# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 73a9345e-37df-5d2c-8782-f9baf53ade3f
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-05-15
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Beschwerdekammer in Strafsachen 15.05.2024 BK 2024 126
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_008_BK-2024-126_2024-05-15.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

Beschwerdekammer in 
Strafsachen

Cour suprême
du canton de Berne

Chambre de recours pénale

Beschluss
BK 24 126+127

Hochschulstrasse 17
Postfach
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 09
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 15. Mai 2024

Besetzung Oberrichter Bähler (Präsident), Oberrichter Schmid,
Oberrichter Gerber
Gerichtsschreiberin Kurt

Verfahrensbeteiligte A.________

Beschuldigter

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

B.________

Beschwerdeführer 1

C.________

Beschwerdeführer 2

Gegenstand Entschädigung (Einstellung) / DNA + üED – Neubeurteilung

Strafverfahren wegen vorsätzlicher Tötung, Brandstiftung und 
Störung des Totenfriedens

Neubeurteilung des Beschlusses der Beschwerdekammer in 
Strafsachen des Obergerichts des Kantons Bern BK 21 508 vom 
17. Mai 2022

2

Erwägungen:

I. Prozessgeschichte / Formelles

1. A.________ sel. (nachfolgend: auch Beschuldigter sel.) wurde vom Regionalgericht 
Oberland (nachfolgend: Regionalgericht oder Vorinstanz) am 16. Oktober 2020 
wegen vorsätzlicher Tötung, Brandstiftung und Störung des Totenfriedens schuldig 
gesprochen und zu einer Freiheitsstrafe von 16 Jahren verurteilt. Am 19. Oktober 
2020 meldete er Berufung gegen dieses Urteil an (pag. 6656; Akten PEN 20 125 
[sollte nichts Anderes vermerkt sein, sind im Folgenden diese Akten gemeint und 
es wird darauf verzichtet, diese explizit zu nennen]). A.________ sel. verstarb am 
20. November 2020. Mit Beschluss vom 26. Oktober 2021 stellte das Regionalge-
richt das Strafverfahren gegen A.________ sel. deshalb ein, verwies die Straf- und 
Zivilklagen auf den Zivilweg und legte die Nebenfolgen des Beschlusses fest. In 
diesem Zusammenhang wurde der antragstellenden Dritten, der D.________ AG, 
deren Verwaltungsrat und Geschäftsführer A.________ sel. war, sowie den Erben 
von A.________ sel., B.________ und C.________, keine Entschädigung zuge-
sprochen (Dispositivziffern 8 und 9). Dagegen reichten die D.________ AG sowie 
B.________ und C.________, alle vertreten durch Rechtsanwalt E.________, am 
8. November 2021 Beschwerde ein. Sie beantragten, in Gutheissung der Be-
schwerden seien die Dispositivziffer 9 bzw. 8 des Beschlusses vom 26. Oktober 
2021 aufzuheben und der D.________ AG sei eine Entschädigung in der Höhe von 
CHF 2'299'391.00 bzw. B.________ und C.________ (nachfolgend: Beschwerde-
führer 1 + 2) eine Entschädigung in der Höhe von CHF 2'766'940.00 für die Schä-
den bzw. wirtschaftlichen Einbussen aus dem Strafverfahren gegen A.________ 
sel. zuzusprechen; eventualiter sei die Sache in Gutheissung der Beschwerden an 
die Vorinstanz zur Neubeurteilung zurückzuweisen, unter Kosten- und Entschädi-
gungsfolge (zuzüglich Mehrwertsteuer) zu Lasten des Staates. Mit Verfügung vom 
18. November 2021 eröffnete der Verfahrensleiter der Beschwerdekammer in 
Strafsachen des Obergerichts des Kantons Bern (nachfolgend: Beschwerdekam-
mer) gestützt auf die Beschwerden ein Beschwerdeverfahren (BK 21 508 
[D.________ AG] und BK 21 509+510 [Beschwerdeführer 1 + 2]) und verfügte die 
Vereinigung dieser Beschwerdeverfahren unter der Verfahrensnummer BK 21 508. 
Der Beschwerde der Beschwerdeführer 1 + 2 wurde betreffend der mit Beschluss 
des Regionalgerichts vom 26. Oktober 2021 verfügten Löschung des DNA-Profils 
und der biometrischen erkennungsdienstlichen Daten die aufschiebende Wirkung 
erteilt. Die Beschwerden wurden mit Beschluss der Beschwerdekammer vom 
17. Mai 2022 abgewiesen. In der Folge führten die D.________ AG sowie die Be-
schwerdeführer 1 + 2 Beschwerde in Strafsachen. Mit Urteil 7B_12/2022 vom 
13. März 2024 hiess das Bundesgericht die Beschwerde teilweise gut und hob den 
Beschluss der Beschwerdekammer insofern auf, als die StPO-Beschwerden der 
Beschwerdeführer 1 + 2 abgewiesen worden waren. Die Sache wurde insoweit zu 
neuem Entscheid und neuer Kostenregelung an die Beschwerdekammer zurück-
gewiesen. Im Übrigen wurde die Beschwerde abgewiesen, soweit auf sie eingetre-
ten wurde. 

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2. Gestützt auf das Urteil des Bundesgerichts verfügte die Verfahrensleitung am 
28. März 2024, dass das Beschwerdeverfahren unter der Verfahrensnummer 
BK 24 126 + 127 fortgeführt werde und gab den Parteien Gelegenheit, abschlies-
sende Bemerkungen einzureichen. Die Generalstaatsanwaltschaft verzichtete am 
28. März 2024 auf das Einreichen von abschliessenden Bemerkungen. Mit ge-
meinsamer Eingabe vom 10. April 2024 teilten die Beschwerdeführer 1 + 2 mit, 
dass es keine neuen Erkenntnisse gebe, und stützten sich auf ihre «Eingabe sowie 
deren Ausführungen». Mit Verfügung vom 12. April 2024 nahm und gab der Verfah-
rensleiter vom Verzicht auf abschliessende Bemerkungen der Generalstaatsan-
waltschaft sowie den abschliessenden Bemerkungen der Beschwerdeführer 1 + 2 
Kenntnis. Weiter stellte er fest, dass der Beschwerdeführer 2 die Eingabe vom 
10. April 2024 weder eigenhändig unterzeichnet hatte noch eine Vollmacht zuguns-
ten des Beschwerdeführers 1 aktenkundig ist und setzte dem Beschwerdeführer 2 
eine Frist von 5 Tagen, um die Eingabe vom 10. April 2024 eigenhändig zu unter-
zeichnen. Dieser Aufforderung kam der Beschwerdeführer 2 am 16. April 2024 
(Eingang bei der Beschwerdekammer: 17. April 2024) nach. 

3. Die Behörde, an welche zurückgewiesen wird, ist an die rechtlichen Erwägungen 
im Rückweisungsentscheid gebunden. Dabei betrifft die Verbindlichkeit sowohl 
Punkte, bezüglich derer keine Rückweisung erfolgte, die also «definitiv» entschie-
den wurden, wie auch diejenigen Erwägungen, welche den Rückweisungsauftrag 
umschreiben (vgl. DORMANN in: Basler Kommentar zum Bundesgerichtsgesetz, 
3. Aufl. 2018, N. 18 zu Art. 107 BGG mit Hinweisen sowie BGE 135 III 334 E. 2, 
bestätigt mit Urteil des Bundesgerichts 6B_434/2014 vom 24. November 2014 E. 
1.3.1). Die kantonale Instanz hat sich bei der neuen Entscheidung auf das zu be-
schränken, was sich aus den Erwägungen des Bundesgerichts als Gegenstand der 
neuen Beurteilung ergibt. Wird eine Beschwerde in Strafsachen gutgeheissen und 
das vorinstanzliche Urteil aufgehoben, soll das Verfahren nicht als Ganzes neu in 
Gang gesetzt werden, sondern nur insoweit, als dies notwendig ist, um den ver-
bindlichen Erwägungen des Bundesgerichts Rechnung zu tragen (vgl. Urteil des 
Bundesgerichts 6B_434/2014 vom 24. November 2014 E. 1.3.3).

4. Das Bundesgericht erwog in seinem Urteil 7B_12/2022 vom 13. März 2024 E. 2. f., 
dass die Beschwerdekammer zu Unrecht eine Parteistellung der Beschwerdeführer 
1 + 2 verneint habe. Diese folgten als Erben des A.________ sel. in die Rechtsstel-
lung des Erblassers nach und dürften entsprechend auch einen Entschädigungs-
anspruch nach Art. 429 Abs. 1 Bst. b StPO geltend machen, weshalb ihre Entschä-
digungsforderungen für wirtschaftliche Einbussen in der Sache zu beurteilen seien. 

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II. Herabsetzung oder Verweigerung der Entschädigung gemäss Art. 430 Abs. 1 
Bst. a StPO

5.

5.1 Die Vorinstanz verweigerte eine Entschädigung gestützt auf Art. 430 Abs. 1 Bst. a 
StPO, da der Beschuldigte sel. das Strafverfahren rechtswidrig und schuldhaft ver-
ursacht bzw. dessen Durchführung erschwert habe. 

Die Regelung betreffend Entschädigung und Genugtuung korrespondiert mit derje-
nigen der Kostentragung nach Art. 426 Abs. 2 StPO (GRIESSER, in: Kommentar zur 
Schweizerischen Strafprozessordnung, 3. Aufl. 2020, N. 2 und 5 zu Art. 430 StPO). 
Die Entschädigungsfrage ist daher grundsätzlich jeweils nach der Kostenfrage zu 
beantworten, womit die Kostenfrage die Entschädigungsfrage präjudiziert (BGE 
147 IV 47 E. 4.1). Auch im Falle des Todes der beschuldigten Person ist es nicht 
ausgeschlossen, dass der Kostenentscheid die Entschädigungsfrage präjudizieren 
kann (Urteil des Bundesgerichts 6B_614/2013 vom 29. August 2013 E. 2.4.). Die 
Bestimmung, wonach dem Beschuldigten bei Vorliegen von verwerflichem Beneh-
men eine Entschädigung verweigert werden kann, darf laut Bundesgericht in dem 
Sinne ausgelegt werden, dass die Entschädigung auch gegenüber dem Nachlass 
der beschuldigten Person verweigert werden kann, wenn erst nach deren Tod über 
die Entschädigungsfolge zu entscheiden ist. Eine Entschädigung an den Nachlass 
kann somit unter denselben Voraussetzungen verweigert werden, unter welchen 
sie nach den massgeblichen Bestimmungen gegenüber dem noch lebenden Be-
schuldigten verweigert werden könnte (Urteil des Bundesgerichts 6B_592/2009 
vom 17. Dezember 2009, E. 3.2; GRIESSER, a.a.O., N. 8 zu Art. 430 StPO). Man-
gels gesetzlicher Grundlage können die Kosten zwar nicht dem Beschuldigten sel. 
bzw. seinem Nachlass aufgebürdet werden (das wurde auch bereits rechtskräftig 
entschieden). Die Kostenpflicht kann aber dennoch (theoretisch) geprüft werden. 
Wäre der Beschuldigte sel. im Falle einer Einstellung zu Lebzeiten kostenpflichtig 
geworden, präjudiziert dies auch die Entschädigungsfrage und gilt auch für den 
Nachlass, wenn erst nach dem Tod des Beschuldigten sel. über die Entschädi-
gungsforderungen zu entscheiden ist (vgl. zum Ganzen auch Urteil des Oberge-
richts des Kantons Zürich I. Strafkammer Geschäfts-Nr.: SB210619 vom 28. No-
vember 2022, E. 1.3 f.). 

5.2 Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist es mit Verfassung und Konventi-
on vereinbar, einer nicht verurteilten beschuldigten Person die Kosten zu überbin-
den, wenn sie – persönlich zu Lebzeiten – in zivilrechtlich vorwerfbarer Weise, d.h. 
im Sinne einer analogen Anwendung der sich aus Art. 41 OR ergebenden Grund-
sätze, eine geschriebene oder ungeschriebene Verhaltensnorm, die sich aus der 
Gesamtheit der schweizerischen Rechtsordnung ergeben kann, klar verletzt und 
dadurch das Strafverfahren veranlasst oder dessen Durchführung erschwert hat. 
Vorausgesetzt sind regelmässig qualifiziert rechtswidrige, rechtsgenüglich nachge-
wiesene Verstösse. Die Verfahrenskosten müssen mit dem zivilrechtlich vorwerfba-
ren Verhalten in einem adäquat-kausalen Zusammenhang stehen (BGE 144 IV 202 
E. 2.2; Urteile 6B_290/2018 vom 19. Februar 2019 E. 3.1 und 6B_1038/2019 vom 
30. April 2020 E. 4.2; je mit Hinweisen). Dies ist dann der Fall, wenn das gegen ei-

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ne Verhaltensnorm verstossende Benehmen der beschuldigten Person nach dem 
gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Erfahrung des Lebens geeignet 
war, den Verdacht einer strafbaren Handlung zu erwecken und damit Anlass zur 
Eröffnung eines Strafverfahrens zu geben. Eine Kostentragung kommt aber nur in 
Frage, wenn sich die Behörde aufgrund des normwidrigen Verhaltens der beschul-
digten Person in Ausübung pflichtgemässen Ermessens zur Einleitung eines Straf-
verfahrens veranlasst sehen konnte (BGE 116 Ia 162, E. 2c; Urteil des Bundesge-
richts 6B_241/2015 vom 26. Januar 2016 E. 1.3.2).

5.3 Der Beschuldigte sel. bestritt stets seine Täterschaft. Zufolge Bestreitung und sei-
nes späteren Versterbens bleibt die Todesursache des Opfers unklar, womit Suizid, 
Unfallfolge, natürlicher Tod oder Fremdeinwirkung im Raum bleiben. Aufgrund der 
Einstellung des Verfahrens kann der Beschuldigte sel. dafür nicht in die strafrechtli-
che Verantwortung genommen werden. Zu prüfen bleibt, ob ihm im oben beschrie-
benen Sinne eine den zivilrechtlichen Grundsätzen angenäherte Haftung für ein 
fehlerhaftes Verhalten vorzuwerfen ist. 

5.4 Die Vorinstanz zog mit Blick auf die ausgewerteten Daten des Fahrzeuges des 
Beschuldigten sel. sowie die Aussagen von F.________ (Mutter des Beschuldigten 
sel., pag. 2208, Z. 108 ff.) und G.________ (pag. 2973 ff., Z. 87 ff., 148 ff., 369 ff. 
sowie Z. 460 ff.), welche der Beschuldigte sel. nach dem Verlassen der Schweiz in 
Frankreich getroffen hatte, den Schluss, der Beschuldigte sel. habe sich kurz vor 
16.00 Uhr noch beim Haus des Opfers befunden und dort die Hunde geholt. Er 
müsse gewusst haben, dass es brenne und sich das Opfer im Haus befinde. Trotz-
dem habe er nicht die Feuerwehr alarmiert und auch keine Rettungsversuche un-
ternommen. Gestützt auf Art. 128 des Schweizerischen Strafgesetzbuches (StGB; 
SR 311.0) habe er eine rechtliche Pflicht zur Leistung von Nothilfe. Darüber hinaus 
sei auch auf der Internetseite der Schweizer Behörden (htt-
ps://www.ch.ch/de/brand) als Handlungsanweisung im Brandfall vermerkt: «Bewah-
ren Sie Ruhe und halten Sie sich an die drei goldenen Verhaltensregeln: alarmie-
ren – retten – löschen». Diese Verhaltensregeln seien allgemein gültig und allge-
mein bekannt. Der Beschuldigte sel. habe sich aber bewusst dagegen entschieden 
und damit die Einleitung des Verfahrens, insbesondere aber die Durchführung des-
selben erschwert. Hätte nämlich der Beschuldigte sel. die Rettungskräfte alarmiert 
– was ausgehend von den obigen Ausführungen zu einem Zeitpunkt möglich ge-
wesen wäre, bevor dies durch andere Personen, namentlich Nachbarn des Opfers 
sel., erledigt worden sei – wäre das Holzhaus möglicherweise nicht vollständig den 
Flammen erlegen und hätte das Opfer sel. allenfalls gerettet werden können; zu-
mindest wäre der Leichnam besser erhalten gewesen. Ein besser erhaltener 
Leichnam führe per se dazu, dass die Todesumstände wie die Todesursache oder 
der Todeszeitpunkt präziser hätten bestimmt werden können. Dies wiederum hätte 
die Durchführung des Strafverfahrens massiv erleichtert, da mutmasslich derart 
umfangreiche Abklärungen zum Tod des Opfers sel. sowie zum Brandhergang und 
zur Brandursache nicht notwendig gewesen wären. 

5.5 Wie sich aus dem Haftbefehl gegen den Beschuldigten sel. vom 16. Februar 2018 
ergibt, war nicht seine unterlassene Alarmierung des Brandes adäquat kausal für 
die Einleitung des Verfahrens, sondern der Umstand, dass es sich bei ihm um den 

https://www.ch.ch/de/brand
https://www.ch.ch/de/brand

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Lebenspartner des Opfers sel. handelte, er sich ca. um 15.00 Uhr, also ca. eine 
Stunde vor der Meldung über den Vollbrand, noch am Domizil des Opfers aufgehal-
ten hatte, er in der Folge ab 15.30/15.45 Uhr nicht mehr gesehen wurde und nicht 
mehr erreichbar war und mit seinem Camper über einen unbewachten Grenzü-
bergang die Schweiz Richtung Frankreich verlassen hatte. Zudem wurden am Tag 
nach dem Brand Hinweise auf Brandbeschleuniger gefunden (pag. 0036), was für 
ein Delikt und gegen einen Unfall sprach. Betreffend erschwerter Durchführung des 
Verfahrens infolge Nichtalarmierens bzw. mangels Rettungsversuchs ist auf Fol-
gendes hinzuweisen: Der hypothetische Kausalzusammenhang zwischen Unter-
lassung und Erfolg ist dann anzunehmen, wenn bei Vornahme der gebotenen 
Handlung der Erfolg mit einem hohen Grad an Wahrscheinlichkeit nicht eingetreten 
wäre (Urteil des Bundesgerichts 6B_63/2020 vom 10. März 2021 E. 3.3.4). Aus 
dem Berichtsrapport der Kantonspolizei Bern vom 24. April 2018 geht hervor, dass 
der spurenmässige Brandausgangspunkt sich auf das Schlafzimmer im Bereich 
des Doppelbetts eingrenzen liess, d.h. dem Fundort der Leiche (pag. 3326 und 
3331). Aus den Akten ergeben sich keine gesicherten Anhaltspunkte dafür, wie vie-
le Minuten früher eine Alarmierung durch den Beschuldigten sel. tatsächlich hätte 
erfolgen können und insbesondere was dies für den Brandverlauf bzw. den Zu-
stand der Leiche für Auswirkungen gehabt hätte. Da es gemäss den Brandermitt-
lungen im Raum mit der Leiche zuerst gebrannt hatte, kann jedenfalls nicht mit ei-
nem genügend hohen Grad an Wahrscheinlichkeit angenommen werden, die frühe-
re Alarmierung hätte zu einer Rettung bzw. massgeblich besseren Erhaltung der 
Leiche geführt und damit die Durchführung des Strafverfahrens erleichtert. Es ist 
weder aktenmässig erstellt noch hinreichend begründet, dass bei einer um ein paar 
Minuten früheren Alarmierung weniger umfangreiche Abklärungen zum Tod des 
Opfers sel. notwendig gewesen wären. Sofern die fehlende Alarmierung überhaupt 
ein rechtsgenüglich nachgewiesenes zivilrechtlich vorwerfbares Verhalten darstellt, 
kann dieses jedenfalls nicht als adäquat kausal für die Einleitung des Strafverfah-
rens oder dessen erschwerte Durchführung bezeichnet werden. Es besteht weiter 
keine zivilrechtliche Pflicht des Konkubinatspartners, sich den Behörden zur Verfü-
gung zu stellen und/oder als Beschuldigter Aussagen zu machen. Ein zivilrechtlich 
vorwerfbares und adäquat kausales Verhalten für die Einleitung des Strafverfah-
rens bzw. dessen erschwerte Durchführung lässt sich daher durch die überstürzte 
Abreise des Beschuldigten sel. ins Ausland oder sein Verhalten im Strafverfahren 
(Ausübung des Aussageverweigerungsrechts) ebenfalls nicht begründen. Der Um-
stand, dass sich der Beschuldigte sel. mit seinem Verhalten dringend verdächtig 
gemacht hat und er erstinstanzlich wegen vorsätzlicher Tötung, Brandstiftung und 
Störung des Totenfriedens schuldig gesprochen wurde, ändert daran nichts. Die 
Voraussetzungen von Art. 430 Abs. 1 Bst. a StPO für eine Verweigerung der Ent-
schädigung sind folglich nicht gegeben. 

Entsprechend sind die Entschädigungsansprüche materiell zu prüfen. 

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III. Materiell-rechtliche Beurteilung der wirtschaftlichen Einbussen

6. Rechtliche Grundlagen

6.1 Wird die beschuldigte Person ganz oder teilweise freigesprochen oder wird das 
Verfahren gegen sie eingestellt, so hat sie u.a. Anspruch auf Entschädigung der 
wirtschaftlichen Einbussen, die ihr aus ihrer notwendigen Beteiligung am Strafver-
fahren entstanden sind (Art. 429 Abs. 1 Bst. b StPO). Wird das Verfahren aufgrund 
des Todes des Beschuldigten eingestellt, kann der Entschädigungsanspruch nach 
Art. 429 StPO von den Erben geltend gemacht werden, die nach Art. 560 Abs. 1 
ZGB in die vermögensrechtliche Stellung des Erblassers kraft Universalsukzession 
nachfolgen (Urteil des Bundesgerichts 7B_12/2022 vom 13. März 2024 E. 2.2). 

Art. 429 Abs. 2 StPO begründet eine Kausalhaftung des Staates. Dieser muss den 
gesamten Schaden wiedergutmachen, der mit dem Strafverfahren in einem Kausa-
lzusammenhang im Sinne des Haftpflichtrechts steht. Nach konstanter Rechtspre-
chung entspricht der Schaden der Differenz zwischen dem gegenwärtigen – nach 
dem schädigenden Ereignis festgestellten – Vermögensstand und dem Stand, den 
das Vermögen ohne das schädigende Ereignis hätte. Der Schaden ist die unge-
wollte beziehungsweise unfreiwillige Vermögensverminderung. Er kann in einer 
Vermehrung der Passiven, einer Verminderung der Aktiven oder in entgangenem 
Gewinn bestehen. Die Strafbehörde ist nicht verpflichtet, alle für die Beurteilung 
des Entschädigungsanspruchs bedeutsamen Tatsachen von Amtes wegen abzu-
klären. Gestützt auf Art. 429 Abs. 2 StPO hat sie die beschuldigte Person im Falle 
eines (teilweisen) Freispruchs zur Frage der Entschädigung aber mindestens an-
zuhören und gegebenenfalls aufzufordern, ihre Ansprüche zu beziffern und zu be-
legen. Es obliegt der beschuldigten Person, ihre Ansprüche zu begründen und 
auch zu belegen. Dies entspricht der zivilrechtlichen Regel, wonach wer Schaden-
ersatz beansprucht, den Schaden zu beweisen hat (Art. 42 Abs. 1 des OR). Nur 
wenn sich der Schaden nicht ziffernmässig nachweisen lässt, ist er gestützt auf 
Art. 42 Abs. 2 des Obligationenrechts (OR; SR 220) nach Ermessen des Richters 
mit Rücksicht auf den gewöhnlichen Lauf der Dinge und auf die vom Geschädigten 
getroffenen Massnahmen abzuschätzen. Die Beweiserleichterung gemäss Art. 42 
Abs. 2 OR ist restriktiv anzuwenden (BGE 142 IV 237 E. 1.3.1. mit zahlreichen 
Hinweisen). 

Ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht dann, wenn das schadensstiftende 
Verhalten für den eingetretenen Schaden eine notwendige Bedingung (conditio si-
ne qua non) bildet, d.h. nicht hinweggedacht werden könnte, ohne dass auch der 
eingetretene Erfolg entfiele. Ein adäquater Kausalzusammenhang liegt vor, wenn 
ein Umstand nicht nur conditio sine qua non des Schadens, sondern auch nach 
dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung geeignet 
ist, den eingetretenen Erfolg zu bewirken, so dass der Eintritt dieses Erfolgs als 
durch die fragliche Bedingung wesentlich begünstigt erscheint. Der adäquate Kau-
salzusammenhang wird unterbrochen, wenn zu einer an sich adäquaten Ursache 
eine andere Ursache hinzutritt, die einen derart hohen Wirkungsgrad aufweist, dass 
Erstere nach wertender Betrachtungsweise als rechtlich nicht mehr beachtlich er-

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scheint. Entscheidend ist die Intensität der beiden Ursachen (BGE 142 IV 237 E. 
1.5.1 f. mit zahlreichen Hinweisen).

Entschädigt werden Lohn- und Erwerbseinbussen, die wegen Freiheitsentzuges 
(Art. 207 ff. und Art. 212 ff.) oder der Beteiligung an den Verfahrenshandlungen er-
litten wurden, wie etwa auch die durch das Verfahren verursachten Reisekosten. 
Auch ersetzt wird der Schaden, welcher der beschuldigten Person aus der Verwal-
tung des beschlagnahmten Vermögens erwachsen ist. Grundsätzlich werden alle 
wirtschaftlichen Einbussen, d. h. der gesamte Verdienstausfall während der gesam-
ten Verfahrensdauer (inkl. polizeilicher Ermittlung) aus selbstständiger und/oder 
unselbständiger Erwerbstätigkeit ersetzt. Auch zu entschädigen sind Stellenverlust, 
entgangene künftige Lohnaufbesserungen, Krankheit, eingetretene Arbeitsunfähig-
keit und Karriereschäden aufgrund des Strafverfahrens, wobei diesbezüglich irrele-
vant ist, ob eine Zwangsmassnahme angeordnet wurde oder nicht. Zu ersetzen ist 
sowohl unmittelbarer wie auch mittelbarer Schaden, soweit der adäquate Kausal-
zusammenhang noch gegeben ist. Damit sind auch der Schaden der durch das 
Strafverfahren verursachten Arbeitslosigkeit oder der Schaden, der durch eine 
Haftpsychose oder eine andere mit der Inhaftierung nachgewiesenermassen im 
Zusammenhang stehenden Krankheit verursacht wurde, wie auch Kosten für die 
Anstellung von Hilfspersonen oder die Unterbringung bzw. Betreuung von Kindern 
sowie entgangener Gewinn zu ersetzen. 

Für die Berechnung der Höhe der wirtschaftlichen Einbussen sind die zivilrechtli-
chen Regeln anzuwenden, wobei schadensmindernde Aktivitäten anzurechnen 
sind. Als Massstab der Obliegenheit zur Schadensminderung gilt das Verhalten, 
welches vom Geschädigten zu erwarten wäre, wenn er selbst für den Schaden al-
leine haftbar wäre (WEHRENBERG/FRANK, in: Basler Kommentar Schweizerische 
Strafprozessordnung, 3. Aufl. 2023, N. 23 ff. zu Art. 429 StPO).

6.2 Der Anspruch ist dabei von Amtes wegen zu prüfen (Art. 429 Abs. 2 StPO), was 
aber gemäss Bundesgericht (vgl. Urteil 6B_975/2021 vom 7. September 2022 E. 
2.3.2.) nicht bedeutet, dass die Strafbehörde im Sinne des Untersuchungsgrund-
satzes von Art. 6 StPO alle für die Beurteilung des Entschädigungsanspruchs be-
deutsamen Tatsachen von Amtes wegen abzuklären hat. Den Beschwerdeführern 
1 + 2 wurde von der Vorinstanz mit Verfügung vom 2. März 2021 Frist zur Stellung 
von Anträgen zu den Kosten- und Entschädigungsfolgen gesetzt (pag. 6894). Mit 
Eingabe vom 9. April 2021 kamen sie dieser Aufforderung nach und bezifferten ihre 
Ansprüche unter Beilage zahlreicher Dokumente (pag. 7019 ff. sowie Beilagenord-
ner 2). Auf eine Rückweisung an die Vorinstanz kann daher verzichtet werden. Es 
ergeben sich keine Hinweise, dass das Verfahren nicht spruchreif ist (vgl. Rz. 81 
der Beschwerde, in den Akten BK 21 508 und 509). Es ist bei dieser Ausgangslage 
zudem nicht an der Beschwerdekammer, weitere Dokumente nachzufordern, soll-
ten die eingereichten Unterlagen zur Begründung des Anspruchs nicht ausreichen. 

6.3 Die Beschwerdeführer 1 + 2 verlangen insgesamt eine Entschädigung von 
CHF 2'766'940.00 für die wirtschaftlichen Einbussen des Nachlasses aus dem 
Strafverfahren gegen A.________ sel. Dieser Betrag setzt sich wie folgt zusam-
men:

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- CHF 1'509’391.00 entgangener Gewinn der D.________ AG (welcher 
A.________ sel. als Alleinaktionär zugestanden habe)

- CHF 790’000.00 Wertverlust der Aktien von A.________ sel.

- CHF 467’549.00 entgangener Lohn von A.________ sel. 

7. Ad entgangener Gewinn

7.1 Die Beschwerdeführer 1 + 2 machen unter Verweis auf ihre Eingabe vom 9. April 
2021 zusammengefasst geltend, das technische Knowhow des Beschuldigten sel. 
habe nicht ersetzt werden können, da nur er gewusst habe, wie die Maschinen am 
besten funktionierten und wie die Maschinen der Firma richtig einzustellen seien. 
Sein technisches Knowhow sei für den Erfolg der Firma essenziell gewesen. Er sei 
deswegen weitherum als Genie bezeichnet worden. Nur er habe gewusst, wie 
möglichst effizient mit der Maschinerie umzugehen sei. Das habe dazu geführt, 
dass in kürzerer Zeit mit weniger Aufwand mehr Teile hätten produziert werden 
können. Das sei für den wirtschaftlichen Erfolg der D.________ AG essentiell ge-
wesen, zumal genau mit diesem Konkurrenzvorteil der Gewinn des Unternehmens 
erzielt worden sei. Mit H.________ sei zudem ein Stellvertreter organisiert worden. 
Dieser habe A.________ sel. aber nur in organisatorischen Belangen, jedoch nicht 
in Knowhow-technischer Hinsicht ersetzen können. Schon vor dem Brandfall habe 
die D.________ AG erfolgreich Massnahmen in die Wege geleitet, um A.________ 
sel. vom organisatorischen Tagesgeschäft zu entlasten. Damit habe sich 
A.________ sel. für die D.________ AG auf seine Kernkompetenzen konzentrieren 
können, nämlich die fachlichen, technischen Themen. Bereits im Februar 2017 sei 
geregelt worden, dass der stellvertretende Geschäftsführer H.________ und der 
damalige Treuhänder I.________ für die D.________ AG unterschriftsberechtigt 
seien, um allfällige Abwesenheiten von A.________ sel. abzudecken. Schliesslich 
zeigten auch die ins Recht gelegten Umsatztabellen in der Eingabe vom 9. April 
2021 und die Beilagen 9, 24 und 25, dass die D.________ AG bis zum Zeitpunkt 
der Haft, als ihr zentraler Akteur A.________ sel. auf ungerechtfertigte Art und 
Weise in Haft gekommen und das fachliche Knowhow vom einen Tag auf den an-
deren weggefallen sei, floriert und eine gute Performance an den Tag gelegt habe.

Zur Begründung des Schadens reichten die Beschwerdeführer 1 + 2 die Steuerer-
klärungen 2013 bis 2019, die AHV-Lohnbescheinigungen 2017 und 2020, die Um-
satztabellen der D.________ AG 2017 bis 2019 sowie die Verfügungen der kanto-
nalen Steuerverwaltung vom 18. Juni 2018 und 13. Juli 2020 betreffend Steuerwert 
der Namenaktien der D.________ AG ein. Die Beschwerdeführer 1 + 2 nahmen 
zudem eine Schadensberechnung vor. Demnach betrage der bereinigte EBITA der 
letzten 5 Jahre CHF 559'714.60. Die wirtschaftlichen Kennzahlen liessen sich den 
Steuererklärungen der D.________ AG entnehmen, wobei zu beachten sei, dass 
bei den Steuererklärungen das Geschäftsjahr massgebend sei, weswegen die Zah-
len nicht komplett übereinstimmten. Vom bereinigten EBITA wurden die durch-
schnittlich bezahlten Steuern sowie die latenten Steuern auf stillen Reserven abge-
zogen, womit – ohne das Strafverfahren bzw. dessen nachteiligen Folgen – von ei-
nem jährlich erwirtschafteten Gewinn von CHF 529'483.80 ausgegangen werden 
könne. Aus einem Vergleich des so ermittelten EBITA mit dem effektiv erwirtschaf-

10

teten EBITA der Jahre 2018 bis 2020 ergebe sich der entgangene Gewinn für die 
Jahre 2018 bis 2020. 

7.2 Diesen Ausführungen kann nicht gefolgt werden. Zunächst ist festzuhalten, dass 
weder Jahresrechnungen noch Veranlagungsverfügungen in den Akten vorhanden 
sind und die Richtigkeit der angegebenen Zahlen sowie letztlich auch die Scha-
densberechnung nicht objektiviert werden können. Mit Blick auf die in den Steu-
ererklärungen und den Tabellen angegebenen Umsätze sieht man zwar, dass die-
se rückläufig waren, allerdings nicht erst seit dem Strafverfahren. Aus der Steu-
ererklärung 2017 für das Geschäftsjahr vom 1. Juli 2016 bis 30. Juni 2017 geht ein 
Umsatz von CHF 3'665'765.00 hervor (vgl. Beilagenordner 2, Beilage 7). Während 
der Umsatz in den Geschäftsjahren 2014/2015 und 2015/2016 deutlich mehr als 
CHF 4 Millionen betragen (CHF 4'123'485.00 und CHF 4'436'794.00) und gegenü-
ber dem Umsatz 2013/2014 deutlich zugenommen hatte (vgl. Beilagenordner 2, 
Beilagen 30 bis 35), betrug er im Geschäftsjahr 2016/2017 weniger als im Jahr 
2013/2014; gegenüber den Geschäftsjahren 2014/2015 bzw. 2015/2016 hat er sich 
sogar um knapp eine halbe Million bzw. eine drei Viertel Million verringert. Aus der 
Steuererklärung 2018 ergibt sich für das Geschäftsjahr vom 1. Juli 2017 bis 30. Ju-
ni 2018 ein um knapp 800'000.00 tieferer Umsatz von CHF 2'868'137.00. Das 
spricht dafür, dass zumindest der Umsatz bereits vor der Einleitung des Strafver-
fahrens zurückgegangen war. Der in den Steuererklärungen deklarierte zu vertei-
lende Gewinn und das steuerbare Gesamtkapital blieben hingegen in den Jahren 
2016 bis 2019 konstant, weshalb sich daraus keine Rückschlüsse auf eine mass-
geblich geringere Rentabilität des Unternehmens nach der Einleitung des Strafver-
fahrens ableiten lassen. Aufgrund der eingereichten Belege kann zusammenfas-
send nicht ohne weiteres davon ausgegangen werden, die D.________ AG hätte 
für die Jahre 2018 bis 2020 ohne Strafverfahren bzw. Untersuchungshaft des Be-
schuldigten sel. den geltend gemachten Gewinn erwirtschaftet. Die von den Be-
schwerdeführern 1 + 2 vorgenommene Schadensberechnung sowie das ins Recht 
gelegte Schreiben von Fürsprecher J.________ vom 20. September 2018, wonach 
das Unternehmen aufgrund der andauernden Inhaftierung in besorgniserregende 
Schieflage geraten sei, stellen letztlich nicht mehr als Parteibehauptungen dar. Aus 
den Umsatztabellen (vgl. Beilagen 8, 24 und 25 des Beilagenordners 2), welche 
nicht das Geschäftsjahr, sondern jeweils das Kalenderjahr betreffen, geht zwar 
hervor, dass es ab 2019 zu einer massgeblichen Umsatzeinbusse gekommen ist 
(2017: CHF 3'581'588.65; 2018: CHF 3'269'262.15 sowie 2019: CHF 1'177'809.80). 
Es stellt sich aber die Frage, ob dies im Zusammenhang mit der Abwesenheit des 
Beschuldigten sel. aufgrund des Strafverfahrens steht und als adäquat kausale 
Folge des Strafverfahrens angesehen werden kann oder allenfalls andere Faktoren 
entscheidend waren. Hierfür ist vorab auf die Stellung des Beschuldigten sel. in-
nerhalb der D.________ AG einzugehen.

7.3 Aus den Einvernahmen von K.________ (Ehefrau des Beschuldigten sel., welche 
im Betrieb mitgearbeitet hat), des Beschwerdeführers 1 (Sohn des Beschuldigten 
sel. und seit Januar 2018 ebenfalls in der D.________ AG tätig) sowie 
H.________, stellvertretender Geschäftsleiter der D.________ AG, geht hervor, 
dass der Beschuldigte sel. wegen einer Depression und eines Alkoholproblems be-
reits von Dezember 2016 bis Juli 2017 krankgeschrieben war und in dieser Zeit 

11

kaum gearbeitet hatte (pag. 2129, Z. 124 ff.; pag. 2166, Z. 128; pag. 2245, Z. 20-39 
sowie pag. 2253, Z. 37 ff.; vgl. auch pag. 4667 ff. [edierte Akten der Kindes- und 
Erwachsenenschutzbehörde]). Der Beschuldigte sel. habe auch vor der Eröffnung 
des Strafverfahrens nur noch sehr unregelmässig gearbeitet. Ins Geschäft sei er 
fast nicht gekommen (Einvernahme von K.________ vom 17. Februar 2018, pag. 
2127, Z. 63 f., pag. 2128, Z. 96 ff., pag. 2129, Z. 119 ff., Z. 157; vgl. auch Einver-
nahme des Beschwerdeführers 1 vom 15. Februar 2018, pag. 2160 sowie vom 
19. Februar 2018, pag. 2166, Z. 143 f.). Auch H.________ sagte aus, der Beschul-
digte sel. sei im Januar 2018 zu 95 Prozent krank gewesen. Anfangs Februar 2018 
sei er manchmal sporadisch zur Arbeit gekommen. Sie hätten gemerkt, dass es 
nicht gut sei mit ihm (pag. 2255, Z. 122 ff. Akten). Im Februar sei er vielleicht ein-
mal 3-4 Stunden oder 6 Stunden zur Arbeit gekommen, nie ganztägig. Der Be-
schuldigte sel. habe nicht konzentriert arbeiten können (pag. 2255, Z. 136 ff.). Er 
habe es schleifen lassen (pag. 2258, Z. 265 f.). An der Einvernahme vom 11. April 
2018 sagte K.________ aus, der Beschuldigte sel. sei mit der Beziehung zum Op-
fer sel. sehr beschäftigt gewesen. Vorher sei er immer für das Geschäft da gewe-
sen. Es habe sich dann gekehrt. Er sei sehr oft weg gewesen (pag. 2142, Z. 86 ff.). 
Immer mehr und mehr sei er nicht mehr im Geschäft gewesen. Er habe sich nicht 
mehr um seine Angelegenheiten gekümmert, so wie er es früher gemacht habe 
(pag. 2143, Z. 97 f.). Er habe sich praktisch nicht mehr um das Geschäft geküm-
mert (pag. 2146, Z. 249 f.). Der Beschwerdeführer 1 sagte am 19. Februar 2018 
aus, der Beschuldigte sel. sei manchmal nicht mehr so fokussiert gewesen und ha-
be nicht ganz gewusst, wie es mit der Firma weitergehen solle. Er sei seiner Arbeit 
als Geschäftsführer nicht mehr so gut nachgegangen. Er sei seinen Pflichten nicht 
mehr nachgekommen (pag. 2164, Z. 32 ff.). Seit seiner Beziehung mit dem Opfer 
sel. sei es bergab gegangen. Er habe sich gewundert, was der Beschuldigte sel. 
den ganzen Tag mache. Er habe nicht mehr viel gearbeitet. Er sei nicht mehr so 
belastbar gewesen und habe die Arbeit vernachlässigt (pag. 2166, Z. 130 ff.). Der 
Beschuldigte sel. habe kürzer treten wollen (Z. 352 f.). Seit dem Vorfall mit dem Al-
kohol sei er nie mehr richtig zurück an die Arbeit gekommen (Z. 357 f.). Es habe 
viele offene Baustellen gegeben und es sei dem Beschuldigten sel. über den Kopf 
gewachsen (pag. 2171 Z. 378 f.). 

7.4 Diese glaubhaften und übereinstimmenden Aussagen von Personen, die kein In-
teresse daran haben, falsche Aussagen gegenüber dem Beschuldigten sel. zu ma-
chen, stehen den Vorbringen der Beschwerdeführer 1 + 2 in ihrer Eingabe vom 
9. April 2021 und der Beschwerde diametral entgegen. Es ist daher davon auszu-
gehen, dass der Beschuldigte sel. die Geschäfte schon seit Längerem vernachläs-
sigt hatte. Er war bereits 2017 wegen eines Depressions- und Alkoholproblems 
mehrere Monate abwesend. Aus einem Bericht vom 30. März 2017 an die Kindes- 
und Erwachsenenschutzbehörde geht hervor, dass der Beschuldigte sel. dem Spi-
tal R.________(Ort) für einen stationären Alkoholentzug auf der Intensivstation zu-
gewiesen wurde, nachdem laborchemisch ein Blutalkoholspiegel von 3.92 Promille 
festgestellt worden war (pag. 4673). Der Beschuldigte sel. war ebenfalls in den 
Wochen vor dem Strafverfahren kaum anwesend. Es kann daher keine Rede da-
von sein, das fachliche Knowhow des Beschuldigten sel. sei von einen Tag auf den 
anderen weggefallen. Auch ein engerer Kollege des Beschuldigten sel., 

12

L.________, sagte am 21. Februar 2018 aus, der Beschuldigte sel. habe die Ver-
antwortung im Geschäft, Terminvereinbarungen und Kundenkontakt vernachläs-
sigt. H.________ habe dann jeweils die Kohle wieder aus dem Feuer holen müs-
sen. Dank H.________ laufe das Geschäft des Beschuldigten sel. noch (pag. 2628, 
Z. 250 ff., vgl. auch pag. 2632, Z. 447 ff. sowie pag. 2637). Das wird auch durch die 
Aussagen von H.________ selbst bestätigt, wonach der Beschuldigte sel. genau 
gewusst habe, dass wenn er künde, es die Firma nicht mehr geben würde (Einver-
nahme vom 15. Juni 2018, pag. 2259, Z. 340). Aus den Aussagen seiner Ex-
Ehefrau K.________, des Beschwerdeführers 1 sowie von H.________ ergeben 
sich dementsprechend keine Hinweise dafür, dass die Nichtverfügbarkeit des Be-
schuldigten sel. infolge des Strafverfahrens der Grund ist, dass die D.________ AG 
weniger Umsatz erzielt und eine allenfalls geringere Rentabilität aufgewiesen hat 
(vgl. dazu auch Einvernahme K.________ vom 17. Februar 2018, pag. 2129, Z. 
119 ff., sowie Beschwerdeführer 1 vom 19. Februar 2018, pag. 2170, Z. 336 ff.). 
Ein rechtlich relevanter Kausalzusammenhang lässt sich nicht feststellen (vgl. auch 
die nachfolgenden Ausführungen). Die von den Beschwerdeführern 1 + 2 in ihrer 
Eingabe vom 9. April 2021 erwähnten Aussagen von anderen Personen betreffend 
den Geschäftsmann A.________ sel. (er sei erfolgreicher Geschäftsmann bzw. 
Genie in seinem Berufsfeld) sind nicht geeignet, daran etwas zu ändern (pag. 7040 
f.). Es handelt sich um allgemeine Angaben, welche nichts über die damals aktuelle 
Situation oder die Unabdingbarkeit des Beschuldigten sel. im Unternehmen vor 
dem Strafverfahren bzw. einen Kausalzusammenhang auszusagen vermögen. 

Ausserdem muss mit Blick auf die beschriebene Ausgangslage bezweifelt werden, 
dass der Beschuldigte sel. das Unternehmen weiterhin geleitet hätte, wenn er in 
Freiheit gewesen wäre. Bereits ein Jahr vor dem Strafverfahren zeichnete sich ab, 
dass der Beschuldigte sel. immer weniger willens oder in der Lage war, die Ge-
schäfte zu führen. Eine mehrmonatige Abwesenheit musste bereits kompensiert 
werden. Zudem war der Beschuldigte sel. Mitte Februar 2018 überstürzt, ohne ir-
gendwelche Benachrichtigungen und ohne erreichbar zu sein, ins Ausland gefah-
ren, was ebenfalls darauf hinweist, dass ihm die Belange seines Unternehmens 
gleichgültig waren und nicht davon ausgegangen werden kann, der Beschuldigte 
sel. hätte sich ohne Untersuchungshaft erfolgreich um das Geschäft gekümmert. 
Der Umstand, dass er nach der polizeilichen Anhaltung mit dem stellvertretenden 
Geschäftsführer in Kontakt trat und angab, sich um die geschäftlichen Belange in 
gewohnter Aufteilung kümmern zu wollen, ändert nichts daran und ist mit Blick auf 
die vorherige Ausgangslage auch kein Hinweis, dass es ihm damit tatsächlich ernst 
damit war. 

Diese Ausgangslage zeigt daher auch Folgendes: Wenn das Knowhow des Be-
schuldigten sel. immer noch von massgebender Bedeutung für die Erwirtschaftung 
eines Gewinns bzw. sogar den Bestand des Unternehmens gewesen sein sollte, 
hätte er bereits Wochen oder Monate vor dem Strafverfahren in dieser Hinsicht 
(nicht nur organisatorisch) eine Stellvertreterlösung aufgleisen müssen, da er of-
fenbar seit Längerem kaum noch in der Lage war, sich angemessen um das Unter-
nehmen zu kümmern. Der Umstand, dass er dies nicht getan hat, er auch unmittel-
bar in den Wochen vor dem Strafverfahren seine Arbeit vernachlässigt und sich 
Mitte Februar 2018 ohne ein Lebenszeichen ins Ausland abgesetzt hat, begründet 

13

ein grobes Selbstverschulden des Beschuldigten sel. als verantwortlichen Ge-
schäftsführer und Mitglied des Verwaltungsrates der D.________ AG, welches ei-
nen solch hohen Wirkungsgrad aufweist und derart ausserhalb des normalen Ge-
schehens erscheint, dass die durch das Strafverfahren bzw. die Haft verursachte 
Abwesenheit des Beschuldigten sel. nach wertender Betrachtungsweise rechtlich 
ohnehin nicht mehr beachtlich erscheint (vgl. BGE 142 IV 237 E. 1.5.2). Dies wird 
auch mit Blick auf die erfolgten Kündigungen zu berücksichtigen sein (vgl. E. 7.7 
dieses Beschlusses). Der Beschuldigte sel. unterliess es grobfahrlässig oder aus 
Gleichgültigkeit, seine schon vor dem Strafverfahren bestehende Abwesenheit 
durch eine offizielle und umfassende Stellvertreterregelung zu lösen, weshalb es 
treuwidrig erscheint, einen Schaden aufgrund seiner Abwesenheit infolge des 
Strafverfahrens geltend zu machen oder den Schaden damit zu begründen, dass 
ihm während der Haft das Programmieren nicht ermöglicht worden sei. 

Selbst wenn die angegebenen Umsatzzahlen und Werte in der Steuererklärung 
den tatsächlichen Verhältnissen entsprechen sollten, kann somit nicht angenom-
men werden, eine Gewinneinbusse sei kausale Folge des Strafverfahrens bzw. der 
Untersuchungshaft. Einzig der Umstand, dass der Steuerwert der Namenaktien im 
Jahr 2020 deutlich tiefer war als im Jahr 2018, reicht bei dieser Ausgangslage als 
Beleg für einen entgangenen Gewinn bzw. das Vorliegen der adäquaten Kausalität 
nicht aus.

7.5 Weiter zeigt der Umstand, dass bei den von der M.________ (AG) bestellten Teilen 
ein Massfehler bzw. ein Oberflächenfehler als Problem beschrieben wurde, einzig, 
dass bei der Planung, der Produktion oder dem Material ein Fehler unterlaufen sein 
muss (vgl. Beilagen 13 bis 15, Beilagenordner 2). Jedoch wird weder begründet 
noch ist mit Blick auf die beschriebene Ausgangslage oder die sich in den Akten 
befindenden Unterlagen ersichtlich, inwiefern diese Fehler bzw. die Mängelrüge der 
M.________ (AG) vom 18. Mai 2018 auf die Abwesenheit des Beschuldigten sel. 
infolge Haft zurückzuführen sein sollen. Vielmehr scheint hier ein Drittverschulden 
vorzuliegen, das nicht mehr als kausale Folge der Haft des Beschuldigten sel. be-
zeichnet werden kann. Jedenfalls sind keine konkreten Hinweise ersichtlich und 
solche werden auch nicht dargelegt, dass ein solcher Fehler nicht passiert wäre, 
wenn der Beschuldigte sel. sich nicht in Haft befunden hätte, zumal man sich of-
fensichtlich schon seit längerer Zeit mit der Abwesenheit des Beschuldigten sel. ab-
finden musste. Aus den Aussagen von K.________ vom 17. Februar 2018 geht 
hervor, dass der Beschuldigte sel. beim Gespräch mit dem Verantwortlichen der 
M.________ (AG), N.________, angeblich sehr komisch gewesen sei. N.________ 
habe anschliessend H.________ angerufen und sich dahingehend geäussert, es 
sei ein ganz komisches Gespräch gewesen. Der Beschuldigte sel. sei verwirrt ge-
wesen und habe mit N.________ kein normales geschäftliches Gespräch führen 
können. H.________ habe die Angelegenheit schliesslich wieder sachlich an die 
Hand genommen (pag. 2128, Z. 105 ff. sowie pag. 2146, Z. 264 ff.). Diese Aussa-
gen sprechen dagegen, dass der Beschuldigte sel. ohne das Strafverfahren diesen 
Auftrag oder auch andere Aufträge ordnungsgemäss hätte erfüllen können. Ein 
adäquater Kausalzusammenhang zwischen Mängelrüge und Strafverfahren kann 
bei dieser Ausgangslage nicht angenommen werden. 

14

7.6 Es trifft zu, dass im Zeitraum vom 15. März 2018 bis 16. Juli 2018 insgesamt vier 
Kündigungen von Mitarbeitern der D.________ AG erfolgten. Die Kündigung des 
Teamleiters, O.________, am 15. März 2018 wurde von diesem mit einem Joban-
gebot von seinem Zwillingsbruder begründet. Auch wenn das Strafverfahren gegen 
den Beschuldigten sel. allenfalls eine Rolle im Entscheidungsprozess gespielt ha-
ben sollte, kann diese Kündigung nicht als adäquat kausale Folge des Strafverfah-
rens angesehen werden. Es gibt keine konkreten Hinweise, insbesondere mit Blick 
auf die beschriebene vorbestehende Ausgangslage, dass O.________ das neue 
Jobangebot abgelehnt hätte, wenn der Beschuldigte sel. sich nicht in Untersu-
chungshaft befunden hätte oder nicht in ein Strafverfahren verwickelt gewesen wä-
re. Das Gegenteil wird denn auch von den Beschwerdeführern 1 + 2 mit keinerlei 
Unterlagen belegt. Die anderen Kündigungen wurden von den Mitarbeitern nicht 
begründet und die Beschwerdeführer 1 + 2 reichen keinerlei Unterlagen ein, die ei-
nen Zusammenhang mit der Untersuchungshaft des Beschuldigten sel. belegen. 
Einzig der Zeitpunkt der Kündigungen reicht mit Blick auf die vorbestehende Aus-
gangslage jedenfalls nicht aus, einen Kausalzusammenhang zu begründen. Da der 
Beschuldigte sel., wie ausgeführt, bereits vor dem Strafverfahren (häufig) abwe-
send war, die Geschäfte vernachlässigte und keine Stellvertreterlösung organisier-
te, kann nicht davon ausgegangen werden, das Strafverfahren sei der massgebli-
che Grund für die anderen Kündigungen gewesen. Offenbar bestand bereits vor 
dem Strafverfahren Unsicherheit (vgl. auch Einvernahme von L.________ am 
20. Juni 2018, pag. 2642, Z. 172 ff. sowie E-Mail von L.________ an den Beschul-
digten sel. vom 12. Mai 2017, pag. 2637), welche durch die Kündigung des Team-
leiters verstärkt worden sein dürfte. Allenfalls kann das Strafverfahren zwar sprich-
wörtlich der letzte Tropfen gewesen sein, der «das Fass zum Überlaufen» brachte. 
Das reicht zur Begründung eines adäquat kausalen Zusammenhangs zwischen 
den Kündigungen und der Haft des Beschuldigten sel. aber nicht aus. Es entspricht 
denn auch nicht dem gewöhnlichen Lauf der Dinge, dass die Mitarbeiter nur wenige 
Wochen oder Monate später aufgrund der Untersuchungshaft des Beschuldigten 
sel. kündigen, wenn das Unternehmen grundsätzlich gut aufgestellt und eine Stell-
vertretung offiziell geregelt ist. Die Haft erscheint mit Blick darauf keine massgebli-
che Mitursache mehr zu sein. Zudem ist auch in diesem Zusammenhang zu 
berücksichtigen, dass sich die Ausgangslage ganz anders präsentiert hätte, wenn 
der Beschuldigte sel. die längt fällige und notwendige Stellvertreterlösung bereits 
organisiert gehabt hätte, weshalb sein Selbstverschulden einen allfälligen Kausal-
zusammenhang unterbrechen würde. 

Da die Kündigungen nicht als adäquat kausale Folge des Strafverfahrens angese-
hen werden können, gilt dies auch für allfällige weitere Auswirkungen dieser Kündi-
gungen wie Umsatzrückgang oder Stornierung von Bestellungen aufgrund von per-
sonellen Engpässen. Mit Blick auf die beschriebene Ausgangslage ist auch nicht 
ersichtlich, dass eine Schädigung des Images aufgrund des Strafverfahrens eine 
massgebliche Rolle für das Umsatzvolumen gespielt hat. Vielmehr scheint es nahe-
liegend, dass man aufgrund der erfolgten Kündigungen nicht mehr in der Lage war, 
das Auftragsvolumen zu stemmen, was sich auch aus den Ausführungen in der 
Eingabe der Beschwerdeführer 1 + 2 vom 9. April 2021 ergibt (vgl. pag. 7050). Die-
se Kündigungen können aber, wie erwähnt, nicht (mehr) als adäquat kausale Folge 

15

des Strafverfahrens angesehen werden, weshalb der in diesem Zusammenhang 
geltend gemachte Schaden ebenfalls nicht zu entschädigen ist. 

8. Ad Wertverlust der Aktien von A.________ sel.

Mit Blick auf die beschriebene Ausgangslage bestehen auch keine konkreten Hin-
weise dafür, dass der gegenüber dem Jahr 2018 tiefere Steuerwert der Namenak-
tien im Jahr 2020 eine adäquat kausale Folge des Strafverfahrens ist. Die von den 
Beschwerdeführern 1 + 2 behauptete stark eingeschränkte Handlungsfähigkeit ist 
darauf zurückzuführen, dass es zu mehreren Kündigungen kam, was aber nicht 
mehr als adäquat kausale Folge des Strafverfahrens angesehen werden kann. Un-
abhängig vom Vorliegen eines tatsächlichen Wertverlusts sind die Voraussetzun-
gen für eine Kausalhaftung durch den Staat nicht erfüllt. 

9. Ad entgangener Lohn von A.________ sel. 

9.1 Die Beschwerdeführer 1 + 2 vertreten die Auffassung, die Entschädigung für ent-
gangenen Lohn sei unbestritten, da das Regionalgericht darauf nicht eingegangen 
sei. Dem kann nicht gefolgt werden. Das Regionalgericht verweigerte die Entschä-
digung in erster Linie aufgrund eines rechtswidrigen und schuldhaften Verhaltens 
des Beschuldigten sel., weshalb eine Auseinandersetzung mit dem Schaden nicht 
erforderlich war. Der Umstand, dass es die von den Beschwerdeführern 1 + 2 gel-
tend gemachte massgebliche Stellung des Beschuldigten sel. in der D.________ 
AG in Frage gestellt, sich aber nicht explizit zu jedem einzelnen Schadensposten 
geäussert hat, kann offensichtlich nicht mit der Akzeptanz einzelner Schadenspos-
ten gleichgesetzt werden.  

9.2 Die Beschwerdeführer 1 + 2 haben die Lohnausweise aus den Jahren 2014 bis 
2018 sowie den Lohnausweis 2020 eingereicht. Die Höhe des Lohnes für die Jahre 
2013 und 2019 geht aus einer Berechnung des steuerbaren Einkommens und 
Vermögens hervor, wobei es sich hierbei nicht um ein offizielles Dokument handelt, 
welches der Steuerverwaltung einzureichen ist. Die Beschwerdeführer 1 + 2 be-
rechnen gestützt auf die eingereichten Angaben für die Jahre 2013 bis 2017 einen 
durchschnittlichen Nettolohn des Beschuldigten sel. von CHF 225'213.00. Diese 
Berechnung berücksichtigt weder die Entwicklung innerhalb des Jahres vor dem 
Strafverfahren noch spiegelt sich darin die beschriebene geschäftliche Ausgangs-
lage. So hat der Beschuldigte sel. bereits 2017 einen deutlich tieferen Lohn erhal-
ten, was aufgrund der zuvor gemachten Ausführungen mit seiner Abwesenheit in-
folge Arbeitsunfähigkeit aber auch mit zunehmend abnehmendem Arbeitswillen 
begründet werden muss. Es gibt keinerlei Hinweise, auch mit Blick auf die Situation 
der D.________ AG, dass der Beschuldigte sel. ab 2018 weiterhin einen Lohn in 
der Höhe von durchschnittlich CHF 225'213.00 hätte beziehen können. Vielmehr 
bestehen konkrete Anhaltspunkte, dass er bereits vor dem Strafverfahren nicht 
mehr willens und/oder in der Lage war, sich um die Belange des Unternehmens 
kümmern zu können. Die Lohneinbussen ab 2018 können vor diesem Hintergrund 
ebenfalls nicht mehr als adäquat kausale Folge des Strafverfahrens angesehen 
werden. 

Die Beschwerde ist abzuweisen. 

16

IV. Kosten- und Entschädigung

10.

10.1 Die den Beschwerdeführern 1 + 2 unter solidarischer Haftbarkeit auferlegten Kos-
ten des Beschwerdeverfahrens BK 21 508 von CHF 750.00 werden aufgrund des 
Urteils des Bundesgerichts 7B_12/2022 vom 13. März 2024 auf die Staatskasse 
genommen.

10.2 Entsprechend ist den Beschwerdeführern 1+2 für die Aufwendungen im Beschwer-
deverfahren BK 21 508 eine angemessene Entschädigung auszurichten. Die Be-
schwerdeführer 1 + 2 waren anwaltlich vertreten. Mit Blick auf die konkreten sich 
stellenden Rechtsfragen betreffend den Anspruch auf Entschädigung für wirtschaft-
liche Einbussen war der Beizug eines Anwalts gerechtfertigt. Da keine Kostennote 
eingereicht und das Einreichen einer solchen auch nicht vorbehalten wurde, wird 
das Honorar nach Ermessen der Beschwerdekammer festgesetzt. Der Tarifrahmen 
geht von CHF 50.00 bis CHF 25'000.00 (Art. 17 Abs. 1 Bst. f i.V.m. Bst. e und c der 
Parteikostenverordnung [PKV; BSG 168.811]). Innerhalb dieses Tarifrahmens be-
misst sich die Entschädigung gemäss Art. 41 Abs. 3 des Kantonalen Anwaltsgeset-
zes (KAG; BSG 168.11) nach dem in der Sache gebotenen Zeitaufwand, der Be-
deutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses. Zwar war der Ver-
fahrensgegenstand auf die Entschädigungsfrage beschränkt. Es handelt sich aber 
um ein Verfahren mit insgesamt 22 Bundesordnern Verfahrensakten. Da die Ent-
schädigung mit einem rechtswidrig und schuldhaften Verhalten begründet wurde, 
war es erforderlich, sich erneut inhaltlich mit den Akten zu befassen, dies indessen 
aber nur beschränkt und zudem waren die Akten bereits bekannt. Zu berücksichti-
gen ist auch, dass das anwaltliche Aktenstudium gleichermassen für die Be-
schwerde der D.________ AG notwendig war. Der Zeitaufwand ist daher als unter-
durchschnittlich, die Schwierigkeit des Prozesses trotz beschränkten Verfahrens-
gegenstands als durchschnittlich zu werten. Die Bedeutung der Streitsache ist als 
überdurchschnittlich zu bezeichnen. Mit Blick darauf erscheint ein Honorar von 
CHF 3'500.00 (inkl. Auslagen und MWST) als angemessen. 

11.

11.1 Die Kosten des Neubeurteilungsverfahrens BK 24 126 + 127 tragen die Beschwer-
deführer 1 + 2, welche mit ihrem Entschädigungsantrag nicht durchgedrungen sind, 
unter solidarischer Haftbarkeit (Art. 418 Abs. 2 und 428 Abs. 1 StPO). 

Die Entschädigung von CHF 3'500.00 aus dem Verfahren BK 21 508 wird mit den 
den Beschwerdeführern 1+2 für das Neubeurteilungsverfahren aufzuerlegenden 
Verfahrenskosten von CHF 2’000.00 verrechnet (Art. 442 Abs. 4 StPO). Für das 
Beschwerdeverfahren BK 21 508 resultiert damit ein noch an die Beschwerdeführer 
1+2 auszubezahlender Betrag von CHF 1’500.00. Für das Neubeurteilungsverfah-
ren BK 24 126 + 127 sind entsprechend keine Verfahrenskosten mehr zu bezahlen. 

11.2 Den Beschwerdeführern 1+2 ist aufgrund ihres Unterliegens für das vorliegende 
Beschwerdeverfahren BK 24 126 + 127 keine Entschädigung auszurichten.

17

Die Beschwerdekammer in Strafsachen beschliesst:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens BK 21 508 im Umfang von CHF 750.00 wer-
den vom Kanton Bern getragen. 

3. Den Beschwerdeführern 1 + 2 wird für ihre Aufwendungen im Beschwerdeverfahren 
BK 21 508 eine Entschädigung von insgesamt CHF 3'500.00 (inkl. Auslagen und 
MWST) zugesprochen. Diese wird mit den den Beschwerdeführern 1+2 für das Neu-
beurteilungsverfahren BK 24 126 + 127 unter solidarischer Haftbarkeit auferlegten 
Verfahrenskosten von CHF 2’000.00 (vgl. Ziffer 4 hiernach) verrechnet, so dass ihnen 
eine Entschädigung von CHF 1'500.00 auszubezahlen ist.

4. Die Kosten des Neubeurteilungsverfahrens BK 24 126 + 127, bestimmt auf 
CHF 2'000.00, werden den Beschwerdeführern 1 + 2 unter solidarischer Haftbarkeit 
auferlegt. Infolge Verrechnung mit der Entschädigung (vgl. Ziffer 3 hiervor) haben sie 
keine Verfahrenskosten mehr zu bezahlen.

5. Es werden für das Neubeurteilungsverfahrens BK 24 126 +127 keine Entschädigun-
gen gesprochen. 

6. Zu eröffnen:
- dem Beschwerdeführer 1 (per Einschreiben)
- dem Beschwerdeführer 2 (per Einschreiben)
- der Generalstaatsanwaltschaft (per Kurier)

Mitzuteilen:
- dem Regionalgericht Oberland, Gerichtspräsidentin P.________

(mit den Akten – per Einschreiben)
- Regionale Staatsanwaltschaft Oberland, Staatsanwältin Q.________ (per B-Post)
- dem Bundesamt für Polizei (per B-Post)

Bern, 15. Mai 2024 Im Namen der Beschwerdekammer
in Strafsachen

Der Präsident:

Oberrichter Bähler

Die Gerichtsschreiberin:

Kurt
i.V. Gerichtsschreiberin Baloun

18

Die Entschädigung für das Beschwerdeverfahren wird durch die Beschwerdekammer in Strafsachen entrichtet. 

Die Kosten des Neubeurteilungsverfahrens werden durch die Beschwerdekammer in Strafsachen in Rechnung 
gestellt bzw. mit der Entschädigung verrechnet.

Rechtsmittelbelehrung
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung beim Bundesgericht, Av. du Tribunal fédéral 29, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 39 ff., 78 ff. und 90 ff. des Bundesgerichtsgeset-
zes (BGG; SR 173.110) geführt werden. Die Beschwerde muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entspre-
chen.