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**Case Identifier:** 9f0af773-da60-56e7-bf0b-7e8cdeb3a9a4
**Source:** Valais/Wallis (VS)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2012-03-15
**Language:** de
**Title:** Wallis Sonstiges Gericht Sonstige Kammer 15.03.2012 A1 11 155
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/VS_Gerichte/VS_BZG_999_A1-11-155_2012-03-15.pdf

## Full Text

JUGCIV 

 

A1 11 155 
 

 

URTEIL VOM 15. MÄRZ 2012 
 

Kantonsgericht Wallis 
Öffentlichrechtliche Abteilung 

 

Es wirken mit: Kantonsrichter Jean-Pierre Zufferey, Präsident, Jean-Bernard Fournier 
und Thomas Brunner sowie Gerichtsschreiberin Nadja Schwery 

 

in Sachen 

Verwaltungsgerichtsbeschwerde 

der 

 

X___________, bestehend aus der A___________, der B___________ sowie der 
C___________ Bauunternehmung, vertreten durch Rechtsanwalt D___________ 

 

gegen 

 

Staatsrat des Kantons Wallis 

 

 

(Arbeitsvergabe) 

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Sachverhalt 
 

A. Im Rahmen der Erstellung der G___________ schrieb das Departement für 
Verkehr, Bau und Umwelt (DVBU), Amt für Nationalstrassenbau (ANSB), im Amtsblatt 
H___________ das Baulos „I___________“ im offenen Verfahren aus. Der Tunnel 
J___________ besteht aus zwei Hauptröhren mit rund 2.6 km Länge zwischen dem 
Westportal (K___________) und dem Ostportal (L___________). Die Nordröhre 
(M___________) wird komplett neu erstellt, während der bestehende J___________ 
Tunnel in einem Folgelos in die Südröhre integriert wird. Die Arbeiten umfassen 
insbesondere den Ausbruch von 320 000 m3 Fels, den Einsatz und die Verarbeitung 
von 150 000 m3 Spritzbeton, 620 000 Anker, 7 000 Tonnen Armierungsstahl und 
20 000 Tonnen bitumöse Beläge. Angebote waren vollständig ausgefüllt, unterzeichnet 
und versehen mit der Aufschrift „Baulos I___________“ bis Freitag, 15. April 2011, 
beim ANSB einzureichen. Als vollständig gelte ein Angebot, bei dem „das unveränderte 
Leistungsverzeichnis in Papierform vollständig vorhanden und alle einverlangten 
Unterlagen gemäss Pos. 252 bzw. Anhang 101 der Besonderen Bestimmungen 
(„Erläuterungen zum Angebot und Technischer Bericht des Unternehmers“) ausgefüllt 
und wo vorgesehen, unterzeichnet“ seien. Nicht vollständig oder zu spät eingereichte 
(Datum des Poststempels) oder nicht rechtsgültig und originalunterzeichnete sowie 
falsch adressierte Angebote würden ausgeschlossen. Es wurden sowohl die Eignungs- 
wie auch die Zuschlagskriterien bekannt gegeben. Die Ausschreibungsunterlagen 
konnten ab Dienstag, 1. Februar 2011, bezogen werden. Die Ausschreibung 
beinhaltete eine Rechtsmittelbelehrung, wonach sie innert zehn Tagen seit der 
Veröffentlichung mittels Beschwerde bei der öffentlichrechtlichen Abteilung des 
Kantonsgerichts angefochten werden könne. 

B. Nach Verlängerung der Eingabefrist bis zum 29. April 2011 reichte die 
X___________, bestehend aus der A___________, der B___________ sowie der 
C___________ Bauunternehmung, fristgerecht eine „Amtslösungs-Offerte“ und 
zusätzlich eine „Sondervorschlags-Offerte“ ein. Bei der Offertöffnung am 12. Mai 2011 
wurden Angebote von sieben Konsortien registriert. Am 22. Juni 2011 (eröffnet am 29. 
Juni 2011) schloss der Staatsrat diese „Sondervorschlags-Offerte“ aufgrund von 
Verletzungen der Ausschreibungsbedingungen aus. 

C. Die X___________ (Beschwerdeführerin) gelangte gegen diese 
Ausschlussverfügung und gegen die Ausschreibungsunterlagen am 11. Juli 2011 
mittels Verwaltungsgerichtsbeschwerde ans Kantonsgericht. Sie verlangte unter 
anderem in prozessualer Hinsicht eine Expertise zu veranlassen, welche sich darüber 
aussprechen sollte, ob sämtliche Anbieterinnen in sämtlichen 
Leistungsverzeichnispositionen marktkonforme Preise angeboten hätten oder ob sie in 
einzelnen Positionen betriebswirtschaftlich bzw. kaufmännisch nicht erklärbar tiefe oder 
hohe Preise offeriert hätten und falls ja, ob dies ausschliesslich oder vornehmlich in 
Positionen mit falschen Ausschreibungsmengen geschehen sei. Überdies beantragte 
sie eine Expertise hinsichtlich der Fragestellung, ob das Vorausmass in einzelnen oder 
zahlreichen Leistungspositionen ausserhalb der Bandbreite zulässiger Schätzung liege 

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und falls ja, in welcher Höhe das Vorausmass in den fraglichen Positionen anzusetzen 
wäre. In der Hauptsache seien die Ausschreibungsunterlagen aufzuheben und nach 
der Korrektur sei allen Anbieterinnen Gelegenheit zur Nachkalkulation und zur 
Anpassung der Offerten einzuräumen. Eventualiter seien die 
Ausschreibungsunterlagen aufzuheben, das Verfahren abzubrechen und mit einem 
korrekt geschätzten Vorausmass erneut öffentlich auszuschreiben. Oder es sei die 
Rechtswidrigkeit der Ausschreibungsunterlagen festzustellen und die 
Ausschlussverfügung aufzuheben sowie das Vergabeverfahren mitsamt der 
Sondervorschlags-Offerte weiterzuführen, eventualiter die Rechtswidrigkeit der 
Ausschlussverfügung festzustellen – alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen 
(vgl. Ziffer 6 – 14 der Rechtsbegehren der Beschwerde).  

Die Beschwerdeführerin machte geltend, es sei ein Einheitspreisvertrag im Sinne von 
Art. 42 Abs. 2 SIA-Norm 118 ausgeschrieben worden, der zur Hauptsache 
Einheitspreise enthalte, welche zu offerieren seien und in ihrer Gesamtheit die 
Offertsumme ergäben, gemäss welcher der Vergabeentscheid gefällt werde. Da es 
letztlich auf die Gesamtvergütung ankomme, würden die falschen Mengenangaben ein 
erhebliches Spekulationspotential beinhalten. Die Sondervorschlags-Offerte enthalte 
keine Spekulationen. Sie sei das wirtschaftlich günstigste Angebot, weshalb es separat 
ausgeschlossen worden sei. Die falschen Mengenangaben würden Hauptpositionen 
betreffen, welche einen wichtigen Teil der Gesamtvergütung ausmachen würden, 
wobei auf die hinterlegte Tabelle verwiesen wurde (vgl. Seiten 35 – 37 der 
Beschwerde). Sie hinterlegte zum Beweis ein Parteigutachten von E___________, 
Tunnelbauingenieur, der zum Schluss kam, dass die Mengenangaben der 
Vergabebehörde im untersuchten Bereich klar ausserhalb der Bandbreite der 
irgendwie noch realistischen Prognosewerte liegen würden (vgl. Beschwerdebelege 
Nr. 17 und 17a). Die Sondervorschlags-Offerte unterscheide sich fast nicht von ihrer 
Amtslösungs-Offerte. Die Sondervorschlags-Offerte sei keine Variante und die Null-
Franken-Positionen seien transparent gemacht worden. Vorliegend sprach die 
Beschwerdeführerin die Vermutung aus, dass die preislich auf den ersten drei Plätzen 
liegenden Bieterinnen allesamt Spekulationen vorgenommen hätten. Die 
Vergleichbarkeit der Angebote und damit einhergehend die Wahrung des Grundsatzes 
der Wirtschaftlichkeit und des Gleichbehandlungsgebots sei indes nur zu 
gewährleisten, wenn die Schätzungen sorgfaltsgemäss und annähernd an der 
Wirklichkeit vorgenommen worden seien. Zuschlagskriterien, die wie vorliegend keine 
hinreichende Aussagekraft in Bezug auf die Wirtschaftlichkeit der Offerten zuliessen, 
seien rechtswidrig. Hochspekulative Angebote, die in der Offertsumme zwar günstig 
schienen, würden durch geschickte Preisbildung zu einer Explosion der tatsächlichen 
Vergütung im Vergleich zur offerierten Vergütung führen.  

Sodann richtet sich die Beschwerdeführerin gegen den Ausschluss ihrer 
Sondervorschlags-Offerte. Sie selbst habe sich bewusst gegen eine Spekulation 
entschieden und „im Sinne einer Notwehrhandlung“ in einer „Sondervorschlags-
Offerte“ die jeweiligen falschen Positionen mit Fr. 0.00 ausgefüllt und hierfür 
transparent sichere Einheitspositionen um den voraussichtlichen Betrag erhöht. Die 
Ausschlussgründe seien allesamt nicht nachvollziehbar und falsch (vgl. Beschwerde, 

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S. 61 ff., 70 ff.). Darüber hinaus verletze ein Ausschluss nur ihrer Sondervorschlags-
Offerte und nicht der übrigen hoch spekulativen Offerten ohnehin den Grundsatz der 
Gleichbehandlung. Unklarheiten hätten durch Unternehmergespräche beseitigt werden 
können. Eine Unvollständigkeit der Offerte sowie eine Abweichung von den 
Ausschreibungsvorgaben sei nicht ersichtlich und von der Vergabestelle auch nicht 
dargetan. Die Ausschlussverfügung sei rechtswidrig, weil rechtsgrundlos und damit 
willkürlich erfolgt. 

D. Nachdem der Beschwerde mit superprovisorischer Verfügung vom 14. Juli 2011 die 
aufschiebende Wirkung erteilt worden war, beantragte der Verwaltungs- und 
Rechtsdienst des DVBU in seiner Beschwerdeantwort vom 2. August 2011 die 
kostenpflichtige Abweisung der Beschwerde und verlangte, sofern der Beschwerde die 
aufschiebende Wirkung erteilt werde, sei die Beschwerdeführerin zur Leistung einer 
Sicherheit zu verpflichten. Die Beschwerdebefugnis wurde bestritten. Er sah den Grund 
für die fehlerhaften Berechnungen der Beschwerdeführerin vor allem darin, dass nicht 
nur die Projektpläne, sondern das gesamte Dossier, d.h. insbesondere auch die 
Besonderen Bestimmungen und der Geologische Bericht, massgebend sei. Der 
Vorwurf der unkorrekten Ausschreibung, der falschen Vorausmasse und der Aufnahme 
von Falschmengen sei haltlos. Das Detailprojekt sei in den wesentlichen Positionen 
korrekt und „mit höchst möglicher Präzision umgesetzt“. Die Darstellung auf den 
Ausbruchsicherungsplänen würde einen repräsentativen Umfang der Sicherung 
zeigen. Die tatsächlich zur Anwendung gelangende Sicherung könne aber innerhalb 
der Bandbreiten der Klasse aufgrund von Abläufen des Unternehmers und der 
örtlichen Verhältnisse angepasst werden. Beispielsweise ergeben sich gemäss Plan für 
die Nordröhre rund 15 000 Anker und gemäss oberer Bandbreite des Vertrages 32 000 
Anker. Das Ausmass gemäss Leistungsverzeichnis liege mit 21 650 Ankern plausibel 
ungefähr in der Mitte der daraus hervorgehenden Bandbreite nach oben. Die 
ausgewiesenen Hauptmengen für die Sicherungsmittel Anker, Netze und Spritzbeton 
würden sehr wohl stimmen und keine „Luftpositionen“ enthalten. Das Ausmass des 
Gewölbebetons (Pos. 421.433) des Verzweigungsbauwerkes (VZ-I) weiche im 
Leistungsverzeichnis „aufgrund der detaillierten Ermittlung anhand der vorhandenen 4 
Querschnitte entlang des Bauwerks gemäss Plan 9.8 keinesfalls krass vom zu 
erwartenden Wert ab“ (Beschwerdeantwort S. 11). Es sei von einer maximalen 
Abweichung von 10 % auszugehen, so dass „die Abweichungsfläche […] genähert ca. 
17 000 m2, nicht wie von E___________ postuliert 15 000 m2“ betrage. Bezüglich des 
Wassereintritts, von dem man davon ausgehe, dass höchstens 3 l/s im Tunnel 
abzuleiten seien, wird verwiesen auf den geologischen Bericht, wonach dieser 
„möglicherweise in geklüfteten oder leicht karstischen Bereichen bis auf einige Dutzend 
l/s ansteigen“ könnte.  

Die Sondervorschlags-Offerte der Beschwerdeführerin bezeichnet das DVBU 
insbesondere als unvollständig, spekulativ sowie intransparent und unplausibel, da die 
Verschiebungen der Nullpositionen nicht nachvollziehbar gewesen seien. Sie habe 
nicht die Ausmasse der Ausschreibung, sondern jene gemäss ihrer eigenen 
Beurteilung im Angebot eingerechnet, weshalb der Ausschluss gerechtfertigt sei. Die 
Sicherheit beim Vortrieb würde reduziert und bezüglich des Wasseranfalls würden 

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neue Risiken beim Bauherrn entstehen. Darüber hinaus zweifelt die Vergabebehörde 
die Anfechtungsmöglichkeit der Ausschreibungsunterlagen an, welche im Zentrum der 
Betrachtungen der Beschwerdeführerin lägen, da die Anfechtung zu spät erfolgt sei. 
Deshalb sei auf die Beschwerde im genannten Umfang überhaupt nicht einzutreten 
(vgl. Beschwerdeantwort, S. 3 ff., 13).  

E. Die Beschwerdeführerin hielt an ihren Anträgen mit Eingaben vom 24., 29. sowie 
30. August 2011 fest. Sie präzisierte ihren Antrag um Akteneinsicht, indem sie 
insbesondere umfassende Einsicht in sämtliche Offerten aller Anbieterinnen, 
mindestens in deren Leistungsverzeichnisse sowie in sämtliche 
Berechnungsgrundlagen der Vergabebehörde betreffend die Schätzung der Mengen 
des ausgeschriebenen Vorausmasses aus der Phase vor der Ausschreibung (vgl. 
Ziffer 3 der Rechtsbegehren der Beschwerde sowie Eingabe vom 24. August 2011, 
S. 2) sowie in sämtliche Preisanalysen, welche die Vergabebehörde von Anbieterinnen 
eingeholt habe, mitsamt der dazugehörigen Korrespondenz forderte (vgl. Eingabe vom 
30. August 2011).  

Der Verwaltungs- und Rechtsdienst des DVBU beantragte am 5. September 2011, vor 
Gewährung der Akteneinsicht sei die Zustimmung der betroffenen Konkurrenzanbieter 
einzuholen und hinterlegte am 7. September 2011 die amtlichen Akten. 

F. Am 6. September 2011 reichte die Beschwerdeführerin die Replik ein. Sie hielt an 
ihren Rechtsbegehren fest und machte geltend, die Sondervorschlags-Offerte sei kein 
Unterangebot. Sie, gestützt auf den Spekulationsvorwurf, auszuschliessen, nicht 
jedoch die tatsächlich spekulativen Angebote, stelle eine Diskriminierung dar. Die 
Rügen gegen den Ausschluss der Sondervorschlags-Offerte und gegen die 
Ausschreibungsunterlagen seien getrennt zu behandeln. Die Ausmassvorschriften 
würden nichts daran ändern, dass die kritisierten Mengen falsch seien. Das 
Gleichbehandlungs- und Wirtschaftlichkeitsproblem wird wie folgt präzisiert: „Je weiter 
entfernt von der späteren Realität die ausgeschriebenen Mengenangaben sich 
befinden, desto eher ist wahrscheinlich, dass im Preisvergleich ein Angebot obenaus 
schwingt, das später gar nicht das günstigste gewesen sein wird“ (S. 10). 
Preisspekulationen funktionierten nur dann, wenn die Mengenangaben im 
Leistungsverzeichnis erheblich falsch seien, wie das in casu zutreffe. Solche 
Ausschreibungsunterlagen seien nicht nur wegen der Fehler in den Mengenangaben 
im Leistungsverzeichnis, sondern auch wegen der Eröffnung eines massiven 
Spekulationspotentials als vergabewidrig aufzuheben. Die Vergabestelle kenne die 
Fels- und Gesteinscharakteristik des Bergs „äusserst gut“, da sich dort bereits ein 
Schutterstollen befinde, der zur Nordröhre des Tunnels J___________ werde. Eine 
Verschiebung der Sicherungsklassen werde höchstens in ganz geringfügigem Masse 
eintreten. Der Ausschluss der Sondervorschlags-Offerte sei rechtswidrig, weil diese 
Offerte keinen Ausschlussgrund erfülle. Null-Franken-Preise in einzelnen Positionen 
seien nicht zwangsläufig spekulativ. Sie seien nur in wichtigen Positionen eingesetzt 
worden, in denen fälschlich hohe Mengen ausgesetzt worden seien. Bei 
diesbezüglichen Unklarheiten hätte die Vergabestelle zu Erläuterungsgesprächen 
einladen können, andernfalls der Ausschluss schon wegen Verletzung des rechtlichen 

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Gehörs aufzuheben sei. Die Sondervorschlags-Offerte stelle keine Variante dar und sei 
nicht unvollständig, weil sämtliche Leistungen gemäss Ausschreibung offeriert worden 
seien. Die Rügen betreffend die Ausschreibungsunterlagen seien nicht verwirkt. Ob die 
Sondervorschlags-Offerte von falschen Voraussetzungen ausgehe und ob sie deshalb 
für den Zuschlag ausser Betracht falle, sei eine materiell-rechtliche Frage, die nicht auf 
der Eintretensstufe bei der Legitimation zu beurteilen sei. Wenn ein Ausschluss vor 
dem Zuschlag verfügt werde, könne der Ausgeschlossene zunächst nur den 
Ausschluss anfechten. Ob er nach einer Aufhebung des Ausschlusses allenfalls 
Chancen auf den Zuschlag hätte, stehe erst dann fest, wenn der Zuschlag rechtskräftig 
geworden sei. Die Vorausmasse seien in einzelnen Posten viel zu hoch angesetzt, was 
aber auch heisse, dass die Ausführung der Sondervorschlags-Offerte zu keinen 
Mehrausmassen führe. Es sei keine einzige Menge des Leistungsverzeichnisses 
verändert worden. Es wurde ein weiterer Bericht von E___________ hinterlegt, in 
welchem weitere falsche Vorausmasse nachgewiesen würden. Innerhalb der 
Sicherungsklassen müssten keine derart grossen Bandbreiten angegeben werden, da 
die Beschaffenheit des Berges aus der Erstellung des bereits vorhandenen Stollens 
der Nordröhre bekannt sei. Es sei das wahrscheinlichste Szenario auszuschreiben, 
was vorliegend nicht erfolgt sei. In diversen gewichtigen Positionen seien zu hohe 
Mengen an Sicherungsmitteln ausgeschrieben worden. An Pumpenstunden bei 
Wasseraustritt sei das Zwanzigfache dessen ausgeschrieben worden, was nach dem 
geologischen Bericht schlimmstenfalls zu erwarten sei. Der Preis von null Franken bei 
Positionen der Wasserhaltung bedeute nicht, dass die fraglichen Leistungen nicht 
offeriert würden, sondern dass sie in gleichem Umfang und gleicher Qualität geliefert 
würden wie mit jedem andern Preis. Es sei aber praktisch sicher, dass diese 
Positionen nicht zum Zuge kommen würden. In der Sondervorschlags-Offerte seien 
keine Änderungen mit Bezug auf die Qualität, die Zeitpunkte, die Intensität und den 
Umfang der Leistungen in der Ausschreibungsvorgabe vorgenommen worden. Sie 
habe jede Position, „die zu bepreisen war, tatsächlich bepreist“ (S. 87). Die mit Fr. 0.00 
pro Mengeneinheit offerierten Leistungen würden im Auftragsfall auch zu Fr. 0.00 
ausgemessen. Mehrmengen infolge Bestellungsänderungen würden keinen Anspruch 
auf Preisänderungen geben. Preise zu Fr. 0.00 sowie Umlagerungen bzw. 
Mischkalkulationen seien weder Spekulationen noch Ausschlussgründe. Einzelpreise 
unter den Selbstkosten seien per se nie ein Ausschlussgrund. Unterangebote seien auf 
der Ebene der Gesamtofferte zu prüfen. Es sei nach wie vor kein Grund für einen 
Ausschluss der Sondervorschlags-Offerte ersichtlich. 

G. Mit Entscheid vom 20. September 2011 des Kantonsgerichts (A2 11 215) wurde der 
Beschwerde aufschiebende Wirkung erteilt, das Gesuch um Sicherheitsleistung 
abgewiesen, das Akteneinsichtsbegehren teilweise gutgeheissen und gleichzeitig das 
Gesuch der Beschwerdeführerin zur Erstellung einer Expertise zur Überprüfung der als 
falsch qualifizierten Leistungspositionen im Vorausmass gutgeheissen. Die Parteien 
wurden aufgefordert, bis zum 30. September 2011 Expertenvorschläge zu unterbreiten 
und Expertenfragen einzureichen (Dispositivziffer 5).  

H. Mit Duplik vom 29. September 2011 hielt der Verwaltungs- und Rechtsdienst des 
DVBU an seinem Antrag fest. Von allen Anbietern seien total 1 848 Null-Franken-

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Positionen eingereicht worden, wobei ein Grossteil von der Beschwerdeführerin 
stammte. Die Schätzung und die „gewöhnlichen Preise“ seien deshalb nicht eruierbar. 
Es wurde eine Übersicht über den Einfluss des Vorausmasses auf die 
Angebotssummen eingereicht (Beilage 60). Die als falsch gerügten Positionen der 
Vorausmasse seien durch die von der Beschwerdeführerin angegebenen Positionen 
ersetzt und mit den Einheitspreisen der Anbieterinnen multipliziert worden. Bei zwei 
Angeboten - darunter auch beim Sondervorschlags-Angebot - hätten sich die 
Angebotssummen um 0.15 % und 0.36 % erhöht und bei allen andern Angeboten 
hätten sich die Summen zwischen 0.32 % und 8.56 % verringert. Die angeblichen 
Verfälschungen seien damit widerlegt und würden unter der bei 10 Mio. Franken 
liegenden Schätzung der Mehrkosten des Berichts E___________ liegen. 

I. Am 22. September 2011 nahm die Beschwerdeführerin Einsicht in die Akten und 
hinterlegte am 30. September 2011 die Expertenvorschläge sowie den Fragenkatalog 
und lieferte eine Begründung für die gestellten Fragen (S. 28 - 31). Gleichzeitig wurde 
bemängelt, dass die Pläne und weitere Akten zur Thematik der Beschwerde nicht 
hinterlegt worden seien. Es wurden verschiedene Fehler in den Tabellen aufgezeigt 
und kommentiert. Der Experte habe die Frage zu beantworten, ob es zulässig sei, „bei 
ausgeschriebener Bandbreite das Vorausmass im Leistungsverzeichnis am obersten 
oder am untersten Ende der entsprechenden Bandbreite anzusetzen“ (S. 19). 

Am 7. Oktober 2011 hinterlegte die Beschwerdeführerin die Stellungnahme zur Duplik 
und hielt an den gestellten Anträgen fest. Die von der Vergabestelle eingefügten 
Summen in der Beilage 60 würden nicht mit jenen auf den Offertdeckblättern eines 
Anbieters übereinstimmen. Diese Summen würden um ca. eine Million bzw. ca. drei 
Millionen Franken höher als die wirklich offerierten Summen liegen. Die Offertsummen 
seien willkürlich erhöht worden. Aus der Beilage 59 der Null-Franken-Preise gehe 
hervor, dass abgesehen von einem Anbieter alle übrigen auch Null-Franken-Preise 
offeriert hätten, weshalb sich die Frage stelle, warum diese Anbieter nicht auch 
ausgeschlossen worden seien. Spekulationspreise würden sich nicht aus Null-Franken- 
oder Fünf-Rappen-Preisen ergeben, sondern würden darin bestehen, dass sie 
einerseits einen Betrag darstellen, der im Vergleich zum korrekt kalkulierten Preis um 
Grössenordnungen zu hoch oder zu tief liegen würde, „und dass sie anderseits eine 
täuschend-scheinbare Vergünstigung des Angebots im Preisvergleich (…) oder aber 
die Ausnützung des Hebeleffekts von Mengensteigerungen auf Positionen mit 
überhöhten Mengen bezwecken“ (S. 9 f.). Solche Preise würden sich bei praktisch 
allen Konkurrentinnen finden. In der Beilage 60 sei eine ganze Anzahl von kritisierten 
Positionen nicht berücksichtigt worden, so dass sich bei einer Mengenkorrektur der 
Standpunkt der Beschwerdeführerin noch verstärken würde. Sie beklagte nochmals, 
dass die falschen Mengen dazu führen würden, dass die Offertsummen nicht den 
voraussichtlichen Abrechnungssummen entsprechen würden und die entsprechende 
Vergabe willkürlich wäre. Demgegenüber betrachte die Vergabestelle nur die Differenz 
zwischen den Offert-Totalsummen und jenen Summen, die sich unter den veränderten 
Mengen ergeben würden. Die Wahl des Mengengerüstes bestimme die Rangfolge im 
Preiskriterium (in casu 50 %). Die Sondervorschlags-Offerte bleibe bei den korrigierten 
Mengen im Preis praktisch stabil. Beim Anbieter 1 würde beispielsweise alleine 

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aufgrund der Position „Überprofilbeton 273.421.442 TUN-N“, bei welcher die Menge 
nicht wie ausgeschrieben 100, sondern 15 000 betrage, bei einem offerierten 
Einheitspreis von Fr. 232.00 die Offertsumme als Folge der Mengenkorrektur um 
Fr. 3 526 400.-- (3 549 600.-- ./. 23 200.--) ansteigen. Demgegenüber hätten einzelne 
Anbieter bei Positionen, bei denen sie zu hohe Mengen moniert hatte, extrem 
abgesetzte Preise (Fr. 0.10 oder Fr. 0.05) offeriert, „um sich im Preisvergleich nach 
vorne zu schieben, ohne dass das in der Abrechnung in erheblichem Umfang 
bemerkbar würde“ (S. 19). Die Beilage 60 zeige, dass die Korrektur der falschen 
Mengen das Submissionsergebnis verändern würde. Bei den fehlerhaften Mengen 
würde nicht das günstigste Angebot den Zuschlag erhalten. Die zwei preislich 
führenden Konsortien hätten massiv spekulative Preise offeriert. Zum Beweis dieser 
Darstellung hat die Beschwerdeführerin eine eigene Tabelle als Beilage 48 eingereicht.  

J. Am 27. Oktober 2011 wurde F___________ zum Experten ernannt und zur 
Beantwortung der von der Beschwerdeführerin eingereichten Expertenfragen 
beauftragt. Das DVBU hatte keine Expertenfragen eingereicht. 

K. Am 27. Oktober 2011 reichte das DVBU eine weitere Stellungnahme ein, bestritt die 
Ausführungen der Beschwerdeführerin vom 7. Oktober 2011 und hielt an bisherigen 
Rechtsbegehren fest. Die Beschwerdeführerin antwortete dazu kurz am 31. Oktober 
2011. Am 10. November 2011 behielt sich die Vergabebehörde vor, zusätzliche Fragen 
einzureichen, worauf sie am 11. November 2011 auf das Akteneinsichtsrecht 
aufmerksam gemacht wurde. Am 22. November 2011 wurden vom DVBU die 
Submissionspläne verlangt, welche am folgenden Tag eingereicht und dem Experten 
weitergeleitet wurden. Am 29. Dezember 2011 hat der Experte das Gutachten 
abgegeben, welches den Parteien am 4. Januar 2012 zur Stellungnahme weitergeleitet 
wurde. 

L. Das DVBU verwies mit Schreiben vom 25. Januar 2012 auf Seite 3 der Expertise, 
wonach die Ausschreibung als fachmännisch bezeichnet wurde, selbst wenn der 
Experte zum Schluss komme, dass zwischen den Mengenangaben der Pläne sowie 
der übrigen Ausschreibungsunterlagen und den Mengenangaben im 
Leistungsverzeichnis Differenzen bestehen würden, die ein Spekulationspotenzial 
enthalten würden. Die Preisdifferenzen würden aber lediglich zwischen + 0.15 % und - 
8.56 % betragen. 

Die Beschwerdeführerin antwortete am 6. Februar 2012, dass der Experte - abgesehen 
von wenigen unwesentlichen Punkten - ihre Tatsachenbehauptungen bekräftigt habe. 
Der Experte habe auch „erheblich bis krass falsche Vorausmasse“ in zahlreichen 
finanziell gewichtigen Positionen festgestellt. Dies verhindere von vornherein eine 
gleichbehandelnde und wirtschaftliche Vergabe, weshalb die Ausschreibung 
aufzuheben sei. Die falschen Vorausmasse seien zu korrigieren und sodann den 
Anbietern die Gelegenheit einzuräumen, ihre Preise zu korrigieren. In der Expertise sei 
auch bestätigt worden, dass Pumpmengen ausgeschrieben worden seien, welche in 
dieser Höhe gänzlich unwahrscheinlich seien. Es sei auch eine Ungereimtheit 
bezüglich der Ausschreibung des Überprofils beim Tunnelvortrieb zu Tage getreten. 

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Die beiden Stellungnahmen wurden den Parteien am 7. Februar 2012 zugestellt, 
welche sich in der Folge nicht mehr vernehmen liessen. 

Weitere Sachverhaltsdarstellungen, Parteibehauptungen sowie Begründungen sind, 
soweit rechtlich von Bedeutung, in den nachfolgenden Erwägungen aufgeführt.  

 

Erwägungen 
 

1. Der Entscheid des Staatsrats ist eine Verfügung im Sinne von Art. 15 des Gesetzes 
betreffend den Beitritt des Kantons Wallis zur Interkantonalen Vereinbarung über das 
öffentliche Beschaffungswesen vom 8. Mai 2003 (GIVöB; SGS/VS 726.1) und damit 
auch gemäss Art. 5 des Gesetzes über das Verwaltungsverfahren und die 
Verwaltungsrechtspflege vom 6. Oktober 1976 (VVRG; SGS/VS 172.6), gegen die 
innert 10 Tagen beim Kantonsgericht Beschwerde eingereicht werden kann (Art. 16 
GIVöB; Art. 15 der Interkantonalen Vereinbarung über das öffentliche 
Beschaffungswesen vom 25. November 1994/15. März 2001 [IVöB; SGS/VS 726.1]). 

1.1 Der Kanton ist ein Auftraggeber im Sinne von Art. 6 GIVöB und er hat das offene 
Verfahren nach Art. 9 GIVöB gewählt. Das GIVöB und die VöB sind vorliegend 
anwendbar. 

1.2 Die Beschwerdeführerin ist als Adressatin der Ausschlussverfügung betreffend die 
Sondervorschlags-Offerte und durch die angefochtenen Ausschreibungsunterlagen in 
ihrer Rechtsstellung betroffen. Sie ist somit durch den angefochtenen Entscheid 
berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung, so 
dass sie nach Art. 80 Abs. 1 lit. a und 44 VVRG zur Beschwerdeführung legitimiert ist. 
Auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist deshalb einzutreten (Art. 80 
Abs. 1 lit. b und c, 46 und 48 VVRG). 

2. Aus Art. 16 IVöB resp. Art. 16 GIVöB leitet das Kantonsgericht in ständiger 
Rechtsprechung ab, dass die Beschwerdeinstanz nicht von Amtes wegen eine 
angefochtene Verfügung auf allfällige Sachverhaltsmängel oder Rechtswidrigkeiten 
überprüft, sondern dass vom Beschwerdeführer im Einzelnen darzulegen ist, inwiefern 
die Verfügung mangelhaft sein soll. Der Beschwerdeführer muss in seiner Eingabe 
anführen, in welchen Punkten der angefochtene Entscheid auf einem unrichtigen oder 
unvollständig festgestellten Sachverhalt beruht und/oder inwiefern Rechtsnormen 
unrichtig oder in Überschreitung bzw. Missbrauch des Ermessens angewendet wurden 
(Urteil des Kantonsgerichts A1 02 145 vom 7. Februar 2003). 

Zudem steht den Vergabebehörden bereits bei der Festlegung der für den Zuschlag 
massgeblichen Kriterien, dann aber auch bei deren Gewichtung und Bewertung, ein 
erheblicher Ermessensspielraum zu (ZBl 99/2000 S. 267; Urteil des Bundesgerichts 
2P.193/2006 vom 29. November 2006 E. 1.4; Urteil des Kantonsgerichts A1 02 168 
vom 26. März 2003). Solange ihre Überlegungen mit den zu beachtenden Vorschriften 

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in Einklang stehen und objektiv nachvollziehbar erscheinen, greift das Gericht nicht ein, 
da es lediglich eine Kontrolle von Rechtsverletzungen vornehmen kann, die sich beim 
Ermessen auf die Überschreitung oder den Missbrauch beschränken muss und die 
Angemessenheit nicht einbeziehen kann (BGE 125 II 86 E. 6; Urteil des 
Bundesgerichts 2P.85/2001 vom 6. Mai 2002 E. 3.2). 

3. Die Beschwerdeführerin rügt vorab, dass die Mengenangaben im 
Leistungsverzeichnis nicht mit den übrigen Ausschreibungsunterlagen 
übereinstimmten. Die angegebenen Mengen, die naturgemäss nur prognostiziert 
werden könnten, würden ausserhalb des Streubereichs, den jede fachkundige, 
vernünftige und seriöse Prognose erzeugen würde, liegen. Sodann macht sie geltend, 
Konkurrenzanbieter hätten in den fraglichen Positionen spekulative Umlagerungen 
vorgenommen, so dass letztlich nicht das wirtschaftlich günstigste Angebot zum 
Tragen komme. Sie hinterlegte zu Beweiszwecken mit ihrer Beschwerde das 
Parteigutachten eines Tunnelbauingenieurs. Nachdem die Vergabebehörde die 
Richtigkeit der Vorbringen bestritt und zu einzelnen Leistungspositionen Stellung 
bezog, hielt die Beschwerdeführerin in der Replik an ihren Behauptungen fest und 
hinterlegte ein zweites Gutachten von E___________, welcher das Vorausmass auch 
unter Berücksichtigung der Einwände der Vergabebehörde für fehlerhaft hält.  

3.1 Das Vergabeverfahren muss, gestützt auf die Ausschreibung und die Angebote, zu 
einem eindeutigen Ergebnis führen, das den Abschluss des Vertrages ohne 
wesentliche Ergänzungen ermöglicht. Gegenstand und Umfang des Auftrags sind 
daher in der Ausschreibung klar zu umschreiben und die Offerten der Anbieter müssen 
ebenso deutlich auf die ausgeschriebene Leistung Bezug nehmen (Art. 2 Abs. 1 lit. c 
VöB; vgl. Peter Galli/André Moser/Elisabeth Lang/Evelyne Clerc, Praxis des 
öffentlichen Beschaffungsrechts, 1. Band, Zürich/Basel/Genf 2007, Rz. 225). Die 
Ausschreibung oder die Ausschreibungsunterlagen haben einen Leistungsbeschrieb zu 
enthalten, welcher vollständig und klar sein muss (vgl. Entscheid der BRK 014/04 vom 
11. März 2005, veröffentlicht in VPB 69.79 E. 2b/aa). Die Vergabeunterlagen haben die 
benötigten Waren oder Dienstleistungen mittels eines umfassenden Produkte- oder 
Aufgabenbeschriebs oder eines detaillierten Leistungsverzeichnisses zu beschreiben 
sowie alle Anforderungen an technische Spezifikationen, die erfüllt werden müssen, zu 
enthalten (vgl. Entscheid der BRK 014/04 vom 11. März 2005, a.a.O, E. 2b/aa; Denis 
Esseiva, Baurecht 2/2005, S. 72, Anmerkung zu S9, N. 1). Die Leistungen sind in 
besonderen Positionen aufzuführen, wobei sie möglichst objektiv und umfassend zu 
ermitteln sind. Diese Vorschriften stellen sicher, dass den Anbietern der genaue 
Leistungsauftrag bekannt ist, so dass sie in die Lage versetzt werden, eine Offerte 
einzureichen, die den Anforderungen der Ausschreibung entspricht. Jeder 
Unternehmer soll wissen, welche Leistung er zu erbringen hat und sich darauf 
verlassen können, dass der Auftraggeber nicht einen vom ausgeschriebenen Auftrag 
abweichenden vergibt. Nachträgliche Änderungen des Beschaffungsauftrages oder 
von Zuschlagskriterien sind demnach unzulässig und führen unter Umständen zu einer 
Neuausschreibung (Peter Galli/André Moser/Elisabeth Lang/Evelyne Clerc, a.a.O., Rz. 
494, 702; vgl. auch Hubert Stöckli, Bundesgericht und Vergaberecht, Baurecht 1/2002, 
S. 9 ff.). 

- 11 - 

 

 

3.2 Tunnelbauprojekte erfordern ein hohes Mass an technischem Fachwissen bei der 
Planung und der Ausführung. Letztere hängt stark von den geologischen 
Gegebenheiten ab, die trotz allen vorgängigen Abklärungen öfters nicht mit 
Bestimmtheit festgelegt werden können. Bei jedem bergmännischen Vortrieb besteht 
eine hohe Unsicherheit bezüglich der tatsächlichen Gegebenheit im Gebirge vor Ort. 
Mittels geologischer Vorabklärungen kann das Risiko eingegrenzt, nie aber 
abschliessend beurteilt werden (Peter Galli/André Moser/Elisabeth Lang/Evelyne Clerc, 
a.a.O., Rz. 440; BRK 016/05 E. 4c/cc/aaa). Um auf die Risiken angemessen reagieren 
zu können, werden bei Vergaben von Tunnelbauprojekten die Verträge in der Regel - 
wie auch im vorliegenden Fall - auf ein detailliertes Leistungsverzeichnis mit 
Einheitspreisen abgestützt. Mit dieser Grundlage kann angemessen auf 
Bestellungsänderungen reagiert werden, die im Untertagebau sehr häufig vorkommen 
(BRK 016/05 E. 4c/cc/aaa).  

3.3 Beim Prinzip der Preisvereinbarung nach Einheitspreisen wird davon 
ausgegangen, dass sich Mengenänderungen in entsprechenden Preisänderungen 
niederschlagen. Ein Angebot, bei dem bestimmte Einheitspreise bewusst tief gehalten 
und die auf diese Positionen entfallenden Kosten in andere Einheitspreise übertragen 
werden, widerspricht nach der Rechtsprechung dem Prinzip einer Preisvereinbarung 
nach Einheitspreisen. Zwar ist die Kalkulation der Angebotspreise Sache des 
anbietenden Unternehmers und die Art und Weise, wie er seinen Aufwand in 
Einheitspreise umrechnet, steht ihm grundsätzlich frei. Die Verschiebung von 
Kostenteilen aus bestimmten Einheitspreisen in andere Positionen darf aber nicht 
offensichtlich einzig dem Zweck dienen, allfällige Fehler des Leistungsverzeichnisses 
zulasten des Auftraggebers auszunützen (Urteil des Verwaltungsgerichts Zürich vom 
15. Dezember 2010, VB.2010.00402, E. 2.2.2 und Urteil vom 3. Dezember 2003, 
VB.2003.00256, E. 4). Denn bei einer derart gestalteten Offerte profitiert der 
Auftraggeber bei allfälligen Mengenreduktionen nicht von der Kostenersparnis. Zudem 
verunmöglicht eine solche Verschiebung die korrekte Analyse der offerierten Preise 
und wird der direkte Vergleich mit den anderen eingereichten Angeboten erschwert 
oder gar verunmöglicht, was eine Verletzung des Transparenz- und 
Gleichbehandlungsgebotes darstellt. Diese Grundsätze wurden in mehreren 
Gerichtsurteilen des Bundesgerichtes und kantonaler Verwaltungsgerichte festgehalten 
(Urteil des Bundesgerichts vom 27. November 2002, 2P.164/2002; VG ZH 
15. Dezember 2010, VB.2010.00402, E. 2.2.2 und 3. Dezember 2003, VB.2003.00256, 
E. 4; VG ZH vom 12. September 2007, VB.2007.00123, E. 3.4; Baurecht 4/2009 (S75), 
S. 182 f.). 

3.4 Grundlage der Offerten war das von der Vergabestelle mit den 
Ausschreibungsunterlagen abgegebene Leistungsverzeichnis. Aufgrund desselben 
hatten die Anbietenden die Mehrzahl der Leistungen nach Einheitspreisen zu 
offerieren, das heisst als Preise für Leistungseinheiten, die in den Positionen des 
Verzeichnisses aufgeführt sind. Bei dieser Vertragsgestaltung ergibt sich die 
geschuldete Vergütung aus der Abrechnung über die ausgeführte Menge an Einheiten, 

- 12 - 

 

multipliziert mit dem für die Einheiten offerierten Preis (Art. 39 Abs. 1 der SIA-Norm 
118). Aus diesem Grund soll im Leistungsverzeichnis das beschriebene Projekt 
möglichst wirklichkeitsnah dargestellt werden. Der Parteiexperte E___________ führte 
im Bericht vom 3. September 2011 aus, dass im „Tunnel J___________“ die 
Vorausmassangaben im Leistungsverzeichnis zum Teil ganz erheblich von den 
Angaben in den Submissionsplänen abweichen würden und nicht mehr mit den 
Bandbreitenvorgaben in den „Besonderen Bestimmungen“ (BB) erklärt werden könnten 
(E. 2). Es bestünden Fehler in der Bestimmung des Ausmasses und fehlende NPK-
Positionen für zu erbringende Leistungen, die das Leistungsangebot verfälschen 
würden. Festgestellte Ausmassfehler könnten zu einer starken Verfälschung des 
Bieterwettbewerbs führen und ein fairer Anbieter sei stark benachteiligt. Beispielsweise 
könne für die Leistungen „Gewölbebeton“ LÜF-O bzw. LÜF-W (Kap. 273 Pos. 421.451, 
452 und 491) oder für die Stützmassnahmen bei der Gewölbebewehrung (Kap. 273 
Pos. 351.201) „ohne jeden Kunstgriff eine vergleichbare Preisverfälschung“ 
nachgewiesen werden (S. 8). Es bestehe ein Preisspekulationspotenzial von 
vermutlich über 10 Mio. Franken.  

3.5 Vorliegend hält dann der Gerichtsexperte zusammenfassend fest, dass zwischen 
den Mengenangaben, die sich aus den Plänen und den übrigen 
Ausschreibungsunterlagen ermitteln liessen und den Mengenangaben im 
Leistungsverzeichnis bei verschiedenen Positionen Differenzen bestehen würden, „die 
weit über die üblichen Ungenauigkeiten hinausgehen“ würden (Gutachten 
F___________ vom 29. Dezember 2011, S. 3). Diese Differenzen würden einerseits 
ein Spekulationspotential in der Angebotsphase und anderseits das Risiko grosser 
Abweichungen zwischen Angebots- und Abrechungssumme ergeben. Das Gericht 
kann sich diesen Ausführungen anschliessen, zumal der Experte folgende 
Abweichungen feststellte: 

3.5.1 Zur Abschätzung des Wasseranfalls stützte sich der Experte auf die 
geologischen Unterlagen, die besagten, der voraussichtliche Wasseranfall sei relativ 
gut abschätzbar. Aus seiner Sicht liegen die Mengen, welche im Leistungsverzeichnis 
für die Wasserhaltung ausgesetzt sind, weit über dem Ausmass, das angesichts der 
Kenntnisse und Vorgaben der Ausschreibung in der Abrechnung zu erwarten sind 
(Gutachten F___________, S. 24). Die in den geologischen Unterlagen und BB 
erwähnten grösseren Wassereinbrüche könnten mit einer relativ bescheidenden 
Wasserhaltung beherrscht werden, da sie kurzfristiger Natur seien. 

3.5.2 In den Positionen NPK 266.R121.920, 121.990 und 124.900 enthält das 
Leistungsverzeichnis für das Teilobjekt TUN-N total 190 500 m‘ (Laufmeter) respektive 
18 350 Stück Mörtelanker zur Sicherung der Ortsbrust. Die vom Experten ermittelte 
Menge gemäss Plänen ergibt 79 000 m‘ respektive 8 250 Stück, was damit bei den 
Brustankern ein Mengenverhältnis vom Leistungsverzeichnis zum Plan von rund 230 % 
ergibt (Gutachten F___________, S. 27). 

3.5.3 In den Positionen NPK 266.R121.920 und 121.990 enthält das 
Leistungsverzeichnis für das Teilobjekt VZ-I total 76 600 m‘ respektive 6 350 Stück 

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Mörtelanker zur Sicherung der Ortsbrust. Die vom Experten ermittelte Menge gemäss 
Plänen ergibt 23 000 m‘ respektive 1 800 Stück, was damit bei den Brustankern ein 
Mengenverhältnis vom Leistungsverzeichnis zum Plan von rund 340 % ergibt 
(Gutachten F___________, S. 29). 

3.5.4 In den Positionen NPK 266.R121.927 und 121.995 enthält das 
Leistungsverzeichnis für das Teilobjekt TUN-N total 36 000 m‘ respektive 1 800 Stück 
Mörtelanker von 20 m Länge zur Sicherung der Ortsbrust. Die vom Experten ermittelte 
Menge gemäss Plänen ergibt aber 2 503 m‘ respektive 125 Stück, was damit bei den 
Brustankern von 20 m Länge ein Mengenverhältnis vom Leistungsverzeichnis zum 
Plan von rund 1 400 % ergibt (Gutachten F___________, S. 32). 

3.5.5 In der Position NPK 266.R149.111 enthält das Leistungsverzeichnis für das 
Teilobjekt VZ-I total 36 000 m3 Spritzbeton für die Gewölbesicherung. Die vom 
Experten ermittelte Menge gemäss Plänen ergibt 24 000 m3, was im Vergleich zu den 
nach den Submissionsplänen Nrn. 9.1, 9.3, 9.6 und 9.7 und den BB ermittelten 
Mengen damit beim Spritzbeton ein Mengenverhältnis vom Leistungsverzeichnis zum 
Plan von 150 % respektive im Leistungsverzeichnis eine um 50 % höhere Menge als 
gemäss Plan ergibt (Gutachten F___________, S. 34). 

3.5.6 Im Positionsbeschrieb NPK 273.R211 (Vergütung nach Tunnellänge) enthält das 
Leistungsverzeichnis für das Teilobjekt VZ-I total 1 309 m‘ Schalung, während gemäss 
des Experten nach Massgabe des Submissionsplanes Nr. 9.1 im Teilobjekt VZ-I nur 
435 m‘ abrechnungsrelevante Tunnelmeter anfallen. Im Vergleich zu den nach dem 
Submissionsplan Nr. 9.1 und den BB ermittelten Mengen ergibt sich damit bei der 
Gewölbeschalung ein Mengenverhältnis vom Leistungsverzeichnis zum Plan von 
300 %. Auffallend sei auch die Differenz beim Profiltyp A, welcher gemäss Plan 9.1 auf 
32 m komme, für welchen jedoch im Leistungsverzeichnis, Position NPK 
273.R211.396, ein Vorausmass von 870 m ausgesetzt sei (Gutachten F___________, 
S. 35). 

3.5.7 In der Position NPK 273.351.201 enthält das Leistungsverzeichnis für das  
Teilobjekt TUN-N total 8 500 m2 Stützmassnahmen bei der Gewölbebewehrung. Die 
vom Experten ermittelte Menge gemäss Plänen ergibt 21 245 m2, was im Vergleich zu 
den nach den Submissionsplänen Nrn. 8.1, 8.8 sowie 8.9 und den BB ermittelten 
Mengen damit bei der Gewölbeschalung ein Mengenverhältnis vom 
Leistungsverzeichnis zum Plan von 40 % ergibt (Gutachten F___________, S. 36). 

3.5.8 In der Position NPK 273.351.201 enthält das Leistungsverzeichnis für das 
Teilobjekt VZ-I total 4 000 m2 Stützmassnahmen bei der Gewölbebewehrung. Die vom 
Experten ermittelte Menge gemäss Plänen ergibt aber 14 485 m2, was im Vergleich zu 
den nach den Submissionsplänen Nrn. 9.1, 9.8 sowie 9.9 und den BB ermittelten 
Mengen damit bei der Gewölbeschalung ein Mengenverhältnis vom 
Leistungsverzeichnis zum Plan von 28 % ergibt (Gutachten F___________, S. 39). 

- 14 - 

 

3.5.9 Für das Teilobjekt TUN-N enthält das Leistungsverzeichnis in der Position NPK 
273.411.511 total 19 750 m3 Gewölbebeton unbewehrt und in der Position NPK 
273.421.411 total 2 500 m3 Gewölbebeton bewehrt. Die vom Experten ermittelten 
Mengen gemäss Plänen ergeben 11 200 m3 Gewölbebeton unbewehrt und 9 200 m3 
Gewölbebeton bewehrt, was im Vergleich zu den nach den Submissionsplänen 
Nrn. 8.1, 8.8 und 8.9 und den BB ermittelten Mengen beim unbewehrten Beton ein 
Mengenverhältnis vom Leistungsverzeichnis zu den Plänen von 176 % und beim 
bewehrten Beton ein Mengenverhältnis vom Leistungsverzeichnis zu den Plänen von 
27 % ergibt (Gutachten F___________, S. 42).  

3.5.10 Für das Teilobjekt TUN-N enthält das Leistungsverzeichnis in der Position NPK 
273.411.311 total 1 900 m3 Beton für gerade Sohlen unbewehrt und in der Position 
NPK 273.411.411 total 5 150 m3 Beton für gewölbte Sohlen unbewehrt. Die vom 
Experten ermittelten Mengen gemäss Plänen ergeben 263 m3 Beton für gerade Sohlen 
unbewehrt und 2 361 m3 Beton für gewölbte Sohlen unbewehrt, was im Vergleich zu 
den ermittelten Mengen beim Beton für gewölbte Sohlen unbewehrt ein 
Mengenverhältnis vom Leistungsverzeichnis zu den Plänen von 722 % und beim Beton 
für gewölbte Sohlen unbewehrt ein Mengenverhältnis vom Leistungsverzeichnis zu den 
Plänen von 218 % ergibt (Gutachten F___________, S. 46).  

3.5.11 In der Position NPK 273.421.433 enthält das Leistungsverzeichnis für das 
Teilobjekt VZ-I total 19 000 m3 Gewölbebeton bewehrt. Die vom Experten ermittelte 
Menge gemäss Plänen ergibt 11 400 m3, was im Vergleich zu den nach den 
Submissionsplänen Nrn. 9.1, 9.7, 9.8 sowie 9.9 und den BB ermittelten Mengen damit 
beim Gewölbebeton ein Mengenverhältnis vom Leistungsverzeichnis zum Plan von 
167 % ergibt (Gutachten F___________, S. 47). 

3.5.12 In der Position NPK 273.421.442 Überprofilbeton zur Unterposition 430 enthält 
das Leistungsverzeichnis für das Teilobjekt VZ-I eine Menge von 100 m2. Die vom 
Experten ermittelte Menge gemäss Plänen ergibt aber 16 000 m2, was im Vergleich zu 
den nach den Submissionsplänen Nrn. 9.1, 9.6, 9.7, 9.8 sowie 9.9 ermittelten Mengen 
damit beim Überprofilbeton ein „um Dimensionen“ zu niedriges Vorausmass ergibt 
(Gutachten F___________, S. 50). 

3.5.13 In den Positionen NPK 273.R411.591 Überprofilbeton unbewehrt und Position 
NPK 273.R421.491 Überprofilbeton bewehrt wurden im Leistungsverzeichnis für das 
Teilobjekt LÜF-W lediglich je die Menge von 10 m3 ausgeschrieben. Der Experte hält 
es nicht für möglich, im Sprengvortriebsverfahren einen Stollen von 223 m Länge und 
einer Ausbruchsfläche von 40 m2 so auszubrechen und zu sichern, dass für den 
Gewölbebeton lediglich 20 m3 Überprofilbeton anfallen. Er schätzt die planmässige 
Menge von 500 bis 900 m3 (Gutachten F___________, S. 52). 

3.5.14 In den Positionen NPK 273.R411.591 Überprofilbeton unbewehrt und Position 
NPK 273.R421.491 Überprofilbeton bewehrt wurden im Leistungsverzeichnis für das 
Teilobjekt LÜF-O ebenfalls lediglich je die Menge von 10 m3 ausgeschrieben. Der 
Experte hält es nicht für möglich, im Sprengvortriebsverfahren einen Stollen von 463 m 

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Länge und einer Ausbruchsfläche von 60 m2 so auszubrechen und zu sichern, dass für 
den Gewölbebeton lediglich 20 m3 Überprofilbeton anfallen. Er schätzt die planmässige 
Menge von 880 bis 1 760 m3 (Gutachten F___________, S. 54). 

3.6 Die Rüge, dass in den Ausschreibungsunterlagen in zahlreichen und wichtigen 
Leistungspositionen falsche Mengen angegeben wurden, erweist sich als begründet. 
Die Mengenangaben des Experten kann das Gericht aufgrund der Pläne 
nachvollziehen und die Ausführungen des Experten sind plausibel. Der Experte ist bei 
der Ermittlung der Mengen von den Abschnittslängen gemäss den Submissionsplänen 
ausgegangen, ohne Szenarien mit unterschiedlicher Geologie zu bilden. Bei 
Bandbreiten hat er die Mengen für den oberen sowie den unteren Randbereich und 
den Mittelwert berechnet. Bestehen grosse Differenzen zwischen den 
Leistungsverzeichnis- und den Planmengen, hat derjenige Unternehmer einen 
Wettbewerbsvorteil, der diese kennt und weiss, welche Leistungspositionen in 
geringerer oder grösserer Menge als ausgeschrieben effektiv zu Ausführung gelangen 
werden (vgl. Gutachten F___________, S. 8). Dies gibt ihm die Möglichkeit, bei zu 
hohen Mengen zu tiefe Preise einzusetzen, was zu einer tiefen Offertsumme und damit 
erhöhten Chancen auf den Zuschlag führt. Der Unternehmer kann aber auch bei zu 
tiefen Mengen hohe Preise einsetzen, womit er mit den effektiven Mengen eine 
entsprechend hohe Vergütung erzielt, ohne dass sich dies in der Offertsumme 
niedergeschlagen hätte (vgl. Gutachten F___________, S. 8). Hier liegt ein 
Spekulationspotenzial. Die Beschwerdeführerin hat deshalb zu Recht gerügt, dass die 
falschen Mengen des Leistungsverzeichnisses dazu führen, dass die Offertsummen 
nicht den voraussichtlichen Abrechnungssummen entsprechen. Es liegt deshalb ein 
Verstoss gegen das Gebot der Transparenz und der Gleichbehandlung vor. Die 
Ausschreibungsunterlagen sind bezüglich der falschen Mengen im 
Leistungsverzeichnis aufzuheben. 

3.6.1 Das Transparenzgebot ist formeller Natur; wurde es verletzt, so ist der 
angefochtene Entscheid grundsätzlich auch dann aufzuheben, wenn eine 
Kausalbeziehung zwischen Verfahrensfehler und Zuschlagserteilung fehlt bzw. nicht 
dargetan ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2P.299/2000 vom 24. August 2001 E. 4.) 
Im vorliegenden Fall ist der Zuschlag noch nicht erfolgt, die Vergabestelle hat aber bei 
der Ausarbeitung des Leistungsverzeichnisses in mehrfacher Hinsicht gegen das 
Transparenzgebot verstossen. Gemäss Art. 18 Abs. 1 IVöB kann das Gericht im Fall, 
dass der Vertrag noch nicht abgeschlossen ist, in der Sache selbst entscheiden oder 
die Sache an die Vorinstanz mit oder ohne verbindliche Anordnungen zurückweisen. 
Die Beschwerdeführerin beantragt, die falschen Vorausmasse zu korrigieren und dann 
den Anbietern die Gelegenheit einzuräumen, ihre Preise in den korrigierten Positionen 
allenfalls anzupassen. Diese Lösung sei einer Neuausschreibung des gesamten 
Auftrags bzw. aller Leistungspositionen vorzuziehen (vgl. Schreiben RA 
D___________ vom 6. Februar 2012, S. 3). Bei den Alternativen, die gesamte 
Ausschreibung zu wiederholen oder die veränderten Positionen nachträglich durch alle 
Bewerber korrigieren zu lassen, ist letzterer Möglichkeit der Vorzug zu gewähren (vgl. 
Urteil des Bundesgerichts 2P.282/2002 vom 11. Juni 2003, E. 4.2). Es ist deshalb allen 
Anbietern die Möglichkeit zu gewähren, die Preise in den gemäss E. 3.5.1 bis 3.5.14 

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und der Expertise F___________ korrigierten Positionen anzupassen, wobei auf die 
vom Experten ermittelten Mengen aus den Plänen abzustellen ist. Wenn die 
korrigierten Positionen von einem Anbieter nicht angepasst werden, stimmt diese 
Offerte nicht mehr mit dem Leistungsverzeichnis überein, was zum Ausschluss dieser 
Offerte führt. 

4. Schliesslich rügt die Beschwerdeführerin den Ausschluss ihrer Sondervorschlags-
Offerte. Sie habe sich bewusst gegen eine Spekulation entschieden und habe in der 
Sondervorschlags-Offerte die jeweiligen falschen Positionen mit Fr. 0.00 ausgefüllt. Die 
Ausschlussgründe seien allesamt nicht nachvollziehbar und falsch. Darüber hinaus 
verletze ein Ausschluss nur ihrer Sondervorschlags-Offerte und nicht der übrigen hoch 
spekulativen Offerten ohnehin den Grundsatz der Gleichbehandlung. Unklarheiten 
hätten durch Unternehmergespräche beseitigt werden können.  

4.1 Gemäss Art. 14 Abs. 1 VöB muss das Angebot schriftlich und vollständig innerhalb 
der Frist eingereicht und darf nicht mehr geändert werden. Eine unvollständige Offerte 
erfüllt die Anforderungen gemäss Ausschreibungsunterlagen nicht, weshalb sie 
gemäss Art. 23 Abs. 1 lit. c VöB auszuschliessen ist. Dabei muss der Mangel jedoch 
wesentlich und nicht nachträglich ohne Verletzung der Submissionsvorschriften 
korrigierbar sein. Die Mängelbehebung und Korrekturen im Rahmen der Kontrolle im 
Sinne von Art. 19 VöB bleiben vorbehalten. Die Vollständigkeit der Angebote wird für 
deren objektiven Vergleich benötigt (Art. 19 Abs. 3 VöB). Bestehen nach Eingang der 
Angebote Unklarheiten, kann die Vergabebehörde von den Anbietenden Erläuterungen 
verlangen (Art. 20 VöB); diese dürfen aber nicht dazu dienen, den Inhalt des zu 
vergebenden Angebots nachträglich zu ändern (Peter Galli/André Moser/Elisabeth 
Lang/Evelyne Clerc, a.a.O., N. 447).  

4.1.1 Art. 23 Abs. 1 lit. g VöB sieht den Ausschluss eines Anbieters vor, der ein 
Angebot eingereicht hat, das nicht die Selbstkosten deckt. Weder die IVöB noch das 
GIVöB sehen den Ausschluss eines aussergewöhnlich niedrigen Angebots vor. Der 
sehr tiefe Preis allein genügt somit nicht, um ein Angebot auszuschliessen (Robert 
Wolf, Preis und Wirtschaftlichkeit, Baurecht, Sonderheft Vergaberecht 2004, S. 13 f.). 
Es müsste sich vielmehr erweisen, dass dem Anbieter die Eignung im Zusammenhang 
mit dem Preis nicht zugestanden werden könnte (Urteile des Kantonsgerichts 
A1 09 103 vom 24. Juli 2009, E. 3.1; A1 02 6 vom 3. Mai 2002, A1 01 58 vom 6. April 
2001 und A1 01 79 vom 30. August 2001; Robert Wolf, a.a.O., S. 12 f., mit Hinweisen).  

4.1.2 Diese Bestimmungen sind im Zusammenhang mit den in Art. 1 Abs. 3 IVöB 
umschriebenen Zielen des öffentlichen Beschaffungswesens zu interpretieren: 
Förderung des wirksamen Wettbewerbs unter den Anbietern (lit. a), Gewährleistung 
der Gleichbehandlung sowie einer unparteiischen Vergabe (lit. b), Sicherstellung der 
Transparenz der Vergabeverfahren (lit. c) und eine wirtschaftliche Verwendung 
öffentlicher Mittel (lit. d). Es ist deshalb grundsätzlich Sache des Unternehmers, wie er 
die einzelnen Positionen kalkuliert und welches Risiko er dabei eingeht. Massgebend 
ist einzig, dass das Gesamtergebnis erzielt wird (Peter Galli/André Moser/Elisabeth 
Lang/Evelyne Clerc, a.a.O., Rz. 718). Nach dem Bundesgericht ist die 

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Vergabebehörde nicht gehalten, abzuklären, ob ein Auftrag zum gebotenen niedrigen 
Preis realisiert werden kann, wenn keine Anhaltspunkte dafür bestehen, dass der 
Anbieter Teilnahme- und Auftragsbedingungen verletzt (Urteil des Bundesgerichts 
2P.254/2004, E. 2.2, ZBl 107/2006, S. 275; Peter Galli/André Moser/Elisabeth 
Lang/Evelyne Clerc, a.a.O., Rz. 721). Auf jeden Fall erachtet das Bundesgericht einen 
allein mit dem niedrigen Preis motivierten Ausschluss als unzulässig (Urteil des 
Bundesgerichts 2P.70/2006 vom 23. Februar 2007). Die Entgegennahme eines 
Angebotes, das den Vorschriften der Ausschreibung nicht entspricht, würde das Gebot 
der Gleichbehandlung der Anbietenden verletzen. Ein solches Angebot ist 
grundsätzlich auszuschliessen (Art. 23 Abs. 1 lit. c VöB), wobei das Verbot des 
überspitzten Formalismus vorbehalten bleibt. Was die Offerte umfassen muss, damit 
sie als vollständig angesehen werden kann, ergibt sich aus den 
Ausschreibungsunterlagen. Offeriert ein Bewerber nicht die Leistung, die im 
Leistungsverzeichnis definiert wurde, gilt sie als unvollständig. Sein Preisangebot kann 
im Ergebnis nicht mit dem verglichen werden, das die gesamte definierte Leistung 
umfasst. 

4.2 Im vorliegenden Fall begründet die Vergabebehörde den Ausschluss der 
Sondervorschlags-Offerte der Beschwerdeführerin vom 22. Juni 2011 damit, ihr 
Angebot sei unvollständig, missachte die Regeln in Pos. 261.200 der Besonderen 
Bestimmungen, „ganze Kapitel“ seien mit „Nullbeträgen“ offeriert und die 
Umlagerungen der Positionen mit den „Nullbeträgen“ in „sichere Positionen“ sowie die 
entsprechenden Preisanalysen seien nicht nachvollziehbar (Beschwerdebeleg 7).  

4.2.1 Die Beschwerdeführerin führt dazu aus, die Sondervorschlags-Offerte enthalte in 
jeder einzelnen ausgeschriebenen Position einen vertragsrechtlich gültigen und 
verbindlichen Preis. Sie umfasse alle ausgeschriebenen Leistungen und sehe 
entsprechende Vergütungen nach den ausgeschriebenen Modalitäten vor. Die 
Positionen mit falschen Mengen seien preislich auf 0.00 Franken gesetzt und der 
fragliche Umsatz in sichere Positionen eingerechnet worden, wobei die betroffenen 
NPK-Kapitel auf der Seite 45 des Technischen Berichts aufgezeigt worden seien. Null-
Franken-Preise seien in der Ausschreibung nicht verboten und selbst spekulative 
Preisbildungen seien nicht ausgeschlossen worden (vgl. Ziff. 224.132 BB). Von einer 
Unvollständigkeit der Offerte und einer Abweichung von der Ausschreibung könne 
nicht gesprochen werden. Da in der Sondervorschlags-Offerte sämtliche Leistungen 
des Leistungsverzeichnisses offeriert würden, bestehe auch keine Missachtung der 
Variantenregelung gemäss Ziff. 261.200 BB. Es liege weder eine Ausführungs- noch 
eine Vergütungsvariante vor, da keine andere Art von Leistungen und in keiner 
Position andere Preisarten offeriert worden seien. Diese Offerte sei ohne jede 
Spekulationsabsicht erstellt worden. Die Preisumlagerungen seien auf Seite 45 des 
Technischen Berichts sowie der Preisanalyse transparent gestaltet worden. Falls die 
Vergabestelle die Offerte nicht nachvollziehen bzw. verstehen konnte, hätte sie ein 
Unternehmergespräch gemäss Ziff. 225 BB durchführen können, ansonsten der 
Ausschluss der Sondervorschlags-Offerte schon wegen Verletzung des rechtlichen 
Gehörs aufzuheben sei.  

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4.2.2 Die Vergabestelle führte dazu aus, die Sondervorschlags-Offerte sei 
unvollständig, spekulativ sowie intransparent und unplausibel, da die Verschiebungen 
der Nullpositionen nicht nachvollziehbar seien. Es werde auf im Projekt vorgesehene 
Massnahmen verzichtet, womit die Sicherheit beim Vortrieb reduziert und bezüglich 
des Wasseranfalls neue Risiken beim Bauherrn entstehen würden. Die 
Beschwerdeführerin habe nicht die Ausmasse der Ausschreibung, sondern jene 
gemäss ihrer eigenen Beurteilung im Angebot eingerechnet, weshalb der Ausschluss 
gerechtfertigt sei. Es seien „ganze Kapitel mit Nullbeträgen“ offeriert worden und die 
entsprechenden Preisanalysen seien nicht nachvollziehbar.  

4.3 Die Vergabestelle hat in den Ausschreibungsunterlagen in Ziff. 227.100 BB 
festgehalten, dass nicht vollständig oder zu spät eingereichte Angebote 
ausgeschlossen würden. Als vollständig gilt ein Angebot, wenn das unveränderte 
Leistungsverzeichnis in Papierform vollständig vorhanden und alle einverlangten 
Unterlagen gemäss Pos. 252 bzw. Anhang 101 der Besonderen Bestimmungen 
(‚Erläuterungen zum Angebot und Technischer Bericht des Unternehmers’) ausgefüllt 
sind (Ziff 227.100 BB). Die ausgeschriebenen Leistungen sind als fertige Leistungen 
unter Einrechnung aller dazu erforderlichen Aufwendungen anzubieten (Ziff. 227.200 
BB). Es steht dem Anbieter grundsätzlich frei, wie er seine Offerte rechnen will. Er 
kann die Preise in den einzelnen Positionen frei berechnen und die Vergabebehörde 
kann des Preises wegen nur dann einen Ausschluss vornehmen, wenn das Angebot 
derart niedrig ist, dass es, nachdem bei der Anbieterin einverlangte Erklärungen sich 
als unzureichend erwiesen haben, als Unterangebot ausgeschlossen werden muss 
(Art. 22 und Art. 23 Abs. 1 lit. g VöB). Die Beschwerdeführerin hat tatsächlich in der 
Sondervorschlags-Offerte zahlreiche Positionen mit einem Einheitspreis von Fr. 0.00 
ausgefüllt. Die Vergabestelle hat nicht dargetan, dass einzelne Preispositionen nicht 
ausgefüllt worden seien. Damit kann im Unterschied zum Leerlassen von 
Preispositionen die Preisangabe von Fr. 0.00, welche begrifflich und tatsächlich eine 
Aussage zum Angebotspreis darstellt, vorliegend nicht eine Unvollständigkeit der 
Offerte bewirken (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts B-1774/2006 vom 
13. März 2007, E. 4.2). Auch ein Preis von Fr. 0.00 bedeutet eine Preisangabe. Eine so 
ausgefüllte Offerte kann nicht von vornherein als unvollständig ausgeschlossen werden 
(vgl. Urteile des Kantonsgerichts A1 09 103 vom 24. Juli 2009, E. 3.4 und A1 03 46 
vom 23. Mai 2003, E. 9). Zudem hat die Beschwerdeführerin bereits bei der 
Offerteinreichung bekannt gegeben, dass sie in den Positionen mit falschen 
Mengenangaben den Einheitspreis von Fr. 0.00 eingesetzt hätte. Die falschen 
Vorausmasse der angefochtenen Ausschreibungsunterlagen sind nun durch die 
Expertise von F___________ belegt und die Rüge der Vergabestelle, die 
Beschwerdeführerin habe die Ausmasse gemäss ihrer eigenen Beurteilung im Angebot 
eingerechnet, erweist sich als unbegründet. 

4.3.1 Die Beschwerdeführerin legt dar, dass sie auf der Seite 45 des Technischen 
Berichts und in der Preisanalyse angegeben habe, welche Positionen auf Fr. 0.00 
gesetzt worden seien und wo der entsprechende Umsatz eingerechnet wurde. Sie hat 
die Umlagerungen begründet und transparent gemacht. Zu Recht macht die 
Beschwerdeführerin geltend, dass die Vergabestelle zur Beseitigung von Unklarheiten 

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ein Unternehmergespräch gemäss Ziff. 225 BB und Art. 20 VöB hätte durchführen 
können, falls die Sondervorschlags-Offerte für sie nicht nachvollziehbar gewesen sei. 
Die Vergabestelle hat nicht näher dargelegt, warum die Nullpositionen und die 
Preisanalyse nicht nachvollziehbar sein sollen. Der Einheitspreis von null Franken 
einer Position besagt, dass der Anbieter bereit ist, diese Leistungen ohne Entgelt zu 
erbringen. Die Offerte kann somit nicht als unvollständig und nicht nachvollziehbar 
angesehen werden, da die fehlenden Preise im Gesamtpreis inbegriffen sind. Indem 
die Vergabestelle keine diesbezüglichen Rückfragen machte, hat sie beim Ausschluss 
zudem das rechtliche Gehör der Beschwerdeführerin verletzt. 

4.3.2 Schliesslich hat die Vergabebehörde den Ausschluss der Sondervorschlags-
Offerte der Beschwerdeführerin mit der Missachtung der Variantenregelung gemäss 
Ziff. 261.200 der Besonderen Bestimmungen begründet. Varianten sind in der Regel 
Angebote, die für das von der Vergabestelle angestrebte Ziel eine andere technische 
Lösung vorschlagen als diejenige, die der Ausschreibung zugrunde liegt. Die 
Rechtsprechung lässt jedoch auch Varianten zu, die einzig eine gegenüber den 
Anforderungen der Behörde reduzierte Leistung vorschlagen; in diesem Fall muss 
allerdings, falls die Behörde die Anforderungen im Sinn der Variante reduziert, den 
andern Anbietern Gelegenheit gegeben werden, auch ihre Offerten an die neue 
Umschreibung des Leistungsinhalts anzupassen (Urteil des Verwaltungsgerichts Zürich 
VB.2004.00006 vom 20. Juli 2004, E. 2.2.2, mit Hinweisen; Peter Galli/André 
Moser/Elisabeth Lang/Evelyne Clerc, a.a.O., Rz. 469 ff.). Gemäss der Ausschreibung 
sind Projektvarianten nicht erlaubt (Ziff. 261.100 BB). Ausführungs- und 
Unternehmervarianten sowie Varianten mit maschinellem Vortrieb sind unter 
vorgeschriebenen Bedingungen erlaubt (Ziff. 261.200 ff. BB). Einem Unternehmer war 
es im vorliegenden Vergabeverfahren daher freigestellt, eine Variante zu den von der 
Vergabestelle verlangten Anforderungen zu unterbreiten. Die Beschwerdeführerin hat 
ihre Sondervorschlags-Offerte selber nicht als Variante bezeichnet. Sie bringt dann 
auch vor, diese Offerte sei weder eine Ausführungs- noch eine Vergütungsvariante. Sie 
habe „in dieser Offerte genau jene Leistungen, in genau jener Qualität, in genau jenem 
Umfang, mit genau jener Verbindlichkeit und genau unter jenen Ausmass- und 
Vergütungsregelungen offeriert“, wie die Vergabestelle das ausgeschrieben habe 
(Replik S. 18, Ziff. 130.2). Sie zeichne sich aber dadurch aus, dass ohne jede 
Spekulationsabsicht und ohne jede Spekulationswirkung gewisse Preise auf 0.00 
Franken gesetzt und die fraglichen Umsätze in „mengenstabilen 
Einheitspreispositionen“ eingerechnet worden seien (Beschwerde S. 72, Ziff. 91.1). Es 
sei keine einzige Menge des Leistungsverzeichnisses verändert worden. Inwiefern die 
Sondervorschlags-Offerte eine Vergütungs- oder Ausführungsvariante darstellen 
würde, hat die Vergabestelle nicht aufgezeigt. Es ist nicht dargetan und auch nicht 
ersichtlich, dass die Beschwerdeführerin einen von der Vergabebehörde vorgesehenen 
anderen Bauablauf oder eine andere technische Lösung ausführen will. Die 
Vergabestelle bringt aber vor, die Beschwerdeführerin habe nicht die Ausmasse der 
Ausschreibung, sondern jene gemäss ihrer eigenen Beurteilung im Angebot 
eingerechnet. Die Ausschreibungsunterlagen enthalten ein ausführliches 
Leistungsverzeichnis, welches die Beschwerdeführerin ausgefüllt hatte. Wie bereits 

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dargelegt, erweisen sich die ausgeschriebenen Mengenangaben in einzelnen 
Positionen als falsch. Die Beschwerdeführerin hat dies erkannt und in der Folge auch 
bekannt gemacht. Da somit davon auszugehen ist, dass die Beschwerdeführerin in der 
Sondervorschlags-Offerte nicht einen vom Leistungsverzeichnis abweichenden 
Bauablauf offeriert hat, darf ihr Angebot nicht als Variante behandelt werden und der 
Ausschluss ist nicht berechtigt. 

5. Die Beschwerde erweist sich somit im Ergebnis als begründet und ist gutzuheissen. 
Bei diesem Verfahrensausgang gilt die Beschwerdeführerin als obsiegende Partei mit 
den entsprechenden Folgen für die Tragung der Kosten und für die Zusprechung einer 
Parteientschädigung. 

5.1 Im Beschwerdeverfahren hat nach Art. 89 VVRG in der Regel die unterliegende 
Partei die Kosten zu tragen (Abs. 1). Den Behörden des Bundes, des Kantons und der 
Gemeinden, die in ihrem amtlichen Wirkungskreis und ohne dass es sich um ihr 
Vermögensinteresse handelt, als Parteien oder Vorinstanzen in einem Verfahren 
auftreten, werden in der Regel keine Kosten auferlegt (Art. 89 Abs. 4 VVRG). 

Auf Begehren der Beschwerdeführerin und auf Anordnung des Gerichts hin wurde eine 
Expertise durchgeführt. Die nicht in Art. 7 bis 10 GTar aufgelisteten anderen Auslagen 
gemäss Art. 11 GTar werden mit ihrem effektiven Betrag in Rechnung gestellt. Die 
Kosten der Expertise in der Höhe von insgesamt Fr. 31 839.50 werden deshalb der 
unterliegenden Vergabestelle auferlegt. 

5.2 Als obsiegende Partei hat die Beschwerdeführerin gemäss Art. 91 Abs. 1 VVRG 
Anspruch auf eine Parteientschädigung. Die Entschädigung wird im Dispositiv beziffert 
und der Staats- oder Gemeindekasse auferlegt, soweit sie aus Billigkeitsgründen nicht 
der unterliegenden Partei auferlegt werden kann (Art. 91 Abs. 2 VVRG). Das Gericht ist 
bei der Festlegung der Parteientschädigung nicht an die gestellten Begehren 
gebunden, die Parteientschädigung kann global festgesetzt werden (vom 
Bundesgericht bestätigt im Urteil 1P.69/2003 vom 16. Mai 2003). Sie umfasst gemäss 
Art. 4 GTar die Entschädigung an die berechtigte Partei sowie ihre Anwaltskosten (Art. 
4 Abs. 1 GTar). Letztere sind in Anwendung der Art. 27 ff. GTar festzusetzen und 
betragen im Verwaltungsgerichts-Beschwerdeverfahren zwischen Fr. 1 100.-- und 
Fr. 11 000.-- (Art. 39 GTar). Die Parteientschädigung ist aufgrund der Bedeutung, der 
Schwierigkeit und des Umfangs des Falls sowie der vom Anwalt nützlich aufgewandten 
Zeit und der finanziellen Situation der Partei festzusetzen. Es stellten sich keine 
komplizierten formellen Rechtsfragen; die Kenntnis des kantonalen Prozessrechts wird 
bei einem berufsmässigen Rechtsvertreter vorausgesetzt. Insgesamt war die 
anwaltliche Vertretung mit erheblichem Aufwand verbunden. Bei der Beurteilung des 
Arbeits- und des Zeitaufwands darf beachtet werden, dass das Verwaltungsverfahren 
im Unterschied zum Zivilprozess von der Untersuchungsmaxime beherrscht wird, 
wodurch in zahlreichen Fällen die Tätigkeit des Anwalts erleichtert wird. Ferner wird die 
Tätigkeit des Rechtsvertreters in casu nur insoweit berücksichtigt, als sie sich bei der 
Erfüllung ihrer Aufgabe an einen vernünftigen Rahmen hält, unter Ausschluss nutzloser 
oder sonst wie überflüssiger Schritte. Unter Berücksichtigung der für die Festsetzung 

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der Entschädigung geltenden Regeln, des notwendigen und eines der Schwierigkeit 
der Streitsache angemessenen Aufwandes und der Tatsache, dass der Fall durch ein 
Sachurteil endet, ist die Entschädigung auf insgesamt Fr. 10 000.-- (inkl. Auslagen) 
festzulegen (Art. 91 Abs. 2 VVRG). 

 

Demnach erkennt das Kantonsgericht: 

 

1. Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird gutgeheissen, die 
Ausschreibungsunterlagen vom 1. Februar 2011 sind bezüglich der falschen 
Mengen im Leistungsverzeichnis aufzuheben und allen Anbietern ist die 
Möglichkeit zu gewähren, die Preise in den gemäss E. 3.5.1 bis 3.5.14 und der 
Expertise F___________ korrigierten Positionen innert angemessener Frist 
anzupassen. 

2. Die Ausschlussverfügung vom 22. Juni 2011 wird aufgehoben und das 
Vergabeverfahren ist mitsamt der Sondervorschlags-Offerte weiterzuführen. 

3. Die Gerichtskosten von Fr. 31 839.50 werden dem Staat Wallis auferlegt. 

4. Der Beschwerdeführerin wird eine Parteientschädigung von Fr. 10 000.-- zu 
Lasten der Vergabestelle zugesprochen. 

5. Dieses Urteil ist der Beschwerdeführerin und der Vergabestelle schriftlich 
mitzuteilen. 

 

Sitten, 15. März 2012 

	URTEIL VOM 15. märz 2012
	Kantonsgericht Wallis
	Öffentlichrechtliche Abteilung