# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c9fcf52f-c24d-59c1-961e-3afcf0e4eba3
**Source:** TA (TA)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-10-02
**Language:** de
**Title:** Schiedsgerichte Schweizer Sportgericht 02.10.2025 SSG 2025/E/57
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/TA_SST/TA_SST_001_SSG-2025-E-57_2025-10-02.pdf

## Full Text

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SSG 2025/E/56 - A._____ v. Schweizerischer Turnverband & Swiss Olympic 

SSG 2025/E/57 - B._____ v. Schweizerischer Turnverband & Swiss Olympic 
 

 
Abschreibungsverfügung 

 

des 

 

SCHWEIZER SPORTGERICHTS 

 

in folgender Besetzung: 

 

Direktor:              Dr. Yann Hafner 

 

In der Sache zwischen 

  

 

 

A._____ 

vertreten durch C._____, gesetzliche Vertretung 

 

- Berufungsführerin 1 - 

 

sowie 

 

B._____ 

vertreten durch D._____, gesetzliche Vertretung 

 

- Berufungsführerin 2 - 

 

und 

 

Schweizerischer Turnverband, Bereich Rhythmische Gymnastik, Haus des Sports, 

Tannwaldstrasse 2, 4601 Olten 

 

- Berufungsgegnerin 1 - 

 

sowie 

 

Swiss Olympic, Olympische Mission, Haus des Sports, Tannwaldstrasse 2, 4601 Olten 

 

- Berufungsgegnerin 2 - 

 

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I. Die Parteien 

1. A._____ ("Berufungsführerin 1"), geb. 2013, ist eine Athletin der Rhythmischen Gymnastik 

und Mitglied des Vereins Z._____.  

 

2. B._____ ("Berufungsführerin 2"), geb. 2013, ist eine Athletin der Rhythmischen Gymnastik 

und Mitglied des Vereins Z._____.  

 

3. Der Schweizerische Turnverband ("STV") ist ein Verein nach schweizerischem Recht mit Sitz 

in Aarau. Der STV ist der Dachverband für Turnsport in der Schweiz. 

 

4. Swiss Olympic ist ein Verein nach schweizerischem Recht mit Sitz in Ittigen. Swiss Olympic 

ist das Nationale Olympische Komitee und der Dachverband des privatrechtlichen, 

organisierten Sports in der Schweiz. 

 

5. Die Berufungsführerin 1, die Berufungsführerin 2, der STV und Swiss Olympic werden im 

Folgenden gemeinsam als "Parteien" bezeichnet. 

II. Sachverhalt und Prozessgeschichte 

6. Das vorliegende Verfahren betrifft einen geltend gemachten Verstoss gegen das Prinzip 

der Chancengleichheit und Fairness im Zusammenhang mit einer Selektionsentscheidung 

des STV zur Teilnahme am AK-Test vom 25. und 26. Oktober 2025 und den sich daraus 

ergebenden Konsequenzen (d.h. Unmöglichkeit, eine Swiss Olympic Card und eine 

Schuldispensation zu erhalten). 

 

7. Nachfolgend ist eine Zusammenfassung der wichtigsten Elemente des Sachverhalts gemäss 

den Schilderungen der Berufungsführerinnen 1 und 2 in ihren schriftlichen Eingaben 

wiedergegeben. Für weiterführende Details wird auf die schriftlichen Eingaben verwiesen 

respektive nachfolgenden dort auf sie eingegangen, wo dies für die Beurteilung der 

betreffenden Fragen relevant ist. 

A. Verfahren vor dem Schweizerischen Turnverband und Swiss Olympic 

8. Die Berufungsführerinnen 1 und 2 sind Mitgliederinnen des Vereins Z._____ und waren bis 

zur Auflösung des Leistungszentrums Y._____ diesem zugeteilt.  

9. Die Berufungsführerinnen 1 und 2 haben sich fristgerecht (d.h. bis am 12. September 2025) 

an den STV sowie an die Leistungszentren W._____ und V._____ gewandt, um sich für den 

2. AK-Test 2025 vom 25. und 26. Oktober 2025 anzumelden, da die Anmeldung für einen 

AK-Test nur über ein Leistungszentrum erfolgen kann. 

