# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 223b9910-1fdc-518d-bec1-62d0123c6f32
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 1989-11-29
**Language:** de
**Title:** Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) sonstige Behörden 29.11.1989 JAAC 54.41
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_VB/CH_VB_999_JAAC-54-41--_1989-11-29.pdf

## Full Text

JAAC 54.41

Entscheid des Schweizerischen Schulrates vom 29.
November 1989

Ecole polytechnique fédérale de Zurich (EPFZ). Examen d’admission au
doctorat.

- Une décision prise par le vice-recteur pour le doctorat en procédure
d’admission au doctorat peut, en vertu de l’art. 25 R de doctorat de
l’EPFZ et de l’art. 5 O sur la direction de l’EPFZ, faire l’objet d’un recours
au Conseil des écoles.

- Dans une telle procédure, seuls les griefs ayant trait à des notes
insuffisantes sont examinés par le Conseil des écoles.

- Examen limité de l’opportunité d’une note.

Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETHZ).
Zulassungsprüfung zur Doktorpromotion.

- Gegen eine vom Prorektor für das Doktorat im Zulassungsverfahren
für die Doktorpromotion erlassene Verfügung ist gemäss Art. 25
Promotionsordnung ETHZ und Art. 5 V über die Leitung der ETHZ die
Beschwerde an den Schulrat gegeben.

- In einem solchen Verfahren werden nur Rügen betreffend ungenügende
Noten durch den Schulrat geprüft.

- Beschränkte Überprüfung der Angemessenheit einer Note.

1

Politecnico federale di Zurigo (PFZ). Esame d’ammissione al dottorato.

- Una decisione presa dal vicerettore per il dottorato in procedura
di ammissione al dottorato può, giusta l’art. 25 R di dottorato PFZ e
l’art. 5 O sulla direzione del PFZ, essere impugnata presso il Consiglio
dei politecnici.

- In una simile procedura, sono esaminate dal Consiglio dei politecnici
soltanto le censure concernenti le note insufficienti.

- Esame limitato dell’adeguatezza di una nota.

I

Der Beschwerdeführer erwarb sich 1962 an der Architekturschule der
Technischen Hochschule Prag (Tschechoslowakei) das Diplom eines
Ingenieur-Architekten. Nach verschiedenen beruflichen und universitären
Aktivitäten kam er 1978 als politischer Flüchtling in die Schweiz. Im Mai
1980 meldete er sich als Doktorand an der Abteilung für Architektur
der ETHZ an. Da er über kein ETH-Diplom verfügt, musste er sich einer
Zulassungsprüfung unterziehen, die er 1981 nicht bestand. 1989 wiederholte
er die Zulassungsprüfung, bestand sie aber wieder nicht, weil er im Fach
Architektur statt der erforderlichen Note 4 nur die Note 3,5 erreichte. Dies
wurde ihm mit Verfügung des Prorektors für das Doktorat der ETHZ vom
28. Juni 1989 eröffnet.

Gegen diese Verfügung erhebt der Beschwerdeführer fristgerecht
Verwaltungsbeschwerde beim Schweizerischen Schulrat. …

II

1. Den etwas ungewöhnlich anmutenden Beschwerdeweg vom Prorektor
für das Doktorat der ETHZ direkt zum Schweizerischen Schulrat hat der
Beschwerdeführer zu Recht eingeschlagen. Er entspricht auch der korrekt
formulierten Rechtsmittelbelehrung auf der angefochtenen Verfügung.
Dieser Beschwerdeweg stützt sich auf Art. 25 der Promotionsordnung
des Schweizerischen Schulrates vom 30. März 1973 für die Erlangung
des Doktordiploms an der Eidgenössischen Technischen Hochschule
Zürich (Promotionsordnung ETHZ, SR 414.133.1), wonach der Doktorand
gegen Verfügungen des Rektors, des Abteilungsvorstandes (heute:
Abteilungsvorsteher), der Abteilungskonferenz und der Konferenz der
Abteilungsvorstände Beschwerde beim Schweizerischen Schulrat führen
könne. Aus dieser Formulierung kann abgeleitet werden, dass die Beschwerde
an den Schweizerischen Schulrat für alle im Zusammenhang mit dem
Doktorat ergangenen Verfügungen gegeben ist. Dies ist deshalb wichtig, weil
Art. 25 Abs. 1 vom «Doktoranden» als dem zur Beschwerde Legitimierten
spricht. Nach Art. 6 Abs. 3 gilt der Bewerber für das Doktorat indessen bis
zur Zulassungsprüfung als Kandidat und erst nach erfolgreicher Ablegung
der Zulassungsprüfung als Doktorand. Art. 25 der Promotionsordnung ETHZ

2

lässt aber den Schluss zu, dass damit die Verwaltungsrechtspflege (so auch
die Marginalie) im Zusammenhang mit dem Doktorat umfassend geregelt ist,
weshalb diese Vorschrift auch im Zulassungsverfahren angewendet werden
kann.

