# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1fc430f7-1d7d-5f2b-a751-5ca4dfb5fc1f
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-06-15
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 15.06.2017 IV 2014/527
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2014-527_2017-06-15.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/23

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2014/527

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 13.12.2019

Entscheiddatum: 15.06.2017

Entscheid Versicherungsgericht, 15.06.2017
Art. 28 IVG, Art. 43 Abs. 1 ATSG Der medizinische Sachverhalt ist nicht mit 
überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, da sowohl die psychiatrische als 
auch die rheumatologische Beurteilung ungenügend begründet ist. Zudem 
ist die Anamnese im psychiatrischen Gutachten aufgrund von 
Verständigungsschwierigkeiten fehlerhaft gewesen (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 15. Juni 2017, IV 
2014/527). Entscheid vom 15. Juni 2017 Besetzung Präsident Ralph Jöhl, 
Versicherungsrichterinnen Monika Gehrer-Hug und Karin Huber-Studerus; 
Gerichtsschreiberin Annemarie Haase Geschäftsnr. IV 2014/527 Parteien 
A.___, Beschwerdeführerin, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Max 
Imfeld, Grand & Nisple Rechtsanwälte, Oberer Graben 26, 9000 St. Gallen, 
gegen IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen, 
Beschwerdegegnerin, Gegenstand Rente Sachverhalt

Entscheid Versicherungsgericht, 15.06.2017

A.   

A.a  A.___ meldete sich am 22. Mai 2008 bei der IV-Stelle St. Gallen zum Bezug von IV-

Leistungen an. Im Anmeldeformular gab sie an, vom 27. August bis 26. September 

2007 wegen ihrer Diskushernie zur Rehabilitation in der Klinik Valens und vom 14. bis 

18. April 2008 im Spital B.___ gewesen zu sein. Seit 1981 sei sie als Näherin bei der 

C.___ AG in St. Gallen tätig (IV-act. 2, 4, 27 S. 5 ff.). Die C.___ AG berichtete am 2. Juni 

2008, die Versicherte arbeite wöchentlich 42,5 h als Näherin und Verpackerin von 

Kompressionsstrümpfen für einen Lohn von jährlich Fr. 49'075.-- (IV-act. 17).

A.b  Am 23. Juli 2008 beauftragte die IV-Stelle Dr. med. D.___, Facharzt für 

Rheumatologie und Innere Medizin, mit der Begutachtung der Versicherten (IV-act. 25). 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/23

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

In seinem Gutachten vom 2. Oktober 2008 hielt Dr. D.___ folgende Diagnosen mit 

Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit fest: Chronisches lumbospondylogenes Syndrom 

bds. (ICD-10 M54.4) bei/mit degenerativen Veränderungen der LWS, 

Wirbelsäulenfehlhaltung/-fehlform, mehrsegmentalen Dysfunktionen, ISG Dysfunktion 

links, muskulärer Dysbalance, Haltungsinsuffizienz bei Deconditionierung, klinische 

Periarthropathia humeroscapularis tendopathica rechts mit leichter 

Impingementsymptomatik (ICD-10 M75.4) und klinisch beginnende Rhizarthrosen bds. 

möglich. Er führte aus, Ursache der beschriebenen Blockaden der Hände seien 

beginnende, jedoch nicht aktivierte Rhizarthrosen, die im derzeitigen Stadium ohne 

Limitierung der Arbeitsfähigkeit blieben. Die Versicherte sei spätestens ab November 

2007 aufgrund der bestehenden Haltungsdefizite in einer Tätigkeit wie der als Näherin 

nur noch zu 30% arbeitsfähig. In einer den Beschwerden angepassten körperlich leicht 

belastenden Tätigkeit bestehe aus rein rheumatologischer Sicht eine 100%ige 

Arbeitsfähigkeit (IV-act. 38).

A.c  Die C.___ AG kündigte der Versicherten am 25. November 2008 per Ende Februar 

2009 (IV-act. 48, 52). Da die Versicherte angegeben hatte, sich zu 100% arbeitsunfähig 

zu fühlen, verzichtete die IV-Stelle auf die Durchführung beruflicher 

Eingliederungsmassnahmen (IV-act. 57, 62). Am 15. September 2009 kündigte die 

Versicherte an, sich einer Rückenoperation unterziehen zu müssen (IV-act. 86, 89). 

Zudem liess sie durch Prof. Dr. med. E.___, Arzt der Klinik für Hand-, Plastische- und 

Wiederherstellungsmedizin, KSSG, am 29. Januar 2010 einen operativen Eingriff an der 

Handwurzel des Zeigefingers vornehmen. Eine anschliessende Besserung der 

Schmerzen an der Hand blieb jedoch aus (IV-act. 94, 100, 107).

A.d  Nachdem weitere Arztberichte eingeholt worden waren (IV-act. 102, 104, 112, 120 

S. 3, 126), beauftragte die IV-Stelle die Dres. F.___ und D.___ mit einer bidisziplinären 

Abklärung der Versicherten (IV-act. 129). Im entsprechenden rheumatologischen und 

psychiatrischen Gutachten hielten Dr. D.___ und Dr. med. G.___, Psychiatrie und 

Psychotherapie FMH, folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit fest: 

Chronisches multilokuläres Schmerzsyndrom lumbal, cervicobrachial rechts, carpal 

rechts, sowie LBH-Bereich bds. rechtsbetont, chronisches lumbospondylogenes 

Syndrom bds. (ICD-10 M54.4), chronischer Handschmerz rechts (ICD-10 M79.6), 

beginnende Periarthropathia humeroscapularis tendopathica rechts (ICD-10 M75.9) 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/23

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

und depressive Episode, gegenwärtig mittelgradig mit somatischem Syndrom (ICD-10 

F32.11). Dr. D.___ erklärte, aus rheumatologischer Sicht sei eine körperlich leicht 

belastende Tätigkeit in wirbelsäulenadaptierten Wechselpositionen gehend, sitzend 

und stehend, ohne Überbelastung der Hände oder Einsatz der oberen Extremitäten im 

Überkopfbereich und gewichtsbelastet achsenfern, zumutbar. Die Tätigkeit als Näherin 

könne der Versicherten hingegen wegen der posturalen Belastungen der Hände aktuell 

und auch künftig nicht mehr zugemutet werden. Dr. G.___ hielt fest, dass die 

psychiatrische Begutachtung zusammen mit einer Dolmetscherin stattgefunden habe. 

Grundsätzlich sei aufgefallen, dass die Versicherte sehr auf ihre äussere Integrität 

bedacht und um Haltung bemüht gewesen sei. Diese Fassade habe im Laufe des 

Gespräches jedoch zu bröckeln begonnen. Der Versicherten könne weder eine 

Aggravations- noch eine Somatisierungstendenz unterstellt werden. Auch eine 

Schmerzausweitung i.S. einer somatoformen Schmerzstörung könne derzeit nicht 

diagnostiziert werden. Aufgrund der verminderten Motivationsfähigkeit bei anhaltenden 

körperlichen Beschwerden verbunden mit einer erheblichen Adynamie (ICD-10 R53) bei 

anhaltender Schlafstörung bestehe eine mittelgradige Einschränkung der 

Aufmerksamkeit und der Konzentrationsfähigkeit, womit die Arbeitsfähigkeit der 

Versicherten aus psychiatrischer Sicht eingeschränkt sei. Die Versicherte habe sich in 

jedem Fall psychiatrisch behandeln zu lassen, auch wenn fraglich sei, inwiefern sich 

das Leistungsniveau dadurch steigern lasse. Gesamthaft hielten die Gutachter fest, aus 

rheumatologischer Sicht verbleibe in einer wirbelsäulenadaptierten, die rechte Hand 

nicht überfordernden Tätigkeit eine 70%ige und aus psychiatrischer Sicht eine 60%ige 

Arbeitsfähigkeit, womit die Versicherte in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit zu 0% und in 

einer beschwerdeadaptierten Tätigkeit noch zu 60% arbeitsfähig sei (IV-act. 138 f.). Auf 

Nachfrage des RAD hin erklärte Dr. D.___ am 27. Dezember 2011, im Vergleich zum 

Vorgutachten bestehe neu ein St. n. dekomprimierender Rückenoperation, in dessen 

Folge lokale Narbenbeschwerden und eine Minderung der Segmentstabilität möglich 

erschienen. Ausserdem sei am rechten Handgelenk eine Zyste im Bereich des Os 

trapezoideum aufgefüllt worden, woraufhin sich nun eine carpometacaraple 

Schmerzsituation entwickelt habe. Diese postoperativen Situationen könnten sowohl 

die lumbalen Beschwerden wie auch solche im Bereich der rechten Hand organisch 

nachvollziehbar erklären. Aus rein rheumatologischer Sicht bestehe daher in einer 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/23

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

adaptierten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 70%, die jedoch aufgrund der 

psychiatrischen Einschätzung auf 60% zu reduzieren sei (IV-act. 150).

A.e  Anfang 2012 wurde die Versicherte erneut an der Handwurzel des Zeigefingers 

operiert (IV-act. 155, 161) und vom 9. bis 12. Mai 2012 war sie aufgrund einer 

ischämischen Kolitis (nichtinfektiöse Entzündung des Darmes infolge einer 

Durchblutungsstörung) linke Flexur bis Sigma im KSSG hospitalisiert (IV-act. 184 S. 7 

f.).

A.f  Der seit dem 16. November 2012 behandelnde Psychiater Dr. med. H.___, Facharzt 

für Psychiatrie und Psychotherapie, hielt am 27. März 2013 fest, die Versicherte leide 

seit 2011 an einer anhaltenden depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradig mit 

somatischem Syndrom (ICD-10 F32.11). Die Prognose sei ungünstig, da sich 

verschlimmernde Begleiterkrankungen, eine psychosoziale Belastungssituation, ein 

Krankheitsgewinn sowie eine schwache Bildung vorlägen. Die Einschränkungen 

bestünden in einer Verlangsamung, Schmerzhemmung, Konzentrationsstörung, 

Ermüdbarkeit und Angstzuständen. Die Versicherte habe eine ischämische Kolitis 

gehabt, aufgrund derer sie sich beeinträchtigt fühle und Angst vor weiteren 

Verschlechterungen habe. Die psychiatrische Situation habe sich seit der letzten 

Begutachtung verschlechtert (IV-act. 178, 184). Am 10. August 2013 berichtete Dr. 

H.___ von einer weiteren Verschlechterung des Gesundheitszustandes der 

Versicherten, so dass nun aufgrund des psychiatrischen Erscheinungsbildes 

mindestens eine um 50% verminderte Leistungsfähigkeit bestehe (IV-act. 194). Dr. 

med. I.___, Facharzt für Innere Medizin, erklärte am 14. Oktober 2013, die Versicherte 

sei seit April 2013 insbesondere wegen der gastrointestinalen Beschwerden, des 

kardiovaskulären Risikoprofils und des chronischen Schmerzsyndroms bei ihm in 

Behandlung. Bezogen auf diese Beschwerden hätten sich bislang keine wesentlichen 

Änderungen ergeben (IV-act. 197).

A.g  Am 22. November 2013 beauftragte die IV-Stelle die Academy of Swiss Insurance 

Medicine, Universitätsspital Basel (asim), mit einer polydisziplinären Abklärung (IV-act. 

198, 203). Daraufhin liess die Versicherte am 28. November 2013 bemerken, dass die 

Anamnese und die psychiatrische Untersuchung aufgrund ihrer mangelnden 

Deutschkenntnisse durch einen gut Italienisch sprechenden Arzt durchzuführen seien, 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/23

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

damit die Schlussfolgerungen auf einem ungefilterten, direkten Eindruck basieren 

könnten (IV-act. 200). Noch bevor das Gutachten vorlag, wandte sich die Versicherte 

am 10. Juli 2014 an die IV-Stelle und liess die erfolgte psychiatrische Begutachtung 

beanstanden. Sie liess ausführen, dass die psychiatrische Begutachtung unter 

merklichem Zeitdruck stattgefunden habe, da der begutachtende Arzt Dr. med. J.___, 

Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, mit über einer Stunde Verspätung 

erschienen sei und die ursprünglich von 10:00 bis 12:00 Uhr angesetzte Begutachtung 

trotzdem um 12:00 Uhr abgeschlossen habe. Ihre Antworten habe er kaum abgewartet 

und zur Kenntnis genommen. Trotz ihrer schlechten Deutschkenntnisse sei ihr zudem 

aufgefallen, dass die Dolmetscherin überfordert bzw. ungeeignet gewesen sei. So habe 

diese ihre Aussage, sie nähe seit über 40 Jahren, mit "kochen" übersetzt. Dies habe 

auch der Arzt bemerkt, woraufhin er die Dolmetscherin genervt aufgefordert habe, 

doch bitte korrekt zu übersetzen. Die psychiatrische Untersuchung sei unter diesen 

Rahmenbedingungen unzumutbar gewesen, weshalb sie eine erneute Untersuchung 

durch einen anderen Arzt und mit einer geeigneten Dolmetscherin beantrage (IV-act. 

212).

A.h  Im asim-Gutachten vom 22. Juli 2014 hielt Dr. J.___ fest, aus psychiatrischer Sicht 

bestehe mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine leichte depressive Episode (ICD-10 

F32.0). Die Behandlung bei Dr. H.___ habe eine relevante Verbesserung des 

psychiatrischen Zustandsbildes gebracht, sodass die Versicherte momentan allenfalls 

eine minimale "Deprimiertheit" aufweise. An affektiven Besonderheiten sei ferner eine 

Klagsamkeit zu verzeichnen und die Schwingungsfähigkeit sei leichtgradig 

eingeschränkt. Psychomotorische Defizite seien in der Untersuchung nicht zum 

Vorschein gekommen. Die Versicherte identifiziere sich übermässig mit der 

Krankenrolle. Aus rein psychiatrischer Sicht sei sie jedoch voll arbeitsfähig. Dr. med. 

K.___, Facharzt für Rheumatologie, hielt folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die 

Arbeitsfähigkeit fest: Lumbospondylogenes Schmerzsyndrom (ICD-10 M54.5), 

degenerative Veränderungen der Hände (ICD-10 M19) und beginnende Polyarthrose 

der Hände (ICD-10 M15.8). Eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit lasse sich in der 

angestammten Tätigkeit wegen der degenerativen Veränderungen der Segmente 

LWK4/5 sowie LWK5/SWK1 spätestens ab November 2007 begründen. In einer 

körperlich leichten Verweistätigkeit mit der Möglichkeit wirbelsäulenadaptierter 

Wechselpositionen im Gehen, Stehen und Sitzen ohne die Notwendigkeit der 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/23

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Kraftanwendung des rechten Handgelenkes und der rechten Hand lasse sich aus 

rheumatologischer Sicht aufgrund der degenerativen Veränderungen des rechten 

Handgelenkes nach zwei Operationen, die zu einer eingeschränkten Extension des 

rechten Handgelenkes geführt hätten, eine Arbeitsfähigkeit von 60% ermitteln. 

Körperlich schwere Tätigkeiten seien aufgrund der Rückenproblematik, körperlich 

mittelschwere Tätigkeiten aufgrund der Kraftanwendung der rechten Hand nicht mehr 

zumutbar. Die Versicherte könne keine grobe Kraft entfalten und dürfe nur Lasten bis 

max. 5 kg tragen. Da es sich in Bezug auf ihren Rücken und ihre Hände um 

degenerative - per Definition irreversible - Veränderungen handle, könnten keine 

medizinischen Massnahmen angegeben werden (IV-act. 215).

A.i   Mit einem Vorbescheid vom 28. August 2014 teilte die IV-Stelle der Versicherten 

mit, dass sie deren Rentengesuch aufgrund des sich bei einer Gegenüberstellung eines 

Valideneinkommens als Näherin von Fr. 50'722.-- und eines Invalideneinkommens als 

Hilfsarbeiterin von Fr. 31'953.-- ergebenden Invaliditätsgrades von 37% abweisen 

werde (IV-act. 220 ff.). Die Versicherte liess daraufhin am 24. September 2014 ein 

erneute psychiatrische Begutachtung, die Feststellung eines IV-Grades von mindestens 

50% sowie die Spezifikation einer leidensangepassten Tätigkeit, in der das 

berücksichtigte Invalideneinkommen erzielt werden könne, beantragen. Zur 

Begründung liess sie ausführen, die Begutachtung durch Dr. J.___ sei ungenügend und 

der Einkommensvergleich sei fehlerhaft gewesen, da insbesondere kein 

Tabellenlohnabzug berücksichtigt worden sei (IV-act. 223).

A.j   Die IV-Stelle verfügte am 16. Oktober 2014 die Abweisung des 

Leistungsbegehrens. Zum Einwand der Versicherten führte sie aus, eine erneute 

Begutachtung sei nicht angezeigt, da der RAD das Gutachten aus medizinischer Sicht 

als schlüssig erachtet habe. Laut dem psychiatrischen Fachgutachten habe die 

Untersuchung ohne Schwierigkeiten erfolgen können, sodass der Gutachter die 

nötigen Informationen für das Teilgutachten habe erheben können. Zudem habe die 

Untersuchung zwei Stunden ohne Pause gedauert und die Versicherte habe die 

Möglichkeit gehabt, sich ausführlich zu den gestellten Fragen zu äussern. Ein 

Tabellenlohnabzug sei nicht gerechtfertigt, da die Einschränkungen bereits bei der 

Beurteilung der Arbeitsfähigkeit berücksichtigt worden seien (IV-act. 227).

B.   

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/23

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

B.a  Am 17. November 2014 liess die Versicherte (nachfolgend Beschwerdeführerin) 

gegen die Verfügung vom 16. Oktober 2014 Beschwerde erheben und die Zusprache 

einer Rente, eventualiter die Anordnung eines Obergutachtens zur objektiven 

Feststellung der psychischen Verfassung, der Arbeitsfähigkeit sowie der Ursache der 

psychischen Erkrankung beantragen. Zur Begründung liess sie ergänzend zu ihren 

Ausführungen im Einwand erklären, Dr. J.___ habe im Gutachten keinen Bezug auf die 

vorhandenen Verständigungsschwierigkeiten genommen und hinsichtlich der Dauer der 

Begutachtung keine wahrheitsgetreue Aussage gemacht. Durch die falsche bzw. 

irreführende Angabe betreffend die Dauer der Begutachtung sowie das Verschweigen 

der erheblichen Verständigungsprobleme sprachlicher Art erweise sich der Bericht 

letztlich als unbrauchbar. Zudem sei nicht nachvollziehbar, wie die Gutachter trotz der 

Tatsache, dass sie ihre rechte Hand kaum gebrauchen könne, von einer 60%igen 

Arbeitsfähigkeit ausgehen könnten. Im konkreten Fall sei ein Tabellenlohnabzug von 

mindestens 20% vorzunehmen (act. G 1). Zusätzlich liess die Beschwerdeführerin eine 

persönliche Stellungnahme zum psychiatrischen Fachgutachten einreichen. Darin 

führte sie aus, sie habe nie gesagt, dass sich die Familie beklage, weil sie immer das 

Gleiche koche. Vielmehr bringe die Familie Verständnis für ihre Situation auf. Ihre 

Ausführungen zu den Krankheiten ihrer Eltern seien im Gutachten nicht wiederzufinden 

gewesen. Weiter habe der Vater ihres Ehemanns und nicht "ein Grossvater" an einer 

amyotrophen Lateralsklerose gelitten und eine Freundin von ihr leide an Brustkrebs und 

nicht an einem Tumor im Kopf. Ihr Sohn absolviere im Übrigen keine Weiterbildung in 

Winterthur, sondern sei an der L.___. Auch die Aussage, dass sie in ihrer Freizeit nur 

"herumsitze" und dabei Kreuzworträtsel löse oder Comic-Hefte lese, sei falsch. Sie sei 

gefragt worden, ob sie lese, woraufhin sie geantwortet habe, sie lese je nach Zustand 

manchmal Comic-Hefte und habe früher Kreuzworträtsel gelöst. Es stimme auch nicht, 

dass sie gewohnt sei, Dinge schnell zu erledigen. Sie habe ausschliesslich erzählt, dass 

sie früher stets alles selbstständig erledigt habe, weshalb es sie nun belaste, auf 

fremde Hilfe angewiesen zu sein. So helfe ihr - entgegen den Ausführungen im 

Gutachten - ihre Familie nach dem Essen mit dem Aufräumen des Geschirrs, da sie 

dies oft nicht alleine erledigen könne. Ebenso wenig stimme es, dass sie das dritte von 

fünf Kindern sei, da ihre Mutter vier Kinder gesund geboren habe und zwei Kinder kurz 

nach der Geburt gestorben seien. Auch sei es zwischen ihren Eltern nie zu Gewalt, 

sondern lediglich zu mündlichen Auseinandersetzungen und zu Diskussionen zwischen 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/23

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Eltern und Kindern gekommen. In Bezug auf die Höhe der auf der Wohnung lastenden 

Hypothek und in Bezug auf die gewöhnliche Schlafenszeit habe der Gutachter sie, da 

sie keine genauen Angaben habe machen können, zur Angabe irgendeines Betrages 

bzw. irgendeiner Uhrzeit gedrängt, um schneller voranzukommen. Gesamthaft seien 

ihre Antworten unter (Zeit-) Druck erfolgt und der Gutachter sei auch gegenüber der 

Dolmetscherin laut geworden, als diese ihr auf ihren Wunsch hin eine Frage des 

Gutachters ausführlich habe erklären wollen. Zudem seien viele ihrer Aussagen gar 

nicht im Gutachten aufgenommen worden, zum Beispiel dass sie aufgrund der 

ischämischen Kolitis immer vor Augen gehabt habe, wie es ihrem Vater ergangen sei, 

und dass sie Angst gehabt habe, dass sie "gleich enden würde". Auch ihre finanzielle 

Situation sei nicht ausführlich und einheitlich dargestellt worden. So unterstütze ihr 

Sohn die Familie, indem er den Kontosaldo decke und einkaufen gehe, was die 

familiäre Situation sehr belaste. Als der Gutachter in seinem Bericht festgehalten habe, 

momentan seien keine relevanten Verstimmungen und Ängste mehr erkennbar, habe er 

übersehen/überhört, dass sie mehrmals von panischen Angstzuständen, Sorgen und 

Albträumen berichtet habe (act. G 1.1).

B.b  Am 5. Januar 2015 liess die Beschwerdeführerin Stellungnahmen von Dr. I.___ und 

Dr. H.___ einreichen. Dr. I.___ hatte am 20. Dezember 2014 erklärt, die 

Beschwerdeführerin sei seit Mai 2012 nie schmerzfrei gewesen und habe vor allem 

über Beschwerden im Bereich des Muskuloskelettalapparates bei den degenerativen 

Veränderungen im Bereich der Wirbelsäule und der Hände geklagt. Angesichts dieser 

Schmerzproblematik sei es immer wieder zu muskulären Überbelastungen gekommen, 

wodurch sich die Gesamtsituation nochmals verschlechtert habe, was wiederum die 

Psyche der Beschwerdeführerin stark belastet habe. In Bezug auf das Gutachten wäre 

eine neurochirurgische Standortbeurteilung notwendig gewesen, um einen objektiven 

Befund zu erhalten (act. G 5.1). Dr. H.___ hatte am 22. Dezember 2014 bemängelt, 

dass Dr. J.___ keine systematische, klinische psychopathologische Beschreibung 

vorgenommen und keine Ratingskala zur Gewichtung der Depression angewandt habe. 

Ausserdem habe Dr. J.___, ohne auf den anderslautenden Zwischenbericht vom 27. 

März 2013 einzugehen, behauptet, es sei unter der psychiatrischen Behandlung zu 

einer Besserung gekommen. Dies sei nicht belegt. Zudem habe Dr. J.___ in seinem 

Gutachten verstreut depressive Symptome aufgeführt (Antriebsmangel, Suizidalität, 

Stimmung sehr traurig, kein klarer Kopf, Schlafstörungen, Nervosität, 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/23

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Konzentrationsschwierigkeiten, Inaktivität, sozialer Rückzug, Aufgeben vom 

Autofahren, frühmorgendliches Erwachen, Einschlafstörungen). Die implizit als das 

Leiden relativierende angeführte "Klagsamkeit" sei ausserdem ebenso wie die 

erwähnte "Verminderung der Schwingungsfähigkeit" aus psychiatrischer Sicht ein 

Symptom der Depression und nicht ein Argument gegen das Vorliegen einer 

Depression. Die Aussage, es müsse "nicht mehr eine mühsame Fassade 

aufrechterhalten werden", wäre vor dem Hintergrund der Behauptung einer 

"Klagsamkeit, verminderten Schwingungsfähigkeit und Identifizierung mit der 

Krankenrolle" mindestens näher zu begründen gewesen. Indem Dr. J.___ geschrieben 

habe, dass keine relevanten Schlafstörungen vorlägen, entstehe zudem ein inhaltlicher 

Widerspruch zu seiner eigenen Exploration. Zudem habe Dr. J.___ keine Abhandlung 

der Beziehung zwischen dem Schmerzerleben und der psychiatrischen Befindlichkeit 

resp. den psychische Teilursachen der Schmerzen vorgenommen, obwohl er von 

interpersonalen Konflikten und dysfunktionalen Copingstrategien berichtet habe. 

Konsequenterweise hätte er die Diagnose einer somatoformen Schmerzstörung 

zumindest diskutieren und die Foerster'schen Kriterien abhandeln müssen. Die 

angebliche Zustandsbesserung sei weder anamnestisch nachvollziehbar noch passe 

sie zu dem Eindruck, den die Beschwerdeführerin in den Konsultationen mache. Grund 

für die Reduktion des Antidepressivums sei im Übrigen nicht dessen gute Wirkung, 

sondern vielmehr eine mangelhafte Wirkung sowie das Auftreten unangenehmer 

Nebenwirkungen gewesen. Die Theorie eines Krankheitsgewinns in der Beziehung zur 

Tochter ("dysfunktionale Copingstrategie") erscheine im Kontrast zur undifferenzierten 

Abhandlung des depressiven Zustandsbildes und der überhaupt nicht beleuchteten 

Beziehung zum Ehemann spitzfindig. Die undifferenzierte Abhandlung im 

psychiatrischen Teilgutachten unter Auslassung der Schmerzsymptomatik u.a. im 

gastrointestinalen Bereich könnte dazu beigetragen haben, dass der 

Beschwerdeführerin im Hauptgutachten eine negative Einstellung unterstellt, die 

Beeinträchtigung durch die zwischenzeitliche ischämische Colitis nicht diskutiert und 

keine die verschiedenen Krankheiten integrierende Gesamtbeurteilung vorgenommen 

worden sei (act. G 5.2).

B.c  In der Beschwerdeantwort vom 14. Januar 2015 erklärte die Beschwerdegegnerin, 

der Einschätzung des asim komme ein grosses Gewicht zu, da es sich um eine für die 

IV geschaffene spezialisierte Gutachterstelle handle, die mit IV-rechtlichen 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 10/23

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fragestellungen bestens vertraut sei. Mit dem polydisziplinären Ansatz sei 

gewährleistet worden, dass den medizinischen Einzeldisziplinen bei der 

Arbeitsfähigkeitsschätzung kein zu grosses Gewicht zugekommen sei, sondern eine 

Gesamtbetrachtung stattgefunden habe. Das Gutachten sei ausführlich abgefasst und 

die Schlussfolgerungen zusammen mit Arbeitsfähigkeitsschätzung seien begründet. 

Dem psychiatrischen Teilgutachten seien keine Verständigungsschwierigkeiten zu 

entnehmen und die Angaben der Beschwerdeführerin seien ausführlich beschrieben. 

Ebenso sei nicht erkennbar, dass die psychiatrische Exploration zu wenig lange 

gedauert hätte. Es komme zudem nicht auf die Dauer der Untersuchung, sondern 

darauf an, dass das Gutachten vollständig und im Ergebnis schlüssig sei. Die 

Beschwerdeführerin übersehe, dass sich der Gutachter bei seiner Beurteilung auch auf 

die umfassend erhobene Anamnese und die Vorakten habe abstützen können. Zudem 

sei Dr. J.___ ausführlich auf die subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin 

eingegangen. Auch die Schilderung der Befundlage und die abschliessende 

Beurteilung nähmen im Gutachten einen breiten Raum ein. Demnach sei davon 

auszugehen, dass die Beschwerdeführerin durch Dr. J.___ ausreichend und kompetent 

untersucht worden sei, womit ohne Weiteres auf das asim-Gutachten habe abgestellt 

werden können. Die Beschwerdeführerin könne leichtere Maschinenbedienungs-, 

Kontroll-, Sortier-, Prüf- sowie Verpackungsarbeiten und leichtere Arbeiten bei der 

Lager- und Einzelteilbewirtschaftung übernehmen. Ein Tabellenlohnabzug sei nicht 

vorzunehmen, da die gesundheitlichen Ein¬schränkungen bereits grosszügig im 

Arbeitsfähigkeitsgrad von 60% enthalten seien (act. G 7).

B.d  Am 16. Februar 2015 liess die Beschwerdeführerin in ihrer Replik anmerken, es 

komme auch bei den MEDAS-Stellen vor, dass Fehler unterliefen oder minder 

qualifiziertes Personal eingesetzt werde. Da Falschangaben hinsichtlich Zeit und Länge 

der Begutachtung und/oder des Ortes der Konsultation erhebliche Zweifel an der 

Glaubwürdigkeit eines Gutachtens rechtfertigten und der Gutachter die 

Beschwerdeführerin zudem weder sprachlich noch inhaltlich verstanden habe, sei die 

"umfassend erhobene Anamnese" falsch gewesen (act. G 9).

B.e  Nach Abschluss des Schriftenwechsels liess die Beschwerdeführerin diverse 

aktuelle Arztberichte einreichen (act. G 11, G 12, G 15, G 17, G 19, G 21, G 23, G 25).

Erwägungen

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 11/23

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

1.   

1.1  Mit der angefochtenen Verfügung hat die Beschwerdegegnerin einen 

Rentenanspruch der Beschwerdeführerin bei einem IV-Grad von 37% abgelehnt. 

Strittig ist demnach, ob die Beschwerdeführerin einen Anspruch auf eine Invalidenrente 

hat.

1.2  Einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die 

ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht 

durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder 

verbessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch 

durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses 

Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (Art. 28 Abs. 1 IVG). Invalidität ist gemäss Art. 

8 Abs. 1 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder 

teilweise Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der durch eine Beeinträchtigung 

der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach 

zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust 

der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichen Arbeitsmarkt 

(Art. 7 Abs. 1 ATSG).

1.3  Gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG ist der Invaliditätsgrad 

grundsätzlich durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das 

Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 

Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 

Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), zu dem 

Einkommen in Beziehung gesetzt, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 

geworden wäre (Valideneinkommen). Im Rahmen eines Einkommensvergleichs sind die 

beiden hypothetischen Erwerbseinkommen in der Regel ziffernmässig möglichst genau 

zu ermitteln und einander gegenüberzustellen; sie können aber auch nach Massgabe 

der im Einzelfall bekannten Umstände geschätzt werden (AHI 1998 S. 120). Wird eine 

Schätzung vorgenommen, muss diese nicht unbedingt in einer ziffernmässigen 

Festlegung von Annäherungswerten bestehen. Vielmehr kann auch eine 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/23

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Gegenüberstellung blosser Prozentzahlen genügen (sog. Prozentvergleich; BGE 114 V 

310 E. 3a mit Hinweisen).

2.   

2.1  Um das Invalideneinkommen und damit den IV-Grad ermitteln zu können, muss die 

Arbeitsfähigkeit mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

feststehen.

2.2  Im Sozialversicherungsverfahren gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. 

Die Versicherungsträger und das Sozialversicherungsgericht haben die Beweise frei, 

d.h. ohne eine Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 

pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das 

Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie 

stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren 

Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. 

Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den 

Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die 

Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische 

These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob 

der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 

beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten 

(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen 

Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und 

ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den 

Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die 

Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht 

oder Gutachten.

2.3  Da die Beschwerdegegnerin sich bei ihrem Entscheid auf das asim-Gutachten vom 

22. Juli 2014 gestützt hat (vgl. IV-act. 215, 220, 227), ist zunächst zu prüfen, ob dieses 

Gutachten eine beweiskräftige Grundlage für die Beurteilung der verbliebenen 

Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin bildet.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/23

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

2.4  In formaler Hinsicht muss das asim-Gutachten die von der Rechtsprechung 

aufgestellten Kriterien an ein voll beweiskräftiges Gutachten erfüllen. Dafür muss es in 

Kenntnis aller relevanten Vorakten abgegeben worden sein (Ziff. 3), eine Anamnese 

enthalten (Ziff. 4.1 sowie Ziff. 2.1 der Fachgutachten), die subjektiven Angaben des zu 

Begutachtenden zu seinen Leiden berücksichtigen (siehe Anamnese), die erhobenen 

objektiven Befunde angeben (Ziff. 4.2 sowie Ziff. 2.2, 2.3, 3 der jeweiligen 

Fachgutachten) und eine abschliessende Gesamtbeurteilung (Ziff. 7 sowie Ziff. 4 der 

jeweiligen Fachgutachten) abgeben. Vorliegend scheinen zwar alle formalen Vorgaben 

erfüllt, doch hat die Beschwerdeführerin geltend machen lassen, das psychiatrische 

Fachgutachten sei unbrauchbar. Dies hat sie damit begründen lassen, dass 

Verständigungsschwierigkeiten bestanden hätten, die die anwesende, fachlich nicht 

hinreichend kompetente Dolmetscherin nicht habe aus dem Weg räumen können, dass 

das Gespräch nicht die vereinbarten zwei Stunden gedauert und dementsprechend 

unter grossem (Zeit-) Druck stattgefunden habe und dass das Gutachten falsche 

Angaben enthalte. Zudem sei die Arbeitsfähigkeitsschätzung aus rheumatologischer 

und internistischer Sicht zu optimistisch ausgefallen (act. G 1).

2.4.1      Das durch Dr. J.___ erstellte psychiatrische Fachgutachten enthält auf etwas 

mehr als zwei Seiten Angaben zur Untersuchung, zu den vorherigen Berichten und zur 

fachärztlichen Beurteilung. Zu den bisherigen Berichten hat Dr. J.___ einzig ausgeführt, 

die Beschwerdeführerin sei zwar mit einer mittelgradigen depressiven Episode 

vordiagnostiziert worden, ihr psychisches Zustandsbild habe sich aber unter der vor 

einem Jahr aufgenommenen psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung 

relevant verbessert, sodass momentan allenfalls eine minimale "Deprimiertheit" 

vorliege. Auch habe die antidepressive Medikation eine gute Wirksamkeit gezeigt, 

sodass diese um die Hälfte habe reduziert werden können. Die von Dr. G.___ gestellte 

Prognose, mit entsprechender medikamentöser und therapeutischer Behandlung 

könne eine Verbesserung der depressiven Störung erreicht werden, habe sich damit 

bewahrheitet (IV-act. 215 S. 46 f.). Dr. G.___ hatte am 27. Juli 2011 eine aus 

psychiatrischer Sicht 60%ige Arbeitsfähigkeit bei einer depressiven Episode, 

gegenwärtig mittelgradig mit somatischem Syndrom, festgehalten und eine 

Verhaltenstherapie sowie eine psychiatrische Medikation empfohlen, um eine weitere 

Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin 

aufzuhalten (IV-act. 145). Die Argumentation von Dr. J.___, die vorherigen ärztlichen 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/23

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Beurteilungen seien nicht mehr aktuell, da sich der Gesundheitszustand der 

Beschwerdeführerin zwischenzeitlich infolge der psychotherapeutischen und 

medikamentösen Behandlung wesentlich verbessert habe, erscheint unter 

Berücksichtigung dessen, dass entsprechende Behandlungen relativ häufig zu einer 

Verbesserung des Gesundheitszustands eines Patienten führen, zunächst als 

nachvollziehbar. Allerdings ist Dr. J.___ nicht auf die abweichende Aussage von Dr. 

H.___ vom 27. März 2013 eingegangen, laut der sich der Gesundheitszustand der 

Beschwerdeführerin seit der Begutachtung vom 27. Juli 2011 und somit auch seit 

Behandlungsbeginn nicht gebessert, sondern vielmehr verschlechtert hatte und die 

Prognose u.a. aufgrund der Begleiterkrankungen ungünstig war (vgl. IV-act. 184). In 

seiner Stellungnahme vom 22. Dezember 2014 hat Dr. H.___ zudem darauf 

aufmerksam gemacht, dass Dr. J.___ in seinem psychiatrischen Fachgutachten 

verstreut depressive Symptome aufgeführt habe, weshalb die durch Dr. J.___ 

festgestellte Verbesserung des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin, die im 

Übrigen nicht zu dem Eindruck passe, den die Beschwerdeführerin durchgehend in 

den Konsultationen erwecke, anamnestisch nicht nachvollziehbar sei (act. G 4.2). Dr. 

J.___ hat seine Annahme, der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin habe sich 

gebessert, insbesondere damit begründet, dass die antidepressive Medikation habe 

reduziert werden können. Diese Argumentation vermag jedoch nicht zu überzeugen, da 

die Medikation, wie die Beschwerdeführerin im Rahmen der psychiatrischen 

Begutachtung angegeben und Dr. H.___ in seiner Stellungnahme zum Gutachten 

nochmals bestätigt hat, nur wegen unerwünschter Nebenwirkungen reduziert worden 

ist. Gesamthaft ist somit festzustellen, dass Dr. J.___ sich ungenügend mit den 

früheren medizinischen Berichten auseinandergesetzt und seine von den bisherigen 

Beurteilungen abweichende fachärztliche Meinung nicht nachvollziehbar und genügend 

begründet hat.

2.4.2      Die verhältnismässig umfangreiche, nämlich insgesamt dreiseitige Anamnese 

von Dr. J.___ enthält Aussagen der Beschwerdeführerin, die in den früheren 

psychiatrischen Gutachten und Berichten nicht haben gefunden werden können. 

Beispielsweise sind der Anamnese detailliertere Ausführungen zu innerfamiliären 

Spannungsverhältnissen ("Besonders angespannt sei das Verhältnis zur Tochter, 

welche der Versicherten neulich gesagt habe, sie hätte sie gar nicht gebären müssen, 

denn es gebe in der Familie so viele Krankheiten.", "Die Tochter sei des Öfteren nervös 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/23

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

[…] und spreche kaum mit der Mutter.") und Hinweise auf einen in Jugendzeiten 

erfolgten Suizidversuch der Beschwerdeführerin zu entnehmen. Dies lässt zunächst 

vermuten, dass Dr. J.___ die Anamnese sorgfältig erhoben hat. Bei näherer 

Betrachtung zeigen sich jedoch einige Ungereimtheiten und es entsteht der Eindruck, 

die Beschwerdeführerin sei nicht in der Lage gewesen, kohärente und detaillierte 

Angaben zu ihrer persönlichen Anamnese zu machen. So erscheinen ihre Angaben zu 

den "aktuellen Beschwerden" teilweise wirr und schwer verständlich. Beispielsweise 

hat sie einerseits berichtet, sie koche immer das Gleiche (worüber sich ihre Familie 

wohl beklage) und es könne sein, dass es nicht immer schmecke, und andererseits hat 

sie erklärt, das am häufigsten gekochte Gericht, Spaghetti Bolognese, gelinge ihr stets 

einwandfrei, obwohl es vorkommen könne, dass sie Salz und Zucker verwechsle. Die 

Schilderungen der Beschwerdeführerin zur "aktuellen Lebenssituation" erscheinen 

teilweise insbesondere mit Hinblick auf die früher erhobenen Anamnesen ungenau (die 

Tochter sei des Öfteren "nervös", "blass" und esse "nicht gut"; die Ehe sei inzwischen 

