# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2c542ded-ef2f-5c92-a9ca-d50f8bf381a5
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-12-28
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 28.12.2011 E-6686/2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-6686-2011_2011-12-28.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

Abteilung V
E­6686/2011

U r t e i l   v om   2 8 .   D e z embe r   2 0 1 1

Besetzung Einzelrichter Walter Stöckli,
mit Zustimmung von Richterin Gabriela Freihofer;
Gerichtsschreiber Thomas Hardegger.

Parteien A._______, geboren (…), Indien, 
alias B._______, geboren am (…) oder (…), Sri Lanka, 
vormals (…), zur Zeit im Ausschaffungsgefängnis (…), 
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz

Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 30. November 2011 / N 560 974.

E­6686/2011

Seite 2

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass der Beschwerdeführer am 11. Juli 2011  im Flughafen Zürich unter 
der  Identität  B._______,  Sri  Lanka,  ein  Asylgesuch  stellte

dass das BFM dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 11. Juli 2011 
die Einreise  in die Schweiz  vorläufig  verweigerte und  ihm  für die Dauer 
von  maximal  60  Tagen  den  Transitbereich  des  Flughafens  als 
Aufenthaltsort zuwies,

dass  der  Beschwerdeführer  anlässlich  der  Kurzbefragung  vom  12.  Juli 
2011 und der direkten Anhörung vom 21. Juli 2011 als Geburtstagdatum 
den  (…)  angab  und  mit  der  Kopie  eines  sri­lankischen 
Geburtsregisterauszugs sein Geburtsdatum, seine  tamilische Ethnie und 
seine Herkunft aus C._______ zu belegen versuchte,

dass  er  zur Begründung  seines Asylgesuch  im Wesentlichen  ausführte, 
nachdem  sein  Vater,  ein  Mitglied  der  Liberation  Tigers  of  Tamil  Eelam 
(LTTE),  im Jahre 2006 von Regierungssoldaten erschossen worden sei, 
seien einmal sechs Behördenvertreter zu  ihm gekommen und hätten  ihn 
zu  seinen  Kontakten  mit  den  LTTE  befragt,  worauf  er  aus  Angst, 
ebenfalls  getötet  zu  werden,  im  November  2007  auf  dem  Seeweg  Sri 
Lanka  verlassen  habe,  und  in  der  Folge  bis  zur  Weiterreise  in  die 
Schweiz  in  einem  ihm  unbekannten  Drittland,  mutmasslich  (…), 
verblieben sei,

dass  das  BFM  das  erste  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  mit 
Verfügung vom 26. Juli 2011 – eröffnet am 27. Juli 2011 – abwies, seine 
Wegweisung verfügte und deren Vollzug anordnete,

dass  er  am  29.  Juli  2011  gegen  diese  Verfügung  beim 
Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhob und beantragte, die Ziffern 
4  und  5  der  vorinstanzlichen  Verfügung  (Vollzugspunkt)  seien 
aufzuheben  und  die  Sache  sei  zur  Neubeurteilung  an  die  Vorinstanz 
zurückzuweisen,

dass mit Urteil  des Bundesverwaltungsgerichts  vom 8. August  2011 die 
Beschwerde vom 29. Juli 2011 abgewiesen wurde,

dass  sich  der  Beschwerdeführer  in  der  Folge weigerte,  nach  Sri  Lanka 
zurückzukehren, weshalb er in Ausschaffungshaft genommen wurde,

E­6686/2011

Seite 3

dass  der  Beschwerdeführer  am  29.  August  2011  unter  der  Identität 
A._______ erneut ein Asylgesuch beim BFM einreichte,

dass er zur Begründung des zweiten Gesuchs im Wesentlichen angab, er 
sei  in  Sri  Lanka  geboren  worden,  seine  leiblichen  Eltern  hätten  ihn  im 
Alter von zweieinhalb Jahren an ein indisches Ehepaar verkauft, er sei in 
der  Folge  in  Indien  aufgewachsen  und  er  habe  dort  die  indische 
Staatsbürgerschaft erworben,

dass er in der Heimatprovinz C._______ einen Kandidaten für die auf den 
(…)  2011  angesetzten  Wahlen  unterstützt  habe,  eine  Gruppe  von 
Gangstern und Reichen aber den Gegenkandidaten unterstützt habe und 
er von diesen privaten Gruppen mit dem Tod bedroht worden sei,

dass  die  Polizei  ihn  nicht  schützen  könne,  weshalb  er  Indien  habe 
verlassen müssen,

dass  das BFM  das Gesuch  vom  29.  August  2011  am  4. Oktober  2011 
(sic!)  an  das  Bundesverwaltungsgericht  zur  weiteren  Behandlung 
überwies, welches die Eingabe zusammen mit den Akten zufolge eigener 
Unzuständigkeit  am  7.  Oktober  2011  an  das  BFM  zurückschickte  zur 
gutscheinenden Behandlung (E­5513/2011),

dass das BFM die Eingabe als zweites Asylgesuch entgegennahm, dem 
Beschwerdeführer  mit  Verfügung  vom  12.  Oktober  2011  das  rechtliche 
Gehör  zur  erkennungsdienstlichen  Feststellung  unterschiedlicher 
Identitätsangaben  gewährte  und  gleichzeitig  die  Ausfällung  eines 
Nichteintretensentscheides wegen Identitätstäuschung in Aussicht stellte,

dass  der  Beschwerdeführer  mit  Stellungnahme  vom  20.  Oktober  2011 
fristgerecht  den  Umstand  unterschiedlicher  Identitätsangaben  in  seinen 
beiden Asylverfahren bestätigte und die Gründe für die Angabe einer sri­
lankischen  Identität  und  die  Stützung  seines  ersten  Gesuchs  mit  einer 
Kopie eines sri­lankischen Geburtsscheins nannte,

dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  30.  November  2011  –  eröffnet  am       
5. Dezember 2011 – wegen Identitätstäuschung auf das Asylgesuch nicht 
eintrat,  die  Wegweisung  des  Beschwerdeführers  aus  der  Schweiz 
verfügte und den Vollzug der Wegweisung anordnete,

dass  das  BFM  seine  Verfügung  unter  Hinweis  auf  die  geltende 
Rechtsprechung damit begründet, dass von einer Täuschungsabsicht zu 

E­6686/2011

Seite 4

sprechen  sei,  wenn  die  Identität  mangels  Einreichens  gültiger 
Identitätspapiere  nicht  feststehe  und  unterschiedliche  Identitäten  (und 
Asylgründe) im Laufe zweier Asylverfahren geltend gemacht würden, was 
vorliegend der Fall sei,

dass der Vollzug der Wegweisung zulässig, zumutbar und möglich sei,

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 12. Dezember 2011 gegen 
diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhob und 
beantragte,  die  Verfügung  des  BFM  sei  aufzuheben  und  die 
Angelegenheit  sei  zur  materiellen  Prüfung  des  Asylgesuchs  an  die 
Vorinstanz zurückzuweisen,

dass  er  (sinngemäss)  um  eine  Anhörung  zur  Begründung  des  zweiten 
Asylgesuchs,  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Prozessführung, 
einschliesslich den Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses, 
und  um  die  Ausrichtung  einer  angemessenen  Parteientschädigung 
ersuchte, 

und erwägt,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  in  der 
Regel  –  so  auch  vorliegend  –  endgültig  über  Beschwerden  gegen 
Verfügungen  (Art. 5  des Bundesgesetzes  vom 20. Dezember 1968 über 
das  Verwaltungsverfahren  [VwVG,  SR 172.021])  des  BFM  entscheidet 
(Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31] i.V.m. 
Art.31  ­  33  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [VGG, 
SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass sich das Verfahren nach dem VwVG richtet, soweit das VGG nichts 
anderes bestimmt (Art. 37 VGG),

dass  der  Beschwerdeführer  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz 
teilgenommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt 
ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an deren Aufhebung beziehungsweise 
Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  ist 
(Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG),

E­6686/2011

Seite 5

dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde 
einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG sowie Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 
VGG und Art. 52 VwVG),

dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

dass die Beurteilung von Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide 
praxisgemäss  auf  die  Überprüfung  der  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass  die Beurteilungszuständigkeit  der Beschwerdeinstanz  somit  darauf 
beschränkt  ist,  bei  Begründetheit  des  Rechtsmittels  die  angefochtene 
Verfügung  aufzuheben  und  die  Sache  zu  neuer  Entscheidung  an  die 
Vorinstanz zurückgehen zu lassen,

dass  die  Vorinstanz  die  Frage  der  Wegweisung  sowie  deren  Vollzugs 
materiell  geprüft  hat,  weshalb  dem  Bundesverwaltungsgericht  einzig 
diesbezüglich volle Kognition zukommt,

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 
Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters oder einer zweiten 
Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich vorliegend, 
wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt,  weshalb  der 
Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 
AsylG),

dass  gestützt  auf  Art.  111a  Abs.  1  AsylG  vorliegend  auf  einen 
Schriftenwechsel verzichtet wurde,

dass  gemäss  Art.  32  Abs.  2  Bst.  b  AsylG  auf  Asylgesuche  nicht 
eingetreten  wird,  wenn  Asylsuchende  die  Behörden  über  ihre  Identität 
täuschen  und  diese  Täuschung  aufgrund  der  Ergebnisse  der 
erkennungsdienstlichen Behandlung oder anderer Beweismittel feststeht, 
wobei  der  Begriff  der  Identität  Namen,  Vornamen,  Staatsangehörigkeit, 
Ethnie,  Geburtsdatum,  Geburtsort  und  Geschlecht  des  Asylsuchenden 
umfasst  (vgl. Art.  1a Bst. a der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 
über Verfahrensfragen [AsylV 1, SR 142.311]),

dass  die  Falschheit  solcher  Angaben  nachweislich  feststehen  muss, 
weshalb  die  Behörde  vorliegend  den  Nachweis  der  Täuschung  des 

E­6686/2011

Seite 6

Beschwerdeführers über seine Identität im Sinne von Art. 32 Abs. 2 Bst. b 
AsylG zu erbringen hat und vom Vorliegen einer  Identitätstäuschung  im 
Sinne der genannten Nichteintretensbestimmung nur dann ausgegangen 
werden  kann,  wenn  dies  aufgrund  der  vorhandenen  Beweismittel  ohne 
vernünftige  Zweifel  feststeht  (vgl.  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der 
Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2003 Nr. 27 E. 4a, mit 
weiteren Hinweisen),

dass  der  Beschwerdeführer  unbestrittenermassen  bewusst 
unterschiedliche  Familiennamen,  Vornamen,  Geburtsdaten  und 
Staatsangehörigkeiten,  alles  Daten,  die  unter  den  Begriff  der  Identität 
fallen (Art. 1a Bst. a AsylV 1), verwendet und unterschiedliche Asylgründe 
in den beiden Asylverfahren genannt hat,

dass er seine sri­lankische Staatsangehörigkeit mit einer Kopie einer sri­
lankischen  Geburtsurkunde  und  die  indische  mit  Kopien  eines  First 
Information Reports einer indischen Polizeibehörde, eines Fahrausweises 
eines  indischen  Gliedstaates  und  eines  Zeitungsausschnitts  zu  stützen 
versucht hat, 

dass mit diesen kopierten Beweismitteln und der vom Beschwerdeführer 
vorgebrachten Begründung weder der unzweifelhafte Nachweis der neu 
verwendeten  Identität,  noch  die  Unrichtigkeit  der  zuerst  verwendeten 
Personalien bewiesen werden können, 

dass  auch  sonst  nichts  in  den  Akten  der  beiden  Asylverfahren  darauf 
hindeutet,  dass  die  neu  behauptete  Identität  als  indischer 
Staatsangehöriger  nur  schon  wahrscheinlicher  sein  soll  als  die 
ursprünglich behauptete, 

dass die Identität des Beschwerdeführers immer noch nicht feststeht, und 
für die Schweizer Behörden beide Staatsangehörigkeiten und Identitäten 
gleichermassen unbewiesen und möglich sind, 

dass das BFM demnach  in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. b AsylG 
zu  Recht  auf  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  nicht  eingetreten 
ist,

dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegweisung 
aus  der  Schweiz  zur  Folge  hat  (Art. 44  Abs. 1  AsylG,  Art.  32  AsylV  1), 
und  der  Beschwerdeführer  weder  eine  Aufenthaltsbewilligung  besitzt 
noch  einen  Anspruch  auf  Erteilung  einer  solchen  hat,  weshalb  die 

E­6686/2011

Seite 7

verfügte Wegweisung  im  Einklang  mit  den  gesetzlichen  Bestimmungen 
steht und zu bestätigen ist,

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen 
Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  regelt, 
wenn  der  Vollzug  der Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar  oder 
nicht  möglich  ist  (Art.  44  Abs.  2  AsylG;  Art.  83  Abs.  1  des 
Bundesgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]),

dass  bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen 
gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  der  gleiche 
Beweisstandard  wie  bei  der  Flüchtlingseigenschaft  gilt,  das  heisst,  sie 
sind  zu  beweisen,  wenn  der  strikte  Beweis  möglich  ist  und  andernfalls 
wenigstens glaubhaft zu machen,

dass in der Beschwerde behauptet wird, bei einer Rückkehr nach Indien 
würden dem Beschwerdeführer  schwerste Nachteile durch private Dritte 
drohen, und erklärt wird, es sei ein grosser Fehler gewesen, dass er auf 
die Ratschläge seines Schleppers beim ersten Asylverfahren vertraut und 
damals Unwahres angegeben habe,

dass  die  nach  dem Erhalt  des  negativen Entscheids  vom 26.  Juli  2011 
aus dem Ausschaffungsgefängnis heraus mit Schreiben vom 4. Oktober 
2011  respektive  im  zweiten  Asylverfahren  geltend  gemachten  neuen 
Vorbringen  als  nachgeschoben  und  als  Mittel  zur  Verhinderung  eines 
drohenden  Wegweisungsvollzugs  zu  qualifizieren  sind,  zumal  der 
Beschwerdeführer  alle  Protokollangaben  stets  unterschriftlich  in 
Richtigkeit und Vollständigkeit bestätigt hat,

dass  es  nicht  Aufgabe  der  Asylbehörden  ist,  bei  fehlenden  gesicherten 
Hinweisen  seitens  des  Beschwerdeführers  nach  allfälligen 
Wegweisungshindernissen in verschiedenen Ländern zu forschen, falls er 
– wie  vorliegend  –  seiner  Mitwirkungs­  und  Wahrheitspflicht  nicht 
genügend nachgekommen ist und die Behörden zu täuschen versucht hat 
(vgl. EMARK 2004 Nr. 30 E. 9.2, EMARK 2005 Nr. 1), 

dass  sich  aus  den  Akten  keine  Anhaltspunkte  ergeben,  aufgrund  derer 
allenfalls  zu  schliessen  wäre,  das  Bundesamt  habe  den  Vollzug  der 
Wegweisung nach Indien oder nach Sri Lanka in Verletzung der  landes­ 
und  völkerrechtlichen  Verpflichtungen  der  Schweiz,  insbesondere  der 
Bestimmung  von  Art.  3  der  Konvention  vom  4. November  1950  zum 

E­6686/2011

Seite 8

Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101), als 
zulässig bezeichnet,

dass keine Gründe erkennbar sind, weshalb der Vollzug der Wegweisung 
der Beschwerdeführers aus der Schweiz in sein Heimatland (Indien oder 
Sri Lanka) unzumutbar im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG sein sollte,

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  dem  Beschwerdeführer  in  den 
Heimatstaat  schliesslich  möglich  ist,  da  weder  bezüglich  Indien  noch 
bezüglich Sri Lanka Vollzugshindernisse bestehen  (Art. 83 Abs. 2 AuG), 
und  es  dem  Beschwerdeführer  obliegt,  bei  der  Beschaffung  gültiger 
Reisepapiere  mitzuwirken  (vgl.  Art. 8  Abs. 4  AsylG  und  dazu  auch 
BVGE 2008/34 E. 12),

dass  es  dem  Beschwerdeführer  demnach  nicht  gelungen  ist  darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder 
unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen 
ist, 

dass  aufgrund  der  voranstehenden  Erwägungen  die 
Beschwerdebegehren  als  aussichtslos  erscheinen,  womit  es  an  den 
materiellen  Voraussetzungen  zur  Gewährung  der  unentgeltlichen 
Prozessführung fehlt,

dass  somit  das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen 
Prozessführung gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG, ungeachtet einer allfälligen 
Bedürftigkeit des Beschwerdeführers, abzuweisen ist,

dass  mit  dem  Urteil  in  der  Hauptsache  das  Gesuch  um  Erlass  des 
Kostenvorschusses hinfällig geworden ist,

dass  bei  diesem  Ausgang  die  Kosten  des  Beschwerdeverfahrens  von 
Fr. 600.–  (Art.  1  ff.  des  Reglements  vom  21.  Februar  2008  über  die 
Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 
SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 
VwVG),

dass  bei  dieser  Sachlage  keine  Parteientschädigung  auszurichten  ist, 
weshalb der Antrag abzuweisen ist..

(Dispostiv nächste Seite) 

E­6686/2011

Seite 9

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Prozessführung  wird 
abgewiesen.

3.  
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.–  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4. 
Das Gesuch um Ausrichtung einer Parteientschädigung wird abgewiesen.

5. 
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Walter Stöckli Thomas Hardegger

Versand: