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**Case Identifier:** 4e29441b-5537-5002-8c7f-2ba7a8f81a80
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-11-10
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 10.11.2017 LC170016
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_LC170016_2017-11-10.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Zivilkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: LC170016-U 

damit vereinigt LC170017 

 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. P. Diggelmann, Vorsitzender, Oberrichterin 

lic. iur. A. Katzenstein und Ersatzrichter lic. iur. A. Huizinga sowie 

Gerichtsschreiber lic. iur. T. Engler 

Beschluss und Urteil vom 10. November 2017 

 

in Sachen 

 

A._____,  

Beklagte, Erstberufungsklägerin und Zweitberufungsbeklagte 

 

vertreten durch Fürsprecher lic. iur. X._____ 

 

gegen 

 

B._____,  

Kläger, Erstberufungsbeklagter und Zweitberufungskläger 

 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Y._____ 

 

betreffend Abänderung Scheidungsurtei 

Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichtes des Bezirksgerichtes Bülach 
vom 22. Dezember 2016; Proz. FP150039 

- 2 - 

Rechtsbegehren der Beklagten: 
(act. 84) 

 Es sei die Klage des Klägers vollumfänglich abzuweisen, soweit 
die nachfolgenden Anträge der Beklagten die Anträge des Klä-
gers nicht ausdrücklich anerkennen. 

1. Es sei die Abänderungsklage des Klägers vollumfänglich abzu-
weisen und es sei das Urteil des Bezirksgerichtes Bülach vom 
28. November 2014 (Prozess Nr. FE140220) zu bestätigen, 

2. die Verfügung vom 1. Februar 2016 des Bezirksgerichtes Bülach 
mit der Geschäfts-Nr. FP150039 betreffend vorsorgliche Mass-
nahmen vollumfänglich aufzuheben; 

3. alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (plus gesetzliche 
Mehrwertsteuern von zurzeit 8 Prozent) zu Lasten des Klägers. 

 
Rechtsbegehren des Klägers: 

(act. 70) 

1. Es seien die Dispositiv Ziffern 3. und 4. lit. B. sowie lit. C (Ziff. 4 
bis 14.7. der Scheidungsvereinbarung) des Urteils des Bezirksge-
richts Bülach vom 28. November 2014 (Prozess Nr. FE140220) 
per 9. September 2015 aufzuheben und neu zu fassen, wie folgt: 

 1. Die Obhut über das gemeinsame Kind C._____, geb. 
tt.mm.2012, sei beiden Elternteilen zu übertragen und es sei 
festzustellen, dass C._____ Wohnsitz bei dem Kläger hat. 

 2. Die Beklagte sei berechtigt zu erklären, C._____ zu den fol-
genden Zeiten auf eigene Kosten zu betreuen: 

  a. Sonntagabend, 18.00 Uhr, bis Dienstagabend, 
19.00 Uhr, wobei das Bring-Bring-Prinzip gilt, 

  b. an jedem zweiten Wochenende der geraden Kalen-
derwochen von Freitagabend, 18.30 Uhr, im Anschluss 
an die Krippe bis Dienstagabend, 18.30 Uhr, wobei das 
Hol-Hol-Prinzip gilt, 

  c. vier Wochen Ferien pro Jahr, wobei das Ferienbe-
suchsrecht drei Monate im Voraus mitzuteilen sei. Soll-
ten sich die Eltern über die Aufteilung der Ferien nicht 
einigen können, sei dem Vater in den Jahren mit gera-
der Jahreszahl das Entscheidungsrecht bezüglich Auf-
teilung der Ferien einzuräumen; der Mutter in den Jah-
ren mit ungerader Jahreszahl, 

  d. bezüglich Feiertagsregelung und Geburtstage sei es 
bei der Regelung aus dem Scheidungsurteil vom 
28. November 2014 zu belassen. 

- 3 - 

   Eine weitergehende Regelung sei der Parteiabrede zu 
unterstellen. Sofern ein Elternteil aus welchen Gründen 
auch immer nicht in der Lage sein sollte, die Betreuung 
gemäss beantragtem Betreuungsplan zu übernehmen, 
sei dieser zu verpflichten, auf eigene Kosten für eine 
angemessene Betreuung von C._____ besorgt zu sein. 
Eine Anfrage an den anderen Elternteil ist möglich und 
erwünscht; dieser ist jedoch nicht verpflichtet, die Be-
treuung zu übernehmen. 

 3. Es seien den Parteien gegenseitig keine Kinderunterhalts-
beiträge zuzusprechen. 

 4. Die AHV-Erziehungsgutschriften seien den Parteien je hälf-
tig anzurechnen. 

 5. Der Kläger sei zu verpflichten, der Beklagten die nachfol-
genden monatlichen Unterhaltsbeiträge zu bezahlen, zahl-
bar auf den Ersten eines jeden Monats im Voraus: 

  ab Rechtskraft des Urteils jedoch längstens bis 31. Dezem-
ber 2016        CHF 3'200 

  ab 1. Januar 2017 bis mit Juni 2022   CHF 1'280 
Sodann sei festzustellen, dass danach die Pflicht des Be-
klagten zur Leistung nachehelicher Unterhaltsbeiträge voll-
ständig entfällt. 

 6. Es sei festzustellen, dass der Kläger der Beklagten an die 
Unterhaltsverpflichtung seit 1. Februar 2016 bis und mit Juni 
2016 den Betrag von CHF 3'649.50 zu viel bezahlt hat. Er 
sei berechtigt zu erklären, diesen zu viel bezahlten Betrag 
mit den künftigen Unterhaltsansprüchen der Gesuchstellerin 
zu verrechnen, eventualiter sei sie zu verpflichten, diesen 
zurückzuerstatten. 

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. 8% MwSt.) zulas-
ten der Beklagten. 

 
Eventualbegehren des Klägers: 

(act. 82) 

1. In Abänderung des Scheidungsurteils vom 28. November 2014 
(Prozess Nr. FE140220) sei die Obhut über C._____, geb. 
tt.mm.2012, auf den Kläger zu übertragen. 

2. Der Beklagten sei ein gerichtsübliches Besuchsrecht einzuräu-
men. 

3. Es sei festzuhalten, dass die Beklagte dem Kläger mangels finan-
zieller Leistungsfähigkeit derzeit keine Kinderunterhaltsbeiträge 
schuldet.  

- 4 - 

4. Die AHV-Erziehungsgutschriften seien dem Kläger anzurechnen. 

5. Der Kläger sei zu verpflichten, der Beklagten ab Rechtskraft des 
Urteils bis 31. Dezember 2016, längstens jedoch für eine Über-
gangsfrist von drei Monaten, einen nachehelichen Unterhaltsbei-
trag im Sinne von Art. 125 ZGB von CHF 3'200.– zu bezahlen, 
zahlbar auf den Ersten eines jeden Monates im Voraus. Sodann 
sei festzustellen, dass danach die Pflicht des Klägers zur Leistung 
nachehelicher Unterhaltsbeiträge vollständig entfällt.  

6. Es sei festzustellen, dass der Kläger der Beklagten an die Unter-
haltsverpflichtung seit 1. Februar 2016 bis und mit Juni 2016 den 
Betrag von CHF 3'649.50 zu viel bezahlt hat. Er sei berechtigt zu 
erklären, diesen zu viel bezahlten Betrag mit den künftigen Unter-
haltsansprüchen der Gesuchstellerin zu verrechnen, eventualiter 
sei sie zu verpflichten, diesen Betrag zurückzuerstatten.  

Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich MWSt.) zu Lasten 
der Beklagten. 

 
 
 

Urteil des Bezirksgerichtes Bülach vom 22. Dezember 2016: 

Es wird erkannt: 

1. Die Dispositivziffern 3 und 5 des Urteils des Bezirksgerichts Bülach vom 

28. November 2014 (Prozess Nr. FE140220) werden aufgehoben und durch 

die folgende Fassung ersetzt: 

3. Die Obhut für den Sohn C._____, geboren am tt.mm.2012, wird beiden Parteien mit 

wechselnder Betreuung übertragen. Der Wohnsitz des Sohnes ist beim Vater. 

5. Die Erziehungsgutschriften für die Berechnung künftiger AHV-/IV-Renten werden den 

Parteien je zur Hälfte angerechnet. 

2. Die Dispositivziffer 4 des Urteils des Bezirksgerichts Bülach vom 28. No-

vember 2014 (Prozess Nr. FE140220) im Umfang von Ziffer B.4 bis B.8 der 

mit selbigem Urteil genehmigten Vereinbarung der Parteien vom 28. No-

vember 2014 wird aufgehoben und durch die folgende Fassung ersetzt: 

- 5 - 

B. Eltern-/Kindbeziehung 

4. Das Kind C._____ wird beim Vater wohnen und dort seinen Wohnsitz haben. 

5. Die Mutter ist berechtigt und verpflichtet, den Sohn auf eigene Kosten wie folgt zu be-

treuen: 

 - von Sonntagabend 18.00 Uhr bis Dienstagabend 19.00 Uhr (Bring-Bring-Prinzip),  

 - an jedem zweiten Wochenende der geraden Kalenderwochen jeweils ab Freitag 

18.30 Uhr im Anschluss an die Kinderkrippe (bis Dienstagabend 18.30 Uhr) (Hol-Hol-

Prinzip).  

- alternierend in Jahren mit gerader Jahreszahl über Ostern (Gründonnnerstagabend 

18.00 Uhr, bis Ostermontagabend, 20.00 Uhr), über Weihnachten vom 25. Dezember 

(14.00 Uhr) bis 26. Dezember (20.00 Uhr), über Neujahr vom 2. Januar (14.00 Uhr) 

bis 3. Januar (20.00 Uhr) und am 1. August (vom 31. Juli 18.00 Uhr bis 1. August 

20.00 Uhr) sowie in Jahren mit ungerader Jahreszahl über Pfingsten (Pfingstfreitag-

abend, 18.00 Uhr, bis Pfingstmontagabend, 20.00 Uhr), über Weihnachten vom 24. 

Dezember (16.00 Uhr) bis 25. Dezember 16.00 Uhr), über Neujahr vom 31. Dezem-

ber (14.00 Uhr) bis 2. Januar (14.00 Uhr) und am 1. Mai (vom 30. April 18.00 Uhr bis 

1. Mai 20.00 Uhr), wobei der ak tuell betreuende Elternteil das Kind jeweils dem die 

Betreuung übernehmenden Elternteil bringt (Bring-Bring-Prinzip). 

 - Die Geburtstage des Sohnes C._____ werden jeweils gemeinsam, im Beisein bei-

der Elternteile begangen. Sie werden in Jahren mit gerader Jahreszahl beim Vater 

und in Jahren mit ungerader Jahreszahl bei der Mutter gefeiert. 

- Ausserdem ist die Mutter berechtigt und verpflichtet, C._____ für die Dauer von vier 

Wochen pro Jahr auf eigene Kosten zu sich oder mit sich in die Ferien zu nehmen.  

- Die Eltern sprechen sich über die Aufteilung der Ferien jeweils mindestens drei Mo-

nate im Voraus ab. Können sie sich nicht einigen, so kommt dem Vater in Jahren mit 

gerader Jahreszahl das Entscheidungsrecht bezüglich der Aufteilung der Ferien zu; in 

Jahren mit ungerader Jahreszahl der Mutter. 

6. [ersatzlos aufgehoben.] 

7. [ersatzlos aufgehoben.] 

7.1. [ersatzlos aufgehoben.] 

- 6 - 

7.2. [ersatzlos aufgehoben.] 

8. [ersatzlos aufgehoben.] 

9. [unverändert.] 

3. Die Dispositivziffer 4 des Urteils des Bezirksgerichts Bülach vom 28. No-

vember 2014 (Prozess Nr. FE140220) im Umfang von Ziff. C.1.10 bis C.1.13 

der mit selbigem Urteil genehmigten Vereinbarung der Parteien vom 28. No-

vember 2014 wird aufgehoben und durch die folgende Fassung ersetzt: 

C. Unterhalt 

C.1. Kinderunterhalt 

10. Die Parteien verzichten angesichts der obigen hälftigen Betreuungsregel sowie man-

gels Leistungsfähigkeit der Mutter gegenseitig auf Kinderunterhaltsbeiträge. Jede 

Partei trägt die Kosten, die durch die Betreuung von C._____ anfallen, alleine.  

11. Ausserordentliche Auslagen für C._____ (z.B. für Zahnkorrek turen, schulische För-

dermassnahmen u.ä.) übernehmen die Parteien ihrem Einkommen entsprechend an-

teilsmässig, soweit nicht Dritte, insbesondere Versicherungen, für diese Kosten auf-

kommen. Können sich die Parteien über die ausserordentlichen Auslagen nicht eini-

gen, wenden sie sich an das Jugendsekretariat am Wohnsitz des Kindes respektive 

an eine von diesem bezeichnete Fachperson. Allfällige Beratungskosten übernehmen 

die Parteien je zur Hälfte.  

12. [ersatzlos aufgehoben.] 

13. Die Parteien vereinbaren, dass die Erziehungsgutschriften der AHV für das unter der 

gemeinsamen elterlichen Sorge stehende Kind C._____ den Parteien je zur Hälfte 

angerechnet werden.  

 Die Parteien werden die betroffenen Ausgleichskassen nach Eintritt der Rechtskraft 

des Scheidungsurteils über diese Vereinbarung orientieren.  

4. Die Dispositivziffer 4 des Urteils des Bezirksgerichts Bülach vom 28. No-

vember 2014 (Prozess Nr. FE140220) im Umfang von Ziff. C.2.14 bis 

C.2.14.7 der mit selbigem Urteil genehmigten Vereinbarung der Parteien 

- 7 - 

vom 28. November 2014 wird aufgehoben und durch die folgende Fassung 

ersetzt: 

C.2. Nachehelicher Unterhalt 

14. B._____ verpflichtet sich, A._____ gestützt auf Art. 125 ZGB die folgenden, jeweils auf 

den Ersten eines jeden Moantes zum Voraus zahlbaren Unterhaltsbeiträge zu bezah-

len: 

 Rückwirkend vom 9. September 2015 bis zum 31. Mai 2017: Fr. 3'179.– 

 Danach bis und mit Juni 2022: Fr. 2'990.– 

 Danach bis und mit Juni 2028: Fr. 1'950.– 

Danach entfällt die Pflicht von B._____ zur Entrichtung von nachehelichen Unter-

haltsbeiträgen vollständig. 

14.1. [unverändert.] 

14.2. [unverändert.] 

14.3. [unverändert.] 

14.4. [ersatzlos aufgehoben.] 

14.5. [ersatzlos aufgehoben.] 

14.6. [ersatzlos aufgehoben.] 

14.7. [ersatzlos aufgehoben.] 

5. Die Dispositivziffer 4 des Urteils des Bezirksgerichts Bülach vom 28. No-

vember 2014 (Prozess Nr. FE140220) im Umfang von Ziff. C.3.18 der mit 

selbigem Urteil genehmigten Vereinbarung der Parteien vom 28. November 

2014 wird aufgehoben und durch die folgende Fassung ersetzt: 

C.3. Bemessungsfaktoren zum Unterhalt 

18. Die vereinbarte Unterhaltsregelung beruht im Sinne von Art. 282 ZPO auf folgenden 

Bemessungsfak toren: 

- 8 - 

Monatliches Nettoeinkommen B._____ (exk l. Familienzulagen, Spesen und Bonus): 

Fr. 12'365.– 

Monatliches Nettoeinkommen A._____: Fr. 600.– (9. September 2015 bis 31. Mai 

2017), Fr. 2'000.– (hypothetisch, 1. Juni 2017 bis und mit Juni 2022), Fr. 3'200.– (hy-

pothetisch, 1. Juli 2022 bis und mit Juni 2028) 

Bedarf B._____: Fr. 9'065.– (9. September 2015 bis und mit Juni 2022), Fr. 9'165.– 

(ab Juli 2022 bis und mit Juni 2028) 

Bedarf A._____: Fr. 3'779.– (9. September 2015 bis und mit Mai 2017), Fr. 4'990.– (1. 

