# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ddef09d4-84fb-5c88-b464-f9b060a284c6
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-02-22
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 22.02.2023 UV 2022/10
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2022-10_2023-02-22.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2022/10

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 26.04.2023

Entscheiddatum: 22.02.2023

Entscheid Versicherungsgericht, 22.02.2023
Art. 18, 24 UVG. Prüfung der Höhe der Invalidenrente und der 
Integritätsentschädigung. Teilweise Gutheissung der Beschwerde im 
Rentenpunkt. Im Übrigen Abweisung der Beschwerde, soweit darauf 
eingetreten wird (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. 
Gallen vom 22. Februar 2023, UV 2022/10). Teilweise aufgehoben durch Urteil 
des Bundesgerichts 8C_235/2023.

Entscheid vom 22. Februar 2023

Besetzung

Präsidentin Christiane Gallati Schneider, Versicherungsrichterin Corinne Schambeck 

und Versicherungsrichter Michael Rutz; Gerichtsschreiber Markus Lorenzi

Geschäftsnr.

UV 2022/10

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Urs Schaffhauser, Obergrundstrasse 73, 

6003 Luzern,

gegen

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Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 

4358, 6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Versicherungsleistungen

Sachverhalt

A.  

A.___ (nachfolgend: Versicherte) war über die Kantonale Arbeitslosenkasse St. 

Gallen bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) unfallversichert 

(Suva-act. 1), als sie am 29. Mai 2018 zu Hause mit dem linken Fuss in die Glasscheibe 

einer Türe schlug, nachdem ihr damaliger Partner sie eingeschlossen hatte (Suva-act. 

33). Bei der Notfallkonsultation im Kantonsspital St. Gallen (KSSG) wurde eine 

Teilruptur (50 %) der linken Achillessehne diagnostiziert und vorerst ein konservatives 

Vorgehen besprochen (Suva-act. 6). Anlässlich einer Untersuchung im KSSG, Klinik für 

Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, vom 5. 

Juni 2018 wurde der Verdacht auf eine (Partial-)Läsion des Nervus tibialis geäussert 

und eine neurologische Abklärung mit auch bildgebender Darstellung der aktuellen 

Situation mittels Magnetresonanztomographie (MRT) empfohlen (Suva-act. 11). Die am 

7. Juni 2018 durchgeführte MRT des oberen Sprunggelenks (OSG) links zeigte eine 

Schnittverletzung dorsal im distalen Unterschenkel mit subtotaler Transsektion des 

Musculus soleus und Musculus flexor hallucis longus sowie partiell des Musculus 

tibialis posterior, subtotaler Transsektion der Achillessehne und partieller (ca. 50%-iger) 

Transsektion des Nervus tibialis (Suva-act. 18-2 f.). Im Bericht der Klinik für Neurologie 

des KSSG vom 20. Juni 2018 über die neurologische Untersuchung vom 13. Juni 2018 

wurde ausgeführt, dass klinisch, elektroneurographisch wie auch MR tomographisch 

eine Durchgängigkeit des Nervus tibialis bestehe, bei jedoch MR tomographisch ca. 

50%-iger Transsektion und elektroneurographisch schwerer axonaler Schädigung. 

Grundsätzlich sei aufgrund der erhaltenen Durchgängigkeit von einer Besserung der 

A.a. 

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Beschwerden im Verlauf der nächsten Monate auszugehen, wobei die Versicherte auf 

einen wahrscheinlich langwierigen Heilungsverlauf hingewiesen worden sei. Eine 

operative Nervenrekonstruktion scheine wenig erfolgsversprechend (Suva-act. 18-4 f.). 

Mit Schreiben vom 29. Juni 2018 teilte die Suva der Versicherten mit, dass sie für das 

Ereignis vom 29. Mai 2018 die Versicherungsleistungen erhalte (Suva-act. 14).

Bei einer Besprechung mit dem Aussendienstmitarbeiter der Suva vom 15. 

August 2018 führte die Versicherte aus, dass die Fusssohle links komplett taub sei. 

Trotzdem sei sie sehr empfindlich und ohne Vacoped-Schuh könne sie nicht gehen. Sie 

verspüre immer Schmerzen, in Form eines Kribbelns. Ohne die Medikamente wären die 

Schmerzen nicht ertragbar. Seit dem Unfall sei es insofern zu einer Besserung 

gekommen, als sie wieder ein wenig gehen könne und der Schmerz nicht mehr so stark 

sei (Suva-act. 33).

A.b. 

Am 23. August 2018 wurde die Versicherte am linken Fuss operiert (Neurolyse und 

Nervennaht des Nervus tibialis am distalen Unterschenkel links; Suva-act. 40 f.).

A.c. 

Mit Verfügung vom 24. August 2018 kürzte die Suva die Geldleistungen um 50 %. 

Ein bewusstes Zertrümmern von Glas gelte gemäss Rechtsprechung als Wagnis (Suva-

act. 36). Diese Verfügung blieb unangefochten.

A.d. 

Nach weiteren Behandlungen und Untersuchungen im KSSG, im Unispital Zürich 

(USZ) und in der Rehaklinik Bellikon (Suva-act. 52, 66, 70, 74, 76, 97, 105, 125) wurde 

am 13. Mai 2019 im USZ bei schmerzhaftem Neurom, Nervus tibialis links, ein weiterer 

Eingriff (Neurolyse Nervus tibialis links [Exzision Neurom, Rekonstruktion]) durchgeführt 

(Suva-act. 130 f.). Bei anhaltender Problematik im linken Fuss (Suva-act. 127, 142, 148, 

154) folgten weitere Behandlungen und Untersuchungen im KSSG (Suva-act. 161, 

165). Mit Bericht vom 9. Juni 2020 diagnostizierte Prof. Dr. med. B.___, Klinik für 

Hand-, Plastische und Wiederherstellungschirurgie des KSSG, eine chronische Nervus 

tibialis-Schädigung links. Die Nervenregeneration sei nicht erfolgreich. Unter 

Berücksichtigung des Alters der Versicherten glaube er, dass man nun an einem 

Scheideweg sei. Nach der Nervenwiederherstellung sei wohl keine Gipsschiene 

angelegt worden. Er habe den Eindruck, dass ohne weitere Massnahmen der Befund 

identisch bleiben werde und eine Resensibilisierung der Fusssohle und ein 

A.e. 

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Verschwinden der Überempfindlichkeiten nicht zu erwarten sein werde. Durch eine 

erneute Nerventransplantation könnte die Sensibilität der Fusssohle in begrenztem 

Umfang verbessert und die Schmerzhaftigkeit reduziert werden. Die Versicherte 

wünsche aber keine Operation. Aktuell sei von einem Endzustand auszugehen (Suva-

act. 171).

In der Beurteilung vom 16. Juni 2020 führte Suva-Kreisarzt Dr. med. C.___, 

Facharzt für Orthopädische Chirurgie, aus, dass – da ein guter und aktueller Bericht 

von Prof. B.___ vorliege und sich die Versicherte klar gegen die Option einer weiteren 

operativen Versorgung ausgesprochen habe – der Fall ohne eine persönliche 

Untersuchung beurteilt werden könne. Es sei durch konservative Massnahmen keine 

namhafte Verbesserung der unfallbedingten Gesundheitsstörungen mehr möglich, 

weshalb der Abschluss des Schadensfalls empfohlen werde. Die Versicherte sei in 

einer leidensadaptierten leichten körperlichen Tätigkeit, ausschliesslich unter sitzenden 

oder wechselbelastenden Bedingungen, vollschichtig einsetzbar, wobei ihr zusätzliche 

Pausen von jeweils einer Stunde vormittags und nachmittags aufgrund des 

Schmerzsyndroms zu gewähren seien. Dies entspreche einer 75%-igen 

Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit. Der Versicherten seien über den 

Fallabschluss hinaus Schmerzmedikamente wie Targin oder Pregabalin und für die 

Dauer von zunächst drei Jahren drei Serien zu neun Behandlungseinheiten 

Physiotherapie/Ergotherapie zu erstatten (Suva-act. 175). Den Integritätsschaden in 

Bezug auf den linken Fuss schätzte Dr. C.___ auf 20 % (Suva-act. 177).

A.f. 

Mit Schreiben vom 27. Januar 2021 teilte die Suva der Versicherten mit, dass die 

Voraussetzungen für den Fallabschluss gegeben seien. Die Heilkosten- und 

Taggeldleistungen würden daher mit dem 28. Februar 2021 eingestellt. Für die Kosten 

der weiterhin notwendigen ärztlichen Kontrollen im Zusammenhang mit der Abgabe 

von Schmerzmedikamenten sowie für die Medikamente Targin und Pregabalin werde 

die Suva auf Dauer aufkommen. Zudem würden für die Dauer von drei Jahren über den 

Fallabschluss hinaus die Kosten für jährlich maximal drei Serien Physiotherapie/

Ergotherapie zu neun Sitzungen übernommen (Suva-act. 194).

A.g. 

Mit Verfügung vom 12. Februar 2021 sprach die Suva der Versicherten ab 

1. März 2021 eine um 50 % gekürzte Rente von monatlich Fr. 512.85 basierend auf 

A.h. 

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B.

Gegen die Verfügung vom 12. Februar 2021 erhob der Rechtsvertreter der 

Versicherten, lic. iur. Urs Schaffhauser, Luzern, am 11. März 2021 Einsprache mit 

folgenden Anträgen: Es sei die Verfügung vom 12. Februar 2021 aufzuheben. Es seien 

der Versicherten ungekürzte Versicherungsleistungen zuzusprechen resp. es sei auf die 

Kürzung wegen Eingehung eines Wagnisses zu verzichten. Es sei der Versicherten eine 

40 % übersteigende Invalidenrente zuzusprechen. Es sei der Versicherten eine 20 % 

übersteigende Integritätsentschädigung zuzusprechen. Eventuell seien die Akten mit 

weiteren Abklärungen, insbesondere zur Arbeitsfähigkeit, zu ergänzen (EFL). Es sei der 

Versicherten für das Einspracheverfahren die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren 

(Suva-act. 207). Mit Entscheid vom 17. Dezember 2021 wies die Suva die Einsprache 

ab, soweit sie darauf eintrat. Das Gesuch um unentgeltliche Verbeiständung im 

Einspracheverfahren wurde bewilligt (Suva-act. 224).

C.  

einem Invaliditätsgrad von 26 % sowie bei einer Integritätseinbusse von 20 % eine um 

50 % gekürzte Integritätsentschädigung von Fr. 14'820.-- zu (Suva-act. 202).

Gegen den Einspracheentscheid vom 17. Dezember 2021 liess die Versicherte 

(nachfolgend: Beschwerdeführerin), weiterhin vertreten durch Rechtsanwalt 

Schaffhauser, am 1. Februar 2022 Beschwerde erheben und folgendes beantragen: 1. 

Der Einspracheentscheid vom 17. Dezember 2021 sei aufzuheben. 2. Es seien der 

Beschwerdeführerin ungekürzte Versicherungsleistungen zuzusprechen resp. es sei auf 

die Kürzung wegen Eingehung eines Wagnisses zu verzichten; eventuell sei die 

Verfügung vom 24. August 2018 beschränkt auf den Wagnis-Abzug in Wiedererwägung 

zu ziehen. 3. Es sei der Beschwerdeführerin eine 40 % übersteigende Invalidenrente 

zuzusprechen. 4. Es sei der Beschwerdeführerin eine 20 % übersteigende 

Integritätsentschädigung zuzusprechen. 5. Eventuell seien die Akten mit weiteren 

Abklärungen insbesondere zur Arbeitsfähigkeit und Belastbarkeit zu ergänzen. 6. Es 

seien der Beschwerdeführerin weiterhin die Kosten für die notwendigen Medikamente 

zu erstatten. 7. Es sei der Beschwerdeführerin die unentgeltliche Rechtspflege mit 

Verbeiständung durch den Unterzeichneten zu gewähren. 8. Unter Kosten- und 

Entschädigungsfolge zu Lasten der Suva (nachfolgend: Beschwerdegegnerin; act. G 1).

C.a. 

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Erwägungen

1.

Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen sind die Höhe des 

Rentenanspruchs sowie die Höhe der Integritätsentschädigung der 

Beschwerdeführerin.

In der Beschwerdeantwort vom 25. Februar 2022 beantragte die 

Beschwerdegegnerin, die Beschwerde sei – soweit darauf einzutreten sei – abzuweisen 

und der Einspracheentscheid vom 17. Dezember 2021 sei zu bestätigen (act. G 5).

