# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3f7235c3-c1bb-5861-8b69-36db1f7245d5
**Source:** Basel-Landschaft (entscheidsuche) (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-06-12
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 12.06.2025 710 2024 352 (710 24 352)
**Docket/Reference:** 710 2024 352
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_710-2024-352_2025-06-12.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 12. Juni 2025 (710 24 352) 
 

____________________________________________________________________ 

 

 

Alters- und Hinterlassenenversicherung  

 

 

Die Voraussetzungen für eine Schadenersatzforderung nach Art. 52 AHVG sind vorlie-

gend erfüllt. Der Forderungsbetrag ist jedoch zu reduzieren.  

 

 
Besetzung Präsident Dieter Freiburghaus, Kantonsrichter Jürg Pulver, Kantons-

richter Andreas Blattner, Gerichtsschreiberin Katja Wagner 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführer 
  

 
gegen 
 
 

 Ausgleichskasse Basel-Landschaft, Rechtsdienst, Hauptstrasse 
109, 4102 Binningen, Beschwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff Schadenersatz  
 
 
 
A. Die B.____ AG mit Sitz in X.____ war ab 1. März 2014 als beitragspflichtige Arbeitge-
berin bei der Ausgleichskasse Basel-Landschaft (Ausgleichskasse) angeschlossen. C.____ war 
vom 26. September 2019 bis 3. Dezember 2020 als Verwaltungsrat mit Kollektivunterschrift zu 
zweien im Handelsregister eingetragen. Daneben figurierte auch C.____ vom 26. September 
2019 bis 16. März 2021 mit Kollektivunterschrift zu zweien. Am 26. Oktober 2021 wurde über 
die B.____ AG der Konkurs eröffnet. Das Konkursverfahren wurde mit Entscheid der Konkurs-

 

 
 
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richterin des Zivilkreisgerichts Basel-Landschaft West vom 6. Februar 2023 mangels Aktiven 
eingestellt. Die Gesellschaft wurde von Amtes wegen gelöscht (Publikation im Schweizerischen 
Handelsamtsblatt [SHAB] vom 9. Februar 2023). 
 
Mit Verfügung vom 15. Mai 2024 forderte die Ausgleichskasse von C.____ als früherem Mitglied 
des Verwaltungsrats Schadenersatz in der Höhe von Fr. 91'776.60 für offen gebliebene Bei-
tragsforderungen entsprechend der beigeschlossenen Aufstellung. Zur Begründung führte sie 
im Wesentlichen an, dass in Missachtung von Art. 14 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Al-
ters- und Hinterlassenenversicherung (AHVG) vom 20. Dezember 1946 in Verbindung mit 
Art. 34 ff. der Verordnung über die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHVV) vom 
31. Oktober 1947 offene Beitragsforderungen entstanden seien, die bei der B.____ AG nicht 
mehr im ordentlichen Beitragsverfahren einbringlich seien. C.____ sei Mitglied des Verwal-
tungsrats gewesen und damit verantwortliches Arbeitgeberorgan gemäss Art. 52 AHVG, wes-
halb die Schadenersatzforderung gegenüber ihm verfügt werde. Die gegen diese Verfügung 
erhobene Einsprache hiess die Ausgleichskasse mit Einspracheentscheid vom  
14. Oktober 2024 insoweit teilweise gut, als sie die Schadenersatzforderung um Fr. 28'626.85 
auf Fr. 63'149.75 reduzierte. Die Schadenersatzforderung sei lediglich bis zum gesellschaftli-
chen Ausscheiden von C.____, mithin bis zum 3. Dezember 2020, zu berücksichtigen.  
 
B. Mit Eingabe vom 15. November 2024 (Eingang) erhob C.____ Beschwerde beim Kan-
tonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Darin bean-
tragte er, es seien die Verfügung vom 15. Mai 2024 und der Einspracheentscheid vom 
14. Oktober 2024 aufzuheben; unter o/e-Kostenfolge. Eventualiter sei die Schadenersatzforde-
rung in angemessenem Umfang zu reduzieren. In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte er 
die Durchführung einer mündlichen Verhandlung. Ferner ersuchte er um Einsicht in die Verwal-
tungsratsprotokolle. Zur Begründung führte er im Wesentlichen an, dass die finanziellen Aufga-
ben an die interne Finanzabteilung und Treuhänder delegiert worden seien. Wichtige Informati-
onen zu den Beitragsausständen seien dem Verwaltungsrat nicht zur Verfügung gestellt wor-
den. Mit der Ernennung von Herrn D.____ zum Sanierungsverantwortlichen und der Übernah-
me der finanziellen Kontrolle sei seine Verantwortung für nachfolgende Zahlungen entfallen. 
Alsdann habe sich die B.____ AG durchgehend in einem Sanierungsprozess befunden, mit ei-
ner positiven Bilanz und konkreten Massnahmen zur Liquiditätsverbesserung.  
 
