# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8c91fdf3-2b64-54a9-bbf3-a7c7c9355ebe
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2021-04-19
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 19.04.2021 E-1430/2021
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-1430-2021_2021-04-19.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-1430/2021 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 9 .  A p r i l  2 0 2 1  

Besetzung 
 Einzelrichterin Barbara Balmelli, 

mit Zustimmung von Richter Andreas Trommer,    

Gerichtsschreiberin Nathalie Schmidlin. 

   

Parteien 

 
A.________, geboren am (…), 

Irak,  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung 

(Dublin-Verfahren); 

Verfügung des SEM vom 23. März 2021 / N (…). 

 

 

E-1430/2021 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass der Beschwerdeführer am 1. März 2021 in die Schweiz einreiste und 

gleichentags um Asyl nachsuchte, 

dass ein Abgleich mit dem zentralen Visa-Informationssystem (CS-VIS) 

ergab, dass die deutschen Behörden dem Beschwerdeführer am 3. Feb-

ruar 2021 in B._______ ein Schengen-Visum der Kategorie C mit Gültigkeit 

vom 7. Februar 2021 bis 9. März 2021 ausgestellt hatten, 

dass am 4. März 2021 die Personalienaufnahme (PA) stattfand, 

dass der Beschwerdeführer gleichentags die ihm zugewiesene Rechtsver-

tretung bevollmächtigte, 

dass das SEM die deutschen Behörden am 5. März 2021 um Übernahme 

des Beschwerdeführers gestützt auf Art. 12 Abs. 2 oder Abs. 3 der Verord-

nung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 

26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung 

des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Drittstaatangehöri-

gen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten Antrags auf inter-

nationalen Schutz zuständig ist (nachfolgend: Dublin-III-VO) ersuchte, 

dass die deutschen Behörden dem Ersuchen der Schweiz um Übernahme 

des Beschwerdeführers gestützt auf Art. 12 Abs. 4 Dublin-III-VO am  

16. März 2021 zustimmten, 

dass die Vorinstanz dem Beschwerdeführer gleichentags das rechtliche 

Gehör zur mutmasslichen Zuständigkeit Deutschlands für die Durchfüh-

rung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens gewährte, 

dass der Beschwerdeführer ausführte, er wolle nicht nach Deutschland, da 

sein (…) sowie (…) in der Schweiz leben würden und die Schweiz die Men-

schenrechte besser respektiere als alle anderen Staaten der Welt,  

dass er ferner geltend machte, er habe Probleme mit den (…), dem (…) 

und seit einigen Tagen einen (…), 

dass der Beschwerdeführer am 19. März 2021 ein medizinisches Daten-

blatt für interne Arztbesuche der ORS vom 18. März 2021 zu den Akten 

gab, 

E-1430/2021 

Seite 3 

dass er am 23. März 2021 einen Bericht des (…) in C._______ vom 19. 

März 2021 einreichte, 

dass das SEM mit Verfügung vom 23. März 2021 – eröffnet am 24. März 

2021 – in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31) auf das 

Asylgesuch nicht eintrat, die Wegweisung des Beschwerdeführers in den 

für ihn zuständigen Dublin-Mitgliedstaat (Deutschland) anordnete und ihn 

aufforderte, die Schweiz spätestens am Tag nach Ablauf der Beschwerde-

frist zu verlassen, 

dass es gleichzeitig feststellte, einer allfälligen Beschwerde komme keine 

aufschiebende Wirkung zu, und die Aushändigung der editionspflichtigen 

Akten gemäss Aktenverzeichnis an den Beschwerdeführer verfügte, 

dass die dem Beschwerdeführer zugewiesene Rechtsvertreterin ihr Man-

dat am 24. März 2021 niederlegte,  

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 29. März 2021 gegen diesen 

Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhob, 

dass die Instruktionsrichterin mit Zwischenverfügung vom 1. April 2021 – 

eröffnet am 12. April 2021 – feststellte, die Beschwerde sei teilweise in ei-

ner Fremdsprache verfasst und den Beschwerdeführer aufforderte, innert 

drei Tagen ab Erhalt der Zwischenverfügung eine Beschwerdeverbesse-

rung einzureichen, 

dass der Beschwerdeführer dieser Aufforderung mit Eingabe vom 13. April 

2021 fristgerecht nachkam, 

dass der Beschwerdeführer beantragt, die Verfügung vom 24. März 2021 

(recte: 23. März 2021) sei aufzuheben und das Asylgesuch sei durch das 

SEM in der Schweiz zu prüfen, 

dass er in prozessualer Hinsicht die Gewährung der unentgeltlichen Pro-

zessführung, inklusive Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschus-

ses, die amtliche Verbeiständung sowie die Erteilung der aufschiebenden 

Wirkung der Beschwerde beantragt, 

dass er als Beweismittel die bereits im erstinstanzlichen Verfahren einge-

reichten Arztberichte, einen Ausgangsschein des Bundesasylzentrums Ba-

sel und eine Kopie einer Visitenkarte seines (…) einreichte,  

E-1430/2021 

Seite 4 

und zieht in Erwägung, 

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls – in der Re-

gel und auch vorliegend – endgültig über Beschwerden gegen Verfügun-

gen (Art. 5 VwVG) des SEM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31‒33 

VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG), 

dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105 

AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), 

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu-

treten ist (Art. 108 Abs. 3 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG), 

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich, 

wie nachfolgend aufgezeigt wird, um eine solche handelt, weshalb das Ur-

teil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG), 

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf einen Schriftenwechsel ver-

zichtet wurde, 

dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), 

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das 

SEM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen 

(Art. 31a Abs. 1‒3 AsylG), die Beurteilungskompetenz des Gerichts grund-

sätzlich auf die Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu Recht auf das 

Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 3.1; 2012/4 

E. 2.2, je m.w.H.), 

dass die Frage der Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft nicht Gegen-

stand des angefochtenen Nichteintretensentscheides und damit auch nicht 

des vorliegenden Verfahrens ist, weshalb auf den entsprechenden Ausfüh-

rungen in der Beschwerde nicht weiter einzugehen ist,  

E-1430/2021 

Seite 5 

dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asylsu-

chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des 

Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a 

Abs. 1 Bst. b AsylG), 

dass diesbezüglich die Dublin-III-VO zur Anwendung kommt, 

dass gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO jeder Asylantrag von einem einzi-

gen Mitgliedstaat geprüft wird, der nach den Kriterien des Kapitels III 

(Art. 8–15 Dublin-III-VO) als zuständiger Staat bestimmt wird (vgl. auch 

Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO), 

dass die deutschen Behörden dem Beschwerdeführer unbestrittenermas-

sen am 3. Februar 2021 ein Schengen-Visum ausgestellt haben,  

dass das SEM die deutschen Behörden am 5. März 2021 um Übernahme 

des Beschwerdeführers gestützt auf Art. 12 Abs. 2 oder Abs. 3 Dublin-III-

VO ersuchte,  

dass die deutschen Behörden dem Gesuch am 16. März 2021 gestützt auf 

Art. 12 Abs. 4 Dublin-III-VO ausdrücklich zustimmten,  

dass die Zuständigkeit Deutschlands somit grundsätzlich gegeben ist und 

vom Beschwerdeführer auch nicht bestritten wird, 

dass es keine Gründe für die Annahme gibt, das Asylverfahren und die Auf-

nahmebedingungen für Antragsteller in Deutschland weise systemische 

Schwachstellen im Sinne von Art. 3 Abs. 2 Sätze 2 und 3 Dublin-III-VO auf, 

dass jeder Mitgliedstaat abweichend von Art. 3 Abs. 1 beschliessen kann, 

einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen gestell-

ten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch wenn er nach den in 

dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die Prüfung zuständig ist 

(Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO), 

dass dieses sogenannte Selbsteintrittsrecht im Landesrecht durch Art. 29a 

Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311) 

konkretisiert wird und das SEM das Asylgesuch gemäss dieser Bestim-

mung "aus humanitären Gründen" auch dann behandeln kann, wenn dafür 

gemäss Dublin-III-VO ein anderer Staat zuständig wäre, 

E-1430/2021 

Seite 6 

dass der Beschwerdeführer mit seiner Begründung, er wolle nicht nach 

Deutschland, da sein (…) und seine (…) in der Schweiz leben würden und 

das Corona-Virus sich in Deutschland verbreite, implizit die Anwendung 

von Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-VO respektive Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 fordert, 

dass der Beschwerdeführer aus dem Umstand, dass sein (…) sowie (…) 

in der Schweiz lebten nichts zu seinen Gunsten abzuleiten vermag und 

diesbezüglich auf die zutreffenden Erwägungen in der angefochtenen Ver-

fügung verwiesen werden kann, wonach diese nicht als Familienangehö-

rige im Sinne von Art. 2 Bst. g Dublin-III-VO gelten, 

dass die Tatsache, dass der Beschwerdeführer in Deutschland keine Ver-

wandten hat, unerheblich ist, 

dass Deutschland Signatarstaat der EMRK, des Übereinkommens vom  

10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche 

oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und des Ab-

kommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, 

SR 0.142.30) sowie des Zusatzprotokolls der FK vom 31. Januar 1967 

(SR 0.142.301) ist und seinen diesbezüglichen völkerrechtlichen Verpflich-

tungen nachkommt,  

dass auch davon ausgegangen werden darf, Deutschland anerkenne und 

schütze die Rechte, die sich für Schutzsuchende aus den Richtlinien des 

Europäischen Parlaments und des Rates 2013/32/EU vom 26. Juni 2013 

zu gemeinsamen Verfahren für die Zuerkennung und Aberkennung des in-

ternationalen Schutzes (sog. Verfahrensrichtlinie) sowie 2013/33/EU vom 

26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die Aufnahme von Personen, 

die internationalen Schutz beantragen (sog. Aufnahmerichtlinie) ergeben,  

dass der Beschwerdeführer zur Behandlung seiner (…), des (…) und einer 

allfälligen Corona-Infektion auch in Deutschland medizinische Unterstüt-

zung beantragen kann, zumal keine Anzeichen dafür bestehen, dass die 

zuständigen Behörden ihm eine entsprechende Behandlung verweigern 

würden, 

dass die mit der Überstellung beauftragten Behörden die besonderen Be-

dürfnisse des Beschwerdeführers – einschliesslich die der notwendigen 

medizinischen Versorgung, auch in Bezug auf die Corona-Problematik – 

berücksichtigen müssen (vgl. Art. 31 Abs. 2 Dublin-III-VO), 

E-1430/2021 

Seite 7 

dass es nach dem Gesagten keinen Grund für eine Anwendung der Ermes-

sensklauseln von Art. 17 Dublin-III-VO gibt und an dieser Stelle festzuhal-

ten bleibt, dass die Dublin-III-VO den Schutzsuchenden kein Recht ein-

räumt, den ihren Antrag prüfenden Staat selber auszuwählen (vgl. auch 

BVGE 2010/45 E. 8.3), 

dass das SEM demnach zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b 

AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten ist und 

gemäss Art. 44 AsylG die Überstellung nach Deutschland angeordnet hat 

(Art. 32 Bst. a AsylV 1),  

dass allfällige Vollzugshindernisse gemäss Art. 83 Abs. 3 und 4 AIG  

(SR 142.20) nicht mehr zu prüfen sind, da das Fehlen von Überstellungs-

hindernissen bereits Voraussetzung des Nichteintretensentscheides ge-

mäss Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG ist (vgl. BVGE 2015/18 E. 5.2 m.w.H.),  

dass die Beschwerde demnach abzuweisen ist,  

dass die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und 

amtlichen Verbeiständung abzuweisen sind, da die Begehren – wie sich 

aus den vorstehenden Erwägungen ergibt – als aussichtlos zu bezeichnen 

sind, weshalb die Voraussetzungen von Art. 65 Abs. 1 und Abs. 2 VwVG 

nicht erfüllt sind, 

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 750.–    

(Art. 1‒3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-

schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) 

dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG), 

dass die Anträge auf Gewährung der aufschiebenden Wirkung der Be-

schwerde und auf Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses mit 

dem vorliegenden Urteil gegenstandslos geworden sind. 

 

(Dispositiv nächste Seite)  

E-1430/2021 

Seite 8 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen.  

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Barbara Balmelli Nathalie Schmidlin