# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9ef68220-a3f1-548a-a836-b5b97be878cb
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-11-07
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 07.11.2018 SK 2018 2
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2018-2_2018-11-07.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

2. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

2e Chambre pénale

Urteil
SK 18 2

Hochschulstrasse 17
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 7. November 2018 

Besetzung Oberrichter Aebi (Präsident i.V.), Oberrichter Schmid, Oberrichte-
rin Bratschi
Gerichtsschreiberin Eggli

Verfahrensbeteiligte A.________
a.v.d. Fürsprecher M.________ (sistiert)
v.d. Rechtsanwalt B.________

Beschuldigter/Berufungsführer

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Maulbeerstras-
se 10, Postfach 6250, 3001 Bern

und

C.________

Straf- und Zivilkläger 1/Anschlussberufungsführer

D.________
v.d. Rechtsanwalt E.________

Straf- und Zivilklägerin 2

F.________
G.________
a.v.d. Rechtsanwalt E.________

Straf- und Zivilkläger 3+4

H.________
I.________
beide a.v.d. Rechtsanwalt J.________

Straf- und Zivilklägerinnen 5+6

2

K.________

Straf- und Zivilkläger 7

Gegenstand vorsätzliche Tötung, Raufhandel, Angriff etc. (Neubeurteilung)

Neubeurteilung des Urteils der 2. Strafkammer des Obergerichts 
des Kantons Bern vom 15. September 2016 (SK 15 371) 

3

Erwägungen:

I. Formelles

1. Prozessgeschichte

Mit Urteil vom 18. September 2015 sprach das Regionalgericht Bern-Mittelland 
A.________ (nachfolgend: Beschuldigter) der vorsätzlichen Tötung zum Nachteil 
von N.________, des Raufhandels, des Angriffs zum Nachteil von O.________ 
sowie der Widerhandlungen gegen das Waffengesetz schuldig und verurteilte ihn 
zu einer Freiheitsstrafe von 11 Jahren und 7 Monaten, unter Kosten- und Entschä-
digungsfolgen. Ferner wurde er zur Bezahlung von Genugtuungen an die Straf- 
und Zivilkläger 1 bis 6 verurteilt. Freigesprochen wurde der Beschuldigte von der 
Anschuldigung der Freiheitsberaubung, angeblich begangen zum Nachteil von 
O.________ und der Anschuldigung der Nötigung, angeblich begangen zum Nach-
teil von K.________. Des Weiteren traf das Regionalgericht Bern-Mittelland die 
notwendigen Verfügungen (pag. 2981 ff.). Gemäss Berichtigung vom 27. Novem-
ber 2015 widerrief es zudem den dem Beschuldigten mit Urteil des Bezirksamts 
Baden vom 11. Dezember 2009 gewährten bedingten Strafvollzug für eine Gelds-
trafe von 20 Tagessätzen zu CHF 80.00 (pag. 3027). 

Am 23. September 2015 meldete Rechtsanwalt B.________ namens des Beschul-
digten die Berufung gegen das Urteil an (pag. 3003). In der Berufungserklärung 
beantragte er einen vollumfänglichen Freispruch, inkl. Kosten- und Entschädi-
gungsfolgen. Explizit anerkannt wurde einzig der Schuldspruch wegen Widerhand-
lungen gegen das Waffengesetz gemäss Urteilsdispositiv Ziffer II.4. Nicht ange-
fochten wurden zudem die erfolgten Freisprüche. Rechtsanwalt L.________ erhob 
namens des Straf- und Zivilklägers 1 die Anschlussberufung (pag. 3175 f.). Im 
Strafpunkt stellte er den Antrag, der Beschuldigte sei ohne Zubilligung der Notwehr 
der vorsätzlichen Tötung schuldig zu erklären. Im Zivilpunkt verlangte er die Verur-
teilung des Beschuldigten zur Bezahlung von CHF 10‘000.00 Genugtuung zuzüg-
lich 5 % Zins seit dem 26. Dezember 2011. 

Die 2. Strafkammer des Obergerichts des Kantons Bern stellte im Urteil vom 
15. September 2016 die Rechtskraft der beiden Freisprüche, der Verurteilung des 
Beschuldigten wegen Widerhandlung gegen das Waffengesetz, des Widerrufs des 
im Urteil des Bezirksamts Baden gewährten bedingten Strafvollzugs sowie der Ver-
fügungen betreffend die zur Vernichtung eingezogenen Gegenstände bzw. der zur 
Verwertung beschlagnahmten Geldbeträge zur Verfahrenskostendeckung fest. 
Weiter sprach es den Beschuldigten – gleich wie die Vorinstanz – der vorsätzlichen 
Tötung (begangen in Notwehrexzess), des Raufhandels sowie des Angriffs schul-
dig. Es verurteilte den Beschuldigten zu einer Freiheitsstrafe von 8 Jahren, sowie 
zu den gesamten erstinstanzlichen und anteilsmässigen oberinstanzlichen Verfah-
renskosten. Ferner verurteilte es den Beschuldigten im Zivilpunkt zur Bezahlung 
von Parteientschädigungen und Genugtuungen an die Straf- und Zivilkläger 3 bis 6. 
Die Genugtuungsforderungen des Straf- und Zivilklägers 1 sowie der Straf- und Zi-
vilklägerin 2 wurden abgewiesen. Weiter legte die Kammer die Entschädigungen 
der amtlichen Vertreter fest und traf die notwendigen Verfügungen (pag. 3524 ff.).

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Mit Beschwerde in Strafsachen vom 29. März 2017 beantragte der Beschuldigte, 
das angefochtene Urteil sei aufzuheben und er sei vollumfänglich freizusprechen. 
Eventualiter sei der Schuldspruch zu bestätigen und der Beschuldigte unter An-
rechnung der entstandenen Untersuchungshaft von 326 Tagen für das Tötungsde-
likt mit einer teilbedingten Freiheitsstrafe von maximal 3 Jahren und für die übrigen 
Delikte mit einer teilbedingten Geldstrafe von maximal 240 Tagessätzen zu bestra-
fen. Subeventualiter sei die Sache zur neuen Entscheidung an die Vorinstanz 
zurückzuweisen – alles unter gesetzlichen Kosten- und Entschädigungsfolgen 
(pag. 3652 ff.). 

Im Urteil 6B_422/2017 vom 12. Dezember 2017 hiess das Bundesgericht die Be-
schwerde teilweise gut, soweit es darauf eintrat. Es hob das Urteil des Oberge-
richts des Kantons Bern vom 15. September 2016 auf und wies die Sache zur neu-
en Entscheidung an die Vorinstanz zurück (pag. 3790 ff.). 

2. Neubeurteilungsverfahren

Mit Verfügung vom 23. Januar 2018 nahm der Verfahrensleiter vom Eingang des 
Bundesgerichtsurteils Kenntnis und teilte den Parteien die Eröffnung des vorlie-
genden Neubeurteilungsverfahrens mit (pag. 3816 f.). Er stellte den Parteien von 
Amtes wegen folgende oberinstanzliche Beweismassnahmen in Aussicht: die Be-
fragung des Beschuldigten, des Straf- und Zivilklägers 1 sowie diejenige der beiden 
Sachverständigen P.________ (Institut für Rechtsmedizin der Universität Bern) und 
Q.________ (Forensisches Institut Zürich). Den Parteien wurde zur Nennung und 
Einreichung weiterer Beweismittel eine Frist angesetzt, wobei keine der Parteien 
hiervon Gebrauch machte. 

Die Parteien wurden auf den 1. und 2. November 2018 (Parteiverhandlungen) so-
wie auf den 7. November 2018 (Urteilseröffnung) zur oberinstanzlichen Hauptver-
handlung vorgeladen. Zudem wurde den Parteien der vorgesehene Verhandlungs-
plan mitgeteilt (pag. 3857 ff.). 

Mit Schreiben vom 27. April 2018 zeigte Rechtsanwalt L.________ an, er vertrete 
die Interessen des Straf-und Zivilklägers 1 ab sofort nicht mehr (pag. 3933). Der 
Straf- und Zivilkläger 1 persönlich beantragte am 25. Oktober 2018, es sei anläss-
lich der oberinstanzlichen Verhandlung eine Konfrontation mit dem Beschuldigten 
zu vermeiden (pag. 4040). Der Verfahrensleiter hiess das Gesuch mit Verfügung 
vom 29. Oktober 2018 gut und die Kammer traf die hierfür nötigen organisatori-
schen Vorkehrungen. Im Rahmen seiner Befragung im Neubeurteilungsverfahren 
zog der Straf- und Zivilkläger 1 seine Anschlussberufung zurück. 

3. Weitere Vorkommnisse seit dem ersten oberinstanzlichen Verfahren

Am 24. Januar 2018 erhielt der Verfahrensleiter von der Kantonspolizei Bern 
Kenntnis davon, dass es der Beschuldigte trotz bestehender Meldepflicht unterlas-
sen habe, sich am Dienstag, 23. Januar 2018, ordnungsgemäss bei der Loge der 
Polizeiwache Bümpliz zu melden (vgl. dazu den Berichtsrapport auf pag. 3827 f.). 
Der Beschuldigte wurde am 24. Januar 2018 an seinem Geschäftsdomizil angetrof-
fen und auf dem Polizeiposten einvernommen. Er gab dabei zu Protokoll, er habe 
sich deshalb nicht gemeldet, weil er seine Festnahme gewollt habe. Es würden 

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immer wieder Vorfälle mit der verfeindeten Familie N.________ passieren. Er wolle 
diese Leute aber nicht mehr treffen. Zudem habe er der Bekannten, welche ihm die 
CHF 100‘000.00 für die Kaution geliehen habe, damals versprochen, er werde das 
Geld in zwei bis drei Jahren zurückgeben können. Dies sei jetzt schon mehr als 
fünf Jahre her und er habe das Geld noch immer nicht zurückbezahlen können. Mit 
seiner Festnahme würde das Geld wieder freigesetzt werden und somit könnte er 
seine Schuld begleichen. Nicht zuletzt beschäftige ihn sehr, dass er die Schweiz 
nicht verlassen dürfe, er wolle Ferien machen und verreisen. Deshalb wolle er bis 
zum Gerichtsurteil im Gefängnis sein. Er werde sich nicht mehr melden, er wolle 
seine Festnahme erwirken (pag. 3829 f.). Mit Verfügung vom 26. Januar 2018 gab 
der Verfahrensleiter den Parteien vom Berichtsrapport sowie vom Einvernahmepro-
tokoll des Beschuldigten Kenntnis. Gleichzeitig informierte er dahingehend, dass 
sich der Beschuldigte inzwischen am 25. Januar 2018 telefonisch beim EL Fall ge-
meldet habe und angekündigt habe, er werde seiner Meldepflicht inskünftig wieder 
nachkommen (pag. 3837 f.). 

Am 16. April 2018 stellte der Beschuldigte ein Gesuch um Urlaubsbewilligung vom 
8. bis am 24. Mai 2018 für eine Reise in die Türkei (pag. 3909 ff.). Er führte aus, er 
habe seine Eltern, Brüder und weitere Verwandte schon seit vielen Jahren nicht 
mehr gesehen und wolle diese besuchen. Der Verfahrensleiter gab den Parteien 
Gelegenheit, zu diesem Gesuch Stellung zu nehmen. Die Generalstaatsanwalt-
schaft verzichtete auf einen Antrag und stellte den Entscheid ins Ermessen der 
Kammer (pag. 3913 f.). Rechtsanwalt E.________, Rechtsanwalt J.________ so-
wie der Straf- und Zivilkläger 1 und die Straf- und Zivilklägerin 2 persönlich bean-
tragten die Abweisung des Gesuchs (pag. 3915 ff.). Der Verfahrensleiter hiess das 
Gesuch mit Verfügung vom 27. April 2018 unter Auflagen gut (pag. 3923 ff.). Der 
Beschuldigte wurde verpflichtet, sich am Tag vor seiner Abreise und am Tag nach 
seiner Rückkehr persönlich auf der Polizeihauptwache Bern-West zu melden. Die-
sen Auflagen kam der Beschuldigte nach (pag. 3936). Im Zusammenhang mit der 
Urlaubsgewährung stellte sich zudem heraus, dass der Beschuldigte – trotz an-
derslautender Verfügung im erstinstanzlichen Urteil – über verschiedene Ausweis-
dokumente verfügt (insbesondere einen türkischer Reisepass und eine türkische 
Identitätskarte). Die durch die Kantonspolizei erstellten Kopien dieser Ausweise be-
finden sich nunmehr in den Akten (pag. 3943 ff.). 

4. Oberinstanzliche Beweisergänzungen

Von Amtes wegen wurden über den Beschuldigten ein Leumundsbericht 
(pag. 4048 ff.) sowie ein aktueller Strafregisterauszug (pag. 4025 f.) eingeholt. An-
lässlich der oberinstanzlichen Hauptverhandlung wurden der Beschuldigte, der 
Straf- und Zivilkläger 1 sowie zwei Sachverständige, die Herren P.________ (IRM 
Bern) und Q.________ (Forensisches Institut Zürich), befragt.

Rechtsanwalt B.________ reichte mit Schreiben vom 2. Oktober 2018 seine in der 
ersten obergerichtlichen Verhandlung vorgetragenen, aber damals nicht zu den Ak-
ten erkannten Plädoyernotizen ein (pag. 3951 ff.). Diese wurden mit Verfügung 
vom 12. Oktober 2018 zu den Akten genommen (pag. 4021 f.).

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Anlässlich der zweiten oberinstanzlichen Verhandlung stellte Rechtsanwalt 
B.________ den Antrag, seine Plädoyernotizen einreichen zu dürfen. Die Kammer 
fällte den Beschluss, diese Notizen ausnahmeweise entgegen zu nehmen 
(pag. 4098). 

5. Anträge der Parteien

5.1 Beschuldigter

In der oberinstanzlichen Verhandlung stellte und begründete Rechtsanwalt 
B.________ für den Beschuldigten folgende Anträge (pag. 4120 f.):

Hauptanträge

1. Der Beschuldigte sei von den Vorwürfen der vorsätzlichen Tötung, des Raufhandels und des 
Angriffs (= Anklageziffern 1, 2 und 4) freizusprechen.

2. Der Beschuldigte sei für die rechtskräftige Verurteilung wegen Widerhandlugen gegen das 
Waffengesetz mit einer teilbedingten Geldstrafe von maximal 120 Tagessätzen zu bestrafen. 

3. Die Sicherheitsleistung von CHF 100‘000 sei freizugeben.

4. Die Zivilforderungen der Privatklägerschaft seien abzuweisen, eventualiter auf den Zivilweg zu 
verweisen.

5.1 Dem Beschuldigten sei für die unschuldig erlittene Haft von 326 Tagen Schadenersatz in der 
Höhe von CHF 48‘900 und eine Genugtuung von CHF 55‘000 zuzusprechen.

5.2 Dem Beschuldigten sei für die Wahlverteidigung eine Prozessentschädigung gemäss der ein-
gereichten sowie bereits aktenkundigen Honoranten zuzusprechen. 

6. Aufgrund der Verurteilung wegen Widerhandlungen gegen das Waffengesetz seien die Verfah-
renskosten im Umfang von maximal 5 Prozent dem Beschuldigten aufzuerlegen. Die übrigen 
Kosten seien vom Staat zu tragen.

Eventualanträge

1. Der Beschuldigte sei der vorsätzlichen Tötung, begangen in Notwehrexzess, sowie des Rauf-
handels und des Angriffs (= Anklageziffern 1, 2 und 4) schuldig zu sprechen.

Für das Tötungsdelikt sei der Beschuldigten mit einer teilbedingten Freiheitsstrafe von maximal 
3 Jahren und für die weiteren Delikte mit einer teilbedingten Geldstrafe von maximal 240 Ta-
gessätzen zu bestrafen.

Die erstandene Untersuchungshaft von 326 Tagen sei an die Freiheitsstrafe anzurechnen. Der 
zu vollziehende Teil der Freiheitsstrafe sei auf maximal 10 Monate und die Probezeit auf 
3 Jahre festzusetzen.

2. Die Sicherheitsleistung von CHF 100‘000 sei freizugeben.

3. Die Genugtuungen zugunsten der Privatkläger seien gemäss dem vorinstanzlichen Urteil zu-
zusprechen. Die von der Vorinstanz festgesetzten Prozessentschädigungen zugunsten der 
Privatklägerschaft seien infolge Selbstverschuldens N.________ gebührend zu reduzieren. 

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5.2 Generalstaatsanwaltschaft

Staatsanwältin R.________ stellte und begründete ihrerseits folgende Anträge 
(pag. 4118 f.):

I.

Es sei festzustellen, dass das erstinstanzliche Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland vom 
18.09.2015 insoweit in Rechtskraft erwachsen ist, als:

1. A.________ von der Anschuldigung der Freiheitsberaubung und der Nötigung freigesprochen 
wurde, unter anteilsmässiger Ausscheidung von Verfahrenskosten und unter anteilsmässiger 
Ausrichtung einer Entschädigung;

2. A.________ der Widerhandlung gegen das Waffengesetz schuldig erklärt wurde;

3. der A.________ mit Urteil des Bezirksamtes Baden vom 11.12.2009 gewährte bedingte Straf-
vollzug für eine Geldstrafe von 20 Tagessätzen à CHF 80.00 widerrufen wurde.

4. die beschlagnahmten Gegenstände teilweise eingezogen wurden und teilweise der berechtig-
ten Person zurückzugeben sind sowie die Verwendung des beschlagnahmten Geldes zur an-
teilsmässigen Deckung der erstinstanzlichen Verfahrenskosten.

II.

A.________ sei schuldig zu erklären:

1. der vorsätzlichen Tötung, begangen in Notwehrexzess am 26.12.2011 in S.________ (Ort) 
zum Nachteil von N.________;

2. des Raufhandels, begangen am 26.12.2011 in S.________ (Ort);

3. des Angriffs, begangen am 17.11.2011 in T.________ (Ort) zum Nachteil von O.________

III.

A.________ sei gestützt darauf sowie auf den rechtskräftigen Schuldspruch gemäss Ziff. I.2 in An-
wendung der Artikel 16 Abs. 1, 40, 47, 48a, 49 Abs. 1, 51, 111, 133, 134 StGB; Art. 7, 7a, 8, 27 und 
33 Abs. 1 Bst. a WG; Art. 12 Abs. 1 WV, Art. 426 ff. StPO

zu verurteilen:

1. zu einer Freiheitsstrafe von 8 Jahren, unter Anrechnung der ausgestandenen Untersu-
chungshaft von 326 Tagen;

2. zu einer Geldstrafe von 106 Tagessätzen à CHF 70.00; ausmachend CHF 7'420.00, dies als 
Zusatzstrafe zum Urteil der Staatsanwaltschaft Rheinfelden-Laufenburg vom 25.05.2014;

3. zur Bezahlung der auf die Schuldsprüche entfallenden erstinstanzlichen Verfahrenskosten 
von CHF 74'865.85;

4. zur Bezahlung der auf sein Unterliegen entfallenden ersten oberinstanzlichen Verfahrens-
kosten von CHF 10'400.00. Die Kosten für das Neubeurteilungsverfahren seien vom Kanton 
Bern zu tragen.

IV.

Im Weiteren sei zu verfügen:

1. Die Honorare der amtlichen Verteidiger seien gerichtlich zu bestimmen (Art. 135 StPO).

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2. Anstelle von Sicherheitshaft seien bis zum Antritt der Freiheitsstrafe verschiedene Ersatz-
massnahmen (Kontaktsperre, Sicherheitsleistung, Meldepflicht, Eingrenzung und Pass- und 
Schriftensperre) aufrecht zu erhalten.

3. Die Zustimmung zur Löschung des erstellten DNA-Profils (PCN-Nr. ________) sei nach Ablauf 
der Frist durch das zuständige Bundesamt einzuholen (Art. 16 Abs. 4 DNA-ProfilG).

4. Die Zustimmung zur Löschung der erhobenen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten 
sei nach Ablauf der First durch die auftraggebende Behörde einzuholen (Art. 17 Abs. 4 i.V.m. 
Art. 19 Abs. 1 Verordnung über die Bearbeitung biometrischer erkennungsdienstlicher Daten).

5.3 Straf- und Zivilkläger 1

Der Straf- und Zivilkläger 1 stellte anlässlich der oberinstanzlichen Verhandlung 
sinngemäss die gleichen Anträge wie seine Schwester, die Straf- und Zivilkläge-
rin 2. Es wird an dieser Stelle darauf verwiesen (nachfolgend Ziff. 5.4).

5.4 Straf- und Zivilkläger 2 bis 4

In Hinblick auf die oberinstanzliche Verhandlung reichte Rechtsanwalt E.________ 
für D.________ (Straf- und Zivilklägerin 2) sowie F.________ und G.________ 
(Straf- und Zivilkläger 3 und 4) folgende Anträge schriftlich ein (pag. 4057):

1. Die Berufung sei abzuweisen, und es sei das Urteil des Obergerichts des Kantons Bern vom 
8. September 2016 vollumfänglich zu bestätigen.

2. Die Kosten des oberinstanzlichen Verfahrens seien dem Beschuldigten aufzuerlegen. 

3. Die den Privatklägern im oberinstanzlichen Verfahren entstandenen Anwaltskosten seien dem 
Beschuldigten aufzuerlegen.

5.5 Straf- und Zivilklägerinnen 5 und 6

Rechtsanwalt J.________ reichte für die Straf- und Zivilklägerinnen 5 und 6 nach-
folgende Anträge schriftlich ein (pag. 4114):

1. Die Berufung sei abzuweisen, und es sei das Urteil des Obergerichts des Kantons Bern vom 
15.09.2016 vollumfänglich zu bestätigen.

2. Die Kosten des oberinstanzlichen Verfahrens seien dem Beschuldigten aufzuerlegen.

3. Die den Privatklägerinnen im oberinstanzlichen Verfahren entstandenen Anwaltskosten seien 
dem Beschuldigten aufzuerlegen. 

6. Gegenstand der Neubeurteilung und Kognition der Kammer

Ausgangspunkt des Neubeurteilungsverfahrens ist das Urteil des Bundesgerichts 
6B_422/2017 vom 12. Dezember 2017 (pag. 3790 ff.). Das Bundesgericht sah im 
Umstand, dass die Kammer den Beschuldigten in der mündlichen Berufungsver-
handlung weder zur Person noch zur Sache befragt hat, eine Verletzung wesentli-
cher Verfahrensvorschriften. Eine solche Befragung hätte vom Gericht aus eigener 
Initiative, d.h. ohne entsprechenden Antrag der Verteidigung, von Amtes wegen 
durchgeführt werden müssen. Es obliege der Verfahrensleitung, den gesetzlich 
vorgeschriebenen Verfahrensgang sicherzustellen. Dabei sei unerheblich, ob eine 
klassische «Aussage gegen Aussage»-Konstellation vorliege, denn zweifellos gebe 
es zahlreiche widersprüchliche Aussagen (E. 4.3.3 des bundesgerichtlichen Urteils, 

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pag. 3810). Das Bundesgericht hiess die Beschwerde insofern teilweise gut. Es 
hob das obergerichtliche Urteil von Gesetzes wegen auf und wies die Sache zur 
korrekten Durchführung der Berufungsverhandlung zurück (E. 6 des bundesgericht-
lichen Urteils, pag. 3813). 

Alle weiteren formellen Rügen des Beschuldigten, insbesondere die angebliche 
Verletzung seiner Teilnahmerechte sowie die fehlende Protokollierung des Partei-
vortrags durch die kantonalen Gerichte, wies das Bundesgericht hingegen ab (E. 1 
bis E. 3 des bundesgerichtlichen Urteils). Diese Feststellungen sind für die Kammer 
verbindlich (vgl. dazu BSK BGG-MEYER/DORMANN N. 18 zu Art. 107 BGG m.w.H., 
sowie BGE 135 III 334 E. 2; bestätigt im Urteil des Bundesgerichts 6B_434/2014 
vom 24. November 2014 E. 1.3.1). Ergibt sich aus der Urteilsbegründung des Bun-
desgerichts, dass es sich materiell um eine Teilaufhebung handelt, gilt das kanto-
nale Urteil im Übrigen als bestätigt (BGE 122 I 250 E. 2b). Die kantonale Instanz 
hat sich demnach bei der neuen Entscheidung auf das zu beschränken, was sich 
aus den Erwägungen des Bundesgerichts als Gegenstand der neuen Beurteilung 
ergibt. Damit steht fest, dass die im ersten oberinstanzlichen Verfahren behandel-
ten formellen Rügen des Beschuldigten nicht mehr Gegenstand des Neubeurtei-
lungsverfahrens sind.

Verfahrensthemen sind hingegen gestützt auf diese Überlegungen die folgenden:

- erneute Beweiswürdigung bzw. Sachverhaltsfeststellung betreffend die Vor-
würfe der vorsätzlichen Tötung, des Raufhandels sowie des Angriffs nach 
durchgeführter Einvernahme des Beschuldigten, des Straf- und Zivilklägers 1 
sowie der beiden Sachverständigen;

- rechtliche Würdigung;

- eventuell Strafzumessung betreffend die angefochtenen Punkte;

- Beurteilung der Zivilklagen;

- Verfahrenskosten des erstinstanzlichen sowie des ersten und zweiten obe-
rinstanzlichen Verfahrens;

- Festsetzung der (amtlichen) Entschädigungen für das erstinstanzliche sowie 
das erste und zweite oberinstanzlichen Verfahren;

- Verfügungen betreffend Ersatzmassnahmen, DNA/erkennungsdienstliche 
Daten und Mitteilungen. 

Aufgrund der bloss beschränkten Berufung des Beschuldigten ist das Urteil des 
Regionalgerichts Bern-Mittelland vom 18. September 2015 bezüglich der Frei-
sprüche gemäss Ziffer I des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs (angebliche Frei-
heitsberaubung z.N. O.________, angebliche Nötigung z.N. K.________, je mit 
entsprechenden Kostenfolgen), der Schuldspruch wegen Widerhandlungen gegen 
das Waffengesetz gemäss Ziffer II.4 des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs, die 
Verfügungen gemäss Ziff. XI.1 bis XI.3 des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs so-
wie der Widerruf der mit Urteil des Bezirksamts Baden vom 11. Dezember 2009 
ausgesprochenen Geldstrafe (Ziffer XII. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs) in 
Rechtskraft erwachsen. 

https://www.swisslex.ch/AssetDetail.mvc/Show?assetGuid=4fe38550-7768-4aa2-9e23-ca9402caf415&SP=6|jko0v5#cons_2b

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Die Kammer hat bei der Überprüfung der zu beurteilenden Punkte volle Kognition 
(Art. 398 Abs. 2 StPO). Das erste oberinstanzliche Urteil wurde einzig vom Be-
schuldigten ans Bundesgericht weitergezogen. Die übrigen Parteien erklärten sich 
– stillschweigend – mit dem Urteil vom 15. September 2016 einverstanden. Aus der 
Bindung an die Parteibegehren folgt ein Verbot der reformatio in peius nach bun-
desgerichtlicher Rückweisung (vgl. dazu das Urteil des Bundesgerichts 
6B_1047/2017 vom 17. November 2017). Damit steht fest, dass das erste oberin-
stanzliche Urteil nicht zu Ungunsten des Beschuldigten abgeändert werden kann. 
Insbesondere darf die Strafe die damals ausgefällten 8 Jahre Freiheitsstrafe nicht 
übersteigen. Zudem können die Genugtuungsforderungen nicht mehr erhöht wer-
den, wo diese gekürzt wurden bzw. keine Genugtuungsforderungen mehr gespro-
chen werden, wo diese abgewiesen wurden. 

II. Formelle Rüge

Rechtsanwalt B.________ rügte in formeller Hinsicht, das Protokoll der Tatrekon-
struktion sei vom verfahrensleitenden Staatsanwalt prozessrechtswidrig nicht un-
terzeichnet worden, was dessen Ungültigkeit zur Folge habe. Denselben Einwand 
brachte er schon in seiner Bundesgerichtsbeschwerde vor, wobei bereits das Bun-
desgericht diesbezüglich feststellte, das Protokoll sei vom Staatsanwalt und seiner 
Assistentin unterzeichnet worden, womit die Auffassung des Beschuldigten, die Ta-
trekonstruktion sei mangels Unterzeichnung durch den Staatsanwalt ungültig, der 
Grundlage entbehre (E. 2.2 des Urteils des Bundesgerichts 6B_422/2017 vom 
12. Dezember 2017). Diese Feststellung des Bundesgerichts ist für die Kammer 
verbindlich. Infolgedessen kann die Kammer nicht noch einmal darüber befinden. 

Der Vollständigkeit halber sei jedoch erwähnt, dass sich auch die Kammer davon 
überzeugt hat, dass das sich in den amtlichen Akten befindende Tatrekonstrukti-
onsprotokoll ordnungsgemäss unterzeichnet ist (pag. 1784). Dem früheren Vertei-
diger des Beschuldigten wurde offensichtlich vorzeitig ein noch nicht unterschrie-
benes Exemplar des Protokolls ausgehändigt. Die Rüge des Beschuldigten wäre 
also ohnehin abzuweisen gewesen. 

III. Zum Vorfall vom 26. Dezember 2011

7. Sachverhalt und Beweiswürdigung

7.1 Die Vorgeschichte

Zur Vorgeschichte führte die Vorinstanz folgendes aus (pag. 3061 ff.):

A.________ ist am 23.09.2004 in die Schweiz eingereist und hat am Folgetag in Vallorbe um Asyl er-
sucht (vgl. Einvernahmeprotokoll vom 05.10.2004 in den unpaginierten Asylakten des Bundesamts für 
Migration). Per 01.04.2006 erhielt er eine Anstellung bei der U.________ (GmbH) im Stundenlohn 
(vgl. Seite 84 der Asylakten des Migrationsdienstes des Kantons Bern). Bei der U.________ (GmbH) 
handelt es sich um die Umzugsfirma von N.________ (pag. 2250; per 10.06.2008 Umwandlung in die 
V.________ (AG)). Bald schon machte sich A.________ selbständig und gründete am 20.06.2008 
durch Sacheinlage des im Handelsregister eingetragenen Einzelunternehmens W.________ 

11

(X.________ ist die Ehefrau des Beschuldigten) die Y.________ (GmbH). Per 01.04.2011 erfolgte 
dann die Umwandlung in die Z.________ (AG) (vgl. www.zefix.ch, zuletzt besucht am 23.10.2015). 
Der ehemalige Mitarbeiter entwickelte sich damit für N.________ in Bezug auf das Geschäftsmodell, 
die Marktanteile und die Mitarbeiter schnell zum Konkurrenten.

Anstelle eines gesunden Wettbewerbs entstand dabei mehr und mehr eine offene Feindschaft zwi-
schen N.________ und A.________. Wobei sie sich zunehmend in die Auseinandersetzung verbis-
sen, und sich gegenseitig vor Handelsgericht zogen (vgl. pag. 1910 ff.). Dabei eskalierte der Streit im 
Juli 2011 mittels E-Mail Zusendungen. N.________ schrieb am 13. und 15.07.2011 in 11 E-Mails 
sinngemäss und immer wieder ähnlich lautend, er werde A.________ und insbesondere dessen Frau 
und Mutter „ficken“ (pag. 1919 ff.). Dabei griff er A.________ auch in dessen Ehre an (pag. 1931):
„Ich werde deine Ehre ficken, weist du wann ich den Leuten zeigen werde, was ich dir geschrieben habe, 

warte du wirst sehen woher du raus gekommen bist, ich werde dich ficken du Gauner, du Lump, du hast 

keine Ehre, wer dich sieht, kann denken dass du ein vernünftiger Mann wärst. Ich werde dich ficken, ich 

und die Mitarbeiter von mir. […] Wenn du ein bisschen Manneskraft besitzt, gibst du mir eine Adresse oder 

ein Treffpunkt damit ich dorthin komme und deine Frau und deine Mutter ficken kann okey. Ich warte auf 

deine Antwort du Kuppler, du Luder.“

A.________ antwortete darauf mit E-Mail vom 18.07.2011 (pag. 1899 ff.). Insbesondere schrieb er 
dabei (pag. 1904):

„So, und jetzt entschuldigst du dich bei mir für alle Beschimpfungen. Wenn du beschimpfen oder deine Wut ausle-

ben willst, dann richte diese an mich persönlich. Ich glaube du hast mich schon verstanden. Ich habe dir gesagt. 

Die ganze Angelegenheit ist für mich ab jetzt ein Grund für eine Blutrache. Ich bin nicht so breit gefächert wie du 

und bin nicht in der Lage so viele Wörter zu schlucken. Ich kann dich diesbezüglich schon zur Rechenschaft zie-

hen.“

Die gegenseitigen Beschimpfungen und Beschuldigungen betreffend Schwarzarbeit, Steuerhinterzie-
hung und Verbreiten von geschäftsschädigenden Unwahrheiten, etc. führten dazu, dass die Staats-
anwaltschaft auch entsprechende Untersuchungen eröffnete (vgl. A.________ betreffend Ziff. I.1.1 
hiervor, respektive pag. 7). In diesen Verfahren wurden am 22.12.2011 sowohl bei N.________ wie 
auch bei A.________, respektive deren Firmen Hausdurchsuchungen durchgeführt (vgl. pag. 356; die 
entsprechenden Akten befinden sich jedoch nicht bei den Akten des vorliegenden Verfahrens).

Mithin hatte sich der Ton zwischen den beiden Firmeninhabern – Rechtsanwalt L.________ verwen-
dete im Parteivortrag den Begriff „Platzhirschen“ – ab Sommer 2011 zunehmend verschärft. Mit den 
Hausdurchsuchungen am 22.12.2011 wurde zudem in die jeweiligen Geschäfts- bzw. Privatbereiche 
eingegriffen, so dass die Voraussetzungen vorhanden waren, dass eine nächste direkte Begegnung 
handgreiflich eskalieren könnte.

So kam es denn auch, dass die beiden am Nachmittag des 26.12.2011 im Restaurant AA.________ 
in AB.________ (Ort) aufeinandertrafen. Die Kantonspolizei Bern fasste dieses Geschehen im Rap-
port wie folgt zusammen (pag. 363 ff.):

„Am Montagnachmittag des 26.12.2011 treffen sich A.________ und AC.________ im Büro der Z.________ (AG) 

in AD.________ (Ort) an der AE.________ (Adresse). Um ca. 17:00 Uhr fahren die beiden dann gemeinsam zum 

Restaurant „AA.________" an der AF.________ (Adresse) in AB.________ (Ort), wo sie ca. 5 Minuten später an-

kommen. Für diese Fahrt benutzen sie das Fahrzeug von A.________, einen weissen BMW X6, mit den Kontroll-

schildern .________. Das Restaurant AA.________ wird überwiegend von türkischen Staatsangehörigen besucht 

und gilt als ein Treffpunkt von Türken in Bern.

http://www.zefix.ch

12

Im Lokal geraten N.________ und A.________ in einen Streit, der in eine Schlägerei ausartet. Wer diesen letztlich 

angezettelt hat, lässt sich heute nicht mehr nachvollziehen. Jedenfalls mischen sich zahlreiche Personen ein, um 

die beiden zu trennen. […] Beim Versuch, die beiden zu trennen, geraten nun auch AG.________ und 

AC.________ aneinander. […] Nach der Trennung von A.________ und N.________ verlassen A.________ und 

AC.________ das Lokal und begeben sich nach draussen, wo AC.________ mit AH.________ telefoniert. Er er-

zählt ihm von der Schlägerei im AA.________ und bittet ihn um Hilfe. AH.________ fährt in der Folge zusammen 

mit AI.________ vom AJ.________ (Ort) aus nach AB.________ (Ort) zum Restaurant AA.________. Für die 

Fahrt benutzen sie ein AK.________ (Auto eines Pizza-Kuriers) welches auch entsprechend beschriftet und deut-

lich als solches zu erkennen ist. In AB.________ (Ort) treffen sie zahlreiche Personen vor dem AA.________ an, 

die Stimmung ist nach wie vor aufgeheizt und AH.________ fordert A.________ auf, in den BMW X6 zu steigen. 

Gemeinsam fahren sie zum Büro der Z.________ (AG) an der AE.________ (Adresse). Später tauchen auch 

AC.________ und AI.________ an der AE.________ (Adresse) auf.

C.________, AL.________ und AM.________ halten sich während der Zeit, als die Schlägerei im AA.________ 

stattfindet, in AN.________ (Ort) auf. N.________ telefoniert seinem Bruder C.________ und erzählt ihm davon. 

C.________ selber telefoniert noch mit seinem Cousin, AG.________, welcher ihm erzählt, dass drei Personen 

N.________ zusammengeschlagen haben sollen. Aufgrund dieser Informationen fährt C.________ mit seinem 

Fahrzeug, ein grauer Mercedes Benz S350, ________, zusammen mit seiner Ehefrau AO.________ und seiner 

Tochter AP.________ von AN.________ (Ort) nach AQ.________ (Ort), in das Büro der „V.________ (AG)". Auch 

AL.________ und dessen Ehefrau AR.________ sowie AM.________ und dessen Ehefrau AS.________ fahren 

nach AQ.________ (Ort).

Nach der Schlägerei im AA.________ bleibt N.________ noch im Innern des Lokals. Bei ihm bleiben unter ande-

rem sein Cousin AG.________ sowie AT.________. Nach einem Kaffee fahren N.________ und AG.________ mit 

dem Fahrzeug von N.________, einem weissen BMW M5, Kontrollschilder ________, weg. AT.________ folgt den 

beiden mit seinem dunklen Passat, da er Angst hat, dass die Situation wieder eskalieren könnte. 

AT.________ erklärte [pag. 1137 Z 59 ff.]: „…Ich habe dem N.________ vorher mitgeteilt, dass ich ihm nachfahren 

würde und besorgt sein werde, dass er nach Hause gehe... Am Anfang sind keine weiteren Fahrzeuge 

N.________ gefolgt. Später kam noch ein anderes hinzu. N.________ versuchte mich abzuhängen. Beim Kreisel 

fuhr N.________ dann Richtung Autobahn. Ich verlor kurz den Anschluss, konnte ihn jedoch auf der Autobahn 

wieder einholen. Auf dem AU.________ (Viadukt) sah ich dann, dass noch ein AK.________ (Auto eines Pizza-

Kuriers) folgte. Dieses Auto sah ich bereits vorher vor dem AA.________. Ich weiss, dass dieses AK.________ 

(Auto eines Pizza-Kuriers) AI.________ gefahren hat. Ich folgte dem N.________ bis zur Ausfahrt AV.________. 

Dort verfolgte ihn auch das AK.________ (Auto eines Pizza-Kuriers). Ich versuchte N.________ telefonisch zu er-

reichen. Ich erreichte ihn und sagte ihm, dass er von einem AK.________ (Auto eines Pizza-Kuriers) verfolgt wer-

de. Ich telefonierte auch dem AW.________ und bat diesen, dass er dem Beifahrer von AI.________ mitteilen sol-

le, dass sie es mit N.________ nicht übertreiben sollen. Die Leute aus dem AK.________ (Auto eines Pizza-

Kuriers) haben mich nicht gesehen... Das AK.________ (Auto eines Pizza-Kuriers) fuhr dann bei der 

AV.________-Kreuzung in Richtung Stadion (AX.________ (Name eines Stadions)). Ich selber fuhr nach 

AQ.________ (Ort) zur Firma V.________ (AG). Dort traf ich vor dem Büro auf N.________ und C.________. 

N.________ fragte mich, ob ich wisse, wo sich die Pizzeria vom Auto, welches ihn verfolgt habe, sei. Ich sagte zu 

ihm, dass ich das nicht wisse. Ich fragte N.________, was er nun vorhabe. Er sagte mir, dass er nun der Polizei 

anrufen werde. Er hatte Angst, dass ein Überfall auf ihn stattfinden werde und hat sogleich in meiner Gegenwart 

der Polizei telefoniert…“ AT.________ erklärt weiter, dass N.________ dann tatsächlich weggefahren ist. Er hätte 

ihm gesagt, dass er nun zur Polizei in AQ.________ (Ort) fahren wolle. Er sei alleine weggefahren.

Später telefoniert AT.________ erneut mit N.________. Er fragt ihn wo er sei [pag. 1137 Z 101 ff.]: „…Er sagte 

mir, dass er in S.________ (Ort) sei. Daraufhin bin ich wütend geworden und fragte ihn, was er dort zu suchen ha-

13

be. Ich sagte zu ihm, dass ich auch dorthin kommen werde. Alle Leute, welche sich beim V.________ (AG) in 

AQ.________ (Ort) befanden fuhren dann Richtung S.________ (Ort). Etwas vor S.________ (Ort) wendeten wir 

und alle fuhren zum Lokal AA.________ nach AB.________ (Ort). Dort trafen wir auf dem Parkplatz auf 

N.________. Ich parkierte dort mein Auto. Bei N.________ seinem l-Phone sah ich dann, dass er auf dem Display 

die Adresse des AY.________ (Pizzeria) hatte. C.________ und N.________ fuhren dann mit dem BMW M5 weg.“

Bemerkung: Aus der „web history" des iPhone von N.________ konnten die entsprechenden Verbindungsdaten 

erhoben werden. Demnach suchte er mit verschiedenen Suchbegriffen nach der AY.________ (Pizzeria) im Inter-

net, und zwar in der Zeitspanne von 18:25 bis zum Sucherfolg um 18:34 Uhr.

Zu dieser Zeit telefoniert C.________ mit AZ.________, einem Mitarbeiter der V.________ (AG). C.________ sagt 

zu ihm, dass er 2 bis 3 Personen mitnehmen und ins Büro nach AQ.________ (Ort) kommen soll. Da 

AZ.________ kein Auto besitzt, wird dieser von AG.________ und AM.________ zu Hause abgeholt und nach 

AQ.________ (Ort) ins Büro gefahren, wo er angeblich auf die Frauen aufpassen soll. Währendem fahren 

C.________ und AT.________ nach S.________ (Ort). Auf der Fahrt dorthin telefoniert C.________ mit seinem 

Bruder N.________, welcher nun in AB.________ (Ort) vor dem AA.________ steht. Auch AG.________, 

AM.________ und AZ.________ fahren nun nach AB.________ (Ort).

In AB.________ (Ort) steigt N.________ in seinen BMW, wo er eine SMS erhalten haben soll und danach weg-

fährt. Im BMW sitzen auch C.________ und AZ.________. Beide erklären später lapidar bei den Einvernahmen, 

dass sie nicht hätten herumstehen wollen und deshalb in den BMW eingestiegen seien.

N.________ fährt auf dem direkten Weg in BA.________ (Ort), wo er sein Fahrzeug neben der BB.________ 

(Tankstelle) an der BC.________ (Adresse) parkiert. Die drei steigen aus und wollen anfänglich zu Fuss zur 

AY.________ (Pizzeria) an der BD.________ (Adresse), wo auch der weisse BMW X6 von A.________ steht. Nun 

fährt auch der Mercedes von C.________ vor. Im Fahrzeug sitzen BE.________ als Fahrer, AG.________ als Bei-

fahrer und im Fond des Fahrzeuges AT.________ und AL.________. Die vier fahren vorerst aus Richtung 

S.________ (Ort) herkommend zu weit und müssen deshalb wenden. Sie werden telefonisch von N.________ di-

rigiert, welcher den Mercedes vorbeifahren gesehen hat. Als sie nach dem Wenden auf Höhe des BF.________ 

(Kreisel) sind, verlassen A.________ und AI.________ die Pizzeria. Die beiden steigen in den BMW X6 ein und 

fahren auf der BG.________ (Strasse) in Richtung BH.________ (Strasse) davon. N.________ und AZ.________ 

steigen sofort in den BMW M5 und folgen dem BMW X6 von A.________. Dieser muss bei der Haltestelle 

BA.________ hinter einem Bus warten.

N.________ fährt auf Höhe der Haltestelle schräg zwischen den BMW X6 und einen Bus von BERNMOBIL, so 

dass A.________ nicht weiterfahren kann. […]“

Auf diese Ausführungen der Vorinstanz bzw. die dort zitierte Darstellung der Kan-
tonspolizei Bern wird an dieser Stelle verwiesen. Ergänzend dazu hat die Vorin-
stanz zutreffend festgestellt, N.________ habe am 26. Dezember 2011 um 
17:40:41 tatsächlich den Polizeinotruf gewählt (Gesprächsdauer 00:01:37). Weiter 
stellte die Vorinstanz fest, dass es sich beim erwähnte Sucherfolg der Internetre-
cherche von N.________ um die Website http://www.starpizzabern.ch gehandelt 
habe, welche er am 26. Dezember 2011 um 18:34:39 besucht habe (vgl. dazu die 
Ausführungen der Vorinstanz auf pag. 3065). Diese Seite enthält noch heute (be-
sucht am 12. November 2018) unter anderem die Adresse AY.________ (Pizzeria), 
BD.________ (Adresse), AJ.________ (Ort). 

Mit Blick auf den späteren Verlauf der Geschehnisse ist nicht unwesentlich, dass 
sich der Beschuldigte und N.________ bereits im Rahmen der Auseinandersetzung 
im Restaurant AA.________ offenbar gegenseitig mit dem Tod bedrohten (vgl. die 

14

Aussagen von AT.________ vom 26. Januar 2012, pag. 1136 Z. 49 f.). Ergänzend 
ist zudem festzuhalten, dass der Beschuldigte nach der Auseinandersetzung mit 
N.________ im Restaurant AA.________ in sein Büro fuhr und dort seine Waffe 
behändigte (Aussagen des Beschuldigten anlässlich seiner ersten Einvernahme, 
pag. 818 Z. 132 ff; bestätigt auf pag. 854 Z. 153 ff.). 

Kurz zusammengefasst lässt sich zur Vorgeschichte also festhalten, dass es am 
26. Dezember 2011 zu einem handgreiflichen Streit zwischen dem Beschuldigten 
und N.________ im Restaurant AA.________ kam. Danach wollte sich der Be-
schuldigte einerseits verstecken, weshalb er sich in die AY.________ (Pizzeria) 
zurückzog. Andererseits scharte er aber Leute um sich und bewaffnete sich mit ei-
ner Pistole. N.________ machte derweil das Gleiche und organisierte seinerseits 
Leute von überall her (sein Bruder sowie weitere Verwandte kamen sogar extra aus 
AN.________ (Ort) bzw. Biel). Ein beschriftetes Auto der AY.________ (Pizzeria) 
(darin sassen AI.________ und AC.________) fuhr N.________, der sich in sein 
Geschäft in AQ.________ (Ort) begab, bis ins AV.________ nach. N.________ 
schloss gestützt darauf, dass sich der Beschuldigte in dieser AY.________ (Pizze-
ria) aufhalten könnte und machte die Adresse des Lokals im BA.________ (Ort) 
ausfindig. In der Folge besammelten sich die N.________-Leute im Bereich des 
Restaurants AA.________ und verschoben sich dann ins BA.________ (Ort). Der 
Beschuldigte sah die anrückenden N.________-Fahrzeuge und schätzte die Situa-
tion für sich als bedrohlich ein. Die Wegfahrt des Beschuldigten von der 
AY.________ (Pizzeria) war nicht nur – wie dies die Vorinstanz in ihrer Urteilsbe-
gründung ausführte - «ein sich im ersten Moment nicht einem Angriff stellen wol-
len», sondern eine eigentliche Flucht Richtung Stadt. Davon wurde der Beschuldig-
te jedoch durch N.________ abgehalten, indem dieser sein Fahrzeug im Bereich 
der Tramhaltestelle BA.________ (Ort) quer vor dasjenige des Beschuldigten stell-
te und diesen so an der Weiterfahrt hinderte. 

Wie es dann weiterging und was sich nach dem Ausbremsen ereignete, ist Teil der 
nachfolgenden Sachverhaltsermittlung. Rechtsanwalt B.________ brachte im Neu-
beurteilungsverfahren sechs Sachverhaltselemente vor, bei welchen er zu einem 
anderen Schluss kam als die Vorinstanz bzw. die Kammer in ihrem ersten Urteil. 
Staatsanwältin R.________ nahm in ihrem Plädoyer im Neubeurteilungsverfahren 
zu diesen Fragen Stellung. Alle sechs Elemente sind zentral mit Blick auf die recht-
liche Würdigung der Geschehnisse. Auch die Kammer folgt in ihren Ausführungen 
diesen sechs Punkten, weil so alle für die Ermittlung des rechtserheblichen Sach-
verhalts relevanten Fragen chronologisch geklärt werden können.

7.2 Vorbemerkung

Zur nachfolgenden Beweiswürdigung ist festzuhalten, dass für viele der zu klären-
den, zentralen Fragen als einziges Beweismittel Aussagen von Zeugen und Betei-
ligten, d.h. des Beschuldigten sowie von weiteren Personen, die entweder dem La-
ger des Beschuldigten oder demjenigen von N.________ zuzuordnen sind, vorlie-
gen. Was die Würdigung der Aussagen der Beteiligten betrifft, so führte Staatsan-
wältin R.________ zu Recht aus, diese würden allesamt dazu neigen, den eigenen 
Tatbeitrag als möglichst gering erscheinen zu lassen. Insoweit ist auch die Kritik 
der Verteidigung berechtigt, wonach für die Sachverhaltsfeststellung nicht vorab 

15

und in erster Linie von den Aussagen der N.________-Leute ausgegangen werden 
dürfe. Vielmehr sind hierfür primär die Aussagen der unbeteiligten Zeugen mass-
gebend. Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, dass es sich beim Ausbremsen und 
den verschiedenen (zeitlich und örtlich!) Handgemengen inkl. Schussabgabe - no-
tabene alles unter Beteiligung mehrerer Personen - um ein aussergewöhnliches, 
äusserst komplexes und dynamisches Geschehen handelte. Vieles passierte an 
verschiedenen Orten praktisch gleichzeitig. Niemand verfolgte indessen das Ge-
schehen schön chronologisch vom Anfang bis zum Ende, insbesondere beobachte-
te niemand den Moment der Schussabgabe. Die Zeugen – alle erkannten die Ge-
fährlichkeit der Situation – versteckten sich, gingen in Deckung, fuhren bereits da-
von oder waren im entscheidenden Moment noch gar nicht anwesend. Sie nahmen 
folglich nur Sequenzen wahr und waren schlicht damit überfordert, alles zu erfas-
sen und einzuordnen. Die Kammer ist davon überzeugt, dass keiner der unbeteilig-
ten Augenzeugen bewusst falsche Angaben machen wollte. Vielmehr ist davon 
auszugehen, dass jeder Zeuge seine Wahrnehmungen jeweils nach bestem Wis-
sen und Gewissen zu Protokoll gegeben hat. Die dabei entstandenen Wider-
sprüche lassen sich mit den soeben geschilderten Umständen erklären. Entgegen 
der Auffassung der Verteidigung hilft eine wissenschaftliche bzw. aussagepsycho-
logische Analyse der besagten Zeugenaussagen in einer solchen Situation nicht 
weiter. Aufgrund der zahlreichen Zeugenaussagen ergibt sich jedenfalls ein Ge-
samtbild, welches einen Rückschluss auf die tatsächlichen Geschehnisse zulässt.

7.3 Wurde der Beschuldigte von N.________ aus dem Auto gezogen oder stieg er 
selbständig aus?

Rechtsanwalt B.________ kam in seinem Parteivortrag – gestützt auf die Aussa-
gen von AH.________ und BI.________ – zum Schluss, dass der Beschuldigte von 
N.________ aus seinem Auto gezogen worden ist. Insbesondere machte er gel-
tend, es sei auf die glaubhaften Aussagen des unbeteiligten Augenzeugens 
BI.________ und nicht auf die Angaben des in höchstem Masse gestressten Be-
schuldigten abzustellen.

Der Beschuldigte selber schilderte immer wieder konstant und nachvollziehbar, er 
sei selber aus seinem Fahrzeug ausgestiegen. Er erwähnte – bis zur letzten Befra-
gung anlässlich der zweiten oberinstanzlichen Verhandlung – zu keinem Zeitpunkt, 
von N.________ aus seinem Auto gezogen wurde. Bereits anlässlich seiner ersten 
Einvernahme am 27. Dezember 2011, also am Tag nach dem Vorfall, sagte der 
Beschuldigte der Polizei gegenüber (pag. 816 Z 37 ff.): «Ich stieg nun auch aus. Damit 
N.________ mich nicht schlagen konnte, er war mir von allen am nächsten, ging ich sofort auf ihn los. 
Ich habe ihn mit beiden Händen an den Kleidern, vorne auf Brusthöhe, gepackt und ihn seitwärts auf 
den Boden gelegt.» Am gleichen Tag sagte er gegenüber der Staatsanwaltschaft auf 
deren Fragen (pag. 831 Z 302 ff.): «Sind Sie ausgestiegen? Es sind zuerst die anderen aus-
gestiegen und ich musste auch aussteigen. N.________ hat einen Baseballschläger aus dem Koffer-
raum genommen und ich musste auch aussteigen. Wenn ich im Auto sitze, wie kann ich eine Antwort 
geben, wenn er mit dem Schläger auf mein Auto schlägt? Wieso sind Sie ausgestiegen? Ich konnte 
nichts anderes machen. Aussteigen war besser als im Auto bleiben. […] Ich dachte, dass aussteigen 
und kämpfen besser ist als im Auto sitzen.» Am 2. Februar 2012 bestätigte er seine dies-
bezüglichen Aussagen gegenüber der Polizei (pag. 859 Z 430 ff.) ebenso am 

16

30. Mai 2012 anlässlich der Rekonstruktion (pag. 1777 Z 160 f.) und am 12. No-
vember 2013 in der Schlusseinvernahme (pag. 927 Z 618 f.) gegenüber der 
Staatsanwaltschaft. Diese Aussagen des Beschuldigten zeigen klar, dass er sich 
im Moment des Ausbremsens einem Kampf stellen wollte. Erst anlässlich der zwei-
ten oberinstanzlichen Verhandlung machte der Beschuldigte geltend, er könne sich 
nicht mehr erinnern, ober er selber ausgestiegen oder ob er herausgezerrt worden 
sei. Auf Vorhalt seiner ersten Aussagen führte der Beschuldigte aus (pag. 4088 
Z. 16 ff.): «Ja genau. Ich kann mich aber nicht mehr erinnern. Es ist soviel gleichzeitig passiert. 
Falls ich selber ausgestiegen bin, so wäre es für mich nicht in Ordnung gewesen, im Auto zu bleiben. 
Wenn jemand auf mich geschossen hätte, hätte mir das Auto nicht geholfen. Ich kann mich aber nicht 
erinnern, ob ich selber ausgestiegen bin.» Allerdings sprach der Beschuldigte bereits bei 
der nächsten Frage wieder von «aussteigen» und machte auch entsprechende 
Verknüpfungen. So führte er auf den Vorhalt, er sei sofort auf N.________ losge-
gangen, aus (pag. 4088 Z. 23 ff.): «Stimmt. Er war schon bewaffnet, als ich ausgestiegen bin. 
Er hat einen Baseballschläger aus dem Kofferraum genommen. Als erste Reaktion bin ich auf ihn los-
gegangen.» 

Insgesamt machte der Beschuldigte zur Frage, wie die Auseinandersetzung mit 
N.________ begann, also klare und deutliche Aussagen. Er schilderte nachvoll-
ziehbar und detailliert seine Überlegungen, weshalb er ausstieg und warum es für 
ihn keine Option war, im Fahrzeug zu bleiben. Gestützt auf diese Aussagen bleibt 
kein Raum für die Annahme der Verteidigung, wonach der Beschuldigte aufgrund 
seiner enormen Stress-Situation und der Geschehensdynamik über ein stark ein-
geschränktes Wahrnehmungs- und Erinnerungsvermögen verfügt habe. Der Be-
schuldigte differenzierte von seiner ersten Einvernahme an klar, woran er sich zu 
erinnern vermochte und woran nicht. So gab er beispielsweise bereits in der ersten 
Befragung bei der Polizei an, er könne sich nicht daran erinnern, wohin er gezielt 
habe, als er geschossen habe (pag. 817 Z. 59 f.). Auch gab er von Beginn weg an, 
sich nur an eine Schussabgabe erinnern zu können (pag. 832 Z. 345 f.) und dass 
er sich nicht erinnern könne, N.________ mit der Schusswaffe geschlagen zu ha-
ben (pag. 902 Z. 43 f.). Es ist also davon auszugehen, dass wenn der Beschuldigte 
betreffend das Aussteigen tatsächlich über Erinnerungslücken verfügen würde, er 
dies auch so zu Protokoll gegeben hätte. 

Diesen Aussagen des Beschuldigten gegenüber stehen die Aussagen von 
AH.________ und BI.________. Beide schilderten, der Beschuldigte sei von sei-
nem Angreifer aus dem Auto gezogen worden. Dennoch vermögen diese Aussa-
gen nach Auffassung der Kammer an der überzeugenden Darstellung des Be-
schuldigten keine Zweifel hervorzurufen. 

AH.________ schilderte erstmals anlässlich seiner vierten Einvernahme, «sie» hät-
ten den Beschuldigten aus dem Auto gezogen (pag. 1030 Z. 231). Vorher gab er 
stets an, erst viel später auf die Szene beim Fahrzeug aufmerksam geworden zu 
sein: Er sei vom Restaurant weggelaufen und habe sich auf der Höhe der Tankstel-
le befunden, als er zurückgeblickt und gesehen habe, dass sich viele Personen auf 
der Strasse befunden hätten. Als er dort angekommen sei, sei N.________ bereits 
auf dem Boden gelegen (pag. 996 Z. 84 ff.; pag. 1004 Z. 269 ff.; pag. 1015 
Z. 179 ff.). Dabei fällt auf, dass er anlässlich seiner vierten Befragung nicht nur die-

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se Aussage anpasste. Er änderte vielmehr die Schilderung der gesamten Ge-
schehnisse zugunsten des Beschuldigten (pag. 1030 ff.); so sprach er plötzlich von 
einer überstürzten Flucht des Beschuldigten, nachdem dieser N.________ gese-
hen habe, von einem Gerangel vor der Schussabgabe, wobei der Beschuldigte 
massiv bedrängt worden sei und sich sogar ein Schuss gelöst habe, welcher 
N.________ dann schliesslich getroffen habe etc. Als Grund für seine Kehrtwen-
dung gab er an, damals noch beim Beschuldigten gearbeitet zu haben. Er habe 
deshalb nicht sagen wollen, dass dieser eine Pistole in der Hand gehalten habe. 
Damals habe er noch Angst gehabt, jetzt habe er keine Angst mehr (pag. 1031 
Z. 241 ff.). Diese Begründung leuchtet nicht ein, zumal AH.________ auch noch 
zum Zeitpunkt der vierten Befragung für den Beschuldigten arbeitete (pag. 1025 
Z. 21 ff.). Für die Kammer steht mithin fest, dass auf die letzten Aussagen von 
AH.________ nicht abgestellt werden kann. Selbst die Verteidigung räumte anläss-
lich ihres oberinstanzlichen Parteivortrags ein, an der Glaubwürdigkeit 
AH.________s seine gewisse Zweifel angebracht. 

Der Zeuge BI.________ gab anlässlich seiner Einvernahme am 28. Dezem-
ber 2011 bei der Polizei Folgendes zu Protokoll (pag. 1636 Z. 35 ff.): «Als Erstes stieg 
der Lenker des verbreiteten Fahrzeugs aus und ging zurück zum BMW, öffnete die Fahrertür und zog 
den Lenker aus dem Fahrzeug. Ich habe nicht gesehen wie heftig er diesen aus dem Fahrzeug zog. 
Danach hielt er den Lenker des MWX mit dem Rücken zu sich und zog diesen vor die tiefergelegte 
Limousine.» Bei der Staatsanwaltschaft führte BI.________ aus (pag. 1646 Z. 73 ff.): 
«Es passierten sehr viele Sachen gleichzeitig. Als erstes sah ich das Fahrzeug, welches ausgebremst 
hat. Aus diesem Fahrzeug sah ich zwei Personen aussteigen. Die Personen stiegen aus der Fahrertür 
und der Beifahrertüre aus. Der Fahrer dieses Autos ging zum seinem Kofferraum und öffnete diesen. 
Der Kofferraum war offen und er behändigte einen Schlagstock oder einen Baseballschläger. Er ging 
nach hinten zum Geländewagen, er öffnete die Türe auf der Fahrerseite und zog den Fahrer aus dem 
Auto. Er packte den Fahrer des Geländewagens am Kragen und ging mit ihm an seinem Fahrzeug 
vorbei Richtung Strassenmitte. Höhe Fussgängerstreifen kamen die beiden zusammen zu Fall.» 

Auch wenn es sich bei BI.________ um einen unbeteiligten Dritten handelt, wel-
cher seine Wahrnehmungen sicherlich nach bestem Wissen und Gewissen wieder-
gegeben hat, vermag diese Aussage die konstanten Schilderungen des Beschul-
digten selber nicht zu widerlegen. Die Kammer geht davon aus, dass der Zeuge 
BI.________ von den Geschehnissen nach dem Verlassen des Fahrzeugs (Schla-
gen und Ziehen der beiden Kontrahenten direkt vor dem Fahrzeug des Zeugen 
BI.________) auf den Ablauf beim Aussteigen geschlossen haben muss. So geht 
aus dem Plan auf pag. 1649, wo BI.________ die Positionen der Fahrzeuge und 
Geschehnisse einzeichnete, hervor, dass er betreffend die Szene bei der Fahrertü-
re von Fahrzeug Nr. 2 (Fahrzeug des Beschuldigten) nur über eine eingeschränkte 
Sicht verfügte. Aufgrund der Fahrzeugpositionen (Beschuldigter, N.________, 
Zeuge BI.________) war die Sicht auf die Fahrertüre des Beschuldigten einerseits 
durch N.________ verdeckt und andererseits konnte der Zeuge BI.________ 
N.________ nur von (schräg-)hinten sehen. Selbst wenn N.________ die Fahrertü-
re des Beschuldigten geöffnet hätte, konnte der Zeuge BI.________ von seinem 
Standort aus kaum sehen, wie der Beschuldigte dann effektiv aus dem Auto kam. 
Dies zeigt sich auch daran, dass BI.________ keine Aussagen zur Heftigkeit des 
angeblichen Herausziehens machen konnte. Überdies ist ohnehin nur schwer vor-

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stellbar, dass es N.________ einhändig – in der anderen Hand hielt er ja den Ba-
seballschläger – so ohne weiteres gelungen wäre, den sich wehrenden Beschuldig-
ten aus dem Fahrzeug zu ziehen.  

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Kammer für die Frage, ob der Be-
schuldigte von selber ausgestiegen ist oder nicht, auf dessen eigene Aussagen ab-
stellt. Hinweise darauf, dass er unter Stress gestanden und sich deswegen nicht 
mehr an den korrekten Ablauf hätte erinnern können, liegen keine vor. Auch die 
Aussage des Zeugen BI.________ vermag die klaren und konstanten Aussagen 
des Beschuldigten nicht zu entkräften. Hinzu kommt, dass es N.________ einhän-
dig kaum gelungen wäre, den sich wehrenden Beschuldigten aus dem Fahrzeug zu 
ziehen. Es sprach zu diesem Zeitpunkt ja auch nichts dagegen, dass der Beschul-
digte tatsächlich aussteigen wollte. Er befand sich in einer Mann-gegen-Mann-
Situation. Dass sich der Beschuldigte unter solchen Umständen durchaus dem 
Kampf stellen kann, zeigt sein vorgängiges Verhalten im Restaurant AA.________. 
Die Kammer ist mithin überzeugt, dass der Beschuldigte selber aus seinem Fahr-
zeug ausstieg.

7.4 Wurde der Beschuldigte von N.________ nach dem Verlassen der Autos mit 
einem Baseballschläger auf den Kopf und zu Boden geschlagen?

Rechtanwalt B.________ führte anlässlich der zweiten oberinstanzlichen Haupt-
verhandlung aus, aufgrund der übereinstimmenden Aussagen von C.________ und 
der Zeugin BJ.________ sei zwingend davon auszugehen, dass der Beschuldigte 
vom Geschädigten mit dem Baseballschläger auf den Kopf und zu Boden geschla-
gen worden sei. Auf die Aussagen des Beschuldigten selber, welcher einen sol-
chen Ablauf der Geschehnisse nie erwähnt habe, könne nicht abgestellt werden. 
Sowohl das Wahrnehmungs- als auch das Erinnerungsvermögen des Beschuldig-
ten seien stressbedingt stark eingeschränkt gewesen.

Betreffend die Ausführungen der Verteidigung zum angeblich stark eingeschränk-
ten Wahrnehmungs- und Erinnerungsvermögen des Beschuldigten kann auf das 
soeben unter Ziff. 7.3 sowie auf das nachfolgend unter Ziff. 7.8 Ausgeführte ver-
wiesen werden. Auch hinsichtlich der Aussagen des Beschuldigten betreffend die 
Geschehnisse unmittelbar nach dem Verlassen der Fahrzeuge liegen keinerlei An-
haltspunkte für eine beeinträchtigte Wahrnehmung oder Erinnerung vor. Der Be-
schuldigte schilderte konstant und nachvollziehbar ein wechselseitiges Handge-
menge zwischen ihm und N.________. Gleichzeitig erwähnte er nie, zu Beginn der 
Auseinandersetzung von N.________ einen derart heftigen Schlag auf den Kopf 
erhalten zu haben, dass er gleich zu Boden gegangen wäre. Anlässlich seiner ers-
ten Einvernahme bei der Polizei am 27. Dezember 2011 führte er aus (pag. 816 
Z. 37 ff.): «Damit N.________ mich nicht schlagen konnte, er war mir von allen am nächsten, ging 
ich sofort auf ihn los. Ich habe ihn mit beiden Händen an den Kleidern, vorne auf Brusthöhe, gepackt 
und ihn seitwärts auf den Boden gelegt. Ich lag dann auf ihm, weil wir zusammen zu Boden fielen. 
N.________ und ich schlugen uns dann gegenseitig auf dem Boden liegend.» Gleichentags bei 
der Staatsanwaltschaft sagte der Beschuldigte auf Frage des Staatsanwalts, wieso 
er direkt N.________ angegriffen habe, aus (pag. 832 Z. 328 f.): «Er kam direkt zu mir 
mit dem Baseballschläger, also habe ich ihn angegriffen.» Diese Darstellung bestätigte der 
Beschuldigte in zahlreichen Einvernahmen (pag. 859 Z. 430 ff.; pag. 2778 Z. 30 f.; 

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pag. 2779 Z. 43 ff.). Auch anlässlich seiner Einvernahme in der Neubeurteilungs-
verhandlung schilderte der Beschuldigte, er sei auf N.________ losgegangen bzw. 
sie seien beide gleichzeitig aufeinander losgegangen. Er könne sich erinnern, dass 
er (der Beschuldigte) ihn gepackt und versucht habe, ihn auf den Boden zu stos-
sen. Sie seien dann zusammen zu Boden gestürzt (pag. 4088 Z. 28 ff.). Auch 
schilderte er, erst nachdem sie auf den Boden gegangen seien, habe er von meh-
reren Personen Schläge auf den Kopf kassiert (pag. 4089 Z. 2 ff.). Auf diese Aus-
sagen des Beschuldigten ist abzustellen. Wäre es anders gewesen, hätte der Be-
schuldigte dies zu Protokoll gegeben, zumal ein derart heftiger Schlag am Anfang 
erst recht eine Notwehrlage indizieren würde.

Nicht gefolgt werden kann der Auffassung der Verteidigung, wonach gestützt auf 
die Aussagen von BJ.________ und C.________ von einem Auf-den-Boden-
Schlagen des Beschuldigten auszugehen sei. 

BJ.________ gab – von der Verteidigung nur auszugsweise zitiert – Folgendes zu 
Protokoll (pag. 1712 Z. 45 ff.): «Weiter habe ich gesehen, dass derjenige mit dem Baseball-
schläger auf eine Person, vor allem auf den Kopf, mehrmals auf ihn einschlägt. Ich kann nicht sagen 
zu wem diese Person gehörte die die Schläge vom Baseballschläger erhalten hat. Plötzlich habe ich 
gesehen wie eine Person am Boden liegt und der Andere mit der Pistole auf denjenigen schiesst der 
am Boden lag.» Diese von der Zeugin BJ.________ geschilderte Version entspricht, 
gestützt auf beide ballistischen Sachverständigen, wonach die Position «stehender 
Schütze – liegendes Opfer» ausgeschlossen ist (vgl. dazu auch die Ausführungen 
unter Ziff. 7.7 hiernach), nicht den Tatsachen. Zudem herrscht in ihrer Schilderung 
keine Klarheit über den Ablauf; so soll jene Person, die zunächst mehrmals der an-
deren Person mit dem Baseballschläger auf den Kopf geschlagen habe, sich plötz-
lich am Boden befunden haben. Dies macht keinen Sinn, sodass auf diese Aussa-
gen nicht abgestellt werden kann. 

C.________ schilderte zum Auf-den-Boden-Schlagen des Beschuldigten in seiner 
ersten Einvernahme Folgendes (pag. 1386 Z 96 ff.): «Mein Bruder hat sein Fahrzeug links 
neben dem Fahrzeug von A.________ abgestellt. Dies habe ich in einer Distanz von ca. 500 Meter 
aus beobachtet. Mein Bruder stieg aus dem Auto. Alle stiegen etwa gleichzeitig aus. A.________ hat-
te eine Waffe in der Hand, ich weiss aber nicht in welcher Hand. Ich habe dann gesehen, wie mein 
Bruder vom Hintersitz einen Stock genommen hat. Ich wusste, dass dort einer ist. Ich vermag mich zu 
erinnern, dass ein Schuss gefallen ist und dass mein Bruder mit dem Stock 1-2 gegen A.________ 
geschlagen hat. Ich war ca. 10 Minuten „weg", während dieser Zeitspanne kann ich mich an nichts er-
innern.» Erst im Rahmen seiner zweiten Einvernahme sagte C.________ aus, sein 
Bruder sei aus dem Fahrzeug gestiegen und habe mit dem Baseballschläger zuge-
schlagen. Er habe ein- oder zweimal zugeschlagen. Dann sei der Täter auf den 
Boden gefallen. In diesem Moment sei der Schuss gefallen (pag. 1393 Z 50 ff.). An-
lässlich der nächsten Einvernahme schilderte C.________, dass er gesehen habe, 
wie sein Bruder den Beschuldigten mit dem Baseballschläger einmal auf den Kopf 
geschlagen habe. Er sei sehr nahe gewesen, er und sein Bruder seien fast neben-
einander gestanden (pag. 1413 Z. 485 ff.). Als sein Bruder den Beschuldigten auf 
den Kopf geschlagen habe, sei dieser zu Boden gefallen. Als er am Boden gelegen 
sei, habe er mit der Pistole geschossen (pag. 141 Z. 505 ff.). 

20

Diese Aussagen von C.________ sind widersprüchlich, insbesondere hinsichtlich 
seiner Distanz zum Geschehen. So gab er in seiner ersten Einvernahme an, 
500 Meter entfernt gewesen zu sein (gesehen haben will er dennoch alles), zuletzt 
will er sich direkt neben seinem Bruder befunden haben. Zudem lassen sich die 
Aussagen in verschiedener Hinsicht nicht mit den objektiven Erkenntnissen in Ein-
klang bringen: 

- Wie noch gezeigt wird, schlossen beide ballistischen Gutachten die Möglich-
keit aus, dass der Schütze am Boden gelegen haben und sein Opfer gestan-
den sein könnte (vgl. dazu die Ausführungen in Ziff. 7.7 hiernach). Die von 
C.________ geschilderte Version ist bereits aus diesem Grund unmöglich. 

- Hinzu kommt, dass die Version von C.________ nicht zum Verletzungsbild 
von N.________ passt. So wurde bei diesem eine geformte Verletzung an 
der linken Wange/Jochbeinregion festgestellt (vgl. die Bilder auf pag. 694 ff.), 
welche gemäss den Gutachtern am ehesten durch einen heftigen Anprall 
bzw. Schlag mit einem stumpfen Gegenstand entstanden sein muss, welcher 
eine haarkammartige Struktur mit einem ungefähren Abstand zwischen den 
«Zinken» von 2.5 mm aufweist (pag. 685). Dabei gibt es Übereinstimmungen 
in der Struktur eines Bereiches der Tatwaffe mit der Struktur der geformten 
Verletzung von N.________ (pag. 686). Gemäss dem IRM-Gutachten zeigt 
die Tatwaffe morphometrisch eine sehr gute Übereinstimmung in Abstand, 
Form und Winkel der Strukturen des Griffprofils am hinteren, rechtsseitigen 
Anteil des Verschlussstückes der Waffe bezogen auf die Verletzung an der 
linken Wange/Jochbeinregion des Opfers. Als verletzungsverursachende 
Struktur kommt das Griffprofil an der rechten Seite der Tatwaffe in Frage. Ob 
die Waffe beim Schlagen am Griff oder am Lauf gehalten wurde, kann aus 
rechtsmedizinischer Sicht offenbar nicht beurteilt werden (vgl. dazu aber die 
Erwägungen sogleich). Fest steht jedenfalls, dass die verletzungsverursa-
chende Struktur nicht durch eine die Waffe führende Hand verdeckt war 
(pag. 708). Die Verletzung war frisch und entstand gemäss IRM kurz vor dem 
Tod von N.________. Wieviel vorher, vermochte auch das IRM nicht zu sa-
gen (pag. 686). 

Damit steht für die Kammer fest, dass der Beschuldigte die Schusswaffe vor den 
Schüssen auch als Schlaginstrument gegen N.________ einsetzte, obwohl er dies 
anfänglich bestritt (pag. 860 f.). Immerhin räumte er später ein, es sei möglich, 
dass er ihn (N.________) am Boden mit der Waffe geschlagen habe, wobei er sich 
aber nicht daran erinnern könne (pag. 902, pag. 4089 Z. 23 f.). Ausgeschlossen ist 
mithin, dass der Beschuldigte unmittelbar nach dem Aussteigen von N.________ 
zu Boden geschlagen wurde und diesen dann von dort aus bzw. aus dieser Positi-
on erschoss. Würde man den Aussagen von C.________ folgen, so hätte der Be-
schuldigte gar keine Zeit für einen Schlag mit der Waffe ins Gesicht gehabt. Eben-
falls zweifelsfrei widerlegt werden kann die Darstellung des Beschuldigten, wonach 
er die Waffe erst am Boden liegend hervorgenommen, durchgeladen und sofort 
geschossen haben will. Der Abdruck der Waffe im Gesicht von N.________ und die 
Feststellung der Experten, wonach diese Verletzung vor dem Tod entstanden sein 
muss, zeigen vielmehr, dass der Beschuldigte die Waffe früher (also schon 

21

während der Auseinandersetzung mit N.________) hervorgenommen hatte. Ob er 
die Waffe bereits in der Hand hielt, als er aus seinem Auto stieg, muss offen gelas-
sen werden. Jedenfalls aber muss er die Waffe bei der Ausführung des Schlags 
anders gehalten haben als nachher bei der Schussabgabe; der Abdruck der rech-
ten Seite der Pistole befindet sich auf der linken Wange von N.________. Die Ver-
mutung, der Beschuldigte habe die Waffe zunächst am Lauf gehalten, liegt nahe 
(vgl. Ansicht 3D-Modell, pag. 697). Nur so lässt sich der Abdruck mit einem nach-
vollziehbaren Handlungsablauf vereinbaren.

Gestützt auf diese Erwägungen kommt die Kammer zum Schluss, dass der Be-
schuldigte nicht unmittelbar nach dem Verlassen des Autos von N.________ mit 
einem Baseballschläger auf den Kopf und so zu Boden geschlagen wurde. 

7.5 Wurde der Beschuldigte vor der Schussabgabe am Boden liegend von meh-
reren Personen geschlagen oder nicht?

Rechtsanwalt B.________ führte anlässlich der zweiten oberinstanzlichen Ver-
handlung aus, der Beschuldigte habe konstant geschildert, er sei vor der Schuss-
abgabe am Boden liegend von mehreren Personen umzingelt und geschlagen 
worden. Die Aussagen vieler Augenzeugen sowie von AC.________ würden über-
einstimmend bestätigen, dass bereits vor der Schussabgabe weitere Personen und 
Autos vor Ort gewesen seien. Dabei handle es sich unbestrittenermassen um Per-
sonen und Autos der N.________-Gruppe. 

Wie Staatsanwältin R.________ zutreffend ausführte, handelt es sich bei der Frage 
nach den vor und während der Schussabgabe anwesenden Personen um einen 
äusserst wesentlichen Aspekt, insbesondere mit Blick auf die Beurteilung der Not-
wehrlage einerseits und der Angemessenheit der Abwehrhandlung andererseits. 
Ausser Frage steht, dass der Beschuldigte von den Leuten der N.________-
Gruppe massiv geschlagen wurde. Zu klären bleibt indes, ob dies bereits vor oder 
(gleichsam als Reaktion auf die Schüsse) erst nach der Schussabgabe war. 

7.5.1 Objektive Erkenntnisse

Die Vorinstanz legte in ihrem Motiv nachvollziehbar dar, dass vom Moment des 
Ausbremsens bis zur tödlichen Schussabgabe nur eine sehr kurze Zeit, d.h. maxi-
mal ein- bis eineinhalb Minuten vergangen sein können (pag. 3087 ff.).

7.5.2 Aussagen des Beschuldigten

Der Beschuldigte selber machte von der ersten Einvernahme an konstant geltend, 
er sei bereits vor der Schussabgabe von mehreren Personen geschlagen worden. 
Bei der Polizei gab er am 27. Dezember 2011 zu Protokoll (pag. 816 Z. 40 ff.): 
«N.________ und ich schlugen uns dann gegenseitig auf dem Boden liegend. Alle anderen kamen 
dann herbei. Ich verspürte dann mehrere Schläge auf den Kopf […] und auch auf dem Rücken. Weil 
mehrere Personen auf mich schlugen, konnte ich N.________ nicht mehr halten, er entwand sich von 
mir. Ich lag dann alleine auf dem Boden und versuchte meine Kopf mit den Armen vor den Schlägen 
zu schützen. Ich dachte zu mir, dass die mich töten würden. Ich konnte nichts andres machen, ich 
hatte eine Pistole dabei.» Am 2. Februar 2012 schilderte der Beschuldigte, er sei mit 
N.________ am Boden gewesen und habe von hinten Schläge erhalten. Er habe 
dann gesehen, wie hinter ihm mehrere Personen gewesen seien (pag. 862 

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Z. 591 ff.). Auch am 12. November 2013 führte der Beschuldigte aus, er habe vor 
der Schussabgabe mehrere Schläge kassiert, mehrheitlich auf den Kopf (pag. 926 
Z. 583 ff.). Anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung erzählte der Be-
schuldigte, es habe zuerst einen Zweikampf zwischen ihm und N.________ gege-
ben (pag. 2778 Z. 30 f.). Auf die Frage, wer ihn geschlagen habe, führte der Be-
schuldigte aus (pag. 2778 Z. 38 ff.): «Verschiedene Personen, aus dem Mercedes. Es waren 
seine Familienangehörigen. […] Wir sind zusammen auf den Boden gestürzt, das weiss ich noch. Da-
nach wurde ich geschlagen. Es war eine riesen Panik. […] Ich habe mehrere Baseballschläger fest-
gestellt. Ich wurde auch mit Füssen getreten. In dieser Situation habe ich die Waffe vorne aus dem 
Hosenbund gezogen, habe eine Ladebewegung gemacht und geschossen. Dabei waren meine Hän-
de bereits blutig.» Im Rahmen der Neubeurteilungsverhandlung gab der Beschuldigte 
zu Protokoll (pag. 4088 Z. 33 ff.): «Ich wollte mich befreien, er kam mit dem Baseballschläger. 
Dann kamen weitere Personen von hinten. Ich wusste, dass die alle kommen, ich habe ja die drei Au-
tos gesehen, als sie an der Pizzeria vorbeigefahren sind. Vorne war aber N.________, ich bin auf ihn 
losgegangen. Wir sind vor sein Auto, das vorderste Auto in Fahrtrichtung, gefallen. […] Wir gingen zu 
Boden, ich habe dann von mehreren anderen Personen Schläge auf den Kopf kassiert. Es waren 
mehrere Personen und Schläger. Ich habe die Baseballschläger gesehen und die Schläge gespürt.» 
Es sei dunkel und ein riesen Durcheinander gewesen, er wisse nicht, ob 
N.________ oder jemand anderes mit dem Baseballschläger geschlagen habe. Er 
habe von Anfang an Schläge kassiert, es seien diverse Leute aus den Autos ge-
kommen, die hätten auch angefangen zu schlagen. Als sie (er und N.________) zu 
Boden gegangen seien, seien die anderen Leute auch schon dort gewesen. Diese 
hätten auch geschlagen. Als mehrere Personen da gewesen seien und er Schläge 
kassiert habe, habe er reagieren müssen. Auf die Frage, wie er die Pistole habe 
am Boden hervornehmen können, führte der Beschuldigte aus, man könne eine 
Pistole auch am Boden behändigen, wenn man sich beispielsweise mit den Füssen 
wehre, könne man sie mit den Händen nehmen. Er habe sie aus dem Hosenbund 
genommen (pag. 4089 Z. 32 ff.). 

7.5.3 Aussagen der Zeugen

Zahlreiche Personen waren während den Geschehnissen an der Bushaltestelle 
BA.________ (Ort) anwesend: Vorab die beiden Zeuginnen BK.________ und 
BJ.________, welche aus dem Bus Richtung BL.________ ausstiegen und dann 
auf die gegenüberliegende Strassenseite wechselten. Sie waren somit als erste vor 
Ort und bekamen den Beginn der Vorfälle mit; sie sahen die Autos heranfahren, als 
sie auf der anderen Seite des Fussgängerstreifens waren und weiter Richtung 
BA.________ (Ort)/Tankstelle liefen. Der Bus Richtung BM.________ kam erst et-
was später an (als der Bus Richtung BL.________ schon weg war, wie der Chauf-
feur des BM.________-Busses und Zeuge BN.________ sagte; dies ergibt sich 
auch daraus, dass die sich bereits auf dieser Strassenseite befindlichen Zeuginnen 
BK.________ und BJ.________ den BM.________-Bus teilweise als sichtbehin-
dernd beschrieben). Aus dem BM.________-Bus stiegen der Zeuge BO.________ 
und die Zeugin BP.________ aus. Sie bewegten sich dann vom Ausstiegsort re-
tour in Richtung BA.________-Weg. Im Bus drin verblieb der Zeuge BQ.________. 
Hinter dem BM.________-Bus und noch vor dem Fussgängerstreifen befand sich 
der Zeuge BI.________, welcher mit seinem Auto wegen des haltenden Busses 
seinerseits anhalten musste. 

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Diese sieben Zeugen – BK.________, BJ.________, BN.________, BO.________, 
BP.________, BQ.________ und BI.________ – erachtet die Kammer als zentral:

Die Zeugin BK.________ wurde zweimal befragt, einmal am 27. Dezember 2011 
(pag. 1445 ff.) sowie am 24. Mai 2012 (pag. 1453 ff.). Bei der Polizei schilderte sie, 
dass, als sie und die Zeugin BJ.________ auf der anderen Seite auf dem Trottoir 
angekommen seien, ein Auto gebremst habe. Es sei zuerst ein kleines Auto und 
dann ein grösseres, glaublich ein BMW, gekommen. Es sei dann noch ein Bus ge-
kommen, welcher vom BR.________ (Spital) hergekommen sei und angehalten 
habe. Unmittelbar danach seien zwei weitere Autos gekommen. Aus dem ersten 
weissen Auto sei eine Person ausgestiegen, diese (= der Fahrer) sei aggressiv 
gewesen. Er habe aus dem Kofferraum einen Baseballschläger geholt. Der Beifah-
rer des ersten, kleinen weissen Autos sei dann zum zweiten weissen Auto gegan-
gen, habe den Beifahrer am Aussteigen gehindert und ihn dann schliesslich her-
ausgezogen. So wie sie sich erinnern könne, habe der Fahrer des zweiten weissen 
Autos die Waffe gehabt. Ihre Kollegin und sie seien schockiert gewesen und seien 
über die Strasse gegangen. Sie hätten Angst gehabt, als sie die Schläge mitbe-
kommen hätten. Sie hätten sich versteckt, sie habe die Polizei angerufen 
(pag. 1446 Z. 21 ff.). Es seien zuerst vier Personen auf der Strasse gewesen, wel-
che sich geschlagen hätten. Es seien dann noch mehr Personen dazugekommen. 
Es sei meistens eine Person am Boden gewesen, auf welche sie eingeschlagen 
hätten. Als sie (die Zeuginnen) die Waffe gesehen hätten, seien sie abgehauen, 
damit nicht ihnen noch etwas passiere (pag. 1446 Z. 56 ff.). Weiter schildert die 
Zeugin BK.________, der mit dem Baseballschläger sei zu den zwei Personen, 
welche sich mit den Fäusten geprügelt hätten (die beiden Beifahrer) gegangen. 
Gleich unmittelbar danach sei derjenige mit der gezogenen Waffe auf die drei Per-
sonen zugekommen. In dem Moment seien ihre Kollegin und sie über die Strasse, 
weg vom Ganzen. Es sei alles sehr schnell, so wie ein Blitz gegangen (pag. 1447 
Z. 71 ff.). Sie (die vier Personen) hätten dann begonnen zu prügeln. Ihre Kollegin 
und sie hätten sich in der Einstellhallen-Einfahrt versteckt. Sie seien zwischendurch 
wieder nach vorne um zu schauen. Als der Bus weggefahren sei, hätten sie etwas 
mehr gesehen. Die Männer seien sehr brutal gewesen, sie hätten jemanden am 
Kopf geschlagen mit dem Baseballschläger (pag. 1447 Z. 78 ff.). So wie sie es ge-
sehen habe, seien immer zwei Personen gegeneinander gewesen. Sie habe zwei 
Schüsse gehört. Sie habe diese gesehen (sic!), als sie zur Garage gegangen sei. 
Sie habe gesehen, wie jemand verletzt am Boden gelegen habe. Auf ihn hätten sie 
mit dem Baseballschläger eingeschlagen. Es seien noch weitere Autos hinzuge-
kommen, die versucht hätten zu helfen (pag. 1447 Z. 89 ff.). Derjenige mit dem Ba-
seballschläger habe zunächst auf den Beifahrer des zweiten weissen Autos einge-
schlagen. So wie sie es gesehen habe, habe immer die gleiche Person den Base-
ballschläger gehabt. Es seien zwischendurch Autos gekommen, das Ganze sei 
sehr brutal gewesen. Auf Frage führte BK.________ aus, die zwei weiteren Autos 
seien gleich hinterher gekommen. Sie wisse nicht, was die gemacht hätten (pag. 
1447 Z. 105 ff.). Sie hätten am meisten auf denjenigen mit der braunen Jacke ein-
geschlagen. Dieser habe sich nicht wehren können, da er nichts in den Händen 
gehabt habe. Er sei dann auf die Knie gegangen. Die Schüsse seien passiert, be-
vor die Person mit der braunen Jacke am Boden gelegen sei. Als die Person mit 

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der Waffe auf die anderen zugegangen sei, seien die Schüsse gefallen. Sie habe 
wegen der Autos nicht genau gesehen, wer geschossen habe. Sie sei sich nicht si-
cher, aber sie glaube, dass derjenige mit der braunen Jacke der sei, der aus dem 
zweiten Auto gezogen worden sei (pag. 1448 Z. 113 ff.). Die Zeugin BK.________ 
räumte von sich aus ein, es sei alles etwas viel gewesen, sodass sie nicht alles ge-
nau habe sehen können (pag. 1448 Z. 117). Sie habe zwischendurch kurze Black-
outs und sie habe sich auch immer auf unterschiedliche Sachen konzentriert 
(pag. 1450 Z. 213 f.). Diese Aussagen bestätige BK.________ anlässlich ihrer Ein-
vernahme bei der Staatsanwaltschaft. Insbesondere führte sie aus, derjenige der 
geschossen habe sei in der Nähe der anderen vier bis fünf Männer gestanden, die-
se seien wie in einem Kreis zusammengestanden (pag. 1456 Z. 122 ff.). Sie (die 
Zeuginnen) seien weggerannt, als sie die Schüsse gehört hätten, auf dem Weg 
zum Versteck hätten sie die Polizei gerufen (pag. 1456 Z. 128 ff.). Der Mann mit 
der Waffe sei gestanden (pag. 1458 Z. 188 f.). Er sei gelaufen, sie seien alle an ei-
nem Punkt zusammengekommen. (pag. 1458 Z. 197 f.). Der Mann mit der Waffe 
sei recht nahe bei den anderen, vermutlich drei Personen, gewesen, als er ge-
schossen habe. Die Distanz habe ca. zwei bis drei Meter betragen.

Die Zeugin BJ.________ wurde am 27. Dezember 2011 (pag. 1711 ff.) polizeilich 
und am 23. Mai 2012 durch die Staatsanwaltschaft einvernommen (pag. 1716 ff.). 
Sie und BK.________ seien aus dem Bus ausgestiegen, hätten die Strasse über-
quert und seien Richtung BS.________ (Geschäft) BA.________ (Ort) gelaufen. 
Plötzlich sei ihnen ein grosses weisses Auto entgegen gefahren und hinter dem 
weissen Auto sei ein kleineres Auto gefahren. Dieses habe beschleunigt und das 
grosse weisse Auto überholt sowie quer davor angehalten und so die Weiterfahrt 
versperrt (pag. 1712 Z. 20 ff.). Sie und BK.________ seien stehen geblieben. In 
beiden Autos habe sich sicher je eine Person befunden. Das Ganze habe sich sehr 
schnell abgespielt. Derjenige vom kleinen Auto habe einen Baseballschläger aus 
dem Kofferraum geholt. Weiter habe sie gesehen, dass derjenige mit dem Base-
ballschläger mehrmals auf eine Person, vor allem auf den Kopf, eingeschlagen ha-
be. Sie könne nicht sagen zu wem die Person gehört habe, die die Schläge vom 
Baseballschläger erhalten habe. Plötzlich habe sie gesehen wie eine Person am 
Boden liege und der Andere mit der Pistole auf denjenigen schiesse der am Boden 
gelegen sei (pag. 1712 Z. 39 ff.). Als sie die Schüsse gesehen (sic!) und gehört 
hätten, seien sie sofort weggesprungen und hätten sich bei einer Garage weiter 
oben versteckt. Sie wisse nicht mehr, ob derjenige mit dem Baseballschläger der 
sei, der geschossen habe. Nach zwei Schüssen sei ein Auto vom BR.________ 
(Spital) angefahren gekommen. Aus Richtung der BB.________ (Tankstelle) sei ein 
weiteres Auto angefahren gekommen. Dies seien eher normale Autos gewesen, 
beschreiben könne sie die Autos nicht (pag. 1712 Z. 51 ff.). Auf einem Auto sei auf 
der Heckscheibe und/oder auf der Seite des Autos BT.________ (Internet Domain) 
gestanden, sie könne aber nicht mehr sagen, ob dies auf dem kleineren Auto ge-
standen habe, welches das grössere Auto gestoppt habe, oder ob in der Zwischen-
zeit ein weiteres Fahrzeug dazwischen gefahren sei. Von den zwei Autos, die 
später hinzugekommen seien, seien Personen ausgestiegen und hätten sich zu 
dieser Schlägerei gesellt. Es seien bis zu zehn Personen an dieser Schlägerei be-
teiligt gewesen. Da sie in diesem Augenblick mit der Polizei am telefonieren gewe-

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sen sei, könne sie hierzu keine genaueren Angaben machen (pag. 1713 Z. 67 ff.). 
Noch einmal auf die Situation der Schussabgabe angesprochen führte die Zeugin 
BJ.________ aus, der, der geschossen habe, habe das Opfer mit einer Hand auf 
der einen Körperseite gehalten. Da er den Rücken zu ihr gedreht gehabt habe und 
zwischendurch auch ein Bus dazwischen gefahren sei, habe sie nicht alles gese-
hen. Sie glaube, er habe mit der rechten Hand und einhändig geschossen. Er habe 
zweimal Richtung Bauch geschossen. Diese Aussagen bestätigte BJ.________ an-
lässlich der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme (pag. 1716 ff.). Auf Frage führte 
sie aus, sie glaube, der Bus Richtung BM.________ sei gekommen, bevor ge-
schossen worden sei. Sie seien dort stehen geblieben, weil sie Angst gehabt hät-
ten. Die Personen hätten angefangen zu prügeln. Es seien noch mehr Autos dazu 
gekommen, sowohl von der Stadt als auch vom BS.________ (Geschäft) her. Die 
Personen hätten schon zu prügeln begonnen, bevor der Bus gekommen sei. Sie 
wisse noch, dass die Personen im Bus auf die Szene geschaut hätten und das hät-
ten diese ja nicht gemacht, wenn dort nicht geprügelt worden wäre. Der Bus sei 
dann weiter gefahren und sie seien gleich nach der Bushaltestelle gestanden. Sie 
hätten aus dieser Position gesehen, wie er geschossen habe. Sie seien am prügeln 
gewesen, hätten sich gegenseitig mit den Baseballschlägern verletzt. Sie glaube, 
dass derjenige, der erschossen worden sei, schon am Boden gelegen habe, weil 
sie mit dem Baseballschläger auf ihn eingeschlagen hätten. Der andere habe dann 
glaublich zweimal geschossen (pag. 1719 Z. 90 ff.). Glaublich habe der Schütze 
Richtung S.________ (Ort) geschossen. Sie habe erst hingeschaut, als sie die zwei 
Schüsse gehört habe (pag. 1719 Z. 121 ff.). Der Schütze sei nicht gestanden, son-
dern er sei in einer knienden Position gewesen, ein Knie am Boden und ein Knie in 
der Luft (pag. 1720 Z. 133 f.). Auf die Frage, ob, als sie die Schüsse gehört und 
hingeschaut habe, neben dem Schützen und dem Opfer noch weitere Personen 
dort gewesen seien, führte die Zeugin BJ.________ aus (pag. 1720 Z. 153 f.): «Ja, 
diejenigen, welche mit den anderen Autos dazugekommen sind. Sie haben sich auf kurdisch ange-
schrien und waren auch am Prügeln. Es gab viele Verletzte. […] Ich schätze, es waren inkl. dem 
Schützen und dem Opfer ca. 10 Personen.» 

BO.________ (befragt am 27. Dezember 2011, pag. 1949 ff., und am 17. 
April 2012, pag. 1501 ff.) schilderte, er habe gesehen, wie BP.________ nach dem 
Verlassen des Busses wie angewurzelt stehen geblieben sei. Sie hätten auf die 
andere Strassenseite geschaut und zwei Personenwagen gesehen. Danach habe 
er bemerkt, dass zwei Schlägereien im Gang gewesen seien. An beiden Orten sei 
jeweils ein Mann am Boden gelegen und einer habe sich auf ihm befunden. Diver-
se Personen seien unmittelbar daneben gestanden. Die eine Keilerei habe vor dem 
ersten, weissen Fahrzeug stattgefunden. Die andere Keilerei habe hinter dem 
wuchtigen Wagen stattgefunden. Die Fahrertüre des weissen Fahrzeugs sei offen 
gewesen. Es habe eine männliche Person auf dem Fahrersitz gesessen. Er sei 
nach aussen gedreht gewesen, er habe seine Beine feststellen können. Es habe so 
ausgesehen, als ob die Personen, welche unmittelbar neben den sich prügelnden 
Personen gestanden seien, dazugehören würden. Sie seien ähnlich gekleidet und 
sehr nahe am Tatort gewesen (pag. 1949 Z. 12 ff.). Ihm seien keine Gegenstände 
aufgefallen, für ihn habe es wie ein Handgemenge ausgesehen. Es sei schwierig 
zu sagen, er denke aber, dass bei der vorderen Keilerei etwa vier bis fünf Personen 

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gestanden seien. Er und die Zeugin BP.________ seien dann zusammen Richtung 
BA.________ gegangen. Auf dem Weg hätten sie die Polizei verständigt, sie hätten 
nicht zurück geschaut. Irgendwann seien dann zwei Schüsse gefallen. Er könne 
aber nicht genau sagen, wann das gewesen sei. Er wisse nicht, ob es vor oder 
nach seinem ersten Anruf gewesen sei (pag. 1495 Z. 38 ff.). Als die Schüsse gefal-
len seien, hätten sie sich schon ca. 30 m vom Tatort entfernt befunden. Von da an 
habe er natürlich nicht mehr viel gesehen (pag. 1496 Z. 72 ff.). Weiter gab der 
Zeuge BO.________ an, er habe festgestellt, dass plötzlich weniger Personen vor 
Ort gewesen seien, er könne allerdings nicht sagen, wie diese die Örtlichkeit ver-
lassen hätten (pag. 1497 Z. 159 f.). Bei der Staatsanwaltschaft bestätige 
BO.________ seine bisherigen Aussagen. Er habe zwei Autos gesehen, die ko-
misch auf der Strasse gestanden seien. Auf Frage verneinte er, weitere Fahrzeuge 
gesehen zu haben (pag. 1503 Z. 68 f.). Bei der ersten Prügelei (gemäss den Ein-
zeichnungen von BO.________ auf dem Plan, pag. 1509, handelt es sich dabei um 
jene vor dem ersten Fahrzeug, also um den Beschuldigten und N.________) sei 
eine ziemliche Ansammlung von Personen gewesen, er schätze sie auf ca. 10 Per-
sonen. Jemand sei am Boden gelegen einer sei auf diesem drauf gewesen. Die 
anderen Personen seien nur herumgestanden. Bei der zweiten Prügelei seien 
glaublich zwei Personen involviert gewesen, jemand am Boden und jemand halb 
drauf (pag. 1503 Z. 78 ff.). Es seien sehr viele Leute gewesen und die ganze Situa-
tion sei sehr aggressiv gewesen. Sie seien nicht nur am reden, sondern am prügeln 
gewesen (pag. 1504 Z. 94 ff.). Während sie in Deckung gegangen seien, habe er 
nichts gehört. Als er in Deckung gewesen sei, habe er mit der Polizei gesprochen. 
Von dort habe er keine Sicht auf die Geschehnisse gehabt. Er habe dann noch 
zweimal um die Ecke geschaut, er wisse nicht mehr, was er wann gesehen habe. 
Das meiste wohl beim ersten Mal, weil er dann länger geschaut habe. Er habe ge-
sehen, dass bei der ersten Prügelei jemand am Boden gelegen und jemand auf 
dieser Person gekniet sei. Jemand sei beim Fahrzeug Nr. 1 gewesen und habe et-
was beim geöffneten Kofferraum gemacht. Ebenfalls beim Fahrzeug Nr. 1 sei je-
mand in der offenen Fahrertüre gesessen, mit den Beinen aus dem Fahrzeug her-
aus. Er glaube, diese Person sei anschliessend noch zum Kofferraum gegangen, 
dies sei aber nur noch eine vage Erinnerung. Währenddessen habe er bei der ers-
ten Prügelei keine Änderung der Situation festgestellt. Es seien noch mehrere Per-
sonen herumgestanden, er könne sich aber an keine aktiven Handlungen erinnern. 
Bis zu diesem Zeitpunkt habe er keinen Waffeneinsatz (Schuss) gehört (pag. 1504 
Z. 109 ff.). Er sei sicher wieder hinter die Deckung gegangen, es sei nicht sehr viel 
passiert an der Bushaltestelle. Er sei wohl wieder zurück zur Zeugin BP.________ 
gegangen und habe mit ihr gesprochen. Während dem Reden mit ihr habe er zwei 
Schüsse gehört. Er sei ziemlich erschrocken, weil er bis zu diesem Zeitpunkt keine 
Waffe wahrgenommen habe. In dem Moment habe er entschieden, nochmals die 
Polizei anzurufen (pag. 1505 Z. 154 ff.). Ihm sei vor dem zweiten Anruf bei der Po-
lizei aufgefallen, dass mindestens ein Fahrzeug sich von der Stadt her genähert 
habe. 

Die Zeugin BP.________ wurde zweimal einvernommen (Einvernahme vom 
27. Dezember 2011, pag. 1699 ff.; Einvernahme vom 17. April 2012 pag. 1703 ff.). 
Bei der Polizei gab sie zu Protokoll, ihr sei nach dem Aussteigen aus dem Bus auf-

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gefallen, dass gegenüber ein Auto quer auf der Strasse gestanden sei. Hinter die-
sem Fahrzeug sei ein anderes Auto gestanden, welchem wahrscheinlich vom vor-
deren Fahrzeug der Weg abgeschnitten worden sei. Aus dem vorderen Fahrzeug 
seien glaublich zwei oder drei Personen ausgestiegen. Aus dem hinteren Fahrzeug 
sei eine Person ausgestiegen und zum vorderen Fahrzeug gegangen. Sie habe 
auch gesehen, dass jemand einen Baseballschläger in den Händen gehabt habe. 
Es könne auch sein, dass mehrere Personen Baseballschläger in den Händen ge-
habt hätten. Es seien mehrere Personen beteiligt gewesen, sie habe aber die an-
deren Personen nicht wahrgenommen. Ihr seien einfach die zwei Personen beim 
vorderen Auto aufgefallen. Involviert gewesen seien aber insgesamt glaublich ca. 
fünf Personen, es habe eine aggressive Stimmung geherrscht. Sie könne nicht sa-
gen, ob eine Person angegriffen worden sei oder wie es begonnen habe. Sie habe 
einfach gesehen, dass eine Person einen Baseballschläger gehabt habe und die 
andere Person habe keinen Gegenstand in den Händen gehabt (pag. 1700 
Z. 11 ff.). Sie sei dann mit dem Zeugen BO.________ Richtung BA.________ ge-
gangen. Sie habe noch gesehen, dass eine der Personen eine Pistole in den Hän-
den gehalten habe. Ob sie wirklich die Waffe gesehen habe, könne sie nicht mehr 
sagen. Aber sicherlich habe sie dann zwei oder drei Schüsse vernommen. Sie 
könne nicht mehr sagen, wie lange die Szene gedauert habe (pag. 1700 Z. 34 ff.). 
Etwas später ergänzte die Zeugin BP.________, BO.________ habe ihr gesagt, 
dass noch ein drittes Fahrzeug involviert gewesen sei und dass noch weitere Per-
sonen hinzugekommen seien. Dies habe sie selber nicht wahrgenommen 
(pag. 1701 Z. 83 ff.). Diese Aussagen bestätige BP.________ anlässlich der 
staatsanwaltschaftlichen Befragung. Auf die Frage, wie viele Personen aus den Au-
tos ausgestiegen seien, gab sie an, das könne sie nicht sagen. Total seien es viel-
leicht sieben Personen gewesen, aber sie wisse die genaue Zahl nicht (pag. 1705 
Z. 83 ff.). Sie seien Mann auf Mann aufeinander losgegangen und hätten begonnen 
zu «schlegeln». Weiter konnte die Zeugin BP.________ nicht mehr sagen, ob zum 
Zeitpunkt, als sie und BO.________ sich in Sicherheit gebracht hatten, schon ge-
schossen worden ist (pag. 1706 Z. 107 ff.). 

Der Zeuge BI.________ wurde zweimal befragt (pag. 1635 ff. und pag. 1644 ff.). 
Bei der Polizei gab er zu Protokoll, er habe gesehen, wie auf der Gegenfahrspur 
ein BMW langsam auf den Bus aufgeschlossen habe. Plötzlich habe ein Fahrzeug 
den BMW überholt und unmittelbar vor diesem eingebogen, ihn ausgebremst. Zwei 
weitere Fahrzeuge hätten auf den BMW aufgeschlossen und ebenfalls auf dem 
Trottoir hinter diesem parkiert. Er schätze den zeitlichen Abstand zwischen dem 
Heranfahren des BMW und demjenigen der zwei weiteren Fahrzeuge auf ca. 15 bis 
20 Sekunden. Als die beiden Lenker (der vorderen Fahrzeuge) bereits am Boden 
gewesen seien, hätten sich die Fahrzeugtüren der beiden hinter dem BMW parkier-
ten Fahrzeuge geöffnet. Mehrere Personen seien ausgestiegen und in der Folge zu 
den beiden am Boden liegenden Lenkern gerannt. Er könne nicht angeben, wie 
viele Personen aus den beiden Fahrzeugen ausgestiegen seien. Für ihn habe es 
ausgesehen wie der Beginn einer Massenschlägerei. In der Folge sei er mit seinem 
Auto weggefahren, an dem vor ihm stehenden Bus vorbei. Er habe einfach weg-
gewollt, er sei neben der Schlägerei gestanden. Es sei eng gewesen und er habe 
nach vorne schauen müssen. Er sei via Kreisel BA.________ (Ort) weg vom Ge-

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schehen in Richtung S.________ (Ort) gefahren. Als er im Kreis gewesen sei, habe 
er etwas «chlepfen» gehört. Es sei zweimal gewesen, die beiden Knalle seien im 
Abstand von ca. einer Sekunde gefallen (pag. 1636 Z. 20 ff.). Die beiden Fahrzeu-
ge hinter dem BMW konnte BI.________ nicht beschreiben (pag. 1637 Z. 63 ff.). 
Als er mit seinem PW auf der Höhe des Busses gewesen sei, habe er feststellen 
können, wie der Chauffeur das Seitenfenster geöffnet und nach hinten geschaut 
habe (pag. 1637 Z. 98 f.). Auf Frage der Verteidigung führte der Zeuge 
BI.________ aus, der weisse BMW habe keine Möglichkeit gehabt, wegzufahren. 
Das Fahrzeug sei zwischen der verbreiterten Limousine und den aufgeschlossenen 
Fahrzeugen eingeklemmt gewesen (pag. 1638 Z. 128 ff.). Diese Aussagen 
bestätigte BI.________ anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme. Als 
die Lenker der ersten beiden Fahrzeuge beim Fussgängerstreifen zu Fall gekom-
men seien, habe er bereits geschaut, wohin er wegfahren könnte. Das Ganze habe 
ihm nicht gefallen. Er habe hinter den Geländewagen geschaut und dort hätten sich 
mehrere Fahrzeuge aufgereiht. Bei diesen Fahrzeugen seien recht viele Leute 
ausgestiegen. Er könne nicht beziffern, wie viele Personen dies gewesen seien. 
Diese Personen seien alle in Richtung Fussgängerstreifen gelaufen oder gerannt. 
Er könne sich 100%ig an mindestens zwei Fahrzeuge erinnern (pag. 1646 
Z. 80 ff.). Über die Farbe, Marke etc. der Fahrzeuge drei und vier könne er nichts 
sagen, er habe quasi einen Tunnelblick gehabt. Er habe gewusst, dass die Situati-
on eskaliere, er habe das irgendwie gespürt (pag. 1647 Z. 95 ff.). Er sei im ersten 
Viertel des Kreisels gewesen, als es «gechlepft» habe (pag. 1647 Z. 123 f.). 

Auch der Zeuge BN.________ (Chauffeur des BM.________-Busses) wurde 
zweimal befragt (pag. 1083 ff. und pag. 1090 ff.). Während die Passagiere ausge-
stiegen seien, habe er festgestellt, dass auf der linken Strassenseite etwas «im 
Gang» gewesen sei. Er habe das Seitenfester des Busses geöffnet und nach links 
hinten in Richtung der Schreie geschaut. Die Distanz vom Bus zu den Schreien 
habe ca. eine Wagenläge eines Busses, also ca. 18 Meter, betragen. Er habe fünf 
Personen festgestellt. Weiter habe er drei Autos festgestellt. Sie seien hintereinan-
der parkiert gewesen. Auf der Höhe des zweiten Fahrzeugs – es habe sich um ei-
nen grossen weissen BMW Offroader gehandelt – sei eine Schlägerei im Gang 
gewesen. So wie er es gesehen habe, hätten zwei Männer auf einen einzelnen 
Mann eingeschlagen. Auf der linken Seite des Kotflügels des vordersten Fahrzeugs 
– er könne nicht sagen, was für eine Automarke es gewesen sei – seien auch zwei 
Männer am Boden gelegen und hätten aufeinander eingeschlagen (pag. 1084 
Z. 19 ff.). Hinter dem BMW habe der dritte Wagen gestanden, wobei er die Auto-
marke nicht sagen könne, es sei ein dunkles Fahrzeug gewesen. Weitere Perso-
nen habe er bei diesem Auto nicht gesehen. Ca. fünf Sekunden später sei ein wei-
teres Fahrzeug zur Gruppe gefahren. Es habe sich um einen grauen oder silbernen 
Kombi Audi oder Passat gehandelt. Der Wagen sei hinter den drei parkierten PWs 
abgestellt worden. Aus dem Kombi seien zwei Männer ausgestiegen. Die beiden 
hätten sich schnellen Schrittes in Richtung der Männer, welche am «schlegeln» 
gewesen seien, begeben. Da es finster gewesen sei, habe er nicht genau gesehen, 
was die beiden gemacht hätten (pag. 1084 Z. 36 ff.). Es komme ihm noch in den 
Sinn, dass am Kombi, welcher später dazu gefahren sei, auf der Seite eine Rekla-
me angebracht gewesen sei. Es habe sich um eine rötliche Aufschrift gehandelt 

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(pag. 1084 Z. 54 f.). Während die beiden Personen, welche aus dem Kombi ge-
kommen seien, ausgestiegen und zu den anderen gelaufen seien, habe er aus der 
Richtung des vordersten Autos zwei Schüsse gehört. Als die Schüsse gefallen sei-
en, sei der Ein- und Ausstieg im Bus beendet gewesen. Ein Fahrgast, welcher un-
mittelbar neben ihm gestanden sei, habe zu ihm gesagt, dass er Angst habe und 
ihn aufgefordert, sofort weiterzufahren. In der Folge sei er mit dem Bus in Richtung 
nächster Haltestelle weitergefahren (pag. 1084 Z. 58 ff.). Diese Aussagen bestätige 
BN.________ anlässlich seiner Einvernahme bei der Staatsanwaltschaft. 

Beim Zeugen BQ.________ handelt es sich um denjenigen Fahrgast, welcher den 
Buschauffeur BN.________ zur Weiterfahrt aufforderte (pag. 1085 Z. 72 f.). Auch 
er wurde sowohl polizeilich (pag. 1424 ff.) als auch vom zuständigen Staatsanwalt 
(pag. 1433 ff.) einvernommen. Bei der Polizei gab der Zeuge BQ.________ zu Pro-
tokoll, er sei zuvorderst neben dem Chauffeur gesessen. Um ca. 19:44 Uhr seien 
sie mit dem Bus an der Bushaltestelle BA.________ (Ort) gestanden. Dort, wo sie 
mit dem Bus gestanden seien, seien zwei Männer südländischen Aussehens vor 
ihnen, das heisse vor dem Bus, durchgerannt (pag. 1425 Z. 19 ff.). Sie seien in ei-
nem Wahnsinnstempo gerannt. Das sei ihm komisch vorgekommen, weshalb er 
dann zurückgeschaut habe. Ob hierbei bereits die zwei Schüsse gefallen seien, 
wisse er nicht. Als er zurückgeschaut habe, sei auf der anderen Strassenseite bei 
der Bushaltestelle, bei der Betonmauer, eine dritte Person gestanden. Bei dieser 
dritten Person seien noch zwei weitere Personen gestanden. Ob es sich bei den 
Personen eins und zwei um die beiden Männer gehandelt habe, welche vor dem 
Bus durchgerannt seien, könne er nicht sagen. Die dritte Person sei mit dem Rü-
cken zur Wand gestanden, diese sei eindeutig eingeengt gewesen. Die beiden an-
deren Personen hätten auf die dritte Person eingeschlagen, wobei er nicht sicher 
sagen könne, ob jemand etwas in der Hand gehabt habe oder nicht (pag. 1425 
Z. 27 ff.). Es habe mindestens ein oder noch ein zweites Auto auf der Höhe der drei 
Personen gestanden. Das Ganze sei unheimlich schnell gegangen. Im Bereich der 
beiden Fahrzeuge, zwischen den Fahrzeugen, seien noch mindestens zwei weitere 
Personen aufgetaucht. Er sei sich nicht mehr sicher, ob in diesem Moment zwei 
Schüsse gefallen seien oder ob die Schüsse gefallen seien und er dadurch zurück-
geblickt habe (pag. 1425 Z. 43 ff.). Diese Aussagen bestätigte Peter BQ.________ 
bei der Staatsanwaltschaft vollumfänglich. Er präzisierte, heute könne er sicher sa-
gen, dass die Schüsse ganz am Ende seiner Beobachtungen gefallen seien. Er 
habe danach den Buschauffeur umgehend aufgefordert, wegzufahren (pag. 1434 
Z. 33 ff.). Er habe sich umgedreht, nachdem die beiden Männer vorbeigerannt sei-
en. Er habe mehrere Männer vor dem Auto stehen sehen, wobei er sich nicht an 
die Personenanzahl erinnern könne. Ein Mann sei mit dem Rücken zur Wand ge-
standen, zwei Personen hätten auf diesen eingeprügelt (pag. 1435 Z. 54 ff.). Das 
Ganze sei sehr schnell gegangen und habe nur wenige Sekunden gedauert. Es 
seien dann zwei Schüsse gefallen (pag. 1435 Z. 74 f.). 

Nichts zur Sachverhaltsfeststellung beitragen können nach Auffassung der Kam-
mer – und entgegen den Vorbringen der Verteidigung – die Aussagen von 
BU.________ und BV.________. 

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Weder aus dem Rapport (pag. 1107 f.) noch aus der staatsanwaltschaftlichen Ein-
vernahme (pag. 1109 ff.) ergibt sich eindeutig, was der Zeuge BU.________ wann 
gesehen hat. Erhebliche Zweifel an seinen geschilderten Wahrnehmungen lässt 
der Umstand aufkommen, dass er bereits im Rapport die schlechten Sichtverhält-
nissen und seine Distanz zu den Geschehnissen erwähnte. Er wusste auch nicht, 
was die Ursache des Knalls (er nahm nur einen wahr, obwohl es nachweislich zwei 
Schüsse waren) gewesen sein könnte. Anlässlich der zweiten Einvernahme gab er 
dann an, er habe gedacht, der Knall könne vom Schliessen einer Autotür stammen 
(pag. 1113 Z. 159 ff.). Weiter gab er an, dass er den Knall nur habe hören können, 
weil er sich bereits auf dem Balkon befunden habe (pag. 1114 Z. 172). Folglich 
kann es sich nicht um einen sehr lauten Knall gehandelt haben, was wiederum gut 
zum Zuknallen einer Autotür passen würde. Offensichtlich ist jedenfalls, dass an-
gesichts der Vielzahl von wesentlich tatortnäheren Aussagen auf diese vage Zeu-
genaussage nicht abgestellt werden kann. 

Dasselbe gilt für die Aussagen der betagten BV.________ (pag. 1650 f.). Es han-
delt sich um sehr unspezifische, nicht protokollierte Aussagen, die in vielerlei Hin-
sicht nicht zu den übrigen Beweismitteln passen. So schilderte sie beispielsweise 
als Einzige, dass während ca. 5 Minuten (vor der Schussabgabe!) auf der Strasse 
lauthals gestritten worden sei. Zudem sprach sie nur von einem lauten Knall, ob-
wohl es nachweislich zwei Schüsse waren. Der Beschuldigte kann mithin auch aus 
diesen Aussagen nichts zu seinen Gunsten ableiten.

7.5.4 Würdigung

Es handelt sich bei den soeben zitierten, als wesentlich erachteten sieben Zeugen 
um unbeteiligte Dritte, die nach bestem Wissen und Gewissen ausgesagt haben. 
Sie waren allesamt nah an den Geschehnissen dran und bekamen einiges mit. Al-
lerdings – dies wurde bereits in Ziff. 7.2 hiervor ausführlich dargelegt – hat keiner 
der Zeugen alles gesehen. Es handelte sich um ein äusserst schnelles und dyna-
misches Geschehen. Es gab verschiedene Schlägereien und Schauplätze, welche 
die Aufmerksamkeit der Zeugen auf sich zogen. Zudem empfanden alle Zeugen die 
Situation als bedrohlich und brachten sich in Sicherheit. Diese Umstände erklären, 
weshalb die einzelnen Zeugenaussagen teilweise untereinander, manchmal auch 
in sich, widersprüchlich ausgefallen sind. Gewisse Schilderungen lassen sich zu-
dem gestützt auf gesicherte Erkenntnisse ausschliessen. So zum Beispiel, dass es 
sich bei den sich an der Betonmauer prügelnden Männern um den Beschuldigten 
und N.________ handelte. Ihre Auseinandersetzung fand vor dem ersten Auto, im 
Bereich des Fussgängerstreifens, wo dann auch das Blut des Opfers festgestellt 
wurde (vgl. pag. 549), statt. Auch wenn sich der exakte Geschehensablauf anhand 
der erörterten Aussagen nicht rekonstruieren lässt, so sind diese für die Beweis-
würdigung – insbesondere um die Ereignisse rund um die Schussabgabe in eine 
zeitliche Reihenfolge zu bringen – dennoch zentral.  

Die Geschehnisse von Beginn an wahrgenommen haben die Zeuginnen 
BK.________ und BJ.________, welche beide das Ausbremsen des Beschuldigten 
durch N.________ schilderten. Beide Zeuginnen berichteten zudem vom Hinzu-
kommen von zwei weiteren Fahrzeugen, wobei der Zeitpunkt und die Richtungen 
nicht übereinstimmen. Während BK.________ angab, die zwei weiteren Fahrzeuge 

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seien «unmittelbar» nach den ersten beiden hinzugekommen (so zumindest in ihrer 
allerersten, spontanen Schilderung), tauchen in der Erzählung von BJ.________ 
die beiden weiteren Autos erst nach der Schussabgabe auf. Zudem machte die 
Zeugin BJ.________ geltend, nur eines der Fahrzeuge sei aus der Richtung der 
BB.________ (Tankstelle) gekommen, das andere vom BR.________ (Spital) her. 
Diese Schilderung passt indes nicht zu den Feststellungen der Zeugen 
BN.________ und BI.________, welche beide angaben, die beiden hinzukommen-
den Fahrzeuge hätten hinter dem BMW (also dem Fahrzeug des Beschuldigten) 
parkiert. Was den Zeitpunkt anbelangt, so schilderte auch der Zeuge BI.________ 
ein unmittelbares Hinzukommen von zwei weiteren Fahrzeugen, konkret in einem 
zeitlichen Abstand von 15 bis 20 Sekunden nach dem BMW. Jakob BN.________, 
welcher das Ausbremsen selber nicht sah und folglich seinen Blick erst etwas 
später zum Schauplatz wandte, stellte von Beginn weg drei hintereinander parkier-
te Fahrzeuge fest. Das etwa fünf Sekunden später hinzugekommene, vierte Fahr-
zeug beschrieb er als silbrigen Kombi mit rötlicher Aufschrift, wobei es sich um das 
Fahrzeug der N.________-Leute gemäss pag. 624 handeln muss. Unklar bleibt, 
um was für ein Fahrzeug es sich beim dritten, vom Zeugen BN.________ wahrge-
nommenen Fahrzeug handelte. Ein solches dunkles Fahrzeug hat soweit ersicht-
lich sonst niemand beschrieben. Auch kann kein solches den beteiligten Personen 
zugeordnet werden. Dass insgesamt vier Fahrzeuge vor Ort waren, schilderten in-
des alle soeben genannten vier Zeugen. Anders als diese haben weder der Zeuge 
BO.________ noch die Zeugin BP.________ – beide stiessen erst nach dem Aus-
bremsen, und als die Schlägereien schon im Gange waren, dazu – zu Protokoll ge-
geben, mehr als zwei Fahrzeuge gesehen zu haben. Allerdings führte 
BP.________ aus, BO.________ habe ihr gesagt – dies im Widerspruch zu dessen 
eigenen Aussagen – es sei noch ein drittes Fahrzeug involviert gewesen. Zusam-
menfassend lässt sich also festhalten, dass die Mehrzahl der Zeugen, insbesonde-
re jene, die die Geschehnisse von Anfang an beobachtet hatten, von mehr als zwei 
Fahrzeugen sprachen. Für die Kammer steht fest, dass mindestens drei, wohl eher 
vier beteiligte Fahrzeuge anwesend waren (wobei das vierte Fahrzeug nie identifi-
ziert wurde und sich mithin auch nicht fests