# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 29f899a3-23c3-5113-bec4-99208cf807b7
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-04-06
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 06.04.2016 NP150025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_NP150025_2016-04-06.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Zivilkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: NP150025-O/U 

 

Mitwirkend: Oberrichterin Dr. L. Hunziker Schnider, Vorsitzende, Oberrichterin 

Dr. D. Scherrer und Oberrichter lic. iur. M. Spahn sowie Gerichts-

schreiber lic. iur. L. Casciaro 

Urteil vom 6. April 2016 

 

in Sachen 

 
A._____ AG, 

Klägerin und Berufungsklägerin 

 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 

 

gegen 

 
B._____ AG,  

Beklagte und Berufungsbeklagte 

 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Y._____ 

 
betreffend Forderung 
 
Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichts im vereinfachten Verfahren am 
Bezirksgericht Dietikon vom 11. Februar 2015 (FV140041-M) 

- 2 - 

Rechtsbegehren: 
(Urk. 14 S. 1) 

" 1. Die Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin CHF 20'520.– nebst 
Zins zu 5% seit 30. April 2014 sowie CHF 170.20 Betreibungskos-
ten anzuerkennen und zu bezahlen; 

  2. Der Rechtsvorschlag in der Betreibung Nr. … des Betreibungsam-
tes Dietikon sei aufzuheben. 

  3. Unter ausdrücklichem Nachklagevorbehalt; 

 unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beklagten." 

Urteil des Einzelgerichts im vereinfachten Verfahren am Bezirksgericht  
Dietikon vom 11. Februar 2015: 

(Urk. 23 S. 14) 

" 1. Die Klage wird abgewiesen. 

 2. Die Entscheidgebühr wird auf Fr. 3'192.00 festgesetzt. 

 3. Die Gerichtskosten werden der Klägerin auferlegt und mit dem von ihr ge-

leisteten Vorschuss verrechnet.  

 4. Die Klägerin wird verpflichtet, der Beklagten eine Parteientschädigung 

von Fr. 4'274.00 (inkl. Mehrwertsteuer) zu bezahlen. 

 5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien. 

 6. Eine Berufung gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen von der Zu-

stellung an im Doppel und unter Beilage dieses Entscheids beim Oberge-

richt des Kantons Zürich, Zivilkammer, Postfach 2401, 8021 Zürich, er-

klärt werden. In der Berufungsschrift sind die Anträge zu stellen und zu 

begründen. Allfällige Urkunden sind mit zweifachem Verzeichnis beizule-

gen. 

 Eine Beschwerde hinsichtlich der Gerichtskosten und die Parteientschä-

digung in diesem Entscheid kann innert 30 Tagen von der Zustellung an 

im Doppel und unter Beilage dieses Entscheids beim Obergericht des 

Kantons Zürich, Zivilkammer, Postfach 2401, 8021 Zürich, erklärt werden. 

In der Beschwerdeschrift sind die Anträge zu stellen und zu begründen. 

Allfällige Urkunden sind mit zweifachem Verzeichnis beizulegen." 

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Berufungsanträge: 

der Berufungsklägerin und Klägerin (Urk. 22 S. 2): 
 
" 1. Das Urteil des Bezirksgerichts Dietikon (Einzelgericht im vereinfachten 

Verfahren) vom 11. Februar 2015 sei aufzuheben; 
 
 2. Die Berufungsbeklagte sei zu verpflichten, der Berufungsklägerin 

CHF 20'520.– nebst Zins zu 5% seit 20. April 2014 sowie CHF 170.20 Be-
treibungskosten anzuerkennen und zu bezahlen; 

 
 3. Der Rechtsvorschlag der Betreibung-Nr. … des Betreibungsamtes Diet-

ikon sei aufzuheben; 
 
 4. Unter ausdrücklichem Nachklagevorbehalt; 
 
unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Berufungsbeklagten." 
 
 
der Berufungsbeklagten und Beklagten (Urk. 28 S. 2): 
 
" 1. Die Berufung sei abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. 
 
 2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Berufungskläge-

rin." 

Erwägungen: 

I. Prozessgeschichte 

1. Die Berufungsklägerin und Klägerin (fortan: Klägerin) ist professionelle Per-

sonalvermittlerin mit Sitz in Zürich, die Berufungsbeklagte und Beklagte (fortan: 

Beklagte) eine grosse Büromaterialhändlerin mit Sitz in C._____. Nach vorgängi-

gem Telefongespräch vom 27. Februar 2014 zwischen D._____ von der Klägerin 

und E._____ von der Beklagten stellte die Klägerin der Beklagten gleichentags 

per E-Mail das Bewerbungsdossier von F._____ als Kandidatin (fortan: Kandida-

tin) für eine von der Beklagten ausgeschriebene Stelle zu. Dieser E-Mail hängte 

die Klägerin ihre Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) an. In der Folge kam 

es zur Anstellung der Kandidatin, allerdings unter Mitwirkung der Personalvermitt-

lerin G._____, die der Beklagten nach der Klägerin und unabhängig von dieser 

ebenfalls das Dossier derselben Kandidatin unterbreitete. Die Klägerin bean-

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spruchte für ihre behauptete Mäklertätigkeit ein Honorar. Nachdem die Beklagte 

sich auf den Standpunkt stellte, sie schulde ihr mangels Zustandekommen eines 

Vertrags kein solches, erhob die Klägerin nach erfolglosen aussergerichtlichen 

Unterredungen gestützt auf die Klagebewilligung des Friedensrichteramtes der 

Stadt C._____ vom 28. Juli 2014 am 30. Oktober 2014 beim Einzelgericht am Be-

zirksgericht Dietikon (fortan: Vorinstanz) Klage mit eingangs wiedergegebenem 

Rechtsbegehren.  

2. Die Vorinstanz lud ohne vorgängigen Schriftenwechsel (unbegründete Kla-

ge) zur Hauptverhandlung auf den 11. Februar 2015 vor (Urk. 8). Mit Urteil vom 

11. Februar 2015 wies die Vorinstanz die Klage ab (Urk. 23 S. 14). Die Klägerin 

nahm das begründete Urteil am 4. August 2015 entgegen (Urk. 19). 

3. Mit Eingabe vom 14. September 2015 erhob die Klägerin dagegen rechtzei-

tig Berufung mit den eingangs wiedergegebenen Anträgen (Urk. 22, Beweismittel-

verzeichnis: Urk. 24). Am 6. Oktober 2015 bezahlte die Klägerin fristgemäss den 

ihr auferlegten Kostenvorschuss (Art. 98 ZPO) von Fr. 3'200.– (Urk. 25 und 26). 

Die Beklagte beantwortete die Berufung innert ihr angesetzter Frist am 

11. November 2015 (Urk. 27 und 28). Nachdem die Berufungsantwort der Kläge-

rin zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 29), erweist sich das Verfahren als spruch-

reif. 

II.  Materielles 

1.1. Die Klägerin rügt zunächst, die Vorinstanz habe unzutreffend angenommen, 

dass der Beklagten das Dossier der Kandidatin unverlangt zugestellt worden sei 

(Urk. 22 S. 3 Rz 6, 1. …). Die E-Mail von D._____ von der Klägerin an E._____ 

von der Beklagten vom 27. Februar 2014 (Urk. 3/5) spreche klar dafür, dass die-

ser sich mit E._____ über die Zusendung der Unterlagen der Kandidatin telefo-

nisch geeinigt habe, namentlich aufgrund der Formulierung "wie besprochen" 

(Urk. 22 S. 8). Im Bestätigungsmail von H._____ von der Beklagten an die Kläge-

rin seien die im E-Mail von D._____ enthaltenen Behauptungen nicht dementiert 

worden, weshalb von deren Richtigkeit auszugehen sei. Es spiele keine Rolle, 

dass die Bestätigungsmail von einer anderen, allenfalls nicht zeichnungsberech-

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tigten Person (H._____) versandt worden sei. Die Personalabteilung der Beklag-

ten sei kaum so gross, dass eine Bestätigungsmail ohne Wissen der Chefin 

(E._____) "rausgehe" (Urk. 22 S. 8). Weiter beanstandet die Klägerin – immer 

noch unter dem gleichen Beschwerdegrund der unrichtigen Sachverhaltsfeststel-

lung –, die Vorinstanz habe das Zustandekommen eines Mäklerauftrages anläss-

lich des Telefonats zwischen D._____ und E._____ verneint, ohne die als Beweis 

dafür angebotene Zeugenbefragung von D._____ zum geführten Telefonat durch-

zuführen (Urk. 22 S. 7 Rz 8 Abs. 2).  

1.2. Die Beklagte erwidert, D._____ habe sich von sich aus unverlangt auf eine 

Stellenausschreibung gemeldet und die Bewerbungsunterlagen der Kandidatin an 

die E-Mail-Adresse der Beklagten gesandt. An der unverlangten Zustellung der 

Unterlagen ändere nichts, dass D._____ zuvor mit E._____ telefoniert habe. Die 

Klägerin behaupte selber nicht, dass D._____ E._____ auf eine Mäklertätigkeit  

oder Honorarerwartung aufmerksam gemacht habe oder dass E._____ einen 

Vermittlungsauftrag erteilt habe (Urk. 28 Rz 6 ff.). Aus der in der E-Mail von 

D._____ verwendeten Floskel "wie besprochen" ergebe sich nicht, dass sich 

E._____ mit D._____ auf die Zusendung von Bewerbungsunterlagen geeinigt hät-

te (Urk. 28 Rz 12). Bei der Bestätigungsmail handle es sich erkennbar um eine 

Standard-Antwort, die von einer Personalassistentin ohne vorgängige Prüfung des 

erhaltenen E-Mails oder angehängten Unterlagen versandt worden sei (Urk. 28 

Rz 17), weshalb die Klägerin daraus nichts für sich abzuleiten vermöge (Urk. 28 

Rz 13).  

1.3. Vorab ist zu bemerken, dass die Parteien zwei unterschiedliche Fragen ver-

mischen. Ob die Zustellung des Dossiers unverlangt erfolgte, ist Tatfrage. Ob 

durch eine allfällige Zustimmung zur Zusendung des Dossiers ein Mäklervertrag 

zustande kam, ist Rechtsfrage. Diese Fragen sind auseinanderzuhalten und es ist 

zunächst auf die Frage einzugehen, ob die Zustellung des Dossiers unverlangt er-

folgte. Die zweite Frage ist im Rahmen der rechtlichen Würdigung zu beantwor-

ten. 

1.4. Vor Vorinstanz behauptete die Klägerin, sie habe die Beklagte auf deren In-

serat hin telefonisch kontaktiert, ihr von der geeigneten Interessentin berichtet und 

sie anschliessend mit dem Dossier der zu vermittelnden Person bedient (Urk. 14 

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S. 7). Man habe dabei vereinbart: "Ich schicke dir das Dossier – ja ist gut, tu das." 

(Prot. I S. 6). Diese Formulierung wird von der Beklagten nicht bestritten. Ebenso 

wenig trug die Beklagte vor, sie habe die Zusendung des Dossiers im Telefonat 

vom 27. Februar 2014 abgelehnt. Sie beschränkte sich darauf zu betonen, es sei 

anlässlich des Telefonats kein Vermittlungsauftrag erteilt worden (Urk. 16 Rz 14 

ff.; Prot. I S. 8 f.). Da der massgebliche Inhalt des Telefonats nicht strittig ist, er-

weist sich eine Befragung von D._____ zu diesem Thema als obsolet. 

1.5. Schon aufgrund des unbestritten gebliebenen Inhalts des Telefongesprächs 

vom 27. Februars 2014 ("Ich schicke dir das Dossier – ja ist gut, tu das."; Prot. I 

S. 6) steht fest, dass die Zustellung des Dossiers mit Zustimmung der Beklagten 

erfolgte. Auf den Wortlaut der Bestätigungsmail von H._____ (Urk. 3/8) und die 

Vertretungsberechtigung von H._____ kommt es deshalb nicht an.  

