# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b8513767-6120-5a49-93f8-7e293d62858b
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2020-06-05
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 05.06.2020 D-179/2019
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-179-2019_2020-06-05.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-179/2019 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  5 .  J u n i  2 0 2 0  

Besetzung 
 Richterin Mia Fuchs (Vorsitz), 

Richterin Jeannine Scherrer-Bänziger,  

Richterin Contessina Theis, 

Gerichtsschreiber Martin Scheyli 

   

Parteien 

 
1. A._______, geboren am [...], 

und deren Kind 

B._______, geboren am [...],  

2. C._______, geboren am [...], 

alle Albanien, 

vertreten durch Annalena von Allmen, MLaw,  

Rechtsberatungsstelle für Asylsuchende,  

[...],  

Beschwerdeführende,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 3. Januar 2019 

 

 

 

D-179/2019 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Beschwerdeführenden 1 (Mutter und minderjähriger Sohn) und der Be-

schwerdeführer 2 (volljähriger Sohn) sind albanische Staatsangehörige mit 

letztem Wohnsitz in Tirana. Gemäss eigenen Angaben verliessen sie ihren 

Heimatstaat am 22. Oktober 2018 und reisten am 23. Oktober 2018 in die 

Schweiz ein. Am 24. Oktober 2018 ersuchten sie beim damaligen Emp-

fangs- und Verfahrenszentrum Basel um Asyl.  

B.  

Mit Zwischenverfügung vom 25. Oktober 2018 eröffnete das Staatssekre-

tariat für Migration (SEM) den Beschwerdeführenden, sie seien nach dem 

Zufallsprinzip dem Verfahrenszentrum Zürich zugewiesen worden, wo ihre 

Asylgesuche gestützt auf Art. 4 der Testphasenverordnung vom 4. Septem-

ber 2013 (TestV, SR 142.318.1) behandelt würden. Dabei führte das SEM 

am 31. Oktober 2018 jeweilige Befragungen der Beschwerdeführenden zur 

Person durch und hörte sie am 11. Dezember 2018 (Beschwerdefüh-

rende 1) beziehungsweise am 19. Dezember 2018 (Beschwerdeführer 2) 

eingehend zu den Asylgründen an. 

C.  

C.a Die Beschwerdeführerin 1 machte anlässlich ihrer Befragungen im We-

sentlichen geltend, sie habe Albanien wegen der Probleme mit ihrem ehe-

maligen Ehemann und Vater ihrer drei Kinder (dem Beschwerdeführer 1, 

dem Beschwerdeführer 2 sowie ihrer volljährigen Tochter D._______ [...]) 

verlassen müssen. Ihr ehemaliger Ehemann sei alkohol- und drogensüch-

tig und habe sie im Verlauf ihrer Ehe, zwischen 1999 und 2014, oftmals 

misshandelt. Unter anderem habe er ihr die Nase gebrochen und die Arme 

mit heissem Wasser verbrüht. Auch die drei gemeinsamen Kinder habe er 

regelmässig geschlagen, selbst als sie noch sehr klein gewesen seien. Von 

2007 bis 2014 hätten sie sich alle zusammen in Griechenland aufgehalten, 

und auch dort seien sie und ihre Kinder von ihrem damaligen Ehemann 

regelmässig misshandelt worden. Zwar sei sie von ihm seit dem 29. Okto-

ber 2014 geschieden. Eine Woche nach der Scheidung habe er sie jedoch 

aufgesucht und ihr gedroht, sie mit einer Motorsäge zu töten. Aufgrund die-

ses Vorfalls habe sie ihre Kinder während eines Monats in psychologische 

Betreuung geben müssen. Obwohl sie in der Folge mehrfach die Unter-

kunft gewechselt habe, sei er weiterhin zu ihr gekommen, wenn er Geld 

benötigt habe, wobei sie auch immer wieder geschlagen worden sei. So 

sei sie von ihm in Tirana an der Bushaltestelle abgepasst worden, wenn 

D-179/2019 

Seite 3 

sie ihren Zahltag gehabt habe. Auch von ihrer Tochter D._______ habe er 

Geld verlangt, wenn er sie auf der Strasse angetroffen habe. Im August 

und September 2018 habe sie zweimal vergeblich versucht, bei einem Pos-

ten der albanischen Polizei in Tirana gegen ihren ehemaligen Ehegatten 

wegen der Übergriffe Anzeige zu erstatten. Die Polizisten hätten ihr gesagt, 

sie wollten mit Alkoholikern und Drogensüchtigen beziehungsweise mit ei-

nem so unbedeutenden Fall nichts zu tun haben. Auch sonst habe sie vom 

albanischen Staat keine Unterstützung erlangt. Des Weiteren gab sie an, 

sie habe wegen des Stresses bereits in Albanien Magenprobleme gehabt 

und sei deswegen ärztlich behandelt worden. Zudem würden ihre Kinder 

psychologische Hilfe benötigen. Anlässlich der Befragungen übergab sie 

dem SEM als Beweismittel unter anderem ihre Scheidungsurkunde und ein 

Bestätigungsschreiben eines albanischen Notars.  

C.b Die Beschwerdeführer 1 und 2 gaben zu Protokoll, sie hätten Albanien 

wegen der Probleme verlassen müssen, die ihre Mutter und auch sie selbst 

mit ihrem Vater gehabt hätten. Dabei bestätigten sie im Wesentlichen die 

Angaben der Beschwerdeführerin 1. In diesem Zusammenhang führte der 

Beschwerdeführer 1 insbesondere aus, der Vater habe eines Tages, als sie 

in Griechenland gewesen seien, alle umbringen wollen. Er sei damals vom 

Vater auch alltäglich geschlagen worden. Nach der Rückkehr nach Alba-

nien hätten sie zwei- oder dreimal die Unterkunft gewechselt, damit der 

Vater sie nicht finde. Es sei ihm aber trotzdem gelungen, und er sei ständig 

zu ihnen nach Hause gekommen und habe ihnen das Geld weggenom-

men, wobei er sehr aggressiv gewesen sei.  

D.  

Am 27. Dezember 2018 unterbreitete das SEM der Rechtsvertreterin der 

Beschwerdeführenden den Entwurf seines Entscheids zur Stellungnahme.  

E.  

Am 31. Dezember 2018 übermittelte die Rechtsvertreterin dem Staatssek-

retariat ihre Stellungnahme sowie ein ärztliches Zeugnis betreffend die Be-

schwerdeführerin 1. 

F.  

Mit gleichentags eröffneter Verfügung vom 3. Januar 2019 lehnte das SEM 

die Asylgesuche der Beschwerdeführenden ab und ordnete deren Weg-

weisung aus der Schweiz sowie den Vollzug an.  

D-179/2019 

Seite 4 

G.  

Diese Verfügung fochten die Beschwerdeführenden mit Eingabe ihrer 

Rechtsvertreterin vom 10. Januar 2019 beim Bundesverwaltungsgericht 

an. Dabei beantragten sie die Aufhebung der angefochtenen Verfügung 

und die Zurückweisung der Sache an die Vorinstanz zur vollständigen Ab-

klärung des Sachverhalts, eventualiter die Feststellung ihrer Flüchtlingsei-

genschaft sowie die Gewährung des Asyls, subeventualiter die Anordnung 

der vorläufigen Aufnahme wegen Unzumutbarkeit des Wegweisungsvoll-

zugs. In prozessualer Hinsicht ersuchten sie um Gewährung der unentgelt-

lichen Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG. Weiter beantrag-

ten sie, das Verfahren sei mit dem gleichzeitig anhängig gemachten Be-

schwerdeverfahren von D._______ zu vereinigen, eventualiter zu koordi-

nieren. Als Beweismittel wurden mit der Eingabe drei ärztliche Zeugnisse 

eingereicht.  

H.  

Mit Eingabe der Rechtsvertreterin vom 16. Januar 2019 wurde betreffend 

die Beschwerdeführerin 1 ein ärztliches Zeugnis nachgereicht. 

I.  

Mit Zwischenverfügung vom 18. Januar 2019 wies die zuständige Instruk-

tionsrichterin das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessfüh-

rung ab. Zugleich wurden die Beschwerdeführenden zur Leistung eines 

Kostenvorschusses von Fr. 750.– mit Frist bis zum 4. Februar 2019 aufge-

fordert, unter Androhung des Nichteintretens im Unterlassungsfall. Im Üb-

rigen wurde festgehalten, das Verfahren werde in Koordination mit dem 

Beschwerdeverfahren D-188/2019 betreffend D._______ behandelt. 

J.  

Mit Einzahlung vom 4. Februar 2019 wurde der verlangte Kostenvorschuss 

fristgerecht geleistet.  

K.  

Mit Eingaben vom 6. und 27. Februar 2019 übermittelte die Rechtsvertre-

terin insgesamt fünf weitere ärztliche Zeugnisse betreffend alle drei Be-

schwerdeführende sowie eine Stellungnahme zu deren gesundheitlichem 

Zustand und dessen Auswirkungen auf die Zumutbarkeit des Wegwei-

sungsvollzugs.  

L.  

Mit Vernehmlassung vom 20. März 2019 hielt das SEM vollumfänglich an 

seinen Erwägungen fest und beantragte die Abweisung der Beschwerde.  

D-179/2019 

Seite 5 

M.  

Mit Zwischenverfügung vom 22. März 2019 wurde den Beschwerdeführen-

den bezüglich der Vernehmlassung der Vorinstanz das Replikrecht erteilt.  

N.  

Mit Eingabe ihrer Rechtsvertreterin vom 8. April 2019 gaben die Beschwer-

deführenden eine entsprechende Stellungnahme ab und übermittelten ei-

nen Bericht einer Beratungsstelle für Frauen in Bezug auf die Beschwer-

deführerin 1. 

O.  

Mit Eingabe der Rechtsvertreterin vom 30. Oktober 2019 wurde ein weite-

res ärztliches Zeugnis in Bezug auf die Beschwerdeführerin 1 eingereicht. 

 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Über Beschwerden ge-

gen Verfügungen, die gestützt auf das Asylgesetz (AsylG, SR 142.31) 

durch das SEM erlassen worden sind, entscheidet das Bundesverwal-

tungsgericht grundsätzlich (mit Ausnahme von Verfahren betreffend Perso-

nen, gegen die ein Auslieferungsersuchen des Staates vorliegt, vor wel-

chem sie Schutz suchen) endgültig (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31–33 VGG; 

Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2 Für das vorliegende Verfahren gilt nach der am 1. März 2019 in Kraft 

getretenen Änderung des AsylG das bisherige Recht (vgl. Abs. 1 der Über-

gangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom 25. September 2015), 

unter Einschluss der TestV. 

2.  

Die Beschwerdeführenden sind legitimiert (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 

VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte 

Beschwerde (aArt. 108 Abs. 2 AsylG i.V.m. Art. 40 und Art. 6a Abs. 2 Bst. a 

AsylG; Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52 Abs. 1 VwVG) ist ein-

zutreten. 

D-179/2019 

Seite 6 

3.  

Das vorliegende Urteil erfolgt koordiniert mit dem gleichzeitig ergehenden 

Entscheid im Verfahren D-188/2019 betreffend D._______. 

4.  

Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht können im Anwen-

dungsbereich des AsylG die Verletzung von Bundesrecht, einschliesslich 

Missbrauch und Überschreitung des Ermessens, sowie die unrichtige oder 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Im Bereich des Ausländerrechts richtet 

sich die Kognition des Gerichts nach Art. 49 VwVG (BVGE 2014/26 E. 5). 

5.  

5.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine Person anerkannt, wenn sie in ihrem 

Heimatstaat oder im Land, wo sie zuletzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Re-

ligion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe  

oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen aus-

gesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen Nachteilen ausgesetzt zu 

werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung von 

Leib, Leben oder Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen 

psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG). Dabei ist auch den frauenspe-

zifischen Fluchtgründen Rechnung zu tragen. 

5.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Glaubhaft gemacht ist die Flüchtlings-

eigenschaft, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit für gegeben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vor-

bringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich wi-

dersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf 

gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

5.3 Das SEM führte zur Begründung der Ablehnung der Asylgesuche ‒ ab-

gesehen davon, dass es sich beim Heimatstaat der Beschwerdeführenden, 

Albanien, um einen verfolgungssicheren Staat im Sinne von Art. 6a Abs. 2 

Bst. a AsylG handle ‒ im Wesentlichen aus, die betreffenden Vorbringen 

seien asylrechtlich nicht relevant. Diese Einschätzung der Vorinstanz ist 

als zutreffend zu erachten. Wie in der angefochtenen Verfügung zu Recht 

ausgeführt wurde, kann einzig aufgrund des Vorbringens, die Beschwerde-

führerin 1 habe bei einem Posten der albanischen Polizei in Tirana zweimal 

D-179/2019 

Seite 7 

vergeblich versucht, gegen ihren ehemaligen Ehegatten wegen verschie-

dener Übergriffe Anzeige zu erstatten, nicht vom Fehlen eines entspre-

chenden Schutzwillens der albanischen Behörden gesprochen werden. Es 

wäre der Beschwerdeführerin 1 zuzumuten gewesen, ihren Anspruch auf 

Entgegennahme der Anzeige und auf angemessenen Schutz bei einer 

übergeordneten staatlichen Behörde geltend zu machen. Auch hat die Be-

schwerdeführerin 1, wie von der Vorinstanz ebenfalls zu Recht festgestellt 

wurde, abgesehen von einer nicht abschliessend beantworteten Anfrage 

bei der Stadtverwaltung von Tirana keine Anstalten unternommen, in an-

derweitiger Hinsicht Unterstützung zu erlangen, so insbesondere beim in 

der angefochtenen Verfügung erwähnten Beratungszentrum für gewaltbe-

troffene Frauen. Des Weiteren ist nicht ersichtlich, weshalb die Beschwer-

deführerin mit ihren Kindern keine innerstaatliche Aufenthaltsalternative in 

Erwägung gezogen hat, um sich den Behelligungen durch den ehemaligen 

Ehegatten zu entziehen. Die Ausführungen der beiden Söhne, der Be-

schwerdeführer 1 und 2, zu den erlebten Schwierigkeiten im Heimatstaat 

gehen in ihrer asylrechtlichen Bedeutung nicht über die Vorbringen ihrer 

Mutter hinaus. Auch der Beschwerdeschrift und den weiteren Eingaben im 

vorliegenden Verfahren ist nichts zu entnehmen, was geeignet wäre, an 

den soeben getroffenen Einschätzungen etwas zu ändern. Dabei ist fest-

zuhalten, dass angesichts der offensichtlich nicht gegebenen asylrechtli-

chen Relevanz der Vorbringen die Frage der Glaubhaftigkeit – deren ab-

schliessende Beurteilung gemäss Ausführungen in der Beschwerdeschrift 

weitere psychiatrische Abklärungen erfordere ‒ nicht von entscheidwesent-

licher Bedeutung ist. 

5.4 Aus dem Gesagten ergibt sich, dass die Vorinstanz die Asylgesuche 

der Beschwerdeführenden zu Recht abgelehnt hat. 

6.  

Die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein Asylge-

such hat in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge (Art. 44 

AsylG). Die Beschwerdeführenden verfügen weder über eine ausländer-

rechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung 

einer solchen (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). Die ver-

fügte Wegweisung steht daher im Einklang mit den gesetzlichen Bestim-

mungen und wurde von der Vorinstanz zu Recht angeordnet. 

7.  

7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach 

D-179/2019 

Seite 8 

den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Aus-

länderinnen und Ausländern (Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesge-

setzes über die Ausländerinnen und Ausländer und über die Integration 

[AIG, SR 142.20]). 

7.2 Die erwähnten drei Bedingungen für einen Verzicht auf den Vollzug der 

Wegweisung (Unzulässigkeit, Unzumutbarkeit und Unmöglichkeit) sind al-

ternativer Natur: Sobald eine von ihnen erfüllt ist, ist der Vollzug der Weg-

weisung als undurchführbar zu betrachten und die weitere Anwesenheit in 

der Schweiz gemäss den Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme zu 

regeln (vgl. BVGE 2009/51 E. 5.4, 2013/1 E. 6.2). 

7.3 Weil sich vorliegend der Vollzug der Wegweisung aus den nachfolgend 

aufgezeigten Gründen als unzumutbar erweist, ist auf eine Erörterung der 

beiden anderen Kriterien zu verzichten. 

7.4 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. Sind von einem allfälligen Wegweisungsvollzug 

Kinder betroffen, so ist im Rahmen der Zumutbarkeitsprüfung dem Kindes-

wohl Rechnung zu tragen. Dabei sind unter dem Aspekt des Kindeswohls 

sämtliche Umstände einzubeziehen und zu würdigen, die im Hinblick auf 

eine Wegweisung wesentlich erscheinen (vgl. BVGE 2009/28 E. 9.3.2; Ent-

scheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission 

[EMARK] 1998 Nr. 13 E. 5e/aa, 1998 Nr. 31 E. 8c/ff/ccc S. 260, 2005 Nr. 6 

E. 6.2 S. 57 f.). 

7.5 In Bezug auf die gesundheitliche Situation der Beschwerdeführenden 

ergibt sich aus den im vorinstanzlichen Verfahren sowie auf Beschwerde-

ebene eingereichten ärztlichen Zeugnissen im Wesentlichen Folgendes. 

7.5.1 Betreffend die Beschwerdeführerin 1 geht aus einem ärztlichen Be-

richt des E._______ vom 13. Dezember 2018 im Wesentlichen hervor, sie 

habe über gewalttätige Übergriffe durch ihren ehemaligen Ehemann gegen 

sie selbst und gegen ihre drei Kinder in den insgesamt vierzehn Jahren der 

Ehe wie auch nach der im Jahr 2014 erfolgten Scheidung berichtet. Der 

Ehemann sei ihr sowie den Kindern gegenüber zunehmend gewalttätig ge-

worden, insbesondere, wenn dieser Alkohol getrunken habe. Er habe ihr 

D-179/2019 

Seite 9 

die Nase gebrochen und die Hände im kochenden Wasser verbrüht, wes-

halb sie mehrfach das Spital habe aufsuchen müssen. Nach der Scheidung 

sei er auch immer wieder zur Familie gekommen, um Geld einzufordern. 

Schliesslich habe sie es nicht mehr länger ausgehalten und sei deshalb mit 

den Kindern in die Schweiz geflohen. Zuvor habe der ehemalige Ehemann 

ihr mehrfach angedroht, sie umzubringen. So habe sie von einem Übergriff 

in Tötungsabsicht mit einer Art Gartengerät berichtet, als auch die Kinder 

im Haus gewesen seien. Ihre Tochter sei entkommen und habe bei den 

Nachbarn um Hilfe gerufen, weshalb nichts Schlimmeres passiert sei. Sie 

habe sich während langer Zeit nicht getraut, den Ehemann anzuzeigen, 

auch weil sie gemeinsam während sieben Jahren in Griechenland illegal 

gearbeitet hätten und sie Angst gehabt habe, nach Albanien zurückkehren 

zu müssen. Schliesslich habe sie aber aus diesen Gründen die Scheidung 

eingereicht. Sie leide unter starken Ängsten um ihr Leben und das Leben 

der Kinder, wie es auch damals in der Ehe gewesen sei. Es seien die Kri-

terien einer posttraumatischen Belastungsstörung (gemäss Klassifikation 

ICD-10: F43.1) nach Gewalterfahrungen im Erwachsenenalter sowie Bei-

wohnen bei Gewaltanwendung gegenüber ihren Kindern erfüllt. Die gleiche 

Diagnose resultiert auch aus einem weiteren ärztlichen Zeugnis der glei-

chen Klinik vom 24. Dezember 2018. Aus einem psychologischen Bericht 

einer psychotherapeutisch-allgemeinmedizinischen Praxis vom 28. Okto-

ber 2019 geht des Weiteren hervor, die Beschwerdeführerin 1 sei durch 

eine arrangierte Ehe mit einem Mann verheiratet worden, den sie vorher 

nicht gekannt habe, wobei sie hierzu nichts zu sagen gehabt habe. Bereits 

zehn Tage nach dem Kennenlernen sei die Hochzeit erfolgt. Ihr Ehemann 

habe sich als gewalttätiger Alkoholiker erwiesen, die Ehe als einziges Mar-

tyrium. Von ihrer Mutter, die ebenfalls dem Alkohol zugeneigt gewesen sei, 

habe sie keine Hilfe erwarten können. Von ihrem Ehemann sei sie schon 

kurz nach Beginn der Ehe misshandelt worden, zudem auch bald nach der 

Geburt ihres ersten Kindes. Es lägen eine gemischte reaktive Angst- und 

depressive Störung (ICD-10: F41.2) sowie eine posttraumatische Belas-

tungsstörung (ICD-10: F43) vor. Einem weiteren ärztlichen Zeugnis einer 

allgemeinmedizinischen Praxis vom 27. Februar 2019 ist zudem zu ent-

nehmen, dass die Beschwerdeführerin 1 wegen einer Gastritis (Entzün-

dung der Magenschleimhaut) behandelt wurde. 

7.5.2 In Bezug auf den Beschwerdeführer 1 ergibt sich aus einem ärztli-

chen Zeugnis des E._______ vom 10. Januar 2019, soweit vorliegend von 

Bedeutung, es liege eine Reaktion auf schwere Belastung (ICD-10: F43.9) 

vor. Einem medizinischen Bericht der gleichen Klinik vom 18. Januar 2019 

ist im Wesentlichen Folgendes zu entnehmen: Der Beschwerdeführer 1 

D-179/2019 

Seite 10 

habe von mehrfachen Vorfällen berichtet, bei welchen er oder seine Ge-

schwister sowie seine Mutter durch seinen Vater körperlich verletzt und be-

droht worden seien. Auch sei er Zeuge davon gewesen, dass der Vater 

mehrfach versucht habe, die Mutter umzubringen. So habe der Vater ein-

mal versucht, die Mutter ins Feuer des Kamins zu werfen, und ein anderes 

Mal sei er mit einem Gartengerät, einer Art Motorsäge, auf die gesamte 

Familie losgegangen. Er habe grosse Angst, dass der Vater die Mutter um-

bringen würde, sollten sie nach Albanien zurückkehren. Aufgrund der Erin-

nerungen und der Angst vor seinem Vater in Albanien habe er bereits ein-

mal versuchen wollen, sein Leben zu beenden, indem er in den zweiten 

Stock des Hauses gegangen sei und aus dem Fenster habe springen wol-

len. Jedoch habe er dann an die Familie gedacht und davon Abstand ge-

nommen. Er habe ab und zu Suizidgedanken, wolle dies aber seiner Fami-

lie nicht antun. Der Beschwerdeführer 1 erfülle derzeit nach Gewalterfah-

rungen im Kindes- und Jugendalter die Kriterien einer posttraumatischen 

Belastungsstörung (ICD-10: F43.1). Im Vordergrund stehe eine starke 

Angst vor dem Vater sowie um alle Familienmitglieder. Es sei von einer 

Traumatisierung der gesamten Familie auszugehen, was auch eine Belas-

tung für den Beschwerdeführer 1 darstelle. Ein weiteres ärztliches Zeugnis 

der gleichen Klinik vom 23. Januar 2019 hält als Diagnose in psychiatri-

scher Hinsicht ebenfalls fest, es liege eine posttraumatische Belastungs-

störung nach Gewalterfahrungen im Kindes- und Jugendalter vor.  

7.5.3 In Bezug auf den Beschwerdeführer 2 ergibt sich aus einem ärztli-

chen Zeugnis des E._______ vom 10. Januar 2019, soweit vorliegend von 

Bedeutung, es bestehe eine Reaktion auf schwere Belastung (ICD-10: 

F43.9). Aus einem ärztlichen Zeugnis der gleichen Klinik vom 15. Februar 

2019 geht im Wesentlichen hervor, der Beschwerdeführer 2 habe davon 

berichtet, dass sein Vater immer wieder betrunken und gegenüber seiner 

Familie sehr aggressiv gewesen sei. Er sei häufig durch den Vater verletzt 

und geschlagen worden. Er sei auch Zeuge davon gewesen wie der Vater 

die Mutter mehrfach verletzt habe, wobei er oft gedacht habe, dass die 

Mutter getötet werden könnte. Er könne sich an eine Situation erinnern, in 

welcher der Vater mit einer Motorsäge auf die gesamte Familie losgegan-

gen sei, wobei seine Schwester sogar aus dem Fenster habe fliehen müs-

sen. Er sei sich sicher, dass der Vater damals alle Familienmitglieder um-

gebracht hätte, wären nicht gerade seine Onkel anwesend gewesen. Er 

fürchte sich davor, dass der Vater erneut versuchen werde, die Familie um-

zubringen, wenn sie wieder nach Albanien zurückkehren müssten. Es sei 

von einer Traumafolgestörung mit depressiven Symptomen und Sinnestäu-

schungen im Sinne von "Sonstigen Reaktionen auf schwere Belastung" 

D-179/2019 

Seite 11 

(ICD-10: F43.8) auszugehen. Die Kriterien für eine posttraumatische Be-

lastungsstörung (ICD-10: F43.1) würden aktuell nicht erfüllt. Jedoch wür-

den mehrere Risikofaktoren für eine posttraumatische Belastungsstörung 

vorliegen, und es sei nicht auszuschliessen, dass sich eine solche im wei-

teren Verlauf entwickle. 

7.5.4 Weiter ist ein ärztliches Zeugnis des E._______ vom 6. Februar 2019 

zu berücksichtigen, das sich auf alle vier Familienmitglieder – die Be-

schwerdeführenden im vorliegenden Fall sowie die Tochter beziehungs-

weise Schwester D._______ – bezieht. Danach sei mit hoher Wahrschein-

lichkeit davon auszugehen, dass sich der Gesundheitszustand der Be-

schwerdeführerin 1 und ihrer Kinder alleine durch die Tatsache der Rück-

kehr ins angestammte Umfeld gravierend verschlechtern werde und eine 

Gefahr für Leib und Leben entstehe. Auch sei nicht auszuschliessen, dass 

beim Beschwerdeführer 1 erneut eine Episode akuter Selbstgefährdung 

mit Suizidalität im Rahmen der Belastungssituationen durch den Vater und 

der bestehenden psychiatrischen Grunderkrankung entstehe. 

7.6  

7.6.1 In Bezug auf die geltend gemachten Gewalterfahrungen seitens des 

ehemaligen Ehemannes beziehungsweise des Vaters der Beschwerdefüh-

renden ist zunächst festzustellen, dass diese – auch wenn ihnen, wie zuvor 

ausgeführt, keine asylrechtliche Relevanz zukommt – angesichts der über-

einstimmenden ärztlichen Zeugnisse und der im vorinstanzlichen Verfah-

ren gemachten Aussagen als glaubhaft zu erachten sind. Weiter besteht 

auch kein Anlass, die Stichhaltigkeit der fachärztlichen medizinischen Di-

agnosen und die entsprechenden Schlüsse hinsichtlich des derzeitigen ge-

sundheitlichen Zustands wie auch der möglichen künftigen Entwicklung in 

Zweifel zu ziehen.  

7.6.2 Zwar wurde mit Zwischenverfügung vom 18. Januar 2019 gestützt 

auf eine summarische Prüfung der Akten die Einschätzung vertreten, die 

mit den damals eingereichten ärztlichen Zeugnissen diagnostizierten ge-

sundheitlichen Probleme würden sich auch in Albanien behandeln lassen. 

Jedoch waren im vorinstanzlichen Verfahren in Bezug auf den Beschwer-

deführer 1 lediglich Probleme mit den Augen und Kopfschmerzen geltend 

gemacht worden, während der Beschwerdeführer 2 überhaupt keine ge-

sundheitlichen Leiden erwähnte. Die psychisch-medizinischen Probleme 

der beiden Söhne wurden erst aufgrund der weiteren Eingaben im Verlauf 

des Beschwerdeverfahrens ersichtlich. Aufgrund der dabei eingereichten 

ärztlichen Zeugnisse ergaben sich auch zusätzliche Anhaltspunkte zum 

D-179/2019 

Seite 12 

Ausmass der Misshandlungen und Bedrohungen seitens des ehemaligen 

Ehemannes beziehungsweise des Vaters der Beschwerdeführenden. Da-

bei ist den Beschwerdeführenden unter den gegebenen Umständen nicht 

vorzuwerfen, dass sie ihre gesundheitlichen Leiden nicht bereits zu einem 

früheren Zeitpunkt geltend gemacht haben. Opfer einer Traumatisierung 

haben bekanntermassen oftmals grosse Probleme, die gemachten Erleb-

nisse zur Sprache zu bringen (vgl. BVGE 2007/31 E. 5.1). Diese Schwie-

rigkeiten können ‒ auch abhängig von der kulturellen Sozialisierung der 

Opfer ‒ unter anderem durch die von der betroffenen Person entwickelten 

Selbstschutzmechanismen erklärt werden. Diesbezüglich ist im vorliegen-

den Fall besonders zu berücksichtigen, dass sich die erlittenen Gewalter-

fahrungen über einen langen Zeitraum – im Falle der Beschwerdeführe-

rin 1 seit dem Jahr 1999 – erstreckten und die beiden Söhne bereits in 

frühestem Alter und über die gesamte Kindheit hinweg davon betroffen wa-

ren.  

7.6.3 Aus den vorhandenen ärztlichen Zeugnissen ergibt sich in Bezug auf 

alle drei Beschwerdeführende, dass sie aufgrund des Erlebten unter Trau-

matisierungen leiden, welche eine anhaltende psychotherapeutische Be-

handlung erforderlich machen. Dabei enthalten die ärztlichen Zeugnisse 

auch die nachvollziehbare Aussage, dass eine solche Behandlung nur in 

einem geschützten Umfeld erfolgversprechend ist, andernfalls das Risiko 

einer Chronifizierung der bereits heute erheblichen psychischen Erkran-

kungen besteht. Es muss davon ausgegangen werden, dass im Falle einer 

Rückkehr nach Albanien – ungeachtet der Frage, welche Behandlungs-

möglichkeiten dort für alle drei Beschwerdeführenden tatsächlich verfügbar 

wären – die Furcht vor künftigen weiteren Übergriffen seitens des ehema-

ligen Ehemannes beziehungsweise des Vaters die gesundheitliche Situa-

tion der Beschwerdeführenden weiter verschlechtern könnte. Angesichts 

der vorliegenden Diagnosen und der erwähnten besonderen Umstände 

muss daher davon ausgegangen werden, dass eine Rückkehr in den Hei-

matstaat die Beschwerdeführenden in psychisch-medizinischer Hinsicht 

mit erheblicher Wahrscheinlichkeit in eine Situation bringen würde, die ei-

ner konkreten Gefährdung im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AIG gleichkäme. 

Dabei ist über das bisher Gesagte hinaus auch in Erwägung zu ziehen, 

dass ungewiss erscheint, in welchem Ausmass die Beschwerdeführenden 

in Albanien über ein tragfähiges familiäres Netz verfügen. Zwar leben in 

Albanien – abgesehen vom ehemaligen Ehemann beziehungsweise Va-

ter – verschiedene Familienangehörige (Eltern beziehungsweise Grossel-

tern, Halbgeschwister beziehungsweise Onkel und Tanten). Jedoch macht 

die Beschwerdeführerin 1 geltend, es sei mit diesen Angehörigen aufgrund 

D-179/2019 

Seite 13 

der ehelichen Probleme und der Scheidung zum Zerwürfnis gekommen, 

was auch unter Berücksichtigung des sozio-kulturellen Hintergrunds als 

glaubhaft erscheint. Dem steht gegenüber, dass die Beschwerdeführenden 

in ihrem Heimatstaat aufgrund ihres Bedarfs an psychiatrischer Behand-

lung auf die finanzielle Unterstützung seitens ihrer Verwandten angewie-

sen sein dürften. Von einer selbständigen Sicherung des Existenzmini-

mums durch die Beschwerdeführenden kann in Anbetracht ihrer gesund-

heitlichen Verfassung und des noch jugendlichen Alters der beiden Söhne 

nicht ausgegangen werden. Schliesslich ist die drohende Gefährdung des 

Kindeswohls des noch minderjährigen Beschwerdeführers 1 besonders 

hervorzuheben. Der Beschwerdeführer 2 wurde erst im Verlauf des vorlie-

genden Verfahrens volljährig. Unter Berücksichtigung aller wesentlichen 

Umstände ergibt sich somit der Schluss, dass der Vollzug der Wegweisung 

der Beschwerdeführenden nach Albanien als unzumutbar zu erachten ist. 

8.  

Nach den angestellten Erwägungen ist die Beschwerde hinsichtlich des 

Vollzugs der Wegweisung gutzuheissen; im Übrigen ist sie abzuweisen. 

Nachdem vorliegend auch keine Gründe für die Anwendung von Art. 83 

Abs. 7 AIG aktenkundig sind, sind die Ziffern 4 und 5 des Dispositivs der 

angefochtenen Verfügung aufzuheben, und das SEM ist anzuweisen, den 

Aufenthalt der Beschwerdeführenden nach den gesetzlichen Bestimmun-

gen über die vorläufige Aufnahme zu regeln (Art. 44 AsylG und Art. 83 

Abs. 4 AIG). 

9.  

9.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind den Beschwerdeführenden 

um die Hälfte reduzierte Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 375.– auf-

zuerlegen (vgl. Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG; Art. 1–3 des Reglements vom 

21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-

verwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2] i.V.m. Art. 16 Abs. 1 Bst. a 

VGG). Dabei ist zur Begleichung der Verfahrenskosten der geleistete Kos-

tenvorschuss von Fr. 750.– anteilsmässig zu verwenden, womit den Be-

schwerdeführenden der Überschuss von Fr. 375.– zurückzuerstatten ist. 

9.2 Nachdem die Beschwerdeführenden hinsichtlich des Wegweisungs-

vollzugs – und insofern teilweise – obsiegt haben, ist ihnen eine angemes-

sene, um die Hälfte reduzierte Parteientschädigung zu entrichten (vgl. 

Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 37 VGG; Art. 7 ff. VGKE). Seitens der 

Rechtsvertretung ist keine Kostennote eingereicht worden. Auf die Nach-

forderung einer solchen wird indessen verzichtet (vgl. Art. 14 Abs. 2 

D-179/2019 

Seite 14 

VGKE), weil im vorliegenden Verfahren der Aufwand des Schriftenwech-

sels zuverlässig abgeschätzt werden kann. Gestützt auf die in Betracht zu 

ziehenden Bemessungsfaktoren (Art. 9‒13 VGKE) sowie um die Hälfte ge-

kürzt (Art. 7 Abs. 2 VGKE) wird die Parteientschädigung auf Grund der Ak-

ten daher auf Fr. 1'000.‒ (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) festgesetzt. 

Dieser Betrag ist den Beschwerdeführenden durch das SEM zu entrichten. 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

D-179/2019 

Seite 15 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird, soweit den Vollzug der Wegweisung betreffend, gut-

geheissen. Im Übrigen wird sie abgewiesen. 

2.  

Die Dispositivziffern 4 und 5 der angefochtenen Verfügung werden aufge-

hoben, und das SEM wird angewiesen, die vorläufige Aufnahme der Be-

schwerdeführenden in der Schweiz anzuordnen. 

3.  

Den Beschwerdeführenden werden reduzierte Verfahrenskosten von 

Fr. 375.– auferlegt. Vom geleisteten Kostenvorschuss wird den Beschwer-

deführenden der Überschuss im Betrag von Fr. 375.– zurückerstattet. 

4.  

Den Beschwerdeführenden wird eine reduzierte Parteientschädigung von 

Fr. 1'000.‒ zugesprochen, die ihnen durch das SEM zu entrichten ist. 

5.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das SEM und die zustän-

dige kantonale Behörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: 

  

Mia Fuchs Martin Scheyli 

 

 

Versand: