# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3783a4ea-3148-5f57-85c5-46f7e77acd32
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-03-21
**Language:** de
**Title:** Unfall mit Kniefraktur, einem weiteren Distorsionstrauma und Einsetzen einer Knietotalprothese acht Jahre nach dem Erstereignis. Beweiswertige RAD-Stellungnahme, basierend auf der Suva-Untersuchung. Befristeter Rentenanspruch nach Ablauf des Wartejahrs aufgrund Spital- und Rehabilitationsaufenthalt rechtens.
**Docket/Reference:** IV.2024.00247
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2024.00247.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2024.00247
III. Kammer
Sozialversicherungsrichter Gräub, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Senn
Ersatzrichterin Gasser Küffer
Gerichtsschreiber Nef
Urteil
vom
21. März 2025
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwalt Silvan Meier Rhein
Procap
Schweiz
Frohburgstrasse 4, Postfach, 4601 Olten
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
1.1
X.___
, geboren 1973,
verfügt über keine Berufsausbildung
,
reiste im Jahr 2001 in die Schweiz ein und arbeitete
ab 2013 bei der
Y.___
GmbH
als
Fassadenisoleur
und Gipser
(
Urk.
7/1
/2
und
7/7/34
, 7/9/4
, 7/45/27
).
Am
1
7.
Juni 2014
zog
er sich beim Sprung von eine
r
Styroporplatte
eine Patellalängsfraktur
am rechten Knie
zu,
was
eine operative Revision nach sich zog
(
Urk.
7/7/87 und
Urk.
7/7/74).
Die Suva als obligatorischer Unfallversicherer sprach
dem Versicherten
mit Verfügung vom
1
6.
August
2017 basierend auf einer Erwerbsunfähigkeit von 20
%
monatliche Rentenleistungen ab
1.
September
2017
zu und richtete
gestützt auf eine Integritätseinbusse von 5
% eine Integritätsentschädigung
von
Fr.
6'300.-- aus (
Urk.
7/27)
.
Zwischenzeitlich
,
am
1.
September
2015
,
hatte sich der Versicherte
auch bei
der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug angemeldet (
Urk.
7/
9
)
. Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerbliche Situation ab
,
zog die Akten der Suva bei
und verneinte m
it
V
erfügung
vom
1
6.
Januar
201
8
bei einem ermittelten Invaliditätsgrad
von 9
%
einen
Anspruch auf eine Invalidenrente
(
Urk.
7/33)
.
1.2
Am
8.
September 2021 zog sich der Versicherte
, welcher weiterhin
in einem 70
%-Pensum für die
Y.___
GmbH tätig war (vgl.
Urk.
7/45/163-182),
eine
D
istorsion
an beiden Knien
zu
,
als er bei der Arbeit auf einer schrägen Rampe abrutschte und stürzte (
Urk.
7/45/15
und
Urk.
7/37/132).
Am 2
1.
Februar 2022
unterzog
sich
der Versicherte
einem
arthroskopische
n
Eingriff am
rechten
Knie (
Urk.
7/37/98)
und bei
weiterhin
bestehenden Ruhe- und Belastungsschmerzen
erfolgte
am 19.
Dezember 2022
die Implantation
eine
r
Knie
total
prothese
mit Retropatellarersatz
(
Urk.
7/54/
9
)
.
Am 24. August 2023 liess die Suva den Versicherten
durch
ihren
medizinischen Dienst
untersuchen
(
Urk.
7/
56
/5-13
)
.
Hierauf verfügte sie a
m
6.
Dezember 2023, dass bei dem neu ermittelten IV-Grad von 23
%
die Erheblichkeitsgrenze von 5
%
nicht erreicht sei, weshalb die bisherige Rente nicht geändert werde
(
Urk.
7/69)
.
Zuvor, a
m
1
7.
Oktober 2022
,
hatte sich der Versicherte bei
der
Invalidenversicherung erneut zum Leistungsbezug angemeldet
(
Urk.
7/
38
)
.
Die IV-Stelle klärte
hierbei wiederum
die medizinische und erwerbliche Situation ab, zog die Akten der Suva bei und
unterbreite den Fall ihrem regionalen ärztlichen Dienst (RAD). Nach dessen Stellungnahme vom 2
0.
Oktober 2023 (
Urk.
7/61/5-7) stellte sie mit Vorbescheid vom
7.
November 2023 einen befristeten Anspruch auf
eine ganze Rente vom
1.
April bis 3
0.
November 2023 in Aussicht
(
Urk.
7/64)
. Hieran hielt sie nach erhobenem Einwand (
Urk.
7/66) mit Verfügung vom
20.
März 2024 fest
(
Urk.
2)
.
2.
Gegen die Verfügung vom
2
0.
März 2024
erhob der Versicherte am 2
6.
April
20
24
Beschwerde (
Urk.
1) und beantragte (S. 2)
, es sei
ihm
über den 3
0.
November 2023 hinaus eine Invalidenrente auszurichten
;
eventualiter sei
die Angelegenheit zur Durchführung weiterer Abklärungen an die IV-Stelle zurückzuweisen.
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
5.
Juni 2024
(
Urk.
6)
mit
Verweis auf die Akten
die Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am
26
.
Februar
20
25
zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
8).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
,
ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind
ausschliesslich die Folgen
der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Eine Rente nach Abs. 1 wird nicht zugesprochen, solange die Möglichkeiten zur Eingliederung im Sinne von Art. 8 Abs. 1
bis
und 1
ter
nicht ausgeschöpft sind (Art. 28 Abs. 1
bis
IVG). Gemäss Art. 28b Abs. 1 IVG wird die Höhe des Rentenanspruchs in prozentualen Anteilen an einer ganzen Rente festgelegt. Bei einem Invaliditätsgrad von 50-69 % entspricht der prozentuale Anteil dem Invaliditätsgrad (Abs. 2). Bei einem Invaliditätsgrad ab 70 % besteht Anspruch auf eine ganze Rente (Abs. 3). Bei einem Invaliditätsgrad unter 50 % gelten die folgenden prozentualen Anteile (Abs. 4):
Invaliditätsgrad
prozentualer Anteil
49 Prozent
47.5
Prozent
48 Prozent
45
Prozent
47 Prozent
42.5
Prozent
46 Prozent
40
Prozent
45 Prozent
37.5
Prozent
44 Prozent
35
Prozent
43 Prozent
32.5
Prozent
42 Prozent
30
Prozent
41 Prozent
27.5
Prozent
40 Prozent
25
Prozent
1.3
Die rückwirkende Zusprache einer in der Höhe abgestuften und/oder zeitlich befristeten Invalidenrente richtet sich grundsätzlich nach denselben Regeln wie die Revision eines bestehenden Rentenanspruchs nach Art. 17 Abs. 1 ATSG (BGE 148 V 321 E. 7.3.1, 145 V 209 E. 5.3; Urteil des Bundesgerichts 8C_142/2023 vom 18. September 2023 E. 3.3.1). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Änderung der tatsächlichen Verhältnisse eingetreten und damit der für die Abstufung oder Befristung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts im Zeitpunkt des Rentenbeginns mit demjenigen im – nach Massgabe des analog anwendbaren Art. 88a Abs. 1
der
Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
festzusetzenden – Zeitpunkt der Anspruchsänderung (vgl. BGE 125 V 413 E. 2d mit Hinweisen; vgl. statt vieler: Urteile des Bundesgerichts 8C_375/2017 vom 25. August 2017 E. 2.2 und 8C_350/2013 vom 5. Juli 2013 E. 2.2 mit Hinweis).
Spricht die Verwaltung der versicherten Person eine abgestufte oder befristete Rente zu und wird beschwerdeweise einzig die Abstufung oder die Befristung der Leistungen angefochten, hat dies nicht eine Einschränkung des Gegenstandes des Rechtsmittelverfahrens in dem Sinne zur Folge, dass die unbestritten gebliebenen Bezugszeiten von der Beurteilung ausgeklammert blieben. Die gerichtliche Prüfung hat vielmehr den Rentenanspruch für den gesamten verfügungsweise geregelten Zeitraum und damit sowohl die Zusprechung als auch die Abstufung oder Aufhebung der Rente zu erfassen (BGE 131 V 164 E. 2.2, 125 V 413 E. 2d; Urteile des Bundesgerichts 8C_765/2007 vom 1
1.
Juli 2008 E. 2 und I 526/06 vom 3
1.
Oktober 2006 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.4
War eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert worden und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten (Art. 87 Abs. 3
IVV
), so ist im Beschwerdeverfahren zu prüfen, ob im Sinne von Art. 17 ATSG eine für den Rentenanspruch relevante Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist (BGE 117 V 198 E. 3a mit Hinweis; Urteil des Bundesgerichts I 659/04 vom 9. Februar 2005 E. 1.1).
Bei einer Neuanmeldung der versicherten Person bei der IV-Stelle sind die Revisionsregeln demnach analog anwendbar (BGE 141 V 585 E. 5.3 in
fine
, 133 V 108 E. 5.2, je mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 8C_317/2022 vom 7. September 2022 E. 2.2 mit Hinweisen).
1.5
Im gegenseitigen Verhältnis zwischen Invaliden- und Unfallversicherung besteht keine
absolute
Bindungswirkung der Invaliditätsschätzung des einen Versicherers für den jeweils anderen Sozialversicherungszweig. Die IV-Stellen und die Unfallversicherer haben die Invaliditätsbemessung in jedem einzelnen Fall selbständig vorzunehmen. Sie dürfen sich ohne weitere eigene Prüfung nicht mit der blossen Übernahme des Invaliditätsgrades des jeweils anderen Sozialversicherers begnügen
. Bereits abgeschlossene Invaliditätsfestlegungen sind mitzuberücksichtigen
(
vgl. BGE 133
V 549 E. 6, 126 V 388 E. 2d sowie Urteil des Bundesgerichts 8C_429/2021 vom 17. Mai 2022 E. 5.1, je mit Hinweisen
).
1.6
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4 mit Hinweisen; vgl. auch BGE 140 V 193 E. 3.2 mit Hinweisen).
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das Anstellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versicherungsträger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangenheit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versicherungsfall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen
(BGE 145 V 97 E. 8.5, 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung vom
2
0.
März
20
24
davon aus (
Urk.
2 S.
4
f.
),
dass
die
Abklärungen ergeben
hätten
, dass sich der Gesundheitszustand
des Beschwerdeführers
seit der Verfügung vom 1
6.
Januar 2018
verschlechtert ha
be
und
ab
September 2021 keine Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit als
Fassadenisoleur und auch keine
Arbeitsfähigkeit
in einer angepassten Arbeit
bestanden habe
.
D
a der
Rentenanspruch
frühestens
sechs Monate nach
(
Neu
-)A
nmeldung
entstehe
und
die
vorliegenden
Einschränkung
en
dem
Invaliditätsgrad
von 100
%
entsprächen, bestehe
ab
1.
April 2023 Anspruch auf eine
ganze Invalidenrente.
Gemäss
der
versicherungsmedizinische
n
Beurteilung ha
be
sich der Gesundheitszustand
verbessert und ab 2
4.
August 2023
sei
wieder
eine volle Arbeitsfähigkeit in einer angepassten
Tätigkeit ausgewiesen.
Gestützt auf statistische Werte könnte a
ls
Fassadenisoleur
ein Jahreseinkommen von
Fr.
74'839.55
und in
einer angepassten, leichten
bis mittelschwere
n
, wechselbelastende
n
Tätigkeit
als Hilfsarbeiter
ein
Jahreseinkommen von
Fr.
66'073.30 erziel
t werden
.
Daraus ergebe sich ein Invaliditätsgrad von 12
%
.
Die IV-Rente
sei damit
unter Berücksichtigung der
Verbesserung plus drei Monate
bis zum 3
0.
November 2023 auszurichten.
Infolge der Verordnungsänderung per
1.
Januar 2024 sei
beim Invalideneinkommen
zusätzlich
ein Abzug von 10
%
vorzunehmen, was
aber mit einem Invaliditätsgrad von 21
%
immer noch
nicht rententangierend
sei.
2.2
Demgegenüber stellte sich der Beschwerdeführer auf den Standpunkt (
Urk.
1 S. 4
f.
), die Suva habe unter alleiniger Berücksichtigung des verletzten Knies rechts einen Invaliditätsgrad von 20
%
ermittelt und dabei auf
einen
Validenlohn
von
Fr.
80'624.70
abgestellt
. Im hypothetischen Gesundheitsfall sei davon auszugehen, dass er weiterhin bei der damaligen Firma als Fassadenisoleur tätig
wäre
. Die Festlegung des Valideneinkommens von
Fr.
74'839.55 durch die Beschwerdegegnerin sei deshalb zu tief und gemäss
der
Suva festzulegen und dem Lohnindex anzupassen
.
Ungenügend sei auch die Aktenbeurteilung bezüglich des Gesundheitsschadens und
der
daraus resultierende
n
Arbeitsunfähigkeit, wie sie von
Dr.
Z.___
am 2
0.
Oktober 2023 vorgenommen worden sei. Aufgrund der Akten allein könne nicht beurteil
t werden
, wie stark er durch die anhaltende Schmerzsituation mit regelmässig auftretenden Schwellungen im Bereich des rechten Knies
und
bei beeinträchtigter Gehfähigkeit eingeschränkt sei. Die kreisärztliche Untersuchung vom 2
4.
August 2023
gehe
hier weiter.
N
achvollziehbar
seien dabei
die täglichen Schmerzen und die daraus resultierende
n
Beeinträchtigung
en, die
nicht nur funktional, sondern in der gesamten täglichen Dynamik beschrieben
seien
. Auch bei optimal angepasster Tätigkeit sei einleuchtend, dass
sich
dies auf die Geschwindigkeit und das Leistungsvermögen auswirke. Es seien auch weitere Beschwerden,
so
im Bereich des linken Knies, der Schulter, des Ellenbogens und der Hand, insbesondere aber auch die Schmerzproblematik im Bereich der Lendenwirbelsäule hinzuzurechnen. Diesbezüglich werde
auch
von
einer
Nervenwurzelkompression L4 rechts bei Diskushernie im Bereich L4/L5
berichtet
. Abklärungen über den Schmerzzustand und die daraus resultierende Einschränkung seien jedoch nicht getätigt worden (S. 5). In Frage zu stellen sei auch das Invalideneinkommen
, welches
ohne
leidensbedingten Abzug
berücksichtigt worden sei. Ein solcher sei
rückwirkend
ab
2020 anzurechnen
(S. 6)
.
3.
3.1
Unbestritten und aktenmässig ausgewiesen ist, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers
angesichts der
am
1
9.
Dezember 2022 erfolgte
n
Versorgung des rechten Kniegelenks mit einer Knietotalprothese revisionsrechtlich relevant verändert hat (E. 1.4), weshalb der Rentenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen ist, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 144 I 103 E. 2.1, 141 V 9 E. 2.3; Urteil des Bundesgerichts 8C_255/2024 vom 27. Januar 2025 E. 4.1, je mit Hinweisen).
Mit Blick auf die Neuanmeldung vom
1
7.
Oktober 2022
und die gesetzlichen Bestimmungen
,
wonach ein Rentenanspruch frühestens sechs Monate nach
Geltendmachung des Anspruchs
entstehen kann
(
Art.
29 IVG)
, sind die
folgenden
medizinischen Berichte
relevant:
3.2
Die Versicherungsmedizinerin der Suva,
Dr.
med.
A.___
, Fachärztin für Neurochirurgie,
führte in ihrem Bericht vom
2
4.
August 2023
(
Urk.
