# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 673fdd35-5910-5727-8ca8-dc658f53bbe7
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-11-16
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 16.11.2009 D-6970/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-6970-2009_2009-11-16.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-6970/2009/dcl
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 6 .  N o v e m b e r  2 0 0 9

Richter Martin Zoller (Vorsitz),
mit Zustimmung von Richter Bruno Huber;
Gerichtsschreiberin Kathrin Mangold Horni.

A._______, geboren (...), Nigeria,
vertreten durch Felicity Oliver, (...),
Beschwerdeführerin,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 30. Oktober 2009 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-6970/2009

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass die Beschwerdeführerin am 18. Dezember 2008 in der Schweiz 
um Asyl nachsuchte,

dass sie bei der Erstbefragung vom 31. Dezember 2008 im Transitzent-
rum B._______ sowie anlässlich der am 24. August 2009 in C._______ 
gestützt  auf  Art.  29  Abs.  1  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998 
(AsylG, SR 142.31) durchgeführten direkten Bundesanhörung geltend 
machte,  sie  sei  nigerianische  Staatsangehörige  von  der  Ethnie  der 
D._______ und am 20. August 1991 in E._______ (Edo State) gebo-
ren, wo sie bis Ende August 2008 gelebt habe, 

dass sie nach Abschluss der Grundschule ihrer seit vielen Jahren ver-
witweten Mutter auf deren Farm geholfen habe,

dass sie nach dem Tod ihrer Mutter Ende 2006 vom Dorfältesten auf-
gefordert worden sei, den örtlichen Medizinmann zu heiraten und fort-
an dem Orakel zu dienen, 

dass sie im Februar 2007 zu diesem Medizinmann gebracht  worden 
sei,  welcher  sie  entjungfert  und  in  der  Folge  wiederholt  geschlagen 
habe, 

dass ihr Onkel mütterlicherseits, ihr einziger Verwandter in der Heimat, 
ihr nicht habe helfen können,

dass er aber Kontakt zu einer weissen katholischen Ordensschwester 
namens  F._______  aufgenommen  habe,  welche  Hilfe  versprochen 
habe,

dass die Beschwerdeführerin  am 25. August  2008 nachts von ihrem 
Onkel beim Medizinmann abgeholt  und zu Schwester  F._______ ge-
bracht worden sei, 

dass der Medizinmann überall nach ihr gesucht habe, 

dass  sie  daher  mit  der  Unterstützung  von  Schwester  F._______ 
Nigeria am 17. Dezember 2008 auf dem Luftweg verlassen habe,

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dass sie in Begleitung von Schwester F._______ von G._______ nach 
Frankreich und am nächsten Tag mit dem Zug in die Schweiz gereist 
sei, 

dass  Schwester  F._______  ihr  einen  auf  ihre  eigene  Identität 
lautenden  nigerianischen  Pass  besorgt  und  ihr  diesen  bei  den 
Kontrollen an den Flughäfen jeweils für kurze Zeit ausgehändigt habe,

dass Schwester F._______ sie bis nach H._______ begleitet und sie 
seither nichts mehr von ihr gehört habe,

dass bezüglich des weiteren Inhalts der Aussagen auf die Protokolle 
bei den Akten verwiesen wird,

dass  die  Beschwerdeführerin  vom  BFM  für  den  weiteren  Aufenthalt 
während  der  Dauer  des  Asylverfahrens  dem  Kanton  I._______ 
zugewiesen wurde,

dass  die  Beschwerdeführerin  den Schweizer  Behörden keine Reise- 
oder Identitätspapiere zu den Akten reichte und im Weiteren erklärte, 
sie habe nie Papiere besessen oder beantragt,

dass das BFM mit Verfügung vom 30. Oktober 2009 in Anwendung von 
Art.  32  Abs.  2  Bst.  a  und  Abs.  3  AsylG  auf  das  Asylgesuch  vom 
18. Dezember 2009 nicht eintrat und die Wegweisung der Beschwer-
deführerin aus der Schweiz sowie den Wegweisungsvollzug anordne-
te, wobei die Ausreisefrist auf den 30. November 2009 angesetzt wur-
de,

dass die Vorinstanz zur  Begründung dieses Entscheids im Wesentli-
chen ausführte, die Beschwerdeführerin habe den Asylbehörden trotz 
entsprechender schriftlicher Aufforderung innerhalb der eingeräumten 
Frist  von 48 Stunden ohne entschuldbare Gründe keine Reise- oder 
Identitätspapiere zu den Akten gegeben,

dass die Beschwerdeführerin nicht in der Lage gewesen sei, nachvoll-
ziehbar darzulegen, weshalb sie den von ihr für die Reise nach Europa 
benutzten, auf sie ausgestellten Pass nicht mehr besitze, 

dass die Beschwerdeführerin in den vergangenen Monaten trotz ent-
sprechender  schriftlicher  Aufforderung  auch  nichts  zur  Beschaffung 
von Identitätspapieren unternommen habe, 

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dass sie anlässlich der Erstbefragung zu Protokoll gegeben habe, sie 
werde ihrem Onkel schreiben,  um dann anlässlich der direkten Bun-
desanhörung zu erklären, sie wisse nicht, was sie zur Papierbeschaf-
fung unternehmen könnte, da sie keine Eltern mehr habe, 

dass die Beschwerdeführerin auch nicht in der Lage gewesen sei, in 
groben Zügen darzulegen, wie sie in den Besitz eines nigerianischen 
Passes  habe  gelangen  können und wer  ihre  Reise  finanziert  bezie-
hungsweise wieviel ihre Reise gekostet habe,

dass  aufgrund  der  gemachten  Ausführungen  offensichtlich  sei,  dass 
die Beschwerdeführerin  nicht  bereit  sei,  ihre wahre Identität  und die 
Reiseumstände  offenzulegen,  weshalb  auch  keine  entschuldbaren 
Gründe vorlägen, die es ihr verunmöglichen würden, Reise- oder Iden-
titätspapiere einzureichen, 

dass die Beschwerdeführerin sich zudem im Verlaufe der Anhörungen 
in massive Widersprüche (etwa bezüglich der Todesursache ihrer Mut-
ter oder bezüglich der Aufenthaltsdauer beim Medizinmann) verwickelt 
habe,

dass sich die geltend gemachte Verfolgung im Übrigen offensichtlich 
nur  aus  einer  lokalen  und  somit  regional  beschränken  Verfolgungs-
massnahme ergäbe,

dass  die  Beschwerdeführerin  daher  die  Flüchtlingseigenschaft  nicht 
erfülle und aufgrund der Aktenlage zusätzliche Abklärungen zur Fest-
stellung der Flüchtlingseigenschaft  oder eines Wegweisungsvollzugs-
hindernisses nicht erforderlich seien, 

dass der Vollzug der Wegweisung nach Nigeria zulässig, zumutbar und 
möglich sei,

dass für die weitere Begründung auf die vorinstanzliche Verfügung zu 
verweisen ist,

dass die Beschwerdeführerin  durch ihre Vertreterin  mit  Eingabe vom 
9. November  2009  beim Bundesverwaltungsgericht  gegen  die  Verfü-
gung des BFM vom 30. Oktober 2009 Beschwerde erhob und dabei in 
materieller Hinsicht sinngemäss beantragte, es sei der vorinstanzliche 
Entscheid aufzuheben und das Asylgesuch materiell zu prüfen, even-

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tualiter  sei  die Verfügung im Wegweisungspunkt aufzuheben und die 
vorläufige Aufnahme in der Schweiz anzuordnen,

dass - in verfahrensrechtlicher Hinsicht - um Gewährung der unentgelt-
lichen Prozessführung ersucht wurde, 

dass  die  vorinstanzlichen  Akten  am  10.  November  2009  vollständig 
beim Bundesverwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgül-
tig über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes 
vom 20. Dezember  1968 über  das Verwaltungsverfahren  [VwVG, SR 
172.021]) des BFM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m.  Art. 31-33 des 
Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 2005  [VGG,  SR 173.32]; 
Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 17. Juni 2005 
[BGG, SR 173.110]),

dass die Beschwerdeführerin vor der Vorinstanz am Verfahren teilge-
nommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, 
ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise 
Änderung hat  und daher  zur Einreichung der Beschwerde legitimiert 
ist (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass die Beschwerde innert der gesetzlichen Frist von fünf Arbeitsta-
gen  in  gültiger  Form  eingereicht  wurde  (Art. 108  Abs.  2  und  Art.  6 
AsylG i.V.m. Art. 52 VwVG), weshalb auf diese - unter nachfolgendem 
Vorbehalt - einzutreten ist,

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  kann  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass das BFM den Nichteintretensentscheid gestützt auf Art. 32 Abs. 2 
Bst. a AsylG getroffen hat,

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 

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überprüfen (Art. 32-35 AsylG),  die Beurteilungszuständigkeit  der Be-
schwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist, 

dass dementsprechend die Beschwerdeinstanz, sofern sie das Nicht-
eintreten auf  das  Asylgesuch als  unrechtmässig  erachtet,  sich  einer 
selbständigen materiellen Prüfung enthält, die angefochtene Nichtein-
tretensverfügung  aufhebt  und  die  Sache  zur  Neubeurteilung  an  die 
Vorinstanz  zurückweist  (vgl.  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der 
Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 24 E. 2.1. 
S. 240 f.),

dass mithin auf  den Antrag,  das Asylgesuch sei  materiell  zu prüfen, 
nicht einzutreten ist,

dass demgegenüber in der Frage der Wegweisung und deren Vollzugs 
die  Beurteilungszuständigkeit  des  Bundesverwaltungsgerichts  nicht 
beschränkt ist, weil das BFM sich diesbezüglich gemäss Art. 44 AsylG 
in  Verbindung  mit  Art.  83  des  Bundesgesetzes  vom  16. Dezember 
2005 über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20) auch 
materiell zur Sache zu äussern hatte,

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterli-
cher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  bezie-
hungsweise einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e 
AsylG), und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt, um eine 
solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu 
begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrif-
tenwechsel verzichtet wurde,

dass gemäss der revidierten,  am 1. Januar 2007 in  Kraft  getretenen 
Bestimmung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG auf ein Asylgesuch nicht 
eingetreten  wird,  wenn  Asylsuchende  den  Behörden  nicht  innerhalb 
von 48 Stunden nach Einreichung des Gesuchs Reise- oder Identitäts-
papiere abgeben,

dass diese Bestimmung jedoch keine Anwendung findet, wenn Asylsu-
chende glaubhaft machen können, sie seien dazu aus entschuldbaren 
Gründen  nicht  in  der  Lage (Art.  32  Abs. 3  Bst. a  AsylG),  wenn  auf 
Grund der Anhörung sowie gestützt auf Art. 3 und 7 AsylG die Flücht-

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lingseigenschaft  festgestellt  wird  (Art. 32  Abs. 3  Bst. b  AsylG),  oder 
wenn sich auf Grund der Anhörung die Notwendigkeit zusätzlicher Ab-
klärungen zur Feststellung der Flüchtlingseigenschaft oder eines Weg-
weisungsvollzugshindernisses ergibt (Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG),

dass  mithin  nach erfolgter  Gesetzesrevision  neu  seit  dem 1. Januar 
2007 auch die Flüchtlingseigenschaft Prozessgegenstand bildet, wobei 
im Rahmen der summarischen Prüfung das offenkundige Fehlen der 
Flüchtlingseigenschaft  -  sei  es, weil  die Vorbringen offensichtlich un-
glaubhaft  sind,  oder  sei  es,  weil  sie  offensichtlich  keine  flüchtlings-
rechtliche Relevanz nach Art. 3 AsylG aufweisen - und das offenkundi-
ge  Fehlen  von  Wegweisungsvollzugshindernissen  zu  beurteilen  sind 
(vgl. BVGE 2007/8 E. 2.1 S. 73), 

dass das BFM in der angefochtenen Verfügung ausführlich und - und 
nach  Prüfung  der  Akten  auch  aus  Sicht  des  Bundesverwaltungsge-
richts  -  überzeugend dargelegt  hat,  weshalb  für  das  Nichteinreichen 
von Reise- und Identitätspapieren keine entschuldbaren Gründe vorlie-
gen, zumal die Beschwerdeführerin diesen Erwägungen nichts entge-
genhält, das zu einer anderen Würdigung führen könnte,

dass die Vorinstanz vorab zutreffend feststellte, die Beschwerdeführe-
rin sei nicht in der Lage gewesen, dem BFM nachvollziehbar darzule-
gen, weshalb sie den auf sie ausgestellten nigerianischen Pass nicht 
mehr besitze (vgl. Vorakten A1 S. 6), wie sie dieses Dokument über-
haupt habe erhalten können und wer ihre Reise finanziert  habe (vgl. 
A1 S. 6 und A15 S. 5), 

dass  das  BFM  daher  berechtigterweise  den  Schluss  zog,  die  Be-
schwerdeführerin sei gar nicht bereit, ihre wahre Identität und die Rei-
seumstände offenzulegen,

dass die Beschwerdeführerin  auch in  der Beschwerdeschrift  (in  wel-
cher  lediglich  in  knapper  Weise die  anlässlich  der  Befragungen  ge-
machten Aussagen wiederholt werden [vgl. S. 3]) keine entschuldbaren 
Gründe  für  die  Nichtabgabe  eines  beweistauglichen  Identitätsdoku-
ments (vgl. BVGE 2007/7 E. 4-6) innerhalb der Frist von 48 Stunden 
nach  Einreichen  des  Asylgesuches  glaubhaft  zu  machen  vermag 
(Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG; vgl. BVGE 2007/8 E. 3.2),

dass sodann - mit Bezug auf die Frage der Flüchtlingseigenschaft - der 
Auffassung der Vorinstanz gefolgt werden kann, die Beschwerdeführe-

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rin  habe sich  im Verlaufe der  Anhörungen in  massive Widersprüche 
verstrickt (so habe sie einerseits angegeben, ihre Mutter sei an einer 
Krankheit gestorben [vgl. A1 S. 2], um dann später zu behaupten, ihre 
Mutter sei umgebracht worden, nachdem sie - die Beschwerdeführerin 
- es abgelehnt habe, dem Orakel zu dienen [vgl. A15 S. 3]; weiter habe 
sie gesagt, sie habe von Februar 2007 bis zum 25. August 2008 beim 
Medizinmann gewohnt,  um dann in der direkten Bundesanhörung ei-
nen  Aufenthalt  von  sechs  bis  sieben  Monaten  zu  nennen  [vgl.  A15 
S. 4]),

dass  weder  die  anlässlich  der  direkten  Bundesanhörung  dazu  ge-
machten Aussagen (sie habe so viele verschiedene Sachen im Kopf 
und könne sich nicht mehr an alle Einzelheiten erinnern [vgl. A15 S. 4]) 
noch die knappen und teilweise auch etwas wirren Ausführungen in 
der Rechtsmitteleingabe (vgl. S. 3) nicht geeignet sind, zu einer ande-
ren Beurteilung des Sachverhaltes zu führen,

dass schliesslich auch darauf hinzuweisen ist, dass die Beschwerde-
führerin es unterlassen hat, die zuständigen Behörden in Nigeria um 
Schutz vor der angeblich bestehenden Verfolgung zu ersuchen, wobei 
der  Einwand,  die  Polizei  behandle  einen  Fall  nicht,  wenn  man  kein 
Geld habe (vgl. A1 S. 5), angesichts der Tatsache, dass - wie bereits 
anlässlich der direkten Bundesanhörung (vgl. A15 5) bemerkt wurde - 
die entsprechenden Kosten sicher nicht höher gewesen wären als die-
jenigen für die Reise nach Europa, nicht zu überzeugen vermag,

dass unter diesen Umständen von zusätzlichen Abklärungen im Sinne 
von Art. 32 Abs. 2 Bst. c AsylG abgesehen werden konnte,

dass das BFM demnach zu Recht gestützt auf  Art. 32 Abs. 2 Bst. a 
AsylG auf  das Asylgesuch der  Beschwerdeführerin  nicht  eingetreten 
ist,

dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegwei-
sung aus der Schweiz zur Folge hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend 
die  Beschwerdeführerin  weder  eine  Aufenthaltsbewilligung  besitzt 
noch einen Anspruch auf  Erteilung einer solchen hat  (Art. 32 Bst. a 
AsylV 1; vgl. EMARK 2001 Nr. 21), weshalb die verfügte Wegweisung 
vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzli-
chen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern re-

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gelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar 
oder  nicht  möglich  ist  (Art.  44  Abs.  2  AsylG;  Art.  83  Abs.  1  AuG, 
SR 142.20),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  in  Beachtung  der  massgeblichen 
völker-  und  landesrechtlichen  Bestimmungen zulässig  ist,  weil  keine 
Hinweise auf  Verfolgung vorliegen,  und keine Anhaltspunkte für  eine 
menschenrechtswidrige  Behandlung  ersichtlich  sind,  die  der  Be-
schwerdeführerin  im Heimat-,  Herkunfts-  oder  einem Drittstaat  droht 
(Art. 83 Abs. 3 AuG), zumal die geltend gemachte Verfolgungssituation 
nicht glaubhaft erscheint, 

dass sich auch aus der Zugehörigkeit der Beschwerdeführerin zur Eth-
nie der D._______ keine Hinweise dafür ergeben, dass der Vollzug der 
Wegweisung nicht zulässig sein könnte,

dass den Akten auch keine Anhaltspunkte zu entnehmen sind, wonach 
der Vollzug der Wegweisung nach Nigeria unzumutbar wäre,

dass der in den von blutigen Zusammenstössen begleiteten Präsident-
schaftswahlen  von  Ende  April  2007  siegreiche  Kandidat  der  Regie-
rungspartei  People's  Democratic  Party  (PDP),  Umaru Yar'Adua,  sein 
Amt am 29. Mai 2007 antrat und der Opposition eine Beteiligung an 
der  nationalen  Einheitsregierung  anbot  sowie  die  Bekämpfung  von 
Korruption und Armut sowie die Einigung des in ethnischer und religiö-
ser Hinsicht zersplitterten Landes als wichtigste Ziele bezeichnete,

dass es zwar auch in den vergangenen Monaten in verschiedenen Tei-
len des Landes - insbesondere im Niger-Delta (zuletzt Mitte Mai 2009) 
und im Nordosten Nigerias (Ende Juli 2009 forderten im Bauchi State 
Zusammenstösse zwischen der  Polizei  und der  islamistischen Grup-
pierung Boko Harom mehr als 200 Todesopfer) - zu blutigen Auseinan-
dersetzungen zwischen paramilitärisch organisierten Banden und Si-
cherheitskräften beziehungsweise zwischen Angehörigen verschiede-
ner ethnischer und religiöser Bevölkerungsgruppen gekommen ist,

dass dennoch bezüglich Nigeria im jetzigen Zeitpunkt nicht von Krieg, 
Bürgerkrieg  oder  von einer  Situation  allgemeiner  Gewalt,  welche für 
die Beschwerdeführerin bei der Rückkehr in seine Heimat eine konkre-
te Gefahr darstellen würde, gesprochen werden kann,

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dass die Beschwerdeführerin jung (gemäss ihren Angaben hat sie erst 
vor drei Monaten die Volljährigkeit erreicht) und - soweit aktenkundig - 
gesund ist, zumindest über eine sechsjährige Schulbildung, über Be-
rufserfahrung  in  der  Landwirtschaft  und  ein  gewisses  soziales  Netz 
(ein Onkel und die Ordensschwester F._______) verfügt, weshalb nicht 
davon  auszugehen  ist,  sie  würde  bei  einer  Rückkehr  in  eine  ihre 
Existenz vernichtende Situation geraten, die als konkrete Gefährdung 
im Sinne der zu beachtenden Bestimmungen zu werten wäre (Art. 83 
Abs. 4 AuG),

dass der Vollzug der Wegweisung der Beschwerdeführerin nach Nige-
ria schliesslich auch möglich ist (Art. 83 Abs. 2 AuG), da keine prakti-
schen Hindernisse erkennbar  sind,  die  einer  Rückkehr  entgegenste-
hen könnten, und sie verpflichtet ist, sich bei der dortigen Vertretung 
allenfalls  benötigte  neue  Reisepapiere  zu  beschaffen  (Art.  8  Abs. 4 
AsylG),

dass nach dem Gesagten somit keine Wegweisungshindernisse vorlie-
gen und der vom Bundesamt verfügte Vollzug der Wegweisung zu be-
stätigen ist,

dass es der Beschwerdeführerin demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt 
oder unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde ab-
zuweisen ist, soweit darauf einzutreten ist,

dass sich die Beschwerde nach dem Gesagten als aussichtslos erwie-
sen  hat,  weshalb  ungeachtet  einer  allfälligen  Bedürftigkeit  der  Be-
schwerdeführerin das Gesuch um Erlass der Verfahrenskosten (Art. 65 
Abs. 1 VwVG) abzuweisen ist,

dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr. 600.- 
(Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2])  der  Beschwerdeführerin  aufzuerlegen  sind  (Art. 63 
Abs. 1 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2.
Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird 
abgewiesen.

3.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.-  werden  der  Beschwerdeführerin 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- die Vertreterin der Beschwerdeführerin (Einschreiben; Beilage: Ein-
zahlungsschein)

- das BFM, C._______ (per Telefax zu den Akten Ref.-Nr. N (...))
- (...)

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Martin Zoller Kathrin Mangold

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