# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f7551a7f-0347-5677-9402-367790c58bdd
**Source:** Fribourg (FR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** FR 605_2009_171_09_06_11.pdf
**Docket/Reference:** 605_2009_171_09_06_11.pdf
**URL:** https://www.fr.ch/sites/default/files/contens/tc/_www/files/pdf36/605_2009_171_09_06_11.pdf

## Full Text

605 2009-171 

Urteil vom 9. Juni 2011 

SOZIALVERSICHERUNGSGERICHTSHOF 

BESETZUNG 

Stellvertretender Präsident: 
Beisitzer: 

Gerichtsschreiber-Praktikant: 

Christoph Rohrer 
Bruno Kaufmann 
Jean-Marc Kuhn 
Savio Michellod 

PARTEIEN 

X.,  vertreten  durch  ihre  Eltern,  Beschwerdeführerin,  vertreten  durch 
Rechtsanwalt Marc F. Suter, Zentralstrasse 45/47, 2502 Biel/Bienne,    

gegen 

INVALIDENVERSICHERUNGSSTELLE  DES  KANTONS  FREIBURG,  Rte 
du Mont-Carmel 5, Postfach, 1762 Givisiez, Vorinstanz,     

GEGENSTAND 

Invalidenversicherung 

Beschwerde vom 25. Mai 2009 gegen die Verfügung vom 22. April 2009 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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S a c h v e r h a l t  

A.  X.,  geboren  1995,  ledig,  wohnhaft  bei  ihren  Eltern,  besuchte  im  Mai  2009  die 
1. Oberstufe  der  Sekundarschule  A.,  welche  sie  voraussichtlich  im  Sommer  2011 
abschliessen wird.  

Als  Kleinkind  verlor  sie  im  September  1998  durch  einen  Unfall  mit  einer  Maschine  ihren 
dominanten  rechten  Arm  (Oberarmamputation  rechts).  Diverse  Stumpfresektionen 
wurden durchgeführt, letztmals im Mai 2007.  

Im  Oktober  2008  ersuchten  die  Eltern  von  X.  die  Invalidenversicherungsstelle  des 
B.  
Kantons  Freiburg  (nachfolgend:  IV-Stelle)  um  die  Abgabe  eines  Standardnotebooks  mit 
Tastatur  für  die  Bedienung  mit  der  linken  Hand,  eines  Standart-Tintendruckers  sowie 
eines  zusätzlichen  Netzteils 
für  das  Notebook.  Weiter  ersuchten  sie  um  ein 
Spracherkennungs-  und  ein  Wortvorhersageprogramm.  Die  Offerte  der  Stiftung  für 
elektronische  Hilfsmittel,  Neuenburg  (nachfolgend  FST),  vom  20.  Oktober  2008  veran-
schlagte dafür Gesamtkosten, inklusive Schulung, im Betrag von 9'731.55 Franken. 

Nach  Abklärungen  erteilte  die  IV-Stelle  mit  Mitteilung  vom  27.  Januar  2009  Kosten-
gutsprache  für  eine  kleine,  mit  PC  (recte:  Windows)  und  Apple  kompatible  Computer-
tastatur zur einhändigen Bedienung und leihweisen Abgabe.    

In  Bestätigung ihrer  Mitteilung  vom  27.  Januar  2009  lehnte  die  IV-Stelle  mit  Verfügung 
vom  22.  April  2009  die  dagegen  erhobenen  Einwände  und  mithin  eine  darüber  hinaus-
gehende  Kostengutsprache  für  ein  Notebook  mit  Drucker  sowie  ein  Spracherkennungs- 
und Wortvorhersageprogramm ab. Zur Begründung führte sie insbesondere an, dass der 
mutmassliche zeitliche Benützungsumfang dieser weiteren Hilfsmittel relativ klein sei und 
bei  Bedarf  im  Rahmen  der  erstmaligen  beruflichen  Ausbildung  die  Möglichkeit  zur 
Aufrüstung des Informatikmaterials bestehe. 

C.  Gegen  diese  Verfügung  erhob  X.,  gesetzlich  vertreten  durch  ihre  Eltern,  vertreten 
durch Rechtsanwalt M. F. Suter, Biel, am 25. Mai 2009 Beschwerde  beim Kantonsgericht 
beantragt,  unter  Kosten-  und 
Freiburg,  Sozialversicherungsgerichtshof.  Sie 
Entschädigungsfolge,  die  Verfügung  vom  22.  April  2009  sei  aufzuheben  und  der 
Beschwerdeführerin  ein  Standardnotebook  PIG/PC,  ein  Standard  Tintendrucker  PIG/STD 
INK  PRINTER1,  ein  zusätzliches  Netzteil  für  das  Notebook  PIG/PC  AC  POWER  EXTR,  ein 
Spracherkennungsprogramm  "Spracherkennung  Dragon  Naturally  Speaking  PRO" 
PIG/DRAGON  NS  PRO  sowie  das  "Wortvorhersageprogramm  Skippy  Deutsch"  PIP/W-
Skippy-D der FST leihweise abzugeben sowie die Beschwerdeführerin mit dem Gebrauch 
dieser Geräte und der Software vertraut zu machen. Eventualiter sei die Verfügung vom 
22. April 2009 aufzuheben und die Streitsache im Sinne der gerichtlichen Erwägungen an 
die  Beschwerdegegnerin  zurückzuweisen.  Sie  macht  namentlich  geltend,  dass  die 
strittigen  Hilfsmittel  für  die  Schulung  notwendig  seien,  um  ihre  behinderungsbedingten 
Defizite  (Verlangsamung,  Überbeanspruchung  der  linken  Hand)  auszugleichen  und  ihre 
Leistungsfähigkeit zu erhalten, damit sie in der Regelschule mithalten könne.  

Am  11.  Juni  2009  haben  die  Eltern  der  Beschwerdeführerin  den  einverlangten  Kosten-
vorschuss in der Höhe von 200 Franken fristgereicht einbezahlt.  

In den Bemerkungen vom 23. September 2009 schliesst die IV-Stelle auf Abweisung der 
Beschwerde. Sie verweist auf die ausführlich begründete Verfügung vom 22. April 2009, 

 
 
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an der sie, da die Beschwerdeführerin keine neuen Einwände darzutun vermöge, vollum-
fänglich festhalte. Die von der Beschwerdeführerin vorgeschlagene Lösung scheine zwar, 
so  gehe  aus  der  Beschwerdeschrift  hervor,  die  eindeutig  beste  Lösung  darzustellen.  Die 
Invalidenversicherung  könne  aber  im  Sinne  einer  einfachen  und  zweckmässigen  Ver-
sorgung sowie der Gleichbehandlung aller Versicherten darauf keine Rücksicht nehmen. 

Es wurde ein zweiter Schriftenwechsel durchgeführt.  

Mit  spontaner  Eingabe  vom  21.  September  2010  lässt  X.  mitteilen,  dass  die  FST 
Preisträgerin  der  Adele-Duttweiler-Stiftung  2010  sowie  offizieller  Partner  des 
Bundesamtes für Sozialversicherungen (BSV) ist.    

Die  weiteren  Elemente  des  Sachverhalts  ergeben  sich,  soweit  sie  für  die  Urteilsfindung 
massgebend sind, aus den nachfolgenden rechtlichen Erwägungen. 

E r w ä g u n g e n  

1.  Die Beschwerde vom 25. Mai 2009 gegen die Verfügung der IV-Stelle des Kantons 
Freiburg  vom  22.  April  2009  ist  fristgerecht  durch  einen  ordentlich  bevollmächtigten 
Rechtsvertreter  bei  der  sachlich  und  örtlich  zuständigen  Beschwerdeinstanz  eingereicht 
worden (vgl. Art. 58 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemei-
nen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1], welches gemäss Art. 1 Abs. 1 
des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20] 
zur Anwendung gelangt). Die Beschwerdeführerin ist von der Verfügung direkt betroffen.  

Auf die Beschwerde ist einzutreten.  

2. 
a)  Invalide  oder  von  einer  Invalidität  (Art. 8  ATSG)  bedrohte  Versicherte  haben 
Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit: a. diese notwendig und geeignet sind, 
die  Erwerbsfähigkeit  oder  die  Fähigkeit,  sich  im  Aufgabenbereich  zu  betätigen,  wieder 
herzustellen,  zu  erhalten  oder  zu  verbessern;  und  b.  die  Voraussetzungen  für  den  An-
spruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind (Art. 8 Abs. 1 IVG). Nach Massgabe der 
Artikel 13  und  21  besteht  der  Anspruch  auf  Leistungen  unabhängig  von  der  Möglichkeit 
einer Eingliederung ins Erwerbsleben oder in den Aufgabenbereich (Abs. 2). Zu den Ein-
gliederungsmassnahmen  gehört  auch  die  Abgabe  von  Hilfsmitteln  (Abs.  3  lit.  d).  Unter 
Hilfsmittel  im  Sinne  des  IVG  ist  praxisgemäss  ein  Gegenstand  zu  verstehen,  dessen 
Gebrauch  den  Ausfall  gewisser  Teile  und  Funktionen  des  menschlichen  Körpers  zu 
ersetzen vermag (BGE 115 V 194 Erw. 2c). 

b) Der Versicherte hat gemäss Art. 21 Abs. 1 IVG (i.V.m. Art. 8 Abs. 2 und 3 lit. d 
IVG)  im  Rahmen  einer  vom  Bundesrat  aufzustellenden  Liste  Anspruch  auf  jene  Hilfs-
mittel,  deren  er  für  die  Ausübung  der  Erwerbstätigkeit  oder  der  Tätigkeit  im  Aufgaben-
bereich,  zur  Erhaltung  oder  Verbesserung  der  Erwerbsfähigkeit,  für  die  Schulung,  die 
Aus-  und  Weiterbildung  oder  zum  Zwecke  der  funktionellen  Angewöhnung  bedarf.  Der 
Versicherte,  der  infolge  seiner  Invalidität  für  die  Fortbewegung,  für  die  Herstellung  des 
Kontaktes  mit  der  Umwelt  oder  für  die  Selbstsorge  kostspieliger  Geräte  bedarf,  hat  im 
Rahmen einer vom Bundesrat aufzustellenden Liste ohne Rücksicht auf die Erwerbsfähig-
keit  Anspruch  auf  solche  Hilfsmittel  (Abs.  2).  Die  Hilfsmittel  werden  zu  Eigentum  oder 
leihweise in einfacher und zweckmässiger Ausführung abgegeben oder pauschal vergütet. 
Durch eine andere Ausführung verursachte zusätzliche Kosten hat der Versicherte selbst 

 
 
 
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zu  tragen.  Ersetzt  ein  Hilfsmittel  Gegenstände,  die  auch  ohne  Invalidität  angeschafft 
werden  müssen,  so  kann  dem  Versicherten  eine  Kostenbeteiligung  auferlegt  werden 
(Abs.  3).  Der  Bundesrat  kann  nähere  Vorschriften  erlassen,  insbesondere  über  die  pau-
schale Vergütung und über die Weiterverwendung leihweise abgegebener Hilfsmittel nach 
Wegfall der Anspruchsvoraussetzungen (Abs. 4).    

c)  Die  Befugnis  zum  Erlass  der  Hilfsmittelliste  sowie  ergänzender  Vorschriften  hat 
der  Bundesrat  in  Art.  14  der  Verordnung  vom  17.  Januar  1961  über  die  Invalidenver-
sicherung  (IVV;  SR  831.201)  an  das  Eidgenössische  Departement  des  Innern  delegiert. 
Dieses hat gestützt darauf die Verordnung vom 29. November 1976 über die Abgabe von 
Hilfsmitteln  durch  die  Invalidenversicherung  (HVI;  SR  831.232.51)  mit  der  im  Anhang 
aufgeführten Liste der Hilfsmittel erlassen, auf deren Abgabe die Versicherten grundsätz-
lich im Sinne von Art. 21 IVG Anspruch haben. Laut Art. 2 HVI besteht im Rahmen der im 
Anhang  aufgeführten  Liste  Anspruch  auf  Hilfsmittel,  soweit  diese  für  die  Fortbewegung, 
die  Herstellung  des  Kontaktes  mit  der  Umwelt  oder  für  die  Selbstsorge  notwendig  sind 
(Abs.  1).  Anspruch  auf  die  in  dieser  Liste  mit  (*)  bezeichneten  Hilfsmittel  besteht  nur, 
soweit  diese  für  die  Ausübung  einer  Erwerbstätigkeit  oder  die  Tätigkeit  im  Aufgaben-
bereich,  für  die  Schulung,  die  Ausbildung,  die  funktionelle  Angewöhnung  oder  für  die  in 
der  zutreffenden  Ziffer  des  Anhangs  ausdrücklich  genannte  Tätigkeit  notwendig  sind 
(Abs. 2). Der Anspruch erstreckt sich auch auf das invaliditätsbedingt notwendige Zube-
hör  und  die  invaliditätsbedingten  Anpassungen  (Abs.  3).  Ziff.  13.01*  des  Anhangs  zur 
HVI nennt insbesondere für die Ausbildung notwendige invaliditätsbedingte Arbeitsgeräte 
sowie  Zusatzeinrichtungen,  Zusatzgeräte  und  Anpassungen  für  die  Bedienung  von 
Apparaten und Maschinen. Bei der Abgabe von Geräten, die auch eine gesunde Person in 
gewöhnlicher  Ausführung  benötigt,  hat  sich  die  versicherte  Person  an  den  Kosten  zu 
beteiligen. Hilfsmittel, deren Anschaffungskosten den Betrag von 400 Franken nicht über-
steigen,  gehen  zulasten  der  versicherten  Person.  Gemäss  Art.  2  Abs. 4  HVI  besteht  nur 
Anspruch auf Hilfsmittel in einfacher und zweckmässiger Ausführung. Durch eine andere 
Ausführung  bedingte  zusätzliche  Kosten  hat  der  Versicherte  selbst  zu  tragen.  Fehlen 
vertraglich  vereinbarte  Tarife  im  Sinne  von  Artikel  27  Absatz  1  IVG,  so  gelten  die  im 
Anhang  festgelegten  Höchstbeiträge.  Fehlen  auch  solche  Höchstbeiträge,  so  werden  die 
effektiven Kosten vergütet. Setzt der Gebrauch eines Hilfsmittels ein besonderes Training 
des  Versicherten  voraus,  so  übernimmt  die  Versicherung  die  dadurch  entstehenden 
Kosten  (Art.  7  Abs.  1  HVI).  Schafft  ein  Versicherter  ein  Hilfsmittel  nach  der  im  Anhang 
aufgeführten  Liste  selber  an  oder  kommt  er  für  die  Kosten  einer  invaliditätsbedingten 
Anpassung selber auf, so hat er Anspruch auf Ersatz der Kosten, die der Versicherung bei 
eigener Anschaffung oder Kostenübernahme entstanden wären (Art. 8 Abs. 1 HVI).  

3.  Die Vorinstanz hat der Beschwerdeführerin eine mit Windows und Apple kompatible 
Computertastatur  zur  einhändigen  Bedienung  (Einhandtastatur)  im  Sinne  einer  leihwei-
sen Abgabe zugesprochen. Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin gegen-
über  der  Invalidenversicherung  darüber  hinaus  Anspruch  auf  die  leihweise  Überlassung 
eines  Standardnotebooks  PIG/PC,  eines  Standard  Tintendruckers  PIG/STD  INK 
PRINTER1, eines zusätzlichen Netzteils für das Notebook PIG/PC AC POWER EXTR, eines 
Spracherkennungsprogramms  "Spracherkennung  Dragon  Naturally  Speaking  PRO" 
PIG/DRAGON  NS  PRO  sowie  das  "Wortvorhersageprogramms  Skippy  Deutsch"  PIP/W-
Skippy-D der FST hat.  

4.  Gemäss  dargestellter  Rechtslage  besteht  nach  Ziff.  13.01*  HVI-Anhang  Anspruch 
auf  invaliditätsbedingte  Arbeits-  und  Haushaltgeräte  sowie  Zusatzeinrichtungen,  Zusatz-
geräte  und  Anpassungen  für  die  Bedienung  von  Apparaten  und  Maschinen.  Bei  der 

 
 
 
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Abgabe von Geräten, die auch eine gesunde Person in gewöhnlicher Ausführung benötigt, 
hat sich die versicherte Person an den Kosten zu beteiligen. 

Wie  die  Beschwerdeführerin  richtig  vorbringt  und  die  Vorinstanz  nicht  grundsätzlich  in 
Abrede stellt, kann das beantragte Notebook mit Zubehör rechtsprechungsgemäss unter 
die  in  Ziff.  13.01*  HVI-Anhang  erwähnten  Arbeitsgeräte  und  Zusatzeinrichtungen  sub-
sumiert  werden  (vgl.  Urteile  I  668/00  vom  5.  Juni  2001  Erw.  1b,  Urteil  I  803/02  vom 
3. September 2003 Erw. 1.2.2, 9C_209/2010 vom 2. September 2010 Erw. 2.3). Der An-
spruch  ist  an  die  Voraussetzung  geknüpft,  dass  das  Hilfsmittel  für  die  Ausübung  einer 
Erwerbstätigkeit oder die Tätigkeit im Aufgabenbereich, für die Schulung, die Ausbildung 
oder  die  funktionelle  Angewöhnung  erforderlich  ist  (vgl.  Art.  2  Abs.  2  HVI;  Urteile  des 
ehemaligen  Eidgenössischen  Versicherungsgerichts  I  803/02  vom  3.  September  2003 
und  I  668/00  vom  5.  Juni  2001).  Die  Verwendung  eines  für  eine  Ausbildung  erforder-
lichen PC ist nicht invaliditätsbedingt, wenn dieser auch von einer gesunden Person unter 
sonst  gleichen  Umständen  benötigt  wird,  mit  andern  Worten  auch  für  eine  nicht  behin-
derte  Person  ein  unerlässliches  Arbeitsinstrument  darstellt  (erwähntes  Urteil  I 803/02 
vom 3. September 2003 Erw. 1.2.2). Soweit die Verwendung eines Gerätes nicht invalidi-
tätsbedingt ist, geht es im Rahmen von Ziffer 13.01* des Anhangs zur HVI mangels des 
erforderlichen  Kausalzusammenhangs  zwischen  Invalidität  und  Benutzung  des  Arbeits-
instruments  nicht  zu  Lasten  der  Invalidenversicherung  (nicht  veröffentlichte  Urteile 
N. vom  8.  November  2001,  I  427/00,  und  S.  vom  30.  April  1999,  I  329/98):  Entweder 
werden  von  vornherein  nur  allfällige  invaliditätsbedingte  Zusatzeinrichtungen,  Zusatz-
geräte  und  Anpassungen  als  Hilfsmittel  betrachtet  und  von  der  Invalidenversicherung 
übernommen  (erwähntes  Urteil  I  427/00);  oder  -  was  immer  dann  unumgänglich  ist, 
wenn  sich  diese  nicht  vom  Grundgerät  getrennt  betrachten  lassen,  sondern  es  sich  um 
eine  behinderungsbedingte  Spezialausführung  des  Geräts  handelt  -  es  wird  dem 
Umstand,  dass  auch  eine  gesunde  Person  das  Gerät  in  gewöhnlicher  Ausführung 
benötigt,  durch  eine  Kostenbeteiligung  des  Versicherten  bzw.  durch  eine  blosse  Kosten-
beteiligung statt -übernahme durch die Invalidenversicherung Rechnung getragen (Ziffer 
13.01*  des  Anhangs  zur  HVI;  erwähntes  Urteil  I  329/98;  Urteil  I  803/02  vom  3. Sep-
tember 2003 Erw. 1.2.2).  

a) Die Vorinstanz hat festgehalten, dass gemäss ihren Informationen in der 1. Stufe 
der  Sekundarschule  in  A.  der  Computer  in  einzelnen  Lektionen  sowie  generell  zum 
Nachschlagen im Internet, vereinzelt auch zum Erstellen von Klassenprojekten sowie zum 
Bewältigen  von  Hausaufgaben  eingesetzt  werde.  Der  zeitliche  Anteil  der  am  Computer 
durchzuführenden Aufgaben sei im Vergleich zu den übrigen Schreibarbeiten aber offen-
bar relativ klein. Daher erachte sie eine Übermüdung der Gebrauchshand oder gar einen 
drohenden Rückstand im alltäglichen Schulunterricht ohne Spracherkennungssystem und 
Wortvorhersageprogramm  als  sehr  unwahrscheinlich.  Zudem  würde  bei  Benützung 
solcher  Programme  das  konkrete  Üben  der  korrekten  Rechtschreibung  zu  einem 
beträchtlichen  Teil  entfallen,  was  nicht  sinnvoll  sei,  insbesondere  nicht  im  Hinblick  auf 
eine  erstmalige  berufliche  Ausbildung,  welche  angesichts  der  Behinderung  und  der 
Fähigkeiten  der  Versicherten  eventuell  im  kaufmännischen  Bereich  angesiedelt  werden 
könne.  Im  Bedarfsfall  bestehe  im  Rahmen  der  erstmaligen  beruflichen  Ausbildung  die 
Möglichkeit  zur  Aufrüstung  des  Informatikmaterials,  was  grundsätzlich  auch  zur  Vorbe-
reitung  der  beruflichen  Ausbildung  denkbar  wäre.  Damit  erachtet  die  Vorinstanz  die 
strittigen  Hilfsmittel  zur  täglichen  Verwendung  im  Rahmen  des  Schulbesuchs  aktuell  als 
"nicht unabdingbar notwendig" (vgl. Mitteilung vom 27. Januar 2009). Da der Unterricht 
an  der  Orientierungsschule  das  Vorhandensein  eines  Computers  sowohl  an  der  Schule 

 
 
 
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wie  auch  zu  Hause  auch  für  Nichtbehinderte  voraussetze,  genüge  die  Abgabe  einer 
Einhänder-Tastatur (vgl. IV-act. 111).  

In  der  Beschwerde  wird  insbesondere  eingewendet,  die  intelligente  und  leistungswillige, 
unfallbedingt  einarmige  Versicherte,  welche  die  Regelschule  besuche,  weise  grosse 
Schwierigkeiten  bei  der  schriftlichen  Umsetzung  von  schulischem  Stoff  auf.  Sie  komme 
beim  Schreiben  mit  der  linken  Hand  nur  langsam  voran,  ihre  linke  Hand  und  ihr  linker 
Arm würden infolge von Überlastung rasch ermüden, was im Weiteren zu Verspannungen 
am  Rücken,  Nacken,  Kopfschmerzen  und  Schlaflosigkeit  führe,  weshalb  sie  auf  die 
strittigen  Hilfsmittel  angewiesen  sei.  Diese  sollten  in  absehbarer  Zeit  zugesprochen 
werden, ansonsten sie Gefahr laufe, immer mehr in den Rückstand zu geraten und allen-
falls  ein  Schuljahr  wiederholen  zu  müssen.  Zudem  bedeute  der  Umstand,  dass  sie  nur 
mit  der  linken  Hand  arbeiten  und  schreiben  könne,  eine  erhebliche  Erschwerung  und 
Benachteiligung gegenüber ihren Mitschülern. Aus diesen Gründen setze sie - anders als 
die  nichtbehinderten  Schulkameraden  -  den  PC  in  allen  Fächern  und  allen  schulischen 
Aktivitäten, insbesondere auch zur Erledigung der Schulaufgaben ein. Die strittigen Hilfs-
mittel,  welche  ihre  behinderungsbedingten  Defizite  ausgleichen,  seien  für  die  Schulung 
und  Ausbildung  somit  notwendig  und  für  die  Erhaltung  ihrer  Leistungsfähigkeit 
unabdingbar.  Die  Spracherkennung  und  die  Wortvorhersage  seien  geeignete  (Eingliede-
rungs) Instrumente, weil mit ihnen die behinderungsbedingte Verlangsamung und Über-
beanspruchung,  die  ansonsten  zu  behinderungsbedingten  Schmerzen  und  gesundheit-
lichen Störungen führen, weitgehend kompensiert werden. Sie sei entsprechend in allen 
schulischen Tätigkeiten, ausgenommen im Sport, auf den PC dringend angewiesen, um in 
der  Regelschule  mithalten  zu  können.  Nur  so  könne  sie  das  ihr  verbleibende  Leistungs-
vermögen  nachhaltig  nutzen.  Die  strittigen  Hilfsmittel  seien  überdies  auch  notwendig 
unter dem Aspekt des Integrationsgedankens, welcher der IV zugrunde liege und beson-
ders  für  Versicherte  in  Ausbildung  gelte.  Da  ihre  künftige  berufliche  Tätigkeit  aufgrund 
ihrer Behinderung im kaufmännischen Bereich angesiedelt sein werde und sie im Sommer 
2011 die Schule beende, sei es überdies äussert wichtig, sich bereits jetzt an die nötigen 
Hilfsmittel gewöhnen zu können, um auf ihrem weiteren Ausbildungsweg nicht behindert 
zu  werden.  Auch  im  Zusammenhang  mit  dem  verfassungsmässigen  Anspruch  auf  eine 
adäquate  Grundschulung  seien  die  strittigen  Hilfsmittel  als  Förderungsmassnahme  zum 
Ausgleich der behinderungsbedingten Defizite der einarmigen Versicherten notwendig zur 
Herstellung  einer  gewissen  Chancengleichheit  (Art.  8  Abs.  2  und  4  BV,  Sinn  und  Zweck 
IVG und BehiG).  Im Weiteren sei auch die Kausalität gegeben, da die Mitschüler, anders 
als die Beschwerdeführerin, nicht auf die Benützung eines Personalcomputers angewiesen 
seien.  Diese  mögen  aus  Komfortgründen  zwar  auch  auf  einen  PC  greifen,  seien  jedoch 
zur Bewältigung des Schulstoffs nicht auf einen solchen angewiesen. Im Weiteren sei für 
die  Mitschüler  ein  Notebook  mit  spezifischer  Spracherkennung-  und  Wortvorhersage-
software  weder  nötig  noch  sinnvoll.  Demgegenüber  bedürfe  die  Versicherte  behinde-
rungsbedingt des strittigen Computer-Hilfsmittels in allen Fächern und auch zu Hause für 
die  Erledigung  der  Hausaufgaben  -  zum  Ausgleich  der  behinderungsbedingten  Ausfälle 
infolge des fehlenden rechten Arms und der fehlenden rechten Gebrauchshand.          

b)  Wie  aus  den  Unterlagen  hervorgeht,  lernen  die  Schüler  an  der  Orientierungs-
schule A. im ersten Schuljahr das Zehnfingersystem, um für zukünftige schriftlich abzu-
liefernde  Arbeiten  eine  gewisse  Schnelligkeit  und  Präzision  zu  erreichen.  Der  Computer 
wird  in  jedem  Fach  eingesetzt,  sei  es  "um  ein  Dossier  zu  erstellen,  einen  Vortrag,  eine 
Zusammenfassung  zu  schreiben,  online  in  Fächern  wie  Mathematik  oder  Naturlehre  zu 
üben,  im  virtuellen  Klassenzimmer  auf  educanet  zu  arbeiten"  (nicht  unterzeichnetes 
Schreiben des Schuldirektors der Orientierungsschule an die IV-Stelle vom 25. November 

 
 
 
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2008).  Weiter  lässt  sich  diesem  Schreiben  entnehmen,  dass  die  Informatik-Profis  an 
dieser Schule es für sinnvoll erachten, wenn die Beschwerdeführerin mit einer portablen 
Mini-Tastatur  arbeiten  und  sich  jetzt  schon  mit  einer  solchen  linkshändigen  Tastatur 
vertraut  machen  könnte,  da  sie  vor  allem  Berufe  im  kaufmännischen  Bereich  in 
Erwägung  ziehen  müsse.  Y.,  Pädagogin  und  Beraterin  der  FST,  erklärte  gegenüber  dem 
Rechtsvertreter  der  Beschwerdeführerin  (Beschwerdebeilage  8),  dass  die  Bedienung  des 
Computers  mit  einer  Hand  für  die  Beschwerdeführerin  anstrengend  und  nicht  effizient 
sei.  Es  bestehe  daher  für  die  einhändige  Versicherte  die  Notwendigkeit,  mit  einer  Hand 
möglichst  schonend  und  effizient  arbeiten  zu  können,  was  die  Möglichkeit  einschliessen 
müsse,  den  Computer  auch  ohne  Hand  bedienen  zu  können,  einerseits  zu  möglichst 
häufiger Entlastung, andererseits für einen Verletzungsfall. Behinderungsbedingt brauche 
die Beschwerdeführerin den Computer für tägliche Arbeiten in der Schule und zu Hause. 
Obwohl  die  Linkshändertastatur  eine  höhere  Schreibgeschwindigkeit  ermögliche  und 
weniger  ermüdend  sei  (da  der  Arm  weniger  Bewegungen  machen  müsse),  könne  sie  in 
Kombination  mit  dem  Wortvorhersageprogramm,  welches  weniger  Anschläge  pro  Wort 
erforderlich  mache  und  folglich  weniger  Bewegungen  mit  der  allgemein  stark  belasteten 
Hand,  höchstens  die  halbe  Arbeitsgeschwindigkeit  erreichen.  Mit  der  Spracherkennung 
könnte mindestens eine durchschnittliche Geschwindigkeit erreicht werden und überdies, 
dass die linke Hand zur Vorbeugung von Überlastung entlastet oder bei einer Verletzung 
ganz  ersetzt  werden  könne.  Gegenüber  der  IV-Stelle  (act.  111)  führte  Y.  zudem  aus, 
dass  das  Spracherkennungs-  und  Wortvorhersageprogramm  nur  für  PC  (Windows) 
existieren  würden,  nicht  aber  für  Apple,  mit  welchen  an  der  Orientierungsschule  A. 
ausschliesslich  gearbeitet  werde.  Daher  sei  es  erforderlich,  dass  die  Versicherte  auch 
über einen eigenen portablen Computer verfügen könne.    

c) Vorliegend vermag an sich zu überzeugen, dass die unfallbedingt einhändige Be-
schwerdeführerin  zur  Bewältigung  der  Regelschule  wegen  des  Gesundheitsschadens  auf 
Hilfsmittel  angewiesen  ist.  Dies  hat  die  Vorinstanz  grundsätzlich  auch  anerkannt,  indem 
sie eine kleine PC-Tastatur zur einhändigen Bedienung zugesprochen hat. Wenn sie sich 
für  die  Ablehnung  der  weiter  beantragten  Hilfsmittel,  insbesondere  des  Spracher-
kennungs-  und  Wortvorhersageprogramms  jedoch  auf  die  Angaben  des  Schulleiters 
beruft,  und  daraus  folgert,  dass  der  mutmassliche  zeitliche  Benützungsumfang  der 
strittigen  Hilfsmittel  relativ  klein  sei,  so  vermag  dies  nicht  zu  überzeugen.  Wie  sich  aus 
der Besprechungsnotiz vom 1. April 2009 (act. 122) ergibt, konnte der Schulleiter keine 
genaueren Angaben darüber machen, wie viel Zeit die Schüler an der Orientierungsschule 
A. effektiv am Computer aufwenden. Fest steht immerhin, dass der Computer bereits auf 
dieser Schulstufe spezifisch und generell genutzt wird insbesondere für das Nachschlagen 
im Internet, für Klassenprojekte und für Hausaufgaben. Nicht zu überzeugen vermag das 
weitere  Argument  der  Beschwerdegegnerin,  dass  durch  die  Benützung  der  strittigen 
Programme  das  konkrete  Üben  der  Rechtschreibung  zu  einem  beträchtlichen  Teil 
entfallen  würde,  denn  erfahrungsgemäss  ist  davon  auszugehen,  dass  die  Recht-
schreibung überwiegend bereits in der Primarschule erlernt wird.   

Wenn die Beschwerdeführerin im Wesentlichen geltend macht, grosse Schwierigkeiten bei 
der schriftlichen Umsetzung des Schulstoffs zu haben und beim Schreiben mit der linken 
Hand wegen Überlastung der linken Hand und des linken Arms rasch zu ermüden und in 
der Folge an Verspannungen usw. zu leiden, so belegt sie dies nicht weiter (sie erwähnt 
einzig, dass sie im Oktober 2009 überraschenderweise in der Schule einen Aufsatz habe 
schreiben  müssen,  wobei  sie  sich,  da  sie  weder  die  Einhänder-Tastatur  noch  das  bean-
tragte  und  bereits  angeschaffte  Notebook  mit  Zubehör  dabei  hatte,  infolge  Überan-
strengung  eine  schmerzhafte  Entzündung  am  linken  Arm  zugezogen  habe,  welche  noch 

 
 
 
- 8 - 

andauere).  Eine  medizinische  Abklärung,  ob  ohne  Einsatz  der  strittigen  Hilfsmittel  eine 
schreibbedingte  Überlastung  der  linken  Hand  vorliegt  respektive  von  einer  solchen 
auszugehen ist, hat die Vorinstanz nicht durchgeführt und auch die medizinischen Akten, 
welche  allenfalls  Aufschluss  über  diese  Frage  geben  könnten,  nicht  beigezogen.  Ebenso 
wenig  hat  sie  die  Lehrpersonen  zur  schulischen  Situation  und  hinsichtlich  der  geklagten 
Schwierigkeiten  beim  Schreiben  mit  der  linken  Hand  befragt.  Sollte  die  einarmige  und 
einhändige  Beschwerdeführerin  durch  Überlastung  beim  Schreiben  effektiv  behindert 
sein, könnte im Weiteren die Frage der Notwendigkeit der strittigen Hilfsmittel auch nicht 
allein daran gemessen werden, wie viel Zeit die Mitschüler der Beschwerdeführerin einen 
PC effektiv benutzen.  

Dr.  med.  Z.,  leitender  Arzt  Kinderklinik  (Bereich  Kindertraumatologie  des  Bewegungs-
apparates  und  Kinderorthopädie),  Spital  B.,  auf  welchen  sich  die  Beschwerdeführerin 
beruft,  bestätigt  zwar,  dass  behinderungsbedingt  bei  der  Beschwerdeführerin  als 
rehabilitatives  Hilfsmittel  der  Einsatz  eines  Spracheingabeprogramms  für  den  Computer 
(Spracherkennungsgerät  resp.  Software)  "sicher  indiziert"  sei.  Dadurch  könne  die 
Patientin  deutlich  schneller  arbeiten  und  praktisch  einer  Hand  entsprechend  die  Maus 
bedienen  (Kurzschreiben  vom  18.  Februar  2009  an  die  FST).  Dass  die  strittigen 
Hilfsmittel  geeignet  sind,  invaliditätsbedingte  Defizite  auszugleichen,  dürfte  unbestritten 
sein. Wird durch die Spracherkennung und die Wortvorhersage der Tippaufwand auf der 
Tastatur  erheblich  gesenkt  und  damit  eine  raschere  Umsetzung  der  zu  schreibenden 
Sprache  ermöglicht, ist jedenfalls nachvollziehbar, dass damit Defiziten infolge des fehl-
enden rechten Arms und der rechten Hand (Verlangsamung infolge nur einer Gebrauchs-
hand,  Ermüdung,  Anspannung  usw.)  einigermassen  entgegengewirkt  respektive  diese 
gar  ausgeglichen  werden  können,  wodurch  nicht  zuletzt  auch  ein  besseres  Mithalten  im 
Unterricht  erreicht  werden  kann.  Aufgrund  der  bisher  durchgeführten  Sachverhalts-
abklärung und der Akten kann vorliegend jedoch nicht mit dem Beweisgrad der überwie-
genden  Wahrscheinlichkeit  beantwortet  werden,  ob  zum  Zeitpunkt  des  Erlasses  der 
Verfügung  gesundheitliche  Gründe  bestanden,  welche  den  Einsatz  der  strittigen  Hilfs-
mittel im vorliegenden Fall im Sinne des Gesetzes tatsächlich erforderlich und notwendig 
machen.  Da  der  anspruchsrelevante  Sachverhalt  in  diesem  entscheiderheblichen  Punkt 
unvollständig  abgeklärt  wurde,  lässt  sich  daher  auch  nicht  abschliessend  beurteilen,  ob 
die gesetzlichen Voraussetzungen für die strittige Abgabe des Laptops samt Zubehör als 
Hilfsmittel zum Zweck der Schulung/Ausbildung vorliegend erfüllt sind. 

d)  Sollte  sich  herausstellen,  dass  die  strittigen  Hilfsmittel  notwendig  und  erforder-
lich  sind,  kann  aufgrund  der  dargestellten  Rechtslage  hinsichtlich  des  erforderlichen 
Kausalzusammenhangs  (invaliditätsbedingte  Notwendigkeit)  festgehalten  werden,  dass 
gesunde  Mitschüler unter  sonst gleichen Umständen zwar möglicherweise einen eigenen 
Computer  (Laptops,  Notebooks,  PC)  verwenden,  solche  aber  entgegen  der  Ansicht  der 
Vorinstanz nicht unerlässlich sind. Vielmehr stehen aufgrund der vorliegenden Akten den 
Mitschülern die nötigen PC's an der Schule zur Verfügung, wie das auch an Universitäten 
der  Fall  ist.  Entsprechend  liesse  sich  vorliegend  nicht  aufrechterhalten,  die  strittigen 
Hilfsmittel  müssten  auch  von  einer  gesunden  Person  unter  sonst  gleichen  Umständen 
angeschafft  werden  (vgl.  Urteil  I  803/02  vom  3. September  2003  Erw.  3.2.1  f.).  Dies 
würde  nicht  nur  und  offensichtlich  für  das  Spracherkennungs-  und  Wortvorhersage-
programm  zutreffen,  sondern  insbesondere  auch  für  das  beantragte  Notebook,  welches 
im  Hinblick  auf  das  Spracherkennungs-  und  Wortvorhersageprogramm  unbestritten 
bestimmten Anforderungen zu genügen hat. Nicht bestritten von der Vorinstanz ist, dass 
das  Spracherkennungs-  und  Wortvorhersageprogramm  nicht  mit  den  an  der 
Orientierungsschule verwendeten Apple-Computern kompatibel ist.    

 
 
 
- 9 - 

5. 
a)  Weiter  hat  die  versicherte  Person  nur  Anspruch  auf  die  dem  jeweiligen 
Eingliederungszweck angemessenen, notwendigen Massnahmen, nicht aber auf die nach 
den gegebenen Umständen bestmöglichen Vorkehren; denn das Gesetz will die Eingliede-
rung lediglich so weit sicherstellen, als diese im Einzelfall notwendig, aber auch genügend 
ist;  ferner  muss  der  voraussichtliche  Erfolg  der  Eingliederungsmassnahme  in  einem 
vernünftigen  Verhältnis  zu  ihren  Kosten  stehen  (BGE  132  V  215  Erw. 3.2.2  und  4.3.3, 
131 V 9 Erw. 3.6.1, 124 V 110 Erw. 2a, 121 V 260 Erw. 2c; Urteil I 26/01 vom 21. Mai 
2003  Erw. 1  in  fine).  Wie  das  Bundesgericht  erwogen  hat,  kann  sich  die  Invaliden-
versicherung  dabei  dem  technischen  Fortschritt  nicht  verschliessen  (BGE  132  V  215 
Erw. 4.3.3:  aufgrund  der  Umstände  wurde  der  Anspruch  auf  ein  neu  entwickeltes 
Kniegelenk  mit  elekronisch-hydraulischer  Stand-  und  Schwungphasensteuerung  [C-Leg-
System;  Kostenpunkt:  39'000  Franken  für  die  Dauer  von  fünf  Jahren]  gutgeheissen; 
vgl. auch  Urteil  I 144/98  vom  29.  Januar  2001  Erw.  3,  in  dem  bei  verwendetem 
veraltetem  Hilfsmittel  der  Anspruch  auf  ein  Hilfsmittel  geschützt  wurde,  welches  der 
technischen  Entwicklung  entspricht).  Bei  der  Konkretisierung  des  Einfachheits-  und 
Zweckmässigkeitsgrundssatzes  hat  die  Invalidenversicherung  demnach  auf  die  techni-
sche  Entwicklung  Rücksicht  zu  nehmen.  Der  vom  BSV  wiederholt  in  den  Vordergrund 
gestellte Grundsatz der Einfachheit nach Art. 21 Abs. 3 IVG und Art. 2 Abs. 4 HVI kann 
mithin  so  lange  nicht  verletzt  sein,  als  der  voraussichtliche  Erfolg  der  im  Einzelfall 
gewählten Hilfsmittelausführung in einem vernünftigen Verhältnis zu deren Kosten steht. 
Mit  Urteil  des  Bundesgerichts  9C_807/2010  vom  29.  März  2011  wurde  diese  Recht-
sprechung  unlängst  bestätigt.  Im  vorgelegten  Fall  hat  das  Bundesgericht  den  Anspruch 
auf  ein  hochwertiges  Hilfsmittel,  welches  eine  optimale  Eingliederung  gewährleistet, 
gutgeheissen, da eine "sinnvolle Eingliederung" mit einer kostengünstigeren aber weniger 
leistungsstarken  und  technisch  nicht  gleichwertigen  Ausführung  nicht  erreicht  werden 
konnte (Erw. 2.2).     

b)  Aufgrund  der  Begründung  des  Leistungsbegehrens  einerseits  und  den  Stellung-
nahmen  von  Fachpersonen  (Pädagogin,  Facharzt)  erscheint  vorliegend  glaubhaft,  dass 
die streitigen Hilfsmittel den Eingliederungszweck, sollte er sich als notwendig erweisen, 
erfüllen und funktional sind. Dies scheint die Vorinstanz an sich auch nicht zu bestreiten, 
vertritt sie im ergangenen Schriftenwechsel selbst die Ansicht, dass es sich um die best-
mögliche  Eingliederungsmassnahme  handeln  würde.  In  diesem  Zusammenhang  kann 
auch darauf hingewiesen werden, dass die FST offizielle Partnerin des BSV ist, was sicher 
für die Qualität von der von der FST entwickelten respektive vorgeschlagenen Hilfsmittel 
spricht. Auch wenn ein Versicherter nach Gesetz nur, aber immerhin, Anspruch auf eine 
zweckmässige,  nicht  aber  auf  die  bestmögliche  Versorgung  hat,  so  ist  gemäss  dar-
gestellten Rechtslage auch im vorliegenden Fall festzuhalten, dass sich die IV-Stelle dem 
technischen  Fortschritt  nicht  verschliessen  darf.  Eine  einfache  und  zweckmässige 
Versorgung mit Hilfsmitteln schliesst auch ein, dass diese zeitgemäss sind (vgl. BGE 132 
V 215 Erw. 4.3.3 mit Hinweisen; Urteil I 803/02 vom 3. September 2003 Erw. 3). Sollten 
die  weiteren  Abklärungen  ergeben,  dass  der  strittige  Eingliederungsanspruch  besteht, 
wäre  daher  zu  beachten,  dass  die  Hilfsmittelausführung  die  gesetzliche  Anforderung  an 
die  Einfachheit  und  Zweckmässigkeit  nur  dann  zu  erfüllen  vermöchte,  wenn  sie  auch 
genügend  ist,  um  den  Eingliederungszweck  sinnvoll  zu  erreichen.  Sollte  keine  Einglie-
derungsmassnahme  bestehen,  mit  welcher  der  Eingliederungszweck  im  Sinne  des  Ver-
hältnismässigkeitsgrundsatzes  durch  eine  einfachere  Ausführung  des  Hilfsmittels  als  der 
strittigen  sinnvoll  erreicht  werden  kann,  wäre  entgegen  den  Vorbringen  der  Vorinstanz 
auch  nicht  ersichtlich,  inwiefern  die  Zusprechung  der  strittigen  Hilfsmittel  den  Gleich-
behandlungsgrundsatz  verletzt  sollte.  Bei  feststehendem  Eingliederungsanspruch  würde 
der  Gleichbehandlungsgrundsatz  im  konkreten  Einzelfall  im  Gegenteil  gebieten,  jene 

 
 
 
- 10 - 

Hilfsmittel zu gewähren, welche eine sinnvolle Eingliederung sicherstellen, womit gleich-
zeitig auch die Kosten für die Hilfsmittel in einem vernünftigen Verhältnis zum Erfolg der 
Eingliederungsmassnahme stehen. Dies gilt gemäss dargestellter Rechtslage unabhängig 
davon,  ob  die  Eingliederungsmasse  eine  sofortige  und  unmittelbare  Auswirkung  auf  die 
Erwerbstätigkeit hat oder nicht.    

Insofern  die  Eltern  der  Beschwerdeführerin  das  beantragte  Hilfsmittelsystem  bereits  im 
Juni 2009 angeschafft haben, wäre bei Bejahung der invaliditätsbedingten Notwendigkeit 
der strittigen Hilfsmittel auch über den Kostenersatz im Sinne von Art. 8 Abs. 1 HVI unter 
Einbezug  der  Trainingskosten  (vgl.  Art.  7  Abs.  1  HVI)  zu  verfügen.  Dabei  dürfte  eine 
Kostenbeteiligung  im  Sinne  von  Ziff.  13.01*  entfallen,  da  die  Beschwerdeführerin  nach 
Abschluss  der  Orientierungsschule  aufgrund  ihrer  Ausbildungssituation  (sie  soll  sich  auf 
Empfehlung der Lehrer  hin entschieden haben, die Matura zu machen, vgl. IV-act. 160) 
die strittigen Hilfsmittel nicht erwerblichen wird nutzen können. 

Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  ist  die  Beschwerde  im  Sinne  des  Eventual-
6. 
antrags  gutzuheissen.  Die  Angelegenheit  wird  an  die  Vorinstanz  zur  ergänzenden  Sach-
verhaltsabkärung  im  Sinne  der  Erwägungen  zurückgewiesen.  Die  Vorinstanz  wird  dabei 
insbesondere  die  Lehrpersonen  der  Beschwerdeführerin  zur  schulischen  Situation  und 
betreffend Schwierigkeiten hinsichtlich des Schreibens mit der linken Hand befragen und 
die  relevanten  medizinischen  Unterlagen  (Hausarzt  usw.)  einfordern.  Sollte  der  Leis-
tungsanspruch  gestützt  auf  diese  ergänzende  Abklärung  nicht  erstellt  sein,  wird  sie 
darüber  hinaus  ein  externes  medizinisches  Gutachten  bei  auf  Traumatologie  des  Bewe-
gungsapparates und Eingliederung/Rehabilitation von Kindern- und Jugendlichen speziali-
sierten  Fachärzten  und  Pädagogen  einholen,  zur  Frage,  welche  behinderungsbedingten 
gesundheitlichen Einschränkungen und Beschwerden bei der einarmigen Versicherten im 
Zusammenhang mit dem Schreiben mit der linken Hand tatsächlich vorliegen und welche 
Eingliederungsmassnahmen  (Hilfsmittel)  aufgrund  des  medizinischen  Befundes,  unter 
Einbezug  der  für  sie  realistischerweise  in  Frage  kommenden  beruflichen  Möglichkeiten, 
allenfalls  erforderlich  sind.  Anschliessend  wird  sie  über  den  Leistungsanspruch  neu  ver-
fügen.  

7.   a) Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das vorliegende Verfahren kostenpflichtig.  

Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend ist die unterliegende Vorinstanz zu Gerichts-
kosten in der Höhe von 200 Franken zu verurteilen. Der geleistete Kostenvorschuss von 
200 Franken ist der Beschwerdeführerin zurückzuerstatten. 

b)  Da  die  Angelegenheit  zu  weiterer  medizinischer  Abklärung  an  die  Vorinstanz 
zurückgewiesen werden muss, hat die insofern obsiegende Beschwerdeführerin Anspruch 
auf  eine  Entschädigung  der  Parteikosten.  Diese  sind  gemäss  Art. 146 ff.  des  kantonalen 
Gesetzes  vom  23. Mai  1991  über  die  Verwaltungsrechtspflege  (VRG;  SGF  150.1),  des 
Tarifs  vom  17. Dezember  1991  über  die  Verfahrenskosten  und  Entschädigungen  in  der 
Verwaltungsjustiz  (SGF  150.12),  angesichts  der  Komplexität  der  Angelegenheit,  des  da-
für notwendigen Aufwandes ab Erhalt der angefochtenen Verfügung, des doppelt geführ-
ten Schriftenwechsel sowie der am 1. Juni 2011 eingereichten Kostenliste des Rechtsver-
treters  auf  3'600  Franken  für  das  Honorar  festzusetzen,  zuzüglich  der  Auslagen  von 
80 Franken.  Hinzu  kommt  die  Mehrwertsteuer  von  279.70  Franken  (7,6%  von 
3'680 Franken). Der Gesamtbetrag von 3'959.70 Franken geht zu Lasten der Beschwer-
degegnerin.  

 
 
 
- 11 - 

D e r   H o f   e r k e n n t :  

I. 

Die Beschwerde  wird  im  Sinne  der  Erwägungen  gutgeheissen  und  die  Verfügung 
vom 22. April 2009 aufgehoben.  

Die  Angelegenheit  wird  an  die  IV-Stelle  zurückgewiesen,  damit  sie  nach  erfolgter 
Abklärung im Sinne der Erwägungen über den Leistungsanspruch neu verfüge.  

II.  Die  Gerichtskosten  in  der  Höhe  von  200  Franken  werden  zulasten  der  Vorinstanz 

erhoben. 

III.  X. wird der geleistete Kostenvorschuss von 200 Franken zurückerstattet. 

IV.  X. wird zu Lasten der IV-Stelle Freiburg für das vorliegende Verfahren eine Partei-
entschädigung  für  Honorar  (3'600  Franken)  und  Auslagen  (80  Franken)  des 
Rechtsvertreters  von  3'680  Franken,  zuzüglich  der  Mehrwertsteuer  von 
279.70 Franken (7,6 % von 3'680Franken), d.h. insgesamt 3'959.70 Franken zuge-
sprochen. 

Gegen diesen Entscheid kann innerhalb einer Frist von 30 Tagen ab Erhalt beim Bundes-
gericht,  Schweizerhofquai  6,  6004  Luzern,  Beschwerde  in  öffentlich-rechtlichen  Angele-
genheiten  eingereicht  werden.  Diese  Frist  kann  weder  verlängert  noch  unterbrochen 
werden.  Die  Beschwerdeschrift  muss  in  drei  Exemplaren  abgefasst  und  unterschrieben 
werden. Dabei müssen die Gründe angeben werden, weshalb die Änderung dieses Urteils 
verlangt wird. Damit das Bundesgericht die Beschwerde behandeln kann, sind die verfüg-
baren  Beweismittel  und  der  angefochtene  Entscheid  mit  dem  dazugehörigen  Brief-
umschlag  beizulegen.  Das  Verfahren  vor  dem  Bundesgericht  ist  grundsätzlich  kosten-
pflichtig. 

6.502.3.4