# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7042f92f-61c4-5e3a-80b4-780d3c81f6c4
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-03-12
**Language:** de
**Title:** Verneinung des Unfallbegriffs und keine  Leistungspflicht für die Folgen des fraglichen Ereignisses unter dem Titel der unfallähnlichen Körperschädigung mangels einer der in Art. 9 Abs. 2 UVV aufgeführten Verletzungen.
**Docket/Reference:** UV.2012.00204
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/UV.2012.00204.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
UV.2012.00204
II. Kammer
Sozialversicherungsrichter Mosimann, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichter Bachofner
Sozialversicherungsrichterin Sager
Gerichtsschreiber Volz
Urteil
vom
12. März 2014
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwalt Manfred Lehmann
Erdös
& Lehmann, Rechtsanwälte
Kernstrasse 37, 8004 Zürich
gegen
AXA Versicherungen AG
Generaldirektion
General
Guisan
-Strasse 40, Postfach 357, 8401 Winterthur
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
X.___
, geboren 1949, war bei der
Firma Y.___
als Gebäude
reiniger tätig und über diese bei der AXA Versicherungen AG (AXA) gemäss dem Bundesgesetz über die Unfallversicherung (UVG) gegen Unfälle, unfallähnliche
Körperschädigun
gen und Berufs
krankheiten ver
sichert, als er sich am
1
7.
September 2011
an seinem Arbeits
platz Verletzungen im Bereich seiner rech
ten Schulter zuzog
(
Urk.
8/1,
Urk.
8/7)
.
Mit Schreiben vom 3
0.
Januar 2012 (
Urk.
8/3) teilte die AXA
dem Versicherten mit, dass es sich beim Ereignis vom 1
7.
September 2011 nicht um einen Unfall gehandelt habe, weshalb eine Leis
tungspflicht zu verneinen sei. Dagegen erhob die
Firma Y.___
am 2
8.
Februar 2012 (Urk. 8/6) Einwendungen. Mit Verfügung vom 2
6.
April 2012
(
Urk.
8/10) stellt
e die AXA fest, dass es sich beim Ereignis vom 1
7.
September 2011
weder
um ein
en
Unfall
noch bei dessen Folgen um eine unfallähnliche Körperschädigung handl
e
und verneinte eine Leistungspflicht.
Dagegen erhoben die
Avanex
Versicherungen AG (
Avanex
), der Krankenversicherer des Versicherten, am
9.
Mai 2012 (
Urk.
8/15) und der Versicherte am 2
5.
Mai
2012 (
Urk.
8/19) Einsprache. Am
4.
Juni 2012 zog die
Avanex
ihre Einsprache zurück (
Urk.
8/22). Mit
Einspracheentscheid
vom 1
1.
Juli 2012 (
Urk.
8/23 =
Urk.
2) wies die AXA die Einsprache des Versi
cherten ab.
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom 1
1.
Juli 2012 (
Urk.
2)
erhob der Versicherte
am
1
0.
September 2012
Be
schwerde und beantragte,
dieser
sei aufzuheben, und es
sei die AXA zu verpflichten,
ihm
die gesetzlichen Leistungen
auszurichten; eventuell s
ei die Sache an die AXA
zurückzuweisen
(Urk. 1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom
5.
November 2012
beantragte die AXA
die Abwei
sung der Beschwerde (
Urk.
7 S. 2). Eine Kopie dieser Eingabe wurde dem Be
schwerdeführer am
1.
März 2013 zugestellt (
Urk.
9).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss
Art.
6 UVG werden - soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt - die Ve
r
sicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufs
krank
heiten gewährt (
Abs.
1). Der Bundesrat kann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen (
Abs.
2).
Ausserdem erbringt die Versicherung ihre Leistungen bei Schädigungen, die den Verunfallten bei der Heilbehandlung zugefügt werden (
Abs.
3).
1.2
Ein Unfall ist gemäss
Art.
4
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (
ATSG
)
die plötzliche, nicht beabsichtigte schädi
gen
de
Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschli
chen Kör
per,
die eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesund
heit oder den Tod zur Folge hat.
1.3
Nach der Rec
htsprechung bezieht sich das Be
griffsmerkmal der Ungewöhnlich
keit nicht auf die Wirkung des äusseren Faktors, sondern nur auf diesen selber. Ohne Belang für die Prüfung der Ungewöhnlichkeit ist somit, dass der äussere
Faktor allenfalls schwer wiegende, unerwartete Folgen nach sich zog. Der äusse
re Faktor ist ungewöhnlich, wenn er den Rahmen des im jeweiligen Le
bensbereich
Alltäg
lichen oder Üblichen überschreitet. Ausschlaggebend ist also, dass sich der
äussere Faktor vom Normalmass an Umwelteinwirkungen auf den menschlichen
Körper abhebt. Ungewöhnliche Auswirkungen allein begründen keine Unge
wöhn
lichkeit (BGE 134 V 72 E. 4.3.1 mit Hinweis).
1.4
Nach Lehre und Rechtsprechung kann das Merkmal des ungewöhnlichen äusse
ren
Faktors in einer unkoordinierten Bewegung (RKUV 2000 Nr. U 368 S.
100 E.
2d mit
Hinweisen; Maurer, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, S.
176 f.) be
stehen. Bei Körperbewegungen gilt dabei der Grundsatz, dass das Erfordernis der
äusseren Einwirkung lediglich dann erfüllt ist, wenn ein in der Aussenwelt be
gründeter Umstand den natürlichen Ablauf einer Körperbewegung gleichsam "programmwidrig" beeinflusst hat. Bei einer solchen unkoordinierten Bewegung
ist der ungewöhnliche äussere Faktor zu bejahen; denn der äussere Faktor
–
Ver
änderung zwischen Körper und Aussenwelt - ist wegen der erwähnten Programmwidrigkeit zugleich ein ungewöhnlicher Faktor (BGE 130 V 117 E. 2.1; RKUV 2004 Nr. U 502 S. 183 E. 4.1, Nr. U 510 S. 275, Nr. U 523 S. 541 E. 3.1).
Ohne besonderes Vorkommnis ist bei einer Sportverletzung das Merkmal der Un
gewöhnlichkeit und damit das Vorliegen eines Unfalls zu verneinen (BGE 130 V 117 E. 2.2; RKUV 2004 Nr. U 523 S. 541 E. 3.2).
2.
2.1
Streitig und zu prüfen ist vorerst die Frage, ob es sich beim Ereignis vom
17
.
Sep
tember 2011
um einen Unfall im unfallversicherungsrechtlichen Sinne ge
handelt hat.
2
.2
In der Unfallmeldung de
r Firma Y.___
vom 1
9.
Januar 2012
wird das Er
eig
nis wie folgt geschildert
(Urk. 8/1):
„
Beim Umstellen einer Leiter hat es in der rechten Schulter einen starken Schmerz ausgelöst.“
2
.3
Die
erstbehandelnde
Ärztin med.
pract
. Z.___
,
Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin
FMH, umschrieb das Ereignis vom 1
7.
September 2011 in ihrem Bericht vom 1
9.
Januar 2012 folgendermassen
(Urk.
8/M1
):
„
Beim Umstellen einer Leiter hat es in der rechten Schulter einen starken
Schmerzen
ausgelöst. Kein Rückfall
.“
2
.4
Dr.
med.
A.___
, FMH Radiologie & FMH Neuro
radiologie, führte in seinem MRI
-Bericht vom 1
8.
Januar 2012 den folgenden Ereignishergang auf (Urk. 8/M4):
„
Sturz im September 2011 von der Leiter
,
seither Schmerzen in der rechten Schulter mit Einschränkung der Elevation.“
2
.5
Der
Beschwerdeführer
schilderte den Hergang des Ereignisses vom
1
7.
Septem
ber
2011 anlässlich eines Telefongesprächs mit der  Beschwerdegegnerin vom
2.
Feb
ruar 2012
folgendermassen (
Aktennotiz vom
2.
Februar 2012;
Urk.
8/4
):
„
VS“ (Der Versicherte) „teilte mir mit, dass Leiter auf ihn gefallen sei & er da
durch eine Muskelzerrung erlitten hätte.“
2
.6
Die Ärzte der Klinik
B.___
beschrieben
in ihrem Bericht vom
7.
Februar 2012
das Ereignis vom 1
7.
September 2011
im Rahmen der Anamnese
folgen
dermassen
(Urk.
8/M
8 =
Urk.
8/M6
):
„
Der Patient hat im September 2011 versucht, eine stürzende Leiter aufzufan
gen
.“
2
.7
Med.
pract
.
Z.___
umschrieb den Hergang des Ereignisses vom 1
7.
September 2011 in ihrer Stellungnahme vom 1
0.
Februar 2012 folgendermassen (Urk. 8/M2):
„
Herr
X.___
hat bei der Arbeit beim Umstellen einer Leiter einen plötzlichen Schlag/Schmerz in der rechten Schulter verspürt und hat seither persistierende Schmerzen.“
2
.8
Am 2
0.
März 2012 führ
t
en die Ärzte der Klinik
B.___
zum Ereignis vom 1
7.
September 2011 das Folgende aus (Urk. 8/M7):
„
Beim Versuch eine stürzende Leiter aufzufangen seit September 2011 ein
schiessende Schmerzen im Bereich der rechten Schulter.“
3
.
3
.1
Mit Bezug auf das Ereignis vom
1
7.
September 2011
liegen unterschiedliche
Sachver
haltsschilderungen vor. Während der
Beschwerdeführer
gegenüber der ihn nach dem Ereignis vom 1
7.
September 2011
ab
1
9.
September 2011 erstbehan
delnden
med.
pract
.
Z.___ a
ngab, dass er b
eim Umstellen einer Leiter
einen
starken Schmerz in der rechten Schulter verspürt habe (vorstehende E. und E.
2.3
)
, teilte er der
Beschwerdegegenerin
anlässlich eines Telefongesprächs vom
2.
Februar 2012 (vorstehende E.
2.5
) mit, dass eine Leiter auf ihn gefallen sei und dass er dabei eine Muskelzerrung erlitten habe. Demgege
nüber gab der Be
schwerdeführer
gegenüber den Ärzten der Klinik
B.___
an, dass er versucht
habe, eine stürzende Leiter aufzufangen und seither un
ter
Schmerzen im Bereich
der rechten Schulter leide (vorstehende E.
2.6
und E.
2.8
). Demgegenüber teilte der Beschwerdeführer
Dr.
A.___
mit, dass er von einer Leiter gestürzt sei und seither unter Schmerzen in der rechten Schulter leide (vorstehende E.
2.4
).
3
.2
Die einzelnen Umstände des Unfallgeschehens sind nach der Rechtsprechung vom
Leistungsansprecher glaubhaft zu machen
, ansonsten für den Unfallversi
cherer keine Leistungspflicht besteht (BGE 116 V 136 E. 4b; Urteile des Bundes
gerichts
U 117/02 vom 9. Mai 2003 E. 1 und U 491/06 vom 10. August 2007 E. 3.2.1). Führt die durch das Gericht vorzuneh
mende Beweiswürdigung zum Ergebnis, dass
das Vorliegen eines Unfalles nicht wenigstens mit Wahrschein
lichkeit er
stellt ist - die blosse Möglichkeit genügt nicht -, so hat der Unfall als unbe
wie
sen zu gelt
en, was sich zu Lasten der leis
tungsansprechenden Person auswirkt (Urteil des Bundesgerichts U 117/02 vom 9. Mai 2003, E.
1).
3.3
Praxisgemäss stellen die Gerichte im Bereich des Sozialversicherungsrechts in
der Regel auf die „Aussagen der ersten Stunde“ ab, denen in beweismässiger Hin
sicht grösseres Gewicht zukommt als späteren Darstellungen, die bewusst oder
unbewusst von nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher oder ande
rer Art beeinflusst sein können (BGE 121 V 45 E.
1a, 115 V 133 E.
8c mit Hin
weis).
Wenn die versicherte Person ihre Darstellung im Laufe der Zeit wech
selt, kommt den Angaben, die sie kurz nach dem Unfall gemacht hat, meistens
grösseres Gewicht zu als jenen nach Kenntnis einer Ablehnungsverfügung des Ver
s
icherers (BGE 121 V 45 E.
2a mit Hinweisen). Der Grundsatz, wonach die ersten Aussagen nach einem schädigenden Ereignis in der Regel unbefangener und zuverlässiger sind als spätere Darstellungen, stellt eine im Rahmen der freien Beweiswürdigung zu berücksichtigende Entscheidungshilfe dar. Sie kann
nur zur Anwendung gelangen, wenn von zusätzlichen Abklärungen keine neuen
Erkenntnisse zu erwarten sind (RKUV 2004 Nr. U 524 S. 546 f., U 236/03 E. 3.3.4;
Urteil
des Bundesgerichts
8C_50/2012 vom
1.
März 2012 E. 5.1).
3
.
4
Vorliegend teilte der
Beschwerdeführer der Beschwerdegegnerin erst am
2.
Feb
ru
ar 2012
mit
, dass er von einer Leiter gefallen sei (
Urk.
8/4),
und somit zu einem Zeitpunkt,
als er bereits von dem eine Leistungspflicht ablehnenden
Schreiben der Beschwerdegegnerin vom 3
0.
Januar 2012 (
Urk. Urk.
8/3) Kennt
nis
hatte. Des Gleichen gab der Beschwerdeführer gegenüber den Ärzten der Klinik
B.___
erstmals zum Zeitpunkt der Aufnahme der Behandlung durch diese am
7.
Februar 2012 (vgl.
Urk.
8/M8) an, dass er eine stürzende Leiter habe auf
fangen wollen. Es ist indes davon auszugehen, dass der Beschwerdefüh
rer, als er
gegenüber
der
ihn
seit dem
1
9.
September 2011
erstbehandelnden med.
pract
.
Z.___
das Ereignis vom 1
7.
September 2009
schilderte
, den Ereignishergang
noch
unbeeinflusst von versicherungsrechtlichen Überlegungen
beschrieb. Die Anga
ben des
Beschwerdeführes
gegenüber med.
pract
.
Z.___
erscheinen deshalb als
un
befangen und dementsprechend zuverlässig
er als de
ssen
späteren Angaben
zum Ereignishergang
. Es ist
zudem
davon aus
zugehen, dass
der Be
schwer
de
füh
re
r
derart wesentliche
Sachverhaltselement
e
wie
ein Herunterfallen einer Leiter, ein
en
Sturz von einer Leiter oder de
n Versuch eine
(um)
stürzende Leiter auf
zu
fangen,
falls sie auf das fragliche Ereignis tatsäch
lich zutreffen würden, bei Auf
nah
me der Behandlung durch med.
pract
.
Z.___
am 1
9.
September 2011 dieser gegen
über
auch
mitgeteilt hätte.
Selbst wenn zusätzlich berücksichtigt wird, dass der Beschwerdeführer über keine juristi
schen Kenntnisse verfügt
und nur schlecht Deutsch spricht (vgl.
Urk.
8/6)
, leuchtet nicht ein, d
ass derart bedeutsame Sachverhalts
elemente
,
wie ein Her
unterfallen einer Leiter, ein Sturz von ein
er Leiter oder der Versuch eine
(um)
stür
zende
Leiter aufzufangen,
unerwähnt geblieben
wä
ren
. Die Aussage
n
des Be
schwerdeführers
zum Ereignishergang gegenüber med.
pract
.
Z.___
stellen
da
her ein gewichtiges Indiz
dar
, welches gegen die spätere
n Ereignisv
ersion
en
spricht.
3
.5
Den Angaben des Beschwerdeführers gegenüber med.
pract
.
Z.___
zum Ereignis
hergang
kommt daher ein vorrangiger Beweiswert zu.
Da diese Angaben in
halt
lich
zudem mit den Angaben
der
Firma Y.___
in der Unfallmeldung vom 1
9.
Januar 2011 (
Urk.
8/1) übereinstimmen, erschein
t
dieses Schilderung des Er
eignishergangs
als glaubhaft und insofern als widerspruchsfrei, sodass darauf ab
gestellt werden kann.
Gestützt darauf steht
daher
fest, dass der
Beschwerde
füh
rer am 1
7.
September 2011 beim Umstellen einer Leiter einen starken Schmerz in der rechten Schulter verspürte,
ohne dass sich dabei etwas Unge
wöhnli
ches zu
getragen hätte. Insbesondere Beeinträchtigungen des natürlichen Ab
laufs der
Körperbewegung durch etwas Programmwidriges oder Sinnfälliges
wie Ausglei
ten, Stolpern, reflexartiges Abwehren eines Sturzes sind daher nicht ausge
wie
sen.
3
.
