# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f34362e9-21c0-5593-8673-6d3c87101e23
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-06-14
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 14.06.2013 KV 2012/19
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_KV-2012-19_2013-06-14.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: KV 2012/19

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: KV - Krankenversicherung

Publikationsdatum: 23.08.2019

Entscheiddatum: 14.06.2013

Entscheid Versicherungsgericht, 14.06.2013
Art. 34 KVG und Art. 36 Abs. 2 KVV: Territorialitätsprinzip. Verneinung einer 
Pflichtleistung im Rahmen der obligatorischen Krankenpflegeversicherung 
in Bezug auf von einem Arzt im Ausland durchgeführte Untersuchungen und 
Behandlungen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen 
vom 14. Juni 2013, KV 2012/19).

Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider (Vorsitz), Versicherungsrichter

Joachim Huber und Martin Rutishauser; Gerichtsschreiberin Vera Holenstein Werz

Entscheid vom 14. Juni 2013

in Sachen

A.___,

Rekurrentin,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. August W. Stolz, Neugasse 7, 9620 Lichtensteig,

gegen

avanex Versicherungen AG Recht, Postfach, 8081 Zürich Helsana,

Vorinstanz,

betreffend

Versicherungsleistungen

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Sachverhalt:

A.

A.___ ist bei der Avanex Versicherungen AG (nachfolgend: Avanex) obligatorisch 

krankenpflegeversichert (act. G 3.1). Mittels des Meldeformulars "Erhebung über 

Erkrankungen oder Unfälle während eines Auslandaufenthalts" informierte die 

Versicherte die Avanex am 27. Dezember 2011, dass sie am 5. Oktober 2011 während 

eines Auslandaufenthalts in B.___ erkrankt sei. Sie habe unter Erbrechen, Fieber und 

Schmerzen am ganzen Körper gelitten und habe sich bei Dr. med. C.___, in 

Behandlung begeben. Vor dem Auslandaufenthalt sei sie wegen Hüftschmerzen bei 

Dr. med. D.___ in Behandlung gewesen (act. G 3.4). Die Versicherte legte dem 

Meldeformular eine Rechnung von Dr. C.___ vom 28. Oktober 2011, lautend auf einen 

Gesamtbetrag von € 2'886.49 (ärztliche Konsultationen und Laboruntersuchungen vom 

5. bis 28. Oktober 2011, verschiedene Medikamente, Physiotherapie), sowie einen 

Bericht von Dr. C.___ betreffend Untersuchungen und Behandlungen vom 5. und 18. 

Oktober 2011 bei. Ein ebenfalls eingereichter Bericht vom 28. Oktober 2011 

dokumentiert Laborergebnisse vom 23. und 28. Oktober 2011 (act. G 3.3). Mit 

Schreiben vom 12. Januar 2012 lehnte die Avanex die Kostenübernahme für die 

Behandlung der Versicherten bei Dr. C.___ in B.___ mit der Begründung ab, dass der 

Preis der verrechneten Vancomycin-Ampullen (€ 87.--) nicht dem ortsüblichen Tarif 

entsprechen würde. Laut Auskunft von Dr. C.___ beziehe er die Ampullen in E.___. Auf 

Nachfrage in einer Apotheke habe diese bestätigt, dass der ortsübliche Tarif einer 

Vancomycin-Ampulle bei ca. € 12.-- liege. Bei der Rechnung von Dr. C.___ müsse 

demzufolge von einer Gefälligkeitsrechnung ausgegangen werden (act. G 3.5). Auf die 

Mitteilung der Rechtsschutzversicherung der Versicherten, der Assista TCS AG, St. 

Gallen, vom 11. April 2012, sie sei mit der Leistungsablehnung nicht einverstanden (act. 

G 3.6), antwortete die Avanex mit Schreiben vom 23. April 2012, sie werde die 

Sachlage erneut prüfen (act. G 3.7). Mit Schreiben vom 27. August 2012 liess sich der 

neue Rechtsvertreter der Versicherten, Rechtsanwalt Dr. iur. A. W. Stolz, Lichtensteig, 

zur Leistungsablehnung vernehmen (act. G 3.10) und legte einen Arztbericht von 

Dr. D.___ vom 21. Mai 2012 (act. G 3.8) sowie einen Bericht des Kantonsspitals 

St. Gallen (KSSG), Departement Innere Medizin/Rheumatologie/Rehabilitation, vom 

13. August 2012 betreffend eine Hospitalisation der Versicherten vom 2. bis 11. August 

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2012 (act. G 3.9) bei. Nachdem die Avanex die Angelegenheit ihrem Vertrauensarzt, 

Dr. med. F.___, vorgelegt hatte (act. G 3.11), erliess sie am 24. September 2012 eine 

ablehnende Verfügung. Die Behandlungen bei Dr. C.___ vom 5. bis 28. Oktober 2011 

im Betrag von € 2'886.49 würden mangels Wirksamkeit, Zweckmässigkeit und 

Wirtschaftlichkeit keine Pflichtleistung nach dem Bundesgesetz über die 

Krankenversicherung (KVG; SR 832.10) darstellen (act. G 3.15).

B.

Die gegen diese Verfügung am 15. Oktober 2012 erhobene Einsprache (act. G 3.16), 

wies die Krankenkasse mit Einspracheentscheid vom 13. November 2012 ab (act. G 

3.18).

C.  

C.a  Mit Eingabe vom 14. Dezember 2012 liess die Versicherte durch ihren 

Rechtsvertreter Beschwerde erheben mit dem Antrag, der Einspracheentscheid vom 

13. November 2012 sei aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, 

der Beschwerdeführerin die Kosten in Höhe von € 2'886.49 zu vergüten, die ihr 

während ihres Aufenthalts in B.___ für notwendige medizinische Behandlungen wegen 

akut aufgetretener gesundheitlicher Beschwerden entstanden seien; unter Kosten- und 

Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwerdegegnerin (act. G 1).

C.b  In der Beschwerdeantwort vom 7. Januar 2013 beantragte die 

Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde (act. G 3).

C.c  Mit Replik vom 6. Februar 2013 (act. G 6) und Duplik vom 5. März 2013 

bestätigten die Parteien ihre Standpunkte. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin 

legte zusammen mit der Replik eine Physiotherapieverordnung von Dr. C.___ vor (act. 

G 6.1).

C.d  Auf die weiteren Begründungen und Ausführungen in den einzelnen 

Rechtsschriften bzw. medizinischen Akten wird, soweit erforderlich, in den 

nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:

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1. 

Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin im Rahmen der obligatorischen 

Krankenpflegeversicherung die Kosten für die Untersuchungen und Behandlungen der 

Beschwerdeführerin durch Dr. C.___ in B.___ vom 5. bis 28. Oktober 2011 im 

Gesamtbetrag von € 2'886.49 zu übernehmen hat.

2. 

Art. 25 Abs. 1 KVG bestimmt, dass die obligatorische Krankenpflegeversicherung die 

Kosten für die Leistungen, die der Diagnose oder Behandlung einer Krankheit und ihrer 

Folgen dienen, übernimmt. Art. 25 Abs. 2 KVG enthält einen Katalog von Leistungen, 

die unter die Übernahmepflicht der Krankenversicherer fallen. Als Pflichtleistung 

aufgeführt sind unter anderem die von Ärzten oder Ärztinnen ambulant durchgeführten 

Untersuchungen, Behandlungen und Pflegemassnahmen (Abs. 2 lit. a Ziff. 1) und auch 

die ärztlich verordneten Arzneimittel (Abs. 2 lit. b). Art. 34 Abs. 1 KVG schreibt vor, dass 

die Versicherer im Rahmen der obligatorischen Krankenversicherung keine anderen 

Kosten als diejenigen für die Leistungen nach den Artikeln 25 bis 33 KVG übernehmen 

dürfen. Die in Art. 25 bis 31 KVG erwähnten Leistungen müssen wirksam, zweckmässig 

und wirtschaftlich sein, wobei die Wirksamkeit nach wissenschaftlichen Methoden 

nachgewiesen sein muss (vgl. Art. 32 Abs. 1 KVG).

3. 

Laut Angaben der Beschwerdeführerin im Meldeformular "Erhebung über 

Erkrankungen oder Unfälle während eines Auslandaufenthalts" vom 27. Dezember 

2011 suchte die Beschwerdeführern am 5. Oktober 2011 Dr. C.___ wegen Erbrechen, 

Fieber sowie Schmerzen am ganzen Körper, unter anderem an der Hüfte, auf. Am 18. 

Oktober 2011 folgte eine weitere Konsultation. Ausgewiesen sind sodann zwei 

Laborbefunde vom 23. und 28. Oktober 2011 (act. G 3.3). Dr. C.___ stellte am 5. 

Oktober 2011 die Diagnose einer Colicae abdominalis; Inflamatio tracti biliaris gravis 

mit/bei Cholelithiasis suspecta, Myoma uteri permagna (11 cm), Coxartrosis incipiens 

lateris daxter, Sy. L-s; Dyscopathia L4-L5; L5-S1, Hypertonio arterialis, Vegetationes 

(trombus?) pendulans ventrikuli sin. suspecta sowie Vegetationes valvulae tricuspidalis 

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suspecta und verordnete der Beschwerdeführerin verschiedene Medikamente sowie 

eine Physiotherapie (act. G 3.3). Mit Einspracheentscheid vom 13. November 2012 (act. 

G 3.18) lehnte die Beschwerdegegnerin die Kostenübernahme der gesamten Rechnung 

von Dr. C.___ vom 28. Oktober 2011 in Höhe von € 2'886.49 (act. G 3.3) mit der 

Begründung ab, hinsichtlich sämtlicher Behandlungen bei Dr. C.___ seien die 

Voraussetzungen der Kostenübernahme gemäss Art. 32 Abs. 1 KVG bzw. die Kriterien 

Wirksamkeit, Zweckmässigkeit und Wirtschaftlichkeit nicht erfüllt. In der 

Beschwerdeantwort vom 7. Januar 2013 (act. G 3) sowie der Duplik vom 5. März 2013 

(act. G 8) hielt sie an ihrer Argumentation fest. Bezüglich der Physiotherapie fügte die 

Beschwerdegegnerin in der Duplik hinzu, dass eine solche Behandlung im Ausland nur 

dann von der obligatorischen Krankenpflegeversicherung übernommen werde, wenn es 

sich um eine notwendige medizinische bzw. notfallmässige Behandlung handle. Eine 

solche Situation habe bei der Beschwerdeführerin nicht vorgelegen. Wie die 

nachfolgenden Erwägungen zeigen, war die Beschwerdegegnerin unter diesem 

Gesichtspunkt berechtigt, die Übernahme der gesamten streitigen Untersuchungs- und 

Behandlungskosten bei Dr. C.___ von € 2'886.49 abzulehnen.

4. 

Für das KVG gilt das Territorialitätsprinzip, d.h. die Versicherer müssen nur die Kosten 

jener Leistungen übernehmen, die in der Schweiz erbracht werden. Für ausserhalb der 

Schweiz behandelte Leiden bzw. Auslandbehandlungen haben die Krankenkassen 

keine Leistungen zu erbringen, und dies selbst dann nicht, wenn die versicherte Person 

im Ausland krank geworden ist (Alfred Maurer, Das neue Krankenversicherungsrecht, 

Basel 1996, S. 55; RKUV 1987 Nr. K 741 S. 266). Eine Ausnahme vom 

Territorialitätsprinzip setzt gemäss Art. 34 Abs. 2 KVG in Verbindung mit Art. 36 KVV 

den Nachweis voraus, dass ein Notfall vorliegt (Art. 36 Abs. 2 KVV) oder die - vom 

allgemeinen Leistungskatalog gemäss Art. 25 Abs. 2 KVG erfasste - medizinische 

Behandlung in der Schweiz nicht erbracht werden kann (Art. 36 Abs. 1 KVV). 

Ausnahmen vom Territorialitätsprinzip gemäss Art. 34 Abs. 2 KVG in Verbindung mit 

Art. 36 Abs. 1 KVV gilt es in Bezug auf den vorliegenden Fall zu verneinen. Offenkundig 

ist und als unbestritten hat zu gelten, dass die von der Beschwerdeführerin im Ausland 

durchgeführten Untersuchungen und Behandlungen auch in der Schweiz hätten 

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erbracht werden können. Zu prüfen ist hingegen, ob die fraglichen Untersuchungen 

und Behandlungen aufgrund einer Notfallsituation erfolgt sind.

5.   

5.1 Ein Notfall liegt vor, wenn Versicherte bei einem vorübergehenden 

Auslandaufenthalt einer medizinischen Behandlung bedürfen und eine Rückreise in die 

Schweiz nicht angemessen ist. Kein Notfall besteht, wenn sich Versicherte zum Zweck 

dieser Behandlung ins Ausland begeben (Art. 36 Abs. 2 3. Satz KVV). Der Notfall 

umfasst damit zwei Komponenten: die Unaufschiebbarkeit medizinischer Hilfe sowie 

die Unmöglichkeit oder Unangemessenheit der Rückkehr in die Schweiz (vgl. dazu 

RKUV 2002 Nr. KV 231 S. 475 [K 128/01]; Gebhard Eugster, Krankenversicherung, 

Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht [SBVR], Soziale Sicherheit, Hrsg. Ulrich 

Meyer, 2. Aufl. Basel 2007, S. 560 Rz 477). Als Notfälle gelten beispielsweise 

Gesundheitssituationen mit drohender Lebensgefahr oder der Gefahr bleibender 

Krankheitsfolgen. Der Begründung des Einspracheentscheids sowie den Ausführungen 

in der Beschwerdeantwort und der Duplik ist, wie bereits erwähnt, nicht zu entnehmen, 

inwiefern die Beschwerdegegnerin den Notfallcharakter der von Dr. C.___ 

durchgeführten Untersuchungen und Behandlungen - insbesondere der verordneten 

Medikamente - in Frage stellt. Auch die Beurteilung von Dr. F.___ vom 3. September 

2012 (act. G 3.11) enthält dazu keine Ausführungen.

5.2 Laut medizinischen Akten (act. G 3.8, G 3.11; vgl. dazu nachfolgende Erwägung 

5.4) litt die Beschwerdeführerin zwar vor ihrem Aufenthalt in B.___ immer wieder unter 

Bauchschmerzen und Durchfall sowie altbekannt unter einem rheumatologischen 

Leiden, doch darf davon ausgegangen werden, dass sie sich nicht zum Zwecke der 

Behandlung ins Ausland begeben hat, sondern dass bei ihr während des Aufenthalts 

zum Besuch der erkrankten Mutter erneut akute, behandlungsbedürftige Beschwerden 

- Erbrechen, Fieber sowie Schmerzen am ganzen Körper, unter anderem an der Hüfte - 

auftraten, die Anlass zur Konsultation vom 5. Oktober 2011 bei Dr. C.___ bildeten. Fest 

steht damit, dass der Bedarf einer medizinischen Behandlung bei der 

Beschwerdeführerin während ihres vorübergehenden Aufenthalts in B.___ aufgetreten 

ist. Dr. C.___ stellte anlässlich der Konsultation am 5. Oktober 2011 die in Erwägung 3 

angeführten Diagnosen. Es ist nachvollziehbar, dass sich die Beschwerdeführerin beim 

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Auftreten der obgenannten Beschwerden für eine erste Untersuchung und eventuelle 

Verschreibung eines Medikaments an einen Arzt vor Ort gewendet hat.

5.3 Zu prüfen bleibt mithin, ob im Hinblick auf die erforderliche Behandlung eine 

Rückreise in die Schweiz angemessen gewesen wäre. Die Angemessenheit der 

Rückreise beurteilt sich nach den gesamten Umständen des einzelnen Falls (Urteil des 

Bundesgerichts vom 29. Juli 2011, 9C_1009/2010, E. 2.3; Urteil des Eidgenössischen 

Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007 sozialrechtliche Abteilungen des 

Bundesgerichts] vom 23. August 2002, K 7/02, E. 4). Dazu gehören die medizinische 

Zumutbarkeit der Rückreise, die Kosten der Rückreise im Verhältnis zu den 

Behandlungskosten, aber auch die Prüfung, ob die Behandlung in der Schweiz möglich 

gewesen wäre oder ob die Rückkehr eine Verzögerung der Behandlung und dadurch 

eine Verschlechterung des Gesundheitszustands nach sich gezogen hätte (SVR 2010 

KV Nr. 18 [9C_35/2010] S. 70 E. 3; Urteil des EVG vom 8. April 2005, K 69/04, E. 2).

5.4 Die Angemessenheit der Rückreise beurteilt sich zunächst nach den in B.___ 

aufgetretenen gesundheitlichen Störungen der Beschwerdeführerin sowie ihrer 

Anamnese. Die von Dr. C.___ am 5. Oktober 2011 gestellten Begleitdiagnosen 

Cholelithiasis, Vegetationes (trombus?) pendulans ventrikuli sin. sowie Vegetationes 

valvulae tricuspidalis enthalten den Zusatz "suspecta", womit ausgedrückt wird, dass 

es sich bei den fraglichen Krankheiten lediglich um Annahmen bzw. 

Verdachtsdiagnosen handelt. Die entsprechenden diagnostischen Untersuchungen, 

konkret die Herz- und Abdomenuntersuchungen - Elektrokardiogramm (EKG), 

Echokardiographie sowie Sonographie des Abdomens - zeigten normale Befunde. 

Auch die verschiedenen Laborwerte wurden von Dr. C.___ als normal bezeichnet und 

zeigten offensichtlich insbesondere keine erhöhten Entzündungswerte. Laut dem 

Kurzaustrittsbericht vom 10. Februar 2009 war die Beschwerdeführerin bereits vom 

7. bis 10. Februar 2009 im Spital G.___ hospitalisiert, wo unter anderem die Diagnose 

hypertensive Herzkrankheit sowie unklare postprandiale Bauchschmerzen gestellt 

wurden. Aufgrund der Echokardiographie wurde eine beginnende hypertensive 

Kardiopathie mit diastolischer Relaxationsstörung festgehalten und die Gastroskopie 

zeigte einen Normalbefund. Die Beschwerdeführerin wurde mit einem 

blutverdünnenden Medikament, Medikamenten gegen Bluthochdruck sowie einem 

Magenmedikament behandelt (act. G 1.4). Auch dem Arztbericht von Dr. D.___ vom 25. 

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Mai 2012 (act. G 3.8) ist zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin vor dem 

Aufenthalt in B.___ immer wieder unter Bauchschmerzen und Durchfall litt. Als 

Diagnose führte Dr. D.___ zunächst ein Colon irritabile (Januar 2011) als 

Verdachtsdiagnose auf und hielt fest, dass die Beschwerdeführerin wegen der 

Bauchschmerzen und dem Durchfall bereits zweimal (Dezember 2010 und Juli 2011) 

bei Dr. H.___ Facharzt FMH für Gastroenterologie und Innere Medizin, abgeklärt 

worden sei. Laut Bericht des KSSG vom 13. August 2012 umfasste diese Abklärung 

eine Ileokoloskopie/Gastroskopie, eine Sonographie sowie eine Sprue-Serologie, wobei 

alle Untersuchungsergebnisse ohne Befund blieben (act. G 3.9). Laut Ausführungen 

von Dr. D.___ wurde die Beschwerdeführerin im Januar 2011 mit Novalgin und 

Spasmogranulase behandelt (act. G 3.8). Auch nach dem Aufenthalt in B.___ erfolgte 

am 2. August 2012 eine Hospitalisation im KSSG "bei seit Jahren bestehenden, aktuell 

wieder exazerbierten Schmerzen im Oberbauch sowie thorakal, im Nacken und LWS-

Bereich" (vgl. act. G 3.9). Laut Bericht des KSSG vom 13. August 2012 wurde erneut 

eine Abdomensonographie veranlasst, welche bis auf eine vorbekannte Steatosis 

hepatis Grad II und einen Verdacht auf Uterus myomatosus unauffällig ausgefallen sei. 

Bei bereits erfolgter umfassender Abklärung bei Dr. H.___ habe man den Verdacht auf 

ein Colon irritable bzw. funktionelle Beschwerden im Rahmen Dg 1 gestellt und 

probatorisch Flatulex verabreicht. Die ebenfalls durchgeführte Echokardiographie 

präsentierte einen konzentrisch hypertrophen linken Ventrikel mit normaler LVEF. Wie 

bereits im Februar 2009 im Spital G.___ zeigte sich eine diastolische Dysfunktion Grad I 

(Relaxationsstörung).

5.5 Gestützt auf die Ausführungen in Erwägung 5.4 kann nicht mit dem Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit als nachgewiesen gelten, dass die 

Beschwerdeführerin vom medizinischen Standpunkt aus reiseunfähig gewesen wäre. 

Selbst mit Blick auf den Umstand, dass solche, bereits früher bei der 

Beschwerdeführerin wiederholt aufgetretene gesundheitliche Störungen, in B.___ 

wieder akut auftraten, kann davon nicht ausgegangen werden. Auch die bei der 

Erstkonsultation von Dr. C.___ am 5. Oktober 2011 geklagten Beschwerden - 

Erbrechen, Fieber sowie Schmerzen am ganzen Körper, unter anderem an der Hüfte - 

lassen keine andere Beurteilung zu. Diese sind zweifelsohne als unangenehm zu 

bezeichnen, vermögen jedoch erfahrungsgemäss im Regelfall keine Reiseunfähigkeit 

bzw. die Unzumutbarkeit einer Reise zu verursachen. Dass diese Beurteilung auch im 

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konkreten Fall zu gelten hat, lässt sich zudem daraus ableiten, dass die 

Beschwerdeführerin immerhin vom 5. bis 18. Oktober 2011 keine ärztliche Behandlung 

mehr beanspruchen musste. Argumente bezüglich der Kosten der Rückreise wären 

sodann unbegründet, da angenommen werden kann, dass die Beschwerdeführerin mit 

dem eigenen Auto unterwegs war, womit die Reisekosten sicher tragbar gewesen 

wären. Auch eine Rückreise mit dem Bus oder dem Flugzeug hätte maximal einige 

€ 100.-- gekostet. Laut Angaben in der Beschwerde vom 14. Dezember 2012 (act. G 1) 

sowie im Meldeformular "Erhebung über Erkrankungen oder Unfälle während eines 

Auslandaufenthalts" vom 27. Dezember 2011 (act. G 3.4) befand sich die 

Beschwerdeführerin für einen privaten und zeitlich begrenzten, d.h. einmonatigen 

Besuch bei ihrer kranken Mutter in B.___. Auch diese Sachlage lässt eine Rückkehr in 

die Schweiz als angemessen erscheinen. Zwar wäre es durchaus zu respektieren, 

wenn die Beschwerdeführerin die ganze vorgesehene Zeit unabhängig von ihrer 

gesundheitlichen Befindlichkeit in B.___ verbringen wollte und daher eine Rückkehr in 

die Schweiz gar nicht in Erwägung gezogen hat. Eine solche Situation vermag jedoch 

nicht die Notfallmässigkeit einer Behandlung, wie sie hier zur Diskussion steht, zu 

begründen. Dass die Beschwerdeführerin - wie von ihrem Rechtsvertreter in der 

Beschwerde geltend gemacht - mit einem Krankentransport in die Schweiz hätte 

zurückgebracht werden müssen, lässt sich bei den geltend gemachten 

Beeinträchtigungen nicht nachvollziehen. Immerhin war es ihr ja auch möglich, vom Ort 

ihrer Erkrankung 30 km zum nächsten Arzt zu reisen. Es darf sodann - wie bereits 

festgehalten - ohne weiteres angenommen werden, dass die von Dr. C.___ 

durchgeführten diagnostischen Untersuchungen, konkret die Herz- und 

Abdomenuntersuchungen - Elektrokardiogramm (EKG), Echokardiographie sowie 

Sonographie der Abdomen - sowie die Laboruntersuchungen, aber auch die 

verordneten Behandlungen in der Schweiz möglich gewesen wären. Dies zumal vor 

dem Aufenthalt bereits solche Untersuchungen durchgeführt und verschiedene, als 

medizinisch indiziert erachtete Medikamente verordnet worden sind. Es ist sodann 

nicht anzunehmen, dass bei den zur Diskussion stehenden Krankheiten die 

rückreisebedingte Verzögerung der Behandlung eine Verschlechterung des 

Gesundheitszustands nach sich gezogen hätte (vgl. Erwägung 5.4). Dies ergibt sich 

wiederum daraus, dass die Beschwerdeführerin nach der Erstkonsultation am 5. 

Oktober 2011 während zweier Wochen keiner weiteren ärztlichen Behandlung mehr 

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bedurfte. Nachdem die Beschwerdeführerin laut medizinischen Akten vor ihrem 

Aufenthalt in B.___ immer wieder unter Bauchschmerzen und Durchfall sowie 

altbekannt unter einem rheumatologischen Leiden litt (vgl. dazu act. G 3.8, G 3.11), 

durfte selbst sie nicht von einem Notfall ausgehen. Ganz abgesehen davon wäre es der 

Beschwerdeführerin bei ihrer Anamnese ohne weiteres zumutbar gewesen, 

Medikamente gegen Fieber, Übelkeit und Schmerzen aus der Schweiz mit auf die 

Reise zu nehmen, welche es ihr ermöglicht hätten, die durch die Rückreise allenfalls 

entstehende kurze Verzögerung ohne grössere Schwierigkeiten zu bewältigen.

5.6 Insgesamt ist damit festzustellen, dass der Notfallcharakter hinsichtlich der 

Konsultationen von Dr. C.___ sowie der von ihm durchgeführten Untersuchungen und 

Behandlungen zu verneinen ist, womit die dadurch entstandenen Kosten in der Höhe 

von insgesamt € 2'886.49 nicht von der obligatorischen Krankenpflegeversicherung zu 

übernehmen sind.

6. 

Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen. Gerichtskosten 

sind gemäss Art. 61 lit. a des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) keine zu erheben.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 

VRP entschieden:

1.  Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.  Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

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