# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 95d760e5-e739-52ca-9ce3-fc93fd1ea920
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-11-29
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 29.11.2017 IV 2016/170
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2016-170_2017-11-29.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2016/170

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 06.05.2020

Entscheiddatum: 29.11.2017

Entscheid Versicherungsgericht, 29.11.2017
Art. 28 IVG, Art. 16 ATSG. Rentenanspruch. Bestimmung der 
Vergleichseinkommen. Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit. 
Tabellenlohnabzug von 25% für funktionelle Einarmigkeit. Gutheissung 
(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 29. 
November 2017, IV 2016/170).

Entscheid vom 29. November 2017

Besetzung

Präsident Joachim Huber, Versicherungsrichterin Christiane

Gallati Schneider und a.o. Versicherungsrichterin Lisbeth Mattle Frei;

Gerichtsschreiberin Annina Janett

Geschäftsnr.  

IV 2016/170

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Dieter Studer, Studer Anwälte AG, Hauptstrasse 

11a, 8280 Kreuzlingen,

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gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand 

Rente (Einkommensvergleich)

Sachverhalt

A. 

A.a  A.___ ist ausgebildeter Installateur- und Heizungsbauer und war seit seiner 

Einreise in die Schweiz im März 2008 bei diversen Personalvermittlern als 

Heizungsmonteur angestellt (IV-act. 1, 24). Am 11. Dezember 2009 stürzte er bei der 

Arbeit von einer Leiter und zog sich dabei eine Kontusion des linken Ellenbogens zu 

(act. 2-122 sowie act. 2-132 der Fremdakten des Unfallversicherers, Suva). Im Juli 

2010 wurde im Kantonsspital St. Gallen (KSSG) bei Diagnose einer chronischen 

Epicondylitis des lateralen linken Ellenbogens eine lokale Infiltration durchgeführt. In 

der Folge stellten die behandelnden Ärzte eine Therapieresistenz fest und führten eine 

Denervation durch (Suva-act. 2-48 f., 2-52, 2-57). Daraufhin musste aufgrund einer 

Wunddehiszenz operativ ein erneuter Wundverschluss und in der Folge bei Verdacht 

auf einen Infekt eine Wundrevision vorgenommen werden (vgl. Suva-act. 2-44, 3-6 f.).

A.b  Am 15. November 2010 meldete sich der Versicherte zum Bezug von Leistungen 

der Invalidenversicherung bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen an (IV-act. 1). Die IV-

Stelle zog die Unfallakten der Suva bei, holte medizinische Berichte bei den 

behandelnden Ärzten ein und tätigte berufliche Abklärungen (vgl. insb. IV-act. 50, 90, 

Suva-act. 1 bis 18).

A.c  Im September 2013 wurde der Versicherte im Auftrag der Suva psychiatrisch, 

neurologisch sowie chirurgisch untersucht (IV-act. 114, Suva-act. 13-57 ff.). In der 

interdisziplinären Gesamtbeurteilung vom 21. Oktober 2013 wurde aus chirurgischer 

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Sicht festgehalten, dass bei Besserung des Schmerzsyndroms und der Funktionalität 

ohne Möglichkeit einer umfassenden Stabilitätsüberprüfung eine postero-laterale 

rotatorische Instabilität des linken Ellenbogengelenks bestehe. Die vom Versicherten 

geklagten Beschwerden, insbesondere die völlige Unfähigkeit, die Finger der linken 

Hand zu bewegen, liessen sich durch den klinischen Befund nicht vollumfänglich 

erklären (IV-act. 114-4 f.).

A.d  Im Juni 2014 lehnte der Versicherte die von der Suva vergleichsweise 

vorgeschlagene Zusprechung einer Invalidenrente der Unfallversicherung auf der Basis 

eines 20%igen Invaliditätsgrades ab (vgl. IV-act. 153, Suva-act. 13-10 f., 15-90). Im 

gemeinsamen Auftrag des Haftpflichtversicherers des KSSG und des Versicherten 

erstattete Dr. med. B.___, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 

Bewegungsapparates, am 25. März 2015 ein orthopädisches Gutachten (IV-act. 155). 

