# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 91b19f3f-0ade-5143-9fa5-08b2971e163e
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-11-20
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 20.11.2018 SK 2017 240
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2017-240_2018-11-20.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

2. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

2e Chambre pénale

Urteil
SK 17 240

Hochschulstrasse 17
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 20. November 2018 

Besetzung Obergerichtssuppleantin Schwendener (Präsidentin i.V.), 
Oberrichter Kiener, Oberrichterin Bratschi
Gerichtsschreiberin Bank

Verfahrensbeteiligte A.________
verteidigt durch Rechtsanwalt B.________

Beschuldigter/Berufungsführer

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Maulbeerstras-
se 10, Postfach 6250, 3001 Bern

Gegenstand Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Emmental-
Oberaargau (Einzelgericht) vom 3.5.2017 (PEN 2016 60)

2

Erwägungen:

I. Formelles

1. Vorgeschichte

Das Regionalgericht Emmental-Oberaargau (nachfolgend: Vorinstanz) sprach 
A.________ (nachfolgend: Beschuldigter), damals amtlich verteidigt durch Rechts-
anwalt C.________, mit Urteil vom 30.10.2014 (PEN 13 270; pag. 1194 ff., berich-
tigt am 29.12.2014, pag. 1206 ff.) frei von den Anschuldigungen der Widerhandlun-
gen gegen das Betäubungsmittelgesetz (BetmG; SR 812.121) in drei Fällen, des 
Siegelbruchs, des Bruchs amtlicher Beschlagnahme und der Irreführung der 
Rechtspflege, unter Auferlegung von 1/8 der erstinstanzlichen Verfahrenskosten, 
ausmachend CHF 7‘017.45, an den Kanton Bern (inkl. Entschädigung von 
CHF 3‘274.60 für die amtliche Verteidigung des Beschuldigten; Ziff. I des Urteils). 
Demgegenüber wurde der Beschuldigte der Widerhandlungen gegen das BetmG in 
neun Fällen schuldig erklärt und zu einer Freiheitsstrafe von 14 Monaten mit Ge-
währung des bedingten Vollzugs bei einer Probezeit von 2 Jahren, einer Verbin-
dungsbusse von CHF 1‘000.00 und zur Bezahlung von 7/8 der Verfahrenskosten, 
ausmachend CHF 49‘122.05, verurteilt (Ziff. II des Urteils). 

Auf die vom Beschuldigten, seit dem 17.3.2015 neu verteidigt durch Rechtsanwalt 
D.________, dagegen erhobene Berufung stellte die 2. Strafkammer des Oberge-
richts des Kantons Bern mit begründetem Beschluss vom 9.2.2016 (SK 15 24; 
pag. 1351 ff.) die Rechtskraft der Freisprüche, der dafür dem Kanton Bern auferleg-
ten Verfahrenskosten und der ausgerichteten Entschädigung fest (Ziff. 1 des Be-
schlusses). Sie hob Ziff. II, III und IV des Urteils vom 30.10.2014 aufgrund wesent-
licher Verfahrensmängel auf und wies die Sache zur Durchführung einer neuen 
Hauptverhandlung und zur Fällung eines neuen Urteils an das erstinstanzliche Ge-
richt zurück (Ziff. 2 des Beschlusses). Weiter beschloss die Kammer, diverse Ein-
vernahmeprotokolle und Dokumente aus den Akten zu entfernen und Aktenstellen 
unkenntlich zu machen, bis zum rechtskräftigen Abschluss des Verfahrens unter 
separatem Verschluss zu halten und danach zu vernichten (Ziff. 3 und 4 des Be-
schlusses). Die Kammer legte die Verfahrenskosten sowie die amtlichen Entschä-
digungen fest (Ziff. 5-9 des Beschlusses). Hinsichtlich der erstinstanzlichen (nicht 
auf die Einstellung entfallenden) Verfahrenskosten schied sie CHF 7‘000.00 aus 
und auferlegte sie dem Kanton Bern mit dem Hinweis, dass die restlichen bisher 
angefallenen erstinstanzlichen Verfahrenskosten von CHF 19‘199.85 (ohne Kosten 
der amtlichen Verteidigung) von der Vorinstanz im Rahmen des neuen Entscheids 
zu verlegen seien (Ziff. 5 des Beschlusses).

2. Erstinstanzliches Urteil

Das Regionalgericht Emmental-Oberaargau (Einzelgericht) erkannte daraufhin mit 
Urteil vom 3.5.2017 Folgendes (PEN 16 60; pag. 1568 ff.):

3

I. 

A.________ wird freigesprochen:

der Anschuldigung der Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, angeblich began-
gen Ende September / Anfang Oktober 2011 in E.________ durch Erwerb von einigen Hanfpflanzen 
für CHF 2‘000.00 sowie Beförderung dieser Pflanzen zum Domizil A.________, F.________strasse, 
G.________ (AS Ziff. 1.8.);

ohne Ausrichtung einer Entschädigung und ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten.

II. 

A.________ wird schuldig erklärt:

der Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, mehrfach begangen in der Zeit von 
Oktober 2010 bis Oktober / November 2012, in G.________ und anderswo durch:

1. Anbau im Frühling 2011 von ca. 100 Hanfpflanzen in G.________, beim sog. H.________, in ei-
nem Maisfeld und Anstalten treffen zum Befördern dieser Pflanzen am 16.09.2011 (AS 
Ziff. 1.1.);

2. Besitz von 54 Hanfpflanzen, festgestellt am 16.09.2011, in G.________, Domizil A.________, 
F.________strasse, Keller, sowie vorangehendem Anbau und Befördern dieser Pflanzen (AS 
Ziff. 1.2.);

3. Anbau von 17 Hanfpflanzen und 15 Stecklingen ab Sommer 2011 (festgestellt bei der Haus-
durchsuchung vom 13.10.2011) in G.________, Landwirtschaftsbetrieb, I.________(Ort), Spei-
cher (AS Ziff. 1.4.);

4. Anbau von 35 Hanfpflanzen und 186 Stecklingen ab Ende September 2011 (festgestellt bei der 
Hausdurchsuchung vom 13.10.2011) in G.________, Domizil A.________, F.________strasse, 
Keller (AS Ziff. 1.6.); 

5. Lagerung von Hanfblüten und Hanfpflanzen mit einem Gesamtgewicht von 29,436 kg (inkl. Ver-
packung) am 13.10.2011 (festgestellt bei der Hausdurchsuchung vom 13.10.2011) in 
G.________, Domizil A.________, F.________strasse, Estrich (AS Ziff. 1.7.);

6. Veräusserung von insgesamt 4 Gramm Cannabis an J.________ in K.________ unter zwei Ma-
len, davon ein Mal am / um den 21.10.2010 (AS Ziff. 1.9.);

7. Anbau von 362 Stecklingen und 109 Hanfpflanzen seit ca. Oktober / November 2012 (festge-
stellt bei der Hausdurchsuchung vom 30.11.2012) in G.________, Domizil A.________, 
F.________strasse, Keller und Estrich (AS Ziff. 1.10.);

8. Anbau von 110 Stecklingen und 7 Hanfpflanzen ab ca. Oktober / November 2012 (festgestellt 
bei der Hausdurchsuchung vom 30.11.2012) in G.________, Liegenschaft A.________, 
L.________weg, 2. Stock bzw. Estrich (AS Ziff. 1.11.);

und in Anwendung der 
Art. 34, 42 Abs. 1 und 4, 44, 47, 49 Abs. 1 und 2, 51 und 106 StGB, 
Art. 19 Abs. 1 BetmG,
Art. 19 Ziff. 1 aBetmG,
Art. 426 ff. StPO

4

verurteilt:

1. Zu einer Geldstrafe von 330 Tagessätzen zu CHF 60.00, ausmachend total CHF 19‘800.00, als 
Zusatzstrafe zum Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Emmental-Oberaargau vom 25.02.2015.

Die Untersuchungshaft von 62 Tagen wird im Umfang von 62 Tagessätzen auf die Geldstrafe 
angerechnet.

Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 4 Jahre festgesetzt.

2. Zu einer Verbindungsbusse von CHF 1‘800.00. Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhafter 
Nichtbezahlung wird auf 30 Tage festgesetzt.

3. Zu den noch nicht liquidierten Verfahrenskosten, bestimmt auf CHF 23‘254.85 (inkl. Auslagen, 
exkl. Kosten für die amtliche Verteidigung).

[…]

Wird keine schriftliche Begründung verlangt, reduziert sich die Gebühr um CHF 600.00. Die re-
duzierten Verfahrenskosten betragen damit CHF 22‘654.85 (inkl. Auslagen, exkl. Kosten für 
die amtliche Verteidigung).

III. 

[amtliche Entschädigungen] 

IV. 

Weiter wird verfügt:

1. Es wird festgestellt, dass die beschlagnahmten Drogen und Drogenutensilien bereits vernichtet 
wurden.

2. Folgende Gegenstände werden zur Vernichtung eingezogen (Art. 69 StGB):

– 3 Haushaltsscheren mit BM Rückständen verschmutzt

– 1 weisses Metallsieb

3. Ein Minigrip mit div. Bankkarten der Eheleute A.________ wird den Berechtigten nach Eintritt 
der Rechtskraft des vorliegenden Urteils zurückgegeben.

4. Das Pump Action Gewehr Remington (Serien-Nummer ________) inkl. 2 Patronen ist nach 
Rechtskraft des vorliegenden Urteils zu Handen des Fachbereichs Waffen, Sprengstoff und Ge-
werbe der Kantonspolizei Bern freizugeben.

5. Der beschlagnahmte Geldbetrag von CHF 2‘051.00 wird zur teilweisen Deckung der Verfah-
renskosten (inkl. Kosten der amtlichen Verteidigung) verwendet.

6. Sämtliche Kontensperren (insbesondere: M.________AG (Bank), Konto-Nr. ________; 
M.________AG (Bank), Konto-Nr. ________ und M.________AG (Bank), Konto-Nr. ________) 
werden nach Eintritt der Rechtskraft aufgehoben. Die betreffenden Saldi werden zur Deckung 
der Verfahrenskosten (inkl. Kosten der amtlichen Verteidigung) verwendet; ein allfälliger Über-
schuss zur Deckung der Verbindungsbusse (Art. 267 Abs. 3 und 268 StPO). Eine allfällige Re-
stanz wird dem Beschuldigten überwiesen.

7. Dem zuständigen Bundesamt wird die Zustimmung zur Löschung des erstellten DNA-Profils 
(PCN-Nr. ________) erteilt (Art. 16 Abs. 1 lit. e DNA-ProfilG).

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8. Dem für die Führung von AFIS zuständigen Dienst wird die Zustimmung zur Löschung der erho-
benen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten nach Ablauf der gesetzlichen Frist erteilt 
(Art. 17 Abs. 1 lit. e i.V.m. Art. 19 Abs. 1 Verordnung über die Bearbeitung biometrischer erken-
nungsdienstlicher Daten).

[…]

3. Berufung

Gegen das Urteil vom 3.5.2017 meldete der Beschuldigte, amtlich verteidigt durch 
Rechtsanwalt D.________, am 12.5.2017 form- und fristgerecht die Berufung an 
(pag. 1575).

Mit Berufungserklärung vom 30.6.2017 beschränkte der Beschuldigte die Berufung 
auf die Schuldsprüche, die Sanktion und die ihm auferlegten Verfahrenskosten 
(Ziff. II des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs) sowie auf die Verfügungen nach 
Ziff. IV.4-IV.6 des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs. Er beantragte, er sei von den 
Vorwürfen der Widerhandlungen gegen das BetmG in allen neun Fällen freizuspre-
chen. Es sei ihm eine angemessene Entschädigung für die entstandenen Verteidi-
gungskosten gemäss Honorarnoten sowie eine Genugtuung in der Höhe von 
CHF 9‘300.00 für die ausgestandene Untersuchungshaft zuzusprechen. Er verlang-
te zudem eine angemessene Entschädigung für die erlittene immaterielle Unbill in 
richterlich zu bestimmender Höhe. Die Verfahrenskosten seien dem Kanton Bern 
aufzuerlegen. Die Beschlagnahmen der Remington Pump Action, des Geldbetrags 
von CHF 2‘051.00 sowie der Konten bei der M.________AG (Bank) seien aufzuhe-
ben (pag. 1640 f.). 

Die Generalstaatsanwaltschaft verzichtete mit Eingabe vom 19.7.2017 auf die Teil-
nahme am oberinstanzlichen Verfahren (pag. 1649). 

Mit Verfügung vom 3.8.2017 wurde die Durchführung eines schriftlichen Verfahrens 
in Aussicht genommen. Der Beschuldigte wurde aufgefordert, innert Frist mitzutei-
len, ob er damit einverstanden sei (Art. 406 Abs. 2 der Schweizerischen Strafpro-
zessordnung [StPO; SR 312.0]; pag. 1650 f.). Der Beschuldigte teilte mit Schreiben 
vom 24.8.2017 mit, er sei mit der Durchführung des schriftlichen Verfahrens nicht 
einverstanden (pag. 1658). Daraufhin wurde der Termin für die oberinstanzliche 
Hauptverhandlung auf den 2.2.2018 angesetzt (pag. 1660 ff.).

Am 19.1.2018 (Posteingang: 25.1.2018) stellte der Beschuldigte ein Gesuch um 
Wechsel der amtlichen Verteidigung (pag. 1687 ff.). 

Mit Verfügung vom 26.1.2018 setzte die Verfahrensleitung Rechtsanwalt 
D.________ Frist, um zum Gesuch um Wechsel der amtlichen Verteidigung Stel-
lung zu nehmen. Im Übrigen teilte sie mit, die Kammer ziehe in Erwägung, dem 
Beschuldigten die amtliche Verteidigung zu entziehen. Dem Beschuldigten wurde 
Frist gesetzt, um zu dieser Absicht Stellung zu nehmen. Er wurde des Weiteren 
aufgefordert, Unterlagen zu seinen aktuellen wirtschaftlichen Verhältnissen einzu-
reichen. Die Berufungsverhandlung vom 2.2.2018 wurde abgesetzt (pag. 1713 f.).

Am 31.1.2018 teilte Rechtsanwalt B.________ mit, er sei mit der Wahrung der In-
teressen des Beschuldigten beauftragt worden. Rechtsanwalt B.________ rügte 

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eine Verletzung von Art. 6 der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und 
Grundfreiheiten (EMRK; SR 0.101), weil die Besetzung der Strafkammer mangels 
gesetzlicher Grundlage nicht einem «gesetzlichen Richter» im Sinne von Art. 6 
EMRK entspreche. Zudem habe die Generalstaatsanwaltschaft auf die Teilnahme 
am oberinstanzlichen Verfahren verzichtet und deshalb finde oberinstanzlich kein 
kontradiktorisches Verfahren statt. Aus diesen Gründen sei das Verfahren einzu-
stellen (pag. 1718 ff.; vgl. Ausführungen unter Ziff. II hiernach).

Die Verfahrensleitung setzte Rechtsanwalt B.________ mit Schreiben vom 
1.2.2018 in Kenntnis, dass die oberinstanzliche Verhandlung vom 2.2.2018 mit Ver-
fügung vom 26.1.2018 abgesetzt worden sei. Eine Kopie der Verfügung wurde 
Rechtsanwalt B.________ zugestellt, um ihn über die weiteren Verfahrensschritte 
zu informieren (pag. 1722). 

Rechtsanwalt B.________ rügte mit Eingabe vom 5.2.2018 einen weiteren Versto-
ss gegen Art. 6 EMRK, weil im bisherigen Verfahren nicht sämtliche 
Belastungszeugen von einem erkennenden Gericht persönlich angehört worden 
seien (pag. 1724 ff.).

Mit Eingabe vom 5.2.2018 nahm Rechtsanwalt D.________ zum Gesuch um 
Wechsel der amtlichen Verteidigung Stellung. Er beantragte, das Gesuch sei ab-
zuweisen (pag. 1728 ff.).

Nach einmaliger Fristerstreckung (pag. 1735 f.) reichte Rechtsanwalt B.________ 
am 23.2.2018 die Stellungnahme zum beabsichtigten Widerruf der amtlichen Ver-
teidigung sowie Belege über die wirtschaftlichen Verhältnisse des Beschuldigten 
ein (pag. 1737 ff.).

Mit begründeter Verfügung vom 27.3.2018 wurde dem Beschuldigten die amtliche 
Verteidigung entzogen. Rechtsanwalt D.________ wurde aus dem amtlichen Man-
dat entlassen. Das Gesuch des Beschuldigten um Wechsel der amtlichen Verteidi-
gung wurde als gegenstandslos abgeschrieben (pag. 1746 ff.). Die Entschädigung 
des ehemaligen Verteidigers des Beschuldigten, Rechtsanwalt D.________, wurde 
für das erst- und oberinstanzliche Verfahren mit Beschluss vom 4.5.2018 festge-
setzt. Die Kammer hielt fest, über die allfällige Rückerstattungspflicht an den Kan-
ton Bern und die allfällige Erstattung der Differenz zwischen der amtlichen Ent-
schädigung und dem vollen Honorar werde im Urteil zu befinden sein (pag. 1758 
ff.). 

Der Beschuldigte wurde am 30.5.2018 zur oberinstanzlichen Hauptverhandlung 
vom 20./21.11.2018 vorgeladen. Die (unveränderte) Zusammensetzung der Kam-
mer wurde bekannt gegeben (pag. 1766 f.).

Von Amtes wegen wurden die Strafregisterauszüge vom 22.1.2018 (pag. 1678) 
und 5.11.2018 (pag. 1771) sowie die Leumundsberichte inkl. Erhebungsformular 
über die wirtschaftlichen Verhältnisse vom 23.1.2018 (pag. 1681 ff.) und 2.11.2018 
(pag. 1772 ff.) eingeholt. Im Übrigen reichte die Polizei- und Militärdirektion des 
Kantons Bern (nachfolgend: POM) den Entscheid vom 22.1.2018 betreffend die de-
finitive Einziehung einer Waffe (Remington 870 Express, Nr. ________) zu den Ak-
ten (pag. 1701 ff.). Mit Verfügung vom 22.5.2018 ersuchte das Verwaltungsgericht 

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des Kantons Bern, über den Abschluss des vorliegenden Verfahrens informiert zu 
werden (pag. 1763 f.). 

Anlässlich der oberinstanzlichen Hauptverhandlung vom 20.11.2018 wurde der Be-
schuldigte zur Person und zur Sache befragt (pag. 1783 ff.).

4. Ausstandsgesuche

Die Eingabe vom 31.1.2018 wurde als Ausstandsgesuch gegen Obergerichtssup-
pleantin Schwendener, Oberrichter Kiener und Oberrichterin Bratschi entgegen ge-
nommen. Zur Begründung des Ausstandsgesuchs führte Rechtsanwalt 
B.________ aus, die Besetzung der Strafkammer entspreche mangels gesetzlicher 
Grundlage nicht dem «gesetzlichen Richter» im Sinne von Art. 6 EMRK. Des Wei-
teren brachte er vor, es gebe keine gesetzliche Grundlage, welche die Einsetzung 
einer Vertretung des Präsidenten (i.V.) sowie den Beizug von Obergerichtssup-
pleanten gesetzlich regle, was ebenfalls konventionswidrig sei. Die 2. Strafkammer 
des Obergerichts des Kantons Bern (mit den Mitgliedern Oberrichter Niklaus, Ober-
richter Geiser und Oberrichter Aebi) wies das Ausstandsgesuch mit Beschluss vom 
14.3.2018 ab, soweit es darauf eintrat. Die dagegen erhobene Beschwerde wies 
das Bundesgericht mit Urteil 1B_182/2018 vom 8.5.2018 ab (vgl. Verfahren 
SK 18 35).

Mit Eingabe vom 7.6.2018 lehnte Rechtsanwalt B.________ Oberrichterin Bratschi 
als Kammermitglied ab, weil sie Mitglied der SVP sei und diese Partei aktiv Politik 
gegen die Rechte und Freiheiten der EMRK betreibe («Selbstbestimmungsinitiati-
ve»). Aus diesen Gründen könne Oberrichterin Bratschi nicht unbefangen über die 
Rügen der Verletzung der EMRK entscheiden. Die 2. Strafkammer des Oberge-
richts des Kantons Bern (mit den Mitgliedern Oberrichter Niklaus, Oberrichter Gei-
ser und Oberrichter Aebi) trat mit Beschluss vom 6.7.2018 nicht auf das 
Ausstandsgesuch des Beschuldigten ein. Dieser Beschluss erwuchs unangefoch-
ten in Rechtskraft (vgl. Verfahren SK 18 222).

5. Anträge der Verteidigung

Rechtsanwalt B.________ beantragte an der oberinstanzlichen Hauptverhandlung 
vom 20.11.2018 Folgendes (pag. 1794 f.):

1) Es sei unter Aufhebung des Urteils PEN 16 60 des Regionalgerichts Emmental-Oberaargau, Ge-
richtspräsident N.________, vom 03. Mai 2017 dahingehend abzuändern, dass «Das Strafver-
fahren PEN 16 60 gegen A.________ wird wegen Verstössen gegen Art. 6 EMRK eingestellt, 
unter Ausrichtung einer Entschädigung in Höhe von CHF 15'321.80 und CHF 8'180.80 für die 
amtliche Verteidigung und die Auferlegung der Verfahrenskosten in Höhe von CHF 23'254.85 
(inkl. Auslagen) an den Kanton Bern. A.________ wird von der Rückerstattungspflicht an den 
Kanton gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO gemäss Dispsoitiv [recte: Dispositiv] Ill befreit. A.________ 
wird für die erlittene Untersuchungshaft mit einer Entschädigung in Höhe von CHF 6'640.00 so-
wie einer Genugtuung in Höhe von CHF 2‘000.00 vom Kanton Bern entschädigt. In Abänderung 
des Urteils PEN 16 60 des Regionalgerichts Emmental-Oberaargau, Dispositiv IV Ziffern 5 und 6 
wird der beschlagnahmte Geldbetrag in Höhe von CHF 2'051.00 A.________ zurückgegeben 
und sämtliche Kontensperren (M.________AG (Bank), Konto-Nr. ________, Konto ________ 
und Konto ________) werden nach Eintritt der Rechtskraft aufgehoben und die betreffenden 

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Saldi werden A.________ zurückbezahlt. In Abänderung des Urteils PEN 16 60 des Regionalge-
richts Emmental-Oberaargau, Dispositiv IV Ziffern 8 wird die Zustimmung zur Löschung der er-
hobenen biometrischen, erkennungsdienstlichen Daten mit Rechtskraft erteilt.» 

2) Es sei unter Aufhebung des Urteils PEN 16 60 des Regionalgerichts Emmental-Oberaargau, Ge-
richtpräsident N.________, vom 03. Mai 2017, Dispositiv II. dahingehend abzuändern, dass 
«A.________ wird vom Vorwurf der Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, angeb-
lich mehrfach begangen in der Zeit von Oktober 2012 bis Oktober / November 2012, in 
G.________ und anderswo gemäss Punkte 1-8 von Schuld und Strafe freigesprochen unter 
Ausrichtung einer Entschädigung in Höhe von CHF 15'321.80 und CHF 8'180.80 für die amtliche 
Verteidigung und die Auferlegung der Verfahrenskosten in Höhe von CHF 23'254.85 (inkl. Aus-
lagen) an den Kanton Bern. A.________ wird von der Rückerstattungspflicht an den Kanton 
gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO gemäss Dispositiv III befreit. A.________ wird für die erlittene Un-
tersuchungshaft mit einer Entschädigung in Höhe von CHF 6'640.00 sowie einer Genugtuung in 
Höhe von CHF 2'000.00 vom Kanton Bern entschädigt. In Abänderung des Urteils PEN 16 60 
des Regionalgerichts Emmental-Oberaargau, Dispositiv IV Ziffern 5 und 6 wird der beschlag-
nahmte Geldbetrag in Höhe von CHF 2'051.00 A.________ zurückgegeben und sämtliche Kon-
tensperren (M.________AG (Bank), Konto-Nr. ________, Konto ________ und Konto 
________) werden nach Eintritt der Rechtskraft aufgehoben und die betreffenden Saldi werden 
A.________ zurückgezahlt. In Abänderung des Urteils PEN 16 60 des Regionalgerichts Emmen-
tal-Oberaargau, Dispositiv IV Ziffern 8 wird die Zustimmung zur Löschung, der erhobenen bio-
metrischen erkennungsdienstlichen Daten mit Rechtskraft erteilt.» 

- unter Kosten- und Entschädigungsfolge -

6. Zur Verwertbarkeit der Beweismittel

O.________, die Ehefrau des Beschuldigten, wurde am 14.10.2011 (pag. 534 ff.), 
7.12.2012 (pag. 542 ff.) polizeilich sowie am 10.7.2012 (pag. 539 ff.) durch die 
Staatsanwaltschaft und am 30.10.2014 durch die Vorinstanz (pag. 1178 f.) einver-
nommen. Der Bruder des Beschuldigten, P.________, wurde am 16.9.2011 
(pag. 545 ff.), 14.10.2011 (pag. 548 ff.) polizeilich sowie am 10.7.2012 durch die 
Staatsanwaltschaft (pag. 551 ff.) befragt. Diese Einvernahmen wurden mit Be-
schluss vom 9.2.2016 als verwertbar erklärt und nicht aus den Akten gewiesen 
(pag. 1388 f.). Die Verwertbarkeit dieser Aussagen wurde von Rechtsanwalt 
B.________ nicht gerügt. Die Kammer hält von Amtes wegen jedoch Folgendes 
fest:

Gemäss dem zur Publikation vorgesehenen Urteil des Bundesgerichts 
6B_1025/2016 vom 24.10.2017 hängt die Belehrung über die Rechte und Pflichten 
der Auskunftsperson (Art. 178 f. StPO) zu Beginn der Einvernahme, davon ab, wel-
che Stellung ihr im Verfahren zukommt. Während das Aussageverweigerungsrecht 
der Auskunftsperson deren eigene Interessen im Verfahren schützt, betrifft das 
Aussageverweigerungsrecht des Zeugen nicht den Schutz der befragten, sondern 
den Schutz der beschuldigten Person. Dieser nahestehenden Person soll aus 
Rücksichtnahme auf besonders enge persönliche Beziehungen vor dem Interes-
senkonflikt bewahrt werden, entweder wahrheitsgemäss auszusagen und damit die 
persönliche Beziehung zur beschuldigten Person aufs Spiel zu setzen oder eine 
Verurteilung wegen falschen Zeugnisses in Kauf zu nehmen. Angesichts der unter-

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schiedlichen Zielsetzungen des allgemeinen Aussageverweigerungsrechts der 
Auskunftsperson und des spezifischen Aussageverweigerungsrechts der Zeugin 
oder des Zeugen erscheint es unerlässlich, die zu befragende Person über beide 
Arten der Mitwirkungsverweigerungsrechte zu belehren, wenn ihr als Auskunftsper-
son zusätzlich zum allgemeinen Aussageverweigerungsrecht ein spezifisches 
Zeugnisverweigerungsrecht, z.B. als naher Angehöriger zukommt. Denn mit dem 
Hinweis auf das allgemeine Aussageverweigerungsrecht wird der befragenden 
Person lediglich signalisiert, dass sie nicht zu Auskünften verpflichtet ist, welche ihr 
möglicherweise schaden könnten. Geht es aber darum, das sie auch nicht ver-
pflichtet ist, zum Nachteil eines Dritten auszusagen, bedarf dies eines spezifischen 
Hinweises. Dies gilt umso mehr, als der Begriff der Auskunftsperson im strafpro-
zessualen Gesamtgefüge doppeldeutig ist. Nach der gesetzlichen Konzeption führt 
nicht die Polizei, sondern die Staatsanwaltschaft die Beweiserhebungen selber 
durch (Art. 311 Abs. 1 StPO). Einvernahmen werden denn auch in erster Linie von 
der Staatsanwaltschaft, den Übertretungsstrafbehörden und den Gerichten vorge-
nommen (Art. 142 StPO). Führt die Polizei Befragungen durch, kann sie grundsätz-
lich nur beschuldigte Personen und Auskunftspersonen befragen. Das Recht zur 
formellen Zeugeneinvernahme steht ihr hingegen – abgesehen von der hier nicht 
vorliegenden Ausnahme delegierter Befragung nach Art. 142 Abs. 2 StPO – nicht 
zu. Während sich die Staatsanwaltschaft und die Gerichte somit zu entscheiden 
haben, in welcher Form die zu befragende Person einvernommen werden soll, 
nämlich als Beschuldigte(r), Zeuge/Zeugin oder Auskunftsperson, befragt die Poli-
zei eine Person, die nicht als beschuldigte Person in Betracht kommt, generell als 
Auskunftsperson (Art. 179 Abs. 1 StPO), und zwar unabhängig davon, ob die spe-
zifischen Voraussetzungen für die Einvernahme nach Art. 178 StPO erfüllt sind 
oder nicht. Diese «polizeiliche Auskunftsperson» wird in der Literatur als Aus-
kunftsperson sui generis bezeichnet. Die einzuvernehmende Person ist auf so-
gleich erkennbare Zeugnisverweigerungsrechte gemäss Art. 168 ff. StPO aufmerk-
sam zu machen, wenn vor Beginn der Einvernahme klar ist, dass es sich bei der 
einzuvernehmenden Person um eine Quasi-Zeugin handelt. Wird hingegen klarer-
weise eine Auskunftsperson im Sinne von Art. 178 StPO befragt, ist die einzuver-
nehmende Person auf ein allfälliges Aussageverweigerungsrecht nach Art. 180 
Abs. 1 StPO hinzuweisen (E. 1.3 ff.).

Vorliegend wurde die Ehefrau und der Bruder des Beschuldigten von der Polizei als 
Auskunftsperson befragt, weil es die organisationsrechtlichen Bestimmungen zur 
Einvernahme der Polizei verwehren, formelle Zeugeneinvernahme durchzuführen. 
Dies ändert jedoch nichts daran, dass der Ehefrau und dem Bruder des Beschul-
digten in materieller Hinsicht Zeugenstellung zukommt, weshalb sie auch im poli-
zeilichen Verfahren über das Zeugnisverweigerungsrecht nach Art. 177 StPO zu 
belehren gewesen wären. Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist es unab-
dingbar, die von der Polizei einzuvernehmenden Personen, welchen später im Ver-
fahren eventuell Zeugeneigenschaft zukommt, sowohl auf die Rechte und Pflichten 
einer Auskunftsperson als auch auf diejenigen eines Zeugen aufmerksam zu ma-
chen. Früher gemachte Aussagen bleiben bei einer späteren Geltendmachung des 
Zeugnisverweigerungsrecht nur verwertbar, wenn der Zeuge schon bei der frühe-

10

ren Einvernahme hinreichend über seine Zeugnisverweigerungsrechte belehrt wur-
de (E. 1.3.3).

Gestützt auf das Gesagte ist die polizeiliche Befragung von O.________ vom 
14.10.2011 (pag. 534-538) sowie die polizeilichen Befragungen von P.________ 
vom 16.9.2011 (pag. 545-547) und 14.10.2011 (pag. 548-550) nicht verwertbar. 
Dasselbe hat für Vorhalte aus diesen Befragungen in späteren Einvernahmen zu 
gelten (Einvernahme des Beschuldigten vom 12.6.2014, pag. 942 Z. 15-17; Einver-
nahme von O.________ vom 30.10.2014, pag. 1178, Z. 22-24 und pag. 1178, 
Z. 36-39). Mangels Relevanz wird darauf verzichtet, die Einvernahmeprotokolle aus 
den Akten zu weisen.

Demgegenüber wurde O.________ bei den Einvernahmen vom 10.7.2012 
(pag. 539 ff.), vom 7.12.2012 (pag. 542 ff.) und vom 30.10.2014 (pag. 1178 f.) so-
wie P.________ bei der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 10.7.2012 
(pag. 551 ff.) ausreichend über die jeweiligen Zeugnisverweigerungsrechte auf-
grund persönlicher Beziehung (Art. 168 Abs. 1 Bst. a und Bst. d StPO) aufmerksam 
gemacht. Diese sowie sämtliche übrigen Einvernahmen bleiben damit verwertbar. 

7. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Der Beschuldigte focht das erstinstanzliche Urteil mit Berufungserklärung vom 
30.6.2017 nur in Teilen an (vgl. Ausführungen unter Ziff. 3 hiervor). Die Kammer 
überprüft das Urteil nur in den angefochtenen Punkten (Art. 404 Abs. 1 StPO).

Auf die Berufung des Beschuldigten ist, soweit Ziff. IV.4 des erstinstanzlichen Ur-
teilsdispositivs betreffend (Verfügung betreffend Pump Action Remington 870, Se-
riennummer ________), mangels Zuständigkeit der Kammer nicht einzutreten:

Bei der Hausdurchsuchung vom 13.10.2011 wurde beim Beschuldigten die Pump 
Action Remington 870, Kaliber 12/40 (76), Seriennummer ________ inkl. zwei Pa-
tronen sichergestellt (pag. 683 ff.; pag. 694). Die Waffe wurde am 
18.12.2011/10.1.2012 der Fachstelle Waffen und Sprengstoff der Kantonspolizei 
Bern übergeben (pag. 702.2). Mit Schreiben vom 10.1.2012 gelangte die Kantons-
polizei an den Beschuldigten und teilte ihm mit, es werde beabsichtigt, mit der Be-
urteilung der Beschlagnahme bzw. definitiven Einziehung der sichergestellten Waf-
fe bis zum rechtskräftigen Abschluss des vorliegenden Strafverfahrens zuzuwarten 
(vgl. pag. 1702). Mit Verfügung vom 10.8.2017 zog die Kantonspolizei die sicher-
gestellte Waffe definitiv ein und ordnete an, nach Eintritt der Rechtskraft der Verfü-
gung sei diese an einen Waffenhändler zu verkaufen und ein allfälliger Erlös nach 
Abzug der Kosten dem Beschuldigten auszubezahlen (pag. 1702). Die dagegen 
erhobene Beschwerde wies die POM mit Entscheid vom 22.1.2018 ab (pag. 1701 
ff.). Gegen den Entscheid der POM wurde Beschwerde an das Verwaltungsgericht 
(Verfahren 100.2018.46 f.) eingereicht (vgl. pag. 1763 f.). 

Der Strafrichter kann nach der Rechtsprechung nur diejenigen Waffen einziehen, 
welche im Zusammenhang mit einer strafbaren Handlung stehen. Als strafbare 
Handlungen kommen Delikte des Strafgesetzbuches und des Nebenstrafrechts in 
Frage. Die Einziehung von nicht im Zusammenhang mit Straftaten stehenden Waf-
fen werden hingegen von den zuständigen Verwaltungsbehörden angeordnet, 

11

wenn die Gefahr missbräuchlicher Verwendung besteht (Urteil des Bundesgerichts 
6S.253/2005 vom 25.11.2006 E. 2.1; BGE 129 IV 81 E. 4.2). Dem Beschuldigten 
wird vorliegend nicht der Vorwurf gemacht, sich der Widerhandlung gegen das 
Waffengesetz (WG; SR 514.54) schuldig gemacht zu haben. Entsprechend wurde 
die Waffe der Fachstelle Waffen und Sprengstoff der Kantonspolizei Bern überge-
ben (pag. 702.2). Die Waffe wurde im Rahmen des vorliegenden Strafverfahrens 
nie beschlagnahmt. Die Zuständigkeit zur Beschlagnahme bzw. Einziehung der 
Waffe lag damit bei der Kantonspolizei als Verwaltungsbehörde (Art. 31 WG i.V.m. 
Art. 1 Abs. 1 der Kantonalen Waffenverordnung [KWV; BSG 394.511.1]). Die Be-
schlagnahme bzw. Einziehung der Pump Action Remington 870 ist folglich im 
Rahmen des hängigen Beschwerdeverfahrens beim Verwaltungsgericht des Kan-
tons Bern zu beurteilen. Mangels Zuständigkeit hat die Kammer nicht über die 
Pump Action Remington 870 inkl. Patronen zu befinden. Es ist soweit die Waffe be-
treffend nicht auf die Berufung einzutreten. Damit ist die Verfügung Ziff. IV.4 des 
erstinstanzlichen Dispositivs (pag. 1572) in Rechtskraft erwachsen. 

Vom Beschuldigten nicht angefochten wurde der Freispruch von der Anschuldigung 
der Widerhandlungen gegen das BetmG (Ziff. I des Urteilsdispositivs) sowie die 
Verfügungen Ziff. VI.1-Ziff. IV.3. Diese Teile des erstinstanzlichen Urteils sind in 
Rechtskraft erwachsen. 

Angefochten und von der Kammer zu überprüfen bleiben damit die Schuldsprüche 
wegen den Widerhandlungen gegen das BetmG in neun Fällen (Ziff. II des Urteils-
dispositivs) inkl. Sanktion, Kosten- und Entschädigungsfolge sowie die Verfügun-
gen Ziff. IV.5-Ziff. IV.8.

Die Kammer verfügt über volle Kognition (vgl. Art. 398 Abs. 2 StPO). Sie ist auf-
grund der Berufung alleine des Beschuldigten an das Verschlechterungsverbot 
gemäss Art. 391 Abs. 2 StPO (sogenanntes «Verbot der reformatio in peius») ge-
bunden.

II. Formelle Rügen der Verteidigung

8. Antrag auf Einstellung des Verfahrens

8.1 Ausführungen der Verteidigung

Rechtsanwalt B.________ beantragte bereits in den schriftlichen Eingaben vom 
31.1.2018 (pag. 1718 ff.) und vom 5.2.2018 (pag. 1728 ff.) die Einstellung des Ver-
fahrens wegen einer Verletzung von Art. 6 EMRK. Zur Begründung brachte er vor, 
Art. 6 EMRK sei verletzt, weil die Generalstaatsanwaltschaft am oberinstanzlichen 
Verfahren nicht teilnehme. Zudem seien nicht sämtliche Belastungszeugen von ei-
nem erkennenden Gericht persönlich angehört worden, sondern in den Urteilser-
wägungen sei einzig auf die im Vorverfahren erstellten Einvernahmeprotokolle ver-
wiesen worden (vgl. Ausführungen unter Ziff. 3 hiervor).

In der oberinstanzlichen Hauptverhandlung vom 20.11.2018 erklärte Rechtsanwalt 
B.________ sodann zusammengefasst, es liege insgesamt ein unfaires Verfahren 
vor, weshalb Art. 6 EMRK verletzt sei. Dies ergebe sich aus dem Umstand, dass 
die Belastungszeugen Q.________ und J.________ nicht durch die Kammer und in 

12

Anwesenheit des Beschuldigten befragt worden seien. Zwar seien beide Zeugen 
parteiöffentlich befragt worden. Der Beschuldigte sei zum Zeitpunkt der jeweiligen 
Einvernahmen jedoch nicht hinreichend verteidigt gewesen. Das Vertrauensver-
hältnis zu den amtlichen Verteidigern sei zerrüttet gewesen, die amtlichen Verteidi-
ger hätten den Belastungszeugen keine Ergänzungsfragen gestellt und damit die 
Interessen des Beschuldigten nicht ausreichend gewahrt. Fehlerhafte Beweisab-
nahmen seien gestützt auf das Unmittelbarkeitsprinzips zu wiederholen. Dies sei 
nicht geschehen, weshalb eine Verletzung von Art. 6 EMRK vorliege. Des Weiteren 
sei durch den Wechsel der amtlichen Verteidiger eine effektive Verteidigung des 
Beschuldigten verunmöglicht worden. Er (Rechtsanwalt B.________) sei aufgrund 
der Verletzung von Art. 6 EMRK nicht in der Lage, sich mit den Zeugenaussagen 
ausreichend auseinanderzusetzen, um das Beweisergebnis substantiell zu ändern. 
Wenn im Laufe des Verfahrens die Zusammensetzung des Gerichts ändere, seien 
Beweiserhebungen zu wiederholen. Dies habe auch im Fall eines Wechsels der 
amtlichen Verteidigung zu erfolgen. Auch aus diesem Grund sei der Anspruch auf 
ein faires Verfahren nach Art. 6 EMRK verletzt. Zudem habe die Generalstaatsan-
waltschaft nicht am oberinstanzlichen Verfahren teilgenommen (pag. 1782; 
pag. 1795).

8.2 Zur Befragung von Q.________ und J.________

Mit Beschluss der Kammer vom 20.11.2018 wurden die Anträge des Beschuldigten 
auf Befragung von Q.________ sowie J.________ abgewiesen (pag. 1794). 
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist eine belastende Zeugenaussage 
grundsätzlich nur verwertbar, wenn der Beschuldigte den Belastungszeugen we-
nigstens einmal während des Verfahrens in direkter Konfrontation befragen konnte 
(Art. 6 Ziff. 3 Bst. d EMRK) – entweder zum Zeitpunkt, zu dem der Belastungszeu-
ge seine Aussage machte, oder in einem späteren Verfahrensstadium (auch erst in 
der Berufungsverhandlung). Zur Wahrung der Verteidigungsrechte ist erforderlich, 
dass die Gelegenheit der Befragung angemessen und ausreichend ist und die Be-
fragung tatsächlich wirksam ausgeübt werden kann. Der Beschuldigte muss na-
mentlich in der Lage sein, die Glaubhaftigkeit einer Aussage prüfen und den Be-
weiswert in kontradiktorischer Weise auf die Probe und in Frage stellen zu können 
(SCHLEIMINGER METTLER, in: Basler Kommentar zur StPO, 2. Aufl. 2014, N. 30 f. zu 
Art. 147; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 6B_295/2016 vom 24.10.2016 
E. 4.3.2.). Q.________ wurde am 17.10.2011 durch die Polizei (pag. 558 f., Aussa-
geverweigerung) sowie am 10.7.2012 durch die Staatsanwaltschaft (pag. 561 ff.) 
befragt. Die staatsanwaltschaftliche Einvernahme fand parteiöffentlich in Anwesen-
heit des ehemaligen amtlichen Verteidigers Rechtsanwalt C.________ statt. 
J.________ wurde am 24.10.2011 durch die Polizei (pag. 487 ff.; pag. 491 ff.), am 
10.7.2012 durch die Staatsanwaltschaft (pag. 494 ff.) sowie am 2.5.2017 durch die 
Vorinstanz (pag. 1537 ff.) befragt. Die Einvernahmen vom 10.7.2012 und vom 
2.5.2017 fanden wiederum parteiöffentlich in Anwesenheit von Rechtsanwalt 
C.________ bzw. Rechtsanwalt D.________ statt. Der Beschuldigte bzw. seine 
ehemaligen amtlichen Verteidiger hatten damit im vorliegenden Verfahren ausrei-
chend Gelegenheit, die Aussagen der Belastungszeugen Q.________ und 
J.________ auf deren Glaubhaftigkeit zu überprüfen und in Frage zu stellen. Zwar 
war der Beschuldigte an den fraglichen Einvernahmen nicht dabei (mit Ausnahme 

13

der Einvernahme von J.________ vom 2.5.2017). Dieser Umstand hat jedoch kei-
nen Einfluss auf die Verwertbarkeit. In diesem Zusammenhang ist auf die Recht-
sprechung des Bundesgerichts hinzuweisen, nach welcher es neben der schriftli-
chen Mitteilung an den Verteidiger keiner separaten, persönlichen «Vorladung» der 
Beschuldigten bedarf. Die persönliche Teilnahme der beschuldigten Person an 
Beweiserhebungen und Einvernahmen ist fakultativ (Urteile des Bundesgerichts 
6B_422/2017 vom 12.12.2017 E. 1.4.2; 6B_16/2015 vom 12.3.2015 E. 1.4.2). Ent-
gegen den Behauptungen des Beschuldigten kann ferner keine Rede davon sein, 
Rechtsanwalt C.________ bzw. Rechtsanwalt D.________ hätten den Belastungs-
zeugen keine Fragen gestellt. Bei der parteiöffentlichen Befragung von 
Q.________ vom 10.7.2012 stellte Rechtsanwalt C.________ zum Schluss der 
Einvernahme eine Ergänzungsfrage (pag. 562 f., Z. 56 ff.). J.________ wurden 
durch Rechtsanwalt D.________ in der Hauptverhandlung vom 2.5.2017 ebenfalls 
Ergänzungsfragen gestellt (pag. 1537, Z. 28 ff.; pag. 1538, Z. 1 ff.). Der Beschul-
digte behauptete diesbezüglich, nicht Rechtsanwalt D.________ habe die Fragen 
gestellt, sondern er selbst sei es gewesen. Selbst wenn diese Behauptung effektiv 
zutreffen würde, wäre dies nur ein weiterer Beweis dafür, dass die Konfrontation 
mit dem Zeugen J.________ hinreichend stattgefunden hat. Entgegen den Aus-
führungen von Rechtsanwalt B.________ ist gestützt auf das Konfrontationsrecht 
nach Art. 6 Ziff. 3 Bst. d EMRK zudem keine gerichtliche Befragung der (Belastung-
)Zeugen notwendig. Vielmehr reicht die Gewährung des Konfrontationsrechts ge-
stützt auf das Gesagte einmal im Verlauf des Verfahrens. Der Konfrontationsan-
spruch des Beschuldigten wurde folglich nicht verletzt. 

Der Anspruch auf oberinstanzliche Befragung der Zeugen Q.________ und 
J.________ lässt sich nach Ansicht der Kammer auch nicht mit dem Unmittelbar-
keitsprinzip begründen. Eine unmittelbare Abnahme eines Beweismittels ist not-
wendig im Sinne von Art. 343 Abs. 3 StPO, wenn sie den Ausgang des Verfahrens 
beeinflussen kann. Dies ist namentlich der Fall, wenn die Kraft des Beweismittels in 
entscheidender Weise vom Eindruck abhängt, der bei seiner Präsentation entsteht, 
beispielsweise wenn es in besonderem Masse auf den unmittelbaren Eindruck ei-
ner Zeugenaussage ankommt, so wenn die Aussage das einzige direkte Beweis-
mittel (Aussage gegen Aussage) darstellt (Urteil des Bundesgerichts 6B_139/2013 
vom 20.6.2013 E. 1.3.2). Alleine der Inhalt der Aussage einer Person (was sie 
sagt), lässt eine erneute Beweisabnahme nicht notwendig erscheinen. Massge-
bend ist, ob das Urteil in entscheidender Weise von deren Aussageverhalten (wie 
sie es sagt) abhängt (Urteil des Bundesgerichts 6B_970/2013 vom 24.6.2014 
E. 2.1). Das Gericht verfügt bei der Frage, ob eine erneute Beweisabnahme erfor-
derlich ist, über einen Ermessensspielraum (Urteil 6B_970/2013 vom 24.6.2014 
E. 2.1; BGE 140 IV 196 E. 4.4.2). Die nachfolgende Beweiswürdigung hängt nicht 
in entscheidender Weise vom Eindruck der Aussagen von Q.________ oder 
J.________ ab. Zwar belastete J.________ den Beschuldigten betreffend den 
Vorwurf Ziff. 1.9 der Anklageschrift. Seine Aussagen stellen jedoch nicht die einzi-
gen direkten Beweismittel dar. Als objektive Beweismittel stehen der Kammer die 
SMS zwischen J.________ und dem Beschuldigten zur Verfügung, in welcher über 
den Kauf von «weed» diskutiert wurde (pag. 110, Auswertung pag. 486). Zudem 
liegen auch weitere Zeugenaussagen vor, die dem Beschuldigten unterstellen, Ma-

14

rihuana abgegeben bzw. verkauft zu haben (insbesondere R.________ und 
S.________, vgl. zum Ganzen Ausführungen unter Ziff. 13 und Ziff. 17 ff. hiernach). 
Im Übrigen bestätigte der Beschuldigte in der Einvernahme vom 10.7.2012 selbst, 
J.________ Marihuana zumindest zum Probieren abgegeben zu haben (pag. 618, 
Z. 275 ff.; pag. 619, Z. 295). Erst in den folgenden Einvernahmen bestritt der Be-
schuldigte eine Übergabe von Marihuana an J.________. Es handelt sich folglich 
nicht um eine klassische Aussage gegen Aussage Situation, die eine Befragung 
von J.________ durch die Kammer erfordern würde. Ähnliches hat für den Zeugen 
Q.________ zu gelten, der bei seiner polizeilichen Einvernahme vom 17.10.2011 
die Aussage verweigerte (pag. 558 f.) und erst bei der Staatsanwaltschaft Aussa-
gen zur Sache machte (pag. 561 ff.). In der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme 
vom 10.7.2012 belastet Q.________ den Beschuldigten einzig mit Angaben vom 
Hörensagen. Er führte deutlich aus, er habe nie etwas mit eigenen Augen gesehen, 
sondern nur gehört, der Beschuldigte «mache etwas mit Gras» (pag. 562, Z. 38 f.; 
pag. 562, Z. 43 ff.). Der Beweiswert der Aussage von Q.________ ist damit gering, 
zumal er keine eigenen Erkenntnisse zum Verhalten des Beschuldigten schildern 
konnte. Es handelt sich damit keineswegs um einen Hauptbelastungszeugen. Eine 
weitere Befragung durch die Kammer war demnach nicht erforderlich. Gestützt auf 
das Gesagte liegt keine Verletzung des Unmittelbarkeitsprinzips vor. Eine oberin-
stanzliche Befragung der Zeugen Q.________ und J.________ war nicht ange-
zeigt.

Im Übrigen sind nach Ansicht der Kammer die erstmals in der Berufungsverhand-
lung vom 20.11.2018 vorgebrachten Anträge des Beschuldigten verspätet. Zwar 
hielt das Bundesgericht fest, die beschuldigte Person verwirke ihr Recht auf die 
Stellung von Ergänzungsfragen nicht dadurch, dass sie dies erst im Rahmen der 
Berufung geltend mache. Allerdings erklärte das Bundesgericht, ob ein Antrag auf 
Befragung von Belastungszeugen unter dem Gesichtspunkt von Treu und Glauben 
rechtzeitig vorgebracht worden sei, hänge von den konkreten Umständen des Ein-
zelfalls ab, zumal auf das Recht der Befragung von Belastungszeugen auch ver-
zichtet werden könne (Urteil des Bundesgerichts 6B_98/2014 vom 30.9.2014 
E. 3.4). Nach der Rechtsprechung hat der Beschuldigte einen Antrag auf Befra-
gung eines Zeugen den Behörden rechtzeitig und formgerecht einzureichen. Stellt 
er seinen Beweisantrag nicht rechtzeitig, kann er den Strafverfolgungsbehörden 
nachträglich nicht vorwerfen, sie hätten durch Verweigerung der Konfrontation oder 
ergänzender Fragen an Belastungszeugen seinen Grundrechtsanspruch verletzt 
(BGE 125 I 127 E. 6c/bb; 121 I 306 E. 1b; 118 Ia 462 E. 5b). Der Grundsatz von 
Treu und Glauben verbietet es, auf bekannte rechtserhebliche Einwände vorerst zu 
verzichten und diese erst im späteren Stadium des Verfahrens zu erheben. Dabei 
muss sich der Beschuldigte das Verhalten seines früheren Verteidigers anrechnen 
lassen (Urteil des Bundesgerichts 6B_422/2017 vom 12.12.2017 E. 1.4.2; 
6B_800/2016 vom 25.10.2017 E. 3.4.3 nicht publiziert in BGE 143 IV 397). Das Be-
rufungsverfahren SK 17 240 wurde mit Berufungsanmeldung vom 3.5.2017 bzw. 
mit Berufungserklärung vom 30.6.2017 eröffnet. Die erste oberinstanzliche Haupt-
verhandlung war für den 2.2.2018 geplant. Rechtsanwalt B.________ informierte 
die Kammer bereits mit Schreiben vom 31.1.2018 über die Mandatierung. Ab die-
sem Zeitpunkt reichte er zwei Eingabe mit Anträgen auf Einstellung des Verfahrens 

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15

wegen einer Verletzung von Art. 6 EMRK ein – einmal davon rügte er die fehlende 
Befragung von Hauptbelastungszeugen durch das Gericht, ohne jedoch konkrete 
Beweisanträge zu stellen. Rund 10 Monate nach dieser Eingabe fand schliesslich 
die oberinstanzliche Hauptverhandlung vom 20.11.2018 statt, bei welcher Rechts-
anwalt B.________ erstmals konkrete Anträge um Einvernahme zweier Belas-
tungszeugen stellte. Es sind keine Gründe ersichtlich, weshalb der Beschuldigte bis 
zur oberinstanzlichen Hauptverhandlung vom 20.11.2018 hätte zuwarten müssen, 
um die Anträge zu stellen. Das Verhalten des Beschuldigten verletzt unter Berück-
sichtigung des Gesagten Treu und Glauben. Dies gilt umso mehr, als es dem bis-
herigen Verhalten des Beschuldigten entspricht, die Absetzung von Hauptverhand-
lungen zu erwirken bzw. erwirken zu wollen. So machte der Beschuldigte kurz vor 
der erstinstanzlichen Hauptverhandlung vom 30.10.2014 (PEN 13 270) geltend, er 
sei verhandlungsunfähig (pag. 1142 ff.; Verhandlungsfähigkeit bestätigt mit Gutach-
ten von Dr. T.________ vom 29.10.2014, pag. 1160 ff.). Vor der erstinstanzlichen 
Verhandlung vom 2./3.5.2017 stellte der Beschuldigte am 11.4.2017 ein Gesuch 
um Wechsel der amtlichen Verteidigung und um Verschiebung der Hauptverhand-
lung (pag. 1485 ff.). Beide Gesuche wurden abgewiesen (pag. 1522 ff.). Unmittel-
bar vor der oberinstanzlichen Hauptverhandlung vom 2.2.2018 reichte der Be-
schuldigte am 19.1.2018 (Posteingang 25.1.2018) wiederum ein Gesuch um 
Wechsel der amtlichen Verteidigung ein (pag. 1687 ff.), weshalb die oberinstanzli-
che Hauptverhandlung kurzfristig abgesetzt werden musste (pag. 1713 f.). Nach 
Ansicht der Kammer sind die erstmals in der oberinstanzlichen Hauptverhandlung 
vom 30.11.2018 gestellten Anträge auf Einvernahme von Q.________ und 
J.________ folglich verspätet. 

8.3 Zur Frage der effizienten Verteidigung

Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts müssen der amtliche wie der private 
Verteidiger die Interessen der Angeschuldigten in ausreichender und wirksamer 
Weise wahrnehmen und die Notwendigkeit prozessualer Massnahmen im Interesse 
der Angeschuldigten sachgerecht und kritisch abwägen. Der Angeschuldigte hat 
Anspruch auf eine sachkundige, engagierte und effektive Wahrnehmung seiner 
Parteiinteressen (BGE 126 I 194 E. 3d; 124 I 185 E. 3b; 120 Ia 48 E. 2b/bb). Eine 
Verletzung der Verteidigungsrechte liegt etwa vor bei krassen Frist- und Termin-
versäumnissen, Fernbleiben an wichtigen Zeugeneinvernahmen, mangelnder Sorg-
falt bei der Vorbereitung von Einvernahmen und anderen Prozesshandlungen oder 
fehlender Vorsorge für Stellvertretungen. Als schwere Pflichtverletzung fällt indes 
nur sachlich nicht vertretbares bzw. offensichtlich fehlerhaftes Prozessverhalten 
des Verteidigers in Betracht (BGE 120 Ia 48 E. 2c/d; Urteil des Bundesgerichts 
6B_100/2010 vom 22.4.2010, in: Pra 2010 Nr. 104 E. 2.1). Der Verteidiger hat die 
Pflicht, den Beschuldigten wirkungsvoll und sachgerecht zu vertreten. So hat er 
sich etwa anlässlich der gerichtlichen Hauptverhandlung hinreichend zu allen sich 
im Prozess stellenden wesentlichen Fragen zu äussern. Dabei muss er einseitig 
und nur zugunsten und im Interesse der beschuldigten Person tätig werden, um für 
diese ein möglichst günstiges Urteil zu erreichen. Es kommt ihm bei der Führung 
der Verteidigung und der Bestimmung der Verteidigungsstrategie aber ein erhebli-
ches Ermessen zu (Urteil des Bundesgerichts 6B_172/2011 vom 23.12.2011 E. 1.3 
ff.).

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https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=%22BGE+124+I+185%22%2B%22effiziente+Verteidigung%22&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F120-IA-48%3Ade&number_of_ranks=0#page48
https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=%22BGE+124+I+185%22%2B%22effiziente+Verteidigung%22&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F120-IA-48%3Ade&number_of_ranks=0#page48

16

In den amtlichen Akten findet sich entgegen den Behauptungen des Beschuldigten 
kein Hinweis auf eine unzureichende amtliche Verteidigung durch Rechtsanwalt 
C.________ oder Rechtsanwalt D.________. Insbesondere stellt der Verzicht, 
Zeugen Ergänzungsfragen zu stellen, nicht per se ein fehlerhaftes Prozessverhal-
ten dar. Oftmals ist ein Verzicht auf Ergänzungsfragen aus taktischen Gründen an-
gezeigt. Im Übrigen geht der Beschuldigte fehl in der Annahme, seine amtlichen 
Verteidiger hätten den Zeugen keine Ergänzungsfragen gestellt. Rechtsanwalt 
C.________ (bzw. teilweise sein Substitut) stellte bei den parteiöffentlichen Einver-
nahme von S.________ (pag. 500, Z. 120 ff.; pag. 950, Z. 36 ff.), R.________ 
(pag. 521, Z. 113 ff.; pag. 948, Z. 32 ff.), O.________ (pag. 541, Z. 69 ff.; 
pag. 1178, Z. 41 ff.), P.________ (pag. 557, Z. 214 ff.), Q.________ (pag. 562, 
Z. 54 ff.), U.________ (pag. 582, Z. 188 ff.), V.________ (pag. 1172, Z. 40 ff.), 
W.________ (pag. 1175, Z. 1 ff.) sowie X.________ (pag. 1176, Z. 11 ff.) jeweils 
Ergänzungsfragen. Rechtsanwalt D.________ tat dies bei den Befragungen von 
J.________ (pag. 1537, Z. 28 ff.), S.________ (pag. 1540, Z. 27 ff.) sowie 
R.________ (pag. 1542, Z. 32 ff.). Die Behauptung, die amtlichen Verteidiger hät-
ten keine Ergänzungsfragen gestellt, ist aktenwidrig. Im Übrigen stellten die beiden 
amtlichen Verteidiger auch dem Beschuldigten mehrfach Fragen (pag. 626, Z. 546 
ff.; pag. 627, Z. 590 ff.; pag. 646, Z. 168 ff.; pag. 941, Z. 5 ff.; pag. 946, Z. 18 ff.; 
pag. 1180, Z. 34 ff.; pag. 1549, Z. 11 ff.). Es ist folglich nicht erkennbar, inwiefern 
Rechtsanwalt C.________ und Rechtsanwalt D.________ den Beschuldigten 
während den parteiöffentlichen Einvernahmen nicht effizient vertreten hätten. Zwar 
stellte der Beschuldigte wiederholt (am 20.2.2015, am 11.4.2017 sowie am 
19.1.2018) ein Gesuch um Wechsel der amtlichen Verteidigung. Die Gesuche wur-
den jedoch mehrheitlich abgewiesen (einmalig Wechsel gutgeheissen am 
17.3.2015, zumal Rechtsanwalt C.________ um Entlassung aus dem amtlichen 
Mandat bat, pag. 1308 ff.; Entzug der amtlichen Verteidigung am 27.3.2018). Den 
ersten Wechsel der amtlichen Verteidigung beantragte der Beschuldigte erst nach 
seiner Verurteilung vom 30.10.2014. Sämtliche Einvernahmen, welchen Rechtsan-
walt C.________ beiwohnte, wurden folglich während eines intakten Mandatsver-
hältnisses geführt. Der Beschuldigten lehnte Rechtsanwalt D.________ zwar vor 
der erstinstanzlichen Hauptverhandlung vom 2.5.2017 ab. Er gab sich allerdings 
anlässlich dieser Hauptverhandlung mit den Ausführungen von Rechtsanwalt 
D.________ zufrieden. Generell erklärte der Beschuldigte am Schluss der erstin-
stanzlichen Hauptverhandlungen vom 30.10.2014 und 2.5.2017 sogar ausdrück-
lich, seine amtlichen Verteidiger hätten korrekt plädiert (pag. 1182: der Beschuldig-
te führte aus «[…], dass korrekt sei, was sein Anwalt im Plädoyer vorgebracht ha-
be»; pag. 1557: «Herr D.________ habe dies sehr gut gemacht»). Im Übrigen er-
wirkten die amtlichen Verteidiger zugunsten des Beschuldigten die Kassation des 
ersten erstinstanzlichen Urteils vom 30.10.2014 (vgl. Eingabe Rechtsanwalt 
C.________ pag. 1071 ff., pag. 1128 ff.; pag. 1286 f.; Rechtsanwalt D.________ 
pag. 1335 ff.). Insgesamt sind keine Verfehlungen der amtlichen Verteidiger er-
sichtlich und wurden vom Beschuldigten auch nicht geltend gemacht. Es ist davon 
auszugehen, dass der Beschuldigte – hätte er Beweise für ein krass fehlerhaftes 
Verhalten der Verteidiger – diese mit Hilfe von Rechtsanwalt B.________ anläss-
lich der oberinstanzlichen Hauptverhandlung vom 20.11.2018 vorgebracht hätte. 

17

Die Rüge der nicht ausreichend bzw. nicht effizienten Verteidigung zielt folglich ins 
Leere.

Nach Art. 30 Abs. 1 BV hat jede Person Anspruch auf ein durch Gesetz geschaf-
fenes, zuständiges, unabhängiges und unparteiisches Gericht (vgl. auch Art. 6 
Ziff. 1 EMRK). Als Ausfluss dieser Garantie bestimmt Art. 335 Abs. 1 StPO, dass 
das Gericht während der gesamten Hauptverhandlung (von der Eröffnung der Ver-
handlung [Art. 339 Abs. 1 StPO] bis zur Urteilseröffnung [Art. 351 StPO]) in der 
gleichen Zusammensetzung und im Beisein eines Gerichtsschreibers tagt. Fällt 
während der Hauptverhandlung eine Richterin aus, so wird gemäss Art. 335 Abs. 2 
StPO die gesamte Hauptverhandlung wiederholt, es sei denn, die Parteien verzich-
teten darauf (Bericht der Expertenkommission zum Konzept einer eidgenössischen 
Strafprozessordnung, S. 140; KAUFMANN, Das Unmittelbarkeitsprinzip und die Fol-
gen seiner Einschränkung in der Schweizerischen Strafprozessordnung, 2013, 
S. 243; SCHMID, in: Schweizerische Strafprozessordnung, Praxiskommentar, 
2. Aufl. 2013, N. 1 zu Art. 335; RIKLIN, in: StPO Kommentar, 2. Aufl. 2014, N. 1 zu 
Art. 335). Art. 335 Abs. 1 StPO stellt sicher, dass der Richter, der bei der Urteilsfin-
dung mitwirkt, zumindest alle in der Hauptverhandlung unmittelbar erhobenen Be-
weise eigens wahrnimmt (KAUFMANN, a.a.O., S. 244; vgl. auch Urteil des BGer 
6B_14/2012 vom 15.09.2012 E. 3.4). Entgegen den Behauptungen der Verteidi-
gung lässt sich dieser Grundsatz jedoch nicht auf den Wechsel der amtlichen Ver-
teidigung übertragen. Die amtliche Verteidigung fällt kein Urteil über den Beschul-
digten, sondern vertritt dessen Interessen. Art. 134 StPO sieht entsprechend beim 
Wechsel einer amtlichen Verteidigung keine Wiederholung von Beweisabnahmen 
vor. Im Übrigen geht ein Wechsel des Spruchkörpers durch Einreichung der Beru-
fung an die Rechtsmittelbehörde einher und Rechtsanwalt B.________ nahm an 
sämtlichen oberinstanzlichen Beweisabnahmen teil. Die Rüge des Beschuldigten 
ist auch in diesem Punkt unbegründet. 

8.4 Zur Nichtteilnahme der Generalstaatsanwaltschaft am oberinstanzlichen Verfahren

Das Bundesgericht setzte sich mit Urteil 6B_1442/2017 vom 24.10.2018 ausführ-
lich mit der Rechtsprechung des EGMR betreffend die Teilnahme der Staatsan-
waltschaft an Gerichtsverhandlungen auseinander. Dem Gericht kommt nach der 
StPO bei der Beweisführung zwingend eine aktive Rolle zu. Es muss die beschul-
digte Person an der mündlichen Hauptverhandlung von Amtes wegen sowohl zur 
Person als auch zur Sache befragen (Art. 341 Abs. 3 StPO; BGE 143 IV 408 
E. 6.2). Die StPO schreibt die Anwesenheit der Staatsanwaltschaft an der mündli-
chen Hauptverhandlung nur vor, wenn diese eine Freiheitsstrafe von mehr als ei-
nem Jahr oder eine freiheitsentziehende Massnahme beantrage (Art. 337 Abs. 3 
StPO) oder wenn das Gericht dies aus anderen Gründen für nötig erachtet 
(Art. 337 Abs. 4 StPO). Im Übrigen steht es der Staatsanwaltschaft gemäss 
Art. 337 Abs. 1 StPO frei, dem Gericht schriftliche Anträge zu stellen oder persön-
lich vor Gericht aufzutreten. Art. 340 Abs. 1 Bst. b stellt zudem klar, dass die An-
klage an der Hauptverhandlung, nach einer allfälligen Behandlung von Vorfragen, 
nicht mehr zurückgezogen und unter Vorbehalt von Art. 333 StPO nicht mehr 
geändert werden kann. Allfällige Prozesshindernisse vorbehalten, kann eine be-
schuldigte Person nach Beginn des gerichtlichen Beweisverfahrens daher nur noch 

18

freigesprochen oder schuldig erklärt werden. Die StPO kennt zudem keine Pflicht 
der Staatsanwaltschaft, die Anklageschrift an der mündlichen Verhandlung zu ver-
lesen (E. 5.6.1 ff.). Das Gericht ist unabhängig davon zu Beweisabnahmen ver-
pflichtet, ob die Staatsanwaltschaft an der Gerichtsverhandlung anwesend ist oder 
nicht (E. 5.7).

Die Kammer ist vorliegend an das Verschlechterungsverbot gebunden (vgl. Aus-
führungen unter Ziff. 7 hiervor). Der Beschuldigte kann folglich maximal zu einer 
Geldstrafe von 330 Tagessätzen zu CHF 60.00, ausmachend CHF 19‘800.00, so-
wie zu einer Verbindungsbusse von CHF 1‘800.00 verurteilt werden. Damit liegt 
kein Fall von Art. 405 Abs. 3 StPO vor und die Generalstaatsanwaltschaft war nach 
geltendem Verfahrensrecht nicht verpflichtet, die Anklage in der oberinstanzlichen 
Hauptverhandlung persönlich zu vertreten. Die Verfahrensleitung lud die General-
staatsanwaltschaft entsprechend nicht vor und war dazu auch nicht verpflichtet. 
Das Gericht übernimmt mit Verweis auf das Gesagte durch Abwesenheit der 
Staatsanwaltschaft nicht die Rolle der Anklage. Es ist sowohl in An- als auch in 
Abwesenheit der Staatsanwaltschaft befugt bzw. verpflichtet, von sich aus Beweise 
zu erheben (Art. 343 StPO bzw. im Berufungsverfahren Art. 389 StPO), wobei es 
belastende und entlastende Umstände mit gleicher Sorgfalt untersucht (Art. 6 
Abs. 2 StPO). Die Kammer hat vorliegend die gesetzlichen Bestimmungen einge-
halten und keine Handlungen vorgenommen, die in Anwesenheit der General-
staatsanwaltschaft (allein) dieser oblegen hätten. Es liegt damit keine Verletzung 
von Art. 6 EMRK vor.

8.5 Schlussfolgerung

Eine Verfahrenseinstellung ist in den in Art. 319 StPO genannten Gründen möglich 
(Art. 319 i.V.m. Art. 329 Abs. 4 und Art. 379 StPO). Das vorliegende Verfahren 
wurde im Einklang mit den Bestimmungen der StPO durchgeführt. Die Nichtteil-
nahme der Generalstaatsanwaltschaft im oberinstanzlichen Verfahren sowie der 
Verzicht auf die Einvernahme der Zeugen Q.________ und J.________ stellen kei-
nen Verstoss gegen Art. 6 EMRK dar. Der Beschuldigte wurde ferner ausreichend 
verteidigt. Es fehlt somit weder an Prozessvoraussetzungen noch bestehen Pro-
zesshindernisse gemäss Art. 319 Abs. 1 Bst. d StPO, die zu einer Einstellung des 
Verfahrens hätten führen müssen. Die übrigen Einstellungsgründe (Art. 319 Abs. 1 
Bst. a bis Bst. c und Bst. e sowie Art. 319 Abs. 2 StPO) sind offensichtlich nicht er-
füllt. Weil kein Verfahrensmangel vorliegt, stellt sich die Frage nach der Möglichkeit 
der Heilung des Mangels nicht.

III. Sachverhalt und Beweiswürdigung

9. Vorbemerkungen

Der Beschuldigte ist wohnhaft an der F.________strasse in G.________. Der 
landwirtschaftliche Betrieb seines Vaters und Bruders befindet sich im gleichen 
Dorf im I.________(Ort). Der Beschuldigte ist zudem Eigentümer der Liegenschaft 
L.________weg in G.________. Aufgrund einer anonymen Meldung konnte durch 
die Kantonspolizei Bern am 16.9.2011 festgestellt werden, das in einem Maisfeld 

19

des Landwirtschaftsbetriebs der Familie des Beschuldigten Marihuana angebaut 
und abtransportiert wurde (pag. 87 f.). Im Rahmen des gegen den Beschuldigten 
geführten Strafverfahrens fanden in der Folge mehrere Hausdurchsuchungen in 
den drei Liegenschaften statt. Mit Hausdurchsuchung vom 16.9.2011 wurde das 
Domizil des Beschuldigten durchsucht, wobei die Polizei auf verschiedene Hanf-
pflanzen stiess (pag. 662 ff.). Bei den Hausdurchsuchungen vom 13.10.2011 konn-
ten im Domizil des Beschuldigten und dem Hof I.________(Ort) diverse Hanfpflan-
zen und Indooranlagen festgestellt werden (pag. 679 ff.). Am 30.11.2012 wurde 
das Domizil des Beschuldigten sowie seine Liegenschaft am L.________weg 
durchsucht. Es kamen erneut Hanfpflanzen und Indooranlagen zum Vorschein 
(pag. 731 ff.).

Dem Beschuldigten wird gestützt auf die Erkenntnisse im Vorverfahren mit Ankla-
geschrift vom 18.12.2013 vorgeworfen, sich der Widerhandlungen gegen das 
BetmG, mehrfach begangen in der Zeit von ca. Frühling 2011 bis Oktober / No-
vember 2012 in G.________ und anderswo «durch Finanzierung und Betrieb von 
mehreren Hanfindooranlagen, Anbau von Hanf zur Gewinnung von Betäubungsmit-
teln nicht ausschliesslich zum Eigenkonsum, Herstellung, Besitz, Kauf, Veräusse-
rung und Verschaffen von Cannabis sowie Anstaltentreffen dazu» schuldig ge-
macht zu machen (pag. 891 ff.). Die nachfolgende Beweiswürdigung wird zur bes-
seren Nachvollziehbarkeit auf die verschiedenen Hausdurchsuchungen, die Fest-
stellungen im Maisfeld sowie den Vorwurf des Verkaufs von Marihuana aufgeteilt 
(vgl. Ausführungen unter Ziff. 13 ff. hiernach). Betreffend die theoretischen Aus-
führungen zur Beweiswürdigung und zur Aussagenanalyse kann auf die korrekten 
Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (pag. 1593 ff., S. 10 ff. der Urteils-
begründung).

10. Beweismittel

Der Kammer liegen die Aussagen des Beschuldigten (pag. 584 ff.; pag. 605 ff.; 
pag. 611 ff.; pag. 637 ff.; pag. 642 ff.; pag. 649 ff.; pag. 659 ff.; pag. 940 ff.; 
pag. 1180 f.; pag. 1783 ff.), von J.________ (pag. 487 ff.; pag. 494 ff.), S.________ 
(pag. 97 ff.; pag. 950), Y.________ (pag. 502 ff.), Z.________ (pag. 506 f.; 
pag. 508 ff.), AA.________ (pag. 513 ff.), R.________ (pag. 518 ff.; pag. 948 ff.), 
AD.________ (pag. 525 ff.; pag. 528 f.), O.________ (pag. 539 ff.; pag. 542 ff.; 
pag. 1178 f.), P.________ (pag. 551 ff.), Q.________ (pag. 558 ff.; pag. 561 ff.), 
AB.________ (pag. 564 f.; pag. 566 ff.), U.________ (pag. 572 ff.; pag. 577 ff.), 
V.________ (pag. 1172 f.), W.________ (pag. 1174 f.) und von X.________ 
(pag. 1176 f.) vor. Auf eine Zusammenfassung dieser Aussagen wird verzichtet. Es 
wird nur soweit notwendig im Rahmen der Beweiswürdigung auf die konkreten 
Aussagen eingegangen. Soweit weitergehend wird sofern vorhanden vollumfäng-
lich auf die Zusammenfassung der Aussagen des Beschuldigten durch die Vorin-
stanz (pag. 1595 ff., S. 12 ff. der Urteilsbegründung) sowie auf die amtlichen Akten 
verwiesen.

Des Weiteren befinden sich folgende Beweismittel in den Akten: der Anzeigerap-
port vom 30.10.2011 inkl. Fotodokumentation (pag. 86 ff.), der Anzeigerapport vom 
17.12.2011 (pag. 103 ff.), der Abschlussbericht zu den forensisch-toxikologischen 

20

Untersuchungsergebnissen vom 31.10.2011 (pag. 118 f.; pag. 220 f.), der Anzeige-
rapport vom 17.12.2011 (pag. 120 f.), die Fotodokumentation der Hausdurchsu-
chungen vom 13.10.2011 (pag. 122 ff.), der Berichtsrapport vom 30.11.2012 
(pag. 150 ff.) und vom 1.1.2013 (pag. 154 ff.), das anonyme Schreiben aus dem 
Jahr 2010 (pag. 144), die handschriftlichen Notiz (pag. 145 f.), die IRM Analyse 
vom 11.1.2013, vom 23.9.2011 und vom 25.10.2011 (pag. 158; pag. 213 ff.; 
pag. 217 ff.), der Anzeigerapport vom 2.5.2013 (pag. 159 ff.), die Fotodokumentati-
on der Hausdurchsuchungen vom 30.11.2012 (pag. 174 f.; pag. 176 ff.; pag. 180 
ff.; pag. 185 f.; pag. 187 f.), die Renditeberechnungen der Kantonspolizei (pag. 195 
ff.), der Rapport des Kriminaltechnischen Dienstes vom 29.1.2013 (pag. 199 f.), der 
Anzeigerapport vom 24.9.2011 (pag. 222 f.), die Unterlagen der AC.________AG 
(pag. 226 ff.; pag. 236 ff.), die Bankunterlagen des Beschuldigten (pag. 245 ff.), die 
Auswertung des Computers des Beschuldigten (pag. 479 ff.), die Hausdurchsu-
chungsprotokolle vom 16.9.2011 (pag. 662 ff.), 13.10.2011 (pag. 681 ff.) und vom 
30.11.2012 (pag. 731 ff.) sowie der Berichtsrapport vom 18.12.2012 inkl. Daten der 
geheimen Überwachungsmassnahmen (pag. 750 ff.; Datenträger pag. 770). Auch 
hier wird auf die amtlichen Akten verwiesen und nur soweit notwendig im Rahmen 
der Beweiswürdigung darauf eingegangen.

11. Bestrittener/Unbestrittener Sachverhalt

Der Beschuldigte bestreitet die ihm vorgeworfenen Anklagepunkte. Zwar ist unbe-
stritten, dass die fraglichen Hanfpflanzen, Stecklinge und Hanfblüten auf einem von 
seinem Bruder bewirtschafteten Maisfeld und in drei von ihm zugänglichen Liegen-
schaften (F.________strasse, I.________(Ort) und L.________weg) gefunden 
wurden. Der Beschuldigte macht jedoch geltend, die Indooranlagen, Hanfpflanzen, 
Stecklinge und Blüten seien zwar bei ihm gefunden worden, würden jedoch einem 
Dritten gehören. Mit dem Anbau, der Ernte, dem Transport oder der Lagerung des 
Marihuanas habe er nichts zu tun gehabt.

12. Ausführungen der Verteidigung

Rechtsanwalt B.________ machte im oberinstanzlichen Verfahren keine Aus-
führungen zur Sache. Er beschränkte sich auf die Rüge formeller Punkte und er-
klärte, er sei nicht in der Lage, sich mit den sich in den Akten befindenden Aussa-
gen der Auskunftspersonen und Zeugen auseinanderzusetzen, weil diese Aussa-
gen bestritten und im Rahmen eines unfairen Verfahrens entstanden seien. Ihm sei 
eine Überprüfung dieser Aussagen durch die Abweisung der Beweisanträge auf 
Einvernahme von Q.________ und J.________ verunmöglicht worden (pag. 1795). 

13. Generelle Aussagenwürdigung des Beschuldigten

Zu Beginn des Strafverfahrens legte der Beschuldigte ein Geständnis ab (betref-
fend Hanfpflanzen auf dem Maisfeld und an der F.________strasse im Jahr 2011). 
Danach führte er aus, es sei alles durch einen Dritten angepflanzt und geerntet 
worden. Ihm würden keine Hanfpflanzen gehören. Nach der Hausdurchsuchung 
vom 30.11.2012 bestätigte der Beschuldigte allerdings wiederum anfänglich, er ha-
be die Indooranlagen (F.________strasse und L.________weg) selbst – ohne Hilfe 
oder Beteiligung von Anderen – angebaut und gepflegt. In den weiteren Einver-

21

nahmen und letztlich auch bei der oberinstanzlichen Befragung widerrief er diese 
Aussagen erneut und behauptete, es sei alles durch einen Dritten gemacht worden 
und er habe nichts damit zu tun. Das slalomartige Aussageverhalten des Beschul-
digten vermag nicht zu überzeugen. Zur Erklärung, warum er nicht von Anfang an 
gesagt habe, dass der Hanf einer Drittperson gehöre, brachte der Beschuldigte 
Verschiedenes vor. So behauptete er, man hätte ihn sonst ausgelacht (pag. 614, 
Z. 130 f.). Er sei davon ausgegangen, es sei legal, Hanf anzubauen, wenn man ihn 
nicht verkaufe (pag. 626, Z. 548 f.). Er habe Angst gehabt, dass seiner Familie oder 
seinem Haus etwas geschehe (pag. 627, Z. 586 ff.). Den Namen des Dritten dürfe 
er nicht sagen, weil ihm das so gesagt worden sei (pag. 628, Z. 621) bzw. er wolle 
den Namen aus diversen Gründen nicht bekannt geben (pag. 946, Z. 7 ff.). 

Der Beschuldigte behauptete teilweise auch, er habe nichts von den Indooranlagen 
bei sich zu Hause gewusst. Man habe nur begonnen, Sachen zu vermuten und mit 
der Zeit habe man einige Sachen auch angesprochen (pag. 1549, Z. 39 ff.) bzw. er 
habe zwar teilweise Sachen gewusst, aber nicht alles (pag. 1788, Z. 32 ff.). In An-
betracht der räumlichen Verhältnisse der vom Beschuldigten bewohnten 
F.________strasse und der Grösse der dort wiederholt aufgefundenen Indooranla-
gen ist auszuschliessen, dass der Beschuldigte nichts von diesen wusste. Dies gilt 
umso mehr, als gemäss Angaben der Polizei der Geruch von Marihuana bei der 
Hausdurchsuchung vom 13.10.2011 besonders stark wahrnehmbar war (vgl. hierzu 
Ausführungen unter Ziff. 16.2 hiernach). Auf Frage, warum der Beschuldigte den 
Anbau von Marihuana toleriert habe, erklärte er ferner, aus Gutmütigkeit heraus. Er 
habe dem Anderen geglaubt, dass es nicht so schlimm sei (pag. 623, Z. 455 f.). 
Oberinstanzlich erklärte er ebenfalls, die Leute seien immer wieder gekommen und 
hätten ihm gesagt, es sei nicht so schlimm. Es sei nur CBD Hanf, nicht starkes 
Zeug. Dann habe er wieder nachgegeben und es «fahren lassen» (pag. 1789, Z. 9 
ff.). Auch diese Aussagen vermögen nicht zu überzeugen, zumal dem Beschuldig-
ten die strafrechtliche Bedeutung der Sache spätestens nach der seiner Ansicht 
nach schockierenden Intervention vom 16.9.2011 auf dem Maisfeld bewusst sein 
musste. Entsprechende Risiken einzig aus Gutmütigkeit einzugehen, ist nicht ein-
leuchtend.

Erstmals bei der Einvernahme vom 12.12.2012 behauptete der Beschuldigte fer-
ner, er sei massiv unter Druck gesetzt worden (pag. 643, Z. 41 f.). Dies sei auch 
der Grund gewesen, warum er am Anfang die Delikte auf sich genommen habe 
(pag. 941, Z. 44 ff.; pag. 942, Z. 22 ff.; pag. 1548, Z. 22 ff.; pag. 1788, Z. 41 ff.). 
Den Akten lassen sich jedoch keine Hinweise auf Druckausübung entnehmen. Ge-
rade die ersten Geständnisse des Beschuldigten zum Hanf auf dem Maisfeld und 
im Keller der F.________strasse sind sehr ausführlich und in freier Erzählung er-
folgt (vgl. hierzu Ausführungen unter Ziff. 14 ff. hiernach). Die Polizisten 
V.________, W.________ und X.________ bestätigten zudem übereinstimmend, 
den Beschuldigten nicht unter Druck gesetzt zu haben. Er habe vielmehr von sich 
aus zugegeben, dass der Hanf ihm gehöre (pag. 1172, Z. 30 ff.; pag. 1173, Z. 9 ff.; 
pag. 1174, Z. 37 ff., pag. 1176, Z. 40 ff., pag. 1177, Z. 20 ff.). Die Aussagen des 
Beschuldigten erfolgten zudem regelmässig in Anwesenheit seiner Verteidigung. 
Es wurde nie unzulässiger Druck gerügt und der Beschuldigte bestätigte die Rich-
tigkeit der Einvernahmeprotokolle jeweils mit seiner Unterschrift. Als der Beschul-

22

digte nach seinem anfänglichen Geständnis neuerdings behauptete, er habe nichts 
mit dem Anbau von Hanfpflanzen zu tun, fragte der Staatsanwalt anlässlich der Be-
fragung vom 10.7.2012 sogar, ob sich der Beschuldigte mit seinem Anwalt bespre-
chen möchte (pag. 615, Z. 134 f.). Nach einer Besprechung zwischen dem Be-
schuldigten und seinem Verteidiger lässt sich dem Einvernahmeprotokoll folgendes 
Verbal entnehmen: «Der Anwalt erklärt, dass er seinen Mandanten darauf hinge-
wiesen hat, dass wenn er andere Aussagen macht als vorher, dies unglaubwürdig 
erscheint. Herr A.________ wird heute erklären, wie die Sache tatsächlich passiert 
ist» (pag. 615, Z. 141 ff.). Daraufhin blieb der Beschuldigte bei der Version eines 
Dritten, um dies in späteren Einvernahmen allerdings wieder teilweise anzupassen 
(vgl. obige Ausführungen). Dies spricht dafür, dass der Beschuldigte die Aussagen 
aus freiem Willen machte und keineswegs unter Druck gesetzt wurde. Es ist ferner 
nicht nachvollziehbar, warum der Beschuldigte – wäre er effektiv unter Druck ge-
setzt worden, ein Geständnis abzulegen – nicht in der Lage war, konstant und 
gleichbleibend bei einer Version der Geschehnisse zu bleiben. Eine unzulässige 
Druckausübung auf den Beschuldigten schliesst die Kammer nach dem Gesagten 
aus. 

Im Übrigen machte der Beschuldige auch widersprüchliche Angaben zu seinem 
Konsum. Anfänglich gab er an, ab und zu Marihuana zu konsumieren. Das letzte 
Mal sei ca. eine Woche her gewesen und er rauche in der Regel zwei bis drei Mal 
pro Woche einen Joint (pag. 586, Z. 100 ff.). Später führte er jedoch aus, er habe 
nur behauptet, dass er kiffe, weil man ihm sonst sowieso nicht habe glauben wollen 
(pag. 945, Z. 13 ff.; pag. 1545, Z. 11 ff.). Diese Erklärung vermag nicht zu überzeu-
gen. Die anfänglichen Aussagen des Beschuldigten sind in Übereinstimmung und 
mit Verweis auf die Ausführungen der Vorinstanz als Schutzbehauptungen im Zu-
sammenhang mit dem geltend gemachten Eigenkonsum zu werten. Dies gilt umso 
mehr, als die wiederholten Drogentests beim Beschuldigten negativ ausfielen 
(pag. 87; pag. 106; pag. 118 f.). 

Anlässlich der ersten polizeilichen Einvernahme erklärte der Beschuldigte des Wei-
teren, er wisse nicht viel über Hanf. Er kenne den Sortenkatalog nicht und könne 
auch nicht sagen, was für Hanf er auf dem Maisfeld angepflanzt habe (pag. 585, 
Z. 50 f.). Er wisse über den besten Erntezeitpunkt nicht Bescheid (pag. 586, Z. 67 
ff.) und wisse auch nicht, wie viel Ertrag mit der Ernte erzielt hätte werden können 
(pag. 586, Z. 93 ff.). In einer späteren Einvernahme gab der Beschuldigte jedoch 
an, es habe sich auf dem Feld um Industriehanf gehandelt und der THC-Gehalt sei 
nicht zu hoch gewesen (pag. 614, Z. 124 ff. – der THC-Gehalt der Hanfpflanzen auf 
dem Maisfeld betrug allerdings 2.6 bis 3.8%; vgl. Ausführungen unter Ziff. 14.2 
hiernach). Der Beschuldigte gab daraufhin immer wieder an, über Hanf Bescheid 
zu wissen (pag. 615, Z. 158 ff.; pag. 615, Z. 168 f.; pag. 1545, Z. 10 f.; pag. 1545, 
Z. 24 ff.; pag. 1787, Z. 6 ff.; pag. 1787, Z. 23 ff.). Den Unterschied zwischen lega-
lem und illegalem Hanf kenne er und habe er als Landwirt auch immer gekannt 
(pag. 1787, Z. 35 ff.). Unter Berücksichtigung dieser Aussagen ist erstaunlich, dass 
der Beschuldigte dennoch behauptete, nicht zu wissen, was «weed» bedeute (vgl. 
hierzu Ausführungen unter Ziff. 17.2 hiernach). Dieses anfänglich behauptete 
«Nichtwissen» des Beschuldigten ist nicht mit der späteren «Fachsimpelei» verein-
bar. Bezeichnend ist, dass der Beschuldigte im Zusammenhang mit den Geständ-

23

nissen jeweils behauptete, nicht viel über Hanf zu wissen – ging es darum, die 
Schuld einem Dritten zuzuschieben allerdings erklärte, viel über Hanf und dessen 
Herstellung zu wissen. 

Auf Vorhalt der handschriftlichen Notiz zu den Hanfsamen gab der Beschuldigte 
grundsätzlich zu, er habe diese verfasst. Er sei auf einer [Internet-]Seite mit Hanf 
gewesen, weil es ihn wundergenommen habe, was die alles anbieten würden. 
Dann habe er sich einfach ein paar Sachen aufgeschrieben (pag. 609, Z. 197 ff.). 
Auf Frage was genau der Sinn und Zweck der Notizen gewesen sei, gab der Be-
schuldigte nur ausweichende Antworten (pag. 609, Z. 203; pag. 609, Z. 207 f.). Er 
wisse auch nicht, was «WDSS [recte: WSS] skunk wenig» bedeute. THC sei etwas 
mit der Stärke (pag. 617, Z. 238 ff.). In einer späteren Einvernahme behauptete der 
Beschuldigte, «der Andere» habe auf dem PC nach Hanfsorten geschaut. «Man» 
bzw. er selbst habe die Notizen aufgeschrieben. Es seien wahrscheinlich Sorten-
namen. Aber er wisse nicht mehr, warum er es aufgeschrieben habe (pag. 944, 
Z. 43 ff., pag. 945 Z. 1 f.). Letztlich behauptete der Beschuldigte, er wisse nicht, um 
was es sich bei dieser Notiz gehandelt habe (pag. 1547, Z. 14 f.). Dieses auswei-
chende Aussageverhalten ist nicht überzeugend. Der Beschuldigte stellte im Ver-
lauf des Strafverfahrens wiederholt unter Beweis, dass er sehr wohl über Marihua-
na, dessen unterschiedliche Verwendungen und die gesetzlichen Regelungen Be-
scheid wusste. Anlässlich der Auswertung des sichergestellten Laptops konnte zu-
dem der Zugriff auf einschlägige Internetseiten (Hanfsamen für Innenräume) fest-
gestellt werden (pag. 112). Es ist demnach nicht plausibel, dass sich der Beschul-
digte ohne jegliche Hintergedanken einer Onlinerecherche gewidmet und Notizen 
dazu gemacht haben soll. Auf https://www.______________ lässt sich dazu Fol-
gendes nachlesen:

Energieschub und Entspannung gibt es mit WSS Skunk: WSS Skunk Cannabis bringt mit einem THC-
Gehalt von zehn bis 20 Prozent schon ein gutes Maß mit, um ein tolles High auszulösen. Und das 
kann sich sehr sehen lassen, denn beim High ist WSS Skunk Cannabis sehr vielseitig aufgestellt. 
Denn auch, wenn es eigentlich entgegengesetzte Wirkungen sind, bringt WSS Skunk Cannabis nicht 
nur ein Energieschub, sondern auch noch Entspannung. Wie das gehen soll? Nun ja, es gibt der be-
kanntlich nichts, was es nicht gibt. Beim WSS-Skunk Cannabis anfangs sehr energiegeladen, sodass 
man sich quasi wie neu geboren fühlt und zudem das Gefühl hat, dass man Bäume ausreißen könnte. 
Erst nach einiger Zeit nimmt die Energie im Körper etwas ab und man wird immer entspannter. Ir-
gendwann setzt so der typische Stoned-Effekt ein, der an Entspannung der komm zu toppen ist. Die-
se Kombination aus Energie und später einsetzende Entspannung ist ein Faktor, warum WSS-Skunk 
Cannabis bei vielen Leuten zu beliebt ist.

Und bezüglich Erntemenge: 

Beim Ernteertrag ist die WSS Skunk Hanfpflanze zugegebenermaßen eher unteres Mittelfeld.

Diese Umschreibung lässt keinen Zweifel am (illegalen) Zweck dieses Marihuana-
Typ offen und bietet zudem auch eine mögliche Erklärung für das auf der Notiz an-
gefügte Wort «wenig». Der Beschuldigte schrieb sich neben «WSS skunk wenig» 
zudem zahlreiche weitere Notizen zu Hanfsorten auf, u.a.: «super skunk viel», «big 
bund», «with widow» «norden lights», «chronic cup», «arctic sun», «pure power 
plant PPP THC sehr viel» (vgl. pag. 145 f.). Sämtliche Notizen betreffen Hanfsorten 

https://www.thc.guide/cannabis-ratgeber/thc-tetrahydrocannabinol/
https://www.thc.guide/cannabis-ratgeber/thc-tetrahydrocannabinol/

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mit einem hohen THC-Gehalt. Der Beschuldigte wollte sich folglich nicht einfach 
nur etwas über Hanf informieren, sondern suchte explizit nach Hanfsorten mit ei-
nem hohen THC-Gehalt und wohl auch optimalem Ernteertrag.

Auch zum angeblichen Produkt, das er bzw. «der Andere» habe produzieren wol-
len, machte der Beschuldigte widersprüchliche Angaben. Zuerst behauptete er, es 
sei ein Produkt, das man in der Landwirtschaft und im Haushalt gebrauchen könne. 
Man könne das auch spritzen. Aber er könne nicht sagen, was es genau für ein 
Produkt gewesen sei, weil es sonst alle wissen und es patentieren würden 
(pag. 609, Z. 183 ff.). Auch später erklärte er, es habe sich um ein Mittel für die 
Landwirtschaft gehandelt, aber er könne es nicht genau sagen, weil «er» (der Drit-
te) dieses entwickelt habe und patentieren lassen wolle (pag. 614, Z. 122 ff.; 
pag. 942, Z. 28). Er gab an, er wisse nicht genau, wie man das Produkt herstelle, 
man müsse irgendwie die ätherischen Öle gewinnen (pag. 623, Z. 445 f.). Das ma-
che man mit kochen oder destillieren (pag. 639, Z. 84; pag. 652, Z. 109 ff.). Mit die-
sem ätherischen Öl habe man dann ein Produkt für die Landwirtschaft, zum Sprit-
zen herstellen wollen. Die Wirkung des Produkts wolle er aber nicht verraten bzw. 
es sei als Fliegenmittel gedacht gewesen (pag. 652, Z. 109 ff.). Schliesslich erklärte 
er, «der Andere» habe den Hanf für die Herstellung des Produkts gebraucht. Er 
selbst sei auch daran interessiert gewesen, dieses Produkt herzustellen. Es habe 
aber nichts mit Betäubungsmitteln zu tun gehabt. Der Hanf sei sozusagen sehr mild 
gewesen (pag. 946, Z. 22 ff.). Oberinstanzlich erklärte der Beschuldigte sodann, 
manche Leute seien auf die Idee gekommen, CBD Hanf anzupflanzen (pag. 1790, 
Z. 13 ff.). Ob «er» mit dem Produkt weitergefahren sei oder wie der Stand der Din-
ge heute sei, wisse er nicht. Er wisse nur, dass das Produkt heute auf dem Markt 
sei. Es sei einfach um dieses Produkt und nicht um Betäubungsmittel gegangen. 
Auch heute gebe es Abnehmer, die Landwirte suchen würden, die CBD Hanf an-
pflanzen würden (pag. 1790, Z. 18 ff.). 

Die Geheimniskrämerei des Beschuldigten um das Produkt für die Landwirtschaft 
ist nicht nachvollziehbar. Dies gilt umso mehr, als er letztlich behauptete, das Pro-
dukt sei bereits auf dem Markt, er sich jedoch weiterhin weigerte, konkrete Anga-
ben dazu zu machen. Beschreiben was dieses Produkt genau ist, konnte er nie. 
Jedenfalls sind seine oberinstanzlichen Anmerkungen betreffend CBD Hanf nicht 
mit den vorherigen Behauptungen, es habe sich um ein Spritzmittel für die Land-
wirtschaft gehandelt, vereinbar. Im Übrigen kann ausgeschlossen werden, dass es 
sich bei den im vorliegenden Strafverfahren sichergestellten Hanfpflanzen, Hanf-
blüten oder Stecklingen um CBD Hanf gehandelt hat. Die Analyse der THC-
Gehalte widerlegt dies klarerweise (vgl. Ausführungen unter Ziff. 14 ff. hiernach) 
Auch bezüglich Herstellung des Produkts widersprach sich der Beschuldigte mehr-
fach. So sprach er zwischendurch auch immer wieder von sich selbst, der es habe 
herstellen wollen (pag. 652, Z. 109 ff.). Dies obwohl doch ein Dritter die Hanfpflan-
zen angebaut habe. Der Beschuldigte blieb folglich auch diesbezüglich nicht kon-
sequent bei der Dritttäterschaft. Teilweise gab er auch wieder zu, selbst Gerät-
schaften für die Indooranlagen gekauft zu haben (pag. 652, Z. 125 f.). Letztlich ist 
schwer verständlich, warum der Beschuldigte gegenüber der Polizei anfänglich lie-
ber Hanfanbau, Ernte und einen mutmasslich hohen THC-Gehalt eingestand, als 
sich wegen der Produktion eines (legalen) Produkts der Gefahr der Lächerlichkeit 

25

aussetzen zu wollen (pag. 614, Z. 129 ff.). Es ist auch nicht einzusehen, warum die 
Erwähnung des Produkts in den Augen des Beschuldigten im zweiten Anlauf weni-
ger lächerlich war.

Die Vorinstanz führte sodann mehrere Zeugenaussagen auf, welche den Beschul-
digten hinsichtlich dem Verkauf von Marihuana belasteten (pag. 1601 f., S. 18 f. der 
Urteilsbegründung):

So hat S.________ an der Einvernahme vom 14.01.2013 bei der Kantonspolizei Bern ausgesagt, 
dass er gesehen habe, dass der Beschuldigte Marihuana verkauft bzw. unentgeltlich abgegeben ha-
be. Das Marihuana sei wahrscheinlich verschenkt worden, er habe auf alle Fälle kein Geld gesehen. 
Dies sei im Jahre 2011, sicher vor April 2011, als sein Bruder noch gelebt habe, gewesen (pag. 498 
Z. 29-39 und Z. 46, pag. 499 Z. 48-49, pag. 500 Z. 104-110). Anlässlich der Hauptverhandlung vom 
12.06.2014 im Verfahren PEN 13 270 sowie anlässlich der Hauptverhandlung vom 02.05.2017 im 
Verfahren PEN 16 60 hat S.________ bestätigt, dass er gesehen habe, wie der Beschuldigte Marihu-
ana abgegeben und verkauft habe (pag. 950 Z. 16-19, pag. 1540 Z. 17-18, pag. 1541 Z. 14-18). Das 
Gericht erachtet S.________ grundsätzlich als glaubwürdig, so waren seine Aussagen mehrheitlich 
widerspruchslos und detailliert. S.________ konnte z.B. detailliert Auskunft über das Versteck des 
Marihuanas auf dem Bauernhof geben. So hat er bei der Polizei folgendes zu Protokoll gegeben: „Das 
war im Bauernhaus der Eltern. In einem Schrank draussen, wo er auch die Motorsägen darin hatte.“, 
„Es war in einem Doppelplatt der Coop-Zeitung eingewickelt.“ oder „Im Stöckli des Bauernhauses, 
zwischen Latten und Fensterladen, hatte ich auch einmal etwas gesehen.“ (pag. 499 Z. 53-61). Zwi-
schen den ersten Einvernahmen bei der Polizei und den Einvernahmen vor Gericht liegen dann auch 
mehrere Jahre, womit sich Abweichungen in den Aussagen mit dem Zeitablauf erklären lassen und in 
einem gewissen Mass sogar aufdrängen. Ebenfalls ist unter diesen Umständen nachvollziehbar, dass 
der Zeuge S.________ sich an der Hauptverhandlung nicht mehr an alles erinnern konnte. Es spricht 
für die Glaubwürdigkeit eines Zeugen, dass er die ihm vorgehaltenen Aussagen nicht einfach bejaht, 
obwohl er sich (nachvollziehbar) nicht mehr an alles erinnern kann. S.________ belastete den Be-
schuldigten dann auch nicht unnötig, so hat er z.B. zu Protokoll gegeben, dass er nach April 2011 nie 
mehr gesehen habe, dass der Beschuldigte Marihuana abgegeben habe (pag. 500 Z. 121-124). 
R.________ hat an der delegierten Einvernahme vom 15.01.2013 bei der Kantonspolizei ausgesagt, 
dass er selber nie Cannabisprodukte vom Beschuldigten gekauft oder erhalten habe. Er glaube aber, 
dass die anderen, welche auf dem Bauernhof gearbeitet hätten, zwischendurch statt Geld Cannabis 
vom Beschuldigten erhalten hätten. Er habe dies nie selber gesehen, aber die anderen hätten es ihm 
gesagt (pag. 520 Z. 56-86, pag. 521 Z. 114-122). Anlässlich der Hauptverhandlung vom 12.06.2014 
im Verfahren PEN 13 270 hat R.________ seine Aussagen dahingehend ergänzt, dass auch er auf 
dem Bauernhof des Beschuldigten arbeiten gegangen sei. Er selber habe vom Beschuldigten nie et-
was direkt in die Hand bekommen, das Gras hätten sie jeweils für verschiedene Arbeiten als Gruppe 
bekommen. Die anderen seien einfach rein und danach wieder mit Gras rausgekommen (pag. 948 
Z. 11-27 und Z. 33-41). An der Hauptverhandlung vom 02.05.2017 im Verfahren PEN 16 60 hat 
R.________ dann erneut zu Protokoll gegeben, dass er und weitere Personen ab und zu beim Be-
schuldigten gearbeitet hätten und statt mit Geld mit Gras bezahlt worden seien (pag. 1542 Z. 2-3 und 
Z. 20-23). Das Gericht erachtet die Aussagen von R.________ ebenfalls grundsätzlich als glaubhaft. 
Insbesondere belastet R.________ sich mit seinen Aussagen schlussendlich indirekt auch selbst, was 
für seine Glaubwürdigkeit spricht. Es sind des Weiteren keine Gründe ersichtlich, weshalb 
R.________ den Beschuldigten zu Unrecht belasten sollte. Zudem gibt es diverse weitere Personen, 
welche – wenn auch hauptsächlich vom Hörensagen – mitbekommen haben, dass der Beschuldigte 

26

Cannabis verkauft hat (vgl. z.B. Z.________: pag. 510 Z. 64-66; AD.________: pag. 526 Z. 35-41, 
pag. 529 Z. 33-41; Q.________: pag. 562 Z. 35-39).

Die Kammer kann sich diesen Ausführungen vollumfänglich anschliessen. Die frag-
lichen Zeugenaussagen sind ein weiteres Indiz dafür, dass der Beschuldigte we-
sentlich mehr mit Hanf zu tun hatte, als er die Kammer glauben machen will. 

Soweit relevant werden weitergehende Ausführungen zu den Aussagen des Be-
schuldigten bei der konkreten Beweiswürdigung zu den jeweiligen Anklagepunkten 
gemacht. Bereits an dieser Stelle kann jedoch festgehalten werden, dass das Aus-
sageverhalten des Beschuldigten seine Glaubwürdigkeit insgesamt massgeblich 
erschüttert. Seine Aussagen imponieren durch höchst widersprüchliche Angaben 
zur Täterschaft und nicht nachvollziehbaren Angaben zu den einzelnen Sachver-
halten. In Übereinstimmung mit den Ausführungen der Vorinstanz (pag. 1598 ff., 
S. 15 ff.) erachtet auch die Kammer das Aussageverhalten des Beschuldigten als 
unglaubhaft. 

14. Zu Ziff. 1.1 der Anklageschrift (Hanf im Maisfeld)

14.1 Vorwurf gemäss Anklageschrift

Dem Beschuldigten wird in der Anklageschrift vom 18.12.2013 unter Ziff. 1.1 Fol-
gendes zur Last gelegt (pag. 891):

[Widerhandlung gegen das BetmG] 

1.1. indem der Beschuldigte im Frühling 2011 in G.________, beim sog. H.________, in einem Mais-
feld Hanfpflanzen anbaute, die ca. 100 Hanfpflanzen am 16.09.2011 erntete und Anstalten traf, 
diese abzutransportieren, bzw. zu befördern, was allerdings durch die polizeiliche Intervention 
verhindert wurde. Der in den sichergestellten Hanfpflanzen festgestellte THC-Gehalt betrug zwi-
schen 2.6 und 3.8 % (IRM Gutachten, 23.09.2011).

14.2 Würdigung durch die Kammer

Aufgrund einer anonymen telefonischen Meldung begab sich die Kantonspolizei 
Bern am 16.9.2011 zum Maisfeld H.________. Dort angelangt konnte die Polizei 
feststellen, wie der Beschuldigte gemeinsam mit seinem Bruder P.________ damit 
beschäftigt war, das Maisfeld mit zwei landwirtschaftlichen Traktoren zu ernten. Im 
angrenzenden Waldstück konnte ein Sachentransportanhänger (BE ________) ge-
funden werden, welcher offenbar die Böschung herunter gestossen worden war. 
Auf dem Anhänger befanden sich ca. 50 Hanfpflanzen. Auf dem Maisfeld konnten 
ca. 50 weitere Hanfpflanzen gesichtet werden, welche in der näheren Umgebung 
wie auch im Inneren des Feldes verpflanzt waren. Einige Hanfpflanzen waren zu-
dem in kleine Töpfe eingepflanzt. Dem Beschuldigten und seinem Bruder wurde er-
laubt, weiterhin Mais zu ernten. Nach Einbruch der Dunkelheit konnte durch die Po-
lizei beobachtet werden, wie eine unbekannte Person versuchte, das auf dem 
Sachentransportanhänger sichergestellte Hanf in den Wald hinaus zu werfen bzw. 
vom Tatort wegzunehmen. Die anschliessende Verfolgung verlief negativ. Einige 
Hanfpflanzen konnten im Wald wieder aufgefunden werden (pag. 87 ff.; vgl. Fotos 
pag. 95 ff.). Die Analyse der Hanfblüten aus dem Maisfeld (15 Stück, vgl. pag. 214 
f.) ergab einen THC-Gehalt von 2.6 bis 3.8% (pag. 216, Asservat-Nr. 11-11680.1).

27

Bei der polizeilichen Einvernahme vom 16.9.2011 gab der Beschuldigte zu, den 
Hanf auf dem Maisfeld im Frühling 2011 angepflanzt zu haben. Er schilderte aus-
führlich, wie er dabei vorging. So sei im Frühling der Mais schlecht gewachsen und 
er habe überall, wo es Lücken gegeben habe, Hanf gesät. Die Hanfsamen habe er 
vom «Gras», das er einige Jahre zuvor an einem Openair gekauft habe (pag. 585, 
Z. 26 ff.). Der Beschuldigte gab zudem an, er wisse nicht, wie hoch der THC-Gehalt 
der Hanfpflanzen sei, allerdings gehe er davon aus, dass er zu hoch sein werde 
(pag. 585, Z. 61 f.). Zu den auf dem Feld eingepflanzten Hanfpflanzen erklärte der 
Beschuldigte sodann, er habe diese später gesetzt und sie seien bis jetzt noch 
nicht richtig gewachsen. Es habe ihn gereut, diese einfach wegzuwerfen. Darum 
habe er sie eingetopft. Er wisse aber nicht, was er mit diesen Pflanzen weiter ge-
macht hätte. Vielleicht hätte er sie auch einfach am Waldrand stehen lassen 
(pag. 587, Z. 127 ff.). Er habe einen Teil vom Hanf für den Eigenkonsum gebrau-
chen wollen. Nun sei es aber viel zu viel geworden und er habe sich noch nicht 
überlegt, was er mit dem restlichen Hanf hätte tun wollen (pag. 586, Z. 74 ff.). 

Zwar gab der Beschuldigte in der ersten Einvernahme zu, den Hanf selbst gesät 
und geerntet zu haben. Allerdings versuchte er, die Angelegenheit herunterzuspie-
len. So überzeugt nicht, dass er eine solche Menge Hanf nur zum Eigenkonsum 
hätte pflanzen wollen. Im Übrigen würde sich diesfalls die Frage stellen, warum er 
– obwohl er bereits erkannt hatte, dass es «viel zu viele» Pflanzen waren – sich 
dennoch die Mühe machte, die noch nicht erntereifen Pflanzen in Töpfe umzu-
pflanzen, um diese dann allenfalls am Waldrand stehen zu lassen.

In der folgenden Einvernahmen zeigte sich der Beschuldigte geschockt über das 
Ausmass der Strafverfolgung. Er erklärte, wenn er das gewusst hätte, hätte er das 
«Zeug’s» nicht am Tag vom Feld geholt (pag. 606, Z. 22 ff.). Mit dieser Aussage 
bestätigte er implizit, gewusst zu haben, dass es sich um illegalen Hanf handelte – 
er jedoch das Ausmass der Folgen unterschätzte. Er erklärte zudem im Wider-
spruch zu seinen früheren Aussagen, das Hanf auf dem Feld sei für «das Produkt» 
gedacht gewesen und dasjenige im Keller (vgl. Ziff. 15 ff. hiernach) für den Eigen-
konsum (pag. 609, Z. 178 f.). In den folgenden Einvernahmen bestritt der Beschul-
digte, Hanf angebaut zu haben. Die Hanfpflanzen auf dem Feld würden jemand 
anderem gehören. Er habe nur so getan, als ob es seine seien, weil er kein gros-
ses Theater gewollt habe (pag. 614, Z. 110 ff.). Der Beschuldigte erklärte nach ei-
ner Besprechung mit seinem Rechtsanwalt, er bleibe dabei, der Hanf auf dem 
Maisfeld sei von einer Drittperson angepflanzt worden und dieser habe ein Produkt 
zur landwirtschaftlichen Verwendung herstellen wollen (pag. 615, Z. 145 ff.). Er dür-
fe aber nicht sagen, wer diese Drittperson gewesen sei – man habe ihm gesagt, er 
dürfe keine Namen nennen (pag. 616, Z. 174 ff.). In der Folge blieb der Beschuldig-
te dabei, ein Dritter habe den Hanf auf dem Maisfeld angepflanzt (pag. 618, Z. 258 
f.; pag. 619, Z. 306; pag. 941, Z. 40 f.; pag. 1544, Z. 39 ff.).

Wie bereits ausgeführt ist das Aussageverhalten des Beschuldigten nicht überzeu-
gend. Es ist nicht verständlich, warum der Beschuldigte – wären die Pflanzen effek-
tiv von einem Dritten gewesen – dies nicht von Anfang an und konsequent ausge-
sagt hätte. Der Beschuldigte widersprach sich teilweise innerhalb von nur wenigen 
Sätzen. So erklärte er, er habe nur vom Hanf gewusst, dieser habe aber jemand 

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anders gepflanzt. «Er» (ein Dritter) habe ein Produkt herstellen wollen (pag. 614, 
Z. 121 ff.). Und gleich darauf sprach der Beschuldigte davon, er habe am Anfang 
nicht die Wahrheit gesagt, weil man ihn sonst ausgelacht hätte, dass «er» («ich») 
ein Produkt habe herstellen wollen (pag. 614, Z. 129 ff.). Der Beschuldigte behaup-
tete des Weiteren, er habe noch nie zu einem anderen Zweck als zur Herstellung 
«dieses Produkts» Hanf angebaut (pag. 616, Z. 186 ff.) – kurz zuvor hatte er je-
doch angegeben, bereits früher sei auf ihrem Hof Hanf und Flachs angepflanzt 
worden, um Seile und Kleider herzustellen (pag. 615, Z. 159 f.). Es ist auch nicht 
überzeugend, dass sich der Beschuldigte nachträglich dann doch nicht mehr daran 
erinnern konnte, warum er einen Teil der Hanfpflanzen in Töpfe umgepflanzt hatte 
(pag. 620, Z. 347 ff.).

Die Erklärungen des Beschuldigten zum Sachentransportanhänger auf dem Mais-
feld sind des Weiteren nicht nachvollziehbar. Er behauptete, der Dritte habe ihm 
gesagt, es sei legal Hanf anzubauen, wenn man es nicht als Droge verkaufe 
(pag. 619, Z. 312 f.). Dennoch erklärte er, sie (er und sein Bruder) hätten den 
Sachentransportanhänger die Böschung heruntergestossen, weil sie nicht gewollt 
hätten, dass jemand sagte, ihnen würde der Hanf gehören (pag. 620, Z. 336 ff.). 
Das Verhalten des Beschuldigten würde keinen Sinn machen, wäre er davon aus-
gegangen, der Anbau und die Ernte des Hanfs seien legal. Das Verstecken des 
Sachentransportanhängers lässt vielmehr darauf schliessen, dass es dem Be-
schuldigten sehr wohl bewusst war, dass es sich um illegalen Hanf handelte. Hätte 
er sich nämlich effektiv vom Hanf auf dem Feld distanzieren wollen, hätte er vor-
sichtshalber wohl eher die Polizei avisiert, statt mit der Ernte zu beginnen, die 
Hanfpflanzen auszusondern und auf dem Sachentransporter zu lagern. Der Be-
schuldigte sagte ferner nachweislich falsch aus, indem er behauptete, er habe den 
Hanf nicht geerntet (pag. 614, Z. 120). Diese Aussage ist offensichtlich unzutref-
fend, zumal er von der Polizei während dem Ernten des Hanfs, also in flagranti, 
entdeckt wurde. Dies bestätigten die drei Polizisten V.________ (pag. 1172 ff.), 
W.________ (pag. 1174 ff.) und X.________ (pag. 1176 ff.). 

Nach dem Gesagten erachtet die Kammer in Übereinstimmung mit den Ausführun-
gen der Vorinstanz (pag. 1603 f., S. 20 f. der Urteilsbegründung) den Sachverhalt 
gemäss Ziff. 1.1 der Anklageschrift als erstellt. 

15. Zu Ziff. 1.2 der Anklageschrift (Hausdurchsuchung F.________strasse vom 
16.9.2011)

15.1 Vorwurf gemäss Anklageschrift

Gemäss Ziff. 1.2 der Anklageschrift wird dem Beschuldigten Folgendes vorgewor-
fen (pag. 891):

[Widerhandlung gegen das BetmG]

1.2. indem der Beschuldigte am 16.09.2011 in G.________, Domizil A.________, 
F.________strasse, Keller, im Besitz von 54 Hanfpflanzen war, welche er zuvor im vorgenann-
ten Maisfeld, beim sog. H.________ angebaut, geerntet und nach seinem Domizil transportiert 
hatte. Der in den sichergestellten Hanfpflanzen festgestellte THC-Gehalt betrug zwischen 1.0 
und 1.9 % (IRM Gutachten, 23.09.2011).

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15.2 Würdigung durch die Kammer

Nach der Intervention auf dem Maisfeld willigte der Beschuldigte in eine formlose 
Hausdurchsuchung an der F.________strasse ein. Bei der Hausdurchsuchung 
wurden lediglich jene Behältnisse und Räume durchsucht, von welchen der Be-
schuldigte angab, es würde sich Hanf darin befinden. Es konnten insgesamt 
54 Hanfpflanzen im Keller der F.________strasse gefunden werden (pag. 89). Die 
Analyse der Hanfblüten aus der Hausdurchsuchung (8 Stück, vgl. pag. 214 f.) er-
gab einen THC-Gehalt von 1.0 bis 1.6% (pag. 216, Asservat-Nr. 11-11680.2).

Zu den 54 Hanfpflanzen erklärte der Beschuldigte, diese seien aus dem Maisfeld 
gewesen. Der «Andere» habe diese bei ihm zu Hause gelagert (pag. 621, Z. 358 f.; 
vgl. auch pag. 1546, Z. 1 ff.). Er selbst habe nichts damit zu tun, es sei einfach um 
die Herstellung «dieses Produkts» gegangen (pag. 621, Z. 362). Später korrigierte 
der Beschuldigte allerdings seine Aussage und behauptete, die Pflanzen habe «ir-
gendjemand» im Keller gehabt (pag. 942, Z. 41) bzw. auf Frage, wie der Hanf in 
seinen Keller gekommen sei, «diverse Leute» hätten Zutritt zu seinen Wohnungen 
gehabt. Die Räume seien frei zugänglich gewesen und man habe es gar nicht ge-
merkt, wenn jemand gekommen sei (pag. 1546, Z. 11 ff.).

Auch hier sagte der Beschuldigte widersprüchlich und nicht nachvollziehbar aus. 
Es kann weitestgehend auf das bisher Gesagte verwiesen werden. Der Beschuldig-
te war zu Beginn geständig – aus diesem Grund führte er die Polizei denn auch zu 
den 54 Hanfpflanzen im Keller der F.________strasse. Zwar blieb der Beschuldigte 
in den späteren Einvernahmen dabei, dass es doch nicht seine Pflanzen seien 
(pag. 942, Z. 41; pag. 1546, Z. 1 ff.). Hätten diese effektiv einem Dritten gehört, 
hätte der Beschuldigte dies jedoch von Anfang an konsequent so ausgesagt. Es ist 
nicht überzeugend, die Polizei auf jene Räume hinzuweisen, in welchen Hanfpflan-
zen versteckt waren, ohne anzugeben, dass diese einem Dritten gehören. Im Übri-
gen erklärte der Beschuldigte anfänglich ausführlich, warum er die Pflanzen auf 
dem Feld eingetopft hatte (vgl. Ausführungen unter Ziff. 14.2 hiervor). Entspre-
chendes wäre kaum zu erwarten, wenn der Beschuldigte nichts damit zu tun ge-
habt hätte. Wie bereits erwähnt erachtet es die Kammer als erwiesen, dass der Be-
schuldigte die Hanfpflanzen auf dem Maisfeld angepflanzt und geerntet hatte. 
Demzufolge und gestützt auf das widersprüchliche Aussageverhalten des Beschul-
digten gilt weiter als erstellt, dass auch die 54 Hanfpflanzen im Keller der 
F.________strasse dem Beschuldigten gehörten und er diese vorgängig vom Mais-
feld abtransportiert hatte. Der Sachverhalt nach Ziff. 1.2 der Anklageschrift ist damit 
erstellt. 

16. Zu Ziff. 1.4, Ziff. 1.6 und Ziff. 1.7 der Anklageschrift (Hausdurchsuchungen 
F.________strasse und I.________(Ort) vom 13.10.2011)

16.1 Vorwurf gemäss Anklageschrift

Nach Ziff. 1.4, Ziff. 1.6 und Ziff. 1.7 der Anklageschrift wird dem Beschuldigten vor-
geworfen, sich wie folgt schuldig gemacht zu haben (pag. 892):

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[Widerhandlungen gegen das BetmG] 

1.4. indem der Beschuldigte ab Sommer 2011 (festgestellt bei der Hausdurchsuchung vom 
13.10.2011) in G.________, Landwirtschaftsbetrieb, I.________(Ort), Speicher, eine Hanfin-
dooranlage betrieb bzw. 17 Hanfpflanzen und 15 Stecklinge anbaute und besass. Der in den si-
chergestellten Hanfpflanzen festgestellte THC-Gehalt betrug zwischen 1.4 und 2.2 % (IRM Gut-
achten, 25.10.2011, Asservat 11-12945.3); 

[…]

1.6. indem der Beschuldigte ab Ende September 2011 (festgestellt bei der Hausdurchsuchung vom 
13.10.2011) in G.________, Domizil A.________, F.________strasse, Keller, eine Hanfin-
dooranlage betrieb bzw. 35 Hanfpflanzen, welche er u.A. zuvor in einem Waldstück, im sog. 
AE.________., gezogen hatte, und 186 Stecklinge besass, daneben in einem weiteren Raum 
einen Arbeitsplatz zur Verarbeitung der Pflanzen eingerichtet hatte. Der in den sichergestellten 
Hanfpflanzen festgestellte THC-Gehalt betrug zwischen 6.0 und 8.0 bzw. 1.2 bis 2.0 % (IRM 
Gutachten, 25.10.2011, Asservat 11-12945.2 und Asservat 11-12945.4); 

1.7. indem der Beschuldigte am 13.10.2011 (festgestellt bei der Hausdurchsuchung vom 13.10.2011) 
in G.________, Domizil A.________, F.________strasse, Estrich, Hanfblüten und Hanfpflanzen 
mit einem Gesamtgewicht von 29,436 kg (inkl. Verpackung) lagerte. Der in den sichergestellten 
Hanfpflanzen festgestellte THC-Gehalt betrug zwischen 3.1 und 4.3 % (IRM Gutachten, 
25.10.2011, Asservat 11-12945.1).

16.2 Würdigung durch die Kammer

Die Hausdurchsuchung vom 13.10.2011 im I.________(Ort) erfolgte aufgrund ei-
nes anonymen Hinweises. Nach der Hausdurchsuchung im I.________(Ort) gab 
der Beschuldigte gegenüber der Polizei spontan an, er habe bei sich zu Hause an 
der F.________strasse auch noch eine kleinere Menge Hanf gelagert. Daraufhin 
erfolgte eine weitere Hausdurchsuchung an der F.________strasse. Schon beim 
Betreten des Gebäudes habe gemäss Polizei ein starker Marihuanageruch wahr-
genommen werden können. Bei den Hausdurchsuchungen vom 13.10.2011 konnte 
je eine Hanfindooranlage im I.________(Ort) im Speicher (15 Stecklinge, 17 Hanf-
pflanzen) sowie an der F.________strasse im Keller (35 Hanfpflanzen, 186 Steck-
linge) entdeckt werden. An der F.________strasse im Estrich wurden ferner 29.436 
kg (inkl. Verpackung) gelagerte Hanfblüten und Hanfpflanzen entdeckt (pag. 103 
ff.). Die Analyse der Hanfpflanzen ergab einen THC-Gehalt von 1.4 bis 2.2% (Spei-
cher I.________, Asservat-Nr. 11-12945.3, pag. 219), 6.0 bis 8.0% (Keller 
F.________strasse, Asservat-Nr. 11-12945.2, pag. 219) sowie 3.1 bis 4.3% 
(Estrich F.________strasse, Asservat-Nr. 11-12945.1, pag. 219). Die Stromab-
rechnungen der AC.________AG ergaben ferner gegenüber dem Vorjahr ab Janu-
ar 2011 einen beinahe doppelt so hohen Stromverbrauch für die Liegenschaft 
I.________(Ort) (pag. 106; pag. 226 ff.).

Anfänglich legte der Beschuldigte auch betreffend diese Anklagepunkte ein Ge-
ständnis ab und machte relativ ausführliche Angaben zu den Indooranlagen. Auf 
Frage, wann er mit dem Bau von Indooranlagen angefangen habe, erklärte der Be-
schuldigte, bei ihm unten (F.________strasse) habe er erst Ende September ange-
fangen. Die Indooranlage im Speicher (I.________(Ort)) habe er im Sommer in Be-
trieb genommen (pag. 606, Z. 38 ff.). In Übereinstimmung mit seinen früheren Aus-

31

sagen gab der Beschuldigte zuerst an, er habe die Samen für die Indooranlagen 
vom Hanf, den er geraucht habe, denn er konsumiere zwischendurch (pag. 607, 
Z. 61 ff.). Allerdings erklärte er in der gleichen Einvernahme, die Materialien für die 
Indooranlage habe er von einem Kollegen aus Burgdorf, vor welchem er etwas 
Angst habe. Seinen Namen wolle er daher nicht nennen (pag. 607, Z. 83 ff.). Die-
ser Kollege habe ihm gesagt, er könne Hanf für ihn besorgen. Und er habe diesem 
Kollegen gesagt, der THC-Gehalt spiele für ihn keine Rolle. Der Beschuldigte habe 
gedacht, wenn er das Gras billig kaufen könne, könne er weiter an den Produkten 
rumpröbeln (pag. 607, Z. 91 ff.). In der Folge behauptete der Beschuldigte aller-
dings, der Hanf sei zur Her