# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ef932c78-5456-51fb-a54d-67454d972b36
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-11-28
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 28.11.2008 D-5121/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-5121-2006_2008-11-28.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-5121/2006/cvv
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 8 .  N o v e m b e r  2 0 0 8

Richter Daniel Schmid (Vorsitz), 
Richterin Gabriela Freihofer, Richter Pietro Angeli-Busi; 
Gerichtsschreiber Alfred Weber.

A._______, geboren (...),
Nepal,
vertreten durch LL.M. lic. iur. Susanne Sadri, 
Asylhilfe Bern, (...),
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 
23. Juni 2006 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-5121/2006

Sachverhalt:

A.
Der Beschwerdeführer verliess den Heimatstaat nach eigenen Anga-
ben am 15. Januar 2003 und gelangte via (...) und (...) am 1. Februar 
2003  illegal  in  die  Schweiz,  wo  er  am gleichen  Tag um Asyl  nach-
suchte.  Nach  einer  Kurzbefragung  in  der  Empfangsstelle  (heute: 
Empfangszentrum  [EVZ])  (...)  vom  7.  Februar  2003  wurde  der  Be-
schwerdeführer für die Dauer des Verfahrens dem Kanton (...)  zuge-
wiesen.  Am  9.  September  2003  erfolgte  die  Anhörung  zu  den 
Asylgründen  durch  die  zuständige  kantonale  Behörde.  Im  Wesent-
lichen  machte  der  Beschwerdeführer  bei  den  Befragungen  geltend, 
sein  Bruder  sei  gemäss  nepalesischer  Zeitrechnung  seit  dem  Jahr 
2054  (1997/98)  im  Untergrund  für  die  Maobaadi  aktiv  und  habe  zu 
Hause Druckmaterial von ihnen gelagert gehabt. Am 20. Chaitra 2054 
(2.  April  1998)  sei  von  der  Polizei  eine  Hausdurchsuchung  durch-
geführt und dabei solches Material gefunden worden. In der Folge sei 
er  auf  den  Distriktposten  von  (...)  mitgenommen,  dort  während 
10 Tagen festgehalten und geschlagen worden; man habe von ihm den 
Aufenthaltsort  des  Bruders  wissen  wollen.  Am  30.  Chaitra  2054 
(12. April  1998)  sei  er  dank  Intervention  des  Vaters  freigelassen 
worden. Am 16. Magh 2055 (30. Januar 1999) hätten Angehörige der 
Maobaadi  eine Versammlung bei  ihm zu Hause abgehalten und von 
der  Bevölkerung  Geldspenden verlangt;  ihn  hätten  sie  zwangsrekru-
tieren wollen. Am 5. Chaitra 2056 (18. März 2000) sei von den Ange-
hörigen der  Maobadi  im Bazar  seines  Herkunftsorts  ein  Demonstra-
tionszug  mit  Fackeln  veranstaltet  worden,  an  dem er  gezwungener-
massen habe teilnehmen müssen. Am 2. Asadh 2057 (16. Juni 2000) 
seien Leute der Maobaadi erneut bei ihm zu Hause vorbeigekommen 
und  hätten  etwas  zu  essen  verlangt,  ehe  sie  gegen  20  Uhr  wieder 
weggegangen seien. An diesem Abend sei der Polizeiposten der Ge-
meinde  angegriffen  worden.  Am nächsten  Morgen  sei  die  Polizei  in 
diesem  Zusammenhang  bei  ihm  zu  Hause  erschienen,  habe  eine 
Hausdurchsuchung durchgeführt und Spendequittungen der Maobaadi 
gefunden. Man habe ihn der Unterstützung dieser Leute bezichtigt und 
auf  den  Posten  mitgenommen,  wo  er  verprügelt  worden  sei.  Am 
29. Asadh  2057  sei  er  von  seinem  Vater  und  dem  Gemeindechef 
freigekauft worden. Am 3. Kartik 2058 (19. Oktober 2001) habe er den 
Maobaadi wiederum Spendengelder entrichten müssen. Am 25. Paus 
2059 (9. Januar 2003) sei in seiner Abwesenheit das Haus eines Mit-
glieds der Kongresspartei in der Gemeinde von den Maobaadi ange-

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griffen worden. Die Polizei habe ihn verdächtigt. Der Familie habe man 
gesagt, man würde ihn im Falle des Auffindens erschiessen. Dies habe 
er  von  einem  früheren  Angestellten  bei  seinem  Schwiegervater  am 
27. Paus 2059 (11. Januar 2003) erfahren. Vor diesem Hintergrund sei 
er ausgereist. 

Am 2. Mai 2005 hörte das BFM den Beschwerdeführer ergänzend zu 
seinen Asylgründen an. Dort wiederholte er im Wesentlichen den be-
reits geltend gemachten Sachverhalt. Für die diesbezüglichen Aussa-
gen wird auf die Akten verwiesen.

Mit  Schreiben  des  BFM vom 30. Mai  2006  wurde  der  Beschwerde-
führer  unter  Fristansetzung  aufgefordert,  die  eingereichten  fremd-
sprachigen  Beweismittel  (Haftbefehl,  Internetauszug)  in  eine  Amts-
sprache zu übersetzen. 

B.
Das  BFM  stellte  mit  Verfügung  vom  23.  Juni  2006  –  eröffnet  am 
27. Juni  2006 –  fest,  der  Beschwerdeführer  erfülle  die  Flüchtlingsei-
genschaft  nicht,  und lehnte das Asylgesuch ab. Gleichzeitig verfügte 
es  die  Wegweisung  des  Beschwerdeführers  aus  der  Schweiz  und 
ordnete  den  Vollzug  an.  Zur  Begründung  wurde  –  nebst  gewissen 
Vorbehalten  bezüglich  der  Glaubhaftigkeit  der  Vorbringen  des  Be-
schwerdeführers, worauf nicht näher einzugehen sei – unter Hinweis 
auf die aktuelle Lage in Nepal beziehungsweise der seit  seiner Aus-
reise  massgeblich  veränderten  Situation  dort  ausgeführt,  seine  Vor-
bringen  hielten  den  Anforderungen  an  die  Flüchtlingseigenschaft 
gemäss  Art.  3  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998  (AsylG,  SR 
142.31) nicht stand. Im Lichte dieser Sachlage könne darauf verzichtet 
werden, auf die Authentizität des eingereichten Haftbefehls überhaupt 
einzugehen. Der Vollzug der Wegweisung sei durchführbar und zumut-
bar; ihm stünden keine triftigen Gründe entgegen.

C.
Mit Beschwerde vom 27. Juli 2006 (Poststempel) liess der Beschwer-
deführer  bei  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission  (ARK)  die 
Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Gewährung von Asyl 
beantragen. Es  sei  die  Unzulässigkeit  und Unzumutbarkeit  des  Voll-
zugs der Wegweisung aus der Schweiz festzustellen. Als Folge davon 
sei  der Beschwerdeführer vorläufig aufzunehmen. Dem Beschwerde-
führer sei die unentgeltliche Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 

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des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungs-
verfahren (VwVG, SR 172.021) zu gewähren, und es sei auf die Erhe-
bung eines Kostenvorschusses zu verzichten. Auf die Begründung der 
Beschwerde wird, soweit entscheidwesentlich, in den Erwägungen ein-
gegangen.

D.
Mit  Zwischenverfügung  vom 3. August  2006  wurde  das  Gesuch  um 
Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege abgewiesen (genügende 
Mittel aufweisendes Sicherheitskonto; Art. 86 Abs. 1 aAsylG) und auf 
die Erhebung eines Kostenvorschusses verzichtet.

E.
Das BFM hielt  in  der  Vernehmlassung vom 21. September  2006 an 
seiner Verfügung fest und beantragte die Abweisung der Beschwerde. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni 
2005  (VGG,  SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht  Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu 
den Behörden  nach  Art. 33  VGG und ist  daher  eine  Vorinstanz  des 
Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnah-
me im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungs-
gericht  ist  daher  zuständig  für  die Beurteilung der  vorliegenden Be-
schwerde und entscheidet in diesem Bereich endgültig Art. 105 AsylG; 
Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 17. Juni 2005 
[BGG, SR 173.110]).

1.2 Das Bundesverwaltungsgericht hat am 1. Januar 2007 die Beurtei-
lung der am 31. Dezember 2006 bei der ARK hängigen Rechtsmittel 
übernommen. Das  neue  Verfahrensrecht  ist  anwendbar  (vgl.  Art. 53 
Abs. 2 VGG).

1.3 Die  Beschwerde  ist  form-  und  fristgerecht  eingereicht.  Der  Be-
schwerdeführer  ist durch die angefochtene Verfügung besonders be-
rührt  und hat  ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung be-

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ziehungsweise  Änderung.  Der  Beschwerdeführer  ist  daher  zur  Ein-
reichung  der  Beschwerde  legitimiert  (Art.  108  Abs.  1  und  6  AsylG 
i.V.m. Art.  48  Abs. 1  und  52  VwVG). Auf  die  Beschwerde  ist  einzu-
treten.

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.
3.1 Gemäss  Art.  2  Abs.  1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person aner-
kannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt 
wohnte,  wegen  ihrer  Rasse,  Religion,  Nationalität,  Zugehörigkeit  zu 
einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen ihrer  politischen An-
schauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete 
Furcht hat,  solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte 
Nachteile gelten namentlich die Gefährdung von Leib, Leben oder Frei-
heit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck 
bewirken (Art. 3 AsylG).

3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachwei-
sen oder zumindest  glaubhaft  machen. Diese ist  glaubhaft  gemacht, 
wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrschein-
lichkeit  für  gegeben hält. Unglaubhaft  sind insbesondere Vorbringen, 
die in  wesentlichen Punkten zu wenig begründet  oder in sich wider-
sprüchlich  sind,  den  Tatsachen  nicht  entsprechen  oder  massgeblich 
auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt  werden 
(Art. 7 AsylG).

4.
4.1 Für die Beurteilung der Flüchtlingseigenschaft ist die Situation im 
Zeitpunkt  des  Asylentscheides  massgebend. Dabei  ist  einerseits  die 
Frage nach der im Zeitpunkt der Ausreise aktuell vorhandenen Furcht 
zu stellen und andererseits zu prüfen, ob die Furcht vor einer abseh-
baren Verfolgung (noch) begründet ist. So sind Veränderungen der ob-
jektiven  Situation  im  Heimatstaat  zwischen  Ausreise  und  Asylent-
scheid zugunsten und zulasten des Gesuchstellers zu berücksichtigen 
(vgl. BVGE 2008/4 E. 5.4 S. 38 f.).

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4.2 Unabhängig von der Frage, ob die Vorbringen des Beschwerdefüh-
rers als glaubhaft zu beurteilen sind, ist im heutigen Zeitpunkt festzu-
stellen, dass sich die Lage seit der Ausreise des Beschwerdeführers 
wesentlich verbessert  hat. Bereits die ARK hat die allgemeine Situa-
tion  in  Nepal  ausführlich  beurteilt  und  festgestellt,  die  allgemeine 
Sicherheits-  und  Menschenrechtslage  habe  sich  seit  der  Aufnahme 
von  Friedensverhandlungen  zwischen  den  Maoisten  ("Communist 
Party  of  Nepal"  [CPN-M])  und  der  Regierung  beziehungsweise  der 
Verkündung der Maoisten vom 28. Juli  2006, den Waffenstillstand zu 
verlängern,  erheblich verbessert  (vgl. dazu Entscheidungen und Mit-
teilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2006 
Nr. 31 E. 4.3.4. und 4.3.5 S. 332 ff.).

Seither hat sich die Lage weiter wesentlich verbessert. Am 21. Novem-
ber  2006 unterzeichneten die  Regierung und die  Maoisten ein  Frie-
densabkommen. Gemäss diesem Vertrag beteiligten sich die Maoisten 
am  Übergangsparlament  und  stellten  73  der  330  Abgeordneten.  Im 
Dezember  2006  wurde  die  Interimsverfassung  verabschiedet.  Am 
15. Januar 2007 beschloss das Übergangsparlament seine Auflösung, 
und  es  erfolgte  die  Neubestellung  des  interimistischen  Parlaments, 
welchem 83 Abgeordnete der Maoisten angehörten. Nach einigen Ver-
zögerungen  wurde  am  16.  Januar  2007  mit  der  Entwaffnung  der 
Maoisten begonnen. Am 10. April  2008 erfolgte die Wahl der verfas-
sungsgebenden Versammlung, die in Anwesenheit einer EU-Beobach-
termission  mit  insgesamt  120  Wahlbeobachtern  durchgeführt  wurde. 
Dabei  wurden  die  Maoisten  vor  dem Nepali  Congress  zur  stärksten 
Kraft. Am 28. Mai 2008 kam die verfassungsgebende Versammlung zu 
ihrer ersten Sitzung zusammen. Gleich zu Beginn der konstituierenden 
Sitzung schuf die Versammlung die fast 240 Jahre alte Monarchie ab 
und  erklärte  das  Land  zur  Republik.  Am  11. Juni 2008  verliess  der 
entmachtete  Monarch  Nepals,  König  Gyandendra,  seinen  Palast  in 
Kathmandu.  Die  verfassungsgebende  Versammlung  wählte  schliess-
lich am 21. Juli 2008 Ram Baran Yadav vom Nepali Congress zum ers-
ten Präsidenten der Republik, und am 15. August 2008 wählte sie den 
Chef der Maoisten, Pushpa Kamal Dahal (Prachanda), zum Minister-
präsidenten.  Die  Maoisten  sind  somit  in  den  politischen  Prozess 
eingebunden worden, was zu einer weiteren Stabilisierung der Lage in 
Nepal  führen  dürfte.  Die  Parteien  in  der  Verfassungsgebenden  Ver-
sammlung haben sich denn auch für die Schaffung einer neuen Ver-
fassung am 17. November 2008 den 28. Mai  2010 als  Frist  gesetzt. 
(vgl. zum Ganzen beispielsweise  http://www.crisisgroup.org   > reports 

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http://www.crisisgroup.org/

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by region > asia > south asia > nepal; final report on the Constituent 
Assembly Election on 10 April 2008,  http://ec.europa.eu/external_rela      -  
tions/human_rights/eu_election_ass_observ/nepal/index.htm  , besucht 
am  21.  November  2008;  http://www.nzz.ch/nachrichten/interna      tio      -  
nal/neue_verfassung_fuer_nepal_bis_mai_2010_1.1274060.html  , 
besucht am 21. November 2008).

In Anbetracht dieser Entwicklung geht das Bundesverwaltungsgericht 
davon  aus,  dass  sich  die  Furcht  des  Beschwerdeführers  vor  einer 
künftigen Verfolgung seitens der Konfliktparteien im heutigen Zeitpunkt 
als unbegründet erweist. Daher kann darauf verzichtet werden, auf die 
Ausführungen  in  der  Beschwerde  vom  27.  Juli  2006  (Poststempel) 
einzugehen, da sie am Ergebnis offensichtlich nichts  zu ändern ver-
mögen. Insbesondere erübrigen sich Erörterungen zu den Ausführun-
gen  im  Zusammenhang  mit  der  Glaubhaftigkeit  der  Vorbringen  des 
Beschwerdeführers, verzichtete das BFM in der angefochtenen Verfü-
gung doch explizit auf eine nähere, diesbezügliche Prüfung. Gleicher-
massen verhält  es sich mit  den in  Kopie eingereichten Nachrichten-
auszügen aus „Kantipur Report“, Kathmandu vom 11., 12. und 13. Juli 
2006.

4.3 Zusammenfassend folgt, dass der Beschwerdeführer keine Grün-
de nach Art. 3 AsylG nachweisen oder glaubhaft machen konnte. Die 
Vorinstanz  hat  das  Asylgesuch des Beschwerdeführers  demnach  zu 
Recht abgelehnt.

5.
5.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 
ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und 
ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Ein-
heit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

5.2 Der  Beschwerdeführer  verfügt  weder  über  eine  ausländerrechtli-
che Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung ei-
ner  solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht  angeordnet 
(Art. 44 Abs. 1 AsylG; EMARK 2001 Nr. 21). 

6.
6.1 Ist  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar 
oder  nicht  möglich,  so  regelt  das  Bundesamt  das  Anwesenheitsver-
hältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Auf-
nahme von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bun-

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http://ec.europa.eu/external_relations/human_rights/eu_election_ass_observ/nepal/index.htm
http://ec.europa.eu/external_relations/human_rights/eu_election_ass_observ/nepal/index.htm

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desgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]).

6.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtun-
gen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Auslän-
ders in den Heimat-, Herkunfts- oder in einen Drittstaat entgegenste-
hen (Art. 83 Abs. 3 AuG). 

So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus ei-
nem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Ge-
fahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 
5  Abs.  1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK, 
SR 0.142.30]).

Gemäss  Art.  25  Abs.  3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Über-
einkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grau-
same,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. No-
vember 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten 
(EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder 
erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden.