Dr. B.___ hielt als Diagnose im Wesentlichen chronische Ellenbogenschmerzen links 

bei gebrauchsunfähigem linkem Arm mit Einsteifung des linken Ellenbogens und der 

linken Hand bei Status nach Ellenbogenkontusion links (12/09), Status nach lokaler 

Infiltration mit Kenacort 40mg (07/10), Status nach Denervation Epicondylus 

humeroradialis links (07/10), Status nach Wunddehiszenz und Sekundärnaht (08/10) 

sowie Status nach Wundrevision Ellenbogen links fest (IV-act. 155-37). Er führte 

zusammenfassend aus, dass die Infiltration und das operative Vorgehen 14 Tage nach 

der Infiltration nicht lege artis gewesen seien. Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 

habe die Abweichung vom Behandlungsstandard zum aktuellen Zustand geführt (IV-

act. 155-38 ff.). Dr. B.___ schätzte den Integritätsschaden bei völliger 

Gebrauchsunfähigkeit der oberen Extremität auf 50%. Die Situation sei seit 2011 

praktisch stationär, womit ein Endzustand erreicht sei (IV-act. 155-41).

A.e  In Ergänzung zum Gutachten vom 25. März 2015 erstattete Dr. B.___ am 7. 

September 2015 gestützt auf eine Untersuchung vom 4. September 2015 eine 

Zumutbarkeitsbeurteilung (IV-act. 196). Er hielt zusammenfassend fest, der Versicherte 

sei aktuell in leichten wechselbelastenden Tätigkeiten, teils sitzend, teils stehend, ohne 

vornübergeneigtes Arbeiten, ohne längeres Gehen und mit der Möglichkeit, etwas 

verlängerte Pausen einzulegen, zu gut 80% arbeitsfähig; dies gerechnet auf ein volles 

Pensum. Ideal sei eine sitzende Kontrolltätigkeit mit der Möglichkeit, aufzustehen und 

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kurz herumzugehen. Wenn sich der Rücken etwas gebessert habe, sollte sich eine 

solche Tätigkeit in einem 100%-Pensum absolvieren lassen (IV-act. 196-5).

A.f  Mit Verfügung vom 14. Dezember 2015 sprach die Suva dem Versicherten eine 

Invalidenrente der Unfallversicherung ab 1. März 2013 auf der Basis eines 

Invaliditätsgrades von 25% sowie eine Integritätsentschädigung von Fr. 63‘000.00 

aufgrund einer Integritätseinbusse von 50% zu (Suva-act. 16-1 ff.). Die dagegen 

erhobene Einsprache vom 15. Januar 2016 wies die Suva mit Einspracheentscheid 

vom 5. Februar 2016 ab (Suva-act. 18-1 ff.). Gegen diesen Entscheid erhob der 

Versicherte am 8. März 2016 Beschwerde beim Versicherungsgericht des Kantons St. 

Gallen (hängiges Verfahren UV 2016/14).

A.g  Gestützt auf die gutachterliche Beurteilung von Dr. B.___ stellte die IV-Stelle dem 

Versicherten mit Vorbescheid vom 21. März 2016 die Abweisung des gegenüber der 

Invalidenversicherung gestellten Leistungsbegehrens bei einem Invaliditätsgrad von 

20% in Aussicht (IV-act. 201). Dagegen wandte der Versicherte am 21. April 2016 ein, 

er sei aufgrund der funktionellen Einarmigkeit als voll invalid einzustufen. Bei der 

Invaliditätsbemessung sei das Invalideneinkommen aus gesundheitlichen Gründen und 

aufgrund eines Teilzeitabzugs um 30-35% zu reduzieren (IV-act. 202).

A.h  Mit Verfügung vom 11. Mai 2016 wies die IV-Stelle das gegenüber der 

Invalidenversicherung gestellte Leistungsbegehren des Versicherten unter Anpassung 

des Invaliditätsgrads auf 25% ab. Zu den Einwänden erwiderte sie, die Suva habe die 

unfallbedingte Gesamteinschränkung auf 25% festgelegt. Die entsprechende Suva-

Verfügung vom 14. Dezember 2015 sei in Rechtskraft erwachsen. Darauf sei 

abzustellen und der Invaliditätsgrad sei von 20% auf 25% anzupassen. Mit der rechten 

Hand könne der Versicherte durchwegs auch grobmotorische Arbeiten verrichten, 

sodass keine wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestehe. Nach der 

bundesgerichtlichen Rechtsprechung seien auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt 

selbst Nischenarbeitsplätze in ausreichender Zahl vorhanden (IV-act. 204).

B. 

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B.a  Dagegen liess der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Dieter Studer, 

Kreuzlingen, am 25. Mai 2016 ebenfalls beim Versicherungsgericht des Kantons St. 

Gallen Beschwerde erheben und die Aufhebung der Verfügung vom 11. Mai 2016 

sowie die Zusprache auch einer Invalidenrente der Invalidenversicherung beantragen 

(act. G 1). Im Wesentlichen liess er geltend machen, die Beschwerdegegnerin habe mit 

unklarer Begründung und unter falschem Verweis darauf, dass die Suva bereits 

rechtskräftig entschieden habe, einen Invaliditätsgrad von 25% ermittelt. Das 

Invalideneinkommen sei aufgrund des sehr eingeschränkten Rendements um 30% zu 

kürzen. Er werde nie den vollen, sondern eher einen geschätzten 70%igen 

Tabellenlohn erzielen. Darüber hinaus sei ihm der maximal mögliche 

„invaliditätsbedingte“ Abzug von 25% zu gewähren. Schliesslich sei das von der 

Beschwerdegegnerin herangezogene Valideneinkommen nicht nachvollziehbar. Es sei 

entsprechend der Berechnung der Suva auf den vor dem Unfall erzielten Verdienst 

abzustellen und dieser auf das Jahr 2013 hochzurechnen (act. G 1 S. 7 ff.).

B.b  Mit Beschwerdeantwort vom 5. Juli 2016 beantragte die Beschwerdegegnerin die 

Abweisung der Beschwerde (act. G 4). Bei der Bemessung des Valideneinkommens sei 

auf die schweizerische Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik 

abzustellen, da aufgrund der temporären Arbeitseinsätze vor Eintritt des 

Gesundheitsschadens nicht davon ausgegangen werden könne, dass der 

Beschwerdeführer die vor dem Unfall ausgeführte Tätigkeit auch weiterhin ausgeführt 

hätte. Er habe zwar in seinem Heimatland eine Ausbildung als Zentralheizungs- und 

Lüftungsbauer mit Meisterbrief abgeschlossen, jedoch habe er seit seiner Einreise in 

die Schweiz im April 2008 kein entsprechendes Einkommen erzielt. Das Abstellen auf 

den Hilfsarbeiterlohn gemäss der LSE 2012 erweise sich deshalb als angemessen. Bei 

der Bemessung des Invalideneinkommens sei dem Beschwerdeführer ein Abzug von 

15% zu gewähren. Damit resultiere ein Invaliditätsgrad von 32%, weshalb kein 

Rentenanspruch bestehe (act. G 4 S. 3 f.).

B.c  Mit Replik vom 2. September und Duplik vom 14. September 2016 hielten die 

Parteien an ihren jeweiligen Anträgen fest (act. G 6, G 8).

Erwägungen

1. 

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1.1  Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist im vorliegenden 

Fall der Rentenanspruch des Beschwerdeführers gegenüber der Invalidenversicherung.

1.2  Einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die 

ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht 

durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder 

verbessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch 

durchschnittlich mindestens 40% arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses 

Jahres zu mindestens 40% invalid sind (Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die 

Invalidenversicherung, IVG, SR 831.20).

1.3  Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder 

teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen 

Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG, SR 830.1). Sie kann Folge von 

Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit 

ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen 

Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung 

verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in 

Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

1.4  Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im 

Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung 

zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 

Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4).

2. 

2.1  In medizinischer Hinsicht ist erstellt und blieb beschwerdeweise unbestritten, dass 

der Beschwerdeführer aufgrund einer funktionellen Einarmigkeit in der angestammten 

Tätigkeit nicht mehr arbeitsfähig ist und in einer angepassten leichten Tätigkeit über 

eine 80%ige Arbeitsfähigkeit verfügt (vgl. die gutachterlichen Beurteilungen von Dr. 

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B.___ vom 25. März 2015 bzw. 7. September 2016, IV-act. 155 und 196, sowie die 

RAD-Stellungnahme vom 15. März 2015, IV-act. 197).

2.2  Es ergeben sich vorliegend keine Anhaltspunkte, die Zweifel an der einhelligen 

medizinischen Aktenlage zu begründen vermögen. Soweit der Beschwerdeführer 

aufgrund des eingeschränkten Rendements eine höhergradige Arbeitsunfähigkeit (von 

30%) geltend machen will (vgl. act. G 1 S. 6), ist festzuhalten, dass die verschiedenen 

Einschränkungen, welche mit der funktionellen Einarmigkeit und dem im September 

2015 neu diagnostizierten lumboradikulären Reizsyndrom L5/S1 rechts einhergehen, im 

Belastungs- bzw. Zumutbarkeitsprofil einer vorwiegend sitzenden Kontrolltätigkeit mit 

vermehrtem Pausenbedarf hinreichend berücksichtigt wurden (vgl. IV-act. 196-5). Es 

besteht kein Anlass, von der überzeugenden Arbeitsfähigkeitsschätzung, gemäss 

welcher der Beschwerdeführer in einer seiner Einschränkung angepassten Tätigkeit 

gerechnet auf ein volles Pensum zu 80% arbeits- bzw. leistungsfähig ist, abzuweichen. 

Was die vom Beschwerdeführer geltend gemachten lohnwirksamen Nachteile der 

eingeschränkten Leistungsfähigkeit betrifft, so wird diesen im Rahmen eines allfälligen 

Tabellenlohnabzugs Rechnung zu tragen sein (vgl. nachstehend E. 3.5).

3. 

3.1  Ausgehend von einer 80%igen Arbeitsfähigkeit in angepassten leichten, 

wechselbelastenden Tätigkeiten ist der Invaliditätsgrad zu ermitteln. Zwischen den 

Parteien sind dabei die Höhe der Vergleichseinkommen sowie die Höhe des 

Tabellenlohnabzugs streitig.

3.2  Der Grad der für einen allfälligen Rentenanspruch gegenüber der 

Invalidenversicherung massgebenden Invalidität wird gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. 

Art. 16 ATSG durch einen Einkommensvergleich ermittelt. Dabei wird das Einkommen, 

das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der 

notwendigen und zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei ausgeglichener 

Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung 

gesetzt zum Einkommen, das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie nicht 

invalid geworden wäre (Valideneinkommen).

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3.3  Bei der Festlegung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die versicherte 

Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Nach der 

bundesgerichtlichen Rechtsprechung sind auch berufliche Entwicklungs- oder 

Aufstiegsmöglichkeiten im Gesundheitsfall zu berücksichtigen, sofern sie mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit eingetreten wären (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

vom 28. April 2015, 8C_612/2014, E. 4.2.2.1 mit Hinweisen).

3.3.1  Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei der Festlegung des 

Valideneinkommens auf die Tabellenlöhne der LSE 2012 und erachtete dabei einen 

Hilfsarbeiterlohn als angemessen (vgl. IV-act. 199, 204, act. G 4 S. 4). Der 

Beschwerdeführer machte demgegenüber geltend, es sei entsprechend der 

Invaliditätsbemessung der Suva im Zusammenhang mit dem Rentenanspruch 

gegenüber der Unfallversicherung am zuletzt erzielten Verdienst anzuknüpfen. Da er 

vor dem Unfallereignis beabsichtigt habe, sich mittelfristig in der Schweiz selbständig 

zu machen, habe er vorerst Temporärstellen angenommen, um sich mit den 

unterschiedlichen Vorschriften vertraut zu machen (act. G 1 S. 8, G 6).

3.3.2  Der Beschwerdeführer hatte im Jahr 1999 eine Aus- und Weiterbildung als 

Installateur- und Heizungsbauer mit Meistertitel abgeschlossen und war in den Jahren 

2000 bis 2007 als selbständig erwerbender Heizungs-, Lüftungs- und 

Sanitär¬installateur tätig gewesen (vgl. IV-act. 3, 90-4, 90-31). Im März 2008 war er in 

die Schweiz eingereist und bis zum Unfallereignis im Dezember 2009 im Rahmen von 

Temporärstellen im Stundenlohn als Heizungsmonteur tätig gewesen (vgl. IV-act. 5 ff., 

22, 24). Zuletzt hatte er im September und Oktober 2009 bei der C.___ AG und im 

November und Dezember 2009 bei der D.___ AG gearbeitet und dabei einen 

durchschnittlichen Stundenlohn von rund Fr. 34.00 (inkl. Ferienentschädigung und 13. 

Monatslohn) erzielt (IV-act. 22-2, 24-2 f.). Im Auszug aus dem individuellen Konto ist für 

das Jahr 2008 ein Einkommen von insgesamt Fr. 23‘911.00 und im Jahr 2009 ein 

Einkommen von insgesamt Fr. 41‘704.00 vermerkt (IV-act. 21). Die Suva errechnete 

ihrerseits gestützt auf den zuletzt erzielten Stundenlohn ein Valideneinkommen von Fr. 

71‘302.40 (Fr. 34.28 x 2080 Jahresarbeitsstunden; Suva-act. 16-1 ff.).

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3.3.3  Da die abgerechneten Verdienste aufgrund der kurzen Erwerbstätigkeit in der 

Schweiz, welche darüber hinaus im Rahmen von temporären Arbeitsverhältnissen im 

Stundenlohn ausgeübt wurde, keine hinreichend repräsentative Grundlage für die 

Bestimmung des Valideneinkommens bilden, ist auf die Tabellenlöhne der LSE 

abzustellen. Entgegen den Ausführungen der Beschwerdegegnerin ist jedoch nicht auf 

das Kompetenzniveau 1 (einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art, 

sog. Hilfsarbeiten) abzustellen. Unter Berücksichtigung der beruflichen Ausbildung des 

Beschwerdeführers in seinem Heimatland sowie der mehrjährigen Berufserfahrung und 

der fachlichen Qualifikationen rechtfertigt sich vielmehr ein Abstellen auf das 

Kompetenzniveau 2 (praktische Tätigkeiten). Dass sich der im Jahr 19__ geborene 

Beschwerdeführer in Zukunft in der Schweiz selbständig gemacht hätte, ist aufgrund 

fehlender konkreter Nachweise - wie beispielsweise einem bereits erfolgten Eintrag ins 

Handelsregister - nicht überwiegend wahrscheinlich.

3.4  Im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung ging der Beschwerdeführer keiner 

Erwerbstätigkeit nach, weshalb für die Festlegung des Invalideneinkommens ebenfalls 

auf die Tabellenlöhne der LSE abzustellen ist (vgl. BGE 129 V 475 E. 4.2.1 mit 

Hinweisen). Wie vorstehend dargelegt, hat der Beschwerdeführer eine fundierte 

berufliche Ausbildung abgeschlossen, welche ihn – zumindest in seinem Heimatland – 

auch zur Ausbildung von Lehrlingen im genannten Handwerk berechtigt (vgl. IV-act. 

3-3, E. 3.3.2). Entsprechend verfügt der Beschwerdeführer zwar nicht mehr über die 

angestammten handwerklichen Fähigkeiten, wohl aber über fachliche Kenntnisse sowie 

intellektuelle und sprachliche Fähigkeiten, welche deutlich über diejenigen 

hinausgehen, die für eine Hilfsarbeitertätigkeit erforderlich sind. Damit rechtfertigt sich 

entgegen den Ausführungen der Beschwerdegegnerin (vgl. E. 3.3; IV-act. 204-2, act. G 

1 S. 5) auch beim Invalideneinkommen das Abstellen auf die Tabellenlöhne im 

Kompetenzniveau 2.

3.5  Sind Validen- und Invalideneinkommen ausgehend vom selben Tabellenlohn zu 

berechnen, entspricht der Invaliditätsgrad dem Grad der Arbeitsunfähigkeit unter 

Berücksichtigung des Abzuges vom Tabellenlohn (sog. Prozentvergleich). Zu beurteilen 

bleibt somit die Frage nach der Höhe des Tabellenlohnabzugs.

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3.5.1  Der Beschwerdeführer stellt sich auf den Standpunkt, es sei schwer vorstellbar, 

dass es für ihn auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt genügend Stellen gebe (act. G 1 

S. 6 und G 6 S. 2). Soweit er damit eine (teilweise) Unverwertbarkeit seiner 

Restarbeitsfähigkeit geltend macht, ist festzuhalten, dass sich durch seine funktionelle 

Einarmigkeit unbestrittenermassen das Spektrum der ihm offen stehenden 

Möglichkeiten auf dem für die Invalidenversicherung relevanten, hypothetischen 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt vermindert. Jedoch sind an die Konkretisierung von 

Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten praxisgemäss nicht übermässige 

Anforderungen zu stellen (vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichtes vom 18. Februar 

2009, 9C_941/2008, E. 3.5). Dementsprechend ist grundsätzlich davon auszugehen, 

dass der ausgeglichene Arbeitsmarkt auch für funktionell Einarmige ein hinreichend 

grosses Angebot an realistischen Betätigungsmöglichkeiten bietet (Urteil des 

Bundesgerichts vom 9. März 2015, 9C_842/2014, E. 3.2 mit Hinweisen). Die Tatsache, 

dass die Suva dem Beschwerdeführer keine Arbeitsplätze gemäss ihrer Dokumentation 

von Arbeitsstellen (DAP) zuweisen konnte (vgl. act. G 1 S. 5), ist entgegen dessen 

Ansicht somit nicht weiter von Belang.

3.5.2  Allerdings geht mit einer faktischen Einhändigkeit, wie sie beim 

Beschwerdeführer zweifellos gegeben ist, rechtsprechungsgemäss eine erheblich 

erschwerte Verwertbarkeit der Arbeitsfähigkeit einher. Damit ist, wie die 

Beschwerdegegnerin inzwischen in der Beschwerdeantwort anerkannt hat (vgl. act. G 4 

S. 4), ein Tabellenlohnabzug gerechtfertigt. Mit Blick auf die Rechtsprechung des 

Bundesgerichts erscheint dabei ein Tabellenlohnabzug von 25% als angemessen (vgl. 

Urteil des Bundesgerichts vom 17. September 2008, 9C_418/2008, E. 3.3.2 mit 

Hinweisen zur Rechtsprechung). Sofern der Beschwerdeführer aufgrund des 

eingeschränkten Rendements einen höheren Abzug geltend machen will, ist darauf 

hinzuweisen, dass diesem bereits in der Arbeitsfähigkeitsschätzung hinreichend 

Rechnung getragen wurde (vgl. dazu vorstehend E. 2) und ein Abzug von mehr als 25% 

nach ständiger Praxis des Bundesgerichtes darüber hinaus unzulässig ist (vgl. BGE 126 

V 78 E. 5b/cc, BGE 129 V 483, E. 4.3).

3.6  Demnach resultieren ein Invaliditätsgrad von 40% (100% - [80% x 0.75]) und damit 

ein Anspruch auf eine Viertelsrente. In Nachachtung von Art. 29 Abs. 1 IVG entsteht der 

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Rentenanspruch aufgrund der am 15. November 2010 eingereichten Anmeldung (IV-

act. 1) am 1. Mai 2011.

4. 

4.1  In Gutheissung der Beschwerde ist die angefochtene Verfügung vom 11. Mai 2016 

aufzuheben und dem Beschwerdeführer mit Wirkung ab 1. Mai 2011 eine Viertelsrente 

zuzusprechen. Zur Festsetzung und Ausrichtung der Rentenleistung ist die Sache an 

die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

4.2  Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint 

als angemessen. Die Beschwerdegegnerin hat ausgangsgemäss die gesamte 

Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. Der vom Beschwerdeführer geleistete 

Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist ihm zurückzuerstatten.

4.3  Bei diesem Verfahrensausgang hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine 

Parteientschädigung. Diese ist vom Gericht ermessensweise festzusetzen, wobei 

insbesondere der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand Rechnung zu tragen 

ist (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). In der vorliegenden 

Streitsache erscheint mit Blick auf die eingeschränkte Streitfrage eine 

Parteientschädigung von pauschal Fr. 3'000.-- (einschliesslich Barauslagen und 

Mehrwertsteuer) angemessen.

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1. 

In Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung vom 11. Mai 2016 aufgehoben und 

dem Beschwerdeführer mit Wirkung ab 1. Mai 2011 eine Viertelsrente zugesprochen. 

Zur Festsetzung und Ausrichtung der Rentenleistung wird die Sache an die 

Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

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2. 

Die Beschwerdegegnerin hat eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.00 zu bezahlen. Der vom 

Beschwerdeführer geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.00 wird diesem 

zurückerstattet.

3. 

Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung von Fr. 

3'000.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

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