10. Die Anmeldung für den 2. AK-Test 2025 wurde den Berufungsführerinnen 1 und 2 am 

12. September 2025 mittels einer WhatsApp-Nachricht von Fanny Forray, Nationaltrainerin 

STV, an E._____, Präsidentin und technische Direktorin von U._____, verweigert, da die 

Berufungsführerinnen 1 und 2 keine STP-Zugehörigkeit (Zugehörigkeit an einem Regionalen 

Stützpunkt, vormals Y._____) vorweisen würden. 

11. Swiss Olympic hat eine Kopie der Schreiben der Berufungsführerinnen 1 und 2 erhalten, 

ohne darauf zu antworten.  

 

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B. Verfahren vor dem Schweizer Sportgericht 

12. Am 18. September 2025 reichte die Berufungsführerin 1 per E-Mail eine sinngemässe 

Berufung gegen den Entscheid vom Schweizerischen Turnverband vom 12. September 2025 

beim Sekretariat des Schweizer Sportgerichts ein. In Ihrer Rechtsschrift schrieb 

die Berufungsführerin 1 u. a. was folgt: 

  

"Unsere Tochter A._____ (2013, Verein Z._____) hat im 8 März 2025 den 1. AK-Test 

erfolgreich absolviert und an den Schweizer Meisterschaften teilgenommen. 

Trotz dieser Leistungen wurde sie für den 2. AK-Test im Oktober 2025 nicht 

zugelassen, mit der Begründung, dass das Y._____ aufgelöst wurde und sie an keinem 

anderen Leistungszentrum angehört. 

Wir sehen darin einen Verstoss gegen die Chancengleichheit. Ohne den AK-Test 

verliert B._____ die Möglichkeit einer Swiss Olympic Card und Schuldispensation, was 

ihre sportliche Entwicklung massiv einschränkt. 

Wir bitten das Schweizer Sportgericht, diese Entscheidung zu überprüfen und die 

Teilnahme von A._____ am 2. AK-Test 2025 zu ermöglichen." 

 

13. Am 18. September 2025 reichte die Berufungsführerin 2 per E-Mail eine sinngemässe 

Berufung gegen den Entscheid vom Schweizerischen Turnverband vom 12. September 2025 

beim Sekretariat des Schweizer Sportgerichts ein. In Ihrer Rechtsschrift schrieb die 

Berufungsführerin 2 u. a. was folgt: 

 

"Wir möchten Sie darauf hinweisen, dass die Fälle unserer Töchter B._____ (2013) 

und A._____ (2013) identisch sind. Beide sind Mitglied im Verein Z._____, haben im 

8 März 2025 den ersten AK-Test erfolgreich absolviert und an den Schweizer 

Meisterschaften teilgenommen. 

Nun wurden beide für den zweiten AK-Test im Oktober 2025 nicht zugelassen - 

ausschliesslich aufgrund der administrativen Auflösung des Y._____. 

Damit werden zwei talentierte Gymnastinnen ohne eigenes Verschulden in ihrer 

sportlichen Entwicklung blockiert. Wir ersuchen das Schweizer Sportgericht, diese 

Situation zu prüfen und eine faire Lösung sicherzustellen." 

 

14. Mit Verfügung des Direktors vom 19. September 2025 wurde den Berufungsführerinnen 1 

und 2 mitgeteilt, dass die Verfahren zurzeit unter den folgenden Verfahrensnummern im 

Geschäftsverzeichnis eingetragen wurden:   

• SSG 2025/E/56 - A._____ v. X; und 

• SSG 2025/E/57 - B._____ v. X. 

 

15. Mit derselben Verfügung informierte der Direktor die Berufungsführerinnen 1 und 2 über 

seinen Entscheid, die zwei zusammenhängenden Verfahren gemäss Art. 17 Abs. 4 der 

Schiedsordnung des Schweizer Sportgerichts ("Schiedsordnung" bzw. "SO") zu vereinigen. 

 

16. Mit derselben Verfügung wurde den Berufungsführerinnen 1 und 2 aufgrund fehlender 

Elemente (Namen sowie Post- und E-Mail-Adressen der Gegenparteien, Kopie des 

angefochtenen Entscheids sowie Kopie der Bestimmungen, die die Zuständigkeit des 

Schweizer Sportgerichts als Berufungsinstanz vorsehen) eine Nachfrist von fünf (5) Tagen 

angesetzt, um Ihre Berufungen im Sinne von Art. 16 Abs. 4 i. V. m. Abs 3 lit. b, c und d SO zu 

vervollständigen, andernfalls das Verfahren nicht fortgeführt werde. 

 

17. Schliesslich wurde mit derselben Verfügung auf den sinngemässen Antrag um vorsorgliche 

Massnahmen gestützt auf Art. 35 Abs. 3 und 4 SO nicht eingetreten. Begründet wurde dies 

 

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mit der prima facie fehlenden Zuständigkeit des Schweizer Sportgerichts, welche sich aus 

Art. 16 Abs. 3 lit. d SO i. V. m Art. 16 Abs. 1 lit. b SO ableitet, wonach ein Verfahren nur im 

Falle einer Berufung gegen einen Entscheid von Swiss Sport Integrity oder Swiss Olympic 

eröffnet wird. 

 

18. Am 22. September 2025 reichten die Berufungsführerinnen 1 und 2 per E-Mail ein 

gemeinsames Schreiben ein. Darin führten sie aus, die Gegenparteien seien: 

 

• der STV: "Schweizerischer Turnverband (STV), Bereich Rhythmische Gymnastik, 

Vertreten durch: Frau Fanni Forray, Nationaltrainerin Rhythmische Gymnastik, Haus des 

Sports, Tannwaldstrasse 2, 4601 Olten, E-Mail: T._____ " 

• Swiss Olympic: "Swiss Olympic, Olympische Mission, Vertreten durch: Herrn David 

Huser, Chef Olympische Mission, Haus des Sports, Tannwaldstrasse 2, 4601 Olten, E-

Mail: S._____ "  

 

19. Dem Schreiben war eine Kopie des angefochtenen Entscheids beigefügt, konkret eine Kopie 

einer WhatsApp-Nachricht von Fanny Forray, Nationaltrainerin Rhythmische Gymnastik STV. 

Des Weiteren wurde geltend gemacht, dass der STV im Auftrag von Swiss Olympic gehandelt 

habe und sich die Zuständigkeit des Schweizer Sportgerichts auf Art. 16 Abs. 1 lit. b sowie 

Art. 16 Abs. 3 lit. d SO stütze. In der Eingabe wurde u.a. folgendes ausgeführt: 

 

"Wir möchten besonders darauf hinweisen, dass beide Athletinnen Mitglieder des 

Vereins Z._____ und ehemals dem Y._____ zugeteilt waren. Nach der Auflösung 

des Y._____ wurde ihnen die Anmeldung zum 2. AK-Test verweigert, obwohl 

rechtzeitig beim STV sowie bei des Leistungszentren W._____ und V._____ 

nachgefragt wurde. 

Darüber hinaus wird auf Kinder, Eltern und Vereine psychischer Druck ausgeübt: 

Es wird angedroht, dass ohne Anmeldung über ein Leistungszentrum keine Swiss 

Olympic Card, keine Schuldispens und kein Zugang zum nationalen Kader möglich 

sei. Diese Praxis führt zu ungleichen Chancen und belastet die betroffenen Kinder 

erheblich. 

Wir ersuchen das Schweizer Sportgericht, diesen Missständen Rechnung zu tragen 

und die Gleichbehandlung der Athletinnen sicherzustellen."  

 

Hinsichtlich der Anträge hielten die Berufungsführerinnen 1 und 2 folgendes fest: 

 

"Wir halten unsere Anträge aufrecht und ersuchen um: 

• Aufhebung des Entscheids des STV; 

• Zulassung von A._____ und B._____ zur Teilnahme am 2. AK-Test 2025; 

• eventualiter um eine faire Übergangslösung, die die Gleichbehandlung 

der Athletinnen sicherstellt." 

 

20. Gestützt auf die Eingabe vom 22. September 2025 hat der Direktor die Verfahrensnummern 

sowie das Geschäftsverzeichnis nach Identifikation der Berufungsgegnerinnen 1 und 2 von 

Amtes wegen wie folgt angepasst:  

• SSG 2025/E/56 - A._____ v. Schweizerischer Turnverband & Swiss Olympic; und 

• SSG 2025/E/57 - B._____ v. Schweizerischer Turnverband & Swiss Olympic. 

 

21. Am 24. September 2025 reichten die Berufungsführerinnen 1 und 2 per E-Mail weitere 

Unterlagen nach, von denen einige bereits mit Eingabe vom 22. September 2025 eingereicht 

wurden. 

 

 

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22. Der STV sowie Swiss Olympic wurden aufgrund der offensichtlichen Unzulässigkeit der 

Berufung nicht eingeladen, um zu den Eingaben den Berufungsführerinnen 1 und 2 Stellung 

zu nehmen. 

III. Prozessuales 

23. Art. 3 Abs. 1 SO lautet wie folgt: 

 

"Das Schweizer Sportgericht ist zuständig für die Verfahren, die vorgesehen sind 

durch: 

[…] 

b. das Ethik-Statut des Schweizer Sports von Swiss Olympic oder das diesbezügliche 

Verfahrensreglement; 

[…]." 

 

24. Nach Art. 16 Abs. 1 lit. b SO eröffnet der Direktor ein Verfahren im Falle einer Berufung 

gegen einen Entscheid von Swiss Sport Integrity oder Swiss Olympic, sofern die Bedingungen 

nach Art. 16 Abs. 3 SO erfüllt sind. Art. 16 Abs. 3 SO lautet wie folgt: 

 

"Die Berufung muss innerhalb der im anwendbaren Reglement vorgesehenen Frist 

eingereicht werden und folgende Elemente enthalten: 

[…] 

d. eine Kopie der Bestimmungen, die die Zuständigkeit des Schweizer Sportsgerichts 

als Berufungsinstanz vorsehen; 

[…]." 

 

25. Sind die Bedingungen nach Abs. 3 nicht erfüllt, setzt der Direktor eine kurze Nachfrist zur 

Vervollständigung der Eingabe, andernfalls das Verfahren nicht fortgeführt wird 

(Art. 16 Abs. 4 SO). Fehlt ein oder mehrere Elemente im Sinne von Abs. 3 nach Ansetzung 

einer kurzen Nachfrist nach wie vor, hat der Direktor das Verfahren gemäss Art. 16 Abs. 4 

SO nicht fortzuführen, d.h. abzuschreiben. Wird ein Verfahren abgeschrieben, hat dies zur 

Folge, dass es aus dem Geschäftsverzeichnis gestrichen wird (analog zu Art. 34 Abs. 2 SO; 

vgl. zudem SSG 2025/E/48, Abschreibungsverfügung vom 14. April 2025, N. 17). 

 

26. Die Beschwerdeführerinnen 1 und 2 machen geltend, dass der angefochtene Entscheid 

einen angeblichen Verstoss gegen das Prinzip der Chancengleichheit und Fairness im 

Zusammenhang mit einem Selektionsentscheid des STV bezüglich der Teilnahme am AK-Test 

vom 25. und 26. Oktober 2025 betreffe und dass dieser Missstand berücksichtigt werden 

müsse, um die Gleichbehandlung der Athletinnen und Athleten zu sicherzustellen. 

 

27. In Bezug auf die Zuständigkeit des Schweizer Sportgerichts halten die 

Berufungsführerinnen 1 und 2 lediglich fest, dass sich die Zuständigkeit des Schweizer 

Sportgerichts aus Art. 16 Abs 1 lit. b sowie Art. 16 Abs. 3 lit. d SO herleiten lasse, da der STV 

im Auftrag von Swiss Olympic gehandelt habe. 

 

28. Die Beschwerdeführerinnen 1 und 2 erkennen zu Recht an, dass der Entscheid des STV vom 

12. September 2025, sofern es sich überhaupt um einen Entscheid im Sinne der 

Rechtsprechung des Tribunal Arbitral du Sport (TAS) handelt, was vorliegend aufgrund der 

nachfolgenden Ausführungen offenbleiben kann, nicht Gegenstand einer direkten oder 

indirekten Berufung vor dem Schweizer Sportgericht sein kann. 

 

 

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29. Zu prüfen gilt es, ob der STV im Namen von Swiss Olympic in einem gemäss dem Ethik-Statut 

des Schweizer Sports von Swiss Olympic vom 1. Januar 2025 ("Ethik-Statut 2025") 

zuständigen Bereich handelte und gestützt darauf der Entscheid vor dem Schweizer 

Sportgericht angefochten werden kann. 

