# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c873b18d-d606-51de-891e-098b13aa2854
**Source:** Freiburg/Fribourg (FR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-06-15
**Language:** de
**Title:** Freiburg Kantonsgericht Strafappellationshof 15.06.2015 501 2011 83
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/FR_Gerichte/FR_TC_006_501-2011-83_2015-06-15.pdf

## Full Text

Tribunal cantonal TC
Kantonsgericht KG

Augustinergasse 3, Postfach 1654, 1701 Freiburg

T +41 26 304 15 00, F +41 26 304 15 01
www.fr.ch/tc

—
Pouvoir Judiciaire PJ
Gerichtsbehörden GB

501 2011 83

Urteil vom 15. Juni 2015

Strafappellationshof

Besetzung Präsident: Michel Favre
Richter: Adrian Urwyler
Ersatzrichter: Daniel Schneuwly 
Gerichtsschreiberin: Rahel Brühwiler   

Parteien A.________, Gesuchstellerin, vertreten durch Rechtsanwalt André 
Clerc

gegen

STAATSANWALTSCHAFT, Gesuchsgegnerin 1

und

SWISSMEDIC, vertreten durch Rechtsanwalt Michael Burri, 
Gesuchsgegnerin 2

Gegenstand Entschädigung (Art. 429 StPO)

Gesuch vom 15. September 2010

Kantonsgericht KG

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Sachverhalt

A. A.________ war seit dem 1. Oktober 1996 als B.________ angestellt. Als sie die Stelle 
antrat, wurde ihr von ihrem Vorgänger ein Sparbüchlein der Kantonalbank mit einem Kontostand 
von Fr. 484.- übergeben; dieses wandelte sie in ein normales Konto um und eröffnete zudem das 
Postkonto ccc mit der Bezeichnung D.________. Dieses Konto war für die Pharmazie des 
Kantonsspitals bestimmt und A.________ war zeichnungsberechtigt, wie auch ihre jeweiligen 
Stellvertreter. Wieweit die Direktion über die Existenz dieser Konten informiert war, ist unklar. Nicht 
bekannt waren die Bezüge und Eingänge, die über dieses Konto abgewickelt wurden. In der 
Abteilung der Pharmazie waren offensichtlich diejenigen Ausgaben bekannt, die jeweils für Aus- 
und Weiterbildungen der Apotheker und der Pharmaassistentinnen getätigt wurden.

Im Mai 2006 eröffnete der Verwaltungsrat des Kantonsspitals eine Administrativuntersuchung 
gegen die Chefapothekerin A.________. Sie wurde verdächtigt, über ein Konto zu verfügen, 
welches der Buchhaltung des Kantonsspitals nicht bekannt war und auf welches Einnahmen von 
verschiedenen Pharmaunternehmen geflossen sind. Am 3. August 2006 informierte die Direktion 
des Kantonsspitals das Untersuchungsrichteramt über die Vorwürfe und reichte bei ihm die 
Unterlagen der Administrativuntersuchung ein (act. 2000 ff.).

Der Untersuchungsrichter hat A.________ mit Überweisungsverfügung vom 1. Juli 2009 wegen 
ungetreuer Amtsführung, evt. ungetreuer Geschäftsbesorgung, qualifizierter Veruntreuung und 
sich bestechen Lassens evt. Vorteilsannahme an das Strafgericht der Saane überwiesen (Dossier 
Strafgericht, act. 1).

B. Am 18. und 19. März 2009 erliess die Swissmedic gegen A.________ je einen Strafbescheid 
wegen Widerhandlung gegen Art. 33 i.V.m. Art. 87 Abs. 1 lit. b. des Heilmittelgesetzes und 
verurteilte sie zu einer Busse von Fr. 2'000.- bzw. Fr. 800.- und zur Bezahlung eines Anteils an 
den Verfahrenskosten von Fr. 1'080.- bzw. Fr. 1'125.-. Gegen die beiden Strafbescheide erhob 
A.________ am 20. April 2009 fristgerecht Einsprache (Dossier Swissmedic, act. 475 ff., 519 ff., 
545 ff. und 557 ff.). 

C. Das Strafgericht der Saane sprach A.________ mit Urteil vom 20. November 2009 der 
ungetreuen Geschäftsbesorgung (Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 StGB) schuldig, begangen in der Zeit vom 
20. November 2002 bis April 2006, und verurteilte sie deswegen zu einer Geldstrafe von 
60 Tagessätzen zu Fr. 100.-, bedingt vollziehbar bei einer Probezeit von 2 Jahren. Es stellte fest, 
dass die A.________ zur Last gelegten ungetreuen Geschäftsbesorgungen, angeblich begangen 
vor dem 20. November 2002, verjährt sind. Das Strafgericht der Saane sprach A.________ frei von 
den Vorwürfen der ungetreuen Amtsführung (Art. 314 StGB), der qualifizierten Veruntreuung (Art. 
138 Ziff. 2 StGB), des Sich bestechen lassens (Art. 322quarter StGB), der Vorteilsannahme (Art. 
322sexies StGB) sowie der Übertretung gegen das Heilmittelgesetz (Art. 87 Abs. 1 lit. b i.V.m. Art. 33 
Abs. 2 HMG). Zudem verpflichtete es A.________ gestützt auf Art. 71 StGB zur Zahlung einer 
Ersatzforderung von Fr. 10‘612.- an den Kanton Freiburg. Die Kosten des erstinstanzlichen 
Verfahrens wurden je hälftig A.________ und dem Staat Freiburg auferlegt, während die Kosten 
des Verwaltungsstrafverfahrens bezüglich Verletzung des Heilmittelgesetzes dem Bund auferlegt 
wurden.

D. Alle Parteien an diesem Verfahren haben gegen das Urteil des Strafgerichts Berufung 
eingereicht.

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A.________ beantragte, vom Vorwurf der ungetreuen Geschäftsbesorgung freigesprochen zu 
werden sowie die Aufhebung der Ziffer 3 (Verjährung), Ziffer 4 (Strafzumessung) und Ziffer 5 
(Verfahrenskosten) des Urteils. Subsidiär beantragte sie, die Angelegenheit an die Vorinstanz 
zurückzuweisen (Verfahren 501 2010 57).

Die Staatsanwaltschaft beantragte, A.________ der mehrfachen qualifizierten ungetreuen 
Geschäftsbesorgung, begangen zwischen 1996 bis April 2006, schuldig zu sprechen und zu einer 
bedingten Geldstrafe von 180 Tagessätzen à Fr. 150.- zu verurteilen und eine Ersatzforderung von 
Fr. 10'612.- zu Gunsten des Staates festzusetzen (Verfahren 501 2010 56).

Das Schweizerische Heilmittelinstitut Swissmedic beantragte, A.________ der mehrfachen 
Übertretung nach Art. 33 Abs. 2 HMG in Verbindung mit 87 Abs. 1 lit. b HMG schuldig zu 
sprechen, eventuell der mehrfachen fahrlässigen Übertretung dieser Bestimmungen. Swissmedic 
beantragte zudem – in Bestätigung der Strafbescheide vom 18. und 19. März 2009 - A.________ 
zu zusätzlichen Bussen von Fr. 2000.- (betr. E.________) bzw. Fr. 800.- (betr. F.________) zu 
verurteilen. Ausserdem seien A.________ die Verfahrenskosten gemäss Strafbescheiden 
aufzuerlegen (Verfahren 501 2010 55).

E. Am 15. September 2010 reichte A.________ bei der Strafkammer ein 
Entschädigungsgesuch im Sinne von Art. 242 StPO-FR ein. Sie beantragt eine Entschädigung zu 
Lasten des Staates von insgesamt Fr. 650'000.-, davon Fr. 500‘000.- für wirtschaftliche Einbussen, 
Fr. 50'000.- für erlittene seelische Unbill sowie Fr. 100'000.- für ihre Verteidigungskosten. 

In ihrem Urteil vom 20. September 2010 entschied die Strafkammer, das Entschädigungsverfahren 
bis zum Vorliegen eines rechtskräftigen Urteils in den Angelegenheiten 501 2010 55/56 und 57 zu 
sistieren. 

Mit Urteil vom 21. Januar 2011 befand die Strafkammer, nach neuer Strafprozessordnung erkenne 
die jeweilige Strafbehörde über den Anspruch auf Entschädigung, weshalb die Beurteilung des 
Entschädigungsgesuchs in die Zuständigkeit des Strafappellationshofs falle und sie die Akten an 
den Appellationshof übermittelte (Verfahren 502 2010 511). Dieser Entscheid ist rechtskräftig. 

F. Mit Urteil vom 16. September 2011 wurden die Berufungen von Swissmedic und von 
A.________ vom Strafappellationshof abgewiesen, während die Berufung der Staatsanwaltschaft 
teilweise gutgeheissen wurde. Der Strafappellationshof sprach A.________ der ungetreuen 
Geschäftsbesorgung im Sinne von Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 StGB, begangen im Jahr 2003, sowie der 
ungetreuen Geschäftsbesorgung im Sinne von Art. 158 Ziff. 1 Abs. 3 StGB (mit 
Bereicherungsabsicht), begangen in der Zeit von Ende 1996 bis April 2006, schuldig und 
verurteilte sie deswegen zu einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu Fr. 100.-, bedingt vollziehbar 
bei einer Probezeit von zwei Jahren. Zudem verpflichtete er A.________ gestützt auf Art. 71 StGB 
zur Zahlung einer Ersatzforderung von Fr. 10‘612.- an den Kanton Freiburg. Die Kosten des 
erstinstanzlichen Verfahrens wurden je hälftig A.________ und dem Staat Freiburg auferlegt, 
während die Kosten des Verwaltungsstrafverfahrens bezüglich Verletzung des Heilmittelgesetzes 
dem Bund auferlegt wurden. Die Kosten des Berufungsverfahrens wurden A.________ und 
Swissmedic zu je zwei Fünfteln und dem Staat Freiburg zu einem Fünftel auferlegt. Für die 
Berufungsverfahren betreffend Swissmedic und der Staatsanwaltschaft wurden A.________ 
Parteientschädigungen von Fr. 2‘800.- bzw. Fr. 1‘400.- zugesprochen. 

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Mit Urteil vom 16. September 2011 entschied der Strafappellationshof, dass über das von 
A.________ eingereichte Entschädigungsgesuch nach der rechtskräftigen Erledigung des 
vorliegenden Verfahrens befunden werde. 

G. Am 23. November 2011 erhoben sowohl A.________ als auch Swissmedic gegen dieses 
Urteil Beschwerde beim Bundesgericht. 

A.________ beantragte, das Urteil des Kantonsgerichts Freiburg sei aufzuheben und sie sei 
freizusprechen. Eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. 

Swissmedic stellte die Anträge, A.________ sei der mehrfachen vorsätzlichen, eventuell der 
mehrfachen fahrlässigen Widerhandlung gegen das Heilmittelgesetz im Sinne von Art. 33 Abs. 2 
i.V.m. Art. 87 Abs. 1 lit. b (evt. auch i.V.m. Art. 87 Abs. 3) HMG schuldig zu sprechen und zu 
Bussen von Fr. 2‘000.- und Fr. 800.- zu verurteilen. Zudem stellte sie Anträge zur Verteilung der 
Verfahrenskosten in den verschiedenen Verfahrensstadien. 

Mit Urteilen vom 3. Juli und 11. Dezember 2012 wies das Bundesgericht die beiden Beschwerden 
ab. 

Alsdann wurden die Strafakten im Verwaltungsverfahren betreffend die Rechtmässigkeit der 
fristlosen Kündigung beigezogen. Dieses Verfahren wurde mit Bundesgerichtsurteil vom 
27. Januar 2014 rechtskräftig entschieden.

H. Mit Eingabe vom 16. Oktober 2012 ergänzte A.________ (nachfolgend: die Gesuchstellerin) 
ihr Entschädigungsgesuch vom 15. September 2010. In ihrer Stellungnahme zum 
Entschädigungsgesuch vom 12. August 2014 beantragt die Staatsanwaltschaft (nachfolgend: die 
Gesuchsgegnerin 1), das Entschädigungsgesuch sei vollumfänglich abzuweisen. Mit Eingabe vom 
19. September 2014 äusserte sich die Gesuchstellerin zur Stellungnahme der Staatsanwaltschaft 
vom 12. August 2014. 

Mit Stellungnahme vom 19. Januar 2015 beantragt Swissmedic (nachfolgend: die 
Gesuchsgegnerin 2), der Gesuchstellerin bzw. ihrem Anwalt sei unter Androhung des 
Nichteintretens im Unterlassungsfall Frist zur Detaillierung ihres Entschädigungsanspruchs 
anzusetzen. Anschliessend sei der Swissmedic nochmals Gelegenheit zur Stellungnahme 
einzuräumen.

Es wurden keine weiteren Stellungnahmen eingeholt. Auf die Ausführungen der Parteien in ihren 
Rechtsschriften wird nachfolgend, soweit erforderlich, ausführlich eingegangen. Im Übrigen wird 
auf die Akten verwiesen. 

Erwägungen

1. a) Die eidgenössische Strafprozessordnung (StPO) trat am 1. Januar 2011 in Kraft. Gemäss 
Art. 449 Abs. 1 StPO werden Verfahren, die bei Inkrafttreten dieses Gesetzes hängig sind, von den 
nach neuem Recht zuständigen Behörden weitergeführt, soweit die nachfolgenden Bestimmungen 
nichts anderes vorsehen. Demnach prüft die Strafbehörde den Anspruch der beschuldigten Person 
auf Entschädigung und Genugtuung von Amtes wegen (Art. 429 Abs. 2 StPO). Verfahren, die bei 
Inkrafttreten der eidgenössischen Strafprozessordnung hängig sind, werden nach dem neuen 
Recht fortgeführt (Art. 449 Abs. 1 StPO).

Die Strafbehörde prüft den Anspruch von Amtes wegen (Art. 429 Abs. 2 StPO).

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b) Der Streitwert beläuft sich auf Fr. 650‘000.-.

2. a) Mit fristgerecht eingereichtem Entschädigungsgesuch vom 15. September 2010 beantragt 
die Gesuchstellerin eine Entschädigung zu Lasten des Staates von insgesamt Fr. 650'000.-, davon 
Fr. 50'000.- für erlittene seelische Unbill sowie Fr. 100'000.- für ihre Verteidigungskosten. Sie führt 
aus, dass sie sich zum Zeitpunkt der Einleitung der Administrativuntersuchung im Jahr 2006 in 
einem gesundheitlich sehr bedenklichen und labilen Zustand befunden habe. Die Gesuchstellerin 
kritisiert die Länge des Untersuchungsverfahrens, während parallel zahlreiche 
Administrativentscheide bezüglich ihrer Entlassung als B.________ erfolgt seien. Sie macht 
geltend, dass die zahlreichen gegen sie erhobenen Vorwürfe in keinem Verhältnis zu der mit Urteil 
des Bezirksstrafgerichts vom 20. November 2009 erfolgten Verurteilung stünden. 

Ausserdem weist sie darauf hin, dass das gegen sie geführte Verfahren ein starkes 
Medieninteresse geweckt habe, was umso bedenklicher sei, als ihre Identität und der Umstand, 
dass sie sich einer Geschlechtsumwandlung unterzogen habe, dadurch bekannt geworden sei.

Sie macht geltend, das gegen sie geführte Strafverfahren habe nicht nur zur Auflösung des 
Arbeitsverhältnisses geführt, sie habe dadurch auch noch ihren Lehrauftrag an der Universität 
Freiburg verloren. Sie sei während einer gewissen Zeit arbeitslos gewesen und habe keine ihrer 
Ausbildung entsprechende Neuanstellung finden können. Das Strafverfahren sei für sie und ihre 
Familie sehr belastend gewesen. 

Mit Eingabe vom 16. Oktober 2012 ergänzte die Gesuchstellerin ihr Entschädigungsgesuch vom 
15. September 2012. Sie hält fest, dass sie zwischenzeitlich mit Ausnahme vom Vorwurf der 
ungetreuen Geschäftsführung von sämtlichen Vorwürfen freigesprochen worden sei. Sie räumt ein, 
dass sie angesichts der Tatsache, dass sie nicht von sämtlichen Vorwürfen freigesprochen worden 
sei, einen Teil des ihr erwachsenden Schadens selbst zu tragen habe. Dieser Umstand sei bei der 
Festsetzung ihrer Parteientschädigung bereits insofern berücksichtigt worden, als während der 
mehr als 6-jährigen Verfahrensdauer nicht sämtliche Interventionen vollumfänglich erfasst worden 
seien und dem Interessenwert von Fr. 150‘000.- nicht Rechnung getragen worden sei. Die 
Verfahrensdauer von annähernd 6 Jahren, welche ihr in keiner Weise anzulasten sei, erweise sich 
als schwerwiegend. 

Ein Grund zur Auflösung des Arbeitsverhältnisses, welches 1996 begonnen habe, bestünde aus 
heutiger Sicht und mit Rücksicht auf die nunmehr bestätigten Vorhaltungen insoweit nicht, als den 
als rechtswidrig erachteten Auszahlungen der Pikettentschädigungen eine blosse Anwendung des 
Personalgesetzes zugrunde gelegen sei. Es sei zwar korrekt, dass sie zur Erlangung der 
Pikettentschädigungen den Rechtsweg hätte beschreiten sollen, doch es dürfe davon 
ausgegangen werden, dass mit heutiger Kenntnis von einer Entlassung Abstand genommen 
worden wäre und sich eine Verwarnung als angemessen erwiesen hätte. Aufgrund des 
fortdauernden Verfahrens habe sie nicht die Möglichkeit gehabt, eine annähernd gleichwertige 
Anstellung zu finden. Ausserdem sei ihr der Lehrauftrag an der Universität Freiburg entzogen 
worden. Der Verdienstrückgang könne langfristig auf mindestens 50% beziffert werden. 

b) In ihrer Stellungnahme zum Entschädigungsgesuch vom 12. August 2014 beantragt die 
Gesuchsgegnerin 1, das Entschädigungsgesuch sei vollumfänglich abzuweisen. Die 
Gesuchsgegnerin 1 führt aus, gegen die Gesuchstellerin sei ein Strafverfahren wegen ungetreuer 
Amtsführung, evtl. ungetreuer Geschäftsbesorgung, qualifizierter Veruntreuung, Sich Bestechen 

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Lassens, evtl. Vorteilsannahme und Urkundenfälschung geführt worden, und sie sei wegen 
ungetreuer Geschäftsbesorgung zwischen Ende 1996 und Mai 2006 verurteilt worden. 

Sie weist darauf hin, dass die teilweise Nichtverurteilung ihren Grund nicht darin habe, dass 
gewisse Sachverhalte weggefallen seien, sondern einzig darauf zurückzuführen sei, dass der für 
die gesamte Untersuchung identische Sachverhalt, nämlich die Existenz nicht offizieller Konten der 
Spitalapotheke des Kantonsspitals, der Grund der Zahlungen auf diese Konten und die 
Verwendung der dort liegenden Mittel, schliesslich nur unter einem Aspekt, nämlich dem der 
ungetreuen Geschäftsbesorgung, strafbar gewesen sei. Die Untersuchung habe sich auf diese 
Konten bezogen und der Umstand, dass der juristische Blick auch auf Straftaten gerichtet 
gewesen sei, deren Tatbestand im Ergebnis nicht erfüllt gewesen sei, habe keine zusätzliche 
Nachteile für die Gesuchstellerin mit sich gebracht. 

Die Gesuchsgegnerin 1 hebt hervor, dass die Auflösung des Dienstverhältnisses vom 
Bundesgericht als gerechtfertigt beurteilt worden sei. Ursache der bereits am 7. Juli 2006 verfügten 
Entlassung sei einzig die Existenz „schwarzer Kassen“ gewesen. Die Anzeige an die 
Strafverfolgungsbehörden sei jedoch erst am 3. August 2006 erfolgt. Somit sei das Strafverfahren 
gar nicht kausal für die Entlassung gewesen. Hinsichtlich des Verlustes des Lehrauftrags verlange 
das Gesamtwohl der Universität, dass eine korrekte Beziehung zwischen der Universität und den 
Angehörigen des Lehrkörpers bestehe, womit auch eine Vorbildfunktion der Dozenten für die 
Studierenden einhergehe. Eine solche Funktion sei deshalb nicht mit der Einleitung eines 
Strafverfahrens gegen einen Dozenten vereinbar.

Sie weist darauf hin, dass die Mediatisierung keine Folge der strafrechtlichen Untersuchung sei. 
Die Strafverfolgungsbehörden hätten keine aktive Informationspolitik betrieben. Die 
Medienabdeckung dieses Ereignisses sei die Folge der verwaltungsrechtlichen Verfahren und 
möglicherweise auch der besonderen persönlichen Situation der Gesuchsstellerin. Somit bestehe 
auch hier keine Kausalität zum Strafverfahren. 

Die Gesuchsgegnerin 1 unterstreicht, dass sich in der Kostenliste von Rechtsanwalt Clerc im 
Rahmen des Strafverfahrens vor der Rechtsmittelinstanz sowie des verwaltungs- und 
bundesgerichtlichen Verfahrens ausgeführte Arbeiten befinden würden, welche bereits abgegolten 
worden oder hier jedenfalls nicht zu berücksichtigen seien. 

Abschliessend macht sie geltend, die Entschädigungsforderung sei kaum substantiiert. Die geltend 
gemachten Schadensbeträge seien in einer nicht nachzuvollziehender Weise nicht nur gerundet, 
sondern auch überhaupt nicht durch Fakten belegt worden. Es fehle im Übrigen auch der 
Nachweis der Kausalität des Schadens, welche wie dargelegt in Tat und Wahrheit nicht gegeben 
sei. Die Beweislast dafür obliege der Gesuchstellerin. 

c) In ihrer Stellungnahme vom 19. September 2014 weist die Gesuchstellerin darauf hin, 
dass der Untersuchungsrichter G.________ in dieser Angelegenheit während drei Jahren keine 
Untersuchungshandlung vorgenommen und nichts entschieden habe. Vielmehr habe er die 
Untersuchung der Swissmedic überlassen, welche trotz Anschuldigungen und dem gegen sie 
diesbezüglich geführten Verfahren zu keinem Zeitpunkt durchgedrungen sei. Sie behauptet, ihre 
Argumentation bezüglich der Kenntnis von der Existenz der schwarzen Kasse durch das Spital, 
des Nichtbestehens eines Pflichtenhefts sowie der Anwendbarkeit des Spitalreglements seien 
unbeachtet geblieben. 

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Die Gesuchstellerin wirft H.________, I.________, J.________, K.________ und der L.________ 
vor, eine aktive Informationspolitik gegen sie betrieben zu haben. Sie sei durch ihre Arbeitgeberin 
sowie die Strafverfolgungs- und Verwaltungsbehörden dem medialen Interesse ausgesetzt 
worden, so sei sie auch erst nach den Medien und durch diese von ihrer Entlassung in Kenntnis 
gesetzt worden. 

Sie erklärt, sie habe sich mit der Universität Freiburg zu keinem Zeitpunkt in einer konfliktuellen 
Situation befunden. 

d) Die Gesuchsgegnerin 2 weist darauf hin, dass die der Gesuchsergänzung vom 
16. Oktober 2012 beigefügte Honorarnote nicht präzisiere, in welchem konkreten Verfahren die 
jeweiligen grundsätzlich honorarberechtigten anwaltlichen Bemühungen geleistet worden seien. 
Eine entsprechende Ausscheidung werde zwar kaum mit einer auf die Minute genauen 
Trennschärfe möglich sein, habe doch der Verteidiger der Gesuchstellerin in den Verhandlungen 
vor erster und zweiter Instanz im ein- und demselben Plädoyer sowohl zu den Anschuldigungen im 
kantonalen Strafverfahren wie auch zu derjenigen im Verwaltungsstrafverfahren Stellung zu 
nehmen gehabt und habe die verwaltungsstrafrechtliche Untersuchung auch zur Abklärung der 
Tatvorwürfe des StGB gedient. Dennoch sei eine Ausscheidung der anwaltlichen Bemühungen im 
Hinblick auf das Verwaltungsstrafverfahren einerseits und das kantonale Strafverfahren 
andererseits unumgänglich, weil allfällige Entschädigungen nicht von denselben Behörden zu 
tragen seien. 

