# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 016f710c-05f8-5708-995b-c70e190528fb
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-11-18
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 18.11.2025 E-8645/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-8645-2025_2025-11-18.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-8645/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 8 .  N o v e m b e r  2 0 2 5    

Besetzung 
 Einzelrichterin Gabriela Freihofer, 

mit Zustimmung von Richterin Barbara Balmelli;   

Gerichtsschreiberin Irina Schulthess. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

(Beschwerdeführerin), 

B._______, geboren am (…), 

(Beschwerdeführer 1), 

sowie deren Sohn 

C._______, geboren am (…), 

(Beschwerdeführer 2), 

alle Afghanistan,   

alle vertreten durch Lea Hungerbühler, Rechtsanwältin,  

substituiert durch MLaw Michael Meyer,  

Beschwerdeführende,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung  

(sicherer Drittstaat - Art. 31a Abs. 1 Bst. a und e AsylG);  

Verfügung des SEM vom 3. November 2025. 

 

E-8645/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die damals schwangere Beschwerdeführerin und der Beschwerdeführer 1 

(nachfolgend: Beschwerdeführende) suchten am 13. Februar 2025 in der 

Schweiz um Asyl nach.  

Ein Abgleich ihrer Fingerabdrücke mit der europäischen Fingerabdruck-

Datenbank (Eurodac) ergab, dass die Beschwerdeführenden am 15. No-

vember 2024 in Griechenland um Asyl nachgesucht hatten und ihnen am 

30. Dezember 2024 internationaler Schutz gewährt wurde.   

B.  

Am 25. Februar 2025 ersuchte das SEM die griechischen Behörden um 

Rückübernahme der Beschwerdeführenden gestützt auf die Richtlinie 

2008/115/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. De-

zember 2008 über gemeinsame Normen und Verfahren in den Mitglied-

staaten zur Rückführung illegal aufhältiger Drittstaatsangehöriger (EU-

Rückführungsrichtlinie) sowie das bilaterale Abkommen vom 28. August 

2006 zwischen dem Schweizerischen Bundesrat und der Regierung der 

Hellenischen Republik über die Rückübernahme von Personen mit irregu-

lärem Aufenthalt (SR 0.142.113.729). Diese stimmten dem Ersuchen am 

17. März 2025 (betreffend den Beschwerdeführer 1) sowie am 18. März 

2025 (betreffend die Beschwerdeführerin) zu. Gleichzeitig bestätigen sie 

sowohl für die Beschwerdeführerin als auch für den Beschwerdeführer 1 

den Flüchtlingsstatus und die Gültigkeit von deren Aufenthaltsbewilligun-

gen (jeweils bis zum […] Dezember 2027). 

C.  

Am 28. Februar 2025 wurde sowohl mit der Beschwerdeführerin als auch 

mit dem Beschwerdeführer 1 – je separat – ein Gespräch zur Rückführung 

in einen sicheren Drittstaat durchgeführt und ihnen das rechtliche Gehör 

zum beabsichtigten Nichteintretensentscheid gemäss Art. 31a Abs. 1 

Bst. a AsylG (SR 142.31) und der damit verbundenen Wegweisung nach 

Griechenland gewährt.  

Im Wesentlichen wurde dabei geltend gemacht, die Beschwerdeführenden 

seien am (…) November 2024 illegal nach Griechenland eingereist, wo sie 

am 15. November 2024 um Asyl nachgesucht hätten, was am 30. Dezem-

ber 2024 gewährt worden sei. Im Camp hätten sie über einen Dolmetscher 

nach staatlicher Unterstützung gefragt. Es sei ihnen jedoch gesagt worden, 

dass es keine gebe. Nach Erhalt des Schutzstatus hätten sie das Camp 

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sofort verlassen müssen und keine Unterkunft gehabt. Sie seien dann für 

einige Stunden in einer Parkanlage geblieben. Der Beschwerdeführer 1 

gab zudem an, er habe für den Abend Flugtickets nach D._______ organi-

siert. Dort hätten sie ein Zimmer für zwei Wochen in einem Gasthaus ge-

mietet, was pro Nacht EUR 60.– bis 70.– gekostet habe. Sie hätten – nach 

Verlassen des Camps und Erhalt der Schutzstatus – nicht erneut nach Un-

terstützung gefragt, da sie sich nicht hätten verständigen können und sich 

dort auch nicht so gut ausgekannt hätten. Der Vater des Beschwerdefüh-

rers 1 habe sie finanziell unterstützt (für die Reise von Afghanistan nach 

Griechenland habe dieser wohl etwa USD 4'000.– bis 5'000.– bezahlt). Ge-

arbeitet hätten sie nach Erhalt des Schutzstatus nicht. Der Beschwerde-

führer 1 führte diesbezüglich zudem an, sich um Arbeit bemüht zu haben, 

indem er sich bei Landsleuten nach Arbeit erkundigt habe. «Alle» seien 

aber der Meinung gewesen, dass es ohne Sprachkenntnisse sehr schwie-

rig sei. Nach den zwei Wochen Aufenthalt in D._______ hätten sie Grie-

chenland mit dem Flugzeug nach E._______ verlassen, von wo aus sie mit 

dem Zug in die Schweiz gereist seien (Diese Reise habe der Beschwerde-

führer 1 selbst finanziert; sie habe etwa EUR 250.– gekostet). Bis nach 

E._______ hätten sie die griechischen Dokumente (Aufenthaltstitel und 

Reisedokumente) gehabt, diese dann jedoch vernichtet (respektive weg-

geworfen), um nicht «deportiert» werden zu können (da ihnen das so ge-

raten worden sei). 

Die Umstände in Griechenland seien überhaupt nicht gut gewesen und sie 

hätten keine staatliche Unterstützung erhalten. Aufgrund der Schwanger-

schaft der Beschwerdeführerin hätten sie mehrmals nach einer ärztlichen 

Kontrolle gefragt, woraufhin sie vom Camp zu Privatkliniken geschickt wor-

den seien, welche jedoch für ihre finanziellen Verhältnisse zu teuer gewe-

sen seien. Sodann hätten sie keine Schmerzmittel erhalten. In D._______ 

hätten sie sich nicht nochmals um medizinische Hilfe bemüht. Die Be-

schwerdeführerin gab ergänzend an, in Griechenland herrsche Arbeitslo-

sigkeit und es gebe keine Zukunftsperspektive. Bei einer Rückkehr würde 

es viele Probleme und Schwierigkeiten geben respektive würden sie kein 

gutes Leben haben. 

Zum medizinischen Sachverhalt gab die Beschwerdeführerin an, sie habe 

an der (…) Seite des Bauchs Schmerzen. Darüber hinaus habe sie (…)- 

und (…)beschwerden, weshalb sie in der Nacht nicht gut schlafen könne. 

Seit vier oder fünf Jahren habe sie (…). Ihr Eisenmangel sei behandelt 

worden. Psychisch sei sie sehr gestresst und habe vor allem in der Nacht 

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viele Gedanken und Albträume, welche am meisten mit der Angst zusam-

menhingen, aus der Schweiz ausgeschafft zu werden.  

Der Beschwerdeführer 1 gab zum medizinischen Sachverhalt an, auf der 

Reise von Afghanistan in den F._______ einen Autounfall erlitten zu haben. 

Dabei habe er sich den Kopf angeschlagen und sei an der Stirn verletzt 

worden. Weil er sich im F._______ illegal aufgehalten habe, habe er sich 

nicht untersuchen lassen können. Er wisse nicht, ob er seit diesem Unfall 

an etwas leide. Manchmal habe er an der rechten Schläfe Schmerzen. Die 

Stelle an der Stirn sei sodann entzündet. Ansonsten habe er weder körper-

lich noch psychisch weitere Beschwerden; er sei einfach etwas gestresst. 

D.  

Der Sohn der Beschwerdeführenden wurde am (…) geboren.   

E.  

Mit E-Mail vom 17. Juni 2025 informierte das SEM die griechischen Behör-

den über die Geburt des Sohnes der Beschwerdeführenden und ersuchte 

um Einschluss ebendieses in die Rückübernahmezusicherung. Am 

26. Juni 2025 stimmte Griechenland dem Ersuchen aufgrund der Einheit 

der Familie zu.  

F.  

Mit Schreiben vom 4. September 2025 gewährte das SEM den Beschwer-

deführenden das rechtliche Gehör – betreffend ihren Sohn – zur Wegwei-

sung und dem Nichteintretensentscheid gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. e 

AsylG sowie zu allfälligen medizinischen Beeinträchtigungen. 

Die Beschwerdeführenden reichten am 10. September 2025 ihre schriftli-

che Stellungnahme ein, worin sie unter anderem ausführten, ihr Sohn sei 

zweimal beim Kinderarzt gewesen und es seien für ihn weitere Termine 

vereinbart. Sodann leide die Beschwerdeführerin unter Depressionen, 

weine viel und mache sich Sorgen um die Zukunft, insbesondere das Baby. 

Zudem habe sie seit (…) Schmerzen im (…) Bein. Der Beschwerdeführer 

1 werde ferner am 11. September 2025 im Spital G._______ am Kopf ope-

riert. Es handle sich um eine geschwollene Stelle an der Stirn. Nach einem 

Unfall im F._______ habe er diese Verletzung weder im F._______ noch in 

Griechenland behandeln lassen können. 

G.  

Während des laufenden vorinstanzlichen Verfahrens klärte das SEM den 

medizinischen Sachverhalt mehrfach (jeweils am 21. März, 23. April, 

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23. Mai und 4. September 2025) beim Gesundheitsdienst des BAZ 

H._______ ab. 

H.  

Mit Eingabe vom 3. November 2025 nahmen die Beschwerdeführenden 

Stellung zum Entscheidentwurf des SEM vom 30. Oktober 2025. 

I.  

Am 3. November 2025 klärte das SEM den medizinischen Sachverhalt der 

Beschwerdeführenden telefonisch mit dem Sozialamt des Zuweisungskan-

tons ab, wonach der Sohn pädiatrisch angebunden sei und die in der 

Schweiz üblichen Kinderarzttermine (wie bspw. Impfungen) erfolgten/erfol-

gen würden. Die Beschwerdeführerin habe erstmals von Rücken- und 

Beinschmerzen, Schlafschwierigkeiten und Sensibilitätsstörungen im Arm 

bei nächtlichem Aufwachen berichtet. Eine ärztliche Konsultation sowie 

eine Geburtsnachkontrolle würden aufgegleist. Der Beschwerdeführer 1 

sei am «I._______» angebunden und der vormals für den (…) September 

2025 geplante chirurgische Eingriff sei auf den (…) November 2025 ver-

schoben worden. Weitere Beschwerden der Familienangehörigen seien 

nicht bekannt. 

J.  

Während des laufenden vorinstanzlichen Verfahrens wurden betreffend die 

Beschwerdeführenden diverse Arztberichte zu den Akten gereicht.  

K.  

Mit Verfügung vom 3. November 2025 – tags darauf eröffnet – trat das SEM 

in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG respektive von Art. 31a 

Abs. 1 Bst. e AsylG auf die Asylgesuche der Beschwerdeführenden nicht 

ein, ordnete deren Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug an und 

händigte die editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis aus. 

L.  

Mit Eingabe vom 11. November 2025 liessen die Beschwerdeführenden 

beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde gegen diese Verfügung er-

heben und beantragten, die angefochtene Verfügung sei vollumfänglich 

aufzuheben und die Vorinstanz anzuweisen, auf ihr Asylgesuch einzutre-

ten. Eventualiter sei ihnen die vorläufige Aufnahme zu gewähren. Sube-

ventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzu-

weisen. Subsubeventualiter seien spezifische Garantien von den 

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Seite 6 

griechischen Behörden einzuholen, um eine angebrachte Unterbringung 

und medizinische Versorgung bei einer Rückkehr sicherzustellen.  

In verfahrensrechtlicher Hinsicht seien sie zu einer mündlichen Anhörung 

vorzuladen (gemäss Art. 3 i.V.m. Art. 13 EMRK). Weiter wurde um Gewäh-

rung der unentgeltlichen Prozessführung inklusive Verzicht auf die Erhe-

bung eines Kostenvorschusses und Beiordnung des Unterzeichnenden als 

amtlicher Rechtsbeistand ersucht. Ferner sei der Beschwerde die auf-

schiebende Wirkung zu gewähren und der Vollzug der Wegweisung super-

provisorisch auszusetzen.  

Der Beschwerde wurde – neben dem angefochtenen Entscheid und den 

Vollmachten vom 5. November 2025 – die folgenden Unterlagen beigelegt: 

ein «Foto des Beschwerdeführers in einer Parkanlage in Griechenland», 

eine «Korrespondenz der Beschwerdeführenden mit einem privaten Arzt 

vom (…) Januar 2025» (Anmerkung des Gerichts: befindet sich bereits in 

den vorinstanzlichen Akten [ID-002]) sowie ein «Schreiben von 14 griechi-

schen Nichtregierungsorganisationen vom 08. Juli 2025».  

M.  

Die vorinstanzlichen Akten lagen dem Bundesverwaltungsgericht am 

12. November 2025 in elektronischer Form vor (vgl. Art. 109 Abs. 3 AsylG). 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurtei-

lung von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig 

und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls – in der Regel und auch vorlie-

gend – endgültig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Die Beschwerdeführenden sind als Verfügungsadressaten zur Be-

schwerdeführung legitimiert (Art. 48 VwVG). Auf die frist- und formgerecht 

eingereichte Beschwerde ist einzutreten (Art. 105 und Art. 108 Abs. 3 

AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG).  

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Seite 7 

1.4 Auf die in der Beschwerde gestellten prozessualen Anträge, es sei der 

Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu gewähren, zudem sei die Aus-

setzung des Wegweisungsvollzugs superprovisorisch zu verfügen, wird 

nicht eingetreten, da der vorliegenden Beschwerde von Gesetzes wegen 

aufschiebende Wirkung zukommt (vgl. Art. 55 Abs. 1 VwVG) und die Vor-

instanz diese vorliegend nicht entzogen hat.  

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

3.1 Bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das 

SEM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen 

(Art. 31a Abs. 1–3 AsylG), ist die Beurteilungskompetenz der Beschwer-

deinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt, ob die Vorinstanz zu 

Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 3.1; 

2012/4 E. 2.2, je m.w.H.).  

3.2 Hinsichtlich der Frage der Wegweisung und des Wegweisungsvollzugs 

hat die Vorinstanz eine materielle Prüfung vorgenommen, weshalb das 

Bundesverwaltungsgericht diese Punkte insoweit ohne Einschränkung 

prüft. 

4.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-

hend aufgezeigt wird, handelt es sich um ein solches Rechtsmittel, weshalb 

das Urteil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). 

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines 

Schriftenwechsels verzichtet. 

5.  

5.1 Gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG wird auf ein Asylgesuch nicht ein-

getreten, wenn die asylsuchende Person in einen gemäss Art. 6a Abs. 2 

Bst. b AsylG als sicher bezeichneten Drittstaat zurückkehren kann, in wel-

chem sie sich vorher aufgehalten hat. 

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Seite 8 

5.2 Griechenland ist ein EU-Staat und gilt gemäss einem Beschluss des 

Bundesrats vom 14. Dezember 2007 als sicherer Drittstaat im Sinne von 

Art. 6a Abs. 2 Bst. b AsylG; mithin handelt es sich bei Griechenland um 

einen Staat, in dem nach Feststellungen des Bundesrats effektiver Schutz 

vor Rückschiebung im Sinne von Art. 5 Abs. 1 AsylG besteht. 

Den Akten zufolge wurden die Beschwerdeführerin und der Beschwerde-

führer 1 in Griechenland als Flüchtlinge anerkannt und verfügen dort über 

gültige Aufenthaltsbewilligungen. Zudem haben die griechischen Behörden 

sowohl der Rücknahme der Beschwerdeführerin (am 18. März 2025) als 

auch des Beschwerdeführers 1 (am 17. März 2025) ausdrücklich zuge-

stimmt (vgl. SEM-Akten […]-39/1, -40/1), womit die Voraussetzungen für 

einen Nichteintretensentscheid für beide gegeben sind. 

5.3 Der Beschwerdeführer 2 ist in der Schweiz geboren und hat sich zu 

keinem Zeitpunkt in Griechenland aufgehalten, weshalb er nicht in den per-

sönlichen Anwendungsbereich von Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG fällt. In sei-

nem Fall ist aber – wie die Vorinstanz zu Recht feststellte – Art. 31a Abs. 1 

Bst. e AsylG anwendbar. Demzufolge wird auf ein Asylgesuch in der Regel 

nicht eingetreten, wenn Asylsuchende in einen Drittstaat weiterreisen kön-

nen, in dem Personen, zu denen sie enge Beziehungen haben, oder nahe 

Angehörige leben. Art. 31a Abs. 1 Bst. e AsylG findet keine Anwendung, 

wenn Hinweise bestehen, dass im Einzelfall im Drittstaat kein effektiver 

Schutz vor Rückschiebung nach Art. 5 Abs. 1 AsylG bestehe (Art. 31a 

Abs. 2 AsylG). Um einen effizienten Vollzug der Wegweisung sicherzustel-

len, wird überdies vorausgesetzt, dass eine Rückübernahmezusicherung 

des fraglichen, als sicher erachteten Drittstaates vorliegt (vgl. Urteil BVGer 

D-7307/2025 vom 24. Oktober 2025 E. 6 mit Verweis auf Botschaft zur Än-

derung des Asylgesetzes vom 4. September 2002 in BBl 2002 6845, 6850). 

Zwar leben derzeit keine nahen Angehörigen des Beschwerdeführers 2 im 

Drittstaat Griechenland. Dies wäre aber nach einer Rückreise seiner Eltern 

– der Beschwerdeführenden – der Fall, auf deren Asylgesuch gestützt auf 

Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG nicht einzutreten ist und für die der Vollzug der 

Wegweisung – wie nachfolgend dargelegt – als zulässig, zumutbar und 

möglich zu erachten ist. Die griechischen Behörden haben sodann aus-

drücklich zugesichert, dass sie auch den Beschwerdeführer 2, gestützt auf 

den Grundsatz der Einheit der Familie, aufnehmen (vgl. SEM-Akten […]-

39/1, -40/1, -72/4). Daraus ist abzuleiten, dass der Beschwerdeführer 2 in 

den Schutzstatus seiner Eltern einbezogen wird und in Griechenland 

Wohnsitz nehmen kann. Hinweise darauf, dass in Griechenland für den 

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Seite 9 

Beschwerdeführer 2 kein effektiver Schutz vor Rückschiebung besteht, lie-

gen nicht vor.  

5.4 Das SEM ist demnach zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 

Bst. a AsylG respektive Art. 31a Abs. 1 Bst. e AsylG auf die Asylgesuche 

der Beschwerdeführenden nicht eingetreten.  

6.  

6.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

(Art. 44 AsylG). 

6.2 Die Beschwerdeführenden verfügen insbesondere weder über eine 

ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf 

Erteilung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu 

Recht angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

7.  

7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

7.2 Neben einer Wiederholung der Vorbringen im vorinstanzlichen Verfah-

ren und Ausführungen zur allgemeinen Situation für Schutzberechtigte in 

Griechenland machen die Beschwerdeführenden in der Beschwerdeein-

gabe im Wesentlichen geltend, sie seien – trotz mehrfacher Bemühungen 

– nicht in der Lage gewesen, Arbeit zu finden, und seien immer wieder 

aufgrund fehlender Sprachkenntnisse abgelehnt worden. Ihr Ersuchen um 

Unterbringung in einer Aufnahmeeinrichtung in D._______ sei abgelehnt 

worden, weswegen völlig unklar sei, auf welcher Grundlage die Behaup-

tung der Vorinstanz beruhe, sie könnten erneut um ausserordentliche Un-

terbringung in einer Aufnahmeeinrichtung ersuchen. In der Folge seien sie 

zunächst obdachlos und dann nur aufgrund vorübergehender Unterstüt-

zung durch Dritte kurzfristig in der Lage gewesen, sich unter signifikanten 

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Seite 10 

finanziellen Aufwendungen eine temporäre Unterkunft in D._______ zu 

leisten. Auch die tatsächliche Beantragung der Sozialhilfe sei durch prakti-

sche und bürokratische Hürden de facto unzugänglich, da die Ausstellung 

der benötigten Dokumente an hohe Voraussetzungen geknüpft sei. Im Hin-

blick auf die Erteilung der Sozialversicherungsnummer (AMKA) gehe die 

Vorinstanz zudem fälschlicherweise davon aus, dass sie tatsächlich über 

eine solche verfügten und der Zugang zur medizinischen Versorgung somit 

gewährleistet sei. Nebst Umsetzungsproblemen bei der Vergabe der 

AMKA-Nummer erfolge diese jedoch nicht mehr automatisch, sondern 

müsse separat auf Antrag der Betroffenen aktiviert werden. Für den Be-

schwerdeführer 2 könne eine AMKA-Nummer zudem erst nach Erhalt der 

Aufenthaltserlaubnis (für welche mit erheblichen bürokratischen Hürden zu 

rechnen sei) beantragt werden, wodurch mit erheblichen Verzögerungen 

zu rechnen und davon auszugehen sei, dass er für mehrere Monate nach 

der Rückkehr ohne AMKA-Nummer bleibe, mithin ohne Zugang zur öffent-

lichen Gesundheitsversorgung. Die Vorinstanz habe es sowohl unterlas-

sen, die de facto Bedingungen für international Schutzberechtigte in Grie-

chenland als auch die bereits erlebten Hürden zu berücksichtigen. Es sei 

nicht ersichtlich, wie ein längerer Aufenthalt in Griechenland zur Überwin-

dung der systemischen Mängel geführt hätte, zumal die Vorinstanz die kon-

kreten Bemühungen, die der Beschwerdeführer 1 unternommen habe, um 

Unterstützung zu erhalten, nicht berücksichtigt habe. So sei er zum Büro 

des Roten Kreuzes, HELIOS und KEP gegangen, sei aber unter Verweis 

auf einen Kapazitätsmangel wiederholt abgewiesen worden.   

Im Übrigen könne nicht davon ausgegangen werden, dass sie bei einer 

Rückkehr nach Griechenland in der Lage seien, angemessene, nicht tem-

poräre, Unterstützung bei der Deckung ihrer Grundbedürfnisse durch nicht-

staatliche Organisationen zu erhalten (unter Verweis auf ein Schreiben von 

14 Nichtregierungsorganisationen vom 8. Juli 2025). 

Da es sich bei ihnen um eine Familie mit einem (…) Monate alten Kleinkind 

handle, seien sie als besonders schutzbedürftig zu qualifizieren. Beson-

ders schutzbedürftig seien sie darüber hinaus auch aufgrund ihrer zahlrei-

chen psychischen und physischen Probleme. Schliesslich sei die Situation 

– nach dem oben Gesagten – für den Beschwerdeführer 2 nicht mit dem 

Kindeswohl zu vereinbaren, weshalb eine Verletzung von Art. 3 EMRK und 

Art. 3 KRK zu bejahen sei. Im Hinblick auf die Beschwerdeführerin und den 

Beschwerdeführer 1 sei ferner eine Verletzung von Art. 4 der Charta der 

Grundrechte der Europäischen Union (GRC), Art. 3 EMRK und Art. 3 

«CAT» zu bejahen. 

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Seite 11 

7.3 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz (insbesondere Art. 5 Abs. 1 AsylG, Art. 33 Abs. 1 des Abkom-

mens über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30], Art. 25 

Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen 

Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behand-

lung oder Strafe [FoK, SR 0.105] und Art. 3 EMRK) einer Weiterreise der 

Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen 

Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AIG). 

Der Vollzug der Wegweisung nach Griechenland erweist sich in Beachtung 

der völker- und landesrechtlichen Bestimmungen als zulässig. Bei Grie-

chenland handelt es sich um einen sicheren Drittstaat, in welchem die Be-

schwerdeführenden Schutz vor Rückschiebung im Sinn von Art. 5 Abs. 1 

AsylG finden. Das Land ist sodann Signatarstaat der EMRK, der FoK und 

der FK sowie des Zusatzprotokolls der FK vom 31. Januar 1967 (SR 

0.142.301) und kommt seinen diesbezüglichen völkerrechtlichen Verpflich-

tungen grundsätzlich nach. Zwar anerkennt das Bundesverwaltungsge-

richt, dass die Lebensbedingungen in Griechenland für dort anerkannte 

Schutzberechtigte in fast allen Bereichen des täglichen Lebens schwierig 

sind und sich die Alltagsbewältigung beschwerlich gestaltet. Gemäss koor-

dinierter Praxis ist aber nicht von einer Situation auszugehen, in der jeder 

Person mit Schutzstatus eine unangemessene und erniedrigende Behand-

lung im Sinn einer Verletzung von Art. 3 EMRK drohen würde (vgl. Refe-

renzurteil des BVGer E-3427/2021, E-3431/2021 vom 28. März 2022, E. 

11.2). 

Eine zwangsweise Rückweisung von Personen mit gesundheitlichen Prob-

lemen kann zudem nur ganz ausnahmsweise einen Verstoss gegen Art. 3 

EMRK darstellen (vgl. BVGE 2011/9 E. 7; Urteil des Europäischen Ge-

richtshofs für Menschenrechte [EGMR] Paposhvili gegen Belgien vom 

13. Dezember 2016, Grosse Kammer 41738/10, §§ 180–193 m.w.H.). We-

der die in den Arztberichten, telefonischen Abklärungen mit dem BAZ be-

ziehungsweise dem zuständigen Sozialamt noch die in der Beschwerde 

genannten gesundheitlichen Probleme (Beschwerdeführer 1: […], erhöhte 

psychische Belastung [Stress und Erschöpfung]; Beschwerdeführerin: […] 

Bauchschmerzen, […]- und […]beschwerden, […], Eisen- respektive Vita-

min-D-Mangel, und seit der Geburt: Rückenschmerzen, Taubheitsgefühle 

in der […] Hand, Schmerzen im […] Bein, Schlaflosigkeit, deutliche Ver-

schlechterung des psychischen Zustands [v.a. bedingt durch Schlaflosig-

keit, Stress und die zusätzliche Belastung durch das Neugeborene]) ver-

mögen an der Zulässigkeit des Wegweisungsvollzugs etwas zu ändern.  

E-8645/2025 

Seite 12 

Der Vollzug der Wegweisung der Beschwerdeführenden ist zulässig. 

7.4 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

7.5 Gemäss Art. 83 Abs. 5 AIG ist eine Wegweisung in einen EU- oder 

EFTA-Staat vermutungsweise zumutbar. Diese Legalvermutung der Zu-

mutbarkeit des Vollzugs der Wegweisung nach Griechenland gilt grund-

sätzlich auch für vulnerable Personen, wie zum Beispiel Personen, die an 

gesundheitlichen Problemen leiden, welche nicht als schwerwiegende Er-

krankung einzustufen sind (vgl. Referenzurteil E-3427/2021, E-3431/2021 

E. 11.5.1). Familien mit Kindern gelten ebenfalls als vulnerabel; bei ihnen 

erachtet das Bundesverwaltungsgericht den Vollzug der Wegweisung nur 

dann als zumutbar, wenn günstige Voraussetzungen oder Umstände vor-

liegen. In jedem Fall sind im Rahmen der Abwägung sämtliche konkreten 

Umstände des Einzelfalls zu berücksichtigen, darunter Alter, Gesundheits-

zustand, Ausbildung, Fremdsprachenkenntnisse und Berufserfahrung der 

Betroffenen, aber auch ob und inwieweit sie eigene, ihnen zumutbare An-

strengungen unternommen beziehungsweise versucht haben, in Griechen-

land Hilfe in Anspruch zu nehmen. Allein die Tatsache, dass sich die bishe-

rige Integration in Griechenland als schwierig erwiesen hat, lässt den Voll-

zug der Wegweisung noch nicht unzumutbar erscheinen. Entscheidend ist, 

ob die betroffenen Personen bei einer Rückkehr trotz zumutbarer Anstren-

gungen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit in eine existenzielle Notlage 

geraten würden, die sie nicht aus eigener Kraft abwenden könnten (vgl. 

das Referenzurteil E-3427/2021, E-3431/2021 E. 11.5.2, sowie Referenz-

urteil des BVGer D-2590/2025 vom 11. September 2025). Besteht die Le-

galvermutung der Zumutbarkeit, hat die betroffene Person die Möglichkeit, 

diese umzustossen. Dazu hat sie jedoch ernsthafte Anhaltspunkte dafür 

vorzubringen, dass sie in Griechenland aufgrund von individuellen Umstän-

den sozialer, wirtschaftlicher oder gesundheitlicher Art in eine existentielle 

Notlage geraten würde (vgl. Referenzurteil D-2590/2025 E. 8.3). 

7.6 Es gibt keine individuellen Anhaltspunkte sozialer oder wirtschaftlicher 

Natur dafür, die Beschwerdeführenden würden im Fall einer Rückkehr nach 

Griechenland zwangsläufig in eine existenzielle oder medizinische Notlage 

geraten. Als Familie mit einem Neugeborenen und gewissen 

E-8645/2025 

Seite 13 

gesundheitlichen Problemen sind sie zwar als vulnerabel, nicht aber als 

besonders vulnerabel im Sinne des Referenzurteils E-3427/2021, E-

3431/2021 zu erachten. Zwar dürften sie bei einer Rückkehr nach Grie-

chenland mit Hindernissen zu kämpfen haben; diese erscheinen bei zu-

mutbarer Eigeninitiative aber nicht unüberwindbar. Es ist davon auszuge-

hen, dass sie in der Lage sind, die nötigen Schritte für eine Aufenthaltsbe-

willigung des Beschwerdeführers 2 einzuleiten, sich um eine angemessene 

Unterkunft, die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit (unter Aneignung der da-

für allenfalls notwendigen sprachlichen Grundkenntnisse) respektive den 

Zugang zu Sozialleistungen und – sofern nötig – medizinischer Betreuung 

zu bemühen und die ihnen zustehenden Rechte bei den griechischen Be-

hörden einzufordern, zumal sie sich als anerkannte Flüchtlinge auf die 

Rechte gemäss der Qualifikationsrichtlinie der Europäischen Union (Richt-

linie 2011/95/EU vom 13. Dezember 2011) berufen können. Selbst wenn 

die Beschwerdeführenden – entgegen der Ansicht der Vorinstanz – noch 

keine AMKA-Nummer erhalten haben sollten, kann angenommen werden, 

dass sie sich bei der zuständigen Behörde eine solche erteilen lassen kön-

nen, zumal sie über gültige Aufenthaltsbewilligungen verfügen. Falls sich 

dabei Probleme ergäben, etwa weil sie die Frist von einem Monat verpasst 

haben, können sie sich an ein «Migrant Integration Center» wenden, wel-

che auch rechtliche Auskünfte im Zusammenhang mit der Ausstellung der 

AMKA anbieten. Ausserdem ist davon auszugehen, dass sie dort weitere 

Informationen zur AMKA erhalten können, falls nicht bekannt sein sollte, 

was diese Nummer bedeutet und für welche Zwecke sie benötigt wird (vgl. 

Referenzurteil D-2590/2025 E. 9.4.1 m.w.H.).  

Entgegen der Auffassung in der Beschwerde sind die gesundheitlichen 

Probleme der Beschwerdeführenden nicht als schwerwiegende Erkrankun-

gen einzustufen. Sie lassen zudem nicht darauf schliessen, dass die Be-

schwerdeführenden auf eine dringende und nahtlose ärztliche Behandlung 

angewiesen sind. In antizipierter Beweiswürdigung kann daher auf das Ab-

warten der Durchführung weiterer Arzttermine respektive das Einreichen 

allfälliger weiterer Arztberichte verzichtet werden. Die (noch geplanten) 

Arzttermine (betreffend Beschwerdeführerin: gynäkologische Nachunter-

suchung, ärztliche Konsultation, psychiatrisches Erstgespräch am 10. No-

vember 2025; betreffend Beschwerdeführer 1: […] Behandlung vom 

18. November 2025; Beschwerdeführer 2: allfällige weitere übliche Kinder-

arzttermine) lassen denn auch nicht darauf schliessen, dass diese geeig-

net wären, etwas an der Zumutbarkeit des Vollzugs zu ändern. In den Akten 

deutet sodann nichts auf eine besondere Dringlichkeit dieser Termine hin, 

nicht zuletzt als der Beschwerdeführer 1 selbst den Wunsch äusserte, die 

E-8645/2025 

Seite 14 

Operation in (…) bis (…) Monaten (vgl. SEM-Akte […]-65/2) durchzuführen 

und diese gemäss Aktenlage um (…) Monate verschoben werden konnte 

(vgl. SEM-Akte […]-85/2, -92/1). Es ist den Beschwerdeführenden denn 

auch zuzumuten, allfällig benötigte medizinische und psychologische Un-

tersuchungen respektive Behandlungen in Griechenland in Anspruch zu 

nehmen. Entgegen ihrer Ansicht liegen denn auch keine Anhaltspunkte da-

für vor, dass ihnen eine solche verweigert würde. Das Vorbringen der feh-

lenden medizinischen Unterstützung im Hinblick auf einen Kontrolltermin 

der damals schwangeren Beschwerdeführerin vermag an dieser Einschät-

zung nichts zu ändern, zumal sie sich lediglich an eine Privatklinik wende-

ten, es sich nicht um einen Notfall handelte (vgl. SEM-Akte […]-23/3: 

«Erste Monate der Schwangerschaft waren für sie beschwerdefrei.») und 

sie nach Erhalt des Schutzstatus diesbezüglich keine weiteren Bemühun-

gen unternommen hätten (vgl. SEM-Akten […]-28/8 F57–F59; […]-31/9 

F71–F75). 

7.7 Zentral erscheint insbesondere, dass die Beschwerdeführenden Grie-

chenland nur sechseinhalb Wochen nach der Schutzgewährung verlassen 

haben. Entgegen den Ausführungen in der Beschwerdeschrift haben sie 

sich weder an staatliche Stellen noch an karitative Einrichtungen gewandt 

(vgl. SEM-Akte […]-31/9 F51; F59–F63). Ernsthafte, auf einen langfristigen 

Aufenthalt in Griechenland ausgerichtete Bemühungen sind den Akten – 

entgegen den Beschwerdevorbringen – nicht zu entnehmen. Etwa zwei 

Wochen nach Erhalt des Schutzstatus hätten sie in D._______ ihre Reise-

dokumente erhalten, von wo aus sie nach einem zweiwöchigen Aufenthalt 

in die Schweiz gereist seien (vgl. SEM-Akte […]-31/9 F52–F54). 

Es gelingt den Beschwerdeführenden damit nicht, die oben erwähnte Le-

galvermutung umzustossen. Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug 

der Wegweisung auch als zumutbar. 

7.8 Die Rüge, der medizinische Sachverhalt sei nicht vollständig erstellt 

worden, da der Gesundheitszustand der Beschwerdeführenden noch nicht 

abschliessend geklärt sei, erweist sich nach oben Gesagtem als unbegrün-

det. Die Vorinstanz durfte ebenfalls in antizipierter Beweiswürdigung davon 

ausgehen, dass die geplanten respektive in der Zwischenzeit durchgeführ-

ten Arzttermine nicht geeignet sein könnten, etwas an der getroffenen Ein-

schätzung hinsichtlich der Zulässigkeit und Zumutbarkeit des Wegwei-

sungsvollzugs zu ändern. Schliesslich können sich die Beschwerdeführen-

den nötigenfalls in Griechenland behandeln lassen (vgl. E. 7.3 und E. 7.6 

supra). Eine Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes ist auch nicht im 

E-8645/2025 

Seite 15 

Hinblick auf die geltend gemachten tatsächlichen respektive konkreten 

Verhältnisse in Griechenland auszumachen. Entgegen der Ansicht der Be-

schwerdeführenden hat sich die Vorinstanz sodann in hinreichender Tiefe 

mit dem Kindeswohl auseinandergesetzt, zumal festgehalten wurde, dass 

bei einer Rückkehr – unter Berücksichtigung und expliziter Erwähnung des 

Kindes – nicht von einer existentiellen Notlage auszugehen sei (vgl. SEM-

Akte […]-93/19 S. 16). Eine weitergehende Auseinandersetzung mit dem 

Kindeswohl war vorliegend nicht angezeigt, da der wenige Monate alte Be-

schwerdeführer 2 mit seinen Eltern nach Griechenland zurückkehren kann 

(wozu die Vorinstanz ebenfalls die nötigen Abklärungen vornahm).  

Somit liegt weder eine unvollständige Sachverhaltsfeststellung respektive 

Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes noch der Begründungspflicht 

vor. Es besteht kein Anlass zur Rückweisung der Sache an die Vorinstanz. 

Das Subeventualbegehren ist abzuweisen. 

7.9 Vor diesem Hintergrund ist auch das Subsubeventualbegehren betref-

fend das Einholen individueller Garantien und Zusicherungen abzuweisen. 

7.10 Soweit die Beschwerdeführenden eine mündliche Parteiverhandlung 

im Sinne von Art. 57 Abs. 2 VwVG und Art. 40 Abs. 2 VGG beantragen, ist 

festzuhalten, dass der Sachverhalt – wie unter E. 7.8 supra festgestellt – 

vollständig abgeklärt wurde. Im Asylverfahren besteht zudem kein An-

spruch auf eine öffentliche Parteiverhandlung, da weder das AsylG noch 

das VwVG eine solche vorsehen und keine zivil- oder strafrechtliche Ange-

legenheit im Sinne von Art. 6 Abs. 1 EMRK zu klären ist (Art. 40 Abs. 1 

VGG; vgl. dazu Urteil des BVGer D-3964/2021 vom 18. Oktober 2021 

E. 6.2). Der Antrag auf Durchführung einer mündlichen Parteiverhandlung 

ist folglich abzuweisen.  

7.11 Der Vollzug der Wegweisung der Beschwerdeführenden nach Grie-

chenland ist schliesslich möglich, zumal die griechischen Behörden der 

Rückübernahme explizit zugestimmt haben (vgl. SEM-Akten […]-39/1, -

40/1, -72/4 und E. 5.2 oben). 

7.12 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

8.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig 

E-8645/2025 

Seite 16 

sowie vollständig feststellt und – soweit diesbezüglich überprüfbar – ange-

messen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

9.  

Mit dem Entscheid in der Hauptsache ist das Gesuch um Verzicht auf die 

Erhebung eines Kostenvorschusses gegenstandslos geworden.  

10.  

Die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und Bei-

ordnung einer amtlichen Rechtsverbeiständung sind abzuweisen, da das 

Begehren – wie sich aus den vorstehenden Erwägungen ergibt – als aus-

sichtlos zu bezeichnen ist. Die Verfahrenskosten sind den Beschwerde-

führenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt 

Fr. 1'000.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 

über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 

[VGKE, SR 173.320.2]). 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

E-8645/2025 

Seite 17 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und Bei-

ordnung einer amtlichen Rechtsverbeiständung werden abgewiesen.  

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 1'000.– werden den Beschwerdeführenden 

auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zuguns-

ten der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das SEM und die kanto-

nale Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Gabriela Freihofer Irina Schulthess 

 

 

Versand: