# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 294d323f-0753-59ae-b668-45ac1c12d2f9
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-07-07
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 07.07.2020 S 2019 106
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2019-106_2020-07-07.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 19 106

3. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz Pedretti
RichterIn von Salis, Audétat 

Aktuarin Kuster

URTEIL

vom 7. Juli 2020

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Adrian Scarpatetti,

Beschwerdeführer

gegen

Sozialversicherungsanstalt des Kantons Graubünden,
Beschwerdegegnerin

betreffend IV-Rente

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1. A._____, Jg. 1970, seit Frühjahr 2016 tätig als Geschäftsführer und Zim-

mermann bei der B._____, meldete sich Ende Oktober 2017 bei der IV-

Stelle des Kantons Graubünden (nachfolgend: IV-Stelle) zum Bezug von 

Leistungen der Invalidenversicherung an (berufliche Integration/Rente). 

2. In der Folge klärte die IV-Stelle den Sachverhalt ab. Dabei holte sie unter 

anderem einen Bericht von Dr. med. D._____, Hausarzt und Facharzt für 

Allgemeine Innere Medizin, ein. Dieser stellte folgende Diagnosen mit Aus-

wirkungen auf die Arbeitsfähigkeit: postoperative Flexionsschwäche der 

linken Hüfte mit inkompletten Denervationszeichen im Bereich des 

Musculus iliopsoas bei Status nach Hüft-Totalprothesenimplantation links 

bei Coxarthrose am 11. November 2016. Zudem attestierte er A._____ ab 

dem 10. November 2016 eine 100%ige, ab dem 16. Januar 2017 eine 

70%ige und ab dem 31. Januar 2017 eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit. 

Weiter hielt er fest, dass es ihm aufgrund der Hüftflexionsschwäche nicht 

mehr möglich sei, auf Dächern oder Gerüsten zu arbeiten. Dies bestätigte 

auch Dr. med. E._____, Facharzt für orthopädische Chirurgie und 

Traumatologie des Bewegungsapparates, in seinem Bericht vom 

9. Februar 2018, wobei er gleichzeitig festhielt, dass in prognostischer 

Hinsicht bei bereits recht guter Verbesserung der Situation eine nahezu 

vollständige Restitutio ad integrum möglich sein sollte. Diese Prognose 

relativierte Dr. med. F._____, Facharzt für Neurologie, in seinem Bericht 

vom 5. März 2018 insoweit, als er es für wahrscheinlich hielt, dass eine 

Restparese bestehen bleibe.

3. Mit Mitteilung vom 15. März 2018 gewährte die IV-Stelle A._____ 

berufliche Massnahmen im Sinne von Berufsberatung und Abklärung der 

beruflichen Eingliederungsmöglichkeiten. Nachdem sich dieser aufgrund 

seiner Selbständigkeit nicht in der Lage gesehen hatte, berufliche 

Massnahmen insbesondere im Sinne einer Umschulung in Anspruch zu 

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nehmen, wurden die beruflichen Massnahmen mit Mitteilung vom 

20. Juni 2018 abgeschlossen. 

4. Im Januar 2019 wurde eine Betriebsanalyse der B._____ durchgeführt. 

Dabei wurde im entsprechenden Abklärungsbericht für 

Selbständigerwerbende vom 22. Januar 2019 ein SE-Valideneinkommen 

von Fr. 106'000.-- und ein SE-Invalideneinkommen von Fr. 59'000.-- 

ausgewiesen. Es wurde allerdings darauf hingewiesen, dass sämtliche 

Einkommenserhebungen auf eher vagen Grundlagen basierten, da 

einerseits A._____ seine selbständige Erwerbstätigkeit erst im Frühling 

desjenigen Jahres aufgenommen hatte, in dem er seine 

Gesundheitsschädigung erlitten hatte, und andererseits erst ein einziger 

Jahresabschluss aus der Zeit nach dem Eintritt des Gesundheitsschadens 

vorlag.  

5. Am 30. April 2019 wurde A._____ im Zentrum für Medizinische 

Begutachtung (ZMB) in Basel durch Dr. med. G._____, Facharzt für 

Neurologie, und Dr. med. H._____, Facharzt für orthopädische Chirurgie, 

bidisziplinär begutachtet. In ihrem Gutachten vom 3. Juni 2019 stellten sie 

folgende Diagnose mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit: residuelle 

iatrogene Femoralisparese links mit Schwerpunkt beim M. iliopsoas bei 

Status nach minimal-invasiver Hüft-TP bei Coxarthrose am 11. November 

2016. Dabei hielt Dr. med. G._____ fest, dass aus neurologischer Sicht 

nicht mehr mit einer relevanten Besserung gerechnet werden könne. In der 

bisherigen Tätigkeit als Zimmermann bestehe seit November 2016 eine 

100%ige Arbeitsunfähigkeit, da das Verletzungsrisiko bei den notwendigen 

Tätigkeiten in der Höhe als zu hoch einzustufen sei. Prinzipiell durchgeführt 

werden könnten leichte, kurzzeitig mittelschwere Tätigkeiten auf ebenem 

Boden, ohne Besteigen von Leitern und Gerüsten und ohne Tätigkeiten an 

absturzgefährdeten Arbeitsplätzen (wie auf Dächern oder Dachstühlen), 

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wobei auch die Fähigkeit, Treppen zu steigen, eingeschränkt sei (auch 

ohne das Tragen schwerer Lasten). Für eine derart angepasste Tätigkeit 

bestehe seit Januar 2017 eine Arbeitsfähigkeit von 100 %.

6. Dr. med. I._____, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD) Ostschweiz, Facharzt 

für Allgemeine Innere Medizin, Facharzt für physikalische Medizin und Re-

habilitation sowie Facharzt für Rheumatologie, gelangte in seiner Ab-

schlussbeurteilung vom 11. Juni 2019 zum Schluss, dass auf das bidiszi-

plinäre ZMB-Gutachten abgestellt werden könne.

7. Mit Vorbescheid vom 12. Juni 2019 stellte die IV-Stelle A._____ die 

Abweisung seines Leistungsbegehrens in Aussicht. Dagegen erhob er 

zunächst einen provisorischen und am 25. Juli 2017 (recte: 25. Juli 2019) 

einen begründeten Einwand.

8. Am 6. August 2019 verfügte die IV-Stelle wie vorbeschieden und verneinte 

einen Anspruch auf eine Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad von 

35 %. Dabei ging sie von einem Valideneinkommen von Fr. 106'000.-- 

(gestützt auf Branchenstatistiken), einer Arbeitsfähigkeit von 100 % in 

adaptierter Tätigkeit (d.h. körperlich leichte, wechselbelastende, 

vorwiegend sitzende Tätigkeiten ohne Arbeiten in der Höhe oder auf 

unebenem Grund und ohne Treppensteigen) und einem 

Invalideneinkommen von Fr. 68'418.-- (gestützt auf den Totalwert der 

Tabelle TA1, Kompetenzniveau 1, der Schweizerischen 

Lohnstrukturerhebung (LSE) 2016, aufindexiert auf das Jahr 2019) aus. 

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9. Hiergegen erhob A._____ (nachfolgend: Beschwerdeführer) am 

12. September 2019 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons 

Graubünden. Er stellte folgende Anträge:

1. Die Verfügung der IV-Stelle vom 6. August 2019 sei aufzuheben und es 
sei ihm ab dem 1. April 2018 eine halbe Rente der Invalidenversicherung, 
mindestens jedoch eine Viertelsrente, zuzusprechen. 

2. Alles unter vollumfänglicher Kosten- und Entschädigungsfolge (zzgl. 7.7 % 
MWST) zu Lasten der Vorinstanz.

Begründend führte er im Wesentlichen aus, dass ihm die Aufgabe seiner 

selbständigen Tätigkeit unzumutbar und das Invalideneinkommen anzu-

passen sei.

10. In ihrer Vernehmlassung vom 24. September 2019 schloss die IV-Stelle auf 

Abweisung der Beschwerde unter Kostenfolge zu Lasten des Beschwerde-

führers. Zur Begründung verwies ist primär auf die angefochtene Verfü-

gung vom 6. August 2019.

11. Am 3. Oktober 2019 hielt der Beschwerdeführer replicando an seinen An-

trägen fest und vertiefte seine bisherige Argumentation.

12. Mit Schreiben vom 8. Oktober 2019 verzichtete die IV-Stelle auf die Einrei-

chung einer Duplik.  

Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften, die angefochtene 

Verfügung sowie die übrigen Akten wird, soweit erforderlich, in den nach-

stehenden Erwägungen eingegangen.

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Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen die Verfügung der IV-Stelle 

des Kantons Graubünden vom 6. August 2019, worin das Leistungsbegeh-

ren des Beschwerdeführers abgewiesen wurde (kein Anspruch auf eine In-

validenrente). Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die 

Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) sind Verfügungen der kantonalen 

IV-Stellen direkt vor dem Versicherungsgericht am Ort der IV-Stelle an-

fechtbar. Als kantonales Versicherungsgericht ist das Verwaltungsgericht 

des Kantons Graubünden für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde 

sowohl örtlich als auch sachlich zuständig (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 57 

des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs-

rechts [ATSG; SR 830.1] und Art. 49 Abs. 2 lit. a des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege [VRG; BR 370.100]). Der Beschwerdeführer ist 

Adressat der angefochtenen Verfügung, weshalb er durch die angefoch-

tene Verfügung unmittelbar betroffen ist und ein schutzwürdiges Interesse 

an deren Aufhebung oder Änderung hat. Er ist demnach zur Beschwerde-

führung legitimiert (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 59 ATSG). Auf die im Übri-

gen frist- und formgerecht (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 60 und Art. 61 

ATSG) eingereichte Beschwerde ist somit einzutreten.

2. Streitgegenstand bildet vorliegend der Rentenanspruch des Beschwerde-

führers ab dem 1. April 2018 (vgl. Art. 29 Abs. 1 IVG). Unbestritten ist da-

bei, dass der Beschwerdeführer in seiner bisherigen Tätigkeit als selbstän-

diger Zimmermann erheblich eingeschränkt, in adaptierter Tätigkeit aller-

dings seit Januar 2017 zu 100 % arbeitsfähig ist. Ebenfalls nicht streitig ist 

das Valideneinkommen von Fr. 106'000.--. Uneins sind sich die Parteien 

allerdings hinsichtlich der Zumutbarkeit der Aufgabe der selbständigen Er-

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werbstätigkeit, der Bemessung des Invalideneinkommens gestützt auf die 

LSE-Tabelle und der Vornahme eines Leidensabzugs.

3.1. Zur Frage der Zumutbarkeit der Aufgabe der selbständigen Erwerbstätig-

keit gilt es vorab Folgendes festzuhalten: Bevor die versicherte Person 

Leistungen verlangt, hat sie aufgrund der Schadenminderungspflicht alles 

ihr Zumutbare selber vorzukehren, um die Folgen der Invalidität 

bestmöglich zu mindern. Ein Rentenanspruch ist zu verneinen, wenn sie 

selbst ohne Eingliederungsmassnahmen, nötigenfalls mit einem 

Berufswechsel, zumutbarerweise in der Lage ist, ein 

rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen. Für die 

Auslegung des unbestimmten Rechtsbegriffs der zumutbaren Tätigkeit im 

Allgemeinen, wie bei der Aufgabe der selbständigen Erwerbstätigkeit im 

Besonderen, sind die gesamten subjektiven und objektiven Gegebenheiten 

des Einzelfalls zu berücksichtigen. Im Vordergrund stehen bei den 

subjektiven Umständen die verbliebene Leistungsfähigkeit sowie die 

weiteren persönlichen Verhältnisse, wie Alter, berufliche Stellung, 

Verwurzelung am Wohnort etc. Bei den objektiven Umständen sind 

insbesondere der ausgeglichene Arbeitsmarkt und die noch zu erwartende 

Aktivitätsdauer massgeblich. Eine Betriebsaufgabe ist nur unter strengen 

Voraussetzungen unzumutbar, und es kann ein Betrieb selbst dann nicht 

auf Kosten der Invalidenversicherung aufrechterhalten werden, wenn die 

versicherte Person darin Arbeit von einer gewissen erwerblichen 

Bedeutung leistet (Urteil des Bundesgerichts 9C_771/2017 vom 29. Mai 

2018 E.3.3.1 m.w.H.).

3.2. Der Beschwerdeführer macht im Wesentlichen geltend, er sei erst seit 

Frühjahr 2016 selbständig, habe Investitionen von rund Fr. 300'000.-- 

getätigt und sei auch an einen mehrjährigen, nicht kündbaren Mietvertrag 

gebunden. Die Aufgabe der selbständigen Tätigkeit würde zu einem 

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finanziellen Kollaps führen, zumal auch ein Grossteil der Investitionen nicht 

mehr erhältlich gemacht werden könnte. Eine Betriebsübergabe an eine 

andere Person sei in der peripheren Region J._____ schlicht unmöglich, 

weshalb sämtliche Mitarbeiter […] die Arbeitsstelle verlieren würden. Die 

Gesamtauswirkung der Betriebsaufgabe wäre verheerend und ein solches 

Szenario sei dem Beschwerdeführer nicht zuzumuten sowie zwingend zu 

vermeiden. 

3.3.1. Es ist zwar durchaus verständlich, dass der Beschwerdeführer sich mit 

seinem Betrieb, in den er viel Zeit, Geld und Arbeit investiert hat, sowie mit 

seinen Mitarbeitenden verbunden fühlt und in der Region J._____ 

verwurzelt ist. Dies macht aber den Wechsel in eine unselbständige 

Erwerbstätigkeit nicht ohne Weiteres unzumutbar. Zu würdigen ist dabei, 

dass dem Beschwerdeführer nicht gefolgt werden kann, soweit er vorbringt, 

die Aufgabe seiner selbständigen Tätigkeit führte zu einem finanziellen 

Kollaps, da ein Grossteil der Investitionen nicht mehr erhältlich gemacht 

werden könnte. Der Beschwerdeführer legt nicht dar, weshalb die mit dem 

investierten Geld erworbenen Sachwerte (Fahrzeuge, Maschinen, 

Lagereinrichtungen, Inventar usw.) nicht veräussert und für die gemietete 

Werkhalle kein Untermieter gesucht bzw. mit dem Vermieter keine 

vorzeitige Vertragsauflösung vereinbart werden könnte(n). Mit dem bloss 

pauschalen Hinweis darauf, dass der Verkauf der Sachwerte sicherlich mit 

einem grossen Verlust einherginge und sich eine Werkhalle in C._____ 

nicht einfach so untervermieten liesse, zeigt der Beschwerdeführer nicht 

hinreichend auf, inwiefern mit dem Verkauf der Sachwerte (unter 

Berücksichtigung der darauf getätigten Abschreibungen) bzw. der 

Untervermietung der Räumlichkeiten tatsächlich ein erheblicher finanzieller 

Nachteil verbunden wäre (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_460/2011 vom 

22. September 2011 E.4.3). 

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Weiter ist mit der IV-Stelle festzuhalten, dass keine Hinweise darauf 

ersichtlich sind, dass der Beschwerdeführer ernsthaft versucht hätte, einen 

Betriebsnachfolger zu finden. Seine nicht weiter substanziierte Aussage, 

wonach es in der Region J._____ per se immens schwierig sei, eine 

Nachfolgeregelung zu finden, verfängt nur schon deshalb nicht, weil er 

selber im Frühjahr 2016 einen Zimmereibetrieb in der Region J._____ 

übernommen hat, nachdem er dort bereits viele Jahre als Zimmermann 

gearbeitet hatte (vgl. Beschwerde S. 3 und den Auszug aus dem 

individuellen Konto [IK; IV-act. 19]). Darüber hinaus ist den Akten zu 

entnehmen, dass der Beschwerdeführer über […] Mitarbeitende verfügt, 

die seit der Betriebsübernahme bei ihm angestellt sind (vgl. Fragebogen 

Selbständigerwerbende [IV-act. 16 S. 2]), und dass einer der […] 

Mitarbeitenden […] vornehmlich die gesundheitsbedingten Arbeitsausfälle 

des Beschwerdeführers kompensiert (vgl. IV-act. 65 S. 10 Fn. 8). Insofern 

erscheint es nicht abwegig, wenn die IV-Stelle folgerte, der Betrieb könnte 

durchaus durch eine andere Person […] übernommen werden.

3.3.2. Der Umstand, dass sich der Beschwerdeführer gegenüber seinen 

Angestellten in einer sozialen Verantwortung sieht, relativiert die 

sozialversicherungsrechtliche Schadenminderungspflicht nicht und lässt 

auch einen Berufswechsel nicht als unzumutbar erscheinen (vgl. Urteile 

des Bundesgerichts 9C_621/2017 vom 11. Januar 2018 E.2.4 und I 643/03 

vom 17. August 2004 E.3.3.2). Zudem gilt es mit der IV-Stelle darauf 

hinzuweisen, dass es dem Beschwerdeführer selbstverständlich freigestellt 

ist, je in einem Teilzeitpensum zum einen nach wie vor als Geschäftsführer 

seines Betriebs und zum anderen als Unselbständiger in einer 

leidensadaptierten Tätigkeit zu arbeiten. Dies könnte insbesondere 

deshalb ein gangbarer Weg sein, weil die administrativen und 

geschäftsführerischen Tätigkeiten sowie allenfalls auch leichte Arbeiten in 

der Werkstatt (vgl. hierzu Abklärungsbericht für Selbständigerwerbende 

vom 22. Januar 2019 [IV-act. 65 S. 5] und Fragebogen 

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Selbständigerwerbende [IV-act. 16 S. 2]) als leidensadaptierte Tätigkeiten 

angesehen werden können und eine (hälftige) Aufteilung zwischen der 

bisherigen selbständigen und einer leidensadaptierten, unselbständigen 

Erwerbstätigkeit durchaus im Streubereich der praxisorientierten Abklärung 

liegt (vgl. hierzu auch Abklärungsbericht für Selbständigerwerbende vom 

22. Januar 2019 [IV-act. 65 S. 6 f.]; vgl. ferner die Aussage des 

Beschwerdeführers anlässlich der orthopädischen Exploration, wonach 

organisatorische Tätigkeiten etwa 30 % der Gesamttätigkeit ausmachen 

[IV-act. 74 S. 26]). Zu denken wäre bei der selbständigen Erwerbstätigkeit 

bspw. an Arbeiten wie das Einholen von Aufträgen, Erstellen von Offerten, 

Personalführung, Planung von Arbeiten und deren Überwachung, 

Buchführung, Rechnungswesen, leichte Maschinenbedienungen bzw. 

deren Unterhalt und an Aufgaben organisatorischer Natur (vgl. IV-act. 39 

S. 1 f., IV-act. 65 S. 5 f. und RAD-Bericht vom 9. März 2018 [IV-act. 40 

S. 3]). Wieso eine solche Einschätzung völlig unrealistisch sein soll 

(vgl. Replik S. 2), belegt der Beschwerdeführer nicht näher und ist auch 

nicht ersichtlich. Der Beschwerdeführer scheint sich nach Eintritt des 

Gesundheitsschadens denn auch gut organisiert zu haben, indem er zwei 

Hilfskräfte hinzuzog und er selbst nur noch weniger bedeutende Aufgaben 

im Sinne einer "leichten Mithilfe in der Werkstatt" sowie Büroarbeiten 

ausführte (vgl. Fragebogen Selbständigerwerbende vom 

9. November 2017 [IV-act. 16]; ferner Abklärungsbericht für 

Selbständigerwerbende vom 29. Januar 2019 [IV-act. 65 S. 5]).

3.3.3. Angesichts der dem Beschwerdeführer aufgrund seiner gesundheitlichen 

Situation noch zumutbaren Tätigkeiten (vgl. hierzu nachstehende 

Erwägungen 4.1 ff. zum Invalideneinkommen und 5.1 ff. zum 

Leidensabzug) kann auch nicht gesagt werden, diese seien nur noch in so 

eingeschränkter Form möglich, dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt 

praktisch nicht kennt (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts 9C_253/2017 

vom 6. Juli 2017 E.2.2.1 m.w.H.). Soweit der Beschwerdeführer der IV-

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Stelle vorwirft, nicht aufgezeigt zu haben, welche behinderungsgeeigneten 

Einsatzmöglichkeiten in der Region J._____ effektiv bestünden, verkennt 

er, dass einzig massgebend ist, ob der Beschwerdeführer seine 

Restarbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 16 Abs. 1 

ATSG) noch wirtschaftlich nutzen könnte. Der ausgeglichene Arbeitsmarkt 

ist ein theoretischer und abstrakter Begriff und berücksichtigt die konkrete 

Arbeitsmarktlage in einer bestimmten Region gerade nicht (vgl. BGE 134 

V 64 E.4.2.1 m.w.H.). In diesem Zusammenhang bringt die IV-Stelle zudem 

zu Recht vor, dass nicht ersichtlich ist, inwiefern die Aufnahme einer 

unselbständigen Erwerbstätigkeit einen Wegzug aus C._____ bedingen 

würde, was rechtsprechungsgemäss ohnehin einen Berufswechsel nicht 

als unzumutbar erscheinen liesse (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

8C_308/2017 vom 27. September 2017 E.4.3.2).

3.3.4. Zwar trifft es zu, dass der Beschwerdeführer seit Frühjahr 2016 eine eigene 

Zimmerei führt und zwischen der Tätigkeit als Geschäftsführer und den in 

der angefochtenen Verfügung dargelegten Verweistätigkeiten (vgl. hierzu 

auch nachstehende Erwägung 4.3.3) ein nicht unerheblicher Unterschied 

besteht. Dennoch kann rechtsprechungsgemäss auch in einer solchen 

Situation bei der hier gebotenen objektiven Betrachtung indes nicht von 

einem sozialen Abstieg gesprochen werden, der es für den 

Beschwerdeführer ausnahmsweise als unzumutbar erscheinen liesse, 

unselbständig erwerbstätig zu sein (vgl. Urteile des Bundesgerichts 

8C_732/2018 und 8C_742/2018 vom 26. März 2019 E.7.3.2). Immerhin 

sind die in der angefochtenen Verfügung angeführten leidensangepassten 

Tätigkeiten mit der vom Beschwerdeführer hauptsächlich ausgeführten 

Arbeit als Zimmermann vergleichbar (vgl. Abklärungsbericht für 

Selbstständigerwerbende vom 22. Januar 2019 [IV-act. 65 S. 6]). Zudem 

ist der Beschwerdeführer erst seit Frühjahr 2016 selbständig erwerbstätig.

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3.3.5. Unbestritten ist, dass der Beschwerdeführer in einer Verweistätigkeit eine 

höhere Leistungsfähigkeit aufweist als in der angestammten Tätigkeit als 

Zimmermann. Zudem ist der im Rahmen einer Verweistätigkeit erzielbare 

Verdienst – entgegen den Vorbringen des Beschwerdeführers – in nicht 

unerheblichem Masse höher als das in der angestammten Tätigkeit 

erzielbare Einkommen: Im Abklärungsbericht für Selbständigerwerbende 

vom 22. Januar 2019 wird gestützt auf den Jahresabschluss 2017 ein 

hypothetisches SE-Invalideneinkommen von rund Fr. 59'000.-- 

ausgewiesen (vgl. IV-act. 65 S. 11), was auf das Jahr 2019 aufindexiert 

einen Betrag von Fr. 60'185.90 ergibt (= Fr. 59'000.-- x 1.01 x 1.01). 

Dagegen erzielten Männer laut der Lohnstrukturerhebung 2016 des 

Bundesamts für Statistik für einfache Tätigkeiten körperlicher und 

handwerklicher Art (LSE 2016, Tabelle TA1, Kompetenzniveau 1) und 

unter Berücksichtigung der durchschnittlichen wöchentlichen Arbeitszeit 

von 41.7 Stunden auf das Jahr 2019 aufindexiert einen Jahreslohn von 

Fr. 68'418.40 (= Fr. 5'340.-- x 12 : 40 x 41.7 x 1.003995 x 1.01 x 1.01). Dies 

ergibt eine Differenz von rund 12 %. 

3.3.6. Für den Wechsel des Beschwerdeführers in eine unselbständige Tätigkeit 

sprechen des Weiteren dessen persönlichen Verhältnisse und Fähigkeiten. 

[…]. Hinzu kommen seine bisher gewonnenen Berufserfahrungen und 

breiten Kenntnisse (insbesondere in der Geschäfts- und Personalführung, 

Akquisition, Offertstellung, im Rechnungswesen sowie in den klassischen 

Handwerksarbeiten als Zimmermann und Zimmerpolier [vgl. IV-act. 65 

S. 6]), welche in einer Verweistätigkeit die Vermittelbarkeit erleichtern, 

insbesondere wenn die IV-Stelle dafür mittels beruflichen Massnahmen 

nachweislich Hand bietet (vgl. angefochtene Verfügung S. 4 und 

Vernehmlassung S. 3). Ausserdem hat der Beschwerdeführer auch bisher 

vornehmlich handwerkliche Tätigkeiten ausgeübt, weshalb sich der 

Umstellungs- und Einarbeitungsaufwand in eine Verweistätigkeit in 

Grenzen halten dürfte. Schliesslich spricht neben seiner 

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Persönlichkeitsstruktur als arbeits- und leistungswillige Person (vgl. ZMB-

Gutachten IV-act. 74 S. 7) auch das Alter des Beschwerdeführers (knapp 

49 Jahre im Zeitpunkt des Verfügungserlasses) und damit verbunden die 

noch verbleibende lange Aktivitätsdauer für die Aufnahme einer 

unselbständigen Erwerbstätigkeit. 

3.3.7. Bei der hier gebotenen Gesamtwürdigung der subjektiven und objektiven 

Gegebenheiten des konkreten Einzelfalls überwiegen daher im Ergebnis 

die Faktoren, welche für die Zumutbarkeit eines Berufswechsels sprechen.

4.1. Die IV-Stelle bemisst das Invalideneinkommen gestützt auf den Totalwert 

(Produktions- und Dienstleistungssektor) der Tabelle TA1, 

Kompetenzniveau 1, der LSE 2016. Zwar anerkennt der 

Beschwerdeführer, dass er in einer adaptierten Tätigkeit grundsätzlich voll 

arbeitsfähig ist. Er macht allerdings geltend, dass die entsprechenden 

Tätigkeiten an bestimmte Einschränkungen gekoppelt seien, aufgrund 

derer es ihm sicherlich nicht möglich sei, Produktionsarbeiten im Sinne von 

verarbeitendem Gewerbe auszuführen. Diese Arbeiten seien hauptsächlich 

allesamt mit Tragen von Lasten, Gehen auf unebenem Grund (Stichwort: 

Werkhalle) und wohl auch mit regelmässigem Treppensteigen 

(Leitertreppen sowie Absätze beachten etc.) verbunden und würden erst 

noch oftmals feinmotorische Fertigkeiten verlangen. Hinzu komme, dass 

auch seine rechte Hüfte, die Wirbelsäule und die Schulter eine leicht- bis 

mässiggradige funktionelle Störung aufwiesen und diese zusätzlichen 

Problematiken nicht mit verarbeitendem Gewerbe kompatibel seien. Es 

würde sich dementsprechend rechtfertigen, beim Invalidenlohn (lediglich) 

die statistischen Werte des Dienstleistungssektors heranzuziehen.

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4.2. Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der 

Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation 

auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Übt sie nach 

Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der – kumulativ – 

besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, 

dass sie die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll 

ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung 

als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich 

erzielte Verdienst als Invalidenlohn. Ist kein solches tatsächlich erzieltes 

Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach 

Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich 

zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können für die 

Festsetzung des Invalideneinkommens insbesondere die LSE-

Tabellenlöhne herangezogen werden (vgl. BGE 135 V 297 E.5.2 m.w.H.).

Bei versicherten Personen, die nach Eintritt eines Gesundheitsschadens 

lediglich noch leichte Arbeiten verrichten können, ist dabei in der Regel vom 

Totalwert im niedrigsten (und am schlechtesten bezahlten) 

Kompetenzniveau 1 auszugehen. Davon abzuweichen besteht bspw. 

Anlass, wenn der Verwertbarkeit der verbliebenen Arbeitsfähigkeit enge 

Grenzen gesetzt sind, etwa wenn alle produktionsnahen Tätigkeiten ausser 

Betracht fallen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_411/2019 vom 

16. Oktober 2019 E.7.2 m.H.a. Urteile des Bundesgerichts 9C_325/2018 

vom 29. Juni 2018 E.3.2.2 und 9C_633/2013 vom 23. Oktober 2013 E.4.2).

4.3.1. Vorliegend haben die ZMB-Gutachter hinsichtlich der verbliebenen 

Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers ein Anforderungsprofil definiert 

(vgl. IV-act. 74 S. 8 und IV-act. 74 S. 27). Demnach erweisen sich folgende 

Tätigkeiten als zumutbar: leichte, kurzzeitig mittelschwere Tätigkeiten auf 

ebenem Boden, ohne Besteigen von Leitern und Gerüsten und ohne 

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Tätigkeiten an absturzgefährdeten Arbeitsplätzen (wie auf Dächern oder 

Dachstühlen). Eingeschränkt sei zudem die Fähigkeit, Treppen zu steigen, 

auch ohne das Tragen schwerer Lasten (vgl. dazu auch RAD-

Abschlussbeurteilung vom 11. Juni 2019 [IV-act. 82 S. 12]). Der 

neurologische Gutachter wies zudem darauf hin, dass bei sehr 

feinmotorischen Tätigkeiten der essentielle Tremor interferieren könnte 

(vgl. IV-act. 74 S. 38). 

4.3.2. Inwiefern es dem Beschwerdeführer aufgrund seiner Einschränkungen 

bzw. unter Berücksichtigung des Anforderungsprofils (vgl. vorstehende 

Erwägung 4.3.1) nicht möglich sein sollte, Produktionsarbeiten im Sinne 

von verarbeitendem Gewerbe (vgl. LSE 2016, TA1, Sektor 2, 

Wirtschaftszweige 05-43) auszuführen, ist nach Auffassung des 

streitberufenen Gerichts nicht nachvollziehbar. Soweit der 

Beschwerdeführer dafür das Tragen von Lasten anführt, verkennt er, dass 

der Tabellenlohn im Kompetenzniveau 1 eine Vielzahl von leichten Tätig-

keiten erfasst (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_841/2017 vom 14. Mai 

2018 E.5.2.2.2 m.w.H.), so auch im verarbeitenden Gewerbe. Weiter ist 

nicht ersichtlich, inwiefern in einer Werkstatt mit unebenem Boden zu rech-

nen ist bzw. weshalb dem Beschwerdeführer Arbeiten in einer Werkstatt 

nicht zumutbar sein sollten, gab er anlässlich der Begutachtung als Ver-

weistätigkeiten doch selber solche "auf ebenem Boden in der Werkstatt" an 

(vgl. IV-act. 74 S. 7). Zudem wies er im Fragebogen für Selbständigerwer-

bende bzw. im Abklärungsbericht für Selbständigerwerbende aus, dass er 

in der Werkstatt seines Betriebs mithelfe und leichte Arbeiten verrichte (vgl. 

IV-act. 16 S. 2 und IV-act. 65 S. 5). Hinsichtlich des Treppensteigens gilt 

es festzuhalten, dass die Gutachter und Dr. med. E._____ zwar auf Ein-

schränkungen hinwiesen (vgl. IV-act. 74 S. 3 unten und IV-act. 74 S. 8 

bzw. IV-act. 35 S. 2). Es finden sich allerdings keine Anhaltspunkte dafür, 

dass diese derart stark ausgeprägt wären, dass dem Beschwerdeführer 

auch das gelegentliche Überwinden von Treppenstufen oder einzelnen Ab-

- 16 -

sätzen nicht möglich wäre (vgl. undatierter, von der IV-Stelle eingeholter 

Bericht von Dr. med. D._____ [IV-act. 27 S. 4] und ZMB-Gutachten, wo-

nach der Beschwerdeführer zwar Mühe habe, Treppen zu steigen, ihm dies 

aber dennoch gelinge [IV-act. 74 S. 3 f.] bzw. in dessen Rahmen der Be-

schwerdeführer selbst angibt, Schwierigkeiten beim Treppenhochgehen zu 

haben [IV-act. 74 S. 17]; vgl. ferner Bericht von Dr. med. E._____ vom 

21. November 2017 [IV-act. 35 S. 4], wonach es dem Beschwerdeführer 

bereits rund ein Jahr nach der Hüfttotalprothesenimplantation laut eigenen 

Aussagen bereits möglich gewesen sei, zwei Bergtouren durchzuführen; 

vgl. aber ZMB-Gutachten [IV-act. 74 S. 32], wonach er das Bergsteigen 

aufgrund der Hüftproblematik habe aufgeben müssen). Zudem gibt der Be-

schwerdeführer selber an, mit gewissen Anpassungen relativ flüssig Trep-

pen steigen zu können (vgl. ZMB-Gutachten [IV-act. 74 S. 32]), was er an-

lässlich der neurologischen Exploration auch demonstrieren konnte (vgl. 

ZMB-Gutachten [IV-act. 74 S. 34]). Schliesslich vermögen auch die weite-

ren vom Beschwerdeführer ins Feld geführten somatischen Beschwerden 

(Tremor, rechte Hüfte, Wirbelsäule und Schulter) die Leistungsfähigkeit aus 

gutachterlicher Sicht nicht in arbeitsfähigkeitsrelevanter Weise einzu-

schränken (vgl. dazu nachstehende Erwägung 5.3.1). 

Auf weitergehende Abklärungen, welche vom Beschwerdeführer ohnehin 

bloss pauschal beantragt werden, kann in antizipierter Beweiswürdigung 

verzichtet werden, da nicht anzunehmen ist, dass die Überzeugung des 

streitberufenen Gerichts dadurch geändert würde (vgl. BGE 136 I 229 E.5.3 

m.w.H.). Schliesslich mutet es auch widersprüchlich an, wenn sich der Be-

schwerdeführer in Tätigkeiten im Produktionssektor nicht sieht, die Heran-

ziehung der statistischen Werte des Dienstleistungssektors indes damit be-

gründet, dass Letzterer auch produktionsnahe Tätigkeiten enthält, die ihm 

allenfalls zumutbar seien (vgl. Beschwerde S. 8).

- 17 -

4.3.3. Insgesamt ist daher nicht davon auszugehen, dass der Verwertbarkeit der 

verbliebenen Arbeitsfähigkeit derart enge Grenzen gesetzt wären, dass 

praktisch alle Tätigkeiten eines bestimmten Sektors – hier der Produktion 

– ausser Betracht fielen. Vielmehr verweist die IV-Stelle in der 

angefochtenen Verfügung in diesem Zusammenhang auf Tätigkeiten wie 

leichte Maschinenbedienung, leichte Sortier- oder Prüfarbeiten sowie 

leichtere Arbeiten im Bereich der (zum Teil maschinell, mit Hubstapler etc. 

unterstützten) Lager- oder Ersatzteilbewirtschaftung. Es besteht daher kein 

Grund, nicht auf den durchschnittlichen monatlichen Bruttolohn ("Total") für 

Männer mit Kompetenzniveau 1 (einfache Tätigkeiten körperlicher oder 

handwerklicher Art) im privaten Sektor abzustellen, wie das die IV-Stelle 

der Regel entsprechend gemacht hat (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

9C_475/2019 vom 15. November 2019 E.5.1 m.w.H.). Der Vollständigkeit 

halber gilt es zudem darauf hinzuweisen, dass allfällige regionale 

Lohnunterschiede bei der Bestimmung des Invalideneinkommens nicht zu 

berücksichtigen sind. Selbst in wirtschaftlich schwachen Regionen mit 

tieferen Einkommen rechtfertigt es sich gemäss bundesgerichtlicher 

Rechtsprechung nicht, vom Zentralwert des monatlichen Bruttolohnes 

(Median) abzuweichen; die Invalidenversicherung hat weder für ungünstige 

konjunkturelle Verhältnisse einzustehen noch regionale Lohnunterscheide 

auszugleichen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_190/2019 vom 

12. Februar 2020 E.4.1 m.w.H.). 

5.1. Schliesslich erachtet der Beschwerdeführer einen Leidensabzug von 10 % 

vom Invalideneinkommen als angemessen. Er begründet dies im 

Wesentlichen damit, dass er im Vergleich zu einer komplett gesunden 

Person ein deutlich höheres Krankheitsrisiko habe, da multiple 

Einschränkungen (beim Treppensteigen, beim Heben von Lasten, 

aufgrund der Problematik an der rechten Hüfte, der Wirbelsäule sowie der 

Schulter und des Tremors) bei der Art der Arbeitstätigkeit bestünden. Ein 

Arbeitsplatz müsste mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auf 

- 18 -

seine Einschränkungen angepasst werden (massgeschneiderte Arbeiten 

an für ihn angepassten Örtlichkeiten). 

5.2.1. Ein leidensbedingter Abzug kommt auch bei Heranziehen der LSE zur Be-

stimmung des Invalideneinkommens nicht generell und in jedem Fall zur 

Anwendung. Ein Abzug soll nicht automatisch, sondern dann erfolgen, 

wenn im Einzelfall Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die versicherte Per-

son wegen eines oder mehrerer einkommensbeeinflussender Merkmale 

ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen 

Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwer-

ten kann (Urteil des Bundesgerichts 9C_323/2019 vom 2. September 2019 

E.4.2 m.H.a. BGE 126 V 75 E.5a/bb und E.5b/aa). Praxisgemäss soll mit 

dem Abzug vom Tabellenlohn der Tatsache Rechnung getragen werden, 

dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Be-

hinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie 

und Beschäftigungsgrad je nach Ausprägung Auswirkungen auf die Lohn-

höhe haben können. Der Abzug ist unter Würdigung der Umstände im Ein-

zelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 

25 % nicht übersteigen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_114/2017 vom 

11. Juli 2017 E.3.1 m.H.a. BGE 135 V 297 E.5.2; vgl. auch Urteil des Bun-

desgerichts 9C_447/2019 vom 8. Oktober 2019 E.3.1 m.w.H.).

5.2.2. Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem In-

valideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen kör-

perlich leichter Hilfsarbeitertätigkeiten in ihrer Leistungsfähigkeit einge-

schränkt ist. Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurtei-

lung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Ein-

schränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Ab-

zugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Ge-

sichtspunkts führen dürfen (Urteil des Bundesgerichts 9C_846/2014 vom 

- 19 -

22. Januar 2015 E.4.1.1 m.w.H.). Praxisgemäss werden keine separat 

quantifizierten Abzüge je für die massgeblichen Kriterien vorgenommen 

und addiert, sondern es wird vielmehr der Abzug gesamthaft geschätzt (vgl. 

Urteil des Bundesgerichts 8C_536/2019 vom 26. September 2019 

E.5.2.2 f.). 

5.3.1. Soweit der Beschwerdeführer einen Leidensabzug mit dem Verweis auf 

multiple Einschränkungen geltend macht, ist ihm entgegenzuhalten, dass 

keine Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die gesundheitlichen Einschrän-

kungen nicht bereits vollumfänglich in der Beurteilung der medizinischen 

Arbeitsfähigkeit in leidensadaptierter Tätigkeit enthalten sind (vgl. dazu vor-

stehende Erwägung 5.2.2). So wurde der Einschränkung mit Blick auf das 

Heben von Lasten insofern Rechnung getragen, als nur noch körperlich 

leichte, kurzzeitig mittelschwere Tätigkeiten als zumutbar erachtet werden 

(vgl. IV-act. 74 S. 8 und IV-act. 74 S. 27). Soweit sich der 

Beschwerdeführer in diesem Zusammenhang auf weitere Beschwerden im 

Bereich der rechten Hüfte, der Wirbelsäule und der Schulter beruft, 

übersieht er, dass entsprechende Diagnosen (insb. chronisches 

belastungsabhängiges Schulterschmerzsyndrom, chonische Lumbalgie 

und Coxarthrose) im ZMB-Gutachten nachvollziehbar als ohne Einfluss auf 

die Arbeitsfähigkeit ausgeschieden worden sind (vgl. IV-act. 74 S. 2 ff.). 

Dasselbe gilt für den festgestellten leichtgradigen essentiellen Tremor (vgl. 

IV-act. 74 S. 4 ff.). Abgesehen davon wies der neurologische Gutachter in 

seiner Arbeitsfähigkeits-Einschätzung lediglich aus, dass der essentielle 

Tremor – wenn überhaupt – bei sehr feinmotorischen Tätigkeiten 

interferieren könnte (vgl. IV-act. 74 S. 38), was bei Tätigkeiten im 

Kompetenzniveau 1 nicht massgeblich ins Gewicht fällt. Überdies mutet es 

widersprüchlich an, wenn der Beschwerdeführer in der vorliegenden 

Beschwerde ausführt, aufgrund des Tremors würden bereits einfache 

Sortier- oder Verpackungsarbeiten zum Problem, er solche Tätigkeiten im 

- 20 -

Einwand indes selbst als noch ausführbare Arbeiten bezeichnet hat (vgl. 

IV-act. 80 S. 3). 

5.3.2. Dem Beschwerdeführer kann des Weiteren nicht gefolgt werden, soweit er 

geltend macht, bei nur mehr leichten Tätigkeiten werde praxisgemäss ein 

Leidensabzug von 10 % vorgenommen. Vielmehr ist nach bundesgerichtli-

cher Rechtsprechung der Umstand allein, dass nur mehr leichte Arbeiten 

zumutbar sind, kein Grund für einen zusätzlichen Leidensabzug, weil der 

Tabellenlohn im Kompetenzniveau 1 bereits eine Vielzahl von leichten 

Tätigkeiten umfasst (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_841/2017 vom 

14. Mai 2018 E.5.2.2.2 m.w.H). Er umfasst – wie die IV-Stelle zu Recht 

vorbringt – namentlich auch vorwiegend sitzende, wechselbelastende 

Tätigkeiten auf ebenem Boden ohne Arbeiten auf Leitern oder Gerüsten 

bzw. an absturzgefährdeten Arbeitsplätzen und ohne die Notwendigkeit, re-

gelmässig (oder mit Lasten) Treppen zu steigen. Bezüglich Letzterem kann 

dem Beschwerdeführer darüber hinaus nicht gefolgt werden, wenn er vor-

bringt, es sei für ihn aufgrund von Treppen und Absätzen schon ein Pro-

blem, überhaupt an den Arbeitsplatz zu gelangen. Denn auch wenn dies-

bezüglich aus Sicht der Gutachter und Dr. med. E._____ Einschränkungen 

bestehen (vgl. IV-act. 74 S. 8 bzw. IV-act. 35 S. 2), kann der ärztlichen Ein-

schätzung nicht entnommen werden, dass diese Beeinträchtigungen derart 

ausgeprägt sein sollen, dass gar keine Treppen mehr oder nicht einmal 

mehr einzelne Stufen bzw. Absätze überwunden werden könnten (vgl. 

darüber hinaus auch vorstehende Erwägung 4.3.2). Insofern ist nicht er-

sichtlich, inwiefern ein Arbeitgeber den Arbeitsplatz an die Einschränkun-

gen des Beschwerdeführers anpassen bzw. ihm massgeschneiderte Arbei-

ten an für ihn angepassten Örtlichkeiten zuweisen müsste. Vielmehr sind 

die funktionellen Einschränkungen des Beschwerdeführers mit den ge-

wöhnlichen betrieblichen Anforderungen vereinbar. Daher leuchtet auch 

nicht ein, weshalb der Beschwerdeführer im Vergleich zu anderen Arbeit-

nehmern ein deutlich erhöhtes Krankheitsrisiko aufweisen soll. Zudem ist 

- 21 -

mit der IV-Stelle festzuhalten, dass der romanisch- und deutschsprachige 

Beschwerdeführer mit Schweizer Bürgerrecht und ausgewiesener Schul- 

und Berufsausbildung – entgegen seiner Auffassung – durchaus auch über 

gewisse Wettbewerbsvorteile verfügt. Dass er aufgrund seiner Ausbildun-

gen überqualifiziert wäre, relativiert sich durch die aufgrund des Belas-

tungsprofils noch zumutbaren Tätigkeiten. 

5.3.3. Nach dem Gesagten rechtfertigt es sich vorliegend nicht, einen Leidensab-

zug vorzunehmen. Das Invalideneinkommen beläuft sich somit – gestützt 

auf den Totalwert (Produktions- und Dienstleistungssektor) der Tabelle 

TA1, Kompetenzniveau 1, der LSE 2016 und aufindexiert auf das 

Jahr 2019 – auf Fr. 68'418.40 (= Fr. 5'340.-- x 12 : 40 x 41.7 x 1.003995 x 

1.01 x 1.01). Dabei ergibt sich bei einem unbestritten gebliebenen 

Valideneinkommen von Fr. 106'000.-- ein rentenausschliessender 

Invaliditätsgrad von 35.45 %.

6. Im Ergebnis erweist sich die Beschwerde somit als unbegründet, weshalb 

sie abzuweisen ist. 

7. Nach Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren – in Abweichung 

von Art. 61 lit. a ATSG – bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder 

Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung vor dem 

kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig (vgl. Art. 83 ATSG). Die 

Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom 

Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Vorliegend 

rechtfertigt es sich, die Kosten auf Fr. 700.-- festzulegen. Diese sind vom 

unterliegenden Beschwerdeführer zu tragen (vgl. Art. 73 Abs. 1 VRG). Der 

obsiegenden IV-Stelle steht kein Anspruch auf Ersatz der Parteikosten zu 

(vgl. Art. 61 lit. g ATSG e contrario). 

- 22 -

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten von Fr. 700.-- gehen zu Lasten von A._____.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

4. [Rechtsmittelbelehrung]

5. [Mitteilungen]