# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** afc25315-8874-5f1c-b503-d7df8ae8eb19
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-12-02
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 02.12.2022 SB210555
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB210555_2022-12-02.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer    
 

 
 

 Geschäfts-Nr.: SB210555-O/U/ad 
 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. Spiess, Präsident, Oberrichterin lic. iur. Wasser-

Keller und Oberrichter lic. iur. Castrovilli sowie Gerichtsschreiberin 

MLaw Lazareva 

 

Urteil vom 2. Dezember 2022 

 

in Sachen 

 

Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich,  
vertreten von Staatsanwalt lic. iur. Kaegi und Staatsanwältin lic. iur. Baumgartner,  

Anklägerin und Erstberufungsklägerin 

 

sowie 

 

1. A._____,  
Privatklägerin, Berufungsbeklagte und Anschlussberufungsklägerin 

 

2. B._____,  
3. C._____,  
Privatkläger und Berufungsbeklagte 

 

1, 2, 3 unentgeltlich vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____,  

 

gegen 

 

D._____,  
Beschuldigter, Zweitberufungskläger und Anschlussberufungsbeklagter 

 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. Y._____,  

- 2 - 

 

betreffend Mord 
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Horgen, I. Abteilung, vom 
20. April 2021 (DG200020) 
 

 

- 3 - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 27. Novem-

ber 2020 (Urk. 69) ist diesem Urteil beigeheftet. 

Urteil der Vorinstanz:  

1. Der Beschuldigte ist schuldig des Mordes im Sinne von Art. 112 StGB. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 14 Jahren Freiheitsstrafe, wovon bis und 

mit heute 961 Tage durch Haft erstanden sind. 

3. Die Freiheitsstrafe wird vollzogen. 

4. Der Beschuldigte wird im Sinne von Art. 66a StGB für 13 Jahre des Landes 
verwiesen (obligatorische Landesverweisung). 

5. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 1 eine Genugtuung in 

der Höhe von Fr. 4'000.– zuzüglich Zins zu 5 % seit 3. September 2018 zu 

bezahlen. Im Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen. 

6. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 2 eine Genugtuung in 

der Höhe von Fr. 15'000.– zuzüglich Zins zu 5 % seit 3. September 2018 zu 

bezahlen. Im Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen. 

7. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger 3 eine Genugtuung in 

der Höhe von Fr. 15'000.– zuzüglich Zins zu 5 % seit 3. September 2018 zu 

bezahlen. Im Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen. 

- 4 - 

8. Die folgenden, sichergestellten bzw. mit Verfügungen der Staatsanwalt-

schaft I des Kantons Zürich vom 5. September 2018 bzw. 17. November 

2020 beschlagnahmten Gegenstände werden den nachfolgend aufgeführten 

Berechtigten nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils auf erstes Verlan-

gen herausgegeben oder nach unbenutztem Ablauf einer dreimonatigen 

Frist der Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen: 

a) Direkte Vernichtung: 

Bei der Kantonspolizei Zürich, Asservate-Triage, unter der Geschäftsnum-

mer 73587538 lagernd: 

− 1 Mobiltelefon HUAWEI des Beschuldigten  
(Asservate-Nr. A011'818'943) 

Beim FOR unter der Referenz-Nr. K180903-043 / 73587538 lagernd: 

− 1 Messer ohne Griff (selfmade) aus Stahlplatte gesägt, ohne Griff (aus 
der Kommode im Aufenthaltsraum) (Asservate-Nr. A011'832'636) 

− 1 Messer ohne Griff (selfmade) aus Stahlplatte gesägt ohne Griff (aus 
der Kommode im Aufenthaltsraum) (Asservate-Nr. A011'832'647) 

b) Herausgabe an die Privatkläger: 

Bei der Kantonspolizei Zürich, Asservate-Triage, unter der Geschäftsnum-

mer 73587538 lagernd: 

− 1 Mobiltelefon HUAWEI von †E._____  
(Asservate-Nr. A011'816'890) 

Beim FOR unter der Referenz-Nr. K180903-043 / 73587538 lagernd: 

− 1 Fixleintuch, schwarz mit Einstichstellen (aus dem Besitz von 
†E._____) (Asservate-Nr. A011'816'583) 

− 1 Jeans, hellgrau (aus dem Besitz von †E._____) (Asservate-Nr. 
A011'816'812) 

− 1 Küchenmesser mit schwarzem Griff mit drei Nieten (aus dem Besitz 
von †E._____) (Asservate-Nr. A011'816'925) 

− 1 Paar Socken, weiss (aus dem Besitz von †E._____)  
(Asservate-Nr. A011'828'049) 

− 1 Jeanshose, kurz, hellblau (ab Lagerraum am Tatort, mutmasslich aus 
dem Besitz von †E._____) (Asservate-Nr. A011'822'483) 

- 5 - 

− 1 Paar Hausschuhe, schwarz/rot (aus dem Schlafzimmer im 1. UG, 
mutmasslich aus dem Besitz von †E._____)  
(Asservate-Nr. A011'822'507) 

− 1 Faserpelzjacke (diente als Kopfkissen) (ab Tatort)  
(Asservate-Nr. A011'828'094) 

c) Herausgabe an den Beschuldigten: 

Beim FOR unter der Referenz-Nr. K180903-043 / 73587538 lagernd: 

− 1 Kapuzenjacke, grau (aus dem Besitz von D._____)  
(Asservate-Nr. A011'818'921) 

− 1 Jeanshose, dunkelblau (aus dem Besitz von D._____)  
(Asservate-Nr. A011'818'932) 

− 1 rumänische Geldnote «1 LEU» (aus dem Besitz von D._____) (As-
servate-Nr. A011'819'004) 

− 1 T-Shirt, grau (aus dem Besitz von D._____)  
(Asservate-Nr. A011'818'998) 

− 1 Herrenslip, dunkelblau (aus dem Besitz von D._____)  
(Asservate-Nr. A011'819'026) 

− 1 Herrensocke, schwarz (aus dem Besitz von D._____)  
(Asservate-Nr. A011'819'048) 

− 1 Paar Freizeitschuhe, Grundfarbe weiss (aus dem Besitz von  
D._____) (Asservate-Nr. A011'819'060) 

− 1 Pullover, blau (aus dem blauen Gestell in der Garage)  
(Asservate-Nr. A011'831'213) 

− 1 T-Shirt, bordeaux rot (aus dem blauen Gestell in der Garage)  
(Asservate-Nr. A011'832'158) 

d) Herausgabe an F._____: 

Beim FOR unter der Referenz-Nr. K180903-043 / 73587538 lagernd: 

− 1 Arbeitsjacke, dunkelblau (aus dem Besitz von F._____)  
(Asservate-Nr. A011'821'140) 

− 1 T-Shirt, grau (aus dem Besitz von F._____)  
(Asservate-Nr. A011'821'275) 

− 1 Arbeitshose, grau-blau (aus dem Besitz von F._____)  
(Asservate-Nr. A011'821'297) 

− 1 Paar Socken, grau-gelb (aus dem Besitz von F._____)  
(Asservate-Nr. A011'821'322) 

- 6 - 

− 1 Paar Schuhe, schwarz (aus dem Besitz von F._____)  
(Asservate-Nr. A011'821'333) 

− 1 Armband, schwarz (aus dem Besitz von F._____)  
(Asservate-Nr. A011'821'344) 

e) Herausgabe an G._____: 

Beim FOR unter der Referenz-Nr. K180903-043 / 73587538 lagernd: 

− 1 Kapuzenjacke, hellgrau (aus dem Besitz von G._____)  
(Asservate-Nr. A011'823'306) 

− 1 Arbeitshose, dunkelblau (aus dem Besitz von G._____)  
(Asservate-Nr. A011'823'328) 

− 1 T-Shirt, weiss (aus dem Besitz von G._____)  
(Asservate-Nr. A011'823'340) 

− 1 Trägerleibchen, weiss (aus dem Besitz von G._____)  
(Asservate-Nr. A011'823'362) 

− 1 Paar Socken, hellbeige (aus dem Besitz von G._____)  
(Asservate-Nr. A011'823'373) 

− 1 Paar Arbeitsschuhe, schwarz (aus dem Besitz von G._____) (Asser-
vate-Nr. A011'823'408) 

f) Herausgabe an H._____: 

Beim FOR unter der Referenz-Nr. K180903-043 / 73587538 lagernd: 

− 1 Jacke, dunkelblau (aus dem Besitz von H._____)  
(Asservate-Nr. A011'821'491) 

− 1 Poloshirt, dunkelgrau (aus dem Besitz von H._____) (Asservate-Nr. 
A011'821'537) 

− 1 Hose, dunkelblau (aus dem Besitz von H._____)  
(Asservate-Nr. A011'821'582) 

− 1 Paar Socken, schwarz (aus dem Besitz von H._____) (Asservate-Nr. 
A011'821'593) 

− 1 Paar Schuhe, braun (aus dem Besitz von H._____)  
(Asservate-Nr. A011'821'606) 

− 1 Türschloss ausgesägt ab aufgebrochener Zimmertüre (ab Tatort) 
(Asservate-Nr. A011'820'001) 

− 1 Poloshirt, grau-schwarz (aus dem Aufenthaltsraum)  
(Asservate-Nr. A011'828'118) 

− 1 Geissfuss, dunkelblau (aus der Garage am Tatort)  
(Asservate-Nr. A011'828'221) 

- 7 - 

− 1 Spenglerhammer mit rot / blauen Farbabtragungen (aus der Garage 
am Tatort) (Asservate-Nr. A011'828'232) 

− 1 Spenglerhammer mit blauen Farbabtragungen am Kopf (aus der Ga-
rage am Tatort) (Asservate-Nr. A011'828'243) 

− 1 Abformung Aufbruchstelle Türrahmen Eingangstüre (am Tatort)  
(Asservate-Nr. A011'828'254) 

− 1 Paar Nike Turnschuhe, schwarz (aus dem Aufenthaltsraum)  
(Asservate-Nr. A011'829'315) 

− 1 Badeschlappen, blau (aus dem Aufenthaltsraum)  
(Asservate-Nr. A011'829'326)  

− 1 Frotteetuch, Handtuch, hellblau (aus dem Aufenthaltsraum)  
(Asservate-Nr. A011'829'337) 

− 1 Küchenmesser mit abgebrochener Klinge (aus der Küche am Tatort) 
(Asservate-Nr. A011'832'603) 

− 1 Duvetüberzug, Grundfarbe weiss (aus dem Schlafzimmer / Tatort) 
(Asservate-Nr. A011'822'530) 

− 1 Kopfkissenbezug, weiss (aus dem Schlafzimmer / Tatort)  
(Asservate-Nr. A011'822'563) 

− 1 Fixleintuch, schwarz (aus dem Schlafzimmer / Tatort)  
(Asservate-Nr. A011'822'585) 

− 1 Klappmesser, schwarz (ab Baustelle aus Werkzeuggurt)  
(Asservate-Nr. A011'822'596) 

− 1 Reinigungseimer, rot (aus der Garage vor blauem Gestell)  
(Asservate-Nr. A011'828'129) 

− 1 Reinigungsmob, nass (ab Boden vor blauem Gestell in der Garage) 
(Asservate-Nr. A011'831'042) 

− 1 Fixleintuch, grün (ab Waschmaschine in der Waschküche im EG) 
(Asservate-Nr. A011'831'064) 

− 1 SLOT Card SWISS Casinos (ab Küchentisch am Tatort)  
(Asservate-Nr. A011'831'086) 

− 1 Schäufelchen, rot (aus dem blauen Gestell in der Garage)  
(Asservate-Nr. A011'831'122) 

− 1 Handbesen, rot (aus dem blauen Gestell in der Garage)  
(Asservate-Nr. A011'831'155) 

− 1 Besen mit grünem Stil (aus dem blauen Gestell in der Garage)  
(Asservate-Nr. A011'831'202) 

− 1 Schwarzer Abfallsack mit div. Abfall (aus der Garage)  
(Asservate-Nr. A011'831'279) 

− 1 Textilreinigungstuch (aus Abfallsack)  
(Asservate-Nr. A011'831'315) 

- 8 - 

− 1 Waschtuch, grau, nass (aus der Dusche im 1. UG)  
(Asservate-Nr. A011'830'925) 

− 2 Waschtücher, bordeaux rot (aus Duschwanne im 1. UG)  
(Asservate-Nr. A011'830'936) 

g) Herausgabe an I._____: 

Beim FOR unter der Referenz-Nr. K180903-043 / 73587538 lagernd: 

− 1 Herrenjacke, grau (aus dem Besitz von I._____)  
(Asservate-Nr. A011'823'511) 

− 1 Hose, dunkelblau (aus dem Besitz von I._____)  
(Asservate-Nr. A011'823' 533) 

− 1 Leibgürtel, schwarz (aus dem Besitz von I._____)  
(Asservate-Nr. A011'823'555) 

− 1 Hemd, langarm, dunkelblau (aus dem Besitz von I._____) (Asserva-
te-Nr. A011'823'566) 

− 1 Trägerleibchen, hellgrün (aus dem Besitz von I._____)  
(Asservate-Nr. A011'823'588) 

− 1 Herrenslip, schwarz (aus dem Besitz von I._____)  
(Asservate-Nr. A011'823'599) 

− 1 Paar Socken, dunkelblau (aus dem Besitz von I._____)  
(Asservate-Nr. A011'823'602) 

− 1 Paar Freizeitschuhe, weiss/hellblau (aus dem Besitz von I._____) 
(Asservate-Nr. A011'823'613) 

h) Herausgabe an J._____: 

Beim FOR unter der Referenz-Nr. K180903-043 / 73587538 lagernd: 

− 1 Faserpelzjacke, schwarz (aus dem Besitz von J._____)  
(Asservate-Nr. A011'826'394) 

− 1 Freizeithose, schwarz (aus dem Besitz von J._____)  
(Asservate-Nr. A011'826'407) 

− 1 T-Shirt, weinrot (aus dem Besitz von J._____)  
(Asservate-Nr. A011'826'429) 

− 1 Paar Socken, schwarz (aus dem Besitz von J._____)  
(Asservate-Nr. A011'826'430) 

− 1 Paar Freizeitschuhe, grau (aus dem Besitz von J._____)  
(Asservate-Nr. A011'826'441) 

- 9 - 

i) Herausgabe an K._____: 

Beim FOR unter der Referenz-Nr. K180903-043 / 73587538 lagernd: 

− 1 Herrenhose, beige (aus dem Besitz von K._____) (Asservate-Nr. 
A011'824'683) 

− 1 Jäckchen, grau (aus dem Besitz von K._____) (Asservate-Nr. 
A011'824'707) 

− 1 Hemd langarm (aus dem Besitz von K._____) (Asservate-Nr. 
A011'824'718) 

− 1 Paar Socken, dunkelgrau (aus dem Besitz von K._____) (Asservate-
Nr. A011'824'763) 

− 1 Paar Freizeitschuhe, braun (aus dem Besitz von K._____) (Asserva-
te-Nr. A011'824'774) 

− 1 Küchenmesser mit schwarzem Griff, ohne Markenbezeichnung (aus 
Abwaschmaschine im 1. OG am Tatort) (Asservate-Nr. A011'832'589) 

− 1 Coiffeurkarte L._____ (ab Wohnzimmertisch 1. OG)  
(Asservate-Nr. A011'831'097) 

9. Die folgenden, sichergestellten Gegenstände, Spuren und Spurenträger 

werden nach Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheids der Lagerbehörde 

zur Vernichtung überlassen: 

Beim FOR unter der Referenz-Nr. K180903-043 / 73587538 lagernd: 

− DNA-Spur - Scenesafe FAST (Asservat-Nr. A011'816'607,  
PCN 36-920106-28) 

− DNA-Spur - Scenesafe FAST (Asservat-Nr. A011'816'618,  
PCN 36-920107-26) 