2.1. Die Klägerin beanstandet weiter, die Vorinstanz habe tatsachenwidrig fest-

gestellt, dass seitens der Klägerin weder behauptet noch belegt sei, dass ihr die 

Beklagte einen Vermittlungsauftrag erteilt habe. Die Vorinstanz selbst habe die 

Klägerin mit den Worten zitiert: "Vor diesem Hintergrund sei davon auszugehen, 

dass die Beklagte sich wissentlich auf ein Vertragsverhältnis mit der Klägerin ein-

gelassen habe" (Urk. 22 S. 4 Rz 6, 2. Spiegelstrich; Urk. 22 S. 9 Rz 9). 

2.2 Der Klägerin ist beizupflichten, dass sie vor Vorinstanz, unter anderem mit 

der zitierten Aussage, die fragliche Behauptung aufstellte. Zudem führte die Klä-

gerin dort aus: "Schliesslich hat [die Beklagte] nicht etwa einfach zur unterbreite-

ten Vertragsofferte geschwiegen – dieser Fall wäre ja auch möglich und könnte 

unter Umständen auch zum Vertragsschluss führen –, sondern klar bestätigt, 

dass sie diese prüfen würde" (Urk. 14 S. 7; Prot. I S. 6).  

3.1. Weiter rügt die Klägerin, die Vorinstanz unterstelle fälschlicherweise, die Be-

klagte habe aufgrund der E-Mail vom 27. Februar 2014 nicht wissen können, dass 

die Klägerin eine Personalvermittlung sei und mit ihr einen Mäklervertrag einge-

hen bzw. für ihre Leistungen bezahlt werden wolle (Urk. 22 S. 4 Rz 6 3. …). Auf-

grund der telefonischen Besprechung zwischen D._____ und E._____, der Zustel-

lung des Dossiers samt AGB, der professionellen Präsentation der Bewerbungs-

unterlagen sowie dem Wortlaut der E-Mail von D._____ vom 27. Februar 2014 sei 

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die Beklagte darüber informiert gewesen, dass es sich bei der Klägerin um eine 

gewerbliche Personalvermittlerin handle, der bei einer Einstellung der Kandidatin 

Honorar geschuldet sei. 

3.2. Die Beklagte setzt sich in der Berufungsantwort mit dieser Rüge nicht ausei-

nander. Die Vorinstanz konstatierte, in der Signatur der besagten E-Mail fehle ein 

ausdrücklicher und unmissverständlicher Hinweis darauf, dass es sich bei der 

Klägerin um eine Personalvermittlungsfirma handle und die Klägerin habe darin 

mit keinem Wort ihre AGB und die Honorarforderungen erwähnt oder auf einen 

beabsichtigten Mäklervertrag hingewiesen. Erschwerend komme hinzu, dass die 

Klägerin unter verschiedenen Markennamen auftrete, wobei erst bei genauerem 

Hinsehen ersichtlich werde, dass die Klägerin hinter diesen stecke. Es sei des-

halb für die Beklagte nicht ohne Weiteres erkennbar gewesen, dass die Klägerin 

mit ihr einen Mäklervertrag habe eingehen wollen (Urk. 23 S. 11).  

3.3. D._____ bewirbt sich in der E-Mail vom 27. Februar 2014 unmissverständlich 

nicht selber für die ausgeschriebene Stelle, sondern empfiehlt eine "Kandidatin". 

Ferner lautet der Betreff der E-Mail "Kandidatenvorschlag" (Urk. 3/5). Damit war 

klar, dass es um die Vermittlung einer Drittperson, eben einer Kandidatin, ging. 

Hinzu kommt das prominent platzierte Firmen- bzw. Markenlogo der Klägerin 

("I._____, ein Spezialist der A._____"; Urk. 3/5). Dadurch war auf den ersten Blick 

und selbst für den Laien, der die Klägerin und deren Markennamen nicht kennt, 

erkennbar, dass es sich bei der Klägerin um eine gewerbliche Personalvermittlerin 

handeln muss. Dass die Klägerin unter verschiedenen Markennamen auftritt, spielt 

dabei keine Rolle. Jedermann muss sodann klar sein, dass eine professionelle 

Personalvermittlerin tätig wird, um ein Honorar zu erwirtschaften. Die vor-

instanzliche Sachverhaltsfeststellung ist deshalb dahingehend zu korrigieren, dass 

ohne Weiteres erkennbar war, dass es sich bei der Klägerin um eine kommerzielle 

Personalvermittlerin handelt, welche mit ihrer Tätigkeit Geld verdienen will. Nicht 

ohne Weiteres erkennbar war indessen, dass die Klägerin mit der Beklagten einen 

Vertrag eingehen und von ihr Honorar beanspruchen wollte. Ebenso gut könnte 

die Klägerin von der Kandidatin beauftragt worden sein und deshalb ihr Honorar 

von dieser beziehen. Deshalb bleibt es im Ergebnis bei der vorinstanzlichen Fest-

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stellung, dass für die Beklagte nicht ohne Weiteres erkennbar war, dass die Kläge-

rin mit ihr einen Mäklervertrag eingehen wollte. 

4.1. Die Klägerin rügt weiter, die Vorinstanz sei unrichtigerweise davon ausge-

gangen, dass die Beklagte das ihr zugestellte Mail vom 27. Februar 2014 und 

damit das Dossier und die AGB nicht zur Kenntnis genommen habe (Urk. 22 S. 4 

Rz 6 4. …). Die Beklagte habe den Empfang der E-Mail einige Stunden später mit 

einer nicht automatisierten Antwort bestätigt, mitgeteilt, dass jede Bewerbung 

sorgfältig geprüft werde und den AGB nicht widersprochen. Aufgrund der bis zur 

Beantwortung vergangenen Zeit müsse davon ausgegangen werden, dass das 

Dossier zwischenzeitlich bereits einer ersten groben Prüfung unterzogen und die 

AGB zumindest global übernommen worden seien (Urk. 22 S. 10 f. Rz 11). Der 

Umstand, dass E._____ die Antwort nicht selber verfasst, sondern dies H._____ 

übertragen habe, sei ein gewichtiges Indiz dafür, dass die E-Mail vor der Antwort 

einer summarischen Prüfung unterzogen worden sei, ansonsten E._____ die Be-

stätigungsmail selber hätte absetzen können (Urk. 22 S. 9 Rz 8). 

