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**Case Identifier:** 62c5e390-072a-57aa-8ec8-b4e8f39e5e96
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-09-11
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 11.09.2017 200 2015 804
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2015-804_2017-09-11.pdf

## Full Text

200 15 804 IV und
200 15 805 IV (2)
KNB/GET/ARJ

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 11. September 2017

Verwaltungsrichter Knapp, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Grütter, Verwaltungsrichterin Fuhrer
Gerichtsschreiber Germann

A.________
vertreten durch B.________, lic.iur. C.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügungen vom 20. und 31. Juli 2015

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Sept. 2017, IV/15/804, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der … geborene, aus … stammende A.________ (nachfolgend Versicher-
ter bzw. Beschwerdeführer; der Nachname wurde gemäss seinen Angaben 
von ursprünglich „D.________“ in „A.________“ geändert, da die ganze 
Familie „A.________“ heisse [vgl. Akten der IV-Stelle Bern {nachfolgend 
IVB bzw. Beschwerdegegnerin}, {act. II 80 S. 1}]) reiste 1996 in die 
Schweiz ein, wo er ein Asylgesuch stellte und als politischer Flüchtling an-
erkannt wurde (act. II 58 S. 2 ff.). Der inzwischen über die Niederlassungs-
bewilligung C verfügende Versicherte (act. II 3) verrichtete in der Folge 
verschiedene Tätigkeiten als … (act. II 31.1 S. 4); ab Januar 2004 wurde er 
von den sozialen Diensten E.________ unterstützt (act. II 11 S. 3). 

Im Juni 2009 meldete er sich unter Hinweis auf körperliche und psychische 
Gesundheitsprobleme, welche er auf Folterungen in … Gefangenschaft 
zwischen 1987 und 1994 sowie auf einen im Rahmen einer vorübergehen-
den Teilzeitanstellung im März 2009 erlittenen Autounfall zurückführte, bei 
der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an 
(act. II 1; 11 S. 2; 12 S. 10). Die IVB tätigte erwerbliche und medizinische 
Abklärungen, holte die Akten des Unfallversicherers F.________ ein (act. II 
27.2 ff.) und liess den Versicherten in der Begutachtungsstelle G.________ 
interdisziplinär begutachten (Expertise vom 30. April 2010 [act. II 31.1 f.]). 
Nachdem die IVB drei Stellungnahmen bei Dr. med. H.________, Facharzt 
für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, Regionaler Ärztlicher Dienst 
(RAD), zum Gutachten eingeholt hatte (act. II 38 f.; 41), sprach sie dem 
Versicherten mit unangefochten gebliebener Verfügung vom 9. März 2011 
(act. II 49) ab 1. Dezember 2009 eine Dreiviertelsrente (bei einem Invali-
ditätsgrad von 60%) respektive ab 1. Januar 2010 eine ganze Rente (bei 
einem Invaliditätsgrad von 100%) samt Kinderrenten für die beiden in den 
Jahren 1999 und 2000 geborenen Kinder (act. II 2) zu. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Sept. 2017, IV/15/804, Seite 3

B.

Aufgrund eines anonymen Hinweises im Februar 2011, wonach der Versi-
cherte im … tätig sei, sich völlig normal bewege und keinerlei Einschrän-
kungen zeige (act. II 83), veranlasste die IVB eine Observation 
(Beweissicherung vor Ort [BvO; act. II 70]), welche im März und August 
2011 stattfand. Ferner zog sie weitere medizinische Berichte bei, aus de-
nen hervorgeht, dass im … 2010 beim Beschwerdeführer eine Hausdurch-
suchung stattgefunden habe und sich zwischen … und … 2011 drei Brände 
im Wohnblock der Familie ereignet hätten (vgl. act. II 65 S. 3). Im Weiteren 
holte die IVB beim Bundesamt für Migration die Akten betreffend das Asyl-
verfahren (act. II 56; 67), eine orthopädische Stellungnahme von Dr. med. 
I.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie FMH (RAD; act. II 55) 
sowie einen Untersuchungsbericht von Dr. med. J.________, Fachärztin für 
Psychiatrie und Psychotherapie FMH (RAD) ein (act. II 69), welche zum 
Schluss gelangte, dass dem Versicherten auch weiterhin keine Erwerbs-
tätigkeit zumutbar sei (S. 9). In der Folge legte die IVB die Ergebnisse der 
BvO Dr. med. J.________ zur Beurteilung vor, woraufhin die RAD-Ärztin 
mit ärztlichem Bericht vom 24. April 2013 (act. II 73) festhielt, aufgrund der 
zusätzlichen Informationen könne keine psychiatrische Diagnose mit Aus-
wirkungen auf die Arbeitsfähigkeit gestellt werden (S. 2), womit dem Versi-
cherten (aus einzig noch zu berücksichtigender somatischer Sicht [Bericht 
von Dr. med. I.________]) eine leichte bis mittelschwere Tätigkeit in einem 
ganztägigen Pensum ohne Leistungsminderung zumutbar sei (S. 3). Nach-
dem die IVB den Versicherten mit den Ergebnissen der BvO konfrontiert 
hatte (act. II 80), sistierte sie mit unangefochten gebliebener Verfügung 
vom 25. Februar 2014 (act. II 79) die Rentenleistungen per sofort. Ferner 
stellte sie mit Vorbescheid vom 3. März 2014 (act. II 82) bei einem Invali-
ditätsgrad von 10% die Aufhebung der Rente per 28. Februar 2011 sowie 
die Rückforderung der für die Zeit ab 1. März 2011 zu Unrecht bezogenen 
Leistungen in Aussicht. Dagegen liess der Versicherte Einwand erheben 
und einen Bericht des behandelnden Psychotherapeuten einreichen (act. II 
89), woraufhin die IVB – nachdem sie weitere Berichte bei den psychiatri-
schen Diensten K.________ beigezogen hatte (act. II 94; 101; 103 S. 1 ff.) 
und der Versicherte seinerseits weitere medizinische Berichte (act. II 103 
S. 9 ff.), darunter eine konsiliarische Beurteilung von Dr. med. L.________, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Sept. 2017, IV/15/804, Seite 4

Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH (act. II 104 S. 2 ff.), hatte 
einreichen lassen – bei Dr. med. J.________ zwei Stellungnahmen einholte 
(act. II 96; 105), wobei diese daran festhielt, dass keine psychiatrische Dia-
gnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt werden könne (act. II 
105 S. 4). Nach nochmaliger Durchführung des Vorbescheidverfahrens 
(act. II 108) – in dessen Rahmen der Versicherte weitere Arztberichte ein-
reichen liess (act. II 116) – stellte die IVB die Rentenleistungen mit Verfü-
gung vom 20. Juli 2015 (act. II 117) per 28. Februar 2011 bei einem 
Invaliditätsgrad von 10% rückwirkend ein. Mit weiterer Verfügung vom 
31. Juli 2015 (act. II 119 S. 18 ff.) forderte sie für die Zeit vom 1. März 2011 
bis 28. Februar 2014 zuviel erbrachte Rentenleistungen (samt Kinderren-
ten) im Betrag von insgesamt Fr. 55‘118.-- zurück. 

C.

Gegen die Verfügungen vom 20. und 31. Juli 2015 liess der Versicherte, 
vertreten durch den B.________, lic. iur. C.________, mit Eingabe vom 
11. September 2015 Beschwerde erheben und folgende Rechtsbegehren 
stellen: 

1. Die Verfügung vom 20. Juli 2015 sei aufzuheben und es sei dem Be-
schwerdeführer weiterhin eine Rente zuzusprechen.

Eventualantrag: 
Es sei die Arbeitsfähigkeit psychiatrisch näher abzuklären.

2. Das Rückerstattungsverfahren sei bis zum definitiven Entscheid über 
die Verfügung vom 20. Juli 2015 zu sistieren.

- unter Entschädigungsfolge -

In der Begründung lässt der Beschwerdeführer im Wesentlichen vorbrin-
gen, in den zahlreichen, von einander unabhängigen fachärztlichen Beur-
teilungen, die im Laufe der Jahre gemacht worden seien, bestehe eine sehr 
hohe Übereinstimmung bezüglich des Krankheitsbildes des Beschwerde-
führers. Einschlägige Gutachten, Konsilien, Beobachtungen während län-
gerer stationärer Behandlung sowie die langjährige ambulante fachliche 
Begleitung durch den Psychotherapeuten und den Hausarzt kämen zu ver-
gleichbaren diagnostischen Ergebnissen. Einzig die Einschätzung der 
RAD-Ärztin, auf der Basis von kurzen Video-Sequenzen von März und Au-

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gust 2011, stehe dazu in Kontrast. Sofern das Gericht wider Erwarten da-
von ausgehe, dass der Beschwerdeführer seine psychische Erkrankung 
lediglich vorgespielt habe, sei die Arbeitsfähigkeit psychiatrisch näher ab-
zuklären. 

Mit separater und ebenfalls vom 11. September 2015 datierender Eingabe 
liess der Beschwerdeführer ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege 
stellen. 

Mit prozessleitender Verfügung vom 16. September 2015 vereinigte der 
Instruktionsrichter die Verfahren 200.2015.804 IV und 200.2015.805 IV. 
Weiter stellte er fest, es bestehe kein Anlass zur Sistierung des Rückerstat-
tungsverfahrens, da es zur Zeit ohnehin an der Vollstreckbarkeit der ange-
fochtenen Rückerstattungsverfügung mangle.

Mit Beschwerdeantwort vom 27. November 2015 schliesst die Beschwer-
degegnerin auf Abweisung der Beschwerde. In der Begründung macht sie 
im Wesentlichen geltend, in Anbetracht der Feststellungen der BvO müsse 
Dr. med. J.________ beigepflichtet werden, dass keinerlei Einschränkun-
gen ersichtlich gewesen seien. Ihre Aussage, dass die Angaben des Be-
schwerdeführers gegenüber den untersuchenden und behandelnden 
Ärzten grundsätzlich in Frage gestellt werden müssten und in der Glaub-
würdigkeit eingeschränkt seien, sei ebenfalls nachvollziehbar. Beachtens-
wert sei, dass die BvO in mehreren Sequenzen an jeweils mehreren 
aufeinander folgenden Tagen erstellt worden sei. Es habe sich immer das 
gleiche Bild eines Beschwerdeführers gezeigt, der sich völlig unauffällig 
und adäquat im öffentlichen Raum sowie in der Pflege von sozialen Kon-
takten verhalten und seinen Alltag uneingeschränkt bewältigt habe. Dies 
stehe in eindeutigem und grossen Widerspruch zu dem im Wesentlichen 
stets unverändert geltend gemachten schlechten Gesundheitszustand mit 
ausgeprägtem sozialen Rückzug. Auch betreffend die geltend gemachten 
stets vorliegenden Kopf- oder Rückenschmerzen oder auch die regelmäs-
sig auftretenden Gangunsicherheiten wegen Schwindel, hätten keine An-
zeichen oder Schonhaltungen beobachtet werden können. Im Vergleich 
zum Zeitpunkt der Rentenzusprache sei eine erhebliche Verbesserung des 
Gesundheitszustandes ausgewiesen (S. 4, Ziffer 3.5), woran auch die Be-
richte des behandelnden Psychotherapeuten, Dipl. Psych. M.________, 

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sowie des konsiliarisch beigezogenen Dr. med. L.________ nichts änder-
ten (S. 4 f., Ziffer 4). Schliesslich habe erst mit den Feststellungen der BvO, 
welche erstmalig am 15. März 2011 stattgefunden habe, der Tatbeweis 
erbracht werden können, dass die geltend gemachten Beschwerden nicht 
mehr vorlägen. Damit sei die Verfügung vom 9. März 2011 nicht offensicht-
lich unrichtig, sondern in der Nachbetrachtung lediglich zeitlich zu begren-
zen, was mit der revisionsweisen Aufhebung der Rente mit rückwirkender 
Wirkung umgesetzt worden sei (S. 6, Ziffer 5).

D.

Am 30. August 2017 fand eine nichtöffentliche Urteilsberatung gemäss Art. 
56 Abs. 5 bzw. 6 des kantonalen Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die 
Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft (GSOG; 
BSG 161.1) i.V.m. Art. 37 Abs. 1 lit. b des kantonalen Gesetzes vom 
23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) statt.

Erwägungen:

1.

1.1 Die angefochtenen Entscheide sind in Anwendung von Sozialver-
sicherungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a GSOG Beschwerden gegen 
solche Entscheide. Der Beschwerdeführer ist in den vorinstanzlichen Ver-
fahren mit seinen Anträgen nicht durchgedrungen, durch die angefochte-
nen Entscheide berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren 
Aufhebung, weshalb er zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtli-
che Zuständigkeit ist gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes 
vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da 

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auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b 
ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 VRPG) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Angefochten sind die Verfügungen vom 20. Juli 2015 (act. II 117 
[rückwirkende Renteneinstellung]) sowie 31. Juli 2015 (act. II 119 S. 18 ff. 
[Rückforderung]). 

In ihrer Beschwerdeantwort macht die Beschwerdegegnerin geltend, die 
Rechtmässigkeit der Verfügung vom 9. März 2011 werde nicht in Frage 
gestellt (S. 6, Ziffer 5). Mit Blick auf die Aktenlage und im Lichte der nach-
stehenden Ausführungen besteht im vorliegenden Verfahren kein Anlass, 
die Sach- und Rechtslage unter dem Gesichtspunkt der prozessualen Re-
vision (Art. 53 Abs. 1 ATSG) bzw. der Wiedererwägung (Art. 53 Abs. 2 
ATSG) zu beurteilen. 

Streitig und zu prüfen ist demnach die Aufhebung der Invalidenrente per 
Ende Februar 2011 sowie, ob der Beschwerdeführer bezogene Leistungen 
zurückerstatten muss.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer 
Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen 

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Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem 
nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 
ATSG).

2.2 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und 
bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein solcher auf eine Vier-
telsrente.

2.3

2.3.1 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf 
Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufge-
hoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG).

2.3.2 Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den 
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit 
den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist u.a. bei einer 
wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes revidierbar (BGE 
141 V 9 E. 2.3 S. 10, 130 V 343 E. 3.5 S. 349).

2.3.3 Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Ren-
tenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter 
Berücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlag-
gebenden Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Invali-
ditätsschätzungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b 
S. 200; SVR 2011 IV Nr. 37 S. 109 E. 1.1). 

2.3.4 Als zeitliche Vergleichsbasis ist einerseits der Sachverhalt im Zeit-
punkt der ursprünglichen Rentenverfügung und anderseits derjenige zur 
Zeit der streitigen Revisionsverfügung zu berücksichtigen (BGE 130 V 343 
E. 3.5.2 S. 351, 125 V 368 E. 2 S. 369, SVR 2010 IV Nr. 53 S. 166 E. 3.1). 

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 

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und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und be-
züglich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weite-
ren sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

3.

3.1 Mit unangefochten gebliebener Verfügung vom 9. März 2011 (act. 
II 49) sprach die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer ab Dezem-
ber 2009 eine Dreiviertelsrente und ab Januar 2010 eine ganze Rente 
(samt Kinderrenten) zu, welche mit Revisionsverfügung vom 20. Juli 2015 
(act. II 117) aufgehoben wurde. Massgebende Vergleichszeitpunkte im 
vorliegenden Revisionsverfahren bilden demnach die Verfügung vom 
9. März 2011 und die nunmehr angefochtene Verfügung vom 20. Juli 2015. 

3.2 Bei Erlass der Verfügung vom 9. März 2011 präsentierte sich die 
medizinische Aktenlage im Wesentlichen wie folgt: 

3.2.1 Im Bericht des N.________ vom 19. November 2009 (act. II 19 S. 
2 f.) wurde eine Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) und eine an-
haltende somatoforme Schmerzstörung diagnostiziert. Der Beschwerdefüh-
rer sei erstmals mit 20 Jahren bei einer „Demo“ in … festgenommen 
worden und über einen Monat in Folterhaft gewesen. Ab 1989 sei eine er-
neute Folterhaft erfolgt, dann 14 Monate Gefängnis, anschliessend polizei-
liche Belästigungen, später erneut ein Jahr Haft bis 1994. Mehrmals habe 
er monatelange Isolationshaft in engsten Gefängniszellen erlebt. Er erwäh-
ne unter anderem auch sexuelle Übergriffe im Gefängnisrahmen. Später 
habe er während 14 Monaten ständig Ungewissheit und Angst erlebt und 
nicht gewusst, ob die Todesstrafe auf ihn zukomme; letztlich sei er zu fünf 
Jahren Haft verurteilt worden, welcher er jedoch habe entkommen können. 
1994 sei ihm mit einem Boot die Flucht nach … gelungen, wo er zwei Jahre 
gelebt habe. 1996 sei er – zusammen mit seiner Ehefrau – in die Schweiz 
eingereist. 

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3.2.2 Im Gutachten des G.________ vom 30. April 2010 (act. II 31.1 f.) 
wurden folgende Diagnosen festgehalten (act. II 31.1 S. 10): 

Mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit: 

- PTBS (ICD-10 F43.1)

- Mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.11)

- Anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4)

- Chronische Lumbalgien mit Diskushernie L5-S1 und Protrusion L4-L5

- Gutartiger Lagerungsschwindel 

Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit: 

- Vorhofflimmern, behandelt am 21.Oktober 2009

- Chronische Cervico-Dorsalgien mit beginnender Arthrose im Bereich C3-C4 und C6-C7 sowie 

diskreter Unkarthrose C6-C7 rechts

- Mögliches Asthma

Mit Bezug auf die Beschwerden gebe der Beschwerdeführer als erstes an, 
dass er im Herbst 2009 einen Herzanfall (Vorhofflimmern [act. II 65 S. 8]) 
erlitten habe, welcher eine Hospitalisation erforderlich gemacht habe. Die 
Herzbeschwerden würden regelmässig auftreten. Im Weiteren leide er seit 
10 Jahren an Asthma (S. 5). Sodann beständen psychische Probleme in 
Form von Stimmungsschwankungen; ihn beunruhige nicht nur seine Ge-
sundheit, sondern auch die Tatsache, dass er nicht mehr arbeiten und für 
seine Familie sorgen könne; er habe viele Angstzustände und Albträume. 
Im Weiteren habe der Autounfall im März 2009 eine Zunahme der (seit der 
Gefangenschaft bestehenden [S. 4 unten]) Kopfschmerzen und Schulter-
schmerzen zur Folge gehabt und Schwindel sei aufgetreten. Diese Be-
schwerden seien quasi die gesamte Zeit vorhanden. Seit den 
Herzproblemen im Herbst 2009 hätten sich Schwindel und Schmerzen wei-
ter verschlimmert. Auch beständen drückende Rückenschmerzen unten 
links, mit Ausstrahlung ins linke Bein, welche konstant präsent seien; der 
Gang sei durch die Schmerzen erschwert (S. 6). Schliesslich isoliere sich 
der Beschwerdeführer immer mehr, wobei er sich nicht nur von gewöhnli-
chen Aktivitäten, sondern auch von der Familie zurückziehe (act. II 31.2 
S. 10). Er könne sich nicht vorstellen zu arbeiten. Er fühle sich krank. Als 
Grund habe er die Gesamtheit seiner physischen (Rückenschmerzen, 
Schwindel, Herzprobleme) und psychischen Probleme genannt. Den Haus-

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halt besorge seine Frau; er mache absolut nichts. Er liege die meiste Zeit 
auf dem Sofa (act. II 31.1 S. 4) respektive verlasse das Haus einzig, wenn 
er „Dokumente“ unterzeichnen oder den Therapeuten aufsuchen müsse; 
selten besorge er mit seiner Familie Kommissionen (S. 7). 

In physischer Hinsicht sei aufgrund der Rückenbeschwerden das Tragen 
von Gewichten sowie nicht ergonomische Rückenpositionen ungeeignet. 
Ferner seien repetitive Tätigkeiten der oberen Extremitäten und Tätigkeiten 
unterhalb der Horizontale aufgrund der muskulären Beschwerden im Schul-
tergürtel nicht möglich. Die allgemeine physische Dekonditionierung erfor-
dere zudem eine (lediglich) schrittweise Wiederaufnahme von Tätigkeiten. 
In psychischer Hinsicht liege eine Beeinträchtigung der Aufmerksamkeit, 
der Willensbildung und der Konzentration sowie eine stark erhöhte Ermüd-
barkeit sowie eine Störung sozialer Beziehungen vor. Aus psychischen 
Gründen sei es dem Beschwerdeführer (seit Oktober 2009) nicht (mehr) 
möglich, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen (S. 13). 

3.3 Aus den nach erfolgter Rentenzusprache bis zum Zeitpunkt der 
angefochtenen Verfügung vom 20. Juli 2015 eingeholten Akten ergibt sich 
im Wesentlichen was folgt: 

3.3.1 Im Bericht der psychiatrischen Dienste K.________ vom 20. Janu-
ar 2011 (act. II 60) – wo der Beschwerdeführer vom 22. Dezember 2010 bis 
19. Januar 2011 hospitalisiert war – wurden im Wesentlichen eine akute 
Belastungsreaktion mit Angst und depressiver Reaktion gemischt mit/bei 
vorbeschriebener PTBS, eine anamnestisch bekannte rezidivierende de-
pressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode mit somatischem 
Syndrom sowie ein Verdacht auf eine anhaltende somatoforme Schmerz-
störung diagnostiziert. Die Polizei sei im Rahmen einer Hausdurchsuchung 
mit etwa acht Polizisten in das Haus des Beschwerdeführers eingedrungen. 
Angeblich sei diese Massnahme wegen Verdachts auf Betrug und uner-
laubtem Autobesitz erfolgt. Der Beschwerdeführer sei während der Haus-
durchsuchung zunehmend angespannt gewesen und habe in der 
Verzweiflung begonnen, seinen Kopf an die Wand zu schlagen, worauf sich 
die Polizisten auf ihn gestürzt und ihn in Handschellen gelegt hätten. In 
diesem Moment seien in ihm die Bilder aus den Gefängnissen in … hoch-
gekommen und er habe seine Gefühle nicht mehr zu kontrollieren vermocht 

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(S. 1). Bei Eintritt sei der Beschwerdeführer niedergeschlagen gewesen 
und habe sich über Kopfschmerzen und Schwindel beklagt und unter 
Angstzuständen sowie Schlaflosigkeit und Rückenschmerzen gelitten (S. 
2). Bei Austritt sei der Beschwerdeführer, wohl nicht zuletzt aufgrund der 
von ihm positiv gesehenen Ereignisse in seinem Heimatland …, deutlich 
aufgehellter und schwingungsfähiger gewesen. Weiterhin hätten Ängste vor 
weiteren polizeilichen Ausschreitungen bestanden. Ferner habe er einen 
deutlichen Rückgang der Rücken- und Kopfschmerzen angegeben (S. 3).

3.3.2 In der orthopädischen Beurteilung vom 11. April 2012 (act. II 55) 
hielt Dr. med. I.________ (RAD) fest, gemäss der am 2. Dezember 2011 
erfolgten umfassenden, im Rahmen des unfallversicherungsrechtlichen 
Verfahrens erfolgten kreisärztlichen Untersuchung, habe Dr. med. 
O.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 
Bewegungsapparates, weder relevante unfallbedingte noch vorbestehende 
pathologische Befunde objektivieren können. Damit sei es ausgewiesen, 
dass dem Beschwerdeführer eine leichte bis mittelschwere Tätigkeit in ei-
nem ganztägigen Pensum ohne Leistungsminderung zugemutet werden 
könne. 

3.3.3 Mit zuhanden der Beschwerdegegnerin verfasstem Bericht vom 
13. Juni 2012 (act. II 65 S. 2 ff.) hielt Dipl. psych. M.________ fest, eine 
Reihe von schweren Retraumatisierungen während der letzten Jahre habe 
zu fatalen Rückschlägen geführt: Zunächst ein Autounfall im März 2009, 
ferner (und psychisch noch belastender) eine umstrittene Hausdurchsu-
chung durch zahlreiche Polizeibeamte im … 2010 und schliesslich zwi-
schen … und … 2011 drei Brände im Wohnblock der Familie. Der letzte 
davon habe zum Verlust der fast gesamten familiären Habe geführt und 
eine Umsiedlung in eine Notwohnung nötig gemacht. Anhaltend belastend 
seien zudem – nebst Spannungen mit dem örtlichen Sozialdienst – Re-
pressalien gegen die Herkunftsfamilie des Beschwerdeführers in … sowie 
das Auftauchen eines unter Psychose leidenden Bruders gewesen (S. 3). 
Insgesamt habe sich seine gesundheitliche Situation seit 2009 deutlich 
verschlechtert. Die hohe Vulnerabilität des Beschwerdeführers, seine un-
willkürlichen, impulsiven Stressreaktionen und seine Dissoziationen führten 
immer wieder zu schwierigen lnteraktionsdynamiken mit seinem Umfeld. Zu 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Sept. 2017, IV/15/804, Seite 13

Irritationen in sozialen Kontakten trage bei, dass der Schweregrad seiner 
Beeinträchtigungen für Aussenstehende und Laien nicht leicht erkennbar 
sei. Seine depressiven Anteile seien teilweise der atypischen (larvierten) 
Depression zuzuordnen. Das Rückzugsbedürfnis des Beschwerdeführers 
habe in letzter Zeit zugenommen. Aus heutiger Sicht könne nicht davon 
ausgegangen werden, dass er in absehbarer Zukunft wieder arbeitsfähig 
werde (S. 4). 

3.3.4 Im RAD-Untersuchungsbericht vom 28. August 2012 (Exploration 
vom 8. Mai 2012; act. II 69) diagnostizierte Dr. med. J.________ mit Aus-
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit einen Status nach akuter Belastungsreak-
tion mit Angst und depressiver Reaktion gemischt (ICD-10 F43.22) im … 
2010 nach Hausdurchsuchung durch die Polizei, Anhaltspunkte für eine 
PTBS (ICD-10 F43.1), eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung 
(ICD-10 F45.4) sowie anamnestisch chronische Cervico-Dorsalgien (S. 8). 
Der Beschwerdeführer habe angegeben, vor allem der Schlaf sei sehr 
schlecht geworden. Er habe viele Träume gehabt, welche ihm Angst mach-
ten. Tagsüber sei er dann extrem kaputt. Er habe zudem Schmerzen im 
ganzen Rücken und auch vor allem in den Schultern und „auf dem Kopf“. 
Wenn er fünf Minuten gehe, würden seine Beine einschlafen. Jeden Tag 
habe er Schmerzen. Er sei auch sehr unruhig und nervös und angespannt. 
In letzter Zeit sei es zunehmend schlimmer geworden. Er habe Angst vor 
der Zukunft. Er habe Angst vor anderen Menschen, nicht in dem Sinne, 
dass er unter vielen Leuten Angst habe, aber er könne niemandem trauen, 
er habe praktisch keinen Kontakt zu anderen Menschen. Auch von seiner 
Familie habe er mit niemandem regelmässig Kontakt (S. 5). Er habe keine 
Freunde. Er sei eigentlich immer allein in der Wohnung oder allenfalls mit 
seiner Familie zusammen. Sein Hobby sei allein zu sein. Gelegentlich gehe 
er zusammen mit der Ehefrau einkaufen. Er erachte sich nicht als arbeits-
fähig, er habe keine Kraft, könne sich nicht konzentrieren, so sei es ihm 
nicht möglich zu arbeiten. Im Haushalt helfe er der Ehefrau nichts. Er fahre 
manchmal Auto – derzeit jedoch nicht, weil es ihm manchmal schwindlig 
werde (S. 6). Insgesamt zeige sich das Bild eines schmerzgeplagten Man-
nes, welcher in seiner Welt gefangen sei, der sich sozial völlig zurückgezo-
gen habe, sogar innerhalb der Familie. Er könne sich praktisch an nichts 
freuen, sei einerseits im Antrieb gehemmt aber gleichzeitig auch innerlich 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Sept. 2017, IV/15/804, Seite 14

unruhig. Dies werde von der Hausärztin bestätigt. Zwar stützten sich die 
Diagnosen vor allem auf die Angaben des Beschwerdeführers ab. Aller-
dings sei dessen Verhalten anlässlich der Untersuchung so, dass seine 
Angaben insgesamt glaubhaft wirkten. Es sei weiterhin keine Tätigkeit zu-
mutbar (S. 9). 

3.3.5 Im Zeitraum vom 15. bis 25. März sowie vom 16. bis 19. August 
2011 wurde der Beschwerdeführer observiert. Im entsprechenden, bei der 
Beschwerdegegnerin am 30. August 2012 eingegangenen Bericht über die 
BvO (act. II 70) wurde festgehalten, der Beschwerdeführer habe sich fast 
ausschliesslich mit seinem PW fortbewegt. Dabei habe beobachtet werden 
können, wie er in … und in … umhergefahren sei. Er habe in diversen Kaf-
fees in … Leute getroffen und sich unterhalten, mit ihnen gelacht und gesti-
kuliert. Dabei habe auch festgestellt werden können, dass der 
Beschwerdeführer viele Personen kenne. Er habe mehrmals verschiedene 
Moscheen in … aufgesucht. Dabei habe immer reger Zustrom von Gläubi-
gen geherrscht (S. 1). Beim Beschwerdeführer hätten nie körperliche Be-
schwerden beobachtet werden können. Er sei während der überwachten 
Zeit meistens alleine unterwegs gewesen oder habe sich in diversen Re-
staurants in … oder in Moscheen mit Personen getroffen. Er sei ein geübter 
Lenker (S. 2).

3.3.6 Mit ärztlichem Bericht vom 24. April 2013 (act. II 73) hielt Dr. med. 
J.________ (RAD) fest, im Bericht der BvO bestätigten sich die in den ver-
schiedenen Untersuchungen erhobenen Befunde nicht. Der Beschwerde-
führer habe einen wesentlich anderen Eindruck als während der 
psychiatrischen Untersuchungen gemacht. Er habe sich fröhlich präsen-
tiert, die Stimmung wirke stabil, psychomotorisch unauffällig, entspannt, 
offen auf andere Menschen zugehend, er habe rege Kontakte und gehe 
zielgerichtet vor. Er fahre problemlos mit dem Auto, auch längere Strecken 
und im Stadtverkehr. Er telefoniere oft, wirke vital, geschäftig und umtrie-
big, zufrieden, sorgenfrei und psychomotorisch unauffällig. Im beobachte-
ten Zeitraum gehe er regelmässig, auch mehrmals täglich, in Restaurants, 
besuche mehrmals die Moschee. Er habe Kontakt mit … Behörden (Konsu-
lat). Das Verhalten des Versicherten sei völlig unauffällig gewesen. Die 
Beobachtungen hätten im Frühling und Sommer 2011 stattgefunden. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Sept. 2017, IV/15/804, Seite 15

Gemäss Angaben von Dipl. psych. M.________ hätten Retraumatisierun-
gen in dieser Zeit zu fatalen Rückschlägen geführt. Bezüglich dieser Ereig-
nisse habe die BvO relativ zeitnah stattgefunden. Gemäss seinen und den 
Angaben des behandelnden Psychologen wäre zu erwarten gewesen, dass 
der Beschwerdeführer zum Zeitpunkt der Beobachtung sichtbar einge-
schränkt gewesen wäre. Dies sei jedoch nicht so gewesen. Zusammenfas-
send müsse festgestellt werden, dass das Verhalten des 
Beschwerdeführers in seinem sozialen Umfeld und sein Verhalten im medi-
zinischen Kontext in eklatantem Gegensatz ständen. Der Untersuchungs-
bericht vom 28. August 2012 könne nach Erhalt der zusätzlichen 
Informationen nicht mehr aufrechterhalten werden. Aufgrund der neuen und 
zusätzlichen Informationen könnten keine psychiatrischen Diagnosen mit 
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt werden (S. 2).

3.3.7 Mit Bericht vom 31. März 2014 (act. II 89 S. 4 ff.) hielt Dipl. psych. 
M.________ zuhanden der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers fest, 
am zentralsten sei der Umstand, dass die erste Aufnahmesequenz im März 
2011 gemacht worden und mitten in die Zeit von … und Umbruch in … ge-
fallen sei. Wie bereits im Austrittsbericht der psychiatrischen Dienste 
K.________ erwähnt worden sei, sei der Beschwerdeführer am Ende der 
einmonatigen Hospitalisation "wohl nicht zuletzt aufgrund der von ihm posi-
tiv gesehenen Ereignisse in seinem Heimatland [...] deutlich aufgehellter 
und schwingungsfähiger" gewesen. Die positive Phase habe noch eine 
Weile angehalten. Während der sieben Jahre, seit er den Beschwerdefüh-
rer kenne, habe er unterschiedlichste Phasen bei ihm erlebt. Was sodann 
die Aufnahmesequenz vom August 2011 angehe, könne er darin nichts 
besonders Auffälliges erkennen (S. 4). Im Übrigen lägen die Aufnahmen 
drei Jahre zurück. In dieser Zeit sei viel passiert. Vor allem der dritte Brand 
im November 2011 sei einschneidend gewesen, weil die Familie die Woh-
nung habe verlassen und für längere Zeit in eine Notwohnung umziehen 
müssen. Es brauche wenig, um beim Beschwerdeführer die psychische 
Stabilität einbrechen zu lassen, welche erhöhte Vulnerabilität ein zentraler 
Teil der Traumafolgestörung darstelle. Deren Symptome seien ohne vertief-
te Exploration, bloss aufgrund von 52 Minuten zufälliger Videoaufnahmen, 
sicher nicht beurteilbar. Dass der Beschwerdeführer den zahlreichen unab-
hängigen Beurteilern aus dem medizinischen, psychotherapeutischen und 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Sept. 2017, IV/15/804, Seite 16

sozialen Bereich über Jahre bewusst etwas vorgespielt habe, „wage er 
auszuschliessen“ (S. 5). Eine unabhängige, fachlich fundierte Gegenwarts-
beurteilung des Gesundheitszustandes sei wünschenswert (S. 6). 

3.3.8 Vom 27. Februar bis 25. April 2014 war der Beschwerdeführer in 
den psychiatrischen Diensten K.________ in stationärer Behandlung. Im 
entsprechenden Bericht vom 9. Juli 2014 (act. II 103 S. 11 ff.) wurden eine 
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode sowie 
eine PTBS diagnostiziert. Er habe berichtet, unter einer zunehmenden de-
pressiven Entwicklung zu leiden, nachdem die IV völlig unerwartet „seine 
Rentenfortzahlung“ sistiert habe. Er würde in einer finanziellen Notlage 
stecken, wüsste keinen Ausweg mehr und leide unter quälenden Suizidge-
danken (S. 11). Bei einer im Vordergrund stehenden schweren PTBS habe 
nur eine leichte und instabile Besserung der depressiven Symptomatik er-
reicht werden können. Bei ausgeprägten somatischen Beschwerden (Rü-
cken-, Nacken- und Kopfschmerzen) habe der Beschwerdeführer eine 
Physiotherapie erhalten, welche die Schmerzsymptomatik im Verlauf deut-
lich habe lindern können. Des Weiteren habe der Beschwerdeführer Be-
schwerden im Sinne von allgemeiner Schwäche, Unwohlsein, Übelkeit, 
Schwindel und Tinnitus angegeben, welche bei inkonstantem Vorhanden-
sein und bei unauffälligem somatischem Befund am ehesten als eine So-
matisierung bei depressivem Syndrom zu interpretieren seien (S. 12). 

3.3.9 Im in Auftrag des behandelnden Therapeuten erfolgten konsiliari-
schen Bericht vom 17. November 2014 (act. II 104 S. 2 ff.) beantwortete Dr. 
med. L.________ zu Handen der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers 
diverse Fragen. U.a. hielt er fest, die Dokumentationen über die erlebten 
Folterungen in … 1987 und 1989 seien seit 2007 gut belegt und nirgends in 
Frage gestellt worden. Aus den detaillierten Folterbeschreibungen, ihrer 
Intensität, Wiederholung und Dauer folge zwingend eine anhaltend schwe-
re und leicht chronifizierbare psychische Reaktion im Sinne einer PTBS. 
Die Infragestellung dieser Fakten unterstelle dem Beschwerdeführer die 
Fähigkeit einer konstanten Vortäuschung seines Zustandes, was mit einer 
schweren Persönlichkeitsstörung korreliert sein müsste; eine solche weise 
er nicht auf (S. 4). Psychische Störungen machten sich nur in einer Bezie-
hungssituation bemerkbar. Die schriftlichen Dokumente, die zur Einschät-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Sept. 2017, IV/15/804, Seite 17

zung des Beschwerdeführers zur Verfügung gestellt worden seien, beurtei-
le er als authentisch und glaubhaft. Während der Exploration hätten keine 
Hinweise auf eine Diskrepanz zwischen Motorik, Emotion und kognitiver 
Äusserung gefunden werden können, die den Verdacht auf mangelnde 
Authentizität oder fehlende Glaubhaftigkeit lenken könnten (S. 5).

3.3.10 In der Stellungnahme vom 15. Januar 2015 (act. II 105) hielt die 
RAD-Ärztin Dr. med. J.________ fest, mit Bezug auf den im Bericht der 
psychiatrischen Dienste K.________ vom 9. Juli 2014 (act. II 103 S. 11 ff.) 
wiedergegebenen psychopathologischen Aufnahmebefund seien viele sub-
jektive Angaben des Beschwerdeführers als Befunde angegeben, was nicht 
korrekt sei. Diese liessen keine objektive Beurteilung zu. Sodann sei auf-
grund des eindeutigen zeitlichen Zusammenhangs und der Annahme, dass 
die Störung ohne die unerwartete Rentensistierung nicht entstanden wäre, 
die Diagnose einer vorübergehenden und nicht rentenrelevanten Anpas-
sungsstörung (ICD-10 F43) zu stellen (S. 2). Ferner sei nicht nachvollzieh-
bar, aufgrund welcher Befunde eine PTBS diagnostiziert worden sei, seien 
doch die Kriterien gemäss ICD-10 nicht erfüllt (S. 3). Sodann stelle Dr. 
med. L.________ keine nachvollziehbare Diagnose aufgrund von doku-
mentierten Befunden. Er gebe seine persönliche Meinung wieder, begrün-
de diese aber nicht mit entsprechender Fachliteratur. Seine Behauptung 
„Aus den detaillierten Folterbeschreibungen, ihrer Intensität, Wiederholung 
und Dauer folgt zwingend eine anhaltend schwere und leicht chronifizierba-
re psychische Reaktion im Sinne eines PTSD“ sei nicht haltbar, betrage die 
Häufigkeit von PTBS je nach Trauma doch höchstens 50%. Zudem gebe 
es verschiedene Therapiemöglichkeiten, welche zu einer Linderung der 
Symptome führten, falls eine PTBS vorliege. Eine Einschränkung der Leis-
tungsfähigkeit wäre mit der Diagnose einer PTBS zudem nicht zwangsläu-
fig anzunehmen. Insgesamt ergebe sich durch die aktuellen Berichte keine 
wesentliche Änderung der Beurteilung vom 24. April 2013, so dass keine 
psychiatrische Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt 
werden könne (S. 4).

3.3.11 Mit Bericht vom 14. Juli 2015 (act. II 119 S. 26 ff.) hielt Dr. med. 
L.________ fest, unabhängig von der bekannten Vorgeschichte müsse 
dem Beschwerdeführer aktuell eine schwere depressive Störung attestiert 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Sept. 2017, IV/15/804, Seite 18

werden. Gegenüber der Exploration vom November 2014 erscheine der 
psychische Zustand eher verschlechtert, v.a. in Bezug auf die sprachliche 
Ausdrucksfähigkeit und Spontaneität in Mimik und Gestik. Aufschlussrei-
cher sei die Tatsache, dass seit mindestens fünf Jahren rezidivierende mit-
telschwere bis schwere depressive Episoden diagnostiziert worden seien, 
dass der Beschwerdeführer in dieser Zeit von verschiedenen psychiatri-
schen Fachleuten untersucht sowie psychotherapeutisch sowie medika-
mentös nach anerkannten Methoden behandelt worden sei, ohne dass sich 
sein Zustand dabei nennenswert habe verbessern können. Im psychiatri-
schen Gutachten vom 24. März 2010 seien neben der depressiven Episode 
ein posttraumatisches Stresssyndrom sowie eine somatoforme Schmerz-
störung diagnostiziert worden. An den Befunden, die zu diesen Diagnosen 
geführt hätten, könnten keine Veränderungen festgestellt werden (S. 27). 
Die beschriebene Tagesstruktur zeige, dass der Beschwerdeführer nur 
dank der Unterstützung der Ehefrau sozial eingegliedert bleibe und keine 
Ressourcen für eigene Verbindlichkeiten habe. Die bisherigen medizini-
schen Beobachtungen wiesen auf einen chronischen Verlauf hin; ein Ver-
besserungspotenzial im Sinne einer möglichen Leistungsverbesserung der 
Arbeitsfähigkeit sei nicht zu erkennen (S. 28). 

3.4

3.4.1 Im Sozialversicherungsverfahren gelten der 
Untersuchungsgrundsatz sowie der Grundsatz der freien Beweiswürdigung 
(Art. 43 Abs. 1 und Art. 61 lit. c ATSG). Der rechtserhebliche Sachverhalt 
ist von Amtes wegen unter Mitwirkung der Versicherten respektive der 
Parteien zu ermitteln. In diesem Sinne rechtserheblich sind alle Tatsachen, 
von deren Vorliegen es abhängt, ob über den streitigen Anspruch so oder 
anders zu entscheiden ist. Der Verzicht auf weitere Abklärungen verletzt 
etwa dann Bundesrecht, wenn der festgestellte Sachverhalt unauflösbare 
Widersprüche enthält oder wenn eine entscheidwesentliche Tatfrage, wie 
namentlich Gesundheitszustand und Arbeitsfähigkeit einer versicherten 
Person, auf unvollständiger Beweisgrundlage beantwortet wird (vgl. 
Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 23. Februar 2017, 
8C_344/2016, E. 2.1).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Sept. 2017, IV/15/804, Seite 19

3.4.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352). 

Unabhängig davon, ob es sich um eine nachweisliche organische Patholo-
gie oder um ein unklares Beschwerdebild handelt, setzt eine Anspruchsbe-
rechtigung stets eine nachvollziehbare ärztliche Beurteilung der 
Auswirkungen des Gesundheitsschadens auf die Arbeits- und Erwerbs-
fähigkeit voraus. Dabei können – insbesondere unklaren Beschwerdebil-
dern inhärente – Abklärungs- und Beweisschwierigkeiten die 
Berücksichtigung weiterer Lebens- und Aktivitätsbereiche wie etwa Frei-
zeitverhalten oder familiäres Engagement erfordern, um das Ausmass der 
Einschränkungen zu plausibilisieren, wobei auch fremdanamnestische An-
gaben zu berücksichtigen sind. Ohne Einbezug solcher Indizien, wie sie im 
Rahmen der festen Praxis zu den organisch nicht nachweisbaren unklaren 
Beschwerdebildern (BGE 130 V 352) bei der Prüfung eines sozialen Rück-
zuges regelmässig zu berücksichtigen sind, ist eine ärztliche Arbeitsfähig-
keitsbeurteilung nicht beweiskräftig (BGE 140 V 290 E. 3.3.2 S. 297).

3.4.3 RAD-Berichten nach Art. 49 Abs. 2 der Verordnung vom 17. 
Januar 1961 über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) kommt 
ebenfalls Beweiswert zu, sofern sie den von der Rechtsprechung 
umschriebenen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten genügen. 
Selbst eine Aktenbeurteilung ohne eigene Untersuchung kann 
beweiskräftig sein, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im 
Wesentlichen nur um die fachärztliche Beurteilung eines an sich 
feststehenden medizinischen Sachverhalts geht, mithin die direkte ärztliche 
Befassung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt. Dies gilt 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Sept. 2017, IV/15/804, Seite 20

grundsätzlich auch in Bezug auf Berichte und Stellungnahmen der RAD 
(Entscheid des BGer vom 1. September 2015, 9C_335/2015, E. 3.1). 

3.4.4 Ein Observationsbericht für sich allein bildet keine genügende 
Grundlage für Feststellungen betreffend den Gesundheitszustand und die 
Arbeitsfähigkeit. Er kann diesbezüglich höchstens Anhaltspunkte liefern 
oder Anlass zu Vermutungen geben. Rechtsgenügliche Kenntnis des 
Sachverhalts vermag in dieser Hinsicht erst die fachärztliche Beurteilung 
des Observationsmaterials zu liefern. Ob hiezu die Stellungnahme eines 
RAD-Facharztes genügt oder ein versicherungsexternes Gutachten 
erforderlich ist, entscheidet sich nach den Umständen des konkreten 
Falles. Dabei ist die Rechtsprechung zu beachten, wonach es zulässig ist, 
im Wesentlichen oder einzig auf versicherungsinterne medizinische 
Unterlagen abzustellen. In solchen Fällen sind an die Beweiswürdigung 
jedoch strenge Anforderungen in dem Sinne zu stellen, dass bei auch nur 
geringen Zweifeln an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen 
Feststellungen ergänzende Abklärungen vorzunehmen sind (Entscheid des 
BGer vom 1. Mai 2015, 9C_25/2015, E. 4.1). 

3.5 Bei Erlass der Verfügung vom 9. März 2011 (act. II 49) stellte die 
Beschwerdegegnerin auf das Gutachten der Begutachtungsstelle 
G.________ vom 30. April 2010 (act. II 31.1 f.) ab, nachdem sie hierzu drei 
Stellungnahmen des RAD eingeholt hatte. Gestützt auf diese medizini-
schen Grundlagen legte sie der Invaliditätsberechnung bis September 2009 
eine 60%ige und ab Oktober 2009 eine vollständige Arbeits- bzw. Erwerbs-
unfähigkeit zugrunde (act. II 49 S. 6). 

Im Rahmen der mit Verfügung vom 20. Juli 2015 per 28. Februar 2011 er-
folgten Renteneinstellung stellte die Beschwerdegegnerin mit Bezug auf 
den somatischen Gesundheitszustand auf den Bericht des RAD-Arztes Dr. 
med. I.________ (act. II 55) und in psychischer Hinsicht auf die Stellung-
nahmen der RAD-Ärztin Dr. med. J.________ (act. II 73; 96; 105) respekti-
ve auf die Ergebnisse der im März und August 2011 durchgeführten BvO 
(act. II 70) ab. Während sich die Beschwerdegegnerin auf den Standpunkt 
stellt, mit den Berichten der RAD-Ärzte und den Feststellungen im Rahmen 
der BvO sei mit Bezug auf den der Verfügung vom 9. März 2011 zugrunde-
liegenden Sachverhalt eine Verbesserung des Gesundheitszustandes dar-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Sept. 2017, IV/15/804, Seite 21

getan, gelangt der Beschwerdeführer zum gegenteiligen Schluss respektive 
ist insbesondere der Auffassung, dass die einzig auf der „Basis von kurzen 
Video-Sequenzen“ erfolgten Beurteilungen von Dr. med. J.________ die 
einhelligen Einschätzungen der behandelnden (und konsiliarisch beigezo-
genen) Ärzte nicht zu entkräften vermöchten.

3.6 Mit Bezug auf den Revisionsgrund ist gestützt auf die orthopädi-
sche Beurteilung von Dr. med. I.________ vom 11. April 2012 (act. II 55) – 
welcher sich seinerseits auf die Ergebnisse der persönlichen Untersuchung 
vom 2. Dezember 2011 von Dr. med. O.________ bezog –, erstellt, dass in 
somatischer Hinsicht keine wesentlichen pathologischen Befunde mehr 
bestehen, welche die Arbeitsfähigkeit wesentlich beeinflussten. Dies deckt 
sich mit den Angaben des Beschwerdeführers im Rahmen der vom 22. De-
zember 2010 bis 19. Januar 2011 in den psychiatrischen Diensten 
K.________ (aus psychischen Gründen) erfolgten Hospitalisierung, in de-
ren Rahmen der Beschwerdeführer angab, dass die Rücken- und Kopf-
schmerzen deutlich zurückgegangen seien (act. II 60 S. 3). Auch im 
weiteren Verlauf wurde der somatische Befund als unauffällig bezeichnet 
(vgl. act. II 103 S. 12), weshalb die von Dr. med. I.________ vorgenomme-
ne Einschätzung mit Bezug auf den gesamten Beurteilungszeitraum bis zur 
angefochtenen Verfügung vom 20. Juli 2015 Gültigkeit beansprucht. Indem 
in somatischer Hinsicht keine Befunde mehr erhoben werden konnten, liegt 
zudem ein Revisionsgrund vor, nachdem im Gutachten der Begutach-
tungsstelle G.________ vom 30. April 2010 unter den Diagnosen mit Aus-
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit noch Lumbalgien festgehalten worden 
waren (vgl. act. II 31.1 S. 10) und die nämliche Änderung des Gesund-
heitszustandes somit potentiell geeignet ist, den strittigen Leistungsan-
spruch zu berühren. Der Rentenanspruch ist demnach in tatsächlicher und 
rechtlicher Hinsicht allseitig zu prüfen (vgl. E. 2.3.3 vorne).

3.7 In psychischer Hinsicht stellte die Beschwerdegegnerin insbeson-
dere auf die Einschätzungen von Dr. med. J.________ ab. Während die 
RAD-Ärztin noch im Untersuchungsbericht vom 28. August 2012 (act. II 69) 
– vor Kenntnis der Feststellungen im Rahmen der BvO – zum Schluss ge-
langt war, die Angaben des Beschwerdeführers betreffend die geltend ge-
machten Beschwerden seien insgesamt glaubhaft und es sei ihm aus 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Sept. 2017, IV/15/804, Seite 22

psychischen Gründen weiterhin keine Tätigkeit zumutbar (S. 9), gelangte 
sie nach Sichtung des Observationsmaterials mit ärztlichem Bericht vom 
24. April 2013 (act. II 73) zum gegenteiligen Schluss und verneinte das 
Vorliegen einer psychiatrischen Diagnose respektive einer psychisch be-
dingten Arbeitsunfähigkeit (S. 3; act. II 105 S. 4). In den im Rahmen der 
BvO erstellten Filmaufzeichnungen wurde namentlich festgestellt, wie der 
Beschwerdeführer häufig Auto fährt, diverse Restaurants und die Moschee 
sowie das Gefängnis … besucht und sich jeweils mit mehreren (und ihm 
bekannten) Menschen unterhält. Dr. med. J.________ hielt hierzu fest, 
dass das während der Observation festgehaltene Verhalten in seinem so-
zialen Umfeld – wenn er sich unbeobachtet fühlt – und sein Verhalten im 
medizinischen Kontext in eklatantem Gegensatz ständen (act. II 73 S. 2). 

3.8

3.8.1 Mit zur Publikation vorgesehenem Entscheid vom 14. Juli 2017 
(9C_806/2016) hat das Bundesgericht unter Berücksichtigung des EGMR-
Urteils 61838/10 vom 18. Oktober 2016 entschieden, dass es trotz Art. 59 
Abs. 5 IVG auch im Bereich der Invalidenversicherung an einer 
ausreichenden gesetzlichen Grundlage fehlt, die die Observation 
umfassend klar und detailliert regelt. Folglich verletzen solche Handlungen, 
seien sie durch den Unfallversicherer oder durch eine IV-Stelle veranlasst, 
Art. 8 der Europäischen Menschenrechtskonvention [EMRK; SR 0101] bzw. 
den einen im Wesentlichen gleichen Gehalt aufweisenden Art. 13 der 
Bundesverfassung [BV; SR 101], womit insofern insbesondere auch an 
BGE 137 I 327 nicht weiter festgehalten werden kann. 

Was die Verwendung des im Rahmen der widerrechtlichen Observation 
gewonnenen Materials anbelangt, hat das Bundesgericht im soeben 
vermerkten Urteil 9C_806/2016 im Wesentlichen erkannt, dass die 
Verwertbarkeit der Observationsergebnisse (und damit auch der gestützt 
darauf ergangenen weiteren Beweise) grundsätzlich zulässig ist, es sei 
denn, bei einer Abwägung der tangierten öffentlichen und privaten 
Interessen würden diese überwiegen (vgl. E. 5.1.1). Mit Blick auf die 
gebotene Verfahrensfairness hat es sodann in derselben Erwägung eine 
weitere Präzisierung angebracht und daran erinnert, dass eine gegen Art. 8 
EMRK verstossende Videoaufnahme verwertbar ist, solange Handlungen 

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Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Sept. 2017, IV/15/804, Seite 23

des „Beschuldigten“ aufgezeichnet werden, die er aus eigenem Antrieb und 
ohne äussere Beeinflussung machte und ihm keine Falle gestellt worden 
war. Ferner hat es erwogen, dass von einem absoluten Verwertungsverbot 
wohl immerhin insoweit auszugehen ist, als es um Beweismaterial geht, 
das im nicht öffentlich frei einsehbaren Raum zusammengetragen wurde 
(vgl. E. 5.1.3).

3.8.2 Die Beschwerdegegnerin liess den Beschwerdeführer im März und 
August 2011 an einzelnen Tagen observieren, was mit Video festgehalten 
wurde; zudem fanden die wesentlichen Beobachtungen Eingang in einen 
schriftlichen Bericht vom 6. September 2011 (act. II 70). Anlass zu dieser 
Vorkehr hatte ein anonymer Hinweis im Februar 2011 gegeben, wonach 
der Beschwerdeführer im … tätig sei, sich völlig normal bewege und 
keinerlei Einschränkungen zeige (vgl. act. II 83). 

Es fanden Beobachtungen an insgesamt 12 Tagen statt; an 9 davon kam 
es zu Videoaufzeichnungen (act. II 70 S. 3 ff.). Im Wesentlichen bezogen 
sich die Beobachtungen auf das Führen des Autos sowie auf verschiedene 
Unterhaltungen mit diversen Personen an unterschiedlichen Orten. Dass 
eine Observation in nicht öffentlich frei zugänglichen Räumen erfolgt wäre 
oder der Beschwerdeführer Handlungen durch äussere Beeinflussung 
vollzogen hätte, ist weder ersichtlich noch wird dergleichen geltend 
gemacht. 

Der zeitliche Umfang des Eingriffs in die Privatsphäre des 
Beschwerdeführers war verhältnismässig gering und erfolgte nicht über 
einen längeren Zeitraum hinweg. Damit und vor allem mit Blick auf die 
aufgezeichneten alltäglichen Verrichtungen und Handlungen kann 
insgesamt bei bloss geringfügiger Tangierung der Privatsphäre jedenfalls 
nicht von einer schweren Verletzung der Persönlichkeit ausgegangen 
werden. Demgegenüber wiegt das Interesse des Versicherungsträgers, 
unrechtmässige Leistungsbezüge abzuwenden, schwerer als das Interesse 
des Beschwerdeführers an einer unbehelligten Privatsphäre. Mit Blick auf 
BGer 9C_806/2016 und die gestützt darauf seither ergangene Rechtspre-
chung (vgl. Entscheide des BGer vom 26. Juli 2017, 8C_45/2017 und vom 
27. Juli 2017, 8C_735/2016) können somit die vorliegend ohne 
ausreichende gesetzliche Grundlage erhobenen Observationsergebnisse in 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Sept. 2017, IV/15/804, Seite 24

Form des entsprechenden Berichts sowie der Foto- und Videoaufnahmen 
verwertet werden. Dies gilt auch mit Bezug auf den ärztlichen Bericht von 
Dr. med. J.________ vom 24. April 2013 (act. II 73 S. 2 f.). 

3.9

3.9.1 Mit Bezug auf die nach Sichtung des Observationsmaterials erfolg-
ten Beurteilungen der RAD-Ärztin ist zunächst festzuhalten, dass das in 
den Filmaufnahmen dokumentierte Verhalten des Beschwerdeführers in 
keiner Weise dem sich Dr. med. J.________ während der Untersuchung 
präsentierenden Bild eines schmerzgeplagten Mannes, welcher in seiner 
Welt gefangen sei, sich sozial völlig zurückgezogen habe, sich an praktisch 
nichts erfreuen könne und dem (weiterhin) keine Tätigkeit zumutbar sei 
(act. II 69 S. 9), entspricht. Ebenso wenig stehen die nämlichen Aufnahmen 
im Einklang mit der im Gutachten der Begutachtungsstelle G.________ 
attestierten, auf eine Beeinträchtigung der Konzentration, der Aufmerksam-
keit und der Willensbildung sowie eine stark erhöhte Ermüdbarkeit und eine 
Störung der sozialen Interaktionsfähigkeit zurückgeführten, gänzlichen und 
sämtliche Tätigkeiten umfassenden Arbeitsunfähigkeit (act. II 31.1 S. 13). 
Insbesondere sind in den Aufnahmen in körperlicher Hinsicht keine augen-
fälligen Einschränkungen wie Gangunsicherheiten, Hinken, Schonhaltun-
gen oder anderweitige Anzeichen für erhebliche Schmerzen ersichtlich; 
ferner kommuniziert der Beschwerdeführer ohne sichtbare Einschränkun-
gen und in adäquater Weise mit diversen Personen im öffentlichen (und 
rege frequentierten) Raum, was mit dem vom Beschwerdeführer geltend 
gemachten (weitgehenden) sozialen Rückzug nicht übereinstimmt. Auch ist 
der Beschwerdeführer ein versierter – da regelmässiger – Autolenker (vgl. 
auch act. II 70 S. 2), was mit den geltend gemachten Einschränkungen und 
seinen Angaben im Untersuchungsbericht, welche auf ein nicht häufiges 
Benutzen des Autos schliessen lassen (act. II 69 S. 6), nicht zu vereinbaren 
ist. Sodann lassen die Beobachtungen auch keine depressiven Züge er-
kennen, sondern zeigen im Gegenteil einen fröhlichen, dem Gespräch 
aufmerksam zugewandten, gestikulierenden und häufig lachenden Mann. 
Wenn Dr. med. J.________ deshalb gestützt auf die Ergebnisse der BvO 
ein völlig unauffälliges Verhalten des Beschwerdeführers konstatierte (act. 
II 73 S. 2), ist dies nicht zu beanstanden. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Sept. 2017, IV/15/804, Seite 25

Soweit vorgebracht wird, die erste Filmsequenz vom März 2011 sei zeitnah 
zum Austritt des Beschwerdeführers aus dem vom 22. Dezember 2010 bis 
19. Januar 2011 dauernden stationären Aufenthalt in den psychiatrischen 
Diensten K.________ (act. II 60) erfolgt, wobei sein damaliger psychischer 
Gesundheitszustand gemäss Austrittsbericht „wohl nicht zuletzt aufgrund 
der von ihm positiv gesehenen Ereignisse in seinem Heimatland …“ als 
deutlich schwingungsfähiger und aufgehellter beurteilt worden sei (S. 3; vgl. 
auch Bericht des behandelnden Therapeuten Dipl. psych. M.________ vom 
31. März 2014 [act. II 89 S. 4]), bleibt festzuhalten, dass diese Einschät-
zung mit Blick auf die ansonsten geltend gemachte schwere Chronifizie-
rung des psychischen Leidens nicht überzeugt und im Übrigen darauf 
schliessen liesse, dass es sich bei den geltend gemachten psychischen 
Beschwerden bloss um eine reaktive, therapeutisch behandelbare Proble-
matik und damit nicht um ein invalidisierendes Leiden handelte. 

3.9.2 Indessen ist zu berücksichtigen, dass zwischen den Beobachtun-
gen im Rahmen der BvO im März und August 2011 (act. II 70 S. 3) und der 
leistungseinstellenden Verfügung vom 20. Juli 2015 (act. II 117) fast vier 
Jahre vergangen sind, in welchem Zeitraum zusätzliche Sachverhaltsele-
mente hinzugetreten sind. So machte Dipl. psych. M.________ bereits im 
Bericht vom 13. Juni 2012 (act. II 65 S. 2 ff.) „eine Reihe von schweren 
Retraumatisierungen“ geltend – worunter eine Hausdurchsuchung im … 
2010 sowie drei Wohnungsbrände (unbekannter Ursache) –, welche den 
psychischen Gesundheitszustand des Beschwerdeführers im Verlaufe re-
spektive seit der Begutachtung in der Begutachtungsstelle G.________ im 
Frühling 2010 angeblich verschlechtert haben sollen (S. 3). Der letzte der 
drei Wohnungsbrände im … 2011 – welcher nach der BvO erfolgte und 
gemäss Angaben des behandelnden Psychotherapeuten einen Umzug in 
eine „Notwohnung“ erforderlich gemacht habe (S. 3) – sei besonders ein-
schneidend gewesen (act. II 89 S. 5). Ferner geht aus den Akten hervor, 
dass der Beschwerdeführer vom 27. Februar bis 25. April 2014 erneut in 
den psychiatrischen Diensten K.________ in stationärer Behandlung stand, 
welche nach Angaben im Austrittbericht angeblich nur eine leichte und in-
stabile Besserung gebracht haben soll (act. II 103 S. 12). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Sept. 2017, IV/15/804, Seite 26

Sodann legte der Beschwerdeführer diverse, (auch) auf persönlichen Un-
tersuchungen beruhende Berichte behandelnder und konsiliarisch tätiger 
Ärzte ins Recht, welche sowohl mit Bezug auf den Gesundheitszustand wie 
auch dessen funktionellen Auswirkungen zu diametral entgegengesetzten 
Schlüssen als Dr. med. J.________ gelangten respektive ihm einhellig eine 
(schwere) und die Arbeitsfähigkeit vollständig beeinträchtigende psychi-
sche Gesundheitsstörung attestierten. Wohl hat Dr. med. J.________ zu 
diesen Berichten jeweils Stellung genommen (vgl. act. II 96; 105), eine wei-
tere Untersuchung erfolgte aber nicht. 

3.9.3 In Anbetracht der dargelegten Umstände kann nicht mehr von ei-
nem an sich feststehenden Sachverhalt gesprochen werden, der blosse, in 
Form von ärztlichen Berichten erfolgte Aktenbeurteilungen als genügend 
erscheinen lässt (vgl. E. 3.4.3 vorne). Zwar bestehen aufgrund des Darge-
legten gewichtige Hinweise dahingehend, dass aus psychischer Sicht keine 
wesentlichen, die Arbeitsfähigkeit tangierenden Einschränkungen bestehen 
respektive das vom Beschwerdeführer gegenüber den (behandelnden) 
Ärzten gezeigte nicht dem effektiven Leistungsvermögen entspricht. Indes-
sen können die von Dr. med. J.________ gestützt auf die Observationser-
gebnisse getroffenen Einschätzungen unter den dargelegten Umständen 
nicht ohne weiteres auf den gesamten Beurteilungszeitraum bis zur ange-
fochtenen Verfügung vom 20. Juli 2015 (act. II 117) übertragen werden. 
Weil im Verlauf respektive zeitnah zur genannten Verfügung keine weitere 
psychiatrische Administrativuntersuchung bzw. eine unabhängige 
Begutachtung in Kenntnis auch der BvO-Unterlagen stattgefunden hat, 
begründen die zahlreichen ärztlichen Stellungnahmen – in deren Rahmen 
sich der behandelnde Psychotherapeut auch zu den Ergebnissen der BvO 
äusserte (vgl. act. II 89 S. 4 ff.) und dabei auch geltend machte, dass sich 
die Symptome einer Traumafolgestörung nicht anhand einer 52minütigen 
Videosequenz beurteilen lasse (S. 5) respektive eine 
„Gegenwartsbeurteilung“ wünschenswert scheine (S. 6) – geringe Zweifel 
an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der Feststellungen der RAD-Ärztin 
Dr. med. J.________, weshalb auf ihre Einschätzungen nicht abschlies-
send abgestellt werden kann (vgl. E. 3.4.4 vorne; vgl. BGer 9C_25/2015, E. 
4.2). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Sept. 2017, IV/15/804, Seite 27

3.10 Doch auch die Berichte und Feststellungen der behandelnden 
(und konsiliarisch beigezogenen) Ärzte bilden entgegen der Auffassung 
des Beschwerdeführers keine hinreichende beweisrechtliche Grundlage, 
um die Frage nach dem Vorliegen einer invalidenversicherungsrechtlich 
massgebenden psychischen Einschränkung abschliessend zu beurteilen. 
So erfüllen die ins Recht gelegten Stellungnahmen die rechtsprechungs-
gemässe Voraussetzung, wonach (auch) bei psychischen 
Beeinträchtigungen nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu 
prüfen ist, ob eine (das funktionelle Leistungsvermögen potentiell 
einschränkende) seelische Abwegigkeit mit Krankheitswert besteht, nicht 
ansatzweise (vgl. E. 3.4.2 vorne). Im Einzelnen ergibt sich was folgt: 

3.10.1 Mit Bezug auf die Berichte von Dipl. psych. M.________ (act. II 65 
S. 2 ff.; 89 S. 4 ff.) ist zunächst festzuhalten, dass seine Schlussfolgerung 
vom 13. Juni 2012, wonach sich der Gesundheitszustand des Beschwerde-
führers seit 2009 „deutlich verschlechtert“ habe (act. II 65 S. 4), in dieser 
Absolutheit offensichtlich nicht zutrifft. Dies gilt jedenfalls mit Bezug auf die 
geltend gemachten Retraumatisierungen, soweit sie sich nach 2009, aber 
vor der BvO ereignet haben sollen, korreliert das von Dipl. phil. 
M.________ beschriebene Beschwerdebild doch nicht mit dem Verhalten, 
wie es der Beschwerdeführer anlässlich der Observationen an den Tag 
legte (vgl. E. 3.9.1 vorne). Auch lassen die Berichte eine den beweismässi-
gen Anforderungen genügende Arbeitsunfähigkeitsbeurteilung mit Plausibi-
lisierung der geltend gemachten Einschränkungen (vgl. E. 3.4.2 vorne) 
sowie einer Ressourceneinschätzung vermissen; vielmehr wird aussch-
liesslich und unkritisch auf die Angaben des Beschwerdeführers abgestellt, 
was nicht genügt. Schliesslich ist mit Blick auf die wiederholten Stellung-
nahmen zu Handen der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers der 
Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass behandelnde Ärzte im 
Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung mitunter eher 
zugunsten ihrer Patienten aussagen. Nichts anderes gilt für behandelnde 
Therapeuten. 

3.10.2 Was die Berichte des konsiliarisch beigezogenen Arztes Dr. med. 
L.________ betrifft (act. II 104 S. 2 ff.; 119 S. 26 ff.), so ist zunächst festzu-
stellen, dass diesem Arzt die Ergebnisse der BvO offenbar nicht vorlagen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Sept. 2017, IV/15/804, Seite 28

und seine Einschätzungen somit auf unvollständigen aktenmässigen 
Grundlagen beruhen. Auch setzt er sich mit den nach Vorlage der Ergeb-
nisse der BvO erfolgten Stellungnahmen von Dr. med. J.________ nicht 
auseinander. Soweit er sodann geltend macht, die in den Akten „dokumen-
tierten“ Foltererlebnisse hätten „zwingend“ eine anhaltend schwere und 
leicht chronifizierbare psychische Reaktion im Sinne einer PTBS zur Folge, 
ist darauf hinzuweisen, dass es im sozialversicherungsrechtlichen respekti-
ve beweismässigen Kontext Aufgabe des Arztes ist, den Befund anhand 
der Klinik zu überprüfen und ein blosser Verweis auf ein (geltend gemach-
tes) Trauma offensichtlich nicht genügt, einen Gesundheitsschaden 
(rechtsgenüglich) zu belegen. Dr. med. J.________ hält in ihrer Stellung-
nahme vom 15. Januar 2015 denn auch fest, dass ein Trauma nicht zwin-
gend eine PTBS zur Folge habe. Ihr ist ferner darin beizupflichten, dass 
selbst eine (hinreichend ausgewiesene) PTBS nicht auch schon das Vor-
liegen einer eingeschränkten Leistungsfähigkeit implizierte (act. II 105 S. 
4). Im Übrigen äussern sich die Berichte von Dr. med. L.________ nicht 
hinreichend zu allfälligen psychischen Ressourcen oder funktionellen Defi-
ziten. Vielmehr erschöpfen sie sich weitgehend in der Feststellung, dass 
ein Verbesserungspotenzial im Sinne einer möglichen 
Leistungsverbesserung der Arbeitsfähigkeit „nicht zu erkennen“ sei (act. II 
119 S. 28). Jedenfalls kann aus seinen Berichten nichts Entscheidendes 
mit Bezug auf die Frage nach dem Vorliegen eines 
invalidenversicherungsrechtlich massgeblichen psychischen 
Gesundheitsschadens gewonnen werden.

3.10.3 Schliesslich äussern sich auch die Berichte der psychiatrischen 
Dienste K.________ (act. II 60; 101; 103 S. 11 ff.) nicht rechtsgenüglich zur 
Frage der Arbeitsfähigkeit, weshalb auch auf sie den beweismässigen 
Anforderungen an medizinische Berichte nicht genügen. Dies umso 
weniger, als die Ärzte der psychiatrischen Dienste K.________ – worauf 
auch Dr. med. J.________ hinweist (act. II 105. S. 2) – massgeblich auf die 
subjektiven Angaben des Beschwerdeführers abgestellt haben. Auch wird 
zu den Ergebnissen der BvO keine Stellung genommen, gleichwohl aber 
festgehalten, dass die Rentensistierung „nicht gerechtfertigt“ sei (act. II 101 
S. 2), was den Schluss auf eine Parteinahme zugunsten des 
Beschwerdeführers nahelegt (vgl. auch act. II 60 S. 3). Zudem ist zu 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Sept. 2017, IV/15/804, Seite 29

berücksichtigen, dass der Aufenthalt in den psychiatrischen Diensten 
K.________ offenbar eine Folge der am 25. Februar 2014 (act. II 79) 
erfolgten Rentensistierung war, welcher bloss reaktive Umstand für sich 
allein grundsätzlich keine rechtlich relevante Invalidität zu begründen 
vermöchte (Entscheid des BGer vom 17. Februar 2016, 9C_668/2015, E. 
3). 

3.11 Indem die Beschwerdegegnerin entscheidwesentlich auf die den 
beweismässigen Anforderungen (vgl. E. 3.4.2 vorne) nicht genügenden 
Einschätzungen der RAD-Ärztin Dr. med. J.________ im ärztlichen Bericht 
vom 24. April 2013 (act. II 73 S. 2 f.) sowie in den Stellungnahmen vom 
11. August 2014 (act. II 96) und 15. Januar 2015 (act. II 105) abgestellt und 
auf weitere Abklärungen verzichtet hat, verletzte sie den 
Untersuchungsgrundsatz (vgl. E. 3.4.1 vorne). Ebenso wenig kann dem 
Dargelegten zufolge (vgl. E. 3.10 vorne) abschliessend auf die Berichte des 
behandelnden Psychotherapeuten lic. phil. M.________ und der übrigen 
behandelnden sowie konsiliarisch beigezogenen Ärzte abgestellt werden. 
Inwieweit sich allfällige psychische Befunde auf das funktionelle Leistungs-
vermögen des Beschwerdeführers auswirken, lässt sich anhand der vorlie-
genden Unterlagen somit nicht zuverlässig beurteilen und bedarf weiterer 
medizinischer Abklärung in Form einer psychiatrischen Begutachtung. 
Diese wird sich insbesondere auch über den Verlauf des 
Gesundheitszustandes seit Erlass der leistungszusprechenden Verfügung 
vom 9. März 2011 zu äussern haben. 

3.12 Zusammenfassend ist die Beschwerde im Sinne der Erwägungen 
insoweit gutzuheissen, als die Verfügung vom 20. Juli 2015 und – nachdem 
zwischen dieser und der Rückforderungsverfügung ein sachlogischer Zu-
sammenhang besteht respektive eine Rückforderung der Rentenbetreffnis-
se zur Zeit nicht erfolgen kann, da die Verfügung vom 20. Juli 2015 zu 
Unrecht erging – die Verfügung vom 31. Juli 2015 aufzuheben sind und die 
Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist, damit sie nach 
Vornahme der Abklärungen gemäss E. 3.11 hiervor über den Rentenan-
spruch sowie über eine allfällige Rückforderung ab März 2011 neu verfüge. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Sept. 2017, IV/15/804, Seite 30

4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor 
dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung 
oder Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach 
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4). 

4.2 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten (Art. 61 lit. g ATSG). Nach der Rechtsprechung gilt 
es unter dem Gesichtspunkt des (bundesrechtlichen) Anspruchs auf eine 
Parteientschädigung im Streit um eine Sozialversicherungsleistung bereits 
als Obsiegen, wenn die versicherte Person ihre Rechtsstellung im Ver-
gleich zu derjenigen nach Abschluss des Administrativverfahrens insoweit 
verbessert, als sie die Aufhebung einer ablehnenden Verfügung und die 
Rückweisung der Sache an die Verwaltung zu ergänzender Abklärung und 
neuer Beurteilung erreicht (BGE 137 V 57 E. 2.1 S. 61).

Mit Honorarnote vom 5. Januar 2016 macht lic. iur. C.________ einen Auf-
wand von Fr. 2‘789.65 geltend, welcher sich aus dem Honorar (19.5 Stun-
den à Fr. 130.--), den Auslagen (Fr. 48.--) sowie der Mehrwertsteuer 
(MWSt.; Fr. 206.65) zusammensetzt. 

Der in Rechnung gestellte Aufwand erweist sich als übersetzt: Die Rechts-
vertreterin hat den Beschwerdeführer bereits im Verwaltungsverfahren ver-
treten (act. II 89), wobei sich im Beschwerdeverfahren keine neuen 
tatsächlichen und rechtlichen Fragen stellten. Zudem erfolgte bloss ein 
Schriftenwechsel, wobei hinsichtlich des Rückerstattungsverfahrens einzig 
eine Sistierung verlangt wurde. In Anbetracht dessen erscheint ein Auf-
wand von insgesamt 15 Stunden als angemessen. Ausgehend vom veran-
schlagten Stundenansatz von Fr. 130.-- resultiert eine Parteientschädigung 
von Fr. 2‘157.85 (Honorar: Fr. 1‘950.--; Auslagen: Fr. 48.--; MWSt. [auf 
Fr. 1‘998.--]: Fr. 159.85).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Sept. 2017, IV/15/804, Seite 31

4.3 Bei diesem Ausgang ist das Rechtsschutzinteresse an der Beurtei-
lung des in diesem Verfahren gestellten Gesuchs um unentgeltliche 
Rechtspflege dahingefallen. Entsprechend ist das Verfahren um Erteilung 
der unentgeltlichen Rechtspflege als gegenstandslos geworden vom Ge-
schäftsverzeichnis abzuschreiben (MERKLI/AESCHLIMANN/HERZOG, Kom-
mentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 39 N. 1).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird im Sinne der Erwägungen insoweit gutgeheis-
sen, als die angefochtenen Verfügungen der IV-Stelle Bern vom 20. 
und 31. Juli 2015 aufgehoben werden und die Sache an die Be-
schwerdegegnerin zurückgewiesen wird, damit sie – nach Vornahme 
der Abklärungen gemäss E. 3.11 – neu verfüge. 

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird als gegenstandslos 
geworden vom Geschäftsverzeichnis abgeschrieben. 

3. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt. 

4. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 2‘157.85 (inkl. Auslagen und MWSt.), zu 
ersetzen.

5. Zu eröffnen (R):
- B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Sept. 2017, IV/15/804, Seite 32

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.