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**Case Identifier:** 01d01122-6bb9-584a-85fc-8fd9b30556d2
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-05-03
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsgericht 03.05.2020 B 2019/244
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_VGN_001_B-2019-244_2020-05-03.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: B 2019/244

Stelle: Verwaltungsgericht

Rubrik: Verwaltungsgericht

Publikationsdatum: 04.06.2020

Entscheiddatum: 03.05.2020

Entscheid Verwaltungsgericht, 03.05.2020
Strassenrecht, Verfahren, Nichtgenehmigung Teilstrassenplan, Sichtzonen, 
Koordination, Art. 25a RPG, Art. 7 in Verbindung mit Art. 12 Abs. 1, Art. 13 
Abs. 2 Satz 2, Art. 16 Abs. 2, Art. 100 Abs. 1 und 2 lit. a, Art. 101 Abs. 2, Art. 
102 Abs. 1 Ingress und lit. d StrG. Die Genehmigung des fraglichen 
Teilstrassenplans hätte vorausgesetzt, dass die beschwerdeführende 
Gemeinde die zur Gewährleistung einer verkehrstechnisch hinreichenden 
Zufahrt notwendigen Sichtzonen rechtlich sichergestellt hätte (E. 5.2), 
(Verwaltungsgericht, B 2019/244).

Entscheid vom 3. Mai 2020

Besetzung

Abteilungspräsident Zürn; Verwaltungsrichterin Zindel, Verwaltungsrichter Steiner; 

Gerichtsschreiber Bischofberger

Verfahrensbeteiligte

Politische Gemeinde A.__,

Beschwerdeführerin,

gegen

Baudepartement des Kantons St. Gallen, Lämmlisbrunnenstrasse 54, 

9001 St. Gallen,

Vorinstanz,

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Gegenstand

Nichtgenehmigung Teilstrassenplan X.__

 

Das Verwaltungsgericht stellt fest:

A.

Am 15. August 2017 erliess der Gemeinderat A.__ den Teilstrassenplan X.__ auf den 

Parzellen Nrn. 0000__ und 0001__, Grundbuch A.__. Danach soll die bestehende 

Zufahrt von der Y.__-strasse (Parzelle Nr. 0002__, Kantonsstrasse zweiter Klasse 

Nr. 0003__) zum Wohnhaus Assek.-Nr. 0004__ und zur Scheune Assek.-Nr. 0005__ auf 

Parzelle Nr. 0001__ zwischen den Grundstücken Nrn. 0006__ f. und 0000__ unter 

Einbezug des Vorplatzes auf Parzelle Nr. 0000__ als Gemeindestrasse zweiter Klasse 

eingestuft werden. Nach dem Zonenplan der Politischen Gemeinde A.__ sind die 

Grundstücke Nrn. 0006__ f., 0000__ und 0001__ der Wohn-Gewerbe-Zone WG2 

zugewiesen. Während der öffentlichen Auflage vom 17. Oktober 2017 bis 

15. November 2017 gingen keine Einsprachen ein. Am 23. November 2017 ersuchte 

der Gemeinderat A.__ beim Baudepartement um Genehmigung des Teilstrassenplans 

X.__. Am 1. März 2018, 18. Juni 2018, 4. Januar 2019 und 3. Juli 2019 ergänzte er das 

Gesuch mit weiteren Unterlagen und Angaben. Am 3. April 2019 führte das 

Baudepartement offenbar erfolglos eine Einigungsverhandlung durch. Am 23. Mai 2019 

reichte die Abteilung Mobilität und Planung des Tiefbauamtes einen koordinierten 

Amtsbericht ein. Mit Verfügung vom 8. November 2019 verweigerte das 

Baudepartement die Genehmigung des Teilstrassenplans X.__ (act. 2, act. 8/1-1d, 3, 5, 

7, 9, 11, 13, www.geoportal.ch).

B.

Gegen die Verfügung des Baudepartments (Vorinstanz) vom 8. November 2019 erhob 

die Politische Gemeinde A.__ (Beschwerdeführerin) am 13. November 2019 

Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit dem Rechtsbegehren, es sei die 

angefochtene Verfügung aufzuheben und der Teilstrassenplan X.__ zu genehmigen 

(act. 1). Am 16. Dezember 2019 ergänzte sie ihre Beschwerde mit einer Begründung 

(act. 5). Mit Vernehmlassung vom 27. Januar 2020 schloss die Vorinstanz auf 

Abweisung der Beschwerde (act. 7). Mit Replik vom 17. Februar 2020 bestätigte die 

Beschwerdeführerin ihre Anträge und Ausführungen (act. 10). Mit Eingabe vom 

2. März 2020 behielt die Vorinstanz das letzte Wort (act. 12).

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Auf die Erwägungen in der angefochtenen Verfügung und die Ausführungen der 

Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge sowie die Akten wird, soweit 

wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.

 

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:

1.

Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 46 des 

Strassengesetzes; sGS 732.1, StrG, in Verbindung mit Art. 59  Abs. 1 des Gesetzes 

über die Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, VRP). Die Beschwerdeeingabe vom 

13. November 2019 (act. 1) erfolgte rechtzeitig und erfüllt zusammen mit der Ergänzung 

vom 16. Dezember 2019 (act. 5) formell und inhaltlich die gesetzlichen Anforderungen 

(Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 und 2 VRP). Die 

Beschwerdeführerin ist zur Erhebung des Rechtsmittels befugt (vgl. Art. 64 in 

Verbindung mit Art. 45 VRP sowie VerwGE B 2019/95 vom 22. August 2019 E. 1 mit 

Hinweisen). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2.

Die Vorinstanz stellt den Beweisantrag (act. 7, S. 4 Ziff. II/6), es sei ein Augenschein 

durchzuführen. Darauf kann verzichtet werden, da sich die entscheidrelevanten 

tatsächlichen Verhältnisse aus den Verfahrensakten ergeben und davon mit Blick auf 

die im Streit stehenden (Rechts-)Fragen keine neuen Erkenntnisse zu erwarten sind 

(vgl. BGer 1C_582/2018 vom 23. Dezember 2019 E. 2.2 mit Hinweisen, insbesondere 

auf BGE 144 II 427 E. 3.1 f.; siehe dazu auch act. 8/1, wonach der Rat der 

Beschwerdeführerin eigenen Angaben zufolge offenbar vor der Aufnahme des 

Vorprüfungsverfahrens Nr. 0010__ im Jahr 2017 zusammen mit Vertretern des 

kantonalen Tiefbauamts und der Verkehrspolizei bereits einen Augenschein 

durchgeführt hat).

3.

Der Rat der Beschwerdeführerin erliess den strittigen Teilstrassenplan 

(Sondernutzungsplan, vgl. dazu VerwGE B 2017/186 vom 21. Februar 2019 E. 2 mit 

Hinweis) am 15. August 2017. Dessen öffentliche Auflage erfolgte vom 

17. Oktober 2017 bis 15. November 2017, weshalb vorliegend das StrG in der seit 

1. Oktober 2017 gültigen Fassung (nGS 2017-049) zur Anwendung gelangt (vgl. 

Art. 174 des Planungs- und Baugesetzes; sGS 731.1, PBG).

bis

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4.

Der Gemeindestrassenplan nach Art. 7 in Verbindung mit Art. 12 Abs. 1 StrG ist ein 

Sondernutzungsplan, der als solcher den Zonenplan überlagert (vgl. VerwGE 

B 2012/69; B 2012/70 vom 19. Dezember 2013 E. 3.2.2 mit Hinweisen). Er soll eine 

Übersicht über die öffentlichen Strassen, welche dem Gemeingebrauch offenstehen 

(vgl. Art. 1 Abs. 1 und Art. 17 Abs. 1 StrG), geben (vgl. G. Germann, Allgemeine 

Bestimmungen, in: derselbe [Hrsg.], Kurzkommentar zum st. gallischen Strassengesetz 

vom 12. Juni 1988, St. Gallen 1989, N 1 zu Art. 12). Für die Öffentlicherklärung einer 

Strasse ist massgeblich, ob sie der Fein- oder Groberschliessung mehrerer 

Grundstücke oder einer grösseren Anzahl von Wohnstätten dient (vgl. VerwGE 

B 2018/185 vom 24. Januar 2019 E. 5.1 mit Hinweisen, bestätigt mit 

BGer 1C_248/2019 vom 3. Februar 2020). Demnach bezweckt der Strassenplan, die 

Erschliessung (Art. 19 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Raumplanung, 

Raumplanungsgesetz; SR 700, RPG, Art. 4 des Wohnbau- und 

Eigentumsförderungsgesetzes; SR 843, WEG [für den Wohnungsbau], und Art. 66 

lit. a PBG), insbesondere die hinreichende Zufahrt (Art. 19 Abs. 1 RPG und Art. 67 

lit. a PBG) eines bestimmten Gebietes sicherzustellen (vgl. dazu Art. 23 Abs. 1 lit. c und 

Art. 26 Abs. 1 lit. a PBG, zur Erschliessungspflicht der politischen Gemeinde siehe 

auch Art. 19 Abs. 2 Satz 1 RPG und Art. 32 Abs. 1 der Raumplanungsverordnung; 

SR 700.1, RPV, in Verbindung mit Art. 11 Abs. 1 PBG, sowie Art. 18 Abs. 1 Ingress und 

lit. a der Verfassung des Kantons St. Gallen; SR 131.225, sGS 111.1, KV). Eine Zufahrt 

ist dann als hinreichend zu betrachten, wenn sie tatsächlich so beschaffen ist, dass sie 

bau- und verkehrstechnisch der bestehenden und der geplanten Überbauung genügt, 

den zu erwartenden Fahrzeugen und Fussgängern sicheren Weg bietet und von den 

öffentlichen Diensten ungehindert benützt werden kann und, wenn sie über fremdes 

Eigentum führt, rechtlich gesichert ist. In Betracht zu ziehen sind die örtlichen 

Gegebenheiten sowie die Anlage und Zweckbestimmung der Gebäude, denen die 

Zufahrt zu dienen hat (vgl. VerwGE B 2016/215 vom 22. Februar 2018 E. 9.1 mit 

Hinweisen, bestätigt mit BGer 1C_219/2018 vom 9. November 2018).

5.

Die Verfahrensbeteiligten sind darüber einig (vgl. dazu act. 5, S. 2 Ziff. II/1b und act. 7 

Ziff. II/1), dass die Beschwerdeführerin verpflichtet sei, für eine hinreichende Zufahrt 

von der Parzelle Nr. 0001__ zur Y.__-strasse einen Teilstrassenplan zu erlassen, da in 

naher Zukunft, d.h. innert weniger Jahre, eine Überbauung der Parzelle Nr. 0001__ in 

der Wohn-Gewerbe-Zone WG2 mit 26 Wohneinheiten als realistisch erscheine (vgl. 

hierzu VerwGE B 2011/9 vom 7. Dezember 2011 E. 4.5.5). Es braucht daher nicht 

weiter untersucht zu werden, ob es sich bei der bestehenden Zufahrt auf Parzelle 

Nr. 0001__ um eine Anlage der Feinerschliessung oder um eine blosse Hauszufahrt 

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handelt (vgl. dazu BGer 1C_248/2019 vom 3. Februar 2020 E. 5.2 f. und VerwGE 

B 2018/185 vom 24. Januar 2019 E. 5.1 f. je mit Hinweisen). Folglich tut auch nichts 

(mehr) zur Sache, dass das Tiefbauamt nach unbelegten Angaben der Vorinstanz 

(act. 2, S. 1) im Jahr 2016 ein Gesuch (Nr. 0011__) um Bewilligung der privaten Zufahrt 

auf Parzelle Nr. 0001__ in die Y.__-strasse (Kantonsstrasse) im Sinne von Art. 63 

Abs. 1 Ingress und lit. a sowie Abs. 2 StrG in Verbindung mit Art. 1 der 

Strassenverordnung (sGS 732.11, StrV) behandelt haben soll. Somit steht fest, dass die 

fragliche Zufahrt auf Parzelle Nr. 0001__ dem strassenrechtlichen Planverfahren und 

nicht dem Baubewilligungsverfahren untersteht (vgl. dazu Art. 39 StrG). Ebenfalls nicht 

umstritten ist die vorgesehene Klassierung (Gemeindestrasse zweiter Klasse, vgl. dazu 

VerwGE B 2014/64; 2014/72 vom 28. Mai 2015 E. 5.2 mit Hinweisen). Gemäss 

mittlerweile unbestrittener Darstellung der Beschwerdeführerin (act. 5, S. 2 Ziff. II/1c, 

act. 7 Ziff. II/1) bedingt die Umnutzung der bestehenden Zufahrt auf Parzelle 

Nr. 0001__ – eine künftige Überbauung mit 26 Wohneinheiten generiert im Vergleich 

zum bestehenden Wohnhaus Assek.-Nr. 0004__ mitsamt der Scheune Assek.-

Nr. 0005__ offenkundig ein höheres Verkehrsaufkommen – zudem kein 

Strassenbauprojekt (anders noch: act. 8/2, wonach der bestehende Ausbaustandard 

für die zu erwartende Verkehrsmenge nicht genügt). Zu prüfen ist, ob die Genehmigung 

des strittigen Teilstrassenplans nach der Vorinstanz (vgl. act. 2, S. 4 E. 2a, act. 7, 

Ziff. II/1 und act. 12 Ziff. 2) zwingend die gleichzeitige Festlegung bzw. rechtliche 

Sicherstellung von Sichtzonen für die Zufahrt auf Parzelle Nr. 0001__ vorausgesetzt 

hätte oder ob solche Sichtzonen gemäss der Ansicht der Beschwerdeführerin (act. 5, 

S. 3 f. Ziff. II/3.1, act. 10, Ziff. 1) auch noch nachträglich, zeitlich abgestimmt auf ein 

künftiges Baubewilligungsverfahren auf Parzelle Nr. 0001__, rechtlich sichergestellt 

werden könnten.

Der Bestand von Strassen und die Sicherheit der Benützer dürfen nicht beeinträchtigt 

werden (Art. 100 Abs. 1 StrG). Unzulässig sind insbesondere Beeinträchtigungen durch 

Bauten und Anlagen (Art. 100 Abs. 2 Ingress und lit. a StrG). Die Sichtzone bezeichnet 

den Bereich, der aus Gründen der Verkehrssicherheit für die freie Sicht offen zu halten 

ist (Art. 101 Abs. 2 StrG). Sichtzonen dürfen nicht als durchgehende Sichtstreifen 

entlang von Strassen gelegt werden; sie sind auf jene Bereiche zu beschränken, in 

denen die freie Sicht aus Gründen der Verkehrssicherheit geboten ist. Sie drängen sich 

unter anderem im unmittelbaren Bereich von Zufahrten auf (vgl. dazu auch Art. 65 

Abs. 2 StrG). In den Sichtzonen ist alles untersagt, was die freie Sicht behindert. Die 

innerhalb der Sichtzone liegenden Flächen dürfen insbesondere nicht als Park- und 

Abstellplätze verwendet werden (vgl. D. Gmür, Strassenpolizeiliche Bestimmungen, in: 

5.1. 

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G. Germann [Hrsg.], a.a.O., N 5 zu Art. 101). Die politische Gemeinde hat die Hoheit 

(Art. 11 Abs. 1 StrG) und die Aufsicht (Art. 16 Abs. 2 StrG) über die Gemeindestrassen. 

Dementsprechend werden Sichtzonen für Gemeindestrassen von ihr durch 

Sondernutzungs- und Strassenprojektpläne oder durch Verfügung (inkl. Plan über die 

genaue Lage und Ausdehnung) festgelegt (vgl. Art. 102 Abs. 1 Ingress und lit. d und 

e StrG sowie Gmür, a.a.O., N 6 zu Art. 102). Nutzungspläne im Sinne von 

Art. 14 ff. RPG bilden selbst Koordinationsinstrumente, welche mit eigenen Mitteln und 

Verfahren auf der planerischen Ebene die Anwendung verschiedenartiger Vorschriften 

sicherstellen und die Konflikte zwischen den unterschiedlichen Nutzungsinteressen 

lösen sollen (vgl. dazu Art. 1 bis Art. 3 RPG sowie Art. 3 und Art. 47 RPV und A. Marti, 

in: Aemisegger/Moor/Ruch/Tschannen [Hrsg.], Praxiskommentar RPG: Baubewilligung, 

Rechtsschutz und Verfahren, Zürich 2020, N 55 zu Art. 25a). Wie sich daraus und 

gestützt auf Art. 102 Abs. 1 Ingress und lit. d StrG ergibt, sind damit die für die 

Verkehrssicherheit notwendigen Sichtzonen beim Erlass eines Teilstrassenplans 

(Sondernutzungsplan) festzulegen, sofern kein Strassenbauprojekt vorliegt (vgl. dazu 

auch Gmür, a.a.O., N 6 zu Art. 102, wonach die Festsetzung von Sichtzonen durch 

Verfügung nur zulässig ist, wenn besondere Vorschriften [in Nutzungsplänen] fehlen).

Darüber hinaus ist nach Art. 25a RPG eine Koordinationspflicht zu bejahen, wenn 

zwischen den anzuwendenden Vorschriften ein derart enger sachlicher Zusammenhang 

besteht, dass sie nicht getrennt und unabhängig voneinander beurteilt werden dürfen, 

ansonsten die gesonderte Behandlung sachlich zu unhaltbaren Ergebnissen führen 

könnte. Dies gilt insbesondere, wenn für die Errichtung oder Änderung einer Baute 

oder Anlage Verfügungen mehrerer Behörden nötig sind. Die Koordinationsgrundsätze 

finden auf Sondernutzungspläne und damit auch auf Strassenpläne und 

Strassenprojekte nach dem Strassengesetz sachgemäss Anwendung. Bilden die 

massgeblichen Fragen Gegenstand verschiedener Verfahren, sind diese zeitlich zu 

koordinieren, wenn wegen des Erfordernisses einer inhaltlich abgestimmten 

Anwendung des materiellen Rechts keine Möglichkeit besteht, eines davon 

vorzuziehen (vgl. VerwGE B 2019/77; B 2019/78 vom 11. Februar 2020 E. 4.1 und 

VerwGE B 2013/232; B 2013/267 vom 16. April 2014 E. 2.1 ff. je mit Hinweisen sowie 

Marti, N 55 ff. zu Art. 25a). Ist ein Nutzungsplan derart detailliert, dass künftige 

Verkehrsprobleme erkennbar sind, muss nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung – 

entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin – die Erschliessung im Sinne der 

raumplanerischen Koordination bereits beim Erlass jenes Plans und nicht erst im 

späteren Baubewilligungsverfahren geregelt werden (vgl. E. Jeannerat, in: Aemisegger/

Moor/Ruch/Tschannen [Hrsg.], Praxiskommentar RPG: Nutzungsplanung, N 54 sowie 

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FN 183 zu Art. 19 mit Hinweisen auf BGer 1C_328/2012 vom 31. Januar 2013 E. 3.1 

und BGer 1C_361/2008 vom 27. April 2009 E. 3.2.4 f., in: URP 2009, S. 877 ff.).

Nach dem bei den Akten liegenden Amtsbericht der Abteilung Mobilität und Planung 

des Tiefbauamtes vom 23. Mai 2019, welcher koordiniert mit der Kantonspolizei, 

Verkehrstechnik, und dem Strasseninspektorat verfasst wurde (act. 8/11), sind die 

notwendigen Sichtweiten gemäss den VSS-Normen 40 090b sowie 40 273a, gültig seit 

31. März 2019 (vgl. zur Anwendung dieser Normen VerwGE B 2018/52 vom 

27. Februar 2019 E. 5.1 mit Hinweisen, allerdings in Bezug auf Art. 19 Abs. 1 RPG und 

Art. 67 lit. a PBG), auf der bestehenden Zufahrt zur Parzelle Nr. 0001__ wegen 

parkierter Fahrzeuge auf den Nachbargrundstücken Nrn. 0007__ und 0000__ nicht 

eingehalten. Die Sicht sei ab einer Höhe von 0.60 m freizuhalten und auf den 

Nachbarparzellen (mittels Sichtzonen) rechtlich zu sichern. Aufgrund der Aktenlage und 

den Vorbringen der Beschwerdeführerin bestehen keinerlei Anhaltspunkte, welche 

diese Einschätzungen des fachkundigen Tiefbauamtes ernsthaft erschüttern könnten 

(vgl. dazu VerwGE B 2017/186 vom 21. Februar 2019 E. 6.3 mit Hinweisen). Vielmehr 

hat die Beschwerdeführerin im vorinstanzlichen Verfahren zur Überprüfung der 

Sichtweiten im Anhang zum Planungsbericht vom 10. Juli 2017 (act. 8/1d) selbst einen 

Plan Sichtweiten Ausfahrt X.__ eingereicht und diese Unterlagen mit Eingabe vom 

4. Januar 2019 noch ergänzt (vgl. Planungsbericht, act. 8/7a, S. 5-7, und Plan 

Sichtweiten Ausfahrt X.__, act. 8/7b, je vom 9. November 2018). Damit hat sie letztlich 

selbst erkannt, dass ein Bedarf daran besteht, die notwendigen Sichtzonen im 

fraglichen Bereich rechtlich sicherzustellen. Daran ändert nichts, dass sie in der 

Beschwerdeergänzung vom 16. Dezember 2019 beiläufig, ohne dies nachzuweisen, 

behauptet, die Parkflächen innerhalb der fraglichen Sichtzonen auf den Grundstücken 

Nrn. 0007__ und 0000__ würden derzeit nicht genutzt (act. 5, S. 4 Ziff. II/3.1 in fine, 

siehe dazu auch act. 8/13). Demzufolge ist festzuhalten, dass für die Wahrung der 

Verkehrssicherheit der Zufahrt auf Parzelle Nr. 0001__ in die Y.__-strasse selbst nach 

Einschätzung der Beschwerdeführerin zumindest – zusätzliche strassenbauliche 

Massnahmen vorbehalten (vgl. dazu Planungsbericht vom 9. November 2019, 

act. 8/7a, S. 7 Ziff. 3.2, sowie act. 8/2 und 4) – der Erlass von Sichtzonen unentbehrlich 

ist.

Ohne Zweifel setzt damit auch eine verkehrstechnisch hinreichende Zufahrt im Sinne 

von Art. 19 Abs. 1 RPG und Art. 67 lit. a PBG den Erlass solcher Sichtzonen voraus. 

Eine solche hinreichende Zufahrt auf Parzelle Nr. 0001__ soll nach dem Gesagten (vgl. 

E. 5 hiervor) mittels des Teilstrassenplans X.__ gerade sichergestellt werden. Daraus 

5.2. 

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folgt, dass die Beschwerdeführerin bereits gestützt auf Art. 16 Abs. 2, Art. 100 Abs. 1 

und Abs. 2 Ingress und lit. a sowie Art. 101 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 102 Abs. 1 

Ingress und lit. d StrG kantonalrechtlich verpflichtet war, die für die Verkehrssicherheit 

notwendigen Sichtzonen im strittigen Teilstrassenplan (Sondernutzungsplan) und nicht 

erst nachträglich mittels Verfügung (Art. 102 Abs. 1 Ingress und lit. e StrG) festzulegen. 

Im übrigen besteht ein derart enger Sachzusammenhang zwischen der Festlegung der 

notwendigen Sichtzonen und dem Erlass des strittigen Teilstrassenplans, dass sie nicht 

getrennt und unabhängig voneinander beurteilt werden können. Werden die Sichtzonen 

nicht zusammen mit dem Teilstrassenplan erlassen, sondern erst danach, könnte dies 

dazu führen, dass die Sichtzonen letztlich – bei erfolgreichem Widerstand der davon 

betroffenen Grundeigentümer – nicht festgelegt werden können. Daraus würde ein 

Teilstrassenplan resultieren, welcher die Verkehrssicherheit nicht gewährleistet. Unter 

diesen Umständen ist auch ein Koordinationsbedarf im Sinne von Art. 25a RPG 

zwischen dem Teilstrassenplan X.__ und der Festlegung der notwendigen Sichtzonen 

für die Zufahrt auf Parzelle Nr. 0001__ ausgewiesen. Wie die Vorinstanz in 

Erwägung 2a des angefochtenen Entscheids (act. 2, S. 4) zutreffend ausgeführt hat, 

durfte der Teilstrassenplan X.__ ohne die gleichzeitige rechtliche Sicherstellung der 

notwendigen Sichtzonen für die Zufahrt auf Parzelle Nr. 0001__ deshalb so oder anders 

nicht genehmigt werden (siehe auch act. 7 Ziff. II/1 und act. 12 Ziff. 2). Die 

Beschwerdeführerin hat im Rahmen des vorliegenden Verfahrens bis dato keine 

vollständige planerische Darstellung der notwendigen Sichtzonen – inklusive 

Landerwerbsplan und Baulinien im Sinne von Art. 40 lit. b und c StrG analog – 

nachgereicht (vgl. dazu Art. 102 Abs. 1 Ingress und lit. d StrG sowie Teilstrassenplan 

X.__ vom 15. August 2017, act. 8/1c, und Plan Sichtweiten Ausfahrt X.__ vom 

10. Juli 2017/9. November 2018, act. 8/1d und 7b). Auch auf die nachträgliche 

Festsetzung dieser Sichtzonen durch Verfügung, welche nach dem Gesagten ohnehin 

unzulässig wäre, hat sie verzichtet. Im Lichte des oben Ausgeführten hat sie damit das 

bundesrechtliche Koordinationsgebot verletzt und ist auch ihrer kantonrechtlichen 

Verpflichtung, die notwendigen Sichtzonen im strittigen Teilstrassenplan festzulegen, 

nicht nachgekommen. Entsprechend ist die Nichtgenehmigung des Teilstrassenplans 

X.__ bereits aus diesen Gründen zu bestätigen und die Beschwerde abzuweisen.

Dahingestellt bleiben kann bei diesem Ergebnis, ob die Vorinstanz dem 

Teilstrassenplan X.__ auch wegen fehlender Unterlagen für das Variantenstudium 

(Vergleich zu den zwei Zufahrten über die Grundstücke Nrn. 0008__ oder 0009__), 

namentlich mangels Nachweisen für eine allfällige Nichtumsetzung des 

Bundesgesetzes über die Beseitigung von Benachteiligungen von Menschen mit 

Behinderungen (Behindertengleichstellungsgesetz; SR 151.3, BehiG) bei der 

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6.

(…).

Demnach erkennt das Verwaltungsgericht auf dem Zirkulationsweg zu Recht:

1.

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.

Die amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens von CHF 2'000 werden der 

Beschwerdeführerin auferlegt; auf die Erhebung wird verzichtet.

 

Bushaltestelle A.__, X.__ (Missverhältnis zwischen dem für Behinderte zu erwartenden 

Nutzen und dem wirtschaftlichen Aufwand oder den Anliegen der Verkehrs- und 

Betriebssicherheit, vgl. dazu Art. 11 Abs. 1 Ingress und lit. a und c sowie 

Art. 12 BehiG), die Genehmigung verweigern durfte (vgl. dazu act. 2, S. 4 f. E. 2b ff., 

act. 7 Ziff. II/2-6, act. 12 Ziff. 3 f.) bzw. ob ihr die Beschwerdeführerin zu Recht eine 

rechtsfehlerhafte unvollständige Interessenabwägung (vgl. dazu Art. 3 RPV) 

vorgehalten hat (vgl. dazu act. 5, S. 4-8 Ziff. II/3.2 f., act. 10 Ziff. 2). Aus 

verfahrensökonomischen Gründen ist dazu, allerdings lediglich summarisch betrachtet, 

festzuhalten, dass es der Beschwerdeführerin aufgrund ihrer Mitwirkungspflicht gut 

anstünde, die von der Vorinstanz für eine vollständige Interessenabwägung 

eingeforderten tatsächlichen Entscheidungsgrundlagen (vgl. dazu act. 7, S. 3 f. Ziff. II/

6) zu beschaffen und ihre diesbezüglichen Vorbringen gestützt darauf zu ergänzen.

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		2024-05-27T00:12:16+0200
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