# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7b81bdc7-b4e4-5d87-bc5c-72ca3a1c33a6
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-02-23
**Language:** de
**Title:** Zürich Handelsgericht 23.02.2015 HG110247
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_HG_001_HG110247_2015-02-23.pdf

## Full Text

Handelsgericht des Kantons Zürich 
    
 

 

Geschäfts-Nr.: HG110247-O U/dz 

 

 

Mitwirkend: die Oberrichter Peter Helm, Präsident, und Dr. George Daetwyler, 

die Handelsrichter Thomas Steinebrunner, Christian Zuber und die 

Handelsrichterin Ursula Suter sowie der Gerichtsschreiber Matthias-

Christoph Henn 

 

Urteil vom 23. Februar 2015 

 

in Sachen 

 

1. …  

2. … 
3. A._____ Limited, 

4. B._____ Limited,  
5. C._____ Limited,  

6. … 

7. D._____ Limited,   

Kläger 

 

1, 2, 3, 4, 5, 6, 7 vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. X1._____ 

1, 2, 3, 4, 5, 6, 7 vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. X2._____ 

 

gegen 

 
E1._____ AG,  

Beklagte 

 

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Y1._____ 

- 2 - 

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Y2._____ 

 

betreffend Forderung 
 

- 3 - 

Rechtsbegehren: 
(act. 20 S. 3 f.) 

" 1. Die Beklagte sei zu verpflichten, dem Kläger 1 USD 100.04, zu-
züglich Zins von 5% seit 31. Oktober 2011, zu bezahlen. 

 2. Die Beklagte sei zu verpflichten, dem Kläger 1 EUR 30.10, zuzüg-
lich Zins von 5% seit 31. Oktober 2011, zu bezahlen. 

 3. Die Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin 2 USD 383.40, zu-
züglich Zins von 5% seit 31. Oktober 2011, zu bezahlen. 

 4. Die Beklagte sei zu verpflichten, dem Kläger 1 oder der Klägerin 2 
USD 228'411.62, zuzüglich Zins von 5% seit 31. Oktober 2011, zu 
bezahlen. 

 5. Die Beklagte sei zu verpflichten, dem Kläger 1 oder der Klägerin 2 
EUR 1'738.64, zuzüglich Zins von 5% seit 31. Oktober 2011, zu 
bezahlen. 

 6. Die Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin 3 USD 1'446.55, 
zuzüglich Zins von 5% seit 31. Oktober 2011, zu bezahlen. 

 7. Die Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin 4 USD 153'107.20, 
zuzüglich Zins von 5% seit 31. Oktober 2011, zu bezahlen. 

 8. Die Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin 5 USD 1'625, zu-
züglich Zins von 5% seit 31. Oktober 2011, zu bezahlen. 

 9. Die Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin 6 EUR 20'684.13, 
zuzüglich Zins von 5% seit 31. Oktober 2011, zu bezahlen. 

 10. Die Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin 7 EUR 8'380.10, 
zuzüglich Zins von 5% seit 31. Oktober 2011, zu bezahlen. 

 11. Die Beklagte sei zu verpflichten, 7 Anteile des ... FUND zuguns-
ten der Klägerin 2 auf das Klientendepot ... der ... AG bei der ... 
zu übertragen. 

 12. Die Beklagte sei zu verpflichten, 80'000 Anteile des ... FUND so-
wie die im Wertschriftendepot ... befindlichen 104.621 Anteile des 
... FUND zugunsten des Klägers 1 oder der Klägerin 2 auf das 
Klientendepot ... der ... AG bei der ... zu übertragen. 

 13. Die Beklagte sei zu verpflichten, 50'000 Aktien der ... HOLDING 
EUR 2.00 sowie 50'000 Aktien der ... HOLDING EUR 2.00 zu-
gunsten der Klägerin 4 auf das Klientendepot ... der ... AG bei der 
... zu übertragen. 

- 4 - 

 14. Die Beklagte sei zu verpflichten, 16 Anteile des ... FUND zuguns-
ten der Klägerin 5 auf das Klientendepot ... der ... AG bei der ... 
zu übertragen. 

 15. Die Beklagte sei zu verpflichten, 50'000 Aktien der ... HOLDING 
EUR 2.00 und 50'000 Aktien der ... HOLDING EUR 2.00 zuguns-
ten der Klägerin 7 auf das Klientendepot ... der ... AG bei der ... 
zu übertragen. 

 16. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Be-
klagten." 

 

Mit Eingaben vom 2. Dezember 2013 und 21. März 2014 
modifizierte Rechtsbegehren: 

(act. 44 S. 3 ff., act. 63 S. 3) 

" 1. Die Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin 3 USD 100.04, zu-
züglich Zins von 5% seit 31. Oktober 2011, zu bezahlen. 

 2. Die Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin 3 EUR 30.10, zu-
züglich Zins von 5% seit 31. Oktober 2011, zu bezahlen. 

 3. Die Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin 3 USD 383.40, zu-
züglich Zins von 5% seit 31. Oktober 2011, zu bezahlen. 

 4. Die Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin 3 USD 228'411.62, 
zuzüglich Zins von 5% seit 31. Oktober 2011, zu bezahlen. 

 5. Die Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin 3 EUR 1'738.64, 
zuzüglich Zins von 5% seit 31. Oktober 2011, zu bezahlen. 

 6. Die Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin 3 USD 1'446.55, 
zuzüglich Zins von 5% seit 31. Oktober 2011, zu bezahlen. 

 7. Die Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin 4 USD 153'107.20, 
zuzüglich Zins von 5% seit 31. Oktober 2011, zu bezahlen. 

 8. Die Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin 5 USD 1'625, zu-
züglich Zins von 5% seit 31. Oktober 2011, zu bezahlen. 

 9. Die Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin 3 EUR 20'684.13, 
zuzüglich Zins von 5% seit 31. Oktober 2011, zu bezahlen. 

 10. Die Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin 7 EUR 8'380.10, 
zuzüglich Zins von 5% seit 31. Oktober 2011, zu bezahlen. 

- 5 - 

 11. Die Beklagte sei zu verpflichten, 7 Anteile des ... FUND zuguns-
ten der Klägerin 3 auf das Klientendepot ... der ... AG bei der ... 
zu übertragen. 

 12. Die Beklagte sei zu verpflichten, 80'000 Anteile des ... FUND so-
wie die im Wertschriftendepot ... befindlichen 104.621 Anteile des 
... FUND zugunsten der Klägerin 3 auf das Klientendepot ... der ... 
AG bei der ... zu übertragen. 

 13. Die Beklagte sei zu verpflichten, 50'000 Aktien der ... HOLDING 
EUR 2.00 sowie 50'000 Aktien der ... HOLDING EUR 2.00 zu-
gunsten der Klägerin 4 auf das Klientendepot ... der ... AG bei der 
... zu übertragen. 

 14. Die Beklagte sei zu verpflichten, 16 Anteile des ... FUND zuguns-
ten der Klägerin 5 auf das Klientendepot ... der ... AG bei der ... 
zu übertragen. 

 15. Die Beklagte sei zu verpflichten, 50'000 Aktien der ... HOLDING 
EUR 2.00 und 50'000 Aktien der ... HOLDING EUR 2.00 zuguns-
ten der Klägerin 7 auf das Klientendepot ... der ... AG bei der ... 
zu übertragen. 

 16. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Be-
klagten." 

- 6 - 

Inhaltsverzeichnis: 

Sachverhalt und Verfahren ............................................................................................... 7 
A. Sachverhaltsübersicht ........................................................................................... 7 
B. Prozessverlauf ........................................................................................................ 8 

Erwägungen ......................................................................................................................10 
1. Formelles ...............................................................................................................10 

1.1. Zuständigkeit.................................................................................................10 
1.2. Rechtsnachfolge...........................................................................................10 
1.3. Klageänderung .............................................................................................11 
1.4. Prozessfähigkeit ...........................................................................................11 

2. Anwendbares Recht ............................................................................................11 
3. Hauptforderung der Kläger .................................................................................11 
4. Keine Gegenforderungen der Beklagten..........................................................13 

4.1. Unbestrittener Sachverhalt .........................................................................13 
4.2. Parteistandpunkte ........................................................................................16 
4.3. Anwendung von Auftragsrecht ...................................................................21 
4.4. Kein Auslagenersatz aus Auftragsrecht ...................................................21 
4.4.1. Rechtliches.....................................................................................................21 
4.4.2. Würdigung ......................................................................................................22 
4.4.2.1. Beendigung der Geschäftsbeziehung ....................................................22 
4.4.2.2. Keine Auslagen ..........................................................................................23 
4.4.2.3. Keine Erforderlichkeit ................................................................................24 
4.4.2.4. Zwischenfazit..............................................................................................33 
4.5. Kein Schadenersatz aus Auftragsrecht ....................................................33 
4.5.1. Rechtliches.....................................................................................................33 
4.5.2. Würdigung ......................................................................................................34 
4.6. Kein Auslagen-/Schadenersatz aus Geschäftsführung ohne Auftrag .36 
4.6.1. Rechtliches.....................................................................................................36 
4.6.2. Würdigung ......................................................................................................37 
4.7. Keine Ansprüche aus Bereicherungsrecht...............................................38 
4.7.1. Parteivorbringen ............................................................................................38 
4.7.2. Rechtliches.....................................................................................................39 
4.7.3. Würdigung ......................................................................................................39 
4.8. Keine Ansprüche aus einfacher Gesellschaft..........................................42 
4.9. Keine Ansprüche aus Deliktsrecht ............................................................42 
4.10. Zu den Anwaltskosten im Besonderen .................................................43 
4.11. Zwischenergebnis ....................................................................................46 

5. Ergebnis.................................................................................................................46 
6. Kosten- und Entschädigungsfolgen ..................................................................47 

6.1. Streitwert .......................................................................................................47 
6.2. Prozesskosten ..............................................................................................47 

 

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Sachverhalt und Verfahren 

A. Sachverhaltsübersicht 

F._____ (vormaliger Kläger 1; nachfolgend "Kläger 1") und G._____ (vormalige 

Klägerin 2; nachfolgend "Klägerin 2") sind natürliche Personen mit Wohnsitz auf 

den H._____- Islands (act. 1 Rz. 2 und 7). Sie sind mittlerweile durch Parteiwech-

sel aus dem Prozess ausgeschieden (act. 86 S. 21 f.). Nachfolgend wird aber 

dennoch mehrfach auf sie Bezug genommen. Bei den Klägern 3-7 handelt es sich 

um juristische Personen mit Sitz auf den H._____- Islands (act. 1 Rz. 2 und 7), die 

von den Klägern 1 und 2 beherrscht werden und deren wirtschaftlich Berechtigte 

die Kläger 1 und 2 sind (act. 1 Rz. 12, act. 15 Rz. 22, 25, 28, 31 und 34 sowie 

act. 20 Rz. 112). Auch die vormalige Klägerin 6, die I._____ Limited (nachfolgend 

"Klägerin 6"), ist mittlerweile aus dem Prozess ausgeschieden (act. 86 S. 22). 

Die Beklagte ist eine international tätige Schweizer …bank mit Sitz in Zürich. Sie 

ist am tt. April 2012 infolge Fusion die Gesamtrechtsnachfolgerin der J._____ AG 

geworden, welche ihrerseits am 26. Januar 2007 infolge Fusion die Aktiven und 

Passiven der E2._____ übernommen hatte (act. 15 Rz. 2 und 37, act. 20 Rz. 110 

und 112). 

Die Kläger unterhielten bei der J._____ AG, die vor der Fusion mit der damaligen 

E1._____ AG deren Schwestergesellschaft und die Tochtergesellschaft der 

E1._____ Group AG war, verschiedene Kontobeziehungen und Wertschriftende-

pots im Gesamtwert per Stichtag 31. Oktober 2011 von etwa USD 1'084'733 so-

wie EUR 30'833 (act. 1 Rz. 14-35, act. 15 Rz. 5 und 129). Die Kläger 1 und 2 be-

finden sich seit den 90er-Jahren in einer Auseinandersetzung mit dem im Pazifi-

schen Ozean gelegenen Commonwealth of the ... K._____- Islands (nachfolgend 

"K'._____") über eine von der Letzteren behauptete Steuerschuld in der Höhe von 

insgesamt rund USD 118 Mio. (act. 1 Rz. 12, act. 15 Rz. 44, act. 20 Rz. 115). Die 

K'._____ erwirkten am 6. Oktober 2011 gegenüber der E1._____ Group AG eine 

Verfügung des United States District Court for the Southern District of New York 

(nachfolgend "NY District Court"), die auf die Blockierung und Herausgabe aller 

Vermögenswerte der Kläger 1 und 2 abzielte und mit der die E1._____ Group AG 

u.a. aufgefordert wurde, zum Antrag der K'._____ auf Herausgabe der entspre-

- 8 - 

chenden Vermögenswerte der Kläger 1 und 2 Stellung zu nehmen (vgl. act. 3/24). 

Das Gericht ordnete dabei an, dass die Verfügung auch für Gruppengesellschaf-

ten der E1._____ Group AG verbindlich sein sollte (act. 1 Rz. 12, act. 15 Rz. 41 

ff., act. 20 Rz. 114). In der Folge sperrte die J._____ AG die Konten und Depots 

der Kläger (act. 1 Rz. 12, act. 15 Rz. 47). Darauf kündigten die Kläger mit Schrei-

ben vom 31. Oktober 2011 die Geschäftsbeziehung und forderten die J._____ AG 

auf, ihre Guthaben und Wertschriften auf das Klientenkonto bzw. -depot ihrer 

Rechtsvertreter zu überweisen (act. 1 Rz. 12, act. 15 Rz. 52). Dem kam die 

J._____ AG bzw. die heutige Beklagte nicht nach. 

Die im Prozess verbliebenen Kläger verlangen nun klageweise die Herausgabe 

der entsprechenden Vermögenswerte. Die Beklagte stellt die grundsätzlich aus 

den Geschäftsbeziehungen zu ihr erwachsenden Rückerstattungsansprüche der 

Kläger nicht in Abrede, macht indessen geltend, diesen Ansprüchen habe ein 

übersteigender Anspruch der Beklagten auf Auslagenersatz oder Schadenersatz, 

eventualiter ein Anspruch aus ungerechtfertigter Bereicherung gegenübergestan-

den. Infolge Pfandverwertung sowie Verrechnung mit den genannten Gegenforde-

rungen der Beklagten seien die Ansprüche der Kläger vollständig getilgt worden. 

Ihre eigenen Ansprüche stützt die Beklagte dabei auf Aufwendungen in der Höhe 

von gesamthaft USD 1'662'372.84 und CHF 97'976.15, die ihr im Zusammenhang 

mit den Verfahren der K'._____ gegen die Kläger 1 und 2 vor dem NY District 

Court entstanden seien. Insbesondere habe die E1._____ Group AG mit den 

K'._____ einen Vergleich abgeschlossen, nach welchem die K'._____ gegen Be-

zahlung von USD 1,4 Mio. die die E1._____ Gruppe betreffenden Anträge in den 

Verfahren vor dem NY District Court zurückgezogen hätten, ohne dass die 

J._____ AG die Geschäftsbeziehungen zu den Klägern hätte offenlegen müssen 

(act. 15 Rz. 10 ff., act. 24 Rz. 9 ff.; vgl. act. 16/58). 

