# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 592d8228-3bcc-5883-bc49-e4c27ee0c2fc
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-03-03
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 03.03.2022 200 2021 64
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2021-64_2022-03-03.pdf

## Full Text

200 21 64 IV
ACT/SCC/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 3. März 2022

Verwaltungsrichter Ackermann, Kammerpräsident
Verwaltungsrichterin Wiedmer, Verwaltungsrichter Kölliker
Gerichtsschreiberin Schertenleib Gamero

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 7. Dezember 2020

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. März 2022, IV/21/64, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1976 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
wurde am 1. Dezember 2014 auf dem Fussgängerstreifen von einem Auto 
erfasst und erlitt Verletzungen (Akten der Invalidenversicherung, [act. II] 
1.4/1). Sie meldete sich am 24. März 2015 bei der IV-Stelle Bern (IVB bzw. 
Beschwerdegegnerin) zum Bezug von Leistungen der Invalidenversiche-
rung an (act. II 3). Nachdem die IVB Abklärungen durchgeführt und die 
Versicherte gegen den Vorbescheid vom 11. Juni 2018 (act. II 70) Einwand 
erhoben hatte (act. II 78, 81), veranlasste die IVB eine interdisziplinäre Be-
gutachtung durch die C.________ (MEDAS-Gutachten vom 26. Juni 2019 
[act. II 115.1]) und einen (zweiten) Abklärungsbericht Haushalt/Erwerb vom 
14. Februar 2020 (act. II 126/2 ff.). Nach durchgeführtem Vorbescheidver-
fahren (act. II 127, 132) und Stellungnahmen des Regionalen Ärztlichen 
Dienstes (RAD) vom 13. Juli 2020 (act. II 135 f.) sowie des Bereichs Ab-
klärungen vom 18. August 2020 (act. II 138) sprach die IVB mit Verfügung 
vom 7. Dezember 2020 der Versicherten befristet vom 1. Dezember 2015 
bis 31. August 2016 eine ganze Rente zu (act. II 140).

B.

Am 20. Januar 2021 erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt 
Dr. iur. B.________, Beschwerde. Sie beantragte, die Verfügung vom 
7. Dezember 2020 sei aufzuheben, insoweit die Ausrichtung einer ganzen 
Rente per 31. August 2016 befristet werde. Die Beschwerdegegnerin sei zu 
verurteilen, der Beschwerdeführerin auch ab dem 1. September 2016 auf 
unbestimmte Zeit eine ganze IV-Rente und für ihre Nachkommen Kinder-
renten auszubezahlen.

Mit Beschwerdeantwort vom 22. Februar 2021 schloss die Beschwerde-
gegnerin auf Abweisung der Beschwerde.

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Mit Replik vom 13. April und Duplik vom 29. April 2021 hielten die Parteien 
an ihren Anträgen fest.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 6. 
Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 7. Dezember 2020 
(act. II 140), mit welcher die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin 
befristet eine ganze Invalidenrente vom 1. Dezember 2015 bis 31. August 
2016 zugesprochen hat. In anfechtungs- und streitgegenständlicher Hin-
sicht liegt ein Rechtsverhältnis vor, wenn rückwirkend eine befristete IV-
Rente zugesprochen wird. Wird wie vorliegend nur die Befristung angefoch-
ten (Beschwerde S. 2), wird damit die richterliche Überprüfungsbefugnis 
nicht in dem Sinne eingeschränkt, dass die unbestritten gebliebenen Ren-

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tenbezugszeiten von der richterlichen Prüfung ausgenommen blieben 
(BGE 125 V 413). Streitig und zu prüfen ist deshalb der Anspruch auf eine 
IV-Rente während der ganzen hier in Frage kommenden Zeit.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

Am 1. Januar 2022 ist die Änderung vom 19. Juni 2020 des IVG (Weite-
rentwicklung der IV; AS 2021 705) in Kraft getreten. Weil in zeitlicher Hin-
sicht – vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Regelungen – 
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgeblich sind, die bei der Erfül-
lung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbe-
standes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1 S. 370, 144 V 210 E. 4.3.1 
S. 213) und die angefochtene Verfügung vor dem Inkrafttreten der IVG-
Änderung vom 19. Juni 2020 datiert, ist der Rentenanspruch nach den bis 
31. Dezember 2021 geltenden Normen (fortan aArt.) zu prüfen.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

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2.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Gemäss aArt. 28 Abs. 2 IVG (in der bis 31. Dezember 2021 gültig 
gewesenen Fassung) besteht der Anspruch auf eine ganze Rente, wenn 
die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsren-
te, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von 
mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem 
Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine Viertelsrente.

2.3

2.3.1 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

2.3.2 Nach aArt. 28a Abs. 3 IVG (in der bis 31. Dezember 2021 gültig 
gewesenen Fassung) wird bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig 
sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin 
mitarbeiten, für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. 
Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so wird die Invalidität 
für diese Tätigkeit gestützt auf einen Betätigungsvergleich ermittelt (aArt. 
28a Abs. 2 IVG in der bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Fassung). 
In diesem Falle sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unentgeltli-
chen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil 
der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad in 
beiden Bereichen zu bemessen (sog. gemischte Methode; BGE 145 V 370 
E. 4.1 S. 373, 144 I 21 E. 2.1 S. 23).

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2.3.3 Bei Teilerwerbstätigen, die sich zusätzlich im Aufgabenbereich nach 
Art. 7 Abs. 2 IVG betätigen, werden für die Bestimmung des Invaliditäts-
grads der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Erwerbstätigkeit und der Invali-
ditätsgrad in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich summiert (aArt. 
27bis Abs. 2 Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversiche-
rung [IVV; SR 831.201] in der bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen 
Fassung). Die Berechnung des Invaliditätsgrades in Bezug auf die Er-
werbstätigkeit richtet sich nach Art. 16 ATSG. Dabei sind Validen- und In-
valideneinkommen auf der Grundlage einer hypothetischen Vollzeittätigkeit 
zu ermitteln (BGE 145 V 370). Die prozentuale Erwerbseinbusse wird 
schliesslich anhand des Beschäftigungsgrads, den die Person hätte, wenn 
sie nicht invalid geworden wäre, gewichtet (aArt. 27bis Abs. 3 IVV in der bis 
31. Dezember 2021 gültig gewesenen Fassung). Für die Berechnung des 
Invaliditätsgrads in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich wird der 
prozentuale Anteil der Einschränkungen bei der Betätigung im Aufgabenbe-
reich im Vergleich zur Situation, wenn die versicherte Person nicht invalid 
geworden wäre, ermittelt. Er wird anhand des Anteils des Aufgabenbe-
reichs gewichtet (aArt. 27bis Abs. 4 IVV in der bis 31. Dezember 2021 gültig 
gewesenen Fassung). Diese Regelung gilt seit Januar 2018.

2.4

2.4.1 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf 
Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufge-
hoben (aArt. 17 Abs. 1 ATSG in der bis 31. Dezember 2021 gültig gewese-
nen Fassung).

2.4.2 Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den 
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit 
den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist deshalb nicht 
nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, son-
dern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen  
(oder die Auswirkungen auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) 
des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert 
haben. Dazu gehört die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit aufgrund einer 
Angewöhnung oder Anpassung an die Behinderung. Ein Revisionsgrund ist 

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ferner unter Umständen auch dann gegeben, wenn eine andere Art der 
Bemessung der Invalidität zur Anwendung gelangt oder eine Wandlung des 
Aufgabenbereichs eingetreten ist (BGE 144 I 103 E. 2.1 S. 105, 141 V 9 
E. 2.3 S. 10; SVR 2021 IV Nr. 36 S. 110 E. 3.1).

2.4.3 Bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten 
IV-Rente sind die für die Rentenrevision geltenden Bestimmungen analog 
anzuwenden, weil noch vor Erlass der ersten Rentenverfügung eine an-
spruchsbeeinflussende Änderung eingetreten ist mit der Folge, dass dann 
gleichzeitig die Änderung mitberücksichtigt wird. Wird rückwirkend eine 
abgestufte oder befristete Rente zugesprochen, sind einerseits der Zeit-
punkt des Rentenbeginns und anderseits der in Anwendung der Dreimo-
natsfrist von Art. 88a IVV festzusetzende Zeitpunkt der Anspruchsänderung 
die massgebenden Vergleichszeitpunkte (BGE 133 V 263 E. 6.1 S. 263; 
SVR 2020 IV Nr. 70 S. 244 E. 4.2.2).

2.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2021 IV 
Nr. 54 S. 181 E. 2.3). 

3.

3.1 Den Akten ist in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen das Fol-
gende zu entnehmen:

3.1.1 Im Bericht vom 5. Dezember 2017 – gestützt auf die ärztliche Ab-
schlussuntersuchung vom 22. November 2017 – diagnostizierte der Arzt 
der D.________ Dr. med. E.________, Facharzt für Chirurgie, das Folgen-
de (act. II 58.3/4):

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- Verbleibende schmerzhafte Belastungs- und Bewegungsstörung des rech-
ten und linken Kniegelenks bei

- Status nach Osteosynthese einer distalen Femurfraktur mit Beteili-
gung der Kondylen links und

- Status nach Tibiakopffraktur, vorderer Kreuzbandruptur rechtes 
Kniegelenk, konservativ behandelt

- Belastungsbedingte Schulterschmerzen bei Dauerbenutzung von Unter-
armgehstützen 

- Posttraumatische Verarbeitungsstörung

Zum Zumutbarkeitsprofil führte Dr. med. E.________ aus, die Beschwerde-
führerin könne ausschliesslich Tätigkeiten im Sitzen vornehmen. Der Ar-
beitsplatz müsse ebenerdig erreichbar sein. Das Treppengehen sollte auf 
ein Minimum reduziert werden. Am Arbeitsplatz müsse die Möglichkeit des 
kurzfristigen Aufstehens gegeben sein. Tätigkeiten im Sitzen mit Heben 
von Gegenständen über 5 kg Gewicht könnten nicht durchgeführt werden. 
Anheben von Gegenständen bis Brusthöhe sei möglich. Anheben von Ge-
genständen über Brusthöhe sei überhaupt nicht möglich. Überkopfarbeiten 
könnten nicht ausgeführt werden. Arbeiten mit schlagenden oder vibrieren-
den Maschinen könnten nicht durchgeführt werden. Zwangshaltungen der 
oberen Extremität müssten vermieden werden. Bei Einhaltung der genann-
ten Ausschlusskriterien sei eine 60%ige zeitliche Anwesenheit gewährleis-
tet. Bei ideal angepasstem Arbeitsplatz sei die Leistungsfähigkeit im Rah-
men der Anwesenheit nicht eingeschränkt (act. II 58.3/6).

3.1.2 Im MEDAS-Gutachten vom 26. Juni 2019 (act. II 115.1) diagnosti-
zierten die Gutachter mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit das Folgende 
(act. II 115.1/11):

1. Beginnende Coxarthrose beidseits, links mehr als rechts
2. Knöchern konsolidierte distale Fraktur des linken Femurs vom 1. Dezem-

ber 2014 mit einem stationären pyramidenförmigen Knochendefekt der dis-
talen medialen Diaphyse des linken Femurs (bei Status nach Anlage eines 
Fixateurs externe am 1. Dezember 2014, Osteosynthese mittels Zug-
schraube und distaler 11-Loch-Femurplatte am 9. Dezember 2014 sowie 
Osteosynthesematerialentfernung am 6. Februar 2019)

3. Mediale Gonarthrose und beginnende Retropatellararthrose beidseits, links 
stärker als rechts

4. Leichte depressive Episode (ICD-10 F32.0)
DD: Dysthymia 

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Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit diagnostizierten sie das Folgen-
de:

1. Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren 
(ICD-10 F45.41)

2. Verdacht auf Niedrigdosisabhängigkeit bei Opioiden (ICD-10 F11.80)
3. Arthralgie des linken Schultergelenkes bei Impingementkonstellation
4. Adipositas

- BMI präoperativ 57.2 kg/m2
- laparoskopischer Schlauchmagen am 16. August 2011
- aktuell Gewicht stabil bei BMI von 40.9 kg/m2
- geringgradiger Vitamin-B-12-Mangel, geringgradiger Zink-Mangel
- Verdacht auf sekundären Hyperparathyreoidismus

5. Barrett-Ösophagus
6. Verdacht auf leichte Herzinsuffizienz
7. Senk-Spreiz-Plattfuss beidseits

Die Gutachter hielten zu den funktionellen Auswirkungen der Befun-
de/Diagnosen fest (act. II 115.1/12), aufgrund der noch vorhandenen Ein-
schränkung bei belastungsabhängiger Mobilisation an zwei Unterarm-
gehstützen, dem linkshinkenden Gangbild sowie der degenerativen Verän-
derungen beider Hüft- und Kniegelenke bestünden Einschränkungen für 
Tätigkeiten mit ständigem Stehen und Gehen. Auch wenn beide Schulter-
gelenke frei beweglich gewesen seien, so würden von orthopädisch-
traumatologischer Seite jedoch aufgrund der radiologisch beschriebenen 
Impingementkonstellation des linken Schultergelenkes keine Tätigkeiten 
mit häufigen Über-Kopf-Arbeiten, vor allem mit dem adominanten linken 
Arm, empfohlen, um nicht den Gesundheitszustand der Beschwerdeführe-
rin zu gefährden. Unstrukturierte Tätigkeiten, Tätigkeiten mit hohen Anfor-
derungen an die Konzentrationsfähigkeit, hoher emotionaler und körperli-
cher Belastung und mit Gefährdungspotential seien nicht geeignet. Auf-
grund der Magenbypass-Operation seien hinsichtlich des Belastungsprofils 
folgende Aspekte zu beachten: Ungünstig seien Arbeiten, die Schwindel-
freiheit erforderten (wegen eines vielleicht doch möglichen Dumpingsyn-
droms), keine Tätigkeiten, die mit Geruchsbelastungen und/oder ätzenden 
Dämpfen einhergingen (Provokation von Erbrechen, Übelkeit oder Diarr-
hoen). Bezüglich der Konsistenz legten die Gutachter dar (act. II 115.1/13), 
die Beschwerdeführerin könne sich keine Tätigkeit vorstellen, die sie durch-
führen könne. Dies sei jedoch diskrepant zu den aktuellen Aktivitätenni-
veaus in den Bereichen Freizeit und Haushalt. Sie sei in der Lage, in ihrem 
Haushalt mitzuarbeiten, mit dem Auto mitzufahren, ihre Termine wahrzu-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. März 2022, IV/21/64, Seite 10

nehmen und öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen, auch mit dem Flug-
zeug bis nach … zu fliegen. Auch anhand des aktuell erhobenen klinischen 
und radiologischen Untersuchungsbefundes seien keine Einschränkungen 
des Aktivitätenniveaus in vergleichbaren Lebensbereichen nachvollziehbar. 
Die Beschwerdeschilderung sei äusserst vage gewesen. Die von der Be-
schwerdeführerin angegebenen Beschwerden könnten anhand der klini-
schen und radiologischen Untersuchungsbefunde zwar zum Teil nachvoll-
zogen werden, jedoch nicht in der teilweise diffusen Art und dem angege-
benen Ausmass. Es bestünden auch Diskrepanzen zwischen den schwe-
ren subjektiven Beeinträchtigungen und dem weitgehend intakten psycho-
sozialen Funktionsniveau bei der Alltagsbewältigung. Seit dem 1. Dezem-
ber 2014 sei die Beschwerdeführerin in der bisherigen Tätigkeit zu 100 % 
arbeitsunfähig.

In psychiatrischer Hinsicht sei die Beschwerdeführerin in einer leidensan-
gepassten Tätigkeit zu 80 % arbeitsfähig. Eine retrospektive Beurteilung 
der Arbeitsfähigkeit sei schwierig, da in den Unterlagen nur wenige psych-
iatrische Berichte vorlägen. Im ersten psychiatrischen Bericht (psychoso-
matisches Konsilium vom 5. März 2015, Rehaklinik F.________) werde 
eine Anpassungsstörung (ICD-10 F43.25) attestiert, wobei die Beschwer-
deführerin damals eine ähnliche Symptomatik wie bei der aktuellen gutach-
terlichen Untersuchung gezeigt habe, sodass ggf. bereits zu diesem Zeit-
punkt eine leichte depressive Episode (ICD-10 F32.0) vorgelegen habe, 
was retrospektiv allerdings nicht mehr genau festgestellt werden könne. Es 
werde geschätzt, dass auch zu diesem Zeitpunkt die Arbeitsfähigkeit bei 
ungefähr 80 % gelegen habe. Im nächsten psychiatrischen Bericht vom 4. 
November 2015 von Dr. med. G.________, Fachärztin für Psychiatrie und 
Psychotherapie, werde weiterhin von einer Anpassungsstörung mit De-
pression und Angst, gemischte Symptomatik, mit Symptomen einer PTSD 
(ICD-10 F43.25) ausgegangen, sodass weiterhin eine Arbeitsfähigkeit von 
ungefähr 80 % vorgelegen habe. Im nächsten Bericht von Dr. med. 
G.________ vom 14. Juni 2016 werde angegeben, dass die psychische 
Symptomatik weitgehend remittiert sei, sodass hier von einer Arbeitsfähig-
keit von 100 % ausgegangen werden müsse. Danach hätten keine psychia-
trischen Berichte mehr vorgelegen, sodass retrospektiv nicht mehr genau 
festgestellt werden könne, ab wann sich die psychische Symptomatik wie-

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der verschlechtert habe, insbesondere auch da die Beschwerdeführerin in 
der aktuellen gutachterlichen Untersuchung angegeben habe, dass es ihr 
seit dem Unfall im Dezember 2014 psychisch nicht mehr gut gehen würde 
(act. II 115.1/14). 

In somatischer Hinsicht sei vom 1. Dezember 2014 bis zur Bestätigung der 
knöchernen Konsolidierung der operativ versorgten distalen Femurfraktur 
links Anfang Mai 2016 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit nachvollziehbar. 
Seit Anfang Mai 2016 werde von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer 
leidensadaptierten Tätigkeit ausgegangen. Vorübergehende 100%ige Ar-
beitsunfähigkeiten hätten lediglich für die postoperative Nachbehandlung 
nach den operativen Eingriffen bestanden, für drei Monate postoperativ 
nach der arthroskopischen Rotatorenmanschetten-Rekonstruktion rechts 
am 1. Dezember 2016 sowie für jeweils vier Wochen postoperativ nach der 
Dekompression des Nervus medianus im Karpaltunnel links am 10. Sep-
tember 2018 und nach der Osteosynthesematerialentfernung am distalen 
Femur links am 6. Februar 2019 (act. II 115.1/14).

3.1.3 Im Bericht vom 26. August 2019 diagnostizierte die behandelnde 
Psychiaterin Dr. med. G.________ eine Anpassungsstörung mit Depressi-
on und Angst (ICD-10 F43.2) und körperliche Folgeprobleme. Es fänden 
alle sechs bis acht Wochen kognitive Verhaltenstherapie durch die dele-
gierte Psychotherapeutin und mindestens einmal pro Quartal psychiatri-
sche Kontrollen statt (act. II 142.82/1 f.). Es ergebe sich keine Einschrän-
kung der beruflichen Leistungsfähigkeit (act. II 142.82/3). Im Bericht vom 
16. Januar 2020 bestätigte Dr. med. G.________ diese Einschätzung der 
Arbeitsfähigkeit (act. II 142.66/3).

3.1.4 In der Beurteilung vom 8. April 2020 diagnostizierte med. prakt. 
H.________, praktischer Arzt, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, 
D.________, eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psy-
chischen Faktoren (ICD-10 F45.41), eine ängstlich-depressive Reaktion auf 
eine schwere Belastung (ICD-10 F43.8), Niedrigdosisabhängigkeit von 
Opiaten (ICD-10 F11.80) / schädlicher Gebrauch von nicht Opiat-artigen 
Schmerzmitteln (ICD-10 F55.2). Unfallfremd sei die vorbestehende Ess-
störung mit übermässiger Energiezufuhr (ICD-10 F50.8). Der Psychiater 
der D.________ hielt fest, zurzeit sei die berufliche Leistungsfähigkeit 

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vollständig aufgehoben. Die Beschwerdeführerin benötige eine intensivierte 
und koordinierte psychiatrisch-psychosomatische Behandlung auf stationä-
rer oder teilstationärer Basis. Die Wiedererlangung einer relevanten Leis-
tungsfähigkeit dürfe unter solcher Behandlung mit überwiegender Wahr-
scheinlichkeit angenommen werden (act. II 142.60/53 f.). 

3.1.5 Im Bericht vom 11. Mai 2020 führte Dr. med. I.________, Fachärztin 
für Allgemeine Innere Medizin, aus, es bestehe unfallbedingt eine deutlich 
verminderte körperliche Leistungsfähigkeit; die D.________ attestiere eine 
Integritätseinbusse von 50 %. Im orthopädischen Gutachten sei der Situati-
on des linken Beines zu wenig Beachtung geschenkt worden. Beim rechten 
Bein sei lediglich ein konventionelles Röntgenbild angefertigt worden. Die 
Angabe, die Schultern beidseits seien stabil und frei beweglich, stimme 
nicht mit der Notwendigkeit der operativen Korrektur der Supraspinatus-
sehne überein (act. II 132/3).

3.1.6 Der RAD-Arzt Dr. med. J.________, Facharzt für Orthopädische 
Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, hielt im Bericht 
vom 13. Juli 2020 fest, die vorgenommene Abklärung zur Beurteilung des 
linken Beines sei korrekt und ein CT/MRI nicht indiziert gewesen. Die 
Schulterpathologie sei von der MEDAS-Gutachterin erkannt und bereits 
präoperativ korrekt eingeschätzt worden. Aus orthopädischer Sicht lägen 
keine neuen Fakten vor (act. II 136/3 f.).

3.1.7 Im Bericht vom 16. Oktober 2020 diagnostizierte der Arzt der 
D.________ Dr. med. E.________ das Folgende:

- Persistierende Schmerzen im Bereich des linken Femurs bei Status nach 
distaler Femurfraktur und Entfernung des Osteosynthesematerials und 
Entwicklung einer unfallbedingten Gonarthrose mit Valgisierung der Bein-
achse 

- Status nach medialer Tibiakopffraktur auf der rechten Seite mit Entwick-
lung einer Arthrose und Schmerzsymptomatik 

- Restbeschwerden im Bereich der Schulter rechts bei Status nach Rotato-
renmanschettenrekonstruktion, Schmerzexazerbation unter Belastung mit 
Unterarmgehhilfen sowie Entwicklung einer sternoclavicularen Degenerati-
on bei dauerhafter Belastung mit Unterarmgehstützen 

- Status nach Rotatorenmanschettenruptur der linken Schulter und operative 
Versorgung am 20. Februar 2020

- Digitus Saltans DIV bei A1 Ringbandstenose rechts

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. März 2022, IV/21/64, Seite 13

Die Situation im Bereich der unteren Extremität habe sich nicht wesentlich 
verändert. Die verbliebene Fehlstellung habe zu Instabilität und erheblicher 
schmerzhafter Belastungsstörung bei Status nach beidseitigen Verletzun-
gen geführt. Hier sei seit 2019 ein weitgehend gleichbleibender Befund zu 
erkennen (act. II 142.17/4). Die Dauerfehlbelastung der Schultergelenke 
durch Unterarmgehstützen bei der nicht unerheblichen Adipositas sei auch 
ein limitierender Faktor. Diesbezüglich sei eine längerfristige Nutzung der 
Unterarmgehstützen wenn möglich zu reduzieren. Dies sei jedoch nur nach 
Implantation der Knieprothesen möglich. Das anlässlich der ärztlichen Un-
tersuchung vom 22. November 2017 ermittelte Zumutbarkeitsprofil behalte 
in Bezug auf die Einschränkungen der Einsetzbarkeit weiterhin Gültigkeit 
(act. II 141.17/5).

3.1.8 In der Beurteilung vom 9. Dezember 2020 hielt der Psychiater der 
D.________ med. prakt. H.________ fest, im Lichte des fixierten Selbstbil-
des im Sinne einer ohnmächtig-hilflosen Patientin und eines damit gekop-
pelten dysfunktionalen Umgangs mit verschiedensten psychischen und 
körperlichen Belastungssituationen sei die Gesamtbelastungsfähigkeit aus 
versicherungs-psychiatrischer Sicht weit über die 40 % reduziert, die rein 
somatisch schon vom Gesamtpensum abgezogen werden müssten. Kon-
kret vorstellbar seien so am ehesten einfache Montage-, Dekorations- oder 
Sortierarbeiten sowie hauswirtschaftliche Tätigkeiten (sitzend, weitgehend 
gewichtsentlastet, auf üblicher Arbeitsflächenhöhe auszuführen, keine 
Zwangshaltungen, kein Umgang mit stossenden, schlagenden oder vibrie-
renden Maschinen). Solche Arbeiten in einem Halbtagspensum (ca. 4 h), 
idealerweise unterbrochen durch eine bis zwei Pausen, an etwa zwei bis 
drei Tagen pro Woche sollten mit unbeeinträchtigtem Rendement regel-
mässig zu leisten sein, was in etwa einem verwertbaren Arbeitspensum 
von 20-30 % entspräche (act. II 142.6/39).

3.2

3.2.1 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. März 2022, IV/21/64, Seite 14

Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

3.2.2 Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen 
Spezialärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersu-
chungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der 
Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der 
Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 
E. 1.3.4 S. 227, 135 V 465 E. 4.4 S. 470, 125 V 351 E. 3b bb S. 353; 
SVR 2020 IV Nr. 71 S. 246 E. 2.2). 

3.2.3 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

3.3 In psychiatrischer Hinsicht erfüllen das MEDAS-Gutachten vom 
26. Juni 2019 (act. II 115.1) sowie das psychiatrische Teilgutachten von Dr. 
med. K.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 
7. Mai 2019 (act. II 115.3) die Anforderungen an den Beweiswert eines 
medizinischen Gutachtens (E. 3.2.1 hiervor). Die darin enthaltenen Aus-
führungen und Feststellungen beruhen auf eingehenden fachärztlichen 
Abklärungen der Psychiaterin und sind in Kenntnis der Vorakten sowie un-
ter Berücksichtigung der geklagten Beschwerden getroffen worden. Basie-
rend darauf wurden die medizinischen Befunde, die Diagnose einer leich-
ten depressiven Episode (ICD-10 F32.0) mit Auswirkung auf die Arbeits-
fähigkeit (act. II 115.3/13) und die daraus zu ziehende Schlussfolgerung, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. März 2022, IV/21/64, Seite 15

dass die Beschwerdeführerin zu 80 % arbeitsfähig ist (act. II 115.3/15), 
nachvollziehbar und einleuchtend dargestellt. Die Gutachterin äusserte sich 
überzeugend zur Konsistenz, wonach zwischen den schweren subjektiven 
Beeinträchtigungen und dem weitgehend intakten psychosozialen Funkti-
onsniveau bei der Alltagsbewältigung Diskrepanzen bestünden (act. II 
115.3/14). Mit Blick auf die Angaben der Beschwerdeführerin ist nachvoll-
ziehbar, dass sie durch das stützende familiäre Umfeld mit regelmässigen 
weiteren sozialen Kontakten Ressourcen hat, dass aber auch ein sekundä-
rer Krankheitsgewinn durch vermehrte Zuwendung durch die Familie be-
steht. Die Angaben zu den Belastungsfaktoren (die fragliche Motivation zur 
Wiedereingliederung und die fehlende Ausbildung; act. II 115.3/14) über-
zeugen. Mithin erbringen das MEDAS-Gutachten und das psychiatrische 
Teilgutachten vollen Beweis (E. 3.2.2 hiervor) und es kann darauf abge-
stellt werden. Der nach der Begutachtung erstellte Bericht der behandeln-
den Psychiaterin Dr. med. G.________ stimmt damit überein, denn die An-
nahme eines psychiatrischen Gesundheitsschadens mit höchstens leichter 
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit durch 
die MEDAS-Psychiaterin Dr. med. K.________ (act. II 115.3/13 ff.) deckt 
sich mit der Einschätzung der behandelnden Psychiaterin vom 26. August 
2019 und 16. Januar 2020, welche von keiner Einschränkung der Arbeits-
fähigkeit ausgeht (act. II 142.82/3 Ziff. 17 und 142/66/3 Ziff. 17). Der – zwar 
umfassende, aber nicht überzeugende – Bericht des Psychiaters der 
D.________ med. prakt. H.________ vom 9. Dezember 2020 (act. II 142.6) 
spricht weder gegen die Zuverlässigkeit der Einschätzung der MEDAS-
Gutachter noch vermag er selber Grundlage der Bestimmung der Arbeits-
fähigkeit zu sein. Denn med. prakt. H.________ stellt im Hinblick auf die 
berufliche Leistungsfähigkeit allein auf das von der Beschwerdeführerin 
gezeigte respektive berichtete Verhalten ab, ohne sich damit auseinander-
zusetzen und ohne eine eigene medizinische Einschätzung vorzunehmen 
(act. II 142.6/33 ff.). 

In der Folge ist aus psychiatrischer Sicht von einer Einschränkung von 
20 % auszugehen (act. II 115.3/14 f.). Es kann aufgrund des Ausgangs des 
Verfahrens (vgl. E. 6 hiernach) offenbleiben, ob diese Einschätzung auch 
aus rechtlicher Sicht zu berücksichtigen ist, weshalb keine Indikatorenprü-
fung (vgl. BGE 141 V 281) notwendig ist.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. März 2022, IV/21/64, Seite 16

3.4 In somatischer Hinsicht erfüllen das MEDAS-Gutachten vom 
26. Juni 2019 (act. II 115.1) respektive die entsprechenden Teilgutachten 
(act. II 115.2 und 115.4) ebenfalls die Voraussetzungen der Rechtspre-
chung an Expertisen (E. 3.2.1 hiervor) und erbringen vollen Beweis (E. 
3.2.2 hiervor). Nicht gegen die Zuverlässigkeit der Einschätzung der Gut-
achter spricht der Bericht des Arztes der D.________ Dr. med. E.________ 
vom 16. Oktober 2020 (act. II 142.17), in welchem er hinsichtlich Arbeits-
fähigkeit auf den Bericht vom 22. November 2017 verweist (act. II 142.17/5 
unten; recte: 5. Dezember 2017 [act. II 58.3/6]) und worin eine Restarbeits-
fähigkeit von 60 % in einer leidensangepassten Tätigkeit angenommen wird 
(act. II 58.3/6). Denn die orthopädische Gutachterin erachtet den Gebrauch 
der Unterarmgehstützen als medizinisch nicht notwendig (act. II 115.2/11), 
wobei sie das Knie als folgenlos abgeheilt erachtete (act. II 115.2/10 oben), 
während der Arzt der D.________ eine Knieprothese allein wegen der 
Schmerzen als notwendige Therapieoption erachtete (act. II 142.17/4 un-
ten) und die Unterarmgehstützen bis zu dieser Operation als notwendig 
ansah (act. II 142.17/5), was in Anbetracht des Gutachtens nicht zu über-
zeugen vermag. Immerhin ergibt sich aus dem Bericht des Arztes der 
D.________ Dr. med. E.________ vom 16. Oktober 2020, dass sich der 
Befund seit 2019 nicht verändert hat (act. II 142.17/4 unten), so dass von 
einem aktuellen Zustand auszugehen ist (vgl. Replik, S. 4). Die Vorbringen 
der Hausärztin Dr. med. I.________ im Bericht vom 11. Mai 2020 (act. II 
132/3) werden durch den Bericht des RAD vom 13. Juli 2020 überzeugend 
widerlegt (act. II 136/3), so dass die Expertise – entgegen der Auffassung 
in der Beschwerde, S. 4 f. Art. 5 – auch in dieser Hinsicht umfassend ist. 
Damit ist somatisch eine vollständige Arbeitsfähigkeit in einer leidensange-
passten Tätigkeit erstellt (act. II 115.2/15 f. respektive act. II 115.4/12 f.). 

3.5 Auch hinsichtlich Gesundheitsverlauf ist auf die überzeugende Ein-
schätzung der MEDAS-Gutachter abzustellen, wonach bis Anfang Mai 
2016 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit und ab dieser Zeit eine vollstän-
dige respektive 80%ige Arbeitsfähigkeit in einer Verweisungstätigkeit be-
steht (act. II 115.1/15 f.). Die operativen Eingriffe führten jeweils zu einer 
vorübergehenden 100 %igen Arbeitsunfähigkeit: Gestützt auf das MEDAS-
Gutachten steht fest, dass die postoperativen Nachbehandlungen nach der 
arthroskopischen Rotatorenmanschetten-Rekonstruktion am 1. Dezember 

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2016 drei Monate und nach der Dekompression des Nervus medianus im 
Karpaltunnel links am 10. September 2018 und der Osteosynthesemateri-
alentfernung am distalen Femur links am 6. Februar 2019 vier Wochen 
dauerten (act. II 115.1/14). Die nach Mai 2016 stattgefundenen Operatio-
nen haben somit zu keiner mehr als dreimonatigen Einschränkung geführt.

Die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit per Mai 2016 stellt einen Revisions-
grund dar. Ob die Reduktion der Leistungsfähigkeit von 20 % zu berück-
sichtigen ist oder nicht, kann offenbleiben (vgl. E. 3.3 hiervor).

4.

4.1 Sowohl im Rahmen einer erstmaligen Prüfung des Rentenan-
spruchs als auch anlässlich einer Rentenrevision stellt sich unter dem Ge-
sichtspunkt von Art. 8 ATSG die Frage nach der anwendbaren Invaliditäts-
bemessungsmethode (Art. 16 ATSG sowie aArt. 28a Abs. 2 und 3 IVG in 
der bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Fassung; vgl. E. 2.3 hiervor).

4.2 Es ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin die In-
validitätsbemessung aufgrund eines gemischten Status festgesetzt hat (act. 
II 140/6 f.). Es ist ebenfalls korrekt, dass die Beschwerdegegnerin bis Ende 
Juli 2017 von einem Anteil Erwerb von 50 % und Haushalt von 50 % aus-
ging. Überwiegend wahrscheinlich ist auch, dass die Beschwerdeführerin 
ab August 2017 das Pensum aufgestockt hätte und deshalb von einem 
Anteil Erwerb von 70 % und Haushalt von 30 % auszugehen ist (act. II 
126/5 Ziff. 3.4, 126/6 Ziff. 4 und 5); dabei ist die Änderung des Status ein 
Revisionsgrund (vgl. E. 2.4.2 hiervor).

5.

5.1 Der frühest mögliche Rentenbeginn (vgl. Art. 29 Abs. 1 IVG) wäre 
unter Berücksichtigung der Anmeldung im März 2015 (act. II 3/8) der 
1. September 2015. Da die Beschwerdeführerin jedoch am 1. Dezember 
2014 einen Unfall erlitten hatte (act. II 1/4), war das Wartejahr erst am 
1. Dezember 2015 erfüllt (Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG), weshalb die (erste) In-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. März 2022, IV/21/64, Seite 18

validitätsbemessung auf diesen Zeitpunkt zu erfolgen hat. Aufgrund der 
Verbesserung der Arbeitsfähigkeit (E. 3.5 hiervor) ist zudem per Mai 2016 
ein Revisionsgrund gegeben. Ein weiterer Revisionsgrund besteht aufgrund 
des Statuswechsels ab August 2017 (E. 4.2 hiervor). Ferner erfolgt ab Ja-
nuar 2018 eine neue Invaliditätsbemessung bei Teilerwerbstätigen (vgl. 
E. 2.3.2 hiervor).

5.2 Den ärztlichen Schätzungen der Arbeitsfähigkeit kommt kein gene-
reller Vorrang gegenüber den Abklärungen der Invalidenversicherung im 
Haushalt zu. So wenig wie bei der Bemessungsmethode des Einkommens-
vergleichs nach Art. 16 ATSG kann beim Betätigungsvergleich nach 
aArt. 28a Abs. 2 IVG (in der bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Fas-
sung) auf eine medizinisch-theoretische Schätzung der Invalidität abgestellt 
werden. Massgebend ist die Unmöglichkeit, sich im bisherigen Aufgaben-
bereich zu betätigen, was unter Berücksichtigung der konkreten Verhältnis-
se im Einzelfall festzustellen ist. Die von der Invalidenversicherung einge-
holten Abklärungsberichte im Haushalt stellen eine geeignete und im Re-
gelfall genügende Grundlage für die Invaliditätsbemessung dar. Nach der 
Rechtsprechung bedarf es des Beizuges eines Arztes, der sich zu den ein-
zelnen Positionen der Haushaltführung unter dem Gesichtswinkel der Zu-
mutbarkeit zu äussern hat, nur in Ausnahmefällen, insbesondere bei un-
glaubwürdigen Angaben der versicherten Person, die im Widerspruch zu 
den ärztlichen Befunden stehen (SVR 2005 IV Nr. 21 S. 84 E. 5.1.1).

Vor der Begutachtung durch die MEDAS (act. II 115.1) erfolgte eine Ab-
klärung im Haushalt (act. II 69). Auf den Abklärungsbericht Haus-
halt/Erwerb vom 4. Juni 2018 und die damals angenommene Einschrän-
kung im Aufgabenbereich von 50.5 % (act. II 69/10) kann jedoch nicht ab-
gestellt werden, erfolgte doch die Einschätzung der Abklärungsfachperson 
nicht auf einer genügenden Kenntnis der medizinischen Umstände, wes-
halb sie nicht zu überzeugen vermag. Entgegen der Meinung der Be-
schwerdeführerin (Beschwerde S. 6) liegt beim Abklärungsbericht vom 14. 
Februar 2020 damit kein Widerspruch zur früheren Erhebung im Haushalt 
vor. Dem Einwand der Beschwerdeführerin, Haushaltsarbeiten würden 
vorwiegend stehend verrichtet, kann nicht gefolgt werden. Anders als die 
Beschwerdeführerin annimmt (Beschwerde S. 6), sind Haushaltsarbeiten 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. März 2022, IV/21/64, Seite 19

per se wechselbelastend und können zeitlich aufgeteilt werden. Bezüglich 
des Tragens von schweren Lasten und körperlich anstrengender Reini-
gungsarbeiten ist auch die Schadenminderungspflicht der Familienangehö-
rigen zu berücksichtigen, denn nach der Rechtsprechung geht die im Rah-
men der Invaliditätsbemessung bei einer im Haushalt tätigen Person zu 
berücksichtigende Mithilfe von Familienangehörigen in der Regel weiter als 
die ohne Gesundheitsschädigung üblicherweise zu erwartende Unterstüt-
zung (vgl. BGE 133 V 504 E. 4.2 S. 509). Mit Blick auf das MEDAS-
Gutachten vom 26. Juni 2019, worin sich die Gutachter in den Zusatzfragen 
auch zu den Einschränkungen aus medizinischer Sicht zu den Haushalts-
arbeiten äusserten (act. II 151.1/15) und dazu festhielten, es bestünden 
keine Einschränkungen, und worauf sich die Abklärungsperson stützte (act. 
II 126/12 Ziff. 8.2), ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin 
ab Mai 2016 von keiner Einschränkung mehr ausging und auf eine neue 
Erhebung im Haushalt verzichtete. Unter Berücksichtigung der medizini-
schen Situation (vgl. act. II 115.1/14) ist ebenfalls nicht zu beanstanden, 
dass die Beschwerdegegnerin demgegenüber bis Ende April 2016 eine 
Einschränkung im Haushalt von 70 % angenommen hat (act. II 126/12 
Ziff. 8.1). 

6.

6.1 Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt 
des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei 
Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erhe-
ben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen 
bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 143 V 295 E. 4.1.3 
S. 300, 129 V 222).

6.2

6.2.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-

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Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. März 2022, IV/21/64, Seite 20

passten Verdienst angeknüpft. Die Ermittlung des Valideneinkommens hat 
so konkret wie möglich zu erfolgen (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110, 134 V 
322 E. 4.1 S. 325; SVR 2021 UV Nr. 26 S. 125 E. 6.1).

6.2.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296). Hat die versicherte 
Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine 
ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, so können 
nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für 
Statistik (BFS) herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herange-
zogen werden (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 297; SVR 2021 Nr. 51 S. 168 
E. 3.2).

6.3 Eine erste Invaliditätsbemessung erfolgt auf das Jahr 2015 hin 
(E. 5.1 hiervor): 

6.3.1 Bezüglich des Valideneinkommens ist ohne weiteres davon auszu-
gehen, dass die Beschwerdeführerin ohne den Unfall vom 1. Dezember 
2014 (act. II 1.4) immer noch am angestammten Arbeitsplatz im 
L.________ tätig wäre. Gestützt auf den Fragebogen Arbeitgebende ist das 
Valideneinkommen auf den damals erzielten Lohn von Fr. 1'936.-- monat-
lich für ein Pensum von 50 % (act. II 5/3 Ziff. 2.9 f.) festzusetzen, was jähr-
lich Fr. 25'168.-- ergibt (vgl. act. II 126/ 8 ff.).

6.3.2 Beim Invalideneinkommen ist zu berücksichtigen, dass die Be-
schwerdeführerin bis Anfang Mai 2016 zu 100 % arbeitsunfähig war (E. 3.5 
hiervor), weshalb kein zumutbares Erwerbseinkommen vorliegt.

6.3.3 Beim Einkommensvergleich resultiert ein Invaliditätsgrad von 
100 %.

6.3.4 Bei einem Status im Haushalt von 50 % und einer Einschränkung im 
Haushalt von 70 % (E. 5.2 hiervor), gewichtet von 35 %, sowie einem Sta-
tus im Erwerb von 50 % und einem Invaliditätsgrad im Erwerb von 100 % 
(E. 6.3.3 hiervor), gewichtet von 50 %, resultiert ein Gesamtinvaliditätsgrad 
von 85 %.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. März 2022, IV/21/64, Seite 21

6.4 Eine weitere Invaliditätsbemessung erfolgt für die Zeit ab Mai 2016 
(Verbesserung der Arbeitsfähigkeit; E. 5.1 hiervor).

6.4.1 Das Valideneinkommen von Fr. 25'168.-- (E. 6.3.1 hiervor) ist auf 
das Jahr 2016 zu indexieren (Tabelle des BFS, Nominallohnindex, Frauen 
2011-2020, Ziff. 90-96 Kunst, Unterhaltung und Erholung, sonstige Dienst-
leistungen, 2015: 105.4; 2016: 106.7), was Fr. 25'478.40 (Fr. 25'168.-- / 
105.4 x 106.7) ergibt.

6.4.2 Da die Beschwerdeführerin keine angepasste Tätigkeit ausübt, ist 
nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin das Invalidenein-
kommen anhand der LSE 2016, Tabelle TA1, Monatlicher Bruttolohn (Zen-
tralwert) nach Wirtschaftszweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht, pri-
vater Sektor, Frauen, Total, 2016, Kompetenzniveau 1, von Fr. 4'363.-- 
festlegte (act. II 126/9). Angepasst an die betriebsübliche wöchentliche 
Arbeitszeit (Total, 2016, 41.7 Stunden pro Woche), aufgerechnet auf ein 
Jahr, wobei unter Berücksichtigung der Arbeitsfähigkeit von mindestens 
80 % (vgl. E. 3.5 hiervor) das Arbeitspensum bei einem Status im Erwerb 
von 50 % vollständig ausgeübt werden kann, resultiert ein hypothetisches 
Invalideneinkommen von mindestens Fr. 27'290.55 (Fr. 4'363.-- / 40 x 41.7 
x 12 x 0.5).

6.4.3 Der Einkommensvergleich ergibt bei einem Valideneinkommen von 
Fr. 25'478.40 und einem Invalideneinkommen von Fr. 27'290.55 keine Ein-
busse.

6.4.4 Da ab Mai 2016 keine Einschränkung im Haushalt vorliegt (E. 5.2 
hiervor) und auch keine Einbusse im Erwerb besteht (E. 6.4.3 hiervor), be-
trägt der Gesamtinvaliditätsgrad 0 %.

6.5 Nach der Statusänderung (Erwerb von 70 % [E. 4.2 hiervor]) erfolgt 
ab 1. August 2017 ein weiterer Einkommensvergleich:

6.5.1 Das Einkommen von Fr. 25'168.-- (E. 6.3.1 hiervor) bei einem Pen-
sum von 50 % ist auf 70 % aufzurechnen und auf das Jahr 2017 (Tabelle 
des BFS, Nominallohnindex, Frauen 2011-2020, Ziff. 90-96 Kunst, Unter-
haltung und Erholung, sonstige Dienstleistungen, 2015: 105.4; 2017: 106.8) 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. März 2022, IV/21/64, Seite 22

zu indexieren, was ein Valideneinkommen von Fr. 35'703.20 (Fr. 25'168.-- / 
50 x 70 / 105.4 x 106.8) ergibt.

6.5.2 Beim hypothetischen Invalideneinkommen ist auf die LSE 2016, 
Tabelle TA1, Monatlicher Bruttolohn (Zentralwert) nach Wirtschaftszwei-
gen, Kompetenzniveau und Geschlecht, privater Sektor, Frauen, Total, 
2016, Kompetenzniveau 1, von Fr. 4'363.--, abzustellen. Angepasst an die 
betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit (Total, 2016, 41.7 Stunden pro 
Woche), aufgerechnet auf ein Jahr, indexiert auf das Jahr 2017 (Tabelle 
des BFS, Nominallohnindex, Frauen 2011-2020, Total, 2016: 105.0; 2017: 
105.4), wobei das Arbeitspensum (E. 3.5 hiervor) bei einem Status von 
70 % vollständig ausgeübt werden kann, resultiert ein hypothetisches Inva-
lideneinkommen von Fr. 38'352.35 (Fr. 4'363.-- / 40 x 41.7 x 12 / 105.0 x 
105.4 x 0.7).

6.5.3 Der Einkommensvergleich ergibt bei einem Valideneinkommen von 
Fr. 35'703.20 und einem Invalideneinkommen von Fr. 38'352.35 keine Ein-
busse und damit einen Invaliditätsgrad von 0 %.

6.5.4 Da ab Mai 2016 keine Einschränkung im Haushalt vorliegt (E. 5.2 
hiervor) und auch keine Einbusse im Erwerb besteht (E. 6.5.3 hiervor), ist 
der Gesamtinvaliditätsgrad 0 %.

6.6 Schliesslich wird der Invaliditätsgrad von Teilerwerbstätigen seit 
1. Januar 2018 auf einer Vollerwerbstätigkeit berechnet (vgl. E. 2.3.3 hier-
vor), weshalb ein weiterer Einkommensvergleich zu erfolgen hat (vgl. Abs. 
1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung der IVV vom 1. Dezember 
2017).

6.6.1 Bezüglich des Valideneinkommens ist das Einkommen von 
Fr. 25'168.-- (E. 6.3.1 hiervor) bei einem Pensum von 50 % auf 100 % auf-
zurechnen und auf das Jahr 2018 (Tabelle des BFS, Nominallohnindex, 
Frauen 2011-2020, Ziff. 90-96 Kunst, Unterhaltung und Erholung, sonstige 
Dienstleistungen, 2015: 105.4; 2018: 107.6) zu indexieren, was 
Fr. 51'386.65 (Fr. 25'168.-- / 50 x 100 / 105.4 x 107.6) ergibt.

6.6.2 Beim hypothetischen Invalideneinkommen ist auf die LSE 2016, 
Tabelle TA1, Monatlicher Bruttolohn (Zentralwert) nach Wirtschaftszwei-

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gen, Kompetenzniveau und Geschlecht, privater Sektor, Frauen, Total, 
2016, Kompetenzniveau 1, von Fr. 4'363.--, abzustellen. Angepasst an die 
betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit (Total, 2016, 41.7 Stunden pro 
Woche), aufgerechnet auf ein Jahr, indexiert auf das Jahr 2018 (Tabelle 
des BFS, Nominallohnindex, Frauen 2011-2020, Total, 2016: 105.0; 2018: 
105.9) sowie unter Berücksichtigung der Arbeitsfähigkeit von 80 % resul-
tiert ein hypothetisches Invalideneinkommen von Fr. 44'039.15 (Fr. 4'363.-- 
/ 40 x 41.7 x 12 / 105.0 x 105.9 x 0.8).

6.6.3 Der Einkommensvergleich ergibt bei einem Valideneinkommen von 
Fr. 51'386.65 und einem Invalideneinkommen von Fr.  44'039.15 eine Ein-
busse von Fr. 7'347.50 und damit einen Invaliditätsgrad von 14.29 % 
(Fr. 7'347.50 / Fr. 51'386.65 x 100), bei einem Status im Erwerb von 70 % 
gewichtet von 10 %.

6.6.4 Bei einem Invaliditätsgrad von 0 % im Haushalt (vgl. E. 5.2 hiervor) 
und einem gewichteten Invaliditätsgrad von 10 % im Erwerb resultiert ein 
Gesamtinvaliditätsgrad von 10 %.

6.7 Nach dem Dargelegten hat die Beschwerdeführerin vom 1. Dezem-
ber 2015 bis 31. August 2016 (Art. 88a Abs. 1 IVV) Anspruch auf eine gan-
ze Invalidenrente.

7.

7.1 Gemäss ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichts ist bei Per-
sonen, deren Rente revisions- oder wiedererwägungsweise herabgesetzt 
oder aufgehoben werden soll und die während mindestens fünfzehn Jahren 
eine Rente bezogen oder das 55. Altersjahr zurückgelegt haben, trotz me-
dizinisch (wieder) ausgewiesener Leistungsfähigkeit vorderhand weiterhin 
eine Rente auszurichten, bis mit Hilfe medizinisch-rehabilitativer und/oder 
beruflich-erwerblicher Massnahmen das theoretische Leistungspotential 
ausgeschöpft werden kann, weil in jedem Einzelfall feststehen muss, dass 
die (wiedergewonnene) Erwerbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeits-
markt (erneut) verwertbar ist (vgl. BGE 145 V 209 E. 5.1 S. 211, 141 V 5 
E. 4.1 S. 7; SVR 2019 IV Nr. 38 S. 121 E. 5.2, 2016 IV Nr. 27 S. 81 E. 5.1, 

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2011 IV Nr. 30 S. 88 E. 4.2.1 und 4.2.2, Nr. 73 S. 222 E. 3.3). Für die Er-
mittlung, ob der Eckwert des 55. Altersjahres oder des 15-jährigen Renten-
bezugs vorliegt, ist auf den Zeitpunkt der rentenaufhebenden Verfügung 
resp. auf den darin verfügten Zeitpunkt der Rentenaufhebung abzustellen 
(BGE 141 V 5 E. 4.2.1 S. 7).

7.2 Da die Beschwerdeführerin weder 55 Jahre alt ist (Jg. 1976 [act. II 
3/1]) noch über 15 Jahre Rentenbezügerin war, besteht kein Anspruch auf 
berufliche Eingliederungsmassnahmen vor Renteneinstellung.

8.

8.1 Am Ergebnis ändert nichts, dass die D.________ von einer Er-
werbsunfähigkeit von 100 % ausgeht und eine entsprechende UV-Rente 
ausrichtet sowie einen Integritätsschaden von 18.75 % (Verfügung vom 18. 
Februar 2021 [act. II 146/2 ff.]) respektive gesamthaft von 68.75 % (vgl. act. 
II 142.7/2, 146/4) annimmt. Einerseits besteht keine Bindungswirkung der 
Invalidenversicherung an die Entscheide der Unfallversicherung (BGE 133 
V 549 E. 6.4 S. 555), andererseits stellt die D.________ auf den Bericht 
des Psychiaters der D.________ med. prakt. H.________ ab (act. II 146/3), 
welcher wie dargelegt nicht überzeugt (vgl. E. 3.3 hiervor), abgesehen da-
von, dass die D.________ die Frage der adäquaten Kausalität in psychia-
trischer Hinsicht nicht geprüft hat (was jedoch für die finale Invalidenversi-
cherung nicht massgebend ist). Schliesslich kann aus der Höhe der Inte-
gritätsentschädigung nicht auf den Grad der Invalidität geschlossen wer-
den, da Erstere keinen Bezug zur Arbeits- und Erwerbsfähigkeit aufweist.

8.2 Damit erweist sich die angefochtene Verfügung vom 7. Dezember 
2020, mit welcher der Beschwerdeführerin befristet vom 1. Dezember 2015 
bis 31. August 2016 eine ganze Rente zugesprochen wurde (act. II 140), 
als rechtens und die Beschwerde ist abzuweisen.

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9.

9.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, werden entspre-
chend dem Ausgang des Verfahrens der Beschwerdeführerin zur Bezah-
lung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe ent-
nommen.

9.2 Es ist keine Parteientschädigung zuzusprechen (Art. 1 Abs. 1 IVG 
i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG [Umkehrschluss]).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt Dr. iur. B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

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Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.