"nicht so gut"; die Beschwerdeführerin sei "von früh an sehr bemüht", die Dinge 

möglichst schnell zu erledigen; die Kindheit sei "eher arm" gewesen und es sei "ab und 

zu" zu Gewalt gekommen, weil die Eltern so arm gewesen seien) und widersprüchlich 

(einmal hat die Beschwerdeführerin angegeben, sie könne erst ab ca. drei Uhr 

einschlafen, ein anderes Mal hat sie erklärt, ab etwa drei Uhr wieder wach zu sein; 

einerseits hat sie angegeben, aufgrund von Konzentrationsproblemen nicht mehr Auto 

zu fahren, andererseits sitze sie "meistens nur herum" und "löse dabei 

Kreuzworträtsel"). Dennoch hat Dr. J.___ in seiner Befundschilderung ausgeführt, die 

Beschwerdeführerin habe im formalen Denken geordnet, kohärent und nicht 

verlangsamt gewirkt. Eine entsprechende Begründung bzw. eine Erklärung für die 

Diskrepanz zwischen den widersprüchlichen anamnestischen Angaben und der 

Befundschilderung von Dr. J.___ lässt sich im psychiatrischen Fachgutachten nicht 

finden. Allerdings könnten die widersprüchlichen und konfusen Angaben der 

Beschwerdeführerin auch das Resultat der ungenügenden Übersetzungsleistung der 

beigezogenen Dolmetscherin sein. Schliesslich hat die Beschwerdeführerin die IV-

Stelle bereits vor der Fertigstellung des Gutachtens darauf hingewiesen, dass es 

während der psychiatrischen Begutachtung zu Verständigungsschwierigkeiten 

gekommen sei. Zudem hat sie erwähnt, selbst Dr. J.___ habe diesen Umstand 

bemängelt und die Dolmetscherin dementsprechend zurecht gewiesen (vgl. IV-act. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/23

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

212). Weiter hat die Beschwerdeführerin im Rahmen ihrer Beschwerde eine durchaus 

glaubhafte Gegenüberstellung der tatsächlich gemachten und der im psychiatrischen 

Fachgutachten festgehaltenen Angaben eingereicht. Gesondert betrachtet sind die 

daraus hervorgehenden Abweichungen nicht weiter relevant, da es sich dabei lediglich 

um kleinere Ungenauigkeiten handelt. Allerdings verstärken sie den Eindruck, dass die 

im psychiatrischen Fachgutachten von Dr. J.___ wiedergegebene Anamnese ungenau 

bzw. das Ergebnis einer ungenügenden Übersetzung sein könnte. Bezüglich des 

Detailgrades und der Kohärenz fällt zudem ein Unterschied zu den anamnestischen 

Angaben der Beschwerdeführerin im rheumatologischen Fachgutachten von Dr. K.___ 

(vgl. IV-act. 215 S. 53 ff.) und im früheren psychiatrischen Teilgutachten von Dr. G.___ 

(vgl. IV-act. 139) auf. Da die Beschwerdeführerin sich mit Dr. K.___ direkt auf M.___ hat 

unterhalten können und da bei der Exploration durch Dr. G.___ offenbar ein 

kompetenter Dolmetscher zugegen gewesen war, wird der Verdacht, dass die 

Übersetzung während der psychiatrischen Begutachtung durch Dr. J.___ tatsächlich 

ungenügend gewesen sein könnte, bestärkt. Gesamthaft bestehen daher Zweifel an 

der Zuverlässigkeit der anamnestischen Erhebungen von Dr. J.___, gestützt auf welche 

er den Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin aus psychiatrischer Sicht beurteilt 

hat. Da die anamnestischen Angaben für eine psychiatrische Begutachtung von 

erheblicher Bedeutung sind, weckt auch die Möglichkeit einer unzureichenden 

Übersetzungsleistung wesentliche Zweifel an der Zuverlässigkeit der sich teilweise 

darauf stützenden Beurteilung von Dr. J.___. Erschwerend kommt hinzu, dass Dr. J.___ 

die Anamnese betreffend die eingangs erwähnten möglichen erheblichen Probleme 

(Verhältnis zum Ehemann und zur Tochter, Sorgen um Tochter, Suizidversuch in der 

Jugendzeit) nur oberflächlich erhoben zu haben scheint, was den Eindruck erweckt, die 

Exploration durch Dr. J.___ sei diesbezüglich nicht umfassend und sorgfältig genug 

erfolgt. Dies könnte möglicherweise der von der Beschwerdeführerin wiederholt und 

grundsätzlich glaubhaft geltend gemachten Verspätung von Dr. J.___ und der damit 

einhergehenden Verkürzung der vorgesehenen Untersuchungsdauer geschuldet sein. 

Diesbezüglich hätte die Beschwerdegegnerin mit einer einfachen Rückfrage an Dr. 

J.___ Gewissheit betreffend den Beginn und die Dauer der Begutachtung erlangen 

können. Obwohl sie eine solche Rückfrage unverständlicherweise unterlassen hat, 

muss dieses Versäumnis nicht durch das Versicherungsgericht behoben werden, da 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/23

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

das psychiatrische Fachgutachten, wie die nachfolgenden Ausführungen zeigen, 

weitere Mängel aufweist.

2.4.3      Dr. H.___ ist in seiner Stellungnahme vom 22. Dezember 2014 sinngemäss zu 

dem Schluss gekommen, das Gutachten von Dr. J.___ sei fehlerhaft, unvollständig und 

nicht nachvollziehbar (act. G 5). Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts darf bei 

der Würdigung des Beweiswertes der Berichte von behandelnden Ärzten der 

Erfahrungstatsache Rechnung getragen werden, dass diese mitunter im Hinblick auf 

ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer 

Patienten aussagen (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b mit Hinweisen). In seiner Stellungnahme 

hat Dr. H.___ die Explorationsergebnisse von Dr. J.___ zusammengetragen, die 

Befunderhebung und die Herleitung der Diagnosen betrachtet sowie Stellung zum 

Inhalt des Gutachtens genommen. Insbesondere hat er richtiggestellt, dass die 

Einnahme des Antidepressivums deshalb eingestellt worden sei, da dieses eine 

mangelhafte Wirkung gezeigt und unangenehme Nebenwirkungen mit sich gebracht 

habe. Auf seine persönliche Auffassung über den Zustand der Beschwerdeführerin ist 

er hingegen nur kurz eingegangen, indem er erklärt hat, die von Dr. J.___ beschriebene 

Zustandsbesserung stimme nicht mit dem Eindruck überein, den die 

Beschwerdeführerin bei seinen Konsultationen mache. Primär hat Dr. H.___ sich also 

auf einer objektiven Ebene mit dem psychiatrischen Fachgutachten 

auseinandergesetzt. Dabei hat er bemängelt, Dr. J.___ habe die Behauptung, die 

mittelgradige depressive Episode bestehe nicht mehr, da es unter der Behandlung zu 

einer Besserung gekommen sei, aufgestellt, ohne sich kritisch mit dem 

anderslautenden Zwischenbericht vom 27. März 2013 auseinanderzusetzen; zudem 

habe Dr. J.___ in der Anamneseerhebung verstreut depressive Symptome aufgeführt, 

ohne diese als solche wahrzunehmen. Ausserdem hat sich Dr. H.___ mit der 

Interpretation einzelner dem Gutachten zu entnehmender Symptome beschäftigt und 

hat auf weitere Widersprüche (z.B. betreffend die trotz der Angaben der 

Beschwerdeführerin im Rahmen der Anamnese von Dr. J.___ getätigte Aussage, die 

Beschwerdeführerin leide nicht unter relevanten Schlafstörungen) hingewiesen. Nach 

Dr. H.___‘s Ansicht hätte Dr. J.___ ausserdem die Beziehung zwischen dem 

Schmerzerleben und der psychischen Befindlichkeit der Beschwerdeführerin 

beleuchten oder zumindest eine somatische Schmerzstörung bzw. die Foerster'schen 

Kriterien abhandeln müssen, da er von interpersonalen Konflikten und dysfunktionalen 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/23

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Copingstrategien gesprochen habe. Gesamthaft erweckt die Kritik des behandelnden 

Psychiaters Dr. H.___ nicht den Eindruck, dass er bloss die subjektiven Befindlichkeiten 

der Beschwerdeführerin übernommen und diese im Rahmen seines 

Auftragsverhältnisses mit der Beschwerdeführerin wohlwollend hätte verteidigen 

wollen. Dr. H.___ hat sich vielmehr eingehend und weitgehend objektiv mit dem 

Gutachten von Dr. J.___ auseinandergesetzt und dabei fachlich fundiert argumentiert. 

Mit seiner Stellungnahme hat er daher nachvollziehbar aufgezeigt, dass sich das 

Gutachten von Dr. J.___ auf eine fehler- und lückenhafte Befunderhebung und 

Diagnoseherleitung stützt und dass Dr. J.___ u.a. aufgrund seines Irrtums hinsichtlich 

die antidepressive Medikation der Beschwerdeführerin und aufgrund der mangelhaften 

Auseinandersetzung mit dem Zwischenbericht von Dr. H.___ vom 27. März 2013 

fälschlicherweise von einer Zustandsbesserung ausgegangen ist. Damit führt auch die 

Stellungnahme durch Dr. H.___ dazu, dass der Inhalt des psychiatrischen 

Fachgutachtens von Dr. J.___ nicht als überwiegend wahrscheinlich erstellt betrachtet 

werden kann.  

2.4.4     Zusammenfassend bestehen deshalb erhebliche Zweifel an der Zuverlässigkeit 

der psychiatrischen Beurteilung, was bedeutet, dass das Fachgutachten von Dr. J.___ 

den massgebenden Sachverhalt nicht mit dem erforderlichen Beweismass der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu belegen vermag.

2.4.5      Im rheumatologischen Fachgutachten hat Dr. K.___ mit Einfluss auf die 

Arbeitsfähigkeit ein lumbospondylogenes Schmerzsyndrom, degenerative 

Veränderungen der Hände sowie eine beginnende Polyarthrose der Hände 

festgehalten. Zwar sei die Beweglichkeit beider Hände unauffällig, doch sei es 

durchaus möglich, dass aufgrund der sich auf den Röntgenbildern zeigenden 

beginnenden degenerativen Veränderung des linken Daumengrundgelenkes und der 

STT-Arthrose rechtsseitig belastungsabhängige Schmerzen entstehen könnten. In der 

angestammten Tätigkeit als Näherin lasse sich eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit 

aus rheumatologischer Sicht aufgrund der Lendenwirbelsäulenproblematik begründen. 

In einer körperlichen Verweistätigkeit mit der Möglichkeit, wirbelsäulenadaptierte 

Wechselpositionen im Gehen, Stehen und Sitzen einzunehmen, ohne Kraft im rechten 

Handgelenk und der rechten Hand aufwenden zu müssen, bestehe insbesondere 

aufgrund der generativen Veränderung des rechten Handgelenkes eine 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 19/23

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Restarbeitsfähigkeit von 60% (vgl. IV-act. 215 S. 48 ff.). Die Beschwerdeführerin hat 

diese Einschätzung ihrer Arbeitsfähigkeit als zu "zweckoptimistisch" empfunden, da 

nicht plausibel sei, wie sie in einer adaptierten Tätigkeit noch zu 60% solle arbeiten 

können, wenn sie ihre rechte Hand nicht einsetzen könne (vgl. act. G 1). Dr. K.___ hat 

im rheumatologischen Fachgutachten nirgends erwähnt, dass die rechte Hand gar 

nicht eingesetzt werden dürfe, sondern er hat im Gegenteil festgehalten, das Tragen 

von Lasten bis maximal 5 kg mit der rechten Hand sei nach wie vor erlaubt. Ebenso sei 

der Beschwerdeführerin die Bewältigung des Haushalts abgesehen von körperlich 

schweren Tätigkeiten (z.B. mit der Notwendigkeit repetitiver Belastungen des 

Handgelenks) durchaus zumutbar. Indem Dr. K.___ die Arbeitsfähigkeit der 

Beschwerdeführerin auf 60% eingeschätzt hat, weicht er um 10% von der am 19. Mai 

2010 vom KSSG attestierten Arbeitsfähigkeit ab. Diese Abweichung hat er damit 

begründet, dass es sich bei den damals von der Beschwerdeführerin beklagten 

Schmerzen am Bein um pseudoradikuläre Schmerzen bei einer muskulärer Dysbalance 

der Beinmuskulatur gehandelt haben müsse. Die Belastbarkeit des Rückens sei daher 

nicht in dem Ausmass beschränkt, wie damals von den Neurochirurgen angenommen. 

Indem Dr. K.___ die damals mit dem Rücken in Verbindung gebrachten Beinschmerzen 

einer anderen, weniger einschränkenden Ursache hat zuweisen können, hat er den 

Unterschied zwischen seiner aktuellen und der damaligen Arbeitsfähigkeitsschätzung 

nachvollziehbar und plausibel begründet. Auch Dr. D.___ hatte im Gutachten vom 2. 

September 2011 die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin um 10% niedriger 

eingeschätzt als Dr. K.___. Dr. K.___ hat diese Abweichung damit erklärt, dass das 

Ausmass der degenerativen Veränderungen am rechten Handgelenk lediglich als 

mittelschwer und die beginnende degenerative Veränderung am Daumen als 

leichtgradig einzustufen sei. Allerdings ist die von Dr. D.___ gestellte Diagnose damals 

noch relativ ungenau gewesen (chronischer Handschmerz rechts, ICD-10 M79.6) und 

er hat auch keine Angaben zu allfälligen degenerativen Veränderungen am Handgelenk 

und/oder Daumen gemacht. Dafür hat er festgehalten, die Belastbarkeit der rechten 

Hand erscheine für repetitive Greif- und Umwendebewegungen sowie bezüglich der 

Ausübung von und der Belastung in feinmotorisch fordernden Tätigkeiten reduziert (IV-

act. 138 S. 32). Demgegenüber hat Dr. K.___ die Belastbarkeit der rechten Hand 

lediglich bei repetitiven Belastungen des Handgelenks und dem Tragen von mehr als 

5kg eingeschränkt gesehen (IV-act. 215 S. 62). Weshalb Dr. K.___ nicht der Meinung 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 20/23

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

gewesen ist, dass auch bei feinmotorischen Arbeiten Einschränkungen bestehen, 

sondern eine Arbeit als Näherin lediglich aufgrund der Lendenwirbelsäulenproblematik 

als unzumutbar qualifiziert hat, ist nicht ersichtlich. Obwohl Dr. K.___ seine 

Untersuchung sorgfältig durchgeführt zu haben scheint und die Beurteilung umfassend 

ist, hat er nicht nachvollziehbar darlegen können, weshalb er, anders als Dr. D.___, von 

einer 60%igen Arbeitsfähigkeit ausgegangen ist. Im Gutachten von Dr. D.___ lassen 

sich nämlich ebenso wenig Anhaltspunkte dafür finden, dass die rechte Hand der 

Beschwerdeführerin früher stärker eingeschränkt gewesen wäre als bei der 

Begutachtung durch Dr. K.___. Es wäre allenfalls denkbar, dass Dr. K.___ die 

Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin höher geschätzt hat, da er ihre 

Schulterproblematik - anders als Dr. D.___ - nicht mehr als die Arbeitsfähigkeit 

einschränkend qualifiziert hat. Andererseits ist den Ausführungen von Dr. K.___ nicht zu 

entnehmen, weshalb die Beschwerdeführerin in einer rücken- und handadaptierten 

Tätigkeit überhaupt zu 40% eingeschränkt sein sollte. Grundsätzlich wäre doch 

vielmehr davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin in einer Tätigkeit, die ihren 

körperlichen Einschränkungen und damit insbesondere der eingeschränkten 

Einsatzfähigkeit der rechten Hand optimal Rechnung trägt, zu 100% arbeitsfähig ist. 

Den Ausführungen von Dr. K.___ sind denn auch keine Hinweise auf eine 

Verlangsamung oder einen erhöhten Pausenbedarf zu entnehmen, die auch in einer 

adaptierten Tätigkeit zu einer Verminderung der Arbeitsfähigkeit aus rheumatologischer 

Sicht führen könnten. Damit erweist sich auch das Ergebnis der rheumatologischen 

Begutachtung als nicht überwiegend wahrscheinlich richtig.

2.5  Zusammenfassend kann nicht auf das Gutachten des asim abgestellt werden. Der 

massgebliche Sachverhalt ist somit nicht mit dem nötigen Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt. Da die Beschwerdegegnerin und nicht das 

Versicherungsgericht gemäss Art. 43 Abs. 1 ATSG mit der Sachverhaltsermittlung 

betraut ist, ist die Sache zur weiteren Abklärung an die Beschwerdegegnerin 

zurückzuweisen. Dafür hat diese, da bereits einige Zeit vergangen ist und neue 

medizinische Berichte vorliegen (vgl. act. G 11, 12, 15, 17, 19, 21, 23, 25), erneut eine 

interdisziplinäre Begutachtung durchzuführen. Dabei hat sie auch die Notwendigkeit 

einer neurochirurgischen Begutachtung zu prüfen (act. G 4.1) und darauf zu achten, 

dass insbesondere im Rahmen des psychiatrischen Gutachtens keine sprachlichen 

Barrieren die Exploration behindern.  

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 21/23

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

2.6  Sollte die erneute Begutachtung ergeben, dass die Arbeitsunfähigkeit der 

Beschwerdeführerin ein rentenrelevantes Ausmass einnimmt, wäre im Rahmen des 

Grundsatzes "Eingliederung vor Rente" zu prüfen (vgl. dazu UELI KIESER, ATSG-

Kommentar,

3. Auflage 2015, Vorbemerkungen, Rz. 81 ff.), ob die Beschwerdeführerin nicht 

allenfalls umgeschult werden könnte. Auch wenn die Beschwerdeführerin nur sehr 

schlecht Deutsch spricht und versteht, nie eine Berufsausbildung absolviert hat und in 

der Vergangenheit ausschliesslich als ungelernte Näherin gearbeitet hat (vgl. IV-act. 

145 S. 4, 212, 215 S. 45), könnte sie über besondere Fähigkeiten oder eine spezielle 

Begabung verfügen, die eine Umschulung in einen Beruf zuliessen, in dem das 

Lohnniveau deutlich über demjenigen einer durchschnittlichen Hilfsarbeiterin läge. Die 

Beschwerdegegnerin wird also zumindest eine berufsberaterische Abklärung 

durchführen müssen.

3.   

3.1  Im Sinne eines obiter dictum ist darauf hinzuweisen, dass das versicherte Risiko 

bzw. der Schaden, der durch die Invalidenrente gedeckt wird, die Invalidität, also der 

voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde Verlust der Erwerbsmöglichkeiten 

auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 8 ATSG i.V.m. Art. 

7 Abs. 1 ATSG), ist. Versichertes Gut ist somit die Erwerbsfähigkeit und nicht das 

konkrete Erwerbseinkommen einer versicherten Person. Da die Beschwerdeführerin, 

die als Näherin ein unterdurchschnittliches Einkommen erzielt hat, ohne Weiteres fähig 

gewesen wäre, eine durchschnittlich entlöhnte Hilfsarbeit auszuführen, wenn ihr der 

konkrete Arbeitsmarkt die entsprechende Möglichkeit geboten hätte, entspricht ihr 

Valideneinkommen nicht dem Einkommen als Näherin, sondern dem 

Durchschnittseinkommen der Hilfsarbeiterinnen. 

3.2  Dieses Hilfsarbeiterinneneinkommen müsste auch bei der Bestimmung des 

Invalideneinkommens als Grundlage dienen. Bei diesem Einkommen handelt es sich 

um einen Wert, bei dessen statistischer Ermittlung stets von dem Einkommen gesunder 

Arbeitnehmer ausgegangen wird. Sollte sich also ergeben, dass die 

Beschwerdeführerin in einer adaptierten Tätigkeit in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 22/23

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

ist, müsste berücksichtigt werden, dass ihre Leistungsfähigkeit nicht derjenigen einer 

gesunden Hilfsarbeiterin entsprechen würde. Diesem Umstand müsste bei der 

Invaliditätsbemessung mit einem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung getragen werden 

(vgl. BGE 126 V 75). Vorliegend würde sich ein betriebswirtschaftlich-ökonomisch 

denkender und selbst den Zwängen der freien Marktwirtschaft unterliegender 

potentieller Arbeitgeber aufgrund des Alters der Beschwerdeführerin mit hohen 

Sozialversicherungsbeiträgen konfrontiert sehen. Ausserdem könnte er der 

Beschwerdeführerin aufgrund ihrer eingeschränkten Arbeitsfähigkeit und ihres 

Belastungsprofils keine Überstunden zumuten. Er könnte sie auch nicht flexibel im 

Betrieb einsetzen. Ein betriebswirtschaftlich-ökonomisch sinnvolles Verhalten müsste 

also darin bestehen, der Beschwerdeführerin einen unter dem Zentralwert liegenden 

Bruttolohn zu bezahlen, weshalb ein Tabellenlohnabzug von mindestens 10% 

vorzunehmen wäre.

4.   

4.1  Da der Sachverhalt in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin 

unvollständig abgeklärt worden ist, ist die angefochtene Verfügung vom 16. Oktober 

2014 in teilweiser Gutheissung der Beschwerde aufzuheben. Die Sache ist zur weiteren 

Abklärung im Sinne der Erwägungen und zur anschliessenden Neuverfügung an die 

Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

4.2  Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Bei einer einzelrichterlichen Beurteilung 

erweist sich praxisgemäss eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- als angemessen. Die 

Rückweisung der Sache zur ergänzenden Abklärung und neuen Beurteilung an die 

Verwaltung ist als volles Obsiegen der Beschwerdeführerin zu werten (BGE 132 V 215 

E. 6.2). Dementsprechend ist die Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- vollumfänglich der 

Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist 

der Beschwerdeführerin zurückzuerstatten.

4.3  Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei 

Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Auch hier gilt, dass eine Rückweisung zur 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 23/23

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

weiteren Abklärung als volles Obsiegen der beschwerdeführenden Partei zu betrachten 

ist. Die Parteientschädigung wird vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne 

Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der 

Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das 

Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) 

pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Der Rechtsvertreter hat keine Honorarnote 

eingereicht. Im hier zu beurteilenden Fall erscheint aufgrund des doppelten 

Schriftenwechsels, der Einholung der Stellungnahmen von Dr. H.___ und Dr. I.___ zum 

asim-Gutachten und der zahlreichen zusätzlich eingereichten Arztberichte eine leicht 

überdurchschnittliche Parteientschädigung von Fr. 3'800.-- (inklusive Barauslagen und 

Mehrwertsteuer) als angemessen.

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.   

In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung vom 16. Oktober 2014 

aufgehoben und die Sache wird zur weiteren Abklärung und anschliessenden 

Neuverfügung im Sinne der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2.   

Die Beschwerdegegnerin hat die Gerichtskosten von Fr. 600.-- zu bezahlen; der 

geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird der Beschwerdeführerin 

zurückerstattet.

3.   

Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung von Fr. 

3'800.-- zu bezahlen.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 15.06.2017
	Art. 28 IVG, Art. 43 Abs. 1 ATSG Der medizinische Sachverhalt ist nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, da sowohl die psychiatrische als auch die rheumatologische Beurteilung ungenügend begründet ist. Zudem ist die Anamnese im psychiatrischen Gutachten aufgrund von Verständigungsschwierigkeiten fehlerhaft gewesen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 15. Juni 2017, IV 2014/527). Entscheid vom 15. Juni 2017 Besetzung Präsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Monika Gehrer-Hug und Karin Huber-Studerus; Gerichtsschreiberin Annemarie Haase Geschäftsnr. IV 2014/527 Parteien A.___, Beschwerdeführerin, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Max Imfeld, Grand & Nisple Rechtsanwälte, Oberer Graben 26, 9000 St. Gallen, gegen IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen, Beschwerdegegnerin, Gegenstand Rente Sachverhalt

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2025-07-19T07:15:34+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen