# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** af1ab694-0108-5e01-a86c-6e2a27586944
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-08-16
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 4. Kammer 16.08.2021 A 2021 3
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_004_A-2021-3_2021-08-16.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

A 21 3

4. Kammer 

Vorsitz Racioppi

Richter Meisser und Audétat

Aktuarin Hemmi

URTEIL

vom 16. August 2021

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

A._____,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. oec. HSG Kevin Russi,

Beschwerdeführer

gegen

Steuerverwaltung des Kantons Graubünden,

Beschwerdegegnerin

betreffend Kantons-, Gemeinde- und direkte Bundessteuer

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I. Sachverhalt:

1. Am 17. Oktober 2008 verstarb B._____ sel. Als Alleinerbin hinterliess er 

seine Ehegattin C._____ sel. Letztere verstarb am 10. August 2014 mit 

letztem Wohnsitz in D._____. C._____ sel. setzte im Testament vom 31. 

Oktober 2008 die E._____ Anstalt mit Sitz im F._____ als alleinige Be-

günstigte ("sole beneficiary") ihres Nachlasses ein. Im Beistatut vom 11. 

Juni 2013 bezeichnete sich die Stifterin als einzige Begünstigte zu Lebzei-

ten ("primary beneficiary") mit einer Nachfolgeregelung bei ihrem Ableben 

("secondary beneficiary"). Diese Nachfolgeregelung sieht unter anderem 

eine Zuwendung in der Höhe von CHF 1'000'000.-- an A._____ vor. Der 

Betrag wird gemäss Beistatut in zehn gleich hohen, jährlichen Tranchen 

ausbezahlt, was einer Ausschüttung von CHF 100'000.-- pro Jahr ent-

spricht. 

2. Die Steuerverwaltung des Kantons Graubünden (nachfolgend: Steuerver-

waltung) rechnete den Betrag von CHF 100'000.-- dem steuerbaren Ein-

kommen auf und legte den Veranlagungsverfügungen vom 13. Februar 

2019 für die Kantons- und Gemeindesteuer 2015 und 2016 ein steuerba-

res Einkommen von CHF 262'600.-- bzw. CHF 187'200.-- und ein steuer-

bares Vermögen von CHF 379'600.-- bzw. CHF 415'000.-- zugrunde; für 

die direkte Bundessteuer 2015 und 2016 wurde A._____ mit einem steu-

erbaren Einkommen von CHF 265'300.-- bzw. 189'700.-- veranlagt. Be-

gründend wurde ausgeführt, die Zuwendung über CHF 100'000.-- sei nicht 

als Schenkung, sondern als übriges Einkommen zu qualifizieren.

3. Die dagegen erhobene Einsprache wies die Steuerverwaltung mit Einspra-

cheentscheiden vom 10. Dezember 2020 betreffend direkte Bundessteuer 

sowie Kantons- und Gemeindesteuer 2015 und 2016 ab. Zur Begründung 

wurde im Wesentlichen festgehalten, dass gemäss Testament vom 31. 

Oktober 2008 die E._____ Anstalt als alleinige Begünstigte des Nachlas-

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ses von C._____ sel. eingesetzt worden sei und gerade eben nicht die 

Begünstigten gemäss Beistatut der E._____ Anstalt. Mit dem Tod von 

C._____ sel. sei die E._____ Anstalt zu einem eigenständigen Steuersub-

jekt geworden und sei seither als nicht kontrollierte Stiftung zu qualifizie-

ren. Die Ausschüttung an die Begünstigten sei somit von einer nicht kon-

trollierten Stiftung erfolgt. Solche Stiftungsleistungen würden Einkommen 

im Sinne von Art. 16 Abs. 1 StG bzw. Art. 16 Abs. 1 DBG darstellen. 

Grundsätzlich würden die zivilrechtlichen Verhältnisse die tatsächliche 

Grundlage der steuerlichen Beurteilung eines Vorganges bilden, was auch 

im vorliegenden Fall gelten müsse. Entgegen den Begehren des Einspre-

chers werde dem vorliegenden Sachverhalt keine wirtschaftliche Betrach-

tungsweise zugrunde gelegt und es finde somit keine Beurteilung des ge-

samten Vorganges als Ganzes statt. 