C.b. 

Am 1. März 2022 wurde dem Gesuch um Bewilligung der unentgeltlichen 

Rechtsverbeiständung durch Rechtsanwalt Schaffhauser entsprochen (act. G 6).

C.c. 

Mit Replik vom 14. April 2022 liess die Beschwerdeführerin durch ihren 

Rechtsvertreter – abgesehen vom Gesuch auf unentgeltliche Rechtspflege – 

unverändert an den Anträgen festhalten (act. G 12).

C.d. 

Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine umfassende Duplik und hielt mit 

Eingabe vom 26. April 2022 unverändert an ihren Anträgen fest (act. G 12).

C.e. 

Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie den Inhalt der 

übrigen Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen 

eingegangen.

C.f. 

Ist die versicherte Person infolge des Unfalls mindestens zu 10 % invalid, so hat 

sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die 

Unfallversicherung [UVG; SR 832.20]). Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der 

Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des 

Gesundheitszustandes des Versicherten mehr erwartet werden kann und allfällige 

Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind. Mit dem 

Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 

1 UVG). Für die Bestimmung des Invaliditätsgrads wird das Erwerbseinkommen, das 

die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der 

medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 

zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. 

Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen 

1.1. 

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könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog. Valideneinkommen; Art. 16 des 

Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 

830.1]).

Erleidet die versicherte Person durch den Unfall eine dauernde erhebliche 

Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität, so hat sie 

Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung (Art. 24 Abs. 1 UVG). Die 

Integritätsentschädigung wird mit der Invalidenrente festgesetzt oder, falls kein 

Rentenanspruch besteht, bei der Beendigung der ärztlichen Behandlung gewährt (Art. 

24 Abs. 2 UVG). Ein Integritätsschaden gilt als dauernd, wenn er voraussichtlich 

während des ganzen Lebens mindestens in gleichem Umfang besteht. Er ist erheblich, 

wenn die körperliche, geistige oder psychische Integrität, unabhängig von der 

Erwerbsfähigkeit, augenfällig oder stark beeinträchtigt wird (Art. 36 Abs. 1 der 

Verordnung über die Unfallversicherung [UVV; SR 832.202]).

1.2. 

Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im 

Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung 

zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 

Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Auch die Bestimmung des Grads des 

Integritätsschadens ist primär eine medizinische Aufgabe, welche entsprechend den 

Ärzten zufällt (Max B. Berger, N 13 zu Art. 25, in: Ghislaine Frésard-Fellay/Susanne 

Leuzinger/Kurt Pärli [Hrsg.], Unfallversicherungsgesetz, Basler Kommentar, 2019). Für 

das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der Grundsatz der 

freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die urteilenden Instanzen 

die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 

pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig davon, von wem sie 

stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren 

Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. 

Bezüglich Beweiswert eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die 

streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die 

geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese 

abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in 

der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen 

der medizinischen Fachperson begründet und nachvollziehbar sind (BGE 125 V 352 

E. 3a mit Hinweisen). Berichte und Gutachten, welche die Versicherungen während des 

Administrativverfahrens von ihren eigenen Ärzten und Ärztinnen einholen, können 

1.3. 

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2.

Vorab ist festzuhalten, dass der Zeitpunkt des Fallabschlusses (vgl. zum Fallabschluss 

Alexandra Rumo-Jungo/André Pierre Holzer, Bundesgesetz über die 

Unfallversicherung, in: Erwin Murer/Hans-Ulrich Stauffer [Hrsg.], Rechtsprechung des 

Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, 4. Aufl. 2012, S. 143) bezüglich des 

Unfalls vom 29. Mai 2018 per Ende Februar 2021 (Suva-act. 194) unbestritten und – 

nachdem die Beschwerdeführerin auf die Option einer weiteren operativen Versorgung 

(vorerst) verzichtet hat (Suva-act. 172) – medizinisch ausgewiesen ist (Suva-act. 171, 

175, 184). Entsprechend erfolgte zu Recht die Prüfung eines Rentenanspruchs (vgl. Art. 

19 Abs. 1 UVG) und einer Integritätsentschädigung (vgl. Art. 24 Abs. 2 UVG). Ebenfalls 

unbestritten und medizinisch ausgewiesen ist, dass die Beschwerdeführerin im 

Zeitpunkt der Prüfung eines Rentenanspruchs an einem unfallkausalen 

neuropathischen Schmerzsyndrom an der Fusssohle links bei chronischer Nervus 

tibialis-Schädigung links mit Bewegungs- und Belastungsschmerzen und anhaltenden 

Sensibilitätsstörungen litt (Suva-act. 165, 171, 175, 177). Diese Problematik ist damit in 

die Leistungsbeurteilung miteinzubeziehen. Umstritten ist die Höhe des 

Invaliditätsgrads und des Integritätsschadens aufgrund der genannten Beschwerden.

3.  

beweistauglich sein. An deren Beweiswürdigung sind indes strenge Anforderungen zu 

stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der 

versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen 

vorzunehmen (BGE 135 V 470 f. E. 4.4 mit Hinweis; bestätigt im Urteil des 

Bundesgerichts vom 23. November 2012, 8C_592/2012, E. 5.3). Auch ärztliche 

Beurteilungen aufgrund der Akten sind nicht an sich unzuverlässig, sofern ein 

lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die ärztliche Beurteilung 

eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht (Urteil des 

Bundesgerichts vom 8. Februar 2007, U 223/06, E. 5.1.2). Erachtet das 

Sozialversicherungsgericht die rechtserheblichen tatsächlichen Entscheidgrundlagen 

bei pflichtgemässer Beweiswürdigung als schlüssig, darf es den Prozess ohne 

Weiterungen abschliessen (vgl. BGE 135 V 469 E. 4.3.2 mit Hinweisen). Diesfalls 

besteht kein Anspruch auf Beizug versicherungsexterner medizinischer Gutachten 

(BGE 122 V 157).

Zu prüfen ist in einem ersten Schritt, ob die medizinische Situation und die 

Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin rechtsgenüglich abgeklärt wurden. Die 

Beschwerdegegnerin stützt sich bei ihrer Annahme, bei der Beschwerdeführerin 

3.1. 

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bestehe eine um täglich zwei Stunden verringerte Leistungsfähigkeit in einer 

leidensadaptierten leichten körperlichen Tätigkeit, ausschliesslich unter sitzenden oder 

wechselbelastenden Bedingungen, auf die Beurteilung des Kreisarztes Dr. C.___ vom 

16. Juni 2020 (Suva-act. 175). Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin führt aus, 

dass lediglich eine Aktenbeurteilung vorliege und eine fundierte Abklärung zur 

Belastbarkeit in den Unterlagen fehle, weshalb eine Begutachtung, eventuell eine 

Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL), anzuordnen sei (act. G 1 S. 9).

Es trifft zu, dass Dr. C.___ die Beschwerdeführerin nicht persönlich untersucht und 

seine Beurteilung zur Arbeitsfähigkeit aufgrund der Akten abgegeben hat. Dies allein 

führt indes, wie unter E. 1.3 ausgeführt wurde, nicht per se zur Unzuverlässigkeit seiner 

Einschätzung. Vorliegend ist von Relevanz, dass ein lückenloser Befund vorliegt und 

die von den behandelnden Ärzten gestellten unfallkausalen Diagnosen und deren 

Auswirkungen von Dr. C.___ anerkannt werden (vgl. insbesondere seinen Hinweis auf 

Suva-act. 171), womit die Einschätzung der medizinisch-theoretischen 

Leistungsfähigkeit nicht zwangsläufig weiterer Untersuchungen und Abklärungen 

bedarf. Es sind keine Anhaltspunkte dafür erkennbar – und solche werden auch nicht 

substantiiert geltend gemacht –, dass Dr. C.___ objektiv wesentliche Tatsachen nicht 

berücksichtigt hätte und es leuchtet ein, dass bei Einhaltung des Zumutbarkeitsprofils, 

welches den unfallkausalen Sensibilitätsstörungen und dem neuropathischen 

Schmerzsyndrom des linken Fusses mit Bewegungs- und Belastungsschmerzen 

umfassend Rechnung trägt (leichte körperliche Tätigkeit, ausschliesslich unter 

sitzenden oder wechselbelastenden Bedingungen; Suva-act. 175), eine medizinisch-

theoretisch um zwei Stunden reduzierte Leistungsfähigkeit bei voller Präsenz zumutbar 

sein sollte. Anderslautende begründete medizinisch-theoretische 

Arbeitsfähigkeitsschätzungen, welche (geringe) Zweifel an der Zuverlässigkeit und 

Schlüssigkeit der kreisärztlichen Beurteilung wecken könnten, liegen nicht im Recht. 

Auch Dr. B.___ erwartet keine "höhere Einstufung" nur aufgrund der Nervenläsion 

(Suva-act. 184-3). Wie die Beschwerdegegnerin richtig ausführt, kann auf eine 

Überprüfung der Arbeitsfähigkeit mittels EFL verzichtet werden, zumal es sich 

vorliegend nicht um ein multiples und schwierig einzuschätzendes Krankheitsbild 

handelt, welches eine EFL zwingend erforderlich machen würde (vgl. dazu Urteil des 

Bundesgerichts vom 11. Januar 2023, 9C_290/2022, E. 4.3). Auch wird eine solche von 

den involvierten Ärzten nicht ausdrücklich als notwendig erachtet. Es kommt hinzu, 

dass sich die Beschwerdeführerin anlässlich der Eingliederungsbemühungen der IV-

Stelle des Kantons St. Gallen aus invaliditätsfremden Gründen nicht 

eingliederungswillig zeigte (Suva-act. 191), womit nicht ohne weiteres von einer 

3.2. 

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4.  

authentischen Leistungsbereitschaft und validen Ergebnissen bei einer EFL 

auszugehen wäre.

Zusammengefasst ist festzuhalten, dass die medizinische Situation und die 

Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin per Fallabschluss mit den Akten der 

involvierten Ärzte und der Beurteilung von Dr. C.___ vom 16. Juni 2020 hinlänglich 

abgeklärt wurden. Gestützt darauf ist in Beachtung der unfallkausalen 

Gesundheitsschädigung von einer um täglich zwei Stunden verringerten 

Leistungsfähigkeit in einer leidensadaptierten leichten körperlichen Tätigkeit, 

ausschliesslich unter sitzenden oder wechselbelastenden Bedingungen, auszugehen. 

Von weiteren medizinischen Abklärungen sind keine neuen Erkenntnisse zu erwarten, 

weshalb darauf in antizipierter Beweiswürdigung zu verzichten ist. Bereits an dieser 

Stelle sei erwähnt, dass der Beschwerdeführerin bei diesem Zumutbarkeitsprofil auf 

dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt offensichtlich noch ein genügend weites Feld an 

Beschäftigungsmöglichkeiten offensteht bzw. die Arbeitsfähigkeit verwertbar ist.

3.3. 

Eine um täglich zwei Stunden reduzierte Leistungsfähigkeit entspricht zwar rein 

rechnerisch der von der Beschwerdegegnerin zugestandenen Einschränkung von 24 % 

(2 Stunden / 8.34 Stunden). Nachdem aber eine Arbeitsstelle in einem Pensum zu 76 % 

unrealistisch erscheint und sich Dr. C.___ de facto für eine 75%-ige Leistungsfähigkeit 

in angepasster Tätigkeit ausspricht (Suva-act. 175-2), ist im Folgenden von der 

kreisärztlichen Arbeitsfähigkeitsschätzung auszugehen und im Rahmen eines 

Einkommensvergleichs der Invaliditätsgrad zu ermitteln (vgl. vorstehende E. 1.1).

4.1. 

Im Zeitpunkt des Unfallereignisses war die Beschwerdeführerin arbeitslos. Davor 

arbeitete sie als Ungelernte/ohne Ausbildung resp. als Hilfsarbeiterin in Metzgereien, in 

einem Alters- und Pflegeheim, als Produktionsmitarbeiterin in Betrieben und zuletzt im 

Stundenlohn als Verkäuferin (Suva-act. 33-2 f.). Gestützt auf diese Validenkarriere 

erscheint es sachgerecht, für die Ermittlung des Valideneinkommens die 

schweizerische Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik (LSE), Tabelle 

TA1_tirage_skill_level, 2020, und dabei die Sektoren Produktion, Ziff. 10-33 

(Verarbeitendes Gewerbe/Herstellung von Waren), und Dienstleistungen, Ziff. 47 

(Detailhandel) sowie Ziff. 86-88 (Gesundheits- und Sozialwesen), Kompetenzniveau 1, 

Frauen, heranzuziehen (vgl. dazu https://www.koordination.ch/fileadmin/files/atsg/

ivgrad/lse_2020/lse_2020_ta1.pdf; eingesehen am 22. Februar 2023). Der Mittelwert 

dieser Ziffern ergab im Jahr 2020 einen Lohn von monatlich Fr. 4'546.-- (Fr. 4'491.-- für 

die Ziff. 10-33 + Fr. 4'446.-- für die Ziff. 47 + Fr. 4'700.-- für die Ziff. 86-88) und im 

4.2. 

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Zeitpunkt der Rentenprüfung im Jahr 2021 nominallohnindexiert (-0.2 %; vgl https://

www.bfs.admin.ch/bfs/de/home/statistiken/kataloge-datenbanken.assetdetail.

22484185.html; eingesehen am 22. Februar 2023) sowie angepasst an den 

Durchschnitt der betriebsüblichen wöchentlichen Arbeitszeiten von 41.5 Stunden für 

die Ziff. 10-33 (41.28 Stunden), 47 (41.74 Stunden) und 86-88 (41.47 Stunden; vgl. 

dazu https://www.bfs.admin.ch/bfs/de/home/statistiken/arbeit-erwerb/erhebungen/

bua.assetdetail.17104971.html; eingesehen am 22. Februar 2023) Fr. 56'485.-- (Fr. 

4'546.-- x 12 / 40 x 41.5 / 1.002). Von diesem Valideneinkommen ist im Folgenden 

auszugehen.

 4.3. 

Als Grundlage für die Bemessung des Invalideneinkommens ist ebenfalls die 

LSE, Tabelle TA1_tirage_skill_level, und beim vorliegenden Zumutbarkeitsprofil 

unbestrittenermassen das Total der Hilfsarbeiterinnentätigkeiten heranzuziehen. Wie 

bei der Bestimmung des Valideneinkommens sind auch in Bezug auf das 

Invalideneinkommen die aktuellsten statistischen Daten des Jahres 2020 zu verwenden 

(BGE 143 V 297 E. 2.3). Der Lohn hat im Total im Jahr 2021 nominallohnindexiert Fr. 

53'386.-- betragen (Fr. 4'276 x 12 / 40 x 41.7 [betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit 

im Total] / 1.002). Abzüglich Einschränkung der Leistungsfähigkeit von 25 % (vgl. 

vorstehende E. 4.1) resultiert damit ein Einkommen von Fr. 40'040.-- (Fr. 53'386.-- x 

0.75). Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin erachtet dieses (hypothetisch 

erzielbare) Einkommen mit Verweis auf die Gutachten Guggisberg/Schärrer/Gerber/

Bischof sowie Gächter/Egli/Meier/Flippo als zu hoch (act. G 1 S. 11). Eine Korrektur 

des Invalideneinkommens nach unten resp. ein Abweichen vom Zentral- resp. 

Medianwert der LSE wurde mit BGE 148 V 174 indes abgelehnt. Damit bleibt es beim 

vorstehend errechneten Wert.

4.3.1. 

Zur Beurteilung steht weiter ein Abzug von diesem Tabellenlohn. Die 

Beschwerdegegnerin gewährte keinen Abzug, die Beschwerdeführerin beantragt einen 

solchen von mindestens 20 % (act. G 1 S. 11). Wird das Invalideneinkommen auf 

Grundlage von statistischen Durchschnittswerten ermittelt, ist der entsprechende 

Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Mit dem Tabellenlohnabzug ist zu 

berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten 

Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich zu voll leistungsfähigen und 

entsprechend einsetzbaren arbeitnehmenden Personen lohnmässig benachteiligt sind 

und deshalb mit unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Sodann wird 

dem Umstand Rechnung getragen, dass weitere persönliche und berufliche Merkmale 

4.3.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/18

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5.  

einer versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder 

Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben 

können (BGE 129 V 481 E. 4.2.3). Der Abzug darf 25 % nicht übersteigen (BGE 135 V 

301 E. 5.2).

Wie die Beschwerdegegnerin im Einspracheentscheid vom 17. Dezember 2021 

richtig ausführte, sind die schmerzbedingten Beeinträchtigungen und die damit 

zusätzlich notwendigen Pausen von zwei Stunden täglich mit der veranschlagten 25%-

igen Leistungseinschränkung abgedeckt. Im Weiteren rechtfertigen die qualitativen 

Einschränkungen bzw. der Umstand, dass lediglich noch leichte körperliche Tätigkeiten 

in sitzender oder wechselbelastender Arbeitsposition zumutbar sind, keinen Abzug, 

nachdem der Tabellenlohn im Kompetenzniveau 1 bereits eine Vielzahl von leichten 

und mittelschweren Tätigkeiten umfasst (vgl. nebst vielen das Urteil des 

Bundesgerichts vom 6. Oktober 2017, 8C_439/2017, E. 5.5). Auch der noch zumutbare 

Beschäftigungsgrad von 75 % führt bei Frauen ohne Kaderfunktion zu keinen 

Lohnnachteilen (vgl. Tabelle T18 Monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach 

Beschäftigungsgrad, beruflicher Anstellung und Geschlecht; https://

www.koordination.ch/fileadmin/files/atsg/ivgrad/lse_2020/lse_2020_18.pdf; eingesehen 

am 22. Februar 2023). Entsprechend ist auch ein Lohnnachteil bei vollzeitiger Präsenz 

und obgenannter reduzierter Leistungsfähigkeit nicht zu erwarten. Weitere 

Abzugsgründe sind nicht ersichtlich und werden auch nicht geltend gemacht, weshalb 

von einem Invalideneinkommen von Fr. 40'040.-- auszugehen ist.

4.3.3. 

Bei einem Valideneinkommen von Fr. 56'485.-- und einem Invalideneinkommen 

von Fr. 40'040.-- resultiert ein Invaliditätsgrad von 29 % ([Fr. 56'485.-- - 40'040.--] / Fr. 

56'485.--). In diesem Umfang ist die Beschwerde gutzuheissen.

4.4. 

Zu beurteilen bleibt die Höhe des Anspruchs auf eine Integritätsentschädigung. Die 

Beschwerdegegnerin sprach der Beschwerdeführerin gestützt auf die kreisärztliche 

Beurteilung vom 16. Juni 2020 (Suva-act. 177) eine solche basierend auf einem 

Integritätsschaden von 20 % zu. Die Beschwerdeführerin beantragt eine höhere 

Integritätsentschädigung.

5.1. 

Die Integritätsentschädigung wird gemäss Art. 25 Abs. 1 UVG entsprechend der 

Schwere des Integritätsschadens abgestuft. Bei gleichem medizinischem Befund ist 

der Integritätsschaden für alle Versicherten gleich; er wird abstrakt und egalitär 

bemessen. Spezielle Behinderungen der betroffenen Person bleiben dabei 

unberücksichtigt (BGE 124 V 35 E. 3c, 113 V 221 E. 4b). Die Bemessung des 

5.2. 

https://www.koordination.ch/fileadmin/files/atsg/ivgrad/lse_2020/lse_2020_18.pdf
https://www.koordination.ch/fileadmin/files/atsg/ivgrad/lse_2020/lse_2020_18.pdf

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Integritätsschadens hängt somit nicht von den besonderen Umständen des Einzelfalls 

ab; es geht vielmehr um die medizinisch-theoretische Ermittlung der Beeinträchtigung 

der körperlichen und/oder geistigen Integrität, wobei subjektive Faktoren ausser Acht 

zu lassen sind (BGE 115 V 147 E. 1). Nach Art. 36 Abs. 2 UVV wird die 

Integritätsentschädigung gemäss den Richtlinien des Anhangs 3 zur UVV bemessen. 

Dieser Anhang enthält eine als gesetzmässig und nicht abschliessend anerkannte 

Skala. Die medizinische Abteilung der Suva hat in Weiterentwicklung der 

bundesrätlichen Skala zusätzliche Bemessungsgrundlagen in tabellarischer Form 

(sogenannte Feinraster) erarbeitet. Diese Tabellen enthalten Richtwerte, mit denen die 

Gleichbehandlung aller versicherten Personen gewährleistet werden soll; sie sind mit 

dem Anhang 3 zur UVV vereinbar (BGE 124 V 32 E. 1c mit Hinweis).

Trotz des Feinrasters der Suva-Tabellen gibt es Integritätsschäden, die sich nicht 

direkt einer Position der Skala von Anhang 3 zur UVV oder der Suva-Tabellen zuordnen 

lassen. In diesen Fällen ist in direkter oder analoger Anwendung von Ziff. 1 Abs. 2 von 

Anhang 3 zur UVV der Grad der Schwere für spezielle oder nicht aufgeführte 

Integritätsschäden vom Skalenwert bzw. von Positionen der Suva-Tabellen abzuleiten. 

Zuerst ist mithin zu prüfen, ob ein Integritätsschaden in der Skala von Anhang 3 zur 

UVV figuriert. Falls dies nicht zutrifft, ist in den Suva-Tabellen eine passende Position 

zu suchen. Bei negativem Ausgang der Suche ist schliesslich die Schwere des 

Integritätsschadens mittels Vergleichs zu den Werten in der Skala von Anhang 3 zur 

UVV oder der Suva-Tabellen abzuleiten (Thomas Frei, N 17 f. zu Art. 25, in: Marc 

Hürzeler/Ueli Kieser [Hrsg.], Bundesgesetz über die Unfallversicherung, Kommentar 

zum schweizerischen Sozialversicherungsrecht, 2018). Insbesondere die Einordnung 

von Nichtlisten- und kombinierten Fällen öffnet dem Arzt oder der Ärztin einen grossen 

Ermessensspielraum, in welchen die Verwaltung bzw. das Sozialversicherungsgericht 

nicht ohne Not bzw. nur dann eingreifen soll, wenn die unfallmedizinische Beurteilung 

im Hinblick auf die Liste im Anhang 3 UVV sachlich nicht gerechtfertigt ist und zu 

stossenden Ungleichheiten führen würde (Urteil des Bundesgerichts vom 14. August 

2008, 8C_660/2007, E. 4.2).

5.3. 

Dr. C.___ führte mit Beurteilung vom 16. Juni 2020 aus, dass gemäss Suva-Tabelle 

2 (Integritätsschaden bei Funktionsstörungen an den unteren Extremitäten) eine 

Durchtrennung des Nervus tibialis im proximalen Anteil mit 20 % bewertet werde. Bei 

einer distalen Schädigung und überwiegend Störungen der sensiblen Qualitäten bei 

gleichzeitigem Vorliegen eines Neurinoms nach zweimaliger Nervenrekonstruktion 

werde aufgrund des vorliegenden neuropathischen Schmerzsyndroms der 

Integritätsschaden einer distalen Tibialisschädigung analog zu einer proximalen 

5.4. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/18

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6.

Im Weiteren beantragt die Beschwerdeführerin, es sei auf die Kürzung von Rente und 

Integritätsentschädigung von 50 % wegen Eingehung eines Wagnisses zu verzichten, 

eventuell die Verfügung vom 24. August 2018 beschränkt auf den Wagnis-Abzug in 

Wiedererwägung zu ziehen (act. G 1 S. 2). Die Beschwerdegegnerin ist im 

Einspracheentscheid vom 17. Dezember 2021 auf den Antrag um Ausrichtung von 

ungekürzten (Dauer-)Leistungen (Suva-act. 207-1) bei Vorliegen einer res iudicata nicht 

eingetreten (Suva-act. 224-12 f.).

Schädigung des Nervs mit 20 % bewertet (Suva-act. 177). Diese Ausführungen 

leuchten bezüglich Herleitung als auch Höhe vollumfänglich ein. Der Wert von 20 % 

hält auch einem Vergleich zu Suva-Tabelle 5 (Integritätsschaden bei Arthrosen, 

namentlich bei einer schweren Fussarthrose), und Suva-Tabelle 7 (Integritätsschaden 

bei Wirbelsäulenaffektionen bei geringen bis starken Dauerschmerzen) ohne weiteres 

Stand resp. erscheint eher am oberen Rand. Im Weiteren liegen keine anderslautenden 

medizinischen Einschätzungen im Recht. Eine Erhöhung der Integritätsentschädigung 

steht nicht zur Diskussion, womit die Beschwerde in diesem Punkt abzuweisen ist.

Mit Verfügung vom 24. August 2018 kürzte die Beschwerdegegnerin gestützt auf 

Art. 39 UVG in Verbindung mit Art. 50 UVV die Geldleistungen um 50 % und sprach der 

Beschwerdeführerin bei 100%-iger Arbeitsunfähigkeit ein um 50 % gekürztes Taggeld 

(Fr. 123.-- / 2) ab 1. Juni 2018 zu (Suva-act. 36). Dieser Entscheid blieb unangefochten.

6.1. 

Gemäss Rechtsprechung kann die Kürzung der Leistungen (im Sinne einer 

Feststellungsverfügung) Gegenstand eines gesonderten, der Rechtskraft fähigen 

Entscheids sein, auch wenn der Umfang und die Art der Leistungen im 

Entscheidungszeitpunkt (teilweise noch) nicht bekannt sind. Diesfalls kann der einmal 

rechtskräftig festgesetzte Kürzungssatz bei einem späteren Rentenentscheid 

grundsätzlich – abgesehen von hier nicht vorliegenden Ausnahmen (unvorhergesehene, 

schwerwiegende Folgeerscheinen) – nicht mehr angefochten werden (vgl. Urteil des 

Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG] vom 31. August 2001, U 489/00, E. 1.a; 

vgl. ferner Rumo-Jungo/ Holzer, a.a.O, S. 212, mit Verweis auf die Rechtsprechung). 

Diese Rechtsprechung erscheint sachgerecht. Die Frage, ob ein die Kürzung 

rechtfertigendes Wagnis vorliegt, stellt sich im unfallversicherungsrechtlichen Verfahren 

denn nur einmal, weshalb der versicherten Person in diesem Punkt nicht zwangsläufig 

mehrmals der Rechtsweg offenstehen muss. Entsprechend zielt der Einwand, wonach 

die Beschwerdegegnerin mit dem Rentenentscheid und dem Entscheid über die 

6.1.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/18

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Integritätsentschädigung (notwendigerweise) nochmals neu über die Wagnis-Kürzung 

in Bezug auf diese Leistungen befunden habe resp. nochmals darüber hätte befinden 

müssen, und die Beurteilung dieser Frage damit abermals einem Rechtsmittelverfahren 

zugänglich sein müsse, ins Leere.

Zu prüfen bleibt aber konkret, ob aus der Verfügung vom 24. August 2018 (Suva-

act. 36) hinlänglich hervorging, dass die Kürzung nicht nur die damals zur Diskussion 

stehenden Taggeldleistungen betraf, welche auf Seite zwei im ersten Abschnitt 

betragsmässig verfügt wurden, sondern auch allfällig später anfallende 

(Dauer-)Leistungen, so dass die Kürzung auch für letztere gehörig eröffnet wurde und 

rechtswirksam werden konnte. Die Verfügung gliedert sich wie folgt: Im dritten 

Abschnitt der Verfügung wird allgemein ausgeführt, dass "Artikel 39 des 

Bundesgesetzes über die Unfallversicherung und Art. 50 der Verordnung über die 

Unfallversicherung bestimmen, dass bei Nichtberufsunfällen, die auf ein Wagnis 

zurückgehen, die Geldleistungen (Taggeld, Renten, Integritäts- und 

Hilflosenentschädigung) um die Hälfte gekürzt und in besonders schweren Fällen 

verweigert werden". Im vierten Abschnitt wird Art. 50 UVV (Wagnisse) wiedergegeben 

und im nächsten Abschnitt wird festgehalten, dass ein bewusstes Zertrümmern von 

Glas gemäss Rechtsprechung als Wagnis gelte. Schliesslich ist im sechsten Abschnitt 

niedergeschrieben: "Nach Sachlage müssen wir die Geldleistungen um 50 % kürzen. 

Die Pflegeleistungen (Heilkosten) sind von der Sanktion nicht betroffen". Nachdem im 

dritten Abschnitt die Geldleistungen (Taggeld, Renten, Integritäts- und 

Hilflosenentschädigung) klar definiert werden und im sechsten Abschnitt eine Kürzung 

dieser definierten Geldleistungen verfügt wurde, geht aus der Entscheidung vom 24. 

August 2018 ausreichend verständlich hervor, dass von einer Kürzung nicht nur die 

damals zur Diskussion stehenden Taggeldleistungen, sondern auch allfällige später 

anfallende (Geld-)Ansprüche betroffen sind. Diese Tragweite und damit auch die 

Folgen einer Nichtanfechtung hätten der Beschwerdeführerin bei gehöriger Sorgfalt, 

auch ohne rechtliche Vertretung, klar sein müssen. Zumindest hätte sie allfällige 

Unklarheiten bei einem Rechtsanwalt oder einer Rechtsanwältin oder mittels Nachfrage 

bei der Beschwerdegegnerin ausräumen können. Die Verfügung vom 24. August 2018 

wurde somit nicht nur in Bezug auf die betragsmässig gekürzten Taggelder, sondern 

auch bezüglich Kürzung der übrigen definierten Geldleistungen gehörig eröffnet und 

mangels Anfechtung rechtswirksam. Die Beschwerdegegnerin ist damit bei Vorliegen 

einer res iudicata auf den Antrag der Beschwerdeführerin, wonach ihr ungekürzte 

Versicherungsleistungen auszurichten seien, zu Recht nicht eingetreten und die 

Beschwerde ist in diesem Punkt abzuweisen. Damit hat es bei der Kürzung um 50 % 

6.1.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/18

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auch in Bezug auf die Rentenleistungen und die Integritätsentschädigung (vorerst) sein 

Bewenden. Zu erwähnen bleibt aber, dass es wünschenswert wäre, wenn bei einer 

derartigen Konstellation, wo nebst der Feststellung einer Wagnis-Kürzung für sämtliche 

Geldleistungen auch noch ein Leistungsentscheid bezüglich einer konkreten 

Geldleistung (Taggeld) gefällt werden kann, noch klarer die Tragweite in der 

Entscheidung zum Ausdruck kommt, sei es, dass der Unfallversicherer mittels zwei 

Dispositionsziffern anstatt lediglich unterschiedlichen Abschnitten die verschiedenen 

Rechtsverhältnisse abgrenzt, sei es, dass er darüber zwei separate Verfügungen 

erlässt.

Auch mit dem im Beschwerdeverfahren neu gestellten Eventualantrag um 

Wiedererwägung der Verfügung vom 24. August 2018 dringt die Beschwerdeführerin 

nicht durch. Vorab hätte es der Einreichung eines Wiedererwägungsgesuchs bei der 

Beschwerdegegnerin bedurft. Ein solches lässt sich auch nicht der Einsprache ihres 

Rechtsvertreters vom 11. März 2021 (Suva-act. 207) entnehmen, sodass die 

Beschwerdegegnerin aufgrund dessen auch nicht separat oder im 

Einspracheentscheid darüber befinden musste (mittels Nichteintreten auf das 

Wiedererwägungsgesuch oder einem erneuten Sachentscheid bezüglich Kürzung). Es 

trifft auch nicht zu, dass die Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort vom 25. 

Februar 2022 lite pendente eine Wiedererwägung in materieller Auseinandersetzung 

abgelehnt hätte. Erst wenn die Beschwerdegegnerin auf ein Wiedererwägungsgesuch 

eintritt und erneut einen (ablehnenden/negativen) Sachentscheid trifft, kann das hiesige 

Gericht überprüfen, ob die ursprüngliche Verfügung vom 24. August 2018 tatsächlich 

zweifellos unrichtig und damit der Wiedererwägung zugänglich war (vgl. Urteil des EVG 

vom 13. November 2006, H 51/04, E. 5.1). Der Vollständigkeit halber sei abschliessend 

erwähnt, dass nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung die Verwaltung weder 

von den Betroffenen noch vom Gericht zu einer Wiedererwägung angehalten werden 

kann. Es besteht kein gerichtlich durchsetzbarer Anspruch auf Wiedererwägung resp. 

zur Eröffnung eines Wiedererwägungsverfahrens, weshalb Verfügungen, mit denen das 

Eintreten auf ein Wiedererwägungsgesuch abgelehnt wird, grundsätzlich nicht 

anfechtbar sind (BGE 133 V 52 E. 4; vgl. ferner Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 4. Aufl. 

2020, N 69 zu Art. 53). Gestützt auf das Gesagte ist auf den im Gerichtsverfahren 

eingereichten (Eventual-)Antrag auf Wiedererwägung der Verfügung vom 24. August 

2018 demnach nicht einzutreten.

6.2. 

Nicht einzutreten ist mangels Rechtsschutzinteresses schliesslich auch auf den 

Antrag, es seien der Beschwerdeführerin weiterhin die Kosten für die notwendigen 

Medikamente zu erstatten. Die Beschwerdegegnerin hat bereits mit Schreiben vom 27. 

6.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/18

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7.  

Januar 2021 einen Anspruch darauf auf Dauer, damit auch über den Fallabschluss 

hinaus, bejaht (Suva-act. 194) und es ist nicht ersichtlich, dass sie dieser Zusage nicht 

nachkommen würde.

Nach dem Gesagten ist der angefochtene Einspracheentscheid vom 17. 

Dezember 2021 im Sinne der Erwägungen insofern abzuändern und die Beschwerde 

dahingehend gutzuheissen, als der Beschwerdeführerin ab 1. März 2021 eine Rente 

basierend auf einem Invaliditätsgrad von 29 % zuzusprechen ist. Im Übrigen ist die 

Beschwerde abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.

7.1. 

Gerichtskosten sind mangels gesetzlicher Grundlage im UVG keine zu erheben 

(vgl. dazu Art. 61 lit. f  ATSG).

7.2. 
bis

Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei 

Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom 

Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In 

der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 

22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung (HonO; sGS 963.75) pauschal Fr. 1'500.-- bis Fr. 

15'000.--. Im hier zu beurteilenden Fall erscheint mit Blick auf vergleichbare Fälle eine 

Parteientschädigung von Fr. 4'000.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) 

als angemessen. Der Rechtsvertreter hat bezüglich Höhe des Invaliditätsgrads zu 

Recht den Einspracheentscheid der Beschwerdegegnerin angefochten, obsiegt jedoch 

in diesem Punkt nur teilweise. Im Übrigen unterliegt die Beschwerdeführerin, soweit auf 

ihre Anträge überhaupt eingetreten wird. Vor diesem Hintergrund erscheint es in 

Beachtung des gerechtfertigten Aufwands angemessen, eine um Fr. 2'000.-- reduzierte 

Parteientschädigung von Fr. 2'000.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) 

zuzusprechen. In diesem Umfang erübrigt sich die Festsetzung einer Entschädigung 

aus der gewährten unentgeltlichen Rechtsverbeiständung.

7.3. 

Das aufgrund des lediglich teilweisen Obsiegens nicht von der 

Beschwerdegegnerin zu bezahlende Honorar (Fr. 2'000.--) ist im Rahmen der 

unentgeltlichen Rechtsverbeiständung zu vergüten und deshalb um 20 % zu reduzieren 

(Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes [AnwG], sGS 963.70). Der Rechtsvertreter der 

Beschwerdeführein ist somit vom Staat mit Fr. 1'600.-- (einschliesslich Barauslagen 

und Mehrwertsteuer; Fr. 2'000.-- x 0.8) zu entschädigen. Eine Partei, der die 

unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, ist zur Nachzahlung verpflichtet, sobald sie 

dazu in der Lage ist (Art. 123 der Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272] 

7.4. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/18

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Entscheid

1.

Der angefochtene Einspracheentscheid vom 17. Dezember 2021 wird im Sinne der 

Erwägungen insofern abgeändert und die Beschwerde dahingehend gutgeheissen, als 

der Beschwerdeführerin ab 1. März 2021 eine Rente basierend auf einem 

Invaliditätsgrad von 29 % zugesprochen wird. Im Übrigen wird die Beschwerde 

abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2.

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.

Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung von 

Fr. 2'000.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

4.

Der Staat entschädigt den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin zufolge 

unentgeltlicher Rechtsverbeiständung mit Fr. 1'600.-- (einschliesslich Barauslagen und 

Mehrwertsteuer).

in Verbindung mit Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRP; 

sGS 951.1]).

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	Entscheid Versicherungsgericht, 22.02.2023
	Art. 18, 24 UVG. Prüfung der Höhe der Invalidenrente und der Integritätsentschädigung. Teilweise Gutheissung der Beschwerde im Rentenpunkt. Im Übrigen Abweisung der Beschwerde, soweit darauf eingetreten wird (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 22. Februar 2023, UV 2022/10). Teilweise aufgehoben durch Urteil des Bundesgerichts 8C_235/2023.

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