# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1ab8b127-fae7-5a76-a593-7d9a7745f76a
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-08-29
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 29.08.2025 D-6492/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-6492-2025_2025-08-29.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
 
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-6492/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 9 .  A u g u s t  2 0 2 5  

Besetzung 
 Einzelrichter Lukas Müller, 

mit Zustimmung von Richter David R. Wenger; 

Gerichtsschreiber Ronny Fischer. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Türkei, 

vertreten durch Ali Tüm,  

Asylum Rechtsberatung, (…) 

Beschwerdeführer, 

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung (beschleunigtes Verfahren); 

Verfügung des SEM vom 19. August 2025 / N (…). 

 

 

 

D-6492/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer suchte am 16. Juni 2025 in der Schweiz um Asyl 

nach. Am 8. August 2025 fand die Anhörung zu den Asylgründen statt. 

Der Beschwerdeführer machte geltend, er sei türkischer Staatsangehöriger 

und in B._______ geboren sowie aufgewachsen. Nach Absolvierung der 

obligatorischen Schule und des 18-monatigen Militärdienstes habe er in 

verschiedenen Berufen gearbeitet, zuletzt als (…) in einem Hotel. Diese 

Anstellung habe er aufgrund seiner Mitgliedschaft bei der Cumhuriyet Halk 

Partisi (CHP) verloren. Von (…) bis (…) sei er in Deutschland verheiratet 

und wohnhaft gewesen. Im Jahr 2007 sei er in ein Haus auf einem umstrit-

tenen Grundstück in C._______ (Provinz Antalya) gezogen. Im Januar (…) 

seien bewaffnete Männer nachts in sein Haus eingedrungen, hätten ihn in 

Anwesenheit seiner damaligen Ehefrau und seines Neffen geschlagen und 

bedroht, während gleichzeitig Baumaschinen des Bürgermeisteramtes mit 

dem Abriss des Hauses begonnen hätten. Seine Frau sei von den Männern 

mitgenommen worden, und man habe ihm mit dem Tode gedroht, sollte er 

den Vorfall der Polizei melden. Er habe zwar Anzeige erstattet, diese aber 

nach erneuten Todesdrohungen wieder zurückgezogen. Auch spätere Ver-

suche, das Verfahren wieder aufzunehmen, seien durch wiederholte Be-

drohungen verhindert worden. Aufgrund der aktuellen politischen Lage und 

der erlebten staatlichen Ungerechtigkeiten habe er die Türkei am (…) mit 

dem Flugzeug verlassen und sei gleichentags mit einem Schengen-Visum 

legal in die Schweiz eingereist. 

B.  

Mit Verfügung vom 19. August 2025 (gleichentags zugestellt) stellte das 

SEM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, 

lehnte das Asylgesuch ab, verfügte die Wegweisung aus der Schweiz, ord-

nete deren Vollzug an, beauftragte den zuständigen Kanton mit dem Voll-

zug der Wegweisung und händigte die editionspflichtigen Akten aus. 

C.  

Mit Schreiben vom 19. August 2025 erklärte die vormalige Rechtsvertre-

tung des Beschwerdeführers, sie habe ihr Mandat niedergelegt. Mit Voll-

macht vom 25. August 2025 mandatierte der Beschwerdeführer die rubri-

zierte Rechtsvertretung. 

 

D-6492/2025 

Seite 3 

D.  

Mit Eingabe vom 27. August 2025 erhob der Beschwerdeführer Be-

schwerde beim Bundesverwaltungsgericht und beantragte die Feststellung 

seiner Flüchtlingseigenschaft und die Gewährung von Asyl unter Aufhe-

bung der angefochtenen Verfügung. Eventualiter beantragte er die Rück-

weisung der Sache an die Vorinstanz zur Neubeurteilung, subeventualiter 

die vorläufige Aufnahme. 

In prozessualer Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen 

Prozessführung inklusive Kostenvorschussverzicht. 

E.  

Mit Schreiben vom 28. August 2025 bestätigte das Bundesverwaltungsge-

richt den Eingang der Beschwerde. 

F.  

