# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1f4f3137-df62-57b8-b0cf-95f208fe42c9
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-07-26
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 26.07.2010 A-3003/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-3003-2009_2010-07-26.pdf

## Full Text

Abtei lung I
A-3003/2009
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 6 .  J u l i  2 0 1 0

Richter Daniel Riedo (Vorsitz), 
Richterin Salome Zimmermann, Richter Pascal Mollard, 
Gerichtsschreiber Urban Broger.

A._______,
vertreten durch B._______,
Beschwerdeführer,

gegen

Eidgenössische Steuerverwaltung ESTV,
Hauptabteilung Mehrwertsteuer, 3003 Bern,
Vorinstanz.

MWST; baugewerblicher Eigenverbrauch
(Q04/2002 - Q04/2006).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

A-3003/2009

Sachverhalt:

A.
A._______  wurde auf eigenes Begehren hin per 10. Dezember 2002 
im Register der Mehrwertsteuerpflichtigen der Eidgenössischen Steu-
erverwaltung (ESTV) eingetragen. Im Fragebogen zur Abklärung der 
Steuerpflicht hatte er angegeben, seine Geschäftstätigkeit bestehe im 
Erstellen,  Kaufen,  Verkaufen und  Verwalten  von Immobilien. Konkret 
sei der Bau von vier Einfamilienhäusern geplant, wobei die ungefähre 
Bausumme Fr. 1.5 Mio. betrage und am 10. Dezember 2002 mit dem 
Bau begonnen werde. Die Häuser würden später verkauft oder vermie-
tet.

B.
Zwischen A._______ und der ESTV kam es in der Folge zu einer Aus-
einandersetzung insbesondere darüber, ob baugewerblicher Eigenver-
brauch vorliege und wie darüber abzurechnen sei. Schliesslich führte 
die ESTV am 4. und 5. Oktober 2006 eine Kontrolle der Q04/2002 bis 
Q04/2006 durch. Sie stellte fest, dass der Steuertatbestand des bau-
gewerblichen Eigenverbrauchs erfüllt war, errechnete für die Zeit vom 
10. Dezember 2002 bis 30. Juni 2006 Eigenverbrauchssteuern in der 
Höhe von Fr. 1'455.-- und erstellte aus technischen Gründen eine Gut-
schriftsanzeige  über  Fr. 1'551.70.  Im  Beiblatt  zur  Gutschriftsanzeige 
wies die ESTV gleichzeitig darauf hin, dass gemäss Kontoauszug ein 
Auszahlungsüberschuss von Fr. 28'407.55 vorliege. Zusammen mit der 
geschuldeten  Eigenverbrauchssteuer  (Fr. 1'455.--)  seien  der  ESTV 
Fr. 29'862.55  zu  überweisen  («Guthaben  der  Steuerverwaltung  aus 
bisherigem Zahlungsverkehr»).

C.
A._______  war mit der Abrechnung nicht einverstanden, weshalb die 
ESTV am 12. Juli  2007 einen Entscheid  erliess und diesen mit  Ein-
spracheentscheid  vom 8. April  2009  bestätigte. Sie  verfügte  sinnge-
mäss, A._______ schulde der ESTV für die Steuerperioden Q04/2002 
bis Q04/2006 (10. Dezember 2002 bis 31. Dezember 2006) Mehrwert-
steuern  in  der  Höhe von Fr. 29'762.--. Dieser  Betrag werde mit  Vor-
steuerüberschüssen  der  Steuerperioden  Q02/2007,  Q03/2008  und 
Q04/2008 in der Höhe von insgesamt Fr. 16'329.90 verrechnet. Dem-
zufolge habe  A._______  der ESTV für die Steuerperioden Q04/2002 
bis Q04/2006 noch Fr. 13'432.10 zu bezahlen.

Seite 2

A-3003/2009

D.
Mit  Eingabe vom 8. Mai  2009 erhob  A._______  beim Bundesverwal-
tungsgericht Beschwerde mit dem sinngemässen Antrag, der Einspra-
cheentscheid sei aufzuheben. Die ESTV sei bei der Berechnung von 
falschen Zahlen ausgegangen. Die Gutschrift müsse per Q04/2003 er-
stellt werden, da ab Q01/2004 «kein Geld mehr geflossen» sei.

E.
Die ESTV hat sich am 8. Juli 2009 zur Beschwerde vernehmen lassen. 
Sie beantragt deren vollumfängliche Abweisung unter Kostenfolgen zu-
lasten des Beschwerdeführers.

F.
Auf weitere Vorbringen und Eingaben der Parteien wird – soweit ent -
scheidwesentlich – in den Erwägungen eingegangen. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Angefochten ist ein Einspracheentscheid der ESTV und damit eine 
Verfügung nach Art. 5  des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 
über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021). Das Bundesver-
waltungsgericht  ist  zuständige Beschwerdeinstanz (Art. 31,  Art. 32  e 
contrario  und Art. 33  Bst. d  des Bundesgesetzes vom 17. Juni  2005 
über das Bundesverwaltungsgericht [VGG, SR 173.32]). Auf die form- 
und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten.

1.2 Am  1. Januar  2010  ist  das  Mehrwertsteuergesetz  vom  12. Juni 
2009 (MWSTG, SR 641.20) in Kraft getreten. Die bisherigen gesetzli-
chen Bestimmungen sowie die darauf gestützt erlassenen Vorschriften 
bleiben grundsätzlich weiterhin auf alle während ihrer Geltungsdauer 
eingetretenen  Tatsachen  und  entstandenen  Rechtsverhältnisse  an-
wendbar (Art. 112 Abs. 1 MWSTG). Vorliegend ist ein Sachverhalt be-
troffen, der zwischen dem 10. Dezember 2002 bis 31. Dezember 2006 
eingetreten ist. Er ist deshalb materiell nach dem für diese Zeit gel ten-
den Bundesgesetz vom 2. September 1999 über die Mehrwertsteuer 
(aMWSTG, AS 2000 1300) zu beurteilen.

1.3 Demgegenüber ist – unter Vorbehalt der die Bezugsverjährung be-
treffenden Bestimmungen – das neue mehrwertsteuerliche Verfahrens-
recht im Sinn von Art. 113 Abs. 3 MWSTG auf sämtliche im Zeitpunkt 

Seite 3

A-3003/2009

des Inkrafttretens hängige Verfahren anwendbar. Allerdings ist Art.  113 
Abs. 3 MWSTG insofern restriktiv auszulegen, als nur eigentliche Ver-
fahrensnormen sofort auf hängige Verfahren anzuwenden sind, und es 
dabei nicht zu einer Anwendung von neuem materiellen Recht auf alt -
rechtliche Sachverhalte kommen darf (ausführlich: Urteil des Bundes-
verwaltungsgerichts A-1113/2009 vom 23. Februar 2010 E. 1.3). Kein 
Verfahrensrecht in diesem engen Sinn stellt im vorliegenden Fall etwa 
das nachfolgend in E. 2.6 abgehandelte Thema des Rückbehalts von 
Vorsteuern zu Sicherungszwecken dar, so dass vorliegend diesbezüg-
lich  noch altes Recht  anwendbar  ist. Keine Anwendung findet  damit 
Art. 94 Abs. 1 MWSTG, dessen Wortlaut aber ohnehin mit jenem von 
Art. 71 Abs. 1 aMWSTG korrespondiert.

2.
2.1 Der  Bund  erhebt  eine  allgemeine  Verbrauchssteuer  nach  dem 
System der Netto-Allphasensteuer mit Vorsteuerabzug (Mehrwertsteu-
er; Art. 130 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossen-
schaft vom 18. April 1999 [BV, SR 101]; Art. 1 Abs. 1 aMWSTG). Mehr-
wertsteuerpflichtig wird gemäss dem hier anwendbaren aMWSTG, wer 
eine mit  der Erzielung von Einnahmen verbundene gewerbliche oder 
berufliche Tätigkeit selbständig ausübt – auch wenn die Gewinnabsicht 
fehlt –, sofern seine Lieferungen, seine Dienstleistungen und sein Ei-
genverbrauch  im Inland jährlich  gesamthaft  Fr. 75'000.--  übersteigen 
(Art. 21 Abs. 1 aMWSTG).

2.2 Der Steuer unterliegen die in Art. 5 aMWSTG aufgezählten, durch 
steuerpflichtige Personen getätigten Umsätze, sofern diese nicht aus-
drücklich  von  der  Steuer  ausgenommen  sind.  Unter  die  ausgenom-
menen  Umsätze  fallen  u.a.  solche  aus  Übertragung  und  Bestellung 
von dinglichen Rechten an Grundstücken (Art. 18 Ziff. 20 aMWSTG) 
sowie gewisse Umsätze aus Überlassung von Grundstücken zum Ge-
brauch oder zur Nutzung (Art. 18 Ziff. 21 aMWSTG). Wird ein Umsatz 
von der  Steuer  ausgenommen,  darf  die  Steuer  auf  den  Lieferungen 
und den Einfuhren von Gegenständen sowie auf den Dienstleistungen, 
die zwecks Erzielung eines solchen Umsatzes im In- und Ausland ver-
wendet  werden,  nicht  als  Vorsteuer  abgezogen  werden  (Art. 17 
aMWSTG), es sei denn, es werde nach Art. 26 aMWSTG für die Ver-
steuerung optiert. Für die Versteuerung der Umsätze gemäss Art. 18 
Ziff. 20 und 21 aMWSTG kann optiert werden, wobei der Wert des Bo-
dens davon ausdrücklich ausgeschlossen ist  und die Umsätze nach-
weislich  gegenüber  inländischen  steuerpflichtigen  Personen  erbracht 

Seite 4

A-3003/2009

werden müssen (Art. 26 Abs. 1 Bst. b aMWSTG). Die Optierung muss 
von der ESTV bewilligt werden (Art. 26 Abs. 1 aMWSTG).

2.3 Gemäss Art. 5 Bst. c aMWSTG bildet  der Eigenverbrauch im In-
land  einen  eigenen  Steuertatbestand.  Eigenverbrauch  liegt  gemäss 
Art. 9  Abs. 2  Bst. a  aMWSTG  auch  vor,  wenn  die  steuerpflichtige 
Person an bestehenden oder neu zu erstellenden Bauwerken, die zur 
entgeltlichen Veräusserung  oder  entgeltlichen  Überlassung  zum 
Gebrauch  oder  zur  Nutzung  bestimmt  sind  (Art. 18  Ziff. 20  und  21 
aMWSTG), Arbeiten vornimmt oder vornehmen lässt und hiefür nicht 
für die Versteuerung optiert. Der baugewerbliche Eigenverbrauch soll 
sicherstellen, dass Bauwerke, die für den Verkauf oder für  die Über-
lassung  zum  Gebrauch  oder  zur  Nutzung  bestimmt  sind,  also  für 
Zwecke verwendet werden, die den Vorsteuerabzug ganz oder teilwei-
se ausschliessen, steuerlich in gleichem Ausmass erfasst werden, wie 
wenn  sie  von  Dritten  steuerbelastet  bezogen  worden  wären  (Parla-
mentarische Initiative betreffend Bundesgesetz über die Mehrwertsteu-
er, Bericht der Kommission für Wirtschaft und Abgaben des National-
rats vom 28. August 1996, BBl 1996 V 713, 735).

2.4 Das  eigentliche  Ziel  des  Eigenverbrauchs  ist  es,  unbesteuerten 
Endverbrauch zu verhindern,  und zwar  dort,  wo der  Steuerpflichtige 
steuerentlastete  Leistungsbezüge  und  eigene  Leistungen  bestim-
mungswidrig nicht der entgeltlichen Fremdversorgung, sondern der un-
entgeltlichen Selbstversorgung zuführt (DANIEL RIEDO,  Vom Wesen der 
Mehrwertsteuer als allgemeine Verbrauchsteuer und von den entspre-
chenden  Wirkungen  auf  das  schweizerische  Recht,  Bern  1999, 
S. 148 ff. mit Hinweisen, insbesondere S. 155; DANIEL RIEDO, mwst.com, 
Kommentar zum Bundesgesetz über die Mehrwertsteuer, Basel 2000 
[hiernach: mwst.com], N 20 ff. zu Art. 9 aMWSTG; ALOIS CAMENZIND/NIK-
LAUS HONAUER/KLAUS A. VALLENDER, Handbuch zum Mehrwertsteuergesetz 
[MWSTG], Bern 2003, 2. Aufl., S. 141 ff.).

2.5 Das Mehrwertsteuergesetz stellt hohe Anforderungen an die steu-
erpflichtige  Person,  indem  es  ihr  wesentliche,  in  anderen  Veranla-
gungsverfahren  der  Steuerbehörde  obliegende,  Vorkehren  überträgt 
(Selbstveranlagungsprinzip, Art. 46 f. aMWSTG; vgl. ERNST BLUMENSTEIN/ 
PETER LOCHER, System des Schweizerischen Steuerrechts, 6. Aufl., Zü-
rich 2002, S. 421 ff.). So hat sie namentlich selber zu bestimmen, ob 
sie die Voraussetzungen für  die Steuerpflicht  erfüllt  bzw. ob die Vor-
aussetzungen für die Beendigung der Steuerpflicht gegeben sind (Ur-

Seite 5

A-3003/2009

teil des Bundesgerichts 2A.109/2005 vom 10. März 2006 E. 2.1; Urteil 
des  Bundesverwaltungsgerichts  A-1429/2006  vom  29. August  2007 
E. 2.1; GERHARD SCHAFROTH/DOMINIK ROMANG, mwst.com, N 1 ff. zu Art. 56). 
Die Erfüllung der Pflicht zur Anmeldung als steuerpflichtige Person so-
wie die Steuerabrechnungen und -ablieferungen werden von der ESTV 
überprüft (Art. 62 Abs. 1 aMWSTG). Im Rahmen einer Steuerrevision 
festgestellte  Mängel  werden  mittels  Ergänzungsabrechnungen  korri-
giert, die aber nicht als Verfügungen gelten (Urteil des Bundesgerichts 
2A.339/2003  vom  18. Februar  2004  E. 4.2).  Nach  Art. 63  aMWSTG 
trifft die ESTV einen Entscheid insbesondere dann, wenn der Bestand 
oder Umfang der Steuerforderung oder der Mithaftung, des Vorsteuer-
abzugs oder des Anspruchs auf Rückerstattung von Steuern streitig ist 
(Art. 63 Abs. 1 Bst. d aMWSTG).

2.6 Gemäss Art. 48 Abs. 1 aMWSTG ist ein Vorsteuerüberschuss zu-
gunsten  des  Steuerpflichtigen  (die  abziehbaren  Vorsteuern  der  Ab-
rechnungsperiode übersteigen die geschuldete Steuer)  grundsätzlich 
an  den  Steuerpflichtigen  auszubezahlen. Vorbehalten  bleibt  die  Ver-
rechnung  dieses  Überschusses  mit  Einfuhrsteuerforderungen,  selbst 
wenn diese noch nicht fällig sind (Art. 48 Abs. 2 aMWSTG). Ein Vor-
steuerüberschuss kann gemäss Art. 48 Abs. 3 aMWSTG auch zur Be-
richtigung  der  Selbstveranlagung  oder  zur  Steuersicherung  nach 
Art. 71 Abs. 1 aMWSTG mit Schulden für frühere Perioden verrechnet 
werden oder zur Verrechnung mit zu erwartenden Schulden für nach-
folgende Perioden gutgeschrieben werden, sofern der Steuerpflichtige 
mit  der Steuerentrichtung regelmässig im Rückstand ist  oder andere 
Gründe eine akute Gefährdung der Steuerforderung wahrscheinlich er-
scheinen  lassen  (vgl.  anstelle  zahlreicher:  Urteil  des  Bundesverwal-
tungsgerichts  A-1522/2006 vom 16. Juli  2009 E. 3.2.1;  JAN OLE LUUK/ 
STEFAN OESTERHELT/MAURUS WINZAP, EuGH Report 4/08, in: Steuer Revue 
2008 S. 894 ff., S. 903).

3.
3.1 Vorliegend ist unbestritten, dass in den Steuerperioden Q04/2002 
bis  Q04/2006  baugewerblicher  Eigenverbrauch  im  Umfang  von 
Fr. 1'455.-- vorlag. Sodann anerkennt der Beschwerdeführer, dass ihm 
die ESTV für die Steuerperioden Q04/2002 bis Q04/2006 gesamthaft 
Fr. 28'307.30 mehr ausbezahlt hat, als er einbezahlt hatte.

3.2 Streitig ist hingegen die konkrete Berechnung des Betrages, wel-
chen die ESTV dem Beschwerdeführer bzw. dieser der ESTV noch zu 

Seite 6

A-3003/2009

bezahlen hat. Die vom Beschwerdeführer geschuldete Mehrwertsteuer 
(Eigenverbrauchssteuer)  wurde  anlässlich  der  Kontrolle  vom 4.  und 
5. Oktober 2006 auf Fr. 1'455.-- festgelegt. Die ESTV wich dabei vom 
Betrag,  den  der  Steuerpflichtige  deklariertet  hatte,  bzw. von  dessen 
Selbstveranlagungen, erheblich ab. Die Gründe hierfür teilte sie ihm in 
der Gutschriftsanzeige vom 26. Oktober 2006 mit,  wobei  sie dies im 
Entscheid vom 12. Juli 2007 und schliesslich im Einspracheentscheid 
vom 8. April 2009 noch eingehender erläuterte. Zur Mehrwertsteuerfor-
derung wegen Eigenverbrauch – die, wie erwähnt, nicht mehr streitig 
ist  – kam hinzu,  dass dem Beschwerdeführer Fr. 28'307.30 (gemäss 
Beiblatt zur Gutschriftanzeige waren es noch Fr. 28'407.55) mehr aus-
bezahlt  worden  war,  als  er  der  ESTV  einbezahlt  hatte.  Dies  führte 
schliesslich  zu  dem  von  der  ESTV  eingeforderten  Betrag  von 
Fr. 29'762.30  (Fr. 28'307.30  +  Fr. 1'455.--).  Die  ESTV  hat  dem  Be-
schwerdeführer  den  Zahlungsverkehr  im  Einspracheentscheid  detail-
liert, verständlich und plausibel aufgelistet. Die Berechnung der ESTV 
erfolgte korrekt und ist nicht zu beanstanden. Nicht zu beanstanden ist 
auch, dass die ESTV den geschuldeten Betrag mit Vorsteuerguthaben 
von Fr. 16'329.90 (aus späteren Perioden) verrechnet hat und so auf 
den Endbetrag von Fr. 13'432.10 kam (vgl. E. 2.6 hievor).

Das Vorbringen des Beschwerdeführers, die ESTV gehe bei ihrer Be-
rechnung von falschen Zahlen aus, findet in den Akten keine Stütze. 
Ebenfalls nicht stichhaltig ist sein Vorbringen, die «effektive Gutschrift» 
müsse «per 4. Quartal  2003 erstellt  und berechnet werden», weil  ab 
Q01/2004 «kein Geld mehr geflossen» sei. So hat der Beschwerdefüh-
rer noch mit Schreiben vom 11. November 2005 gegenüber der ESTV 
geltend gemacht, die fragliche Überbauung werde erst Ende Jahr (d.h. 
Ende  2005)  fertiggestellt  und  man  werde  versuchen,  alsdann  eine 
endgültige und definitive Mehrwertsteuerabrechnung zu erstellen.

3.3 Aus den Ausführungen des Beschwerdeführers muss geschlossen 
werden,  dass  von einem Vorsteuerüberhang  ausgegangen wird. Der 
guten Ordnung halber sei deshalb auf das Folgende hingewiesen: Der 
Beschwerdeführer  hat  auf  eigene  Rechnung  vier  Doppeleinfamilien-
häuser erstellt. Spätere Umsätze aus Verkauf bzw. Vermietung waren 
grundsätzlich von der Mehrwertsteuer ausgenommen, aber auch nicht 
vorsteuerabzugsberechtigt  (eine  Art  «Nullsummenspiel»;  vgl.  auch 
E. 2.2 hievor). Weil nicht alle Wohnhäuser vor Baubeginn verkauft wa-
ren, erhob die ESTV Eigenverbrauchssteuern, was der Steuerpflichtige 
ausdrücklich  als  richtig  anerkennt.  Dabei  ging  sie  so  vor,  dass  nur 

Seite 7

A-3003/2009

noch  diejenigen  Aufwendungen  nachbelastet  wurden,  die  der  Be-
schwerdeführer ohne Vorsteuerbelastung eingekauft hatte. Damit wur-
de er mit  Recht so gestellt,  als ob er die Eigenleistungen mehrwert-
steuerbelastet von einem Dritten bezogen hätte (vgl. E. 2.3 und E. 2.4 
hievor). Die weiteren Rechnungen, also solche, auf welchen Mehrwert-
steuern ausgewiesen wurden, zog die ESTV wiederum zu Recht und 
diesmal  zugunsten des Beschwerdeführers  gar  nicht  erst  in  die  Be-
rechnung mit  ein. Ein Vorsteuerüberhang ist  aufgrund des Gesagten 
(zumindest in den hier  fraglichen Perioden) und entgegen der offen-
sichtlichen Meinung des Beschwerdeführers nicht möglich.

4.
Ausgangsgemäss ist die Beschwerde abzuweisen. Die Verfahrenskos-
ten in  der  Höhe  von Fr. 1'600.--  sind  bei  diesem Ausgang  dem Be-
schwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und mit dem ge-
leisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe zu verrechnen. Eine Partei-
entschädigung  an  den  Beschwerdeführer  ist  nicht  zuzusprechen 
(Art. 64 Abs. 1 VwVG a contrario).

Seite 8

A-3003/2009

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die Verfahrenskosten von Fr. 1'600.-- werden dem Beschwerdeführer 
auferlegt.  Sie  werden  mit  dem  geleisteten  Kostenvorschuss  von 
Fr. 1'600.-- verrechnet.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. _______; Gerichtsurkunde)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Daniel Riedo Urban Broger

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich-rechtli-
chen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die 
Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begeh-
ren,  deren Begründung mit  Angabe der  Beweismittel  und die Unter-
schrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel 
sind, soweit sie die beschwerdeführende Partei in Händen hat, beizu-
legen (vgl. Art. 42 BGG).

Versand:

Seite 9