# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 748f7c78-c6dd-5354-99fd-49218838f68f
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-04-21
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 21.04.2010 C-5989/2007
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-5989-2007_2010-04-21.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-5989/2007
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 1 .  A p r i l  2 0 1 0

Richterin Maria Amgwerd (Vorsitz), Richter Michael 
Peterli, Richterin Vera Marantelli,
Gerichtsschreiber Urs Küpfer.

X._______
vertreten durch Y._______,
Beschwerdeführerin,

gegen

IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,
avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100, 
1211 Genf 2,
Vorinstanz.

Revision einer Invalidenrente.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-5989/2007

Sachverhalt:

A.
Die am [...] geborene, seit [...] in Frankreich wohnhafte schweizerische 
Staatsangehörige  X._______ (Beschwerdeführerin)  arbeitete  seit  13. 
August  1990  als  [...]  in  der  Schweiz.  Sie  ist  verheiratet  und  Mutter 
zweier  Kinder.  Am  1.  März  1994  kollidierte  sie  als  Lenkerin  ihres 
Personenwagens  mit  einem  Tram.  In  der  Folge  klagte  sie 
hauptsächlich über Kopf-, Nacken- und Rückenschmerzen sowie über 
kognitive  Störungen.  Noch  am  gleichen  Tag  diagnostizierte  die 
Notfallstation  der  chirurgischen  Klinik  des  Kantonsspitals  [...]  eine 
Halswirbelsäulendistorsion  (Schleudertrauma),  eine  Kontusion 
(Prellung)  der  Lendenwirbelsäule  (LWS)  bei  vorbestehender 
Spondylolisthesis  (Wirbelgleiten)  L5,  eine  Beckenkontusion  rechts 
sowie eine Kniekontusion rechts mit kleiner Schürfung.

B.
Am 11. Juni 1994 diagnostizierte der Neurologe Dr. med. A._______ in 
einem  ärztlichen  Zwischenbericht  (act.  1/85)  zu  Handen  der  Kreis-
agentur  [...]  der  Schweizerischen  Unfallversicherungsanstalt  (SUVA) 
bei  der  Beschwerdeführerin  einen  Status  nach  indirektem  HWS-
(Halswirbelsäulen-)-Trauma  sowie  Commotio  cerebri  (Gehirn-
erschütterung)  mit  leichter  Hirnleistungsschwäche  und 
Cervikalsyndrom (von der Halswirbelsäule ausgehende Beschwerden).

C.
Nach ihrem Unfall  war die Beschwerdeführerin vom 1. März bis zum 
1. Mai  1994 zu 100 % arbeitsunfähig. Anschliessend verringerte sich 
ihre Arbeitsunfähigkeit schrittweise bis auf 20 %, um dann wieder auf 
50 bzw. 100 % anzusteigen, Letzteres wegen eines Kuraufenthaltes in 
der Rehaklinik [...]  vom 8. Oktober 1997 bis zum 4. Dezember 1997. 
Ab Frühjahr 1998 war sie teilweise zu 100, teilweise zu 50 % arbeits-
fähig.

D.
Am 8. Oktober 1997 meldete sich die Beschwerdeführerin zum Bezug 
von Leistungen der Invalidenversicherung (IV) an. Ende 1998 sprach 
ihr  die  IV-Stelle  für  Versicherte  im Ausland (IVSTA, Vorinstanz)  eine 
unbefristete,  auf  einem  Invaliditätsgrad  von  50 %  basierende  halbe 
Invalidenrente mit Wirkung ab 20. Mai 1998 zu, weil bei ihr eine lang-
dauernde  Krankheit  vorliege.  Eine  entsprechende  Kinderrente  zur 

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Rente der Mutter für die am 13. Mai 1999 geborene Tochter der Be-
schwerdeführerin verfügte sie am 29. September 1999 mit Wirkung ab 
1. Mai 1999.

Die Vorinstanz stützte sich dabei auf mehrere medizinische Gutachten, 
insbesondere  auf  einen  Arztbericht  der  Rehaklinik  [...]  (PD Dr. med. 
B._______ und Dr. med. C._______) vom 26. Februar 1998 zu Handen 
der  IV  [...]  (act.  1/12-23).  Darin  wurden  als  Status  nach  dem  Ver-
kehrsunfall vom 1. März 1994 mit leichter traumatischer Hirnverletzung 
und  HWS  (Halswirbelsäulen)-Distorsion  Grad  II  nach  Quebec-
Classification  folgende konsekutiven Beschwerden diagnostiziert:  ein 
zervikozephales  Syndrom,  ein  thorakales  und  lumbovertebrales 
Syndrom bei Fehlhaltung, muskulärer Dysbalance und vorbestehender 
lumbosakraler  Spondylolisthesis  vera  Grad  II  bei  L5-Spondylolyse 
beidseitig, neuropsychologische Funktionsstörungen sowie eine post-
traumatische  Anpassungsstörung.  Die  Arbeitsunfähigkeit  der  Be-
schwerdeführerin  im  bisherigen  Beruf  oder  Tätigkeitsbereich  wurde 
"bis  auf  weiteres"  auf  50 %  festgesetzt,  wobei  ein  halbtägiges 
Arbeitspensum als zumutbar betrachtet wurde.

E.
Am  12.  November  2001  wurde  die  Beschwerdeführerin  in  einen 
weiteren Verkehrsunfall  verwickelt, diesmal als Beifahrerin ihres Ehe-
mannes, dessen Personenwagen bei einer Auffahrkollision in das vor 
ihm stehende Fahrzeug geschoben wurde. Anschliessend begab  sie 
sich  gleichentags  zu  Dr.  D._______,  ihrem  Chiropraktoren,  bei 
welchem  sie  ihrer  eigenen  Aussage  zufolge  kurz  vor  dem  Unfall  in 
Behandlung gewesen war und der am Unfalltag eine HWS-Distorsion 
diagnostizierte  ("neue  Verletzung  aufgepfropft  auf  alte  HWS-
Distorsions-Traumata")  und  die  Beschwerdeführerin  in  seinem  (un-
datierten)  Arztzeugnis  (act.  43.1/5)  zu  Handen  der  SUVA  ab 
12. November 2001 auf unabsehbare Dauer zu 100 % arbeitsunfähig 
schrieb.

Auch  gemäss  Diagnose  von  Dr.  med.  E._______,  Spezialarzt  für 
Neurologie  FMH,  vom  6.  Januar  2003  (act.  38/17),  erlitt  die  Be-
schwerdeführerin  beim  Unfall  vom  12.  November  2001  erneut  eine 
HWS-Distorsion. Darüber hinaus nennt die Diagnose folgende Leiden: 
"V.a.  leichte  traumatische  Hirnverletzung  (Commotio  cerebri), 
Panvertebral-Syndrom,  radikuläre  Irritation  C5  sowie  C7/8  links, 
Sacrodynie, Spondylolisthesis L5 Grad II, Spondylolyse L5 beidseits".

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Nach dem Unfall vom 12. November 2001 war die Beschwerdeführerin 
laut Angaben ihres Arbeitgebers (Fragebogen der IV-Stelle [...] vom 8. 
November  2002,  Unterzeichnungsdatum  14.  November  2002;  act. 
37/1-3) vom 12. November 2001 bis zum 28. Februar 2002 zu 100 %, 
vom 1. bis zum 28. März 2002 zu 90 %, vom 29. März bis zum 28. April 
2002 zu 70 % und vom 20. Juni bis zum 30. November 2002 wiederum 
zu 100 % arbeitsunfähig. Vom 27. Dezember 2001 bis zum 7. Februar 
2002 sowie vom 26. September 2002 bis zum 24. Oktober 2002 hielt 
sie sich zur Therapie in zwei Rehabilitationskliniken auf.

F.
Mit Brief vom 7. Oktober 2002 (act. 35/1) beantragte die Beschwerde-
führerin bei der IV-Stelle [...] unter Hinweis auf ihren neuerlichen Unfall 
sowie  die  daraus  resultierenden  gesundheitlichen  Folgen  eine 
Revision ihrer Rente. Im entsprechenden Fragebogen der IV vom 24. 
Oktober 2002 (act. 36/1-2) gab sie an, sie sei vom 12. November 2001 
bis zum 1. März 2002 zu 100 %, vom 1. März bis zum 20. Juni 2002 zu 
92 % und ab 20. Juni 2002 (jedenfalls bis zum 5. November 2002, dem 
Datum  der  Unterzeichnung  des  Fragebogens)  wiederum  zu  100 % 
arbeitsunfähig  gewesen.  Sie  befinde  sich  bei  ihrem  Hausarzt,  Dr. 
F._______  sowie  beim  Neurologen  Dr.  E._______  in  ärztlicher  Be-
handlung bzw. unter ärztlicher Kontrolle.

G.
Am 26. August  2005  teilte  die  IV-Stelle  [...]  der  Beschwerdeführerin 
mit,  bei  der Überprüfung ihres Invaliditätsgrades sei keine Änderung 
festgestellt worden, die sich auf die Rente auswirke. Es bestehe des-
halb weiterhin Anspruch auf die bisherige Invalidenrente (Invaliditäts-
grad  50 %).  Gestützt  auf  die  medizinischen  Unterlagen  der  SUVA 
seien  eingehende  Abklärungen  vorgesehen,  welche  noch  im  Gang 
seien. Sobald  die  SUVA sämtliche  für  einen  Entscheid  notwendigen 
Unterlagen  zusammengetragen  habe,  werde  sie  zum  Leistungsan-
spruch mitteilungs- bzw. verfügungsweise Stellung nehmen und auch 
der IV [...] darüber berichten. Dannzumal werde sich die IV zum Ge-
such um Erhöhung der IV-Rente äussern.

H.
Nach Durchführung des Vorbescheidverfahrens erliess die IVSTA am 
31. Juli  2007 zwei  Verfügungen. In  der  ersten,  nicht  angefochtenen, 
revidierte  sie  die  ursprüngliche  Rentenverfügung  (unbefristete  halbe 
Rente basierend auf einem Invaliditätsgrad von 50 %) und sprach der 

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Beschwerdeführerin gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 70 % eine 
ganze, auf den Zeitraum vom 1. Oktober 2002 bis zum 30. April 2004 
befristete  ordentliche  Rente  zu. Mit  der  zweiten  revidierte  sie  diese 
Rente, indem sie der Beschwerdeführerin gestützt auf einen Invalidi-
tätsgrad von 60 % eine unbefristete  ordentliche Dreiviertelsrente  mit 
Wirkung  ab  1.  Mai  2004  gewährte.  Ergänzend  verfügte  die  IVSTA 
jeweils  eine  ordentliche  Zusatzrente  für  den  Ehegatten  sowie  zwei 
ordentliche Kinderrenten zur Rente der Beschwerdeführerin.

Wie  sich  aus  der  Vernehmlassung  der  Vorinstanz  vom  26.  Oktober 
2007  bzw. aus  den  Stellungnahmen des  regionalärztlichen  Dienstes 
[...] (RAD) vom 4. und 25. Mai 2007 ergibt, dienten der IVSTA beim Er-
lass  der  beiden  Verfügungen  vom  31.  Juli  2007  in  erster  Linie  ein 
neurologisches Gutachten von Dr. med. G._______ vom 18. November 
2005  (act.  67.2/9-44)  sowie  ein  psychiatrisches  von  Dr. med. 
H._______  vom  23.  September  2004  (act.  56/22-37)  als  Ent-
scheidungsgrundlage. Beide Gutachten waren von der  SUVA in Auf-
trag gegeben und ebenso wie zahlreiche weitere ihrer Unterlagen zu 
den Fallakten der IV genommen worden.

Zur Begründung ihrer beiden Verfügungen vom 31. Juli 2007 führte die 
IVSTA aus, die Abklärungen hätten ergeben, dass seit November 2001 
eine ununterbrochene, leidensbedingte Arbeits- bzw. Erwerbsunfähig-
keit von erheblichem, jedoch unterschiedlichem Ausmass vorliege. Die 
laufende  halbe  Rente  könne  rückwirkend  ab  Erhalt  des  Revisions-
begehrens per Oktober 2002 auf eine ganze Rente erhöht werden.

Unter  Berücksichtigung  der  gesundheitlichen  Situation  könne  ab 
Februar 2004 von einem wesentlich verbesserten Gesundheitszustand 
ausgegangen  werden.  Aus  spezialärztlicher  Sicht  sei  der  Be-
schwerdeführerin  seither  die  Ausübung  ihrer  Tätigkeit  als  [...]  im 
Rahmen von 40 % zumutbar. Der  Einkommensvergleich  2004  weise 
eine Lohneinbusse bzw. einen Invaliditätsgrad von 60 % aus. Ab Mai 
2004 stehe der Beschwerdeführerin eine Dreiviertelsrente zu.

Die  IVSTA habe eine Verschlechterung gegenüber  dem Zustand an-
erkannt, welcher zum Anspruch auf eine halbe Rente geführt habe. Es 
sei  nachvollziehbar,  dass  durch  den  erneuten  Unfall  im  November 
2001  eine  vorübergehende  Verschlechterung  des  Gesundheits-
zustandes eingetreten sei und sich dieser im Verlauf der Behandlung 
wieder  gebessert  habe  (Gutachten  Dr. G._______).  Während  dieser 

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ganzen Zeit sei aber aus psychiatrischer Sicht die zumutbare Arbeits-
fähigkeit nur um 50 % eingeschränkt gewesen.

I.
Mit Eingabe ihres Rechtsvertreters vom 7. September 2007 focht die 
Beschwerdeführerin  die  (zweite)  Verfügung  der  IVSTA vom  31.  Juli 
2007 beim Bundesverwaltungsgericht an. Sie beantragt Folgendes:

"1. In  Abänderung  der  Verfügung  vom  31.  Juli  2007  sei  der  Beschwerde-
führerin ab dem 1. Mai 2004 eine ganze Invalidenrente zuzusprechen.

2. Unter o/e Kostenfolge."

Zur Begründung führte sie an, es sei  der Vorinstanz nicht gelungen, 
den Nachweis zu erbringen, dass sich die anerkannten Gesundheits-
störungen  in  einem Mass,  welches  eine  höhere  Arbeitsfähigkeit  zur 
Folge  gehabt  hätte,  verbessert  hätten,  weshalb  die  Rentenherab-
setzung als nicht korrekt zu bezeichnen sei. Die Voraussetzung einer 
massgeblichen  Veränderung  des  Sachverhalts  im  Sinne  einer  Er-
höhung der Arbeitsfähigkeit sei nicht erfüllt. Die begutachtenden Ärzte 
hätten für die ganze Dauer eine volle Arbeitsunfähigkeit attestiert und 
eine berufliche Tätigkeit sogar als kontraproduktiv bezeichnet.

J.
In ihrer Vernehmlassung vom 26. Oktober 2007 beantragte die IVSTA, 
das Beschwerdeverfahren sei bis zum Vorliegen eines rechtskräftigen 
Entscheides in der Unfallversicherungssache zu sistieren; eventuell sei 
die  Beschwerde  abzuweisen.  Zur  Begründung  ihres  Sistierungs-
begehrens berief sie sich auf prozessökonomische Überlegungen und 
hielt  fest,  ihren  Informationen  zufolge  sei  der  von  der  SUVA  am 
17. April  2007  erlassene  Einspracheentscheid  (act.  71)  mittels  Be-
schwerde  angefochten  worden.  Vorliegend  handle  es  sich  in  erster 
Linie,  wenn  auch  nicht  ausschliesslich,  um  unfallrelevantes  Ge-
schehen. Mit Bezug auf ihr Eventualbegehren verwies die Vorinstanz 
einerseits  auf  die  umfangreichen  Vorakten,  andererseits  auf  die 
Stellungnahmen  des  RAD.  Daraus  werde  im  Besonderen  deutlich, 
dass  die  IVSTA  zu  Recht  von  einer  bloss  vorübergehenden  Ver-
schlechterung  des  Gesundheitszustandes  ausgegangen  sei  und  die 
Rente  dementsprechend  ab 1. Mai  2004 von einer  ganzen auf  eine 
Dreiviertelsrente reduziert habe.

Mit  Eingabe ihres Rechtsvertreters  vom 28. November 2007 erklärte 
die Beschwerdeführerin, sie sei mit dem Sistierungsantrag der IV nicht 

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einverstanden. Die Begründung der IV-Stelle für ihren Antrag sei inso-
fern nicht schlüssig, als es im vor dem Sozialversicherungsgericht [...] 
hängigen  Verfahren  nicht  um die  gleiche Fragestellung  gehe  wie  im 
vorliegenden Prozess. Die  SUVA habe  nämlich,  wie  dies  in  solchen 
Fällen üblich sei, die Adäquanz des Kausalzusammenhangs zwischen 
dem  Unfallereignis  vom  12.  November  2001  und  den  bei  der  Be-
schwerdeführerin  bestehenden  Gesundheitsstörungen  bestritten,  so 
dass in jenem Verfahren über diese Frage zu entscheiden sei. Es gehe 
dort nicht um die Leistungshöhe, sondern um die Leistungspflicht.

Das  Bundesverwaltungsgericht  entschied  durch  Zwischenverfügung 
vom 11. Dezember 2007, dass der Ausgang des unfallversicherungs-
rechtlichen  Verfahrens  für  das  invalidenversicherungsrechtliche  Ver-
fahren  nur  von  beschränkter  Bedeutung  sei  und  sich  somit  eine 
Sistierung des Beschwerdeverfahrens nicht als gerechtfertigt erweise.

K.
Mit Replik vom 14. März 2008 hält  die Beschwerdeführerin an ihrem 
Rechtsbegehren  fest.  Bezüglich  der  von  der  IVSTA  erwähnten 
Stellungnahme des RAD ergänzte sie, diese gehe von falschen recht-
lichen  Voraussetzungen  aus,  welche  in  der  Beschwerdeschrift  um-
schrieben würden, so dass darauf verwiesen werden könne. Die IVSTA 
erklärte in ihrer Duplik vom 14. Mai 2008, der Inhalt der Replik ändere 
an ihrer Beschwerdeantwort nichts.

L.
Auf die dargelegten und weitere Vorbringen der Parteien wird, soweit 
sie  für  den  Entscheid  wesentlich  sind,  in  den  nachfolgenden  Er-
wägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Nach Art.  31  des  Bundesgesetzes  vom 17. Juni  2005  über  das 
Bundesverwaltungsgericht  (Verwaltungsgerichtsgesetz,  VGG, 
SR 173.32)  i.V.m.  Art.  33  lit.  d  VGG  und  Art.  69  Abs.  1  lit.  b  des 
Bundesgesetzes  vom  19.  Juni  1959  über  die  Invalidenversicherung 
(IVG,  SR  831.20)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht  Be-
schwerden gegen Verfügungen der IVSTA. Eine Ausnahme im Sinne 
von Art. 32 VGG liegt nicht vor.

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1.2 Gemäss Art. 37 VGG richtet sich das Verfahren vor dem Bundes-
verwaltungsgericht nach dem Bundesgesetz vom 20. Dezember 1968 
über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), soweit das VGG 
nichts  anderes  bestimmt.  Aufgrund  von  Art.  3  lit.  dbis VwVG  findet 
dieses Gesetz jedoch keine Anwendung auf das Verfahren in Sozial-
versicherungssachen, soweit das Bundesgesetz vom 6. Oktober 2000 
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR 
830.1) anwendbar ist. Nach Art. 1 Abs. 1 IVG sind die Bestimmungen 
des ATSG auf die Invalidenversicherung (Art. 1a-26bis und 28-70) an-
wendbar,  soweit  das  IVG  nicht  ausdrücklich  eine  Abweichung  vom 
ATSG vorsieht.

1.3 Anfechtungsobjekt  der  vorliegenden  Beschwerde  ist  diejenige 
Verfügung der IVSTA vom 31. Juli 2007, mit welcher der Beschwerde-
führerin gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 60 % eine unbefristete 
ordentliche  Dreiviertelsrente  mit  Wirkung  ab  1.  Mai  2004  zu-
gesprochen wurde (sowie ergänzend eine ordentliche Zusatzrente für 
den Ehegatten und zwei ordentliche Kinderrenten zur Rente der Be-
schwerdeführerin).

1.4 Die  Beschwerdeführerin  ist  im  Sinne  von  Art.  59  ATSG  zur 
Beschwerde berechtigt, denn sie ist durch die angefochtene Verfügung 
berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an ihrer Aufhebung oder 
Änderung.

1.5 Die  Beschwerde  wurde  durch  den  Rechtsvertreter  der  Be-
schwerdeführerin form- und fristgerecht (Art. 38 ff. und 60 ATSG, Art. 
52 Abs. 1 VwVG) eingereicht, sodass darauf einzutreten ist.

1.6 Nach Art. 19 Abs. 3 VGG sind die Richter und Richterinnen des 
Bundesverwaltungsgerichts  zur  Aushilfe  in  anderen  Abteilungen ver-
pflichtet.  Aus  diesem  Grund  ging  die  Instruktion  des  vorliegenden 
Falles  im  März  2009  auf  eine  Richterin  der  Abteilung  II  über.  Der 
Spruchkörper setzt sich neu zusammen aus Richterin Maria Amgwerd 
und  Richterin  Vera  Marantelli  (Abteilung  II)  sowie  Richter  Michael 
Peterli (Abteilung III).

2.
Gestützt  auf  Art.  49  VwVG  kann  die  Beschwerdeführerin  die  Ver-
letzung von Bundesrecht unter Einschluss des Missbrauchs oder der 
Überschreitung  des  Ermessens  (lit.  a),  die  unrichtige  oder  unvoll-

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ständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts (lit. b) sowie 
Unangemessenheit rügen (lit. c).

3.
Die  Beschwerdeführerin  ist  schweizerische  Staatsangehörige  mit 
Wohnsitz in Frankreich, einem Mitgliedsland der Europäischen Union 
(EU). Im Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung (31. Juli 
2007) war sie bereits seit mehreren Jahren vorzeitig pensioniert  und 
nicht mehr als Grenzgängerin in der Schweiz tätig. Ihr Anspruch auf 
Leistungen  der  Invalidenversicherung  ist  demzufolge  nach 
schweizerischem innerstaatlichem Recht zu beurteilen (Art. 6 und Art. 
80a IVG; vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C-7574/2007 vom 
9. März 2009 E. 2.1).

Gemäss Art. 40 Abs. 2 der Verordnung über die Invalidenversicherung 
vom 17. Januar 1961 (IVV, SR 831.201) ist bei Grenzgängern die IV-
Stelle, in deren Tätigkeitsgebiet der Grenzgänger eine Erwerbstätigkeit 
ausübt,  zur  Entgegennahme und Prüfung der  Anmeldung zuständig. 
Dies  gilt  auch  für  ehemalige  Grenzgänger,  sofern  sie  ihren 
ordentlichen Wohnsitz  bei  der Anmeldung noch in  der benachbarten 
Grenzzone  haben  und  der  Gesundheitsschaden  auf  die  Zeit  ihrer 
Tätigkeit  als  Grenzgänger  zurückgeht  (Art.  40  Abs.  2  IVV).  Die 
Verfügungen werden von der IVSTA erlassen (Art. 40 Abs. 2 IVV).

4.

4.1 Laut  bundesgerichtlicher  Praxis  sind  für  die  Bestimmung  des 
rechtserheblichen Sachverhalts im Beschwerdeverfahren grundsätzlich 
die tatsächlichen Verhältnisse zur Zeit des Erlasses der strittigen Ver-
fügung massgebend (BGE 132 V 368 E. 6.1 mit  Hinweisen). Weiter 
sind in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen Rechtssätze mass-
gebend,  die  bei  der  Erfüllung  des  zu  Rechtsfolgen  führenden  Tat-
bestandes galten (BGE 130 V 329 E. 2.2 f.). Auf das vorliegende Ver-
fahren sind deshalb die seit 1. Januar 2003 geltenden Vorschriften des 
ATSG anwendbar. Die im ATSG enthaltenen Definitionen der Arbeits-
unfähigkeit,  der  Erwerbsunfähigkeit,  der  Invalidität  und  der  Ein-
kommensvergleichsmethode  entsprechen  den  bisherigen,  von  der 
Gerichtspraxis  für  die  Invalidenversicherung  entwickelten  Begriffs-
bestimmungen.  Demzufolge  gelten  die  von  der  Rechtsprechung  in 
diesem Zusammenhang herausgebildeten Grundsätze auch unter der 
Herrschaft des ATSG (BGE 130 V 343 E. 2.2 und 3).

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4.2 Bei den materiellen Bestimmungen des IVG und der IVV ist auf die 
Fassung  gemäss  den  am  1.  Januar  2004  in  Kraft  getretenen 
Änderungen (4. IV-Revision) abzustellen. Nicht zu berücksichtigen sind 
die  durch  die  5.  IV-Revision  eingeführten  Änderungen,  welche  am 
1. Januar 2008  in  Kraft  traten  (AS  2007  5129).  Die  folgenden  Er-
wägungen stützen sich deshalb auf die zwischen dem 1. Januar 2004 
und  dem 31. Dezember  2007  gültig  gewesenen  Bestimmungen  des 
IVG und der IVV.

5.
Ändert  sich  der  Invaliditätsgrad  eines  Rentenbezügers  erheblich,  so 
wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft 
entsprechend erhöht,  herabgesetzt  oder  aufgehoben (Art. 17  Abs. 1 
ATSG).  Das  Institut  der  Revision  von  Invalidenrenten  wurde  vom 
Gesetzgeber  in  Weiterführung der  bisherigen Regelungen in  Art. 17 
Abs. 1 ATSG aufgenommen.

5.1 Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den 
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und 
damit  den  Rentenanspruch  zu  beeinflussen.  Eine  Invalidenrente  ist 
demgemäss  nicht  nur  bei  einer  wesentlichen  Veränderung  des 
Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die 
Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes 
auf  die Erwerbstätigkeit  erheblich verändert  haben (BGE 130 V 343 
E. 3.5, 117 V 198 E. 3b mit Hinweisen). Dagegen stellt nach ständiger 
Rechtsprechung  die  bloss  unterschiedliche  Beurteilung  der  Auswir-
kungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheits-
zustandes  auf  die  Arbeitsfähigkeit  für  sich  allein  genommen  keinen 
Revisionsgrund  im  Sinne  von  Art. 17  Abs. 1  ATSG  dar  (Urteil  des 
Bundesgerichts 9C.552/2007 vom 17. Januar 2008 E. 3.1.2; SVR 2004 
IV Nr. 5 S. 13 E. 2 [I 574/02];  Rechtsprechung und Verwaltungspraxis 
in den Bereichen AHV, IV etc. [AHI] 2002 S. 65 E. 2 [I 82/01]; BGE 112 
V 371 E. 2b mit Hinweisen; SVR 1996 IV Nr. 70 S. 204 E. 3a).

5.2 Ob  eine  unter  revisionsrechtlichen  Gesichtspunkten  erhebliche 
Änderung eingetreten ist, beurteilt sich durch den Vergleich des Sach-
verhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten, der versicherten Person er-
öffneten  rechtskräftigen  Verfügung,  welche  auf  einer  materiellen 
Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklä-
rung,  Beweiswürdigung  und  Durchführung  eines  Einkommensver-
gleichs  (bei  Anhaltspunkten  für  eine  Änderung  in  den  erwerblichen 

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Auswirkungen des Gesundheitszustands) beruht,  mit  demjenigen zur 
Zeit  der  streitigen  Revisionsverfügung  bzw.  des  Einspracheent-
scheides  (BGE  130  V  349  E.  3.5).  Erfolgte  zwischenzeitlich  eine 
Überprüfung des Rentenanspruchs, die zu einer blossen Bestätigung 
der  bisherigen  Rentenverfügung  führte,  kommt  einem  solchen  Ent-
scheid  keine  Bedeutung  zu;  der  Überprüfungszeitraum  wird  nur  be-
grenzt durch einen Entscheid, der auf  einer materiellen Prüfung des 
Rentenanspruchs  mit  rechtskonformer  Sachverhaltsabklärung,  auf 
einer  entsprechenden  Beweiswürdigung  und  gegebenenfalls  einer 
korrekten  Durchführung  eines  Einkommensvergleichs  beruht  (BGE 
133 V 108 E. 5.4). Vorbehalten bleibt die Rechtsprechung zur Wieder-
erwägung und zur prozessualen Revision (BGE 130 V 77 E. 3.2.3).

6.

6.1 Invalidität ist gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG i.V.m. Art. 4 Abs. 1 IVG 
die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder 
teilweise  Erwerbsunfähigkeit  als  Folge  von  Geburtsgebrechen, 
Krankheit oder Unfall. Erwerbsunfähigkeit wird in Art. 7 ATSG als der 
durch  Beeinträchtigung  der  körperlichen  oder  geistigen  Gesundheit 
verursachte  und  nach  zumutbarer  Behandlung  und  Eingliederung 
verbleibende  ganze  oder  teilweise  Verlust  der  Erwerbsmöglichkeiten 
auf  dem  in  Betracht  kommenden  ausgeglichenen  Arbeitsmarkt 
definiert.  Arbeitsunfähigkeit  schliesslich  ist  die  durch  eine  Beein-
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit 
bedingte  volle  oder  teilweise  Unfähigkeit,  im  bisherigen  Beruf  oder 
Aufgabenbereich  zumutbare  Arbeit  zu leisten; bei  langer  Dauer  wird 
auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgaben-
bereich berücksichtigt (Art. 6 ATSG).

6.2 Bei  erwerbstätigen  Versicherten  ist  der  Invaliditätsgrad  gemäss 
Art. 16 ATSG i.V.m. Art. 28 Abs. 2 IVG aufgrund eines Einkommens-
vergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die 
versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung 
der  medizinischen  Behandlung  und  allfälliger  Eingliederungsmass-
nahmen  durch  eine  ihr  zumutbare  Tätigkeit  bei  ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage  erzielen  könnte  (sog.  Invalideneinkommen)  in  Be-
ziehung  zum  Erwerbseinkommen  gesetzt,  das  sie  erzielen  könnte, 
wenn sie  nicht  invalid  geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der 
Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass 
die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst 

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genau ermittelt  und einander  gegenübergestellt  werden,  worauf  sich 
aus  der  Einkommensdifferenz  der  Invaliditätsgrad  bestimmen  lässt 
(allgemeine  Methode  des  Einkommensvergleichs;  BGE 130 V 343 
E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1). Für den Einkommensvergleich sind die Ver-
hältnisse  im  Zeitpunkt  des  (hypothetischen)  Beginns  des  Renten-
anspruchs massgebend, wobei Validen- und Invalideneinkommen auf 
zeitidentischer  Grundlage  zu  erheben  und  allfällige  rentenwirksame 
Änderungen der Vergleichseinkommen bis zum Verfügungserlass bzw. 
bis zum Einspracheentscheid zu berücksichtigen sind (BGE 129 V 222 
E. 4).

6.3 Gemäss dem seit 1. Januar 2004 in Kraft stehenden Art. 28 Abs. 1 
IVG  hat  ein  Versicherter  Anspruch  auf  eine  Rente,  wenn  er  zu 
mindestens  40 % invalid  ist.  Beträgt  der  Invaliditätsgrad  mindestens 
70 %, besteht Anspruch auf eine ganze Rente, beträgt er mindestens 
60 %,  besteht  Anspruch  auf  eine  Dreiviertelsrente,  beträgt  er 
mindestens 50 %, besteht Anspruch auf eine halbe Rente und beträgt 
er  mindestens  40 %,  so  besteht  Anspruch  auf  eine  Viertelsrente 
(Art. 28 Abs. 1 IVG).

6.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die 
ärztliche und gegebenenfalls andere Fachleute zur Verfügung zu stel-
len  haben.  Aufgabe  des  Arztes  im  schweizerischen  Invalidenver-
sicherungsverfahren ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und 
dazu  Stellung  zu  nehmen,  in  welchem  Umfang  und  gegebenenfalls 
bezüglich  welcher  Tätigkeiten  der  Versicherte  arbeitsunfähig  ist.  Die 
ärztlichen Auskünfte sind sodann eine wichtige Grundlage für die Be-
urteilung  der  Frage,  welche  Arbeitsleistungen  dem  Versicherten 
konkret  noch  zugemutet  werden  können  (BGE 125 V 256  E. 4, 
115 V 134 E. 2; AHI-Praxis 2002, S. 62, E. 4b/cc).

7.
Zu prüfen ist  nunmehr,  ob  die  IVSTA zu Recht  das  Vorliegen  eines 
Revisionsgrundes  angenommen  und  die  Rente  der  Beschwerde-
führerin  abgeändert  hat.  Mit  ihren  beiden  Verfügungen  vom 31. Juli 
2007  nahm  die  IVSTA  gleichzeitig  (rückwirkend)  zwei  Renten-
revisionen  vor,  indem  sie  zunächst  die  ursprüngliche,  unbefristete 
halbe  Rente  gemäss ihrer  Verfügung  aus  dem Jahre  1998  auf  eine 
befristete ganze Rente für den Zeitraum vom 1. Oktober 2002 bis zum 
30. April 2004 anhob und diese dann mit Wirkung ab 1. Mai 2004 auf 

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eine unbefristete Dreiviertelsrente herabsetzte. Dabei stützte sie sich 
auf  ein-  und dieselben Sachverhaltsabklärungen. Nachdem die erste 
Revisionsverfügung rechtskräftig geworden ist, stellt sich mit Blick auf 
die  zweite,  angefochtene  die  Frage,  ob  bei  der  Beschwerdeführerin 
zwischen  dem  1.  Oktober  2002  und  dem  1.  Mai  2004  eine  unter 
revisionsrechtlichen Gesichtspunkten erhebliche Änderung in den tat-
sächlichen Verhältnissen eintrat, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad 
und damit ihren Rentenanspruch zu beeinflussen.

8.

8.1 Der (nicht von der IV oder der SUVA beauftragte) Neuropsycho-
loge und Psychotherapeut lic. phil. I._______ erstattete der SUVA [...] 
mehrere  Zwischenberichte  über  seine  Behandlungen  der  Be-
schwerdeführerin. Zum Verlauf seit Juni 2000 hielt er am 21. Februar 
2003  (act.  45/9-11)  unter  anderem  fest,  trotz  aller  Therapie-
bemühungen und adaptierter Copingmassnahmen und -haltung habe 
bei  der  Patientin  keine  wesentliche  Zustandsverbesserung  erreicht 
werden können. Ihr Gesamtzustand sei nach dem erneuten Heckauf-
fahrunfall vom 12. November 2001 gemäss klinischem Eindruck deut-
lich schlechter als zuvor, und die Patientin habe sich Mitte 2002 zu-
nehmend  am  Rande  der  allgemeinen  Erschöpfung  bewegt.  Derzeit 
bestehe  keine  verwertbare  Arbeitsfähigkeit.  Konzentriertes  Arbeiten 
sei  der  Patientin  bei  hinreichender  Reizabschirmung  bzw.  ruhigem 
Umfeld  lediglich  stundenweise  möglich.  Es  könne  nicht  davon  aus-
gegangen  werden,  dass  sich  ihre  Arbeitsfähigkeit  in  Zukunft  wieder 
nachhaltig  bzw.  wieder  auf  den  Stand  vor  dem  Unfall  vom 
12. November 2001 werde steigern lassen.

In  seinem  nächsten  Zwischenbericht  vom  11.  April  2004  über  den 
weiteren  Verlauf  seiner  neuropsychologischen  bzw.  psycho-
therapeutischen Behandlung seit März 2003 (act. 56/38-39) führte er 
aus, das klinische Beschwerdebild zeige sich seit dem letzten Bericht 
im Wesentlichen unverändert. Nach wie vor bestehe keine verwertbare 
Arbeitsfähigkeit.  Konzentriertes  Arbeiten  bleibe  für  die  Patientin  bei 
hinreichender  Reizabschirmung  bzw.  ruhigem  Umfeld  etwa  für  eine 
gute  Stunde am Tag möglich. Mental  und bezüglich Aufmerksamkeit 
wenig beanspruchende Tätigkeiten könne sie pausenstrukturiert  bzw. 
verteilt  über den ganzen Tag etwa halbtagsweise bewältigen. Für die 
Führung ihres Haushaltes sei sie auf eine Haushaltshilfe angewiesen. 
Für die Betreuung ihrer Kinder müsse sie auf die Mithilfe Verwandter 

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und/oder eine Kinderbetreuerin zurückgreifen können. Die Fortsetzung 
der  neuropsychologischen  bzw.  psychotherapeutischen  Behandlung 
bleibe  zur  Aufrechterhaltung  der  psychischen  Adaptation  bis  auf 
Weiteres indiziert.

8.2 Dr. med. H._______ kam in seinem im Auftrag der SUVA erstellten 
psychiatrischen  Gutachten  vom 23. September  2004  (act.  56/22-37) 
nach  Einsicht  in  die  Vorakten,  zweimaliger  Untersuchung  der  Be-
schwerdeführerin  (24. Juni 2004 und 22. September 2004) und tele-
fonischer  Rücksprache  mit  deren  Hausarzt,  Dr.  med. F._______,  zu 
folgender Einschätzung:

Aus psychiatrischer Sicht lägen zwei Problemkreise vor. Erstens finde 
sich eine posttraumatische Beeinträchtigung, zur Hauptsache in Form 
von  leichten  neuropsychologischen  Funktionsstörungen. Diese  seien 
nicht anders als durch den Unfall von 1994 zu erklären. Zweitens sei 
vom  Vorliegen  einer  schwer  fassbaren,  wahrscheinlich  gemischten 
psychischen Problematik erheblichen Ausmasses auszugehen, welche 
sich  zusammensetze  aus  depressiven  Anteilen,  Anteilen  einer 
psychosomatischen  Entwicklung  und  Anteilen  einer  spezifischen 
Persönlichkeitsproblematik.  Ursächlich  sei  anzunehmen,  dass  die  in 
seinem  Gutachten  beschriebenen  psychosozialen  Probleme  und  die 
Überforderung mit  der Doppelbelastung (Familien- bzw. Hausfrau mit 
zwei  Kindern  sowie  [...])  sowie  die  ernsthaften  Erkrankungen  der 
Eltern die depressiven Krisen ausgelöst hätten. Eine HWS-Distorsion 
ziehe  nicht  zwangsläufig  eine  depressive  Störung  nach  sich. Es  sei 
davon  auszugehen,  dass  die  für  die  Entstehung  der  depressiven 
Störung  verantwortlich  gemachten  Faktoren  auch  zur 
psychosomatischen  Entwicklung  beigetragen  hätten.  Schliesslich 
fänden  sich  zumindest  Hinweise  auf  das  Vorliegen  histrionischer 
Persönlichkeitszüge.  Es  sei  davon  auszugehen,  dass  eine  solche 
Problematik vorliege und auf den Krankheitsverlauf der vergangenen 
Jahre einen gewissen,  möglicherweise nicht  unwesentlichen Einfluss 
genommen habe.

Zusammenfassend sei davon auszugehen, dass die Explorandin 1994 
höchstens  ein  leichtes  bis  mittelschweres  HWS-Distorsionstrauma 
(kein  klassisches  Schleudertrauma  aufgrund  der  Fahrzeugdrehung) 
mit  leichten  bis  mittelschweren  neuropsychologischen  Funktions-
störungen als Folge erlitten habe, welche sich in den folgenden Jahren 
offenbar  dahingehend  gebessert  hätten,  dass  noch  leichte  neuro-

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psychologische  Funktionsbeeinträchtigungen  zurückgeblieben  seien. 
Weiter  sei  davon  auszugehen,  dass  verschiedene  der  von  der 
Explorandin beklagten Beschwerden und Einschränkungen zu einem 
wesentlichen  Anteil  unfallfremden  Problemkreisen  zuzuschreiben 
seien.  Die  beiden  Anteile  "Unfall"  und  "unfallfremde  Problemkreise" 
seien als etwa gleichwertig einzustufen.

Zum Beurteilungszeitpunkt sei von einer weitgehenden Einschränkung 
der Arbeitsfähigkeit als [...]  auszugehen. Die Explorandin sei  ja auch 
bereits zu 100 % pensioniert bzw. berentet worden. Als Gutachter sei 
er  aber  der  Meinung,  dass  mit  allen  Mitteln  versucht  werden  sollte, 
zumindest wieder eine 50 %-Arbeitsfähigkeit zu erreichen.

Auf eine vollständige Heilung bestehe wahrscheinlich keine Aussicht. 
Es bestehe bereits eine derart lange Krankheitsentwicklung, dass von 
einer  Chronifizierung  mit  starker  psychischer  Fixierung  auszugehen 
sei.  Eine  teilweise  Besserung  der  beschriebenen  psychischen 
Problemkreise  sollte  bei  konsequenter  psychotherapeutischer  Be-
handlung erwartet  werden können. Erfahrungsgemäss sei hierfür  mit 
einem Zeitrahmen von ein bis zwei Jahren zu rechnen.

8.3 In  seinem  auftrags  des  ärztlichen  Dienstes  der  SUVA [...]  ver-
fassten  neurologischen  Gutachten  vom  18.  November  2005  (act. 
67.2/9-44) gelangte Dr. G._______ nach Einsicht in die Vorakten sowie 
zweimaliger  persönlicher  Untersuchung  der  Beschwerdeführerin  (am 
11.  November  2004  sowie  am  5.  November  2005)  zu  folgenden 
Schlüssen:

Anlässlich  des Unfallereignisses vom 1. März  1994 sei  es mit  leicht 
überwiegender  Wahrscheinlichkeit  zu  einer  milden  traumatischen 
Hirnverletzung  gekommen,  nicht  jedoch  anlässlich  des  Unfallereig-
nisses vom 12. November 2001.

Bei  Status  nach  vorgängigem  HWS-Distorsionstrauma  (mit  leichter 
traumatischer Hirnschädigung) 1994 müsse mit überwiegender  Wahr-
scheinlichkeit  davon  ausgegangen  werden,  dass  es  durch  das 
leichtere  Unfallereignis  vom  12.  November  2001  zu  einer 
Akzentuierung  der  vorbestehenden  Symptomatik  gekommen  sei, 
wobei  auch  unfallfremde  Faktoren  eine  zusätzliche  Rolle  spielten. 
Bezüglich  letzterer  seien  in  erster  Linie  die  vorbestehenden 
psychischen Probleme und die persönlichkeitsbedingten Dispositionen 
zu nennen, die aber durch den psychiatrischen Facharzt zu beurteilen 

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seien,  weiter  das  idiopathische  Hyperlaxitäts-  resp. Hypermobilitäts-
syndrom, das aber sine qua non nicht zu einem solchen Spontanver-
lauf  geführt  hätte,  die  vorbestehende  Spondylolisthesis  und  letztlich 
der HWS-Vorunfall von 1994.

Was die psychische Symptomatik betreffe, habe sich diese nach dem 
Unfallereignis  vom  12.  November  2001  wesentlich  verschlechtert, 
einerseits im Sinne einer Akzentuierung der vorbestehenden somato-
formen Schmerzstörung,  andererseits  über  eine  Verstärkung der  de-
pressiven  Symptomatik,  dies  bei  persönlichkeitsbedingter  Prä-
disposition.

Ein Teil der neurokognitiven Störungen sei unfallbedingt, aber auf das 
Unfallereignis von 1994 zurückzuführen. Die subjektive Akzentuierung 
der neurokognitiven Defizite seit  dem Unfall  von 2001 sei als solche 
rein  organisch  nicht  erklärbar.  Durch  das  Unfallereignis  vom 
12. November 2001 sei es mit ganz überwiegender Wahrscheinlichkeit 
zu keiner strukturellen Hirnschädigung gekommen. Die entsprechend 
verstärkten Beschwerden seien somit  funktioneller  Natur und liessen 
sich  im  Rahmen  der  depressiven  Symptomatik,  der  somatoformen 
Schmerzstörung  und/oder  der  Persönlichkeitsstörung  erklären,  mög-
licherweise  ganz  untergeordnet  durch  eine  verstärkte  Schmerz-
symptomatik.

Es liege eine dauerhafte Beeinträchtigung der körperlichen Integrität 
vor. Die zusätzliche Verschlechterung der körperlichen Integrität durch 
das  Unfallereignis  vom  12.  November  2001  würde  er  auf  5–10 % 
(7,5 %) einschätzen, dies bei bereits anlässlich des Unfalls von 1994 
festgelegtem Integritätsschaden von 35 %, wobei damals 20 % auf die 
neuropsychologischen Unfallfolgen gefallen seien.

Ausserdem  liege  eine  dauerhafte  Beeinträchtigung  der  geistigen 
Integrität  vor.  Diese  beziehe  sich  aber  auf  das  Unfallereignis  vom 
1. März 1994. Das Unfallereignis vom 12. November 2001 habe keine 
strukturelle  Hirnschädigung  bewirkt;  zudem  habe  testpsychologisch 
keine Zunahme der Defizite  verifiziert  werden können, im Gegenteil, 
es  sei  eher  eine  geringfügige  Funktionsverbesserung  verifiziert 
worden.

Wohl sei es nach dem Unfallereignis von 1994 zu deutlichen Intensi-
tätsschwankungen  des  Beschwerdekatalogs  gekommen,  sogar  zu 
einer leichten Symptomausweitung und -zunahme, bedingt durch ver-

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stärkte  körperliche  oder  psychische  Belastungen.  Die  Restarbeits-
fähigkeit  von  50 %  habe  aber  ab  1997  bis  2001  aufrechterhalten 
werden  können.  Das  idiopathische  Hyperlaxitätssyndrom  habe  sine 
qua non, also ohne die Unfallereignisse von 1994 und 2001, kaum mit 
einer Wahrscheinlichkeit von über 50 % die Arbeitsfähigkeit auf Dauer 
negativ  beeinflusst.  Auch  die  nicht  unfallbedingte  psychische 
Symptomatik  müsse  bezüglich  dieser  Fragestellung  wohl  identisch 
eingeschätzt werden, sei die Explorandin doch über viele Jahre ihrem 
Beruf  ohne  nennenswerte  Absenzen  nachgegangen,  so  dass  anzu-
nehmen sei, dass die Persönlichkeitsauffälligkeit bis zum Unfallereig-
nis  von  1994  mit  der  Arbeitsfähigkeit  nicht  nennenswert  interferiert 
habe.

Zu dem seit  dem Unfall  vom 12. November  2001 angeblich  deutlich 
verstärkten Schmerzsyndrom im Bereich der Spondylolisthesis L5/S1 
sei  bei  relativ  schwacher  Datenlage  festzuhalten,  dass  die  Patientin 
bereits  seit  der  Jugend  unter  spondylolyse-bedingten  Lumbalgien 
leide, andererseits aber auch, dass solche Unfallereignisse durchaus 
zu  einer  Symptomverschlechterung  führen  könnten.  Angesichts  der 
Gesamtumstände,  insbesondere  auch in  Anbetracht  der  langen Vor-
Anamnese  bezüglich  lumbaler  Rückenschmerzen,  sei  hier  in  ganz 
überwiegendem Masse von einer zeitlich limitierten und nicht von einer 
dauernden Verschlechterung auszugehen.

Angesichts der Fall-Komplexität sei die Frage nach der Arbeitsfähigkeit 
im Beruf als [...] unter Berücksichtigung des Beschwerdebildes [...] nur 
schwer  zu  beantworten.  Die  Rest-Arbeitsfähigkeit  bezüglich  des 
Unfallereignisses von 1994 (exklusive unfallfremder Faktoren) scheine 
ihm mit 50 % korrekt eingeschätzt. Sehr approximativ veranschlage er 
die  durch  den  Unfall  vom 11. Dezember  2001  (recte:  12. November 
2001)  bedingte  Akzentuierung  der  vorbestehenden  organischen 
Beschwerden  mit  der  daraus  resultierenden  zusätzlichen 
Arbeitsunfähigkeit  auf  +  10 %.  Für  zwei  Jahre  sei  zudem  die 
unfallbedingte passagere Verschlechterung der lumbalen Symptomatik 
mitzuberücksichtigen,  so  dass  für  diese  Zeit  eine  Arbeitsunfähigkeit 
von + 20 % resultiere (50 % + 20 % = total 70 % für zwei Jahre, dann 
60 %).

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9.
Die  Beschwerdeführerin  erklärt,  das  psychiatrische  Gutachten  von 
Dr. H._______ sei aus ihrer Sicht nicht korrekt. Dessen Beurteilung sei 
von dem sie  seit  langen Jahren behandelnden Fachpsychologen für 
Neuropsychologie  und  Psychotherapie  FSP, lic.  phil.  I._______,  am 
21. Februar  2006 sehr ausführlich kritisiert  worden. In  formeller  Hin-
sicht  sei  bei  dieser  Kritik  darauf  hinzuweisen,  dass  der  Psychologe 
bemerke, er habe mit  dem Gutachter ein sehr ausführliches Telefon-
gespräch  geführt,  welches  erstaunlicherweise  im  Gutachten,  in 
welchem  die  Fremdanamnesen  auf  S.  7  aufgeführt  seien,  keinen 
Niederschlag gefunden habe. Es sei deshalb eher fraglich, ob diesem 
Gutachten im Hinblick auf die an ein solches gestellten Anforderungen 
gemäss BGE 125 V 351 ein Beweiswert zukomme. Seine Schlüssigkeit 
werde  von  Herrn  I._______  in  seiner  umfassenden  Kritik  vom  21. 
Februar 2006 allerdings auch in materieller Hinsicht erheblich hinter-
fragt. Auch aus dieser Sicht sei deshalb sein Beweiswert als fraglich 
zu  bezeichnen,  wobei  auf  die  fachlichen  Äusserungen  von  Herrn 
I._______ verwiesen werde.

Bei  der  Bewertung  der  Arbeitsfähigkeit  äussere  sich  der  Gutachter 
nicht nur ungenau, sondern auch widersprüchlich. In Ziff. 7.1 auf S. 15 
des Gutachtens halte er zunächst fest, dass er in jenem Zeitpunkt von 
einer  weitgehenden  Einschränkung  der  Arbeitsfähigkeit  als  [...]  aus-
gehe. Er erkläre, die Patientin sei ja auch bereits zu 100 % berentet 
worden, was natürlich ebenfalls nicht den Tatsachen entspreche. Nach 
dieser Feststellung habe Dr. H._______ Folgendes geschrieben: "Als 
Gutachter  bin ich aber der  Meinung,  dass mit  allen Mitteln versucht 
werden  sollte,  zumindest  eine  wieder  50-%-Arbeitsfähigkeit  zu  er-
reichen." Hier handle es sich nicht um eine Feststellung über den Grad 
der Arbeitsfähigkeit, sondern um den Wunsch, die Beschwerdeführerin 
wieder  in  einen Zustand zu versetzen,  in  welchem sie eine Arbeits-
fähigkeit von 50 % erreichen würde.

Unter  Ziff.  7.2  verdeutliche  der  Gutachter  diese  Meinung  einerseits, 
äussere  sich  hier  jedoch  wiederum  widersprüchlich,  indem  er 
Folgendes  festhalte:  "Rein  medizinisch  sollten  der  Explorandin 
verschiedene  Tätigkeiten  zumindest  teilzeitlich  zugemutet  werden 
können,  wenn  Sie  die  somatischen  Beschwerden  berücksichtigen. 
Insbesondere die Tätigkeit als Familien-/Hausfrau sollte ihr zugemutet 
werden  können.  Gleichzeitig  bleibt  das  Problem  der  längerfristigen 
Überforderung  durch  die  beschriebene  Doppelbelastung  bestehen, 

Seite 18

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was  inskünftig  vermieden  werden  muss."  Damit  vermische  der 
Gutachter  die Fragen der  Arbeitsfähigkeit  im Haushalt  und im Beruf 
und halte grundsätzlich fest, dass bei einer weitergehenden Tätigkeit 
im  Haushalt  eine  berufliche  Tätigkeit  als  Überforderung  bezeichnet 
werden  müsse.  Bei  gesunden  Frauen  mit  zwei  Kindern  sei  solches 
insbesondere  in  französischen  Verhältnissen,  wo  die  Schule  so 
organisiert  sei,  dass  Mütter  ohne  weiteres  voll  arbeitstätig  sein 
könnten, nicht per se als Überforderung zu bezeichnen, da eine solche 
Lebensweise besonders im grenznahen Raum durchaus üblich sei. Es 
bleibe  aber  die  Belastung  im  Haushalt,  welche  natürlich  immer 
gegeben sei  und psychiatrischerseits  offensichtlich dazu führe,  dass 
eine erwerbliche Tätigkeit nicht mehr möglich sei.

Weiter  halte  der  Psychiater  unter  Ziff.  7.2  Folgendes  fest:  "Es  kann 
wahrscheinlich  nur  eine  langsam  aufbauende  Belastung  versucht 
werden.  Mittelfristig  sollte  eine  50-%-Belastbarkeit  erreicht  werden 
können. Die beschriebenen Problemkreise wie auch die noch als leicht 
beschriebenen  neuropsychologischen  Einschränkungen  rechtfertigen 
eigentlich  keine  100-%-Arbeitsunfähigkeit."  Auch  hier  liege  eine 
widersprüchliche  Angabe  zur  Arbeitsfähigkeit  und  insbesondere  ein 
Hinweis  auf  therapeutische  Massnahmen,  welche  zum  vor-
geschlagenen Resultat führen sollten,  vor. Diese Massnahmen seien 
jedoch nicht  durchgeführt  worden,  weshalb von einer vollen  Arbeits-
unfähigkeit  ausgegangen werden müsse. Bereits  eine korrekte Inter-
pretation des psychiatrischen Gutachtens müsse zur Abänderung der 
angefochtenen Verfügung im Sinne des Rechtsbegehrens führen.

Es sei in dieser Sache an der Invalidenversicherung, den Nachweis zu 
erbringen,  dass  sich  die  Arbeitsunfähigkeit  der  Beschwerdeführerin 
derart  verbessert  habe,  dass in einer Revision die Invalidenrente zu 
kürzen  wäre. Dieser  Nachweis  gelinge  ihr  auch  nicht  mit  dem  Gut-
achten von Dr. G._______, welcher sich hauptsächlich zur Frage der 
Kausalität  von Unfallfolgen zu äussern  gehabt  habe. In  seinem Gut-
achten  vom  18.  November  2005  habe  Dr.  G._______  auf  S.  42 
Folgendes  festgehalten:  "Bei  unveränderter  Doppelbelastung  (Haus-
halt, Mutter zweier kleiner Kinder, [...]) halte ich eine erneute Wieder-
aufnahme  der  Berufstätigkeit  als  unrealistisch  resp.  als  mit  über-
wiegender  Wahrscheinlichkeit  als  kontraproduktiv  und  symptom-
fördernd,  dies  in  Übereinstimmung  mit  der  Beurteilung  des 
psychiatrischen Gutachters."  In  Ziff. 8.1 erkläre er  sodann,  dass  die 
von  ihm  eingeschätzte  Arbeitsfähigkeit  als  [...]  rein  theoretisch  und 

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gestützt  auf  die  Unfallfolgen  erfolge.  Hier  sei  er  zum  Schluss  ge-
kommen,  dass  eine  Arbeitsfähigkeit  von  40 %  bestehe.  Gleichzeitig 
habe  er  jedoch  klar  angegeben,  dass  eine  Realisierung  derselben, 
gestützt auf die Doppelbelastung und wohl aufgrund der zusätzlichen 
unfallfremden Folgen, nicht zur Diskussion stünde.

Damit stehe nicht nur kein Beweis für eine Verbesserung der Situation 
zur  Verfügung,  sondern  es  liege  ein  Gegenbeweis  dazu  vor.  Die 
ärztlichen Unterlagen seien von der IV-Stelle zu Unrecht dahingehend 
interpretiert  worden,  dass  eine  Verbesserung  der  Arbeitsfähigkeit 
attestiert  worden wäre. Diese Aussage beziehe sich rein theoretisch 
auf die zu berücksichtigenden Unfallfolgen, was IV-rechtlich nicht von 
Relevanz sei. Beide von der SUVA beauftragten Gutachter seien zum 
Schluss  gekommen,  dass  im Zeitpunkt  der  Untersuchung  eine  volle 
Arbeitsunfähigkeit bestanden habe, weswegen sich der Sachverhalt im 
Zeitpunkt der Reduktion der Rente nicht verändert habe.

10.
Im  Verwaltungs-  und  Beschwerdeverfahren  gilt  der  Grundsatz  der 
freien  Beweiswürdigung.  Danach  haben  Versicherungsträger  und 
Sozialversicherungsgerichte  die  Beweise  frei,  d.h.  ohne  förmliche 
Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen.

10.1 Für  den  Beweiswert  eines  Arztberichtes  ist  entscheidend,  ob 
dieser  mit  Blick  auf  die  strittigen  Belange  vollständig  ist,  auf  um-
fassenden  Untersuchungen  beruht,  auch  die  beklagten  Leiden  be-
rücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) erstellt wurde,  hin-
sichtlich  der  Beurteilung  der  medizinischen  Zusammenhänge  ein-
leuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Experten begründet sind. 
Ausschlaggebend  für  den  Beweiswert  ist  somit  grundsätzlich  weder 
die  Herkunft  des  Beweismittels  noch  die  Bezeichnung  der  ein-
gereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder 
als  Gutachten  (vgl.  dazu  das Urteil  des  EVG vom 26. Januar  2006, 
I 268/2005 E. 1.2, mit Hinweis auf BGE 125 V 352 E. 3a).

10.2 Gleichwohl erachtet es die Rechtsprechung als mit dem Grund-
satz  der  freien  Beweiswürdigung  vereinbar,  Richtlinien  für  die  Be-
weiswürdigung in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte 
und  Gutachten  aufzustellen  (vgl.  BGE 125 V 352  E. 3b;  AHI 2001 
S. 114  E. 3b;  Urteil  des  Bundesgerichts  vom  24. Januar  2000, 
I 128/98, E. 3b). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens ein-
geholten Gutachten externer Spezialärzte, welche aufgrund eingehen-

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der  Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht  in  die 
Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüs-
sigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweis-
kraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuver-
lässigkeit  der  Expertise  sprechen  (BGE 125 V 353  E. 3b/bb  mit  Hin-
weisen).  Berichte  der  behandelnden  Ärzte  sind  wegen  deren  auf-
tragsrechtlicher  Vertrauensstellung  zum  Patienten  mit  Vorbehalt  zu 
würdigen  (BGE 125 V 353  E. 3b/cc).  Dies  gilt  sowohl  für  allgemein 
praktizierende  Hausärzte  als  auch  für  behandelnde  Spezialärzte 
(Urteil des EVG vom 20. März 2006, I 655/05 E. 5.4 mit Hinweisen).

Die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des therapeutisch 
tätigen (Fach-) Arztes einerseits und Begutachtungsauftrag des amt-
lich  bestellten  fachmedizinischen  Experten  anderseits  lässt  es  nicht 
zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen 
und  zum  Anlass  weiterer  Abklärungen  zu  nehmen,  wenn  die  be-
handelnden  Ärzte  zu  anderslautenden  Einschätzungen  gelangen. 
Vorbehalten  bleiben  Fälle,  in  denen  sich  eine  abweichende  Be-
urteilung aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte wichtige  – und nicht 
rein subjektiver ärztlicher Interpretation entspringende  – Aspekte be-
nennen,  die  im  Rahmen  der  Begutachtung  unerkannt  oder  un-
gewürdigt geblieben sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_24/2008 
vom 27. Mai 2008, mit weiteren Hinweisen)

10.3 Im  Sozialversicherungsrecht  hat  das  Gericht  seinen  Entscheid 
nach  dem  Beweisgrad  der  überwiegenden  Wahrscheinlichkeit  zu 
fällen,  sofern  das  Gesetz  nichts  Abweichendes  vorsieht.  Die  blosse 
Möglichkeit  eines  bestimmten  Sachverhalts  genügt  den  Beweis-
anforderungen nicht. Das Gericht hat jener Sachverhaltsdarstellung zu 
folgen,  welche  es  von  allen  möglichen  Geschehensabläufen  als  die 
wahrscheinlichste würdigt (BGE 126 V 360 E. 5b, 125 V 195 E. 2, je 
mit Hinweisen).

11.

11.1 Als Revisionsgrund macht  die Vorinstanz  eine wesentliche Ver-
änderung des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin geltend. 
In der angefochtenen Verfügung hielt sie unter Hinweis auf das Gut-
achten von Dr. G._______ fest, es sei nachvollziehbar, dass durch den 
erneuten  Unfall  im  November  2001  eine  vorübergehende  Ver-
schlechterung eingetreten sei und sich dies im Verlauf der Behandlung 
wieder gebessert  habe. Unter Berücksichtigung der gesundheitlichen 

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Situation könne ab Februar 2004 von einem wesentlich verbesserten 
Gesundheitszustand ausgegangen werden. Aus spezialärztlicher Sicht 
sei der Beschwerdeführerin seither die Ausübung ihrer Tätigkeiten als 
[...] im Rahmen von 40 % zumutbar.

Der RAD hatte in einer Stellungnahme vom 25. Mai 2007 ausgeführt, 
der Gutachter  Dr. G._______ beurteile  den Gesundheitszustand aus 
rein  organischer  Sicht  und  anerkenne  eine  Verschlechterung 
(vorübergehend 70 % mit Reduktion auf 60 %). Gegenüber der SUVA 
beurteile  er  den  Gesundheitszustand  aus  rein  unfallbedingter  Sicht 
folgerichtig als "Status quo sine" (und nicht  als Status quo ante). Er 
erwähne aber mehrmals, dass die psychische Seite sich seit dem Un-
fall 2001 ebenfalls verschlechtert habe, berücksichtige dies jedoch als 
Nichtfacharzt  Psychiatrie  in  seiner  Gesamtbeurteilung  der  Arbeits-
fähigkeit  nicht. Hingegen  liege der  IV dazu  ein  psychiatrisches Gut-
achten  von  Dr. H._______  vor,  welcher  der  Versicherten  eine  50 %-
Tätigkeit zumute. Somit würde sich der RAD auf das Gutachten von Dr. 
G._______ abstützen.

In  einer  vom  29.  Juni  2007  datierten  Stellungnahme  hielt  der  RAD 
unter Bezugnahme auf das Gutachten von Dr. G._______ sodann fest, 
es sei nachvollziehbar, dass durch den erneuten Unfall im November 
2001  eine  vorübergehende  Verschlechterung  des  Gesundheits-
zustandes  eingetreten  sei  und  sich  dies  im  Verlauf  der  Behandlung 
wieder  gebessert  habe.  Während  dieser  ganzen  Zeit  sei  aber  aus 
psychiatrischer Sicht die zumutbare Arbeitsfähigkeit nur um 50 % ein-
geschränkt  gewesen.  Deshalb  habe  die  IV  die  schlechtere  Arbeits-
fähigkeit  aus somatischer  Sicht,  welche Dr. G._______ unfallbedingt 
attestiert habe, übernommen.

11.2 Der  Psychiater  Dr.  H._______  konstatierte  für  den  Zeitpunkt 
seiner  gutachterlichen  Beurteilung  vom  23.  September  2004  eine 
weitgehende  Einschränkung  der  Arbeitsfähigkeit  der  Beschwerde-
führerin im bisherigen Beruf. Wenngleich der Ausdruck "weitgehende 
Einschränkung"  den  Grad  der  Arbeitsunfähigkeit  nicht  präzise  be-
stimmt,  lässt  sich doch hervorheben,  dass der  Gutachter  auch nicht 
explizite eine teilweise Arbeitsfähigkeit  attestierte,  wie sie in der an-
gefochtenen Verfügung für den Zeitraum ab 1. Mai 2004 vorausgesetzt 
wurde. Vielmehr sprach er sich am 23. September 2004 im Sinne einer 
Empfehlung für  den Versuch aus,  mittelfristig,  d.h. innerhalb von ein 
bis  zwei  Jahren,  durch  langsame  Steigerung  der  Belastung  wieder 

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eine Arbeitsfähigkeit von bis zu 50 % zu erreichen. Allerdings scheint 
er  dabei  nicht  die  bisherige  Beschäftigung  als  [...],  sondern  ins-
besondere die Tätigkeit als Familien- bzw. Hausfrau vor Augen gehabt 
zu haben. Demnach stellte der psychiatrische Gutachter weder für den 
Revisions-  (1.  Mai  2004)  noch  für  den  Beurteilungszeitpunkt  (23. 
September 2004) eine (teilweise) Arbeitsfähigkeit fest. Ebenso wenig 
diagnostizierte er für diese Daten eine wesentliche Verbesserung des 
Gesundheitszustandes  der  Beschwerdeführerin  im  Vergleich  zur 
Situation  bis  zum  Revisionszeitpunkt.  Sein  Gutachten  bietet  daher 
keine Grundlage für eine Rentenrevision bzw. eine Herabsetzung der 
Invalidenrente per 1. Mai 2004.

11.3 Dr.  G._______  bemerkte  in  seinem  neurologischen  Gutachten 
vom 18. November  2005  im  Sinne  einer  Einleitung  zu  seiner  nach-
folgend  zitierten  Beurteilung  der  Arbeitsfähigkeit,  bei  unveränderter 
Doppelbelastung (Haushalt, Mutter zweier kleiner Kinder, [...]) halte er 
eine  erneute  Wiederaufnahme  der  Berufstätigkeit  als  unrealistisch 
bzw.  als  mit  überwiegender  Wahrscheinlichkeit  kontraproduktiv  und 
symptomfördernd,  dies  in  Übereinstimmung mit  der  Beurteilung  des 
psychiatrischen Gutachters.

Auf die Frage der SUVA, wie er die Arbeitsfähigkeit  der Versicherten 
für  andere  allenfalls  zumutbare  Tätigkeiten  (als  diejenige  einer  [...]) 
beurteile,  antwortete  er,  er  halte  es  für  unwahrscheinlich,  dass  die 
Patientin in einem anderen Arbeitsumfeld eine höhere Arbeitsleistung 
erbringen könnte. Zur Arbeitsfähigkeit  im angestammten Beruf führte 
er  aus,  lediglich  unter  Berücksichtigung  der  rein  unfallbedingten 
organischen  Beschwerden  (beide  Unfälle,  1994  und  2001,  mit 
somatischen  Beschwerden,  neurokognitive  Beschwerden  aus  dem 
Unfall von 1994) und unter Abstrahierung des psychischen Symptom-
komplexes sowohl unfallbedingter als auch unfallfremder Natur würde 
er  eine Wiederaufnahme der  Tätigkeit  im Beruf  als  [...]  bei  sehr  gut 
adaptiertem  Arbeitsplatz  (kurzer  Arbeitsweg,  gute  Zeiteinteilung, 
optimale  Stützung  durch  den  Arbeitgeber)  rein  theoretisch  für 
realisierbar  halten,  dies  in  einem Ausmass  von  40–50 %,  allerdings 
sehr  abhängig  von  äusseren  Einflussfaktoren  (unter  anderem  weit-
gehende  Entlastung  als  Mutter  und  Hausfrau  notwendig),  wobei  die 
unfallbedingten psychischen Anteile nicht mitberücksichtigt seien. Eine 
Doppelbelastung komme aus vorwiegend psychischen Gründen nicht 
in Frage.

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Unter  Berücksichtigung  des  gesamten  Beschwerdebildes  ver-
anschlagte  er die durch den Unfall vom 12. November 2001 bedingte 
Akzentuierung der vorbestehenden organischen Beschwerden mit der 
daraus  resultierenden  zusätzlichen  Arbeitsunfähigkeit  "sehr  ap-
proximativ"  auf + 10 %. Für zwei Jahre sei  zudem die unfallbedingte 
passagere Verschlechterung der lumbalen Symptomatik mitzuberück-
sichtigen,  so dass für diese Zeit  eine Arbeitsunfähigkeit  von + 20 % 
resultiere (50 % + 20 % = total 70 % für zwei Jahre, dann 60 %).

Abschliessend  bemerkte  der  Neurologe,  angesichts  der  komplexen 
Ausgangslage  mit  zwei  sich  symptommässig  überlappenden  Unfall-
ereignissen  mit  sowohl  psychischen  als  auch  somatischen  Aus-
wirkungen, kompliziert  durch unfallfremde psychische Symptome und 
Dispositionen, schienen ihm die von der SUVA gestellten Fragen nicht 
immer  optimal  formuliert.  Er  habe  versucht,  diese  möglichst  fall-
angepasst zu beantworten.

Aufgrund der dargestellten massgeblichen Passagen aus dem neuro-
logischen Gutachten lässt  sich nicht eindeutig beurteilen,  ob und in-
wiefern  sich  der  Gesundheitszustand  der  Beschwerdeführerin  im 
Revisionszeitpunkt  wesentlich  gebessert  hatte.  Einerseits  sieht  der 
Gutachter  nur  unter  Ausklammerung  des  "psychischen  Symptom-
komplexes" überhaupt eine, von ihm selbst jedoch als rein theoretisch 
bezeichnete  Möglichkeit  einer  Wiederaufnahme der  Tätigkeit  im bis-
herigen  Beruf,  allerdings  auch  nur  unter  optimalen  Bedingungen. 
Dabei  verweist  er  zusätzlich  noch  auf  das  Problem  der  Doppel-
belastung.  Andererseits  diagnostiziert  er  mit  Blick  auf  das  um-
fassendere Beschwerdebild eine durch den Unfall vom 12. November 
2001 verursachte  Erhöhung der  Arbeitsunfähigkeit. Letztere  beziffert 
er auf dauerhaft 10 % und vorübergehend 20 %, wobei er seine dies-
bezügliche Einschätzung selbst als "sehr approximativ" charakterisiert. 
Wiederum "approximativ" legt er die zeitlich limitierte Verschlechterung 
des Gesundheitszustandes "in Berücksichtigung des biomechanischen 
Gutachtens  zum  Unfallereignis  von  2001  [biomechanische  Kurz-
beurteilung der Arbeitsgruppe für  Unfallmechanik  am Institut  für  bio-
medizinische  Technik  der  Universität  und  der  ETH  Zürich  vom 
27. Februar 2002 zu Handen der SUVA [...] (act. 43.1/21-25)] und von 
persönlicher  Erfahrung  mit  ähnlich  gelagerten  Fällen  [...]  bis  zum 
status quo sine auf maximal 2 Jahre" fest.

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Inwiefern freilich das biomechanische Gutachten Rückschlüsse auf die 
Dauer  der  vom  Neurologen  diagnostizierten  Verschlechterung  des 
Gesundheitszustandes  erlaubt,  erscheint  mindestens  fraglich.  Die 
"biomechanische Kurzbeurteilung (Triage)" vom 27. Februar 2002 für 
das Unfallereignis vom 12. November 2001 führt nämlich zu folgender 
Bewertung:  "An  biomechanisch  relevanten  Besonderheiten  bei  Frau 
[...]  sind  der  Vorunfall  1994  mit  Restbeschwerden  und  eine  zum 
Aufprallzeitpunkt  nach  links  gewendete  Kopfhaltung  zu 
berücksichtigen; es liegt  hier  somit  eine Abweichung vom Normalfall 
vor.  Aus  biomechanischer  Sicht  ergibt  sich  hier  aufgrund  der 
technischen  Triage  und  der  medizinischen  Unterlagen,  dass  die 
anschliessend  an  das  Ereignis  bei  Frau  [...]  festgestellten 
Beschwerden und Befunde durch die Kollisionseinwirkung, zusammen 
mit  den  oben  beschriebenen  Abweichungen  vom  Normalfall,  eher 
erklärbar sind. Zum längerfristigen Verlauf ist aus unserer Sicht keine 
Stellungnahme möglich [...]."

Wenn  der  Gutachter  schliesslich  seine  persönliche  Erfahrung  mit 
ähnlich  gelagerten Fällen  ins  Feld  führt,  um die  Dauer  der  von ihm 
diagnostizierten  Verschlechterung  des  Gesundheitszustandes  der 
Beschwerdeführerin  zu  bestimmen,  verzichtet  er  damit  auf  eine 
individuelle  Beurteilung.  Insofern  haftet  seiner  Einschätzung  auch 
etwas Spekulatives an. Eine konkrete,  schlüssige Begründung dafür, 
dass  sich  der  Gesundheitszustand  der  Beschwerdeführerin  nach 
spätestens zwei Jahren (wesentlich) gebessert hat, fehlt jedoch.

11.4 Da eine massgebliche Besserung des Gesundheitszustandes mit 
Auswirkungen  auf  den  Invaliditätsgrad  im  Revisionszeitpunkt  nicht 
erwiesen  ist,  ist  die  Beschwerde  gutzuheissen.  Die  angefochtene 
Verfügung ist dahingehend abzuändern, dass der Beschwerdeführerin 
gestützt  auf  einen  Invaliditätsgrad  von  70 % mit  Wirkung  ab  1.  Mai 
2004 eine ganze ordentliche Invalidenrente ausgerichtet wird.

12.

12.1 Gemäss Art. 69  Abs. 1bis i.V.m. Art. 69 Abs. 2  IVG (in  der  seit 
1. Juli  2006  gültigen  Fassung)  ist  das  Beschwerdeverfahren  bei 
Streitigkeiten um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen 
vor dem Bundesverwaltungsgericht kostenpflichtig. Nach Art. 63 Abs. 1 
VwVG  sind  die  Verfahrenskosten  der  unterliegenden  Partei  aufzu-
erlegen.  Die  Beschwerdeführerin  hat  mit  ihrem  Begehren  obsiegt. 
Keine  Verfahrenskosten  werden  Vorinstanzen  oder  beschwerde-

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führenden und unterliegenden Bundesbehörden auferlegt (Art. 63 Abs. 
2  VwVG).  Demzufolge  werden  für  das  vorliegende  Beschwerde-
verfahren keine Kosten erhoben.

12.2 Die  Beschwerdeinstanz  kann  der  ganz  oder  teilweise  ob-
siegenden  Partei  von  Amtes  wegen  oder  auf  Begehren  eine  Ent-
schädigung für ihr erwachsene notwendige und verhältnismässig hohe 
Kosten  zusprechen  (Art.  64  Abs.  1  VwVG  i.V.m.  Art.  7  Abs.  1  des 
Reglementes  vom  21.  Februar  2008  über  die  Kosten  und  Ent-
schädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht,  VGKE,  SR 
173.320.2). Die Entschädigung wird der Körperschaft oder autonomen 
Anstalt auferlegt, in deren Namen die Vorinstanz verfügt hat, soweit sie 
nicht einer unterliegenden Gegenpartei auferlegt werden kann.

Die  durch  einen  Rechtsanwalt  vertretene  Beschwerdeführerin  hat 
keine Kostennote eingereicht, weshalb das Gericht die Entschädigung 
aufgrund der  Akten  festsetzt  (Art. 14  Abs. 2  VGKE). Eine  Parteient-
schädigung  von  Fr.  2'000.– (exkl.  MWST)  erscheint  unter  Berück-
sichtigung  des  Aufwandes  für  die  Stellungnahme  zum  Sistierungs-
begehren  der  Vorinstanz  (erledigt  mit  Zwischenverfügung  des 
Bundesverwaltungsgerichts  vom  11.  Dezember  2007)  praxisgemäss 
als angemessen. Die Mehrwertsteuer ist nur für Dienstleistungen ge-
schuldet, die im Inland gegen Entgelt erbracht werden, nicht jedoch im 
vorliegenden Fall,  in dem die Dienstleistung des Rechtsvertreters an 
die Beschwerdeführerin mit Wohnsitz im Ausland erbracht worden ist 
(Art.  5  lit.  b  des  Bundesgesetzes  vom 2. September  1999  über  die 
Mehrwertsteuer, Mehrwertsteuergesetz, aMWSTG, i.V.m. Art. 14 Abs. 
3 lit. c aMWSTG und Art. 9 Abs. 1 lit. c VGKE bzw. materiell überein-
stimmend Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 12. Juni 2009 über 
die  Mehrwertsteuer,  MWSTG,  SR  641.20,  i.V.m.  Art.  18  Abs.  1 
MWSTG und Art. 9 Abs. 1 lit. c VGKE; siehe auch Art. 112 MWSTG).

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird  gutgeheissen. Die angefochtene Verfügung wird 
dahingehend  abgeändert,  dass  der  Beschwerdeführerin  gestützt  auf 
einen Invaliditätsgrad von 70 % mit Wirkung ab 1. Mai 2004 eine ganze 
ordentliche Invalidenrente ausgerichtet wird.

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2.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3.
Die Vorinstanz wird verpflichtet, der Beschwerdeführerin nach Eintritt 
der Rechtskraft  dieses Urteils eine Parteientschädigung in der Höhe 
von Fr. 2'000.– auszurichten.

4.
Dieses Urteil geht an:

- die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde);
- die Vorinstanz (Ref-Nr. 408.65.508.214);
- das Bundesamt für Sozialversicherungen.

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber:

Maria Amgwerd Urs Küpfer

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  Schweizerhofquai  6,  6004  Luzern,  Beschwerde  in 
öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. 
und 100 des Bundesgerichtsgesetzes  vom 17. Juni  2005,  BGG, SR 
173.110). Die Rechtsschrift  ist  in einer Amtssprache abzufassen und 
hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und 
die  Unterschrift  zu  enthalten.  Der  angefochtene  Entscheid  und  die 
Beweismittel  sind,  soweit  sie  die  beschwerdeführende  Partei  in 
Händen hat, beizulegen (vgl. Art. 42 BGG).

Versand: 

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