# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9ff9626d-fcf9-5427-980a-667197f476ac
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-10-17
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 17.10.2008 E-6444/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-6444-2008_2008-10-17.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-6444/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 7 .  O k t o b e r  2 0 0 8

Einzelrichterin Marianne Teuscher, 
mit Zustimmung von Richterin Gabriela Freihofer;
Gerichtsschreiber Marco Abbühl.

A._______, Somalia,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung;
Verfügung des BFM vom 6. Oktober 2008 / N_______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-6444/2008

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass der Beschwerdeführer eigenen Angaben zufolge seinen Heimat-
staat  am 20. Juni 2007 verliess und über Äthiopien, den Sudan und 
Libyen zunächst nach Italien gelangte, bevor er am 1. August 2008 ille-
gal in die Schweiz einreiste, wo er am 2. August 2008 am Hauptbahn-
hof Zürich anlässlich einer Personenkontrolle durch die Kantonspolizei 
angehalten wurde,

dass der Beschwerdeführer am 4. August 2008 durch die Kantonspoli-
zei  Zürich  dem Empfangs-  und  Verfahrenszentrum B._______ zuge-
führt wurde, wo er am gleichen Tag um Asyl nachsuchte,

dass er  anlässlich der Kurzbefragung im Empfangs- und  Verfahrens-
zentrum B._______ vom 15. August 2008 sowie der direkten Anhörung 
vom  22.  September  2008  zur  Begründung  des  Asylgesuchs  im 
Wesentlichen  geltend  machte,  er  sei  somalischer  Staatsbürger  mit 
letztem Wohnsitz in C._______,

dass es in seinem Heimatstaat  keine Sicherheit  und keine Zukunfts-
aussicht gebe,

dass sein Vater im Jahre 1995 bei einem Überfall von Banditen getötet 
worden sei,

dass sein Bruder ein Mitglied der islamischen Untergrundwiderstands-
kämpfer gewesen und im Mai 2007 von äthiopischen und somalischen 
Soldaten verschleppt und umgebracht worden sei,

dass er und die übrigen Familienmitglieder verschont geblieben seien 
und er nie Probleme mit  Behörden oder Organisationen gehabt oder 
sich politisch oder religiös betätigt habe, 

dass die jungen Leute in seinem Heimatstaat verfolgt und massakriert 
würden,  weshalb  seine  Mutter  ihm vorgeschlagen  habe,  er  solle  zu 
seiner Sicherheit ausreisen,

dass er seinen Heimatstaat am 20. Juni 2007 verlassen und sich wäh-
rend zweier Monate in Addis Abeba, Äthiopien aufgehalten habe, be-
vor er sich in den Sudan begeben habe,

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dass er seine Frau auf der Fahrt nach Khartum getroffen und dort an-
schliessend drei Monate verbracht habe,

dass sie gemeinsam nach Libyen gereist seien und sich dort zunächst 
in Koufra und später in Tripolis aufgehalten hätten, bevor sie nach ei-
nem  Aufenthalt  von  zwei  Monaten  und  zwanzig  Tagen  mit  einem 
Schmugglerboot nach Lampedusa, Italien, gelangt seien,

dass er am 24. Februar 2008 in Italien ein Asylgesuch gestellt  habe 
und nach vier  Tagen in  ein Lager  nach D._______ gebracht  worden 
sei, wo er die nächsten vier Monate verbracht habe,

dass  er  und  seine  Frau  sodann  eine  Aufenthaltserlaubnis 
(„Soggiorno“) erhalten hätten, worauf sie sich nach E._______ hätten 
begeben müssen,

dass er Beschwerde erheben möchte wegen der Lebensumstände als 
Asylbewerber in Italien,

dass  er  und  seine  Frau  in  E._______  völlig  mittellos  und  ohne 
Unterkunft gelebt hätten,

dass seine Frau im siebten Schwangerschaftsmonat ihr Kind verloren 
habe und sie ohne Hilfe ganz auf sich alleine gestellt gewesen seien, 
worauf sie beschlossen hätten, Italien zu verlassen,

dass – im Falle einer Rückkehr in den Heimatstaat – die fluchtbegrün-
denden Umstände nach wie vor bestehen würden und er immer noch 
mit dem brutalen Mord an seinem Bruder konfrontiert werde,

dass das BFM mit Verfügung vom 6. Oktober 2008 in Anwendung von 
Art.  34  Abs.  2  Bst.  a  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni 1998  (AsylG, 
SR 142.31) auf  das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht  eintrat 
und die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug anordnete,

dass  das  BFM  zur  Begründung  im  Wesentlichen  anführte,  der  Be-
schwerdeführer habe sich vor seiner Einreise in die Schweiz mit einem 
„Permesso di Soggiorno per Stranieri“ in Italien aufgehalten und Italien 
habe einer Rückübernahme zugestimmt,

dass Italien vom Bundesrat als sicherer Drittstaat bezeichnet worden 
sei  und  der  Beschwerdeführer  sodann  keine  Gründe  vorgebracht 

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habe, welche die Vermutung der Beachtung des Non-refoulement-Ge-
botes vorliegend widerlegen könnten,

dass keine Angehörigen oder Personen, zu denen der Beschwerdefüh-
rer eine enge Beziehung habe, in der Schweiz leben würden,

dass  die  Aussage  des  Beschwerdeführers,  er  habe  seine  Frau  am 
Bahnhof  Zürich aus den Augen verloren,  bisher  nicht  habe bestätigt 
werden  können  und  er  zudem  widersprüchliche  Angaben  gemacht 
habe, wann und wo sie sich aus den Augen verloren hätten,

dass seine Flüchtlingseigenschaft sodann nicht offensichtlich zu Tage 
trete, zumal der Beschwerdeführer keine konkreten, gezielt gegen ihn 
gerichtete Verfolgungshandlungen geltend gemacht habe und auch in 
naher Zukunft nicht mit solchen zu rechnen sei,

dass die blosse Befürchtung, er könnte irgendwann für den Krieg ein-
gezogen werden sodann nicht geeignet sei, die Flüchtlingseigenschaft 
gemäss Art. 3 AsylG zu begründen,

dass keine Hinweise bestehen würden, dass in Italien keinen effekti-
ven Schutz vor Rückschiebung im Sinne von Art. 5 Abs. 1 AsylG beste-
he,

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 10. Oktober 2008 gegen 
diesen Entscheid  beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhob 
und dabei  beantragte,  es sei  die Verfügung des BFM vollumfänglich 
aufzuheben,  es sei  die Sache zur  Prüfung des Asylgesuchs an das 
BFM zurückzuweisen, es sei ihm die unentgeltliche Rechtspflege ge-
mäss  Art.  65  Abs.  1  des  Bundesgesetzes  vom  20. Dezember 1968 
über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) zu gewähren und 
es sei auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten,

dass die vorinstanzlichen Akten am 13. Oktober 2008 beim Bundes-
verwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden ge-
gen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des BFM entscheidet (Art. 105 AsylG 

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i.V.m.  Art. 31-34 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
[VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes 
vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung berührt 
ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungswei-
se  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legiti-
miert ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass somit auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ein-
zutreten ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 50 und 52 VwVG),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art. 32-35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Be-
schwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass sich demnach die Beschwerdeinstanz - sofern sie den Nichtein-
tretensentscheid als unrechtmässig erachtet - einer selbständigen ma-
teriellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und die 
Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (vgl. Ent-
scheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskom-
mission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.),

dass  die  Vorinstanz  demgegenüber  die  Frage  der  Wegweisung  und 
des  Vollzugs  materiell  zu  prüfen  hat,  weshalb  dem  Bundesverwal-
tungsgericht diesbezüglich volle Kognition zukommt,

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterli-
cher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  bezie-
hungsweise einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e 
AsylG) und es sich vorliegend,  wie nachfolgend aufgezeigt,  um eine 
solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu 
begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

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dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrif-
tenwechsel verzichtet wurde,

dass der  Beschwerdeführer  ausführt,  da  die Beschwerdefrist  extrem 
kurz  bemessen  sei  und  ihm zudem im EVZ keine  genügende  Infra-
struktur zur Verfügung stehe, sehe er sich ausser Stande, hier seine 
Fluchtgründe im Detail wiederzugeben, 

dass ihm innert Beschwerdefrist kein Zugang zu freiberuflichen Anwäl-
ten  möglich  sei  und  er  diese  mangels  Mitteln  auch  nicht  bezahlen 
könnte,

dass er deshalb das Bundesverwaltungsgericht bitte, sich für die Beur-
teilung seiner Beschwerde auf die Akten zu stützen, d.h. insbesondere 
die Protokolle der Befragungen,

dass er angesichts der rechtsstaatlich bedenklich kurzen Beschwerde-
frist  und  der  geschilderten  Lage  im  EVZ darum  bitte,  den  Untersu-
chungsgrundsatz  mit  grösstmöglichem  Wohlwollen  nachzukommen 
und sich ein von der Wertung der Vorinstanz unabhängiges Bild seiner 
Akten zu machen,

dass diesen Anliegen mit der materiellen Behandlung der vorliegenden 
Beschwerde nachgekommen wird,

dass gemäss der Verordnung des EJPD zum Betrieb von Unterkünften 
des Bundes im Asylbereich vom 24. November 2007 (SR 142.311.23) 
den  Asylsuchenden  Telefonautomaten  zur  Verfügung  stehen  (Art. 7 
Abs.  1)  und  ihnen  auch  die  Nutzung  von  Telefaxgeräten  ermöglicht 
wird, sofern dies für die Kontaktaufnahme mit einer Rechtsberatungs-
stelle oder Rechtsvertretung erforderlich ist (Art. 7 Abs. 2), 

dass ferner in den Unterkünften des Bundes Listen mit Adressen von 
Rechtsberatungsstellen  und  Rechtsvertretungen  frei  zugänglich  sind 
(Art. 7 Abs. 2) und der persönliche Kontakt zwischen der Rechtsvertre-
tung oder Rechtsberatung und ihrer Mandantin oder ihrem Mandanten 
während den Besuchszeiten ermöglicht wird (Art. 9 Abs. 2),

dass  der  Beschwerdeführer  nicht  geltend  macht,  diese  Vorschriften 
würden im EVZ B._______ generell  oder in Bezug auf seine Person 
nicht eingehalten,

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dass er auch nicht darlegt, aus welchen Gründen er trotz der grund-
sätzlich bestehenden Möglichkeit, einen Rechtsvertreter zu konsultie-
ren, nicht in der Lage gewesen sein soll, dies zu tun,

dass mithin nicht ersichtlich ist, inwiefern dem Beschwerdeführer auf-
grund der Beschwerdefrist von fünf Arbeitstagen (vgl. Art. 108 Abs. 2 
AsylG) konkret ein Rechtsnachteil erwachsen sein soll, zumal er offen-
sichtlich in der Lage war, innerhalb von fünf Arbeitstagen Beschwerde 
zu erheben (vgl. auch EMARK 2004 Nr. 25 E. 3c S. 165 ff.),

dass sich der Beschwerdeführer zwar Ergänzungen und weitere Aus-
führungen  zur  Beschwerde  ausdrücklich  vorbehält,  solche  indessen 
bis heute (vgl. Art. 32 Abs. 2 VwVG) nicht nachgereicht wurden,

dass das BFM in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. a AsylG auf das 
Aylgesuch des Beschwerdeführers vom 4. August 2008 nicht eingetre-
ten ist und die Wegweisung und den Vollzug angeordnet hat,

dass gemäss den revidierten, am 1. Januar 2008 in Kraft getretenen 
Bestimmung von Art. 34 Abs. 2 Bst. a AsylG auf Asylgesuche in der 
Regel  nicht  eingetreten  wird,  wenn  Asylsuchende  in  einen  sicheren 
Drittstaat  nach Art. 6a Abs. 2 Bst. b AsylG zurückkehren können, in 
welchem sie sich vorher aufgehalten haben,

dass der Bundesrat gemäss Art. 6a Abs. 2 Bst. b AsylG Staaten, in de-
nen nach seinen Feststellungen effektiver Schutz vor Rückschiebung 
im Sinne von Art. 5 Abs. 1 AsylG besteht, als sichere Drittstaaten be-
zeichnet,

dass  Italien  (und  ebenso  alle  anderen  EU-  und  EFTA Staaten)  am 
14. Dezember 2007 vom Bundesrat als sicherer Drittstaat bezeichnet 
worden ist,

dass der Beschwerdeführer sich vor seiner Einreise in die Schweiz in 
Italien  aufgehalten  hat  und  er  dort  von  den  Behörden  erkennungs-
dienstlich erfasst worden ist und auch einen Aufenthaltstitel (Permesso 
di Soggiorno per Stranieri) erhalten hat,

dass der Beschwerdeführer nach Italien als sicheren Drittstaat zurück-
kehren kann, da dessen Behörden am 15. September 2008 gegenüber 
der Schweiz die Rückübernahme zugesichert haben,

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dass nach Art. 34 Abs. 3 AsylG die Bestimmung von Abs. 2 dieses Ar-
tikels sodann keine Anwendung findet, wenn Personen, zu denen die 
asylsuchende Person enge Beziehungen hat, oder nahe Angehörige in 
der Schweiz leben (Bst. a), die asylsuchende Person offensichtlich die 
Flüchtlingseigenschaft nach Art. 3 AsylG erfüllt (Bst. b) oder Hinweise 
darauf  bestehen,  dass im Drittstaat  kein  effektiver  Schutz  vor Rück-
schiebung nach Art. 5 Abs. 1 AsylG besteht (Bst. c),

dass der Beschwerdeführer in  seiner Beschwerde geltend macht,  er 
habe seine Frau am Bahnhof Zürich aus den Augen verloren, nachdem 
er dort von der Polizei angehalten worden sei,

dass der Beschwerdeführer dazu – wie bereits vom BFM in seiner Ver-
fügung vom 6. Oktober 2008 festgestellt – anlässlich der Einvernahme 
durch die Kantonspolizei Zürich vom 2. August 2008 sowie im Rahmen 
der  Kurzbefragung im Empfangs-  und  Verfahrenszentrum B._______ 
vom 15. August 2008 widersprüchliche Aussagen gemacht hat,

dass der Beschwerdeführer diesen Widerspruch nicht zu erklären ver-
mochte, weshalb seine diesbezüglichen Vorbringen als unglaubhaft zu 
betrachten sind,

dass der Beschwerdeführer sodann vorbringt, ein Verwandter namens 
F._______,  mit  welchem  er  in  die  Schweiz  gereist  sei,  halte  sich 
ebenfalls in der Schweiz auf,

dass es sich dabei gemäss unbestrittenen Feststellungen des BFM um 
einen Verwandten dritten Grades handelt,

dass als "nahe Angehörige" gemäss konstanter Praxis der schweizeri-
schen Asylbehörden  Ehegatten und deren  minderjährige  Kinder  gel-
ten, wobei Partnerinnen und Partner sowie die in dauernder eheähnli-
cher  Gemeinschaft  zusammenlebenden  Personen  den  Ehegatten 
gleichgestellt werden (vgl. EMARK 2000 Nr. 4 E. 5b S. 41 f. sowie Art. 
1 Bst. e AsylV 1),

dass die fragliche Person somit nicht als naher Angehöriger im Sinne 
der erwähnten Rechtsprechung gilt,

dass den schweizerischen Asylbehörden sodann weder konkrete An-
gaben vorliegen, dass sich besagte Person tatsächlich in der Schweiz 
befindet, noch dass der Beschwerdeführer zu ihr irgendwelche Bezie-

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hungen unterhält,

dass  der  Beschwerdeführer  schliesslich  zu  Protokoll  gab,  er  selbst 
habe weder Probleme gehabt, noch habe er sich politisch oder religiös 
betätigt (vgl. A1/ S. 6 und A17/ S. 5),

dass er zur Asylbegründung vielmehr die prekäre sicherheitspolitische 
Lage sowie die schlechte Wirtschaftslage im Heimatstaat anführte und 
er  befürchte,  irgendwann für  den  Krieg  eingezogen  zu  werden  (vgl. 
A17/ a.a.O.),

dass Kriegsflüchtlinge nicht durch das Flüchtlings- und Asylrecht ge-
schützt sind, da dieses nicht zur Aufgabe hat, vor den allgemeinen un-
glücksfolgen zu bewahren, die aus Krieg, Bürgerkrieg, Revolution oder 
sonstigen Unruhen hervorgehen,

dass allgemeine Unsicherheit,  die  Einschränkung von Grundrechten, 
eine  schlechte  Versogungslage  et  cetera  die  gesamte  Bevölkerung 
treffen, und zwar nicht wegen ihrer Rasse, Religion oder ihren politi-
schen Anschauungen,

dass es für die Anerkennung als Flüchtling nicht genügt, vorzubringen, 
man stamme aus einem Kriegsgebiet, 

dass nur als Flüchtling anerkannt wird, wer bereits erlittene, gezielt ge-
gen  seine  Person  gerichtete,  konkrete  Nachteile,  beziehungsweise 
eine  begründete  Furcht,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu  werden, 
glaubhaft  machen  kann  (vgl.  zum  Ganzen:  ACHERMANN/HAUSAMMANN, 
Handbuch des Asylrechts, Bern/Stuttgart 1991, S. 93 und 107),

dass die Vorbringen des Beschwerdeführers nach dem Gesagten we-
gen  fehlender  Asylrelevanz  den  Anforderungen  an  die  Flüchtlingsei-
genschaft gemäss Art. 3 AsylG nicht genügen und auch die Argumen-
tation in der Beschwerdeschrift nichts enthält, was als Indiz für die of-
fensichtliche Erfüllung der Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 34 
Abs. 2 Bst. b AsylG betrachtet werden könnte,

dass  der  Beschwerdeführer  sodann  keine Vorbringen  geltend  macht 
und auch sonst keine Hinweise vorliegen, ihm drohe bei einer Rück-
kehr nach Italien eine Verletzung des Non-refoulement-Gebots,

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dass der Beschwerdeführer schliesslich geltend macht, seine Frau sei 
anlässlich  der  angeblich  erlittenen  Fehlgeburt  am  Bahnhof  in 
E._______  fast  verblutet,  weil  sie  keine  Hilfe  hätten  organisieren 
können,

dass diese Vorbringen jedoch weder die Frage der Flüchtlingseigen-
schaft  noch die Frage der Gewährung effektiven Schutzes vor Rück-
schiebung nach Art. 5 Abs. 1 AsylG betreffen, sondern im Rahmen der 
Prüfung  der  Zumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  abzuhandeln 
sind,

dass auf die übrigen Vorbringen in der Beschwerde nicht näher einge-
gangen wird, zumal  diese nicht zu einer anderen Beurteilung führen 
können,

dass das BFM demnach in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. a AsylG 
zu Recht auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten 
ist,

dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegwei-
sung aus der Schweiz zur Folge hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend 
der Kanton keine Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein An-
spruch auf Erteilung einer solchen besteht (vgl. EMARK 2001 Nr. 21), 
weshalb  die  verfügte  Wegweisung im Einklang  mit  den gesetzlichen 
Bestimmungen steht und demnach vom Bundesamt zu Recht angeord-
net wurde,

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzli-
chen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern re-
gelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar 
oder nicht möglich ist  (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bun-
desgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]), 

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  in  Beachtung  der  massgebenden 
völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, da der Be-
schwerdeführer in einen Drittstaat reisen kann, in dem er Schutz vor 
Rückschiebung im Sinne von Art. 5 Abs. 1 AsylG findet, 

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumut-
bar erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von 

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Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizini-
scher Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass  der  Beschwerdeführer  in  seiner  Beschwerde  vom 10.  Oktober 
2008 –  unter  Berufung auf  die  angebliche Fehlgeburt  seiner  Frau – 
sinngemäss  mangelnde  Hilfeleistung  und  Unterstützung  der  italieni-
schen Behörden geltend macht,

dass die EU-Kommission in der Schlussfolgerung ihres Berichtes vom 
26. November 2007 (KOM [2007] 745) über die Anwendung der Richtli-
nie 2004/83/EG des Rates vom 29. April 2004 festhält, dass die Richt-
linie in den meisten Mitgliedstaaten zufriedenstellend umgesetzt wor-
den sei und lediglich einige horizontale Fragen nicht ordnungsgemä-
sser Umsetzung oder falscher Anwendung der Richtlinie ermittelt wor-
den seien, die Kommission jedoch alle Fälle, in denen es Probleme bei 
der  Anwendung  gegeben  habe,  prüfen und ihnen  nachgehen werde 
(vgl. KOM [2007] 745 S. 11),

dass nach dem Gesagten nicht davon ausgegangen werden muss, der 
Beschwerdeführer sei bei einer Rückführung nach Italien konkret ge-
fährdet,

dass  schliesslich  weder  die  in  Italien  herrschende  allgemeine  Lage 
noch individuelle Gründe auf eine konkrete Gefährdung im Falle eines 
Vollzugs  der  Wegweisung des Beschwerdeführers  nach  Italien  spre-
chen, weshalb der Wegweisungsvollzug vorliegend zumutbar ist,

dass der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers nach Italien 
schliesslich  möglich  ist,  da  keine  Vollzugshindernisse  bestehen 
(Art. 83 Abs. 2 AuG) und die italienischen Behörden die Rückübernah-
me zugesichert haben,

dass nach dem Gesagten der vom BFM verfügte Vollzug der Wegwei-
sung zu bestätigen ist,

dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt 
oder unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde ab-
zuweisen ist, 

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dass das mit der Beschwerde gestellte Gesuch um Gewährung der un-
entgeltlichen Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG abzuweisen 
ist, da die Begehren – wie sich aus den vorliegenden Erwägungen er-
gibt – als von vornherein aussichtslos zu bezeichnen waren, weshalb 
die kumulativen Voraussetzungen für  die Gewährung der unentgeltli-
chen Rechtspflege nicht erfüllt sind,

dass  bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von Fr. 600.-- 
(Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2])  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  sind  (Art. 63 
Abs. 1 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege gemäss 
Art. 65 Abs. 1 VwVG wird abgewiesen.

3.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.--  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- den  Beschwerdeführer  durch  Vermittlung  des  Empfangs-  und 
Verfahrenszentrums  B._______  (Einschreiben,  Beilage:  Einzah-
lungsschein)

- das  BFM,  Empfangs-  und  Verfahrenszentrum  B._______  (per 
Telefax zu den Akten Ref.-Nr. N_______, mit der Bitte um Eröffnung 
des  Urteils  an  den  Beschwerdeführer  und  um  Zustellung  der 
beiliegenden  Empfangsbestätigung  an  das  Bundesverwaltungs-
gericht)

- das Migrationsamt des Kantons G._______ (per Telefax)

Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber:

Marianne Teuscher Marco Abbühl

Versand: 

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