4. Gegen diese Einspracheentscheide erhob A._____ (nachfolgend: Be-

schwerdeführer) am 11. Januar 2021 Beschwerde an das Verwaltungsge-

richt des Kantons Graubünden mit dem Antrag, die angefochtenen Ein-

spracheentscheide seien aufzuheben und die Veranlagungen seien im 

Sinne der nachstehenden Ausführungen neu vorzunehmen, wobei die Zu-

wendungen aus der E._____ Anstalt als steuerfreies Einkommen zu qua-

lifizieren seien; eventualiter seien die Zuwendungen als Vermächtnisse zu 

qualifizieren. Zur Begründung brachte der Beschwerdeführer im Wesentli-

chen vor, mangels Gegenleistung würden die Zuwendungen aus der 

E._____ Anstalt kein Einkommen darstellen, sondern Schenkungen bzw. 

Vermächtnisse. Die Zuwendungen seien bereits vom Verwaltungsgericht 

als Vermächtnisse qualifiziert worden. Es sei stossend, aus der gewählten 

zivilrechtlichen Abwicklungsweise ein zweistufiges Steuergenerierungs-

Instrument zu machen, d.h. Nachlasssteuer in einem ersten Schritt und 

Einkommenssteuer im zweiten Schritt. Die E._____ Anstalt sei ein reines 

Ausführungsvehikel des letzten Willens der Stifterin. Es finde seitens der 

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G._____ Anstalt keinerlei eigene Willensbildung oder anderweitige Hand-

lung statt. 

5. Mit Vernehmlassung vom 3. Februar 2021 beantragte die Steuerverwal-

tung (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde. 

Zur Begründung hielt sie zusammenfassend fest, dass es sich bei den Zu-

wendungen der E._____ Anstalt an den Beschwerdeführer in der Höhe 

von je CHF 100'000.-- in den Steuerperioden 2015 und 2016 um steuer-

bares Einkommen handle. Diese Ausschüttungen seien somit zu Recht in 

den Veranlagungsverfügungen betreffend direkte Bundessteuer sowie 

Kantons- und Gemeindesteuer der Jahre 2015 und 2016 aufgerechnet 

worden. 

6. Am 15. Februar 2021 hielt der Beschwerdeführer replicando an seinen An-

trägen fest und vertiefte seine Argumentation. 

7. Am 23. Februar 2021 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf die Einrei-

chung einer Duplik. 

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften und 

in den angefochtenen Einspracheentscheiden vom 10. Dezember 2020 

sowie auf die eingereichten Beweismittel wird, soweit erforderlich, in den 

nachstehenden Erwägungen eingegangen.

II. Das Gericht zieht in Erwägung:

1.1. Anfechtungsobjekte des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bilden die 

Einspracheentscheide der Beschwerdegegnerin vom 10. Dezember 2020 

betreffend direkte Bundessteuer sowie Kantons- und Gemeindesteuer 

2015 und 2016. Solche Entscheide können gemäss Art. 140 Abs. 1 des 

Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer (DBG; SR 642.11), Art. 50 

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Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Harmonisierung der direkten Steuern 

der Kantone und Gemeinden (StHG; SR 642.14) i.V.m. Art. 139 Abs. 1 

des Steuergesetzes für den Kanton Graubünden (StG; BR 720.00) bzw. 

Art. 29 Abs. 2 des Gesetzes über die Gemeinde- und Kirchensteuern 

(GKStG; BR 720.200) mit Beschwerde beim Verwaltungsgericht ange-

fochten werden. Die sachliche Zuständigkeit des streitberufenen Gerichts 

ergibt sich aus Art. 49 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verwaltungs-

rechtspflege (VRG; BR 370.100), wonach das Verwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Entscheide von Dienststellen der kantonalen Verwal-

tung und von unselbständigen Anstalten des kantonalen Rechts beurteilt, 

soweit das kantonale Recht den direkten Weiterzug vorsieht, was vorlie-

gend – wie gesehen (vgl. Art. 139 Abs. 1 StG) – der Fall ist. Demzufolge 

fällt die Beurteilung der vorliegenden Streitsache in die Zuständigkeit des 

Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden. Der Beschwerdeführer ist 

als formeller und materieller Adressat der angefochtenen Einspracheent-

scheide beschwert und damit ohne Weiteres zur Beschwerdeerhebung 

befugt (vgl. Art. 50 Abs. 1 VRG). Auf die zudem frist- und formgerecht ein-

gereichte Beschwerde ist demnach einzutreten.

1.2. Betreffend die Frage der rechtmässigen Vertretung ist festzuhalten, dass 

der Vertreter des Beschwerdeführers nicht mehr im Anwaltsregister des 

Kantons Graubünden eingetragen ist. Da allerdings in Steuerstreitsachen 

eine Vertretung durch eine handlungsfähige Person grundsätzlich möglich 

ist (vgl. Art. 123b StG und Art. 15 Abs. 1 lit. b VRG), ist vorliegend von 

einer gültigen Vertretung auszugehen. 

2. Streitig und zu prüfen ist, ob es sich bei den Ausschüttungen der E._____ 

Anstalt an den Beschwerdeführer in der Höhe von je CHF 100'000.-- in 

den Steuerperioden 2015 und 2016 um steuerbares Einkommen handelt 

und die Beschwerdegegnerin diese somit zu Recht als solches besteuert 

hat, oder ob diese Ausschüttungen, wie seitens des Beschwerdeführers 

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beantragt, als "steuerfreies Einkommen" bzw. als Vermächtnisse zu qua-

lifizieren sind. 

3.1. Sowohl das Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer als auch das 

Steuergesetz für den Kanton Graubünden folgen bei der Aufzählung und 

Umschreibung der steuerbaren und steuerfreien Einkünfte der gesetzli-

chen Konzeption einer Einkommensgeneralklausel, die durch beispiel-

hafte Aufzählung diverser Einkommensbestandteile ergänzt und durch die 

Befreiung bestimmter Einkünfte präzisiert wird (vgl. LOCHER, Kommentar 

zum Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer, I. Teil, Art. 1-48 DBG, 

2. Aufl., Basel 2019, Art. 16 Rz. 5). Im Sinne einer Generalklausel halten 

Art. 16 Abs. 1 DBG und Art. 16 Abs. 1 StG zunächst fest, dass alle wie-

derkehrenden und einmaligen Einkünfte der Einkommenssteuer unterlie-

gen. Die hauptsächlichen steuerbaren Einkünfte werden anschliessend in 

Art. 17-23 DBG und in Art. 17-29 StG beispielhaft genannt. Vorbehalten 

bleiben die Kapitalgewinne aus der Veräusserung von Privatvermögen 

(Art. 16 Abs. 3 DBG) und die im Negativkatalog von Art. 24 DBG bzw. 

Art. 30 StG abschliessend aufgezählten Fälle (vgl. LOCHER, a.a.O., Art. 16 

Rz. 7).

3.2. Als steuerbares Einkommen gelten auch die Einkünfte aus beweglichem 

Vermögen (Art. 20 f. DBG bzw. Art. 21 ff. StG) und aus Vorsorge (Art. 22 

DBG bzw. Art. 23 StG). Sie sind in vollem Umfang steuerbar. Dementspre-

chend unterliegen der Einkommensgeneralklausel auch Zuwendungen 

aus Stiftungen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2A.668/2004 vom 22. April 

2005 E.2.1). Von keiner Bedeutung ist, ob es sich um Ausschüttungen ei-

ner schweizerischen oder ausländischen Stiftung handelt. Im konkreten 

Fall finden sich im Abkommen vom 10. Juli 2015 zwischen der Schweize-

rischen Eidgenossenschaft und dem F._____ zur Vermeidung der Doppel-

besteuerung auf dem Gebiet der Steuern vom Einkommen und vom Ver-

mögen (SR 0.672.951.43) keine abweichenden Bestimmungen. Damit 

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sind (auch) Zuwendungen einer Stiftung G._____ Rechts bei der in der 

Schweiz ansässigen begünstigten Person grundsätzlich in vollem Umfang 

als Einkommen steuerbar, soweit keine Teilbesteuerung zum Tragen 

kommt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_711/2012 und 2C_712/2012 

vom 20. Dezember 2012 E.2.2 mit weiteren Hinweisen). Nichts anderes 

ergibt sich mit Blick auf die beiden Kreisschreiben Nr. 30 der Schweizeri-

schen Steuerkonferenz (SSK) vom 22. August 2007 bzw. Nr. 20 der Eid-

genössischen Steuerverwaltung (ESTV) vom 27. März 2008, worin die 

Verwaltungen ihre Sichtweise zur Besteuerung von Trusts darlegen. 

Gemäss Ziff. 2.4 dieser Verwaltungsverordnungen sind die Anstalten, Stif-

tungen und Treuhänderschaften nach liechtensteinischem Recht vom An-

wendungsbereich der beiden Kreisschreiben ausgenommen. 

4.1. Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, dass die Zuwendungen aus 

der E._____ Anstalt kein Einkommen darstellten, sondern Vermächtnisse, 

ist darauf hinzuweisen, dass ein Erblasser mittels Testament oder Erbver-

trag einen gesetzlichen Erben oder eine Drittperson als Vermächtnisneh-

mer einsetzen kann (vgl. Art. 484 und 494 des Schweizerischen Zivilge-

setzbuches [ZGB; SR 210]). Vorliegend ergibt sich aus dem im Recht lie-

genden Testament von C._____ sel. vom 31. Oktober 2008 nicht, dass der 

Beschwerdeführer darin mit einem Vermächtnis bedacht worden wäre. 

Vielmehr wurde im besagten Testament einzig die E._____ Anstalt als al-

leinige Begünstigte ("sole beneficiary") des Nachlasses von C._____ sel. 

eingesetzt (vgl. beschwerdegegnerische Akten [Bg-act.] 2). Auch lassen 

sich den Akten keine weiteren Testamente bzw. Seiten in Bezug auf das 

Testament vom 31. Oktober 2008 entnehmen. Darüber hinaus liegt auch 

kein Erb- bzw. Vermächtnisvertrag bei den Akten. Vielmehr sind die von 

der E._____ Anstalt an den Beschwerdeführer in den Steuerperioden 

2015 und 2016 ausgerichteten Zuwendungen in der Höhe von je CHF 

100'000.-- bzw. künftig noch auszurichtenden Zuwendungen im Beistatut 

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der besagten Anstalt vom 11. Juni 2013 geregelt (vgl. Bg-act. 3, Ziff. 3e). 

Vor diesem Hintergrund zielen die beschwerdeführerischen Einwände, die 

verstorbene Stifterin habe ihn testamentarisch begünstigt bzw. die Zuwen-

dungen aus der E._____ Anstalt stellten Vermächtnisse dar, ins Leere. 

4.2. Zudem ist in Bezug auf das Urteil des Verwaltungsgerichts A 17 4 vom 

30. August 2017 darauf hinzuweisen, dass die Beschwerdegegnerin im 

damals angefochtenen Einspracheentscheid insgesamt zehn Freibeträge 

à CHF 7'300.-- für sämtliche Empfänger der Begünstigungen aus der Stif-

tung berücksichtigte. Demgegenüber gewährte das Verwaltungsgericht 

der E._____ Anstalt im anschliessenden Beschwerdeverfahren den Frei-

betrag in der Höhe von CHF 7'300.-- nur einmal; es stellte den Parteien 

vorgängig korrekterweise eine reformatio in peius in Aussicht und gab ih-

nen Gelegenheit zur Stellungnahme sowie zum Rückzug der Beschwerde 

(vgl. Urteil des Verwaltungsgerichts A 17 4 vom 30. August 2017 E.2f f.). 

Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers hat das angerufene Gericht 

somit die einzelnen Begünstigungen aus der Stiftung nicht als Vermächt-

nisse behandelt. Massgeblich ist nicht der damals angefochtene Einspra-

cheentscheid der Beschwerdegegnerin, sondern was das Verwaltungsge-

richt im darauffolgenden Beschwerdeverfahren A 17 4 entschieden hat. 

Dieses Urteil ist denn auch unangefochten in Rechtskraft erwachsen. 

5.1. Sodann bringt der Beschwerdeführer vor, dass die Zuwendungen aus der 

E._____ Anstalt als Schenkungen zu qualifizieren seien. Nach bundesge-

richtlicher Praxis liegt eine einkommenssteuerfreie Schenkung im Sinne 

von Art. 24 lit. a DBG vor, wenn eine unentgeltliche Zuwendung unter Le-

benden mit Schenkungsabsicht vorgenommen wird. Die Schenkungsab-

sicht ist gegeben, wenn die Vermögenszuwendung nicht mit dem Willen, 

eine Gegenleistung zu erhalten, ausgerichtet wird. Sowohl dem zivilrecht-

lichen als auch dem steuerrechtlichen Schenkungsbegriff sind die Merk-

male der Vermögenszuwendung, der Unentgeltlichkeit und des Zuwen-

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dungswillens gemeinsam; dabei bedeutet die subjektive Seite des Zuwen-

dungswillens, dass der Zuwendende Wissen und Wollen bezüglich der 

Vermögenszuwendung und der Unentgeltlichkeit haben muss (vgl. Urteil 

des Bundesgerichts 2A.668/2004 vom 22. April 2005 E.3.3; Urteil des Kan-

tonsgerichts Luzern vom 4. März 2020 E.2.2, in: StE 2021, B 26.25 Nr. 5 

mit weiteren Hinweisen). Im bündnerischen Recht sind demgegenüber die 

entscheidenden Merkmale einzig die Unentgeltlichkeit und die Freiwillig-

keit (vgl. Art. 106a Abs. 1 StG). Freiwillig erfolgt eine Zuwendung immer 

dann, wenn dazu keine Rechtspflicht besteht (vgl. ZIGERLIG/OERTLI/HOF-

MANN, Das st. gallische Steuerrecht, 7. Aufl., Bern 2014, VI. Rzn. 26 und 

28). Soweit die Stiftung Leistungen an die Destinatäre nicht freiwillig, son-

dern lediglich in Erfüllung einer ihr durch die Stiftungsurkunde auferlegten 

Rechtspflicht ausrichtet, hat sie auch keinen Schenkungswillen (vgl. Urteil 

des Bundesgerichts 2A.668/2004 vom 22. April 2005 E.3.4.3 mit weiteren 

Hinweisen). Die Annahme einer Schenkung fällt hier entsprechend ausser 

Betracht. 

5.2. Vorliegend bezeichnete sich die verstorbene Stifterin im Beistatut vom 

11. Juni 2013 als einzige Begünstigte zu Lebzeiten ("primary beneficiary") 

mit einer Nachfolgeregelung bei ihrem Ableben ("secondary beneficiary"). 

Betreffend Nachfolgeregelung kann dem besagten Beistatut unter ande-

rem entnommen werden, dass beim Ableben der Stifterin der Beschwer-

deführer eine Zuwendung in der Höhe von total CHF 1'000'000.-- erhalten 

soll, wobei dieser Betrag in zehn gleich hohen, jährlichen Tranchen aus-

bezahlt werden soll, was einer Ausschüttung von CHF 100'000.-- pro Jahr 

entspricht (vgl. Bg-act. 3, Ziff. 3e). Mit dem Ableben der Stifterin wurde das 

Beistatut vom 11. Juni 2013 unabänderlich (vgl. Urteil des Verwaltungsge-

richts des Kantons Graubünden A 17 4 vom 30. August 2017 E.2b). Für 

die rechtliche Qualifikation der an den Beschwerdeführer ausgerichteten 

bzw. noch auszurichtenden Zuwendungen der E._____ Anstalt ist zufolge 

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der eigenen Rechtspersönlichkeit der Stiftung allein auf das zwischen ihr 

und dem Beschwerdeführer bestehende Verhältnis abzustellen. Wie oben 

aufgezeigt, erbrachte die E._____ Anstalt die dem Beschwerdeführer in 

den Steuerperioden 2015 und 2016 ausgerichteten Leistungen in der 

Höhe von je CHF 100'000.-- gestützt auf eine Regelung im Beistatut vom 

11. Juni 2013. Mithin erfüllte sie lediglich eine ihr durch die Stiftungszusat-

zurkunde auferlegte Rechtspflicht, was denn auch der Beschwerdeführer 

in seinen Rechtsschriften bekräftigt. Folglich fehlt es vorliegend am Erfor-

dernis der Freiwilligkeit der Zuwendung bzw. des Schenkungswillens. Es 

ist daher nicht zu beanstanden, wenn die Beschwerdegegnerin vom Nicht-

vorliegen eines steuerfreien Vermögenszuflusses im Sinne einer Schen-

kung gemäss Art. 24 lit. a DBG bzw. Art. 30 Abs. 1 lit. a StG ausgegangen 

ist. 

5.3. Der Vollständigkeit halber ist an dieser Stelle noch darauf hinzuweisen, 

dass die von der Beschwerdegegnerin zitierte Rechtsprechung des Bun-

desgerichts (2A.668/2004 vom 22. April 2005 E.2.1 und E.3.4.3) entgegen 

der Auffassung des Beschwerdeführers auf den vorliegenden Fall Anwen-

dung findet, da aus dem erwähnten Urteil hervorgeht, dass auch Einkünfte 

aus Stiftungen grundsätzlich unter die Einkommensgeneralklausel fallen 

und dass eine Stiftung, die Leistungen an die Destinatäre nicht freiwillig, 

sondern lediglich in Erfüllung einer ihr durch die Stiftungsurkunde aufer-

legte Rechtspflicht ausrichtet, keinen Schenkungswillen hat; genau um 

diese Konstellation geht es vorliegend. Nach Ansicht des angerufenen Ge-

richts spielt es für die Anwendbarkeit der erwähnten höchstrichterlichen 

Rechtsprechung keine Rolle, ob es sich bei der von einer Stiftung erhalte-

nen Zuwendung um einen Ertragsanteil des Stiftungsvermögens oder – 

wie im konkreten Fall – um eine Ausschüttung von Anstaltsvermögen han-

delt. Zudem gilt es zu erwähnen, dass auch in dem der besagten Entschei-

dung des Bundesgerichts zugrundeliegenden Fall Stiftungsleistungen zu 

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beurteilen waren, auf welche die Destinatäre einen Rechtsanspruch hatten 

(vgl. Urteil des Bundesgerichts 2A.668/2004 vom 22. April 2005 E.4.1; Ur-

teil des Kantonsgerichts Luzern vom 4. März 2020 E.3.3.2, in: StE 2021, 

B 26.25 Nr. 5). 

6. Soweit der Beschwerdeführer ferner der Ansicht ist, dass es sich bei der 

E._____ Anstalt bloss um ein "reines Ausführungsvehikel zur Nachlassab-

wicklung" handle, ist festzuhalten, dass C._____ sel. im Testament vom 

31. Oktober 2008 die E._____ Anstalt mit Sitz im F._____ als alleinige 

Begünstigte ("sole beneficiary") ihres Nachlasses eingesetzt hat (vgl. Bg-

act. 2). Mit dem Tod von C._____ sel. wurde die besagte Anstalt zu einem 

eigenständigen Steuersubjekt und gilt seither als nicht kontrollierte Stiftung 

(vgl. Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden A 17 4 vom 

30. August 2017 E.2b). Die Zuwendungen an den Beschwerdeführer er-

folgten somit durch eine nicht kontrollierte Stiftung, was dieser zu verken-

nen scheint. Es handelt sich bei der E._____ Anstalt daher nicht bloss um 

ein "reines Ausführungsvehikel zur Nachlassabwicklung". 

7.1. Der Beschwerdeführer macht zudem geltend, es wäre widersprüchlich und 

stossend, die Vermögensübertragung im Umfang seines Anspruchs dop-

pelt zu besteuern; zuerst als Vermögensübergang infolge Zuwendung auf 

den Todesfall bei der E._____ Anstalt mit der Nachlasssteuer und dann 

mit der Auszahlung durch die besagte Anstalt mit der Einkommenssteuer 

(oder nochmaliger Nachlass-/Schenkungssteuer) bei ihm. Denn sein An-

spruch aus Vermächtnis habe denselben Ursprung wie die Hauptzuwen-

dung an die E._____ Anstalt, nämlich die letztwillige Verfügung von 

C._____ sel. vom 31. August (recte: Oktober) 2008. Eine Besteuerung mit 

der Einkommenssteuer würde nur erreicht, wenn man unnötigerweise 

zwei voneinander getrennte Schritte kreiere, anstatt den gesamten Vor-

gang in seiner Gänze zu beurteilen (wirtschaftliche Betrachtungsweise). 