2. …

3. Die Kompetenz des Prorektors für das Doktorat in casu ergibt sich aus Art. 5
Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 der V des Schweizerischen Schulrates vom 24. Februar
1988 über die Leitung und Verwaltung der Eidgenössischen Technischen
Hochschule Zürich (V über die Leitung der ETHZ, SR 414.110.371), wonach der
Rektor für die Organisation und den Vollzug der Aufnahme von Doktoranden
verantwortlich ist und ihm zu seiner Entlastung ein Prorektor für das Doktorat
beigegeben wird.

4. …

Die Zulassungsprüfung gilt nach Art. 9 Abs. 2 der Promotionsordnung ETHZ
als bestanden, wenn der Kandidat in allen vier Teilprüfungen die Note 4
erreicht hat. Im vorliegenden Falle erhielt der Beschwerdeführer für das
Fach Städtebau die Note 4,0 und für die Fächer Denkmalpflege und Geschichte
des Städtebaus je die Note 5,0. Die Klausurarbeit im Fach Architektur wurde
mit der Note 3,5 bewertet, was zur Folge hatte, dass die Zulassungsprüfung im
zweiten Anlauf als nicht bestanden erklärt werden musste.

Der Beschwerdeführer macht mehrfach geltend, er hätte in allen Fächern eine
höhere Benotung verdient. Das ist insofern unerheblich, als eine Erhöhung der
Noten für die Fächer Städtebau, Denkmalpflege und Geschichte des Städtebaus
nichts daran ändern würde, dass die Zulassungsprüfung als nicht bestanden
zu gelten hat. Weil das Ergebnis einer jeden Teilprüfung unabhängig von
den drei anderen Teilprüfungen für die Zulassung zum Doktorat massgebend
bzw. weil keine Gesamtnote und kein Notendurchschnitt für das Bestehen der
Prüfung zu ermitteln ist, kommt es im vorliegenden Falle einzig und allein
auf die Klausurarbeit im Fach Architektur an. Somit ist im folgenden nur auf
die Vorwürfe des Beschwerdeführers einzutreten, die sich auf die Prüfung in
diesem Fach beziehen.

5. Gegenstand der Prüfungsarbeit im Fach Architektur war das berühmte
«Johnson Wax», Administration Building and Research Tower von Johnson
& Son in Racine, Wisconsin USA, welches in den Jahren 1936-1939 als
ein Werk des grossen amerikanischen Architekten Frank Lloyd Wright
entstanden ist. Dem Prüfungskandidaten standen Texte und Pläne aus der
einschlägigen Literatur zur Verfügung. Der Kandidat hatte in einem ersten Teil
eine architektonische Analyse des Gebäudes vorzunehmen und sich dabei
mit einer ganzen Reihe vorgegebener Themenbereiche und Phänomene
auseinanderzusetzen. In einem zweiten Teil war zur Tragkonstruktion
Stellung zu nehmen, wobei vier thematische Schwerpunkte vorgegeben waren.
Die Erkenntnisse zu den architektonischen Fragestellungen waren sowohl in
Texten wie auch zeichnerisch darzustellen.

Es besteht kein Zweifel, dass es sich bei diesem Prüfungsobjekt um ein jedem
Architekten geläufiges Bauwerk handelt. Deshalb trifft die Feststellung des für
die Architektur zuständigen Examinators zu, dass der Schwierigkeitsgrad der
Aufgabe vor allem für einen angehenden Doktoranden nicht ausserordentlich
hoch war. Im übrigen wurde dem Prüfungskandidaten durch sehr präzise

3

Stichworte angezeigt, nach welchen Kriterien das Gebäude zu beurteilen
war. Deshalb muss es auch den architektonischen Laien bei Durchsicht der
Prüfungsarbeit erstaunen, dass sich der Beschwerdeführer nicht einmal an
diesen sehr klaren Raster für die Beurteilungskriterien gehalten hat. Es fehlt
der Arbeit folglich auch der logische und systematische Aufbau, was wiederum
vom architektonischen Laien ohne weiteres erkannt wird. Schliesslich muten
die auf sechs Seiten A3 alles andere als raumsparend niedergeschriebenen
Zeilen wie auch die wenigen zeichnerischen, vornehmlich auf Details
beschränkten Darstellungen mager an, angesichts der Bedeutung des zu
beurteilenden Bauwerks aus den späten dreissiger Jahren.

Aus diesen Gründen kann sich der Schulrat dem Urteil des für die Architektur
zuständigen Examinators nicht verschliessen, wonach Teil 1 der Klausurarbeit,
nämlich der Architekturteil, nicht erfüllt sei. Der Schulrat auferlegt sich
zwar gemäss ständiger Rechtsprechung bei der Beurteilung von Prüfungen
grösste Zurückhaltung, da es in der Natur der Sache liegt, dass er nicht wie ein
Examinator entscheiden kann. Er beschränkt daher seine an sich umfassende
Kognition in der Regel auf die Rechtmässigkeitsüberprüfung (Fulda Johannes
E., Rechtsschutz im Prüfungswesen der Bundeshochschulen, Schweizerisches
Zentralblatt für Staats- und Verwaltungsrecht [ZBl], 1983/84, S. 156 ff. und dort
zitierte Entscheide).

Doch kann die Klausurarbeit des Beschwerdeführers im Fach Architektur, wie
oben dargetan worden ist, hinsichtlich ihres Gesamteindruckes auch durch
den Laien beurteilt werden. So betrachtet erscheint die vom Examinator
geäusserte Kritik nicht als unverhältnismässig. Der Beschwerdeführer
muss sich den Vorwurf gefallen lassen, dass er es unterlassen hat, zu
allen ihm ausdrücklich vorgegebenen Beurteilungskriterien wenigstens
ein paar wenige treffende Beobachtungen und Aussagen zu machen.
Er hat es auch unterlassen, aus der ihm zur Verfügung gestandenen
interpretierenden Literatur, aus den Plänen, Zeichnungen und Fotos
wenigstens ein paar Diagramme abzuleiten. Die Klausurarbeit ist angesichts
der Interpretationsmöglichkeiten am Prüfungsobjekt als mager zu bezeichnen.
Die Note 3,0 für den Teil Architektur ist somit nicht unangemessen.

Ausser der Architektur waren vom Prüfungskandidaten auch das statische
System und einige technische Besonderheiten des Bauwerks zu beurteilen.
Der dafür zuständige Examinator hebt hervor, dass er die Arbeit des
Beschwerdeführers angesichts der hierfür eher knappen Unterlagen und mit
Rücksicht auf das ihm geläufige nicht umfassende Wissen der Architekten auf
dem Gebiete der Statik und der Konstruktion vorsichtig beurteilt habe. Wohl
habe er die Arbeit als genügend beurteilen können, für mehr als eine 4 reiche
es aber nicht. Zu Recht macht er geltend, dass die Bewertung hinsichtlich
des Architekturteils naturgemäss zu überwiegen hatte und dass es einer
herausragenden Leistung auf dem Gebiete der Statik und der Konstruktion
bedurft hätte, um die Benotung für den Teil Architektur zu einer genügenden
Gesamtnote aufzuwiegen. Aufgrund dieser klaren Sachlage kann die für
die Klausurarbeit im Fach Architektur erteilte Note nicht als unangemessen
bezeichnet werden. Das sorgfältig begründete Urteil der Examinatoren ist zu
respektieren. Zu einer Abnahme der Beweisofferte, es sei die Arbeit durch
einen aussenstehenden Experten zu überprüfen, besteht kein Anlass. Die
Beschwerde ist abzuweisen.

4

5

Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften

Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées

Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

JAAC 54.41 - Entscheid des Schweizerischen Schulrates vom 29. November 1989

In Verwaltungspraxis der Bundesbehörden
Dans Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération
In Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione

Jahr 1990
Année

Anno

Band 54
Volume

Volume

Seite ---
Page

Pagina

Ref. No 150 001 223

Das Dokument wurde durch das Schweizerische Bundesarchiv und die Bundeskanzlei konvertiert.

Le document a été digitalisé par les Archives Fédérales Suisses et la Chancellerie fédérale.

Il documento è stato convertito dall'Archivio federale svizzero e della Cancelleria federale.

	Entscheid des Schweizerischen Schulrates vom 29. November 1989
	I
	II