# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 64a6dd45-bfab-5b9c-9d6b-0e0422435bf9
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2011-04-12
**Language:** de
**Title:** Direkte Bundessteuer 1.1. - 31.12.2007 sowie
Staats- und Gemeindesteuern 1.1. - 31.12.2007
**Docket/Reference:** DB.2010.231
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/StRG_DB_2010_231_pv.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

1. Abteilung 

1 DB.2010.231 
1 ST.2010.325 

Entscheid 

12. April 2011 

Mitwirkend: 

Abteilungspräsident Anton Tobler, Steuerrichter Michael Ochsner, Steuerrichterin  
Rhea Schircks Denzler und Gerichtsschreiber Hans Heinrich Knüsli 

A   A G ,    

In Sachen 

gegen 

Beschwerdeführerin/ 
Rekurrentin,  

1.  S c h w e i z e r i s c h e   E i d g e n o s s e n s c h a f t ,    

2.  S t a a t   Z ü r i c h ,    

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Dienstleistungen,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Beschwerdegegnerin,  

Rekursgegner,  

betreffend 

Direkte Bundessteuer 1.1. - 31.12.2007 sowie  
Staats- und Gemeindesteuern 1.1. - 31.12.2007 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A. Die A AG (nachfolgend die Pflichtige) bezweckt die Erbringung von Dienst-

leistungen auf dem Gebiet der B sowie Steuerberatung und kann sich an anderen Un-

ternehmen beteiligen. Im Abschluss 2007 wies sie erstmals die Bildung einer pauscha-

len  Wertschwankungsreserve 

von  Fr.  2'500'000.-  auf  Wertpapieren  als 

ausserordentlichen  Aufwand  aus.  Der  deklarierte  Gewinn  pro  2007  lautete  auf 

Fr. 1'336'160.-. 

Im Einschätzungsverfahren für die Steuerperiode 1.1. - 31.12.2007 führte der 

Steuerkommissär ein Auflageverfahren durch, womit er u.a. den Grund für die Bildung 

der  Wertschwankungsreserve  untersuchte.  Nach  Eingabe  der  Pflichtigen  und  Unter-

breitung von Einschätzungsvorschlägen veranlagte er diese am 9. August 2010 sowohl 

hinsichtlich der direkten Bundessteuer als auch bezüglich der Staats- und Gemeinde-

steuern  mit  einem  steuerbaren  Reingewinn  von  je  Fr. 3'836'100.-.  Dabei  rechnete  er 

die  pauschale  Wertschwankungsreserve  von  Fr.  2'500'000.-  auf.  Hinsichtlich  der 

Staats-  und  Gemeindesteuern  setzte  er  das  steuerbare  Eigenkapital  unter  Erhöhung 

um die Wertschwankungsreserve auf Fr. 11'637'000.- fest. 

Die  Veranlagung  der  direkten  Bundessteuer  wurde  mit  Steuerrechnung  vom 

30. August 2010 formell eröffnet. 

B. Hiergegen erhob die Pflichtige am 20. August bzw. 3. September 2010 Ein-

sprache  mit  dem  Antrag,  auf  die  Aufrechnung  der  Wertschwankungsreserve  zu  ver-

zichten. 

Das kantonale Steueramt wies die Einsprachen am 30. September 2010 ab.  

C. Mit Rekurs bzw. Beschwerde vom 27. Oktober 2010 erneuerte die Pflichti-

ge die Einspracheanträge.  

Das kantonale Steueramt schloss am 23. November 2010 auf Abweisung der 

Rechtsmittel. Die Eidgenössische Steuerverwaltung liess sich nicht vernehmen. 

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Am  12.  Januar  2011  wurde  beim  kantonalen  Steueramt  ein  Amtsbericht  ein-

geholt. Dieser wurde am 21. Februar 2011 abgeliefert und die Pflichtige nahm dazu am 

11. März 2011 Stellung. 

Auf  die  Ausführungen  der  Parteien  in  diesen  Rechtsschriften  sowie  die  Be-

gründung der Einspracheentscheide wird – soweit erforderlich – in den nachfolgenden 

Erwägungen eingegangen. 

Die Kammer zieht in Erwägung: 

1. a) Der steuerbare Reingewinn einer Aktiengesellschaft berechnet sich nach  

Art. 58 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer vom 14. Dezember 

1990  (DBG)  bzw.  § 64  Abs.  1  des  Steuergesetzes  vom  8.  Juni  1997  (StG)  aufgrund 

des  Saldos  der  Erfolgsrechnung  (lit.  a  bzw.  Ziff.  1),  erhöht  um  die  der  Rechnung  be-

lasteten, geschäftsmässig nicht begründeten Aufwendungen, wie u.a. geschäftsmässig 

nicht begründete Abschreibungen und Rückstellungen (lit. b bzw. Ziff. 2 lit. b). 

Mit der Rückstellung bzw. vorübergehenden Wertberichtigung wird nach stän-

diger  Rechtsprechung  dem  laufenden  Geschäftsjahr  ein  tatsächlich  oder  zumindest 

wahrscheinlich verursachter, in seiner Höhe aber noch nicht bekannter Aufwand oder 

Verlust gewinnmindernd angerechnet, der erst im nächsten oder in einem der folgen-

den  Geschäftsjahre  geldmässig  verwirklicht  wird  (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, 

Handkommentar zum DBG, 2. A., 2009, Art. 29 N 2 und Reimann/Zuppinger/Schärrer, 

Kommentar  zum  Zürcher  Steuergesetz,  2.  Band,  1963,  §  19  lit.  b  N  263;  RB  1978 

Nr. 33).  Steuerlich  (nicht  handelsrechtlich)  können  solche Wertberichtigungen  nur  an-

erkannt werden, wenn die Ereignisse, die Ursache des geltend gemachten, betraglich 

noch  ungewissen  Aufwands  sind,  im  laufenden  oder  einem  früheren  Geschäftsjahr 

auch tatsächlich  eingetreten  sind (RB  1986  Nr. 40  =  StE  1987  B  72.14.2 Nr.  6 sowie 

B 23.43.2 Nr. 4 mit Hinweisen). Die Rückstellungen dürfen (steuerlich) den Betrag nicht 

übersteigen,  mit  dessen  Beanspruchung  nach  pflichtgemässer  Schätzung  dereinst 

tatsächlich gerechnet werden muss (Reimann/Zuppinger/Schärrer, § 19 lit. b N 265). 

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b)  Wertberichtigungen  sind  nach  dem  Einzelbewertungsprinzip  grundsätzlich 

für jeden Vermögensgegenstand gesondert festzulegen. Handelt es sich um eine gros-

se Anzahl gleicher Risiken, kann jedoch die Wahrscheinlichkeit bezüglich Bestand und 

Höhe  der  einzelnen  Wertminderungen  in  die  Bemessung  einbezogen  und  eine  pau-

schale  Wertberichtigung  gebildet  werden  (Rolf  Benz,  Handelsrechtliche  und  steuer-

rechtliche  Grundsätze  ordnungsmässiger  Bilanzierung,  2000,  S.  115).  In  Abweichung 

vom  buchführungsrechtlichen  Grundsatz  der  Einzelbewertung  (Karl  Käfer,  Berner 

Kommentar, 1980, Art. 958 OR N. 85; Reimann/Zuppinger/Schärrer, § 19 lit. b N. 177 

f.)  lässt  dergestalt  die  Praxis  z.B.  eine  pauschal  geschätzte Wertberichtigung  für  das 

allgemeine  Kreditrisiko  in  Höhe  von  10%  des  risikobehafteten  Debitorenbestands  zu 

(Reimann/Zuppinger/Schärrer,  §  19  lit.  b  N  275).  Das  die  Rückstellung  grundsätzlich 

rechtfertigende Kreditrisiko braucht dabei nicht nachgewiesen zu werden, da es allge-

mein bekannt ist und bei jeder Unternehmung vorausgesetzt wird. Ebenso wenig nach-

zuweisen ist die Höhe des Risikos, soweit die Rückstellung die Pauschale nicht über-

steigt.  Denn  in  diesem  Umfang  wird  das  Risiko  ebenfalls  als  allgemein  vorhanden 

betrachtet.  Für  eine  die  Pauschale  übersteigende  Wertberichtigung  muss  das  Risiko 

allerdings  nach  dem  Prinzip  der  Einzelbewertung  vollständig  nachgewiesen  werden. 

Die Einschätzungspraxis kennt noch weitere pauschale Wertberichtigungen, und zwar 

für  gewisse  Branchen.  So  sieht  sie  für  Unternehmen  des  Baugewerbes  (Hoch-  und 

Tiefbau,  Strassenbau,  Maler-,  Installations-  und  Dachdeckergewerbe)  als  Garantie-

rückstellung ohne Nachweis 2% des Umsatzes der zwei dem Bilanzstichtag vorange-

gangenen Geschäftsjahre vor (Reimann/Zuppinger/Schärrer, § 19 lit. b N 278). Leitge-

danke  ist  dabei,  dass  im  Baugewerbe  erfahrungsgemäss  Garantiearbeiten  in  diesem 

Umfang  anfallen  und  es  daher  zwecks  Vereinfachung  des  Einschätzungsverfahrens 

sachgerecht  erscheint,  dieser  Tatsache mit  einer  pauschalen  Rückstellung  Rechnung 

zu tragen. 

Pauschale  Rückstellungen  existieren  sodann  auch  für  Banken  und  Effekten-

händler; sie haben im Merkblatt des kantonalen Steueramts über die Besteuerung von 

Banken  und  Effektenhändler  vom  20.  Juli  2005  ihren  Niederschlag  gefunden  (ZStB  I 

Nr. 25/620). In diesem Merkblatt werden für die genannten Steuerpflichtigen neben den 

allgemeinen  Grundlagen  für  die  Besteuerung  (lit.  A),  dem  Beteiligungsabzug  (lit.  C.), 

der Steuerausscheidung (lit. D.), dem Dotationskapital (lit. E.) und der Verlustverrech-

nung (lit. F) die zulässigen Wertberichtigungen auf verschiedenen Aktiven (lit. B.) gere-

gelt. Für Wertberichtigungen auf Handelsbeständen in Wertschriften und Edelmetallen 

sind dabei pauschale Ansätze von 10% (Schweizerische Obligationen) bzw. 20% (üb-

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rige Werte) vorgesehen (Ziff. II.), jedoch ausdrücklich nicht für Wertberichtigungen auf 

Finanzanlagen  (Ziff.  III.)  und  Beteiligungen  (Ziff.  IV).  Als  Beteiligung  gilt  der  Anteil  an 

einer  Gesellschaft  von  mindestens  20%  (Ziff.  IV  Abs.  2).  Eine  Definition  der  steuer-

pflichtigen  Banken  und  Effektenhändler,  auf  welche  dieses  Merkblatt  Anwendung  fin-

det, ist in Letzterem nicht enthalten. 

c)  Die  Tatsachen,  welche  geltend  gemachte  Rückstellungen  und  vorüberge-

hende  Wertberichtigungen  als  geschäftsmässig  begründet  erscheinen  lassen,  sind 

steuermindernd  und  deshalb  vom  Steuerpflichtigen  von  sich  aus  darzutun  und  nach-

zuweisen  (RB  1975  Nr.  55).  Die  dem  Steuerpflichtigen  obliegende  Beweisleistung  ist 

spätestens vor Steuerrekursgericht durch eine substanziierte Sachdarstellung anzutre-

ten und im Verfahren zu leisten (RB 1994 Nr. 33, 1987 Nr. 35, 1975 Nr. 54). Substanzi-

iert  ist  eine  Sachdarstellung  dann,  wenn  aus  ihr  im  Einzelnen  Art,  Motiv  und  Rechts-

grund der geltend gemachten Aufwendungen oder Verluste in der Weise hervorgehen, 

dass bereits gestützt darauf – aber unter Vorbehalt einer Beweiserhebung – die rechtli-

che  Beurteilung  der  geschäftsmässigen  Begründetheit  solcher  Belastungen  der  Er-

folgsrechnung möglich ist. Fehlt es an einer in diesem Sinn genügenden Substanziie-

rung, hat das Steuerrekursgericht von sich aus keine Untersuchung zu führen, um sich 

die erforderlichen Grundlagen zu beschaffen (RB 1975 Nr. 64). Ausnahmsweise kann 

sich  der  Steuerpflichtige,  wenn  ihm  die  Substanziierung  und/oder  Beweisleistung  aus 

Gründen,  die  er  nicht  zu  vertreten  hat,  unmöglich  oder  unzumutbar  sind,  auch  auf 

Schätzungen  berufen,  sofern  seine  Sachdarstellung  wenigstens  hinreichende  Schät-

zungsgrundlagen enthält (RB 1975 Nr. 54). 

2. a) Vorliegend hat die Pflichtige im Abschluss 2007 eine pauschale Wertbe-

richtigung  von  Fr.  2'500'000.-  auf  ihrem  börsenkotierten  Wertschriftenbestand  per 

31. Dezember 2007 von total Fr. 17'726'093.-, entsprechend 14,1%, gebildet. Sie stützt 

sich dabei einzig auf das erwähnte Merkblatt des kantonalen Steueramts, wonach für 

Banken und Effektenhändler auf Handelsbeständen in Wertschriften und Edelmetallen 

eine  pauschale  Wertberichtigung  von  10%  (Schweizerische  Obligationen)  bzw.  20% 

(übrige Werte)  zulässig  ist.  Der  Steuerkommissär  spricht  der  Pflichtigen  die  Berechti-

gung für die Geltendmachung einer solchen pauschalen Wertberichtigung ab mit dem 

Hinweis,  dass  sie  nicht  den  Status  einer  Effektenhändlerin  im  Sinn  des  Börsengeset-

zes besitze und das Merkblatt nur auf solche Effektenhändler anwendbar sei.  

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b) Zur Klärung der Frage, was in der Praxis unter dem Begriff "Effektenhänd-

ler" des Merkblatts verstanden wird und was die Gründe für die darin stipulierten pau-

schalen Wertberichtigungen  auf  Handelsbeständen  in Wertschriften  und Edelmetallen 

sind, wurde beim kantonalen Steueramt ein Amtsbericht eingeholt. 

Laut  diesem  Bericht  wendet  das  kantonale  Steueramt  das  Merkblatt  nur  auf 

Steuerpflichtige an, die als Effektenhändler gemäss Börsengesetz vom 24. März 1995 

(BEHG) qualifizieren und nicht auf Steuerpflichtige, die als Effektenhändler im Sinn des 

Bundesgesetzes  über  die  Stempelabgaben  vom  27.  Juni  1973  (StempelG)  gelten 

(Ziff. 1.1). Als Grund gibt das kantonale Steueramt bezüglich der pauschalen Rückstel-

lung  auf  Handelsbeständen  in  Wertschriften  und  Edelmetallen  an,  dass  als  Effekten-

händler  nach  BEHG  natürliche  und  juristische  Personen  und  Personengesellschaften 

gälten, die gewerbsmässig für eigene Rechnung zum kurzfristigen Wiederverkauf oder 

für  Rechnung  Dritter  Effekten  auf  dem  Sekundärmarkt  kauften  oder  verkauften,  auf 

dem Primärmarkt öffentlich anböten oder selbst Derivate schafften und öffentlich anbö-

ten. Mit einem Handelsbestand in Wertschriften und Edelmetallen für den kurzfristigen 

Wiederverkauf  seien  grundlegend  anders  gelagerte  wirtschaftliche  Risiken  verbunden 

als mit Wertschriften für Anlagezwecke oder Liquiditätsreserve, die mittel- oder langfris-

tig gehalten würden. Handelsbestände in Wertschriften und Edelmetallen für den kurz-

fristigen  Wiederverkauf  unterlägen  in  einem  erhöhten  Ausmass  den  Volumen-  und  

Volatilitätsrisiken, was bei einem mittel- oder langfristigen Anlagehorizont ungleich we-

niger von Bedeutung sei. Sodann trügen Steuerpflichtige, die gewerbsmässig von Drit-

ten  ausgegebene  Effekten  fest  übernähmen  und  sie  öffentlich  auf  dem  Primärmarkt 

anböten, insbesondere das Absatz- und Preisrisiko, d.h. das Risiko, dass die Emission 

nicht  vollständig  platziert  werden  könne  und  sie  so  auf  einem  Bestand  an  Titeln  sit-

zenblieben, der dann häufig unter dem Einstandspreis veräussert werden müsse. Die-

se  Risiken  seien  im  Einzelnen  nur  schwer  quantifizierbar.  Dem  werde  in  der  Praxis 

dadurch  Rechnung  getragen,  dass  die  anspruchsberechtigten  Steuerpflichtigen  auf 

ihren  Handelsbeständen  in  Wertschriften  und  Edelmetallen  steuerlich  zulässige  pau-

schale Wertberichtigungen im Umfang von 10% auf schweizerischen Obligationen und 

20% auf übrigen Werten bilden dürften (Ziff. 4). 

c) Die Pflichtige ist unstreitig nicht Effektenhändlerin im Sinn des BEHG son-

dern  Effektenhändlerin  gemäss  StempelG.  Sie  hat  daher  von  vornherein  keinen  An-

spruch auf Bildung von pauschalen Wertschwankungsreserven auf ihren Wertschriften 

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gemäss  Merkblatt,  da  das  kantonale  Steueramt  dieses  Merkblatt  in  der  Praxis  nach 

eigenem Bekunden nur auf Effektenhändler im Sinn des BEHG anwendet. 

d) aa) Daran ändert entgegen den Vorbringen der Pflichtigen in Beschwerde 

und Rekurs nichts, dass weder dem Titel noch dem sonstigen Wortlaut des Merkblatts 

eine irgendwie geartete Definition des Begriffs des Effektenhändlers zu entnehmen ist. 

Denn das kantonale Steueramt hat diesen Mangel im eingeholten Amtsbericht nun auf 

eindeutige  Art  und Weise  behoben  und  so  den  Boden  für  jede  Spekulation  über  den 

Begriff des Effektenhändlers, wie er im Merkblatt verstanden wird, entzogen.  

bb)  Der  Pflichtigen  stünde  die  fragliche  pauschale  Wertberichtigung  auch 

dann  nicht  zu,  wenn  –  wie  sie  geltend macht  –  in  einem  Fall  einer  ausserkantonalen 

Holdinggesellschaft  eine  Wertschwankungsreserve  gemäss  Merkblatt  zugestanden 

worden sein sollte, obwohl es sich dabei um eine Effektenhändlerin gemäss StempelG 

handelte und nicht um eine solche gemäss BEHG. Denn dieses Zugeständnis erfolgte 

von  der  Einschätzungsbehörde  des  Sitzkantons  der  Holdinggesellschaft  und  damit 

nicht vom kantonalen Steueramt Zürich, sodass dessen Praxis davon nicht berührt ist. 

cc)  Die  Pflichtige  wendet  weiter  ein,  es  gelte  im  harmonisierten  Steuerrecht 

der  Grundsatz,  dass  Begriffe  in  den  Vollzugsbestimmungen  zum  Verrechnungs-  und 

Stempelsteuerrecht  gleich  wie  im  Gewinnsteuerrecht  und  umgekehrt  zu  definieren  

sowie  anzuwenden  seien.  Mithin  sei  der  Begriff  des  Effektenhändlers  im  Bundesge-

winnsteuerrecht  gleich  wie  im  Bundes-Stempelsteuerrecht  auszulegen  und  anzuwen-

den.  Sie  verweist  auf  einen  Entscheid  des  Bundesgerichts  vom  16.  Juni  2010 

(2C_79/2010).  Dabei  übersieht  sie,  dass  das  Bundesgericht  darin  der  einheitlichen 

Auslegung bzw. Anwendung von Begriffen in den genannten drei Steuerarten keines-

wegs  das  Wort  redet.  Vielmehr  weist  das  oberste  Gericht  auf  diesen  Anwendungs-

grundsatz bloss hin, weil er im Kreisschreiben Nr. 5 vom 1. Juni 2004 der Eidgenössi-

schen  Steuerverwaltung  enthalten  ist  und  dieses  Kreisschreiben  den  damals  vom 

Bundesgericht zu beurteilenden Sachverhalt eines Mantelhandels regelt. Zudem wäre 

der Grundsatz nur gerade bei diesem Sachverhalt zu beachten.  Mithin  lässt sich der-

gestalt nicht herleiten, der Begriff des Effektenhändlers gemäss Merkblatt müsse nach 

der  Rechtsprechung  des  Bundesgerichts  mit  demjenigen  laut  StempelG  übereinstim-

men. 

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dd)  Die  Pflichtige  verlangt  die  Gleichbehandlung  mit  einem  steuerpflichtigen 

Effektenhändler  gemäss  BEHG,  da  sie  die  gleichen  (allgemeinen)  Risiken  wie  dieser 

trage.  

Indessen  scheitert  dies  schon  daran,  dass  sie  den  grössten  Teil  ihrer  Wert-

schriften in der Bilanz per Ende 2007 von total Fr. 17'726'093.- (= Fr. 12'976'472.- Be-

teiligungen + Fr. 4'749'621.- sonstige Wertschriften) nicht als Handelsbestand, sondern 

als  Beteiligung  im  Wert  von  Fr.  12'976'472.-,  entsprechend  21,6%  aller  Aktien,  und 

damit als Anlagevermögen ausweist. Denn auf einer Beteiligung von mehr als 20% ist 

gemäss  Merkblatt  die  Bildung  einer  pauschalen  Wertberichtigung  mangels  eines  all-

gemein vorhandenen Verlustrisikos ohnehin nicht zulässig. Demnach sieht die Pflichti-

ge ihre Tätigkeit im Zusammenhang mit der fraglichen Beteiligung (bei der C AG) denn 

auch selber als "aktiver industrieller Investor" und nicht als Händlerin der Aktientitel.  

Sodann gilt sie auch nicht als Eigenhändlerin im Sinn des Merkblatts, d.h. als 

gewerbsmässig für eigene Rechnung zum kurzfristigen Wiederverkauf Handelnde. Als 

solche  würde  sie  als  Effektenhändlerin  zwar  möglicherweise  unter  das  BEHG  fallen, 

jedoch erreicht sie den hierfür notwendigen Effektenumsatz von Fr. 5 Mia. pro Jahr bei 

Weitem  nicht  (Rz  23  des  Rundschreibens  2008/05  "Effektenhändler"  der  Eidgenössi-

schen Finanzmarktaufsicht FINMA vom 20. November 2008). Die Käufe und Verkäufe 

beliefen  sich  im  Geschäftsjahr  2007  vielmehr  nur  gerade  auf  Fr.  3'327'739.-  bzw. 

Fr. 2'328'118.-  und  beschlugen  zur  Hauptsache  nur  vier  bzw.  zwei  Gesellschaften 

(D AG,  E  AG,  F  AG  und  G  AG).  Auch  geht  aus  den  Aufstellungen  der  Pflichtigen  im 

bisherigen  Verfahren  die  jeweilige  Haltedauer  der  erworbenen  Titel  nicht  hervor,  so-

dass nicht erstellt ist, ob die Wiederverkäufe kurzfristig waren.  Um als Eigenhändlerin 

zu gelten, müsste die Haltedauer kurzfristig sein. Dass dies wohl nicht der Fall ist, er-

gibt sich aus der wiederholt gemachten Aussage der Pflichtigen, dass sie bzw. ihr Ei-

gentümer  H  bei  allen  2007/08  gehandelten  Unternehmen,  d.h.  nicht  nur  bei  der  als 

Beteiligung gehaltenen C AG, als "aktiver industrieller Investor" tätig ist. 

Ganz  offenkundig  fällt  die  Pflichtige  alsdann  auch  nicht  unter  die  andern 

Händlerkategorien  des  BEHG  –  Emissions-  und  Derivathäuser,  Market  Maker  sowie 

Kundenhändler (Rz 4 des Rundschreibens der FINMA) –, ansonsten sie eine entspre-

chende  Bewilligung/Lizenz  benötigte,  die  sie  jedoch  unstreitig  nicht  besitzt.  Dement-

sprechend vermag  sie denn  auch  gerade nur  eine  einzige Kapitalmarkttransaktion  zu 

nennen – Festübernahme der Kapitalerhöhung der  I AG –, an der sie in der Funktion 

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eines Emissionshauses beteiligt war. Zudem operierte sie dabei nur als Konsortialmit-

glied  und  erfolgte  die  Transaktion  nicht  im  streitbetroffenen  Geschäftsjahr  2007,  son-

dern erst 2009. 

Demnach kann keine Rede davon sein, die Pflichtige habe 2007 die gleichen 

Risiken wie eine Effektenhändlerin nach BEHG getragen, sodass ihr auch insofern die 

Bildung der fraglichen pauschalen Wertberichtigung verwehrt bleiben muss. 

e)  Selbst  wenn  die  Pflichtige  als  Effektenhändlerin  im  Sinn  des  BEHG  gälte, 

könnte  sie  die  pauschale Wertberichtigung  gemäss  Merkblatt  –  wie  erwähnt  –  jeden-

falls  nicht  auf  der  Beteiligung,  sondern  nur  auf  den  als  Umlaufvermögen  bilanzierten 

Wertschriftenbestand von Fr. 4'749'621.- beanspruchen. 

f)  Die Pflichtige behauptet  sodann  nicht,  auf  ihrem Wertschriftenbestand hät-

ten sich im streitigen Geschäftsjahr 2007 konkrete Risiken verwirklicht, die zur Bildung 

einer  entsprechenden  (nicht  pauschalen)  Wertberichtigung  berechtigten.  Somit  steht 

ihr auch diesbezüglich keine entsprechende Korrekturbuchung zu. 

g) Insgesamt erweist sich demnach die streitige pauschale Wertschwankungs-

reserve  als  nicht  geschäftsmässig  begründet,  was  zur  Bestätigung  ihrer  Aufrechnung 

beim steuerbaren Reingewinn und Eigenkapital durch die Vorinstanz führt. 

3. Aufgrund dieser Erwägungen sind die Rechtsmittel abzuweisen. Ausgangs-

gemäss sind die Kosten des Verfahrens  der Pflichtigen aufzuerlegen (Art. 144 Abs. 1 

DBG und § 151 Abs. 1 StG). 

Demgemäss erkennt die Kammer: 

1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 

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2.  Der Rekurs wird abgewiesen. 

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