# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e3efbffe-17e3-50e0-a0ea-9dff01afb9ec
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht Praxis des Verwaltungsgerichts (PVG) 00.00.0000 PVG 2005 13
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_006_PVG-2005-13_0000-00-00.pdf

## Full Text

Öffentliche Sozialhilfe 8
Assistenza sociale pubblica

Unterhaltsanspruch des Kindes. Rückforderung von durch 
das Gemeinwesen geleisteten Beiträgen.
– Ist eine Gemeinde anstelle der Eltern für den Kindesun- 

terhalt aufgekommen, kann sie den auf sie übergegan- 
genen Unterhaltsanspruch nur auf dem Zivilweg, nicht 
aber mittels Verfügung geltend machen.

Diritto al mantenimento del figlio. Restituzione delle pre- 
stazioni versate dall’ente pubblico.
– Se un comune si è assunto i costi del mantenimento del 

figlio al posto dei genitori può far valere il proprio diritto di 
rivalsa unicamente tramite la via del foro civile, non però 
mediante decisione.

Erwägungen:
2.   Bei   der   von   der  Vormundschaftsbehörde verfügten

Fremdplatzierung der Tochter der Rekurrenten handelt es sich um 
eine Kindesschutzmassnahme im Sinne der Art. 307 ff. ZGB. Als 
solche ist sie nach Art. 276 Abs.1 ZGB ausdrücklich Gegenstand 
der elterlichen Unterhaltspflicht. Gemäss Art. 289 Abs. 2 ZGB geht 
der Unterhaltsanspruch mit allen Rechten und Pflichten auf das 
Gemeinwesen über, wenn dieses anstelle der Eltern für den Un- 
terhalt aufkommt. Der Übergang des Unterhaltsanspruches auf 
das Gemeinwesen erfolgt also durch gesetzliche Subrogation im 
Sinne von Art. 166 OR. Das ändert aber nichts daran, dass der Un- 
terhaltsanspruch zivilrechtlicher Natur ist und ausschliesslich vom 
Bundesprivatrecht geregelt wird; für kantonales öffentliches Recht 
bleibt insoweit kein Raum ( BGE 76 II 113; 106 II 290 ), weshalb die- 
ser Bereich auch der Anwendbarkeit des kantonalen Unterstüt- 
zungsgesetzes entzogen ist. Vielmehr tritt das Gemeinwesen, das 
für den Unterhalt aufkommt, in die Rechtsstellung des Kindes ein 
( BGE 123 III 161). Das hat zur Folge, dass eine Gemeinde den auf 
sie übergegangenen Unterhaltsanspruch gegenüber den Eltern 
nicht mittels Verfügung geltend machen kann. Sie hat vielmehr 
den ordentlichen Zivilweg zu beschreiten und kann ihren An- 
spruch somit nur auf dem Wege der Klage vor dem Zivilrichter

56

13

8 /13 Öffentliche Sozialhilfe PVG 2005

durchsetzen. Die Gemeinde hat nach dem Gesagten in einem Be- 
reich verfügt, in welchem sie gar nicht zuständig ist. Die ange- 
fochtene Verfügung ist somit in Gutheissung des Rekurses aufzu- 
heben.
U 05 8 Urteil  vom 14. Juni 2005

57