# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 48d0e998-ae3c-55ea-97b9-4b3c36b8fe3c
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-02-07
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 07.02.2025 D-7352/2024
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-7352-2024_2025-02-07.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-7352/2024 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  7 .  F e b r u a r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Einzelrichterin Daniela Brüschweiler, 

mit Zustimmung von Richterin Chrystel Tornare Villanueva;   

Gerichtsschreiberin Kathrin Mangold Horni.  

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Türkei,  

(…),   

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz.  

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 24. Oktober 2024. 

 

 

 

D-7352/2024 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Der Beschwerdeführer suchte am 20. Juni 2024 in der Schweiz um 

Asyl nach. 

 

A.b Das SEM hörte ihn am 18. Juli 2024 im Beisein der zugewiesenen 

Rechtsvertretung zu seinen Asylgründen an. 

A.b.a Dabei machte der Beschwerdeführer geltend, er sei türkischer 

Staatsangehöriger kurdischer Ethnie und stamme aus B._______ (Provinz 

B._______). Von 2012 bis 2014 habe er in C._______ (Provinz C._______) 

studiert und in der Folge aufgrund seiner Arbeit als (…) in verschiedenen 

türkischen Städten und im Jahr 2019 auch in D._______ gearbeitet; aus-

serdem habe er seinem Vater in der (…) geholfen. Er sei seit dem Jahr 

2012 politisch aktiv gewesen und habe insbesondere von 2022 bis 2024 

an verschiedenen Veranstaltungen teilgenommen, sich für die DEM Parti 

(vormals Halkların Eşitlik ve Demokrasi Partisi [HEDEP]) engagiert, bei 

Newroz-Festen geholfen und Familienbesuche bei politischen Gefangenen 

gemacht. Am 21. Februar 2024 sei über ihn ein Dossier eröffnet worden 

und gleichentags seien im Sommerhaus seiner Familie in E._______ (Pro-

vinz B._______), wo er offiziell angemeldet gewesen sei, sowie in seinem 

Elternhaus in B._______ Razzien durchgeführt worden; zu diesem Zeit-

punkt habe er sich bei einem Cousin in F._______ aufgehalten und sei von 

seiner Familie über die Vorfälle informiert worden. Das Verfahren gegen 

ihn sei aufgrund einer Anzeige wegen Mitgliedschaft bei der PKK (Partiya 

Karkerên Kurdistanê; Arbeiterpartei Kurdistans) eröffnet worden und stehe 

auch in Zusammenhang mit seiner Teilnahme an einer Demonstration vom 

15. Februar 2024 gegen die Isolation von Abdullah Öcalan und anderen 

politischen Häftlingen. Im Weiteren gab der Beschwerdeführer an, wegen 

seines in der Schweiz wohnhaften Bruders in seiner Heimat unter Be-

obachtung gestanden zu sein und aufgrund der politischen Identität seiner 

Familie keine Anstellung beim Staat erhalten zu haben. Wegen dieser 

Probleme habe er am 15. Juni 2024 die Türkei verlassen und sei auf dem 

Landweg unter Umgehung der Grenzkontrollen bis in die Schweiz gereist. 

A.b.b Der Beschwerdeführer reichte nebst seiner Identitätskarte im Origi-

nal verschiedene, in der angefochtenen Verfügung (vgl. Ziff. I. 3) einzeln 

aufgelistete Beweismittel in Kopie ein. 

A.c Am 12. September 2024 wurde dem Beschwerdeführer das rechtliche 

Gehör (mit Frist bis zum 3. Oktober 2024) zum Ergebnis der durch- 

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Seite 3 

geführten Dokumentenanalyse gewährt. Am 2. Oktober 2024 ging beim 

SEM ein Schreiben des türkischen Anwalts des Beschwerdeführers ein, 

und am 10. Oktober 2024 ersuchte der Beschwerdeführer um Erstreckung 

der Frist zur Einreichung weiterer Unterlagen zu seinen Strafverfahren um 

einen Monat. 

B.  

Mit Verfügung vom 24. Oktober 2024 – eröffnet am 28. Oktober 2024 – 

stellte das SEM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigen-

schaft nicht, lehnte das Asylgesuch ab und ordnete die Wegweisung aus 

der Schweiz sowie den Wegweisungsvollzug an. Der Kanton F._______ 

wurde mit dem Vollzug der Wegweisung beauftragt. Gleichzeitig wurden 

dem Beschwerdeführer die editionspflichtigen Akten gemäss Aktenver-

zeichnis ausgehändigt. 

C.  

Der Beschwerdeführer erhob mit Eingabe vom 21. November 2024 beim 

Bundesverwaltungsgericht Beschwerde. Er beantragte sinngemäss die 

Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung, die Zuerkennung der Flücht-

lingseigenschaft und die Gewährung des Asyls, allenfalls die Feststellung 

der Unzulässigkeit des Wegweisungsvollzugs. In verfahrensrechtlicher 

Hinsicht ersuchte er um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschus-

ses. 

D.  

Am 25. November 2024 bestätigte das Bundesverwaltungsgericht den Ein-

gang der Beschwerde. 

E.  

Mit Zwischenverfügung vom 9. Dezember 2024 hielt die Instruktionsrichte-

rin fest, der Beschwerdeführer dürfe den Abschluss des Verfahrens in der 

Schweiz abwarten. Sodann wies sie das Gesuch um Verzicht auf die Erhe-

bung eines Kostenvorschusses ab und forderte den Beschwerdeführer – 

unter Androhung des Nichteintretens im Unterlassungsfall – auf, bis zum 

24. Dezember 2024 einen Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 750.– zu 

leisten. Für die ausführliche Begründung der Zwischenverfügung wird auf 

die Akten sowie auf die nachfolgenden Erwägungen verwiesen.  

Der verlangte Kostenvorschuss wurde am 24. Dezember 2024 bezahlt.  

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

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Seite 4 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurtei-

lung von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig 

und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorlie-

gend – endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG [SR 142.31]). 

 

1.2 Der Beschwerdeführer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerdefüh-

rung legitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und formgerecht einge-

reichte Beschwerde (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG) ist 

einzutreten. 

1.3 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-

hend aufgezeigt, handelt es sich um eine solche, weshalb das Urteil nur 

summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG).  

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines 

Schriftenwechsels verzichtet. 

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

 

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Seite 5 

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen (Art. 7 AsylG). Das Bundesverwaltungs-

gericht hat die Anforderungen an das Glaubhaftmachen der Vorbringen in 

verschiedenen Entscheiden dargelegt und folgt dabei ständiger Praxis. Da-

rauf kann hier verwiesen werden (vgl. BVGE 2015/3 E. 6.5.1, 2012/5 

E. 2.2). 

5.  

5.1 Die Vorinstanz gelangte in ihrer angefochtenen Verfügung zum 

Schluss, die Vorbringen des Beschwerdeführers hielten weder den Anfor-

derungen an die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG noch denjeni-

gen an das Glaubhaftmachen gemäss Art. 7 AsylG stand.  

 

5.1.1 Vorab stellte sie fest, eine interne Dokumentenanalyse habe erge-

ben, dass die vom Beschwerdeführer eingereichten Beweismittel zu einem 

Strafverfahren in Sachen Mitgliedschaft in einer bewaffneten terroristi-

schen Organisation gemäss Art. 314/2 des türkischen Strafgesetzbuches 

Fälschungsmerkmale aufweisen würden. Der Beschwerdeführer, welchem 

zum Ergebnis der Analyse das rechtliche Gehör gewährt worden sei, habe 

dazu keine Stellung genommen, sondern lediglich ein Schreiben eines tür-

kischen Anwalts zu den Akten gegeben, in welchem dieser Anwalt sich 

ebenfalls nicht zu den Fälschungsvorwürfen geäussert, sondern nur erklärt 

habe, mangels Vollmacht könne er keine Dokumente aus dem Dossier des 

Beschwerdeführers erhalten. Es sei jedoch nicht nachvollziehbar, wie der 

türkische Anwalt ursprünglich an die eingereichten Dokumente gelangt 

sein sollte, wenn er über keine Vollmacht verfüge; dabei entspreche die 

vom Beschwerdeführer in der Anhörung gemachte Aussage, der Erhalt und 

die Zustellung jener Dokumente sei ohne Vollmacht möglich gewesen, weil 

keine Geheimhaltung bestehe, auch nicht den Kenntnissen des SEM über 

das Vorgehen türkischer Justizbehörden. 

 

Zu den vom türkischen Anwalt in Aussicht gestellten weiteren Dokumente 

führte das SEM aus, da sich die Vorbringen des Beschwerdeführers mass- 

geblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abstützten, werde in 

antizipierter Beweiswürdigung davon abgesehen, weitere in Aussicht ge-

stellte Dokumente abzuwarten. Im Übrigen sei mittlerweile auch öffentlich 

bekannt, dass Justizdokumente in der Türkei auf zweifelhafte Art und 

Weise erlangt werden könnten, zumal die türkische Justiz derzeit von ei-

nem beträchtlichen Korruptions-Problem geprägt sei.  

 

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Bezüglich der vom Beschwerdeführer geltend gemachten, mit dem angeb-

lich gegen ihn bestehenden Verfahren in Verbindung gebrachten Haus-

durchsuchungen stellte es ebenfalls fest, die entsprechenden Vorbringen 

stützten sich massgeblich auf gefälschte Dokumente ab, weshalb grosse 

Zweifel daran bestünden, dass sich diese Durchsuchungen tatsächlich so 

ereignet hätten. 

 

5.1.2 Sodann befand das SEM, die geltend gemachten verbalen Auseinan-

dersetzungen seien auch bei Wahrunterstellung nicht geeignet, eine be-

gründete Furcht vor flüchtlingsrechtlich relevanter Verfolgung in der Türkei 

zu begründen. Aufgrund des – umfassend, auch unter Beizug der Asyldos-

siers seines Bruders und seines Cousins geprüften – politischen Profils des 

Beschwerdeführers sei auch nicht davon auszugehen, dass dieser ins Vi-

sier der Behörden gelangt sei, zumal aus seinen Aussagen hervorgehe, 

dass er nicht in exponierter Stellung für die DEM tätig und bislang in politi-

scher Hinsicht strafrechtlich unbescholten gewesen sei. Zudem lägen 

keine hinreichenden Anhaltspunkte für eine konkrete Bedrohung vor, die 

bei einem Menschen in vergleichbarer Lage Furcht vor Verfolgung hervor-

rufen würde. 

 

Schliesslich könnten auch aus den weiteren Ausführungen des Beschwer-

deführers (insbesondere auch aus der Schilderung der Schikanen und Be-

nachteiligungen, denen Angehörige der kurdischen Bevölkerung in der Tür-

kei ausgesetzt sein könnten) keine Hinweise auf eine Zwangssituation, 

welcher er sich nur durch Flucht ins Ausland hätte entziehen können, ent-

nommen werden. 

 

5.2 In der Beschwerdeschrift zitiert der Beschwerdeführer (auf S. 1–4 der 

Beschwerde) einen am 5. April 2023 publizierten Bericht von "Amnesty In-

ternational" betreffend das Verhalten von Polizisten und Gendarmen in den 

vom Erdbeben betroffenen Gebieten, weist auf öffentlich zugängliche Be-

richte betreffend die Probleme von kurdischen Aktivisten hin, hält am Wahr-

heitsgehalt der von ihm anlässlich der Anhörung geschilderten Verfol-

gungssituation fest und stellt – ohne weitere Begründung – den Fäl-

schungsvorwurf gewisser eingereichter Beweismittel in Frage. Im Weiteren 

macht er geltend, er wäre in der Türkei ohne physische Sicherheit und ju-

ristischen Schutz und würde im Falle einer Rückkehr gefoltert und einge-

sperrt werden. 

 

 

 

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Seite 7 

6.  

6.1 Das Bundesverwaltungsgericht kommt nach Durchsicht der Akten zum 

Schluss, dass das SEM nicht nur den Sachverhalt vollständig und richtig 

festgestellt hat, sondern auch zu Recht und mit zutreffender Begründung 

zur Erkenntnis gelangt ist, die Vorbringen des Beschwerdeführers seien 

einerseits als unglaubhaft und andererseits auch als nicht flüchtlingsrecht-

lich relevant zu qualifizieren. Zur Vermeidung von Wiederholungen kann 

mit den nachfolgenden Ergänzungen auf die einlässlichen und zutreffen-

den Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (vgl. Zusammenfas-

sung der entsprechenden Erwägungen in E. 5.1 des vorliegenden Urteils), 

zumal auf Beschwerdeebene keine neuen Beweismittel eingereicht wer-

den und in der Beschwerdeeingabe mit den vorstehend (vgl. E. 5.2) aufge-

führten Darlegungen nichts Neues vorgebracht wird. Insbesondere nimmt 

der Beschwerdeführer auch auf Beschwerdeebene nicht substanziiert zum 

Ergebnis der Dokumentenanalyse des SEM beziehungsweise zu den ge-

stützt darauf erhobenen Fälschungsvorwürfen Stellung. Allein sein Ein-

wand (vgl. Beschwerde S. 6), dass einzelne Dokumente als gefälscht er-

kannt worden sein sollen, bedeute nicht, dass alle gefälscht seien, vermag 

die vorinstanzliche Einschätzung nicht in Zweifel zu ziehen. Des Weiteren 

legt er auch nicht dar, inwieweit durch sein in der Schweiz wohnhafter Bru-

der oder andere Verwandte – abweichend von der vorinstanzlichen Beur-

teilung – für ihn eine konkrete Verfolgungssituation begründet würde.  

 

6.2 Zusammenfassend ergibt sich, dass das SEM zu Recht die Flüchtlings-

eigenschaft des Beschwerdeführers verneint und dessen Asylgesuch ab-

gelehnt hat. 

7.  

Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt 

es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug 

an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 

AsylG). Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtli-

che Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer 

solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht angeordnet 

(vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

8.  

8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

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Seite 8 

 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

8.2  

8.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG). 

 

So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun-

gen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund 

nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Aus-

reise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. 

ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechts-

stellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, 

Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und an-

dere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder 

Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf niemand der 

Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung 

unterworfen werden. 

8.2.2 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend da-

rauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur 

Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem 

Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefähr-

dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG 

verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren 

keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers in den 

Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. 

8.2.3 Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerde-

führers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer 

Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit 

einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behand-

lung ausgesetzt wäre (vgl. auch Urteil des EGMR Saadi gegen Italien vom 

28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06, §§ 124–127 m.w.H.). Auch 

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Seite 9 

die allgemeine Menschenrechtssituation im Heimatstaat lässt den Wegwei-

sungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig erscheinen. 

8.2.4 Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im 

Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 

8.3  

8.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

8.3.2 Auch unter Berücksichtigung des Wiederaufflammens des türkisch-

kurdischen Konfliktes sowie der bewaffneten Auseinandersetzungen zwi-

schen der PKK und staatlichen Sicherheitskräften seit Juli 2015 und der 

Entwicklungen nach dem Militärputschversuch im Juli 2016 ist gemäss 

konstanter gerichtlicher Praxis nicht von einer Situation allgemeiner Gewalt 

oder bürgerkriegsähnlichen Verhältnissen in der gesamten Türkei auszu-

gehen (vgl. dazu das Referenzurteil E-4103/2024 vom 8. November 2024, 

E. 13.2 m.w.H. sowie das Referenzurteil E-1948/2018 vom 12. Juni 

E. 7.3.1). 

8.3.3 Sodann bestehen auch keine Anhaltspunkte, dass der Vollzug der 

Wegweisung aus individuellen Gründen unzumutbar sein könnte. Der Be-

schwerdeführer stammt aus der – nicht von den schweren Erdbeben im 

Februar 2023 betroffenen – Provinz B._______, wo er vor der Ausreise 

auch gelebt hat. Er leidet gemäss eigenen Angaben unter keinen gravie-

renden gesundheitlichen Problemen (vgl. SEM-Akten […]), spricht Tür-

kisch, verfügt über eine gute Schulbildung sowie über umfangreiche Ar-

beitserfahrung einerseits im Bereich (…) und (…) und andererseits in der 

(…). Ausserdem hat er ein familiäres Beziehungsnetz in der Türkei und im 

Ausland, wobei seine nächsten Angehörigen nach wie vor in der Provinz 

B._______ leben. 

8.3.4 Demnach erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch als zumut-

bar. 

8.4 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-

gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-

sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 

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Seite 10 

2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu 

bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 

8.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

9.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und auch sonst nicht zu 

beanstanden ist. Die Beschwerde ist abzuweisen.  

10.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten von Fr. 750.– 

(Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-

schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) 

dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG), wobei 

der am 24. Dezember 2024 in gleicher Höhe geleistete Kostenvorschuss 

zur Bezahlung der Verfahrenskosten zu verwenden ist. 

 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 11 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Der geleistete Kostenvorschuss wird zur Bezahlung der Verfahrens-

kosten verwendet. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Daniela Brüschweiler Kathrin Mangold Horni 

 

 

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