# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1924a02c-eeee-5698-ab72-38ea2c24c48a
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-12-16
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 16.12.2022 200 2022 455
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2022-455_2022-12-16.pdf

## Full Text

200 22 455 IV
FUE/SVE/STA

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 16. Dezember 2022

Verwaltungsrichter Furrer, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Schwegler, Verwaltungsrichterin Wiedmer
Gerichtsschreiberin Schwitter

A.________
vertreten durch B.________, Rechtsanwalt C.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

D.________
Beigeladene

betreffend Verfügung vom 24. Juni 2022

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Dez. 2022, IV/22/455, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1966 geborene, seit November 2006 als ... in ... mit einem 50%-
Pensum tätig gewesene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführe-
rin) meldete sich im Januar 2019 unter Hinweis auf gesundheitliche Beein-
trächtigungen am Knie, an der Hüfte und am Fuss bei der Eidgenössischen 
Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an (Akten der IV-Stelle des 
Kantons Bern [IVB bzw. Beschwerdegegnerin], Antwortbeilage [AB] 1, 3). 
Die IVB tätigte in der Folge erwerbliche und medizinische Abklärungen und 
verneinte mit Verfügung vom 2. April 2019 (AB 21) einen Leistungsan-
spruch mangels Invalidität. Am 20. Mai 2019 stellte die Versicherte erneut 
ein Leistungsgesuch (AB 22) und teilte im Rahmen des darauf folgenden 
Vorbescheidverfahrens (AB 26 ff.) mit, an einem Analkarzinom erkrankt zu 
sein (vgl. AB 29 S. 1 f.). Daraufhin tätigte die IVB weitere Abklärungen und 
veranlasste insbesondere eine polydisziplinäre Begutachtung bei der ME-
DAS E.________ in den Fachdisziplinen Allgemeine Innere Medizin, Or-
thopädie, Gastroenterologie, Onkologie und Psychiatrie (inkl. Neuropsycho-
logie; MEDAS-Gutachten vom 20. Dezember 2021 [AB 93.1-93.10]) sowie 
eine Abklärung an Ort und Stelle (Abklärungsbericht Haushalt/Erwerb vom 
4. März 2022 [AB 98]). Im Rahmen des erneuten Vorbescheidverfahrens 
(AB 99 ff.) holte die IVB eine Stellungnahme beim Bereich Abklärungen ein 
(Stellungnahme vom 12. Mai 2022 [AB 108 S. 2]). Mit Verfügung vom 
24. Juni 2022 (AB 110) sprach sie der Versicherten in Anwendung der ge-
mischten Methode (Status: 50 % Erwerb und 50 % Aufgabenbereich Haus-
halt) eine von 1. März bis 30. November 2020 befristete ganze Rente zu 
und verneinte einen darüberhinausgehenden Rentenanspruch. 

B.

Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten durch B.________, Rechtsan-
walt C.________, mit Eingabe vom 11. August 2022 Beschwerde und be-
antragte, in Aufhebung der Verfügung vom 24. Juni 2022 sei ihr auch ab 
Dezember 2020 eine unbefristete Invalidenrente zuzusprechen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Dez. 2022, IV/22/455, Seite 3

Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 12. Sep-
tember 2022 auf Abweisung der Beschwerde.

Am 28. September 2022 liess sich die Beschwerdeführerin erneut verneh-
men.

Mit prozessleitender Verfügung vom 3. November 2022 wurde die 
D.________ (Beigeladene) zum Verfahren beigeladen und ihr Gelegenheit 
zur Stellungnahme geboten, woraufhin sie mit Eingabe vom 24. November 
2022 auf eine materielle Stellungnahme verzichtete.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

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1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 24. Juni 2022 
(AB 110). In anfechtungs- und streitgegenständlicher Hinsicht liegt ein 
Rechtsverhältnis vor, wenn rückwirkend eine abgestufte und/oder befristete 
IV-Rente zugesprochen wird. Wird nur die Abstufung oder die Befristung 
der Leistungen angefochten, wird damit die richterliche Überprüfungsbe-
fugnis nicht in dem Sinne eingeschränkt, dass die unbestritten gebliebenen 
Rentenbezugszeiten von der richterlichen Prüfung ausgenommen blieben 
(BGE 125 V 413; SVR 2019 IV Nr. 32 S. 100 E. 3.2; AHI 2001 S. 278 
E. 1a). Streitig und zu prüfen ist demnach der Rentenanspruch unter Ein-
schluss der von 1. März bis 30. November 2020 zugesprochenen ganzen 
IV-Rente.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Am 1. Januar 2022 sind die Änderungen vom 19. Juni 2020 des IVG 
(Weiterentwicklung der IV) und weiterer Erlasse (insbesondere des ATSG) 
in Kraft getreten (AS 2021 705). In zeitlicher Hinsicht sind – vorbehältlich 
besonderer übergangsrechtlicher Regelungen – grundsätzlich diejenigen 
Rechtssätze massgeblich, die bei der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden 
oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 
364 E. 7.1 S. 370, 144 V 210 E. 4.3.1 S. 213). Zwar datiert die angefochte-
ne Verfügung vom 24. Juni 2022 (AB 110), womit sie nach dem Inkrafttre-
ten der IVG-Änderung vom 19. Juni 2020 erging. Indessen liegen der frü-
hest mögliche Zeitpunkt der potentiellen Entstehung des Rentenanspruchs 
sowie sämtliche Revisionsgründe vor dem 1. Januar 2022, weshalb die 
Bestimmungen des IVG und diejenigen der Verordnung vom 17. Januar 
1961 über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) in der bis 31. De-
zember 2021 gültigen Fassung (fortan: aArt.) massgebend sind (Rz. 9100-
9102 des Kreisschreibens über Invalidität und Rente in der Invalidenversi-

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cherung [KSIR]; zur Bedeutung von Verwaltungsweisungen vgl. BGE 147 V 
79 E. 7.3.2 S. 82, 146 V 224 E. 4.4.2 S. 228).

2.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.3 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 IVG 
sowie Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizinische 
Befundlage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer nur 
dann anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeein-
trächtigung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 
145 V 215 E. 5.1 S. 221). Mit der Diagnose eines Gesundheitsschadens ist 
noch nicht gesagt, dass dieser auch invalidisierenden Charakter hat. Ob 
dies zutrifft, beurteilt sich gemäss dem klaren Gesetzeswortlaut nach dem 
Einfluss, den der Gesundheitsschaden auf die Arbeits- und 
Erwerbsfähigkeit hat. Entscheidend ist, ob der versicherten Person wegen 
des geklagten Leidens nicht mehr zumutbar ist, ganz oder teilweise zu 
arbeiten. Deshalb gilt eine objektivierte Zumutbarkeitsprüfung unter 
ausschliesslicher Berücksichtigung von Folgen der gesundheitlichen 
Beeinträchtigung (BGE 142 V 106 E. 4.4 S. 110).

2.4 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 

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wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Gemäss aArt. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente. 

Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG frühestens nach 
Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs 
nach Art. 29 Abs. 1 ATSG.

2.5

2.5.1 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird bei einer erwerbs-
tätigen versicherten Person das Erwerbseinkommen, das sie nach Eintritt 
der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und 
allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit 
bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt 
zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 
geworden wäre (Art. 16 ATSG).

2.5.2 Nach aArt. 28a Abs. 3 IVG wird bei Versicherten, die nur zum Teil 
erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der 
Ehegattin mitarbeiten, für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG 
festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so wird die 
Invalidität für diese Tätigkeit gestützt auf einen Betätigungsvergleich ermit-
telt (aArt. 28a Abs. 2 IVG). In diesem Falle sind der Anteil der Erwerbstätig-
keit oder der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der 
Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und 
der Invaliditätsgrad in beiden Bereichen zu bemessen (sog. gemischte Me-
thode; BGE 145 V 370 E. 4.1 S. 373, 144 I 21 E. 2.1 S. 23).

