# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f8aacf50-ebf4-5254-b98c-388b13caa37a
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2004-11-09
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 09.11.2004 ZF 2004 34
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZF-2004-34_2004-11-09.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Tribunale cantonale dei Grigioni
Dretgira chantunala dal Grischun

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 09. November 2004 Schriftlich mitgeteilt am: 
ZF 04 34

(Auf die gegen diese Entscheidung erhobene staatsrechtliche Beschwerde wurde 
vom Bundesgericht mit Urteil vom 01. Juni 2005 (4P.97/2005) nicht eingetreten und 
die Berufung wurde vom Bundesgericht mit Urteil vom 25. August 2005 
(4C.119/2005) abgewiesen.)

Urteil
Zivilkammer

Vorsitz Präsident Brunner
RichterInnen Jegen, Riesen-Bienz, Tomaschett-Murer und Burtscher
Aktuarin ad hoc Strässler

——————

In der zivilrechtlichen Berufung

des A. X., Beklagter, Berufungskläger und Anschlussberufungsbeklagter,

und der B. X., Beklagte, Berufungsklägerin und Anschlussberufungsbeklagte,

beide vertreten durch Rechtsanwalt lic. oec. HSG Alfred P. Müller, im Ochsenbrun-
nen 11, 7310 Bad Ragaz,

gegen

das Urteil des Bezirksgerichts Landquart vom 17. Dezember 2003, mitgeteilt am 12. 
März 2004, in Sachen des Z., Kläger, Berufungsbeklagter und Anschlussberufungs-
kläger, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Rudolf Kunz, Ottoplatz 19, 7000 Chur, 
gegen die Beklagten, Berufungskläger und Anschlussberufungsbeklagten. 

betreffend Aufhebung eines Kaufvertrages,

hat sich ergeben:

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A.1. Z. war als Jugendlicher verschiedentlich Gast auf dem Boot von B. X., 
welche mit seinen Eltern Kontakt pflegte. Im Jahre 2000 entschloss er sich, Schiff-
Fahrstunden auf dem Walensee zu nehmen. Seit dem 20. September 2000 ist er im 
Besitze eines Schiff-Führerausweises (KB 1). In Bootszeitschriften und im Internet 
suchte er in der Folge nach einem passenden Boot. Anlässlich eines gemeinsamen 
Nachtessens der Parteien Ende 2000 erzählte Z. von seinem Plan, ein Boot zu kau-
fen, worauf ihm das Boot der Beklagten zum Kauf angeboten wurde. Nach der Dar-
stellung von A. X. und B. X. nahm Z. die Offerte am 13. Januar 2001 mit den Worten 
"Das Boot ist gekauft" mündlich an. 

2. Am 27. Januar 2001 unterzeichneten Z. als Käufer einerseits und B. X. 
und A. X. andererseits als Verkäufer einen Kaufvertrag betreffend das Boot 
"ORUPO Posillipo, Fischerman, Baujahr 1982, Motormarke Volvo Penta AQ 
170/A/2, 170 PS Immatrikulationsnummer C." samt zusätzlicher Ausrüstung ("1 neu 
gesetzte Boje, 1 Beiboot mit Ruder, diverse Bootszusätze, neuer Unterschutzboden 
Teflon, neues Sommerverdeck) ab Boje in D. zum Preis von Fr. 27'000.--(KB 2). B. 
X. bestätigte am 1. Februar 2001 unterschriftlich, den vereinbarten Betrag erhalten 
zu haben (KB 2). Gleichentags stellte B. X. eine Quittung für 2 Jahre Bojenmiete 
aus (KB 3). 

Die Verkäufer überliessen dem Käufer eine Kopie des Teilkasko-Versiche-
rungsvertrages von Wassersportfahrzeugen zwischen der "Versicherung E." und B. 
X. für deren Motorboot "ORUPO Posillipo, Fischerman, Baujahr 1982, Motormarke 
Volvo Penta AQ 170/A/2, 170 PS Immatrikulationsnummer Ti 4544" vom 1. April 
1992 (KB 4). 

3. Nachdem Z. das Boot im Frühjahr 2001 in Betrieb genommen hatte, traten 
verschiedene Probleme mit den Motoren auf. Z. musste im Mai 2001 Reparaturkos-
ten in der Höhe von Fr. 4'310.60 bezahlen (KB 5, Rechnung des Cantiere F.). Zwi-
schen den Parteien kam es zum Streit über die Ursachen der Mängel und über die 
Tragung der Kosten (KB 7-11). 

4. In der Zeit zwischen Juni 2001 und April 2003 schrieb Z. das Boot mehr-
mals zum Verkauf aus (KB 12). Im Zuge dieser Verkaufsbemühungen kam der Ver-
dacht auf, dass das Boot wesentlich älter sein könnte, als die Vertragsparteien an-
genommen hatten. Der Verdacht verdichtete sich am 23. April 2002 (KB 13). Am 
13. Mai 2002 bestätigte die Firma Volvo Penta Z., dass der Motor seines Bootes, 
der Volvo Penta Benzinmotor AX 170 A, in den Jahren 1969-1972 gebaut worden 

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sei (KB 15, KB 16). Die Y. AG teilte Z. mit Schreiben vom 14. Juni 2002 mit, dass 
die Werft davon ausgehe, dass es sich bei seinem Boot Posillipo Aruba mit grosser 
Wahrscheinlichkeit um ein Schiff aus dem Jahre 1971 handle. Die Schalennummer 
ARB7103 stehe für ARB=Aruba, 71=Jahrgang 1971, 03= 3. Modell aus dem Jahr 
1971 (KB 14). 

5. Mit Schreiben vom 29. April 2002 zeigte der Rechtsvertreter von Z. den 
Verkäufern den festgestellten Mangel (Baujahr 1971 anstatt Baujahr 1982) formell 
an. Er berief sich alternativ auf Grundlagenirrtum und teilte mit, dass der Käufer 
nicht gewillt sei, den Vertrag gegen sich gelten zu lassen. 

Die Beklagten reagierten am 3. Mai 2002 dahingehend, dass sie infolge "die-
ser anwaltlichen Drohungen und Unterstellungen" eine Rechnung für eine Umtriebs-
entschädigung von Fr. 5'000.-- geltend machten. Jedes weitere Eintreten oder jeder 
weitere Aufwand zum Problem Z. werde ihm mit mindestens Fr. 1'000.-- gegen Vor-
kasse belastet (KB 18).

Am 8. Mai 2002 teilte Z. nochmals mit, er berufe sich auf Grundlagenirrtum 
und wolle den Vertrag rückabwickeln (KB 19). Eine weitere formelle Anzeige erfolgte 
am 7. September 2002 (KB 20). A. X. reagierte mit einer Betreibung über Fr. 
10'000.-- (Betreibungs-Nr. 2020508 des Betreibungsamtes Maienfeld vom 22. Mai 
2002). Als Grund der Forderung wurden Folge- und Umtriebskosten des Kaufver-
trages vom 27. Januar 2001 angegeben (KB 23). 

B. Am 30. Mai 2002 reichte Z. beim Vermittleramt Fünf Dörfer gegen A. 
X. und B. X. Klage ein. Nach erfolglos verlaufener Sühneverhandlung vom 28. Au-
gust 2002 wurde am 14. Oktober 2002 der Leitschein ausgestellt mit folgenden 
Rechtsbegehren: 

Klägerisches Rechtsbegehren:

1. Die Beklagten seien unter solidarischer Haftbarkeit zu verurteilen, dem 
Kläger Fr. 30'000.-- zu bezahlen. 

2. Es sei ferner festzustellen, dass die unter Betreibungsnummer 2020508 
in Betreibung gesetzte Forderung des A. X. von Fr. 10'000.-- nicht be-
steht. 

3. Unter vermittleramtlicher, gerichtlicher und aussergerichtlicher Kosten- 
und Entschädigungsfolge (inkl. Mehrwertsteuer) zulasten der Beklagten 
in solidarischer Haftbarkeit.

Beklagtisches Rechtsbegehren:

Abweisung der Klage

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C. Die Klage wurde mit Prozesseingabe vom 1. November 2002 mit 
gleichlautenden materiellen Rechtsbegehren an das Bezirksgericht Landquart pro-
sequiert. 

Mit Prozessantwort vom 16. Dezember 2002 beantragten die Beklagten kos-
tenfällige Abweisung der Klage, soweit darauf einzutreten sei. In Ziff. 2 der Rechts-
begehren wurde anerkannt, dass die  unter der Betreibungsnummer 2020508 in 
Betreibung gesetzte Forderung des Beklagten nicht bestehe. 

Bestritten wurde in der Prozessantwort die Passivlegitimation von A. X.. In 
der Begründung stellten sich die Beklagten im Wesentlichen auf den Standpunkt, 
ein mündlicher Kaufvertrag über das Boot sei bereits am 13. Januar 2001 zustan-
degekommen. Der Kläger habe das Boot seit Jahren gekannt und könne bestätigen, 
dass nie Störungen aufgetreten seien. Am 21. März 2001 habe er das Boot vor-
führen müssen. Er habe dies selbst getan, was darauf schliessen lasse, dass er von 
der fehlerfreien Funktionstüchtigkeit des Bootes ausgegangen sei. Der Bootsaus-
weis sei ein amtliches Papier, auf dessen Angaben vertraut werden dürfe. Wenn 
der 8. August 1982 als erste Inverkehrsetzung darin enthalten sei, dann dürfe darauf 
vertraut werden. Dies habe auch B. X. getan, als sie das Boot erworben habe (PA 
S. 7, ad 3.2). Tatsache sei, dass im Bootsbau Baujahr und Inverkehrsetzung in aller 
Regel auseinander klaffen würden. Dies sei notorisch und habe auch dem Kläger 
bekannt sein müssen. Der Kläger habe das Boot "wie gesehen" gekauft. Das Alter 
des Bootes sei ihm beim Kauf völlig egal gewesen (S.13 ad 4.2). Für Fehlmanipu-
lationen seitens des Käufers würden die Verkäufer nicht haften. Die Beklagten hät-
ten kein Interesse an der Rückübernahme des Bootes. Insbesondere werde jede 
Haftung für eine Lagermiete in der Bootswerft abgelehnt. Aufgrund widerrechtlicher 
Angaben auf amtlichen Formularen habe der Kläger sein Boot nicht mehr an der 
Boje festmachen können. Er habe den Behörden eine fingierte Adresse angegeben 
und gegenüber der Versicherung falsche Angaben gemacht (BB 2-4), weshalb die 
Beklagten eine Strafanzeige eingereicht hätten (BB 5).

In der Replik vom 22. Januar 2003 liess Z. zusätzlich beantragen, es sei die 
Betreibung unter Nummer 2020508 im Betreibungsregister zu löschen. Die beklag-
tischen Rechtsbegehren blieben in der Duplik vom 13. Februar 2003 unverändert.

D. Mit Urteil vom 17. Dezember 2003, mitgeteilt am 12. März 2004, ent-
schied das Bezirksgericht Landquart was folgt:

1. In teilweiser Gutheissung der Klage werden A. X. und B. X. unter solida-
rischer Haftbarkeit gerichtlich verpflichtet, Z. Zug um Zug gegen Rück-

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gabe des im Kaufvertrag vom 27. Januar 2001 bezeichneten Motorboo-
tes "ORUPO Posillipo Fischerman" samt Zubehör Fr. 18'000.-- zu bezah-
len. 

2. Es wird gerichtlich von der Anerkennung der Beklagten Vormerk genom-
men, dass die unter der Betreibungsnummer 2020508 des Betreibungs-
amtes Maienfeld von A. X. gegen Z. in Betreibung gesetzte Forderung 
von Fr. 10'000.-- nicht besteht. 

3. Das Betreibungsamt des Kreises Maienfeld wird gerichtlich angewiesen, 
die unter vorstehender Ziffer erwähnte Betreibung gegen Z. im Register 
zu löschen. 

4. Die Kosten des Kreispräsidenten Fünf Dörfer als Vermittler im Betrage 
von Fr. 205.-- sowie die Kosten des Verfahrens vor Bezirksgericht Land-
quart, bestehend aus

- einer Gerichtsgebühr von Fr. 3'225.--

- einer Schreibgebühr von Fr. 830.--

- den Barauslagen von Fr. 192.50

- Expertisekosten Fr. 2'252.50

- einem Streitwertzuschlag von Fr. 600.--

total somit Fr. 7'100.--

werden zu einem Drittel dem Kläger und zu zwei Dritteln den solidarisch haften-
den Beklagten auferlegt. 

Die Beklagten haben dem Kläger zudem - ebenfalls unter solidarischer Haftung- 
eine ausseramtliche Entschädigung von Fr. 2'842.-- zuzüglich die gesetzliche 
Mehrwertsteuer zu bezahlen. 

5. Mitteilung

Das Bezirksgericht Landquart bejahte die Passivlegitimation beider Beklag-
ten. Die Vorinstanz kam weiter zum Schluss, dass sämtliche Voraussetzungen ei-
nes Grundlagenirrtums im Sinne von Art. 24 Abs. 1 Ziff. 4 OR gegeben seien. Dieser 
Irrtum sei fristgerecht mitgeteilt worden mit der Rechtsfolge, dass der Vertrag mit 
Wirkung ex tunc aufgelöst werde und bereits erbrachte Leistungen rückzuerstatten 
seien. Weiter hielt das Bezirksgericht Landquart dafür, dass der Irrtum des Klägers 
auf seine Fahrlässigkeit, nämlich dem Unterlassen einer üblichen Prüfung der Sa-
che, zurückzuführen sei. Diesen treffe daher die in Art. 26 Abs. 2 OR umschriebene 
Schadenersatzpflicht aus dem Dahinfallen des Kaufvertrages. Die vom Kläger gel-
tend gemachte Forderung von Fr. 30'000.-- erachtete das Gericht mit den Positio-
nen Kaufpreis (Fr. 27'000.--) und Zinsen (5 % seit dem 17. Januar 1001, 1041 Tage 
=Fr. 3'903.75) als ausgewiesen. Davon abgezogen wurde gestützt auf Art. 26 Abs. 
2 OR die vom Experten festgestellte Wertverminderung des Bootes während der 
Besitzesdauer des Klägers von Fr. 12'000.--, so dass eine Forderung von Fr. 
18'000.-- zu Gunsten des Klägers resultierte. 

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E. Gegend dieses Urteil reichten A. X. und B. X. am 5. April 2004 Beru-
fung ein mit folgenden Anträgen: 

1. Das Urteil des Bezirksgerichts Landquart vom 17. Dezember 2003 sei 
vollumfänglich aufzuheben und die Klage abzuweisen. 

2. Unter gerichtlicher und aussergerichtlicher Kosten- und Entschädigungs-
folge (zuzüglich 7.6 % Mehrwertsteuer) zu Lasten des Berufungsbeklag-
ten. 

F. Am 19. April 2004 liess Z. Anschlussberufung erklären mit folgenden 
Anträgen: 

1. Die Berufung sei abzuweisen. 

2. In Gutheissung der Anschlussberufung sei Ziff. 1 des Dispositivs des an-
gefochtenen Urteils dahin abzuändern, als die Beklagten unter solidari-
scher Haftbarkeit verurteilt werden, dem Kläger gegen Erstattung des 
Motorbootes "ORUPO Posillipo Fischerman" Fr. 30'000.-- zu bezahlen. 

3. Ziff. 4 des Dispositivs des angefochtenen Urteils sei dahin abzuändern, 
dass die Beklagten und Berufungskläger unter solidarischer Haftbarkeit 
verurteilt werden, sämtliche Kosten des Vermittleramtes sowie die ge-
richtlichen und aussergerichtlichen Kosten der Vorinstanz zu tragen. 

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beklagten und 
Berufungskläger. 

In verfahrensrechtlicher Hinsicht wurde verlangt, es sei über die Ausführun-
gen des Experten zur Frage 7 und über die am Schluss des Gutachtens hierzu ge-
machten sachdienlichen Angaben anhand der in der Begründung gegebenen Infor-
mationen Erläuterung zu verlangen (Art. 195 ZPO). Eventualiter sei der Sachver-
ständige zur mündlichen Hauptverhandlung vorzuladen und seine am Schluss ge-
machten sachdienlichen Angaben zu erläutern. 

G. Mit Verfügung vom 29. April 2004 ordnete der Kantonsgerichtspräsident 
das schriftliche Verfahren gemäss Art. 224 Abs. 2 ZPO. 

Mit Berufungsbegründung vom 10. Juni 2004 bestätigten und begründeten 
die Beklagten ihre Rechtsbegehren gemäss Berufungserklärung. Zudem wurde be-
antragt, ein Obergutachten einzuholen. Gemäss Expertenfragen soll der Gutachter 
feststellen, welchen Verkaufswert das Boot im Zeitpunkt des Verkaufes mit und 
ohne Zubehör hatte, ob das Motorboot als Liebhaberobjekt bezeichnet werden 
könne, wie lange die Lebensdauer des Motorbootes normalerweise sei, ob es mög-
lich sei, den Wert eines Motorbootes zu bestimmen, wenn man dieses Boot nie in 
fahrbereitem Zustand gesehen habe und welchen Wert das Boot im heutigen Zu-
stand habe. 

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Der Berufungsbeklagte bestätigte in der Berufungsbegründungsantwort und 
Begründung der Anschlussberufung vom 14. Juli 2004 die materiellen Rechtsbe-
gehren. Für den Fall, dass das Kantonsgericht die Wertminderung des Motorbootes 
in die Verantwortung von Z. stellen würde, wurde eine Ergänzung der Expertise 
beantragt. 

In der Stellungnahme zur Anschlussberufungsbegründung vom 6. Septem-
ber 2004 liessen A. X. und B. X. die kostenfällige Abweisung der Anschlussberufung 
beantragen. 

Auf die schriftlichen Begründungen der Parteien sowie auf die weiteren Aus-
führungen im angefochtenen Urteil wird, soweit erforderlich, nachfolgend eingegan-
gen. 

Die Zivilkammer zieht in Erwägung :

1.a) Gegen Urteile des Bezirksgerichts betreffend vermögensrechtliche Strei-
tigkeiten kann gemäss Art. 218 ZPO in Verbindung mit Art. 19 ZPO Berufung ergrif-
fen werden. Die Berufung ist innert 20 Tagen von der schriftlichen Mitteilung des 
Urteils an zu erklären. Sie hat die formulierten Anträge auf Abänderung des erstin-
stanzlichen Urteils und der Beiurteile sowie neue Einreden, soweit solche noch 
zulässig sind, zu enthalten (Art. 219 ZPO). 

b) Die Berufung des A. X. und der B. X. vom 5. April 2004 richtet sich gegen 
das Urteil des Bezirksgerichts Landquart vom 17. Dezember 2003, mitgeteilt am 12. 
März 2004, welches am 15. März 2004 beim Anwalt des Berufungsklägers einging. 
Auf das frist- und formgerecht eingereichte Rechtsmittel ist einzutreten. Der Streit-
wert übersteigt Fr. 8'000.-- (Art. 46 lit. b OG ).

2. a) Nach Art. 224 Abs. 2 ZPO kann der Kantonsgerichtspräsident dem Be-
rufungskläger und nötigenfalls der Gegenpartei Frist ansetzen, um die Berufungs-
anträge schriftlich zu begründen, wenn sich die Berufung als offensichtlich unbe-
gründet erweist, nur Punkte von untergeordneter Bedeutung angefochten werden 
oder aus anderen Gründen von einer mündlichen Verhandlung abgesehen werden 
kann. In diesen Fällen findet keine Berufungsverhandlung statt. Der Entscheid, 
keine mündliche Verhandlung anzuordnen, stellt eine prozessleitende Verfügung 
dar, welche beim Gerichtsausschuss angefochten werden kann (Art. 237 Abs. 1 
ZPO). 

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b) A. X. und B. X. halten in ihrer Berufungsbegründung fest, sie könnten nicht 
einsehen, weshalb von einer mündlichen Verhandlung abgesehen werde. Eine be-
gründete Beschwerde gegen die Verfügung des Kantonsgerichtspräsidenten haben 
sie aber nicht eingereicht. Auf ihren Einwand ist daher nicht einzutreten. Immerhin 
sei darauf hingewiesen, dass die Anordnung des schriftlichen Verfahrens gemäss 
dem Gesetzeswortlaut nicht nur bei Aussichtslosigkeit und bei der Anfechtung von 
untergeordneten Punkten, sondern auch aus anderen, etwa aus prozessökonomi-
schen Gründen möglich ist. 

c) Nachdem die Verfügung betreffend die Anordnung des schriftlichen Ver-
fahrens unangefochten geblieben ist, steht die Anordnung einer Parteibefragung 
nicht mehr zur Diskussion. Dem Antrag hätte im übrigen nur dann stattgegeben wer-
den können, wenn das Vorbringen einer Partei unklar, unvollständig oder unbe-
stimmt geblieben wäre. Die formfreie Parteibefragung stellt dabei kein eigentliches 
Beweismittel dar. Sie bezweckt nicht den Beweis bestrittener Tatsachen, sondern 
die Abklärung und Vervollständigung unklarer Vorbringen einer Partei (Art. 112 Abs. 
1 ZPO; PKG 1988 Nr. 15; PKG 1990 Nr. 13). 

Im vorliegenden Fall sind die Behauptungen der Berufungskläger zu den Ver-
kaufsverhandlungen und zur behaupteten Zusage "das Boot ist gekauft" klar und 
bestimmt, es ist nicht ersichtlich, was fehlen würde. Unmissverständlich ist auch die 
Behauptung, beim Boot würde es sich um ein Liebhaberobjekt handeln. Bereits die 
Vorinstanz hat den Antrag auf Durchführung einer Parteibefragung daher zu Recht 
abgelehnt. Der Beweis für die aufgestellten Behauptungen kann mit der Parteibe-
fragung wie ausgeführt nicht erbracht werden. Was die Behauptung betrifft, das 
Boot sei ein Liebhaberobjekt, kommt hinzu, dass sie in den Rechtsschriften fehlt. 
Unterlassene Ausführungen zu den tatsächlichen Verhältnissen können aber ohne-
hin nicht über die Parteibefragung durch das Gericht nachgeholt werden (vgl. PKG 
1990 Nr. 13).

3.a) Die Berufungskläger verlangen in der Berufungsbegründung die An-
ordnung einer Oberexpertise. 

b) Gemäss Art. 226 Abs. 1 ZPO dürfen von den Parteien vor der Berufungs-
instanz grundsätzlich keine neuen Beweismittel angerufen werden. Nach Satz 2 die-
ser Bestimmung können die Parteien im Berufungsverfahren hingegen verlangen, 
dass Beweismittel, welche vor erster Instanz fristgemäss angemeldet, aber nicht 
abgenommen worden sind, erhoben werden, sofern sie für die Beurteilung der 

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Streitfrage von wesentlicher Bedeutung sein können. Solche Anträge müssen 
spätestens in der Berufungserklärung gestellt werden. Geschieht dies nicht, verwirkt 
der Anspruch auf Abnahme der entsprechenden Beweismittel. Werden solche Be-
gehren erst an der mündlichen Berufungsverhandlung oder in der schriftlichen Be-
rufungsbegründung eingebracht, kann darauf also nicht eingetreten werden. Soweit 
sie Gegenstand eines erstinstanzlichen Beiurteils bildeten, weil die Beweisverfü-
gung des Bezirksgerichtspräsidenten angefochten wurde, ergibt sich dies unmiss-
verständlich aus Art. 219 Abs. 1 ZPO, wird hier doch ausdrücklich verlangt, dass 
die Berufungserklärung die formulierten Anträge auf Abänderung des erstinstanzli-
chen Urteils und der Beiurteile enthalten müsse. Nichts anderes kann dann gelten, 
wenn abgelehnte Beweisanträge mangels Anfechtung der Beweisverfügung zu kei-
nem Beiurteil geführt haben. Es gibt keinen sachlichen Grund, in solchen Fällen 
vom Erfordernis abzusehen, dass bereits aus der Berufungserklärung hervorgehen 
muss, inwieweit noch die Abnahme neuer Beweismittel verlangt wird (PKG 1991 Nr. 
12).

Vor dem Bezirksgericht Landquart haben die Berufungskläger keinen Antrag 
auf Anordnung einer Oberexpertise gestellt. Der Antrag ist neu. Zudem wurde er 
erst in die schriftliche Berufungsbegründung vom 10. Juni 2004 aufgenommenen, 
in der Berufungserklärung vom 5. April 2004 ist er nicht enthalten. Nach dem Ge-
sagten kann darauf somit nicht eingetreten werden. 

c) Nach Art. 226 Abs. 2 ZPO kann das Kantonsgericht von sich aus Sachver-
ständigengutachten einholen, Augenscheine durchführen und die Parteien zur Par-
teiaussage zulassen. Eine Oberexpertise kann nach Art. 195 Abs. 1 ZPO dann an-
geordnet werden, wenn das Gericht das Gutachten nicht für genügend hält. Erläu-
terungen zum Gutachten können dann verlangt werden, wenn einzelne Punkte dun-
kel geblieben sind. 

Der Experte G. vom Expertenbüro H. hielt in seinem Gutachten fest, dass die 
amtliche Inverkehrsetzung nicht mit dem Baujahr identisch sein müsse (S. 4, be-
klagtische Frage 1). Auf die Frage, was man unter "Baujahr" eines Motorbootes ver-
stehe, gab er zur Antwort, dass bei der Kiellegung oder dem Guss der Aussenhaut 
dem Bau das Datum eingeschlagen oder eingegossen werde, in diesem Falle ARB 
7103. Man könne davon ausgehen, dass die Schale im März 1971 gegossen wor-
den sei. Der Bau eines Bootes dieser Grössenordnung daure ca. 2 bis 3 Monate. 
Somit könne das Baujahr 1971 angenommen werden (S. 4, zu Frage 2). Die Frage, 
ob es üblich sei und auf das Motorboot des beschriebenen Typs zutreffe, dass das 
Motorboot zwar im Jahre 1983 gebaut worden sei, dass dafür aber eine Schale aus 

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dem Jahre 1971 und ein Motor aus den Jahren 1969-1972 verwendet worden sei, 
beantwortete der Experte ebenso klar mit nein wie die Frage, ob es üblich sei, dass 
sich der Bau eines Motorbootes über 11 Jahre hinauszog (S. 3, Fragen 4 und 6). 
Zu Frage 6 führte er mit aller Deutlichkeit aus (S. 3): "Das Motorboot wurde im Jahre 
1971 in Italien gebaut und auch dort gefahren und benutzt. Am 8. August 1982 
wurde es in der Schweiz zum ersten Mal angemeldet, was auf dem Fahrzeugaus-
weis mit 08.82 (U) bestätigt wird. U steht für "uso" und bedeutet "gebraucht"". Auf-
grund dieser Aussagen steht nach der Auffassung der Zivilkammer fest, dass das 
umstrittene Boot im Jahre 1971 gebaut wurde. Das Gericht hat keinen Anlass, an 
der Richtigkeit dieser klaren Angaben zu zweifeln. Dies gilt um so mehr, als sich die 
Angaben zum Baujahr und zu den verwendeten Materialien, namentlich zum Motor 
(S. 2, Frage 2) mit den Angaben des Werks und des Motorenherstellers decken (KB 
14-16). Auch die Berufungskläger legen nicht dar, inwiefern die Angabe des Exper-
ten in diesen Punkten falsch sein sollen. Eine Oberexpertise ist hierzu demnach 
nicht erforderlich. 

Soweit die Berufungskläger mit einem Obergutachten beweisen wollen, dass 
es sich beim verkauften Boot um ein Liebhaberobjekt handelt, ist der Antrag bereits 
deshalb abzulehnen, weil eine entsprechende Behauptung sowohl in der Prozes-
santwort wie auch in der Duplik fehlt. 

Die übrigen Fragen, namentlich diejenige nach dem heutigen Wert des Boo-
tes, ist, wie nachstehend zu zeigen sein wird, für die Beurteilung der Streitsache 
nicht wesentlich, die Anordnung einer Oberexpertise dazu somit nicht erforderlich. 
Es erübrigt sich auch die vom Berufungsbeklagten beantragte Ergänzung der Ex-
pertise zum Verkehrswert im Jahre 2001, den der Experte unter Annahme eines 
mittelmässigen, fahrbereiten Zustandes ebenfalls unzweideutig auf Fr. 18'000.-- 
festgelegt hatte (Expertise, S. 6 zu Frage 7).

4. Die Vorinstanz hat die in der Prozessantwort erstmals bestrittene Passiv-
legitimation von A. X. zu Recht und mit zutreffender Begründung bejaht, so dass auf 
die Ausführungen in E. 3 des angefochtenen Urteils verwiesen werden kann (Art. 
229 Abs. 3 ZPO). Die Berufungskläger legen in ihrer Berufungsbegründung denn 
auch nicht dar, inwiefern die Argumentation des Bezirksgerichts Landquart nicht zu-
treffen sollte. Zur Passivlegitimation wird einzig ausgeführt, dass der Berufungsklä-
ger im Zeitpunkt des Vertragsabschlusses noch nicht mit der Berufungsklägerin ver-
heiratet gewesen sei und deshalb als Zeuge hätte einvernommen werden können. 
Die Einvernahme von A. X. als Zeuge wurde von den Berufungsklägern in den 

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Rechtsschriften vor erster Instanz nicht verlangt; ein entsprechender Antrag, wel-
cher ohnehin verspätet wäre, wird auch in der Berufungsbegründung nicht explizit 
gestellt. Selbst wenn A. X. ausgesagt hätte, er sei nicht als Verkäufer aufgetreten, 
wäre diese Aussage vom Gericht nach freier Überzeugung zu würdigen gewesen 
(Art. 158 ZPO). Angesichts der übrigen, von der Vorinstanz im Einzelnen aufgeführ-
ten Beweismittel, namentlich angesichts des dokumentierten Verhaltens von A. X., 
hätte seine anderslautende Aussage nichts am Schluss des Gerichts, dass er pas-
sivlegitimert ist, zu ändern vermocht. 

5. Nicht stattgegeben werden kann dem Antrag der Berufungskläger in Ziff. 
7 der Berufungsbegründung, die Zeugenaussage von I. aus dem Recht zu weisen. 
Hierfür gibt es keine gesetzliche Grundlage. Das Gericht hat vielmehr die Glaub-
würdigkeit und das Gewicht der Zeugenaussagen für sich allein und gegeneinander 
sorgfältig abzuwägen und dabei alle Umstände, insbesondere Abhängigkeits- und 
Pflichtverhältnisse, welche sich auf die Zuverlässigkeit der Zeuginnen und Zeugen 
auswirken können, in Betracht zu ziehen (Art. 186 Abs. 2 ZPO). Bei der Würdigung 
der Aussage der Zeugin I. ist somit deren Beziehung zum Berufungsbeklagten - sie 
ist eigenen Angaben zufolge seine Lebenspartnerin - zu beachten. 

6. Umstritten und zu prüfen ist, ob die Voraussetzungen eines Grundlagen-
irrtums im Sinne von Art. 24 Abs. 1 Ziff. 4 OR im vorliegenden Fall gegeben sind. 
Nicht geltend gemacht wird eine Vertragsanfechtung wegen absichtlicher Täu-
schung im Sinne von Art. 28 OR, weshalb darauf nicht näher einzugehen ist. 

a) Das Bezirksgericht Landquart hat die Voraussetzungen für einen Grund-
lagenirrtum in E. 4a) zutreffend dargestellt, so dass grundsätzlich darauf verwiesen 
werden kann (Art. 229 Abs. 3 ZPO). 

Nach Art. 24 Abs. 1 Ziff. 4 OR ist der Irrtum namentlich dann wesentlich, 
wenn er einen bestimmten Sachverhalt betraf, der vom Irrenden nach Treu und 
Glauben als eine notwendige Grundlage des Vertrages betrachtet wurde. Der 
Grundlagenirrtum im Sinne dieser Bestimmung ist ein qualifizierter Motivirrtum. Der 
Irrende stellt sich einen Sachverhalt vor, der von der Wirklichkeit abweicht, den er 
aber als notwendige Grundlage des Vertrages betrachtet 
(Gauch/Schluep/Schmid/Rey, Schweizerisches Obligationenrecht, Allgemeiner Teil 
I, 8. Aufl. Zürich 2003, N. 777, S. 158). Nach gefestigter Lehre und Rechtsprechung 
muss ein Irrtum für den Irrenden sowohl subjektiv wie auch objektiv wesentlich sein, 
damit von einem wesentlichen Grundlagenirrtum gesprochen werden kann 

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(Gauch/Schluep/Schmid/Rey, a.a.O., N. 778, S. 158; Ingeborg Schwenzer in: Basler 
Kommentar zum Schweizerischen Privatracht, OR I, 3. Aufl., Basel 2003, N. 20 zu 
Art. 24 OR, BGE 118 II 58, 62). Ob die grundlegende Bedeutung des irrtümlich vor-
gestellten Sachverhaltes für die Vertragspartner des Irrenden erkennbar gewesen 
sein muss, ist umstritten (bejahend etwa BGE 110 II 303, 113 II 28, Schwenzer in: 
Basler Kommentar zum Schweizerischen Privatracht, OR I, 3. Aufl., Basel 2003, N. 
23 zu Art. 24 OR mit weiteren Hinweisen; ablehnend z.B. 
Gauch/Schluep/Schmid/Rey, a.a.O., N. 781, S. 151 OR; offen gelassen in BGE 114 
II 139ff.). 

b) Der Berufungsbeklagte ging beim Kauf des Motorbootes "ORUPO Posil-
lipo Fischerman" davon aus, das Boot stamme aus dem Jahre 1982. Sowohl im 
Kaufvertrag (KB 2) wie auch in den dem Käufer übergebenen alten Versicherungs-
dokumenten (KB 4) ist als Baujahr ausdrücklich und unmissverständlich das Jahr 
1982 angegeben. Die Annahme, das Boot sei im Jahre 1982 gebaut worden, wurde 
zusätzlich genährt durch die Angabe des Datums der ersten Inverkehrsetzung auf 
dem Bootsausweis (KB 2, Rückseite). Dass das ebenfalls vermerkte "U" für uso, 
also für gebraucht, steht und dass das Datum der ersten Inverkehrsetzung nicht mit 
dem Baujahr übereinstimmen muss, ist für einen Laien wie Z. nicht ohne weiteres 
erkennbar. Dass sich Z. über das Alter des Motorboots geirrt hat, bestätigen sowohl 
der Zeuge J. wie auch die Zeugin I.. Der Zeuge J. führte aus (zu 3., S. 2):" Als wir 
dann die Motoren abgedeckt hatten, bekam ich Zweifel, dass dieses Boot wirklich 
nur 20 Jahre alt sein sollte. Einerseits vom Aussehen der Motoren und andererseits 
auch von der Form des Bootes." "...Ich notierte mir dann die Motorennummer und 
den Motorentyp und rief am Montag bei der Firma Volvo an... Diese erklärten mir 
dann, in welchem Zeitraum dieser Typ Motor hergestellt wurde und daraus ergab 
sich, dass der Motor mindestens 30 Jahre alt sein muss (a.a.O., zu 4, S. 2). Auf-
grund des vorangegangenen Kontakts mit Z. ging also auch der Zeuge davon aus, 
dass das Boot nur 20-jährig sei. Beim Auswintern des Bootes, beim Abdecken der 
Motoren, kamen ihm Zweifel, denen er nachging. Zeugin I. sagte aus, dass ihr Le-
benspartner Z. den Eheleuten X. verschiedene Internet-Ausdrucke von Motorboo-
ten, welche ca. 20-jährig gewesen seien, gezeigt habe. Dabei habe jemand von den 
Eheleuten erwähnt, dass sie allenfalls ihr Boot verkaufen würden und dass ihr Boot 
in der gleichen Preis- und Altersklasse sei (Zeugin I., zu 4, S. 2). Wohl ist bei der 
Würdigung dieser Aussagen die Nähe der Zeugin bzw. des Zeugen zum Berufungs-
kläger zu berücksichtigen. Zu beachten ist aber auch, dass beide auf die strafrecht-
lichen Folgen eines falschen Zeugnisses aufmerksam gemacht worden waren. Zu-
dem bestätigten sie je aus ihrer Sicht - I. aufgrund des gemeinsamen Nachtessens 

13

mit den Berufungsklägern, J. nach dem beim Auswintern des Bootes Erlebten, un-
abhängig voneinander, dass Z. angenommen hatte, das umstrittene Motorboot sei 
20-jährig. Die Zeugenaussagen decken sich mit den Urkunden. Wie die Vorinstanz 
gelangt das Kantonsgericht nach Würdigung all dieser Beweismittel zum Schluss, 
dass Z. beim Kauf davon ausging, ein Boot mit Baujahr 1982 gekauft zu haben. 
Aufgrund der Expertise ist demgegenüber erstellt, dass das Motorboot bereits im 
Jahre 1971 in Italien gebaut worden war. Am 8. August 1982 war es erstmals in der 
Schweiz angemeldet worden. Z. hat sich somit über das Baujahr geirrt; das Boot 
war über zehn Jahre älter als er angenommen hatte. 

Steht nach dem Gesagten fest, dass der Sachverhalt, den sich Z. vorgestellt 
hat, nämlich der Kauf eines Bootes mit Baujahr 1982, von der Wirklichkeit, nämlich 
dem Kauf eines Bootes mit dem Baujahr 1971, abwich, ist zu prüfen, ob dieser Irr-
tum subjektiv und objektiv wesentlich war. 

c) Subjektiv wesentlich ist der Irrtum dann, wenn der Irrende den irrtümlich 
vorgestellten Sachverhalt (das Baujahr des Bootes) als notwendige Grundlage des 
Vertrages betrachtet. Für den Irrenden bildet der vorgestellte Sachverhalt "conditio 
sine qua non" und damit eine unerlässliche Voraussetzung dafür, dass er den Kauf-
vertrag überhaupt oder mit dem betreffenden Inhalt, z.B. zum vereinbarten Preis 
abschliesst. Bei Kenntnis des wahren Sachverhaltes würde der Irrende den Vertrag 
nicht - jedenfalls nicht mit dem betreffenden Inhalt - abschliessen wollen 
(Gauch/Schluep/Schmid/Rey, a.a.O., N. 779 ff. , S. 158f.). 

Z. hat sich - was auch die Berufungskläger anerkennen (Ziff. 4, S. 6 der Be-
rufungsbegründung) im Internet nach einem Motorboot umgesehen, mit dem er die 
Freizeit verbringen wollte, nachdem er den Bootsführerschein erworben hatte. Als 
er sich für das Boot der Berufungskläger entschied, ging er davon aus, dass er ge-
gen Bezahlung von Fr. 27'000.-- ein 20 Jahre altes Boot kaufen würde. Dies ergibt 
sich klar und eindeutig aus dem Kaufvertrag, in dem (das falsche) Baujahr und der 
Kaufpreis explizit aufgeführt sind. Dasselbe falsche Baujahr ist zudem auch in den 
Versicherungsdokumenten enthalten (KB 4). Die Behauptung der Berufungskläger, 
der Berufungsbeklagte habe sich gar keine Vorstellungen über das Alter des Bootes 
gemacht, ist damit aktenwidrig. Unbewiesen geblieben ist die Darstellung der Beru-
fungskläger, der Berufungsbeklagte sei darauf aufmerksam gemacht worden, dass 
die Schale, die Flybridge und die Motoren Bestandteile des Bootes seien und dass 
diese nicht in einem halben Jahr produziert werden könnten (Berufungsbegründung 
S. 5 Ziff. 2), die Parteien hätten über die Problematik der genauen Altersbestim-

14

mung gesprochen (S. 5 Ziff. 3). Hätten bezüglich des Alters des Bootes tatsächlich 
Unsicherheiten bestanden und wären diese Unsicherheiten angesprochen worden, 
läge es nahe, dass dies im Kaufvertrag erwähnt oder dass das Alter des Bootes 
zumindest offengelassen worden wäre. Die Tatsache, dass im von den Verkäufern 
aufgesetzten Kaufvertrag als Baujahr explizit und ohne jeden Vorbehalt das Jahr 
1982 angegeben wird, ist demgegenüber ein klares Indiz dafür, dass die Parteien 
vom Baujahr 1982 ausgegangen sind. Wurde bei der Beschreibung des Occasions-
Bootes nebst dem mit verkauften Zubehör auch das Alter des Bootes und der Preis 
für das Kaufobjekt aufgeführt, ist davon auszugehen, dass es sich um wesentliche 
Vertragspunkte für die Parteien handelte. Hieran vermag, wie nachstehend (E. 6.f)) 
zu zeigen sein wird, auch die Klausel "wie gesehen" nichts zu ändern. Die Beru-
fungskläger wenden ein, Z. hätte das Motorboot ungeachtet des Alters auf jeden 
Fall gekauft, nachdem die einstündige Probefahrt problemlos verlaufen sei. Das Mo-
torboot sei ein Liebhaberobjekt gewesen, weshalb der Berufungsbeklagte dem Alter 
des Bootes überhaupt keine Beachtung geschenkt habe. Die Behauptung, das Boot 
sei ein Liebhaberobjekt - welche in den Rechtsschriften wie erwähnt nicht enthalten 
ist - ist unbewiesen geblieben. Aus der Expertise ergibt sich im Gegenteil, dass das 
Boot ein in den 70er Jahren sehr gefragtes und gut verkauftes Boot gewesen sei 
(Expertise, S. 4, zu Frage 3). Den Verkehrswert des Bootes mit Baujahr 1971 samt 
sämtlichen von den Verkäufern hervorgehobenen Besonderheiten wie Fly-Bridge 
und Zubehör veranschlagte der Gutachter für das Jahr 2001 auf nicht mehr als Fr. 
18'000.-- also auf erheblich weniger, als Z. bezahlt hat. Die Besonderheit des Boo-
tes lag - wie die Vorinstanz zu Recht erkannt hat - somit einzig darin, dass Z. die 
Verkäufer kannte und bereits einige Male auf dem Boot gewesen war. Dass der 
Berufungsbeklagte das Boot der Berufungskläger aus diesem Grund bevorzugte, 
ist bei einem Occasionskauf nachvollziehbar. Dass er deswegen das Preis-Leis-
tungsverhältnis völlig ausser Acht gelassen haben soll, dass er gerade dieses Boot 
habe kaufen wollen, auch wenn er gewusst hätte, dass es die Grenze der Einsatz-
dauer von 30 Jahren erreicht hatte (Expertise, S. 6) und dass ihm der Preis egal 
gewesen sein soll, wie die Berufungskläger geltend machen, ist lebensfremd und 
kann ausgeschlossen werden. Z. wollte ein gebrauchsfähiges Boot für Freizeitfahr-
ten zu einem angemessenen Preis. Er ist kein Bastler, der alte Boote günstig kauft 
und in aufwändiger Arbeit in Stand stellt. Bei dieser Akten- und Interessenlage ist 
die subjektive Wesentlichkeit des Kaufpreises zu bejahen. 

d) Das objektive Merkmal besteht darin, dass der Irrende den vorgestellten 
Sachverhalt nach Treu und Glauben im Geschäftsverkehr als eine notwendige 
Grundlage des Vertrages betrachten darf (BGE 118 II 62 und 301, 

15

Gauch/Schmid/Schluep/Rey, a.a.O., N. 783 ff., S. 159). Objektive Wesentlichkeit 
liegt vor allem vor, wenn von dem irrtümlich vorgestellten Sachverhalt der Wert der 
Vertragsleistungen abhängt (Ingeborg Schwenzer, Basler Kommentar zum Schwei-
zerischen Privatrecht, OR II, 3. Aufl., Basel 2003, N. 22 zu Art. 24 OR). Dass das 
Alter eines Fahrzeuges, namentlich eines Occasionsfahrzeuges, dessen Wert 
massgeblich beeinflusst, ist allgemein bekannt. Auch das Bundesgericht qualifi-
zierte den Irrtum über das Alter eines Luxusautos, welches nicht im Jahre 1992, 
sondern schon im Jahre 1990 in Verkehr gesetzt worden war, als objektiv wesentlich 
(SemJud 1998 221; vgl. Gauch/Schluep/Schmid/Rey, a.a.O., N. 793, S. 161). Von 
einem wesentlichen Irrtum wurde auch beim Irrtum über die tatsächliche Wohnungs-
grösse ausgegangen. Der Mieter meinte, die Wohnung sei 13 m2 grös-ser als sie 
tatsächlich war. Das Bundesgericht führte aus, dass diese Fläche einer mittleren 
Zimmergrösse entspreche. Selbst wenn berücksichtigt werde, dass im Inserat die 
Wohnfläche mit "etwa 160 m2" angegeben werde, habe der Mieter nicht mit einem 
solchen Unterschied rechnen müssen, er habe sich vielmehr in guten Treuen auf 
das Inserat verlassen dürfen, zumal darin auch der monatliche Mietzins von Fr. 
1'680.-- angegeben gewesen sei, Interessenten folglich Zins und Fläche miteinan-
der hätten vergleichen können (BGE 113 II 25; 28). 

Im vorliegenden Fall gaben sowohl der Kaufvertrag als auch die Versiche-
rungsdokumente als Baujahr das Jahr 1982 präzise an. Aufgrund des Kaufpreises 
von Fr. 27'000.-- und der vom Berufungsbeklagten angestellten Vergleiche im Inter-
net mit Booten der gleichen Kategorie und derselben Altersklasse durfte er davon 
ausgehen, dass das Boot tatsächlich im Jahr 1982 gebaut worden war. Für ein elf 
Jahre älteres Boot wäre ein weit tieferer Preis angemessen gewesen. Gemäss Ex-
pertise lag der Verkehrswert für ein Boot mit Jahrgang 1971 samt Zubehör zum 
damaligen Zeitpunkt bei Fr. 18'000.--, die übliche Einsatzdauer des Motorbootes 
von 30 Jahren war bereits abgelaufen (Expertise, S. 6 zu Frage 7). Unter diesen 
Umständen durfte Z. das Alter des Motorbootes nach Treu und Glauben im Ge-
schäftsverkehr zweifellos als notwendige Grundlage des Vertrages betrachten. Das 
Bundesgericht liess bereits eine Altersdifferenz von zwei Jahren für die Annahme 
eines wesentlichen Irrtums genügen. Im konkreten Fall besteht mit elf Jahren Al-
tersdifferenz eine derart offensichtliche, preisrelevante Diskrepanz zur Wirklichkeit, 
dass die einseitige Unverbindlichkeit des Vertrages ohne weiteres als angemes-
sene Rechtsfolge für den Irrtum erscheint (Gauch/Schluep/Schmid/Rey, a.a.O, N. 
784, S. 159). Das Merkmal der objektiven Wesentlichkeit des Irrtums ist ebenfalls 
erfüllt. 

16

e) Die Berufungskläger machen geltend, ein wesentlicher Grundlagenirrtum 
im Sinne von Art. 24 Abs. 1 Ziff. 4 OR liege auch deshalb nicht vor, weil es an der 
Erkennbarkeit für die Berufungskläger fehle, nachdem die Berufungskläger einge-
standen hätten, dass auch sie sich über das Alter des Bootes getäuscht hätten. 

Nach einem Teil der Lehre kommt dem Kriterium der Erkennbarkeit des Irr-
tums für die Gegenpartei für die Qualifikation des Grundlagenirrtums keine Bedeu-
tung zu. Was eine notwendige Vertragsgrundlage ist, beurteilt sich nach diesen 
Lehrmeinungen ausschliesslich nach der Vorstellung des Irrenden. Zwar komme es 
vor, dass der Sachverhalt, den der Irrende sich fälschlicherweise vorstellt, auch für 
die Gegenpartei eine notwendige Grundlage des Vertrages gebildet habe. Voraus-
gesetzt sei dies jedoch nicht, damit ein Grundlagenirrtum im Sinne des Art. 24 Abs. 
1 Ziff. 4 OR vorliege. Auf die Gegenseite, hier also die Berufungskläger, kommt es 
nach dieser Auffassung nicht an (Gauch/ Schluep/Schmid/Rey, a.a.O., N. 781f. mit 
weiteren Hinweisen, S. 159; Koller in Guhl / Koller, Das Schweizerische Obligatio-
nenrecht, 9. Aufl., Zürich 2000, § 16, N. 11f.). Selbst wenn man die unter anderem 
von Schwenzer (a.a.O., N. 23 zu Art. 24 OR mit Hinweisen) vertretene Gegenmei-
nung teilen und die Erkennbarkeit für die Erklärungsgegner als wesentlich erachten 
würde, ist festzuhalten, dass nicht der Irrtum erkennbar gewesen sein muss. Das 
Erfordernis der Erkennbarkeit bezieht sich vielmehr auf die Bedeutung des irrtümlich 
vorgestellten Sachverhaltes, im konkreten Fall also auf die Wesentlichkeit des Bau-
jahres für den Kaufentschluss (Schwenzer, a.a.O.). Die Erkennbarkeit kann sich er-
geben aus der zentralen Bedeutung, die einem bestimmten Sachverhalt für den Ver-
tragsinhalt im Allgemeinen zukommt, den gemeinsamen Vorstellungen der Parteien 
oder den besonderen Vertragsumständen (Schwenzer, a.a.O.). 

Wie bereits oben (E. 6.d)) ausgeführt wurde, kommt dem Alter beim Kauf 
eines Occasionsfahrzeuges im Allgemeinen eine entscheidende Bedeutung zu, hat 
es doch regelmässig einen direkten Einfluss auf den Kaufpreis. Diese Aussage trifft 
nicht nur auf ein Automobil, sondern entgegen der Auffassung der Berufungskläger 
sehr wohl auch auf ein Boot zu, selbst wenn ein solches grundsätzlich eine längere 
Lebensdauer hat. Dies ergibt sich klar aus der Expertise, wo der Preis in Bezug 
gebracht wird mit der üblichen Einsatzdauer des Bootes (S. 6 zu 7). Das Erfordernis 
der Erkennbarkeit ist damit ohne weiteres erfüllt. Zum selben Ergebnis gelangt man 
auch aufgrund der besonderen Vertragsumstände. Es ist im vorliegenden Fall an-
zunehmen, dass sich beide Parteien über das wirkliche Alter des Bootes geirrt ha-
ben. Die Verkäufer äussern sich diesbezüglich zwar widersprüchlich, in dem sie ein-
mal geltend machen, B. X. habe beim Erwerb des Bootes auf den Bootsausweis 

17

vertraut und sei vom Baujahr 1982 ausgegangen (Prozessantwort vom 16. Dezem-
ber 2002, S. 7 ad 3.2; vgl. Berufungsbegründung S. 7 letzter Absatz) und anderer-
seits behaupten lassen, sie hätten mehrmals über das Alter des Bootes und über 
die Problematik der genauen Altersbestimmung miteinander gesprochen (Beru-
fungsbegründung, S. 5 Ziff. 3, S. 10, 2. Absatz). Tatsache ist aber, dass das (fal-
sche) Baujahr 1982 im von den Verkäufern aufgesetzten Kaufvertrag als Bestandteil 
des Beschriebs des Bootes neben dem Preis ausdrücklich genannt wird. Dies lässt 
sich nur so erklären, dass es auch für die Verkäufer völlig klar, jedenfalls aber er-
kennbar war, dass dem Baujahr des Bootes für das Zustandekommen des Vertra-
ges zum vereinbarten Preis entscheidende Bedeutung zukommt. 

f) Die Berufungskläger berufen sich auf eine vertragliche Freizeichnungsklau-
sel, nämlich die im Kaufvertrag enthaltene Wendung "Das Boot wird wie gesehen 
ab Boje in D. verkauft/gekauft zum Preis von Fr. 27'000.--."

Die Klauseln "wie besichtigt" oder "wie besehen" bedeuten grundsätzlich den 
Ausschluss der Sachgewährleistungspflicht für Mängel, die bei ordentlicher Prüfung 
der Ware vor Vertragsschluss erkennbar gewesen wären, nicht aber für geheime 
Mängel (Hans Giger, Berner Kommentar zum Obligationenrecht, Bd. IV, 2. Abt., 1. 
Teilbd., 1. Abschnitt, Bern 1979, N. 14 zu Art. 199 OR). Eine solche Freizeichnungs-
klausel vermag die Berufung auf Grundlagenirrtum aber nicht generell zu verhin-
dern. Die Freizeichnungsklausel erfasst den Grundlagenirrtum nach herrschender 
Lehre und Rechtsprechung vielmehr nur dann, wenn der Gewährleistungsaus-
schluss bestimmte Eigenschaften eindeutig erwähnt oder der Vertragspartner eine 
Zusicherung insoweit ablehnt (BGE 126 III 59 ff., 66, Schwenzer, a.a.O., N. 33 zu 
Art. 24 OR mit Hinweisen). Soweit die Haftung allgemein wegbedungen wird, ist die 
Klausel einengend auszulegen (BGE 91 II 279; Schwenzer, a.a.O., Hans Giger, 
a.a.O., N. 10 zu Art. 199 OR). Ob eine Eigenschaftsangabe als Zusicherung zu gel-
ten hat oder unter eine Freizeichnungsklausel fällt, ist durch Vertragsauslegung zu 
ermitteln (BGE 109 II 24). In diesem Fall entschied das Bundesgericht, dass es für 
den Käufer eines Occasionsautos wichtig war, vom Autoverkäufer den genauen Ki-
lometerstand zu erfahren. Der Verkäufer konnte sich daher nicht auf die allgemeine 
Freizeichnungsklausel im Formularvertrag berufen. Dazu hätte er, so das Bundes-
gericht, der Käuferin unmissverständlich erklären müssen, er wolle sich bei seinen 
Angaben nicht behaften lassen.

Gleich verhält es sich im vorliegenden Fall. Die Berufungskläger selbst haben 
das Baujahr 1982 ausdrücklich in den Kaufvertrag aufgenommen. In den Versiche-

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rungsdokumenten, welche sie dem Käufer übergeben haben, ist dasselbe Baujahr 
aufgeführt. Dass diese Angabe wesentlich vom effektiven Baujahr abwich, war für 
den Berufungsbeklagten als Laie aufgrund der Besichtigung des Bootes vor Ver-
tragsabschluss nicht erkennbar. Im Rahmen einer ordentlichen Prüfung war er nicht 
verpflichtet, die konkreten Angaben seiner Verhandlungspartner in Zweifel zu zie-
hen und nähere Nachforschungen zum Baujahr zu machen. Er durfte sich vielmehr 
auf die konkrete Angabe der Verkäufer verlassen. Dies gilt um so mehr, als sich die 
Parteien persönlich kannten und der Käufer keinen Grund hatte, ihren Angaben zu 
misstrauen (BGE 113 II 29f.). Hätte bei den Verkäufern eine Unsicherheit bezüglich 
des Baujahrs bestanden, hätten sie die Möglichkeit gehabt, die Haftung für das Alter 
des Bootes klipp und klar schriftlich auszuschliessen, zumal sie den Vertrag ja auf-
setzten. Wenn sie statt dessen im Gegenteil im Kaufvertrag das Baujahr 1982 er-
wähnten und damit zusicherten und sich nach Entdecken des Irrtums nun auf die 
allgemein gefasste Freizeichnungsklausel berufen, verhalten sie sich widersprüch-
lich und damit rechtsmissbräuchlich. Die im Kaufvertrag enthaltene Klausel "wie ge-
sehen" vermag die Berufung auf Grundlagenirrtum im konkreten Fall somit nicht zu 
verhindern. 

g) Zusammengefasst kann festgehalten werden, dass sämtliche Vorausset-
zungen eines Grundlagenirrtums gemäss Art. 24 Abs. 1 Ziff. 4 OR erfüllt sind. Die 
allgemeine Freizügigkeitsklausel steht der Geltendmachung des Grundlagenirrtums 
nicht entgegen, da das falsche Baujahr zugesichert worden war. Die Berufung er-
weist sich demnach als unbegründet und wird abgewiesen.

7. a) Liegt ein wesentlicher Grundlagenirrtum vor, ist der Vertrag für denjeni-
gen unverbindlich, der sich beim Abschluss in einem wesentlichen Irrtum befunden 
hat (Art. 23 OR). Dass sich der Berufungsbeklagte formgültig und innert Frist auf 
den Grundlagenirrtum berufen hat (Art. 31 OR), ist aktenkundig und wird auch von 
den Berufungsklägern nicht bestritten (vgl. auch E. 4f, S. 13 des vorinstanzlichen 
Urteils). 

b) Nach der sogenannten "Ungültigkeitstheorie", welche auch das Bundes-
gericht vertritt, (vgl. BGE 114 II 143, Gauch/Schluep/Schmid/Rey, a.a.O., N. 890 mit 
weiteren Hinweisen) bedeutet die einseitige Unverbindlichkeit des Vertrages, dass 
dieser von Anfang an unverbindlich ist. Er ist ungültig und entfaltet keine Vertrags-
wirkung, gleich wie ein nichtiger Vertrag. Rechtsfolge der begründeten Geltendma-
chung des Willensmangels ist somit das Dahinfallen des Vertrages "ex tunc". Der 
Irrende kann bereits erbrachte Leistungen durch Vindikation oder aus ungerechtfer-

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tigter Bereicherung zurückfordern. Haben beide Parteien Leistungen erbracht, so 
ist jede Partei berechtigt, die eigene Leistung zurückzuverlangen, und zwar Zug um 
Zug (BGE 129 III 320ff., 327, zur sog. Anfechtungstheorie vgl. Schwenzer, a.a.O., 
N. 8-10 zu Art. 23 OR; Gauch Schluep/Schmid/Rey, a.a.O., N. 896f. ). 

c) Im konkreten Fall bedeutet dies, dass die Berufungskläger als Verkäufer 
dem Berufungsbeklagten und Käufer den bezahlten Kaufpreis in der Höhe von Fr. 
27'000.-- zu erstatten haben. Zu erstatten sind zudem die Zinsen, welche Bestand-
teil der Bereicherung sind (Hermann Schulin, Basler Kommentar zum Schweizeri-
schen Privatrecht, OR I, 3. Aufl., Basel 2003, N. 4 letzter Absatz zu Art. 64 OR mit 
Hinweisen auf die Rechtsprechung; Gauch/Schluep/Schmid/Rey, a.a.O., N. 1525). 
Die Kaufpreissumme ist ab der Bezahlung des Kaufpreises mit 5 % zu verzinsen 
(Art. 73 Abs. 1 OR). Ab diesem Zeitpunkt sind die Verkäufer beim Dahinfallen des 
Vertrages ex tunc ungerechtfertigt bereichert. Geschuldet sind mithin Zinsen ab 
dem 1. Februar 2001 (KB 2). Bis Ende Oktober 2004 sind somit Zinsen von Fr. 
5'062.50 (Jahreszins: 5 % von Fr. 27'000.-- = Fr. 1'350.-- /12 Mt. x 45 Mt) aufgelau-
fen. 

Wie bereits die Vorinstanz erkannt hat, ist die vom Berufungsbeklagten gel-
tend gemachte Forderung von Fr. 30'000.-- bereits ausgewiesen mit dem Kaufpreis 
samt Zinsen. Ob er zusätzlich Anspruch auf Ersatz der Reparatur- und Unterhalts-
kosten von Fr. 4'000.-- und der entstandenen Lagerkosten von Fr. 4'600.-- hat, 
kann, wie nachstehend zu zeigen sein wird, offen bleiben. 

d) Die Käufer ihrerseits haben das Motorboot zurückzuerstatten. Die Rück-
erstattung des Motorboots erfolgt nach den sachenrechtlichen Grundsätzen der Vin-
dikation (Art. 641 Abs. 2 ZGB), welche den Bereicherungsanspruch verdrängt 
(Gauch/Schluep/Schmid/Rey, a.a.O., N. 1500 und N. 1526; Guhl / Koller, a.a.O., § 
28, N. 11, Schulin, a.a.O., N. 37 zu Art. 62 OR). Nach Art. 938 Abs. 1 ZGB wird dem 
Berechtigten nicht ersatzpflichtig, wer eine Sache in gutem Glauben besitzt und sei-
nem vermuteten Rechte gemäss gebraucht und nutzt. Was dabei untergeht und 
Schaden leidet, braucht er nicht zu ersetzen. Im vorliegenden Fall nutzte Z. das 
Motorboot, wie er als vermeintlicher Eigentümer berechtigt war. Erst mit der Er-
klärung des Grundlagenirrtums wurde der Vertrag für ihn einseitig unverbindlich. 
Eine Ersatzpflicht für die in der Zwischenzeit erfolgte Nutzung entfällt daher nach 
Art. 938 Abs. 1 ZGB. 

20

Selbst wenn davon auszugehen wäre, dass Art. 938 ZGB nicht zur Anwen-
dung gelangen würde, kann der Käufer gleichwohl nicht zu einer Entschädigung für 
die Benutzung des Fahrzeuges verpflichtet werden. Z. konnte das Boot nur kurze 
Zeit nutzen. Nach der Vorführung mussten zahlreiche Mängel behoben werden (KB 
7, KB 10). Ab Juli 2002 wurde das Motorboot bei einer Bootswerft sachgemäss ge-
lagert (KB 22), der Berufungsbeklagte zog daraus keinen Nutzen mehr. Er wollte 
das Boot zurückgeben, nachdem er sich auf den Grundlagenirrtum berufen hatte. 
Die Berufungskläger wollten und wollen das Boot indessen nicht zurück haben, so 
dass von einer aufgedrängten Bereicherung auszugehen ist. Der Nutzungsberech-
tigte schuldet in diesem Fall nur den Ersatz dessen, was die Bereicherung für ihn 
mindestens Wert hat (Gauch/Schluep/Schmid/Rey, a.a.O., N. 1517b). Z. hatte im 
vorliegenden Fall überhaupt keinen Nutzen, ihm sind vielmehr Fr. 200.-- pro Monat 
für die Lagerung des Bootes angefallen. Zu einer Benutzungsentschädigung kann 
er nicht verpflichtet werden. 

Nach der Berufung des Käufers auf Grundlagenirrtum hätten die Berufungs-
kläger das Boot vindizieren können (vgl. von Tuhr/Peter, a.a.O., § 39, S. 335). Es 
lag somit an ihnen, die Verantwortung dafür zu übernehmen. Z. hat das Boot bei 
einer Bootswerft sachgemäss gelagert (KB 22). Seiner Schadenminderungspflicht 
ist er damit nachgekommen. Die Berufungskläger haben sich einem Verkauf des 
Bootes widersetzt, zurücknehmen wollen sie es bis zum heutigen Tag nicht. Eine 
allfällige Wertverminderung ab dem Zeitpunkt der Erklärung der Unverbindlichkeit 
des Vertrages haben sie daher selbst zu vertreten. 

e) Auch die Vorinstanz geht grundsätzlich davon aus, dass die Verkäufer 
dem Käufer Kaufpreis und Zinsen gegen Rückgabe des Bootes zurückzuerstatten 
haben (E. 4.h) S. 14f.). Sie hält aber dafür, dass der Irrende Z. seinen Irrtum der 
eigenen Fahrlässigkeit zuzuschreiben habe und dieser gemäss Art. 26 Abs. 2 OR 
demnach zum Ersatze des aus dem Dahinfallen des Vertrages erwachsenen Scha-
den verpflichtet sei. Von der vom Käufer geltend gemachten Forderung von Fr. 
30'000.--, welche das Bezirksgericht Landquart mit den Positionen Zinsen und Kauf-
preis als ausgewiesen erachtet, wurde daher die während der Besitzesdauer von Z. 
eingetretene Wertverminderung des Bootes inklusive Abnützung durch Gebrauch 
von Fr. 12'000.-- abgezogen, so dass lediglich eine Forderung von Fr. 18'000.-- zu-
gesprochen wurde. Gegen den Abzug der eingetretenen Wertverminderung ge-
stützt auf Art. 26 Abs. 2 OR richtet sich die Anschlussberufung von Z.. 

21

Nach Art. 26 Abs. 1 OR ist der Irrende zum Ersatze des aus dem Dahinfallen 
des Vertrages erwachsenen Schadens verpflichtet, wenn er den Irrtum der eigenen 
Fahrlässigkeit zuzuschreiben hat. Das Verhalten des Irrenden ist dabei zwar mit 
einer gewissen Strenge zu behandeln (Schwenzer, a.a.O., N. 2 zu Art. 26 OR). Nach 
der übereinstimmenden Lehre darf er sich indessen auf Angaben des Vertragsgeg-
ners über Eigenschaften des Vertragsgegenstandes verlassen und braucht diese 
nicht selbst nachzuprüfen (Schwenzer, ebenda, Gauch/Schuep/Schmid/Rey, 
a.a.O., N. 851; vgl. BGE 113 II 25ff., 29f. wo der Irrtum des Mieters über die Grösse 
der Wohnungsfläche auf die irreführenden Angaben des Vermieters zur Wohnungs-
fläche im Inserat zurückzuführen war; der Vermieter war selbst von einer falschen 
Wohnfläche ausgegangen). Nach Bucher (Eugen Bucher, Schweizerisches Obliga-
tionenrecht, Allgemeiner Teil, 2. Aufl, Zürich 1988, § 13, S. 217) kann es "zum vorn-
herein nicht schuldhaft im Sinne von Art. 26 Abs. 1 OR sein, wenn sich der Irrende 
vom (vielleicht schuldlosen) Vertragspartner gemachte falsche Angaben verlässt; 
der Vorwurf, ungeprüft eigene Äusserungen für wahr gehalten zu haben, ist hier 
ausgeschlossen. Von Tuhr/Peter (Allgemeiner Teil des Schweizerischen Obligatio-
nenrechts, Bd. 1, 3. Aufl., Zürich 1979, § 37, S. 316) halten ausserdem fest, dass 
Schadenersatz ausgeschlossen ist, wenn der Gegner den Irrtum gekannt hat oder 
hätte kennen sollen sowie dann, wenn beide Parteien sich im gleichen verschulde-
ten Irrtum befanden. Das Bundesgericht erblickt den inneren Grund der Ersatzpflicht 
nach Art. 26 Abs. 1 OR darin, dass der Vertrag wegen eines fahrlässigen Irrtums 
einer Partei dahin fällt, die andere aber auf den Bestand des Vertrages vertrauen 
durfte, weil sie den Irrtum weder veranlasst noch sonstwie zu vertreten hat. Dieser 
innere Grund der Haftung fehle aber, wenn sich der Vertragsgegner im gleichen 
Irrtum befindet oder ihn sogar selbst herbei geführt hat (BGE 113 II 25; 31; 69 II 
240). 

Im vorliegenden Fall kannte der Käufer Z. die Verkäufer privat und war schon 
mehrmals auf deren Boot. Er hatte keinen Anlass, an ihren Angaben zum Baujahr 
des Bootes zu zweifeln. Er durfte sich auf den Kaufvertrag und die ihm übergebenen 
Versicherungsdokumente, in denen als Baujahr explizit das Jahr 1982 aufgeführt 
war, vertrauen. Entgegen der Auffassung der Vorinstanz kann ihm in Anwendung 
der zitierten Lehre und Rechtsprechung keine Fahrlässigkeit im Sinne von Art. 26 
Abs. 1 OR vorgeworfen werden, weil er die Angaben der Verkäufer zum Alter des 
Bootes vor dem Vertragsabschluss nicht näher abgeklärt hat. Hinzu kommt, dass 
es die Verkäufer waren, die den Irrtum herbeigeführt haben, indem sie das falsche 
Baujahr 1982 in den von ihnen verfassten Vertrag aufgenommen haben. Gemäss 
der bundesgerichtlichen Rechtsprechung können sie sich somit nicht auf Art. 26 

22

Abs. 1 OR berufen. Aufgrund der eigenen Darstellung der Berufungskläger in ihren 
Rechtsschriften ist davon auszugehen, dass auch sie selbst sich über das Alter des 
Bootes geirrt haben. In der Prozessantwort (S. 7, zu 3.2) wird ausgeführt, auch B. 
X. habe auf die Angabe im Bootsausweis vertraut. Auf S. 13 (zu 4.2) wird wiederholt, 
dass die Verkäufer nicht mehr gewusst hätten als die Käufer, dass als Baujahr 1982 
angegeben wurde und dass dieses Datum in den amtlichen Papieren als amtliche 
Inverkehrsetzung festgehalten worden sei. Offensichtlich sei das Boot im Jahre 
1982 baulich vollendet worden. Befanden sich aber beide Parteien in einem Irrtum 
über das Alter des Bootes, kann dem Berufungskläger keine Fahrlässigkeit vorge-
worfen werden. Dies um so mehr, als eher B. X., welche das Boot von ihrem Vater 
übernommen hatte, hätte wissen können, dass das Boot vor 1982 gebaut worden 
war als der Laie Z., der eben erst den Bootsführerausweis erworben hatte. Der von 
der Vorinstanz vorgenommene Abzug der Wertverminderung ist nicht gerechtfertigt. 
Die Anschlussberufung ist in diesem Sinne gutzuheissen. 

8. Der Kaufvertrag fällt demnach infolge Grundlagenirrtums gemäss Art. 24 
Abs. 1 Ziff. 4 OR ex tunc dahin und wird rückabgewickelt, indem Z. den Eheleuten 
X. ihr Motorboot zurückzuerstatten hat. Die Eheleute X. haben demgegenüber den 
Betrag von Fr. 30'000.--, der sich bereits aus dem Kaufpreis und den Zinsen ergibt, 
zu erstatten. 

9. Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist auch die Kostenverteilung durch 
die Vorinstanz aufzuheben. Die Kosten des Kreispräsidenten Fünf Dörfer von Fr. 
205.-- sowie die Kosten des Verfahrens des Bezirksgerichtes Landquart von insge-
samt Fr. 7'100.-- gehen gemäss Art. 223 ZPO in Verbindung mit Art. 122 Abs. 1 
ZPO unter solidarischer Haftbarkeit zu Lasten von A. X. und von B. X., welche auch 
die Kosten des Berufungsverfahrens zu tragen haben. Sie haben Z. für die Verfah-
ren vor beiden Instanzen vollumfänglich und angemessen zu entschädigen (Art. 122 
Abs. 2 ZPO). 

23

Demnach erkennt die Zivilkammer :

1. Die Berufung wird abgewiesen.

2. Die Anschlussberufung wird gutgeheissen und es werden die Ziffern 1 und 4 
des angefochtenen Urteils aufgehoben. 

3. In Gutheissung der Klage werden A. X. und B. X. unter solidarischer Haftbar-
keit verpflichtet, Z. Zug um Zug gegen Rückgabe des im Kaufvertrag vom 27. 
Januar 2001 bezeichneten Motorbootes "ORUPO Posillipo Fischerman" 
samt Zubehör Fr. 30'000.-- zu bezahlen. 

4. Die Kosten des Kreispräsidenten Fünf Dörfer von Fr. 205.-- sowie die Kosten 
des Verfahrens des Bezirksgerichtes Landquart von insgesamt Fr. 7'100.-- 
gehen unter solidarischer Haftbarkeit zu Lasten von A. X. und von B. X.. 

Die Kosten des Berufungsverfahrens, bestehend aus einer Gerichtsgebühr 
von Fr. 4'000.-- und einer Schreibgebühr von Fr. 360.--, total somit von Fr. 
4'360.--, gehen ebenfalls unter solidarischer Haftbarkeit zu Lasten von A. X. 
und B. X.. 

A. X. und B. X. haben Z. für die Verfahren vor beiden Instanzen ausseramtlich 
mit Fr. 10'000.-- inklusive Mehrwertsteuer und Spesen zu entschädigen.

5. Mitteilung an:

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Für die Zivilkammer des Kantonsgerichts von Graubünden 
Der Präsident: Die Aktuarin ad hoc: