# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 46e64726-43d5-5d68-a1a0-cb3a3df76bde
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-06-22
**Language:** de
**Title:** Aargau Spezialverwaltungsgericht Steuern 22.06.2023 3-RV.2022.19
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_SVWG_002_3-RV-2022-19_2023-06-22.pdf

## Full Text

Spezialverwaltungsgericht 

Steuern 

 

3-RV.2022.19       
P 105 

 

 

 

 

Urteil vom 22. Juni 2023 
 
 

 
 

Besetzung  Präsident Heuscher  

Richter Loser  

Richter Schorno  

Gerichtsschreiberin Betsche 

 

 
 

   

Rekurrent   A._____  

 

vertreten durch PrimeTax AG, Patrick Scherrer u. Stefanie Gugger, 

Friesenbergstrasse 75, 8055 Zürich    

   

 

 
 
 

Gegenstand  Einspracheentscheid der Steuerkommission R._____ 

vom 30. November 2021 

betreffend Feststellung der Steuerpflicht 2019 

 

  

 - 2 - 

 

 

 
   

Das Gericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

A. meldete sich per 1. Oktober 2014 in R. als Wochenaufenthalter an. 

 

2. 

Mit Verfügung vom 6. April 2021 stellte die Steuerkommission R. die 

unbeschränkte Steuerpflicht von A. in R. kraft persönlicher Zugehörigkeit 

ab 1. Januar 2019 fest. 

 

3. 

Gegen die Feststellungsverfügung vom 6. April 2021 erhob A. mit 

Schreiben vom 6. Mai 2021 Einsprache. 

 

4. 

Mit Entscheid vom 30. November 2021 wies die Steuerkommission R. die 

Einsprache ab. 

 

5. 

Den Einspracheentscheid vom 30. November 2021 (Zustellung am 2. De-

zember 2021 [nachfolgend: Einspracheentscheid]) liess A. mit Rekurs vom 

13. Januar 2022 (Postaufgabe am gleichen Tag) an das Spezial-

verwaltungsgericht, Abteilung Steuern, weiterziehen. Er liess folgende 

Anträge stellen: 

 

"1. Der Einspracheentscheid vom 30. November 2021 betreffend die Fest-

stellungsverfügung vom 6. April 2021 sei vollumfänglich aufzuheben. 

 

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zur Lasten des Rekursgeg-

ners." 

 

Auf die Begründung wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen einge-

gangen. 

 

6. 

Die Steuerkommission R. und das Kantonale Steueramt (KStA) beantragen 

die Abweisung des Rekurses. 

 

7. 

A. liess mit Schreiben vom 17. März 2022 auf eine Replik verzichten. 

 

  

 - 3 - 

 

 

 
   

Das Gericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Der vorliegende Rekurs betrifft die Feststellung des steuerrechtlichen 

Wohnsitzes ab dem Steuerjahr 2019. Massgebend für die Beurteilung ist 

das Steuergesetz vom 15. Dezember 1998 (StG). 

 

2. 

2.1. 

Die Steuerkommission R. hat festgestellt, dass der Rekurrent ab dem 

1. Januar 2019 kraft persönlicher Zugehörigkeit in R. unbeschränkt 

steuerpflichtig sei.  

 

2.2. 

Die Steuerkommission R. und das KStA kamen dabei aufgrund der 

gesamten Umstände zum Ergebnis, dass der Rekurrent zu R. eine stärkere 

Beziehung unterhalte als zu T. (vgl. Feststellungsverfügung; Einsprache-

entscheid; Vernehmlassung).  

 

Der Rekurrent vertritt demgegenüber die Auffassung, dass sich sein steu-

errechtlicher Wohnsitz in T. befinde. Er habe nie die Absicht gehabt, sich 

dauerhaft im Kanton Aargau bzw. in der Gemeinde R. niederzulassen. Der 

Mittelpunkt der Lebensinteressen befinde sich im Kanton XZ. 

 

2.3. 

Vorliegend ist also streitig, wo sich der steuerrechtliche Wohnsitz des Re-

kurrenten ab dem 1. Januar 2019 befunden hat bzw. wo er ab dem Steuer-

jahr 2019 unbeschränkt steuerpflichtig ist. 

 

3. 

3.1. 

3.1.1. 

Natürliche Personen sind im Kanton Aargau aufgrund persönlicher Zuge-

hörigkeit unbeschränkt steuerpflichtig, wenn sie ihren steuerrechtlichen 

Wohnsitz oder Aufenthalt im Kanton haben (§ 16 Abs. 1 StG). Der steuer-

rechtliche Wohnsitz ist damit eigenständig auszulegen, wenn auch in An-

lehnung an den zivilrechtlichen Wohnsitzbegriff (vgl. Kommentar zum Aar-

gauer Steuergesetz, 5. Auflage, Muri-Bern 2023, § 16 StG N 4 ff.; Ernst 

Höhn/Peter Mäusli, Interkantonales Steuerrecht, 4. Auflage, Bern/Stutt-

gart/Wien 2000, § 7 N 11). Nach § 16 Abs. 2 StG (vgl. auch Art. 3 Abs. 1 

StHG) hat eine Person ihren steuerrechtlichen Wohnsitz im Kanton Aargau, 

wenn sie sich hier mit der Absicht dauernden Verbleibens aufhält oder 

wenn ihr das Bundesrecht hier einen besonderen gesetzlichen Wohnsitz 

zuweist (vgl. SGE vom 24. November 2016 [3-RV.2016.39]). 

 

 - 4 - 

 

 

3.1.2. 

Der Steuerwohnsitz einer natürlichen Person umfasst zwei kumulativ erfor-

derliche Begriffselemente: Den Aufenthalt an einem Ort sowie die Absicht 

des dauernden Verbleibens. Der Aufenthalt im Sinne einer nur vorüberge-

henden faktischen Präsenz an einem Ort genügt deshalb nicht. Zwar spielt 

die Dauer des Aufenthalts keine Rolle, erforderlich ist aber ein Verweilen, 

welches auf wesentliche Zwecke angelegt ist. Nur dann kann das Erforder-

nis der Absicht, an diesem Ort dauernd zu verbleiben, erfüllt sein. Dabei 

wird ein "dauerndes" Verbleiben nicht nur dann bejaht, wenn eine Person 

die Absicht hat, bis zum Lebensende an einem Ort zu bleiben; es genügt 

ein Verweilen auf unbestimmte Zeit. Selbst ein Verweilen während der (län-

geren) Dauer bestimmter Verhältnisse kann ausreichen, indem der Aufent-

haltsort bis auf weiteres zum Mittelpunkt der Lebensinteressen gemacht 

und ihm dadurch eine gewisse Stabilität verleiht wird. Es genügt auch, 

wenn mit der Möglichkeit des Wechsels aus bestimmten Gründen zu rech-

nen ist oder feststeht, dass der Aufenthalt nach einiger Zeit wieder aufhört. 

Nicht geeignet ist indessen ein bloss vorübergehender Aufenthalt mit fort-

dauerndem Willen, den bisherigen Wohnort als Mittelpunkt der Lebensinte-

ressen aufrechtzuerhalten. Die Absicht dauernden Verbleibens lässt sich 

nicht mit blossen Willensäusserungen nachweisen. Sie muss vielmehr für 

Dritte erkennbar aus äusseren Umständen hervorgehen. Die Person muss 

mit ihrem Verhalten zeigen, dass sie an einem bestimmten Ort den Mittel-

punkt ihrer Lebensbeziehungen, d.h. den räumlichen Mittelpunkt ihrer per-

sönlichen, und allenfalls geschäftlichen, Interessen begründet hat. For-

melle Momente, wie der Rückzug der Schriften, die militärische Abmel-

dung, die Wohnsitzbescheinigung des neuen Ortes usw. bilden nur Indizien 

für den Steuerwohnsitz, die nicht ausreichen, wenn nicht auch das übrige 

Verhalten des Steuerpflichtigen dafür spricht (zum Ganzen vgl. BGE 138 II 

300, 125 I 54; StR 2014 S. 714; StE 2005 A 24.21 Nr. 16; Bundesgerichts-

urteile vom 5. August 2021 [2C_41/2021], vom 18. Januar 2011 [2C_472/ 

2010], vom 29. April 2008 [2C_769/2007] und vom 1. März 2007 [2P.203/ 

2006]; VGE vom 4. September 2002 [BE.2001.00397], mit Hinweisen). 

 

3.2.  

3.2.1. 

Bei einer Verlegung des steuerrechtlichen Wohnsitzes innerhalb der 

Schweiz ist zu beachten, dass im interkantonalen Verhältnis – anders als 

bei internationalen Sachverhalten – Art. 24 Abs. 1 ZGB nicht greift, wonach 

der einmal begründete Wohnsitz einer Person bis zum Erwerb eines neuen 

Wohnsitzes bestehen bleibt. Hat die steuerpflichtige Person die Verbindun-

gen zu ihrem bisherigen Wohnsitz gelöst, so ist sie dort nicht mehr steuer-

pflichtig. Der Wille zur Wohnsitzverlegung muss indes in die Tat umgesetzt 

worden sein, das heisst die steuerpflichtige Person muss für die betref-

fende Zeit den Mittelpunkt ihrer Lebensführung schon an den neuen Ort 

verlegt haben (vgl. Bundesgerichtsurteil vom 2. Mai 2014 [2C_794/2013], 

mit Hinweis auf BGE 108 Ia 252; StE 2009 A 24.22 Nr. 6). 

 - 5 - 

 

 

3.2.2. 

Bestehen Beziehungen zu mehreren Orten, so gilt im interkantonalen Ver-

hältnis als Steuerwohnsitz derjenige Ort, zu dem der Steuerpflichtige die 

stärkeren Beziehungen hat. Dabei werden die sich aus den familiären Ban-

den ergebenden persönlichen und familiären Beziehungen im Allgemeinen 

als stärker erachtet als diejenigen, die sich aus der beruflichen Tätigkeit 

ergeben. Der Lebensmittelpunkt bestimmt sich dabei aus der Gesamtheit 

der objektiven äusseren Umstände, aus denen sich die Lebensinteressen 

erkennen lassen, nicht nach bloss erklärten Wünschen der steuerpflichti-

gen Person; der steuerrechtliche Wohnsitz ist insofern nicht frei wählbar. 

Bei unselbstständig Erwerbenden ist der Steuerwohnsitz gewöhnlich der 

Ort, wo sie für längere oder unbestimmte Zeit Aufenthalt nehmen, um von 

dort aus der täglichen Arbeit nachzugehen, ist doch der Zweck des Lebens-

unterhalts dauernder Natur. Die Frage, zu welchem der Aufenthaltsorte die 

steuerpflichtige Person die stärkeren Beziehungen unterhält, ist jeweils auf-

grund der Gesamtheit der Umstände des Einzelfalls zu beurteilen 

(vgl. BGE 132 I 29; Bundesgerichtsurteil vom 27. August 2008 [2C_230/ 

2008]; VGE vom 7. Februar 2007 [WBE.2006.306]; VGE vom 4. September 

2002 [BE.2001.00397], je mit Hinweisen; E. Höhn/P. Mäusli, a.a.O., § 7 

N 39 ff., 71 ff.). 

 

3.2.3. 

Darüber, wo faktisch der Mittelpunkt der Lebensinteressen liegt, kann kein 

klarer Beweis geführt werden. Von objektiven, äusseren Umständen ist auf 

innere Tatsachen zu schliessen. Es ist aufgrund von Indizien eine Gewich-

tung vorzunehmen. Die Prüfung darf sich nicht auf eine schematische oder 

isolierte Betrachtung einzelner Merkmale beschränken, sondern es ist eine 

sorgfältige Berücksichtigung und Gewichtung sämtlicher Berufs-, Familien- 

und Lebensumstände notwendig (vgl. Bundesgerichtsurteil vom 

7. Mai 2008 [2C_646/2007]; StE 2013 B 11.1 Nr. 25, mit Hinweisen). 

 

4. 

4.1. 

Nach der im Steuerrecht allgemein gültigen Regel trägt die Steuerbehörde 

die Beweislast für steuerbegründende Tatsachen, während der Beweis für 

steueraufhebende oder steuermindernde Tatsachen grundsätzlich dem 

Steuerpflichtigen obliegt, wobei er diese Tatsachen nicht nur zu behaupten, 

sondern auch zu belegen hat (vgl. BGE 140 II 248, Erw. 3.5 mit Hinweisen; 

Bundesgerichtsurteil vom 29. September 2016 [2C_162/2016 und 2C_163/ 

16], Erw. 2.3., mit Hinweisen). Die entscheidende Behörde würdigt dabei 

nach ihrer eigenen, freien Überzeugung, ob ein Beweismittel glaubwürdig 

ist. Auch wenn im Steuerrecht an sich das Beweismass der vollen Über-

zeugung ("Regelbeweismass") herrscht, bedarf es keiner absoluten Ge-

wissheit. Es genügt, dass die Veranlagungsbehörde nach erfolgter Beweis-

würdigung und aufgrund objektiver Gesichtspunkte mit an Sicherheit gren-

zender Wahrscheinlichkeit vom Vorliegen der rechtserheblichen Tatsache 

 - 6 - 

 

 

überzeugt ist. Die Auffassung kann auf Indizien beruhen und bedingt kei-

nen direkten Beweis (vgl. Bundesgerichtsurteil vom 12. Mai 2020 [2C_926/ 

2019], Erw. 2.3). 

 

4.2. 

In Bezug auf die Beweislast gilt damit grundsätzlich, dass es der Steuerbe-

hörde obliegt, den steuerrechtlichen Wohnsitz als steuerbegründende Tat-

sache darzutun. Dem Pflichtigen kann freilich der Gegenbeweis für die von 

ihm behauptete subjektive Steuerpflicht an einem neuen Ort auferlegt wer-

den, wenn die von der Steuerbehörde angenommene bisherige subjektive 

Steuerpflicht als sehr wahrscheinlich gilt (vgl. ASA 39 S. 284). Diese ur-

sprünglich für das internationale Verhältnis aufgestellte Regel ist nach der 

Praxis des Bundesgerichts auch im interkantonalen Verhältnis anwendbar 

(vgl. Bundesgerichtsurteil vom 25. Mai 2011 [2C.726/2010]). 

 

4.3. 

Demnach tragen die Steuerbehörden des Kantons Aargau die Beweislast 

für den erstmals ab dem 1. Januar 2019 erhobenen unbeschränkten Steu-

eranspruch, jedenfalls soweit der Rekurrent seiner Mitwirkungspflicht im 

Rahmen des Zumutbaren nachgekommen ist. Aufgrund des Untersu-

chungsgrundsatzes ist es an den Steuerbehörden des Kantons Aargau, 

den Sachverhalt abzuklären. Wollen die Steuerbehörden des Kantons Aar-

gau eine während Jahren anerkannte ausschliessliche Besteuerung des 

Rekurrenten in einem anderen Kanton in Frage stellen, so müssen sie eine 

massgeblich veränderte Faktenlage nachweisen. Gelingt ihnen das nicht, 

kann im Kanton Aargau keine beschränkte Steuerpflicht beansprucht wer-

den (vgl. Bundesgerichtsurteil vom 25. Mai 2011 [2C.726/2010] = StE 2011 

A 24.24.41 Nr. 5; Bundesgerichtsurteil vom 4. März 2009 [2C.770/2008]. 

 

4.4. 

Der Rekurrent ist seit dem 1. Oktober 2014 als Wochenaufenthalter in R. 

gemeldet (vgl. Auszug Einwohnerkontrolle R.). Seit dem 1. Juli 2009 ist er 

gemeinsam mit seiner Freundin, C., Mieter eines 4.5-Zimmer 

Einfamilienhauses in R. Zum Zeitpunkt der Anmeldung als 

Wochenaufenthalter im Jahr 2014 führte er zwar mindestens seit fünf 

Jahren mit C. ein Konkubinat. Bei der Anmeldung im Jahr 2014 konnte 

jedoch noch keine eindeutige Dauerhaftigkeit des Konkubinates 

angenommen werden. Im Jahr 2019 hingegen dauerte das Konkubinat mit 

C. seit mindestens zehn Jahren an. Insofern hat sich die Dauerhaftigkeit 

des Konkubinats bestätigt. Vor diesem Hintergrund ist eine massgeblich 

veränderte Faktenlage zu bejahen. 

 

 - 7 - 

 

 

5. 

5.1. 

Der Rekurrent lässt ausführen, dass er in der Gemeinde T. seit dem 2. Juni 

2001 ohne Unterbruch in Untermiete wohne. Die Räumlichkeiten nutze er 

sowohl für private Wohnzwecke wie auch für Geschäftszwecke.  

Sämtliche alltäglichen relevanten Kontakte fänden in der Umgebung von T. 

statt. Namentlich seien sein Hausarzt, Dr. D., sein Zahnarzt, Dr. E., sein 

Optiker und weitere Spezialärzte in Q. Sein Sportclub (L.-Schule) befinde 

sich in V. Die Werkstätte für Reparaturen an seinem Auto sei in B. ansässig. 

Fast sein gesamtes soziales Leben spiele sich im Raum Q. ab. Auch die 

meisten Lieferanten befänden sich in oder um Q. 

 

Eine Gesamtwürdigung des aus den eingereichten Bankauszügen ableit-

baren Bewegungsprofils habe seitens der Steuerkommission nicht stattge-

funden. Auf diese Bankunterlagen sei nur summarisch eingegangen wor-

den. Diese seien jedoch insofern von grosser Bedeutung, als basierend auf 

den Bankauszügen ein umfassendes Bewegungsprofil erstellt werden 

könne, anhand welchem die vom Rekurrenten vorgebrachten Umstände 

auch tatsächlich nachgewiesen seien. Entgegen der Behauptungen der 

Steuerkommission hätten sich die Buchungen nicht nur auf Mittagessen im 

Raum Q. beschränkt. Es seien nachweislich auch Nachtessen im Raum Q. 

eingenommen worden. Ausserdem habe der Rekurrent regelmässig am 

späteren Nachmittag bzw. frühen Abend Einkäufe in Q. bzw. in der 

Umgebung von T. getätigt. Ebenfalls gebe es Debitkartentransaktionen, die 

am Morgen am Wohnort in T. bzw. in der dortigen Umgebung stattgefunden 

haben. Aufgrund der Tatsache, dass der Beschwerdeführer nur über ein 

Privatkonto verfüge, über welches der private Lebensaufwand bezahlt 

werde, keine regelmässigen Bargeldbezüge vorgenommen und seinen 

Lebensunterhalt hauptsächlich mit der F. Debitkarte bezahlt habe, könne 

das Bewegungsprofil als faktisch lückenlos bezeichnet werden. Die 

wenigen Aufenthaltstage im Kanton XZ im März 2019 liessen sich mit einer 

Herzoperation und anschliessender Reha in W. bis Mitte April 2019 

erklären. Im September 2019 habe der Rekurrent seine Ferien im XY 

verbracht und sei anschliessend direkt nach Q. zurückgekehrt. Das 

Bewegungsprofil für das Jahr 2019 zeige deutlich auf, dass sich der 

Mittelpunkt der Lebensinteressen des Rekurrenten klarerweise im Raum 

Q. befunden habe. Aus den Transaktionsdetails sei ersichtlich, dass sich 

der Rekurrent mit den notwendigen Gütern für den täglichen Lebensbedarf 

(Lebensmittel, Medikamente, Tierbedarf, Einrichtungsgegenstände, etc.) 

fast ausschliesslich im Raum Q. eindecke. Dasselbe Bewegungsprofil und 

insbesondere die Tatsache, dass sich der Rekurrent mit den Gütern des 

täglichen Lebensbedarfs im Raum Q. eindecke, zeige sich ebenfalls für die 

Folgejahre. Auch in den Jahren 2020 und 2021 habe keine Verschiebung 

des Lebensmittelpunktes des Rekurrenten stattgefunden. Der 

Mehraufenthalt im Jahre 2020 im Kanton Aargau lasse sich mit der Corona-

Pandemie begründen. Es handle sich dabei um ein ausserordentliches 

 - 8 - 

 

 

Ereignis, das alleine nicht als Grundlage dienen könne, um eine 

Verschiebung des Lebensmittelpunktes anzunehmen. In subjektiver 

Hinsicht hätte und habe nach wie vor seitens des Rekurrenten keine 

Absicht bestanden, seinen Lebensmittelpunkt in den Kanton Aargau zu 

verlegen.  

 

5.2. 

Die Steuerkommission R. hingegen hält am steuerrechtlichen Wohnsitz in 

R. fest. Zur Gemeinde R. bestünden die persönlich stärksten Beziehungen, 

lebe doch seine langjährige Freundin bereits seit längerem in der 

Gemeinde R. Zur Gemeinde T. gebe es keine gleichwertigen persönlichen 

Beziehungen.  

 

Den Einwand, wonach eine Geschäftslokalität in der Nähe einer Stadt für 

die Vermarktung benötigt werde, da andernfalls keine Aufträge/Buchungen 

eingingen, erachtet die Steuerkommission als nachvollziehbar. Insofern 

seien die häufigen Buchungen zur Mittagszeit auf dem Privatkonto für all-

fällige Mittagessen erklärbar. Daraus lasse sich allerdings kein persönlicher 

Lebensmittelpunkt im Kanton XZ ableiten. 

 

Weiter sei der Nachweis für private Mietzinszahlungen in T. nicht gelungen. 

Die an die Untervermieterin, G., getätigten Zahlungen von CHF 10'322.90 

im Zeitraum vom 1. Januar 2019 bis zum 9. April 2021 könnten aufgrund 

der Unregelmässigkeit und der abweichenden Höhe nicht als genügender 

Nachweis angesehen werden. Daher lasse nichts darauf schliessen, dass 

sich der Lebensmittelpunkt des Rekurrenten in T. befinde. 

 

6. 

6.1. 

Nachfolgend sind die wesentlichen Faktoren, welche für die Festlegung des 

Hauptsteuerdomizils des Rekurrenten für die Steuerperiode ab 2019 mass-

gebend sind, darzulegen. 

 

6.2. 

Der Rekurrent hat Jahrgang aaa. Seit dem 1. Juli 2009 ist er gemeinsam 

mit seiner Freundin, C., Mieter eines 4.5-Zimmer Einfamilienhauses in R. 

Der Rekurrent ist selbstständiger Film- und Fotoproduzent 

(Einzelunternehmen H.; Sitz in T., X-Strasse 36). In T. ist der Rekurrent 

zudem Untermieter von 2 Zimmern. Seit dem 1. Oktober 2014 ist der 

Rekurrent als Wochenaufenthalter in R. gemeldet (vgl. Auszug Einwohner-

kontrolle R.). 

 

6.3. 

6.3.1. 

Der Rekurrent gab im Fragebogen für Nebenwohnsitz der Gemeinde R. an, 

einen Freundes- und Bekanntenkreis in T. zu haben. Er bringt jedoch weder 

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konkrete Namen noch Adressen der Bekannten und Freunde vor. 

Namentlich geht aus den Akten lediglich seine Untervermieterin, G., als 

langjährige Bekannte aus T. hervor. Zudem erklärte der Rekurrent im 

aktenkundigen Schreiben vom 14. September 2014 an die Gemeinde R., 

dass sein Freundeskreis nicht ortsgebunden sei. In Anbetracht dessen, 

dass der Rekurrent schon mehrere Jahrzehnte in der Region Q. lebte bzw. 

von dort aus arbeitet, ist zwar anzunehmen, dass wohl ein Freundes- und 

Bekanntenkreis dort besteht. Dass jedoch in der Gemeinde R. gemäss den 

Angaben im Fragenbogen für Nebenwohnsitz vom 24. Juni 2020 trotz 10-

jährigem Aufenthalt weder ein Freundes- noch ein Bekanntenkreis 

bestehen soll, widerspricht der allgemeinen Lebenserfahrung.   

 

Unbestritten ist, dass die langjährige Lebenspartnerin, C., im gemeinsam 

gemieteten und bewohnten Wohnhaus in R. ihren Wohnsitz hat. Insofern 

besteht in R. klarerweise die persönlich stärkste Beziehung. 

 

6.3.2. 

6.3.2.1. 

Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung überwiegen bei verheirate-

ten Personen sowie im Konkubinat lebenden Personen, die sich unter der 

Woche aufgrund ihrer Erwerbstätigkeit nicht bei ihrer Familie beziehungs-

weise ihrem Partner aufhalten und für das Wochenende zu ihr beziehungs-

weise zu ihm zurückkehren, die persönlichen und familiären Interessen am 

Familienort in der Regel die beruflichen Interessen am Arbeitsort, sodass 

sich ihr Lebensmittelpunkt regelmässig am Familienort befindet (vgl. BGE 

132 I 29, E. 4.2; BGE 125 I 54, E. 2b/aa; BGer, 08. Juni 2020, 2C_994/ 

2019, E. 6.2; BGer, 17. Juli 2019, 2C_87/2019, E. 3.2.2). Die Rückkehr an 

den Familienort hat dabei regelmässig zu erfolgen (z.B. an jedem Wochen-

ende). Hindern Gründe, die im Arbeitsverhältnis liegen, die regelmässige 

(z.B. allwöchentliche) Rückkehr an den Familienort, so schadet dies am 

Erfordernis der Regelmässigkeit nicht (vgl. Ernst Höhn/Peter Mäusli, Inter-

kantonales Steuerrecht, a.a.O., § 7 N 29). Demnach unterstehen verheira-

tete sowie in einem aufgrund Dauer und Intensität einer Ehe gleichkom-

menden Konkubinat lebende Pendler oder Wochenaufenthalter grundsätz-

lich ausschliesslich der Steuerhoheit desjenigen Kantons, indem sich ihre 

Familie aufhält (vgl. BGer, 30. Oktober 2019, 2C_533/2018, E. 2.4; BGer, 

2C_73/2018, E. 3.2; BGer, 2C_1045/2016, E. 3.4). Diese Grundsätze wur-

den vom Bundesgericht zwar vor allem im Hinblick auf die Steuerpflicht von 

unselbstständig erwerbenden Personen aufgestellt. Sie können aber weit-

gehend auch bei der Bestimmung des Steuerdomizils von selbstständig er-

werbenden Personen angewendet werden (vgl. BGer, 8. Juni 2004, 

2P.7/2004, E. 3.1; BGE 121 I 14, E. 4c; Ernst Höhn/Peter Mäusli, Interkan-

tonales Steuerrecht, a.a.O., § 7 N 49). 

 

 - 10 - 

 

 

6.3.2.2. 

Der Zeitpunkt des Beginnes des Konkubinates zwischen dem Rekurrenten 

und seiner langjährigen Lebenspartnerin ist aus den Akten nicht genau eru-

ierbar. Da der Mietvertrag des Einfamilienhauses in R. am 26. Juni 2009 

gemeinsam eingegangen wurde, muss davon ausgegangen werden, dass 

spätestens ab 2009 ein Konkubinat bestand und dieses damit von Dauer 

ist. 

 

6.3.2.3. 

Die langjährige Lebenspartnerin des Rekurrenten ist seit Mietbeginn des 

gemeinsam bewohnten Einfamilienhauses (X-Strasse 110, R.) in R. 

angemeldet und lebt seither auch dort. Den eingereichten Privat-

kontoauszügen ist zu entnehmen, dass der Rekurrent monatlich per Dau-

erauftrag CHF 900.00 an seine Lebenspartnerin überweist. Weiter ist er-

sichtlich, dass die Lebenspartnerin wiederum monatlich CHF 555.00 dem 

Rekurrenten vergütet. 

 

In Anbetracht des Umstandes, dass das Einfamilienhaus in R. gemeinsam 

gemietet wurde, ist davon auszugehen, dass es sich bei den CHF 900.00 

(monatlicher Bruttomietzins: CHF 1'980.00) um den Mietanteil des 

Rekurrenten handelt. Bei den monatlichen Zahlungen der Lebenspartnerin 

an den Rekurrenten ist davon auszugehen, dass es sich um ihren Anteil an 

den gemeinsamen Lebenshaltungskosten handelt (vgl. dazu 

Erw. 6.5.2.2.3.). R. ist aufgrund des gelebten Konkubinats als Familienort 

zu qualifizieren. Der Lebensmittelpunkt des Rekurrenten befindet sich folg-

lich klar in R. 

 

6.3.2.4. 

In Ziffer 6 des Formulars Wochenaufenthalt gab der Rekurrent an, sich 

während der Woche durchschnittlich 1 - 2 Tage in R. aufzuhalten und die 

Wochenenden ca. 1x bis 2x im Monat dort zu verbringen. Insgesamt halte 

er sich im Jahr ca. an 42 Tagen in R. auf. In der Einsprache vom 6. Mai 

2021 hält der Rekurrent fest, dass er sich im Jahr 2019 insgesamt während 

30 bis 40 Tagen in R. aufgehalten habe. Weiter erklärt er in seiner 

Einsprache und im Rekurs (vgl. Randziffer 34), dass er im Jahr 2020 

aufgrund der Corona-Pandemie vermehrt in R. verweilte.  

 

Generell ist der Rekurrent als selbstständiger Filmemacher berufsbedingt 

sehr viel unterwegs (vgl. dazu die Ausführungen in der Einsprache). Im 

März 2019 unterzog sich der Rekurrent gemäss eigenen Angaben einer 

Herzoperation und begab sich nach der Operation bis Mitte April 2019 in 

eine Reha in W. 

 

Gemäss Aktenlage ist eine eindeutige Beurteilung einer regelmässigen 

bzw. unregelmässigen Rückkehr des Rekurrenten an seinen Familienort in 

R. nur eingeschränkt möglich. Hingegen ist mit der beruflichen Tätigkeit, 

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welche stark projektbezogen ist und in verschiedenen Regionen der 

Schweiz ausgeübt wurde, die eher unregelmässige Rückkehr an seinen 

Familienort erklärt. Objektive Gründe, welche im Zusammenhang mit dem 

Arbeitsverhältnis stehen und die regelmässige Rückkehr an den Familien-

ort verunmöglichen bzw. erschweren, vermögen den Lebensmittelpunkt am 

Familienort R. dementsprechend nicht aufzuheben. 

 

6.3.3. 

6.3.3.1. 

Weiter macht der Rekurrent geltend, dass sämtliche alltäglichen relevanten 

Kontakte (Hausarzt, Zahnarzt, Optiker, Spezialärzte, Autoreparaturwerk-

stätte und Sportclub) in der Umgebung von T. stattfinden. Fast sein 

gesamtes soziales Leben spiele sich daher im Raum Q. ab. Zudem be-

fänden sich auch die meisten Lieferanten in oder um Q. 

 

6.3.3.2. 

Unter anderem wurden dem Rekurs Rechnungen für Behandlungen beim 

Hausarzt und Zahnarzt beigelegt. Diesen ist zu entnehmen, dass der Re-

kurrent am 26. Februar 2019, am 8. Mai 2019, am 7. August 2019, am 

11. Oktober 2019 und am 13. Oktober 2019 bei Dr. D. (Hausarzt in Q.) 

sowie am 15. Januar 2019, 25. Juli 2019, 12. Februar 2020 und am 

13. August 2020 bei der I. (Q.) in Behandlung war. Weiter enthalten die 

Beilagen eine Rechnung vom 9. Juli 2019 des Augenoptikergeschäftes J. 

(Q.) für eine Brille (Fassung und Gläser) sowie eine Rechnung vom 23. Mai 

2019 der Autowerkstatt K. AG (B.) für Service-Arbeiten/Teile. Zudem sind 

dem Rekurs Rechnungen für die Jahresgebühren 2019 und 2020 der L.-

Mitgliedschaft (Selbstverteidigungsschule) beigelegt worden. 

 

6.3.3.3. 

6.3.3.3.1. 

Im Jahr 2019 wurden dem Rekurrenten insgesamt fünf Behandlungen von 

seinem Hausarzt, Dr. D., in Rechnung gestellt (vgl. Rückfor-

derungsbelege). Den Rückforderungsbelegen ist zu entnehmen, dass es 

sich bei den Behandlungen vom 26. Februar 2019 und 7. August 2019 um 

telefonische Konsultationen handelte. Die Behandlung am 13. Oktober 

2019 umfasste ein Aktenstudium in Abwesenheit des Patienten. Folglich 

war der Rekurrent im Jahr 2019 lediglich zwei Mal, am 8. Mai 2019 und 

11. Oktober 2019, bei seinem Hausarzt persönlich für eine Behandlung vor 

Ort. Die Zahnarztbesuche beschränkten sich gemäss den eingereichten 

Rechnungen in den Jahren 2019 und 2020 ebenfalls auf zwei Konsultatio-

nen vor Ort (2019: 15. Januar 2019 und 25. Juli 2019; 2020: 12. Februar 

2020 und 14. August 2020). Am 25. Mai 2019 wurden am Auto des Rekur-

renten Service-Arbeiten durchgeführt. Auf der Rechnung des Augenopti-

kers (J.) vom 9. Juli 2019 ist das Beratungsdatum nicht ersichtlich. 

 

 - 12 - 

 

 

Die genannten sporadischen Kontakte vermögen aufgrund ihrer Unregel-

mässigkeit nicht zu belegen, dass sich das gesamte soziale Leben des Re-

kurrenten im Raum Q. abgespielt hat. Vielmehr erscheint die Wahl dieser 

Kontakte im Raum Q. und somit in der Nähe des Arbeitortes T. als für den 

Rekurrenten praktisch. So konnte er Arzttermine ohne grossen Zeitverlust 

von seinem Arbeitsort T. wahrnehmen. Selbst wenn es keine Nachweise 

für Arztbesuche in R. und Umgebung gibt, vermögen solche Arztbesuche 

– selbst bei einem langjährigen Patienten-Arzt-Verhältnis – den Mittelpunkt 

der persönlichen Beziehungen R. nicht aufheben.  

 

6.3.3.3.2. 

Den eingereichten Unterlagen sind weiter Rechnungen für die Mitglieder-

beiträge 2019 und 2020 im Sportclub L. (Selbstverteidigungsschule) zu 

entnehmen. Für Unterrichtsstunden fallen gemäss Homepage des 

Sportclubs zusätzliche Kosten an (vgl. https://www.[...]).  

 

Der Rekurrent kann mit den eingereichten Rechnungen lediglich belegen, 

dass er in den Jahren 2019 und 2020 Vereinsmitglied dieses Sportclubs 

war. Eine regelmässige Teilnahme am Vereinsleben, z.B. in Form einer Ab-

solvierung von Unterrichtsstunden, kann er hingegen nicht belegen. Wei-

tere Mitgliedschaften sind weder in T. noch in R. ausgewiesen. 

 

6.3.3.3.3. 

Weiter macht der Rekurrent geltend, dass sich die meisten Lieferanten in 

oder um den Raum Q. befinden. Belege dazu sind keine eingereicht 

worden. Für die Frage des (privaten) steuerrechtlichen Wohnsitz wäre die 

Tatsache, dass sich die Lieferanten im Raum in und um Q. befinden 

insofern irrelevant, als diese mit der geschäftlichen Selbstständigkeit des 

Rekurrenten im Zusammenhang stehen und der Sitz seines Einzelunter-

nehmens unbestrittenermassen in T. ist. Insofern erscheint es als 

nachvollziehbar, dass die geschäftlichen Lieferanten aus dem Raum Q. 

gewählt sind. 

 

6.3.4. 

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die stärkste persönliche Bezie-

hung des Rekurrenten zu seiner langjährigen Lebenspartnerin besteht. Der 

Familienort des Rekurrenten befindet sich in R. Die geltend gemachten 

persönlichen Anknüpfungen zur Region Q. (Hausarzt, Zahnarzt, Optiker 

und Autoreparaturwerkstätte) können nicht als "alltäglich relevante 

Kontakte" gelten. Eine regelmässige Teilnahme am Vereinsleben des 

Sportclubs L. oder an anderen Vereinen ist nicht erkennbar. Lieferanten 

stehen im Zusammenhang mit der geschäftlichen Selbstständigkeit des 

Rekurrenten. 

 

 - 13 - 

 

 

6.3.5. 

Die persönlichen Beziehungen sprechen damit eindeutig für einen steuer-

rechtlichen Wohnsitz am Familienort in R. 

 

6.4. 

6.4.1. 

In T. hat der Rekurrent gemäss Untermietvertrag zwei Zimmer gemietet. 

Die Küche, Waschküche, das Bad bzw. die Dusche und das Wohnzimmer 

stehen ihm zur Mitbenützung zur Verfügung. Das gemietete Einfa-

milienhaus in R. hingegen verfügt gemäss Mietvertrag über 4.5 Zimmer. 

Die grosszügigen Wohnverhältnisse sprechen folglich für einen steu-

errechtlichen Wohnsitz in R. 

 

6.4.2. 

6.4.2.1. 

Der Rekurrent reichte im Einspracheverfahren lediglich die Nebenkosten-

abrechnungen für das Einfamilienhaus in R. ein. Abrechnungen zu den 

Nebenkosten in T. hat der Rekurrent nicht eingereicht. Die 

Nichteinreichung begründete der Rekurrent damit, dass er und seine Un-

tervermieterin nicht mehr im Besitz der Abrechnungen seien. Da der Re-

kurrent geltend macht, sein Lebensmittelpunkt befinde sich in T. und er sich 

vorwiegend dort aufhalte, wäre eine Nebenkostenabrechnung der 

Wohnung in T. im Hinblick auf die Bestimmung des Lebensmittelpunktes 

aussagekräftig gewesen. Die Steuerkommission R. hat die 

Nebenkostenabrechnung als geeignetes Beweismittel zur Abklärung des 

Lebensmittelpunktes daher zu Recht eingefordert. Der Umstand, dass der 

Rekurrent die Nebenkosten (Strom-, Wasser- und Abwasserabrech-

nungen) für die Wohnung in T. nicht belegmässig nachweisen kann, wird 

daher zu seinem Lasten ausgelegt, da eine Kopie der Abrechnungen ohne 

grösseren Aufwand hätte eingefordert werden können. 

 

6.4.2.2. 

Aktenkundig ist lediglich eine Stromabrechnung für das Einfamilienhaus in 

R. Dieser ist zu entnehmen, dass 2019 ein Stromverbrauch von insgesamt 

10'591 kWh vorlag. In Anbetracht, dass der Rekurrent geltend macht, er 

halte sich nur vereinzelt in R. auf, wäre dieser Stromverbrauch grösstenteils 

seiner langjährigen und dort wohnenden Freundin zuzuschreiben. Gemäss 

dem vom Bundesamt für Energie publiziertem Faktenblatt vom August 

2021 "Stromverbrauch eines typischen Haushalts" beträgt der 

Stromverbrauch eines Einpersonenhaushaltes (Einfamilienhaus, ohne 

Elektroheizung und ohne elektrische Wassererwärmung) in der Schweiz 

ca. 2'300 kWh. Ein Stromverbrauch von 10'591 kWh spricht daher 

mindestens für einen Zweipersonenhaushalt. 

 

 - 14 - 

 

 

6.4.2.3. 

Die Wohnverhältnisse sowie der für einen Einpersonenhaushalt überhöhte 

Stromverbrauch in R. sprechen eindeutig für einen steuerrechtlichen 

Wohnsitz in R. 

 

6.5. 

6.5.1. 

Gestützt auf die Privatkontoauszüge liess der Rekurrent geltend machen, 

dass aus den einzelnen Transaktionen ein umfassendes Bewegungsprofil 

erstellt werden könne. Das Bewegungsprofil für das Jahr 2019 zeige auf, 

dass sich der Mittelpunkt der Lebensinteressen des Rekurrenten klarer-

weise im Kanton XZ befinde. Aus den Transaktionsdetails sei ersichtlich, 

dass sich der Rekurrent mit den notwendigen Gütern für den täglichen 

Lebensbedarf (Lebensmittel, Medikamente, Tierbedarf, Einrichtungsge-

genstände, etc.) fast ausschliesslich im Raum Q. eindecke. Dasselbe 

Bewegungsprofil zeige sich ebenfalls für die Folgejahre (2020 und 2021). 

Der Mehraufenthalt im Jahr 2020 im Kanton Aargau lasse sich mit der 

Corona-Pandemie begründen. 

 

6.5.2. 

6.5.2.1. 

Den Privatkontoauszügen können folgende Anzahl Tage mit Transaktionen 

im Kanton Aargau bzw. in der Region um R. [in der Tabelle: Transaktionen 

Aargau] und im Kanton XZ bzw. in der Region um T. [in der Tabelle: 

Transaktionen Q.] entnommen werden: 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Im Jahr 2019 wurden demnach an deutlich mehr Tagen Transaktionen in 

Q. bzw. in der Region um T. als im Kanton Aargau bzw. in der Region um 

R. durchgeführt. Im Jahr 2020 war die Differenz der Anzahl Tage mit 

getätigten Transaktionen geringer als im Jahr 2019. Im Jahr 2021 wurden 

beinahe an genau gleich vielen Tagen Transaktionen im Kanton Aargau 

wie im Kanton XZ durchgeführt. 

 

 Transaktionen 

Aargau 

Transaktionen 

XZ 
 

  

2019 17 Tage 123 Tage 

2020 72 Tage 

 

102 Tage 

 

2021 
(1.1.  bis 30.4.2021) 

32 Tage 

 

31 Tage 

 

 - 15 - 

 

 

6.5.2.2. 

6.5.2.2.1. 

Detaillierte Privatkontoauszüge sind generell geeignet, die objektiven, 

äusseren Lebensumstände des Rekurrenten bzw. seinen Aufenthaltsort 

aufzuzeigen. In Anbetracht, dass der Rekurrent gemäss eigenen Angaben 

lediglich nur über dieses Privatkonto verfügt, über welches der private Le-

bensaufwand bezahlt wird und der grossen Anzahl der Transaktionen, kön-

nen die Privatkontoauszüge durchaus Indizien enthalten, wo sich der 

hauptsächliche Aufenthaltsort des Rekurrenten befand. 

 

6.5.2.2.2. 

Im Folgenden ist zu prüfen, ob anhand der einzelnen Transaktionen der 

Lebensmittelpunkt des Rekurrenten belegt werden kann. 

 

6.5.2.2.3. 

Wie bereits festgestellt, wurden in den Jahren 2019 und 2020 an mehr Ta-

gen Transaktionen im Kanton XZ als im Kanton Aargau getätigt. Die 

absolute Anzahl der Tage, an welchen Transaktionen in den jeweiligen Or-

ten durchgeführt wurden, sind an und für sich jedoch nicht aussagekräftig. 

Vielmehr ist eine Gesamtbetrachtung zu machen, welche insbesondere 

auch die Uhrzeiten, den Betrag sowie den Ort der Einkäufe miteinbezieht. 

 

Insgesamt können die aus den eingereichten Privatkontoauszügen ersicht-

lichen Transaktionen folgendermassen zusammengefasst werden: Im Kan-

ton XZ wurden viele kleinere Einkäufe in Lebensmittelgeschäften wie M., 

N., O. oder P. getätigt. Vorwiegend zu Mittagszeiten – aber auch vereinzelt 

zu Nachmittagszeiten – wurden in örtlichen Lokalen wie dem AA. in V. oder 

in der AB. in V. Einkäufe getätigt. Regelmässig wurde im Kanton XZ in Apo-

theken, vorwiegend in Filialen von AC. oder AD., eingekauft. Vereinzelt 

fanden im Kanton XZ (vor allem abends) Restaurantbesuche statt. Die 

einzelnen Transaktionen sind grundsätzlich über den Tag verteilt, wobei ein 

grosser Teil der Transaktionen zu Mittagszeiten erfolgt ist. Die im Kanton 

Aargau getätigten Transaktionen umfassen vorwiegend kleinere und 

mittelgrosse Einkäufe in Lebensmittelgeschäften (M., N., AE., AF. 

[Getränkehändler], O. und AG.). Zudem ist aus den Transaktionen zu 

entnehmen, dass im Kanton Aargau öfters eine Kleintierpraxis besucht 

wurde sowie Tierbedarf bei AJ. erworben wurde.  

 

Obwohl der Rekurrent geltend macht, dass sich sein Lebensmittelpunkt in 

T. befinde, sind im Kanton XZ nur vereinzelt und nicht regelmässig 

grössere Lebensmitteleinkäufe feststellbar. Ein ähnliches Bild ergibt sich 

auch bei den Einkäufen im Kanton Aargau. 

 

Der überwiegende Teil der Transaktionen im Kanton XZ steht im Zu-

sammenhang mit kleineren Einkäufen von Lebensmitteln. Da sich der Ar-

beitsort des Rekurrenten unbestrittenermassen in T. befindet, erscheint es 

 - 16 - 

 

 

nachvollziehbar, dass der Rekurrent seine Mahlzeiten auch in der Region 

um T. einnimmt bzw. einkauft. Regelmässige grössere Wocheneinkäufe 

(z.B. für sich und seine Mitbewohnerin G.) sind nicht ersichtlich. Die 

grössere Anzahl an Transaktionen im Kanton XZ ist daher offensichtlich 

damit zu erklären, dass der Rekurrent seine Mahlzeiten während seinen 

Arbeitstagen in der Region um T. einnimmt bzw. einkauft. Folglich ist 

schlüssig, dass das vom Rekurrenten erstellte Bewegungsprofil eine regere 

Bewegung im Kanton XZ aufzeigt. 

 

6.5.2.2.4. 

Es ist festzustellen, dass aus den eingereichten Privatkontoauszügen und 

dem daraus abgeleiteten Bewegungsprofil kein Lebensmittelpunkt in T. 

hervorgeht. 

 

6.6. 

6.6.1. 

Die Vorinstanz wies die Einsprache des Rekurrenten unter anderem mit der 

Begründung ab, dem Einsprecher sei der Nachweis, dass Mietzinsen für 

den privaten Teil der Untermiete in T. bezahlt werden, nicht gelungen. Die 

vom Rekurrenten an G. zwischen dem 1. Januar 2019 und 9. April 2021 

getätigten Überweisungen im Umfang von CHF 10'322.90 könnten 

aufgrund der Unregelmässigkeit und der abweichenden Höhe nicht als 

Nachweis angesehen werden. 

 

6.6.2. 

Mit Schreiben vom 4. September 2020 erklärte der Rekurrent gegenüber 

dem Regionalen Steueramtes X., dass er die Zahlungsmodalitäten des 

Untermietverhältnisses mit G. mündlich abgeändert habe. Die Mietkosten 

für den privaten Anteil und die schwankenden allgemeinen Kosten 

begleiche er jeweils in bar oder die Kosten für Miete und Dienstleistungen 

würden unkompliziert gegenseitig verrechnet. Weiter führte der Rekurrent 

im Schreiben vom 29. Mai 2021 aus, dass er die Verrechnungen mit G. 

nicht mit Quittungen belegen könne, da keine vorhanden seien. Mit dem 

gleichen Schreiben legte er Privatkontoauszüge vor, aus denen mehrere 

Überweisungen an G. hervorgehen. 

 

6.6.3. 

6.6.3.1. 

Aus dem Schreiben vom 29. Mai 2021 beigelegten Privatkontoauszügen 

sind getätigte Kontotransaktionen zwischen dem 1. Januar 2019 und dem 

30. April 2021 ersichtlich. Unter anderem sind diesen total acht Überwei-

sungen an G. zu entnehmen (3. März 2019 [CHF 2'620.00], 28. Juni 2019 

[CHF 538.40], 7. August 2019 [CHF 1'619.00], 21. Oktober 2019 

[CHF 290.50], 12. Februar 2020 [CHF 1'500.00], 4. Mai 2020 

[CHF 1'050.00], 15. Dezember 2020 [CHF 1'390.00] und 9. April 2021 

 - 17 - 

 

 

[CHF 1'315.00]). Insgesamt belaufen sich diese Überweisungen auf 

CHF 10'322.90.  

 

Der Untermietvertrag vom 2. Juni 2001 sieht einen Mietzins (inkl. Neben-

kosten) von CHF 872.00 pro Monat vor. Für den geschäftlich genutzten 

Anteil der Untermiete hat der Rekurrent zwischen dem 1. Januar 2019 und 

4. September 2021 monatlich nachweislich CHF 400.00 an G. überwiesen 

(vgl. Kontoauszüge AH.; Kontoinhaber: H.). Folglich wäre die Differenz 

zwischen dem Gesamtuntermietzins von CHF 872.00 und dem 

Untermietzins für den geschäftlichen Anteil von CHF 400.00, also 

CHF 472.00 (CHF 872.00 – CHF 400.00) der Untermietzins für den privat 

genutzten Wohnanteil. In Anbetracht dessen, dass der Zeitraum zwischen 

dem 1. Januar 2019 und dem 30. April 2021 achtundzwanzig Monate 

umfasst, müsste sich der Untermietzins für den privat genutzten Anteil der 

Wohnung auf CHF 13'216.00 (28 x CHF 472.00) belaufen. Den Nachweis 

dafür blieb der Rekurrent jedoch bis heute schuldig. 

 

6.6.3.2. 

Auffallend ist, dass die Überweisungen des Rekurrenten an G. in 

unregelmässigen Zeitintervallen erfolgt sind (zwischen 2.5 und 7 Monaten). 

Weiter sind die überwiesenen Beträge unterschiedlich hoch (zwischen 

CHF 290.50 und CHF 2'620.00). Zudem ist das Total der Überweisungen 

(CHF 10'322.90) nicht kongruent mit einem für achtundzwanzig Monaten 

geschuldeten Untermietzins für den privaten Anteil (CHF 13'216.00). Der 

Vorinstanz ist daher bei ihrer Feststellung, wonach die Überweisungen un-

regelmässig und unterschiedlich hoch seien, zuzustimmen. Diese Auffällig-

keiten erklärt der Rekurrent damit, dass er die Mietkosten für den privaten 

Anteil und die schwankenden allgemeinen Kosten jeweils in bar begleiche 

oder er mit G. die Mietkosten und Dienstleistungen unkompliziert 

gegenseitig verrechnet habe. Den Nachweis dafür blieb er bis heute 

schuldig. 

 

7. 

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die stärkste persönliche Bezie-

hung des Rekurrenten zu seiner langjährigen Lebenspartnerin, C., besteht. 

Das gemeinsam gemietete Einfamilienhaus in R. bzw. die Gemeinde R. 

sind daher als Familienort zu qualifizieren. Die unregelmässige Rückkehr 

an seinem Familienort steht im Zusammenhang mit der Arbeit des 

Rekurrenten und vermag den Lebensmittelpunkt am Familienort R. nicht 

aufzuheben. Die Wohnverhältnisse sprechen eindeutig für einen 

steuerrechtlichen Wohnsitz in R. Aus den Privatkontoauszügen kann kein 

Lebensmittelpunkt in T. abgeleitet werden. Gesamthaft betrachtet befindet 

sich der Lebensmittelpunkt und damit der steuerrechtliche Wohnsitz des 

Rekurrenten in R. 

 

 - 18 - 

 

 

8. 

Der Rekurs erweist sich somit als unbegründet und ist abzuweisen. 

 

9. 

Bei diesem Verfahrensausgang hat der Rekurrent die Kosten des Rekurs-

verfahrens zu tragen (§ 189 Abs. 1 StG). Es ist keine Parteikostenentschä-

digung auszurichten (§ 189 Abs. 2 StG). 

 

 

 

 

  

 - 19 - 

 

 

 
   

Das Gericht erkennt: 

 

1. 

Der Rekurs wird abgewiesen. 

 

2. 

Der Rekurrent hat die Kosten des Rekursverfahrens, bestehend aus einer 

Staatsgebühr von CHF 500.00, der Kanzleigebühr von CHF 240.00 und 

den Auslagen von CHF 100.00, zusammen CHF 840.00, zu bezahlen. 

 

3. 

Es wird keine Parteikostenentschädigung ausgerichtet. 

 

 
 

   

Zustellung an: 

den Vertreter des Rekurrenten (2) 

das Kantonale Steueramt  

das Gemeindesteueramt R. 

 

 

 
   

Rechtsmittelbelehrung  

 

Dieser Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung mit Be-

schwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Aargau angefochten 

werden. Die Beschwerde ist in doppelter Ausfertigung beim Spezialver-

waltungsgericht, Laurenzenvorstadt 9, 5001 Aarau, einzureichen. Die 

Frist steht still vom 7. Tag vor bis und mit dem 7. Tag nach Ostern, vom 

15. Juli bis und mit 15. August und vom 18. Dezember bis und mit dem 

2. Januar. Die unterzeichnete Beschwerdeschrift muss einen Antrag, wie 

der Entscheid zu ändern sei, sowie eine Begründung enthalten. Der ange-

fochtene Entscheid und als Beweismittel angerufene Urkunden sind beizu-

legen (§§ 28 und 43 f. des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 

4. Dezember 2007 [VRPG] in Verbindung mit Art. 145 Abs. 1 der Schwei-

zerischen Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 [ZPO]; §§ 187, 

196 und 198 des Steuergesetzes vom 15. Dezember 1998 [StG]). 

 

 

  

 - 20 - 

 

 

 

 
    

Aarau, 22. Juni 2023 

 

Spezialverwaltungsgericht 

Steuern 

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

 

Heuscher Betsche