# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 058d1f46-bb7e-5e99-9cd6-9db04049932f
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-11-25
**Language:** de
**Title:** Anspruch auf Genium-Prothese zu Recht verneint. (BGE 8C_52/2016)
**Docket/Reference:** UV.2013.00106
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/UV.2013.00106.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
UV.2013.00106
IV. Kammer
Sozialversicherungsrichter Hurst, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Philipp
Sozialversicherungsrichter Vogel
Gerichtsschreiber Hübscher
Urteil
vom
25. November 2015
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwalt Jürg
Gasche
Bühler
Strassburgstrasse
10, 8004 Zürich
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt
Rechtsabteilung
Postfach 4358, 6002 Luzern
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
1.1
X.___
, geboren 1968,
ist gelernter Elektrozeichner. Er
arbeitet seit 1991 für die
Y.___
AG
und ist in dieser Eigenschaft bei der Schweizerischen
Unfallversiche
rungs
anstalt
SUVA gegen die Folgen von Unfällen versichert
. Seit 1996 leitet er die Starkst
ro
mabteilung
seiner Arbeitgeberin
(
Urk.
17/1
,
Urk.
17/208 S. 7
).
Am 2
6.
Juni 2001
stürzte der Versicherte bei
einer heftigen Streifkollision
zwischen dem von ihm
gelenkten Motorrad und einem entgegen
kommenden Personenwagen, welcher die Leitlinie überfahren hatte (
Urk.
17/1,
Urk.
17/3 S.
10).
Er erlitt ein Polytrauma, zu dessen Versorgung die
erstbe
han
delnden
Ärzte des
Z.___
auch
ein
e
Oberschenkel
a
m
putation
links durchführ
en mussten
(Urk.
17/4)
.
Nach der
Hospitalisation
im
Z.___
befand sich der Versicherte vom 1
2.
Juli bis 1
2.
September 2001 zur sta
tionären Reha
bili
t
ation in der
Klinik A.___
(
Urk.
17/14 S. 2).
Die SUVA
erbrachte Heilbehandlungs- und
Taggeld
leistungen
. Sie
erteilte
am 11.
Dezem
ber 2002 überdies
Kostengutsprache für eine
mechanische
Ober
schenkel
p
rothese
im Betrag von Fr. 11‘500.--
. Die Kostengutsprache für die Versorgung mit einer
elektronischen
C-Leg-Prothese lehnte sie jedoch ab
(Urk.
17/45
, vgl. Urk. 17/71
). In der Folge
finanzierte
die Haftpflichtver
siche
rung des
Personen
wagenlenkers
, die
damalige Schweize
rische National-
Ver
si
cherungs
-Ge
sellschaft AG,
eine
C-Leg-Prothese (
Urk.
17/3 S. 5,
Urk.
17/52 S.
2
,
Urk.
17/71
).
Mit Schreiben vom 2
8.
November 2003 lehnte die SUVA
sodann
die Kostengut
sprache für eine dritte Prothese als Ersatzprothese ab (
Urk.
17/78).
Sie
sprach
X.___
mit Verfügung vom
2.
April 2004
mit Wirkung ab 1. April 2004
eine Invali
denrente bei einem
In
validitäts
grad
von 50
% sowie eine
Integritätsentschädi
gung
bei einer Integritätseinbusse von 55
% zu (
Urk.
17/90).
Dagegen erhob der
Ver
sicherte
a
m
5.
Mai 2004
Ein
sprache
(
Urk.
17/97).
In der Folge zog d
ie
SUVA
ihren Rentenentscheid
in
Wiederer
wägung
und sprach
dem
Versicherten mit Verfügung vom 24. August 2004 rückwirkend per
1.
April 2004 eine Invali
denrente bei einem
Invaliditäts
grad
von 63 % zu (Urk. 17/103).
Die
Sozialversi
cherungsanstalt
des Kantons Zürich,
IV-Stelle
,
verfügte am 15. August 2007 rück
wirkend die Ausrichtung
einer gan
zen Rente mit Wirkung von
1.
Juni bis 3
0.
September 2002, einer halben Rente mit Wirkung von 1.
Oktober bis
3
1.
Dezember 2003 sowie einer
Drei
viertels
rente
mit Wirkung ab 1.
Januar 2004
(Urk. 17/132)
.
A
m 1
5.
Januar 2009 liess der Ver
sicherte der SUVA
ein Druckulcus am linken
Oberschenkel
stumpf
mit lokaler Infektion als
Rückfall melden (Urk.
17/162
)
.
Die Be
hand
lung war bereit
s
am 19.
November 2008 wieder abgeschlossen worden (Urk. 17/166).
Die SUVA erbrach
te die gesetz
lichen Leis
tungen.
1.2
Nach
dem Unfall
war der Versicherte
weiterhin
für seine bisherige Arbeitgeberin als Leiter der Starkstromabteilung tätig. Er arbeitet
e
dort in einem 75%-Pen
sum
(davon rund
60
%
im Büro sowie 4
0
%
im Aussendienst auf Baustellen)
im Bereich
Kundenbetreuung
(
Urk.
17/208 S.
2-
3, S. 7-8)
.
Mit Eingabe vom
2
2.
März
2011 gelangte die
B.___
AG an die SUVA
und ersuchte
um Kostengutsprache für
eine
Genium
-Prothese
für den Versicher
ten
(
Urk.
17/192).
Die SUVA veranlasste das ambulante Assessment für ein elektronisches
Prothe
senkniegelenk
in der
Klinik A.___
, welches
vom
26.
September 2011
bis
2
9.
Februar 2012 durchgeführt wurde (
Urk.
17/208).
Hernach lehnte sie das Gesuch um Kostengutsprache für eine
Genium
-Prothese mit Schreiben vom 30.
Mai 2012 ab (
Urk.
17/217).
Zur Begründung verwies sie auf ihr Schreiben an die
Herstellerin d
er
Genium
-Prothese
, die
Otto Bock Suisse
AG
,
vom 27. März 2012
, mit
welchem dieser mitgeteilt wurde
, dass
Kostengut
sprache
ge
suche
für
diese
Prothesen
wegen der fehlenden
Zweckmässigkeit und Wirt
schaft
lichkeit
konsequent abgelehnt würden (
Urk.
17/216).
Nach einer Bespre
chung mit der SUVA am 1
7.
Oktober 2012 liess der
Versicherte
um eine erneute Abklärung ersuchen (
Urk.
17/230).
Darauf lehnte die SUVA m
it
Verfügung vom 29. November 2012
die Versorgung
des Versicherten
mit einem
Genium
-Knie
gelenk ab, da dieses die Kriterien der ein
fachen und zweckmässigen Aus
führung nicht erfülle; eine C-Leg-Prothese sei hingegen angezeigt, weshalb höchstens die Kosten für ein
C-Leg-Versorgungs
set
im Umfang von maximal Fr. 40'000.-- übernommen werden könnten (Urk. 17/231).
Die gegen diese Ver
fügung ge
richtete Einsprache des Versicherten vom 21. Dezember 2012 (Urk. 17/233) wies die SUVA mit Entsche
id vom 13. März 2013 ab (Urk. 2).
2.
Mit Eingabe vom 29. April 2013 liess
X.___
gegen diesen
Einsprache
entscheid
Beschwerde führen (Urk. 1). Neben dem materiellen Antrag, der an
gefochtene Entscheid sei aufzuheben und es sei ihm das Hilfsmittel "
Genium
®" zuzusprechen, eventualiter sei die Sache zu weiteren Abklärungen an die Ver
waltung zurückzuweisen, beantragte der Beschwerdeführer die Durchführung einer öffentlichen Verhandlung (Urk. 1 S. 2). Am 2. Mai 2013 reichte der Be
schwerdeführer eine Ergänzung der Beschwerdebegründung ein (Urk. 5). Mit Eingabe
vom 6. Mai 2013 (Urk. 7) liess
er sodann einen Datenträger
mit
Video
aufnahmen
der Ganganalyse beim Assessment in der
Klinik A.___
(
Urk.
8)
auflegen. Mit einer weiteren Eingabe vom 6. Juni 2013 (Urk. 12) reichte
er
eine Kopie seines Schreibens vom 5. Juni 2013 an die Beschwerdegegnerin (Urk. 13) ein.
Die
Beschwerdegegnerin
beantragte mit Beschwerdeantwort vom 8. Juli 2013 Ab
weisung der Beschwerde (Urk. 15) und legte die Verfahrensakten (Urk. 17/1-248) sowie weitere Unterlagen (Urk. 16/1-5) auf.
Mit Verfügung vom 1
2.
Juli 2013 wurden dem Beschwerdeführer die
Beschwer
deantwort
vom 8. Juli 2013 (Urk. 15)
sowie die we
iteren Unterlagen
zur Kennt
nis
nahme zugestellt
(
Urk. 18
)
.
Die Beschwerdegegnerin reicht
e mit Eingabe vom 2
0.
März 2014
ein
e
Kopie des Urteils des Kantonsgerichts Genf, Sozialversicherungsrechtliche Kammer
, vom 2
6.
Februar 2014, m
it welchem
dieses Gericht
die
Genium
-Prothese
als
nicht
einfaches und zweckmässiges Hilfsmittel
qualifizier
t
e,
ein
(
Urk.
20,
Urk.
21)
.
Hierzu nahm der Beschwerdeführer am
5.
Mai 2014 Stellung (
Urk.
24), was der Beschwerdegegnerin mit Mitteilung vom
7.
Mai 2014 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
25).
Mit Urteil 8C_279/2014 vom 1
0.
Juli 2015 bestätigte das Bun
des
gericht das Urteil des Kantonsgerichts Genf vom 2
6.
Februar 2014.
Am 1
0.
November 2015 wurde eine öffentliche Verh
andlung durchgeführt anläss
lich derer die Parteien an ihren Anträgen
festhielten.
Der Beschwerde
füh
rer reichte
einen Auszug aus seiner Arbeitsagenda (
Urk.
30)
ein
. D
ie
Be
schwer
degegnerin
erhielt
am selben Tag eine Kopie dieser Eingabe
(Protokoll, S.
4-5)
.
3
.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss
Art.
11
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG)
hat
der Versicherte
Anspruch auf die Hilfsmittel, die körperliche Schädigungen oder Funktionsausfälle ausgleichen
; d
er Bundes
rat erstellt die Liste dieser Hilfsmittel. Die Hilfsmittel müssen einfach und zweck
mässig sein
(
Art.
11
Abs.
2 Satz 1 UVG)
. In
Art.
19 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) hat der Bundesrat die Kompetenz
, die Liste der Hilfsmittel aufzustellen und Bestimmungen über deren Abgabe zu erlassen,
an das Eidgenössische Departe
ment des Innern
(EDI)
delegiert, das seinerseits die Veror
d
nung über die Abgabe von Hilfsmitteln durch die Un
fallversicherung (HVUV) mit
der Liste der Hilfsmittel im Anhang
erlassen hat.
Gemäss
Art.
1
Abs.
1 HVUV hat der Versicherte Anspruch auf die in der Liste im Anhang auf
geführten Hilfsmittel,
soweit diese durch Unfall oder Berufskrankheiten bedingte körperliche Schädigungen oder Funktionsausfälle ausgleichen. Der Anspruch erstreckt sich auf die notwendigen und dem Gesundheitsschaden angepassten Hilfsmittel in einfacher und zweckmässiger Ausführung, das erfor
der
liche Zubehör und die Anpassungen, die wegen des Gesundheitsschadens nötig sind. Ausstattung und Anzahl der Hilfs
mittel müs
sen den Anforderungen des privaten sowie dies beruflichen Lebens entsprechen (
Art.
1
Abs.
2 HVUV). Unter dem Titel „Prothesen“ sind
in der
Liste der Hilf
s
mittel
im Anhang zur HVUV namentlich funktionelle Fuss- und Beinprothesen aufgeführt
(
Ziff.
1.01)
.
1.2
1.2.1
Die Kriterien der Einfachheit und Zweckmässigkeit (Art. 11 Abs. 2 UVG, Art. 1 Abs. 2 HVUV), die das Verhältnismässigkeitsprinzip konkretisieren, setzen zum einen voraus, dass die fragliche Leistung geeignet ist, den gesetzlichen Zweck zu erreichen und dass diese dazu notwendig und erforderlich erscheint. Zum anderen verlangen sie, dass zwischen den Kosten des Hilfsmittels und seinem Nutzen ein vernünftiges Verhältnis besteht, wobei sämtliche tatsächlichen und rechtlichen Umstände des Einzelfalles zu berücksichtigen sind (BGE 141 V 30 E. 3.2.1; Urteil des Bundesgerichts 8C_279/2014 vom 10. Juli 2015 E. 7.1, je mit Hinweisen).
1.
2
.2
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts
ist die Hilfsmittelversorgung mit
einem C-Leg-Kniegelenk
system zu Lasten der
Eidg
.
Invalidenversiche
rung
auf Fälle eines besonders gesteigerten Ein
g
liederungsbedürfnisses
, wie spezielle be
rufliche Anforderungen an die Gehfähigkeit und Herabsetzung des Sturzrisikos,
zu beschränken
(BGE 132 V 215 E. 4.3.3-4.3.4).
Ferner besteht gegenüber dem Unfallversicherer
Anspruch auf ein C-Leg
, wenn eine mechanische Prothese im
konkreten Fall
ungeeignet, ja sogar kontraindiziert ist
(BGE 141 V 30 E. 3.2, wobei aus
diesem Grund und wegen mehrfachen Beeinträchtigungen
der ver
si
cherten Person
nicht
entscheidwesentlich
war
, dass die C-Leg-Prothese
dieser
nicht erlaub
te
, eine nennens
werte Erwerbstätigkeit aufzunehmen
)
.
1.2.3
Im Verfahren 8C_279/2014 hatte sich das Bundesgericht mit der Frage zu befas
sen, ob und allenfalls unter welchen Voraussetzungen ein Versicherter An
spruch auf eine Versorgung mit einer
Genium
-Prothese hat. In seinem dazu er
gangenen Urteil vom 10. Juli 2015 erwog es zunächst, die heutige Situation könne nicht mit derjenigen verglichen werden, als das vormalige Eidgenössi
sche Versicherungsgericht im Jahr 2006 die Verhältnismässigkeit einer Versor
gung mit einer C-Leg-Prothese trotz der massiv höheren Kosten gegenüber einer solchen mit einer hydraulischen Standardprothese anerkannt hatte (vgl. BGE 132 V 215). Damals habe das Gericht im Ergebnis die neue Technologie als
einfach, zweckmässig und notwendig betrachtet, weil die bis dahin von der Versicherung übernommenen Standardprothesen dem betroffenen Versicherten nicht erlaubt hätten, einer beruflichen Tätigkeit ohne gesundheitliche Gefähr
dung nachzugehen. Auch heute noch könne eine C-Leg-Prothese nur dann auf Kosten der Invalidenversicherung beansprucht werden, wenn ein besonders ge
steigertes berufliches Eingliederungsbedürfnis bestehe. Auf dem Gebiet der Un
fallversicherung habe das Bundesgericht kürzlich entschieden, dass die Kriterien der Einfachheit und Zweckmässigkeit für die Versorgung mit einer C-Leg-Pro
these auch bei einem aufgrund der Unfallfolgen erwerbsunfähigen Versicherten erfüllt sein könnten, falls eine konventionelle Prothese aus gesundheitlichen Gründen kontraindiziert sei (vgl. BGE 141 V 30). Im Urteil 8C_279/2014 vom 10. Juli 2015 wurde weiter erwogen, die genannten Entscheide zeigten, dass das Gericht bei der Beurteilung des Verhältnisses zwischen Kosten und Nutzen des Hilfsmittels entscheidend darauf abgestellt habe, dass die neue Technologie nicht nur notwendig, sondern geradezu unerlässlich zur Erreichung des ange
strebten gesetzlichen Ziels gewesen war. Im vorliegenden Fall könnten die Funktionsausfälle unbestrittenermassen sowohl mit einer C-Leg-Prothese als auch mit einer
Genium
-Prothese kompensiert werden, auch wenn dies mit der einen Prothese besser gelinge als mit der anderen. Anzufügen sei, dass mit dem Übergang von mechanisch zu elektronisch gesteuerten Prothesen im Jahr 2006 ein wichtiger technischer Fortschritt zu beurteilen gewesen sei. Heute könne noch nicht davon gesprochen werden, dass die im C-Leg eingesetzte Technolo
gie von der im
Genium
verwendeten überholt worden sei. Seit ihrer
Marktein
führung
im Jahr 1997 sei die C-Leg-Prothese konstant verbessert worden und werde vom Hersteller immer noch als fortschrittliches Erzeugnis mit zuverlässi
ger Leistung angepriesen. Gleiches könne von der
Genium
-Prothese mangels hinreichender Erhebungen noch nicht gesagt werden. Die im
Genium
verwen
dete Technologie sei sehr neu; zur Zeit existiere noch keine systematische Stu
die, welche belege, dass die versprochenen Funktionen dauerhaft und gleich
mässig erreicht würden. Daher rechtfertige sich eine gewisse Zurückhaltung, be
vor diese teurere Technologie zu Lasten der Sozialversicherer übernommen werde (E. 7.4).
2.
2.1
Mit angefochtenem
Einspracheentscheid
vom 1
3.
März 2013 erwog die
Be
schwer
degegnerin
,
dass der Beschwerdeführer aufgrund der Versor
gung mit einer C-Leg-Prothese bis heute ein sehr gutes Aktivitätsniveau habe erreichen
können. Mit dieser C-Leg-Versorgung sei es
ihm
möglich, seine anspruchsvolle Arbeit als Bereichsleiter Starkstrom bei
seiner Arbeitgeberin
zu 75 % auszu
üben. Auch nach zweimonatigem Tragen eines
Genium
-Prothesenkniegelenks sei er in seiner angestammten Tätigkeit weiterhin zu 75
%
arbeits
fähig und eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit sei nicht geplant. Vor diesem Hintergrund sei die Versorgung mit einem
Genium
-Prothesenkniegelenk weder geeignet noch notwendig, die Erwerbsfähigkeit des Beschwerdeführers wieder herzustellen oder zu verbessern
(
Urk.
2 S. 7)
.
Da der Beschwerdeführer während der zwei
mo
natigen Tragdauer mit dem
Genium
-Kniegelenk offenbar gut zurecht gekom
men sei, könne die persönliche Angemessenheit als gegeben betrachtet werden. Hin
gegen sei das Kriterium der sachlichen Angemessenheit zu ver
neinen, weil
er bereits mit der C-Leg-Prothese imstande sei, seine Tätigkeit bei
seiner Arbeit
ge
berin
auszuüben.
E
s
sei
ih
m mithin nicht erst mit einer
Genium
-Prothese
mög
lich, aufs Neue in einen Beruf einzusteigen oder in einer neuen Funktion besser zu arbeiten (
Urk.
2 S. 8).
Ferner stünden die fast doppelt so hohen Kosten einer
Genium
-Prothesen-Versorgung in keinem vernünftigen Ver
hältnis zu de
ren voraussichtlichen Erfolg, womit
auch das Kriterium der finanziellen Ange
mes
senheit zu verneinen
sei (Urk. 2 S. 8-9)
.
Bei diesem Ergebnis sei das Kriterium der zeitlichen Angemessenheit nicht
weiter zu prüfen (Urk. 2 S. 9).
Ein Anspruch auf eine
Genium
-Prothese bestehe mithin nicht.
Bei der Hauptver
handlung vom
1
0.
November 2015
brachte die
Beschwerde
geg
nerin
ferner
vor,
es sei nicht erstellt, dass die konkrete Unfallgefahr mit einem
Genium
-Kniege
lenk wesentlich kleiner wäre, als mit einem C-Leg-Knie
gelenk (Protokoll, S. 4). Im
neusten Bundesgerichts
urteil
8C_279/2014 vom 10.
Juli 2015 sei klargestellt worden, dass die Technologie, die in diesem
Genium
-Kniegelenk verwendet werde, noch neuartig und zu wenig erprobt sei, weshalb zur Stunde eine gewisse Zurückhaltung angebracht sei, der Sozialver
sicherung diese hohen Kosten aufzubürden (Protokoll, S. 5).
2.2
Der Beschwerdeführer lässt demgegenüber im Wesentlichen vorbringen, dass
die Beschwerdegegnerin Kosten und Nutzen des beantragten Hilfsmittels zu Unrecht nicht einzelfallbezogen untersucht habe (
Urk.
1 S. 6, 18
,
Urk.
29 S. 8
, 11
). Deren Abklärung sei unsorgfältig und unkorrekt gewesen (
Urk.
1 S. 19).
Die
Be
schwer
de
gegnerin
habe sich mit den vom Beschwerdeführer eingereichten Unterlagen zur
Genium
-Knieprothese nicht auseinandergesetzt
und die Wirt
schaftlichkeit einer zeit
ge
mässen Hilfsmittelversorgung nicht umfassend geprüft (
Urk.
5
S.
2
4
).
Insbeson
dere auf das Kosten-Nutzen-Verhältnis zwischen der Versor
gung mit einem
Ge
nium-Kniegelenk
und den davon zu erwartenden positiven Wirkungen auf die Eingliederung des Beschwerdeführers bis zum Ende seiner Berufs
tätigkeit
sei nicht eingegangen worden
(
Urk.
1 S. 6).
E
ine Versor
gung mit
Hilfsmitteln
müsse
dazu dienen, eine optimale Integration des Beschwerde
füh
rers ins Erwerbsleben und auch für die Zukunft den optimalen Erhalt seiner Arbeits
fähigkeit zu garantieren. Die Notwendigkeit der optimalen Versorgung im Hin
blick auf eine möglichst hohe und lange dauernde Einglie
derung des Beschwer
deführers sei gegeben (
Urk.
1 S. 15). Mit der Abgabe des
Genium
-Kniegelenks werde der Beschwerdeführer in die Lage versetzt, seine
gehinten
sive
berufliche Tätigkeit in bis anhin (mit dem C-Leg) gewohnte
r
Weise auch dann weiter ausz
u
üben, wenn er mit
zunehmendem Alter
weniger leis
tungsfä
hig sein werde
(Urk. 1 S. 16)
.
Bei der Beurteilung der prothetischen Versorgung gehe es darum, diese optimale Eingliederung bis
zu
seiner Pensio
nie
rung zu erhalten (
Urk.
29 S. 2
, 11
).
Der Beschwerdeführer
sei oft auf Bau
stellen unter
wegs (Urk.
29 S. 1). Die zusätzliche Sicherheit, welche die
Genium
-Prothese biete, sei auf jeder Baustelle ein entscheidender Faktor der
Unfall
prävention
(
Urk.
29 S. 3
, S. 12-13
). All seinen beruflichen Anforderungen
könne
der Beschwerdeführer mit keiner anderen Prothese so gut gerecht werden, wie mit dem
Genium
-Kniegelenk (
Urk.
29 S. 4).
Es liege ein gesteigertes
Eingliede
rungs
bedürfnis
vor
(Urk. 1 S. 16,
Urk.
29 S. 10)
. Mit dieser
Eingliederungs
wirk
samkeit
einer
G
enium
-Versorgung sei die s
achliche Ange
messenheit gege
ben
. Bezüglich der finanziellen Angemessen
heit sei durchaus auch relevant, ob das eingesetzte Hilfsmittel eine möglichst natürliche und damit den übrigen Bewe
gungsapparat schonende
Gehweise
er
mögliche. Diesbe
züglich sei
die
Genium
-Prothese
de
r
C
Leg
-Prothese
klar überlegen
(
Urk.
1 S.
16
,
Urk.
29 S. 10
).
3.
Dem Bericht der
Klinik A.___
zum ambulanten
Assess
ment für ein elek
tronisches Prothesenkniegelenk vom 2
2.
März 2012 ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer –
mit der C-
Leg-Prothese – mit der Zeit ein sehr gutes
Akti
vitätsniveau
mit einer Mobilitätsklasse „
Mobis
3 (uneingeschränkter
Aus
sen
be
reichsgeher
)“ habe erreichen können. Er sei als Bereichsleiter Starkstrom sowohl im Innendienst als auch im Aussendienst, auf Baustellen und zur
Ange
botser
stellung
bei Kunden tätig. Der Arbeitsalltag gestalte sich in ständigem Wechsel zwischen sitzender, stehender und gehender Tätigkeit. Das Verhältnis Innen- zu Aussendienst betrage ca. 60
%
zu 40
%
.
Der Beschwerde
führer führe eine Gruppe von acht Mitarbeitern. Ihm würden die Kundenbetreuung sowie das
Offer
t
wesen
und die Kontrolle der Arbeiten obliegen. Die Arbeitsräume im Innendienst würden sich auf zwei Stockwerke mit Lift verteilen. Das Magazin befinde sich jedoch im Keller mit schlechter Beleuchtung und einem nicht der Behinderung angepasstem Zugang. Es könne nur von aussen betreten werden und im Winter bestehe nur ein eingeschränkter Winterdienst (
Urk.
17/208 S. 2). Bei der Arbeit müssten auch beim Treppengehen Arbeitsmittel wie
Computer
werkzeuge
und Messgeräte getragen werden, so dass
sich der Beschwerdeführer nicht mit den Händen am Treppengeländer halten könne. Es sei ferner er
for
der
lich, während der Arbeit auf den Baustellen auch in Zwangshaltungen zu arbeiten. Er müsse auf Leitern steigen, Kabellängen messen und Möbel ver
schieben können. Hinzu kämen Arbeiten an Starkstromverteilerkästen unter hoher Konzentration. Bei der Kundenbetreuung sei es auch notwendig, sicher gehen und gleichzeitig mit dem Kunden sprechen
zu können (
Urk.
17/208 S. 3).
Ohne Versorgung mit einer C-Leg-Prothese wäre die Arbeitsleistung des Be
schwer
deführers deutlich geringer als die derzeitige Leistung von 75
%
. Als Hauptziel könne formuliert werden, dass der Beschwerdeführer das
Arbeitspen
sum
von 75
%
weiterhin erfüllen könne
und ihm auch die Beaufsichtigung der Kinder, wenn diese zu Besuch seien, möglich sei. Um in Zukunft dieses
Arbeits
pensum
aufrechterhalten zu können, unter Berücksichtigung der steigenden An
forderungen an das Arbeitsleben in Zukunft sowie
unter Berücksichtigung, dass der Beschwerdeführer mit zunehmendem Lebensalter weniger leistungsfähig sein werde, sei eine optimale Hilfsmittelversorgung, wie sie das
Genium-Pro
the
senkniegelenk
darstelle, zu empfehlen. Der Beschwerdeführer sei auf unebenem Gelände sowie auf der Rampe
mit dem
Genium
-Kniegelenk deut
lich schneller und sicherer unterwegs. Die Rückenschmerzen, über die der Be
schwer
deführer vor Einsatz des
Genium
-Kniegelenks geklagt habe, seien völlig ver
schwunden. Aufgrund dieser Lebens- und Arbeitsumstände –
es sei noch einmal auf
die Arbeit mit
Starkstrom
anlagen
und deren Gefahrenpotential
hinzuweisen
– und auch der medizinischen Aspekte wie Sturzgefahr beim Gehen, werde die Versor
gung mit einem
Ge
nium
-Prothesengelenk empfohlen
(Urk. 17/208 S. 3)
.
4.
4.1
Das System C-Leg ist ein hydraulisches
Kniegelenk, das durch einen Mi
kr
opro
zessor gesteuert wird. Es ermöglicht eine elektronische Regulierung der
Stand
phase
und der Schwungphase und passt sich der Schrittlänge des Pa
tienten an. Ein System von Sensoren ermöglicht
, in jeder Phase des Gehens Daten zu erfassen und die hydraulische Dämpfung zu steuern. Die Person, welche die Prothese trägt, kann sich sicher bewegen und die
Gehgeschwindig
keit
ändern, sowohl auf unebenem Gelände als auch beim Treppen-Steigen oder
-
Hinunter
gehen. Die Dämpfung der Hydraulik gewährleistet die Sicherheit i
n der
Stand
phase
, wird dann bei
Vorfuss
last
deaktiviert, um die Schwungphase mit gerin
gem Energieaufwand einleiten zu können. Die medizinische Indikation für eine C-Leg-Ausstattung beschränkt sich grunds
ätzlich auf einseitig
Oberschen
kelam
putierte
mit uneingeschränkter Mobilität im Aussenbereich (vgl. BGE 141 V 30 E. 3.2.2 mit Hinweisen).
Das
Genium
ist
die
neu
e Generation von elektronischen Beinprothesensystemen, bei dessen Entwicklung die Bedürfnisse der Prothesenträger und die
Rückmel
dungen
von Technikern während 14 Jahren Erfahrung mit dem C-Leg eine grosse Rolle gespielt haben. Das
Genium
ist wie das C-Leg ein elektronisches, hydraulisches, monoaxiales Kniegelenk. Die Steuerung des
Genium
erfolgt ähn
lich wie beim C-Leg über Sensoren und eine mikroprozessorgeregelte, passive Hydraulik, die das System in Echtzeit und dynamisch an die Gegebenheiten an
passt. Im Gegensatz zum C-Leg werden jedoch beim
Genium
statt drei
Senso
ren
signalen
neun
Sensorensignale
zur Steuerung herangezogen. Auch die Leis
tungsfähigkeit des Prozessors wurde deutlich erhöht, um komplexere
Situa
tion
s
erkennungsalgor
ithmen
umsetzen zu können. Dies bildet die Basis, um mit diesem System auch ohne aktiven Antrieb der natürlichen Körper
funktion der verlorenen Gliedmasse deutlich näher zu kommen (
Ph
.
Kampas
/M.
Seyr
, Tech
no
logie und Funktionsweise des
Genium
-Prothesenkniegelenks, in: Ortho
pädie Technik 1
/12
, Verlag Orthopädie-Technik, Dortmund, S. 2 [vgl.
Urk.
3/17]).
Die
Genium
-Pro
these
stellt ohne Zweifel eine technische Weiterentwicklung
dar
und bietet aufgrund dessen gegenüber dem C-Leg den höheren Komfort. Dies
bezüg
lich ist etwa dem von Mitarbeitern der Forschungsabteilung der Otto Bock
Health
Care
verfassten Arti
kel „Zur Biomechanik des
mikroprozessorge
steuer
tem
Prothesen
kniegelenks
Genium
“ (Ortho
pä
die Technik 1/12, Verlag Ortho
pädie-Technik, Dortmund [Urk. 3/18]) zu entnehmen, dass die
Genium
-Pro
these insbe
son
dere beim Stehen, Sitzen und Gehen sowie beim Treppenstei
gen Vorteile biete (Urk. 3/18 S. 6 ff.). Gemäss der Broschüre der Otto Bock Suisse AG „
Ge
nium
im Vergleich zu C-Leg® und traditionellen
Kniegelenksyste
men
–
Argu
men
tationshilfen“ ist bei der
Genium
-Prothese beim Aufstehen die Sturz- und
Strau
chelgefahr
bedeutend geringer, als bei anderen Gelenksystemen (Urk. 3/19 S. 2). Es ist aber ebenfalls darauf hinzuweisen, dass auch die C-Leg-Prothese seit 1997 konstant technisch weiterentwickelt worden ist, und vom Hersteller
als
fortschrittliches Erzeugnis mit zuverlässiger Leistung
ange
priesen wird (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_279/2014 vom 10. Juli 2015 E. 7.4).
4.2
Das
Genium
ist mit höheren Kosten verbunden. G
emäss de
r
Berechnung
der Abteilung
Medizinaltarife
der Besc
hwerdegegnerin
belaufen
sich die
Gesamt
kos
ten
für
ein
e
C-Leg
-Versorgung
auf
Fr.
43‘458.75 (inkl. MWST). Die
Gesamt
kosten
für ein
e
Genium
-Versorgung
werden demgegenüber
mit
Fr.
67‘840.06 (inkl. MWST) beziffert (
Urk.
16/5).
In derselben Grössenord
nung bewegen sich die vom Beschwerdeführer bei der
B.___
AG eingeholten Kostenvoran
schläge
vom 2
6.
April 2013, gemäss welchen – jeweils mit 3 Jahren Garantie und 24 Monaten Service – ein
e
C-Leg
-Versorgung
insge
samt
Fr.
39‘334.45 inklusive Mehr
wertsteuer (
Urk.
3/14a) und ein
e
Genium
-Versor
gung
insgesamt
Fr.
60‘643.40 inklusive Mehrwertsteuer (
Urk.
3/14b)
kosten würde
.
Da die Mehrkosten in der Grössenordnung von Fr. 20'000.-- vom Beschwerdeführer nicht in Frage gestellt werden, ist den auf die Ermittlung der Kosten der Prothesenversorgung abzielenden Beweisanträgen nicht stattzuge
ben, nament
lich erübrigt sich die Einholung einer Stellungnahme der
Medizinialtarif
-Kommission.
Der Beschwerdeführer macht gel
tend, dass
die
Beschwer
de
gegnerin
durch
den Verzicht auf Serviceleistungen bei
seinem C-Leg in den Jahren 2011 bis 2012 bereits erheb
liche Kosten ein
gespart habe, was bei der Vergleichsrechnung zwischen C-Leg und
Genium
zu berück
sichtigen sei
(
Urk.
1 S. 11
,
Urk.
29 S. 8
)
.
D
er Verzicht auf den Service
ist
aber in Erwartung der
Zusprache
einer neuen Prothese nach Ablauf der Lebenszeit der bisherigen Prothese erfolgt (
Urk.
1 S. 11). Zudem verm
ag dieser Umstand
an der
für die
Anspruchsb
eurteilung ausschlaggebenden
Tatsache, dass es sich beim
Genium
um d
as teurere Hilfsmittel handelt,
nichts zu ändern.
4.3
Beim Assessment in der
Klinik A.___
vom 26. September 2011 bis 29. Fe
bruar 2012 wurde die Versorgung des Beschwerdeführers mit einem C-Leg oder einem
Genium
abgeklärt.
D
em Bericht
der
Klinik A.___
vom 2
2.
März 2012 ist
zu entnehmen, dass
das C-Leg
im Falle des Beschwerdeführers
geeignet
erscheint,
um das gesetzliche
Eingliederungsz
iel (
Art.
11 UVG; E. 1.
1
vorstehend) zu erreichen. Die Ver
sorgung mit der elektronischen Prothese C-Leg ist
gemäss diesem Bericht
not
wendig, damit der Beschwerdeführer seine Arbeitsleistung von 75
%
erreichen und halten kann (
Urk.
17/208 S. 3). Die
Versorgung
mit einem C-Leg wird von der
Beschwerde
gegnerin
auch nicht in Frage gestellt
(vgl. Urk. 17/231)
.
Darüber
hinaus wird von der
Klinik A.___
aber die Versorgung mit einem
Genium
empfohlen
(Urk. 17/208 S. 3).
Die Beurteilung der in der
Klinik A.___
tätigen Ärzte wird von den Parteien nicht in Frage gestellt. Entsprechend besteht kein Anlass, diesbezüglich weitere Beweise abzunehmen, namentlich ist nicht
zu sehen, weshalb einer der Experten
zu den im Rahmen der Ganganalyse getätigte
n
Bildaufnahmen zu befragen wäre.
Wie fest
gehalten (E. 1.
2
.3) ist hinsichtlich der Frage der Kostenübernahme durch den Unfallversicherer für eine zwar neuere, aber auch teurere Technologie ent
scheidend, dass die Ver
sorgung mit einer technisch neueren Prothese auf
grund eines be
sonders ge
steigerten Eingliederungsbedürfnisses indiziert ist. I
m Fall des Beschwerde
führers
ist
zu berück
sichtigen, dass er
seit 1991 und bis auf weiteres bei seine
r
derzeitigen Arbeitgeber
in
tätig
ist
(Urk. 17/208 S.
7). Seine bisherigen Arbeitstätigkeiten verrichtete er
seit dem Jahre 2003
mit
Hilfe
der C-
Leg-Pro
these
(Urk.
1 S. 5)
. Dies galt sowohl für
seine
Tätigkeit im Büro (ca. 60
%
des
Arbeits
pensums
des Beschwerdeführers) wie auch für die Arbeit im Aussen
dienst auf Baustellen (ca. 40
%
des
Arbeits
pensums
des Beschwerde
führers).
Die Vorteile, welche das
Genium
bietet, würden sich
insbesondere
bei
der
Arbeit des Beschwerde
führers auf den Bau
stellen zeigen
, denn beim Assessment in der
Klinik A.___
wurde festgestellt, dass der Be
schwerdeführer auf unebenem Gelände sowie auf der Rampe mit dem
Genium
deutlich schneller und sicherer gehen k
a
nn (Urk. 17/208 S. 3).
Somit
könnte er sich
mit dem
Genium
nament
lich bei
der
Begehung der Bau
stellen, um
beispielsweise
Vermessungen vor
zuneh
men oder sich mit den Kunden zu besprechen, schneller und sicherer fortbewegen. Zu berücksichtigen ist indes, dass der Beschwerdeführer
diese Tätigkeit
en
bereits mit dem C-Leg zu
frieden
stel
lend ver
richten kann.
Dem Bericht der
Klinik A.___
vom 22. März 2012 kann entnommen werden, dass d
iese Prothese den Anforderungen an die
Geh
fähigkeit
im Beruf des Beschwer
deführers
genügt
.
Von
einem
konkreten aktuellen
Sturzrisiko mit dem C-Leg, welches mit dem
Genium
wesentlich
ver
ringert oder gar vermieden wer
den könnte, wurde nicht be
richtet. Im Aussen
dienst betreut der Beschwerde
führer Altbauten und nur wenig Neubauten. Rohbauten be
sichtigt er, wenn bereits ein Treppenhaus einge
baut ist. Das Besteigen von Gerüsten ist dem Beschwerde
führer nicht
mög
lich (Urk.
17/208 S. 7). Auch mit dem
Genium
ist nicht mit einer Erweiterung der
Einsatz
möglich
k
eiten
des Beschwerdeführers zu r
echnen.
Im Winter
, wenn die Baustellen eingeschränkt begehbar sind,
kann der Be
schwerdeführer
bereits heute
seine Arbeiten im Aussendienst
a
n seinen Assistenten delegieren (Urk.
17/208 S. 2, S. 8).
Es ist weiter
festzuhalten, dass e
ine Steigerung der bisherigen Arbeitsleistung von 75
%
seitens des Beschwer
deführers
nicht vor
gesehen
ist
(
Urk.
17/208 S. 8).
Der Haushalt
konnte
vom
Beschwerdeführer
mit dem C-Leg
bis anhin selbständig besorgt
werden
(
Urk.
17/208 S. 2).
Er
be
richtet
e jedoch
, dass er in seiner Freizeit beim Besuch von Veranstaltungen mit grös
serem Publikum
sandrang die
Schritt
frequenz
ohne
Genium
-Prothese nicht halten könne. Mit dem C-Leg
sei es
in der Vergangen
heit zu
bis
zu rund zwei
Stürzen
pro Jahr
gekommen (Urk.
17/208 S. 3).
Ange
sichts der
Tatsache, dass der Be
schwerde
führer seine übrigen Tätigkeiten in Beruf, Haushalt und Freizeit mit dem C-Leg ohne
Sturz
risiko
verrichten kann, kann
hier
aber noch nicht von einem gesteigerten
Ein
gliederungsbedürfnis
gesprochen werden.
Auch die Annahme, dass der Be
schwerdeführer mit zu
neh
mendem Lebensalter weniger leistungs
fähig sein wird, bedeutet – ent
gegen der Ansicht des Be
schwerdeführers (
Urk.
1 S. 16)
–
noch kein ge
steigertes
Eingliede
rungsbe
dürfnis
.
Schliesslich bringt der Beschwerdeführer vor, beim – eingangs zitierten – Urteil des Bundesge
richts 8C_279/2014 vom 10. Juli 2015 sei es um
die
Genium
-Knie
gelenks-Ver
sorgung eines Lehrers gegangen. Im Gegensatz dazu sei er selbst häufig auf Baustellen unterwegs (
Urk.
29 S. 14, 17).
Gemäss
den Erwägungen des
Bundesgerichts
musste
der
betroffene
Lehrer
im Klassen
zimmer
seine Position
häufig
zwischen Sitzen und Stehen wechseln. Zudem war seine Wohnung im dritten Stock nur über eine Wendeltreppe erreichbar. Das Bunde
s
gericht
erkannte,
das
s das
C-Leg
diese Bedürfnisse
ausreichend abdecke
.
D
er Beschwerdeführer
muss bei seiner Tätigkeit zwischen Sitzen und Stehen wechseln, Trep
pensteigen und um Gegenstände herumgehen können.
Dass bei
seiner
Tätigkeit (ca. 60
%
im Büro / ca. 40
%
auf der Baustelle) mehr
Posi
tionswechsel
notwen
dig
sei
n
sollten
, ist nicht ersichtlich, weshalb das Urteil des Bundesgerichts 8C_279/2014 vom 10. Juli 2015
ohne weiteres
auf den vorliegenden Fall über
tragen werden kann.
Aus dem anlässlich der Hauptver
handlung aufgelegten Auszug aus der Arbeitsagenda des Beschwerdeführers geht hervor, dass die Annahmen der
Klinik A.___
über den prozentualen Anteil von
Baustel
lenbegehungen
in etwa zutreffen (Urk. 30); entsprechend ist nicht ersichtlich, inwiefern von einer diesbezüglichen Befragung des Be
schwerdeführers weitere Aufschlüsse gewonnen werden könnten, zumal die beruflichen Anforderung
en bereits im Rahmen des Assess
ments von sachkun
digen Experten erhoben wor
den sind.
Es kommt hinzu, dass selbst die Versor
gung mit einem C-Leg beson
deren Verhältnissen – wie namentlich bei einem höheren Eingliederungsbedarf in beruflicher Hinsicht
–
vorbehalten ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_279/2014 vom 10. Juli 2015 E. 7.4).
B
eim Tragen der C-Leg-Prothese
leid
e
t
der Beschwerdeführer
gelegentlich
an
Rücken
schmerzen (
Urk.
17/208 S. 3
), welche mit dem
Genium
völlig ver
schwunden seien (
Urk.
17/208 S. 3).
Dass aus medizinischer Sicht
die
V
e
rsor
gung mit dem
Genium
unerlässlich
sei
oder gar eine Kontraindikation für eine C-Leg-Prothese bestehen würde
, wird von der
Klinik A.___
indes
nicht
festgehalten.
Entsprechend ist nicht erstellt, dass die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers nur durch eine Versorgung mit einer
Genium
-Prothese während seiner verbleibenden Aktivitätsdauer erhalten werden könnte. Diesbe
züglich ist daran zu erinnern, dass für die Beurteilung der langfristigen Vorteile der
Genium
-Prothese noch keine validen wissenschaftlichen Studien bestehen (E. 1.2.3).
4.4
Demnach ist fest
zuhalten
, dass
eine Versorgung mit einer
C-Leg
-Prothese den
Eingliederung
sbedürfnissen des Beschwe
rdeführers
hinreichend Rechnung trägt
.
B
eim Assessment in der
Klinik A.___
vom 26. September 2011 bis 29. Fe
bruar 2012
konnte
in dieser Hin
sicht
kein
weiter
gesteigertes
Eingliede
rungsbedürfnis
des Beschwerde
führers
festgestellt werden, welche
s
nur mithilfe der neueren Technologie
des
Genium
erreicht werden könnte
. Bei der Abwä
gung von Kosten
und Nutzen
sprechen die
im Vergleich zum C-Leg deutlich
höheren Kosten des
Genium
gegen
die
Kosten
übernahme
durch die
Beschwer
degegnerin
für eine
Versorgung mit einem
Genium
.
Die Beschwerde ist daher abzuweisen.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Jürg
Gasche
Bühler
-
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt
-
Bundesamt für Gesundheit
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthal
ten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden
sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDer Gerichtsschreiber
HurstHübscher