# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8f483542-712d-573b-8edf-a8d17448a43c
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-09-22
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 22.09.2015 100 2015 71
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2015-71_2015-09-22.pdf

## Full Text

100.2015.71U
HAT/RAP

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil des Einzelrichters vom 22. September 2015

Verwaltungsrichter Häberli
Gerichtsschreiberin Büchi

A.________
Beschwerdeführer

gegen

Steuerverwaltung des Kantons Bern
Brünnenstrasse 66, Postfach 8334, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

und

Steuerrekurskommission des Kantons Bern
Sägemattstrasse 2, Postfach 54, 3097 Liebefeld

betreffend Erlass der Kantons- und Gemeindesteuern 2012 (Entscheid der 
Steuerrekurskommission des Kantons Bern vom 11. Februar 2015; 
100 14 187)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22.09.2015, Nr. 100.2015.71U, 
Seite 2

Sachverhalt:

A.

A.________ ersuchte am 9. September 2013 um Erlass der mit Veran-
lagungsverfügung vom 17. Juli 2013 rechtskräftig festgesetzten Kantons- 
und Gemeindesteuern 2012 in der Höhe von Fr. 2'920.05 (inkl. Feuerwehr-
dienstersatzabgabe). Mit Entscheid vom 4. März 2014, eröffnet durch die 
Steuerverwaltung des Kantons Bern, wies die Einwohnergemeinde (EG) 
B.________ das Erlassgesuch ab.

B.

Dagegen erhob A.________ am 1. April 2014 Rekurs bei der Steuer-
rekurskommission des Kantons Bern (StRK), welche das Rechtsmittel am 
11. Februar 2015 abwies.

C.

Am 10. März 2015 hat A.________ Verwaltungsgerichtsbeschwerde erho-
ben mit dem sinngemässen Antrag, den Entscheid der StRK aufzuheben 
und den Erlass der Kantons- und Gemeindesteuern 2012 zu gewähren. Am 
23. März 2015 hat A.________ zudem ein Gesuch um Gewährung der 
unentgeltlichen Rechtspflege gestellt.

Die StRK und die Steuerverwaltung schliessen mit Vernehmlassung vom 
31. März 2015 bzw. Beschwerdeantwort vom 1. Mai 2015 je auf Abweisung 
der Beschwerde.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22.09.2015, Nr. 100.2015.71U, 
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Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als 
letzte kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des 
Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; 
BSG 155.21) zuständig (vgl. auch Art. 201 Abs. 1 des Steuergesetzes vom 
21. Mai 2000 [StG; BSG 661.11]). Der Beschwerdeführer hat am vor-
instanzlichen Verfahren teilgenommen, ist durch den angefochtenen Ent-
scheid besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen 
Aufhebung oder Änderung (Art. 79 Abs. 1 VRPG; vgl. auch Art. 201 Abs. 2 
StG). Auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist einzu-
treten.

1.2 Für den Erlass der Kantonssteuern ist grundsätzlich die kantonale 
Steuerverwaltung zuständig (vgl. Art. 240 Abs. 3 StG). Die Finanzdirektion 
kann die entsprechende Entscheidbefugnis jedoch einer Gemeinde über-
tragen (Art. 240 Abs. 3 Bst. b StG). So wurde bezüglich der EG 
B.________ verfahren, welcher die Erlasskompetenz (auch) für die auf 
ihrem Territorium erhobenen Kantonssteuern zukommt und die deshalb für 
den erstinstanzlichen Erlassentscheid verantwortlich zeichnet (vgl. vorne 
Bst. A). Die einschlägige Vereinbarung sieht aber offenbar vor, dass in 
einem allfälligen Rechtsmittelverfahren die kantonale Steuerverwaltung ihre 
Rechte selber wahrt.

1.3 Neben dem Erlass der Kantonssteuern ist auch jener der Ge-
meindesteuern 2012 streitig. Für den diesbezüglichen Entscheid ist die 
Gemeinde zuständig, wobei sie ihre Erlasskompetenz der für den Erlass 
der Kantonssteuern zuständigen kantonalen Behörde übertragen kann (vgl. 
Art. 240 Abs. 4 StG). Die EG B.________ hat am 4. März 2014 den 
anbegehrten Erlass der Gemeindesteuer 2012 abgelehnt (vgl. act. 5B 
pag. 54-53) und damit erstinstanzlich selber über den Erlass ihrer 
Steuerforderung befunden (vgl. vorne Bst. A). Am 30. Mai 2011 hat sie ihre 
«Kompetenz zur Wahrung der Gemeindeinteressen in den 
Steuerjustizverfahren» an die Steuerverwaltung abgetreten bzw. delegiert. 

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Aufgrund dieser steuergesetzlich ausdrücklich vorgesehenen 
«Kompetenzdelegation» (so Erläuterungen zum Steuergesetz 2001, 
S. 303) ist die Steuerverwaltung befugt, anstelle der materiell berechtigten 
EG B.________ das Rechtsmittelverfahren in eigenem Namen (auch) 
hinsichtlich des Erlasses der Gemeindesteuern zu führen (vgl. BVR 2014 
S. 197 nicht publ. E. 1.3 mit Hinweisen). Damit erübrigt es sich, die EG 
B.________ als notwendige Partei in das Verfahren einzubeziehen.

1.4 Der vorliegende Entscheid fällt in die einzelrichterliche Zuständigkeit 
(Art. 57 Abs. 2 Bst. a des Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Organisa-
tion der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft [GSOG; 
BSG 161.1]).

1.5 Das Verwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid auf 
Rechtsverletzungen hin (Art. 80 VRPG).

2.

2.1 Die jährliche Veranlagung des steuerbaren Einkommens stellt 
sicher, dass jede steuerpflichtige Person entsprechend ihrer aktuellen wirt-
schaftlichen Leistungsfähigkeit in Anspruch genommen wird (Art. 104 
Abs. 1 der Verfassung des Kantons Bern [KV; BSG 101.1]; vgl. auch 
Art. 127 Abs. 2 der Bundesverfassung [BV; SR 101]). Es ist deshalb grund-
sätzlich davon auszugehen, dass den Steuerpflichtigen die Bezahlung der 
veranlagten Steuern sowohl möglich als auch zumutbar ist. Dennoch kön-
nen gemäss Art. 240 Abs. 1 StG rechtskräftig festgesetzte Kantons-, 
Gemeinde- und Kirchensteuern sowie Zinsen, Gebühren und allenfalls (ge-
wisse) Bussen ganz oder teilweise erlassen werden, wenn ihre Zahlung in 
Ausnahmefällen mit einer erheblichen bzw. grossen Härte verbunden wäre. 
Bei solchen Gegebenheiten soll ein Steuererlass zur langfristigen Sanie-
rung der wirtschaftlichen Lage der steuerpflichtigen Person beitragen (vgl. 
Art. 240a Abs. 1 StG; BVR 2014 S. 197 E. 2.1).

2.2 Sind die einschlägigen gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt, räumt 
das kantonale Steuergesetz der steuerpflichtigen Person einen Rechts-
anspruch auf Steuererlass ein; allerdings kann dessen Gewährung an Be-

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dingungen wie Abzahlungen oder die Leistung von Sicherheiten geknüpft 
werden (Art. 240 Abs. 5 StG). Vorbehältlich der gesetzlichen Ausschluss-
gründe gemäss Art. 240c StG kommt es dabei nicht darauf an, weshalb die 
steuerpflichtige Person in die geltend gemachte Notlage geraten ist (vgl. 
Art. 35 Abs. 2 der Verordnung vom 18. Oktober 2000 über den Bezug und 
die Verzinsung von Abgaben und anderen zum Inkasso übertragenen For-
derungen, über Zahlungserleichterungen, Erlass sowie Abschreibungen 
infolge Uneinbringlichkeit [Bezugsverordnung, BEZV; BSG 661.733]). Ob 
ein Härtefall im Sinn von Art. 240 Abs. 1 StG vorliegt, beurteilt sich mit Blick 
auf die gesamten wirtschaftlichen Verhältnisse der steuerpflichtigen Per-
son, wie sie sich im Entscheidzeitpunkt präsentieren, wobei auch den Zu-
kunftsaussichten Rechnung zu tragen ist (Art. 240a Abs. 2 Satz 1 StG). 
Wäre der steuerpflichtigen Person im Zeitpunkt der Fälligkeit eine fristge-
rechte Zahlung möglich gewesen, so ist dies beim Erlassentscheid zu be-
rücksichtigen (Art. 240a Abs. 2 Satz 2 StG; BVR 2014 S. 197 E. 2.2).

2.3 Entscheidend für das Vorliegen eines Härtefalls im Sinn von 
Art. 240 Abs. 1 StG ist, ob Einschränkungen in der Lebenshaltung geboten 
und zumutbar sind, was grundsätzlich immer dann der Fall ist, wenn die 
verfügbaren Mittel der steuerpflichtigen Person deren betreibungsrechtli-
ches Existenzminimum gemäss Art. 93 des Bundesgesetzes vom 11. April 
1889 über Schuldbetreibung und Konkurs (SchKG; SR 281.1) übersteigen 
(Art. 240a Abs. 3 StG). Dementsprechend ist das Bestehen einer finanziel-
len Notlage gesetzlich umschrieben: Gemäss Art. 240b Abs. 1 Bst. b StG 
setzt eine Notlage voraus, dass die Steuerschuld in einem Missverhältnis 
zur finanziellen Leistungsfähigkeit der steuerpflichtigen Person steht, so 
dass diese den geschuldeten Betrag trotz Beschränkung der Lebens-
haltungskosten auf das betreibungsrechtliche Existenzminimum in abseh-
barer Zeit nicht vollständig begleichen kann (BVR 2014 S. 197 E. 2.3).

2.4 Allerdings ist trotz Vorliegens eines Härtefalls ganz oder teilweise 
von einem Steuererlass abzusehen, wenn einer der in Art. 240c StG aufge-
zählten gesetzlichen Ausschlussgründe gegeben ist (vgl. BVR 2014 S. 197 
E. 2.4, 2010 S. 401 E. 2.3).

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3.

3.1 Der Beschwerdeführer bezieht Renten der Unfall- und der Inva-
lidenversicherung von jährlich insgesamt rund Fr. 27'000.--, verfügt aber 
offenbar daneben über keine weiteren Einkünfte. Vorab weil er in einer 
kostensenkenden Lebensgemeinschaft wohnt, kam die EG B.________ 
zum Schluss, ihm sei ein im Sinn des Ausschlussgrunds gemäss Art. 240c 
Abs. 1 Bst. e StG leichtfertiger Umgang mit seinen finanziellen Mitteln vor-
zuwerfen, zumal diese im Fälligkeitszeitpunkt der Steuern deutlich über 
dem betreibungsrechtlichen Existenzminimum gelegen hätten (vgl. zu die-
sem Ausschlussgrund BVR 2014 S. 197 E. 3.3). Vertreten durch seinen 
Treuhänder bestritt der Beschwerdeführer in seiner Rekursschrift diese 
Einschätzung der Gemeinde bloss pauschal, ohne seine abweichende 
Sicht der Dinge zu substantiieren oder mit Belegen zu untermauern (vgl. 
act. 5A pag. 5). Die Vorinstanz forderte ihn deshalb auf, «ein aktuelles 
Monatsbudget inkl. Belege einzureichen (Mietvertrag, Krankenkassen-
police, allfällige Scheidungskonvention etc.)» und wies ausdrücklich darauf 
hin, dass der Rekurs bei Nichteinreichen dieser Unterlagen abgewiesen 
werde (Schreiben vom 2.4.2014 und 8.5.2014 [act. 5A pag. 6 und 7]). In 
der Folge wurde ihm – unter nochmaligem Hinweis auf die Obliegenheit, 
der StRK sachdienliche Dokumente einzureichen – Gelegenheit gegeben, 
zur Rekursvernehmlassung der Steuerverwaltung Stellung zu nehmen 
(Schreiben vom 10.7.2014 [act. 5A pag. 13]). Obschon ihm antragsgemäss 
eine Fristverlängerung bis zum 28. August 2014 gewährt wurde (act. 5A 
pag. 15), liess sich der Beschwerdeführer jedoch nicht mehr vernehmen. 
Mit Entscheid vom 11. Februar 2015 hat die StRK deshalb den Rekurs an-
drohungsgemäss wegen Verletzung der Mitwirkungspflichten abgewiesen 
(vgl. insb. E. 4 des angefochtenen Entscheids). – Der Beschwerdeführer 
äussert sich in seiner Beschwerdeschrift vorab zu seiner schwierigen finan-
ziellen Lage und zum von der Gemeinde erhobenen Vorwurf eines leicht-
fertigen Umgangs mit den ihm im Jahr 2012 zur Verfügung stehenden fi-
nanziellen Mitteln. Zur hier primär interessierenden Argumentation der Vor-
instanz, ein Steuererlass sei bereits wegen Verletzung der Mitwirkungs-
pflicht im Erlassverfahren ausgeschlossen, nimmt er nur am Rand Stellung. 
Er macht sinngemäss geltend, ihm könnten allfällige Versäumnisse des als 
Vertreter bestellten Treuhänders nicht angelastet werden; er habe diesem 

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den Auftrag erteilt, die Unterlagen einzureichen, und entschuldige sich, 
wenn das unterblieben sei.

3.2 Ist ein gesetzlicher Ausschlussgrund gegeben, so ist auch dann, 
wenn die Zahlung der Steuern an sich mit einer erheblichen Härte im Sinn 
von Art. 240 Abs. 1 StG verbunden ist, von einem Steuererlass – ganz oder 
teilweise – abzusehen (vgl. vorne E. 2.4). Ein solcher Ausschlussgrund 
liegt gemäss Art. 240c Abs. 1 Bst. b StG unter anderem vor, wenn die 
steuerpflichtige Person ihre Mitwirkungspflichten im Steuererlassverfahren 
verletzt, insbesondere wenn sie verlangte Belege nicht einreicht. Als Er-
lassverfahren im Sinn dieser Bestimmung ist nicht nur das erstinstanzliche 
Gesuchsverfahren, sondern auch ein allfälliges Rechtsmittelverfahren zu 
verstehen, zumal für die Gewährung oder Verweigerung des Steuererlas-
ses die Verhältnisse im Entscheidzeitpunkt massgebend sind (Art. 240a 
Abs. 2 Satz 1 StG) und Sachverhaltsveränderungen im Rechtsmittelverfah-
ren berücksichtigt werden (Art. 151 StG i.V.m. Art. 25 VRPG; BVR 2013 
S. 506 E. 3.3.2). Im Steuererlassverfahren obliegen der steuerpflichtigen 
Person grundsätzlich die gleichen Mitwirkungspflichten wie im Veran-
lagungsverfahren (vgl. für die direkte Bundessteuer Art. 18 Abs. 1 der Ver-
ordnung des EFD vom 19. Dezember 1994 über die Behandlung von Er-
lassgesuchen für die direkte Bundessteuer [Steuererlassverordnung, 
nachfolgend EV DBG; SR 642.121]; Michael Beusch in Zweifel/Athanas 
[Hrsg.], Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Band I/2b, 2. Aufl. 
2008, Art. 167 DBG N. 27; vgl. auch Art. 20 VRPG). Die in Art. 167 StG 
verankerte allgemeine Mitwirkungspflicht ist umfassender Natur, so dass 
die steuerpflichtige Person alles Notwendige und Zumutbare zu tun hat, um 
ihre vollständige und richtige Veranlagung bzw. einen korrekten Erlassent-
scheid zu ermöglichen; insbesondere hat sie auf Verlangen der Behörden 
alle Beweismittel einzureichen, die sich in ihrem Besitz befinden oder von 
ihr beschafft werden können (vgl. Regina Schlup Guignard in Leuch/Kästli/
Langenegger [Hrsg.], Praxis-Kommentar zum Berner Steuergesetz, 
Band 2, 2011, Art. 167 N. 1 f. und N. 13). 

3.3 Der Beschwerdeführer bestritt in seiner Rekursschrift zwar, mit 
seinen finanziellen Mitteln leichtfertig umgegangen zu sein, hat aber weder 
Dokumente zum betroffenen Steuerjahr 2012 noch aktuelle Unterlagen zu 

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seinen Einkünften und Ausgaben eingereicht. Er ist deshalb im vorinstanz-
lichen Verfahren wiederholt aufgefordert worden, seine finanziellen Ver-
hältnisse zu erläutern und diese Darstellung durch geeignete Unterlagen zu 
belegen (vorne E. 3.1). Es ist unstreitig, dass diesen Aufforderungen nicht 
entsprochen wurde. Soweit sich der Beschwerdeführer mit dem Argument 
zu entlasten sucht, es handle sich dabei nicht um eine eigene Unter-
lassung, sondern um eine des beauftragten Treuhänders, übersieht er, 
dass ihm sowohl Handlungen als auch Versäumnisse seines Vertreters 
ohne weiteres zuzurechnen sind (vgl. BVR 2014 S. 130 E. 4.3, 2003 S. 553 
E. 2.2; VGE 2013/145 vom 3.6.2013, E. 3.1; BGE 114 Ib 67 E. 2, 
107 Ia 168 E. 2a; Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen 
VRPG, 1997, Art. 43 N. 10; vgl. auch BGer 1C_396/2012 vom 18.2.2013 
E. 2.3 mit Hinweisen auf BGE 119 II 86 E. 2a). Mithin ist unerheblich, ob 
der Beschwerdeführer selber oder der von ihm bestellte Vertreter es 
versäumt hat, die von der StRK mehrmals eingeforderten Belege einzu-
reichen; die Untätigkeit ist so oder anders dem Beschwerdeführer als Ver-
fahrenspartei anzulasten (vgl. zur rechtsgültigen Vertretung BVR 2015 
S. 301 E. 2.2). Da die Vorinstanz – mit einem aktuellen Monatsbudget 
sowie Belegen zu den üblichen Positionen des betreibungsrechtlichen 
Zwangsbedarfs – sachdienliche Angaben und Unterlagen einverlangt hat, 
wird zu Recht nicht geltend gemacht, es seien unverhältnismässige An-
forderungen an die Mitwirkung des Beschwerdeführers gestellt worden. Bei 
diesen Gegebenheiten ist nicht zu beanstanden, dass die StRK auf eine 
Verletzung der Mitwirkungspflicht im Erlassverfahren und das Erfüllen des 
Ausschlussgrunds von Art. 240c Abs. 1 Bst. b StG erkannt hat. 

3.4 Nach dem Gesagten hält der angefochtene Entscheid einer 
Rechtskontrolle stand, ohne dass geprüft werden müsste, ob auch der 
Ausschlussgrund gemäss Art. 240c Abs. 1 Bst. e StG erfüllt ist, oder ob die 
Zahlung der Steuern für den Beschwerdeführer mit einer erheblichen Härte 
verbunden ist.

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4.

4.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird der Beschwerdeführer 
kostenpflichtig (Art. 151 StG i.V.m. Art. 108 Abs. 1 VRPG). Er hat jedoch 
um unentgeltliche Rechtspflege ersucht (vgl. vorne, Bst. C).

4.2 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei von 
den Verfahrenskosten, wenn diese nicht über die erforderlichen Mittel ver-
fügt und ihr Rechtsbegehren nicht aussichtslos erscheint (Art. 111 Abs. 1 
VRPG; vgl. auch Art. 117 der Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 
19. Dezember 2008 [Zivilprozessordnung, ZPO; SR 272]). Ein Prozess ist 
nicht aussichtslos, wenn berechtigte Hoffnung besteht, ihn zu gewinnen, 
also wenn Gewinnaussichten und Verlustgefahren sich ungefähr die 
Waage halten oder jene nur wenig geringer sind als diese. Als aussichtslos 
sind demgegenüber Prozessbegehren anzusehen, bei denen die Gewinn-
aussichten beträchtlich geringer sind als die Verlustgefahren und die des-
halb kaum als ernsthaft bezeichnet werden können. Massgebend ist dabei, 
ob eine Partei, die über die nötigen Mittel verfügt, sich bei vernünftiger 
Überlegung zu einem Prozess entschliessen oder aber davon absehen 
würde; eine Partei soll einen Prozess, den sie auf eigene Rechnung und 
Gefahr nicht führen würde, nicht deshalb austragen können, weil er sie 
nichts kostet (BVR 2008 S. 97 E. 5.2; BGE 139 III 475 E. 2.2).

4.3 Angesichts der klaren Verhältnisse, die schon im angefochtenen 
Entscheid zum Ausdruck gekommen sind, muss die Prozessführung vor 
dem Verwaltungsgericht als von vornherein aussichtslos betrachtet werden. 
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ist daher abzuweisen, ohne 
dass die Prozessarmut des Beschwerdeführers noch zu prüfen wäre. Dem 
Umstand, dass das Gesuch nicht vorab, sondern erst zusammen mit der 
Hauptsache beurteilt wird, ist praxisgemäss mit einer Reduktion der Pau-
schalgebühr Rechnung zu tragen. Parteikosten sind keine zu sprechen 
(Art. 151 StG i.V.m. Art. 108 Abs. 3 und 104 Abs. 3 VRPG).

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Demnach entscheidet der Einzelrichter:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Das Gesuch um Erteilung der unentgeltlichen Rechtspflege wird abge-
wiesen.

3. Die Kosten des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht, bestimmt auf 
eine Pauschalgebühr von Fr. 500.--, werden dem Beschwerdeführer 
auferlegt.

4. Es werden keine Parteikosten gesprochen.

5. Zu eröffnen:
- dem Beschwerdeführer
- der Steuerverwaltung des Kantons Bern 
- der Steuerrekurskommission des Kantons Bern

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, subsidiäre Verfassungsbeschwerde 
gemäss Art. 39 ff. und 113 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das 
Bundesgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.