# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5601ebc9-65bd-5450-af73-9c4303d6601a
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-05-13
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 13.05.2013 TB130053
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_TB130053_2013-05-13.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
III. Strafkammer    

 
 

Geschäfts-Nr.: TB130053-O/U/HEI 

 

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. Th. Meyer, Präsident, lic. iur. W. Meyer und 

Ersatzoberrichter lic. iur. A. Schärer sowie die Gerichtsschreiberin 

lic. iur. A. Gürber 

 

Beschluss vom 13. Mai 2013 
 

in Sachen 

 

1. A._____,  
2. Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland,  
Gesuchsteller 

 

gegen 

 

Mitglieder der Gemeindebehörde B._____,  
Gesuchsgegner 

 

betreffend Ermächtigung zur Eröffnung einer Strafuntersuchung 
 

- 2 - 

Erwägungen: 

I. 

1.  Mit Schreiben vom 30. Juli 2012 erhob A._____ beim Statthalteramt Andelfin-

gen sinngemäss Anzeige gegen die Gemeindebehörde B._____ wegen Verstos-

ses gegen Art. 6 bzw. Art. 40 des Gesetzes über die Information und den Daten-

schutz (IDG). Der Vorwurf an die Gemeinde lautete zusammengefasst dahin, sie 

habe Personendaten von Seniorinnen und Senioren an die C._____ weitergeleitet 

und diese habe in der Folge die Adressen für kommerzielle Zwecke missbraucht 

(Urk. 3/1 und 3/2/1 - 4). 

2.  Das Statthalteramt Bezirk Andelfingen erliess am 29. August 2012 eine Nicht-

anhandnahmeverfügung im Wesentlichen mit der Begründung, der Tatbestand 

von § 40 IDG in Verbindung mit § 6 IDG sei eindeutig nicht erfüllt, weil weder die 

Gemeinde noch die C._____ "beauftragte Person" im Sinne von § 6 IDG sei 

(Urk. 3/5). Ebenfalls mit Verfügung vom 29. August 2012 überwies das Statthal-

teramt Bezirk Andelfingen die Akten der Staatsanwaltschaft Winterthur / Unter-

land, damit diese die Frage einer Amtsgeheimnisverletzung gemäss Art. 320 

StGB prüfe (Urk. 3/6). 

3.  Weil es sich bei den für die Herausgabe der Personendaten Verantwortlichen 

der Gemeinde B._____ um Beamte im Sinne von Art. 110 Abs. 3 StGB handelt, 

die an sie gerichteten Vorwürfe im Zusammenhang mit ihrer amtlichen Tätigkeit 

stehen und gemäss Art. 7 Abs. 2 lit. b StPO und § 148 Satz 1 GOG eine entspre-

chende Ermächtigung Voraussetzung für eine Strafverfolgung ist, überwies die 

Staatsanwaltschaft die Sache mit Verfügung vom 19. März 2013 via Dienstweg 

der III. Strafkammer des Obergerichts, mit dem Ersuchen, über die Erteilung bzw. 

Nicht-erteilung der Ermächtigung zur Durchführung einer Strafuntersuchung zu 

entscheiden. In der Sache beantragt die Staatsanwaltschaft, die Ermächtigung sei 

nicht zu erteilen (Urk. 2). 

4.  Mit Verfügung vom 8. April 2013 wurde A._____ (im Folgenden Gesuchsteller 

1) Frist angesetzt, um sich zur Frage zu äussern, ob der Staatsanwaltschaft die 

- 3 - 

Ermächtigung zu erteilen sei, eine Strafuntersuchung anhand zu nehmen, d.h. zu 

prüfen, ob eine Strafuntersuchung zu eröffnen sei oder nicht (Urk. 4). Der Ge-

suchsteller 1 hat sich am 13. April 2013 schriftlich geäussert, wobei er an seiner 

Auffassung, das Datenschutzgesetz sei verletzt worden, festhält. Im Weiteren 

äussert sich der Gesuchsteller 1 zu einer angeblichen Verletzung von "Finmaarti-

kel 1 und 43", während er zum Antrag der Staatsanwaltschaft und zu dessen Be-

gründung keine Stellung nimmt (Urk. 5). 

4. Die Grundsätze des Ermächtigungsverfahrens wurden bereits in der Verfü-

gung vom 8. April 2013 dargelegt (Urk. 4). Darauf kann verwiesen werden. Der 

Klarheit halber ist jedoch zu wiederholen, dass eine Ermächtigung dann zu ver-

weigern ist, wenn die Strafanzeige eindeutig unbegründet erscheint und nicht von 

einem Anfangsverdacht ausgegangen werden kann. 

 Festzuhalten ist sodann, dass im vorliegenden Ermächtigungsverfahren nur 

darüber zu entscheiden ist, ob ein Anfangsverdacht bezüglich einer Amtsge-
heimnisverletzung besteht. Zur Frage, ob im Sinne der Anzeige eine Verletzung 
des IDG gegeben ist, hat sich bereits das Statthalteramt abschliessend und zu-

treffend geäussert. Zuhanden des Gesuchstellers 1 sei immerhin und mit Nach-

druck darauf hingewiesen, dass der von ihm beharrlich angerufene § 6 IDG auf 

den von ihm vorgebrachten Sachverhalt nicht anwendbar ist. Diese Bestimmung 

regelt die Fälle, in denen das Gemeinwesen ihm obliegende Aufgaben im Auf-

tragsverhältnis an Dritte überträgt; als typische Beispiele seien angeführt, der 

Versand von Steuererklärungen durch ein Behindertenheim, die Einforderung 

ausstehender Forderungen durch ein privates Inkassobüro oder die Auslagerung 

ganzer Informatiksysteme und -anwendungen. Im Weiteren ist der Gesuchsteller 

darauf aufmerksam zu machen, dass das von ihm angerufene Gesetz nicht bloss 

den Datenschutz im Auge hat, sondern gleichzeitig auch die Informationsrechte 

der Bürger und die Informationspflichten der öffentlichen Organe.  

5. Im eben erwähnten Spannungsfeld zwischen Informationsrechten und Da-

tenschutz ist im konkreten Fall die Gemeinde tätig geworden. Gemäss § 20  

Abs. 1 IDG hat jede Person Anspruch auf Zugang zu den bei einem öffentlichen 

Organ vorhandenen Informationen, und auf entsprechendes Gesuch hin können 

- 4 - 

Personendaten vom öffentlichen Organ entsprechend den Voraussetzungen von 

§ 16 IDG und § 17 IDG bekannt gegeben werden. Die Gemeinde B._____ hat der 

C._____ offenbar die (gewöhnlichen) Personendaten (Name, Adresse und Ge-

burtsdatum) der über 80-jährigen Einwohner bekannt gegeben. Wie die Staats-

anwaltschaft in ihrem Gesuch zutreffend ausführt, bildet § 39 des Gemeindege-

setzes eine hinreichende gesetzliche Grundlage zur Bekanntgabe dieser Perso-

nendaten. Damit hat die Gemeinde im konkreten Fall gehandelt wie es das Ge-

setz erlaubt, weshalb ein Anfangsverdacht für strafrechtlich relevantes Verhalten 

ausgeschlossen werden kann. Die Ermächtigung ist daher nicht zu erteilen. 

6. Im Ermächtigungsverfahren werden weder Kosten erhoben noch Prozess-

entschädigungen ausgerichtet. 

7. Gegen diesen Entscheid kann Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angele-

genheiten gemäss Art. 82 lit. a BGG beim Bundesgericht erhoben werden. 

Es wird beschlossen: 

1. Der Staatsanwaltschaft wird die Ermächtigung zum Entscheid über die Un-

tersuchungseröffnung bzw. die Nichtanhandnahme des Verfahrens gegen 

die Gesuchsgegner nicht erteilt. 

2. Es werden keine Kosten erhoben. 

3. Es werden keine Prozessentschädigungen ausgerichtet. 

4. Schriftliche Mitteilung an: 

− den Gesuchsteller 1 (per Gerichtsurkunde) 
− die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland, ad C-4/2012/6860 (gegen 

Empfangsbestätigung) 
− die Gesuchsgegner (gegen Empfangsschein) 
− die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich, ad VBM 497/2013 (ge-

gen Empfangsbestätigung)  
sowie nach Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. nach Erledigung allfälliger 
Rechtsmittel an: 

- 5 - 

− die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich, ad VBM 497/2013, im 
Doppel, unter Rücksendung der eingereichten Akten (Urk. 3) zur Weiter-
leitung an die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland, Zweigstelle Flug-
hafen (gegen Empfangsbestätigung) 

 

5. Rechtsmittel: 

Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in öffentlich-
rechtlichen Angelegenheiten erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 
30 Tagen, vom Empfang an gerechnet, bei der Ersten öffentlich-rechtlichen 
Abteilung des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des 

Bundesgerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 
Zürich, 13. Mai 2013 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

III. Strafkammer 
 

Präsident: 
 
 
 

lic. iur. Th. Meyer 

Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. A. Gürber 
 
 
 

	Beschluss vom 13. Mai 2013
	
	Erwägungen:
	I.

	Es wird beschlossen:
	1. Der Staatsanwaltschaft wird die Ermächtigung zum Entscheid über die Untersuchungseröffnung bzw. die Nichtanhandnahme des Verfahrens gegen die Gesuchsgegner nicht erteilt.
	2. Es werden keine Kosten erhoben.
	3. Es werden keine Prozessentschädigungen ausgerichtet.
	4. Schriftliche Mitteilung an:
	 den Gesuchsteller 1 (per Gerichtsurkunde)
	 die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland, ad C-4/2012/6860 (gegen Empfangsbestätigung)
	 die Gesuchsgegner (gegen Empfangsschein)
	 die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich, ad VBM 497/2013 (gegen Empfangsbestätigung)
	sowie nach Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. nach Erledigung allfälliger Rechtsmittel an:
	 die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich, ad VBM 497/2013, im Doppel, unter Rücksendung der eingereichten Akten (Urk. 3) zur Weiterleitung an die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland, Zweigstelle Flughafen (gegen Empfangsbestätigung)

	5. Rechtsmittel: Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang an gerechnet, bei der Ersten öffentlich-rechtlichen Abteilung des Bundes...