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**Case Identifier:** b6950847-dcc5-519f-8ffb-91a05434d45e
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-02-13
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 13.02.2018 200 2017 579
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2017-579_2018-02-13.pdf

## Full Text

200 17 579 IV
KOJ/ABE/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 13. Februar 2018

Verwaltungsrichter Kölliker, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Grütter, Verwaltungsrichter Schütz
Gerichtsschreiberin Abenhaim

A.________
vertreten durch B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 16. Mai 2017

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Feb. 2018, IV/17/579, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1993 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
reichte – nachdem die Invalidenversicherung (IV) einen Antrag auf Sonder-
schulmassnahmen im Jahr 2004 abgelehnt hatte – im Mai 2012 erstmals 
ein Leistungsgesuch für Erwachsene ein; dabei verwies sie unter anderem 
auf einen globalen Entwicklungsrückstand, eine niedrige Intelligenz und ein 
„abgekapseltes Sozialverhalten“ (Antwortbeilage [AB] 2, 9, 12). Daraufhin 
nahm die IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin) erwerbliche und 
medizinische Abklärungen vor und veranlasste bei der Stiftung C.________ 
eine vierwöchige Arbeitsmarktlich-Medizinische Abklärung (AMA; AB 33). 
Alsdann wies sie das Leistungsbegehren mangels eines invalidisierenden 
Leidens mit unangefochten gebliebener Verfügung vom 12. März 2013 (AB 
53) ab.

B.

Am 30. Dezember 2015 wurde die Versicherte durch die psychiatrischen 
Dienste D.________ zur Früherfassung gemeldet (AB 56), worauf die IVB 
aktuelle Berichte behandelnder Ärzte einholte (AB 57 ff.) und nach Konsul-
tation ihres Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD; AB 70 ff.) eine psychia-
trische Untersuchung anordnete (AB 73). Gestützt auf das entsprechende 
Gutachten vom 10. Februar 2017 (AB 81.1) verfügte die IVB – nach durch-
geführtem Vorbescheidverfahren (AB 82 ff.) – am 16. Mai 2017 erneut auf-
grund fehlender Invalidität die Abweisung des Leistungsgesuchs (AB 91).

C.

Gegen die Verfügung vom 16. Mai 2017 erhob die Versicherte, vertreten 
durch B.________, am 16. Juni 2017 Beschwerde mit folgenden Anträgen:

1. Die IV-Verfügung vom 16.05.2017 sei aufzuheben.

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2. Die Arbeitsfähigkeit sei weiter medizinisch und praktisch abzuklären.

3. Nach Vorliegen eines Belastbarkeitsprofils sei die berufliche Reintegration mit 

der attestierten Restarbeitsfähigkeit durchzuführen, beispielsweise in Form

eines IV-Aufbautrainings.

4. Der Rentenanspruch sei abzuklären.

5. Die Ergebnisse der Stellungnahme des zuletzt behandelnden Psychiaters Dr. 

E.________, (…), der neuropsychologischen Untersuchung im Spital 

F.________ 2003 und weiterer medizinischer/therapeutischer Berichte sowie In-

tegrations-Massnahmen finden Berücksichtigung in einem späteren IV-

Entscheid.

6. Gewährung von unentgeltlicher Prozessführung.

Zur Begründung wird geltend gemacht, der Sachverhalt sei ungenügend 
abgeklärt. Trotz zahlreicher Integrationsmassnahmen sei es der Beschwer-
deführerin nicht gelungen, im ersten Arbeitsmarkt Fuss zu fassen; sie sei 
aufgrund eines psychischen Gesundheitsschadens invalid. In Aussicht ge-
stellte Unterlagen liess die Beschwerdeführerin am 17. Juli 2017 nachrei-
chen (Beschwerdebeilage [BB] 8 ff.).

Mit Beschwerdeantwort vom 30. Oktober 2017 beantragt die Beschwerde-
gegnerin die Abweisung der Beschwerde.

Am 1. November 2017 hiess der Instruktionsrichter das Gesuch um unent-
geltliche Rechtspflege betreffend die Verfahrenskosten gut.

Mit Replik vom 23. November 2017 und Duplik vom 5. Dezember 2017 
hielten die Parteien an ihren bisherigen Anträgen und Ausführungen fest.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 

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Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 16. Mai 2017 (AB 91). 
Streitig und zu prüfen ist der Leistungsanspruch der Beschwerdeführerin 
und dabei namentlich die Vollständigkeit der Sachverhaltsabklärung.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-

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lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen 
Tätigkeitsbereich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung ver-
bleibende Erwerbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf 
dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle 
oder bloss teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Er-
werbsunfähigkeit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.2 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und 
bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein solcher auf eine Vier-
telsrente.

2.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

2.4 Wurde eine Rente wegen eines fehlenden oder zu geringen Invali-
ditätsgrades bereits einmal verweigert, so wird eine neue Anmeldung nur 
geprüft, wenn die versicherte Person glaubhaft macht, dass sich der Grad 
der Invalidität in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat 
(Art. 87 Abs. 2 und 3 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invali-
denversicherung [IVV; SR 831.201]).

Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache mate-
riell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Per-
son glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch 

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tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei ei-
nem Revisionsfall nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vorzugehen (SVR 2011 IV Nr. 
2 S. 8 E. 3.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der frühe-
ren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie 
das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zusätzlich noch zu prüfen, ob die 
festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine rentenbegründende 
Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall 
obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 
198 E. 3a S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1).

Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invaliditätsgrad 
erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuanmeldungsver-
fahren – analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG – durch Ver-
gleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten materiellen 
Beurteilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit demjenigen 
zur Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 S. 112).

3.

Die Beschwerdegegnerin ist auf die Neuanmeldung eingetreten, womit die 
Eintretensfrage gerichtlich nicht zu beurteilen ist (BGE 109 V 108 E. 2b 
S. 114). Zu prüfen ist, ob eine für den Leistungsanspruch potentiell relevan-
te Veränderung in den tatsächlichen Verhältnissen eingetreten ist, wobei 
der Sachverhalt im Zeitpunkt der anspruchsverneinenden Verfügung vom 
12. März 2013 (AB 53) mit demjenigen im Zeitpunkt der angefochtenen 
Verfügung vom 16. Mai 2017 (AB 91) zu vergleichen ist (E. 2.4 hiervor).

3.1 Die Verfügung vom 12. März 2013 (AB 53) basierte in medizinischer 
Hinsicht auf folgenden Einschätzungen:

3.1.1 Im neuropsychologischen Untersuchungsbericht vom 12. Septem-
ber 2012 (AB 38) hielt Dr. phil. G.________, Fachpsychologe für Neuro-
psychologie, RAD, fest was folgt:

Leichte kognitive Minderfunktionen ohne Krankheitswert mit

- partiellen exekutiven Minderfunktionen

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- reduzierten mental-räumlichen und konstruktiven Funktionen

- diskret reduzierter sensorischer Simultankapazität

Die verbalen Gedächtnisleistungen hätten sich anlässlich der Testung als 
ausgesprochen solide erwiesen; im freien Spätabruf sei die obere Norm-
grenze sogar überschritten worden. Im Spektrum der Exekutivfunktionen 
fänden sich leichte Schwächen (z.B. im visuellen Arbeitsgedächtnis und in 
der Handlungsplanung). Die nonverbale Grundintelligenz liege mit einem 
approximativen IQ von 89 innerhalb des Normbereiches bzw. im Überg-
angsbereich von Kleinklasse zu Realschule. Die räumlich-mentalen Funkti-
onen seien vergleichsweise schwächer und lägen leicht unter der 
Normgrenze. Lesen und Schreiben sei unbeeinträchtigt, d.h. auf gutem 
Niveau funktionell nutzbar. Zwar seien die Rechenkompetenzen ver-
gleichsweise schwächer, entsprächen aber immer noch einem guten Klein-
klassenniveau, d.h. die Mehrheit der Kleinklassenabsolventen sei im 
Rechnen schwächer als die Explorandin. Die Diagnose einer Dyskalkulie 
finde keine Bestätigung. Damit diese Diagnose gestellt werden könne, 
müssten die Rechenkompetenzen markant unter der allgemeinen Intelli-
genz bzw. der Grundintelligenz liegen, was hier nicht der Fall sei.

3.1.2 Im Untersuchungsbericht vom 26. September 2012 (AB 44) vernein-
te med. pract. H.________, Fachärztin für Neurologie sowie Psychiatrie 
und Psychotherapie, das Vorliegen psychiatrischer Diagnosen nach ICD-
10. Neuropsychologisch beständen leichte kognitive Minderfunktionen mit 
partiellen exekutiven Minderfunktionen. Bei einem angepassten Ausbil-
dungsgang seien diese jedoch ohne Krankheitswert. Die 2003 gestellte 
Diagnose der Dyskalkulie finde bei der aktuellen Untersuchung keine 
Bestätigung. Die Explorandin bewege sich schulisch auf solidem Kleinklas-
senniveau. Ein IQ von 89 nonverbal liege im Normbereich. Möglicherweise 
sei aufgrund der Kleinklassen- und der anthroposophischen Steinerschul-
bildung sowie Dekonditionierung eine gewisse Vulnerabilität entstanden, 
welche die Aufnahme einer Attestlehre erschwert habe. Wegen unrealisti-
scher Ausbildungsziele sei es zu einer erhöhten Frustration in nicht ange-
passten Ausbildungsbereichen gekommen. Die Explorandin zeige in ihren 
Stärken (kreatives Arbeiten) keinerlei Leistungseinbussen. Auch handwerk-
lich zeige sie sich geschickt. Zur Veränderung der dysfunktionalen Strate-

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gien sei eine begleitende Psychotherapie angezeigt. Eine psychische Er-
krankung nach ICD-10 sei jedoch nicht vorhanden. 

3.1.3 Dr. med. I.________, Fachärztin für Arbeitsmedizin, RAD, fasste am 
8. November 2012 zusammen (AB 46), die Versicherte sei hinsichtlich ihrer 
kognitiven Fähigkeiten mit denselben Einschränkungen der Ausbildungs- 
und Eingliederungsfähigkeit konfrontiert, wie dies jeder Kleinklassenabsol-
vent sei. Aus medizinischer Sicht seien die Voraussetzungen für die Über-
nahme einer erstmaligen beruflichen Ausbildung (EBA) nicht erfüllt.

3.2 Für den massgebenden Vergleichszeitpunkt vom 16. Mai 2017 (AB 
91) lässt sich den Akten im Wesentlichen Folgendes entnehmen:

3.2.1 Im Bericht der psychiatrischen Dienste D.________ vom 5. Februar 
2016 (AB 63) wurden folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits-
fähigkeit genannt:

- Angststörung (ICD-10 F41.9) höchstwahrscheinlich seit mehreren Jahren

- Panikattacken seit ca. Juni 2015

- DD Beginnende Erkrankung aus dem schizophrenen Formenkreis (ICD-10 F.20)

- DD Hypochondrische Störung (ICD-10 F45.2)

- Unterdurchschnittliche niedrige Intelligenz im Bereich einer Lernbehinderung,

seit 2011 diagnostiziert

- Schwere Dyskalkulie seit 2003

- Verdacht auf Autismus-Spektrumsstörung (ICD-10 F84)

Die Patientin äussere ausgeprägte Ängste um ihre Gesundheit und Zukunft 
sowie vor dem Alleinsein. Es sei fraglich, ob sie wahnhaft oder hypochon-
drisch sei. Klare Hinweise auf Wahn beständen nicht; gelegentlich höre sie 
imperative Stimmen und es manifestiere sich ein Depersonalisationserle-
ben. Im Affekt sei sie niedergeschlagen, ängstlich, innerlich unruhig und 
habe Insuffizienzgefühle. Derzeit bestehe keine Arbeitsfähigkeit.

3.2.2 Im Bericht der Klinik J.________ vom 27. Mai 2016 (AB 69) wurden 
als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit genannt:

• Lernschwäche (aktenanamnestisch)

• Dyskalkulie (aktenanamnestisch)

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• Gemischte Angststörung (ICD-10 F41.3)

• Multiple somatische Symptome

• Derealisations- und Depersonalisationserleben (ggf. im Rahmen der 

Angststörung) 

Die Angstsymptomatik scheine stark von äusseren Faktoren abhängig, 
insbesondere im Arbeitskontext. Es sei von einer langfristigen reduzierten 
Belastbarkeit und Frustrationstoleranz auszugehen. Bis auf Weiteres be-
stehe eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit. Eine behinderungsangepasste 
Tätigkeit sei ab sofort denkbar (halbtags mit einem Belastungsprofil von 20-
50%). Die tatsächliche Leistungsfähigkeit sei abzuklären.

3.2.3 Die RAD-Ärztin Dr. med. K.________, Fachärztin für Neurologie 
sowie für Psychiatrie und Psychotherapie, führte in der Stellungnahme vom 
28. Juni 2016 (AB 71) aus, die funktionellen Einschränkungen beständen 
u.a. in einer reduzierten psychophysichen Belastbarkeit und in einer einge-
schränkten Stress- und Frustrationstoleranz. Gegenüber dem Jahr 2012 sei 
eine Verschlechterung des Gesundheitszustands ausgewiesen: während 
früher von einem Fehlen einer langandauernden psychiatrischen Erkran-
kung ausgegangen worden sei, liege nun eine wechselnd nuancierte 
Angststörung, d.h. eine nicht näher bezeichnete Angststörung, vor.

3.2.4 Im versicherungspsychiatrischen Gutachten vom 10. Februar 2017 
(AB 81.1) führte Dr. med. L.________, Facharzt für Psychiatrie und Psy-
chotherapie, im Wesentlichen Folgendes aus:

Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:

• Keine

Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit: 

• Dyskalkulie als Teilleistungsstörung in der Kindheit diagnostiziert

• Fragliche Angststörung mit Panikattacken nicht näher bezeichnet (ICD-

10 F41.9)

• beziehungsweise gemischte Angststörung (ICD-10 F41.3), aus versiche-

rungspsychiatrischer Sicht diskussionsbedürftig

• differentialdiagnostisch Beginn der Erkrankung aus dem schizophrenen 

Formenkreis (ICD-10 F20)

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• differentialdiagnostisch hypochondrische Störung (ICD-10 F45.2)

• differentialdiagnostisch Autismus-Spektrum-Störung (ICD-10 F84)

• differentialdiagnostisch womöglich keine eigenständige primär psychi-

sche Störung bei schizotypen Persönlichkeitseigenschaften und krank-

heitsfremden Faktoren

In Bezug auf die in den Vorakten angegebene „niedrige Intelligenz“ müsse 
aus gutachterlicher Sicht angemerkt werden, dass jene nicht vorbeschrie-
ben, sondern vielmehr als Teilleistungsstörung beschrieben worden sei. 
Der globale Entwicklungsrückstand sei in der neuropädiatrischen Einschät-
zung eben gerade nicht aufrechterhalten worden. Betreffend den anhand 
des HAWIK (Intelligenztest für Kinder) ermittelten Gesamt-IQ von 73 müsse 
ausserdem gesagt werden, dass ein IQ von 70 und darüber noch keine 
Intelligenzminderung darstelle; erst bei Werten im Bereich von 50 bis 69 
werde von einer leichten Intelligenzminderung (ICD-10 F70) gesprochen, 
wobei von einer derartigen Störung vorliegend nicht die Rede sein könne 
(S. 17). Festzustellen sei ausserdem, dass die Explorandin – abgesehen 
von den sehr frühen Berichten einer Entwicklungsverzögerung und einer 
Dyskalkulie – ca. bis zum 22. Altersjahr keine Symptome einer psychiatri-
schen Erkrankung erlitten habe und auch keine Behandlungen stattgefun-
den hätten (S. 19). Wenn subjektiv Halluzinationen angegeben würden, sei 
jeweils kritisch zu überprüfen, ob tatsächlich inhaltliche Denkstörungen 
oder Wahrnehmungsstörungen vorlägen oder ob sich die betroffene Person 
erhoffe, dadurch als schwerer erkrankt angesehen zu werden. Anlässlich 
der aktuellen Untersuchung seien keinerlei Hinweise auf formale oder in-
haltliche Denkstörungen erhoben worden, obwohl die Explorandin entspre-
chende Angaben (optische und akustische Halluzinationen mit dialogischen 
Stimmen, durchsichtiges Netz vor den Augen, Sprachrohr, usw.) gemacht 
habe (S. 20). Aus der Gesamteinschätzung ergäben sich in der aktuellen 
Untersuchung keine Hinweise auf das Vorliegen einer Erkrankung aus dem 
Bereich der Schizophrenie. Und selbst die Diagnose einer Angststörung mit 
Panikattacken sei aus gutachterlicher Sicht kritisch zu hinterfragen. Es sei 
nicht nachvollziehbar belegt, dass die Versicherte Panikattacken erlitten 
habe, welche die Kriterien derartiger paroxysmaler Angst gemäss ICD-10 
erfüllt hätten (S. 21). Zusammengefasst seien die Berichte aus der Kindheit 
für den aktuellen Zeitpunkt des Erwachsenenalters nicht mehr nachvoll-

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ziehbar und die unterschiedlichen Symptome, die teilweise körperorientiert 
und teilweise wahnhaft anmutend beschrieben worden seien, seien nicht 
einer eigenständigen primär psychischen Störung zuordenbar. Vielmehr sei 
der Versicherten die Aufnahme einer normalen Tätigkeit zumutbar; aller-
dings würde sie dabei – wie bei der Abklärung in der Stiftung C.________ – 
sehr schnell Stress verspüren, auf eine besondere Behandlung ihrer Per-
son hinweisen und den Weg einer beruflichen Tätigkeit nicht weiter verfol-
gen. Ob dies Ausdruck einer psychischen Störung sei, möge durch 
Behandler und Gutachter durchaus unterschiedlich eingeschätzt werden. 
Anlässlich der aktuellen Untersuchung könne keine eigenständige primär 
psychische Störung erkannt werden. Auch im Bereich der Autismus-
Spektrum-Störung werde keine solche erkannt; es gebe keine entspre-
chenden Hinweise, sondern zu viele unterschiedliche, auf motivationale 
Faktoren hinweisende Beschwerdeschilderungen (S. 23). Versicherungs-
psychiatrisch bestehe keine Arbeitsunfähigkeit (S. 27).

3.2.5 Dr. med. M.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, 
legte im Bericht datierend vom 1. März 2017 (BB 8) dar, die Beschwerde-
führerin sei vom 20. Oktober 2016 bis zum 18. Mai 2017 bei ihm in Be-
handlung gewesen. Dabei seien die psychotischen Elemente immer 
deutlicher geworden. Während der total 17 Sitzungen habe er nie den Ein-
druck gehabt, dass die Patientin ihre Beschwerden und insbesondere das 
psychotische Erleben vorspiele. Die anamnestisch und vom Zentrum 
N.________ beschriebenen relevanten kognitiven Einschränkungen im 
Sinne einer paranoid-halluzinatorischen Schizophrenie könne er bestäti-
gen.

3.2.6 Im Bericht des Zentrums N.________ vom 5. Mai 2017 (BB 9) wur-
de Folgendes dargelegt:

• Paranoide Schizophrenie (ICD-10 F20.0)

• Teils remittierte (leichte bis mittelschwere) rezidivierende depressive 

Episoden (ICD-10 F33.1)

• Panikattacken

Die von der Patientin geschilderten Halluzinationen (z.B. Einfluss von 
Energien, wahrnehmbare 5. Dimension, sich wie unter einer Käseglocke 

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fühlen) seien als bizarre, nihilistische und somatische Ideen in schwerer 
und psychotischer Ausprägung zu werten. Die Symptome erfüllten die Kri-
terien für eine aktuelle Psychose. Ferner seien die Beschreibungen, von 
negativen Energien beobachtet und verfolgt zu werden (Verschwörung, 
Geister) als wahnhaft-paranoide Ideen zu werten, welche die Kriterien einer 
Psychose ebenfalls erfüllten (S. 4). Die schliesslich geschilderten Phäno-
mene (Druck fremder Hände auf dem Gesicht, Stimmenhören, u.a.) seien 
als Wahrnehmungsveränderungen im Sinne akustischer und somatischer 
Halluzinationen in schwerer psychotischer Ausprägung zu qualifizieren 
(S. 5). Es beständen Hinweise auf wiederkehrende mittelschwere depressi-
ve Episoden sowie für bis zu 7 Panikattacken (2015/2016) mit unerwartet 
auftretender grosser Angst, die von Herzrasen, Schwitzen, Hyperventilati-
on, Schwächegefühl, Kribbeln an den Armen, Gefühl von Kontrollverlust 
begleitet worden seien. Diese Attacken würden die Kriterien für eine Panik-
attacke aber nicht erfüllen (S. 6). Nach Durchführung der neurokognitiven 
Testbatterie könne festgestellt werden, dass die Patientin dennoch in vielen 
Bereichen durchschnittliche Resultate erbracht habe; Defizite hätten sich 
namentlich in der Verarbeitungsgeschwindigkeit gezeigt. Empfehlenswert 
seien unterstützende Massnahmen mit dem Ziel der beruflichen Wieder-
eingliederung, gegebenenfalls in einem geschützten Rahmen (S. 8).

3.2.7 Am 17. Oktober 2017 nahm der Gutachter Dr. med. L.________ 
Stellung (in den Gerichtsakten) zu den neu ins Recht gelegten Berichten. 
Dr. med. M.________ habe in seinem Bericht allein die im Gutachten wie-
dergegebenen subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin zitiert, welche 
in der Interpretation aber eben gerade nicht als zutreffende Psycho-
pathologika gewürdigt worden seien. Die Diagnosestellung des Zentrums 
N.________ sei nicht nachvollziehbar: Entweder bestehe eine affektive 
Störung oder eine schizophrene Psychose mit womöglich affektiven Antei-
len. Grundsätzlich könne aber nicht mit an Sicherheit grenzender Wahr-
scheinlichkeit von „Richtigkeit oder Falschheit“ einer medizinischen 
Einschätzung gesprochen werden. Die diagnostische Zuordnung sei nach 
wie vor unklar, wobei die krankheitsfremden Faktoren überwiegten. Das 
Ausüben einer beruflichen Tätigkeit sei der Beschwerdeführerin zumutbar; 
es ergäben sich keine neuen Aspekte.

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3.3 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass das 
Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, unab-
hängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, ob 
die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352; SVR 2015 IV Nr. 28 S. 86 E. 4.1).

3.4 Gestützt auf die nach der Neuanmeldung eingegangenen Unterla-
gen hat die RAD-Psychiaterin Dr. med. K.________ am 28. Juni 2016 fest-
gestellt, dass eine Verschlechterung des Gesundheitszustands 
ausgewiesen sei, indem neu eine nicht näher bezeichnete (und betreffend 
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit noch ungeklärte) Angststörung vor-
liege (AB 71/7). Ungeachtet der diagnostischen Unklarheiten (dazu vgl. E. 
3.6 hiernach) ist eine gesundheitliche Verschlechterung und damit ein Re-
visionsgrund erstellt. Folglich ist der Rentenanspruch der Beschwerdefüh-
rerin umfassend zu prüfen (vgl. E. 2.4 hiervor).

3.5 Die Beschwerdegegnerin hat bei Erlass der angefochtenen Verfü-
gung vom 16. Mai 2017 (AB 91) hauptsächlich auf das psychiatrische Gut-
achten vom 10. Februar 2017 (AB 81.1) abgestellt. Dieses ist umfassend, 
beruht auf einlässlichen anamnestischen Erhebungen und eigenen Unter-
suchungen, berücksichtigt die geklagten Beschwerden und wurde in 

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Kenntnis der Vorakten erstellt. Die Expertise ist in der Darlegung der Be-
funde, der Diagnosen und der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit wider-
spruchsfrei und nachvollziehbar begründet (vgl. auch AB 90); sie erfüllt die 
höchstrichterlichen Anforderungen an Gutachten und erbringt vollen Be-
weis (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b bb S. 353). Die in der Beschwerde geäus-
serte Kritik am Gutachten verfängt – wie nachfolgend aufgezeigt wird – 
nicht.

3.5.1 Soweit in der Beschwerde (S. 2 f.) vorab und sinngemäss geltend 
gemacht wird, die Schlussfolgerungen des Gutachters Dr. med. 
L.________ ständen im Widerspruch zu den übrigen Beurteilungen des 
Gesundheitszustands und namentlich zu Arbeitsfähigkeitseinschätzungen 
anderer Ärzte, vermag dies die Beweiskraft der Expertise nicht zu entkräf-
ten. Abgesehen davon, dass das Gericht der Erfahrungstatsache Rech-
nung tragen darf und soll, dass behandelnde Ärzte mitunter im Hinblick auf 
ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zugunsten 
ihrer Patienten aussagen (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b cc S. 353), ist auf die 
unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des therapeutisch tätigen 
(Fach-)Arztes einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten 
Experten anderseits hinzuweisen (dazu vgl. auch AB 81.1/23). Diese lässt 
es nicht zu, ein medizinisches Administrativgutachten stets in Frage zu 
stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn behan-
delnde Ärzte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. Da Letztere 
hier keine wichtigen Aspekte benannt haben, die im Rahmen der Begutach-
tung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind, führt die Divergenz in den 
Beurteilungen nicht zur Notwendigkeit weiterer medizinischer Abklärungen 
(SVR 2008 IV Nr. 15 S. 44 E. 2.2.1).

3.5.2 Wenn ferner geltend gemacht wird, die Beschwerdegegnerin habe 
den im Anhörungsverfahren in Aussicht gestellten Arztbericht (vgl. AB 87/2) 
vor Erlass der Verfügung nicht abgewartet (Beschwerde, S. 3), ändert dies 
nichts. Denn zum einen kam die RAD-Psychiaterin nach einlässlicher Aus-
einandersetzung mit den Einwänden zum Schluss, es könne ohne weiteres 
auf die schlüssigen und fundierten Einschätzungen des Gutachters abge-
stellt werden (AB 90/3). Und zum anderen legt die Beschwerdeführerin 
nicht dar, inwiefern der entsprechende Bericht die Schlussfolgerungen der 

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Administrativexpertise relativiert hätte. Abgesehen davon liegt die fragliche 
Stellungnahme von Dr. med. M.________ nunmehr vor; seiner im Nach-
gang zur Beschwerde eingereichten Einschätzung vom 1. März 2017 (BB 
8) kann indessen nichts entnommen werden, das die Beweiskraft des 
psychiatrischen Gutachtens in Zweifel zöge. Vielmehr hat Dr. med. 
L.________ korrekt darauf hingewiesen, dass dessen Ausführungen aus 
gutachterlicher Sicht, d.h. insbesondere mit Blick auf ein (notwendiges) 
kritisches Hinterfragen der Diagnosen sowie der Auswirkungen motivatio-
naler Faktoren, nicht überzeugend seien. So habe Dr. med. M.________ 
die im Gutachten zitierten Angaben der Explorandin wiedergegeben, ob-
wohl diese dort eben gerade nicht als zutreffende Psychopathologika inter-
pretiert seien (Bericht vom 17. Oktober 2017 [in den Gerichtsakten]).

3.5.3 Was schliesslich das gerügte Unterlassen des Einholens eines Be-
richts der Stiftung X._____ anbelangt (Beschwerde, S. 3), ist festzustellen, 
dass die Verwaltung nicht gehalten ist, bei sämtlichen involvierten Stellen 
Abklärungen zu treffen. Im Rahmen des Anspruchs auf rechtliches Gehör 
sind nur über jene Tatsachen Beweise abzunehmen, die für die Entschei-
dung der Streitsache erheblich sind, wobei auf ein beantragtes Beweismit-
tel verzichtet werden kann, wenn die Behörde den Sachverhalt gestützt auf 
ihre eigene Sachkenntnis bzw. Abklärungen selber zu würdigen vermag 
(BGE 122 V 157 E. 1d S. 162). Ausserdem obliegt die Beurteilung des Ge-
sundheitszustandes resp. die Einschätzung der funktionellen Leistungs-
fähigkeit einer versicherten Person in erster Linie ärztlichen Fachpersonen 
(vgl. BGE 132 V 93 E. 4 S. 99). Damit ist eine anderslautende Auffassung 
der Eingliederungsfachperson für sich allein nicht geeignet, fachärztliche 
Erkenntnisse umzustossen, zumal sich im Schlussbericht der Stiftung 
X._____ zuhanden des Sozialdienstes (als Auftraggeber) auch Anzeichen 
für eine Selbstlimitierung der Beschwerdeführerin ergaben (BB 10).

3.6 Die Beschwerdegegnerin hat somit zu Recht auf das psychiatrische 
Gutachten vom 10. Februar 2017 (AB 81.1) abgestellt. Dieses überzeugt 
ohne weiteres. Dr. med. L.________ hat sich mit den Einschätzungen der 
behandelnden Ärzte auseinander gesetzt und einlässlich begründet, wes-
halb seiner Auffassung nach ein psychischer Gesundheitsschaden mit 
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit diskutiert werden kann, jedoch die von 

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den behandelnden Ärzten aufgrund sehr unterschiedlicher Symptome vor-
genommenen diagnostischen Zuordnungen nicht einer eigenständigen 
primär psychischen Störung zuordenbar sind, womit die von ihnen gestell-
ten Diagnosen nicht überwiegend wahrscheinlich erstellt sind. Dies zeigt 
sich u.a. auch darin, dass unter den behandelnden Ärzten keine Einigkeit in 
diagnostischer Hinsicht besteht (vgl. AB 63/2, 69/2, BB 9 f.). Auch wies der 
Gutachter zu Recht darauf hin, dass im invalidenversicherungsrechtlichen 
Verfahren – im Gegensatz zum therapeutischen Ansatz – nicht unbesehen 
auf die Angaben der Beschwerdeführerin abgestellt werden kann. Dies 
betrifft namentlich Angaben von Halluzinationen (vgl. AB 81.1/20), aber 
auch Angaben betreffend die Konzentrationsfähigkeit (20 Minuten [AB 59/2] 
bzw. 3 Stunden [AB 81.1/14]). In Übereinstimmung zur Stiftung X._____ 
(vgl. BB 10; vgl. E. 3.5.3 hiervor) wies der Gutachter denn auch auf motiva-
tionelle Faktoren hin, welche die Beschwerdeführerin einschränkten (AB 
81.1/23). Ein invalidisierender psychischer Gesundheitsschaden ist jedoch 
zu verneinen.

Der Facharzt Dr. med. L.________ hat aus versicherungsmedizinischer 
Sicht einlässlich, nachvollziehbar und überzeugend dargelegt, dass und 
weshalb die (Verdachts-)Diagnose einer Schizophrenie nicht zu bestätigen 
ist: Insbesondere seien anlässlich der Untersuchung keinerlei Hinweise auf 
formale oder inhaltliche Denkstörungen auszumachen gewesen, obwohl 
die Explorandin entsprechende Angaben (z.B. optische und akustische 
Halluzinationen) gemacht habe (AB 81.1/20). Die teilweise wahnhaft anmu-
tend beschriebenen, sehr unterschiedlichen Symptome konnte der Gutach-
ter keiner eigenständigen psychischen Störung zuordnen (AB 81.1/23). 
Damit in Einklang zu bringen ist die Einschätzung der Ärzte der Klinik 
J.________, welche die Derealisations- und Depersonalisationserleben im 
Rahmen der Angststörung sahen (AB 69/2) bzw. die Einschätzung der Ärz-
te der psychiatrischen Dienste D.________, welche es als fraglich erachte-
ten, ob die Beschwerdeführerin wahnhaft oder hypochondrisch sei resp. 
klare Hinweise auf Wahn verneinten (AB 63/3). Ausserdem wurden weder 
objektive psychopathologische Befunde erhoben noch war offenbar eine 
antipsychotische bzw. neuroleptische Medikation notwendig. Damit sind die 
angegebenen Wahrnehmungen als Pseudohalluzinationen zu interpretie-
ren, d.h. nicht als Ausdruck einer psychotischen Störung zu bewerten.

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Ebenso überzeugt, dass der Gutachter die in den Vorakten erwähnte Dia-
gnose einer leichten Intelligenzminderung nicht bestätigt hat. Gemäss dem 
internationalen Klassifikationssystem ICD-10 werden die Intelligenzminde-
rungen in leichte (IQ 50 bis 69), mittelgradige (IQ 35 bis 49), schwere 
(IQ 20 bis 34) und schwerste (IQ unter 20) Fälle eingeteilt. Im vorliegenden 
Fall besteht mit einem IQ von 89 (AB 38/4; BB 9) bzw. von 73 (AB 22, 24, 
81.1/17) somit keine (leichte) Intelligenzminderung im Sinne der ICD-10 
(vgl. Entscheide des Bundesgerichts [BGer] vom 6. November 2009, 
9C_664/2009, E. 3, und vom 24. September 2014, 8C_108/2014, E. 2.2; 
vgl. bereits AB 25/2).

3.7 Der Sachverhalt ist rechtsgenüglich abgeklärt. Auf weitere Beweis-
massnahmen kann in antizipierter Beweiswürdigung (BGE 122 V 157 E. 1d 
S. 162) verzichtet werden. Namentlich ist – entgegen der Auffassung in der 
Beschwerde (S. 3) – nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin 
von einer weiteren neuropsychologischen Abklärung abgesehen hat. 
Rechtsprechungsgemäss sind neuropsychologische Untersuchungsergeb-
nisse stets im Kontext der übrigen (interdisziplinären) medizinischen Ab-
klärungsergebnisse zu würdigen und beweisrechtlich nur insoweit relevant, 
als sie sich in das Gesamtergebnis der medizinischen Sachverhaltsab-
klärung schlüssig einfügen (Entscheid des Eidgenössischen Versiche-
rungsgerichts [EVG; heute BGer] vom 7. Juni 2006, I 816/05, E. 3.2.2). Mit 
Blick auf die umfassende neuropsychologische Abklärung im Jahr 2012 
(AB 38), die neuropsychologische Testung im Jahr 2017 (BB 9 [S. 7 f.]) und 
die unauffälligen neurokognitiven Funktionen anlässlich der Exploration (AB 
81.1/14) bedarf es diesbezüglich keiner weiteren Abklärungen (AB 90).

Nach dem Dargelegten ist erstellt, dass keine Diagnose mit Auswirkung auf 
die Arbeitsfähigkeit vorliegt, womit es von vornherein an einem invalidisie-
renden Gesundheitsschaden fehlt. Die unlängst erfolgte Praxisänderung 
betreffend psychische Gesundheitsschäden (zur Publikation vorgesehenes 
Urteil des BGer vom 30. November 2017, 8C_130/2017) wirkt sich in der 
vorliegenden Konstellation nicht aus, denn angesichts der fehlenden Ar-
beitsunfähigkeit erübrigt sich eine sog. Indikatorenprüfung im Rahmen ei-
nes strukturierten Beweisverfahrens (vgl. BGer 8C_130/2017, E. 7.1 und 
8.1 mit Hinweis auf BGE 141 V 281 E. 2 S. 285 ff.).

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Die Beschwerdegegnerin hat einen Anspruch auf Leistungen der Invaliden-
versicherung mit Verfügung vom 16. Mai 2017 (AB 91) zu Recht verneint. 
Die dagegen erhobene Beschwerde ist abzuweisen.

4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen.

Vorliegend werden die Verfahrenskosten auf Fr. 800.-- festgesetzt und der 
unterliegenden Beschwerdeführerin auferlegt (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Auf-
grund der gewährten unentgeltlichen Rechtspflege (Verfügung vom 1. No-
vember 2017) wird die Beschwerdeführerin – unter Vorbehalt der 
Nachzahlungspflicht gemäss Art. 123 der Schweizerischen Zivilprozess-
ordnung vom 19. Dezember 2008 (ZPO; SR 272) – vorläufig von der Zah-
lungspflicht befreit (Art. 113 VRPG).

4.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf 
eine Parteientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. 
Art. 61 lit. g ATSG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen 

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Rechtspflege wird die Beschwerdeführerin – unter Vorbehalt der Nach-
zahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO – jedoch von der Zahlungspflicht 
befreit.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- B.________  z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.