# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a9fdea03-9568-5834-a092-95cf49452584
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-03-17
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 17.03.2016 200 2015 875
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2015-875_2016-03-17.pdf

## Full Text

200 15 875 AHV
KOJ/PRN/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil des Einzelrichters vom 17. März 2016

Verwaltungsrichter Kölliker
Gerichtsschreiberin Prunner

A.________ 
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Dr. B.________, 
Beschwerdeführerin

gegen

Ausgleichskasse des Kantons Bern
Abteilung Beiträge und Zulagen, Chutzenstrasse 10, 3007 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 1. September 2015

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. März 2016, AHV/15/875, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Am 12. November 2014 meldete die kantonale Steuerverwaltung … der 
Ausgleichskasse des Kantons …, dass A.________ (Versicherte bzw. Be-
schwerdeführerin) im Jahr 2012 ein Einkommen aus selbstständiger Er-
werbstätigkeit erzielt habe (Akten der Ausgleichskasse des Kantons Bern 
[AKB bzw. Beschwerdegegnerin], Antwortbeilage [AB] 12, vgl. auch AB 11, 
S. 11). In der Folge veranlasste die Ausgleichskasse des Kantons … eine 
Anmeldung für Selbstständigerwerbende. Im entsprechenden Formular 
vom 10. Dezember 2014 gab die Versicherte an, dass es sich beim gemel-
deten Einkommen um eine Kiesabbauentschädigung auf einem Grundstück 
in … handelt (AB 11, S. 2 - 5). Nachdem ihr die Anmeldungsunterlagen 
überwiesen worden waren, erliess die AKB am 10. März 2015 vier Verfü-
gungen für persönliche AHV/IV/EO-Beiträge als Selbstständigerwerbende 
für die Jahre 2012 bis 2015 (AB 7).

Die hiergegen erhobene Einsprache (AB 6) wies die AKB – nach Einholung 
einer Stellungnahme des Steueramtes der Stadt … vom 12. Mai 2015 
(AB 4) – mit Entscheid vom 1. September 2015 ab (AB 3).

B.

Dagegen erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Dr. 
B.________, mit Eingabe vom 1. Oktober 2015 beim Verwaltungsgericht 
des Kantons Bern Beschwerde und beantragte die Aufhebung des Ein-
spracheentscheides vom 1. September 2015. Zur Begründung liess sie im 
Wesentlichen vorbringen, sie sei seit dem 1. Januar 2011 nicht mehr Ei-
gentümerin der mit der Dienstbarkeit (Kiesabbau) belasteten Grundstücke. 
Diese stünden im Alleineigentum ihrer Schwester C.________ und nur die-
se sei aus dem Dienstbarkeitsvertrag berechtigt und verpflichtet. Der Ge-
winnanteilsanspruch sei kein Ertrag einer selbstständigen Erwerbstätigkeit 
und unterstehe daher nicht der AHV-Beitragspflicht.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. März 2016, AHV/15/875, Seite 3

Mit Beschwerdeantwort vom 27. Oktober 2015 beantragte die AKB die Ab-
weisung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 84 des Bundesgesetzes über die Alters- und Hinterlassenen-
versicherung vom 20. Dezember 1946 [AHVG; SR 831.10]). Da auch die 
Bestimmungen über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; 
Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwal-
tungsrechtspflege vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten 
sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

1.2 Angefochten ist der Einspracheentscheid der AKB vom 1. Septem-
ber 2015 (AB 3). Streitig und zu prüfen sind die persönlichen AHV/IV/EO-
Beiträge der Beschwerdeführerin als Selbstständigerwerbende für die Jah-
re 2012 bis 2015. 

Soweit die Aufhebung der ursprünglichen Verfügungen vom 10. März 2015 
beantragt wird (Rechtsbegehren Ziff. 2) ist darauf nicht einzutreten, da der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. März 2016, AHV/15/875, Seite 4

Einspracheentscheid die Verfügungen ersetzt (vgl. MERKLI/AESCHLIMANN/ 
HERZOG, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 60 N. 7).

1.3 Mit den vier Verfügungen der AKB vom 10. März 2015 wurden für 
die Beitragsperioden 2012 (definitiv) sowie 2013 bis 2015 (provisorisch) 
persönliche AHV/IV/EO-Beiträge von insgesamt Fr. 5‘411.35 erhoben 
(AB 7). Der Streitwert liegt daher unter Fr. 20'000.--, weshalb die Beurtei-
lung der Beschwerde in die einzelrichterliche Zuständigkeit fällt (Art. 57 
Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Einkommen aus selbstständiger Erwerbstätigkeit ist gemäss Art. 9 
Abs. 1 AHVG jedes Erwerbseinkommen, das nicht Entgelt für in unselbst-
ständiger Stellung geleistete Arbeit darstellt. Nach Art. 17 der Verordnung 
über die Alters- und Hinterlassenenversicherung vom 31. Oktober 1947 
(AHVV; SR 831.101) gelten als Einkommen aus selbstständiger Erwerbs-
tätigkeit im Sinne von Art. 9 Abs. 1 AHVG alle in selbstständiger Stellung 
erzielten Einkünfte aus einem Handels-, Industrie-, Gewerbe-, Land- und 
Forstwirtschaftsbetrieb, aus einem freien Beruf sowie aus jeder anderen 
selbstständigen Erwerbstätigkeit, einschliesslich der Kapital- und Über-
führungsgewinne nach Art. 18 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die direkte 
Bundessteuer vom 14. Dezember 1990 (DBG; SR 642.11) und der Gewin-
ne aus der Veräusserung von land- und forstwirtschaftlichen Grundstücken 
nach Art. 18 Abs. 4 DBG, mit Ausnahme der Einkünfte aus zu Geschäfts-
vermögen erklärten Beteiligungen nach Art. 18 Abs. 2 DBG. Selbstständige 
Erwerbstätigkeit liegt im Regelfall vor, wenn die beitragspflichtige Person 
durch Einsatz von Arbeit und Kapital in frei bestimmter Selbstorganisation 
und nach aussen sichtbar am wirtschaftlichen Verkehr teilnimmt mit dem 
Ziel, Dienstleistungen zu erbringen oder Produkte zu schaffen, deren Inan-
spruchnahme oder Erwerb durch finanzielle oder geldwerte Gegenleistun-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. März 2016, AHV/15/875, Seite 5

gen abgegolten werden (BGE 125 V 383 E. 2a S. 385; AHI 2003 S. 417 
E. 3.2.2).

2.2 Die absolute Verbindlichkeit der Angaben der Steuerbehörden für 
die Ausgleichskassen und die daraus abgeleitete relative Bindung des So-
zialversicherungsgerichts an die rechtskräftigen Steuertaxationen sind auf 
die Bemessung des massgebenden Einkommens und des betrieblichen 
Eigenkapitals beschränkt. Diese Bindung betrifft also nicht die beitrags-
rechtliche Qualifikation des Einkommens bzw. Einkommensbezügers und 
beschlägt daher die Frage nicht, ob überhaupt Erwerbseinkommen und 
gegebenenfalls solches aus selbstständiger oder aus unselbstständiger 
Tätigkeit vorliegt. Somit haben die Ausgleichskassen ohne Bindung an die 
Steuermeldung aufgrund des AHV-Rechts zu ermitteln, ob eine versicherte 
Person überhaupt erwerbstätig ist oder nicht und ob ein von der Steuer-
behörde gemeldetes Einkommen als beitragspflichtiges Erwerbseinkom-
men oder beitragsfreier Kapitalertrag zu qualifizieren ist. Allerdings sollen 
sich die Ausgleichskassen bei der Beurteilung in der Regel auf die Steuer-
meldung verlassen und eigene nähere Abklärungen nur vornehmen, wenn 
sich ernsthafte Zweifel an der Richtigkeit der Steuermeldung ergeben (BGE 
134 V 250 E. 3.3 S. 253, 121 V 80 E. 2c S. 83; SVR 2014 AHV Nr. 7 S. 24 
E. 2.2, 2010 AHV Nr. 12 S. 43 E. 2.3).

3.