4.2. Die Beklagte entgegnet, sie habe die AGB nicht zur Kenntnis genommen 

(Urk. 28 Rz 20). Auch sei das Bewerbungsdossier vor dem Versand der Emp-

fangsbestätigung keiner groben Prüfung unterzogen worden. Dass die Emp-

fangsbestätigung nicht von E._____ selbst versandt worden sei und der Zeitablauf 

seien keine Hinweise auf eine Prüfung der E-Mail und der Unterlagen. Es handle 

sich dabei offensichtlich um eine Standard-Antwort (Urk. 28 Rz 17 f. und 23). 

4.3. Die E-Mail von D._____ an sich hat die Beklagte offenkundig und unbestrit-

ten zur Kenntnis genommen. Ansonsten hätte sie auch keine Empfangsbestäti-

gung absetzen können. Es handelt sich dabei nämlich unzweifelhaft um eine 

standardisierte, nicht jedoch automatisierte Antwort (Urk. 3/8). Ob das Kandida-

tendossier (nicht jedoch die AGB) davor einer Prüfung unterzogen wurde, spielt 

mit Bezug auf das Zustandekommen eines Vertrags keine Rolle, weshalb darauf 

nicht einzugehen ist. Mit Bezug auf die Kenntnisnahme von den AGB vermag die 

Klägerin weder durch den Zeitablauf noch durch den Umstand, dass H._____ die 

Empfangsbestätigung absetzte, etwas für sich abzuleiten. Beides bietet weder 

Beweis noch Indiz dafür, dass die Klägerin die AGB tatsächlich gelesen oder zu-

mindest zur Kenntnis genommen hat. Weitere Beweise für eine tatsächliche 

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Kenntnisnahme von den AGB bot die Klägerin nicht an. Sie vermag damit nicht 

nachzuweisen, dass die Beklagte die AGB tatsächlich zur Kenntnis genommen 

hat. Von der Frage der tatsächlichen Kenntnisnahme zu unterscheiden sind die 

Rechtsfragen, ob der Beklagten allenfalls nach dem Vertrauensprinzip die Kennt-

nisnahme anzurechnen ist und ob sie durch ihr Stillschweigen bzw. Verhalten die 

AGB akzeptiert hat. Darauf ist unten einzugehen. 

5.1. Schliesslich rügt die Klägerin im Sinne einer Sachverhaltsrüge, die Vor-

instanz sei fälschlicherweise davon ausgegangen, dass sich aus dem E-Mail-

Verkehr vom 27. Februar 2014 kein Akzept im Hinblick auf ein Vertragsverhältnis 

ergebe, insbesondere weil die Mitarbeiterin, welche das Antwortmail verschickt 

habe, nicht zeichnungsberechtigt gewesen sei (Urk. 22 S. 4 Rz 6 5. …).  

5.2. Es handelt sich dabei um Rechtsfragen, welche, soweit relevant, sogleich im 

Rahmen der rechtlichen Würdigung zu behandeln sind. Tatfrage ist einzig der un-

bestrittene Inhalt der beiden E-Mails (Urk. 3/5 und 3/8). 

6. Zusammenfassend ist die vorinstanzliche Sachverhaltsfeststellung dahinge-

hend zu korrigieren, dass die Zustellung des Dossiers der Kandidatin zwar auf Ini-

tiative der Klägerin, aber mit Zustimmung der Beklagten erfolgte. Weiter ist fest-

zustellen, dass die Beklagte die E-Mail von D._____ vom 27. Februar 2014, nicht 

jedoch die daran angehängten AGB zur Kenntnis genommen hat. Sodann war für 

die Beklagte zwar unschwer erkennbar, dass die Klägerin eine professionelle 

Personalvermittlerin ist und nur gegen Honorar tätig wird, nicht jedoch, dass sie 

mit ihr in eine vertragliche Beziehung treten und von ihr Honorar beanspruchen 

wollte. Entgegen der vorinstanzlichen Feststellung stellte die Klägerin sodann 

die – bestrittene – Behauptung auf, mit der Bestätigungsmail (Urk. 3/8) habe die 

Beklagte ihr einen Vermittlungsauftrag erteilt.  

7.1. Mit Bezug auf die rechtliche Würdigung rügt die Klägerin, die Vorinstanz 

habe Art. 1 ff. und Art. 412 ff. OR verletzt, indem sie fälschlicherweise davon aus-

gegangen sei, es sei kein Mäklervertrag zustande gekommen, und gegen 

Art. 462 OR verstossen, indem sie davon ausgegangen sei, H._____ sei nicht 

zur rechtsverbindlichen Bestätigung des unterbreiteten Mäklerverhältnisses be-

fugt gewesen (Urk. 22 S. 4 f. Rz 7). Die Klägerin bringt im Hinblick auf das Zu-

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standekommen eines Mäklervertrages im Wesentlichen vor, indem die Beklagte 

der Zustellung des Dossiers zugestimmt und im Bestätigungsmail um etwas Ge-

duld gebeten und angekündigt habe, das Dossier zu prüfen, habe sie deutlich 

gemacht, sowohl die E-Mail als auch das Dossier zur Kenntnis genommen zu 

haben und mit den Spielregeln der Klägerin einverstanden zu sein. Sie habe da-

mit ausdrücklich ihr Einverständnis erklärt, die Dienstleistung der Klägerin in An-

spruch zu nehmen, zumal der Beklagten bekannt gewesen sei, dass es sich bei 

der Klägerin um eine professionelle Personalvermittlerin handle. Dass in der  

E-Mail der Klägerin selbst keine Honorarforderungen erwähnt und nicht explizit 

auf den beabsichtigten Mäklervertrag hingewiesen worden sei, ändere nichts da-

ran (Urk. 22 S. 13 f. Rz 14). Dabei seien die AGB auch zum Vertragsbestandteil 

geworden, da diese der E-Mail angehängt gewesen und mit dem Bestätigungs-

mail akzeptiert worden seien, was auch gelten würde, wenn diese nicht explizit 

zur Kenntnis gebracht worden wären, da in der Personalvermittlungsbranche – 

dies wisse die hochprofessionelle Personalabteilung der Beklagten – aus-

schliesslich mit AGB gearbeitet werde und die Beklagte von der Klägerin bereits 

in der Vergangenheit diverse Dossiers erhalten habe, welche stets mit den AGB 

versehen gewesen seien (Urk. 22 S. 15 f Rz 15). Sodann wäre – selbst wenn ein 

direktes Zustandekommen eines Vertrags verneint würde – immer noch konklu-

dent ein Mäklervertrag zustande gekommen. Unter Verweis auf diverse Bundes-

gerichtsentscheide macht die Klägerin geltend, der Mäkler könne sich nach dem 

Vertrauensprinzip darauf berufen, er habe dem Auftraggeber seine Dienste an-

geboten und aus dem Verhalten des Auftraggebers auf einen stillschweigenden 

Abschluss eines Mäklervertrages schliessen dürfen. Unter Umständen könne das 

Zustandekommen des Vertrags auch dann bejaht werden, wenn jemand die Tä-

tigkeit eines (insbesondere gewerbsmässig handelnden) Mäklers lediglich wis-

sentlich dulde oder sie stillschweigend genehmige und seine Dienstleistung nach 

den Umständen nicht als unentgeltliche Gefälligkeit verstanden werden dürfe. 

Dies sei aufgrund des professionellen Auftritts der Klägerin, des Telefonats im 

Vorfeld und des Inhalts der E-Mail vom 27. Februar 2014 der Fall. Damit sei das 

vom Bundesgericht geforderte, genügend bestimmte, unmissverständliche Ver-

halten des Mäklers gegeben, welches für das Ausbleiben eines Widerspruchs 

gegen seine Tätigkeit nach Treu und Glauben nur den Schluss auf einen Ge-

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schäftswillen des Auftraggebers zulasse. Nachdem vorliegend auf die Zusen-

dung des Mäklers sogar eine Antwort erfolgt sei, habe die Klägerin erst recht von 

einem Geschäftswillen der Beklagten ausgehen können (Urk. 22 S. 16 f. Rz 16). 

Schliesslich könne aber auch die stillschweigende Aneignung des Nutzens der 

Mäklertätigkeit als Vertragskonsens ausgelegt werden (Urk. 14 S. 6). 

7.2. Die Beklagte stellt sich auf den Standpunkt, in der E-Mail-Korrespondenz 

vom 27. Februar 2014 habe sie sich nicht auf ein Vertragsverhältnis mit der Klä-

gerin oder auf deren AGB eingelassen. Sie habe nicht erklärt, dass sie die Dienst-

leistung der Klägerin in Anspruch nehmen oder deren AGB akzeptieren würde 

(Urk. 28 Rz 58). Aus der Empfangsbestätigung lasse sich keine Willensäusserung 

zum Abschluss eines Mäklervertrages ableiten (Urk. 28 Rz 54). Eine Annahme 

der AGB scheide bereits deshalb aus, weil kein Hinweis auf diese in der mündli-

chen und schriftlichen Kommunikation erfolgt sei. Es bestehe auch keine andere 

Usanz in der Personalvermittlungsbranche bzw. Übung zwischen den Parteien 

(Urk. 28 Rz 55 f.). Unter Verweis auf verschiedene Bundesgerichtsentscheide ar-

gumentiert die Beklagte, der konkludente Abschluss eines Mäklervertrags erforde-

re, dass das Verhalten des Mäklers hinreichend klar sei, damit das Schweigen 

des Auftraggebers als Zustimmung interpretiert werden könne. Ein stillschwei-

gender Erstabschluss sei nur mit Zurückhaltung anzunehmen. Um den Auftrag-

geber vor Zudringlichkeit zu schützen, dürfe aus der blossen Duldung gewisser 

Vermittlungstätigkeiten nicht ohne Weiteres auf einen Vertragswillen geschlossen 

werden. Diese Voraussetzungen seien nicht erfüllt. Am erforderlichen unmissver-

ständlichen Verhalten der Berufungsklägerin fehle es bereits deshalb, weil die E-

Mail von D._____ an E._____ keinen Hinweis auf eine Mäklertätigkeit, eine Hono-

rarerwartung oder die AGB der Berufungsklägerin enthalten habe (Urk. 28 Rz 61). 

Da die Klägerin abgesehen von der Zustellung des streitgegenständlichen Be-

werbungsdossiers keine Vermittlungstätigkeiten erbracht habe, scheide auch eine 

stillschweigende Genehmigung der Mäklertätigkeit aus (Urk. 28 Rz 62). Schliess-

lich könne auch kein Mäklervertrag gestützt auf die Aneignung des Nutzens der 

Mäklertätigkeit angenommen werden, da die Einstellung der Kandidatin nicht un-

ter der Mithilfe der Klägerin, sondern eines anderen Personalvermittlers erfolgt sei 

(Urk. 28 Rz 63). 

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7.3. Zum Abschluss eines Vertrags ist die übereinstimmende gegenseitige Wil-

lensäusserung der Parteien erforderlich (Art. 1 Abs. 1 OR). Sie kann eine aus-

drückliche oder stillschweigende sein (Art. 1 Abs. 2 OR). Grundsätzlich gilt ein 

Vertrag als geschlossen, wenn sich die Parteien über die objektiv wesentlichen 

Elemente des Geschäfts, die sogenannten essentialia negotii geeinigt haben 

(Zellweger-Gutknecht/Bucher, in: Honsell/Vogt/Wiegand, Basl. Komm. OR I, 

6. Aufl., Basel 2015, N 20 zu Art. 1). Vorliegend sind sich die Parteien einig, dass 

einzig ein Mäklervertrag in Frage kommt. Im Mäklervertrag verspricht der Auftrag-

geber dem Mäkler eine Vergütung, wenn dessen Tätigwerden zum Abschluss des 

vom Auftraggeber angestrebten Geschäfts führt oder beiträgt. Die Tätigkeit kann 

nach dem Willen der Parteien auf den Nachweis von Interessenten beschränkt 

(Nachweismäkler) oder auf die Zuführung von Interessenten (Zuführungsmäkler) 

oder auf die Vermittlung in den Verhandlungen zwischen den Parteien (Vermitt-

lungsmäkler) gerichtet sein. Die Regelung, ob Nachweis- oder Vermittlungsmäke-

lei vereinbart wurde, gehört zu den Essentialia des Mäklervertrages (Ammann, in: 

