# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 655dda7b-a8a3-53f4-9cbd-649a19d72d44
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2019-07-05
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 05.07.2019 SK.2019.10
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG/CH_BSTG_001_SK-2019-10_2019-07-05.pdf

## Full Text

Beschluss vom 5. Juli 2019  
Strafkammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter Stefan Heimgartner, Vorsitz 

Sylvia Frei und Martin Stupf,  

Gerichtsschreiber Tornike Keshelava  

Parteien  BUNDESANWALTSCHAFT, vertreten durch a.o. 

Staatsanwalt des Bundes Daniel Vögeli.  

 

und 

 

als Privatklägerschaft: 

 

1. B. AG, vertreten durch Rechtsanwalt C. 

  

2. D. AG, vertreten durch Rechtsanwalt E.   

  

3. F. SA, vertreten durch Rechtsanwalt G.   

  

4. H. AG, vertreten durch I.   

 

 
gegen 

 

  
A. amtlich verteidigt durch Advokat Georg Wohl.     

Gegenstand  
Mehrfache Urkundenfälschung, gewerbsmässiger Betrug, 

eventualiter mehrfache Veruntreuung, subeventualiter 

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

Geschäftsnummer:  SK.2019.10 

- 2 - 

qualifizierte ungetreue Geschäftsbesorgung, Misswirt-

schaft, gewerbsmässige Geldwäscherei 

 

Rückweisung der Anklageschrift 

- 3 - 

 Die Strafkammer erwägt: 

1.  

1.1 Die Bundesanwaltschaft erhob am 28. September 2018 bei der Strafkammer des 

Bundesstrafgerichts Anklage gegen A. (nachfolgend: Beschuldigte) wegen mehr-

facher Urkundenfälschung sowie Versuchs dazu, gewerbsmässigen Betrugs, 

eventualiter mehrfacher Veruntreuung, subeventualiter qualifizierter ungetreuer 

Geschäftsbesorgung, Misswirtschaft und gewerbsmässiger Geldwäscherei 

(SK.2018.54, TPF pag. 100.005, -145). 

1.2 Die Strafkammer des Bundesstrafgerichts wies mit Beschluss vom 6. Dezember 

2018 die Anklageschrift an die Bundesanwaltschaft zurück, weil sie nicht dem 

Anklageprinzip genügte (SK.2018.54, TPF pag. 932.001, -006). 

1.3 Nach Verbesserung der Anklageschrift im Sinne des Rückweisungsbeschlusses 

erhob die Bundesanwaltschaft am 13. Februar 2019 erneut Anklage gegen die 

Beschuldigte wegen der genannten Delikte (TPF pag. 100.005, -172). 

1.4 Mit Schreiben vom 14. Mai 2019 erkundigte sich die Strafkammer des Bun-

desstrafgerichts bei der Bundesanwaltschaft über den Verfahrensstand der bei 

der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts pendenten verschiedenen Be-

schwerdeverfahren betreffend die von der Bundesanwaltschaft verfügten Einstel-

lungen in Bezug auf mitbeschuldigte Personen. Mit Schreiben vom 22. Mai 2019 

reichte die Bundesanwaltschaft u.a. den Beschluss der Beschwerdekammer 

BB.2018.146 vom 7. Mai 2019 mit einer Stellungnahme ein (TPF pag. 510.039, 

-043; 510.052, -069).  

1.5 Die Beschwerdekammer hiess im genannten Entscheid die Beschwerde der H. 

AG betreffend die Einstellung des Verfahrens gegen J. vom 30. Juli 2018 gut und 

wies die Bundesanwaltschaft an, das Verfahren weiterzuführen und gegen J. An-

klage zu erheben.  

