# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4e5b2063-a99e-5e14-8b4b-130134160a95
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2014-07-01
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 01.07.2014 D-3319/2014
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-3319-2014_2014-07-01.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung IV 

D-3319/2014 

 

 

  U r t e i l  v o m  1 .  J u l i  2 0 1 4  

Besetzung 

 
Einzelrichter Martin Zoller, 

mit Zustimmung von Richter François Badoud;   

Gerichtsschreiber Daniel Widmer. 

   Parteien 
 

A._______, 

Eritrea,  

p. A. Schweizerische Vertretung in Khartum,  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Bundesamt für Migration (BFM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 

Gegenstand 

 
Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung; 

Verfügung des BFM vom 29. November 2013 / N (…). 

 

 

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Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer suchte mit undatiertem Schreiben an die Schwei-

zerische Botschaft in Khartum (Eingangsstempel: 20. April 2011) sinnge-

mäss um Asyl nach. 

B.  

B.a Mit über die Schweizerische Botschaft versandter Zwischenverfügung 

vom (…) 2013 – zugestellt am (…) 2013 – teilte das Bundesamt dem Be-

schwerdeführer unter Hinweis auf das Urteil BVGE 2007/30 mit, die 

Schweizerische Botschaft sei aufgrund der Zunahme der eingereichten 

Asylgesuche, des begrenzten Personalbestands sowie wegen fehlender 

Voraussetzungen im sicherheitstechnischen und räumlichen Bereich nicht 

mehr in der Lage, eine persönliche Befragung durchzuführen. Das BFM 

ersuchte ihn in diesem Zusammenhang – unter Hinweis auf seine Mitwir-

kungspflicht – zur Vervollständigung des rechtserheblichen Sachverhalts 

um Beantwortung konkreter Fragen betreffend persönliche Angaben 

(Personalien, Geburtsort, letzte Adresse im Heimatland, gegebenenfalls 

Personalien Ehefrau/Partnerin, Religion, ethnische Zugehörigkeit, Spra-

chen, absolvierte Schulen, letzte Berufstätigkeit in Eritrea, gegebenenfalls 

Personalien der Kinder, des anderen Elternteils und der Familienmitglie-

der), Familie und Angehörige in einem Drittstaat, Asylgründe, Aufenthalt 

im Sudan sowie um Einreichung von Identitätsausweisen, Beweismitteln 

und eines Passfotos innerhalb von 30 Tagen ab Erhalt der Zwischenver-

fügung; für den Fall schuldhafter Verletzung der Mitwirkungspflicht wurde 

Nichteintreten auf das Asylgesuch angedroht beziehungsweise für den 

Unterlassungsfall ein Entscheid aufgrund der Aktenlage beziehungsweise 

die Abschreibung des Asylgesuch als gegenstandslos in Aussicht gestellt. 

Schliesslich wurde dem Beschwerdeführer für den Fall, dass den Rechts-

begehren nicht stattgegeben werden könnte, Gelegenheit zu abschlies-

senden Bemerkungen beziehungsweise Einwänden innert der erwähnten 

Frist eingeräumt. 

B.b Das vom (…) 2013 datierte Antwortschreiben traf am selben Tag 

(Eingangsstempel) bei der Schweizerischen Botschaft ein. Diesem waren 

nebst einem Passfoto im Original eine Identitätskarte und als Beweismit-

tel eine Reiseerlaubnis des Gefängnisses von B._______ vom (…) 2002 

in Kopie beigelegt. 

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Seite 3 

C.  

In seinen schriftlichen Eingaben machte der Beschwerdeführer zur Be-

gründung seines Asylgesuchs im Wesentlichen das Folgende geltend: 

