# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8f7b6c8c-f336-5295-90a0-16e03bb4f5f3
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2008-07-23
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Kindes- und Erwachsenenschutzgericht 23.07.2008 KES 2008 292
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_003_KES-2008-292_2008-07-23.pdf

## Full Text

FFE 08 292, publiziert im September 2008

Urteil der kantonalen Rekurskommission für fürsorgerische Freiheitsentziehungen,
unter Mitwirkung von Oberrichter Kunz (Vorsitz), Dr. med. H. Gerber (Fachrichter/Referent) 
und S. Büchi (Fachrichter) sowie A. Fink Meier (Protokoll)

vom 21. Mai 2008

in Sachen

B.
Rekurrent

Regeste:
Art. 397a ZGB und Art. 8 FFEG, Rekurs gegen eine ärztlich angeordnete, vorsorgliche 
fürsorgerische Freiheitsentziehung (FEE)
Verhältnismässig ist eine FFE-Massnahme nur, wenn es keine andere Möglichkeit der 
Behandlung gibt. Die Versorgung muss ultima ratio sein. Ist weder Selbst- noch 
Fremdgefährdung gegeben, kann eine Person in einer Anstalt zurückbehalten werden, wenn 
die Gefahr eines sofortigen Rückfalls besteht. Darunter ist ein sofortiger Rückfall in die 
Selbst- oder Fremdgefährdung zu verstehen.

Redaktionelle Vorbemerkungen:
Keine.

Auszug aus den Erwägungen:

I.

Am 16. Juli 2008 wurde B. (nachfolgend Rekurrent genannt) mittels ärztlichem FFE ins
Psychiatriezentrum Münsingen eingewiesen.

Gegen diese Einweisung erhob B. mit Schreiben vom 18. Juli 2008 [...] Rekurs.

(...)

(...)

II.

(...)

III.

Laut Einweisungszeugnis der einweisenden Notfallpsychiaterin des Zentrums für Psychiatrie 
und Psychotherapie Niederbipp erfolgte die Überweisung an das Psychiatriezentrum 
Münsingen wegen einer Erstmanifestation einer akuten paranoiden Psychose (mit teils 
imperativen Stimmen) [...]

(...)

Gemäss Bericht der behandelnden Ärzte zuhanden der Rekurskommission vom 21. Juli 2008 
sei beim krankheitsuneinsichtigen Rekurrenten Fremdgefährdung und mögliche 
Selbstgefährdung nicht recht abschätzbar. Der Rekurrent versuche sehr stark, seine 
Symptomatik zu dissimulieren.

(...)

Die Rekurskommission ist der Ansicht, dass die ärztliche Einweisung vom 16. Juli 2008 
aufgrund der Vorkommnisse zu Recht erfolgt ist. Anlässlich der Rekursverhandlung konnte 
sich die Rekurskommission selber ein Bild über den Zustand des Rekurrenten machen, der 
sich unter der Medikation seit dem Klinikeintritt wohl etwas stabilisiert haben dürfte. Im 
Gespräch beantwortete der Rekurrent alle ihm gestellten Fragen adäquat, wobei offensichtlich 
wurde, dass er nach wie vor behandlungsbedürftig ist. In seinen Ausführungen bagatellisierte 
er die Vorfälle die zur Einweisung führten und zeigte weder Krankheitseinsicht noch 
Medikamentencompliance. Da er sich als absolut gesund bezeichnet, müsste davon 
ausgegangen werden, dass es innert kurzer Zeit zu einer massiven Verschlechterung seines 
Zustandes kommen würde (bzw. die Stimmen wieder stärker würden), weil er die jetzt 
installierte Medikation sofort wieder absetzen würde. Die Folge wäre eine erneute akute 
Selbstgefährdung.

Nach Zürcher Kommentar, Spirig, N. 303 zu Art. 397a ZGB, darf der Patient „auch trotz 
Besserung seines ursprünglichen Zustandes noch in der Klinik zurückbehalten werden, wenn 
die Nachbetreuung oder soziale (Wieder-)Eingliederung noch nicht gewährleistet ist und 
aufgrund aller Erfahrung begründeter Anlass zur Ann ahme besteht, dass sich der Patient der 
notwendigen Anschlussbehandlung entziehen und so den Besserungserfolg sofort wieder 
zunichte machen würde und in den Zustand zurückgeriete, der zur Einweisung führte und zur 
erneuten Klinikeinweisung führen müsste.“

(...)

Aus den vorgenannten Gründen wird der Rekurs abgewiesen.

IV.

(...)

Hinweis:
Der Entscheid ist in Rechtskraft erwachsen.