C. In ihrer Vernehmlassung vom 28. November 2024 schloss die Ausgleichskasse auf 
Abweisung der Beschwerde. 
 
D. Mit prozessleitender Verfügung vom 21. Januar 2025 wurde der Antrag des Beschwer-
deführers auf persönliche Befragung vorläufig mit der Begründung abgewiesen, dass die Durch-
führung einer Parteiverhandlung mit persönlicher Befragung des Beschwerdeführers nicht er-
forderlich sei, da es fraglich erscheine, welche entscheidrelevanten (neuen) Erkenntnisse eine 
Befragung desselben liefern könnte. Ferner konnte dem Antrag des Beschwerdeführers auf 
Einsicht in die Verwaltungsratsprotokolle der B.____ AG nicht entsprochen werden, da entspre-
chende Abklärungen ergeben haben, dass sich die Protokolle weder beim Konkursamt noch bei 

 

 
 
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der Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft befinden. Gleichzeitig wurde die Angelegenheit dem 
Gericht zur Beurteilung überwiesen.  
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g : 
 
1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialver-
sicherungsrechtes (ATSG) vom 6. Oktober 2000 kann gegen Einspracheentscheide der Versi-
cherungsträger Beschwerde erhoben werden. Jeder Kanton bestellt ein Versicherungsgericht 
als einzige Instanz zur Beurteilung von Beschwerden aus dem Bereich der Sozialversicherung 
(Art. 57 ATSG). Laut § 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über die Verfassungs- und 
Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 ist das Kantonsgericht als einzige 
gerichtliche Instanz des Kantons zur Beurteilung von Beschwerden gegen Einspracheentschei-
de der Versicherungsträger gemäss Art. 56 ATSG sachlich zuständig. Nach Art. 52 Abs. 5 des 
Bundesgesetzes über die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHVG) vom 20. Dezember 
1946 ist in Abweichung von Art. 58 Abs. 1 ATSG für Beschwerden betreffend Schadenersatz-
ansprüche der Ausgleichskassen das Versicherungsgericht desjenigen Kantons zuständig, in 
dem die als Arbeitgeberin auftretende juristische Person ihr statutarisches Domizil hat, unge-
achtet des jeweiligen Wohnsitzes der in Anspruch genommenen Organe. Da die B.____ AG 
ihren statutarischen Sitz in X.____ hat, ist somit auch die örtliche Zuständigkeit des Kantonsge-
richts gegeben. Auf die im Übrigen form- und fristgerecht erhobene Beschwerde ist einzutreten. 
 
2. In prozessualer Hinsicht ist zunächst der Verfahrensantrag, es sei eine öffentliche Par-
teiverhandlung durchzuführen, zu beurteilen. 
 
2.1.1 Ein solcher Antrag kann zum einen auf die Durchführung einer öffentlichen Verhand-
lung im Sinne von Art. 6 Ziff. 1 EMRK abzielen. Nach höchstrichterlicher Rechtsprechung be-
darf es hierfür im Sozialversicherungsprozess grundsätzlich eines klaren und unmissverständli-
chen Parteiantrags (BGE 136 I 279 E. 1, 122 V 47 E. 3). Fehlt es an einem solchen, lässt sich 
in der Regel gegen ein ausschliesslich schriftliches Verfahren nichts einwenden. Insbesondere 
in Verfahren, die nach der Praxis des betroffenen Kantons üblicherweise ausschliesslich in 
Schriftform durchgeführt werden, muss sich die Partei, die eine öffentliche Verhandlung im Sin-
ne von Art. 6 Ziff. 1 EMRK wünscht, der Notwendigkeit eines entsprechenden Antrags bewusst 
sein, weshalb dessen Fehlen als Verzicht zu werten ist (BGE 122 V 47 E. 3a, 121 I 40 E. 6a, 
119 Ib 329).  
 
2.1.2 Ein Antrag auf Durchführung einer Parteiverhandlung kann sodann aber auch zum 
Zwecke einer Parteibefragung oder -anhörung gestellt werden oder im Zusammenhang mit wei-
teren Beweisanträgen wie der Einvernahme eines Zeugen, der Anhörung eines Sachverständi-
gen oder der Vornahme eines Augenscheins erfolgen. In all diesen Fällen handelt es sich beim 
Antrag auf Durchführung einer Parteiverhandlung lediglich um einen Beweisantrag. Aus ihm 
allein ist denn auch (noch) nicht auf den Wunsch nach einer konventionskonformen Verhand-
lung mit Publikums- und Presseanwesenheit zu schliessen (BGE 122 V 47 E. 3a mit Hinwei-
sen). 
2.2 Vorliegend beantragt der Beschwerdeführer nicht die Durchführung einer öffentlichen 
Verhandlung im Sinne von Art. 6 Ziff. 1 EMRK, sondern er begründet seinen Antrag aus-

 

 
 
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schliesslich damit, dass er die komplexe Sachlage sowie die Verantwortlichkeiten persönlich 
darlegen möchte. Unter Berücksichtigung des vorstehend Dargelegten handelt es sich beim 
entsprechenden Begehren somit lediglich um einen Beweisantrag. Es wird indessen weder aus 
der Begründung des Beweisantrags noch sonst ersichtlich, welche entscheidrelevanten Um-
stände nur im Rahmen einer Befragung durch das Gericht vorgebracht werden könnten. Dies 
umso weniger, als der Beschwerdeführer sich in seiner Eingabe vom 15. November 2024 hin-
reichend zu den vorliegend umstrittenen Fragen äussern konnte. Wie sich aus den nachfolgen-
den Erwägungen ergibt, ist der entscheidwesentliche Sachverhalt anhand der vorliegenden Ak-
ten rechtsgenüglich erstellt. Die wesentlichen Aspekte für die Beurteilung der einschlägigen 
Fragen lassen sich bereits den Akten entnehmen. Vor diesem Hintergrund kann in antizipierter 
Beweiswürdigung und in Bestätigung der Verfügung des Instruktionsrichters vom 21. Januar 
2025 von der Durchführung einer Parteiverhandlung mit Abnahme von Beweisen abgesehen 
werden. 
 
