# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f5454b77-4a99-53e1-b5ef-0be3ca601a36
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-07-26
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 26.07.2010 D-5164/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-5164-2010_2010-07-26.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-5164/2010
law/rep/cvv
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 6 .  J u l i  2 0 1 0

Einzelrichter Walter Lang,
mit Zustimmung von Richter Robert Galliker; 
Gerichtsschreiber Philipp Reimann.

A.__________, geboren (...),
Kamerun,
vertreten durch Alain Michel Tchuente, Swiss Migration, 
(...)
Beschwerdeführerin,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung (Flughafenverfahren); 
Verfügung des BFM vom 9. Juli 2010 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-5164/2010

Sachverhalt:

A.
Die  Beschwerdeführerin,  eine  kamerunische  Staatsangehörige  mit 
letztem Wohnsitz in Yaoundé, verliess ihren Heimatstaat  am 20. Juni 
2010 per Flugzeug und flog von Yaoundé direkt nach Zürich, wo sie am 
21. Juni  2010  ankam. Noch  am selben  Tag stellte  sie  im  Flughafen 
Zürich ein Asylgesuch. Die Beschwerdeführerin reichte bei den Asyl-
behörden ihren Reisepass, ihre Identitätskarte  sowie weitere auf  sie 
persönlich ausgestellte Dokumente (Geburtsschein, Führer-, Personal- 
und Schülerausweis) ein. Die vorgenannten Dokumente weisen nach 
den  Erkenntnissen  der  mit  der  Ausweisprüfung  betrauten  Fachstelle 
(Kantonspolizei  Zürich,  Fachdienst  Grenzkontrolle/Ausweisprüfung) 
keine objektiven Fälschungsmerkmale auf.

B.
Mit  Verfügung  vom  23. Juni  2010  verweigerte  das  BFM  der  Be-
schwerdeführerin vorläufig die Einreise in die Schweiz und wies sie für  
den weiteren Aufenthalt dem Transitbereich des Flughafens Zürich zu.

C.
Am 27. Juni 2010 erhob das BFM die Personalien der Beschwerdefüh-
rerin und befragte sie summarisch zum Reiseweg und zu den Gründen 
für das Verlassen des Heimatlandes.

Dabei  machte  die  Beschwerdeführerin  im  Wesentlichen  geltend,  sie 
habe, nachdem die Firma, in der sie gearbeitet habe, im Jahre 1999 
bankrott gegangen sei, keine Arbeit mehr gehabt. Im Jahre 2000 habe 
sie  B.__________  kennengelernt,  mit  der  sie  eine  lesbische  Be-
ziehung  angeknüpft  habe.  Im  Jahre  2005  habe  der  Ehemann  ihrer 
Freundin  von  dieser  Beziehung  erfahren,  woraufhin  er  sie  verfolgt 
habe. Dies habe sie dazu bewogen, im selben Jahr nach Gabun zu 
ziehen, wo sie eine vierjährige Ausbildung in Massage, Coiffure und 
Schneiderei absolviert habe. Diese Ausbildung habe ihr ihre Freundin 
B.__________ finanziert. Trotz dieser Ausbildung sei es ihr indessen 
zufolge ihres „turbulenten Lebens” und weil  sie  sich  stets  habe ver-
stecken müssen,  nie möglich gewesen, ein eigenes Geschäft  zu er-
öffnen. Im Jahre  2008  sei  sie  schliesslich  nach  Kamerun  zurückge-
kehrt,  wo sie  mangels einer  Anstellung weiterhin von ihrer  Freundin 
B.__________  unterstützt  worden  sei,  welche  ihr  sowohl  die  Miete 
bezahlt als auch Geld für den Kauf von Lebensmitteln gegeben habe. 

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Nachdem der eifersüchtige Ehemann ihrer Freundin sie heftig geschla-
gen habe, habe letztere ihr den Rat erteilt,  einen Pass zu besorgen 
und Kamerun baldmöglichst zu verlassen. Sie habe um die Gefährlich-
keit und den weitreichenden Einflusses des Ehemannes ihrer Freundin 
gewusst  und deshalb auf  eine polizeiliche Anzeige verzichtet. In  der 
Folge habe sie sich Ende Oktober 2009 einen Reisepass ausstellen 
lassen. Kamerun selbst  habe sie  schliesslich  am 20. Juni  2010 ver-
lassen.  Die  zwei  letzten  Tage  vor  ihrer  Ausreise  habe  sie  im  Hotel  
C.__________ verbracht.

D.
Am 2. Juli 2010 hörte das BFM die Beschwerdeführerin einlässlich zu 
ihren Asylgründen an. Dabei führte sie im Wesentlichen aus, sie habe 
bis 1999 bei einer Firma als Sekretärin gearbeitet. Nach deren Bank-
rott  habe  sie  beschlossen,  sich  mit  Hilfe  ihrer  Ersparnisse  beruf lich 
selbständig zu machen. Zu diesem Zweck habe sie im Jahre 2000 in 
Kamerun eine einjährige Ausbildung in Massage, Coiffure und Schnei -
derei  durchlaufen. Noch im selben Jahr habe sie ihr eigenes Schön-
heitsinstitut mit Namen „D.__________” eröffnet. Da sie schon immer 
eine starke Neigung zu Frauen verspürt habe, habe sie noch im Jahr 
2000 eine lesbische Beziehung mit einer Kundin (B.__________) be-
gonnen. Im Jahre 2005 habe sie sich für ein halbes Jahr nach Gabun 
begeben,  um  sich  beruflich  weiterzubilden  beziehungsweise  zu 
spezialisieren.  Nach  ihrer  Rückkehr  nach  Kamerun  habe  sie  sich 
weiterhin heimlich mit B.__________ getroffen. Zwischenzeitlich habe 
B.__________ in  Erfahrung gebracht,  dass ihr  Mann nicht  bloss ein 
einfacher  Militärangehöriger  sei,  sondern  in  seiner  Charge  ver-
schiedentlich  geheime  Operationen  durchgeführt  und  dabei  auch 
Menschen umgebracht habe, einen gefährlichen Charakter habe und 
überdies  ein  einflussreicher  Mann  sei.  Am  3. März  2008  habe  ihre 
Freundin sie besucht und ihr erzählt, dass ihr Ehemann Verdacht ge-
schöpft  habe.  Daraufhin  hätten  sie  beide  versucht,  ihre  Beziehung 
noch heimlicher zu leben. Dieses Versteckspiel habe bis ungefähr im 
Juni  2009 gedauert. Eines Nachts seien zwei  bewaffnete  Männer  in 
ihre Wohnung eingedrungen und hätten sie gefesselt, geschlagen und 
vergewaltigt.  Anschliessend  seien  die  unbekannten  Männer  ver-
schwunden,  ohne  irgendwelche  Wertgegenstände  aus  der  Wohnung 
mitzunehmen. Am folgenden Tag habe B.__________ sie gefesselt am 
Boden in ihrer Wohnung gefunden und ins Spital gebracht, wo sie bis 
Oktober 2009 geblieben sei. Auf Anraten ihres Sohnes habe sie  bei 
der Polizei eine Anzeige gegen Unbekannt eingereicht. Ihre Freundin 

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habe ihr noch während des Spitalaufenthalts mitgeteilt, sie sei sicher, 
dass  ihr  Mann  hinter  diesem  Überfall  stecke.  Nach  ihrer  Spital-
entlassung habe sie sich sogleich ins Hotel C.__________ begeben, 
wo sie sich bis zu ihrer Ausreise im Juni 2010 versteckt habe. Sie habe 
indessen ihre Angestellten angewiesen, das Schönheitsinstitut weiter-
zuführen und ihr jeweils Geld zur Bestreitung ihres Unterhalts auf ihr 
Konto  zu überweisen. Im Dezember  2009 habe sie  sich  einen Pass 
ausfertigen lassen. Ergänzend fügte die Beschwerdeführerin an, ihre 
Freundin  und  sie  hätten  beide  ihre  eigenen  Geschäfte  geführt  und 
seien jeweils  finanziell  unabhängig  gewesen. Sie  hätten sich  jedoch 
gegenseitig Geschenke gemacht,  wobei  sie ihrer  Freundin beispiels-
weise  Schmuck  gekauft  habe,  während  diese  ihr  Kleider  geschenkt 
habe.

E.
Mit Verfügung vom 9. Juli 2010 stellte das BFM fest, die Beschwerde-
führerin erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte das Asylgesuch 
ab, wies sie aus dem Transitbereich des Flughafens Zürich weg und 
beauftragte die zuständige kantonale Behörde mit dem Wegweisungs-
vollzug.  Zur Begründung führte das BFM namentlich aus, die Gesamt-
vorbringen  der  Beschwerdeführerin  seien  zufolge  erheblicher  Wider-
sprüche, Unsubstanziiertheiten und Ungereimtheiten nicht glaubhaft.

F.
Am 13. Juli 2010 führte das Airport Medical Center bei der Beschwer-
deführerin  wegen  anhaltender  starker  Bauchschmerzen  eine  Ultra-
schalluntersuchung  durch,  welche  ergab,  dass  sie  über  eine  sehr 
grosse  Gebärmutter  (Uterus  myomatosus)  verfügt,  die  früher  oder 
später, indessen nicht dringlich, entfernt werden müsse.

G.
Mit am 16. Juli  2010 per Telefax beim Bundesverwaltungsgericht ein-
gereichter  und  am  19. Juli  2010  im  Original  nachgereichter  Be-
schwerde beantragte die Beschwerdeführerin mittels ihres Rechtsver-
treters, die Verfügung des BFM vom 9. Juli 2010 sei aufzuheben, die 
Beschwerdevorbringen einlässlich zu prüfen und ihr die Einreise in die 
Schweiz zu bewilligen. Eventuell sei die angefochtene Verfügung auf-
zuheben  und  zwecks  Sachverhaltsergänzung  und  Ausfällung  eines 
neuen  Entscheids  an  die  Vorinstanz  zurückzuweisen.  In  verfahrens-
rechtlicher Hinsicht beantragte die Beschwerdeführerin, es sei ihr die 
unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren und auf die Erhebung eines 

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Kostenvorschusses zu verzichten. Zur Untermauerung ihrer Vorbringen 
reichte die Beschwerdeführerin zwei Bestätigungen über abgeschlos-
sene Berufsausbildung beziehungsweise Weiterbildungen, einen ärzt-
lichen Bericht von Dr. med. E.__________ vom 19. Juli 2009, drei ärzt-
liche Rezeptzeugnisse desselben Arztes vom 19. Juli 2009, 3. August 
2009  und   vom  9. September  2009,  einen  summarischen  Aus-
trittsbericht  von  Dr.  E.__________  vom  9. September  2009,  einen 
Internetbericht  über  die  Strafbarkeit  homosexueller  Handlungen  in 
Kamerun, eine Bestätigung des Hotels C.__________  in Yaoundé vom 
20. Juni  2010  sowie  Untersuchungsunterlagen  des  Airport  Medical 
Centers vom Juli 2010 zu den Akten.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005  (VGG,  SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht  Be-
schwerden gegen Verfügungen nach  Art. 5 des Bundesgesetzes vom 
20. Dezember 1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG, 
SR 172.021). Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und 
ist  daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das 
Sachgebiet  betreffende  Ausnahme  im  Sinne  von  Art.  32  VGG  liegt 
nicht  vor. Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die 
Beurteilung der vorliegenden Beschwerde; es entscheidet auf dem Ge-
biet des Asyls endgültig (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 
[AsylG, SR 142.31];  Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes 
vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 

1.2 Die  Beschwerdeführerin  ist  durch  die  angefochtene  Verfügung 
besonders berührt, hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhe-
bung  beziehungsweise  Änderung  und  ist  daher  zur  Einreichung  der 
Beschwerde legitimiert (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 
Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde 
(Art. 108 Abs. 2 AsylG, Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52 
Abs. 1 VwVG) ist mithin einzutreten.

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 

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oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.
Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterli-
cher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  bezie-
hungsweise  einer  zweiten  Richterin  entschieden  (Art.  111  Bst. e 
AsylG). Wie  nachstehend aufgezeigt,  handelt  es  sich  vorliegend  um 
eine  solche,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu 
begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 
AsylG wurde vorliegend auf die Durchführung des Schriftenwechsels 
verzichtet.

4.  
Die  in  der  Beschwerde  formulierten  Rechtsbegehren  („annuler  la 
décision de l’ODM” und „examiner le recours au fond“) sind aufgrund 
der  Begründung,  in  der  unter  anderem auch  die  Stichhaltigkeit  der 
vom  BFM  gegen  die  Glaubhaftigkeit  der  geltend  gemachten  Ver-
folgungssituation angeführten Argumente zu entkräften versucht wird, 
dahingehend zu interpretieren, dass sich die Beschwerde vom 9.  Juli 
2010  im  Ergebnis  auch  gegen  die  vorinstanzlich  verweigerte  Zuer-
kennung der Flüchtlingseigenschaft  beziehungsweise Asylgewährung 
richtet.

5.
5.1 Gemäss  Art.  2  Abs.  1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person an-
erkannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zu-
letzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit 
zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen An-
schauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete 
Furcht hat,  solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte 
Nachteile gelten namentlich die Gefährdung von Leib, Leben oder Frei-
heit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck 
bewirken.  Den  frauenspezifischen  Fluchtgründen  ist  Rechnung  zu 
tragen (Art. 3 AsylG).

5.2 Wer um Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft  nach-
weisen  oder  zumindest  glaubhaft  machen.  Diese  ist  glaubhaft  ge-
macht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahr-
scheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere  Vor-
bringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich 

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widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeb-
lich  auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt  werden 
(Art. 7 AsylG).

6.
Die Beschwerdeführerin begründete ihr  Asylgesuch im Wesentlichen 
damit,  sie  sei  aufgrund  ihrer  lesbischen  Beziehung  vom  Ehemann 
ihrer Freundin verfolgt worden. Darüber hinaus sei Homosexualität in 
Kamerun strafbar.

6.1 Wie das BFM in seiner Verfügung vom 9. Juli 2010 indessen zu-
treffend  festgestellt  hat,  weisen  die  Vorbringen  der  Beschwerdefüh-
rerin  derart  viele  Widersprüche  auf,  dass  ihr  die  geltend  gemachte 
Verfolgungssituation nicht geglaubt werden kann.

6.1.1 So erklärte sie beispielsweise anlässlich ihrer ersten Anhörung, 
der Ehemann ihrer Freundin habe bereits im Jahre 2005 von ihrer les-
bischen Beziehung mit seiner Ehefrau erfahren und sie deswegen ver-
folgt, weshalb sie im selben Jahr auch nach Gabun geflohen sei (vgl.  
act. A8  S.  4  f.).  Demgegenüber  behauptete  die  Beschwerdeführerin 
anlässlich ihrer zweiten Anhörung, der Ehemann ihrer Freundin habe 
erst am 3. März 2008 Verdacht geschöpft; sie sei im Jahre 2005 nach 
Gabun  gegangen,  um  dort  eine  Zusatzausbildung  zu  machen  (vgl. 
act. A13 S. 3).

6.1.2 Im Weiteren gab die Beschwerdeführerin anlässlich ihrer  Erst-
anhörung zu Protokoll, sie sei nach Aufgabe ihrer Arbeit als Sekretärin 
im Jahre 1999 keiner weiteren Erwerbstätigkeit mehr nachgegangen. 
Im Jahre 2005 habe sie nach ihrer Flucht nach Gabun indessen eine 
vierjährige Ausbildung  in  Massage,  Frisieren und  Schneidern  absol-
vieren können, wobei ihre Freundin diese Ausbildung finanziert  habe 
(vgl. act. A8 S. 4). Ihre Freundin habe sie auch nach ihrer Rückkehr 
nach  Kamerun  im  Jahre  2008  finanziell  unterstützt  und  dabei  ihre 
Miete bezahlt und ihr Geld zum Essen gegeben (vgl. act. A8 S. 5). Bei 
der Zweitanhörung behauptete sie demgegenüber, sie habe nach dem 
Bankrott  ihres  früheren  Arbeitgebers  im  Jahre  1999  eine  einjährige 
Ausbildung in Massage, Coiffure und Schneiderei durchlaufen und als-
dann ein eigenes Institut eröffnet. Für ihren finanziellen Unterhalt sei 
sie selber aufgekommen und dabei auch ihre sechsmonatige Zusatz-
ausbildung  in  Gabun  aus  den  Einkünften  ihres  Institutes  finanziert 
(vgl. act. A13, S. 3, 4 und 5 Ziff. 6).

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6.1.3 Weiter führte die Beschwerdeführerin bei der Erstanhörung an, 
sie habe sich noch in der Nacht vom 18. auf den 19. Juni 2010 in ihrer 
Wohnung aufgehalten  und sei  erst  danach  ins Hotel  C.__________ 
gezogen (vgl. act. A8 S. 12). Ihren Angaben bei der Zweitanhörung zu-
folge will sie bereits nach ihrer Entlassung aus dem Spital im Oktober 
2009 ins besagte Hotel gezogen sein und sich dort bis zu ihrer Aus-
reise am 20. Juni 2010 versteckt haben (vgl. act. A13 S. 4 und S. 9 
Ziff. 48).

6.1.4 Weiter  fällt  auf,  dass  die  Beschwerdeführerin  bei  ihrer  Befra-
gung vom 27. Juni 2010 erklärte, dass der Ehemann ihrer Freundin sie 
selbst geschlagen habe, nachdem er ihr Verhältnis entdeckt habe (vgl.  
act. A8 S. 8), ohne eine Vergewaltigung durch Unbekannte geltend zu 
machen, wogegen sie anlässlich ihrer späteren Anhörung vom 2. Juli 
2010  behauptete,  ungefähr  im  Juni  2009  von  zwei  unbekannten 
Männern auf mutmassliche Anweisung des Ehemannes ihrer Freundin 
hin vergewaltigt worden zu sein (vgl. act. A13 S. 3/ 4), ohne zu erwäh-
nen, sie sei auch einmal vom Ehemann ihrer Freundin persönlich an-
gegriffen worden.

6.1.5 Schliesslich behauptete die Beschwerdeführerin bei der Erstan-
hörung,  keine Anzeige gegen den Ehemann ihrer Freundin gemacht 
zu haben, da sie um dessen Einfluss und Gefährlichkeit gewusst habe 
(vgl. act.  A8 S. 11),  während  sie  bei  der  Zweitanhörung  angab,  sie 
habe  nach  ihrer  Vergewaltigung auf  Anraten  ihres  Sohnes  eine  An-
zeige gegen Unbekannt gemacht (vgl. act. A13 S. 4).

6.2 Die Beschwerdeführerin hat bereits im Rahmen ihrer einlässlichen 
Anhörung durch das BFM am 2. Juli 2010 zu ihren Asylgründen ver-
sucht, die in der angefochtenen Verfügung erwähnten, durchwegs er-
heblichen Widersprüche zwischen den beiden Befragungsprotokollen 
durch die Behauptung zu entkräften, sie sei anlässlich ihrer ersten An-
hörung immer noch traumatisiert  gewesen, weil sie sich in den Hän-
den von Polizisten befunden habe, Männer bei ihrer Befragung anwe-
send gewesen seien und sie deshalb grosse Angst gehabt habe (vgl. 
act. A13 S. 5 und 9). Aus diesem Grunde habe sie nicht frei sprechen 
(vgl. act. A13 S. 5 Ziff. 5) beziehungsweise alles sagen können, was 
sie wisse (vgl. act. A13 S. 5 Ziff. 7).

6.2.1 Diese Einwände vermögen indessen bei näherer Durchsicht des 
Erstprotokolls allein schon deshalb nicht zu überzeugen, weil die Be-
schwerdeführerin  dort  auf  die  Frage  hin,  weshalb  sie  bereits  einen 

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Anwalt  gesucht  habe,  bevor  sie  überhaupt  ein  Asylgesuch  gestellt  
habe, antwortete, sie habe sich einfach jemandem anvertrauen wollen, 
weil sie nicht die Möglichkeit gehabt habe, alles zu erklären, wie sie es 
nun  hier  (sic!)  könne (vgl. act. A8 S. 8 Ziff. 12). Darüber hinaus be-
stätigte  sie  nach  Rückübersetzung  des  Befragungsprotokolls  vom 
27. Juni 2010 unterschriftlich, dass die darin protokollierten Aussagen 
der Wahrheit entsprächen (vgl. act. A8 S. 16), nachdem sie auch die 
vorgängig gestellte Frage, wie sie den Dolmetscher verstanden habe, 
mit „Gut” beantwortet hatte (vgl. act. A8 S. 16 Ziff. 23). Dabei muss sie 
sich behaften lassen. Der Hinweis in der Beschwerde, die Tatsache, 
dass die Beschwerdeführerin während beider Anhörungen unablässig 
geweint habe, weise auf  ihre seelischen Qualen während der Anhö-
rungen hin (vgl. Beschwerde S. 4/IV/Ziff. 1), vermag hieran nichts zu 
ändern.

6.2.2 Selbst  wenn das Konzentrationsvermögen der Beschwerdefüh-
rerin anlässlich ihrer ersten Anhörung aus wie auch immer gearteten 
Gründen beeinträchtigt  gewesen wäre,  würde dieser  Umstand allein 
nicht  erklären,  weshalb  die  Beschwerdeführerin  nicht  einmal  in  der 
Lage  gewesen wäre,  konzise  Aussagen im Kontext  mit  ihrer  gesell-
schaftlichen Situierung zu machen, da es sehr wohl einen Unterschied 
macht, ob sie seit zehn Jahren Inhaberin eines Schönheitsinstituts und 
finanziell  unabhängig ist oder aber seit  Beendigung ihrer beruflichen 
Tätigkeit  als  Sekretärin  im Jahre  1999 keiner  Erwerbstätigkeit  mehr 
nachgeht und finanziell von ihrer Freundin B.__________ abhängig ist. 
Aufgrund ihrer diesbezüglich widersprüchlichen Aussagen drängt sich 
der Schluss auf, dass die Angaben der Beschwerdeführerin zu ihrem 
beruflichen  Werdegang  als  Geschäftsbesitzerin  nicht  den  Tatsachen 
entsprechen. Darüber  hinaus fällt  es auch schwer  zu glauben, dass 
die  Beschwerdeführerin  nicht  in  der  Lage  gewesen  sein  könnte, 
übereinstimmende  Angaben  zum  Zeitpunkt,  seit  dem der  Ehemann 
ihrer Freundin von ihrem lesbischen Verhältnis gewusst habe oder hin-
sichtlich der Frage, ob sie während mehrerer Monate oder bloss zwei  
Tage lang Zuflucht im Hotel C.__________ gesucht habe, zu machen. 
Bereits vor diesem Hintergrund bestehen, selbst  bei  Annahme einer 
gewissen Beeinträchtigung der Wahrnehmungsfähigkeit der Beschwer-
deführerin anlässlich ihrer ersten Anhörung, erhebliche Zweifel an der 
angeblichen  Verfolgungssituation  der  Beschwerdeführerin.  Zu  keiner 
anderen Einschätzung vermögen auch die beiden mit der Beschwerde 
eingereichten Berufsausbildungsbestätigungen sowie die Bestätigung 
des Hotels C.__________ zu führen. Diese Dokumente liegen lediglich 

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in Form von Farbkopien vor, deren Beweiswert als gering einzustufen 
ist.

6.3 Hinzu tritt der Umstand, dass die Vorbringen der Beschwerdefüh-
rerin im Zusammenhang mit ihren Asylgründen im Kern auch erheb-
liche Ungereimtheiten enthalten.

6.3.1 So  fällt  vorab  auf,  dass  die  Beschwerdeführerin  nicht  in  der 
Lage war, die Beziehung mit ihrer Partnerin sowie deren Lebensum-
stände nuanciert zu beschreiben. Ihre auf entsprechenden Vorhalt hin 
abgegebene  Erklärung,  sie  und  ihre  Partnerin  hätten  nur  über  ihre 
Liebe und Sexualität gesprochen (vgl. act. A13 S. 6 Ziff. 11), vermag 
mit Blick auf ein angeblich zehnjähriges Intimverhältnis in keiner Weise 
zu überzeugen. Auch die Erklärung, sie habe sich nicht in die Partner-
schaft  ihrer  Freundin einmischen wollen (vgl. act. A13 S. 6 Ziff. 10), 
mutet im Gesamtzusammenhang als reine Schutzbehauptung an. Be-
reits deshalb sind auch Zweifel daran angebracht, dass die Beschwer-
deführerin  tatsächlich  ein  lesbisches  Verhältnis  mit  B.__________ 
unterhalten hat. 

6.3.2 Wenig  nachvollziehbar  bleibt  sodann,  weshalb  sich  der  Ehe-
mann  der  Freundin  der  Beschwerdeführerin  nicht  veranlasst  sah, 
deren Aufenthaltsort nach ihrer Spitalentlassung im Oktober 2009 aus-
findig zu machen. Der entsprechende sinngemässe Erklärungsversuch 
der Beschwerdeführerin, dieser sei nach den inszenierten gewalttäti-
gen Übergriffen auf ihre Person davon ausgegangen, dass sie seine 
Ehefrau in Ruhe lassen werde (wörtlich: „Der Ehemann von C. hat ihr 
gesagt,  er  habe  ihre  Coiffeuse  zurechtgewiesen,  sie  solle  C.  nicht 
mehr  belästigen.”  [vgl.  act.  A13  S. 6  Ziff.  18]),  mutet  allein  schon 
deshalb  wenig  überzeugend  an,  als  Letzterer  ja  hätte  annehmen 
müssen, dass sich die beiden Frauen – wie von ihnen denn auch be-
stätigt  wurde  –  weiterhin  treffen  könnten.  Dass  er  dabei  allem  An-
schein nicht einmal Anstalten machte, dies herauszufinden, mutet mit 
Blick auf die angebliche Vorgeschichte höchst unglaubhaft an.

6.4 Abschliessend bleibt festzuhalten, dass es ebenfalls nicht für die 
persönliche Glaubwürdigkeit  der  Beschwerdeführerin  spricht,  auf  die 
Frage hin, was die beiden Stempeleinträge vom 15. November 2009 
(Ausreisestempel  aus  Kamerun)  und  vom  18. April  2010  (Einreise-
stempel  nach  Kamerun)  in  ihrem Reisepass  vom 30. Oktober  2009 
bedeuten würden, in fadenscheiniger Manier zu erklären, sie selbst sei 
unmittelbar nach dessen Ausstellung nicht mehr in dessen Besitz ge-

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wesen, sondern habe diesen erst am 20. Juni 2010 von ihrer Freundin 
ausgehändigt erhalten (vgl. act. A8 S. 8 f.). 

6.5 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin 
keine  Gründe  nach  Art.  3  AsylG  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu 
machen vermag. An dieser Einschätzung vermögen weder die Entgeg-
nungen  in  der  Rechtsmitteleingabe  noch  die  eingereichten  Beweis-
mittel etwas zu ändern.

7.
7.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 
ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und 
ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Ein-
heit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

7.2 Die Beschwerdeführerin verfügt weder über eine ausländerrecht-
liche Aufenthaltsbewilligung noch über  einen Anspruch auf  Ertei lung 
einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet 
(Art. 44 Abs. 1 AsylG; vgl. EMARK 2001 Nr. 21).

8.
8.1 Ist  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar 
oder  nicht  möglich,  so  regelt  das  Bundesamt  das Anwesenheitsver-
hältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Auf-
nahme von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bun-
desgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]).

Bezüglich der Geltendmachung von Wegweisungshindernissen gilt ge-
mäss ständiger Praxis des Bundesverwaltungsgerichts und seiner Vor-
gängerorganisation  ARK  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der 
Flüchtlingseigenschaft,  das  heisst,  sie  sind  zu  beweisen,  wenn  der 
strikte  Beweis  möglich  ist,  und  andernfalls  wenigstens  glaubhaft  zu 
machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser, 
Ausländerrecht, 2. Auflage, Basel 2009, Rz. 11.148).

8.2 Der  Vollzug  ist  nicht  zulässig,  wenn  völkerrechtliche  Verpflich-
tungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Aus-
länders in den Heimat-, Herkunfts- oder in einen Drittstaat entgegen-
stehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). 

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So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen  werden,  in  dem ihr  Leib,  ihr  Leben  oder  ihre  Freiheit  aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist  oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK, 
SR 0.142.30]).

Gemäss  Art. 25  Abs. 3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Über-
einkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grau-
same,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. No-
vember 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten 
(EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder 
erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden.

8.3 Die Vorinstanz wies in  ihrer  angefochtenen Verfügung zutreffend 
darauf hin, dass der Grundsatz der Nichtrückschiebung nur Personen 
schützt,  die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es der Beschwer-
deführerin nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefährdung 
nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen,  kann  das  in  Art.  5  AsylG 
verankerte  Prinzip  des  flüchtlingsrechtlichen  Non-Refoulements  im 
vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine  Rückkehr  der 
Beschwerdeführerin in den Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt 
von Art. 5 AsylG rechtmässig.

Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen der Beschwerdefüh-
rerin noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie für den Fall  
einer  Ausschaffung  in  den Heimatstaat  dort  mit  beachtlicher  Wahr-
scheinlichkeit  einer  nach  Art. 3  EMRK  oder  Art. 1  FoK  verbotenen 
Strafe oder  Behandlung ausgesetzt  wäre. Gemäss Praxis  des Euro-
päischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des 
UN-Anti-Folterausschusses müsste die Beschwerdeführerin eine kon-
krete Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihr 
im Fall  einer  Rückschiebung Folter  oder  unmenschliche Behandlung 
drohen  würde  (vgl.  EGMR,  [Grosse  Kammer],  Saadi  gegen  Italien, 
Urteil  vom 28. Februar  2008, Beschwerde Nr. 37201/06,  §§ 124-127, 
mit  weiteren  Hinweisen).  Auch  die  allgemeine  Menschenrechtssitua-
tion im Heimatstaat lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeit -
punkt  nicht  als  unzulässig  erscheinen.  Nach  dem  Gesagten  ist  der 

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Vollzug  der  Wegweisung  sowohl  im  Sinne  der  asyl-  als  auch  der 
völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig.

8.4 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen 
und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunfts-
staat  auf  Grund von Situationen wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner 
Gewalt  und medizinischer Notlage konkret  gefährdet  sind. Wird eine 
konkrete  Gefährdung  festgestellt,  ist  –  unter  Vorbehalt  von  Art.  83 
Abs. 7  AuG –  die  vorläufige  Aufnahme zu  gewähren  (vgl.  Botschaft 
zum  Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom 
8. März 2002, BBl 2002 3818).

8.4.1 Der  Rechtsvertreter  der  Beschwerdeführerin  macht  auf  Be-
schwerdeebene  geltend,  ein  Wegweisungsvollzug  sei  aufgrund  der 
gravierenden  gesundheitlichen  Probleme  seiner  Mandantin  nicht 
opportun.  Er  behalte  sich  diesbezüglich  das  Recht  vor,  die  ent-
sprechenden  künftigen  medizinischen  Unterlagen  der  medizinischen 
Dienste des Flughafens Zürich beziehungsweise der seine Mandantin 
betreuenden  Ärzte  nachzureichen.  Letztlich  würde  es  auch  reine 
Willkür  bedeuten,  wenn  das  BFM beziehungsweise  das  Bundesver-
waltungsgericht die vorliegende gesundheitliche Situation seiner Man-
dantin nicht zum Anlass nehmen sollten, weitergehende Abklärungen 
zu treffen (vgl. Beschwerde S. 5 Ziff. 6 und 7). 

Einleitend  ist  festzuhalten,  dass  die  geltend  gemachten  gesundheit-
lichen Probleme unter dem Gesichtspunkt der Zumutbarkeit des Weg-
weisungsvollzugs  zu  prüfen  sind.  Gründe  ausschliesslich  medizini-
scher Natur lassen den Wegweisungsvollzug im Allgemeinen nicht als 
unzumutbar  erscheinen,  ausser  es  sei  mit  einer  drastischen  Ver-
schlechterung  des  Gesundheitszustandes  zu  rechnen,  welche  eine 
menschenunwürdige  Existenz  nicht  mehr  gewährleistet,  weil  die  er-
forderliche Behandlung zur Abwendung dieser Folgen im Heimatland 
nicht  erhältlich  ist. Dabei  vermag ein qualitativ  tieferer Standard der 
medizinischen  Infrastruktur  sowie  der  Behandlungsmöglichkeiten  im 
Heimatland keinen Aufenthalt in der Schweiz zu begründen (vgl. BVGE 
2009/52 E. 10.1 S. 756 f.,  EMARK 2004 Nr. 7 E. 5d S. 52,  EMARK 
2003 Nr. 24 E. 5b S. 157). 

Wie  den  vom  Rechtsvertreter  auf  Rechtsmittelebene  eingereichten 
Unterlagen  des  Airport  Medical  Center  (Beschwerdebeilagen  6)  zu 
entnehmen ist, leidet die Beschwerdeführerin zur Hauptsache an einer 

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sehr  grossen  Gebärmutter  („Uterus  myomatosus”).  Es  handelt  sich 
hierbei  um  einen  der  häufigsten  gutartigen  Tumore  bei  Frauen.  So 
weisen  ungefähr  25  Prozent  der  Frauen  nach  dem  30.  Lebensjahr 
Uterusmyome auf,  etwa 25 Prozent  von ihnen  haben Beschwerden. 
Myome können einzeln vorkommen (solitäre Myome), oft aber sind sie 
in grösserer Zahl in der Gebärmutter verteilt, die man dann als Uterus 
myomatosus bezeichnet.

Aufgrund der Aktenlage ist festzuhalten, dass die geltend gemachten 
gesundheitlichen Probleme nicht  ausreichen, um die Unzumutbarkeit 
des Wegweisungsvollzugs im Sinne der obgenannten Rechtsprechung 
zu begründen. So ist  insbesondere den von der Beschwerdeführerin 
auf Rechtsmittelebene eingereichten medizinischen Unterlagen zu ent-
nehmen,  dass  sie  bereits  in  ihrer  Heimat  an  dem  entsprechenden 
Krankheitsbild  litt  und  deswegen  auch  schon  medizinisch  behandelt 
wurde. Es ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin im Be-
darfsfall  auch  künftig  auf  die  medizinische  Infrastruktur  in  ihrem 
Heimatland zurückgreifen kann, zumal zumindest in grossen Städten 
wie Douala und Yaoundé die notwendigen medizinischen Institutionen 
vorhanden sind,  um eine adäquate  Behandlung des Uterus  myoma-
tosus zu gewährleisten. Es ist unter diesen Umständen im Sinne einer 
antizipierten  Beweiswürdigung  (vgl.  BVGE  2008/24  E.  7.2  S.  356, 
EMARK 2003 Nr. 13, E. 4a S. 84,  ANDRÉ MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ 
KNEUBÜHLER, Prozessieren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht,  Hand-
bücher für die Anwaltspraxis, Band X, Basel 2008, Rz. 3.144 S. 165) 
davon auszugehen, dass weitergehende Abklärungen im Zusammen-
hang  mit  den  gesundheitlichen  Problemen  der  Beschwerdeführerin 
keine neuen entscheidwesentlichen Erkenntnisse zu Tage fördern wür-
den.  Die  in  der  Beschwerde  diesbezüglich  formulierten  verfahrens-
rechtlichen Anträge sind deshalb abzuweisen. 

8.4.2 Der Beschwerdeführerin, die bis zu ihrer Ausreise am 20. Juni 
2010 in Kamerun gelebt hat, ist es ferner zuzumuten, dort wieder eine 
Lebensexistenz  aufzubauen.  Dabei  kann  sie  in  ihrer  Heimatstadt 
Yaoundé auf ein Beziehungsnetz zurückgreifen, leben doch dort  ihre 
Mutter, ihr Sohn sowie zwei ihrer Geschwister (vgl. act. A8 S. 6 Ziff. 11 
i.V.m. S. 7 Ziff. 12). Ausserdem verfügt sie mit einer abgeschlossenen 
Matura über eine gute Schulbildung (vgl. act. A8 S. 2 unten). 

8.4.3 Nach dem Gesagten erweist  sich der Vollzug der Wegweisung 
auch als zumutbar.

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8.5 Die Beschwerdeführerin hat den Asylbehörden eine gültige Identi-
tätskarte und einen gültigen Reisepass zu den Akten gereicht (Art.  8 
Abs. 4 AsylG), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich 
zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG).

9.
Zusammenfassend ergibt  sich,  dass das BFM den Vollzug der Weg-
weisung zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet hat. Die 
Anordnung der vorläufigen Aufnahme fällt  demnach nicht in Betracht 
(Art. 83 Abs. 1-4 AuG).

10.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und  vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art. 106  AsylG).  Die 
Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

11.
Da sich die Rechtsbegehren – wie aus den vorstehenden Erwägungen 
ersichtlich – als aussichtslos erwiesen haben, ist das Gesuch um Ge-
währung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 
VwVG  abzuweisen.  Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  sind  die 
Kosten  der  Beschwerdeführerin  aufzuerlegen  (Art. 63  Abs. 1  und  5 
VwVG) und auf insgesamt Fr. 600.-- festzusetzen (Art.  1-3 des Regle-
ments  vom 21. Februar  2008 über  die  Kosten und Entschädigungen 
vor  dem Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 173.320.2]).  Der  An-
trag,  auf  die  Erhebung  eines  Verfahrenskostenvorschusses  zu  ver-
zichten, ist mit vorliegendem Endentscheid gegenstandslos geworden. 

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird 
abgewiesen.

3.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.--  werden  der  Beschwerdeführerin 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- den  Rechtsvertreter  der  Beschwerdeführerin  (vorab  per  Telefax; 
Einschreiben; Beilage: Einzahlungsschein)

- das  BFM,  Dienst  Flughafenverfahren  (per  Telefax  zu  den  Akten 
Ref.-Nr. N (...))

- die  Flughafenpolizei,  Grenzpolizeiliche  Massnahmen  /  Asyl  (per 
Telefax)

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Walter Lang Philipp Reimann

Versand: 

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