6
Etwas Ungewöhnliches lässt sich ferner auch nicht im Kraftaufwand erkennen, welcher beim
Umstellen der Leiter erfor
derlich war. Denn einerseits
ist davon auszugehen, dass es sich dabei um eine Verrichtung handelte, welche zum
ge
wöhnlichen Arbeitsalltag
des
Beschwerdeführers
gehörte. Andererseits
handelte es sich hierbei schon deshalb nicht um ein ungewöhnliches Ereignis, weil eine Leiter über
ein zu geringes Gewicht
aufweist
, um eine Überanstrengung anzu
nehmen.
Denn
eine den Unfallbegriff erfüllende Überanstren
gung
wurde
bisher bei Lasten von mehr als 100
Kilogramm
bejaht (vgl. Urteile des
Bundesgerichts U 222/05
vom 21. März 2006
E
. 3.2
und U 360/02
vom 9. Oktober 2003
E
.
3.4).
3.7
Die Einwendungen des
Be
schwerdeführers
vermögen an d
iesem Ergebnis nichts zu ändern,
weshalb es - entgegen
dessen diesbezüglichen
Eventualvorbringen (
Urk.
1 S.
2) - angesichts der schlüssigen Aktenlage keiner zusätzlichen
Sach
verhaltsabklärung bedarf.
I
nsbesondere
gilt es
zu beachten, dass das menschli
che
Erinnerungsvermögen vor allem mit Bezug auf Einzelheiten eines Gesc
he
hens
relativ rasch verblasst, weshalb z
um gegenwärtigen Zeitpunkt nach
einer Zeit von
mehr als zwei Jahren seit dem Ereignis vom 1
7.
September 2011 von ergänzen
den
Sachverhaltsabklärungen
zum Ereignishergang
und insbesondere von einer Aufforderung des Beschwerdeführers zur weiteren Substantiierung des gemelde
ten Geschehens keine neuen Erkenntnisse zu erwarten
sind
.
Von er
gänzenden Beweismassnahmen oder einer Rückweisung der Sache an die Beschwerdegegnerin zur Durchführung ergänzender Abklärungen ist daher abzu
sehen (anti
zi
pierte Beweiswürdigung; BGE 124 V 90 E.
4b, 122 V 157 E.
1d mit Hinweis; RKUV
2006 Nr. U 578 S. 176 E. 3.6;
SVR 2001 IV Nr. 10 E. 4b S.
28).
3.8
Nach Gesagtem steht demnach fest, dass es dem Ereignis vom
1
7.
September 201
1
an einem für den Unfallbegriff vorausgesetzten unge
wöhnlichen äusseren Faktor fehlte.
4
.
4
.1
Zu prüfen bleibt, ob unter dem Titel der unfallähnlichen Körperschädigung eine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin für die Folgen des Ereignisses vom
1
7.
September 2011
besteht.
4
.2
Gemäss Art. 6 Abs.
2 UVG kann der Bundesrat Körper
schädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen. Von dieser Kompetenz hat der Bundesrat in Art. 9 Abs. 2 UVV Gebrauch gemacht und fol
gende Körperschädigungen, sofern sie nicht eindeutig auf eine Erkrankung oder eine Degeneration zurückzuführen sind, auch ohne ungewöhnliche äussere Ein
wirkung den Unfällen gleichgestellt:
a.
Knochenbrüche;
b.
Verrenkungen von Gelenken;
c.
Meniskusrisse;
d.
Muskelrisse;
e.
Muskelzerrungen;
f.
Sehnenrisse;
g.
Bandläsionen;
h.
Trommelfellverletzungen.
Diese Aufzählung der den U
nfällen gleichgestellten Körper
schädigungen ist ab
schliessend (BGE 116 V 136 E. 4a, 147 E. 2b, je mit Hinweisen; Maurer, Schwei
ze
risches Unfall
versicherungsrecht, 2. Aufl., 1989, S. 202).
4.3
Bei den unfallähnlichen Körperschädigungen genügt es für die Begründung der
Leistungspflicht, wenn mit Ausnahme der Ungewöhnlichkeit sämtliche Merk
male
des Unfallbegriffs erfüllt sind.
Für das Vorliegen einer unfallähnlichen Körperschädigung ist tatbestandsmässig ein ausserhalb des Körpers liegender, objektiv feststellbarer, sinnfälliger, eben unfallähnlicher Vorfall erforderlich. Wo ein sol
ches Ereignis mit Einwirkung auf den Körper nicht stattgefunden hat, und sei es auch nur als Auslöser eines in
Art.
9
Abs.
2
lit
. a-h UVV aufgezähl
ten Gesundheitsschadens, ist eine eindeutig krankheits- oder degenerativ be
dingte Gesund
heitsschädigung gegeben (Urteil des Bundesgerichts 8C_696/2009 vom 1
2.
No
vem
ber 2009 E. 6.1).
Besondere Bedeutung kommt hierbei der Vo
raussetzung des
äusseren Ereignisses zu, das heisst eines ausserhalb des Körpers liegenden, ob
jek
tiv feststellbaren, sinnfälligen, eben unfallähnlichen Vorfalles (BGE 129 V 466
E. 2.2
).
4.4
Der Auslösungsfaktor kann dabei alltäglich und diskret sein. Es muss sich in
dessen um ein plötzliches Ereignis handeln, wie eine heftige Bewegung oder das plötzliche Aufstehen aus der Hocke.
Beim
Begriffsmerkmal der Plötzlic
hkeit im Rahmen der unfallähnli
chen Körperschädigungen
kommt es
nicht in erster Linie auf die Dauer der schädigenden Einwirkung an
, sondern
auf deren Einmaligkeit.
Keine unfallähnliche Körperschädigung liegt demgemäss vor, wenn eine Verlet
zung
im Sinne von Art. 9 Abs. 2
lit
. a-h UVV
ausschliesslich auf wiederholte, im täglichen Leben laufend auftretende Mikrotraumata zurückzuführen ist, wel
che eine allmähliche Abnützung bewirken und schliesslich zu einem
behandlungsbedürftigen
Gesundheitsschaden führen (Urteil 8C_65/2009 vom 3
1.
Juli 2009
E.
2.2.1 mit weiteren Hinweisen).
Im Rahmen der beruflichen Tätig
keit gel
ten gewohnte, tägliche Vorgänge und übliche Abläufe als
alltägliche Ver
rich
tungen, sofern es ihnen an einer gesteigerten Gefahrenlage mangelt (Urteil des Bundesgerichts
8C_319/2009
vom 23. Oktober 2
009 E
. 3.4.2).
4.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
5.
5.1
Med.
pract
.
Z.___
stellte in ihrem Bericht vom 1
9.
Januar 2012 (
Urk.
8/M1) die folgenden Diagnosen:
-
Tendinopathie
der Supra- und
Infraspinatussehne
-
Tendinopathie
der
Bizepssehne
mit
Tenosynovitis
proximal
Der Beschwerdeführer habe beim Umstellen einer Leiter am 1
7.
September 2011 einen starken Schmerz in der rechten Schulter verspürt. Er leide seither an Schmerzen über der
Bizepssehne
im Bereich der rechten Schulter mit Ein
schrän
kung der Elevation. Ab
9.
Januar 2012 bestehe eine vollständige Arbeits
unfähig
keit.
5.2
Mit MRI-Bericht vom 1
8.
Januar 2012 stellte (
Urk.
8/M4)
Dr.
A.___
fest, dass eine gleichentags durchgeführte MRT
Arthrographie
des rechten Schultergelenks
des Beschwerdeführers keine Ruptur der
Rotatorenmanschette
sondern eine deut
liche
Tendinopathie
der Supra- und
Infraspinatussehne
ergeben habe. Es bestehe auch eine
Tendinopathie
der
Bizepssehne
, welche proximal auch eine
Tenosyno
vitis
aufweise. Sodann bestehe eine
Acromioclaviculargelenksarthrose
mit Knochen
marksödem und Impression des
muskulotendinösen
Übergangs.
5.3
Die Ärzte der Klinik
B.___
diagnostizierten mit Bericht vom
7.
Februar 2012
(
Urk.
8/M8) eine
Bizepstendinopathie
rechts mit/bei Ausdehnung der Sehnenansätze des
Musculus
supraspinatus
und
subscapularis
. Eine am
1
8.
Januar 2012 durchgeführte MRI-Untersuchung habe keine Ruptur der
Rotatorenmanschette
ergeben. Eine Röntgenuntersuchung habe eine gute Zentrierung des
Glenohumeralgelenks
mit leichten
Arthrosezeichen
jedoch ohne
ossäre
Läsionen ergeben (S.
1). Eine Ultraschalluntersuchung habe im Bereich der rechten Schulter eine stark verdickte Bizeps
longus
-Sehne mit Erguss im
Sulcus
, eine intakte
Rotatorenmanschette
und eine AC-Arthrose ergeben. Es sei
eine Schulterarthroskopie mit
Bizepstenodese
,
Bursektomie
und einer
Akromioplastik
an
gezeigt (S. 2).
5.4
Im Austrittsbericht vom 2
2.
März 2012 (
Urk.
8/M5) diagnostizierten die Ärzte der Klinik
B.___
ein
Impingement
bei schmerzhafter Instabilität der langen
Bizepssehne
rechts und erwähnten, dass am 2
0.
März 2012 eine Schulterarthroskopie rechts mit Tenotomie/
Tenodese
der langen
Bizepssehne
und
Akromio
plastik
durchgeführt worden sei. Der
peri
- und postoperative Verlauf habe sich pro
b
lemlos gestaltet und der Beschwerdeführer sei am 2
2.
März 2012 in gutem All
gemeinbefinden nach Hause entlassen worden (S. 1).
6.
6.1
Den obenerwähnten medizinischen Akten ist zu entnehmen, dass der Beschwer
de
führer anlässlich des Ereignisses vom 1
7.
September 2011 im Bereich seiner rechten Schulter keinen Sehnenriss und insbesondere keine Ruptur der
Rotatorenmanschette
erlitt. Vielmehr litt der Beschwerdeführer im Bereich seiner rech
ten Schulter unter
Tendinopathien
der Supra- und
Infraspinatussehne
und
der
Bizepssehne
,
welche
zusätzlich eine
Tenosynovitis
a
ufwies sowie an einer
Acro
mioclaviculargelenksarthrose
(vorstehende E.
5.2
). Die Beschwerden wur
den ge
mäss den Ärzten der
Klinik B.___ v
or allem durch eine Instabilität der lang
en
rechten
B
izepssehne
verursacht, weshalb s
ie
am 2
0.
März 2012 eine Schulterarthroskopie rechts mit Tenotomie/
Tenodese
der langen
Bizepssehne
und
Akromioplastik
durchführten und
am 2
2.
März 2012 (vorste
hende E.
5.4
) ein
Impingement
bei schmerzhafter Instabilität der langen
Bizepssehne
rechts diag
nos
tizierten.
6.2
Gemäss der medizinischen Aktenlage hat sich der Beschwerdeführer anlässlich des Ereignisses vom 1
7.
September 2011 daher keine der in
Art.
9
Abs.
2 UVV auf
gezählten Verletzungen und insbesondere weder
einen Sehnenriss
, noch eine
Bandläsion, eine Muskelzerrung, einen Muskelriss, eine Verrenkung eines Ge
lenks
oder einen Knochenbruch zugezogen.
Vielmehr ist davon auszugehen
,
dass es sich
bei den festgestellten Befunden im Bereich der rechten
Bizepssehne
, der rech
ten Supra- und
Infraspinatussehnen
und des rechten Schultergelenks um
ein
deutig krankheits- oder degenerativ bedingte Gesundheitsschädigung
en han
delt.
6.3
Da es vorliegend daher bereits an einer der in
Art.
9
Abs.
2 UVV aufgezählten Verletzungen fehlt, kann von der Prüfung der übrigen für
eine unfallähnliche Körperschädigung im Sinne von
Art.
9
Abs.
2 UVV vorausgesetzten Kriterien ab
gesehen werden.
7.
Da ein Leistungsanspruch des Beschwerdeführers für die Folgen des Ereignisses
vom 1
7.
September 2011
daher
weder unter dem Titel des Unfalls noch unter demjenigen der unfallähnlichen Körperschädigung ausgewiesen ist, ist die ge
gen
den angefochtenen
Einspracheentscheid
vom 1
1.
Juli 2012 (
Urk.
2) erhobene
Be
schwerde
abzuweisen.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Manfred Lehmann
-
AXA Versicherungen AG
-
Bundesamt für Gesundheit
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthal
ten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDer Gerichtsschreiber
MosimannVolz