3. Nach Art. 52 Abs. 1 AHVG hat eine Arbeitgeberin, welche der AHV durch absichtliche 
oder grobfahrlässige Missachtung von Vorschriften einen Schaden zufügt, diesen zu ersetzen. 
Handelt es sich bei der Arbeitgeberin um eine juristische Person, so haften subsidiär die Mit-
glieder der Verwaltung und alle mit der Geschäftsführung oder Liquidation befassten Personen. 
Sind mehrere Personen für den gleichen Schaden verantwortlich, so haften sie für den ganzen 
Schaden solidarisch (Art. 52 Abs. 2 AHVG). Art. 52 AHVG sieht eine Verschuldenshaftung nach 
öffentlichem Recht vor. Damit eine Schadenersatzpflicht entstehen kann, müssen alle Haf-
tungsvoraussetzungen gegeben sein, das heisst es muss ein Schaden eingetreten sein, der auf 
ein widerrechtliches und schuldhaftes Verhalten der Arbeitgeberin und – subsidiär – des ver-
antwortlichen Organs zurückzuführen ist. 
 
4.1 Voraussetzung für eine Haftung nach Art. 52 AHVG ist zunächst das Vorliegen eines 
Schadens. Dieser besteht darin, dass der AHV ein ihr gesetzlich geschuldeter Beitrag entgeht. 
Die Höhe des Schadens entspricht dabei dem Betrag, den die Ausgleichskasse nicht erhältlich 
machen kann. Nach ständiger Rechtsprechung beschlägt die Schadenersatzpflicht nach Art. 52 
AHVG sowohl die Arbeitnehmer- als auch die Arbeitgeberbeiträge (Sozialversicherungsrecht - 
Rechtsprechung [SVR] 2007, AHV Nr. 2, E. 3). Zudem bilden auch Verwaltungs- und Betrei-
bungskosten, Veranlagungs- und Mahngebühren sowie die Verzugszinsen Bestandteil des 
Schadens, welcher der Ausgleichskasse zu ersetzen ist (vgl. BGE 121 III 382 E. 3bb; ferner 
Urteil des Bundesgerichts vom 27. August 2013, 9C_646/2012, E. 4.1).  
 
4.2 Der Schaden gilt als eingetreten, sobald anzunehmen ist, dass die geschuldeten Bei-
träge aus rechtlichen oder tatsächlichen Gründen nicht mehr erhoben werden können. Dies trifft 
dann zu, wenn die Beiträge wegen der Zahlungsunfähigkeit der Arbeitgeberin nicht mehr im 
Verfahren nach Art. 14 ff. AHVG erhoben werden können. Eine solche tatsächliche Uneinbring-
lichkeit liegt namentlich vor, wenn die Ausgleichskasse in der gegen die Arbeitgeberin eingelei-
teten Betreibung auf Pfändung zu Verlust gekommen ist. Der Pfändungsverlustschein gemäss 
Art. 115 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 149 des Bundesgesetzes über Schuldbetreibung und 
Konkurs (SchKG) vom 11. April 1889, welcher den Schaden grundsätzlich und in masslicher 
Hinsicht umschreibt, manifestiert, dass die Arbeitgeberin ihre Beitragspflicht nicht erfüllt hat und 

 

 
 
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damit realistischerweise auch der Schadenersatzpflicht nach Art. 52 Abs. 1 AHVG nicht nach-
kommen kann. Deshalb steht einer Belangung der subsidiär haftbaren Organe ab Zeitpunkt der 
Ausstellung des Pfändungsverlustscheins nichts im Weg (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 
29. März 2023, 9C_321/2022, E. 3.2 mit zahlreichen Hinweisen). 
 
4.3 Die Beschwerdegegnerin macht aufgrund ungedeckt gebliebener Beitragsforderungen 
einen Schaden im Umfang von Fr. 63'149.75 geltend. Mit den beigebrachten Unterlagen belegt 
die Beschwerdeführerin ihre Forderung hinreichend substanziiert und schlüssig. Die geltend 
gemachten Beträge stimmen sowohl mit den offenen Forderungen gemäss dem Kontoauszug 
der Ausgleichskasse vom 9. September 2024 (act. 224) als auch mit den der Ausgleichskasse 
letztlich ausgestellten Pfändungsverlustscheinen überein (act. 538-550).  
 
5.1 Der Schaden der Ausgleichskasse muss auf ein widerrechtliches Verhalten des Scha-
denersatzpflichtigen zurückzuführen sein. Art. 14 Abs. 1 AHVG in Verbindung mit Art. 34 ff. der 
Verordnung über die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHVV) vom 31. Oktober 1947 
schreibt vor, dass der Arbeitgeber bei jeder Lohnzahlung die Arbeitnehmerbeiträge in Abzug zu 
bringen und zusammen mit seinen eigenen Beiträgen der Ausgleichskasse periodisch zu ent-
richten hat. Diese werden von der Ausgleichskasse aufgrund der voraussichtlichen Lohnsumme 
festgesetzt, wobei die Arbeitgeber wesentliche Änderungen der Lohnsumme während des Jah-
res zu melden haben. Nach Ablauf einer Abrechnungsperiode, welche jeweils das Kalenderjahr 
umfasst, nimmt die Ausgleichskasse aufgrund der Abrechnung der Arbeitgeber den Ausgleich 
zwischen den geleisteten Akontobeiträgen und den tatsächlich geschuldeten Beiträgen vor, 
wobei ausstehende Beiträge innert 30 Tagen ab Rechnungsstellung zu bezahlen sind (Art. 36 
Abs. 3 und 4 AHVV). Diese Beitragszahlungs- und Abrechnungspflicht des Arbeitgebers ist eine 
gesetzlich vorgeschriebene öffentlich-rechtliche Aufgabe. Dazu erklärte das Bundesgericht wie-
derholt, dass die Nichterfüllung dieser öffentlich-rechtlichen Aufgabe eine Missachtung von Vor-
schriften im Sinne von Art. 52 AHVG bedeute und die volle Schadensdeckung nach sich ziehe 
(Urteil des Bundesgerichts vom 29. März 2023, 9C_321/2022, E. 4.1; BGE 118 V 193 E. 2a; 
vgl. auch MARCO REICHMUTH, Die Haftung des Arbeitgebers und seiner Organe nach Art. 52 
AHVG, Freiburg 2008, Rz. 504).  
 
5.2 Im vorliegenden Fall muss der Arbeitgeberin insofern eine Missachtung von Vorschrif-
ten vorgeworfen werden, als sie den ihr obliegenden Zahlungsverpflichtungen nicht oder nur 
unvollständig nachkam und damit öffentlich-rechtliche Vorschriften verletzte. Sie wurde deswe-
gen von der Ausgleichskasse wiederholt gemahnt und betrieben. Mit dieser Vorgehensweise 
verletzte die Arbeitgeberin öffentlich-rechtliche Vorschriften, womit ein widerrechtliches Verhal-
ten gegeben ist.  
 
6. Zwischen dem bei der Ausgleichskasse eingetretenen Schaden und dem pflichtwidri-
gen Verhalten der Arbeitgeberin bzw. ihrer Organe muss sodann ein adäquater Kausalzusam-
menhang bestehen. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache 
eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allge-
meinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen her-
beizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt er-

 

 
 
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scheint (BGE 118 V 286 E. 1c). Vorliegend ist offensichtlich, dass das pflichtwidrige Verhalten 
der Arbeitgeberin nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfah-
rung geeignet war, den entstandenen Schaden zu bewirken. Der adäquate Kausalzusammen-
hang ist somit ebenfalls zu bejahen. 
 

7.1 Die wesentliche Voraussetzung für die Schadenersatzpflicht besteht nach dem Wort-
laut des Art. 52 Abs. 1 AHVG darin, dass die Missachtung von Vorschriften in absichtlicher oder 
grobfahrlässiger Weise erfolgt ist. Art. 52 Abs. 1 AHVG statuiert demnach eine Verschuldens-
haftung aus öffentlichem Recht. Sowohl die Arbeitgeberin als auch das allfällige Arbeitgeberor-
gan muss ein Verschulden treffen. Verlangt wird damit ein doppeltes oder zweistufiges Ver-
schulden (vgl. REICHMUTH, a.a.O., Rz. 535). Nach der Rechtsprechung zu Art. 52 AHVG ist es – 
allenfalls abgesehen von kurzfristigen Ausständen – grobfahrlässig, Löhne zu bezahlen, wenn 
die darauf geschuldeten AHV-Beiträge nicht gedeckt sind. Solches Verhalten ist den verant-
wortlichen Organen grundsätzlich als qualifiziertes Verschulden zuzurechnen, was die volle 
Schadenersatzpflicht nach sich zieht, sofern die weiteren Haftungsvoraussetzungen gegeben 
sind. Der Grund für diese Praxis liegt in der besonderen Natur der AHV-Beiträge, hinsichtlich 
welcher der Arbeitgeber die Funktion eines Vollzugsorgans ausübt (Art. 51 AHVG). Daraus re-
sultiert eine besondere Pflicht, für die ordnungsgemässe Bezahlung der Beiträge zu sorgen 
(vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 13. März 2024, 9C_88/2023, E. 4.3.1).  
 
7.2 Zu prüfen ist in einem ersten Schritt, ob und inwieweit der entstandene Schaden auf 
ein qualifiziert schuldhaftes Verhalten der B.____ AG zurückzuführen ist. Das Bundesgericht 
geht in seiner Praxis davon aus, dass bei Verletzung der Beitragszahlungs- und Abrechnungs-
pflicht ein Verschulden der Arbeitgeberin grundsätzlich gegeben ist. Lediglich wenn besondere 
Umstände die Nichtbefolgung der einschlägigen Vorschriften als erlaubt oder nicht schuldhaft 
erscheinen lassen, entfällt eine Haftung (vgl. FREY FÉLIX/MOSIMANN HANS-JAKOB/BOLLINGER 
SUSANNE, AHVG/IVG Kommentar, 2018, Rz. 12 zu Art. 52; REICHMUTH, a.a.O., Rz. 536; 
THOMAS NUSSBAUMER, Die Haftung des Verwaltungsrates nach Art. 52 AHVG, in: AJP 1996 
S. 1077 f. mit Hinweisen auf BGE 108 V 183 E. 1b und ZAK 1985 S. 576 E. 2). Zu diesen be-
sonderen Umständen gehört etwa, wenn es einem Arbeitgeber, der sich in schwieriger finanzi-
eller Lage befindet, durch das (absichtliche) Nichtbezahlen der Beiträge gelingt, das Überleben 
des Unternehmens zu sichern. Es muss aber feststehen, dass der Arbeitgeber im Zeitpunkt, in 
welchem er diese Entscheidung trifft, aufgrund der objektiven Umstände und einer seriösen 
Beurteilung der Lage damit rechnen durfte, die Forderung der Ausgleichskasse innert nützlicher 
Frist befriedigen zu können (BGE 108 V 183 E. 2). Die höchstrichterliche Rechtsprechung geht 
diesbezüglich davon aus, dass dies mittels eines konkreten Sanierungskonzeptes detailliert 
aufgezeigt werden muss (vgl. Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; heute: 
Bundesgericht, III. und IV. öffentlich-rechtliche Abteilung] vom 19. November 2003, H 397/01, E. 
6.2.3 mit Hinweis auf BGE 108 V 183 E. 2, 121 V 243; UELI KIESER, Rechtsprechung des Bun-
desgerichts zum AHVG, in: Stauffer/Cardinaux [Hrsg.], Rechtsprechung des Bundesgerichts 
zum Sozialversicherungsrecht, 4. Auflage, Zürich 2020, Art. 52 AHVG, Rz. 57). Es muss dem-
zufolge sowohl ein materielles, inhaltliches Element (die seriösen Sanierungsaussichten) als 
auch ein zeitliches Element (binnen nützlicher Frist) erfüllt sein. Nach der strengen bundesge-
richtlichen Praxis genügt hingegen die Aussicht auf eine Befriedigung in fernerer Zukunft (oder 

 

 
 
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gar erst nach Durchführung eines schuldbetreibungsrechtlichen Verfahrens) nicht zur Entlas-
tung (vgl. Urteil des Sozialversicherungsgerichts Zürich vom 23. März 2010, AK.2008.00050, E. 
5.3.2). In diesem Zusammenhang ist zu betonen, dass fehlende finanzielle Mittel der Gesell-
schaft für sich allein keinen Rechtfertigungs- oder Entschuldigungsgrund darstellen, da ansons-
ten die Haftungsvorschrift von Art. 52 Abs. 1 AHVG weitgehend ihres Gehaltes entleert würde 
(vgl. Urteile des Kantonsgerichts vom 7. April 2016, 710 14 238/84, E. 8.1 und vom 
10. Dezember 2015, 710 14 283/326, E. 3.4). 
 
7.3.1 Vorliegend verletzte die B.____ AG die Beitragszahlungspflicht (vgl. E. 5.2 hiervor), 
weshalb grundsätzlich von einem Verschulden ihrerseits auszugehen ist. Der Beschwerdeführer 
macht geltend, dass die B.____ AG sich durchgehend in einem Sanierungsprozess, mit einer 
positiven Bilanz und konkreten Massnahmen zur Liquiditätsverbesserung, befunden habe. Auf 
Basis des Bilanzgewinns und der finanziellen Prognose sei eine Bezahlung der Beiträge in 
Aussicht gestanden.  
 
7.3.2 Dieser Auffassung kann nicht beigepflichtet werden. Zunächst gilt es zu berücksichti-
gen, dass die Arbeitgeberin bereits zum Zeitpunkt, als der Beschwerdeführer seine Tätigkeit als 
Verwaltungsrat antrat, ihrer Beitragspflicht nicht klaglos nachgekommen war, sondern, wenn 
auch nur vereinzelt, gemahnt werden musste (vgl. bspw. die Ratenmahnung aus dem Tilgungs-
plan vom 17. April 2019 [act. 1169] sowie die Mahnungen vom 14. August 2019 und 14. No-
vember 2019 [act. 1128 und 1060]). Seit Mitte 2020 sind die Ausstände schliesslich kontinuier-
lich angestiegen, weil ungenügende Zahlungen geleistet worden sind. Dies spricht zugleich ge-
gen die Annahme, dass ein Sanierungskonzept vorlag, aufgrund dessen nunmehr davon aus-
zugehen wäre, dass die Forderungen der Ausgleichskasse innert nützlicher Frist hätten befrie-
digt werden können. Ein solches Konzept hat detailliert aufzuzeigen, dass und in welchem Zeit-
raum die zurückgestellten Gläubigerforderungen ─ insbesondere die geschuldeten Sozialversi-
cherungsbeiträge ─ bezahlt werden können. Der Mandatsvertrag zwischen der Arbeitgeberin 
und Herrn D.____ vom 18. Oktober 2020, auf den der Beschwerdeführer verweist und welcher 
die Rolle von Herrn D.____ als Sanierer bestätigen soll, vermag kein solches Konzept darzu-
stellen. Der Einsatz von Herrn D.____ ist zudem erst per Dezember 2020 belegt. Bereits zu 
einem früheren Zeitpunkt war indessen bekannt, dass das Unternehmen in eine finanzielle 
Schieflage geraten war. So lässt sich dem Protokoll der Generalversammlung vom 28. Oktober 
2020 hierzu unter anderem entnehmen, dass die Finanzierungsvereinbarungen mit der Kredit-
geberin per Juli 2020 abgelaufen und die ausstehenden Beträge fällig geworden seien, wobei 
diese mittlerweile eine Betreibung für eine Forderung von eineinhalb Millionen Franken eingelei-
tet habe. Neue Kredite hätten nicht ausgehandelt werden können. Von einer positiven Bilanz 
kann zu diesem Zeitpunkt keine Rede mehr sein. In Bezug auf die Finanzierung geht aus eben-
diesem Protokoll sodann lediglich hervor, dass das zukünftige Mitglied des Verwaltungsrats, 
Herr D.____, mit der Sanierung der AG beauftragt werde und eine Auffanggesellschaft vor-
schlage. Die Voraussetzung, wonach die ausstehenden Sozialversicherungsbeiträge innert 
nützlicher Frist beglichen werden können, bedingt indessen, dass konkrete, objektive Anhalts-
punkte dafür bestehen, dass das Unternehmen in absehbarer Zeit saniert werden kann. Ein 
konkretes Sanierungskonzept lässt sich auch weder aus den weiteren Unterlagen herauslesen 
noch wurde ein solches im vorliegenden Verfahren vorgelegt. Zu berücksichtigen ist, dass es 

 

 
 
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als Rechtfertigung oder Entschuldigung für die Nichtbezahlung von Sozialversicherungsbeiträ-
gen nicht genügt, dass Hoffnung auf die Sanierung des Unternehmens besteht. Eine ernsthafte 
und rasche Tilgungsabsicht der hier zur Diskussion stehenden Beitragsschulden gegenüber der 
Ausgleichskasse, wie sie rechtsprechungsgemäss ausnahmsweise als Exkulpationsgrund an-
erkannt werden kann, lässt sich aus den vorliegenden Umständen nicht ableiten. Der Be-
schwerdeführer vermochte im Übrigen auch nicht darzulegen, weshalb die Ausstände bei der 
behaupteten guten Finanzlage der Arbeitgeberin nicht beglichen worden waren, sondern sich 
diese ─ wie dargelegt ─ kontinuierlich vergrösserten. So oder anders bleibt es bei einer Verlet-
zung der Beitragszahlungs- und Abrechnungspflicht, womit ein Verschulden der Arbeitgeberin 
gegeben ist.  
 
8.1 Ist der Arbeitgeber eine juristische Person, die im Zeitpunkt der Geltendmachung der 
Haftung nicht mehr besteht oder infolge Konkurseröffnung nicht mehr belangbar ist, so können 
gegebenenfalls subsidiär die verantwortlichen Organe in Anspruch genommen werden (vgl. 
BGE 123 V 15 E. 5b). Diesbezüglich ist abzuwägen, ob und inwieweit eine Handlung der juristi-
schen Person einem bestimmten Organ im Hinblick auf dessen rechtliche respektive faktische 
Stellung innerhalb der Gesellschaft zuzurechnen ist. Ob ein Organ schuldhaft gehandelt hat, 
hängt demnach entscheidend von der Verantwortung und den Kompetenzen ab, die ihm von 
der juristischen Person übertragen wurden (BGE 108 V 202 E. 3a; ZAK 1985 S. 620 E. 3b; Ur-
teil des EVG vom 18. Januar 2005, H 77/03). Das Bundesgericht betont in diesem Zusammen-
hang regelmässig, dass an die Sorgfaltspflicht der Organe einer Aktiengesellschaft grundsätz-
lich strenge Anforderungen zu stellen sind (ZAK 1985 S. 620). Dabei stützte es sich stets auf 
Art. 754 Abs. 1 OR in Verbindung mit Art. 759 Abs. 1 OR, wonach alle mit der Verwaltung, Ge-
schäftsführung oder Kontrolle einer Aktiengesellschaft betrauten Personen sowohl der Gesell-
schaft als auch den Gesellschaftsgläubigern solidarisch für den Schaden verantwortlich sind, 
den sie durch absichtliche oder fahrlässige Verletzung der ihnen obliegenden Pflichten verursa-
chen. Der Regelung von Art. 754 OR unterliegen namentlich die Personen mit formeller Organ-
stellung, d.h. die Mitglieder des Verwaltungsrats, und zwar unabhängig davon, ob sie sich mit 
der Geschäftsführung der Gesellschaft befassen (vgl. BSK-OR II-
GERICKE/HÄUSERMANN/WALLER, 6. Auflage, 2024, N 4 zu Art. 754).  
 
8.2 Nach ständiger Rechtsprechung zu Art. 52 AHVG dauert die Verantwortlichkeit eines 
Verwaltungsrats in der Regel bis zum Moment seines tatsächlichen Austritts aus dem Verwal-
tungsrat, und nicht bis zum Zeitpunkt der Löschung seiner Funktion im Handelsregister. Das gilt 
jedenfalls in denjenigen Fällen, in denen die Betroffenen nach ihrer Demission keinen Einfluss 
mehr auf den Gang der Geschäfte und keine Entschädigung für ihre Verwaltungsratsstellung 
erhalten haben. Demnach kann ein Verwaltungsrat nur für Schaden haftbar erklärt werden, der 
auf die Nichtbezahlung von Beiträgen zurückzuführen ist, welche im Zeitpunkt seines effektiven 
Austritts bestanden und fällig waren. Vorbehalten bleibt der Fall, in dem der Schaden durch 
Handlungen verursacht worden ist, deren Wirkungen sich erst nach seinem Rücktritt als Verwal-
tungsrat entfaltet haben (vgl. BGE 126 V 61 E. 4a sowie REICHMUTH, a.a.O., Rz. 244 f. mit Hin-
weisen). 
 

 

 
 
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8.3.1 Den vorliegenden Akten kann entnommen werden, dass der Beschwerdeführer in der 
B.____ AG seit Ende September 2019 bis zu seinem Ausscheiden bzw. zur Löschung seiner 
Funktion im Handelsregister am 3. Dezember 2020 (vgl. act. 784) als Verwaltungsratsmitglied 
mit Kollektivunterschrift zu zweien eingetragen war. Er unterstand damit in diesem Zeitraum 
unstreitig der formellen Organhaftung und kann somit grundsätzlich für die Handlungen und 
Unterlassungen der konkursiten Gesellschaft belangt werden. Wie oben (vgl. E. 8.2 hiervor) 
ausgeführt, dauert die Verantwortlichkeit eines Verwaltungsrates in der Regel bis zum tatsächli-
chen Austritt aus dem Verwaltungsrat, und nicht bis zum Zeitpunkt der Löschung seiner Funkti-
on im Handelsregister. Die Beschwerdegegnerin ging davon aus, dass der Beschwerdeführer 
ab dem 3. Dezember 2020 die Funktion des Verwaltungsrates nicht mehr ausübte und deshalb 
keinen Einfluss auf den Gang der Geschäfte der B.____ AG mehr hatte. Dieser Auffassung ist 
beizupflichten. Aus den vorliegenden Akten ergeben sich keine Hinweise darauf, dass der Be-
schwerdeführer nach dem 3. Dezember 2020 weiterhin im relevanten Geschäftsbereich als fak-
tisches Organ tätig gewesen wäre. 
 
8.3.2 Die B.____ AG ist bei einem wechselnden Personalbestand 10 und 50 Personen als 
kleines Unternehmen zu bezeichnen, welches namentlich über eine einfache Verwaltungsstruk-
tur verfügte. Entsprechend darf von den Organen der Überblick über alle Belange verlangt wer-
den und es sind an deren Sorgfaltspflicht grundsätzlich strengere Anforderungen zu stellen (vgl. 
Urteil des EVG vom 18. Januar 2005, H 77/2003, E. 6.4; BGE 108 V 202 E. 3a). In seiner Ei-
genschaft als geschäftsführender Verwaltungsrat, dem die Geschäftsführung im administrativen 
und finanziellen Bereich des Unternehmens oblag, hatte der Beschwerdeführer auch darauf zu 
achten, dass keine Beitragsausstände entstehen und massgebender Lohn nur in dem Umfang 
ausgerichtet wird, als die darauf geschuldeten, unmittelbar mit der Lohnauszahlung anfallenden 
Beitragsverbindlichkeiten bezahlt oder doch wenigstens sichergestellt werden können (Urteil 
des EVG vom 25.  Oktober 2004, H 239/03, E. 3.4; SVR 1995 AHV Nr. 70 S. 214 E. 5). Vorlie-
gend unterliess es der Beschwerdeführer trotz seiner formellen Organstellung innerhalb der 
B.____ AG, sich während seiner Tätigkeit als Verwaltungsrat um die ihm im Zusammenhang 
mit der Abrechnung und Bezahlung der Sozialversicherungsbeiträge obliegenden Aufgaben und 
Pflichten zu kümmern. Im Weiteren muss sich der Beschwerdeführer entgegenhalten lassen, 
dass er während längerer Zeit Löhne bezahlte, ohne dass die darauf geschuldeten Sozialversi-
cherungsbeiträge (vollständig) gedeckt gewesen wären. Die geschilderten Verhaltensweisen 
sind zweifellos als ein qualifiziertes Verschulden im vorstehend umschriebenen Sinne zu wer-
ten, weshalb auch diese Haftungsvoraussetzung gegeben ist.  
 
8.3.3 Der Beschwerdeführer macht im Rahmen seiner persönlichen Entlastung geltend, dass 
er die finanziellen Belange an die interne Finanzabteilung sowie Treuhänder delegiert habe. 
Hierzu verweist er auf seinen Arbeitsvertrag vom 3. Dezember 2019 und das Organigramm der 
Arbeitgeberin. Ferner seien dem Verwaltungsrat die Informationen betreffend die Beitragsaus-
stände nicht zur Verfügung gestanden. Dieser Auffassung kann nicht gefolgt werden. Zunächst 
lassen sich aus den angerufenen Unterlagen keine Hinweise auf eine entsprechende Delegati-
on entnehmen, womit eine solche nicht belegt ist. Dem Arbeitsvertrag vom 3. Dezember 2019 
ist lediglich zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer als Berater der Geschäftsleitung ange-
stellt wurde. Dessen ungeachtet verkennt der Beschwerdeführer, dass die formellen Organe – 

 

 
 
Seite 10    

bei Vorliegen der übrigen Voraussetzungen – aufgrund der gesetzlichen Definition ihrer Pflich-
ten haften, unabhängig von ihrer tatsächlichen Funktion und Einflussnahme auf die Willensbil-
dung der Gesellschaft, unbesehen auch ihrer Zeichnungsberechtigung und dem Grund der 
Mandatsübernahme (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 13. März 2024, 9C_88/2023, 4.3.1). 
Der nicht geschäftsführende Verwaltungsrat darf sich zwar auf die Überprüfung der Tätigkeit 
der Geschäftsleitung beschränken (vgl. Art. 716a Abs. 1 Ziff. 1 und Art. 754 Abs. 2 OR). Er 
kann sich aber nicht dadurch seiner Überwachungspflicht nach Art. 716a Abs. 1 OR entbinden, 
indem er seine Geschäftsführungs- und Vertretungsbefugnisse an Dritte delegiert (vgl. Art. 754 
Abs. 2 OR). Die Passivität trotz möglicher Kenntnis ausstehender Beitragszahlungen ist in die-
sem Fall als grobfährlässig zu bewerten (ZAK 1989 104). Bei einfachen und leicht überschau-
baren Verhältnissen – wie sie vorliegend gegeben sind – muss vom Verwaltungsrat einer Akti-
engesellschaft der Überblick über alle wesentlichen Belange der Firma selbst dann verlangt 
werden, wenn gewisse Befugnisse von aussenstehenden Personen wahrgenommen werden. 
Er kann mit der Delegation von Funktionen an Dritte nicht zugleich auch seine Verantwortung 
als (einziges) Verwaltungsorgan an diese Dritten delegieren. Insbesondere kann er sich nicht 
damit rechtfertigen, dass er keine Einsicht in die Buchführung und den Zahlungsverkehr gehabt 
habe (vgl. FREY/MOSIMANN/BOLLINGER SUSANNE, a.a.O., Rz. 15 zu Art. 52 mit Hinweis auf BGE 
112 V 1; vgl. ferner Urteil des Bundesgerichts vom 13. März 2024, 9C_88/2023, E. 4.2.2). Ein 
Verwaltungsrat kann sich nicht mit dem Einwand exkulpieren, er habe keinen Einfluss auf die 
Geschäftsführung gehabt, wenn es – wie beim Beitragswesen – um die Verantwortung für Ge-
schäfte geht, mit denen er sich ihrer Bedeutung wegen befassen musste (vgl. 
FREY/MOSIMANN/BOLLINGER SUSANNE, a.a.O., Rz. 15 zu Art. 52 mit zahlreichen Hinweisen auf 
die Rechtsprechung). Ausser den genannten Einwänden bringt der Beschwerdeführer keine 
weiteren Gründe vor, die geeignet wären, die Missachtung der Beitragszahlungspflicht als ge-
rechtfertigt oder zumindest als entschuldbar erscheinen zu lassen. Die Akten enthalten eben-
falls keine zusätzlichen Anhaltspunkte, die gegen eine Schadenersatzpflicht des Beschwerde-
führers sprechen würden. Damit haftet er für sämtliche Beitragsausstände, die bis zu seinem 
Ausscheiden am 3. Dezember 2020 fällig wurden. 
 
9.1 Es bleibt über die Höhe der Schadenssumme zu befinden, welche der Beschwerdefüh-
rer der Ausgleichskasse zu ersetzen hat. Die Ausgleichskasse macht aufgrund der ungedeckt 
gebliebenen Forderung einen Schaden im Umfang von Fr. 63'149.75 geltend, welcher – wie 
dargelegt (vgl. E. 4.3 hiervor) – hinreichend belegt ist. Allerdings ist zu berücksichtigen, dass 
die Jahresrechnung der Lohnbeiträge 2021 (Rechnung vom 7. Januar 2021 über Fr. 25'985.95) 
erst zu einem Zeitpunkt fällig wurde, als der Beschwerdeführer bereits aus dem Verwaltungsrat 
ausgetreten war. Wie dargelegt (vgl. E. 8.2 hiervor), haftet ein Verwaltungsrat nur für den Scha-
den, der auf die Nichtbezahlung von Beiträgen zurückzuführen ist, welche im Zeitpunkt seines 
effektiven Austrittes bestanden und fällig waren. Vorbehalten bleibt der Fall, in dem frühere 
Handlungen und Unterlassungen eines Organs adäquat kausal dazu führen, dass Beiträge 
nicht bezahlt werden können (vgl. auch FREY/MOSIMANN/BOLLINGER, a.a.O., Rz. 7 zu Art. 52). 
Eine Pflichtverletzung in diesem Sinne ist vorliegend weder ausgewiesen noch wird eine solche 
seitens der Ausgleichskasse geltend gemacht. Die geltend gemachte Rückforderung ist daher 
um den Betrag von Fr. 25'985.95 zu reduzieren.  
 

 

 
 
Seite 11    

9.2 Die restlichen Forderungen bestanden im Zeitpunkt des effektiven Austritts des Be-
schwerdeführers und waren auch fällig. Die ziffernmässige Höhe des Schadens wird seitens 
des Beschwerdeführers sodann nicht substanziiert bestritten. Nicht abschliessend überprüft 
werden können vorliegend die in der Schadenersatzforderung aufgeführten Verwaltungskosten, 
Mahngebühren, Verzugszinsen und Betreibungskosten. Wie detailliert die in der Aufstellung 
enthaltenen Positionen zu belegen sind, hängt wesentlich davon ab, ob und inwieweit der Be-
schwerdeführer die Beitragsforderung substanziiert bestreitet (vgl. Urteil des EVG vom 
20. August 2002, H 295/01, E. 4.3). Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung muss das 
(kantonale) Gericht die von der Ausgleichskasse ermittelte Schadenersatzforderung betrags-
mässig nicht überprüfen, wenn es die schadenersatzpflichtige Person unterlässt, den eingeklag-
ten Schadensbetrag substanziiert zu bestreiten. Der Verwaltungsprozess ist zwar vom Untersu-
chungsgrundsatz beherrscht, dies entbindet jedoch die rechtsuchende Partei nicht davon, sel-
ber die Beanstandungen vorzubringen, die sie anzubringen hat (Rügepflicht), und ihrerseits zur 
Feststellung des Sachverhaltes beizutragen (Mitwirkungspflicht; Urteil des EVG vom 19. Juli 
1996, H 313/95, E. 4; ZAK 1991 S. 126 E. II/1b; vgl. auch THOMAS NUSSBAUMER, Das Schaden-
ersatzverfahren nach Art. 52 AHVG, in: René Schaffhauser/Ueli Kieser [Hrsg.], Aktuelle Fragen 
aus dem Beitragsrecht der AHV, St. Gallen 1998, S. 119). Dieser höchstrichterlichen Auffas-
sung ist jedenfalls dann ohne Weiteres beizupflichten, wenn den Akten – anhand einer summa-
rischen Prüfung – keine Anhaltspunkte für eine offensichtliche Unrichtigkeit der geltend ge-
machten Beiträge entnommen werden können. 
 
10. Gestützt auf die vorstehenden Erwägungen ergibt sich zusammenfassend, dass die 
Ausgleichskasse den Beschwerdeführer im angefochtenen Einspracheentscheid vom 
14. Oktober 2024 zu Recht zur Bezahlung von Schadenersatz verpflichtete. Die Schadenersatz-
forderung ist indessen von insgesamt Fr. 63'149.75 auf Fr. 37'163.-- zu reduzieren. Die Be-
schwerde ist in diesem Sinne teilweise gutzuheissen.  
 
11. Nach Art. 61 lit. fbis ATSG ist das Verfahren bei Streitigkeiten über Leistungen kosten-
pflichtig, wenn dies im jeweiligen Einzelgesetz vorgesehen ist. Da das AHVG keine grundsätzli-
che Kostenpflicht vorsieht, sind für das vorliegende Verfahren keine Kosten zu erheben. 
 
 

  

 

 
 
Seite 12    

Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne teilweise gutgeheissen, als die 
Schadenersatzforderung in Abänderung des angefochtenen Ein-
spracheentscheids vom 14. Oktober 2024 auf den Betrag von 
Fr. 37'163.-- reduziert wird. 

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.  
 

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Gegen diesen Entscheid haben die Parteien am 13. November 2025 Beschwerde beim Bun-
desgericht erhoben (siehe nach Vorliegen der Urteils: Verfahren-Nr. 9C_634/2025 und 
9C_635/2025).