Juni 2017 bis und mit Juni 2022), Fr. 5'150.– (1. Juli 2022 bis und mit Juni 2028) 

6. Im Übrigen wird die Klage abgewiesen. 

7. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 6'000.– ; die weiteren Auslagen betragen: 

Fr. 1'406.25   Dolmetscherkosten 

Fr. 7'406.25   Total 
 
Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

8. Die Gerichtskosten werden der beklagten Partei auferlegt, jedoch zufolge 

Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege einstweilen auf die Gerichts-

kasse genommen. Die Beklagte wird auf die Nachzahlungspflicht gemäss 

Art. 123 ZPO hingewiesen.  

9. Die beklagte Partei wird verpflichtet, der klagenden Partei eine Parteient-

schädigung von Fr. 8'000.– (inkl. Mehrwertsteuer) zu bezahlen.  

10./11. Schriftliche Mitteilung/Rechtsmittel  

- 9 - 

Berufungsanträge: 

der Beklagten (act. 93): 
 
"1. In Gutheissung der Berufung seien die Ziffern 1, 2, 3, 4, 5, 7 i.V.m. 8 und 9 

des Dispositivs des Urteils und der Verfügung vom 22. Dezember 2016 des 
Bezirksgerichtes Bülach, Einzelgericht, vom 22. Dezember 2016 mit der Ge-
schäfts-Nr. FP150039 aufzuheben und es sei das Urteil des Bezirksgerich-
tes Bülach vom 28. November 2014 (FE140220) zu bestätigen. 

 
2. Es sei die Verfügung vom 1. Februar 2016 des Bezirksgerichtes Bülach mit 

der Geschäfts-Nr. FP150039 betreffend vorsorgliche Massnahmen für die 
Dauer des Prozesses mittels vorsorglicher Massnahmen vollumfänglich auf-
zuheben. 

 
3. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (plus gesetzliche Mehrwert-

steuern von zurzeit 8 Prozent) beider Instanzen zu Lasten des Berufungsbe-
klagten." 

 
 Prozessantrag: 
 
"4. Der Berufungsklägerin sei weiterhin 
 - die unentgeltliche Prozessführung sowie 
 -  ein unentgeltlicher Rechtsvertreter in der Person des Unterzeichnen-

den zu gewähren." 
 
 
des Klägers (LC170017 act. 93): 
 
"1.  Dispositiv Ziff. 3 des angefochtenen Entscheids sei aufzuheben und es 

sei in Aufhebung und Abänderung von Disp. Ziff. 4. lit. C.1.1 0 bis C. 
1.13. sowie Disp. Ziff. 4. lit. C.2. 14. bis 14.7 des Urteils des Bezirksgerichts 
Bülach vom 28. November 2014 (Prozess Nr. FE140220-C) die 
Unterhaltsregelung gemäss den nachfolgenden Anträgen anzuordnen: 

 
Kinderunterhalt: 

 
Angesichts der hälftigen Betreuungsregelung sowie mangels 
Leistungsfähigkeit der Mutter seien gegenseitig keine Kinderunter-
haltsbeiträge zuzusprechen. Jede Partei trägt die Kosten, die 
durch die Betreuung von C._____ anfallen, alleine. 

 
Es sei davon Vormerk zu nehmen, dass ab Einleitung des Abände-
rungsverfahrens bis zur Rechtskraft des Abänderungsentscheides 

- 10 - 

die Vereinbarung betreffend vorsorgliche Massnahmen vom 1. Januar 
2016 gilt. 
 
 
Ehegattenunterhalt: 
 
Der Kläger sei zu verpflichten, der Beklagten die nachfolgenden 
monatlichen nachehelichen Unterhaltsbeiträge zu bezahlen, zahlbar 
auf den Ersten eines jeden Monates im Voraus: 
ab Rechtskraft bis 31. Mai 2017  CHF 3'200 
ab 1. Juni 2017 bis mit Juni 2022   CHF 1'280 

 
Sodann sei festzustellen, dass danach die Pflicht des Klägers zur 
Leistung nachehelicher Unterhaltsbeiträge vollständig entfällt. 

 
Es sei festzustellen, dass der Kläger der Beklagten an die Unterhalts-
verpflichtung seit 1. Februar 2016 bis und mit Juni 2016 den Betrag 
von CHF 3'649.50 zu viel bezahlt hat. Er sei berechtigt zu erklären, 
diesen zu viel bezahlten Betrag mit den künftigen Unterhaltsansprü-
chen der Beklagten zu verrechnen, eventualiter sei sie zu verpflichten, 
diesen Betrag zurückzuerstatten. 
 
Es sei davon Vormerk zu nehmen, dass ab Einleitung des Abände-
rungsverfahrens bis zur Rechtskraft des Abänderungsentscheides die 
Vereinbarung betreffend vorsorgliche Massnahmen vom 1 . Januar 
2016 gilt. 
 

2.  Eventualbegehren 1. für den Fall der rückwirkenden Abänderung auf den 
Zeitpunkt der Klageeinleitung: 

 
Dispositiv Ziff. 3 des angefochtenen Entscheids sei aufzuheben und es sei in 
Aufhebung und Abänderung von Disp. Ziff. 4. lit. C.1.1 0 bis C. 1.13. sowie 
Disp. Ziff. 4. lit. C.2. 14. bis 14.7 des Urteils des Bezirksgerichts Bülach vom 
28. November 2014 (Prozess Nr. FE140220-C) die Unterhaltsregelung ge-
mäss den nachfolgenden Anträgen anzuordnen: 
 

Kinderunterhalt: 
 
Angesichts der hälftigen Betreuungsregelung sowie mangels Leis-
tungsfähigkeit der Mutter seien rückwirkend seit 9. September 2015 
gegenseitig keine Kinderunterhaltsbeiträge zuzusprechen. Jede Partei 

- 11 - 

trägt seither die Kosten, die durch die Betreuung von C._____ anfallen, 
alleine. 
 
Ehegattenunterhalt: 
 
Der Kläger sei zu verpflichten, der Beklagten die nachfolgenden monat-
lichen nachehelichen Unterhaltsbeiträge zu bezahlen, zahlbar auf den 
Ersten eines jeden Monates im Voraus: 
 
Ab 9. September 2015 bis 31. Dezember 2015 CHF   825 
danach bis 31. Mai 2017      CHF 2'924 
ab 1. Juni 2017 bis mit Juni 2022    CHF 1'280 

 
Sodann sei festzustellen, dass danach die Pflicht des Klägers zur Leis-
tung nachehelicher Unterhaltsbeiträge vollständig entfällt. 
 
Es sei festzustellen, dass der Kläger der Beklagten an die rückwirken-
de Unterhaltsverpflichtung seit 9. September 2015 bis und mit Mai 
2017 den Betrag von CHF 14'155 zu viel bezahlt hat. Er sei berechtigt 
zu erklären, diesen zu viel bezahlten Betrag mit den künftigen Unter-
haltsansprüchen der Beklagten im Umfang von mindestens CHF 1 '000 
monatlich, eventualiter mit der Bonusbeteiligung, zu verrechnen. 
 
 

3.  Eventualbegehren 2 zu vorstehenden Begehren Ziff. 1 und 2: Für den Even-
tualfall, dass die Bonusbeteiligungsklausel Ziff. 14.1.-14.3. ab Rechtskraft 
des Urteils nicht aufgehoben werden sollte, werden in Abweichung zum 
obenstehenden Rechtsbegehren die folgenden nachehelichen Unterhaltbei-
träge beantragt: 

 
Hauptstandpunkt: 
ab Rechtskraft bis 31. Mai 2017 CHF 3'200 
ab 1. Juni 2017 bis mit Juni 2022 CHF    280 
 
Eventualbegehren 1 : 
Ab 9. September 2015 bis 31. Dezember 2015 CHF    825 
danach bis 31. Mai 2017      CHF 2'924 
ab 1. Juni 2017 bis mit Juni 2022     CHF    280 
 

Im Übrigen wird am Rechtsbegehren gemäss Ziff. 1 und 2 festgehalten. 
 

- 12 - 

4.  Eventualbegehren 3: Für den Eventualfall, dass der Beklagten ab 1. Juni 
2017 ein tieferes, als vom Kläger beantragtes Einkommen in Höhe von 
CHF 4'320 angerechnet werden sollte, sei die Mehrverdienstklausel gemäss 
Ziff. 14.4. bis 14.7 nicht aufzuheben, sondern an das vom Gericht festge-
setzte, tiefere Einkommen anzupassen. 

 
5.  Dispositiv Ziff. 5 des angefochtenen Entscheids sei ersatzlos aufzuheben. 
 
6.  Dispositiv Ziff. 9 des angefochtenen Entscheids sei aufzuheben und die Be-

klagte sei zu verpflichten, dem Kläger für das erstinstanzliche Verfahren ein 
Parteientschädigung von CHF 18'000 (inkl. 8% Mehrwertsteuer) zuzuspre-
chen. 

 
Der Kläger sei berechtigt zu erklären, diesen Anspruch mit den künftigen Un-
terhaltsansprüchen der Beklagten im Umfang von mindestens CHF 1 '000 
monatlich, eventualiter mit der Bonusbeteiligung, zu verrechnen. 

 
7.  Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Berufungsbeklag-

ten."  
 

Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege 
 
 Es sei dem Kläger für das vorliegende Berufungsverfahren die unentgeltliche 

Rechtspflege zu bewilligen und ihm in der Person von RA lic. iur Y._____ ein 
unentgeltlicher Rechtsvertreter zu bestellen. 

 
Rechtsbegehren des Klägers gemäss Noveneingabe vom 8. September 2017 
(LC170017 act. 103) 
 
"1. Dispositiv Ziff. 1 und 2 des angefochtenen Entscheids seien aufzuheben und 

es seien die Kinderbelange gemäss den nachfolgenden Anträgen neu zu re-
geln: 

 
a. Es sei dem Kläger die alleinige Obhut für den Sohn C._____, geb. 

tt.mm.2012, zuzuteilen. 
 

b. Die Beklagte und Mutter sei zu berechtigen und zu verpflichten, 
C._____ auf eigene Kosten jedes zweite Wochenende von Freitagmit-
tag im Anschluss an den Kindergarten bis Montagmorgen (Bringen in 
den Kindergarten) zu betreuen, wobei sie C._____ abzuholen und zu 
bringen hat. 

 

- 13 - 

c. Im Übrigen sei die vorinstanzliche Feiertags-, Ferien- und Geburtstags-
regelung zu bestätigen. 

 
2. Dispositiv Ziff. 4 des angefochtenen Entscheids sei aufzuheben und es seien 

in Ergänzung der Berufungsanträge vom 2. Mai 2017 die nachehelichen Un-
terhaltsbeiträge ab 1. September 2017 vollumfänglich aufzuheben. Eventua-
liter seien die Unterhaltsbeiträge ab 1. September 2017 zu sistieren. 

 Eine Anpassung der Rechtsbegehren nach Auskunftserteilung und Edition 
durch die Beklagte bleibt ausdrücklich vorbehalten. 

 
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich 8% MwSt) zu Lasten  
der Beklagten." 
 
Rechtsbegehren der Beklagten gemäss Berufungsantwort und Anschluss- 
berufung vom 18. September 2017 (LC170017 act. 107) 
 

Anträge: 
 

"Sämtliche Anträge des Berufungsklägers (und Berufungswiderbeklagten 
seien abzuweisen, es sei denn, dessen Anträge würden durch die eigenen 
Anträge gemäss eigener Berufung vom 1. Mai 2017 (und Anschlussberu-
fung) ausdrücklich anerkannt. 
 

1. In Gutheissung der Berufung seien die Ziffern, 1, 2, 3, 4, 5, 7 i.V.m. 8 und 9 
des Dispositivs des Urteils und der Verfügung vom 22. Dezember 2016 des 
Bezirksgerichtes Bülach, Einzelgericht, vom 22. Dezember 2016 mit der Ge-
schäfts-Nr. FP150039 aufzuheben und es sei das Urteil des Bezirksgerich-
tes Bülach vom 28. November 2014 (Prozess Nr. FE140220) zu bestätigen.  

 
2. Es sei die Verfügung vom 1. Februar 2016 des Bezirksgerichtes Bülach mit 

der Geschäfts-Nr. FP150039 betreffend vorsorgliche Massnahmen für die 
Dauer des Prozesses mittels vorsorglicher Massnahmen vollumfänglich auf-
zuheben. 

 
3. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (plus gesetzliche Mehrwert-

steuern von zurzeit 8 Prozent) beider Instanzen zu Lasten des Berufungswi-
derbeklagten." 

 
Prozessantrag: 

 
"4. Der Berufungswiderklägerin sei weiterhin 
 - die unentgeltliche Prozessführung sowie 

- ein unentgeltlicher Rechtsvertreter in der Person des Unterzeichnen-
den 

 zu gewähren." 

- 14 - 

Erwägungen: 

I. Sachverhalt / Streitpunkte / Verfahrensverlauf  

1. Die Parteien wurden mit Urteil des Bezirksgerichtes Bülach vom 28. Novem-

ber 2014 geschieden. Im Scheidungsverfahren hatten sie dem Gericht eine um-

fassende Vereinbarung eingereicht, welche vom Gericht genehmigt wurde. Diese 

betraf die Eltern-/Kindbeziehung, den Kinder- und nachehelichen Unterhalt und 

die zugrunde liegenden Bemessungsfaktoren sowie weitere für das nunmehr 

hängige Verfahren nicht bedeutsame Bestimmungen. Das Kind der Parteien, der 

am tt.mm.2012 geborene C._____, wurde unter der gemeinsamen elterlichen 

Sorge der Parteien belassen; die Obhut für C._____ wurde der Mutter zugeteilt. 

Die Eltern vereinbarten eine Kontaktregelung von C._____ zum Vater. Dieser 

wurde überdies verpflichtet, für C._____ einen monatlichen Unterhaltsbeitrag und 

weitere ausserordentliche Auslagen zur Hälfte zu bezahlen; die Erziehungsgut-

schriften sollten der Mutter angerechnet werden. Letzterer gegenüber wurde der 

Vater zu abgestuften nachehelichen Unterhaltzahlungen verpflichtet (vgl. 

act. 7/40).  

2. Am 9. September 2015 gelangte B._____ (Kläger/Vater) an das Bezirksge-

richt Bülach und ersuchte um Zuteilung der Obhut über C._____ an ihn, Verpflich-

tung von A._____ (Beklagte/Mutter) zur Bezahlung eines Kinderunterhaltsbetra-

ges von Fr. 500.00 ab 1. März 2016 und Feststellung, dass gegenseitig kein 

nachehelicher Unterhalt geschuldet sei (act. 1). Anlass dieser Klage war der Um-

stand, dass die Beklagte dem Kläger wenige Tage zuvor per SMS mitgeteilt ha-

ben soll, sie weile auf unbestimmte Zeit in Brasilien bei ihrer kranken Mutter 

(act. 1). Das Gericht wies in der Folge das klägerische Begehren um Erlass su-

perprovisorischer Massnahmen einstweilen zwar ab (act. 8), was aber nichts da-

ran änderte, dass C._____ fortan und weiterhin beim Vater lebte.  

3. Nach der Rückkehr der Beklagten in die Schweiz fand am 6. Januar 2016 

eine Einigungsverhandlung statt (vgl. Prot. VI S. 7 ff.). In deren Rahmen wurden 

ausgedehnte Vergleichsgespräche geführt, die schliesslich betreffend vorsorgli-

- 15 - 

che Massnahmen für die Dauer des Verfahrens in einer Vereinbarung mündeten 

(a.a.O. S. 25; act. 59). Nach dieser Regelung üben beide Eltern die Obhut für 

C._____ aus, wobei die Mutter C._____ vom Sonntagabend 18:00 Uhr bis Diens-

tagabend 19:00 Uhr (Bring-Bring-Prinzip) und an jedem zweiten Wochenende der 

geraden Kalenderwochen jeweils ab Freitag 18:30 Uhr im Anschluss an die Kin-

derkrippe bis Dienstagabend 18:30 Uhr (Hol-Hol-Prinzip) betreut, während in der 

übrigen Zeit C._____ beim Vater weilt und von diesem betreut wird. Die Vereinba-

rung enthält sodann weitere Bestimmungen zum Kindesunterhalt und zu den 

nachehelichen Unterhaltsbeiträgen sowie ausstehenden Unterhaltsbeiträgen 

(act. 59). Nachdem die zuständige Bezirksrichterin C._____ in der Kinderkrippe 

angehört hatte (Prot. VI S. 27), genehmigte sie mit Verfügung vom 1. Februar 

2016 die von den Parteien getroffene Vereinbarung resp. nahm davon Vormerk 

(Prot. VI S. 29/30). Am 13. Dezember 2016 fand schliesslich die Hauptverhand-

lung statt (Prot. VI S. 37-82). Am 22. Dezember 2016 erliess die Vorinstanz den 

von beiden Parteien angefochtenen Entscheid (act. 95).  

4. Strittig ist in erster Linie und zur Hauptsache die Obhutsregelung für 

C._____: während der Vater die von der Vorinstanz getroffene Regelung - geteilte 

oder alternierende Obhut - beibehalten will (LC170017 act. 93) resp. nunmehr die 

alleinige Obhut anstrebt (LC170017 act. 103), will die Mutter zur Regelung ge-

mäss Scheidungsurteil vom 28. November 2014 zurückkehren, d.h. sie bean-

sprucht die alleinige Obhut. Dementsprechend hält sie auch an den damit zu-

sammenhängenden finanziellen Folgen fest, wie sie im Urteil vom 28. November 

2014 festgelegt worden sind (act. 93 S. 2; act. 107 S. 2). Der Vater hingegen will 

nicht nur die Anordnungen betreffend seine finanziellen Verpflichtungen gemäss 

Urteil vom 28. November 2014, sondern auch gemäss angefochtenem Entscheid 

vom 22. Dezember 2016 revidiert wissen (LC170017 act. 93 S. 3/4).  

5. Die von beiden Parteien separat erhobenen Berufungen wurden separat an-

gelegt (LC170016 und LC170017). Entsprechend wurden die je gestellten pro-

zessualen Begehren in separaten Beschlüssen behandelt (act. 96 und LC170017 

act. 97). Die Beklagte hat die im Verfahren des Vaters einverlangte Berufungsant-

wort und Stellungnahme zu dessen Noveneingabe (LC170017 act. 103) rechtzei-

- 16 - 

tig erstattet (act. 107). Vom Kläger war keine Berufungsantwort einzuholen 

(Art. 312 Abs. 1 ZPO). Ihm ist jedoch mit diesem Entscheid eine Kopie der Beru-

fungsantwort der Beklagten zuzustellen. Die in der Berufungsantwort gestellten 

prozessualen Anträge (vorsorgliche Massnahme und Gewährung der unentgeltli-

chen Prozessführung, act. 107 S. 2 Ziff. 2 und S. 3 Ziff. 4) werden im Rahmen des 

Erledigungsentscheides behandelt. Desgleichen erfolgt die Vereinigung der bei-

den Verfahren in diesem Entscheid. Das Verfahren ist spruchreif. 

II. Prozessuales / vorsorgliche Massnahmen 

1. Verfahrensvereinigung 

Die von den Parteien eigenständig erhobenen Berufungen (act. 93 und LC170017 

act. 93) betreffen den gleichen Sachverhalt und es stellen sich in beiden Fällen 

die gleichen tatsächlichen und rechtlichen Fragen. Das Verfahren LC170017 ist 

daher mit dem vorliegenden Verfahren zu vereinigen und unter dieser Nummer 

weiterzuführen. 

2. unentgeltliche Rechtspflege 

Die Beklagte stellt in ihrer Berufungsantwort erneut den Antrag auf Gewährung 

der unentgeltlichen Prozessführung und unentgeltlichen Rechtsverbeiständung 

resp. unentgeltlichen Rechtspflege (LC170017 act. 107 S. 3, S. 14 Rz 5.9).  

Bezüglich der Voraussetzungen der Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege 

kann auf die Erwägungen im Beschluss der Kammer vom 8. Juni 2017 (act. 96 

S. 2/3 E. 3.1) verwiesen werden. In jenem Entscheid wurde das von der Beklag-

ten in ihrer Berufungsschrift vom 1. Mai 2017 gestellte Gesuch um Gewährung 

der unentgeltlichen Rechtspflege abgewiesen, weil dieses keinerlei Begründung 

enthielt, keine Belege über die Einkommens- und Vermögensverhältnisse einge-

reicht wurden und nicht dargelegt wurde, wie die Beklagte ihren Lebensunterhalt 

bestreitet (a.a.O. E. 3.3.). Im nunmehrigen Gesuch fehlt es weiterhin an einer Be-

gründung. Zwar verweist die Berufungsantwortschrift an verschiedenen Stellen 

auf die schlechte finanzielle Situation der Beklagten (vgl. LC170017 act. 107 S. 12 

ff.  

- 17 - 

Rz 5.1.11, 5.1.13 und 5.9, S. 25 Rz 7.20, S. 28 Rz 8.6, S. 30 Rz 8.12, S. 33  

Rz 8.41), ohne dass konkrete Angaben weder zu den Einkünften noch zu den 

Ausgaben gemacht werden. Die Beklagte legt auch nicht ansatzweise dar, wie sie 

ihren Lebensunterhalt deckt. Damit fehlt es weiterhin an den minimalsten Anga-

ben, welche notwendig sind zur Beurteilung der Bedürftigkeit der Beklagten. In 

dem Sinne sind ihre Ausführungen auch nicht etwa unklar oder unsicher, die es 

zu klären gälte. Es besteht daher kein Anlass für eine Fristansetzung zur Einrei-

chung von Unterlagen (LC170017 act. 107 S. 14 Rz 5.9).  

Damit ist das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege abzuweisen. 

3. Noveneingaben des Klägers 

Die Beklagte beantragt, dass die Ergänzung des Klägers vom 31. Mai 2017 zur 

Berufung (LC170017 act. 96) und seine Ergänzung vom 8. September 2017 zur 

Berufung (LC170017 act. 103) wegen verspäteter Einreichung aus dem Recht 

gewiesen werden (LC170017 act. 107 S. 4 Rz 2.5). Vorab kann festgehalten wer-

den, dass die Beklagte Gelegenheit hatte, sich zu diesen Eingaben zu äussern 

und diese Möglichkeit auch nutzte. 

3.1. Noveneingabe des Klägers vom 31. Mai 2017 (LC170017 act. 96) 

In dieser Eingabe weist der Kläger darauf hin, dass an der Wohnadresse der Be-

klagten seit 1. Mai 2017 eine weitere Person gemeldet sei. Aus diesem Umstand 

leitet der Kläger einen tieferen Bedarf der Beklagten ab (LC170017 act. 96 S. 3 

f.). Ob dieses Novum zulässig und beachtlich ist, ist im Rahmen der Unterhalts-

verpflichtung des Klägers zu prüfen. 

3.2. Noveneingabe des Klägers vom 8. September 2017 (LC170017 act. 103) 

In dieser Eingabe stellt der Kläger bezüglich der strittigen Obhut neue Anträge 

und will seine Verpflichtung zur Leistung von nachehelichem Unterhalt wegen 

veränderter Lebensverhältnisse der Beklagten angepasst haben (LC170017 

act. 103 S. 2 f.). Ob und inwieweit auf diese neuen Begehren einzugehen sein 

- 18 - 

wird, ist bei der Prüfung der Obhutszuteilung und gegebenenfalls auch im Rah-

men der Unterhaltsverpflichtung des Klägers zu klären.  

4.  vorsorgliche Massnahmen 

Die Beklagte will die vom Bezirksgericht Bülach mit Verfügung vom 1. Februar 

2016 für die Dauer des Verfahrens erlassene vorsorgliche Massnahme aufgeho-

ben haben (LC170017 act. 107 S. 2). Dieser lag eine Vereinbarung der Parteien 

betreffend Obhut, Betreuung, Kinderunterhaltsbeiträge, nacheheliche Unterhalts-

beiträge und ausstehende Unterhaltsbeiträge zu Grunde (act. 59). In ihrer Be-

gründung zur Aufhebung dieser vorsorglichen Massnahme listet die Beklagte eine 

Reihe von Unzulänglichkeiten in der Betreuung von C._____ durch den Kläger auf 

(LC170017 act. 107 S. 6), welche sich weitestgehend mit ihren bereits in ihrer Be-

rufungsschrift gemachten Vorhaltungen decken (act. 93 S. 5) und die sich auf 

blosse Parteibehauptungen beschränken. Im Beschluss der Kammer vom 8. Juni 

2017 wurde über das von der Beklagten in ihrer Berufungsschrift gestellte und in-

haltlich gleiche Gesuch um Aufhebung dieser vorsorglichen Massnahme ent-

schieden und das Gesuch abgelehnt. Zur Begründung wurde ausgeführt, der fünf-

jährige C._____ lebe seit 21 Monaten beim Vater und habe mit anderen Worten 

eine beträchtliche Zeitspanne seines bisherigen Lebens bei seinem Vater gelebt. 

Im Interesse der Aufrechterhaltung stabiler und konstanter Verhältnisse, was für 

ein gedeihliches Aufwachsen eines Kleinkindes unabdingbar sei, rechtfertige es 

sich nicht, die seit September 2015 gelebte Regelung, allenfalls nur für die Dauer 

des Verfahrens, umzustossen und die Obhut wiederum der Mutter und Beklagten 

zu übertragen (act. 96 S. 4/5). Mit diesen Erwägungen setzt sich die Beklagte in 

ihrem neuerlichen Gesuch um Aufhebung der vorsorglichen Massnahmen nicht 

auseinander (LC170017 act. 107 S. 6), sondern wiederholt einzig das bereits von 

ihr Ausgeführte. Insofern bringt sie keine neuen Aspekte vor, die eine andere  

Beurteilung erheischten. Im Übrigen ergeht heute ein Endentscheid in der Sache, 

so dass sich eine vorgängige Umplatzierung von C._____, die – wie zu zeigen 

sein wird – sogleich wieder rückgängig gemacht werden müsste, ohnehin nicht 

rechtfertigt. Der Antrag ist daher abzuweisen. 

 

- 19 - 

III. Obhuts- und Betreuungsregelung 

1. Wie erwähnt stellt sich die zentrale Frage, ob die Obhutsregelung gemäss 

ursprünglichem Urteil des Bezirksgerichtes Bülach vom 28. November 2014 bei-

behalten bzw. zu dieser zurückgekehrt werden soll, worauf die Beklagte und Mut-

ter abzielt, oder ob die von der Vorinstanz in ihrem Abänderungsentscheid vom 

22. Dezember 2016 getroffene Anordnung Bestand haben soll, was der Intention 

des Klägers und Vaters entspricht.  

2. 

2.1. In Kinderbelangen in familienrechtlichen Angelegenheiten erforscht das Ge-

richt den Sachverhalt von Amtes wegen, d.h. es gilt der uneingeschränkte Unter-

suchungsgrundsatz (Art. 296 Abs.1 ZPO). Das Sammeln des Prozessstoffes 

bleibt zwar grundsätzlich Sache der Parteien, indes muss das Gericht von sich 

aus tätig werden, auch wenn kein entsprechender Antrag vorliegt (Schweighauser 

in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger, ZPO-Komm., Art. 296 N .8, N 10). 

Zudem entscheidet das Gericht ohne Bindung an die Parteianträge, d.h. das Ge-

richt kann Entscheide auch ohne entsprechende Anträge treffen (Art. 296 Abs. 3 

ZPO; a.a.O. N 10).  

2.2. Gemäss Art. 317 Abs. 1 ZPO werden neue Tatsachen und Beweismittel (No-

ven) im Berufungsverfahren nur noch berücksichtigt, wenn sie ohne Verzug vor-

gebracht werden und trotz zumutbarer Sorgfalt nicht schon vor erster Instanz vor-

gebracht werden konnten. Art. 317 Abs. 1 ZPO regelt die Voraussetzungen ab-

schliessend, unter denen Noven ausnahmsweise vorgebracht werden können, 

ohne danach zu differenzieren, ob ein Verfahren in den Anwendungsbereich der 

Verhandlungs- oder der Untersuchungsmaxime fällt. Eine analoge Anwendung 

von Art. 229 Abs. 3 ZPO, wonach vor erster Instanz im Anwendungsbereich der 

Untersuchungsmaxime neue Tatsachen und Beweismittel bis zur Urteilsberatung 

– voraussetzungslos – zugelassen werden, fällt für das obergerichtliche Verfahren 

ausser Betracht (vgl. BGE 138 III 625 E. 2.2 S. 626 f.; BGER 142 III 413 E. 2.2.2). 

Auch wenn Noven grundsätzlich im ersten Schriftenwechsel – d.h. der Berufungs- 

bzw. Berufungsantwortschrift – vorzutragen sind, rechtfertigt es sich aus prozess-

- 20 - 

ökonomischen Gründen, Noven unter den strengen Voraussetzungen von 

Art. 317 Abs. 1 ZPO ausnahmsweise auch nach abgelaufener Berufungs- bzw. 

Berufungsantwortfrist noch zuzulassen. So insbesondere, wenn die Berufungs-

instanz einen zweiten Schriftenwechsel oder eine Berufungsverhandlung anord-

net oder aber das Dossier unbearbeitet ruhen lässt (zur Publikation vorgesehenes 

BGer Urteil 4A_619/2015 vom 25. Mai 2016 E. 2.2.5). Zu beachten bleibt jedoch 

trotz des Ausschlusses von Art. 229 Abs. 3 ZPO auf das Berufungsverfahren, 

dass das Gericht und damit auch die Rechtsmittelinstanz den Sachverhalt bei 

Kinderbelangen in familienrechtlichen Angelegenheiten von Amtes wegen zu er-

forschen hat (Art. 296 Abs. 1 ZPO) und daher auch im Rechtsmittelverfahren von 

sich aus noch Untersuchungen anstellen kann (vgl. BGer Urteil 5A_528/2015 vom 

21. Januar 2016 E. 2). Noveneingaben der Parteien dürfen daher im obergericht-

lichen Verfahren, sofern sie nicht gestützt auf Art. 317 Abs. 1 ZPO zulässig sind, 

jedenfalls insoweit zur Kenntnis genommen werden, als der Richter dadurch auf 

wesentliche Sachverhalte hingewiesen wird, denen er im Rahmen seiner Pflicht 

zur Sachverhaltserforschung von Amtes wegen mit eigenen Untersuchungen 

nachzugehen hat (OGerZH LY160019 E. 2.2.1.2.). 

2.3. Die vom Kläger am 8. September 2017 eingereichte Eingabe erfolgte unzwei-

felhaft nach Ablauf der Berufungsfrist. Inhaltlich bezieht sie sich auf einen Sach-

verhalt, der zur Zeit der Erhebung der Berufung noch nicht bekannt war, nämlich 

den Wegzug der Beklagten aus D._____ nach E._____, der offenbar Ende Au-

gust 2017 stattgefunden hatte (LC170017 act. 104/2); dies anerkennt die Beklagte 

(LC170017 act. 107 S. 13 Rz 5.1.13, S. 33 Rz 8.41). Dieser Umstand ist in Bezug 

auf die Betreuung für C._____ durch die Parteien von Belang, da die bisherige 

Nähe der beiden Wohnsitze der Parteien nunmehr fehlt, was eine Neuregelung 

der Betreuung verlangt. Entgegen der Auffassung der Beklagten ist daher der 

vom Kläger in seiner Zuschrift vom 8. September 2017 vorgebrachte Wohnorts-

wechsel der Beklagten ein wesentliches Sachverhaltselement im Sinne der oben 

zitierten Rechtsprechung, das zu berücksichtigen ist, zumal es die Betreuung von 

C._____ und damit Kinderbelange betrifft. 

- 21 - 

3. Wie die Vorinstanz zutreffend festgehalten hat (act. 95 S. 10), ist auf Begeh-

ren u.a. eines Elternteils die Zuteilung der elterlichen Sorge neu zu regeln, wenn 

dies wegen wesentlicher Veränderung der Verhältnisse zum Wohl des Kindes ge-

boten ist (Art. 134 Abs. 1 ZGB). Auch wenn an sich eine einmal getroffene rechtli-

che Ordnung auf Dauer angelegt ist, muss diese bei entscheidend und ihrerseits 

wieder auf eine relevante Dauer veränderten Verhältnissen angepasst werden 

können. Ob eine Änderung der tatsächlichen Verhältnisse eine Abänderung der 

getroffenen Regelung bewirken soll, beurteilt sich aus der Perspektive des Kinds-

wohls (BSK ZGB I-Breitschmid, Art. 134 N 2 und N 3). Es stellt sich somit vorab 

die Frage, ob sich die tatsächlichen Verhältnisse geändert haben, und bejahen-

denfalls, ob diese Veränderungen dauerhaft sind. 

3.1. Im Scheidungsurteil vom 28. November 2014 wurde die elterliche Sorge für 

C._____ beiden Elternteilen belassen. Die Obhut über C._____ wurde dagegen 

ausschliesslich der Mutter zugeteilt, während dem Vater in den geraden Kalen-

derwochen ein Besuchsrecht von jeweils Freitagabend bis Sonntagabend sowie 

vom Mittwochabend bis Donnerstagmorgen, ein Ferienbesuchsrecht von jährlich 

2 Wochen und ein Feiertagsbesuchsrecht eingeräumt wurde (act. 7/40). Hauptbe-

treuungsperson von C._____ sollte demnach seine Mutter sein.  

 Vor Vorinstanz gingen die Darstellung der Parteien darüber auseinander, 

wer sich nach der Scheidung um C._____ kümmerte. In seiner Klagebegründung 

bekräftigte der Kläger seine bereits im Rahmen des Massnahmeverfahrens (vgl. 

act. 1 S. 4 ff:9) vorgebrachte Darstellung, wonach sich die Beklagte schon kurze 

Zeit nach der Scheidung nicht an die vereinbarte Betreuungsregelung gehalten, 

sondern C._____ teilweise sehr kurzfristig ihm überlassen habe, was für ihn we-

gen seiner Arbeitszeiten nicht immer problemlos zu handhaben gewesen sei 

(act. 70 S. 6). Anfangs September 2015 habe er einige Tage Ferien mit C._____ 

verbracht, wobei vorgesehen gewesen sei, dass er C._____ am Montag, 

7.September 2015, morgens in die Krippe bringe, von wo ihn die Beklagte am 

Abend hätte abholen sollen. Zwei Tage zuvor, am 5. September 2015, habe ihm 

die Beklagte per SMS mitgeteilt, sie weile in Brasilien bei ihrer angeblich kranken 

Mutter und sei für unbestimmte Zeit abwesend. Sie sei froh, wenn er sich um 

- 22 - 

C._____ kümmere. Nachträglich habe er erfahren, dass die Beklagte von allem 

Anfang an geplant gehabt habe, für mindestens ein halbes Jahr, nämlich bis zum 

4. März 2016, in Brasilien zu bleiben, danach in die Schweiz zurückzukehren, um 

ihre Sachen zu erledigen und darauf mit C._____ definitiv nach Brasilien zu rei-

sen. Er sei daher gezwungen gewesen, für C._____ kurzfristig eine Betreuungs-

möglichkeit zu finden. Dieser könne nun am Wohnort eine Krippe besuchen und 

werde, wenn er wegen seiner Arbeitszeiten nicht in die Krippe gehen könne, von 

einer Tagesmutter betreut (a.a.O. S. 8). C._____ sei in der Krippe bestens inte-

griert und fühle sich bei ihm wohl. C._____ habe anfänglich nicht verstanden, 

dass seine Mutter auf einmal nicht mehr anwesend gewesen sei, zumal er von ihr 

darauf nicht vorbereitet worden sei (a.a.O. S. 9).  

 Die Beklagte, die damals noch in Brasilien weilte, machte in ihrer Stellung-

nahme vom 7. Dezember 2015 zum Massnahmebegehren geltend, sie sei aus 

Not alleine nach Brasilien zu ihrer kranken Mutter gereist, weil der Kläger abge-

lehnt habe, dass sie C._____ habe mitnehmen dürfen (act. 46 S. 6). Überdies ha-

be sie C._____ auf Wunsch des Klägers hin häufig eine Nacht länger beim Kläger 

gelassen; sie habe sich ihm gegenüber stets grosszügig gezeigt, was ihr aber nun 

nicht zum Nachteil ausgelegt werden dürfe (a.a.O. S. 7). Weiter führte sie aus, sie 

werde noch vor Weihnachten (2015) in die Schweiz zurückkehren und werde ab 

jenem Zeitpunkt C._____ wieder betreuen können (a.a.O. S. 8). An dieser Dar-

stellung hielt sie in der Klageantwort fest und erklärte, sie sei aus einer Not-

standssituation ohne C._____ nach Brasilien gereist, um ihre schwerkranke Mut-

ter zu betreuen (act. 78 S. 5, S. 8). Sodann warf sie dem Kläger vor, aus ihrer 

damaligen Not einen Lebenssachverhalt gestaltet zu haben, um die Abände-

rungsklage rechtsmissbräuchlich und treuwidrig in die Wege leiten zu können 

(a.a.O. S. 8). 

3.2. Unbestritten ist, dass der Kläger C._____ ab anfangs September 2015 

hauptsächlich betreute, weil die Beklagte am 4. September 2015 nach Brasilien 

verreiste (Prot. VI S. 10). Ebenso ist erstellt, dass sie im Zeitpunkt der Einrei-

chung ihrer Stellungnahme zum Massnahmebegehren anfangs Dezember 2015 

nach wie vor in Brasilien weilte (act. 46 S. 3 unten Rz 3.3.) und das Datum ihrer 

- 23 - 

Rückkehr mit "vor Weihnachten" noch vage und unbestimmt war (a.a.O. S. 8 

Rz 8.2). Wann sie genau in die Schweiz zurückkehrte, erschliesst sich aus den 

Akten nicht. Fest steht hingegen, dass sie am 6. Januar 2016 an der Einigungs-

verhandlung vor Vorinstanz teilnahm (Prot. VI S. 7 ff.). In ihrer Berufungsschrift 

weist sie darauf hin, seit dem 6. Januar 2016 nachweislich wieder in der Schweiz 

zu sein (act. 93 S. 8 Rz 4.3). An der Einigungsverhandlung vom 6. Januar 2016 

schlossen die Parteien wie bereits erwähnt eine für die Dauer des Verfahrens gel-

tende Betreuungsregelung (act. 59), welche in der Folge von der Vorinstanz am 

1. Februar 2016 genehmigt wurde (act. 63). 

 Wenn die Beklagte dem Kläger vorwirft, er habe gewissermassen einen Ab-

änderungssachverhalt konstruiert, weil er sich geweigert habe, einer Reise und 

einem längerdauernden Aufenthalt von C._____ nach bzw. in Brasilien zuzustim-

men bzw. er habe viel zu früh ein Abänderungsbegehren gestellt (act. 93 S. 9, 

S. 13, S. 14), so zäumt sie sprichwörtlich gesagt das Pferd am Schwanz auf: sie 

hat unwidersprochen dem Kläger von ihrem Brasilienaufenthalt erst Kenntnis ge-

geben, als sie bereits in Brasilien weilte (Prot. VI S. 16). Vor Vorinstanz räumte 

sie ein, sich vor ihrer Abreise nicht um die Betreuungssituation von C._____ ge-

kümmert zu haben (Prot. VI S. 16), und sowohl in ihrer eigenen Berufungsschrift 

als auch in ihrer Berufungsantwort lässt sie ausführen, sie habe C._____ dem 

Kläger überlassen in der Meinung und davon ausgehend, er werde C._____ 

eventuell seiner Schwester übergeben, da diese ebenfalls Kinder habe (act. 93 

S. 12 Rz 6.1.3; LC170017 act. 107 S. 11 Rz 5.1.13.). Wie lange ihr Aufenthalt in 

Brasilien dauern sollte, stand für sie zumindest anfänglich auch nicht fest (Prot. VI 

S. 16); der für den 4. März 2016 gebuchte Rückflug (act. 47/6) war für sie kein 

feststehendes Rückkehrdatum, sondern von ihr gewählt, um bei einer Umbu-

chung nur tiefe zusätzliche Kosten übernehmen zu müssen (Prot. VI S. 16, 

LC170017 S. 16 Rz 6.3.). Als die Beklagte nach Brasilien abreiste, weilte C._____ 

beim Vater. Als dieser von der Abwesenheit der Mutter erfuhr, war er faktisch ge-

zwungen, sich um C._____ zu kümmern. Dass er daneben ein Verfahren auf Ab-

änderung der Obhutsregelung einleitete, um die Situation rechtlich geklärt zu ha-

ben, kann ihm vor dem Hintergrund der im damaligen Zeitpunkt unbestimmt lan-

gen Abwesenheit der Mutter jedenfalls nicht vorgeworfen werden. Es ist zudem 

- 24 - 

unrichtig, wenn die Beklagte vorbringt, es liege keine dauerhaft veränderte Situa-

tion vor, da der Aufenthalt in Brasilien befristet gewesen sei (act. 93 S. 13 

Rz 6.1.4), weil gerade nicht bekannt war, wie lange die Beklagte in Brasilien ver-

weilen würde. Von einem rechtsmissbräuchlichen Verhalten des Klägers, wie das 

die Beklagte vorträgt (act. 93 S. 13 Rz 6.1.7.; LC170017 act. 107 S. 12 Rz 5.1.7.) 

kann keine Rede sein. 

 Die Vorinstanz hat daher zu Recht erwogen, die Beklagte habe mit ihrem 

Weggang nach Brasilien, aus welchem Grund auch immer, für die Beteiligten eine 

neue Situation geschaffen, welche rechtliche Anpassungen verlangte, so dass die 

Grundvoraussetzung für eine Abänderung erfüllt sei (act. 95 S. 10). 

3.3. Ob eine Änderung der tatsächlichen Verhältnisse eine Abänderung der ge-

troffenen Anordnungen bewirken soll, beurteilt sich aus der Sicht des Kindes-

wohls. Weiter hängt die Frage, ob die veränderten Verhältnisse die bestehenden 

Regelungen ändern sollen, davon ab, ob die Veränderungen dauernd oder allen-

falls nur vorübergehend aber erheblich belastend sind. Zu beachten ist ferner, 

dass einvernehmlich erfolgte und über eine relevante Zeitdauer praktizierte An-

passungen - wiederum aus der Sicht des Kindeswohls - in einem nachmaligen 

Abänderungsverfahren faktisch präjudizierend wirken (Breitschmid, a.a.O. 

Art. 134 N 3).  

 Als die Beklagte im September 2015 nach Brasilien reiste, war C._____ 3 

1/4jährig, und lebte fortan für die folgenden vier Monate ausschliesslich bei sei-

nem Vater, auch wenn er wegen dessen Arbeitstätigkeit teilweise in einer Krippe 

bzw. von einer Tagesmutter betreut wurde. Ein Kind, insbesondere ein Kleinkind, 

braucht Zuverlässigkeit, Verlässlichkeit, Stabilität und Konstanz in seinem Alltags-

leben und seinen Betreuungspersonen. Der plötzliche Wegfall der Mutter als 

Hauptbetreuungsperson ist für ein dreijähriges Kind zweifellos ein ganz erhebli-

cher Einschnitt. Mit ihrem unvermittelt erfolgten und weder mit dem Kläger noch 

mit C._____ besprochenen Verreisen hat die Beklagte für C._____ eine unsichere 

Situation geschaffen, welche sich noch dadurch akzentuierte, dass die Dauer ih-

res Wegbleibens gänzlich unbekannt war. Mit ihrem Weggehen für unbestimmte 

Zeit hat die Beklagte für C._____ eine erhebliche Ungewissheit geschaffen, die 

- 25 - 

dem Wohl eines Kleinkindes abträglich ist. Auch wenn im Nachhinein aus Er-

wachsenensicht betrachtet eine viermonatige Abwesenheit als kurz oder wenigs-

tens überschaubar qualifiziert werden mag, so ist eine solche Zeitspanne für ein 

gut dreijähriges Kleinkind nicht überblickbar, sondern schlicht eine Ewigkeit. Dies 

heisst indes auch, dass die Umstellung und Anpassung von C._____ an die ver-

änderte Lebenssituation, nämlich die alltägliche Betreuung durch den Vater und 

die physische Abwesenheit der Mutter zur Normalität geworden ist. Dies verkennt 

die Beklagte, wenn sie meint, nach ihrer Rückkehr aus Brasilien hätte die ur-

sprünglich im Scheidungsurteil vorgesehene Betreuungsregelung ohne weiteres 

wieder Platz greifen können, weil sie sich nun wieder hätte um C._____ kümmern 

können (act. 93 S. 10 Rz 4.10; LC170017 act. 107 S. 16 Rz 6.6). Damit lässt sie 

wenig Einfühlungsvermögen für die grundlegenden Bedürfnisse eines (Klein)-

Kindes nach Beständigkeit und Geborgenheit erkennen, welches nicht nach Be-

lieben der Erwachsenen mal da mal dort untergebracht werden sollte. Seit Janu-

ar/Februar 2016, d.h. seit der Rückkehr der Mutter, hat sich die Lebenssituation 

für C._____ erneut verändert, indem er zu Folge der am 6. Januar 2016 getroffe-

nen und am 1. Februar 2016 gerichtlich genehmigten Vereinbarung zur Hauptsa-

che beim Vater lebt und daneben zu einem gewichtigen Teil von der Mutter be-

treut wird (act. 59).  

 Mit dieser von den Parteien getroffenen Vereinbarung wurde den Bedürfnis-

sen von C._____ Rechnung getragen, indem er einerseits der intensiv erlebten 

Betreuung durch seinen Vater nicht wieder verlustig ging und anderseits den ab-

rupt abgebrochenen persönlichen Kontakt zur Mutter wiederum herstellen konnte 

und seitdem erneut pflegen und vertiefen kann. Obschon diese Regelung erst 

kurz in Kraft war, äusserte sich C._____ anlässlich seiner Anhörung vom 28. Ja-

nuar 2016 zufrieden darüber (Prot. VI S. 27). Mittlerweile ist C._____ gut fünf Jah-

re und vier Monate alt, d.h. seit etwas mehr als zwei Jahren an eine massgebliche 

Betreuung durch seinen Vater gewohnt. Anlass, um von dieser Regelung abzu-

weichen und zu den Anordnungen gemäss Scheidungsurteil vom 28. November 

2014 zurückzukehren, besteht keiner, da sich diese Regelung mittlerweile einge-

spielt hat und für C._____ alltäglich geworden ist.  

