# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3ab54e47-9ede-5e91-a3c9-b82001c31069
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2012-01-27
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 27.01.2012 E-233/2012
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-233-2012_2012-01-27.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

Abteilung V
E­233/2012

U r t e i l   v om   2 7 .   J a nua r   2 0 1 2

Besetzung Einzelrichter Bruno Huber,
mit Zustimmung von Richterin Contessina Theis; 
Gerichtsschreiber Peter Jaggi.

Parteien A._______, geboren (…),
Nepal,
(…),
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz. 

Gegenstand Asyl und Wegweisung;
Verfügung des BFM vom 12. Dezember 2011 / N (…).

E­233/2012

Seite 2

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass der Beschwerdeführer eigenen Angaben zufolge seinen Heimatstaat 
am  (…)  verliess  und  am  12.  April  2011  als  so  genannter  Dublin­In­Fall 
(…) in die Schweiz einreiste, wo er gleichentags um Asyl nachsuchte,

dass  er  anlässlich  der  Kurzbefragung  vom  26.  April  2011  vorbrachte, 
bereits  während  der  Schulzeit  hätten  Anhänger  der  B._______  (…) 
versucht, ihn für ihre Sache zu gewinnen,

dass er sich aber auf (…) konzentriert habe und berühmt geworden sei,

dass  die  B._______  ihn  in  der  Folge  erneut  bedrängt  hätten  und  sein 
Vater, ein (…), im (…) spitalreif geschlagen worden sei,

dass  auch  er  von Mitgliedern  der  B._______  tätlich  angegriffen worden 
sei und dabei einen Gegner verletzt habe,

dass man ihn gesucht habe, weshalb er geflohen sei und sich schliesslich 
nach C._______ begeben und dort weiterhin (...) betrieben habe,

dass er nach (…) und nach (…) geflogen sei, wo er an (…) teilgenommen 
habe,

dass seine Frau und seine Verwandten  ihm nach seiner Rückkehr nach 
Nepal  gesagt  hätten,  er  sei  in  Gefahr  und  er  solle  sich  in  Sicherheit 
begeben, worauf er das Land verlassen habe,

dass  er  in  der Empfangsstelle  keine Ausweispapiere  zu  den Akten  gab 
und  auf  entsprechende  Fragen  hin  ausführte,  er  habe  einen  Pass 
besessen,  an  dessen  Ausstellungsdatum  sowie  Gültigkeit  er  sich  nicht 
erinnern  könne und den er  dem Schlepper  gegeben habe,  und dass er 
auch  eine  Identitätskarte  besessen  habe,  aber  keine  näheren  Angaben 
dazu machen könne,

dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  12.  Dezember  2011  feststellte,  der 
Beschwerdeführer  erfülle  die  Flüchtlingseigenschaft  nicht,  das 
Asylgesuch  ablehnte  und  die Wegweisung  aus  der  Schweiz  sowie  den 
Vollzug anordnete,

dass  das  Bundesamt  seinen  ablehnenden  Asylentscheid  damit 
begründete,  die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  genügten  den 

E­233/2012

Seite 3

Anforderungen  von  Art.  7  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998  (AsylG, 
SR  142.31)  an  das  Glaubhaftmachen  eines  Asyl  begründenden 
Sachverhalts  und  jenen  an  die  flüchtlingsrechtliche  Beachtlichkeit  nicht, 
weshalb das Asylgesuch abzulehnen sei,

dass  der  Umstand,  wonach  er  sich  zunächst  nach  C._______,  später 
nach  (…)  und  (…)  begeben  habe  und  dann  nach  Nepal  zurückgekehrt 
sei,  dort  aber  erfahren  habe,  dass  er  in  Gefahr  sei,  weshalb  er  seine 
Heimat definitiv verlassen habe, nicht dem Verhalten einer verfolgten Per­
son entspreche, 

dass  diese  Schlussfolgerung  dadurch  erhärtet  werde,  dass  eine  grosse 
nepalesische Diaspora  in  (…)  lebe  und  der  Beschwerdeführer,  um  sich 
nicht erneut in Gefahr zu begeben, dort hätte bleiben können, zumal er es 
nicht  einmal  für  nötig  gefunden  habe,  die  ihm  in  (...)  zur  Verfügung 
stehende Zeit voll auszuschöpfen,

dass das Vorbringen, die (…) habe entgegen der Abmachung seine (…), 
weshalb  er  besonders  in  Gefahr  sei,  als  realitätsfremdes  Konstrukt  zu 
bezeichnen sei, würden doch (…),

dass somit nicht glaubhaft  sei, bereits während der Schulzeit hätten die 
B._______ versucht, den Beschwerdeführer für ihre Sache zu gewinnen, 
und deren Suche nach ihm habe ihn bewogen, nach seiner (…) Ausreise 
aus Nepal endlich ein Asylgesuch zu stellen, 

dass auch die weitere Aussage, er habe seine bei (…) lebende Gattin in 
D._______  besucht,  dort  aber  nicht  bleiben  können,  weil  es  sich  dabei 
um das grösste (…)dorf handle, nicht überzeugten, da sich Personen, die 
seit  ihrer  Jungend  unter  Druck  gesetzt  würden,  erkundigten,  wo  ihre 
Verfolger besonders gut vertreten seien,

dass  die  Vorbringen  auch  widersprüchlich  seien,  habe  der 
Beschwerdeführer doch zunächst vorgebracht,  im (…) Kontakt zu seiner 
Frau  gehabt  zu  haben,  danach  habe  sie  das  Telefon  nicht  mehr 
abgenommen,  später  aber  zu  Protokoll  gegeben,  er  habe  seine  Frau 
nicht mehr kontaktiert, weil er die Telefonnummer verloren habe,

dass  er  zu  diesen Widersprüchen  keine  überzeugende  Erklärung  habe 
vorbringen können,

E­233/2012

Seite 4

dass die Wegweisung die Regelfolge eines ablehnenden Asylentscheides 
darstelle  und  keine  zureichenden  Gründe  ersichtlich  seien,  die  auf 
Unzulässigkeit,  Unzumutbarkeit  oder  Unmöglichkeit  eines 
Wegweisungsvollzugs schliessen liessen,

dass  mangels  Erfüllung  der  Flüchtlingseigenschaft  der  Grundsatz  der 
Nichtrückschiebung gemäss Art. 5 Abs. 1 AsylG keine Anwendung finde 
und keine Anhaltspunkte für eine dem Beschwerdeführer mit beachtlicher 
Wahrscheinlichkeit  drohende,  durch  Art.  3  der  Konvention  vom  4. No­
vember  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und  Grundfreiheiten 
(EMRK,  SR  0.101)  verbotene  Bestrafung  oder  Behandlung  ersichtlich 
seien,

dass  von  der  Zumutbarkeit  des Wegweisungsvollzugs  auszugehen  sei, 
da  in  Nepal  keine  Situation  allgemeiner  Gewalt  herrsche  und  die 
politische  Situation  oder  andere  Gründe  nicht  gegen  die  Zumutbarkeit 
sprächen,

dass sich die Lage seit dem Friedensabkommen vom 21. November 2006 
und  der  Schaffung  einer  Übergangsregierung,  den  (…)  Wahlen  vom 
10. April 2008 für eine verfassungsgebende Versammlung und der im Mai 
desselben Jahres erfolgten Ablösung der Monarchie durch eine Republik 
wesentlich verbessert habe, 

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 13. Januar 2012 gegen die 
Verfügung  des  BFM  vom  12.  Dezember  2011  beim 
Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhob,

dass  er  dabei  ohne  vertiefte  Auseinandersetzung  mit  den 
vorinstanzlichen Erwägungen beziehungsweise fast ausschliesslich unter 
Wiederholung des  im vorinstanzlichen Verfahren bereits Ausgesagten  in 
materieller  Hinsicht  die  Aufhebung  des  angefochtenen  Entscheids,  die 
Gewährung von Asyl  unter Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft  und 
eventualiter die Anordnung der vorläufigen Aufnahme unter Feststellung 
der Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs beantragt, 

dass  er  in  prozessualer  Hinsicht  die  Gewährung  der  unentgeltlichen 
Rechtspflege  und  den  Verzicht  auf  die  Erhebung  eines 
Kostenvorschusses beantragt,

E­233/2012

Seite 5

dass er zur Begründung angibt, er sei nach Nepal zurückgereist, weil ihm 
keine andere Wahl geblieben sei, definitiv ausgereist sei er erst, nachdem 
ihm seine Freunde, Verwandten und Bekannten dazu geraten hätten, 

dass er dem Gericht Dokumente (…) einreiche, welche seine Gefährdung 
in Nepal bestätigen sollen,

dass  er  bei  einer  Rückkehr  in  den  Heimatstaat  seitens  der  B._______ 
stark  gefährdet  wäre,  schon  sein  Vater  sei  von  diesen  misshandelt 
worden,

dass  er  sich  politisch  nicht  äussern  wolle  und  keiner  Partei  angehöre, 
weshalb er auch durch keine geschützt werden könne,

dass  der  Beschwerdeführer  am  23.  Januar  2012  (Poststempel)  eine 
Sozialhilfebestätigung der (…) zu den Akten reichte,

und erwägt,

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig 
über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 
20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG, 
SR 172.021])  des  BFM  entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines 
Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die 
beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105  AsylG  i. V. m. 
Art. 31 – 33  des Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 17. Juni  2005  [VGG, 
SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), 

dass  sich  das  Verfahren  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem  BGG 
richtet,  soweit  das  AsylG  nichts  anderes  bestimmt  (Art. 37  VGG  und 
Art. 6 AsylG),

dass  der  Beschwerdeführer  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz 
teilgenommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt 
ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an deren Aufhebung beziehungsweise 
Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  ist 
(Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG),