2.5.3 Bei Teilerwerbstätigen, die sich zusätzlich im Aufgabenbereich nach 
Art. 7 Abs. 2 IVG betätigen, werden für die Bestimmung des Invaliditäts-

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grads der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Erwerbstätigkeit und der Invali-
ditätsgrad in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich summiert 
(aArt. 27bis Abs. 2 IVV). Die Berechnung des Invaliditätsgrades in Bezug auf 
die Erwerbstätigkeit richtet sich nach Art. 16 ATSG. Dabei sind Validen- 
und Invalideneinkommen auf der Grundlage einer hypothetischen Vollzeit-
tätigkeit zu ermitteln (BGE 145 V 370). Die prozentuale Erwerbseinbusse 
wird schliesslich anhand des Beschäftigungsgrads, den die Person hätte, 
wenn sie nicht invalid geworden wäre, gewichtet (aArt. 27bis Abs. 3 IVV). 
Für die Berechnung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Betätigung im 
Aufgabenbereich wird der prozentuale Anteil der Einschränkungen bei der 
Betätigung im Aufgabenbereich im Vergleich zur Situation, wenn die versi-
cherte Person nicht invalid geworden wäre, ermittelt. Er wird anhand des 
Anteils des Aufgabenbereichs gewichtet (aArt. 27bis Abs. 4 IVV).

2.6 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf 
Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufge-
hoben (aArt. 17 Abs. 1 ATSG). Wurde eine Rente bereits einmal wegen 
eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird eine neue Anmel-
dung nur geprüft, wenn die Voraussetzung nach Abs. 2 erfüllt ist (Art. 87 
Abs. 3 IVV, vgl. auch BGE 130 V 343 E. 3.5.3 S. 351).

2.6.1 Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung oder das Revisionsge-
such ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewis-
sern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung 
des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist. Stellt sie fest, dass 
der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine 
Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls 
hat sie zusätzlich noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, 
um nunmehr eine rentenbegründende (bzw. anspruchsrelevant höhere) 
Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall 
obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 
117 V 198 E. 3a S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1).

2.6.2 Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den 
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit 
den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist deshalb nicht 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Dez. 2022, IV/22/455, Seite 8

nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, son-
dern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen
(oder die Auswirkungen auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) 
des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert 
haben. Dazu gehört die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit aufgrund einer 
Angewöhnung oder Anpassung an die Behinderung. Ein Revisionsgrund ist 
ferner unter Umständen auch dann gegeben, wenn eine andere Art der 
Bemessung der Invalidität zur Anwendung gelangt oder eine Wandlung des 
Aufgabenbereichs eingetreten ist (BGE 144 I 103 E. 2.1 S. 105, 141 V 9 
E. 2.3 S. 10; SVR 2021 IV Nr. 36 S. 110 E. 3.1).

2.6.3 Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invali-
ditätsgrad erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuan-
meldungsverfahren – analog zur Rentenrevision nach aArt. 17 Abs. 1 
ATSG – durch Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten 
materiellen Beurteilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit 
demjenigen zur Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 
S. 112; 130 V 71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

2.6.4 Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Ren-
tenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter 
Berücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlag-
gebenden Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Invali-
ditätsschätzungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b 
S. 200; SVR 2021 IV Nr. 36 S. 110 E. 3.1).

2.6.5 Bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten 
IV-Rente sind die für die Rentenrevision geltenden Bestimmungen analog 
anzuwenden, weil noch vor Erlass der ersten Rentenverfügung eine an-
spruchsbeeinflussende Änderung eingetreten ist mit der Folge, dass dann 
gleichzeitig die Änderung mitberücksichtigt wird. Wird rückwirkend eine 
abgestufte oder befristete Rente zugesprochen, sind einerseits der Zeit-
punkt des Rentenbeginns und anderseits der in Anwendung der Dreimo-
natsfrist von Art. 88a IVV festzusetzende Zeitpunkt der Anspruchsänderung 
die massgebenden Vergleichszeitpunkte (BGE 133 V 263 E. 6.1 S. 263; 
SVR 2020 IV Nr. 70 S. 244 E. 4.2.2).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Dez. 2022, IV/22/455, Seite 9

2.6.6 Bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, 
sich im Aufgabenbereich zu betätigen, ist die anspruchsbeeinflussende 
Änderung für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem 
Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass 
sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu 
berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Mona-
te angedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird (Art. 88a 
Abs. 1 IVV). Bei einer Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit oder der 
Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, ist die anspruchsbeein-
flus-sende Änderung zu berücksichtigen, sobald sie ohne wesentliche Un-
terbrechung drei Monate angedauert hat (Art. 88a Abs. 2 IVV).

2.7 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2021 IV 
Nr. 54 S. 181 E. 2.3).

3.

3.1 Die Beschwerdegegnerin ist auf die Neuanmeldung vom Mai 2019 
(AB 22) eingetreten und hat den Leistungsanspruch in der angefochtenen 
Verfügung vom 24. Juni 2022 (AB 110) materiell geprüft. Praxisgemäss ist 
die Eintretensfrage daher durch das Gericht nicht zu beurteilen (BGE 109 V 
108 E. 2b S. 114). Weil mit der Krebserkrankung mit konsekutiver länger-
dauernder Arbeitsunfähigkeit in medizinischer Hinsicht offenkundig ein 
Neuanmeldungsgrund vorliegt, ist der Rentenanspruch nachfolgend frei zu 
prüfen (vgl. E. 2.6.4 hiervor). 

3.2 In medizinischer Hinsicht lässt sich den Akten – soweit entscheid-
wesentlich – das Folgende entnehmen:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Dez. 2022, IV/22/455, Seite 10

3.2.1 Im Bericht der Klinik F.________ über die neuropsychologische Un-
tersuchung vom 4. Januar 2021 (AB 93.10 S. 7 ff.) wurden im Wesentlichen 
folgende Diagnosen gestellt:

1. Mittelgradige neuropsychologische Störung, a.e. i.R. unterdurchschnittlicher IQ;
2. Unterdurchschnittliche Intelligenz (leichte Lernbehinderung).

Die Beschwerdeführerin habe einen Gesamt-IQ von 72 (68-77) erzielt. 
Dies entspreche einer unterdurchschnittlichen Intelligenz. In der neuro-
psychologischen Untersuchung stünden auffällige verbale Gedächtnis-
leistungen sowie Exekutivfunktionen im Vordergrund. Die visuokonstruk-
tiven sowie Benennleistungen, welche zusätzlich Hinweise auf eine neu-
rodegenerative Erkrankung lieferten, seien unauffällig. Aufgrund der 
erfassten Befunde sei eine mittelgradige neuropsychologische Störung 
zu diagnostizieren, welche am ehesten im Rahmen des unterdurch-
schnittlichen IQ erklärbar sei (S. 10). 

