# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 77d065f3-df18-51e5-bbd7-3f1e8fb51c16
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-12-21
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 21.12.2010 E-7035/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-7035-2008_2010-12-21.pdf

## Full Text

Bundesverwaltungsgericht

Tribunal administratif fédéral

Tribunale amministrativo federale

Tribunal administrativ federal

Abteilung V
E-7035/2008/ame

Urteil vom 21. Dezember 2010

Besetzung Richter Kurt Gysi (Vorsitz),
Richterin Gabriela Freihofer,
Richterin Regula Schenker Senn,
Gerichtsschreiber Christoph Berger.

Parteien A._______
Afghanistan,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz. 

Gegenstand Asyl und Wegweisung;
Verfügung des BFM vom 8. Oktober 2008 / N (...).

E-7035/2008

Seite 2

Sachverhalt:

A. 
Der Beschwerdeführer - ein Hazara aus B._______ stammend - verliess 
eigenen Angaben zufolge Afghanistan im Jahre 2006 von Kabul aus und 
gelangte mit seiner Familie auf dem Landweg in den Iran, wo er sich 
zusammen mit der Familie bereits zwischen den Jahren 1994 und 2001 
aufgehalten habe. Nach zweijährigem Aufent�halt im Iran sei er ohne 
Papiere über die Türkei, Griechenland und Italien am 8. Juni 2008 in die 
Schweiz gereist. Am 16. Juni 2008 suchte er im Empfangs- und 
Verfahrenszentrum Kreuzlingen um Asyl nach. Am 27. Juni 2008 wurde 
er dort zu seinen Ausreisegründen im All�gemeinen und unter anderem 
aufgrund einer Handknochenanalyse in einer Nachbefragung im 
Speziellen zu seinem Alter befragt. In der Folge wurde vom BFM das vom 
Beschwerdeführer angegebene Ge�burtsdatum vom (...) und somit seine 
Minderjährigkeit als un�glaubhaft erachtet. Der Beschwerdeführer wurde 
deshalb für das weitere Verfahren als Volljähriger behandelt. Am 3. Juli 
2008 wurde er durch das BFM ergänzend zu seinen Asylgründen 
angehört.

Der Beschwerdeführer machte im Wesentlichen geltend, nach der Rückkehr aus dem Iran im Jahre 2001 
habe sich seine Familie in Kabul niedergelassen und zusammen mit einem Onkel im gleichen Haus 
gewohnt. Dieser Onkel habe sich hoch verschuldet und sei eines Tages verschwunden, um sich den 
Forderungen seiner Gläubiger zu entziehen. Diese hätten sich nun zur Begleichung der Schulden an die 
Familie des Beschwerdeführers gewandt, diese immer stärker be�drängt und belästigt. Vor diesem 
Hintergrund sei die Familie in den Iran zurückgekehrt. Der Beschwerdeführer habe sich im Iran illegal 
aufgehalten, und da die Situation immer schwieriger geworden sei, habe er auf Anraten seines Vaters, 
bessere Lebensumstände zu finden, den Iran Richtung Westen verlassen.

Für die weiteren Aussagen des Beschwerdeführers wird auf die Protokolle bei den Akten verwiesen.

B. 
Mit Verfügung vom 8. Oktober 2008 - eröffnet am 9. Oktober 2008 - 
stellte das BFM fest, der Beschwerdeführer erfülle die 
Flüchtlings�eigenschaft nicht, und lehnte das Asylgesuch ab. Gleichzeitig 
verfügte es die Wegweisung des Beschwerdeführers aus der Schweiz 
und ordnete den Vollzug an. Zur Begründung führte es im Wesentlichen 
aus, es bestünden erhebliche Zweifel an der Identität des 
Be�schwerdeführers, da er einerseits seine angebliche Minderjährigkeit 
nicht habe glaubhaft machen können und andererseits der Umstand, 
dass er zwar angebe, im Besitz einer Taskara zu sein, diese jedoch nicht 

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zu den Akten gereicht habe, ein Indiz darstelle, dass er seine Identität zu 
verheimlichen versuche. Im Weiteren hielten die Vor�bringen den 
Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 des 
Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) nicht stand. 
Nachteile, welche auf die allgemeinen politischen, wirtschaftlichen oder 
sozialen Lebensbedingungen in einem Staat zurückzuführen seien, 
würden keine asylbeachtliche Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG 
darstellen. Die vom Beschwerdeführer geltend gemachten all�gemeinen 
schwierigen wirtschaftlichen Lebensbedingungen seien demnach 
asylrechtlich unbeachtlich, weshalb er die Flüchtlingseigen�schaft nicht 
erfülle und das Asylgesuch abzulehnen sei. Daraus folge in der Regel die 
Wegweisung aus der Schweiz. Der Vollzug der Weg�weisung sei 
zulässig, zumutbar und möglich. Der Beschwerdeführer habe zuletzt 
während (...) Jahren in Kabul gelebt und gearbeitet. Es sei daher davon 
auszugehen, dass er sich dort in dieser Zeit ein Be�ziehungsnetz habe 
aufbauen können, welches ihm bei der Re�integration behilflich sein 
werde.

C. 
Mit Eingabe vom 6. November 2008 an das Bundesverwaltungsgericht 
beantragte der Beschwerdeführer unter Kosten- und 
Entschädigungs�folge, es sei die angefochtene Verfügung des BFM  
aufzuheben und ihm Asyl zu gewähren; eventualiter sei die angefochtene 
Verfügung des BFM aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung an 
die Vor�instanz zurückzuweisen; subeventualiter sei festzustellen, dass 
die Wegweisung unzulässig (recte: unzumutbar, vgl. 
Beschwerde�begründung S. 4) sei, und es sei ihm die vorläufige 
Aufnahme zu ge�währen. In prozessualer Hinsicht wurde unter Beilage 
einer Be�stätigung der Unterstützungsbedürftigkeit die Gewährung der 
unent�geltlichen Rechtspflege beantragt und darum ersucht, auf die 
Er�hebung eines Kostenvorschusses zu verzichten. Auf die Begründung 
wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in den Erwägungen 
ein�gegangen.

D. 

Mit Zwischenverfügung vom 26. November 2008 wurde auf die Er�hebung eines Kostenvorschusses 
verzichtet und der Entscheid über die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 
Abs. 1 des Verwaltungs�verfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021) auf einen 
späteren Zeitpunkt verschoben. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne 
von Art. 65 Abs. 2 VwVG wurde abgewiesen. Das BFM wurde zur Ver�nehmlassung eingeladen.

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E. 
Mit Vernehmlassung vom 1. Dezember 2008 beantragte das BFM die 
Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung führte es aus, die 
Be�schwerdeschrift enthalte keine neuen erheblichen Tatsachen oder 
Beweismittel, welche eine Änderung des Standpunkts rechtfertigten. Im 
Übrigen wurde auf die Erwägungen in der angefochtenen Ver�fügung 
verwiesen und daran vollumfänglich festgehalten.

Mit Schreiben vom 30. Dezember 2008 wurde dem Beschwerdeführer die Vernehmlassung zur Kenntnis 
gebracht.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 

1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht 
Be�schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört 
zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des 
Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende 
Aus�nahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das 
Bundesver�waltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der 
vor�liegenden Beschwerde und entscheidet im Bereich des Asyls 
endgültig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die 
un�richtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen 
Sach�verhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 
Abs. 1 AsylG).

2. 
Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der 
Be�schwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, 
ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt, hat ein 
schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise 
Änderung und ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert 
(Art. 108 Abs. 1 AsylG sowie Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG sowie Art. 
48 Abs. 1 VwVG und Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde wurde zu Recht 
eingetreten.

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3. 

3.1. Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen 
grundsätzlich Asyl. Als Flüchtlinge gelten Personen, die in ihrem 
Heimatstaat oder im Land, wo sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, 
Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe 
oder wegen ihrer politischen An�schauungen ernsthaften Nachteilen 
ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen 
ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die 
Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie 
Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck be�wirken 
(Art. 3 AsylG).

3.2. Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft 
nach�weisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft 
ge�macht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender 
Wahrscheinlichkeit für gegeben hält. Unglaubhaft sind insbesondere 
Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich 
widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich 
auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 
AsylG).

4. 

