# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8babf9f8-eb3d-59d9-88c8-2b175bb2e18c
**Source:** Glarus (GL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-08-09
**Language:** de
**Title:** Glarus Verwaltungsgericht 09.08.2018 VG.2017.00094 (VG.2018.681)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GL_Omni/GL_VG_001_VG-2017-00094_2018-08-09.html

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GLARUS

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  Urteil vom 9. August 2018

  
	
   

  
	
   

  
	
  II. Kammer

  
	
   

  
	
   

  
	
  in Sachen

  
	
  VG.2017.00094

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    A.______

    	
    Beschwerdeführer

    

    

  
	
  	
    vertreten durch Rechtsanwalt
    B.______ 

    

  

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  gegen

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    Amt für Wirtschaft und Arbeit des Kantons
    Glarus

    	
    Beschwerdegegner

    

  

  
	
   

  
	
   

  
	
  betreffend

  
	
   

  
	
   

  
	
  Einstellung in der Anspruchsberechtigung

  
	
   

  
	
  Die Kammer zieht in Erwägung: 

  
	
  I. 

  
	
  1. 

  
	
  1.1 A.______, geboren am 16. November 1989, trat am
  10. Mai 2015 eine Stelle als Küchenhilfe im Hotel C.______ in […] an. 

  
	
   

  
	
  1.2 Mit schriftlicher Kündigung vom 28. Februar
  2017 wurde das Arbeitsverhältnis von Seiten des Arbeitgebers aufgelöst und es
  wurde vereinbart, dass auf den 1. Juni 2017 ein Teilzeitarbeitsvertrag
  mit unregelmässigem Pensum in Kraft treten werde.

  
	
   

  
	
  1.3 Am 6. Juni 2017 meldete sich A.______ beim RAV zum Bezug von Leistungen der
  Arbeitslosenversicherung an. Mit Verfügung vom 4. Juli 2017 stellte das
  Amt für Wirtschaft und Arbeit A.______ für 18 Tage, mit Beginn ab dem
  6. Juni 2017, in der Anspruchsberechtigung ein. Am 20. Juni 2017
  kündigte der Arbeitgeber den Teilzeitarbeitsvertrag per 31. Juli 2017.

  
	
   

  
	
  1.4 Mit Verfügung vom 14. August 2017 wurde
  A.______ der Leistungsanspruch infolge Vermittlungsunfähigkeit ab dem
  6. Juni 2017 aberkannt. Am 4. September 2017 erhob A.______ sowohl
  gegen die Verfügung vom 4. Juli 2017 wie auch gegen diejenige vom
  14. August 2017 Einsprache beim Amt für Wirtschaft und Arbeit. Das Amt
  für Wirtschaft und Arbeit wies seine Einsprache gegen die Verfügung vom
  4. Juli 2017 am 20. September 2017 ab.

  
	
   

  
	
  2. 

  
	
  Am 12. Oktober 2017
  gelangte A.______ mit Beschwerde ans Verwaltungsgericht und beantragte, die
  Verfügung des Amts für Wirtschaft und Arbeit vom 4. Juli 2017 bzw. der
  Einspracheentscheid vom 20. September 2017 sei aufzuheben. Weiter sei
  ihm die unentgeltliche Prozessführung und Rechtsverbeiständung zu gewähren;
  alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Staatskasse. Das
  Amt für Wirtschaft und Arbeit schloss am 6. November 2017 auf Abweisung
  der Beschwerde; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten von
  A.______.

  
	
   

  
	
  3.

  
	
  3.1 Da das Amt für Wirtschaft und Arbeit noch nicht
  über die Einsprache gegen die Verfügung vom 14. August 2017 und die
  Aberkennung der Vermittlungsfähigkeit entschieden hatte, wurde das
  vorliegende Verfahren mit Präsidialverfügung vom 7. November 2017
  einstweilen bis am 31. Dezember 2017 sistiert.
  Am 11. Januar 2018 teilte A.______ dem Verwaltungsgericht mit, dass der
  Einspracheentscheid ergangen sei, wogegen er Beschwerde erheben werde. Das
  Verwaltungsgericht hielt daraufhin das Verfahren weiterhin sistiert.

  
	
   

  
	
  3.2 Am 29. März 2018 hiess das Verwaltungsgericht
  die Beschwerde von A.______ gut und hob die Verfügung des Amts für Wirtschaft
  und Arbeit vom 14. August 2017 betreffend Aberkennung der
  Vermittlungsfähigkeit auf.

  
	
   

  
	
  3.3 Am 4. Juni 2018 nahm das Verwaltungsgericht
  das vorliegende Verfahren wieder auf, da das Urteil betreffend
  Aberkennung der Vermittlungsfähigkeit inzwischen in Rechtskraft erwachsen
  war. 

  
	
   

  
	
  II. 

  
	
  1.

  
	
  Das Verwaltungsgericht ist
  gemäss Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die obligatorische
  Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung vom 25. Juni
  1982 (AVIG) i.V.m. Art. 56 ff. des Bundesgesetzes über den
  Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000
  (ATSG) i.V.m. Art. 12 Abs. 2 des Einführungsgesetzes zum
  Bundesgesetz über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die
  Insolvenzentschädigung vom 6. Mai 1984 (EG AVIG) zur
  Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Da auch die übrigen
  Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. 

  
	
   

  
	
  2. 

  
	
  2.1 Die obligatorische Arbeitslosenversicherung will
  den versicherten Personen einen angemessenen Ersatz für Erwerbsausfälle wegen
  Arbeitslosigkeit garantieren (Art. 1a Abs. 1 lit. a AVIG).
  Nach Art. 17 Abs. 1 AVIG muss die versicherte Person, die
  Versicherungsleistungen beanspruchen will, mit Unterstützung des zuständigen
  Arbeitsamts alles Zumutbare unternehmen, um Arbeitslosigkeit zu vermeiden
  oder zu verkürzen. Insbesondere ist sie verpflichtet, Arbeit zu suchen,
  nötigenfalls auch ausserhalb ihres bisherigen Berufs. Dabei hat sie alle sich
  bietenden und zumutbaren Möglichkeiten voll auszuschöpfen (vgl. Gerhard
  Gerhards, Kommentar zum Arbeitslosenversicherungsgesetz [AVIG], Bd. I,
  Bern/Stuttgart 1987, Art. 17 N. 12). Sie muss ihre Bemühungen nachweisen
  können. Gemäss Art. 30 Abs. 1 lit. c AVIG ist die versicherte Person in
  der Anspruchsberechtigung einzustellen, wenn sie sich persönlich nicht
  genügend um zumutbare Arbeit bemüht. Bei der Beurteilung, ob diese Bemühungen
  genügend oder ungenügend sind, kommt es nicht auf den Erfolg an, sondern auf
  die Tatsache und die Intensität des Bemühens. Zu berücksichtigen ist nicht
  nur die Quantität, sondern auch die Qualität der Bemühungen (BGE 124 V 225
  E. 4a, mit Hinweisen).

  
	
   

  
	
  2.2 Die Pflicht, sich persönlich um zumutbare
  Arbeit zu bemühen, ist schon während der Kündigungsfrist und bei einem
  befristeten Arbeitsverhältnis mindestens während der letzten drei Monate vor
  Beendigung des Arbeitsverhältnisses zu erfüllen. Ausschlaggebend für den
  Zeitraum, den es für die Prüfung der Arbeitsbemühungen zu berücksichtigen
  gilt, ist der Zeitpunkt, ab dem die Person Kenntnis davon hat, dass sie
  objektiv von Arbeitslosigkeit bedroht ist. Liegt dieser Zeitpunkt mehr als
  drei Monate vor der Anmeldung bei der Arbeitslosenversicherung, werden nur
  die letzten drei Monate vor der Anmeldung überprüft, ob sich die Person um
  eine Stelle bemüht hat (AVIG-Praxis, ALE, 2018, Rz. B313 f.).

  
	
   

  
	
  3.

  
	
  3.1 Der Beschwerdeführer ist der Ansicht, es sei nicht
  zutreffend, dass er ab dem 28. Februar 2017 Kenntnis davon gehabt habe,
  dass er objektiv von Arbeitslosigkeit bedroht sei. Diesbezüglich habe der
  Beschwerdegegner den Sachverhalt nicht oder nicht richtig abgeklärt. Sein
  Arbeitsverhältnis sei stets an das Arbeitsprogramm […] gekoppelt gewesen,
  weshalb schon von Beginn an Unsicherheit in Bezug auf eine längerfristige
  Anstellung bestanden habe. Es seien von Beginn an nur vage Aussagen zur
  Ausgestaltung der Stelle von Seiten des Arbeitgebers gemacht worden. So habe
  er nicht genau gewusst, wie viele Stellenprozente die in Aussicht gestellte
  Teilzeitanstellung umfassen werde. Daher sei nicht nachvollziehbar, wenn der
  Beschwerdegegner verlange, dass er bereits nach der Äusserung des
  Arbeitgebers Ende Februar 2017 mit der Stellensuche hätte beginnen müssen.
  Insbesondere weil solche Suchbemühungen von Vornherein zum Scheitern bestimmt
  gewesen wären, da er weder gewusst habe, ab wann er genau eine neue Stelle
  suchen müsse, noch wie viele Stellenprozente er für diese neue Stelle frei
  haben werde. Weiter gehe der Beschwerdegegner zu Unrecht von einer
  dreimonatigen Kündigungsfrist aus, tatsächlich sei er erst mit der Kündigung
  vom 1. Juni 2017 objektiv von Arbeitslosigkeit bedroht gewesen. Gemäss
  Ziff. 4 des bisherigen und des neuen Arbeitsvertrags vom 1. Juni
  2017 betrage die Kündigungsfrist einen Monat auf ein Monatsende hin. Indem
  der Beschwerdegegner die 18 Einstelltage festlege, gebe er zu verstehen, dass
  er das Verschulden im unteren Bereich des mittelschweren Verschuldens sehe,
  somit seien die Ausführungen im Einspracheentscheid, wonach von einem
  leichten bis mittelschweren Verschulden im oberen Bereich ausgegangen werde,
  nicht zutreffend.

  
	
   

  
	
  3.2 Der Beschwerdegegner bringt demgegenüber vor, für
  die Beurteilung, ob der Beschwerdeführer genügende Arbeitsbemühungen vor
  Eintritt der Arbeitslosigkeit getätigt habe, sei auf den Zeitpunkt des ersten
  Kündigungsschreibens vom 28. Februar 2017 abzustellen. Darin sei dem
  Beschwerdeführer mitgeteilt worden, dass er ab dem 1. Juni 2017
  teilzeitbeschäftigt sein werde. Die Behauptung des Beschwerdeführers, dass es
  sich dabei um eine rückdatierte Änderungskündigung handle, werde von diesem
  nicht belegt. Es liege im Interesse des Arbeitnehmers sich mündliche Zusagen
  schriftlich bestätigen zu lassen, insbesondere dann, wenn sich die Umstände
  ständig änderten. Mit seiner Aussage impliziere der Beschwerdeführer auch,
  dass er jederzeit mit der Auflösung seines Arbeitsverhältnisses habe rechnen
  müssen. Auch wenn der Arbeitgeber in seinen Äusserungen über die zukünftige
  Ausgestaltung der Arbeitsstelle vage geblieben sei, ändere dies nichts daran,
  dass den Beschwerdeführer die Pflicht treffe, sich ab Kenntnisnahme der
  Kündigung um eine Arbeitsstelle zu bemühen. Bei der dreimonatigen
  Kündigungsfrist handle es sich nicht um die vertraglich festgelegte
  Kündigungsfrist von einem Monat, sondern um diejenige Frist, welche zwischen
  Kündigung bzw. Kenntnis der bevorstehenden Arbeitslosigkeit und dem Eintritt
  der Arbeitslosigkeit liege. Im vorliegenden Fall sei folglich von einer
  dreimonatigen Frist auszugehen, da der Beschwerdeführer bis zum Eintritt
  seiner Arbeitslosigkeit insgesamt drei Monate Zeit gehabt habe um eine neue Arbeitsstelle
  zu suchen. Die Dauer dieser Frist werde bei der Festlegung der Sanktionsdauer
  berücksichtigt. Wie bereits im Einspracheentscheid werde davon ausgegangen,
  dass der Beschwerdeführer ab dem 28. Februar 2017 zumindest teilweise
  arbeitslos geworden sei. Eine versicherte Person, welche
  Arbeitslosenentschädigung beanspruche, müsse sich schon vor Anmeldung
  unaufgefordert um Stellen bemühen. Dies sei auch dann der Fall, wenn sie
  einem Arbeitsvertrag mit unregelmässigem Pensum unterliege. Es sei nicht Sinn
  und Zweck des Arbeitslosenversicherungsgesetzes, eine versicherte Person bei
  unsicheren Arbeitsverhältnissen abzustrafen, indem von ihr für die ganze
  Dauer des Arbeitsverhältnisses Arbeitsbemühungen erwartet würden. Daher
  würden bei befristeten Arbeitsverhältnissen nur die letzten drei Monate
  berücksichtigt, wobei bei unbefristeten Arbeitsverhältnissen auf den
  Zeitpunkt der Kündigung abgestellt werde. Dies bedeute, dass sich die
  versicherte Person erst in einer letzten zeitlich begrenzten Phase um eine Anschlusslösung
  zu bemühen habe. Der Beschwerdeführer verkenne aber, dass er, als er sich am
  6. Juni 2017 arbeitslos gemeldet habe, im Antragsformular angegeben
  habe, dass ihm am 28. Februar 2017 per 31. Mai 2017 gekündigt
  worden sei. Somit sei der 1. Juni 2017 der erste Tag seiner teilweisen
  Arbeitslosigkeit gewesen.

  
	
   

  
	
  4.

  
	
  4.1 Am 28. Februar 2017 wurde der Arbeitsvertrag
  für Vollzeitangestellte durch den Arbeitgeber des Beschwerdeführers aufgelöst
  und das Inkrafttreten eines Teilzeitarbeitsvertrags per 1. Juni 2017 in
  Aussicht gestellt. 

  
	
   

  
	
  4.2 In der Einsprache vom 4. September 2017 bringt
  der Beschwerdeführer vor, sein Arbeitgeber habe ihm am 28. Februar 2017
  mündlich mitgeteilt, dass seine Vollzeitanstellung durch eine
  Teilzeitanstellung ersetzt werden würde. Die schriftliche Kündigung sei ihm
  erst am 1. Juni 2017 zusammen mit dem neuen Arbeitsvertrag für
  Mitarbeitende in unregelmässigem Pensum vorgelegt worden. Dies ändert jedoch
  nichts am Umstand, dass der Beschwerdeführer bereits am 28. Februar 2017
  Kenntnis von der drohenden Arbeitslosigkeit erlangte, da ihm dies – wie er in
  seiner Einsprache vorbringt – an diesem Tag mündlich durch den Arbeitgeber
  mitgeteilt wurde. Dies zeigt sich im Übrigen auch darin, dass der
  Beschwerdeführer im Antragsformular auf Arbeitslosenentschädigung vom
  16. Juni 2017 eintrug, dass ihm am 28. Februar 2017 von Seiten des
  Arbeitgebers per 31. Mai 2017 gekündigt worden sei. Hingegen finden sich
  keine Hinweise für die Behauptung des Beschwerdeführers, dass die schriftliche
  Kündigung vom 28. Februar 2017 rückdatiert und ihm erst im Juni 2017
  vorgelegt worden sei. Demgemäss ging der Beschwerdegegner zu Recht davon aus,
  dass der Beschwerdeführer bereits im Februar Kenntnis von der drohenden
  Arbeitslosigkeit hatte und dass zwischen der angekündigten Auflösung des
  Vollzeitarbeitsvertrags am 28. Februar 2017 und dem Abschluss des
  Teilzeitarbeitsvertrags vom 1. Juni 2017 drei Monate lagen. Um den
  Anforderungen an die Schadenminderungspflicht in genügender Weise
  nachzukommen, hätte der Beschwerdeführer bereits nach der Ankündigung des
  Arbeitgebers entsprechende Arbeitsbemühungen unternehmen müssen. Da er dies
  unterliess, war er gemäss Art. 30 Abs. 1 lit. c AVIG in der
  Anspruchsberechtigung einzustellen.

  
	
   

  
	
  5.

  
	
  Zu prüfen bleibt, ob die
  vom Beschwerdegegner verfügte achtzehntägige Einstellung in der
  Anspruchsberechtigung angemessen ist.

  
	
   

  
	
  5.1 Die Dauer der Einstellung in der
  Anspruchsberechtigung bemisst sich nach dem Grad des Verschuldens
  (Art. 30 Abs. 3 AVIG) und beträgt je nach Einstellungsgrund 1 bis
  15 Tage bei leichtem, 16 bis 30 Tage bei mittelschwerem und 31 bis 60
  Tage bei schwerem Verschulden (Art. 45 Abs. 3 AVIV). Gestützt
  darauf hat das SECO ein Einstellraster für die kantonalen Amtsstellen
  erlassen (AVIG-Praxis, Rz. D79). Dieser entbindet die verfügende Stelle
  jedoch nicht von der Pflicht, das Verhalten der versicherten Person unter
  Berücksichtigung aller wesentlichen Umstände des Einzelfalls, d.h. der
  objektiven und subjektiven Gegebenheiten, zu würdigen und eine dem
  Verschulden angemessene Sanktion festzusetzen (BGer-Urteil 8C_285/2011
  E. 3.2.1 vom 22. August 2011).

  
	
   

  
	
  5.2 Der Beschwerdegegner setzte die Einstellungsdauer
  innerhalb des für mittelschweres Verschulden vorgeschriebenen Rahmens von 16
  bis 30 Tagen (Art. 45 Abs. 3 lit. b AVIV) auf 18 Tage fest.
  Wenn während einer dreimonatigen Kündigungsfrist keine Arbeitsbemühungen
  vorgenommen wurden, ist gemäss Einstellraster (AVIG-Praxis, Rz. D79 1.B)
  eine Einstellung in der Anspruchsberechtigung von 12 bis 18 Tagen vorgesehen.
  Dies hat grundsätzlich auch vorliegend zu gelten, da dem Beschwerdeführer die
  Auflösung des Vollzeitarbeitsvertrags drei Monate zuvor mitgeteilt wurde.
  Zwar sind die vom Beschwerdegegner verfügten 18 Einstellstage das
  Maximum des vom SECO vorgesehenen Spielraums, jedoch ist mit Blick auf die
  besonderen Umstände, unter denen die Kündigung erfolgte, von einem geringeren
  Verschulden des Beschwerdeführers auszugehen. Die Lage des Beschwerdeführers
  ist insofern besonders, als in der schriftlichen Kündigung vom 28. Februar
  2017 bereits der Abschluss eines neuen Teilzeitarbeitsvertrags vorgesehen
  war, weswegen der Beschwerdeführer nur teilweise arbeitslos wurde. Somit ist
  seine Situation nicht vergleichbar mit derjenigen eines Arbeitnehmers, dessen
  Arbeitsverhältnis mit einer Kündigungsfrist von drei Monaten aufgelöst wird
  und der in der Zeit zwischen der Kündigung und der Beendigung des
  Arbeitsverhältnisses keinerlei Arbeitsbemühungen unternimmt. Zu beachten ist
  ferner, dass sich der Beschwerdeführer nach seiner Anmeldung beim RAV im Juni
  2017 vorbildlich um Arbeit bemühte. Unter Berücksichtigung des individuellen
  Verschuldensgrads und der konkreten Umstände des Einzelfalls rechtfertigt
  sich vorliegend eine Reduktion der Einstellungsdauer auf 12 Tage.

  
	
   

  
	
  Dies führt zur teilweisen
  Gutheissung der Beschwerde. Der Einspracheentscheid des Beschwerdegegners vom
  20. September 2017 ist dahingehend abzuändern, als der Beschwerdeführer für
  12 Tage in der Anspruchsberechtigung einzustellen ist.

  
	
   

  
	
  III. 

  
	
  1. 

  
	
  Die Gerichtskosten sind
  von Gesetzes wegen auf die Staatskasse zu nehmen (Art. 1 Abs. 1
  AVIG i.V.m. Art. 61 lit. a ATSG). Der teilweise obsiegende und
  berufsmässig vertretene Beschwerdeführer hat gemäss Art. 138 Abs. 1
  und 3 lit. a VRG Anspruch auf eine reduzierte Parteientschädigung zu
  Lasten des Beschwerdegegners. Diese ist auf Fr. 500.- (inkl.
  Mehrwertsteuer) festzusetzen. 

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  Der Beschwerdeführer
  beantragt die Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und der
  unentgeltlichen Rechtsverbeiständung.

  
	
   

  
	
  2.1 Da dem Beschwerdeführer keine Gerichtskosten
  aufzuerlegen sind, ist sein Gesuch um unentgeltliche Prozessführung als
  gegenstandslos geworden abzuschreiben.

  
	
   

  
	
  2.2 Gemäss Art. 139 Abs. 1 des
  Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 4. Mai 1986 (VRG) befreit die
  Behörde eine Partei, der die Mittel fehlen, um neben dem Lebensunterhalt für
  sich und ihre Familie die Verfahrenskosten aufzubringen, auf Gesuch hin ganz
  oder teilweise von der Kosten- und Vorschusspflicht, sofern das Verfahren
  nicht aussichtslos ist. Unter denselben Voraussetzungen weisen die kantonalen
  Behörden der Partei auf Gesuch hin oder von Amtes wegen einen Anwalt als
  Rechtsbeistand zu, sofern ein solcher für die gehörige Interessenwahrung
  erforderlich ist (Art. 139 Abs. 2 VRG).

  
	
   

  
	
  Die Mittellosigkeit
  bestimmt sich nach den Verhältnissen im Zeitpunkt, in welchem über das Gesuch
  um unentgeltliche Rechtspflege entschieden wird (Kaspar Plüss, in Alain
  Griffel [Hrsg.], Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons
  Zürich, 3. A., Zürich/Basel/Genf 2014, § 16 N. 21). Dies ergibt sich
  bereits daraus, dass Art. 139a VRG die Nachzahlung der gewährten
  unentgeltlichen Rechtspflege vorsieht, sobald die Partei dazu in der Lage
  ist.

  
	
   

  
	
  2.3 Über das Gesuch um unentgeltliche
  Rechtsverbeiständung wurde bereits im Verfahren VG.2018.00010 entschieden.
  Demnach verdient der Beschwerdeführer in seiner neuen Anstellung seit dem
  1. Dezember 2017 Fr. 3'450.- brutto pro Monat. Auf der
  Ausgabenseite fallen der praxisgemäss um 20 % erhöhte Grundbetrag von
  monatlich Fr. 1'440.- und der ebenfalls um 20 % erhöhte Mietzins
  von monatlich Fr. 1'020.- an. Die Krankenkassenprämien von monatlich
  Fr. 345.- werden von der Asylbetreuung des Kanton Glarus übernommen.
  Damit ergibt sich ein Einnahmenüberschuss, weshalb der Beschwerdeführer nicht
  als mittellos im Sinne von Art. 139 Abs. 1 VRG gilt. Demgemäss ist
  sein Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung abzuweisen.

  
	
  Demgemäss beschliesst die Kammer:

  
	
  	
    1.

    	
    Das
    Gesuch des Beschwerdeführers um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung
    wird als gegenstandslos geworden abgeschrieben. 

    
	
    2.

    	
    Das Gesuch des Beschwerdeführers um Gewährung der
    unentgeltlichen Rechtsverbeiständung wird abgewiesen.

    

  und erkennt sodann:

  
	
  	
    1.

    	
    Die
    Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. Der Einspracheentscheid des
    Beschwerdegegners vom 20. September 2017 wird dahingehend abgeändert, als
    der Beschwerdeführer für 12 Tage in der Anspruchsberechtigung eingestellt
    wird.

    
	
    2.

    	
    Die
    Gerichtskosten werden auf die Staatskasse genommen. 

    
	
    3.

    	
    Der
    Beschwerdegegner wird verpflichtet, dem Beschwerdeführer innert
    30 Tagen nach Rechtskraft dieses Entscheids eine Parteientschädigung
    vom Fr. 500.- (inkl. Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

    
	
    4.

    	
    Schriftliche
    Eröffnung und Mitteilung an:

    
	
     

    	
    […]