornherein  aussichtslos 
erschienen, sind die materiellen Voraussetzungen zur Gewährung der 
unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG erfüllt 
und  das  entsprechende  Gesuch  ist  gutzuheissen.  Es  sind  keine 
Verfahrenskosten zu erheben.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  im 
Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG wird gutgeheissen.

3.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführer (Einschreiben)
- das  BFM,  Abteilung  Aufenthalt  und  Rückkehrförderung,  mit  den 

Akten Ref.-Nr. N_______ (per Kurier; in Kopie)
- das Migrationsamt M._______ (in Kopie)

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber:

Marianne Teuscher Marco Abbühl

Versand: 

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