Vorliegend sei einer wirtschaftlichen Betrachtungsweise gegenüber einer 

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auf einen einzelnen Vorgang beschränkten Betrachtungsweise der Vorzug 

zu geben. 

7.2. Grundsätzlich bilden die zivilrechtlichen Verhältnisse die tatsächliche 

Grundlage der steuerlichen Beurteilung eines Vorganges (vgl. Urteile des 

Bundesgerichts 2C_342/2016 und 2C_343/2016 vom 23. Dezember 2016 

E.3.2.1, 2C_969/2015 vom 24. Mai 2016 E.3.3.1, 2C_156/2015 vom 

5. April 2016 E.3.3.1). Wie die Beschwerdegegnerin zutreffend festhält, 

muss dies auch im konkreten Fall gelten. Entgegen der Ansicht des Be-

schwerdeführers wird dem vorliegenden Sachverhalt keine wirtschaftliche 

Betrachtungsweise zugrunde gelegt, so dass keine Beurteilung des Vor-

ganges als Ganzes stattfindet. Vielmehr gilt es zwei zivilrechtlich vonein-

ander getrennte Schritte zu beurteilen. Dabei erfolgte in einem ersten 

Schritt eine ausschliessliche Begünstigung einer G._____ Stiftung mittels 

Testament, welche mit dem Tod der Stifterin zu einem eigenständigen 

Steuersubjekt und als Zuwendungsempfängerin steuerpflichtig (Nachlass-

steuer) wurde (vgl. Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubün-

den A 17 4 vom 30. August 2017 E.2b f.). In einem zweiten Schritt geht es 

dann um die Zuwendungen dieser Stiftung an die gemäss Beistatut vom 

11. Juni 2013 – und nicht gemäss letztwilliger Verfügung vom 31. Oktober 

2008 – Begünstigten. Wie bereits dargelegt, stellen diese Leistungen 

keine steuerfreien Einkünfte dar, sondern unterliegen gestützt auf die Ein-

kommensgeneralklausel der Einkommensbesteuerung. 

8. Schliesslich vermag der Beschwerdeführer aus dem Hinweis auf die von 

Prof. Dr. Opel im Aufsatz "Stiftungen schenken nicht" vertretene Lehrmei-

nung nichts für sich abzuleiten, zumal diese der höchstrichterlichen Recht-

sprechung entgegensteht. Zudem wird dem vorliegenden Sachverhalt – 

wie gesehen – keine wirtschaftliche, sondern eine zivilrechtliche Betrach-

tungsweise zugrunde gelegt.

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9. Im Ergebnis erweisen sich die angefochtenen Einspracheentscheide vom 

10. Dezember 2020 betreffend direkte Bundessteuer sowie Kantons- und 

Gemeindesteuer 2015 und 2016 als rechtens, was zur Bestätigung dersel-

ben und zur Abweisung der dagegen erhobenen Beschwerde führt.

10. Bei diesem Ausgang des Verfahrens gehen die Gerichtskosten gestützt 

auf Art. 73 Abs. 1 VRG zulasten des Beschwerdeführers. Die Staatsge-

bühr wird im Rahmen von Art. 75 Abs. 2 VRG auf CHF 3'500.-- festgesetzt. 

Bund, Kanton und Gemeinden sowie mit öffentlich-rechtlichen Aufgaben 

betrauten Organisationen wird gemäss Art. 78 Abs. 2 VRG in der Regel 

keine Parteientschädigung zugesprochen, wenn sie in ihrem amtlichen 

Wirkungskreis obsiegen. Davon abzuweichen besteht vorliegend kein An-

lass.

III. Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Die Gerichtskosten, bestehend aus

- einer Staatsgebühr von CHF 3'500.--

- und den Kanzleiauslagen von CHF 314.--

zusammen CHF 3'814.--

gehen zulasten von A._____.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilungen]

Die an das Bundesgericht erhobene Beschwerde wird mit Urteil vom 9. Mai 2022 

abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird (2C_799/2021).

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