# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8362df3a-5c6f-5830-82c0-0b5be6cbe286
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-02-01
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 01.02.2024 LE230009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_LE230009_2024-02-01.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Zivilkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: LE230009-O/U 

 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. A. Huizinga, Vorsitzender,  

die Oberrichterinnen Dr. D. Scherrer und lic. iur. B. Schärer  

sowie Gerichtsschreiber Dr. Chr. Arnold 

Beschluss und Urteil vom 1. Februar 2024 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Gesuchsgegner und Berufungskläger 

 
vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. X._____,  

 

gegen 

 

B._____,  
Gesuchstellerin und Berufungsbeklagte 

 
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Y._____,  

 

betreffend Eheschutz 
 
Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichts im summarischen Verfahren 
am Bezirksgericht Zürich, 4. Abteilung, vom 23. Februar 2023 (EE220230-L)  

- 2 - 

 

Rechtsbegehren: 

der Gesuchstellerin (Urk. 1 S. 2 ff., Urk. 36 S. 2 f. und Prot. I, S. 25, sinngemäss): 

1. Es sei festzustellen, dass die Parteien den gemeinsamen Haus-
halt am 12. Oktober 2022 aufgehoben haben und seitdem ge-
trennt leben; 

2 Der Gesuchgegner sei zu verpflichten, vorab, noch vor der münd-
lichen Verhandlung, der Gesuchstellerin nachfolgende Unterlagen 
über seine Einkommens- und Vermögensverhältnisse zu edieren: 

 a. Kontostand und Kontobewegungen aller Bankkonti in den 
Jahren 2014–2022, unter Vorlage eines detaillierten Konto-
auszuges jedes Kontos vor Einreichung des vorliegenden 
Gesuchs; 

 b. die Bilanz und Erfolgsrechnung sowie den allfälligen Anhang 
und den Bericht der Revisionsstelle der letzten Jahre 2014–
2022 seiner Zahnarztpraxis Dr. med. dent. A._____; 

 c. eine lückenlose Aufstellung über Privatbezüge im laufenden 
Jahr; 

 d. alle relevanten Unterlagen und Angaben betreffend die 
Fahrzeuge des Gesuchgegners wie Fahrzeugausweise, 
Wertbestimmung, Kilometerstände usw.; 

 e. Steuererklärungen für die Jahre 2014–2021; 
3. Der Gesuchstellerin sei nach Edition sämtlicher Unterlagen durch 

den Gesuchsgegner eine Frist zur Bezifferung der nachstehend 
beantragten Unterhaltsbeiträge anzusetzen; 

4. Es sei das gemeinsame Kind C._____, geboren am tt.mm.2020, 
für die Dauer des Getrenntlebens unter die Obhut der Gesuch-
stellerin zu stellen; 

5. Es sei vorzumerken, dass sich der Wohnsitz des Kindes, insbe-
sondere hinsichtlich schulischer und sozialversicherungsrechtli-
cher Belange, derzeit bei der Gesuchstellerin befindet; der Ge-
suchstellerin sei zu bewilligen das Kind bei der Einwohnerkontrol-
le D._____ abzumelden und bei der Einwohnerkontrolle Zürich 
anzumelden; 

6. Es sei zu genehmigen, dass die Gesuchstellerin berechtigt ist, 
den Wohnsitz des Kindes C._____ zum 1. April 2023 nach Kana-
da zu verlegen; der Wechsel des Aufenthaltsortes sei zu geneh-
migen; 

7. Es sei folgende Betreuungsregelung durch das Gericht festzule-
gen: 

- 3 - 

 In einer ersten Phase bis zum Wegzug nach Kanada betreut der 
Gesuchgegner das Kind C._____, geboren am tt.mm.2020, bei 
sich und auf seine Kosten wie folgt: 

 An jedem zweiten Wochenende von Samstagmorgen 9.30 Uhr bis 
Sonntagabend 17.30 Uhr; am Dienstagnachmittag von 12.00 Uhr 
bis 17.00 Uhr; jeweils am zweiten Tag der Doppelfeiertage Weih-
nachten und Neujahr; in geraden Jahren an Ostern und in unge-
raden Jahren an Pfingsten; mindestens zwei und höchstens vier 
Schulferienwochen pro Jahr, jeweils zwei Wochen am Stück; 

 ln den übrigen Zeiten wird das gemeinsame Kind C._____ von 
der Gesuchstellerin betreut. 

 ln einer zweiten Phase ab Wegzug nach Kanada betreut der Ge-
suchgegner das gemeinsame Kind C._____, geboren am 
tt.mm.2020, bei sich und auf seine Kosten wie folgt: 

 Jeden zweiten Monat von Freitagabend bis Sonntagabend in Ka-
nada, während dreimal einer Woche bis zum Alter des Kindes von 
4 Jahren; während vier Schulferienwochen ab dem Alter des Kin-
des von 4 Jahren; in geraden Jahren an beiden Doppelfeiertagen 
Weihnachten und Neujahr und in ungeraden Jahren an Pfingsten, 
alles auf eigene Kosten des Gesuchgegners; 

 Zweimal in der Woche, dienstags und donnerstags von 11.00 Uhr 
bis maximal 12.00 Uhr morgens (bzw. nach Schluss einer allfälli-
gen Kinderbetreuung) kanadischer Zeit via Zoom Videoanrufe; 

 ln den übrigen Zeiten wird das gemeinsame Kind C._____ von 
der Gesuchstellerin betreut; 

8. Es sei der Gesuchsgegner zu verpflichten, der Gesuchstellerin in 
der ersten Phase vor dem Wegzug nach Kanada bis zum 
31. März 2023 für den Unterhalt für sie persönlich und das ge-
meinsame Kind einen monatlichen, nach dem Ergebnis der Be-
weisaufnahme noch zu beziffernden Unterhalt von mindestens 
CHF 34'278.00 zu bezahlen, zusammengesetzt aus 

 a. CHF 3'268.15 Barunterhalt C._____, 
 b. CHF 5'648.15 Betreuungsunterhalt C._____, 
 c. CHF 25'361.70 Ehegattenunterhalt für die Gesuchstellerin, 
 zahlbar an die Gesuchstellerin jeweils im Voraus auf den ersten 

Tag eines jeden Monats; 
9. Es sei der Gesuchsgegner zu verpflichten, der Gesuchstellerin in 

der zweiten Phase ab Wegzug nach Kanada am 1. April 2023 für 
den Unterhalt für sie persönlich und das gemeinsam Kind einen 
monatlichen, nach dem Ergebnis der Beweisaufnahme noch zu 
beziffernden Unterhalt von mindestens CHF 34'193.45 zu bezah-
len, zusammengesetzt aus 

- 4 - 

 a. CHF 3'097.00 Barunterhalt C._____, 
 b. CHF 5'608.00 Betreuungsunterhalt C._____, 
 c.  CHF 25'488.45 Ehegattenunterhalt für die Gesuchstellerin, 
 zahlbar an die Gesuchstellerin jeweils im Voraus auf den ersten 

Tag eines jeden Monats. 
10. Es sei der Gesuchstellerin das Fahrzeug Modell X3 Marke BMW 

(Kontrollschild: ZH 1) für die Dauer des Getrenntlebens zur allei-
nigen Benutzung zuzuweisen; 

11. Eventualiter zu Ziffer 10 sei der Gesuchstellerin das Fahrzeug 
Modell Golf T-Roc Marke VW (Nummernschild: ZH 2) für die 
Dauer des Getrenntlebens zur alleinigen Benutzung zuzuweisen; 

12. Es sei der Gesuchsgegner zu verpflichten, der Gesuchstellerin für 
den Zeitraum vom 1. Mai 2022 bis zum 30. September 2022 die 
nicht ausgerichteten Freibeträge während des Zusammenlebens 
von insgesamt CHF 7'500 zu bezahlen; 

13. Es sei der Gesuchsgegner zu verpflichten, bei ausserordentlichen 
Kinderkosten, die den Betrag von CHF 200.00 pro Ausgabe über-
steigen (grössere Zahnbehandlungen, Nachhilfeunterricht, etc.) 
nach vorgängiger schriftlicher Absprache und nach Vorlage der 
Rechnung die Hälfte der Kosten der Gesuchstellerin zu erstatten, 
sofern diese Kosten nicht durch Dritte (Versicherung etc.) gedeckt 
sind; 

14. Es sei der Gesuchgegner zu verpflichten, der Gesuchstellerin ei-
nen Prozesskostenvorschuss in der Höhe von mindestens 
CHF 20'000.00 zu leisten; 

15. Eventualiter zu Ziffer 14 sei der Gesuchstellerin die unentgeltliche 
Rechtspflege zu bewilligen und der unterzeichnende Rechtsan-
walt als unentgeltlicher Rechtsvertreter einzusetzen; 

16. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich Mehr-
wertsteuer zulasten des Gesuchsgegners. 

 

des Gesuchsgegners (Urk. 44 S. 1 ff.): 

Hauptbegehren: 

 Auf die Eheschutzgesuche vom 12. Oktober 2022 bzw. 7. Dezember 
2022 (und die darin gestellten Anträge) sei mangels örtlicher Zustän-
digkeit des Bezirksgerichtes Zürich nicht einzutreten, Unter Kosten- 
und Entschädigungsfolgen zu Lasten von Frau B._____ (zuzüglich 
Mehrwertsteuer zu 7.7 %). 

  

- 5 - 

Eventualbegehren: 

A.1. Der Antrag von Frau B._____ den Wohnsitz von C._____ nach 
… [Adresse in Kanada], zu verlegen, sei nicht zu genehmigen. 
Stattdessen sei gerichtlich festzuhalten,  

 - dass C._____ (geboren am tt.mm.2020) weiterhin unter ge-
meinsamer elterlicher Sorge ihrer Eltern A._____ und 
B._____ steht; und/oder 

 - dass die im Moment die Obhut über C._____ ausübende 
Frau B._____ den aktuellen Wohnsitz von C._____ in Zürich 
nur nach vorgängiger schriftlicher Zustimmung von Herrn 
A._____ und/oder rechtskräftiger gerichtlicher Genehmigung 
ändern kann; und/oder 

 - dass Frau B._____ es verboten ist, ohne die vorgängige 
schriftliche Zustimmung von Herrn A._____ und/oder ge-
richtlicher Genehmigung die Schweiz mit C._____ zu verlas-
sen, mit C._____ ins Ausland zu reisen und/oder C._____ 
selbst oder durch jemand anderen ins Ausland verbringen 
zu lassen; und/oder 

 - dass Betreuungspersonen von C._____ (Kindergärtnerin, 
Kinderarzt usw.) Herrn A._____ auf dessen Verlangen je-
derzeit Auskunft über seine Tochter zu geben haben. 

A.2.1. Unter Aufteilung der elterlichen Obhut bzw. Betreuung im Verhältnis 
von 80 % zu 20 % seien die Betreuungsanteile von Herrn A._____ bis 
zur Einschulung von C._____ wie folgt festzulegen: 

 - jedes zweite Wochenende, jeweils ab Freitagabend, 18.00 
Uhr, bis Sonntagabend, 20.00 Uhr, sowie jeden Dienstag-
nachmittag, jeweils von 12.00 Uhr bis 20.00 Uhr; und 

 - am 24.–30. Dezember eines jeden Jahres; und 
 - vom Gründonnerstag, 16.00 Uhr, bis Ostermontag, 20.00 

Uhr; und vom Freitagabend, 16.00 Uhr, vor Pfingsten bis 
Pfingstmontag, 20.00 Uhr; und 

 - während der ersten Hälfte der am Wohnsitz von C._____ 
geltenden Schulferien. 

A.2.2. Frau B._____ sei gerichtlich zu verpflichten 
 - die Ausübung des Betreuungsrechtes gemäss vorstehender 

Ziffer A.2.1 von Herrn A._____ fortan nicht mehr zu behin-
dern, zu erschweren und/oder zu verunmöglichen; und 

 - Herrn A._____ zu erlauben, seinen seit dem 12. Oktober 
2022 nicht ausübbaren Umfang des Betreuungsrechts ge-
mäss vorstehender Ziffer A.2.1. auf erstes Verlangen nach-
zuholen. 

- 6 - 

A.3.1. Es sei festzustellen, dass Herr A._____ bis zum 11. Oktober 
2022 keinen Unterhalt an seine Tochter C._____ mehr schuldet 
und ab dem 12. Oktober 2022 einen Unterhaltsbeitrag von 
höchstens CHF 1'160.40 pro Monat.  

A.3.2  Es sei gerichtlich festzustellen, dass Herr A._____ für die Perio-
de ab dem 12. Oktober 2022 schon folgende Zahlungen an den 
Unterhalt von C._____ geleistet hat: 

 - am 6. Dezember 2022 einen Unterhaltsbeitrag von 
CHF 2'200.00; und  

 - vorausbezahlte Krankenkassenprämien von CHF 413.30. 
A.4.1. Es sei gerichtlich festzustellen, dass Herr A._____ seiner Frau 

B._____ bis zum 15. November 2022 keinen Unterhalt schuldet 
und ab dem 16. November 2022 bis zur Einschulung von 
C._____ einen Unterhaltsbeitrag von höchstens CHF 3'082.60 
pro Monat, und auch das nur,  

  - wenn Frau B._____ keiner Erwerbstätigkeit nachgeht; 
und/oder 

 - wenn Frau B._____ sich nicht mehr als 3 Monate pro Kalen-
derjahr ausserhalb der Schweiz aufhält; und/oder 

 - wenn Frau B._____ nicht ein Konkubinat über mehr als 
sechs Monate eingeht.  

A.4.2. Es sei gerichtlich festzustellen, dass Herr A._____ bis zum 11. 
Oktober 2022 den Unterhalt vollumfänglich schon geleistet hat 
und seither folgenden Zahlungen daran: 

  - vorausbezahlte Krankenkassenprämien von CHF 1'340.30 
sowie Krankheitskosten von CHF 12.05; und 

 - vorausbezahlte Kosten (Strassenverkehrsgebühr) von 
CHF 458.00 für den BMW X3 (ZH 1). 

A.5.1. Frau B._____ sei gerichtlich zu verpflichten, alle sich in ihrem 
Besitz befindlichen Schlüssel (Haustüre, Briefkasten, Garage) 
zum Haus und zur Liegenschaft …-strasse … in D._____ bis 
spätestens 20. Dezember 2022 dem Anwalt von Herrn A._____ 
abzugeben. 

A.5.2. Herr A._____ sei gerichtlich für berechtigt zu erklären, alle von 
Frau B._____ nicht bis Ende Dezember 2022 im Haus in 
D._____ abgeholten Kleider, Utensilien und Gegenstände von 
ihr auf eigenes Gutdünken zu entsorgen. 

A.5.3. Frau B._____ sei gerichtlich für berechtigt zu erklären, den BMW 
X3 (ZH 1) unter Einhaltung der jeweiligen Höchstgeschwindig-
keit und Service-Vorschriften auf eigene Kosten nach eigenem 
Gutdünken zu nutzen (nicht aber zu veräussern). 

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A.6.  Frau B._____ sei zu verpflichten, über sämtliche ihrer Bankkonti 
in der Schweiz (ZKB, Postfinance, Swissquote), in British Co-
lumbia und im Iran die vollständigen und detaillierten Kontoaus-
züge für die Jahre 2020–2022 zu edieren. 

A.7. Sämtliche von den vorstehenden Ziffern A.1.–A.6. und nachfol-
genden Ausführungen abweichende Anträge oder Begehren von 
Frau B._____ (einschliesslich prozessualer Anträge wie Editio-
nen) seien abzuweisen. 

Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten von Frau 
B._____ (zuzüglich Mehrwertsteuer zu 7.7 %).  
 
Subeventualbegehren: 
B.1. Im Entscheid über die Genehmigung der Wohnsitzverlegung 

nach … [Adresse in Kanada], sei gerichtlich festzuhalten, 
 - dass C._____ (geboren am tt.mm.2020) auch in Kanada un-

ter gemeinsamer elterlicher Sorge ihrer Eltern A._____ und 
B._____ steht; und/oder 

 - dass Frau B._____ den Wohnsitz von C._____ in Kanada 
nur nach vorgängiger schriftlicher Zustimmung von Herrn 
A._____ und/oder rechtskräftiger gerichtlicher Genehmigung 
ändern kann; und/oder 

 - dass Betreuungspersonen von C._____ (Kindergärtnerin, 
Kinderarzt usw.) Herrn A._____ auf dessen Verlangen je-
derzeit Auskunft über seine Tochter zu geben haben. 

B.2.1. Unter Aufteilung der elterlichen Obhut bzw. Betreuung im Ver-
hältnis von 80 % zu 20 % seien die Betreuungsanteile von Herrn 
A._____ bis zu Einschulung von C._____ wie folgt festzulegen: 

 - die letzte und erste Woche eines jeden Kalenderjahres; und 
 - die Woche vor und nach Ostern; und 
 - die Woche vor und nach Pfingsten; und  
 - vom 15. Juli bis zum 15. August eines jeden Kalenderjahres; 

und 
 - die ersten zwei Wochen des Oktobers eines jeden Kalender-

jahres. 
B.2.2. Ausserdem sei Frau B._____ zu verpflichten, sicherzustellen, 

dass Herr A._____ seine Tochter C._____ in folgenden Phasen 
eine halbe Stunde per Videokonferenz sprechen und sehen 
kann: 

 - jeden Dienstag zwischen 18.00 und 20.00 Uhr Schweizer 
Zeit; 

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 - jeden Donnerstag zwischen 18.00 Uhr und 20.00 Uhr 
Schweizer Zeit; 

 - jeden Sonntag zwischen 18.00 Uhr und 20.00 Uhr Schwei-
zer Zeit. 

B.2.3. Damit Frau B._____ das Besuchsrecht bzw. die Betreuungsan-
teile von Herrn A._____ nicht wie bis anhin behindert bzw. er-
schwert, ist C._____ ein Beistand zu bestellen. 

B.3. Es sei festzustellen, dass Herr A._____ seiner Tochter C._____ 
einen Unterhaltsbeitrag von höchstens CHF 638.00 pro Monat 
schuldet. 

B.4. Es sei festzustellen, dass Herr A._____ seiner Frau B._____ bis 
zur Einschulung von C._____ einen Unterhaltsbeitrag von 
höchstens CHF 1'680.55 pro Monat schuldet, und das auch nur, 

 - wenn Frau B._____ keiner Erwerbstätigkeit nachgeht; 
und/oder 

 - wenn Frau B._____ nicht ein Konkubinat über mehr als 
sechs Monate eingeht. 

B.5. Frau B._____ sei zu verpflichten, den BMW X3 (ZH 1) vor dem 
Wegzug nach Kanada in gereinigtem Zustand und samt aller 
dazugehörigen Räder, Ausweise und Dokumente Herrn A._____ 
zurückzugeben. 

B.6. Sämtliche von den vorstehenden Ziffern B.1.–B.6. und nachfol-
genden Ausführungen abweichende Anträge oder Begehren von 
Frau B._____ (einschliesslich prozessualer Anträge wie Editio-
nen) seien abzuweisen. 

AIles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten von Frau 
B._____ (zuzüglich Mehrwertsteuer zu 7.7 %). 

des Gesuchsgegners (Ergänzung bzw. Modifizierung; Urk. 58 S. 2): 

"1. Es sei die Tochter C._____, geboren tt.mm.2020, unter die allei-
nige Obhut des Gesuchsgegners zu stellen und der Gesuchstelle-
rin sei ein angemessenes Besuchsrecht einzuräumen. 

 2. Sollte der Gesuchstellerin der Wegzug von C._____ nach Kanada 
wider Erwarten bewilligt werden, sei der Gesuchsgegner zusätz-
lich zu dem bereits subeventualiter Beantragten für die Zeit nach 
bzw. ab der Einschulung von C._____ berechtigt zu erklären, 
C._____ während der Hälfte der Schulferien zu betreuen, wobei 
dem Gesuchsgegner das Recht zur Bestimmung dieser Zeiten 
jeweils jährlich zuzugestehen sei und er dieses jeweils mindes-
tens drei Monate im Voraus auszuüben habe. 

 3. Es sei festzustellen, dass der Gesuchsgegner nebst den im bis-
herigen Verfahrenslauf bereits dargelegten Zahlungen und Leis-
tungen seit dem 14. Dezember 2022 in Anrechnung an seine (all-

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fällige) Ehegatten- und Kinderunterhaltsverpflichtungen ab 1. Mai 
2022 bzw. 12. Oktober 2022 weitere Unterhaltszahlungen in der 
Höhe von insgesamt CHF 58'260.80 an die Gesuchstellerin ge-
leistet hat; 

 4. Im Übrigen wird grundsätzlich an den bereits im bisherigen Ver-
fahrensverlauf gestellten Anträgen festgehalten; 

  unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich 7.7 % Mehr-
wertsteuer) zulasten der Gesuchstellerin." 

Urteil des Einzelgerichts im summarischen Verfahren  
am Bezirksgericht Zürich, 4. Abteilung, vom 23. Februar 2023: 

(Urk. 60 S. 76 ff. = Urk. 65 S. 76 ff.) 

1. Es wird festgehalten, dass die Parteien seit dem 12. Oktober 2022 getrennt 

leben.  

2. Die eheliche Liegenschaft an der …-strasse …, D._____, inkl. Hausrat und 

Mobiliar, wird für die Dauer des Getrenntlebens dem Gesuchsgegner zur al-

leinigen Benutzung zugewiesen. Es wird davon Vormerk genommen, dass 

die Gesuchstellerin am 12. Oktober 2022 aus der ehelichen Liegenschaft 

ausgezogen ist. 

3. Der BMW X3 (ZH 1) wird der Gesuchstellerin bis zu ihrem Wegzug nach 

Kanada auf eigene Kosten zur Benutzung zugewiesen. Im Übrigen wird 

Rechtsbegehren A.5.3. des Gesuchsgegners (Modalitäten der Benutzung) 

abgewiesen. 

Die Gesuchstellerin wird verpflichtet, dem Gesuchsgegner den BMW X3 vor 

der Ausreise nach Kanada vollständig (samt aller Räder, Ausweise, Doku-

mente etc.) und in gereinigtem Zustand zurückzugeben. 

4. Die gemeinsame Tochter der Parteien, C._____, geboren am tt.mm.2020, 

wird für die Dauer des Getrenntlebens unter die Obhut der Gesuchstellerin 

gestellt. 

Die elterliche Sorge bleibt für die Dauer des Getrenntlebens bei beiden Par-

teien.  

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5. Der Gesuchstellerin wird bewilligt, den Aufenthaltsort der Tochter C._____ 

für die Dauer des Getrenntlebens nach Vancouver (Kanada) zu verlegen. 

6. Bis zum Wegzug der Gesuchstellerin und der Tochter nach Vancouver (Ka-

nada) wird der Gesuchsgegner für berechtigt erklärt, die Tochter wie folgt zu 

betreuen: 

- an jedem zweiten Wochenende, von Freitag, 18.00 Uhr, bis Sonntag, 
18.00 Uhr, 

- an jedem Dienstagnachmittag von 12.00 Uhr bis 18.00 Uhr, 
- jeweils am zweiten Tag der Doppelfeiertage Weihnachten und Neujahr, 
- in geraden Jahren an Ostern und in ungeraden Jahren an Pfingsten. 

 Zudem wird der Gesuchsgegner für berechtigt erklärt, die Tochter für die 

Dauer von vier Wochen pro Jahr auf eigene Kosten zu sich oder mit sich in 

die Ferien zu nehmen. Die Parteien sprechen sich über die Aufteilung der 

Ferien jeweils mindestens drei Monate im Voraus ab. Können sie sich nicht 

einigen, so kommt der Gesuchstellerin in Jahren mit gerader Jahreszahl und 

dem Gesuchsgegner in Jahren mit ungerader Jahreszahl das Entschei-

dungsrecht bezüglich der Aufteilung der Ferien zu. 

 Eine Änderung der Besuchs-, Feiertags- und Ferienregelung auf einver-

nehmlicher Basis und unter Rücksichtnahme auf die Interessen und Bedürf-

nisse von C._____ bleibt vorbehalten. 

7. Nach dem Wegzug der Gesuchstellerin und der Tochter nach Vancouver 

(Kanada) wird der Gesuchsgegner für die weitere Dauer des Getrenntlebens 

für berechtigt und verpflichtet erklärt, mit der Tochter die folgenden Ferien zu 

verbringen:  

- die letzte und erste Woche des Kalenderjahres, 
- die Woche vor und nach Ostern, 
- die Woche vor und nach Pfingsten, 
- vom 1. bis 15. August sowie  
- die ersten zwei Wochen des Oktobers. 

Zwei Ferienkontakte haben in der Schweiz zu erfolgen, wobei die Gesuch-

stellerin verpflichtet wird, C._____ auf eigene Kosten zum Gesuchsgegner in 

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die Schweiz zu bringen. Die übrigen Ferienbesuche erfolgen auf Kosten des 

Gesuchsgegners in Kanada. Die Parteien sprechen sich jeweils drei Monate 

im Voraus darüber ab, ob der Ferienkontakt in der Schweiz oder in Kanada 

erfolgt. Können sie sich nicht einigen, so kommt der Gesuchstellerin in Jah-

ren mit gerader Jahreszahl und dem Gesuchsgegner in Jahren mit ungera-

der Jahreszahl das Entscheidungsrecht zu. 

Weiter wird der Gesuchsgegner für berechtigt erklärt, mit C._____ diens-

tags, donnerstags und sonntags per Videotelefonie zwischen 18.00 und 

20.00 Uhr (Schweizer Zeit) zu kommunizieren.  

Eine Änderung der Kontakt- und Ferienregelung auf einvernehmlicher Basis 

und unter Rücksichtnahme auf die Interessen und Bedürfnisse von C._____ 

bleibt vorbehalten. 

8. Die Rechtsbegehren A.2.2. und B.2.3. des Gesuchsgegners werden abge-

wiesen.  

9. Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, der Gesuchstellerin für die Tochter für 

die Dauer des Getrenntlebens folgende monatliche Unterhaltsbeiträge, zu-

züglich Familienzulagen, zu bezahlen: 

- Fr.  6'625.–  (davon Fr. 3'126.– Betreuungsunterhalt) vom 13. Oktober  
   2022 bis 31. Oktober 2022 
- Fr. 10'810.– (davon Fr 5'100.– Betreuungsunterhalt) vom 1. November 
     2022 bis 30. November 2022) 
- Fr.  12'274.– (davon Fr. 6'930.– Betreuungsunterhalt) vom 1. Dezember 
     2022 bis zum Wegzug der Gesuchstellerin und der Tochter 
     nach Kanada 
- Fr. 7'630.–  (davon Fr. 3'935.– Betreuungsunterhalt) ab dem Wegzug der  
     Gesuchstellerin und der Tochter nach Kanada 

Die Unterhaltsbeiträge sind zahlbar monatlich im Voraus jeweils auf den Ers-

ten eines jeden Monats. 

- 12 - 

10. Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, der Gesuchstellerin für die Dauer des 

Getrenntlebens folgende monatliche Ehegattenunterhaltsbeiträge zu bezah-

len: 

- Fr.  3'695.– vom 13. Oktober 2022 bis 31. Oktober 2022 
- Fr.  6'029.–  vom 1. November 2022 bis 30. November 2022) 
- Fr.  5'297.–  vom 1. Dezember 2022 bis zum Wegzug der Gesuchstellerin  
    und der Tochter nach Kanada  
- Fr. 4'342.–  ab dem Wegzug der Gesuchstellerin und der Tochter nach  
     Kanada 

 Die Unterhaltsbeträge sind zahlbar monatlich im Voraus, jeweils auf den 

Ersten eines jeden Monats. 

11. Es wird festgestellt, dass der Gesuchsgegner seiner Unterhaltspflicht ge-

mäss Dispositivziffer 9 bereits im Umfang von Fr. 6'645.50 (Zahlungen be-

rücksichtigt bis 31. Januar 2023) nachgekommen ist.  

12. Es wird festgestellt, dass der Gesuchsgegner seiner Unterhaltspflicht ge-

mäss Dispositivziffer 10 bereits im Umfang von Fr. 4'891.45.– (Zahlungen 

berücksichtigt bis 31. Januar 2023) nachgekommen ist.  

13. Die Unterhaltsbeiträge gemäss Dispositivziffern 9-10 hiervor basieren auf 

den folgenden finanziellen Grundlagen der Parteien: 

− Einkommen Gesuchstellerin (netto; inkl. 13. Monatslohn):  

− Oktober und November 2022: Fr. 1'830.–; 

− ab Dezember 2022: Fr. 0.– 

− Einkommen Gesuchsgegner (netto; inkl. 13. Monatslohn): Fr. 49'518.– 

− Einkommen C._____:  

− Oktober 2022 bis zum Wegzug nach Kanada: Kinderzulage von 
Fr. 200.–; 

− ab dem Wegzug nach Kanada: Fr. 0.– 

− Vermögen (für die festgelegten Unterhaltsbeiträge irrelevant) 

13. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf: 

- 13 - 

Fr. 6'000.– ; die weiteren Auslagen betragen: 

Fr. 502.50   Dolmetscherkosten 

Fr. 6'502.50   Total 

14. Die Kosten werden den Parteien je zur Hälfte auferlegt. 

15. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 

16. [Mitteilung] 

17. [Rechtsmittel] 

Berufungsanträge: 

des Gesuchsgegners und Berufungsklägers (Urk. 64 S. 2 f.): 
 

"1. In Aufhebung der Dispositivziffern 4. bis 7. und 9. des Urteils des 
Bezirksgerichts Zürich vom 23. Februar 2023 (Geschäfts-Nr. 
EE220230-L) sei: 
1.1. die Tochter C._____, geboren tt.mm.2020, für die Dauer des 

Getrenntlebens unter die Obhut des Berufungsklägers zu 
stellen und der Berufungsbeklagten sei ein angemessenes 
Besuchsrecht einzuräumen. 

1.2. der Berufungsbeklagten zu verbieten, mit der Tochter 
C._____, geboren am tt.mm.2020, aus der Schweiz auszu-
reisen und den Wohnsitz bzw. Aufenthaltsort der Tochter 
C._____ nach Vancouver (Kanada) zu verlegen. 

1.3. festzuhalten, dass der Berufungskläger einstweilen auf die 
Festlegung von Kinderunterhaltsbeiträgen verzichtet. 

 2. Eventualiter seien die Dispositivziffern 4. bis 7. und 9. des Urteils 
des Bezirksgerichts Zürich vom 23. Februar 2023 (Geschäfts-Nr. 
EE220230-L) aufzuheben und das Verfahren zur Abklärung der 
Erziehungsfähigkeit der Berufungsbeklagten und anschliessen-
den Neuregelung der Obhuts-[,] Besuchsrechts- und Kinderunter-
haltsregelung an die Vorinstanz zurückzuweisen. 

 3.1 Subeventualiter sei Absatz 2. der Dispositivziffer 7. des Urteils 
des Bezirksgerichtsgerichts Zürich vom 23. Februar 2023 (Ge-
schäfts-Nr. EE220230-L) aufzuheben und neu zu fassen, wie 
folgt: 

  'Soweit der Gesuchsgegner eine Ausübung der Ferienkontakte in 
der Schweiz wünscht, was er der Gesuchstellerin jeweils 

- 14 - 

3 Monate im Voraus anzukündigen hat, wird die Gesuchstellerin 
verpflichtet, C._____ auf eigene Kosten zum Gesuchsgegner in 
die Schweiz zu bringen.' 

 3.2. Subeventualiter sei Dispositivziffer 9. des Urteils des Bezirksge-
richts Zürich vom 23. Februar 2023 (Geschäfts-Nr. EE220230-L) 
aufzuheben und neu zu fassen, wie folgt: 

  'Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, der Gesuchstellerin für die 
Tochter für die Dauer des Getrenntlebens folgende monatliche 
Unterhaltsbeiträge, zuzüglich Familienzulagen, zu bezahlen: 

− CHF 3'290.00 (davon CHF 1'795.00 als Betreuungsunterhalt) 
vom 13. Oktober 2022 bis 31. Oktober 2022; 

− CHF 5'368.00 (davon CHF 2'928.00 als Betreuungsunterhalt) 
vom 1. November 2022 bis 30. November 2022; 

− CHF 7'198.00 (davon CHF 4'758.00 als Betreuungsunterhalt) 
vom 1. Dezember 2022 bis zu einem allfälligen Wegzug nach 
Kanada; 

− CHF 4'805.00 (davon CHF 3'225.00 als Betreuungsunterhalt) 
ab einem allfälligen Wegzug nach Kanada. 

Die Unterhaltsbeiträge sind zahlbar monatlich im Voraus jeweils 
auf den Ersten eines jeden Monats.' 

 unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich 7,7 % Mehrwert-
steuer) zulasten der Berufungsbeklagten." 

 
 
der Gesuchstellerin und Berufungsbeklagten (Urk. 85 S. 2): 
 

"1. Im Rahmen der geltenden Offizial- und Untersuchungsmaxime sei 
Dispositivziffer 7 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich vom 
23. Februar 2023 (Geschäfts-Nr. EE220230-L) aufzuheben und 
neu zu fassen, wie folgt: 

  Nach dem Wegzug der Gesuchstellerin und der Tochter nach 
Vancouver (Kanada) wird der Gesuchsgegner für die weitere 
Dauer des Getrenntlebens für berechtigt und verpflichtet erklärt, 
mit der Tochter die folgenden Ferien zu verbringen: 

− Die letzte Woche des Kalenderjahres, 

− die Woche nach Ostern, 

− die Woche vor Pfingsten, 

− vom 1. bis 15. August sowie 

− die erste Woche des Oktobers. 
  Jeweils ein Ferienkontakt jährlich hat in der Schweiz zu erfolgen, 

wobei die Gesuchstellerin verpflichtet wird, C._____ auf Kosten 

- 15 - 

des Gesuchsgegners zum Gesuchsgegner in die Schweiz zu 
bringen. Es wird festgestellt, dass der Ferienkontakt in der 
Schweiz für das Jahr 2023 bereits stattgefunden hat. 

  Die übrigen Ferienkontakte haben aus Gründen der Stabilität in 
Kanada, nicht aber in der Schweiz bzw. Europa, zu erfolgen. Die 
übrigen Ferienbesuche erfolgen ebenfalls auf Kosten des Ge-
suchgegners in Kanada. Dabei ist der Tagesr[h]ythmus von 
C._____ zu beachten, wobei sie namentlich im gewohnten 
Rhythmus eine allfällige Kinderbetreuung zu besuchen hat. 

  Die Parteien sprechen sich jeweils drei Monate im Voraus dar-
über ab, ob der Ferienkontakt in der Schweiz oder in Kanada er-
folgt. Können sie sich nicht einigen, so kommt der Gesuchstellerin 
in Jahren mit gerader Jahreszahl und dem Gesuchsgegner in 
Jahren mit ungerader Jahreszahl das Entscheidungsrecht zu. 

  Weiter wird der Gesuchsgegner für berechtigt erklärt, zweimal pro 
Woche mit C._____ dienstags und sonntags per Videotelefonie 
zwischen 17.00 und 19.00 Uhr (Schweizer Zeit) zu kommunizie-
ren. 

  Eine Änderung der Kontakt- und Ferienregelung auf einvernehm-
licher Basis und unter Rücksichtnahme auf die Interessen und 
Bedürfnisse von C._____ bleibt vorbehalten. 

 2. Es seien im Rahmen der geltenden Offizial- und Untersuchungs-
maxime die in Dispositivziffer 9 festgelegten Unterhaltsbeiträge 
für die Tochter (inkl. Betreuungsunterhalt) ab dem Wegzug nach 
Kanada, entsprechend des nach unten zu reduzierenden Steuer-
betreffnisses und der resultierenden Erhöhung des Überschus-
santeils, zu erhöhen, mindestens jedoch auf CHF 9'000.00 (davon 
CHF 4'000.00 Betreuungsunterhalt)[.] 

 3. Es seien im Rahmen der geltenden Offizial- und Untersuchungs-
maxime die in Dispositivziffer 10 festgelegten Unterhaltsbeiträge 
für die Berufungsbeklagte ab dem Wegzug nach Kanada, ent-
sprechend des nach unten zu reduzierenden Steuerbetreffnisses 
und der resultierenden Erhöhung des Überschussanteils, zu er-
höhen, mindestens jedoch auf CHF 7'000.00. 

 4. Es sei im Übrigen die Berufung des Berufungsklägers vom 
6. März 2023 gegen das Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 
23. Februar 2023 (Geschäfts-Nr. EE220230-L) vollumfänglich ab-
zuweisen und abgesehen von den Dispositivziffern 7, 9 und 10 
das angefochtene Urteil zu bestätigen. 

 5. […] 
 6. Der Berufungskläger sei zu verpflichten, der Berufungsbeklagten 

einen Prozesskostenbeitrag i.H.v. mindestens CHF 15'000.00 zu 
leisten. 

- 16 - 

 7. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. MwSt. zulas-
ten des Berufungsklägers." 

Erwägungen: 

I. Sachverhalt und Prozessgeschichte 

1. Nach den unangefochten gebliebenen Feststellungen der Vorinstanz 

heirateten die Parteien im Jahr 2013. Sie haben eine gemeinsame Tochter, 

C._____ (nachfolgend: C._____), geboren am tt.mm.2020. Die Gesuchstellerin 

und Berufungsbeklagte (nachfolgend: Gesuchstellerin) ist kanadisch-

schweizerische Doppelbürgerin iranischer Herkunft. Sie emigrierte mit ihrer Fami-

lie im jungen Erwachsenenalter nach Vancouver, Kanada. Der Gesuchsgegner 

und Berufungskläger (nachfolgend: Gesuchsgegner) hat ebenfalls iranische Wur-

zeln. Er ist jedoch in der Schweiz geboren und aufgewachsen (Urk. 65 S. 10). Er 

hat wie C._____ die schweizerische Staatsangehörigkeit (Urk. 3/3; Urk. 42/23). 

Die Tochter ist zudem kanadische Staatsbürgerin (Urk. 108/52). Die Vorinstanz 

bewilligte der Gesuchstellerin am 23. Februar 2023, C._____s Aufenthaltsort nach 

Vancouver zu verlegen (Urk. 65 S. 77). Anfang März 2023 zog sie zusammen mit 

ihrer Tochter dorthin (Urk. 75 S. 5). 

2. Mit Eingabe vom 12. Oktober 2022 machte die Gesuchstellerin das 

vorliegende Eheschutzverfahren bei der Vorinstanz anhängig (Urk. 1). Hinsichtlich 

der Prozessgeschichte kann auf das vorinstanzliche Urteil verwiesen werden 

(Urk. 65 S. 10 ff.). Dieses erging am 23. Februar 2023 (Urk. 60 = Urk. 65). 

3. Gegen dieses Urteil erhob der Gesuchsgegner am 6. März 2023 innert 

Frist (siehe Urk. 62; Urk. 64A) Berufung und stellte die eingangs wiedergegebe-

nen Anträge (Urk. 64). Zudem ersuchte er hinsichtlich der Frage des Wegzugs um 

die Erteilung der aufschiebenden Wirkung (Urk. 64 S. 3 f.). Mit Verfügung vom 

6. März 2023 wurde der Berufung gegen Dispositiv-Ziffer 5 des vorinstanzlichen 

Urteils einstweilen bis zum definitiven Entscheid die aufschiebende Wirkung er-

teilt. Der Gesuchstellerin wurde Frist angesetzt, um sich zum entsprechenden 

Gesuch zu äussern (Urk. 68). Die Stellungnahme datiert vom 12. März 2023 

(Urk. 69 = Urk. 72). Mit Verfügung vom 15. März 2023 wurde das Gesuch um Er-

- 17 - 

teilung der aufschiebenden Wirkung als gegenstandslos geworden abgeschrie-

ben, da C._____ bereits ausgereist war. Dem Gesuchsgegner wurde Frist ange-

setzt, um einen Kostenvorschuss von Fr. 5'500.– zu leisten (Urk. 75). Letzterer 

ging rechtzeitig ein (Urk. 80). Mit Eingabe vom 21. März 2023 ersuchte die Ge-

suchstellerin um den Erlass superprovisorischer Massnahmen (Urk. 76). Die ent-

sprechenden Anträge wurden mit Beschluss vom 22. März 2023 definitiv abge-

wiesen (Urk. 79). Mit Verfügung vom 11. April 2023 wurde der Gesuchstellerin 

Frist angesetzt, um die Berufung zu beantworten (Urk. 84). Die entsprechende 

Eingabe datiert vom 24. April 2023 (Urk. 85). Sie wurde der Gegenseite mit Ver-

fügung vom 5. Mai 2023 zur Kenntnisnahme zugestellt (Urk. 88). Am 13. Mai 

2023 reichte die Gesuchstellerin einen Arztbericht betreffend C._____ ein 

(Urk. 89). Eine weitere Noveneingabe der Gesuchstellerin datiert vom 23. Mai 

2023 (Urk. 94). Mit Verfügung vom 24. Mai 2023 wurde dem Gesuchsgegner Frist 

angesetzt, um sich dazu zu äussern (Urk. 97). Am 23. Juni 2023 replizierte der 

Gesuchsgegner zur Berufungsantwort und äusserte sich zu den Noven; dabei er-

gänzte er seine Berufungsanträge dahingehend, dass auf die gegnerischen An-

träge nicht einzutreten bzw. sie abzuweisen seien; zudem passte er sein Beru-

fungsbegehren 3.2. dergestalt an, dass die letzte Phase hinsichtlich der Kinderun-

terhaltsbeiträge bis zum 31. August 2023 zu befristen und ab dem 1. September 

2023 ein Barunterhalt von Fr. 1'580.– festzulegen sei (Urk. 100). Die Duplik der 

Gesuchstellerin datiert vom 13. Juli 2023 (Urk. 106). Es folgten diverse weitere 

Eingaben der Parteien (Urk. 112; Urk. 114; Urk. 115), welche der jeweiligen Ge-

genseite zugestellt wurden. 

4. Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen (Urk. 1–63). Das Ver-

fahren ist spruchreif, was den Parteien mit Verfügung vom 9. November 2023 be-

reits angezeigt wurde (Urk. 117). Auf ihre Vorbringen ist nachfolgend nur insoweit 

einzugehen, als diese entscheidrelevant sind. 

II. Prozessuale Vorbemerkungen 

1. Die Berufung hemmt die Rechtskraft nur im Umfang der Anträge 

(Art. 315 Abs. 1 ZPO). Nicht angefochten ist zunächst die Verfügung der Vo-

- 18 - 

rinstanz vom 23. Februar 2023 (Urk. 65 S. 76). Ebenfalls nicht angefochten sind 

die Dispositiv-Ziffern 1 (Getrenntleben), 2 (Zuteilung der ehelichen Liegenschaft), 

3 (Zuweisung des BMW), 8 (Abweisung der Rechtsbegehren A.2.2. und B.2.3.), 

11 (bezahlte Kinderunterhaltsbeiträge) und 12 (bezahlte Ehegattenunterhaltsbei-

träge; siehe Urk. 64 S. 2 f.; Urk. 65 S. 76 ff.). Diese Ziffern sowie die Verfügung 

sind somit in Rechtskraft erwachsen, was vorzumerken ist. Ebenfalls nicht ange-

fochten wurde die Urteilsdispositiv-Ziffer 10 (Ehegattenunterhaltsbeiträge); darauf 

wird zurückzukommen sein (E. IV.2.). Schliesslich blieb auch Urteilsdispositiv-

Ziffer 13 (finanzielle Grundlagen) formell unangefochten (siehe Urk. 64 S. 2 f.). 

Diese ist jedoch mit den umstrittenen Kinderunterhaltsbeiträgen untrennbar ver-

bunden, weshalb sie als mitangefochten zu gelten hat. 

2. Mit der Berufung kann sowohl die unrichtige Rechtsanwendung als 

auch die unrichtige Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden 

(Art. 310 ZPO). Die Berufungsinstanz verfügt über unbeschränkte Kognition be-

züglich Tat- und Rechtsfragen, einschliesslich der Frage richtiger Ermessensaus-

übung (Angemessenheitsprüfung; BGer 5A_184/2013 vom 26. April 2013, E. 3.1). 

3. In der Berufungsschrift ist hinreichend genau aufzuzeigen, inwiefern 

der erstinstanzliche Entscheid in den angefochtenen Punkten als fehlerhaft zu be-

trachten ist bzw. an einem der genannten Mängel leidet. Das setzt (im Sinne einer 

von Amtes wegen zu prüfenden Eintretensvoraussetzung) voraus, dass der Beru-

fungskläger die vorinstanzlichen Erwägungen bezeichnet, die er anficht, sich ar-

gumentativ mit diesen auseinandersetzt und mittels genügend präziser Verwei-

sungen auf die Akten aufzeigt, wo die massgebenden Behauptungen, Erklärun-

gen, Bestreitungen und Einreden erhoben wurden bzw. aus welchen Aktenstellen 

sich der geltend gemachte Berufungsgrund ergeben soll. Die pauschale Verwei-

sung auf frühere Vorbringen oder deren blosse Wiederholung genügen nicht 

(BGE 138 III 374 E. 4.3.1; BGer 5A_751/2014 vom 28. Mai 2015, E. 2.1; 

BGer 5A_247/2013 vom 15. Oktober 2013, E. 3.2). Was nicht oder nicht in einer 

den gesetzlichen Begründungsanforderungen entsprechenden Weise bean-

standet wird, braucht von der Rechtsmittelinstanz nicht überprüft zu werden; diese 

hat sich – abgesehen von offensichtlichen Mängeln – grundsätzlich auf die Beur-

- 19 - 

teilung der Beanstandungen zu beschränken, die in der schriftlichen Begründung 

formgerecht gegen den erstinstanzlichen Entscheid erhoben werden (BGE 142 III 

413 E. 2.2.4; BGer 5A_111/2016 vom 6. September 2016, E. 5.3; 

BGer 4A_258/2015 vom 21. Oktober 2015, E. 2.4.3; BGer 4A_290/2014 vom 

1. September 2014, E. 3.1 und 5). Die Anforderungen an die Berufung gelten 

sinngemäss auch für die Berufungsantwort (BGer 4A_496/2016 vom 8. Dezember 

2016, E. 2.2.2 mit weiteren Hinweisen). Diese Grundsätze gelten auch im Bereich 

der unbeschränkten Untersuchungsmaxime (BGE 138 III 374 E. 4.3.1; BGer 

5A_800/2019 vom 9. Februar 2021, E. 5.1). 

4. Für Kinderbelange in familienrechtlichen Angelegenheiten – wie sie 

vorliegend zu beurteilen sind – statuiert Art. 296 Abs. 1 und 3 ZPO den Untersu-

chungs- und Offizialgrundsatz, weshalb das Gericht in diesem Bereich den Sach-

verhalt von Amtes wegen erforscht und ohne Bindung an die Parteianträge ent-

scheidet. In Verfahren, welche der umfassenden Untersuchungsmaxime unter-

stehen, können die Parteien zudem im Berufungsverfahren neue Tatsachen und 

Beweismittel unbeschränkt vorbringen; Art. 317 Abs. 1 ZPO kommt nicht zum 

Tragen (BGE 147 III 301 E. 2.2; BGE 144 III 349 E. 4.2.1). 

III. Wegzug, Obhut und Besuchsrecht 

1. Anwendbares Recht 

1.1. Die Gesuchstellerin und C._____ sind schweizerische und kanadische 

Staatsangehörige (E. I.1.). Da Art. 82 Abs. 2 IPRG an die ausländische Staatsan-

gehörigkeit Rechtswirkungen anknüpft, bestand hinsichtlich der Beziehungen zwi-

schen Eltern und Kind schon vor dem Wegzug der Gesuchstellerin ein internatio-

nales Verhältnis im Sinne von Art. 1 Abs. 1 IPRG (zum Begriff des internationalen 

Verhältnisses bzw. Sachverhalts ZK IPRG-Müller-Chen, Art. 1 N 7 ff.). 

1.2. Wie bereits in der Verfügung vom 15. März 2023 festgehalten wurde, 

ist Kanada kein Vertragsstaat des Übereinkommens über die Zuständigkeit, das 

anzuwendende Recht, die Anerkennung, Vollstreckung und Zusammenarbeit auf 

dem Gebiet der elterlichen Verantwortung und der Massnahmen zum Schutz von 

- 20 - 

Kindern vom 19. Oktober 1996 (Haager Kindesschutzübereinkommen, HKsÜ; 

SR 0.211.231.011). Dieses ist daher nicht anwendbar (Urk. 75 S. 5). Dasselbe gilt 

hinsichtlich des Übereinkommens über die Zuständigkeit der Behörden und das 

anzuwendende Recht auf dem Gebiet des Schutzes von Minderjährigen vom 

5. Oktober 1961 (MSA; SR 0.211.231.01). Andere Staatsverträge, die einschlägig 

sein könnten, sind nicht ersichtlich. 

1.3. Gemäss Art. 82 Abs. 1 IPRG unterstehen die Beziehungen zwischen 

Eltern und Kind dem Recht am gewöhnlichen Aufenthalt des Kindes. Ein Statu-

tenwechsel ist beachtlich: Wechselt das Kind somit seinen gewöhnlichen Aufent-

halt, so ist ab diesem Zeitpunkt ein anderes Recht massgebend (BGer 

5A_469/2009 vom 26. Oktober 2009, E. 3.2; ZK IPRG-Siehr/Markus, Art. 82 N 23; 

BSK IPRG-Schwander, Art. 82 N 14). Das Recht, auf welches verwiesen wird, ist 

ausnahmsweise nicht anwendbar, wenn nach den gesamten Umständen offen-

sichtlich ist, dass der Sachverhalt mit diesem Recht in nur geringem, mit einem 

anderen Recht jedoch in viel engerem Zusammenhang steht (Art. 15 Abs. 1 

IPRG). 

1.4. Die erste Frage betrifft den Wegzug und damit verknüpft die Obhut 

über C._____. Dies impliziert, dass sich der Aufenthaltsort des Kindes in der 

Schweiz befindet, was denn bis zum Erlass des vorinstanzlichen Urteils auch der 

Fall war. Im Rechtsmittelverfahren ist zu überprüfen, ob die Vorinstanz den Weg-

zug aus der Schweiz zu Recht bewilligt hat. Sachlogisch kann man die Voraus-

setzungen eines Wegzugs aus der Schweiz nur prüfen, wenn man zumindest hy-

pothetisch davon ausgeht, dass er noch nicht vollzogen wurde. Vor diesem Hin-

tergrund erscheint der Bezug zum schweizerischen Recht weitaus enger als jener 

zum kanadischen. Dasselbe gilt auch hinsichtlich der Frage der Obhut, welche mit 

jener des Wegzugs untrennbar verbunden ist. 

1.5. Anders verhält es sich hinsichtlich der zweiten Frage, jener des Be-

suchsrechts: Diese ist erst zu prüfen, nachdem bezüglich des Wegzugs und der 

Obhut entschieden worden ist. In diesem Stadium ist folglich klar, wo sich der 

Aufenthaltsort des Kindes befinden wird. Ein viel engerer Bezug zu einem ande-

ren Staat als jenem des gewöhnlichen Aufenthalts ist nicht ersichtlich. Sollte der 

- 21 - 

Wegzug zu bewilligen sein, wird hinsichtlich des Besuchsrechts kanadisches 

Recht anzuwenden sein; im gegenteiligen Fall ist das schweizerische Recht zu 

beachten. 

2. Verletzung des rechtlichen Gehörs 

2.1. Die Vorinstanz erwog, am 14. Dezember 2022 habe die Hauptverhand-

lung sowie die Verhandlung betreffend vorsorgliche Massnahmen stattgefunden. 

Mit Schreiben vom 2. Februar 2023 habe Rechtsanwältin lic. iur. X._____ ihre 

Mandatierung durch den Gesuchsgegner angezeigt. Mit Eingabe vom 17. Februar 

2023 habe der Gesuchsgegner seine Anträge ergänzt bzw. modifiziert. Die Ein-

gabe ändere grundsätzlich nichts am Ergebnis des vorliegenden Entscheids, 

weshalb sie nicht vorab der Gegenseite zur Stellungnahme zuzustellen sei 

(Urk. 65 S. 11 f.). 

2.2. Der Gesuchsgegner rügt, er habe mit Eingabe vom 17. Februar 2023 

substantiiert dargelegt, weshalb an der Erziehungsfähigkeit der Mutter ernsthaft 

zu zweifeln sei. Der diesbezügliche Sachverhalt sei somit weder klar noch unbe-

stritten, weshalb zwingend eine weitere mündliche Verhandlung mit persönlicher 

Befragung der Parteien hätte durchgeführt werden müssen. Ohne persönliche 

Anhörung der Eltern könne schlicht nicht entschieden werden. Die Vorinstanz ha-

be den Grundsatz des rechtlichen Gehörs massiv verletzt, indem sie keine zu-

sätzliche Verhandlung durchgeführt habe (Urk. 64 S. 7). 

2.3. Die Gesuchstellerin erwidert, die Vorinstanz habe sich detailliert mit 

den Vorbringen des Gesuchsgegners auseinandergesetzt. Sie sei zum Schluss 

gekommen, dass die Eingabe nichts am Ergebnis ändere (Urk. 85 Rz. 10). Die 

mündliche Hauptverhandlung habe am 14. Dezember 2022 stattgefunden und 

mehr als sechs Stunden gedauert. Die mit Eingabe des Gesuchsgegners vom 

17. Februar 2023 "neu" vorgetragenen Ausführungen hinsichtlich der Erziehungs-

fähigkeit der Gesuchstellerin seien überhaupt nicht neu. Bereits an der mündli-

chen Hauptverhandlung habe der Gesuchsgegner behauptet, dass C._____ seit 

der Trennung am 12. Oktober 2022 körperliche Auffälligkeiten an den Nägeln, tro-

ckene Hände und Verstopfung habe. Die Gesuchstellerin habe erklärt, dass es 

- 22 - 

sich um grundsätzlich harmlose Belange handle. Sie habe weiter darauf hinge-

wiesen, dass C._____ gemäss dem Arztbericht der behandelnden Kinderärztin 

Dr. med. E._____ einen guten Allgemeinzustand habe (Urk. 85 Rz. 11). Der Ge-

suchsgegner habe mit seiner Eingabe vom 17. Februar 2023 weitere angebliche 

gesundheitliche Auffälligkeiten konstruiert. Wenn überhaupt, habe es sich um all-

tägliche und geringfügige Hautablösungen gehandelt. Einige der Fotos zeigten 

nichts anderes als Geburtsmale von C._____. Die angeblichen gesundheitlichen 

Auffälligkeiten hätten offensichtlich in keinerlei Zusammenhang zur Erziehungsfä-

higkeit der Gesuchstellerin gestanden (Urk. 85 Rz. 12). Zwar könnten neue Tat-

sachen und Beweismittel im Eheschutzverfahren bis zur Urteilsberatung vorgetra-

gen werden; die Vorinstanz sei jedoch nicht verpflichtet, eine erneute Verhand-

lung mit persönlicher Befragung durchzuführen. Unbestritten habe eine solche 

Verhandlung mit persönlicher Befragung bereits am 14. Dezember 2022 stattge-

funden, in welcher sich der Gesuchsgegner zur Erziehungsfähigkeit der Gesuch-

stellerin geäussert habe (Urk. 85 Rz. 13). 

2.4. Gemäss Art. 273 Abs. 1 ZPO führt das Gericht eine mündliche Ver-

handlung durch; es kann nur darauf verzichten, wenn der Sachverhalt aufgrund 

der Eingaben der Parteien klar oder unbestritten ist. Die Verhandlung soll eine Ei-

nigung unter den Parteien ermöglichen und bietet den Vorteil, dass das Gericht 

einen persönlichen Eindruck der Parteien erhält. Der Gesetzgeber wollte ein mög-

lichst informelles Verfahren. Schliesslich soll die Verhandlung den Prozess be-

schleunigen (ZK ZPO-Sutter-Somm/Hostettler, Art. 273 N 2 und 4 f.). Weder aus 

dem Wortlaut noch aus dem Zweck, der Historie oder der Systematik lässt sich 

ableiten, dass Anspruch auf mehr als eine Verhandlung besteht. 

2.5. Die Vorinstanz führte am 14. Dezember 2022 eine Verhandlung durch 

und befragte dabei auch die Parteien (Prot. I, S. 6 ff.). Damit erfüllte sie die Vor-

gabe von Art. 273 Abs. 1 ZPO. Sie kam sodann zum Schluss, dass die Eingabe 

vom 17. Februar 2023 nichts am Ergebnis ändere (Urk. 65 S. 11 f.). 

2.6. Vor diesem Hintergrund ist es nicht zu beanstanden, wenn sie keine 

weitere Verhandlung durchgeführt hat. 

- 23 - 

3. Erziehungsfähigkeit der Gesuchstellerin 

3.1. Die Vorinstanz erwog, die Behauptung, mit einem Wegzug der Tochter 

werde das Kontaktrecht stark erschwert und die Befürchtung des Gesuchsgeg-

ners, dass es zu einer Entfremdung kommen werde, sei zwar verständlich. Indes 

sei zu berücksichtigen, dass auch die Gesuchstellerin – nebst den persönlichen 

Besuchen des Gesuchsgegners – regelmässige Telefonkontakte beantrage, wel-

che das Aufrechterhalten einer tragfähigen Beziehung grundsätzlich erlaubten. Es 

sei dem Gericht bewusst, dass sich der physische Kontakt bei Kleinkindern nicht 

mit Telefonkontakten ersetzen lasse und eigentlich häufige Besuchsintervalle ide-

al wären. Betreffend den bisherigen Verlauf des Besuchsrechts habe die persönli-

che Befragung der Parteien ergeben, dass dieses grundsätzlich gut funktioniere, 

bis auf den Umstand, dass offenbar bei den Übergaben der Tochter keine Kom-

munikation stattfinde. Dies sei allerdings in der Akutphase der Trennung nicht un-

üblich. Konkrete Beispiele für eine Behinderung der Besuchskontakte durch die 

Gesuchstellerin seien im Rahmen der persönlichen Befragung anlässlich der 

Eheschutzverhandlung nicht vorgebracht worden. Anhaltspunkte dafür, dass es 

bei einem Wegzug der Gesuchstellerin mit der Tochter nach Kanada zu einer Be-

hinderung der Kontakte zwischen C._____ und dem Gesuchsgegner oder gar zu 

einem Kontaktabbruch kommen würde, fehlten. Es sei bei beiden Elternteilen die 

erforderliche Bindungstoleranz zu bejahen, also die Fähigkeit und Bereitschaft, 

die Beziehung des anderen Elternteils zum gemeinsamen Kind zu respektieren 

und zu fördern (Urk. 65 S. 24). Der Gesuchsgegner sei der Ansicht, dass bei 

C._____ seit dem Auszug der Gesuchstellerin aus der ehelichen Wohnung ge-

sundheitliche Auffälligkeiten bestünden. Aus den in diesem Zusammenhang ge-

machten Vorbringen und eingereichten Dokumenten ergäben sich jedoch keine 

hinreichenden Anhaltspunkte für eine Kindswohlgefährdung oder eine mangelnde 

Erziehungsfähigkeit der Gesuchstellerin (Urk. 65 S. 25 f.). 

3.2. Der Gesuchsgegner rügt, die Vorinstanz hätte die Erziehungsfähigkeit 

näher abklären müssen. Es sei ein Erziehungsfähigkeitsgutachten in Auftrag zu 

geben oder zumindest eine persönliche Anhörung der Parteien zu den Vorbringen 

des Gesuchsgegners durchführen. Letzterer habe glaubhaft darlegen können, 

- 24 - 

dass die Gesuchstellerin eine mangelnde Bindungstoleranz an den Tag lege und 

unter psychischen Problemen zu leiden scheine. Weiter sei offensichtlich, dass 

C._____ in der Obhut der Gesuchstellerin nicht die nötige Pflege erhalte (Urk. 64 

S. 8). Die mangelnde Bindungstoleranz manifestiere sich nur schon in dem über 

längere Zeit heimlich in die Wege geleiteten und schlussendlich ebenso heimlich 

vollzogenen Auszug und Verbringen von C._____ aus der ehelichen Liegen-

schaft. Die Gesuchstellerin habe letztere am 12. Oktober 2022 ohne jedwelche 

Ankündigung verlassen und gleichentags ein vollständig begründetes, fast 

20 Seiten umfassendes Eheschutzgesuch eingereicht. Seither enthalte sie dem 

Gesuchsgegner seine Tochter praktisch gänzlich bzw. nach Belieben vor (Urk. 64 

S. 9). Für den Fall der Bewilligung eines Wegzugs nach Kanada sei sie lediglich 

bereit, dem Gesuchsgegner ein sehr minimalistisches Kontaktrecht einzuräumen, 

nämlich ein Wochenende alle zwei Monate und drei bzw. vier Ferienwochen pro 

Jahr (Urk. 64 S. 10). Sie würde keinerlei Bereitschaft zeigen, C._____ regelmäs-

sig zum Vater in die Schweiz zu bringen (Urk. 64 S. 11). Mit ihrem Gesuch um 

Anordnung superprovisorischer Massnahmen vom 21. März 2023 habe die Ge-

suchstellerin abermals ihre Absicht kundgetan, C._____ dem Gesuchsgegner so 

lange wie möglich vorzuenthalten. Sie habe nämlich beantragt, dass das Ferien-

besuchsrecht erstmals am 1. Juli 2023 ausgeübt werden könne. Richtigerweise 

sei das Gesuch mit Beschluss vom 22. März 2022 abgewiesen worden und der 

Gesuchsgegner habe seine Tochter am 3. April 2023 wiedersehen können 

(Urk. 100 S. 4 f.). Die mangelnde Bindungstoleranz trete auch dadurch zutage, 

dass die Gesuchstellerin C._____ fremdbetreuen lasse (Urk. 100 S. 5). Die Ge-

suchstellerin sei während des Zusammenlebens weder an der Haushaltführung 

noch an der Kinderbetreuung interessiert gewesen. Die Pflege und das Wechseln 

der Windeln sei denn auch oft zu kurz gekommen. C._____ habe deshalb auch 

die eine oder andere Entzündung an der Vagina bzw. am After überstehen müs-

sen. Einmal habe man sie gar mit einem Antiseptikum behandeln müssen. Der 

Gesundheitszustand von C._____ (Verdacht auf Nagelpilz, ausgetrocknete Haut, 

schlecht behandelte Schürfungen, entzündeter und aufgerissener After) habe sich 

denn auch stark verschlechtert, seit sich der Gesuchsgegner nach dem Auszug 

nicht mehr um C._____ kümmern könne (Urk. 64 S. 12 f.). Seit der Hauptverhand-

- 25 - 

lung vom 14. Dezember 2022 habe sich der gesundheitliche Allgemeinzustand 

von C._____ in Besorgnis erregender Weise noch weiter verschlechtert. Das Na-

gelleiden habe sich noch stärker ausgebreitet, da es offenbar nicht behandelt 

worden sei. Dieses Nagelleiden verursache offenbar Schmerzen. Hinter C._____s 

Ohren habe der Gesuchsgegner eine Entzündung feststellen können, welche 

ebenfalls auf mangelnde Pflege zurückzuführen sein dürfte. Darüber hinaus habe 

er immer wieder blaue Flecken an Po und Oberschenkeln bemerkt sowie undefi-

nierbare Verletzungen am Fuss und exzemartige Rötungen am Oberkörper. Wei-

ter habe er eine Art Schuppenflechte an der Handinnenseite sowie eine massive 

ekzemartige Hautveränderung am Kopf mit extremer Schuppenbildung festge-

stellt. Auch das After von C._____ sei extrem gerötet und die Haut um den After 

nässend (Urk. 64 S. 13). C._____s Wohl sei aus diesem Grund akut gefährdet. 

Weiter habe der Gesuchsgegner festgestellt, dass C._____ erhebliche Defizite in 

der Sprachentwicklung und geistigen Entwicklung aufweise. Auch dies könne auf 

eine Vernachlässigung durch die Mutter hindeuten. C._____ könne sich sogar 

noch schlechter als im Oktober 2022 ausdrücken. Dies dürfte eine Folge davon 

sein, dass die Gesuchstellerin C._____ keine Kindertagesstätte mehr besuchen 

lasse und sozial, insbesondere von anderen Kindern, völlig isoliere (Urk. 64 

S. 14). Die Gesuchstellerin habe sich bereits im August 2022 in psychiatrische 

Behandlung begeben. Man habe sie offenbar auch medikamentös mit Psycho-

pharmaka behandelt. So habe ihr med. prakt. F._____, Facharzt für Psychothera-

pie und Psychiatrie FMH, das Antidepressivum Sertralin verschrieben, wie sich 

aus der Leistungsabrechnung der Krankenkasse Sanitas vom 11. Oktober 2022 

entnehmen lasse. Entsprechende depressive Symptome habe der Gesuchsgeg-

ner bereits während des Zusammenlebens ausgemacht. Sie müssten genauer 

abgeklärt werden (Urk. 64 S. 15). Es sei ein Erziehungsfähigkeitsgutachten ein-

zuholen (Urk. 64 S. 16). 

3.3. Die Gesuchstellerin bestreitet, dass sie einen Mangel an Bindungstole-

ranz aufweise. Sie sei ausgezogen, weil der Gesuchsgegner sie schikanös und 

herablassend behandelt habe. Die Vorinstanz habe anlässlich der Hauptverhand-

lung zutreffend festgestellt, dass die Übergabe und der Verlauf des Besuchs-

rechts stets gut funktioniert hätten. Der Gesuchsgegner habe die Übergaben zum 

- 26 - 

Zweck der Machtausübung und der Kontrolle missbraucht und die Gesuchstellerin 

teilweise sogar bedroht (Urk. 85 Rz. 33). Zudem habe er im Zeitraum vom 

12. Oktober 2022 bis zum 1. März 2023 mehrmals, unter anderem am 25. De-

zember 2022 und am 4. Februar 2023, auf die Wahrnehmung des Besuchsrechts 

verzichtet (Urk. 85 Rz. 34). Die Gesuchstellerin habe ihm nach dem Wegzug nach 

Vancouver sodann umgehend angeboten, die vorinstanzliche Regelung anzu-

wenden. Sie habe ihm insbesondere mehrmals angeboten, sein Recht auf Video-

telefonie wahrzunehmen (Urk. 85 Rz. 35). Der Gesuchsgegner sei darauf jedoch 

gar nicht eingegangen. Er habe mit E-Mail vom 20. März 2023 mitgeteilt, dass er 

die Familie der Gesuchstellerin nicht mehr ertragen wolle. Dabei habe seit dem 

Wegzug am 1. März 2023 noch gar keine Videotelefonie stattgefunden. Erst mit 

E-Mail vom 15. April 2023 habe er neu die Videotelefonie in Anspruch genom-

men, dies aber zum ersten Mal und wohl nach eingehender anwaltlicher Beratung 

(Urk. 85 Rz. 36). Die Gesuchstellerin habe auch sämtliche Anordnungen des 

Obergerichts Zürich befolgt. So habe sie C._____ am 3. April 2023 in G._____ 

dem Gesuchsgegner übergeben (Urk. 85 Rz. 39). Zwei Arztzeugnisse bestätigten 

einen sehr guten gesundheitlichen Allgemeinzustand von C._____ (Urk. 85 

Rz. 41). Die Kinderärztin Dr. H._____ habe sie zum Wachstum, zur Entwicklung 

und zum medizinischen Allgemeinzustand untersucht. Sie habe C._____ im Arzt-

zeugnis vom 10. März 2023 als sehr gesund, mit guter Ernährung und guten 

Schlafgewohnheiten beschrieben. Sie sei in gewissen Bereichen wie Kommunika-

tion und Interaktion gleichaltrigen Kindern überlegen (Urk. 85 Rz. 42). Gemäss 

dem Arztzeugnis vom 28. März 2023 habe C._____ in weiteren umfangreichen 

Untersuchungen zum Entwicklungsstand sehr gut abgeschnitten. Die vom Ge-

suchsgegner beschriebenen Flecken am Körper seien Muttermale. Weder Läsio-

nen hinter den Ohren noch eine Nagelpilzinfektion seien festzustellen. Ebenso 

werde der Gesuchstellerin als Mutter eine gute Pflege und Betreuung attestiert 

(Urk. 85 Rz. 43). Das Arztzeugnis von Dr. I._____ vom 21. März 2023 bestätige, 

dass keinerlei Symptome von Vernachlässigung oder Missbrauch des Kindes 

festzustellen seien. Insbesondere seien das Verhalten, die körperliche Verfas-

sung, Kopf, Hals und Anus ohne Auffälligkeiten (Urk. 85 Rz. 44). Der Gesuchs-

gegner habe C._____ sodann am 4. April 2023 zu einer Kontrolluntersuchung bei 

- 27 - 

Dr. med. E._____ in D._____ gebracht. Abgesehen von einer Erkältung, die ver-

mutlich durch die Reise von Vancouver nach D._____ ausgelöst worden sei, habe 

die Ärztin einen sehr guten Allgemeinzustand festgestellt (Urk. 85 Rz. 46). Die 

Gesuchstellerin habe im August 2022 (kurz vor der Trennung am 12. Oktober 

2022) zweimal einen Facharzt für Psychiatrie aufgesucht. Dies bedeute jedoch 

nicht, dass sie aktuell unter einer psychischen Erkrankung leide. Die psychiatri-

sche Beratung habe sie aufgrund der Belastung durch die Trennungssituation ge-

nau einmal in Anspruch genommen. Depressive Symptome während des Zu-

sammenlebens würden bestritten. Das psychiatrische Gutachten von Dr. J._____ 

vom 24. April 2023 belege, dass bei der Gesuchstellerin nicht die geringsten psy-

chischen Auffälligkeiten festzustellen seien. Das laboratorische Gutachten vom 

10. März 2023 beweise, dass sie keinerlei Medikamente und Psychopharmaka 

einnehme (Urk. 85 Rz. 48). 

3.4. Die Erziehungsfähigkeit ist die grundlegende Kompetenz eines Eltern-

teiles, die emotionalen und körperlichen Bedürfnisse seines Kindes zu erkennen, 

das Kind zu versorgen und zu betreuen sowie erzieherisch angemessen auf die 

kindlichen Bedürfnisse einzugehen. Dazu gehören (1) die Fähigkeit und Bereit-

schaft, als Bindungsperson für das Kind zu fungieren, (2) die Fähigkeit, die Be-

dürfnisse und Signale des Kindes zu erkennen und angemessen auf sie zu rea-

gieren, (3) die Fähigkeit, Werte und Regeln zu vermitteln, (4) die Fähigkeit, dem 

Kind Wertschätzung entgegenzubringen und von Ablehnung abzusehen sowie (5) 

die Fähigkeit, Kontinuität in Erziehung, Beziehung und Umfeld herzustellen (Revi-

tal Ludewig/Sonja Baumer/Josef Salzgeber/Christoph Häfeli/Kurt Albermann, 

Richterliche und behördliche Entscheidungsfindung zwischen Kindeswohl und El-

ternwohl: Erziehungsfähigkeit bei Familien mit einem psychisch kranken Elternteil, 

FamPra.ch 2015, S. 562 ff., S. 574). Zu letzterem ist auch die Fähigkeit eines El-

ternteils, den Kontakt zwischen dem Kind und dem anderen Elternteil zu fördern 

(so genannte Bindungstoleranz) zu zählen (BGer 5A_685/2022 vom 12. Januar 

2023, E. 3.1.1). Die elterlichen Kompetenzen sind differenziert zu beurteilen. Sind 

bestimmte Erziehungsaspekte oder auch nur ein einzelner davon als dysfunktio-

nal einzustufen, kann die Erziehungsfähigkeit ganz oder partiell in Frage gestellt 

sein (Ludewig/Baumer/Salzgeber/Häfeli/Albermann, a.a.O., S. 575). Die Erzie-

- 28 - 

hungsfähigkeit ist eine grundlegende Voraussetzung, um obhutsberechtigt zu sein 

(BGE 142 III 612 E. 4.3 f.; BGer 5A_748/2022 vom 9. Februar 2023, E. 3.4.2; 

BGer 5A_462/2019 vom 29. Januar 2020, E. 3.2; BGer 5A_11/2020 vom 13. Mai 

2020, E. 3.3.3.1; BGer 5A_629/2019 vom 13. November 2020, E. 4.2; BGer 

5A_569/2020 vom 15. Dezember 2020, E. 3.1). Das Eheschutzverfahren ist 

summarischer Natur, weshalb von Gutachten grundsätzlich abzusehen ist (BGer 

5A_901/2017 vom 27. März 2018, E. 2.3). 

3.5. Die Vorinstanz erwog zur Bindungstoleranz unter anderem, der Ge-

suchsgegner habe keine konkreten Beispiele für eine Verhinderung der Besuchs-

kontakte durch die Gesuchstellerin vorgebracht (Urk. 65 S. 24). Zu diesem zentra-

len Satz äussert sich der Gesuchsgegner nicht. Stattdessen wiederholt er das vor 

Vorinstanz Vorgebrachte (Urk. 64 S. 9 ff.). Damit genügt er den Begründungan-

forderungen nicht (E. II.3.). Wenn er in seiner Replik vom 23. Juni 2023 ein Bei-

spiel nachliefert (Urk. 100 S. 7), erfolgt dies mit Blick auf die gesetzliche Beru-

fungsfrist von Art. 314 Abs. 1 ZPO verspätet; auch im Anwendungsbereich der Of-

fizialmaxime (und somit auch der unbeschränkten Untersuchungsmaxime; 

Art. 296 Abs. 1 und 3 ZPO) ist nämlich ein form- und fristgerechtes Rechtsschut-

zersuchen notwendig (BGer 5A_926/2019 vom 30. Juni 2019, E. 4.4.2). Darüber 

hinaus sind die Rügen inhaltlich unbegründet: Die Anträge eines Elternteils kön-

nen ein Indiz für die Bindungstoleranz sein. Entscheidend ist jedoch in erster Linie 

das Verhalten des betreffenden Elternteils. Die Gesuchstellerin verliess am 

12. Oktober 2022 zusammen mit C._____ die eheliche Wohnung (Urk. 1 Rz. 6; 

Urk. 8 Rz. 8). Am 14. Oktober 2022 stellte der Gesuchsgegner ein Gesuch um 

superprovisorische Massnahmen und begründete dies damit, dass die Gesuch-

stellerin das Kind von ihm abschotte (Urk. 8 Rz. 19). Gerade einmal eine Woche 

später, am 21. Oktober 2022, zog er das Gesuch wieder zurück und wies darauf 

hin, dass sich die Situation betreffend Obhut beruhigt habe (Urk. 18). Die Feststel-

lung der Vorinstanz, wonach die Gesuchstellerin seither das Besuchsrecht nicht 

verhindert habe, blieb wie erwähnt unangefochten. Das Vorbringen, die Gesuch-

stellerin habe sich am 8. Februar 2023 nicht mit einer Verschiebung des Besuchs-

rechts einverstanden erklärt (Urk. 100 S. 7), ist, selbst wenn es zu berücksichti-

gen wäre, nicht geeignet, um zu behaupten, die Gesuchstellerin habe Besuchs-

- 29 - 

kontakte generell verhindert. Unbestritten ist, dass die Gesuchstellerin dem Ge-

suchsgegner unmittelbar nach ihrem Wegzug nach Kanada anbot, das Recht auf 

Videotelefonie wahrzunehmen, dieser jedoch zunächst nicht darauf einging 

(Urk. 85 Rz. 35 f.; siehe Urk. 100 S. 8). Hinsichtlich der Betreuung in der Woche 

vor und nach Ostern behauptete der Gesuchsgegner sodann selber, dass die Ge-

suchstellerin die Tochter in die Schweiz gebracht habe, nachdem ihr Gesuch um 

superprovisorische Massnahmen abgewiesen worden sei (Urk. 100 S. 4 f.). Ins-

gesamt ist nicht ersichtlich, dass sie C._____ dem Gesuchsgegner vorenthält. 

Auch die geltend gemachte Fremdbetreuung (Urk. 100 S. 5) ändert an diesem 

Ergebnis nichts. Fremd- und Eigenbetreuung sind nämlich grundsätzlich als 

gleichwertig zu betrachten (BGE 144 III 481 E. 4.4; BGer 5A_555/2023 vom 

17. August 2023, E. 7). Im Übrigen widerspricht sich der Gesuchsgegner, wenn er 

an anderer Stelle vorbringt, die Gesuchstellerin sei nicht erziehungsfähig, weil sie 

C._____ keine Kindertagesstätte mehr besuchen lasse und sie dadurch von an-

deren Kindern völlig isoliere (Urk. 64 S. 14). Es ist demzufolge nicht zu beanstan-

den, wenn die Vorinstanz die Bindungstoleranz der Gesuchstellerin bejaht hat 

(Urk. 65 S. 24). 

3.6. Der Gesundheitszustand eines Kindes kann zum Schluss führen, dass 

der betreffende Elternteil nicht fähig ist, die Bedürfnisse und Signale des Kindes 

zu erkennen und angemessen auf sie zu reagieren. Dies ist aber nur sehr zurück-

haltend anzunehmen. Auch in intakten Familien kommt es vor, dass Kinder er-

kranken oder sich verletzen. Die Reaktionen der Eltern auf solche Situationen 

sind so vielfältig wie die Leute verschieden sind. Während die einen sofort einen 

Arzt aufsuchen, warten andere erst einmal ab; und wieder andere versuchen, 

dem Kind mit Hausmitteln zu helfen. Zu berücksichtigen ist sodann, dass die Fä-

higkeit, die Bedürfnisse des Kindes zu erkennen und entsprechend zu reagieren, 

lediglich ein Teilaspekt der Erziehungsfähigkeit ist (E. III.3.4.). Um diese einem El-

ternteil abzusprechen, ist eine gewisse Schwere erforderlich. Die vom Gesuchs-

gegner geschilderten "Auffälligkeiten" (Verdacht auf Nagelpilz, schlecht behandel-

te Schürfungen, entzündeter After [ein Windelausschlag ist gemäss Dr. I._____ 

normal; Urk. 87/32], exzemartige Rötungen, Schuppenbildung [Urk. 64 S. 13]) er-

reichen diese Schwere bei Weitem nicht (siehe auch OGer ZH LZ210029 vom 

- 30 - 

21.02.2022, E. II.7.). Darüber hinaus ist festzustellen, dass drei verschiedene Ärz-

te weder hinsichtlich der Gesundheit noch der Entwicklung von C._____ etwas 

Auffälliges berichten konnten (so die Kinderärztin Dr. H._____ am 10. März 2023 

[Urk. 87/30] und am 28. März 2023 [Urk. 87/31], Dr. I._____ am 21. März 2023 

[Urk. 87/32] und Dr. E._____ von der Arztpraxis für Kinder und Jugendliche am 

4. April 2023 [Urk. 87/21 S. 12 f.]). Eine Gefährdung des Kindswohls erscheint 

damit nicht glaubhaft, erst recht keine solche, welche Anlass zu Zweifeln an der 

Erziehungsfähigkeit der Gesuchstellerin gäbe. 

3.7. Es ist unbestritten, dass die Gesuchstellerin im August 2022 (und damit 

kurz vor der Trennung im Oktober 2022) zweimal einen Facharzt für Psychiatrie 

aufgesucht hat (Urk. 85 Rz. 48; siehe Urk. 64 S. 15). Dr. med. J._____, Facharzt 

für Psychiatrie und Psychotherapie, bestätigte mit Schreiben vom 24. April 2023, 

dass dies durch den Druck der dysfunktionalen Ehe bedingt gewesen sei. Es 

zeigten sich sowohl aktuell als auch anamnestisch keine Hinweise auf psychiatri-

sche Erkrankungen oder Medikamenteneinnahme. Die Gesuchstellerin sei sicher-

lich geeignet, sich um ihr eigenes Leben und ihr Kind zu kümmern (Urk. 87/33). 

Dass letzteres der Fall ist, zeigt auch die Tatsache, dass bei C._____ keine Auf-

fälligkeiten festgestellt werden konnten (E. III.3.6.). 

3.8. Zusammenfassend sind keine Anhaltspunkte ersichtlich, welche zu 

Zweifeln an der Erziehungsfähigkeit der Gesuchstellerin Anlass gäben. Demzu-

folge ist auch kein Erziehungsfähigkeitsgutachten einzuholen. 

4. Hauptbetreuungsperson von C._____ 

4.1. Die Vorinstanz erwog, es sei unbestritten, dass die Gesuchstellerin 

bisher die Hauptbezugsperson von C._____ gewesen sei. Die Tochter sei erst 

zweijährig und damit noch personenorientiert. Angesichts des jungen Alters sei 

davon auszugehen, dass sie sich in einer neuen Umgebung in Vancouver schnell 

einleben könnte, zumal sie Englisch spreche. Das Kriterium der Betreuungskonti-

nuität spreche damit klar dafür, die Verlegung des Aufenthaltsorts der Tochter 

nach Kanada zu bewilligen und die Tochter unter der alleinigen Obhut der Ge-

suchstellerin zu belassen. Gegen eine mehrheitliche persönliche Betreuung der 

- 31 - 

Tochter durch den Gesuchsgegner spreche das Kriterium der Betreuungskontinui-

tät. Der Gesuchsgegner könnte eine solche Betreuung aufgrund seiner Tätigkeit 

als selbständiger Zahnarzt auch kaum umsetzen (Urk. 65 S. 23). 

4.2. Der Gesuchsgegner wendet in seiner Replik ein, spätestens mit 

C._____s Fremdbetreuung sei die Gesuchstellerin nicht mehr vollumfängliche 

Hauptbetreuungsperson von C._____. Eine Zuteilung der alleinigen Obhut dürfe 

nicht (mehr) unter Berufung auf Solches an die Gesuchstellerin erfolgen. Auch 

mute es, nachdem bekannt sei, dass die Gesuchstellerin C._____ die ganze Wo-

che über fremdbetreuen lassen wolle, geradezu heuchlerisch an, wenn sie aus-

führen lasse, dass sie unbestrittene Hauptbezugsperson für die Tochter C._____ 

sei (Urk. 100 S. 5 f.). 

4.3. Die Gesuchstellerin entgegnet, sie sei nach wie vor die unbestrittene 

Hauptbezugsperson von C._____. Sie habe sich seit der Geburt um das Kind ge-

kümmert. Daran ändere auch der Besuch der Kindertagesstätte nichts. Es sei 

grundsätzlich davon auszugehen, dass Eigen- und Fremdbetreuung gleichwertig 

seien (Urk. 106 Rz. 25). 

4.4. Mit dem Entscheid über ein Begehren um behördliche Zustimmung 

zum Wechsel des Aufenthaltsorts nach Art. 301a Abs. 2 ZGB wird die bestehende 

Betreuungsregelung an eine neue Situation angepasst. Entsprechend bildet das 

bisher gelebte Betreuungsmodell den Ausgangspunkt der gerichtlichen Beurtei-

lung (BGE 142 III 481 E. 2.7; BGer 5A_637/2022 vom 9. Februar 2023, E. 3.2.3). 

Haben beide Elternteile das Kind weitgehend zu gleichen Teilen betreut (geteilte 

bzw. alternierende Obhut) und sind beide Teile weiterhin willens und in der Lage, 

persönlich oder im Rahmen eines im Kindeswohl liegenden Betreuungskonzeptes 

für das Wohl des Kindes zu sorgen, so ist die Ausgangslage gewissermassen 

neutral (BGE 142 III 481 E. 2.7). 

4.5. Die Tatsache, dass die Gesuchstellerin C._____ in Vancouver teilweise 

fremdbetreuen lässt, macht den Gesuchsgegner nicht zur Hauptbetreuungsper-

son. Letzteres ist und bleibt die Gesuchstellerin, womit sich diesbezüglich nichts 

an der vorinstanzlichen Beurteilung ändert. Sodann behauptet der Gesuchsgeg-

- 32 - 

ner zu Recht nicht, dass er als selbständiger Zahnarzt in der Lage wäre, C._____ 

vollumfänglich persönlich zu betreuen. Damit kann nicht von einer neutralen Aus-

gangslage gesprochen werden. 

5. Besuchs- und Kontaktrecht des Gesuchsgegners 

5.1. Die Vorinstanz erwog, mit Bezug auf den Ort der Ferienkontakte er-

scheine es sachgerecht, wenn diese sowohl in der Schweiz als auch in Kanada 

stattfänden, damit nicht nur der Gesuchsgegner die langen Reisen auf sich neh-

men müsse. C._____ sei die Reise von Vancouver nach Zürich und retour vor 

dem Hintergrund, dass ein Flug von Zürich nach Vancouver im Minimum zwölf 

Stunden dauere und die Zeitverschiebung zwischen den beiden Städten neun 

Stunden betrage, nur zweimal pro Jahr zuzumuten. Deshalb hätten nur zwei Feri-

enkontakte in der Schweiz und die übrigen Ferienbesuche in Kanada zu erfolgen 

(Urk. 65 S. 29). 

5.2. Der Gesuchsgegner rügt, es sei nicht einzusehen, weshalb ein Teil der 

Ferienkontakte in Kanada stattfinden solle. Der nicht berufstätigen Gesuchstelle-

rin sei es zuzumuten, C._____ jeweils zu ihm in die Schweiz zu bringen. Auch 

habe er das Recht, C._____ in seinem gewohnten Umfeld und in seinem Heim zu 

betreuen, womit auch Kontakte zu den Grosseltern und der Verwandtschaft väter-

licherseits möglich seien. Die Überseeflüge seien für C._____ auch zumutbar 

(Urk. 64 S. 18). 

5.3. Die Gesuchstellerin entgegnet, ein Überseeflug sei für ein zweijähriges 

Kind unbestritten eine immense Anstrengung. Würde dem gegnerischen Antrag 

gefolgt, müsste C._____ fünf Mal pro Jahr in die Schweiz reisen und damit pro 

Jahr zehn interkontinentale Langstreckenflüge auf sich nehmen. Offensichtlich 

würde dies zu einer enormen physischen und psychischen Belastung führen 

(Urk. 85 Rz. 50). Aufgrund der geltenden Offizial- und Untersuchungsmaxime sei 

das Obergericht zu ersuchen, die in Dispositiv-Ziffer 7 des vorinstanzlichen Urteils 

festgelegte Anzahl der Ferienkontakte des Gesuchsgegners mit C._____ in der 

Schweiz auf einmal pro Jahr zu reduzieren, sowie den Gesuchsgegner für be-

rechtigt zu erklären, einmal pro Jahr den Ferienkontakt ausserhalb Kanadas 

- 33 - 

wahrzunehmen. Die restlichen Ferienkontakte hätten in Kanada stattzufinden. 

Zudem sei der Gesuchsgegner berechtigt zu erklären, neu die letzte Woche des 

Kalenderjahres, die Woche nach Ostern, die Woche vor Pfingsten, vom 1. bis 

15. August sowie die erste Woche des Oktobers mit dem Kind zu verbringen. 

C._____ solle darüber hinaus während dem in Dispositiv-Ziffer 7 festgelegten 

Zeitraum zur Videotelefonie von 18 bis 20 Uhr Schweizer Zeit (9 bis 11 Uhr kana-

dische Zeit) regelmässig in der Kinderkrippe betreut werden. Deshalb sei auch die 

Anzahl der Videotelefonate von drei- auf zweimal wöchentlich zu reduzieren 

(Urk. 85 Rz. 51). Wie sich an der Erkältung von C._____ zeige, entsprächen die 

langen und regelmässigen Flugreisen nicht dem Wohl des zweijährigen Kindes. 

C._____ müsse zu viele physische und psychische Anstrengungen erleiden. Des-

halb sei der Anspruch auf Ferienkontakt in der Schweiz auf einmal pro Jahr zu re-

duzieren. Da ein Ferienkontakt in Nordamerika bzw. in an Kanada angrenzenden 

Ländern weniger lange Flugreisen benötige, sei der Gesuchsgegner berechtigt zu 

erklären, den Ferienkontakt einmal pro Jahr in einem anderen Land als Kanada, 

nicht aber in der Schweiz oder Europa auszuüben. Alle anderen Ferienkontakte 

hätten aus Gründen der Stabilität des Umfelds und der frühkindlichen Integration 

in Vancouver zu erfolgen (Urk. 85 Rz. 57). Es könne nicht dem Kindswohl ent-

sprechen, wenn der Ferienkontakt mehr als einmal pro Jahr in der Schweiz statt-

finde. Aufgrund der guten Eingewöhnung von C._____ in Vancouver würde die 

Durchführung des Ferienkontakts mehr als einmal pro Jahr in der Schweiz die 

Stabilität der Verhältnisse nachhaltig gefährden und C._____ in unverhältnismäs-

siger Weise aus dem gewöhnlichen Umfeld herausreissen (Urk. 85 Rz. 58). 

5.4. Zunächst ist auf den Umfang des Ferienbesuchsrechts und die Video-

telefonie einzugehen: 

5.4.1. Die Berufung hemmt die Rechtskraft und die Vollstreckbarkeit des an-

gefochtenen Entscheids im Umfang der Anträge (Art. 315 Abs. 1 ZPO). Die nicht 

angefochtenen Teile werden rechtskräftig, es sei denn, es handle sich um mehre-

re untrennbar verbundene Ansprüche (BSK ZPO-Spühler, Art. 315 N 2). Abgese-

hen davon kommt die Offizialmaxime nur innerhalb des Anfechtungsgegenstands 

zur Anwendung (BGer 5A_532/2020 vom 22. Juli 2020, E. 2). Nichts abzuleiten ist 

- 34 - 

aus der Untersuchungsmaxime, weil diese nur die Sammlung des Prozessstoffs 

betrifft. Auch das Novenrecht (E. II.4.) vermag die Teilrechtskraft nicht zu durch-

brechen. Wäre dies der Fall, würden nämlich die gesetzlichen Fristen für die Be-

rufung und – sofern eine Anschlussberufung möglich ist – für die Berufungsant-

wort ihres Sinnes entleert. 

5.4.2. Der Gesuchsgegner hat die gesamte Urteilsdispositiv-Ziffer 7 (folge-

richtig) nur für den Fall angefochten, dass der Wegzug nicht bewilligt wird. Im ge-

genteiligen Fall richtet sich seine Berufung nur gegen Absatz 2 von Dispositiv-

Ziffer 7 (Urk. 64 S. 2 f.). Dieser Absatz betrifft den Ort, wo die Ferienkontakte er-

folgen sollen, sowie die diesbezügliche Absprache der Parteien (Urk. 65 S. 78). 

Diese Fragen sind nicht untrennbar mit dem Umfang des Ferienbesuchsrechts 

und der Videotelefonie, welche ebenfalls in Dispositiv-Ziffer 7 geregelt werden, 

verbunden. Die Gesuchstellerin hätte diesbezüglich selber Berufung erheben 

müssen, da eine Anschlussberufung im summarischen Verfahren nicht zulässig 

ist (Art. 314 Abs. 2 ZPO). Vor diesem Hintergrund ist auf das Rechtsbegehren 1, 

welches die Gesuchstellerin in ihrer Berufungsantwort aufführt (Urk. 85 S. 2 f.), 

nicht einzutreten, soweit es sich auf den Umfang des Ferienbesuchsrechts und 

die Videotelefonie bezieht. 

5.4.3. Selbst wenn man die gesamte vorinstanzliche Urteilsdispositiv-Ziffer 7 

als von der Berufung erfasst ansehen würde, würde die Gesuchstellerin nicht 

durchdringen: 

5.4.3.1. Das Kindschaftsrecht ist in Kanada grundsätzlich provinzielles 

Recht. Der bundesrechtliche Divorce Act ist nur anwendbar, wenn es um eine 

Folgesache im Zusammenhang mit einer in Kanada ausgesprochenen Eheschei-

dung geht (Vincent Mayr, Kanada, in: Dieter Henrich/Anatol Dutta/Hans-Georg 

Ebert/Alexander Bergmann/Murad Ferid, Internationales Ehe- und Kindschafts-

recht, Stand: 1. Juli 2021, S. 1 ff., S. 41). Nach dem Recht der kanadischen Pro-

vinz British Columbia hat sich das Besuchsrecht ausschliesslich nach dem 

Kindswohl ("best interests of the child") zu richten (section 37 Abs. 1 Family Law 

Act [Stand: 27. September 2023], abrufbar unter 

https://www.bclaws.gov.bc.ca/civix/document/id/complete/statreg/11025_00, be-

- 35 - 

sucht am 15. Dezember 2023). Dies ist nur der Fall, wenn er die physische, psy-

chische und emotionale Sicherheit sowie das Wohlergehen des Kindes soweit wie 

möglich schützt (section 37 Abs. 3 Family Law Act). Es wird vermutet, dass ein 

grösstmöglicher Kontakt zu jedem Elternteil dem Kindswohl dient (Vincent Mayr, 

Kanada ⋅ British Columbia, in: Dieter Henrich/Anatol Dutta/Hans-Georg 

Ebert/Alexander Bergmann/Murad Ferid, Internationales Ehe- und Kindschafts-

recht, Stand: 1. Juli 2021, S. 1 ff., S. 55; Supreme Court of British Columbia, Jirh 

vs. Jirh, 21. Oktober 2014, 2014 BCSC 1973, Rz. 36 und 38 [abrufbar unter 

https://www.bccourts.ca/jdb-txt/SC/14/19/2014BCSC1973.htm, besucht am 

15. Dezember 2023]; ähnlich Supreme Court of British Columbia, Zonruiter vs. 

Matthews, 19. März 2020, 2020 BCSC 417, Rz. 24 und 34 [abrufbar unter 

https://www.bccourts.ca/jdb-txt/sc/20/04/2020BCSC0417.htm, besucht am 

15. Dezember 2023]). 

5.4.3.2. Die Vorinstanz hat dem Gesuchsgegner ein Ferienbesuchsrecht von 

insgesamt zehn Wochen pro Jahr zugestanden (Urk. 65 S. 78). Die Gesuchstelle-

rin möchte es auf sechs Wochen reduzieren, wobei der Gesuchsgegner mit seiner 

Tochter mit Ausnahme der Zeit vom 1. bis zum 15. August jeweils nur eine Woche 

Ferien verbringen soll (Urk. 85 S. 2). Sie begründet dies damit, dass sich heraus-

gestellt habe, dass die zweiwöchigen Ferienkontakte zu stark die Stabilität und 

die frühkindliche Integration von C._____ in Kanada beeinträchtigen würde 

(Urk. 85 Rz. 51). C._____ sei bei der Kindertagesstätte K._____ angemeldet ge-

wesen. Sie habe den Platz jedoch aufgrund des zweiwöchigen Ferienkontaktes 

vom 3. April 2023 bis zum 16. April 2023 in der Schweiz wieder verloren. Der Ver-

lust des Platzes unterstreiche den Fakt, dass dieses regelmässige zweiwöchige 

Herausreissen der Entwurzelung des Kindes Vorschub leiste. Würde man die vor-

instanzliche Regelung mit jeweils zweiwöchigen Ferienkontakten beibehalten, 

würde C._____ jedes Mal erneut aus dem Lern- und Sozialisierungsprozess der 

Kinderkrippe und bald des Kindergartens herausgerissen (Urk. 85 Rz. 57 f.). Die 

Gesuchstellerin widerspricht sich indessen, wenn sie an anderer Stelle ausführt, 

sie habe die extensive zehnwöchige Ferienbesuchsregelung nicht angefochten 

und sei bereit, diese zu akzeptieren (Urk. 85 Rz. 38). Sie übergeht sodann die 

psychologische Erkenntnis, wonach die Beziehung des Kindes zu beiden Eltern-

- 36 - 

teilen sehr wichtig ist und bei dessen Identitätsfindung eine entscheidende Rolle 

spielen kann (BGE 131 III 209 E. 4; BGer 5A_616/2020 vom 23. November 2020, 

E. 2.1.1; BGer 5A_831/2018 vom 23. Juli 2019, E. 6.2; BGer 5A_656/2016 vom 

14. März 2017, E. 4). Insbesondere in Fällen wie dem vorliegenden, in welchem 

der eine Elternteil nicht am Alltag des Kindes teilhaben kann, rechtfertigen sich 

ausgedehntere Ferienkontakte. Dies entspricht auch der Vorgabe des kanadi-

schen Rechts, wonach ein grösstmöglicher Kontakt anzustreben ist. Gerade um 

die Stabilität zu gewährleisten, ist es wichtig, dass C._____ den Kontakt zu ihrem 

Vater, welcher ebenso wie die Mutter eine wichtige Bezugsperson war und ist, 

nicht verliert. Daran ändert auch das Vorbringen der Gesuchstellerin nichts, wo-

nach der Gesuchsgegner die Ferienkontakte ausserhalb der Schweiz bis anhin 

nicht wahrgenommen habe (Urk. 115 S. 1). Sollte die Gesuchstellerin der Ansicht 

sein, die Kindertagesstätte in Kombination mit dem Ferienbesuchsrecht sei zu viel 

für das Kind, wird sie C._____ aus der Kindestagesstätte herausnehmen müssen. 

Der Kontakt zwischen Vater und Tochter geht vor. Im Übrigen ist darauf hinzuwei-

sen, dass die Vorinstanz der Gesuchstellerin allein deshalb kein Einkommen an-

gerechnet hat, weil sie davon ausging, dass sie C._____ selber betreuen werde 

(Urk. 65 S. 38). In den Kindergarten wird die Tochter erst im September nach 

Vollendung des fünften Altersjahrs eintreten 

(https://www2.gov.bc.ca/gov/content/education-training/k-12/support/full-day-

kindergarten, besucht am 15. Dezember 2023). Für den Fall, dass der vorliegen-

de Entscheid bis dahin ohnehin nicht abgeändert worden sein wird, ist darauf hin-

zuweisen, dass es auch im Schulbezirk West Vancouver in British Columbia 

Schulferien gibt (https://publicholidays.net/school-holidays/british-

columbia/school-district-45-west-vancouver/, besucht am 15. Dezember 2023), in 

denen der "Lern- und Sozialisierungsprozess" – wie in der Schweiz auch – unter-

brochen wird. 

5.4.3.3. Die Vorinstanz erklärte den Gesuchsgegner für berechtigt, mit 

C._____ dienstags, donnerstags und sonntags per Videotelefonie zwischen 

18 Uhr und 20 Uhr (Schweizer Zeit) zu kommunizieren (Urk. 65 S. 78). Die Ge-

suchstellerin möchte diese Kontakte auf dienstags und sonntags zwischen 17 Uhr 

und 19 Uhr (Schweizer Zeit) reduzieren (Urk. 85 S. 3). C._____ solle nämlich 

- 37 - 

während dem vorinstanzlich festgelegten Zeitraum regelmässig in der Kinderkrip-

pe betreut werden (Urk. 85 Rz. 51). Erneut ist auf die Vermutung des kanadi-

schen Rechts sowie die Bedeutung der Kontakte zwischen Vater und Tochter hin-

zuweisen. Es geht nicht an, letztere einzuschränken, damit C._____ die (nicht ob-

ligatorische) Kindertagesstätte besuchen kann. Dies gilt vorliegend umso mehr, 

als dass das Kind nicht fremdbetreut wird, um der Gesuchstellerin eine Erwerbs-

tätigkeit zu ermöglichen (dazu E. IV.4.5. ff.). Eine Anpassung der Uhrzeiten er-

scheint mit Blick auf die Tatsache, dass der Gesuchsgegner erwerbstätig und 

C._____s Besuch der Kindertagesstätte nicht obligatorisch ist, nicht angezeigt. 

5.5. Umstritten ist weiter der Ort, an welchem das Ferienbesuchsrecht aus-

zuüben ist: 

5.5.1. Die Vorinstanz hat auf die Flugdauer von im Minimum zwölf Stunden 

und die Zeitverschiebung von neun Stunden hingewiesen. Gestützt darauf hat sie 

es für C._____ nur zweimal pro Jahr für zumutbar erachtet, in die Schweiz zu rei-

sen (Urk. 65 S. 29). Der Gesuchsgegner behauptet pauschal, C._____ seien 

mehr Reisen zumutbar (Urk. 64 S. 18). Er geht weder auf die Reisezeit noch die 

Zeitverschiebung ein. Damit genügt er den Begründungsanforderungen nicht 

(E. II.3.). 

5.5.2. Hinsichtlich der Vorbringen der Gesuchstellerin (Urk. 85 S. 26 f.) ist – 

soweit sie mit ihnen die vorinstanzlichen Erwägungen kritisiert – Folgendes fest-

zuhalten: Für C._____ ist es im Hinblick auf die Identitätsfindung auch wichtig, 

nicht nur Kontakt zum Vater, sondern auch zu dessen Verwandtschaft (insbeson-

dere den Grosseltern) zu haben. Sie soll auch die Kultur und die Eigenheiten ihrer 

früheren Heimat kennenlernen dürfen. Es leuchtet nicht ein, weshalb Ferienkon-

takte ausserhalb Vancouvers die Integration gefährden sollten. So besteht auch 

bei nationalen Sachverhalten grundsätzlich keine Pflicht, die Ferien am Wohnsitz 

des Kindes zu verbringen. Es kann sodann nicht angehen, dass sich der Ge-

suchsgegner während der wenigen Zeit, die ihm mit seiner Tochter noch verbleibt, 

nach einer allfälligen Kinderbetreuung (siehe Urk. 85 S. 2) zu richten hat. Das Fe-

rienbesuchsrecht soll es dem nicht obhutsberechtigten Elternteil nämlich gerade 

ermöglichen, ungestört die Beziehung zum Kind zu pflegen. Vor diesem Hinter-

- 38 - 

grund erscheint es nicht verhältnismässig, das Ferienbesuchsrecht des Gesuchs-

gegners in örtlicher Hinsicht weiter einzuschränken. 

5.5.3. In seiner Stellungnahme vom 31. August 2023 bringt der Gesuchs-

gegner neu vor, er habe sein Ferienbesuchsrecht an Pfingsten in Kanada nicht 

ausgeübt, weil er um sein Leben fürchte. So sei er, wie bereits erwähnt, vom Bru-

der der Gesuchstellerin immer wieder massiv bedroht worden. Diese Drohungen 

nehme er ernst und habe Angst, man würde ihm bei einem Aufenthalt in Kanada 

etwas antun. Auch aus diesem Grund seien die Ferienkontakte wie beantragt in 

der Schweiz auszuüben (Urk. 112 S. 2 f.). In seiner Berufungsschrift vom 6. März 

2023 begründete er seinen Antrag nicht mit Drohungen seitens des Bruders der 

Gesuchstellerin (Urk. 64 S. 18). In seiner Eingabe vom 23. Juni 2023 sind die Be-

schimpfungen des Bruders zwar ein Thema; dass sich der Gesuchsgegner aber 

deshalb vor ihm fürchte, bringt er dort nicht vor (Urk. 100 S. 8). Es ist somit nicht 

davon auszugehen, dass er zu diesem Zeitpunkt Angst hatte. In seiner Eingabe 

vom 31. August 2023 zeigt der Gesuchsgegner sodann nicht auf, wann diese 

Drohungen erfolgt sein sollen und worin sie bestanden hätten (siehe Urk. 112 

S. 2 f.). Damit genügt er seiner Substantiierungsobliegenheit nicht. Im Übrigen 

orientiert sich das Besuchsrecht am Kindswohl (E. III.5.4.3.1.). C._____ wären 

zusätzliche Reisen zum Gesuchsgegner in die Schweiz höchstens dann zuzumu-

ten, wenn einer allfälligen Gefahr durch den Bruder der Gesuchstellerin nicht an-

ders (beispielsweise durch den Beizug der kanadischen Polizei, Erwirkung eines 

Annäherungsverbots oder Ausübung des Besuchsrechts in einem näher gelege-

nen sicheren Drittstaat) begegnet werden könnte. In diesem Zusammenhang ist 

darauf hinzuweisen, dass Kanada ein grosses Land ist und der Gesuchsgegner 

nicht verpflichtet ist, das Besuchsrecht in der Nähe des Bruders der Gesuchstelle-

rin auszuüben. 

5.6. Zusammenfassend bleibt es beim vorinstanzlich angeordneten Be-

suchs- und Kontaktrecht des Gesuchsgegners. 

- 39 - 

6. Ergebnis 

Die Berufung ist unbegründet, soweit auf sie eingetreten werden kann und 

soweit sie sich gegen den Wegzug, die Obhut und das Besuchsrecht richtet. Die 

Dispositiv-Ziffern 4, 5, 6 und 7 des Urteils des Einzelgerichts im summarischen 

Verfahren am Bezirksgericht Zürich, 4. Abteilung, vom 23. Februar 2023 sind zu 

bestätigen (Art. 318 Abs. 1 lit. a ZPO). 

IV. Unterhalt 

1. Anwendbares Recht 

1.1. Art. 49 IPRG und Art. 83 Abs. 1 IPRG verweisen auf das Haager Über-

einkommen über das auf Unterhaltspflichten anzuwendende Recht vom 

2. Oktober 1973 (HUntÜ; SR 0.211.213.01). Dieses gilt erga omnes (das heisst 

gegenüber jedem beliebigen ausländischen Staat; Art. 3 HUntÜ). Art. 5 HUntÜ 

knüpft an die ausländische Staatsangehörigkeit Rechtswirkungen an. Aufgrund 

der kanadischen Staatsangehörigkeit der Gesuchstellerin und von C._____ 

(E. I.1.) bestand hinsichtlich des Unterhalts von Anfang an (und nicht erst seit ih-

rem Wegzug nach Vancouver) ein internationaler Sachverhalt. Das Haager Über-

einkommen von 1973 ersetzt in den Beziehungen zwischen den Staaten, die Ver-

tragsparteien sind, das (Haager) Übereinkommen über das auf Unterhaltsver-

pflichtungen gegenüber Kindern anzuwendende Recht vom 24. Oktober 1956 

(SR 0.211.221.431; Art. 18 Abs. 1 HUntÜ). Kanada hat weder das Übereinkom-

men von 1973 noch jenes von 1956 ratifiziert. Die Gegenseitigkeitserklärung zwi-

schen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Regierung der Provinz 

Britisch Kolumbien im Bereich der Anerkennung, Vollstreckung, Schaffung und 

Abänderung von Unterhaltsverpflichtungen vom 5. Juni 2013 

(SR 0.211.213.232.3) regelt das anwendbare Recht sodann nicht. Letzteres ist 

nach dem Haager Übereinkommen von 1973 zu bestimmen, da dieses unabhän-

gig vom Erfordernis der Gegenseitigkeit gilt (Art. 3 HUntÜ). 

1.2. Grundsätzlich ist das Recht am gewöhnlichen Aufenthalt der unter-

haltsberechtigten Person anzuwenden. Ein Aufenthaltswechsel ist dabei zu be-

achten (Art. 4 HUntÜ). Die Schweiz hat aber den Vorbehalt nach Art. 15 HUntÜ 

- 40 - 

angebracht (Art. 1 Abs. 1 Ziff. 2 des Bundesbeschlusses betreffend das internati-

onale Haager Übereinkommen über die Unterhaltspflichten vom 4. März 1976 

[AS 1976, S. 1557; abrufbar unter 

https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/300015 

46.pdf?ID=30001546, besucht am 15. Dezember 2023]). Demzufolge ist schwei-

zerisches Recht anwendbar, wenn sowohl der Berechtigte als auch der Verpflich-

tete schweizerische Staatsangehörige sind und der Verpflichtete in der Schweiz 

seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat. 

1.3. Beide Parteien wie auch ihre Tochter haben (auch) die schweizerische 

Staatsangehörigkeit (E. I.1.). Der Gesuchsgegner wohnt sodann in der Schweiz. 

Demzufolge kommt hinsichtlich des Unterhalts schweizerisches Recht zur An-

wendung und zwar bezüglich der Zeit vor wie auch jener nach dem Wegzug. 

2. Ehegattenunterhaltsbeiträge 

2.1. Wie bereits erwähnt, hat der Gesuchsgegner die vorinstanzlich festge-

setzten Ehegattenunterhaltsbeiträge (Urteilsdispositiv-Ziffer 10) nicht angefochten 

(E. II.1.). Die Gesuchstellerin hat selber keine Berufung erhoben. Sie beantragt 

mit ihrem Rechtsbegehren 3 in ihrer Berufungsantwort indessen, es seien im 

Rahmen der geltenden Offizial- und Untersuchungsmaxime die in Dispositiv-

Ziffer 10 festgelegten Ehegattenunterhaltsbeiträge ab dem Wegzug nach Kanada 

entsprechend des nach unten zu reduzierenden Steuerbetreffnisses und der re-

sultierenden Erhöhung des Überschussanteils zu erhöhen, mindestens jedoch auf 

Fr. 7'000.– (Urk. 85 S. 3). 

2.2. Der Gesuchsgegner wendet ein, die Gesuchstellerin stelle einen eige-

nen materiellen Antrag, womit sie sinngemäss Anschlussberufung erhebe. Eine 

solche sei jedoch gemäss Art. 314 Abs. 2 ZPO im summarischen Verfahren nicht 

zulässig. Auf das Rechtsbegehren 3 sei demzufolge nicht einzutreten, zumal hin-

sichtlich des Ehegattenunterhalts die Dispositionsmaxime gelte (Urk. 100 S. 3). 

2.3. Die Gesuchstellerin entgegnet, der Ehegattenunterhalt unterliege zwar 

der Dispositionsmaxime; für die Sachverhaltsfeststellung gelte aber die be-

- 41 - 

schränkte Untersuchungsmaxime. Zwischen Kinder- und Ehegattenunterhalt be-

stehe eine Interdependenz. Sofern die im Zusammenhang mit dem Kindesunter-

halt gewonnenen Erkenntnisse auch für den ehelichen Unterhalt relevant seien, 

könnten diese auch für diesen fruchtbar gemacht werden (Urk. 106 Rz. 1). Das 

Obergericht könne im vorliegenden Berufungsverfahren ohne entsprechenden 

Antrag über den Kindesunterhalt befinden. In dieser Situation könne eine Verlet-

zung der uneingeschränkten Untersuchungsmaxime auch zu einer Abänderung 

des im oberinstanzlichen Verfahren nicht angefochtenen Ehegattenunterhalts füh-

ren. Entsprechend der für die Sachverhaltsfeststellung geltenden Offizial- und Un-

tersuchungsmaxime sei auf das Rechtsbegehren 3 der Gesuchstellerin durchaus 

einzutreten (Urk. 106 Rz. 2). 

2.4. Wie bereits erwähnt, hemmt die Berufung die Rechtskraft des ange-

fochtenen Entscheids nur im Umfang der Anträge (E. II.1.). Die nicht angefochte-

nen Teile werden grundsätzlich rechtskräftig. Dies gilt auch im Anwendungsbe-

reich der Offizialmaxime, denn auch hier steht es in der Disposition der Parteien, 

ob sie ein Rechtsmittel ergreifen wollen und falls ja, in welchem Umfang (BGE 

137 III 617 E. 4.5.3). Die Offizialmaxime (wie auch der Untersuchungsgrundsatz) 

gelten sodann nur innerhalb des Anfechtungsgegenstands (E. III.5.4.1.). Eine 

Ausnahme sieht Art. 282 Abs. 2 ZPO lediglich in Fällen vor, in welchen der Unter-

haltsbeitrag für den Ehegatten angefochten wird; dann kann die Rechtsmitte-

linstanz auch die nicht angefochtenen Kinderunterhaltsbeiträge neu beurteilen. 

Diese Vorschrift gestattet aber keine Neubeurteilung des Ehegattenunterhalts von 

Amtes wegen, wenn ausschliesslich der Kinderunterhalt angefochten wird (BGE 

149 III 172 E. 3.4.1; BGer 5A_204/2018 vom 15. Juni 2018, E. 4.1; BGer 

5A_704/2013 vom 15. Mai 2014, E. 3.4; BGer 5A_906/2012 vom 18. April 2013, 

E. 6.2.2). Eine analoge Anwendung von Art. 282 Abs. 2 ZPO auf die vorliegende 

Konstellation (Anfechtung der Kinderunterhaltsbeiträge, nicht aber derjenigen für 

den Ehegatten) rechtfertigt sich nur in Fällen, in denen die Kinder- und Ehegat-

tenalimente ins betreibungsrechtliche Existenzminimum des Unterhaltsschuldners 

eingriffen, während auf der Gegenseite ein Überschuss erwirtschaftet würde (aus-

führlich dazu OGer ZH LE210022 vom 02.12.2021, E. III.9.7. [S. 37 ff.]). Dies ist 

vorliegend nicht der Fall. Daran ändern auch die von der Gesuchstellerin zitierten 

- 42 - 

(Urk. 106 Rz. 2) Entscheide (BGE 128 III 411 E. 3.2.2; BGer 5A_119/2021 vom 

14. September 2021, E. 6.2; BGer 5A_361/2011 vom 7. Dezember 2011, E. 5.3.2) 

nichts. In allen diesen Fällen ist nämlich die Konstellation angesprochen, in wel-

cher der Ehegattenunterhalt im zweitinstanzlichen Verfahren (mit-)angefochten 

worden ist. 

2.5. Zusammenfassend ist Urteilsdispositiv-Ziffer 10 mit unbenutztem Ab-

lauf der Berufungsfrist rechtskräftig geworden. Auf das Rechtsbegehren 3 der 

Gesuchstellerin ist nicht einzutreten. 

3. Sparquote 

3.1. Die Vorinstanz erwog, der Gesuchsgegner beziffere keine Sparquote. 

Vielmehr mache er Ausführungen zu den bisherigen Lebenshaltungskosten der 

Familie, ohne indessen eine detaillierte Bedarfsberechnung vorzunehmen 

(Urk. 65 S. 61). In der Folge ermittelte die Vorinstanz die Sparquote anhand der 

eingereichten Unterlagen (insbesondere der Steuererklärungen; Urk. 65 S. 61 ff.). 

Sie errechnete per 31. Dezember 2019 einen Vermögensstand von 

Fr. 1'205'956.–, per 31. Dezember 2020 einen solchen von Fr. 1'657'792.35 und 

per 31. Dezember 2021 einen solchen von Fr. 1'600'238.55. Daraus folgerte sie, 

dass das Vermögen der Parteien innert zweier Jahre um Fr. 394'282.55 zuge-

nommen habe, was Fr. 16'429.– pro Monat ergebe (Urk. 65 S. 63). Berücksichtige 

man die trennungsbedingten Mehrkosten, betrage die Sparquote in der ersten 

Phase Fr. 11'785.– und in der zweiten Fr. 13'635.– (Urk. 65 S. 64). 

3.2. Die Gesuchstellerin rügt, zwar habe das Gericht den Sachverhalt von 

Amtes wegen festzustellen oder gegebenenfalls zu erforschen; dies ändere aber 

nichts an der Mitwirkungspflicht des Unterhaltsschuldners. Dieser habe die Spar-

quote zu behaupten, beziffern und soweit möglich zu belegen. Der Gesuchsgeg-

ner habe die ihm zugesprochene Sparquote von Fr. 11'785.– vor dem Wegzug 

nach Kanada und in Höhe von Fr. 13'635.– weder behauptet noch beziffert 

(Urk. 85 Rz. 86). Die von der Vorinstanz beobachtete Vermögensentwicklung ha-

be lediglich im Jahr 2020 einen Vermögenszuwachs verzeichnet, während das 

Vermögen im Jahr 2021 um Fr. 57'554.– gesunken sei. Das Jahr 2020 sei vorlie-

- 43 - 

gend nicht relevant und im Jahr 2021 habe es nachweislich keine Sparquote ge-

geben. Die Daten für das Jahr 2022 seien nicht vorhanden. Es sei nicht haltbar, 

dass die Vorinstanz die Sparquote aus dem Jahr 2020 im Jahr 2023 anwende 

(Urk. 85 Rz. 87). 

3.3. Der Gesuchsgegner äussert sich soweit ersichtlich nicht dazu (siehe 

Urk. 100 S. 10 ff.). Er zeigt namentlich nicht auf, dass er eine Sparquote rechts-

genügend beziffert und gegebenenfalls in welcher Eingabe er dies getan hätte. 

3.4. Die berufungsbeklagte Partei kann, ohne Anschlussberufung zu erhe-

ben, in ihrer Berufungsantwort eigene Rügen vortragen, um aufzuzeigen, dass 

der angefochtene Entscheid im Ergebnis richtig ist (BGer 4A_258/2015 vom 

21. Oktober 2015, E. 2.4.2). Im Anwendungsbereich der Offizialmaxime sind sol-

che Rügen selbst dann beachtlich, wenn sie dazu führen, dass der erstinstanzli-

che Entscheid zu Ungunsten der berufungsklagenden Partei abgeändert wird 

(E. IV.13.2.). 

3.5. Eine Sparquote ist vom Überschuss abzuziehen, sofern sie nachge-

wiesen wird (BGE 147 III 265 E. 7.3 [S. 285]). Dies gilt jedenfalls insoweit, als sie 

nicht durch die trennungsbedingten Mehrkosten aufgebraucht wird (BGer 

5A_144/2023 vom 26. Mai 2023, E. 4.3.2). Der Unterhaltsschuldner, der eine 

Sparquote behauptet, trägt hierfür die Behauptungs- und Beweislast. Dass das 

Gericht den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen (Art. 272 ZPO; Art. 277 

Abs. 3 ZPO) oder gegebenenfalls zu erforschen hat (Art. 296 Abs. 1 ZPO), ent-

hebt ihn zwar von der subjektiven Beweislast oder Beweisführungslast, ändert 

aber nichts an seiner Mitwirkungspflicht, aufgrund derer die Sparquote behauptet, 

beziffert und soweit möglich belegt werden muss (BGE 140 III 485 E. 3.3; siehe 

BGer 5A_144/2023 vom 26. Mai 2023, E. 4.3.2). Wird eine Sparquote nicht be-

hauptet oder nicht bewiesen, so ist davon auszugehen, dass die Parteien wäh-

rend des Zusammenlebens sämtliche Mittel für die laufende Lebenshaltung ver-

wendet haben (BGer 5A_144/2023 vom 26. Mai 2023, E. 4.4.2). Als Referenzpe-

riode für die Sparquote gelten grundsätzlich die letzten zwölf Monate vor der 

Trennung (OGer ZH LE210005 vom 24.09.2021, E. III.1.6. mit weiteren Hinwei-

sen). 

- 44 - 

3.6. Die Vorinstanz stellte fest, dass der Gesuchsgegner keine Sparquote 

beziffert habe (Urk. 65 S. 61). Allein deshalb hätte sie keine solche berücksichti-

gen dürfen. Weiter ging sie nur für das Jahr 2020 von einem Vermögenszuwachs 

aus, während sie für 2021 einen Vermögensverlust errechnete (Urk. 65 S. 63). 

Die Parteien haben sich am 12. Oktober 2022 getrennt (Urk. 65 S. 76). Massge-

bend ist damit grundsätzlich der Zeitraum zwischen dem 1. Oktober 2021 und 

dem 30. September 2022. Für diesen Zeitraum wurde keine Sparquote behauptet. 

Es ist mithin davon auszugehen, dass keine solche vorlag. Würde man der Ein-

fachheit halber das Jahr 2021 heranziehen, so läge selbst nach Berechnung der 

Vorinstanz keine Sparquote vor. 

4. Fremdbetreuungskosten 

4.1. Die Vorinstanz erwog, die Gesuchstellerin mache für die erste Phase 

Fremdbetreuungskosten von Fr. 1'000.– und für die zweite solche von Fr. 900.– 

geltend. Sie bringe vor, es sei zwecks sozialer Integration und für eine gute früh-

kindliche Entwicklung notwendig, dass C._____ für drei Halbtage eine Kinderta-

gesstätte besuche (Urk. 65 S. 51). Es sei unbestritten, dass die Gesuchstellerin 

während ungetrennter Ehe die Hauptbetreuungsperson von C._____ gewesen sei 

und diese – bis auf wenige Tage – keine Krippe besucht habe. Fremdbetreuungs-

kosten wären nur dann zu berücksichtigen, wenn die Gesuchstellerin erwerbstätig 

wäre, was nicht der Fall sei. Deshalb könne man diese Position in beiden Phasen 

nicht berücksichtigen (Urk. 65 S. 51 f.). 

4.2. In ihrer Berufungsantwort vom 24. April 2023 rügt die Gesuchstellerin 

diese vorinstanzlichen Erwägungen nicht (siehe Urk. 85 Rz. 60 ff.). Sie bringt in-

dessen am 23. Mai 2023 vor, dass C._____ ab dem 2. Juni 2023 an zwei Tagen 

den Kindergarten L._____ besuche. Die Betreuungskosten für Juni 2023 betrügen 

CAD 840.– bzw. Fr. 560.–. Ab Juli 2023 werde C._____ an drei Tagen pro Woche 

den Kindergarten besuchen. Dies werde CAD 1'073.– oder Fr. 715.– kosten. So-

bald zwei weitere Tage pro Woche frei würden, sei geplant, dass C._____ den 

Kindergarten zur Eingewöhnung in ihrer neuen Umgebung und auch zur sprachli-

chen Eingewöhnung an fünf Tagen in der Woche besuchen werde. Bisher seien 

keine ausreichenden Plätze frei gewesen. Der Kindergarten erwarte jedoch, dass 

- 45 - 

dies ab September 2023 der Fall sein werde. Die Kosten würden in diesem Fall 

CAD 1'288.– oder Fr. 860.– pro Monat betragen (Urk. 94 S. 1 f.). Am 13. Juli 2023 

ergänzt die Gesuchstellerin, es wäre stossend, ihr ein hypothetisches Einkommen 

anzurechnen, denn sie gehe keiner Erwerbstätigkeit nach. Im Übrigen genüge 

das Einkommen des Gesuchsgegners, um den ausgewiesenen Bedarf zu decken 

(Urk. 106 Rz. 56). Aktuell besuche C._____ die L._____ lediglich drei bis vier 

Stunden. Die Gesuchstellerin habe daher immer noch keine Eigenversorgungs-

kapazität. Die Fremdbetreuung diene auch nicht dem Arbeitserwerb der Gesuch-

stellerin, sondern geschehe im Interesse der frühkindlichen Entwicklung und För-

derung von C._____ (Urk. 106 Rz. 57). Entgegen der gegnerischen Auffassung 

sei die fehlende Eigenversorgungskapazität auch bei einer zwei- oder fünftägigen 

Fremdbetreuung auf die Kinderbetreuung zurückzuführen, da sie generell durch 

die Kinderbetreuung und die gelebte Hausgattenehe entstanden sei. Die Gesuch-

stellerin habe sich nicht auf ihre Karriere und ihr Berufsleben konzentrieren kön-

nen. Darüber hinaus entfalle die Betreuung von C._____ durch die Mutter bei der 

aktuell an zwei bis drei Tagen während drei bis vier Stunden dauernden Fremdbe-

treuung keinesfalls komplett. C._____ sei noch in einem Alter, wo sie ausserhalb 

der Kindergartenzeiten eine hochqualitative Betreuung und Erziehung durch die 

Mutter brauche (Urk. 106 Rz. 58). Es werde bestritten, dass die Gesuchstellerin in 

Kanada Fr. 5'000.– monatlich verdienen könne (Urk. 106 Rz. 61). Bei überdurch-

schnittlichen Verhältnissen wie vorliegend könne man Fremdbetreuungskosten 

auch ohne Eigenversorgungskapazität der Gesuchstellerin anrechnen. Damit 

werde ihr eine ausreichende Übergangsphase von mindestens zwölf Monaten für 

die Wiedereingliederung ins Berufsleben gewährleistet. Sie werde Zeit brauchen, 

um gegebenenfalls eine notwendige Ausbildung in Vancouver abzuschliessen 

und sich für passende Anstellungen zu bewerben (Urk. 106 Rz. 62). Am 

22. September 2023 ergänzt sie, C._____ gehe aktuell nach wie vor während 

zwei bis drei Tagen in die Kindertagesstätte. Ab Oktober 2023 werde sie diese 

während rund vier Tagen für jeweils einige Stunden besuchen. Die Kosten wür-

den sich auf monatlich CAD 1'455.– oder rund Fr. 980.– belaufen (Urk. 114 

Rz. 7 f.). 

- 46 - 

4.3. Der Gesuchsgegner erwidert, mit der Fremdbetreuung seien die Vo-

raussetzungen für einen Betreuungsunterhalt nicht mehr gegeben. Dieser solle 

nämlich die Lebenshaltungskosten des hauptbetreuenden Elternteils decken, so-

lange dessen fehlende Eigenversorgungskapazität auf die Kinderbetreuung zu-

rückzuführen sei (Urk. 100 S. 11). In der Schweiz habe die Gesuchstellerin mit ei-

nem Praktikum in einem 80 %-Pensum einen monatlichen Verdienst von rund 

Fr. 4'000.– erzielen können. Damit werde sie in der Lage sein, in einem Vollzeit-

pensum in Kanada – dem Land, zu welchem sie gemäss eigenen Ausführungen 

eine sehr enge Beziehung habe und dessen Kultur sie sehr gut kenne – ohne 

Weiteres einen Verdienst in zumindest der doppelten Höhe erzielen können. Nur 

schon mit einem 60 %-Pensum könne sie zumindest Fr. 5'000.– verdienen. Damit 

könne sie ihre Lebenshaltungskosten in Kanada ohne Weiteres vollständig selber 

finanzieren. Ab dem Zeitpunkt, in welchem C._____ fünf Tage pro Woche ganz-

tags fremdbetreut werde, sei ein Pensum von 100 % anzurechnen. Dies werde 

nach Angaben der Gesuchstellerin ab September 2023 der Fall sein (Urk. 100 

S. 11 f.). Die Gesuchstellerin habe im Mai 2023 behauptet, dass C._____ ab Sep-

tember 2023 ganztags und zwar an fünf Tagen in der Woche in den Kindergarten 

gehen werde. Es sei eindeutig von einer ganztägigen Betreuung die Rede gewe-

sen (Urk. 112 S. 3