# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6dae8fbd-3e3e-5c36-9fd1-7e8bf0d6e3cb
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-06-13
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 13.06.2019 725 19 35/148
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_725-19-35-148_2019-06-13.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 13. Juni 2019 (725 19 35 / 148) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Unfallversicherung 

 

 

Prüfung des Anspruchs auf Integritätsentschädigung bei einer Verletzung der Symphyse 

 

 
 
 
Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichterin Elisabeth Berger 

Götz, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiberin Gisela 
Wartenweiler 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Christine Fleisch, Rechts-
anwältin LL.M., Meier, Fingerhuth, Fleisch, Häberli, Lutherstrasse 36, 
8004 Zürich 

  
 
gegen 
 
 

 Suva, Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern, Beschwerde-
gegnerin 
 

  
  
Betreff Leistungen  

 
 
A. Der 1959 geborene A.____ arbeitete von März 2002 bis Juni 2017 als Isolierspengler 
bei der B.____ AG und war durch seine Arbeitgeberin bei der Schweizerischen Unfallversiche-
rungsanstalt (Suva) obligatorisch gegen Unfallfolgen versichert. Am 15. Juli 2014 verunfallte er 
in der Türkei mit dem Auto als Beifahrer und zog sich dabei Verletzungen im Bereich des Beckens 

 

 
 
Seite 2   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

zu. Für dieses Ereignis erbrachte die Suva die gesetzlichen Versicherungsleistungen. Mit Verfü-
gung vom 26. Oktober 2018 sprach sie dem Versicherten eine Invalidenrente bei einem Erwerbs-
unfähigkeitsgrad von 14 % ab 1. Dezember 2018 zu. Die Ausrichtung einer Integritätsentschädi-
gung lehnte sie mangels erheblicher Integritätseinbusse ab. Die dagegen erhobene Einsprache 
hiess die Suva mit Entscheid vom 17. Dezember 2018 in dem Sinne teilweise gut, als sie den 
Invaliditätsgrad von 14 % auf 23 % erhöhte. Im Übrigen wies sie die Einsprache ab. 
 
B. Hiergegen erhob A.____, vertreten durch Rechtsanwältin Christine Fleisch, am 31. Ja-
nuar 2019 Beschwerde ans Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsge-
richt). Darin beantragte er, es sei ihm in Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheides 
für die Folgen des Unfallereignisses vom 15. Juli 2014 eine angemessene Integritätsentschädi-
gung zuzusprechen. Dabei sei die Frage der Höhe des Integritätsschadens durch die Suva gut-
achterlich abklären zu lassen; unter o/e-Kostenfolge. In der Begründung beanstandete er im We-
sentlichen die Beweistauglichkeit der kreisärztlichen Beurteilungen von Dr. med. C.____, FMH 
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, vom 18. September 
2018 und 8. November 2018. Gemäss den Berichten der behandelnden Ärzte, Dr. med. D.____, 
Oberarzt Orthopädie und Traumatologie des Spitals E.____, und PD Dr. med. F.____, Leitender 
Arzt der Orthopädie und Traumatologie, Spitals E.____, vom 6. Dezember 2017 leide der Versi-
cherte an einer Instabilität der Symphyse. Diese Verletzung führe zu einem bleibenden Funkti-
onsverlust, weshalb eine Integritätsentschädigung geschuldet sei.   
 
C.  In ihrer Vernehmlassung vom 18. April 2019 beantragte die Suva die Abweisung der 
Beschwerde.  
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 
1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 
Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, dessen Bestimmungen gemäss Art. 2 
ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) 
vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einspracheent-
scheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantonalen Versicherungsgericht Beschwerde 
erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 ATSG das Versicherungsgericht desjenigen Kantons, 
in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung ihren Wohnsitz hat. Vorliegend 
befindet sich dieser in X.____, weshalb die örtliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts Basel-
Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Ver-
waltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versi-
cherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Einsprache-
entscheide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Es ist somit auch sachlich zur Be-
handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die - im Übrigen frist- und formgerecht 
erhobene - Beschwerde des Versicherten vom 31. Januar 2019 ist demnach einzutreten.  
 
2. Mit Verfügung vom 26. Oktober 2018 sprach die Suva dem Versicherten für die verblei-
benden Beeinträchtigungen aus dem Unfallereignis vom 15. Juli 2014 mit Wirkung ab 1. Dezem-

 

 
 
Seite 3   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

ber 2018 eine Invalidenrente, aber keine Integritätsentschädigung zu. Die vom Versicherten hier-
gegen erhobene Einsprache hiess die Suva teilweise gut, indem sie den Invaliditätsgrad von 14 
% auf 23 % erhöhte. Weiterhin lehnte sie den Anspruch auf eine Integritätsentschädigung ab. Die 
vorliegende Beschwerde vom 31. Januar 2019 richtet sich ausschliesslich gegen die Verneinung 
eines Anspruchs auf eine Integritätsentschädigung. Darüber hinaus enthält sie keine Anhalts-
punkte, dass der Versicherte zusätzlich auch die Höhe der Invalidenrente, wie sie im angefoch-
tenen Einspracheentscheid festgesetzt worden war, anfechten wollte. Im Lichte der bundesge-
richtlichen Rechtsprechung zum Rügeprinzip und zur Frage der Teilrechtskraft von nicht ange-
fochtenen Entscheidbestandteilen (BGE 125 V 413, 119 V 347 ff.) ist somit festzuhalten, dass 
der Einspracheentscheid vom 17. Dezember 2018 bezüglich der darin festgesetzten Invaliden-
rente mangels Anfechtung in (Teil-) Rechtskraft erwachsen ist. Streitgegenstand des vorliegen-
den Beschwerdeverfahrens bildet somit einzig der Anspruch des Versicherten auf eine Integri-
tätsentschädigung.  
 
3.1 Gemäss Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine angemessene 
Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der 
körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität erleidet. Nach Art. 36 Abs. 1 der Verordnung 
über die Unfallversicherung (UVV) vom 20. Dezember 1982 gilt ein Integritätsschaden als dau-
ernd, wenn er voraussichtlich während des ganzen Lebens mindestens in gleichem Umfang be-
steht (Satz 1); er ist erheblich, wenn die körperliche, geistige oder psychische Integrität, unab-
hängig von der Erwerbsfähigkeit, augenfällig oder stark beeinträchtigt wird (Satz 2). 
 
3.2 Laut Art. 25 Abs. 1 UVG wird die Integritätsentschädigung in Form einer Kapitalleistung 
gewährt. Die Bemessung der Integritätsentschädigung richtet sich nach der Schwere des Integ-
ritätsschadens, wobei sie den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten Jahresver-
dienstes nicht übersteigen darf. Diese beurteilt sich nach dem medizinischen Befund. Bei glei-
chem medizinischem Befund ist der Integritätsschaden für alle Versicherten gleich; er wird abs-
trakt und egalitär bemessen. Die Integritätsentschädigung der Unfallversicherung unterscheidet 
sich daher von der privatrechtlichen Genugtuung, mit welcher der immaterielle Nachteil individuell 
unter Würdigung der besonderen Umstände bemessen wird. Es lassen sich im Gegensatz zur 
Bemessung der Genugtuungssumme im Zivilrecht (BGE 112 II 133 E. 2) ähnliche Unfallfolgen 
miteinander vergleichen und auf medizinischer Grundlage allgemein gültige Regeln zur Bemes-
sung des Integritätsschadens aufstellen; spezielle Behinderungen der betroffenen Person durch 
den Integritätsschaden bleiben dabei unberücksichtigt. Die Bemessung des Integritätsschadens 
hängt somit nicht von den besonderen Umständen des Einzelfalles ab; auch geht es bei ihm nicht 
um die Schätzung erlittener Unbill, sondern um die medizinisch-theoretische Ermittlung der Be-
einträchtigung der körperlichen oder geistigen Integrität, wobei subjektive Faktoren ausser Acht 
zu lassen sind (BGE 115 V 147 E. 1, 113 V 221 E. 4b mit Hinweisen; RKUV 2001 Nr. U 445 S. 
555 ff.). 
 
3.3 Nach Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung der Entschädigung. Von 
dieser Befugnis hat er in Art. 36 UVV Gebrauch gemacht, im Anhang 3 zur UVV Richtlinien für 
die Bemessung der Integritätsschäden aufgestellt und in einer als gesetzmässig erkannten, nicht 

 

 
 
Seite 4   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

abschliessenden Skala (BGE 124 V 32 E. 1b mit Hinweisen) wichtige und typische Schäden pro-
zentual gewichtet (RKUV 2004 Nr. U 514 S. 416). Für die darin genannten Integritätsschäden 
entspricht die Entschädigung im Regelfall dem angegebenen Prozentsatz des Höchstbetrages 
des versicherten Verdienstes (Ziff. 1 Abs. 1). Die Entschädigung für spezielle oder nicht aufge-
führte Integritätsschäden wird nach dem Grad der Schwere vom Skalenwert abgeleitet (Ziff. 1 
Abs. 2). Integritätsschäden, die gemäss der Skala 5 % nicht erreichen, geben keinen Anspruch 
auf Entschädigung (Ziff. 1 Abs. 3). Die völlige Gebrauchsunfähigkeit eines Organs wird dem Ver-
lust gleichgestellt; bei teilweisem Verlust und teilweiser Gebrauchsunfähigkeit wird der Integri-
tätsschaden entsprechend geringer, wobei die Entschädigung jedoch ganz entfällt, wenn der In-
tegritätsschaden weniger als 5 % des Höchstbetrages des versicherten Verdienstes ergäbe (Ziff. 
2). 
 
3.4 Die Medizinische Abteilung der Suva hat in Weiterentwicklung der bundesrätlichen Skala 
weitere Bemessungsgrundlagen in tabellarischer Form (sog. Feinraster) erarbeitet. Diese von der 
Verwaltung herausgegebenen Tabellen stellen zwar keine Rechtssätze dar und sind für die Par-
teien und das Gericht nicht verbindlich, umso mehr als Ziff. 1 von Anhang 3 zur UVV bestimmt, 
dass der in der Skala angegebene Prozentsatz des Integritätsschadens für den Regelfall gilt, 
welcher im Einzelfall Abweichungen nach unten wie nach oben ermöglicht. Soweit sie jedoch 
lediglich Richtwerte enthalten, mit denen die Gleichbehandlung aller Versicherten gewährleistet 
werden soll, sind sie mit dem Anhang 3 zur UVV vereinbar (BGE 124 V 32 E. 1c, 116 V 157 E. 
3a). 
 
4.1 Bei der Bestimmung des Schweregrades einer gesundheitlichen Beeinträchtigung handelt 
es sich um eine Tatfrage, für deren Beantwortung Verwaltung und Gerichte auf fachärztliche Un-
terstützung angewiesen sind. Dem Gericht ist es nicht möglich, die Beurteilung aufgrund der ak-
tenkundigen Diagnosen selber vorzunehmen, da die Ausschöpfung des in den Tabellen offen 
gelassenen Bemessungsspielraums entsprechende Fachkenntnisse voraussetzt und von einem 
medizinischen Laien eine zuverlässige Zuordnung nicht erwartet werden kann. Die Beurteilung 
der einzelnen Integritätseinbussen obliegt somit den ärztlichen Sachverständigen (Urteil des Bun-
desgerichts vom 2. Juni 2010, 8C_62/2010, E. 3.2). 
 
4.2 Das Gericht hat die ärztlichen Unterlagen sodann nach dem für den Sozialversicherungs-
prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle ande-
ren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 
pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit-
tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob 
die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestat-
ten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess 
nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, wa-
rum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Be-
weiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange 
umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berück-
sichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der me-
dizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und 

 

 
 
Seite 5   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 
E. 5.1, 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 
 
4.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte 
und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführliche Zusam-
menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch 
BGE 135 V 465 E. 4.4 und 4.5). So kommt beispielsweise Berichten und Gutachten versiche-
rungsinterner Fachpersonen nicht derselbe Beweiswert zu wie einem im Verfahren nach Art. 44 
ATSG eingeholten Gutachten externer Fachpersonen oder gar wie einem Gerichtsgutachten. An 
die Beweiswürdigung sind deshalb strenge Anforderungen zu stellen, wenn ein Versicherungsfall 
ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden soll. Bestehen auch nur geringe 
Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststel-
lungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 465 E. 4.4 am Ende, mit 
Hinweis; Urteil des Bundesgerichts vom 26. März 2015, 8C_879/2014, E. 5.3). 
 
5.1 Die Suva sprach dem Versicherten im angefochtenen Entscheid keine Integritätsent-
schädigung zu. Sie stützte sich dabei auf die Beurteilungen des Kreisarztes Dr. C.____. Dieser 
diagnostizierte am 18. September 2018 nach einer persönlichen Untersuchung des Versicherten 
eine Verletzung der Symphyse mit Partialruptur im Bereich der Aponeurose (= Sehnenplatte) der 
Rektus- und Adduktorenmuskulatur links. Im Befund hielt er fest, dass eine Druckschmerzhaf-
tigkeit im Bereich der Leisten und der Symphyse bestehe. Beim Gehversuch falle ein breitbeini-
ges Gangbild auf. Die Abrollfunktion der Füsse sei regelrecht. Der Versicherte sei imstande, den 
Zehenspitzen- und den Hackenstand beidseits durchzuführen, wenn er sich an einem Stuhl ab-
stützen könne. Es gebe keine Anhaltspunkte für peripher sensomotorische Defizite bei den unte-
ren Extremitäten. Objektiv sei eine Aufweitung der Symphyse nachweisbar. Subjektiv beständen 
vor allem Beschwerden bei Belastungssituationen. Aufgrund der Situation der Symphyse und des 
partiellen Abrisses der Rektus- und Adduktorenmuskulatur könne der Versicherte seine ange-
stammte Tätigkeit als Isolierspengler nicht mehr im bisherigen Umfang ausüben. Es sei ihm je-
doch die Ausübung einer leichten bis mittelschweren, wechselbelastenden Verweistätigkeit zu-
mutbar. Dabei müsse er mehr sitzen, als stehen oder gehen und die Arbeitsposition frei wählen 
können. Das Besteigen von Leitern und Gerüsten, das Knien, das Arbeiten in absturzgefährden-
den Positionen oder in Zwangshaltungen seien nicht mehr möglich. Da der Integritätsschaden 
unter der Erheblichkeitsgrenze von 5 % liege, sei keine Integritätsentschädigung geschuldet. Auf-
grund des hohen Risikos sei eine Verplattung der Symphyse und ein operatives Vorgehen nicht 
indiziert. In seiner Beurteilung vom 8. November 2018 führte Dr. C.____ mit Verweis auf seine 
Untersuchungsergebnisse vom 18. September 2018 aus, dass der Versicherte lediglich eine 
leicht eingeschränkte Beweglichkeit in der Flexion und Extension sowie bei der Aussen- und In-
nenrotation der beiden Hüftgelenke und eine Druckschmerzhaftigkeit im Bereich der Leisten ge-
zeigt habe. Von der funktionellen Anatomie her könne die geringgradige Einschränkung der Hüft-
gelenksbeweglichkeit nicht mit einer Verletzung der Symphyse begründet werden, habe er doch 
regelrecht die Füsse abrollen und den Zehenspitzen- und Hackenstand mit Abstützen an einem 
Stuhl durchführen können. Aufgrund der klinischen und bildgebenden Befunde könne auch nicht 
von einer Instabilität im Bereich des Symphyse oder des Beckens ausgegangen werden. Was die 

 

 
 
Seite 6   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

bildgebend ausgewiesene Aufweitung des Symphysenspaltes von 5 mm (7 mm ossär) anbe-
lange, sei anzumerken, dass die Varianz der Distanz geschlechtsspezifisch sei und individuell 
eine grosse Spannbreite umfasse. Da der Versicherte keine klinischen und radiologischen Insta-
bilitätskriterien im Bereich der Symphyse und des Beckens erfülle sowie keine funktionellen Ein-
schränkungen aufgrund der Symphyseaufweitung habe, halte er daran fest, dass der Integritäts-
schaden unterhalb der Erheblichkeitsgrenze liege.  
 
5.2 Die kreisärztliche Einschätzung ist nachvollziehbar und einleuchtend. Nach der bundes-
gerichtlichen Rechtsprechung haben zwar Berichte versicherungsinterner Ärzte nicht denselben 
Beweiswert wie ein im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholtes Gutachten externer Fachperso-
nen oder gar wie ein Gerichtsgutachten. Ihnen kommt aber Beweiswert zu, sofern sie schlüssig 
erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien ge-
gen ihre Zuverlässigkeit bestehen (Urteil des Bundesgerichts vom 26. Oktober 2009, 
8C_620/2009, E. 4.2; BGE 125 V 351 E. 3b/ee mit Hinweis). Vorliegend sind keine Anhaltspunkte 
ersichtlich, die Anlass geben könnten, an der Richtigkeit der Feststellungen von Dr. C.____ zu 
zweifeln. Es ist vielmehr festzuhalten, dass seine Beurteilung in jeder Hinsicht zu überzeugen 
vermag, beruht sie doch auf Erkenntnissen, welcher er aus der persönlichen Untersuchung vom 
18. September 2018 und den bildgebenden Untersuchungsbefunden gewonnen hat. Er hat sich 
zudem ausführlich mit den übrigen bei den Akten liegenden medizinischen Unterlagen befasst 
und ist auf sämtliche vom Versicherten geklagten Beschwerden eingegangen.  
 
5.3 Die ärztlichen Beurteilungen von Dr. D.____ vom 6. Dezember 2017 und von 
PD Dr. F.____ vom 15. Januar 2019 sind nicht geeignet, um an der Einschätzung von Dr. C.____ 
zu zweifeln. Der Kreisarzt und die beiden behandelnden Ärzte sind sich aufgrund der radiologi-
schen Befunde einig, dass der Versicherte eine Symphysenaufweitung von 5 mm (7 mm ossär) 
und Partialrupturen im Bereich der Aponeurose der Rektus- und der Adduktorenmuskulatur auf-
weist, welche auf das Unfallereignis vom 15. Juli 2014 zurückzuführen sind. Strittig ist jedoch, ob 
der Versicherte aufgrund einer strukturellen Instabilität an funktionellen Beeinträchtigungen lei-
det. Während Dr. D.____ und PD Dr. F.____ der Ansicht sind, dass Hinweise auf eine Instabilität 
im Bereich der Symphyse und des vorderen Beckens vorhanden seien, welche zu einem blei-
benden Funktionsverlust führten, verneint Dr. C.____ das Vorliegen einer strukturellen Instabilität 
und einen Zusammenhang zwischen den leichten Einschränkungen in der Hüftbeweglichkeit und 
der Symphysenaufweitung.  
 
5.4 Ein Blick in die medizinischen Akten zeigt, dass sich eine Instabilität der Symphyse oder 
des Beckens nicht objektiv nachweisen lässt. Die Auffassung von Dr. D.____ in seinem Bericht 
vom 6. Dezember 2017, wonach sich in den Einbeinstandaufnahmen Anhaltspunkte für eine In-
stabilität des vorderen Beckenrings finden liessen, ist nicht überzeugend. Denn aufgrund seiner 
Beurteilung ist nicht ersichtlich, auf welche bildgebenden Befunde er sich stützt. Möglicherweise 
bezieht er sich auf die zeitnahe Untersuchung vom 29. November 2017. Dem Bericht des Spitals 
E.____, Radiologie und Nuklearmedizin, vom 29. November 2017 ist aber nichts zu entnehmen, 
was die Auffassung von Dr. D.____ untermauern würde. Im Hinblick auf die Fragestellung "Insta-
bilität Symphyse?" wäre nicht nur eine Hypermobilität, sondern eine Instabilität festgehalten wor-

 

 
 
Seite 7   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

den, wenn eine solche vorgelegen hätte. Weiter geht aus seinen Ausführungen nicht hervor, in-
wieweit der Versicherte durch die Unfallfolgen funktionell eingeschränkt ist. Dr. D.____ weist le-
diglich darauf hin, dass die geklagten Beschwerden nachvollziehbar seien. Er verzichtet aber auf 
eine klare Umschreibung der funktionellen Beeinträchtigungen. Aufgrund der subjektiven Anga-
ben des Versicherten allein kann jedoch kein Integritätsschaden begründet werden.  
 
5.5 Nichts anderes ergibt sich aus dem Bericht von PD Dr. F.____ vom 15. Januar 2019. PD 
Dr. F.____ spricht darin von einem "Einbein-Test", der 2017 durchgeführt worden sei und eine 
Translation von 2 cm gezeigt habe. Dieser Befund stelle die Indikation für eine Symphysiodese. 
Erfahrungsgemäss führe eine "solche Verletzung" zu einem bleibenden Funktionsverlust und 
"man könne von einem Integritätsschaden ausgehen". Diese Einschätzung ist sehr vage gehalten 
und nicht detailliert begründet. Zudem fällt auf, dass sie auf Abklärungen aus dem Jahr 2017 
beruht. Dabei ist nicht nachvollziehbar, bei welcher dieser Untersuchungen, ein "Einbein-Test" 
durchgeführt und dabei eine Translation von 2 cm festgestellt worden ist. Gemäss den Akten ist 
der Versicherte im Jahr 2017 einzig im November im Spital E.____ radiologisch und von Dr. 
D.____ untersucht worden (vgl. Berichte vom 29. November 2017 und 6. Dezember 2017). Wie 
bereits in Erwägung 5.4 ausgeführt, lassen sich aus diesen beiden Berichten keine Hinweise auf 
eine Instabilität der Symphyse oder des Beckens entnehmen. An dieser Situation hat sich gemäss 
den MRI-Bildern vom 30. April 2018 nichts geändert, weshalb mit Dr. C.____ davon auszugehen 
ist, dass beim Versicherten eine Hypermobilität bei der Symphyse, aber keine Instabilität im Be-
ckenbereich vorliegt. Wie bereits Dr. D.____ beschreibt auch PD. Dr. F.____ nicht konkret, auf-
grund welcher Funktionseinschränkungen ein Integritätsschaden bestehen soll. Auch unterlässt 
er es, die Höhe des Integritätsschadens zu beziffern, so dass nicht ersichtlich ist, ob er von einer 
erheblichen oder – wie Dr. C.____ – von einer sehr geringen Einbusse der Integrität ausgeht.  
 
4.6 Das Vorbringen des Versicherten, wonach er unter Dauerschmerzen leide und dadurch 
in seinen Bewegungen beeinträchtigt sei, vermögen keine Zweifel an der Zuverlässigkeit der 
kreisärztlichen Beurteilung zu erheben. Da der Integritätsschaden einzig nach dem medizinischen 
Befund und unabhängig von subjektiven Faktoren zu beurteilen ist (vgl. Erwägung 3.1), können 
Funktionseinschränkungen nur berücksichtigt werden, soweit sie sich durch ein organisches Sub-
strat erklären lassen (Urteil des Bundesgerichts vom 23. April 2014, 8C_49/2014, E. 4). Aus den 
vorliegenden medizinischen Berichten ergeben sich keine objektiven Hinweise auf erhebliche un-
fallbedingte Funktionseinschränkungen, weshalb der Anspruch auf eine Integritätsentschädigung 
zu verneinen ist.   
 
4.7 Aus diesen Ausführungen ergibt sich, dass keine triftigen Gründe vorliegen, von der 
kreisärztlichen Einschätzung von Dr. C.____ abzuweichen. Da der medizinische Sachverhalt um-
fassend beurteilt worden ist und von weiteren medizinischen Beurteilungen keine neuen ent-
scheidrelevanten Erkenntnisse zu erwarten sind, besteht kein Anlass, gemäss dem Antrag des 
Versicherten weitere Abklärungen zur Höhe des Integritätsschadens vorzunehmen. (sog. antizi-
pierte Beweiswürdigung; vgl. dazu BGE 132 V 393 E. 3.3, 131 I 153 E. 3, 126 V 130 E. 2a). Die 
Beschwerde ist demgemäss abzuweisen.   
 

 

 
 
Seite 8   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

5. Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass der Prozess vor dem kantonalen Gericht für die Par-
teien kostenlos zu sein hat. Es sind demnach für das vorliegende Verfahren keine Kosten zu 
erheben.  
 
 
  

 

 
 
Seite 9   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.