3.1 Gestützt auf die Akten ist erstellt und von den Parteien denn auch 
nicht bestritten, dass der D.________ gemäss Dienstbarkeitsvertrag vom 1. 
Juli 2003 (BB 8) auf den Grundstücken … Nr. …, …, … und … gegen Ent-
schädigung ein zeitlich unbegrenztes Kiesabbaurecht zusteht. Im Erbtei-
lungs-, Erbausscheidungs- und Kaufvertrag vom 29. November 2007 wurde 
ein Miteigentum der Beschwerdeführerin – neben ihren beiden Schwestern 
C.________ und E.________ – an diesen Grundstücken begründet (BB 9, 
Art. 3 S. 18 f. sowie Art. 19 Ziff. 14 lit. b S. 39). Mit dem Realteilungsvertrag 
vom 24. Januar 2011 wurden die Grundstücke sodann C.________ zu Al-
leineigentum zugewiesen, wobei Letztere ihren Schwestern bezüglich des 
Kiesabbaus ein bis Ende 2035 dauerndes Gewinnanteilsrecht von je 1/3 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. März 2016, AHV/15/875, Seite 6

der jeweiligen Entschädigungen einräumte (BB 10, Art. 4 Ziff. 1 S. 21 und 
Art. 7 S. 27). Ferner ist unbestritten, dass der der Beschwerdeführerin aus-
gerichtete Gewinnanteil vom kantonalen Steueramt ab der Steuerveranla-
gung des Jahres 2012 als steuerbares Einkommen erfasst wurde (vgl. 
AB 11, S. 11).

Streitig ist die beitragsrechtliche Qualifikation der Kiesabbauentschädigung 
(vgl. E. 2.2 hiervor).

3.2 Gemäss Art. 21 Abs. 1 lit. d DBG sind die Erträge aus 
unbeweglichem Vermögen, insbesondere Einkünfte aus der Ausbeutung 
von Kies, Sand und anderen Bestandteilen des Bodens steuerbar.

In Bezug auf die beitragsrechtliche Qualifikation von Entschädigungen für 
die Einräumung des Rechts zum Abbau von Kies, Sand und anderen Be-
standteilen des Bodens ist nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung zu 
fragen, ob das betreffende Entgelt als Ergebnis einer selbstständigen Er-
werbstätigkeit zu betrachten ist oder im Rahmen der blossen Verwaltung 
eigenen Vermögens angefallen ist bzw. in Ausnützung einer zufällig sich 
bietenden Gelegenheit erzielt wurde. Dabei ist die Beitragspflicht in jedem 
Fall zu bejahen, insoweit die Entschädigung den durch den Kiesabbau be-
dingten Wegfall der angestammten Nutzung abgilt (BGE 125 V 383 E. 2d 
S. 389). Es erscheint sachlich richtig, für die beitragsrechtliche Qualifikation 
von Entgelten als Gegenleistung für die Einräumung des Rechts zum Ab-
bau von Kies, Sand und anderen Bestandteilen des Bodens dort, wo der 
Entschädigungsberechtigte Eigentümer, Nutzniesser oder Pächter der Ab-
bauparzelle ist, in erster Linie auf die ihm in Bezug auf den Abbau zuste-
henden Rechte und Pflichten abzustellen. Dabei kann es nicht darauf an-
kommen, ob er seine Rechte der Abbaufirma gegenüber tatsächlich ausübt 
(oder allenfalls durch Dritte ausüben lässt) oder nicht, ob er beispielsweise, 
aus welchen Gründen auch immer, auf die Kontrolle der Einhaltung der 
vereinbarten Art und Weise des Abbaus verzichtet. Entscheidend ist, inwie-
fern der Entschädigungsberechtigte – Eigentümer, Nutzniesser oder Päch-
ter – auf die Art und Weise des Abbaus (Dauer, Intensität, Regelmässig-
keit) Einfluss nehmen und die Höhe der Abgeltung mitbestimmen kann. Je 
grösser diese Möglichkeit ist, desto eher ist Einkommen aus selbstständi-
ger Erwerbstätigkeit anzunehmen. In Betracht fallen indessen lediglich 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. März 2016, AHV/15/875, Seite 7

Rechte und Pflichten gegenüber der Abbaufirma, die ihm nicht ohnehin 
schon von Gesetzes wegen zustehen. In diesem Sinne lässt die Rechts-
stellung als Eigentümer, Nutzniesser oder Pächter des ausgebeuteten 
Grundstückes nicht ohne weiteres den Schluss zu, die Entschädigung, so-
weit sie über die Abgeltung des durch den Kiesabbau bedingten Wegfalls 
der angestammten Nutzung hinausgeht, stelle Einkommen aus selbststän-
diger Erwerbstätigkeit dar (Entscheid des Eidgenössischen Versicherungs-
gerichts [EVG; heute Bundesgericht {BGer}] vom 23. Oktober 2001, 
H 319/00, E. 4b aa). Wird die Liegenschaft, auf welcher Kies, Sand oder 
andere Bestandteile des Bodens abgebaut wird, veräussert und gehen die 
die Ausbeutung betreffenden Vereinbarungen ohne wesentliche inhaltliche 
Änderung auf den Erwerber über, behalten die Entgelte als Gegenleistung 
für die Einräumung und Ausübung dieses Rechts ihren beitragsrechtlichen 
Charakter. Sie gelten weiterhin als Einkommen aus selbstständiger Er-
werbstätigkeit oder als nicht beitragspflichtiger Ertrag blosser eigener Ver-
mögensverwaltung, und zwar ungeachtet eines allfällig beim Veräusserer 
und früheren Eigentümer verbleibenden Anspruchs gegenüber dem zur 
Ausbeutung Berechtigten auf einen bestimmten Teil der Entschädigung 
(EVG H 319/00, E. 4b bb).

3.3 Vorab ist festzustellen, dass es sich bei den Entschädigungen im 
vorliegenden Fall ausschliesslich um Kiesabbauentschädigungen und nicht 
(auch) um Entschädigungen für den Ertragsausfall, welche „in jedem Fall“ 
eine Beitragspflicht begründen (vgl. E. 3.2 hiervor), handelt (vgl. BB 8, 
Art. 3 Ziff. 2 f. S. 3 f. und BB 11). 

Gemäss Dienstbarkeitsvertrag vom 1. Juli 2003 war die Beschwerdeführe-
rin bis und mit Dezember 2010 (vgl. BB 10) – zusammen mit ihren beiden 
Schwestern als Rechtsnachfolgerinnen des seinerzeitigen Alleineigentü-
mers F.________ – als Miteigentümerin über die blosse Einräumung des 
Abbaurechts auf den hier massgebenden Grundstücken hinaus mit der 
erwerblichen Zwecken dienenden Ausbeutung rechtlich und wirtschaftlich 
verbunden. So ist dem Dienstbarkeitsvertrag zu entnehmen, dass die 
D.________ verpflichtet ist, nach erfolgtem Abbau das Abbauterrain auf 
ihre Kosten wiederum auf das im Gestaltungsplan vorgesehene Niveau 
aufzufüllen und einwandfrei zu rekultivieren (BB 8, Art. 3 Ziff. 4 S. 4). Wei-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. März 2016, AHV/15/875, Seite 8

ter sorgt die D.________ für Ordnung auf der Abbaustelle und haftet für 
allen Schaden, welcher infolge der Kiesentnahme gegenüber dem Grun-
deigentümer und Drittpersonen entstehen kann (BB 8, Art. 3 Ziff. 5 S. 4). 
Sodann hält sich der Grundeigentümer das Rücktrittsrecht gemäss Art. 107 
ff. des Schweizerischen Obligationenrechts (OR; SR 220) vor (BB 8, Art. 4 
Ziff. 1 S. 5). Die der Beschwerdeführerin auf Grund des Dienstbarkeitsver-
trages zustehenden Rechte im Zusammenhang mit dem Kiesabbau liessen 
sie persönlich, über ihre Stellung als Miteigentümerin der betreffenden Par-
zellen hinaus, in einer Weise als an der Ausbeutung Mitbeteiligte erschei-
nen, welche namentlich auch mit Blick auf die lange Dauer der fraglichen 
Regelung den Rahmen der blossen Vermögensverwaltung sprengte und 
damit im Ergebnis einer selbstständigen Erwerbstätigkeit gleichkam. 

Entsprechend dem Realteilungsvertrag vom 24. Januar 2011 ist die Be-
schwerdeführerin seit Januar 2011 zwar nicht mehr (Mit-)Eigentümerin der 
hier massgebenden Grundstücke und damit auch nicht mehr (direkt) ver-
traglich mit der D.________ verbunden. Die entsprechenden Rechte und 
Pflichten aus dem Dienstbarkeitsvertrag vom 1. Juli 2003 hat C.________ 
als Alleineigentümerin übernommen (vgl. BB 10, Art. 8 Ziff. 11 S. 32). Im 
Realteilungsvertrag wurde indessen eine umfassende Neuregelung der 
bisher im Miteigentum der Geschwister stehenden Vermögenswerte vorge-
nommen, in welche auch das hier interessierende Gewinnanteilsrecht ein-
gebettet war. Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung behalten die Kie-
sabbauentschädigungen trotz Übergang der Parzellen in das Alleineigen-
tum der Schwester der Beschwerdeführerin ihren beitragsrechtlichen Cha-
rakter bei und sind damit weiterhin als Einkommen aus selbstständiger Er-
werbstätigkeit zu qualifizieren (vgl. E. 3.2 hiervor). Kommt hinzu, dass die 
Beschwerdeführerin mit der entsprechenden vertraglichen Regelung mit 
ihren Schwestern über Bestandteile ihres eigenen Vermögens verfügte. 
Dadurch hat sie sich über eine lange Zeitdauer hinweg – bis zum 31. De-
zember 2035 – eine Mitbeteiligung an der Kiesausbeutung gesichert.

Der Umstand, wonach die Beschwerdeführerin die Entschädigung nicht 
direkt von der D.________, sondern von einer ihrer Schwestern bezieht, 
ändert daran nichts. Der Beschwerdeführerin ist zwar insoweit beizupflich-
ten, als ihr hinsichtlich jener Entschädigung vorab eine obligatorische For-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. März 2016, AHV/15/875, Seite 9

derung gegenüber ihrer Schwester zusteht. Faktisch gründet diese Forde-
rung aber unverändert auf dem langjährigen Kiesabbaurecht. An der Höhe 
des der Beschwerdeführerin seit jeher zustehenden Anteils (1/3 der von der 
D.________ geleisteten Entschädigungssumme) ändert sich durch die ver-
tragliche Vermögensaufteilung nichts. Somit ist bei wirtschaftlicher Betrach-
tungsweise die der Beschwerdeführerin zustehende Entschädigung unver-
ändert der vorerwähnten beitragsrechtlichen Praxis zu unterstellen und ihre 
Beitragspflicht besteht fort (vgl. auch Art. 20 Abs. 1 Satz 2 AHVV, wonach 
im Zweifelsfall die AHV-Beiträge von der für das entsprechende Einkom-
men steuerpflichtigen Person zu bezahlen sind). 

3.4 In masslicher Hinsicht werden die Beiträge weder gerügt noch fin-
den sich in den Akten Anhaltspunkte, welche Anlass zu weiteren Abklärun-
gen bieten (BGE 110 V 48 E. 4a S. 53).

3.5 Nach dem Gesagten wurde in den Jahren 2012 bis 2015 auf den 
der Beschwerdeführerin jeweils zustehenden Gewinnanteilen (Kiesabbau-
entschädigung) zu Recht persönliche AHV/IV/EO-Beiträge als Selbststän-
digerwerbende in der Höhe von insgesamt Fr. 5‘411.35 erhoben.

Der angefochtene Einspracheentscheid vom 1. September 2015 ist damit 
nicht zu beanstanden. Die dagegen erhobene Beschwerde erweist sich als 
unbegründet und ist abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.

4.

4.1 Verfahrenskosten werden in Anwendung von Art. 1 Abs. 1 AHVG 
i.V.m. Art. 61 lit. a ATSG keine erhoben.

4.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der unterliegende Be-
schwerdeführer keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 1 
Abs. 1 AHVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG [Umkehrschluss]).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. März 2016, AHV/15/875, Seite 10

Demnach entscheidet der Einzelrichter:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch wird eine Parteien-
tschädigung zugesprochen.

3. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt lic. iur. Dr. B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- Ausgleichskasse des Kantons Bern, Abteilung Beiträge und Zulagen  
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.