# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ad984cb8-7039-5933-920e-41ae281a4fcb
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-05-11
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 11.05.2017 UV 2015/20
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2015-20_2017-05-11.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2015/20

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 23.08.2019

Entscheiddatum: 11.05.2017

Entscheid Versicherungsgericht, 11.05.2017
Art. 6 UVG. Kausalität von Beschwerden an der HWS (Instabilität C1/C2). 
Rückweisung an die Vorinstanz aufgrund ungenügender 
Sachverhaltsermittlung. Einholung eines externen Gutachtens (Entscheid 
des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 11. Mai 2017, UV 
2015/20).

Entscheid vom 11. Mai 2017

 

Besetzung                                                                      

Präsident Joachim Huber, Versicherungsrichterinnen Miriam Lendfers und Lisbeth 

Mattle Frei; Gerichtsschreiber Markus Jakob            

Geschäftsnr.                                                                                                                  

UV 2015/20            

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 

4358, 6002 Luzern,

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Beschwerdegegnerin,

Gegenstand                                                                   

Versicherungsleistungen

Sachverhalt

A.   

A.a  A.___ (nachfolgend Versicherter bzw. Beschwerdeführer), war bei der B.___ AG als 

Bauarbeiter (Eisenleger) tätig und dadurch bei der Suva unfallversichert, als am 4. Juli 

2014 ein Personenwagen auf das stehende Firmentransportfahrzeug auffuhr, in 

welchem er als Beifahrer sass (UV-act. II 1, 10, 12 S. 3). Die Erstbehandlung des 

Versicherten fand im Spital C.___ statt. Im Dokumentationsbogen für 

Erstkonsultationen nach kranio-zervikalem Beschleunigungstrauma vom 4. Juli 2014 

dokumentierte der Spitalarzt Dr. med. D.___ erhobene Druckschmerzen am Hals auf 

der linken Seite mit Ausstrahlung in den linken Arm. Diagnostiziert wurde ein 

Schleudertrauma ohne ossäre Läsion (UV-act. II 1, 8, 10 S. 2).

A.b  Am 8. Juli 2014 erfolgte die Unfallmeldung an die Suva (UV-act. II 1). Mit 

Schreiben vom 24. Juli 2014 sprach die Suva dem Versicherten für die Folgen des 

Berufsunfalls vom 4. Juli 2014 Versicherungsleistungen (Taggelder, Heilbehandlung) zu 

(UV-act. II 13).

A.c  Die weitere Behandlung des Versicherten fand im E.___ AG statt (UV-act. II 15, 16, 

17). Anlässlich einer ersten telefonischen Befragung durch die Suva am 2. September 

2014 erklärte der Versicherte, dass es ihm nach wie vor nicht gut gehe. Er könne den 

Kopf kaum drehen und habe Kopf- sowie immer noch Handbeschwerden links (UV-act. 

II 20).

A.d  Am 11. September 2014 wurde der Versicherte im Kantonsspital St. Gallen 

(nachfolgend: KSSG) untersucht. Im Arztbericht vom 12. September 2014 stellten Dr. 

med. F.___ und Dr. med. G.___ die Diagnosen Verdacht auf atlanto-axiale Instabilität 

bei Os odontoideum und Status nach cranio-cervikalem Beschleunigungstrauma vom 

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4. Juli 2014. Als Befunde wurden angeführt Druckdolenzen im Bereich der HWS 

linkseitig paravertebral und entlang des M. trapezius bis an den Übergang zur lateralen 

Clavicula resp. des Schultergelenkes. Die HWS-Beweglichkeit sei in allen Ebenen 

schmerzbedingt eingeschränkt. Im MRI vom 9. Juli 2014 habe sich kein Anhalt für eine 

frische Densfraktur, am ehesten ein Os odontoideum, eine fragliche C1/C2 Instabilität 

und keine eindeutige Myelopathie gezeigt (UV-act. II 30).

A.e  Am 16. September 2014 wurde der Versicherte von einer Suva-Mitarbeiterin 

befragt. Da die Verständigung mit dem Versicherten und seiner Ehefrau auf Deutsch 

nicht im erforderlichen Umfang möglich war, fand die Befragung teilweise auf Englisch 

statt, wobei die Ehefrau jeweils für den Ehemann übersetzte. Gemäss 

Gesprächsprotokoll erklärte der Versicherte, dass er auf der ganzen linken Seite 

Gefühlsstörungen, ein Kribbeln und Blockaden habe. Seine Kopfbeweglichkeit sei 

eingeschränkt und er schlafe nicht gut. Im Weiteren erwähnte er den früheren 

Arbeitsunfall vom 17. April 2014. Er sei damals beim Tragen von Eisen auf dem 

Baugerüst weggerutscht und mit dem Kinn aufgeschlagen. Er sei mehrere Tage 

arbeitsunfähig gewesen. Trotz weiterbestehenden Beschwerden sei die damalige 

Behandlung abgeschlossen worden (UV-act. II 28, 31; vgl. auch UV-act. II 60 S. 1).

A.f  Im Arztbericht vom 26. September 2014 stellte Dr. med. H.___, Facharzt für 

Allgemeinmedizin, E.___ AG, die Verdachtsdiagnose atlanto-axiale Instabilität bei 

cranio-cervikalem Beschleunigungstrauma. Da trotz intensiver Schmerzbehandlung 

und Physiotherapie keine Besserung eingetreten sei, finde eine Mitbehandlung im 

KSSG statt (UV-act. II 33 S. 1).

A.g  Im Arztbericht der Klinik für Neurochirurgie des KSSG vom 2. Oktober 2014 

diagnostizierten Dr. med. I.___ und Dr. med. J.___ basierend auf der Untersuchung 

vom 30. September 2014 den Verdacht auf atlanto-axiale Instabilität bei Os 

odontoideum und Status nach cranio-cervicalem Beschleunigungstrauma vom 4. Juli 

2014. Die Ärzte gingen davon aus, dass es sich um eine Schmerzausbreitung des 

cervicalen Beschleunigungstraumas handle. Einen cervicalen Nervenwurzel- oder 

Bandscheibenvorfall schlossen sie aus (UV-act. II 39). Am 14. Oktober 2014 fand eine 

ambulante Untersuchung in der Klinik für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie 

des Bewegungsapparates des KSSG statt. Im Arztbericht vom 15. Oktober 2014 

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gingen Dr. med. K.___ und L.___ von einer Schmerzausbreitung des cervikalen 

Beschleunigungstraumas aus und schlossen einen cervicalen Nervenwurzel- oder 

Bandscheibenvorfall aus. Aufgrund der festgestellten atlanto-axialen Instabilität bei Os 

odontoideum hätten sie den Versicherten über die Möglichkeit einer Spondylodese C1/

C2 aufgeklärt (UV-act. II 42). Im Arztbericht vom 20. Oktober 2014 erklärten Dr. med. 

M.___ und Dr. med. N.___, dass sie radiologisch am Schultergelenk links keine 

Auffälligkeiten festgestellt hätten. Hinsichtlich der diffusen Schmerzsymptomatik hätten 

sie weder klinisch noch radiologisch eine eindeutige Ursache dem Schultergelenk und 

den angrenzenden Gelenken zuordnen können (UV-act. II 47). Im Arztbericht der Klinik 

für Neurologie des KSSG vom 27. Oktober 2014 erklärten Dr. med. O.___ und Dr. med. 

P.___, dass es keine Hinweise für eine Plexusschädigung oder eine periphere 

Nervenläsion im linken Arm gebe (UV-act. II 50).

A.h  In der biomechanischen Kurzbeurteilung (Triage) der Q.___ vom 27. Oktober 2014 

erfolgte eine Abschätzung, in welchem Umfang sich die Beschwerden des Versicherten 

als Folge von mechanischen Ereignissen erklären liessen. Gemäss Expertise dürfte die 

kollisionsbedingte Geschwindigkeitsänderung (delta-v) in Vorwärtsrichtung unterhalb 

oder knapp innerhalb eines Bereiches von 10 bis 15 km/h gelegen haben. Aus 

biomechanischer Sicht ergebe sich, dass die beim Versicherten festgestellten, von der 

HWS ausgehenden Beschwerden und Befunde isoliert durch die Kollisionseinwirkung 

im Normallfall, wie im hier vorliegenden Fall, eher nicht erklärbar seien. Nicht 

berücksichtigt worden seien bei der Würdigung die abgedrehte Kopfhaltung und der 

Kopfanprall an der Frontscheibe des VW-Transporters (UV-act. II 43).

A.i   Mit Arztbericht vom 7. November 2014 informierte der leitende Arzt der 

Wirbelsäulenchirurgie des KSSG, Dr. K.___, u.a. Dr. H.___ und die Suva über die aus 

orthopädischer Sicht gegebene Indikation zur operativen Versorgung des Versicherten 

im Sinne einer C1/C2 Verschraubung, da durch die C1/C2 Instabilität mit einem 

erhöhten atlanto-axialen Intervall eine Myelopathie entstehen könnte, die nicht mehr 

rückgängig gemacht werden könnte. Bevor weitere Schritte eingeleitet würden, werde 

noch der Befund des geplanten Suva-Untersuchs in Bellikon abgewartet (UV-act. II 54).

A.j   Am 13. November 2014 teilte die Suva den Ärzten des E.___s mit, dass sie ohne 

gegenteiligen Bericht mit einer raschen Arbeitsaufnahme und bis Ende Jahr wieder mit 

einer vollen Arbeitsfähigkeit des Versicherten rechnen würden (UV-act. II 52).

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A.k  Am 3. Dezember 2014 fand ein ambulantes Assessment in der Rehaklinik Bellikon 

statt. Im Arztbericht vom 29. Dezember 2014 diagnostizierten die Ärzte Dr. med. R.___ 

und Dr. med. S.___: A. eine HWS-Distorsion QTF I und ein zervikales Syndrom, B. eine 

anlagebedingte, atlantoaxiale Instabilität und C. einen Status nach Arbeitsunfall vom 

17. April 2014. Sie erklärten, dass aufgrund der bevorstehenden, operativen 

Versorgung momentan eine Intensivierung der aktiven, therapeutischen Massnahmen 

nicht sinnvoll sei. Abgewartet werden müsse die nächste Konsultation am 13. Januar 

2015 in der Wirbelsäulenchirurgie des KSSG. Das Reha-Potential sei frühestens nach 

entsprechender Rekonvaleszenzzeit postoperativ neu festzustellen. Empfohlen wurde 

jedoch eine Bewegungstherapie u.a. zur Steigerung der Belastbarkeit und zur 

allgemeinen präoperativen Re-Konditionierung. Vorläufig sei von einer weiteren 

100%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen. Die Prognose hänge vom Verlauf des 

operativen Eingriffs und der darauffolgenden Rekonvaleszenzzeit ab (UV-act. II 60).

A.l   Mit Schreiben vom 18. November und 16. Dezember 2014 forderte die Suva Dr. 

K.___ zur Stellungnahme auf, ob es möglich, wahrscheinlich oder sogar überwiegend 

wahrscheinlich sei, dass sich der Versicherte bei diesem Unfallmechanismus (wohl den 

Arbeitsunfall vom 17. April 2014 betreffend) eine Fraktur im Bereich des Dens axis 

zugezogen habe und wenn ja, ob der "neue - wenn auch eher harmlose - Auffahrunfall" 

diesen Vorzustand traumatisiert habe; wenn nein, dann könne die Suva den 

vorgeschlagenen operativen Eingriff an der oberen Wirbelsäule nicht übernehmen (UV-

act. II 55, 57). Gemäss der Aktennotiz des Suva-Mitarbeiters vom 5. Januar 2015 über 

das mit Dr. K.___ am Montag, den 22. Dezember 2014, geführte Telefongespräch sei 

durch den Unfall vom 4. Juli 2014 das Os odontoideum höchstens vorübergehend 

traumatisiert worden. Eine frische Fraktur im April 2014 könne ausgeschlossen werden. 

Dr. K.___ habe seine Ansicht geteilt, dass die Operation des Os odontoideum selbst 

nichts mit dem Unfall zu tun habe. "Mit der geplanten Operation können die 

Unfallfolgen abgeschlossen werden. Dann wird der Vorzustand operativ saniert. Eine 

richtungsweisende Verschlimmerung ist durch den harmlosen Auffahrunfall nicht 

verursacht worden." (UV-act. II 59).

A.m Am 7./12. Januar 2015 nahm Kreisarzt Dr. med. T.___, Facharzt für Orthopädische 

Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, zur Frage der Suva: 

"Können wir - betreffend der Folgen des harmlosen Auffahrunfalls - heute nicht von 

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einem Endzustand ausgehen?" wie folgt Stellung: "Zusammengefasst ist bei fehlenden 

strukturellen, auf das Unfallereignis vom 04.07.2014 zurückführenden Läsionen sowie 

vorbestehendem Os odontoideum bezüglich des Verdachts auf eine atlanto-axiale 

Instabilität eine Unfallkausalität mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht gegeben. 

Durch das Unfallereignis vom 04.07.2014 ist eine zeitlich limitierte Verschlimmerung 

der HWS-Beschwerden bewirkt worden, welche spätestens mit der am 29.12.2014 im 

ambulanten Assessment durchgeführten Untersuchung als abgeheilt anzusehen ist. 

Insofern ist ab diesem Datum ein Status quo sine vel ante anzunehmen." (UV-act. II 62 

f.).

A.n  Im Arztbericht vom 15. Januar 2015 informierte Dr. K.___ Dr. H.___ und die Suva 

über die für den 4. Februar 2015 geplante Operation mit der C1/C2 Verschraubung. 

Auszugehen sei von einem Spitalaufenthalt von gut zehn Tagen und einer 

Arbeitsunfähigkeit von sicherlich drei Monaten (UV-act. II 66). Mit Schreiben vom 17. 

Januar 2015 beantragte das KSSG bei der Suva eine Kostengutsprache für die 

Operation (UV-act. II 68).

A.o  Mit Verfügung vom 21. Januar 2015 eröffnete die Suva dem Versicherten die 

Einstellung der Versicherungsleistungen per 31. Januar 2015. Begründet wurde die 

Einstellung damit, dass aufgrund der Beurteilung des Kreisarztes die aktuellen 

Beschwerden nicht mehr unfallbedingt, sondern ausschliesslich krankhafter Natur 

seien. Bei der bevorstehenden Operation vom 4. Februar 2015 werde die 

vorbestehende Instabilität der Wirbelsäule behoben. Der Zustand, wie er sich auch 

ohne den Unfall vom 4. Juli 2014 eingestellt hätte (Status quo sine), sei gemäss 

medizinischer Beurteilung spätestens am 31. Januar 2015 erreicht (UV-act. II 67).

A.p  Mit Schreiben vom 22. Januar 2015 lehnte die Suva das Kostengutsprachegesuch 

des KSSG vom 17. Januar 2015 ab und berief sich dabei auf das geführte 

Telefongespräch mit Dr. K.___ vom 5. Januar 2015 (UV-act. II 69, 59: gemäss 

Aktennotiz fand das Telefongespräch bereits am 22. Dezember 2014 statt, wurde vom 

Suva-Mitarbeiter jedoch erst am 5. Januar 2015 festgehalten).

A.q  Der Versicherte war vom 3. bis 10. Februar 2015 im KSSG hospitalisiert, wobei die 

HWS-Operation am 4. Februar 2015 stattfand (UV-act. II 86).

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B.   

B.a  Die gegen die Verfügung vom 21. Januar 2015 erhobene Einsprache vom 29. 

Januar 2015 und Einspracheergänzung vom 17. Februar 2015 wies die Suva mit 

Einspracheentscheid vom 26. Februar 2015 ab (UV-act. II 70, 75, 76). Zur Begründung 

wurde im Einspracheentscheid insbesondere angeführt, es gehe aus den in den Akten 

liegenden Berichten - insbesondere aus den Beurteilungen von Dr. T.___ und Dr. K.___ 

- hervor, dass das festgestellte Os odontoideum, welches die Operation notwendig 

gemacht habe, durch den Unfall höchstens vorübergehend verschlimmert worden sei, 

und dass diesbezüglich der Status quo sine, also der Zustand, wie er sich auch ohne 

Unfall vom 4. Juli 2014 eingestellt hätte, eingetreten sei. Im Weiteren wurde angeführt, 

dass es sich bei den noch vorliegenden Unfallfolgen um sogenannte organisch nicht 

hinreichend erklärbare Beschwerden handle, weshalb der natürliche 

Kausalzusammenhang zum Unfall vom 4. Juli 2014 nicht gegeben sei. Zudem fehle es 

auch an der Adäquanz, denn es liege weder ein typisches Beschwerdebild für ein 

Schleudertrauma vor noch seien die erlittenen Verletzungen erfahrungsgemäss 

geeignet, eine psychische Fehlentwicklung auszulösen. Da weitere 

Beweismassnahmen am feststehenden Ergebnis nichts mehr ändern könnten, sei auf 

die Abnahme weiterer Beweise bzw. auf die Einholung eines Gutachtens zu verzichten.

B.b  Mit Arztbericht vom 24. März 2015 informierte Dr. K.___ die Suva über die am 17. 

März 2015 erfolgte Nachkontrolle des Versicherten (UV-act. II 79).

C.  

C.a Gegen den Einspracheentscheid erhob der Versicherte am 13. April 2015 

Beschwerde mit folgenden Rechtsbegehren (act. G 1): 1. Der Einspracheentscheid vom 

26. Februar 2015 sei aufzuheben und die Suva sei zu verpflichten, die gesetzlichen 

Leistungen (insbesondere Taggelder und Heilungskosten, allenfalls 

Integritätsentschädigung und Rente) über den 31. Januar 2015 hinaus und 

insbesondere für die Operation vom 4. Februar 2015 und deren Folgen zu erbringen; 2. 

Die Suva sei zudem zu verpflichten, ein externes Gutachten über die offene 

Kausalitätsfrage einzuholen und danach neu über ihre Leistungspflicht zu entscheiden. 

Zur Begründung führte der Beschwerdeführer u.a. aus, dass die Beschwerdegegnerin 

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ihre Leistungspflicht anerkannt habe, weshalb sie den Wegfall der Kausalität als 

leistungsaufhebende Tatsache zu beweisen habe. Den Beweis habe sie jedoch nicht 

erbracht. So habe Kreisarzt Dr. T.___ in seiner Stellungnahme vom 7./12. Januar 2015, 

obwohl er von einer HWS-Distorsion ausgegangen sei, keine schlüssige medizinische 

Begründung angeführt, weshalb spätestens am 29. Dezember 2014 der Status quo 

sine oder ante erreicht worden sein soll. Da die Wirbelsäule vorgeschädigt sei, hätte 

von einer mindestens einjährigen Leistungsdauer ausgegangen werden müssen. Auch 

hätte ein externes Gutachten eingeholt werden müssen, da Zweifel an der 

kreisärztlichen Beurteilung bestünden. So habe Dr. med. U.___, beratender Arzt der 

Krankentaggeldversicherung AXA Winterthur, die Einschätzung des Kreisarztes 

insbesondere in zeitlicher Hinsicht (Erreichung des Status quo) in Frage gestellt (vgl. 

act. G 1.2). Ferner sei nicht geprüft worden, ob der Arbeitsunfall vom 17. April 2014 

zusammen mit dem Auffahrunfall vom 4. Juli 2014 zu einer Verletzung der 

Bandstrukturen und damit zur Instabilität der HWS im Sinne einer richtungsgebenden 

Verschlimmerung des Vorzustandes geführt habe, zumal gemäss der medizinischen 

Literatur eine anlagebedingte Störung der Wirbelsäule nicht zu einer spontanen 

Instabilität derselben führe (vgl. act. G 1.3). Gemäss bundesgerichtlicher 

Rechtsprechung könne ein Unfall auch dann haftungsbegründender Kausalfaktor für 

eine Gesundheitsschädigung sein, wenn er für den Eintritt bloss zeitlich bestimmend 

gewesen sei. Dies sei erfüllt, wenn eine zuvor latente Operationsindikation durch die 

unfallbedingte Aktivierung des Vorzustandes zur einer akuten geworden sei. Im 

vorliegenden Fall müsse mit zumindest überwiegender Wahrscheinlichkeit davon 

ausgegangen werden, dass ohne den Auffahrunfall in naher und mittlerer Zukunft keine 

Operationsindikation aufgetreten wäre. Die Prüfung des Status quo bzw. des 

Vorliegens eines Endzustandes hätte erst nach der Operation und nach Abschluss der 

Heilungsphase vorgenommen werden dürfen.

C.b Mit Arztbericht vom 28. April 2015 informierten Dr. K.___ und Dr. G.___, KSSG, 

über den postoperativen Verlauf. Die aktuelle Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers 

wurde auf 25% geschätzt (UV-act. II 84). Gemäss Arztbericht von Dr. K.___ vom 15. 

Juli 2015 habe der Beschwerdeführer anlässlich der Halbjahreskontrolle erklärt, dass 

es ihm sehr gut gehe. Nur gelegentlich habe er links ausstrahlende Schmerzen im 

Bereich der HWS und ein- bis zweimal pro Woche komme es zu leichten 

Armschmerzen und zu gelegentlichem Schwindelgefühl nach schnellem Aufrichten. Der 

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Facharzt stufte das Ergebnis aus klinischer und radiologischer Sicht als sehr erfreulich 

ein (UV-act. II 90).

C.c In der Beschwerdeantwort vom 30. Juli 2015 beantragte die Beschwerdegegnerin 

die Abweisung der Beschwerde und Bestätigung des Einspracheentscheids vom 26. 

Februar 2015 (act. G 7). Zur Begründung wurde insbesondere verwiesen auf die 

versicherungsinterne orthopädische Beurteilung vom 28. Juli 2015 von Dr. med. V.___, 

Facharzt für Orthopädische Chirurgie FHM, Abteilung Versicherungsmedizin der Suva 

(vgl. UV-act. II 95). Da der HWS-Bereich durch den ersten Unfall vom 17. April 2014 

nicht betroffen gewesen sei, könne dieser Unfall für die Operation vom 4. Februar 2015 

nicht ins Feld geführt werden. Eine richtunggebende unfallkausale Verschlimmerung 

des HWS-Vorzustandes durch den zweiten Unfall vom 4. Juli 2014 könne 

ausgeschlossen werden, da es zu keinen objektivierbaren unfallkausalen organischen/

strukturellen Schäden bzw. Verletzungen gekommen sei. Die vom Beschwerdeführer 

am Unfalltag geklagten subjektiven Beschwerden entsprächen typischerweise 

denjenigen, welche auch bei einer altersentsprechenden gesunden Halswirbelsäule 

auftreten und schnell bessern würden. Im Weiteren wurde vorgebracht, dass bereits 

am 11. September 2014 (d.h. 2 Monate nach dem Auffahrunfall) mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit keine Unfallfolgen mehr vorgelegen hätten. Zudem entspreche es 

einer medizinischen Erfahrungstatsache, dass nach banalen Auffahrunfällen mit blosser 

Distorsion der HWS innert kurzer Zeit bzw. spätestens nach 6 Monaten der Status quo 

sine vel ante erreicht sei, dies selbst bei einer HWS-Vorschädigung.

C.d In der Replik vom 12. Oktober 2015 hielt der Beschwerdeführer an seinen 

Rechtsbegehren unverändert fest (act. G 11). In der Begründung wurde insbesondere 

vorgebracht, dass auch ein halbes Jahr später immer noch im Wesentlichen die 

gleichen Beschwerden vorhanden seien. Deshalb könne nicht gesagt werden, der 

natürliche Kausalzusammenhang sei nicht mehr gegeben, zumal es keine gegenteiligen 

medizinischen Akten (inklusive des neuen Suva-Berichts) gebe. Auch fehlten Berichte, 

welche dafür sprechen würden, dass die Beschwerden nach einem halben Jahr nur 

noch auf das vorbestehende Os odontoideum zurückzuführen seien. Nicht 

nachvollziehbar sei, dass der Versicherungsmediziner der Suva davon ausgehe, dass 

der Status quo sine bereits am 11. September 2014, also nur zwei Monate nach dem 

zweiten Unfall, erreicht worden sein soll. Selbst für den Fall, dass die Operation nicht 

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als unfall(teil-)kausal zu betrachten wäre, falle diese in die Heilungsphase der HWS-

Verletzung und müsse deshalb gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung von der 

Unfallversicherung übernommen werden.

C.e In der Duplik vom 12. November 2015 hielt die Beschwerdegegnerin an ihrem 

Antrag fest (act. G 13). Zur Begründung wurde insbesondere angeführt, dass der 

Beschwerdeführer nach dem Unfall kein typisches Beschwerdebild eines 

Schleudertraumas gezeigt habe. Behandelt worden sei er ausschliesslich wegen der 

unfallfremden atlanto-axialen Instabilität bei vorbestehendem Os odontoideum. Einen 

kausalen Zusammenhang zwischen dem Unfall und der atlanto-axialen Instabilität gebe 

es nicht. Der Unfall habe nur eine vorübergehende Verschlimmerung im HWS-Bereich 

bewirkt. Der Status quo sine sei spätestens im Zeitpunkt der Leistungseinstellung 

erreicht worden.

Erwägungen

1.   

1.1  Anfechtungsgegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet der 

Einspracheentscheid vom 26. Februar 2015 (act. G 1.1). Streitig ist, ob die 

Beschwerdegegnerin die Leistungen in Zusammenhang mit dem Unfall vom 4. Juli 

2014 auf den 31. Januar 2015 einstellen durfte. Zur Diskussion steht insbesondere, ob 

die wegen der HWS-Instabilität (C1/C2) durchgeführte Operation vom 4. Februar 2015 

in einem versicherungsrelevanten Zusammenhang steht mit dem Unfall vom 4. Juli 

2014 und wie weit insbesondere die Beweiskraft der kreisärztlichen Stellungnahme 

vom 7./12. Januar 2015 (UV-act. II 63) und des versicherungsinternen medizinischen 

Berichtes von Dr. V.___ vom 28. Juli 2015 geht (UV-act. II 95).

1.2  Der frühere Unfall vom 17. April 2014 ist, da in der Verfügung bzw. im 

angefochtenen Einspracheentscheid vom 26. Februar 2015 nicht genannt, vorliegend 

nicht Streitgegenstand. Gleichwohl ist dieser Unfall insofern von Relevanz, als beim 

Beschwerdeführer nebst der besonderen anatomischen Situation der HWS (Os 

odontoideum/Ossiculum terminale) auch ein relevanter unfallbedingter Vorzustand 

vorliegen könnte (vgl. dazu nachfolgende Erwägungen 3.1).

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2.   

2.1  Nach Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 

832.20) werden Leistungen der Unfallversicherung bei Berufsunfällen, 

Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz nichts anderes 

bestimmt. Anspruchsvoraussetzung für jegliche Leistungen der Unfallversicherung 

bildet die Unfallkausalität. Eine Leistungspflicht des Unfallversicherers besteht 

demnach nur für Gesundheitsschäden, die natürlich und adäquat kausal mit einem 

versicherten Unfallereignis zusammenhängen (ALEXANDRA RUMO-JUNGO, 

Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz 

über die Unfallversicherung, 3. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2003, S. 42 ff.).

2.2  Während es Aufgabe der Ärztin oder des Arztes ist, den natürlichen 

Kausalzusammenhang zu beurteilen, obliegt es dem Gericht, die Frage nach dem 

adäquaten Kausalzusammenhang zu beantworten (PVG 1984 Nr. 82 174 E. 2b). Ob ein 

natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist, beurteilt sich nach dem im 

Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit; 

die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines 

Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1 mit Hinweisen).

2.3  Wird durch einen Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt 

erst manifest, entfällt die Leistungspflicht des Unfallversicherers, wenn entweder der 

(krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat 

(Status quo ante), oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem 

schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustands auch ohne Unfall früher 

oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (vgl. zum Ganzen RKUV 1994 

Nr. U 206 S. 328 f. E. 3b, mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts vom 11. Juni 2007, 

U 290/06, E. 3.3). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten 

Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 

nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher 

Auswirkungen des Unfalls genügt nicht. Da es sich hierbei um eine 

anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die entsprechende Beweislast nicht bei 

der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 46 

E. 2 mit Hinweisen; BGE 117 V 261 E. 3b).

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2.4  Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht 

für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch 

die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der 

Anamnese abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen 

Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und 

ob die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind (BGE 125 V 351, E. 3a mit 

Hinweis).

2.5  Eine reine Aktenbeurteilung bzw. ein reines Aktengutachten ist nicht an sich 

beweisuntauglich. Die direkte ärztliche Auseinandersetzung mit der zu begutachtenden 

Person rückt dann in den Hintergrund, wenn es im Wesentlichen nur um die 

Beurteilung eines feststehenden medizinischen Sachverhalts geht und sich neue 

Untersuchungen erübrigen; in einem solchen Fall kann auch ein reines Aktengutachten 

voll beweiswertig sein (Urteil des Bundesgerichts vom 27. Juni 2012, 8C_681/2011, E. 

4.1 mit Hinweisen). Für die Beweistauglichkeit entscheidend ist aber, dass genügend 

Unterlagen von persönlichen Untersuchungen vorliegen (RKUV 1988 Nr. U 56 S. 370 E. 

5b).

2.6  Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden 

werden, sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen 

auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der 

versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen 

vorzunehmen (BGE 135 V 470 E. 4.4 mit Hinweis; bestätigt etwa in Urteil des 

Bundesgerichts vom 23. November 2012, 8C_592/2012, E. 5.3).

2.7  Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, [ATSG; SR 830.1]). Danach haben die 

urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln 

sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig 

davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die 

verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs 

gestatten.

3.   

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/22

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3.1  Am 17. April 2014 erlitt der Beschwerdeführer einen ersten Arbeitsunfall auf einer 

Baustelle (UV-act. I 1). Er rutschte beim Tragen von schweren Eisen auf der linken 

Schulter auf dem Baugerüst mit dem Fuss weg. Dadurch hängte sich das Eisen vorne 

und hinten ein und sein Unterkiefer bzw. sein Kopf wurde zwischen Baugerüst und 

Eisen eingeklemmt, so dass er kurzzeitig mit den Füssen frei in der Luft hing. 

Infolgedessen erlitt der Beschwerdeführer u.a. Beschwerden im Gesichts- und 

Schulternackenbereich (UV-act. II 60 S. 1 und 4 f.). Wegen dieses Arbeitsunfalls wurde 

der Beschwerdeführer medizinisch behandelt und die Beschwerdegegnerin erbrachte 

Versicherungsleistungen (UV-act. I S. 3-5). Im Arztbericht über die erfolgte Konsultation 

im Spital W.___ vom 20. April 2014 wurden nebst den Diagnosen Kontusion Knie 

beidseitig und Kontusion linker Ellenboden auch die Diagnose Kontusion des 

Unterkiefers linksseitig gestellt. Bereits damals wurde anhand der erstellten 

Röntgenbilder beim Beschwerdeführer ein nichtfusioniertes Os odontoideum 

(Ossiculum terminale) festgestellt und dies in den Akten dokumentiert (UV-act. I 8). 

Dass diese anatomische Besonderheit bereits im Zusammenhang mit dem ersten 

Unfall vom 17. April 2014 festgestellt worden war, wird auch vom Suva-Arzt Dr. V.___ 

im Bericht vom 28. Juli 2015 bestätigt (UV-act. II 95 S. 1). Folglich muss sich die 

Beschwerdegegnerin anrechnen lassen, dass sie bei der Leistungsbeurteilung des 

zweiten Unfalls (Auffahrunfall vom 4. Juli 2014) über die besondere anatomische 

Situation der HWS des Beschwerdeführers Bescheid wusste.

3.2  Über den Unfall vom 4. Juli 2014 wurde die Beschwerdegegnerin am 8. Juli 2014 

orientiert (UV-act. II 1). Im Schreiben vom 10. Juli 2014 teilte die Beschwerdegegnerin 

mit, dass sie zu den Versicherungsleistungen noch nicht endgültig Stellung nehmen 

könne. Sobald sie die Abklärungen durchgeführt habe, werde sie über ihre 

Leistungspflicht orientieren (UV-act. II 2). In der Folge holte die Beschwerdegegnerin 

mehrere Berichte ein (UV-act. II 4 - 12).

3.3  Mit Schreiben vom 24. Juli 2014 anerkannte die Beschwerdegegnerin in Kenntnis 

des Vorzustandes der HWS des Beschwerdeführers und ohne Vorbehalte anzubringen 

ihre Leistungspflicht und sprach dem Beschwerdeführer Versicherungsleistungen 

(Taggelder, Heilbehandlung) zu (UV-act. II 13 f.). Damit anerkannte die 

Beschwerdegegnerin zugleich die Kausalität zwischen dem Unfallereignis und den 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/22

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nach dem Unfall aufgetretenen gesundheitlichen Beschwerden bzw. 

Beeinträchtigungen.

4.   

Die Entwicklung des Gesundheitszustands des Beschwerdeführers stellt sich gemäss 

Aktenlage wie folgt dar:

4.1  Das beim Beschwerdeführer festgestellte nichtfusionierte Os odontoideum 

(Ossiculum terminale) als anatomische Besonderheit der HWS hatte gemäss den 

vorliegenden Akten bis zu den Unfällen im Jahr 2014 beim damals (erst) __-jährigen 

Beschwerdeführer weder zu Beschwerden geführt noch eine ärztliche Behandlung 

erforderlich gemacht. Beschwerden im Schulternackenbereich traten gemäss Angaben 

des Beschwerdeführers erstmals nach dem Unfall vom 17. April 2014 auf (wenn auch 

im geringeren Umfang als beim zweiten Unfall vom 4. Juli 2014; UV-act. II 60 S. 5).

4.2  Hinsichtlich der gesundheitlichen Beeinträchtigungen seit dem Unfall vom 4. Juli 

2014 ist festzustellen, dass von Beginn an die Schmerzen an der HWS (insbesondere 

links) mit Ausstrahlung in den linken Arm im Zentrum standen (UV-act. II 9, 10). In den 

folgenden Wochen und Monaten stellte sich gemäss Aktenlage (entgegen den 

Erwartungen der Suva) keine wesentliche Besserung der gesundheitlichen Situation 

des Beschwerdeführers ein (UV-act. II 20, 30, 31, 39, 52). Zur Verwertbarkeit bzw. zum 

Beweiswert der in Berichten wiedergegebenen Aussagen des Beschwerdeführers 

bspw. hinsichtlich seines Gesundheitszustandes ist anzumerken, dass der 

Beschwerdeführer der deutschen Sprache nicht mächtig ist und seine Aussagen - 

sofern nicht ein Dolmetscher beigezogen worden war wie beim Ambulanten 

Assessment in der Rehaklinik Bellikon vom 3. Dezember 2014 - deshalb nur mit 

Vorbehalt verwertbar bzw. beweiskräftig sind (vgl. UV-act. II 8 S. 3, 31 S. 2, 70).

4.3  Während die Anomalie der HWS mit dem Os odontoideum jeweils bereits im 

Rahmen der Erstbehandlungen vom 17. April und 4. Juli 2014 erkannt wurde, wurde 

der Verdacht auf eine atlanto-axiale Instabilität der HWS (C1/C2) gestützt auf das 

Röntgen am 9. Juli 2014 erstmals am 11. September 2014 von Ärzten des KSSG 

erhoben (vgl. UV-act. II 30). Diese Instabilität der HWS wurde bei weiteren 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/22

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Untersuchungen im Oktober 2014 von den Fachärzten der Klinik für Neurochirurgie und 

von der Klinik für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 

Bewegungsapparates des KSSG bestätigt (UV-act. II 39, 42). Dass diese vertieften 

Untersuchungen durch die Fachärzte des KSSG erst zu diesem Zeitpunkt durchgeführt 

worden waren, dürfte damit zusammenhängen, dass die seit dem Unfall bestehenden 

Beschwerden und Einschränkungen eben nicht wie erhofft in kurzer Zeit wesentlich 

geringer wurden (vgl. UV-act. 31 S. 1, 33 S. 1).

4.4  Seit dem Unfall am 4. Juli 2014 war der Beschwerdeführer zu 100% 

arbeitsunfähig. Von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit gingen auch die Fachärzte der 

Rehaklinik Bellikon in ihrem Bericht vom 29. Dezember 2014 aus. Das Rehapotential 

könne frühestens nach entsprechender Rekonvaleszenzzeit postoperativ neu 

festgestellt werden (UV-act. II 60).

4.5  Die am 4. Februar 2015 im KSSG durchgeführte Operation mit Verschraubung von 

C1/C2 in Kombination mit postoperativen physiotherapeutischen Massnahmen war 

gemäss Aktenlage offensichtlich zielführend, verbesserten sich doch der 

Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in den folgenden 

Monaten wie erwartet sukzessive. So stellte Facharzt Dr. K.___ im Arztbericht vom 15. 

Juli 2015 und damit rund ein Jahr nach dem Unfall fest, dass die vor der Operation 

vorhandenen Schmerzen nicht mehr vorhanden seien und nur noch leichte 

Restbeschwerden bestehen würden (UV-act. II 90).

4.6  Zusammenfassend ist soweit festzuhalten, dass nicht ausgeschlossen werden 

kann, dass beim vorliegenden HWS-Vorzustand (Os odontoideum und Schädigungen 

durch den Unfall vom 17. April 2014) der Unfall vom 4. Juli 2014 zur Instabilität der 

HWS geführt hat, bzw. die C1/C2 Instabilität ohne den Unfall vom 4. Juli 2014 nicht zu 

diesem Zeitpunkt oder in naher Zukunft beim __-jährigen Beschwerdeführer 

aufgetreten wäre und eine operative Verschraubung von C1/C2 Anfang Februar 2015 

erforderlich gemacht hätte.

5.   

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/22

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Wie in Erwägung 2.3 dargelegt, hat bei der vorliegenden Sachlage die 

Beschwerdegegnerin das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten 

Ursachen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachzuweisen. Nachfolgend sind 

daher insbesondere die von der Beschwerdegegnerin zum Beweis des Dahinfallens 

ihrer Leistungspflicht vorgebrachten Beweise zu würdigen.

5.1  Zur biomechanischen Kurzbeurteilung (Triage) der AGU vom 27. Oktober 2014 

(UV-act. II 43) ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer den VW T5 Transporter 

nicht wie in der Kurzbeurteilung auf Seiten 1, 2 und 3 erwähnt lenkte, sondern auf dem 

Beifahrersitz sass (UV-act. II 12). Die Beweiskraft des Berichts wird ausserdem dadurch 

relativiert, dass das Bewertungsergebnis den "Normalfall" wiedergibt. So wird 

vorausgesetzt, dass "keine mehr als unerheblichen krankhaften oder traumatisch 

bedingten Veränderungen im Halswirbelsäulenbereich vorliegen, und dass unmittelbar 

vor der Kollision keine Körperposition relativ zum Fahrzeuginnenraum vorlag, welche 

das Risiko für eine Gefügestörung der HWS hätte erhöhen können." (UV-act. II 43 S. 3). 

Vorliegend berücksichtigten die Fachspezialisten jedoch weder die abgedrehte 

Kopfposition ("Ein in den Akten erwähnter Hinweis, der Kopf sei zur Zeit der Kollision 

abgedreht gewesen, muss hinsichtlich seiner biomechanischen Relevanz immer vorab 

eingegrenzt werden. Da hier keine genügenden Angaben vorliegen, können wir diesen 

Umstand nicht in unsere Überlegungen einbeziehen.") noch den Kopfanprall an der 

Frontscheibe (obwohl die Gutachter einen Kopfanprall in ihren Hinweisen als 

biomechanisch möglicherweise relevante Besonderheit einstufen, es sich beim 

Fahrzeug um einen VW-Transporter mit steiler und naheliegender Frontscheibe handelt 

und die Vorwärtsbewegung des Körpers "in der Regel" durch den Sicherheitsgurt 

begrenzt wird) und auch nicht die Vorschädigung bzw. Besonderheit der HWS (Os 

odontoideum) des Beschwerdeführers. Das Fazit der Gutachter, dass die beim 

Beschwerdeführer festgestellten, von der HWS ausgehenden Beschwerden und 

Befunde isoliert durch die Kollisionseinwirkung eher nicht erklärbar seien, vermag aus 

dem Gesagten nicht zu überzeugen, denn bei Berücksichtigung der zuvor genannten, 

vom "Normalfall" abweichenden Einflussfaktoren könnte eine andere 

Beurteilungskategorie (Klassifikation) zutreffender bzw. wahrscheinlicher sein (vgl. UV-

act. II 43 S. 5).

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5.2  Zum Beweis der fehlenden Kausalität führten die Beschwerdegegnerin wie auch 

deren Ärzte die eingeholte telefonische Auskunft vom 22. Dezember 2014 von Facharzt 

Dr. K.___ an. Diesbezüglich ist festzustellen, dass der Suva-Mitarbeiter die Aktennotiz 

über das Telefonat erst 14 Tage später am 5. Januar 2015 erstellte (UV-act. II 59). Dies 

mindert deren Beweiskraft, da der Inhalt eines Gesprächs nach dieser langen Zeit 

meist nur noch in groben Zügen bzw. sinngemäss wiedergegeben werden kann und 

infolgedessen in vermehrtem Masse subjektiv geprägt sein dürfte, bspw. indem 

unbedeutend erscheinende Aussagen weggelassen oder "modifiziert" werden. Aus der 

Aktennotiz ist auch nicht ersichtlich, welches die konkreten Fragestellungen des Suva-

Mitarbeiters an den Facharzt waren und wie seine Antworten lauteten. Vorliegend gibt 

es Anhaltspunkte, dass die Aktennotiz den Inhalt des Telefongesprächs nicht 

vollständig und objektiv wiedergibt. So überzeugt nicht, dass Dr. K.___ gesagt haben 

soll: "Eine richtungsweisende Verschlimmerung ist durch den harmlosen Auffahrunfall 

nicht verursacht worden.", denn aus der Aktennotiz ist weder ersichtlich noch ist es 

nachvollziehbar, was den Facharzt dazu bewogen haben sollte, den Auffahrunfall als 

harmlos zu qualifizieren. Ausserdem besteht eine Diskrepanz zwischen dem Verhalten 

von Dr. K.___ bzw. des KSSG, nämlich dass eine Kostengutsprache für die HWS-

Operation von der Beschwerdegegnerin eingeholt wurde (UV-act. II 68), und der in der 

Aktennotiz vom 5. Januar 2015 enthaltenen Aussage von Dr. K.___, dass die Operation 

des Os odontoideum nichts mit dem Unfall zu tun habe (vgl. UV-act. 59, 76 S. 5), was 

in der Konsequenz eine Leistungspflicht der Unfallversicherung für diese Operation 

ausschliessen und das Kostengutsprachegesuch erübrigen würde. Hinzu kommt, dass 

die Aktennotiz insgesamt den Eindruck einer gewissen Voreingenommenheit des Suva-

Mitarbeiters vermittelt bzw. eine suggestive Fragestellung vermuten lässt: "Herr Dr. 

K.___ teilt meine Ansicht, dass die Operation des Os odontoideum selbst nichts mit 

dem Unfall zu tun hat." Im Verwaltungsverfahren wäre es jedoch die Aufgabe der 

Beschwerdegegnerin gewesen, den Sachverhalt aufgrund des 

Untersuchungsgrundsatzes unvoreingenommen und in objektiver Weise abzuklären. 

Dass dies nicht ein Einzelfall war, ist auch aus den an Dr. K.___ gerichteten Schreiben 

vom 18. November und 16. Dezember 2014 ersichtlich: "Am 04.07.2014 hat A.___ eine 

harmlose Auffahrkollision erlitten." […] "Wenn ja, hat der neue - wenn auch eher 

harmlose - Auffahrunfall diesen Vorzustand traumatisiert?" (UV-act. II 55, 57). Im 

Zusammenhang mit diesem Schreiben stellt sich auch die Frage, wieso den Schreiben 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/22

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nur einzelne Unfallfotos (aus den Akten ist nicht ersichtlich, um welche Fotos es sich 

handelte) und nicht die ganze biomechanische Kurzbeurteilung (inkl. 

Fotodokumentation) vom 27. Oktober 2014 (UV-act. II 43) beigelegt worden war. Die 

Häufung der Mängel (vgl. auch nachfolgende Erwägung 5.3) führt dazu, dass die von 

der Beschwerdegegnerin erstellte Aktennotiz vom 5. Januar 2015 als Beweis für die 

fehlende Kausalität bzw. das Dahinfallen der Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin 

untauglich ist.

5.3  Zur Begründung des Dahinfallens ihrer Leistungspflicht beruft sich die 

Beschwerdegegnerin auch auf die Stellungnahme des Kreisarztes Dr. T.___ vom 7./12. 

Januar 2015 (UV-act. II 63). Es fällt auf, dass in der Anfrage an den Kreisarzt vom 7. 

Januar 2015 (UV-act. II 62) eine als Zitat (" ") markierte Aussage inhaltlich nicht mit der 

zitierten Aktennotiz vom 5. Januar 2015 (UV-act. II 59) übereinstimmt. So wurde aus 

dem Satz "Herr Dr. K.___ teilt meine Ansicht, dass […]" der Satz: "Herr Dr. K.___ teilt 

mir mit, dass […]." Aus dem Wortlaut: "Mit der geplanten Operation können die 

Unfallfolgen abgeschlossen werden. Dann wird der Vorzustand operativ saniert. Eine 

richtungsweisende Verschlimmerung ist durch den harmlosen Auffahrunfall nicht 

verursacht worden." wurde: "Mit der geplanten Operation, welche für den Patienten 

extrem wichtig sei, könnten seines Erachtens die Unfallfolgen abgeschlossen werden. 

Damit werde der für den Patienten gefährliche Vorzustand operativ saniert. Schon der 

nächste heftigere Auffahrunfall oder ein stärkerer Schlag gegen die HWS könnte für 

den Patienten tödlich enden. Eine richtungsweisende Verschlimmerung sei durch den 

harmlosen Auffahrunfall nicht verursacht worden." Inhaltlich beruht die Stellungnahme 

des Kreisarztes Dr. T.___ vom 7./12. Januar 2015 (UV-act. II 63) insbesondere auf den 

in der (mängelbehafteten) Aktennotiz vom 5. Januar 2015 enthaltenen Aussagen (vgl. 

dazu Erwägung 5.2). Der Kreisarzt geht davon aus, dass die zeitlich limitierte 

Verschlimmerung der HWS-Beschwerden spätestens am 29. Dezember 2014 abgeheilt 

sei, und stützt sich dabei auf den Bericht der Rehaklinik Bellikon vom 29. Dezember 

2014 (UV-act. II 60) über das (bereits) am 3. Dezember 2014 durchgeführte 

Assessment, ohne jedoch seine Folgerung zu begründen, zumal eine entsprechende 

Aussage im Assessmentbericht fehlt. Im Weiteren ist festzustellen, dass dem Kreisarzt 

nicht sämtliche relevanten Akten zur Verfügung standen. So fehlen im aktenmässigen 

Verlauf mehrere Arztberichte des KSSG (UV-act. II 39, 42 und 47) sowie die 

biomechanische Kurzbeurteilung der AGU vom 27. Oktober 2014 (UV-act. II 43). Da es 

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sich bei der Stellungnahme des Kreisarztes um eine reine Aktenbeurteilung handelt, ist 

die Kenntnis sämtlicher bedeutsamer medizinischer Akten jedoch unabdingbar (vgl. 

Erwägung 2.4-2.6). Infolgedessen sind bezüglich des Beweiswertes der kreisärztlichen 

Stellungnahme erhebliche Vorbehalte anzubringen.

5.4  Auch beim Arztbericht von Dr. V.___ vom 28. Juli 2015 (UV-act. II 95) handelt es 

sich um einen Bericht eines versicherungsinternen Arztes der Beschwerdegegnerin, 

welcher erst im Rahmen des Beschwerdeverfahrens erstellt wurde. Die vom Suva-Arzt 

vorgebrachten Argumente vermögen - bei in Kenntnis des HWS-Vorzustandes 

anerkannter Unfallkausalität, - das Dahinfallen der Leistungspflicht der 

Beschwerdegegnerin nicht im erforderlichen Grad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit zu beweisen. So fehlt hinsichtlich des Auffahrunfalls vom 4. Juli 

2014 im Bericht eine nachvollziehbare und überzeugende Würdigung des HWS-

Vorzustandes, der unfallbedingten Einwirkungen und Folgen auf die HWS bei 

gegebenem Vorzustand sowie der festgestellten bzw. geltend gemachten 

Beschwerden und Beeinträchtigungen, denn die Argumentation des Suva-Arztes, dass 

die subjektiven Beschwerden des Beschwerdeführers denjenigen entsprächen, welche 

auch bei einer altersentsprechenden gesunden Halswirbelsäule auftreten (und auch 

schnell bessern) würden, vermag weder eine richtungsgebende unfallkausale 

Verschlimmerung des HWS-Vorzustandes zu widerlegen noch eine fehlende Kausalität 

zwischen den beiden Unfällen und der C1/C2 Instabilität der HWS zu belegen. Die 

Berufung auf "allgemeine medizinische Erfahrungswerte" bei HWS-Distorsionen ist 

beim vorliegenden Vorzustand der HWS unbehelflich, denn damit lässt sich nicht 

beweisen, dass bei Personen mit diesem HWS-Vorzustand und ohne den Einfluss 

eines besonderen Ereignisses (bspw. ein Unfall) bereits im Alter von rund 23 Jahren 

gehäuft Instabilitäten der HWS auftreten, welche eine operative Verschraubung der 

HWS (Spondylodese C1/C2) bedingen. Dieser Nachweis wäre vorliegend jedoch 

erforderlich, um basierend auf Erfahrungswerten von einem Status quo sine und damit 

von einem Dahinfallen der Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin ausgehen zu 

können. Die Aussage des Versicherungsmediziners, dass bereits am 11. September 

2014 (d.h. zwei Monate nach dem Auffahrunfall) mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 

keine Unfallfolgen mehr vorgelegen hätten, ist unbehelflich, denn diese Einschätzung 

ergibt sich weder aus den vorliegenden Akten noch wurde sie vom Suva-Arzt 

nachvollziehbar und schlüssig - bspw. anhand verschiedener fachärztlicher Quellen 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 20/22

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bzw. von Forschungserkenntnissen - belegt. Je kürzer im Übrigen die Zeit für die 

Erreichung des Status quo und in der Folge das Dahinfallen der Leistungspflicht des 

Unfallversicherers festgesetzt wird, umso weniger kann unbesehen auf "allgemeine 

medizinische Erfahrungswerte" hinsichtlich der Erreichung des Status quo abgestellt 

werden. Insbesondere wenn eine andauernde Behandlungsbedürftigkeit besteht und 

zudem vom Normalfall abweichende Umstände vorliegen, sind erhöhte Anforderungen 

an den Nachweis des Dahinfallens der Leistungspflicht zu stellen, welche in der Regel 

nur durch ein externes medizinisches Fachgutachten erbracht werden können, denn 

ein grundsätzliches Abstellen auf "Erfahrungswerte" käme einer (im Gesetz nicht 

vorgesehenen) planmässigen zeitlichen Leistungsbeschränkung des Unfallversicherers 

gleich.

5.5  Hinsichtlich des Leistungseinstellungszeitpunktes ist aus den Akten und den 

Rechtsschriften nicht ersichtlich, wieso die Beschwerdegegnerin die 

Leistungseinstellung per 31. Januar 2015 und damit vier Tage vor der HWS-Operation 

vom 4. Februar 2015 vornahm, findet sich doch in den Akten keine ärztliche Aussage, 

die diesen Zeitpunkt nahelegen würde. So ging der Kreisarzt Dr. T.___ vom Erreichen 

des Status quo sine spätestens am 29. Dezember 2014 (vgl. UV-act. II 63) und der 

Suva-Arzt Dr. V.___ schon am 11. September 2014 (UV-act. II 95) aus. In dieser 

Konstellation erweist sich eine Berufung auf nicht referenzierte medizinische 

Erfahrungswerte, dass per 31. Januar 2015 und damit sieben Monate nach dem Unfall 

trotz fortgesetzter Behandlungsbedürftigkeit und Vorliegens besonderer Umstände (vgl. 

Erwägung 5.1) keine unfallbedingten Folgen mehr existierten, und ohne dies konkret 

mit Fakten zu begründen, als willkürlich.

5.6  Zusammenfassend ist festzuhalten, dass mit den von der Beschwerdegegnerin 

angeführten Beweisen in Anbetracht der dargelegten Mängel der Nachweis des 

Dahinfallens der Kausalität zwischen dem Unfall vom 4. Juli 2014 und der durch 

Instabilität der HWS erforderlich gewordenen Operation (Spondylodese C1/C2) nicht im 

erforderlichen Grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erbracht wurde.

6.   

6.1  Die Leistungseinstellungsverfügung per 31. Januar 2015 beruht folglich auf einem 

unzureichend abgeklärten Sachverhalt.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 21/22

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6.2  Nachdem - wie gesagt - bereits geringe Zweifel an der Schlüssigkeit ärztlicher 

Feststellungen ergänzende Abklärungen erforderlich machen, wird die 

Beschwerdegegnerin solche nachzuholen haben (vgl. dazu RKUV 1999 Nr. U 341 S. 

408 E. 3b; BGE 117 V 359 E. 4b und E. 5d/aa, 117 V 369 E. 3).

6.3  Die Angelegenheit ist mithin zur Einholung eines externen medizinischen 

Gutachtens zur Klärung des natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfall 

vom 4. Juli 2014 und den über den 31. Januar 2015 hinaus behandlungsbedürftigen 

Gesundheitsschäden an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Dabei wird zu 

klären sein, zu welchem Zeitpunkt bzw. ob vor der Operation vom 4. Februar 2015 der 

Status quo sine vel ante mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit erreicht war. Die medizinische Begutachtung sollte 

zweckmässigerweise durch Fachärzte (einer Klinik) erfolgen, welche sich regelmässig 

mit Instabilitäten der HWS und deren Behandlung bzw. operativen Behebung 

beschäftigen (vgl. dazu UV-act. II 54 S. 2).

7.   

Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde vom 13. April 2015 unter 

Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheids vom 26. Februar 2015 teilweise 

gutzuheissen und die Streitsache zu ergänzenden Abklärungen im Sinn der 

Erwägungen und zu anschliessend neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin 

zurückzuweisen. Gerichtkosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Eine 

Parteientschädigung fällt ausser Betracht, nachdem der Beschwerdeführer nicht 

anwaltlich vertreten ist.

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.   

In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird der Einspracheentscheid vom 26. 

Februar 2015 aufgehoben und die Streitsache zu ergänzenden Abklärungen im Sinn 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 22/22

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der Erwägungen und anschliessend neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin 

zurückgewiesen.

2.   

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 11.05.2017
	Art. 6 UVG. Kausalität von Beschwerden an der HWS (Instabilität C1/C2). Rückweisung an die Vorinstanz aufgrund ungenügender Sachverhaltsermittlung. Einholung eines externen Gutachtens (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 11. Mai 2017, UV 2015/20).

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