# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2e140e62-c4b2-5caa-92b4-ac651b5e9b0e
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-01-12
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 2. Kammer 12.01.2021 S 2020 7
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_002_S-2020-7_2021-01-12.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 20 7

2. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz von Salis

RichterIn Meisser, Pedretti

Aktuarin Kuster

URTEIL

vom 12. Januar 2021

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____,

vertreten durch Rechtsanwältin MLaw Sabrina Brunner Seres,

Beschwerdeführerin

gegen

Amt für Industrie, Gewerbe und Arbeit Graubünden,

Beschwerdegegner

betreffend Einstellung in der Anspruchsberechtigung

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I. Sachverhalt:

1. A._____ schloss im Jahr 1991 eine Lehre als zahnmedizinische Assistentin 

EFZ ab und war von 1995 bis 2001 als zahnmedizinische Assistentin tätig. 

Nach einer zweijährigen Ausbildung zur Prophylaxeassistentin, welche sie 

im Jahr 2005 abschloss, arbeitete sie von 2003 bis 2009 und ab 2011 nur 

noch als Prophylaxeassistentin. Am 11. September 2019 meldete sich 

A._____ beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) zum Bezug 

von Arbeitslosenversicherungstaggeld ab dem 16. September 2019 an.

2. Mit Verfügung vom 12. November 2019 wurde A._____ vom Amt für 

Industrie, Gewerbe und Arbeit Graubünden (KIGA) für 37 Tage in der 

Anspruchsberechtigung eingestellt, weil sie eine vom RAV zugewiesene 

Stelle faktisch abgelehnt hatte.

3. Hiergegen erhob A._____ am 10. Dezember 2019 Einsprache. Mit 

Entscheid vom 19. Dezember 2019 wies das KIGA die Einsprache 

vollumfänglich ab. 

4. In der Folge erhob A._____ (nachfolgend: Beschwerdeführerin) am 

16. Januar 2020 Beschwerde an das Verwaltungsgericht des Kantons 

Graubünden. Sie stellte folgende Rechtsbegehren:

1. Der Entscheid des KIGA vom 19. Dezember 2019 sei vollständig 
aufzuheben. Es sei auf eine Einstellung in der Anspruchsberechtigung zu 
verzichten.

2. Eventualiter sei der Entscheid des KIGA vom 19. Dezember 2019 
aufzuheben und die Dauer der Einstellung in der Anspruchsberechtigung 
angemessen zu reduzieren.

3. Unter gerichtlicher und aussergerichtlicher Kosten- und 
Entschädigungsfolge zu Lasten des KIGA. 

In tatsächlicher Hinsicht führte sie im Wesentlichen aus, dass am 

24. September 2019 das erste Beratungsgespräch beim zuständigen RAV 

stattgefunden habe. Am selben Tag sei sie schriftlich angewiesen worden, 

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sich bis zum 25. September 2019 bei Dr. med. dent. B._____ in C._____ 

auf eine offene Stelle als Dentalassistentin zu bewerben. Am 

25. September 2019 habe sie ihre Unterlagen für die Bewerbung bei Dr. 

med. dent. B._____ vorbereitet, wobei sie gleichentags einen Telefonanruf 

im Zusammenhang mit einer vorhergehenden Bewerbung für eine 

Anstellung als Prophylaxeassistentin in D._____ bzw. eine Einladung zu 

einem Bewerbungsgespräch erhalten habe. Da sie dieses 

Bewerbungsgespräch vom 27. September 2019 habe abwarten wollen, 

habe sie ihre Bewerbungsunterlagen für die offene Stelle bei Dr. med. dent. 

B._____ erst am 29. September 2019 per E-Mail verschickt. 

Am 30. September 2019 habe sie einen Telefonanruf von Dr. med. dent. 

B._____ erhalten, wonach die offene Stelle bereits vergeben sei. Letztere 

habe sie am 15. Oktober 2019 erneut kontaktiert und ihr mitgeteilt, dass die 

Stelle als Dentalassistentin nun doch nicht besetzt sei. Daraufhin habe sie 

ihr mitgeteilt, dass sie in den nächsten zwei Tagen bereits zwei Termine für 

Vorstellungsgespräche als Prophylaxeassistentin vereinbart habe, welche 

sie gerne abwarten möchte.

Am 16. Oktober 2019 habe sie sich bei einem Zahnarzt in D._____ als 

Prophylaxeassistentin vorgestellt, wobei ihr die Möglichkeit einer 

Anstellung im Januar 2020 in Aussicht gestellt worden sei. Weiter habe sie 

sich am 18. Oktober 2019 bei der E._____ AG vorgestellt, wobei ihr eine 

saisonale Beschäftigung als Schneesportlehrerin ab dem 1. Dezember 

2019 zugesichert worden sei. Seit dem 1. Dezember 2019 sei sie (nun) bei 

der E._____ AG als Schneesportlehrerin beschäftigt (saisonal). Zudem 

habe sie Anfang 2020 nicht nur Aussicht auf eine Anstellung als 

Prophylaxeassistentin bei einem Zahnarzt in D._____, sondern auch bei 

einem ihrer früheren Arbeitgeber. 

5. Das KIGA (nachfolgend: Beschwerdegegner) beantragte in seiner 

Vernehmlassung vom 28. Januar 2020 die Abweisung der Beschwerde 

unter gesetzlicher Kostenfolge. 

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Auch der Beschwerdegegner hielt in tatsächlicher Hinsicht fest, dass die 

Beschwerdeführerin am 24. September 2019 angewiesen worden sei, sich 

bei Dr. med. dent. B._____ auf eine offene Stelle als Dentalassistentin zu 

bewerben, wobei ein Antritt dieser Vollzeitstelle per sofort möglich gewesen 

wäre. Gemäss Rückmeldung von Dr. med. dent. B._____ vom 22. Oktober 

2019 habe sich die Beschwerdeführerin am 30. September 2019 

beworben. Sie habe sich indes für die offerierte Stelle nicht interessiert, da 

sie eine Stelle als Prophylaxeassistentin wünsche. 

In rechtlicher Hinsicht hielt der Beschwerdegegner im Wesentlichen fest, 

dass die Beschwerdeführerin eine ihr vermittelte, zumutbare Stelle 

annehmen müsse. Befolge sie die Weisungen des Arbeitsamtes nicht, 

namentlich indem sie eine zumutbare Arbeit nicht annehme, und 

verursache sie durch dieses normwidrige Verhalten schuldhaft einen 

Schaden im Sinne eines Eintrittes oder der Verlängerung der 

Arbeitslosigkeit, so sei sie nach Art. 30 Abs. 1 lit. d AVIG in der 

Anspruchsberechtigung einzustellen. 

6. In ihrer Replik vom 6. Februar 2020 hielt die Beschwerdeführerin fest, es 

erübrigten sich Bemerkungen zur Vernehmlassung, nachdem diese 

absolut identisch sei mit dem angefochtenen Einspracheentscheid und sich 

diese insbesondere nach wie vor in keiner Weise mit ihren Argumenten 

auseinandersetze.

7. Mit Schreiben vom 12. Februar 2020 verzichtete der Beschwerdegegner 

auf die Einreichung einer Duplik. 

Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften, den angefochtenen 

Einspracheentscheid sowie die übrigen Akten wird, soweit erforderlich, in 

den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

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II. Das Gericht zieht in Erwägung:

1.1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen den Einspracheentscheid 

des KIGA (nachfolgend: Beschwerdegegner) vom 19. Dezember 2019, 

worin dieses die Einstellung des Anspruchs der Beschwerdeführerin auf 

Arbeitslosenentschädigung für die Dauer von 37 Tagen bestätigte. 

Gemäss Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die obligatorische 

Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG; 

SR 837.0) i.V.m. Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) kann 

gegen Einspracheentscheide aus dem Bereich der 

Arbeitslosenversicherung Beschwerde beim kantonalen 

Versicherungsgericht erhoben werden. Nach Art. 100 Abs. 3 AVIG i.V.m. 

Art. 128 Abs. 2 der Verordnung über die obligatorische 

Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIV; SR 

837.02) ist für die Beurteilung von Beschwerden gegen Verfügungen 

(Einspracheentscheide) einer kantonalen Amtsstelle das 

Versicherungsgericht desselben Kantons örtlich zuständig. Der 

angefochtene Einspracheentscheid wurde vom Beschwerdegegner als 

kantonaler Amtsstelle im Sinne von Art. 85 AVIG erlassen, sodass die 

örtliche Zuständigkeit des angerufenen Gerichts gegeben ist. Die sachliche 

Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden ergibt 

sich aus Art. 57 ATSG i.V.m. Art. 49 Abs. 2 lit. a des kantonalen Gesetzes 

über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100). Als Adressatin des 

angefochtenen Einspracheentscheids ist die Beschwerdeführerin davon 

überdies berührt und sie weist ein schutzwürdiges Interesse an dessen 

Aufhebung oder Änderung auf, weshalb sie zur Beschwerdeerhebung 

legitimiert ist (vgl. Art. 59 ATSG). Auf die im Übrigen frist- und formgerecht 

eingereichte Beschwerde (Art. 60 und Art. 61 ATSG) ist somit einzutreten.  

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1.2. Gemäss Art. 43 Abs. 3 lit. a VRG entscheidet das Verwaltungsgericht in 

einzelrichterlicher Kompetenz, wenn der Streitwert CHF 5'000.-- nicht 

überschreitet und keine Fünferbesetzung vorgeschrieben ist. 

Ausgangspunkt für die Bemessung des Streitwerts ist vorliegend der 

versicherte Verdienst (Art. 23 AVIG) der Beschwerdeführerin von 

CHF 6'264.-- (vgl. beschwerdegegnerische Akten [Bg-act.] 1]). Dieser 

Verdienst wird zum Taggeldsatz von 70 % (Art. 22 Abs. 2 AVIG) 

entschädigt (Bg-act. 1). Die Beschwerdeführerin hat demzufolge Anspruch 

auf ein Taggeld von CHF 202.05 (ermittelt aus: CHF 6'264.-- x 0.7 : 

21.7 Tage [Art. 40a AVIV]). Vorliegend wehrt sich die Beschwerdeführerin 

gegen die Einstellung ihres Anspruchs auf Arbeitslosenentschädigung für 

37 Tage. Der Streitwert beläuft sich somit auf CHF 7'475.85 (= 37 x 

CHF 202.05). Nachdem sich der Streitwert auf über CHF 5'000.-- beläuft 

und für die vorliegende Angelegenheit keine Fünferbesetzung 

vorgeschrieben ist (vgl. Art. 43 Abs. 2 VRG), entscheidet das 

Verwaltungsgericht in ordentlicher Dreierbesetzung (Art. 43 Abs. 1 VRG).

2. Streitgegenstand bildet vorliegend die Frage, ob die Beschwerdeführerin 

wegen (faktischer) Ablehnung einer vom RAV zugewiesenen Stelle zu 

Recht für die Dauer von 37 Tagen in ihrem Anspruch auf 

Arbeitslosenentschädigung eingestellt wurde.

3.1. Gemäss Art. 17 Abs. 1 AVIG muss die Versicherte, die 

Versicherungsleistungen beanspruchen will, mit Unterstützung des 

zuständigen Arbeitsamtes alles Zumutbare unternehmen, um 

Arbeitslosigkeit zu vermeiden oder zu verkürzen. Insbesondere ist sie 

verpflichtet, Arbeit zu suchen, nötigenfalls auch ausserhalb ihres 

bisherigen Berufes, und sie muss ihre Bemühungen nachweisen können. 

Die Einstellung in der Anspruchsberechtigung dient dazu, die in Art. 17 

Abs. 1 AVIG statuierte Schadenminderungspflicht der Versicherten 

durchzusetzen. Sie hat die Funktion einer Haftungsbegrenzung der 

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Versicherung für Schäden, die die Versicherten hätten vermeiden oder 

vermindern können. Als versicherungsrechtliche Sanktion bezweckt sie die 

angemessene Mitbeteiligung der versicherten Person am Schaden, den sie 

durch ihr Verhalten der Arbeitslosenversicherung in schuldhafter Weise 

natürlich und adäquat kausal verursacht hat (vgl. BGE 133 V 89 E.6.1.1 

und 6.2.2). 

3.2. So ist die Versicherte gemäss Art. 30 Abs. 1 lit. d AVIG in der 

Anspruchsberechtigung einzustellen, wenn sie die Kontrollvorschriften 

oder die Weisungen der zuständigen Amtsstelle nicht befolgt, namentlich 

eine zumutbare Arbeit nicht annimmt (vgl. auch Art. 17 Abs. 3 Satz 1 AVIG) 

oder eine arbeitsmarktliche Massnahme ohne entschuldbaren Grund nicht 

antritt, abbricht oder deren Durchführung oder Zweck durch ihr Verhalten 

beeinträchtigt oder verunmöglicht. Unzumutbar und somit von der 

Annahmepflicht ausgenommen ist gemäss Art. 16 Abs. 2 AVIG unter 

anderem eine Arbeit, die nicht angemessen auf die Fähigkeiten oder auf 

die bisherige Tätigkeit der Versicherten Rücksicht nimmt (lit. b), die 

Wiederbeschäftigung der Versicherten in ihrem Beruf wesentlich 

erschwert, falls darauf in absehbarer Zeit überhaupt Aussicht besteht 

(lit. d), oder der Versicherten einen Lohn einbringt, der geringer ist als 70 % 

des versicherten Verdienstes, es sei denn, die Versicherte erhalte 

Kompensationsleistungen nach Art. 24 (Zwischenverdienst; lit. i). Die 

Unzumutbarkeitsgründe gemäss Art. 16 Abs. 2 lit. a bis i AVIG müssen 

kumulativ ausgeschlossen sein, damit eine zumutbare Arbeit angenommen 

werden kann. Ist umgekehrt einer der in Art. 16 Abs. 2 lit. a bis i AVIG 

aufgezählten Tatbestände erfüllt, liegt keine zumutbare Arbeit vor, selbst 

wenn die anderen Ausnahmetatbestände ausscheiden (KUPFER BUCHER, 

Rechtsprechung des Bundesgerichts zum AVIG, 5. Aufl., 

Zürich/Basel/Genf 2019, S. 122 m.H.a. BGE 124 V 62). 

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3.3. In beweisrechtlicher Hinsicht müssen die dem Einstellungstatbestand zu 

Grunde liegenden Tatsachen mit dem im Sozialversicherungsrecht 

üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erfüllt sein 

(Urteil des Bundesgerichts C 115/01 vom 13. Mai 2002 E.1b m.w.H.). Die 

blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den 

Beweisanforderungen nicht. Das Gericht hat vielmehr jener 

Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen möglichen 

Geschehensabläufen für die wahrscheinlichste hält (vgl. BGE 144 V 427 

E.3.2 und BGE 125 V 193 E.2). 

4.1. Die Beschwerdeführerin macht unter Hinweis auf Art. 16 Abs. 2 lit. b AVIG 

in erster Linie geltend, dass die vermittelte Arbeit, d.h. eine Anstellung als 

Dentalassistentin bei Dr. med. dent. B._____, nicht angemessen Rücksicht 

auf ihre Fähigkeiten und ihre bisherige Tätigkeit als Prophylaxeassistentin 

nehme, womit die vermittelte Arbeit als unzumutbar zu qualifizieren und 

von der Annahmepflicht ausgenommen sei. Sie sei somit nicht verpflichtet 

gewesen, diese Arbeit anzunehmen, weshalb keine Einstellung in der 

Anspruchsberechtigung hätte verfügt werden dürfen. 

4.2. Dem hält der Beschwerdegegner im Wesentlichen entgegen, dass die 

Beschwerdeführerin im vorliegenden Fall gelernte Dentalassistentin sei. 

Auch wenn sie in den letzten Jahren als Prophylaxeassistentin gearbeitet 

habe, habe sie keinen Anspruch darauf, nur in diesem Bereich zugewiesen 

zu werden. Die schweizerische Arbeitslosenversicherung kenne keinen 

absoluten Berufsschutz. 

5.1. Wie bereits erwähnt, ist eine Arbeit unzumutbar und somit von der 

Annahmepflicht ausgenommen, wenn sie nicht angemessen auf die 

Fähigkeiten oder auf die bisherige Tätigkeit der versicherten Person 

Rücksicht nimmt (vgl. Art. 16 Abs. 2 lit. b AVIG und vorstehende 

Erwägung 3.2). Gemäss der AVIG-Praxis ALE ist die Pflicht zur 

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Rücksichtnahme auf die bisherige Tätigkeit der versicherten Person 

beschränkt. Der versicherten Person ist es bei ihren persönlichen 

Arbeitsbemühungen allerdings grundsätzlich erlaubt, sich zunächst in 

ihrem bisherigen Berufszweig oder Tätigkeitsbereich umzusehen. 

Voraussetzung ist jedoch, dass in dem betreffenden Berufs- oder 

Tätigkeitsbereich überhaupt Stellenangebote vorhanden sind. Wenn im 

bisherigen Berufszweig kein Stellenmangel besteht, hat die 

Rücksichtnahme längere Zeit zu dauern (vgl. AVIG-Praxis ALE B286). 

Auch das Bundesgericht hält fest, dass qualifizierten Berufsleuten in 

gekündigter Stellung das Recht zuzubilligen sei, ihre persönlichen 

Bemühungen zunächst auf ihren bisherigen Berufszweig zu beschränken, 

sofern dieser offene Stellen anbietet (vgl. BGE 139 V 524 E.2.1.3). Damit 

bremst die gesetzliche Forderung der angemessenen Rücksichtnahme auf 

die bisherige Tätigkeit der versicherten Person auch die Möglichkeit der 

Zuweisung einer ausserberuflichen Arbeit ab (vgl. GERHARDS, Kommentar 

zum AVIG, Band I, Bern 1988, Art. 16 Rz. 18). 

5.2. Die Beschwerdeführerin war nach einer zweijährigen Ausbildung zur 

Prophylaxeassistentin, welche sie im Jahr 2005 abschloss, von 2003 bis 

2009 und ab 2011 nur noch als Prophylaxeassistentin tätig. Die Tätigkeit 

einer Prophylaxeassistentin ist vergleichbar mit der Tätigkeit einer 

Dentalhygienikerin (vgl. beschwerdeführerische Akten [Bf-act.] 20), 

unterscheidet sich aber stark von jener einer 

Dentalassistentin/zahnmedizinischen Assistentin (vgl. Bf-act. 19). Die der 

Beschwerdeführerin vom RAV zugewiesene Stelle als Dentalassistentin 

bei Dr. med. dent. B._____ hätte nicht angemessen Rücksicht auf ihre 

bisherige Tätigkeit als Prophylaxeassistentin genommen, weshalb sie 

unzumutbar war (vgl. Art. 16 Abs. 2 lit. b AVIG). Die Beschwerdeführerin 

zog es nachvollziehbarerweise vor, sich auf Stellen in ihrem bisherigen 

Berufszweig als Dentalhygienikerin/Prophylaxeassistentin zu bewerben 

(vgl. Bf-act. 12 S. 2, Bf-act. 10 sowie Bf-act. 17). Angesichts dessen, dass 

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die Beschwerdeführerin unbestrittenermassen bereits im September und 

Oktober 2019 Bewerbungsgespräche in Praxen in D._____ führte (vgl. Bf-

act. 12 S. 2 und Bf-act. 10) und ihr von ihrem ehemaligen Arbeitgeber eine 

Anstellung zu mind. 80 % ab Frühjahr 2020 in Aussicht gestellt wurde (vgl. 

Bf-act. 17), ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, 

dass in ihrem bisherigen Berufszweig kein Stellenmangel bestand. Die der 

Beschwerdeführerin vom RAV zugewiesene Stelle als Dentalassistentin 

bei Dr. med. dent. B._____ war somit – insbesondere in der zweiten Woche 

bzw. im ersten Monat der Arbeitslosigkeit der Beschwerdeführerin – von 

der Annahmepflicht ausgenommen. 

5.3. Nach dem Gesagten beruft sich die Beschwerdeführerin somit zu Recht auf 

die Unzumutbarkeit der Annahme der vom RAV zugewiesenen Stelle als 

Dentalassistentin bei Dr. med. dent. B._____ im Sinne von Art. 16 Abs. 2 

lit. b AVIG, sodass die Einstellung in ihrem Anspruch auf 

Arbeitslosenentschädigung zu Unrecht erfolgte. Vor dem Hintergrund 

dessen, dass die Unzumutbarkeitsgründe gemäss Art. 16 Abs. 2 lit. a bis i 

AVIG kumulativ ausgeschlossen sein müssen, damit eine zumutbare Arbeit 

angenommen werden kann (vgl. vorstehende Erwägung 3.2), kann auf 

eine Auseinandersetzung mit den weiteren, von der Beschwerdeführerin 

geltend gemachten Gründen der Unzumutbarkeit verzichtet werden.

6. Im Ergebnis erweist sich die Beschwerde somit als begründet, weshalb der 

angefochtene Einspracheentscheid vom 19. Dezember 2019 in 

Gutheissung der Beschwerde aufzuheben und festzustellen ist, dass die 

Beschwerdeführerin Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung für die 

37 Einstelltage hat. 

7. Der Vollständigkeit halber gilt es vorliegend darauf hinzuweisen, dass sich 

der Beschwerdegegner weder in der Einstellungsverfügung noch im 

angefochtenen Einspracheentscheid oder in seiner Vernehmlassung zur 

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Einstellungsdauer von 37 Tagen, welche einem schweren Verschulden 

entspricht (vgl. Art. 45 Abs. 3 lit. c AVIV), äusserte bzw. er diese nicht 

begründete. Ob dies eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör 

darstellt (vgl. Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung [BV; SR 101] und 

Art. 61 lit. h ATSG), kann angesichts des Ausgangs des vorliegenden 

Verfahrens allerdings offenbleiben. 

8.1. Gemäss aArt. 61 lit. a i.V.m. Art. 83 ATSG ist das kantonale 

Beschwerdeverfahren in Sozialversicherungssachen  ausser bei 

mutwilliger oder leichtsinniger Prozessführung  kostenlos, weshalb für das 

vorliegende Verfahren keine Kosten erhoben werden. 

8.2. Demgegenüber hat die obsiegende Beschwerde führende Person 

Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom 

Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert 

nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des 

Prozesses bemessen (vgl. Art. 61 lit. g ATSG). Die beschwerdeführerische 

Rechtsvertreterin machte mit Eingabe vom 6. Februar 2020 einen Aufwand 

von insgesamt CHF 4'417.-- [recte: CHF 4'147.--] geltend (15.1 Stunden à 

CHF 250.-- [CHF 3'775.--] zzgl. 2 % Barauslagen [CHF 75.50] und 7.7 % 

MWST [CHF 296.50]). Eine entsprechende Honorarvereinbarung über 

einen Stundenansatz von CHF 250.-- liegt im Recht. Der geltend gemachte 

Aufwand von 15.1 Stunden ist allerdings um den Aufwand für das 

Einspracheverfahren von 6.8 Stunden zu kürzen. Insgesamt ist somit eine 

Entschädigung von CHF 2'279.50 (8.3 Stunden à CHF 250.-- [CHF 2'075.-

-] zzgl. 2 % Barauslagen [CHF 41.50] und 7.7 % MWST [CHF 163.--]) 

angemessen. Der Beschwerdegegner ist somit verpflichtet, die 

Beschwerdeführerin aussergerichtlich mit CHF 2'279.50 zu entschädigen.  

III. Demnach erkennt das Gericht:

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1. In Gutheissung der Beschwerde wird der angefochtene 

Einspracheentscheid vom 19. Dezember 2019 aufgehoben und es wird 

festgestellt, dass A._____ Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung für 

die 37 Einstelltage hat. 

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. Das Amt für Industrie, Gewerbe und Arbeit Graubünden hat A._____ einen 

Parteikostenersatz von CHF 2'279.50 (inkl. Barauslagen und MWST) zu 

bezahlen. 

4. [Rechtsmittelbelehrung]

5. [Mitteilungen]

[Mit Urteil 8C_364/2021 vom 17. November 2021 hat das Bundesgericht die gegen 

diesen Entscheid erhobene Beschwerde teilweise gutgeheissen, den vorliegenden 

Entscheid aufgehoben und die Sache zur Neubeurteilung an dieses Gericht 

zurückgewiesen. Im Übrigen hat es die Beschwerde abgewiesen.]