# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0ca9729d-0cd6-50aa-b271-cb73e292cd86
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-08-15
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 15.08.2023 S 2022 90
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2022-90_2023-08-15.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 22 90 und S 22 110

2. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz Zanolari Hasse

Richterinnen von Salis und Brun

Aktuarin Hemmi

URTEIL

vom 15. August 2023

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____,

Beschwerdeführer

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva),

Beschwerdegegnerin

betreffend Versicherungsleistungen nach UVG

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I. Sachverhalt:

1. A._____, geboren am B._____, deutscher Staatsangehöriger mit 

Wohnsitz in C._____, Deutschland, war vom 14. Juni 2010 bis zum 

31. Januar 2011 bei der D._____ AG, E._____, als Dreher angestellt 

gewesen. In dieser Eigenschaft war er bei der Schweizerischen 

Unfallversicherungsanstalt (Suva) gegen die Folgen von Berufs- und 

Nichtberufsunfällen sowie Berufskrankheiten versichert. Am 17. August 

2010 erfolgte die Schadenmeldung UVG durch die Arbeitgeberin. Dr. med. 

F._____, Kantonsspital G._____, diagnostizierte am 22. September 2010 

ein toxisch degeneratives Handekzem bei fehlender Typ-IV-

Sensibilisierung auf Kühlschmiermittel Motorex und Panolin sowie einen 

melanozytären Naevus, Nasenwand rechts. Am 7. Dezember 2010 

anerkannte Dr. med. H._____, Facharzt FMH für Allgemeinmedizin und 

Arbeitsmedizin, Suva Abteilung Arbeitsmedizin, eine toxische 

Kontaktdermatitis zu synthetischem Schleif-/Schneid-/Kühlwasser als 

Berufskrankheit gemäss Art. 9 Abs. 2 UVG. Die Suva richtete die 

gesetzlichen Versicherungsleistungen aus. Von April 2011 bis Oktober 

2011 war der Versicherte bei der I._____ AG in J._____ angestellt 

gewesen. Ab November 2011 bis zum 30. November 2021 arbeitete der 

Versicherte bei der Firma K._____ AG in L._____, Deutschland.

2. Mit Nichteignungsverfügung vom 2. Juni 2021 wurde A._____ für Arbeiten 

mit Kontakt zu Kühlschmiermitteln und Erodier-Flüssigkeiten als 

ungeeignet erklärt. Die Suva stellte fest, im Zusammenhang mit der 

beruflichen Tätigkeit des Versicherten seien gesundheitliche 

Beschwerden aufgetreten. Diese hätten eine medizinische Abklärung und 

Beurteilung erfordert. Bei einer Wiederaufnahme der früheren Tätigkeit sei 

die Gesundheit des Versicherten erheblich gefährdet. Zum Schutze seiner 

Gesundheit unterstelle die Suva gestützt auf den Bericht der Arbeitsärztin 

Dr. med. M._____ den Versicherten der arbeitsmedizinischen Vorsorge 

und erkläre ihn rückwirkend auf den 1. Juni 2021 als nicht geeignet für 

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Arbeiten mit Kontakt zu Kühlschmiermitteln und Erodier-Flüssigkeiten. 

Diese Verfügung blieb unangefochten. 

3.1. Mit Verfügung vom 21. Oktober 2021 lehnte die Suva den Anspruch des 

Versicherten auf eine Übergangsentschädigung infolge Nichterreichens 

der erforderlichen 300 Expositionstage ab. Der Versicherte sei vom 

1. November 2011 bis zur Kündigung des Arbeitsverhältnisses per 

30. November 2021 ununterbrochen bei der K._____ AG in L._____ 

(Deutschland) angestellt gewesen. Die K._____ AG sei kein der Suva oder 

einer anderen Versicherung nach Art. 86 VUV unterstellter Arbeitgeber. 

Zudem müsse beim Versicherten eine Arbeitsfähigkeit mit entsprechender 

Vermittelbarkeit bestehen, damit die Voraussetzungen zur Ausrichtung der 

Übergangsentschädigung gegeben wären. Die dagegen erhobene 

Einsprache wies die Suva mit Einspracheentscheid vom 2. August 2022 

ab. 

3.2. Dagegen erhob der Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer) mit 

Eingabe vom 13. September 2022 (Datum Poststempel) Beschwerde 

beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden und beantragte 

sinngemäss die Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheids 

bzw. die Zusprechung einer Übergangsentschädigung. Es sei richtig, dass 

er ab dem 1. November 2011 bis zum 30. November 2021 bei der K._____ 

AG in Deutschland beschäftigt gewesen sei. Die K._____ AG sei 

versicherungstechnisch der Berufsgenossenschaft ETEM unterstellt. Die 

Berufsgenossenschaft aus Deutschland sei mit der Suva in der Schweiz 

vergleichbar. Deshalb seien 300 Expositionstage erfüllt. Da sein 

Arbeitsunfall am 6. August 2010 bei der Firma D._____ AG in 

E._____/Schweiz, die der Suva unterstellt sei, stattgefunden habe, sei die 

Suva weiterhin in der Pflicht, ihm Unterstützung bei Umschulung etc. zu 

gewähren. Hierbei beziehe er sich auf das ärztliche Gutachten von Dr. 

med. M._____ vom 20. April 2021. Er erfülle somit alle nötigen 

gesetzlichen Voraussetzungen. Aufgrund der Nichteignungsverfügung 

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vom 2. Juni 2021 sei es zu einer Kündigung seines Arbeitsverhältnisses 

mit der Firma K._____ AG in L._____/Deutschland gekommen. Des 

Weiteren sei festzuhalten, dass bilaterale Abkommen zwischen 

Deutschland und der Schweiz existierten, wonach gemäss dem 

Gleichsetzungs-Grundsatz verfahren werden müsse. Laut der 

Berufsgenossenschaft ETEM werde die Nichteignungsverfügung 

europaweit anerkannt. 

3.3. In ihrer nicht umfassenden Beschwerdeantwort vom 28. September 2022 

schloss die Suva (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) unter Verweis auf 

den angefochtenen Einspracheentscheid vom 2. August 2022 auf 

Abweisung der Beschwerde vom 13. September 2022. Festzuhalten sei, 

dass die Beschwerdegegnerin aufgrund der anwendbaren 

Koordinierungsverordnung (VO [EG] Nr. 883/2004) für die im Februar 

2021 eingetretene Verschlimmerung nicht leistungszuständig sei, weshalb 

kein Anspruch auf Übergangsentschädigung bestehe. Eventualiter wäre 

die Anspruchsvoraussetzung von 300 Expositionstagen bei einem der 

Versicherung unterstellten Arbeitgeber nicht erfüllt, da die K._____ AG 

kein der Beschwerdegegnerin und ebenso keiner anderen gesetzlichen 

Versicherung unterstellter Arbeitgeber sei. Weiter bestünde kein Anspruch 

auf Übergangsentschädigung, weil die berufliche Wiedereingliederung 

des Beschwerdeführers durch nicht adäquat kausale psychologische 

Faktoren erschwert werde. Subeventualiter wäre eine allfällige 

Übergangsentschädigung herabzusetzen und nach einem dem Verhältnis 

zwischen der Periode der bei dem der Beschwerdegegnerin unterstellten 

Arbeitgeber ausgeübten Tätigkeit und den gesetzlichen 300 Tagen 

entsprechenden Umfang zu bemessen. 

3.4. Der Beschwerdeführer hielt in seiner Replik vom 18. Oktober 2022 an den 

in der Beschwerde vom 13. September 2022 gestellten Anträgen fest und 

reichte weitere Urkunden ein, unter anderem einen Bericht von Dr. med. 

F._____ vom 2. Juli 2021. 

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3.5. Die Beschwerdegegnerin verzichtete mit Schreiben vom 26. Oktober 2022 

auf die Einreichung einer umfassenden Duplik. 

4.1. Mit weiterer Verfügung vom 18. November 2021 sprach die 

Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer eine Invalidenrente von 

14 % ab dem 1. Oktober 2021 (per Beendigung der 

Übergangstaggeldleistungen) und eine Integritätsentschädigung von 20 % 

zu. Die Beschwerdegegnerin stellte in dieser Verfügung fest, die Suva-

Rente entschädige nur die reinen Berufskrankheitsfolgen, nicht aber 

berufskrankheitsfremde Beeinträchtigungen. Aus medizinischer Sicht 

könnte der Beschwerdeführer unter Berücksichtigung der 

Nichteignungsverfügung vom 2. Juni 2021, wonach er ab dem 1. Juni 2021 

nicht geeignet für Arbeiten mit Kontakt zu Kühlschmiermitteln und Erodier-

Flüssigkeiten sei, auf dem gesamten in Betracht fallenden allgemeinen 

Arbeitsmarkt noch sämtliche sauberen, trockenen Tätigkeiten wie 

Montagearbeit, Endkontrolle, gewisse Verpackungstätigkeiten, Personen- 

und Warenbeförderung, administrative Tätigkeiten, Verkauf und Beratung, 

interne Postverteilung etc. im 80-100%-Pensum, das heisse mit einer 

Arbeitsfähigkeit im Durchschnitt von 90 % ausüben. Beim entsprechenden 

Einkommensvergleich resultiere eine berufskrankheitsbedingte 

Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit von 14 %. Neben den organisch 

bedingten Unfallfolgen beeinträchtigten psychogene Störungen die 

Erwerbsfähigkeit. Für psychogene Beschwerden habe die 

Beschwerdegegnerin einzustehen, wenn sie eine natürliche und adäquate 

Folge eines versicherten Unfalles (bzw. einer Berufskrankheit) seien. 

Aufgrund der vorhandenen Unterlagen stünden die psychogenen 

Störungen nicht in einem adäquat kausalen Zusammenhang mit dem 

erlittenen Ereignis (bzw. der Berufskrankheit), weshalb diesbezügliche 

Leistungen entfielen. Die dagegen erhobene Einsprache wurde mit 

Einspracheentscheid vom 26. September 2022 in dem Sinne 

gutgeheissen, als dass Anspruch auf eine Invalidenrente entsprechend 

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einem Invaliditätsgrad von 19 % bestehe. Im Übrigen wurde die 

Einsprache abgewiesen. 

4.2. Dagegen erhob der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 20. Oktober 2022 

(Datum Poststempel) Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons 

Graubünden und beantragte sinngemäss die Aufhebung des 

angefochtenen Einspracheentscheids bzw. die korrekte Berechnung der 

Invalidenrente und der Integritätsentschädigung. 

4.3. Die Beschwerdegegnerin verzichtete mit Schreiben vom 28. Oktober 2022 

unter Verweis auf den angefochtenen Einspracheentscheid vom 

26. September 2022 auf die Einreichung einer umfassenden 

Beschwerdeantwort und schloss auf Abweisung der Beschwerde vom 

20. Oktober 2022. 

5. In prozessualer Hinsicht wurden die Beschwerden vom 13. September 

2022 und 20. Oktober 2022 nach Abschluss des Schriftenwechsels 

vereinigt. 

II. Das Gericht zieht in Erwägung:

1. In Bezug auf die funktionelle Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts des 

Kantons Graubünden ist festzuhalten, dass das vorliegende Urteil in 

Dreierbesetzung ergeht (vgl. Art. 43 Abs. 1 des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege [VRG; BR 370.100] und Art. 18 Abs. 1 des 

Gerichtsorganisationsgesetzes [GOG; BR 173.000]), da die 

Voraussetzungen gemäss Art. 43 Abs. 3 VRG im konkreten Fall nicht 

erfüllt sind. 

2.1. Hinsichtlich der örtlichen Zuständigkeit ist darauf hinzuweisen, dass das 

Versicherungsgericht desjenigen Kantons zuständig ist, in dem die 

versicherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung Wohnsitz hat (Art. 

58 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

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Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Befindet sich der Wohnsitz 

der versicherten Person im Ausland, so ist das Versicherungsgericht 

desjenigen Kantons zuständig, in dem sich ihr letzter schweizerischer 

Wohnsitz befand oder in dem ihr letzter schweizerischer Arbeitgeber 

Wohnsitz hat (Wahlgerichtsstand, vgl. BGE 144 V 313 E.6.2); lässt sich 

keiner dieser Orte ermitteln, so ist das Versicherungsgericht desjenigen 

Kantons zuständig, in dem das Durchführungsorgan seinen Sitz hat (Art. 

58 Abs. 2 ATSG). 

2.2. Der Wohnsitz des Beschwerdeführers befindet sich unbestrittenermassen 

in C._____, Deutschland. Die örtliche Zuständigkeit des 

Versicherungsgerichts ergibt sich somit aus Art. 58 Abs. 2 ATSG.

Ausweislich der Akten arbeitete der Beschwerdeführer im Zeitpunkt der 

Unfallmeldung (17. August 2010) bei der D._____ AG mit Sitz in E._____; 

seit dem 23. September 2013 N._____ AG, Metalltechnik) (vgl. 

beschwerdegegnerische Akten [Bg-act.] 2). Eigenen Angaben zufolge 

(vgl. Beschwerde vom 13. September 2022 S. 2) habe der 

Beschwerdeführer nach der Vertragsauflösung mit der D._____ AG eine 

Arbeit bei der I._____ AG mit Sitz in J._____ gefunden. Diese Aussage 

deckt sich mit den Akten, wonach der Beschwerdeführer nachweislich von 

April 2011 bis Oktober 2011 bei der I._____ AG in J._____ als 

Polymechaniker angestellt war (vgl. Bg-act. 81 S. 1). Weil es ihm und 

seiner Familie dort gefallen habe, hätten er und seine Familie 

beschlossen, in die Schweiz auszuwandern. Sie hätten auch bereits eine 

Wohnung gemietet gehabt. Aus familiären Gründen seien sie jedoch in 

Deutschland geblieben (vgl. Beschwerde vom 13. September 2022 S. 2). 

Auf der Unfallmeldung vom 17. August 2010 figuriert eine Adresse des 

Beschwerdeführers in O._____ GR (vgl. Bg-act. 2; siehe auch Bg-act. 4). 

Den Angaben des Beschwerdeführers zufolge handle es sich bei dieser 

Adresse um einen Wochenaufenthalt (vgl. Bg-act. 26 S. 3). Auf 

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telefonische Auskunft hin bestätigte die Gemeinde O._____ GR den 

Zuzug des Beschwerdeführers von P._____, Deutschland, per 14. Juni 

2010 und die Abmeldung per 31. März 2011 nach Q._____ BE. Die 

Gemeinde R._____ im S._____ BE (ehemals Q._____ BE) bestätigte 

telefonisch den Zuzug des Beschwerdeführers per 1. April 2011 und 

dessen Abmeldung per 31. Oktober 2011 nach Deutschland. Den 

Gemeinden zufolge verfügte der Beschwerdeführer über eine B-

Bewilligung und beide konnten bestätigen, dass es sich hierbei nicht um 

einen Wochenaufenthalt im Sinne von Art. 16 der Verordnung über 

Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit (VZAE; [SR 142.201]; in Kraft 

seit dem 1. Januar 2008) handelte. Im Lichte dessen hatte der 

Beschwerdeführer als Jahresaufenthalter formell Wohnsitz in der Schweiz, 

obwohl sein Lebensmittelpunkt stets bei seiner Familie in Deutschland 

war. Bei Bejahung der Wohnsitznahme des Beschwerdeführers in der 

Schweiz war sein letzter Wohnsitz in Q._____ BE (heute: R._____ im 

S._____ BE) im Kanton Bern, womit die örtliche Zuständigkeit des 

Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden nicht gegeben ist. 

Des Weiteren ist – wie dargelegt – aktenkundig, dass der 

Beschwerdeführer von April 2011 bis Oktober 2011 bei der I._____ AG in 

J._____ als Polymechaniker angestellt war (vgl. Bg-act. 81 S. 1). Ab 

November 2011 bis zum 30. November 2021 arbeitete der 

Beschwerdeführer bei der K._____ AG mit Sitz in L._____, Deutschland 

(vgl. Bg-act. 81 S. 1, 266 S. 3 und S. 5 f. sowie 353 S. 25 f.). Seither war 

der Beschwerdeführer bei einer bescheinigten Arbeitsunfähigkeit von 

100 % ab dem 27. Januar 2022 nicht mehr angestellt (vgl. Bg-act. 334, 

342, 350, 352, 355, 359, 366, 369, 379 und 400). Bei der I._____ AG in 

J._____ handelt es sich folglich um den letzten schweizerischen 

Arbeitgeber im Sinne von Art. 58 Abs. 2 ATSG. Diese Bestimmung knüpft 

somit nicht an die Verhältnisse zum Zeitpunkt des Unfalles an, sondern an 

die effektiv letzte Arbeit in der Schweiz (vgl. KIESER, ATSG-Kommentar, 4. 

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Aufl., Zürich/Basel/Genf 2020, Art. 58 Rz. 37). Da die I._____ AG ihren 

Sitz in J._____ im Kanton Bern hat (vgl. den Internet-Auszug aus dem 

Handelsregister des Kantons Bern, zuletzt abgerufen am 15. August 

2023), ist folglich das Verwaltungsgericht des Kantons Bern auch in dieser 

Hinsicht für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerden zuständig. 

Die Zuständigkeitsordnung des öffentlichen Rechts ist zwingend und kann 

daher nicht durch Prorogation oder Einlassung geändert werden (vgl. 

RHINOW/KOLLER/KISS/THURNHERR/BRÜHL-MOSER, Öffentliches 

Prozessrecht, 3. Aufl., Basel 2014, Rz. 1190). Somit kann die örtliche 

Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden auch 

nicht aufgrund des Umstandes begründet werden, dass die 

Beschwerdegegnerin nicht explizit in ihren Rechtsschriften die 

Unzuständigkeit gerügt hat. 

3. Verneint ein Gericht seine Zuständigkeit, handelt es sich in der Regel um 

einen Endentscheid; dazu gehören auch Entscheide über die örtliche 

Zuständigkeit (vgl. UHLMANN, in: 

NIGGLI/UEBERSAX/WIPRÄCHTIGER/KNEUBÜHLER [Hrsg.], Basler Kommentar, 

Bundesgerichtsgesetz, 3. Aufl., Basel 2018, Art. 92 Rz. 14 f.; 

RHINOW/KOLLER/KISS/THURNHERR/BRÜHL-MOSER, a.a.O., Rz. 1187). 

4. Auf die Beschwerden vom 13. September 2022 und 20. Oktober 2022 ist 

daher mangels örtlicher Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts des 

Kantons Graubünden nicht einzutreten. Die Behörde, die sich als 

unzuständig erachtet, überweist die Beschwerden dem zuständigen 

Versicherungsgericht (Art. 58 Abs. 3 ATSG). Die Sache ist daher 

zuständigkeitshalber an das Verwaltungsgericht des Kantons Bern, 

Sozialversicherungsrechtliche Abteilung, weiterzuleiten, damit dieses über 

die Beschwerden gegen die Einspracheentscheide der 

Beschwerdegegnerin vom 2. August 2022 und 26. September 2022 

entscheidet. 

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5. Das Verfahren ist kostenlos (Art. 61 lit. fbis ATSG i.V.m. Art. 105 ff. des 

Bundesgesetzes über die Unfallversicherung [UVG; SR 832.20]).

III. Demnach erkennt das Gericht:

1. Auf die Beschwerden vom 13. September 2022 und 20. Oktober 2022 wird 

mangels örtlicher Zuständigkeit nicht eingetreten. 

2. Die in Ziffer 1 hiervor genannten Beschwerden werden samt Akten an das 

Verwaltungsgericht des Kantons Bern, Sozialversicherungsrechtliche 

Abteilung, überwiesen.

3. Es werden keine Kosten erhoben. 

4. [Rechtsmittelbelehrung]

5. [Mitteilung]