Er sei als eritreischer Staatsangehöriger am (…) in Keren geboren, gehö-

re der Ethnie der C._______ an und habe seine militärische Ausbildung 

im Jahr 1998 in D._______ abgeschlossen. Als der Grenzkonflikt mit 

Äthiopien ausgebrochen sei, sei er als Soldat im Grenzschutz eingesetzt 

worden. Am (…) 2000 seien er, sein Bruder und seine Schwester vermu-

tungsweise aufgrund der politischen Einstellung ihres Vaters inhaftiert 

worden. Sein Bruder befinde sich nach wie vor an einem unbekannten 

Ort in Haft, während seine Schwester nach Misshandlung freigelassen 

worden sei. Am (…) 2005 sei ihm die Flucht in den Sudan gelungen. Dort 

habe er sich vom (…) 2005 im Flüchtlingslager E._______ aufgehalten, 

wo er vom Amt des Hohen Flüchtlingskommissars der Vereinten Nationen 

(UNHCR) als Flüchtling registriert worden sei. Da er sich vor der Anwe-

senheit eritreischer Agenten und einer Deportation nach Eritrea gefürchtet 

habe, habe er sich aus dem Lager entfernt und nach F._______ begeben, 

wo er mit einem Freund zusammenlebe. Es sei schwierig, Arbeit zu fin-

den und den Lebensunterhalt zu bestreiten. Es käme wiederholt zu Raz-

zien durch die sudanesischen Sicherheitskräfte, welche Flüchtlinge inhaf-

tierten und nur gegen Bezahlung von Lösegeld wieder freiliessen. Zudem 

seien seine Bewegungsfreiheit und seine Arbeitsmöglichkeiten stark ein-

geschränkt. Am (…) 2010 sei er von unbekannten Tätern entführt und in 

einem Haus gefangen gehalten worden. Seinen Freunden sei es gelun-

gen,(…) Sudanesische Pfund zu beschaffen und gegen Bezahlung dieses 

Betrags seine Freilassung zu erwirken. Er fürchte sich vor weiteren Ent-

führungen oder einer Deportation nach Eritrea. 

D.  

Mit über die Schweizerische Botschaft versandter Verfügung vom 

29. November 2013 – zugestellt am (…) 2014 – verweigerte das Bundes-

amt dem Beschwerdeführer  die Einreise in die Schweiz und lehnte des-

sen Asylgesuch ab. 

E.  

Mit englischsprachiger Eingabe vom 24. Mai 2014 an die Schweizerische 

Botschaft (Eingangsstempel: […] 2014), welches Dokument am (…) 2014 

vom BFM an das Bundesverwaltungsgericht (Eingangsstempel: […] 

2014) weitergeleitet wurde, beantragte der Beschwerdeführer sinnge-

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mäss, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und ihm die Einrei-

se in die Schweiz zu bewilligen beziehungsweise Asyl zu gewähren. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu 

den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bun-

desverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im 

Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist 

daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde; es 

entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser – was hier nicht 

der Fall ist – bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor 

welchem die beschwerdeführende Partei Schutz sucht (Art. 105 Asylge-

setz [AsylG, SR 142.31]; Art. 83 Bst. c Ziff. 1 und Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2 Die dringlichen Änderungen des Asylgesetzes vom 28. September 

2012, welche am 29. September 2012 in Kraft getreten sind, kommen 

vorliegend nicht zur Anwendung, wurde doch in der Übergangsbestim-

mung (Ziffer III) festgehalten, dass für Asylgesuche, die im Ausland vor 

dem Inkrafttreten der Änderung des Asylgesetzes gestellt worden sind – 

was vorliegend der Fall ist – die Art. 12, 19, 20, 41 Absatz 2, 52 und 68 in 

der bisherigen Fassung gelten. 

2.  

2.1 Parteieingaben in Verfahren vor Bundesbehörden sind in einer Amts-

sprache – in der Regel Deutsch, Französisch oder Italienisch – abzufas-

sen (Art. 70 Abs. 1 BV und Art. 33a Abs. 1 VwVG). Die Beschwerde ist 

nicht in einer Amtssprache des Bundes abgefasst. Auf die Ansetzung ei-

ner Frist zu Beschwerdeverbesserung kann indessen verzichtet werden, 

da der in Englisch verfassten Beschwerdeeingabe genügend klare, sinn-

gemässe Rechtsbegehren und deren Begründung zu entnehmen sind 

und ohne Weiteres darüber befunden werden kann. 

2.2 Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilge-

nommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt, hat 

ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Än-

derung und ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert. Auf die 

frist- und – vom sprachlichen Mangel abgesehen – formgerecht einge-

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reichte Beschwerde ist einzutreten (Art. 108 Abs. 1 AsylG; Art. 105 AsylG 

i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG). Gestützt 

auf Art. 33a Abs. 2 VwVG i.V.m. Art. 6 AsylG ergeht der vorliegende Ent-

scheid in deutscher Sprache. 

3.  

Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 

4.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise 

einer zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-

hend aufgezeigt, handelt es sich vorliegend um eine solche, weshalb der 

Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 

AsylG). 

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durchfüh-

rung eines Schriftenwechsels verzichtet. 

5.  

5.1 Das Bundesamt konnte ein im Ausland gestelltes Asylgesuch ableh-

nen, wenn die asylsuchende Person keine Verfolgung glaubhaft machen 

konnte oder ihr die Aufnahme in einem Drittstaat zugemutet werden konn-

te (Art. 3, Art. 7 und AsylG und aArt. 52 Abs. 2 AsylG). Gemäss aArt. 20 

Abs. 2 AsylG bewilligte das Bundesamt einer asylsuchenden Person die 

Einreise zur Abklärung des Sachverhaltes, wenn ihr nicht zugemutet wer-

den konnte, im Wohnsitz- oder Aufenthaltsstaat zu bleiben oder in ein an-

deres Land auszureisen. Gestützt auf aArt. 20 Abs. 3 AsylG konnte das 

Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) schweizerische 

Vertretungen ermächtigen, Asylsuchenden die Einreise zu bewilligen, die 

glaubhaft machten, dass eine unmittelbare Gefahr für Leib und Leben 

oder für die Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG bestehe. 

 

5.2 Für die Erteilung einer Einreisebewilligung gelten restriktive Voraus-

setzungen, wobei den Behörden ein weiter Ermessensspielraum zu-

kommt. Neben der erforderlichen Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG 

sind namentlich die Beziehungsnähe zur Schweiz, die Möglichkeit der 

Schutzgewährung durch einen anderen Staat, die Beziehungsnähe zu 

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anderen Staaten, die praktische Möglichkeit und objektive Zumutbarkeit 

zur anderweitigen Schutzsuche sowie die voraussichtlichen Eingliede-

rungs- und Assimilationsmöglichkeiten in Betracht zu ziehen. Ausschlag-

gebend für die Erteilung der Einreisebewilligung ist dabei die Schutzbe-

dürftigkeit der betreffenden Person, mithin die Prüfung der Fragen, ob ei-

ne Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG glaubhaft gemacht wird und ob 

der Verbleib am Aufenthaltsort für die Dauer der Sachverhaltsabklärung 

zugemutet werden kann (vgl. BVGE 2011/10 E. 3.3 S. 126 und E. 5.1 

S. 128, sowie auch die Zusammenfassung der Rechtsprechung im Urteil  

D-2018/2011 vom 14. September 2011 E. 7.1). 

 

5.3 Gemäss neuer Rechtsprechung schliesst indes im Auslandverfahren 

das Bestehen der Flüchtlingseigenschaft allein aufgrund von subjektiven 

Nachfluchtgründen die Bewilligung zur Einreise von vornherein aus. Dem-

zufolge kommt der Frage massgebliches Gewicht zu, ob die Person, die 

aus einem Drittstaat ein Asylgesuch stellt, bereits zum Zeitpunkt der Aus-

reise eine asylrechtlich relevante Gefährdung zu gewärtigen hatte (vgl. 

zum Ganzen BVGE 2012/26 E. 7 S. 519 f.). 

6.  

Ein Asylgesuch konnte gemäss aArt. 19 AsylG im Ausland bei einer 

schweizerischen Vertretung gestellt werden, die es mit einem Bericht an 

das Bundesamt zu überweisen hatte (aArt. 20 Abs. 1 AsylG). Hinsichtlich 

des Verfahrens bei der schweizerischen Vertretung im Ausland sah 

Art. 10 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 über Verfahrensfragen 

(AsylV 1, SR 142.311) vor, dass diese mit der asylsuchenden Person in 

der Regel eine Befragung durchführt (aArt. 10 Abs. 1 AsylV 1). Ist dies 

nicht möglich, so wird die asylsuchende Person aufgefordert, ihre Asyl-

gründe schriftlich festzuhalten (aArt. 10 Abs. 2 AsylV 1). Eine Befragung 

beziehungsweise eine schriftliche Sachverhaltsabklärung konnte sich er-

übrigen, wenn der Sachverhalt bereits aufgrund des eingereichten Asyl-

gesuchs als entscheidreif erstellt erschien; der asylsuchenden Person 

war aber diesfalls im Sinne des rechtlichen Gehörs die Gelegenheit zu 

geben, sich zu einem abzusehenden negativen Entscheid zumindest 

schriftlich zu äussern (vgl. BVGE 2007/30 E. 5.7). 

6.1 Der Beschwerdeführer wurde nicht zu seinem Asylgesuch befragt. 

Ihm wurde jedoch mit Zwischenverfügung des BFM vom 27. Juni 2013 

ein Katalog von für die vollständige Erstellung des rechtserheblichen 

Sachverhalts noch zu beantwortenden offenen Fragen zugestellt, wozu er 

am 6. November 2013 schriftlich Stellung nahm (vgl. Sachverhalt B). Der 

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entscheidwesentliche Sachverhalt erscheint angesichts der schriftlichen 

Darlegung der Asylgründe soweit erstellt, dass die entscheidrelevanten 

Elemente vorliegen. 

6.2 Bei dieser Sachlage bestand keine Veranlassung, den Beschwerde-

führer vorgängig eines Entscheides durch eine schweizerische Vertretung 

zusätzlich persönlich anhören zu lassen. Das BFM hat den verfahrens-

rechtlichen Anforderungen damit Genüge getan. 

7.  

7.1 Das BFM führte zur Begründung seiner Verfügung im Wesentlichen 

aus, die schriftlichen Vorbringen des Beschwerdeführers liessen darauf 

schliessen, dass er ernstzunehmende Schwierigkeiten mit den eritrei-

schen Behörden habe. Es sei zu prüfen, ob einer allfälligen Asylgewäh-

rung durch die Schweiz der Asylausschlussgrund von aArt. 52 Abs. 2 

AsylG entgegenstehen würde. Laut Berichten des UNHCR befänden sich 

zahlreiche eritreische Flüchtlinge und Asylbewerber im Sudan. Vor die-

sem Hintergrund verkenne das BFM nicht, dass die Lage vor Ort für diese 

Menschen wie auch für den Beschwerdeführer nicht einfach sei. Dennoch 

würden keine konkreten Anhaltspunkte für die Annahme bestehen, dass 

ein weiterer Verbleib im Sudan für ihn nicht zumutbar oder möglich wäre. 

Vom UNHCR im Sudan registrierte Flüchtlinge seien einem Flüchtlingsla-

ger zugeteilt worden, wo sie sich aufzuhalten hätten und die nötige Ver-

sorgung erhielten, wobei sie über kein freies Aufenthaltsrecht für das 

ganze Land verfügten. Dem Beschwerdeführer sei daher zuzumuten, 

beim UNHCR um Schutz zu ersuchen, falls seine Situation tatsächlich kri-

tisch sein sollte. Seine Befürchtung, nach Eritrea zurückgeschafft zu wer-

den, werde als unbegründet erachtet. Gemäss gesicherten Erkenntnissen 

sei das Risiko einer Deportation oder Verschleppung für im Sudan vom 

UNHCR anerkannte Flüchtlinge gering. Das UNHCR registriere vor Ort 

sämtliche Eritreer, die sich in einem Flüchtlingslager meldeten, unabhän-

gig davon, weshalb sie Eritrea verlassen hätten. In casu lägen keine kon-

kreten Anhaltspunkte dafür vor, dass dem Beschwerdeführer eine Rück-

führung nach Eritrea drohen könnte. So verfüge er gemäss den Akten 

nicht über ein geeignetes Risikoprofil, das eine Befürchtung vor einer 

Verschleppung nach Eritrea objektiv begründen könnte. Es sei ihm nicht 

gelungen glaubhaft darzulegen, persönlich faktisch und unmittelbar be-

droht zu sein, um unter Verletzung des Non-Refoulement-Prinzips nach 

Eritrea zurückgeschafft zu werden. Da er den Flüchtlingsstatus durch das 

UNHCR erhalten habe oder diesen erwerben könnte, habe er jederzeit 

die Möglichkeit, sich bei einer Vertretung des UNHCR im Sudan zu mel-

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den. Das UNHCR habe den Sudan, welcher dem Abkommen über die 

Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) beigetreten sei, an sei-

ne internationalen Verpflichtungen erinnert. Das Leben in Khartum sei für 

eritreische Flüchtlinge gewiss nicht einfach. In Anbetracht, dass der Be-

schwerdeführer Arbeit gefunden habe und sich die Kosten für den Le-

bensunterhalt mit einem Freund teilen könne, könne davon ausgegangen 

werden, dass die Hürden für eine zumutbare Existenz in Khartum in casu 

trotz seiner schwierigen Situation als Flüchtling und seiner Befürchtungen 

bezüglich seiner Sicherheit nicht unüberwindbar seien. Das BFM bedaure 

die Entführung des Beschwerdeführers im Jahr 2010 und die für ihn dar-

aus entstandenen Schwierigkeiten. Der Vorfall liege mittlerweile mehr als 

drei Jahre zurück und aus den Akten liessen sich keine Hinweise dafür 

entnehmen, dass es seither ihm gegenüber seitens unbekannter Dritter 

zu Übergriffen gekommen sei. Überdies könnte er sich auf eine grosse im 

Sudan lebende eritreische Diaspora stützen, die für in Not geratene 

Landsleute bereitstehe und weitgehend Unterstützung biete. Schliesslich 

lebe gemäss den Angaben des Beschwerdeführers dessen Cousin 

G._______ in der Schweiz. Obwohl er damit hier über einen Anknüp-

fungspunkt verfüge, sei dieser nicht derart gewichtig, dass eine Abwä-

gung der Gesamtumstände im Sinne von aArt. 52 AsylG dazu führen 

müsste, dass es gerade die Schweiz sei, welche den erforderlichen 

Schutz gewähren soll. Alleine die Anwesenheit des Cousins bedeute noch 

keine enge Bindung mit der Schweiz im dem Sinne, dass aArt. 52 Abs. 2 

AsylG nicht zu Anwendung käme. Aufgrund dessen sei keine besondere 

Beziehungsnähe gegeben, welche die vorangegangenen Feststellungen 

umzustossen vermöge. 

7.2 Die Beschwerde beschränkt sich sinngemäss auf eine Wiederholung 

der bisherigen Vorbringen. Zusätzlich wird ausgeführt, dass die Feindse-

ligkeiten der sudanesischen Bevölkerung und die Razzien der Sicher-

heitskräfte und Polizei gegen Asylsuchende und Flüchtlinge zugenommen 

hätten und viele von ihnen deportiert und Berichten zufolge in Gefängnis-

sen in Eritrea inhaftiert worden seien. Auch sei die Verpflegung im Lager 

unzureichend, weshalb man dort nur mit Unterstützung von aussen leben 

könne. Der Beschwerdeführer habe jedoch niemanden, der ihm helfen 

könnte (vgl. Beschwerde). 

7.3 Die Überprüfung der Akten ergibt, dass das BFM – wenn auch mit zu 

wenig differenzierter Begründung – dem Beschwerdeführer zu Recht die 

Einreise in die Schweiz verweigert und das Asylgesuch abgelehnt hat. 

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7.3.1 Die Vorinstanz ging in der angefochtenen Verfügung vom Bestehen 

einer Gefährdungssituation im Heimatstaat des Beschwerdeführers aus. 

Sie führte aus, die Ausführungen im Auslandgesuch sowie in der Stel-

lungnahme liessen darauf schliessen, dass der Beschwerdeführer ernst-

zunehmende Schwierigkeiten mit den eritreischen Behörden habe. Diese 

Einschätzung trifft indessen nicht zu. Der Beschwerdeführer machte zwar 

im Sinne einer Reflexverfolgung geltend, dass er – vermutungsweise we-

gen der Zugehörigkeit seines Vaters zur politischen Opposition – vom (…) 

2000 an inhaftiert gewesen sei, bis ihm am (…) 2005 die Flucht aus dem 

Gefängnis von B._______ gelungen sei. Diesbezüglich reichte er als Be-

weismittel eine Reiseerlaubnis des Gefängnisses von B._______ vom 

(…) 2002 ein und führte dazu aus, diese sei ihm wegen schwerer Erkran-

kung an (…) für eine medizinische Behandlung in H._______ erteilt wor-

den, wobei er von (…) begleitet worden sei. Eine Inhaftierung des Be-

schwerdeführers kann zwar nicht ausgeschlossen werden. Indessen 

schilderte er die Umstände der Flucht aus der Gefangenschaft derart un-

substanziiert – es sei ihnen gelungen, den Gefängniszaun zu durchbre-

chen (…) –, dass sie nicht glaubhaft erscheint. Gestützt auf den dargeleg-

ten Sachverhalt kann auch nicht von einer Desertion des Beschwerdefüh-

rers ausgegangen werden. Allerdings ist zu dessen Gunsten davon aus-

zugehen, dass er sein Heimatland illegal, das heisst ohne behördliches 

Ausreisevisum, im dienstpflichtigen Alter, welches für Männer und Frauen 

vom 18. bis zum 40. Lebensjahr dauert, verlassen hat. Deshalb würde 

ihm bei einer Rückkehr in den Heimatstaat eine Freiheitsstrafe bis zu fünf 

Jahren drohen (vgl. Art. 11 und Art. 29 der „Proclamation No. 24/1992“, 

welche die Ein- und Ausreise nach und von Eritrea regelt). Die begründe-

te Furcht des Beschwerdeführers, bei einer Rückkehr nach Eritrea ernst-

haften Nachteilen im Sinne von Art. 3 AsylG ausgesetzt zu werden, ent-

stand mithin erst durch seine illegale Ausreise aus seinem Heimatstaat. 

Wie diesbezüglich aber bereits vorstehend unter E. 5.3 festgehalten, wä-

re dem Beschwerdeführer unter diesen Umständen die Einreise selbst im 

Falle des Bestehens der Flüchtlingseigenschaft und der Beziehungsnähe 

zur Schweiz nicht zu bewilligen, da er aufgrund subjektiver Nachflucht-

gründe vom Asyl auszuschliessen wäre (vgl. zu subjektiven Nachflucht-

gründen BVGE 2009/29 E. 6.2-6.5 [Präzisierung der Rechtsprechung]; im 

eritreischen Kontext: Urteil des Bundesverwaltungsgerichts D-3892/2008 

vom 6. April 2010 E. 5.3-5.3.3). 

7.3.2 Mithin erübrigt sich bei dieser Konstellation die Prüfung der Frage 

der Zumutbarkeit eines Verbleibs im Drittstaat Sudan. Ungeachtet dessen 

kann an dieser Stelle noch kurz festgehalten werden, dass es dem Be-

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schwerdeführer in Übereinstimmung mit der Vorinstanz durchaus zuzu-

muten wäre, sich weiterhin im Sudan aufzuhalten: Gemäss gesicherten 

Erkenntnissen ist nämlich einerseits das Risiko einer Deportation oder 

Verschleppung für im Sudan vom UNHCR als Flüchtlinge anerkannte 

Personen gering und anderseits  erweist sich das pauschale Argument 

betreffend eine Zunahme von Feindseligkeiten gegenüber Flüchtlingen 

als zu wenig substanziiert, zumal der Beschwerdeführer sich mittlerweile 

seit mehr als acht Jahren im Sudan aufhält und dort vom UNHCR regist-

riert ist. Schliesslich vermöchte auch die Anwesenheit eines Cousins in 

der Schweiz keine besondere Beziehungsnähe zur Schweiz zu begrün-

den. 

7.4 Zusammenfassend ist festzustellen, dass es dem Beschwerdeführer 

nicht gelungen ist, eine aktuelle Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG 

darzulegen. Es erübrigt sich, auf die weiteren Vorbringen in der Be-

schwerde einzugehen, da diese keine neuen Begründungselemente ent-

halten, welche geeignet wären, die Einschätzung des BFM entscheidend 

zu relativieren. Das BFM hat demnach dem Beschwerdeführer zu Recht 

die Einreise in die Schweiz verweigert und das Asylgesuch aus dem Aus-

land abgelehnt. 

8.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig 

sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist 

abzuweisen. 

 

9.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären dessen Kosten grundsätzlich 

dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Aus ver-

waltungsökonomischen Gründen und in Anwendung von Art. 63 Abs. 1 in 

fine VwVG und Art. 2 und 3 Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 

über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsge-

richt (VGKE, SR 173.320.2) ist indes auf die Erhebung von Verfahrens-

kosten zu verzichten. 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 11 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1. 

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. 

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3. 

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die zuständi-

ge schweizerische Vertretung. 

 

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Martin Zoller Daniel Widmer 

 

 

Versand: