# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5338ad7d-6f1c-5b9d-a072-c506c9a2cf3f
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-06-27
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsbehörden Bau- und Verkehrsdirektion 27.06.2018 110 2018 48
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_BVD/BE_VB_001_110-2018-48_2018-06-27.pdf

## Full Text

ENTSCHEID
DER

BAU-, VERKEHRS- UND ENERGIEDIREKTION 

RA Nr. 110/2018/48 Bern, 27. Juni 2018

in der Beschwerdesache zwischen

Frau A.________
Beschwerdeführerin

vertreten durch Herrn Rechtsanwalt B.________

und

Frau C.________
Beschwerdegegnerin 1

Herrn D.________
Beschwerdegegner 2

alle vertreten durch Frau Rechtsanwältin E.________

sowie

Baubewilligungsbehörde der Stadt Bern, Bauinspektorat, Bundesgasse 38, Postfach, 
3001 Bern

betreffend die Verfügung der Baubewilligungsbehörde der Stadt Bern vom 26. Februar 
2018 (Baukontroll-Nr. 2016-0695; Anbau an bestehendes Wohnhaus, Umnutzung von 
Büros zu Wohnungen)

I. Sachverhalt

1. Die Beschwerdegegner reichten am 21. Dezember 2016 bei der Gemeinde Bern ein 

Baugesuch ein für einen Anbau an ein bestehendes Wohnhaus und die Umnutzung von 

Büros zu Wohnungen auf Parzelle Bern 4 Grundbuchblatt Nr. F.________. Die Parzelle 

RA Nr. 110/2018/48 2

liegt in der Wohnzone Bauklasse E (Erhaltung der bestehenden Bebauungsstruktur). Das 

bestehende Gebäude ist im Inventar als "beachtenswert" eingestuft, ist Teil der Baugruppe 

G.________ und befindet sich zwischen verschiedenen K-Objekten derselben Baugruppe. 

Auf entsprechende Aufforderung der Gemeinde hin reichten die Beschwerdegegner 

zusätzliche Unterlagen ein und überarbeiteten das Projekt zweimal aufgrund von 

Vorbehalten der Stadtbildkommission, nachdem diese bereits im Rahmen einer Voranfrage 

eine Überarbeitung des Projekts empfohlen hatte. Gegen den projektierten Anbau erhob 

unter anderen die Beschwerdeführerin Einsprache.

Mit Entscheid vom 26. Februar 2018 erteilte die Gemeinde Bern den Beschwerdegegnern 

die Baubewilligung als kleine Baubewilligung.

2. Dagegen reichte die Beschwerdeführerin am 28. März 2018 Beschwerde bei der 

Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern (BVE) ein. Sie beantragt die 

Aufhebung der kleinen Baubewilligung vom 26. Februar 2018 und die Erteilung des 

Bauabschlags. Sie macht insbesondere geltend, für den geplanten Anbau hätte keine 

kleine Baubewilligung erteilt werden dürfen, da es sich nicht um ein kleines Bauvorhaben 

handle und wesentliche öffentliche Interessen berührt würden. Zudem ordne sich das 

Bauvorhaben nicht in das Stadtbild ein und verletze die Bauklassenvorschriften.

3. Das Rechtsamt, welches die Beschwerdeverfahren für die BVE leitet1, führte den 

Schriftenwechsel durch und holte die Vorakten ein. Auf die Rechtsschriften wird, soweit für 

den Entscheid wesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

II. Erwägungen

1. Prozessvoraussetzungen

1 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau-, Verkehrs- und 
Energiedirektion (OrV BVE; BSG 152.221.191)

RA Nr. 110/2018/48 3

Bauentscheide können nach Art. 40 BauG2 innert 30 Tagen seit Eröffnung mit 

Baubeschwerde bei der BVE angefochten werden. Die BVE ist somit für die Beurteilung 

der Beschwerde zuständig. Zur Beschwerde befugt sind die Baugesuchstellerinnen, die 

Baugesuchsteller, die Einsprecherinnen, die Einsprecher und die zuständige 

Gemeindebehörde (Art. 40 Abs. 2 BauG). Die Beschwerdeführerin, deren Einsprache 

abgewiesen wurde, ist durch den vorinstanzlichen Gesamtentscheid beschwert und daher 

zur Beschwerdeführung legitimiert. Auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde 

ist einzutreten.

2. Mangelhafte Bekanntmachung

a) Die Beschwerdeführerin rügt, für den geplanten Anbau hätte keine kleine 

Baubewilligung erteilt werden dürfen, da es sich nicht um ein kleines Bauvorhaben handle. 

Zudem würden wesentliche öffentliche Interessen berührt, da sich das Vorhaben in einer 

sensiblen Umgebung befinde, auch wenn das betroffene Gebäude nur als "beachtenswert" 

gelte und sich nicht in einem Ortsbildschutzgebiet befinde.

b) Die Beschwerdeführerin hat sich wegen der allenfalls fehlerhaften Publikation nicht 

von der Einspracheerhebung abhalten lassen. Sie konnte sich somit trotz der Mängel ohne 

Nachteil am Baubewilligungsverfahren beteiligen. Sie kann deshalb aus der mangelhaften 

Bekanntmachung keine Rechte ableiten.3 Soweit sie damit die Verletzung 

Verfahrensrechte Dritter geltend macht, kann nicht auf die Beschwerde eingetreten 

werden. Die BVE prüft die Frage der mangelhaften Publikation allerdings von Amtes wegen 

(vgl. Art. 40 Abs. 3 BauG).

c) Die ordentliche Baubewilligung wird in einem Verfahren mit Veröffentlichung des 

Baugesuchs, die kleine Baubewilligung hingegen in einem vereinfachten Verfahren ohne 

Veröffentlichung des Baugesuchs erteilt (Art. 32a BauG und Art. 32b Abs. 1 BauG). Das 

Baubewilligungsdekret bestimmt die Bauvorhaben, die wegen ihrer beschränkten 

Auswirkungen im vereinfachten Verfahren beurteilt werden können (Art. 32b Abs. 2 BauG). 

Eine kleine Baubewilligung ohne Veröffentlichung ist möglich, wenn 

2 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721)
3 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art. 35-
35c N. 11

RA Nr. 110/2018/48 4

baubewilligungspflichtige Bauvorhaben wie Kleinbauten, Unterhaltsarbeiten oder 

Änderungen nur die Nachbarinnen und Nachbarn betreffen. Diesfalls genügt die Mitteilung 

an diese Personen (Art. 27 Abs. 1 Bst. a und b BewD4). Die Möglichkeit der Erteilung der 

Baubewilligung als kleine Baubewilligung entfällt insbesondere dann, wenn wesentliche 

öffentliche Interessen berührt werden, insbesondere solche des Natur-, Ortsbild- oder 

Landschaftsschutzes, der Verkehrssicherheit, der Hindernisfreiheit oder der Ortsplanung 

(Art. 27 Abs. 5 Bst. c BewD). Das ordentliche Baubewilligungsverfahren ist die Regel, das 

kleine Baubewilligungsverfahren ist die Ausnahme. Daher ist im Zweifelsfall das 

ordentliche Verfahren durchzuführen.5 

d) Der heutige Anbau ist gemäss den Ausführungen der Beschwerdegegner 

eingeschossig und misst gemessen ab dem bewilligten Situationsplan ca. 3 m auf 4 m. 

Neu soll praktisch auf der ganzen Fassadenlänge ein Anbau mit einer Grundfläche von 

11.20 m x 4.92 m erstellt werden. Im UG sind ein Gartenraum und zwei Waschküchen, im 

EG und 1. OG je ein Spielzimmer, Wohnzimmer und Wintergarten und im 2. OG eine 

Terrasse vorgesehen. Das Bauvorhaben beinhaltet damit einen erheblichen Um- und 

Ausbau des bestehenden Gebäudes und schafft neuen Wohnraum. Damit sprengt das 

Projekt den Rahmen von Art. 27 BewD. Entgegen der Ansicht der Beschwerdegegner 

handelt es sich insbesondere nicht um eine kleine An- und Nebenbaute bzw. eine 

Kleinbaute: Eine solche darf nur Nebennutzflächen enthalten (Art. 3 BMBV6), ist also 

unbewohnt, wie beispielsweise eine Garage, ein Geräteschuppen oder dergleichen.7 Das 

Bauvorhaben hätte daher veröffentlicht werden müssen. Gemäss Schreiben der 

Denkmalpflege vom 18. Dezember 2017 steht das Haus zudem inmitten der aus der 

Jahrhundertwende stammenden Erstbebauung des G.________ und gehört somit 

strukturell, städtebaulich und architektonisch zu dieser hochwerteigen Quartieranlage. Das 

Gebäude der Beschwerdegegner ist Teil der Baugruppe G.________ und der projektierte 

Anbau befindet sich zwischen verschiedenen K-Objekten derselben Baugruppe, 

insbesondere vis à vis des erhaltenswerten Doppelwohnhauses am H.________weg 5 und 

7 und neben der schützenswerten Liegenschaft der Beschwerdeführerin. Das Projekt 

4 Dekret vom 22. März 1994 über das Baubewilligungsverfahren (Baubewilligungsdekret, BewD; BSG 725.1) 
5 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art. 35-
35c N. 7
6 Verordnung vom 25. Mai 2011 über die Begriffe und Messweisen im Bauwesen (BMBV; BSG 721.3) 
7 Bernische Systematische Information Gemeinden (BSIG) Nr. 7/721.3/1.1, BMBV - Umsetzung in den 
Gemeinden, S. 5 zu Artikel 3 (abrufbar unter: <www.bsig.jgk.be.ch>); vgl. auch BDE 110/2017/149 vom 28. 
Februar 2018, E. 4d

RA Nr. 110/2018/48 5

berührt damit den Ortsbildschutz. Eine Publikation hätte auch aus diesem Grund erfolgen 

müssen.

3.  Bauklassenvorschriften

a) Die Beschwerdegegner planen, den heute eingeschossigen kaum befensterten 

Anbau mit einer Grundfläche von ca. 3 x 4 m2 durch einen Anbau mit einer Grundfläche 

von 11.20 m x 4.92 m zu ersetzen. Für den neuen Anbau sind im UG ein Gartenraum und 

zwei Waschküchen, im EG und 1. OG je ein Spielzimmer, Wohnzimmer und Wintergarten 

und im 2. OG eine Terrasse geplant. Entsprechend der Nutzung ist eine grosszügige 

Belichtung vorgesehen. 

b) Gemäss der Bauordnung der Stadt Bern bestimmt der Bauklassenplan das Mass der 

baulichen Nutzung eines Grundstücks (Art. 44 BO8). Die Wohnzonen werden im 

Bauklassenplan den Bauklassen 2 bis 6 oder der Bauklasse E sowie der offenen oder 

geschlossenen Bauklasse zugewiesen (Art. 45 BO). Die streitbetroffene Parzelle liegt in 

der Bauklasse E (Erhaltung der bestehenden Bebauungsstruktur). Die Gemeinde hat für 

diese Bauklasse folgende Bestimmungen erlassen: 

Art. 56 Bauklasse E; Regel
1 In der Bauklasse E (Erhaltung der bestehenden Bebauungsstruktur) hat sich ein Neu- oder Umbau 

an den Standort und die Volumetrie des bestehenden Baukörpers zu halten.
2 Unterirdische Abstellplätze und Erweiterungen wie Dachausbauten, Wintergärten nach Artikel 55, 

Balkone, Anbauten für Treppenhäuser oder Lifte sind unter Vorbehalt der Einordnungsvorschriften 

von Artikel 6 zulässig.

Art. 57 Bauklasse E; Sonderfälle
1 Abweichungen vom Standort und von der Volumetrie sind dann zulässig, wenn

a. dadurch eine bessere städtebauliche Lösung erzielt wird und

b. das Nutzungsmass unverändert bleibt.
2 Zusätzlich sind Abweichungen auch vom Nutzungsmass zulässig, sofern die folgenden 

Ausnützungsziffern nicht überschritten werden:

a. 2 Geschosse: 0,5

b. 3 und mehr Geschosse: 0,6

8 Bauordnung der Stadt Bern (BO; SSSB 721.1)

RA Nr. 110/2018/48 6

3 Unüberbaute Grundstücke können im Rahmen von Absatz 1 mit einem Volumen überbaut werden, 

das den umliegenden Grundstücken in der Bauklasse E entspricht.
4 Es gelten die baupolizeilichen Masse der dem bestehenden Gebäude entsprechenden Bauklasse.

c) Die BO unterscheidet für die Bauklasse E zwischen Neu- und Umbauten einerseits 

und Erweiterungen andererseits. Erweiterungen sind nach der exemplarischen Aufzählung 

von Art. 56 Abs. 2 BO zulässig für "Dachausbauten, Wintergärten (…), Balkone, Anbauten 

für Treppenhäuser oder Lifte" unter Vorbehalt der Einordnungsvorschriften. Der geplante 

Anbau fällt unbestrittenermassen nicht unter diese Bestimmung.

d) Gemäss Art. 56 Abs. 1 BO hat sich ein Neu- und Umbau grundsätzlich an den 

Standort und die Volumetrie des bestehenden Baukörpers zu halten. Abweichungen vom 

Standort und der Volumetrie sind nur zulässig, wenn dadurch eine bessere städtebauliche 

Lösung erzielt wird und das Nutzungsmass unverändert bleibt bzw. eine von der 

Geschosszahl abhängige Ausnützungsziffer nicht überschritten wird (Art. 57 Abs. 1 und 2 

BO). Der projektierte Anbau weicht von der Volumetrie und dem Nutzungsmass des 

bestehenden Gebäudes ab. Damit das Vorhaben bewilligt werden kann, müssen daher die 

Voraussetzungen von Art. 57 Abs. 1 und 2 BO erfüllt sein. Dass die Abweichung vom 

Nutzungsmass zulässig ist, wird nicht bestritten. Umstritten ist einzig, ob der Anbau eine 

"bessere städtebauliche Lösung" im Sinne von Art. 57 Abs. 1 BO darstellt. 

e) Die Gemeinde führt aus, die Stadtbildkommission habe das Bauvorhaben als gut 

beurteilt. Sie habe zwar nicht explizit festgehalten, dass damit eine städtebaulich bessere 

Lösung erzielt werde. Da die Stadtbildkommission das Bauvorhaben aber in Kenntnis von 

Art. 57 BO zur Bewilligung empfohlen habe, dürfe davon ausgegangen werden, dass die 

Lösung städtebaulich besser sei als die bestehende.9 

Die Stadtbildkommission als leistungsfähige örtliche Fachstelle im Sinne von Art. 22 Abs. 2 

BewD berät den Gemeinderat, die Baubewilligungsbehörde und die zuständigen 

Verwaltungsabteilungen in Fragen, die das Stadtbild, die Stadtstruktur und die 

Stadtentwicklung prägend beeinflussen. Die fünf stimmberechtigten Mitglieder sind 

verwaltungsunabhängige, anerkannte Fachpersonen (vgl. Art. 90 Abs. 2 und 3 BO sowie 

9 Stellungnahme der Stadt Bern vom 3. Mai 2018, S. 5 f.

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KoV10 Anhang II Bst. A Ziff. 1, Zusammensetzung Bst. a). Die Stadtbildkommission hat 

anlässlich ihrer Sitzung vom 30. November 2017 folgende Stellungnahme abgegeben:

"Die SKB nimmt das überarbeitete Projekt zur Kenntnis, bedankt sich für die vorgenommenen 

Verbesserungen und empfiehlt das Projekt zur Bewilligung. Für die Gestaltung des auf der 

Dachterrasse des Anbaus führenden Quergiebels wäre aus Sicht der SKB auch eine bescheidenere 

Lösung in Holz- bzw. Riegbauweise sinnvoll. 

Im Rahmen der Überarbeitung ist nun eine Lösung entwickelt worden, welche einen guten Umgang 

mit dem Terrain bzw. mit der Gartenparzelle pflegt. Die Gestaltung des Anbaus ist beruhigt und 

geklärt worden, und zwar sowohl in volumetrischer wie auch in gestalterischer Hinsicht. Die zur 

Ausführung empfohlene Variante des Anbaus mit Holzfassaden verspricht eine gute 

Hierarchisierung der Baukörper und eine gute Einordnung in die Nachbarschaft. Die SKB empfiehlt, 

alle Bäume, die nicht aus bautechnischen Gründen gefällt werden müssen, stehen zu lassen." 11

Mit dieser Stellungnahme empfiehlt die Stadtbildkommission das Projekt aus ästhetischer 

Sicht zur Bewilligung und bejaht einen guten Umgang mit dem Terrain bzw. der 

Gartenparzelle und eine gute Einordnung in die Nachbarschaft. Damit bestätigt die 

Stadtbildkommission, dass die Beschwerdegegner für den von ihnen gewünschten Anbau 

eine ästhetisch befriedigende und damit eine gute städtebauliche Lösung gefunden haben. 

Dass es sich beim Bauvorhaben um die bessere städtebauliche Lösung handelt, kann 

dieser Stellungnahme hingegen nicht entnommen werden. Gleiches ergibt sich aus der 

Stellungnahme der Denkmalpflege, welche auf die Stellungnahme der Stadtbildkommission 

verweist und ausführt, nach der Überarbeitung habe sich das Projekt soweit verändert, 

dass die genannte ortsbauliche Beeinträchtigung des Quartierbildes nicht mehr moniert 

werden könne.12 Es bestehen vorliegend auch keine anderen Anhaltspunkte dafür, dass 

durch den Ersatz des bestehenden Anbaus eine ästhetische Aufwertung gelingt, wie dies 

die Beschwerdegegner zur Frage der Ästhetik geltend machen: Selbst wenn der frühere 

Anbau von 1895 "gestutzt" und mit einem Welleternitdach versehen wurde13, muss 

berücksichtigt werden, dass der bestehende eingeschossige Anbau aufgrund seiner 

geringen Volumetrie und der bestehenden Vegetation ästhetisch kaum ins Gewicht fällt.14 

10 Verordnung über die Kommissionen des Gemeinderats (Kommissionenverordnung, KoV; SSSB 152.211)
11 Pag. 83 Vorakten
12 Pag. 84 Vorakten
13 Beschwerdeantwort S. 5 unter "Einordnung in das Stadtbild"
14 Vgl. dazu das Foto im Bauinventar sowie Abbildungen unter <www.maps.google.ch>

RA Nr. 110/2018/48 8

Der geplante Anbau stellt also weder aus Gründen der Einordnung ins Quartierbild noch 

aus ästhetischer Sicht eine bessere städtebauliche Lösung als die heutige Situation dar. 

f) Die Beschwerdegegner bejahen das Vorliegen einer besseren städtebaulichen 

Lösung zudem mit der Begründung, es werde mehr Wohnraum für Familien an gut 

erschlossener und zentraler Lage unter Berücksichtigung des Ortsbilds und 

denkmalpflegerischer Interessen geschaffen.15 Die Gemeinde führt im gleichen Sinne aus, 

bei einer Verdichtung auf einer unternutzten Parzelle liege auch schon dann eine bessere 

städtebauliche Lösung vor, wenn die Lösung keine Verschlechterung der Ästhetik mit sich 

bringe.16 

Verdichtetes Bauen stellt tatsächlich ein grosses öffentliches Interesse dar und wird beim 

Städtebau vermehrt angestrebt. Dieses aber als "bessere städtebauliche Lösung" im Sinne 

von Art. 57 Abs. 1 BO zu betrachten, würde Volumenerweiterungen in der Bauklasse E 

grundsätzlich zulassen, soweit ein Projekt die vorgesehene Ausnützungsziffer nicht 

überschreitet und ästhetischen Gesichtspunkten genügt. Sinn und Zweck der vorliegenden 

Zone ist jedoch die "Erhaltung der bestehenden Bebauungsstruktur", dafür steht die 

Abkürzung "Klasse E" (vgl. Art. 57 Abs. 1 BO). Dies kommt auch zum Ausdruck, indem die 

Be-stimmungen klar unterscheiden zwischen Neu- und Umbauten, die sich grundsätzlich 

an den Standort und die Volumetrie des bestehenden Baukörpers zu halten haben, und 

den minimal zulässigen Erweiterungen, die einzig unter dem Vorbehalt der 

Einordnungsvorschriften stehen. Dass in dieser Zone keine Weiterentwicklung durch 

Anbauten vorgesehen ist, zeigt sich auch darin, dass keine baupolizeilichen Masse 

definiert sind. Die Bestimmungen zur Bauklasse E können daher nicht im Sinne der 

Gemeinde ausgelegt werden: Das zusätzliche Kriterium der "städtebaulich besseren 

Lösung" bei Neu- und Umbauten würde faktisch seines Sinnes entleert, da eine 

Volumenerweiterung regelmässig dem verdichteten Bauen dient. Der geplante Anbau kann 

daher nicht mit der Begründung bewilligt werden, mit der Verdichtung werde das Kriterium 

der besseren städtebaulichen Lösung erfüllt. Wenn die Stadt Bern im Obstbergquartier 

eine Verdichtung anstrengen möchte, muss sie hierfür die Bauordnung entsprechend 

ändern. 

15 Beschwerdeantwort S. 5 f.
16 Stellungnahme der Stadt Bern vom 3. Mai 2018, S. 6

RA Nr. 110/2018/48 9

g) Die Beschwerdeführerin dringt daher mit ihrer Rüge durch. Der angefochtene 

Entscheid wird aufgehoben und der Bauabschlag erteilt. Damit erübrigt sich die Prüfung 

der Rüge, wonach sich das Projekt nicht genügend ins Stadtbild einordnet, und die 

gestellten Beweisanträge werden abgewiesen.

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4. Kosten

a) Bei diesem Ausgang des Verfahrens unterliegen die Beschwerdegegner. Sie haben 

die Verfahrenskosten zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden bestimmt auf eine 

Pauschalgebühr von Fr. 1'500.– (Art. 103 Abs. 2 VRPG i.V.m. Art. 19 Abs. 1 GebV17). Die 

Beschwerdegegner haften solidarisch für den gesamten Betrag.

Die Kosten des Bewilligungsverfahrens bleiben den Beschwerdegegnern als 

Baugesuchsteller auferlegt (Art. 52 Abs. 1 BewD). Für das Inkasso dieser Kosten ist die 

Gemeinde zuständig. Das Gebührenreglement der Stadt Bern18 sieht für den Bauabschlag 

eine Reduktion der Grundgebühr um 40 % vor (vgl. Ziff. 3.1.1 und 3.1.3. i.V. mit 3.1.3.3 

GebR). Die Grundgebühr von Fr. 6'264.50 wird daher um Fr. 2'505.80 auf Fr. 3'758.70 

gekürzt. Die für die Erteilung der Baubewilligung in Rechnung gestellte Gebühr von total Fr. 

8'224.70 wird deshalb auf Fr. 5'718.90 reduziert.

b) Die Beschwerdegegner haben zudem der Beschwerdeführerin die Parteikosten zu 

ersetzen (Art. 108 Abs. 3 VRPG). Die Kostennote des Anwaltes der Beschwerdeführerin 

gibt zu keinen Bemerkungen Anlass. Die Beschwerdegegner haben somit der 

Beschwerdeführerin die Parteikosten von Fr. 4'967.10 zu ersetzen. Die Beschwerdegegner 

haften solidarisch für den gesamten Betrag.

III. Entscheid

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Der Bauentscheid der Gemeinde Bern vom 

26. Februar 2018 wird aufgehoben. Dem Baugesuch vom 21. Dezember 2016 wird 

der Bauabschlag erteilt.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 1'500.– werden den Beschwerdegegnern zur 

Bezahlung auferlegt. Die Beschwerdegegner haften solidarisch für den gesamten 

17 Verordnung vom 22. Februar 1995 über die Gebühren der Kantonsverwaltung (Gebührenverordnung, GebV; 
BSG 154.21)
18 Gebührenreglement der Stadt Bern (GebR; SSSB 154.11)

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Betrag. Eine separate Zahlungseinladung folgt, sobald dieser Entscheid in 

Rechtskraft erwachsen ist.

Die reduzierten Kosten des erstinstanzlichen Baubewilligungsverfahrens von 

Fr. 5'718.90 werden den Beschwerdegegnern zur Bezahlung auferlegt. Die 

Beschwerdegegner haften solidarisch für den gesamten Betrag. Für das Inkasso 

dieser Kosten ist die Gemeinde zuständig.

3. Die Beschwerdegegner haben der Beschwerdeführerin die Parteikosten im Betrag 

von Fr. 4'967.10 (inkl. Mehrwertsteuer) zu ersetzen. Die Beschwerdegegner haften 

solidarisch für den gesamten Betrag.

IV. Eröffnung

- Herrn Rechtsanwalt B.________, eingeschrieben

- Frau Rechtsanwältin E.________, eingeschrieben

- Baubewilligungsbehörde der Stadt Bern, Bauinspektorat, eingeschrieben

Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion

Der Direktor

Christoph Neuhaus
Regierungspräsident