1.6 In ihrer Stellungnahme vertritt die Bundesanwaltschaft die Auffassung, dass der 

Entscheid lediglich einen „Fall“ betreffen würde, namentlich den zwischen der 

Beschwerdeführerin H. AG und der K. AG am 29. September bzw. 6. Oktober 

2009 abgeschlossenen Kreditvertrag. Der betreffende Fall datiere ganz am 

Schluss der deliktischen Tätigkeit und sei anders gelagert als sämtliche voran-

gehenden Fälle („vorher immer B. AG. nachfolgend: B. AG) als Geschädigte; von 

A. weitere Bank gesucht, weil Schneeballsystem am Zusammenbrechen war 

bzw. die Rückzahlungen durch noch mehr von der B. AG vorfinanzierte Ge-

schäfte nicht mehr bewerkstelligt werden konnten“). Mithin würde die Anklage 

- 4 - 

gegen J.nichts an den Vorhaltungen, die der Beschuldigten gemacht werden, än-

dern.  

2.  

2.1 Gemäss Art. 329 Abs. 1 StPO prüft die Strafkammer des Bundesstrafgerichts als 

verfahrensleitende Behörde, ob die Anklageschrift und die Akten ordnungs-

gemäss erstellt sind  (lit. a), die Prozessvoraussetzungen erfüllt sind (lit. b) resp. 

Verfahrenshindernisse bestehen (lit. c). Das Gericht sistiert das Verfahren und 

weist, falls erforderlich, die Anklage zur Ergänzung oder Berichtigung an die 

Staatsanwaltschaft zurück, wenn sich aufgrund dieser Prüfung oder später im 

Verfahren ergibt, dass ein Urteil zurzeit nicht ergehen kann (Art. 329 Abs. 2 

StPO). Das Gericht entscheidet, ob ein sistierter Fall bei ihm hängig bleibt 

(Art. 329 Abs. 3 StPO). Gemäss Art. 328 StPO wird das Verfahren mit Eingang 

der Anklageschrift beim Gericht rechtshängig. Mit der Rechtshängigkeit gehen 

die Befugnisse im Verfahren auf das Gericht über. Dazu gehört insbesondere die 

Prüfung, ob die Anklageschrift und die Akten ordnungsgemäss erstellt sind (Art. 

329 Abs. 1 lit. a StPO). Ergibt sich aufgrund dieser Prüfung (oder später im 

Verfahren), dass ein Urteil nicht ergehen kann, so sistiert das Gericht das 

Verfahren und weist die Anklage, falls erforderlich, zur Ergänzung oder 

Berichtigung an die Staatsanwaltschaft zurück (Art. 329 Abs. 2 StPO).  Das 

Gericht entscheidet, ob ein sistierter Fall bei ihm hängig bleibt (Art. 329 Abs. 3 

StPO). 

2.2 Das Gericht ist an den in der Anklage wiedergegebenen Sachverhalt (nicht 

hingegen an dessen rechtliche Würdigung durch die Anklagebehörde) gebunden 

(Immutabilitätsprinzip). Demnach darf der Richter innerhalb des angeklagten 

Sachverhalts keine Änderungen vornehmen (sog. Fixierungsfunktion; vgl. 

Art. 350 StPO; NIGGLI/HEIMGARTNER, Basler Kommentar StPO/JStPO, 2. Aufl. 

2014, Art. 9 StPO N. 39). Die Anklage hat die der beschuldigten Person zur Last 

gelegten Delikte in ihrem Sachverhalt so präzise zu umschreiben, dass die 

Vorwürfe in objektiver und subjektiver Hinsicht genügend konkretisiert sind. 

Erforderlich ist dabei auch eine eindeutige Umschreibung des konkreten 

historischen Sachverhalts. Das Akkusationsprinzip bezweckt zugleich den 

Schutz der Verteidigungsrechte der beschuldigten Person und dient dem 

Anspruch auf rechtliches Gehör (Informationsfunktion; BGE 141 IV 132 E. 3.4.1; 

140 IV 188 E. 1.3; 133 IV 235 E. 6.2 f.; 126 I 19 E. 2a; je mit Hinweisen). Die 

beschuldigte Person muss unter dem Gesichtspunkt der Informationsfunktion 

aus der Anklage ersehen können, wessen sie angeklagt ist. Das bedingt eine 

zureichende Umschreibung der Tat. Entscheidend ist, dass der Betroffene genau 

weiss, welcher konkreter Handlungen er beschuldigt und wie sein Verhalten 

- 5 - 

rechtlich qualifiziert wird, damit er sich in seiner Verteidigung richtig vorbereiten 

kann. Er darf nicht Gefahr laufen, erst an der Gerichtsverhandlung mit neuen 

oder anderen Anschuldigungen konfrontiert zu werden (vgl. BGE 103 Ia 6 E. 1b; 

Urteile des Bundesgerichts 6B_492/2015 vom 2. Dezember 2015 E. 2.2, nicht 

publ. in: BGE 141 IV 437; 6B_1073/2014 vom 7. Mai 2015 E. 1.2; 6B_344/2011 

vom 16. September 2011 E. 3, je mit Hinweisen). Für die Frage der Einhaltung 

des Anklagegrundsatzes massgeblich ist indessen nicht (nur), ob der Angeklagte 

erkennen konnte, was ihm vorgeworfen wird, sondern auch, ob Anklagebehörde 

und Gericht dies können (NIGGLI/HEIMGARTNER, a.a.O., Art. 9 StPO N. 46b). 

2.3 Im Übrigen haben die Strafbehörden die Obliegenheit im Sinne und Geist des 

Grundsatzes der Verfahrenseinheit (Art. 29 StPO), sich widersprechende Urteile, 

sei dies bei der Sachverhaltsfeststellung, der rechtlichen Würdigung oder der 

Strafzumessung, so weit wie möglich zu verhindern (vgl. mutatis mutandis 

BGE 138 IV 29 E. 3.2). 

3.  

3.1 Die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts beschloss im genannten 

Entscheid, dass die Einstellung des Strafverfahrens betreffend J. in Bezug auf 

die Privatklägerin H. AG aufzuheben und diesbezüglich Anklage zu erheben sei 

(Ziff. 1 des Dispositivs).  

3.2 Das Verfahren gegen J. in Bezug auf die inkriminierte Betrugshandlung war von 

der Bundesanwaltschaft mit der Begründung eingestellt worden, dass J. weder 

von den Verhandlungen der K. AG mit der Beschwerdeführerin Kenntnis gehabt 

noch an der Kreditbeschaffung mitgewirkt habe. Überdies habe nicht der 

Nachweis erbracht werden können, dass er die Tatbestandsverwirklichung für 

möglich gehalten habe (E. 3.1 des Beschlusses der Beschwerdekammer 

BB.2018.146 vom 7. Mai 2019). 

3.3 Die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts erwog zusammengefasst, 

dass hinreichende Anhaltspunkte bestünden, dass J. von den Vertragsverhand-

lungen und dem Vertragsabschluss zwischen der H. AG und der K. AG gewusst 

und an der Kreditbeschaffung mitgewirkt haben könnte (a.a.O., E. 3.2).  

3.4 In Bezug auf das Verhältnis der Beschuldigten mit J. hielt die Beschwerdekam-

mer fest, dass die Beweis- und Aktenlage auf ein besonderes Verhältnis hin-

deute, welches wohl der Grund gewesen sein müsse, dass bei der B. AG in Be-

zug auf die K. AG ein branchenunübliches Vorgehen praktiziert worden sei 

(a.a.O., E. 5.3). Etwa hätte ein Mitarbeiter der B. AG anlässlich der Einvernahme 

als Auskunftsperson zu Protokoll gegeben, dass er J. im Zeitraum von 2002 und 

2010 verschiedene Male auf Unstimmigkeiten im Zusammenhang mit der K. AG 

- 6 - 

angesprochen habe; bei anderen Kunden der B. AG sei nicht dasselbe Vorgehen 

gewählt worden und die Geschäfte mit der K. AG seien beinahe ausschliesslich 

durch den Beschuldigten betreut worden. Weiter bestünden Anhaltspunkte, dass 

J. Mitarbeitern der K. AG Anweisungen zum Inhalt von Schreiben an Dritte erteilt 

und teilweise Dokumentenvorlagen (bspw. Abtretungserklärungen an Endkun-

den) zugesendet habe. Diese hätten auf dem Briefpapier der K. AG ausgedruckt 

werden müssen und seien dann nach Unterzeichnung bei der B. AG eingereicht 

worden (a.a.O., E. 5.4.1). Überdies gäbe es aufgrund der Aussagen einer Mitar-

beiterin der Beschuldigten konkrete Hinweise, dass J. in die Arbeitsabläufe der 

K. AG einbezogen gewesen sei (a.a.O., E. 5.4.2 f.).  

3.5 Weiter gäbe es Hinweise in den Akten, dass J. und seine Familie von der Be-

schuldigten geldwerte Leistungen erhalten haben könnten (a.a.O., E. 5.5.1). 

Etwa habe ein Verwaltungsrat der K. AG ausgesagt, dass J. bis möglicherweise 

Oktober/November 2009 Provisionen erhalten habe. Weiter bestünden Aussa-

gen von Mitarbeitern der K. AG, wonach jeweils vor den (zwei-) wöchentlichen 

Besuchen von J. bei der K. AG ein bestimmter Mitarbeiter Fr. 10'000.— in bar bei 

der Bank hätte abheben müssen (a.a.O., E. 5.5.2). Ähnliche Aussagen hätten 

auch Personen aus dem verwandtschaftlichen Umfeld der Beschuldigten zu Pro-

tokoll gegeben. Auch habe die Beschuldigte selber geldwerte Leistungen er-

wähnt (Fahrzeuge, Luxusuhren, Honorare von über Fr. 600'000.— für nicht er-

brachte Leistungen, ein Darlehen von zwei Millionen etc.), die J. oder seine Fa-

milie von ihr, der L. AG oder der M. AG erhalten habe (a.a.O., E. 5.5.3).  

3.6 Die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts schliesst auch, dass J. von 

den finanziellen Verhältnissen der K. AG im Jahr 2009 Kenntnis gehabt haben 

müsse und möglicherweise bis Ende Februar 2010 in die Verfahrensabläufe der 

K. AG eingebunden gewesen sei (a.a.O., E. 5.7). 

4.  

4.1 Die Aufhebung der Einstellung gegen J. bezieht sich formal lediglich auf einen 

inkriminierten Sachverhaltskomplex vom 29. September bzw. 6. Oktober 2009 

(Anklage Ziff. 3.4). Die Bundesanwaltschaft wurde durch den Entscheid der 

Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts angewiesen, gegen J. Anklage 

wegen Mittäterschaft oder Teilnahme am Betrug zu erheben (dem die 

Bundesanwaltschaft „unter Vorbehalt der erfolgreichen Ergreifung eines 

ausserordentlichen Rechtsmittels durch J.“ nachkommen wird; vgl. Eingabe der 

Bundesanwaltschaft vom 22. Mai 2019, S. 3). Ein diesbezügliches ordentliches 

oder ausserordentliches Rechtsmittel, auf welches das Bundesgericht eintreten 

würde, existiert nicht (vgl. Art. 79 und Art. 113 BGG) und entsprechend wurde – 

- 7 - 

soweit ersichtlich – durch J. auch keine Beschwerde ans Bundesgericht erhoben. 

Mithin ist zu prüfen, ob der Anklagesachverhalt, wie er in der Anklage der 

Bundesanwaltschaft vom 13. Februar 2019 umschrieben ist, mit dem (aufgrund 

des Beschlusses der Beschwerdekammer BB.2018.146 vom 7. Mai 2019) 

wahrscheinlichen Anklagesachverhalt gegen J. korrespondiert bzw. das 

Hauptverfahren gegen die Beschuldigte bei der bestehenden Akten- und 

Beweislage ohne potentielle Verletzung des Anklageprinzips durchgeführt 

werden kann.  

5.  

5.1 Wie bereits ausgeführt wurde, betrifft der Entscheid der Beschwerdekammer for-

mal lediglich den genannten Sachverhaltskomplex. Angesichts der von der Be-

schwerdekammer aufgrund der Akten- und Beweislage skizzierten Verdachtshy-

pothese hinsichtlich der eventuellen Beteiligung von J. an den übrigen inkrimi-

nierten Anklagesachverhalten, fragt sich indes, ob vorliegende Anklage gegebe-

nenfalls auch eine Verurteilung der Beschuldigten ermöglichen würde, wenn das 

Gericht betreffende Verdachtshypothese als bewiesen betrachten würde. Diese 

Frage stellt sich unabhängig vom Umstand, dass eine diesbezügliche eventuelle 

Beteiligung von J. gestützt auf das Prinzip „ne bis in idem“ unter Umständen als 

abgeurteilt gelten und ihm gegenüber nicht mehr vorgehalten werden könnte.  

5.2 Die Anklage umschreibt die inkriminierten Handlungen der Beschuldigten im All-

gemeinen Teil, indem sie erwähnt, dass Mitarbeitende der K. AG als Tatwerk-

zeuge beteiligt gewesen seien (Anklage, S. 14). Auch bezeichnet die Anklage die 

Namen der betreffenden Mitarbeiter (Anklage, S. 15). Eine eventuelle Beteiligung 

von J. wird nicht erwähnt.  

5.3 Der Beschuldigten wird unter anderem gewerbsmässiger Betrug vorgeworfen, 

indem sie Bankmitarbeiter der B. AG arglistig über den Bestand von 106 Forde-

rungen der K. AG gegenüber Käufern von Pressmaschinen im Umfang von 

EURO 413'733'826.35 und US-Dollar 2'000'000.00 getäuscht haben soll (An-

klage S. 68 f.).  

5.4 Auch im Besonderen Teil der Anklage wird eine eventuelle Beteiligung von J. 

nicht erwähnt. Im Gegenteil geht die Anklageschrift davon aus, dass J. und zwei 

weitere bei der B. AG für die Kreditvergabe zuständige Mitarbeiter über die Exis-

tenz eines realen Verfügungsgeschäfts, mithin einer an die B. AG abgetretenen 

Forderung der K. AG gegenüber dem jeweiligen Kunden getäuscht worden seien 

(Anklage S. 93 und 113) und J. sowie teilweise andere Mitarbeiter gestützt darauf 

die Vermögensdispositionen ausgelöst hätten (Anklage S. 123). Würde indes die 

aufgrund der Akten- und Beweislage von der Beschwerdekammer des Bun-

desstrafgerichts skizzierte Hypothese hinsichtlich J. als bewiesen betrachtet, 

- 8 - 

würde sich die Frage stellen, welche anderen Bankmitarbeiter der B. AG jeweils 

durch wen (die Beschuldigte und/oder J.) arglistig getäuscht wurden und gestützt 

darauf die Vermögensdispositionen zum Schaden der B. AG ausgelöst haben. 

Die Anklageschrift geht diesbezüglich davon aus, dass die Beschuldigte (mittels 

Tatwerkzeugen) die arglistige Täuschung und der darauf basierende Irrtum al-

leine bewirkt habe. Würde die Beweiswürdigung ergeben, dass J. in irgendeiner 

Form am tatbestandsmässigen Vorgehen beteiligt gewesen war bzw. Kenntnis 

über die tatsächlichen Umstände gehabt hatte, hätte dies erhebliche Auswirkun-

gen in Bezug auf die rechtliche Würdigung. Würde doch eine diesbezügliche Be-

teiligung von J. dazu führen, dass nicht er der Adressat der Täuschung innerhalb 

der B. AG wäre. Auch würde sich in Bezug auf das Tatbestandsmerkmal der 

Arglist die Frage der Opfermitverantwortung anders stellen und sich in Konstel-

lationen, in denen J. die Vermögensdisposition ausgelöst hat, diffizile Vertre-

tungs- und Zurechnungsfragen stellen. Mithin wäre gestützt auf die vorliegende 

Anklageschrift zumindest in Bezug auf den Sachverhaltskomplex betreffend die 

B. AG eine tatsächliche und rechtliche Würdigung nicht ohne Verletzung des An-

klageprinzips möglich. Zusammenfassend genügt bei einer eventuellen Beteili-

gung J.s die aktuelle Anklageschrift nicht den Anforderungen des Anklageprin-

zips. 

5.5 Den einen Fall betreffend (siehe E. 3.1 ff.) Folgendes:  

5.5.1 Die Anklageschrift gegen die Beschuldigte umschreibt die Täuschungshandlung 

gegenüber der H. AG im Besonderen Teil ohne die eventuelle Beteiligung von J. 

zu umschreiben oder überhaupt zu erwähnen (Anklage S. 120 f.). Auch im Allge-

meinen Teil der Anklage wird eine eventuelle Mittäterschaft oder Teilnahme von 

J. weder erwähnt noch umschrieben (Anklage S. 8 ff.).  

5.5.2 Würde die von der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts als im Verfah-

ren gegen J. angenommene (anzuklagende) Hypothese – wonach J. am Betrug 

gegenüber der H. AG beteiligt gewesen sei – von der Strafkammer als Sachge-

richt als bewiesen betrachtet, wäre es fraglich, ob gestützt auf die vorliegende 

Anklageschrift eine Verurteilung der Beschuldigten erfolgen könnte, weil die An-

klage eine eventuell J. zuzurechnende Mitwirkung nicht erwähnt.  

5.6 Vorliegende Anklageschrift ist mit den Sachverhaltselementen (im Sinne einer 

Eventualanklage) zu ergänzen. Infolgedessen ist die Anklage an die Bundes-

anwaltschaft zurückzuweisen. 

6. Es obliegt in vorliegender Konstellation der Bundesanwaltschaft zu prüfen, auf 

welche Weise die Anklageschrift dem Grundsatz der Verfahrenseinheit und der 

Prozessökonomie Rechnung trägt.  

- 9 - 

7. Es obliegt wiederum der Anklagebehörde, Handlungen, die im Zeitpunkt der Wie-

dereinreichung der Anklage mehr als 15 Jahre zurückliegen werden, von der An-

klage auszuscheiden und gegebenenfalls einzustellen. 

8. Das Verfahren ist zu sistieren. Die Rechtshängigkeit des sistierten Verfahrens 

verbleibt nicht beim Gericht (Art. 329 Abs. 3 StPO). Die Rechtshängigkeit ist wie-

der auf die Bundesanwaltschaft zu übertragen. 

9. Es sind keine Kosten zu erheben.  

  

- 10 - 

Die Strafkammer beschliesst: 

1. Die Anklage wird zur Ergänzung im Sinne der Erwägungen an die Bundesanwalt-

schaft zurückgewiesen. 

2. Das Verfahren SK.2019.10 wird sistiert. 

3. Die Rechtshängigkeit geht an die Bundesanwaltschaft über.  

4. Die den Parteien mit Schreiben vom 15. März 2019 mitgeteilten Daten als mög-

liche Termine für die Hauptverhandlung (17. bis und mit 20. September 2019 

sowie 25. bis und mit 26. September 2019) werden revoziert.  

5. Es werden keine Kosten erhoben. 

6. Dieser Beschluss wird den Parteien mitgeteilt. 

 

Im Namen der Strafkammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

Der Vorsitzende Der Gerichtsschreiber 

 
 
 
 
 
 

Rechtsmittelbelehrung 

 

Gegen Verfügungen und Beschlüsse sowie die Verfahrenshandlungen der Strafkammer des Bundesstrafge-
richts als erstinstanzliches Gericht, ausgenommen verfahrensleitende Entscheide, kann innert 10 Tagen 

schriftlich und begründet Beschwerde bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts geführt werden 
(Art. 393 Abs. 1 lit. b und Art. 396 Abs. 1 StPO; Art. 37 Abs. 1 StBOG). 
 
Mit der Beschwerde können gerügt werden: a. Rechtsverletzungen, einschliesslich Überschreitung und Miss-
brauch des Ermessens, Rechtsverweigerung und Rechtsverzögerung; b. die unvollständige oder unrichtige 
Feststellung des Sachverhalts; c. Unangemessenheit (Art. 393 Abs. 2 StPO). 
 

 
 
          Versand: 5. Juli 2019