# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a668950e-ff56-596f-93aa-bf601b96ad74
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-03-18
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsbehörden Bau- und Verkehrsdirektion 18.03.2021 120 2020 73
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_BVD/BE_VB_001_120-2020-73_2021-03-18.pdf

## Full Text

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Bau- und Verkehrsdirektion

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3013 Bern
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BVD 120/2020/73

Entscheid der Bau- und Verkehrsdirektion des Kantons Bern (BVD)
vom 18. März 2021
Das Verwaltungsgericht hat eine gegen diesen Entscheid erhobene Beschwerde abgewiesen 
(VGE 2021/114 vom 23.02.2023).

in der Beschwerdesache zwischen

C.________
Beschwerdeführerin

vertreten durch Herrn Rechtsanwalt D.________

und

E.________
Beschwerdegegnerin

sowie

Baupolizeibehörde der Stadt Burgdorf, Baudirektion, Lyssachstrasse 92, Postfach,
3401 Burgdorf

betreffend die Verfügung der Baupolizeibehörde der Stadt Burgdorf vom 19. Oktober 2020 
(Lärmimmissionen eines Bahnübergangs)

I. Sachverhalt

1. Herr A.________, der bis 7. Januar 2020 zusammen mit Frau B.________ Gesamteigentum 
an der Liegenschaft Burgdorf Gbbl. Nr. G.________ an der H.________strasse hatte, wandte sich 
mit Schreiben vom 30. August 2019 an die Stadt Burgdorf und teilte dieser mit, der Bahnübergang 
über das Industriegleis bei der Einfahrt F.________ und N.________ sei ausgefahren und erzeuge 
beim Befahren starken Lärm. Zuerst habe er mit der Beschwerdeführerin Kontakt aufgenommen, 
welche ihn an die Beschwerdegegnerin als Inhaberin des Industriegleises verwiesen habe. Diese 
habe ihm mitgeteilt, die Zufahrt über das Industriegeleis gehöre der Stadt Burgdorf, weshalb jene 
für die Sanierung des Übergangs zuständig sei. Er hoffe, dass nun endlich Bewegung in diese 
Angelegenheit komme. Um ihre Zuständigkeit zu klären, nahm die Stadt Burgdorf verschiedene 
Abklärungen vor. So wandte sie sich am 23. Oktober 2019 an das Bundesamt für Verkehr (BAV) 
und erkundigte sich nach der Anwendbarkeit von Art 25 EBG1. Das BAV gab daraufhin der 

1 Eisenbahngesetz vom 20. Dezember 1957 (EBG; SR 742.101)

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Beschwerdegegnerin am 7. November 2019 Gelegenheit zur Stellungnahme. Die 
Beschwerdegegnerin antwortete am 26. November 2019, sie sei Eigentümern der Liegenschaft 
Burgdorf Gbbl. Nr. I.________ mit dem das Industriegebiet O.________ erschliessenden 
Stammgleis. Dieses Anschlussgleis sei über 60 Jahre alt, werde seit jeher von ihr betrieben und 
den Firmen im Industriegebiet zur Verfügung gestellt. Nach Erstellung des Industriegleises habe 
die Stadt Burgdorf den J.________weg erstellt und das Anschlussgleis gekreuzt. Gestützt auf die 
Eisenbahngesetzgebung sei die Strasseneigentümerin zuständig, die nötigen Massnahmen 
vorzukehren, um Lärmimmissionen beim Bahnübergang zu verhindern. Mit Schreiben vom 31. 
Januar 2020 gab das BAV der Stadt Burgdorf Gelegenheit zur Stellungnahme. Diese antwortete 
am 26. Februar 2020, der Bahnübergang J.________weg auf Parzelle Burgdorf Gbbl. Nr. 
K.________ befinde sich in einem guten Zustand und sei nicht Gegenstand der Anfrage vom 23. 
Oktober 2019. Diese betreffe den Bahnübergang Einfahrt F.________ und N.________ auf der 
Parzelle Burgdorf Gbbl. Nr. L.________. Dieser befinde sich in einem schlechten Zustand und 
verursache den von der Nachbarschaft beklagten Lärm. Das BAV antwortete am 6. März 2020, 
Anschlussgleise seien Bestandteil von Nebenbahnanlagen, weshalb die Beurteilung von 
Lärmklagen in die kantonale Zuständigkeit falle. Die Stadt Burgdorf traf daraufhin weitere 
Abklärungen beim Tiefbauamt des Kantons Bern und beim Regierungsstatthalteramt Emmental. 
Die Fachstelle Lärmschutz des Tiefbauamts äusserte sich in ihrer Antwort vom 4. Mai 2020 zur 
Anwendbarkeit der Umweltschutz- und der Strassengesetzgebung. Das Regierungsstatthalteramt 
wies in seiner Antwort vom 3. Juni 2020 insbesondere darauf hin, dass die Gemeinde als 
Baupolizeibehörde zuständig zur Behebung von Störungen durch Lärm sei. Neben dem 
verwaltungsrechtlichen Verfahren stehe dem betroffenen Anwohner überdies offen, zivilrechtlich 
gegen die Störung vorzugehen.

2. Mit Schreiben vom 15. Juli 2020 wandten sich Herr A.________ und zehn weitere Personen 
(nachfolgend: Anzeigerinnen und Anzeiger) mit einer Lärmklage an die Stadt Burgdorf. Sie 
machten geltend, die Beschwerdeführerin habe die Einfahrt 1991/92 zur Erschliessung der 
Parzelle Burgdorf Gbbl. Nr. M.________ erstellt. Der Bahnübergang befinde sich auf Grund und 
Boden der Beschwerdeführerin, welche nun auch für deren Unterhalt verantwortlich sei. Sie baten 
die Stadt Burgdorf, das Übel, das nun schon seit mehr als drei Jahren existiere, bis 15. August 
2020 zu beheben. Die Stadt Burgdorf organisierte daraufhin die Besprechung vom 10. August 
2020, an der je eine Vertretung der Beschwerdeführerin, der Beschwerdegegnerin, der 
Anzeigerinnen und Anzeiger sowie der Stadt Burgdorf teilnahmen. Eine einvernehmliche Lösung 
konnte nicht gefunden werden. Insbesondere war die Beschwerdeführerin, auf deren Grundstück 
sich der Bahnübergang befindet, nicht bereit, die Lärmursache zu beheben. Mit Schreiben vom 
18. August 2020 informierte die Stadt Burgdorf die Beschwerdeführerin, die Beschwerdegegnerin 
sowie die Anzeigerinnen und Anzeiger deshalb über den Sachverhalt, stellte eine baupolizeiliche 
Verfügung in Aussicht und gab ihnen Gelegenheit zur Stellungnahme. Gleichzeitig stellte sie den 
Beteiligten verschiedene Unterlagen zu. Die Beschwerdeführerin bat um Fristerstreckung bis 
21. September 2020. Die Beschwerdegegnerin sowie die Anzeigerinnen und Anzeiger liessen sich 
nicht vernehmen. Mit Zirkulationsbeschluss vom 9. September 2020 entschied die Bau- und 
Planungskommission der Stadt Burgdorf gestützt auf den Antrag der Baudirektion, die 
Beschwerdeführerin aufzufordern, die Platten zwischen den Gleisen zu ersetzen. Am 18. 
September 2020 bat die Beschwerdeführerin um eine weitere Fristerstreckung bis 16. Oktober 
2020. Mit Schreiben vom 21. September 2020 bemängelte sie das Vorgehen der Stadt Burgdorf. 
Zudem bestritt sie, dass die Lärmbelästigung durch den Bahnübergang übermässig sei. Für 
Lärmklagen sei entweder der Zivilrichter oder der Kanton zuständig, nicht die Gemeinde. Sie sei 
zwar Eigentümerin des betreffenden Grundstücks. Das bedeute aber nicht, dass sie auch 
Eigentümerin des Gleises und des Bahnübergangs sei. Die bemängelte Platte stehe im Eigentum 
der Beschwerdegegnerin. Diese sei miteinzubeziehen. Die Beschwerdeführerin unterbreitete der 
Stadt Burgdorf zudem Vorschläge für das weitere Vorgehen. Mit Wiederherstellungsverfügung 
vom 19. Oktober 2020 forderte die Gemeinde Burgdorf die Beschwerdeführerin auf, innerhalb von 

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60 Tagen ab Rechtskraft dieser Verfügung die mangelhaften Platten zwischen den Gleisen am 
Bahnübergang so nach den Regeln der Baukunde zu ersetzen, dass kein Lärm mehr durch das 
Überfahren mit Motorfahrzeugen entstehe. Dies werde vor allem dadurch erreicht, indem das 
Niveau der neuen Bauteile wiederum mit den Gleisen und den Belagsanschlüssen ausgeglichen 
werde. Gleichzeitig drohte sie die Ersatzvornahme bei Nichtbefolgung an. 

3. Gegen diese Verfügung reichte die Beschwerdeführerin am 19. November 2020 
Beschwerde bei der Bau- und Verkehrsdirektion des Kantons Bern (BVD) ein. Sie beantragte die 
Aufhebung der angefochtenen Verfügung. Zur Begründung machte sie insbesondere geltend, die 
Vorinstanz habe das rechtliche Gehör und die Mitwirkungsrechte verletzt. Zudem sei sie nicht 
unterhaltsverpflichtet, weshalb sich das Baupolizeiverfahren gegen die falsche Partei richte. 
Darüber hinaus seien die Kunststoffplatten des Übergangs nicht schadhaft. Im Übrigen sei eine 
Anordnung der Sanierung ohne Messung oder Schätzung der effektiven Lärmbelastung nicht 
zulässig.

4. Das Rechtsamt, das die Beschwerdeverfahren für die BVD leitet,2 führte den 
Schriftenwechsel durch, holte die Vorakten ein und gab den Anzeigerinnen und Anzeiger 
Gelegenheit, sich am Verfahren zu beteiligen. In ihrer Beschwerdevernehmlassung vom 14. 
Dezember 2020 beantragte die Vorinstanz die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf 
einzutreten sei. Die Beschwerdegegnerin teilte am 15. Dezember 2020 mit, da sie weder von der 
angefochtenen Verfügung noch von den Anträgen der Beschwerdeführerin betroffen sei, verzichte 
sie auf eine Stellungnahme. Die Anzeigerinnen und Anzeiger reichten keine Beschwerdeantwort 
ein und verzichteten damit auf eine weitere Beteiligung am Verfahren. Auf die Rechtsschriften und 
Vorakten wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.

II. Erwägungen

1. Sachurteilsvoraussetzungen

Gemäss Art. 49 Abs. 1 BauG3 können baupolizeiliche Verfügungen nach Art. 45 bis 48 BauG 
innert 30 Tagen seit Eröffnung mit Beschwerde bei der BVD angefochten werden. Die 
Beschwerdeführerin ist als Adressatin durch die angefochtene Verfügung beschwert und daher 
zur Beschwerde legitimiert. Auf ihre form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist 
einzutreten.

2. Rechtliches Gehör

a) Die Beschwerdeführerin bemängelt eine Verletzung des rechtlichen Gehörs und der 
Mitwirkungsrechte. Die Vorinstanz habe seit Ende August 2019 tiefgreifende Abklärungen 
getroffen. Sie habe es aber vollständig versäumt, die Beschwerdeführerin einzubeziehen. Sie 
habe die Verfügung erlassen, ohne die Beschwerdeführerin auch nur angehört zu haben. Zudem 
habe die Vorinstanz einen Augenschein auf fremdem Grundeigentum vorgenommen, ohne die 
Beschwerdeführerin auch nur zu orientieren, geschweige denn einzuladen. Die krasse 
Missachtung des rechtlichen Gehörs führe schon für sich allein zur Aufhebung der angefochtenen 
Verfügung.

2 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau- und Verkehrsdirektion 
(Organisationsverordnung BVD, OrV BVD; BSG 152.221.191)
3 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721.0)

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b) Der Anspruch auf rechtliches Gehör ist eine grundlegende Verfahrensgarantie (Art. 29 Abs. 
2 BV4, Art. 26 Abs. 2 KV5). Er vermittelt unter anderem das Recht, von der Behörde angehört zu 
werden, bevor diese verfügt oder entscheidet (Art. 21 Abs. 1 VRPG). Weiter sind die Parteien 
berechtigt, an Instruktionsverhandlungen und amtlichen Augenscheinen teilzunehmen, 
Personenbefragungen beizuwohnen und um Beantwortung von Ergänzungsfragen zu ersuchen 
(Art. 22 VRPG). Ausserdem haben sie Anspruch auf Einsicht in die Verfahrensakten (Art. 23 VRPG) 
und das Recht, zum Ergebnis eines Beweisverfahrens Stellung zu nehmen (Art. 24 VRPG). Der 
Anspruch auf rechtliches Gehör beinhaltet unter anderem das Recht, sich vor Erlass einer 
Verfügung oder eines Entscheids zu den Sachumständen zu äussern.6 Voraussetzung des 
Äusserungsrechts sind genügende Kenntnisse über den Verfahrensverlauf, was auf das Recht 
hinausläuft, in geeigneter Weise über die entscheidwesentlichen Vorgänge und Grundlagen 
vorweg orientiert zu werden. Entscheidend ist, ob der betroffenen Person ermöglicht wurde, ihren 
Standpunkt wirksam zur Geltung zu bringen.7 Die Art der Anhörung spielt an sich keine Rolle. Sie 
kann mündlich oder schriftlich erfolgen. In der Regel wird Gelegenheit zur schriftlichen 
Stellungnahme geboten. Unter Umständen genügt allerdings, dass die Parteien ihre Standpunkte 
mündlich einbringen können, so dass die Behörde nicht verpflichtet ist, zusätzlich noch eine 
schriftliche Stellungnahme einzuholen. Dabei muss aber sichergestellt sein, dass die Behörde 
ihrer Orientierungspflicht hinreichend nachkommt.8 Der Anspruch auf rechtliches Gehör verlangt 
auch, dass die Behörde die Vorbringen der Betroffenen sorgfältig prüft und beim Entscheid 
angemessen berücksichtigt. Daraus ergibt sich die Pflicht der Behörde, ihre Verfügung zu 
begründen (Art. 52 Abs. 1 Bst. b VRPG). Die Pflicht der Behörde zur Beachtung der 
Verfahrensgarantien setzt mit der Rechtshängigkeit ein.9 Diese wird mit der Einreichung eins 
Gesuchs oder der Eröffnung eines Verwaltungsverfahrens von Amtes wegen begründet (vgl. Art. 
16 Abs. 1 VRPG). Der Anspruch auf rechtliches Gehör ist ein formeller Anspruch; die Verletzung 
des rechtlichen Gehörs führt deshalb grundsätzlich zur Aufhebung des angefochtenen Entscheids. 
Eine Gehörsverletzung kann aber dann geheilt werden, wenn die Rechtsmittelinstanz dieselbe 
Kognition hat wie die Vorinstanz und der beschwerdeführenden Person aus der Heilung kein 
Nachteil erwächst. Eine Heilung kommt in erster Linie bei nicht besonders schwerwiegenden 
Gehörsverletzungen in Frage. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist aber auch bei 
schwerwiegenden Gehörsverletzungen eine Heilung nicht ausgeschlossen, wenn und soweit die 
Rückweisung zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen 
würde, die mit dem Interesse der betroffenen Partei an einer beförderlichen Beurteilung der Sache 
nicht zu vereinbaren wären.10 Die Heilung des rechtlichen Gehörs ist allenfalls bei der 
Kostenverlegung zu berücksichtigen.11

c) Herr A.________ bemängelt seit mehreren Jahren, dass der Bahnübergang bei der Einfahrt 
F.________ und N.________ ausgefahren sei und beim Befahren starken Lärm erzeuge. Mit 
seinem Anliegen, dass der Bahnübergang wieder instand zu setzen sei, wandte er sich zuerst an 
die Beschwerdeführerin. Diese verwies ihn an die Beschwerdegegnerin als Inhaberin des 
Industriegleises. Die Beschwerdegegnerin stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt, die 
Zufahrt sei im Eigentum der Stadt Burgdorf, weshalb diese für die Beseitigung der 
Lärmimmissionen zuständig sei. Daraufhin gelangte Herr A.________ mit seinem Anliegen am 
30. August 2019 an die Stadt Burgdorf. Da das fragliche Schreiben kein Begehren um verbindliche 
Regelung eines Rechtsverhältnisses enthielt, wurde auch noch kein Verwaltungsverfahren 

4 Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV; SR 101)
5 Verfassung des Kantons Bern vom 6. Juni 1993 (KV; BSG 101.1)
6 BGE 140 I 99 E. 3.4; BVR 2010 S. 157 E. 2.2
7 BGE 144 I 11 E. 5.3 mit weiteren Hinweisen; Michel Daum, in Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, 
Art. 21 N. 8 
8 Michel Daum, in Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 21 N. 18
9 Vgl. Reto Feller, in Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 16 N. 7 
10 BGE 142 II 218 E. 2.8.1; Michel Daum, in Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 21 N. 9 bis 11
11 Ruth Herzog, in Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 108 N. 21 und 39

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hängig. Die Abklärungen, die die Vorinstanz in der Folge tätigte, bezweckten hauptsächlich, 
Aufschluss zu bekommen, ob es sich um eine privat- oder öffentlich-rechtliche Angelegenheit 
handelt, wer für die Behandlung des Anliegens von Herrn A.________ zuständig ist und ob 
allenfalls ein baupolizeiliches Verfahren einzuleiten ist. Dabei gelangte die Vorinstanz unter 
anderem an das BAV. In diesem Zusammenhang besichtigte der Leiter Werkbetrieb der 
Vorinstanz den Bahnübergang und dokumentierte die Mängel fotografisch. Mangels Hängigkeit 
eines baupolizeilichen Verfahrens im damaligen Zeitpunkt handelte es sich bei dieser 
Besichtigung von vornherein nicht um einen amtlichen Augenschein im Sinn von Art. 22 VRPG. 
Zudem besteht selbst bei einem amtlichen Augenschein im Rahmen eines Verwaltungs- oder 
Verwaltungsjustizverfahrens ein Anspruch auf Teilnahme nur dann, wenn dieser von der 
entscheidenden Behörde bzw. der Instruktionsbehörde durchgeführt wird. Hingegen haben die 
Parteien keinen Anspruch darauf, einer Begutachtung teilzunehmen, welche eine Fachperson im 
Auftrag der Behörde durchführt.12 Dass die Beschwerdeführerin an der vor Hängigkeit des 
Baupolizeiverfahrens vom Leiter Werkbetrieb vorgenommenen Besichtigung nicht teilnehmen 
konnte, stellt deshalb keine Verletzung des rechtlichen Gehörs dar. 

d) Mit Eingabe vom 15. Juli 2020 reichte Herr A.________ zusammen mit zehn weiteren 
Anzeigerinnen und Anzeigern bei der Vorinstanz eine Lärmklage gegen die Beschwerdeführerin 
ein. Damit lag nun ein verfahrensauslösendes Gesuch im Sinn von Art. 16 Abs. 1 VRPG vor. Am 
28. Juli 2020 lud die Vorinstanz eine Delegation der Anzeigerinnen und Anzeiger sowie je einen 
Vertreter der Beschwerdeführerin und der Beschwerdegegnerin zu einer Besprechung der 
Lärmklage am 10. August 2020 ein. Wie sich den Vorakten entnehmen lässt, informierte die 
Vorinstanz umfassend über die Angelegenheit und ihre Erkenntnisse.13 Die Beteiligten konnten 
sich anlässlich dieser Besprechung mündlich zur Sache äussern. Gemäss handschriftlicher Notiz 
stellte sich der Vertreter der Beschwerdeführerin auf den Standpunkt, es sei vertraglich geregelt, 
dass die Gleisbegünstigte für den Unterhalt zuständig sei. Er war nicht bereit, die Platte zu 
ersetzen.14 Die von der Vorinstanz angestrebte gütliche Einigung konnte deshalb nicht erzielt 
werden. Hingegen ist festzuhalten, dass die Vorinstanz an der Besprechung vom 10. August 2020 
ihrer Orientierungspflicht umfassend nachkam. Zudem konnte die Beschwerdeführerin ihre 
Standpunkte mündlich einbringen. Damit war ihrem Anspruch auf rechtliches Gehör bereits 
genüge getan. Zudem erhielten sie und die übrigen Beteiligten mit Schreiben vom 18. August 2020 
Gelegenheit zur schriftlichen Stellungnahme und es wurden ihr Kopien der Korrespondenz und 
der Powerpoint-Präsentation zugestellt. Von der Möglichkeit zur Stellungnahme machte die 
Beschwerdeführerin am 21. September 2020 Gebrauch. Diese wurde in der angefochtenen 
Verfügung auch angemessen berücksichtigt. Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs lieg deshalb 
nicht vor. 

3. Parteistellung der Anzeigerinnen und Anzeiger

a) Die Beschwerdeführerin macht geltend, die Vorinstanz scheine die Anzeigerinnen und 
Anzeiger als Partei im Verfahren zu behandeln. In diesem Fall müssten sie im Rubrum der 
Verfügung aufgeführt werden. Darauf habe die Vorinstanz verzichtet. Es sei zu klären, ob den 
Anzeigerinnen und Anzeigern wirklich Parteistellung zukomme. Diese hätten bisher nie erklärt, 
sich an einem Baupolizeiverfahren beteiligen zu wollen. Zu klären sei weiter das 
Vertretungsverhältnis von Herrn A.________. Im Verwaltungsverfahren sei eine Vertretung durch 

12 Vgl. dazu BGer 1C_603/2018 vom 13. Januar 2020 E. 2.2; Michel Daum, in Kommentar zum bernischen VRPG, 
2. Aufl. 2020, Art. 22 N. 3
13 Vgl. dazu Ausdruck der PowerPoint-Präsentation Lärmklage Bahnübergang «Areal F.________», Vorakten pag. 19 
– 24; Schreiben vom 18. August 2020 betreffend Gewährung des rechtlichen Gehörs vor der Verfügung einer 
Baupolizeimassnahme, Vorakten pag. 27 - 30
14 Vgl. Vorakten pag. 25

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andere Personen zulässig. Der Vertreter habe sich allerdings durch eine schriftliche Vollmacht 
auszuweisen.

b) Im baupolizeilichen Verfahren kommt den Anzeigerinnen und Anzeigern Parteistellung zu, 
wenn sie als Nachbarinnen und Nachbarn in schutzwürdigen Interessen betroffen sind (vgl. Art. 12 
Abs. 1 VRPG). Ihnen ist deshalb Gelegenheit zur Teilnahme als Partei einzuräumen (Art. 46 Abs. 
2 Bst. a BauG). Beteiligen sie sich am baupolizeilichen Verfahren, haben sie einen Anspruch 
darauf, dass das Verfahren mit einer Verfügung abgeschlossen wird.15 Eine Verfügung muss unter 
anderem die Adressatinnen und Adressaten enthalten (Art. 52 Abs. 1 Bst. e VRPG). Dabei handelt 
es sich um diejenigen Personen, mit denen ein Rechtsverhältnis geregelt wird.16 Werden andere 
Verfahrensbeteiligte nicht genannt oder unrichtig bezeichnet, hat dies auf die Gültigkeit des 
Verwaltungsakts keinen Einfluss.17 Parteien können sich grundsätzlich aufgrund schriftlicher 
Vollmacht vertreten lassen (vgl. Art. 15 Abs. 1 VRPG). Sind an einem Verfahren mehr als zehn 
Personen durch eine Kollektiveingabe oder durch vervielfältigte Eingaben beteiligt, so kann ihnen 
die instruierende Behörde Frist zur Bezeichnung eines gemeinsamen Zustellungsdomizils setzen. 
Bei Säumnis setzt sie dieses fest (Art. 15 Abs. 2 VRPG). Die Möglichkeit, in Massenverfahren von 
den Parteien eine Vertretung zu verlangen bzw. eine solche zu bezeichnen, kennt das VRPG 
nicht.18

c) Mit ihrer Lärmklage vom 15. Juli 2020 erklärten die Anzeigerinnen und Anzeiger implizit, 
dass sie sich am Baupolizeiverfahren als Partei beteiligen wollten. Sie wurden von der Vorinstanz 
in der Folge auch unwidersprochen als Partei behandelt und im Rubrum der angefochtenen 
Verfügung unter der Bezeichnung «Kläger» genügend präzis erwähnt. Da die Anzeigerinnen und 
Anzeiger am vorliegenden Verfahren nicht mehr beteiligt sind, kann offengelassen werden, ob sie 
im vorinstanzlichen Verfahren richtig vertreten waren. Abgesehen davon, dass das VRPG keine 
obligatorische Vertretung, sondern bloss die Bezeichnung eines gemeinsamen 
Zustellungsdomizils kennt, hängen baupolizeiliche Verfahren nicht von allfälligen Anzeigen Dritter 
oder deren Beteiligung am Verfahren ab. Das baupolizeiliche Verfahren hätte somit aufgrund der 
als Lärmklage bezeichneten Anzeige so oder anders durchgeführt werden müssen. Schliesslich 
hatte die Verfahrensbeteiligung der Anzeigerinnen und Anzeiger auch keinen Einfluss auf die 
Kostenpflicht. Inwiefern der Beschwerdeführerin aus den behaupteten Verfahrensmängeln ein 
Nachteil entstanden sein soll, führt sie denn auch nicht näher aus. Die Beschwerde erweist sich 
deshalb insoweit als unbegründet.

4. Weitere Verfahrensbeteiligte

a) Die Beschwerdeführerin macht geltend, die Vorinstanz behandle offenbar auch die 
Beschwerdegegnerin als Partei. Auch hier fehle es an einer Klärung der Parteistellung. Die 
Beschwerdegegnerin habe zwar an der Besprechung vom 10. August 2020 teilgenommen. 
Angesichts der formlosen Einladung könne daraus aber nicht ohne Weiteres abgeleitet werden, 
die Beschwerdegegnerin wolle sich am Baupolizeiverfahren beteiligen. Schliesslich stelle sich die 
Frage, ob nicht auch die Dienstbarkeitsberechtigten am Anschlussgleis in das Verfahren 
einzubeziehen seien. Die instruierende Behörde eines Verfahrens habe zu klären, wer sich am 
Verfahren beteiligen wolle und die Legitimation zu prüfen. Diese Schritte seien noch nachzuholen 
und zwar sinnvollerweise durch die Vorinstanz, weil den Parteien sonst eine Instanz verloren 
gehe. 

15 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, Band I, 5. Aufl., Bern 2020, Art. 46 N. 2a
16 Michel Daum, in Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 52 N. 15 
17 Michel Daum, in Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 52 N. 16
18 Michel Daum, in Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 15 N. 15

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b) Die Baupolizeibehörde hat dafür zu sorgen, dass im Bauwesen die gesetzliche Ordnung 
eingehalten wird. Sie hat alle dafür erforderlichen Massnahmen zu treffen (Art. 45 Abs. 2 BauG). 
Dabei obliegt ihr unter anderem die Beseitigung von Störungen der öffentlichen Ordnung, die von 
unvollendeten, mangelhaft unterhaltenen oder sonst wie ordnungswidrigen Bauten und Anlagen 
ausgehen (Art. 45 Abs. 2 Bst. c BauG). Das Wiederherstellungsverfahren ist von Amtes wegen 
einzuleiten, sobald die Baupolizeibehörde Kenntnis von wesentlichen baurechtswidrigen 
Tatbeständen erhält. Sie hat mindestens zu prüfen, ob ein unrechtmässiger Zustand besteht und 
ob die Wiederherstellung zu verfügen ist.19 Kommt sie zu einem positiven Ergebnis, setzt die 
Baupolizeibehörde der Grundeigentümerin bzw. dem Grundeigentümer oder der 
Baurechtsinhaberin bzw. dem Baurechtsinhaber Frist zur Wiederherstellung des rechtmässigen 
Zustands (Art. 46 Abs. 2 BauG). Diese gesetzliche Regelung ist auf den Normalfall zugeschnitten, 
in dem Grundeigentum und Bauherrschaft in ein und derselben Hand liegen. Fallen 
Grundeigentum und Bauherrschaft auseinander, gibt es mehrere potentielle Adressatinnen und 
Adressaten der Wiederherstellungsverfügung. Nach den allgemeinen Grundsätzen des 
Verwaltungsrechts ist die Wiederherstellungsverfügung an die Störerin oder den Störer zu richten. 
Als Störerin bzw. Störer gilt, wer die Baurechtswidrigkeit selber oder durch Personen, für deren 
Verhalten sie bzw. er verantwortlich ist, verursacht hat. Gemäss Art. 46 Abs. 2 BauG richten sich 
Wiederherstellungsanordnungen in erster Linie an die Grundeigentümerschaft. Diese gilt als 
sogenannte Zustandsstörerin, da sie über die Sache, die den ordnungswidrigen Zustand bewirkt, 
rechtliche bzw. tatsächliche Gewalt hat. Daneben kann sich eine Wiederherstellungsanordnung 
gegen weitere Störerinnen und Störer richten, namentlich gegen die Bauherrschaft als sogenannte 
Verhaltensstörerin. Auch Nutzende einer rechtswidrigen Anlage oder Eigentümerinnen und 
Eigentümer wegzuräumender Gegenstände können als Verhaltensstörer ins Recht gefasst 
werden.20 Die Grundeigentümerin bzw. der Grundeigentümer ist jedoch, da es gesetzlich 
vorgeschrieben ist, in jedem Fall (mit) ins Recht zu fassen. Damit wird gewährleistet, dass die 
Wiederherstellungsanordnung durchsetzbar ist.

c) Der Bahnübergang, der Anlass zu der Lärmklage gegeben hat, befindet sich auf dem 
Grundstück Burgdorf Gbbl. Nr. L.________, das im Eigentum der Beschwerdeführerin ist. Das 
Anschlussgleis, das damit überführt wird, dient der Erschliessung eines Industriegebiets, besteht 
seit über 60 Jahren und wird von der Beschwerdegegnerin betrieben. Gemäss ihren Angaben wird 
das Gleis zurzeit nicht oder kaum mehr genutzt.21 Der Bahnübergang wurde gemäss den 
unbestrittenen Angaben in der Lärmklage Anfang der 90iger Jahre von der Beschwerdeführerin 
erstellt. Er dient unter anderem als Zufahrt zu ihrem Betriebsareal. Beim fraglichen Strassenstück 
handelt es sich um eine Hauszufahrt im Sinn von Art. 106 Abs. 3 BauG. Diese bleibt grundsätzlich 
Bestandteil des Grundstücks, auf dem sie liegt.22 Als Grundeigentümerin und Bauherrschaft des 
Bahnübergangs hat die Beschwerdeführerin aus baurechtlicher Sicht für den ordnungsgemässen 
Zustand der Anlage zu sorgen. Deshalb wurde sie von der Vorinstanz in Übereinstimmung mit den 
gesetzlichen Vorgaben richtigerweise als Verfügungsadressatin beteiligt. Als Betreiberin des 
Anschlussgleises war die Beschwerdegegnerin von der zu erlassenden Verfügung ebenfalls im 
Sinn von Art. 12 Abs. 1 VRPG besonders berührt und in schutzwürdigen Interessen betroffen, 
weshalb sie von der Vorinstanz zu Recht am baupolizeilichen Verfahren als Partei beteiligt wurde. 
Ob die Beschwerdegegnerin als Betreiberin des Anschlussgleises auch Eigentümerin der Platte 
beim Bahnübergang ist, ist fraglich, kann aber offengelassen werden. Selbst wenn dies der Fall 
wäre, würde es genügen, wenn die Beschwerdegegnerin die Wiederherstellung des 
rechtmässigen Zustands durch die Beschwerdeführerin dulden würde. Daran bestehen nach den 

19 Vgl. Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, Band I, 5. Aufl., Bern 2020, Art. 45 
N. 2 und Art. 46 N. 1 f.
20 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, Band I, 5. Aufl., Bern 2020, Art. 46 N. 12
21 Vgl. Schreiben des Anwalts der Beschwerdegegnerin an das BAV vom 26. November 2019, Vorakten pag. 6 f.
22 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, Band II, 4. Aufl., Bern 2017, Art. 106/107 
N. 15

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Akten keine Zweifel: Im vorinstanzlichen Verfahren stellte sich die Beschwerdegegnerin auf den 
Standpunkt, die Gleisanlage sei in einem guten Zustand. Es sei Sache der Strasseneigentümerin, 
die nötigen Massnahmen vorzukehren, um Lärmimmissionen beim Bahnübergang zu beseitigen.23 
Ob die Beschwerdegegnerin gestützt auf vertragliche Vereinbarungen verpflichtet ist, sich an den 
Kosten der Instandstellung des Bahnübergangs zu beteiligen oder diese gar vollständig zu tragen, 
ist eine privatrechtliche Frage. Das Gleiche gilt bezüglich der Frage, ob andere 
Dienstbarkeitsberechtigte, die den Bahnübergang als Zufahrt nutzen, sich an den Unterhalts- bzw. 
Instandstellungskosten beteiligten müssen. Dies kann nicht zum Gegenstand eines 
baupolizeilichen Verfahrens gemacht werden. Im Ergebnis ist festzuhalten, dass die Vorinstanz 
hinreichend geklärt hat, wer am baupolizeilichen Verfahren als Partei zu beteiligen war. Zudem 
hat sie richtigerweise die Beschwerdeführerin als Grundeigentümerin und Bauherrschaft als 
Verfügungsadressatin behandelt.

5. Lärmimmission

a) Die Beschwerdeführerin macht geltend, entgegen der Behauptung der Vorinstanz seien die 
Kunststoffplatten des Übergangs nicht schadhaft. Es sei hingegen richtig, dass die Oberkante der 
Platte etwas tiefer liege als die Schienen und dass Autos und Lastwagen diese minimale 
Höhendifferenz zu überwinden hätten. Über die dadurch verursachten Geräusche respektive den 
verursachten Lärm mache die angefochtenen Verfügung keine Aussagen. Es fehlten Angaben zur 
Lautstärke (Schalldruckpegel), zur Häufigkeit zur Tonalität etc. Die Behauptung der Vorinstanz, 
es würden keine Immissionsgrenzwerte bestehen, treffe nicht zu. Gemäss Art. 2 Abs. 1 LSV24 sind 
Strassen und Eisenbahnanlagen ortsfeste Anlagen im Sinn des Lärmschutzes. Anhang 3 zur LSV 
liste unterschiedliche Belastungsgrenzwerte für die verschiedenen Empfindlichkeitsstufen auf. 
Diese würden nicht nur für den Strassenverkehrslärm, sondern auch für den Lärm, den Bahnen 
auf Strassen erzeugen, gelten. Da die Vorinstanz der Auffassung sei, es bestünden gar keine 
Grenzwerte, würden sämtliche Feststellungen darüber fehlen, ob und wenn ja welche Grenzwerte 
überschritten würden. Eine Anordnung von Sanierungsmassnahmen ohne Messung oder 
mindestens Schätzung der effektiven Lärmbelastung sei nicht zulässig. Nach Auffassung der 
Beschwerdeführerin handle es sich bei der Lärmklage um ein privatrechtliches Problem. Ein 
Eingreifen der Baupolizeibehörde setze voraus, dass die öffentliche Ordnung gestört werde. 
Davon könne beim strittigen Gleisübergang keine Rede sein. Die Vorinstanz hätte die 
Angelegenheit durchaus dem Zivilrichter überlassen können.

b) (Lärm-)Immissionen sind Gegenstand der Umweltschutzgesetzgebung, des Bau- und 
Planungsrechts sowie des (privaten) Nachbarrechts. Das Umweltschutzgesetz bezweckt den 
Schutz von Menschen, Tieren und Pflanzen gegen schädliche oder lästige Einwirkungen (Art. 1 
Abs. 1 USG25), darunter insbesondere Lärm. Vom USG erfasst werden nur Einwirkungen, die 
durch den Bau und Betrieb von Anlagen, durch den Umgang mit Stoffen, Organismen oder 
Abfällen oder durch die Bewirtschaftung des Bodens erzeugt werden (Art. 7 Abs. 1 USG). Das 
Bau- und Planungsrecht befasst sich mit den Immissionen unter dem Gesichtspunkt der 
Nutzungsordnung und der Siedlungsgestaltung. Ziel und Zweck der Zonenordnung würden 
vereitelt, wenn Immissionen durch ihre Art, Intensität oder Dauer die einem bestimmten Gebiet 
zugedachte Nutzung hindern würde. Der privatrechtliche Immissionsschutz (Art. 684 ZGB26) dient 
der Ordnung der Beziehungen unter Nachbarn.27 Er besteht grundsätzlich unabhängig von den 

23 Vgl. Schreiben des Anwalts der Beschwerdegegnerin an das BAV vom 26. November 2019, Vorakten pag. 6 f.
24 Lärmschutz-Verordnung des Bundesrats vom 15. Dezember 1986 (LSV; SR 814.41)
25 Bundesgesetz vom 7. Oktober 1983 über den Umweltschutz (Umweltschutzgesetz, USG; SR 814.01)
26 Schweizerisches Zivilgesetzbuch vom 10. Dezember 1907 (ZGB; SR 210)
27 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, Band I, 5. Aufl., Bern 2020, Art. 24 N. 3

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Bestimmungen des öffentlichen Rechts.28 Die Beurteilung der Übereinstimmung eines 
Bauvorhabens mit den Vorschriften des Bau-, Planungs- und Umweltrechts erfolgt in der Regel im 
Baubewilligungsverfahren (vgl. Art. 2 Abs. 1 BauG).29 In diesem Rahmen sind insbesondere die 
zu erwartenden Immissionen (bspw. Lärm) zu ermitteln. Die Baubewilligung ist nur zu erteilen, 
wenn die Anlage die massgeblichen Belastungswerte in der Umgebung voraussichtlich einhalten 
kann. Spätere Kontrollmessungen und die Anordnung (weiterer) emissionsmindernder 
Massnahmen bei Überschreitung der Werte schliesst das jedoch nicht aus.30 Die 
Baupolizeibehörde hat dafür zu sorgen, dass im Bauwesen die gesetzliche Ordnung eingehalten 
wird. Sie ist befugt, alle dafür erforderlichen und geeigneten Massnahmen zu ergreifen. Dazu 
gehört namentlich, Verfügungen zu erlassen, mit denen Grundeigentümerinnen und 
Grundeigentümer, Bauherrschaften oder sonstige Verantwortliche aufgefordert werden, innert 
angemessener Frist Störungen der öffentlichen Ordnung zu beseitigen, die von unvollendeten, 
mangelhaft unterhaltenen oder sonst wie ordnungswidrigen Bauten und Anlagen ausgehen (vgl. 
Art. 45 Abs. 2 Bst. c BauG).31 Eine Ordnungswidrigkeit liegt vor, wenn eine Vorschrift von 
allgemeiner raumplanerischer oder baupolizeilicher Bedeutung und Tragweite verletzt wird. Dazu 
zählen etwa Vorschriften über den Ortsbild-, Landschafts- und Umweltschutz, die Sicherheit und 
Gesundheit oder ein Bauverbot.32 Im vorliegenden Fall ist umstritten, ob ein mangelhafter 
Bahnübergang zu unzulässigen Einwirkungen auf die Nachbarschaft führt. Es steht somit eine 
Verletzung der bundesrechtlichen Vorschriften über den Lärmschutz und damit der 
Umweltschutzgesetzgebung im Raum. Das baupolizeiliche Vorgehen der Vorinstanz war deshalb 
grundsätzlich zulässig. 

c) Da der Bahnübergang Anfang der 90iger Jahre und damit nach Inkrafttreten des USG 
bewilligt und erstellt wurde, handelt es sich um eine neue ortsfeste Anlage i.S.v. Art. 25 USG und 
Art. 7 LSV. Deshalb müssen die Lärmimmissionen so weit begrenzt werden, als dies technisch 
und betrieblich möglich sowie wirtschaftlich tragbar ist (Art. 11 Abs. 2 USG, Art. 7 Abs. 1 Bst. a 
LSV); die von der Anlage allein erzeugten Lärmimmissionen dürfen die Planungswerte in der 
Umgebung nicht überschreiten (Art. 25 Abs. 1 USG; Art. 7 Abs. 1 Bst. b LSV), d.h. sie dürfen 
höchstens geringfügige Störungen verursachen. Die geltenden Belastungsgrenzwerte für 
Immissionen müssen nicht nur zum Bewilligungszeitpunkt, sondern grundsätzlich während der 
gesamten Betriebsdauer einer Anlage eingehalten werden.33 Wenn Grund zur Annahme besteht, 
dass der durch eine Anlage erzeugte Lärm die Belastungsgrenzwerte überschreitet, ist die 
Vollzugsbehörde verpflichtet, die Lärmsituation abzuklären (vgl. Art 36 LSV). Dabei muss sie 
allerdings die erforderlichen Untersuchungen nicht selber durchzuführen oder in Auftrag zu geben. 
Sie kann vielmehr von der Anlagebetreiberin bzw. dem Anlagebetreiber ein Lärmgutachten 
verlangen.34 Das Vorliegen einer Baubewilligung schliesst somit nicht aus, dass die effektive 
Lärmsituation gegen die öffentlich-rechtlichen Vorschriften verstösst, sei es aufgrund 
mangelhafter Abklärung, Rechnungsfehler, einer nicht richtig vorausgesehenen Lärmentwicklung 
oder anderer Gründe. Die Baubewilligung verleiht keine wohlerworbenen Rechte in Bezug auf die 
Lärmsituation, wenn diese dem geltenden Recht widerspricht.35 Wird das zulässige Mass an 
Immissionen in der Folge überschritten, stellt dies eine Abweichung von der bewilligten Nutzung 

28 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, Band I, 5. Aufl., Bern 2020, Art. 24 N. 40
29 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, Band I, 5. Aufl., Bern 2020, Art. 2 N. 2 ff. 
und Art. 24 N. 11
30 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, Band I, 5. Aufl., Bern 2020, Art. 24 N. 13a
31 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, Band I, 5. Aufl., Bern 2020, Art. 45 N. 2 
Bst. c
32 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, Band I, 5. Aufl., Bern 2020, Art. 1b N. 3
33 BGer 1C_63/2019 vom 29. Januar 2020 E. 5.2
34 VGE Nr. 22986 vom 13. Februar 2008 E. 4.2
35 Robert Wolf, in: USG-Kommentar, 2. Aufl., Art. 25 N. 44; vgl. auch Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum 
Baugesetz des Kantons Bern, Band I, 5. Aufl., Bern 2020, Art. 38-39 N. 15a Bst. f

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der Anlage dar.36 Eine Bewilligung für lärmige Anlagen ergeht somit unter dem (ausdrücklichen 
oder impliziten) Vorbehalt einer späteren Ergänzung der Massnahmen zur Emissionsbegrenzung, 
sofern sich die angeordneten Massnahmen als ungenügend erweisen.37

d) Das USG sieht ein zweistufiges System zur Einschränkung von (Lärm-)Emissionen vor: 
Unabhängig von der bestehenden Umweltbelastung sind die Emissionen zunächst an der Quelle 
so weit zu begrenzen, als dies technisch und betrieblich möglich und wirtschaftlich tragbar ist (Art. 
11 Abs. 2 USG). Steht fest oder ist zu erwarten, dass die Einwirkungen unter Berücksichtigung 
der bestehenden Umweltbelastung trotz vorsorglicher Emissionsbegrenzungen schädlich oder 
lästig werden, sind die Emissionsbegrenzungen zu verschärfen (Art. 11 Abs. 3 USG). Zu beachten 
ist weiter Art. 7 Abs. 1 Bst. a LSV, wonach die Lärmemissionen einer neuen ortsfesten Anlage 
nach den Anordnungen der Vollzugsbehörde so weit begrenzt werden müssen, als dies technisch 
und betrieblich möglich sowie wirtschaftlich tragbar ist, und dass die von der Anlage allein 
erzeugten Lärmimmissionen die Planungswerte nicht überschreiten (Art. 7 Abs. 1 Bst. b LSV). Im 
Bereich des Lärmschutzes gelten die Voraussetzungen der Einhaltung der Planungswerte und der 
vorsorglichen Emissionsbegrenzungen somit kumulativ. Auch wenn ein Projekt die Planungswerte 
einhält, bedeutet dies somit nicht ohne Weiteres, dass alle erforderlichen vorsorglichen 
Emissionsbegrenzungen getroffen worden sind. Vielmehr ist zu prüfen, ob das Vorsorgeprinzip 
weitergehende Beschränkungen erfordert.38 Bei Anlagen, die die lärmschutzrechtlichen 
Planungswerte einhalten, kommen zusätzliche Massnahmen zum Lärmschutz im Sinne der 
Vorsorge jedoch nur in Betracht, wenn sich dadurch mit relativ geringem Aufwand eine 
wesentliche zusätzliche Reduktion der Emissionen erreichen lässt.39