Honsell/Vogt/Wiegand, Basl. Komm. OR I, 6. Aufl., Basel 2015, N 1 und 5 zu 

Art. 412). Der im Einzelfall geschuldete Umfang der Mäklertätigkeit ergibt sich aus 

der Parteivereinbarung. Das Gesetz stellt dazu keine Vermutung auf. Eine allfälli-

ge Übung (z.B. Nachweismäkelei bei Berufsmäklern) ist nur dann beachtlich, 

wenn sie durch die Parteien zum Vertragsbestandteil erhoben wurde oder nach 

dem Vertrauensprinzip als Hilfsmittel für die Auslegung der Parteierklärungen in 

Betracht kommt. Haben die Parteien den Umfang der zu erbringenden Mäklertä-

tigkeit bei Vertragsschluss offen gelassen, ist der Mäklervertrag nach BGE 90 II 

92, Erw. 6, unverbindlich (Art. 2 OR), sofern sich eine Einigung darüber nicht aus 

den gesamten Umständen ergibt, insbesondere dem Verhalten der Parteien vor 

oder nach dem Vertragsschluss (Bracher, in: Huguenin/Müller-Chen/Girsberger, 

Handkommentar zum Schweiz. Privatrecht, 2. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2012, N 4 

zu Art. 412 OR). Zu den Essentialia als wesentliche Begriffsmerkmale gehört fer-

ner auch die Entgeltlichkeit und die Erfolgsbedingtheit des Mäklerlohnanspruchs 

(Bracher, a.a.O., N 1 zur Art. 412 OR). Die Höhe des Lohnanspruchs ist indessen 

nicht zwingend im Vorherein zu vereinbaren, kann diese doch durch den Richter 

festgesetzt werden (Art. 414 OR). Der Abschluss des Mäklervertrags unterliegt 

keinen Formvorschriften. Er kann sowohl ausdrücklich als auch durch konkluden-

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tes Verhalten erfolgen (Bracher, a.a.O., N 10 zu Art. 412 OR). Mit Bezug auf AGB 

gilt, dass diese zwischen den Parteien nur Recht erzeugen, wenn sie durch Ver-

einbarung zum Vertragsbestandteil erhoben worden sind. AGB gelten im Falle 

ausdrücklicher Vereinbarung (Unterzeichnung der die AGB enthaltenden Urkun-

den oder eines auf diese hinweisenden Textes mit Kleingedrucktem auf der 

Rückseite), darüber hinaus nach dem Vertrauensprinzip dann (und nur dann), 

wenn der Unternehmer aufgrund des Verhaltens des Kunden auf dessen Bereit-

schaft schliessen darf, sich den AGB zu unterziehen (evtl. Anschlagen des Textes 

im Geschäftslokal, allgemeines Bekanntsein in den betroffenen Geschäftskreisen 

usw.). Fehlt eine ausdrückliche Bezugnahme auf AGB im Rahmen des Vertrags-

schlusses, können diese nur bei Vorliegen einer klaren Indikation für die Bereit-

schaft des Kunden zur Unterwerfung als Vertragsbestandteil gelten (Zellweger-

Gutknecht/Bucher, a.a.O., N 52 f. zu Art. 1). 

7.4. Anlässlich der telefonischen Besprechung zwischen D._____ und E._____ 

vom 27. Februar 2014 sagte D._____ gemäss der massgeblichen Sachverhalts-

feststellung: "Ich schicke dir das Dossier." Darauf antwortete E._____: "Ja ist gut, 

tu das." In dieser Konversation kamen somit die Essentialia des Mäklervertrags 

nicht zur Sprache. In der E-Mail vom 27. Februar 2014 sandte D._____ E._____ 

mit den Worten "wie besprochen" das Dossier der Kandidatin und hängte die AGB 

der Klägerin an. Sodann schrieb er: "Gerne empfehle ich Ihnen Frau F._____ für 

ein Vorstellungsgespräch und würde mich über eine Einladung sehr freuen. Bei 

weiteren Fragen stehe ich Ihnen selbstverständlich jederzeit gerne zur Verfü-

gung." Mit diesem Wortlaut wurden die Essentialia des Mäklervertrags ebenfalls 

nicht angesprochen. Da ein Hinweis auf die AGB im Textkörper der E-Mail fehlt, 

können diese nicht zum eigentlichen Inhalt der E-Mail gezählt werden. Ausserdem 

beinhalten die als Dateianhang übermittelten AGB bloss die Geschäftsbedingun-

gen, jedoch nicht die explizite Erklärung eines Geschäftswillens. Folglich fehlt es 

bereits an einer ausdrücklichen Offerte der Klägerin. Selbst wenn man von einer 

Offertstellung ausginge, fehlte es dennoch an einem ausdrücklichen Akzept. Die 

einzige infrage kommende Akzepterklärung der Beklagten ist die E-Mail von 

H._____ vom 27. Februar 2014 (Urk. 3/8). Darin bedankt sich die Beklagte mit 

Bezug auf die Bewerbung der Kandidatin für das Interesse und bittet um Geduld, 

da jede Bewerbung sorgfältig geprüft werde, hingegen äussert sich die Beklagte 

- 14 - 

mit keinem Wort zu ihrem Vertragswillen, dem Honorar oder stimmt den AGB zu 

(Urk. 3/8). Ein Vertragsabschluss durch Austausch übereinstimmender, ausdrück-

licher Willenserklärungen steht also ausser Frage, weil in der telefonischen und in 

der E-Mail-Kommunikation vom 27. Februar 2014 eben gerade keine Essentialia 

des Mäklervertrages besprochen wurden. 

7.5. Der Mäklervertrag kann hingegen auch durch konkludentes Verhalten abge-

schlossen werden, wobei verlangt wird, dass das Verhalten des Mäklers hinrei-

chend klar sein muss, damit das Schweigen des Auftraggebers als Zustimmung 

interpretiert werden kann (BGer 4C.328/2006 vom 16. Oktober 2007, E. 3.1; BGer 

4A_283/2012 vom 31. Juli 2012). Die Rechtsprechung des Bundesgerichts dazu 

orientiert sich an einem älteren Leitentscheid (BGE 72 II 84). In jenem Fall stimm-

te ein Notar – auf Anfrage eines Mäklers hin – weder zu, noch untersagte er, dass 

der Mäkler eine Liegenschaft aus einer vom Notar verwalteten Erbschaft einem 

Kaufinteressenten zeige. Der Umstand, dass es sich bei beiden Parteien um Be-

rufsleute handelte, veranlasste das Bundesgericht anzumerken, der Notar hätte 

die Praktiken der Mäkler kennen müssen und gegenüber dem Mäkler eine klarere 

Haltung einnehmen und sich zurückhaltender zeigen können. Nichtsdestotrotz 

habe der Notar keinen Grund gehabt, dem Mäkler zu verbieten, dem Interessen-

ten die Immobilie zu zeigen. Es könne daraus kein stillschweigend erteilter Auf-

trag abgeleitet werden (S. 87). Das Bundesgericht fand klare Worte (BGE 

72 II 84, E. 1, S. 87): "Etant donnée l' insistance de certains agents immobiliers qui re-

viennent constamment à la charge, le silence gardé par le vendeur à l' égard de telle ou 

telle démarche ou déclaration d' un courtier ne saurait d' emblée être considéré comme 

une acceptation. En décider autrement, serait permettre à des agents peu scrupuleux d' 

obtenir par surprise des mandats des courtage." Angesichts der Hartnäckigkeit gewis-

ser Mäkler dürfe also das Schweigen eines Auftraggebers zu einer bestimmten 

Handlung oder Erklärung des Mäklers nicht als Akzept ausgelegt werden, da an-

sonsten skrupellosen Mäklern ermöglicht würde, sich mit einem Überraschungs-

angriff Aufträge zu verschaffen.  

7.6. Daraus folgt für den vorliegenden Fall, dass die Beklagte keinen Grund ge-

habt hat, die Zustellung des Bewerbungsdossiers der Kandidatin abzulehnen und 

sich aus der Zustimmung zur Zustellung kein Akzept zu einem Mäklervertrag ab-

- 15 - 

leiten lässt. Da die Klägerin nämlich weder im vorgängigen Telefonat vom 

27. Februar 2014 zwischen D._____ und E._____, noch in der E-Mail, mit welcher 

das Dossier schliesslich zugestellt wurde (Urk. 3/5), auf ihre Mäklertätigkeit und 

die damit verbundenen Honorarforderungen hinwies, bestand für die Beklagte 

auch kein Anlass, anlässlich des Telefonats oder in der Empfangsbestätigung 

vom 27. Februar 2014 (Urk. 3/8) darauf hinzuweisen, dass sie keinen Mäklerver-

trag eingehen und kein Honorar bezahlen wolle. Es spielt dabei keine Rolle, ob 

die Beklagte eine professionelle Personalabteilung hat. Auch für erfahrene Be-

rufsleute wäre aufgrund des blossen Angebots, ein Kandidatendossier zuzustel-

len, nicht erkennbar gewesen, ob der Mäkler mit dem Arbeitgeber einen Vertrag 

eingehen will oder im Auftrag (und mit Entschädigung) des Stellensuchenden tätig 

wird, sowie ob der Mäkler Nachweis- oder Vermittlungsmäkelei betreibt. Die ein-

zige Äusserung der Klägerin hinsichtlich der von ihr angestrebten vertraglichen 

Bindung bestand nämlich im kommentarlosen Anhängen der AGB an die E-Mail 

vom 27. Februar 2014 (Urk. 3/5).  

Vorliegend vermochte die Klägerin nicht darzutun, dass die Beklagte von den 

AGB tatsächlich Kenntnis genommen hat (vgl. oben Ziff. 6). Nachdem jeglicher 

Hinweis auf die AGB im Textkörper der E-Mail fehlte, durfte die Klägerin auch ge-

stützt auf den Vertrauensgrundsatz nicht davon ausgehen, dass die Beklagte da-

von Kenntnis genommen hat. Aus dem Schweigen der Beklagten zu den AGB 

vermag die Klägerin schon deshalb nichts für sich abzuleiten. Ausserdem können 

AGB ohne eine ausdrückliche Bezugnahme darauf im Rahmen des Vertrags-

schlusses nur bei Vorliegen einer klaren Indikation für die Bereitschaft des Ver-

tragspartners zur Unterwerfung als Vertragsbestandteil gelten (vgl. Zellweger-Gut-

knecht/Bucher, a.a.O., N 52 f. zu Art. 1). Eine solche liegt hier nicht vor. Das blos-

se Anhängen von AGB an eine E-Mail ohne Bezugnahme darauf stellt jedenfalls 

nicht das vom Bundesgericht geforderte klare Verhalten des Mäklers dar, welches 

einen konkludenten Vertragsabschluss ermöglichen würde. 

In der telefonischen Zustimmung der Beklagten zur Zustellung des Dossiers bzw. 

in der Bestätigungsmail vom 27. Februar 2014 (Urk. 3/8) wäre also nur dann ein 

Akzept zum angestrebten Mäklervertrag zu sehen, wenn die Klägerin anlässlich 

des Telefonats resp. in der E-Mail vom 27. Februar 2014 (Urk. 3/5) ausdrücklich 

- 16 - 

erwähnt hätte, dass sie im Falle der Einstellung der Kandidatin von der Beklagten 

ohne weitere Dienstleistungen zu erbringen ein Honorar beanspruche. Es ist näm-

lich, abgesehen von reiner Nachlässigkeit, kein Grund ersichtlich, weshalb die 

Klägerin diese – simplen, aber wichtigen – Punkte am Telefon oder in der E-Mail 

nicht kurz hätte ansprechen können, ausser sie wäre davon ausgegangen, dass 

die Beklagte nicht bereit ist, für die blosse Zustellung des Dossiers im Erfolgsfall 

ein Honorar von über Fr. 20'000.– zu bezahlen. Gerade einen solchen Fall dürfte 

das Bundesgericht aber im Auge gehabt haben, wenn es ausführte, skrupellosen 

Mäklern dürfe nicht ermöglicht werden, sich mit einem Überraschungsangriff Auf-

träge zu verschaffen (BGE 72 II 84, E. 1, S. 87). Vielmehr ist von Mäklern wie 

auch von allen anderen Anbietern von Dienstleistungen und Waren zu verlangen, 

dass sie ihren Geschäftswillen, ihre Leistungen und ihre Preise dem Kunden ge-

genüber transparent deklarieren. Tun sie dies bewusst oder aus Nachlässigkeit 

nicht, vermögen sie keinen Vertrag mit dem Kunden zu begründen. Vorliegend 

konnte jedenfalls mangels genügend klaren Verhaltens der Klägerin kein Mäkler-

vertrag durch konkludentes Verhalten zustande kommen.   

7.7. Mit Bezug auf das Zustandekommen eines Mäklervertrags durch Aneignung 

des Nutzens der Mäklertätigkeit ist der Beklagten darin zuzustimmen, dass die 

Beklagte die Kandidatin gar nicht aufgrund der Bemühungen der Klägerin einstel-

len konnte. Die Mäklertätigkeit der Klägerin erschöpfte sich nämlich in der Zustel-

lung des Kandidatendossiers, welches keine Kontaktangaben der Kandidatin ent-

hielt (Urk. 28 Rz 33 ff.  und Rz 63; Urk. 3/7a).  

8.  Resümierend ist festzustellen, dass weder aufgrund ausdrücklicher Willens-

erklärungen der Parteien noch aufgrund konkludenten Verhaltens noch durch An-

eignung des Nutzens der Mäklertätigkeit ein Vertrag zustande kam und deshalb 

kein Honorar geschuldet ist. Auf die weiteren Vorbringen der Parteien im Zusam-

menhang mit der Vertragserfüllung und dem angeblichen Erlass des Honorars ist 

deshalb nicht einzugehen. Die Berufung ist abzuweisen und der vorinstanzliche 

Entscheid zu bestätigen. 

 

- 17 - 

III. Kosten- und Entschädigungsfolgen 
 

1. Bei diesem Prozessausgang ist das angefochtene Urteil auch hinsichtlich 

der Kosten- und Entschädigungsfolgen ohne Weiteres zu bestätigen (Art. 318 

Abs. 1 lit. a ZPO).  

2. Die Klägerin wird sodann für das Berufungsverfahren kostenpflichtig 

(Art. 106 Abs. 1 ZPO). Die Entscheidgebühr für das zweitinstanzliche Verfahren 

ist in Anwendung von § 4 Abs. 1 und § 12 Abs. 1 und 2 GebV OG bei einem 

Streitwert von Fr.  20'520.– auf Fr. 3'200.– festzusetzen und mit dem von der Klä-

gerin geleisteten Kostenvorschuss zu verrechnen. 

3. Die Klägerin hat der Beklagten ausserdem antragsgemäss (Urk. 28 S. 2) ei-

ne Parteientschädigung für ihre anwaltliche Vertretung zu bezahlen (Art. 95 

Abs. 3 lit. b und Art. 106 Abs. 1 ZPO). In Anwendung von § 4 Abs. 1 und § 13 

Abs. 1 und 2 AnwGebV ist die Parteientschädigung auf Fr. 2'650.– festzusetzen. 

Ein Mehrwertsteuerzuschlag wurde nicht verlangt. 

 

Es wird erkannt: 

1. Die Berufung wird abgewiesen und das Urteil des Einzelgerichts im verein-

fachten Verfahren am Bezirksgericht Dietikon vom 11. Februar 2015 bestä-

tigt. 

2. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 3'200.– festgesetzt. 

3. Die Gerichtskosten für das zweitinstanzliche Verfahren werden der Klägerin 

auferlegt und mit ihrem Kostenvorschuss verrechnet.  

4. Die Klägerin wird verpflichtet, der Beklagten für das zweitinstanzliche Ver-

fahren eine Parteientschädigung von Fr. 2'650.– zu bezahlen.  

5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien sowie an die Vorinstanz, je gegen 

Empfangsschein. 

- 18 - 

Nach unbenutztem Ablauf der Rechtsmittelfrist gehen die erstinstanzlichen 

Akten an die Vorinstanz zurück. 

6. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 

30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-

schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). 

Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG.  

Es handelt sich um eine vermögensrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert beträgt 
Fr. 20'520.–. 

Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung.Hinsichtlich 
des Fristenlaufs gelten die Art. 44 ff. BGG. 
 
 

Zürich, 6. April 2016 
 

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Zivilkammer 

 
Die Präsidentin: 

 
 
 
 

Dr. L. Hunziker Schnider 

Der Gerichtsschreiber: 
 
 
 
 

lic. iur. L. Casciaro 
 

 
 
versandt am:  
gs 

	Urteil vom 6. April 2016
	Rechtsbegehren: (Urk. 14 S. 1)
	Urteil des Einzelgerichts im vereinfachten Verfahren am Bezirksgericht  Dietikon vom 11. Februar 2015: (Urk. 23 S. 14)
	" 1. Die Klage wird abgewiesen.
	2. Die Entscheidgebühr wird auf Fr. 3'192.00 festgesetzt.
	3. Die Gerichtskosten werden der Klägerin auferlegt und mit dem von ihr geleisteten Vorschuss verrechnet.
	4. Die Klägerin wird verpflichtet, der Beklagten eine Parteientschädigung von Fr. 4'274.00 (inkl. Mehrwertsteuer) zu bezahlen.
	5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien.
	6. Eine Berufung gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen von der Zustellung an im Doppel und unter Beilage dieses Entscheids beim Obergericht des Kantons Zürich, Zivilkammer, Postfach 2401, 8021 Zürich, erklärt werden. In der Berufungsschrift sin...
	Berufungsanträge:
	Erwägungen:
	I.  Prozessgeschichte
	II.  Materielles
	III.  Kosten- und Entschädigungsfolgen

	Es wird erkannt:
	1. Die Berufung wird abgewiesen und das Urteil des Einzelgerichts im vereinfachten Verfahren am Bezirksgericht Dietikon vom 11. Februar 2015 bestätigt.
	2. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 3'200.– festgesetzt.
	3. Die Gerichtskosten für das zweitinstanzliche Verfahren werden der Klägerin auferlegt und mit ihrem Kostenvorschuss verrechnet.
	4. Die Klägerin wird verpflichtet, der Beklagten für das zweitinstanzliche Verfahren eine Parteientschädigung von Fr. 2'650.– zu bezahlen.
	5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien sowie an die Vorinstanz, je gegen Empfangsschein.
	6. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (...