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**Case Identifier:** 135deb86-ca7d-5c07-a7d7-afd3851628f4
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-02-13
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 5. Kammer 13.02.2014 R 2013 161
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_005_R-2013-161_2014-02-13.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT
DES KANTONS GRAUBÜNDEN

R 13 161

5. Kammer 

bestehend aus

Präsident Meisser als Vorsitzender, Verwaltungsrichter Audétat 

und Vizepräsident Priuli, Aktuarin Bernhard

URTEIL
vom 13. Februar 2014

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

A._____AG,
vertreten durch Rechtsanwalt Franz Xaver Ulrich,

Beschwerdeführerin
gegen 

Gemeinde X._____,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Gion J. Schäfer,

Beschwerdegegnerin
und

Baugesellschaft B._____,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Marco Toller,

Beschwerdegegnerin

betreffend Baueinsprache

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1. Am 10. Juni 2002 vereinigten C._____ und die D._____AG die Parzel-

len 1127 und 3713 des Grundbuchs X._____ zur Parzelle 3713. Am 

31. Juli 2003 meldeten die Gemeinde und die Grundeigentümer eine auf 

einer Baubewilligung vom 4. März 2003 basierende öffentlich-rechtliche 

Eigentumsbeschränkung auf Parzelle 3713 an, wonach bei einer späteren 

Aufteilung von Parzelle 3713 in mehrere Parzellen dieselben für die Be-

rechnung der Ausnützungsziffer eine Einheit bildeten. Auf Parzelle 4345 

ist diese wie folgt angemerkt: "Öffentlich-rechtliche Eigentumsbeschrän-

kung: Ausnützungseinheit der Parzellen 3713, 4343, 4344, 4345, 4346". 

Am 20. August 2003 teilten C._____ und die D._____AG Parzelle 3713 in 

Parzellen 4346 (75 m²), Parzelle 3713 (737 m²), Parzelle 4343 (411 m²), 

Parzelle 4344 (381 m²) und Parzelle 4345 (414 m²), auf.

2. Am 12. November 2012 (Eingang bei der Gemeinde) reichte die Bauge-

sellschaft B._____ das Gesuch für den Neubau eines Einfamilienhauses 

(Haus 3) auf Parzelle 4344 in der Wohnzone A ein (Baugesuch 2012-

0122). Dagegen erhob die A._____AG Einsprache und beantragte, die 

Baubewilligung für das Einfamilienhaus sei zu verweigern. Gerügt wurden 

der Verstoss gegen die Zweitwohnungsgesetzgebung, die nicht genügen-

de Zufahrt und die daraus folgende mangelhafte Erschliessung, weil die 

Via F._____ nur bis zur Tiefgarageneinfahrt auf Parzelle 3713 führe und 

aufgrund der Pläne nicht ersichtlich sei, ob von dort ein Fahr- oder Fuss-

weg erstellt werde. Dem Baugrundstück fehle ein Strassenanschluss. Der 

Grenzabstand sei verletzt, im Grundbuch seien keine Näherbaurechte 

eingetragen. Die Gebäudehöhe werde in der südöstlichen und südwestli-

chen Ecke überschritten. Bei der Berechnung der anrechenbaren Ge-

schossfläche (aGF) sei die Fläche des Korridors und der Treppe im Un-

tergeschoss ebenfalls mit einzubeziehen. Füge man diese Flächen zur 

aGF, sei die Ausnützungsziffer (AZ) nicht eingehalten. Die Dachneigung 

müsste zudem statt 15.7° mindestens 17° aufweisen.

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3. Dazu liessen sich C._____ und die D._____AG am 21. März 2013 ver-

nehmen. Der Einsprecherin fehle die Legitimation. Die Erschliessung sei 

vorhanden. Schon 2002 sei die Überbauung von Parzelle 4344 mit einem 

identischen Haus bewilligt gewesen. Betreffend die Grenzabstände könne 

eine entsprechende öffentlich-rechtliche Eigentumsbeschränkung verfügt 

werden. Die Gebäudehöhen seien überall eingehalten. Korridore und 

Treppe im UG seien nicht anrechenbar. Parzelle 4344 bilde mit den ande-

ren Parzellen eine Ausnützungseinheit. Die Ausnützungsberechnung de-

cke sich mit dem identischen Baugesuch von 2002. Parzelle 4344 seit 

414 m² gross und nicht 381 m². Die Dachneigung sei tatsächlich leicht un-

terschritten. Sie habe jedoch bereits korrigierte Pläne eingereicht.

4. Am 10. April, mitgeteilt am 30. Mai 2013, hiess die Gemeinde die Ein-

sprache teilweise gut. In Bezug auf die Geltendmachung der Verletzung 

der Bestimmungen über den Zweitwohnungsbau werde auf die Einspra-

che nicht eingetreten. Der Einsprecherin wurden Verfahrenskosten von 

Fr. 300.-- und eine ausseramtliche Entschädigung an die Bauherrschaft 

von Fr. 1‘620.-- (inkl. MWST) auferlegt. Gleichentags erteilte der Gemein-

devorstand dem Bauvorhaben die Bewilligung unter Bedingungen und 

Auflagen. Sie verfügte unter anderem die Erstwohnungspflicht als Aufla-

ge. Die Dachneigung sei von jetzt 16.2° auf mindestens 17° zu korrigieren 

und diese Pläne müssten vor Baubeginn zur Genehmigung eingereicht 

werden. Gemäss Art. 43 BG dürften mehr als zwei benachbarte Häuser in 

Bezug auf Form und Gestaltung nicht gleichartig sein. Das bestehende 

Gebäude auf Parzelle 4343 und die geplanten Gebäude auf Parzel-

len 4344 und 4345 seien in Form und Gestaltung gleichartig und die Fas-

sadenpläne müssten korrigiert und vor Baubeginn zur Genehmigung ein-

gereicht werden. Die Fassadengestaltung müsse vor Baubeginn festge-

legt werden, ebenfalls die Details der Übergänge zwischen den verschie-

denen Materialien sowie die Materialisierung des Daches. Für das Einfa-

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milienhaus auf Parzelle 4344 müssten zwei Parkplätze ausgewiesen wer-

den (in der bestehenden Tiefgarage).

5. Dagegen erhob die A._____AG (Beschwerdeführerin) am 13. Juni 2013 

Beschwerde beim Verwaltungsgericht und beantragte die Aufhebung des 

Einspracheentscheides und der Baubewilligung. Diese sei zu verweigern. 

Eventuell sei die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen, subeventuell 

seien die Dispositivziffern 3 und 4 des Einspracheentscheides aufzuhe-

ben und die Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens den Beschwerde-

gegnerinnen aufzuerlegen. Das rechtliche Gehör sei verschiedentlich ver-

letzt worden, so insbesondere in Bezug auf den Zweitwohnungsbau. Eine 

aGF von 142 m² für Haus 3 könne nur angenommen werden, wenn Korri-

dore und Treppe im Untergeschoss als nicht anrechenbar qualifiziert wür-

den. Dies sei unbegründeterweise nicht geschehen. Durch Korridor und 

Treppe im Untergeschoss werde von der Tiefgarage her der Wohnbereich 

des Erdgeschosses erschlossen, wobei es keine Rolle spiele, ob es sich 

dabei um den Haupteingang handle. Art. 37 Abs. 2 lit. d BG mache dies-

bezüglich keine Unterscheidung.

Gemäss Feststellung der Vorinstanz sei auf der Ostseite der Grenzab-

stand mit nur 1 Meter unterschritten und es müssten deshalb die Näher- 

resp. Grenzbaurechte im Grundbuch eingetragen werden. Sie halte im 

Einspracheentscheid fest, die Eintragung der Näher- resp. Grenzbaurech-

te in das Grundbuch sei durch eine entsprechende Auflage in der Baube-

willigung zu sichern. Mit Auflage b13 sei in der Baubewilligung festgestellt 

worden, dass der minimale Grenzabstand gegenüber Parzelle 4370 nur 

1 Meter betrage. Anschliessend werde festgestellt, die Baubehörde sei 

berechtigt, bei einer späteren Überbauung von Parzelle 4370 die Einhal-

tung des Gebäudeabstandes zu verlangen. Dieses Näherbaurecht sei als 

öffentlich-rechtliche Eigentumsbeschränkung anzumerken. Dieses Näher-

baurecht sei als öffentlich-rechtliche Eigentumsbeschränkung anzumer-

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ken. Die Auflage sei gestützt auf Art. 38 BG und Art. 96 Abs. 2 KRG er-

folgt.

Die Unterschreitung des Grenzabstandes gemäss Art. 77 KRG setzte ei-

ne Vereinbarung zwischen den Betroffenen voraus. Hier liege keine öf-

fentlich beurkundete Vereinbarung vor. Trotzdem habe die Vorinstanz ver-

fügt, die öffentlich-rechtliche Eigentumsbeschränkung werde auch ohne 

Vereinbarung eingetragen. Die Baubewilligung wäre mit zusätzlichen Ne-

benbestimmungen zu ergänzen gewesen. Zudem wäre die Rechtswirk-

samkeit der Baubewilligung von deren Erfüllung abhängig zu machen. Die 

Bewilligung wäre nur unter der Bedingung zu erteilen, dass eine Verein-

barung über eine Unterschreitung des Grenzabstands abgeschlossen und 

im Grundbuch eingetragen werde.

Hier liege keine Hanglage vor, weswegen die "talseitige" Südfassade 

nicht die Gebäudehöhe um 3 Meter überschreiten dürfe (total 10 Meter). 

Somit sei die Gebäudehöhe von 7 Metern auf allen Seiten einzuhalten. 

Die auf Parzelle 4345 bewilligte Baute überschreite die Gebäudehöhe an 

der westlichen und der nördlichen Gebäudeecke. Der Hang würde folglich 

seine Richtung um 90° zwischen den beiden Baugrundstücken ändern, 

was nicht den örtlichen Gegebenheiten entspreche.

Die Via F._____ führe hier nur bis zur Tiefgarageneinfahrt auf Parzel-

le 3713. Danach gebe es nur noch einen schmalen Gehweg über 

ca. 30 Meter zum Baugrundstück. Zwar sei nichts daran auszusetzen, 

dass die Parkierung nicht auf dem Baugrundstück erfolge. Die Erschlies-

sung sei aber im Hinblick auf Notfalldienste und Feuerwehr problema-

tisch. Dem Baugrundstück fehle nicht nur ein Strassenanschluss, sondern 

es sei auch durch das Gebäude auf Parzelle 3713 verdeckt. Aufgrund der 

engen Verhältnisse nördlich davon, der Mauer an der Westseite und des 

Gebäudes auf Parzelle 4345 bestehe für die Notfalldienste keine Möglich-

keit, zum Baugrundstück zu gelangen.

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Gemäss Art. 43 Abs. 2 BG dürften benachbarte Bauten in der Gestaltung 

und der Form nicht gleichartig sein. Sie seien hier aber identisch. Die 

Form des Gebäudes könne im Gegensatz zur Gestaltung nicht ohne be-

sondere Schwierigkeiten verändert werden, weswegen die Bewilligung zu 

verweigern sei.

Die Vorinstanz habe die Kosten des Einspracheverfahrens zu ¾ der Be-

schwerdeführerin zugeschlagen und sie zur Zahlung einer ausseramtli-

chen Entschädigung an die Bauherrschaft verpflichtet. Art. 96 Abs. 2 KRG 

sei restriktiv auszulegen. Eine Kostenüberwälzung auf den Einsprecher 

rechtfertige sich nur, wenn sich eine Einsprache als vollumfänglich unbe-

rechtigt erweise. Dies sei hier nicht der Fall (Zweitwohnungsproblematik, 

entsprechende Projektänderung, Grenzabstand, entsprechende Neben-

bestimmung, Dachneigung, ungenügende Erschliessung weil Fussweg 

durch den Wald führte, Nichtbewilligung). Somit hätten hier keine Verfah-

renskosten auferlegt werden dürfen und sie hätte nicht verpflichtet werden 

dürfen, eine ausseramtliche Entschädigung zu zahlen. Wäre der Einspra-

cheentscheid hier im Ergebnis zu schützen, wäre die Kostenverlegung 

trotzdem rechtswidrig.

6. Am 16. August 2013 beantragte die Gemeinde X._____ (Beschwerde-

gegnerin 1) die Abweisung der Beschwerde, soweit nicht auf sie eingetre-

ten werde (recte wohl: Soweit auf sie eingetreten werde). Bereits im Ein-

spracheverfahren habe die Bauherrschaft ausgeführt, es werde nur eine 

Erstwohnung geplant. In die Bewilligung sei eine entsprechende Erstwoh-

nungspflicht aufgenommen worden. Die Parzellen 3713, 4343, 4345 und 

4346 (Parzelle 4344 hätte wohl auch in diese Aufzählung aufgenommen 

werden müssen) bildeten eine AZ-Einheit. Die AZ-Berechnung der Bau-

behörde decke sich mit jener aus dem Jahr 2002. Parzelle 4344 messe 

unbestritten 381 m². Nach der erfolgten Waldfeststellung sei kein Wald 

auf Parzelle 4344 vorhanden. Die anrechenbare Grundstücksfläche der 

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vier Parzellen, die eine AZ-Einheit bildeten, betrage deshalb 1‘932 m², die 

aGF der Häuser 1 - 4 666 m², weswegen die AZ von 0.35 eingehalten 

werde. In den Einspracheentscheiden sei die anrechenbare Grundstücks-

fläche für alle vier Parzellen statt mit 1‘932 mit 1‘132 m² angegeben wor-

den. Aus dem Protokoll der Baukommission vom 3. April 2013 ergebe 

sich aber die Richtigkeit der Angabe von 1‘932 m². Die aGF der Häuser 1 

- 4 betrage danach korrekt 676 m². Es handle sich um einen bedauerli-

chen Schreibfehler. Der Haupteingang des Hauses sei oberirdisch er-

reichbar, allerdings nicht mit einem Motorfahrzeug, was jedoch dessen 

Qualifikation als solchen nicht ausschliesse. Zu Recht habe deshalb die 

Baubehörde Korridor und Treppe aus der Tiefgarage nicht zur aGF ge-

zählt, was einer langjährigen Praxis der Baubehörde entspreche.

Der Grenzabstand des geplanten Gebäudes auf Parzelle 4344 zu Parzel-

le 4370 sei 1 Meter statt 5 Meter. Gegenüber Parzelle 4370 sei die Ein-

räumung eines Näherbaurechts verfügt worden, welches vor Baubeginn 

beizubringen sei. Dies entspreche der üblichen Praxis der Gemeinde.

Betreffend Grenzabstände sei irrtümlicherweise Art. 38 BG als gesetzli-

che Grundlage angegeben, statt Art. 77 in Verbindung mit Art. 90 KRG. 

Es handle sich um einen Irrtum, der jedoch keine Nachteile für die Be-

schwerdeführerin gehabt habe. Die Baubehörde müsse nur sicherstellen, 

dass die Einräumung von Grenz- und Näherbaurechten bei künftigen 

Bauten nicht das Baugesetz verletze. Deswegen habe sie eine entspre-

chende öffentlich-rechtliche Eigentumsbeschränkung auf den beteiligten 

Parzellen im Grundbuch einzutragen. Befinde sich eine beteiligte Parzelle 

im Eigentum eines Dritten, müsse die Bauherrschaft einen entsprechen-

den Dienstbarkeitsvertrag abschliessen. Es sei langjährige Praxis der 

Gemeinde, dass solche Vereinbarungen nicht bereits zum Zeitpunkt der 

Baubewilligung sondern erst vor Baubeginn vorliegen müssten, verbun-

den mit den entsprechenden Einträgen im Grundbuch. Dies entspreche 

Art. 90 Abs. 2 KRG.

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Entgegen der Annahme der Beschwerdeführerin gebe es bei jeder Lie-

genschaft eine Berg- und Talseite, was sich aus den Höhenkoten heraus-

lesen liesse. Die Berg- und Talseite werde bei jeder Baute individuell 

festgelegt, was dem Baugesetz der Gemeinde entspreche.

Die Beschwerdeführerin mache geltend, die Erschliessung sei für Sa-

nitätsfahrzeuge und Feuerwehr nicht genügend. Dies treffe nicht zu. Die 

Bauparzelle werde über Parzelle 3713 (Fussweg) und durch die Tiefgara-

ge erschlossen.

Die Gemeinde sei überzeugt, durch eine Veränderung der Fassadenge-

staltung des geplanten Gebäudes auf Parzelle 4344, Haus 3, könne den 

Vorschriften von Art. 43 Abs. 2 BG entsprochen werden. Allerdings müsse 

die Änderung der Fassadengestaltung so ausfallen, dass damit auch die 

Form nach aussen verändert werde.

Weil die Einsprache der Beschwerdeführerin teilweise gutgeheissen wor-

den sei, seien ihr nur ¾ der Kosten des Einspracheverfahrens überwälzt 

worden und sie habe nur eine reduzierte ausseramtliche Entschädigung 

zu entrichten. Dies sei korrekt.

7. Am 30. August 2013 beantragte die Baugesellschaft B._____ (Beschwer-

degegnerin 2) die Abweisung der Beschwerde, soweit auf sie eingetreten 

werden könne. Der Beschwerdeführerin fehle die Legitimation weitge-

hend. In Bausachen sei diese nur gegeben, wenn vom Bauvorhaben Be-

einträchtigungen ausgingen, die sich auf das Grundstück des Einspre-

chers spürbar in einer Weise negativ auswirkten, dass er mehr als die All-

gemeinheit betroffen sei. Diese Voraussetzung sei bezüglich der bean-

standeten Erschliessung nicht erfüllt. Die Beschwerdeführerin räume ein, 

dass die Zufahrt zur bestehenden Tiefgarage auf Parzelle 3713 und damit 

zu Parzelle 4344 bzw. als Baustellenzufahrt gewährleistet sei. Sie bewei-

se nicht, dass sich die behauptete ungenügende Zufahrt negativ auf sie 

auswirken könnte. Schon bei der Erteilung der Baubewilligung vom 

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23. Februar 2004 sei die Bewilligung für die Erstellung eines Einfamilien-

hauses auf Parzelle 4344 erteilt worden. Damals habe die Beschwerde-

führerin nicht dagegen remonstriert. Die gleiche Argumentation bezüglich 

Legitimation gelte für den Fussweg, die behauptete Verletzung des 

Grenzabstands, die Gebäudehöhe, die AZ und die Gestaltung.

Die Beschwerdeführerin habe den Einwand der Verletzung des Zweit-

wohnungsverbots in ihrer Beschwerde explizit fallen lassen (Seite  6 

Ziff. 1), weswegen sich eine Stellungnahme erübrige. Aus der AZ-

Berechnung ergebe sich, dass die AZ über alle von der AZ-Einheit erfass-

ten Grundstücke eingehalten werde. Diese AZ-Berechnung sei bereits 

dem identischen Baugesuch von 2004 zugrunde gelegen. Dieses sei da-

mals bewilligt worden. Die anrechenbare Grundstücksfläche sei 1‘933 m², 

was sich aus dem Plan "Diverse Berechnungen" ergebe. Bei einer aGF 

von 676 m² auf Parzellen 3713 und 4343 - 4345 resultiere somit eine 

zulässige AZ von weniger als 0.35. Weil der Haupteingang im Erdge-

schoss und nicht im Untergeschoss liege, seien Korridore und Treppe im 

Untergeschoss nicht anrechenbar. Korridore und Treppe im Unterge-

schoss erschlössen nur nicht anrechenbare Geschossflächen im Erdge-

schoss, weswegen sie gemäss Art. 37 Abs. 2 lit. d BG bei der AZ-

Berechnung nicht zu berücksichtigen seien.

Art. 77 Abs. 1 KRG verlange nur eine schriftliche Vereinbarung und nicht 

ein Näherbaurecht in Form einer Dienstbarkeit. Es bedürfe lediglich einer 

Anmerkung der Unterschreitung im Grundbuch. Diese könne gemäss 

Art. 90 Abs. 2 KRG erst unmittelbar vor Baubeginn erfolgen. 

Aus dem Einspracheentscheid ergebe sich, dass die Baugesuchstellerin 

auch mit der E._____AG als Eigentümerin von Parzelle 4344 und eben-

falls Mitglied der Baugesellschaft B._____ ein Näher- bzw. Grenzbaurecht 

vor Baubeginn zu vereinbaren habe. Dies ergebe sich aus Ziff. 2.3 auf 

Seite 4 des Einspracheentscheides. Zudem erkläre sich die Beschwerde-

gegnerin 2 hiermit ausdrücklich damit einverstanden, das fragliche 

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Grenzbaurecht vor Baubeginn zu errichten und im Grundbuch anzumer-

ken.

Die E._____AG von C._____ sei Mitglied der Baugesellschaft und derzeit 

Eigentümerin von Parzelle 4344, was heisse, dass diese mit dem Näher-

baurecht einverstanden sei und dem Bauamt vor Baubeginn eine ent-

sprechende Vereinbarung zwecks Anmerkung derselben im Grundbuch 

einreichen werde. 

Hier weise das Baugelände eine Neigung auf. Eine Hanglage werde vom 

Art. 41 Abs. 2 BG nicht verlangt, auch keine bestimmte Neigung des Bau-

grundes. In der südwestlichen Hausecke liege das gewachsene Terrain 

auf 1‘055.16 m.ü.M. Bei 10 Meter Gebäudehöhe sei die Höhenkote dort 

auf 1‘066.19 m.ü.M. Der First befinde sich auf 1‘063.40 m.ü.M. Die Ge-

bäudehöhe sei somit eingehalten. Bei der nordwestlichen Ecke befindet 

sich das gewachsene Terrain auf 1‘055.56 m.ü.M. Der First dürfe die 

Höhenkote von 1‘065.56 m.ü.M. somit nicht überschreiten. Er befinde sich 

auf 1‘063.40 m.ü.M. Damit sei die Gebäudehöhe auch bei der nordwestli-

chen Gebäudeecke eingehalten.

Es bestehe eine Zufahrt zur Tiefgarage und von dort aus ein direkter Zu-

gang zum Haus 3. Über die Tiefgarage könne das Haus 3 jederzeit auch 

durch Ambulanzfahrzeuge erreicht werden. Oberirdisch sei die Bauparzel-

le über einen Fussweg erschlossen. Sie verfüge über ein Fuss- und 

Fahrwegrecht auch für die Bauzufahrt. Es bestünden entsprechende 

Fahrwegrechte zulasten von Parzellen 7313, 4346, 3713, 4343, 1126, 

4345 und 1818. Von der Einfahrt zur Tiefgarage bis zum vorgesehenen 

Gebäude betrage die Wegstrecke ca. 45 Meter. Kranke und Verletzte 

könnten in kürzester Zeit zur Ambulanz gebracht werden. Löschfahrzeuge 

könnten zum Gebäude zufahren. 

Bereits 2002 sei die Überbauung von Parzelle 4344 mit einem identischen 

Einfamilienhaus bewilligt gewesen, wo keine oberirdische Zufahrt bis zum 

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Haus vorgesehen gewesen sei. Diese sei somit genügend. Für eine Bau-

stelleninstallation sei genügend Platz auf Parzelle 4344 vorhanden.

Betreffend Gleichartigkeit habe die Baubehörde in gleich gelagerten Fäl-

len Baugesuche ebenfalls bewilligt. Würden die Fassaden anders als ge-

plant gestaltet und die Materialisierung des Daches geändert, verändere 

sich das Erscheinungsbild der Gebäude und diese seien nicht mehr iden-

tisch bzw. gleichartig. Die Gleichartigkeit könne mit einer anderen Fassa-

dengestaltung beseitigt werden. Eine Abweisung des Baugesuchs des-

wegen wäre nicht verhältnismässig. Die Gemeinde habe hier einen erheb-

lichen Ermessensspielraum.

8. Am 13. September 2013 hielt die Beschwerdeführerin replicando an ihren 

Anträgen fest. Gemäss Art. 38 Abs. 2 BG könne durch Miteinbezug unmit-

telbar an die Bauparzelle angrenzender Grundstücke die AZ erhöht wer-

den. Somit könnten nicht unmittelbar angrenzende Grundstücke e contra-

rio nicht einbezogen werden. Es stimme nicht, dass die anrechenbare 

Landfläche 1‘932 m² betrage. Sie betrage 1‘522 m². Die Beschwerdelegi-

timation sei gegeben (unter Verweis auf das Urteil des Bundesgerichts 

1C_236/2010 vom 16. Juli 2010). Ansonsten können der Replik keine 

neuartigen Argumente entnommen werden.

9. Am 26. September 2013 hielt die Beschwerdegegnerin 1 duplicando an 

ihren Anträgen fest. Richtig gerechnet, betrage die anrechenbare Land-

fläche der AZ-Einheit 1‘933 m² (Waldfläche auf Parzelle 3713 18 m², auf 

Parzelle 4345 67 m²). Bei der Berechnung einer AZ-Einheit mehrerer Par-

zellen spiele die Prozentgrenze von Art. 38 BG keine Rolle. Sinn und 

Zweck einer solchen AZ-Einheit sei es eben, dass auf allen erfassten Pa-

rzellen insgesamt die zulässige AZ nicht überschritten werde, was hier 

der Fall sei. Es müsse auch nicht jede Parzelle unmittelbar benachbart 

sein. Dass mehrere Parzellen zusammen überbaut werden könnten und 

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damit als eine Bauparzelle die AZ-Vorschriften einhielten, entspreche 

langjähriger Praxis und widerspreche auch keinen gesetzlichen Bestim-

mungen. Auf der Gesamtfläche werde die AZ auch nicht um 15 % erhöht, 

wie im Fall von Art. 38 Abs. 1 BG, wo eine Parzelle aGF an eine benach-

barte Bauparzelle abgebe.

10. Am 21. Oktober 2013 hielt auch die Beschwerdegegnerin 2 duplicando an 

ihren Anträgen fest. Parzelle 4346 zähle zur AZ-Einheit und sei daher bei 

der AZ-Berechnung mitzuberücksichtigen. Auch Parzelle 4343 mit 411 m² 

gehöre zur AZ-Einheit. Diese Fläche fehle in der Berechnung der anre-

chenbaren Grundstücksfläche in der Replik. Rechne man die durch die 

Beschwerdeführerin ermittelte Landfläche von 1‘607 m² hinzu, ergebe 

sich eine anrechenbare Landfläche von 2‘018 m² - 85 m² Waldfläche (die-

se sei in der AZ-Berechnung in Abzug gebracht worden) = 1‘933 m². Die 

Berechnung der Beschwerdeführerin sei fehlerhaft.

Es stimme nicht, dass Art. 77 KRG verlange, eine Vereinbarung zwischen 

Nachbarn betreffend Unterschreitung des Grenzabstandes müsse vor der 

Erteilung der Baubewilligung vorliegen. C._____ sei zusammen mit der 

D._____AG Mitglied der Baugesellschaft B._____ und einzelzeichnungs-

berechtigter Verwaltungsrat der E._____AG, Eigentümerin von Parzelle 

4370. Die E._____AG werde die schriftliche Zustimmung zur Unterschrei-

tung des Grenzabstandes vor Baubeginn erteilen. Entsprechende Zusi-

cherungen würden abgegeben.

11. Mit Schreiben vom 24. März 2014 beantragte die Beschwerdegegnerin 2, 

den Beschwerden R 13 160 und 161 die aufschiebende Wirkung zu ertei-

len. Diese Massnahme diene dazu, die Frist gemäss Art. 91 Abs. 2 KRG 

zu wahren und damit das Erlöschen der angefochtenen Baubewilligungen 

zu verhindern. Die Beschwerdegegnerin 1 bekundete mit Schreiben vom 

3. April 2014 ihr Einverständnis mit dem Gesuch der Beschwerdegegne-

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rin 2. Auch die Beschwerdeführerin teilte am 3. April 2014 mit, dass sie 

keine Einwände gegen die Erteilung der aufschiebenden Wirkung habe. 

Mit Verfügung vom 7. April 2014 erteilte der vorsitzende Richter den bei-

den Beschwerden R 13 160 und 161 die aufschiebende Wirkung.

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften wird, 

soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. a) Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bilden der kommunale 

Einspracheentscheid der Gemeinde X._____ vom 10. April, mitgeteilt am 

30. Mai 2013, betreffend das Baugesuch Nr. 2012-0122, Neubau Einfami-

lienhaus auf Parzelle 4344, Via F._____ 23 in X._____, sowie die ent-

sprechende Baubewilligung vom 10. April, mitgeteilt am 30. Mai 2013, mit 

welcher dem Baugesuch der Beschwerdegegnerin 2 unter diversen Auf-

lagen entsprochen worden ist. Streitig und zu prüfen ist die Frage, ob die 

Beschwerdegegnerin 1 den Einspracheentscheid und die Baubewilligung 

zu Recht erlassen hat.

b) Vorab ist die Frage der Legitimation der Beschwerdeführerin zu klären. 

Art. 33 Abs. 3 lit. a des Bundesgesetzes über die Raumplanung (RPG; 

SR 700) lautet wie folgt:
Art. 33 Kantonales Recht

1. (…)

2. (…)

3. Es (das kantonale Recht) gewährleistet

a. die Legitimation mindestens im gleichen Umfang wie für die Beschwerde in 

öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht,

b. die volle Überprüfung durch wenigstens eine Beschwerdebehörde.

4. (…)

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Der Verweis im eben zitierten Artikel auf die Beschwerde in öffentlich-

rechtlichen Angelegenheiten betrifft seit dem Inkrafttreten des Bundesge-

setzes über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) und des Bundesge-

setzes über das Bundesverwaltungsgericht (VGG; SR 173.32) am 1. Ja-

nuar 2007 die Legitimationsbestimmungen von Art. 89 BGG i.V.m. 

Art. 111 Abs. 1 und 2 BGG. Damit gelten die Legitimationserfordernisse, 

die Lehre und Rechtsprechung zu diesen Vorschriften entwickelt haben, 

auch für das kantonale Rechtsmittelverfahren, auf das Art. 33 RPG an-

wendbar ist (vgl. AEMISEGGER/HAAG, Kommentar zum RPG, Zürich u.a. 

2010, Art. 33 N. 53 mit weiteren Hinweisen). Die Legitimation zur 

Beschwerdeerhebung gemäss Art. 50 des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100) muss folglich den 

Anforderungen der Legitimation zur Beschwerdeerhebung gemäss Art. 89 

Abs. 1 BGG genügen.

Das Bundesgericht umschreibt die Legitimation im Sinne von Art. 89 

Abs. 1 BGG bezogen auf die erforderliche räumliche Nähe zu Streitge-

genstand bildenden Bauprojekten wie folgt (Urteil des Bundesgerichts 

1C_236/2010 vom 16. Juli 2010 E. 1.3 und 1.4): Zur Beschwerde in 

öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht ist gemäss 

Art. 89 Abs. 1 BGG berechtigt, wer vor der Vorinstanz am Verfahren 

teilgenommen oder keine Möglichkeit zur Teilnahme erhalten hat (lit. a), 

durch den angefochtenen Entscheid besonders berührt ist (lit. b) und ein 

schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung besitzt 

(lit. c). Verlangt ist somit neben der formellen Beschwer, dass der 

Beschwerdeführer über eine spezifische Beziehungsnähe zur Streitsache 

verfügt und einen praktischen Nutzen aus der Aufhebung oder Änderung 

des angefochtenen Entscheids zieht. Die Nähe der Beziehung zum 

Streitgegenstand muss bei Bauprojekten insbesondere in räumlicher 

Hinsicht gegeben sein. Ein schutzwürdiges Interesse liegt vor, wenn die 

tatsächliche oder rechtliche Situation des Beschwerdeführers durch den 

- 15 -

Ausgang des Verfahrens beeinflusst werden kann (vgl. Botschaft vom 

28. Februar 2001 zur Totalrevision der Bundesrechtspflege, BBl 2001 

S. 4236).

Die Behauptung allein, jemand sei von den Folgen einer Baubewilligung 

betroffen, genügt nicht, um die Beschwerdebefugnis zu begründen. 

Vielmehr muss aufgrund des konkreten Sachverhalts das besondere 

Berührtsein und das schutzwürdige Interesse glaubhaft erscheinen, 

ansonsten stünde jedermann die Beschwerdeberechtigung zu, der eine 

unzutreffende Behauptung aufstellt. Dies liefe im Ergebnis auf eine 

unzulässige Popularbeschwerde hinaus. Ein Kriterium für die Beurteilung 

der Beschwerdebefugnis eines Nachbarn ist die räumliche Nähe seines 

Grundstücks zum umstrittenen Bauvorhaben, wobei es nicht auf abstrakt 

bestimmte Distanzwerte ankommt. Das Beschwerderecht wird aber in der 

Regel anerkannt, wenn die Liegenschaft des Nachbarn unmittelbar an 

das Baugrundstück angrenzt oder allenfalls nur durch einen 

Verkehrsträger davon getrennt wird (BGE 121 II 171 E.2b S. 174 mit 

Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 1A.98/1994 vom 28. März 1995 

E.2b, in: ZBl 96/1995 S. 528 f.; AEMISEGGER / HAAG, Kommentar zum 

RPG, Zürich 2010, Art. 33 N. 57 ff.).

Liegt diese besondere Beziehungsnähe in räumlicher Hinsicht vor, 

braucht das Anfechtungsinteresse nicht mit dem Interesse 

übereinzustimmen, das durch die von der beschwerdeführenden Person 

als verletzt bezeichneten Normen geschützt wird (vgl. KARLEN, Das neue 

Bundesgerichtsgesetz, Basel 2006, S. 52; BEUSCH / MOSER / 

KNEUBÜHLER, Ausgewählte prozessrechtliche Fragen im Verfahren vor 

dem Bundesverwaltungsgericht, ZBl 2008 S. 15 f.). Der Nachbar kann 

mithin die Überprüfung eines Bauvorhabens im Lichte all jener 

Rechtssätze verlangen, die sich rechtlich oder tatsächlich in dem Sinne 

auf seine Stellung auswirken, so dass ihm im Falle des Obsiegens ein 

praktischer Nutzen entsteht. Nicht zulässig ist hingegen das Vorbringen 

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- 16 -

von Beschwerdegründen, mit denen einzig ein allgemeines öffentliches 

Interesse an der richtigen Anwendung des Rechts verfolgt wird (BGE 

133 II 249 E.1.3.2 S. 253), ohne dass dem Beschwerdeführer im Falle 

des Obsiegens ein Vorteil entsteht. Das Element des praktischen 

tatsächlichen Nutzens bildet somit ein wichtiges Eintretenskriterium, mit 

welchem ein "Ausufern" der Beschwerdemöglichkeiten verhindert werden 

kann (AEMISEGGER, Erste Erfahrungen mit dem Bundesgerichtsgesetz, in: 

Jusletter vom 10. November 2008 N. 52 und 65).

Vorliegend befindet sich das Grundstück der Beschwerdeführerin in 

unmittelbarer Nachbarschaft zu denjenigen der Beschwerdegegnerin 2. 

Laut telefonischer Auskunft des Grundbuchamtes X._____ vom 

28. Januar 2014 ist die Beschwerdeführerin Eigentümerin von 

Stockwerkeinheiten 51383, 450/1000 Miteigentumsanteil an 

Parzelle 3657 und Stockwerkeinheit 51384, 550/1000 Miteigentumsanteil 

an Parzelle 3657. Die Südgrenze von Parzelle 3657 liegt etwa 10 Meter 

von der nächsten Grenze zu Parzelle 4344 und ca. 25-27.5 Meter von der 

nächsten Grenze zu Parzelle 4345 entfernt. Diese räumliche Nähe 

begründet eine besondere Betroffenheit der Beschwerdeführerin. Sie ist 

damit zumindest in tatsächlicher Hinsicht stärker vom Bauvorhaben 

berührt als die Allgemeinheit.

Die Beschwerdegegnerin 2 geht von einer rügebezogenen Beurteilung 

der Legitimation aus, wenn sie anführt, der Beschwerdeführerin fehle die 

Legitimation weitgehend, weil diese in Bausachen nur gegeben sei, wenn 

vom Bauvorhaben Beeinträchtigungen ausgingen, die sich auf das 

Grundstück der Beschwerdeführerin spürbar in einer Weise negativ aus-

wirkten, dass sie mehr als die Allgemeinheit betroffen sei und diese Vor-

aussetzung sei bezüglich der beanstandeten Erschliessung, des bean-

standeten Fusswegs, der behaupteten Verletzung des Grenzabstandes, 

der Gebäudehöhe, der Ausnützungsziffer (AZ) und der Gestaltung nicht 

gegeben. Dieser Argumentation kann nicht gefolgt werden. Mit ihrer 

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- 17 -

rügespezifischen Beurteilung vermengt die Beschwerdegegnerin 2 

Beschwerdelegitimation und Beschwerdegründe. Die 

Beschwerdelegitimation richtet sich ausschliesslich nach Art. 50 VRG 

bzw. Art. 89 Abs. 1 BGG. Sind die Voraussetzungen gegeben, ist die 

Beschwerdeführerin mit sämtlichen Rügen zum Verfahren zuzulassen, 

wenn ihr durch die Gutheissung der Beschwerde ein praktischer Nutzen 

entstehen würde (vgl. BGE 137 II 30 E.2.3 S. 34). Dass die 

Beschwerdeführerin am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen hat, ist 

vorliegend unbestritten. Ebenso wurde vorstehend gezeigt, dass sie in 

tatsächlicher Hinsicht stärker als die Allgemeinheit vom Bauvorhaben 

berührt ist. Das schutzwürdige Interesse an der Aufhebung oder 

Änderung des vorinstanzlichen Entscheids bzw. der konkrete praktische 

Nutzen der Beschwerdeführerin besteht mithin darin, dass das 

Bauvorhaben nicht verwirklicht würde, wenn sie mit ihren Rügen 

durchdringen würde (vgl. das Urteil des Bundesgerichts 1C_240/2008 

vom 27. August 2008 E.6.1; ferner AEMISEGGER, a.a.O., N. 55). Würden 

die vorgebrachten Rügen betreffend Erschliessung, Fussweg, 

Grenzabstand, Gebäudehöhe, AZ und Gestaltung auch nur einzeln 

zutreffen, müsste die erteilte Baubewilligung aufgehoben werden. Zum 

Beispiel ist eine hinreichende Erschliessung im Sinne von Art. 19 RPG 

eine Voraussetzung für die Erteilung einer Baubewilligung (Art. 22 Abs. 2 

lit. b RPG). Bei einer ungenügenden Erschliessung würde die 

Baubewilligung verweigert. Die Beschwerdeführerin ist somit im Sinne 

von Art. 50 VRG bzw. Art. 89 Abs. 1 BGG von der Erteilung der 

Baubewilligung besonders betroffen und hat an deren Aufhebung ein 

schutzwürdiges Interesse (vgl. zu alldem das Urteil des Bundesgerichts 

1C_236/2010 vom 16. Juli 2010). Auf die überdies frist- und formgerecht 

eingereichte Beschwerde ist somit einzutreten.

- 18 -

2. a) Materiell ist primär auf die Frage der AZ bzw. der anrechenbaren Grunds-

tücksfläche einzugehen. Die Beschwerdegegnerinnen sind der Meinung, 

infolge des Bestehens der – letztlich unbestritten aus Parzellen 3713, 

4343, 4344, 4345 und 4346 bestehenden – AZ-Einheit, müsse die AZ le-

diglich über alle von der AZ-Einheit erfassten Grundstücke eingehalten 

werden und nicht auf den jeweiligen Bauparzellen. Einerseits spiele es 

keine Rolle, wenn auf den Bauparzellen selbst die AZ von 0.35 überschrit-

ten werde und anderseits sei die Prozentgrenze im Sinne von Art. 38 des 

Baugesetzes der Gemeinde X._____ (BG), wonach auf der Bauparzelle 

die in der betreffenden Bauzone geltende AZ infolge der AZ-Einheit 

höchstens um 15 % erhöht werden dürfe, nicht anwendbar. Es handle 

sich dabei um eine Praxis der Gemeinde. Dieser Ansicht der Beschwer-

degegnerinnen kann – wie nachstehend gezeigt wird – nicht gefolgt wer-

den.

b) Im alten BG, letztmals revidiert am 26. September 2004, von der Regie-

rung genehmigt am 18. Januar 2005, lautete die vorliegend zur Diskussi-

on stehende Regelung wie folgt:

Art. 56 Anrechenbare Landfläche

Als anrechenbare Landfläche gilt die von der Baueingabe erfasste, baulich noch 

nicht ausgenützte Grundstückfläche innerhalb der Bauzone.

Grundstücke, die in der gleichen Bauzone liegen, an die Bauparzellen unmittel-

bar angrenzen oder lediglich durch Strassen oder Bäche von ihr getrennt sind, 

können für die Berechnung der Ausnützungsziffer miteinbezogen werden, sofern 

sie mit einer öffentlich-rechtlichen Eigentumsbeschränkung belegt werden, die 

im Grundbuch anzumerken ist. Auf der Bauparzelle darf dadurch die in der be-

treffenden Bauzone geltende Ausnützungsziffer höchstens um 15 % erhöht wer-

den.

- 19 -

Im Urteil R 05  59 vom 11. November 2005 hatte das Verwaltungsgericht 

zu entscheiden, ob die Auffassung der Gemeinde richtig sei, wonach bei 

einer AZ-Einheit unter Belassung der Grundstücksgrenzen sämtliche 

Flächen der jeweils beteiligten Grundstücke zu einer Einheit zusammen-

gefasst werden dürften und die sich daraus ergebende Gesamtfläche als 

Grundlage für die Berechnung der AZ diene, unabhängig davon, wo auf 

der einbezogenen Fläche die Gebäude erstellt würden und wieviel jede 

Parzelle dafür effektiv an anrechenbarer Geschossfläche (aGF) zur Ver-

fügung gestellt habe. Gemäss der Auffassung der Gemeinde sei einzig 

massgebend, dass auf der Gesamtfläche die zonengemässe AZ nicht 

überschritten werde und dass davon der Fall von Art. 56 Abs. 2 BG zu un-

terscheiden sei, wonach von benachbarten Parzellen auf ein bestimmtes 

Baugrundstück aGF transportiert werden dürfe, die AZ-Erhöhung auf dem 

Baugrundstück aber nicht mehr als 15 % betragen dürfe. Das Verwal-

tungsgericht schrieb dazu in Erwägung 2c-e Folgendes:

"c) Wie seitens der Rekurrentin zu Recht ausgeführt worden ist, lässt sich Art. 56 
BG nichts entnehmen, was eine hinreichende Stütze für die gemeindliche Auf-
fassung darstellen könnte. Die genannte Bestimmung regelt in Abs. 1 lediglich, 
was als anrechenbare Landfläche zu gelten hat. In Abs. 2 wird sodann festge-
legt, wann andere Grundstücke für die Berechnung der AZ miteinbezogen wer-
den können (angrenzende oder lediglich durch eine Strasse oder einen Bach 
abgetrennte Lage, gleiche Bauzone) und inwieweit durch einen derartigen „Mit-
einbezug“ die zonengemässe AZ auf der Bauparzelle erhöht werden darf (um 
max. 15 %). Die erwähnte Bestimmung regelt somit lediglich, unter welchen 
Voraussetzungen BGF von einer Parzelle zur anderen transportiert werden darf, 
wobei diese Limiten parzellenweise gelten. Insofern erweist sich auch der ge-
meindliche Einwand, bei einem Wegfall der AZ-Einheiten würden verschiedene 
Parzellen die zonengemässe AZ massiv überschreiten, als nicht stichhaltig, zu-
mal solches auch in Konflikt mit Art. 56 Abs. 2 BG stehen würde. Damit ist ge-
sagt, dass Art. 56 Abs. 1 BG keine hinreichende gesetzliche Grundlage für die 
von der Gemeinde definierte AZ-Einheit (i.S. eines virtuellen Grundstückes) bil-
det.

d) Etwas anderes lässt sich auch aus der gestützt auf Art. 56 Abs. 2 BG erfolgten 
grundbuchlichen Anmerkung einer AZ-Einheit nicht ableiten. Im Übrigen lässt 
sich z.B. dem bei den Akten liegenden Grundbuchauszug von Parzelle 4326 
[dort ausdrücklich aufgeführt unter o), r) und s)] ohne weiteres entnehmen, dass 
Nutzung jeweils von einer Parzelle zur anderen, und nicht etwa von einer Parzel-

- 20 -

le auf eine „AZ-Einheit“ oder von einer „AZ-Einheit“ auf eine andere „AZ-Einheit“, 
transportiert wird. Was die Gemeinde in diesem Zusammenhang noch vorbringt, 
findet im Gesetz keine Stütze. Die ihrer Auffassung zugrunde liegende gesetzli-
che Bestimmung regelt lediglich den gewöhnlichen Nutzungstransport von Par-
zelle zu Parzelle, wie er in vielen Baugesetzen von Bündner Gemeinden vor-
kommt. Die Bildung von AZ-Einheiten in dem von ihr verfolgten Sinne ist indes-
sen vom Baugesetz nicht vorgesehen und entsprechend ist ein Abstellen auf die 
Gesamtfläche einer solchen Einheit für die Berechnung der zulässigen AZ nicht 
möglich, weshalb die gemeindliche Praxis als gesetzeswidrig bezeichnet werden 
muss.

e) Mangels einer hinreichenden gesetzlichen Grundlage für die Bildung von AZ-
Einheiten kann die Gemeinde aus den in den Baubewilligungen vorgenomme-
nen Auflagen (grundbuchliche Anmerkung einer AZ-Einheit, öffentlich-rechtliche 
Eigentumsbeschränkungen) aus öffentlich-rechtlicher Sicht betrachtet nichts zu 
ihren Gunsten ableiten. Die betreffenden Beschränkungen könnten, wenn über-
haupt, als privat-rechtliche Vereinbarungen zwischen der Gemeinde und den be-
teiligten Grundeigentümern verstanden werden. Wie es sich aber allenfalls damit 
verhält, ist Sache des Zivilrichters.“

Im neuen BG vom 13. Juni 2010, genehmigt am 18. Januar 2011, hat die 

Gemeinde die anrechenbare Grundstücksfläche in Art. 38 BG neu gere-

gelt. Dieser neue Art. 38 BG lautet wie folgt (Änderungen gegenüber dem 

alten BG durch das Gericht kursiv hervorgehoben):

Art. 38 Anrechenbare Grundstücksfläche

Als anrechenbare Grundstücksfläche gilt die vom Baugesuch erfasste (baulich 

noch nicht ausgenützte [Anmerkung des Gerichts]) Grundstücksfläche innerhalb 

der Bauzone. Nicht angerechnet werden die Flächen der Grund- und Grober-

schliessung.

Grundstücke, die in der gleichen Bauzone liegen, an die Bauparzelle unmittelbar 

angrenzen oder lediglich durch Strassen oder Bäche von ihr getrennt sind, kön-

nen für die Berechnung der Ausnützungsziffer miteinbezogen werden, sofern sie 

mit einer öffentlich-rechtlichen Eigentumsbeschränkung belegt werden, die im 

Grundbuch anzumerken ist. Auf der Bauparzelle darf dadurch die in der betref-

fenden Bauzone geltende Ausnützungsziffer höchstens um 15 % erhöht werden.

Solche Grundstücke bilden eine AZ-Einheit und spätere Änderungen daran oder 

Verfügungen darüber bedürfen der Zustimmung der Eigentümer aller an dieser 

AZ-Einheit beteiligten Grundstücke.

- 21 -

Geändert hat sich gegenüber Art. 56 Abs. 2 des alten BG in der massge-

benden Bestimmung Art. 38 Abs. 2 BG nichts. Auch der neue Abs. 3 von 

Art. 38 BG vermag daran nichts zu ändern. Dieser, welcher wohl eine ge-

setzgeberische Reaktion auf das Urteil R 05 59 des Verwaltungsgerichts 

vom 11. November 2005 darstellen soll, sagt lediglich aus, dass Grunds-

tücke, die gemäss Art. 38 Abs. 2 BG für die Berechnung der AZ miteinbe-

zogen werden, sofern sie mit einer öffentlich-rechtlichen Eigentumsbe-

schränkung belegt werden, die im Grundbuch anzumerken ist, eine AZ-

Einheit bilden. Einzige Rechtsfolge dieser AZ-Einheit, die sowohl nach 

dem alten als auch nach dem neuen BG nur gemäss der in Abs. 2 von 

Art. 38 BG enthaltenen Regeln gebildet werden kann, ist es nämlich, dass 

Änderungen und Verfügungen betreffend diese AZ-Einheit der Zustim-

mung der Eigentümer der beteiligten Grundstücke bedürfen. Abs. 3 von 

Art. 38 BG hat somit rein deklaratorischen Charakter und benennt das Er-

gebnis der in Abs. 2 formulierten Regeln als AZ-Einheit. Dass über Abs. 3 

der genannten Bestimmung die in Abs. 2 formulierte 15 %-Regel umgan-

gen oder gar ausgehebelt werden könnte, kann der Bestimmung nicht 

entnommen werden. Somit sind die Schlussfolgerungen des Urteils 

R 05 59 des Verwaltungsgerichts vom 11. November 2005 nach wie vor 

einschlägig und es gilt, dass die Bildung von AZ-Einheiten in dem von den 

Beschwerdegegnerinnen verstandenen und offenbar trotz des Präjudizes 

R 05 59 nach wie vor praktizierten Sinne vom Baugesetz nicht vorgese-

hen ist und entsprechend ein Abstellen auf die Gesamtfläche einer sol-

chen Einheit für die Berechnung der zulässigen AZ nicht möglich ist. Die 

gemeindliche Praxis muss damit erneut als gesetzeswidrig bezeichnet 

werden (vgl. dazu bereits das Urteil des Verwaltungsgerichts R 13 180 

vom 20 Februar 2014). Die Folge davon ist, dass – entgegen der Auffas-

sung der Beschwerdegegnerinnen – nicht aGF in der ganzen, als solche 

von den Beschwerdegegnerinnen verstandenen AZ-Einheit verschoben 

- 22 -

werden darf, sondern zum Einen nur, sofern sie in der gleichen Bauzone 

wie das Baugrundstück liegen, an dieses unmittelbar angrenzen oder le-

diglich durch Strassen oder Bäche davon getrennt sind. Zum Anderen gilt 

die weitere Beschränkung, dass auf der Bauparzelle durch den Miteinbe-

zug anderer Parzellen die in der betreffenden Bauzone geltende Ausnüt-

zungsziffer höchstens um 15 % erhöht werden darf. Folglich darf vorlie-

gend Parzelle 4345 lediglich von Parzellen 4344 und 3713 aGF beziehen, 

Parzelle 4344 lediglich von Parzellen 4343, 3713 und 4345.

3. In Bezug auf die AZ bzw. die aGF ist die Beschwerdeführerin der Ansicht, 

die Treppe und der Gang im UG seien anrechenbare Flächen, weil sie 

auch anrechenbare Räume in den oberen Geschossen erschliessen wür-

den. Die Beschwerdegegnerinnen führten dazu aus, die Beschwerdefüh-

rerin verkenne, dass sich der Haupteingang im Erdgeschoss und nicht im 

Untergeschoss befinde. Der oberirdische Zugang sei zwar nicht mit Fahr-

zeugen erreichbar, was aber eine Qualifikation desselben als Hauptein-

gang nicht ausschliesse. Der Gang und die Treppe im Untergeschoss 

würden somit ausschliesslich nicht anrechenbare Geschossflächen im 

Untergeschoss erschliessen, weshalb sie gemäss Art. 37 Abs. 2 lit. d BG 

bei der AZ-Berechnung nicht zu berücksichtigen seien. Dies entspreche 

einer langjährigen Praxis der Gemeinde. Dieser Argumentation der Be-

schwerdegegnerinnen kann nicht gefolgt werden. Die angebliche Praxis 

verstösst nämlich gegen Art. 37 Abs. 2 lit. d BG, wonach Korridore, Trep-

pen und Lifte, die ausschliesslich nicht anrechenbare Geschossflächen 

erschliessen, nicht angerechnet werden. Im ähnlich gelagerten Urteil des 

Verwaltungsgerichts R 12 1 E.14b – von der Beschwerdegegnerin 1 bis 

heute unwidersprochen – wurde beispielsweise festgestellt, dass hinter 

der Eingangstür von der Tiefgarage liegende Räumlichkeiten anzurech-

nen seien, weil sie ebenfalls anrechenbare Räume in den oberen Ge-

schossen erschliessen würden. Dies ist auch hier der Fall, erschliessen 

- 23 -

doch der Gang und die Treppe anrechenbare Räume in den oberen Ge-

schossen und sind somit anzurechnen.

4. Zusammenfassend bleibt somit festzuhalten, dass es nicht Sache des 

Gerichts ist, herauszufinden, ob infolge dieser veränderten Ausgangslage 

für die beiden Bauprojekte noch genügend aGF zur Verfügung steht und 

ob die resultierende Erhöhung der AZ auf den Bauparzellen höchstens 

15 % der in der Wohnzone A geltenden AZ von 0.35 (vgl. Art. 26 i.V.m. 

Art. 36 BG) ausmacht. Folglich ist vorliegende Beschwerde gutzuheissen, 

der Einspracheentscheid und die Baubewilligung aufzuheben und die Sa-

che an die Gemeinde zur Weiterführung des Baubewilligungsverfahrens 

im Sinne der Erwägungen zurückzuweisen.

5. Bei diesem Ausgang des Verfahrens gehen die Gerichtskosten gestützt 

auf Art. 73 Abs. 1 VRG je hälftig zulasten der Beschwerdegegnerinnen 1 

und 2, welche zudem die anwaltlich vertretene Beschwerdeführerin nach 

Art. 78 Abs. 1 VRG angemessen zu entschädigen haben. Der Rechtsver-

treter der Beschwerdeführerin reichte mit Schreiben vom 24. Oktober 

2013 eine Honorarnote in der Höhe von Fr. 21'291.10 ein. Allerdings kann 

die darin enthaltene Rechnung vom 7. Januar 2013 in der Höhe von 

Fr. 9'299.40, welche offensichtlich nicht das vorliegende Verfahren betrifft, 

nicht berücksichtigt werden. Somit ist die Honorarnote um diesen Betrag 

auf Fr. 11'991.70 zu kürzen. Gemäss Art. 2 Abs. 1 der Verordnung über 

die Bemessung des Honorars der Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte 

(Honorarverordnung [HV; BR 310.250]) setzt die urteilende Instanz die 

Parteientschädigung der obsiegenden Partei nach Ermessen fest. Sie 

geht dabei gemäss Art. 2 Abs. 2 HV vom Betrag aus, welcher der ent-

schädigungsberechtigten Partei für die anwaltliche Vertretung in Rech-

nung gestellt wird, soweit der geltend gemachte Aufwand angemessen 

und für die Prozessführung erforderlich ist (Ziff. 2). Art. 3 Abs. 1 HV hält 

- 24 -

sodann fest, dass als üblich ein Stundenansatz zwischen 210 und 270 

Franken gelte. Vorliegend kann der eingereichten Honorarnote der Auf-

wand in Stunden nicht vollumfänglich entnommen werden. Allerdings 

rechnete der Rechtsvertreter mit einem Ansatz von Fr. 450.-- statt der üb-

lichen Fr. 270.-- pro Stunde und seine Honorarnote wäre entsprechend zu 

kürzen. Mangels Einreichen einer Honorarvereinbarung kann die urteilen-

de Instanz jedoch ohnehin davon absehen, für die Festsetzung der Par-

teientschädigung die Anwaltsrechnung beizuziehen (Art. 4 Abs. 1 HV). 

Dem gerichtlichen Ermessen nach erscheint folglich für beide Verfahren 

R 13 160 und 161, welche praktisch identisch sind und einen geringen 

Schwierigkeitsgrad aufweisen, eine pauschale Entschädigung in der Höhe 

von Fr. 5'000.-- gerechtfertigt. Somit haben die Beschwerdegegnerinnen 1 

und 2 die Beschwerdeführerin für das vorliegende Verfahren je hälftig mit 

Fr. 2‘500.-- (inkl. MWST) ausseramtlich zu entschädigen.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen, der Einspracheentscheid und die 

Baubewilligung aufgehoben und die Sache an die Gemeinde zur Weiter-

führung des Baubewilligungsverfahrens im Sinne der Erwägungen 

zurückgewiesen.

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 2'000.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 523.--

zusammen Fr. 2'523.--

- 25 -

gehen je hälftig zulasten der Gemeinde X._____ und der Baugesellschaft 

B._____ und sind innert 30 Tagen seit Zustellung dieses Entscheides an 

die Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, Chur, zu bezahlen.

3. Die Gemeinde X._____ und die Baugesellschaft B._____ entschädigen 

die A._____AG aussergerichtlich je hälftig mit total Fr. 2‘500.-- (inkl. 

MWST).

4. [Rechtsmittelbelehrung]

5. [Mitteilungen]