# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 82ef9051-3406-539e-9a83-38674540e7a1
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-05-22
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 22.05.2023 BB.2023.78
**Docket/Reference:** BB.2023.78
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_BB-2023-78_2023-05-22

## Full Text

Nichtanhandnahmeverfügung (Art. 310 i.V.m. Art. 322 Abs. 2 StPO);;Nichtanhandnahmeverfügung (Art. 310 i.V.m. Art. 322 Abs. 2 StPO);;Nichtanhandnahmeverfügung (Art. 310 i.V.m. Art. 322 Abs. 2 StPO);;Nichtanhandnahmeverfügung (Art. 310 i.V.m. Art. 322 Abs. 2 StPO)

Beschluss vom 22. Mai 2023 
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter 

Roy Garré, Vorsitz, 

Patrick Robert-Nicoud und Felix Ulrich, 

Gerichtsschreiber Stefan Graf  

   
 

Parteien 

  

A., 

 

Beschwerdeführerin 

 

 gegen 

   

BUNDESANWALTSCHAFT,  

 

Beschwerdegegnerin 

 

 

Gegenstand  Nichtanhandnahmeverfügung 

(Art. 310 i.V.m. Art. 322 Abs. 2 StPO) 

  

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: BB.2023.78 

 

 

 

- 2 - 

 

 

Die Beschwerdekammer hält fest, dass: 

 

- A. am 24. Januar 2023 bei der Bundesanwaltschaft Strafanzeige gegen «Un-

bekannt vom Bundesamt für Justiz» wegen ungetreuer Amtsführung gemäss 

Art. 314 StGB einreichte (Akten SV.23.0122, Faszikel 1); 

 

- sie in ihrer Anzeige sinngemäss geltend macht, die von ihr beim Bundesamt 

für Justiz (nachfolgend «BJ») eingereichte Beschwerde vom 4. April 2022 

gegen die Staatsanwaltschaft See/Oberland wegen «Verdrehen von Anzei-

gen» sei vom BJ unrechtmässig dem Obergericht des Kantons Zürich zuge-

spielt worden; 

 

- A. der Bundesanwaltschaft diesbezüglich am 29. Januar 2023 weitere Un-

terlagen zugehen liess (Akten SV.23.0122, Faszikel 2); 

 

- die Bundesanwaltschaft am 22. März 2023 verfügte, die Strafanzeige werde 

nicht anhand genommen (act. 1.1); 

 

- A. dagegen mit an die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts gerich-

teter Eingabe vom 29. März 2023 Beschwerde einlegte (act. 1); 

 

- die Bundesanwaltschaft der Beschwerdekammer am 24. April 2023 auf ent-

sprechendes Ersuchen die Verfahrensakten übermittelte (act. 2 und 3). 

 

 

 

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass: 

 

- gegen eine Nichtanhandnahmeverfügung der Bundesanwaltschaft die Be-

schwerde an die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts zulässig ist 

(Art. 310 Abs. 2 i.V.m. Art. 322 Abs. 2 StPO und Art. 37 Abs. 1 StBOG); 

 

- zur Beschwerde die Parteien legitimiert sind, sofern sie ein rechtlich ge-

schütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung des angefochtenen 

Entscheides haben (Art. 310 Abs. 2 i.V.m. Art. 322 Abs. 2 und Art. 382 Abs. 1 

StPO); 

 

- die geschädigte Person (im Sinne von Art. 115 Abs. 1 StPO) somit grund-

sätzlich nur insoweit zur Beschwerde legitimiert ist, als sie sich im Sinne der 

Art. 118 f. StPO als Privatklägerschaft konstituiert hat bzw. als sie – was 

gerade bei der Nichtanhandnahmeverfügung der Fall sein kann – noch keine 

Gelegenheit hatte, sich als Privatklägerschaft zu konstituieren (vgl. hierzu 

- 3 - 

 

 

u.a. den Beschluss des Bundesstrafgerichts BB.2022.53 vom 24. Juni 2022 

E. 1.3.1 mit Hinweis); 

 

- der Straftatbestand der ungetreuen Amtsführung (Art. 314 StGB) dem 

Schutz öffentlicher Interessen, insbesondere des öffentlichen Vermögens, 

dient und nur das betroffene Gemeinwesen geschädigt sein kann (Urteile 

des Bundesgerichts 1C_67/2020 vom 23. November 2023 E. 1.3.3; 

1C_615/2019 vom 12. Oktober 2020 E. 2.3.1; 6B_761/2016 vom 16. Mai 

2017 E. 3.4.1); 

 

- die Beschwerdeführerin daher von vornherein nicht Geschädigte im Sinne 

von Art. 115 Abs. 1 StPO sein kann, weshalb es bereits an der Grundvoraus-

setzung ihrer Beschwerdelegitimation fehlt (vgl. hierzu u.a. BGE 141 IV 380 

E. 2.2 S. 382 f.); 

 

- bei diesem Ausgang des Verfahrens die in den vorliegenden Akten themati-

sierte Frage der Prozessfähigkeit der Beschwerdeführerin offen gelassen 

werden kann; 

 

- mit Blick auf Art. 8 VwVG im Übrigen auch nicht im Ansatz erkennbar ist, 

inwiefern die kritisierte Weiterleitung der Eingabe der Beschwerdeführerin 

durch das BJ den Straftatbestand von Art. 314 StGB oder irgendeinen ande-

ren Straftatbestand erfüllen könnte; 

 

- sich die Beschwerde gegen die Nichtanhandnahmeverfügung nach dem Ge-

sagten als offensichtlich unzulässig erweist, weshalb auf sie ohne Schriften-

wechsel nicht einzutreten ist (Art. 390 Abs. 2 StPO e contrario); 

 

- vorliegend mangels nennenswerten Aufwands ausnahmsweise keine Ge-

richtsgebühr zu erheben ist (vgl. Art. 73 Abs. 2 StBOG sowie Art. 5 des Reg-

lements des Bundesstrafgerichts vom 31. August 2010 über die Kosten, Ge-

bühren und Entschädigungen in Bundesstrafverfahren [BStKR; 

SR 173.713.162]); 

 

- 4 - 

 

 

und erkennt: 

 

1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.  

 

2. Es wird keine Gerichtsgebühr erhoben. 

 

 

Bellinzona, 22. Mai 2023 

 

Im Namen der Beschwerdekammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zustellung an 

 

- A. 

- Bundesanwaltschaft 

 

 

 

 

Rechtsmittelbelehrung 

Gegen diesen Entscheid ist kein ordentliches Rechtsmittel gegeben.