# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b2f54785-aea9-56ed-87a2-c57cf711ee9d
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-11-21
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 21.11.2008 E-7333/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-7333-2008_2008-11-21.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-7333/2008/
luc/fea/gsi/ame
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 1 .  N o v e m b e r  2 0 0 8

Einzelrichterin Christa Luterbacher, 
mit Zustimmung von Richter Walter Lang,
Gerichtsschreiber Andreas Felder.

A._______ geboren (...)
Nigeria,
vertreten durch Elio G. Baumann, 
(...)
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 11. November 2008 / N_______ 

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-7333/2008

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,

dass  der  Beschwerdeführer  am  21.  Oktober  2008,  ohne  Identitäts-
dokumente einzureichen, in der Schweiz um Asyl nachsuchte,

dass er anlässlich der Kurzbefragung im Empfangs- und Verfahrens-
zentrum  Basel  vom 27. Oktober  2008  sowie  der direkten Anhörung 
vom 6. November 2008 zur Begründung des Asylgesuchs im Wesentli-
chen geltend machte, er und sein Vater seien in der Nacht vom 10. Ju- 
ni 2008 zu Hause in Port Harcourt  (Nigeria) von Militanten – welche 
seinen Vater verdächtigt hätten, die Regierungstruppen unterstützt zu 
haben - aufgesucht worden, 

dass er jedoch habe flüchten können und sich einige Tage versteckt 
gehalten habe,  bevor ihm eine unbekannte Frau geholfen und seine 
Ausreise aus Nigeria organisiert habe,

dass das BFM mit Verfügung vom 11. November 2008 – eröffnet am 
12. November 2008 – in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a des Asyl-
gesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf das Asylgesuch 
des  Beschwerdeführers  nicht  eintrat und  die  Wegweisung  aus  der 
Schweiz sowie den Wegweisungsvollzug anordnete,

dass der Beschwerdeführer über seinen Rechtsvertreter mit  Eingabe 
vom 18. November 2008 gegen diesen Entscheid beim Bundesverwal-
tungsgericht  Beschwerde erhob und dabei beantragte, er sei  in  der 
Schweiz  als  Flüchtling  anzuerkennen,  eventualiter  sei  die  vorläufige 
Aufnahme anzuordnen,

dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden ge-
gen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 
über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG,  SR 172.021])  des  BFM  ent-
scheidet  (Art. 105  AsylG  i.V.m.  Art. 31-34  des  Verwaltungsgerichts-
gesetzes  vom 17. Juni 2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1 
des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung berührt 
ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungs-
weise Änderung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legiti-
miert ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),

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dass somit auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ein-
zutreten ist  (Art. 108 Abs. 2 AsylG sowie  Art. 6  AsylG i.V.m. Art  52 
VwVG),

dass mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht die Verletzung 
von Bundesrecht,  die unrichtige oder unvollständige Feststellung des 
rechtserheblichen  Sachverhalts  und  die  Unangemessenheit  gerügt 
werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art.  32-35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Be-
schwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass sich die Beschwerdeinstanz – sofern sie den Nichteintretensent-
scheid  als  unrechtmässig  erachtet  – einer  selbständigen materiellen 
Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und die Sache zu 
neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (vgl. Entscheidun-
gen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission 
[EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1 S. 240 f.),

dass  indessen  im  Falle  des  Nichteintretens  auf  ein  Asylgesuch  ge-
mäss Art. 32 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 AsylG über das Nichtbestehen 
der Flüchtlingseigenschaft abschliessend materiell zu entscheiden ist, 
soweit dies im Rahmen einer summarischen Prüfung möglich ist (vgl. 
BVGE 2007/8 insb. E. 5.6.5 S. 90 f.),

dass dementsprechend in einem diesbezüglichen Beschwerdeverfah-
ren  ungeachtet  der  vorzunehmenden  Überprüfung  eines  formellen 
Nichteintretensentscheides  auch  die  Flüchtlingseigenschaft  Prozess-
gegenstand ist (vgl. BVGE 2007/8 E. 2.1 S. 73),

dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung und des Vollzugs mate-
riell prüft, weshalb dem Bundesverwaltungsgericht diesbezüglich volle 
Kognition zukommt, 

dass  über  offensichtlich  unbegründete  Beschwerden in  einzelrichter-
licher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  bezie-
hungsweise einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e 
AsylG), 

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dass es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt, um eine solche 
handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  be-
gründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG), wobei auf die Erwägungen in der 
angefochtenen  Verfügung  verwiesen  werden  kann  (vgl.  Art.  111a 
Abs. 2 AsylG und Art. 109 Abs. 3 BGG i.V.m. Art. 6 AsylG),

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrif-
tenwechsel verzichtet wurde,

dass nach Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG auf Asylgesuche nicht  einge-
treten wird, wenn Asylsuchende den Behörden nicht innerhalb von 48 
Stunden nach Einreichung des Gesuchs rechtsgenügliche Reise- oder 
Identitätspapiere abgeben,

dass diese Bestimmung keine Anwendung findet,  wenn Asylgesuch-
steller  glaubhaft  machen können, dass sie dazu aus entschuldbaren 
Gründen nicht in der Lage sind oder auf Grund der Anhörung sowie 
gestützt auf Art. 3 und 7 AsylG die Flüchtlingseigenschaft festgestellt 
wird  oder  zusätzliche  Abklärungen  zur  Feststellung  der  Flüchtlings-
eigenschaft  oder  eines  Wegweisungsvollzugshindernisses  nötig  sind 
(vgl. Art. 32 Abs. 3 AsylG),

dass  das  BFM  festhielt,  die  Ausführungen  des  Beschwerdeführers, 
weshalb er keine Identitätspapiere eingereicht habe, seien als stereo-
type  Standardvorbringen  zu werten,  wie  sie  viele  Asylbewerber  ver-
wenden  würden,  welche  den  Asylbehörden  ihre  Identität  nicht  offen 
legen  wollten,  zumal  die  Schilderungen  der  angeblichen 
Reiseumstände unplausibel und realitätsfremd ausgefallen seien,

dass  der  Beschwerdeführer  angab,  er  besitze  einen  gültigen  Pass, 
habe diesen aber bei seiner Flucht zu Hause liegen gelassen (vgl. A1, 
S. 3/4),

dass  es  aufgrund des vom Beschwerdeführer  beschriebenen Reise-
wegs äusserst unwahrscheinlich ist, dass er ohne jegliche Dokumente 
in die Schweiz gelangte,

dass  die  Vorinstanz  somit  zu  Recht  zum Schluss  gelangte,  der  Be-
schwerdeführer  mache  keine  entschuldbaren  Gründe  für  das  Unter-
lassen der Einreichung rechtsgenüglicher Identitätspapiere geltend,

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dass hierzu grundsätzlich auf die zutreffenden Erwägungen des BFM 
verwiesen  werden  kann,  zumal  in  der  Beschwerdeschrift  einzig  er-
wähnt  wird,  dass  viele  Asylsuchende  ohne gültige  Dokumente  nach 
Europa gelangen würden,

dass im Weiteren die asylbegründenden Vorbringen des Beschwerde-
führers  aufgrund  zahlreicher  Unglaubhaftigkeitsmerkmale  (substanz-
lose  und  oberflächliche  Schilderung  der  Ereignisse  im  Heimatland, 
stereotype und  realitätsfremde Beschreibung der  Fluchtorganisation) 
zu Recht als nicht glaubhaft bezeichnet wurden,

dass das BFM weiter zutreffend festhielt, der angebliche Übergriff von 
Militanten auf den Beschwerdeführer sei nicht asylrelevant, da der ni-
gerianische Staat fähig und willens sei, seine Bürger und Bürgerinnen 
vor solchen Übergriffen zu schützen,

dass sich der Beschwerdeführer in diesem Zusammenhang überhaupt 
nicht die Mühe gemacht hat,  nach seinem Vater zu suchen oder die 
Polizei zu verständigen (vgl. A 7, S. 5),

dass in der Beschwerdeschrift einzig die Ausführungen des BFM be-
stritten  werden,  ohne  dass  substanzielle  Ausführungen  gemacht 
würden, inwiefern die Erwägungen des BFM unzutreffend sein sollen,

dass ansonsten lediglich die bereits im vorinstanzlichen Verfahren gel-
tend gemachten Vorbringen wiederholt werden,

dass auch aus den Akten nicht ersichtlich ist, inwiefern die angefoch-
tene  Verfügung  Bundesrecht  verletzen,  den  rechtserheblichen  Sach-
verhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellen  oder  unangemessen 
sein könnte,

dass somit keine Abklärungen im Sinne von Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG 
notwendig erscheinen,

dass  das  Bundesamt  damit  zu  Recht  auf  das  Asylgesuch  des  Be-
schwerdeführers nicht eingetreten ist,

dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge 
hat  (Art. 44  Abs. 1 AsylG),  vorliegend der  Kanton keine Aufenthalts-
bewilligung  erteilt  hat  und  zudem kein  Anspruch auf  Erteilung einer 

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solchen besteht (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweize-
rischen  Asylrekurskommission  [EMARK]  2001  Nr. 21),  weshalb  die 
verfügte Wegweisung im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen 
steht und demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,

dass  das  Bundesamt  das  Anwesenheitsverhältnis  nach  den  gesetz-
lichen Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme von Ausländern 
regelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumut-
bar  oder  nicht  möglich  ist  (Art. 44  Abs. 2  AsylG; Art. 83  Abs. 1  des 
Bundesgesetzes  vom  16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen 
und Ausländer [AuG, SR 142.20]), 

dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrecht-
liche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin 
oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK,  SR 
0.142.30]),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig 
ist, da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich 
erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, wes-
halb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen 
Non-Refoulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet 
und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung 
ersichtlich sind, die im Heimat- oder Herkunftsstaat droht,

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumut-
bar erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von 
Situationen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner  Gewalt  und  medizi-
nischer Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass das BFM zutreffenderweise festhielt, dass in Nigeria weder Bür-
gerkrieg noch eine Situation allgemeiner Gewalt vorherrsche,

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dass der Beschwerdeführer ein junger gesunder Mann ist, der sich in 
seiner Heimat sowohl sozial wie auch wirtschaftlich wieder integrieren 
kann,

dass der Vollzug der Wegweisung somit zumutbar ist,

dass der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers in den Hei-
matstaat  schliesslich  möglich  ist,  da  keine  Vollzugshindernisse  be-
stehen (Art. 83  Abs. 2 AuG),  und es  dem Beschwerdeführer  obliegt, 
bei  der Beschaffung gültiger Reisepapiere mitzuwirken (Art. 8 Abs. 4 
AsylG),

dass  nach  dem Gesagten  der  vom Bundesamt  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen ist,

dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt 
oder unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde ab-
zuweisen ist, 

dass  bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von Fr. 600.-- 
(Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2])  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  sind  (Art. 63 
Abs. 1 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr.  600.--  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den  Rechtsvertreter  des  Beschwerdeführers  (Einschreiben;  vorab 
per Telefax; Beilagen: Einzahlungsschein)

- das BFM, Empfangs- und Verfahrenszentrum Basel (per Telefax zu 
den Akten Ref.-Nr. N_______)

- (...) (per Telefax)

Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber:

Christa Luterbacher Andreas Felder

Versand: 

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