7/56/5-11)
folgende Diagnosen auf
(S.
5:
-
Belastungsabhängige Schmerzen Knie rechts mit/bei:
-
Status nach Patellalängsfraktur rechts
am 1
7.
Juni 2014
-
Status nach Kniearthroskopie rechts mit lateraler Teilmeniskektomie, Knorpeldébridement retropatell
ä
r und Osteosynthese der Patella
-
längsfraktur
am 1
7.
Dezember 2014
-
Status nach Kniearthroskopie rechts mit medialer und lateraler Teilmeniskektomie, Knorpeldébridement medialer Kondylus und mediales Tibiaplateau sowie retropatellär, Revision laterale Patella mit partieller Knochenentfernung, Metallentfernung und
Retinakulum
-Rekonstruktion am 2
1.
Februar 2022
-
Status nach Implantation einer Knietotalprothese mit Retropatellarersatz am 1
9.
Dezember 2022
-
Belastungsabhängige Knieschmerzen links (unfallfremd) mit/bei:
-
medial betonte
r
Gonarthrose links
Der Beschwerdeführer gebe an
(S. 3)
,
d
ie Situation habe sich
seit Implantation der Knieprothese im Dezember 2022
etwas verbessert. Er könne nun wieder gut sitzen. Er habe immer noch Probleme beim Gehen
a
b einer Gehstrecke b
eziehungsweise einer
Gehdauer
von 20 Minuten
. E
r
hab
e
dann
ein Instabilitätsgefühl im rechten Bein
. Dieses
ermüde schnell und er habe das Gefühl
,
keine Kontrolle mehr darüber zu haben. Auch treppab Gehen sei mühsam. Er habe keine permanenten Schmerzen im rechten Knie,
so zum Beispiel
aktuell beim
Sitzen
,
wenn das Knie optimal gelagert sei, sei er schmerzfrei.
Es könne jedoch sein, dass schon bei einer kleinen Bewegung auch im Sitzen eine Position erreicht werde, die wieder zu Knieschmerzen führe.
Beim Gehen habe er zunächst keine Kniebeschwerden
. N
ach zirka 20 Minuten ermüde
dann das rechte Bein
, wobei das
Instabilitätsgefühl im Vordergrund
stehe
. Dann müsse er
sich wieder hinsetzen und
a
usruhen.
Wenn er zirka
fünf
Minuten stehe, habe er das Gefühl
,
das Knie sei wie blockiert und
eingeschlafen.
M
ittlerweile
habe er
keine Anlaufschmerzen mehr
,
wenn er länger sitze oder liege.
Im Moment nehme er bei Bedarf Ponstan 500 mg
, zwei bis drei
pro Woche
,
und Dafalgan 1
’
000 mg
,
zirka
sechs
Tabletten pro Woche. An
zirka
drei Tage
n
pro Woche nehme
er
keine Schmerzmittel.
Zum Befund führte die
Ärztin aus
(S. 4)
,
auf
kurzen Strecken
zeige sich
kein Schonhinken
, der
Fersengang rechts
sei
mit Provokation von Schmerzen im rechten Knie und nach bereits einem Schritt abgebrochen
worden
.
Der
Vorfussgang
sei
beidseits möglich
,
d
er
Einbeinstand
ebenso
, rechts
jedoch
etwas unsicherer als links. Die hockende Position k
ö
nn
e
nicht eingenommen werden mit Verweis auf zu erwartende Schmerzen im rechten Knie. Die kniende Position k
önne auch
nicht eingenommen werden mit Verweis auf
die
zu erwartende
n
Schmerzen in beiden Kniegelenken.
Es bestehe ein
Schulter- und Beckengerad
e
stand
, die
Beinachsen
seien
beidseits leicht
varisch
, das rechte Knie w
erde
im Stehen nicht vollständig gestreckt
und
dennoch
sei
kein klarer Beckenschiefstand fassbar.
Links verneinte sie Hinweise auf eine Instabilität der Kreuz- und Seitenbänder ebenso wie Meniskuszeichen (S. 4 f.).
Das Belastbarkeitsprofil vom Juli 2017 sei nach der versicherungsmedizinischen Untersuchung vom Oktober 2022 ergänzt worden. An diesem Belastbarkeitsprofil
(100%ige Belastbarkeit für leichte bis mittelschwere Tätigkeiten)
sei weiterhin festzuhalten und in einer solchen angepassten Tätigkeit bestehe wieder eine Arbeitsfähigkeit zu 100
%
(S. 6).
Während der Untersuchung
habe der Beschwerdeführer
Schulterschmerzen rechts, Ellbogenschmerzen
rechts und
Schmerzen
im Bereich des rechten Daumens an
gegeben.
Es lieg
e
ein Krankengeschichten-Eintrag von
Dr.
B.___
vom 2
0.
September
2021 vor
und das Arztzeugnis von
Dr.
C.___
mit Erstbehandlung vom
9.
November
202
1.
Ellbogenschmerzen und Schmerzen im Bereich der rechten Hand
seien
weder von
Dr.
B.___
noch von
Dr.
C.___
2021 erwähnt
worden.
Schulterschmerzen
seien von
Dr.
B.___
ebenfalls nicht
erwähnt worden
,
sondern erst zwei Monate später von
Dr.
C.___
. Anlässlich der versicherungsmedizinischen Untersuchung
en
2016 und 2017
sei angegeben worden, dass der Beschwerdeführe
sich den
Ellbogen rechts
2005 oder
2006 gebrochen
habe
,
und bei der damaligen Untersuchung sei
ein Streckdefizit von 5° im rechten Ellbogen dokumentiert
worden
.
Der Beschwerdeführer habe damals auch angegeben, dass ein
Karpaltunnelsyndrom rechts
im Jahr
2007/2008 operiert w
orden sei
.
Dazu würden keine m
edizinischen Dokumente
vorliegen und
Dr.
B.___
erwähne dies und auch die Schulterschmerzen
in den Einträgen
zur Krankengeschichte
ab September 2021
nicht
mehr
(S. 7)
.
3.3
Pract. med.
D.___
,
FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
,
führte
im Verlaufsbericht vom 18. September 2023 (
Urk.
7/58/9-10)
zum
Status nach Implantation einer zementierten Knie Totalendoprothese rechts mit primärem Retropatellarersatz vom 1
9.
Dezember 2022
aus
, der Beschwerdeführer berichte über einen leicht stagnierenden Verlauf bezüglich der Belastung
sfä
higkeit. Insgesamt
betrag
e
die freie Gehstrecke maximal 20 Minuten, dann komm
e
es zu Kraftverlust und
i
ntermittierender Unsicherheit i
m
Bereich des
rechten
Knies rechts. Die Schwe
ll
neigung sei
gebessert, jedoch noch vorhanden
bei subjektiv
d
eutlich eingeschränkte
r
Gehfähigkeit
. Von Seiten des Kniegelenkes zeige sich in der aktuellen Untersuchung eine Besserung der Situation bezüglich Schwellung und auch bezüglich der Belastbarkeit
,
wobei diese mit einer freien Gehstrecke von maximal 20 Minuten mit dann auftretendem Kraftverlust und Instabilitäten noch keineswegs gut sei.
3.
4
Dr.
med.
C.___
,
Praktische Ärztin (D)
,
listete
im
Bericht
vom 2
6.
September 2023
(
Urk.
7/58/2-7)
zu Händen der Beschwerdegegnerin f
olgende Diagnosen
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
auf:
-
Zustand nach Patella-Längsfraktur rechts Oktober 2014
-
Zustand nach arthroskopischer Teilmeniskektomie, Osteosynthese der Patella Oktober 2014
-
Status nach Implantation einer zementierten Knie-Totalendoprothese rechts mit primärem Retropatellarersatz
-
Zustand nach Distorsion und Prellung beider Kniegelenke, LWS
(Lendenwirbelsäule)
,
OSG
(oberes Sprunggelenk)
recht
s
und Schulter rechts
8.
September 2021 mit aktuell zunehmenden Beschwerden im rechten Kniegelenk mit anschliessender Implantation einer Knie-Totalendoprothese rechts Dezember 2022
-
LWS-Syndrom bei Diskushernie
n
L1-2, L2-3 bis L4-5 mit Nervenwurzelkompression L4 rechts, L3 beidseits und L5 rechts, fortgeschrittene Osteochondrose mit
kleinvolumiger
Diskush
e
rnie L5/S1
Es wurde auf die Behandlung des
Beschwerdeführer
s
seit September 2021
hingewiesen und
festgehalten
,
dass die
Prognose und die Arbeitsfähigkeit aus orthopädischer und nicht aus hausärztlicher Sicht zu beurteilen
sei
en
(
Ziff.
2.7, 3.3, 4.3, 4.4).
3.5
RAD-Arzt
Dr.
med.
Z.___
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, führte in seiner Aktenbeurteilung vom 2
0.
Oktober 2023 (
Urk.
7/
61/
5-7) aus,
der Beschwerdeführer habe sich
bei einem Unfall im Juni 2014 eine nicht dislozierte Patella-Längsfraktur
rechts zu
gezogen
,
die initial konservativ
, bei
verzögerter Frakturheilung und
anhaltenden Beschwerden
am 1
7.
Dezember 2014
im Rahmen
einer
Kniearthroskopie
behandelt
worden sei.
I
m
weiteren Verlauf
mit
erneut verzögerte
r
Frakturheilung
habe sich im
Januar 2017 bildgebend eine teilweise
konsolidierte Patella-Längsfraktur rechts
gezeigt und b
ei tendenzieller Beschwerdebesserung
sei
die
konservative Therapie fortgesetzt
worden
.
In
einer
kreisärztlichen
Untersuchung im Juli 2017
sei
davon ausgegangen
worden
, dass
keine
relevante Verbesserung der A
rbeitsfähigkeit mehr zu
erreichen
sei
und
leichte bis mittelschwere
Tätigkeiten
ganztags zumutbar seien
. Bei auftretenden Gefühlsstörungen im Bereich des rechten Fusses und eine
r
Muskelschwäche
im rechten
Bein
sei am 1
8.
August 2020
eine MRI-Untersuchung der LWS
erfolgt
mit dem Befund einer mässiggradigen Osteochondrose zwischen L1-L5 m
it Nachweis von Dis
k
ushernien und einer fraglichen Nervenwurzelirritation L4 rechts foraminal, L3 rechts mehr als links sowie L5 rechts komprimierend. Am 2
1.
Februar 2022 sei
(
unter
anderen) unter den
Diagnose
n
posttraumatische mediale Gonarthrose
und
medialer Meniskushinterhornriss
eine weiter
e
Kniea
rthroskopi
e
durchgeführt worden
. B
ei belastungsabhängig deutliche
n
Schwellungszustände
n
und Belastungsschmerzen
sei schliesslich
am 1
9.
Dezember 2022
eine
Knietotalprothese mit primäre
m
Retropatellarersatz
implantiert
worden. Es sei
wiederum
zu einem verzögerten Verlauf
gekommen
mit persistierenden Gelenksergussbildungen, einer Kraftminderung
und
wiederholten Episoden des Einsinkens im Knie
. Die Suva habe per
1.
Oktober 2023 die Heilkosten- und Taggeldleistungen eingestellt
,
wobei der Beschwerdeführer während der Untersuchung noch Schulterschmerzen rechts, Ellbogenschmerzen rechts und Schmerzen im Bereich des rechten Daumen
s
angegeben
habe
. Anamnestisch
sei dazu
über Unfälle 2006/2007
berichtet worden
, auf die
der Beschwerdeführer
die Ellbogen
-
,
Da
u
men
-
und
Schulterbeschwerden zurückführe.
Als Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hielt der RAD-Arzt fest:
-
Status nach Implantation einer zementierten Knie-Totalprothese rechts mit primären Retropatellarersatz vom 1
9.
Dezember 2022
-
Lumbalgie mit fraglicher Wurzelreizung
Ohne dauerhafte Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit sei:
-
Hypothyreose
-
Status nach Karpaltunnelspaltung 2007/2008 (anamnestisch)
-
Status nach Fraktur Ellbogen rechts ca. 2005/2006 (anamnestisch)
Das
Belastungsprofil
bestehe in
leichte
n
bis allenfalls mittelschwer
en,
wechselbelastenden Tätigkeit
en
, überwiegend sitzend, ohne Heben und Tragen von Lasten über 5 kg, ohne Besteigen von Leitern oder Gerüsten, ohne repetitives Treppensteigen und ohne Tätigkeit
en
in kniender/kauernder/hockender Körperposition und ohne Körperzwangshaltungen.
In der bisherigen Tätigkeit als Fassadenbauer bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit sei
t
9.
September 202
1.
In
einer
angepasste
n
Tätigkeit gemäss dem Belastungsprofil betrage die Arbeitsunfähigkeit seit der Untersuchung vom 2
4.
August 2023 0
%
.
4.
4.1
D
ie Suva-Ärztin
Dr.
A.___
verwies
im Bericht vom
2
4.
August 2023
zum
zumutbaren Belastungsprofil auf
die
Voruntersuchung vom 1
1.
Oktober 2022 (vgl. E. 3.2 hiervor).
Dannzumal
wurde der Beschwerdeführer mit Bezug auf
die Kniebeschwerden rechts mit zunehmender Gonarth
r
ose
für
eine
leichte bis mittelschwere
,
wechselbelastende
und
mindestens
zu
ein
em
Drittel
pro Tag
im Sitzen ausgeübte
Tätigkeit
als
ganztags einsetzbar
beurteilt
.
Gewichte über 10 kg
sollten dabei
selten gehoben und nur auf kurzen Strecken getragen werden
und
h
ockende und kniende
n
Tätigkeiten sowie das Besteigen von Gerüsten und Leitern
nicht
notwendig und Treppengehen
höchstens
selten und ohne Gewichtsbelastungen über 5 kg er
forderlich sein
(
Urk.
7/45/30).
D
er RAD-Arzt
Dr.
Z.___
erachtete
demgegenüber
aus gesamtmedizini
s
cher
Sicht
lediglich noch leichte,
allenfalls mittelschwere wechselbelastende Tätigkeit
en
, überwiegend sitzend, ohne Heben und Tragen von Lasten über 5 kg, ohne Besteigen von Leitern oder Gerüsten,
ohne
repetitives Treppensteigen und Tätigkeit
en
in kniender/kauernder/hockender Körperposition
oder
Z
wangshaltungen
für zumutbar (E. 3.5 hiervor).
Der RAD-Arzt
fasste
d
amit
das
Belastungsprofil
enger als die Suva
-
Ärztin
. Dabei berücksichtigte er
nebst den reinen Unfallfolgen
am rechten Knie
zusätzliche
Einschränkungen
durch die Lumbalgie mit fraglicher Wurzelreizung
.
Das Vorbringen
,
wonach
die Beschwerdegegnerin
unfallfremde
Einschränkungen
nicht berücksichtigt
habe,
die
hinzuzurechnen
seien,
trifft
damit
ebenso wenig zu, wie dasjenige, dass die
Schmerzhaftigkeit des Geschehens und die Schwellungsneigung unberücksichtigt geblieben seien
.
Zum
Einwand,
es bestünden
auch
Beschwerden
im
linken Knie, der Schulter,
im
Ellenbogen
und
der Hand
rechts sowie an
der Lendenwirbelsäule
,
ist festzustellen, dass
sich
aufgrund der
medizinischen Berichte keine Anhaltspunkte
ergeben
, dass dadurch das vom RAD-Arzt festgelegte Belastungsprofil
noch
weitergehend eingeschränkt
sein könnte
.
D
afür sprechen
insbesondere
die
Berichte der behandelnden Ärzte
nicht.
In diesem Zusammenhang legte
die Suva-Ärztin
Dr.
A.___
(E. 4.1)
zutreffend
dar, dass die Angaben zu
Schulter
-,
Ellbogen
-
und
Daumen
schmerzen rechts zwar
in
Einträgen zur
Krankengeschichte
von
Dr.
med.
B.___
, Orthopädische Chirurgie FMH,
zu finden
sind
(vgl.
Urk.
7/45/76-97)
. So
wurde
im Eintrag vom 2
4.
August 2020 auf ein LWS-Syndrom mit mechanischer Problematik L5/S1 mit Nervenkompression
hingewiesen
(S. 17). I
m Eintrag vom
9.
April 2021
wurde
festgehalten
, dass
nebst
etwa
gleichbleibenden
Restbeschwerden im linken Knie
die
Ellbogen und Schulter
beschwerden
wieder
gut seien
,
und im
Eintrag vom 9.
Juli 2021
merkte
Dr.
B.___
an
, dass auch der Rücke
n
wieder
besser geworden
sei
(
S. 19
)
. Vor diesem Hintergrund ist
nachvollziehbar, dass
in den weiteren Eintragungen von
Dr.
B.___
ab November 2021
dazu
nichts mehr
vermerkt
wurde
(S.
20-23 und
Urk.
7/45/58)
.
Etwas anderes ergibt sich auch aus der Berichterstattung der Hausärztin
Dr.
C.___
nicht (vgl. E. 3.3 hiervor)
. D
ie Hausärztin übernahm dabei zwar
ein
LWS-Syndrom
in d
ie
Diagnoseliste
. Anhaltspunkte,
die auf eine
Behandlungsbedürftigkeit
schliessen lassen
könnten
, wurden aber keine aufgeführt
und in der Krankengeschichte ab 1
3.
Oktober 2021
fehlen Hinweise auf
diesbezüglich
e
Beschwerden
gänzlich
(
Urk.
7/58/30-33).
Die
Rückenproblematik mit entsprechender Diagnose
führte
sodann
auch
der RAD-Arzt in seiner Aktenbeurteilung
auf
und
diese
fand damit
offensichtlich
Berücksichtigung im
Belastungsprofil
.
Soweit er keine funktionell einschränkenden Beschwerden von Seiten des linken Knies berücksichtigte, korrespondiert dies ebenfalls mit der Aktenlage, beklagte der Beschwerdeführer doch bereits anlässlich der versicherungsmedizinischen Untersuchung durch
Dr.
A.___
vom 1
1.
Oktober 2022 lediglich noch linksseitige Beschwerden beim Treppensteigen (
Urk.
7/45/27) und finden sich in den späteren medizinischen Akten keine weiteren Angaben mehr zu diesbezüglichen Beschwerden.
Damit sind keine Gründe er
kennbar
,
um hinsichtlich des zumutbaren Belastungsprofils nicht auf die Einschätzung des RAD-Arztes abzustellen.
Andere medizinische Unterlagen
, die
an der
Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen
zweifeln lassen könnten, liegen
nicht vor. Damit rechtfertigen sich auch keine
weitere
n
medizinische
n
Abklärungen
(BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
).
Entsprechend ist erstellt, dass der Beschwerdeführer zwar in seiner angestammten Tätigkeit als Fassadenisoleur und Gipser seit
9.
September 2021 nicht mehr arbeitsfähig ist. In einer angepassten Tätigkeit
entsprechend dem RAD-Belastungsprofil ist der Beschwerdeführer
jedoch
spätestens seit der kreisärztlichen Untersuchung von
Dr.
A___
vom 2
4.
August 2023 überwiegend wahrscheinlich zu 100
%
arbeitsfähig. Bis zu diesem Zeitpunkt ging die Beschwerdegegnerin von einer gänzlichen Arbeitsunfähigkeit auch in angepasster Tätigkeit aus (vgl. dazu:
Urk.
7/61/7), was
mit Blick auf die
im März 2023
noch nicht abgeschlossene Rekonvaleszenz nach Knie-Totalendoprothese (vgl. Bericht von med. pract.
D___
vom
9.
März 2023,
Urk.
7/55/15-17)
grosszügig, aber vertretbar
erscheint.
4.2
4.2.1
Hinsichtlich der erwerblichen Auswirkungen der gesundheitlichen Beeinträchtigung
nach der Verbesserung des Gesundheitszustandes
, welche ab
Dezember 2023
zu berücksichtigen ist
(
Art.
88a
Abs.
2 IVV)
,
stellte die Beschwerdegegnerin
zur Berechnung des
Valideneinkommen
s auf
Tabellenwert
e
der
S
chweizerischen
Lohnstrukturerhebung
(LSE)
und dabei die
LSE TA17
Ziff.
71
(Bau- und Ausbaufachkräfte sowie verwandte Berufe) ab
und legte diese
s
mit
Fr.
74'839.55 fest
(vgl.
Urk.
7/60)
. In gleicher Weise
hatte
sie
bereits
das Valideneinkommen im Rahmen der Erstanmeldung
ermittelt
,
wobei
das
Verfahren
mit rechtskräftiger
Verfügung vom 16.
Januar 2018
abgeschlossen wurde
(
Urk.
7/30 und
Urk.
7/33)
. Das Abstellen auf Tabellenwert
e
begründete die Beschwerdegegnerin
dannzumal
mit erheblichen Einkommensschwankungen
vor Eintritt des Gesundheitsschadens (
Urk.
7/30), wobei
das maximale Einkommen des Beschwerdeführers seit seiner Einreise im Jahr 2001 gemäss
dem Auszug aus dem Individuellen Konto (IK
,
Urk.
7/44)
lediglich in den Jahren 2006
,
2007 und 2013
rund
Fr.
63'000.
--
betragen hat.
Ob dieses Vorgehen bei der Ermittlung des Valideneinkommens
im hier zu beurteilenden
Fall gerechtfertigt
wäre
, dies nachdem der Beschwerdeführer von 2016 bis 2021 weiterhin in einem 70
%-Pensum bei der
Y.___
GmbH
tätig war (
Urk.
7/44/2), kann offenbleiben. Denn selbst unter Beizug des im Jahr
2020
erzielten Einkommens von
Fr.
54'
988
.-- (
Urk.
7/44/2), welches angepasst an die Nominallohnentwicklung
im Jahr 2023
zu einem hypothetische
n
Einkommen im Gesundheitsfall von
Fr.
80'
675.25
führ
en würde
(
Fr.
54'
988
.-- : 0.7 x 1
.027
[
Nominallohnindex, Männer, 2021-2023, Ziffer 41-43, Baugewerbe/Bau]),
resultierte kein Rentenanspruch (vgl. nachfolgende E. 4.3).
Dass die Suva im Entscheid vom
6.
Dezember 2023 auf ein Valideneinkommen von
Fr.
84'462.
--
abstellte
,
ist schon mangels Bindungswirkung dieses Entscheids für das vorliegende Verfahren (E. 1.5) ohne Belang. Ausserdem ergibt
sich aus deren Begründung
, dass dazu bei
der
ehemaligen Arbeitgeber
in
des Beschwerdeführers keine aktuellen Angaben erhältlich waren (
Urk.
7/69/3)
, wie dies auch im IV-Verfahren der Fall war (
Urk.
7/48, 7/51)
.
4.2.2
Zur Ermittlung des
Invalideneinkommen
s
zog die Beschwerdegegnerin
zu Recht die
Tabellenwerte der
LSE
TA1
Ausgabe 2020
bei
, da
der Beschwerdeführer seine
Restarbeitsfähigkeit nicht verwertet
und rechtsprechungsgemäss die im Verfügungszeitpunkt aktuellst
en
veröffentlichten
Tabellenwerte anwendbar sind
(BGE 150 V 67 E. 4.2, 143 V 295 E. 4.1.3)
.
Ausgehend vom statistischen monatlichen Bruttolohn von
Fr.
5'261.-- (
Total, Kompetenzniveau 1, Männe
r) führt dies u
nter Berücksichtigung der betriebsüblichen wöchentlichen Arbeitszeit
(
Bundesamt für Statistik, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, T
03.02.03.01.04.01
)
und der Nominallohnentwicklung
für das
Jahr 202
3
zu einem
Invalideneinkommen von
Fr.
67'131.40 (
Fr.
5'261.-- x 12 : 40 x 41.7 x 1.02)
.
Aufgrund der seit
1.
Januar 2024
geänderten Gesetzeslag
e
(vgl.
Art.
26
bis
Abs.
3 IVV)
ist hiervo
n ein Abzug von 10
%
zu gewähren, was ab
1.
Januar 2024 zu einem Invalideneinkommen von
Fr.
60'418.25 führt.
Ein
höherer
Abzug ist mit
Blick auf das Belastungsprofil und den grossen Sektor an Hilfsarbeitertätigkeiten, welcher de
m
Beschwerdeführer noch offensteht,
jedenfalls nicht zu rechtfertigen.
4.3
Die Gegenüberstellung der Vergleichseinkommen führt zu einem rentenausschliessenden Invaliditätsgrad von gerundet
maximal (per
1.
Januar 2024)
25
%
(
[
Fr.
80'675.25
–
Fr.
60'418.25
]
:
Fr.
80'675.25
x 100
%
).
4.
4
Ausgewiesen ist
eine
Erwerbsunfähigkeit des Beschwerdeführers
für sämtliche Tätigkeiten
aufgrund der Operation mit Implantierung der Knietotalprothese
und anschliessender Rehabilitation
.
Vertretbar ist auc
h
die Berücksichtigung der gesundheitlichen Verbesserung ab dem Zeitpunkt der kreisärztlichen Untersuchung im
August 2023
und die Anpassung nach Ablauf von drei Monaten seit dem Eintritt dieser Änderung (vgl. BGE 130 V 343 E. 3.5.3)
, was zur befristeten
Zusprache der
ganzen Rente geführt hat.
Die Beschwerde ist damit insgesamt unbegründet, was zu deren Abweisung führt.
5
.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
800.-- anzusetzen. Ausgangsgemäss sind sie dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
800
.-- werden
dem Beschwerdeführer
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
dem
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Silvan Meier Rhein
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebenten Tag vor Ostern bis und mit dem siebenten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit dem 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzustellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift
der
beschwerdeführenden
Partei oder ihrer Rechtsvertretung
zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDer Gerichtsschreiber
GräubNef