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**Case Identifier:** c2725a39-12c8-5fa4-a8da-a877c70d8403
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-04-10
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 10.04.2015 200 2014 1063
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2014-1063_2015-04-10.pdf

## Full Text

200 14 1063 IV
GRD/SCM/KRK

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil des Einzelrichters vom 10. April 2015

Verwaltungsrichter Grütter
Gerichtsschreiberin Schädeli

A.________
vertreten durch seine Beiständin B.________
vertreten durch C.________, Fürsprecherin D.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern 
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 29. September 2014

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. April 2015, IV/14/1063, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 2000 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) 
wurde am 6. März 2013 unter anderem unter Hinweis auf multiple, schwere 
Belastungen (Drogensucht der Mutter, psychische Auffälligkeiten des Va-
ters), eine Bindungsstörung sowie eine Störung des Sozialverhaltens mit 
oppositionellem Verhalten bei der IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerde-
gegnerin) zum Leistungsbezug für eine Psychotherapie angemeldet (Akten 
der Invalidenversicherung [act. II] 1). Nach Vornahme medizinischer Ab-
klärungen (vgl. act. II 17, 19) erteilte die IVB am 8. Juli 2013 (act. II 20) 
Kostengutsprache für medizinische Massnahmen in Form einer vorläufig 
vom 1. April 2012 bis 31. März 2014 befristeten Psychotherapie.

Im Rahmen der revisionsweisen Überprüfung des Anspruchs holte die IVB 
im Mai 2014 erneut medizinische Unterlagen ein (vgl. act. II 23, 26 f., 29) 
und verfügte am 29. September 2014 (act. II 31) – nach Durchführung des 
Vorbescheidverfahrens (act. II 30) – die Aufhebung der Kostengutsprache 
für die Psychotherapie per 1. November 2014. Einer allfälligen dagegen 
erhobenen Beschwerde entzog sie die aufschiebende Wirkung. Sie erwog 
im Wesentlichen, gemäss den aktuellen medizinischen Angaben habe sich 
die Symptomatik nach einer gewissen vorübergehenden Beruhigung im 
Jahr 2013 nur wenig verändert und die Prognose sei ungewiss.

B.

Hiergegen erhob der Versicherte, vertreten durch die Beiständin 
B.________, diese vertreten durch das Sozialamt der C.________, Für-
sprecherin D.________, am 3. November 2014 Beschwerde. Er lässt die 
folgenden Anträge stellen:

«1. Die Verfügung der IV-Stelle Bern (IVB) vom 29. Septem-
ber 2014 sei aufzuheben und die Kosten für die Psycho-
therapie des Beschwerdeführers seien durch die Be-
schwerdegegnerin weiterhin zu übernehmen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. April 2015, IV/14/1063, Seite 3

2. Eventualiter sei die Sache an die Beschwerdegegnerin zurück-
zuweisen mit der Anweisung, den Beschwerdeführer fachärztlich 
untersuchen zu lassen und anschliessend über den weiteren An-
spruch auf medizinische Massnahmen neu zu befinden.

3. Die aufschiebende Wirkung der Beschwerde sei wiederherzustel-
len.

4. Dem Beschwerdeführer sei die unentgeltliche Rechtspflege zu 
gewähren.»

Mit Eingabe vom 12. Dezember 2014 führte Fürsprecherin D.________ 
ergänzend zum Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege aus, der Be-
schwerdeführer verfüge über eine Beistandschaft nachdem seinen Eltern 
im Jahre 2008 die Obhut über ihn entzogen und er in einem Heim platziert 
worden sei. Die Kosten des vorliegenden Beschwerdeverfahrens gingen 
grundsätzlich zu Lasten der Eltern des Beschwerdeführers, diese verfügten 
aber als Sozialhilfebezüger nicht über die notwendigen Mittel zur Kosten-
übernahme.

Am 5. Januar 2015 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf eine umfas-
sende Beschwerdeantwort und beantragte die Beschwerdeabweisung.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 

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gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-
cherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Angefochten ist die Verfügung vom 29. September 2014 (act. II 31). 
Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf medizinische Massnahmen in 
Form von Psychotherapie über den 1. November 2014 hinaus. Der Verfah-
rensantrag auf Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung wird mit 
dem vorliegenden Entscheid in der Sache gegenstandslos.

1.3 Mit Blick auf die bei den Akten liegende Rechnungskopie des be-
handelnden Dr. med. E.________ (vgl. act. II 24), Facharzt für Kinder- und 
Jugendpsychiatrie FMH, und die von ihm beantragte weitere Behandlungs-
dauer von maximal eineinhalb Jahren (vgl. act. II 27 S. 1), liegt der Streit-
wert offensichtlich unter Fr. 20'000.--, weshalb die Beurteilung der Be-
schwerde in die einzelrichterliche Zuständigkeit fällt (Art. 57 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Gemäss Art. 8 Abs. 1 IVG haben invalide oder von einer Invalidität 
(Art. 8 ATSG) bedrohte Versicherte Anspruch auf Eingliederungsmass-
nahmen, soweit diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit 
oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustel-
len, zu erhalten oder zu verbessern (lit. a) und die Voraussetzungen für den 
Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind (lit. b). Zu diesen 
Massnahmen gehören nach Art. 8 Abs. 3 lit. a IVG i.V.m. Art. 12 f. IVG me-
dizinische Massnahmen.

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2.2 Versicherte haben bis zum vollendeten 20. Altersjahr Anspruch auf 
medizinische Massnahmen, die nicht auf die Behandlung des Leidens an 
sich, sondern unmittelbar auf die Eingliederung ins Erwerbsleben oder in 
den Aufgabenbereich gerichtet und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit 
oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, dauernd und 
wesentlich zu verbessern oder vor wesentlicher Beeinträchtigung zu be-
wahren (Art. 12 Abs. 1 IVG).

2.2.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 der Verordnung über die Invalidenversiche-
rung vom 17. Januar 1961 (IVV; SR 831.201) gelten als medizinische 
Massnahmen im Sinne von Art. 12 IVG chirurgische, physiotherapeutische 
und psychotherapeutische Vorkehren, die eine als Folgezustand eines Ge-
burtsgebrechens, einer Krankheit oder eines Unfalls eingetretene Beein-
trächtigung der Körperbewegung, der Sinneswahrnehmung oder der Kon-
taktfähigkeit zu beheben oder zu mildern trachten, um die Erwerbsfähigkeit 
oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, dauernd und 
wesentlich zu verbessern oder vor wesentlichen Beeinträchtigungen zu 
bewahren. Die Massnahmen müssen nach bewährter Erkenntnis der medi-
zinischen Wissenschaft angezeigt sein und den Eingliederungserfolg in 
einfacher und zweckmässiger Weise anstreben.

2.2.2 Die Invalidenversicherung übernimmt grundsätzlich nur solche me-
dizinische Vorkehren, die unmittelbar auf die Beseitigung oder Korrektur 
stabiler oder wenigstens relativ stabilisierter Defektzustände oder Funkti-
onsausfälle hinzielen und welche die Wesentlichkeit und Beständigkeit des 
angestrebten Erfolges gemäss Art. 12 Abs. 1 IVG voraussehen lassen. Bei 
nichterwerbstätigen minderjährigen Versicherten ist zu beachten, dass die-
se als invalid gelten, wenn ihr Gesundheitsschaden künftig wahrscheinlich 
eine Erwerbsunfähigkeit zur Folge haben wird (Art. 5 Abs. 2 IVG). Nach der 
Rechtsprechung können daher medizinische Vorkehren bei Jugendlichen 
schon dann überwiegend der beruflichen Eingliederung dienen und trotz 
des einstweilen noch labilen Leidenscharakters von der Invalidenversiche-
rung übernommen werden, wenn ohne diese Vorkehren eine Heilung mit 
Defekt oder ein sonst wie stabilisierter Zustand einträte, wodurch die Be-
rufsbildung oder die Erwerbsfähigkeit oder beide beeinträchtigt würden (vgl. 
die Entscheide des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG] vom 

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10. Dezember 2001, I 340/00, E. 2 und vom 9. August 2007, I 32/06, 
E. 6.1.1).

2.2.3 Nach Art. 12 IVG sind nur solche Vorkehren von der Invalidenversi-
cherung zu übernehmen, die "nicht auf die Behandlung des Leidens an 
sich", also nicht auf die Heilung oder Linderung labilen pathologischen Ge-
schehens gerichtet sind. Bei nichterwerbstätigen Minderjährigen können 
medizinische Vorkehren schon dann von der Invalidenversicherung über-
nommen werden, wenn ohne Behandlung das (labile) Leiden mit hinrei-
chender Wahrscheinlichkeit zu einem schwer korrigierbaren, die spätere 
Ausbildung und Erwerbsfähigkeit erheblich behindernden, stabilen patholo-
gischen Zustand führen würde. Dabei muss prognostisch erstellt sein, dass 
ohne die vorbeugende Behandlung in naher Zukunft eine bleibende Beein-
trächtigung eintreten würde. Gleichzeitig muss ein ebenso stabiler Zustand 
herbeigeführt werden können, in welchem vergleichsweise erheblich ver-
besserte Voraussetzungen für die spätere Ausbildung und Erwerbsfähigkeit 
bestehen. Daraus folgt, dass eine therapeutische Vorkehr, deren Wirkung 
sich in der Unterdrückung von Symptomen erschöpft, nicht als medizini-
sche Massnahme im Sinne des Art. 12 IVG gelten kann, selbst wenn sie im 
Hinblick auf die schulische und erwerbliche Eingliederung unabdingbar ist. 
Denn sie ändert am Fortdauern eines labilen Krankheitsgeschehens nichts 
und dient dementsprechend nicht der Verhinderung eines stabilen patholo-
gischen Zustandes. Deswegen genügt auch eine günstige Beeinflussung 
der Krankheitsdynamik allein nicht, wenn eine spontane, nicht kausal auf 
die therapeutische Massnahme zurückzuführende Heilung zu erwarten ist, 
oder wenn die Entstehung eines stabilen Defekts mit Hilfe von Dauerthera-
pie lediglich hinausgeschoben werden soll. Ein Zustand, der sich nur dank 
therapeutischer Massnahmen einigermassen im Gleichgewicht halten lässt, 
ist keine stabile Folge von Krankheit, Unfall oder Geburtsgebrechen. Ein 
solcher Zustand ist zwar, solange er im Gleichgewicht bewahrt werden 
kann, stationär, nicht aber im Sinne der Rechtsprechung stabil. Um eine 
von der Invalidenversicherung nicht zu übernehmende Behandlung des 
Leidens an sich geht es somit in der Regel bei der Heilung oder Linderung 
eines labilen pathologischen Geschehens. Eine Psychotherapie bei Minder-
jährigen kann von der Invalidenversicherung nur übernommen werden, 
wenn sie keinen Dauercharakter hat, also nicht zeitlich unbegrenzt erfor-

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derlich sein wird (Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 12. Januar 
2011, 8C_648/2010, E. 2.2; vgl. zur zeitlichen Beschränkung der Psycho-
therapie auch den Entscheid des BGer vom 23. November 2010, 
9C_430/2010, E. 3). 

2.2.4 Zur Beantwortung der Frage, ob bei labilen Gesundheitsverhältnis-
sen mittels medizinischer Massnahmen einem Defektzustand vorgebeugt 
werden kann, welcher die Berufsbildung oder Erwerbsfähigkeit voraussicht-
lich erheblich beeinträchtigen würde, bedarf es im Allgemeinen eines 
fachärztlichen Berichts. Diese medizinische Beurteilung darf sich nicht mit 
einem pauschalen Hinweis auf die mögliche Verbesserung oder Erhaltung 
von Berufs- und Erwerbsfähigkeit begnügen (vgl. EVG I 32/06, E. 6.1.3 
hiervor).

2.3 Nach Art. 13 Abs. 1 IVG haben Versicherte bis zum vollendeten 20. 
Altersjahr Anspruch auf die zur Behandlung von Geburtsgebrechen (Art. 3 
Abs. 2 ATSG) notwendigen medizinischen Massnahmen. Der Bundesrat 
bezeichnet die Gebrechen, für welche diese Massnahmen gewährt werden; 
er kann die Leistung ausschliessen, wenn das Gebrechen von geringfügi-
ger Bedeutung ist (Art. 13 Abs. 2 IVG).

2.4 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-

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gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

3.

Den medizinischen Akten lassen sich im Wesentlichen die folgenden An-
gaben entnehmen:

3.1 Dr. med. E.________ diagnostizierte im Bericht vom 29. Juni 2013 
(act. II 17) eine hyperkinetische Störung des Sozialverhaltens (ICD-10 
F90.1) sowie eine Bindungsstörung des Kindesalters mit Enthemmung 
(ICD-10 F94.2), beide Diagnosen erstmals gestellt im Jahre 2011. Der Ge-
sundheitszustand sei besserungsfähig und durch medizinische Massnah-
men in Form von Psychotherapie könne eine spätere Eingliederung ins 
Erwerbsleben wesentlich verbessert werden. Aufgrund der lebensge-
schichtlichen Belastungen sowie der Störung des Beziehungsverhaltens sei 
die Indikation für die Psychotherapie gegeben. Wenn eine Weiterbehand-
lung unterbleibe sei so gut wie sicher, dass die Verhaltensstörungen nicht 
in den Griff bekommen würden und der Beschwerdeführer als Erwachsener 
auffällig und wahrscheinlich beruflich nicht oder nur sehr schwer integrier-
bar sein werde. Die Behandlung werde voraussichtlich bis Schulabschluss 
in zwei Jahren dauern. Betreffend die Bindungsstörung sei eine weiterge-
hende oder vollständige Heilung des Leidens wahrscheinlich nur mittels 
langfristiger Psychotherapie (allenfalls mit Pausen) zu erreichen. Hinsicht-
lich der hyperkinetischen Störung sei von einer guten Prognose bezüglich 
des Selbstmanagements und der Verhaltenskontrolle auszugehen. Ob die 
Medikation über das Jugendalter hinaus notwendig sein werde, könne mo-
mentan nicht abgeschätzt werden.

3.2 Im Verlaufsbericht vom 7. Juli 2014 (act. II 27) hielt Dr. med. 
E.________ fest, dass sich die Symptomatik seit dem letzten Bericht von 
2013 leider nur wenig verändert habe. Im Laufe des Jahres 2013 sei eine 
gewisse Beruhigung eingetreten, in den letzten Monaten aber wieder ver-

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mehrt ein oppositionell-aggressives Verhalten zu beobachten. Damit seien 
auch die Schulleistungen allgemein etwas weniger gut, wobei die Promoti-
on nicht gefährdet sei. Die Psychotherapie habe sich schwierig gestaltet; 
aufgrund der Störung (mit Selbstwertproblemen, Misstrauen, oppositionel-
ler Haltung) und vor dem Hintergrund latenter Konflikte und Ambivalenzen 
im Helfer- und Familiensystem sei auch der Beschwerdeführer ambivalent 
geworden, sei phasenweise sogar im Widerstand gewesen. Viele wichtige 
Themen für die Therapie hätten nicht angegangen werden können. Immer-
hin habe im Frühling 2014 ein geordneter, koordinierter Absetzversuch des 
Medikaments durchgeführt werden können, wobei bisher keine Verschlech-
terung eingetreten sei. Die Verbesserung des Problemverhaltens (Verwei-
gerung, Grenzüberschreitung, Stehlen) und die schulische Stabilisierung 
seien mittelfristig zu erreichen, wobei Dr. med. E.________ bis zu einer 
deutlichen Verbesserung mit einem bis eineinhalb Jahren rechne. Der Auf-
bau von Selbstvertrauen und die Identitätsfindung seien mittel- bis langfris-
tige Ziele, die in diesem Zeitraum nur teilweise erreicht werden könnten.

3.3 Die Ärztin des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD), Dr. med. 
F.________, Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin FMH, diagnostizier-
te in ihrer Stellungnahme vom 28. Juli 2014 (act. II 29) eine hyperkinetische 
Störung des Sozialverhaltens (ICD-10 F90.1) und eine Bindungsstörung 
des Kindesalters mit Enthemmung (ICD-10 F94.2). Aufgrund der medizini-
schen Unterlagen (Verlaufsbericht von Dr. med. E.________, vgl. E. 3.2 
hiervor) habe sich die Symptomatik nach einer gewissen vorübergehenden 
Beruhigung im Jahr 2013 nur wenig verändert. In der Schule komme der 
Beschwerdeführer ohne Medikamente zurecht. Die Prognose sei ungewiss 
und die Psychotherapie gemäss Art. 12 IVG könne nicht verlängert werden.

4.

4.1 Mangels Vorliegens eines Geburtsgebrechens ist eine Leistungs-
pflicht der Invalidenversicherung für die psychotherapeutische Behandlung 
im Rahmen von Art. 13 IVG zu Recht nicht umstritten (vgl. E. 2.3 hiervor). 
Es bleibt lediglich zu prüfen, ob eine solche gemäss Art. 12 i.V.m. Art. 5 

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Abs. 2 IVG und Art. 8 Abs. 2 ATSG über den 1. November 2014 hinaus in 
Betracht fällt.

4.2 Die Beschwerdegegnerin hat sich in der hier angefochtenen, die 
Kostengutsprache für Psychotherapie (vgl. act. II 20) aufhebenden Verfü-
gung vom 29. September 2014 (act. II 31) massgeblich auf den Bericht der 
RAD-Ärztin Dr. med. F.________ vom 28. Juli 2014 (act. II 29) bzw. den 
Verlaufsbericht von Dr. med. E.________ vom 7. Juli 2014 (act. II 27) ge-
stützt. Diese erfüllen die von der höchstrichterlichen Rechtsprechung an 
den Beweiswert eines medizinischen Berichts gestellten Anforderungen 
(vgl. E. 2.4 hiervor) und überzeugen. Unter Berücksichtigung des Verlaufs-
berichts von Dr. med. E.________ (act. II 27) legte Dr. med. F.________ 
einleuchtend und nachvollziehbar dar, dass sich die Symptomatik des Be-
schwerdeführers im Laufe des Jahres 2013 zwar vorübergehend beruhigt 
hat, insgesamt jedoch keine wesentliche Veränderung des Gesundheitszu-
standes eingetreten ist. Aus den medizinischen Unterlagen – insbesondere 
aus dem Bericht von Dr. med. E.________ vom 29. Juni 2013 (act. II 17) – 
geht hervor, dass der Beschwerdeführer offenbar seit dem Eintritt in die 
Klinik G.________ am 19. April 2011 eine fachgerechte Behandlung erhält. 
Dr. med. E.________ ging damals von einer voraussichtlichen Behand-
lungsdauer von zwei Jahren aus, wobei im Anschluss zu evaluieren sei, ob 
eine Weiterbehandlung sinnvoll und angezeigt sei. Mit vom 1. April 2012 
bis 31. März 2014 befristeter Kostenübernahme für die Psychotherapie 
(vgl. act. II 20) hat die Beschwerdegegnerin dem Antrag bzw. zweijährigen 
Behandlungsplan von Dr. med. E.________ – insbesondere gestützt auf 
die Ausführungen des RAD, wonach die Therapie einmal pro Woche 
während zwei Jahren übernommen werden könne (vgl. act. II 19 S. 2) – 
rückwirkend entsprochen. Im Verlaufsbericht vom 7. Juli 2014 hielt Dr. 
med. E.________ unter anderem fest, hinsichtlich der Symptomatik habe 
sich seit Juni 2013 leider nur wenig verändert und die gefassten Ziele hät-
ten bisher kaum erreicht werden können. Es bedürfe nun einer Klärung der 
Konflikte und Unklarheiten im Helfer- / Familiensystem, damit sich der Be-
schwerdeführer besser auf die Therapie einlassen könne (vgl. act. II 27 
S. 1). 

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4.3 Unter Berücksichtigung des unklaren weiteren Therapieverlaufs und 
der Tatsache, dass zuerst die Umstände im näheren Umfeld des Be-
schwerdeführers geklärt werden müssen, ist weder die Voraussetzung der 
günstigen Prognose noch jene eines absehbaren Endes der durchgeführ-
ten Psychotherapie erfüllt. Zu letzterer Voraussetzung ist insbesondere auf 
die Aussage von Dr. med. E.________ vom 29. Juni 2013 hinzuweisen, 
wonach betreffend die Bindungsstörung eine weitergehende oder vollstän-
dige Heilung des Leidens wahrscheinlich nur mittels langfristiger Psycho-
therapie zu erreichen sei (vgl. E. 3.1 hiervor). Weiter ist darauf hinzuwei-
sen, dass es sich bei der vorab notwendigen Lösung von Konflikten und 
Unklarheiten im Helfer- und Familiensystem um IV-fremde Faktoren han-
delt, die nicht zum Leistungsbezug berechtigen. Schliesslich ist hinsichtlich 
der vom Beschwerdeführer beantragten weiteren fachärztlichen Untersu-
chung (vgl. Beschwerde) festzuhalten, dass davon – insbesondere mit den 
soeben erwähnten gegenwärtigen Unklarheiten im Helfer- und Familiensys-
tem – keine neuen Erkenntnisse zu erwarten sind. Demnach ist in antizi-
pierter Beweiswürdigung auf weitere medizinische Abklärungen zu verzich-
ten (vgl. BGE 122 V 157 E. 1d S. 162).

4.4 Nach dem Dargelegten sind die Voraussetzungen für die Kosten-
übernahme der medizinischen Massnahme in Form von Psychotherapie 
nicht erfüllt, womit die Beschwerdegegnerin die Verfügung vom 29. Sep-
tember 2014 (act. II 31) – mit Aufhebung der Kostengutsprache ab 1. No-
vember 2014 – zu Recht erlassen hat. Die dagegen erhobene Beschwerde 
erweist sich daher als unbegründet und ist abzuweisen.

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen.

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Die besonderen Umstände des vorliegenden Falls erlauben es, auf das 
Erheben von Verfahrenskosten zu verzichten (Art. 108 Abs. 1 VRPG; BGE 
138 V 122 E. 1 S. 124).

5.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht gemäss Art. 1 Abs. 1 
IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG kein Anspruch auf eine Parteientschädigung 
(Umkehrschluss).

5.3 Das Verfahren betreffend das Gesuch um unentgeltliche Rechts-
pflege ist unter Berücksichtigung des Verzichts auf das Erheben von Ver-
fahrenskosten (vgl. E. 5.1 hiervor) als gegenstandslos geworden vom Ge-
schäftsverzeichnis abzuschreiben.

Demnach entscheidet der Einzelrichter:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch eine Parteientschä-
digung zugesprochen.

3. Das Verfahren betreffend das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege 
wird als gegenstandslos geworden vom Geschäftsverzeichnis abge-
schrieben.

4. Zu eröffnen (R):
- C.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

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Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.