# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d2b91561-6fdc-5f87-b40f-3ef0ac488041
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-05-24
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsrekurskommission 24.05.2016 I/1-2015/257, 258
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VWEK_001_I-1-2015-257--258_2016-05-24.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/10

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: I/1-2015/257, 258

Stelle: Verwaltungsrekurskommission

Rubrik: Abgaben und öffentliche Dienstpflichten

Publikationsdatum: 24.05.2016

Entscheiddatum: 24.05.2016

Entscheid vom 24.05.2016
Art. 33 Abs. 1 lit. c und Art. 199 Abs. 1 StG (sGS 811.1), Art. 20 Abs. 1 lit. c 
und Art. 151 Abs. 1 DBG (SR 642.11). Geldwerte Leistung, Nachsteuer. Der 
Pflichtige konnte von einer Gesellschaft eine Beteiligung an einer anderen 
Gesellschaft zu einem deutlich unter dem Verkehrswert liegenden Preis 
erwerben. Im Kanton Zürich wurde die Differenz als geldwerte Leistung der 
verkaufenden Gesellschaft zugunsten des Pflichtigen aufgerechnet. Der 
Pflichtige war Mitaktionär und Geschäftsführer der Gesellschaft, deren 
Beteiligung der erwarb. Die Aufrechnung einer geldwerten Leistung beim 
steuerbaren Einkommen des Pflichtigen erfolgte zu Recht (Urteil der 
Verwaltungsrekurskommission, Abteilung I/1, vom 24. Mai 2016, VRKE I/
1-2015/257, 258).

Präsident Thomas Vögeli, Richter Fritz Buchschacher und Markus Frei, 

Gerichtsschreiberin Louise Blanc Gähwiler

 

 

X, Rekurrent und Beschwerdeführer,

vertreten durch V,

gegen

Kantonales Steueramt, Davidstrasse 41, 9001 St. Gallen, Vorinstanz,

und

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Eidgenössische Steuerverwaltung, Hauptabteilung. Direkte Bundessteuer, Abteilung 

Recht, Eigerstrasse 65, 3003 Bern, Beschwerdebeteiligte,

betreffend

Nachsteuern (Kantons- und Gemeindesteuern 2008 und direkte Bundessteuer 2008)

 

Sachverhalt:

A.- X wohnt in Z, ist geschieden und hat zwei erwachsene Kinder. Er ist 

Geschäftsführer und Delegierter des Verwaltungsrats (seit 2010 

Verwaltungsratspräsident) bei der A AG. Zudem ist er gemäss Handelsregisterauszug 

seit November 2006 Vizepräsident des Verwaltungsrats der B AG. Mit Kaufvertrag vom 

5. Oktober 2006 vereinbarten die B AG und X, dass Letzterer spätestens per 

1. Oktober 2011 die von der Gesellschaft gehaltenen Beteiligungsrechte der A AG 

kaufrechtlich erwerben sollte. Zum damaligen Zeitpunkt hielt X 100 Namenaktien à 

Fr. 1‘000.–, entsprechend 20% der Beteiligungsrechte, und die B AG die restlichen 

300 Namenaktien à Fr. 1‘000.– und 1‘000 Namenaktien à Fr. 100.–. Im Jahr 2008 

verkaufte die B AG 20% ihrer Beteiligung an der A AG an X und 60% an die C AG. Im 

Jahr 2009 gründete X die D AG, welche bei der Gründung die von X gehaltenen 

200 Namenaktien der A AG übernahm. Gleichzeitig wurde beabsichtigt, nach der 

Gründung die von der C AG gehaltenen Beteiligungsrechte zu übernehmen. Die 

Übertragung erfolgte jeweils zum Buchwert.

In der Steuererklärung für das Jahr 2008 deklarierte X 200 Aktien der A AG zum 

Buchwert von insgesamt Fr. 200‘000.–. Die Veranlagungsbehörde ging bei der 

Beteiligung an der A AG von einem Wert von Fr. 1‘540.– netto pro Aktie aus und 

rechnete entsprechend Fr. 108‘000.– auf. Am 11. Mai 2010 wurde X für die Kantons- 

und Gemeindesteuern 2008 mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. … und einem 

steuerbaren Vermögen von Fr. … sowie für die direkte Bundessteuer 2008 mit einem 

steuerbaren Einkommen auf Fr. … veranlagt. Diese Veranlagungen sind rechtskräftig.

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B.- Mit Schreiben vom 11. September 2012 leitete das kantonale Steueramt Zürich 

dem kantonalen Steueramt St. Gallen den Einspracheentscheid gegen die B AG weiter. 

Aus den Erwägungen geht hervor, dass die B AG dem Mitaktionär und Geschäftsführer 

der A AG, X, eine Aufstockung seiner bisherigen Beteiligung um 20%, entsprechend 

einem Betrag von Fr. 100‘000.–, ermöglicht habe. Die verbliebene Beteiligung von 60% 

an der A AG sei an die vom Alleinaktionär der B AG gegründete C AG zum Buchwert 

von Fr. 300‘000.– verkauft worden. Das kantonale Steueramt Zürich berechnete in der 

Folge den Verkehrswert der A AG auf der Basis des zwischen X und der B AG 

abgeschlossenen Kaufvertrags vom Oktober 2006. Dies ergab bei der B AG eine 

Aufrechnung infolge unterpreislichem Verkauf von 20% der A AG an X von 

Fr. 108‘234.– und an die C AG eine solche von Fr. 592‘430.–. Mit Schreiben vom 

13. Januar 2014 teilte das kantonale Steueramt St. Gallen X mit, dass die geldwerte 

Leistung infolge unterpreislichem Kauf von Aktien der B AG im Jahr 2008 im Umfang 

von Fr. 108‘234.– steuerlich noch nicht erfasst worden sei und unterbreitete ihm einen 

Veranlagungsvorschlag. Nach mehreren Schriftenwechseln wurde X mit 

Nachsteuerverfügungen vom 16. Januar 2015 für die Kantons- und Gemeindesteuern 

2008 mit einer Nachsteuer samt Zins von Fr. … und für die direkte Bundessteuer 2008 

mit einer Nachsteuer samt Zins von Fr. … veranlagt. Die gegen diese 

Nachsteuerverfügungen am 17. Februar 2015 erhobene Einsprache wies das kantonale 

Steueramt mit Entscheid vom 22. Oktober 2015 ab.

C.- Gegen den Einspracheentscheid erhob X mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 

20. November 2015 Rekurs und Beschwerde bei der Verwaltungsrekurskommission mit 

dem Antrag, es sei auf die Erhebung von Nachsteuern für die Kantons- und 

Gemeindesteuern 2008 sowie für die direkte Bundessteuer 2008 zu verzichten. Die 

Vorinstanz beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 26. Januar 2016 die Abweisung 

der Rechtsmittel. Die Eidgenössische Steuerverwaltung hat stillschweigend auf eine 

Vernehmlassung zur Beschwerde verzichtet. Der Rekurrent und Beschwerdeführer 

nahm am 11. Februar 2016 zur vorinstanzlichen Vernehmlassung Stellung.

Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung der Anträge wird, 

soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.

 

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Erwägungen:

1.- Betrifft das Verfahren sowohl die Kantons- und Gemeindesteuern als auch die 

direkte Bundessteuer, sind zwei Entscheide zu fällen. Diese können zwar beide im 

gleichen Dokument enthalten sein; dieses muss jedoch eine getrennte Begründung und 

ein getrenntes Dispositiv aufweisen, oder zumindest ein Dispositiv, das die beiden 

Steuern auseinanderhält (BGE 130 II 509 = Pra 2005 Nr. 114 E. 8.3). Nach einem 

neueren Urteil könne im Dispositiv sogar auf eine Unterscheidung zwischen beiden 

Steuern verzichtet werden, wenn die entschiedene Rechtsfrage im Bundesrecht und im 

harmonisierten kantonalen Recht gleich geregelt sei und für beide Kategorien von 

Steuern gleich begründet werden könne. Aus der Begründung müsse dann aber klar 

hervorgehen, dass der Entscheid sowohl für die direkte Bundessteuer als auch für die 

Kantons- und Gemeindesteuern gelte (BGE 135 II 260 = Pra 2010 Nr. 37 E. 1.3.1). 

Gleichwohl entscheidet das Bundesgericht auch bei Fragen, die sowohl auf Bundes- 

als auch auf kantonaler Ebene übereinstimmend geregelt sind, mit separaten 

Dispositiven (vgl. z.B. Urteile des Bundesgerichts [BGer] 2C_560/2014 und 

2C_561/2014 vom 30. September 2015, 2C_164/2013 und 2C_165/2013 vom 28. März 

2014). Im Einklang damit werden der Rekurs und die Beschwerde vorliegend in einem 

einzigen Dokument behandelt, wobei im gemeinsamen Dispositiv beide Steuern 

auseinandergehalten werden.

2.- Die Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis 

zur Rekurs- und Beschwerdeerhebung ist gegeben. Der Rekurs und die Beschwerde 

vom 20. November 2015 sind rechtzeitig eingereicht worden. Sie erfüllen in formeller 

und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen (Art. 194 Abs. 1 des 

Steuergesetzes, sGS 811.1, abgekürzt: StG, bzw. Art. 140 Abs. 2 des Bundesgesetzes 

über die direkte Bundessteuer, SR 642.11, abgekürzt: DBG; Art. 7 der Verordnung zum 

Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer, sGS 815.1; Art. 41 lit. h Ziff. 1 und 

Art. 48 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt: VRP). 

Auf den Rekurs und die Beschwerde ist einzutreten.

3.- Ein Nachsteuerverfahren wird unter anderem dann eingeleitet, wenn sich aufgrund 

von Tatsachen oder Beweismitteln, die der Veranlagungsbehörde im Zeitpunkt der 

Veranlagung nicht bekannt waren, zeigt, dass eine rechtskräftige Veranlagung 

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unvollständig ist. Die Nachsteuer wird samt Zins erhoben (Art. 199 Abs. 1 StG; Art. 151 

Abs. 1 DBG). Voraussetzung für die Erhebung einer Nachsteuer ist gemäss Praxis eine 

neue Tatsache oder ein Beweismittel, aus dem sich die Unrechtmässigkeit einer 

rechtskräftigen Veranlagung ergibt. Nach der Rechtsprechung muss die neue Tatsache 

oder das neue Beweismittel der Steuerbehörde bisher unbekannt gewesen sein; deren 

Unkenntnis muss darüber hinaus für das Ungenügen der Veranlagung kausal bzw. 

erheblich gewesen sein. Als neu gelten Tatsachen und Beweismittel auch dann, wenn 

die Steuerbehörde sie bei der ordentlichen Veranlagung mittels weitergehender 

Untersuchungen hätte in Erfahrung bringen können. Massgebend für die Beantwortung 

der Frage, ob neue Tatsachen oder Beweismittel vorliegen, ist in der Regel der 

Aktenstand im Zeitpunkt der ordentlichen Einschätzung. Was damals aus den Akten 

nicht ersichtlich war, gilt als neu. Die Steuerbehörde braucht sich nicht auf die 

Richtigkeit der Steuererklärung zu verlassen; sie darf es aber tun, ohne dass der 

Pflichtige daraus die Verwirkung der Nachsteuer ableiten könnte (vgl. Richner/Frei/

Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum DBG, 2. Aufl. 2009, N 29 zu Art. 151 DBG; 

GVP 2001 Nr. 27).

Die Vorinstanz erfuhr erst am 11. September 2012 durch die Meldung des kantonalen 

Steueramts Zürich unter Beilage des Einspracheentscheids vom 5. Juli 2012, dass der 

B AG im Jahr 2008 geldwerte Leistungen zugunsten des Rekurrenten und 

Beschwerdeführers aufgerechnet wurden (vgl. act. 7/I/20). Zum Zeitpunkt der 

ordentlichen Einschätzungen vom 11. Mai 2010 war dies der Vorinstanz 

dementsprechend nicht bekannt. Die Vorinstanz hat zwar im Rahmen der ordentlichen 

Veranlagung 2008 festgestellt, dass der Bestand der Aktien der A AG gegenüber dem 

Vorjahr höher war. Sie nahm zudem eine Änderung des deklarierten Verkehrswertes 

vor. Ausserdem machte sie einen Vermerk, wonach der Zukauf aus Zeitgründen nicht 

weiter abgeklärt werde. Der Umstand, dass die Veranlagungsbehörde durch 

weitergehende Abklärungen die besagten Tatsachen hätte feststellen können, steht 

einem Nachsteuerverfahren nicht entgegen. Es waren jedenfalls keine offensichtlichen, 

in die Augen springenden Hinweise, welche die geldwerte Leistung nicht mehr als neue 

Tatsache erscheinen lassen könnten. Die Aufrechnung bildete ein Indiz, dass die in 

Rechtskraft erwachsenen ordentlichen Steuerveranlagungen des Rekurrenten und 

Beschwerdeführers des Jahres 2008 unvollständig waren. Das Nachsteuerverfahren 

wurde damit grundsätzlich zu Recht eingeleitet.

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4.- Im Rekurs- und Beschwerdeverfahren ist streitig, ob es sich bei der Aufrechnung 

bei der B AG von Fr. 108‘234.– im Jahr 2008 um eine geldwerte Leistung zugunsten 

des Rekurrenten und Beschwerdeführers und damit um steuerbares Einkommen 

handelt oder nicht.

a) Der Rekurrent und Beschwerdeführer macht geltend, massgebend sei einzig der 

Kaufvertrag zwischen der B AG einerseits und ihm andererseits und zwar für alle 

Kaufpreistranchen. Dass er zu diesem sogenannten Management-Buy-out respektive 

zur Erlangung der dafür notwendigen Mittel eine Übernahme-Holding habe gründen 

müssen, entspreche der Praxis und bezwecke keine Steueroptimierung, sondern 

gewährleiste vielmehr die Weiterexistenz der Baugesellschaft mit den entsprechenden 

Arbeitsplätzen. Die Rechte und Pflichten aus dem Kaufvertrag seien damit von ihm auf 

die D AG übergegangen und in der Veranlagungspraxis werde dazu richtigerweise die 

wirtschaftliche Betrachtungsweise angewendet. Zudem sei er keine nahestehende 

Person der B AG. Seine Organstellung als Verwaltungsrat sei einzig in seiner 

Stellvertreterfunktion bei höherer Gewalt begründet. Er sei noch nie in die 

Geschäftsleitung der B AG eingebunden gewesen und eine geldwerte Leistung sei 

auch aus der Sicht der B AG nicht geplant oder gewollt gewesen. Er habe für den 

gesamten Aktienerwerb, welcher ihm bzw. seiner D AG die Stellung der Alleinaktionärin 

an der A AG verschafft habe, einen Kaufpreis von Fr. 1,5 Mio. bezahlt, was 

Fr. 310‘094.– über der Bewertung des kantonalen Steueramts Zürich liege. Damit 

könne von einer geldwerten Leistung nicht die Rede sein.

Die Vorinstanz führt dagegen aus, die B AG habe dem Rekurrenten und 

Beschwerdeführer als Mitaktionär und Geschäftsführer der A AG eine Aufstockung 

seiner bisherigen Beteiligung um 20% zum Preis von Fr. 100‘000.– ermöglicht. Der 

Verkehrswert der Beteiligung wäre jedoch bei Fr. 208‘234.– gelegen. Somit habe die B 

AG auf einen Teil des Ertrages verzichtet bzw. die Beteiligung unter ihrem Wert an 

einen nahestehenden Dritten veräussert. Die Differenz sei als geldwerte Leistung zu 

qualifizieren und beim Rekurrenten und Beschwerdeführer steuerbar. Die Ermittlung 

des Verkehrswerts sei im Aktienkaufvertrag festgehalten worden und verbindlich. Der 

Rekurrent und Beschwerdeführer sei im Verwaltungsrat der B AG, und im Falle der 

Erkrankung, eines Unfalls oder Todes des Alleinaktionärs hätte er die Geschäftsführung 

der B AG zu übernehmen. Damit sei das Kriterium der nahestehenden Person gegeben. 

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Einer unabhängigen Drittperson wäre die Beteiligung nicht zu einem unter dem 

Verkehrswert liegenden Preis verkauft worden. Zudem sei es für die handelnden 

Organe unzweifelhaft erkennbar gewesen, dass der Buchwert nicht dem Marktwert 

entspreche. Die B AG habe sich somit bewusst entreichert und den Empfänger 

willentlich bereichert. Schliesslich seien die Geschäfte im Jahr 2008 und 2010 

verschiedene Rechtsgeschäfte mit verschiedenen Beteiligten. Zudem seien sie 

periodenfremd. Eine Gesamtbetrachtung sei daher weder nötig noch möglich.

b) Gemäss Art. 33 Abs. 1 lit. c StG bzw. Art. 20 Abs. 1 lit. c DBG (jeweils in der im Jahr 

2008 gültigen Fassung) sind geldwerte Vorteile aus Beteiligungen aller Art steuerbar, 

soweit sie keine Rückzahlung bestehender Kapitalanteile darstellen. Geldwerte Vorteile 

aus Beteiligungen bilden nicht nur die offenen, sondern auch die verdeckten 

Gewinnausschüttungen (M. Reich, in: Zweifel/Athanas, Kommentar zum 

Schweizerischen Steuerrecht, Bd. I/2a, 2. Aufl. 2008, N 46 zu Art. 20 DBG). Es handelt 

sich dabei um Leistungen der Gesellschaft an den Inhaber von Beteiligungsrechten, 

denen keine oder keine genügenden Gegenleistungen gegenüberstehen und die einem 

an der Gesellschaft nicht beteiligten Dritten nicht oder in wesentlich geringerem 

Umfang erbracht worden wären (vgl. BGer 2C_644/2013 vom 21. Oktober 2013 E. 3.1; 

2C_84/2011 vom 18. Mai 2011 E. 2.1). Zu den geldwerten Leistungen zählen 

Ertragsverzichte zugunsten des Aktionärs oder einer ihm nahestehenden Person, die 

bei der Gesellschaft zu einer entsprechenden Kürzung des in der Erfolgsrechnung 

ausgewiesenen Gewinnes führen. Solche Ertragsverzichte liegen vor, wenn die 

Gesellschaft auf ihr zustehende Einnahmen ganz oder teilweise zugunsten des 

Aktionärs oder diesem nahestehenden Personen verzichtet bzw. wenn diese nicht jene 

Gegenleistung erbringen, welche die Gesellschaft von einem unbeteiligten Dritten 

fordern würde (BGer 2C_644/2013 vom 21. Oktober 2013 E. 3.1 mit weiteren 

Hinweisen).

Im Bereich der geldwerten Leistungen gilt die Grundregel, dass die Steuerbehörde die 

Beweislast für steuerbegründende und -erhöhende Tatsachen trägt, die steuerpflichtige 

Person dagegen diejenige für all das, was die Steuer aufhebt oder mindert. Der 

Behörde obliegt insbesondere der Nachweis dafür, dass die Gesellschaft eine Leistung 

erbracht hat und dieser keine oder keine angemessene Gegenleistung gegenübersteht. 

Hat die Behörde ein solches Missverhältnis zwischen Leistung und Gegenleistung 

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dargetan, so ist es Sache der steuerpflichtigen Person, die damit begründete 

Vermutung zu entkräften. Gelingt ihr das nicht, trägt sie die Folgen der Beweislosigkeit 

(BGer 2_644/2013 vom 21. Oktober 2013 E. 3.2).

Die rechtskräftige Veranlagung einer Aktiengesellschaft unter Einbezug geldwerter 

Leistungen an ihre Aktionäre ersetzt die gesetzmässige Veranlagung der natürlichen 

Person nicht. Sie vermag Bestand und Umfang einer steuerbaren geldwerten Leistung 

weder in formellem Sinn noch als unwiderlegbare Tatsache zu definieren (Richner/Frei/

Kauf-mann/Meuter, a.a.O., N 147 zu Art. 20 DBG). Bei der Veranlagung der natürlichen 

Person als mögliche Empfängerin einer geldwerten Leistung kann aber auf alle 

Tatsachen abgestellt werden, die im Veranlagungsverfahren der Aktiengesellschaft 

erhoben worden sind, soweit nicht neue Erkenntnisse etwas anderes gebieten. Ebenso 

verhält es sich mit den im Verfahren für die Veranlagung der Gesellschaft gezogenen 

rechtlichen Folgerungen. Soweit sie nicht offenkundig unzutreffend oder durch neue 

Argumente in Frage gestellt sind, können sie übernommen werden (vgl. VerwGE 

B 2005/197 vom 12. April 2006 E. 2a und VRKE I/1-2014/167, 168 vom 25. November 

2014 E. 3b, in: www.gerichte.sg.ch).

c) Die Vorinstanz leitete aufgrund der Meldung des kantonalen Steueramts Zürich 

geldwerter Leistungen an den Rekurrenten und Beschwerdeführer zu Recht ein 

Nachsteuerverfahren ein. Im Einspracheentscheid vom 5. Juli 2012 führte das 

kantonale Steueramt Zürich aus, dass der Verkauf der Beteiligung von 80% an der A 

AG zum Buchwert erfolgt sei. Dabei habe die B AG dem Mitaktionär und 

Geschäftsführer der A AG – dem Rekurrenten und Beschwerdeführer – gemäss 

eingereichtem Kaufvertrag eine Aufstockung seiner bisherigen Beteiligung um 20% 

ermöglicht. Die verbleibende Beteiligung von 60% an der A AG sei an die vom 

Alleinaktionär der B AG gegründeten C AG verkauft worden (vgl. act. 7/I/9 E. 12). Das 

kantonale Steueramt Zürich berechnete in der Folge den Verkehrswert der A AG auf 

der Basis des zwischen der B AG und dem Rekurrenten und Beschwerdeführer 

abgeschlossenen Kaufvertrags vom Oktober 2006, was eine Aufrechnung infolge 

unterpreislichem Verkauf von 20% der A AG an den Rekurrenten und 

Beschwerdeführer von Fr. 108‘234.– ergab (vgl. act. 7/I/9 E. 13). Es hielt weiter fest, 

dass die Leistung ohne entsprechende angemessene Gegenleistung erfolgt sei, da der 

Buchwert unter dem errechneten Verkehrswert gemäss Kaufvertrag liege. Bei den 

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Erwerbern der Beteiligungsanteile an der A AG handle es sich um sog. Nahestehende. 

Beim Rekurrenten und Beschwerdeführer handle es sich um einen Verwaltungsrat der 

B AG, welcher zudem im Falle der Erkrankung, eines Unfalls oder Todes interimistisch 

auch die Geschäftsführung übernehmen würde. Damit sei das Kriterium der nahe 

stehenden Person klar gegeben. Einer unabhängigen Drittperson wäre die Beteiligung 

nicht zu einem unter dem Verkehrswert liegenden Preis verkauft worden. Die B AG sei 

bewusst entreichert und der Empfänger willentlich bereichert worden (vgl. act. 7/I/9 

E. 14).

Es ist unbestritten, dass die B AG im Jahr 2008 20% der Beteiligungen an der A AG an 

den Rekurrenten und Beschwerdeführer und 60% an die C AG veräusserte, und zwar 

jeweils zum Buchwert. Zum damaligen Zeitpunkt war der Rekurrent und 

Beschwerdeführer Geschäftsführer und Delegierter des Verwaltungsrats bei der A AG; 

seit November 2006 ist er zudem Vizepräsident des Verwaltungsrats der B AG. Die 

Berechnung des Verkehrswerts durch das kantonale Steueramt Zürich stützt sich auf 

den Kaufvertrag vom 5. Oktober 2006 und ist nachvollziehbar. Von dieser im 

vorliegenden Verfahren abzuweichen, besteht kein Anlass. Entsprechend ermöglichte 

die B AG dem Rekurrenten und Beschwerdeführer die Aufstockung seiner bisherigen 

Beteiligung an der A AG um 20% zum Buchwert von Fr. 100‘000.–. Der Verkehrswert 

betrug dagegen Fr. 208‘234.–. Damit verzichtete die B AG auf einen Teil des Ertrags 

zugunsten des Rekurrenten und Beschwerdeführers. In Übereinstimmung mit der 

Vorinstanz ist davon auszugehen, dass die Gesellschaft einer unabhängigen 

Drittperson die Beteiligung nicht zu einem unter dem Verkehrswert liegenden Preis 

verkauft hätte. Die Differenz ist folglich als geldwerte Leistung zu qualifizieren und beim 

Rekurrenten und Beschwerdeführer entsprechend aufzurechnen. Schliesslich kann der 

Ansicht des Rekurrenten und Beschwerdeführers, wonach der Beteiligungserwerb von 

20% im Jahr 2008 im Zusammenhang mit demjenigen im Jahr 2010 zu sehen sei, nicht 

gefolgt werden. Die B AG veräusserte die Beteiligung von 60% im Jahr 2008 an die C 

AG. Diese wiederum übertrug die Anteile als Sacheinlage an die D AG (vgl. act. 7/I/11). 

Es handelt sich folglich um ein eigenes Rechtsgeschäft zwischen zwei Gesellschaften, 

welche eine eigene Rechtspersönlichkeit besitzen. Zudem sind die beiden 

Rechtsgeschäfte nicht in derselben Rechnungsperiode erfolgt, weshalb sie 

periodenfremd sind.

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d) Zusammenfassend ergibt sich, dass die Vorinstanz im Nachsteuerverfahren beim 

Rekurrenten und Beschwerdeführer zu Recht Fr. 108‘000.– als geldwerte Leistung 

aufgerechnet hat. Der Rekurs und die Beschwerde sind dementsprechend als 

unbegründet abzuweisen.

5.- Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die Kosten des Verfahrens dem 

Rekurrenten und Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP und Art. 144 

Abs. 1 DBG). Da das Rekurs- und Beschwerdeverfahren in ein und demselben 

Entscheid behandelt werden, ist eine Entscheidgebühr von je Fr. 800.– (insgesamt 

Fr. 1’600.–) angemessen (vgl. Art. 144 Abs. 5 DBG i.V.m. Art. 7 Ziff. 122 der 

Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Der Kostenvorschuss von total Fr. 1'600.– ist 

zu verrechnen.

 

Entscheid:

1.  Der Rekurs wird abgewiesen.

2.  Die Beschwerde wird abgewiesen.

3.  Der Rekurrent und Beschwerdeführer bezahlt die Kosten des Rekurs- und

     Beschwerdeverfahrens von je Fr. 800.– unter Verrechnung der Kostenvorschüsse 

von

     je Fr. 800.–.

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