6.3 Die Vorinstanz wies in  ihrer  angefochtenen Verfügung zutreffend 
darauf hin, dass der Grundsatz der Nichtrückschiebung nur Personen 
schützt,  die  die  Flüchtlingseigenschaft  erfüllen  (vgl.  MARIO GATTIKER, 
Das Asyl- und Wegweisungsverfahren, 3. Aufl., Bern 1999, S. 89). Da 
es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erheb-
liche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann das 
in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Re-
foulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine 
Rückkehr des Beschwerdeführers in den Heimatstaat ist demnach un-
ter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig.

Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdefüh-
rers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall ei-
ner  Ausschaffung  in  den  Heimatstaat  dort  mit  beachtlicher  Wahr-
scheinlichkeit  einer  nach  Art.  3  EMRK  oder  Art.  1  FoK  verbotenen 
Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäi-
schen  Gerichtshofes  für  Menschenrechte  (EGMR)  sowie  jener  des 

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UN-Anti-Folterausschusses  müsste  der  Beschwerdeführer  eine  kon-
krete Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm 
im Fall  einer  Rückschiebung Folter  oder  unmenschliche Behandlung 
drohen würde (vgl. EMARK 2001 Nr. 16 S. 122, mit weiteren Hinwei-
sen;  EGMR,  Bensaid  gegen  Grossbritannien,  Urteil  vom 6.  Februar 
2001, Recueil des arrêts et décisions 2001-I, S. 327 ff.). Auch die all-
gemeine Menschenrechtssituation im Heimatstaat  lässt den Wegwei-
sungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt klarerweise nicht als unzulässig 
erscheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung so-
wohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen 
zulässig.

6.4 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen 
und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunfts-
staat  auf  Grund von Situationen wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner 
Gewalt  und medizinischer Notlage konkret  gefährdet  sind. Wird eine 
konkrete  Gefährdung  festgestellt,  ist  –  unter  Vorbehalt  von  Art.  83 
Abs. 7  AuG –  die  vorläufige  Aufnahme  zu  gewähren  (vgl.  Botschaft 
zum  Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom 
8. März 2002, BBl 2002 3818).

6.5 Eine  Situation,  welche  den  Beschwerdeführer  als  "Gewalt-  oder 
de-facto-Flüchtling" qualifizieren würde, lässt sich aufgrund der heuti-
gen Situation in Nepal nicht bejahen (vgl. EMARK 2006 Nr. 31 sowie 
E. 4.2 hiervor).

Darüber  hinausgehende  individuelle  Unzumutbarkeitsaspekte  stehen 
einem allfälligen Wegweisungsvollzug auch nicht entgegen. Es ist nicht 
davon auszugehen, dass der  junge und gemäss Akten gesunde Be-
schwerdeführer  bei  einer  Rückkehr  in  sein  Heimatland  Lebensum-
ständen ausgesetzt wird, die ein derartiges Ausmass annehmen, dass 
ihm eine menschenwürdige Existenz  verunmöglicht  würde. Ebenfalls 
dürfte ihm seine Schulbildung (10 Jahre), die im Ausland gesammelten 
Erfahrungen  im  Erwerbsleben  und  das  familiäre  Beziehungsnetz 
(Eltern, Bruder, religiös angetraute Frau und Kind) in Nepal eine Re-
integration erleichtern. 

6.6 Schliesslich  obliegt  es  dem  Beschwerdeführer,  sich  bei  der  zu-
ständigen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwen-
digen Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG), weshalb 

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der  Vollzug  der  Wegweisung  auch  als  möglich  zu  bezeichnen  ist 
(Art. 83 Abs. 2 AuG).

7.
Insgesamt ist die durch die Vorinstanz verfügte Wegweisung zu bestä-
tigen. Die Vorinstanz hat deren Vollzug zu Recht als zulässig, zumut-
bar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten fällt  eine Anordnung 
der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1-4 AuG).

8.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Be-
schwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

9.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwer-
deführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG) und auf insgesamt 
Fr. 600.-- festzusetzen (Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 
über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsge-
richt [VGKE, SR 173.320.2]).

(Dispositiv nächste Seite)

Seite 10

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.--  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers (Einschreiben; Beila-
ge: Einzahlungsschein)

- das  BFM,  Abteilung  Aufenthalt  und  Rückkehrförderung,  mit  den 
Akten Ref.-Nr. N (...) (per Kurier; in Kopie)

- (zuständige kantonale Behörde) ad (...) (in Kopie)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Daniel Schmid Alfred Weber

Versand: 

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