# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 88e6ceb4-7d67-5981-b03c-be33648cdc9b
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-05-16
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 16.05.2017 SK 2016 403
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2016-403_2017-05-16.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

2. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

2e Chambre pénale

Urteil 
SK 16 403

Hochschulstrasse 17
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 635 48 15
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 16. Mai 2017 

Besetzung Oberrichter Aebi (Präsident i.V.), Oberrichterin Bratschi, Oberrich-
ter Schmid
Gerichtsschreiber Erismann

Verfahrensbeteiligte A.________
amtlich verteidigt durch Fürsprecher B.________

Beschuldigter

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Maulbeerstras-
se 10, Postfach 6250, 3001 Bern

Berufungsführerin

und

C.________

Zivilkläger

und

D.________-Gesellschaft

Zivilklägerin

Gegenstand Raub, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch, Diebstahl

Neubeurteilung des Urteils der 2. Strafkammer vom 16. Februar 
2016 (SK 15 311)

2

Erwägungen:

I. Formelles

1. Urteil der 2. Strafkammer des Obergerichts des Kantons Bern vom 16. Febru-
ar 2016

Die 2. Strafkammer des Obergerichts des Kantons Bern erkannte mit Urteil vom 
16. Februar 2016 was folgt (pag. 260 ff.; Hervorhebungen im Original):

«I.

A.________ wird schuldig erklärt:

1. des Raubes, mehrfach begangen

1.1. am 30. November 2013, ca. 20:00 Uhr, in Langenthal, z.N. von E.________ und 
F.________;

1.2. am 12. Dezember 2013, ca. 22:40 Uhr, in Langenthal, z.N. von C.________;

2. der Sachbeschädigung, begangen in der Zeit zwischen Samstag 13. Juli 2013, ca. 19.30 Uhr 
und Sonntag 14. Juli 2013, 09.30 Uhr in Bützberg, z.N. D.________-Gesellschaft; 

3. des Hausfriedensbruchs, begangen in der Zeit zwischen Samstag 13. Juli 2013, ca. 19.30 Uhr 
und Sonntag 14. Juli 2013, 09.30 Uhr in Bützberg, z.N. D.________-Gesellschaft; 

4. des geringfügigen Diebstahls, begangen in der Zeit zwischen Samstag 13. Juli 2013, 
ca. 19.30 Uhr und Sonntag 14. Juli 2013, 09.30 Uhr in Bützberg, z.N. D.________-Gesellschaft; 

II.

A.________ wird in Anwendung der 
Art. 34, 42 Abs. 1, 44 Abs. 1, 47, 49, 139 Ziff. 1 i.V.m. Art. 172ter, 140 Ziff. 1, 144 Abs. 1, 186 StGB

Art. 426 ff. StPO

verurteilt:

1. zu einer Geldstrafe von 300 Tagessätzen zu CHF 60.00, ausmachend total CHF 18‘000.00.

Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgelegt.

2. zu den erstinstanzlichen Verfahrenskosten von CHF 4‘500.00 (ohne Kosten für die amtliche 
Verteidigung).

3. zu den oberinstanzlichen Verfahrenskosten von CHF 3‘000.00.

3

III.

Die Entschädigung des amtlichen Verteidigers der beschuldigten Person, Fürsprecher B.________, 
wird für das erst- bzw. oberinstanzliche Verfahren wie folgt bestimmt:

Erste Instanz

Stunden Satz
amtliche Entschädigung 26.00 200.00 CHF 5'200.00
Reisezuschlag CHF

CHF 375.55
Mehrwertsteuer 8.0% auf CHF 5'575.55 CHF 446.05

CHF
Total, vom Kanton Bern auszurichten CHF 6'021.60

volles Honorar CHF 6'500.00
Reisezuschlag CHF

CHF 375.55
Mehrwertsteuer 8.0% auf CHF 6'875.55 CHF 550.05

CHF 0.00
Total CHF 7'425.60

nachforderbarer Betrag CHF 1'404.00

Auslagen MWSt-pflichtig

Auslagen ohne MWSt

Auslagen MWST-pflichtig

Auslagen ohne MWST

Der Kanton Bern entschädigt Fürsprecher B.________ für die amtliche Verteidigung von A.________ 
im erstinstanzlichen Verfahren mit CHF 6‘021.60. 

A.________ hat dem Kanton Bern die erstinstanzlich ausgerichtete amtliche Entschädigung zurück-
zuzahlen und Fürsprecher B.________ die Differenz von CHF 1‘404.00 zwischen der amtlichen Ent-
schädigung und dem vollen Honorar zu erstatten, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlau-
ben (Art. 135 Abs. 4 StPO).

Obere Instanz

Stunden Satz
amtliche Entschädigung 12.00 200.00 CHF 2'400.00
Reisezuschlag CHF 150.00

CHF 125.20
Mehrwertsteuer 8.0% auf CHF 2'675.20 CHF 214.00

CHF
Total, vom Kanton Bern auszurichten CHF 2'889.20

volles Honorar CHF 3'000.00
Reisezuschlag CHF 150.00

CHF 125.20
Mehrwertsteuer 8.0% auf CHF 3'275.20 CHF 262.00

CHF 0.00
Total CHF 3'537.20

nachforderbarer Betrag CHF 648.00

Auslagen MWSt-pflichtig

Auslagen ohne MWSt

Auslagen MWST-pflichtig

Auslagen ohne MWST

A.________ hat dem Kanton Bern die für das oberinstanzliche Verfahren ausgerichtete Entschädi-
gung von insgesamt CHF 2‘889.20 zurückzuzahlen und Fürsprecher B.________ die Differenz zwi-
schen der amtlichen Entschädigung und dem vollen Honorar, ausmachend CHF 648.00, zu erstatten, 
sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 StPO).

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IV.

Im Zivilpunkt wird erkannt:

1. A.________ wird zur Bezahlung von CHF 930.00 Schadenersatz an die D.________-
Gesellschaft verurteilt.

2. Es wird festgestellt, dass C.________ auf eine persönliche Genugtuung verzichtet hat.

3. Für die Beurteilung der Zivilklagen werden keine Kosten ausgeschieden.

V.

Weiter wird verfügt:

1. Dem zuständigen Bundesamt wird die Zustimmung zur Löschung des erstellten DNA-Profils 
(PCN-Nr. ________) erteilt (Art. 16 Abs. 1 lit. e DNA-ProfilG).

2. Dem für die Führung von AFIS zuständigen Dienst wird die Zustimmung zur Löschung der erho-
benen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten (PCN-Nr. ________) nach Ablauf der ge-
setzlichen Frist erteilt (Art. 17 Abs. 1 lit. e i.V.m. Art. 19 Abs. 1 Verordnung über die Bearbeitung 
biometrischer erkennungsdienstlicher Daten).

[…]»

2. Urteil des Bundesgerichts 6B_776/2016

Mit Urteil 6B_776/2016 vom 8. November 2016 hiess das Bundesgericht die gegen 
das obgenannte Urteil gerichtete Beschwerde des Beschuldigten/Berufungsführers 
(nachfolgend: Beschuldigter) teilweise gut, hob das angefochtene Urteil auf und 
wies die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurück, soweit es auf die 
Beschwerde eintrat (pag. 603 ff.). 

3. Prozessgeschichte im Neubeurteilungsverfahren

Mit Verfügung vom 23. November 2016 wurde vom Urteil des Bundesgerichts 
Kenntnis genommen und gegeben sowie die Durchführung eines schriftlichen Ver-
fahrens in Aussicht gestellt (pag. 618 f.). Der Beschuldigte teilte mit Schreiben vom 
24. November 2016 mit, er widersetze sich dem nicht (pag. 621). Die General-
staatsanwaltschaft ihrerseits reichte am 7. Dezember 2016 innert Frist ihre schriftli-
che Berufungsbegründung ein (pag. 626 ff.). Innert mehrfach erstreckter Frist reich-
te der Beschuldigte am 17. Februar 2017 seine schriftliche Stellungnahme zur Be-
rufungsbegründung der Generalstaatsanwaltschaft ein (pag. 649 ff). Diese verzich-
tete mit Schreiben vom 1. März 2017 auf eine Replik (pag. 658 f.), worauf die Ver-
fahrensleitung den Schriftenwechsel gemäss Verfügung vom 2. März 2017 als ab-
geschlossen erachtete (pag. 660 f.). Die mit dieser Verfügung verlangte Kostennote 
reichte Fürsprecher B.________ innert verlängerter Frist am 31. März 2017 ein 
(pag. 668 ff.).

Die Zivilkläger liessen sich im Neubeurteilungsverfahren nicht mehr vernehmen.

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4. Anträge der Parteien im Neubeurteilungsverfahren

4.1 Anträge der Generalstaatsanwaltschaft (pag. 627 ff.):

«I.

1. Das Verfahren gegen A.________ wegen

1.1 Sachbeschädigung, angeblich begangen in der Zeit zwischen Samstag 13.07.2013, ca. 
19:30 Uhr, und Sonntag, 14.07.2013, 09:30 Uhr, in Bützberg, z. N. der D.________-
Gesellschaft;

1.2 Hausfriedensbruchs, angeblich begangen in der Zeit zwischen Samstag, 13.07.2013, ca. 
19:30 Uhr, und Sonntag, 14.07.2013, 09:30 Uhr, in Bützberg, z. N. der D.________-
Gesellschaft;

1.3 geringfügige Diebstahls, begangen in der Zeit zwischen Samstag, 13.07.2013, ca. 19:30 
Uhr, und Sonntag, 14.07.2013, 09:30 Uhr, in Bützberg, z. N. der D.________-Gesellschaft

sei einzustellen unter Ausscheidung der Verfahrenskosten in der Höhe eines Drittels sowie 
Ausrichtung einer entsprechenden Entschädigung.

2. A.________ sei schuldig zu sprechen des Raubes, mehrfach begangen 

2.1 am 30.11.2013, ca. 20:00 Uhr, in Langenthal, z. N. von E.________ und F.________;

2.2 am 12.12.2013, ca. 22:40 Uhr, in Langenthal, z. N. von C.________ 

und er sei in Anwendung der einschlägigen Bestimmungen

zu verurteilen:

1. zu einer Geldstrafe von 270 Tagessätzen zu einem Tagessatz von Fr. 60.00, ausmachend 
total Fr. 16‘200.00. Der Vollzug der Geldstrafe sei aufzuschieben mit einer Probezeit von 2 
Jahren;

2. zu einer Busse von Fr. 1‘800.00. (unbedingt). Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhaftem 
Nichtbezahlen sei auf 30 Tage anzusetzen;

3. zur Bezahlung des oberinstanzlichen Neubeurteilungsverfahrens im Umfang von zwei Drit-
teln (inkl. einer angemessenen Gebühr von CHF 700.00 gemäss Art. 21 VKD).

II.
Es seien die weiteren Verfügungen zu treffen (Honorar amtliche Verteidigung, Löschung DNA-Profil 
etc.).»

4.2 Anträge des Beschuldigten (pag. 649 ff.):

Der Beschuldigte stellte in Bezug auf Einstellung und Schuldsprüche identische An-
träge wie die Generalstaatsanwaltschaft (vgl. Ziff. I.1. und 2. seiner Anträge). 

Weiter beantragte er, er sei in Anwendung der einschlägigen Bestimmungen wie 
folgt zu verurteilen:

«[...]

6

1. zu einer Geldstrafe von 300 Tagessätzen zu einem Tagessatz von Fr. 60.00, ausmachend total 
Fr. 18‘000.00. Der Vollzug der Geldstrafe sei aufzuschieben mit einer Probezeit von 2 Jahren;

2. zur Bezahlung der Kosten des oberinstanzlichen Neubeurteilungsverfahrens im Umfang von 
zwei Dritteln (inkl. einer angemessenen Gebühr von CHF 700.00 gemäss Art. 21 VKD).

II.

Es seien die weiteren Verfügungen zu treffen (Bestimmung des Honorars der amtlichen Verteidigung 
für das erstinstanzliche Verfahren in Bestätigung der Entschädigungsregelung gemäss erstinstanzli-
chem Urteil, eventuell nach Eingang der revidierten Kostennote der Verteidigung, sowie für das obe-
rinstanzliche Verfahren nach Eingang der entsprechenden Kostennote, Bestimmung der Entschädi-
gung an den Beschuldigten für die teilweise Verfahrenseinstellung, Löschung DNA-Profil etc.).»

II. Umfang der Neubeurteilung

5. Allgemeines

Die Behörde, an welche zurückgewiesen wird, ist an die rechtlichen Erwägungen 
im Rückweisungsentscheid gebunden. Dabei betrifft die Verbindlichkeit sowohl 
Punkte, bezüglich denen keine Rückweisung erfolgt, die also «definitiv» entschie-
den wurden, wie auch diejenigen Erwägungen, welche den Rückweisungsauftrag 
umschreiben (vgl. dazu MEYER/DORMANN, in: Basler Kommentar zum BGG, 2. 
Aufl., N. 18 zu Art. 107 BGG m.w.H., sowie BGE 135 III 334 E. 2; bestätigt im Urteil 
des Bundesgerichts 6B_434/2014 vom 24.11.2014 E. 1.3.1). Ergibt sich aus der 
Urteilsbegründung des Bundesgerichts, dass es sich materiell um eine Teilaufhe-
bung handelt, gilt das kantonale Urteil im Übrigen als bestätigt (BGE 122 I 250 E. 
2b). Die kantonale Instanz hat sich demnach bei der neuen Entscheidung auf das 
zu beschränken, was sich aus den Erwägungen des Bundesgerichts als Gegen-
stand der neuen Beurteilung ergibt. Wird eine Beschwerde in Strafsachen gutge-
heissen und das vorinstanzliche Urteil aufgehoben, soll das Verfahren nicht als 
Ganzes neu in Gang gesetzt werden, sondern nur insoweit, als dies notwendig ist, 
um den verbindlichen Erwägungen des Bundesgerichts Rechnung zu tragen (Urteil 
des Bundesgerichts 6B_434/2014 vom 24.11.2014 E. 1.3.3).

6. Erwägungen der 2. Strafkammer im ersten oberinstanzlichen Urteil

Die 2. Strafkammer verurteilte den Beschuldigten wegen Sachbeschädigung, 
Hausfriedensbruchs und geringfügigen Diebstahls, alles begangen in der Zeit zwi-
schen Samstag, 13. Juli 2013, ca. 19:30 Uhr, und Sonntag, 14. Juli 2013, 09:30 
Uhr, in Bützberg, z. N. der D.________-Gesellschaft, sowie wegen Raubes, mehr-
fach begangen am 30. November 2013, ca. 20:00 Uhr, in Langenthal, z. N. von 
E.________ und F.________, sowie am 12. Dezember 2013, ca. 22:40 Uhr, in 
Langenthal, z. N. von C.________.

Der Einbruchdiebstahl in das Vereinslokal der D.________-Gesellchaft wurde vom 
Beschuldigten nicht bestritten. Die Verteidigung verlangte in dieser Sache indessen 

https://www.swisslex.ch/AssetDetail.mvc/Show?assetGuid=4fe38550-7768-4aa2-9e23-ca9402caf415&SP=6|jko0v5#cons_2b
https://www.swisslex.ch/AssetDetail.mvc/Show?assetGuid=4fe38550-7768-4aa2-9e23-ca9402caf415&SP=6|jko0v5#cons_2b

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die Einstellung des Verfahrens, weil ihrer Ansicht nach kein gültiger Strafantrag 
vorlag.

Anders als die erste Instanz bejahte die Kammer im ersten oberinstanzlichen Ver-
fahren die Gültigkeit des durch den Ehrenpräsidenten G.________ gestellten Straf-
antrages. Sie erachtete den ganzen, in den Ziffern I. 2. – 4 der Anklageschrift um-
schriebenen Sachverhalt (pag. 359 f.) als erwiesen und sprach den Beschuldigten 
der Sachbeschädigung, des Hausfriedensbruchs sowie des geringfügigen Dieb-
stahls schuldig.

Ebenso schuldig erklärt wurde der Beschuldigte wegen mehrfachen Raubes. Zum 
einen wegen eines Vorfalls vom 30. November 2013 z. N. von E.________ und 
F.________, zum anderen wegen eines ähnlichen Vorfalls vom 12. Dezember 
2013 z. N. von C.________. 

Zum ersten Vorfall („Langnauer Fahnen“) hielt die Kammer fest (E. II.2.4.6., 
pag. 551): 

«Vorliegend wurden die Fahnen den Langnauern am 30. November 2013 unter erheblichem Gewalt-
einsatz abgenommen und anschliessend den im H.________-Restaurant versammelten Langenthaler 
Fans präsentiert. Die Fahnen wurden dann aber vom Beschuldigten nach Hause genommen, um sie 
dort bis zu einem allfälligen Einsatz an einem nächsten (Heim-)Derby gegen Langnau (somit frühes-
tens nach ca. 1 ½ Monaten) zu verstecken. Im Zeitpunkt der polizeilichen Intervention vom 22. De-
zember 2013 befanden sie sich immer noch dort (pag. 98). Die Aussagen zu den Absichten und Moti-
ven (warum überhaupt erfolgte die Wegnahme, was war der weitere Verwendungszweck?) sind vage. 
Die objektiven Erkenntnisse lassen den Schluss zu, dass man die Fahnen schlicht und einfach haben 
wollte. Ob die Täter sie dann wirklich irgendwann einmal so eingesetzt und verwendet hätten wie an-
gegeben, ist offen. Nachdem die Fahnen von der Polizei beim Beschuldigten hatten aufgefunden 
werden können, wurden sie den Geschädigten zurückgegeben (pag. 117).»

Zum zweiten Vorfall („Oltner Schal“) führte sie aus (E. II.3.4.5., pag. 553):

«Beim Vorfall mit dem Schal am 12. Dezember 2013 war der Gewalteinsatz ebenfalls erheblich. 
C.________ erlitt zwar nur vergleichsweise harmlose Verletzungen (Rötungen und Druckschmerzen 
am Kopf, im Nackenbereich und im Gesicht sowie eine Schürfung am rechten Mittelfinger), musste 
sich aber immerhin in eine ärztliche Konsultation begeben. Der Schal wurde ihm von I.________ ab-
genommen, dann im H.________-Restaurant an den Beschuldigten weitergegeben und landete 
schliesslich im Auto von J.________, der ihn rund 2 ½ Monate besass und erst nach mehrfachem po-
lizeilichen Insistieren herausgab. Auch hier ging es offensichtlich darum, den Schal (anstelle des ur-
sprünglich anvisierten Spielertrikots) einfach wegzunehmen und zu behalten. Zu Motiven und Absich-
ten liegen seitens der Beteiligten keine Angaben vor.»

In Abweichung von der Vorinstanz, welche die Taten wegen angeblich fehlender 
Bereicherungsabsicht lediglich als Nötigungen qualifiziert hatte, erkannte die Kam-
mer auf (mehrfachen) Raub und führte in rechtlicher Hinsicht Folgendes aus 
(E. III.1.3.4, pag. 555):

«Die Überlegungen der Vorinstanz treffen insoweit zu, als sowohl das beim Raub erforderliche Nöti-
gungselement (Gewalt, Androhung ernstlicher Nachteile) als auch der erste Teil des geforderten 
Diebstahlselements (Wegnahme zur Aneignung einer fremden beweglichen Sache) offensichtlich ge-
geben sind. 

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Entgegen der Vorinstanz vermag die Kammer aber in den vom Beschuldigten und seinen Mittätern 
mit erheblicher Gewalt durchführten Aktionen nicht ein blosses „Fanritual“, bei welchem es nicht um 
geldwerte Beute, sondern lediglich um Provokation der generischen Fans und um deren Erniedrigung 
und Einschüchterung ging, zu erkennen. Auch der Zivilkläger C.________ hat dieser Sichtweise kei-
neswegs beigepflichtet, wie die Vorinstanz fälschlicherweise ausführte, sondern klar gesagt, es sei 
kein typisches Ritual und für ihn nicht normal, es komme aber offenbar vor.

Die Kammer kommt vielmehr zum Schluss, dass auch eine zumindest eventuelle Bereicherungsab-
sicht vorliegt:
- Das Motiv für die Taten, welches gemäss den Ausführungen der Vorinstanz einzig in der 

Demütigung der gegnerischen Fans zu erblicken ist, ist nicht mit der (Bereicherungs-)Absicht 
gleichzusetzen. Eine solche kann trotzdem vorliegen. Nicht einmal unbewusste, triebhafte Moti-
ve, wie Bosheit oder Geltungssucht, stehen der Annahme einer Bereicherungsabsicht im Übri-
gen entgegen (TRECHSEL/CRAMERI, a.a.O., N 11 zu Vor Art. 137 StGB);

- Die Fahnen und der Schal wurden nach der Wegnahme und Aneignung nicht wieder zurückge-
geben oder liegengelassen. Die Täter behielten die Gegenstände; sie wollten sie «einfach ha-
ben», aufbewahren, in Sicherheit bringen (vgl. Aussagen des Beschuldigten bei der Polizei, pag. 
119 Z. 63 f. und in der Hauptverhandlung, pag. 398 Z. 6 f., Aussagen K.________ bei der Polizei 
pag. 123 Z. 38 ff. und Z. 72, Aussagen I.________ pag. 126 Z. 38). Der Beschuldigte und seine 
Mittäter verfügten über die Gegenstände, wie wenn sie ihnen gehört hätten. Allein daraus erge-
ben sich ein nicht nur vorübergehender, sondern auch dauernder Aneignungswille und damit 
auch eine Bereicherungsabsicht. Von einer unerwünschten Nebenfolge kann nicht die Rede 
sein;

- Die erbeuteten Fanartikel wurden von den Langenthaler Fans auch nicht nur mit dem Ziel ent-
wendet, die andern zu ärgern: Die Täter nahmen die Fahnen mit nach Hause und versteckten 
sie dort sogar. Der Schal wurde von J.________ im Auto mitgeführt und erst nach mehrmaliger 
Aufforderung durch die Polizei 2 ½ Monate nach der Tat wieder herausgegeben. Wenn der Be-
schuldigte und seine Kollegen die Fahnen, wie sie selbst behaupteten (Aussagen des Beschul-
digten pag. 400 Z. 11 ff., Aussagen K.________ pag. 123 Z.66 ff.), bei einem Derby im eigenen 
Fansektor den gegnerischen Fans hätten präsentieren wollen, hätten sie diese über den 22. De-
zember 2013 (Datum der Sicherstellung der Fahnen durch die Polizei, pag. 98) hinaus folglich 
noch ein paar weitere Wochen (bis zum nächsten Heimderby) in ihrem Besitz gehabt bzw. ha-
ben müssen.
An den Gegenständen wurde somit ein auf lange Dauer angelegter neuer Gewahrsam begrün-
det. Angesichts dieser Umstände ist es mitnichten so, dass niemand ein wirkliches Interesse an 
den Gegenständen gehabt hätte, wie die Vorinstanz festhält (pag. 443);

- Die durch Wegnahme erlangten Fanartikel hatten entgegen der Auffassung der Vorinstanz nicht 
nur einen ideellen Vorteil oder Nutzen, sondern sehr wohl auch einen wirtschaftlichen Wert: Die 
Täter konnten sich nämlich auf diese Weise die Auslagen für den legalen Erwerb der Artikel 
(z.B. im Fanshop der gegnerischen Mannschaft) sparen;

- Die Attacken gegen den EHC Olten-Fan C.________ und die Langnauer Fans E.________ und 
F.________ erfolgten beide Male relativ spontan und auch ohne dass von Anfang an klar fest-
gestanden wäre, was man entwenden wollte. Weder der Beschuldigte noch I.________ konnten 
konkret sagen, worauf sie aus gewesen waren. Gemäss I.________ wollte er vom Oltner eigent-
lich das Spielertrikot, nahm dann aber den Schal; bei den Langnauern hatte er es eigentlich auf 
den Teleskopfahnenstock abgesehen. Den beiden Übergriffen haftet etwas Zufälliges an, weil 
die Täter selber nicht genau wusste, was sie wegnehmen wollten. Ein derartiger Beutezug un-

9

terscheidet sich nicht von einem „gewöhnlichen“ Raub, bei welchem es der Täterschaft letztlich 
nicht gelingt, einem Opfer die ursprünglich anvisierten Gegenstände abzuringen. Das Vorgehen 
des Beschuldigten und seiner Kumpane lässt auf eine zumindest eventuelle Bereicherungsab-
sicht schliessen.

Die Kammer bejaht damit – im Gegensatz zur Vorinstanz – die Bereicherungsabsicht, weshalb 
nebst den objektiven auch sämtliche subjektiven Tatbestandsmerkmale des Raubes erfüllt sind. 
Der Beschuldigte ist damit wegen Raubes, begangen am 30. November 2013 und am 12. De-
zember 2013 schuldig zu erklären. […].»

7. Erwägungen des Bundesgerichts

Das Bundesgericht hat für die Kammer verbindlich festgestellt, dass das Strafver-
fahren hinsichtlich des Anklagekomplexes „Einbruchdiebstahl vom 13./14. Juni 
2013 in das Vereinslokal der D.________-Gesellschaft“ (Sachbeschädigung, Haus-
friedensbruch und geringfügiger Diebstahl) einzustellen sei. Diesbezüglich fehle es 
an einem gültigen Strafantrag, nachdem der Antragssteller als einfaches Vereins-
mitglied durch die Straftat nicht unmittelbar geschädigt bzw. verletzt worden sei (E. 
1.4.3 und 1.5. des bundesgerichtlichen Entscheids). 

Demgegenüber verneinte das Bundesgericht eine Verletzung von Art. 140 Ziff. 1 
StGB und wies die Beschwerde diesbezüglich ab. Es hielt fest (E. 2.6.), die Kam-
mer habe die Bereicherungsabsicht bejahen dürfen. Ihr Schuldspruch sei im Er-
gebnis nicht zu beanstanden. Aufgrund des Verschlechterungsverbots habe sich 
die abweichende (verschärfte) bundesgerichtliche Qualifikation des subjektiven 
Sachverhalts hinsichtlich der Bereicherungsabsicht (Anm.: vom Bundesgericht 
wurde eine Bereicherungsabsicht strictu sensu bejaht; E. 2.5.5) bei der neu zu er-
gehenden Entscheidung in keiner Weise auszuwirken (Art. 107 Abs. 1 BGG; mit 
Verweis auf BGE 135 IV 87 E. 6 S. 97; ferner Urteil 6B_318/2016 vom 13. Oktober 
2016 E. 3.2.2 mit Hinweisen auf die hier nicht unmittelbar anwendbare Rechtspre-
chung zu Art. 391 Abs. 2 der Schweizerischen Strafprozessordung [StPO; 
SR 312.0]).

8. Standpunkte der Parteien im Neubeurteilungsverfahren

Mit Blick auf die Erwägungen des Bundesgerichts sind sich die Parteien darin einig, 
dass einerseits das Verfahren hinsichtlich des Anklagekomplexes „Einbruchdieb-
stahl vom 13./14. Juni 2013 in das Vereinslokal der D.________-Gesellschaft“ ein-
zustellen ist und andererseits erneut ein Schuldspruch wegen Raubes, mehrfach 
begangen am 30. November 2013 und am 12. Dezember 2013, zu erfolgen hat 
(vgl. Anträge, E. I.4. hiervor, und jeweilige Begründungen, pag. 628 und 650). Un-
terschiedlicher Auffassung sind die Parteien in Bezug auf die Strafzumessung und 
die Kostenliquidation.

9. Erwägungen der Kammer

Formell wurde das Urteil der 2. Strafkammer vom 16. Februar 2016 (SK 15 311) 
vollumfänglich aufgehoben und zu neuer Entscheidung an die Kammer zurückge-
wiesen.

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Das Bundesgericht hat, wie bereits erwähnt, für die Kammer verbindlich festge-
stellt, dass das Strafverfahren hinsichtlich des Anklagekomplexes „Einbruchdieb-
stahl vom 13./14. Juni 2013 in das Vereinslokal der D.________-Gesellschaft“ ein-
zustellen sei. Demgegenüber hat das Bundesgericht den Schuldspruch wegen 
mehrfachen Raubes bestätigt. Materiell handelt es sich somit lediglich um eine 
Teilaufhebung.

Weder auf die Teileinstellung noch auf die Schuldsprüche wegen Raubes ist inhalt-
lich zurückzukommen. Antrags- und vorgabegemäss hat die Kammer im Dispositiv 
die Einstellung des Verfahrens im genannten Umfang zu beschliessen und einen 
Schuldspruch wegen mehrfachen Raubes auszufällen.

Im Zivilpunkt hat die Kammer im ersten oberinstanzlichen Verfahren festgestellt, 
dass der Zivilkläger C.________ auf eine persönliche Genugtuung verzichtet hat. 
Auf die Ausscheidung von Verfahrenskosten für die Beurteilung der Zivilklage wur-
de verzichtet. Das bundesgerichtliche Urteil gibt keinen Anlass, darauf zurückzu-
kommen, zumal das Bundesgericht auf den eventualiter gestellten Antrag des Be-
schuldigten auf Verweisung der Zivilklage von C.________ auf den Zivilweg nicht 
eingetreten ist (E. 3.1.). 

Inhaltlich neu zu befinden hat die Kammer somit lediglich noch über die Strafzu-
messung, über die Zivilklage der D.________-Gesellschaft sowie über die Kosten-
liquidation.

III. Strafzumessung

10. Vorbringen der Parteien

Die Generalstaatsanwaltschaft führt in ihrer Berufungsbegründung aus, eine Ge-
samtstrafe von 300 Strafeinheiten erscheine auch im Rahmen der Neubeurteilung 
als schuldadäquat. Sie beantragt die Ausfällung der Strafe in Form einer bedingten 
Geldstrafe bei einer Tagessatzhöhe von CHF 60.00. Sie erachtet es indessen als 
angezeigt, die bedingte Geldstrafe mit einer unbedingten Busse zu verbinden. Sie 
legt dar, die Kammer habe im aufgehobenen Urteil mit der Begründung von einer 
Verbindungsbusse abgesehen, dass der Beschuldigte die gesamten Verfahrens-
kosten zu tragen sowie Zivilforderungen zu begleichen habe. Die Ausgangslage 
habe sich mit dem nun vorliegenden Urteil des Bundesgerichts verändert. Das Ver-
fahren wegen Hausfriedensbruchs, Sachbeschädigung und geringfügigen Dieb-
stahls sei nunmehr einzustellen. Dadurch werde der Beschuldigte nicht mehr die 
gesamten Verfahrenskosten zu tragen haben. Um ihm die Ernsthaftigkeit seiner 
Taten dennoch vor Augen zu führen, erscheine es als angezeigt, einen Teil der 
Strafe - im Umfang von 30 Strafeinheiten - im Sinne einer "Denkzettelfunktion" un-
bedingt auszufällen (Art. 42 Abs. 4 i. V. mit Art. 106 StGB) und die (unbedingte) 
Verbindungsbusse auf CHF 1‘800.00 (30 Tagessätze zu CHF 60.00) festzusetzen.

Die Verteidigung ist demgegenüber der Auffassung, dies sei unzulässig, weil es im 
Vergleich zum aufgehobenen Urteil im Ergebnis zu einer schärferen Bestrafung 
führe. Das Bundesgericht habe hierzu aber verbindlich festgehalten, dass eine 
strengere Bestrafung des Beschuldigten nicht zulässig sei. 

11

11. Erwägungen der Kammer

Für die Kammer besteht grundsätzlich kein Anlass, bei der Strafzumessung für die 
beiden Raubdelikte von ihren Erwägungen im ersten oberinstanzlichen Urteil vom 
16. Februar 2016 abzuweichen. Darauf kann verwiesen werden (pag. 557 ff.).

Mit der Generalstaatsanwaltschaft ist indessen zu unterstreichen, dass die unter 
dem Titel „Täterkomponenten“ gewährte leichte Strafreduktion von 30 Strafeinhei-
ten ausschliesslich damit begründet werden kann, dass der Beschuldigte zum Zeit-
punkt seiner Taten das 18. Altersjahr erst knapp überschritten hatte. Eine weiter-
gehende Strafreduktion, insbesondere ein eigentlicher „Geständnisrabatt“, wäre 
nicht zu rechtfertigen. Eine Gesamtstrafe von 300 Strafeinheiten für die beiden 
Raubtaten ist somit nach wie vor schuldadäquat und angemessen, zumal die 
Kammer bereits im aufgehobenen Urteil auf eine Asperation für die Schuldsprüche 
wegen Sachbeschädigung und Hausfriedensbruchs im Zusammenhang mit dem 
nun einzustellenden Sachverhaltskomplex „Einbruchdiebstahl vom 13./14. Juni 
2013 in das Vereinslokal der D.________-Gesellschaft“ verzichtet hat.

Kein Raum besteht nach Auffassung der Kammer für die Ausfällung einer Verbin-
dungsbusse. Die Generalstaatsanwaltschaft hat das im aufgehobenen Urteil fest-
gelegte Strafmass (300 Tagessätze Geldstrafe zu CHF 60.00, bedingt, PZ 2 Jahre) 
akzeptiert. Im Gegensatz zum Beschuldigten hat sie das Urteil nicht an das Bun-
desgericht weitergezogen. Gemäss Art. 107 Abs. 1 BGG darf das Bundesgericht 
nicht über die Begehren der Parteien hinausgehen, was zur Folge hat, dass im Ver-
fahren vor Bundesgericht das Verbot der reformatio in peius gilt. Das bundesrecht-
liche Verschlechterungsverbot wiederum bindet im Falle einer Rückweisung auch 
die kantonalen Behörden (Urteil 6B_165/2011 vom 19.07.2011, E. 3.1; vgl. zum 
Ganzen auch LIEBER, in: Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 2. 
Aufl. 2014, N. 8 zu Art. 391, mit Hinweisen, sowie die Ausführungen des Bundes-
gerichts im vorliegenden Rückweisungsentscheid, E. 2.6). 

Das Strafmass von 300 Tagessätzen Geldstrafe zu CHF 60.00, bedingt auf eine 
Probezeit von 2 Jahren ist demzufolge, wie von der Verteidigung beantragt, im vor-
liegenden Neubeurteilungsverfahren zu bestätigen.

IV. Zivilpunkt

12. Ausgangslage

Die D.________-Gesellschaft machte adhäsionsweise eine Schadenersatzforde-
rung in der Höhe von CHF 930.00 geltend (pag. 169). 

Sie beantragte im ersten oberinstanzlichen Verfahren sinngemäss die Gutheissung 
der Zivilklage (vgl. pag. 518). Der Beschuldigte beantragte hingegen, die Schaden-
ersatzforderung sei auf den Zivilweg zu verweisen (pag. 518).

Die Kammer hat die Zivilklage der D.________-Gesellschaft im aufgehobenen Ur-
teil im beantragten Umfang gutgeheissen. Für die Behandlung der Zivilklage wur-
den angesichts des geringen entstandenen Aufwands keine Verfahrenskosten 
ausgeschieden.

12

Die Parteien haben im Neubeurteilungsverfahren keine Anträge zum Zivilpunkt ge-
stellt.

13. Erwägungen der Kammer

Das bundesgerichtliche Rückweisungsurteil enthält keine verbindlichen Vorgaben 
in Bezug auf die Beurteilung der Zivilklage der D.________-Gesellschaft. Diese er-
geben sich allerdings von Gesetzes wegen aus der Einstellung des Verfahrens in 
Bezug auf den einzustellenden Sachverhaltskomplex „Einbruchdiebstahl vom 
13./14. Juni 2013 in das Vereinslokal der D.________-Gesellschaft“: Wird das 
Strafverfahren eingestellt, ist die Zivilklage gemäss Art. 126 Abs. 2 lit. a StPO auf 
den Zivilweg zu verweisen.

Auf die Ausscheidung von Verfahrenskosten für die Beurteilung der Zivilklage der 
D.________-Gesellschaft wird angesichts des neu noch geringeren Aufwands wei-
terhin verzichtet.

V. Kosten

14. Anträge und Vorbringen der Parteien

Die Generalstaatsanwaltschaft beantragt, es seien aufgrund der Teileinstellung 
«Verfahrenskosten in der Höhe eines Drittels» auszuscheiden und es sei eine 
«entsprechende Entschädigung» auszurichten. Hingegen sei der Beschuldigte «zur 
Bezahlung des oberinstanzlichen Neubeurteilungsverfahrens im Umfang von zwei 
Dritteln (inkl. einer angemessenen Gebühr von CHF 700.00 gemäss Art. 21 VKD)» 
zu verurteilen. Das amtliche Honorar der Verteidigung sei von Amtes wegen zu be-
stimmen.

Die Verteidigung führt in ihrer Stellungnahme aus, sie könne sich der von der Ge-
neralstaatsanwaltschaft beantragten Kostenverlegung im Teilungsverhältnis 1/3 zu 
2/3 grundsätzlich anschliessen. Entsprechend stellt die Verteidigung im Kosten-
punkt weitgehend identische Anträge wie die Generalstaatsanwaltschaft. Einzig 
hinsichtlich der Bestimmung des amtlichen Honorars für das erstinstanzliche Ver-
fahren beantragt die Verteidigung abweichend von der Generalstaatsanwaltschaft 
die Bestätigung der Entschädigungsregel gemäss erstinstanzlichem Urteil. Zur Be-
gründung wird ausgeführt, die Verteidigung habe in ihrer Kostennote vom 23. Juli 
2015 dem Umstand der Verfahrenseinstellung für die Bemessung des amtlichen 
Honorars bereits Rechnung getragen und für die Einstellung des Verfahrens eine 
Pauschale von CHF 1‘500.00 beantragt, welche ihr auch zugesprochen worden sei. 
Diese Pauschale entspreche zwar nicht ganz dem von der Generalstaatsanwalt-
schaft beantragten Kostenteiler, man sei jedoch damit einverstanden, wenn die 
Kostenregelung für das erstinstanzliche Verfahren in Bestätigung des erstinstanzli-
chen Urteils erfolge. Falls die Kammer anderer Meinung sei, sei der Verteidigung 
Gelegenheit zu geben, eine revidierte Kostennote für das erstinstanzliche Verfah-
ren einzureichen.

13

15. Erwägungen der Kammer

15.1 (Keine) Vorgaben des Bundesgerichts

Das Bundesgericht macht der Kammer in seinem Rückweisungsentscheid keine 
expliziten Vorgaben in Bezug auf die Kostenliquidation.

15.2 Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens

15.2.1 Verfahrenskosten

Fällt die Rechtsmittelinstanz selber einen neuen Entscheid, so befindet sie darin 
auch über die von der Vorinstanz getroffene Kostenregelung (Art. 428 Abs. 3 
StPO). 

Soweit keine abweichende Bestimmung zur Anwendung gelangt, gilt der Grund-
satz, wonach die Verfahrenskosten vom Kanton getragen werden (Art. 423 Abs. 1 
StPO). 

Die beschuldigte Person trägt die Verfahrenskosten, wenn sie verurteilt wird. Wird 
das Verfahren eingestellt oder die beschuldigte Person freigesprochen, so können 
ihr die Verfahrenskosten ganz oder teilweise auferlegt werden, wenn sie rechtswid-
rig und schuldhaft die Einleitung des Verfahrens bewirkt oder dessen Durchführung 
erschwert hat (Art. 426 Abs. 1 und 2 StPO). 

Wird das Verfahren eingestellt oder die beschuldigte Person freigesprochen, kön-
nen die Verfahrenskosten, die durch die Anträge zum Zivilpunkt verursacht worden 
sind, gemäss Art. 427 Abs. 1 lit. a StPO der Privatklägerschaft auferlegt werden. 
Bei Antragsdelikten können die Verfahrenskosten bei Einstellung oder Freispruch 
der antragstellenden Person, sofern diese mutwillig oder grob fahrlässig die Einlei-
tung des Verfahrens bewirkt oder dessen Durchführung erschwert hat, oder der 
Privatklägerschaft auferlegt werden (Art. 427 Abs. 2 lit. a StPO).

Vorliegend wird das Strafverfahren wegen Sachbeschädigung, Hausfriedensbruchs 
und geringfügigen Diebstahls eingestellt. Bei diesem „Einbruchdiebstahl vom 
13./14. Juni 2013 in das Vereinslokal der D.________-Gesellschaft“ handelt es sich 
um einen von insgesamt drei angeklagten Sachverhaltskomplexen. Es rechtfertigt 
sich daher, hierfür antragsgemäss 1/3 der erstinstanzlichen Verfahrenskosten aus-
zuscheiden.

Der Beschuldigte hat zwar anerkannt, gewaltsam in das Vereinslokal der 
D.________-Gesellschaft eingedrungen zu sein, Türen aufgebrochen, diverse 
Essmittel behändigt und verschüttet sowie einige Flaschen Bier mitgenommen zu 
haben (vgl. bundesgerichtlicher Rückweisungsentscheid, E. 1). Insofern hat er 
rechtswidrig und schuldhaft die Einleitung des Verfahrens bewirkt (prozessuales 
Verschulden im weiteren Sinne). Allerdings können ihm die Weiterungen des Ver-
fahrens, welche entstanden, weil von polizeilicher und staatsanwaltschaftlicher Sei-
te (wie später auch von der Kammer) zunächst fälschlicherweise von einem gülti-
gen Strafantrag ausgegangen wurde, nicht angelastet werden. Es erschiene daher 
nicht billig, dem Beschuldigten nach Art. 426 Abs. 2 StPO die auf den einzustellen-
den Verfahrensteil entfallenden Kosten aufzuerlegen.

14

Eine Auferlegung dieser Kosten auf die Privatklägerschaft nach Art. 427 Abs. 1 
StPO entfällt schon deshalb, weil auf die Ausscheidung von Kosten für die Beurtei-
lung der Zivilklagen verzichtet wurde. Die D.________-Gesellschaft ist sodann 
zwar (vermeintliche) Antragstellerin, hat jedoch die Einleitung des Verfahrens we-
der mutwillig noch grobfährlässig bewirkt. Zudem hat sie sich nur als Zivil,- und 
nicht als Strafklägerin am Verfahren beteiligt. Damit entfällt auch eine Kostenaufer-
legung nach Art. 427 Abs. 2 StPO.

Mangels anderweitiger anwendbarer Bestimmungen sind die auf den einzustellen-
den Verfahrensteil entfallenden erstinstanzlichen Kosten (1/3) daher vom Kanton 
Bern zu tragen (Art. 423 Abs. 1 StPO). Die restlichen 2/3 der erstinstanzlichen Kos-
ten sind in Anwendung von Art. 426 Abs. 1 StPO dem Beschuldigten aufzuerlegen.

15.2.2 Kosten der amtlichen Verteidigung im Besonderen

Zu den Verfahrenskosten gehören auch die Kosten für die amtliche Verteidigung; 
sie stellen Auslagen dar (Art. 422 Abs. 2 lit. a StPO). Sie sind allerdings von der 
Kostentragungspflicht des Beschuldigten gemäss Art. 426 Abs. 1 StPO explizit 
ausgenommen und damit grundsätzlich vom Staat zu tragen. Sofern die beschul-
digte Person zu den Verfahrenskosten verurteilt wird, ist sie jedoch verpflichtet, 
dem Kanton die an die amtliche Verteidigung ausgerichtete Entschädigung zurück-
zuzahlen und der Verteidigung die Differenz zwischen der amtlichen Entschädi-
gung und dem vollen Honorar zu erstatten, sobald es ihre wirtschaftlichen Verhält-
nisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 StPO). 

Es erscheint vorliegend angemessen, den für die übrigen Verfahrenskosten be-
stimmten Verteilungsschlüssel antragsgemäss auch auf die Kosten der amtlichen 
Verteidigung anzuwenden. Der Kanton Bern trägt somit 1/3 dieser Kosten definitiv, 
während der Beschuldigte in Bezug auf die restlichen 2/3 der Kosten der amtlichen 
Verteidigung rück- und nachzahlungspflichtig wird, sobald es seine wirtschaftlichen 
Verhältnisse erlauben.

Umstritten ist allerdings die Höhe der amtlichen Entschädigung:

Der Beschuldigte beantragte in erster Instanz, es sei ihm (persönlich) eine Ent-
schädigung von pauschal CHF 1‘500.00 (inkl. Auslagen und MWST) für die Auf-
wendungen seiner Verteidigung in Bezug auf die beantragten Freisprüche – dabei 
handelt es sich um den nun eingestellten Verfahrensteil – auszurichten. Weiter 
wurde beantragt, es sei das Honorar der amtlichen Verteidigung entsprechend der 
eingereichten Kostennote vom 24. Juli 2015 festzusetzen (pag. 407).

Das Regionalgericht hiess diese Anträge insofern gut, als es für die amtliche Ver-
teidigung des Beschuldigten im Zusammenhang mit dem eingestellten Verfahrens-
teil in Anwendung von Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO eine Entschädigung von 
CHF 1‘500.00 ausrichtete (Ziff. I. in fine des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs, 
pag. 413; Urteilsbegründung, pag. 456), dies allerdings an Rechtsanwalt Bevilac-
qua und nicht an den Beschuldigten persönlich. Weiter setzte das Regionalgericht 
das amtliche Honorar und die volle Entschädigung von Fürsprecher B.________ 
gestützt auf die als angemessen erachtete Kostennote vom 23. Juli 2015 fest und 
erklärte den Beschuldigten diesbezüglich vollumfänglich rück- und nachzahlungs-

15

pflichtig nach Art. 135 Abs. 4 StPO (Ziff. III des Urteilsdispositivs, pag. 415; Urteils-
begründung, pag. 457).

Im ersten oberinstanzlichen Verfahren beantragte der Beschuldigte insoweit die 
Bestätigung des erstinstanzlichen Urteils (pag. 519 f.). 

Die Kammer hielt dagegen in ihrem Urteil vom 26. Februar 2016 fest, es sei nicht 
nachvollziehbar, weshalb Fürsprecher B.________ zusätzlich zum vollständig zu-
gesprochenen amtlichen Honorar gemäss Kostennote auch noch eine Entschädi-
gung von pauschal CHF 1‘500.00 ausgerichtet werden sollte. Sie vergütete ihm 
deshalb lediglich den in der Kostennote ausgewiesenen Zeitaufwand von 26 Stun-
den sowie die geltend gemachten Auslagen und die darauf entfallende Mehrwert-
steuer (Urteil der 2. Strafkammer vom 16. Februar 2016, pag. 564 f. und Dispositiv, 
pag. 567).

Fürsprecher B.________ verlangt im Neubeurteilungsverfahren erneut, es sei ihm 
für die amtliche Verteidigung des Beschuldigten im Zusammenhang mit dem einzu-
stellenden Verfahrensteil – zusätzlich zu dem in der erstinstanzlich eingereichten 
Kostennote geltend gemachten Aufwand – eine Pauschale von CHF 1‘500.00 aus-
zurichten. Er macht geltend, in seiner Kostennote vom 23. Juli 2015 sei der Um-
stand der Verfahrenseinstellung bereits berücksichtigt worden. Eventualiter sei ihm 
Gelegenheit zu geben, eine revidierte Kostennote einzureichen.

Es stellt sich die Frage, ob die Höhe der Entschädigung des amtlichen Verteidigers 
für das erstinstanzliche Verfahren materiell überhaupt Gegenstand des Neubeurtei-
lungsverfahrens ist. Rechtsanwalt Bevilacqua hat in eigenen Namen kein Rechts-
mittel (Beschwerde in Strafsachen) gegen die Bemessung der amtlichen Entschä-
digung erhoben und in der namens des Beschuldigten erhobenen Beschwerde le-
diglich die Rückweisung der Sache zu neuem Entscheid «über die Verteilung der 
Verfahrens- und Parteikosten» beantragt (pag. 583). Auf die Höhe der amtlichen 
Entschädigung und des vollen Honorars für das erstinstanzliche Verfahren ist des-
halb nach Ansicht der Kammer nicht zurückzukommen. Sie ist lediglich formell, 
nicht aber materiell Gegenstand des Neubeurteilungsverfahrens. Selbst wenn man 
anders entscheiden wollte, wäre der frühere Entscheid der Kammer inhaltlich zu 
bestätigen:

Es ist zunächst festzuhalten, dass Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO (ebenso wie Art. 436 
Abs. 2 StPO) ausschliesslich die Kosten einer Wahlverteidigung regelt und auf die 
amtliche Verteidigung nicht anwendbar ist. Der amtlich verteidigte Beschuldigte hat 
gestützt auf diese Bestimmung – anders als von ihm erstinstanzlich noch beantragt 
– keinen Anspruch auf eine (persönliche) Entschädigung (BGE 139 IV 261 E. 2.2.2; 
vgl. etwa auch Urteil des Bundesgerichts 6B_59/2016 vom 13. April 2016 E. 2.1., 
m.w.H.). Anders als die erste Instanz erwog, kann sich auch die dem amtlichen 
Verteidiger ausgerichtete Entschädigung nicht auf Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO stüt-
zen. Die Entschädigung der amtlichen Anwälte wird vielmehr ausschliesslich durch 
Art. 135 Abs. 1 StPO geregelt, welche den kantonalen Anwaltstarif, vorliegend also 
die Art. 42 bis 43 des Kantonalen Anwaltsgesetzes (KAG, BSG 168.11) für an-
wendbar erklärt.

16

Fürsprecher B.________ veranschlagte in seiner Kostennote vom 23. Juli 2015 
(pag. 408 ff.) für seine anwaltlichen Bemühungen vom «vom 18.12.2014 bis 
24.07.2015» in Sachen [...] Strafverfahren wegen Raub [...] Sachbeschädigung, 
Hausfriedensbruch sowie geringfügigem Diebstahl» (Hervorhebung hinzugefügt) 
einen Zeitaufwand von 26 Stunden. In dem als Beilage zur Kostennote eingereich-
ten Tätigkeitsnachweis wird keine Unterscheidung der aufgeführten anwaltlichen 
Leistungen nach Tatvorwürfen ersichtlich. Eine solche wäre denn auch kaum mög-
lich, bezogen sich doch zahlreiche der aufgeführten Leistungen offensichtlich nicht 
nur auf die dem Beschuldigten vorgeworfenen Raubtaten, sondern auch auf den 
Vorwurf „Einbruchdiebstahl“. Als Beispiele seien lediglich das Gesuch um amtliche 
Verteidigung vom 23. Dezember 2014 (pag. 178a ff.) sowie die Vorbereitung und 
die Teilnahme an der Hauptverhandlung genannt. Der Honorarnote bzw. dem 
Tätigkeitsnachweis lässt sodann zwar nicht entnehmen, wie viel Zeit für welche 
Tätigkeiten aufgewendet wurde. Insgesamt lässt sich die Kostennote aber – gerade 
mit Blick auf ihren Titel und die in der Beilage auflisteten Leistungen – nur so ver-
stehen, dass der geltend gemachte Gesamtzeitaufwand von 26 Stunden auch die 
in Bezug auf den nun einzustellenden Verfahrensteil entfallenen anwaltlichen Auf-
wendungen umfasste. 

Selbst wenn man aber der Auffassung sein wollte, die Kostennote umfasse diese 
Aufwendungen nicht, wäre kein höherer Zeitaufwand zu entschädigen. Unter Ein-
bezug der geltend gemachten Pauschale wäre diesfalls von einem geltend ge-
machten Zeitaufwand von insgesamt ca. 32-33 Stunden auszugehen. Ein solcher 
Zeitaufwand erschiene für die aufgeführten anwaltlichen Leistungen unter Berück-
sichtigung der eher unterdurchschnittlichen Bedeutung der Streitsache und der be-
schränkten Schwierigkeit des Prozesses (Art. 42 Abs. 1 KAG) als überhöht.

Fürsprecher B.________ ist folglich für das erstinstanzliche Verfahren ein amtli-
ches Honorar von 6‘021.60 zu vergüten und das volle Honorar auf CHF 7‘425.60 
festzusetzen. 

Infolge der teilweisen Einstellung des Verfahrens hat der Beschuldigte dem Kanton 
Bern jedoch lediglich 2/3 der an Fürsprecher B.________ ausgerichteten Entschä-
digung zurückzuzahlen und Fürsprecher B.________ nur 2/3 der Differenz zwi-
schen der amtlichen Entschädigung und dem vollen Honorar zu erstatten, sobald 
es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 StPO).
Die zusätzliche beantragte pauschale Entschädigung von CHF 1‘500.00 ist nicht 
auszurichten.

15.3 Erstes oberinstanzliches Verfahren und Neubeurteilungsverfahren

15.3.1 Allgemeines
Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe ihres 
Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO).

Ob eine Partei im Rechtsmittelverfahren als obsiegend oder unterliegend gilt, hängt 
davon ab, in welchem Ausmass ihre vor Berufungsgericht gestellten Anträge gut-
geheissen wurden. Wenn die beschuldigte Person ein Rechtsmittel einlegt und in 
allen von ihr angefochtenen Teilen obsiegt, werden die Verfahrenskosten dem Kan-
ton bzw. den durch Anträge am Berufungsverfahren beteiligten Privaten nach 

17

Massgabe ihrer gutgeheissenen bzw. abgewiesenen Anträge auferlegt (DOMEISEN, 
in: Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, 2. Aufl. 2014, N. 6 f. 
zu Art. 428 StPO). 

Heisst das Bundesgericht eine Beschwerde ganz oder teilweise gut und weist es 
die Sache zu neuer Beurteilung an die Vorinstanz zurück, so hat diese Instanz 
auch über die Verfahrenskosten des Neubeurteilungsverfahrens nach den Regeln 
von Art. 428 StPO und über diejenigen des ersten aufgehobenen Verfahrens nach 
Billigkeitsüberlegungen zu entscheiden, sofern sie bei ihrem neuen Kostenent-
scheid nicht an die rechtliche Beurteilung des Bundesgerichts gebunden ist. Bei ih-
ren Billigkeitsüberlegungen muss sich die Berufungsinstanz vom Grundsatz leiten 
lassen, dass die Partei, die den kassatorischen Entscheid des Bundesgerichts er-
wirkt hat, kostenmässig nicht schlechter gestellt werden soll, als wenn schon im 
ersten Verfahren im Sinne der bundesgerichtlichen Erwägungen entschieden wor-
den wäre. Im Regelfall ist zudem davon auszugehen, dass die beschuldigte Person 
Verfahrenshandlungen, die aufgrund des kassatorischen Entscheid des Bundesge-
richts wiederholt werden müssen, nicht verursacht hat, weshalb die dadurch ent-
standenen Verfahrenskosten grundsätzlich vom Kanton zu tragen sind (DOMEISEN, 
a.a.O., N. 34 zu Art. 428 StPO). Gleiches muss in der vorliegenden Konstellation 
auch für die Privatklägerschaft gelten. 

15.3.2 Erstes oberinstanzliches Verfahren

Mit Blick auf die Anträge der Parteien im Berufungsverfahren (pag. 514 ff.) unter 
gleichzeitiger Berücksichtigung des Ausgangs des vorliegenden Neubeurteilungs-
verfahrens obsiegt der Beschuldigte in Bezug auf die Einstellung des Verfahrens-
teils „Einbruchdiebstahl“ sowie hinsichtlich der Zivilklage der D.________-
Gesellschaft. Er unterliegt hingegen in Bezug auf die rechtliche Würdigung der bei-
den Sachverhaltskomplexe „Oltner Schal“ und „Langnauer Fahnen“ und hinsichtlich 
der Strafzumessung. Die Generalstaatsanwaltschaft unterliegt in Bezug auf den 
Sachverhaltskomplex „Einbruchdiebstahl“ und hinsichtlich der beantragten Verbin-
dungsbusse. Sie obsiegt dagegen hinsichtlich der rechtlichen Würdigung der ande-
ren beiden Sachverhaltskomplexe und im (übrigen) Sanktionenpunkt (wobei die 
Kammer beim Strafmass sogar über ihre Anträge im ersten oberinstanzlichen Ver-
fahren hinausging). Die D.________-Gesellschaft unterliegt im Zivilpunkt.

Nachdem im Zivilpunkt keine Verfahrenskosten ausgeschieden wurden, welche der 
Zivilklägerschaft auferlegt werden könnten, rechtfertigt es sich angesichts des Ob-
siegens bzw. Unterliegens der übrigen Parteien, die auf CHF 3‘000.00 bestimmten 
Kosten des ersten oberinstanzlichen Verfahrens antragsgemäss zu 1/3 auf den 
Staat zu nehmen und zu 2/3 dem Beschuldigten aufzuerlegen.

Unter den Voraussetzungen von Art. 135 Abs. 4 StPO gilt dies auch für die Verle-
gung der Kosten der amtlichen Verteidigung des Beschuldigten im ersten oberin-
stanzlichen Verfahren. 

Die amtliche Entschädigung von Fürsprecher B.________ wurde im ersten Urteil 
der Kammer– in Kürzung der Kostennote vom 16. Februar 2016 (pag. 523) – auf 
CHF 2‘889.20 bestimmt und das volle Honorar auf CHF 3‘537.20 festgesetzt. 

18

Fürsprecher B.________ hat gegen diesen Entschädigungsentscheid keine Be-
schwerde an das Bundesstrafgericht ergriffen (und auch in der Beschwerde in 
Strafsachen an das Bundesgericht – mangels eigener Legitimation zu Recht – kei-
ne Rügen in Bezug auf die Höhe der amtlichen Entschädigung vorgebracht, vgl. 
vorstehend E. V.15.2.2). Auch auf die Bemessung der amtlichen Entschädigung 
und des vollen Honorars für das erste oberinstanzliche Verfahren ist mithin nicht 
zurückzukommen. Dieser Punkt ist lediglich formell, nicht aber materiell Gegen-
stand des Neubeurteilungsverfahrens. Wollte man anders entscheiden, wäre auf 
die weiterhin gültigen Ausführungen der Kammer in ihrem ersten Entscheid zu ver-
weisen. Geboten erscheint für das erste oberinstanzliche Verfahren ein Zeitauf-
wand von 12 Stunden, welcher zuzüglich Auslagen und Mehrwertsteuer zu ent-
schädigen ist.

Aufgrund des neuen Ausgangs des Verfahrens hat der Beschuldigte indessen dem 
Kanton Bern lediglich 2/3 der an Fürsprecher B.________ ausgerichteten Entschä-
digung zurückzuzahlen und letzterem nur 2/3 der Differenz zum vollen Honorar zu 
erstatten, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben.

15.3.3 Neubeurteilungsverfahren

Die Kosten des vorliegenden Neubeurteilungsverfahrens wurden weder vom Be-
schuldigten noch von der Privatklägerschaft verursacht. Es handelt sich dabei viel-
mehr um die Kosten der aufgrund des kassatorischen Entscheids des Bundesge-
richts zu wiederholenden Verfahrenshandlungen.

Die auf CHF 1‘000.00 bestimmte Gerichtsgebühr ist daher – entgegen den Anträ-
gen der Parteien – vollumfänglich vom Kanton Bern zu tragen.

Dies gilt auch für die Kosten der amtlichen Verteidigung des Beschuldigten durch 
Fürsprecher B.________ im Neubeurteilungsverfahren. Den Beschuldigten treffen 
diesbezüglich weder Rück- noch Nachzahlungspflichten.

Fürsprecher B.________ führt in seiner Kostennote vom 31. März 2017 (pag. 670 
ff.) auch seine im ersten oberinstanzlichen Verfahren erbrachten Leistungen auf. 
Darauf ist aber nicht zurückzukommen (vgl. vorstehend E. V.15.3.2). 

Von den insgesamt veranschlagten 19.72 Stunden entfallen 6.42 Stunden auf das 
Neubeurteilungsverfahren (Leistungen ab November 2016). Dieser Zeitaufwand er-
scheint mit Blick auf den sehr beschränkten Gegenstand des Neubeurteilungsver-
fahrens als gerade noch angemessen und ist zuzügl. der ab November 2016 ange-
fallenen Auslagen von CHF 55.50 und der darauf entfallenden Mehrwertsteuer zu 
vergüten.

VI. Verfügungen

Hinsichtlich der Verfügungen in Bezug auf das erhobene DNA-Profil und die erho-
benen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten wird auf das Dispositiv verwie-
sen.

19

VII. Dispositiv

Die 2. Strafkammer erkennt:

I.

Das Strafverfahren gegen A.________ wegen

1. Sachbeschädigung, 

2. Hausfriedensbruch, und

3. geringfügigen Diebstahls, 

alles angeblich begangen in der Zeit zwischen Samstag, 13. Juli 2013, ca. 19.30 Uhr, und 
Sonntag, 14. Juli 2013, 09.30 Uhr, in Bützberg, z.N. D.________-Gesellschaft (Anklage-
schrift Ziff. I.A.2. bis. 4.), 

wird eingestellt,

unter Auferlegung von 1/3 der Verfahrenskosten des erstinstanzlichen und des ersten 
oberinstanzlichen Verfahrens, ausmachend CHF 2‘500.00 (exkl. Kosten der amtlichen 
Verteidigung), an den Kanton Bern.

II.

A.________ wird schuldig erklärt:

des Raubes, mehrfach begangen

1. am 30. November 2013, ca. 20:00 Uhr, in Langenthal, z.N. von E.________ und 
F.________;

2. am 12. Dezember 2013, ca. 22:40 Uhr, in Langenthal, z.N. von C.________;

und in Anwendung der 

Art. 34, 42 Abs. 1, 44 Abs. 1, 47, 49 Abs. 1 StGB
Art. 426 Abs. 1 und 428 Abs. 1 StPO

verurteilt:

20

1. zu einer Geldstrafe von 300 Tagessätzen zu CHF 60.00, ausmachend total 
CHF 18‘000.00.

Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre fest-
gelegt.

2. zu 2/3 der erstinstanzlichen Verfahrenskosten von CHF 4‘500.00 (exkl. Kosten 
der amtliche Verteidigung), ausmachend CHF 3‘000.00.

3. zu 2/3 der Kosten des ersten oberinstanzlichen Verfahrens von CHF 3‘000.00 
(exkl. Kosten der amtlichen Verteidigung), ausmachend CHF 2‘000.00.

Die Kosten des Neubeurteilungsverfahrens, bestimmt auf CHF 1‘000.00, werden dem 
Kanton Bern auferlegt.

III.

Die Entschädigung des amtlichen Verteidigers der beschuldigten Person, Fürsprecher 
B.________, wurde bzw. wird für das erstinstanzliche und für das erste oberinstanzliche 
Verfahren sowie für das Neubeurteilungsverfahren wie folgt bestimmt:

Erstinstanzliches Verfahren
Stunden Satz

amtliche Entschädigung 26.00 200.00 CHF 5'200.00
CHF 375.55

Mehrwertsteuer 8.0% auf CHF 5'575.55 CHF 446.05
Total, vom Kanton Bern auszurichten CHF 6'021.60

volles Honorar CHF 6'500.00
CHF 375.55

Mehrwertsteuer 8.0% auf CHF 6'875.55 CHF 550.05
Total CHF 7'425.60

Differenz zur amtlichen Entschädigung CHF 1'404.00
davon nachforderbarer Betrag (2/3) CHF 936.00

Auslagen MWSt-pflichtig

Auslagen MWST-pflichtig

Der Kanton Bern entschädigt Fürsprecher B.________ für die amtliche Verteidigung von 
A.________ im erstinstanzlichen Verfahren mit CHF 6‘021.60. 

A.________ hat dem Kanton Bern 2/3 der erstinstanzlich ausgerichteten amtlichen Ent-
schädigung, ausmachend CHF 4‘014.40, zurückzuzahlen und Fürsprecher B.________ 
2/3 der Differenz zwischen der amtlichen Entschädigung und dem vollen Honorar, ausma-
chend CHF 936.00, zu erstatten, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben 
(Art. 135 Abs. 4 StPO).

Erstes oberinstanzliches Verfahren

21

Stunden Satz
amtliche Entschädigung 12.00 200.00 CHF 2'400.00
Reisezuschlag CHF 150.00

CHF 125.20
Mehrwertsteuer 8.0% auf CHF 2'675.20 CHF 214.00
Total, vom Kanton Bern auszurichten CHF 2'889.20

volles Honorar CHF 3'000.00
Reisezuschlag CHF 150.00

CHF 125.20
Mehrwertsteuer 8.0% auf CHF 3'275.20 CHF 262.00
Total CHF 3'537.20

Differenz zur amtlichen Entschädigung CHF 648.00
davon nachforderbarer Betrag (2/3) CHF 432.00

Auslagen MWSt-pflichtig

Auslagen MWST-pflichtig

Der Kanton Bern entschädigt Fürsprecher B.________ für die amtliche Verteidigung von 
A.________ im ersten oberinstanzlichen Verfahren mit CHF 2‘889.20. 

A.________ hat dem Kanton Bern 2/3 der für das oberinstanzliche Verfahren ausgerichte-
ten Entschädigung, ausmachend CHF 1‘926.15, zurückzuzahlen und Fürsprecher 
B.________ 2/3 der Differenz zwischen der amtlichen Entschädigung und dem vollen Ho-
norar, ausmachend CHF 432.00, zu erstatten, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnis-
se erlauben (Art. 135 Abs. 4 StPO).

Neubeurteilungsverfahren

Stunden Satz
amtliche Entschädigung 6.42 200.00 CHF 1'284.00

CHF 55.50
Mehrwertsteuer 8.0% auf CHF 1'339.50 CHF 107.15
Total, vom Kanton Bern auszurichten CHF 1'446.65

Auslagen MWST-pflichtig

IV.

Im Zivilpunkt wird erkannt:

1. Die Zivilklage der D.________-Gesellschaft wird auf den Zivilweg verwiesen (Art. 
126 Abs. 2 lit. a StPO)

2. Es wird festgestellt, dass C.________ auf eine persönliche Genugtuung verzichtet 
hat.

3. Für die Beurteilung der Zivilklagen werden keine Kosten ausgeschieden.

V.

22

Weiter wird verfügt:

1. Dem zuständigen Bundesamt wird die Zustimmung zur Löschung des erstellten 
DNA-Profils (PCN-Nr. ________) erteilt (Art. 16 Abs. 1 lit. e i.V.m. Art. 17 Abs. 1 
DNA-ProfilG).

2. Dem für die Führung von AFIS zuständigen Dienst wird die Zustimmung zur Lö-
schung der erhobenen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten (PCN-Nr. 
________) nach Ablauf der gesetzlichen Frist erteilt (Art. 17 Abs. 1 lit. e i.V.m. 
Art. 19 Abs. 1 Verordnung über die Bearbeitung biometrischer erkennungsdienstli-
cher Daten).

3. Zu eröffnen:
- dem Beschuldigten, a.v.d. Fürsprecher B.________
- dem Zivilkläger C.________
- der Zivilklägerin D.________-Gesellschaft  
- der Generalstaatsanwaltschaft

Mitzuteilen:
- der Vorinstanz
- der Koordinationsstelle Strafregister (nur Dispositiv)

Bern, 16. Mai 2017 Im Namen der 2. Strafkammer

Der Präsident i.V.:

Oberrichter Aebi

Der Gerichtsschreiber:

Erismann

Rechtsmittelbelehrung
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begründung beim Bundesge-
richt, Av. du Tribunal fédéral 29, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 39 ff., 78 ff. und 
90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (Bundesgerichtsgesetz, BGG; SR 
173.110) geführt werden. Die Beschwerde muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entsprechen.
Gegen den Entschädigungsentscheid kann die amtliche Verteidigung innert 10 Tagen seit Eröffnung bei der 
Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts (Adresse: Pretorio, Viale Stefano Franscini 3, 6500 Bellinzona) 
schriftlich und begründet Beschwerde führen (Art. 135 Abs. 3 lit. b StPO).