− DNA-Spur - Scenesafe FAST (Asservat-Nr. A011'816'629,  
PCN 36-920108-24) 

− DNA-Spur - Scenesafe FAST (Asservat-Nr. A011'816'630,  
PCN 36-920109-22) 

− DNA-Spur - Scenesafe FAST (Asservat-Nr. A011'816'652,  
PCN 36-920110-37) 

− DNA-Spur - Scenesafe FAST (Asservat-Nr. A011'816'663, 
PCN 36-920111-35) 

− DNA-Spur - Scenesafe FAST (Asservat-Nr. A011'816'685, 
PCN 36-920112-33) 

− DNA-Spur - Scenesafe FAST (Asservat-Nr. A011'816'696) 
− DNA-Spur - Scenesafe FAST (Asservat-Nr. A011'816'709) 

- 10 - 

− DNA-Spur - Scenesafe FAST (Asservat-Nr. A011'816'721) 
− DNA-Spur - Scenesafe FAST (Asservat-Nr. A011'816'732) 
− DNA-Spur - Scenesafe FAST (Asservat-Nr. A011'816'754) 
− DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat-Nr. A011'816'765) 
− DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat-Nr. A011'816'776) 
− DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat-Nr. A011'816'787) 
− DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat-Nr. A011'816'798) 
− DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat-Nr. A011'816'801) 
− DNA-Spur - Scenesafe FAST (Asservat-Nr. A011'816'878,  

PCN 36-920113-31) 
− DNA-Spur - Scenesafe FAST (Asservat-Nr. A011'816'900, 

PCN 36-920175-09) 
− DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat-Nr. A011'827'911, 

PCN 36-920176-07) 
− DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat-Nr. A011'816'903) 
− DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat-Nr. A011'816'914) 
− DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat-Nr. A011'817'542) 
− DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat-Nr. A011'817'553) 
− Werkzeug-/Schartenspur - Eindruck-Spur (Abformmasse)  

(Asservat-Nr. A011'833'797) 
− Schuhsohlenvergleichsabdruck - Folie (Asservat-Nr. A011'820'090) 
− Schuhsohlenvergleichsabdruck - Folie (Asservat-Nr. A011'820'103) 
− Schuhsohlenvergleichsabdruck - Folie (Asservat-Nr. A011'828'163) 
− Schuhabdruckspur - Folie (Asservat-Nr. A011'828'174) 
− Schuhabdruckspur - Folie (Asservat-Nr. A011'828'165) 
− Schuhabdruckspur - Folie (Asservat-Nr. A011'828'196) 
− Schuhabdruckspur - Folie (Asservat-Nr. A011'828'209) 
− Schuhabdruckspur - Folie (Asservat-Nr. A011'828'210) 
− DNA-Spur (Asservat-Nr. A011'828'072) 
− DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat-Nr. A011'829'235) 
− DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat-Nr. A011'829'246) 
− DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat-Nr. A011'829'257) 
− Werkzeug/Scharten-Spur (Asservat-Nr. A011'828'254) 
− Mikrospuren - Klebbandasservat (Asservat-Nr. A011'829'268) 
− DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat-Nr. A011'829'279) 

- 11 - 

− DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat-Nr. A011'829'280) 
− DNA-Spur - Gegenstand (Asservat-Nr. A011'829'291) 
− DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat-Nr. A011'832'523) 
− DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat-Nr. A011'979'581) 
− DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat-Nr. A011'832'534) 
− DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat-Nr. A011'832'545) 
− DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat-Nr. A011'829'359) 
− DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat-Nr. A011'829'360) 
− DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat-Nr. A011'829'393) 
− DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat-Nr. A011'829'417) 
− DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat-Nr. A011'829'440) 
− DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat-Nr. A011'829'462) 
− DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat-Nr. A011'829'495) 
− DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat-Nr. A011'829'564) 
− DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat-Nr. A011'834'610) 
− DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat-Nr. A011'834'621) 
− DNA-Spur - Gegenstand (Asservat-Nr. A011'829'666) 
− Vergleichsabdrücke-Dakty (Asservat-Nr. A011'821'571) 
− Vergleichsabdrücke-Dakty (Asservat-Nr. A011'818'874,  

PCN 36-339042-19) 
− Mikrospuren (Asservat-Nr. A011'821'640) 
− Werkzeug-/Schartenspur - Eindruck-Spur (Abformmasse) (Asservat-

Nr. A011'834'814) 
− Mikrospuren - Saugasservat (Asservat-Nr. A011'832'476) 
− Mikrospuren - Saugasservat (Asservat-Nr. A011'832'487) 
− Spur (Asservat-Nr. A011'832'501) 
− DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat-Nr. A011'922'524) 
− Wasserprobe (Asservat-Nr. A011'828'141) 
− DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat-Nr. A011'830'958) 
− DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat-Nr. A011'830'992) 
− Mikrospuren (Asservat-Nr. A011'831'053) 
− DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat-Nr. A011'832'567) 
− Mikrospuren (Asservat-Nr. A011'831'100) 
− Mikrospuren (Asservat-Nr. A011'831'133) 

- 12 - 

− Mikrospuren - Klebbandasservat (Asservat-Nr. A011'831'199) 
− DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat-Nr. A011'832'512) 
− Mikrospuren - Saugasservat (Asservat-Nr. A011'832'578) 
− Mikrospuren (Asservat-Nr. A011'831'280) 
− Mikrospuren (Asservat-Nr. A011'831'291) 
− Mikrospuren (Asservat-Nr. A011'831'304) 
− DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat-Nr. A011'830'903) 
− DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat-Nr. A011'830'914) 
− DNA-Spur (Asservat-Nr. A013'761'938) 
− DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat-Nr. A013'761'949) 
− DNA-Spur - Scenesafe FAST (Asservat-Nr. A014'035'371) 
− Herrenunterwäsche (Asservat-Nr. A011'828'027) 
− Kerze (Asservat-Nr. A011'829'622) 

 
Bei der KaPo, ITO-DF, unter der Geschäfts-Nr. 75859108 lagernd (soweit 
noch vorhanden): 
− Datensicherung Mobiltelefon (Asservat-Nr. A011'874'627) 
− Datensicherung SIM-Karte (Asservat-Nr. A011'874'649) 
− Datensicherung Mobiltelefon (Asservat-Nr. A011'843'361) 
− Datensicherung SIM-Karte (Asservat-Nr. A011'840'383) 
− Datensicherung SIM-Karte (Asservat-Nr. A011'840'407) 
− Datensicherung Speicherkarte (Asservat-Nr. A011'840'429) 
− Datensicherung Mobiltelefon (Asservat-Nr. A011'874'650) 
− Datensicherung SIM-Karte (Asservat-Nr. A011'874'672) 
− Datensicherung Mobiltelefon (Asservat-Nr. A011'840'441) 
− Datensicherung SIM-Karte (Asservat-Nr. A011'840'463) 
− Datensicherung Speicherkarte (Asservat-Nr. A011'840'485) 
− Datensicherung Mobiltelefon (Asservat-Nr. A011'840'496) 
− Datensicherung SIM-Karte (Asservat-Nr. A011'840'510) 
− Datensicherung Mobiltelefon (Asservat-Nr. A011'840'521) 
− Datensicherung SIM-Karte (Asservat-Nr. A011'840'543) 
− Datensicherung Mobiltelefon (Asservat-Nr. A011'840'554) 
− Datensicherung SIM-Karte (Asservat-Nr. A011'840'576) 
− Datensicherung Mobiltelefon (Asservat-Nr. A011'840'587) 

- 13 - 

− Datensicherung SIM-Karte (Asservat-Nr. A011'840'601) 

10. Die folgenden sichergestellten Gegenstände und Spuren werden bis zur 

Erledigung des Verfahrens betreffend Siegelbruch (Geschäftsnummer Kan-

tonspolizei Zürich: 73587538) aufbewahrt: 

Beim FOR unter der Referenz-Nr. K180903-043 / 73587538 lagernd: 

− Etikette/Aufkleber (Asservat-Nr. A011'831'020) 
− DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat-Nr. A011'831'031) 
− DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat-Nr. A011'834'609) 

11. Der amtliche Verteidiger wird für seine Bemühungen und Auslagen (unter 

Berücksichtigung der am 16. August 2019 erfolgten Akontozahlung durch 

die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich in der Höhe von Fr. 17'555.05 

[inkl. Mehrwertsteuer]) mit Fr. 45'750.10 (inkl. Fr. 3'270.90 Mehrwertsteuer) 

aus der Gerichtskasse entschädigt. Die Bezirksgerichtskasse wird angewie-

sen, den noch offenen Betrag von Fr. 28'195.05 auszuzahlen. 

12. Die unentgeltliche Rechtsvertretung der Privatklägerschaft wird für ihre Be-

mühungen und Auslagen mit Fr. 16'243.10 (inkl. Fr. 1'161.30 Mehrwert-

steuer) aus der Gerichtskasse entschädigt. 

- 14 - 

13. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 15'000.00 ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 10'000.00   Gebühr für das Vorverfahren 
Fr. 3'920.00   Kosten Kantonspolizei Zürich 
Fr. 64'573.15   Gutachten/Expertisen 
Fr. 3'055.00   Zeugenentschädigung (Untersuchung) 
Fr. 6'090.45   Auslagen Untersuchung 
Fr. 135.00   Dolm. Übersetzung 
Fr. 99.00   IRM-Gutachten Typ A0 
Fr. 45'750.10   Entschädigung amtliche Verteidigung 
Fr. 16'243.10   unentgeltliche Vertretung Privatklägerschaft 
Fr. 164'865.80 Total 
 

14. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausser die-

jenigen der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Vertretung der 

Privatklägerschaft, werden dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der 

amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Vertretung der 

Privatklägerschaft werden einstweilen auf die Gerichtskasse genommen; 

vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO. 

Berufungsanträge: 

a) Des Vertreters der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich:  

(Urk. 180 S. 2 f.) 

1. Schuldigsprechung des Beschuldigten D._____ des Mordes im Sinne 

von Art. 112 StGB. 

2. Bestrafung des Beschuldigten D._____ mit einer Freiheitsstrafe von 

20 Jahren. 

3. Anordnung einer Landesverweisung von 15 Jahren. 

- 15 - 

4. Auferlegung der Kosten des Vorverfahrens sowie des erst- und zweit-

instanzlichen Verfahrens, exklusive Kosten der amtlichen Verteidigung, 

dem Beschuldigten. 

b) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

(Urk. 165 S. 2) 

1. D._____ sei vollumfänglich freizusprechen. 

2. Die Genugtuungsbegehren der Privatkläger 1 bis 3 seien abzuweisen. 

3. Das Mobiltelefon HUAWEI, Asservat-Nr. A011'818'943, sei an D._____ 

herauszugeben.  

4. D._____ sei eine angemessene Genugtuung zuzusprechen.  

5. Die Kosten der Untersuchung, des erstinstanzlichen Verfahrens und 

des Berufungsverfahrens seien auf die Gerichtskasse zu nehmen.  

c) Des Vertreters der Privatkläger 1-3: 

(Urk. 181 S. 2) 

1. Die Berufung der Staatsanwaltschaft sei vollumfänglich gutzuheissen; 

2. die Berufung des Beschuldigten sei abzuweisen; 

3. das Urteil des Bezirksgerichts Horgen vom 20. April 2021 sei in Ziff. 5 

abzuändern und es sei der Beschuldigte zu verpflichten, eine Genug-

tuung von Fr. 7'500.– (anstatt Fr. 4'000.–) zuzüglich 5% seit dem 

3. September 2018 an die Privatklägerin 1, A._____, zu bezahlen; 

4. im Übrigen sei das Urteil des Bezirksgerichts Horgen zu bestätigen; 

5. die Kosten der unentgeltlichen Rechtsvertretung seien dem Beschul-

digten aufzuerlegen, eventualiter definitiv auf die Gerichtskasse zu 

nehmen; 

- 16 - 

6. den Privatklägern sei das Urteil hernach in vollständiger Ausführung 

zukommen zu lassen. 

_______________________________ 
 

Erwägungen: 

I. Verfahrensgang und Gegenstand der Berufung 

1. Verfahrensgang 

1.1. Zum Verfahrensgang bis zum erstinstanzlichen Urteil des Bezirksgerichts 

Horgen vom 20. April 2021 sei auf die ausführlichen Erwägungen dazu im ge-

nannten Urteil verwiesen (Urk. 161 S. 7 f.). Das eingangs im Dispositiv erwähnte 

Urteil vom 20. April 2021 wurde den Parteien nach durchgeführter Hauptverhand-

lung mit Befragungen von mehreren Zeugen am 13. April 2021 (Prot. I S. 97) und 

der Beratung an mehreren Tagen (Prot. I S. 85 und 86) am 4. Mai 2021 mündlich 

eröffnet und begründet sowie im Dispositiv mitgeteilt (Prot. I S. 87; Urk. 137).  

1.2. Gegen das schriftlich begründete Urteil (Urk. 161) erstatteten die Staatsan-

waltschaft I des Kantons Zürich (nachfolgend: Staatsanwaltschaft) mit Eingabe 

vom 26. Oktober 2021 und der Beschuldigte mit Eingabe vom 12. November 2021 

fristgerecht ihre Berufungserklärungen (Urk. 162 und 165). Mit Präsidialverfügung 

vom 15. November 2021 wurde den Parteien Frist zur Anschlussberufung ange-

setzt (Urk. 166). Die Privatklägerin 1 liess am 3. Dezember 2021 (Datum des 

Poststempels) fristgerecht Anschlussberufung erklären (Urk. 168), die übrigen 

Parteien äusserten sich nicht. Es wurden keine Beweisanträge gestellt, so dass 

zur Berufungsverhandlung auf den 2. Dezember 2022 vorgeladen wurde 

(Urk. 172-173). Nach durchgeführter mündlicher Verhandlung in Anwesenheit des 

Beschuldigten und seines amtlichen Verteidigers Rechtsanwalt lic. iur. Y._____, 

Staatsanwalt lic. iur. Kaegi und Staatsanwältin lic. iur. Baumgartner für die Vertre-

tung der Anklage sowie Rechtsanwalt lic. iur. X._____ für die Privatkläger 1-3 

(Prot. II S. 5) erweist sich der Fall als spruchreif. Mit Beschluss vom 5. Dezember 

- 17 - 

2022 hat die erkennende Kammer in Bezug auf die Bestimmung des mittleren 

Verfalls als Beginn der Verzinsung der Genugtuungsforderung des Beschuldigten 

(siehe nachstehend Erw. VI.3.2) den Rechenfehler in Dispositivziffer 4 des münd-

lich eröffneten Urteils (Urk. 185) von Amtes wegen korrigiert (Urk. 189). 

2. Gegenstand des Berufungsverfahrens 

2.1. Gemäss Art. 402 StPO hat die Berufung im Umfang der Anfechtung auf-

schiebende Wirkung und wird die Rechtskraft des angefochtenen Urteils dement-

sprechend gehemmt. Das Berufungsgericht überprüft somit das erstinstanzliche 

Urteil nur in den angefochtenen Punkten (Art. 404 Abs. 1 StPO). Dabei ist es na-

heliegend, dass weitere nicht angefochtene Punkte in die Überprüfung des Urteils 

einzubeziehen sind, wenn eine enge Konnexität mit den angefochtenen Punkten 

besteht. Bei Anfechtung des Schuldspruchs mit Antrag auf Freispruch gelten für 

den Fall der Gutheissung automatisch auch damit zusammenhängende Folge-

punkte des Urteils, wie zum Beispiel Nebenfolgen von Entscheiden über Einzie-

hungen, Zivilpunkte sowie Kosten- und Entschädigungsregelungen, als angefoch-

ten. Bestätigt das Berufungsgericht den Schuldspruch, sind die weiteren nicht an-

gefochtenen Urteilspunkte bei einer Beschränkung der Berufung nicht zu überprü-

fen (BGE 147 IV 93 E. 1.5.2; Urteil des Bundesgerichts 6B_1320/2020 vom 

12. Januar 2022 E. 2.2, nicht publ. in BGE 148 IV 22; vgl. auch SCHMID/JOSITSCH, 

Schweizerische Strafprozessordnung, Praxiskommentar, 3. Aufl., Zü-

rich/St. Gallen 2018 [kurz: Praxiskommentar StPO], N 18 zu Art. 399 StPO; 

HUG/SCHEIDEGGER in: DONATSCH/LIEBER/SUMMERS/WOHLERS [Hrsg.], Kommentar 

zur Schweizerischen Strafprozessordnung StPO, 3. Aufl. 2020 [kurz: SK StPO], 

N 19 und 20 zu Art. 399 StPO; SPRENGER in: NIGGLI/HEER/WIPRÄCHTIGER [Hrsg.], 

Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, Jugendstrafprozess-

ordnung, 2. Aufl., Basel 2014 [kurz: BSK StPO], N 31 f. zu Art. 437 StPO). Auch 

wenn das Berufungsgericht nur die angefochtenen Punkte neu beurteilt, fällt es 

am Ende ein insgesamt neues Urteil (Art. 408 StPO), worin es jedoch anzugeben 

hat, welche Punkte bereits früher in Rechtskraft erwachsen sind (BGE 141 IV 244 

E. 1.3.3; Urteil des Bundesgerichts 6B_533/2016 vom 29. November 2016 E. 4.2 

mit Hinweisen). 

- 18 - 

2.2. Der Beschuldigte verlangt mit seiner Berufung einen vollumfänglichen Frei-

spruch mit ausgangsgemässer Kosten- und Entschädigungsregelung und einer 

angemessenen Genugtuung sowie die Herausgabe seines Mobiltelefons  

HUAWEI an ihn (Urk. 165 S. 2 und Prot. II S. 6). 

2.3. Die Staatsanwaltschaft wendet sich gegen die Strafzumessung und verlangt 

die Bestrafung des Beschuldigten mit 20 Jahren Freiheitsstrafe. Sie beantragt zu-

dem eine Landesverweisung von 15 Jahren (Urk. 162 S. 2; Urk. 180 S. 1 und 

Prot. II S. 5).  

2.4. Die Privatklägerin 1 beantragt anschlussberufungshalber vom Beschuldigten 

eine Genugtuung von Fr. 7'500.– zuzüglich 5 % Zins seit dem 3. September 2018 

und im Übrigen die Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils (Urk. 168; Urk. 181 

S. 2 und Prot. II S. 6). 

2.5. Unangefochten geblieben sind die Anordnungen betreffend die beschlag-

nahmten Beweismittel für den Fall des Eintritts der Rechtskraft des Urteils mit 

Ausnahme des Mobiltelefons des Beschuldigten der Marke HUAWEI (Dispositiv-

ziffern 8-10; ausgenommen Ziff. 8.a erster Spiegelstrich) sowie die Festsetzung 

der Kosten und Entschädigungen (Dispositivziffer 11-13). Da die Herausgabe der 

beschlagnahmten Beweismittel erst mit Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden 

Urteils erfolgen kann und die Kosten- und Entschädigungsfolgen naturgemäss 

dem Entscheid in der Hauptsache folgen, wird das vorinstanzliche Urteil in keinem 

Punkt rechtskräftig. Es kann jedoch nach dem vorstehend Gesagten in Bezug auf 

die Herausgabe der Beweismittel und der Kostenfestsetzung infolge deren Nicht-

anfechtung gegebenenfalls ohne weiteres auf die vorinstanzliche Regelung zu-

rückgegriffen werden. 

- 19 - 

II. Prozessuales 

1. Rechtsgrundlagen betreffend Verwertbarkeit von Beweismitteln 

1.1. Erhebung in strafbarer bzw. rechtswidriger Weise 

a) Gemäss Art. 141 Abs. 2 StPO dürfen Beweise, welche von den Strafbehör-

den in strafbarer Weise oder unter Verletzung von Gültigkeitsvorschriften erhoben 

worden sind, nicht verwertet werden, es sei denn, ihre Verwertung sei zur Aufklä-

rung schwerer Straftaten unerlässlich. Die Bestimmung impliziert eine Interessen-

abwägung. Je schwerer die zu beurteilende Straftat ist, umso eher überwiegt das 

öffentliche Interesse an der Wahrheitsfindung das private Interesse des Beschul-

digten daran, dass der fragliche Beweis unverwertet bleibt (BGE 147 IV 9 

E. 1.4.2; 146 I 11 E. 4.2; 143 IV 387 E. 4.4; Urteil des Bundesgerichts 

6B_85/2021 vom 26. November 2021 E. 7.3.1; je mit Hinweisen).  

b) Hat ein Beweis, der nach der genannten Bestimmung nicht verwertet wer-

den darf, die Erhebung eines weiteren Beweises ermöglicht, so ist dieser nach 

Art. 141 Abs. 4 StPO nicht verwertbar, wenn er ohne die vorhergehende Beweis-

erhebung nicht möglich gewesen wäre. Soweit das Gesetz eine Bestimmung nicht 

selbst als Gültigkeitsvorschrift bezeichnet, hat die Praxis die Unterscheidung vor-

zunehmen. In jedem Fall verwertbar sind nach Art. 141 Abs. 3 StPO hingegen 

Beweise, bei deren Erhebung blosse Ordnungsvorschriften verletzt worden sind 

(BGE 141 IV 20 E. 1.2.3). Steht sicher fest, dass der erste Beweis keinen Einfluss 

auf die Erlangung des zweiten Beweises hatte, sondern Letzterer auch ohne bzw. 

unabhängig vom Ersteren erhoben worden wäre, besteht grundsätzlich kein 

Grund für eine Unverwertbarkeit des zweiten Beweises, da der illegale Beweis 

nicht kausal für den zweiten Beweis war und demnach nicht von einer Fernwir-

kung gesprochen werden kann. Eine Fernwirkung ist auch zu verneinen, wenn 

der Folgebeweis im Sinne eines hypothetischen Ermittlungsverlaufs zumindest 

mit einer grossen Wahrscheinlichkeit auch ohne den unverwertbaren ersten Be-

weis erlangt worden wäre (BGE 138 IV 169 E. 3.3.; Urteil des Bundesgerichts 

6B_1041/2021 vom 29. August 2022 E. 2.3).  

- 20 - 

c) Art. 141 Abs. 2 StPO bezieht sich auf die Beweiserhebung durch die Straf-

behörden. Hingegen regelt die StPO die Beweiserhebung durch Private nicht ex-

plizit (BGE 147 IV 16 E. 1.1; Urteil des Bundesgerichts 6B_902/2019 vom 

8. Januar 2020 E. 1.2). Der Untersuchungsgrundsatz (Art. 6 Abs. 1 StPO) be-

gründet kein staatliches Monopol für Beweiserhebungen im Strafverfahren. Eige-

ne Ermittlungen der Parteien und der anderen Verfahrensbeteiligten sind zulässig, 

soweit sie sich darauf beschränken, Be- oder Entlastungsmaterial beizubringen 

und entsprechende Beweise zu offerieren (Urteil des Bundesgerichts 

6B_301/2022 vom 26. August 2022 E. 2.2.2 mit Hinweisen). 

d) Von Privaten unter Verletzung der Rechtsordnung erlangte Beweismittel gel-

ten als illegal erhoben, es sei denn, es liege ein Rechtfertigungsgrund vor (betref-

fend Datenschutzgesetz [DSG]: BGE 147 IV 16 E. 2). Wird die Rechtswidrigkeit 

durch einen Rechtfertigungsgrund aufgehoben, ist der Beweis uneingeschränkt 

verwertbar. Ist der Beweis als rechtswidrig erlangt zu qualifizieren, sind in einem 

zweiten Schritt die Voraussetzungen für die Verwertbarkeit von Art. 141 Abs. 2 

StPO zu prüfen (BGE 147 IV 16 E. 2, 5 und 6). Von Privaten rechtmässig erlangte 

Beweismittel sind ohne Einschränkungen verwertbar (BGE 147 IV 16 E. 1.2; Ur-

teile des Bundesgerichts 6B_301/2022 vom 26. August 2022 E. 2.2.3; 

6B_1362/2020 vom 20. Juni 2022 E. 14.4.2; 6B_902/2019 vom 8. Januar 2020 

E. 1.2; 6B_741/2019 vom 21. August 2019 E. 5.2 mit Hinweisen).  

e) Nach Art. 179ter Abs. 1 StGB macht sich strafbar, wer als Gesprächsteil-

nehmer ein nichtöffentliches Gespräch ohne Einwilligung der anderen daran Be-

teiligten auf einen Tonträger aufnimmt. Nach der neusten Rechtsprechung erfor-

dert die Würdigung eines Gesprächs als "nichtöffentlich" im Sinne von Art. 179ter 

StGB nicht notwendig, dass sich dieses auf den Geheim- oder Privatbereich der 

anderen Gesprächsteilnehmer bezieht oder in einem persönlichen oder geschäft-

lichen Kontext erfolgt. Das Gespräch ist nicht öffentlich, wenn sich dessen Teil-

nehmer in Anbetracht der gesamten Umstände in der legitimen Erwartung unter-

halten, dass ihre Äusserungen nicht für jedermann verständlich sind (BGE 146 IV 

126 E. 3.6; Urteile des Bundesgerichts 6B_301/2022 vom 26. August 2022 

E. 2.2.4; 6B_395/2020 vom 12. Oktober 2020 E. 5.2). 

- 21 - 

1.2. Erhebung in Verletzung des Teilnahme- und Mitwirkungsrechts 

a) Gemäss Art. 147 Abs. 1 StPO haben die Parteien das Recht, bei Beweiser-

hebungen durch die Staatsanwaltschaft und die Gerichte anwesend zu sein und 

einvernommenen Personen Fragen zu stellen. Dieses spezifische Teilnahme- und 

Mitwirkungsrecht fliesst aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV 

und Art. 107 Abs. 1 lit. b StPO). Eine belastende Zeugenaussage ist grundsätzlich 

nur verwertbar, wenn der Beschuldigte wenigstens einmal während des Verfah-

rens angemessene und hinreichende Gelegenheit hatte, das Zeugnis in Zweifel 

zu ziehen und Fragen an den Belastungszeugen zu stellen (BGE 140 IV 172 

E. 1.3; 133 I 33 E. 3.1; 131 I 476 E. 2.2; je mit Hinweisen). Damit die Verteidi-

gungsrechte gewahrt sind, muss der Beschuldigte namentlich in der Lage sein, 

die Glaubhaftigkeit einer Aussage prüfen und den Beweiswert in kontradiktori-

scher Weise auf die Probe und infrage stellen zu können (BGE 133 I 33 E. 3.1; 

131 I 476 E. 2.2; 129 I 151 E. 4.2; je mit Hinweisen). Dies setzt in aller Regel vo-

raus, dass sich der Einvernommene in Anwesenheit des Beschuldigten (noch-

mals) zur Sache äussert. Beschränkt sich die Wiederholung der Einvernahme 

aber im Wesentlichen auf eine formale Bestätigung der früheren Aussagen, wird 

es dem Beschuldigten verunmöglicht, seine Verteidigungsrechte wirksam wahr-

zunehmen (Urteile des Bundesgerichts 6B_415/2021 vom 11. Oktober 2021 

E. 2.3.5; 6B_14/2021 vom 28. Juli 2021 E. 1.3.4; 6B_1080/2020 vom 10. Juni 

2021 E. 6.1; 6B_1003/2020 vom 21. April 2021 E. 2.2; je mit Hinweisen). Das 

wörtliche Vorhalten unverwertbarer Aussagen stellt eine unzulässige Verwertung 

im Sinne von Art. 141 Abs. 4 StPO dar (BGE 143 IV 457 E. 1.6.1). 

b) Das Teilnahme- und Mitwirkungsrecht darf nur in den gesetzlich vorgesehe-

nen Fällen eingeschränkt werden (Art. 101 Abs. 1, Art. 108, Art. 146 Abs. 4 und 

Art. 149 Abs. 2 lit. b StPO; BGE 143 IV 397 E. 3.3.1; 141 IV 220 E. 4.4; 139 IV 25 

E. 4.2 mit Hinweis). Nach Art. 147 Abs. 4 StPO dürfen Beweise, die in Verletzung 

der Bestimmungen von Art. 147 StPO erhoben worden sind, nicht zulasten der 

Partei verwendet werden, die nicht anwesend war (BGE 143 IV 457 E. 1.6.1;  

143 IV 397 E. 3.3.1, 139 IV 25 E. 4.2; Urteile des Bundesgerichts 6B_1078/2020 

- 22 - 

vom 26. Oktober 2022 E. 2.4.1; 6B_ 1320/2020 vom 12. Januar 2022 vom 

E. 4.2.1, nicht publ. in BGE 148 IV 22; je mit Hinweisen). 

c) Beweiserhebungen dienen jedoch nicht allein der Wahrnehmung des rechtli-

chen Gehörs der Parteien, sondern primär auch der Wahrheitsfindung im Straf-

prozess (vgl. Art. 139 Abs. 1 i.V.m. Art. 6 Abs. 1 StPO). Der Anspruch der be-

schuldigten Person auf Teilnahme an Beweiserhebungen gemäss Art. 147 Abs. 1 

StPO gilt daher zwar grundsätzlich auch für die Einvernahmen von mitbeschuldig-

ten Personen im gleichen Verfahren (BGE 141 IV 220 E. 4.3.1; 139 IV 25 E. 5), es 

sei denn, dass eine Teilnahme aus den im Gesetz genannten Gründen (Art. 101 

Abs. 1 StPO; Art. 108, Art. 146 Abs. 4 und Art. 149 Abs. 2 lit. b StPO) ausser Be-

tracht fällt (BGE 141 IV 220 E. 4.4; 139 IV 25 E. 4.2; je mit Hinweisen). Im An-

fangsstadium der Untersuchung, nämlich bis zur ersten Einvernahme der be-

schuldigten Personen, ist bei der Auslegung von Art. 147 StPO auch der sachlich 

eng damit zusammenhängenden Bestimmung von Art. 101 Abs. 1 StPO betref-

fend Akteneinsicht Rechnung zu tragen. Danach können die Parteien "spätestens 

nach der ersten Einvernahme der beschuldigten Person und der Erhebung der 

wichtigsten Beweise durch die Staatsanwaltschaft die Akten des Strafverfahrens 

einsehen" (Art. 101 Abs. 1 Satz 1 StPO). Dabei bleibt Art. 108 StPO ausdrücklich 

vorbehalten. Nach der Praxis des Bundesgerichts besteht mithin zu Beginn der 

Strafuntersuchung noch kein absoluter Anspruch auf eine vollständige Aktenein-

sicht (BGE 139 IV 25 E. 5.5.2). Gestützt auf die Auslegung der StPO kann nach 

der Rechtsprechung die Staatsanwaltschaft – ähnlich wie bei der Akteneinsicht 

nach Art. 101 Abs. 1 StPO – im Einzelfall prüfen, ob sachliche Gründe für eine 

vorläufige Beschränkung der Parteiöffentlichkeit bestehen. Solche Gründe liegen 

insbesondere vor, wenn im Hinblick auf noch nicht erfolgte Vorhalte eine konkrete 

Kollusionsgefahr gegeben ist. Falls sich die Befragung des Mitbeschuldigten auf 

untersuchte Sachverhalte bezieht, welche den (noch nicht einvernommenen) Be-

schuldigten persönlich betreffen und zu denen ihm noch kein Vorhalt gemacht 

werden konnte, darf der Beschuldigte von der Teilnahme ausgeschlossen werden 

(BGE 139 IV 25 E. 5.5.4.1). Nach bereits erfolgter Einvernahme des Beschuldig-

ten können weitere Ausschlussgründe gegeben sein, insbesondere bei begründe-

tem Verdacht des Rechtsmissbrauchs durch eine Partei (Art. 108 Abs. 1 lit. a 

- 23 - 

StPO), im Falle einer Interessenkollision (Art. 146 Abs. 4 lit. a StPO) und zum 

Schutz der einzuvernehmenden Person (Art. 149 Abs. 1 i.V.m. Abs. 2 lit. b StPO; 

zum Ganzen im Einzelnen BGE 139 IV 25 E. 5.5.6-5.5.10). 

d) Vor Eröffnung einer Untersuchung durch die Staatsanwaltschaft besteht der 

Anspruch auf Parteiöffentlichkeit nicht. Bei Beweiserhebungen durch die Polizei, 

etwa bei polizeilichen Einvernahmen von Auskunftspersonen gestützt auf Art. 306 
Abs. 2 lit. b StPO, sind die Parteien mit anderen Worten nicht zur Teilnahme be-

rechtigt (Art. 147 Abs. 1 StPO e contrario; BGE 143 IV 397 E. 3.3.2; 139 IV 25 

E. 5.4.3; Urteile des Bundesgerichts 6B_1078/2020 vom 26. Oktober 2022 

E. 2.4.2; 6B_638/2021 vom 17. August 2022 E. 2.1.3; 6B_415/2021 vom 

11. Oktober 2021 E. 2.3.2; je mit Hinweisen).  

Ab Eröffnung der Untersuchung durch die Staatsanwaltschaft (Art. 309 Abs. 1 

lit. a-c StPO) darf die Polizei grundsätzlich keine selbständigen Ermittlungen mehr 

vornehmen und ohne entsprechende Delegation insbesondere keine formellen 

polizeilichen Einvernahmen zur Sache mehr durchführen (Urteile des Bundesge-

richts 6B_1080/2020 vom 10. Juni 2021 E. 5.4; 6B_217/2015 vom 5. November 

2015 E. 2.2, nicht publ. in BGE 141 IV 423). Eine Ausnahme besteht bei einfa-

chen Erhebungen zur Klärung des Sachverhalts. So ist etwa die selbständige po-

lizeiliche Ermittlung von Geschädigten und Zeugen sowie deren informatorische 

Befragung, namentlich zur Abklärung, ob diese beweisrelevante Angaben zum 

Sachverhalt machen können, weiterhin möglich (BGE 143 IV 397 E. 3.4.2 mit 

Hinweisen). Soweit die Polizei nach Eröffnung der Untersuchung Einvernahmen 

im Auftrag der Staatsanwaltschaft durchführt, stehen den Verfahrensbeteiligten 

die Verfahrensrechte zu, die ihnen bei Einvernahmen durch die Staatsanwalt-

schaft zukommen (Art. 312 Abs. 2 StPO; Urteile des Bundesgerichts 

6B_1320/2020 vom 12. Januar 2022 vom E. 4.2.1, nicht publ. in BGE 148 IV 22; 

6B_415/2021 vom 11. Oktober 2021 E. 2.3.3; 6B_14/2021 vom 28. Juli 2021 

E. 1.3.3; vgl. auch BGE 139 IV 25 E. 4.2 f.; je mit Hinweisen). Daraus folgt, dass 

die Parteien das Recht haben, bei Einvernahmen, welche die Polizei im Auftrag 

der Staatsanwaltschaft während deren Untersuchung durchführt, anwesend zu 

sein und Fragen zu stellen (BGE 143 IV 397 E. 3.3.2; Urteil des Bundesgerichts 

6B_1078/2020 vom 26. Oktober 2022 E. 2.4.2 mit Hinweisen). 

- 24 - 

e) Die Durchführung einer Einvernahme ohne Teilnahme des Beschuldigten 

steht einer Wiederholung der Beweiserhebung im Grundsatz zwar nicht entgegen. 

Wird aber die Einvernahme wiederholt resp. zu einem späteren Zeitpunkt eine 

Konfrontationseinvernahme durchgeführt, darf die Strafbehörde nicht auf die Er-

gebnisse der vorausgegangenen Einvernahmen zurückgreifen, soweit diese ei-

nem Beweisverwertungsverbot unterliegen (BGE 143 IV 457 E. 1.6.2 f.; Urteil des 

Bundesgerichts 6B_1078/2020 vom 26. Oktober 2022 E. 2.4.1 mit Hinweisen). 

Damit eine hinreichende Konfrontation stattfindet, muss sich der Befragte an der 

Konfrontationseinvernahme inhaltlich nochmals zur Sache äussern, sodass die 

beschuldigte Person ihr Fragerecht tatsächlich ausüben kann (BGE 140 IV 172 

E. 1.5). Dabei ist keineswegs erforderlich, dass die befragte Person ihre Angaben 

wortwörtlich wiederholt. Macht sie Angaben zur Sache, so darf im Rahmen einer 

Gesamtwürdigung auch auf die Ergebnisse der früheren Beweiserhebung ergän-

zend zurückgegriffen werden. Denn die Frage, ob bei widersprüchlichen Aussa-

gen oder späteren Erinnerungslücken auf die ersten, in Abwesenheit des Be-

schuldigten erfolgten Aussagen abgestellt werden kann, betrifft nicht die Verwert-

barkeit, sondern die Würdigung der Beweise (Urteile des Bundesgerichts 

6B_1078/2020 vom 26. Oktober 2022 E. 2.4.2; 6B_415/2021 vom 11. Oktober 

2021 E. 2.3.5; 6B_14/2021 vom 28. Juli 2021 E. 1.3.4; 6B_1003/2020 vom 

21. April 2021 E. 2.2; je mit Hinweisen). Hingegen bleiben die in einer ersten Ein-

vernahme in Verletzung von Art. 147 Abs. 1 StPO gemachten Aussagen nach 

Art. 147 Abs. 4 StPO unverwertbar, wenn sich die befragte Person im Rahmen 

einer späteren Konfrontation gar nicht mehr bzw. nicht frei und unbeeinflusst zur 

Sache äussert (vgl. BGE 143 IV 457 E. 1.6.1 ff.; Urteil des Bundesgerichts 

6B_1078/2020 vom 26. Oktober 2022 E. 2.4.2 mit Hinweisen).  

f) Auf die Teilnahme resp. Konfrontation kann vorgängig oder auch im Nach-

hinein ausdrücklich oder stillschweigend verzichtet werden, wobei der Verzicht 

des Beschuldigten auch von seinem Verteidiger ausgehen kann (BGE 143 IV 397 

E. 3.3.1). Der Beschuldigte kann den Behörden nach ständiger Rechtsprechung 

grundsätzlich nicht vorwerfen, gewisse Zeugen zwecks Konfrontation nicht vorge-

laden zu haben, wenn er es unterlässt, rechtzeitig und formgerecht entsprechen-

de Anträge zu stellen (BGE 143 IV 397 E. 3.3.1; 125 I 127 E. 6c/bb; Urteile des 

- 25 - 

Bundesgerichts 6B_1320/2020 vom 12. Januar 2022 vom E. 4.2.1, nicht publ. in 

BGE 148 IV 22; 6B_1394/2020 vom 14. Dezember 2021 E. 1.2.2; 6B_98/2018 

vom 18. April 2019 E. 3.3; 6B_1196/2018 vom 6. März 2019 E. 3.1; 6B_529/2014 

vom 10. Dezember 2014 E. 5.2, nicht publ. in BGE 140 IV 196). 

2. Verwertbarkeit von Aussagen 

2.1. Aussagen nie konfrontierter (ehemaliger) Mitbeschuldigter und Auskunftsper-

sonen 

Mit der Vorinstanz ist davon auszugehen, dass sämtliche Einvernahmen der fol-

genden (ehemaligen) Mitbeschuldigten und Auskunftspersonen mangels Konfron-

tation nicht zuungunsten des Beschuldigten verwertet werden dürfen (Urk. 161 

S. 10): Aussagen gegenüber der Kantonspolizei Zürich von I._____ (Urk. 10/1), 

J._____ (Urk. 10/2), M._____ (Urk. 10/3), K._____ (Urk. 10/5), N._____, Schwes-

ter des Beschuldigten (Urk. 15/1), O._____, Cousine des Beschuldigten 

(Urk. 16/1), A._____ (Urk. 18/1), Schwester von †E._____ (nachfolgend: der Ver-

storbene), und P._____, Cousin des Verstorbenen (Urk. 19/1). Nicht zu folgen ist 

der Vorinstanz allerdings darin, dass die Aussagen für die Entscheidfindung von 

vernachlässigbarer Relevanz sind. Wie nachfolgend aufzuzeigen sein wird, sind 

sie insbesondere hinsichtlich der Prüfung der Glaubhaftigkeit der Aussagen der 

am Tatort Anwesenden durchaus von Bedeutung. Indessen spricht – wiederum 

mit der Vorinstanz – nichts gegen die grundsätzliche Verwertbarkeit der anlässlich 

dieser Einvernahmen eingereichten Beweismittel (vgl. insbesondere Urk. 16/2 und 

Urk. 19/4). 

2.2. Erste Einvernahmen am Tatort Anwesender ohne Teilnahmerecht des Be-

schuldigten 

a) Wie die Vorinstanz zutreffend erwog, war die Lage, wie sie sich am 

3. September 2018 der Polizei am Tatort präsentierte, unübersichtlich und es 

herrschte Unklarheit darüber, wer von den vor Ort anwesenden Personen allen-

falls an der Tötung von †E._____ beteiligt gewesen sein könnte. Es war demnach 

im Interesse der Wahrheitsfindung von zentraler Bedeutung, die potentiellen Mit-

- 26 - 

beschuldigten vorerst getrennt voneinander zum Geschehen in der Tatnacht zu 

vernehmen und ihnen dabei die ersten, noch oberflächlichen Erkenntnisse ge-

trennt vorzuhalten, um die Kollusionsgefahr zu minimieren und ihre Rollen zu klä-

ren. Aufgrund der bestehenden Kollusionsgefahr wurden neben dem Beschuldig-

ten auch F._____, H._____, J._____, G._____, I._____ und K._____ inhaftiert 

(vgl. Urk. 52-58). Diese Sachlage rechtfertigte einen vorläufigen Ausschluss der 

Teilnahme der potentiellen Mitbeschuldigten von den Einvernahmen der anderen 

Mitbeschuldigten bzw. Auskunftspersonen, weshalb die polizeilichen Einvernah-

men von F._____ (Urk. 9/1 und Urk. 9/2), G._____ (Urk. 10/4) und H._____ 

(Urk. 10/6) auch zuungunsten des Beschuldigten verwertbar sind, zumal der Be-

schuldigte im Verlauf des weiteren Verfahrens ausreichend Gelegenheit zur Kon-

frontation mit diesen drei Personen erhielt (Urk. 9/4; Prot. I S. 12 ff., insbesondere 

S. 68 ff.; Urk. 10/7; Urk. 10/8). Damit – und wegen der umfangreichen und detail-

lierten Spurensicherung und -auswertung – waren ausreichend kompensierende 

Faktoren gegeben, die den Anspruch des Beschuldigten auf ein faires Verfahren 

und die Überprüfung der Verlässlichkeit des Beweismittels im Sinne der Recht-

sprechung des EGMR gewährleisteten (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

6B_173/2022 vom 27. April 2022 E. 1.3.1).  

b) Allerdings ist – entgegen der Auffassung der Vorinstanz – auch die Haft-

Einvernahme von F._____ vom 4. September 2018 (Urk. 9/3) verwertbar, obwohl 

der Beschuldigte auch dort zugegebenermassen nicht anwesend war. Da sich 

F._____ sowohl in der späteren Konfrontationseinvernahme vom 12. September 

2018 (Urk. 9/4) als auch in der Hauptverhandlung vor der Vorinstanz einlässlich 

auf zahlreiche detaillierte Fragen zur Sache äusserte, und zwar ohne dass ihm 

lediglich seine früheren Aussagen einzig zur Bestätigung vorgehalten worden wä-

ren (Prot. I S. 12-22 und S. 30-70), darf nach der Rechtsprechung in einer Ge-

samtwürdigung auch auf die Ergebnisse der früheren Beweiserhebung ergänzend 

abgestellt werden (Urteil des Bundesgerichts 6B_1078/2020 vom 26. Oktober 

2022 E. 2.4.3 mit Hinweisen). Die Einvernahmen von F._____ sind daher samt 

und sonders im vorliegenden Verfahren verwertbar. Ob auf sie abgestellt werden 

kann, ist eine Frage der Beweiswürdigung, nicht jedoch der -verwertbarkeit. 

- 27 - 

2.3. Aussagen von Q._____ und R._____ 

a) Die rumänische Kriminalpolizei befragte ohne entsprechenden Auftrag in 

Folge des Internationalen Rechtshilfeersuchens vom 7. September 2018 betref-

fend die Sicherung des Mobiltelefons von Q._____ in Bezug auf WhatsApp-

Nachrichten (Urk. 35/1 S. 3; Urk. 35/3-4) sowohl Q._____ (heute: Q'._____), 

Freundin des Beschuldigten, als auch deren Mutter R._____ als Zeugin. Weder 

bei deren Befragung vom 25. September 2018 (Urk. 14/1 = Urk. 35/19 [nachfol-

gend nur noch Urk. 35/19]; Urk. 35/20 [deutsche Übersetzung]) noch bei derjeni-

gen von Q._____ vom 2. Oktober 2018 (Urk. 13/1 = Urk. 35/16 [nachfolgend nur 

noch Urk. 35/16]; Urk. 35/17 [deutsche Übersetzung]) waren der Beschuldigte o-

der dessen Verteidiger anwesend. Auch fand die Einvernahme nicht via Video-

konferenz statt und sie wurde auch nicht aufgezeichnet. Diese Einvernahmen sind 

mangels später erfolgter Konfrontationsmöglichkeit (beide Frauen nahmen die 

ihnen gebotene Gelegenheit, für eine Einvernahme in die Schweiz zu reisen, nicht 

wahr; Urk. 35/1 S. 3) bzw. infolge Verletzung des Teilnahmerechts des Beschul-

digten unverwertbar. Sie sind für die Aufklärung des vorliegenden – zweifellos 

schweren – Delikts auch nicht unerlässlich, wie sich aus der nachfolgend darge-

legten Beweiswürdigung ergibt. Ob und welche WhatsApp-Nachrichten der Be-

schuldigte in der Nacht vom 2. auf den 3. September 2018 mit seinem Mobiltele-

fon geschickt hat, lässt sich aufgrund der Sicherstellung seines Telefons unab-

hängig von einer Aussage von Q._____ oder deren Mutter klären (nachstehende 

Erw. III.C.4.11). Die Aussagen von Q._____ vom 2. Oktober 2018 und von 

R._____ vom 25. September 2018 sind demnach im vorliegenden Verfahren ab-

solut unverwertbar.  

b) Auch wenn mit der Vorinstanz dafür zu halten ist, dass die Zeugeneinver-

nahmen von Q._____ und R._____ vom 27. Juli 2020 (Urk. 36/36) gestützt auf 

das zweite Rechtshilfeersuchen der Staatsanwaltschaft grundsätzlich verwertbar 

sind, da Art. 148 StPO nicht verletzt wurde (Urk. 161 S. 15), gilt es mit der Vertei-

digung darauf hinzuweisen, dass infolge der Fernwirkung des Beweisverwer-

tungsverbots sämtliche Aussagen, welche auf die Angaben in den polizeilichen 

Einvernahmen zurückzuführen sind, namentlich jene betreffend die WhatsApp-

- 28 - 

Nachricht bzw. die Nachricht über den Facebook Massenger, bei welcher von 

"umbringen" die Rede ist und das Video, welches ein Schwert bzw. einen Säbel 

zeigen soll, nicht verwertet werden können, da nicht davon ausgegangen werden 

kann, dass diese Aussagen auch ohne den zuvor von der rumänischen Polizei 

unter ungeklärten Umständen erhobenen Beweis hätten erlangt werden können 

(Urk. 183 S. 4 f.). Es kann durchaus davon ausgegangen werden, dass die Zeu-

ginnen ihre einmal formell gegenüber der Kriminalpolizei gemachten Aussagen 

nicht ohne weiteres gegenüber der rumänischen Staatsanwaltschaft zurückneh-

men konnten oder wollten. Diese Aussagen bleiben demnach im vorliegenden 

Verfahren unverwertbar. 

2.4. Aussagen von S._____ und T._____ 

Am 22. Januar 2019 wurden die beiden rumänischen Polizeibeamten S._____ 

und T._____, welche Q._____ bzw. R._____ am 25. September bzw. 2. Oktober 

2018 einvernommen hatten, durch die Staatsanwaltschaft in Zürich formell als 

Zeugen befragt (Urk. 11/1 und Urk. 12/1). Mit der Verteidigung ist davon auszu-

gehen, dass deren Aussagen aufgrund der Fernwirkung von Beweisverwertungs-

verboten insoweit unverwertbar sind, als sich diese selbst auf eine unverwertbare 

Zeugeneinvernahme stützen (Urk. 129 S. 7). Nach den vorstehenden Erwägun-

gen zur Verwertbarkeit der polizeilichen Einvernahmen von Q._____ und R._____ 

folgt, dass die Aussagen von S._____ und T._____ in Bezug auf die Angaben der 

befragten Frauen unverwertbar bleiben, ausgenommen wo sich ihre Aussagen 

gegebenenfalls zugunsten des Beschuldigten auswirken. Im Übrigen, namentlich 

insoweit die Zeugen Angaben aus eigener Anschauung bzw. aufgrund eigener 

Erkenntnis machen, sind sie uneingeschränkt verwertbar (Urk. 11/1 und 

Urk. 12/1). Welcher Beweiswert ihnen vor dem Hintergrund der Geschehnisse 

und der von ihnen vor Ort bereits durchgeführten Ermittlungen zukommt, be-

schlägt indes die Frage der Beweiswürdigung. 

- 29 - 

3. Verwertbarkeit des rumänischen Polizeiberichts 

Der Bericht der rumänischen Polizei vom 5. September 2018, der aufgrund des 

Interpol-Ersuchens der hiesigen Polizeibehörde um Benachrichtigung der Familie 

des Verstorbenen über das Vorgefallene erstellt wurde (Urk. 35/11 S. 1), ist als 

Beweismittel grundsätzlich verwertbar. Eine andere Frage ist dagegen, welcher 

Beweiswert ihm zuerkannt wird in Bezug auf die in diesem Bericht getroffenen 

Feststellungen zur Person des Beschuldigten, seiner Beziehung zum Verstorbe-

nen und dessen Familie sowie zu Q._____, und deren Aussagen, die darin dar-

gestellt sind (Urk. 35/11 S. 2). Mit der Vorinstanz ist zu betonen, dass die Herkunft 

dieser Informationen unklar ist und die Art und Weise ihrer Erhebung durch die 

rumänische Polizei nicht dokumentiert wurde, womit sie nicht verifiziert werden 

können. Damit sind die festgehaltenen Angaben, insbesondere auch soweit sie 

den Beschuldigten belasten, nicht überprüfbar, was ihre Aussagekraft mindert. 

4. Verwertbarkeit der heimlichen Tonaufnahme von U._____ 

U._____, ein Cousin des Verstorbenen (Urk. 17/1 S. 3), reiste am 6. September 

2018 zusammen mit A._____, der Schwester des Verstorbenen, und P._____, 

seinem Cousin, in die Schweiz, um den Verstorbenen zu identifizieren. Nach der 

Befragung von A._____ und P._____ am 7. September 2018 durch die Kantons-

polizei Zürich reisten alle drei wieder zurück nach Rumänien. Dort besuchte 

U._____ am 12. September 2018 Q._____ und nahm das Gespräch zwischen ihr 

und ihm auf (Urk. 23/1; Urk. 23/2 [schriftliche Übersetzung]). Er schickte die Auf-

nahme umgehend an die Kantonspolizei Zürich (Urk. 17/1 S. 4). Bezüglich des 

Einverständnisses zur Aufnahme des Gesprächs seitens Q._____ liegen aller-

dings widersprüchliche Angaben vor. Gemäss der Aktennotiz der Kantonspolizei 

Zürich vom 24. September 2018 erklärte U._____ gegenüber der Kantonspolizei 

Zürich, Q._____ habe nicht gewusst, dass er das Gespräch aufzeichne, wohinge-

gen diese auf telefonische Nachfrage durch die Polizei angegeben habe, davon 

gewusst zu haben (Urk. 23/1 S. 1). Anlässlich ihrer Zeugeneinvernahme bei der 

rumänischen Staatsanwaltschaft erklärte sie dann aber, sie hätte erst nach dem 

Gespräch davon erfahren, dass U._____ dieses aufgezeichnet hatte (Urk. 36/36 

- 30 - 

S. 10). U._____ selbst sagte als Zeuge dazu aus, Q._____ habe nicht gewusst, 

dass er das Gespräch aufgezeichnet habe (Urk. 17 S. 7). Es ist demnach davon 

auszugehen, dass die Aufnahme in strafbarer Weise erfolgte (siehe oben 

Erw. II.1.1.e). Aufgrund der vorliegenden Konstellation und mangels Verdachts-

momente gegen Q._____ ist davon auszugehen dass die Staatsanwaltschaft hy-

pothetisch die Aufnahme dieses Gesprächs nicht rechtmässig hätte erlangen 

können. Wie unter Abschnitt C. auszuführen sein wird, ist die Verwertung dieser 

Aufnahme für die Aufklärung des Delikts auch nicht zentral bzw. unerlässlich, da 

höchste Zweifel an der Beweiskraft der aufgenommenen Aussagen angebracht 

sind. Demnach ist die von U._____ eingereichte Aufnahme (Urk. 23/2-3) nicht 

verwertbar. Selbst bei Annahme einer Verwertbarkeit zur Aufklärung einer schwe-

ren Straftat trotz Rechtswidrigkeit ist angesichts der Heimlichkeit der Aufnahme, 

der Kenntnisse von U._____ über die Umstände der Tat und die Verdächtigungen 

durch die Reise in die Schweiz sowie die Kenntnisse über die Medienmitteilungen 

(siehe dazu Erw. III.C.4.10) höchste Zurückhaltung geboten und bei Vorliegen ob-

jektiver Anhaltspunkte auf die Verwertung zu verzichten. 

5. Verwertbarkeit der Erkenntnisse aus der Tatortbegehung mit F._____ 

Gemäss Bericht der Kantonspolizei Zürich vom 17. September 2018 wurde mit 

F._____ am 4. September 2018 eine Tatortbegehung anberaumt, um insbesonde-

re die Aussagen von G._____ zu überprüfen, wonach er die Schlägerei nur akus-

tisch mitbekommen habe, da er nach dem Wirtshausbesuch zu Bett gegangen sei 

(Urk. 2 S. 2). An dieser Tatortbegehung nahm zwar der Verteidiger des damals 

noch beschuldigten F._____, nicht aber der Beschuldigte oder dessen Verteidiger 

teil (Urk. 2 S. 1). In dem Bericht der Kantonspolizei Zürich über diese Tatortbege-

hung fanden jedoch nicht nur Feststellungen Eingang, sondern es wurden zahl-

reiche Aussagen von F._____ festgehalten, die direkt nichts mit der Klärung der 

örtlichen Gegebenheiten oder der Zuordnung der Zimmer in der Liegenschaft zu 

tun hatten. So behauptete F._____ im Aufenthaltsraum offenbar ungefragt, dass 

der Beschuldigte alles, was sich an Leergut von Alkoholika im schwarzen Plastik-

sack befunden habe, alleine getrunken habe und dass er zusammen mit dem 

Verstorbenen drei Tage lang einen Horrorfilm über Schlägereien und Schneiden 

- 31 - 

geschaut habe (Urk. 2 S. 2 f. und nachstehende Erw. III.C.4.6). F._____ wurde zu 

diesen Umständen in der Konfrontationseinvernahme vom 4. September 2018 je-

doch nicht befragt. Auch wurde er auf diese Aussagen weder angesprochen noch 

kam er von selbst darauf zurück, so dass sie nicht Gegenstand der Konfrontati-

onseinvernahme wurden. Entsprechend hatte der Beschuldigte auch keinen An-

lass, F._____ mit diesen Aussagen zu konfrontieren. Sie sind daher infolge nicht 

gewährleisteter genügender Kompensationsmassnahmen selbst bei dem schwe-

ren Delikt, das dem Beschuldigten vorgeworfen wird, nicht zu seinen Lasten ver-

wertbar. Daran ändert auch nichts, dass F._____ ganz am Schluss seiner Befra-

gung vor dem Bezirksgericht in seiner Antwort auf die Frage, ob er den Beschul-

digten am Morgen nach der Tat gefragt habe, "was hast du gemacht?" völlig aus 

dem Zusammenhang gerissen die tendenziöse Behauptung einfliessen lässt "Als 

der Chef gekommen ist und gesehen hat, dass er diese Horrorfilme angesehen 

hat …" (Prot. I S. 64). Zudem hat F._____ offenbar erst mit zunehmendem Fort-

schritt der Untersuchung Kenntnis der Aussage von H._____ erhalten, wonach 

dieser am Nachmittag des 2. September 2018 kurz in der V._____ vorbeigekom-

men war, denn er hatte dies zuvor nirgends erwähnt (Urk. 9/1-3). Zum anderen 

hat H._____ nicht ausgesagt, dass der Beschuldigte am Sonntagnachmittag ei-

nen Horrorfilm oder ähnliches gesehen hat. Er hat lediglich deponiert, dass er 

kurz dort war und der Beschuldigte einen Film schaute, was im Übrigen auch von 

der Schwester des Beschuldigten und von G._____ bestätigt wird (dazu nachste-

hend Erw. III.C.4.1). Mithin sind die Aussagen von F._____ anlässlich der Tatort-

begehung unverwertbar zulasten des Beschuldigten, weil dessen Teilnahme nicht 

gewährt wurde und auch keine anderen genügenden Kompensationsmassnah-

men getroffen wurden. 

6. Verwertbarkeit der Nachrichten aus dem Handy des Beschuldigten vom 
4. November 2018 

Entgegen der Ansicht der Verteidigung sind die auf dem beschlagnahmten Mobil-

telefon des Beschuldigten ausgelesenen Nachrichten vom 4. September 2018 

nicht das Resultat einer aktiven geheimen Überwachung des Fernmeldeverkehrs 

(Urk. 183 S. 6). Wenn Mobiltelefone und andere digitale Kommunikationsgeräte 

- 32 - 

physisch sichergestellt werden und die Staatsanwaltschaft die gespeicherten Da-

ten auswerten will (Kontaktnummern, Verbindungsdaten, vom Empfänger abgeru-

fene SMS- und E-Mail-Nachrichten, abgerufene Kommunikation über abgeleitete 

Internetdienste usw.), liegt nach ständiger Praxis des Bundesgerichts grundsätz-

lich keine Fernmeldeüberwachung (Art. 269-279 StPO) vor und auch keine rück-

wirkende Randdatenerhebung (Art. 273 StPO). Der Rechtsschutz erfolgt hier in 

der Weise, dass die betroffene Person die Siegelung (Art. 248 Abs. 1 StPO) des 

edierten oder sichergestellten Gerätes verlangen kann (wie z.B. bei PCs, Note-

books, Servern usw.). Die Staatsanwaltschaft, welche die elektronischen Auf-

zeichnungen durchsuchen und beschlagnahmen will, muss dann beim Zwangs-

massnahmengericht ein Entsiegelungsgesuch stellen (BGE 144 IV 74 E. 2.4;  

143 IV 270 E. 4.6; 140 IV 181 E. 2.4, E. 2.10; je mit Hinweisen). 

Der Beschuldigte gab vorliegend den Strafverfolgungsbehörden den PIN-Code zu 

seinem Handy bekannt (Urk. 59/1; Urk. 44/6 S. 4), womit sein Einverständnis für 

die Durchsuchung der Daten vorliegt. Weder wurde gegen die Beschlagnahme 

und den Durchsuchungsbefehl vom 5. September 2018 (Urk. 44/3-4) von Seiten 

des von Anfang an amtlich verteidigten Beschuldigten Beschwerde geführt, noch 

wurde die Siegelung des Mobiltelefons verlangt. Mithin erweisen sich die auf dem 

beschlagnahmten Handy des Beschuldigten ausgelesenen Erkenntnisse als voll-

umfänglich verwertbar. 

III. Sachverhalt 

A. Beweisgrundsätze 

1. Zur freien Würdigung der Beweismittel und zur Unschuldsvermutung kann –

 um unnötige Wiederholungen zu vermeiden – vorab auf die zutreffenden Ausfüh-

rungen der Vorinstanz (Urk. 161 S. 28 ff.) und die einschlägige Rechtsprechung 

des Bundesgerichts (BGE 146 IV 88 E. 1.3.1; 145 IV 154 E. 1.1; 144 IV 345 

E. 2.2.3.2; 138 V 74 E. 3; 124 IV 86 E. 2a; je mit Hinweisen) verwiesen werden 

(Art. 82 Abs. 4 StPO). Die nachfolgenden Ausführungen verstehen sich als Er-

gänzungen bzw. punktuelle Hervorhebungen: 

- 33 - 

2. Das Gericht würdigt die Beweise frei nach seiner aus dem gesamten Verfah-

ren gewonnenen Überzeugung (Art. 10 Abs. 2 StPO). Das Gericht hat damit die 

zur Klärung des Sachverhalts verwendbaren Beweise in freier Beweiswürdigung, 

also unabhängig von Beweisregeln, auf ihre Aussagekraft hin zu beurteilen, um 

daraus einen rechtsrelevanten Schluss zu ziehen; Ziel ist die Ermittlung der mate-

riellen Wahrheit. Überzeugungskraft entfalten die Beweismittel danach einzig im 

Umfang ihrer inneren Autorität (HOFER, BSK StPO, N 41 ff., 56 zu Art. 10 StPO). 

Sind die Angaben glaubhaft, kann die Verurteilung auf diese auch dann gestützt 

werden, wenn andere Personen das Gegenteil behaupten oder wenn die Person 

ihr Aussageverhalten während des Prozesses geändert hat, z.B. auf ein widerru-

fenes Geständnis (WOHLERS, SK StPO, N 27 zu Art. 10 StPO; Urteil des Bundes-

gerichts 6B_576/2020 vom 18. März 2022 E. 3.3). 

3. Die Vorinstanz befasste sich ausführlich mit der Glaubwürdigkeit der befrag-

ten Personen (Urk. 161 S. 31ff.). Dazu ist festzuhalten, dass der allgemeinen 

Glaubwürdigkeit einer Person im Sinne einer dauerhaften personalen Eigenschaft 

kaum relevante Bedeutung zukommt und es für die Wahrheitsfindung auf die 

Glaubhaftigkeit der konkreten Aussage ankommt (BGE 147 IV 534 E. 2.3.3 mit 

Hinweisen), weshalb vorliegend auf jene Erwägungen der Vorinstanz nicht weiter 

eingegangen wird. 

4. Die in Art. 32 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 2 EMRK verankerte Unschuldsver-

mutung (oder auch Grundsatz in dubio pro reo) bedeutet, dass es Sache der 

Strafverfolgungsbehörden ist, der beschuldigten Partei ihre Täterschaft nachzu-

weisen. Gemäss Art. 113 Abs. 1 StPO muss sich die beschuldigte Person nicht 

selbst belasten. Sie hat namentlich das Recht, die Aussage und Mitwirkung im 

Strafverfahren zu verweigern. Sie muss sich aber den gesetzlich vorgesehenen 

Zwangsmassnahmen unterziehen. Das Recht, zu schweigen und sich nicht selbst 

zu belasten, gehört zum allgemein anerkannten internationalen Standard eines 

fairen Verfahrens (BGE 147 I 57 E 5.1; 144 I 242 E. 1.2.1; je mit Hinweis). Gegen 

das Verbot des Selbstbelastungszwangs verstösst zum Beispiel ein strafbewehr-

ter Befehl an die beschuldigte oder an eine andere aussageverweigerungsberech-

tigte Person, potentiell belastende Beweisunterlagen herauszugeben oder belas-

- 34 - 

tende Aussagen gegen sich oder (im Rahmen des Aussageverweigerungsrechts) 

eine andere Person zu machen (BGE 142 IV 207 E. 8.3.1 mit Hinweisen). Unzu-

lässig wäre es ferner auch, das Schweigen der beschuldigten Person als Indiz für 

ihre Schuld zu werten (BGE 138 IV 47 E. 2.6.1 S. 51 mit Hinweisen). Demgegen-

über ist es – wie das Bundesgericht unter Berücksichtigung der Rechtsprechung 

des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte in Sachen John Murray ge-

gen Vereinigtes Königreich (Urteil vom 8. Februar 1996, Nr. 18731/91) festgestellt 

hat – nicht ausgeschlossen, das Aussageverhalten der beschuldigten Person in 

die freie Beweiswürdigung miteinzubeziehen, so insbesondere, wenn sie sich 

weigert, zu ihrer Entlastung erforderliche Angaben zu machen, bzw. es unterlässt, 

entlastende Behauptungen näher zu substantiieren, obschon eine Erklärung an-

gesichts der belastenden Beweiselemente vernünftigerweise erwartet werden darf 

(Urteile des Bundesgerichts 6B_1202/2021 vom 11. Februar 2022 E. 1.8.2; 

6B_1302/2020 vom 3. Februar 2021 E. 1.4.4, nicht publ. in BGE 147 IV 176; 

6B_289/2020 vom 1. Dezember 2020 E. 7.8.1; je mit weiteren Hinweisen).  

5. Auf die Frage allerdings, welche Beweismittel zu berücksichtigen und wie sie 

gegebenenfalls zu würdigen sind, findet der Grundsatz in dubio pro reo keine An-

wendung. Er kommt erst zum Tragen, nachdem alle aus Sicht des urteilenden 

Gerichts notwendigen Beweise erhoben und ausgewertet worden sind, das heisst, 

bei der Beurteilung des Resultats der Beweisauswertung (BGE 144 IV 345 

E. 2.2.3.1 f.; Urteile des Bundesgerichts 6B_160/2022 vom 5. Oktober 2022 

E. 2.3.2; 6B_595/2021 vom 24. Juni 2022 E. 5.3.1; 6B_257/2020 vom 24. Juni 

2021 E. 4.8.1, nicht publ. in: BGE 147 IV 409; 6B_986/2020 vom 6. Januar 2021 

E. 2; je mit Hinweisen). Insoweit stellt der Grundsatz in dubio pro reo gerade kei-

ne Beweiswürdigungsregel dar. 

6. Liegen keine direkten Beweise vor, ist nach der Rechtsprechung auch ein 

indirekter Beweis zulässig. Beim Indizienbeweis wird aus bestimmten Tatsachen, 

die nicht unmittelbar rechtserheblich, aber bewiesen sind (Indizien), auf die zu 

beweisende, unmittelbar rechtserhebliche Tatsache geschlossen. Der Indizien-

beweis ist dem direkten Beweis gleichwertig. Eine Mehrzahl von Indizien, welche 

für sich allein betrachtet nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auf eine be-

- 35 - 

stimmte Tatsache oder Täterschaft hindeuten und insofern Zweifel offen lassen, 

können in ihrer Gesamtheit ein Bild erzeugen, das den Schluss auf den vollen 

rechtsgenügenden Beweis von Tat oder Täter erlaubt (Urteile des Bundesgerichts 

6B_790/2021 vom 20. Januar 2022 E. 1.2.3; 6B_1019/2021 vom 8. Dezember 

2021 E. 1.3.3; 6B_1302/2020 vom 3. Februar 2021 E. 1.2.3, nicht publ. in: 

BGE 147 IV 176; je mit Hinweisen). Der Grundsatz "in dubio pro reo" als Ent-

scheidregel verlangt nicht, dass bei sich widersprechenden Beweismitteln unbe-

sehen auf den für den Angeklagten günstigeren Beweis abzustellen ist. Die Ent-

scheidregel kommt nur zur Anwendung, wenn nach erfolgter Beweiswürdigung als 

Ganzem relevante Zweifel verbleiben (BGE 144 IV 345 E. 2.2.3.2; Urteile des 

Bundesgerichts 6B_1019/2021 vom 8. Dezember 2021 E. 1.3.3; 6B_1302/2020 

vom 3. Februar 2021 E. 1.2.3, nicht publ. in: BGE 147 IV 176; je mit Hinweisen).  

7. Das Gericht würdigt Gutachten (wie die übrigen Beweismittel) grundsätzlich 

frei (Art. 10 Abs. 2 StPO). Die Vorinstanz erwog zutreffend, dass das Gericht in 

Fachfragen indes nicht ohne triftige Gründe vom Gutachten abweichen darf und 

Abweichungen begründet werden müssen (Urk. 407 S. 19 f.). Nach ständiger 

Rechtsprechung stellt ein Gutachten namentlich dann keine rechtsgenügliche 

Grundlage dar, wenn gewichtige, zuverlässig begründete Tatsachen oder Indizien 

die Überzeugungskraft des Gutachtens ernstlich erschüttern. Das trifft etwa zu, 

wenn der Sachverständige die an ihn gestellten Fragen nicht beantwortet, wenn 

er seine Erkenntnisse und Schlussfolgerungen nicht begründet oder diese in sich 

widersprüchlich sind oder wenn die Expertise sonst wie an Mängeln krankt, die 

derart offensichtlich sind, dass sie auch ohne spezielles Fachwissen erkennbar 

sind (BGE 142 IV 49 E. 2.1.3; 141 IV 369 E. 6.1; Urteil des Bundesgerichts 

6B_257/2020 vom 24. Juni 2021 E. 4.2.3). Die enge Bindung des Gerichts an das 

Gutachten entfällt auch, wenn mehrere einander widersprechende Gutachten vor-

liegen. Widersprechen sich zwei oder mehrere Gutachten, muss das Gericht in 

freier Würdigung der Gutachten darüber befinden, auf welches Gutachten abzu-

stellen ist (BGE 144 IV 345 E. 2.2.3.1; 107 IV 7 E. 5; Urteile des Bundesgerichts 

6B_1363/2019 vom 19. November 2020 E. 1.2.3; 6B_35/2017 vom 26. Februar 

2018 E. 7.2.1; 6B_648/2014 vom 28. Januar 2015 E. 4.2, nicht publ. in:  

BGE 141 IV 34). Das Gericht ist nicht verpflichtet, seiner Beweiswürdigung in An-

- 36 - 

wendung des Grundsatzes "in dubio pro reo" das für den Beschuldigten günstige-

re Gutachten zugrunde zu legen, wenn ein anderes Gutachten seines Erachtens 

überzeugender ist (vgl. BGE 144 IV 345 E. 2.2.3.1; Urteile des Bundesgerichts 

6B_477/2021 vom 14. Februar 2022 E. 3.1; 6B_1363/2019 vom 19. November 

2020 E. 1.2.3; 6B_547/2014 vom 21. Juli 2014 E. 1.4.4 und 1.4.6). 

Gemäss Art. 189 StPO lässt die Verfahrensleitung das Gutachten von Amtes we-

gen oder auf Antrag einer Partei durch die gleiche sachverständige Person er-

gänzen oder verbessern oder bestimmt weitere Sachverständige, wenn das Gut-

achten unvollständig oder unklar ist (lit. a) oder Zweifel an der Richtigkeit des 

Gutachtens bestehen (lit. c). Das Bundesgericht anerkennt in seiner Rechtspre-

chung, dass bei der Begutachtung im Grundsatz Methodenfreiheit besteht. Die 

Wahl der Methode muss aber begründet sein. Die wissenschaftlichen Standards 

müssen eingehalten und die Schlussfolgerungen transparent sowie für die Verfah-

rensbeteiligten nachvollziehbar dargestellt sein. Die mündliche Erläuterung des 

Gutachtens bietet Gelegenheit, Unklarheiten zu beseitigen und durch direkte 

Kommunikation zwischen der Strafbehörde, dem Sachverständigen und den Ver-

fahrensbeteiligten das Verständnis für die aufzuklärenden Zusammenhänge zu 

fördern (Urteile des Bundesgerichts 6B_567/2020 vom 6. Dezember 2021 

E. 2.3.3, nicht publ. in BGE 148 IV 57; 6B_1363/2019 vom 19. November 2020 

E. 1.2.3; 6B_1237/2015 vom 25. Februar 2016 E. 1.3.3 mit Hinweis). 

B.  Anklage / Parteistandpunkte / Vorinstanz 

1. Anklagevorwurf 

Der dem Beschuldigten von der Staatsanwalt vorgeworfene Sachverhalt ergibt 

sich im Detail aus der Anklageschrift vom 27. November 2020 (Urk. 69).  

1.1. Darin wird zunächst als Vorgeschichte festgehalten, es sei am Sonntag, 

2. September 2018, zwischen 22.00 und ca. 24.00 Uhr, im Wohnbereich der 

Werkstatthalle der V._____ an der W._____-strasse 1 in AA._____ zu einer zu-

nächst verbalen und anschliessend gewalttätig geführten Streitigkeit zwischen 

dem Beschuldigten und †E._____, dem nachmalig Verstorbenen, gekommen, in 

- 37 - 

deren Verlaufe der Beschuldigte und der Verstorbene teilweise wechselseitig mit 

Fäusten und Fusstritten aufeinander eingeschlagen hätten, wobei der Verstorbe-

ne den Beschuldigten unter anderem auf den Boden gedrückt und ca. 10 Mal mit 

der Faust auf den Kopf des Beschuldigten eingeschlagen habe. Der Beschuldigte 

habe sich dabei unter anderem eine blutende Verletzung an der Nase und ein 

Hämatom an den Augen zugezogen. Während dem Streit seien unter anderem 

nicht näher bekannte Gläser zerborsten. Die beiden Streitenden hätten dann von 

einem Mitbewohner, F._____, getrennt werden können. Darauf habe sich der Be-

schuldigte erhoben und sei in sein Schlafzimmer im Untergeschoss zurückge-

kehrt, wo er sich mit Wasser die Blutspuren von Körper und Kleidung gewaschen 

habe. Als er realisiert gehabt habe, dass er während des Kampfes sein Mobiltele-

fon verloren habe, sei er in den Wohnbereich zurückgekehrt, wo er wieder auf den 

Verstorbenen getroffen sei, der im Begriff gewesen sei, Scherben und Blutspuren 

vom Boden aufzuwischen. Nachdem der Beschuldigte sein Mobiltelefon unter 

dem Sofa wiedergefunden habe, sei er auf den Verstorbenen zugetreten und ha-

be diesem mit den Worten "du E._____, du musst aufpassen, du wirst es noch 

sehen" gedroht. Anschliessend habe sich der Beschuldigte wieder in sein Schlaf-

zimmer ins Untergeschoss zurückgezogen und der Verstorbene habe sich nach 

erfolgter Reinigung in sein Schlafzimmer, resp. die Küche, begeben, wo er einen 

Maisgriessbrei gekocht und sich dort nach dem Essen auf dem Ledersofa in ein 

schwarzes Fixleintuch eingewickelt habe und eingeschlafen sei. 

1.2. Die Anklage wirft dem Beschuldigten folgendes Tatvorgehen vor: Im Nach-

gang zum zuvor geschilderten Sachverhalt in derselben Nacht zwischen ca. 01.50 

und ca. 06.00 Uhr habe sich der Beschuldigte, bewaffnet mit einer von ihm selber 

aus Stahl angefertigten schwertähnlichen, ca. 30 cm langen Stich-/Schnittwaffe 

mit schwarzem Griff und einer scharfen ca. 14 cm langen Klinge, in das Schlaf-

zimmer des Verstorbenen begeben und habe damit mindestens 15 Mal mit gros-

ser Wucht ins Gesicht, in die Brustkorbvorderseite, linke Schulterrückseite und 

linke Extremität des schlafenden und in ein schwarzes Fixleintuch eingewickelten 

Verstorbenen eingestochen. Als Folge dieses Angriffs mit der Stich- und Schnitt-

waffe habe der Verstorbene zahlreiche Verletzungen erlitten (vgl. zu den Verlet-

zungen im Einzelnen die Aufzählung in der Anklage Urk. 69 S. 3 f.), die den Tod 

- 38 - 

des Verstorbenen zur Folge gehabt hätten. Der Beschuldigte habe anlässlich des 

Angriffs mit der Stich- und Schnittwaffe um das Anschneiden lebenswichtiger 

Blutgefässe und Organe, wie Herz, Niere, Leber und Lunge, und die damit ver-

bundenen tödlichen Folgen für den Verstorbenen (rasches Ausbluten, Span-

nungspneumothorax, schwere Einschränkung der Pumpfunktion, Verschleppen 

von Luft in die Blutgefässe, Atem- und Herz-Kreislaufversagen) gewusst und er 

habe diese Todesfolge gewollt oder zumindest in Kauf genommen. 

1.3. Beim Einstechen und Einschneiden mit der Stich- und Schnittwaffe auf den 

Verstorbenen habe der Beschuldigte laut Anklageschrift insbesondere aus nach-

genannten Gründen besonders skrupellos gehandelt: Erstens habe er dem Ver-

storbenen, einer Massakrierung gleichkommend, durch wiederholtes und wuchti-

ges Einstechen mit der beschriebenen Stich- und Schnittwaffe auf äusserst sen-

sible Körperregionen, wie das Gesicht, den Kopf, die Brust und die Schultern, in 

besonders grausamer Weise unnötige physische und psychische Leiden zuge-

fügt, zumal der Verstorbene zahlreiche stark blutende und besonders qualvolle, 

stark schmerzende Verletzungen erlitten habe, insbesondere durch den Durch-

stich von der rechten Wange bis zum linken Nasenflügel mit Durchstechung der 

Mittelgesichtsknochen. Zweitens habe der Beschuldigte mit seinem Vorgehen ei-

nen krassen Egoismus und damit verbunden eine Geringschätzung menschlichen 

Lebens in höchstem Masse offenbart. Drittens sei der Beschuldigte heimtückisch 

vorgegangen, indem er auf den schlafenden und auf dem Bett liegenden und da-

her völlig wehr- und arglosen Verstorbenen eingestochen habe. Viertens habe der 

Beschuldigte aus absolut nichtigen Beweggründen gehandelt. Die Tötung sei na-

mentlich nicht mit einem (differenzierten) Beziehungskonflikt in Zusammenhang 

gestanden, welche eine Tat wie die vorliegende auch nur im Entferntesten ge-

rechtfertigt hätte, sondern die Tat habe einzig auf einer sinnlosen Streitigkeit be-

ruht, die mit gegenseitigem Aufnehmen mit Mobiltelefongeräten und Beschimp-

fungen begonnen und mit Faustschlägen geendet habe. Damit habe sich der Be-

schuldigte des Mordes im Sinne von Art. 112 StGB schuldig gemacht. 

- 39 - 

2. Parteistandpunkte / Vorinstanz  

2.1. Der Beschuldigte bestreitet die Vorwürfe sowohl im bisherigen Verfahren als 

auch in der Berufungsverhandlung vollumfänglich (Prot. II S. 17; Urk. 183 S. 1). 

Es ist daher nachfolgend aufgrund der vorhandenen Beweismittel zu prüfen, ob 

sich der Anklagesachverhalt rechtsgenügend erstellen lässt.  

2.2. Die Staatsanwaltschaft beantragt eine härtere Bestrafung des Beschuldigten 

sowie eine längere Dauer der Landesverweisung, hauptsächlich mit der Begrün-

dung, dass die Vorinstanz die einzelnen Strafzumessungskriterien – insbesondere 

im Zusammenhang mit der Beurteilung der subjektiven Tatschwere – allzu stark 

zu Gunsten des Beschuldigten gewichtet habe und es analog zum sehr schwer 

wiegenden Tatverschulden das Höchstmass des möglichen Landesverweises 

auszusprechen (Prot. II S. 5; Urk. 180 S. 1 und 4-6). 

2.3. Die Privatklägerin 1 beantragt, die Verurteilung des Beschuldigten voraus-

gesetzt, die Verpflichtung des Beschuldigten zu einer Genugtuungszahlung in der 

Höhe von Fr. 7'500.– nebst 5 % Zins seit 3. September 2018 (Urk. 168 S. 1; 

Urk. 181 S. 2). Sie lässt zur Begründung ihrer Anträge zusammengefasst ausfüh-

ren, dass die Vorinstanz zwar zutreffend gewürdigt habe, dass zwischen dem 

Verstorbenen und dessen Schwester eine sehr starke Familienbande bestanden 

habe, dass sie indes zu wenig stark berücksichtigt habe, dass die Privatklägerin 1 

in die Schweiz habe fliegen müssen, um ihren ermordeten Bruder zu identifizieren 

und auch noch polizeilich befragt worden sei (Urk. 181 S. 5).  

2.4. Die Vorinstanz kommt nach eingehender Glaubwürdigkeitsprüfung der be-

fragten Personen und einlässlicher Beweiswürdigung zum Schluss, dass der Be-

schuldigte den Verstorbenen in der Nacht vom 2. auf den 3. September 2018, 

zwischen ca. 02.00 und 06.10 Uhr, mit mindestens 10 Messerstichen getötet ha-

be. Zusammengefasst erwägt sie, diese Überzeugung werde in erster Linie durch 

die Auseinandersetzung zwischen dem Verstorbenen und dem Beschuldigten in 

der Tatnacht gestützt. Daraus ergebe sich, dass der Beschuldigte ob der Beleidi-

gungen und der Schläge seitens des Verstorbenen eine grosse Wut empfunden 

habe, der er noch Luft zu machen gedacht habe. In dieses Bild passe auch das 

- 40 - 

beim Verstorbenen festgestellte Verletzungsmuster, wonach dieser richtiggehend 

massakriert worden sei, was zu der vom Beschuldigten angekündigten Rache als 

Tatmotiv passe (Urk. 161 S. 97). Weiter sei der Beschuldigte nachweislich in der 

Tatnacht um ca. 03.00 Uhr noch wach gewesen und habe – emotional aufgewühlt 

– ein Videogespräch mit seiner damaligen Freundin Q._____ geführt, wobei diese 

auf dem Bild der Videoübertragung ein Schwert oder einen Säbel erkannt habe. 

Im Weiteren spreche die ab der Einstichstelle ab dem Fixleintuch bei Fotopositi-

on 12 sichergestellte DNA-Spur des Beschuldigten – als nur schwaches Indiz – 

für die Täterschaft des Beschuldigten. Schliesslich habe sich der Beschuldigte am 

Morgen nach der Tat merkwürdig verhalten (Urk. 161 S. 98 f.). Sämtliche vorlie-

genden Indizien verschiedenen Ursprungs würden sich derart zu einer konsisten-

ten und überzeugenden Geschichte zusammenfügen, dass die Täterschaft des 

Beschuldigen erstellt sei. Daran vermöge auch nichts zu ändern, dass das Tat-

messer und der Küchenschlüssel nicht hätten gefunden werden können oder 

dass der Beschuldigte in der Tatnacht nicht versucht habe, zu fliehen. Beides 

schliesse die Täterschaft des Beschuldigten nicht aus. Demgegenüber würden 

konkrete Hinweise auf die Täterschaft der weiteren Bewohner der V._____ oder 

einer Drittperson fehlen. Der Anklagevorwurf sei im Wesentlichen erstellt, wobei in 

Abweichung vom in der Anklageschrift geschilderten Tatablauf weder erstellt wor-

den sei, dass der Beschuldigte mehr als 10 Mal auf den Verstorbenen eingesto-

chen, noch dass er dazu eine von ihm selber hergestellte Tatwaffe verwendet ha-

be (Urk. 161 S. 99). Eine Minderheit des Gerichts liess jedoch eine abweichende 

Meinung zu Protokoll geben, wonach – stark zusammengefasst – unüberwindbare 

Zweifel an der Schuld des Angeklagten vorlägen, weshalb er nach dem Grund-

satz in dubio pro reo freizusprechen sei (Urk. 137b S. 1). So spreche namentlich 

die sehr gute Beziehung zwischen dem Verstorbenen und dem Beschuldigten klar 

gegen eine Täterschaft des Beschuldigten, ebenso wie der Charakter des Be-

schuldigten, dem entgegen der Mehrheit des Gerichts eine "gewisse Gewaltbe-

reitschaft" nachgewiesen werden könne (Urk. 137b S. 3-5). Die Schlägerei in der 

Tatnacht sei zwar ein Indiz, jedoch als einziges Motiv für die Tat wenig überzeu-

gend (Urk. 137b S. 6 ff.). Auch der Inhalt des Videogesprächs zwischen dem Be-

schuldigten und seiner damaligen Freundin sei nicht erstellt und was diese über 

- 41 - 

das Gesehene aussage, spreche gegen eine Täterschaft des Beschuldigten, da 

die Aufnahme im Zimmer des Verstorbenen hätte gemacht werden müssen und 

diesfalls ergebe eine Ankündigung des Todes in der Zukunft um 03.00 Uhr mor-

gens keinen Sinn (Urk. 137b S. 10-17). Schliesslich wird die Würdigung der Be-

weise betreffend das Verhalten des Beschuldigten am Morgen nach der Tat und 

eine alternative Täterschaft nicht geteilt (Urk. 137b S. 18-26). Als einziges belas-

tendes Indiz bleibe die bereits von Beginn an bekannte Schlägerei, wobei die An-

wesenden davon ausgegangen seien, der Streit habe sich wieder gelegt. Die 

Hauptbelastungszeugen, insbesondere F._____, hätten sich in nicht erklärbare 

Widersprüche verwickelt, aus den Aussagen von Q._____ und R._____ liessen 

sich kaum mehr als vage Angaben über einen Videoanruf ableiten und schliess-

lich blieben zahlreiche Ungereimtheiten, wie die vom Tatort wegfahrenden Perso-

nen, der Siegelbruch unmittelbar nach der Tat, die Kokainspuren in der Wohnung 

oberhalb des Tatorts und die nicht erklärbaren Gespräche in der Tatnacht betref-

fend irgendwelche Hierarchien. Daher könne nicht mit an Sicherheit grenzender 

Wahrscheinlichkeit auf die Täterschaft des Beschuldigten geschlossen werden 

(Urk. 137b S. 26). 

2.5. Auf die Argumente des Beschuldigten bzw. der Verteidigung und der Vertre-

tung der Privatklägerschaft zur Sache ist im Rahmen der nachstehenden Erwä-

gungen einzugehen. Das rechtliche Gehör nach Art. 29 Abs. 2 BV verlangt, dass 

die Behörde die Vorbringen des von einem Entscheid in seiner Rechtsstellung Be-

troffenen auch tatsächlich hört, prüft und in seiner Entscheidfindung berücksich-

tigt. Nicht erforderlich ist, dass sie sich mit allen Parteistandpunkten einlässlich 

auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt. Vielmehr 

kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Punkte beschränken. Es 

müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich die 

Behörde hat leiten lassen und auf die sich ihr Entscheid stützt (BGE 141 IV 249 

E. 1.3.1. mit Hinweisen). 

- 42 - 

C.  Sachverhaltsfeststellung / konkrete Beweiswürdigung 

1. Alarmierung der Polizei und Einleitung der Strafuntersuchung 

1.1. Gemäss Polizeirapport alarmierte M._____, Mitarbeiter in der AB._____, am 

3. September 2018 um 08.55 bzw. 08.56-08.58 Uhr telefonisch die Polizei, als er 

den Verstorbenen auf dem Sofa in der Küche, die zur Werkstatt/Carrosserie der 

V._____ an der W._____-strasse 1 in AA._____ (nachfolgend: V._____) gehört 

und an diese angrenzt, liegen sah (Urk. 1 S. 5-7; Urk. 10/3 S. 2 und 5). Er war 

nach eigener Aussage zuvor mit I._____ (Chef der AB._____), auch genannt 

"I'._____", von der AB._____ in AC._____ nach AA._____ gefahren, nachdem 

dessen Sohn J._____ ihm telefonisch mitgeteilt hatte, dass in AA._____ in der 

Küche ein Toter liegen würde (Urk. 10/3 S. 2).  

1.2. Gestützt auf diese Anzeige rückten unter anderem der diensthabende 

Staatsanwalt der Abteilung für schwere Gewaltkriminalität, Staatsanwalt lic. iur. 

Kaegi, der Rechtsmediziner Dr. med. AD._____, … [Position in IRM] Postmortale 

Rechtsmedizin vom Institut für Rechtsmedizin der Universität Zürich (nachfol-

gend: IRM), welcher die Leichenschau vornahm (Urk. 27/7), diverse Mitarbeiter 

des Forensischen Instituts Zürich (nachfolgend: FOR), der Notarzt mit Personal 

sowie diverse Funktionäre der Kantonspolizei Zürich und zwei Mitarbeiter der 

Stadtpolizei Zürich an den Tatort in AA._____ aus (Urk. 1 S. 6 f.). Beim Eintreffen 

der Polizei um ca. 09.15 Uhr (Urk. 1 S. 1; Urk. 20/1 S. 1 und 20/2 S. 1) wurden 

der Beschuldigte, G._____, F._____, I._____ und M._____ auf dem Vorplatz an-

getroffen, worauf Letzterer den Funktionären den Weg zum Verstorbenen wies. 

Die Eingangstür in den Raum, in dem der Verstorbene aufgefunden worden war, 

war offensichtlich durch Gewalt geöffnet bzw. aufgebrochen worden (Urk. 1 S. 7; 

Urk. 20/1-2). Daraufhin wurden die anwesenden Personen getrennt und einzeln 

nach Zürich zur schriftlichen Einvernahme gebracht (Urk. 1 S. 8). Das FOR er-

stellte eine detaillierte Fotodokumentation und fertigte Übersichtspläne der Lie-

genschaft an der W._____-strasse 1 in AA._____ an, in welcher der Tote gefun-

den wurde (Urk. 7). Danach wurden vier Schlosszylinder ausgetauscht und die 

drei Aussentüren durch die Kantonspolizei Zürich versiegelt (Urk. 1 S. 8). Anläss-

lich der Tatortbegehung vom 4. September 2018 mit F._____ wurde jedoch fest-

- 43 - 

gestellt, dass jemand versucht hatte, das Siegel an der Tür im Erdgeschoss der 

V._____ bei der Waschküche zu entfernen und jemand eine Leiter an die Fassa-

de gestellt hatte, die am Vortag noch nicht dort war (Urk. 2 S. 2; Urk. 42/6-7; 

Urk. 7 S. 11). Die ab dem Siegel sichergestellte DNA konnte jedoch nicht zu einer 

bekannten Person zugeordnet werden (Urk. 24/14 S. 6 ff.; vgl. Urk. 161 S. 90). 

1.3. Die Angaben der Befragten zu den Räumlichkeiten am Tatort decken sich 

nicht, so dass folgende Bezeichnungen der Örtlichkeiten verwendet werden: 

- Werkstatt/Carrosserie der V._____ an der W._____-strasse 1 in AA._____, 

auch Werkhalle: "V._____" 

- Schlafzimmer des Verstorbenen, Aufenthaltsraum, Küche im EG mit sechs-

eckigem Tisch, Wohnbereich, Fundort der Leiche: "Küche" (vgl. Urk. 161 

S. 47) 

- Werkstattbereich mit den orangen Sofas: "Aufenthaltsraum" (vgl. Urk. 161 

S. 48) 

- AB._____ an der AE._____-strasse 2 in AC._____: "AB._____" 

Im Übrigen stützen sich die Bezeichnungen auf die Beschreibungen in der Foto-

dokumentation des FOR (Urk. 7). Die Distanz zwischen den beiden Standorten 

der V._____AB._____ in AA._____ und AC._____ beträgt rund 7 km und ist mit 

dem Auto in rund 10 Minuten zu bewältigen. 

1.4. Zum besseren Verständnis sei hier ein Überblick über die im Zusammen-

hang mit dem Tötungsdelikt am Tatort angetroffenen Personen aufgezeigt: 

- 44 - 

 

Bei F._____, D._____ und dem Verstorbenen handelt es sich – wie die Vorinstanz 

zutreffend darlegt – um rumänische Staatsangehörige, die aus dem gleichen Dorf 

in Rumänien, AG._____, stammen und sich seit der Kindheit [Verstorbener und 

D._____] bzw. seit 14, 15 Jahren [Verstorbener und F._____] kannten (Urk. 161 

S. 33 und 39 f.). Auch G._____ ist rumänischer Staatsangehöriger, lebte aber ca. 

200 km von AG._____ entfernt in AH._____ im Landkreis AI._____ (Urk. 161 

S. 35). Diese vier Personen wohnten im Tatzeitpunkt alle in der Liegenschaft der 

V._____ in AA._____ (bis auf den Beschuldigten, der im Untergeschoss sein 

Zimmer hatte, schliefen sie alle im Erdgeschoss, auf dem gleichen Niveau, auf 

dem sich auch der Aufenthaltsraum befindet) und arbeiteten für diese bzw. 

H._____ auf einer Baustelle rund 50 bis 100 Meter von der Liegenschaft entfernt 

(Urk. 161 S. 93 f.). K._____, italienischer Staatsangehöriger, hatte die Wohnung 

im Obergeschoss gemietet und arbeitete in einem Restaurant vis-à-vis der 

V._____ in AA._____, wobei diesbezüglich widersprüchliche Angaben vorliegen. 

Jedenfalls war er weder in AC._____ noch in AA._____ Angestellter oder Mitar-

beiter der V._____AB._____ bzw. von H._____ oder I._____ (Urk. 161 S. 91 ff.). 

Gemäss Feststellungen der Polizei ist H._____ der Bruder von I._____ und Ge-

schäftsführer der V._____AB._____ AG. Gemäss unbestrittenen Aussagen wurde 

als Chef der V._____ in AA._____ (Werkstatt/Carrosserie/Lackiererei) H._____, 

als Leiter der Lackiererei J._____ und als Chef der AB._____ I._____ genannt. 

Die V._____ und die AB._____ werden als Familienunternehmung der beiden 

- 45 - 

Brüder H._____ und I._____ beschrieben. Die Autowerkstatt bzw. Lackiererei 

wurde von M._____ an H._____ übergeben, dem auch die Liegenschaft in 

AA._____ gehört (Urk. 10/3 S. 3; Urk. 1 S. 2). 

2. Todesursache  

Gestützt auf die Spurensicherung des FOR (vgl. u.a. den Spurenbericht vom 

7. Oktober 2018 und den Untersuchungsbericht vom 8. Oktober 2018; Urk. 24/5-

6), die umfangreiche Fotodokumentation der Liegenschaft, des Tatorts und des 

Verstorbenen (Urk. 7), den Bericht des IRM zur Legalinspektion des Verstorbenen 

vom 19. Oktober 2018 (Urk. 27/7) und das Gutachten des IRM Zürich vom 

13. Dezember 2019 zu den Verletzungen und der Todesursache (Urk. 27/10), die 

Rapporte und Berichte der Kantonspolizei Zürich mit Wahrnehmungsberichten 

(Urk. 1-4 und Urk. 20/1-2) sowie die übereinstimmenden Aussagen der Befragten 

ist folgender Sachverhalt erstellt, wovon auch die Vorinstanz ausging (vgl. 

Urk. 161 S. 61 ff.): 

2.1. Der Verstorbene wurde am Morgen des 3. September 2018 von F._____ 

und J._____ zwischen ca. 08.00 und 08.45 Uhr in der Küche im Erdgeschoss der 

V._____ in Rückenlage auf dem Sofa liegend und mit einem schwarzen Fixlein-

tuch bedeckt tot aufgefunden. Dies war der übliche Schlafplatz des Verstorbenen, 

der jeweils dort auf dem Sofa in der Küche übernachtet und ein Fixleintuch als 

Decke benutzt hatte (Urk. 161 S. 62). Anders als üblich war jedoch die Tür zur 

Küche am Morgen des 3. September 2018 mit dem Schlüssel abgeschlossen und 

zugesperrt gewesen. Weil sie dringend einen Autoschlüssel holen wollten, der üb-

licherweise in der Küche aufbewahrt wurde, hatten F._____ und J._____ die Tür 

mit einem Brecheisen und weiterem Werkzeug aufgebrochen (Urk. 7 S. 30-31; 

Urk. 24/7 S. 20 Asservat-Nr. A011'820'001 ["Türschloss … ab aufgebrochener 

brauner Eingangstür"]). Der Schlüssel steckte nicht innen an der Küchentür, aber 

auch nicht aussen (Urk. 24/6 S. 4) und konnte weder in den Räumlichkeiten der 

V._____ noch in der Aussenumgebung gefunden werden (Urk. 4 S. 9; Urk. 42/3 

S. 1 ff.). Die Untersuchung durch das FOR ergab aufgrund der Kupplungsstellung 

im Schliesszylinder, dass die letzte Schliessung der Küchentür von der Aussen-

seite her erfolgt war (Urk. 24/6 S. 8). 

- 46 - 

2.2. Der Verstorbene, der bis auf den Kopf mit einem schwarzen Fixleintuch zu-

gedeckt war, wies im Gesicht – insbesondere auf seiner rechten Gesichtshälfte – 

eine deutliche Blutspur auf und auf dem Fixleintuch konnten diverse Textilbe-

schädigungen festgestellt werden (Urk. 7 S. 34 und S. 86-88; Urk. 24/6 S. 4 f. mit 

Hinweisen zur genauen Liegeposition). Nach Wegnahme des Fixleintuchs zeigten 

sich auf dem Körper des Toten weitere Verletzungen und Blutspuren (Urk. 7 

S. 90). Gemäss dem Spurenbericht des FOR sind die im Brustbereich des Ver-

storbenen festgestellten Blutspurenbilder mit einer blutenden Person in liegender 

Position vereinbar (Urk. 24/6 S. 11), weshalb davon auszugehen ist, dass der 

Verstorbene an Ort und Stelle in der aufgefundenen Position auf dem Sofa lie-

gend erstochen worden war. Aufgrund der Umstände ist weiter davon auszuge-

hen, dass der Verstorbene im Schlaf erstochen wurde. So war er lediglich leicht 

bekleidet mit roten Boxershorts und weissen Knöchelsocken (Urk. 7 S. 90 und 

Urk. 24/6 S. 4). Rechts neben dem Sofa wurde sodann ein Kleiderhaufen mit di-

versen Kleidungsstücken – darunter eine hellgrau Jeans – und Haushaltwäsche 

mit Blutantragungen sichergestellt (Urk. 7 S. 36 ff.; Urk. 24/6 S. 4). Von einem 

Stuhl vor dem Sofa konnte das grau-schwarze Poloshirt des Verstorbenen, wel-

ches dieser in der Tatnacht getragen hatte (vgl. Urk. 22/3 [Videoaufnahme]), as-

serviert werden (Urk. 7 S. 34, 40-41; Urk. 24/7 S. 23 Asservat-Nr. A011'828'118). 

Der Verstorbene hatte sich demnach offensichtlich zum Schlafen um- bzw. aus-

gezogen.  

2.3. Die Gutachter des IRM unter der Leitung von Prof. Dr. med. Executive MBA 

HSG AJ._____, … [Position IRM] des Instituts für Rechtsmedizin der Universität 

Zürich, stellten beim Verstorbenen zehn Stichverletzungen fest, davon zwei an 

der linken Schulterrückseite (Verletzungen 01 und 02), eine im Gesicht (Verlet-

zung 05), fünf im Brustbereich (Verletzungen 07–11) sowie zwei an der linken 

Hand (Verletzungen 03 und 14; vgl. zum Ganzen Urk. 27/10 S. 2 f. mit detaillierter 

Beschreibung und Lokalisation; Urk. 7 S. 93 [Fotodokumentation der Obduktion]). 

Im Weiteren stellten sie diverse Verletzungen als Folge halbscharfer und stumpfer 

Gewalt fest (Urk. 27/10 S. 3 f.). Gemäss den Gutachtern entspricht das Verlet-

zungsmuster der Stichverletzungen den Folgen einer Fremdbeibringung 

(Urk. 27/10 S. 2; Urk. 27/7 S. 4), wobei die Stichverletzungen bis auf die Verlet-

- 47 - 

zungen an der linken Hand und der linken Schulterpartie hinten von vorne gegen 

den Verstorbenen erfolgten. Es erscheint ausserdem sehr wahrscheinlich, dass 

sich der Verstorbene, nachdem er die ersten Stichverletzungen erlitten hatte, auf 

dem Sofa wand, um sich vor weiteren Stichen zu schützen, zumal der Verstorbe-

ne sowohl im Brustbereich (Stichverletzungen 07–11) als auch an der linken 

Schulterrückseite (Stichverletzungen 01 und 02) Stichverletzungen aufwies. So-

dann scheint naheliegend, dass der Verstorbene seine Hände schützend auf sei-

nen Brustkorb gelegt hatte, was dazu führte, dass ihm der Täter mit dem Messer 

auch die linke Hand durchstiess (Stichverletzungen 03 und 14). Abwehrverletzun-

gen fanden sich demgegenüber offenbar keine. Alleine gestützt auf dieses Verlet-

zungsmuster eine zeitliche Abfolge der Stichverletzungen zu rekonstruieren, ist 

aber gemäss Angaben der Gutachter (Urk. 27/10 S. 7) und entgegen der Auffas-

sung der Staatsanwaltschaft (Urk. 125 S. 11) nicht möglich. Sodann ist festzustel-

len, dass – entgegen der Anklageschrift, in welcher von mindestens 15 Messersti-

chen die Rede ist – "lediglich" mindestens zehn Messerstiche erstellt sind. Da 

auch knöcherne Strukturen durchstochen wurden, gehen die Gutachter davon 

aus, dass die Stiche mit wiederholten, sehr wuchtigen, kraftvollen Bewegungen 

ausgeführt wurden (Urk. 27/10 S. 5). Durch die Stiche wurden das Herz, der Lun-

genschlagaderstamm, die obere Hohlvene und die Lungenflügel als lebenswichti-

ge Strukturen des Verstorbenen verletzt (Urk. 27/10 S. 4). Gemäss Gutachten 

führten die Verletzungen nicht sofort zum Tod und es muss statt dessen von einer 

Überlebenszeit im Bereich mehrerer Minuten ausgegangen werden (Urk. 27/10 

S. 6). Als Todesursache stellten die Gutachter das Verbluten nach innen und aus-

sen sowie das Verschleppen von Luft in die Blutgefässe infolge der Stichverlet-

zungen fest. Zudem haben die Stichverletzungen am Herzen gemäss Gutachten 

zu einer schweren Einschränkung der Pumpfunktion geführt (Urk. 27/10 S. 6). 

2.4. Gestützt auf die Erkenntnisse der Obduktion (Urk. 27/10 S. 5) und der ab ei-

ner durchgetrennten Rippe sichergestellten Schartenspur des Messers (Urk. 24/6 

S. 6 und 9) ist gemäss den Experten davon auszugehen, dass der Täter ein ein-

schneidiges Messer mit glattem Schliff benutzt hatte, welches fähig war, 

ca. 14 cm an einer wenig deformierbaren Lokalisation – dem Brustkorb – einzu-

dringen und welches eine Klingenhöhe von mindestens 30 mm sowie eine Klin-

- 48 - 

genlänge von mindestens ca. 14 cm aufwies. Die Tatwaffe konnte weder in den 

Räumlichkeiten der V._____ noch in deren Aussenumgebung sichergestellt wer-

den, obwohl am 11. September 2018 die Räumlichkeiten der V._____ und die nä-

here Umgebung unter grossem personellem Aufwand abgesucht wurden 

(Urk. 46/6; Urk. 4 S. 9). Das FOR konnte zwar drei Messer sicherstellen. Dasjeni-

ge ab dem Tisch vor dem Sofa in der Küche (Urk. 7 S. 34) wies jedoch keine blut-

verdächtigen Anhaftungen auf (Blutvorprobe Hemastix negativ; Urk. 24/6 S. 5). 

Auch die beiden am 7. September 2018 ab einer Kommode in der Küche sicher-

gestellten "selfmade"-Messer wiesen keine offensichtlichen Blutspuren auf 

(Urk. 24/6 S. 7; Urk. 24/7 S. 41 Asservat-Nr. A011'832'636 und A011'832'647). 

Sodann konnte keines der sichergestellten Messer der festgestellten Scharten-

spur ab der durchgetrennten Rippe des Verstorbenen zugeordnet werden 

(Urk. 24/6 S. 9). Demnach ist erwiesen, dass es sich auch bei den sichergestell-

ten "selfmade"-Messern – entgegen den Ausführungen der Staatsanwaltschaft 

(vgl. Urk. 125 S. 14; Urk. 180 S. 2) – nicht um die Tatwaffe handelt. Zu Recht 

weist der Verteidiger im Übrigen darauf hin, dass – entgegen der Anklageschrift 

(Urk. 69 S. 3) – kaum Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die Tatwaffe vom Be-

schuldigten selbst gefertigt worden sein könnte (Urk. 129 S. 31). So erklärten so-

wohl H._____ als auch G._____, dass sie gesehen hätten, wie der Verstorbene – 

nicht der Beschuldigte – selbst Messer hergestellt habe (Urk. 10/7 S. 9; Urk. 10/8 

S. 15 f.). Letztlich ist jedoch – der Vorinstanz folgend – nicht entscheidend, wer 

die sichergestellten "selfmade"-Messer hergestellt hat, da diese, wie soeben aus-

geführt und worauf auch die Verteidigung hinwies (Urk. 183 S. 22 E1), als mögli-

che Tatwaffen ausscheiden. 

2.5. Das Gutachten des IRM zum Todesfall überzeugt in jeder Hinsicht. Es ist 

nachvollziehbar dargestellt und die einzelnen Erkenntnisschritte sind sowohl foto-

grafisch wie dokumentarisch belegt. Es kann somit ohne Einschränkung vollum-

fänglich darauf abgestellt werden.  

Nichts anderes ergibt sich im Hinblick auf die Untersuchungsberichte des FOR. 

Sichert die Polizei Beweismittel und tatrelevantes (auch biologisches) Material, 

hat sie dieses gestützt auf die ausdrückliche gesetzliche Anordnung in Art. 306 

- 49 - 

Abs. 2 lit. a StPO auch auszuwerten. Zu diesem Zweck hat die Polizei im Ermitt-

lungsverfahren die Kompetenz, Spezialdienste beizuziehen, wie ein spezialisier-

tes Laboratorium für die DNA-Analyse, die Brandermittlung oder das Forensische 

Institut Zürich, bei welchen meist Kriminaltechniker, Unfalltechniker und naturwis-

senschaftlich-technische Forensiker als sachverständige Personen tätig sind (sie-

he dazu JÖRG ARNOLD, Weitere Gedanken zur Auftragserteilung im Strafverfahren 

in: AJP 6/2020 S. 466, 468 Ziff. I.3.a), denn bei Art. 306 Abs. 2 lit. a StPO handelt 

es sich um eine Spezialnorm zu Art. 182 StPO, welcher Gutachtensaufträge übli-

cherweise der Staatsanwaltschaft und den Gerichten vorbehält (Urteil des Bun-

desgerichts 6B_1078/2020 vom 26. Oktober 2022 E. 4.5 betr. DNA-Analyse; mit 

Hinweisen). Dass vorliegend die Auswertung der fraglichen Tatortspuren zur Auf-

klärung der infrage stehenden Vorwürfe an sich nicht angezeigt gewesen sein 

soll, macht der Beschuldigte zu Recht nicht geltend. Dass es sich bei denjenigen 

Berichten des FOR, die nicht aufgrund eines Gutachtensauftrages im Sinne von 

Art. 182 ff. StPO erstellt wurden (namentlich dem Spurenbericht Urk. 24/5  

oder dem Untersuchungsbericht Urk. 24/6), nicht um eigentliche Gutachten han-

delt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_619/2014 vom 4. November 2014 E. 1.5), 

ändert nichts an deren Beweistauglichkeit und deren Beweiskraft. Sie wurden 

durch sachverständige Mitarbeitende der Institution nach wissenschaftlichen Kri-

terien verfasst, so dass ohne weiteres (und namentlich ohne spezifische perso-

nenbezogene Vorbehalte, welche vorliegend nicht geltend gemacht wurden) ge-

stützt auf die Fachkompetenz und die Einbindung in die Spezialdienste davon 

ausgegangen werden kann, dass die Berichte mit der erforderlichen Sachlichkeit 

und Neutralität erstellt wurden. Zudem werden die Erkenntnisse aufgrund nach-

vollziehbarer Methoden, logischer Schlüsse und teilweise auch fotografisch do-

kumentiertem Vorgehen dargelegt, so dass ihnen ein sehr hoher Beweiswert zu-

kommt, worauf bereits die Vorinstanz zutreffend hingewiesen hat (Urk. 161 

S. 17 f.). 

2.6. Zusammenfassend ist nach dem vorstehend Ausgeführten erstellt, dass der 

Verstorbene in der Nacht vom 2. auf den 3. September 2018 durch die Täter-

schaft mit mindestens zehn Messerstichen getötet wurde. Er wurde im Schlaf, auf 

dem Sofa in der Küche im Erdgeschoss der V._____ liegend, vom Täter über-

- 50 - 

rascht. Nach vollbrachter Tat schloss der Täter die Küchentür von aussen ab und 

liess sowohl den Schlüssel wie auch die Tatwaffe verschwinden. Mithin ist erstellt, 

dass es sich vorliegend um ein Tötungsdelikt handelt, wobei sich in tatsächlicher 

Hinsicht vordringlich die Frage nach der Täterschaft und dem genauen Tatzeit-

punkt stellt. 

3. Todeszeitpunkt  

3.1. Gemäss dem Gutachten des IRM zum Todesfall ist den Befunden der Legal-

inspektion folgend der Tod des Verstorbenen ca. 8 bis 18 Stunden vor der Legal-

inspektion, welche am 3. September 2018 um 14.10 Uhr stattfand (Urk. 27/7 

S. 1), und damit zwischen dem 2. September 2018, 20.10 Uhr, und dem 

3. September 2018, 06.10 Uhr, eingetreten (Urk. 27/10 S. 2, 6).  

3.2. Aus übereinstimmenden Aussagen der Beteiligten ist erstellt, dass der Ver-

storbene, F._____ und G._____ am Nachmittag des 2. September 2018 zusam-

men ein Burger-Restaurant in AK._____ besuchten. Sie hätten auch den Be-

schuldigten gefragt, ob er mitkommen wolle. Dieser habe es jedoch vorgezogen, 

in der V._____ zu bleiben (Prot. I S. 16 f.; Urk. 9/1 S 1; Urk. 9/4 S. 3; Urk. 10/4 

S. 3 f.). Die Angaben von F._____ und G._____ zum Zeitpunkt ihre