3. a) Vorab gilt es, über den von der Gesuchsgegnerin 1 mit Stellungnahme vom 12. August 
2014 gestellten Beweisantrag auf Beizug der Akten zum Verwaltungsverfahrens bzw. des 
Verfahrens vor Kantonsgericht und vor Bundesgericht betreffend Auflösung des 
Dienstverhältnisses zu entscheiden. Sie hält fest, dass die Entlassung der Gesuchstellerin nicht 
Folge des gegen sie eingeleiteten Strafverfahrens gewesen sei. 

In ihrer Stellungnahme vom 19. September 2014 äussert sich die Gesuchstellerin nicht zu diesem 
Beweisantrag. 

Nach Art. 331 Abs. 1 und 3 StPO bestimmt die Verfahrensleitung, welche Beweise im 
Berufungsverfahren erhoben werden. Lehnt sie einen Beweisantrag ab, teilt sie dies den Parteien 
mit kurzer Begründung mit. Die Ablehnung ist nicht anfechtbar. 

Gemäss Art. 389 StPO beruht das Rechtsmittelverfahren auf den Beweisen, die im Vorverfahren 
und im erstinstanzlichen Hauptverfahren erhoben worden sind. Beweisabnahmen des 
erstinstanzlichen Gerichts werden nur wiederholt, wenn Beweisvorschriften verletzt worden sind, 
die Beweiserhebungen unvollständig waren oder die Akten über die Beweiserhebungen 
unzuverlässig erscheinen. Die Rechtsmittelinstanz erhebt von Amtes wegen oder auf Antrag einer 
Partei die erforderlichen zusätzlichen Beweise.

b) In ihren Eingaben vom 15. September 2010 und vom 16. Oktober 2012 bestreitet die 
Gesuchstellerin, dass die Auflösung des Arbeitsverhältnisses gerechtfertigt gewesen sei. Sie führt 
am 16. Oktober 2012 aus, dass davon ausgegangen werden dürfe, dass mit aktueller Kenntnis 
von einer Entlassung Umgang genommen worden wäre und sich eine Verwarnung als 
angemessen erwiesen hätte. 

Insofern als die Gesuchstellerin in ihrem Entschädigungsgesuch vom 15. September 2010 die 
Entschädigungsforderung u.a. damit begründet, dass das Strafverfahren zur Auflösung des 

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Arbeitsverhältnisses geführt habe, rechtfertigt sich ein Beizug der Akten zum 
Verwaltungsverfahrens bzw. des Verfahrens vor Kantonsgericht und vor Bundesgericht betreffend 
Auflösung des Dienstverhältnisses, denn diese Akten geben Aufschluss darüber, ob die 
Entlassung der Gesuchstellerin rechtmässig war. Folglich ist der Beweisantrag der 
Gesuchsgegnerin 1 gutzuheissen, und die Akten zum Verwaltungsverfahrens bzw. des Verfahrens 
vor Kantonsgericht und vor Bundesgericht betreffend Auflösung des Dienstverhältnisses sind 
beizuziehen. 

4. Vorliegend gilt es nun zu prüfen, ob die Geltendmachung einer Entschädigung zu Lasten des 
Staates von insgesamt Fr. 650'000.-, davon Fr. 500‘000.- für wirtschaftliche Einbussen, 
Fr. 50'000.- für erlittene seelische Unbill sowie Fr. 100'000.- für Verteidigungskosten, durch die 
Gesuchstellerin gerechtfertigt ist. 

a) Die beschuldigte Person, die ganz oder teilweise freigesprochen wird, hat Anspruch auf: a. 
eine Entschädigung ihrer Aufwendungen für die angemessene Ausübung ihrer Verfahrensrechte; 
b. eine Entschädigung der wirtschaftlichen Einbussen, die ihr aus ihrer notwendigen Beteiligung 
am Strafverfahren entstanden sind; c. eine Genugtuung für besonders schwere Verletzungen ihrer 
persönlichen Verhältnisse, insbesondere bei Freiheitsentzug (Art. 429 Abs. 1 StPO).

Der Beweis des materiellen Schadens, von dessen Umfang sowie des Kausalzusammenhangs 
zwischen der Prozesshandlung und dem Schaden obliegt dem Gesuchsteller (BGE 107 IV 155 
E. 5, 113 IV 93 E. 3e, 113 Ia 177 E. 3a, 117 IV 209 E. 4b; ZWR 2003 S. 185 ff.; G. PIQUEREZ, 
Précis de procédure pénale suisse, Zürich 2006, N. 1562); dieser hat den Schaden zu beziffern 
und soweit möglich zu belegen (BJM 1999 S. 342; vgl. zum Ganzen auch Kantonsgericht, FZR 
2001, S. 94, E. 2).

Die Entschädigungs- und Genugtuungsansprüche infolge eines Freispruchs oder einer Einstellung 
des Verfahrens sind von Amtes wegen zu prüfen, doch den Freigesprochenen trifft eine 
Mitwirkungspflicht bzw. ein Mitwirkungsrecht zur Bemessung der Höhe des 
Entschädigunsanspruchs. Unterlässt er es, seine Ansprüche anzumelden, zu beziffern und zu 
belegen, obwohl er dazu aufgefordert wurde und dies hätte tun können, verliert er seine 
Ansprüche und kann sie nicht später auf andere Weise geltend machen (SCHMID, StPO 
Praxiskommentar, 2. Auflage, Art. 429 N 14). 

Die Strafbehörde kann die Entschädigung oder Genugtuung herabsetzen oder verweigern, wenn: 
a. die beschuldigte Person rechtswidrig und schuldhaft die Einleitung des Verfahrens bewirkt oder 
dessen Durchführung erschwert hat; b. die Privatklägerschaft die beschuldigte Person zu 
entschädigen hat; oder c. die Aufwendungen der beschuldigten Person geringfügig sind (Art. 430 
Abs. 1 StPO).

b) Mit der Bundesverfassung und der EMRK ist es vereinbar, einem nicht verurteilten 
Beschuldigten die Kosten dann zu überbinden, wenn er in zivilrechtlich vorwerfbarer Weise (d. h. 
im Sinne einer analogen Anwendung der sich aus Art. 41 OR ergebenden Grundsätze) gegen eine 
geschriebene oder ungeschriebene Verhaltensnorm, die aus der gesamten schweizerischen 
Rechtsordnung stammen kann, verstossen und dadurch das Strafverfahren veranlasst oder 
dessen Durchführung erschwert hat. Dieser Regelung liegt der Gedanke zugrunde, dass nicht der 
Staat und damit die Allgemeinheit für Verfahrenskosten aufkommen soll, die von einem 
Angeschuldigten durch vorwerfbares Verhalten verursacht wurden. Das in Frage stehende 
schuldhafte Verhalten wird nach einem objektiven Massstab bewertet, d. h. es wird verglichen mit 

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jenem Verhalten, das nach der Rechtsordnung unter den gegebenen Verhältnissen von einem 
Durchschnittsmenschen erwartet werden durfte. Tadelnswert und somit schuldhaft ist ein 
Verhalten dann, wenn es von dem unter den gegebenen Verhältnissen als angebracht geltenden 
Durchschnittsverhalten abweicht, wobei das Verschulden umso schwerer wiegt, je grösser das 
Ausmass der Abweichung vom Durchschnittsverhalten ist. Erforderlich ist weiter, dass das schuld-
hafte Verhalten nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung 
geeignet war, den Verdacht einer strafbaren Handlung zu wecken und damit Anlass zur Eröffnung 
eines Strafverfahrens zu geben. In diesem Fall ist deshalb eine Kürzung oder Verweigerung der 
Entschädigung ohne weiteres zulässig. Die Frage nach der Abweichung von einem 
Durchschnittsverhalten ist die "objektive Seite" des Verschuldens. Dessen subjektive Seite ist die 
Urteils- oder Zurechnungsfähigkeit. Eine schädigende Handlung wird demjenigen nicht 
zugerechnet, der nicht urteilsfähig ist. Trotz fehlender Urteilsfähigkeit kann aber der Richter den 
Schädiger zu teilweisem oder vollem Schadenersatz verpflichten, wenn die Billigkeit dies nahe legt 
(vgl. zum Ganzen P. CORBOZ/F. BAUMANN, FZR 2007, S. 355, mit weiteren Hinweisen).

In einem ersten Schritt ist zu prüfen, ob die teilweise freigesprochene Gesuchstellerin Anspruch 
auf eine Entschädigung ihrer Aufwendungen für die angemessene Ausübung ihrer 
Verfahrensrechte geltend machen kann, bevor es zu klären gibt, ob die Ausrichtung einer 
Entschädigung für wirtschaftliche Einbussen, die ihr aus ihrer notwendigen Beteiligung am 
Strafverfahren entstanden sind sowie eine Genugtuung für besonders schwere Verletzungen ihrer 
persönlichen Verhältnisse, gerechtfertigt sind. 

5. a) Der Anspruch auf Entschädigung umfasst grundsätzlich auch die Auslagen für die Vertei-
digung (429 Abs. 1 lit. a StPO). Liegt ein Bagatellstraffall vor, der von den polizeilichen Behörden 
ohne Schwierigkeiten rechtlicher oder tatsächlicher Natur untersucht und in der Folge eingestellt 
werden kann, gebieten Verfassung und EMRK nicht, dass die Öffentlichkeit die Kosten 
anwaltlicher Bemühungen trägt. Hingegen sind dem obsiegenden Beschuldigten die 
Verteidigungskosten zu ersetzen, wenn er nach den Umständen objektiv begründeten Anlass 
hatte, einen Anwalt beizuziehen (BGE 110 Ia 156 E. 1b). Dies ist nach heutigem Verständnis stets 
dann der Fall, wenn eine Strafuntersuchung, die Verbrechen oder Vergehen zum Gegenstand hat, 
nach einer ersten Einvernahme nicht eingestellt, sondern weitergeführt wird (DONATSCH/SCHMID, 
Kommentar zur Strafprozessordnung des Kantons Zürich, Zürich 1999, § 43 N 10; vgl. auch 
unveröffentlichtes Urteil des Bundesgerichts 6B_490/2007vom 11. Februar 2008). Um zu 
beurteilen, ob der Beizug eines Rechtsanwalts sachlich geboten war, sind weiter die Schwere des 
Tatvorwurfs, der Grad der Komplexität des Sachverhalts und die persönlichen Verhältnisse des 
Beschuldigten zu berücksichtigen (BSK StPO-WERENBERGER/BERNHARD, Art. 429 N 13). Zu 
erstatten sind die notwendigen Verteidigungskosten (BGE 115 IV 156 E. 2b). Bezüglich der 
Notwendigkeit der Parteikosten darf indessen kein allzu strenger Massstab angelegt werden, denn 
Verteidigungskosten müssen grundsätzlich dann als notwendige Auslagen anerkannt werden, 
wenn die Verteidigung im Zeitpunkt, als der Verteidiger in Anspruch genommen wurde, zulässig 
war und die Kosten unmittelbar durch das Verfahren bedingt und aus Vorkehren entstanden sind, 
welche sich bei sorgfältiger Interessenabwägung als geboten erweisen oder doch in guten Treuen 
verantworten lassen (BGE 115 IV 157 E. 2c). Dabei ist es Sache des Anwaltes, bei seinen 
Aufwendungen für die Respektierung des Grundsatzes der Verhältnismässigkeit zu sorgen 
(HAUSER/SCHWERI/HARTMANN, Schweizerisches Strafprozessrecht, 6. Aufl., Basel 2005, § 109 
N 5). Es ist von ihm zu verlangen, dass seine Arbeit eine gewisse Speditivität, Effektivität und 
Konzentration auf das Wesentliche aufweist. Der Verteidiger ist verpflichtet, die Notwendigkeit von 
prozessualen Vorkehren im Interesse des Beschuldigten sachgerecht und kritisch abzuwägen. 
Nicht zu entschädigen sind deshalb überflüssige oder unverhältnismässig hohe Aufwendungen. 

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Anderseits muss der Verteidiger alles prüfen, was seinem Mandanten von Nutzen sein könnte. Mit 
dem Vorwurf, es seien überflüssige Bemühungen getätigt worden, sollte deshalb zurückhaltend 
umgegangen werden (R. WALLIMANN BAUR, Entschädigung und Genugtuung durch den Staat an 
unschuldig Verfolgte im ordentlichen zürcherischen Untersuchungsverfahren, Diss. Zürich 1998, 
S. 114 f. mit Hinweisen). Auch verfügt der Anwalt bei der Festsetzung seines Honorars über einen 
gewissen Ermessensspielraum. Ein richterliches Eingreifen ist nur geboten, wenn ein 
Missverhältnis zwischen dem Wert der Leistung und dem Honorar besteht (W. FELLMANN, Berner 
Kommentar, Art. 394 N 426 OR; FZR 2000, S. 117 f., E. 5).

b) aa) Der Anspruch auf Entschädigung der Verteidigungskosten ist mittels Kostennote, 
welche die geleisteten Arbeiten (Besprechung mit dem Klienten, Einvernahmen, Verfassung von 
Rechtsschriften, Aktenstudium, Reisekosten etc.), auflistet, zu belegen. Für den Adressaten 
müssen diese nachvollziehbar und überprüfbar sein. Wird keine Honorarnote eingereicht oder ist 
diese nicht ausreichend detailliert, wird der anwaltliche Aufwand nach pflichtgemässem Ermessen 
geschätzt (BSK StPO-STEFAN WEHRENBERG/FRIEDRICH FRANK, Art. 429 N 17b). 

Mit Entschädigungsgesuch vom 15. September 2010 macht die Gesuchstellerin eine 
Entschädigung für Verteidigungskosten in Höhe von Fr. 100‘000.- geltend. Als Beilage zur 
Ergänzung ihres Entschädigungsgesuchs vom 16. Oktober 2012 hat die Gesuchstellerin eine 13-
seitige Kostenliste eingereicht, mit welcher sie einen Zeitaufwand von 184 Stunden und 
40 Minuten, mithin ein Honorar und Auslagen in Höhe von Fr. 61‘117.60 für die von ihrem 
Rechtsanwalt erbrachten Arbeiten in Rechnung stellt.

Vorab gilt es darauf hinzuweisen, dass der durch die Gesuchstellerin mittels Kostennote belegte 
Arbeitsaufwand ihres Rechtsanwalts Fr. 61‘117.60 beträgt, so dass bei der Festsetzung von 
diesem Betrag auszugehen ist und nicht von dem im Entschädigungsgesuch geltend gemachten 
Betrag von Fr. 100‘000.-, welcher nicht weiter substantiiert worden ist.

Aus den Akten ist ersichtlich, dass Rechtsanwalt Clerc die für die Klientin im Verwaltungs-, im 
Straf- sowie im Verwaltungsstrafverfahren erbrachten Arbeiten im selben „Extrait du journal 
interne, Affaire: mmm“ erfasst hat, statt die in den verschiedenen Verfahren ausgeführten 
Tätigkeiten separat abzurechnen. Es ist ersichtlich, dass mit der im Rahmen des 
Verwaltungsverfahrens eingereichten Kostenliste dieselben Arbeiten verrechnet worden sind wie in 
der im vorliegenden Entschädigungsverfahren unterbreiteten Honorarnote (doppelt verrechnete 
Arbeiten werden in der als Beilage zum Urteil zugestellten überarbeiteten Kostennote „gelb“ 
gekennzeichnet). Es ist zudem festzustellen, dass eine Kopie im Verwaltungsverfahren noch mit 
40 Rappen verrechnet worden ist, während sie im Strafverfahren mit Fr. 1.- in Rechnung gestellt 
wird. Ausserdem werden mit der Kostenliste Arbeiten geltend gemacht, welche anlässlich des 
Berufungsverfahrens erbracht worden sind und für welche die Gesuchstellerin bereits mit Urteil 
vom 16. September 2011 teilweise entschädigt worden ist. Wenn die Gesuchstellerin nun für das 
erstinstanzliche Strafverfahren eine Entschädigung für die Auslagen ihrer Verteidigung beantragt 
und im Rahmen dieser Geltendmachung Arbeiten fakturiert, die anlässlich des 
Verwaltungsverfahrens oder des Berufungsverfahrens erbracht worden sind, ist ihr Verhalten 
zumindest als leichtfertig zu qualifizieren.

Den Akten ist zu entnehmen, dass 50 Stunden Arbeitsaufwand doppelt verrechnet worden sind, 
d.h. sowohl mit der dem Verwaltungsgerichtshof im Rahmen des Verwaltungsverfahrens 
vorgelegten Kostenliste vom 3. Juni 2013 als auch mit der dem Strafappellationshof vorgelegten 
Honorarnote vom 16. Oktober 2012. Es ist ersichtlich, dass diese zweifach fakturierten Arbeiten im 
Verwaltungsverfahren erfolgten. Zwecks Sachverhaltsfeststellung für das Strafverfahren können 

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sich die im Verwaltungsverfahren erbrachten Aufwendungen aber als nützlich erweisen, deshalb 
rechtfertigt es sich bei der Festsetzung der Entschädigung für die Verteidigungskosten 10 Stunden 
der 50 doppelt verrechneten Stunden zu berücksichtigen. 

Für das erstinstanzliche Strafverfahren verrechnet die Gesuchstellerin einen Zeitaufwand von 
52.25 Stunden. Die Strafverhandlung dauerte 2 Tage und deren Vorbereitung nahm 3-4 Tage in 
Anspruch. Der von Rechtsanwalt Clerc in Rechnung gestellte Aufwand von 52.25 Stunden 
erscheint somit gerechtfertigt. Zusätzlich gilt es wie bereits erwähnt 10 der 50 doppelt 
verrechneten Stunden zu berücksichtigen, was einen Zeitaufwand von insgesamt 62.25 Stunden 
ergibt. 

bb) Die Strafprozessordnung setzt den im Rahmen von Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO zu 
berücksichtigenden Anwaltstarif nicht fest. Dieser wird auch vom freiburgischen Gesetzgeber nicht 
festgelegt. Die Verteidigungskosten müssen in einem vernünftigen Verhältnis zur Schwierigkeit des 
Falls bzw. zur Wichtigkeit der Sache stehen. Die Strafkammer des Kantonsgerichts hat 
entschieden, dass der zwischen dem Rechtsvertreter und dem Klient vereinbarte Stundenansatz 
massgebend sei, vorausgesetzt er überschreite den üblichen Rahmen nicht. Die Strafkammer des 
Kantonsgerichts hat in zwei im letzten Jahr ergangenen Urteilen festgehalten, dass ein 
Stundenansatz von Fr. 250.- bzw. Fr. 270.- dem üblichen Tarif entspreche (Entscheid vom 23. Mai 
2014 E. 3 in FZR 2014, S. 78; Entscheid 502 2013 222 vom 27. Januar 2014 E. 2c). 

Bezüglich des von Gesuchstellerin geltend gemachten Anspruchs auf Verzugszinsen ist darauf 
hinzuweisen, dass der Ausgang des Verwaltungsverfahrens bezüglich der fristlosen Entlassung 
der Gesuchstellerin für die Beurteilung der vorliegenden Entschädigungsforderung massgebend 
ist. Über die Rechtmässigkeit der fristlosen Kündigung wurde mit Bundesgerichtsurteil vom 
27. Januar 2014 rechtskräftig entschieden. Am 8. Juli 2014 wurde der Gesuchsgegnerin 1 das 
Entschädigungsgesuch mit Aufforderung zur Stellungnahme zugestellt. Mit Eingabe vom 
19. September 2014 äusserte sich die Gesuchsgegnerin 1 zu dieser Stellungnahme, am 
19. Januar 2015 die Gesuchsgegnerin 2. Zwischen dem Abschluss des Schriftenwechsels und 
dem heute ergangenem Entscheid liegen fast 5 Monate, die Verfahrensdauer ist somit als 
angemessen zu qualifizieren und die Zinsforderung als unbegründet abzuweisen. 

Der von Rechtsanwalt Clerc geltend gemachte Stundenansatz von Fr. 300.- erachtet der 
Strafappellationshof als zu hoch; er ist gestützt auf die hiesige Rechtsprechung auf Fr. 270.- 
herabzusetzen. Bezüglich der von ihm veranschlagten Auslagen ist darauf hinzuweisen, dass eine 
Kopie mit 40 Rappen entschädigt wird. Reiseentschädigungen für Fahrten innerhalb von Freiburg 
werden pauschal mit Fr. 15.- entschädigt. Dem Gesagten zu Folge ist bei einem Zeitaufwand von 
insgesamt 62.25 Stunden zu Fr. 270.- (Fr. 16‘807.50), Auslagen inkl. Reiseentschädigung von 
Fr. 294.90, zuzüglich 8% Mehrwertsteuer von Fr.  1‘368.20, eine Pauschalentschädigung von 
Fr. 18‘470.60 angemessen, welche entsprechend des erstinstanzlichen Verfahrensausgangs zur 
Hälfte zu entschädigen ist. Folglich ist die der Gesuchstellerin gestützt auf Art. 429 Abs. 1 lit. a 
StPO zuzusprechende Entschädigung auf Fr. 9‘235.30 festzusetzen. 

cc) Für das Verwaltungsstrafverfahren macht die Gesuchstellerin einen Zeitaufwand von 
38.75 Stunden geltend. Die von ihr in Rechnung gestellten Auslagen wurden bereits bei der 
Festsetzung der Entschädigung für das Strafverfahren berücksichtigt. Angesichts der Tatsache, 
dass dort aber nur 50 % der veranschlagten Kosten der Entschädigung unterliegen, sind die 
Auslagen für das Verwaltungsstrafverfahren auf pauschal Fr. 50.- festzusetzen. Hinzu kommt die 
Reiseentschädigung für die Einvernahmen bei der Swissmedic. Zwei Fahrten von Freiburg nach 
Bern aller-retour zu Fr. 330.- (132 km x Fr. 2.50). Dem Gesagten zu Folge ist bei einem 

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Zeitaufwand von insgesamt 38.75 Stunden zu Fr. 270.- (Fr. 10‘462.50), Auslagen 
inkl. Reiseentschädigung von Fr. 380.-, zuzüglich 8% Mehrwertsteuer von Fr.  867.40, eine 
Pauschalentschädigung von Fr. 11‘709.90 angemessen. 

Gestützt auf Ziffer III.5 des Urteils des Strafappellationshofs vom 16. September 2011 ist diese 
Entschädigung durch den Bund auszurichten. 

Das Gesuch auf Entschädigung ist somit teilweise und im vorgenannten Umfang gutzuheissen. 

6. a) Gemäss Art. 429 Abs. 1 lit. b StPO hat die beschuldigte bei teilweisem Freispruch 
Anspruch auf Entschädigung der wirtschaftlichen Einbussen, die ihr aus ihrer notwendigen 
Beteiligung am Strafverfahren entstanden sind. Entschädigt werden Lohn- und Erwerbseinbussen, 
die wegen Freiheitsentzuges oder der Beteiligung an den Verfahrensverhandlungen erlitten 
wurden, wie etwa auch die durch das Verfahren verursachten Reisekosten. Ebenfalls der 
Entschädigung unterliegen Stellenverlust, entgangene künftige Lohnaufbesserungen, Krankheit, 
eingetretene Arbeitsunfähigkeit und Karriereschäden aufgrund des Strafverfahrens, wobei 
diesbezüglich irrelevant ist, ob eine Zwangsmassnahme angeordnet wurde oder nicht. Es sind 
jedoch nur Schäden zu ersetzen, die kausal durch das Wirken der Strafverfolgungsorgane 
verursacht wurden. Zu ersetzen ist aber sowohl unmittelbarer wie auch mittelbarer Schaden, 
soweit der adäquate Kausalzusammenhang noch gegeben ist. Somit ist auch der Schaden der 
durch das Strafverfahren verursachten Arbeitslosigkeit zu ersetzen oder der Schaden, der durch 
eine Haftpsychose oder einer anderen mit der Inhaftierung nachgewiesenermassen im 
Zusammenhang stehenden Krankheit verursacht wurde. Die beschuldigte Person hat die 
wirtschaftliche Einbusse und deren adäquate Verursachung durch das Strafverfahren zu belegen 
bzw. glaubhaft zu machen. Für die Berechnung der Höhe der wirtschaftlichen Einbussen sind die 
zivilrechtlichen Regeln anzuwenden, wobei schadensmindernde Aktivitäten anzurechnen sind 
(BSK StPO-STEFAN WEHRENBERG/FRIEDRICH FRANK, Art. 429 N 23 ff.; Urteil UH1120377 des 
Obergerichts Zürich vom 3. März 2014 E. 2). 

b) Die Gesuchstellerin begründet ihren Entschädigungsanspruch im Wesentlichen mit dem 
Verlust ihrer Arbeitsstelle als Kantonsapothekerin und ihres Lehrauftrags an der Universität 
Freiburg. Sie führt aus, ein Grund zur Auflösung des Arbeitsverhältnisses bestünde rückblickend 
und mit Rücksicht auf die nunmehr bestätigten Vorhaltungen nicht, so dass mit heutiger Kenntnis 
von einer Entlassung Abstand genommen worden wäre und sich eine Verwarnung als 
angemessen erwiesen hätte. Aufgrund des fortdauernden Verfahrens habe sie nicht die 
Möglichkeit gehabt, eine annähernd gleichwertige Stelle zu finden. Sie macht geltend, der 
Verdienstrückgang könne langfristig auf mindestens 50% beziffert werden. 

Aus den Akten geht hervor, dass der Verwaltungsrat N.________ am 7. Juli 2006 mit sofortiger 
Wirkung die Dienstenthebung verfügte und die Gehaltszahlungen per 31. Juli 2006 einstellte. Bei 
der Dienstenthebung handelt es sich um eine vorsorgliche Massnahme, welche die Sicherstellung 
gefährdeter Interessen des Arbeitgebers bis zum Abschluss des Hauptverfahrens bezweckt und 
Dringlichkeit voraussetzt. Wenn aus triftigen Gründen anzunehmen ist, dass das Dienstverhältnis 
nach der Dienstenthebung aufgrund einer Verfehlung des Mitarbeiters nicht fortgesetzt werden 
kann, so kann die Dienstenthebung mit einer Einstellung der Gehaltszahlungen verbunden 
werden. Die Verfügung vom 7. Juli 2006 wurde vom Verwaltungsrat mit der bewussten 
Verschweigung der Existenz eines Kontos begründet. Der Verwaltungsrat erstattete jedoch erst 
am 3. August 2006 Anzeige bei den Strafuntersuchungsbehörden und am 6. November 2006 
entliess er die Gesuchstellerin fristlos. Bereits zum Zeitpunkt des Erlasses der Verfügung vom 
7. Juli 2006 ging der Verwaltungsrat davon aus, dass das Dienstverhältnis nach der 

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Dienstenthebung verbunden mit einer Einstellung der Lohnzahlungen nicht fortgesetzt werde bzw. 
dass die Gesuchstellerin entlassen werde. Die Voraussetzungen für eine Dienstenthebung mit 
Einstellung der Lohnzahlungen sind vergleichbar mit denjenigen der fristlosen Entlassung. Folglich 
waren die Voraussetzungen zur fristlosen Entlassung und dem damit verbundenen Verlust der 
Stelle bereits vor der Einreichung der Strafanzeige am 3. August 2006 erfüllt und sind in keiner 
Weise auf das Strafverfahren zurückzuführen. Ursache der fristlosen Entlassung war einzig die 
Existenz „schwarzer Kassen“, das gegen die Gesuchstellerin eingeleitete Strafverfahren war 
hingegen nicht kausal für die fristlose Auflösung des Arbeitsverhältnisses. Aus diesem Grund ist 
das Vorliegen eines Kausalzusammenhangs zwischen dem Stellenverlust und dem Strafverfahren 
klar zu verneinen. Im Übrigen ist darauf hinzuweisen, dass die fristlose Auflösung des 
Dienstverhältnisses vom Bundesgericht mit Urteil vom 27. Januar 2014 als rechtmässig erachtet 
wurde. Aus diesen Gründen ist das Gesuch auf Entschädigung wirtschaftlicher Einbussen in 
diesem Punkt abzuweisen. 

Die Gesuchstellerin unterlässt es trotz der ihr obliegenden Mitwirkungspflicht, zu begründen, 
inwiefern der Verlust ihres Lehrauftrags an der Universität Freiburg durch das Strafverfahren 
verursacht worden sei. Den Akten sind ebenfalls keine Hinweise auf einen Zusammenhang zu 
entnehmen. Mangels Nachweises eines Kausalzusammenhangs ist das Gesuch auf 
Entschädigung wirtschaftlicher Einbussen auch in diesem Punkt abzuweisen. 

7. a) Bei teilweisem Freispruch hat die beschuldigte Person Anspruch auf Genugtuung für 
besonders schwere Verletzungen ihrer persönlichen Verhältnisse, insbesondere bei 
Freiheitsentzug (Art. 429 Abs. 1 lit. c StPO). Diese Genugtuung bezweckt einen Ausgleich für 
erlittene Unbill. Vorausgesetzt wird eine besonders schwere Verletzung der persönlichen 
Verhältnisse im Sinne von Art. 28 Abs. 2 ZGB oder Art. 49 OR, die Verletzung muss mithin eine 
gewisse Intensität erreichen, damit eine Genugtuung zugesprochen werden kann. Die Verletzung 
der Persönlichkeit gilt stets als unerlaubte Handlung. Als Beispiele können neben der 
ungerechtfertigten Untersuchungs- und Sicherheitshaft, die publik gewordene Hausdurchsuchung, 
eine sehr lange Verfahrensdauer, eine breite Darlegung in den Medien wie auch allfällige 
Probleme im Familien- und Beziehungsleben durch die Strafuntersuchung oder 
persönlichkeitsverletzende Äusserungen durch die Strafbehörden aufgeführt werden. In anderen 
Fällen als dem des ungerechtfertigten Freiheitsentzugs hat die betroffene Person die Schwere der 
Verletzung glaubhaft zu machen (BSK StPO-STEFAN WEHRENBERG/FRIEDRICH FRANK, Art. 429 N 
26 ff.).

aa) Gemäss Art. 5 StPO nehmen die Strafbehörden die Strafverfahren unverzüglich an die 
Hand und bringen sie ohne begründete Verzögerung zum Abschluss. Der Grundsatz des 
Beschleunigungsgebots ist ein wichtiger Teil des Anspruchs auf ein faires Verfahren und ist in 
Art. 29 Abs. 1 BV, Art. 6 Ziff. 1 EMRK sowie in Art. 14 Abs. 3 IPBPR verankert. Zweck des 
Beschleunigungsgebots ist es primär, zu verhindern, dass eine beschuldigte Person unnötig lange 
Zeit über die gegen sie erhobenen Vorwürfe im Ungewissen gelassen und den Belastungen eines 
Strafverfahrens ausgesetzt bleibt (BGE 124 I 139 E. 2a). Das Beschleunigungsgebot verpflichtet 
die Behörden, im einzelnen Verfahren möglichst rasch tätig zu werden und ist von ihnen ab dem 
Zeitpunkt, in welchem die betroffene Person vom Verfahren Kenntnis hat und beeinträchtigt wird, 
zu beachten. Das Verfahren muss innert angemessener Frist beendet werden. Es besteht keine 
konkrete zeitliche Vorgabe für die Dauer des Verfahrens im Idealfall, die Angemessenheit der 
Verfahrensdauer wird vielmehr angesichts der spezifischen Umstände des Falls und gemäss den 
relevanten Kriterien entschieden. Neben dem wichtigsten Kriterium, dem Verhalten der Behörden, 
sind verschiedene andere Faktoren zu berücksichtigen, namentlich der Umfang und die 
Komplexität des Falles, das Verhalten der beschuldigten Person und die Bedeutung des 

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Verfahrens für die beschuldigte Person. Das Beschleunigungsgebot kann sowohl durch eine 
übermässig lange Verfahrensdauer als auch durch die nicht zu rechtfertigende Untätigkeit der 
Behörden während einzelner Verfahrensabschnitte verletzt werden. Scheint die Gesamtdauer 
völlig unverhältnismässig zu sein, kann eine Verletzung festgestellt werden, ohne dass andere 
Faktoren ausführlich berücksichtigt werden müssen. Scheint die Gesamtdauer a priori nicht 
übermässig lange, muss geprüft werden, ob die Behörden während einzelner 
Verfahrensabschnitte ungerechtfertigt lange inaktiv geblieben sind. Nach bundesgerichtlicher 
Rechtsprechung gilt als krasse Zeitlücke, welche eine Sanktion aufdrängt, etwa eine Untätigkeit 
von 13 oder 14 Monaten im Stadium der Untersuchung oder eine Dauer von vier Jahren zwischen 
dem Erlass der Überweisungsverfügung und der Anklageerhebung (Urteil des Bundesgerichts 
6B_94/2010 vom 23. April 2010). 

Massgebend ist in erster Linie das Verhalten der Behörden. Vorliegend wurde gestützt auf eine 
Meldung des vormaligen Kantonsspitals bzw. der Anzeige vom 3. August 2006 (act. 2000 ff.) vom 
Untersuchungsrichter ein Strafverfahren eröffnet, während mit Eröffnungsverfügung vom 
19. September 2007 von der Swissmedic parallel ein Verwaltungsstrafverfahren eröffnet wurde 
(act. 000063). Die untersuchungsrichterliche Einvernahme der Gesuchstellerin wurde am 
7. August 2007 (act. 3000) und die verwaltungsstrafrechtliche Einvernahme am 10. April 2008 
durchgeführt (act. 000095). Am 11. April 2008 forderte Swissmedic den Generaldirektor des 
Freiburger Spitals zur Einreichung diverser Beweismittel auf, welcher dieser Aufforderung mit 
Eingabe vom 30. April 2008 Folge leistete (act. 000123 ff.). Am 23. Juni 2008 bat die zuständige 
Untersuchungsrichterin den Untersuchungsleiter von Swissmedic, sie über das weitere Vorgehen 
zu informieren und ihr mitzuteilen, ob und wann mit einem Entscheid von Swissmedic zu rechnen 
sei. Mit Schreiben vom 26. Juni 2008 informierte der Untersuchungsleiter die 
Untersuchungsrichterin, dass der Entscheid über das weitere Vorgehen, nämlich über eine 
Einstellung des Verwaltungsstrafverfahrens oder die Erstellung eines Schlussprotokolls mit 
gleichzeitigem Ersuchen um Vereinigung des Verwaltungsstrafverfahrens mit dem im Kanton 
Freiburg hängigen Strafverfahren, voraussichtlich bis Ende Juli 2008 erfolgen werde. In seinem 
Schreiben vom 30. Juli 2008 teilte der Untersuchungsleiter der zuständigen 
Untersuchungsrichterin mit, dass der Entscheid über das weitere Vorgehen bis spätestens am 
15. August 2008 erfolgen werde und erliess sein Schlussprotokoll am 14. August 2008. Am 
13. November 2008 wurde die Gesuchstellerin sowie eine Auskunftsperson von der Swissmedic 
einvernommen und am 16. Dezember 2008 erfolgte die Einvernahme einer weiteren 
Auskunftsperson. Am 16. Januar 2009 erstellte der Untersuchungsleiter ein weiteres 
Schlussprotokoll, welches neben der Gesuchstellerin auch einen Vertreter der Firma Roche betraf. 
Mit Strafbescheiden vom 18. und 19. März 2009 verurteilte er die Gesuchstellerin wegen 
Annehmens geldwerter Vorteile für die Verschreibung oder Abgabe von Arzneimitteln, begangen 
zwischen November 2002 und Oktober 2004, in Freiburg zu einer Busse von Fr. 2‘000.- bzw. 
Fr. 800.- und auferlegte ihr einen Teil der Verfahrenskosten. Gegen diese Strafbescheide erhob 
die Gesuchstellerin am 20. April 2009 Einsprache. Die zuständige Untersuchungsrichterin erliess 
am 1. Juli 2009 eine Einstellungs- und Überweisungsverfügung. Die Verhandlung vor dem 
Bezirksstrafgericht fand am 11. November 2009 statt und das begründete Urteil wurde der 
Gesuchstellerin am 16. August 2010 zugestellt. Der Strafapellationshof fällte sein Urteil gleich im 
Anschluss an die Verhandlung vom 16. September 2011 und das Bundesgericht wies die von 
Gesuchstellerin erhobene Beschwerde mit Urteil vom 11. Dezember 2012 ab. 

Entgegen den Behauptungen der Gesuchstellerin ist die Dauer des diesem 
Entschädigungsgesuch zugrunde liegenden Verfahrens nicht als unverhältnismässig lang zu 
qualifizieren. Die Untersuchung hat zwar relativ lange gedauert, doch das ist auf die Parallelität 

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zwischen Straf- und Strafverwaltungsuntersuchung und deren wechselseitige Abhängigkeit 
zurückzuführen. Die Behörden blieben nie über längere Zeit untätig und auch die Länge der 
Gerichtsverfahren ist als üblich zu qualifizieren. Aus diesen Gründen muss das Gesuch auf 
Entschädigung auch in diesem Punkt abgewiesen werden. 

bb) Was die breite Darlegung des Verfahrens in den Medien betrifft, führt die Gesuchstellerin 
aus, dass ihre Identität bekannt gegeben worden sei wie auch der Umstand, dass sie sich einer 
Geschlechtsumwandlung unterzogen habe. Sie weist darauf hin, dass H.________, I.________, 
J.________, K.________ sowie die L.________ eine aktive Informationspolitik gegen sie betrieben 
hätten, unterlässt es aber, ihre Behauptung mit den entsprechenden Beweismitteln zu 
untermauern. In den umfangreichen Akten befindet sich lediglich eine Medienmitteilung vom 9. 
November 2006, welche darüber informiert, dass der Verwaltungsrat des Kantonsspitals 
entschieden habe, die Gesuchstellerin wegen Verletzung gegen die Treuepflicht zu entlassen. In 
dieser Medienmitteilung wird weder die Identität der Gesuchstellerin noch der Umstand, dass sie 
sich einer Geschlechtsumwandlung unterzogen hat, bekannt gegeben. Die von der 
Gesuchstellerin beschuldigten Personen waren mit Ausnahme von K.________ nicht ins 
Strafverfahren involviert und in den Akten befindet sich kein einziger Hinweis darauf, dass der 
Gerichtspräsident des Bezirksstrafgerichts der Saane gegenüber den Medien 
persönlichkeitsverletzende Äusserungen über die Gesuchstellerin gemacht hätte. Mangels 
Nachweises bzw. Substantiierung ihres Vorwurfs der aktiven persönlichkeitsverletzenden 
Informationspolitik ist das Gesuch auch in diesem Punkt abzuweisen.

cc) Schliesslich macht die Gesuchstellerin geltend, das Strafverfahren sei für sie selbst 
sowie ihre Familie sehr belastend gewesen. Ihrer Mitwirkungs- und Substantiierungspflicht kommt 
sie jedoch wiederum nicht nach und unterlässt es, den Nachweis für diese 
Persönlichkeitsverletzung zu erbringen. Folglich ist das Gesuch auch in diesem Punkt abzuweisen. 

8. Es werden keine zusätzlichen Gerichtskosten erhoben und Parteientschädigungen 
ausgerichtet. 

(Dispositiv auf der folgenden Seite)

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Der Hof erkennt:

I. Das Entschädigungsgesuch wird teilweise gutgeheissen.

A.________ wird eine vom Amt für Justiz auszuzahlende Entschädigung von Fr. 9‘235.30 
(Anwaltshonorar: Fr. 8‘403.75; Auslagen und Mehrwertsteuer: Fr. 831.55) zugesprochen, 
diese wird mit den ihr für das erst- und zweitinstanzliche Verfahren auferlegten 
Verfahrenskosten verrechnet.

A.________ wird eine vom Bund, hier vertreten durch Swissmedic, auszuzahlende 
Pauschalentschädigung von Fr. 11‘709.90 zugesprochen.

II. Es werden keine zusätzlichen Gerichtskosten erhoben und keine zusätzliche 
Parteientschädigung zugesprochen. 

III. Zustellung.

Dieses Urteil kann innert 30 Tagen nach seiner Eröffnung mit Beschwerde in Strafsachen beim 
Bundesgericht angefochten werden. Das Beschwerderecht und die übrigen 
Zulässigkeitsvoraussetzungen sind in den Art. 78–81 und 90 ff. des Bundesgesetzes über das 
Bundesgericht vom 17. Juni 2005 (BGG) geregelt. Die begründete Beschwerdeschrift ist beim 
Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.

Freiburg, 15. Juni 2015/rbr

Präsident Gerichtsschreiberin