# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1ecdee20-222f-5574-9426-b23d7f7e6a6f
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2024-01-26
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 26.01.2024 E-6159/2023
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-6159-2023_2024-01-26.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-6159/2023 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 6 .  J a n u a r  2 0 2 4  

Besetzung 
 Einzelrichterin Constance Leisinger, 

mit Zustimmung von Richter Markus König;  

Gerichtsschreiberin Eva Hostettler. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Syrien,   

vertreten durch MLaw Lea Fritsche,  

Zürcher Beratungsstelle für Asylsuchende (ZBA),  

(…),  

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl (ohne Wegweisungsvollzug);  

Verfügung des SEM vom 10. Oktober 2023 / N (…). 

 

 

 

E-6159/2023 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,  

dass der Beschwerdeführer am (…) in der Schweiz um Asyl nachsuchte, 

dass er anlässlich der Anhörung zu den Asylgründen vom 5. September 

2023 im Wesentlichen geltend machte, er sei syrischer Staatsangehöriger 

und habe im Sommer 2018 den (…) B._______ zwecks Interesse an einer 

Zusammenarbeit kontaktiert, wobei er anlässlich dieser Kontaktaufnahme 

bereits erste Informationen übermittelt habe,  

dass er in der Folge erstmals im November 2018 und insgesamt etwa vier 

bis fünf Mal per Skype von einem B._______-Offizier kontaktiert worden 

sei, bevor er an einen weiteren (…) verwiesen und von diesem aufgefordert 

worden sei, Kontakte zu Personen im Militär herzustellen,  

dass er den Kontakt zum (…) aufgrund der Entlarvung von anderen Spit-

zeln im Sommer 2019 abgebrochen habe, jedoch weiterhin Informationen 

gesammelt habe,  

dass er etwa eineinhalb Monate vor seiner Ausreise von Personen eines 

Telekommunikationsunternehmens aufgesucht worden sei, welche seine 

Mobiltelefondaten überprüft hätten, woraufhin er seinen Heimatstaat Ende 

Juli 2023 Richtung Jordanien verlassen habe,  

dass er zur Stützung seiner Vorbringen seinen syrischen Reisepass, seine 

Identitätskarte, das Militärdienstbüchlein und ein Universitäts-Diplom, alle 

im Original, zu den Akten reichte,  

dass das SEM mit Verfügung vom 10. Oktober 2023 das Asylgesuch des 

Beschwerdeführers ablehnte, die Wegweisung aus der Schweiz anordnete 

und den Vollzug der Wegweisung zugunsten einer vorläufigen Aufnahme 

wegen Unzumutbarkeit aufschob,  

dass es zur Begründung der angefochtenen Verfügung im Wesentlichen 

feststellte, die Ausführungen des Beschwerdeführers zur Kontaktauf-

nahme mit dem (…) sowie der Kontaktpflege seien knapp ausgefallen, zu-

mal es auch wenig glaubhaft erscheine, dass der B._______ mit seinen 

(…) ausgerechnet über unsichere Dienste wie WhatsApp, Gmail oder 

Skype kommuniziere,  

dass – obwohl er mehrmals aufgefordert worden sei, seine Motivation für 

die Zusammenarbeit mit dem (…) darzulegen – seine Angaben vage und 

E-6159/2023 

Seite 3 

unsubstanziiert geblieben seien, womit diese nicht auf selbst Erlebtes 

schliessen liessen,  

dass auch sein familiärer und beruflicher Hintergrund gegen die Glaubhaf-

tigkeit der Vorbringen spreche, da ungeklärt sei, warum er seine privile-

gierte Stellung und sein Leben hätte aufs Spiel setzen sollen,  

dass er im Übrigen auch nicht nachvollziehbar dargelegt habe, inwiefern 

die gesammelten Informationen dem (…) dienlich und für die Ausdehnung 

des C._______ Staatsgebiets hätten relevant sein sollen, 

dass es den Ausführungen des Beschwerdeführers zu seinen Asylvorbrin-

gen insgesamt an qualitativem Detaillreichtum fehle und differenziertere, 

substanziiertere und einheitlichere Angaben zu erwarten gewesen wären,  

dass seine Ausführungen zudem widersprüchlich ausgefallen seien, da er 

als fluchtauslösendes Ereignis zunächst den Mordversuch an einem Pa-

lästinenser, jedoch später die Kontaktierung durch angebliche Mitarbeiter 

eines Telekommunikationsanbieters genannt habe, mithin unklar sei, wes-

halb er seinen Heimatstaat schlussendlich verlassen habe,  

dass überdies auch unklar sei, weshalb sich die syrischen Telekommuni-

kationsbehörden erst Jahre nach dem Kontaktabbruch zum (…) für seine 

Handydaten hätten interessieren sollen,  

dass er sich schliesslich auch zur Kommunikationsart mit dem (…) wider-

sprüchlich geäussert habe, habe dieser doch insgesamt zweimal und aus-

schliesslich per WhatsApp respektive letztmals per E-Mail stattgefunden,  

dass die Ausführungen des Beschwerdeführers den Anforderungen an die 

Glaubhaftigkeit nicht standhalten würden, 

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 9. November 2023 dagegen 

beim Bundesverwaltungsgericht eine Beschwerde erhob und beantragte, 

die vorinstanzliche Verfügung sei in den Dispositivziffern 1 - 3 aufzuheben, 

seine Flüchtlingseigenschaft anzuerkennen, und ihm sei Asyl zu gewähren,  

dass er in verfahrensrechtlicher Hinsicht um Gewährung der unentgeltli-

chen Prozessführung und um Beiordnung einer amtlichen Rechtsbeistän-

din in der Person der rubrizierten Rechtsvertreterin ersuchte,  

E-6159/2023 

Seite 4 

dass zur Begründung im Wesentlichen ausgeführt wurde, die Ausführun-

gen des Beschwerdeführers seien substanziiert, widerspruchsfrei und 

schlüssig, zumal er die Asylvorbringen kontextualisiert und detailliert wie-

dergegeben habe,  

dass er über ein Profil verfüge, welches für den (…) durchaus von Interesse 

sei, und überdies, wie von der Vorinstanz zu Recht angemerkt, keine 

Gründe ersichtlich seien, warum er seine privilegierte Stellung im Heimat-

staat einfach so hätte aufgeben sollen,  

dass die vom Beschwerdeführer an den (…) übermittelten Informationen – 

Informationen über Atomphysiker und Waffenlieferungen – durchaus von 

Interesse seien, und der Internetseite des B._______ auch die Aufforde-

rung zur Kontaktaufnahme via E-Mail zu entnehmen sei,  

dass die Kommunikation über Dienste wie Gmail, WhatsApp und Skype für 

die Glaubhaftigkeit spreche, seien diese Kanäle doch weit verbreitet und 

sei deren Verwendung daher unauffällig, zumal der Beschwerdeführer kein 

(…), sondern lediglich ein (…) gewesen sei, 

dass er seine Motivation für die Zusammenarbeit im Übrigen substanziiert 

dargelegt habe, da er aufgrund seiner Herkunft aus D._______ und der 

Erlebnisse während des Bürgerkriegs eine starke Abneigung gegen seinen 

Heimatstaat respektive den Islam entwickelt habe,  

dass er anlässlich der Anhörung stets zu Protokoll gegeben habe, nach 

einem Vorfall mit einem (…) im Jahr 2019 habe er seinen Kontakt zum (…) 

für einige Zeit eingestellt, jedoch nicht an eine Flucht gedacht,  

dass der Gedanke an die Flucht vielmehr erst nach dem Vorfall mit dem 

Telekommunikationsunternehmen aufgekommen sei, wobei die syrischen 

Behörden nach wie vor ein Interesse hätten, den Beschwerdeführer als (…) 

zu entlarven,  

dass schliesslich nicht ersichtlich sei, inwiefern die Äusserungen des Be-

schwerdeführers hinsichtlich Art der Kontaktaufnahme mit dem (…) wider-

sprüchlich sein sollten, mithin insgesamt von der Glaubhaftig-keit der Vor-

bringen auszugehen und daher seine Flüchtlingseigenschaft festzustellen 

sei,  

dass das Bundesverwaltungsgericht am 13. November 2023 den Eingang 

der Beschwerde bestätigte, 

E-6159/2023 

Seite 5 

dass die Instruktionsrichterin mit Zwischenverfügung vom 21. Dezember 

2023 infolge Aussichtslosigkeit der Beschwerdebegehren die Gesuche um 

Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und um Beiordnung einer 

amtlichen Rechtsbeiständin abwies und den Beschwerdeführer auffor-

derte, innert Frist einen Kostenvorschuss zu leisten,  

dass der verlangte Kostenvorschuss am 5. Januar 2024 fristgerecht geleis-

tet wurde, 

 

und zieht in Erwägung,  

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls – in der Re-

gel und auch vorliegend – endgültig über Beschwerden gegen Verfügun-

gen (Art. 5 VwVG) des SEM entscheidet (Art. 105 AsylG [SR 142.31] i.V.m. 

Art. 31–33 VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG),  

dass sich das Verfahren nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG richtet, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG), 

dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105 

AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), 

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu-

treten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG), 

dass sich die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen 

Rügen im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG richten (vgl. BVGE 

2014/26 E. 5), 

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich, 

wie nachfolgend aufgezeigt wird, um ein solches Rechtsmittel handelt, 

weshalb das Urteil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 

AsylG), 

E-6159/2023 

Seite 6 

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf einen Schriftenwechsel ver-

zichtet wurde, 

dass die Schweiz Flüchtlingen grundsätzlich Asyl gewährt (Art. 2 Abs. 1 

AsylG), wobei Flüchtlinge Personen sind, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG), 

dass das Bundesverwaltungsgericht die Anforderungen an das Glaubhaft-

machen der Vorbringen gemäss Art. 7 AsylG in verschiedenen Entscheiden 

dargelegt und präzisiert hat und darauf zu verweisen ist (vgl. BVGE 2015/3 

E. 6.5.1 m.w.H.),  

dass das SEM in der angefochtenen Verfügung die geltend gemachten 

Asylvorbringen des Beschwerdeführers mit zutreffender Begründung als 

unglaubhaft erachtet hat, und diesbezüglich in Ergänzung der nachfolgen-

den Erwägungen auf die Ausführungen in der vorinstanzlichen Verfügung 

verwiesen werden kann (vgl. angefochtene Verfügungen, Ziffer II), denen 

der Beschwerdeführer in seinem Rechtsmittel nichts Stichhaltiges entge-

genzusetzen vermag,  

dass zwar wie vom Beschwerdeführer zu Recht angemerkt, der letzte von 

der Vorinstanz angeführte Widerspruch, welcher den Kanal der Kontakt-

aufnahme betreffen soll, nicht nachvollziehbar erscheint und sich in seinen 

Aussagen durchaus einige Details finden,  

dass seine Ausführungen zu den eigentlichen Kernvorbringen, seiner Tä-

tigkeit als (…) für den (…), jedoch – und gerade auch im Vergleich zu sei-

nen übrigen Ausführungen – auffallend vage ausgefallen sind (vgl. SEM-

act. A4/22 F87 f.),  

dass auch zu den Kontakten zwischen ihm und dem (…) deutlich genauere 

Angaben – insbesondere hinsichtlich Anzahl, Dauer, Art und Inhalt – zu er-

warten gewesen wären, wobei er auf entsprechende Ver-tiefungsfragen zu 

den Kontakten nur wenig Substanziiertes vorzubringen vermochte (vgl. 

a.a.O. F100 f.),  

dass es seinen Ausführungen zu seinen Kernvorbringen an Detaillreichtum 

fehlt und differenziertere Angaben zu erwarten gewesen wären,  

E-6159/2023 

Seite 7 

dass es ihm überdies auch nicht gelungen ist, seine Motivation für die an-

geblichen Zusammenarbeit mit dem (…) nachvollziehbar darzulegen (vgl. 

a.a.O. F91; F138 f.) und auch in diesem Zusammenhang auf die vo-

rinstanzlichen Erwägungen zu verweisen ist,  

dass die Kernvorbringen des Beschwerdeführers, er sei als (…) des (…) in 

den Fokus der syrischen Behörden geraten, daher in wesentlichen Punk-

ten zu wenig begründet sind und als unglaubhaft erachtet werden,  

dass die zu den Akten gereichten Beweismittel untauglich sind, um die gel-

tend gemachte Bedrohungslage im Heimatstaat zu untermauern, weshalb 

sie nicht geeignet sind, um zu einer anderen Einschätzung zu gelangen,  

dass es dem Beschwerdeführer somit nicht gelingt, die Flüchtlingseigen-

schaft nachzuweisen oder zumindest glaubhaft zu machen, weshalb das 

SEM das Asylgesuch zu Recht abgelehnt hat, 

dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein 

Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat 

(Art. 44 AsylG), vorliegend insbesondere der Kanton keine Aufenthaltsbe-

willigung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung einer solchen 

besteht (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.), weshalb die 

verfügte Wegweisung im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen 

steht und demnach vom Staatssekretariat ebenfalls zu Recht angeordnet 

wurde, 

dass das SEM mit Verfügung vom 10. Oktober 2023 die Unzumutbarkeit 

des Wegweisungsvollzugs festgestellt und die vorläufige Aufnahme des 

Beschwerdeführers angeordnet hat, weshalb sich praxisgemäss weitere 

Ausführungen zur Zulässigkeit und Möglichkeit des Wegweisungsvollzugs 

erübrigen (vgl. BVGE 2011/7 E. 8, 2009/51 E. 5.4),  

dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechts-

erheblichen Sachverhalt richtig sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 

AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen ist, 

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten dem Beschwerde-

führer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt von Fr. 750.– 

festzusetzen sind (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über 

die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 

[VGKE, SR 173.320.2]), wobei die Kosten durch den in der gleichen Höhe 

geleisteten Kostenvorschuss gedeckt und mit diesem zu verrechnen sind. 

E-6159/2023 

Seite 8 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

E-6159/2023 

Seite 9 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Sie sind durch den Kostenvorschuss gedeckt und werden mit diesem 

verrechnet. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Constance Leisinger Eva Hostettler 

 

 

Versand: