# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b52ababe-8508-59c9-9533-99864b1d52ad
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-08-27
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 27.08.2009 A-5264/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-5264-2008_2009-08-27.pdf

## Full Text

Abtei lung I
A-5264/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 7 .  A u g u s t  2 0 0 9

Richter Daniel Riedo (Vorsitz), 
Richterin Salome Zimmermann, Richter André Moser, 
Gerichtsschreiberin Iris Widmer.

X._______ AG, 
vertreten durch _______,
Beschwerdeführerin,

gegen

Oberzolldirektion (OZD),
Hauptabteilung Recht und Abgaben, Monbijoustrasse 40, 
3003 Bern,
Vorinstanz.

Erlass der Einfuhrabgaben.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

A-5264/2008

Sachverhalt:

A.
Die  X._______  AG  (nachfolgend:  Abgabepflichtige,  Beschwerde-
führerin) bezweckt im Wesentlichen den Handel mit Eiern und Eierpro-
dukten.

B.
Mit Verfügung vom 25. September 2002 forderte die Zollkreisdirektion 
Schaffhausen von der Abgabepflichtigen Fr. 407'938.-- (Fr. 399'939.30 
Zoll und Fr. 7'998.70 Mehrwertsteuer) nach. Sie stützte sich dabei auf 
die Kontrolle des Bundesamtes für Landwirtschaft (BLW), wonach die 
Abgabepflichtige  im  Jahr  1997  Verarbeitungs-  und  Konsumeier  un-
rechtmässig  zum  Kontingentszollansatz  (KZA)  statt  zum  (höheren) 
Ausserkontingentszollansatz (AKZA) importiert haben soll.

Die  Abgabepflichtige  reichte  gegen  diese  Nachbezugsverfügung  am 
28. Oktober  2002  bei  der  Eidgenössischen  Oberzolldirektion  (nach-
folgend: OZD,  Vorinstanz)  eine  Beschwerde  sowie  ein  Erlassgesuch 
ein. Die OZD wies die Beschwerde ab. Dagegen erhob die Abgabe-
pflichtige Beschwerde bei der Eidgenössischen Zollrekurskommission 
[ZRK]. Das Bundesverwaltungsgericht, welches das Verfahren zustän-
digkeitshalber übernommen hatte, hiess die Beschwerde aus Gründen 
der  für  gewisse  Forderungen  eingetretenen Verjährung  teilweise  (im 
Umfang von Fr. 112'360.20)  gut  und stellte  fest,  dass  die  Zollschuld 
gemäss Entscheid der OZD vom 16. Dezember 2004 im Umfang von 
Fr. 295'577.80  bestehe  (vgl.  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts 
A-1691/2006  vom  15. Mai  2007).  Gegen  dieses  Urteil  wurde  kein 
Rechtsmittel eingelegt.

C.
Mit  Entscheid  vom  10. Juni  2008  wies  die  OZD  das  Gesuch  vom 
28. Oktober 2002 um Erlass der Zollabgaben und um Erlass der Mehr-
wertsteuer ab. In ihrer Begründung legte die OZD im Wesentlichen dar, 
die vorliegende Angelegenheit beruhe auf einer Berichtigung der Tarif-
einreihung. Die Abgabepflichtige hätte die Einfuhren mangels Kontin-
gent zum AKZA statt zum KZA deklarieren müssen. Das Begehren um 
Erlass  der  Zollabgaben  stelle  somit  gleichsam einen  nachträglichen 
Antrag  auf  Änderung  der  Tarifeinreihung  dar,  sollte  doch  auf  dem 
Wege des Erlasses wiederum nach den ursprünglich deklarierten Tarif-
nummern verfügt werden. Vergleichbares gelte für die Mehrwertsteuer. 

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Jedenfalls lägen keine besonderen Verhältnisse vor, die deren Erlass 
rechtfertigten.

D.
Mit  Eingabe vom 14. August  2008 erhob die Abgabepflichtige gegen 
diesen Entscheid Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht mit den 
– unter  Kosten-  und Entschädigungsfolge – gestellten  Rechtsbegeh-
ren,  (1.)  der  vorinstanzliche Entscheid  sei  aufzuheben und die  Zoll-
schuld von Fr. 289'782.30 [recte: Fr. 295'577.80] vollumfänglich zu er-
lassen; und (2.)  eventuell  sei  der vorinstanzliche Entscheid aufzuhe-
ben und die Zollschuld teilweise zu erlassen.

In ihrer Vernehmlassung vom 20. Oktober 2008 schloss die OZD auf 
kostenfällige Abweisung der Beschwerde.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Entscheide  der  OZD betreffend  den  Erlass  von  Einfuhrabgaben 
können beim Bundesverwaltungsgericht angefochten werden (Art. 31 
und Art. 33 Bst. d des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das 
Bundesverwaltungsgericht  [Verwaltungsgerichtsgesetz,  VGG,  SR 
173.32]  in  Verbindung  mit  Art.  116  Abs.  4  des  Zollgesetzes  vom 
18. März  2005  [ZG,  SR  631.0] bzw. Art. 84  und  Art. 93  Abs. 1  des 
Bundesgesetzes  vom  2. September  1999  über  die  Mehrwertsteuer 
[Mehrwertsteuergesetz,  MWSTG, SR 641.20]).  Das Verfahren richtet 
sich – soweit das VGG nichts anderes bestimmt – nach den Vorschrif-
ten  des  Bundesgesetzes  vom 20. Dezember  1968  über  das  Verwal-
tungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021).  Die  Beschwerdeführerin  ist 
durch den angefochtenen Entscheid berührt und hat ein schutzwürdi-
ges Interesse an dessen Aufhebung (Art. 48 VwVG). Auf die form- und 
fristgerecht eingereichte Beschwerde ist deshalb einzutreten. 

1.2 Das  Zollgesetz  sowie  die  dazugehörige  Verordnung  vom  1. No-
vember 2006 (ZV, SR 631.01) sind am 1. Mai 2007 in Kraft getreten. 
Zollveranlagungsverfahren,  die  zu diesem  Zeitpunkt  hängig  waren, 
werden nach dem bisherigen Recht  und innerhalb  der  nach diesem 
gewährten Frist abgeschlossen (Art. 132 Abs. 1 ZG). Das vorliegende 
Verfahren untersteht  deshalb der (alten) Zollrechtsordnung (vgl. Zoll-
gesetz vom 1. Oktober 1925 [aZG, AS 42 287 und BS 6 465]  sowie 

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Verordnung vom 10. Juli 1926 zum Zollgesetz [aZV, AS 42 339 und BS 
6 514]).

Hinsichtlich  der  anwendbaren  Erlassbestimmungen  betreffend  die 
Mehrwertsteuer  gilt  für  den  sich  im  Jahr  1997  verwirklichten  Sach-
verhalt  die  bis  Ende  2000  geltende  Mehrwertsteuerverordnung  vom 
22. Juni  1994  (MWSTV,  AS 1994  1464; vgl.  Art. 93  Abs. 1  MWSTG; 
vgl.  dazu  auch  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-1676/2006 
vom 9. Oktober 2007 E. 1.2).

2.  
2.1 Steht nach Abschluss des Veranlagungsverfahrens die Zollschuld 
rechtskräftig fest, kann sie aus den in Art. 127 aZG festgelegten Grün-
den erlassen werden. Der Zollerlass bildet eine Massnahme der Voll-
streckung an sich rechtskräftiger Zollentscheide und nicht der Veranla-
gung. Eine allfällige Unbegründetheit  der Zollerhebung bzw. die Feh-
lerhaftigkeit des Veranlagungsverfahrens sind demnach im entsprech-
enden Rechtsmittelverfahren geltend zu machen (Urteil  des Bundes-
gerichts vom 9. Juni 2004, veröffentlicht in Archiv für Schweizerisches 
Abgaberecht  [ASA]  74  S.  246  ff.  E. 3.3;  Urteile  des  Bundesverwal-
tungsgerichts A-1676/2006 vom 9. Oktober 2007 E. 3.1,  A-1699/2006 
vom 13. September 2007 E. 2.3.1).

2.2 Ein  ganzer  oder  teilweiser  Zollnachlass  ist,  abgesehen  von den 
hier nicht zutreffenden, besonderen Fällen von Art. 127 Abs. 1 Ziff. 1 
und 2 aZG, in Ziff. 3 dieses Absatzes vorgesehen. Gemäss dieser Be-
stimmung kann ein Zollbetrag erlassen werden, „wenn eine Nachforde-
rung mit Rücksicht auf besondere Verhältnisse den Zollpflichtigen un-
billig  belasten  würde“.  Unter  der  „Nachforderung“  im  Sinne  von 
Art. 127 Abs. 1 Ziff. 3 aZG ist der aufgrund des Art. 126 aZG erhobene 
Anspruch der Zollverwaltung zu verstehen (BGE 94 I 475 E. 2 mit wei-
teren Hinweisen; Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-1714/2006 
vom 11. August 2008 E. 2.3, A-1676/2006 vom 9. Oktober 2007 E. 3.2; 
Entscheid  der  ZRK  2004-052  vom 29. Juli  2004  E. 3a.aa;  vgl.  HANS 
BEAT NOSER, Der Zollnachlass nach Art. 127 ZG - wozu, wie, wann?, in: 
Zollrundschau 3/90, S. 47). Auf dieser Grundlage kann die zuständige 
Zollbehörde binnen Jahresfrist  seit  der Zollabfertigung oder Abgabe-
festsetzung  eine  Zollabgabe  nachfordern,  wenn  infolge  Irrtums  der 
Zollverwaltung bei der Zollabfertigung eine nach Gesetz geschuldete 
Abgabe nicht  oder zu niedrig,  oder ein rückvergüteter  Abgabebetrag 
zu hoch festgesetzt worden ist (Art. 126 Abs. 1 aZG). Der Irrtum muss 

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sich  auf  die  für  die  Zollfestsetzung  massgebenden  Tatsachen, 
insbesondere  die  Beschaffenheit  der  zollpflichtigen  Ware,  beziehen 
(z.B. Fehler bei der Festsetzung des Zollabgabebetrages, Irrtümer bei 
der Wahl der Position des Zolltarifs [vgl. BGE 106 Ib 218 E. 2b, 82 I 
251  E. 2;  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-1676/2006  vom 
9. Oktober  2007 E. 3.2;  ERNST BLUMENSTEIN/PETER LOCHER,  System des 
schweizerischen Steuerrechts, 6. Aufl., Zürich 2002, S. 345]). Gemäss 
Rechtsprechung kann ein Irrtum auch in einer unrichtigen rechtlichen 
Würdigung bestehen oder  sich  auf  die  subjektive Zollzahlungspflicht 
beziehen  (Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-1676/2006  vom 
9. Oktober  2007 E. 3.2; vgl.  Entscheide der  ZRK vom 15. November 
1956, veröffentlicht in ASA 25 S. 380 E. 3b, vom 6. Dezember 1954, 
veröffentlicht in ASA 24 S. 251 E. 3).

2.3 Ziff. 4  von Art. 127 Abs. 1  aZG enthält  ferner  eine  Härteklausel, 
welche als allgemeiner Auffangtatbestand konzipiert ist, der subsidiär 
zur Anwendung kommt, d.h. nur dann, wenn der Sachverhalt nicht be-
reits von den Ziff. 1 bis 3 erfasst wird. Danach muss ein Zollnachlass 
gewährt werden, „wenn aussergewöhnliche, nicht die Bemessung der 
Abgaben betreffende Verhältnisse den Bezug als besondere Härte er-
scheinen liessen“. Die drei Voraussetzungen müssen  kumulativ erfüllt 
sein, damit einem Zollerlassgesuch stattgegeben werden kann. Liegen 
sie vor, greift kein behördliches Ermessen, sondern es besteht ein An-
spruch auf Nachlass (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2A.534/2005 vom 
17. Februar  2006  E. 2.1;  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts 
A-1714/2006 vom 11. August 2008 E. 2.3, A-1676/2006 vom 9. Okto-
ber 2007 E. 3.3). Zu den Voraussetzungen im Einzelnen:

2.3.1 Die aussergewöhnlichen Verhältnisse müssen erstens mit Bezug 
auf  das  Zollverfahren  vorliegen  (Urteile  des  Bundesverwaltungsge-
richts  A-1676/2006 vom 9. Oktober  2007 E. 3.3.1,  A-1699/2006 vom 
13. September  2007  E. 2.3.3,  A-1698/2006  vom  7. Februar  2007 
E. 3.2.1).  Wann  eine  solche  Verfahrenssituation  gegeben  ist,  bedarf 
der Auslegung. Mit  Blick auf  Sinn und Zweck dieser Härteklausel  ist 
festzuhalten,  dass  solche  Verhältnisse  nicht  leichthin  anzunehmen 
sind.  Eine  grosszügige  Zulassung  des  Zollerlasses  würde  zu  einer 
vom  Gesetzgeber  nicht  bezweckten  Abschwächung  der  Rechtskraft 
von Zollentscheidungen führen (Urteil des Bundesgerichts vom 9. Juni 
2004, veröffentlicht in ASA 74 S. 246 ff. E. 3.5). Die Bestimmung soll 
nicht dazu dienen, die unter Umständen erheblichen finanziellen Fol-
gen früherer Fristversäumnisse bzw. von Pflichtverletzungen im Veran-

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lagungsverfahren wieder gut zu machen. Ein Versäumnis, welches mit 
entsprechender Vorbereitung und Instruktion hätte vermieden werden 
können, ist  nicht  als  aussergewöhnlich im Sinne dieser  Bestimmung 
zu qualifizieren (vgl. dazu etwa auch Urteil des Bundesverwaltungsge-
richts A-1883/2006 vom 4. September 2007 E. 3.2). Ebenso wenig ver-
mögen aussergewöhnliche Umstände durch die ordnungsgemässe An-
wendung der zollrechtlichen Bestimmungen begründet zu werden (vgl. 
Urteil  des Bundesverwaltungsgerichts  A-1699/2006 vom 13. Septem-
ber 2007 E. 3.1). Im Rahmen einer allgemeinen Härteklausel konkrete 
Definitionen für das Vorliegen aussergewöhnlicher Umstände anzufüh-
ren,  bereitet  Schwierigkeiten; eine fallweise Aufzählung kann höchs-
tens  einen ungefähren Eindruck vermitteln  (vgl. zum Ganzen NOSER, 
a.a.O., S. 48). 

2.3.2 Diese  aussergewöhnlichen  Verhältnisse  dürfen  zweitens  nicht 
die Bemessung der Abgaben betreffen; ein Zollnachlass darf nicht zur 
Korrektur des Zolltarifs führen (Urteile des Bundesverwaltungsgerichts 
A-1676/2006  vom  9. Oktober  2007  E. 3.3.2,  A-1699/2006  vom 
13. September  2007  E. 2.3.4;  Entscheid  der  ZRK  2002-099  vom 
28. Oktober 2003 E. 2c.bbb). Das Zollgesetz regelt die Bemessung der 
Abgaben in den Art. 21 bis 24, wobei Art. 21 Abs. 1 für die Ein- und 
Ausfuhrzölle auf den Zolltarif  verweist. Ergibt sich beispielsweise der 
geschuldete  Zollbetrag aus  der  Anwendung zweier  unterschiedlicher 
Tarifnummern, nämlich aus der Differenz des zu Unrecht deklarierten 
KZA und des korrekterweise anzuwendenden (höheren) Zollansatzes 
zum AKZA, würde ein Zollnachlass im Ergebnis dazu führen, dass die 
zollpflichtige Person ungerechtfertigterweise in den Genuss des KZA 
gelangen würde und fälschlicherweise eine Korrektur der Abgabenbe-
messung  unterlassen  bliebe  (vgl.  dazu  auch  Urteil  des  Bundesver-
waltungsgerichts A-1732/2006 vom 8. Mai 2007 E. 3.1; Entscheid der 
ZRK 2004-034 vom 27. Juni 2005 E. 4b.bb). Wer ein Gesuch um Zoll-
nachlass  stellt,  hat  nachzuweisen,  dass  die  Gründe,  das  heisst  die 
aussergewöhnlichen Verhältnisse, ausserhalb der Bemessung der Ab-
gaben  liegen  (Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts A-1676/2006 
vom 9. Oktober 2007 E. 3.3.2,  A-1698/2006 und A-1694/2006,  beide 
vom 7. Februar 2007, jeweils E. 3.2.2).

2.3.3 Der Bezug der Abgabe muss drittens eine besondere Härte dar-
stellen. Dieses  Kriterium betrifft  die  persönliche  Lage  der  zahlungs-
pflichtigen Person. Der Zollnachlass hat nicht die Aufgabe, finanzielle 
Schwierigkeiten zu lösen, welche die Geschäftstätigkeit mit sich brin-

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gen kann und insoweit das unternehmerische Risiko zu decken (Urtei-
le des Bundesverwaltungsgerichts  A-1676/2006 vom 9. Oktober 2007 
E. 3.3.3,  A-1698/2006 und A-1694/2006, beide vom 7. Februar 2007, 
jeweils  E. 3.2.3;  Entscheid  der  ZRK  2002-020  vom  18. September 
2002 E. 2b.cc).

2.4
2.4.1 Die Erhebung der Mehrwertsteuer auf  der Einfuhr von Gegen-
ständen  bestimmt  sich  vorab  nach  den entsprechenden  Vorschriften 
der  Mehrwertsteuerverordnung  (Art. 65  -  76).  Die  Zollgesetzgebung 
gilt überall dort, wo die Mehrwertsteuerverordnung nichts anderes an-
ordnet  (so  ausdrücklich  Art. 65  MWSTV).  Der  Erlass  der  Mehrwert-
steuer  auf  der  Einfuhr  von Gegenständen ist  in  Art. 76  MWSTV ge-
regelt. Ein  ganzer  oder  teilweiser  Erlass  der  Mehrwertsteuer  kommt 
abgesehen  von  den  hier  offensichtlich  unzutreffenden  Fällen  (von 
Abs. 1 Bst. a, b und d) zur Anwendung, „wenn eine Nachforderung mit 
Rücksicht auf besondere Verhältnisse“ die steuerpflichtige Person „un-
billig belasten würde“ (Art. 76 Abs. 1 Bst. c MWSTV). Wie bei allen Er-
lasstatbeständen  müssen  die  Voraussetzungen  kumulativ  gegeben 
sein.

2.4.2 Die Regelung von Art. 76 Abs. 1 Bst. c MWSTV entspricht derje-
nigen über den Zollerlass gemäss Art. 127 Abs. 1 Ziff. 3 aZG, weshalb 
in materieller Hinsicht auf das in Erwägung 2.2 Ausgeführte verwiesen 
wird. Im Weiteren gilt grundsätzlich, dass ein Erlass der Mehrwertsteu-
er nur dann Anwendung findet, wenn die Verantwortung für die fehler-
hafte Berechnung nicht bei der steuerpflichtigen Person liegt. Hat bei-
spielsweise die Steuerpflichtige eine Falschdeklaration selber zu ver-
treten, ist ein Erlass ausgeschlossen (Urteil  des Bundesverwaltungs-
gerichts A-1676/2006 vom 9. Oktober 2007 E. 4.2, vgl. auch Entscheid 
der ZRK 2004-052 vom 19. Juli 2004 E. 3a; siehe auch PETER A. MÜLLER 
in mwst.com, Kommentar zum Bundesgesetz über die Mehrwertsteuer, 
Basel/Genf/München 2000, ad Art. 84 Rz. 7).

2.4.3 Die  Mehrwertsteuerverordnung  kennt  im  Übrigen  keine  dem 
Art. 127  Abs. 1  Ziff. 4  aZG  entsprechende  Bestimmung.  Ausserge-
wöhnliche,  nicht  die  Bemessung  der  Abgaben  betreffende  Verhält-
nisse, welche den Bezug als besondere Härte erscheinen liessen, sind 
kein Grund für einen Erlass der Mehrwertsteuer. 

3.

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3.1 Vorliegend hat die Beschwerdeführerin zu Unrecht die Anwendung 
des KZA beansprucht, obwohl sie nicht über die notwendigen Kontin-
gentsanteile verfügt hat (oben E. A). Der Zollnachbezug beruht auf der 
Berichtigung der falschen Deklaration der Beschwerdeführerin und be-
rechnet  sich  aus  der  Abgabedifferenz  zwischen  dem  privilegierten, 
tieferen KZA und dem höheren AKZA. Dies wird von der Beschwerde-
führerin denn auch grundsätzlich nicht bestritten.

3.2 Zu Recht  macht  die  Beschwerdeführerin  einen  Zollnachlass  ge-
stützt auf Art. 127 Abs. 1 Ziff. 3 aZG nicht geltend, ist doch die Zollab-
gabe weder aufgrund eines sich auf die Beschaffenheit der Ware be-
ziehenden  Irrtums  noch  wegen  einer  unrichtigen  rechtlichen  Würdi-
gung  durch  die  Verwaltung  nicht  erhoben  worden.  Der  Nachbezug 
einer zu Unrecht nicht entrichteten Steuer ist nicht ungewöhnlich und 
vermöchte die Beschwerdeführerin deshalb auch nicht unbillig zu be-
lasten im Sinne des Gesetzes (vgl. E. 2.2).

3.3
3.3.1 Die  Beschwerdeführerin  beruft  sich  auf  Art. 127  Abs. 1  Ziff. 4 
aZG.  Die  von  dieser  Bestimmung  geforderten  aussergewöhnlichen 
Verhältnisse, die den Bezug der Abgabe als besondere Härte erschei-
nen lassen (vgl. E. 2.3), erblickt sie vorab in den „Unzulänglichkeiten“ 
der Behörden betreffend die Umsetzung der Zollkontingentierungsvor-
schriften. Diese hätten eine seriöse Geschäftspolitik ihrerseits verhin-
dert. Insbesondere seien die Kontingente in „völliger Verkennung der 
Marktverhältnisse“  festgelegt  worden.  Entgegen  dem  Wortlaut  der 
Eierverordnung habe das Bundesamt für Aussenwirtschaft (BAWI) die 
Kontingente für Konsumeier für das letzte Jahresdrittel  in drei Unter-
drittel  aufgeteilt.  Hingegen  habe  dasselbe  Amt  eine  Unterteilung  für 
den Import von Verarbeitungseiern verordnungswidrig unterlassen. Zu 
beachten  sei  ferner,  dass  Teilzollkontingente  teilweise  erst  während 
der  laufenden  Kontingentsperiode  oder  viel  zu  kurzfristig  eröffnet 
worden  seien.  Überhaupt  sei  der  durch  das  GATT/WTO-Abkommen 
verlangte  Marktzutritt  durch  die  vom BAWI  festgelegten  Zuteilungen 
verletzt  worden,  seien  doch  gesamtschweizerisch  im Jahr  1997  viel 
weniger Konsum- und Verarbeitungseier importiert als Kontingente zu-
gesprochen worden. Im Übrigen habe auch das BLW erkannt, dass die 
Regelung  der  Einfuhr  von  Landwirtschaftsprodukten  weitreichende 
Probleme verursacht habe. Schliesslich sei sich der Verordnungsgeber 
der  Unzulänglichkeiten  der  Eierverordnung  bewusst  geworden,  wes-
halb diese durch eine überarbeitete Fassung abgelöst worden sei, die 

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eine „völlig andere“ Regelung der Voraussetzungen der Kontingentser-
teilung enthalte. 

Insgesamt handle es sich damit um beurteilungsrelevante, ausserge-
wöhnliche Verhältnisse im Sinne von Art. 127 Abs. 1 Ziffer 4 aZG. Ent-
gegen der Auffassung der OZD werde mit einem Erlass im vorliegen-
den Fall nicht die Grundlage der Bemessung der Abgabe korrigiert  – 
die Abgabenbemessung werde denn auch gar nicht bestritten. Die nor-
male Abgabenerhebung würde aber vorliegend eine besondere Härte 
darstellen.  Ein  solcher  Sachverhalt  müsse  zu  einem  Erlass  führen 
können, ansonsten nur noch in all jenen Fällen Erlass gewährt werden 
könnte, in denen aufgrund einer Falschdeklaration des Zollzahlungs-
pflichtigen eine zu hohe Abgabe entrichtet wurde und dies im Nach-
hinein über ein Erlassverfahren korrigiert  werden soll. Hätte der Ge-
setzgeber dies gewollt, hätte er dies im Gesetzeswortlaut festgehalten. 
Das  vorliegende  Erlassgesuch  führe  somit  –  entgegen  der  Argu-
mentation der Vorinstanz – nicht zu einer Korrektur der Bemessungs-
grundlage,  sondern  zum  Verzicht  auf  eine  an  sich  geschuldete 
Abgabe, weil der Bezug vorliegend unbillig erscheine.

Schliesslich sei  zu berücksichtigen, dass die Bezahlung der nachge-
forderten Abgabe die Beschwerdeführerin  in  ihrer  Existenz  ernsthaft 
bedrohe. Der für das Geschäftsjahr 2007 angefallene Unternehmens-
gewinn werde nämlich „mit einem Schlag zunichte“ gemacht, so dass 
geplante Investitionen nicht realisiert werden könnten.

3.3.2 Die von der Beschwerdeführerin  erhobenen Vorwürfe beziehen 
sich hauptsächlich auf  den die Zollforderungen begründenden Sach-
verhalt.  Derartige  Einwände  sind  im  Veranlagungsverfahren  vorzu-
bringen. Im vorliegenden Verfahren um Erlass sind sie nicht mehr zu 
hören  (vgl.  E. 2.1).  Die  Vorwürfe  sind  im  Übrigen  unzutreffend.  Das 
Bundesverwaltungsgericht  hat  in seinem die Beschwerdeführerin  be-
treffenden Urteil  ausdrücklich festgehalten, dass die Behörde bei der 
Zuteilung der jeweiligen Zollkontingente korrekt vorgegangen ist, mit-
hin keine Rechtsverletzungen ersichtlich sind (vgl. Urteil A-1691/2006 
vom 15. Mai 2007 E. 2.2 und 2.3). Die ordnungsgemässe Anwendung 
zollrechtlicher Bestimmungen vermag aber keine aussergewöhnlichen 
Umstände zu begründen (E. 2.3.1). 

Zwar trifft  zu,  dass es bei  der Einfuhr  von Landwirtschaftsprodukten 
(insbesondere Früchte und Gemüse) im Jahr 1997 gemäss dem BLW 

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zu  einem  „eigentlichen  Vollzugsnotstand“  gekommen  ist  und  aus 
diesem  Grund  ab  2002  eine  neue  Regelung  eingeführt  wurde  (vgl. 
Schreiben des BLW vom 4. März 2002,  Beschwerdebeilage 20). Der 
„Mangel an personellen Ressourcen“ beim BLW führte dazu, dass „ein 
Grossteil der im Bereich der Kontingentsbewirtschaftung festgestellten 
Unstimmigkeiten“  der  Jahre  1995  bis  1997  „zu  Beginn  des  Jahres 
2002“ hat  „abgeschrieben werden“ müssen (vgl. Schreiben des BLW 
vom  4. März  2002,  Beschwerdebeilage  20).  Inwiefern  aber  die  ge-
nannten Schwierigkeiten beim BLW mit Bezug auf die Beschwerdefüh-
rerin geradezu aussergewöhnliche Verhältnisse begründen sollen,  ist 
nicht ersichtlich. Für die Anwendung des Auffangtatbestands gemäss 
Art. 127 Abs. 1 Ziff. 4 aZG bleibt somit kein Raum. Die Beschwerde ist 
bereits aus diesen Gründen abzuweisen.

3.3.3 Unter diesen Umständen muss der von der Beschwerdeführerin 
vorgetragenen  Argumentation  (vgl.  E. 3.3.1,  2.  Absatz)  nicht  weiter 
nachgegangen werden, die in der Frage mündet, ob – trotz der diesbe-
züglich gefestigten Rechtsprechung (vgl. E. 2.3.2) – in Fällen, in denen 
der Zollnachbezug auf der Berichtigung der falschen Deklaration be-
ruht,  dennoch Verhältnisse vorliegen können, die als aussergewöhn-
lich bezeichnet werden müssen. Denn massgebend und zu beurteilen 
sind nicht hypothetische Konstellationen, sondern der tatsächlich vor-
liegende Sachverhalt,  der  ohne Zweifel  keinen Nachlass rechtfertigt. 
Eine  Gutheissung  des  Gesuchs  um  Zollnachlass  würde  im  hier  zu 
beurteilenden  Fall  vielmehr  einer  Wiedergutmachung  der  Sorgfalts-
pflichtverletzungen der Beschwerdeführerin bei der Zollkontingentsver-
waltung gleich kommen, was nicht  Sinn und Zweck des Erlasses ist 
(E. 2.3.1).

3.3.4 Da  es  für  einen  Zollnachlass  bereits  am Erfordernis  des  Vor-
liegens aussergewöhnlicher Verhältnisse mangelt,  muss nicht geprüft 
werden,  ob  die  Zollnachbelastungen  bei  der  Beschwerdeführerin  zu 
einer besonderen Härte führen, schafft doch die Erfüllung dieser Vor-
aussetzung allein keinen Anspruch auf einen Erlass (E. 2.3.3).

3.4 Hinsichtlich  des  Erlasses  der  Mehrwertsteuer  ist  auf  das  zu 
Art. 127 Abs. 1 Ziffer 3 aZG Ausgeführte zu verweisen (vgl. E. 3.2). Da 
es sich bei der Nachforderung nicht um eine solche gemäss Art. 126 
aZG handelt  und darüber hinaus die Beschwerdeführerin die Verant-
wortung  für  die  falsche  Deklaration  zu  tragen  hat,  kann  auch  die 
Mehrwertsteuer nicht erlassen werden.

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3.5 Nachdem im vorliegenden Fall die Voraussetzungen für einen Er-
lass überhaupt fehlen, erübrigt sich eine Prüfung des Eventualbegeh-
rens, ob und in welchem Umfang (nur) ein Teilnachlass zu gewähren 
ist, gelten für einen solchen doch keine anderen Voraussetzungen als 
für den Nachlass des gesamten Betrages.

4.
Entsprechend ist  die  Beschwerde abzuweisen.  Die  Verfahrenskosten 
im Betrage von Fr. 5'000.-- sind der Beschwerdeführerin aufzuerlegen 
und mit dem von ihr geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe zu 
verrechnen  (Art. 63  Abs. 1  VwVG). Eine  Parteientschädigung  an  die 
Beschwerdeführerin  ist  nicht  zuzusprechen  (Art. 64  Abs. 1  VwVG  e 
contrario).

5.
Dieser Entscheid kann nicht mit  Beschwerde in öffentlich-rechtlichen 
Angelegenheiten an das Bundesgericht weitergezogen werden (Art. 83 
Bst. m des Bundesgesetzes vom 17. Juni  2005 über  das Bundesge-
richt [BGG, SR 173.110]).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die Verfahrenskosten von Fr. 5'000.-- werden der Beschwerdeführerin 
auferlegt.  Sie  werden  mit  dem  geleisteten  Kostenvorschuss  von 
Fr. 5'000.-- verrechnet. 

3.
Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführerin (Einschreiben)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. _______; Einschreiben)

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Daniel Riedo Iris Widmer

Versand: 

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