# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 77c3b69c-d9c1-5709-be35-0aa2822704fb
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-06-14
**Language:** de
**Title:** Staats- und Gemeindesteuern 2018
**Docket/Reference:** ST.2020.121
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/1-st.2020.121.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

1. Abteilung 

1 ST.2020.121 

Entscheid 

 14. Juni 2023 

Mitwirkend: 

Einzelrichterin Christina Hefti und Gerichtsschreiber Gilles Vogt 

In Sachen 

A ,    

vertreten durch R. Berli TREUHAND AG,  
Untere Bahnhofstrasse 25a, 8340 Hinwil,  

Rekurrent,  

gegen 

K a n t o n   Z ü r i c h ,    

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Süd, 
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Rekursgegner,  

betreffend 

Staats- und Gemeindesteuern 2018 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
- 2 - 

hat sich ergeben: 

A. 2008 meldete sich der bis dahin in der eigenen Liegenschaft in der zürche-

rische Gemeinde B wohnhafte A (nachfolgend der Pflichtige) in die schwyzer Gemein-

de  C  an  eine  c/o-Adresse  ab,  wo  er fortan  unbeschränkt steuerpflichtig war,  während 

er  im  Kanton  Zürich  weiterhin  qua  Liegenschaftsbesitz  besteuert  wurde.  Mittlerweile 

lebt  der  Pflichtige  mit  seiner  Lebensgefährtin  und  Tochter  der  Eheleute  D  in  der  zür-

cherischen Gemeinde E, wo er sich per 15. März 2019 angemeldet hat. Seine Lebens-

gefährtin lebte bereits 2013 in der zürcherischen Gemeinde E.  

Mit Auflage vom 14. Januar 2020 untersuchte der Kanton Zürich die Wohnsi-

tuation pro 2018 und ersuchte um folgende Unterlagen bzw. Auskünfte: 

• 

Kopie Mietvertrag im Kanton Schwyz, woraus die Mietparteien, das Mietobjekt 

(Anzahl Zimmer), Mietbeginn und Mietzins ersichtlich sein müssen. Zusätzlich 

ist das Verhältnis zu allfälligen Mitmietern offenzulegen; 

•  Grundrissplan  der  Wohnung  im  Kanton  Schwyz,  wobei  die  Nutzung  der  ein-

zelnen Zimmer zu notieren ist; 

• 

Detaillierter Kontoauszug vom 1.1 – 31.1.2018, woraus die einzelnen Buchun-

gen  mit  Datum,  Zahlungsempfänger  und  Ort  der  Ausgabe  ersichtlich  sein 

müssen.  Es  sind  auch  allfällige  detaillierte  Kreditkartenabrechnungen  einzu-

reichen; 

• 

Nachweis über Telefon-, Internet- und TV-Anschluss an beiden Adressen; 

•  Grundrissplan  der  Liegenschaft  in  der  zürcherische  Gemeinde  B,  wobei  so-

wohl die selbstgenutzten als auch die fremdvermieteten Flächen farblich mar-

kiert sein müssen; 

• 

Kopie Mietvertrag der Liegenschaft in der zürcherische Gemeinde B. 

Die Auflage wurde am 6. Februar 2020 teilweise erfüllt, mit dem Hinweis, die 

übrigen einverlangten Unterlagen seien nicht erhältlich.  

Am  26.  Februar  2020  schätzte  das  kantonale  Steueramt  den  Pflichtigen  mit 

einem  steuerbaren  Einkommen  von  Fr.  74'400.-  und  einem  steuerbaren  Vermögen 

1 ST.2020.121 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
- 3 - 

von Fr. 1'072'000.- ein. Dabei ging es davon aus, der Pflichtige sei im Kanton Zürich 

unbeschränkt steuerpflichtig.  

B.  Hiergegen  erhob  der  Pflichtige  am  24.  März  2020  (Poststempel)  Einspra-

che mit dem Antrag, den steuerlichen Wohnsitz pro 2018 im Kanton Schwyz zu belas-

sen. 

Die Einsprache wurde am 25. Mai 2020 abgewiesen.  

C. Mit Rekurs vom 25. Juni 2020 wandte sich der Pflichtige mit folgenden An-

trägen ans Steuerrekursgericht: 

1.  Der  Einschätzungsentscheid  vom  26.  Februar  2020  bzw.  der  Einspracheent-

scheid vom 25. Mai 2020 sei aufzuheben und die Steuerhoheit für das Steuer-

jahr 2018 im Kanton Schwyz bzw. in der schwyzer Gemeinde C zu belassen. 

2.  Sollte  das  Steuerrekursgericht  zur  Auffassung  gelangen,  dass  die  Steuerho-

heit und damit die unbeschränkte Steuerpflicht für die Steuerperiode 2018 im 

Kanton Zürich gegeben ist, so ist bei den Einkünften  nicht der Eigenmietwert 

durch  den  Steuerpflichtigen  zu  versteuern,  sondern  lediglich  die  Mietzinsein-

nahmen seiner Tochter im Umfang von Fr. 12'000.- p.a. 

3.  Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Staatskasse. 

Das  kantonale  Steueramt  schloss  am  16.  Juli  2020  auf  Abweisung  des 

Rechtsmittels. Der Pflichtige hielt in einer Stellungnahme dazu an seinem Standpunkt 

fest.  

Auf  die  weiteren  Ausführungen  der  Parteien  wird,  sofern  rechtserheblich,  in 

den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.  

1 ST.2020.121 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
- 4 - 

Die Einzelrichterin zieht in Erwägung: 

1. Streitig ist vorliegend, ob der Pflichtige 2018 seien steuerrechtlichen Wohn-

sitz  im  Kanton  Zürich  oder  im  Kanton  Schwyz  hatte  bzw.  dort  unbeschränkt  steuer-

pflichtig  war.  Während  er  in  der  zürcherische  Gemeinde  B  Eigentümer  einer  Liegen-

schaft ist, die in ein Fotostudio (EG, vermietet an F), ein Wohnstudio (1. OG, vermietet 

an F) und eine 4½ Zimmerwohnung (1. und 2. OG, es handelt sich dabei um die Woh-

nung,  in  der  der  Pflichtige  unbestritten  bis  2008  gelebt  hat  und  in  der  unstreitig  2018 

seine Tochter lebte) unterteilt ist, stand ihm im Kanton Schwyz nach eigener Aussage 

ein  Zimmer  bei  den  Eheleuten  D,  die  die  Eltern  seiner  Jugendfreundin  und  jetzigen 

Partnerin  sind,  unentgeltlich  zur  Verfügung  (R-act.  2),  wobei  er  Bad,  Küche,  Wohn-

zimmer und Balkon habe mitbenutzen dürfen. 

2.  a)  §  3  Abs.  1  des  Steuergesetzes vom  8.  Juni  1997  (StG)  bestimmt,  dass 

natürliche Personen aufgrund persönlicher Zugehörigkeit steuerpflichtig sind, wenn sie 

ihren steuerrechtlichen Wohnsitz oder Aufenthalt im Kanton haben. Einen steuerrecht-

lichen  Wohnsitz  im  Kanton  hat  eine  Person,  wenn  sie  sich  hier  mit  der  Absicht  des 

dauernden Verbleibens aufhält oder wenn ihr das Bundesrecht einen besonderen ge-

setzlichen Wohnsitz zuweist (vgl. § 3 Abs. 2 StG). Diese kantonale Bestimmung lautet 

gleich wie Art. 3 Abs. 1 und Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Harmonisierung der 

direkten Steuern von Kantonen und Gemeinden vom 14. Dezember 1990 (StHG) und 

Art.  3  Abs.  1  und  Abs.  2  des  Bundesgesetzes  über  die  direkte  Bundessteuer  vom 

14. Dezember  1990 (DBG)  betreffend die Steuerpflicht  natürlicher  Personen aufgrund 

persönlicher  Zugehörigkeit.  Die  Bestimmungen  sind  somit  gleich  auszulegen  (BGr, 

10. März 2019, 2C_473/2018, E. 3; BGr, 17. Juli 2019, 2C_87/2019, mit weiteren Hin-

weisen, auch zum Folgenden). 

Nach  ständiger  Rechtsprechung  des  Bundesgerichts  liegt  der  steuerrechtli-

cher Wohnsitz einer Person am Ort, an dem sich der Mittelpunkt ihrer Lebensinteres-

sen befindet. Dieser Ort bestimmt sich nach der Gesamtheit der objektiven, äusseren 

Umstände,  aus  denen  sich  diese  Interessen  erkennen  lassen.  Der  steuerrechtliche 

Wohnsitz kann demnach nicht frei bezeichnet werden. Der Ort, an welchem die Schrif-

ten  hinterlegt  sind  oder  wo  die  politischen  Rechte  ausgeübt  werden,  spielt  nicht  eine 

1 ST.2020.121 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
- 5 - 

entscheidende Rolle. Als äussere Merkmale können sie ein Indiz für den steuerrechtli-

chen Wohnsitz bilden, falls auch das übrige Verhalten der Person dafürspricht.  

Wenn sich eine Person abwechslungsweise an zwei Orten aufhält, ist für die 

Bestimmung des steuerrechtlichen Wohnsitzes darauf abzustellen, zu welchem Ort sie 

die  stärkeren  Beziehungen  hat.  Diese  Frage  ist  jeweils  aufgrund  der  Gesamtheit  der 

Umstände  des  Einzelfalls  zu  beurteilen  (vgl.  BGE  138  II  300  E.  3.2;  132  I  29  E.  4;    

125  1  54  E.  2;  BGr,  10.  März  2019,  2C_473/2018,  E.  4.1;  BGr,  16.  Juli  2018, 

2C_546/2017, E. 2.3; BGr, 16. März 2018, 2C_580/2017, E. 4.1; BGr, 3. August 2017, 

2C_1045/2016,  E.  3.3).  Massgebend  sind  die  Verhältnisse  am  Ende  der  betroffenen 

Steuerperiode (Art. 4b Abs. 1 StHG).  

b)  Die Umstände,  die die  allgemeine  Steuerpflicht  begründen,  sind steuerbe-

gründende  Tatsachen  und  deshalb  von  den  Steuerbehörden  zu  beweisen  (Oester-

helt/Seiler,  in:  Kommentar  zum  Schweizerischen  Steuerrecht,  Bundesgesetz  über  die 

Harmonisierung der direkten Steuern von Kantonen und Gemeinden, 4. A., 2022, Art. 3 

N 82 StHG). Dies gilt auch dann, wenn sich der steuerrechtliche Wohnsitz bis anhin im 

Kanton Zürich befand und streitig ist, ob er aufgegeben worden ist bzw. sich an einen 

ausserkantonalen Ort verlagert hat. Von daher ist der bisherige steuerrechtliche Wohn-

sitz  für  die  Verteilung  der  Beweislast  nicht  von  Bedeutung  (VGr,  26.  März  1997,  StE 

1997 B 11.1 Nr. 15 = ZStP 1997, 269). Immerhin kann der steuerpflichtigen Person der 

Gegenbeweis  für  die  Aufgabe  des  bisherigen  Wohnsitzes  oder  das  Vorliegen  eines 

ausserkantonalen  Wohnsitzes  auferlegt  werden,  wenn  die  von  der  Einschätzungsbe-

hörde  behauptete  subjektive  Steuerpflicht  als  sehr  wahrscheinlich  gilt 

(BGr, 

1. März 2012, 2C_785/2011, E. 2.3). Dies trifft vor allem zu, wenn die bisherige Woh-

nung im Kanton (ohne Fremdvermietung) weiterhin beibehalten wird; dies ist ein Indiz 

dafür, dass der bisherige Lebensmittelpunkt im Kanton nicht definitiv aufgegeben wor-

den ist.  

Die  praktische  Bedeutung  dieser  Beweislastverteilung  ist  jedoch  insofern 

überschaubar,  als  das  Bundesgericht  verschiedene  tatsächliche  Vermutungen  aner-

kannt hat, welche den Zustand der Beweislosigkeit gar nicht erst eintreten lassen (BGr, 

20. Dezember 2019, 2C_415/2019, E. 5.3; BGr, 3. Juni 2019, 2C_73/2018, E. 3.3, mit 

weiteren Hinweisen, auch zum Folgenden). Solche auf allgemeinen Erfahrungssätzen 

aufbauende tatsächliche Vermutungen lassen es zu, aufgrund bewiesener, für die kon-

1 ST.2020.121 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
- 6 - 

krete  Frage  nicht  unmittelbar  erheblicher  Tatsachen  auf  das  Vorliegen  ansonsten  un-

bewiesener, erheblicher Tatsachen zu schliessen. War aufgrund bestimmter familiärer 

Verhältnisse  während mehrerer  Steuerperioden  vom  Lebensmittelpunkt  an  einem  be-

stimmten  Ort  auszugehen  und  stösst  die  Steuerbehörde  bei  ihrer  Untersuchung  nicht 

auf  gegenteilige  Hinweise  (Vermutungsbasis),  ist  darauf  zu  schliessen,  dass  sich  an 

den massgebenden Verhältnissen nichts geändert hat (Vermutungsfolge) und sich der 

Mittelpunkt  der  Lebensinteressen  für  die  darauffolgende  Steuerperiode  weiterhin  am 

besagten  Ort  befindet.  Sind  die  Voraussetzungen  dieser  Tatsachenvermutung  gege-

ben,  muss  die  abgabepflichtige  Person  den  Gegenbeweis  antreten  und  nachweisen, 

dass Vermutungsbasis oder Vermutungsfolge nicht zutreffen. Sie kann einerseits dar-

legen, bereits in den Vorperioden sei der Lebensmittelpunkt falsch festgelegt worden. 

Anderseits  kann sie vorbringen,  dass  sich die Verhältnisse in der massgeblichen Zeit 

geändert hätten. 

In  Bezug  auf  die  Beweisführung  über  die  Aufgabe  des  Wohnsitzes  wendet 

somit das Bundesgericht zumindest im Resultat die  Beweislastregel zuungunsten des 

Steuerpflichtigen an. Mit der herrschenden Lehre ist nämlich davon auszugehen, dass 

die Steuerpflicht nicht mit jeder Steuerperiode neu beginnt. In der Regel wird der Steu-

erbehörde  der  Beweis  gelingen,  dass  der  Steuerpflichtige  in  den  Vorperioden  seinen 

Wohnsitz im Kanton und somit die Steuerpflicht zumindest zu Beginn der Steuerperio-

de bestanden hatte. Es ist dann nach der Normentheorie (Art. 8 ZGB) am Steuerpflich-

tigen,  den  Wegfall  seiner  Steuerpflicht  als  steuermindernde  Tatsache  zu  beweisen  

(Oesterhelt/Seiler,  in:  Kommentar  zum  Schweizerischen  Steuerrecht,  Bundesgesetz 

über die direkte Bundessteuer, 4. A., 2022, Art. 3 N 67 DBG). 

Wenn der frühere Wohnsitzkanton für ein paar Jahre anerkennt, dass sich das 

Hauptsteuerdomizil  in  einem  anderen  Kanton  befand,  so  kann  er  zwar  auf  eine  neue 

Steuerperiode hin die Besteuerungshoheit wieder in Anspruch nehmen, hat aber eine 

veränderte  Faktenlage  zu  seinen  Gunsten  nachzuweisen,  wie beispielsweise die Ver-

änderung der Wohnverhältnisse  oder der Übergang vom Erwerbsleben in den Ruhe-

stand (BGr, 8. März 2022, 2C_232/2021, E.2.4.2 ff, auch zum Folgenden), wobei dies 

nur  dann  gilt,  wenn  die steuerpflichtige  Person  ihren Mitwirkungspflichten im  Rahmen 

des Zumutbaren nachgekommen ist. Der Begriff der Veränderung der Faktenlage darf 

nicht allzu wörtlich aufgefasst werden: Eine solche ist auch zu bejahen, wenn die Fak-

tenlage in früheren Steuerperioden gar nicht abgeklärt wurde, die nunmehr gelieferten 

1 ST.2020.121 

 
 
 
 
 
 
 
 
- 7 - 

Informationen  indes  hinreichende  Anhaltspunkte  liefern,  um  die  Besteuerungskompe-

tenz erneut in Anspruch zu nehmen.  

3.  a)  Das  kantonale  Steueramt  argumentiert,  praktisch  alle  im  Steuererklä-

rungsverfahren  2018  eigereichten  Belege  wie  Lohnausweis,  Bank-  oder  Hypothekar-

auszüge,  Unterhaltsrechnungen,  Krankenkassenübersicht,  Säule  3a-Beleg,  Abrech-

nung Auszahlung Kapitalleistung aus der 2. Säule sowie Meldung derselben durch die 

Pensionskasse  würden  auf  die  Adresse  in  der  zürcherische  Gemeinde  B  lauten.  Aus 

den eingereichten Kontoauszügen der ZKB, Filiale zürcherische Gemeinde B, ergäben 

sich Arzt-, Zahnarzt-, und Fitnesscenterbesuche in der zürcherische Gemeinden B und 

E. Ausserdem bestünden Geschäftsbeziehungen zu einem Treuhänder  und einer Ga-

rage  in  zwei  weiteren  zürcherischen  Gemeinden.  Aus  den  eingereichten  Übersichten 

seien keine Einkäufe von täglichen Besorgungen, Kleidung und dergleichen und keine 

Bargeldbezüge ersichtlich. Es sei deshalb davon auszugehen, dass die Auflage in die-

sem  Punkt  nur  unvollständig  erfüllt  worden  sei.  Aus  den  eingereichten  Dokumenten 

zeige sich jedoch ein klarer Bezug des Pflichtigen zur zürcherische Gemeinde B. Ver-

bindungen zum Kanton Schwyz seien nicht zu erkennen. Schliesslich lebten die kran-

ken  Eltern  des  Pflichtigen  (deren  Liegenschaft  ist  einseitig  am  Haus  des  Pflichtigen 

angebaut,  vgl.  R-act.  3/14)  sowie  dessen  Tochter  und  dessen  Lebensgefährtin  alle-

samt in der zürcherische Gemeinde B und Umgebung.  

b)  Vorab  ist  hier  festzuhalten,  dass  die  vom  kantonalen  Steueramt  zitierten 

Beweismittel  tatsächlich  auf  die  zürcherische  Gemeinden  B  oder  E  als  Lebensmittel-

punkt deuten (zu der nach der zürcherischen Gemeinde B adressierten Post vgl. T-act. 

3/1-3).  Einzig  hinsichtlich  der  Barabhebungen  ist  der  Vorinstanz  insofern  ein  Fehler 

unterlaufen, dass sich aus den eingereichten Bankauszügen durchaus solche ergeben 

(R-act.  3/11).  Sie sind  ausnahmslos  in der zürcherischen Gemeinden  B oder  E  zuzu-

ordnen. Der Pflichtige bestreitet diese Deutung der Beweismittel nicht, liefert dazu aber 

Erklärungen, wie folgend dargestellt wird.  

4. a) Der Pflichtige arbeitete bis 31. Mai 2018 als Kantonspolizist für den Kan-

ton Zürich. Ende Mai 2018 liess er sich pensionieren (T-act. 3/3, T-act. 9 und R-act. 2).  

1 ST.2020.121 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
- 8 - 

Zur  Auflage  führt  er  sinngemäss  aus,  er  habe  sie  soweit  möglich  erfüllt  

(T-act. 7, auch zum Folgenden). Ein Grundrissplan der Liegenschaft im Kanton Schwyz 

existiere  nicht.  Dasselbe  gelte  für  Nachweise  betreffend  Telefon-,  Internet-  und  TV-

Anschluss.  Er  habe  nur  sein  Mobiltelefon  gehabt,  welches  vom  Arbeitgeber  bis  Ende 

Mai 2018 bezahlt worden sei. Anschliessend habe er einen Vertrag mit der Swisscom 

(und  später  mit  yallo,  R-act.  2)  abgeschlossen.  Genauso  erübrige  sich  ein  Nachweis 

von Telefon-, Internet- und TV-Anschluss in zürcherischen Gemeinde B, da er seit Jah-

ren nicht mehr dort wohnhaft sei.  

Hintergrund der Wohnsitzverlegung 2008 seien die schwierige Scheidung des 

Pflichtigen von seiner Exfrau und der zunehmende Pflegebedarf von dessen Eltern, die 

angrenzend  zu  seiner  Liegenschaft  in  der  zürcherische  Gemeinde  B  leben,  gewesen 

(R-act.  2,  auch zum  Folgenden).  Natürlich  habe  er  seine  Eltern regelmässig gepflegt, 

aber wenn das einzige Kind gleich nebenan wohne, könne die Betreuung zur Dauerbe-

lastung  werden.  Die  Wohnmöglichkeit  im  Kanton  Schwyz  sei  ihm  angeboten  worden, 

weil  er  die  Ehegatten  D  und  deren  Tochter  seit  seiner  Jugend  kenne  (T-act.  9,  auch 

zum Folgenden). Als Gegenleistung dafür, dass er keine Miete habe bezahlen müssen, 

habe er die Eltern seiner Jugendfreundin betreut (R-act. 2, auch zum Folgenden) sowie 

Einkäufe und Reparaturen vorgenommen (T-act. 9, auch zum Folgenden). Die Ehegat-

ten  D  seien  betagt  und  entsprechend  falle  es  ihnen  schwer,  gewisse  Besorgungen 

selbst vorzunehmen. Ferner seien sie finanziell derart gut gestellt, dass sie auf ein Ne-

beneinkommen in Form von Mietertrag nicht angewiesen seien. Auch heute würden die 

Eheleute D vom Pflichtigen und dessen Partnerin betreut und bei Besorgungen unter-

stützt. Ende 2017 bzw. anfangs 2018 seien er und seine Lebensgefährtin zusammen-

gekommen,  wobei  er  sich  erst  anfangs  2019  dazu  entscheiden  habe,  in die  zürcheri-

sche Gemeinde E zu ziehen (R-act. 2). Die 4 ½-Zimmer Wohnung in der zürcherischen 

Gemeinde B werde seit dem Wegzug der Exfrau des Pflichtigen 2014 allein von des-

sen Tochter bewohnt (T-act. 9, auch zum Folgenden). Es gebe keine Zimmer, die dem 

Pflichtigen  zur  Übernachtung  dienen  könnten.  Allein  der  Umstand,  dass  sich  der 

Freund  der  Tochter  regelmässig  dort  aufhalte,  lasse  ein  solches  Vorgehen  faktisch 

kaum zu.  

b)  aa)  Es  treffe zu,  dass  –  wie  vom  kantonalen Steueramt  vorgebracht  –  die 

Bankunterlagen des Pflichtigen 2018 an die Adresse in der zürcherischen Gemeinde B 

1 ST.2020.121 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
- 9 - 

gesandt worden seien. Es habe allerdings ein Nachsendeauftrag an die Adresse in der 

zürcherischen  Gemeinde  E  bestanden  (T-act.  9,  auch  zum  Folgenden).  Der  Grund 

dieses Vorgehens sei gewesen, dass der über 80-jährige Domizilgeber des Pflichtigen 

versehentlich dessen Post geöffnet habe. Daraufhin sei es zwischen den Eheleuten D 

zu einer verbalen Auseinandersetzung gekommen. Da sich der Pflichtige ab und zu bei 

seiner  Freundin  in  der  zürcherischen  Gemeinde  E  aufgehalten  habe,  habe  er  infolge 

dieses Vorfalls seine Post dorthin senden lassen. 

Tatsächlich sei das irrtümliche Öffnen der Post durch die Ehegatten  D mehr-

fach vorgekommen (R-act. 2, auch zum Folgenden), weswegen sich der Pflichtige da-

zu entschlossen habe, nur noch die unwichtige Post direkt in den Kanton Schwyz schi-

cken  zu  lassen.  Alles  andere  habe  er  an  seinen  ehemaligen  Wohnort  senden  lassen 

und  dafür  den  Nachsendeauftrag  in  die  zürcherische  Gemeinde  E  eingerichtet.  Aus 

dem eingereichten Beleg (vgl. R-act. 3/9) sei zu erkennen, dass dieser Nachsendeauf-

trag bereits am 17. Juli 2013 mit Wirkung ab 23. März 2017 (recte: 22. Juli 2013) ein-

gerichtet  worden  sei.  Alternativ  hätte  der  Pflichtige  auch  ein  Postfach  im  Kanton 

Schwyz anmieten können, er habe sich jedoch für die Variante Umleitung entschieden, 

weil die Post im Kanton Schwyz verkehrstechnisch sehr ungünstig liege.  

bb)  Die  Erklärung  des  Pflichtigen  überzeugt  nicht.  Es  erscheint  lebensfremd, 

dass er zuerst bei der Post und den übrigen Adressaten (Arbeitgeber, Versicherungen, 

Banken  etc.)  eine  Adressänderung  von  der  zürcherische  Gemeinde  B  in  den  Kanton 

Schwyz  angab,  infolge  mehrfacher  Verletzung  des  Postgeheimnisses  durch  die  Ehe-

leute  D  aber  2013  den  «wichtigen»  Korrespondenzpartnern  wie  Banken,  Arbeitgeber 

etc. (nicht aber der Post in Form eines Nachsendeauftrags, sonst wäre die unwichtige 

Post auch in die zürcherische Gemeinde B geschickt worden) eine Adressänderung in 

die  zürcherische  Gemeinde  B  mitteilte,  nur  um  bei  der  Post  einen  (kostenpflichtigen) 

Nachsendeauftrag von der zürcherische Gemeinde B in die zürcherische Gemeinde E 

einzurichten. Zur Erinnerung: 2013 hätten sowohl die Tochter des Pflichtigen als auch 

dessen  Eltern  seine  Post  in  der  zürcherische  Gemeinde  B  in  Empfang  nehmen  und 

ihm  übergeben  können. Nach  eigener  Aussage war  die Tochter  der  Eheleute  D  noch 

nicht  seine  Lebensgefährtin,  sondern  lediglich  eine  Jugendfreundin,  so  dass  ohnehin 

das  Vertrauensverhältnis  zu  seiner  unmittelbaren  Verwandtschaft  hätte  grösser  sein 

müssen. Ferner war unter den geschilderten Umständen (betreuungsbedürftige Eltern) 

damit zu rechnen, dass sich der Pflichtige regelmässig in der zürcherischen Gemeinde 

1 ST.2020.121 

 
 
 
 
 
 
 
 
- 10 - 

B,  nicht  jedoch  in  der  zürcherischen  Gemeinde  E,  aufhalten  würde.  Faktisch  ist  die 

einzig  logische  Erklärung,  dass  er  nie  eine  Adressänderung  in  den  Kanton  Schwyz 

mitteilte, sich aber 2013 dazu entschloss, seine Post von der zürcherische Gemeinde B 

in die zürcherische Gemeinde E nachsenden zu lassen, wobei der Nachsendeauftrag 

aktenkundig  2018  noch  aktiv  war  (T-act.  7,  Beilage).  Das  legt  die  Schlussfolgerung 

nahe, dass der Pflichtige und die Tochter der Ehegatten D 2013 bereits ein Paar waren 

und dass er sich regelmässig an deren Adresse in der zürcherischen Gemeinde E auf-

hielt. Dies entspricht auch der Schilderung in der Einsprache vom 23. März 2020 : «Da 

sich  unser  Klient  [der  Pflichtige]  auch  ab  und  zu  bei  seiner  Freundin  in  der  zürcheri-

schen Gemeinde  E  aufhielt,  liess er  aufgrund  des  beschriebenen  Vorfalls  [Öffnen  der 

Post] künftig seine Post an jene Adresse senden». 

c) aa) Der Pflichtige führt weiter aus, er zahle seine Rechnungen sowie seinen 

übrigen Lebensunterhalt ausschliesslich in bar. Aus diesem Grund hebe er regelmäs-

sig Barbeträge bei seiner Bank ab und zahle mit dem Postquittungsbüchlein seine Ver-

bindlichkeiten  ein.  Dies  habe  er  [sinngemäss  2018]  vorwiegend  in  der  zürcherischen 

Gemeinde  B  erledigt,  wenn  er  sich  bei  seinen  Eltern  befunden  habe,  zumal  er  seine 

Mutter auf die Post habe begleiten müssen, oder aber in der zürcherischen Gemeinde 

E, wenn er seine Partnerin besucht habe (R-act. 2, auch zum Folgenden). Bei seinem 

Vater  sei  2017  Lungenkrebs  diagnostiziert  worden.  Der  Pflichtige  habe  sämtliche  fi-

nanzielle Angelegenheiten seiner Eltern besorgen müssen, so auch alle Einzahlungen 

bei der ZKB. Es liege auf der Hand, dass er bei dieser Gelegenheit auch die eigenen 

Einzahlungen erledigt habe und nicht extra im Kanton Schwyz nochmals zur Bank ge-

gangen sei. Im Übrigen habe er mit dem abgehobenen Bargeld auch für die Ehegatten 

D im Kanton Schwyz eingekauft.  

bb) Mit der Auflageantwort vom 6. Februar 2020 reichte der Pflichtige lediglich 

Auszüge des ZKB-Privatkontos ein, obschon er in der Steuererklärung 2018 daneben 

noch  folgende  Konti  deklarierte:  zusätzliches  Privatkonto  ZKB,  ZKB  Sparkonto  Plus, 

Privatkonto Postfinance, Depot Postfinance 97-159871-1 und Vermögensverwaltungs-

konto ZKB. Zwar könnte man dem kantonalen Steueramt den Vorwurf machen, dass in 

der Auflage vom 14. Januar 2020 um Einreichung eines detaillierten Kontoauszugs pro 

2018  im  Singular  ersucht  wurde,  jedoch  hätte  der  Pflichtige  diesbezüglich  nach  Treu 

und Glauben beim kantonalen Steueramt nachhaken müssen, welches Konto nun ge-

meint sei, da er 2018 über mehr als ein Konto verfügte, oder aber Unterlagen zu allen 

1 ST.2020.121 

 
 
 
 
 
 
 
 
- 11 - 

Konti einreichen müssen. Im Übrigen hat das kantonale Steueramt spätestens im Ein-

spracheentscheid unmissverständlich klargestellt, dass Auszüge von sämtlichen Konti 

einverlangt worden seien («Im Auflageverfahren wurden sämtliche Verbindungsdetails 

zu den Geldbezügen bei Bank- und Kreditkarteninstituten einverlangt») und die unvoll-

ständige Erfüllung der Auflage beanstandet, was jedoch den Pflichtigen nicht dazu ver-

anlasste, weitere Belege einzureichen, obschon ihm definitiv bewusst war, dass er die 

Auflage  nur  unvollständig  erfüllt  hatte  (vgl.  R-act.  2  Ziff.  3.1:  «Die  Steuerkommissärin 

verlangte  im  Auflageverfahren  sämtliche  Verbindungsdetails  zu  den Geldbezügen  bei 

Bank- und Kreditkarteninstitutionen. »). Fraglich ist, ob die pro 2018 eingereichten Kon-

toauszüge  und  Auszüge  des  Postquittungsbüchleins  ein  vollständiges  Bild  ergeben. 

Um dies zu prüfen werden im Folgenden die Auszüge gegenübergestellt.  

Monat 

Barabhebungen 

Bareinzahlungen Postschalter 

Januar 

Februar  

keine 

keine 

•  29.1 Fr. 750.20 Zürich Riesbach 

•  7.2 Fr. 765.60 Zürich Riesbach 

•  22.2 Fr. 3'301.50 Zürich Riesbach 

März  

•  7.3  Fr.  1’000.-  Zürcherische  Ge-

keine 

meinde B 

•  23.3  Fr.  2’000.-  Zürcherische  Ge-

meinde B 

April 

keine 

Mai 

keine 

•  3.4  Fr.  2'714.65  Zürcherische  Ge-

meinde B 

•  16.4 Fr. 606.- Zürich Riesbach 

•  23.4  Fr. 540.- Zürich Riesbach 

•  2.5 Fr. 1'780.05 Zürich Riesbach 

•  30.5 Fr. 1'319.75 Zürich Riesbach 

Juni 

•  5.6  Fr.  2'000.-  Zürcherische  Ge-

•  5.6 Fr. 2'116.75 Zürich Riesbach 

meinde E 

•  27.6  1'600.85  Zürcherische  Ge-

•  21.6  Fr.  5'000.-  Zürcherische  Ge-

meinde E  

meinde B 

•  28.6  Fr.  4'000.-  Zürcherische  Ge-

meinde B 

Juli 

•  10.7  Fr.  50'000.-  Zürcherische  Ge-

•  5.7  Fr.  235.60  Zürcherische  Ge-

meinde B 

meinde E  

•  17.7  Fr.  4'000.-  Zürcherische  Ge-

•  24.7  Fr.  2'334.20  Zürcherische  Ge-

meinde B 

meinde B 

•  20.7  Fr.  15'000.-  Zürcherische  Ge-

1 ST.2020.121 

 
 
 
 
 
 
- 12 - 

meinde B 

August 

•  27.8  Fr.  4'000.-  Zürcherische  Ge-

•  27.8  Fr.  1'429.15  Zürcherische  Ge-

meinde B 

meinde B 

•  30.08  Fr.  10'000.-  Zürcherische 

Gemeinde B 

September  keine 

•  11.09  Fr.  5'242.90  Zürcherische 

Gemeinde B 

•  14.9 Fr. 105.- Zürcherische Gemein-

de B 

Oktober 

keine 

•  8.10 Fr. 282.90 Zürich Riesbach 

November 

•  3.11  Fr.  10'000.-  Zürcherische  Ge-

•  7.11  Fr.  4'401.25  Zürcherische  Ge-

meinde B 

meinde E 

•  21.11  Fr.  3'000.-  Zürcherische  Ge-

•  27.11 Fr. 1'457.95 Zürich Riesbach 

meinde B 

•  26.11  Fr.  1'500.-  Zürcherische  Ge-

meinde E 

•  29.11  Fr.  2'000.-  Zürcherische  Ge-

meinde B 

Dezember 

•  27.12  Fr.  5'000.-  Zürcherische  Ge-

•  28.12 Fr. 4'587.05 Zürich Riesbach 

meinde B 

Augenfällig  ist  die  fehlende  zeitliche  sowie  betragsmässige  Kongruenz  zwi-

schen  Ein-  und  Auszahlungen.  Den  Abhebungen  von  insgesamt  Fr.  118'500.-  stehen 

Einzahlungen von Fr. 35'571.35 am Postschalter gegenüber. Selbst unter Berücksich-

tigung  der  Auslagen  für  Essen,  Kleidung  etc.  sowie  allfälliger  Restaurant-  und  sonsti-

gen Veranstaltungsbesuche stellt sich die Frage, wo das abgehobene Geld geblieben 

ist.  Das  Missverhältnis  zwischen  Abhebungen  und  belegten  Barauslagen  wird  aller-

dings bei einer näheren Betrachtung der ersten Monate von 2018 noch augenfälliger: 

Im Januar und Februar 2018 hob der Pflichtige kein Geld ab, zahlte aber Rechnungen 

im  Umfang  von  Fr.  4'817.30  am  Postschalter.  Im  März  2018  bezog  der  Pflichtige 

Fr. 3'000.- in bar, tätigte jedoch keine Einzahlungen, was nahelegt, dass das Geld für 

sonstige (nicht am Postschalter zu begleichende) Auslagen verwendet wurde, ansons-

ten der Pflichtige wohl erst in einem späteren Zeitpunkt einen derart grossen Geldbe-

trag abgehoben hätte. Den Einzahlungen am Postschalter von Fr. 6'960.45, welche im 

April - Mai 2018 stattfanden, stehen gar keine Bargeldbezüge gegenüber. Selbst wenn 

man  der  rekursweise  vorgebrachen  Schilderung  des  Pflichtigen  glauben  würde,  dass 

ihm  seine  Tochter  ab  Januar  2018  Fr.  1'000.-  monatlich  in  bar  für  die  Miete  übergab 

(vgl. dazu R-act. 2 und E. 5 hiernach), stünden für die ersten 5 Monate des Jahrs 2018 

immer noch Bareinzahlungen von Fr. 11'777.75 Barmitteln von Fr. 8'000.- gegenüber.  

1 ST.2020.121 

 
 
 
 
 
- 13 - 

Damit  ist  hinreichend  klar,  dass  der  Pflichtige  seinen  Lebensunterhalt  in  der 

Zeit von Januar bis Mai 2018 nur unter Benutzung anderer Konti oder generell anderer 

Mittel bestreiten konnte. Betreffend den Vorwurf, der Pflichtige habe Bank- bzw. Kredit-

kartenbelege zurückbehalten, wohl, weil sie dessen Darstellung nicht untermauern, ist 

dem kantonalen Steueramt mithin beizupflichten.  

Es ist allerdings davon auszugehen, dass die Auflage auch in anderen Punk-

ten unerfüllt blieb, obschon eine Erfüllung möglich und zumutbar gewesen wäre. So hat 

der Pflichtige in der Auflageantwort angegeben, er könne keine Nachweise über Tele-

fon-, Internet und TV-Anschlüsse liefern, da er nicht über solche verfüge (T-act. 7). Im 

Zimmer,  welches  dem  Pflichtigen  im  Kanton  Schwyz  zur  Verfügung  gestanden  sei, 

habe  es  keinen  eigenen  TV-  oder  Internetanschluss  gegeben.  Da  die  Eheleute  D  je-

weils  früh zu Bett  gegangen seien,  habe  der  Pflichtige ausschliesslich den Fernseher 

im Wohnzimmer seiner Logisgeber benutzt. Es hätte keinen Sinn gemacht, die Gebüh-

ren  doppelt  zu  bezahlen  (R-act.  2,  auch  zum  Folgenden).  Dass  der  Pflichtige  keinen 

TV-Anschluss in  der  zürcherische  Gemeinde  B vorweisen  könne,  liege auf  der  Hand. 

Die TV-Gebühren würden auf die Mieter lauten.  

Aus  den  Einzahlungsbelegen  im  Postquittungsbüchlein  (T-act.  9,  Beilage) 

ergibt  sich  indessen,  dass  der  Pflichtige  am  3.  April  2018  Fr.  99.-  für  eine  Swisscom 

TV-Box bezahlt  hat.  Diese funktioniert  nur  mit  einem  Swisscom  TV-Abonnement (vgl. 

www.swisscom.ch). Im Übrigen hatte der Pflichtige auch Billag Gebühren zu bezahlen 

(27. Juni 2018), was gegen seine Darstellung spricht, er nutze lediglich den Fernseher 

der Eheleute D (für den wohl diese gebührenpflichtig sind) wenn diese schliefen.  

In  Anbetracht  dessen,  dass davon  auszugehen  ist,  die Eheleute  D  hätten ih-

ren  eigenen  TV-Anschluss  und  dass  aktenkundig  die  Serafe  Rechnung  2019  in  der 

zürcherische  Gemeinde  B  auf  F,  G  und  die  Tochter  des  Pflichtigen   

(R-act.  3/10)  lautet,  ist  davon auszugehen,  dass die TV-Box  (und das  entsprechende 

Abonnement) für die Adresse in der zürcherischen Gemeinde E verwendet wurde.  

Schliesslich  hat  es  der  Pflichtige  auch  versäumt,  sein  Mobiltelefon-

Abonnement  einzureichen,  obschon  er  nach  eigener  Aussage  2018  zunächst  mit 

Swisscom, sodann mit «yallo» ein solches abschloss.  

1 ST.2020.121 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
- 14 - 

Gestützt auf den erwähnten Umständen muss zusammenfassend davon aus-

gegangen  werden,  dass  der  Pflichtige  bewusst  Belege  zurückbehalten  hat,  welche 

seine  Darstellung  nicht  untermauern  bzw.  ihr  widersprechen.  Dies  ist  wie  in  E.  2b  (in 

fine) dargelegt bei der Beweiswürdigung zu berücksichtigen.  

cc) Inhaltlich lässt sich den Einzahlungen entnehmen, dass sich die Ärzte des 

Pflichtigen in der zürcherischen Gemeinde E und in der Umgebung  befinden (Zahlun-

gen vom 2. Mai bzw. 24. Juli 2018), seine Zahnärzte in der zürcherischen Gemeinde E 

und in  einer  St. Galler Gemeinde  (Zahlungen  vom  24.  Juli  und  27.  September  2018), 

seine  Garage  in  einer  Nachbarsgemeinde  zur  zürcherischen  Gemeinde  E  (Zahlung 

vom 30. Mai 2018) und seine Treuhänder in einer anderen nahegelegenen Gemeinde 

(Zahlung  vom  24.  Juli  2018).  Daneben  hatte  der  Pflichtige  offenbar  ein  6-monatiges 

Fitness-Abo  in  der  zürcherischen  Gemeinde  E  (ungültige  Zahlung  von  Oktober  2018; 

es  ist  davon  auszugehen,  dass  der  Betrag  anderweitig  beglichen  wurde).  Einzig  die 

Rechnung  eines  Sanitärunternehmens  kann  im  Kanton  Schwyz  geortet  werden  (Zah-

lung vom 27. November 2018), allerdings wurde der Betrag als Liegenschaftsunterhalt 

für  die  Liegenschaft  in  der  zürcherische  Gemeinde  B  deklariert  (T-act.  3/3),  vermag 

somit keinen Konnex zum Kanton Schwyz zu belegen. 

d)  Der  Pflichtige  will  einen  Konnex  zum  Kanton  Schwyz  dadurch  belegen, 

dass er seinen 65. Geburtstag im Mai 2018 mit 30 geladenen Gästen in einem schwy-

zer  Restaurant  feierte.  Eine  solche  Veranstaltung  hätte  im  Kanton  Zürich  stattgefun-

den, wenn der Konnex zur zürcherischen Gemeinde B noch vorhanden gewesen wäre 

(T-act. 9, auch zum Folgenden). Dem ist entgegenzuhalten, dass die Anmietung eines 

Lokals  für  ein  grosses  Fest  (in  casu  über  30  Personen)  primär  davon  abhängt,  das 

grössen- und preistechnisch geeignete Lokal zu finden, jedoch die Veranstaltung eines 

Fests in einer schwyzer Gemeinde genauso wenig einen Wohnsitz im Kanton Schwyz  

belegt,  wie  eine  Feier  auf  den  Üetliberg  einen  Konnex  zu  zürcherischen  Gemeinden 

belegt.  In  der  Einsprache  wird  ausgeführt,  der  Pflichtige  habe  diese  Gaststätte  regel-

mässig besucht und sich überdies regelmässig im verschiedenen Restaurants im Kan-

ton Schwyz aufgehalten, was allerdings nicht belegt werden könne, weil er die Quittun-

gen  nicht  aufbewahrt  habe.  Das  Fehlen  von  diesbezüglichen  Belegen  wiegt  umso 

schwerer, weil wie geschildert davon auszugehen ist, der Pflichtige habe bewusst Be-

1 ST.2020.121 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
- 15 - 

lege  zurückbehalten,  die  seiner  Darstellung  widersprechen.  Unter  diesen  Umständen 

kann dieser Aussage keinerlei Beweiswert beigemessen werden.  

e)  aa)  Im  Rekursverfahren  reichte  der  Pflichtige  als  Beweismittel  Korrespon-

denz ein, welche ihm an die Adresse im Kanton Schwyz zugesandt wurde (R-act. 3/12) 

und  führte  ergänzend  aus,  er  habe  seine  Vorsorgeeinrichtung  am  11.  Januar  2018 

darüber informiert, dass die Adresse in der zürcherische Gemeinde B nicht mehr kor-

rekt sei. Am 15. Januar 2018 habe er der Vorsorgeeinrichtung die Adresse im Kanton 

Schwyz  mitgeteilt.  Die  Pensionskasse  habe  jedoch  nach  wie  vor  die  Adresse  in  der 

zürcherischen  Gemeinde  B  benutzt.  Letzten  Endes  habe  sich  dadurch  kein  Nachteil 

ergeben, da die Post ohnehin umgeleitet gewesen sei (R-act. 2). 

bb)  Bei  einer  Würdigung  des  Beweiswerts  dieser  Korrespondenz  kann  nicht 

ausser Acht gelassen werden, dass es sich grösstenteils um Steuerunterlagen (R-act. 

3/12/2-3)  bzw.  sonstige  behördliche  Unterlagen  oder  um  Unterlagen  handelt,  welche 

Behörden bzw. Amtsstellen übermittelt werden müssen (R-act. 3/12/4-13), so dass sich 

die  Benutzung  der  Meldeadresse  zwingend  aufdrängt.  Die  einzige  Ausnahme  ist  die 

Steuerbescheinigung  der  Postfinance.  An  dieser  Stelle  sei  auch  daran  erinnert,  dass 

Pensionskassen  die  Steuerbehörden  (via  ESTV)  über  Zahlungen  informieren  (vgl.  

T-act. 5) und dass die Bemühungen des Pflichtigen, seiner Vorsorgeeinrichtung  seine 

Schwyzer Adresse mitzuteilen, vor diesem Hintergrund zu würdigen sind.  

f) Zusammenfassend ist festzuhalten, dass es starke Indizien dafür gibt, dass 

der Pflichtige 2018 im Kanton Zürich, konkret in der zürcherischen Gemeinde E, unbe-

schränkt  steuerpflichtig  war.  Die  einzigen  Beweise,  die  für  einen  Wohnsitz  im  Kanton 

Schwyz  sprechen,  sind  die  dorthin  adressierte  Steuerbescheinigung  der  Postfinance 

und  die  Meldeadresse.  Insbesondere  unter  zusätzlicher  Berücksichtigung  des  Um-

stands, dass der Pflichtige seiner Mitwirkungspflicht nicht im Rahmen des Zumutbaren 

nachgekommen ist, gelangt das Gericht zur Überzeugung, dass sich der Wohnsitz des 

Pflichtigen 2018 in der zürcherischen Gemeinde E befand. 

5.  a)  Eventualiter  beantragt  der  Pflichtige,  bei  den  Einkünften  anstelle  des 

Eigenmietwerts  die  von seiner  Tochter  pro  2018  bezahlten Mietzinse  von Fr.  12'000.- 

zu versteuern.  

1 ST.2020.121 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
- 16 - 

b)  In  seiner  Steuererklärung  2018  deklarierte  der  Pflichtige  Eigenmiet-

wert/Einkünfte aus privaten Liegenschaften im Umfang von Fr. 45'600.-, bestehend aus 

Einnahmen aus der Vermietung des Fotostudios der F (12 x 1'300.- = Fr. 15'600.-), des 

Wohnstudios der F (12 x 700.- = 8'400.-) und Eigenmietwert von Fr. 21'600.-. In seiner 

Auflageantwort  vom  6.  Februar  2020  teilte  der  Pflichtige  dem  kantonalen  Steueramt 

mit, dass ihm seine Tochter keine Miete bezahle, so dass er mit ihr keinen Mietvertrag 

abgeschlossen habe.  

In  der  Einsprache  vom  23.  März  2020  wurde  erstmals  vorgetragen,  dass  die 

Tochter  des  Pflichtigen  die  Wohnung  in  der  zürcherische  Gemeinde  B  gegen  Entgelt 

benutzen dürfe und dass ein Mietvertrag abgeschlossen worden sei, welcher sich bei 

den Akten befinde (T-act. 9). Konkrete Details wurden nicht genannt. Im Übrigen befin-

det sich kein solcher Mietvertrag bei den Akten.  

Rekursweise  wird  schliesslich  vorgetragen,  der  Pflichtige  habe  mit  seiner 

Tochter mündlich vereinbart, dass sie ihm nach seiner Pensionierung Fr. 1'000.- Miete 

monatlich bezahle (R-act. 2, auch zum Folgenden). Tatsächlich habe sie ihm allerdings 

bereits ab 1. Januar 2018 Fr. 1'000.- monatlich bar bezahlt. Die Nebenkosten würden 

durch  die  Tochter  separat  bezahlt.  Damit  betrage  die  Jahresmiete mehr  als  50%  des 

Eigenmietwerts und gelte nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichts im Kan-

ton  Zürich  als  nicht  rechtsmissbräuchlich.  Ausserdem  habe  der  Pflichtige  mit  seiner 

Tochter ab dem 1. Januar 2020 einen ordentlichen Mietvertrag abgeschlossen.  

In seiner Stellungnahme zur Rekursantwort vom 27. August 2020 ergänzt der 

Pflichtige  schliesslich,  die  von  seiner  Tochter  2018  bezahlte  Miete  sei  nicht  in  der 

Steuererklärung  deklariert  worden,  weil  ihm  der  damalige  Steuerberater  mitgeteilt  ha-

be, dass er weiterhin seinen Eigenmietwert zu versteuern habe (R-act. 13). 

c)  Die  allgemeine  Beweislastregel  von  Art.  8  ZGB,  welche  die  Frage  beant-

wortet,  wer  die  Folgen  der  Beweislosigkeit  zu  tragen  hat,  findet  auch  im  Steuerrecht 

Anwendung.  Demnach obliegt  der  Nachweis  für  steuerbegründende  oder  -erhöhende 

Tatsachen  der  Steuerbehörde  und  derjenige  für  steuermindernde  oder  -aufhebende 

Tatsachen  dem  Steuerpflichtigen.  Er  hat  steuermindernde  bzw.  -aufhebende  Tatsa-

1 ST.2020.121 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
- 17 - 

chen  nicht  nur  zu  behaupten,  sondern  auch  zu  belegen  (BGE  140  II  248  E.  3.5,  mit 

weiteren  Hinweisen).  Bleibt  eine  feststellungsbedürftige  Tatsache  unbewiesen,  so  ist 

aufgrund  der  objektiven  Beweislast  zuungunsten  desjenigen  zu  entscheiden,  der  die 

Beweislast  trägt  (Zweifel/Hunziker,  Kommentar  zum  Schweizerischen  Steuerrecht, 

Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer, 4. A., 2022, Art. 130 N 27 DBG). 

Als  Beweis  für  die  Mietzinszahlungen  reichte  der  Pflichtige  Kopien  einer 

Agenda 2018 ein, in welcher punktuell «Mietzins», «Miete  Tochter» o. Ä. eingetragen 

ist. Im Übrigen enthält die Agenda keinerlei Einträge (R-act.13/3). Der Agenda ist kei-

nerlei  Beweiswert  beizumessen,  so dass  es  ohnehin beim  deklarierten Eigenmietwert 

sein Bewenden haben muss. Hinzuzufügen ist noch, dass die Aussage des Pflichtigen 

im  Auflageverfahren,  seine  Tochter  wohne  unentgeltlich in der  4½-  Zimmer-Wohnung 

in der zürcherische Gemeinde B, auch nicht vor dem Hintergrund einer falschen Aus-

kunft  durch  einen  Steuerberater  zu  erklären  ist.  Die  erstmals  in  der  Rekursschrift  be-

hauptete  monatliche  Barzahlung  von  Fr.  1'000.-  durch  die  Tochter  des  Pflichtigen  er-

scheint folglich als wenig glaubhaft.  

6. Der Rekurs wird abgewiesen. Ausgangsgemäss sind die Kosten des vorlie-

genden Verfahrens dem Pflichtigen aufzuerlegen (§ 151 Abs. 1 StG) und ist ihm keine 

Parteientschädigung  zuzusprechen  (§  152  StG  i.V.m.  §  17  Abs.  2  des  Verwaltungs-

rechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959). 

Demgemäss erkennt die Einzelrichterin: 

1.  Der Rekurs wird abgewiesen. Es wird festgestellt, dass der Rekurrent in der Steu-

erperiode 2018 in der zürcherischen Gemeinde E unbeschränkt steuerpflichtig war.  

[…] 

1 ST.2020.121