e) Den Vorakten lässt sich entnehmen, dass sich beim Bahnübergang zwischen den Gleisen 
eine stark abgenutzte und daher auf tieferem Niveau liegende Gummi- oder Kunststoffmatte 
befindet. Aufgrund des Höhenunterschieds zwischen Platte und Gleisen entsteht deshalb beim 
Überfahren ein deutlich wahrnehmbares, dumpfes, schlagendes Geräusch.40 Die 
Beschwerdeführerin bestreitet den Sachverhalt, wonach die Platte etwas tiefer liege als die 
Schienen, so dass Autos und Lastwagen eine gewisse Höhendifferenz zu überwinden haben, 
nicht. Von einem Augenschein sind deshalb keine zusätzlichen Erkenntnisse zu erwarten, 
weshalb der entsprechende Beweisantrag abgewiesen wird. Gemäss Lärmklage verursacht das 
Befahren des defekten Bahnübergangs starken Lärm. Ob dadurch die Planungswerte in der 
Umgebung überschritten werden, wurde im vorinstanzlichen Verfahren nicht geklärt, kann aber 
offengelassen werden. Immerhin sei darauf hingewiesen, dass der BVD bekannt ist, dass 
Impulsgeräusche, die durch das Überfahren von nicht niveaugleichen, belagsfremden 
Fahrbahnelementen störend wirken41 und sogar zu Aufwachreaktionen führen können. Das ist 
insbesondere bei Schachtdeckeln, Betonelementen, Fahrbahnübergängen oder Fugen und 
dergleichen der Fall. Da die strittige Lärmbelastung beim Bahnübergang aufgrund des 
Überfahrens einer abgenutzten, tiefer als die Gleise liegenden Platte entsteht, handelt es sich um 
eine einfach zu vermeidende Emission. Es genügt, die fragliche Platte zu ersetzen bzw. wieder 
instand zu stellen. Unabhängig davon, ob die Planungswerte überschritten sind oder nicht, ist die 
Beschwerdeführerin somit bereits aufgrund des Vorsorgeprinzips verpflichtet, diese technisch und 
betrieblich mögliche sowie wirtschaftlich tragbare Massnahme zu ergreifen, um die Emissionen 

36 Robert Wolf, in: USG Kommentar, 2. Aufl., Art. 25 N. 49; Christoph Jäger/ Andreas Bühler, Schweizerisches 
Umweltrecht, Bern 2016, S. 84 Rz. 354
37 BGer 1C_63/2019 vom 29. Januar 2020 E. 5.2 mit Hinweisen
38 BGE 124 II 517 E. 4b mit Hinweisen
39 BGE 141 II 476 E. 3.2, 127 II 306 E. 8
40 Vgl. Fotodokumentation des Bahnübergangs, Vorakten pag. 9; E-Mail-Wechsel zwischen Bauinspektorat Burgdorf 
und Fachstelle Lärmschutz des Tiefbauamts, Vorakten pag. 14; Ausdruck der PowerPoint-Präsentation Lärmklage 
Bahnübergamg «Areal F.________», Vorakten pag. 23
41 Vgl. dazu auch Cercle bruit, Lärmarme Strassenbeläge, Faktenblatt, einsehbar unter www.cerclebruit.ch/stud-
ies/laermarm/Factsheet_Laermarme_Belaege_de.pdf

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ihres Bahnübergangs so weit als möglich zu begrenzen. Es kann deshalb offengelassen werden, 
ob der Lärm eine übermässige Immission darstellt, die zur Anordnung verschärfter 
Emissionsbegrenzungen führen würde. Weitere Beweismassnahmen, wie beispielsweise die 
Einholung eines Lärmgutachtens, sind aus diesen Gründen nicht erforderlich. Die Vorinstanz hat 
somit zur Recht angeordnet, dass die Beschwerdeführerin die mangelhaften Platten zwischen den 
Gleisen am Bahnübergang so nach den Regeln der Baukunde zu ersetzen hat, dass kein Lärm 
mehr durch das Überfahren mit Motorfahrzeugen entsteht. Die Beschwerde ist deshalb 
abzuweisen.

6. Kosten

a) Bei diesem Ausgang des Verfahrens unterliegt die Beschwerdeführerin. Sie hat deshalb die 
Verfahrenskosten zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden bestimmt auf eine 
Pauschalgebühr von CHF 1200.– (Art. 103 Abs. 2 VRPG i.V.m. Art. 19 Abs. 1 GebV42).

b) Ersatzfähige Parteikosten sind keine entstanden (Art. 108 Abs. 3 i.V.m. Art. 104 VRPG).

III. Entscheid

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. Die Verfügung der Gemeinde Burgdorf vom 19. Oktober 
2020 wird bestätigt.

2. Die Verfahrenskosten von CHF 1200.– werden der Beschwerdeführerin zur Bezahlung 
auferlegt. Eine separate Zahlungseinladung folgt, sobald dieser Entscheid in Rechtskraft 
erwachsen ist. 

3. Es werden keine Parteikosten gesprochen.

IV. Eröffnung

- Herrn Rechtsanwalt D.________, eingeschrieben
- E.________, eingeschrieben
- Baupolizeibehörde der Stadt Burgdorf, Baudirektion, eingeschrieben

Bau- und Verkehrsdirektion

Der Direktor

Christoph Neuhaus
Regierungsrat

42 Verordnung vom 22. Februar 1995 über die Gebühren der Kantonsverwaltung (Gebührenverordnung, GebV; BSG 
154.21)

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Rechtsmittelbelehrung

Dieser Entscheid kann innert 30 Tagen seit seiner Eröffnung mit Beschwerde beim 
Verwaltungsgericht des Kantons Bern, Speichergasse 12, 3011 Bern, angefochten werden. Eine 
allfällige Verwaltungsgerichtsbeschwerde, die mindestens in vier Exemplaren einzureichen ist, 
muss einen Antrag, die Angabe von Tatsachen und Beweismitteln, eine Begründung sowie eine 
Unterschrift enthalten; der angefochtene Entscheid und andere greifbare Beweismittel sind 
beizulegen.