 

30. Vorab ist anzumerken, dass das Ethik-Statut 2025 zwischen Ethikverstössen (Kapitel 2) und 

Missständen (Kapitel 3) unterscheidet. Swiss Olympic ist gemäss dem Ethik-Statut 2025 nur 

bei Missständen für Entscheide zuständig, welche beim Schweizer Sportgericht angefochten 

werden können (vgl. Kapitel 9). 

 

31. Insbesondere ist eine Berufung gegen die Entscheide von Swiss Olympic an das Schweizer 

Sportgericht nur zulässig, wenn es sich um eine Umsetzungsverfügung im Zusammenhang 

mit einem Missstand handelt (vgl. Art. 9.3 Ethik-Statut 2025). Art. 9.3 Ethik-Statut 2025 

lautet wie folgt: 

 

"1 Swiss Olympic trifft mit dem betroffenen Mitgliedsverband bzw. der betroffenen 

Partnerorganisation von Swiss Olympic eine verbindliche Umsetzungsvereinbarung. Die 

Umsetzungsvereinbarung enthält die Massnahmen zur Behebung des Missstandes, die 

Berichtspflichten und die Konsequenzen bei einer fehlenden Umsetzung. 

 
 2 Kommt innert angemessener Frist nach Vorliegen des Untersuchungsberichts keine 

Umsetzungsvereinbarung zustande, kann Swiss Olympic geeignete Massnahmen in einer 

Umsetzungsverfügung einseitig anordnen. 

 
 3  Gegen diese Umsetzungsverfügung kann der betroffene Mitgliedsverband bzw. die 

betroffene Partnerorganisation von Swiss Olympic innert 21 Tagen Einsprache beim 

Schweizer Sportgericht erheben." 

 

32. Aus dem klaren Wortlaut von Art. 9.3 Abs. 1 i. V. m. Abs. 3 Ethik-Statut 2025 geht hervor, 

dass der Adressat des Entscheids, d.h. eine Umsetzungsverfügung, von Swiss Olympic nur 

ein Mitgliedsverband oder eine Partnerorganisation von Swiss Olympic, d. h. eine juristische 

Person, sein kann, was gemäss den Ausführungen der Beschwerdeführerinnen 1 und 2 nicht 

der Fall ist. Vorliegend richtet sich der Entscheid des STV vom 12. September 2025 an die 

Berufungsführerinnen 1 und 2 und damit an natürliche Personen. Ausserdem wurde auch 

kein Untersuchungsverfahren im Sinne von Art. 9.2 Ethik-Statut 2025 durchgeführt. 

Es handelt sich damit beim Entscheid des STV vom 12. September 2025 eindeutig um keine 

Umsetzungsverfügung von Swiss Olympic im Sinne von Art. 9.3 Abs. 2 Ethik-Statut 2025, 

welche beim Schweizer Sportgericht gemäss Art. 9.3 Abs. 3 Ethik-Statut 2025 angefochten 

werden könnte. Die Vorbringen der Beschwerdeführerinnen 1 und 2, wonach der STV im 

Namen von Swiss Olympic gehandelt habe, sind ausserdem gänzlich unbegründet.  

 

33. Da der STV als rechtlich eigenständige Organisation handelte und keine 

Umsetzungsvereinbarung im Auftrag von Swiss Olympic erliess (was nach dem klaren 

Wortlaut von Art. 9.3 Ethik-Statut 2025 aufgrund fehlender Delegationsmöglichkeit 

unzulässig wäre), liegt gemäss Art. 16 Abs. 1 lit. b i. V. m Abs. 3 lit. d SO keine 

Berufungsmöglichkeit gegen den Entscheid des STV vom 12. September 2025 vor. 

Ein Verfahren vor dem Schweizer Sportgericht kann bereits aus diesem Grund nicht eröffnet 

werden. 

 

34. Unabhängig davon, sind Selektionsentscheide nicht Teil des materiellen 

Anwendungsbereichs des Ethik-Statuts 2025 (Art. 1.2 Abs. 2 Ethik-Statut 2025), 

vorbehältlich eines Ethikverstosses, wie er in den Eingaben der Beschwerdeführerinnen 1 

 

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und 2 (vgl. Rz 12 und 19) geltend gemacht wurde. Es ist jedoch nicht Aufgabe des Schweizer 

Sportgerichts, eine Untersuchung betreffend allfälligen Ethik-Verstössen oder Missständen 

durchzuführen, sondern diejenige von SSI (SSG 2024/E/12, Entscheid vom 20. November 

2025; SSG 2024/E/11, Entscheid vom 20. November 2024; SSG 2024/E/7, Entscheid vom 18. 

November 2024; SSG 2024/E/6, Entscheid vom 18. November 2024). 

 

35. Der Vollständigkeit halber sei darauf hingewiesen, dass die Konsequenzen des Entscheids 

der STV vom 12. September 2025, nämlich die Unmöglichkeit, eine Swiss Olympic Talent 

Card (und damit eine Schuldispensation) zu erhalten, ebenfalls nicht in die Zuständigkeit des 

Schweizer Sportgerichts fallen. Gemäss Art. 7.4 Ethik-Statut 2025 handelt es sich dabei um 

eine "weitere Massnahme", die nach Art. 1.2 Abs. 1 Ethik-Statut 2025 ausdrücklich vom 

Anwendungsbereich des Schweizer Sportgerichts ausgenommen ist. 

 

36. Insofern ist es den Beschwerdeführerinnen 1 und 2 vorliegend gar nicht möglich, eine Kopie 

der Bestimmungen, die die Zuständigkeit des Schweizer Sportgerichts als Berufungsinstanz 

vorsehen, einzureichen. 

 

37. Unter Berücksichtigung des Hinweises des Direktors vom 19. September 2025 auf die in der 

sinngemässen Berufungsschrift vom 18. September 2025 fehlenden Kopie der 

Bestimmungen, welche die Zuständigkeit des Schweizer Sportgerichts als Berufungsinstanz 

vorsehen und der Ansetzung einer Nachfrist zur Vervollständigung der Berufung im Sinne 

Art. 16 Abs. 4 i. V. m. Abs. 3 lit. d SO verbunden mit dem Hinweis, dass das Verfahren 

andernfalls nicht fortgeführt werde sowie der eingereichten Eingabe vom 22. September 

2025, welche wiederum ohne Kopie der vorgenannten Bestimmungen eingereicht wurde, 

entscheidet der Direktor, dass das Verfahren abgeschrieben und aus dem 

Geschäftsverzeichnis gestrichen wird. 

IV. Kostenfolgen 

38. Nach Art. 36 Abs. 1 SO entscheidet das Schiedsgericht im Schiedsspruch über die 

Verfahrenskosten. Dasselbe hat analog zu gelten, wenn der Direktor im Sinne von Art. 16 

Abs. 1 lit. b SO das Verfahren nicht eröffnet und aus dem Geschäftsverzeichnis streicht. 

 

39. Unter Berücksichtigung der Umstände des vorliegenden Verfahrens, insbesondere der 

fehlenden Zuständigkeit des Schweizer Sportgerichts sowie der damit verbundenen 

Abschreibung des Verfahrens ohne inhaltliche Prüfung sowie dem Umstand, dass die 

Berufungsführerinnen 1 und 2 ohne Rechtsvertretung handelten und sich an die falsche 

Instanz gewendet hatten, wird ausnahmsweise auf die Erhebung von Verfahrenskosten 

verzichtet. 

 

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Aus diesen Gründen 

 

entscheidet das Schweizer Sportgericht: 

 

 

1. Die Verfahren SSG 2025/E/56 - A._____ v. Schweizerischer Turnverband & Swiss Olympic und 

SSG 2025/E/57 - B._____ v. Schweizerischer Turnverband & Swiss Olympic werden vereinigt. 

 

2. Die Verfahren SSG 2025/E/56 - A._____ v. Schweizerischer Turnverband & Swiss Olympic und 

SSG 2025/E/57 - B._____ v. Schweizerischer Turnverband & Swiss Olympic werden 

abgeschrieben. 

 

3. Die Verfahren SSG 2025/E/56 - A._____ v. Schweizerischer Turnverband & Swiss Olympic und 

SSG 2025/E/57 - B._____ v. Schweizerischer Turnverband & Swiss Olympic werden aus dem 

Geschäftsverzeichnis gestrichen. 

 

4. Es wird auf die Erhebung von Verfahrenskosten verzichtet. 

 

5. Die weiteren Anträge werden abgewiesen, soweit auf diese einzutreten ist. 

 

 

 

Bern, Schweiz 

Datum: 2. Oktober 2025 

 

 

 

SCHWEIZER SPORTGERICHT 

 

 

 

 

 

 

Yann Hafner 

Direktor