# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 10bd20b8-a079-5a4f-bdf8-a4cb12c74976
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-06-15
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 15.06.2010 D-2601/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-2601-2010_2010-06-15.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-2601/2010
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 5 .  J u n i  2 0 1 0

Richter Thomas Wespi (Vorsitz),
Richter Walter Stöckli, Richter Gérard Scherrer, 
Gerichtsschreiber Stefan Weber.

A._______, geboren X._______,
B._______, geboren Y._______,
Sri Lanka,
c/o Schweizerische Vertretung in Colombo,
Beschwerdeführerinnen,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung; 
Verfügung des BFM vom 15. Februar 2010 / N_______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-2601/2010

Sachverhalt:

A.  

A.a Die Beschwerdeführerin, eine aus C._______ stammende srilanki-
sche  Staatsangehörige  tamilischer  Volkszugehörigkeit  und  hinduisti-
schen Glaubens mit Wohnsitz in D._______, suchte mit in englischer 
Sprache  verfasstem  Schreiben  vom  19. August  2009  (Eingang 
Botschaft: 21. August 2009) an die Schweizerische Vertretung in Co-
lombo um Asyl in der Schweiz für sich und ihre Tochter nach.

Zur Begründung ihres Gesuchs führte die Beschwerdeführerin im We-
sentlichen an, sie sei am Z._______ vom Criminal Investigation Depar-
tement (CID) zu Hause verhaftet und zum Hauptquartier des CID ge-
bracht worden. Dort habe man sie beschuldigt, einen Selbstmordatten-
täter  beherbergt  zu  haben,  der  für  einen  Terroranschlag  am 
R._______, bei welchem unter anderem ein Minister den Tod gefunden 
habe, verantwortlich gewesen sei. Man habe sie während (...) Monaten 
beim  CID  festgehalten  und  anschliessend  am  V._______  ins 
E._______ und danach am W._______ ins F._______ von J._______ 
transferiert. Am U._______ habe man sie entlassen, wobei das CID sie 
auch nach der Entlassung beobachtet und weiterhin verdächtigt habe, 
mit dem Terroranschlag in Verbindung zu stehen. Die lange Haft habe 
sie  physisch  und  psychisch  beeinträchtigt  und  sie  wie  auch  ihre 
Tochter würden unter starkem emotionalem Druck stehen. Ihre Tochter 
sei von den Mitschülern an der Schule ausgegrenzt worden. Ferner sei 
sie von ihrem Mann im Jahre (...) verlassen worden, als ihre Tochter 
erst ein Jahr alt gewesen sei, und sie habe als G._______ gearbeitet, 
um sich und ihre Tochter durchzubringen.

A.b Mit Schreiben vom 26. August 2009 teilte die Schweizerische Bot-
schaft der Beschwerdeführerin mit, ihre Eingabe werde als Asylgesuch 
entgegen  genommen.  Gleichzeitig  forderte  die  Botschaft  die  Be-
schwerdeführerin  auf,  ihre  Vorbringen in  verschiedenen Punkten  de-
tailliert  zu  schildern  und allfällige  entsprechende Beweismittel  sowie 
Kopien von Identitätspapieren bis zum 11. Oktober 2009 einzureichen, 
sofern sie nach wie vor an ihrem Gesuch festhalten wolle.

A.c Mit an die Schweizerische Vertretung in Colombo gerichteter Ein-
gabe vom 1. September 2009 (Eingang Botschaft: 7. September 2009) 
reichte  die  Beschwerdeführerin  detailliertere  Informationen  zu  ihrem 

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Asylgesuch ein und führte ergänzend aus, seit ihrem letzten Schreiben 
habe sich die Situation verschlechtert,  zumal  jetzt  auch ihre Tochter 
Probleme bekommen habe und sie beide vom CID aufgefordert wor-
den seien,  am T._______ in einem Gerichtsverfahren zur Aufklärung 
des  Terroranschlages  als  Zeuginnen  auszusagen. Ihre  Tochter  habe 
sehr gelitten, als sie (die Mutter) in Haft  gewesen sei,  und sich des-
wegen auch an die Human Rights Commission (HRC) von Sri Lanka 
gewendet,  um  eine  Beschwerde  wegen  dieser  Verhaftung  einzurei-
chen.

A.d Mit Schreiben vom 16. September 2009 forderte die Schweizeri-
sche Botschaft die Beschwerdeführerin auf, am 5. Oktober 2009 zu ei-
nem Interview zu erscheinen und allfällige Beweismittel - in Englisch 
übersetzt - mitzubringen.

Anlässlich der am 5. Oktober 2009 in der Schweizer Vertretung in Co-
lombo durchgeführten Befragung der Beschwerdeführerin führte diese 
in Ergänzung zu ihren bisherigen Äusserungen aus, ihr Ehemann ha-
be sich im Jahre (...) nach H._______ begeben und sie habe nie wie-
der etwas von ihm gehört. Ferner  sei  sie während ihrer  (...)  Haft  im 
Hauptquartier des CID, die sie in einer Zelle mit zwei weiteren Frauen 
verbracht  habe,  von  Beamten  des  CID  geschlagen  und  verhört 
worden. Ein Gerichtsverfahren sei nicht eingeleitet worden; ein Richter, 
der einmal im Monat ins Gebäude des CID gekommen sei, habe die 
Insassinnen  lediglich  gefragt,  ob  sie  zu  Essen  und  Trinken erhalten 
würden. Dann sei er wieder gegangen. Wegen der erhaltenen Schläge 
habe  sie  der  CID  alle  zwei  Wochen  einem  Arzt  vorgeführt.  In 
J._______  sei  sie  einem Richter  vorgeführt  und  ohne  Anklage  und 
weitere Auflagen freigelassen worden, da der vermutliche Selbstmord-
attentäter, dem sie eine Unterkunft  besorgt  habe, umgekommen sei. 
Ferner seien der Bekannte, der sie ursprünglich gebeten habe, für den 
Selbstmordattentäter  eine  Unterkunft  zu  finden,  sowie  dessen 
Schwester  während mehrerer  Monate  inhaftiert  und befragt  worden. 
Sie habe damals nicht gewusst, wem sie eine Unterkunft besorge, und 
die ihr abgegebenen Erklärungen leichtfertig geglaubt. Am S._______ 
habe  sie  ein  Schreiben  des  Gerichts  erhalten,  wonach sie  und  ihre 
Tochter  am  T._______  vor  Gericht  erscheinen  müssten,  um  ihren 
Bekannten zu identifizieren, was ihr jedoch nicht gelungen sei. Nach 
ihrer  Entlassung  aus  dem  Gerichtsverfahren  sei  sie  alle  drei  Tage 
respektive  einmal  in  der  Woche  von  der  Polizei  kontrolliert  und  ihr 
Vermieter nach ungewöhnlichen Vorkommnissen oder dem Erscheinen 

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unbekannter Personen gefragt worden. Sie vermute, dass die "Libera-
tion Tigers of Tamil  Eelam" (LTTE) hinter der ganzen Sache stecken 
würde und sie in  diese Schwierigkeiten gebracht  habe, weil  sie sich 
geweigert  habe,  sich  während  ihres  Aufenthaltes  in  I._______  den 
LTTE anzuschliessen.

Ihrem  Asylgesuch  legte  die  Beschwerdeführerin  Kopien  (Auflistung 
Beweismittel) bei.

A.e Mit Schreiben vom 5. Oktober 2009 überwies die Schweizerische 
Botschaft  in  Colombo das  Asylgesuch,  das  Protokoll  der  Befragung 
und die weiteren Unterlagen an das BFM.

B.
Mit Verfügung vom 15. Februar 2010 wies das BFM das Einreise- und 
Asylgesuch  der  Beschwerdeführerin  und  ihrer  Tochter  gestützt  auf 
Art. 20 Abs. 2 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31] 
i.V.m. Art. 3 AsylG ab. Zur Begründung führte die Vorinstanz aus, ob-
schon  angenommen  werden  müsse,  dass  die  Beschwerdeführerin 
während ihrer  Inhaftierung grob behandelt  worden sei,  sei  festzuhal-
ten, dass man sie ohne Anklage und weitere Bedingungen wieder frei 
gelassen und somit nichts gegen ihre Person vorgelegen habe. Des-
halb sei diese Inhaftierung für die Erteilung einer Einreisebewilligung 
im Hinblick auf ein Asylverfahren in der Schweiz nicht mehr re levant. 
Die srilankischen Behörden hätten die Unschuld der Beschwerdefüh-
rerin  festgestellt  und sie  ohne Auflagen  wieder  freigelassen. Da die 
Beschwerdeführerin  nach  ihrer  Freilassung an derselben Adresse in 
J._______ geblieben sei,  wieder ihrer  Arbeit  als G._______ nachge-
gangen  und  dabei  keinen  weiteren  schwerwiegenden  Massnahmen 
ausgesetzt gewesen sei, sei davon auszugehen, dass seitens der Be-
hörden kein Verfolgungsinteresse mehr an ihrer  Person bestehe. Bei 
den  wiederholten  Polizeikontrollen  in  J._______,  welchen  die 
Beschwerdeführerin auch nach ihrer Freilassung ausgesetzt gewesen 
sei,  habe  es  sich  um  routinemässige  Kontrollen  gehandelt,  welche 
viele  in  J._______  wohnhafte  Tamilen  über  sich  ergehen  lassen 
müssten.  Wie  die  Beschwerdeführerin  anlässlich  der  Befragung  in 
Colombo am 5. Oktober 2009 aber selber zu Protokoll gegeben habe, 
sei sie nicht erneut verhaftet worden, und habe somit aufgrund dieser 
Routinekontrollen  nichts  weiter  zu  befürchten.  In  Anbetracht  dieser 
Ausführungen  sowie  aufgrund  des  Umstandes,  dass  die 
Beschwerdeführerin kein Gefährdungsprofil aufweise, das im heutigen 

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Zeitpunkt  mit  erheblicher  Wahrscheinlichkeit  auf  eine  Verfolgung 
schliessen  lasse,  seien  die  geltend  gemachten  Vorbringen  nicht 
einreiserelevant.  Es  erübrige  sich  daher,  eingehend  auf  allfällig 
vorhandene Ungereimtheiten im Sachverhaltsvortrag einzugehen. An 
diesen Erwägungen vermöchten auch die von der Beschwerdeführerin 
eingereichten  Dokumente  nichts  zu  ändern,  würden  diese  doch 
lediglich ihre Vorbringen stützen,  deren Glaubhaftigkeit  grundsätzlich 
nicht in Frage gestellt werde. Die Beschwerdeführerin und ihre Tochter 
seien daher nicht auf den Schutz der Schweiz angewiesen.

C.
Mit  an  das  Bundesverwaltungsgericht  gerichteter  Eingabe  vom 
22. März  2010  (Datum  Eingangsstempel  Botschaft:  26.  März  2010; 
Eingang  beim  Bundesverwaltungsgericht:  15. April  2010)  beantragte 
die Beschwerdeführerin die Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung 
sowie - sinngemäss - die Bewilligung der Einreise in die Schweiz so-
wie die Gewährung von Asyl für sich und ihre Tochter. Zur Begründung 
wiederholte  sie  im  Wesentlichen  ihre  bereits  im  Asylgesuch  vorge-
brachte  Gefährdung  und  die  schwierige  persönliche  Situation  ihrer 
Tochter und führte ergänzend aus, sie stehe trotz ihrer Freilassung im-
mer noch unter dem nicht nachvollziehbaren Verdacht, Informationen 
über den Anschlag vom R._______ zu besitzen. Sie und ihre Tochter  
würden  von  den  srilankischen  Behörden  aufgefordert,  gemäss  dem 
„Prevention  of  Terrorism  Act“  verhaftete  Personen  zu  identifizieren. 
Nun sei die Polizei verärgert, dass sie es trotz behördlicher Aufforder-
ung vermieden habe, zum Gericht zu gehen und dort verhaftete Ver-
dächtige zu identifizieren. Trotz ihrer früheren Freilassung fürchte sie, 
eines Tages gestützt auf den „Prevention of Terrorism Act“ selber er-
neut  verhaftet  zu  werden.  Dies  sei  nämlich  bei  anderen  Personen 
schon  genau  so  vorgekommen.  Eine  gerichtliche  Freilassung  stelle 
keine Garantie dar, nicht wieder wegen eines Verdachts der Behörden 
verhaftet zu werden.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Ju-
ni 2005  (VGG,  SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht 
Beschwerden  gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  des  Bundesgesetzes 
vom  20. Dezember 1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG, 

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SR 172.021). Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und 
ist  daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das 
Sachgebiet  betreffende  Ausnahme  im  Sinne  von  Art.  32  VGG  liegt 
nicht  vor. Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die 
Beurteilung  der  vorliegenden  Beschwerde  und  entscheidet  auf  dem 
Gebiet des Asyls endgültig  (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Die  Beschwerde  ist  frist-  und  formgerecht  eingereicht.  Die  Be-
schwerdeführerin und ihre Tochter sind durch die angefochtene Verfü-
gung besonders berührt  und haben ein schutzwürdiges Interesse an 
deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Sie sind daher zur Ein-
reichung  der  Beschwerde  legitimiert  (Art. 108  Abs. 1  AsylG  und 
Art. 105  AsylG  i.V.m.  Art.  37  VGG  und  Art. 48  Abs. 1  und  Art. 52 
VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

Das  Bundesverwaltungsgericht  verzichtet  aus  prozessökonomischen 
Gründen auf  eine  Rückweisung der  englischsprachigen Beschwerde 
zur Übersetzung in eine Amtssprache, da die Rechtsmittelanträge ver-
ständlich sowie begründet sind. Der vorliegende Entscheid ergeht in-
dessen in deutscher Sprache (vgl. Art. 33a Abs. 2 VwVG i.V.m. Art. 6  
AsylG).

1.3 Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die 
unrichtige  oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen 
Sachverhalts  und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  (Art.  106 
Abs. 1 AsylG).

1.4 Die  Abteilungen  des  Bundesverwaltungsgerichts  entscheiden  in 
der  Regel  in  der  Besetzung  mit  drei  Richter  oder  Richterinnen 
(Spruchkörper; vgl. Art. 21 Abs. 1 VGG). Das Bundesverwaltungsge-
richt kann auch in solchen Fällen auf die Durchführung des Schriften-
wechsels verzichten (Art. 111a Abs. 1 AsylG).

2.  
2.1 Das Bundesamt kann ein im Ausland gestelltes Asylgesuch ableh-
nen,  wenn  die  asylsuchenden  Personen  keine  Verfolgung  glaubhaft 
machen können oder ihnen die Aufnahme in einem Drittstaat zugemu-
tet  werden  kann  (Art.  3,  Art.  7  und  Art.  52  Abs. 2  AsylG). Gemäss 
Art. 20 Abs. 2 AsylG bewilligt das Bundesamt Asylsuchenden die Ein-
reise zur Abklärung des Sachverhaltes,  wenn ihnen nicht  zugemutet 

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werden kann,  im Wohnsitz-  oder  Aufenthaltsstaat  zu bleiben oder  in 
ein anderes Land auszureisen. Gestützt auf Art. 20 Abs. 3 AsylG kann 
das Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) schweize-
rische Vertretungen ermächtigen, Asylsuchenden die Einreise zu be-
willigen, die glaubhaft machen, dass eine unmittelbare Gefahr für Leib 
und Leben oder für die Freiheit aus einem anderen Grund nach Art. 3 
Abs. 1 AsylG bestehe.

2.2 Die Voraussetzungen zur Erteilung einer Einreisebewilligung sind 
grundsätzlich restriktiv zu umschreiben, wobei den Behörden ein wei-
ter  Ermessensspielraum zukommt. Neben der  erforderlichen Gefähr-
dung im Sinne von Art. 3 AsylG sind namentlich die Beziehungsnähe 
zur Schweiz, die Möglichkeit der Schutzgewährung durch einen ande-
ren  Staat,  die  Beziehungsnähe  zu  anderen  Staaten,  die  praktische 
Möglichkeit  und  objektive  Zumutbarkeit  zur  anderweitigen  Schutzsu-
che  sowie  die  voraussichtlichen  Eingliederungs-  und  Assimilations-
möglichkeiten in  Betracht  zu  ziehen. Ausschlaggebend für  die  Ertei -
lung der Einreisebewilligung ist  dabei die Schutzbedürftigkeit der be-
troffenen Personen,  mithin  die  Prüfung der  Fragen,  ob eine Gefähr-
dung im Sinne von Art. 3 AsylG glaubhaft  gemacht wird und ob der 
Verbleib  am Aufenthaltsort  für  die  Dauer  der  Sachverhaltsabklärung 
zugemutet werden kann (vgl. dazu beispielsweise Urteil  des Bundes-
verwaltungsgerichts D-2490/2009 vom 16. Juni 2009, mit weiteren Hin-
weisen).

3.  
3.1 Die sachverhaltsmässigen Grundlagen werden in ihren wesentli-
chen Punkten weder vom Bundesamt noch vom Bundesverwaltungs-
gericht  in  Frage gestellt.  Zur  Prüfung steht  vorliegend,  ob die vorin-
stanzlichen Erwägungen zur fehlenden Einreisebeachtlichkeit der vor-
gebrachten  Benachteiligungen  zutreffend  sind.  Die  betreffenden  Er-
kenntnisse des Bundesamtes sind in casu nach Prüfung der Akten zu 
bestätigen.

3.2 Die  Beschwerdeführerin  weist  auf  die  in  ihrer  Heimat  erlittenen 
Benachteiligungen  und  den  noch  immer  bestehenden  behördlichen 
Druck auf sie und ihre Tochter hin. Bei allem Verständnis für die Situa-
tion  der  Beschwerdeführerin,  insbesondere  in  Anbetracht  der  von 
behördlicher Seite angeordneten Massnahmen in den Jahren (...) und 
(...),  ist  mit  der  Vorinstanz einig  zu  gehen,  dass  angesichts  der  be-
dingungslosen  Freilassung  der  Beschwerdeführerin  -  nachdem  das 

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Gericht deren Unschuld offensichtlich als erwiesen angesehen hatte - 
von behördlicher Seite nichts mehr gegen sie vorlag. Soweit  die Be-
schwerdeführerin anführt, dass sie auch nach ihrer Entlassung von der 
Polizei  beobachtet  und wiederholt  kontrolliert  worden sei,  sind diese 
Sachverhaltselemente  vor  dem  Hintergrund  der  Bekämpfung  des 
Terrorismus der LTTE durch die srilankische Armee zu sehen. So ha-
ben die srilankischen Behörden - namentlich im Grossraum Colombo - 
die Sicherheitsmassnahmen auch nach der Niederlage der LTTE nicht 
gelockert. Daher laufen aufgrund der angespannten Lage in Sri Lanka 
Angehörige der tamilischen Volksgruppe nach wie vor Gefahr, überall 
und jederzeit von srilankischem Sicherheitspersonal einer minuziösen 
Personenkontrolle  unterzogen und öfters  auch für  eingehendere Ab-
klärungen auf den Posten mitgenommen oder in ein Armeecamp beor-
dert zu werden. Derartigen Massnahmen kommt indessen bereits auf -
grund ihrer Eingriffsdauer und Intensität kein Verfolgungscharakter zu. 
Darüber hinaus zielen die Personenkontrollen einzig darauf ab, die In-
filtrierung von LTTE-Kämpfern in die Zivilgesellschaft zu unterbinden, 
was  in  asylrechtlicher  Hinsicht  keine  relevante  Verfolgungssituation 
darstellt. In Bezug auf die Beschwerdeführerin stellen die geschilder-
ten Vorfälle im Nachgang zu ihrer Haftentlassung im Jahre (...) - ent-
gegen der in der Beschwerdeschrift dargelegten Ansicht - somit noch 
keine ernsthaften Nachteile im Sinne des Gesetzes dar. Auch der Um-
stand, dass die Beschwerdeführerin und ihre Tochter vor Gericht hät -
ten erscheinen müssen, um verhaftete Personen zu identifizieren, und 
die  Polizei  nun  verärgert  sei,  weil  sie  nicht  vor  Gericht  erschienen 
seien, vermag zum heutigen Zeitpunkt zu keiner objektiv begründeten 
Furcht  vor  zukünftiger  Verfolgung  im Sinne  der  zu  beachtenden Be-
stimmungen zu führen. Das Gleiche gilt auch für die lediglich subjekti-
ve Befürchtung der Beschwerdeführerin, trotz gerichtlicher Freilassung 
eines Tages erneut  wegen eines möglichen Verdachts der Behörden 
verhaftet zu werden.

Unter diesen Umständen vermögen die geltend gemachten Bedrohun-
gen praxisgemäss nicht  zur  Anerkennung der  Flüchtlingseigenschaft 
und zur Gewährung von Asyl zu führen.

3.3 Bei dieser Sachlage und in Würdigung der gesamten Umstände 
und Vorbringen der Beschwerdeführerin ist zusammenfassend festzu-
stellen, dass sie und ihre Tochter die Voraussetzungen für die Bewilli-
gung der Einreise nicht erfüllen. Es erübrigt sich, auf die weiteren Aus-
führungen in der Beschwerde und die eingereichten Beweismittel  im 

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Einzelnen  näher  einzugehen,  da  sie  am Ergebnis  nichts  zu  ändern 
vermögen, zumal die Glaubhaftigkeit der Sachverhaltsvorbringen auch 
vom BFM nicht in Frage gestellt  wurde. Die Vorinstanz hat daher die 
Einreise der Beschwerdeführerin und ihrer Tochter zu Recht verweigert 
und das Asylgesuch abgewiesen.

4.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Be-
schwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

5.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären dessen Kosten grundsätz-
lich  den Beschwerdeführerinnen aufzuerlegen (Art.  63  Abs. 1 und 5 
VwVG). In Anwendung von Art. 6 Bst. b des Reglements vom 21.  Feb-
ruar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesver-
waltungsgericht  [VGKE,  SR 173.320.2])  ist  jedoch  aus  verwaltungs-
ökonomischen  Gründen  auf  die  Erhebung  von  Verfahrenskosten  zu 
verzichten.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführerinnen (durch Vermittlung der Schweizerischen 
Botschaft in Colombo Ref. Nr. (...); per EDA-Kurier)

- die Schweizerische Botschaft in Colombo (mit der Bitte, das Urteil 
den Beschwerdeführerinnen gegen Unterzeichnung der beigelegten 
Empfangsbestätigung oder gegen postalischen Rückschein zu eröff-
nen und den Eröffnungsbeleg dem Bundesverwaltungsgericht zuzu-
stellen; per EDA-Kurier; in Kopie)

- das  BFM,  Abteilung  Asylverfahren,  mit  den  Akten  Ref.-Nr. 
N_______ (per Kurier; in Kopie)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Thomas Wespi Stefan Weber

Versand:

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