# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 43be4079-a96b-5a6e-8d33-9ff7bf82a40b
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2024-05-30
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 30.05.2024 D-3349/2024
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-3349-2024_2024-05-30.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-3349/2024 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  3 0 .  M a i  2 0 2 4   

Besetzung 
 Einzelrichter Simon Thurnheer, 

mit Zustimmung von Richterin Susanne Genner;   

Gerichtsschreiberin Leslie Werne. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Algerien,  

(…),   

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung  

(Dublin-Verfahren - Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG);  

Verfügung des SEM vom 17. Mai 2024 / N (…). 

 

 

 

D-3349/2024 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass der Beschwerdeführer am 2. April 2024 in der Schweiz um Asyl 

nachsuchte, 

dass ein Abgleich mit der europäischen Fingerabdruck-Datenbank (Zent-

raleinheit Eurodac) vom 6. Mai 2024 ergab, dass er am 4. November 2021 

bereits in Frankreich und am 20. Juni 2022 in Deutschland um Asyl nach-

gesucht hatte, 

dass das SEM dem Beschwerdeführer am 15. Mai 2024 – im Beisein sei-

ner Rechtsvertretung – das rechtliche Gehör zu einem allfälligen Nichtein-

tretensentscheid und einer Überstellung nach Frankreich sowie Deutsch-

land gewährte, 

dass er sich zu einer Überstellung nach Frankreich mit dem Einwand ab-

lehnend äusserte, man habe ihm mitgeteilt, dass Frankreich nicht mehr für 

die Behandlung seines Asylgesuchs zuständig sei,  

dass er sich zu einer Überstellung nach Deutschland ebenfalls ablehnend 

äusserte und vorbrachte, dass er dort einige Jahre im Gefängnis gewesen 

sei und mit anderen Insassen Probleme gehabt habe, die ihn nun weiter 

bedrohen würden; zudem habe er in Deutschland keine finanzielle Unter-

stützung erhalten,  

dass er seinen Gesundheitszustand betreffend angab, er sei psychisch an-

geschlagen und habe Augenprobleme, 

dass das SEM gleichentags die deutschen Behörden um Übernahme des 

Beschwerdeführers gestützt auf Art. 18 Abs. 1 Bst. b der Verordnung (EU) 

Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 

2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mit-

gliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Drittstaatsangehörigen 

oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten Antrags auf internatio-

nalen Schutz zuständig ist (Dublin-III-VO) ersuchte, 

dass dem Übernahmeersuchen am 16. Mai 2024 von Deutschland gestützt 

auf Art. 18 Abs. 1 Bst. d Dublin-III-VO entsprochen wurde, 

dass das SEM mit Verfügung vom 17. Mai 2024 – eröffnet am 23. Mai 

2024 – in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31) auf 

sein Asylgesuch nicht eintrat, seine Wegweisung nach Deutschland 

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Seite 3 

anordnete und den Beschwerdeführer aufforderte, die Schweiz am Tag 

nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen, 

dass es gleichzeitig auf die einer allfälligen Beschwerde von Gesetzes we-

gen fehlende aufschiebende Wirkung hinwies und den Kanton B._______ 

mit dem Vollzug der Wegweisung beauftragte, 

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 28. Mai 2024 (Poststempel) 

gegen diese Verfügung beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde er-

hob und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die 

Vorinstanz anzuweisen, auf das Asylgesuch einzutreten,  

dass der Beschwerdeführer in verfahrensrechtlicher Hinsicht um Gewäh-

rung der unentgeltlichen Prozessführung inklusive Kostenvorschussver-

zicht ersuchte und beantragte, der Beschwerde sei die aufschiebende Wir-

kung zu erteilen, 

dass die vorinstanzlichen Akten dem Bundesverwaltungsgericht am 

28. Mai 2024 in elektronischer Form vorlagen (vgl. Art. 109 Abs. 3 AsylG), 

und zieht in Erwägung, 

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls – in der Re-

gel und auch vorliegend – endgültig über Beschwerden gegen Verfügun-

gen (Art. 5 VwVG) des SEM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31‒33 

VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG), 

dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 48 

Abs. 1 VwVG), 

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu-

treten ist (Art. 108 Abs. 3 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG), 

dass mit der vorliegenden Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht 

(einschliesslich Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die 

unrichtige und unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachver-

halts gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), 

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dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das 

SEM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen 

(Art. 31a Abs. 1–3 AsylG), die Beurteilungskompetenz der Beschwerde- 

instanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu 

Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 3.1; 

2012/4 E. 2.2, je m.w.H.), 

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich, 

wie nachfolgend aufgezeigt wird, um eine solche handelt, weshalb das Ur-

teil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG), 

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf einen Schriftenwechsel ver-

zichtet wurde, 

dass auf Asylgesuche in der Regel nicht einzutreten ist, wenn Asylsu-

chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des 

Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a 

Abs. 1 Bst. b AsylG), 

dass gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO jeder Asylantrag von einem einzi-

gen Mitgliedstaat geprüft wird, der nach den Kriterien des Kapitels III als 

zuständiger Staat bestimmt wird,  

dass das Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Mitgliedstaates ein-

geleitet wird, sobald in einem Mitgliedstaat erstmals ein Asylantrag gestellt 

wird (Art. 20 Abs. 1 Dublin-III-VO), wobei im Rahmen des sogenannten 

Wiederaufnahmeverfahrens (engl.: take back) grundsätzlich keine (er-

neute) Zuständigkeitsprüfung nach Kapitel III stattfindet und die Zuständig-

keit beziehungsweise die Verpflichtung des Mitgliedstaates zur Wiederauf-

nahme sich direkt aus Art. 18 Abs. 1 Bst. b–d beziehungsweise Art. 20 

Abs. 5 Dublin-III-VO ergibt (vgl. Urteil des Gerichtshofs der Europäischen 

Union [EuGH; Grosse Kammer] vom 2. April 2019, H. und R., C 582/17 und 

C-583/17, EU:C:2019:280, Rn. 47–50; BVGE 2019 VI/7 E. 4-6, 2017 VI/5 

E. 6.2 und 8.2.1 m.H.),  

dass ein Abgleich der Fingerabdrücke des Beschwerdeführers mit der «Eu-

rodac»-Datenbank ergab, dass er am 20. Juni 2022 in Deutschland um 

Asyl nachgesucht hatte (vgl. A7/1), 

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Seite 5 

dass, nachdem die deutschen Behörden dem Gesuch um Rückübernahme 

gestützt auf Art. 18 Abs. 1 Bst. d Dublin-III-VO ausdrücklich zugestimmt ha-

ben, die staatsvertragliche Zuständigkeit Deutschlands zur Behandlung 

des Asyl- und Wegweisungsverfahrens grundsätzlich gegeben ist, was der 

Beschwerdeführer denn auch nicht bestreitet, 

dass das Bundesverwaltungsgericht in seiner konstanten Rechtsprechung 

nicht davon ausgeht, das Asylverfahren und die Aufnahmebedingungen in 

Deutschland wiesen systemische Schwachstellen im Sinne von Art. 3 

Abs. 2 Sätze 2 und 3 Dublin-III-VO auf (vgl. zuletzt statt vieler Urteile des 

BVGer F-2683/2024 vom 22. Mai 2022 E. 5),  

dass der Beschwerdeführer dies zu Recht nicht in Frage stellt, weshalb 

sich weitere Ausführungen dazu erübrigen,  

dass unter diesen Umständen die Anwendung von Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-

VO nicht gerechtfertigt und eine Übernahme der Zuständigkeit gestützt auf 

die genannte Bestimmung nicht angezeigt ist,  

dass jeder Mitgliedstaat abweichend von Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO be-

schliessen kann, einen bei ihm gestellten Antrag auf internationalen Schutz 

zu prüfen, auch wenn er nach den in dieser Verordnung festgelegten Kri-

terien nicht für die Prüfung zuständig ist (Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-

VO; sog. Selbsteintrittsrecht), 

dass Art. 29a Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1, 

SR 142.311) das Selbsteintrittsrecht landesrechtlich konkretisiert und ge-

mäss dieser Bestimmung das SEM das Asylgesuch «aus humanitären 

Gründen» auch dann behandeln kann, wenn dafür gemäss Dublin-III-VO 

ein anderer Staat zuständig wäre, 

dass der Selbsteintritt zwingend ist, wenn individuelle völkerrechtliche 

Überstellungshindernisse vorliegen (vgl. BVGE 2015/9 E. 8.2.1), 

dass der Beschwerdeführer (sinngemäss) Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 (sowie 

Art. 17 Dublin-III-VO) anruft und geltend macht, er werde in Deutschland 

durch Dritte an Leib und Leben bedroht und die deutschen Behörden wür-

den ihn nicht schützen, 

dass mit diesen Vorbringen kein konkretes Risiko dargetan wird, die deut-

schen Behörden würden in seinem Fall ihren völkerrechtlichen Verpflich-

tungen nicht nachkommen, zumal Deutschland ein funktionierender 

Rechtsstaat ist und die Behörden gewillt und fähig sind, staatlichen Schutz 

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Seite 6 

zu gewährleisten (vgl. Urteil des BVGer F-2765/2024 vom 8. Mai 2024 

E. 5.3),  

dass es dem Beschwerdeführer – sofern er tatsächlich bedroht werden 

sollte – zuzumuten ist, sich an die zuständigen deutschen Behörden zu 

wenden, 

dass denn auch die Gesundheit des Beschwerdeführers einer Überstellung 

nach Deutschland nicht entgegensteht,  

dass eine zwangsweise Rückweisung von Personen mit gesundheitlichen 

Problemen nur ganz ausnahmsweise einen Verstoss gegen Art. 3 EMRK 

darstellen kann und ein solcher voraussetzt, dass eine bereits schwer 

kranke Person durch die Abschiebung mit dem realen Risiko konfrontiert 

würde, einer ernsten, raschen und unwiederbringlichen Verschlechterung 

ihres Gesundheitszustandes ausgesetzt zu werden, die zu intensivem Lei-

den oder einer erheblichen Verkürzung der Lebenserwartung führen würde 

(vgl. Urteil des EGMR Paposhvili gegen Belgien 13. Dezember 2016, 

Grosse Kammer 41738/10, §§ 180–193 m.w.H.),  

dass eine solche Situation beim Beschwerdeführer offenkundig nicht vor-

liegt, zumal er seine behaupteten gesundheitlichen Leiden auch auf Be-

schwerdeebene nicht durch entsprechende medizinische Unterlagen zu 

belegen vermag, 

dass Deutschland ohnehin über eine ausreichende medizinische Infra-

struktur verfügt und keine Hinweise dafür vorliegen, dass Deutschland ihm 

eine adäquate medizinische Behandlung verweigern würde, 

dass insgesamt somit keine zwingenden Gründe für die Anwendung der 

Ermessensklauseln von Art. 17 Dublin-III-VO vorliegen, 

dass das SEM bei der Anwendung von Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 über einen 

Ermessensspielraum (vgl. BVGE 2015/9 E. 7 f.) verfügt und die angefoch-

tene Verfügung auch unter diesem Blickwinkel nicht zu beanstanden ist,  

dass nämlich keine Rechtsfehler bei der Ermessensbetätigung ersichtlich 

sind,  

dass die Beschwerde nach dem Gesagten abzuweisen und die Verfügung 

der Vorinstanz zu bestätigen ist,  

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Seite 7 

dass die Gesuche um Kostenvorschussverzicht sowie Erteilung der auf-

schiebenden Wirkung mit dem vorliegenden Entscheid in der Sache ge-

genstandslos geworden sind, 

dass das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung ab-

zuweisen ist, da die Begehren – wie sich aus den vorstehenden Erwägun-

gen ergibt – als aussichtslos zu bezeichnen sind und dies bereits im Zeit-

punkt der Gesuchstellung waren (Art. 65 Abs. 1 VwVG), 

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 750.– 

(Art. 1 ff. des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-

schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) 

dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG).  

 

(Dispositiv nächste Seite)  

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Seite 8 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird ab-

gewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Simon Thurnheer Leslie Werne 

 

 

Versand: