# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 15b04eba-8d8e-5e6d-bcf5-7be3988c9c4e
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 1991-05-29
**Language:** de
**Title:** Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Bundesrat 29.05.1991 JAAC 56.18
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_VB/CH_VB_008_JAAC-56-18--_1991-05-29.pdf

## Full Text

JAAC 56.18

Auszug aus einem Entscheid des Bundesrates vom 29.

Mai 1991

Art. 18 al. 1er LSEE. Indication erronée d’une voie de droit dans une
décision cantonale définitive.

Art. 7, art. 38 et art. 63 al. 1er, PA. Non-entrée en matière du Conseil
fédéral sur un recours contre le refus partiel d’une autorisation de
séjour, et remise des frais de procédure.

Art. 18 Abs. 1 ANAG. Fehlerhafte Rechtsmittelbelehrung in einem
endgültigen kantonalen Entscheid.

Art. 7, Art. 38 und Art. 63 Abs. 1 VwVG. Nichteintreten des Bundesrates
auf eine Beschwerde gegen die teilweise Verweigerung einer
Aufenthaltsbewilligung, unter Erlass der Verfahrenskosten.

Art. 18 cpv. 1 LDDS. Errata indicazione di un rimedio giuridico in una
decisione cantonale definitiva.

Art. 7, art. 38 e art. 63 cpv. 1 PA. Non entrata in materia del Consiglio
federale su un ricorso contro il rifiuto parziale di un permesso di
dimora e condono delle spese processuali.

Der Regierungsrat des Kantons Uri hat am 15. Oktober 1990 eine Beschwerde
von S. betreffend die Verlängerung einer Aufenthaltsbewilligung nur teilweise
gutgeheissen. Die Aufenthaltsbewilligung ist bloss um sechs Monate verlängert
worden, damit S. entsprechend den seinerzeitig verfügten Auflagen seinen

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Wohnsitz vom Kanton Nidwalden in den Kanton Uri verlege. S. hat gegen
diesen Entscheid entsprechend der Rechtsmittelbelehrung am 21. November
1990 beim Bundesrat eine Beschwerde eingereicht.

Die Behörde prüft ihre Zuständigkeit von Amtes wegen (Art. 7 Abs. 1 VwVG).
Einem Beschwerdeführer darf aus einer unrichtigen Rechtsmittelbelehrung
kein Nachteil erwachsen (Art. 38 VwVG). Die Begründung einer
Zuständigkeit durch Einverständnis zwischen Behörde und Partei ist
aber ausgeschlossen (Art. 7 Abs. 2 VwVG). Ferner kann eine fehlerhafte
Rechtsmittelbelehrung ein gesetzlich nicht gegebenes Rechtsmittel nicht
schaffen (Rhinow René A . / Imboden Max / Krähenmann Beat, Schweizerische
Verwaltungsrechtsprechung, Ergänzungsband, Basel/ Frankfurt am Main 1990,
Nr. 79/II mit Hinweisen).

Der eine Aufenthaltsbewilligung verweigernde kantonale Entscheid ist
endgültig (Art. 18 Abs. 1 des BG vom 26. März 1931 über Aufenthalt und
Niederlassung der Ausländer [ANAG], SR 142.20). Dies gilt auch, wie das EVD
in seiner Vernehmlassung vom 30. Januar 1990 zutreffend ausführt, wenn der
Regierungsrat in seinem Entscheid eine Aufenthaltsbewilligung nicht ganz,
sondern nur teilweise verweigert. Es wäre widersprüchlich, in der Hauptsache
eine Beschwerde an den Bundesrat auszuschliessen, eine solche aber für
eine Teilfrage zuzulassen. Somit ist eine Verwaltungsbeschwerde an den
Bundesrat unzulässig, und zwar auch dann, wenn die Rechtsmittelbelehrung
nicht richtig ist (BGE 106 Ib 124, BGE 114 Ia 307, BGE 115 Ia 1). Die Beschwerde
ist in der Folge gemäss Art. 8 VwVG dem BGer zur Behandlung überwiesen
worden. Das BGer hat mit Schreiben vom 27. März 1991 die Zulässigkeit einer
Verwaltungsgerichtsbeschwerde verneint, und sich in diesem Schreiben
auch nicht bereit erklärt, die vorliegende Beschwerde als staatsrechtliche
Beschwerde zu behandeln, da der Beschwerdeführer mangels eines
Rechtsanspruchs auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung kein rechtlich
geschütztes Interesse an der Anfechtung des angefochtenen Entscheids habe.

Folglich ist auf die Beschwerde nicht einzutreten.

Der Beschwerdeführer hat wegen der falschen Rechtsmittelbelehrung keine
Verfahrenskosten zu bezahlen (Art. 63 Abs. 1 VwVG).

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http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?id=BGE_106_Ib_124&resolve=1
http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?id=BGE_114_Ia_307&resolve=1
http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?id=BGE_115_Ia_1&resolve=1

Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften

Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées

Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

JAAC 56.18 - Auszug aus einem Entscheid des Bundesrates vom 29. Mai 1991

In Verwaltungspraxis der Bundesbehörden
Dans Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération
In Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione

Jahr 1992
Année

Anno

Band 56
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Ref. No 150 001 505

Das Dokument wurde durch das Schweizerische Bundesarchiv und die Bundeskanzlei konvertiert.

Le document a été digitalisé par les Archives Fédérales Suisses et la Chancellerie fédérale.

Il documento è stato convertito dall'Archivio federale svizzero e della Cancelleria federale.

	Auszug aus einem Entscheid des Bundesrates vom 29. Mai 1991