# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 864c2c04-b74e-5d4e-b3c1-4165c6810867
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-02-15
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 15.02.2024 SB180444
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB180444_2024-02-15.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer  

Geschäfts-Nr.: SB180444-O/U/bs

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. S. Volken, Präsident, lic. iur. Ch. Prinz und 

Ersatzoberrichter lic. iur. A. Kessler sowie die Gerichtsschreiberin 

MLaw A. Jacomet

Urteil vom 15. Februar 2024

in Sachen

A._____, 
Privatkläger und Berufungskläger

unentgeltlich vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X1._____

sowie

Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich, 
vertreten durch Leitenden Staatsanwalt lic. iur. J. Burkhalter,

Anklägerin 

gegen

1. … 

2. … 

3. B._____, 
Beschuldigter und Berufungsbeklagter

3 verteidigt durch Rechtsanwalt Dr. iur. Y._____

betreffend Gefährdung des Lebens etc. 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 10. Abteilung, 

-  2  -

vom 17. April 2018 (DG160367)

-  3  -

Anklage:

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 29. Novem-

ber 2016 ist diesem Urteil beigeheftet (Urk. 109B). 

Urteil der Vorinstanz:
(Urk. 189 S. 93 ff.)

"Es wird erkannt:

1. Der Beschuldigte C._____ ist nicht schuldig und wird freigesprochen.

2. Die Beschuldigte D._____ ist nicht schuldig und wird freigesprochen.

3. Der Beschuldigte B._____ ist nicht schuldig und wird freigesprochen.

4. Auf die Zivilklage des Privatklägers wird nicht eingetreten.

5. Die Entscheidgebühr fällt ausser Ansatz; die übrigen Kosten werden auf die Gerichtskasse 

genommen.

6. Dem Beschuldigten C._____ wird eine Prozessentschädigung für anwaltliche Verteidigung 

von Fr. 65'000.– (pauschal, inkl. MwSt.) aus der Gerichtskasse zugesprochen.

7. Der Beschuldigten D._____ wird eine Prozessentschädigung für anwaltliche Verteidigung 

von Fr. 50'000.– (pauschal, inkl. MwSt.) aus der Gerichtskasse zugesprochen.

8. Dem Beschuldigten B._____ wird eine Prozessentschädigung für anwaltliche Verteidigung 

von Fr. 48'000.– (pauschal, inkl. MwSt.) aus der Gerichtskasse zugesprochen.

9. Der Vertreter des Privatklägers wird als unentgeltlicher Rechtsvertreter mit Fr. 65'000.– 

(pauschal, inkl. MwSt.) aus der Gerichtskasse entschädigt, unter Anrechnung der bereits 

ausbezahlten Akontozahlung von gesamthaft Fr. 30'000.–.

10. Den Beschuldigten C._____, D._____ und B._____ wird eine Genugtuung von je Fr. 5'000.– 

aus der Gerichtskasse zugesprochen.

11. Die Kosten, inklusive derjenigen der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerschaft, 

werden auf die Gerichtskasse genommen.

12. (Mitteilungen)

13. (Rechtsmittel)"

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Berufungsanträge:
(Prot. II S. 26 f.)

a) Des unentgeltlichen Rechtsvertreters des Privatklägers A._____:

(Urk. 191 S. 4 f.; Urk. 384 S. 2)

1. Der Beschuldigte 3 und Berufungsbeklagte 3 sei der eventualvorsätz-

lichen versuchten Tötung im Sinne von Art. 111 in Verbindung mit 

Art. 22 StGB (allenfalls der Gefährdung des Lebens im Sinne von 

Art. 129 StGB, eventuell des Angriffs im Sinne von Art. 134 StGB), so-

dann des Amtsmissbrauchs im Sinne von Art. 312 StGB (allenfalls zu-

sätzlich der Freiheitsberaubung im Sinne von Art. 183 Ziff. 1 StGB) 

schuldig zu sprechen und angemessen zu bestrafen;

2. Alternativ sei der Beschuldigte 3 und Berufungsbeklagte 3 der Gefähr-

dung des Lebens im Sinne von Art. 129 StGB, der einfachen Körper-

verletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB und des Amts-

missbrauchs im Sinne von Art. 312 StGB schuldig zu sprechen und 

angemessen zu bestrafen; 

3. Es sei festzustellen, dass der Anspruch des Privat- und Berufungs-

klägers auf Genugtuung und Schadenersatz aus dem Vorfall vom 

19. Oktober 2009 vom Grundsatz her ausgewiesen ist und, dass diese 

Genugtuungs- und Schadenersatzforderungen gemäss dem Zürcheri-

schen Haftungsgesetz in einem entsprechenden Verfahren gegen die 

Stadtpolizei Zürich bzw. die Stadt Zürich geltend zu machen sind; 

4. Sämtliche Kosten des Vorverfahrens und des Hauptverfahrens seien 

dem Beschuldigten 3 und Berufungsbeklagten 3 aufzuerlegen, even-

tualiter auf die Gerichtskasse zu nehmen; 

5. Die Kosten der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerschaft seien 

auf die Gerichtskasse zu nehmen; 

6. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MWSt) gemäss dem 

Ausgang des Verfahrens.

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b) Der Verteidigung des Beschuldigten B._____:

(Urk. 196 sinngemäss)

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils.

c) Der Staatsanwaltschaft:

(Urk. 200)

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils.

Erwägungen:

I. Prozessuales

1. Verfahrensgang

1.1. Zum Verfahrensgang bis zum vorinstanzlichen Urteil kann zwecks Ver-

meidung von unnötigen Wiederholungen auf die zutreffenden Erwägungen der 

Vorinstanz im angefochtenen Entscheid verwiesen werden (Urk. 189 S. 6 ff.).

1.2. Mit Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 10. Abteilung, vom 17. April 2018 

wurden die Beschuldigten 1.  C._____, 2. D._____ und 3.  B._____ gemäss dem 

eingangs wiedergegebenen Urteilsdispositiv vollumfänglich freigesprochen. Ge-

gen dieses Urteil liess der Privatkläger innert Frist mit Schreiben vom 

26. April 2018 Berufung anmelden (Urk. 183). Das begründete Urteil wurde dem 

Privatkläger in der Folge am 1. Oktober 2018 zugestellt (Urk. 188/5-6), woraufhin 

der zwischenzeitlich als unentgeltlicher Rechtsbeistand des Privatklägers bestellte 

Rechtsanwalt lic. iur. X1._____ mit Eingabe vom 22. Oktober 2018 fristgerecht die 

Berufungserklärung beim hiesigen Gericht einreichte (Urk. 191). 

1.3. Mit Präsidialverfügung vom 29. Oktober 2019 wurde den Beschuldigten 

1.-3. sowie der Anklagebehörde Frist angesetzt, um Anschlussberufung zu er-

klären, oder begründet ein Nichteintreten auf die Berufung zu beantragen 

(Urk. 194). Auf das Stellen entsprechender Anträge wurde in der Folge innert Frist 

allseits verzichtet (Urk. 196, 198, 200 und 202).

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1.4. Mit Eingabe vom 11. November 2019 teilte der unentgeltliche Rechts-

beistand des Privatklägers den jeweiligen Rückzug der Berufungen betreffend 

den Beschuldigten 1. C._____ und die Beschuldigte 2. D._____ mit (Urk. 210). 

Das Verfahren betreffend die Beschuldigten 1. und 2. wurde in der Folge mit Be-

schluss vom 19. Oktober 2021 als durch Rückzug der Berufung erledigt abge-

schrieben (Urk. 296).

1.5. Ebenfalls mit vorgenannter Eingabe stellte der unentgeltliche Rechtsbei-

stand des Privatklägers den Beweisantrag, C._____ und D._____ seien an der 

Berufungsverhandlung als Zeugen zum Vorfall vom 19. Oktober 2009 zu befragen 

(Urk. 210 S. 3). Mit Präsidialverfügung vom 12. November 2019 wurde der Ankla-

gebehörde und dem Beschuldigten 3 Frist zur Stellungnahme zum Beweisantrag 

angesetzt (Urk. 213). Innert Frist liessen sich sowohl die Anklagebehörde 

(Urk. 217) als auch der Beschuldigte 3 (Urk. 218) vernehmen. Mit Präsidialverfü-

gung vom 21. November 2019 wurde der Beweisantrag des Privatklägers abge-

wiesen (Urk. 220).

1.6. Mit Schreiben vom 12. November 2019 teilte der vormalige unentgeltliche 

Rechtsbeistand des Privatklägers, Rechtsanwalt Dr. iur. X2._____, dem Gericht 

mit, dass er den Privatkläger weiterhin erbeten vertrete (Urk. 215). Das Rubrum 

wurde in der Folge antragsgemäss angepasst. 

1.7. Mit Eingabe vom 25. November 2019 stellte der unentgeltliche Rechts-

beistand des Privatklägers, Rechtsanwalt lic. iur. X1._____, ein Ausstandsbe-

gehren gegen die Verfahrensleitung (Urk. 223), woraufhin mit Beschluss vom 

26. November 2019 die Ladungen für die angesetzte Berufungsverhandlung vom 

2. Dezember 2019 abgenommen und das Verfahren bis zur Erledigung des 

Ausstandsgesuchs sistiert wurde (Urk. 226). 

1.8. Mit Eingabe vom 20. Dezember 2019 stellte Rechtsanwalt lic. iur. 

X1._____ diverse Beweisanträge (Urk. 231 und 233), woraufhin er erneut darüber 

informiert wurde, dass das Verfahren sistiert sei (Urk. 234). Mit Beschluss vom 

3. März 2020 wies die II. Strafkammer des Obergerichts des Kantons Zürich das 

Ausstandsbegehren gegen die Verfahrensleitung ab (Urk. 235), woraufhin das 

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Berufungsverfahren vor der hiesigen Kammer wieder aufgenommen sowie dem 

Beschuldigten 3 und der Anklagebehörde Frist angesetzt wurde, um sich zu den 

Beweisanträgen des Privatklägers schriftlich zu äussern (Urk. 236). Innert (er-

streckter) Frist liessen sich die Verteidigung (Urk. 238, 241, 243/1-2) und die An-

klagebehörde (Urk. 240) vernehmen. Die Beweisergänzungsanträge wurden so-

dann mit Präsidialverfügung vom 13. August 2020 abgewiesen (Urk. 244).

1.9. In der Folge wurden mit Präsidialverfügung vom 30. April 2021 diverse 

Fragen des erbetenen Privatklägervertreters, Rechtsanwalt Dr. iur. X2._____ 

(Urk. 248), beantwortet sowie dem unentgeltlichen Privatklägervertreter, dem er-

betenen Privatklägervertreter und der Anklagebehörde Frist zur Stellungnahme 

angesetzt, ob die Bestellung von Rechtsanwalt lic. iur. X1._____ als unentgelt-

licher Rechtsbeistand zu belassen oder dieser zu entlassen sei (Urk. 250), wobei 

sämtliche erwähnte Personen innert (erstreckter) Frist dazu Stellung nahmen 

(Urk. 252, 253, 255, 257, 259, 261, 263). 

1.10. Mit Präsidialverfügung vom 13. Juli 2021 wurde Rechtsanwalt lic. iur. 

X1._____ per Datum der Verfügung als unentgeltlicher Privatklägervertreter ent-

lassen und aufgefordert, dem Gericht seine Honorarnote für die geleisteten Be-

mühungen einzureichen (Urk. 265). Mit Eingabe vom 16. August 2021 reichte er 

seine Proformarechnung ein (Urk. 271, 273/1-2), woraufhin er durch das Gericht 

zwecks Prüfung der Angemessenheit des Honorars aufgefordert wurde, das aus-

gearbeitete Plädoyer, welches den weitaus grössten Teil der Positionen seiner 

Honorarnote ausmachte, einzureichen (Urk. 274). Rechtsanwalt lic. iur. X1._____ 

reichte in der Folge anstelle eines Plädoyers zu den Vorfragen sowie das Haupt-

sachenplädoyer lediglich ein Bündel Papier mit schwarzen Balken zu den Akten 

ein (Urk. 276, 278/1-2), woraufhin mit Beschluss vom 23. November 2021 ent-

schieden wurde, dass dies den geltend gemachten Aufwand nicht belegen könne 

und entsprechend nicht entschädigt werde (Urk. 323). Daraufhin erhob Rechts-

anwalt lic. iur. X1._____ Beschwerde ans Bundesstrafgericht. Nach diversen 

Schriftenwechseln, Stellungnahmen und zwischenzeitlicher Sistierung des Ver-

fahrens, wurde das Beschwerdeverfahren vom Bundesstrafgericht wegen Gegen-

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standslosigkeit abgeschrieben (Urk. 325, 327, 329-342, 344-346, 349, 351, 365-

375). 

1.11.  Mit Eingabe vom 21. Juli 2021 legte Rechtsanwalt Dr. iur. X2._____ sein 

(erbetenes) Mandat nieder (Urk. 267) und nahm es in Bezug auf die dem Privat-

kläger durch das Gericht gestellte Frage, ob dieser nach wie vor einen unent-

geltlichen Privatklägervertreter wünsche, wieder auf (Urk. 279, 281, 283). Nach 

mehrmaligem Schriftenwechsel und Fristansetzungen an den Privatkläger zur Mit-

teilung, ob er die Bestellung von Rechtsanwalt lic. iur. X1._____ als unentgeltli-

chen Privatklägervertreter wünsche bzw. um zur Person eines unentgeltlichen 

Privatklägervertreters einen Vorschlag zu machen (Urk. 279, 284, 288), wurde am 

19. Oktober 2021 verfügt, dass dem Privatkläger kein unentgeltlicher Privat-

klägervertreter bestellt werde (Urk. 298). Ferner wurde Rechtsanwalt Dr. iur. 

X2._____ für die Berufungsverhandlung eine Redezeitbeschränkung von maximal 

zwei Stunden gemacht (Urk. 307). Das in der Folge von Ersterem eingereichte 

Ausstandsgesuch gegen die Verfahrensleitung (Urk. 315) wurde mit Beschluss 

vom 15. Juni 2022 von der II. Strafkammer des Obergerichts des Kantons Zürich 

abgewiesen (Urk. 318, 321, 322, 347). Dagegen führte der Privatkläger Be-

schwerde ans Bundesgericht, welches die Beschwerde in der Folge ebenfalls 

abwies (Urk. 355A, 356). 

1.12. Am 31. Oktober 2023 wurden die Parteien zur Berufungsverhandlung vom 

15. Februar 2024 vorgeladen (Urk. 376). Nach Fristansetzung an den Privatkläger 

zur Beantwortung der Frage, ob dieser erneut einen unentgeltlichen Rechtsver-

treter wünsche, wurde Rechtsanwalt lic. iur. X1._____ mit Präsidialverfügung vom 

12. September 2023 erneut als dessen unentgeltlicher Rechtsvertreter eingesetzt 

(Urk. 357, 359-362). 

1.13. Am 15. Februar 2024 fand die Berufungsverhandlung statt, zu welcher der 

Beschuldigte in Begleitung seines amtlichen Verteidigers, Rechtsanwalt Dr. iur. 

Y._____ sowie der Privatkläger in Begleitung seines unentgeltlichen Rechtsbei-

standes Rechtsanwalt lic. iur. X1._____ erschienen sind (Prot. II S. 26). 

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1.14. Der Privatklägervertreter stellte im Rahmen der Vorfragen diverse Bewei-

santräge, welche im Nachfolgenden zu behandeln sind (Prot. II. S. 29 ff.) 

2. Umfang der Berufung

2.1. Mit seiner Berufungserklärung vom 22. Oktober 2018 lässt der Privat-

kläger mitteilen, er fechte das Urteil – mit Ausnahme von Dispositiv Ziffer 9 – an 

(Urk. 191 S. 4).

2.2. Infolge Rückzugs der Berufungen betreffend den Beschuldigten 1. C._____ 

und die Beschuldigte 2. D._____ wurde mit Beschluss vom 19. Oktober 2021 

festgestellt, dass das vorinstanzliche Urteil hinsichtlich der Dispositiv-Ziffern 1 

(Freispruch des Beschuldigten C._____), 2 (Freispruch der Beschuldigten 

D._____), 6 (Prozessentschädigung für den Beschuldigten C._____) und 7 (Pro-

zessentschädigung für die Beschuldigte D._____) sowie 4 (Nichteintreten auf die 

Zivilklage des Privatklägers), 5 Festsetzung und Auflage Entscheidgebühr), 

10 (Genugtuung für die Beschuldigten C._____ und D._____) und 11 (Festset-

zung und Auflage Kosten), letztere soweit sie die Beschuldigten 1 und 2 betreffen, 

in Rechtskraft erwachsen ist (Urk. 296; Art. 402 StPO e contrario). Ebenfalls nicht 

angefochten und in Rechtskraft erwachsen ist die Dispositivziffer 9 (Entschädi-

gung des ehemaligen unentgeltlichen Rechtsvertreters des Privatklägers) (vgl. 

Urk. 191 S. 4). Dies wurde anlässlich der Berufungsverhandlung von den Parteien 

nochmals bestätigt (Prot. II S. 29). 

2.3. Im übrigen Umfang – für den nicht in Rechtskraft erwachsenen und ange-

fochtenen Teil des Urteils – steht das vorinstanzliche Urteil zwecks Überprüfung 

unter Vorbehalt des Verschlechterungsverbotes (Verbot der reformatio in peius) 

zur Disposition (Art. 391 Abs. 2 StPO).

3. Beweisanträge

3.1. Wie bereits eingangs erwähnt, stellte der Privatklägervertreter anlässlich 

der Berufungsverhandlung diverse Beweisanträge (Urk. 382). 

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3.2. Das Rechtsmittelverfahren setzt das Strafverfahren fort und richtet sich 

nach den Bestimmungen über die erstinstanzliche Hauptverhandlung (Art. 405 

Abs. 1 StPO). Es knüpft an die bereits erfolgten Verfahrenshandlungen, nament-

lich die bereits durchgeführten Beweiserhebungen an. Gemäss Art. 389 Abs. 1 

StPO beruht das Rechtsmittelverfahren grundsätzlich auf den Beweisen, die im 

Vorverfahren und im erstinstanzlichen Hauptverfahren erhoben worden sind. 

Dieser Grundsatz gelangt indes nur zur Anwendung, soweit die Beweise, auf 

welche die Rechtsmittelinstanz ihren Entscheid stützen will, prozessrechtskon-

form erhoben worden sind. Erweisen sich die Beweiserhebungen des erstinstanz-

lichen Gerichts als rechtsfehlerhaft (lit. a), unvollständig (lit. b) oder erscheinen 

sie als unzuverlässig (lit. c), werden sie von der Rechtsmittelinstanz wiederholt 

(Art. 389 Abs. 2 StPO). Sofern die unmittelbare Kenntnis des Beweismittels für die 

Urteilsfällung notwendig erscheint, erhebt das Berufungsgericht zudem auch im 

Vorverfahren ordnungsgemäss erhobene Beweise noch einmal (Art. 343 Abs. 3 

i.V.m. Art. 405 Abs. 1 StPO; BGE 143 IV 288, E. 1.4.1., mit Hinweisen; BGer. 

6B_422/2017 vom 12. Dezember 2017, E. 4.3.1). Eine unmittelbare Abnahme 

eines Beweismittels ist namentlich notwendig, wenn es den Ausgang des Ver-

fahrens beeinflussen kann, insbesondere wenn die Kraft des Beweismittels in 

entscheidender Weise vom Eindruck abhängt, der bei seiner Präsentation ent-

steht. Dies ist etwa der Fall, wenn es in besonderem Masse auf den unmittelbaren 

Eindruck einer Zeugenaussage ankommt, so wenn die Aussage das einzige 

direkte Beweismittel (Aussage gegen Aussage-Konstellation) darstellt. Alleine der 

Inhalt der Aussage einer Person (was sie sagt), lässt eine erneute Beweisab-

nahme nicht notwendig erscheinen. Massgebend ist, ob das Urteil in entschei-

dender Weise von deren Aussageverhalten (wie sie es sagt) abhängt. Das 

Gericht verfügt bei der Frage, ob eine erneute Beweisabnahme erforderlich ist, 

über einen Ermessensspielraum (BGE 140 IV 196, E. 4.4.2; BGer. 6B_800/2016 

vom 25. Oktober 2017, E. 9.2, nicht publ. in: BGE 143 IV 397; 6B_888/2017 vom 

25. Oktober 2017, E. 3.3, nicht publ. in: BGE 143 IV 434; je mit Hinweisen). 

Weiter kann eine unmittelbare Beweisabnahme durch das Berufungsgericht in 

den Fällen von Art. 343 Abs. 3 StPO erforderlich sein, wenn dieses von den erst-

instanzlichen Sachverhaltsfeststellungen abweichen will (BGE 140 IV 196, 

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E. 4.4.1, mit Hinweisen; BGer. 6B_383/2012 vom 29. November 2012, E. 7.2; 

VIKTOR LIEBER, in: Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung [StPO], 

DONATSCH/HANSJAKOB/LIEBER [Hrsg.], 2. Aufl. 2014, N 6 zu Art. 389 StPO). In der 

Beschwerdeschrift muss dargelegt werden, weshalb die erneute Beweisabnahme 

notwendig ist (BGer. 6B_888/2017 vom 25. Oktober 2017, E. 3.3; 6B_430/2015 

vom 12. Juni 2015, E. 2.3.2). Die erforderlichen zusätzlichen Beweise erhebt 

die Rechtsmittelinstanz gemäss Art. 389 Abs. 3 StPO schliesslich von Amtes 

wegen oder auf Antrag einer Partei (zum Ganzen: BGer. 6B_918/2018 vom 

24. April 2019, E. 2.2.2.). Im Übrigen erfordern widersprüchliche Aussagen nicht 

notwendigerweise eine nochmalige Beweisabnahme vor Gericht (BSK StPO-

WIPRÄCHTIGER, Art. 343 N. 24). Zudem kam das Bundesgericht auf seine Ent-

scheide, Art. 343 Abs. 3 StPO gelte sowohl für das erst- als auch für das zweit-

instanzliche Verfahren, zurück. Es hielt unter Verweis auf BGE 140 IV 196 

E. 4.4.1 ausdrücklich fest, Art. 343 Abs. 3 StPO statuiere (entgegen den zu 

apodiktischen Urteilen 6B_70/2015 vom 20. April 2016 und 6B_1330/2017 vom 

10. Januar 2019) eine einmalige Unmittelbarkeit im erstinstanzlichen Verfahren, in 

der Regel jedoch keine solche für das Rechtsmittelverfahren (BGer. 6B_639/2021 

vom 27. September 2022, E. 2.2.2, mit Hinweisen).

3.3. Der Privatklägervertreter beantragte zunächst, es seien die ehemaligen 

Beschuldigten C._____ und D._____ als Zeugen einzuvernehmen (Beweisantrag 

1). Zur Begründung bringt er im Wesentlichen vor, dass die erwähnten Personen 

als Zeugen zur Aussage und zur Wahrheit verpflichtet seien und sie sich zu den 

Sachverhaltsmomenten, insbesondere zu den durch den Beschuldigten B._____ 

am Privatkläger applizierten Würgegriffen, äussern könnten. Es sei schlicht nicht 

glaubhaft, dass sie diese Würgegriffe nicht wahrgenommen hätten. Die Befragung 

würde sie auch in keiner Weise belasten und es seien keine Weiterungen oder 

strafrechtliche Ahndung zu befürchten, zumal sie vor Vorinstanz bereits rechts-

kräftig freigesprochen worden seien (Urk. 382 S. 2 und S. 7 f.).  

3.4. Die vom Privatklägervertreter beantragte Zeugeneinvernahme der ehe-

maligen Beschuldigten C._____ und D._____ ist derart offen formuliert, dass 

davon ausgegangen werden muss, dass sie zum gesamten Sachverhalt befragt 

-  12  -

werden sollen. Bereits aus prozessualer Sicht erscheint dieser Punkt äusserst 

problematisch, da sie sich mutmasslich – zumindest theoretisch – selbst belasten 

könnten, was wiederum revisionsrelevant sein könnte. Aus materieller Sicht lässt 

sich sodann sagen, dass die beiden ehemaligen Beschuldigten bereits ausführlich 

befragt worden und ihre Aussagen aktenkundig sind. Diese Aussagen – welche 

im Übrigen nicht das einzige Beweismittel darstellen – sind vor dem Hintergrund 

der zahlreichen weiteren Beweismittel zu würdigen. Schliesslich ist tatsächlich 

nach fast 15 Jahren seit dem Vorfall nicht mehr mit neuen relevanten 

Erkenntnissen zu rechnen. Der Beweisantrag ist nach dem Gesagten 

abzuweisen. 

3.5. Sodann beantragte der Privatklägervertreter, es sei ein forensisch-

medizinisches Gutachten hinsichtlich der von der Klinik für Unfallchirurgie des 

Universitätsspitals Zürich in den Berichten vom 19. und 20. Oktober 2009 fest-

gestellten Verletzungsbilder, deren Ursachen und Auswirkungen in Auftrag zu 

geben. Sodann sei der Gutachter zur Berufungsverhandlung vorzuladen und 

entsprechend zu befragen (Beweisanträge 2 und 3). Der Privatklägervertreter 

argumentiert dahingehend, dass nur ein medizinischer Experte feststellen könne 

und dürfe, wie gefährlich und allenfalls lebensbedrohlich irgendwelche physische 

Einwirkungen mit Fäusten, Knien oder Schlagstöcken auf den Körper des Privat-

klägers in seiner damaligen Verfassung zu bewerten seien, ganz besonders die 

Würgevorgänge. Ferner sei es ein absoluter Standard bei Körperverletzungen, 

dass ein medizinisches Gutachten eingeholt werde (Urk. 382 S. 2 und S. 9 ff.). 

3.6. Dem Privatklägervertreter ist zunächst zu entgegnen, dass bereits zahl-

reiche, tatzeitaktuelle sowie teilweise auf bildgebenden Materialien beruhende 

und auch vom Privatkläger selber eingeholte medizinische Berichte von namhaf-

ten Institutionen existieren. Diese stellen ein ausreichendes und aussagekräftiges 

Beweisfundament hinsichtlich der in der Tatnacht zugezogenen Verletzungen des 

Privatklägers dar. Im Übrigen ist das Berufungsthema gemäss Eingabe des 

Privatklägervertreters vom 11. November 2019 (Urk. 210) bzw. dessen Angabe 

anlässlich der Berufungsverhandlung (vgl. Prot. II S. 30) einzig bzw. schwerge-

wichtig auf den behaupteten Würgevorgang beschränkt, weshalb sich medizini-

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sche Abklärungen betreffend andere behauptete Verletzungen respektive Über-

griffe erübrigen. Nach dem Gesagten ist auch dieser Beweisantrag abzuweisen 

und ist deshalb auch eine entsprechende Befragung eines Gutachters nicht not-

wendig.

3.7. Ferner beantragte der Privatklägervertreter, es sei ein Experte für die im 

Rahmen der Polizeiausbildung instruierten Nahkampf- und Verteidigungsmetho-

den vorzuladen, insbesondere zur Befragung, was die Ausbildung und Anwen-

dung der Methoden sowie die einschlägige polizeiliche Praxis betrifft (Beweis-

antrag 4). Der Privatklägervertreter führte unter anderem aus, es trage zweifellos 

zur Klärung des Sachverhalts bei, zu wissen, wie Polizeibeamte ausgebildet und 

trainiert sowie welche Griffe und Schläge als zulässig oder eben verpönt respek-

tive als strikt verboten instruiert würden und was hinsichtlich der Würgegriffe 

gelehrt werde (Urk. 382 S. 2 und S. 12 f.). 

3.8. Dieser Beweisantrag zielt auf die subjektive Seite des Beschuldigten 

B._____, mithin was dieser bei seinem Vorgehen gegen den Privatkläger wollte 

bzw. mit was dieser rechnen musste. Der Antrag impliziert, dass objektiv tatsäch-

lich gewürgt worden ist, was vom Beschuldigten nach wie vor bestritten wird. Ob 

es objektiv zu einem Würgevorgang gekommen ist, wie im Anklagesachverhalt 

dargestellt, muss anhand der vorhandenen Beweismittel erstellt werden. Die Ein-

haltung allfälliger polizeilicher Vorgaben ist für diese Frage jedoch irrelevant. 

Nach dem Gesagten ist auch dieser Beweisantrag abzuweisen.

3.9. Des Weiteren beantragte der Privatklägervertreter die Vorladung eines 

Experten für polizeiliche Taktik und Vorgehensweisen, der sich hinsichtlich der 

Frage der Angemessenheit des vom Beschuldigten B._____ in der Tatnacht 

gewählten Vorgehens äussern könne. Sodann sei ein Bericht bei der zuständigen 

Stelle einzuholen, zu welchem Zeitpunkt genau der Beschuldigte das von ihm 

behauptete Fahndungsregister mit den VULPUS-Meldungen konsultiert habe 

(Beweisanträge 5 und 6; Urk. 382 S. 3 und S. 14 ff.). 

3.10. Gemäss Darstellung des Privatklägervertreters geht dieser davon aus, 

dass die am 19. Oktober 2009 unter anderem durch den Beschuldigten B._____ 

-  14  -

durchgeführte Kontrolle des Privatklägers unrechtmässig im Sinne eines racial 

profiling erfolgt sei. Dabei argumentiert die Privatklägerschaft im Übrigen – äus-

serst ausschweifend, Urk. 384 S. 25-48 – am verbindlichen Anklagesachverhalt 

vorbei: Die Anklageschrift hält klar fest, dass der Privatkläger und dessen Be-

kannter E._____ einer Personenkontrolle hätten unterzogen werden sollen, in der 

Absicht, sie auf die Übereinstimmung mit dem Signalement einer polizeilich aus-

geschriebenen Person zu überprüfen (Urk. 109B S. 3). Eine ab initio unrechtmäs-

sige Kontrolle bzw. racial profiling wird dem Beschuldigten B._____ von der An-

klagebehörde in keiner Weise vorgeworfen. Daran ändert auch nichts, dass der 

Privatkläger und E._____ gemäss Anklageschrift – wie der Privatklägervertreter 

anlässlich der Berufungsverhandlung argumentierte (vgl. Prot. II S. 36) – gefragt 

hätten, weshalb nur sie kontrolliert würden und ob dies etwas mit ihrer dunklen 

Hautfarbe zu tun habe (Urk. 109B S. 3). Der hartnäckige Versuch der Privatklä-

gervertretung, die Kontrolle des Privatklägers als einen Akt von racial profiling 

darzustellen, geht wie gesagt am (verbindlichen) Anklagesachverhalt vorbei. Der 

Beweisantrag ist nach dem Gesagten abzuweisen. Aus denselben Gründen ist 

auch der Beweisantrag hinsichtlich der VULPUS-Meldung abzuweisen, geht es 

hierbei der Privatklägerschaft doch ebenfalls um die durch den Anklagesachver-

halt nicht abgedeckte Behauptung, dass ein racial profiling vorgelegen habe (vgl. 

Urk. 382 S. 17). 

3.11. Da sämtliche Beweisanträge 1-6 nach dem Gesagten abzuweisen sind, er-

übrigt sich auch eine Sistierung der Berufungsverhandlung (Antrag 7; Urk. 382 

S. 18). 

3.12. Schliesslich beantragte der Privatkläger, es sei ein Bericht der VBZ über 

den Fahrplan der zwischen den Haltestellen Werd und Bahnhof Wiedikon ver-

kehrenden Trams und die effektiven Fahrzeiten zwischen den beiden Stationen 

einzuholen, damit im Wesentlichen geklärt werden könne, wieviel Zeit überhaupt 

zur Verfügung gestanden habe, um den Privatkläger und seinen Freund aus dem 

Tram zu führen (Beweisantrag 8; Urk. 382 S. 3 und S. 18 f.). 

3.13. Auch dieser Beweisantrag geht am verbindlichen Anklagesachverhalt und 

am den Beschuldigten B._____ heute noch betreffenden, relevanten Tatvorwurf 

-  15  -

vorbei: Dem Privatklägervertreter geht es erneut darum, aufzuzeigen, dass der 

Beschuldigte B._____ eine unrechtmässige Kontrolle angeordnet habe. Auch 

wenn der Privatkläger die Rechtmässigkeit der Kontrolle bis heute bestreitet und 

negiert, ist es prozessual verbindlich zur Kenntnis zu nehmen, dass weder dem 

Beschuldigten B._____ noch den anderen bereits rechtskräftig Freigesprochenen 

C._____ und D._____ gemäss Anklage ein racial profiling vorgeworfen wird. Dies 

ist nicht Gegenstand des vorliegenden Strafverfahrens. Der Beweisantrag ist nach 

dem Gesagten ebenfalls abzuweisen.

4. Anwendbares Recht

Was die Vorinstanz zum anwendbaren Recht erwogen hat, ist zutreffend und 

wurde im Berufungsverfahren von keiner Seite in Abrede gestellt. Die betreffen-

den Ausführungen können vollumfänglich übernommen werden (Urk. 189 S. 13; 

Art. 82 Abs. 4 StPO).

5. Strafantrag

Was die Vorinstanz unter dem Titel "Strafantrag" erwogen hat, ist grundsätzlich 

zwar zutreffend, vorliegend indes, wie noch zu zeigen sein wird, irrelevant. Weite-

rungen hierzu erübrigen sich (Urk. 189 S. 13).

6. Verjährung

Was die Vorinstanz zur Verjährung erwägt ist korrekt – und soweit vorliegend 

überhaupt von Belang – zu übernehmen (Urk. 189 S. 14; Art. 82 Abs. 4 StPO).

7. Abweichende rechtliche Würdigung

Die Vorinstanz hat mit zutreffender Begründung dargetan, weshalb die seitens 

des Privatklägers vorgenommene und von der Anklage in zentralen Punkten 

abweichende rechtliche Würdigung, angesichts des zu beachtenden Anklage-

prinzips, nicht in Frage kommt (Urk. 189 S. 14 f.). Für eine rechtliche Subsumtion 

des massgeblichen Anklagesachverhaltes unter die Straftatbestände der ver-

suchten Tötung respektive der Freiheitsberaubung besteht kein Raum, denn wie 

die Vorderrichter bereits überzeugend dargetan haben, scheitert ein entsprech-

-  16  -

endes Vorhaben bereits daran, dass die unerlässlichen subjektiven Tat-

bestandselemente mit keinem Wort in der Anklageschrift Erwähnung finden. Dies 

im Übrigen zu Recht, wie nachfolgend noch aufzuzeigen sein wird. 

II. Sachverhalt und rechtliche Würdigung

1. Anklagesachverhalt

1.1. Nachdem der einzig appellierende Privatkläger mit Schreiben vom 

11. November 2019 seine Berufung bezüglich den Beschuldigten 1. C._____ und 

die Beschuldigte 2. D._____ zurückgezogen hat, sind die sie betreffenden 

Freisprüche in Rechtskraft erwachsen. Entsprechend können die gegen sie 

gerichteten Anklagevorwürfe nicht mehr Gegenstand des Berufungsverfahrens 

sein. Konsequenterweise stellte sich denn auch der unentgeltliche Vertreter des 

Privatklägers in seiner Eingabe vom 11. November 2019 wörtlich auf den 

Standpunkt, Gegenstand des Berufungsverfahrens stelle einzig – bzw. 

schwergewichtig (vgl. Prot. II S. 30) – noch die "Eingrenzung auf das […] 

Würgethema" dar (Urk. 210 S. 5).  

1.2. Nach dem Gesagten beschränkt sich der gegenüber dem Beschuldigten 

noch verbleibende Anklagevorwurf auf den folgenden, einzig ihm zur Last ge-

legten Sachverhalt: 

1.2.1. Am Montag, den 19. Oktober 2009, ca. 00.45 Uhr, unterzog der Beschul-

digte B._____ zusammen mit C._____ und D._____ den Privatkläger A._____ ei-

ner Personenkontrolle, welche eskalierte und in deren Verlauf der Beschuldigte 

den Privatkläger von hinten am Hals packte und minutenlang derart stark zu-

drückte, dass der Privatkläger infolgedessen und wegen des zuvor von D._____ 

versprühten Reizstoffsprays kaum noch Luft bekam. Durch die Vorgehensweise 

des Beschuldigten erlitt der Privatkläger eine Kontusion am Hals ventral links und 

an der Halswirbelsäule, welche Verletzungen der Beschuldigte wollte, oder zu-

mindest billigend in Kauf nahm. 

1.2.2. Der Beschuldigte bediente sich während der Personenkontrolle und der 

anschliessend erfolgten vorläufigen Festnahme unverhältnismässiger Mittel und 

-  17  -

unnötiger Gewalt, um den Privatkläger zu disziplinieren und zu demütigen, was 

im Rahmen einer hoheitlich polizeilichen Tätigkeit keinesfalls hätte geschehen 

dürfen, und missbrauchte damit seine amtliche Machtstellung. Dadurch hatte der 

Privatkläger einen unrechtmässigen und äusserst schmerzlichen Eingriff in seine 

körperliche Integrität zu erdulden, was der Beschuldigte durch seine Vor-

gehensweise wollte oder zumindest in Kauf nahm. 

1.2.3. Der Beschuldigte würgte den Privatkläger im Wissen darum, dass dieser 

kurz zuvor eine Herzoperation gehabt hatte, welche die Einnahme von blutver-

dünnenden Medikamenten nötig machte und damit eine Gerinnungshemmung 

bzw. Blutungsgefahr zur Folge hatte. Diese Gefahr war besonders gross und le-

bensbedrohlich, weil der Würgegriff ein hohes Risiko für schwere innere Blut-

ungen, vor allem intrazerebrale Blutungen, barg. Durch die völlig unkontrollierte 

gegen den Halsbereich des Privatklägers gerichtete Gewalteinwirkung schuf der 

in hochgradiger Aufregung handelnde Beschuldigte bewusst und ohne Anlass und 

Grund zum Nachteil des herzkranken Privatklägers die akute Gefahr, dass die 

Wahrscheinlichkeit eines Todes einen ernsten und hohen Grad erreichte.

2. Sachverhalt

2.1. Allseits unbestritten ist, dass der Privatkläger und sein Begleiter E._____ 

am 19. Oktober 2009 um ca. 00.45 Uhr einer rechtmässigen, polizeilichen Perso-

nenkontrolle unterzogen wurden. Nachdem sich der Privatkläger mit der Begrün-

dung, die Kontrolle sei rein rassistisch motiviert, weigerte, sich auszuweisen, es-

kalierte die Situation insofern, als es zwischen dem Privatkläger und den ihn kon-

trollierenden Polizeibeamten zu einer gegenseitigen tätlichen Auseinandersetzung 

mit beidseitigen Verletzungsfolgen kam. Der Klarheit halber ist betreffend die Fra-

ge der Rechtmässigkeit der durchgeführten Personenkontrolle sodann – wie be-

reits im Rahmen der Behandlung der Beweisanträge – mit aller Deutlichkeit 

nochmals darauf hinzuweisen, dass bereits aufgrund der Anklageformulierung 

von einem rechtmässigen Vorgehen ausgegangen wird. Die Vertretung des Pri-

vatklägers macht jedoch auch im Berufungsverfahren erneut geltend, die Kontrol-

le sei unrechtmässig im Sinne eines racial profiling erfolgt (Urk. 384 S. 25 ff.). Auf 

die diesbezüglichen Vorbringen ist jedoch nicht mehr weiter einzugehen, denn ein 

-  18  -

unrechtmässiges Verhalten wird und wurde dem Beschuldigten B._____ diesbe-

züglich nicht zur Last gelegt.

2.2. Was sodann die ausschweifenden Ausführungen der Privatklägerschaft 

zum angeblichen Verlauf der Verhaftungsaktion ("Kapitel 1") betrifft, ist klar 

festzuhalten, dass es sich hierbei um eine willkürliche Schilderung eines 

beliebigen Tathergangs handelt, ohne dass die Privatklägerschaft dabei einen 

substantiierten Bezug zu den Akten und dem soeben dargestellten verbindlichen 

Anklagesachverhalt herzustellen vermag. Bezeichnenderweise gibt es auf den 

knapp 18 Seiten dieses Kapitels keinerlei Verweise auf die aktenkundigen 

Beweismittel und die vorinstanzliche Beweiswürdigung (vgl. Urk. 382 S. 8-25). Auf 

diese Schilderungen ist nach dem Gesagten nicht mehr weiter einzugehen. 

2.3. Strittig ist dagegen im Berufungsverfahren, ob der Beschuldigte den Privat-

kläger von hinten am Hals packte und minutenlang derart stark zudrückte, dass 

der Privatkläger infolgedessen und wegen des zuvor durch Pol D._____ versprüh-

ten Reizstoffsprays kaum noch Luft bekam und ob dieses Verhalten – falls erstell-

bar – eine lebensbedrohliche Gefährdung des Privatklägers in Form einer schwe-

ren inneren, namentlich intrazerebralen Blutung, schuf, welche die Gefahr eines 

Todes einen ernsten und hohen Grad erreichte. In subjektiver Hinsicht ist weiter 

strittig, ob der Beschuldigte Kenntnis davon hatte, dass der Privatkläger kurz zu-

vor eine Herzoperation gehabt hatte und deshalb blutverdünnende Medikamente 

einnehmen musste, welche eine Gerinnungshemmung bzw. Blutungsgefahr zur 

Folge hatten. Diesbezüglich sind nachfolgend die vorhandenen Beweismittel einer 

kritischen Prüfung zu unterziehen.

-  19  -

2.4. Die Vorinstanz hat die zur Erstellung des Sachverhaltes verfügbaren Be-

weismittel korrekt und vollzählig aufgelistet und auch deren Verwertbarkeit zu 

Recht nicht in Frage gestellt. Die betreffenden Erwägungen können – soweit sie 

vorliegend überhaupt noch von Interesse sind – ohne weiteres übernommen 

werden (Urk. 189 S. 30 f.; Art. 82 Abs. 4 StPO). 

2.5. Würge-Vorwurf

2.5.1. Aussagen des Privatklägers

2.5.1.1. Anlässlich seiner Befragung als Auskunftsperson gab der Privatkläger am 

24. Juni 2010, notabene rund acht Monate nach dem Vorfall, zusammengefasst 

was folgt zu Protokoll: Unmittelbar nachdem er aus dem Tram ausgestiegen sei, 

habe ihm die Frau Pfefferspray in die Augen gesprüht. Die Polizeibeamten hätten 

ihn am Hals angefasst und seinen Arm hinter seinen Rücken gedrückt. Sie hätten 

ihm minutenlang gegen den Hals gedrückt. Der Beschuldigte habe ihn am Hals 

gepackt. Auf die Frage, wie genau ihn der Beschuldigte gehalten habe, gab der 

Privatkläger zu Protokoll, er habe nicht mehr atmen können. Der Beschuldigte 

habe fest gegen den Hals gedrückt. Er habe gedacht, er wolle ihn umbringen. Er 

habe fast keine Luft mehr erhalten. Wegen des Pfeffersprays habe er nicht mehr 

atmen können. Trotzdem habe der Beschuldigte gegen seinen Hals gedrückt. Er 

habe gedacht, sie wollten ihn umbringen. Er habe in diesem Moment an seine 

Frau und seine Tochter gedacht. Er habe nicht mehr atmen können. Das Ganze 

habe sich auf dem Trottoir abgespielt, bis er auf dem Boden gelegen sei. Er sei 

die ganze Zeit über in der beschriebenen Form am Hals gepackt worden. Dies 

habe über die ganzen rund 20 bis 30 Meter, die auf dem Trottoir zurückgelegt 

worden seien, angedauert. Deshalb habe E._____ auch geschrien, dass sie ihn 

(den Privatkläger) umbringen würden. Er habe Schmerzen im gesamten Hals-

bereich gehabt. Ausser den Schmerzen am Hals und der Atemnot, sei der Hals 

geschwollen gewesen. Weitere Beschwerden habe er keine gehabt. Er habe etwa 

eine Woche lang Schluckbeschwerden gehabt. Er sei immer bei Bewusstsein ge-

wesen und habe keine Bewusstseinsstörungen erlitten. Mit den Augen habe er 

dagegen Probleme gehabt, er habe wegen des Pfeffersprays fast nichts mehr 

-  20  -

sehen können. Auf die Frage, ob und wie lange er nach dem Vorfall heiser 

gewesen sei, gab der Privatkläger an, er habe "Geräusche auf seiner Stimme" 

gehabt und deshalb Medikamente erhalten. Wie fest er heiser gewesen sei, 

könne er nicht sagen. Ausser der Pfeffersprayattacke habe er keine Probleme mit 

den Augen gehabt. Auch habe er weder einen Urin- und/oder Stuhlabgang ge-

habt. Auf die Frage, was für Verletzungen er erlitten habe, gab der Privatkläger 

schliesslich zu Protokoll, er habe Halsschmerzen gehabt. Im weiteren Verlauf 

sagte der Privatkläger, konfrontiert mit den Aussagen der Beschuldigten, aus, er 

sei wegen des Pfeffersprays fast tot gewesen. Er habe nicht mehr atmen können. 

Seit seiner Herzoperation habe er sowieso Probleme mit dem Atmen (Urk. 9 

S. 3 ff.).

2.5.1.2. Im Verfahren GG160027 vor dem Einzelgericht der 10. Abteilung des 

Bezirksgerichts Zürich gab der Privatkläger als Auskunftsperson zum hier noch 

interessierenden Vorgang in freier Rede folgendes zu Protokoll: Er und sein 

Freund E._____ seien durch die kontrollierenden Polizeibeamten dazu aufgefor-

dert worden, zur Kontrolle aus dem Tram auszusteigen. Beim Aussteigen sei er 

von einem Polizisten angefasst worden, woraufhin er von der Beschuldigten 2 mit 

einem Pfefferspray attackiert worden sei. Er habe nicht mehr atmen können und 

sei zusammengeschlagen worden. E._____ habe noch gesagt "A._____! They 

will kill you, they will kill you". Er habe nur noch gesehen, wie er mit dem Schlag-

stock geschlagen worden sei. Er sei in Panik geraten, denn sie hätten einen Wür-

gegriff gemacht und er sei zu Boden gefallen. Er habe nicht mehr atmen können. 

Er habe zum Polizisten, welcher ihn angegriffen habe, gesagt, er solle ihn bitte in 

Ruhe lassen, er habe eine Herzoperation gehabt. Sie hätten aber nicht auf ihn 

gehört, ihn gepackt und mit dem Polizeimehrzweckstock zusammengeschlagen, 

als er auf dem Boden gelegen sei. Minutenlang hätten sie ihn am Hals gepackt 

und gewürgt. Er habe gedacht, es sei jetzt vorbei und er würde sterben 

(GG160027, Prot. S. 28).

2.5.1.3. Anlässlich seiner Befragung als Auskunftsperson vor Vorinstanz machte 

der Privatkläger die folgenden Angaben: Nachdem der Polizist im Tram gesagt 

habe, er solle aussteigen, seien er und E._____ aufgestanden um auszusteigen. 

-  21  -

Er habe sofort zu seinem Kollegen E._____ gesagt, es sei besser, die Ausweise 

zu zeigen, damit die Sache erledigt sei. Beim Aussteigen habe ihn die Polizistin 

einfach so gepackt und er habe sofort zu ihr gesagt, er habe eine Herzoperation 

hinter sich und trage einen Defibrillator. Plötzlich habe die Frau den Pfefferspray 

eingesetzt. Es sei zwar zehn Jahre her, aber er erinnere sich noch genau. Zu 

diesem Zeitpunkt sei er noch nicht blind gewesen und er wisse genau, wer das 

gemacht habe. Von diesem Zeitpunkt an habe er nichts mehr gesehen und sie 

alle hätten ihn angegriffen und vielleicht habe sie (die Polizistin) dann wieder ei-

nen Pfefferspray eingesetzt, das könne sein. Dann sei er die ganze Zeit zusam-

mengeschlagen worden und dann hätten sie ihn mit einem Würgegriff zu Boden 

gedrückt. Als er nicht mehr habe atmen können, habe er gesagt, sie sollen ihn 

doch bitte in Ruhe lassen. Er könne nicht mehr atmen und er habe eine Herz-

operation hinter sich. Daraufhin habe einer der Polizeibeamten gesagt, jetzt sei es 

zu spät. Er sei dann weiter zusammengeschlagen worden (Prot.  I S. 33 ff.).

2.5.1.4. Unterzieht man die Depositionen des Privatklägers in Bezug auf den ein-

geklagten Würgevorgang einer eingehenderen Überprüfung, so fällt zunächst auf, 

dass er betreffend die Person, welche ihn gewürgt haben soll, unterschiedliche 

Angaben machte. Während er zuerst den Standpunkt einnahm, sie [also die 

Polizeibeamten in der Mehrzahl] hätten ihm minutenlang gegen den Hals ge-

drückt, gab er bereits im nächsten Satz an, der Beschuldigte habe ihn am Hals 

gepackt. Er habe fest gegen seinen Hals gedrückt, sodass er gedacht habe, der 

Polizist wolle ihn umbringen. Dass er in dieser Situation praktisch nicht mehr habe 

atmen können, führte er aber sogleich auf den Einsatz des Pfeffersprays und 

nicht etwa auf das heftige Würgen zurück. Bezeichnenderweise gab er denn auch 

gegenüber der untersuchenden Staatsanwältin zu Protokoll, er habe fast keine 

Luft mehr erhalten. Wegen des Pfeffersprays habe er nicht mehr atmen können. 

Auch war der Privatkläger in keiner seiner Befragungen in der Lage, konkret und 

anschaulich zu schildern, wie er denn vom Beschuldigten gewürgt worden sei. 

Wenn der Privatklägervertreter vorbringt, der Privatkläger sei Opfer eines minu-

tenlangen Blutwürgers geworden, wobei man bei dieser Würgetechnik nach 

wenigen Sekunden bewusstlos werde und sie nach längerer Zeit zum Tod führen 

könne (vgl. Urk. 384 S. 53 und 63), so ist es nicht nachvollziehbar, dass der 

-  22  -

Privatkläger kein einziges der notorischen würgetypischen Symptome, wie etwa 

Bewusstseinsstörungen, Ohnmacht, spontanen Urin- und/oder Stuhlabgang oder 

ähnliches schildern konnte. Auch der Beschuldigte verneinte, Derartiges beim 

Privatkläger beobachtet zu haben (Urk. 383 S. 6). Sodann ist dem Privatkläger-

vertreter zwar zuzustimmen, dass der Privatkläger gemäss Bericht des USZ vom 

20. Oktober 2009 ausgesagt habe, dass er am Hals gepackt worden sei (vgl. 

Urk. 384 S. 52 f.). Dies ist jedoch mitnichten dasselbe wie die spätere Schilde-

rung, Opfer eines minutenlangen Blutwürgers geworden zu sein (vgl. Urk. 384 

S. 53). 

2.5.1.5. Vor Vorinstanz brachte der Privatkläger schliesslich vor, er "sei die ganze 

Zeit zusammengeschlagen worden und dann hätten sie ihn mit einem Würgegriff 

zu Boden gedrückt". Dass er explizit vom Beschuldigten gewürgt worden sei, er-

wähnte er neuerdings mit keinem Wort mehr. Dies ist umso bemerkenswerter, als 

er gleichzeitig angab, er könne sich trotz der langen Zeitdauer noch sehr gut an 

das Vorgefallene erinnern. Insgesamt erweist sich das Aussageverhalten des 

Privatklägers betreffend den hier noch interessierenden Vorfall als wenig konstant 

und auch auffällig undetailliert. Zwar ist ihm grundsätzlich ohne weiteres zuzuge-

stehen, dass aufgrund der langen Zeitdauer, welche seit dem Vorfall verstrichen 

ist, durchaus gewisse Unschärfen in seinen Schilderungen erklärbar sind. Indes 

nimmt der Privatkläger aber für sich selber explizit in Anspruch, sich auch noch 

nach zehn Jahren sehr gut an das Vorgefallene erinnern zu können. Insgesamt 

können die Depositionen des Privatklägers nach dem Gesagten weder als restlos 

überzeugend, aber auch nicht als geradezu unglaubhaft bezeichnet werden. 

2.5.2. Aussagen des Beschuldigten

2.5.2.1. Die Vorinstanz hat sämtliche Aussagen des Beschuldigten sehr sorgfältig 

zusammengefasst und wiedergegeben. Auf die betreffenden Erwägungen im an-

gefochtenen Entscheid kann vollumfänglich verwiesen werden (Urk. 189 S. 36 ff.; 

Art. 82 Abs.  4 StPO). Betreffend den noch interessierenden Anklagevorwurf des 

Würgens gab der Beschuldigte zu Protokoll, es habe aufgrund des Verhaltens des 

Privatklägers ein Gerangel gegeben und man habe versucht, ihn von dort weg-

zureissen. Ein Würgen habe es nicht gegeben. Es könne auch nicht sein, dass 

-  23  -

er den Privatkläger im Rahmen des Gerangels am Hals erwischt habe. Wenn 

etwas derartiges vorgefallen wäre, dann würde er sich daran erinnern können. 

Ihm sei aber nichts derartiges bewusst und auch im Wahrnehmungsbericht stehe 

nichts von Würgen (GG160027, Prot. S. 22 f.). Der Privatkläger sei auf den 

Polizisten C._____ losgegangen. Es habe eine Notsituation bestanden, in welcher 

er es als richtiges Einsatzmittel erachtet habe, den Pfefferspray gegen den Privat-

kläger einzusetzen. Es habe ein Riesen-Gerangel zwischen dem Privatkläger, 

C._____ und dem Beschuldigten gegeben. Wie es genau dazu gekommen sei, 

könne er nicht mehr sagen, immerhin seien seither schon zehn Jahre vergangen. 

Er habe den Privatkläger aber nie gewürgt. Es stimme nicht, wenn dieser behaup-

te, er sei mit dem Ziel, dass er lange Zeit keine Luft mehr bekomme, gewürgt 

worden (Prot. I S. 31). Auch anlässlich der Berufungsverhandlung verneinte der 

Beschuldigte, den Privatkläger anlässlich der Kontrolle am Hals gepackt und zu-

gedrückt zu haben. Ob der Privatkläger von einer anderen Person am Hals ge-

packt worden sei, könne er nicht sagen, das wisse er nicht. Ferner verneinte er 

auch, Kenntnis von der Herzoperation des Privatklägers gehabt zu haben. 

Schliesslich habe der Privatkläger bei der Kontrolle bzw. gegen deren Ende nie 

das Bewusstsein verloren, über visuelle Sensationen geklagt oder sich eingenässt 

(Urk. 383 S. 5 f.). 

2.5.2.2. Der Beschuldigte hat entgegen der Ansicht des Privatklägervertreters 

(vgl. Urk. 384 S. 89 f.) konsequent und widerspruchsfrei geschildert, wie es zu 

dem Gerangel mit dem Privatkläger kam und welche Mittel von seiner Seite 

eingesetzt wurden, um die Notsituation – wie er sie nannte – mit angemessenen 

Mitteln abzuwehren. Seine Aussagen betreffend den Würgevorwurf sind insbe-

sondere im Kontext und vor dem Hintergrund seiner übrigen Schilderungen 

betreffend die Gesamtsituation überzeugend und glaubhaft. 

2.5.3. Aussagen des Zeugen E._____

2.5.3.1. Der Zeuge E._____ wurde am 24. November 2010 durch die An-

klagebehörde zur Sache einvernommen, wobei er betreffend den hier interessie-

renden Vorfall zusammengefasst was folgt zu Protokoll gab: Nachdem er und der 

Privatkläger in Begleitung der Polizei das Tram verlassen hätten, sei er zusam-

-  24  -

men mit einem Polizisten 3 bis 5 Meter vom Privatkläger entfernt gestanden, als 

dieser von zwei Polizisten zu Boden gedrückt worden sei. Er habe den ganzen 

Vorfall aus nächster Nähe beobachten können. Er habe alles gesehen, was er 

habe sehen können und er habe alles gehört, was er habe hören können. Mit 

Ausnahme von 5-6 Sekunden, in denen seine Sicht durch eine vor ihm stehende 

Person verdeckt gewesen sei, habe er den ganzen Vorfall lückenlos beobachten 

können. Dass der Privatkläger durch einen, oder mehrere Polizeibeamte über 

längere Zeit hinweg gezielt und heftig gewürgt worden wäre, erwähnt der Zeuge 

nicht (Urk. 11 S. 3 ff.). 

2.5.3.2. Angesichts des Umstandes, dass der Zeuge E._____ die damals rund ein 

Jahr zurückliegenden Ereignisse über beinahe 2 A4-Seiten hinweg in freier Rede 

und sehr detailliert sowie nachvollziehbar schilderte, fällt auf, dass er die anklage-

gegenständlichen Handlungen des Beschuldigten mit keinem Wort erwähnt. 

Weder beschreibt er, etwas derartiges gesehen, noch entsprechende Laute ver-

nommen zu haben. Die Privatklägervertretung versucht diesen Umstand damit zu 

erklären, dass der Zeuge E._____ anlässlich seiner Einvernahme nie gefragt 

worden sei, ob der Privatkläger gewürgt worden sei, und überdies sei die er-

wähnte Einvernahme chaotisch gewesen (Urk. 384 S. 56). Diese Argumentation 

überzeugt in keiner Weise. Es kann als notorisch bezeichnet werden, dass ein 

derart dramatischer Überlebenskampf, wie ihn der Privatkläger gemäss eigenen 

Angaben und Schilderungen habe führen müssen, von einem Freund ohne Um-

schweife und ohne direkt danach gefragt werden zu müssen, erwähnt wird. Dies 

umso mehr, als der Zeuge E._____ für sich in Anspruch nahm, dass er mit Aus-

nahme von 5-6 Sekunden den Vorfall lückenlos habe beobachten können (vgl. 

vorstehend). Wie unter solchen Umständen ein minutenlanges Würgen seitens 

des Beschuldigten B._____ nicht Eingang in die Aussagen des Zeugen hätte 

finden sollen, ist nach dem Gesagten unverständlich. Erwähnenswert ist eben-

falls, dass der ehemalige Privatklägervertreter X2._____ am Ende der Einver-

nahme des Zeugen E._____ zwar um eine Unterbrechung gebeten hatte, darauf-

hin aber offenbar keine Ergänzungsfragen, auch nicht hinsichtlich des angebli-

chen Würgevorganges, an den Zeugen formulierte (vgl. Urk. 11 S. 13 f.). Auch 

bezüglich des vom Privatkläger behaupteten Hinweises auf dessen Herzoperation 

-  25  -

gehen die Aussagen auseinander: So sagte der Privatkläger aus, er habe dies be-

reits von Anfang an bzw. beim Verlassen des Trams geäussert (vgl. Urk. 9 S. 5). 

Der Zeuge E._____ jedoch schilderte dies dahingehend, dass der Privatkläger 

dies erst gesagt habe, als er bereits am Boden gelegen sei (Urk. 11 S. 12). 

2.5.3.3. Nach dem Gesagten finden die diesbezüglichen Behauptungen des 

Privatklägers in den Aussagen des einzigen Zeugen ausdrücklich und entgegen 

der Privatklägervertretung (vgl. Urk. 384 S. 56) keine Stütze.

2.5.4. Aussagen der Polizeibeamten C._____ und D._____

2.5.4.1. Die Vorinstanz hat alle massgeblichen Aussagen der ehemals mitbe-

schuldigten Polizeibeamten C._____ und D._____ korrekt zusammen-gefasst und 

in den anklagerelevanten Punkten konzise und vollständig wieder-gegeben. 

Etwas anderes wurde denn auch von Seiten des Appellanten im Be-

rufungsverfahren zu Recht auch nicht behauptet. Die betreffenden Depositionen 

brauchen daher nicht erneut dargestellt zu werden. Es kann vollumfänglich auf die 

einschlägigen Erwägungen der Vorinstanz im angefochtenen Entscheid ver-

wiesen werden (Urk. 189 S. 36 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO).

2.5.4.2. Zusammengefasst ergibt sich was folgt: Die Polizeibeamten C._____ und 

D._____ haben übereinstimmend und in überzeugender Manier wiederholt zu 

Protokoll gegeben, dass sich der Privatkläger von Anfang an unkooperativ und 

gereizt verhalten habe. Trotz mehrmaliger Aufforderung ihrerseits, seinen Aus-

weis zu zeigen, habe er ihnen ein rassistisch motiviertes Vorgehen unterstellt und 

sich geweigert, der polizeilichen Aufforderung nachzukommen. Beide Polizeibe-

amte gaben an, der Privatkläger habe wiederholt sowohl im, als auch ausserhalb 

des Trams verlangt, man solle ihn nicht anfassen. Sowohl C._____ als auch 

D._____ schilderten sodann auf ähnliche Art und Weise, wie der Privatkläger die 

Hände verworfen respektive sich aufgebäumt habe. Er habe sich von C._____s 

Griff losgerissen, diesen gepackt und gegen die Scheibe des Tramhäuschens ge-

drückt. Auch gaben sie beide – in Übereinstimmung mit den Aussagen des Be-

schuldigten – an, es sei zu einem Gerangel gekommen, in welches zunächst nur 

der Privatkläger und C._____ involviert gewesen seien. Der Beschuldigte sei dar-

-  26  -

aufhin seinem Kollegen C._____ zur Hilfe geeilt und habe in das Gerangel aktiv 

eingegriffen. Während der ganzen Zeit habe sich die Polizistin D._____ etwas ab-

seits bei E._____ aufgehalten, welcher sich der Polizei nicht widersetzt und sich 

überwiegend kooperativ verhalten habe. Sie habe erst ganz am Schluss, bei der 

eigentlichen Verhaftung des Privatklägers mitgewirkt. Im Rahmen des Gerangels 

habe sich der Privatkläger zunächst aus dem Griff C._____s befreit und diesen 

dann gepackt und gegen die Wand des Tramhäuschens gedrängt. Dann sei es 

seitens des Beschuldigten zum Einsatz des Pfeffersprays und als dieser seine 

Wirkung verfehlt habe, zu "starken" PMS-Schlägen durch den Beschuldigten ge-

kommen, wobei auch diese letztlich nicht die gewünschte Wirkung gezeigt hätten. 

Der Privatkläger habe sich weiter heftig gewehrt, sodass er schliesslich nament-

lich durch C._____ und den Beschuldigten gewaltsam habe zu Boden geführt 

werden müssen. Ein abwechselndes Traktieren des Privatklägers mit Schlägen 

durch alle drei Polizeibeamten vor und als dieser auf dem Boden gelegen habe 

fand gemäss den übereinstimmenden Aussagen von C._____ und D._____ 

ebenso wenig wie – und dies ist vorliegend einzig noch von Interesse – ein Wür-

gen des Privatklägers durch den Beschuldigten statt.

2.5.4.3. Die Vorinstanz kam zusammenfassend zum Schluss, die Aussagen von 

C._____ und D._____ seien übereinstimmend und praktisch frei von Widersprü-

chen. Ihre Schilderungen seien plausibel und ohne weiteres nachvollziehbar. Sie 

würden zudem auch mit Blick auf die Aussagen des Beschuldigten ein insgesamt 

stimmiges und widerspruchsfreies Bild ergeben (Urk. 189 S. 40 ff.). Dass die 

Aussagen von C._____ und D._____ mit denjenigen des Beschuldigten B._____ 

übereinstimmen, führt die Privatklägervertretung hin-gegen auf eine Absprache 

zwischen den erwähnten Personen zurück (Urk. 384 S. 19, S. 28 ff. und S. 88). 

Diese übereinstimmenden Aussagen der beteiligten Beamten gerade zu einem so 

dynamischen Geschehen indizieren jedoch viel-mehr die Schilderung eines 

erlebten tatsächlichen Tatablaufs, als ein konstru-iertes Komplott. Konkrete, über 

die Spekulationen hinausgehende Anhaltspunkte hinsichtlich einer effektiven 

Absprache zwischen den erwähnten Personen gibt es sodann keine. Nach dem 

Gesagten ist den sorgfältigen Erwägungen der Vorinstanz nichts hinzuzufügen. 

Was die vormals Mitbeschuldigten C._____ und D._____ ausgesagt haben, 

-  27  -

überzeugt in hohem Masse und ist deshalb als durchwegs glaubhaft zu 

bezeichnen. Aufgrund ihrer Aussagen ergeben sich keinerlei Hinweise darauf, 

dass der Beschuldigte den Privatkläger von hinten am Hals gepackt und 

minutenlang derart stark zugedrückt hätte, dass der Privatkläger infolgedessen 

kaum noch Luft bekommen hätte. 

2.5.5. Weitere Beweismittel

2.5.6. Was die körperliche Verfassung des Privatklägers unmittelbar nach dem 

inkriminierten Vorfall anbelangt, lässt sich dem Verhaftsrapport vom 19. Oktober 

2009 (Urk. 14/14/1) unter dem Titel "medizinische Angaben" folgende stichwort-

artig aufgelisteten Feststellungen entnehmen: "Hat keine Verletzungen - Benötigt 

dringend ärztliche Behandlung - Benötigt z.Zt. Medikamente - Medikamentenab-

gabe gemäss beiliegender Rezeptur". Abgesehen vom Umstand, dass der rap-

portierende Kpl F._____ keine äusserlichen Verletzungen feststellen konnte (wo-

bei unklar bleibt, wie eingehend die betreffende Untersuchung war), lässt sich 

dem Verhaftsrapport nichts entnehmen, was den Anklagevorwurf nachhaltig er-

härten würde. Ebenso wenig kann gestützt darauf aber auch nicht geschlossen 

werden, das Behauptete sei nicht vorgefallen.

2.5.7. Etwas aufschlussreicher ist dagegen das handschriftlich ausgefüllte Formu-

lar "Beurteilung / Bestätigung der Hafterstehungsfähigkeit durch Arzt/Ärztin" vom 

19. Oktober 2019. Die untersuchende Ärztin, Dr. med. G._____ stellte anlässlich 

ihrer Untersuchung "oberflächliche Schürfwunden am rechten Knie, eine ältere 

Schürfwunde am linken Knie, eine ca. 2 x 1 cm grosse Prell-marke am Thorax 

über dem ICD und eine konjunktivale (unter der Bindehaut) Blutung im medialen 

(sprich inneren) Augenwinkel des linken Auges" fest. Entgegen den Erwägungen 

der Vorinstanz stellte die Ärztin nicht an beiden Augen eine Bindehautentzün-

dung, sondern wie gesagt bloss eine einzelne Blutung am linken Auge fest 

(Urk. 14/14/3) [die Vorinstanz zitiert hier irrtümlicherweise Urk. 14/14/13, welche 

Urkunde indes inexistent ist]. Typischerweise bei massiven Würgevorgängen zu 

erwartende, sogenannte Strangulationsbefunde wie etwa Halshautverletzungen 

(Würgemale, äussere Strangmarken, Kamm-, Zwischenkammblutungen), Befun-

de an den Halsweichteilen (Blutstauungen, Quetschungsblutungen, innere 

-  28  -

Strangmarken), Schleimhautblutungen (Stauungen) und so weiter, wurden – mit 

Ausnahme der einzelnen konjunktivalen Blutung im medialen Augenwinkel des 

linken Auges – keine festgestellt. Hierauf ist nachfolgend unter Ziff. 2.5.8. noch 

zurückzukommen. Aufgrund der tatzeitaktuellen Äusserungen des Privatklägers 

wurden offenkundig keine spezifischen Abklärungen im Hinblick auf einen be-

haupteten massiven Würgevorfall vorgenommen, was nur den einen Schluss zu-

lässt, nämlich, dass der Privatkläger gegenüber der untersuchenden Ärztin nicht 

über entsprechende Beschwerden klagte respektive nicht geltend machte, über 

längere Zeit hinweg massiv gewürgt worden zu sein. Insgesamt betrachtet erge-

ben sich aufgrund der medizinischen Erkenntnisse betreffend die Beurteilung der 

Hafterstehungsfähigkeit keinerlei objektive Indizien, welche für den vom Privatklä-

ger behaupteten, massiven Würgevorgang sprechen würden.

2.5.8. Am 19. Oktober 2009 konsultierte der Privatkläger die Klinik für Unfall-

chirurgie des Universitätsspitals Zürich. Beim Eintritt berichtete der Privatkläger 

unter anderem davon, er sei am Hals gepackt worden. Weiter wird festgehalten, 

dass der Privatkläger weder Bewusstlosigkeit, noch Amnesie, Übelkeit, oder 

Erbrechen geltend gemacht habe und dass das Schlucken möglich gewesen sei. 

Die gründliche Untersuchung des Privatklägers förderte ebenfalls – mit Ausnahme 

einer Kontusion der Halswirbelsäule ventral links (also auf der vorderen, linken 

Seite) – keine äusserlich erkennbaren, typischen Strangulationsbefunde zu Tage 

und auch aufgrund der Computertomographie der Halswirbelsäule konnten keine 

Verletzungen der inneren Organe festgestellt werden. Hinzuweisen ist in diesem 

Zusammenhang zudem darauf, dass dem Bericht zu entnehmen ist, dass beim 

Privatkläger "eine Keratitis (Hornhautentzündung) verursacht durch Pfefferspray-

Exposition" diagnostiziert wurde (Urk. 12/5 Antwort auf Frage 2). Auch betreffend 

diese Diagnose liegt damit kein Strangulationsbefund vor, was zudem bereits aus 

dem ambulanten Bericht Unfallchirurgie des Universitätsspitals Zürich aus der 

Tatnacht hervorgeht. Dort wurden namentlich die Augen des Privatklägers ein-

lässlich untersucht und auch dort wurde eine "konjunktivale Injektion links>rechts" 

und damit eine Bindehautentzündung festgestellt, welche sich zwangslos mit dem 

allseits unbestrittenen Einsatz von Pfefferspray in Einklang bringen lässt (Urk. 2/2 

S. 1). Zudem wird festgehalten, dass beim Privatkläger einzig Schmerzen im 

-  29  -

Bereich der LWS (Lendenwirbelsäule) paravertebral rechts bestanden haben 

(Urk. 2/2). Weder der ambulante Bericht der Unfallchirurgie noch die anlässlich 

der betreffenden Konsultation erstellten Fotografien (Urk. 2/3) indizieren auch nur 

im Entferntesten einen massiven Würgevorgang, wie ihn der Privatkläger bzw. 

sein Vertreter zuletzt an der Berufungsverhandlung (vgl. Urk. 384 S. 61 ff.) schil-

derte, und wie er gestützt darauf dem Beschuldigten zur Last gelegt wurde. 

Offenbar war die festgestellte Prellung im vorderen linken Halsbereich des 

Privatklägers dergestalt, dass sie augenscheinlich nicht erkennbar war, sondern 

einzig aufgrund des seitens des Privatklägers geltend gemachten Schmerz-

empfindens (druckdolent) diagnostiziert wurde. 

2.5.9. Nichts anderes ergibt sich aus dem Bericht der Klinik für Unfallchirurgie des 

Universitätsspitals Zürich vom 20. Oktober 2009, wobei es sich wohl um einen 

Austrittsbericht handeln dürfte. Inhaltlich weicht er, mit Ausnahme der Diagnose 

einer Blutung unterhalb der Bindehaut des Auges ("Hyposphagma") – wobei auch 

dies nicht mit einem Würgen in Verbindung gebracht wurde – jedenfalls nicht vom 

Eintrittsbericht ab (Urk. 2/4).

2.5.10. Im Rahmen des ärztlichen Befundes der Klinik für Unfallchirurgie des Uni-

versitätsspitals Zürich zuhanden der Anklagebehörde wurde explizit festgehalten, 

dass der Privatkläger zu keiner Zeit in einer unmittelbaren Lebensgefahr war und 

auch keine Lebensgefahr bestanden hätte, wenn keine ärztliche Versorgung 

stattgefunden hätte (Urk. 12/6). Angesichts des seitens des Privatklägers behaup-

teten, mehrere Minuten dauernden starken Würgevorgangs in Form eines Blut-

würgers wäre ohne weiteres zu erwarten gewesen, dass der Privatkläger in 

Lebensgefahr hätte schweben müssen. Der Umstand, dass eine solche Lebens-

gefahr kategorisch verneint wird, spricht klarerweise gegen die entsprechende 

Behauptung des Privatklägers.

2.5.11. Der Arztbericht vom 16. Juni 2010 äussert sich einzig zu den Kniever-

letzungen (Urk. 12/3). Hieraus lässt sich nichts für die noch interessierende Sach-

verhaltserstellung ableiten.

-  30  -

2.5.12. Gleiches gilt für den Bericht von Dr. med. H._____, welchen der Privatklä-

ger am 3. Dezember 2009 in der Klinik für Kardiologie am USZ in der Sprech-

stunde aufsuchte. Der betreffende Bericht wurde offenkundig vom damaligen Ver-

treter des Privatklägers eingefordert und auch zu dessen Handen verfasst. Er 

nimmt anamnetisch mit keinem Wort Bezug auf konkrete Folgen eines allfälligen 

Würgevorganges, sondern hält einzig in genereller Weise fest, dass ein Würge-

griff beim Privatkläger zu intrazerebralen Blutungen führen könnte (Urk. 2/5). Der 

berichterstattende Arzt, Prof. Dr. med. H._____, hat den Privatkläger nicht unfall-

chirurgisch untersucht und vermag daher aus eigener Wahrnehmung keine sach-

verhaltsrelevanten Feststellungen zu einem allfälligen Würgevorfall zu machen 

(Urk. 12/7). Seine Berichte sind daher für die Sachverhaltserstellung nicht von Re-

levanz.

2.5.13. Fazit

2.5.13.1. Bei einer Gesamtwürdigung sämtlicher Beweismittel überzeugen die 

Schilderungen des Beschuldigten B._____ sowie der ehemals Beschuldigten 

C._____ und D._____ weit mehr als jene des Privatklägers.

2.5.13.2. Bereits aufgrund der Aussagen des Privatklägers selbst bestehen erheb-

liche Zweifel, ob sich der von ihm geschilderte Würgevorgang ereignet hat oder 

nicht. Es fällt in diesem Zusammenhang auf, dass der Privatkläger offenbar erst 

im Laufe der medizinischen Untersuchungen und nicht wie der Privatkläger-

vertreter argumentiert, seit mittlerweile fünfzehn Jahren konstant (vgl. Urk. 384 

S. 65), geltend machte, er sei (minutenlang) gewürgt worden, wobei sich seine 

entsprechenden Vorbringen mit der Dauer des Verfahrens – scheinbar – immer 

mehr konkretisierten. Dennoch schilderte der Privatkläger den eigentlichen Wür-

gevorgang immer nur sehr pauschal und ungenau, was doch bemerkenswert ist, 

wenn man bedenkt, dass der Privatkläger nach seinen Darstellungen über mehre-

re Minuten hinweg einen regelrechten Todeskampf durchstehen musste. In die-

sem Zusammenhang ist auch darauf hinzuweisen, dass der Privatkläger – abge-

sehen von der behaupteten Atemnot – spontan mit keinem Wort geltend machte, 

dass er aufgrund des heftigen Würgevorganges beispielsweise Bewusstseinsstö-

rungen, unwillkürlichen Urin- und/oder Kotabgang, optische oder akustische Sen-

-  31  -

sationen, Schluckschmerzen oder Heiserkeit erlitten respektive erlebt hat. Erst auf 

konkretes Befragen im Rahmen seiner Befragung als Auskunftsperson, gab er – 

etwas diffus – an, im gesamten Halsbereich Schmerzen gehabt zu haben. Weite-

re Beschwerden habe er keine gehabt. Bereits im nächsten Satz gab er dann 

aber auf die Frage, ob er Schluckbeschwerden gehabt habe, über-raschend an, 

solche gehabt zu haben – dies steht notabene im Widerspruch zu den medizini-

schen Befunden, wonach keine Schluckbeschwerden diagnostiziert wurden (vgl. 

Urk. 2/2; Urk. 2/4). Auf die Frage ob er nach dem Vorfall an Heiserkeit gelitten ha-

be, führte der Privatkläger – erneut diffus – aus, er habe Geräusche auf seiner 

Stimme gehabt (Urk. 9 S. 8 f.). Dass der Privatkläger von sich aus praktisch keine 

der oben aufgezählten subjektiven Angaben machte, überrascht, denn es kann 

als notorisch bezeichnet werden, dass solche Angaben gerade-zu typischerweise 

von Strangulationsopfern gemacht werden (vgl. hierzu auch T.  Plattner, S. Bolli-

ger, U. Zollinger, Institute of Forensic Medicine of Berne, Forensic assessment of 

survived strangulation, Forensic Science International 153 (2005) 202-207, abruf-

bar unter www.sciencedirect.com und Schweizerische Gesellschaft für Rechts-

medizin SGRM, Sektion Medizin, Schädigung durch Strangulation, Ausgabe 

Mai 2012, abrufbar unter https://www.sgrm.ch/inhalte/ Forensische-

Medizin/Strangulation_final_rev.pdf). Neben dem Fehlen solcher typischerweise 

zu erwartenden subjektiven Angaben, wurden auch anamnetisch keine typischen 

Strangulationsbefunde beim Privatkläger festgestellt, was klarerweise gegen die 

Verwirklichung des von ihm geschilderten Sachverhaltes spricht. Die behauptete 

Druckdolenz im vorderen linken Halsbereich des Privatklägers konnte schliesslich 

nicht objektivierbar festgestellt werden, weshalb sich alleine gestützt darauf nichts 

zum Nachteil des Beschuldigten ableiten lässt. Die beim Privatkläger diagnosti-

zierten Verletzungen indizieren zwar eine tätliche Auseinandersetzung; sie sind 

jedoch entgegen der Privatklägervertretung nicht das "typische Resultat" eines 

Würgevorganges (Urk. 384 S. 65), wie auch vorstehend bereits erwogen wurde. 

Hinzu kommt, dass auch die beiden am Vorfall beteiligten Polizeibeamten 

C._____ und D._____ keinen Würgevorgang gesehen haben, was schliesslich 

auch noch durch den, mit dem Privatkläger befreundeten Zeugen E._____ inso-

fern bestätigt wird, als auch er bei seinen ausführlichen und detaillierten Schilde-

-  32  -

rungen mit keinem Wort einen Würgevorgang erwähnt. Schliesslich erstattete der 

Privatkläger erst zwei Monate nach dem fraglichen Vorfall Anzeige gegen die drei 

Polizisten, was immerhin bemerkenswert ist, wenn man davon ausgeht, dass er 

sich in Todesgefahr wähnte. Die Kritik der Privat-klägervertretung an der Vorin-

stanz ist einzig dahingehend zutreffend (Urk. 384 S. 90), dass aus der nach der 

Verhaftung des Privatklägers erstellten Ganz-körperfotografie noch keine verbind-

lichen Rückschlüsse auf den Ablauf der Verhaftungsaktion gezogen werden kön-

nen (vgl. Urk. 189 S. 74 f.). Nach alledem sowie unter Verweis auf die in allen Tei-

len ausgesprochen sorgfältige und umfassende Beweiswürdigung der Vorinstanz, 

welche – mit der zitierten Ausnahme – übernommen werden kann (Art. 82 Abs. 4 

StPO), lässt sich der dem Beschuldigten zur Last gelegte Würgevorgang nicht 

einmal ansatzweise erstellen. Nach dem Gesagten hat diesbezüglich in Bestäti-

gung des angefochtenen Entscheides klarerweise ein Freispruch vom Vorwurf der 

Gefährdung des Lebens zu ergehen. 

2.5.13.3. Wenn der Privatklägervertreter anlässlich der Berufungsverhandlung 

neu eine Verantwortung des Beschuldigten B._____ am Handeln des rechtskräftig 

Freigesprochenen C._____ über das Konstrukt der mittelbaren Täterschaft herzu-

stellen versucht (Urk. 384 S. 69 ff.), kann ihm in keiner Weise gefolgt werden. 

Weder wird diese Konstellation in irgendeiner Art und Weise in der Anklageschrift 

umschrieben, noch gibt es eine Teilnahmeform eines Beschuldigten an einer Tat, 

welche gemäss Freispruch eines mutmasslichen Mittäters gar nicht begangen 

worden ist. Dies erscheint derart abwegig, dass im Übrigen eine Aus-

einandersetzung mit der Frage einer allenfalls bereits eingetretenen Verfolgungs-

verjährung der Handlungen C._____s unterbleiben kann. 

2.6. Amtsmissbrauch

2.6.1. Nachdem sich der gegen den Beschuldigten erhobene Würgevorwurf als 

haltlos erweist und der Beschuldigte vom Vorwurf der Gefährdung des Lebens 

freizusprechen ist, bleibt selbstredend auch kein Raum für eine Verurteilung des 

Beschuldigten wegen Amtsmissbrauchs, denn es gibt keinen beweisbaren An-

haltspunkt dafür, dass sich der Beschuldigte im Rahmen der Personenkontrolle 

respektive der anschliessenden Festnahme unverhältnismässiger Mittel und/oder 

-  33  -

unnötiger Gewalt bedient hätte. Weiterungen hierzu erübrigen sich. Der Beschul-

digte ist demnach auch vom Vorwurf des Amtsmissbrauchs freizusprechen.

2.7. Art. 3 EMRK-Verletzung

2.7.1. Nach dem Gesagten und dem dargelegten Beweisresultat liegt entgegen 

der Privatklägervertretung auch keine unmenschliche und / oder erniedrigende 

Behandlung im Sinne von Art. 3 EMRK vor (vgl. Urk. 384 S. 85 ff.). Weiterungen 

erübrigen sich dazu.

III. Zivilansprüche

1. Genugtuung Beschuldigter

1.1. Die Vorinstanz hat dem Beschuldigten B._____ zufolge des vollumfängli-

chen Freispruchs antragsgemäss eine Genugtuung in der Höhe von Fr. 5'000.– 

aus der Gerichtskasse zugesprochen. Zur Begründung erwog sie, das Verfahren 

habe für alle Beschuldigten unbestrittenermassen eine grosse Belastung darge-

stellt, denn es sei wie ein Damoklesschwert über ihren Karrieren geschwebt, und 

zwar für eine Dauer von sage und schreibe fast zehn – mittlerweile sind es fast 

15 – Jahren: Während des pendenten Verfahrens seien womöglich Beförderun-

gen verweigert oder verzögert worden. Im Verurteilungsfalle habe den Beschul-

digten sodann – nebst der strafrechtlichen Sanktion – eine Suspendierung oder 

gar ein Berufsverbot gedroht. Sogar der Privatklägervertreter habe eingeräumt, 

eine derart lange Verfahrensdauer habe durchaus Strafcharakter und dürfe für die 

Beschuldigten mit einigen Ungelegenheiten verbunden gewesen sein. Darüber sei 

der Prozess alles andere als vornehm geführt worden: Die Beschuldigten hätten 

nicht nur üble Anschuldigungen in der Sache hinnehmen, sondern eben auch un-

zählige, sich ständig wiederholende, stundenlange sehr persönliche Angriffe von 

Seiten des Privatklägers (Bezeichnung als "murderer", Zeigen des Mittelfingers, je 

anlässlich der Hauptverhandlung) und insbesondere auch von dessen Vertreter 

stoisch über sich ergehen lassen müssen. Hinzu komme, dass das Verfahren nun 

mit grossem medialen Getöse zu einem erstinstanzlichen Abschluss gekommen 

sei, was eine zusätzliche Belastung für die Beschuldigten dargestellt haben 

-  34  -

dürfte. Nicht alle Medienberichte hätten den wünschenswerten Persönlichkeits-

schutz der Beschuldigten unter Geltung der Unschuldsvermutung beachtet, teil-

weise hätten Identifikationsmöglichkeiten bestanden. Die erlittene Unbill habe die 

Schwelle für die Ausrichtung einer Genugtuung bei Weitem überschritten 

(Urk. 189 S. 86 f.).

1.2. Angesichts des vollumfänglichen Freispruchs des Beschuldigten B._____ 

ist die Genugtuung in der zugesprochenen Höhe auch im Berufungsverfahren zu 

bestätigen. Die Begründung der Vorinstanz hat an Aktualität und inhaltlicher Über-

zeugung nichts eingebüsst und sie kann daher in Anwendung von Art. 82 Abs. 4 

StPO ohne Weiterungen übernommen werden. Dementsprechend ist dem Be-

schuldigten in Bestätigung des angefochtenen Entscheides eine Genugtuung in 

der Höhe von Fr. 5'000.– aus der Gerichtskasse zuzusprechen.

2. Schadenersatz- und Genugtuung Privatkläger

2.1. Die Vorinstanz ist auf die Schadenersatzansprüche des Privatklägers in-

soweit nicht eingetreten, als diese sich gegen die Stadt Zürich respektive die 

Stadtpolizei Zürich richten würden und der Privatkläger sich auf das kantonale 

Haftungsgesetz berufe (Urk. 189 S. 14). 

2.2. Anlässlich der Berufungsverhandlung stellte der Privatkläger den Antrag, 

es sei festzustellen, dass sein Anspruch auf Genugtuung und Schadenersatz aus 

dem Vorfall vom 19. Oktober 2009 vom Grundsatz her ausgewiesen sei und er 

den Weg der Staatshaftungsklage beschreiten könne (Urk. 384 S. 3 und S. 93). 

2.3. Da aufgrund des Beweisergebnisses keine strafbare Handlung seitens des 

Beschuldigten B._____ gegeben ist, besteht ausgangsgemäss auch kein An-

spruch auf Schadenersatz und Genugtuung für den Privatkläger. Entsprechend ist 

das Schadenersatz- und Genugtuungsbegehren abzuweisen. 

-  35  -

IV. Kosten- und Entschädigungsfolgen

1. Kosten

1.1. Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist das vorinstanzliche Kostendis-

positiv (Ziffer 5 und 11) zu bestätigen.

1.2. Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist auf Fr. 5'000.– festzu-

setzen.

1.3. Der Privatkläger unterliegt mit seinen Anträgen im Berufungsverfahren 

vollumfänglich, weshalb ihm die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme 

der Kosten der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerschaft, jedoch einsch-

liesslich der Kosten im Zusammenhang mit dem Verfahren betreffend das 

Ausstandsbegehren seitens des Privatklägervertreters X1._____ (vgl. SF190010-

O, Urk. 235), aufzuerlegen sind (Art. 428 Abs. 1 StPO). Nachdem dem Privatklä-

ger jedoch bereits im vorinstanzlichen Verfahren die unentgeltliche Rechtspflege 

gewährt worden war, sind die Kosten des Berufungsverfahrens sowie die Kosten 

der unentgeltlichen Rechtsvertretung einstweilen auf die Gerichtskasse zu neh-

men, unter Vorbehalt der Rückforderung gemäss Art. 138 Abs. 1 i.V.m. Art. 135 

Abs. 4 StPO. 

2. Entschädigung

2.1. Ausgangsgemäss ist die vorinstanzlich zugesprochene Prozessentschädi-

gung für die anwaltliche Verteidigung des Beschuldigten in der Höhe von 

Fr. 48'000.– zu bestätigen. Diese Entschädigung ist dem Beschuldigten aus der 

Gerichtskasse zuzusprechen und es ist diesbezüglich aufgrund der – vermeint-

lichen – Opferstellung des Privatklägers im erstinstanzlichen Verfahren kein Rück-

forderungsvorbehalt anzubringen (BGE 141 IV 262).

2.2. Der unentgeltliche Vertreter des Privatklägers, Rechtsanwalt lic. iur. 

X1._____, reichte am 15. Februar 2024 seine Honorarnote betreffend seine Auf-

wendungen im Berufungsverfahren in der Höhe von Fr. 38'209.30 (inkl. Baraus-

lagen, MwSt. und Berufungsverhandlung, abzüglich der bereits geleisteten Ent-

schädigung in der Höhe von Fr. 7'022.–) ein (Urk. 380). Im Berufungsverfahren 

-  36  -

wird die Gebühr grundsätzlich nach den für die Vorinstanz geltenden Regeln 

bemessen (§ 18 Abs. 1 AnwGebV). Gemäss § 2 Abs. 1 AnwGebV setzt sich die 

Grundgebühr nach der Bedeutung des Falls, der Verantwortung und dem 

notwendigen Zeitaufwand des Anwalts sowie der Schwierigkeit des Falles zu-

sammen, wobei sie im Strafprozess vor den Bezirksgerichten Fr. 1'000.– bis 

maximal Fr. 28'000.– beträgt (§ 17 Abs. 1 lit. b AnwGebV). Der Privatklägerver-

treter verfasste zwar ein rund 95-seitiges Hauptsachenplädoyer, doch argumen-

tierte er grösstenteils am (verbindlichen) Anklagesachverhalt und Tatvorwurf in 

Bezug auf den Beschuldigten B._____ vorbei und drang auch mit keinem seiner 

ausschweifenden prozessualen Anträge durch. Des Weiteren war ihm der Fall 

bestens bekannt und stellten sich auch – ganz entgegen der Vorgehensweise des 

Privatklägervertreters – keine komplexen rechtlichen Fragestellungen. Vor diesem 

Hintergrund ist die Honorarnote entsprechend zu kürzen. Insgesamt erscheint 

eine Entschädigung in der Höhe von Fr. 18'000.– als angemessen. 

-  37  -

Es wird zudem beschlossen:

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 10. Abtei-

lung, vom 17. April 2018 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:

"Es wird erkannt:

1. Der Beschuldigte C._____ ist nicht schuldig und wird freigesprochen. [Gemäss 

Beschluss vom 19. Oktober 2021 in Rechtskraft erwachsen.]

2. Die Beschuldigte D._____ ist nicht schuldig und wird freigesprochen. [Gemäss Be-

schluss vom 19. Oktober 2021 in Rechtskraft erwachsen.] 

3. (…)

4. Auf die Zivilklage des Privatklägers wird nicht eingetreten. [Gemäss Beschluss 

vom 19. Oktober 2021 in Rechtskraft erwachsen in Bezug auf die Beschuldigten 

C._____ und D._____.]

5. Die Entscheidgebühr fällt ausser Ansatz; die übrigen Kosten werden auf die Gerichts-

kasse genommen. [Gemäss Beschluss vom 19. Oktober 2021 in Rechtskraft erwach-

sen in Bezug auf die Beschuldigten C._____ und D._____.]

6. Dem Beschuldigten C._____ wird eine Prozessentschädigung für anwaltliche 

Verteidigung von Fr.  65'000.– (pauschal, inkl. MwSt.) aus der Gerichtskasse zuge-
sprochen. [Gemäss Beschluss vom 19. Oktober 2021 in Rechtskraft erwachsen.] 

7. Der Beschuldigten D._____ wird eine Prozessentschädigung für anwaltliche Verteidi-

gung von Fr. 50'000.– (pauschal, inkl. MwSt.) aus der Gerichtskasse zugesprochen. 

[Gemäss Beschluss vom 19. Oktober 2021 in Rechtskraft erwachsen.]

8. (…) 

9. Der Vertreter des Privatklägers wird als unentgeltlicher Rechtsvertreter mit 

Fr. 65'000.– (pauschal, inkl. MwSt.) aus der Gerichtskasse entschädigt, unter An-

rechnung der bereits ausbezahlten Akontozahlung von gesamthaft Fr. 30'000.–.

10. Den Beschuldigten C._____, D._____ und (…) wird eine Genugtuung von 

je Fr. 5'000.– aus der Gerichtskasse zugesprochen. [Gemäss Beschluss vom 19. Ok-

-  38  -

tober 2021 in Rechtskraft erwachsen in Bezug auf die Beschuldigten C._____ und 

D._____.]

11. Die Kosten, inklusive derjenigen der unentgeltlichen Vertretung der Privatkläger-

schaft, werden auf die Gerichtskasse genommen. [Gemäss Beschluss vom 19. Okto-

ber 2021 in Rechtskraft erwachsen in Bezug auf die Beschuldigten C._____ und 

D._____.] 

12. (Mitteilungen)

13. (Rechtsmittel)"

2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.

Es wird erkannt:

1. Der Beschuldigte B._____ ist nicht schuldig und wird freigesprochen.

2. Das Schadenersatz- und Genugtuungsbegehren des Privatklägers A._____ 

wird abgewiesen.

3. Das erstinstanzliche Kostendispositiv (Dispositiv-Ziffern 5 und 11) wird be-

stätigt.

4. Dem Beschuldigten wird eine Prozessentschädigung für anwaltliche Ver-

teidigung im Untersuchungs- und im erstinstanzlichen Gerichtsverfahren von 

Fr. 48'000.– aus der Gerichtskasse zugesprochen.

5. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:

Fr. 5'000.– ; die weiteren Kosten betragen:

Fr. 18'000.–   unentgeltliche Vertretung Privatklägerschaft (bereits ausbezahlt Fr. 7'022.–)

6. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der un-

entgeltlichen Vertretung der Privatklägerschaft, jedoch einschliesslich der 

Kosten in der Höhe von Fr. 600.– im Zusammenhang mit dem Ausstands-

begehren (SF190010-O), werden der Privatklägerschaft auferlegt, jedoch 

-  39  -

zufolge Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege einstweilen auf die Ge-

richtskasse genommen. Die Rückzahlungspflicht des Privatklägers bleibt 

gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO und Art. 138 Abs. 1 StPO vorbehalten.

Die Kosten der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerschaft werden 

einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. Die Rückzahlungspflicht des 

Privatklägers bleibt gemäss Art. 138 Abs. 1 StPO i.V.m. Art. 135 Abs. 4 

StPO vorbehalten.

7. Dem Beschuldigten wird eine Genugtuung von Fr. 5'000.– aus der Gerichts-

kasse zugesprochen.

8. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an

 die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten 
(übergeben)

 die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich (versandt)
 die unentgeltliche Vertretung des Privatklägers im Doppel für sich und 

die Privatklägerschaft (übergeben)

sowie in vollständiger Ausfertigung an

 die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten 
 die Staatsanwaltschaft I neu II des Kantons Zürich 
 die unentgeltliche Vertretung des Privatklägers im Doppel für sich und 

die Privatklägerschaft   

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung 

allfälliger Rechtsmittel an

 die Vorinstanz
 die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA zur Entfernung der Daten ge-

mäss Art. 32 Abs. 1 StReG mittels Kopie von Urk. 389 

9. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen 

erhoben werden.

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der gemäss Art. 35 und 35a 

BGerR zuständigen strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichts (1000 

-  40  -

Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichtsgesetzes vorgeschriebe-

nen Weise schriftlich einzureichen.

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes.

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer

Zürich, 15. Februar 2024

Der Präsident:

lic. iur. S. Volken

Die Gerichtsschreiberin:

MLaw A. Jacomet