3.2.2 Im MEDAS-Gutachten vom 20. Dezember 2021 (AB 93.1-93.10) 
wurden in der interdisziplinären Gesamtbeurteilung (AB 93.1 S. 7 ff. Ziff. 4) 
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit folgende Diagnosen gestellt (S. 11 
Ziff. 4.2):

- Gonarthrose beidseits mit deutlicher Bewegungseinschränkung und verminderter 
Belastbarkeit;
- Status nach endoprothetischer Versorgung links am 30. November 2017 mit er-

heblicher Bewegungseinschränkung, schmerzhaft;
- klinisch medial betonte Gonarthrosezeichen rechts;
- Rx beide Kniegelenke im Stehen in zwei Ebenen vom 17. November 2021: Re-

gelrecht liegende Implantate, rechts Erniedrigung des medialen Gelenkspaltes, 
Retropatellararthrose;

- Coxarthrose beidseits;
- Zustand nach endoprothetischer Versorgung links mit Trochanterdynie und leicht 

eingeschränkter Beweglichkeit;
- Rx Beckenübersicht vom 17. November 2021: unauffälliger Prothesensitz links, 

fortgeschrittene Coxarthrose rechts;
- Belastungsabhängiges Lumbovertebralsyndrom ohne radikuläre Reiz- oder Aus-

fallsymptomatik mit stark eingeschränkter Beweglichkeit;
- Rx Lendenwirbelsäule vom 17. November 2021: omnisegmentale Degeneratio-

nen, Lordosewinkel von zirka 90°;
- Leichte Intelligenzminderung (ICD-10 F70.0; obwohl die Versicherte in der IQ-

Testung auf einen Intelligenzwert von 72 kommt, sind doch wesentliche neuropsy-
chologische Funktionen, die für ein effizientes Arbeiten im ersten Arbeitsmarkt nötig 
sind, eingeschränkt);

- Mittelgradige neuropsychologische Störung;

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Dez. 2022, IV/22/455, Seite 11

- Status nach Analkarzinom (ED Juni 2019);
- Status nach Radiochemotherapie;
- Juni 2021 rezidivfreier Verlauf dokumentiert.

Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurden im Wesentlichen folgen-
de Diagnosen aufgeführt (S. 12 Ziff. 4.2):

- Status nach Umbilikalhernien-Repair am 7. September 2020;
- Arterielle Hypertonie gemäss Akten, aktuell ohne Therapie hochnormaler Blutdruck;
- Prurigo simplex der Arme und Unterschenkel;
- Adipositas WHO III, BMI 43.5 kg/m2;
- Verdacht auf Prädiabetes mellitus;
- Klassische Migräne, vierteljährlich;
- Verdacht auf Karpaltunnelsyndrom links;
- Urininkontinenz Grad II, Stressinkontinenz mit Urge-Komponente;
- Strumaknoten links gemäss Akten, Euthyreot zum Gutachtenszeitpunkt.

Die Gutachter legten dar, die somatisch bedingten funktionellen 
Einschränkungen ergäben sich vor allem aus den orthopädischen 
Problemen. Zusammenfassend bestehe eine erhebliche Minderung der 
Beweglichkeit und Belastbarkeit beider Knie- und Hüftgelenke, eine 
mässige Minderung der Belastbarkeit der Lumbalwirbelsäule bei starker 
Einschränkung der Beweglichkeit und eine geringe Minderung der 
Belastbarkeit der Daumensattelgelenke ohne Bewegungseinschränkung. 
Im engeren Sinne bestünden psychiatrisch keine Einschränkungen. In 
neuropsychologischer Hinsicht bestünden eine bereits vordiagnostizierte 
Minderintelligenz und eine hauptsächlich damit zusammenhängende 
mittelgradige neuropsychologische Störung mit einer Verlangsamung, 
Aufmerksamkeitsdefiziten, auditiv-verbaler Lernstörung und exekutiven 
Dysfunktionen (S. 12 f. Ziff. 4.3). In der angestammten Tätigkeit in ... bzw. 
einfachen ...arbeiten sei die Beschwerdeführerin maximal 20 % 
arbeitsfähig. Angenommen werden könne die genannte somatische 
Einschränkung seit dem endoprothetischen Ersatz des linken Kniegelenks 
am 30. November 2017 (mit nachfolgender dreimonatiger 
Rehabilitationszeit) bei unbefriedigender postoperativer Beweglichkeit 
(S. 14 Ziff. 4.7). In einer angepassten Tätigkeit bestehe – seit drei Monaten 
nach der endoprothetischen Versorgung des linken Kniegelenks (d.h. ab 
28. Februar 2018; AB 93.4 S. 10 f. Ziff. 8.2) – eine Arbeitsfähigkeit 
zwischen 30 und 40 %. Eine adaptierte Tätigkeit müsse folgende 
Bedingungen erfüllen: Arbeiten überwiegend im Sitzen mit der Möglichkeit 

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zu bedarfsweisem Stehen und Gehen, ohne Bücken, ohne das Heben und 
Tragen von Gewichten über fünf Kilogramm, ohne Arbeiten in kniender 
oder kauernder Position, ohne Treppensteigen oder das Besteigen von 
Leitern. Dabei sei ebenfalls zu berücksichtigen, dass die 
Beschwerdeführerin aufgrund diverser degenerativer Veränderungen und 
der chronischen Lymphödeme unter chronischen Schmerzen leide. Zudem 
sei sie auf eine Toilette in der Nähe angewiesen. Betreffend die 
neuropsychologischen Einschränkungen seien die Minderintelligenz, das 
verlangsamte Arbeitstempo und die deutlich eingeschränkte Lernfähigkeit 
hervorzuheben. In einer angepassten Tätigkeit dürften daher keine hohen 
Anforderungen an die kognitive Leistungsfähigkeit gestellt werden. Im 
Vordergrund sollten praktische Arbeiten stehen, am besten in Bereichen, in 
denen die Beschwerdeführerin bereits Arbeitserfahrung habe sammeln 
können (Hilfstätigkeiten im ..., in ..., in ... oder in ...). Zudem solle sie 
aufgrund der leicht reduzierten Belastbarkeit und des erhöhten 
Erholungsbedarfs selbstbestimmte Pausen einlegen dürfen (AB 93.1 S. 14 
f. Ziff. 4.8). Medizinische Massnahmen mit wesentlicher Verbesserung der 
Arbeitsfähigkeit könnten weder somatischerseits noch 
neuropsychologischerseits genannt werden. Berufliche Massnahmen seien 
ebenfalls nicht angezeigt (S. 15 f. Ziff. 4.10).

3.3 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe 
anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische 
These abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352). 

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Dez. 2022, IV/22/455, Seite 13

tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

3.4

3.4.1 Das MEDAS-Gutachten vom 20. Dezember 2021 (AB 93.1-93.10) 
erfüllt in somatischer Hinsicht die Anforderungen der Rechtsprechung an 
Expertisen (vgl. E. 3.3 hiervor) und erbringt vollen Beweis. Es ist in Bezug 
auf die befundmässige und diagnostische Einschätzung sowie hinsichtlich 
der Beurteilung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit grundsätzlich (zum Ver-
lauf der Arbeitsfähigkeit E. 3.4.3 zweiter Absatz hiernach) nachvollziehbar 
und die Schlussfolgerungen sind überzeugend begründet. Dies ist zwi-
schen den Parteien denn auch unbestritten. 

3.4.2 In psychiatrischer Hinsicht erfüllt das Gutachten soweit die befund-
mässige Einschätzung betreffend ebenfalls die Anforderungen an eine me-
dizinische Expertise (vgl. E. 3.3 hiervor). Hingegen begründete die psychia-
trische Gutachterin nicht einmal ansatzweise, weshalb sie die Diagnose 
einer leichten Intelligenzminderung (ICD-10 F70; AB 93.7 S. 8 Ziff. 6) stell-
te, obwohl im Rahmen einer Testung am 22. Februar 2021 durch die Klinik 
F.________ ein Gesamt-IQ von 72 erhoben worden war (vgl. AB 93.10 S. 7 
ff.) und gemäss dem zur Anwendung gelangenden Klassifikationssystem 
ICD-10 eine leichte Intelligenzminderung mit einem IQ im Bereich von 50 
bis 69 einhergeht (vgl. DILLING/MOMBOUR/SCHMIDT [Hrsg.], Internationale 
Klassifikation psychischer Störungen, ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch-
diagnostische Leitlinien, 10. Aufl., 2015, S. 311). Lediglich in der interdiszi-
plinären Beurteilung wird zur Diagnosestellung bemerkt, obwohl die Be-
schwerdeführerin in der IQ-Testung auf einen Intelligenzwert von 72 ge-
kommen sei, seien doch wesentliche neuropsychologische Funktionen, die 
für ein effizientes Arbeiten im ersten Arbeitsmarkt sprächen, eingeschränkt 
(vgl. AB 93.1 S. 11 Ziff. 4.2). Dass diese neuropsychologischen Einschrän-
kungen die Diagnosestellung einer leichten Intelligenzminderung (ICD-10 
F70) trotz des für diese Diagnose zu hohen IQ von 72 erlaubten, leuchtet 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Dez. 2022, IV/22/455, Seite 14

nicht ein. Nach konstanter Rechtsprechung besteht bei einem IQ von 70 
und mehr sowie fehlender Teilleistungsstörung in der Regel kein invaliden-
versicherungsrechtlich relevanter Gesundheitsschaden (Entscheide des 
Bundesgerichts [BGer] vom 24. Juni 2020, 8C_302/2020, E. 7.1, und vom 
6. Mai 2021, 9C_5/2021, E. 3.3). Dass bei der Beschwerdeführerin eine 
eigentliche Teilleistungsstörung vorläge, wurde von den Gutachtern nicht 
festgestellt bzw. postuliert. Ebensowenig kann dem Bericht der Klinik 
F.________ (AB 93.10 S. 7 ff.) ein Hinweis auf eine solche entnommen 
werden. Mithin ist in psychiatrischer Hinsicht ein relevanter Gesundheits-
schaden nicht ausgewiesen. Deshalb kann den im psychiatrischen Gutach-
ten aus der leichten Intelligenzminderung abgeleiteten Auswirkungen auf 
die Arbeitsfähigkeit, wonach die Beschwerdeführerin in der bisherigen 
Tätigkeit (die optimal angepasst sei) um 50 % eingeschränkt sei (AB 93.7 
S. 11 Ziff. 8.1) und wonach aufgrund der kognitiven Einschränkungen eine 
Eingewöhnung in eine neue Arbeit als unrealistisch zu betrachten sei 
(Ziff. 8.2), nicht gefolgt werden. 

Was die im neuropsychologischen Teilgutachten diagnostizierte mittelgra-
dige neuropsychologische Störung betrifft (AB 93.8 S. 8 Ziff. 6), welcher in 
der interdisziplinären Gesamtbeurteilung eine Auswirkung auf die Arbeits-
fähigkeit zugemessen wurde (vgl. AB 93.1 S. 11 Ziff. 4.2), ergibt sich, was 
folgt: Eine neuropsychologische Abklärung stellt nur eine Zusatzuntersu-
chung dar (Entscheid des BGer vom 13. August 2020, 9C_255/2020, 
E. 3.2) und die entsprechend attestierte Leistungseinschränkung ist nur 
dann invalidenversicherungsrechtlich massgeblich, wenn sie psychiatrisch 
bzw. neurologisch validiert ist (Entscheid des BGer vom 16. April 2020, 
8C_98/2020, E. 5.2), was nach dem Dargelegten in psychiatrischer Hin-
sicht nicht der Fall ist. Eine Rückweisung zur Klärung der Frage, ob die 
neuropsychologisch attestierte Leistungseinschränkung aus neurologischer 
Sicht bestätigt werden kann, kann indes unterbleiben. Denn am Ergebnis 
ändert sich nichts, selbst wenn zu Gunsten der Beschwerdeführerin die 
neuropsychologisch attestierten Einschränkungen (im Rendement) ergän-
zend berücksichtigt würden (vgl. E. 5.6.2 f. hiernach).

3.4.3 Mithin sind für die Ermittlung des Invaliditätsgrades ausschliesslich 
die somatisch und neuropsychologisch begründeten Arbeitsunfähigkeiten 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Dez. 2022, IV/22/455, Seite 15

bzw. Einschränkungen massgebend, wobei die Ausklammerung der psych-
iatrischen Einschränkungen angesichts der höheren orthopädischen Ein-
schränkungen letztlich nicht zu einer höheren Arbeitsfähigkeit führt. 

Was den Beginn und den Verlauf der Arbeitsunfähigkeit anbelangt, attes-
tierten die Gutachter der Beschwerdeführerin eine seit 30. November 2017 
durchgehend bestehende (mind.) 80%ige Arbeitsunfähigkeit in der bisheri-
gen Tätigkeit (AB 93.1 S. 14 Ziff. 4.7) und eine Arbeitsfähigkeit von 35 % in 
einer leidensangepassten Tätigkeit seit Ende Februar 2018 (drei Monate 
nach der endoprothetischen Versorgung des linken Kniegelenks; AB 93.1 
S. 14 Ziff. 4.8, 93.4 S. 10 f. Ziff. 8.2). Die Beschwerdeführerin selbst gab 
demgegenüber in der Neuanmeldung an, vom 28. November 2017 bis 
7. Mai 2018 100 % und wieder ab 18. März 2019 50 % arbeitsunfähig ge-
wesen zu sein (AB 22 S. 4 Ziff. 4.3). Im Einklang mit diesen Angaben war 
sie in der Zeit von 8. Mai 2018 bis 17. März 2019 denn auch wieder in der 
ursprünglichen Anstellung mit einem 50%-Pensum erwerbstätig. Entspre-
chend dem geführten Tatbeweis (vgl. hierzu AB 1 S. 2 und S. 8, 12 S. 2, 
14) bestand in dieser Zeit (8. Mai 2018 bis 17. März 2019) – entgegen dem 
Gutachten – keine Arbeitsunfähigkeit mehr. Eine solche wurde auch durch 
die behandelnden Ärzte nicht attestiert (vgl. AB 15 S. 8 und 10). In Über-
einstimmung mit der gutachterlichen Einschätzung (vgl. AB 93.1 S. 14 
Ziff. 4.7) ist zwar durchaus davon auszugehen, dass die angestammte 
Tätigkeit (bereits damals) als längerfristig ungeeignet und dereinst auch 
nicht mehr als ausführbar zu betrachten war. Dies kann indes im hier inter-
essierenden Zeitraum nicht mit einer Arbeitsunfähigkeit gleichgesetzt wer-
den. Ab dem 18. März 2019 ist sodann eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % 
(echtzeitlich) ausgewiesen (AB 52 S. 12 ff.). 

Was den anschliessenden Verlauf der Arbeitsfähigkeit anbelangt, insbe-
sondere mit Blick auf die nachfolgende Tumorerkrankung (Erstdiagnose 
Juni 2019), die Hüftoperation (1. Mai 2020) sowie die Umbilikalhernienope-
ration (7. September 2020), haben sich die Gutachter auf eine blosse Wie-
dergabe der attestierten Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen beschränkt 
(AB 93.1 S. 10 f.), ohne diese zu würdigen bzw. bei der Frage nach der 
Arbeitsfähigkeit zu berücksichtigen (AB 93.1 S. 14 Ziff. 4.7 f.). Im Einklang 
mit den Feststellungen der Abklärungsperson bestand die onkologisch be-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Dez. 2022, IV/22/455, Seite 16

dingte vollständige Arbeitsunfähigkeit ab dem 28. Juni 2019 (vgl. AB 98 
S. 2 Ziff. 1.2) und dauerte bis zum 31. März 2020 an. Anschliessend be-
stand eine vollständige Arbeitsunfähigkeit aus orthopädischer Sicht (vgl. 
AB 52 S. 3 ff.). Am 1. Mai 2020 erfolgte eine Hüftoperation, aufgrund wel-
cher weiterhin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bis zum 16. August 2020 
bestand (vgl. AB 49 S. 2 f.; 52 S. 2). Nach der Umbilikalhernienoperation 
vom 7. September 2020 (AB 54 S. 2) war die Beschwerdeführerin bis Ende 
September 2020 vollständig arbeitsunfähig (vgl. AB 54 S. 3; vgl. zum Ver-
lauf der Arbeitsfähigkeit auch AB 93.1 S. 10 Ziff. 4.1). Soweit darüber hin-
aus eine Arbeitsunfähigkeit attestiert wurde, wurde diese nicht näher be-
gründet (vgl. AB 55 S. 2, 58 S. 2) und ist damit nicht nachvollziehbar. Denn 
im Operationsbericht vom 7. September 2020 (AB 54 S. 2) wurde einzig die 
Erforderlichkeit körperlicher Schonung mit einem Lastenhebeverbot von 
über fünf Kilogramm für zwei bis drei Wochen festgehalten, was mit dem 
gutachterlichen Zumutbarkeitsprofil in einer leidensangepassten Tätigkeit 
vereinbar ist (vgl. AB 93.1 S. 14 Ziff. 4.8). Daher ist ab Oktober 2020 ent-
sprechend der Einschätzung im Gutachten in einer angepassten Tätigkeit 
(leichte, überwiegend sitzende Tätigkeit mit der Möglichkeit zu bedarfswei-
sem Stehen und Gehen, ohne Bücken, ohne das Heben und Tragen von 
Gewichten über fünf Kilogramm, ohne Arbeiten in kniender oder kauernder 
Position, ohne Treppensteigen oder das Besteigen von Leitern, wobei eine 
Toilette in der Nähe des Arbeitsplatzes notwendig ist) von einer 35%igen 
Arbeitsfähigkeit auszugehen (AB 93.1 S. 14 Ziff. 4.8, 93.4 S. 10 f. Ziff. 8.2). 
Per Oktober 2020 ist damit eine wesentliche Verbesserung eingetreten, 
sodass auf diesen Zeitpunkt hin ein Einkommensvergleich vorzunehmen ist 
(vgl. E. 5.6 hiernach). 

4.

4.1 Sowohl im Rahmen einer erstmaligen Prüfung des 
Rentenanspruchs als auch anlässlich einer Rentenrevision stellt sich unter 
dem Gesichtspunkt von Art. 8 ATSG die Frage nach der anwendbaren 
Invaliditätsbemessungsmethode (Art. 16 ATSG sowie aArt. 28a Abs. 2 und 
3). Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig Erwerbstätige 
oder als Nichterwerbstätige einzustufen ist – was je zur Anwendung einer 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Dez. 2022, IV/22/455, Seite 17

anderen Methode der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich, 
Betätigungsvergleich, gemischte Methode) führt –, ergibt sich aus der 
Prüfung, was sie bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn 
keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde (BGE 141 V 15 E. 3.1 S. 
20). Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der 
versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern 
in welchem Pensum sie hypothetisch erwerbstätig wäre (BGE 144 I 28 E. 
2.3 S. 30; SVR 2020 IV Nr. 72 S. 251 E. 4.1.1).

4.2 Die Beschwerdegegnerin nahm die Invaliditätsbemessung in An-
wendung der gemischten Methode (vgl. E. 2.5 hiervor) unter Berücksichti-
gung eines Status von 50 % Haushalt und 50 % Erwerb vor (AB 98 S. 3 
Ziff. 4.2). Dies ist nicht zu beanstanden, war die Beschwerdeführerin doch 
seit 2006 in einem 50%-Pensum bei demselben Arbeitgeber angestellt und 
gab sie sowohl anlässlich eines Telefongesprächs vom 11. Januar 2022 als 
auch des Abklärungsgesprächs 3. März 2022 an, bei guter Gesundheit 
weiterhin in einem Arbeitspensum von 50 % tätig zu sein (vgl. AB 98 S. 3 
Ziff. 4.2). Darauf ist – entgegen dem Vorbringen in der Beschwerde, wo-
nach die Beschwerdeführerin aus finanziellen Gründen ein höheres Ar-
beitspensum ausüben würde (Beschwerde S. 6 f. Ziff. 6) – abzustellen. 
Denn im Sozialversicherungsrecht gilt die Beweismaxime, wonach die so-
genannten spontanen „Aussagen der ersten Stunde“ in der Regel unbefan-
gener und zuverlässiger sind als spätere Darstellungen, die bewusst oder 
unbewusst von nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher oder 
anderer Art beeinflusst sein können (BGE 143 V 168 E. 5.2.2 S. 174, 121 V 
45 E. 2a S. 47). Hinweise dafür, dass die Beschwerdeführerin die Status-
frage nicht richtig verstanden haben sollte (Beschwerde S. 7 Ziff. 6), sind 
im Übrigen nicht erkennbar. 

5.

Zunächst ist die Einschränkung im Erwerbsbereich nach der allgemeinen 
Methode des Einkommensvergleichs zu bestimmen (vgl. E. 2.5.1 hiervor).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Dez. 2022, IV/22/455, Seite 18

5.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft. Die Ermittlung des Valideneinkommens hat 
so konkret wie möglich zu erfolgen (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110, 134 V 
322 E. 4.1 S. 325; SVR 2021 UV Nr. 26 S. 125 E. 6.1).

5.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296). Hat die versicherte 
Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine 
ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, so können 
nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für 
Statistik (BFS) herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herange-
zogen werden (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 297; SVR 2021 Nr. 51 S. 168 
E. 3.2). Die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzuset-
zen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen 
des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Einschränkung, Alter, 
Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad). 
Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalideneinkommen ist nach 
pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wobei der Abzug auf 
insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen ist (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 
134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2018 IV Nr. 46 S. 148 E. 3.3). Zu beachten 
ist, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähig-
keit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die 
Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer dop-
pelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (BGE 146 V 
16 E. 4.1 S. 20).

5.3 Bezog eine versicherte Person aus invaliditätsfremden Gründen 
(z.B. geringe Schulbildung, fehlende berufliche Ausbildung, mangelnde 
Deutschkenntnisse) ein deutlich unterdurchschnittliches Einkommen, ist 
diesem Umstand bei der Invaliditätsbemessung nach Art. 16 ATSG Rech-
nung zu tragen, sofern keine Anhaltspunkte dafür bestehen, dass sie sich 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Dez. 2022, IV/22/455, Seite 19

aus freien Stücken mit einem bescheideneren Einkommensniveau begnü-
gen wollte. Nur dadurch ist der Grundsatz gewahrt, dass die auf invali-
ditätsfremde Gesichtspunkte zurückzuführenden Lohneinbussen entweder 
überhaupt nicht oder aber bei beiden Vergleichseinkommen gleichmässig 
zu berücksichtigen sind. Diese Parallelisierung der Einkommen kann pra-
xisgemäss entweder auf Seiten des Valideneinkommens durch eine ent-
sprechende Heraufsetzung des effektiv erzielten Einkommens oder durch 
Abstellen auf die statistischen Werte oder aber auf Seiten des Invalidenein-
kommens durch eine entsprechende Herabsetzung des statistischen Wer-
tes erfolgen (BGE 141 V 1 E. 5.4 S. 3, 135 V 58 E. 3.1 S. 59; SVR 2018 UV 
Nr. 33 S. 115 E. 2.2).

Weicht der tatsächlich erzielte Verdienst mindestens 5 % vom branchenüb-
lichen LSE-Tabellenlohn ab, ist er im Sinne der Rechtsprechung deutlich 
unterdurchschnittlich und kann – bei Erfüllung der übrigen Voraussetzun-
gen – eine Parallelisierung der Vergleichseinkommen rechtfertigen. Es ist 
allerdings nur in dem Umfang zu parallelisieren, in welchem die prozentua-
le Abweichung den Erheblichkeitsgrenzwert von 5 % übersteigt (BGE 
135 V 297 E. 6.1.2 S. 303 und E. 6.1.3 S. 304). Daneben bleibt zusätzlich 
die Vornahme eines Abzugs vom anhand statistischer Durchschnittswerte 
ermittelten Invalideneinkommen möglich, wobei zu beachten ist, dass allfäl-
lige bereits bei der Parallelisierung der Vergleichseinkommen mitverant-
wortliche invaliditätsfremde Faktoren im Rahmen des sogenannten Lei-
densabzuges nicht nochmals berücksichtigt werden dürfen. Der Abzug wird 
sich daher in der Regel auf leidensbedingte Faktoren beschränken und 
nicht mehr die maximal zulässigen 25 % für sämtliche invaliditätsfremden 
und invaliditätsbedingten Merkmale ausschöpfen (BGE 135 V 297 E. 5.3 
S. 302 und E. 6.2 S. 305, 134 V 322 E. 5.2 S. 328 und 6.2 S. 329).

Wird im Rahmen der Parallelisierung das effektiv erzielte Valideneinkom-
men erhöht, ist dieses auf 100 % anzuheben und nicht etwa als 100%-
Basis für die Erhöhung heranzuziehen (SVR 2018 IV Nr. 9 S. 31 E. 2.2.3).

5.4 Wird auf Tabellenlöhne abgestellt, sind grundsätzlich immer die im 
Zeitpunkt des angefochtenen Verwaltungsaktes bezogen auf den Zeitpunkt 
des Rentenbeginns aktuellsten veröffentlichten statistischen Daten zu ver-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Dez. 2022, IV/22/455, Seite 20

wenden (BGE 143 V 295 E. 2.3 S. 297; SVR 2022 IV Nr. 23 S. 76 E. 6.2.1 
und 6.2.2).

5.5

5.5.1 Die Neuanmeldung erfolgte im Mai 2019 (AB 22). Unter Berücksich-
tigung der sechsmonatigen Karenzfrist nach Art. 29 Abs. 1 IVG (vgl. E. 2.4 
hiervor) könnte ein Rentenanspruch frühestens ab dem 1. November 2019 
entstehen, sofern das Wartejahr i.S.v. Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG, wonach 
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min-
destens eine 40%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden haben muss, erfüllt ist. 
Bei der Berechnung dieser durchschnittlichen Arbeitsunfähigkeit im Rah-
men der gemischten Methode ist analog zur Ermittlung des Invaliditätsgra-
des auf den gewichteten Durchschnitt der Arbeitsunfähigkeit in beiden Teil-
bereichen abzustellen, wobei die medizinischen Stellungnahmen als 
Grundlagen dienen (BGE 130 V 97 E. 3.4 S. 102; Rz. 2019.1 des Kreis-
schreibens über die Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung 
[KSIH; in Kraft gestanden bis 31. Dezember 2021]). 

5.5.2 Das Wartejahr begann – nach dem vom 8. Mai 2018 bis 17. März 
2019 dauernden Unterbruch (Art. 29ter IVV) – mit der ab 18. März 2019 
echtzeitlich ausgewiesenen 50%igen Arbeitsunfähigkeit (vgl. E. 3.4.3 hier-
vor) neu zu laufen (Rz. 2014 KSIH). Dabei betrug die durchschnittliche Ar-
beitsunfähigkeit im Bereich Erwerb ungewichtet 81.42 % (vgl. zur Berech-
nung der durchschnittlichen Arbeitsunfähigkeit im Wartejahr Rz. 2017 f. 
KSIH) resp. gewichtet 40.71 % (81.42 % x 0.5 [Anteil Erwerb; vgl. E. 4.2 
hiervor]).

Was die Einschränkung während dem Wartejahr im Bereich Haushalt be-
trifft, ergibt sich Folgendes: Gemäss dem Abklärungsbericht vom 4. März 
2022 (AB 98; vgl. zu dessen Beweiskraft E. 6.2 hiernach) war die Be-
schwerdeführerin infolge der Krebserkrankung ab 28. Juni 2019 zu 100 % 
eingeschränkt. Für die Zeit ab 17. August 2020 ermittelte die Abklärungs-
fachperson sodann eine Einschränkung von ungewichtet 4.1 % (AB 98 S. 9 
Ziff. 8; wobei diese Einschränkung aufgrund der Umbilikalhernienoperation 
vom 7. September 2020 [AB 54 S. 2] erst ab Oktober 2020 zu berücksichti-
gen ist [vgl. hierzu E. 6.2 hiernach]). Von dieser Einschränkung von 4.1 % 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Dez. 2022, IV/22/455, Seite 21

ist auch für die Zeit ab dem 18. März 2019, in welcher eine 50%ige Ar-
beitsunfähigkeit bestand (vgl. E. 3.4.3 hiervor), bis zur Krebserkrankung 
(28. Juni 2019) auszugehen. Damit betrug die durchschnittliche Einschrän-
kung im Haushalt im Wartejahr ungewichtet 68.62 % resp. gewichtet 
34.31 % (68.62 % x 0.5 [Anteil Haushalt; vgl. E. 4.2 hiervor]).

Damit resultiert eine durchschnittliche Einschränkung im Wartejahr von 
gerundet 75.02 % (40.71 % + 34.31 %; vgl. zur Rundung BGE 130 V 121 
E. 3.2 f. S. 123). Weil nach bestandener Wartezeit eine mindestens gleich 
hohe Erwerbsunfähigkeit bestand – in concreto eine von 100 % infolge der 
Krebserkrankung – hat die Beschwerdeführerin ab März 2020 Anspruch auf 
eine ganze Rente (vgl. E. 2.4 hiervor; Rz. 4001 f. KSIH). 

5.6

5.6.1 Aufgrund der per Oktober 2020 eingetretenen wesentlichen ge-
sundheitlichen Verbesserung ist auf diesen Zeitpunkt hin eine Invaliditäts-
bemessung durchzuführen (vgl. E. 3.4.3 hiervor). Die Beschwerdegegnerin 
stellte zur Bestimmung des Valideneinkommens auf das zuletzt als Hilfs-
kraft in ... erzielte Einkommen ab (AB 98 S. 3 Ziff. 5.2). Dies ist nicht zu 
beanstanden, ging die Beschwerdeführerin doch seit November 2006 einer 
Arbeitstätigkeit im Einzelunternehmen ... „G.________“ nach (vgl. AB 11). 
Folglich ist davon auszugehen, dass sie im Validitätsfall weiterhin dort tätig 
wäre (vgl. E. 5.1 hiervor). Vor der erstmalig attestierten Arbeitsunfähigkeit 
im Jahr 2017 erzielte sie in den Jahren 2014-2016 mit einem 50%-Pensum 
durchschnittlich ein Einkommen von Fr. 24'839.-- (vgl. IK-Auszug [AB 11]). 
Indexiert pro 2020 (gemäss Tabelle T1.2.10, Nominallohnindex, Frauen, 
2011-2020, lit. n [sonstige wirtschaftliche Tätigkeiten], 2014: 103.7, 2020: 
106.0), ausgehend vom Jahr 2014, resultiert hochgerechnet auf ein Voll-
zeitpensum ein Einkommen von Fr. 50'779.80 (Fr. 24'839.-- / 103.7 x 106.0 
/ 0.5).

Soweit die Beschwerdeführerin der Ansicht ist, es liege eine Frühinvalidität 
vor, kann ihr nicht gefolgt werden (Beschwerde S. 4 f. Ziff. 3). Wie in 
E. 3.4.2 hiervor dargelegt liegt nach höchstrichterlicher Rechtsprechung bei 
einem IQ von 70 und mehr kein invalidisierender Gesundheitsschaden vor 
(BGer 8C_302/2020, E. 7.1, und 9C_5/2021, E. 3.3). Daher besteht keine 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Dez. 2022, IV/22/455, Seite 22

hinreichende Basis für die Annahme, die Beschwerdeführerin hätte invali-
ditätsbedingt nur unzureichende berufliche Kenntnisse erwerben können. 
Im Übrigen spricht auch das Absolvieren der obligatorischen Schulzeit an 
regulären Schulen (vgl. AB 17 S. 2) gegen die Annahme einer Frühinvali-
dität. 

Hingegen liegt das Valideneinkommen – wie beschwerdeweise geltend 
gemacht (vgl. Beschwerde S. 5 Ziff. 4) – unter dem branchenspezifischen 
Wert von Fr. 60'427.70 (Fr. 4'762.-- [LSE 2018, Tabelle, T17, ISCO-
Berufsgruppe Ziff. 51 {Berufe im Bereich personenbezogener Dienstleis-
tungen, Frauen über 50 Jahre}] x 12 [Monate] / 40 [Wochenarbeitsstunden] 
x 41.7 [Wochenarbeitsstunden; vgl. Tabelle „Betriebsübliche 
Wochenarbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen in Stunden pro Woche“ des 
BFS, Total] / 104.5 x 106.0 [Tabelle T1.2.10, Nominallohnindex, Frauen, 
2011-2020, lit. n {sonstige wirtschaftliche Tätigkeiten}, 2018: 104.5, 2020: 
106.0]) und zwar im Umfang von 15.97 % ([Fr. 60'427.70.-- - Fr. 50'779.80] 
/ Fr. 60'427.70 x 100). Damit ist die Unterdurchschnittlichkeit über 5 % hin-
aus, mithin von 10.97 %, zu berücksichtigen (vgl. E. 5.3 hiervor), womit ein 
Valideneinkommen von Fr. 57'036.70 (Fr. 50'779.80 / 89.03 x 100) resul-
tiert.

5.6.2 Da die Beschwerdeführerin ihre Restarbeitsfähigkeit nicht best-
möglich verwertet, ist zur Bestimmung des Invalideneinkommens auf die 
LSE 2018, Tabelle TA1_tirage_skill_level, Total, Frauen, Kompetenzniveau 
1, abzustellen (vgl. E. 5.2 hiervor). Daraus resultiert angepasst an die 
betriebsübliche Arbeitszeit (vgl. Tabelle „Betriebsübliche Wochenarbeitszeit 
nach Wirtschaftsabteilungen in Stunden pro Woche“ des BFS, Total) und 
indexiert pro 2020 (gemäss Tabelle T1.2.10, Nominallohnindex, Frauen, 
2011-2020, Total, 2018: 105.9, 2020: 107.9) ein Betrag von Fr. 55'713.90 
(Fr. 4'371.-- x 12 / 40 x 41.7 / 105.9 x 107.9). 

Die Verwaltung hat einen leidensbedingten Abzug von 10% zugestanden 
(AB 98 S. 4 Ziff. 5.3), was den zahlreichen Einschränkungen der Be-
schwerdeführerin indes nicht zureichend Rechnung trägt. Unter Berück-
sichtigung der Erforderlichkeit einer Toilette in der Nähe des Arbeitsplatzes 
(AB 93.6 S. 7 Ziff. 8.1) sowie dass die angepasste Tätigkeit zudem aus 
neuropsychologischer Sicht keine hohen Anforderungen an die kognitive, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Dez. 2022, IV/22/455, Seite 23

insbesondere auditiv-verbale Leistungsfähigkeit beinhalten darf sowie klar 
formulierte und strukturierte Arbeitsaufträge zu umfassen hat, Leistungs- 
und Zeitdruck zu vermeiden sind und die Möglichkeit, aufgrund der leicht 
reduzierten Belastbarkeit und des erhöhten Erholungsbedarfs selbstbe-
stimmt Pausen einlegen zu können, erforderlich ist (AB 93.8 S. 10 f. 
Ziff. 8.2), erscheint ein Abzug von maximal 20 % als eher angemessen, 
wobei diese Frage jedoch nicht abschliessend beurteilt zu werden braucht, 
da auch dieser höhere Abzug am Ergebnis nichts ändert. 

Soweit die Beschwerdeführerin die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit 
in Frage stellt (Beschwerde S. 6 Ziff. 5), sind ihr diverse (Hilfs-)Tätigkeiten 
im ersten (ausgeglichenen) Arbeitsmarkt zumutbar. Der ausgeglichene 
Arbeitsmarkt umfasst denn auch sogenannte Nischenarbeitsplätze, also 
Stellen- und Arbeitsangebote, bei welchen Behinderte mit einem sozialen 
Entgegenkommen von Seiten des Arbeitgebers rechnen können (vgl. BGE 
138 V 457 E. 3.1 S. 459; SVR 2019 IV Nr. 21 S. 66 E. 4.2). 

Damit resultiert unter Berücksichtigung der Arbeitsfähigkeit von 35 % und 
unter Berücksichtigung eines leidensbedingten Abzuges von 20 % ein Inva-
lideneinkommen für das Jahr 2020 von Fr. 15'599.90 (Fr. 55'713.90 x 0.35 
x 0.8).

5.6.3 Bei einem Valideneinkommen von Fr. 57'036.70 und einem Invali-
deneinkommen von Fr. 15'599.90 ergibt sich im Erwerbsbereich ab Oktober 
2020 eine Einschränkung von ungewichtet 72.65 % ([Fr. 57'036.70 - 
Fr. 15'599.90] x 100 / Fr. 57'036.70) resp. von gewichtet 36.32 % (72.65 % 
x 0.5 [Anteil Erwerb; vgl. E. 4.2 hiervor]). 

6.

Im Folgenden ist die Einschränkung im Aufgabenbereich zu ermitteln.

6.1 Für den Beweiswert eines Abklärungsberichts sind verschiedene 
Faktoren zu berücksichtigen: Es ist wesentlich, dass der Bericht von einer 
qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis der örtlichen und räumli-
chen Verhältnisse sowie der aus den medizinischen Diagnosen sich erge-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Dez. 2022, IV/22/455, Seite 24

benden Beeinträchtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Anga-
ben der versicherten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Mei-
nungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext 
schliesslich muss plausibel begründet und bezüglich der einzelnen Ein-
schränkungen angemessen detailliert sein und in Übereinstimmung mit den 
an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft all dies zu, ist der Ab-
klärungsbericht voll beweiskräftig. Das Gericht greift in das Ermessen der 
die Abklärung tätigenden Person nur ein, wenn klar feststellbare Fehlein-
schätzungen vorliegen. Das gebietet insbesondere der Umstand, dass die 
fachlich kompetente Abklärungsperson näher am konkreten Sachverhalt ist 
als das im Beschwerdefall zuständige Gericht (BGE 140 V 543 E. 3.2.1 
S. 547, 130 V 61 E. 6.2 S. 63; SVR 2018 IV Nr. 69 S. 224 E. 3.2).

6.2 Im Abklärungsbericht Haushalt/Erwerb vom 4. März 2022 (AB 98) 
ermittelte die Beschwerdegegnerin anhand des Betätigungsvergleichs eine 
Einschränkung ab 1. März 2020 von ungewichtet 100 % und ab 17. August 
2020 von ungewichtet 4.1 % (S. 9 Ziff. 8), was gewichtet einer Einschrän-
kung von 50 % (100 % x 0.5 [Anteil Haushalt; vgl. E. 4.2 hiervor]) resp. ei-
ner Einschränkung von 2.05 % (4.1 % x 0.5 [Anteil Haushalt]) entspricht. 
Der Bericht wurde vom spezialisierten Abklärungsdienst der Beschwerde-
gegnerin aufgrund einer Erhebung vor Ort am 3. März 2022 verfasst. Das 
Ergebnis stützt sich auf die Angaben der Beschwerdeführerin zu den sozia-
len und erwerblichen Verhältnissen und zum Haushalt. Die im Abklärungs-
bericht enthaltene Umschreibung der Haushaltsaufgaben entspricht den 
Vorgaben von Rz. 3087 KSIH. Die Gewichtung der einzelnen Aufgabenbe-
reiche hält sich sodann innerhalb der dort angegebenen Bandbreiten und 
ist in Anbetracht der konkreten Umstände nicht zu beanstanden. Was die 
Gewichtung der einzelnen Einschränkungen anbelangt, ist der Betäti-
gungsvergleich nachvollziehbar begründet und hinreichend detailliert. Zu 
Recht hat die Beschwerdegegnerin des Weiteren die Bemessung der Ein-
schränkungen im Haushalt unter Berücksichtigung der Schadenminderung 
in Form der Dritthilfe des Ehemannes vorgenommen (vgl. Rz. 3090 KSIH), 
welche weiter geht als die ohne Gesundheitsschädigung üblicherweise zu 
erwartende Unterstützung (BGE 133 V 504 E. 4.2 S. 509). Der Abklärungs-
bericht erfüllt daher jedenfalls was die gewichtete Einschränkung im Haus-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Dez. 2022, IV/22/455, Seite 25

halt betrifft (vgl. AB 98 S. 5 Ziff. 7.2), die Anforderungen an den Beweiswert 
eines Abklärungsberichts (vgl. E. 6.1 hiervor). 

Soweit die Beschwerdegegnerin allerdings im Rahmen der Invaliditätsbe-
messung die 100%ige Einschränkung im Bereich Haushalt erst ab 1. März 
2020 berücksichtigt, ist dies nicht nachvollziehbar, bestand doch bereits ab 
28. Juni 2019 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit (vgl. E. 3.4.3 hiervor), 
weshalb auch die 100%ige Einschränkung im Haushalt ab diesem Zeit-
punkt zu berücksichtigen ist. Was ferner die ab 17. August 2020 berück-
sichtigte Einschränkung von 4.1 % im Haushalt betrifft (vgl. AB 98 S. 9 
Ziff. 8), ist bis Ende September 2020 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit 
ausgewiesen (vgl. E. 3.4.3 hiervor), womit bis zu diesem Zeitpunkt hin 
ebenfalls von einer vollständigen Einschränkung im Haushalt auszugehen 
ist. Erst ab Oktober 2020 resultiert gewichtet eine Einschränkung von 
2.05 % (vgl. AB 98 S. 9 Ziff. 8).

6.3 Damit beträgt der Invaliditätsgrad ab Oktober 2020 nurmehr gerun-
det (höchstens) 38 % (36.32 % [Einschränkung Erwerb] + 2.05 % [Ein-
schränkung Aufgabenbereich Haushalt]), womit kein Rentenanspruch mehr 
besteht (vgl. E. 2.4 hiervor). In Anwendung von Art. 88a Abs. 1 IVV ist die 
Rente folglich (erst) per 31. Dezember 2020 aufzuheben.

7.

Nach dem Dargelegten ist die angefochtene Verfügung vom 24. Juni 2022 
(AB 110) in teilweiser Gutheissung der Beschwerde dahingehend abzuän-
dern, als die Beschwerdeführerin bis zum 31. Dezember 2020 Anspruch 
auf eine ganze Invalidenrente hat. Im Übrigen ist die Beschwerde abzuwei-
sen. 

8.

8.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Dez. 2022, IV/22/455, Seite 26

hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen.

Die Beschwerdeführerin obsiegt lediglich insofern, als ihr nunmehr – in Ab-
weichung der angefochtenen Verfügung – während einem Monat zusätzlich 
eine ganze Rente zugesprochen wird. Es rechtfertigt sich daher von einem 
Obsiegen im Umfang von einem Viertel auszugehen. Die Verfahrenskos-
ten, bestimmt auf Fr. 800.--, sind deshalb zu drei Vierteln von der Be-
schwerdeführerin und zu einem Viertel durch die Beschwerdegegnerin zu 
tragen. Die von der Beschwerdeführerin zu tragenden Verfahrenskosten 
von Fr. 600.-- (Art. 108 Abs. 1 VRPG) werden dem geleisteten Kostenvor-
schuss entnommen und der verbleibende Differenzbetrag von Fr. 200.-- 
wird ihr nach Rechtskraft dieses Urteils zurückerstattet. Die restlichen Ver-
fahrenskosten von Fr. 200.-- sind von der Beschwerdegegnerin zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4).

8.2 Nach der Rechtsprechung hat die beschwerdeführende Partei bei 
teilweisem Obsiegen mindestens Anspruch auf eine reduzierte Parteien-
tschädigung (BGE 110 V 54 E. 3a S. 57; SVR 2003 EL Nr. 5 S. 14 E. 4.1). 
Indessen kommt die Zusprechung einer vollen Parteientschädigung bei 
teilweisem Obsiegen nur in Frage, wenn die Beschwerde führende Person 
im Grundsatz obsiegt und lediglich im Masslichen (teilweise) unterliegt 
(SVR 2016 IV Nr. 12 S. 38 E. 5; Entscheid des BGer vom 16. November 
2010, 9C_580/2010, E. 4.1).

Die Beschwerdeführerin ist mit ihren Anträgen teilweise durchgedrungen, 
wobei das quantitative Obsiegen lediglich aus der einmonatigen Verlänge-
rung des Rentenanspruchs resultiert, während die darauffolgende Renten-
aufhebung und damit auch die angefochtene Verfügung vom 24. Juni 2022 
(AB 110) im Grundsatz bestätigt wird. Unter diesen Umständen hat die Be-
schwerdeführerin dem Voranstehenden zufolge keinen Anspruch auf eine 
ungekürzte Parteientschädigung. Vielmehr ist diese entsprechend dem 
anteilsmässigen Obsiegen der Beschwerdeführerin ermessensweise um 
drei Viertel zu reduzieren.

Mit Kostennote vom 26. September 2022 macht Rechtsanwalt C.________ 
von B.________ einen Aufwand von 10 Stunden à Fr. 130.--, ausmachend 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Dez. 2022, IV/22/455, Seite 27

Fr. 1'300.--, Spesen von Fr. 65.-- und die Mehrwertsteuer von Fr. 105.10, 
total Fr. 1'470.10, geltend, was nicht zu beanstanden ist (vgl. zur Bemes-
sung der Parteientschädigung bei gemeinnützig tätigen Rechtsberatungs-
stellen Rundschreiben der Sozialversicherungsrechtlichen Abteilung und 
der Abteilung für französischsprachige Geschäfte des Verwaltungsgerichts 
des Kantons Bern vom 16. Dezember 2009, abrufbar unter 
www.justice.be.ch; BGE 135 I 1 E. 7.4.1 S.  4). Die Parteientschädigung 
wird entsprechend dem teilweisen Obsiegen auf Fr. 367.50 (inkl. Auslagen 
und MWST) festgesetzt; diesen Betrag hat die Beschwerdegegnerin der 
Beschwerdeführerin zu ersetzen.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Ver-
fügung der IV-Stelle Bern vom 24. Juni 2022 insoweit abgeändert, als 
die Beschwerdeführerin bis zum 31. Dezember 2020 Anspruch auf ei-
ne ganze Rente der Invalidenversicherung hat. Im Übrigen wird die 
Beschwerde abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
zu Fr. 600.-- und der Beschwerdegegnerin zu Fr. 200.-- zur Bezahlung 
auferlegt. Der auf die Beschwerdeführerin entfallende Anteil wird dem 
geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 800.-- entnommen und der ver-
bleibende Differenzbetrag von Fr. 200.-- wird der Beschwerdeführerin 
nach Rechtskraft des Urteils zurückerstattet.

3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin einen Teil der 
Parteikosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 367.50 (inkl. Auslagen und 
MWST), zu ersetzen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Dez. 2022, IV/22/455, Seite 28

4. Zu eröffnen (R):
- B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern
- D.________
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.