# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 728cc8fd-b189-5723-93b0-3c31296b6fad
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-05-03
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 03.05.2010 C-6186/2007
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-6186-2007_2010-05-03.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-6186/2007
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  3 .  M a i  2 0 1 0

Richterin Vera Marantelli (Vorsitz), 
Richterin Franziska Schneider, Richter Hans Urech;
Gerichtsschreiberin Karin Behnke.

A._______, 
vertreten durch Advokatin lic. iur. Sarah Brutschin, 
Henric Petri-Strasse 19, 4051 Basel,
Beschwerdeführer,

gegen

IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,
avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100, 
1211 Genf 2,
Vorinstanz.

Invalidenrente (Verfügung vom 26. Juli 2007).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-6186/2007

Sachverhalt:

A.
Der 1959 geborene,  verheiratete,  aus Frankreich stammende und in 
seiner  Heimat  wohnhafte  A._______  (im  Folgenden:  Beschwerde-
führer) absolvierte nach der obligatorischen Schulzeit eine zweijährige 
Ausbildung als  Hochbauzeichner  in  FR-Mühlhausen (IV-Akt. 23,  36). 
Danach war er ausschliesslich im Bau tätig. In seiner Eigenschaft als 
Grenzgänger war er in der Schweiz erwerbstätig und leistete Beiträge 
an die Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung. Zuletzt war 
er vom 1. Dezember 1990 bis 1. Oktober 2005 bei der V._______ AG 
in  Basel  (im Folgenden:  Arbeitgeberin)  als  Bau-Vorarbeiter  tätig  und 
über  diese  Arbeitgeberin  bei  der  Schweizerischen  Unfallver-
sicherungsanstalt (im Folgenden: SUVA Basel) obligatorisch gegen die 
Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten versichert (IV-Akt. 6, 23).

B.
Am  17.  Februar  2004  zog  sich  der  Beschwerdeführer  bei  einem 
Berufsunfall  eine  Olekranontrümmerfraktur  links  (Bruch  des  Ellen-
hakens)  sowie  eine  Rissquetschwunde  am  Kopf  zu.  Die  Erstver-
sorgung  erfolgte  in  der  Orthopädischen  Universitätsklinik  des 
Kantonsspitals  W._______,  wo  gleichentags  eine  Plattenosteo-
synthese  durchgeführt  wurde  (IV-Akt.  12  S.  11,  12).  Bei  initial 
komplikationslosem Verlauf  zeigten sich im Mai 2004 erste Hinweise 
für einen Morbus Sudeck (IV-Akt. 12 S. 8), weshalb der Beschwerde-
führer  von  der  Orthopädischen  Universitätsklinik  des  Kantonsspitals 
W._______  am 26. Juli  2004  in  die  Sprechstunde  von PD Dr. med. 
B._______,  Endokrinologie,  Basel,  überwiesen  wurde,  welcher  ein 
CRPS  Stadium  II  (Complex  Regional  Pain  Syndrome  =  Morbus 
Sudeck) im Bereich des linken Ellbogens diagnostizierte (IV-Akt. 12 S. 
6,  7). Wegen der immer noch vorhandenen Algodystrophie im linken 
Unterarm  wurde  die  Indikation  zur  Metallentfernung  gestellt,  welche 
am 8. März 2005 im Kantonsspital W._______ erfolgte (IV-Akt. 12 S. 2). 
Am 7. April 2005 beantragte die SUVA Basel der IV-Stelle Baselstadt 
(im Folgenden: IV-Stelle BS) die Durchführung eines Meldeverfahrens 
gemäss  dem  Kreisschreiben  über  das  Meldesystem  und  das  Ver-
rechnungswesen AHV/IV/UV und stellte  der  IV-Stelle  BS Kopien der 
wichtigsten Unfallakten zu (IV-Akt. 13). 

C.
Der Beschwerdeführer hatte sich bereits am 9. Februar 2005 bei der 

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C-6186/2007

IV-Stelle  BS  zum  Bezug  von  Leistungen  der  Invalidenversicherung 
angemeldet (IV-Akt. 3). Die IV-Stelle BS holte u.a. einen Arbeitgeber-
bericht  vom 23. Februar  2005 (IV-Akt. 6),  Berichte  des  Universitäts-
spitals W.________ (Orthopädie) vom 8. März 2005 (IV-Akt. 9), von PD 
Dr. med. B._______ vom 21. März 2005 und 30. August 2005 (IV-Akt. 
10,  17)  ein  und  veranlasste  einen  Zusammenzug  der  individuellen 
Konti (IK) (IV-Akt. 8).

D.
Nachdem weder die Metallentfernung vom 8. März 2005 noch die Be-
handlung  bei  PD  Dr.  med.  B._______  zu  einer  nachhaltigen  Ver-
besserung  geführt  hatten,  wurde  der  Beschwerdeführer  vom 
14. September  2005  bis  3.  November  2005  in  der  Rehaklinik 
X._______  stationär  behandelt  und  beruflich  abgeklärt;  dem  Be-
schwerdeführer  wurde  letztlich  eine  zweijährige  Umschulung  zum 
Bauleiter  empfohlen  und  die  IV-Stelle  BS  um  Unterstützung  dieser 
Eingliederungs-Option ersucht (IV-Akt. 20, 21). 

E.  
Mit Verfügung vom 28. April 2006 sprach die IV-Stelle für Versicherte 
im Ausland/IVSTA (im Folgenden: Vorinstanz) dem Beschwerdeführer 
eine  berufliche  Abklärung  vom 24.  April  2006  bis  16.  Juli  2006  zu. 
Diese  Abklärung  hatte  die  Überprüfung  der  Eingliederungs-  und 
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers zum Ziel (IV-Akt. 34). Gestützt 
auf  Art.  16  Abs. 3  des  Bundesgesetzes  über  die  Unfallversicherung 
(UVG)  stellte  die  SUVA Basel  die  seit  dem  Unfalldatum  erbrachten 
Taggeldleistungen im Umfang von 100 % per 23. April 2006 ein (IV-Akt. 
33). Wegen einer  Exazerbation der  Schmerzen im proximalen Anteil 
des  Vorderarms überwies  PD Dr. med. B._______ den Beschwerde-
führer am 5. Mai 2006 an Dr. med. C._______, Neurologie FMH, Basel, 
um  eine  allfällige  neurogene  Ursache  der  Symptomatik  auszu-
schliessen,  nachdem sich keine Hinweise für ein Sudeck-Rezidiv er-
geben  hatten  (IV-Akt.  35  S. 4,  5).  Dr. med. C.________  konnte  aus 
neurologischer  Sicht  ebenfalls  keine  Erklärung  für  die  Symptomatik 
finden (IV-Akt. 35 S. 2, 3). Mit Mitteilung vom 9. Juni 2006 ersetzte die 
IV-Stelle  BS  die  Verfügung  vom 28.  April  2006  (IV-Akt.  39).  Die  IV-
Stelle  BS  holte  in  der  Folge  einen  Arztbericht  von  Dr.  med. 
C.________ vom 12. Juni  2006 ein,  in  welchem lediglich  Diagnosen 
ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit attestiert  wurden (IV-Akt. 
40).  Am  14.  Juli  2006  überwies  PD  Dr.  med.  B.________  den  Be-
schwerdeführer  zur  weiteren  Abklärung  der  anhaltenden  Schmerz-

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exazerbation  an  den  Operateur,  Dr.  med.  D._______,  FMH  Ortho-
pädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, 
Basel (IV-Akt. 43), welcher den Beschwerdeführer seinerseits am 24. 
Juli 2006 an Dr. med. E._______, Co-Chefarzt, Y._______Spital, Basel, 
überwies (IV-Akt. 47). Die IV-Stelle BS holte einen Arztbericht bei Dr. 
med. E.________ vom 5. Dezember 2006 ein (IV-Akt. 49). 

F.
Am 14. Juli  2006 erstattete  die  Stiftung Z._______ der  IV-Stelle  BS 
Bericht, wobei sie zum Schluss kam, dass auf Grund der vorhandenen 
Defizite, den schulischen Schwächen, insbesondere in der deutschen 
Sprache,  und  der  fehlenden  CAD-Erfahrung  keine  realistische 
Chancen  des  Beschwerdeführers  auf  eine  Anstellung  als  Hochbau-
zeichner  bestünden  und  dass  eine  allfällige  Umschulung  zum 
CAD/EDV-Anwender nur bei einer Verbesserung der gesundheitlichen 
Situation sinnvoll sei (IV-Akt 44). 

G.
Am  27.  Dezember  2006  beauftragte  die  IV-Stelle  BS  Dr.  med. 
F._______,  FMH  Psychiatrie  und  Psychotherapie,  Basel,  sowie  Dr. 
med. G._______,  Spezialarzt  FMH für  Orthopädische Chirurgie  und 
Traumatologie des Bewegungsapparates, Basel, mit der Begutachtung 
des  Beschwerdeführers.  Dr.  med.  F.________  erstattete  sein  Gut-
achten am 27. März 2007 und Dr. med. G.________ am 12. April 2007 
(IV-Akt. 55, 56). 

H.
Mit Schreiben vom 16. Juli 2007 stellte die SUVA Basel die Taggeld- 
und  Heilkostenleistungen  per  31.  August  2007  ein  (IV-Akt.  72).  Mit 
Verfügung vom 26. Juli 2007 sprach die Vorinstanz dem Beschwerde-
führer  vom  1.  Februar  2005  bis  31.  Januar  2007  eine  befristete 
ordentliche  ganze  Invalidenrente  inklusive  entsprechender  Kinder-
renten  für  seine  beiden  Kinder  zu  (IV-Akt.  73).  Mit  Verfügung  vom 
2. November 2007 sprach die SUVA Basel dem Beschwerdeführer ab 
1. September 2007 eine Invalidenrente gestützt auf einen Invaliditäts-
grad von 46 % sowie eine Integritätsentschädigung gestützt auf eine 
Integritätseinbusse von 10 % zu (IV-Akt. 78 S. 2-5). 

I.
Gegen den Entscheid der Vorinstanz vom 26. Juli 2007 erhob der Be-
schwerdeführer, vertreten durch Advokatin Sarah Brutschin, Basel, am 
14. September 2007 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht, mit 

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den  Anträgen,  die  Verfügung  der  Vorinstanz  vom  26.  Juli  2007  sei 
teilweise aufzuheben und es sei  ihm auch vom Januar (richtig  wäre 
Februar)  bis  April  2007 eine ganze und ab Mai  2007 eine halbe In-
validenrente zuzusprechen.

Zur Begründung wurde im Wesentlichen aufgeführt, die Vorinstanz sei 
bei der Festsetzung des Invalideneinkommens des Beschwerdeführers 
gestützt auf die Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik 
(im Folgenden: LSE) zu Unrecht vom Anforderungsniveau 3 statt vom 
Niveau 4 ausgegangen; das statistische Invalideneinkommen sei  zu-
dem nicht  der Nominallohnentwicklung,  sondern  der  Teuerung anzu-
passen.  Nicht  nachvollziehbar  sei,  weshalb  dem  Beschwerdeführer 
kein leidensbedingter Abzug im Umfang von 10–15 % gewährt worden 
sei. Ferner wurde beanstandet, dass die Vorinstanz bei der Aufhebung 
der Rente  wegen Verbesserung des Gesundheitszustandes die drei-
monatige Karenzfrist missachtet habe. 

J.
Mit  Vernehmlassung  vom  23.  November  2007  beantragte  die  Vor-
instanz  – gestützt  auf  eine  Stellungnahme  der  IV-Stelle  BS  –  die 
Sistierung des Prozesses bis zum Entscheid im Verfahren gegen die 
SUVA Basel;  eventualiter  sei  die  Beschwerde  abzuweisen.  Zur  Be-
gründung des Hauptantrages hielt die Vorinstanz fest, sie erachte es 
als  nicht  sinnvoll,  die  IV-Verfügung bereits  zum jetzigen Zeitpunkt  in 
Wiedererwägung zu ziehen. Sollte  der  Beschwerdeführer  die  SUVA-
Verfügung nicht weiterziehen, solle das Bundesverwaltungsgericht um 
Ansetzung  einer  angemessenen  Frist  ersucht  werden,  damit  eine 
Wiedererwägung durchgeführt werden könne. In der Begründung des 
Eventualantrages  wurde  unter  anderem  festgehalten,  dass  das  In-
valideneinkommen  auf  Fr.  5'550.– oder  Fr.  69'264.– jährlich  zu 
reduzieren  sei,  da  auf  die  LSE  "Gesamtschweiz"  abzustellen  sei. 
Zuzüglich Nominallohnentwicklung von 1,05 % bis 2005 und unter Be-
rücksichtigung  der  Restarbeitsfähigkeit  von  75  %  resultiere  ein  In-
valideneinkommen von Fr. 52'493.–. Der Einkommensvergleich ergebe 
einen  Invaliditätsgrad  von  32  %.  Ein  leidensbedingter  Abzug  sei 
keinesfalls  gerechtfertigt.  Art.  88a  Abs.  1  IVV  sehe  bei  einer  Ver-
besserung ausdrücklich vor, dass diese sofort,  spätestens aber nach 
drei Monaten, zu berücksichtigen sei.

K.
Nachdem  der  Beschwerdeführer  mit  Replik  vom  27.  Februar  2008 

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nicht nur an seinen in der Beschwerde vom 14. September 2007 ge-
stellten Anträgen festhielt,  sondern ebenfalls  die Sistierung des Ver-
fahrens  beantragte,  wurde  das Verfahren  am 4. März  2008 bis  zum 
Abschluss des SUVA-Verfahrens sistiert. 

L.
Mit  Einspracheentscheid  vom  21.  Mai  2008  änderte  die  SUVA ihre 
Verfügung vom 2. November  2007 in  teilweiser  Gutheissung der  am 
4. Dezember  2007  vom  Beschwerdeführer  erhobenen  Einsprache 
dahingehend,  dass  sie  den  massgebenden  versicherten  Jahresver-
dienst  von Fr. 76'927.30 auf  Fr. 78'328.– erhöhte. Bezüglich der Be-
messung des Invaliditätsgrades wurde die Einsprache zurückgezogen. 
Dies  nachdem  dem  Beschwerdeführer  statt  der  angestrebten  Er-
höhung des Invaliditätsgrades von 46 % auf mindestens 50 % in Aus-
sicht  gestellt  wurde,  die Rente im Rahmen einer reformatio in  peius 
auf 28 % zu reduzieren. 

M.
Am  28.  Mai  2008  teilte  der  Beschwerdeführer  dem  Bundesver-
waltungsgericht  mit,  dass  er  den  Einspracheentscheid  der  SUVA 
akzeptiere  und  dieser  somit  in  Rechtskraft  erwachsen  werde.  Das 
Bundesverwaltungsgericht  nahm  in  der  Folge  am  4.  Juni  2008  das 
Verfahren wieder auf.

N.
In  ihrer  Duplik  vom 8.  Juli  2008  beantragte  die  Vorinstanz,  die  Be-
schwerde sei abzuweisen und die angefochtene Verfügung sei zu be-
stätigen.  Dabei  stützte  sie  sich  auf  eine  Vernehmlassung,  die  sie 
ihrerseits  bei  der  IV-Stelle  BS eingeholt  hat. Diese hielt  im Wesent-
lichen  fest,  dass  sie  sich,  von  der  Beschwerdeantwort  abweichend, 
nicht mehr an den rechtskräftigen Einspracheentscheid der SUVA ge-
bunden erachte. Beziehe doch der Beschwerdeführer nun einzig des-
halb eine SUVA-Rente von 46 %, weil er von der Möglichkeit Gebrauch 
gemacht habe, seine Einsprache angesichts der drohenden reformatio 
in peius zurückzuziehen. Auch sie behalte sich nun vor, in künftigen 
Revisionsverfahren ebenfalls nur noch von einem Invaliditätsgrad von 
28 % auszugehen.

O.
Am 29. September 2008 hielt  der  Beschwerdeführer in  seiner  Triplik 
ausdrücklich an den in der Beschwerde vom 14. September 2007 ge-
stellten  Rechtsbegehren  fest  und  beantragte  deren  Gutheissung. 

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Dabei  wies  er  im  Wesentlichen  darauf  hin,  ein  Invaliditätsgrad  von 
28 % entbehre jeglicher Grundlage, da sich die SUVA nicht mehr auf 
das  Gutachten von Dr. med. Ruckstuhl  habe stützen wollen,  obwohl 
diesem volle Beweiskraft zuzuerkennen sei. 

P.
Mit  Quadruplik  vom 24. November  2008  hielt  die  Vorinstanz  an  der 
Abweisung der Beschwerde fest. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni 
2005 (VGG, SR 173.32) in Verbindung mit Art. 33 lit. d VGG und Art. 
69 Abs. 1 lit. b des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die In-
validenversicherung  (IVG,  SR  831.20)  beurteilt  das  Bundesver-
waltungsgericht  Beschwerden  von  Personen  im  Ausland  gegen  Ver-
fügungen der IV-Stelle für Versicherte im Ausland. Eine Ausnahme im 
Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor.

1.2 Aufgrund  von  Art.  3  lit.  dbis des  Bundesgesetzes  vom 
20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 
172.021) findet das VwVG keine Anwendung in Sozialversicherungs-
sachen, soweit das Bundesgesetz vom 6. Oktober 2000 über den All-
gemeinen  Teil  des  Sozialversicherungsrechts  (ATSG,  SR 830.1)  an-
wendbar  ist. Gemäss Art. 1  Abs. 1 IVG sind die Bestimmungen des 
ATSG auf die Invalidenversicherung (Art. 1a–26bis IVG und 28 bis 70 
IVG) anwendbar, soweit das IVG nicht ausdrücklich eine Abweichung 
vom ATSG vorsieht.

1.3 Der  Beschwerdeführer  ist  durch  den  angefochtenen  Entscheid 
besonders berührt  und hat an dessen Aufhebung oder Änderung ein 
schutzwürdiges  Interesse  (Art.  48  Abs.  1  VwVG,  vgl.  auch  Art.  59 
ATSG). 

Er ist daher zur Beschwerde legitimiert.

1.4 Die Beschwerde wurde frist- und formgerecht eingereicht (Art. 50 
Abs. 1, Art. 52 Abs. 1 VwVG; vgl. auch Art. 60 ATSG) und die Rechts-
vertreterin hat sich rechtsgenüglich ausgewiesen (Art. 11 VwVG). 

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Auf die Beschwerde ist somit einzutreten.

1.5 Gemäss Art.19 Abs. 3 VGG sind die Richter und Richterinnen des 
Bundesverwaltungsgerichts  zur  Aushilfe  in  anderen  Abteilungen ver-
pflichtet.  Vorliegend  ist  der  Vorsitz  im  Beschwerdeverfahren  auf  die 
Abteilung II übergegangen. 

2.
Das Bundesverwaltungsgericht  prüft  die  Verletzung von Bundesrecht 
einschliesslich  der  Überschreitung  oder  des  Missbrauchs  des  Er-
messens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechts-
erheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit, wenn nicht eine 
kantonale Behörde als Beschwerdeinstanz verfügt hat (Art. 49 VwVG).

3.
Der Beschwerdeführer ist Staatsangehöriger eines Mitgliedstaates der 
Europäischen Gemeinschaft (EU), so dass vorliegend das am 1. Juni 
2002 in Kraft  getretene Abkommen vom 21. Juni 1999 zwischen der 
Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits und der Europäischen 
Gemeinschaft  mit  ihren  Mitgliedstaaten  andererseits  über  die  Frei-
zügigkeit  (FZA, SR 0.142.112.681),  insbesondere dessen Anhang II, 
der die Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit regelt, an-
wendbar ist (vgl. Art. 80a IVG, in Kraft  seit  dem 1. Juni 2002). Nach 
Art.  3  Abs.  1  der  Verordnung  (EWG)  Nr.  1408/71  des  Rates  vom 
14. Juni 1971 (SR 0.831.109.268.1) haben die Personen, die im Ge-
biet  eines Mitgliedstaates wohnen,  für  die diese Verordnung gilt,  die 
gleichen Rechte und Pflichten aufgrund der Rechtsvorschriften eines 
Mitgliedstaates  wie  die  Staatsangehörigen  dieses  Staates  selbst, 
soweit  besondere  Bestimmungen  dieser  Verordnung  nichts  anderes 
vorsehen.  Demnach  richtet  sich  vorliegend  der  Anspruch  des  Be-
schwerdeführers auf Leistungen der Invalidenversicherung nach dem 
schweizerischen Recht, insbesondere dem IVG sowie der Verordnung 
über  die  Invalidenversicherung  vom  17.  Januar  1961  (IVV,  SR 
831.201).

4.

4.1 Auf Grund der Beschwerdebegehren streitig (vgl. BGE 125 V 414 
E. 1b) und daher im Folgenden zu prüfen ist, ob die befristete Rente 
des Beschwerdeführers zu Recht per 31. Januar 2007 in Abgang ge-
bracht  wurde bzw. ob dieser  vom 1. Februar  bis  30. April  2007 An-

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spruch auf eine ganze Invalidenrente und ab 1. Mai 2007 Anspruch auf 
eine halbe Invalidenrente hat. Weil in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich 
diejenigen Rechtssätze massgebend sind, die bei der Erfüllung des zu 
Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben,  und weil  nach 
ständiger Praxis der  Sozialversicherungsgerichte bei der Beurteilung 
eines Falles grundsätzlich auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses des 
angefochtenen  Verwaltungsaktes  (hier:  26.  Juli  2007)  eingetretenen 
Sachverhalt  abgestellt  wird  (BGE 132 V 2  E. 1,  129 V 4  E. 1.2  mit 
Hinweisen),  sind im vorliegenden Fall  die auf den 1. Januar 2004 in 
Kraft getretenen Bestimmungen der 4. IV-Revision anwendbar. Ebenso 
finden die ab 1. Januar 2003 geltenden Bestimmungen des ATSG und 
die  entsprechende Verordnung vom 11. September  2002 (ATSV, SR 
830.11) Anwendung.

4.2 Bezüglich der vorliegend auf Grund von Art. 2 ATSG in Verbindung 
mit  Art.  1  Abs.  1  IVG  zu  berücksichtigenden  ATSG-Normen  zur 
Arbeitsunfähigkeit (Art. 6), Erwerbsunfähigkeit (Art. 7), Invalidität (Art. 
8)  und  zur  Bestimmung  des  Invaliditätsgrades  (Art.  16)  sowie  zur 
Revision der Invalidenrente und anderer Dauerleistungen (Art.17) hat 
das  Schweizerische  Bundesgericht  (vormals  Eidgenössisches  Ver-
sicherungsgericht)  erkannt,  dass es sich bei  den in  Art. 3–13 ATSG 
enthaltenen Legaldefinitionen in aller Regel um eine formellgesetzliche 
Fassung  der  höchstrichterlichen  Rechtsprechung  zu  den  ent-
sprechenden Begriffen vor In-Kraft-Treten des ATSG handelt und sich 
inhaltlich damit keine Änderung ergibt, weshalb die hierzu entwickelte 
Rechtsprechung  übernommen  und  weitergeführt  werden  kann  (vgl. 
BGE 130 V 343 E. 3.1, 3.2 und 3.3). Auch die Normierung des Art. 16 
ATSG führt  nicht zu einer Modifizierung der bisherigen Judikatur  zur 
Invaliditätsbemessung  bei  erwerbstätigen  Versicherten,  welche 
weiterhin nach der allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs 
vorzunehmen ist (zu Art. 28 Abs. 2 IVG in der bis zum 31. Dezember 
2002 in Kraft gestandenen Fassung vgl. BGE 128 V 29 E. 1, BGE 104 
V 135 E. 2a und b).

4.3 Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, 
ob er für  die streitigen Belange umfassend ist,  auf allseitigen Unter-
suchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in 
Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Be-
urteilung der medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen 
Situation  einleuchtet  und  ob  die  Schlussfolgerungen  des  Experten 

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begründet  und  nachvollziehbar  sind  (BGE  125  V  352  Erw. 3a;  AHI 
2001 S. 113 Erw. 3a).

5.
Entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers ist die Tatsache, 
dass  dem Beschwerdeführer  von  der  SUVA seit  dem 1.  September 
2007  eine  Invalidenrente  von  46  %  ausgerichtet  wird,  für  das  vor-
liegende Verfahren ohne Belang. Zum einen besteht keine Bindungs-
wirkung  der  Invaliditätsschätzung  der  Unfallversicherung  für  die  In-
validenversicherung  (BGE 133  V  549  E.  6.2;  UELI KIESER, Bindungs-
wirkung  der  Invaliditätsschätzungen,  in:  René  Schaffhauser/Franz 
Schlauri  [Hrsg.],  Sozialversicherungsrechtstagung  2008,  S.  65  ff.). 
Zum  andern  kommt  hinzu,  dass  der  Beschwerdeführer  nach  ent-
sprechender  Androhung  einer  reformatio  in  peius  der  SUVA  seine 
Einsprache gegen die Verfügung der SUVA Basel zurückgezogen hat. 
Gemäss Randziffer 9021 des Kreisschreibens über Invalidität und Hilf-
losigkeit in der Invalidenversicherung (KSIH), gültig ab 1. Januar 2004, 
welche die damals herrschende Rechtsprechung wiedergibt,  fällt  ein 
Abweichen von einer rechtskräftigen Invaliditätsschätzung der Unfall-
versicherung  unter  anderem  dann  in  Betracht,  wenn  die  Unfallver-
sicherung  den  Invaliditätsgrad  durch  einen  Vergleich  bestimmt  hat. 
Dass  der  Beschwerdeführer  nach  entsprechender  Androhung  einer 
reformatio  in  peius  seine  Einsprache  zurückgezogen  und  die  SUVA 
demzufolge ihre  Androhung nicht  wahr  gemacht  hat,  ist  mit  der  Be-
stimmung  des  Invaliditätsgrades  mittels  eines  Vergleichs  durchaus 
vergleichbar. Infolgedessen ist  die  Vorinstanz  an den von der  SUVA 
ermittelten Invaliditätsgrad von 46 % nicht gebunden. 

6.

6.1 Invalidität  ist  die  voraussichtlich  bleibende  oder  längere  Zeit 
dauernde  ganze  oder  teilweise  Erwerbsunfähigkeit  (Art.  8  Abs.  1 
ATSG).  Nach  Art.  4  IVG  kann  die  Invalidität  Folge  von  Geburts-
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Abs. 1); sie gilt als eingetreten, 
sobald  sie  die  für  die  Begründung  des  Anspruchs  auf  die  jeweilige 
Leistung erforderliche Art und Schwere erreicht hat (Abs. 2).

6.2 Anspruch auf  eine  ganze Invalidenrente  besteht  gemäss Art. 28 
Abs. 1 IVG bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 %, derjenige 
auf  eine  Dreiviertelsrente  bei  einem solchen von mindestens  60 %, 
derjenige auf eine halbe Rente ab einem Grad der Invalidität von 50 % 
und  derjenige  auf  eine  Viertelsrente  ab  einem  solchen  von  40  %. 

10

C-6186/2007

Gemäss Abs. 1ter dieser Norm werden Renten, die einem Invaliditäts-
grad  von weniger  als  50 % entsprechen,  jedoch  nur  an  Versicherte 
ausgerichtet, die ihren Wohnsitz und gewöhnlichen Aufenthalt (Art. 13 
ATSG) in der Schweiz haben. Eine Ausnahme von diesem Prinzip gilt 
ab dem 1. Juni 2002 für Schweizer Bürger und Staatsangehörige der 
Europäischen  Gemeinschaft,  welche  Anspruch  auf  Viertelsrenten 
haben,  wenn  sie  in  einem  Mitgliedstaat  der  Europäischen  Gemein-
schaft Wohnsitz haben. Nach der Rechtsprechung des EVG stellt Art. 
28 Abs. 1ter IVG nicht eine blosse Auszahlungsvorschrift, sondern eine 
besondere Anspruchsvoraussetzung dar (BGE 121 V 275 E. 6c).

6.3 Zu ergänzen ist, dass die rückwirkend ergangene Verfügung über 
eine  befristete  oder  im  Sinne  einer  Reduktion  abgestufte  Invaliden-
rente einerseits die Zusprechung der Leistung und andererseits deren 
Aufhebung  oder  Herabsetzung  umfasst.  Letztere  setzt  voraus,  dass 
Revisionsgründe (Art. 17 Abs. 1 ATSG; BGE 113 V 273 E. 1a S. 275 
mit  Hinweisen)  vorliegen,  wobei  der  Zeitpunkt  der  Aufhebung  oder 
Herabsetzung nach Massgabe des analog anwendbaren (AHI 1998 S. 
119 E. 1b mit Hinweisen) Art. 88a IVV festzusetzen ist (vgl. BGE 121 V 
264 E. 6b/dd S. 275 mit  Hinweis). Ob eine für  den Rentenanspruch 
erhebliche Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten und damit der 
für  die  Befristung  oder  Abstufung  erforderliche  Revisionsgrund  ge-
geben  ist,  beurteilt  sich  in  dieser  Konstellation  durch  Vergleich  des 
Sachverhalts im Zeitpunkt der Rentenzusprechung oder des Renten-
beginns  mit  demjenigen  zur  Zeit  der  Aufhebung  bzw. Herabsetzung 
der Rente (BGE 125 V 413 E. 2d S. 418 am Ende, 368 E. 2 S. 369, 113 
V 273 E. 1a S. 275, 109 V 262 E. 4a S. 265, je mit Hinweisen). 

Art.  88a  Abs. 1  IVV  sieht  vor,  dass  bei  einer  Verbesserung  der  Er-
werbsfähigkeit die anspruchsbeeinflussende Änderung für die Herab-
setzung oder  Aufhebung der  Leistung von dem Zeitpunkt  an  zu  be-
rücksichtigen ist, in dem angenommen werden kann, dass sie voraus-
sichtlich  längere  Zeit  dauern  wird.  Sie  ist  in  jedem  Fall  zu  berück-
sichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate 
angedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird. 

Bei  der rückwirkenden Zusprechung einer  befristeten Rente darf  die 
Rentenaufhebung/-reduktion  – in  analoger  Anwendung  von  Art.  88a 
IVV  – erst  erfolgen,  wenn  sich  eine  dauerhafte  Besserung  des 
Gesundheitszustandes  eingestellt  hat,  was  jedenfalls  dann  anzu-
nehmen ist, wenn sich innert dreier Monate eine stabile Situation ge-

11

C-6186/2007

zeigt hat (AHI 1998 S. 121 Erw. 1b mit Hinweisen, BGE 121 V 275 Erw. 
6b/dd).  Eine  Aufhebung  mit  Wirkung  auf  das  Ende  des  laufenden 
Monats ist nur dann – ausnahmsweise – zulässig, wenn die Änderung 
als dauerhaft  und damit  stabilisiert  erscheint,  was sich grundsätzlich 
nach demselben Massstab beurteilt, welcher auch bei der Prüfung des 
Vorliegens einer bleibenden Erwerbsunfähigkeit nach Art. 29 Abs. 1 lit. 
a IVG und Art. 29 IVV gilt. Ein ausgesprochen labil gewesenes Leiden 
hat nur dann als stabilisiert zu gelten, wenn sich sein Charakter derart 
geändert  hat,  dass vorausgesehen werden kann,  in  absehbarer Zeit 
werde keine praktisch erhebliche Wandlung mehr erfolgen (BGE 119 V 
102 Erw. 4a). Diese Situation war im Januar/Februar 2007 nicht ein-
getreten, weshalb die Rente entgegen der Auffassung der Vorinstanz 
nicht bereits auf Ende Januar 2007, sondern gestützt auf Art. 88a Abs. 
1 Satz 2 IVV erst auf Ende April 2007 zu befristen ist  (anstatt vieler: 
Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts I 569/06 E. 3.3 vom 
20. November 2006).

6.4 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte  Person nach Eintritt  der Invalidität  und 
nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Ein-
gliederungsmassnahmen durch eine ihr  zumutbare Tätigkeit  bei  aus-
geglichener  Arbeitsmarktlage  erzielen  könnte  (sog.  Invalidenein-
kommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie er-
zielen  könnte,  wenn  sie  nicht  invalid  geworden  wäre  (sog. 
Valideneinkommen; Art.  16  ATSG). Der  Einkommensvergleich  hat  in 
der Regel in der Weise zu erfolgen,  dass die beiden hypothetischen 
Erwerbseinkommen  ziffernmässig  möglichst  genau  ermittelt  und 
einander  gegenübergestellt  werden,  worauf  sich  aus  der  Ein-
kommensdifferenz  der  Invaliditätsgrad  bestimmen  lässt.  Insoweit  die 
fraglichen  Erwerbseinkommen  nicht  genau  ermittelt  werden  können, 
sind  sie  nach  Massgabe  der  im  Einzelfall  bekannten  Umstände  zu 
schätzen und die so gewonnenen Annäherungswerte miteinander zu 
vergleichen  (allgemeine  Methode  des  Einkommensvergleichs;  BGE 
128 V 30 E. 1, 104 V 136 E. 2a und b; ZAK 1990 S. 518 E. 2). Er-
werbsunfähigkeit  ist,  vereinfacht  ausgedrückt,  die  durch  einen 
Gesundheitsschaden verursachte Unfähigkeit, durch zumutbare Arbeit 
Geld  zu  verdienen  (Alfred  Maurer,  Bundessozialversicherungsrecht, 
Basel 1993, S. 140).

6.5 Der Begriff  der Invalidität  ist  demnach nicht  nach dem Ausmass 
der  gesundheitlichen  Beeinträchtigung  definiert,  sondern  nach  der 

12

C-6186/2007

daraus  folgenden  Unfähigkeit,  Erwerbseinkommen  zu  erzielen  (BGE 
110 V 275 E. 4a, 102 V 166) oder sich im bisherigen Aufgabenbereich 
zu betätigen. Dabei sind die Erwerbs- bzw. Arbeitsmöglichkeiten nicht 
nur im angestammten Beruf bzw. der bisherigen Tätigkeit, sondern  – 
wenn  erforderlich  – auch  in  zumutbaren  anderen  beruflichen  Tätig-
keiten  (Verweistätigkeiten)  zu  prüfen.  Der  Invaliditätsgrad  ist  also 
grundsätzlich  nach  wirtschaftlichen  und  nicht  nach  medizinischen 
Grundsätzen zu ermitteln. Das heisst, dass es bei der Bemessung der 
Invalidität  einzig und allein auf die objektiven wirtschaftlichen Folgen 
der  funktionellen  Behinderung ankommt,  welche  nicht  unbedingt  mit 
dem  vom  Arzt  festgelegten  Grad  der  funktionellen  Einschränkung 
übereinstimmen müssen (BGE 110 V 275; ZAK 1985 S. 459). Trotzdem 
ist die Verwaltung und im Beschwerdefall auch das Gericht auf Unter-
lagen  angewiesen,  die  der  Arzt  und  gegebenenfalls  auch  andere 
Fachleute zur Verfügung gestellt haben. Aufgabe des Arztes ist es, den 
Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen,  in 
welchem Umfang  und  bezüglich  welcher  Tätigkeiten  der  Versicherte 
arbeitsunfähig  ist.  Im  Weiteren  sind  die  ärztlichen  Auskünfte  eine 
wichtige  Grundlage  für  die  Beurteilung  der  Frage,  welche  Arbeits-
leistungen  dem  Versicherten  noch  zugemutet  werden  können  (BGE 
115 V 134 E. 2, 114 V 314 E. 3c mit Hinweisen; ZAK 1991 S. 319 E. 
1c).  Die  rein  wirtschaftlichen  und  rechtlichen  Beurteilungen,  ins-
besondere im Zusammenhang mit der Bestimmung der Erwerbsfähig-
keit, obliegt dagegen der Verwaltung und im Beschwerdefall dem Ge-
richt.

7.
Die  Vorinstanz  hat  zutreffend  erkannt,  dass  die  Zusprechung  einer 
ganzen Invalidenrente für die Zeit vom 1. Februar 2005 bis 31. Januar 
2007 mit Blick auf die medizinischen Unterlagen als korrekt erscheint. 
Auf  Grund der  gesundheitlichen Einschränkungen und in  Anbetracht 
der  gesamten  Umstände  ist  nicht  zu  beanstanden,  wenn  die  Ver-
waltung die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit  in  diesem Zeitraum als 
nicht zumutbar erachtete. Dies ist denn auch unbestritten.

8.
Umstritten ist jedoch – wie bereits erwähnt –, ob die ganze Invaliden-
rente  mit  der  Vorinstanz  ab  1.  Februar  2007  in  Abgang  gebracht 
werden durfte oder ob dem Beschwerdeführer bis 30. April 2007 eine 
ganze und ab 1. Mai 2007 eine unbefristete, halbe Invalidenrente zu-
steht. 

13

C-6186/2007

8.1

8.1.1 Dr. med. E._______, der den Beschwerdeführer seit September 
2006 behandelte, diagnostizierte in seinem Bericht vom 5. Dezember 
2006  zuhanden  von  Dr.  med.  D._______  eine  umschriebene  post-
traumatische  Arthrose  zwischen  Kapitulum  humeri  und  radialem 
Olekranon links bei Status nach Osteosynthese einer Olekranonfraktur 
links von 2004, eine postoperative Sudeckdystrophie sowie Hinweise 
auf  eine  pathologische  Schmerzverarbeitung  mit  generalisierten 
Symptomen (IV-Akt. 49 S. 7). In seinem Bericht vom 5. Dezember 2006 
zuhanden der IV-Stelle BS hielt  er fest,  dass dem Beschwerdeführer 
die  bisherige  Tätigkeit  als  Bauvorabeiter  aus  gesundheitlichen 
Gründen nicht  mehr  zumutbar sei. Es seien ihm jedoch sehr leichte 
Tätigkeiten für kurze Zeit  (Kraftbelastung des linken Arms höchstens 
500 g), maximal im Umfang von 4 Stunden zumutbar (IV-Akt. 49 S. 5, 
6). 

8.1.2 Dr.  med.  F._______  diagnostizierte  in  seinem  Gutachten  vom 
27. März  2007  eine  Entwicklung  körperlicher  Symptome  aus 
psychischen Gründen (ICD-10 F68.0). Zur Begründung führte er aus, 
der Beschwerdeführer habe bei seinem Sturz im Februar 2004 bei der 
Arbeit  eine Verletzung des linken Ellbogens erlitten, der in der Folge 
habe operiert werden müssen. Später sei das Metall entfernt worden 
und eine in  der Folge aufgetretene Algodystrophie sei  abgeklungen. 
Persistiert  habe jedoch ein heftiges Schmerzsyndrom im linken Arm, 
das eine Aufnahme der angestammten Tätigkeit verunmöglicht habe. 
Die  Schmerzen hätten  aus somatischer  Sicht  bis  heute  nicht  erklärt 
werden  können,  weshalb  eine  mögliche  psychogene  Überlagerung 
diskutiert worden sei. Der Beschwerdeführer wirke psychopathologisch 
völlig unauffällig. Aus psychiatrischer Sicht fänden sich keine Hinweise 
auf  eine  psychiatrisch  erklärbare  Störung  oder  eine  Anpassungs-
störung. Die jetzige Situation sei natürlich ungewiss, insbesondere die 
Zukunft, so dass nachvollziehbar sei,  dass der Beschwerdeführer an 
seiner  Situation  "herumstudiere",  was  jedoch  ein  normalpsycho-
logisches Phänomen sei. Dennoch seien die Beschwerden aus ortho-
pädischer Sicht nicht nachvollziehbar. Vermutlich liege eine die Fehl-
entwicklung  begünstigende  hypochondrische  Grundhaltung  vor, 
welche  sich  in  einer  übertriebenen  Schmerzempfindung  äussere. 
Offensichtlich  bestehe  ein  starkes  Schonverhalten,  welches  auch 
objektiviert  werden  könne.  Zu  diagnostizieren  sei  daher  eine  Ent-
wicklung  körperlicher  Symptome  aus  psychischen  Gründen,  welche 

14

C-6186/2007

grundsätzlich  überwindbar  sei  und  keine  dauerhafte  Einschränkung 
der  Leistungsfähigkeit  begründe.  Aus  psychiatrischer  Sicht  sei  dem 
Beschwerdeführer jegliche Tätigkeit vollumfänglich zumutbar, da keine 
relevante psychiatrische Störung vorgefunden werden könne, mit  der 
eine  Einschränkung  der  Arbeitsfähigkeit  begründet  werden  könne. 
Eine  allfällige  Einschränkung  müsste  daher  aus  somatischer  Sicht 
begründet  werden.  Tendenziell  sei  aber  wegen  des  prolongierten, 
therapeutisch  kaum  mehr  angehbaren  Verlaufs  eher  von  einer  un-
günstigen Prognose auszugehen (IV-Akt. 55).

8.1.3 Dr. med. G._______  diagnostizierte  in  seinem Gutachten  vom 
12. April  2007  einen  chronifizierten  Schmerzzustand  im  linken 
Ellbogen nach Osteosynthese einer komplexen Ellbogengelenksfraktur 
am  17.  Februar  2004,  eine  intraartikuläre  Knorpelschädigung  mit 
beginnender  Arthrose  des  Ellbogengelenks  und  einen  Status  nach 
posttraumatischem komplexem regionalem Schmerzsyndrom. Die Be-
urteilung  der  heutigen  Situation  sei  kontrovers.  Einerseits  sei  der 
objektivierbare  Befund als  leicht  bis  mittelgradig  zu  bezeichnen,  der 
die angegebenen Beschwerden im linken Ellbogen nicht  zu erklären 
vermöge. Anderseits seien die subjektiv zum Teil starken Schmerzen 
im linken Arm nicht ohne weiteres als vernachlässigbar abzutun. Die 
Entwicklung  zur  Chronifizierung  des  Schmerzes  sei  klar  ersichtlich, 
wobei der Hintergrund unbekannt sei. Bei ähnlichen Erkrankungen sei 
die Prognose reserviert zu stellen. Sie stehe auch in Zusammenhang 
mit dem Willen des Versicherten, sein Leben selber wieder in die Hand 
zu  nehmen  und  vorwärts  zu  gehen.  Ungünstig  im  Hinblick  auf  die 
Wiedereingliederung seien die nunmehr dreijährige Arbeitsunfähigkeit, 
die zweifellos eine allgemeine Dekonditionierung bewirkt habe sowie 
die  Arbeitslosigkeit,  welche  mit  Zukunftsangst  und  Resignation  ver-
bunden sei. Eine Arbeit  auf dem Bau sei dem Beschwerdeführer zu-
mindest mittelfristig nicht zumutbar, da der linke Arm nicht mehr zum 
Tragen oder Heben von Lasten über 2 kg benützt werden könne. Der 
Einsatz  des  rechten  dominanten  Armes  sei  nicht  beeinträchtigt. 
Hingegen  könne  der  linke  Arm  lediglich  für  leichte  Haltefunktionen 
eingesetzt  werden,  wobei  ein  repetitives  Tragen  oder  Bewegen  von 
mehr  als  1–2 kg nicht  möglich  sei. Büro-  und Computerarbeit  sollte 
jedoch möglich sein. Dem Beschwerdeführer seien körperlich leichtere 
Tätigkeiten zumutbar, bei welchem er den linken Arm schonen könne. 
Eine entsprechende Tätigkeit sei ihm zu 75 %, d.h. 6 Stunden pro Tag, 
zumutbar. Hierbei sei  der chronische Ellbogenschmerz berücksichtigt 
(IV-Akt. 56). 

15

C-6186/2007

8.2 In Anbetracht dieser Aktenlage ist nicht zu beanstanden, wenn die 
Vorinstanz davon ausging, dass der Beschwerdeführer spätestens ab 
18.  Januar  2007  im  Umfang  von  sechs  Stunden/Tag  in  einer  an-
gepassten  Tätigkeit  arbeitsfähig  war,  zumal  die  beiden  verwaltungs-
externen  Gutachten  die  rechtsprechungsgemässen  Voraussetzungen 
an ein beweistaugliches Gutachten erfüllen (E. 4.3 hievor). Nach dem 
in E. 6.3 Gesagten durfte die Vorinstanz die ganze Rente jedoch nicht 
bereits per 1. Februar 2007,  sondern erst  per 30. April  2007, in Ab-
gang bringen.

8.3

8.3.1 Bei  erwerbstätigen  Versicherten  ist  der  Invaliditätsgrad  –  wie 
bereits  erwähnt  –  (vgl.  E.  6.4  hievor)  gemäss  Art.  16  ATSG  (seit 
1. Januar 2004: in Verbindung mit Art. 28 Abs. 2 IVG) aufgrund eines 
Einkommensvergleichs  zu  bestimmen.  Dazu  wird  das  Erwerbsein-
kommen, das die versicherte  Person nach Eintritt  der Invalidität  und 
nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Ein-
gliederungsmassnahmen durch eine ihr  zumutbare Tätigkeit  bei  aus-
geglichener  Arbeitsmarktlage  erzielen  könnte  (sog. Invalidenein-
kommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie er-
zielen  könnte,  wenn  sie  nicht  invalid  geworden  wäre  (sog. 
Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der 
Weise  zu  erfolgen,  dass  die  beiden  hypothetischen  Erwerbsein-
kommen  ziffernmässig  möglichst  genau  ermittelt  und  einander 
gegenübergestellt  werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz 
der  Invaliditätsgrad  bestimmen  lässt  (allgemeine  Methode  des  Ein-
kommensvergleichs; BGE 130 V 349 Erw. 3.4.2 mit Hinweisen).

8.3.2 Für die Ermittlung des Valideneinkommens stellt sich die Frage, 
was der Beschwerdeführer aufgrund seiner beruflichen Fähigkeiten zu 
erwarten  gehabt  hätte,  wenn  er  nicht  invalid  geworden  wäre. Dabei 
entspricht  es  empirischer  Erfahrung,  dass  die  bisherige  Tätigkeit  im 
Gesundheitsfall weitergeführt worden wäre, weshalb häufig der zuletzt 
erzielte,  der Teuerung sowie der realen Einkommensentwicklung an-
gepasste  Verdienst  Anknüpfungspunkt  für  die  Bestimmung  des 
Valideneinkommens ist (RKUV 1993 Nr. U 168 S. 100 f. Erw. 3b). 

8.3.3 Die  Vorinstanz  ging  gestützt  auf  die  vor  Eintritt  des  Gesund-
heitsschadens  erzielten  Jahreseinkommen  des  Beschwerdeführers 
von einem Valideneinkommen von Fr. 77'181.– für das Jahr 2005 aus 
(IV-Akt. 73 S. 6, IV-Akt. 6). Obwohl dieses Einkommen unbestritten ist, 

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sind die Verhältnisse im Jahr 2007 massgebend (vgl. Urteile des Eid-
genössischen Versicherungsgerichts I 942/05 E. 5.2 vom 24. Juli 2006 
und I  172/00 E. 3  vom 28. August  2001). Bei  einem hypothetischen 
Erwerbseinkommen  ohne  Invalidität (Valideneinkommen)  von  monat-
lich Fr. 5'937.– (IV-Akt. 6, 13) beläuft sich unter Berücksichtigung der 
Nominallohnentwicklung im Baugewerbe für die Jahre 2006 bzw. 2007 
von 1,1 % bzw. 1,6 % (BFS, Lohnentwicklung 2008, Nominallohnindex 
Männer  2006–2008,  T 1.1.05,  F  [Baugewerbe]  Männer)  das 
Valideneinkommmen auf Fr. 6'098.35 monatlich bzw. Fr. 79'278.50 (13 
x Fr. 6'098.35) jährlich. 

8.3.4 Für  die  Bestimmung  des  Invalideneinkommens  ist  primär  von 
der  beruflich-erwerblichen Situation  auszugehen,  in  welcher  die  ver-
sicherte  Person  konkret  steht.  Ist  kein  solches  tatsächlich  erzieltes 
Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil  die versicherte Person 
nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr 
an  sich  zumutbare  neue  Erwerbstätigkeit  aufgenommen  hat,  so 
können  nach  der  Rechtsprechung  Tabellenlöhne  gemäss  den  vom 
Bundesamt  für  Statistik  periodisch  herausgegebenen  Lohnstruktur-
erhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 126 V 76 f. E. 3b/aa 
und  bb,  vgl.  auch  BGE  129  V  475  E.  4.2.1).  Für  die  Invaliditäts-
bemessung  wird  praxisgemäss  auf  die  standardisierten  Bruttolöhne 
(Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 476 Erw. 4.2.1 mit Hinweis), 
wobei jeweils vom so genannten Zentralwert (Median) auszugehen ist. 
Bei  der  Anwendung der  Tabellengruppe A gilt  es ausserdem zu be-
rücksichtigen,  dass  ihr  generell  eine  Arbeitszeit  von  40  Wochen-
stunden zugrunde liegt,  welcher Wert etwas tiefer ist  als die im Jahr 
2007 betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 41,7 Stunden (Die 
Volkswirtschaft Heft 1/2-2010, S. 94 Tabelle 9.2).

8.3.5 Nach der Rechtsprechung ist beim Einkommensvergleich unter 
Verwendung  statistischer  Tabellenlöhne  zu  berücksichtigen,  dass 
gesundheitlich beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten Hilfs-
arbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich zu voll leistungsfähigen 
und  entsprechend  einsetzbaren  Arbeitnehmern  und  Arbeit-
nehmerinnen lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel 
mit unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Sodann ist 
dem  Umstand  Rechnung  zu  tragen,  dass  weitere  persönliche  und 
berufliche Merkmale einer  versicherten Person,  wie Alter,  Dauer der 
Betriebszugehörigkeit,  Nationalität  oder  Aufenthaltskategorie  sowie 
Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können. In 

17

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BGE  126  V  75  ff.  hat  das  Eidgenössische  Versicherungsgericht  die 
bisherige Praxis  dahin gehend präzisiert,  dass die Frage,  ob und in 
welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von sämtlichen 
persönlichen  und  beruflichen  Umständen  des  konkreten  Einzelfalls 
(leidensbedingte  Einschränkung,  Alter,  Dienstjahre,  Nationalität/Auf-
enthaltskategorie und Beschäftigungsgrad) abhängig ist. Der Einfluss 
sämtlicher  Merkmale  auf  das  Invalideneinkommen  ist  nach  pflicht-
gemässem Ermessen gesamthaft  zu schätzen,  wobei  der Abzug auf 
höchstens 25 % zu begrenzen ist (BGE 129 V 481 Erw. 4.2.3 mit Hin-
weisen). 

8.3.6 Gemäss  Gutachten  von  Dr.  med.  G._______  sind  dem  Be-
schwerdeführer  körperlich  leichtere  Tätigkeiten,  bei  welchen  er  den 
linken Arm nicht mit Kraft einsetzen müsse bzw. schonen könne, sechs 
Stunden  pro  Tag zumutbar  (IV-Akt.  56).  Die  Vorinstanz  nimmt  einen 
Tabellenlohnvergleich vor. Dabei geht sie vom monatlichen Bruttolohn 
für  Männer  mit  Tätigkeiten  im  Anforderungsniveau  3  (Berufs-  und 
Fachkenntnisse  vorausgesetzt)  gemäss  LSE  Grossregionen/Nord-
westschweiz 2004, Tabelle TA1, Total Männer, mit Umrechnung von 40 
auf 41,6 Wochenstunden, zzgl. Nominallohnentwicklung bis 2005, von 
einem Jahreseinkommen (vor Abzug) von Fr. 71'555.– aus. Dieser Be-
rechnungsweise kann nicht gefolgt werden. Zunächst ist – wie die Vor-
instanz zu Recht in ihrer Beschwerdeantwort präzisiert – auf die LSE 
"Gesamtschweiz" abzustellen. Es besteht sodann kein Anlass, auf den 
Tabellenlohn  für  das  Anforderungsniveau  3  (Berufs-  und  Fachkennt-
nisse vorausgesetzt) abzustellen. Wohl verfügt der Beschwerdeführer 
als Bau-Vorarbeiter  über Berufs-  und Fachkenntnisse und hat  er  vor 
dem Unfall einen Lohn von rund Fr. 77'000.– im Jahr bezogen, was im 
Bereich  des  für  Tätigkeiten  im  Anforderungsniveau  3  geltenden 
Tabellenlohnes  liegt.  Massgebend  ist  indessen  nicht,  welchem  An-
forderungsniveau  seine  frühere  Tätigkeit  entsprach,  sondern  in 
welchem Bereich er seine verbleibende Arbeits- und Erwerbsfähigkeit 
zumutbarerweise noch zu verwerten vermag. Diesbezüglich ist aber zu 
berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer im angestammten Beruf 
als  Bau-Vorarbeiter  nicht  mehr  arbeitsfähig  ist  und  lediglich  noch 
leichte bis mittelschwere wechselbelastende Tätigkeiten zu verrichten 
vermag,  was  eine  Verwertung  seiner  beruflichen  Kenntnisse  und 
Fähigkeiten weitgehend ausschliesst. Daran ändert auch der Umstand 
nichts,  dass  der  Beschwerdeführer  in  Frankreich  eine  zweijährige 
Ausbildung als Hochbauzeichner abgeschlossen hat, hat er doch un-
mittelbar  danach  sofort  auf  den  Bau  gewechselt.  Der  Beschwerde-

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führer verfügt demnach über keinerlei  praktische Erfahrungen im an-
gelernten/erlernten  Beruf  als  Hochbauzeichner,  weder  in  Frankreich 
noch in der Schweiz (IV-Akt. 21). Erschwerend kommt hinzu, dass der 
Beschwerdeführer  offenbar  auch über  keinerlei  Praxis  im CAD-  und 
Office-Bereich  verfügt,  so  dass  auch  eine  qualifizierte  Büroarbeit 
ausser Betracht fällt. Die Stiftung Z._______ kam nach ihrer Abklärung 
denn auch zum Schluss, dass aufgrund der zahlreichen vorhandenen 
Defizite kaum realistische Chancen auf eine Anstellung als Hochbau-
zeichner bestünden (IV-Akt. 44).  Qualifizierte Tätigkeiten im erlernten 
(Hochbauzeichner) oder jahrelang ausgeübten Beruf (Bau) erscheinen 
daher  nicht  realistisch  (vgl.  Urteile  des  Eidgenössischen  Ver-
sicherungsgerichts I 617/02 vom 10. März 2003 und U 203/03 vom 18. 
März  2004).  Zu  ergänzen  ist,  dass  allfällige  mangelnde  Deutsch-
kenntnisse  vorliegend  allerdings  nicht  als  anspruchsbegründende 
Umstände geltend gemacht werden können, da es dem Beschwerde-
führer  unbenommen  ist,  in  Frankreich  oder  in  der  französisch-
sprachigen  Schweiz eine Anstellung zu suchen.  Für die Festsetzung 
des  Invalideneinkommens  ist  nach  dem Gesagten vom Tabellenlohn 
für das Anforderungsniveau 4 (einfache und repetitive Arbeiten) aus-
zugehen. Gemäss Tabelle TA1 der LSE 2004 belief sich der monatliche 
Bruttolohn  (Zentralwert  bei  einer  standardisierten  Arbeitszeit  von 40 
Wochenstunden)  der  mit  einfachen  und  repetitiven  Arbeiten  (An-
forderungsniveau 4) im privaten Sektor beschäftigten Männer auf  Fr. 
4'588.–, was umgerechnet auf die betriebsübliche Arbeitszeit im Jahr 
2007  von  41,7  Stunden  (Die  Volkswirtschaft,  Heft  1/2-2010,  S.  94 
Tabelle B 9.2) und unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung 
der Jahre 2005 bis 2007 (vgl. BGE 129 V 408   ff.) von 0,9 %, 1,1 % und 
1,6 % (BFS, Lohnentwicklung 2005, Nominallohnindex, Männer, 2001–
2005,  T1.93,  Total,  sowie  BFS,  Statistik  der  Lohnentwicklung  – 
Schweizerischer  Lohnindex,  Nominallohnindex,  Männer,  2004–2008, 
T1.05, Total) ein Jahreseinkommen von Fr. 59'486.– (12 x Fr. 4'957.–) 
ergibt. Dr. med. G.________ erachtete den Beschwerdeführer in einer 
angepassten Tätigkeit  zu sechs Stunden/Tag oder 75 % arbeitsfähig 
(IV-Akt. 56). Bei einem Wochenpensum von 30 Stunden resultiert ein 
Invalideneinkommen von Fr. 42'795.70 (Fr. 59'486.–/41,7 x 30). Diese 
Berechnung  erweist  sich  – im  Gegensatz  zur  Berechnung  der  Vor-
instanz in der Vernehmlassung  –, wo von einem 75 %-Pensum aus-
gegangen  wurde,  als  korrekt  (vgl.  Urteil  des  Eidgenössischen  Ver-
sicherungsgerichts U 72/03 vom 28. April 2004 E. 2.2.2).

19

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8.3.7 Der  Beschwerdeführer  machte  geltend,  es  sei  ein  be-
hinderungsbedingter Abzug von 10–15 % vorzunehmen. Wird das In-
valideneinkommen  auf  der  Grundlage  von  statistischen  Durch-
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls 
zu  kürzen.  Mit  dem  sogenannten  Leidensabzug  wurde  ursprünglich 
berücksichtigt,  dass  versicherte  Personen,  welche  in  ihrer  letzten 
Tätigkeit  körperliche Schwerarbeit  verrichteten und nach Eintritt  des 
Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten nurmehr beschränkt 
einsatzfähig  sind,  in  der  Regel  das  entsprechende  durchschnittliche 
Lohnniveau  gesunder  Hilfsarbeiter  nicht  erreichen.  Der  ursprünglich 
nur  bei  Schwerarbeitern  zugelassene  Abzug  entwickelte  sich  in  der 
Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die 
Rechtsprechung  dem  Umstand  Rechnung  trug,  dass  auch  weitere 
persönliche  und  berufliche  Merkmale  der  versicherten  Person  wie 
Alter,  Dauer  der Betriebszugehörigkeit,  Nationalität  oder  Aufenthalts-
kategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des 
Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern 
nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall  Anhaltspunkte dafür  bestehen, 
dass  die  versicherte  Person  wegen  eines  oder  mehrerer  dieser 
Merkmale  ihre  gesundheitlich  bedingte  (Rest-)  Arbeitsfähigkeit  auf 
dem  allgemeinen  Arbeitsmarkt  nur  mit  unterdurchschnittlichem  Ein-
kommen verwerten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges 
ist  der  Einfluss  aller  in  Betracht  fallenden  Merkmale  auf  das  In-
valideneinkommen  unter  Würdigung  der  Umstände  im  Einzelfall 
gesamthaft  zu  schätzen  und  insgesamt  auf  höchstens  25  %  des 
Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75). Dem 
Beschwerdeführer sind aus medizinischer Sicht unbestrittenermassen 
keine schweren Arbeiten mehr zumutbar (vgl. E. 8.3.6 hievor), sodass 
er  den  bisher  ausgeübten  Tätigkeiten  nicht  mehr  nachgehen  kann. 
Ausserdem kann er nur noch ein Teilzeitpensum versehen und muss 
auch in einer angepassten Tätigkeit den linken Arm schonen. Der Be-
schwerdeführer  war während fünfzehn Jahren für  die gleiche Arbeit-
geberin tätig. Tritt  er  nun eine neue Stelle  an,  verliert  er  den bisher 
allenfalls lohnrelevanten Vorteil der bisherigen Dienstjahre. Jedoch ist 
in  dieser  Hinsicht  zu  berücksichtigen,  dass  eine  lange  Dienstdauer 
beim  gleichen  Arbeitgeber  auf  dem  – hier  massgebenden  – hypo-
thetischen  ausgeglichenen  Arbeitsmarkt  (Art.  16  ATSG)  durchaus 
positiv  zu  werten  ist,  indem die  durch  die  langjährige  Betriebstreue 
ausgewiesene Zuverlässigkeit und Tüchtigkeit sich bei einem anderen 
Arbeitgeber  im  Anfangslohn  niederschlägt.  Vor  allem  aber  bleibt  zu 
beachten, dass die Bedeutung der Dienstjahre im privaten Sektor ab-

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nimmt,  je  niedriger  das  Anforderungsprofil  ist  (BGE  126  V  79  Erw. 
5a/cc mit Hinweis). Dem Aspekt der geringen Dienstjahre kommt des-
halb  keine  ins  Gewicht  fallende  Bedeutung  zu.  Weitere  im  Rahmen 
eines  Abzuges  zu  berücksichtigende  Merkmale  (wie  z.B.  Alter  oder 
Nationalität) sind nicht ersichtlich und werden auch nicht geltend ge-
macht. Dass sich die Nationalität des Beschwerdeführers negativ auf 
die  Lohnhöhe  auswirkt,  ist  nicht  anzunehmen,  nachdem  dieser  als 
Bau-Vorarbeiter  in  der  Schweiz  branchenübliche  Löhne  erzielt  hat. 
Zusammenfassend  ist  festzuhalten,  dass  ein  Abzug  nur  unter  den 
Titeln der leidensbedingten Einschränkung (ohne wiederholten Kraft-
einsatz des linken Arms [IV-Akt. 20 S. 14]), der Teilzeitarbeit und der 
Unmöglichkeit, schwere Arbeiten auszuführen, gewährt werden kann. 
Es liegen deshalb triftige Gründe vor, um von der im Verwaltungsver-
fahren  festgesetzten  Einkommensermittlung  im  Hinblick  auf  den 
leidensbedingten Abzug abzuweichen und es ist ein leidensbedingter 
Abzug von 10 % zu gewähren. 

8.3.8 Erweist  sich  eine  Reduktion  des  massgebenden  Invalidenein-
kommens (Fr. 42'795.70) um 10 % als  angemessen,  beträgt  das In-
valideneinkommen  demnach  Fr.  38'516.10.  Ausgehend  von  einem 
Valideneinkommen von Fr. 79'278.50 und einem Invalideneinkommen 
von Fr. 38'516.10 beläuft sich der Invaliditätsgrad auf 51,4 % bzw. ge-
rundet  51  %,  was  zum  Anspruch  auf  eine  halbe  Invalidenrente  ab 
1. Mai 2007 führt. 

8.4 Zusammenfassend  ist  festzuhalten,  dass  die  mit  Verfügung  vom 
26.  Juli  2007  zugesprochene  ganze  Invalidenrente  (samt  Zusatz-
renten) in Gutheissung der Beschwerde ab dem 1. Mai 2007 auf eine 
halbe  Invalidenrente  (samt  Zusatzrenten,  sofern  die  Bedingungen 
weiterhin erfüllt sind) herabzusetzen ist. 

9.
Zu  befinden  bleibt  über  die  Verfahrenskosten  und  eine  allfällige 
Parteientschädigung.

9.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis i.V.m. Art. 69 Abs. 2 IVG (in der seit dem 
1.  Juli  2006  gültigen  Fassung)  ist  das  Beschwerdeverfahren  bei 
Streitigkeiten  um  die  Bewilligung  oder  die  Verweigerung  von  IV-
Leistungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  kostenpflichtig.  Die 
Verfahrenskosten  werden  grundsätzlich  der  unterliegenden  Partei 
auferlegt (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Vorliegend gilt der Beschwerdeführer 
als  obsiegende Partei,  weshalb  ihm keine Kosten aufzuerlegen sind 

21

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und  der  geleistete  Kostenvorschuss  zurückzuerstatten  ist.  Der  Vor-
instanz werden gemäss Art. 63 Abs. 2 VwVG keine Verfahrenskosten 
auferlegt. 

9.2 Dem  Beschwerdeführer,  der  sich  im  Beschwerdeverfahren 
anwaltlich  hat  vertreten  lassen,  ist  für  die  ihm  angefallenen  not-
wendigen  und  verhältnismässig  hohen  Kosten  eine  Parteient-
schädigung zu Lasten der Vorinstanz zuzusprechen (Art. 64 VwVG in 
Verbindung mit Art. 7 ff. des Reglements vom 21. Februar 2008 über 
die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 
[VGKE, SR 173.320.2]). Da keine Kostennote eingereicht wurde, ist die 
Entschädigung auf Grund der Akten festzusetzen (Art. 14 Abs. 2 Satz 
2  VGKE).  In  Würdigung  der  massgeblichen  Faktoren  erscheint  eine 
Parteientschädigung von  Fr. 2'500.– (exkl. MWST)  angemessen. Die 
Mehrwertsteuer ist nur für Dienstleistungen geschuldet, die im Inland 
gegen Entgelt  erbracht werden, nicht jedoch im vorliegenden Fall,  in 
dem die Dienstleistung des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers 
mit  Wohnsitz  im  Ausland  erbracht  worden  ist  (Art.  5  Bst.  b  des 
Bundesgesetzes  vom  2.  September  1999  über  die  Mehrwertsteuer 
[Mehrwertsteuergesetz, MWSTG, SR 641.20] in Verbindung mit Art. 14 
Abs. 3 Bst. c MWSTG und Art. 9 Abs. 1 Bst. c VGKE).

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
In  Gutheissung  der  Beschwerde  wird  die  Verfügung  der  Vorinstanz 
vom 26.  Juli  2007  dahingehend  abgeändert,  dass  der  Beschwerde-
führer  bis  30.  April  2007  Anspruch  auf  eine  ganze  Invalidenrente 
(nebst  Zusatzrenten für  die  beiden Kinder)  und ab 1. Mai  2007 An-
spruch auf eine halbe Rente hat. 

2.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der Kostenvorschuss von 
Fr. 400.-- wird dem Beschwerdeführer innert 30 Tagen nach Eintritt der 
Rechtskraft  des  vorliegenden  Urteils  aus  der  Gerichtskasse  zurück-
erstattet. 

3.
Die  Vorinstanz  hat  dem Beschwerdeführer  eine  Parteientschädigung 
von Fr. 2'500.– (exkl. MWST) zu bezahlen.

22

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4.
Dieses Urteil geht an:

- den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde)
- die Vorinstanz 
- das Bundesamt für Sozialversicherungen BSV

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Vera Marantelli Karin Behnke

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  Schweizerhofquai  6,  6004  Luzern,  Beschwerde  in 
öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. 
und 100 des Bundesgerichtsgesetzes  vom 17. Juni  2005 [BGG, SR 
173.110]). Die Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und 
hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und 
die  Unterschrift  zu  enthalten.  Der  angefochtene  Entscheid  und  die 

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Beweismittel  sind,  soweit  sie  die  beschwerdeführende  Partei  in 
Händen hat, beizulegen (vgl. Art. 42 BGG).

Versand: 

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