# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 40e5f1b1-f08a-5bdc-ba95-c3f264560708
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2012-01-04
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 04.01.2012 E-842/2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-842-2011_2012-01-04.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung V
E­842/2011

U r t e i l   v om   4 .   J a nua r   2 0 1 2

Besetzung Richterin Christa Luterbacher (Vorsitz),
Richter Daniele Cattaneo, Richter Bruno Huber;
Gerichtsschreiberin Natasa Stankovic.

Parteien A._______, geboren am (…),
B._______, geboren am (…),
C._______, geboren am (…),
[Heimatland],
alle vertreten durch Randi von Stechow, (…),
Beschwerdeführende, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), 
Quellenweg 6, 3003 Bern, 
Vorinstanz

Gegenstand Wegweisung und Wegweisungsvollzug (Beschwerde gegen 
Wiedererwägungsentscheid); Verfügung des BFM vom 
24. Januar 2011 sowie Zwischenverfügung des BFM vom 
20. Dezember 2010 / N (…).

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Sachverhalt:

I.

Mit  Verfügung  vom  (…)  2010  trat  das  BFM  auf  die  Asylgesuche  der 
Beschwerdeführenden  vom  (…)  2009  nicht  ein  und  ordnete  die 
Wegweisung  aus  der  Schweiz  sowie  den  Vollzug  der Wegweisung  an. 
Die gegen den Entscheid des BFM erhobene Beschwerde vom (…) 2010 
(Beschwerdeverbesserung  vom  (…)  2010)  wies  das 
Bundesverwaltungsgericht mit Urteil vom (…) 2010 ab. 

II.

A. 
Mit  Arztbericht  vom  16.  September  2010  setzte  die  behandelnde Ärztin 
Dr.  med.  D._______,  (…),  das  (kantonales  Migrationsamt)  darüber  in 
Kenntnis,  dass  der  Beschwerdeführer  an  einer  schweren 
Nierenfunktionsstörung leide und in den nächsten Monaten (der konkrete 
Zeitpunkt  sei  kaum  abzuschätzen)  voraussichtlich  einer  regelmässige 
Hämodialyse bedürfe. 

B. 
Mit  Eingabe  vom  8.  Oktober  2010  an  das  BFM  reichte  der 
Beschwerdeführer  Arztzeugnisse  (in  Telefaxkopie,  samt  Übersetzung 
(…)),  welche  er  aus  [Heimatland]  habe  kommen  lassen,  zu  den  Akten. 
Zudem teilte er dem BFM mit, dass seine Beine angeschwollen seien und 
er beim Wasserlösen Blut im Urin habe. 

C. 
Mit  Eingabe  vom  13.  Dezember  2010  an  das  BFM  reichte  die 
Rechtsvertreterin namens und  im Auftrag der Beschwerdeführenden ein 
Wiedererwägungsgesuch  ein,  mit  welchem  in  materieller  Hinsicht  die 
Aufhebung  der  vorinstanzlichen  Verfügung  vom  21.  Januar  2010  im 
Wegweisungspunkt  (da  eine  wiedererwägungsrechtlich  massgebliche 
Änderung  der  Sachlage  eingetreten  sei)  sowie  die  Gewährung  der 
vorläufigen  Aufnahme  unter  Feststellung  der  Unzumutbarkeit  des 
Wegweisungsvollzugs  beantragt  wurde.  In  prozessualer  Hinsicht  wurde 
um die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und um Verzicht auf 
die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses  ersucht.  Sodann  wurde 
beantragt,  es  sei  dem vorliegenden Gesuch die aufschiebende Wirkung 
zu gewähren und die kantonalen Behörden seien anzuweisen,  im Sinne 

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einer  vorsorglichen  Massnahme  den  Vollzug  während  der  Behandlung 
des  vorliegenden  Gesuchs  auszusetzen.  Zur  Stützung  der  geltend 
gemachten  Vorbringen  wurden  folgende  Dokumente  in  Kopie  zu  den 
Akten gereicht: Arztbericht  von Dr. med. D._______ vom 30. November 
2010  (samt Beiblättern; darunter ein nicht datierter Arztbericht  von Prof. 
Dr.  med.  E._______,  (…)),  zwei  Berichte  eines  (…)­Krankenhauses  in 
[Heimatland]  (der  eine  datiert  vom  10. April  2010,  der  andere  ohne 
Datum) sowie eine Fürsorgebestätigung. 

Zur  Begründung  des  Wiedererwägungsgesuchs  wurde  angeführt, 
folgende  wiedererwägungsrechtlich  erhebliche  Umstände,  die  seit 
Abschluss des ordentlichen Asylverfahrens eingetreten seien,  führten zu 
einem  Wegweisungsvollzugshindernis:  Im  Juli  2010  habe  sich  die 
gesundheitliche  Situation  des  Beschwerdeführers  verschlechtert,  was 
dazu geführt  habe,  dass – obwohl  bereits  in  [Heimatland]  die Diagnose 
einer  vermuteten  Nierenkrankheit  bestanden  habe,  die  zumindest 
medikamentös  nicht  mehr  behandelbar  gewesen  sein  solle  –  sein 
Gesundheitszustand  erstmals  korrekt  abgeklärt  worden  sei.  Zwar  habe 
das BFM nach  eigenen Angaben Abklärungen  zur Rückführung  und  zu 
den  medizinischen  Umständen  in  [Heimatland]  gemacht;  diese 
Nachforschungen  würden  sich  allerdings  nur  in  der  Feststellung 
erschöpfen, dass die Dialyse an sich in [Heimatland] möglich sei. Bei der 
Prüfung  der  Zumutbarkeit  des Wegweisungsvollzugs  sei  aber  ebenfalls 
abzuklären,  ob  es  für  die  betroffene  Person  individuell  eine Möglichkeit 
zur  Behandlung  gebe.  Hierzu  würden  jedoch  noch  keine  Abklärungen 
seitens der Vorinstanz vorliegen. Ohnehin sei dies zu verneinen, da die 
Beschwerdeführenden  für  die  Bezahlung  der  Behandlung  keine 
finanziellen  Mittel  aufbringen  könnten,  zumal  sie  mittellos  seien  und  in 
ihrem  Heimatland  über  kein  funktionierendes  soziales  Netz  verfügten. 
Von der Dialyse abhängig zu sein, sei ein grosser Eingriff  in das Leben: 
Der Beschwerdeführer müsse  eine  strenge Diät  halten  und  könne  nicht 
voll  arbeiten.  Er  könne  somit  weder  für  sich  noch  für  seine  Familie 
sorgen. Die Beschwerdeführerin müsse sich um das gemeinsame [Kind] 
sowie den Beschwerdeführer kümmern, weshalb es ihr nicht möglich sei, 
zusätzlich  einer  Arbeit  nachzugehen.  Im  Übrigen  sei  aufgrund  der 
vorliegenden  medizinischen  Berichte  davon  auszugehen,  dass  der 
Beschwerdeführer  transplantiert  werden  müsse.  Hierzu  bestehe  in 
[Heimatland] freilich keine Möglichkeit. 

D. 
Mit  Zwischenverfügung  vom 20. Dezember  2010  erhob  das BFM einen 

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Gebührenvorschuss in der Höhe von Fr. 1200.– unter der Androhung, bei 
nicht  fristgerechter  Leistung  des  Vorschusses  auf  das 
Wiedererwägungsgesuch nicht einzutreten, da das Bundesamt aufgrund 
einer  summarischen  Prüfung  die  Rechtsbegehren  als  zum  vorneherein 
aussichtslos beurteile. 

Zur  Begründung  führte  es  aus,  dass  gemäss  den  beiden  eingereichten 
Berichten  aus  [Heimatland]  im  Jahr  2008  eine  [chronische 
Niereninsuffizienz]  im  Stadium  2  bis  3  diagnostiziert  worden  sei.  Es 
handle sich dabei um dieselbe Diagnose, welche in der Schweiz gestellt 
worden  sei.  Das  vorbestehende  Leiden  hätte  dem  BFM  ohne  weiteres 
bereits  im  ordentlichen  Verfahren  zur  Prüfung  unterbreitet  werden 
können.  Die  Möglichkeit  der  Geltendmachung  im  erstinstanzlichen 
Verfahren  sei  jedoch aufgrund eines prozessualen Versäumnisses nicht 
genutzt  worden.  Des  Weiteren  gelte  die  medizinische  Situation  in 
[Heimatland]  als  erstaunlich  gut:  Sowohl  die  Dialyse  als  auch  die 
Hämodialyse  könnten  vorgenommen  werden.  Die  Kosten  seien  teils 
gedeckt, teils müssten sie von den Betroffenen bezahlt werden. 

E. 
Mit  Verfügung  vom  24.  Januar  2011  [recte]  trat  das  BFM  infolge 
Nichtleisten  des  eingeforderten  Gebührenvorschusses  auf  das 
Wiedererwägungsgesuch  der  Beschwerdeführenden  nicht  ein,  erklärte 
die Verfügung vom 21. Januar 2010  für  rechtskräftig sowie vollstreckbar 
und  hielt  fest,  dass  einer  allfälligen  Beschwerde  keine  aufschiebende 
Wirkung zukomme. 

F. 
Mit  Eingabe  vom  2.  Februar  2011  erhob  die  Rechtsvertreterin  namens 
und  im  Auftrag  der  Beschwerdeführenden  gegen  die  vorinstanzliche 
Verfügung  beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  und  beantragte 
dabei  in  materieller  Hinsicht  die  Aufhebung  der  vorinstanzlichen 
Verfügungen  vom  21. Januar  2010  (im  Wegweisungspunkt),  vom 
20. Dezember 2010 und vom 24. Januar 2011 sowie die Gewährung der 
vorläufigen  Aufnahme  unter  Feststellung  der  Unzumutbarkeit  des 
Wegweisungsvollzugs.  In  verfahrensrechtlicher  Hinsicht  wurde  um 
Gewährung  der  unentgeltlichen  Prozessführung,  um  Verzicht  auf 
Erhebung  eines  Kostenvorschusses,  um  Zuerkennung  der 
aufschiebenden  Wirkung  der  Beschwerde  sowie  um  Aussetzung  des 
Vollzugs der Wegweisung ersucht. 

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Zur  Begründung  wurde  insbesondere  ausgeführt,  dass  sich  seit  dem 
Erlass des negativen Asylentscheids vom (…) 2010 der rechtserhebliche 
Sachverhalt  massgeblich  verändert  habe.  Die  gesundheitliche  Situation 
des  Beschwerdeführers  habe  sich  –  wie  bereits  im 
Wiedererwägungsgesuch  gestützt  auf  die  eingereichten  Arztberichte 
geltend  gemacht  worden  sei  –  seit  Juli  2010  verschlechtert.  Sein 
Gesundheitszustand sei  in der Folge erstmals korrekt abgeklärt worden. 
Bereits  in  [Heimatland]  habe  die  Diagnose  einer  vermuteten 
Nierenerkrankung  bestanden,  die  zumindest  medikamentös  nicht  mehr 
behandelbar  gewesen  sein  solle.  Es  sei  aber  nicht  richtig,  dass  die 
Diagnosen,  welche  in  [Heimatland]  getroffen  worden  seien,  mit 
denjenigen aus der Schweiz übereinstimmen würden. Im Arztbericht von 
Dr. med. D._______ vom 30. November 2010 sei  festgehalten, dass die 
Niereninsuffizienz das Stadium 4 – gegenüber den vormaligen Stadien 2 
und 3 – erreicht habe. Zudem habe die behandelnde Ärztin im November 
2010 erkannt, dass die Erkrankung des Beschwerdeführers ein Stadium 
erreicht habe, welches in kurzer Zeit zur Dialyse führe. Er habe vom 20. 
bis  zum  26. Januar  2011  stationär  im  Krankenhaus  behandelt  werden 
müssen.  Aus  dem  ärztlichen  Bericht  von  Dr.  med.  D._______  vom  28. 
Januar  2011  gehe  hervor,  dass  eine  Rückführung  des 
Beschwerdeführers  ohne  Planung  einer  regelmässigen 
Dialysemöglichkeit in [Heimatland] aktuell nicht mehr möglich und für den 
Beschwerdeführer lebensgefährlich sei. Im ordentlichen Verfahren sei der 
Beschwerdeführer  weder  nach  seinem  Gesundheitszustand  befragt 
worden  noch  habe  für  ihn  ein  Anlass  bestanden,  den  Behörden  seine 
gesundheitliche  Situation  darzulegen,  da  es  ihm  im  Zeitpunkt  der 
Asylgesuchsstellung  verhältnismässig  gut  gegangen  sei.  Die 
Beschwerdeführenden  seien  in die Schweiz gekommen, um Asylgründe 
geltend  zu  machen,  und  nicht  wegen  der  gesundheitlichen  Lage  des 
Beschwerdeführers.  Des  Weiteren  habe  sich  seine  Situation  derart 
verschlechtert,  dass  er  weder  für  sich  noch  für  seine  Familie  sorgen 
könne.  Die  Betreuungssituation  für  das  [Kind]  und  die  Krankheit  des 
Beschwerdeführers  würden  die  Situation  beträchtlich  erschweren.  Im 
Übrigen  würden  sich  die  Abklärungen  des  BFM  zu  den  medizinischen 
Umständen in [Heimatland] lediglich in der Feststellung erschöpfen, dass 
gemäss Kenntnissen des Bundesamts die Dialyse an sich in [Heimatland] 
möglich sei. Damit  liege eine Verletzung des rechtlichen Gehörs vor, da 
die  Beschwerdeführenden  keine  Gelegenheit  gehabt  hätten,  zu  diesen 
Ausführungen Stellung zu nehmen. Ausserdem werde nicht offengelegt, 
worauf  sich  die  Kenntnisse  des  BFM  stützen  würden.  Gemäss  einer 
Auskunft  der  Schweizerischen  Flüchtlingshilfe  (SFH)  bestehe  ein 

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Dialysezentrum im [Krankenhaus] in [Heimatland]. Jedoch sei mit langen 
Wartezeiten  zu  rechnen,  was  impliziere,  dass  Personen,  welche  nicht 
rechtzeitig  eine  Dialyse  erhielten,  sterben  würden.  Sodann  würden  die 
dort  vorhandenen Dialyse­Apparate niemals ausreichen,  um den Bedarf 
eines  Landes  wie  [Heimatland]  zu  decken.  Bei  der  Prüfung  des 
Wegweisungsvollzugs  gehe  es  weiter  darum,  ob  es  den 
Beschwerdeführenden  individuell  zumutbar  sei,  in  ihr  Heimatland 
zurückzukehren.  Hierzu  würden  keine  beziehungsweise  unzureichende 
Abklärungen  seitens  des  BFM  vorliegen.  Das  BFM  führe  zudem  selber 
an, dass die Behandlung in [Heimatland] teilweise kostenpflichtig sei. Die 
Beschwerdeführenden seien mittelos und hätten durch die Krankheit des 
Beschwerdeführers auch keine Möglichkeit zu arbeiten. Überdies würden 
sie  über  kein  funktionierendes  soziales  Netz  verfügen.  Zudem  müsse 
davon  ausgegangen  werden,  dass  der  Beschwerdeführer  nach  den 
vorliegenden  medizinischen  Berichten  allenfalls  transplantiert  werden 
müsse; hierzu bestehe in [Heimatland] aber keine Möglichkeit. 

Zur Stützung der  geltend gemachten Vorbringen wurden die  bereits mit 
dem  Wiedererwägungsgesuch  vom  13.  Dezember  2010  ins  Recht 
gelegten Arztberichte sowie ein vorläufiger Austrittsbericht  von Dr. med. 
F._______,  (…), vom 26. Januar 2011 und ein Arztbericht von Dr. med. 
D._______ vom 28. Januar 2011 eingereicht. 

G. 
Mit  Telefax  vom  3.  Februar  2011  setzte  das  Bundesverwaltungsgericht 
den Vollzug der Wegweisung gestützt auf Art. 112 des Asylgesetzes vom 
26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) per sofort aus. 

H. 
Mit  Faxeingabe  vom  15.  Februar  2011  teilte  die  Rechtsvertreterin  dem 
Bundesverwaltungsgericht  mit,  dass  der  Beschwerdeführer  mit  der – 
zunächst drei Mal pro Woche stattfindenden – Dialyse beginne. 

I. 
Mit Eingabe vom 22. März 2011 an das Bundesverwaltungsgericht reichte 
die  Rechtsvertreterin  ein  bereits  in  der  Rechtsmitteleingabe 
angekündigtes  Ländergutachten  der  SFH  vom  9. März  2011  zu  den 
Akten,  welchem  zu  entnehmen  sei,  dass  die  Möglichkeiten  der 
Behandlung  des  Beschwerdeführers  in  [Heimatland]  eher  theoretischer 
Natur  seien.  Nur  ein  Bruchteil  der  Personen,  welche  eine  Dialyse 
benötigten,  erhielten  diese  auch.  Der  Beschwerdeführer  sei  nun  seit 

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einigen  Wochen  dialysepflichtig  und  auf  diese  lebenserhaltende 
Massnahme angewiesen.

J. 
Mit  Eingabe  vom  4.  April  2011  reichte  die  Rechtsvertreterin  einen 
Arztbericht  von Dr. med. D._______ vom 31. März 2011 betreffend den 
medizinischen  Verlauf  der  Krankheit  des  Beschwerdeführers  zu  den 
Akten.

K. 
Mit  Verfügung  vom  20.  April  2011  hielt  das  Bundesverwaltungsgericht 
fest, aufgrund der Aktenlage bleibe der Vollzug der Wegweisung  für die 
Dauer  des  Beschwerdeverfahrens  ausgesetzt  und  die 
Beschwerdeführenden könnten den Entscheid  in der Schweiz abwarten; 
über  das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Prozessführung 
werde zu einem späteren Zeitpunkt befunden und auf die Erhebung eines 
Kostenvorschusses  werde  verzichtet.  Zudem  lud  das  Gericht  die 
Vorinstanz zur Einreichung einer Vernehmlassung ein. 

L. 
Mit  Vernehmlassung  vom  6.  Mai  2011  beantragte  das  BFM  die 
Abweisung der Beschwerde, da gemäss seiner Ansicht zu Recht nicht auf 
das  Wiedererwägungsgesuch  eingetreten  worden  sei.  Aufgrund  der 
vorhandenen  [aus  dem  Heimatland]  medizinischen  Dokumente  stehe 
fest,  dass  die  Nierenprobleme  des  Beschwerdeführers  bereits  im 
Heimatland  bestanden  hätten  und  diese  somit  schon  im  ordentlichen 
Verfahren  hätten  deponiert  werden  können.  Das  Argument  in  der 
Rechtsmitteleingabe,  der  Beschwerdeführer  sei  während  des 
Asylverfahrens  nicht  danach  befragt  worden,  sei  unbehelflich,  denn  es 
liege  nicht  an  den  Asylbehörden,  ohne  Anlass  mögliche  Erkrankungen 
abzufragen.  Zudem  könnten  bereits  anlässlich  der  Einreichung  eines 
Asylgesuches  medizinische  Probleme  angegeben  werden  (vgl.  Akten 
BFM Personalienblatt A3/4 unten). Sodann halte Dr. med. D._______ im 
Arztbericht  vom  16.  September  2010  fest,  dass  es  sich  um  ein 
chronisches Nierenleiden handle. Folglich sei die Krankheit nicht erst  im 
September  2010  erstmals  aufgetreten.  Auch  dem  SFH­Bericht  vom 
9. März  2011  sei  zu  entnehmen,  dass  die Reise  in  die  Schweiz wegen 
der  Nierenproblematik  des  Beschwerdeführers  erfolgt  sei.  Im  Übrigen 
gehe  aus  dem  Bericht  hervor,  dass  Nierentransplantationen  auch  in 
[Heimatland]  möglich  seien.  Schliesslich  obliege  es  dem  Ausländer, 

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entsprechende  Vorkehrungen  zu  treffen,  um  bei  der  Rückkehr 
medizinisch behandelt werden zu können. 

M. 
Mit Verfügung vom 16. Mai 2011 brachte das Bundesverwaltungsgericht 
den  Beschwerdeführenden  die  Vernehmlassung  des  BFM  zur  Kenntnis 
und bot ihnen Gelegenheit zur Einreichung einer Stellungnahme. 

N. 
Mit Eingabe vom 30. Mai 2011 an das Bundesverwaltungsgericht reichte 
die  Rechtsvertreterin  eine  Replik  zu  den  Akten,  in  welcher  ausgeführt 
wird, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers markant 
verschlechtert  habe.  Dem  Arztzeugnis  vom  4.  April  2011  sei  zu 
entnehmen,  dass  bei  ihm  eine  dialysepflichtige  Niereninsuffizienz 
bestehe. Mittlerweile sei es notwendig, drei Mal pro Woche eine Dialyse 
durchzuführen. Die SFH halte in ihrem Bericht fest, die Gefahr, dass eine 
dialysepflichtige  Person  nicht  rechtzeitig  in  ein  Dialyseprogramm 
aufgenommen werde,  sei  sehr  gross. Ausserdem seien die Kapazitäten 
begrenzt  und die Wartelisten  lang. Das BFM mache es  sich angesichts 
der auch von der SFH bestätigten angeblich herrschenden Korruption  in 
[Heimatland] sehr einfach, wenn es schreibe, es obliege dem Ausländer, 
rechtzeitig entsprechende Vorkehrungen zu treffen, um bei der Rückkehr 
medizinisch  behandelt  werden  zu  können.  Die  intensive  momentane 
Behandlung,  welche  keinen  Unterbruch  erlaube,  die  ohnehin  bereits 
begrenzten  Behandlungsmöglichkeiten  im  Heimatland  der 
Beschwerdeführenden  und  die  Korruption  im  [Heimatland] 
Gesundheitssystem  würden  eine  vorläufige  Aufnahme  des 
Beschwerdeführers  in  der  Schweiz  zwingend  notwendig  machen.  Im 
Übrigen  sei  –  angesichts  der  Feststellungen  der  SFH  –  die Möglichkeit 
einer  Transplantation  in  [Heimatland]  mit  an  Sicherheit  grenzender 
Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 

1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 
gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 
1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021).  Das  BFM 

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gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz 
des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das  Sachgebiet  betreffende 
Ausnahme  im  Sinne  von  Art. 32  VGG  liegt  nicht  vor.  Das 
Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die  Beurteilung  der 
vorliegenden  Beschwerde  und  entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls 
endgültig,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des 
Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht 
(Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83 
Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG, 
SR 173.110]). Da  in  casu  keine Ausnahme  im Sinne  des Art.  83 Bst.  d 
Ziff. 1 BGG vorliegt, entscheidet das Bundesverwaltungsgericht endgültig. 

1.2. Das Verfahren  richtet  sich  nach  dem VwVG,  soweit  das  VGG  und 
das AsylG nichts anderes bestimmen (Art. 37 VGG, Art. 6 AsylG).

1.3.  Anfechtungsgegenstand  sind  nicht  nur  die  Verfügungen  des  BFM 
vom  21.  Januar  2010  (ursprüngliche  Verfügung)  sowie  vom  24. Januar 
2011  (Verfügung,  mit  welcher  das  Bundesamt  auf  das 
Wiedererwägungsgesuch der Beschwerdeführenden mangels Bezahlung 
des Gebührenvorschusses nicht eintrat),  sondern auch die erst mit dem 
Endentscheid  anfechtbare  Zwischenverfügung  des  BFM  vom  20. 
Dezember  2010  (vgl. BVGE  2007/18  E.  4),  mit  welcher  es  den 
Gebührenvorschuss  mit  der  Begründung,  das Wiedererwägungsgesuch 
sei aussichtslos, erhob. 

1.4.  Die  Beschwerde  ist  frist­  und  formgerecht  eingereicht.  Die 
Beschwerdeführenden  sind  durch  die  angefochtenen  Verfügungen 
besonders  berührt  und  haben  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren 
Aufhebung  beziehungsweise  Änderung;  sie  sind  daher  zur  Einreichung 
der  Beschwerde  legitimiert  (Art. 105  und  Art. 108  Abs. 1  AsylG,  Art. 48 
Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2. 
Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3. 

3.1. Die Wiedererwägung im Verwaltungsverfahren ist ein gesetzlich nicht 
geregelter  Rechtsbehelf,  auf  dessen  Behandlung  durch  die  verfügende 
Behörde  grundsätzlich  kein  Anspruch  besteht.  Gemäss  herrschender 

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Lehre  und  ständiger Praxis  des Bundesgerichts wird  jedoch aus Art. 29 
der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom 
18. April  1999  (BV,  SR 101)  unter  bestimmten  Voraussetzungen  ein 
verfassungsmässiger  Anspruch  auf  Wiedererwägung  abgeleitet 
(vgl. BGE 127 I 133  E. 6,  mit  weiteren  Hinweisen).  Danach  ist  unter 
anderem  dann  auf  ein Wiedererwägungsgesuch  einzutreten,  wenn  sich 
der  rechtserhebliche  Sachverhalt  seit  dem  ursprünglichen  Entscheid 
beziehungsweise  seit  dem  Urteil  der  mit  Beschwerde  angerufenen 
Rechtsmittelinstanz  in  wesentlicher Weise  verändert  hat  und mithin  die 
ursprüngliche  (fehlerfreie)  Verfügung  an  nachträglich  eingetretene 
Veränderungen  der  Sachlage  anzupassen  ist  (vgl.  Entscheidungen  und 
Mitteilungen  der Schweizerischen Asylrekurskommission  [EMARK]  2003 
Nr. 7  E. 1).  Wiedererwägungsentscheide  können  wie  die  ursprüngliche 
Verfügung  auf  dem  ordentlichen  Rechtmittelweg  an  das 
Bundesverwaltungsgericht weitergezogen werden.

3.2.  Gemäss  Art.  17b  AsylG  erhebt  das  BFM  eine  Verfahrensgebühr, 
wenn  eine  Person  nach  rechtskräftigem  Abschluss  ihres  Asyl­  und 
Wegweisungsverfahrens  ein  Wiedererwägungsgesuch  einreicht,  sofern 
es das Gesuch ablehnt oder darauf nicht eintritt. Das BFM kann von der 
gesuchstellenden  Person  einen  Gebührenvorschuss  in  der  Höhe  der 
mutmasslichen Verfahrenskosten verlangen. Es setzt zu dessen Leistung 
unter Androhung, dass  im Säumnisfall auf das Gesuch nicht eingetreten 
werde,  eine  angemessene  Frist  an.  Auf  die  Erhebung  eines 
Gebührenvorschusses  wird  auf  Gesuch  hin  verzichtet,  wenn  die 
gesuchstellende  Person  bedürftig  ist  und  ihre  Begehren  nicht 
aussichtslos erscheinen (Art. 65 Abs. 1 VwVG).

3.3.  Gemäss  Art.  29  Abs.  3  BV  hat  jede  Person,  die  nicht  über  die 
erforderlichen Mittel verfügt, auf Gesuch hin Anspruch auf die Gewährung 
der  unentgeltlichen  Rechtspflege,  wenn  ihr  Rechtsbegehren  nicht 
aussichtslos  erscheint.  Soweit  es  zur Wahrung  ihrer  Rechte  notwendig 
ist, hat sie unter den gleichen Voraussetzungen ausserdem Anspruch auf 
die Beigabe eines unentgeltlichen Rechtsbeistandes. Dieser Anspruch gilt 
als  verfassungsmässige  Minimalgarantie  auch  in  Verwaltungsverfahren. 
Für  das  hier  interessierende  Verfahren  vor  dem  BFM  wird  der 
verfassungsrechtliche  Anspruch  auf  unentgeltliche  Rechtspflege  durch 
Art. 17b Abs. 2 AsylG konkretisiert.

Aussichtslos  sind  nach  der  bundesgerichtlichen  Rechtsprechung 
Prozessbegehren, bei denen die Gewinnaussichten beträchtlich geringer 

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sind  als  die  Verlustgefahren  und  die  deshalb  kaum  als  ernsthaft 
bezeichnet  werden  können.  Dagegen  gilt  ein  Begehren  nicht  als 
aussichtslos, wenn sich Gewinnaussichten und Verlustgefahren ungefähr 
die  Waage  halten  oder  jene  nur  wenig  geringer  sind  als  diese. 
Massgebend  ist,  ob  eine  Partei,  die  über  die  nötigen  finanziellen Mittel 
verfügt, sich bei vernünftiger Überlegung zu einem Prozess entschliessen 
würde. Ob im Einzelfall genügende Erfolgsaussichten bestehen, beurteilt 
sich nach den Verhältnissen zur Zeit,  in der das Gesuch um Gewährung 
der  unentgeltlichen  Rechtspflege  gestellt  wird,  und  gestützt  auf  eine 
summarische  Betrachtungsweise  (vgl.  BGE  133  III  614  E.  5;  Urteil  des 
Bundesverwaltungsgericht  A­1411/2007  vom  18.  Juni  2007  E.  2,  mit 
Hinweisen auf die einschlägige bundesgerichtliche Rechtsprechung).

4. 

4.1.  Als  Wiedererwägungsgründe  wurden  vorliegend  im  Wesentlichen 
erhebliche  vollzugshinderliche  Umstände  respektive  die  seit  Abschluss 
des ordentlichen Asylverfahrens eingetretene veränderte gesundheitliche 
Lage  des  Beschwerdeführers  –  seit  Juli  2010  habe  er  unter  massiven 
Beinödemen  gelitten  und  seit  Februar  2011  bekomme  er  drei  Mal  pro 
Woche Hämodialyse – und die damit verbundenen Schwierigkeiten, diese 
in [Heimatland] zu behandeln, angeführt und mittels diverser Arztberichte 
untermauert.  Ein  Vollzug  der  Wegweisung  sei  deshalb  nicht  mehr 
zumutbar.  Somit  wurde  eine  Änderung  des  rechtserheblichen 
Sachverhalts  geltend  gemacht,  wodurch  ein  Anspruch  auf 
Wiedererwägung bestehe. 

4.2.  Das  BFM  ist  mit  Verfügung  vom  24.  Januar  2011  aus  formellen 
Gründen – infolge des nicht geleisteten Gebührenvorschusses – auf das 
Gesuch der Beschwerdeführenden nicht eingetreten.

4.3. Gegenstand des vorliegenden Verfahrens ist nach dem Gesagten die 
Frage,  ob  das  BFM  zu  Recht  einen  Gebührenvorschuss  erhoben  hat 
beziehungsweise ob seine Einschätzung, dem Wiedererwägungsgesuch 
fehle  es  an  Erfolgsaussichten,  zutreffend  war,  und  ob  die  nach 
Nichtbezahlung  des  Gebührenvorschusses  erlassene 
Nichteintretensverfügung zu Recht erfolgt  ist.  In der Beschwerdeeingabe 
wurde  gerügt,  das  BFM  sei  in  seiner  Zwischenverfügung  vom 
20. Dezember  2010  –  welche  erst  zusammen  mit  der  Endverfügung 
angefochten werden kann (vgl. BVGE 2007/18 E. 4) – zu Unrecht von der 
Aussichtslosigkeit  des  Wiedererwägungsgesuches  der 

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Beschwerdeführenden  ausgegangen.  Angesichts  der  eingetretenen 
dialysepflichtigen Niereninsuffizienz des Beschwerdeführers sei er auf ein 
Dialyseprogramm  angewiesen,  welches  in  [Heimatland]  nicht 
gewährleistet  sei.  Insgesamt  sei  der  Vollzug  der  Wegweisung  daher 
unzumutbar.

5. 

5.1.  Ist  der  Vollzug  der  Weg­  oder  Ausweisung  nicht  möglich,  nicht 
zulässig  oder  nicht  zumutbar,  so  verfügt  das  BFM  die  vorläufige 
Aufnahme (Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 
über die Ausländerinnen und Ausländer  [AuG, SR 142.20]). Der Vollzug 
ist nicht möglich, wenn die Ausländerin oder der Ausländer weder in den 
Heimat­  oder  in  den  Herkunftsstaat  noch  in  einen  Drittstaat  ausreisen 
oder dorthin gebracht werden kann. Der Vollzug  ist nicht zulässig, wenn 
völkerrechtliche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der 
Ausländerin  oder  des  Ausländers  in  den  Heimat­,  Herkunfts­  oder  in 
einen  Drittstaat  entgegenstehen.  Der  Vollzug  kann  für  Ausländerinnen 
oder  Ausländer  unzumutbar  sein,  wenn  sie  in  Situationen  wie  Krieg, 
Bürgerkrieg,  allgemeiner  Gewalt  und medizinischer  Notlage  im  Heimat­ 
oder Herkunftsstaat konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 2 ­ 4 AuG).

5.2.  Im  für  die  Beurteilung  der  Erfolgschancen  des 
Wiedererwägungsgesuches massgeblichen Zeitpunkt lagen dem BFM die 
ärztlichen  Berichte  von  Dr.  med.  D._______  vom  16.  September  2010 
sowie  vom 30. November  2010,  ein  nicht  datierter  Arztbericht  von Prof. 
Dr.  med.  E._______  sowie  zwei  Berichte  eines  (…)­Krankenhauses  in 
[Heimatland]  (der  eine  datiert  vom  10.  April  2010,  der  andere  ohne 
Datum) vor.

In  seiner  Zwischenverfügung  vom  20.  Dezember  2010  sowie  in  seiner 
Vernehmlassung  vom  6. Mai  2011  führte  das  BFM  aus,  den  ins  Recht 
gelegten medizinischen Dokumenten aus [Heimatland] sei zu entnehmen, 
dass  es  sich  bei  der  geltend  gemachten  Niereninsuffizienz  um  ein 
vorbestandenes Leiden des Beschwerdeführers handle, welches bereits 
im ordentlichen Verfahren zur Prüfung hätte unterbreitet werden können. 
Sodann  halte  Dr.  med.  D._______  im  Arztbericht  vom  16.  September 
2010 fest, dass es sich um ein chronisches Nierenleiden handle. Folglich 
sei die Krankheit nicht erst  im September 2010 erstmals aufgetreten.  Im 
Übrigen könnten – dies gehe ebenso aus dem eingereichten SFH­Bericht 
hervor  –  in  [Heimatland]  sowohl  Dialysen  als  auch  Hämodialysen 

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vorgenommen  werden.  Die  Kosten  der  Dialysetherapie  einschliesslich 
notwendiger Medikamente seien teilweise gedeckt. 

6. 

6.1.  Vorliegend  ist  der  Frage  nachzugehen,  ob  das  BFM  auf  die 
Erhebung eines Gebührenvorschusses hätte verzichten müssen und den 
Anspruch  auf  Behandlung  als  Wiedererwägungsgesuch  betreffend  die 
Anpassung der ursprünglich  fehlerfreien Verfügung an eine nachträglich 
veränderte Sachlage zu Recht in Abrede gestellt hat. 

6.2. Vorab ist festzuhalten, dass es vorliegend tatsächlich unverständlich 
erscheint,  dass  im  Verlauf  des  ordentlichen  Verfahrens  keine  Angaben 
bezüglich  des  bereits  in  [Heimatland]  diagnostizierten  vorbestandenen 
Nierenleidens des Beschwerdeführers gemacht wurden; dieser Umstand 
ist  allerdings  im  vorliegenden  Fall  nicht  ausschlaggebend,  weil  für  die 
Beurteilung des Wiedererwägungsgesuchs nur wesentlich ist, ob sich die 
rechtserhebliche  Sachlage  verändert  hat.  Dies  ist  vorliegend  –  selbst 
wenn  die  Nierenerkrankung  des  Beschwerdeführers  zum  Zeitpunkt  des 
Ergehens  der  ursprünglichen  Verfügung  des  BFM  dem  Bundesamt 
bekannt gewesen wäre – aus den folgenden Gründen zu bejahen. 

6.3. Dem Arztbericht vom 16. September 2010  ist vorab zu entnehmen, 
dass  infolge  der  Nierenfunktionsstörung  des  Beschwerdeführers  in  den 
nächsten Monaten, wobei der konkrete Zeitpunkt kaum abzuschätzen sei, 
mit  dem  Beginn  einer  regelmässigen  Hämodialysetherapie  zu  rechnen 
sei.  Sodann  geht  aus  dem  ärztlichen  Bericht  vom  30.  November  2010 
hervor,  dass  im  Juli  2010  massive  Beinödeme  beim  Beschwerdeführer 
aufgetreten  seien  und  ein  ausgeprägter  Eiweissverlust  im  Urin  habe 
festgestellt  werden  können. Die  anschliessende Nierenbiopsie  habe  ein 
schweres, chronisches Nierenleiden gezeigt. Das Leiden schreite sodann 
schnell  voran,  und  die  chronische  Niereninsuffizienz  befinde  sich  im 
Stadium 4. Der  nicht  datierte Arztbericht  von Prof. Dr. med. E._______ 
(der  Bericht  muss  erst  nach  dem  Krankenhausaustritt  des 
Beschwerdeführers  am  9.  September  2010  entstanden  sein)  hält  fest, 
dass  in  den  letzten  zwei  Monaten  eine  massive  Zunahme  der  Ödeme 
stattgefunden  habe  und  es  zu  einer  Kreatininverschlechterung 
gekommen sei. 

Der  dem  BFM  im  massgeblichen  Zeitpunkt  der  Beurteilung  noch  nicht 
vorgelegene Arztbericht  vom 28.  Januar  2011  hält weiter  fest,  dass  die 

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Niereninsuffizienz  des  Beschwerdeführers  das  Stadium  5  erreicht  habe 
und  eine  rasch  fortschreitende  Verschlechterung  der  Nierenfunktion 
bestehe,  weshalb  mit  einer  baldigen  Hämodialyse  begonnen  werden 
müsse.  Mit  Eingabe  vom  15.  Februar  2011  teilte  die  Rechtsvertreterin 
dem Bundesverwaltungsgericht  sodann mit,  dass der Beschwerdeführer 
mit  der  Dialyse  nunmehr  beginne.  Die  Dialysepflicht  sowie  der  zuletzt 
genannte  Arztbericht  bestätigen  insofern  die  im  Beurteilungszeitpunkt 
dem BFM vorgelegenen Arztzeugnisse, welchen zu entnehmen ist, dass 
das  Nierenleiden  des  Beschwerdeführers  schnell  voranschreite  und 
daher  in  den  nächsten  Monate  mit  dem  Beginn  einer  regelmässigen 
Hämodialysetherapie zu rechnen sei. Bei dieser Sachlage muss sich das 
BFM  somit  vorwerfen  lassen,  dass  es  nicht  ausreicht,  sich  nur  auf  den 
Umstand  zu  berufen,  dass  das  Nierenleiden  im  ordentlichen  Verfahren 
von dem Beschwerdeführenden nicht geltend gemacht wurde, da aus den 
zum  damaligen  Zeitpunkt  vorgelegenen  Arztzeugnissen  die  Tatsache 
hervorging,  dass  das  Nierenleiden  nun  rasch  voranschritt  und  künftige 
eine  Dialyse  nötig  machte,  und  dies  per  se  eine  veränderte  Sachlage 
darstellte. 

6.4.  Im  massgeblichen  Beurteilungszeitpunkt  bestanden  zusätzlich 
nachstehende offene Fragen. 

6.4.1. Die SFH führt in dem zu den Akten gereichten Bericht vom 9. März 
2011 aus, im Zusammenhang mit der Qualität der Dialysebehandlung sei 
festzuhalten,  dass  es  in  [Heimatland]  ein  Zentrum  für  Hämodialyse  der 
[Zentralklinik] und zwei Abteilungen in den Provinzen gebe. Das Zentrum 
der  [Zentralklinik]  verfüge  über  32  Dialyseapparate,  welche  für  136 
Personen  eingesetzt  würden;  die  beiden  Abteilungen  in  den  Provinzen 
verfügten  je  über  einen  Apparat  für  sechs  bis  acht  Personen.  Die 
Kapazitäten  des  Zentrums  und  der  beiden  Abteilungen  würden  bei 
weitem  nicht  ausreichen,  um  den  vorhandenen  Bedarf  an  Dialyse  in 
[Heimatland]  zu  decken.  In  den  letzten  drei  Monaten  seien  18  von  80 
Personen, bei denen die Notwendigkeit einer Dialyse anerkannt worden 
sei,  in sogenannte Dialyseprogramme aufgenommen worden. Nur wenn 
eine  dialysepflichtige  Person  in  das  Programm  aufgenommen  werde, 
würden die Kosten der Behandlung vom Staat übernommen. Die Gefahr, 
dass eine neu hinzukommende dialysepflichtige Person nicht  rechtzeitig 
in ein Dialyseprogramm aufgenommen werde, sei wegen der begrenzten 
Kapazitäten der Dialyseabteilungen beziehungsweise wegen der  langen 
Wartelisten sehr gross. Aufgrund der herrschenden Korruption sei es nur 
möglich,  anhand  von  Geldzahlungen  oder  durch  Beziehungen  in  ein 

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solches Programm aufgenommen zu werden. Schliesslich sei es auch in 
[Heimatland] zu Nierentransplantationen gekommen;  jedoch würden sich 
auch  hier  Probleme  im  Zusammenhang  mit  Kapazitäten,  Verfügbarkeit 
der Organe und Korruption in verschärftem Mass stellen. 

Das  BFM  ging  in  seiner  Zwischenverfügung  vom  20.  Dezember  2010 
beziehungsweise  in  seinem  Nichteintretensentscheid  vom  24.  Januar 
2011  davon  aus,  der  Zugang  zu  Behandlungsmöglichkeiten  sei  in 
[Heimatland] gewährleistet. Sowohl die Dialyse als auch die Hämodialyse 
könnten vorgenommen werden. Weiter räumte das Bundesamt zwar ein, 
dass die Kosten der Dialysetherapie inklusive notwendiger Medikamente 
nur  teilweise gedeckt seien; eine einlässliche Abklärung und  individuelle 
Abwägung,  ob  die  Beschwerdeführenden  in  der  Lage  sein  werden, 
allfällige Kosten selber zu  tragen,  fehlt selbst auf Vernehmlassungsstufe 
jedoch  gänzlich;  dies  obwohl  der  seitens  der  Beschwerdeführenden 
geltend gemachte Einwand, sie hätten aufgrund der Betreuungssituation 
für  das  [Kind]  und  der  Krankheit  des  Beschwerdeführers  erhöhte 
Schwierigkeiten  beim  Zugang  zu  einer  Erwerbstätigkeit,  nicht  von  der 
Hand zu weisen ist. Namentlich ist es der Beschwerdeführerin wohl kaum 
zuzumuten, ihren Beruf als [Tätigkeit] (vgl. A2/11 S. 2) wieder auszuüben. 

Ausserdem  geht  aus  den  Erwägungen  des  BFM  nicht  hervor,  ob  das 
Bundesamt annimmt, dass die Beschwerdeführenden in [Heimatland] auf 
ein  Familiennetz  zurückgreifen  könnten,  welches  ihnen  auch  finanzielle 
Unterstützung  biete.  In  Bezug  auf  ihre  familiäre  Situation  geht  aus  den 
protokollierten  Aussagen  jedenfalls  Folgendes  hervor:  Der 
Beschwerdeführer  gab  an,  seine  Mutter  sei  [Staatsangehörigkeit]  und 
sein Vater [Staatsangehörigkeit] gewesen. Der Beschwerdeführer sei mit 
seiner  Mutter  im  Alter  von  (…)  Jahren  in  [Heimatland]  gezogen  (vgl. 
A1/13 S. 1), wo die Mutter seinen Stiefvater kennengelernt habe. Als die 
Mutter  verstorben  sei,  sei  der  Stiefvater  zu  seinen  eigenen  Kindern 
gezogen; seit Oktober 2007 habe er keinen Kontakt mehr zu ihm (vgl. A 
10/16  S. 13).  Vor  der  Ausreise  habe  der  Beschwerdeführer  vergeblich 
versucht, seinen leiblichen Vater (…) zu finden (vgl. A10/16 S. 12, A11/15 
S.  6  f.).  Die  Beschwerdeführerin  führte  an,  ihr  Vater  habe  ihr,  als  er 
erfahren  habe,  dass  sie  einen  Mann  [familiärer  Hintergrund]  geheiratet 
habe, geraten,  sich scheiden zu  lassen und wieder nach Hause  (…) zu 
kommen, um dort zu leben (vgl. A2/11 S. 5). Auch der Beschwerdeführer 
erwähnte,  dass  seine  Schwiegereltern  gegen  die Heirat  gewesen  seien 
(vgl.  A1/13  S.  8).  Demzufolge  kann  nicht  davon  ausgegangen  werden, 

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dass  die  Beschwerdeführenden  auf  ein  Familiennetz  in  ihrer  Heimat 
zurückgreifen können. 

6.4.2. Fraglich  ist  schliesslich,  ob aufgrund der Dialyseabhängigkeit  des 
Beschwerdeführers ein Vollzug der Wegweisung momentan durchführbar 
respektive  möglich  ist.  Das  BFM  äussert  sich  zumindest  auf 
Vernehmlassungsstufe,  als  der  Beginn  der  Dialyse  bereits  bekannt 
gewesen  ist,  in  seiner  Einschätzung  weder  zur  Frage  der 
Transportfähigkeit und noch zu deren Ausgestaltung. 

6.4.3. Es bestanden demzufolge im massgeblichen Beurteilungszeitpunkt 
der  Erfolgschancen  des  Wiedererwägungsgesuches  insbesondere 
Zweifel, ob die Beschwerdeführenden bei einer allfälligen Rückkehr über 
die  nötigen  finanziellen  Mittel  verfügt  hätten  respektive  auf  ein  intaktes 
Familiennetz  hätten  zurückgreifen  können,  welches  ihnen  pekuniäre 
Unterstützung  geboten  hätte.  Ob  dabei  von  einem  gesicherten  Zugang 
zur medizinischen Behandlung, welche  im Falle des Beschwerdeführers 
lebensnotwendig ist, ausgegangen werden kann, ist unverändert fraglich. 
Im  Übrigen  stellte  sich  die  Frage,  ob  ein  Vollzug  der  Wegweisung 
überhaupt durchführbar, also möglich war respektive ist. 

6.4.4. Schliesslich  ist  aufgrund  der  Akten  davon  auszugehen,  dass  die 
Beschwerdeführenden bedürftig waren respektive auch heute noch sind.

6.5.  In  Anbetracht  aller  im  Zeitpunkt  der  Zwischenverfügung  des  BFM 
vom  20. Dezember  2010  bekannt  gewesenen  Umstände  und  der 
vorstehend aufgezeigten offenen Fragen in wesentlichen Punkten kommt 
das Gericht zum Schluss, dass das BFM das Wiedererwägungsgesuch in 
seiner  summarischen Würdigung  zu Unrecht  als  aussichtslos  erachtete. 
In Anwendung von Art. 17b Abs. 2 und 3 AsylG hätte es vielmehr auf die 
Einforderung  des  Gebührenvorschusses  verzichten  müssen  und  das 
Nichteintreten  mangels  Bezahlung  des  Gebührenvorschusses  nicht 
verfügen  dürfen.  Die  Beschwerde  ist  folglich  gutzuheissen.  Die  beiden 
angefochtenen Verfügungen vom 20. Dezember 2010 sowie 24.  Januar 
2011 sind aufzuheben und die Sache ist zur Neubeurteilung an das BFM 
zurückzuweisen.  Das  Bundesamt  wird  dabei  dem  gegenwärtigen 
Gesundheitszustand,  der  medizinischen  Behandlung  sowie  der 
Transportfähigkeit  des  Beschwerdeführers  und  deren  Ausgestaltung 
sowie  der  Lebenssituation  der  Beschwerdeführenden  Rechnung  zu 
tragen haben.

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7. 
Die  vom  Bundesverwaltungsgericht  angeordnete  Aussetzung  des 
Wegweisungsvollzugs  bleibt  aufrechterhalten,  bis  das  nunmehr 
zuständige  BFM  im  Rahmen  des  Wiedererwägungsverfahrens 
entsprechende Anordnungen trifft.

8. 

8.1. Bei diesem Ausgang des Beschwerdeverfahrens  sind keine Kosten 
zu erheben (Art. 63 Abs. 1 VwVG).

8.2.  Der  obsiegenden  Partei  ist  für  die  ihr  erwachsenen  notwendigen 
Kosten  von Amtes wegen  oder  auf  Begehren  eine  Parteientschädigung 
auszurichten  (Art.  64  Abs.  1  VwVG,  Art.  7  des  Reglements  vom 
21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2).

8.3.  Die  Rechtsvertreterin  der  Beschwerdeführenden  hat  keine 
Kostennote  zu den Akten gereicht.  Indessen  lässt  sich der entstandene 
Vertretungsaufwand  aufgrund  der  Aktenlage  zuverlässig  abschätzen, 
weshalb auf die Einholung einer Kostennote verzichtet werden kann (vgl. 
Art. 14 Abs. 2 in fine VGKE). Unter Berücksichtigung der massgebenden 
Berechnungsfaktoren  (Art.  9  ff.  VGKE)  ist  die  von  der  Vorinstanz  zu 
entrichtende  Parteientschädigung  auf  Fr.  1100.–  (inkl.  Auslagen  und 
Mehrwertsteuer) festzusetzen.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die  Beschwerde  wird  gutgeheissen.  Die  Verfügungen  des  BFM  vom 
20. Dezember  2010  sowie  24.  Januar  2011  [recte]  werden  aufgehoben 
und die Sache wird zur Neubeurteilung im Sinne der Erwägungen an das 
BFM zurückgewiesen. 

2. 
Der  Vollzug  der  Wegweisung  bleibt  bis  zum  Abschluss  des 
Wiedererwägungsverfahrens vor dem BFM ausgesetzt. 

3. 
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

4. 
Das  BFM  wird  angewiesen,  den  Beschwerdeführenden  eine 
Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 1100.– auszurichten. 

5. 
Dieses  Urteil  geht  an  die  Beschwerdeführenden,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Christa Luterbacher Natasa Stankovic

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