Mit unaufgefordertem Schreiben vom 28. August 2025 reichte der rubri-

zierte Rechtsvertreter die Prozessvollmacht für das vorliegende Beschwer-

deverfahren nach. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung 

von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und 

entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend 

– endgültig (vgl. Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG [SR 142.31]). Der 

Beschwerdeführer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerdeführung le-

gitimiert (Art. 48 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Be-

schwerde ist einzutreten (Art. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG). 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

3.1 Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterli-

cher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters oder einer zwei-

ten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachstehend 

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Seite 4 

aufgezeigt, handelt es sich um eine solche, weshalb das Urteil nur summa-

risch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). 

3.2 Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines 

Schriftenwechsels verzichtet. 

4.  

4.1 Der Beschwerdeführer rügt in formeller Hinsicht, die Vorinstanz habe 

den Sachverhalt unvollständig und unrichtig festgestellt sowie das rechtli-

che Gehör. Diese formellen Rügen sind vorab zu prüfen, da ihre Begrün-

detheit die Kassation der vorinstanzlichen Verfügung bewirken könnte. 

4.2 Die Rügen erweisen sich als unbegründet. Die Vorinstanz hat den 

rechtserheblichen Sachverhalt rechtsgenüglich festgestellt, ihren Ent-

scheid in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht nachvollziehbar begründet 

und im Einzelnen hinreichend differenziert dargelegt, von welchen Überle-

gungen sie sich leiten liess (vgl. angefochtene Verfügung S. 4 ff.). Der Be-

schwerdeführer legt keine konkreten Anhaltspunkte dar, welche Zweifel an 

der vorinstanzlichen Sachverhaltsfeststellung zu begründen vermöchten. 

Seine Ausführungen erschöpfen sich vielmehr in pauschalen sowie unbe-

legten Behauptungen und es ist auch aus den Ausführungen im Rahmen 

der Beschwerde nicht ersichtlich, inwiefern diesen im vorliegenden Verfah-

ren entscheidrelevante Bedeutung zukommen soll (vgl. Beschwerde 

S. 6 ff.). Seine Einwände sind nicht geeignet, eine flüchtlingsrechtlich rele-

vante Gefährdung zu belegen. Der Umstand, dass der Beschwerdeführer 

die Schlussfolgerungen der Vorinstanz nicht teilt, beschlägt im Übrigen 

nicht formell-rechtliche Ansprüche, sondern die materiell-rechtliche Würdi-

gung des Sachverhalts. Es liegt somit weder eine unvollständige oder un-

richtige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts vor noch ist eine 

Verletzung anderer Verfahrensrechte erkennbar. 

4.3 Folglich rechtfertigt sich eine Rückweisung der Sache an die Vorinstanz 

zur Neubeurteilung nicht. Das Eventualbegehren ist abzuweisen. 

5.  

5.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

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Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

5.2  

5.2.1 Nach Prüfung der Akten ist in Übereinstimmung mit der Vorinstanz 

festzustellen, dass die Vorbringen des Beschwerdeführers den Anforderun-

gen an die Flüchtlingseigenschaft nach Art. 3 AsylG nicht standzuhalten 

vermögen, weshalb vorab auf die ausführlichen sowie zutreffenden Erwä-

gungen der Vorinstanz zu verweisen ist (vgl. angefochtene Verfügung 

S. 4–7). Die vorinstanzliche Schlussfolgerung ist weder in tatsächlicher 

noch in rechtlicher Hinsicht zu beanstanden. Die unsubstantiierten und un-

belegten Beschwerdevorbringen sind nicht ansatzweise geeignet, zu einer 

von der Vorinstanz abweichenden Betrachtungsweise zu gelangen, vermö-

gen sie dieser doch nichts Stichhaltiges entgegenzuhalten (vgl. Be-

schwerde S. 6–12). 

5.2.2 Soweit der Beschwerdeführer rügt, die Vorinstanz habe die Ereig-

nisse aus dem Jahr (…) zu Unrecht als nicht mehr aktuell qualifiziert, kann 

ihm nicht gefolgt werden. Zwar trifft es zu, dass vergangene Verfolgungs-

handlungen ein wichtiges Indiz für eine begründete Furcht vor zukünftiger 

Verfolgung sein können. Das Asylrecht schützt indes vor einer aktuellen 

oder mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit drohenden zukünftigen Gefähr-

dung. Der Beschwerdeführer lebte nach dem Vorfall von (…) noch rund 17 

Jahre in der Türkei und gab an, die letzte direkte Drohung im Zusammen-

hang mit diesem Ereignis vor (…) Jahren erhalten zu haben (vgl. SEM-act. 

15/17 F58). Dieser lange Zeitraum ohne systematische, staatlich gelenkte 

Verfolgungshandlungen sowie der Umstand, dass die letzte konkrete Dro-

hung bereits zwei Jahre zurückliegt, schwächen die Annahme einer heute 

noch bestehenden, akuten Gefährdungslage entscheidend ab. 

5.2.3 Der Beschwerdeführer bringt weiter vor, sein politisches Engagement 

für die CHP sei ursächlich für die erlittenen Nachteile, insbesondere den 

Verlust seiner Arbeitsstelle. Dem ist entgegenzuhalten, dass der Be-

schwerdeführer geltend gemacht hat, aufgrund seines politischen Engage-

ments oder seiner Social-Media-Posts keine persönlichen Nachteile erfah-

ren zu haben (vgl. SEM-act. 15/17 F66). Die behaupteten Probleme wie 

Mobbing und die Kündigung seiner Arbeitsstelle ereigneten sich im privat-

rechtlichen Arbeitsverhältnis und nicht durch staatliche Behörden. Solche 

Nachteile erreichen für sich allein nicht die für eine flüchtlingsrechtlich re-

levante Verfolgung erforderliche Intensität. Es wurde nicht dargelegt und 

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ist auch sonst nicht ersichtlich, dass diese Ereignisse ein menschenwürdi-

ges Leben in der Türkei verunmöglicht oder in unzumutbarer Weise er-

schwert hätten, sodass sich der Beschwerdeführer dieser Lage nur durch 

Flucht ins Ausland hätte entziehen können. 

5.2.4 Soweit der Beschwerdeführer vorbringt, er sei über Jahre hinweg ei-

nem unerträglichen psychischen Druck im Sinne von Art. 3 Abs. 2 AsylG 

ausgesetzt gewesen, ist festzuhalten, dass nicht die subjektive Empfin-

dung der betroffenen Person massgebend ist, sondern vielmehr ob der 

Druck für eine aussenstehende Person objektiv als unerträglich erscheint 

(vgl. EMARK 2005/21 E. 10.3.1.). Die vom Beschwerdeführer behauptete 

psychische Belastung, erreicht die von der Rechtsprechung geforderte In-

tensität im vorliegenden Fall nicht. Er war trotz der angeblichen Belastun-

gen in der Lage, über viele Jahre hinweg in der Türkei zu leben, bis No-

vember (…) zu arbeiten (vgl. SEM-act. 15/17 F30) und soziale Kontakte zu 

pflegen. Dies spricht gegen die Annahme einer Zwangssituation, die ihm 

keine andere Wahl als die Flucht gelassen hätte. Die vom Beschwerdefüh-

rer konkret geltend gemachten Vorkommnisse erreichen, einzeln wie auch 

in ihrer Gesamtheit betrachtet, nicht die für die Annahme einer asylrelevan-

ten Verfolgung erforderliche Intensität im Sinne von Art. 3 AsylG. Vielmehr 

untermauert der Umstand, dass der Beschwerdeführer die Türkei schliess-

lich auf dem Luftweg legal verlassen konnte, die vorinstanzliche Schluss-

folgerung, wonach er vor seiner Ausreise keiner systematischen, vom 

Staat ausgehenden oder diesem zurechenbaren Verfolgung ausgesetzt 

war. Es ist folglich nicht davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer 

bei einer Rückkehr in die Türkei deswegen ernsthaften Nachteilen ausge-

setzt wäre. 

5.2.5 Schliesslich ist auch die antizipierte Beweiswürdigung der Vorinstanz 

nicht zu beanstanden. Da die vom Beschwerdeführer geschilderten Vor-

bringen bereits für sich genommen keine flüchtlingsrechtliche Relevanz 

entfalten, würde auch deren beweismässige Untermauerung durch die ein-

gereichten Dokumente zu keinem anderen Ergebnis führen. Die Vorinstanz 

durfte daher auf eine detaillierte Würdigung der eingereichten Beweismittel 

verzichten (vgl. BVGE 2022 1/6 E. 4.2.3).  

5.3 Zusammenfassend liegen keine konkreten Hinweise darauf vor, dass 

der Beschwerdeführer einer asylbeachtlichen Verfolgung oder einer ent-

sprechenden Verfolgungsgefahr ausgesetzt war oder im Falle seiner Rück-

kehr in die Türkei ernsthafte Nachteile im Sinne von Art. 3 Abs. 2 AsylG zu 

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gewärtigen hätte. Folglich hat die Vorinstanz zu Recht die Flüchtlingsei-

genschaft verneint und das Asylgesuch abgelehnt. 

6.  

Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt 

es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug 

an (Art. 44 AsylG). Der Beschwerdeführer verfügt insbesondere weder 

über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen An-

spruch auf Erteilung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach 

ebenfalls zu Recht angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, 

je m.w.H.). 

7.  

7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]).  

7.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG). 

Da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erheb-

liche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, findet der in 

Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegen-

den Verfahren keine Anwendung. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers 

in den Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG recht-

mässig. Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerde-

führers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer 

Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit 

einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 des Übereinkommens vom 10. Dezem-

ber 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder ernied-

rigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) verbotenen Strafe oder 

Behandlung ausgesetzt wäre. Auch die allgemeine Menschenrechtssitua-

tion im Heimatstaat lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt 

nicht als unzulässig erscheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der 

Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen 

Bestimmungen zulässig. 

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Seite 8 

7.3 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

Weder die allgemeine Lage in der Türkei noch individuelle Gründe wirt-

schaftlicher oder sozialer Natur lassen auf eine konkrete Gefährdung des 

Beschwerdeführers im Fall einer Rückkehr schliessen. Diesbezüglich kann 

vollumfänglich auf die zutreffenden und überzeugenden vorinstanzlichen 

Ausführungen verwiesen werden (vgl. angefochtene Verfügung S. 7 f.). 

Der Beschwerdeführer verfügt über langjährige Berufserfahrung in ver-

schiedenen Branchen (vgl. SEM-act. 15/17 F27 ff.) und nach eigenen An-

gaben über eine eigene Wohnung sowie Ersparnisse (vgl. SEM-act. 15/17 

F31). Vor diesem Hintergrund ist nicht davon auszugehen, dass er bei einer 

Rückkehr in die Türkei in eine existenzbedrohende Notlage geraten wird. 

Auf Unzumutbarkeit aus gesundheitlichen Gründen kann nach konstanter 

Praxis nur geschlossen werden, wenn eine dringend notwendige medizini-

sche Behandlung im Heimatstaat nicht zur Verfügung steht und die Rück-

kehr zu einer raschen und lebensgefährdenden Beeinträchtigung des Ge-

sundheitszustands führen würde (vgl. Urteil BVGer D-6464/2018 vom 

26. Februar 2020 E. 10.2.5 m.w.H.). Das Gesundheitswesen in der Türkei 

entspricht grundsätzlich westeuropäischen Standards (vgl. Urteil des 

BVGer D-7282/2023 vom 6. Februar 2024 E. 8.3.5). Die vom Beschwerde-

führer geltend gemachte (…) (vgl. SEM-act. 15/17 F9 ff.) wurde bereits in 

der Türkei erfolgreich operativ behandelt (vgl. SEM-act. 15/17 F13), wes-

halb davon auszugehen ist, dass dem Beschwerdeführer das türkische Ge-

sundheitssystem bekannt und er in der Lage ist, dieses zu nutzen. Die gel-

tend gemachten Beschwerden dürften demnach auch in der Türkei behan-

delt werden können. Die vorgetragenen gesundheitlichen Probleme errei-

chen somit nicht die für eine Unzumutbarkeit erforderliche Schwelle. Damit 

erweist sich auch der Vollzug der Wegweisung als zumutbar. 

7.4 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-

gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-

sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 

2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu 

bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 

D-6492/2025 

Seite 9 

7.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

Das Subeventualbegehren ist abzuweisen. 

8.   

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

9.  

9.1 Der Beschwerdeführer ersucht um Gewährung der unentgeltlichen Pro-

zessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG. Da seine Begehren aus 

den vorstehenden Erwägungen als aussichtslos zu gelten haben, ist eine 

der kumulativ erforderlichen Voraussetzungen nicht erfüllt. Das Gesuch ist 

abzuweisen. 

9.2 Bei diesem Verfahrensausgang sind die Kosten dem Beschwerdefüh-

rer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf Fr. 750.– festzusetzen 

(Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-

schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 

Mit dem vorliegenden Urteil wird der Antrag auf Verzicht auf die Erhebung 

eines Kostenvorschusses gegenstandslos. 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung wird abgewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer 

auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils 

zugunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Lukas Müller Ronny Fischer 

 

 

Versand: