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**Case Identifier:** 0431961d-2eef-551f-a3f2-b564fc641cd1
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-12-15
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 15.12.2023 200 2022 412
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2022-412_2023-12-15.pdf

## Full Text

200 22 412 IV
KNB/SVE/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 15. Dezember 2023

Verwaltungsrichter Knapp, Kammerpräsident
Verwaltungsrichterin Mauerhofer, Verwaltungsrichter Jakob
Gerichtsschreiberin Schwitter

Erbengemeinschaft der A.________ sel.
bestehend aus:

B.________

C.________

beide vertreten durch Rechtsanwalt D.________
Beschwerdeführende

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 20. Juni 2022

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Dez. 2023, IV/22/412, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1962 geborene A.________ sel. (Versicherte), zuletzt im ... tätig gewe-
sen, meldete sich im September 2014 bei der Eidgenössischen Invaliden-
versicherung (IV) unter Hinweis auf einen Herzstillstand/primäres Kammer-
flimmern (2005) sowie einen Schlaganfall mit Hemiparese links (2014) zum 
Leistungsbezug an (Akten der IV-Stelle Bern [IVB bzw. Beschwerdegegne-
rin; act. II, IIA], act. II 1). Die IVB tätigte in der Folge erwerbliche und medi-
zinische Abklärungen. Insbesondere veranlasste sie eine polydisziplinäre 
Begutachtung durch die MEDAS E.________ (MEDAS; Gutachten vom 
16. Juni 2017 [act. II 94.1]). Mit Verfügung vom 1. Juni 2018 (act. II 128) 
verneinte die IVB einen Rentenanspruch. Die dagegen erhobene Be-
schwerde (act. II 129 S. 3 ff.) hiess das Verwaltungsgericht des Kantons 
Bern mit Urteil vom 27. November 2018, IV/2018/451 (act. II 138), dahin-
gehend gut, als es die angefochtene Verfügung aufhob und die Sache an 
die IVB zur Vornahme weiterer Abklärungen und zum Erlass einer neuen 
Verfügung zurückwies. Dieses Urteil blieb unangefochten.

Nachdem die Versicherte – entsprechend der Aufforderung vom 4. März 
2019 (act. II 154; vgl. hierzu auch VGE IV/2018/451, E. 3.8 [act. II 138 
S. 15]) durch die IVB – ihrer Schadenminderungspflicht in Form einer stati-
onären Entzugsbehandlung mit anschliessend kontrollierter Abstinenz 
nachgekommen war (vgl. act. II 176, 208), veranlasste die IVB eine poly-
disziplinäre Verlaufsbegutachtung bei der MEDAS in den Fachdisziplinen 
Neuropsychologie, Neurologie, Psychiatrie, Kardiologie, Orthopädie und 
Allgemeine Innere Medizin (Verlaufsgutachten vom 14. August 2020 
[act. II 232.1]). Überdies ordnete sie eine Abklärung vor Ort an (Ab-
klärungsbericht Haushalt/Erwerb vom 19. November 2020 [act. II 239]). Mit 
Vorbescheid vom 1. Dezember 2020 (act. II 240) stellte sie der Versicher-
ten in Anwendung der gemischten Methode ab 1. Mai 2018 bei einem Inva-
liditätsgrad von 46 % eine Viertelsrente (Status 50 % Erwerb und 50 % 
Haushalt) und ab 1. Mai 2019 bei einem Invaliditätsgrad von 57 % eine 
halbe Rente (Status 65 % Erwerb und 35 % Haushalt) in Aussicht. Nach 
dagegen erhobenem Einwand (act. II 241, 244, 248) holte die IVB eine 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Dez. 2023, IV/22/412, Seite 3

Stellungnahme bei der MEDAS ein (vgl. act. IIA 255; Stellungnahme vom 
27. Mai 2021 [act. IIA 256]). Gestützt darauf liess sie die Versicherte aber-
mals durch die MEDAS begutachten (Verlaufsgutachten vom 9. Dezember 
2021 [act. IIA 289.1]) und veranlasste erneut eine Abklärung vor Ort (Ab-
klärungsbericht Haushalt/Erwerb vom 17. Dezember 2021 [act. IIA 291]). 
Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (act. IIA 292 ff.), in dessen 
Rahmen eine Stellungnahme beim Bereich Abklärungen eingeholt wurde 
(Stellungnahme vom 8. April 2022 [act. IIA 298]), sprach die IVB der Versi-
cherten mit Verfügung vom 20. Juni 2022 (act. IIA 302) in Anwendung der 
gemischten Methode ab 1. Mai 2018 bei einem Invaliditätsgrad von 46 % 
(Status 50 % Erwerb und 35 % [recte: 50 %; vgl. act. IIA 291 S. 11 Ziff. 4] 
Haushalt) eine Viertelsrente und ab 1. Mai 2019 bei einem Invaliditätsgrad 
von 57 % (Status 65 % Erwerb und 35 % Haushalt) eine halbe Rente (je-
weils samt Kinderrente) zu.

B.

Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt 
D.________, mit Eingabe vom 8. Juli 2022 Beschwerde mit folgenden 
Rechtsbegehren:

1. Die Verfügung der IV-Stelle des Kantons Bern vom 20. Juni 2022 sei insoweit 
aufzuheben, als der Beschwerdeführerin erst ab 1. Mai 2018 eine Invalidenrente 
und dies lediglich im Umfang einer Viertelsrente bzw. ab 1. Mai 2019 im Umfang 
einer halben Rente, zugesprochen wurde.

2. Die Beschwerdegegnerin sei zu verurteilen, der Beschwerdeführerin rückwirkend 
ab 1. August 2015 eine ganze Invalidenrente auszurichten.

Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen.

Mit Eingabe vom 27. Juli 2022 teilte der Rechtsvertreter der Versicherten 
mit, dass diese in der vorangehenden Woche verstorben sei. 

Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 31. August 
2022 auf Abweisung der Beschwerde.

Am 10. Mai 2023 erklärte die Erbengemeinschaft – bestehend aus den 
beiden Kindern B.________ und C.________ als gesetzliche Erben 
(Beschwerdeführende) –, vertreten durch Rechtsanwalt D.________, dass 

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sie anstelle der verstorbenen Mutter in den Prozess eintreten, reichten den 
Erbenschein zu den Akten (vgl. Akten der Beschwerdeführenden [act. I, IA], 
act. IA 1) und beantragten die Fortführung des Verfahrens.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Versicherte ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträgen nicht 
durchgedrungen, war durch den angefochtenen Entscheid berührt und hat-
te zum Zeitpunkt der Beschwerdeerhebung ein schutzwürdiges Interesse 
an dessen Aufhebung, weshalb sie zur Beschwerde befugt war (Art. 59 
ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des 
Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversicherung [IVG; 
SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 ATSG) sowie 
Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des kantonalen 
Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege [VRPG; 
BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. 

Die Versicherte ist während des hängigen Beschwerdeverfahrens im Juli 
2022 verstorben (vgl. act. IA 1). Durch den Eintritt ihrer Kinder als 
gesetzliche Erben in den Prozess (als sog. notwendige 
Streitgenossenschaft; vgl. hierzu SCHAUFELBERGER/KELLER LÜSCHER, in: 
GEISER/WOLF [Hrsg.], Basler Kommentar zum Zivilgesetzbuch II, 6. Auflage 
2019, Art. 602 N. 26) hat ein zulässiger Parteiwechsel stattgefunden (vgl. 
Erbenschein vom 25. April 2023 [act. IA 1] und Art. 61 ATSG i.V.m. Art. 13 

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Abs. 2 VRPG sowie Art. 70 der Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 
19. Dezember 2008 [ZPO; SR 272]). Zudem liegen angepasste Prozess-
vollmachten vor (act. IA 2). Folglich ist das Beschwerdeverfahren fortzuset-
zen.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 20. Juni 2022 
(act. IIA 302). In anfechtungs- und streitgegenständlicher Hinsicht liegt ein 
Rechtsverhältnis vor, wenn rückwirkend eine abgestufte und/oder befristete 
IV-Rente zugesprochen wird. Wird nur die Abstufung oder die Befristung 
der Leistungen angefochten, wird damit die richterliche Überprüfungsbe-
fugnis nicht in dem Sinne eingeschränkt, dass die unbestritten gebliebenen 
Rentenbezugszeiten von der richterlichen Prüfung ausgenommen blieben 
(BGE 125 V 413; SVR 2019 IV Nr. 32 S. 100 E. 3.2; AHI 2001 S. 278 
E. 1a). Streitig und zu prüfen ist demnach der Rentenanspruch der Versi-
cherten bis zu ihrem Tod (vgl. Art. 30 IVG), unter Einschluss der ab 1. Mai 
2018 zugesprochenen Viertelsrente und der ab 1. Mai 2019 zugesproche-
nen halben Rente.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Am 1. Januar 2022 sind die Änderungen vom 19. Juni 2020 des IVG 
(Weiterentwicklung der IV) und weiterer Erlasse (insbesondere des ATSG) 
in Kraft getreten (AS 2021 705). In zeitlicher Hinsicht sind – vorbehältlich 
besonderer übergangsrechtlicher Regelungen – grundsätzlich diejenigen 
Rechtssätze massgeblich, die bei der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden 
oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 
364 E. 7.1 S. 370, 144 V 210 E. 4.3.1 S. 213). 

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Die angefochtene Verfügung datiert zwar vom 20. Juni 2022 (act. IIA 302), 
womit sie nach dem Inkrafttreten der IVG-Änderung vom 19. Juni 2020 
erging. Indessen liegt der frühestmögliche Zeitpunkt der potentiellen Ent-
stehung des Rentenanspruchs mit Blick auf die Anmeldung vom Septem-
ber 2014 (act. II 1), die sechsmonatige Karenzfrist i.S.v. Art. 29 Abs. 1 IVG 
und das Wartejahr gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG (als auch die Revisions-
zeitpunkte vgl. E. 5.3 hiernach) vor dem 1. Januar 2022, weshalb die Be-
stimmungen des IVG und diejenigen der Verordnung vom 17. Januar 1961 
über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) in der bis 31. Dezember 
2021 gültigen Fassung (fortan: aArt.) massgebend sind (Rz. 9101 des 
Kreisschreibens über Invalidität und Rente in der Invalidenversicherung 
[KSIR]; zur Bedeutung von Verwaltungsweisungen vgl. BGE 147 V 79 
E. 7.3.2 S. 82, 146 V 224 E. 4.4.2 S. 228).

2.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.3 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 IVG 
sowie Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizinische 
Befundlage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer nur 
dann anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer 
Gesundheitsbeeinträchtigung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert 
worden ist (BGE 145 V 215 E. 5.1 S. 221). Mit der Diagnose eines 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Dez. 2023, IV/22/412, Seite 7

Gesundheitsschadens ist noch nicht gesagt, dass dieser auch 
invalidisierenden Charakter hat. Ob dies zutrifft, beurteilt sich gemäss dem 
klaren Gesetzeswortlaut nach dem Einfluss, den der Gesundheitsschaden 
auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit hat. Entscheidend ist, ob der 
versicherten Person wegen des geklagten Leidens nicht mehr zumutbar ist, 
ganz oder teilweise zu arbeiten. Deshalb gilt eine objektivierte 
Zumutbarkeitsprüfung unter ausschliesslicher Berücksichtigung von Folgen 
der gesundheitlichen Beeinträchtigung (BGE 142 V 106 E. 4.4 S. 110).

2.4 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine Ren-
te, wenn sie ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines 
Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % 
arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses 
Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. c). 

Gemäss aArt. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Rente, 
wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine Dreivier-
telsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad 
von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei ei-
nem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine Viertelsren-
te. 

Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG frühestens nach 
Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs 
nach Art. 29 Abs. 1 ATSG.

2.5

2.5.1 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird bei einer erwerbs-
tätigen versicherten Person das Erwerbseinkommen, das sie nach Eintritt 
der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und 
allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit 
bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt 
zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 
geworden wäre (Art. 16 ATSG).

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2.5.2 Nach aArt. 28a Abs. 3 IVG wird bei Versicherten, die nur zum Teil 
erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der 
Ehegattin mitarbeiten, für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG 
festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so wird die 
Invalidität für diese Tätigkeit gestützt auf einen Betätigungsvergleich 
ermittelt (aArt. 28a Abs. 2 IVG). In diesem Falle sind der Anteil der 
Erwerbstätigkeit oder der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des 
Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im 
Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad in beiden Bereichen 
zu bemessen (sog. gemischte Methode; BGE 145 V 370 E. 4.1 S. 373, 144 
I 21 E. 2.1 S. 23).

2.5.3 Die Berechnung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Erwerbs-
tätigkeit richtet sich nach Art. 16 ATSG. Bei der Bestimmung des Erwerbs-
einkommens, das die versicherte Person durch die Teilerwerbstätigkeit 
erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkom-
men), ist bei erstmaliger Rentenanmeldung, welche vor dem 1. Juli 2017 
erfolgt ist, zu differenzieren (vgl. IV-Rundschreiben Nr. 372 vom 9. Januar 
2018): Für Invalidenrenten, welche den Zeitraum vor Inkrafttreten der Revi-
sion IVV am 1. Januar 2018 betreffen, wird das Valideneinkommen dem 
hypothetischen Teilzeiteinkommen gleichgesetzt. Bei Invalidenrenten ab 
dem 1. Januar 2018 wird das hypothetische Einkommen aus der Teiler-
werbstätigkeit auf ein Vollpensum hochgerechnet. Die prozentuale Er-
werbseinbusse wird schliesslich anhand des Beschäftigungsgrads, den die 
Person hätte, wenn sie nicht invalid geworden wäre, gewichtet (aArt. 27bis 
Abs. 3 IVV, in der ab 1. Januar 2018 gültig gewesenen Fassung).

2.5.4 Für die Berechnung des Invaliditätsgrades in Bezug auf die 
Betätigung im Aufgabenbereich wird der prozentuale Anteil der 
Einschränkungen bei der Betätigung im Aufgabenbereich im Vergleich zur 
Situation, wenn die versicherte Person nicht invalid geworden wäre, 
ermittelt. Er wird anhand des Anteils des Aufgabenbereichs gewichtet (aArt. 
27bis Abs. 4 IVV, in der ab 1. Januar 2018 gültig gewesenen Fassung). 

2.6 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Dez. 2023, IV/22/412, Seite 9

Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufge-
hoben (aArt. 17 Abs. 1 ATSG). 

Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächli-
chen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den 
Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist deshalb nicht nur 
bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, sondern 
auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen 
(oder die Auswirkungen auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) 
des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert 
haben. Dazu gehört die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit aufgrund einer 
Angewöhnung oder Anpassung an die Behinderung. Ein Revisionsgrund ist 
ferner unter Umständen auch dann gegeben, wenn eine andere Art der 
Bemessung der Invalidität zur Anwendung gelangt oder eine Wandlung des 
Aufgabenbereichs eingetreten ist (BGE 144 I 103 E. 2.1 S. 105, 141 V 9 
E. 2.3 S. 10; SVR 2021 IV Nr. 36 S. 110 E. 3.1).

2.7 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2021 IV 
Nr. 54 S. 181 E. 2.3).

3.

3.1 In Bezug auf den Gesundheitszustand ergibt sich aus den Akten 
vorab, was folgt: Im Jahr 2005 trat bei der Versicherten ein Kammerflim-
mern auf, woraufhin eine minimale koronare Herzkrankheit (50 % Interme-
diärast-Stenose bei kleinem Gefäss) diagnostiziert wurde (act. II 5 S. 20). 
Es erfolgte eine ICD-Implantation (act. II 5 S. 18). Sodann erlitt die Versi-

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cherte am 22. August 2014 einen subakuten mehrzeitigen ischämischen 
Hirninfarkt im Mediastromgebiet rechts (act. II 5 S. 1). 

3.2 Betreffend das durch die Beschwerdegegnerin veranlasste Gutach-
ten vom 16. Juni 2017 (act. II 94.1) – für dessen Inhalt auf VGE 
IV/2018/451, E. 3.1 (act. II 138 S. 6 ff.) verwiesen wird – wurde in VGE 
IV/2018/451, E. 3.8 (act. II 138 S. 12 ff) ausgeführt, dass dieses sich mit 
Bezug auf die streitigen Belange nur beschränkt für beweistauglich erwei-
se. So erachtete das Gericht insbesondere das kardiologische Teilgutach-
ten, in welchem eine Restarbeitsfähigkeit von 20 % attestiert wurde, be-
weisrechtlich als nicht nachvollziehbar. Überdies wurde ausgeführt, es sei 
in neurologischer und psychiatrischer Hinsicht von beweisrechtlicher Rele-
vanz, ob die kognitiven Defizite ausschliesslich auf einen iv-relevanten Ge-
sundheitsschaden zurückzuführen seien oder durch iv-fremde Umstände 
mitbeeinflusst würden, was nicht restlos klar werde. In neuropsychologi-
scher Hinsicht sei unklar, ob und inwieweit die an sich validen Befunde 
durch psychische Beeinträchtigungen oder Medikamente beeinflusst wür-
den. Gestützt auf das psychiatrische Teilgutachten sei davon auszugehen, 
dass die Benzodiazepinabhängigkeit die Arbeitsfähigkeit (wohl) beeinflusse 
und sich die kognitive Situation nach einer Entgiftungsbehandlung verbes-
sern und somit die Arbeitsfähigkeit steigern würde. Das Gericht hiess die 
Beschwerde dahingehend gut, als es die Beschwerdegegnerin anwies, die 
Versicherte unter Anwendung des Mahn- und Bedenkzeitverfahrens aufzu-
fordern, sich einer stationären Behandlungsmassnahme mit anschliessend 
kontrollierte Abstinenz zu unterziehen und in einem weiteren Schritt eine 
Verlaufsbegutachtung anzuordnen und gestützt darauf neu zu verfügen.

3.3 Die im Nachgang zu VGE IV/2018/451 eingeholten medizinischen 
Akten ergaben, was folgt:

3.3.1 Im Verlaufsgutachten vom 14. August 2020 (act. II 232.1) führten 
die Dres. med. F.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, 
G.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und Kardiologie, 
H.________, Facharzt für Neurologie sowie Psychiatrie und Psychothera-
pie, und I.________, Facharzt für Chirurgie sowie Orthopädische Chirurgie 
und Traumatologie des Bewegungsapparates, sowie lic. phil. J.________, 
Fachpsychologe für Neuropsychologie, in der interdisziplinären Gesamtbe-

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urteilung (act. II 232.1 S. 6 ff. Ziff. 4) mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 
im Wesentlichen folgende Diagnosen auf (S. 11 Ziff. 4.2):

1. Mediateilinfarkt rechts (August 2014);
2. Mittelgradige kognitive Störung aufgrund einer Schädigung oder Funktions-

störung des Gehirns (ICD-10 F06.9);
3. Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne psy-

chotische Symptome (ICD-10 F32.2); 
4. Primäres Kammerflimmern am 3. April 2005;
5. Knapp signifikante koronare 1-Gefässerkrankung mit 50 % Stenose des Ramus 

intermedius und Wandunregelmässigkeiten RIVA und RCA bei einer Koronar-
angiographie 2005;

6. Implantation eines ICD (Medtronic Maximo; Mai 2005) als Sekundärprophylaxe 
nach Herz-Kreislaufstillstand.

Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit stellten sie im Wesentlichen fol-
gende Diagnosen (S. 12 Ziff. 4.2):

1. Nicht pulsatiler Tinnitus;
2. Psychische und Verhaltensstörung durch Sedativa oder Hypnotika: Abhängig-

keitssyndrom, gegenwärtig abstinent (ICD-10 F13.2);
3. Chronische Schmerzen der Halswirbelsäule aufgrund degenerativer Verände-

rungen;
4. Schmerzen der Lendenwirbelsäule und der Brustwirbelsäule bei degenerativen 

Veränderungen der Brustwirbelsäule ohne zu objektivierende funktionelle Ein-
schränkungen;

5. Unklare Schmerzen rechtes Gesäss;
6. Tendovaginitis stenosans D I und D II rechts, Operation 8. Juli 2020;
7. Tendovaginitis stenosans D III rechts, Operation 21. März 2018;
8. Kardiovaskuläre Risikofaktoren;
9. Hyperurikämie unter Behandlung gut eingestellt;
10. Kolonpolypen bei familiärer Belastung, Entfernung 2002, Koloskopie 

19. November 2019, leichte Divertikulosen, Marisken am Analrand;
11. Vitamin B12-Mangel, ED Oktober 2019, unter parenteraler Substitution, aktuell 

normaler Blutspiegel;
12. Funktioneller Eisenmangel möglich.

Aus allgemein-internistischer Sicht wurden keine Diagnosen mit Relevanz 
für die Arbeitsfähigkeit attestiert (act. II 232.3 S. 11 Ziff. 6, S. 14 Ziff. 8).

Im neurologischen Teilgutachten (act. II 232.4) wurde festgehalten, dass 
sich seit der zurückliegenden Begutachtung keine Veränderung ergeben 
habe, was nicht überrasche, da es sich um einen Defektzustand handle 
(S. 7 Ziff. 7.2). In der bisherigen Tätigkeit bestehe keine Arbeitsfähigkeit 
mehr, wohingegen in einer angepassten Tätigkeit eine 50%ige 
Arbeitsfähigkeit attestiert wurde (S. 8 f. Ziff. 8).

Psychiatrischerseits sei es spätestens im Mai 2018 zu einer 
richtungsweisenden Verschlechterung gekommen, die seitens der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Dez. 2023, IV/22/412, Seite 12

behandelnden Psychiaterin auch dokumentiert worden sei (act. II 232.5 
S. 15 Ziff. 8). Zum einen habe die depressive Erkrankung eine deutliche 
Verschlechterung erfahren (S. 13 Ziff. 7.3). Zum anderen sei es zu einer 
Verschlechterung der kognitiven Leistung gekommen, obwohl die 
Versicherte keine Benzodiazepine mehr konsumiere (S. 14 Ziff. 7.4). Dies 
sei als Ausdruck des Alterungsgeschehens eines vorgeschädigten Gehirns 
zu werten (S. 17 Ziff. 7.2). Daher könne sowohl in der bisherigen als auch 
in einer angepassten Tätigkeit von einer Arbeitsfähigkeit von 20 % 
ausgegangen werden (S. 14 ff. Ziff. 7.4 und Ziff. 8). 

Im orthopädischen Teilgutachten wurden keine Diagnosen mit Auswirkung 
auf die Arbeitsfähigkeit gestellt (act. II 232.6 S. 10 Ziff. 6). Die Versicherte 
könne aufgrund der festgestellten degenerativen Veränderungen der 
Halswirbelsäule nur leichte Tätigkeiten ausführen, diese mit der Möglichkeit 
der selbstgewählten Positionswechsel, wobei die Tätigkeit keine länger 
andauernden oder ausschliesslichen Überkopfarbeiten, keine länger 
andauernden Gerüst- und Leitertätigkeiten sowie keine Zwangshaltung für 
die Wirbelsäule beinhalten sollte (S. 13 Ziff. 8).

Aus neuropsychologischer Sicht wurde ausgeführt, dass im Gegensatz zur 
Beurteilung von 2017, in welcher noch von einer „leichten bis 
mittelgradigen neuropsychologischen Störung“ ausgegangen worden sei, 
aktuell eine „mittelgradige Störung“ festzustellen sei (act. II 232.7 S. 13 
Ziff. 3). Die kognitive Leistungsfähigkeit und die Belastbarkeit hätten sich 
etwas verschlechtert (S. 11 Ziff. 6).

Im kardiologischen Teilgutachten (act. II 232.8) wurde die Arbeitsfähigkeit 
in der bisherigen Tätigkeit als aufgehoben erachtet. Dahingegen wurde für 
angepasste Tätigkeiten unter rein kardiovaskulärem Gesichtspunkt 
aufgrund der stabilen Verhältnisse im weiteren Verlauf und der erfreulichen 
Entwicklung in den letzten drei Jahren ohne weitere Komplikationen oder 
fassbaren Verschlechterungen sowie der nahezu unveränderten 
Echokardiographie und vergleichbarer Belastungsuntersuchung eine 
Arbeitsfähigkeit von 50 % als gegeben erachtet. Dabei seien schwere und 
mittelschwere körperliche Arbeiten nicht geeignet. Im Hinblick auf 
potentielle Rhythmusstörungen bzw. ICD-Auslösung verböten sich Arbeiten 
auf Leitern und Gerüsten. Überkopfarbeiten seien wegen der möglichen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Dez. 2023, IV/22/412, Seite 13

Sondenbelastung des ICD auf Zug zu vermeiden (S. 10 Ziff. 7.3 f. und 
Ziff. 8). 

In der Konsensbeurteilung (act. II 232.1 S. 6 ff. Ziff. 4) attestierten die 
Gutachter in der bisherigen Tätigkeit eine vollständige Arbeitsunfähigkeit 
seit dem stattgehabten zerebrovaskulären Ereignis im August 2014 und 
unverändert seit dem Vorgutachten vom Juni 2017 (S. 17 Ziff. 4.7). In einer 
leidensangepassten Tätigkeit bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 20 % 
(Ziff. 4.8). Sowohl die depressive als auch die kognitive Symptomatik 
hätten eine deutliche Verschlechterung erfahren (S. 19 Ziff. 4). Es sei 
davon auszugehen, dass es spätestens im Mai 2018 zu einer erheblichen 
Verschlechterung gekommen sei (S. 17 Ziff. 4.8). Eine angepasste 
berufliche Tätigkeit sollte körperlich leichte, einfache, repetitive Aufgaben 
beinhalten, welche nacheinander abgearbeitet werden könnten und wenig 
Anforderungen ans Multi-Tasking und an die Daueraufmerksamkeit stellten. 
Die Aufgaben sollten nicht unter Zeitdruck bewältigt werden müssen und 
keine höheren Anforderungen an visuelle Fähigkeiten und visuell exaktes 
Arbeiten stellen. Die Versicherte sollte wegen ihrer Ermüdbarkeit 
regelmässige Pausen einlegen können. Die Tätigkeiten sollten vorwiegend 
im Sitzen ohne Überkopfarbeiten und überwiegend mit der rechten Hand, 
unter Einsatz der linken Hand zur Haltefunktion und für grobmotorische 
Tätigkeiten ausgeführt werden, nicht auf Leitern oder mit dem Erfordernis 
eines stabilen Standes (Ziff. 4.5). Da es sich um einen Defektzustand 
handle und aufgrund der organischen Genese der Symptomatik könne 
nicht mehr mit einer relevanten Verbesserung gerechnet werden (S. 18 
Ziff. 4.10). Da die Versicherte zum Zeitpunkt der Untersuchung keine 
Suchtmittel mehr konsumiert habe und es insoweit gleichwohl zu einer 
Verschlechterung gekommen sei, sei von einer weiteren kontrollierten 
Suchtmittelabstinenz keine weitere Verbesserung zu erwarten (S. 19 
Ziff. 6.2).

3.3.2 Nachdem im Rahmen des Vorbescheidverfahrens (act. II 240 ff.) 
neue medizinische Unterlagen eingereicht worden waren (act. II 244, 248, 
act. IIA 251, 254), erachteten die Gutachter in der diesbezüglichen 
Stellungnahme vom 27. Mai 2021 (act. IIA 256) eine weitere 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Dez. 2023, IV/22/412, Seite 14

Verlaufsbegutachtung in den Fachbereichen Allgemeine Innere Medizin, 
Neuropsychologie, Neurologie und Psychiatrie als empfehlenswert. 

Im Verlaufsgutachten vom 9. Dezember 2021 (act. IIA 289.1) führten die 
Dres. med. F.________ und H.________ sowie der Neuropsychologe 
lic. phil. J.________ in der interdisziplinären Gesamtbeurteilung 
(act. IIA 289.1 S. 5 ff. Ziff. 4) nebst den Diagnosen im Verlaufsgutachten 
vom 14. August 2020 (act. II 232.1; vgl. E. 3.3.1 hiervor) im Wesentlichen 
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit auf (S. 10 
Ziff. 4.2):

- Zentraler Schwindel;
- Progrediente Stenose der Aorta carotis interna links bei chronisch verschlossener 

ICA (recte wohl: ACI) rechts;
- Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne 

psychotische Symptome (ICD-10 F33.2).

Überdies hielten sie in Abweichung vom Verlaufsgutachten vom 14. August 
2020 (act. II 232.1; vgl. E. 3.3.1 hiervor) im Wesentlichen folgende Diagno-
sen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit fest (S. 10 Ziff. 4.2):

- Kardiovaskuläre Risikofaktoren;
- Schwere mikrozytäre hypochrome Anämie mit Verdacht auf Blutung (nicht 

nachweisbar) Juni 2021;
- Leichte erosive Antrumgastritis unter Tilur (Ösophago-Gastroduodenoskopie 

16. Dezember 2020, Nachkontrolle im Rahmen der Anämie Juni 2021);
- Leichter Calcium- und deutlicher Magnesium-Mangel;
- Chronische kalzifizierende Pankreatitis vor allem in der Kauda (Endosonographie 

16. Dezember 2020), aktuell Pankreasenzyme normal;
- Verdacht auf Schlaf-Apnoe-Syndrom Juni 2021 (Abklärung läuft, 

Schlussbesprechung für Januar 2022 geplant).

Im allgemein-internistischen Teilgutachten (act. IIA 289.3), welches 
nunmehr auch den kardiologischen Bereich umfasste, wurde festgehalten, 
dass die geltend gemachten Funktionsstörungen nicht durch 
Veränderungen im allgemein-internistischen Fachbereich erklärbar seien 
(S. 15 Ziff. 7.3). Ferner hätten sich in kardiologischer Hinsicht seit der 
letzten Begutachtung im August 2020 keine wesentlichen Veränderungen 
eingestellt (S. 16 Ziff. 7.4). In der angestammten Tätigkeit wurde eine 
Arbeitsfähigkeit von 0 % sowie in einer angepassten Tätigkeit eine solche 
von 50 % seit der letzten Begutachtung attestiert (S. 16 f. Ziff. 8).

Aus neurologischer Sicht bestehe unverändert ein Residualzustand nach 
mehrzeitigem Mediateilinfarkt rechts (August 2014). Die bereits zum 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Dez. 2023, IV/22/412, Seite 15

Zeitpunkt der zurückliegenden Begutachtung beschriebene 
Schwindelsymptomatik habe zwischenzeitlich eine Akzentuierung erfahren 
(act. IIA 289.4 S. 7 Ziff. 6). Es sei davon auszugehen, dass dieser ebenfalls 
zentral verursacht werde (S. 9 Ziff. 7.4). Die Arbeitsfähigkeit in der 
angestammten Tätigkeit sei unverändert aufgehoben und betrage in einer 
angepassten Tätigkeit nicht mehr 50 %, sondern nurmehr 30 % (S. 11 
Ziff. 1). Es handle sich um einen Defektzustand, der einer weiteren 
therapeutischen Bemühung nicht zugänglich sei. Insoweit könne aus 
neurologischer Sicht mit einer Verbesserung nicht mehr gerechnet werden 
(S. 8 Ziff. 7.2). 

Im psychiatrischen Teilgutachten (act. IIA 289.5) wurde ausgeführt, es sei 
zu keiner wesentlichen Veränderung des psychischen Zustandes 
gekommen, wobei eine leichtgradige Verschlechterung festgestellt werde 
(S. 12 Ziff. 7.4). Die Arbeitsfähigkeit sowohl in der angestammten als auch 
in einer angepassten Tätigkeit betrage 20 % (S. 13 f. Ziff. 8). 

In neuropsychologischer Hinsicht zeige sich dasselbe kognitive 
Einschränkungsprofil wie bei der vorangehenden Begutachtung 
(act. IIA 289.6 S. 9 Ziff. 6, S. 10 Ziff. 1). Spezifisch neuropsychologisch 
wurde die Arbeitsfähigkeit aufgrund der kognitiven Defizite auf ca. 50 % 
eingeschätzt (act. IIA 289.1 S. 12 Ziff. 4.3; vgl. act. IIA 289.6 S. 11 Ziff. 3).

In der Konsensbeurteilung (act. IIA 289.1) attestierten die Gutachter in der 
bisherigen Tätigkeit eine vollständige Arbeitsunfähigkeit (S. 14 Ziff. 4.7), 
wohingegen in einer angepassten Tätigkeit (weiterhin) eine Arbeitsfähigkeit 
von 20 % als gegeben erachtet wurde (S. 15 Ziff. 4.8). Nicht geeignet seien 
schwere und mittelschwere körperliche Arbeiten. Im Hinblick auf potenzielle 
Rhythmusstörungen bzw. ICD-Auslösung verböten sich Arbeiten auf Lei-
tern und Gerüsten. Überkopfarbeiten seien wegen der möglichen Sonden-
belastung auf Zug zu vermeiden. Aus neurologischer Sicht könne die Ver-
sicherte leichte körperliche Tätigkeiten, vorwiegend im Sitzen ohne Über-
kopfarbeiten und überwiegend mit der rechten Hand unter Einsatz der lin-
ken Hand zur Haltefunktion und für grobmotorische Tätigkeiten ausüben, 
jedoch nicht auf Leitern oder mit dem Erfordernis eines stabilen Standes 
(S. 13 Ziff. 4.5). Mit einer relevanten Verbesserung könne nicht mehr ge-
rechnet werden, da es sich um einen Defektzustand handle und aufgrund 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Dez. 2023, IV/22/412, Seite 16

der organischen Genese der Symptomatik (S. 15 Ziff. 4.10). Die Suchtmit-
telabstinenz sei weiterhin angezeigt, wobei gegen den seltenen Konsum 
von Rotwein keine Bedenken bestünden. Da die Versicherte zum Zeitpunkt 
der Untersuchung keine Benzodiazepine mehr konsumiert habe und es 
insoweit gleichwohl zu keiner Verbesserung gekommen sei, sei von einer 
weiteren Suchtmittelabstinenz keine weitere Verbesserung zu erwarten 
(S. 17 Ziff. 6).

3.3.3 Im Austrittsbericht über die Hospitalisation vom 16. bis 17. Juni 
2022 (act. I 3) im  Spital K.________ wurden im Wesentlichen folgende 
Hauptdiagnosen gestellt:

1. Schwere aregenerative, mikrozytäre, hypochrome Anämie (Hämoglobin 40 g/l) 
mit schwerem Eisenmangel bei Verdacht auf gastro-intestinale Blutung, DD mye-
lodysplastisches Syndrom am 17. Juni 2022;

2. Anamnestisch Status nach Beinvenen-Thrombose rechts (März 2022) bei ruptu-
rierter Bakerzyste;

3. Hypokaliämie ED 16. Juni 2022 am ehesten bei rezidivierendem Erbrechen und 
Durchfall;

4. Koronare 1-Gefässerkrankung;
5. Status nach cerebrovaskulärem Insult bei Verschluss der Aorta carotis interna 

rechts 2014;
6. Arterielle Hypertonie;
7. Schlafstörung;
8. Polyneuropathie;
9. Depressive Störung mit Angststörung;
10. Hyperurikämie mit Gicht;
11. Status nach Alkohol-Abusus;
12. Symptomatischer Harnwegsinfekt.

Die Versicherte sei bei schwerer Anämie nach Vorstellung bei Müdigkeit 
notfallmässig vom Hausarzt zugewiesen worden. Sie sei innerhalb des letz-
ten Monats zunehmend müde mit zunehmender Anstrengungsintoleranz 
gewesen. Neu habe sie seit fünf Tagen Appetitverlust, rezidivierendes Er-
brechen sowie auch wässrigen Durchfall. Bei kardiovaskulärer Stabilität 
und normofrequentem Herzrhythmus, rezidivierenden Anämien und frus-
tranen gastroenterologischen Abklärungen innerhalb des letzten Jahres sei 
am ehesten von einer chronischen Anämie, blutungsbedingt, DD bei einem 
Produktionsdefizit, auszugehen. Eine Koloskopie sei durch die Versicherte 
verweigert worden. Die Gastroskopie habe keinen Nachweis einer stattge-
habten Blutung ergeben. Die Versicherte habe eine weitere Blutentnahme 
verweigert und am 17. Juni 2022 explizit nach Hause austreten wollen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Dez. 2023, IV/22/412, Seite 17

3.4 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe 
anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische 
These abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352). 

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen Spezia-
lärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchun-
gen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörte-
rung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Be-
weiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 
E. 1.3.4 S. 227, 135 V 465 E. 4.4 S. 470, 125 V 351 E. 3b bb S. 353; SVR 
2020 IV Nr. 71 S. 246 E. 2.2). 

3.5

3.5.1 Die beiden MEDAS-Gutachten vom 14. August 2020 (act. II 232.1) 
sowie vom 9. Dezember 2021 (act. IIA 289.1) erfüllen – jedenfalls was die 
erhobenen Befunde und die gestellten Diagnosen betrifft – die höchstrich-
terlichen Beweisanforderungen an Expertisen und erbringen diesbezüglich 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Dez. 2023, IV/22/412, Seite 18

vollen Beweis. Die Feststellungen der Gutachter beruhen auf eigenen 
fachärztlichen Untersuchungen und sind in Kenntnis der Vorakten sowie 
unter Berücksichtigung der geklagten Beschwerden getroffen worden. Die 
Ausführungen in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sind 
für die streitigen Belange umfassend und die gezogenen 
Schlussfolgerungen zum Gesundheitszustand werden nachvollziehbar 
begründet, weshalb die diagnostischen Einschätzungen (vgl. act. II 232.1 
S. 11 f. Ziff. 4.2; act. IIA 289.1 S. 10 f. Ziff. 4.2) überzeugen. Dies ist 
zwischen den Parteien denn auch unbestritten. Gestützt auf die beiden 
Gutachten ist weiter erstellt, dass sich die im Gutachten vom 16. Juni 2017 
(act. II 94.1) festgestellten kognitiven Defizite (vgl. act. II 94.3 S. 5 Ziff. 3, 
94.4 S. 8 Ziff. 4, 94.7 S. 8 Ziff. 7) bzw. die Arbeits- und Leistungsfähigkeit in 
psychiatrischer Hinsicht nach Absetzen der Benzodiazepine nicht 
verbessert haben (vgl. 232.5 S. 14 Ziff. 7.4; 289.5 S. 11 f. Ziff. 7.2 und 
Ziff. 7.4; vgl. hierzu VGE IV/2018/451 E. 3.8 [act. II 138 S. 13 f.]). 

3.5.2 Was die Arbeits- und Leistungsfähigkeit angeht, überzeugt mit Blick 
auf den Mediateilinfarkt rechts im August 2014, dass die Gutachter der 
Versicherten seither in der bisherigen Tätigkeit eine vollständige 
Arbeitsunfähigkeit attestierten (act. II 232.1 S. 17 Ziff. 4.7; act. IIA 289.1 
S. 14 Ziff. 4.7). In Bezug auf eine angepasste Tätigkeit wurde bereits mit (in 
Rechtskraft erwachsenem) Urteil vom 27. November 2018 (VGE 
IV/2018/451, E. 3.8 [act. II 138 S. 13]) aufgezeigt, dass auf die 2017 gut-
achterlich attestierte 20%ige Arbeitsfähigkeit für die Zeit ab März 2015 (vgl. 
hierzu act. II 94.1 S. 22) nicht abgestellt werden kann. Soweit die Sachver-
ständigen in den nachfolgenden Verlaufsgutachten trotzdem weiterhin eine 
bloss 20%ige Arbeitsfähigkeit in einer solchen Tätigkeit attestierten (vgl. 
hierzu act. II 232.1 S. 17 Ziff. 4.8; act. IIA 289.1 S. 15 Ziff. 4.8), kann darauf 
für den Zeitraum vor Mai 2018 nicht abgestellt werden. Vielmehr ist gestützt 
auf die schlüssige Stellungnahme von Dr. med. L.________, Facharzt für 
Allgemeine Innere Medizin und Rheumatologie, vom 29. Dezember 2017 
(act. II 106), welcher auch der behandelnde Kardiologe Dr. med. 
M.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und Kardiologie, mit 
Stellungnahme vom 27. August 2018 (act. II 131 S. 6 ff.) zustimmte, für die 
Zeit vor Mai 2018 eine 50%ige Arbeitsfähigkeit ausgewiesen. Dies über-
zeugt umso mehr, als der kardiologische Sachverständige im Gutachten 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Dez. 2023, IV/22/412, Seite 19

von 2020 eine 50%ige und damit im Vergleich zu 2017 (vgl. act. II 94.6 
S. 4) höhere Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit attestierte, ob-
wohl sowohl die Echokardiographie als auch die Belastungsuntersuchung 
nahezu unverändert bzw. vergleichbar mit den Untersuchungsergebnissen 
von 2017 waren (vgl. hierzu act. II 232.8 S. 10 Ziff. 7.3 f.). Soweit be-
schwerdeweise geltend gemacht wird, selbst eine 50%ige Teilarbeitsun-
fähigkeit aus kardiologischer Sicht habe zusätzlichen Einfluss auf die Ge-
samtarbeitsunfähigkeit (Beschwerde S. 8 Art. 4), wurde von den Gutach-
tern explizit festgehalten, dass sich die Teilarbeitsunfähigkeiten nicht ad-
dierten (vgl. act. II 232.1 S. 18 Ziff. 4.9; act. IIA 289.1 S. 15 Ziff. 4.9). Ob 
sich die einzelnen aus mehreren gesundheitlichen Beeinträchtigungen re-
sultierenden Einschränkungsgrade summieren und in welchem Masse, 
betrifft eine spezifisch medizinische Problematik und Einschätzung, von der 
das Gericht grundsätzlich nicht abrückt (SVR 2020 IV Nr. 22 S. 76 E. 4.1). 

Soweit die Sachverständigen spätestens ab Mai 2018 von einer bloss noch 
20%igen Arbeitsfähigkeit ausgingen (act. II 232.1 S. 17 Ziff. 4.7; 
act. IIA 289.1 S. 14 Ziff. 4.7), überzeugt diese Einschätzung – entgegen 
dem beschwerdeweisen Vorbringen (vgl. Beschwerde S. 9 Art. 5) – mit 
Blick auf die zuvor bestehende 50%ige Arbeitsunfähigkeit und die durch 
den behandelnden Psychiater dokumentierte erhebliche Verschlechterung 
des Gesundheitszustandes (vgl. hierzu act. II 153 S. 2). Bezugnehmend 
auf die neuropsychologische Einschätzung von 2017 (vgl. hierzu act. II 94.7 
S. 4 ff. Ziff. 5 f.), im Rahmen welcher noch von einer leicht- bis 
mittelgradigen kognitiven Beeinträchtigung ausgegangen wurde (act. II 94.1 
S. 18), legte der Sachverständige in psychiatrischer Hinsicht einleuchtend 
dar, dass sich die kognitive Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit im 
Vergleich zur neuropsychologischen Einschätzung von 2017 (vgl. hierzu 
act. II 94.7 S. 4 ff. Ziff. 5 f.) verschlechtert hat (verstärkte 
Ermüdungseffekte, merklich abnehmende Aufmerksamkeit und 
Belastbarkeit im Zeitverlauf, Schwierigkeiten der Sprachartikulation, 
deutlich beeinträchtigte Aufmerksamkeit und Wahrnehmung im linken 
Gesichtsfeld; act. II 232.5 S. 10 Ziff. 4.3), obwohl die Versicherte im 
Zeitpunkt der Begutachtung von 2020 keine Benzodiazepine mehr 
konsumierte (vgl. hierzu S. 13 Ziff. 7.2). Mithin überzeugt die nunmehr 
gestellte Diagnose einer mittelgradig kognitiven Störung (S. 12 Ziff. 6). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Dez. 2023, IV/22/412, Seite 20

Ferner wurde in der Expertise von 2020 psychiatrischerseits insbesondere 
gestützt auf die Untersuchungsbefunde (S. 6 f. Ziff. 4.3), die Aktenlage 
(S. 13 Ziff. 7.3) und unter Berücksichtigung der Ergebnisse des Beck'schen 
Depressionsinventars als Zusatzuntersuchung (S. 7 Ziff. 4.3), 
nachvollziehbar aufgezeigt, dass die depressive Symptomatik im Vergleich 
zur Exploration von 2017, anlässlich welcher eine leichtgradige depressive 
reaktive Störung (ICD-10 F43.21), ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 
(act. II 94.4 S. 8 Ziff. 4), diagnostiziert wurde, eine deutliche 
Verschlechterung erfahren hat und von einer rezidivierenden depressiven 
Störung, nunmehr schwere depressive Episode, auszugehen war 
(act. II 232.5 S. 11 Ziff. 6). Im Gutachten von 2021 begründete der 
psychiatrische Experte sodann schlüssig, dass sich der psychische 
Zustand diesbezüglich zwar leichtgradig, aber nicht wesentlich 
verschlechtert hat und weiterhin eine schwere depressive Episode vorlag 
(act. IIA 289.5 S. 6 ff. Ziff. 4.3, S. 10 Ziff. 6, S. 12 Ziff. 7.4). Mithin 
überzeugt, dass er keine höhere Arbeitsunfähigkeit als die bisherige 
attestierte (vgl. Beschwerde S. 10 f. Art. 5). Hinsichtlich der mittelgradigen 
kognitiven Störung wurde im Rahmen der Begutachtung von 2021 
bezugnehmend auf die neuropsychologischen Abklärungsergebnisse 
sodann einleuchtend aufgezeigt, dass sich die Einschränkungen im 
Vergleich zur Begutachtung von 2020 nicht verändert haben (act. IIA 289.5 
S. 9 Ziff. 4.3, S. 10 Ziff. 6).

Ob schliesslich mit dem beschwerdeweise vorgelegten Austrittsbericht des 
Spitals K.________ über die Hospitalisation vom 16. bis 17. Juni 2022 
(act. I 3) – rund einen Monat vor Erlass der angefochtenen Verfügung – 
eine Verschlechterung ausgewiesen ist, kann mit Blick auf Art. 88a Abs. 2 
IVV bis zu dem hier massgebenden Verfügungszeitpunkt offengelassen 
werden. Die Versicherte verstarb in der Folge im Juli 2022.

3.5.3 Gestützt auf das hiervor Dargelegte ist seit dem Mediateilinfarkt 
rechts im August 2014 in der angestammten Tätigkeit eine 100%ige 
Arbeitsunfähigkeit erstellt. Hinsichtlich einer angepassten Tätigkeit ist seit 
August 2014 eine 50%ige Arbeitsfähigkeit und aufgrund der 
Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustandes ab Mai 2018 
noch eine 20%ige Arbeitsfähigkeit ausgewiesen (vgl. zum 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Dez. 2023, IV/22/412, Seite 21

Zumutbarkeitsprofil act. II 232.4 S. 9 Ziff. 8, 232.5 S. 15 Ziff. 8, 232.6 S. 13 
Ziff. 8, 232.8 S. 11 Ziff. 8; act. IIA 289.3 S. 17 Ziff. 8, 289.4 S. 10 Ziff. 8, 
289.5 S. 13 Ziff. 8).

3.5.4 Der aus psychiatrischer Sicht attestierten Arbeitsunfähigkeit ist auch 
aus rechtlicher Sicht zu folgen (vgl. zum strukturieren Beweisverfahren 
BGE 141 V 281): Der psychiatrische Sachverständige setzte sich 
eingehend mit den Standardindikatoren auseinander und orientierte sich 
bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit an den normativen Vorgaben 
gemäss BGE 141 V 281. Er begründete unter ausdrücklicher Bezugnahme 
auf die einschlägigen Indikatoren in nachvollziehbarer Weise das Ausmass 
der Arbeitsunfähigkeit. Namentlich nahm er Bezug auf den Schweregrad 
des Leidens (vgl. act. II 232.5 S. 11 Ziff. 6; act. IIA 289.5 S. 10 Ziff. 6) und 
äusserste sich zum bisherigen Verlauf der Behandlungen (vgl. act. II 232.5 
S. 13 Ziff. 7.2; act. IIA 289.5 S. 11 Ziff. 7.2), zu den Ressourcen sowie 
Belastungen (vgl. act. II 232.5 S. 14 Ziff. 7.4; act. IIA 289.5 S. 12 Ziff. 7.4) 
und zur Konsistenz sowie Plausibilität der geschilderten Symptome (vgl. 
act. II 232.5 S. 13 Ziff. 7.3; act. IIA 289.5 S. 12 Ziff. 7.3). Die funktionellen 
Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen 
Einschränkungen sind damit anhand der Standardindikatoren schlüssig und 
widerspruchsfrei ausgewiesen. Triftige Gründe, welche in rechtlicher 
Hinsicht ein Abweichen von der in psychiatrischer Hinsicht attestierten 
Arbeits- und Leistungsfähigkeit gebieten würden (BGE 145 V 361 E. 4.3 
S. 367) sind nicht ersichtlich, was denn auch unbestritten ist.

4.

4.1 Umstritten ist sodann der Status der Versicherten resp. der Umfang 
in welchem sie als Gesunde tätig wäre. 

4.2 Sowohl im Rahmen einer erstmaligen Prüfung des 
Rentenanspruchs als auch anlässlich einer Rentenrevision stellt sich unter 
dem Gesichtspunkt von Art. 8 ATSG die Frage nach der anwendbaren 
Invaliditätsbemessungsmethode (Art. 16 ATSG sowie aArt. 28a Abs. 2 und 
3). Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig Erwerbstätige 
oder als Nichterwerbstätige einzustufen ist – was je zur Anwendung einer 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Dez. 2023, IV/22/412, Seite 22

anderen Methode der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich, 
Betätigungsvergleich, gemischte Methode) führt –, ergibt sich aus der 
Prüfung, was sie bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn 
keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde (BGE 141 V 15 E. 3.1 S. 
20). Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der 
versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern 
in welchem Pensum sie hypothetisch erwerbstätig wäre (BGE 144 I 28 E. 
2.3 S. 30; SVR 2020 IV Nr. 72 S. 251 E. 4.1.1).

4.3 Beschwerdeweise wird vorgebracht, die Versicherte wäre bei guter 
Gesundheit einer Erwerbstätigkeit mit einem 100 %-Pensum nachgegan-
gen (Beschwerde S. 6 Art. 3). Demgegenüber nahm die Beschwerdegeg-
nerin die Invaliditätsbemessung in Anwendung der gemischten Methode 
zunächst basierend auf einem Status 50 % erwerblicher Bereich und 50 % 
Haushalt und ab Mai 2019 von 65 % erwerblicher Bereich und 35 % Haus-
halt vor (act. IIA 291 S. 6 f. Ziff. 3.4, S. 11 Ziff. 4). Dies ist nicht zu bean-
standen. Einerseits ging die Versicherte seit der Geburt ihrer Kinder von 
1994 bis 2013 keiner Erwerbstätigkeit nach und nahm erstmals im Juli 
2013 (bis [zur Kündigung per 30. November 2014; vgl. hierzu act. II 9 S. 9] 
2014) wieder eine Tätigkeit im ... im Umfang von 20 bis 30 % auf 
(act. IIA 291 S. 5 Ziff. 3.2). Sodann gab sie bereits anlässlich der Abklärung 
im Jahr 2016 an, sie habe gerne ihr Pensum aufstocken wollen, sich immer 
für ca. 50 % beworben und diese Bewerbungsbemühungen gegenüber der 
Scheidungsrichterin belegt (act. II 47 S. 4 Ziff. 3.5). Auf diese sog. „Aussa-
ge der ersten Stunde“ ist – entgegen dem Vorbringen in der Beschwerde, 
wonach die Versicherte nach der Scheidung bei guter Gesundheit aus fi-
nanziellen Gründen ein höheres Arbeitspensum hätte ausüben müssen 
(Beschwerde S. 6 Art. 3) – abzustellen, gilt doch im Sozialversicherungs-
recht die Beweismaxime, wonach die sogenannten spontanen „Aussagen 
der ersten Stunde“ in der Regel unbefangener und zuverlässiger sind als 
spätere Darstellungen, die bewusst oder unbewusst von nachträglichen 
Überlegungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art beeinflusst sein 
können (BGE 143 V 168 E. 5.2.2 S. 174, 121 V 45 E. 2a S. 47). Im Weite-
ren setzte die Beschwerdegegnerin den Status ab Mai 2019 aufgrund der 
Reduktion der von der Tochter an die Haushaltung beigesteuerten Zahlun-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Dez. 2023, IV/22/412, Seite 23

gen zu Recht auf 65 % erwerblicher Bereich und 35 % Haushalt fest, was 
überzeugt (act. IIA 291 S. 6 f. Ziff. 3.4 f. und S. 11 Ziff. 4).

5.

Nachfolgend ist die Einschränkung im erwerblichen Bereich zu bestimmen:

5.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft. Die Ermittlung des Valideneinkommens hat 
so konkret wie möglich zu erfolgen (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110, 134 V 
322 E. 4.1 S. 325; SVR 2022 UV Nr. 4 S. 12 E. 3.2). Lässt sich aufgrund 
der tatsächlichen Verhältnisse das ohne gesundheitliche Beeinträchtigung 
realisierbare Einkommen nicht hinreichend genau beziffern, ist auf statisti-
sche Werte wie die vom Bundesamt für Statistik (BFS) herausgegebenen 
Lohnstrukturerhebungen (LSE) abzustellen. Auf sie darf jedoch im Rahmen 
der Invaliditätsbemessung nur unter Mitberücksichtigung der für die Entlöh-
nung im Einzelfall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen 
Faktoren abgestellt werden (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110; SVR 2022 IV Nr. 
22 S. 71 E. 4.2).

5.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 148 V 174 E. 6.2 S. 181, 143 V 295 E. 2.2 
S. 296). Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens 
keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit 
aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne 
gemäss den vom BFS herausgegebenen LSE herangezogen werden. Da-
bei wird in der Regel der Totalwert angewendet. Praxisgemäss ist beim 
anhand der LSE vorgenommenen Einkommensvergleich sodann von der 
Tabellengruppe A (standardisierte Bruttolöhne) auszugehen, wobei übli-
cherweise auf die Tabelle TA1_tirage_skill_level, privater Sektor, abgestellt 
wird. Bei der Verwendung der standardisierten Bruttolöhne ist gemäss 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Dez. 2023, IV/22/412, Seite 24

Rechtsprechung jeweils vom sogenannten Zentralwert (Median) auszuge-
hen (BGE 148 V 174 E. 6.2 S. 181, 143 V 295 E. 2.2 S. 297).

Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, 
die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich 
zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern 
lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit 
unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand 
ist mit einem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 
322 E. 5.2 S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in 
welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von 
sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des konkreten 
Einzelfalles ab (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, 
Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad). Der Einfluss 
sämtlicher Merkmale auf das Invalideneinkommen ist nach 
pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wobei der Abzug auf 
insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen ist (BGE 148 V 174 E. 6.3 S. 182, 
135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2018 IV Nr. 46 S. 
148 E. 3.3). Zu beachten ist, dass allfällige bereits in der Beurteilung der 
medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche 
Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten 
Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben 
Gesichtspunkts führen dürfen (BGE 148 V 174 E. 6.3 S. 182, 146 V 16 E. 
4.1 S. 20).

5.3 Unter Berücksichtigung der sechsmonatigen Karenzfrist von Art. 29 
Abs. 1 IVG und der Leistungsanmeldung vom September 2014 (act. II 1) 
fiele der Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns auf März 2015. Die 
Voraussetzung, wonach während eines Jahres ohne wesentlichen Unter-
bruch eine durchschnittliche Arbeitsunfähigkeit von 40 % bestanden haben 
muss (vgl. Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG), erfüllt die Versicherte mit Blick auf die 
ab dem Mediateilinfarkt vom 22. August 2014 echtzeitlich ausgewiesene 
Arbeitsunfähigkeit (vgl. act. II 5) jedoch erstmals im August 2015, womit ein 
erster Einkommensvergleich auf diesen Zeitpunkt hin vorzunehmen ist. 
Unter Berücksichtigung, dass die Revision der IVV hinsichtlich der Berech-
nung des Invaliditätsgrades für Teilerwerbstätige am 1. Januar 2018 in 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Dez. 2023, IV/22/412, Seite 25

Kraft trat (vgl. E. 2.5.3 f. hiervor), ist per 1. Januar 2018 gestützt auf 
aArt. 27bis Abs. 3 IVV ein weiterer Einkommensvergleich vorzunehmen. 
Aufgrund der Verschlechterung des Gesundheitszustandes und der daraus 
resultierenden verminderten Arbeitsfähigkeit spätestens ab Mai 2018 
(act. II 232.1 S. 17 Ziff. 4.8; act. IIA 289.1 S. 15 Ziff. 4.8; vgl. E. 2.6 hiervor) 
ist auf diesen Zeitpunkt hin abermals ein Einkommensvergleich durchzu-
führen. Schliesslich ist infolge der Statusänderung ab Mai 2019 (vgl. E. 4.3 
hiervor) auf diesen Zeitpunkt hin wiederum ein Einkommensvergleich 
durchzuführen. Aufgrund des Auszugs der Tochter aus dem gemeinsamen 
Haushalt per Ende Februar 2020 ist auf diesen Zeitpunkt hin auch ein Ein-
kommensvergleich vorzunehmen. Zwar hat dieser primär eine Änderung in 
den Einschränkungen im Bereich Haushalt zur Folge (vgl. E. 6.2 hiernach), 
nichtsdestotrotz sind auch die Einschränkungen in erwerblicher Hinsicht 
neu auf der Grundlage der tatsächlichen Verhältnisse zu ermitteln (vgl. 
Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 13. November 2015, 
9C_410/2015, E. 4.2.1 f.; vgl. auch E. 2.6 hiervor).

5.4 Die Beschwerdegegnerin stellte zur Bestimmung des Validenein-
kommens auf Tabellenlöhne ab. Dies ist zwischen den Parteien unbestrit-
ten und auch nicht zu beanstanden. Einerseits wurde das letzte Arbeitsver-
hältnis im ... bei der N.________ – gemäss Angaben der ehemaligen Ar-
beitgeberin – aus organisatorischen Gründen per 30. November 2014 sei-
tens der Arbeitgeberin beendet (act. II 9 S. 2 Ziff. 2.2, S. 9). Andererseits 
hatte die Versicherte seit 1994 im Juli 2013 erstmals wieder eine Erwerbs-
tätigkeit aufgenommen (vgl. act. II 7 S. 3; act. IIA 291 S. 5 Ziff. 3.2) bzw. 
war sie denn auch erst seit 1. Januar 2014 bei der N.________ angestellt 
(S. 2 Ziff. 2.1). Mithin kann nicht von einem besonders stabilen Arbeitsver-
hältnis gesprochen werden. Mit Blick auf die letzte Tätigkeit als ... (vgl. 
act. II 9 S. 3 Ziff. 2.7) stellte die Beschwerdegegnerin bezüglich des Vali-
deneinkommens daher zu Recht auf die TA 1_tirage_skill_level, Ziff. 47 
(...), Frauen, Kompetenzniveau 1 (2014: Fr. 4'517.--, 2018: Fr. 4'425.--, 
2020: Fr. 4'446.--), ab.

Per August 2015 ergibt sich angepasst an die Wochenarbeitszeit (vgl. Ta-
belle „Betriebsübliche Wochenarbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen in 
Stunden pro Woche“ des BFS, Ziff. 47 [...], 2015: 41.7, 2018: 41.8, 2019: 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Dez. 2023, IV/22/412, Seite 26

41.7, 2020: 41.7), indexiert pro 2015 (gemäss Tabelle T1.2.10, Nominal-
lohnindex, Frauen, 2011-2022, lit. G, Ziff. 45-47, 2014: 104.8, 2015: 105.5, 
2018: 108.4, 2019: 109.2) bei einem Pensum von 50 % (vgl. E. 2.5.3 und 
E. 4.3 hiervor) ein Valideneinkommen von Fr. 28'442.55 (Fr. 4'517.-- x 12 / 
40 x 41.7 / 104.8 x 105.5 x 0.5).

Ab Januar 2018 resultiert angepasst an die Wochenarbeitszeit ein Validen-
einkommen bei einem 100 %-Pensum von Fr. 55'489.50 (Fr. 4'425.-- x 12 / 
40 x 41.8). 

Indexiert pro 2019 und angepasst an die Wochenarbeitszeit beträgt das 
Valideneinkommen bei einem 100 %-Pensum ab Mai 2019 Fr. 55'765.30 
(Fr. 4'425.-- x 12 / 40 x 41.7 / 108.4 x 109.2).

Angepasst an die Wochenarbeitszeit beläuft sich das Valideneinkommen 
bei einem 100 %-Pensum ab März 2020 auf Fr. 55'619.45 (Fr. 4'446.-- x 12 
/ 40 x 41.7).

5.5 Da die Versicherte ihre Restarbeitsfähigkeit nicht verwertete, ist 
unter Berücksichtigung des Zumutbarkeitsprofils (vgl. hierzu act. II 232.4 
S. 9 Ziff. 8, 232.5 S. 15 Ziff. 8, 232.6 S. 13 Ziff. 8, 232.8 S. 11 Ziff. 8; 
act. IIA 289.3 S. 17 Ziff. 8, 289.4 S. 10 Ziff. 8, 289.5 S. 13 Ziff. 8) zur Be-
stimmung des Invalideneinkommens auf die Tabelle TA1_tirage_skill_level, 
Total, Frauen, Kompetenzniveau 1 (2014: Fr. 4'300.--, 2018: Fr. 4'371.--, 
2020: Fr. 4'276.--), abzustellen.

Ab August 2015 resultiert bei einer Arbeitsfähigkeit von 50 %, angepasst an 
die Wochenarbeitszeit (vgl. Tabelle „Betriebsübliche Wochenarbeitszeit 
nach Wirtschaftsabteilungen in Stunden pro Woche“ des BFS, Ziff. 01-96 
[Total], 2015: 41.7, 2018: 41.7, 2019: 41.7, 2020: 41.7), indexiert pro 2015 
(gemäss Tabelle T1.2.10, Nominallohnindex, Frauen, 2011-2022, Total, 
2014: 103.6, 2015: 104.1, 2018: 105.9, 2019: 107.0) und unter Berücksich-
tigung des durch die Beschwerdegegnerin gewährten und nicht zu bean-
standenden leidensbedingten Abzugs von 10 % (vgl. hierzu E. 5.2 hiervor; 
act. IIA 291 S.11 Ziff. 3.7) ein Invalideneinkommen von Fr. 24'323.65 
(Fr. 4'300.-- x 12 / 40 x 41.7 / 103.6 x 104.1 x 0.5 x 0.9).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Dez. 2023, IV/22/412, Seite 27

Per Januar 2018 ergibt sich angepasst an die Wochenarbeitszeit, unter 
Berücksichtigung der Arbeitsfähigkeit von 50 % sowie in Berücksichtigung 
des leidensbedingten Abzugs von 10 % ein Invalideneinkommen von 
Fr. 24'606.55 (Fr. 4'371.-- x 12 / 40 x 41.7 x 0.5 x 0.9).

Aufgrund der spätestens im Mai 2018 eingetretenen gesundheitlichen Ver-
schlechterung beläuft sich das Invalideneinkommen ab diesem Zeitpunkt 
angepasst an die Wochenarbeitszeit, unter Berücksichtigung der Arbeits-
fähigkeit von nurmehr 20 % sowie in Berücksichtigung des leidensbeding-
ten Abzugs von 10 % auf Fr. 9'842.60 (Fr. 4'371.-- x 12 / 40 x 41.7 x 0.2 x 
0.9).

Indexiert pro 2019, angepasst an die Wochenarbeitszeit, an die Arbeits-
fähigkeit von 20 % sowie unter Gewährung eines leidensbedingten Abzugs 
von 10 % beträgt das Invalideneinkommen im Mai 2019 Fr. 9'944.85 
(Fr. 4'371.-- x 12 / 40 x 41.7 / 105.9 x 107.0 x 0.2 x 0.9).

Angepasst an die Wochenarbeitszeit, unter Berücksichtigung der Arbeits-
fähigkeit von 20 % sowie nach Gewährung eines leidensbedingten Abzugs 
von 10 % resultiert ab März 2020 ein Invalideneinkommen von Fr. 9'628.70 
(Fr. 4'276.-- x 12 / 40 x 41.7 x 0.2 x 0.9).

5.6 Aus der Gegenüberstellung der beiden Vergleichseinkommen resul-
tiert im erwerblichen Bereich per August 2015 eine ungewichtete Ein-
schränkung von 14.48 % ([Fr. 28'442.55 - Fr. 24'323.65] x 100 / 
Fr. 28'442.55; vgl. zur Berechnungsmethode E. 2.5.3 hiervor) resp. unter 
Berücksichtigung des Status (vgl. hierzu E. 4.3 hiervor) eine gewichtete 
Einschränkung von 7.24 % (14.48 % x 0.5).

Unter Anwendung der neuen Berechnungsmethode (vgl. E. 2.5.3 hiervor) 
beträgt die ungewichtete Einschränkung ab Januar 2018 55.65 % 
([Fr. 55'489.50 - Fr. 24'606.55] x 100 / Fr. 55'489.50) resp. die gewichtete 
Einschränkung unter Berücksichtigung des Status von 50 % Erwerb (vgl. 
hierzu E. 4.3 hiervor) 27.83 % (55.65 % x 0.5).

Ab Mai 2018 beläuft sich die ungewichtete Einschränkung ([Fr. 55'489.50 - 
Fr. 9'842.60] x 100 / Fr. 55'489.50) auf 82.26 % resp. bei einem Status von 
50 % Erwerb (vgl. E. 4.3 hiervor) auf 41.13 % (82.26 % x 0.5).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Dez. 2023, IV/22/412, Seite 28

In Folge des veränderten Status ab Mai 2019 (vgl. E. 4.3 hiervor) beträgt 
die ungewichtete Einschränkung 82.20 % ([Fr. 55'765.30 - Fr. 9'944.85] x 
100 / Fr. 55'765.30) resp. die gewichtete Einschränkung 53.41 % (82.17 % 
x 0.65).

Nach dem Auszug der Tochter aus dem gemeinsamen Haushalt per Ende 
Februar 2020 (vgl. E. 5.3 hiervor) beträgt die ungewichtete Einschränkung 
ab März 2020 82.69 % ([Fr. 55'619.45 - Fr. 9'628.70] x 100 / Fr. 55'619.45) 
resp. die gewichtete Einschränkung 53.75 % (82.69 % x 0.65).

6.

Weiter sind im Folgenden die Einschränkungen im Aufgabenbereich sowie 
die Gesamtinvalidität zu ermitteln.

6.1 Für den Beweiswert eines Abklärungsberichts sind verschiedene 
Faktoren zu berücksichtigen: Es ist wesentlich, dass der Bericht von einer 
qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis der örtlichen und 
räumlichen Verhältnisse sowie der aus den medizinischen Diagnosen sich 
ergebenden Beeinträchtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die 
Angaben der versicherten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende 
Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext 
schliesslich muss plausibel begründet und bezüglich der einzelnen 
Einschränkungen angemessen detailliert sein und in Übereinstimmung mit 
den an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft all dies zu, ist der 
Abklärungsbericht voll beweiskräftig. Das Gericht greift in das Ermessen 
der die Abklärung tätigenden Person nur ein, wenn klar feststellbare 
Fehleinschätzungen vorliegen. Das gebietet insbesondere der Umstand, 
dass die fachlich kompetente Abklärungsperson näher am konkreten 
Sachverhalt ist als das im Beschwerdefall zuständige Gericht (BGE 140 V 
543 E. 3.2.1 S. 547, 130 V 61 E. 6.2 S. 63; SVR 2018 IV Nr. 69 S. 224 E. 
3.2).

6.2 Der Abklärungsbericht Haushalt/Erwerb vom 31. Januar 2022 
(act. IIA 291) erfüllt die Voraussetzungen der Rechtsprechung an derartige 
Berichte (vgl. E. 6.1 hiervor) und überzeugt hinsichtlich der Feststellungen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Dez. 2023, IV/22/412, Seite 29

zu den Einschränkungen der Versicherten im Aufgabenbereich. Der Bericht 
wurde von einer spezialisierten Abklärungsfachperson aufgrund mehrerer 
Erhebungen vor Ort, zuletzt am 31. Januar 2022, verfasst. Das Ergebnis 
stützt sich auf die Angaben der Versicherten zu den sozialen sowie erwerb-
lichen Verhältnissen und zum Haushalt. Die im Abklärungsbericht enthalte-
ne Umschreibung der Haushaltsaufgaben entspricht den Vorgaben von 
Rz. 3087 des Kreisschreibens über die Invalidität und Hilflosigkeit in der 
Invalidenversicherung (KSIH; in Kraft gestanden bis 31. Dezember 2021). 
Die Gewichtung der einzelnen Aufgabenbereiche hält sich sodann inner-
halb der dort angegebenen Bandbreiten und ist in Anbetracht der konkreten 
Umstände nicht zu beanstanden. Was die Gewichtung der einzelnen Ein-
schränkungen anbelangt, ist der Betätigungsvergleich nachvollziehbar be-
gründet und hinreichend detailliert. Klare Fehleinschätzungen, die ent-
scheidwesentlich wären, sind nicht ersichtlich. Ausserdem wurde die zu-
mutbare Mithilfe der Familienangehörigen bis zum Auszug der Tochter in 
überzeugender Weise mitberücksichtigt (vgl. Rz. 3090 KSIH). Schliesslich 
hat der Bereich Abklärungen mit Stellungnahme vom 8. April 2022 
(act. IIA 298) bezugnehmend auf die zuvor erhobenen Einwände (vgl. 
act. IIA 295) nachvollziehbar dargelegt, weshalb insbesondere nicht von 
einem erwerblichen Status von 100 % ausgegangen wird. Auf die Ergeb-
nisse der Haushaltsabklärung ist demnach abzustellen. Entsprechend ist 
ausgewiesen, dass die Versicherte bis zum 31. Dezember 2017 zu 15.4 %, 
vom 1. Januar 2018 bis 28. Februar 2020 zu 10.4 % und ab 1. März 2020 
zu 13.4 % eingeschränkt war. Dies entspricht mit Blick auf den Status von 
50 % erwerblicher Bereich und 50 % Haushalt bzw. ab Mai 2019 von 65 % 
erwerblicher Bereich und 35 % Haushalt (vgl. E. 4.3 hiervor; act. IIA 291 
S. 6 f. Ziff. 3.4, S. 11 Ziff. 4) einer gewichteten Einschränkung von 7.7 % 
bis zum 31. Dezember 2017 (15.4 % x 0.5), von 5.2 % vom 1. Januar bis 
zum 30. April 2018 (10.4 % x 0.5), von 5.2 % vom 1. Mai 2018 bis zum 
30. April 2019 (10.4 % x 0.5), von 3.64 % vom 1. Mai 2019 bis zum 29. Fe-
bruar 2020 (10.4 % x 0.35) sowie von 4.69 % (13.4 % x 0.35) ab 1. März 
2020.

7.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Dez. 2023, IV/22/412, Seite 30

7.1 Aus den Einschränkungen im erwerblichen Bereich (vgl. E. 5.6 hier-
vor) und im Haushalt (vgl. E. 6.2 hiervor) resultieren rentenausschliessende 
(vgl. E. 2.4 hiervor) Invaliditätsgrade von gerundet 15 % (7.24 % + 7.7 %) 
ab August 2015 sowie von gerundet 33 % (27.83 % + 5.2 %) ab Januar 
2018 (vgl. zur Rundung BGE 130 V 121 E. 3.2 und 3.3 S. 123; SVR 2019 
IV Nr. 61 S. 198 E. 7.1). Ab Mai 2018 beträgt der Invaliditätsgrad gerundet 
46 % (41.13 % + 5.2 %), womit die Versicherte ab diesem Zeitpunkt An-
spruch auf eine Viertelsrente hat (vgl. E. 2.4 hiervor), gelangt doch Art. 88a 
Abs. 2 IVV in Fällen, wo in der bisherigen Tätigkeit – wie vorliegend – eine 
Arbeitsunfähigkeit von erheblicher Dauer und Ausprägung besteht und vor-
erst mit der verbliebenen Arbeitsfähigkeit in angepassten Tätigkeiten ein 
rentenausschliessendes Einkommen erzielt werden kann bzw. könnte, 
nicht zur Anwendung. Vielmehr entsteht bei Verschlechterung des Ge-
sundheitszustandes ein Rentenanspruch, sobald die Invalidität mindestens 
40 % beträgt (Entscheide des BGer vom 12. August 2022, 8C_243/2022, 
E. 3.2, und vom 28. September 2020, 9C_352/2020, E. 4.1). Aufgrund der 
Statusänderung ab Mai 2019 resultiert ab diesem Zeitpunkt ein Invaliditäts-
grad von gerundet 57 % (53.41 % + 3.64 %), womit Anspruch auf eine hal-
be Rente besteht. Infolge der erhöhten Einschränkung im Bereich Haushalt 
aufgrund des Auszugs der Tochter aus dem gemeinsamen Haushalt be-
steht ab März 2020 ein Invaliditätsgrad von gerundet 58 % (53.74 % + 
4.69 %) und damit weiterhin ein Anspruch auf eine halbe Rente.

7.2 Zusammenfassend ist die gegen die Verfügung vom 20. Juni 2022 
(act. IIA 302) erhobene Beschwerde unbegründet und abzuweisen. 

8.

8.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und 
unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- 
festzulegen. 

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, werden 
entsprechend dem Ausgang des Verfahrens den Beschwerdeführenden zur 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Dez. 2023, IV/22/412, Seite 31

Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher 
Höhe entnommen. 

8.2 Bei diesem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf eine Par-
teientschädigung (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG [Umkehr-
schluss]).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden den 
Beschwerdeführenden zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten 
Kostenvorschuss in gleicher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt D.________ z.H. der Beschwerdeführenden
- IV-Stelle Bern
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Dez. 2023, IV/22/412, Seite 32

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.