# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** bea027c4-bf35-592a-b341-cd6376c4dbd9
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-04-22
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 22.04.2010 C-3986/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-3986-2008_2010-04-22.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-3986/2008/
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 2 .  A p r i l  2 0 1 0

Richter Beat Weber (Vorsitz), 
Richterin Franziska Schneider, Richter Stefan Mesmer, 
Gerichtsschreiberin Susanne Flückiger.

A._______, Z._______ (Italien),
vertreten durch Fürsprecher lic. iur. Michele Naef, 
Y._______,
Beschwerdeführer,

gegen

IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,
X._______,
Vorinstanz.

Invalidenversicherung (Revision); Verfügung der IVSTA 
vom 2. Mai 2008 (Nichteintreten).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-3986/2008

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,

dass  der  1954  geborene,  seit  November  1983  in  Italien  wohnhafte 
A._______  (nachfolgend:  Versicherter  oder  Beschwerdeführer),  seit 
Oktober  1981  eine  Teilrente  der  Schweizer  Invalidenversicherung 
aufgrund einer Behinderung an der rechten Hand bezieht (act. IV/14, 
33, 35 – 37), 

dass die IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA (nachfolgend: Vor-
instanz)  ab April 2005 eine Rentenrevision durchführte und dem Ver-
sicherten am 2. November 2005 mitteilte, er habe weiterhin Anspruch 
auf eine halbe Invalidenrente (act. IV/128 ff., 144),

dass  der  Versicherte  der  Vorinstanz  ein  neues  Arztzeugnis  vom 
12. November 2007 (Eingang bei der Vorinstanz: 21. November 2007) 
sowie weitere Arztzeugnisse vom 14. und 19. Februar 2008 einreichte 
(Eingang: 29. Februar 2008; act. IV/152 – 154),

dass die IVSTA diese Arztzeugnisse als neues Revisionsbegehren ent-
gegennahm (act. IV/147, 155), jedoch mit Verfügung vom 2. Mai 2008 
auf das Gesuch nicht eintrat (act. IV/158),

dass  der  Beschwerdeführer  –  vertreten  durch  Fürsprecher  Michele 
Naef  –  diese Verfügung mit  Beschwerde vom 16. Juni  2008 anfocht 
und beantragte, die Verfügung vom 2. Mai 2008 sei aufzuheben und 
ihm sei mit Wirkung ab November 2008 (recte: 2007) eine ganze Inva-
lidenrente zuzuerkennen (act. 1),

dass  er  eventualiter  beantragte,  die  Verfügung vom 2. Mai  2008 sei 
aufzuheben und die Akten zur Neubeurteilung im Sinne der Erwägun-
gen an die Vorinstanz zurückzuweisen,

dass er ausserdem um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege, 
unter Beiordnung des unterzeichnenden Anwalts, nachsuchte,

dass  er  im  Nachgang  zur  Beschwerde  am  30.  Juni  2008  ein  Arzt -
zeugnis vom 23. Juni 2008 nachreichte (act. 3),

dass  die  Vorinstanz beim regionalärztlichen Dienst  (RAD)  eine Stel -
lungnahme  einholte,  worin  dieser  empfahl,  der  Rechtsgenüglichkeit 
wegen  den  aktuellen  Gesundheitszustand  nochmals  ausführlich  zu 
dokumentieren  –  insbesondere  ergänzt  durch  je  ein  psychiatrisches 

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und  ein  rheumatologisches  Attest  –,  um  anschliessend  die  Angele-
genheit neu zu beurteilen (act. 163),

dass  die  Vorinstanz in  ihrer  Vernehmlassung vom 23. Oktober  2008 
beantragte, die Beschwerde sei gutzuheissen, die angefochtene Ver-
fügung  sei  aufzuheben  und  die  Sache  sei  im  Sinne  der  erwähnten 
Stellungnahme an die Verwaltung zurückzuweisen (act. 9),

dass  der  Beschwerdeführer  mit  Replik  vom 5.  Dezember  2008  das 
ausgefüllte  Formular  „Gesuch  um  unentgeltliche  Rechtspflege“  ein-
reichte  und  die  von der  Vorinstanz  beantragte  Gutheissung  der  Be-
schwerde  und  Rückweisung  zur  weiteren  Abklärung  zur  Kenntnis 
nahm, 

dass er  weiter  feststellte,  die  Beurteilung  in  der  Stellungnahme des 
RAD vom 12. Oktober  2008  sei  ohne  die  persönliche  Untersuchung 
des  Beschwerdeführers  erfolgt,  die  eingereichten ärztlichen Berichte 
(act. IV/146, 153) würden auf eine Verschlechterung des Gesundheits-
zustandes  hinweisen,  und  im  Übrigen  seien  die  Ausführungen  des 
RAD nicht nachvollziehbar (act. 12),

dass das Bundesverwaltungsgericht am 9. Dezember 2008 die Replik 
der Vorinstanz zur Kenntnisnahme zustellte und den Schriftenwechsel 
abschloss,

dass das Bundesverwaltungsgericht gemäss Art. 31 des Verwaltungs-
gerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32)  in Verbindung 
mit Art. 69 Abs. 1 Bst. b des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-
cherung vom 19. Juni 1959 (IVG, SR 831.20) zur Beurteilung von Be-
schwerden  gegen  Verfügungen  der  IVSTA zuständig  ist,  und  vorlie-
gend keine Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG gegeben ist,

dass der Beschwerdeführer im Sinne von Art. 59 des Bundesgesetzes 
vom 6. Oktober  2000 über  den Allgemeinen Teil des Sozialversiche-
rungsrechts  (ATSG,  SR  830.1)  beschwerdelegitimiert  ist  und  Für-
sprecher Michele Nef mit Vollmacht vom 26. Mai 2008 rechtskräftig zur 
Vertretung seiner Interessen bevollmächtigt hat (act. 1.1),

dass die Beschwerde innerhalb von 30 Tagen nach der Eröffnung der 
Verfügung, gegen welche eine Einsprache ausgeschlossen ist, einzu-
reichen ist (Art. 60 ATSG i.V.m. Art. 69 Abs. 1 Bst. b IVG),

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dass der Beschwerdeführer Belege dazu einreicht,  welche die Eröff -
nung der  Verfügung vom 2. Mai  2008 am 16. Juni  2008 nahe legen 
(act. 1.3, 1.3a),

dass der Nachweis einer verspäteten Rechtsmitteleinreichung bei der 
Verwaltung liegt (vgl. ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER, Verwaltungsverfahren 
und  Verwaltungsrechtspflege  des  Bundes,  2. Auflage,  Zürich  1998, 
Rz. 341 mit Verweis auf VPB 61.66 E. 3a sowie  ANDRÉ MOSER/MICHAEL 
BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER,  Prozessieren vor dem Bundesverwaltungs-
gericht, Basel 2008, Rz. 2.112 mit weiteren Hinweisen),

dass sich weder die Vorinstanz zum Eröffnungszeitpunkt äussert, noch 
in den Vorakten diesbezügliche Beweise befinden, wann die Verfügung 
zugestellt  wurde,  weshalb  von  der  Rechtzeitigkeit  der  Beschwerde 
auszugehen ist, 

dass  die  am  16.  Juni  2008  (Poststempel)  eingereichte  Beschwerde 
demnach frist- und im Übrigen auch formgerecht (Art. 52 des Bundes-
gesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren 
[VwVG, SR 172.021]) eingereicht wurde, 

dass somit auf die Beschwerde einzutreten ist,

dass der RAD in seiner Stellungnahme vom 12. Oktober 2008 empfahl,  
den  aktuellen  Gesundheitszustand  des  Beschwerdeführers  –  insbe-
sondere ergänzt je durch ein psychiatrisches und rheumatologisches 
Attest  –  ausführlich  zu  dokumentieren,  um  die  Angelegenheit  an-
schliessend neu beurteilen zu können,

dass  sich  die  Vorinstanz  in  ihrer  Vernehmlassung  vom 23.  Oktober 
2008 der Beurteilung des RAD anschloss und damit sinngemäss fest-
stellte,  dass  die  Verfügung  vom 2.  Mai  2008  auf  einem  mangelhaft 
eruierten medizinischen Sachverhalt beruht und sich die Durchführung 
entsprechender medizinischer Abklärungen als notwendig erweist,

dass nach Einsicht in die Akten für das Bundesverwaltungsgericht kei -
ne Anhaltspunkte ersichtlich sind, weshalb dem Antrag der IVSTA nicht 
entsprochen werden sollte,

dass Art. 49 Bst. b VwVG die unvollständige Feststellung des rechtser -
heblichen Sachverhalts ausdrücklich als Beschwerdegrund nennt, 

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dass eine Sache gemäss Art. 61 Abs. 1 VwVG mit verbindlichen Wei-
sungen an die Vorinstanz zurückgewiesen werden kann,

dass die Beschwerde deshalb gutzuheissen, die angefochtene Nicht-
eintretensverfügung vom 2. Mai 2008 aufzuheben und die Sache zur 
Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und zum Erlass einer 
neuen Verfügung an die Vorinstanz zurückzuweisen ist, 

dass die Vorinstanz bei der Neubeurteilung des Gesundheitszustandes 
des Beschwerdeführers auch die während des Beschwerdeverfahrens 
eingereichten  Arztzeugnisse  (act.  3.3  und  12.6)  zu  berücksichtigen 
hat, 

dass eine Rückweisung praxisgemäss als Obsiegen der Beschwerde 
führenden Partei gilt (BGE 132 V 215 E. 6), 

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens keine Verfahrenskosten auf-
zuerlegen sind (Art. 64 Absätze 1 und 2 VwVG), weshalb das Gesuch 
des  Beschwerdeführers  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechts-
pflege in dieser Hinsicht als gegenstandslos abzuschreiben ist, 

dass die Beschwerdeinstanz gemäss Art. 64 Abs. 1 VwVG der ganz 
oder teilweise obsiegenden Partei von Amtes wegen oder auf Begeh-
ren eine Entschädigung für ihr erwachsene notwendige und verhältnis-
mässig hohe Kosten zusprechen kann, 

dass  dem anwaltlich  vertretenen  Beschwerdeführer  –  unter  Berück-
sichtigung der erst während der Beschwerdefrist gewährten Einsicht in 
die umfangreichen IV-Akten (act. IV/159 – 161) und des notwendigen 
Aufwands  (Beschwerde  vom  16. Juni  2008,  Eingabe  vom  30.  Juni 
2008, Replik vom 5. Dezember 2008 sowie Eingabe vom 16. Dezem-
ber 2009) – eine Parteientschädigung von Fr. 2'300.-- zu Lasten der 
Vorinstanz auszurichten ist  (vgl. Art. 14 Abs. 2  des Reglements vom 
21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]),

dass demnach auch das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege auch 
in dieser Hinsicht als gegenstandslos geworden abzuschreiben ist.

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, als dass der Nicht-
eintretensentscheid vom 2. Mai 2008 aufgehoben und die Angelegen-
heit an die Vorinstanz zurückgewiesen wird, damit diese nach erfolgter 
Abklärung im Sinne der Erwägungen über das Revisionsgesuch des 
Beschwerdeführers vom 12. November 2007 neu entscheide.

2.
Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird als 
gegenstandslos geworden abgeschrieben.

3.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

4.
Dem Beschwerdeführer wird zu Lasten der Vorinstanz eine Parteient-
schädigung von Fr. 2'300.-- zugesprochen.

5.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. [...])
- das Bundesamt für Sozialversicherungen

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Beat Weber Susanne Flückiger

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Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  Schweizerhofquai  6,  6004  Luzern, Beschwerde  in 
öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten geführt werden, sofern die Vor-
aussetzungen  gemäss  den  Art.  82  ff.,  90  ff.  und  100  des  Bundes-
gerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) gegeben sind. 
Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der 
Beweismittel  und  die  Unterschrift  zu  enthalten.  Der  angefochtene 
Entscheid  und  die  Beweismittel  sind,  soweit  sie  die  beschwerde-
führende Partei in Händen hat, beizulegen (vgl. Art. 42 BGG).

Versand: 

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