- 26 - 

 Wenn die Beklagte vorträgt, sie habe die geltende Regelung innerlich nie 

akzeptiert, sondern dieser bloss unpräjudizierend zugestimmt, um ein langdau-

erndes Verfahren zu vermeiden (act. 93 S. 4), so stellt sie in erster Linie ihre ei-

genen Bedürfnisse in den Vordergrund und übergeht, dass C._____ seit mehr als 

zwei Jahren grösstenteils von seinem Vater betreut wird. Ihr Einwand, sie vermö-

ge sich aus zeitlichen Gründen viel besser um C._____ zu kümmern als der voll-

zeitlich erwerbstätige Kläger (act. 93 S. 10; LC170017 act. 107 S. 16 Rz 6.6, 

S. 18/19 Rz 6.12d), übergeht den Umstand, dass C._____ auch in der Zeit, bevor 

sie nach Brasilien abreiste bzw. als die Parteien noch verheiratet waren, zeitweise 

in der Kinderkrippe betreut wurde, obschon sie selber damals nur in einem gerin-

gen Umfang berufstätig war (vgl. in act. 7: Prot. S. 6; act. 7/40 S. 6 und 7 Ziffer. 

14.4 und C.3 18). Die weiteren Vorwürfe der Beklagten an den Kläger wie unge-

sunde Ernährung von C._____ (Fertigprodukte anstelle Gemüse, Süssgetränke), 

häusliche Unordnung und mangelhafte Haushaltführung, Spielsucht und Can-

nabiskonsum (act. 93 S. 5, S. 20, S. 25; LC170017 act. 107 S. 6) sind sehr vage 

gehalten und lassen nicht erkennen, worauf sie gründen; Drogenkonsum des Klä-

gers hatte die Beklagte in allgemeiner Weise bereits im Rahmen des Scheidungs-

verfahrens behauptet (vgl. in act. 7: Prot. S. 7). Mangels konkreter und glaubhaf-

ter Anhaltspunkte ist auf diese Vorwürfe nicht weiter einzugehen. Gleiches gilt 

auch für die allgemein gehaltene Behauptung der Beklagten, die aktuelle Betreu-

ungsregelung behage C._____ überhaupt nicht, insbesondere sage ihm nicht zu, 

bei Abwesenheit des Vaters oder eigener Krankheit zeitweise von einer Tages-

mutter betreut zu werden (act. 93 S. 5, S. 6/7, S. 19, S. 27/28; LC170017 act. 107 

S. 6 Rz 3.3. und Rz 3.5., S. 16 Rz 6.6., S. 18). Wie bereits erwähnt ist C._____ 

grundsätzlich an eine zeitweilige Betreuung durch Dritte gewohnt, da eine solche 

von den Eltern etabliert wurde, als sie noch verheiratet waren, und nach deren 

Scheidung beibehalten wurde, bevor die Beklagte nach Brasilien abreiste. In dem 

Sinne hat sich durch den vorinstanzlichen Entscheid nichts geändert, abgesehen 

davon, dass auch das Scheidungsurteil eine zunehmend ausgeweitete berufliche 

Tätigkeit der Mutter vorsah (vgl. act. 7/40) und dementsprechend eine Betreuung 

von C._____ durch Dritte nötig machte, auch wenn dies im Scheidungsurteil nicht 

explizit erwähnt wurde. Dies gölte insbesondere auch dann, wenn wie die Beklag-

- 27 - 

te verlangt die Anordnungen der Vorinstanz rückgängig gemacht und wiederum 

zur Betreuungsregelung gemäss Scheidungsurteil vom 28. November 2014 zu-

rückgekehrt würde. Dies scheint die Beklagte zu übersehen, wenn sie sich dar-

über aufhält, die Vorinstanz diktiere ihr das künftige Leben und habe ihre Bedürf-

nisse und Möglichkeiten ungeprüft gelassen. Sie könne C._____ mit ihrem per-

sönlichen Einsatz und mit viel Liebe jeden Tag dienen. Das aktuelle Programm 

der Vorinstanz sorge dagegen für Entfremdung und Verzweiflung auf ihrer Seite 

und derjenigen von C._____ (act. 93 S. 28 Rz 8.8; LC170017 act.107 S. 17 

Rz 6.8). Letzterer Vorhalt ist schlicht unverständlich, weil die Beklagte C._____ - 

jedenfalls bis vor Kurzem - an jedem Sonntagabend bis Dienstagabend und an 

jedem zweiten Wochenende der geraden Kalenderwochen von Freitagabend bis 

Dienstagabend betreut (hat) (vgl. act. 59). Inwiefern bei einer derart ausgedehn-

ten Betreuungsregelung sich eine Entfremdung zwischen Mutter und Sohn breit 

machen sollte, ist nicht zu sehen. Eine solche trat allenfalls ein während der Zeit 

ihrer mehrmonatigen Abwesenheit. Nicht zu sehen ist aber auch, inwiefern ein 

solch regelmässiger und in kurzen Zeitabständen stattfindender und jeweils über 

mehrere Tage dauernder Kontakt von C._____ zu seiner Mutter diesen verzwei-

feln lassen sollte. Mit der Vorinstanz (act. 95 S. 13/14, S. 15) ist stattdessen fest-

zuhalten, dass die im Januar/Februar 2016 getroffene Regelung bis anhin funkti-

oniert (hat). Die Beklagte benennt denn auch keinerlei Vorkommnisse, die auf 

Schwierigkeiten in der Umsetzung oder Handhabung der jetzigen Betreuungsre-

gelung schliessen liessen. Eben so wenig nennt sie konkrete Vorfälle, die als 

Hinweise für eine plötzlich nicht mehr vorhandene oder eingeschränkte Erzie-

hungsfähigkeit des Klägers dienen könnten. Gleichermassen ergeben sich auch 

keine Anhaltspunkte auf eine generelle Überforderung der Beklagten mit der Be-

treuung und Erziehung von C._____, wie schon die Vorinstanz erwogen hat 

(act. 95 S. 14); solches wird vom Kläger allerdings auch gar nicht ins Feld geführt, 

der in seiner Berufungsschrift die hälftige Betreuungsregelung nicht geändert ha-

ben will (LC170017 act. 93 S. 3). Letzteres bezog sich allerdings auf die damalige 

Wohnsituation beider Eltern, welche seit Ende August/Anfang September 2017 

eine andere ist, was eine Anpassung der bisher gut funktionierenden Betreuungs-

regelung erfordert.  

- 28 - 

 In seiner Noveneingabe vom 8. September 2017 kommt der Kläger auf die 

eben erwähnte hälftige Betreuungsregelung zurück und beantragt die Zuteilung 

der alleinigen Obhut an sich selber und Einräumung der Betreuung C._____s 

durch die Beklagte an jedem zweiten Wochenende von Freitagmittag im An-

schluss an den Kindergarten bis Montagmorgen (Bringen in den Kindergarten). 

Diesen geänderten Antrag begründet er mit dem Wegzug der Beklagten aus 

D._____ und deren Wohnsitznahme in E._____, wodurch die bisherige Betreu-

ungsregelung nur noch sehr schwer praktikabel und nicht mehr kindsgerecht sei. 

Dies gelte insbesondere für die Tage Montag und Dienstag, an welchen C._____ 

im …-Park in den Kindergarten gehe, was für ihn einen Übergabe- und Kindergar-

tenweg von je rund dreiviertel Stunden ergebe, was für den fünfjährigen C._____ 

zu viel sei und ihn überfordere. Da C._____ überdies am Montag- und Dienstag-

nachmittag keinen Kindergarten habe, bedeute die aktuelle Betreuungsregelung, 

dass er jede Woche 6-mal den Weg zwischen E._____ und dem …-Park zurück-

legen müsse: Fr/So: 1 Weg, Mo: 2 Wege, Di: 3 Wege, da die Übergabe am Diens-

tagabend stattfinde. Der dreimalige Weg am Dienstag ergebe sich daraus, dass 

C._____ am Morgen von E._____ in den Kindergarten im …-Park gebracht wer-

den müsse; am Mittag bis Abend nach E._____ zurückkehre, um am Abend wie-

derum nach D._____ zurückgebracht werde. Dies sei im Sommer allenfalls 

machbar, nicht aber im Winter; zudem sei diese Regelung auch für die Beklagte 

mühsam, da der Kindergarten am Dienstagvormittag von 08:15 Uhr bis 12:00 Uhr 

daure, und sie in dieser Zeit kaum etwas Sinnvolles machen könne. Die von ihm 

vorgeschlagene Regelung bedeute für C._____ vierzehntäglich einen einzigen 

langen Kindergartenweg, was einfacher zu praktizieren und störungsunanfälliger 

sei (LC170017 act. 103).  

 In ihrer Berufungsantwortschrift widersetzt sich die Beklagte diesem klägeri-

schen Antrag und verlangt den Vollzug des bisherigen Scheidungsurteils. Zu-

gleich räumt sie ein, dass die bisherige Obhutsregelung nicht mehr lange so voll-

zogen werden könne und die aktuelle Regelung nicht mehr praktizierbar sei, die 

bisherige Betreuungszeit sei beiden Parteien nicht mehr länger zumutbar. Im wei-

teren behaftet sie den Kläger auf dessen Aussage, wonach Verspätungen in sei-

nem Beruf von den Vorgesetzten nicht toleriert würden. Ihrer Ansicht nach sei es 

- 29 - 

daher besser, C._____ wiederum in ihre alleinige Obhut zu geben (LC170017  

act. 107 S. 34/34 Rz 8.50.-8.52).  

 Nachdem beide Parteien bis Ende August 2017 in unmittelbarer Nähe in 

D._____ gewohnt hatten und die Betreuungsregelung gemäss ihrer Vereinbarung 

vom 6. Januar 2015 für C._____ keine Ortsveränderungen bedingte, stellt sich die 

Situation nach übereinstimmender Darstellung der Parteien seit anfangs Septem-

ber 2017 grundlegend anders dar: die Beklagte und Mutter wohnt nunmehr in 

E._____, während der Kläger und Vater weiterhin in D._____ lebt. An seinem 

Wohnort in D._____ selber besuchte C._____ bis zum Kindergarteneintritt die 

Kinderkrippe und wurde bei beruflicher Abwesenheit des Vaters zeitweise auch 

von einer Tagesmutter betreut, sofern er nicht bei der Mutter weilte. C._____ lebte 

m.a.W. bis anhin in D._____ und besucht daselbst nunmehr den Kindergarten. 

C._____ aus diesem ihm vertrauten Umfeld herauszureissen und die Obhut allei-

ne der nach E._____ umgezogenen Mutter zuzuweisen, kommt nicht in Frage. 

Nach der bisherigen Betreuungsregelung betreute die Mutter C._____ jeden 

Sonntagabend 18:00 Uhr bis Dienstagabend 19:00 Uhr und an jedem zweiten 

Wochenende der geraden Kalenderwochen jeweils ab Freitag 18:30 Uhr im An-

schluss an die Kinderkrippe bis Dienstagabend 18:30 Uhr (vgl. act. 63 S. 2). Es 

versteht sich von selbst, dass diese Regelung angesichts der nunmehr auseinan-

derliegenden Wohnorte der Eltern wöchentlich und teilweise täglich mehrmals 

Reisen zwischen E._____ und D._____ bedingt, was nicht nur für die Eltern zeit-

lich aufwändig und auch kostspielig ist, sondern insbesondere für den gut fünfjäh-

rigen C._____ nicht in dessen Interesse und Wohl liegt. Dies gilt hauptsächlich für 

die Übergaben vom Dienstagabend an den Vater, die selbst wenn der Dienstag-

nachmittag nicht Kindergartenfrei wäre, von der Mutter das Abholen von C._____ 

nach Kindergartenende in D._____ und am Abend ein Zurückbringen von 

C._____ nach D._____ zum Vater verlangte. Ein derart kurzfristiges Hin und Her 

ist einem Kind, selbst einem älteren Kind als C._____ es ist, nicht zuzumuten. Die 

bisherige Betreuungsaufteilung kann daher nicht aufrechterhalten werden. 

 Damit stellt sich die Frage, wie die Betreuungsregelung nunmehr aussehen 

soll. Der Vater beantragt wie erwähnt die Betreuung C._____s durch die Mutter 

- 30 - 

an jedem zweiten Wochenende von Freitagmittag im Anschluss an den Kinder-

garten bis Montagmorgen (Kindergartenbeginn) (LC170017 act. 103 S. 1). Die 

Mutter äussert sich in ihrer Berufungsantwort zu diesem Antrag nicht konkret, 

namentlich nicht zum zeitlichen Ausmass ihres Betreuungsanteils, sondern ver-

langt wie schon mehrfach erwähnt die Rückkehr zur Regelung gemäss Schei-

dungsurteil (LC170017 act. 107 S. 34). Dies kommt aber wie oben ausgeführt 

nicht in Betracht.  

 Der vom Vater gestellte Antrag bedeutet eine deutliche Verringerung der Be-

treuungszeiten durch die Mutter, die C._____ statt wie bisher wöchentlich nur 

noch vierzehntäglich für ein langes Wochenende bei sich hätte. Dieses Weniger 

an Betreuungszeit durch die Mutter beinhaltet gleichzeitig aber auch und in erster 

Linie erheblich weniger Zeit, die C._____ mit und bei seiner Mutter verbringen 

könnte und stellte daher für ihn wiederum eine markante Veränderung dar. Sol-

ches gilt es ohne zwingende Gründe zu vermeiden. Vielmehr ist es trotz der nun-

mehr örtlich auseinander liegenden Wohnsitze der Parteien angezeigt, die nötigen 

Anpassungen für C._____ so gering und so verträglich wie möglich für ihn und 

zugleich so praktikabel wie möglich für die Eltern zu gestalten. Vor diesem Hinter-

grund ist die Beklagte berechtigt und verpflichtet zu erklären, C._____ an jedem 

zweiten Wochenende von Freitag(mittag) im Anschluss an den Kindergar-

ten/Schulschluss bis Montagmorgen (Kindergarten-/Schulbeginn) zu betreuen, 

wobei sie C._____ abzuholen und zu bringen hat; weiter ist die Beklagte berech-

tigt und verpflichtet zu erklären, C._____ an den übrigen Wochenenden am Sonn-

tagmorgen, 10:00 Uhr, bis Montagmorgen (Kindergarten-/Schulbeginn) zu be-

treuen, wobei der Vater C._____ am Sonntagmorgen und die Mutter C._____ am 

Montagmorgen zu bringen hat.  

 Diese Regelung der Betreuung kommt der bisherigen weitgehend nahe, be-

rücksichtigt das grundlegende Bedürfnis von C._____ nach Stabilität, Konstanz 

und Verlässlichkeit in seinem Alltag mit beiden Elternteilen und nimmt zugleich 

Rücksicht auf die veränderten örtlichen Verhältnisse und die neu damit verbunde-

nen Wegstrecken, die es zurückzulegen gilt.  

- 31 - 

 Bei dieser Sachlage bleibt es bei der alternierenden Obhut der Parteien, 

wobei der Wohnsitz von C._____ beim Vater ist.  

 Die in der Vereinbarung der Parteien und von der Vorinstanz genehmigten 

weiteren Aspekte der Betreuung gemäss Dispositiv Ziffer 1./2. lit. b und c (act. 63 

S. 2) sind beizubehalten, zumal sie von den Parteien nicht in Frage gestellt wer-

den. Nicht zu ändern ist weiter die Feiertags- und Geburtstagsregelung gemäss 

Scheidungsurteil vom 28. November 2014 (act. 7/40 S. 4). 

3.4 Zusammenfassend ist folgendes festzuhalten: 

 - Die Eltern üben die Obhut für C._____ gemeinsam aus. Der Wohnsitz 

von C._____ befindet sich beim Vater. 

 - Die Mutter ist berechtigt und verpflichtet, C._____ an jedem zweiten 

Wochenende von Freitag(mittag) im Anschluss an den Kindergar-

ten/Schulschluss bis Montagmorgen (Kindergarten-/Schulbeginn) zu 

betreuen, wobei sie C._____ abzuholen und zu bringen hat; weiter ist 

die Beklagte berechtigt und verpflichtet, C._____ am auf das Betreu-

ungswochenende folgenden Sonntagmorgen, 10:00 Uhr, bis Montag-

morgen (Kindergarten-/Schulbeginn) zu betreuen, wobei der Vater 

C._____ am Sonntagmorgen und die Mutter C._____ am Montagmor-

gen zu bringen hat. 

 - Die Regelung der Betreuung gemäss Dispositiv Ziffer 1./2. lit. b und 

lit. c der Verfügung des Bezirksgerichtes Bülach vom 1. Februar 2015 

bleibt bestehen. 

 - Die Feiertags- und Geburtstagsregelung gemäss Dispositiv Ziffer 7 Ab-

sätze 4 und 6 des Urteils des Bezirksgerichtes Bülach vom 28. No-

vember 2014 bleibt bestehen. 

 Die anderslautenden Anträge der Parteien sind abzuweisen. 

 

- 32 - 

IV. Unterhaltszahlungen 

1. Allgemeines 

1.1 Mit dem rechtskräftigen Scheidungsurteil sollen die Nebenfolgen der Schei-

dung, d.h. insbesondere die finanziellen Aspekte, prinzipiell dauernd und bestän-

dig geregelt werden. Nach Art. 129 Abs. 1 ZGB kann bei erheblicher und dauer-

hafter Veränderung der Verhältnisse die nacheheliche Unterhaltsrente herabge-

setzt, aufgehoben oder für eine bestimmte Zeit eingestellt werden. Massgebend 

ist, ob und inwieweit die seitherigen Veränderungen im Nachhinein betrachtet un-

vorhersehbar gewesen sind. Sind die eingetretenen Veränderungen erheblich, 

dauerhaft und unvorhersehbar gewesen, führt dies zu einer Anpassung an die 

veränderten Verhältnisse (BSK ZGB I-Spycher/Gloor, Art. 129 N 6-9; BGE 131 III 

189 E. 2.7.4). 

1.2 Per 1. Januar 2017 ist die Revision des Zivilgesetzbuches über den Unter-

halt für unmündige Kinder in Kraft getreten. Nach der Gesetzesnovelle dient der 

Unterhaltsbeitrag namentlich auch der Gewährleistung der Betreuung des Kindes 

durch die Eltern oder Dritte (Art. 285 Abs. 2 ZGB). Gemäss Art. 13c bis Abs. 1 

Schlusstitel ZGB findet das neue Recht Anwendung auf Verfahren, die am 1. Ja-

nuar 2017 rechtshängig sind. Dies trifft hier zu.  

1.3 Das Gericht kann Kinderunterhaltsbeiträge bei erheblicher Veränderung der 

Verhältnisse auf Antrag eines Elternteiles neu festzusetzen (Art. 286 Abs. 2 ZGB). 

Als Abänderungsgrund fällt insbesondere auch eine veränderte familiäre Situati-

on, namentlich der Wechsel der elterlichen Sorge oder Obhut in Betracht (BSK 

ZGB I-Breitschmid, Art. 286 N 14). Dabei erfolgt die Anpassung an die Verände-

rungen nach Massgabe der Änderung der massgebenden Parameter, wobei das 

Gericht nicht an die Beurteilung des unverändert gebliebenen Sachverhaltes ge-

bunden ist, sondern diesen im Rahmen der Neubeurteilung neu bewerten kann, 

sofern dies aufgrund der veränderten Verhältnisse in einem andern Punkt ange-

messen erscheint (FamKomm Scheidung/Aeschlimann Art. 286 ZGB N 14). Mit 

der Abänderungsklage kann rückwirkend auf ein Jahr vor Klageeinreichung, frü-

- 33 - 

hestens aber ab dem Eintritt der Veränderung der Verhältnisse eine Änderung der 

Unterhaltsbeiträge verlangt werden (a.a.O. N 17).  

1.4 Wie ausgeführt begab sich die Beklagte anfangs September 2015 unvermit-

telt nach Brasilien und liess C._____ beim Kläger. Dieser kümmerte sich in der 

Folge alleine um den Sohn und musste angesichts seiner vollzeitlichen Berufstä-

tigkeit dessen Betreuung regeln und organisieren. Ob und wann die Beklagte zu-

rückkehren würde, war offen. Während vier Monaten stand C._____ faktisch unter 

der alleinigen Obhut seines Vaters. Seit der Rückkehr der Beklagten anfangs Ja-

nuar 2016 lebt C._____ weiterhin bei seinem Vater, wird daneben aber zu einem 

erheblichen Teil von seiner Mutter betreut. Damit liegt sowohl in Bezug auf die 

Betreuungssituation von C._____ als auch die damit verbundenen finanziellen 

Folgen ein dem Scheidungsurteil zugrunde liegender deutlich verschiedener Le-

benssachverhalt vor.  

1.5 Ob und inwieweit sich diese veränderten familiären und wirtschaftlichen 

Verhältnisse auf den Kinderunterhaltsbeitrag und den nachehelichen Unterhalt 

auswirken, ist im Rahmen der Neuberechnung der einzelnen Parameter der Un-

terhaltsbemessung gemäss der Scheidungskonvention vom 28. November 2014 

festzustellen.  

1.6 In prozessualer Hinsicht ist sodann festzuhalten, dass auch im Abände-

rungsverfahren bezüglich nachehelicher Unterhalt die Verhandlungsmaxime gilt 

(Art. 284 Abs. 1 ZPO i.V.m. Art. 129 und Art. 134 ZGB sowie Art. 277 Abs. 1 

ZPO). Wird der Unterhaltsbeitrag für den Ehegatten angefochten, so kann die 

Rechtsmittelinstanz auch den nicht angefochtenen Unterhaltsbeitrag für das Kind 

neu beurteilen (Art. 282 Abs. 2 ZPO). Wird hingegen nur der Kinderunterhaltsbei-

trag angefochten, bleibt der Unterhaltsbeitrag für den Ehegatten unabänderbar 

(vgl. BGE 5A_704/2013 E. 3.4). Der Kläger ficht in seiner Berufung sowohl den 

von der Vorinstanz festgelegten Unterhalt für die Beklagte als auch für den ge-

meinsamen Sohn an (LC170017: act. 93 S. 2 ff.). Dementsprechend sind nachfol-

gend beide Unterhaltsbeiträge neu zu berechnen und festzulegen. Dabei kommt 

wie erwähnt für den nachehelichen Unterhalt die Verhandlungsmaxime zum Tra-

gen. Demnach sind die unterhaltsbegründenden Tatsachen wie auch die Tatsa-

- 34 - 

chen, welche Grundlage für eine Herabsetzung der Rente bilden, von der bean-

spruchenden Partei zu behaupten und zu belegen (Sutter-Somm/Gut in: Sutter-

Somm/Hasenböhler/Leuenberger, ZPO-Komm., 3.A. Art. 277 N 11). Dies bedeu-

tet auch, dass das Gericht einer Partei nicht mehr zusprechen darf, als sie bean-

tragt hat (Annette Dolge, DIKE-Komm-ZPO, Art. 277 N 10). Im Übrigen können 

die Parteien über den nachehelichen Unterhalt frei verfügen, m.a.W. vorgebrachte 

Behauptungen ausdrücklich oder mangels Bestreitung akzeptieren (BSK ZPO-

Bähler, Art. 277 N 1).  

1.7. Was die Zulässigkeit von Noven im Berufungsverfahren angeht, kann 

grundsätzlich auf das Oben unter III/2.2. Ausgeführte verwiesen werden. Gemäss 

Art. 317 Abs. 1 ZPO werden neue Tatsachen und Beweismittel (Noven) im Beru-

fungsverfahren nur noch berücksichtigt, wenn sie ohne Verzug vorgebracht wer-

den und trotz zumutbarer Sorgfalt nicht schon vor erster Instanz vorgebracht wer-

den konnten. Art. 317 Abs. 1 ZPO regelt die Voraussetzungen abschliessend, un-

ter denen Noven ausnahmsweise vorgebracht werden können, ohne danach zu 

differenzieren, ob ein Verfahren in den Anwendungsbereich der Verhandlungs- 

oder der Untersuchungsmaxime fällt. Eine analoge Anwendung von Art. 229 

Abs. 3 ZPO, wonach vor erster Instanz im Anwendungsbereich der Untersu-

chungsmaxime neue Tatsachen und Beweismittel bis zur Urteilsberatung – vo-

raussetzungslos – zugelassen werden, fällt für das obergerichtliche Verfahren 

ausser Betracht (vgl. BGE 138 III 625 E. 2.2 S. 626 f.; BGE 142 III 413 E. 2.2.2). 

Auch wenn Noven grundsätzlich im ersten Schriftenwechsel – d.h. der Berufungs- 

bzw. Berufungsantwortschrift – vorzutragen sind, rechtfertigt es sich aus prozess-

ökonomischen Gründen, Noven unter den strengen Voraussetzungen von 

Art. 317 Abs. 1 ZPO ausnahmsweise auch nach abgelaufener Berufungs- bzw. 

Berufungsantwortfrist noch zuzulassen. So insbesondere, wenn die Berufungs-

instanz einen zweiten Schriftenwechsel oder eine Berufungsverhandlung anord-

net oder aber das Dossier unbearbeitet ruhen lässt (BGE 142 III 413 E. 2.2.5).  

 Gegenstand des vorliegenden Verfahrens ist die Neuregelung der Ob-

hut/Betreuung und in diesem Zusammenhang soweit relevant der finanziellen Be-

lange. Diese umfassen einerseits die Kinderunterhaltsbeiträge und anderseits den 

- 35 - 

nachehelichen Unterhalt, welche in Wechselwirkung stehen, da letzterer u.a. von 

den Betreuungspflichten bzw. von der Möglichkeit zur Eigenversorgung abhängt. 

Der Kläger macht in seiner Noveneingabe vom 8. September 2017 veränderte 

persönliche Verhältnisse der Beklagten geltend, welche seiner Ansicht nach zu 

einer Anpassung des nachehelichen Unterhaltes führen sollen (LC170017 

act. 103 S. 4 Rz 6). Die Beklagte will diese Eingabe aus dem Recht gewiesen ha-

ben, weil sie nicht innert der Berufungsfrist eingereicht worden ist und sie dadurch 

das Prinzip der Waffengleichheit, der gleichlangen Speere sowie das Fairness-

prinzip verletzt sieht (LC170017 act. 107 S. 4 Rz 2.4. und Rz 2.5.). Den Umstand, 

dass die Beklagte seit dem 25. August 2017 in E._____ gemeldet ist und, wie sie 

selber ausführt, seit dem 1. September 2017 mit F._____ zusammenlebt 

(LC170017 act. 107 S. 33 Rz 8.41 und S. 34 Rz 8.46), konnte der Kläger in seiner 

Berufungsschrift vom 2. Mai 2017 (LC170017 act. 93) schlechterdings noch nicht 

geltend machen. Die vom Kläger eingereichte Adressauskunft datiert vom 7. Sep-

tember 2017 (LC170017 act. 104/2) und wurde von diesem nach Erhalt umge-

hend eingereicht. In dem Sinne erfüllt die neu vorgebrachte Behauptung des Klä-

gers die Voraussetzungen von Art. 317 Abs. 1 lit. a und b ZPO. Nicht gesagt ist 

damit allerdings, ob diese neuen Behauptungen materiell berücksichtigt werden 

können.  

2. Einkommen der Parteien 

2.1 Einkommen des Klägers 

 Der Kläger ist nach wie vor in der gleichen Stellung bei der G._____ als Sa-

les Manager berufstätig und erzielt unverändert ein monatliches Nettoeinkommen 

von Fr. 12'815.00; darin eingeschlossen sind Fr. 450.00 Kinder- und Familienzu-

lage (act. 70 N 10, act. 71/2). Die Beklagte äussert sich in ihrer Berufungsantwort 

dazu nicht konkret (LC170017 act. 107), so dass davon auszugehen ist. 

2.2 Einkommen der Beklagten 

 In ihrer eigenen Berufungsschrift macht die Beklagte keine fassbaren Anga-

ben zu ihren aktuellen Einkünften. Sie lässt allgemein ausführen, der Kläger ver-

- 36 - 

diene mehr als sie (act. 93 S. 29 Rz 8.12), um weiter anzugeben, das von der  

Vorinstanz angenommene und ihr angerechnete hypothetische monatliche Ein-

kommen von Fr. 2'000.00 oder Fr. 3'200.00 sei unsachlich, willkürlich, weltfremd 

und absurd. Sie solle Mutter bleiben, was dem Kindeswohl am meisten diene 

(act. 93 S. 29 Rz 8.15). In ähnlich unverbindlicher Weise äussert sie sich in der 

Berufungsantwortschrift. So meint sie an einer Stelle, der Kläger verdiene mehr 

als sie (LC170017 act. 107 S. 23 Rz 7.12), um der von ihr genannten Planwirt-

schaft der Vorinstanz wiederum entgegenzuhalten, dass das von dieser ihr zuge-

rechnete hypothetische Einkommen von Fr. 2'000.00 oder Fr. 3'200.00 unsach-

lich, willkürlich, weltfremd und absurd sei (a.a.O. S. 24 Rz 7.15). Weiter lässt sie 

vorbringen, sie habe bis dato weder einen festen noch einen gut bezahlten Job 

(a.a.O. S. 28 Rz 8.5 und Rz 8.6), resp. sie habe im Bereich Fitness nicht einmal 

einen Abschluss vorzuweisen und verdiene bei einem vollzeitlichen Pensum 

höchstens Fr. 3'500.00 (a.a.O. S. 30 Rz 8.12). Mit diesen kaum als spärlich zu 

bezeichnenden Angaben lässt sich zu den aktuellen Einkünften der Beklagten 

nichts gewinnen. Eben sowenig lassen ihre Vorbringen Rückschlüsse darauf zu, 

wie sie ihren Lebensunterhalt bestreitet.  

 Der Kläger seinerseits rechnet der Beklagten ein monatliches Einkommen 

von Fr. 4'320.00 an, ausgehend von den im Scheidungsurteil getroffenen Annah-

men und basierend auf dem Umstand, dass diese wegen der veränderten Be-

treuungssituation neu an drei Arbeitstagen, mithin in einem 60% Pensum er-

werbstätig sein könne (LC170017 act. 93 S. 16 Rz 13). Der Kläger kritisiert so-

dann die vorinstanzlichen Erwägungen, welche seiner Ansicht nach nicht eine auf 

den Annahmen des Scheidungsurteils gründende Anpassung des Unterhaltsbei-

trages beinhalten, sondern vielmehr eine Neufestsetzung desselben darstellen. Er 

hält dafür, es sei nicht zu prüfen, welcher Unterhaltsbeitrag auf Grund der aktuel-

len wirtschaftlichen Verhältnisse als angemessen erscheine. Ausgangspunkt bilde 

vielmehr das Scheidungsurteil, das massgebend dafür sei, welche Faktoren der 

Bemessung des Unterhaltsbeitrags zugrunde gelegen haben. Der Abänderungs-

richter sei daran gebunden, d.h. für die Beurteilung der Veränderung sei auf die 

im Urteil für den Scheidungszeitpunkt festgestellten Einkommensverhältnisse ab-

zustellen, selbst wenn sich diese als falsch erweisen sollten. Es könne nicht 

- 37 - 

Zweck des Abänderungsverfahrens sein, im Scheidungsverfahren getroffene 

Festlegungen und Annahmen nachträglich zu korrigieren (a.a.O. S. 10/11 Rz 14).  

 Zu diesen Vorbringen meint die Beklagte in der Berufungsantwort lapidar, 

diese würden bestritten im Sinne der eigenen Erwägungen; (LC170017 act. 107 

S. 29 Rz 8.10). Es fehlen dann allerdings eigene Erwägungen. Daneben hält sie 

vollumfänglich am Scheidungsurteil fest (a.a.O.).  

2.2.1 Dem Scheidungsurteil vom 28. November 2014 resp. der zugrunde liegen-

den Parteivereinbarung lag bei der Festlegung des nachehelichen Unterhaltes die 

Vorstellung bzw. Annahme zugrunde, dass die Eigenversorgungskapazität der 

Beklagten bis zum 10. Altersjahr von C._____ monatlich Fr. 600.00 und ab die-

sem Zeitpunkt monatlich Fr. 3'600.00 beträgt und die Beklagte ab dem 16. Alters-

jahr von C._____ vollumfänglich für ihren eigenen Lebensunterhalt aufkommen 

kann (act. 7/40 S. 5 Ziff. C.1/10 und C.2/14 und S. 7 C.3/18). 

2.2.2 Im angefochtenen Urteil hat die Vorinstanz das monatliche Einkommen der 

Beklagten anhand der von ihr eingereichten Unterlagen geprüft und gestützt auf 

das Lohnbuch 2016 für Fitnessinstruktoren bei einem 100% Pensum auf rund 

Fr. 3'800.00 bis Fr. 4'200.00 festgelegt (act. 95 S. 25/26). Die Vorinstanz rechnete 

in der Folge der Beklagten unter Berücksichtigung einer Übergangsfrist bis am  

31. Mai 2017 ab dem 1. Juni 2017 ein erzielbares monatliches Einkommen von 

Fr. 2'000.00 an (a.a.O. S. 26). Dabei ging sie wegen des nunmehr geringeren 

Zeitaufwandes für C._____s Betreuung von einem 50%igen Erwerbspensum aus 

und erwog weiter, es sei der Beklagten ab dem 10. Altersjahr von C._____ zu-

mutbar, das Pensum auf 80% aufzustocken. Dem zu folge rechnete sie der Be-

klagten ab dem 1. Juli 2022 ein Einkommen von Fr. 3'200.00 pro Monat an 

(ebenda).  

 In ihrer Berufungsschrift will die Beklagte in der Hauptsache das Schei-

dungsurteil beibehalten wissen (act. 93 S. 28 Rz 8.10) und macht darüber hinaus 

zu den Erwägungen der Vorinstanz nur allgemeine Ausführungen, indem sie vor-

trägt, die Vorinstanz habe die Lebensumstände gemäss Art. 125 ZGB betreffend 

nachehelichen Unterhalt in keiner Weise gewürdigt und berücksichtigt; das Urteil 

- 38 - 

der Vorinstanz hebe das Leben aller Beteiligten aus den Angeln, es sei willkürlich, 

unsachlich und bürokratisch; namentlich sei unbeachtet geblieben, dass sie kaum 

Deutsch spreche und über keine Ausbildung verfüge. Das von der Vorinstanz an-

geführte Lohnbuch sowie die zukünftigen Perspektiven liessen die tatsächlichen 

Voraussetzungen, wirtschaftlich erfolgreich zu sein, gänzlich ungeprüft. Das hypo-

thetische Einkommen von Fr. 2'000.00 oder Fr. 3'200.00 sei unsachlich, willkür-

lich, weltfremd und absurd (a.a.O. S. 29 Rz 8.14 und 8.15). In der Berufungsant-

wortschrift macht die Beklagte wie erwähnt darüber hinaus keine weiteren konkre-

ten Angaben (LC170017 S. 24 Rz 7.15).  

 Grundsätzlich hat eine Partei, welche ein Rechtsmittel erhebt, in diesem 

konkret anzugeben, inwiefern der angefochtene Entscheid falsch ist und wie er 

abgeändert werden soll, d.h. der Rechtsmittelkläger hat sich mit den Entscheid-

gründen der Vorinstanz auseinanderzusetzen (Art. 311 ZPO). Fehlt es an einer 

Begründung, ist auf das Rechtsmittel nicht einzutreten. Es fragt sich, ob die ge-

schilderten Vorbringen der Beklagten den Anforderungen einer Begründung ge-

nügen, da sie den Erwägungen der Vorinstanz einzig ihre eigene Darstellung ent-

gegensetzt, welche sie weder begründet noch mit Dokumenten untermauert. Die-

se Frage kann aber offen gelassen werden, da es auf die Vorbringen der Beklag-

ten nicht ankommt und der Entscheid der Vorinstanz in diesem Punkt aus ande-

ren Gründen zu korrigieren ist, wie sogleich zu zeigen ist. 

2.2.3 Mit der beschriebenen Vorgehensweise berechnet die Vorinstanz das Ein-

kommen der Beklagten gänzlich neu und übergeht die im Scheidungsurteil vom 

28. November 2014 festgelegten Parameter zum Einkommen der Beklagten. Ab-

zuändern ist der im Scheidungsurteil festgesetzte nacheheliche Unterhalt und der 

Unterhaltsbeitrag für C._____, weil die Betreuungssituation für C._____ sich ge-

genüber dem Scheidungsurteil massgeblich verändert hat, was sich beiderseits 

finanziell auswirkt, und nicht wegen veränderter finanzieller Einkommensverhält-

nisse, sei es auf Seiten des Klägers oder der Beklagten. Dass bezüglich der Ein-

nahmen/Einkünfte der Parteien, insbesondere der Beklagten, eine unvorherseh-

bar gewesene, erhebliche und dauerhafte Veränderung vorliegen würde, ist we-

der dargetan noch ergibt sich solches aus den Akten. Mit dem Kläger ist daher 

- 39 - 

von der erzielbaren Einkommenshöhe durch die Beklagte auszugehen, wie sie im 

Scheidungsurteil vom 28. November 2014 festgehalten ist.  

2.2.4 Die Vorinstanz hat sodann in Berücksichtigung der gestaffelten Unterhalts-

beiträge gemäss Scheidungsurteil und der nunmehr geltenden Betreuungsrege-

lung der Beklagten ab dem 1. Juni 2017 ein Arbeitspensum von 50% und ab dem 

1. Juli 2022 (d.h. dem 10. Altersjahr von C._____) ein solches von 80% zuge-

rechnet (act. 95 S. 26/27).  

2.2.4.1. Der Kläger beanstandet diese Aufstockung der Arbeitspensen als zu ge-

ring. Vielmehr stellt er sich auf den Standpunkt, es sei der Beklagten angesichts 

des zeitlich geringeren Betreuungsaufwandes - 2 Wochentage - zumutbar, ihre 

Arbeitstätigkeit ab 1. Juni 2017 auf 60% auszudehnen und ab Juli 2022 auf ein 

volles Arbeitspensum von 100% (LC170017 act. 93 S. 10). Diese Darstellung ent-

spricht grundsätzlich derjenigen vor Vorinstanz (act. 70 S. 17/18 Rz 14.3-14.4.), 

wobei der Kläger der Beklagten nunmehr eine leicht verlängerte Übergangsfrist 

bis zur Aufnahme der 60%igen Arbeitstätigkeit bis Ende Mai 2017 (statt Ende De-

zember 2016) einräumt. Weiter bringt er vor, die Beklagte habe seine entspre-

chenden Behauptungen vor Vorinstanz nicht bestritten (LC170017 act. 93 S. 10 

Rz 13). Dies trifft zu. Die Beklagte äusserte sich vor Vorinstanz inhaltlich über-

haupt nicht zu den diesbezüglichen Ausführungen des Klägers, sondern be-

schränkte sich darauf ihren Standpunkt zu bekräftigen, C._____ weiterhin zu 

100% betreuen zu wollen (act. 78 S. 30-32 Rz 20.1-20.7; act. 84). Sinngemäss 

will sie damit an der ursprünglichen Scheidungsregelung festhalten, versäumt es 

aber, zumindest in einem Eventualstandpunkt sich zu den konkreten Ausführun-

gen des Kläger zu äussern. Das hat sie sich entgegenhalten zu lassen. 

 In ihrer Berufungsschrift äussert sich die Beklagte gleichermassen nicht 

konkret zu den vorinstanzlichen Erwägungen (act. 93 S. 29 Rz 8.15), um in ihrer 

Berufungsantwort vorzutragen, dass die Darstellung des Klägers im Sinne der ei-

genen Erwägungen bestritten werde (LC170017 act. 107 S. 29 Rz 8.9), ohne sol-

che vorzubringen. Derart rudimentäre Ausführungen genügen den Anforderungen 

an eine Rechtsmittelbegründung nicht. Hierauf kommt es aber nicht an, da die 

Beklagte wie erwähnt vor Vorinstanz die vom Kläger ins Feld geführte ihr zumut-

- 40 - 

bare Ausdehnung der Arbeitstätigkeit auf 60% ab Januar 2017 resp. nunmehr  

1. Juni 2017 nicht zurückgewiesen hat. Da das Verfahren betreffend nacheheli-

cher Unterhalt der Verhandlungsmaxime unterliegt, wäre die Beklagte mangels 

eigener Vorbringen resp. Bestreitungen zu diesem Punkt vor Vorinstanz im Beru-

fungsverfahren ohnehin mit neuen Behauptungen ausgeschlossen.  

 Damit bleibt es dabei, dass der Beklagten ab 1. Juni 2017 eine 60%ige Ar-

beitstätigkeit anzurechnen ist, mit welcher sie monatlich Fr. 4'320.00 erzielt. 

2.2.4.2. In seiner Noveneingabe vom 8. September 2017 vertritt der Kläger die 

Meinung, die Beklagte sei aufgrund der nunmehr reduzierten Betreuungsverant-

wortung in der Lage, einem 90% Pensum Erwerbstätigkeit nachzugehen. Der 

Kläger zieht in Bezug auf das von ihm geforderte höhere Arbeitspensum keine ei-

genständige Schlussfolgerung, sondern sieht dieses als ergänzendes Argument 

dafür, dass die Beklagte als Folge ihrer veränderten Lebenssituation und der da-

mit einhergehenden geringeren Betreuungsverantwortung ohnehin in der Lage 

sei, ihren nachehelichen Unterhalt eigenständig zu decken. Im Eventualstand-

punkt verlangt er eine Sistierung der allenfalls geschuldeten Unterhaltszahlungen 

(LC170017 act. 103 S. 6 Rz 6.6, Rz 6.9). Die Beklagte bringt in ihrer Berufungs-

antwortschrift nebst einer generellen Bestreitung dagegen lediglich vor, weiterhin 

Unterhaltszahlungen zu benötigen, solange kein gefestigtes Konkubinat vorliege; 

zudem sei die Dauerhaftigkeit der Partnerschaft ungewiss (LC170017 act. 107 

S. 35 Rz 8.58, Rz 8.61). 

 Wie oben dargestellt, muss sich die Beklagte ab dem 1. Juni 2017 bei einem 

60% Arbeitspensum ein Einkommen von Fr. 4'320.00 anrechnen lassen, dies 

auch bei der bis vor kurzem gültigen Betreuungsaufteilung von C._____. Da die 

bisher praktizierte Betreuung von C._____ ab dem 1. September 2017 nicht mehr 

weitergeführt werden kann resp. die Beklagte davon nicht unwesentlich entlastet 

wird, erlaubt ihr dieser Umstand die weitere Ausdehnung ihrer beruflichen Tätig-

keit; dies umso mehr, als der Kläger, welcher die Hauptlast der Betreu-

ung/Erziehung von C._____ trägt und leistet, ein volles Arbeitspensum versieht. 

Nicht zu folgen ist dem klägerischen Antrag, der Beklagten ein 90% Arbeitspen-

sum anzurechnen (LC170017 act. 103 S. 6 Rz 6.6. am Ende), da die Beklagte 

- 41 - 

trotz der ab 1. September 2017 zeitlich geringeren Betreuungsleistung auf einen 

Monat betrachtet gut 25% resp. knapp 30% an Zeit für die Betreuung von 

C._____ aufzuwenden hat. Dies ist beim Umfang der ihr zumutbaren Arbeitstätig-

keit zu berücksichtigen. Ausgehend von der ihr obliegenden Betreuungsleistung 

für C._____ ist ihr daher ein Arbeitspensum von 70% ohne weiteres zumutbar. 

Ein darüberhinausgehendes Arbeitspensum erforderte dagegen eine zusätzliche 

Fremdbetreuung von C._____ und zwar am Wohnort der Beklagten, was nicht im 

Interesse von C._____ liegt und daher zu vermeiden ist. Es versteht sich aber 

dennoch von selbst, dass die Beklagte das ihr ab 1. Juni 2017 angerechnete Ar-

beitspensum von 60% nicht per sofort ausweiten kann. Es ist ihr diesbezüglich ei-

ne Übergangsfrist einzuräumen. Angesichts der Tatsache, dass die Beklagte seit 

Februar 2016 weiss, dass sie sich um eine markante Erhöhung ihrer Arbeitstätig-

keit bemühen muss, ist diese Frist jedoch kurz zu halten und auf vier Monate, d.h. 

bis Ende Dezember 2017 zu bemessen. Wie sich die dadurch erhöhte Eigenver-

sorgungskapazität von Fr. 5'040.00 auf die Unterhaltsverpflichtung des Klägers 

auswirkt, zusätzlich zu der ab September 2017 bestehenden neuen Lebenssitua-

tion der Beklagten, ist nachfolgend darzustellen.  

2.4.4.3. Im mm.2022 wird C._____ 10jährig werden und fortan die Mittelstufe der 

Primarschule besuchen. Dies bedeutet in aller Regel einen geringeren persönli-

chen Betreuungsaufwand für ein Kind tagsüber an den Werk- resp. Schultagen. 

Der Kläger, der die Hauptlast und -Verantwortung für C._____s Erziehung und 

Betreuung trägt, versieht daneben ein 100% Arbeitspensum. Dabei wird er jedoch 

auch nach 2022 namentlich in den Schulrandzeiten und an schulfreien Nachmit-

tagen in entsprechendem Umfang immer wieder auf eine Fremdbetreuung von 

C._____ angewiesen sein. Dies gölte ebenso für die Beklagte, wollte man ihr ab 

diesem Zeitpunkt gleichermassen eine volle Erwerbstätigkeit zumuten. Diesem 

Umstand ist bei der Festlegung des ihr zumutbaren Arbeitspensums Rechnung zu 

tragen, um C._____ nicht bei beiden Eltern mit einer regelmässigen Fremdbe-

treuung zu belasten. Da die heute festzulegende Betreuungsregelung auf Dauer 

ausgerichtet ist und in den nächsten Jahren ohne zwingende Gründe nicht wieder 

abgeändert werden sollte, insbesondere auch nicht bei veränderten persönlichen 

Lebensumständen der Beklagten ist es angemessen und auch zumutbar, dass 

- 42 - 

die Beklagte ihre berufliche Tätigkeit ab Juli 2022 auf 90% ausdehnt. Dies erlaub-

te ihr beispielsweise die persönliche Betreuung von C._____ an schulfreien Frei-

tagnachmittagen. Ihr ist daher ab diesem Zeitpunkt basierend auf den Zahlen des 

Scheidungsurteils ein monatliches Erwerbseinkommen von Fr. 6'480.00 anzu-

rechnen. 

2.2.5. Als Zwischenfazit ist die Eigenversorgungskapazität durch Erwerbsein-

kommen der Beklagten wie folgt zu veranschlagen:  

von Februar 2016 bis Ende Mai 2017    Fr.    600.00 

Juni 2017 bis Ende Dezember 2017    Fr. 4'320.00 

Januar 2018 bis Ende Juni 2022    Fr. 5'040.00 

ab Juli 2022        Fr. 6'480.00. 
 
3. nachehelicher Unterhalt 

3.1 Bedarf der Parteien / Allgemeines 

 Ausgangspunkt bildet grundsätzlich die Bedarfsrechnung gemäss Schei-

dungsurteil vom 28. November 2014. Eine allgemeine Neuberechnung der einzel-

nen Positionen findet an sich nicht statt. Zu berücksichtigen sind jedoch die mit 

dem geänderten Betreuungsumfang bei beiden Eltern wegfallenden resp. hinzu-

kommenden finanziellen Aufwendungen. Im Scheidungsurteil vom 28. November 

2014 wurde für den Kläger ein Bedarf (ohne C._____) von Fr. 6'900.00 und für die 

Beklagte (mit C._____) von Fr. 6'550.00 ermittelt (act. 7/40 S. 7). Da der Kinder-

unterhalt Fr. 1'950.00 und die Eigenversorgungskapazität der Beklagten 

Fr. 600.00 betrugen, hatte der Kläger einen monatlichen nachehelichen Unter-

haltsbeitrag von Fr. 4'000.00 an die Beklagte zu entrichten, damit diese ihren ge-

bührenden Unterhalt von Fr. 4'600.00 decken konnte. An dieser Ausgangslage 

hat sich das Abänderungsurteil zu orientieren.  

3.1.1. Im Rahmen der Parteivereinbarung betreffend vorsorgliche Massnahmen 

vom 6. Januar 2016 (act. 59), welche vom Gericht mit Verfügung vom 1. Februar 

2016 genehmigt wurde, wurde der Kläger verpflichtet, der Beklagten ab 1. Febru-

ar 2016 für die Dauer des Verfahrens einen monatlichen nachehelichen Unter-

- 43 - 

haltsbeitrag von Fr. 3'200.00 zu bezahlen. Daneben wurde festgehalten, dass  

der Kläger der Beklagten für den Monat September 2015 den vollen Betrag von 

Fr. 4'000.00, für den Monat Oktober 2015 Fr. 1'300.00, für den Monat November 

2015 Fr. 300.00, für den Monat Dezember 2015 Fr. 1'300.00 und für den Monat 

Januar 2016 Fr. 3'613.00 überwiesen hat. Ausserdem verpflichtete sich der Klä-

ger, der Beklagten unter dem Titel ausstehende Unterhaltsbeiträge für den Zeit-

raum bis und mit Januar 2016 einen Pauschalbetrag von Fr. 3'500.00 zu bezahlen 

(act. 63). Damit wurden in dieser gerichtlich genehmigten Vereinbarung die finan-

ziellen Verpflichtungen des Klägers gegenüber der Beklagten während deren 

Auslandabwesenheit von September 2015 bis und mit Januar 2016 verbindlich 

und abschliessend geregelt. Diese Verfügung der Vorinstanz ist nicht angefochten 

worden. Der Kläger hat denn auch anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhand-

lung ausdrücklich ausgeführt, für den rückwirkenden Unterhalt bis und mit Januar 

2016 sei im Vergleich vom Januar 2016 eine Pauschale vereinbart worden, wel-

che er auch bezahlt habe (act. 82 S. 26 Rz 106). Die Beklagte hat sich im Rah-

men des vorinstanzlichen Hauptverfahrens dazu nicht konkret geäussert, sondern 

lediglich die Darstellung des Klägers pauschal bestritten (act. 84 i.V.m. Prot. VI  

S. 64 zu Ziff. 105-106). In ihrer Berufungsschrift macht sie dazu ebenfalls keine 

Angaben (act. 93 S. 16 Rz 6.7). In ihrer Berufungsantwort wiederholt sie lediglich 

das in der Berufungsschrift Ausgeführte (LC170017 S. 14 Rz 5.7). 

3.1.2. Wollte man die Regelung für die Monate September 2015 bis und mit Ja-

nuar 2016 nur als vorläufige verstehen, müsste richtigerweise diese Zeitperiode 

eigenständig beurteilt werden, da sich die Beklagte in dieser Zeit in Brasilien auf-

hielt und massgebende Faktoren ihres Bedarfes nicht oder wenigstens nicht in 

der für die späteren Zeitspannen geltenden Höhe anfielen. Dieser Umstand müss-

te bei einem Hauptsachenentscheid berücksichtigt werden. Hätte ein Hauptsa-

chenentscheid für diese Periode vorbehalten werden wollen, wäre nicht einzuse-

hen, weshalb der vorsorgliche Massnahmeentscheid nicht auf diesen Zeitraum 

ausgedehnt und stattdessen der Kläger für diese Periode pauschal zur Zahlung 

eines konkret bezeichneten Unterhaltsbeitrages verpflichtet wurde. Der Kläger 

rügt daher zu Recht (LC170017 act. 93 S. 8f., S. 16f. Rz 25-Rz 27), dass die  

Vorinstanz ungeachtet der Verfügung vom 1. Februar 2016 den Beginn der ersten 

- 44 - 

Phase auf den 9. September 2015, dem Einreichedatum der Abänderungsklage, 

festgelegt hat (act. 95 S. 27, S. 45).  

3.1.3. Zu regeln sind somit einzig die finanziellen Belange ab Februar 2016, wel-

che in der nämlichen Verfügung erst provisorisch und für die Dauer des Verfah-

rens geregelt worden sind. Auseinander zu halten sind wegen der seit September 

2017 veränderten Lebensumstände der Beklagten fünf Zeitperioden, die erste ab 

Februar 2016 bis und mit Ende Mai 2017, die zweite ab Juni 2017 bis Ende Au-

gust 2017, die dritte ab September 2017 bis Ende Dezember 2017, die vierte ab 

Januar 2018 bis Ende Juni 2022 und die fünfte schliesslich ab Juli 2022. 

3.2. Bedarf Kläger 

Der Kläger bezifferte vor Vorinstanz seinen nunmehrigen monatlichen Bedarf auf 

Fr. 11'240.00 (act. 70 S. 12/13). Damit liegt er Fr. 4'340.00 höher als im Schei-

dungsurteil festgelegt wurde. Zu berücksichtigen sind jedoch nur jene Bedarfspo-

sitionen, die wegen der veränderten Betreuungsregelung neu oder erhöht beim 

Kläger anfallen. Dies betrifft den Grundbetrag für C._____, dessen Krankenkas-

senprämie und die Kinderbetreuungskosten. Diese Positionen sind allerdings we-

gen der seit 1. Januar 2017 in Kraft getretenen Gesetzesrevision nicht im Bedarf 

des Klägers aufzunehmen, sondern separat im Bedarf von C._____ zu berech-

nen. Dies führt daher zu einer anderen Bedarfsrechnung für den Kläger persön-

lich. Soweit die Vorinstanz in ihren Erwägungen den Bedarf des Klägers um die 

wegen der Betreuung von C._____ neu angefallenen resp. erhöhten Positionen 

erhöht hat, sind diese nunmehr wegzulassen, und es ist vorerst einzig der dem 

Kläger persönlich zustehende Bedarf zu berechnen, wobei als Basis auch bei ihm 

die Beträge heranzuziehen sind, wie sie dem Scheidungsurteil zugrunde lagen. 

Danach betrug sein Bedarf Fr. 6'900.00 inklusive Abzahlungsraten für eheliche 

Schulden (act. 7/40 S. 7Ziffer C3/18). Dass der Kläger wegen der hauptsächli-

chen Betreuungsaufgabe für C._____ für sich persönlich höhere Ausgaben hätte, 

ist weder dargetan noch ersichtlich. Insofern ist sein eigener Bedarf nicht zu erhö-

hen, vielmehr beträgt dieser nach wie vor Fr. 6'900.00. Da indes C._____s Bedarf 

in Höhe von Fr. 1'465.10 resp. ab Juli 2022 Fr. 1'565.10 (vgl. unter Ziffer 3.3.) bis 

anhin ausschliesslich und auch in Zukunft hauptsächlich vom Kläger gedeckt 

- 45 - 

wurde resp. werden wird, beläuft sich sein monatlicher Bedarf auf Fr. 8'365.10 

resp. Fr. 8'465.10.  

3.3. Bedarf C._____ 

Dieser errechnet sich aus seinem Grundbetrag, den Kosten für die Krankenkasse 

und den Betreuungskosten. Der erstere beläuft sich bis Ende Juni 2022 auf  

Fr. 200.00, danach auf Fr. 300.00. Die Kosten für die Krankenkasse sind mit  

Fr. 102.10 zu veranschlagen. Im Scheidungsurteil wurde C._____s Bedarf für Un-

terhalt und Erziehung auf Fr. 1'500.00 veranschlagt (ohne Kinderzulage von  

Fr. 450.00) (act. 7/40 S. 5 Ziffer C.1./10.).   

 Die Vorinstanz berücksichtigte wie erwähnt im Bedarf des Klägers (für alle 

drei Perioden) Kinderbetreuungskosten/Schulkosten von monatlich Fr. 1'525.00 

(act. 95 S. 33). Dabei stützte sie sich auf die Angaben des Klägers in seiner Kla-

gebegründung (act. 70 S. 12 Rz 11.1), wobei dieser korrigierend anführte, dass 

sich diese Kosten wegen der nunmehrigen Betreuung von C._____ durch die 

Mutter an zwei Tagen reduziert hätten, ohne diesen Betrag konkret zu beziffern 

(a.a.O. S. 13/14 Rz 11.2.c). Anlässlich der Hauptverhandlung vor Vorinstanz be-

zifferte der Kläger die durchschnittlichen Hortkosten auf Fr. 1'013.00 und die Kos-

ten für die Tagesmutter auf durchschnittlich Fr. 150.00 (act. 82 S. 23 Rz 94b); 

dies ergibt Fr. 1'163.00 pro Monat. In ihrer Klageantwort hat die Beklagte den zu-

nächst genannten Betrag von Fr. 1'525.00 für die Betreuung von C._____ nicht in 

Abrede gestellt, sondern diesem einzig den Betrag von Fr. 750.00 gegenüberge-

stellt, den sie unter dem Titel Fremdbetreuungskosten benötige (act. 78 S. 26 

Rz 17.2 ad c). An der Hauptverhandlung schliesslich meinte sie zu den Hortkos-

ten von Fr. 1'013.00, diese seien besser investiert, wenn C._____ bei ihr wäre; zu 

den Kosten für die Tagesmutter äusserte sie sich nicht (Prot. VI S. 63 zu Ziff. 94 

lit. c). Bei dieser Sachlage sind die Fremdbetreuungskosten des Klägers auf die 

von ihm geltend gemachten Fr. 1'163.00 pro Monat zu veranschlagen. Die Be-

klagte moniert in ihrer Berufungsschrift nur allgemein, der Kläger habe stets einen 

zu hohen Bedarf, während ihr gleichzeitig ein zu kleiner Bedarf in Rechnung ge-

stellt worden sei (act. 93 S. 29/30 Rz 8.16). Etwas konkreter führt sie weiter aus, 

die Kinderbetreuungskosten beim Kläger betrügen schon längstens nicht mehr 

- 46 - 

Fr. 1'525.00; die Vorinstanz habe verzichtet, die jeweiligen Belege durch alle 

Phasen hindurch zu verlangen (a.a.O. S. 28 Rz 8.10 und S. 30 Rz 8.17). Dies ist 

kaum eine genügende Begründung, um den fälschlicherweise zu hohen Betrag zu 

reduzieren; da der Kläger aber wie gesehen die Fremdbetreuungskosten für 

C._____ selber mit Fr. 1'163.00 beziffert hat, ist dieser Betrag im Bedarf von 

C._____ zu übernehmen. Dies führt für C._____ zu einem gesamthaften Bedarf 

von monatlich Fr. 1'465.10 und ab Juli 2022 zu einem solchen von Fr. 1'565.10. 

Nicht eingerechnet sind ein Anteil Wohnkosten und Kosten für Freizeit. Damit ist 

zudem noch nichts gesagt, von welchem Elternteil und in welchen Umfang dieser 

Bedarf gedeckt werden soll und muss.  

 Gestützt auf die Gesetzesnovelle sind auch im Bedarf der Beklagten die Be-

darfskosten von C._____ nicht mehr mit ein zu beziehen, sondern als Barkosten 

separat zu berechnen und auszuweisen. Insofern ist dem Kläger zu folgen, der 

die Berücksichtigung von Kinderkosten (Fr. 200.00 resp. Fr. 300.00) im Bedarf der 

Beklagten bemängelt, da es sich dabei um einen Anteil am Grundbetrag für ein 

Kind handelt, der im Bedarf des Kindes zu berücksichtigen ist. Welcher Anteil am 

Grundbetrag für C._____ dem Kläger und der Beklagten anzurechnen ist, ist 

nunmehr gestützt auf die Betreuungsregelung, wie sie bis Ende August 2017 galt 

und seither gilt, festzulegen. Der Kläger stimmt für die nunmehr neue Regelung 

einer hälftigen Aufteilung des Grundbetrages nicht mehr zu, nachdem gemäss 

seiner Noveneingabe die Beklagte die Vereinbarung vom Januar 2016 nicht mehr 

einhalten soll und er regelmässig C._____ auch noch bis am Montagmorgen be-

treue (LC170017 act. 96 S. 3 Rz 6).  

 Festgehalten werden kann, dass die bisherige Betreuung von C._____ in 

etwa hälftig beiden Elternteilen oblag. In dem Sinne war eine hälftige Zuweisung 

des Kindergrundbetrages an jeden Elternteil gerechtfertigt. Unabhängig vom eben 

erwähnten den Einwand des Klägers verändert sich mit der veränderten Betreu-

ungsregelung ab September 2017 das Ausmass der Betreuung durch jeden  

Elternteil: während der Anteil des Vaters wächst, verringert sich der Anteil der 

Mutter und beträgt - grosszügig berechnet (8 Übernachtungen pro Monat) - 30%. 

In diesem Verhältnis ist der Grundbetrag von total Fr. 400.00 für C._____ ab Sep-

- 47 - 

tember 2017 den Eltern zuzuweisen, d.h. dem Vater Fr. 280.00 und der Mutter  

Fr. 120.00 resp. ab Juli 2022 Fr. 420.00 resp. Fr. 180.00.  

3.4. Bedarf Beklagte 

3.4.1 Der Kläger machte vor Vorinstanz zunächst geltend, der gebührende Bedarf 

der Beklagten (ohne C._____) betrage gemäss Scheidungsurteil Fr. 4'600.00 

(act. 70 S. 5 Rz 5.6). Dies hat die Beklagte in ihrer Klageantwort anerkannt 

(act. 78 S. 15 Rz 11.6). In der Folge bezifferte der Kläger den Bedarf der Beklag-

ten (ohne C._____) unter Annahme von Schätzungen für einzelne Positionen auf 

Fr. 3'599.00 (act. 70 S. 16 Rz 13; act. 82 S. 21 Rz 92 f.). In ihrer Duplik bestritt die 

Beklagte pauschal diese Bedarfsrechnung durch den Kläger (Prot. VI S. 62). Sel-

ber stellte sie für diese Konstellation (nur eigener Bedarf) keine eigene Bedarfs-

rechnung an, sondern eine solche mit C._____ (act. 78 S. 30 Rz 19 i.V.m. S. 26 

Rz 17). Ihren solchermassen errechneten Bedarf bezifferte sie auf Fr. 6'602.70 

(act. 78 S. 26 Rz 17.1), welcher Betrag über ihrem gebührenden Unterhalt von 

Fr. 6'550.00 (inklusive C._____) gemäss Scheidungsurteil liegt (act. 7/40 S. 7 zu-

unterst).  

3.4.2 Die Vo