# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 23afd016-1456-5536-ac94-4f1b9159f8f1
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-01-26
**Language:** de
**Title:** Bundesgericht I. Öffentlich-rechtliche Abteilung 26.01.2023 1B 47/2023 (1B_47/2023)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BGer/CH_BGer_001_1B-47-2023_2023-01-26.html

## Full Text

Bundesgericht 

Tribunal fédéral 

Tribunale federale 

Tribunal federal 

 

               
  
  
 

 

 

    
  1B_47/2023
  
 

 

 

    
  Urteil vom 26. Januar 2023
  
 

 

    
  I. öffentlich-rechtliche Abteilung
  
 

 

Besetzung 

Bundesrichter Müller, präsidierendes Mitglied, 

Gerichtsschreiber Pfäffli. 

 

Verfahrensbeteiligte 

A.________ AG, 

Beschwerdeführerin, 

 

    
  gegen
  
 

 

Staatsanwaltschaft des Kantons St. Gallen, Untersuchungsamt Gossau, 

Sonnenstrasse 4a, 9201 Gossau SG. 

 

Gegenstand 

Strafverfahren; Grundbuchsperre, vorsorgliche Massnahmen, 

 

Beschwerde gegen den Entscheid der Anklagekammer des Kantons St. Gallen vom 30. November 2022 (AK.2022.360-AK, AK.2022.361-AP). 

 

 

    
  Erwägungen:
  
 

 

    
  1. 
 

Die Staatsanwaltschaft, Untersuchungsamt Gossau, führt ein Strafverfahren gegen B.________ und C.________. Am 3. Mai 2022 verhängte das Untersuchungsamt Gossau unter anderem eine Grundbuchsperre über das im Eigentum der A.________ AG stehende Grundstück Nr. 82 in Brunnadern. Die entsprechende Verfügung wurde B.________ anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 19. August 2022 eröffnet. Am 29. August 2022 erhob B.________ Beschwerde gegen die Grundbuchsperre. Er erklärte, dass er in seiner Eigenschaft als Verwaltungsrat der A.________ AG Beschwerde erhebe, womit die Anklagekammer des Kantons St. Gallen die Eingabe als Beschwerde der A.________ AG behandelte. Mit Entscheid vom 30. November 2022 wies die Anklagekammer des Kantons St. Gallen die Beschwerde ab. 

 

    
  2. 
 

Die A.________ AG führt mit Eingabe vom 20. Januar 2023 Beschwerde in Strafsachen. Das Bundesgericht verzichtet auf die Einholung von Vernehmlassungen. 

 

    
  3.
  
 

 

    
  3.1. Das Bundesgericht prüft von Amtes wegen und mit freier Kognition, ob und inwieweit ein bei ihm eingereichtes Rechtsmittel zulässig ist (vgl. BGE 141 II 113 E. 1 mit Hinweisen).
 

 

    
  3.2. Nach Art. 100 Abs. 1 BGG ist die Beschwerde innert 30 Tagen nach Eröffnung der vollständigen Ausfertigung des angefochtenen Entscheids beim Bundesgericht einzureichen. Diese gesetzliche Frist ist nicht erstreckbar (Art. 47 Abs. 1 BGG).
 

 

    
  3.3. Nach den Angaben der Beschwerdeführerin ist ihr der angefochtene Entscheid am 5. Dezember 2022 zugestellt und damit eröffnet worden. Die Beschwerdefrist begann somit am 6. Dezember 2022 zu laufen und endete am 4. Januar 2023. Die am 20. Januar 2023 der Post übergebene Beschwerde ist daher nach Ablauf der 30-tägigen Beschwerdefrist aufgegeben worden.
 

 

    
  3.4. Die Beschwerdeführerin ist zwar der Auffassung, es gelte der Fristenstillstand gemäss Art. 46 Abs. 1 lit. c BGG, wonach gesetzlich oder richterlich nach Tagen bestimmte Fristen vom 18. Dezember bis und mit 2. Januar still stehen. Diese Vorschrift gilt indessen gemäss Art. 46 Abs. 2 BGG in Verfahren betreffend aufschiebende Wirkung und andere vorsorgliche Massnahmen nicht. Beschlagnahmen bzw. Grundbuchsperren sind vorsorgliche Massnahmen im Sinn dieser Bestimmung (BGE 135 I 257 E. 1.5, 138 IV 186 E. 1.2), weshalb der Fristenstillstand nicht zur Anwendung kommt. Demzufolge ist die am 20. Januar 2023 der Post übergebene Beschwerde verspätet eingereicht worden.
 

 

    
  4. 
 

Auf die Beschwerde ist damit im vereinfachten Verfahren nach Art. 108 Abs. 1 BGG nicht einzutreten. Bei diesem Ausgang trägt die Beschwerdeführerin die Kosten des Verfahrens (Art. 66 Abs. 1 BGG). 

 

 

    
  Demnach erkennt das präsidierende Mitglied:
  
 

 

    
  1. 
 

Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. 

 

    
  2. 
 

Die Gerichtskosten von Fr. 500.-- werden der Beschwerdeführerin auferlegt. 

 

    
  3. 
 

Dieses Urteil wird der Beschwerdeführerin, der Staatsanwaltschaft des Kantons St. Gallen, Untersuchungsamt Gossau, und der Anklagekammer des Kantons St. Gallen schriftlich mitgeteilt. 

 

 

Lausanne, 26. Januar 2023 

 

Im Namen der I. öffentlich-rechtlichen Abteilung 

des Schweizerischen Bundesgerichts 

 

Das präsidierende Mitglied:    Müller 

 

Der Gerichtsschreiber:    Pfäffli