B. Prozessverlauf  

Am 18. November 2011 (Poststempel) reichten die Kläger 1-7 hierorts die Klage 

ein (act. 1). Sie wurden mit Verfügung vom 22. November 2011 verpflichtet, für 

die Gerichtskosten entsprechend ihren Rechtsbegehren Prozesskautionen zu 

leisten (Prot. S. 2 f.), was sie in der Folge auch taten (vgl. act. 9/1-7). Auf Antrag 

- 9 - 

der Beklagten (act. 5) wurden die Kläger mit Verfügung vom 14. Februar 2012 

verpflichtet, auch für eine allfällige Parteientschädigung der Beklagten entspre-

chende Sicherheiten zu leisten (Prot. S. 6 ff.). Auch dieser Aufforderung kamen 

die Kläger nach (act. 13/1-7). Die Beklagte erstattete ihre Klageantwort am 8. Juni 

2012 (act. 15), worauf ein zweiter Schriftenwechsel angeordnet wurde (Prot. 

S. 11). Die Replik der Kläger datiert vom 20. September 2012 (act. 20) und die 

Duplik der Beklagten vom 28. November 2012 (act. 24). Nach Zustellung der 

Letzteren an die Kläger (Prot. S. 13) reichten diese mit Eingabe vom 

17. Dezember 2012 unaufgefordert eine Stellungnahme zur Duplik ein (act. 28), 

die der Beklagten am 25. Juni 2013 zugestellt wurde (Prot. S. 14). Diese reichte 

ihrerseits mit Eingabe vom 3. Juli 2013 eine weitere Stellungnahme ein (act. 32) 

und diese wurde den Klägern zur Kenntnis gebracht (Prot. S. 15). Die Parteien 

reichten mit ihren jeweiligen Rechtsschriften Beweismittelverzeichnisse ein 

(act. 1, 15, 20 und 24; Prot. S. 3). Mit Verfügung vom 2. September 2013 wurde 

den Parteien Frist angesetzt, um zu erklären, ob sie auf Durchführung der mündli-

chen Hauptverhandlung verzichteten (act. 36). Während die Kläger erklärten, auf 

die Durchführung einer Hauptverhandlung zu verzichten (act. 40), brachte die Be-

klagte mit Eingabe vom 23. September 2013 vor, über den Kläger 1 und die Klä-

gerin 2 sei am 3. Juni 2013 vom ... Court der H._____- Islands der Konkurs eröff-

net worden und die Klägerinnen 3-7 befänden sich in Liquidation unter Aufsicht 

des letztgenannten Gerichts (act. 38). In Zusammenhang mit den von den Klä-

gern nicht in Abrede gestellten Konkurs- und Liquidationsverfahren sowie von den 

Klägern 1, 2 und 6 abgegebenen Abtretungserklärungen in Bezug auf ihre vorlie-

gend im Streit liegenden Forderungen reichten sowohl die Kläger als auch die 

Beklagte diverse (Noven)Eingaben ins Recht und stellten verschiedene pro-

zessuale Anträge (act. 50, 56, 60, 63, 67, 70, 75, 79 und 82). Deren Inhalt wurde 

im Einzelnen im Beschluss vom 8. Oktober 2014 wiedergegeben, auf dessen ein-

schlägige Erwägungen hier vollumfänglich verwiesen werden kann (act. 86 S. 4 ff. 

Erw. I.). Mit dem soeben genannten Beschluss wurde unter anderem vorgemerkt, 

dass der Kläger 1 und die Klägerin 2 mit Abtretungserklärungen vom 13. Februar 

2014 sowie die Klägerin 6 mit Abtretungserklärung vom 6. Januar 2014 ihre im 

Streit liegenden Forderungen an die Klägerin 3 abgetreten hätten, und es wurde 

beschlossen, dass die Klägerin 3 an die Stelle des Klägers 1, der Klägerin 2 und 

- 10 - 

der Klägerin 6 in diesem Prozess trete, wobei das Rubrum und die betroffenen 

Rechtsbegehren entsprechend angepasst wurden (act. 86 S. 21 f.). Mit gleichem 

Beschluss wurde den Parteien erneut Frist angesetzt, um zu erklären, ob sie auf 

Durchführung der mündlichen Hauptverhandlung verzichteten unter der Andro-

hung, bei Stillschweigen würde Verzicht auf Hauptverhandlung angenommen 

(act. 86 S. 22). Während die Beklagte mit Eingabe vom 27. Oktober 2014 aus-

drücklich auf Durchführung der Hauptverhandlung verzichtete (act. 88), liessen 

sich die Kläger nicht vernehmen, was ebenso als Verzicht aufzufassen ist. 

Das Verfahren erweist sich als spruchreif.  

Erwägungen 

1. Formelles 

1.1. Zuständigkeit 

Die örtliche und sachliche Zuständigkeit des Handelsgerichts des Kantons Zürich 

ist gegeben (Art. 23 f. LugÜ, Art. 6 Abs. 2 und 3 ZPO i.V.m. § 44 GOG sowie 

Art. 71, 93 und Art. 243 Abs. 3 ZPO) und auch unbestritten geblieben (act. 1 

Rz. 3, act. 15 Rz. 124). 

1.2. Rechtsnachfolge 

Infolge der Veräusserung des Streitobjekts (Abtretungen vom 13. Februar 2014 

und vom 6. Januar 2014; siehe dazu sogleich unten) ist die Klägerin 3 durch Par-

teiwechsel nach Art. 83 Abs. 1 ZPO im vorliegenden Prozess an die Stelle der 

Kläger 1, der Klägerin 2 und der Klägerin 6 getreten. Zur Begründung ist auf die 

entsprechenden Erwägungen des Beschlusses vom 8. Oktober 2014 zu verwei-

sen (act. 86 S. 11 ff. E. III.). Die Klägerin 3 nimmt den Prozess in Bezug auf die 

Ansprüche der Kläger 1, 2 und 6 in dem Zustand auf, wie sie ihn im Moment des 

Parteiwechsels vorfindet (BK ZPO-GROSS/ZUBER, Art. 83 N. 11). 

Die Beklagte nimmt als Gesamtrechtsnachfolgerin der J._____ AG infolge Fusion 

vom tt. April 2012 deren Parteistellung im vorliegenden Prozess ein (Art. 22 

Abs. 1 FusG und Art. 83 Abs. 4 Halbsatz 2 ZPO; act. 15 Rz. 2 f., act. 20 Rz. 3). 

- 11 - 

1.3. Klageänderung 

Während die Kläger in ihren ursprünglichen Rechtsbegehren 11-15 der Klage 

noch verlangt hatten, die Beklagte sei zu verpflichten, bestimmte, in den genann-

ten Wertschriftendepots verbuchte Fondsanteile und Wertschriften auf ein Klien-

tendepot ihrer Rechtsvertreter zu übertragen (act. 1 S. 4), lauten die fraglichen 

Rechtsbegehren der Replik (mit Ausnahme des Rechtsbegehrens 12 2. Teil) le-

diglich auf Übertragung entsprechender Fondanteile bzw. Wertschriften, nachdem 

die Beklagte in der Klageantwort ausgeführt hatte, sie habe diese, soweit liquide, 

mittlerweile unter Berufung auf ihr Pfandrecht verwertet (act. 15 Rz. 79 ff.). Die 

von den Klägern vorgenommene Änderung der Klage, die auch in den infolge 

Parteiwechsel angepassten Rechtsbegehren der Eingaben vom 2. Dezember 

2013 und 21. März 2014 beibehalten wurde (act. 44 S. 3 ff., act. 63 S. 3), erweist 

sich vor dem Hintergrund von Art. 227 Abs. 1 ZPO ohne Weiteres als zulässig. 

1.4. Prozessfähigkeit 

Die im Prozess verbleibenden Klägerinnen 3-5 und 7 sind partei- und prozessfä-

hig. Die diesbezüglich zwischenzeitlich von der Beklagten erhobenen Einwände 

(act. 79 Rz. 10) wurden bereits mit rechtskräftigem Beschluss vom 8. Oktober 

2014 verworfen, dessen Erwägungen nach wie vor Gültigkeit beanspruchen 

(act. 86 S. 16 f. E. III.5.1. und S. 22 Dispositiv-Ziff. 7) 

2. Anwendbares Recht 

Die Parteien haben in Art. 12 der General Conditions, Stand Januar 2010, ihre 

Geschäftsbeziehung der Anwendbarkeit von Schweizer Recht unterstellt (act. 15 

Rz. 38, act. 20 Rz. 112; vgl. act. 16/47 S. 2). Diese Vereinbarung ist gemäss 

Art. 116 Abs. 1 IPRG zulässig, so dass Schweizer Recht anzuwenden ist. Davon 

gehen offensichtlich auch die Parteien aus (vgl. act. 1 Rz. 42 ff., act. 15 

Rz. 100 ff.). 

3. Hauptforderung der Kläger 

Es ist unstreitig, dass die Kläger durch den Abschluss von Kontokorrent- und De-

potverträgen (current / portfolio accounts, vgl. act. 16/4, 16/9, 16/14, 16/19, 16/25, 

16/30, 16/35 und 16/40) Geschäftsbeziehungen zur Beklagten aufgenommen ha-

- 12 - 

ben, in deren Rahmen die Letztere bzw. ihre Rechtsvorgängerinnen die von den 

Klägern aufgeführten Konten und Depots geführt haben (act. 1 Rz. 13-34, act. 15 

Rz. 16 ff.). Ebenso ergibt sich aus dieser Sachlage sowie aus der Kündigung der 

Geschäftsbeziehungen vom 31. Oktober 2011 durch die Kläger ein grundsätzlich 

bestehender schuldrechtlicher Anspruch der Kläger auf Rückerstattung der ein-

zelnen Kontoguthaben und der in den einzelnen Depots gehaltenen Wertschriften. 

Dies wird auch von der Beklagten im Grundsatz anerkannt, wie auch die einzel-

nen Salden der Konten und Kurswerte der in den Depots verbuchten Wertschrif-

ten per 31. Oktober 2011 (act. 1 Rz. 13 ff.; act. 15 Rz. 15, 122 und 129; act. 24 

Rz. 87). 

Bezüglich des Gemeinschaftskontos ... und des Gemeinschaftsdepots ... ist – bis 

zur Abtretung an die Klägerin 3 (dazu sogleich unten) – von Solidargläubiger-

schaft der Kläger 1 und 2 auszugehen (vgl. zum Ganzen EMCH/RENZ/ARPAGAUS, 

Das Schweizerische Bankgeschäft, Zürich/Basel/Genf 2011, Rz. 657, 666, 731 

und 775). Im Weiteren ist darauf hinzuweisen, dass die unbestritten durch die 

Kläger am 31. Oktober 2011 erklärte Kündigung, die jederzeit zulässig war (vgl. 

BGE 91 II 442, 451), in jedem Fall zur Beendigung der Geschäftsbeziehungen 

zwischen den Parteien führte, selbst wenn diese zur Unzeit erfolgt sein sollte 

(statt vieler BK-FELLMANN, Art. 404 N. 66; vgl. ferner auch Art. 12 der General 

Conditions der Beklagten Stand Januar 2010, act. 16/47 S. 2). 

Sämtliche Verfahrensgegenstand bildende Forderungen der Kläger 1, 2 und 6 

sind durch gültige Abtretungserklärungen vom 13. Februar 2014 und vom 

6. Januar 2014 auf die Klägerin 3 übergegangen (Art. 164 Abs. 1 OR). Zur Be-

gründung kann auch hier vollumfänglich auf die Erwägungen des Beschlusses 

vom 8. Oktober 2014 verwiesen werden (act. 86 S. 8 ff. E. II. und III.).  

Die eingeklagten und grundsätzlich aus den Geschäftsbeziehungen erwachsen-

den Rückerstattungsansprüche haben Bestand, soweit sie nicht durch Pfandver-

wertung oder Verrechnung der Beklagten mit ihr selbst zustehenden Gegenforde-

rungen untergegangen sind. Dabei wirken in Bezug auf die abgetretenen Rücker-

stattungsansprüche ursprünglich gegenüber den Klägern 1, 2 und 6 erhobene 

Gegenforderungen genauso gegenüber der Klägerin 3 (Art. 169 OR). 

- 13 - 

Auch die etwaige Fälligkeit von bestehenden Rückerstattungsansprüchen und ein 

daran anknüpfender Verzug der Beklagten, der für die Beurteilung des eingefor-

derten Zinsanspruchs seit dem 31. Oktober 2011 Bedeutung erlangt (vgl. Art. 400 

Abs. 2 OR), sind u.a. abhängig vom Bestehen der geltend gemachten Gegenfor-

derungen der Beklagten, beruft sich diese doch darauf, sie sei durch das ihr dies-

bezüglich zustehende Pfandrecht zur Zurückbehaltung der klägerischen Gutha-

ben berechtigt gewesen (act. 24 Rz. 26 und 48).  

4. Keine Gegenforderungen der Beklagten 

4.1. Unbestrittener Sachverhalt 

Am 6. Oktober 2011 erliess der NY District Court in zwei parallelen Verfahren 

(No. 11 ... 00099 und No. 11 ... 00100) zwischen den K'._____ als Klägerin einer-

seits und dem Kläger 1 und der Klägerin 2 als Beklagte andererseits einen 'Order 

to Show Cause', einen 'Temporary Restraining Order' sowie einen 'Order Granting 

Other Relief' (nachfolgend Order). Auslöser dieses Orders war eine Eingabe der 

K'._____, die sich auf eine ihnen gegenüber bestehende Steuerschuld der Klä-

ger 1 und 2 beriefen und unter Hinweis darauf, die Letzteren würden eine Ge-

schäftsbeziehung bei der J._____ AG unterhalten, Anträge auf Erlass einer vor-

sorglichen Massnahme zur Blockierung sowie auf Herausgabe all derjenigen 

Vermögenswerte stellten, an denen die Kläger ein wirtschaftliches Interesse hät-

ten und die sich bei Gesellschaften der E1._____ Gruppe befänden. Die Adressa-

tin dieser Order war in erster Linie die E1._____ Group AG. Der Order sollte je-

doch auch für deren Geschäftsführer, Vertreter, Mitarbeiter, Erfüllungsgehilfen, 

Anwälte, Tochtergesellschaften, Vorgänger- und Nachfolgegesellschaften, ein-

schliesslich der Beklagten (es wurden ausdrücklich sowohl die E1._____ AG so-

wie die J._____ AG aufgeführt) und sämtliche Gesellschaften, die von der 

E1._____ Group AG kontrolliert wurden, verbindlich sein (act. 1 Rz. 48, act. 15 

Rz. 41 ff. und 133, act. 20 Rz. 114; vgl. act. 3/24 S. 8). Die E1._____ Group AG, 

einschliesslich der genannten anderen Personen und Gesellschaften, wurde als 

Drittschuldnerin (garnishee) im Wesentlichen dazu aufgefordert, (1) im Sinne ei-

ner superprovisorischen Massnahme keine Verfügungen über die klägerischen 

Vermögenswerte zuzulassen, (2) zum Antrag der K'._____ auf vorsorgliche Blo-

- 14 - 

ckierung sowie (3) zum Antrag auf Herausgabe der Vermögenswerte Stellung zu 

nehmen (act. 1 Rz. 49, act. 15 Rz. 41-42, act. 20 Rz. 113; vgl. act. 3/24). 

Daraufhin beauftragten sowohl die E1._____ Group AG sowie die J._____ AG die 

Anwaltskanzlei M._____ LLP mit der Wahrung ihrer Interessen (act. 15 Rz. 45, 

act. 20 Rz. 116, act. 24 Rz. 1 und 108, act. 28 Rz. 7). Die E1._____ Group AG 

und die E1._____ AG zogen ihrerseits auch die Kanzlei N._____ bei, um sich aus 

schweizerischer Sicht beraten zu lassen (act. 15 Rz. 46, act. 20 Rz. 117-119). 

In der Folge weigerte sich die Beklagte, mittlerweile eingegangene Instruktionen 

der Kläger betreffend deren Konten und Depots auszuführen. Mit Schreiben vom 

27. Oktober 2011 forderten die Kläger die Beklagte dazu auf, die freie Verfügbar-

keit über die Vermögenswerte zu bestätigen und eine vollständige Kopie der Un-

terlagen und Informationen zuzustellen, die seitens der J._____ AG und/oder der 

E1._____ AG im Verfahren gegen die Kläger vor dem NY District Court einge-

reicht oder im Rahmen eines allfälligen Discovery Verfahrens übermittelt worden 

seien. Zudem wurde die Beklagte im Hinblick auf die Blockierung von Vermö-

genswerten und die Übermittlung von Informationen aus dem Schutzbereich von 

Art. 47 BankG ausdrücklich auf die Straftatbestände von Art. 141, 141bis, 271 

Ziff. 1 Abs. 3 sowie 273 StGB hingewiesen (act. 15 Rz. 48, act. 20 Rz. 121; vgl. 

act. 16/49). 

Mit Schreiben vom 31. Oktober 2011 kündigten die Kläger die Geschäftsbezie-

hungen mit der Beklagten mit sofortiger Wirkung und verlangten die Übertragung 

der Guthaben auf ein Klientengeldkonto bzw. -depot der klägerischen Rechtsver-

treter (act. 1 Rz. 36 f., act. 15 Rz. 51 f.; vgl. act. 3/22). Zudem führten die Kläger 

mit Schreiben vom 1. November 2011 an die Beklagte insbesondere aus, diese 

habe die ihr angesetzte Frist zur Herausgabe der in den Verfahren vor dem NY 

District Court direkt oder indirekt zugestellten und eingereichten oder im Rahmen 

eines allfälligen Discovery Verfahrens übermittelten Unterlagen und Informationen 

nicht gewahrt und setzte eine Nachfrist bis zum 2. November 2011, innert welcher 

auch Kopien der gesamten mit der E1._____ Group AG und/oder der E1._____ 

AG im Zusammenhang mit den Kundenbeziehungen geführten Brief- und E-

Mailkorrespondenz herauszugeben seien (act. 15 Rz. 53, act. 20 Rz. 122, act. 24 

- 15 - 

Rz. 113; vgl. act. 16/53). Die Beklagte nahm darauf mit Schreiben vom 

4. November 2011 Stellung und hielt zunächst fest, die Kläger 1 und 2 hätten als 

Beklagte in den Verfahren vor dem NY District Court die Möglichkeit, die dortigen 

Prozessakten einzusehen, weshalb kein Interesse ersichtlich sei, Prozessakten 

von der Beklagten zu verlangen. Zudem führte sie aus, sie könne dem klägeri-

schen Ersuchen um Auszahlung der Guthaben und Übertragung der Wertschrif-

ten "angesichts der Anordnungen in den Verfahren in New York" "zurzeit nicht 

nachkommen". Weiter forderte die Beklagte die Kläger 1 und 2 auf, sich an den 

Verfahren in New York zu beteiligen und sich gegen die in jenen Verfahren er-

gangenen Anordnungen zur Wehr zu setzen (act. 15 Rz. 56 f., act. 20 Rz. 122; 

vgl. act. 3/23). 

Mitte November 2011 beauftragte die Beklagte zusätzlich die Kanzlei O._____, 

sie in dieser Angelegenheit zu beraten (act. 15 Rz. 59, act. 20 Rz. 123). Indessen 

kam die bereits Mitte Oktober beigezogene Anwaltskanzlei M._____ LLP am 

23. November 2011 zur – von den Klägern als unzutreffend erachteten – Ein-

schätzung, es bestehe ein bedeutendes Risiko, dass den Anträgen der K'._____ 

auf Herausgabe der Vermögenswerte stattgegeben werde und dass einschnei-

dende Zwangsmassnahmen in Form von hohen Bussen angeordnet würden, soll-

ten die Gesellschaften der E1._____ Gruppe dem Order keine Folge leisten. Der 

Umstand, dass die Gesellschaften der E1._____ Gruppe den Anordnungen des 

NY District Courts nur unter Verletzung von schweizerischem Recht nachfolgen 

könnten – was unbestritten ist –, würde gemäss deren Einschätzung den Erlass 

der Order nicht verhindern. Die Kosten, um sich dem Verfahren zu widersetzen, 

veranschlagte M._____ LLP auf USD 1-1.5 Mio.. Im Falle eines Discovery Verfah-

rens seien diese bedeutend höher (act. 15 Rz. 60-63, act. 20 Rz. 123 f., act. 24 

Rz. 108, act. 28 Rz. 7). 

Am 24. November 2011 forderte die Beklagte die Kläger 1 und 2 erneut auf, sich 

an den Verfahren vor dem NY District Court zu beteiligen und sich gegen die dort 

ergangenen Anordnungen zur Wehr zu setzen. Sie führte überdies aus, diese 

Verfahren verursachten der E1._____ Group AG erhebliche Kosten, obwohl die-

ser als "garnishee" (Drittschuldnerin) keinerlei Fehlverhalten vorgeworfen werde. 

- 16 - 

Es sei davon auszugehen, dass die E1._____ Group AG für diese Kosten auf die 

Beklagte Rückgriff nehmen werde, weshalb sich die Letztgenannte vorbehalte, 

diese Kosten und alle weiteren mit diesen Verfahren verbundenen negativen fi-

nanziellen Auswirkungen vollumfänglich auf die Kläger 1 und 2 abzuwälzen 

(act. 15 Rz. 64, act. 20 Rz. 123; vgl. act. 16/57). 

Hernach schlossen die E1._____ Group AG und die K'._____ (nach Behauptung 

der Beklagten am 28./29. Dezember 2011; vgl. act. 16/58 und act. 33/1) eine Ver-

gleichsvereinbarung, die zur Folge hatte, dass das Verfahren vor dem NY District 

Court in Bezug auf die E1._____ Group AG abgeschrieben wurde ("stipulation 

and order"; act. 15 Rz. 65-68, act. 20 Rz. 126; vgl. act. 16/59).  

Schliesslich tätigte die Beklagte folgende Zahlungen: Sie überwies am 5. Januar 

2012 USD 1.4 Mio. an die E1._____ AG, am 11. Januar 2012 den ihr als Honorar 

in Rechnung gestellten Betrag von CHF 37'148.60 an die Kanzlei O._____, am 

11. bzw. 20. Januar 2012 die der E1._____ AG als Honorar in Rechnung gestell-

ten Beträge von CHF 49'911.60 sowie CHF 10'915.95 an die Kanzlei N._____ 

und am 9. Februar 2012 den ebenso der E1._____ AG als Honorar in Rechnung 

gestellten Betrag von USD 262'372.84 an die Kanzlei M._____ LLP (act. 15 

Rz. 74-77, act. 20 Rz. 43 und 131). Mit Schreiben vom 1. Februar 2012 hatte die 

Beklagte die Kläger davon in Kenntnis gesetzt, dass sie den obgenannten Ver-

gleich geschlossen habe, und den Ersatz ihrer Auslagen gefordert (act. 15 Rz. 70, 

act. 20 Rz. 44 und Rz. 130). 

4.2. Parteistandpunkte 

4.2.1. Die Beklagte stellt sich im Wesentlichen auf den Standpunkt, sie sowie die 

weiteren Gesellschaften der E1._____ Gruppe seien aufgrund der Geschäftsbe-

ziehungen zu den Klägern in die Verfahren zwischen den K'._____ und den Klä-

gern 1 und 2 vor dem NY District Court hineingezogen worden (act. 15 Rz.5 und 

99; act. 24 Rz. 47 und 54). Die Kläger 1 und 2 hätten trotz mehrmaliger Aufforde-

rung nichts unternommen, um die Klagen der K'._____ abzuwehren, und hätten 

es allein den Gesellschaften der E1._____ Gruppe überlassen, sich mit den Ver-

fahren auseinanderzusetzen (act. 15 Rz. 8; act. 24 Rz. 12). Diese hätten sich nun 

zwischen den Fronten bzw. in einem Konflikt der Rechtsordnungen der Schweiz 

- 17 - 

und der USA befunden. Auf der einen Seite seien sie verpflichtet gewesen, das 

Bankkundengeheimnis zu wahren, weshalb sie dem Order nicht hätten nach-

kommen können. Auf der anderen Seite hätten sie bei Nichtbefolgung des Orders 

hohe Bussen der US-amerikanischen Behörden gewärtigen müssen, die ihnen 

schliesslich auch von den Klägern zu ersetzen gewesen wären (act. 15 Rz. 7, 62 

und 108; act. 24 Rz. 74 und 80). Ebenso die Möglichkeit, sich selber gegen die 

von den K'._____ beantragten Anordnungen im Verfahren vor dem NY District 

Court zu wehren, sei vernünftigerweise nicht in Frage gekommen. Die u.a. zur 

Prüfung dieser Möglichkeit eingeholte Einschätzung der Kanzlei M._____ LLP 

habe ergeben, dass die Erfolgsaussichten eines solchen Vorgehens äusserst ge-

ring und die dabei anfallenden Kosten äusserst hoch (USD 1-1.5 Mio.; bei Dis-

covery Verfahren bedeutend höher) gewesen seien, wobei auch diese Kosten 

letztlich von den Klägern hätten übernommen werden müssen (act. 15 Rz. 63 und 

108). 

Angesichts dieser Ausgangsposition habe die Beklagte (als damalige J._____ 

AG), welche in der Zwischenzeit die E1._____ Group AG und die (damalige) 

E1._____ AG mit der Wahrung ihrer Interessen in dieser Angelegenheit beauf-

tragt habe (act. 15 Rz. 46, act. 24 Rz. 7), zusammen mit den Letztgenannten 

nach einer Lösung gesucht, um einerseits dem drohenden Befehl zur Herausgabe 

der Vermögenswerte zu entgehen und gleichzeitig das Bankkundengeheimnis der 

Kläger umfassend zu wahren. Dies sei in Form des Vergleiches zwischen der 

E1._____ Group AG und den K'._____ vom 28./29. Dezember 2011 gelungen 

(act. 15 Rz. 9 f., 65 ff. und 100). Die K'._____ hätten sich darin verpflichtet, gegen 

Bezahlung von USD 1.4 Mio. die Anträge vor dem District Court gegenüber der 

E1._____ Group AG zurückzuziehen. Dabei sei ausdrücklich nicht bestätigt wor-

den, ob und über welche Vermögenswerte die Kläger 1 und 2 bei den Gesell-

schaften der E1._____ Gruppe verfügt hätten. Im Weiteren sei den K'._____ eine 

Garantie abgegeben worden, eine allfällige Differenz zwischen der Vergleichs-

summe und den allfällig tatsächlich im Zeitpunkt des Orders bei Gesellschaften 

der E1._____ Gruppe befindlichen Vermögenswerten der Kläger 1 und 2 zu zah-

len, soweit die K'._____ das Vorhandensein von solchen belegen könnten. 

Schliesslich sei ausgeschlossen worden, dass die K'._____ in einem späteren 

- 18 - 

Verfahren erneut die Herausgabe von allfälligen Vermögenswerten verlangen 

würden, die die Kläger 1 und 2 im Zeitpunkt des Orders bei Gesellschaften der 

E1._____ Gruppe gehalten hätten (act. 15 Rz. 65-67). Die von der Beklagten in 

diesem Rahmen notwendigerweise aufgewandten Kosten, bestehend aus dem 

zunächst durch die E1._____ AG ausgelegten Vergleichsbetrag von USD 1.4 Mio. 

sowie den Anwaltskosten für den erforderlichen Beizug der Kanzleien M._____ 

LLP, O._____ sowie N._____, seien nun durch die Kläger zu tragen (act. 15 

Rz. 70 und 107-110, act. 24 Rz. 5, 12 und 66). 

In rechtlicher Hinsicht stützt die Beklagte ihre Ansprüche in erster Linie auf das 

Recht des einfachen Auftrags; insbesondere macht sie die Aufwendungen als 

Auslagenersatz (act. 15 Rz. 100 ff., act. 24 Rz. 7 ff.) oder als Schadenersatz 

(act. 24 Rz. 11 ff.) geltend. Eventualiter lägen die Voraussetzungen einer Ge-

schäftsführung ohne Auftrag (act. 24 Rz. 93) oder einer ungerechtfertigten Berei-

cherung der Kläger vor (act. 24 Rz. 16-19). Zwischen ihr und der E1._____ Group 

AG habe ebenfalls ein Auftragsverhältnis bestanden, eventualiter eine Geschäfts-

führung ohne Auftrag und subeventualiter eine einfache Gesellschaft (act. 15 

Rz. 100, act. 24 Rz. 20). 

4.2.2. Die Kläger führen dagegen zusammengefasst aus, es habe sich vorliegend 

ein Geschäftsrisiko der E1._____ Group AG und der E1._____ AG verwirklicht, 

die sich durch ihr Geschäftsmodell aus freien Stücken der US-amerikanischen 

Gerichtsbarkeit ausgesetzt und damit potentielle Konflikte mit der schweizeri-

schen Rechtsordnung bewusst in Kauf genommen hätten. Das geltend gemachte 

Dilemma sei selbstverschuldet (act. 20 Rz. 12 f.). Die E1._____ Gruppe sei aktu-

ell in den USA stark exponiert und damit besonders angreifbar, da sie um jeden 

Preis vermeiden wolle, in Bezug auf die Eintreibung von Steuerforderungen eines 

mit der USA assoziierten Territoriums als unkooperativ zu erscheinen. Die 

dadurch entstehenden Kosten könnten jedoch nicht der J._____ AG und letztlich 

den Klägern aufgebürdet werden, sondern die E1._____ Group AG habe ihre Ge-

schäftstätigkeit so zu organisieren, dass sie mit der schweizerischen Rechtsord-

nung nicht in Konflikt gerate und die Interessen ihrer Tochtergesellschaften und 

deren Kunden nicht gefährde (act. 20 Rz. 30 und 52). 

- 19 - 

Im Weiteren werde die damalige J._____ AG zwar im Order des NY District 

Courts namentlich erwähnt, sie sei jedoch weder zur Stellungnahme aufgefordert 

noch sei ihr der Order zugestellt worden. Es habe in Bezug auf sie auch offen-

sichtlich an der sog. personal jurisdiction des NY District Courts gefehlt, da sie die 

dafür vorausgesetzten minimalen Kontakte zu den USA nicht aufgewiesen habe. 

Die Beklagte habe sich daher gegen den Order erfolgreich zur Wehr setzen kön-

nen, was ihr auch ohne Weiteres zuzumuten gewesen sei und keine Kosten in der 

Höhe von USD 1-1.5 Mio. verursacht hätte (act. 20 Rz. 31 ff., 38, 50 und 116). 

Statt dessen sei sie bzw. die E1._____ Group AG entgegen den Interessen der 

Kläger tätig geworden, indem sie ohne Information an die Kläger mit den K'._____ 

verhandelt und einen Vergleich geschlossen habe, mit dem sie wirtschaftlich das 

Gleiche bewirkt habe, wie wenn der NY District Court die Herausgabe der Vermö-

genswerte verfügt hätte und die Beklagte dieser Verfügung auf Geheiss der 

E1._____ Group AG nachgekommen wäre. Mit der von der Beklagten gewählten 

Lösung habe diese ihr eigenes Problem des Konfliktes zwischen der schweizeri-

schen und der US-amerikanischen Rechtsordnung auf Kosten der Kläger gelöst 

und damit im eigenen Interesse gehandelt. Nachdem die Beklagte gewusst habe, 

dass sich die Kläger nicht an dem Verfahren hätten beteiligen wollen, sei ihr Han-

deln sogar weisungswidrig gewesen (act. 20 Rz. 37 ff. und 140). Überdies sei der 

von der Beklagten behauptete Vergleich auch gar nicht geeignet gewesen, das 

Bankkundengeheimnis umfassend zu wahren, da die Zahlung der E1._____ 

Group AG ein unmissverständliches Zeichen an die K'._____ für das Bestehen 

einer Geschäftsverbindung zu den Klägern gewesen sei (act. 20 Rz. 129 und 

138). Die Beklagte habe selbst auf ausdrückliches Verlangen hin die im Verfahren 

vor dem NY District Court übermittelten Unterlagen den Klägern nicht herausge-

geben und habe die Kläger auch nicht über die laufenden Vergleichsverhandlun-

gen informiert (act. 20 Rz. 122 und 151).  

Überdies weisen die Kläger die Steuerforderung der K'._____ zurück. Letztere 

hätten im Jahre 1994 aufgrund eines rückwirkend erlassenen Gesetzes zwei Ab-

wesenheitsurteile vor einem lokalen Gericht der K'._____ (... Court of K._____- Is-

lands) gegen die Kläger 1 und 2 erwirkt, von denen diese erst im Jahre 2011 er-

fahren hätten. Bei den Klägern 1 und 2 handle es sich um … Staatsangehörige 

- 20 - 

mit Wohnsitz auf den H._____- Islands, die nicht der Zuständigkeit der … Gerich-

te unterlägen, weshalb auch Entscheide solcher Gerichte nicht ausserhalb den … 

vollstreckt werden könnten. Die Abwesenheitsurteile aus dem Jahre 1994 seien in 

der Schweiz aufgrund ihres fiskalischen Hintergrunds ohnehin nicht vollstreckbar 

gewesen (act. 20 Rz. 20 f., 23, 29 und 79). 

Es sei darüber hinaus auch weder geboten noch verhältnismässig gewesen, eine 

Vergleichssumme von USD 1.4 Mio. und Anwaltskosten in behaupteter Höhe zu 

bezahlen. Wie auch bezüglich der Vergleichsverhandlungen habe es die Beklagte 

unterlassen, die Kläger hinsichtlich der Auswahl der beauftragten Anwaltskanzlei-

en zu konsultieren. Die offenbar in Rechnung gestellten Leistungen seien nicht im 

Interesse der Kläger erfolgt und seien auch nicht ausgewiesen. Den Rechnungen 

liessen sich weder die geleisteten Stunden noch die einzelnen Tätigkeiten noch 

die zur Anwendung gelangenden Stundensätze noch die Rechnungsperiode ent-

nehmen, weshalb deren Angemessenheit auch gar nicht überprüft werden könne 

(act. 20 Rz. 55-58 und 141 f.; act. 28 Rz. 7). 

Zudem bestreiten die Kläger, dass je eine Zahlung im Umfang von USD 1.4 Mio. 

von einer Gesellschaft der E1._____ Gruppe auf ein Konto der K'._____ oder de-

ren Rechtsvertretung P._____ LLP geflossen sei (act. 20 Rz. 127; act. 28 Rz. 8-

12), und auch, dass die E1._____ Group AG und die damalige E1._____ AG von 

der damaliger J._____ AG mit der Wahrung deren Interessen beauftragt worden 

seien (act. 20 Rz. 48 und 117-119, 133; act. 28 Rz. 18 f.). Weiter habe der Ver-

gleich der E1._____ Group AG mit den K'._____ keine Reduktion der seitens der 

K'._____ gegenüber der Kläger 1 und 2 geltend gemachten Forderung zur Folge 

gehabt und ihre Stellung im (immer noch hängigen) Verfahren vor dem NY District 

Court in keiner Weise verbessert (act. 20 Rz. 17 und 128; act. 28 Rz. 15-17). 

Schliesslich scheiterten die geltend gemachten Ansprüche bereits daran, dass in-

folge der Kündigung der Geschäftsbeziehung am 31. Oktober 2011 keine vertrag-

liche Grundlage für ein Tätigwerden der Beklagten vorhanden gewesen sei. Oh-

nehin wäre ein solches von einem allfällig noch bestehenden Auftrag nicht ge-

deckt gewesen. Bei den behaupteten, angefallenen Kosten handle es sich ferner 

auch nicht um solche, die in richtiger Erfüllung eines derartigen Auftrags angefal-

- 21 - 

len seien; vielmehr handle es sich um Generalunkosten der Beklagten (act. 20 

Rz. 14 f., 59 f., 73). 

4.3. Anwendung von Auftragsrecht 

Auf die sich vorliegend stellenden Fragen in Bezug auf die zwischen den Parteien 

bestehenden Geschäftsbeziehungen sind in erster Linie auftragsrechtliche 

Grundsätze anzuwenden (vgl. EMCH/RENZ/ARPAGAUS, a.a.O., Rz. 657 und 731; 

ABEGG/GEISSBÜHLER/HAEFELI/HUGGENBERGER, Schweizerisches Bankenrecht, Zü-

rich/Basel/Genf 2012, S. 104 f. und S. 117 f.; HONSELL, Schweizerisches Obligati-

onenrecht – Besonderer Teil, 9. Aufl., Bern 2010, S. 267 f.). Auch die Parteien 

gehen im Übrigen ausdrücklich von der Anwendung von Auftragsrecht aus 

(act. 15 Rz. 103; act. 20 Rz. 73). 

4.4. Kein Auslagenersatz aus Auftragsrecht 

4.4.1. Rechtliches 

Der Auftraggeber ist schuldig, dem Beauftragten die Auslagen und Verwendun-

gen, die dieser in richtiger Ausführung des Auftrages gemacht hat, samt Zinsen 

zu ersetzen und ihn von den eingegangenen Verbindlichkeiten zu befreien 

(Art. 402 Abs. 1 OR). Bei Auslagen handelt es sich um freiwillige Vermö-

gensentäusserungen, die der Beauftragte zum Zwecke der Auftragsausführung 

auf sich nimmt oder die sich als notwendige Folge der Geschäftsführung ergeben 

(BK-FELLMANN, Art. 402 N. 15 und 19 mit weiteren Hinweisen). Davon zu unter-

scheiden ist der Schaden als unfreiwillige Vermögensverminderung, dessen Er-

satz sich nach Art. 402 Abs. 2 OR richtet. Fallen jedoch anlässlich der Auftrags-

ausführung dadurch Kosten an, dass sich eine Gefahr verwirklicht, die der Beauf-

tragte im alleinigen Interesse des Auftraggebers eingegangen ist und war die In-

kaufnahme dieser Gefahr für die Ausführung notwendig oder nützlich, so ist bei 

daraus entstehenden Aufwendungen – ungeachtet deren allfällig unfreiwilligen 

Charakters – von Auslagen und nicht vom Vorliegen eines Schadens auszugehen 

(BK-FELLMANN, Art. 402 N. 23 f., 135 und 147; BSK OR I-WEBER, Art. 402 N. 11; 

ähnlich bereits ZK-OSER/SCHÖNENBERGER, Art. 402 N. 5). 

- 22 - 

Aufwendungen sind dann "um des Auftrags willen" erfolgt, wenn sie vom Man-

datskonsens erfasst sind. Sie müssen zur Ausführung des Auftrags erforderlich 

oder vernünftigerweise geboten gewesen sein. Darunter fällt alles, was der Beauf-

tragte in seiner Lage bei pflichtgemäss sorgfältiger und vernünftiger Überlegung 

unter Berücksichtigung der ihm bekannten Umstände, insbesondere des Zwecks 

und Umfangs des Auftrags sowie des Willens, der Interessenlage, der Vermö-

gensverhältnisse und des Verhaltens des Auftraggebers in dem Zeitpunkt, in dem 

sich die Notwendigkeit der Aufwendung ergibt, objektiv für erforderlich halten darf 

(BK-FELLMANN, Art. 402 N. 39 ff.). Letzten Endes ist dies eine Frage nach dem 

Umfang des Auftrags, der unter Umständen durch ergänzende Vertragsauslegung 

zu ermitteln ist (vgl. dazu BK-FELLMANN, Art. 396 N. 14 ff.). 

Schliesslich sind die zu ersetzenden Aufwendungen abzugrenzen von den Gene-

ralunkosten des Beauftragten, die dieser selbst zu tragen hat. Generalunkosten 

fallen generell im Zusammenhang mit der Bereitstellung der beruflichen Infra-

struktur des Beauftragten an. Auslagen im Sinne von Art. 402 Abs. 1 OR hängen 

demgegenüber direkt von einem konkreten Auftrag ab (BK-FELLMANN, Art. 402 

N. 26-28). 

4.4.2. Würdigung 

4.4.2.1. Beendigung der Geschäftsbeziehung 

Zunächst werfen die Kläger die Frage auf, ob die mit der Geschäftsbeziehung zu-

stande gekommenen Vertragsverhältnisse überhaupt Grundlage für einen Ersatz 

von Aufwendungen bilden könnten, die erst nach der Kündigung am 31. Oktober 

2011 angefallen seien. Dies ist im Grundsatz zu bejahen. Bedarf das Auftragsver-

hältnis noch der Abwicklung, wie zum Beispiel der Herausgabe von Dokumenten 

oder Vermögenswerten, so kann der damit verbundene Aufwand des Beauftrag-

ten sehr wohl noch als Auslage gelten und auf den Auftrag gestützt werden. Auch 

kann eine Aufwendung, deren Ursache im Rahmen der Auftragsausführung noch 

vor der Kündigung gesetzt wird, die aber hinsichtlich der Kosten erst danach an-

fällt, noch als Auslage unter dem Auftrag gelten. Vorliegend knüpfen die geltend 

gemachten Forderungen der Beklagten am Order des NY District Courts vom 

6. Oktober 2011 an, der – aus Sicht der Beklagten – die späteren Aufwendungen 

- 23 - 

nötig gemacht hat, um die Pflichten aus den zunächst noch bestehenden Ge-

schäftsbeziehungen zu erfüllen und nach Beendigung deren korrekte Abwicklung 

unter Wahrung des Bankkundengeheimnisses zu ermöglichen. Das Argument, die 

Aufwendungen könnten nach der Kündigung der Geschäftsbeziehungen bereits 

infolge deren Beendigung keine vertragliche Grundlage mehr aufweisen, verfängt 

daher nicht. Inwiefern die Kosten generierenden Massnahmen in richtiger Erfül-

lung oder Abwicklung des Auftrags erfolgten, ist im Folgenden zu prüfen. 

4.4.2.2. Keine Auslagen 

Es erscheint fraglich, ob die von der Beklagten behaupteten Aufwendungen der 

Sache nach überhaupt den Charakter einer Auslage aufweisen oder ob in ihnen 

nicht vielmehr ein Schaden zu sehen ist. Das massgebliche Unterscheidungskrite-

rium dabei liegt – wie ausgeführt – in erster Linie bei der Freiwilligkeit respektive 

Unfreiwilligkeit der Vermögensentäusserung. Vorliegend sind die von der Beklag-

ten dargelegten Aufwendungen allerdings als unfreiwillig einzustufen. Nach Erlass 

des Orders des NY District Courts sah sich die Beklagte nach ihrer eigenen Dar-

stellung gezwungen, zur Abwendung ihr oder der E1._____ Group AG auferleg-

ter, erheblicher Bussen, bei deren Begleichung es sich ohnehin um unfreiwillige 

Vermögensverminderungen gehandelt habe, sowie zur Abwehr ausufernder An-

waltskosten die K'._____ durch Zahlung eines namhaften Geldbetrages zum 

Rückzug ihrer die E1._____ Gruppengesellschaften betreffenden Begehren zu 

bewegen. Eine Befolgung des Orders des NY District Courts ohne entsprechen-

des Einverständnis der Kläger fiel von Beginn weg nicht in Betracht, da damit eine 

Verletzung der Schweizer Rechtsordnung verbunden gewesen wäre. Die Beklag-

te entschied daher nicht frei, wie sie es beim Aufbringen einer Auslage machen 

würde. Denn auch wenn eine Auslage zur korrekten Auftragsausführung notwen-

dig ist, erbringt sie der Beauftragte letztlich aus freien Stücken, um den Auftrag 

korrekt auszuführen. Hier drohte dagegen der Beklagten das Aussprechen einer 

Busse durch ein fremdstaatliches Gericht, dem sie gestützt auf ihre Risikoein-

schätzung durch ihre Aufwendungen, einschliesslich der durch den Order gene-

rierten Anwaltskosten, lediglich voraus kam. Dies macht jedoch die Aufwendun-

gen noch nicht zu freiwilligen, weshalb in ihnen lediglich ein allfälliger Schaden, 

jedoch keine Auslagen zu sehen sind.  

- 24 - 

Betrachtet man die (unfreiwilligen) Aufwendungen bzw. den Erlass des diesen 

zugrunde liegenden Orders als Verwirklichung einer Gefahr, so gründet diese auf 

der Geschäftstätigkeit der E1._____ Gruppe in den USA, gestützt auf welche der 

NY District Court sich zum Erlass des Orders zuständig erachtete (vgl. act. 3/24 

S. 3 und act. 16/48 S. 8-11) und welche letztlich zum Konflikt der E1._____ Grup-

pe mit zwei, voneinander abweichenden Rechtsordnungen führen kann. Die ge-

schäftlichen Aktivitäten der E1._____ Gruppe in den USA bzw. die Zugehörigkeit 

der Beklagten zur E1._____ Gruppe liegen nun aber keineswegs im alleinigen In-

teresse der Kläger, sondern vielmehr in demjenigen der Beklagten, und sie war 

zur Betreuung der konkreten Geschäftsverbindung auch nicht erforderlich. Es 

kann daher auch unter diesem Blickwinkel nicht von Kosten gesprochen werden, 

die trotz deren unfreiwilligen Charakters ausnahmsweise wie Auslagen zu behan-

deln wären. Die Anwendung von Art. 402 Abs. 1 OR fällt bereits deshalb ausser 

Betracht. 

4.4.2.3. Keine Erforderlichkeit 

Im Weiteren können die Aufwendungen gemäss Sachverhalt – soweit dieser un-

bestritten geblieben ist oder sich aus den beklagtischen Vorbringen ergibt – auch 

nicht mehr als im Interesse der Kläger erforderlich und vernünftigerweise geboten 

gelten. Zu fragen ist hier zunächst, welche Handlung zur Erreichung welchen 

Zwecks erforderlich oder geboten gewesen sein muss. Unter Umständen konnte 

das Finden einer vergleichsweisen Lösung mit den K'._____ (über die E1._____ 

Group AG) aus Sicht der Beklagten als notwendig und geboten erscheinen, um 

die drohenden Bussen und Mehrkosten zu verhindern. Zur Wahrung des Bank-

kundengeheimnisses oder zur Abwicklung des Auftrags selbst waren sie für die 

Kläger jedoch nicht notwendig, da das Bankkundengeheimnis unter Inkaufnahme 

der Belegung mit Bussen durch die Beklagte hätte gewahrt werden oder die Gut-

haben unter gleicher Folge den Klägern hätten zurückerstattet werden können. 

Die Frage ist daher vielmehr, ob es aus der Interessenlage der Kläger heraus ge-

boten erschien, die drohenden Bussen zulasten der Beklagten zu verhindern. Da-

bei kann nun aber wiederum nicht ausgeblendet werden, dass es sich bei diesen 

Bussen im Falle der Verwirklichung um einen Schaden der Beklagten selbst ge-

handelt hätte, welcher nur unter den besonderen Voraussetzungen von Art. 402 

- 25 - 

Abs. 2 OR auf die Kläger abzuwälzen gewesen wäre, wozu es insbesondere einer 

Vertragsverletzung und eines Verschuldens der Kläger bedürfte. Das Aufwenden 

von Kosten durch die Beklagte, um den Eintritt eines – nur bei Vorliegen qualifi-

zierter Bedingungen auf die Kläger abzuwälzenden – (dann aber immerhin erheb-

lichen) Schadens zu verhindern, kann nun aber nur dann im Interesse der Kläger 

sein, wenn die Voraussetzungen einer solchen Überwälzung auch tatsächlich vor-

liegen. Mit anderen Worten können die Aufwendungen solange nicht "um des Auf-

trags willen" erfolgt sein, als der dadurch abgewendete Schaden nicht auf die 

Kläger abzuwälzen wäre, was die Beklagte wieder auf die Voraussetzungen von 

Art. 402 Abs. 2 OR verweist (siehe dazu unten Erw. 4.5.).  

Der Umstand, dass eine unfreiwillige Vermögenseinbusse des Beauftragten nur 

dann auf den Auftraggeber abgewälzt werden kann, wenn u.a. diesem eine Ver-

tragsverletzung und ein Verschulden zur Last gelegt werden kann, rührt auch 

letztlich daher, dass der aus Verdienstinteressen ein Mandat Übernehmende mit 

der Ausführung ein 'risque professionnel' eingeht, das er grundsätzlich selbst zu 

tragen hat (BK-FELLMANN, Art. 402 N. 152). Beim Beauftragten ist in der Regel 

auch eine höhere Sachkunde im Bereich der fraglichen Tätigkeit vorauszusetzen, 

weshalb es – verletzt der Auftraggeber keine besondere, ihm zukommende 

Schutzpflicht – an diesem ist, den Eintritt derartiger Aufwendungen nach Möglich-

keit zu verhindern. Auch vor dem Hintergrund dieser Überlegung erscheint die 

Einordnung der beklagtischen Aufwendungen als Schaden (und nicht als Ausla-

gen) als angezeigt. Die Situation, in welcher sich die Beklagte vor die Wahl ge-

stellt sah, höhere Bussen bezahlen zu müssen oder die geltend gemachten Auf-

wendungen vorzunehmen, stellt eine Verwirklichung des Risikos dar, das die Be-

klagte als damalige J._____ AG durch ihre Zugehörigkeit zur E1._____ Gruppe 

und durch die Geschäftstätigkeiten der E1._____ Gruppe in den USA einging. Es 

ist daher nur folgerichtig, wenn die Folgen der auf diese Weise selbst geschaffe-

nen Gefahrenlage im Grundsatz die in diesem Gebiet tätige und spezialisierte Be-

klagte zu tragen hat, es sei denn, das Verhalten der Kläger erfülle den Tatbestand 

von Art. 402 Abs. 2 OR (siehe dazu unten Erw. 4.5.) oder es liege ein anderer 

Rechtsgrund einer Kostenübernahme vor. Im Übrigen kann hier von eigentlichen 

Generalunkosten nicht gesprochen werden, da die vorliegenden Aufwendungen 

- 26 - 

im Zusammenhang mit der Geschäftsbeziehung zu den Klägern stehen und nicht 

generell angefallen sind. 

Aber auch selbst wenn man den unfreiwilligen Charakter der Aufwendungen oder 

denjenigen der abgewendeten Busse ausser Acht liesse, könnte nicht davon aus-

gegangen werden, diese seien im Interesse der Kläger erfolgt oder die Beklagte 

habe sie insbesondere nach dem Verhalten der Kläger als objektiv geboten er-

achten dürfen. Zunächst ist der im Rahmen des behaupteten Vergleichs geleiste-

te Betrag von USD 1,4 Mio. zu betrachten. Bei einem Gesamtumfang der Anlagen 

aller Kläger bei der Beklagten im Wert von etwa USD 1'084'733 sowie EUR 

30'833 am Stichtag 31. Oktober 2011 ging der vergleichsweise bezahlte Betrag 

noch einmal um rund USD 270'000, also um etwa einen Viertel, über das bei der 

Beklagten vorhandene Gesamtguthaben hinaus. Die Leistung des Gegenwertes 

des Guthabens sowie des genannten Mehrbetrags (auf Rechnung der Kläger) 

rechtfertigte sich aus Sicht der Beklagten damit, dass mit dieser vergleichsweisen 

Lösung das Bankkundengeheimnis habe gewahrt werden können. Die Kläger 

liessen nun ihrerseits im Vorfeld des Vergleichs zwar keinen Zweifel daran, dass 

die Beachtung des Bankkundengeheimnisses für sie einen ausserordentlich gros-

sen Stellenwert hatte, stellten sie der Beklagte doch mit Schreiben vom 

27. Oktober 2011 die strafrechtliche Verfolgung in Aussicht, sollte diese geschütz-

te Informationen gegenüber Dritten offenbaren (act. 15 Rz. 48-50, act. 20 Rz. 121; 

vgl. act. 16/49-51). Dies allein vermag jedoch noch keineswegs die Annahme er-

lauben, es habe im Interesse der Kläger gelegen, einen Betrag im Wert ihres 

ganzen Guthabens sowie rund USD 270'000 zusätzlich an die K'._____ zu bezah-

len, nur um diesen gegenüber die Informationen zurückzuhalten, nach welchen 

die Kläger 1 und 2 Guthaben bei der J._____ AG aufgewiesen hätten, wofür den 

K'._____ im Übrigen unstreitig schon handfeste Hinweise vorlagen (vgl. act. 15 

Rz. 44, act. 20 Rz. 115). 

Nachdem die Beklagte – ausgehend von ihren eigenen Vorbringen – weder Aus-

sicht auf ein rechtliches Vorgehen gegen den Order sah noch Schweizer Recht 

bzw. das Bankkundengeheimnis verletzen konnte, blieben im Wesentlichen zum 

Vergleichsschluss lediglich zwei alternative Szenarien übrig: Sie hätte mit allfällig 

- 27 - 

erheblichem Aufwand versucht, gegen den Order vorzugehen und sich diesem 

schliesslich unter Sanktionsfolge widersetzt, wobei sie dann die daraus erwach-

senden Kosten auf die Kläger zu überwälzen versucht hätte, oder sie wäre dem 

Order nachgekommen, was aufgrund des Bankkundengeheimnisses ohne Verlet-

zung von Schweizer Recht nur mit dem Einverständnis der Kläger möglich gewe-

sen wäre. Der schliesslich eingeschlagene Weg des Vergleichsschlusses er-

scheint nun auch unter Berücksichtigung der beiden anderen Alternativen und des 

Umstands, dass diesbezüglich keinerlei Instruktionen eingeholt worden sind, nicht 

als der für die Kläger ohne Weiteres gebotene.  

In der ersten Alternative wäre das Guthaben den Klägern zunächst erhalten ge-

blieben, allerdings mit dem Risiko, dass dieses von der Beklagten verrechnet 

worden wäre und noch erheblich höhere Ansprüche seitens der Beklagten geltend 

gemacht worden wären. In der zweiten Alternative wäre das Guthaben verloren, 

jedoch in Bezug auf die Geschäftsbeziehung zur Beklagten auf die vorhandenen 

Vermögenswerte begrenzt gewesen. Ohne diesbezüglich Rücksprache mit den 

Klägern zu nehmen oder diese zumindest im Vorfeld des Vergleichsschlusses 

vollständig zu informieren und um entsprechende Weisungen zu ersuchen sowie 

die konkreten Kostenfolgen für die Kläger aus Sicht der Beklagten aufzuzeigen, 

durfte die Beklagte im Rahmen des vorhandenen Auftrags sich nicht veranlasst 

sehen, die Zahlung eines Betrages von USD 1,4 Mio. vom Mandatskonsens als 

erfasst anzuschauen. Zum behaupteten und soweit auch erstellten Kontakt der 

Parteien im Vorfeld des Vergleichsschlusses ist Folgendes zu beachten: 

Die Beklagte forderte die Kläger mit Schreiben vom 4. November 2011 zwar auf, 

sich an den Verfahren in New York beim NY District Court zu beteiligen und sich 

gegen die in jenen Verfahren ergangenen Anordnungen zur Wehr zu setzen 

(act. 15 Rz. 56 f., act. 20 Rz. 122; vgl. act. 3/23). Diese Aufforderung erfolgte er-

neut mit Schreiben vom 24. November 2011 (act. 15 Rz. 64, act. 20 Rz. 123; vgl. 

act. 16/57). Nun bildet allerdings eine Aufforderung der Kläger 1 und 2 zur Teil-

nahme an den Verfahren vor dem NY District Court kein (internes) Einholen von 

Verhaltensanweisungen in den zwischen den Parteien bestehenden Auftragsver-

hältnissen und kann ein solches nicht ersetzen. Die Kläger mögen – objektiv 

- 28 - 

nachvollziehbare oder nicht nachvollziehbare – Gründe gehabt haben, weshalb 

sie sich nicht an den Verfahren in New York beteiligen wollten und dementspre-

chend gehandelt haben (vgl. act. 20 Rz. 23 und act. 24 Rz. 50). Ob darin eine 

Pflichtverletzung gegenüber der Beklagten zu sehen ist, soll im Rahmen einer all-

fälligen Schadenersatzpflicht später erörtert werden. Hier geht es vielmehr darum, 

ob die Beklagte im Interesse der Kläger tätig geworden ist oder davon ausgehen 

konnte, in deren Interesse tätig zu werden. Diesbezüglich wurden von der Beklag-

ten jedoch keine Erkundigungen oder Weisungen eingeholt oder die Kläger 1 und 

2 über das Vorgehen der E1._____ Group AG und der Beklagten orientiert. Dies 

hätte sich allerdings unter Berücksichtigung der besonderen Problemlage und der 

von der Beklagten angestrebten – und durchaus als aussergewöhnlich zu be-

zeichnenden – Lösung, sich mittels Vergleichs einer Editionspflicht nach auslän-

dischem Recht zu entledigen, aufgedrängt und es wäre auch zeitlich ohne Weite-

res möglich gewesen, liegen doch zwischen der letzten Korrespondenz der Be-

klagten an die Kläger vom 24. November 2011 bis zum behaupteten Vergleichs-

schluss mehr als ein Monat.  

Der Beauftragte ist aufgrund seiner Treuepflicht gehalten, den Auftraggeber über 

alles zu orientieren, wovon er annehmen muss, es könne dessen Entschluss und 

damit den Inhalt des Vertragsverhältnisses ändern. Eröffnen sich bei der Ausfüh-

rung des Geschäftes mehrere Möglichkeiten, hat der Beauftragte den Auftragge-

ber deshalb davon rechtzeitig in Kenntnis zu setzen, um ihm den erforderlichen 

Entscheid zu ermöglichen (BK-FELLMANN, Art. 398 N. 173 und Art. 400 N. 53). 

Davon kann hier nach dem erstellten oder von der Beklagten behaupteten Sach-

verhalt keine Rede sein. Die Aufforderung an die Kläger, sich am Verfahren vor 

dem NY District Court zu beteiligen, stellt jedenfalls keine solche Orientierung  

oder Erkundigung dar, und die Beklagte konnte sich nicht unter Berufung auf die 

beiden obgenannten Schreiben davon entbunden sehen, Handlungsanweisungen 

über ihr eigenes Verhalten oder Auskunft über die Interessenlage der Kläger ein-

zuholen, um gestützt darauf davon ausgehen zu können, ihr Tätigwerden sei vom 

Mandatskonsens erfasst. Insbesondere erfolgte keine Einbeziehung in oder zu-

mindest Orientierung über die Vergleichsgespräche mit den K'._____. 

- 29 - 

Demgegenüber forderten die Kläger bereits mit Schreiben vom 27. Oktober 2011 

die Beklagte unter Berufung auf deren auftragsrechtlichen Treue-, Informations- 

und Rechenschaftspflichten dazu auf, ihnen eine vollständige Kopie der Unterla-

gen und Informationen zuzustellen, die seitens der J._____ AG und/oder der 

E1._____ AG im Verfahren gegen die Kläger vor dem NY District Court einge-

reicht oder im Rahmen eines allfälligen Discovery Verfahrens übermittelt worden 

seien (act. 15 Rz. 48, act. 20 Rz. 121; vgl. act. 16/49). Mit Schreiben vom 

1. November 2011 hielten sie fest, die Beklagte habe die ihr angesetzte Frist zur 

Herausgabe der in den Verfahren vor dem NY District Court direkt oder indirekt 

zugestellten und eingereichten oder im Rahmen eines allfälligen Discovery Ver-

fahrens übermittelten Unterlagen und Informationen nicht gewahrt und setzte eine 

Nachfrist bis zum 2. November 2011, innert welcher zudem Kopien der gesamten 

mit der E1._____ Group AG und/oder der E1._____ AG im Zusammenhang mit 

den Kundenbeziehungen geführten Brief- und E-Mailkorrespondenz herauszuge-

ben seien (act. 15 Rz. 53, act. 20 Rz. 122; vgl. act. 16/53). Nun trifft der beklagti-

sche Einwand zwar zu, mit dem Schreiben vom 27. Oktober 2011 seien lediglich 

die seitens der J._____ AG und/oder der E1._____ AG eingereichten Unterlagen 

herausverlangt worden, während erstmalig im Schreiben vom 1. November 2011 

auch die an diese zugestellten Unterlangen angefordert worden seien (act. 24 

Rz. 113). Doch ändert dies nichts daran, dass spätestens mit dem zweiten 

Schreiben sowohl die im Verfahren vor dem NY District Court seitens der J._____ 

AG und/oder der E1._____ AG eingereichten als auch an diese zugestellten Un-

terlagen sowie Kopien der gesamten mit der E1._____ Group AG und/oder der 

E1._____ AG im Zusammenhang mit den Kundenbeziehungen geführten Brief- 

und E-Mailkorrespondenz herausverlangt worden sind und die Beklagte diesem 

Ersuchen – auch nach dem 2. November 2011 – nicht nachgekommen ist. Sie 

begründet dies damit, die Kläger 1 und 2 hätten als Beklagte in den Verfahren vor 

dem NY District Court die Möglichkeit gehabt, die dortigen Prozessakten einzuse-

hen. Es sei deshalb kein Interesse dafür ersichtlich, die Prozessakten von der Be-

klagten zu verlangen (act. 15 Rz. 56 und Rz. 134). Diese Argumentation hält einer 

Überprüfung anhand der auftragsrechtlichen Rechenschafts- und Herausgabe-

pflichten der Beklagten nach Art. 400 Abs. 1 OR nicht stand. 

- 30 - 

Die Rechenschaftsablegung umfasst alle Informationen, die für die Rechtsstellung 

und die Rechtsausübung, namentlich die Geltendmachung des Weisungs- und 

Widerrufsrechtes sowie des Rechtes auf Schadenersatz, von Belang sind. Die 

Rechenschaftspflicht erstreckt sich auch auf die Erteilung sämtlicher, im Zusam-

menhang mit dem Auftrag vom Auftraggeber geforderten Einzelauskünfte, welche 

die Erreichung des Auftragserfolgs und den Entschluss des Auftraggebers, den 

Auftrag zu widerrufen oder wenigstens zu modifizieren, beeinflussen können. Es 

handelt sich um eine primäre Nebenleistungspflicht des Beauftragten, für die die-

ser vorleistungspflichtig ist und die auch nach Auftragsbeendigung bestehen 

bleibt. Sie ist daher unabdingbare Voraussetzung zur Durchsetzung der Rechte 

des Auftraggebers. Der Auftraggeber kann sein Weisungsrecht regelmässig nur 

dann ausüben, wenn er über den Stand der Auftragsausführung detailliert infor-

miert ist. Die Verweigerung qualifiziert sich als Tatbestand der Nichterfüllung (BK-

FELLMANN, Art. 400 N. 19, 23, 55 ff. und 63). Das Bundesgericht führte sogar aus, 

ohne Erfüllung der Rechenschaftspflicht könne nicht wirklich eine Besorgung der 

Geschäfte in fremden Interesse angenommen werden (BGE 110 II 182). Gegen-

stand der daneben bestehenden Herausgabepflicht sind unter anderem Sachen, 

die der Beauftragte von Dritten erhalten hat oder die zu schaffen er sich verpflich-

tet hat. Demgegenüber besteht für Unterlagen, die den Beauftragten nur in die 

Lage versetzen sollen, die Geschäftsbesorgung durchzuführen und die nicht ei-

gentlich Gegenstand der ihm aufgetragenen Tätigkeit sind, keine Herausgabe-

pflicht. Im Rahmen der Rechenschaftspflicht hat er jedoch dem Auftraggeber auf 

Verlangen von diesen Unterlagen Kopien anzufertigen (BK-FELLMANN, Art. 400 

N. 129 sowie N 135 f.). 

Die von den Klägern in ihren Schreiben vom 27. Oktober 2011 und 1. November 

2011 angeforderten Unterlagen unterstanden nach dem Ausgeführten der Re-

chenschafts- und/oder der Herausgabepflicht. Bei den im Verfahren vor dem NY 

District Court an die Beklagte zugestellten Dokumenten handelt es sich um sol-

che, die der Beklagten infolge des Auftrags von Dritten zugekommen sind. Dieje-

nigen, die seitens der Beklagten eingereicht worden sind, bilden Unterlagen, de-

ren Schaffung und Bestehen von der Rechenschaftsablage erfasst sind – zumin-

dest wenn man die Auseinandersetzung mit dem Order noch unter den Auftrag 

- 31 - 

fassen will, wie es jedenfalls die Beklagte tut – und die mittels Kopien den Klägern 

hätten zur Verfügung gestellt werden müssen. Dabei kommt es nicht darauf an, 

ob die Kläger gewisse Dokumente allenfalls auf anderem Wege – hier beim NY 

District Court – hätten erhältlich machen können. Die Rechenschafts- und Her-

ausgabepflicht der Beklagten besteht unabhängig davon, und es obliegt nicht ihr 

zu entscheiden, bei wem die Kläger die ihnen zustehenden Informationen bzw. 

Dokumente einzuholen haben. Dazu kommt, dass ein Teil der von den Klägern in 

Kopie angeforderten Unterlagen, nämlich die von ihr mit der E1._____ Group AG 

oder der E1._____ AG geführten Korrespondenz, sich kaum in den Verfahrensak-

ten vor dem NY District Court befinden dürften. Jedenfalls ist solches auch nicht 

geltend gemacht worden. Die Beklagte bringt ansonsten keine Argumente vor, 

weshalb sie berechtigt gewesen sei, die besagten Dokumente trotz der ihr oblie-

genden Rechenschafts- und Herausgabepflichten den Klägern vorzuenthalten, 

und solche sind auch nicht ersichtlich. Die vollständige Kenntnis der die Beklagte 

betreffenden Umstände der Verfahren vor dem NY District Court sowie der Unter-

nehmungen der Beklagten, über die E1._____ Group AG eine Lösung zu erarbei-

ten, wären jedoch erforderlich gewesen, um die Kläger, die gezielt die entspre-

chenden Dokumenten verlangt haben, in die Lage zu versetzen, sich eine eigene 

Meinung betreffend das beklagtische Vorgehen zu bilden und diese auch kundzu-

tun. Geht man also demgemäss mit der Beklagten davon aus, der Umgang mit 

dem Order des NY District Courts falle an sich noch in den Bereich der Auf-

tragserfüllung, so steht bereits die unterlassene Orientierung der Kläger vor Ver-

gleichsabschluss sowie die unterlassene Rechenschaftsablage und Herausgabe 

von Unterlagen der Annahme entgegen, die Beklagte habe davon ausgehen dür-

fen, beim Abschluss des Vergleichs 'um des Auftrags willen' zu handeln bzw. ihr 

Vorgehen sei unter Berücksichtigung des Zwecks und Umfangs des Auftrags so-

wie des Willens, der Interessenlage und des Verhaltens des Auftraggebers objek-

tiv erforderlich gewesen. Dagegen spricht ferner auch der Umstand, dass die Klä-

ger bereits mit Schreiben vom 27. Oktober 2011 klarstellten, ihres Erachtens ent-

falte der Order des NY District Courts keine Wirkung gegenüber der Beklagten 

(vgl. act. 16/49 S. 1 f.), was Rückschlüsse auf das von den Klägern präferierte 

Vorgehen, nämlich die Berufung der Beklagten auf die (aus klägerischer Sicht) 

fehlende personal jurisdiction gegenüber der Beklagten (vgl. act. 20 Rz. 31 ff.), 

- 32 - 

zuliess. Eine allfällige Abmahnung in Bezug auf diesen aus beklagtischer Sicht 

unzweckmässigen Standpunkt wird von der Beklagten ebenfalls nicht geltend 

gemacht und ist insbesondere nicht in der (zweimaligen) Aufforderung zu sehen, 

sich selber am Verfahren vor dem NY District Court zu beteiligen. 

Die Berufung der Kläger auf die Benachrichtigungs-, Rechenschafts- und Heraus-

gabepflicht der Beklagten (act. 20 Rz. 14, 44 und 55) erfolgt auch nicht rechts-

missbräuchlich, da der Zusammenhang der eingeforderten Dokumente mit der 

Wahrung der Rechtsposition der Kläger offensichtlich ist. Insbesondere könnte 

sich die Beklagte auch nicht darauf berufen, die Kläger hätten bei voller Doku-

mentation ohnehin an ihrem Standpunkt festgehalten und die Vergleichsbemü-

hungen nicht unterstützt bzw. dem Vergleich nicht zugestimmt (vgl. act. 24 

Rz. 81), da in diesem Fall der Vergleichsschluss ganz offenbar entgegen den (er-

kennbaren) Interessen der Kläger erfolgt wäre.  

Nur am Rande sei erwähnt, dass auch die Anrechnung einer allfällig bezahlten 

Vergleichssumme an die Steuerforderung der K'._____ nichts an diesem Ergeb-

nis zu ändern vermag. Es lag keineswegs im tatsächlichen oder aus beklagtischer 

Sicht mutmasslichen Interesse der Kläger, eine durch sie bestrittene Forderung, 

wenn auch nur teilweise, zu begleichen (siehe dazu auch unten Erw. 4.7.3.). 

Was eine allfällige Charakterisierung der angefallenen Anwaltskosten als "um des 

Auftrags willen" betrifft, so ist bereits hier darauf hinzuweisen, dass aufgrund der 

Vorbringen der Beklagten auch nicht beurteilt werden könnte, ob und in welchem 

Ausmass die Tätigkeiten der fraglichen Kanzleien im Interesse der Kläger gelegen 

haben (siehe dazu unten Erw. 4.10.). 

- 33 - 

4.4.2.4. Zwischenfazit 

Nach dem Ausgeführten bilden die infolge des Orders bei der Beklagten (mut-

masslich) angefallenen Kosten weder Auslagen noch sind sie Folge von Aufwen-

dungen "um des Auftrags willen". Sie sind unter dem Titel von Art. 402 Abs. 1 OR 

nicht von den Klägern zu ersetzen. Dies gilt im Übrigen unbesehen einer rechtli-

chen Einordnung des gemeinschaftlichen Tätigwerdens der Beklagten und der 

E1._____ Group AG, da es für den Charakter der Aufwendungen im Verhältnis zu 

den Klägern nicht ausschlaggebend ist, inwiefern die J._____ AG selbst gehan-

delt hat, sie die E1._____ Group AG damit mandatiert hat oder diese aus einer 

anderen Rechtsbeziehung für oder mit ihr tätig geworden ist. Zwar kann der An-

spruch auf Auslagenersatz (oder aus den anderen geltend gemachten Recht-

gründen) zusätzlich auch daran gebrechen, dass die E1._____ Group AG ihrer-

seits keinen gültigen Ersatzanspruch gegenüber der Beklagten als damalige 

J._____ AG innegehabt hat. Dies kann jedoch offen bleiben, da die Ansprüche 

bereits aus Gründen scheitern, die im Rechtsverhältnis zwischen den Klägern und 

der Beklagten liegen. Vor diesem Hintergrund muss auch nicht beurteilt werden, 

ob eine allfällige Haftung der Kläger 1 und 2 überhaupt auf die Kläger 3 bis 7 er-

streckt werden könnte (vgl. act. 24 Rz. 27-40). 

4.5. Kein Schadenersatz aus Auftragsrecht 

4.5.1. Rechtliches 

Der Auftraggeber haftet dem Beauftragten für den aus dem Auftrage erwachse-

nen Schaden, soweit er nicht zu beweisen vermag, dass der Schaden ohne sein 

Verschulden entstanden ist (Art. 402 Abs. 2 OR). Die Verantwortlichkeit des Auf-

traggebers knüpft im Wesentlichen an vier Voraussetzungen an: Existenz eines 

Schadens, Vorliegen einer Vertragsverletzung des Auftraggebers, Kausalzusam-

menhang zwischen dem Schaden und der Vertragsverletzung sowie Verschulden 

des Auftraggebers. Das Gesetz regelt die Vertragspflichten des Auftraggebers nur 

unvollkommen. Es können sich jedoch nach Treu und Glauben gewisse Schutz-

pflichten des Auftraggebers ergeben, deren Verletzung nach den Grundsätzen 

der positiven Vertragsverletzung eine Schadenersatzpflicht auslösen kann. Die im 

Arbeitsvertragsrecht in Art. 328 Abs. 2 OR geregelten Schutzpflichten des Arbeit-

- 34 - 

gebers sind jedoch nicht unbesehen auf das Auftragsverhältnis anzuwenden, da 

in letzterem kein persönliches Abhängigkeitsverhältnis besteht und vor allem beim 

Berufsbeauftragten davon auszugehen ist, dass dieser regelmässig die Gefahren 

besser kennt als der Auftraggeber und aufgrund seiner Selbständigkeit auch in 

der Lage ist, die nötigen Schutzvorkehren zu treffen (BK-FELLMANN, Art. 402 

Abs. 2 N. 145 und N. 153 f.). Als Nebenpflichten des Auftraggebers kommen ins-

besondere Obhuts-, Aufklärungs-, Verschaffungs- oder Mitwirkungspflichten in 

Betracht (GAUCH/SCHLUEP/SCHMID/EMMENEGGER, Schweizerisches Obligationen-

recht Allg. Teil, Bd. II, 9. Aufl., Zürich 2008, Rz. 2643 ff.; BK-WEBER, Art. 97 

N. 68 ff.). 

4.5.2. Würdigung 

Vorliegend mangelt es bereits an einer Vertragsverletzung der Kläger. In Frage 

für eine allfällige Verletzung einer diesen obliegenden Schutzpflichten kämen im 

Besonderen die Verletzung einer Aufklärungs- oder einer Mitwirkungspflicht. 

Eine bestehende Aufklärungspflicht oder deren Verletzung wurde weder geltend 

gemacht noch ist eine solche aus dem behaupteten Vertragsinhalt für die hier 

konkrete Situation ersichtlich. Zwar bildete der Umstand, dass gegen die Kläger 1 

und 2 seit 1994 eine gerichtlich festgestellte (von den Klägern aber bestrittene) 

Steuerforderung in beträchtlicher Höhe seitens eines nichtinkorporierten Aussen-

gebietes der … bestand, aufgrund der Zugehörigkeit der Beklagten zur E1._____ 

Gruppe eine gewisse Gefahr für den Erlass eines Orders wie denjenigen des NY 

District Courts (vgl. auch act. 24 Rz. 25). Nun kann es aber nicht Sache eines 

Bankkunden sein, die – im Übrigen unbestritten auch gar nicht in den USA tätige 

– Bank auf die Möglichkeit allfälliger Komplikationen hinzuweisen, die sich aus ei-

ner Vollstreckung eines Gerichtsentscheids in den USA sowie der Zugehörigkeit 

dieser Bank zur auch in den USA tätigen E1._____ Gruppe ergeben können. 

Vielmehr ist es Sache der fachkundigen Bank, die sich mit ihrer Geschäftstätigkeit 

auch im Ausland bewusst dem Risiko aussetzt, durch dortige Gerichte – in Kon-

flikt mit schweizerischem Recht – zur Offenlegung von Informationen oder der 

Herausgabe von Vermögenswerten aufgefordert zu werden, sich rechtzeitig nach 

Umständen zu erkundigen, welche aus ihrer Sicht problematisch sein können. Die 

- 35 - 

Kläger hatten keinen ersichtlichen Anlass und keine Pflicht, von sich aus, noch 

dazu in den Jahren 1999-2001 bei Eröffnung der Geschäftsverbindungen, auf die 

gegen sie erlassenen Urteile der K'._____ hinzuweisen. Es kann damit auch offen 

bleiben, wann die Kläger von diesen Entscheiden erfuhren (gemäss act. 20 

Rz. 21 erst im Jahre 2011). 

Unter dem Blickwinkel einer allfälligen Mitwirkungspflicht kann die Frage aufge-

worfen werden, ob die Kläger 1 und 2 sich am Verfahren vor dem NY District 

Court hätten beteiligen müssen, um die Beklagte vor den (mutmasslich) getätigten 

Aufwendungen zu bewahren. Das Bestehen eines solchen Vertragsinhalts wird 

von der Beklagten in tatsächlicher Hinsicht nicht näher dargelegt. Sie bringt in 

diesem Sinne jedoch vor, die Kläger 1 und 2 hätten nichts unternommen, um die 

Klagen der K'._____ abzuwehren und hätten es allein den Gesellschaften der 

E1._____ Gruppe überlassen, sich mit den Verfahren auseinanderzusetzen. Die 

Beklagte habe sich deshalb dazu gezwungen gesehen, über die E1._____ Group 

AG eine Vergleichslösung mit den K'._____ zu finden (act. 15 Rz. 8, 57, 64 und 

70; act. 24 Rz. 12 und 14). 

Es ist nicht ersichtlich, dass die Kläger 1 und 2 aus der bestehenden Geschäfts-

beziehung zur Beklagten vertraglich verpflichtet gewesen wären, sich am Verfah-

ren vor dem NY District Court zu beteiligen, um das durch die Unterstellung unter 

zwei Rechtsordnungen für die Beklagte entstandene Dilemma zu beheben. Zum 

einen wurde von der diesbezüglich behauptungsbelasteten Beklagten nicht darge-

legt, wie genau sich die Kläger am Verfahren hätten beteiligen sollen und beteili-

gen können, um die Stellung der Beklagten zu verbessern und dadurch den ihnen 

allfällig obliegenden Schutzpflichten gerecht zu werden. Zum anderen sind bei der 

Ermittlung von nicht im Vorfeld vertraglich geregelten Nebenpflichten gleicher-

massen die schutzwürdigen Interessen der Kläger zu beachten. Mit anderen Wor-

ten hätte das geforderte Tätigwerden der Kläger diesen zumutbar sein müssen. 

Vorliegend hätte die Beteiligung am fraglichen Verfahren den Einsatz von finanzi-

ellen Mitteln mit sich gebracht, und die Bestreitung der US-amerikanischen Zu-

ständigkeit in Bezug auf die Beklagte war – nach deren eigenen Vorbringen 

(act. 15 Rz. 6 f.; act. 24 Rz. 56-58) – kaum erfolgsversprechend. Die Anerken-

- 36 - 

nung von Forderungen oder der Verzicht auf das Bankkundengeheimnis konnte 

erst recht nicht von den Klägern verlangt werden. Darüber hinaus können erfah-

rungsgemäss berechtigte Interessen einer Verfahrenspartei daran bestehen, sich 

an einem Gerichtsverfahren bewusst nicht zu beteiligen, um allfällig damit ver-

bundene nachteilige Folgen zu vermeiden. Vor diesem Hintergrund kann weder 

aus dem Vertrag selbst noch aus dem Prinzip von Treu und Glauben eine Neben-

pflicht konstruiert werden, nach welcher die Kläger sich im Interesse der Beklag-

ten am Verfahren vor dem NY District Court hätten beteiligen müssen. Die Verlet-

zung einer solchen Pflicht fällt letztlich auch schon deshalb ausser Betracht, weil 

die Beklagte zuvor den Klägern in Verletzung ihrer eigenen Rechenschafts- und 

Herausgabepflichten nicht die von jenen – im Übrigen auch unter direkter Bezug-

nahme auf eine angemessene Verteidigung im fraglichen Verfahren (vgl. 

act. 16/53 S. 1 Abs. 3) – angeforderten Unterlagen zur Verfügung gestellt hatte 

(siehe dazu oben Erw. 4.4.2.3.). 

Mangels vorliegender Vertragsverletzung erübrigt sich eine Beurteilung der übri-

gen Voraussetzungen von Art. 402 Abs. 2 OR. Auch hier muss nicht entschieden 

werden, ob und gestützt auf welches allfällige Rechtsverhältnis die Beklagte als 

damalige J._____ AG die fraglichen Aufwendungen gegenüber der E1._____ 

Group AG zu erbringen hatte. 

4.6. Kein Auslagen-/Schadenersatz aus Geschäftsführung ohne Auftrag 

4.6.1. Rechtliches 

Wer für einen anderen ein Geschäft besorgt, ohne von ihm beauftragt zu sein, ist 

verpflichtet, das unternommene Geschäft so zu führen, wie es dem Vorteile und 

der mutmasslichen Absicht des anderen entspricht (Art. 419 OR). Wenn die 

Übernahme durch das Interesse des Geschäftsherrn geboten war, so ist dieser 

verpflichtet, dem Geschäftsführer alle Verwendungen, die notwendig oder nützlich 

und den Verhältnissen angemessen waren, samt Zinsen zu ersetzen und ihn in 

demselben Masse von den übernommenen Verbindlichkeit zu befreien sowie für 

andern Schaden ihm nach Ermessen des Richters Ersatz zu leisten (Art. 422 

Abs. 1 OR). Handelt demnach eine Person aufgrund und im Rahmen eines Auf-

trags des Geschäftsherrn, sind grundsätzlich die Bestimmungen von Art. 419 ff. 

- 37 - 

OR nicht anwendbar. Dies gilt insbesondere auch für den Fall einer allfälligen 

Überschreitung vertraglicher Kompetenzen. Handlungen, die der Beauftragte bei 

einer Reaktion auf unvorhergesehene Ereignisse im Hinblick auf die Vertragser-

füllung vornimmt, richten sich nach den Regeln über die Ausfüllung von Vertrags-

lücken. Das dabei relevante Kriterium des mutmasslichen Parteiwillens entspricht 

allerdings weitgehend dem im Geschäftsführungsrecht wesentlichen Merkmal der 

mutmasslichen Absicht des Geschäftsherrn (SCHMID, Die Geschäftsführung ohne 

Auftrag, Freiburg 1992, Rz. 239 ff. und Rz. 1183 ff.; DERSELBE, in: ZK-SCHMID, 

Art. 419 N. 77 ff.; a.M. BK-GAUTSCHI, Art. 419 N. 3a). 

Ob Gebotenheit vorliegt, beurteilt sich nach objektivierten Gesichtspunkten: Mass-

gebend ist, was eine redlich und korrekt handelnde Person unter den gegebenen 

Umständen in guten Treuen als geboten ansehen durfte und musste. Wegleitend 

sind die dem Geschäftsführer erkennbaren Gedanken, Wünsche, Wertungen und 

Neigungen des Geschäftsherrn, also dessen mutmasslicher Wille. Dass der Ge-

schäftsführer selber sein Vorgehen subjektiv für geboten hält, genügt nicht. Je 

nach den Umständen wird man – ausserhalb der Fälle akuter Dringlichkeit – vom 

Geschäftsführer verlangen, vor seinem Eingreifen Erkundigungen einzuholen, um 

die mutmasslichen Gedanken des Geschäftsherrn zu ermitteln. Als wichtiger Um-

stand muss namentlich das vorangegangene Verhalten des Geschäftsherrn be-

achtet werden (SCHMID, a.a.O., Rz. 379 f.). 

4.6.2. Würdigung 

Nach den im Zusammenhang mit dem auftragsrechtlichen Auslagenersatz ge-

machten Ausführungen scheidet auch die – äusserst summarische – Berufung 

der Beklagten auf Geschäftsführung ohne Auftrag (act. 24 Rz. 93) als Anspruchs-

grundlage aus. Zunächst ist – den überzeugenden Überlegungen von SCHMID fol-

gend – davon auszugehen, dass die Regeln über die Geschäftsführung ohne Auf-

trag mangels Auftragslosigkeit dann nicht mehr zur Anwendung gelangen, nach-

dem zwischen den Parteien sehr wohl ein dem Auftragsrecht unterstehendes Ver-

tragsverhältnis vorgelegen hat und die Beklagte nicht davon ausgehen durfte, die 

von ihr unter Bezugnahme auf die Geschäftsbeziehung unter Kostenfolge ge-

troffenen Massnahmen seien vom mutmasslichen Willen der Kläger und damit 

- 38 - 

vom Mandatskonsens gedeckt. Dies wirkt sich im Ergebnis jedoch nicht entschei-

dend aus, da die Beklagte aus den gleichen Gründen in sachlicher Hinsicht (siehe 

dazu oben Erw. 4.4.2.3.) genauso wenig annehmen durfte, der Vergleichsab-

schluss entspreche der mutmasslichen Absicht der Kläger, auf die es massge-

blich ankommt, selbst wenn eine andere Haltung im Einzelfall die objektiv ver-

nünftigere gewesen sein sollte (vgl. SCHMID, a.a.O., Rz. 379). Auch hier wäre das 

Einholen von entsprechenden Erkundigungen möglich und nötig gewesen, ist 

aber unterblieben. Ferner bot auch das klägerische Verhalten im Vorfeld des Ver-

gleichsschlusses keine Anhaltspunkte, dieser erfolge in deren mutmasslicher Ab-

sicht. Vielmehr muss davon ausgegangen werden, dass die Beklagte zusammen 

mit der E1._____ Group AG und der damaligen E1._____ AG vornehmlich eige-

nen Interessen nachging, wären doch in erster Linie sie von den im Raum ste-

henden Sanktionen der US-amerikanischen Gerichtsbarkeit betroffen und eine 

Abwälzbarkeit der Kosten auf die Kläger fraglich gewesen. Auch vor diesem Hin-

tergrund fallen die Art. 419 ff. OR ausser Betracht, da nicht mehr von einer Tätig-

keit "für einen anderen" gesprochen werden kann, wenn das Eigeninteresse des 

Handelnden dasjenige des Geschäftsherrn überwiegt (vgl. SCHMID, a.a.O., 

Rz. 220 ff.). Ob die E1._____ Group AG ihrerseits aus Geschäftsführung ohne 

Auftrag für die Beklagte als damalige J._____ AG oder aus einem anderen 

Rechtsgrund tätig geworden ist, kann daher auch hier offen bleiben. 

4.7. Keine Ansprüche aus Bereicherungsrecht 

4.7.1. Parteivorbringen 

Die Beklagte führt diesbezüglich aus, sie nehme an, dass die K'._____ die Ver-

gleichssumme von USD 1.4 Mio. auf die Steuerschulden der Kläger 1 und 2 ge-

genüber den K'._____ angerechnet hätten, wodurch sich die Passiven der Klä-

ger 1 und 2 in diesem Umfang vermindert hätten. Durch die Leistung der Beklag-

ten seien die Kläger 1 und 2 daher im Umfang von USD 1.4 Mio. bereichert wor-

den (act. 24 Rz. 19). 

Die Kläger stellen sich dagegen auf den Standpunkt, gemäss eindeutigem Par-

teiwillen des von der Beklagten eingereichten Vergleichs sei eine allfällige Zah-

lung der Beklagten an die K'._____ lediglich als Abgeltung für den Rückzug des 

- 39 - 

Antrags auf Erlass eines Orders gegen die E1._____ Group AG erfolgt und nicht 

an eine allfällige Verbindlichkeit der Kläger 1 und 2 gegenüber den K'._____ an-

zurechnen (act. 28 Rz. 17). 

4.7.2. Rechtliches 

Wer in ungerechtfertigter Weise aus dem Vermögen eines anderen bereichert 

worden ist, hat die Bereicherung zurückzuerstatten. Insbesondere tritt diese Ver-

bindlichkeit dann ein, wenn jemand ohne jeden gültigen Grund oder aus einem 

nicht verwirklichten oder nachträglich weggefallenen Grund eine Zuwendung er-

halten hat (Art. 62 OR). Wer eine Nichtschuld freiwillig bezahlt, kann das Geleiste-

te nur dann zurückfordern, wenn er nachzuweisen vermag, dass er sich über die 

Schuldpflicht im Irrtum befunden hat (Art. 63 Abs. 1 OR). Die Bereicherung kann 

dabei auch in einer Verminderung der Passiven, insbesondere der Befreiung von 

einer Schuld bestehen. Im Rahmen von Art. 62 OR muss das Fehlen eines objek-

tiv rechtfertigenden Grundes vorliegen. Bei Leistung einer Nichtschuld (Art. 63 

Abs. 1 OR) ist auch ein subjektives Element, nämlich der Irrtum des Leistenden 

über den Rechtsgrund, zu berücksichtigen (BSK OR I-SCHULIN, Art. 62 N. 6 und 

N. 10d).  

4.7.3. Würdigung 

Es besteht kein Bereicherungsanspruch der Beklagten. Zunächst erfolgte die 

(mutmassliche) Leistung von USD 1,4 Mio. an die K'._____ durch die damalige 

E1._____ AG und darüber hinaus in Erfüllung des zwischen der E1._____ Group 

AG mit den K'._____ geschlossenen Vergleichs, der die Letztgenannten zum 

Rückzug ihrer Begehren in Bezug auf die E1._____ Gruppengesellschaften beim 

NY District Court verpflichtete. Darin ist auch das Motiv der E1._____ Group AG 

und der Beklagten als deren allfällige Auftraggeberin sowie der Rechtsgrund und 

unmittelbare Gegenwert der Zahlung zu sehen. Es wird von der Beklagten nicht 

konkret geltend gemacht, die Leistung der USD 1,4 Mio. sei von ihr an die 

E1._____ Group AG bzw. der damaligen E1._____ Group AG an die K'._____ er-

folgt, um damit eine entsprechende Zuwendung an die Kläger in irrtümlicher Leis-

tung einer Nichtschuld oder im Hinblick auf eine sonstige künftig entstehende o-

der weggefallene Schuldpflicht (z.B. aus der bestehenden Geschäftsverbindung) 

- 40 - 

zu erbringen. Gegen einen solchen Hintergrund spricht auch die unbestritten ge-

bliebene Klausel des zwischen der E1._____ Group AG und den K'._____ abge-

schlossenen Vergleichs, nach welcher der Rückzug des Antrags der K'._____ auf 

Erlass einer Verfügung gegen die E1._____ Group AG und ihre Tochtergesell-

schaften nicht dazu bestimmt sei, einen Schulderlass, Vergleich oder dergleichen 

in Bezug auf irgendeine Streitigkeit zwischen dem Commonwealth und den Klä-

gern zu begründen (act. 28 Rz. 16 f., act. 32 Rz. 7). Eine vom gegenseitigen Kon-

sens abweichende, allfällig tatsächliche Anrechnung der Zahlung durch die 

K'._____, was zwischen den Parteien streitig ist, kann damit offen bleiben, bildete 

eine solche doch keine Bereicherung mehr direkt durch die Zahlung der damali-

gen E1._____ AG und erst recht nicht durch die Zahlung der damaligen J._____ 

AG an die letztere. 

Die vorliegende Sachlage hat unter Wertungsgesichtspunkten gewisse Ähnlich-

keiten mit der Konstellation einer (vermeintlichen) Anweisung mit ungültigem De-

ckungsverhältnis und fehlender Anweisung, wobei im Valutaverhältnis eine 

Schuld des vermeintlich Anweisenden gegenüber dem Anweisungsempfänger ge-

tilgt wird (vgl. Urteil des Bundesgerichts 4A_135/2007 vom 28. August 2007, E. 

3.3 und E. 3.4). In einem solchen Fall hat der (vermeintlich) Anweisende keine 

Ursache geschaffen, die es rechtfertigen würde, ihm das Leisten des (vermeint-

lich) Angewiesenen zuzurechnen. Die Leistung bleibt vielmehr eine solche des 

vermeintlich Angewiesenen (BSK OR I-SCHULIN, Art. 62 N. 33). Ähnlich verhält es 

sich auch hier in Bezug auf die (mutmassliche) Leistung der damaligen E1._____ 

AG, die in Erfüllung des von der E1._____ Group AG ohne Einbezug der Kläger 

mit den K'._____ geschlossenen Vergleichs und nicht in Erfüllung einer Nicht-

schuld gegenüber den Klägern oder im Rahmen einer Anweisung durch die Klä-

ger erfolgt ist. Das Gleiche gilt auch für die Leistung der damaligen J._____ AG 

an die damalige E1._____ AG, die ebenso aus dem Vergleichsschluss herrührt. 

Tritt durch die Anrechnung der Vergleichszahlung auf die Steuerschuld gegen-

über den K'._____ eine Bereicherung bei den Klägern 1 und 2 ein, dann wäre 

dies vielmehr lediglich indirekt durch die Anrechnung der K'._____ der Fall. Für 

Bereicherungsansprüche gegenüber Personen, die bloss indirekt aus einem 

- 41 - 

fremden Vertrag begünstigt werden, besteht jedoch kein Raum (CHK-HAHN, Art. 

62 OR N. 15). 

Darüber hinaus erscheint fraglich, inwiefern vorliegend überhaupt eine Beglei-

chung einer fremden Schuld angenommen werden kann. Das von der Beklagten 

ins Feld geführte Passivum der Kläger 1 und 2, das durch sie bzw. genauer die 

E1._____ Group AG teilweise beglichen worden sei, basiert auf zwei Urteilen des 

... Court of ... K._____- Islands vom 1. Juli 1994, die Steuerzahlungen in der Höhe 

von je ca. USD 18 Mio. zum Inhalt haben und welche die Kläger 1 und 2 aufgrund 

ihres Zustandekommens grundsätzlich nicht anerkennen und auch deren Voll-

streckbarkeit in der Schweiz in Abrede stellen (act. 15 Rz. 44, act. 20 Rz. 20 f. 

und Rz. 29; act. 24 Rz. 45-47 und Rz. 52-54). Diesen Entscheiden ist in der Tat 

hierzulande die Anerkennung und Vollstreckung ohne besondere Rechtsgrundla-

ge, die vorliegend nicht ersichtlich ist, verwehrt. Aufgrund des Souveränitäts- und 

Territorialitätsprinzips entfalten Entscheide der inländischen Rechtsprechungsor-

gane als nationale Hoheitsakte nach Völkerrecht ipso iure keine Wirkung im Aus-

land. Um auch ausserhalb der territorialen Grenzen des Staates, der sie erlassen 

hat, Geltung erlangen zu können, bedürfen sie der Anerkennung und u.U. der 

Vollstreckbarerklärung im Zweitstaat. Nach schweizerischer Überzeugung handelt 

es sich insbesondere bei ausländischen Steuerentscheiden um staatliche 

Zwangsmassnahmen, die nicht unter das IPRG fallen sowie in der Schweiz auch 

darüber hinaus mangels gesetzlicher Grundlage grundsätzlich nicht anerkannt 

und vollstreckt werden können, da sie darauf abzielen, fiskalische Interessen des 

fremden Staates durchzusetzen (DÖRIG, Anerkennung und Vollstreckung US-

amerikanischer Entscheidungen in der Schweiz, Diss. St. Gallen 1998, S. 11, 51 

und 57). Ferner finden sich in den Rechtschriften der Beklagten zu allfälligen An-

erkennungsvoraussetzungen bzw. deren Vorliegen in tatsächlicher Hinsicht auch 

keine Vorbringen. 

Ob die beiden Urteile des ... Court of ... K._____- Islands im hiesigen Verfahren 

als Begründung eines Passivums der Kläger dienen könnten, kann allerdings hier 

offen bleiben. Immerhin erschiene es im Ergebnis als problematisch, über das 

Institut der ungerechtfertigten Bereicherung einem Anspruch zum Durchbruch zu 

- 42 - 

verhelfen, dem die Anerkennungsfähigkeit und Durchsetzbarkeit in der Schweiz 

grundsätzlich abgeht. 

4.8. Keine Ansprüche aus einfacher Gesellschaft 

Die Beklagte bringt im Rahmen eines Sub-Eventualstandpunkts vor, es sei davon 

auszugehen, sie habe mit der E1._____ Group AG bezüglich des Verfahrens vor 

dem NY District Court eine einfache Gesellschaft gebildet, falls kein Auftragsver-

hältnis oder keine Geschäftsführung ohne Auftrag gegenüber der E1._____ 

Group AG erstellt werden könne. In diesem Fall seien der von ihr nach Gesell-

schaftsrecht hälftig zu tragende Verlust von USD 820'039 sowie die bezahlten 

Rechnungen der Anwaltskanzleien N._____ und O._____ von zusammen 

CHF 97'976 als auftragsrechtlicher Auslagenersatz durch die Kläger zu ersetzen 

(act. 24 Rz. 20). 

Da es vorliegend jedoch – wie dargestellt – bereits unabhängig von der rechtli-

chen Einordnung des Verhältnisses der Beklagten zur E1._____ Group AG an ei-

ner Grundlage für einen Anspruch gegenüber den Klägern auf Auslagenersatz (o-

der auch Schadenersatz, Geschäftsführung ohne Auftrag oder ungerechtfertigte 

Bereicherung) mangelt, kann daran auch eine allfällig bestehende einfache Ge-

sellschaft zwischen der Beklagten und der E1._____ Group AG nichts ändern. Mit 

anderen Worten beanspruchen die obigen Ausführungen (Erw. 4.4.-4.7.) Geltung, 

ob die Beklagte die E1._____ Group AG nun durch Auftrag beigezogen hat, die 

Letztere als Geschäftsführerin ohne Auftrag für die Beklagte tätig geworden ist 

oder diese mit jener eine einfache Gesellschaft gebildet hat. In allen Konstellatio-

nen stellen nach dem Dargelegten die Aufwendungen der Beklagten keine Ausla-

gen in Ausführung der zu den Klägern bestehenden Geschäftsbeziehung dar, 

liegt keine Vertragsverletzung der Kläger vor, durfte die Beklagte nicht von einer 

Tätigkeit im Interesse der Kläger ausgehen, stellt das Aufbringen der Vergleichs-

summe keine Begleichung einer fremden Schuld dar und ist dieses nicht ohne 

Rechtsgrund bzw. in Leistung einer Nichtschuld gegenüber den Klägern erfolgt.  

4.9. Keine Ansprüche aus Deliktsrecht 

- 43 - 

Nur der Vollständigkeit halber ist darauf hinzuweisen, dass auch Art. 41 OR keine 

Anspruchsgrundlage für die von der Beklagte erhobenen Ansprüche bilden kann, 

da ein widerrechtliches Verhalten der Kläger weder geltend gemacht wurde noch 

ersichtlich ist. 

4.10. Zu den Anwaltskosten im Besonderen 

Jede Partei hat die von ihr erhobenen Behauptungen in genügender Weise zu 

substantiieren. In einem ersten Schritt genügt es für die behauptungsbelastete 

Partei, wenn sie dem Gericht eine einfache und schlüssige Behauptung unterbrei-

tet. Die Schlüssigkeit entfällt jedoch, wenn die Gegenpartei die Behauptung be-

streitet oder das Gericht im Rahmen der gerichtlichen Frage- und Aufklärungs-

pflicht weitere Fragen zu dem Tatsachenvortrag stellt. In diesem Fall muss die 

behauptungsbelastete Partei die Schlüssigkeit der Tatsachenbehauptung durch 

Zerlegung in Einzeltatsachen und detaillierte Begründung wieder herstellen. Die 

Tatsachenbehauptungen müssen dabei so formuliert sein, dass ein substantiier-

tes Bestreiten möglich ist und sie als Beweissatz in die Beweisaufnahme aufge-

nommen werden können. Rechtserhebliche Behauptungen müssen in der 

Rechtsschrift selbst vorgebracht werden. Ausnahmsweise kann ein Aktenstück 

Teil einer Parteibehauptung sein. Voraussetzung ist, dass in der Rechtsschrift klar 

referenziert ist, welcher Teil eines Aktenstückes Teil der Behauptung sein soll 

(BGE 127 III 365 E. 2.b; Urteil des Bundesgerichts 4A_591/2012 vom 20. Februar 

2013, E. 3.2.; ZR 102 Nr. 15; ZR 79 Nr. 130, ZR 84 Nr. 52; SUTTER-SOMM/VON 

ARX, in: SUTTER-SOMM/HASENBÖHLER/LEUENBERGER, ZPO Komm., Art. 55 N. 23 ff. 

mit weiteren Hinweisen; vgl. ferner FRANK/STRÄULI/MESSMER, N 4 zu § 55, N 1 ff. 

zu § 113 und N 3 zu § 130 ZPO/ZH). Insbesondere bei geltend gemachten An-

waltskosten, deren Notwendigkeit und Angemessenheit von der Gegenseite be-

stritten wird, müssen die tatsächlichen Aufwendungen der Rechtsvertretung hin-

reichend dargelegt und konkretisiert werden, um eine entsprechende Überprüfung 

im Verfahren zu ermöglichen (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts 4A_127/2011 

vom 12. Juli 2011, E. 12.4; ferner auch ZR 89 Nr. 85). 

Unabhängig von den bereits unter den einzelnen Anspruchsgrundlagen erörterten 

Gründen, die den Ansprüchen der Beklagten entgegenstehen, kann der Anspruch 

- 44 - 

auf Ersatz der aufgewendeten Anwaltskosten auch bereits deshalb nicht gutge-

heissen werden, weil deren Gebotenheit und Angemessenheit aufgrund der be-

klagtischen Vorbringen nicht beurteilt werden kann. Eine solche Beurteilung wäre 

allerdings sowohl zur Qualifizierung der Kosten als gebotene Auslage als auch als 

Schadenposten unerlässlich. Die Beklagte ist in Bezug auf das Vorliegen der Vo-

raussetzungen ihrer Ansprüche beweis- und damit auch behauptungsbelastet. 

Die Beklagte führt in ihrer Klageantwort aus, im Zusammenhang mit den Verfah-

ren vor dem NY District Court seien ihr bzw. der E1._____ Group AG die folgen-

den Anwaltskosten in Rechnung gestellt worden: USD 262'372.84 von der Kanzlei 

M._____ LLP; CHF 37'148.60 von der Kanzlei O._____ sowie CHF 49'911.60 und 

CHF 10'915.95 von der Kanzlei N._____. Im Weiteren gibt sie an, mit Valuta wel-

chen Datums die jeweiligen Beträge von ihr beglichen worden seien und hält an 

anderem Ort fest, die Aufwendungen für die genannten Anwaltskanzleien seien 

angesichts des Konflikts zwischen der US-amerikanischen und der schweizeri-

schen Rechtsordnung notwendig gewesen (act. 15 Rz. 73-78 und Rz. 109). Zu-

dem offeriert sie zum Beweis ihrer diesbezüglichen Behauptungen verschiedene 

Rechnungen der besagten Kanzleien (act. 15 Rz. 73 und act. 16/64-67). Bereits 

hier gilt es festzuhalten, dass in der blossen Nennung einer Beweisofferte gerade 

kein ausreichend klarer Verweis auf einen bestimmten Inhalt eines Aktenstückes 

zu sehen ist, der allenfalls zum Teil einer bestimmten Behauptung erhoben wer-

den soll. Andernfalls würde sich das Aufstellen von Behauptungen in den Rechts-

schriften beim Einreichen von Beweisurkunden erübrigen. Hier ist allerdings zu 

beachten, dass die als Beweise offerierten Rechnungen für den Fall der Bestrei-

tung der Gebotenheit und Angemessenheit der anwaltlichen Aufwendungen gar 

keine hinreichend konkretisierten Informationen enthalten. Vielmehr werden dort 

lediglich die für einen bestimmten Zeitraum angefallene Honorarsummen sowie 

Spesen aufgeführt, ohne jeweils einen Bezug zu den zugrundeliegenden konkre-

ten anwaltlichen Tätigkeiten herzustellen. Deshalb hätte selbst ein ausdrücklicher 

Verweis auf deren Inhalt keine weitergehenden Behauptungen betreffend die Fra-

ge der Gebotenheit und Angemessenheit der einzelnen anwaltlichen Tätigkeit 

dargestellt. 

- 45 - 

Auf diese (für eine erste Behauptung in ihrer Tiefe jedoch grundsätzlich ausrei-

chenden) Ausführungen hin bestritten die Kläger in der Replik, dass die Beklagte 

verpflichtet gewesen sei, die an die E1._____ Group AG gestellten Rechnungen 

zu begleichen, und die Kläger brachten im Einzelnen vor, den Rechnungen lies-

sen sich weder die ge