# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 95e003b3-cb74-5f6d-b67b-8d1c3db4dcf3
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-04-26
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 26.04.2022 IV 2020/64
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2020-64_2022-04-26.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2020/64

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 14.09.2022

Entscheiddatum: 26.04.2022

Entscheid Versicherungsgericht, 26.04.2022
Art. 28 IVG. Art. 16 ATSG. Rente der Invalidenversicherung. Selbständige 
Erwerbstätigkeit. Valideneinkommen (Entscheid des Versicherungsgerichts 
des Kantons St. Gallen vom 26. April 2022, IV 2020/64).

Entscheid vom 26. April 2022

Besetzung

Präsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Monika Gehrer-Hug und Karin Huber 

Studerus; Gerichtsschreiber Tobias Bolt

Geschäftsnr.

IV 2020/64

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Marcel Köppel, Mätzler & Partner, 

Grossfeldstrasse 45, 7320 Sargans,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

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Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.  

A.___ meldete sich im Juni 2015 zum Bezug von Leistungen der 

Invalidenversicherung an (IV-act. 1). Er gab an, er habe eine Berufsausbildung zum 

Metallbauschlosser und eine zweite Berufsausbildung zum Landwirt absolviert. Aktuell 

arbeite er im Bereich D.___. Sein Monatslohn betrage 5’200 Franken. Die 

Rheumatologin Dr. med. E.___ berichtete im Juli 2015 (IV-act. 11), der Versicherte leide 

an degenerativ bedingten, handbetonten Polyarthralgien. Die Beschwerden hätten 

keinen entzündlichen Charakter; sie seien klar belastungsabhängig. In den letzten zwei 

Jahren habe sich der Zustand nicht wesentlich verändert. Therapeutische Optionen 

bestünden nicht. Der Versicherte habe sich Gedanken über eine Umschulung gemacht, 

was aus rheumatologischer Sicht zu begrüssen sei. Allerdings dürfte sich der Umstand, 

dass der Versicherte ein Legastheniker sei, erschwerend auf eine Umschulung 

auswirken. Im Arbeitgeberfragebogen, den der Versicherte als Geschäftsführer jener 

GmbH ausfüllte, für die er arbeitete, gab er an, dass sich sein Lohn auf 3’700 Franken 

pro Monat respektive auf 48’000 Franken pro Jahr belaufe, da noch eine monatliche 

Kostentschädigung von 300 Franken ausgerichtet werde (IV-act. 14).

A.a. 

Ein Berufsberater der IV-Stelle notierte im September 2016 (IV-act. 29), man habe 

im Rahmen der Berufsberatung rasch eine Alternative zum nicht mehr zumutbaren 

Beruf des Metallbaukonstrukteurs gefunden. Die meisten praktischen Berufe seien 

nicht in Frage gekommen, weil sie zu hohe Belastungsanforderungen an die Hände 

gestellt hätten. Für eine Umschulung in den kaufmännischen Bereich oder einen höher 

qualifizierten Beruf fehlten die erforderlichen kognitiven Fähigkeiten. Der Versicherte 

habe früher als „Reitlehrer“ ohne Ausbildung auf dem Hof seiner Ehefrau gearbeitet. 

Die Tätigkeit als Spezialist der Pferdebranche entspreche den Adaptionskriterien. Der 

Versicherte verfüge über die notwendigen Voraussetzungen, Interessen, Neigungen 

und Fähigkeiten. Eine entsprechende Umschulung werde mit hoher Wahrscheinlichkeit 

A.b. 

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zu einer rentenausschliessenden Integration in den ersten Arbeitsmarkt führen. Die 

Umschulung werde drei Jahre dauern. Am 13. Dezember 2016 erteilte die IV-Stelle 

dem Versicherten eine Kostengutsprache für eine Umschulung zum Spezialisten der 

Pferdebranche (IV-act. 31). Im September 2017 musste die Umschulung „aufgrund 

diverser Faktoren“ abgebrochen werden (vgl. IV-act. 44). Ausschlaggebend waren wohl 

insbesondere unerwartete Kosten, die zu einer Verschuldung des Versicherten geführt 

hätten, wenn dieser die Umschulung fortgeführt respektive abgeschlossen hätte (vgl. 

IV-act. 42 ff.). Im Auftrag der IV-Stelle führte die Eingliederungsstätte der Kliniken F.___ 

vom 13. November 2017 bis zum 9. Februar 2018 eine berufliche Abklärung durch. Im 

Schlussbericht hielt sie fest (IV-act. 64), der Versicherte habe eine hohe 

Leistungsbereitschaft und gute Fähigkeiten gezeigt. Er habe das vereinbarte Pensum 

von 80 Prozent gut einhalten können. Seine Arbeitsleistung habe allerdings nicht auf 

über 25 Prozent gesteigert werden können, weil er manuelle Arbeiten nur jeweils für 

kurze Intervalle habe ausführen können. Tätigkeiten im Büro respektive am PC seien 

mangels Fähigkeiten und Neigungen ungünstig gewesen. Die Chancen für eine 

berufliche Eingliederung stünden insgesamt schlecht. Die IV-Stelle sollte die 

Rentenberechtigung prüfen. Mit einer Mitteilung vom 20. Februar 2018 verneinte die IV-

Stelle einen Anspruch auf weitere berufliche Massnahmen (IV-act. 68).

Im Auftrag der IV-Stelle erstattete der Rheumatologe Dr. med. G.___ am 7. 

September 2018 ein rheumatologisches Gutachten (IV-act. 86). Er hielt fest, der 

Versicherte leide an einem chronischen multilokulären muskulo-skelettalen 

Schmerzsyndrom unklarer Ätiologie mit Polyarthralgien und einem thoraco-

lumbovertebralen Syndrom sowie – ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit – an 

Spreizfüssen, an einem Übergewicht und an einer fokalen 

Radionuklidmehranreicherung in der rechten Schilddrüsenloge unklarer Ätiologie. In 

den aktuellen Röntgenaufnahmen der Hände und Füsse zeigten sich weder relevante 

degenerative noch entzündliche Gelenksveränderungen. Klinisch hätten keine floride 

Synovitiden, Tenosynovitiden oder Enthesitiden nachgewiesen werden können. Eine 

serologische Entzündungsaktivität sei nie nachgewiesen worden. Die immunologischen 

Parameter und das HLA-B27 seien negativ gewesen. Die vom Versicherten bezüglich 

ihrer Lokalisation glaubhaft geschilderten multilokulären muskulo-skelettalen 

Beschwerden hätten höchstens teilweise mit den klinischen Befunden korreliert. Aus 

A.c. 

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rheumatologischer Sicht bestehe zusammenfassend keine Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit für körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeiten. Schwere 

Tätigkeiten seien nicht zu empfehlen. Das im Schlussbericht der Klinik F.___ 

angegebene Limit der körperlichen Leistungsfähigkeit bei 25 Prozent sei aus 

rheumatologischer Sicht nur schwer nachvollziehbar. Das Psychiatrie-Zentrum H.___ 

berichtete im November 2018 (IV-act. 89), der Versicherte leide an einer chronischen 

Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren sowie an einer 

rezidivierenden depressiven Störung mit einer gegenwärtig mittelgradigen Episode. 

Das Psychiatrie-Zentrum habe den Versicherten weder krankgeschrieben noch 

Arbeitsunfähigkeitszeugnisse ausgestellt. Eine Arbeitsfähigkeitsschätzung könne nicht 

abgegeben werden. Der IV-interne regionale ärztliche Dienst (RAD) erachtete das 

Gutachten von Dr. G.___ als überzeugend, empfahl aber angesichts der kürzlich in die 

Wege geleiteten psychiatrischen Behandlung die Einholung eines bidisziplinären, 

rheumatologischen und psychiatrischen Gutachtens, wobei das rheumatologische 

Teilgutachten ein Verlaufsgutachten sein solle (IV-act. 91 f.). Am 18. September 2019 

erstattete Dr. G.___ das rheumatologische Verlaufsgutachten (IV-act. 108). Er hielt fest, 

dass sich aus rheumatologischer Sicht bei der aktuellen Verlaufsbegutachtung keine 

neuen Gesichtspunkte ergeben hätten. Der Psychiater Dr. med. I.___ führte in seinem 

psychiatrischen Teilgutachten vom 28. Oktober 2019 aus (IV-act. 112), bei der 

Untersuchung hätten eine leicht depressive Stimmung, eine zeitweilige 

Niedergeschlagenheit, leichte Schlafstörungen, gewisse Versagensängste und eine 

leicht eingeschränkte Ausdauer nach verschiedenen Misserfolgen in Bezug auf eine 

Realisierung einer neuen beruflichen Tätigkeit im freien Arbeitsmarkt festgestellt 

werden können. Neben den allenfalls leichten depressiven Symptomen seien auch 

akzentuierte Persönlichkeitszüge mit insbesondere histrionisch-unreifen Anteilen 

festzustellen gewesen. Als weitere Störung sei ein schädlicher Gebrauch von Alkohol 

und Cannabinoiden zu erwähnen. Keine dieser Störungen wirke sich relevant auf die 

Arbeits- und Leistungsfähigkeit aus. In ihrer Konsensbeurteilung attestierten die 

Sachverständigen Dres. G.___ und I.___ für die erlernte Tätigkeit als 

Metallbauschlosser eine vollständige Arbeitsunfähigkeit und für eine körperlich leichte 

bis mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeit eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit. 

Der RAD-Arzt Dr. med. J.___ qualifizierte das bidisziplinäre Gutachten als überzeugend 

(IV-act. 113).

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B.  

Mit einem Vorbescheid vom 2. Dezember 2019 teilte die IV-Stelle dem 

Versicherten mit, dass sie die Abweisung des Rentenbegehrens mangels eines 

rentenbegründenden Invaliditätsgrades vorsehe (IV-act. 116). Dagegen liess der nun 

anwaltlich vertretene Versicherte am 15. Januar 2020 einwenden (IV-act. 121), das von 

der IV-Stelle berücksichtigte Valideneinkommen sei viel zu tief angesetzt. Die 

Geschäftsabschlüsse der GmbH, an der der Versicherte allein wirtschaftlich berechtigt 

gewesen sei, zeigten, dass sich der Versicherte mit einem bescheidenen Einkommen 

begnügt habe, um erhebliche Mittel in das „Projekt Uruguay“ investieren zu können. 

Die LSE zeige, dass er als ausgebildeter Metallbauschlosser mit viel Berufserfahrung 

ein deutlich höheres Einkommen hätte erzielen können. Der Versicherte arbeite noch 

immer für seine GmbH, verrichte nun aber lediglich leidensadaptierte Tätigkeiten. Der 

seiner Leistung entsprechende Jahreslohn betrage höchstens 40 Prozent des 

Valideneinkommens, weshalb der Versicherte einen Anspruch auf eine Dreiviertelsrente 

haben müsse. Mit einer Verfügung vom 11. Februar 2020 wies die IV-Stelle das 

Rentenbegehren des Versicherten ab (IV-act. 125).

A.d. 

Am 12. März 2020 liess der Versicherte (nachfolgend: der Beschwerdeführer) eine 

Beschwerde gegen die Verfügung vom 11. Februar 2020 erheben (act. G 1). Sein 

Rechtsvertreter beantragte die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die 

Zusprache mindestens einer Dreiviertelsrente ab Juni 2015, alles unter Kosten- und 

Entschädigungsfolgen. Zur Begründung führte er aus, das Valideneinkommen betrage 

mindestens 60’000 Franken. Der Beschwerdeführer erziele aktuell lediglich noch einen 

seiner Arbeitsleistung angemessenen Lohn von 18’000 Franken netto respektive 

22’000 Franken brutto. Die Erwerbseinbusse betrage also mindestens 60 Prozent.

B.a. 

Die IV-Stelle (nachfolgend: die Beschwerdegegnerin) beantragte am 13. Mai 2020 

die Abweisung der Beschwerde (act. G 4). Zur Begründung führte sie an, im Jahr 2012 

sei nur ein vernachlässigbarer Betrag von 170 Franken als Aufwand für das „Projekt 

Uruguay“ verbucht worden. Die Erhöhung dieses Aufwandes in den Jahren 2013 und 

2014 auf 36’000 Franken respektive auf 13’393 Franken habe keine Reduktion des 

Lohnes zur Folge gehabt, den die im Eigentum des Beschwerdeführers stehende 

GmbH diesem ausbezahlt habe. Der Beschwerdeführer habe sich abgesehen davon 

B.b. 

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Erwägungen

1.

Da dieses Beschwerdeverfahren die Überprüfung der angefochtenen Verfügung auf 

deren Rechtmässigkeit bezweckt, muss sein Gegenstand jenem des vorangegangenen 

freiwillig mit einem tiefen Erwerbseinkommen begnügt. Zudem sei es 

rechtsmissbräuchlich, dass der Beschwerdeführer im Zusammenhang mit der 

Beitragspflicht tiefe und im Versicherungsfall höhere Löhne geltend gemacht habe. Das 

effektiv erzielte Einkommen sei nicht das zumutbarerweise erzielbare 

Erwerbseinkommen, denn angesichts der medizinisch uneingeschränkten 

Arbeitsfähigkeit für leidensadaptierte Tätigkeiten könne der Beschwerdeführer ein 

Erwerbseinkommen von bis zu 50’505 Franken erzielen.

Der Beschwerdeführer liess am 1. Juli 2020 an seinen Anträgen festhalten (act. G 

8). Zusätzlich beantragte sein Rechtsvertreter die Durchführung einer mündlichen 

Hauptverhandlung.

B.c. 

Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 10).B.d. 

An der mündlichen Verhandlung vom 26. April 2022, an der die 

Beschwerdegegnerin nicht teilnahm (vgl. act. G 19), machte der Beschwerdeführer 

geltend, nach der Aufnahme der selbständigen Erwerbstätigkeiten sei es zu 

Buchhaltungsfehlern gekommen. „Intern“ habe man einen Lohn von 5’500–6’000 

Franken fakturiert. Da aber ein erheblicher Teil davon für das „Projekt Uruguay“ 

vorgesehen gewesen sei, habe man in der Buchhaltung nur einen Lohn von 4’000 

Franken ausgewiesen. Diesen Fehler habe man später nicht mehr korrigieren können. 

In der Klinik F.___ habe man drei Monate lang intensiv alle Möglichkeiten erprobt. Für 

den Beschwerdeführer sei es ein Schreck gewesen zu hören, dass er nicht mehr als 25 

Prozent leisten könne. Er habe oft gebremst werden müssen. Er könne zwar neun 

Stunden pro Tag arbeiten, komme aber nirgends hin. Für die Umschulung zum 

Spezialist der Pferdebranche habe er aus eigenen Mitteln 50’000 Franken investiert. 

Der Eingliederungsverantwortliche der Beschwerdegegnerin habe später verlangt, dass 

er nochmals 20’000 Franken investiere, aber er habe keine finanziellen Mittel mehr 

gehabt. Deshalb sei die Umschulung dann abgebrochen worden.

B.e. 

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Verwaltungsverfahrens entsprechen. Das Verwaltungsverfahren hat sich auf die 

Prüfung eines Rentenanspruchs des Beschwerdeführers beschränkt. Berufliche 

Massnahmen haben nach dem Abschluss des entsprechenden Teils des 

Verwaltungsverfahrens am 20. Februar 2018 nicht mehr zum Gegenstand des 

Verwaltungsverfahrens gehört. Folglich ist in diesem Beschwerdeverfahren 

ausschliesslich zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin das Rentenbegehren des 

Beschwerdeführers zu Recht abgewiesen hat.

2.  

Invalidität ist gemäss dem Art. 8 Abs. 1 ATSG die voraussichtlich bleibende oder 

längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Als Erwerbsunfähigkeit 

wird im Art. 7 Abs. 1 ATSG der durch eine Gesundheitsbeeinträchtigung verursachte 

und nach der zumutbaren Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder 

teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem (fiktiven) allgemeinen und 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt definiert. Die invalidenversicherungsrechtlich relevante 

Invalidität ergibt sich also nicht direkt aus der Gesundheitsbeeinträchtigung. 

Massgebend ist vielmehr der Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem (fiktiven) 

allgemeinen und ausgeglichenen Arbeitsmarkt, wobei allerdings nur der durch eine 

Gesundheitsbeeinträchtigung verursachte Verlust der Erwerbsmöglichkeiten relevant 

ist. Der Invaliditätsbegriff wird im ATSG also nicht medizinisch, sondern ökonomisch 

definiert. Diesem ökonomischen Invaliditätsbegriff entsprechend sieht der Art. 16 ATSG 

die Bemessung der Invalidität anhand eines Einkommensvergleichs vor: Für die 

Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte 

Person nach dem Eintritt der Gesundheitsbeeinträchtigung und nach der Durchführung 

der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine 

ihr zumutbare Tätigkeit bei einer (fiktiv) ausgeglichenen Arbeitsmarktlage erzielen 

könnte (sog. zumutbarerweise erzielbares Invalideneinkommen), in Beziehung zu jenem 

Erwerbseinkommen gesetzt, das sie erzielen könnte, wenn sie gesund geblieben wäre 

(sog. Valideneinkommen). Die beiden Vergleichseinkommen – Invalideneinkommen und 

Valideneinkommen – sind allerdings lediglich Messgrössen, die zur Bestimmung des 

Invaliditätsgrades respektive zur Bemessung des Verlustes der Erwerbsmöglichkeiten 

notwendig sind. Die eigentliche Frage lautet, welchen Teil ihrer Erwerbsmöglichkeiten 

die versicherte Person aufgrund einer Gesundheitsbeeinträchtigung verloren hat. Weil 

sich aber weder die Erwerbsmöglichkeiten vor dem Eintritt der 

Gesundheitsbeeinträchtigung noch jene nach dem Eintritt der 

Gesundheitsbeeinträchtigung quantifizieren lassen, müssen Messwerte herangezogen 

werden, die eine Berechnung des Invaliditätsgrades erlauben. Diese Messwerte sind 

2.1. 

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die erzielbaren Erwerbseinkommen bei einer optimalen Ausschöpfung der 

Erwerbsmöglichkeiten auf dem (fiktiven) allgemeinen und ausgeglichenen Arbeitsmarkt. 

Der massgebende ökonomische Invaliditätsbegriff zwingt also zum folgenden 

Vorgehen bei der Bestimmung des Invaliditätsgrades: In einem ersten Schritt ist zu 

ermitteln, welche Erwerbsmöglichkeiten der versicherten Person auf dem (fiktiven) 

allgemeinen und ausgeglichenen Arbeitsmarkt ohne die Gesundheitsbeeinträchtigung 

zur Verfügung gestanden hätten (sog. „Validenkarriere“) und welche 

Erwerbsmöglichkeiten die versicherte Person nach dem Eintritt der 

Gesundheitsbeeinträchtigung, nach der medizinischen Behandlung und nach der 

Durchführung der Eingliederungsmassnahmen auf dem (fiktiven) allgemeinen und 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt noch hat (sog. „Invalidenkarriere“). In einem zweiten 

Schritt ist zu bestimmen, welches Erwerbseinkommen die versicherte Person bei der 

ihr zumutbaren Ausnutzung ihrer Erwerbsmöglichkeiten auf dem (fiktiven) allgemeinen 

und ausgeglichenen Arbeitsmarkt – mit und ohne Gesundheitsbeeinträchtigung – 

erzielen könnte. Damit werden das zumutbarerweise erzielbare Invalideneinkommen als 

Messgrösse für die trotz der Gesundheitsbeeinträchtigung verbleibenden 

Erwerbsmöglichkeiten auf dem (fiktiven) allgemeinen und ausgeglichenen Arbeitsmarkt 

und das Valideneinkommen als Messgrösse für die Erwerbsmöglichkeiten auf dem 

(fiktiven) allgemeinen und ausgeglichenen Arbeitsmarkt ohne die 

Gesundheitsbeeinträchtigung bestimmt. In einem dritten Schritt sind die 

Erwerbseinbusse (Differenz zwischen den Vergleichseinkommen) und der 

Invaliditätsgrad (Verhältnis der Erwerbseinbusse zum Valideneinkommen) zu berechnen 

(vgl. zum Ganzen auch SVR 2021 IV Nr. 34).

Der Beschwerdeführer hat eine Ausbildung zum Metallbauschlosser und eine 

Ausbildung zum Landwirt absolviert. Als Landwirt ist er nur vorübergehend tätig 

gewesen, solange er zusammen mit seiner Ehefrau deren Hof bewirtschaftet hat. Davor 

und danach hat er jahrelang als Metallbauschlosser gearbeitet. Seine 

Erwerbsmöglichkeiten auf dem invalidenversicherungsrechtlich massgebenden 

allgemeinen und ausgeglichenen Arbeitsmarkt haben also jenen eines ausgebildeten 

Metallbauschlossers mit jahrelanger Berufserfahrung entsprochen. Gemäss der Tabelle 

A1 der LSE 2016 hat sich der statistische Zentralwert der Löhne für Männer, die in den 

Branchen 24/25 (Metallerzeugung und Herstellung von Metallerzeugnissen) tätig 

gewesen sind und komplexe praktische Tätigkeiten verrichtet haben, die ein grosses 

Wissen in einem Spezialgebiet voraussetzen (Kompetenzniveau 3), bei einer 

standardisierten Arbeitszeit von 40 Stunden pro Woche auf 6’932 Franken pro Monat 

belaufen. Da ein allfälliger Rentenanspruch frühestens im Dezember 2015 entstanden 

sein könnte, ist auf diesen Betrag abzustellen. Unter Berücksichtigung einer 

2.2. 

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betriebsüblichen wöchentlichen Arbeitszeit in den Branchen 24/25 im Jahr 2015 von 

41,4 Stunden entspricht das einem Jahreslohn von 86’095 Franken. Entgegen der 

Ansicht der Beschwerdegegnerin spielt es keine Rolle, dass das vom 

Beschwerdeführer effektiv erzielte Einkommen tiefer gewesen ist, denn die tatsächliche 

Lohnhöhe ist von invalidenversicherungsrechtlich irrelevanten Faktoren des 

tatsächlichen Arbeitsmarktes beeinflusst gewesen und kann deshalb keine zuverlässige 

Messgrösse für die Erwerbsmöglichkeiten auf dem (fiktiven) allgemeinen und 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt sein. Würde man, der Argumentation der 

Beschwerdegegnerin folgend, das Valideneinkommen anhand der Löhne auf dem 

tatsächlichen Arbeitsmarkt und das Invalideneinkommen anhand der Löhne auf dem 

(fiktiven) allgemeinen und ausgeglichenen Arbeitsmarkt bemessen, hätte das einen 

Vergleich mit unterschiedlichen Messgrössen zur Folge, der nur ein verfälschtes 

Ergebnis haben könnte. Die Befürchtung der Beschwerdegegnerin, mit der richtigen, 

gesetzmässigen Bemessung des Invaliditätsgrades würde dem Rechtsmissbrauch Tür 

und Tor geöffnet, ist unbegründet, denn die gegenüber der Beitragsabteilung 

deklarierten Einnahmen bilden ja (unabhängig vom Invaliditätsgrad) die Basis für das 

massgebende durchschnittliche Jahreseinkommen und damit für den Rentenbetrag. 

Ein Grund, der dazu zwingen würde, bei der Bemessung des Valideneinkommens vom 

massgebenden statistischen Zentralwert auf dem (fiktiven) allgemeinen und 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt abzuweichen, ist nicht ersichtlich, weshalb das 

Valideneinkommen auf 86’095 Franken festzusetzen ist.

Für die Bemessung des zumutbarerweise erzielbaren Invalideneinkommens ist 

massgebend, welche Tätigkeiten dem Beschwerdeführer aus medizinischer Sicht in 

welchem Umfang noch zugemutet werden können. Zur Beantwortung dieser Frage hat 

die Beschwerdegegnerin die Sachverständigen Dres. G.___ und I.___ mit der Erstellung 

eines bidisziplinären Gutachtens beauftragt. Die Sachverständigen haben den 

Beschwerdeführer persönlich untersucht und sie haben die Berichte der behandelnden 

Ärzte eingehend gewürdigt. In ihrem Gutachten haben sie die subjektiven Angaben des 

Beschwerdeführers und die von ihnen erhobenen objektiven klinischen und 

bildgebenden Befunde ausführlich wiedergegeben, sodass kein ernsthafter Zweifel 

daran besteht, dass sie den massgebenden medizinischen Sachverhalt vollständig 

ermittelt haben. In ihrem Gutachten haben sie sorgfältig zwischen den subjektiven 

Klagen des Beschwerdeführers und den objektiven – klinischen und bildgebenden – 

Befunden unterschieden. Ihre Beurteilung, das heisst die Diagnosestellung und die 

Arbeitsfähigkeitsschätzung, haben sie rein anhand der objektiven Befunde 

überzeugend hergeleitet und begründet. Der rheumatologische Sachverständige Dr. 

G.___ hat anschaulich aufgezeigt, dass sowohl klinisch als auch in verschiedenen 

2.3. 

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bildgebenden Verfahren keine organische Ursache für die vom Beschwerdeführer als 

stark beeinträchtigend geschilderten Beschwerden in den Händen hat gefunden 

werden können. Ebenso überzeugend hat er dargelegt, dass die Einschätzung der 

Klinik F.___ aus rheumatologischer Sicht nicht nachvollziehbar ist und dass die vom 

Beschwerdeführer zuletzt effektiv ausgeübte Tätigkeit das subjektiv vom Beschwerde­

führer angegebene und das von der Klinik F.___ „bestätigte“ Leistungslimit deutlich 

übersteigt. Damit hat er aufgezeigt, dass die Klinik F.___ sich bei ihrer Beurteilung zu 

sehr von den subjektiven Angaben des Beschwerdeführers hat leiten lassen, die 

erwiesenermassen in einem deutlichen Widerspruch nicht nur zu den massgebenden 

objektiven Befunden, sondern auch zur effektiven Belastung im Rahmen der tatsächlich 

ausgeübten Tätigkeit gestanden haben. Der psychiatrische Sachverständige Dr. I.___ 

hat objektiv klinisch lediglich eine leicht depressive Stimmung, eine zeitweilige 

Niedergeschlagenheit, leichte Schlafstörungen, gewisse Versagensängste und eine 

leicht eingeschränkte Ausdauer nach verschiedenen Misserfolgen bei der beruflichen 

Wiedereingliederung festgestellt. Anhand dieser diskreten objektiven Befunde hat er 

überzeugend dargelegt, dass der Beschwerdeführer nicht an Symptomen gelitten hat, 

die so stark ausgeprägt gewesen wären, dass eine depressive Störung hätte 

diagnostiziert werden können. Damit hat er die Diagnosestellung des Psychiatrie-

Zentrums H.___ widerlegt. Zudem hat Dr. I.___ auf einen schädlichen Gebrauch von 

Alkohol und Cannabinoiden hingewiesen, den die Ärzte des Psychiatrie-Zentrums 

H.___ nicht erwähnt hatten. Damit hat er aufgezeigt, dass sich die Ärzte des 

Psychiatrie-Zentrums zu sehr von den subjektiven Schilderungen des 

Beschwerdeführers haben leiten lassen und dass sie dem massgebenden objektiven 

klinischen Befund nicht hinreichend Rechnung getragen respektive diesen gar nicht 

erst vollständig ermittelt haben, denn ansonsten hätten sie den schädlichen Gebrauch 

von Alkohol und Cannabinoiden feststellen müssen. In den Akten findet sich 

zusammenfassend also kein Hinweis, der einen ernsthaften Zweifel an der 

Überzeugungskraft des Gutachtens wecken würde. Zusammenfassend steht deshalb 

gestützt auf das bidisziplinäre Gutachten mit dem erforderlichen Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest, dass der Beschwerdeführer zwar den erlernten 

Beruf als Metallbauschlosser bleibend nicht mehr, eine leidensadaptierte – leichte bis 

mittelschwere und wechselbelastende – Tätigkeit dagegen ohne eine Einschränkung 

ausüben kann. Ein Anhaltspunkt, dass sich der Arbeitsfähigkeitsgrad des 

Beschwerdeführers für die angestammte und für eine leidensadaptierte Tätigkeit in der 

Zeit zwischen dem frühestmöglichen Rentenbeginn im Dezember 2015 (vgl. Art. 29 

Abs. 1 IVG) und der Begutachtung im September/Oktober 2019 wesentlich verändert 

hätte, ist nicht ersichtlich, weshalb auch mit dem erforderlichen Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit feststeht, dass der Beschwerdeführer in der Zeit 

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3.  

Die Beschwerde ist abzuweisen. Der Verfahrensaufwand ist mit Blick auf die 

Durchführung einer mündlichen Verhandlung als leicht überdurchschnittlich zu 

qualifizieren, weshalb die Gerichtskosten auf 800 Franken festzusetzen sind. Diese 

Gerichtskosten sind dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen. Der von ihm 

zwischen Dezember 2015 und Oktober 2019 eine ideal leidensadaptierte Tätigkeit 

uneingeschränkt hätte ausüben können.

Die Beschwerdegegnerin hat zu Recht erkannt, dass der Beschwerdeführer vor 

diesem Hintergrund einen Anspruch auf eine Berufsberatung und eine Umschulung 

gehabt hat. Ihr weiteres diesbezügliches Vorgehen ist allerdings in mehreren Punkten 

nicht nachvollziehbar: Obwohl der Beschwerdeführer in der Lage gewesen war, zwei 

vollwertige Berufsausbildungen zu absolvieren, hat sie auf einen blossen Hinweis eines 

behandelnden Arztes hin ohne jede weitere Abklärung angenommen, der 

Beschwerdeführer sei ein Legastheniker, der nicht in der Lage sei, den schulischen Teil 

einer weiteren Ausbildung zu bestehen oder im Büro zu arbeiten. Dadurch hat sie das 

Spektrum der in Frage kommenden Umschulungsmöglichkeiten ohne eine 

ausreichende Kenntnis des massgebenden Sachverhaltes vorschnell erheblich 

eingeschränkt. Die Umschulung zum Pferdespezialisten dürfte mit Blick auf die 

körperlichen Belastungen jener Tätigkeit nicht geeignet gewesen sein, den 

Beschwerdeführer rentenausschliessend wieder einzugliedern. Nicht nachvollziehbar 

ist schliesslich auch, weshalb die Beschwerdegegnerin die bereits begonnene 

Umschulung abgebrochen hat. Weil der Entscheid der Beschwerdegegnerin, die 

Umschulung abzubrechen und keine weitere Umschulung des Beschwerdeführers in 

Angriff zu nehmen, aber verbindlich geworden ist, kann der Grundsatz „Eingliederung 

vor Rente“ nicht zur Anwendung kommen. Das bedeutet, dass die Invalidenkarriere in 

der Verrichtung einer leidensadaptierten Hilfsarbeit bestehen muss.

2.4. 

Der statistische Zentralwert der Hilfsarbeiterlöhne im Jahr 2015 hat sich auf 66’633 

Franken belaufen (Informationsstelle AHV/IV, Textausgabe IVG, 10. Aufl. 2019, Anh. 2). 

Bei einem Valideneinkommen von 86’095 Franken und einem zumutbarerweise erziel­

baren Invalideneinkommen von 66’633 Franken resultiert eine invaliditätsbedingte 

Erwerbseinbusse von 19’462 Franken, was einem Invaliditätsgrad von 22,61 Prozent 

respektive von 23 Prozent entspricht. Da erst ab einem Invaliditätsgrad von 40 Prozent 

ein Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung besteht, erweist sich die 

angefochtene Verfügung im Ergebnis als rechtmässig.

2.5. 

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geleistete Kostenvorschuss von 600 Franken wird daran angerechnet. Der 

unterliegende Beschwerdeführer hat keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung.

Entscheid

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Der Beschwerdeführer hat die Gerichtskosten von 800 Franken zu bezahlen; der 

von ihm geleistete Kostenvorschuss von 600 Franken wird daran angerechnet.

3. Das Begehren um eine Parteientschädigung wird abgewiesen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 26.04.2022
	Art. 28 IVG. Art. 16 ATSG. Rente der Invalidenversicherung. Selbständige Erwerbstätigkeit. Valideneinkommen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 26. April 2022, IV 2020/64).

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		2025-07-19T01:48:25+0200
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