E­233/2012

Seite 6

dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde 
einzutreten ist (Art. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 VwVG),

dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 
Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise 
einer zweiten Richterin entschieden wird  (Art. 111 Bst. e AsylG) und es 
sich  vorliegend,  wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt, 
weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  begründen  ist 
(Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass  gestützt  auf  Art.  111a  Abs.  1  AsylG  vorliegend  auf  einen 
Schriftenwechsel verzichtet wurde,

dass die Schweiz Flüchtlingen grundsätzlich Asyl  gewährt  (Art. 2 Abs. 1 
AsylG), wobei Flüchtlinge Personen sind, die  in  ihrem Heimatstaat oder 
im  Land,  in  dem  sie  zuletzt  wohnten,  wegen  ihrer  Rasse,  Religion, 
Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder 
wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt 
sind  oder  begründete  Furcht  haben,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu 
werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG),

dass die Flüchtlingseigenschaft nachgewiesen oder zumindest glaubhaft 
gemacht werden muss (Art. 7 AsylG),

dass  Vorbringen  insbesondere  dann  unglaubhaft  sind,  wenn  sie  in 
wesentlichen  Punkten  zu  wenig  begründet  oder  in  sich  widersprüchlich 
sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte 
oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden,

dass die Vorinstanz gesetzes­ und praxiskonform erkannt hat, die geltend 
gemachten  Benachteiligungen  und  Befürchtungen  genügten  den 
Anforderungen  an  das  Glaubhaftmachen  eines  asylbegründenden 
Sachverhalts nicht und sie seien flüchtlingsrechtlich unbeachtlich,

dass  zur  Vermeidung  von  Wiederholungen  auf  die  Erwägungen  in  der 
angefochtenen  Verfügung  und  auf  die  vorstehende  Zusammenfassung 
verwiesen werden kann,

E­233/2012

Seite 7

dass eine Überprüfung von Amtes wegen keinerlei Unzulänglichkeiten in 
der  Sachverhaltsfeststellung  oder  Rechtsfindung  durch  das  BFM 
erkennen lässt,

dass  auch  die  Beschwerdeschrift  offensichtlich  keine  zureichenden 
Anhaltspunkte  für  eine  von  den  vorinstanzlichen  Erkenntnissen 
abweichende  Betrachtungsweise  enthält,  und  die  nachgereichten 
Dokumente nicht geeignet sind, die Erwägungen des BFM  in Zweifel zu 
ziehen, zumal sie nur in Kopie vorliegen,

dass  insbesondere  auffällt,  dass  der  Beschwerdeführer  wiederholt  aus 
freien Stücken nach Nepal zurückkehrte, wo er gemäss eigenen Angaben 
seit  der  Schulzeit  bedrängt  wurde  und  schliesslich  sogar  an  Leib  und 
Leben gefährdet war,

dass  unverständlich  ist,  er  sei  ausgerechnet  in  eine  Hochburg  der  ihm 
nachstellenden B._______ gereist beziehungsweise seine dort wohnende 
Frau habe ihn nicht gewarnt,

dass  ferner  erstaunt,  mit  welcher  Hartnäckigkeit  die  B._______  den 
politisch gänzlich unprofilierten und unexponierten Beschwerdeführer zur 
Mitarbeit angehalten haben sollen,

dass  im  Übrigen  die  vorinstanzlichen  Akten  weitere  Ungereimtheiten 
enthalten (etwa den Umstand, dass er zu seinem Zivilstand angab, er sei 
[…] getraut "vielleicht vor […] oder […] Jahren", vgl. Befragungsprotokoll  
Ziff.  6),  welche  die  Unglaubhaftigkeit  der  Vorbringen  und  die 
Unglaubwürdigkeit  des  Beschwerdeführers  belegen,  diese  jedoch 
angesichts des vor­stehend Erwogenen nicht zu erörtern sind,

dass  es  dem  Beschwerdeführer  somit  nicht  gelingt,  die  Flüchtlings­
eigenschaft nachzuweisen oder zumindest glaubhaft zu machen, weshalb 
das Bundesamt das Asylgesuch zu Recht abgelehnt hat,

dass  die  Ablehnung  eines  Asylgesuchs  oder  das Nichteintreten  auf  ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat 
(Art. 44  Abs. 1  AsylG),  vorliegend  der  Kanton  keine 
Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung 
einer  solchen  besteht  (vgl.  BVGE  2009/50  E.  9  S.  737),  weshalb  die 
verfügte Wegweisung  im  Einklang  mit  den  gesetzlichen  Bestimmungen 
steht und demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,

E­233/2012

Seite 8

dass  das  BFM  das  Anwesenheitsverhältnis  nach  den  gesetzlichen 
Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  regelt, 
wenn  der  Vollzug  der Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar  oder 
nicht  möglich  ist  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des 
Bundesgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]),

dass  bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen 
gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  und  der 
vormaligen  Schweizerischen  Asylrekurskommission  (ARK)  der  gleiche 
Beweisstandard  wie  bei  der  Flüchtlingseigenschaft  gilt,  das  heisst,  sie 
sind  zu  beweisen, wenn  der  strikte  Beweis möglich  ist,  und  andernfalls 
wenigstens  glaubhaft  zu  machen  (vgl.  WALTER  STÖCKLI,  Asyl,  in: 
UEBERSAX/RUDIN/HUGI YAR/GEISER [Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 
2009, Rz. 11.148),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig  ist,  wenn 
völkerrechtliche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der 
Ausländerin oder des Ausländers  in den Heimat­, Herkunfts­ oder einen 
Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land 
gezwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie 
Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden 
(Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom 
28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker­ und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, 
da  es  dem  Beschwerdeführer  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich 
erhebliche  Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen, 
weshalb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen 
Non­Refoule­ment  im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  findet 
und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung im 
Sinne  von  Art. 25  Abs. 3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR 101),  von  Art. 3  des 
Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere 
grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK, SR 0.105)  und der Praxis  zu Art. 3 EMRK ersichtlich  sind,  die  im 
Heimat­ oder Herkunftsstaat droht,

E­233/2012

Seite 9

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar 
erweist,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer 
Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass weder  die  allgemeine  Lage  in Nepal  noch  individuelle Gründe  auf 
eine  konkrete  Gefährdung  des  Beschwerdeführers  im  Falle  einer 
Rückkehr  schliessen  lassen,  weshalb  der  Vollzug  der  Wegweisung 
vorliegend zumutbar ist,

dass  auf  die  für  den  Beschwerdeführer  begünstigenden 
Zumutbarkeitselemente  insofern  hinzuweisen  ist,  als  er  jung  und  (…) 
offenbar  sehr  talentiert  ist  sowie  über  eine  (…)jährige  Schulausbildung 
und  über  ein  familiäres  sowie  verwandt­  und  bekanntschaftliches 
Beziehungsnetz verfügt, 

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  des  Beschwerdeführers  in  den 
Heimatstaat  schliesslich  möglich  ist,  da  keine  Vollzugshindernisse 
bestehen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es dem Beschwerdeführer nach wie 
vor  obliegt,  bei  der  Beschaffung  gültiger Reisepapiere mitzuwirken  (vgl. 
Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 – 515),

dass nach dem Gesagten der vom Bundesamt verfügte Vollzug der Weg­
weisung zu bestätigen ist,

dass  es  dem  Beschwerdeführer  demnach  nicht  gelungen  ist,  darzutun, 
inwiefern die angefochtene Verfügung Bundesrecht  verletzt,  den  rechts­
erheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt  oder 
unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde unbesehen 
der  belegten Bedürftigkeit  und  der  vorbehaltenen weiteren  Beweismittel 
abzuweisen ist,

dass mit dem Entscheid  in der Hauptsache ohne vorgängige  Instruktion 
der  Antrag  auf  Verzicht  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses 
gegenstandslos wird,

dass  sich  die  gestellten  Rechtsbegehren  aufgrund  vorstehender 
Erwägungen als aussichtslos erweisen, weshalb unbesehen der belegten 
Bedürftigkeit der Antrag auf Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege 
im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG abzuweisen und bei diesem Ausgang 
des  Verfahrens  die  Kosten  von  CHF  600.­  (Art. 1 ­ 3  VGKE)  dem 
Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG).

E­233/2012

Seite 10

(Dispositiv nächste Seite)

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Der  Antrag  auf  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  wird 
abgewiesen.

3. 
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.­  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4. 
Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und (…).

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Bruno Huber Peter Jaggi

Versand: