# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b1693e58-a997-58fb-aae9-47031c3c0642
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-03-08
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 08.03.2010 D-1052/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-1052-2010_2010-03-08.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-1052/2010
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  8 .  M ä r z  2 0 1 0

Richter Bendicht Tellenbach (Vorsitz), Daniel Schmid, 
Hans Schürch,
Gerichtsschreiber Martin Scheyli

A._______, geboren [...], B._______, geboren [...], 
und deren Kind C._______, geboren [...], 
Sri Lanka,

Beschwerdeführende,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz

Einreisebewilligung und Asyl; Verfügung des BFM
vom 24. Dezember 2009 / N _______

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-1052/2010

Sachverhalt:

A.
Die Beschwerdeführenden sind sri-lankische Staatsbürger tamilischer 
Ethnie und stammen aus D._______ (Ostprovinz). 

B.
Mit Schreiben vom 8. August 2007 wandten sie sich an die schweize-
rische Botschaft in Sri Lanka (Colombo) und ersuchten um Asyl in der 
Schweiz. 

C.
Mit  Schreiben  vom  5. September  2007  forderte  die  schweizerische 
Botschaft  die  Beschwerdeführenden auf,  ihr  Gesuch mit  detaillierten 
Angaben zu den geltend gemachten Asylgründen zu ergänzen sowie 
Beweismittel und Identitätspapiere einzureichen. 

D.
Mit Eingabe an die schweizerische Botschaft vom 28. September 2007 
machten die Beschwerdeführenden weitere Angaben zu den Gründen 
ihrer Asylgesuche und übermittelten Kopien verschiedener Dokumen-
te.

E.
Mit Schreiben vom 9. Oktober 2007 und vom 8. Februar 2008 forderte 
die schweizerische Botschaft die Beschwerdeführenden jeweils auf, ihr 
Gesuch mit weiteren Angaben zu ergänzen. 

F.
Mit  Eingaben  an  die  schweizerische  Botschaft  vom  12. Dezember 
2007 und vom 18. Februar 2008 äusserten sich die Beschwerdefüh-
renden ergänzend zu ihren Asylvorbringen. Dabei reichten sie weitere 
Beweismittel – unter anderem Bestätigungsschreiben Dritter – ein.

G.
Am 7. April  2008  wurde  die  Ehefrau  durch  die  schweizerische  Bot-
schaft in Colombo zu ihren Asylgründen befragt. 

H.
Mit  per  Telefax  übermittelten  Schreiben  an  die  schweizerische  Bot-

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schaft  vom 28. April  und  vom 27. Mai  2008  äusserten  sich  die  Be-
schwerdeführenden erneut zu ihren Asylgründen. 

I.
Am 4. Dezember 2008 wurde der Ehemann durch die schweizerische 
Botschaft in Colombo zu seinen Asylgründen befragt. 

J.
Mit  per  Telefax  übermittelten  Schreiben  an  die  schweizerische  Bot-
schaft  vom 5. Februar  und vom 15. August  2009 ergänzten die  Be-
schwerdeführenden  ihre  Vorbringen  ein  weiteres  Mal  und  ersuchten 
um baldige Behandlung ihrer Asylgesuche. 

K.
Aus den verschiedenen Eingaben der Beschwerdeführenden und den 
durchgeführten  Befragungen  geht  bezüglich  der  Asylvorbringen  im 
Wesentlichen Folgendes hervor. 

K.a Der  Ehemann  sei  im  Jahr  1986  durch  die  Liberation  Tigers  of 
Tamil Eelam (LTTE) entführt und gefoltert worden, weil sein Vater die 
sri-lankische Armee unterstützt habe. Im Dezember 1987 sei sein Va-
ter  bei  einer  Auseinandersetzung  zwischen  sri-lankischen  Sicher-
heitskräften  und  den  LTTE erschossen  worden. Zwischen  1990  und 
Februar  2007 sei  der  Ehemann zugunsten  der  LTTE tätig  gewesen, 
indem er lokale Einheiten der Organisation mit Medikamenten versorgt 
und Erste-Hilfe-Kurse erteilt  habe; verschiedentlich sei er ausserdem 
an  Kampfhandlungen beteiligt  gewesen. Seit  dem März  2006 sei  er 
wiederholt durch Angehörige der Partei  „Tamil Makkal Viduthalai Puli-
kal“  (TMVP)  beziehungsweise  der  sogenannten  Karuna-Gruppe  zur 
Mitarbeit  aufgefordert  worden,  wobei  er  auch  mit  dem  Tod bedroht 
worden  sei.  Er  habe  sich  aber  immer  geweigert,  der  Aufforderung 
Folge zu leisten. Im Mai 2006 und im Januar 2007 sei er jeweils durch 
sri-lankische  Sicherheitskräfte  unter  dem  Vorwurf,  mit  den  LTTE  in 
Verbindung zu stehen, für kurze Zeit festgenommen und verhört wor-
den, wobei er auch misshandelt worden sei. Im Oktober 2007 habe er 
sich zu Arbeitszwecken nach Qatar begeben, habe aber aufgrund ge-
sundheitlicher Probleme bereits im April  2008 wieder nach Sri Lanka 
zurückkehren müssen. Zudem sei er auch in Qatar durch ein Mitglied 
der  TMVP  zur  Zusammenarbeit  aufgefordert  und  bedroht  worden. 
Schliesslich sei er vom 29. November bis zum 1. Dezember 2008 nach 
einer  Routinekontrolle  erneut  durch  sri-lankische  Sicherheitskräfte 
festgehalten  worden; anschliessend  sei  er  dazu  verpflichtet  worden, 

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sich einmal wöchentlich im Quartier der Sicherheitskräfte zur Leistung 
einer Unterschrift  zu melden. Dagegen habe er beim Internationalen 
Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) und bei  der „Human Rights Com-
mission“ Beschwerden vorgebracht.

K.b Die Ehefrau sei  ebenfalls  von 1990 bis  2007 für  die LTTE tätig 
gewesen,  wobei  sie  zunächst  eine  militärische  Ausbildung  erhalten 
und verschiedene Hilfsarbeiten ausgeführt  habe. Zwischen 1991 und 
1996 habe sie  mehrfach an Kampfhandlungen teilgenommen,  wobei 
sie verletzt worden sei. Ausserdem sei sie im Bereich der Propaganda 
und  als  Lehrerin  sowie  später  als  Schneiderin  eingesetzt  worden. 
Nach ihrem Weggang von den LTTE hätten im Oktober 2007 und im 
Januar  2008  zweimal  Angehörige  der  TMVP  bei  ihren  Angehörigen 
nach ihr und dem Ehemann gefragt, wobei sie aber jeweils abwesend 
gewesen sei.

K.c Des Weiteren führten die  Beschwerdeführenden aus,  sie  hätten 
durch  den Tsunami  vom 26. Dezember  2004  ihr  gesamtes Hab und 
Gut verloren. Im Dezember 2006 sei ausserdem im Verlauf von Kämp-
fen zwischen den LTTE und sri-lankischen Sicherheitskräften ihr Haus 
erneut zerstört worden.

L.
Mit Verfügung vom 24. Dezember 2009 verweigerte das BFM die Ein-
reise der Beschwerdeführenden in die Schweiz und lehnte das Asylge-
such  ab.  Dabei  führte  das  Bundesamt  im  Wesentlichen  aus,  es  sei 
zwar nicht auszuschliessen, dass die Beschwerdeführenden während 
gewisser Zeit bei den LTTE gewesen seien. Auch bildeten die kurzzei-
tigen  Festnahmen  und  erlittenen  Misshandlungen  im  Zeitraum  zwi-
schen  2006  und  2008  Eingriffe  in  die  Bewegungsfreiheit  und  in  die 
körperliche  Integrität.  Indessen  könne  nicht  von  einer  begründeten 
Furcht  der  Beschwerdeführenden  vor  weiteren  Verfolgungsmassnah-
men ausgegangen werden. Zum einen sei  es  seit  Ende des Jahres 
2008 zu keinen ernsthaften Vorfällen mehr gekommen; zum anderen 
sei  es den Beschwerdeführenden möglich gewesen, wiederholt  nach 
Colombo und sogar ins Ausland zu reisen. Im Übrigen seien auch die 
geltend gemachten Ereignisse in den achtziger und neunziger Jahren 
sowie die erlittenen materiellen Verluste in den Jahren 2004 und 2006 
in  Bezug auf  die Frage der Erteilung einer Einreisebewilligung ohne 
Relevanz. 

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M.
Mit an die schweizerische Botschaft in Sri Lanka gerichteter Eingabe 
vom 15.  Februar  2009  fochten  die  Beschwerdeführenden  die  Verfü-
gung des BFM beim Bundesverwaltungsgericht an. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005 (VGG, SR 173.32)  beurteilt  das Bundesverwaltungsgericht  Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 
20. Dezember 1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG, 
SR 172.021). Über Beschwerden gegen Verfügungen, die gestützt auf 
das Asylgesetz vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) durch das BFM 
erlassen  worden  sind,  entscheidet  das  Bundesverwaltungsgericht 
endgültig (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31-33 VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 
des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Mit  Beschwerde  an  das  Bundesverwaltungsgericht  können  die 
Verletzung  von  Bundesrecht,  einschliesslich  Missbrauch  und  Über-
schreitung des Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststel-
lung des rechtserheblichen Sachverhalts  und die Unangemessenheit 
gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

1.3 Die  schweizerische  Botschaft  in  Sri  Lanka  übermittelte  den  Be-
schwerdeführenden  die  Verfügung  des  BFM  mit  Schreiben  vom 
15. Januar 2010. Der Zeitpunkt der Eröffnung der angefochtenen Ver-
fügung steht mangels Vorliegens einer Empfangsbestätigung nicht fest. 
Angesichts der Tatsache, dass die Verfügung den Beschwerdeführen-
den frühestens am 16. Januar 2010 zugestellt werden konnte und die 
Beschwerdeeingabe  der  schweizerischen  Botschaft  mit  Telefax  vom 
15. Februar 2010 übermittelt wurde, steht indessen fest, dass die Be-
schwerde rechtzeitig erfolgt ist.

1.4 Die Beschwerde ist in englischer Sprache und somit nicht in einer 
Amtssprache des Bundes abgefasst. Auf die Ansetzung einer Frist zur 
Beschwerdeverbesserung  kann  indessen  verzichtet  werden,  da  der 
Eingabe  genügend  klare,  sinngemässe  Rechtsbegehren  und  deren 

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Begründung zu entnehmen sind und ohne weiteres darüber befunden 
werden kann.

1.5 Die Beschwerde ist somit als frist- und formgerecht eingereicht zu 
erachten;  die  Beschwerdeführenden  sind  legitimiert  (Art. 108  Abs. 1 
AsylG;  Art. 105  AsylG  i.V.m.  Art. 37  VGG  sowie  Art. 48  Abs. 1  und 
Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist folglich einzutreten.

1.6 Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wird auf die Durchführung des 
Schriftenwechsels verzichtet.

2.
2.1 Gemäss Art. 19 Abs. 1 AsylG kann ein Asylgesuch im Ausland bei 
einer schweizerischen Vertretung gestellt werden, welche es mit einem 
Bericht an das Bundesamt überweist (Art. 20 Abs. 1 AsylG).

2.2 Die schweizerische Vertretung führt mit der asylsuchenden Person 
in  der  Regel  eine  Befragung  durch  (Art.  10  Abs.  1  der  Asylverord-
nung 1  vom  11. August  1999  über  Verfahrensfragen  [AsylV 1, 
SR 142.311]). Ist dies nicht möglich, so wird die asylsuchende Person 
von der Vertretung aufgefordert, ihre Asylgründe schriftlich festzuhal-
ten (Art. 10 Abs. 2 AsylV 1). Die schweizerische Vertretung überweist 
dem Bundesamt das Befragungsprotokoll oder das schriftliche Asylge-
such sowie weitere zweckdienliche Unterlagen und einen ergänzenden 
Bericht,  der ihre Beurteilung des Asylgesuchs enthält  (Art. 10 Abs. 3 
AsylV 1).

2.3 Das BFM kann  ein  im Ausland gestelltes  Asylgesuch  ablehnen, 
wenn die asylsuchenden Personen keine Verfolgung glaubhaft machen 
können oder ihnen die Aufnahme in einem Drittstaat zugemutet wer-
den kann (vgl. Art. 3, Art. 7 und Art. 52 Abs. 2 AsylG). Gemäss Art. 20 
Abs. 2 AsylG bewilligt das Bundesamt Asylsuchenden die Einreise zur 
Abklärung  des  Sachverhaltes,  wenn  ihnen  nicht  zugemutet  werden 
kann, im Wohnsitz- oder Aufenthaltsstaat zu bleiben oder in ein ande-
res Land auszureisen.

2.4 Bei diesem Entscheid sind die Voraussetzungen zur Erteilung ei-
ner Einreisebewilligung grundsätzlich restriktiv zu umschreiben, wobei 
den  Behörden  ein  weiter  Ermessensspielraum zukommt.  Neben  der 
erforderlichen Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG sind namentlich 
die Beziehungsnähe zur  Schweiz,  die Möglichkeit  der  Schutzgewäh-
rung  durch  einen  anderen  Staat,  die  Beziehungsnähe  zu  anderen 

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Staaten, die praktische Möglichkeit und objektive Zumutbarkeit der an-
derweitigen Schutzsuche sowie die voraussichtlichen Eingliederungs- 
und Assimilationsmöglichkeiten  in  Betracht  zu  ziehen (vgl.  Entschei-
dungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK] 1997 
Nr. 15, insbesondere S. 131 ff., welcher angesichts bloss redaktionel-
ler  Änderungen  bei  der  letzten  Totalrevision  des  Asylgesetzes  nach 
wie vor Gültigkeit hat). Ausschlaggebend für die Erteilung der Einreise-
bewilligung ist dabei die Schutzbedürftigkeit der betroffenen Personen 
(vgl. EMARK 1997 Nr. 15 E. 2c S. 130), mithin die Prüfung der Fragen, 
ob eine Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG glaubhaft gemacht wird 
und ob der Verbleib am Aufenthaltsort für die Dauer der Sachverhalts-
abklärung zugemutet werden kann.

3.
3.1 Die Beschwerdeführenden machen im Wesentlichen geltend,  sie 
seien beide während langer Jahre zugunsten der LTTE tätig gewesen. 
Deswegen seien sie heute Bedrohungen seitens der mit der sri-lanki-
schen  Regierung  kooperierenden  tamilischen  Miliz  der  sogenannten 
Karuna-Gruppe  beziehungsweise  deren  politischen  Organisation 
TMVP ausgesetzt. Zudem sei der Ehemann wiederholt  durch sri-lan-
kische Sicherheitskräfte während kurzer Zeit festgehalten worden und 
einer Meldepflicht unterworfen. 

3.2 Das Vorbringen der Beschwerdeführenden, sie seien jahrelang in 
unterschiedlichen  Funktionen  zu  Diensten  zugunsten  der  LTTE  ge-
zwungen worden, ist als glaubhaft zu erachten. Auch ist es als durch-
aus im Bereich des Möglichen zu bezeichnen, dass die Beschwerde-
führenden  in  ihrer  Heimatregion  D._______  tatsächlich  den  geltend 
gemachten Bedrohungen durch tamilische Milizen ausgesetzt  waren. 
Gleiches gilt  auch für  das Vorbringen,  der Ehemann sei  zuletzt  vom 
29. November bis zum 1. Dezember 2008 durch sri-lankische Sicher-
heitskräfte  festgehalten  worden  und  müsse  sich  seither  wöchentlich 
bei den Sicherheitskräften zur Leistung einer Unterschrift melden. 

3.3 Indessen  ist  gleichzeitig  festzustellen,  dass  die  Beschwerdefüh-
renden wiederholt nach Colombo reisten und sich dort offenbar unbe-
helligt aufhalten konnten. Gemäss Aussagen des Ehemannes anläss-
lich  seiner  Anhörung  durch  die  schweizerische  Botschaft  (entspre-
chendes Protokoll, S. 5, 7 und 12) begaben sich die Beschwerdefüh-
renden mit ihrem Kind und in Begleitung der Schwester der Ehefrau im 
März 2007 nach Colombo. Mit Ausnahme der Monate Juli und August 

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2007, während derer er sich bei einem Bruder der Ehefrau in Mannar 
(Nordprovinz) aufgehalten habe, sei der Ehemann bis zu seiner Aus-
reise nach Qatar im Oktober 2007 in Colombo geblieben. Die Ehefrau 
habe den Ehemann während dieser  Zeit  alle  zwei  Wochen mit  dem 
Sohn  zusammen  besucht,  wobei  sie  jeweils  mit  dem  Zug  von 
D._______  nach  Colombo  gereist  sei  und  dabei  keine  Probleme 
gehabt  habe.  Auch  der  Ehemann  sei  während  der  Aufenthalte  in 
Colombo mit  keinerlei  Schwierigkeiten  konfrontiert  gewesen. Daraus 
ergibt  sich,  dass  sich  die  Probleme  der  Beschwerdeführenden  mit 
Angehörigen  der  Karuna-Gruppe  wie  auch  mit  den  sri-lankischen 
Sicherheitskräften  auf  ihre  Heimatregion  D._______  beschränkten, 
während sie im Grossraum Colombo offensichtlich unbehelligt blieben 
und sich – jedenfalls im Falle des Ehemannes – dort auch über einen 
gewissen  Zeitraum  ohne  nennenswerte  Schwierigkeiten  aufhalten 
konnten. Den Beschwerdeführenden stand und steht  somit  in  Bezug 
auf  die  geltend  gemachten  Bedrohungen  seitens  tamilischer 
Milizionäre  in  der  Region  Colombo  eine  innerstaatliche  Flucht- 
beziehungsweise Aufenthaltsalternative offen. 

3.4 Zu erwähnen ist weiter, dass der Ehemann nicht nur im Oktober 
2007 auf dem Luftweg nach Qatar ausreisen konnte, sondern im April 
2008 auch wieder nach Sri Lanka zurückkehrte, wobei er im Zusam-
menhang mit seiner Wiedereinreise von keinerlei Problemen berichte-
te. Aus  dem Umstand,  dass  der  Ehemann  aus  Sri  Lanka  aus-  und 
schliesslich auch wieder einreisen konnte, ist  ausserdem zu schlies-
sen,  dass  er  durch  die  staatlichen  Sicherheitskräfte  zum damaligen 
Zeitpunkt – obwohl er im Mai 2006 und im Januar 2007 zweimal unter 
dem Vorwurf der Unterstützung der LTTE vorübergehend festgenom-
men worden sein will  –  nicht gesucht  wurde. Weiter  ist  festzuhalten, 
dass  auch  die  Festhaltung  des  Ehemannes  vom  29.  November  bis 
zum 1. Dezember 2008 durch sri-lankische Sicherheitskräfte nach ei-
ner Routinekontrolle und die nachfolgende Verpflichtung, sich einmal 
wöchentlich bei den Sicherheitskräften zu melden,  um sich in einem 
Protokollbuch  einzutragen,  nicht  die  Intensität  einer  asylrelevanten 
Verfolgung aufweisen. 

3.5 Es ist nicht in Abrede zu stellen, dass die allgemeine Sicherheits- 
und Menschenrechtslage in Sri Lanka auch nach dem offiziellen Ende 
des mehr  als  25 Jahre dauernden Bürgerkrieges im Mai  2009 nach 
wie vor schlecht  ist  (vgl. hierzu beispielsweise  SCHWEIZERISCHE FLÜCHT-
LINGSHILFE/JUDITH MACCHI/RAINER MATTERN,  Sri  Lanka:  Aktuelle  Situation, 

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Bern 2009, S. 4 ff.). Der mit einer vernichtenden Niederlage der LTTE 
endende  Bürgerkrieg  hatte  verheerende  Auswirkungen  auf  die  Zivil-
bevölkerung. Trotz der Beendigung der Kampfhandlungen wird von der 
Regierung  die  Meinungs-  und  Pressefreiheit  anhaltend  unterdrückt, 
weshalb eine objektive Berichterstattung aus Sri  Lanka zur aktuellen 
Lage  nur  unter  äusserst  erschwerten  Bedingungen  möglich  ist.  Die 
weitere Entwicklung der allgemeinen Lage in Sri Lanka muss als voll-
kommen  offen  bezeichnet  werden.  Insbesondere  ist  unklar,  wie  die 
Regierung mit den ehemaligen Angehörigen und Anhängern der LTTE 
umgeht beziehungsweise weiter umgehen wird. Trotz der jüngsten Er-
eignisse und der nach wie vor unsicheren Situation ist jedoch im vor-
liegenden Fall festzuhalten, dass die geschilderten Behelligungen der 
Beschwerdeführenden gemäss den geltenden asylrechtlichen Kriterien 
nicht genügen, um deren Einreise in die Schweiz zu bewilligen, wobei 
die geltend gemachten Probleme nicht über das hinausgehen dürften, 
was weite  Teile  der  tamilischen  Bevölkerung  in  den betroffenen Re-
gionen erleben. Auch die verschiedenen von den Beschwerdeführen-
den  eingereichten  Beweismittel  sind  nicht  geeignet,  einen  anderen 
Schluss herbeizuführen. Festzustellen ist ferner, dass – wie vom BFM 
zutreffend  festgehalten  –  die  materiellen  Verluste,  welche  die  Be-
schwerdeführenden  im  Zusammenhang  mit  dem  Tsunami  vom 
26. Dezember 2004 und mit den Kämpfen zwischen den LTTE und sri-
lankischen  Regierungstruppen  im  Dezember  2006  erlitten,  gemäss 
den im vorliegenden Fall massgeblichen Kriterien bei der Beurteilung 
nicht zu berücksichtigen sind. 

3.6 Zusammenfassend ergibt sich, dass zwar angesichts der schwie-
rigen  Sicherheits-  und  Menschenrechtslage  gewisse  Behelligungen 
der Beschwerdeführenden nicht auszuschliessen sind.  Diese Schwie-
rigkeiten vermögen jedoch keine anhaltende Gefährdung im Sinne von 
Art. 3 AsylG zu begründen,  zumal  den Beschwerdeführenden jeden-
falls  im Grossraum der  Stadt  Colombo eine innerstaatliche Fluchtal-
ternative offensteht. Das BFM hat  somit im Ergebnis zutreffend fest-
gestellt,  die  Beschwerdeführenden  seien  nicht  schutzbedürftig  im 
Sinne des Asylgesetzes. Unter diesen Umständen hat die Vorinstanz 
zu  Recht  die  Erteilung  der  Einreisebewilligung  verweigert  und  das 
Asylgesuch abgelehnt. 

4.
Aus den angestellten Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene 
Verfügung  Bundesrecht  nicht  verletzt,  den  rechtserheblichen  Sach-

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verhalt  richtig und vollständig feststellt  und angemessen ist  (Art. 106 
AsylG). Die Beschwerde ist folglich abzuweisen. 

5.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären dessen Kosten grundsätz-
lich  den Beschwerdeführenden aufzuerlegen (Art.  63  Abs. 1 VwVG). 
Aus verwaltungsökonomischen Gründen sowie in Anwendung von Art. 
63 Abs. 1 in fine VwVG und Art. 6 Bst. b des Reglements vom 21. Fe-
bruar  2008 über  die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-
verwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) ist  indessen auf die Erhe-
bung der Verfahrenskosten zu verzichten. 

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- die  Beschwerdeführenden  durch  Vermittlung  der  schweizerischen 
Botschaft in Colombo (per EDA-Kurier)

- die schweizerische Botschaft  in  Colombo (...),  mit  dem Ersuchen, 
das  Urteil  den  Beschwerdeführenden  gegen  Unterzeichnung  der 
beigelegten  Empfangsbestätigung  oder  gegen  postalischen  Rück-
schein  zu  eröffnen  und  den  Eröffnungsbeleg  dem Bundesverwal-
tungsgericht zuzustellen (per EDA-Kurier; in Kopie)

- das BFM, Abteilung Aufenthalt, mit  den Akten Ref.-Nr. N _______ 
(in Kopie)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Bendicht Tellenbach Martin Scheyli

Versand: 

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