4.1. In der Rechtsmitteleingabe machte der Beschwerdeführer vorab 
geltend, das BFM habe ihn zu Unrecht als volljährig eingeschätzt. 
Bezüglich der Frage der Minderjährigkeit müsse ein blosses 
Glaub�haftmachen genügen. Durch die Knochenaltersbestimmung sei 
nur eine ungefähre Altersangabe möglich. Der (was aus der 
Beschwerde�begründung nicht klar hervorgeht) wohl in diesem 
Zu�sammenhang gestellte Antrag auf Rückweisung der Sache an die 
Vorinstanz zur Neubeurteilung ist abzuweisen. Die direkte 
Bundes�anhörung des an�geblich minderjährigen Beschwerdeführers 
ohne Beisein einer Ver�trauensperson nach Art. 17 Abs. 2 und 3 AsylG 
i.V.m. Art. 7 der Asyl�verordnung 1 vom 11. August 1999 über 
Verfahrens�fragen (AsylV 1, SR 142.311) stellt keine Verletzung des 
Anspruchs auf rechtliches Gehör dar. Bei der Beurteilung der Frage, ob 
das an�gegebene Alter glaubhaft erscheint, ist im Rahmen einer 
Gesamt�würdigung eine Ab�wägung sämtlicher Anhaltspunkte, welche 
für oder gegen die Richtig�keit der betreffenden Altersangaben 
sprechen, vor�zunehmen (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der 

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Schweizerischen Asylrekurs�kommission [EMARK] 2004 Nr. 30 E. 5.3.4. 
S. 210). Dabei gilt der Grundsatz der freien Be�weiswürdigung. Der 
Beschwerdeführer hat weder Identitätspapiere vorgelegt, noch in den 
Befragungen seine Minderjährigkeit glaubhaft machen können. Zwar ist 
mit dem Vor�bringen in der Beschwerde insoweit einig zu gehen, als 
durch eine Knochenaltersbestimmung nur eine ungefähre Altersangabe 
möglich sei. Dieser allgemeine Einwand vermag vorliegend jedoch nicht 
durchzudringen. Das BFM hat zu Recht festgestellt, zwischen dem vom 
Beschwerdeführer angegebenen und dem durch die Knochen�analyse 
eruierten Alter bestehe eine Divergenz von drei Jahren. Dies vermag 
entscheidende Zweifel an dessen Altersangaben zu recht�fertigen. Bei 
dieser Sachlage erweisen sich die Einwände in der Rechtsmitteleingabe, 
der Eingang der vom Beschwerdeführer kurz nach der Befragung vom 
Juli 2008 eingereichten Taskara sei vom Empfangs- und 
Verfahrenszentrum Kreuzlingen nicht vermerkt worden, weshalb ihm 
diesbezüglich keine Bestätigung habe ausgestellt werden können, die 
von ihm angefertigte Kopie der Taskara sei auch ver�schwunden und 
das Zustellcouvert habe er auch nicht mehr, als un�behelflich. In den 
vorinstanzlichen Akten ist weder ein Eingang der Taskara vermerkt, noch 
ist ein Nachfragen durch den Beschwerde�führer bezüglich einer 
Bestätigung des Eingangs der Taskara durch das BFM in irgendwelcher 
Form aktenkundig gemacht. Zudem gab der Beschwerdeführer anlässlich 
der direkten Anhörung vom 3. Juli 2008 an, seine Taskara "sollte heute 
im Coffe-Shop eingetroffen sein" (Akten BFM A16/12 F5), während die 
am 10. Juli 2008 vom Be�schwerdeführer vormals mandadierte 
Rechtsberatungsstelle mit Schreiben vom gleichen Datum an das BFM 
vorgibt, die Zustellung der Taskara sei an sie adressiert gewesen (A18/2). 
Auch ist schwer nach�vollziehbar, dass die vormalige 
Rechtsberatungsstelle zu Handen ihres Dossiers keine Sicherheitskopie 
angefertigt hätte, wenn sie das Original der Taskara in Händen gehabt 
hätte, um diese Kopie der neu mandatierten Rechtsberatungsstelle 
(A27/2) zur Verfügung stellen zu können. In Anbetracht dieser Umstände 
ist die Vorinstanz zu Recht zum Schluss gelangt, der Umstand, dass der 
Beschwerdeführer zwar angebe, im Besitz einer Taskara zu sein, diese 
jedoch nicht zu den Akten gereicht habe, ein Indiz darstelle, dass er seine 
Identität zu verheimlichen versuche. In Berücksichtigung der gesamten 
Faktoren ist das BFM demnach zu Recht von der Volljährigkeit des 
Be�schwerdeführers ausgegangen. Schliesslich ist auch festzustellen, 
dass dem Beschwerdeführer daraus keine Rechtsnachteile entstanden 
sind. Das BFM hat - abgesehen von der Frage des 
Identitäts�nachweises und der Altersangabe - die eigentlichen 

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Asylvorbringen in der angefochtenen Verfügung nicht auf ihre 
Glaubhaftigkeit geprüft und somit nicht als unglaubhaft bezeichnet, 
sondern diese - als wahr unterstellt - der Prüfung auf die Anforderungen 
der Erfüllung der Flüchtlingseigenschaft unterzogen. In der Begründung 
der Rechts�mitteleingabe, die der Beschwerdeführer zwar in eigenem 
Namen ein�reichte, nach deren Inhalt aber die "Handschrift" der nach 
wie vor be�vollmächtigten Rechtsberatungsstelle trägt, wird bezüglich 
der Er�wägungen des BFM, wonach die Vorbringen den Anforderungen 
an die Flüchtlingseigenschaft nicht standzuhalten vermöchten, nichts 
ent�gegengebracht. Daraus ist zu schliessen, dass er, entgegen dem 
ent�sprechend gestellten Antrag, bezüglich der Verneinung der 
Flüchtlingseigenschaft und der Ablehnung des Asyls nichts 
Stich�haltiges zu entgegnen gedenkte und ihm schon aus diesem Grund 
diesbezüglich kein Rechtsnachteil treffen kann. Das Gleiche gilt 
bezüg�lich der Frage des Vollzuges der Wegweisung, wie nach�stehend 
unter Erwägung 7. aufzuzeigen ist.

4.2. In der angefochtenen Verfügung wird zu Recht festgestellt, 
Nach�teile, welche auf die allgemeinen politischen, wirtschaftlichen oder 
sozialen Lebensbedingungen in einem Staat zurückzuführen seien, 
würden keine asylbeachtlichen Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG 
darstellen. Das BFM reiht die geltend gemachten Sachverhalte, soweit 
sie auf den Beschwerdeführer konkret zutreffen, grundsätzlich 
richtigerweise in die Kategorie der allgemein schwierigen 
Lebens�bedingungen ein. Zwar ist ergänzend zu erwägen, dass 
allenfalls ver�stärkte übermässige Bedrohungen seitens der Gläubiger 
bei Nicht�begleichung der Schulden des Onkels der Familie die Intensität 
ernsthafter Nachteile im Sinne von Art. 3 AsylG annehmen könnten, die 
durch eine reduzierte Schutzfähigkeit der in Afghanistan ein�gesetzten 
Sicherheitsbehörden nicht adäquat aufgefangen werden könnten. 
Aufgrund der Aktenlage ist jedoch nicht ersichtlich, dass der 
Beschwerdeführer persönlich entsprechenden hinreichend intensiven 
Übergriffen ausgesetzt gewesen wäre oder in absehbarer Zukunft solche 
begründeterweise zu befürchten hätte. Der Beschwerdeführer machte 
diesbezüglich in der Rechtsmitteleingabe denn auch nichts geltend.

4.3. Nach dem Gesagten erfüllen die vom Beschwerdeführer geltend 
gemachten Sachverhaltsumstände die Anforderungen an die 
Flücht�lingseigenschaft nicht. Das Asylgesuch wurde vom BFM demnach 
zu Recht abgelehnt.

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5. 
Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 
verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 
Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 
(Art. 44 Abs. 1 AsylG).

Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine fremdenpolizeiliche Aufenthaltsbewilligung noch einen 
Anspruch auf Erteilung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 Abs. 
1 AsylG; vgl. EMARK 2001 Nr. 21).

6. 

6.1. Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 
nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsver�hältnis 
nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Auf�nahme 
von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des 
Bundes�gesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]).

6.2. Die erwähnten drei Bedingungen für einen Verzicht auf den Voll�zug 
der Wegweisung (Unzulässigkeit, Unzumutbarkeit und Unmöglich�keit) 
sind alternativer Natur. Ist eine von ihnen erfüllt, ist der Vollzug der 
Wegweisung als undurchführbar zu betrachten und die weitere 
Anwesenheit in der Schweiz gemäss den Bestimmungen über die 
vor�läufige Aufnahme zu regeln (vgl. EMARK 2006 Nr. 6 E. 4.2 S. 54 ff.).

6.3. Weil sich vorliegend der Vollzug der Wegweisung aus den 
nach�folgend aufgezeigten Gründen als unzumutbar erweist, ist auf eine 
Erör�terung der beiden anderen Kriterien zu verzichten.

7. 

7.1. Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 
Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunfts�staat 
auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt 
und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete 
Gefährdung festgestellt, ist - unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG - die 
vorläufige Aufnahme zu gewähren (vgl. Botschaft zum Bundesgesetz 
über die Ausländerinnen und Ausländer vom 8. März 2002, BBl 2002 

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3818).

7.2. Die Situation in Afghanistan ist gemäss zur Zeit immer noch 
geltender Praxis differenziert zu beurteilen. Als zumutbar gilt eine 
Rückkehr abgewiesener Asylsuchender nach wie vor lediglich in die 
Provinz Kabul (vgl. bereits EMARK 2003 Nr. 10), die nördlich der 
Hauptstadt gelegenen Provinzen Parwan, Baghlan, Takhar, Badakhshan, 
Kunduz, Balkh, Sari Pul sowie die Gebiete um Samangan, die nicht zum 
Hazarajat gehören (vgl. EMARK 2003 Nr. 30 E. 7a S. 193) sowie die 
Provinz Herat im Westen des Landes          (vgl. EMARK 2006 Nr. 9 E. 
7.8. S. 102), sofern sie aus diesen Regionen stammen oder dort über ein 
tragfähiges Beziehungsnetz verfügen und konkrete Möglichkeiten der 
Sicherung des Existenz�minimums und der Wohnsituation bestehen (vgl. 
EMARK 2003 Nr. 10 E. 10b.cc S. 68; EMARK 2003 Nr. 30 E. 7b S. 193 
f.). Zudem ist die Rückkehr in diese Provinzen nur für junge, 
unverheiratete Personen oder kinder�lose Paare ohne schwere 
gesundheitliche Probleme zumutbar (vgl. EMARK 2006 Nr. 9 E. 7.8. S. 
102). In den übrigen östlichen, südlichen und südöstlichen Provinzen 
besteht hingegen eine Situation all�gemeiner Gewalt, weshalb der 
Wegweisungsvollzug dorthin nach wie vor als unzumutbar zu betrachten 
ist (vgl. EMARK 2006 Nr. 9 E. 7.5.3 und 7.8). Seit dem Jahr 2006 hat sich 
die Lage in Afghanistan offen�kundig verschlechtert; jene Gebiete, 
welche im Jahre 2006 als für eine Rück�kehr un�zumutbar behandelt 
wurden, sind es heute fraglos immer noch. Das 
Bundesverwaltungsgericht sieht denn auch in Anbetracht der jüngsten 
Entwicklung in Afghanistan (vgl. etwa die Urteile des 
Bundesver�waltungsgerichts D-1689/2009 vom 7. September 2010, D-
 8645/2007 vom 7. Juni 2010 und E-5519/2006 vom 25. November 2009) 
keine Veranlassung, von dieser Lageeinschätzung abzuweichen. Ob die 
Gebiete, in die laut EMARK 2006 Nr. 9 der Wegweisungsvoll�zug noch 
als zumutbar betrachtet werden konnte, heute anders be�urteilt werden 
müssten, kann in casu offen bleiben.

7.2.1. Der Beschwerdeführer stammt aus B._______ im Hazarajat, mithin 
aus einer Provinz, in welche der Weg�weisungsvollzug als un�zumutbar 
zu erachten ist. An dieser Ein�schätzung ver�mögen auch die 
Ausführungen des BFM nichts zu ändern.

7.2.2. Vorliegend ist davon auszugehen, dass die gesamte nähere 
Verwandtschaft des Beschwerdeführers im Iran und in Pakistan leben. 

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Aus den Akten ergeben sich keine Hinweise darauf, dass der 
Be�schwerdeführer noch über Kontakte und Be�ziehungen zu Personen 
in Kabul verfügt, die ihm ein tragfähig geknüpftes Beziehungsnetz bieten 
könnten. Demnach bestehen auch keine konkreten Möglichkeiten der 
Sicherung des Existenzminimums und der Wohnsituation. Allein aus dem 
Umstand, dass der Beschwerdeführer in den Jahren (...) bis (...), mithin 
nach vorliegender Altersannahme als (...) - bis (...)-jähriger Jugendlicher 
in Kabul lebte und als (...) ein be�scheidenes Zubrot für die Familie 
beisteuerte, kann in Berück�sichtigung der länder�spezifischen 
gesellschaftlichen Gegebenheiten nicht ernsthaft in Be�tracht gezogen 
werden, dass er - alleine auf sich gestellt - Aussicht auf eine ge�sicherte 
Existenz�grundlage haben könnte. Nach der geltenden Rechtsprechung 
ist der Vollzug der Weg�weisung nach Afghanistan demnach 
unzumutbar.

7.2.3. Schliesslich ist auch ein Vollzug in den Iran oder nach Pakistan 
auszuschliessen. Ein Vollzug der Wegweisung dorthin könnte nur dann in 
Betracht gezogen werden, wenn die Möglichkeit einer legalen Ein�reise 
be�stehen würde (vgl. EMARK 1997 Nr. 24 und EMARK 1995    Nr. 22). 
Diese Möglichkeit ist von der Vorinstanz zu Recht nicht er�wogen 
worden, weil es fraglich erscheint, ob die entsprechenden 
Voraus�setzungen erfüllt sind.

7.3. Insgesamt erweist sich der Vollzug der Wegweisung nach 
Afghanistan als unzumutbar im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG. Nachdem 
sich aus den Akten keine Hinweise auf das Vorliegen von 
Ausschlussgründen im Sinne von Art. 83 Abs. 7 AuG ergeben, sind die 
Voraussetzungen für die Anordnung der vor�läufigen Aufnahme erfüllt.

8. 
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht verletzt. Die Beschwerde ist nach dem Gesagten 
gutzu�heissen, soweit sie die Frage des Wegweisungsvollzugs betrifft. 
Im Übrigen ist sie abzuweisen. Die Ziffern 4 und 5 des Dispositivs der  
Verfügung des BFM vom 8. Oktober 2008 sind aufzuheben, und die 
Vorinstanz ist anzuweisen, den Beschwerdeführer in der Schweiz wegen 
gegenwärtiger Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs vor�läufig 
aufzunehmen.

9. 

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9.1. Im Hinblick auf die Kostenliquidation ist der Ausgang des 
Ver�fahrens im Asylpunkt als teilweises Unterliegen (vgl. Art. 63 Abs. 1, 
Satz 2 VwVG) zu werten, wobei das Bundesverwaltungsgericht nach 
seiner Praxis im Asylbeschwerdeverfahren bei Konstellationen wie der 
vorliegenden das partielle Nichtdurchdringen mit der Hälfte 
ver�anschlagt. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend wären die 
Kosten des Ver�fahrens dem Beschwerdeführer somit in ermässigtem 
Umfang auf�zuerlegen (Art. 63 Abs. VwVG). Nachdem sich die 
Be�schwerde jedoch zum Zeitpunkt ihrer Anhängigmachung nicht als 
aussichtslos erwiesen hat und aufgrund der Aktenlage nach wie vor von 
der prozessualen Bedürftigkeit des Beschwerdeführers auszu�gehen ist, 
ist das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung (Art. 
65 Abs. 1 VwVG) gutzuheissen und auf die Auf�erlegung von 
Verfahrenskosten zu verzichten. Daran ändert auch nichts, dass der 
Beschwerdeführer gemäss Aktenlage spätestens seit Juli 2010 offenbar 
eine Arbeitsstelle im Gastgewerbe gefunden hat, da nicht davon 
auszugehen ist, dass er in dieser kurzen Zeit in finanzieller Hinsicht über 
die prozessuale Bedürftigkeit zu liegen kommt.

Ganz oder teilweise obsiegende Parteien haben Anspruch auf eine Parteientschädigung für die ihnen 
erwachsenen notwendigen Kosten (Art. 64 Abs. 1 VwVG; Art. 7 Abs. 1 des Reglements vom 21. Februar 
2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesver�waltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 
Beim vorliegenden Ver�fahrensausgang ist der Beschwerdeführer mit seinen Rechts�begehren teilweise 
durchgedrungen, und das Bundesverwaltungs�gericht geht in diesem Fall praxisgemäss von einem 
hälftigen Ob�siegen aus. Der Be�schwerdeführer ist im vorliegenden Beschwerdeverfahren formell nicht 
vertreten, weshalb davon auszugehen ist, dass ihm keine verhältnis�mässig hohen Kosten entstanden 
sind. Es ist demnach keine Partei�entschädigung zuzusprechen.

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird hinsichtlich des Wegweisungsvollzugs 
gut�geheissen. Im Übrigen wird sie abgewiesen.

2. 
Die Ziffern 4 und 5 des Dispositivs der Verfügung der Vorinstanz vom 8. 
Oktober 2008 werden aufgehoben. Das BFM wird angewiesen, die 
vorläufige Aufnahme des Beschwerdeführers anzuordnen.

3. 
In Gutheissung des Gesuchs um Gewährung der unentgeltlichen 
Prozessführung werden dem Beschwerdeführer die Verfahrenskosten 
erlassen.

4. 
Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

5. 
Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die 
zu�ständige kantonale Behörde.

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Kurt Gysi Christoph Berger

Versand: